# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 92c0d68f-2a45-504d-b62e-40ee67e8067c
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-09-25
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 25.09.2024 RR.2024.48
**Docket/Reference:** RR.2024.48
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_RR-2024-48_2024-09-25

## Full Text

Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an Armenien; Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG)
;;Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an Armenien; Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG)
;;Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an Armenien; Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG)
;;Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an Armenien; Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG)

Entscheid vom 25. September 2024 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter 

Roy Garré, Vorsitz, 

Giorgio Bomio-Giovanascini und Felix Ulrich,  

Gerichtsschreiberin Santina Pizzonia  

   
 

Parteien 

  

A. AG, vertreten durch Rechtsanwalt Marcel Steineg-

ger und Rechtsanwalt Matthias Leemann,  

 

Beschwerdeführerin 

 

 gegen 

   

BUNDESANWALTSCHAFT,  

 

Beschwerdegegnerin 

 

 

Gegenstand  Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an Armenien 

 

Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG) 

  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: RR.2024.48 

  

 

 

 

- 2 - 

 

 

Sachverhalt: 

 

A. Die armenischen Strafverfolgungsbehörden führen eine Strafuntersuchung 

wegen «wettbewerbswidriger Tätigkeit, Steuerhinterziehung, Missbrauch von 

Dienstbefugnissen und unerlaubter Beteiligung an der unternehmerischen 

Tätigkeit» gegen die armenischen Beamten B., Stellvertretenden Leiter der 

Verkehrspolizei, sowie C., Stellvertretenden Leiter der Wirtschaftsabteilung 

der Polizei, und den armenischen Unternehmer D.), kurz auch D1. genannt. 

 

D. ist Direktor der beiden armenischen Unternehmen «E. GmbH» und 

«F. GmbH». D. ist dabei zu 100 % an der E. GmbH beteiligt. An der F. GmbH 

sind zu 52 % seine Ehefrau und zu 48 % die A. Holding AG mit Sitz in der 

Schweiz beteiligt. Die E. GmbH und die F. GmbH bieten der armenischen 

G. GmbH Buchführungsdienste an. Direktor der G. GmbH ist H., Nachbar 

von B. An der G. GmbH sind die F. GmbH zu 30 % und die A. Holding AG 

zu 70 % beteiligt. Der deutsche Staatsangehörige I. ist Vertreter [Verwal-

tungsratspräsident] der A. Holding AG und der A. AG, ebenfalls mit Sitz in 

der Schweiz. 

 

Die Strafverfolgungsbehörden Armeniens verdächtigen B. und C., diese hät-

ten als Mitglieder der armenischen Polizei unter anderem von D. Gelder er-

halten, um der G. GmbH den Zuschlag bei öffentlichen Ausschreibungen im 

Zusammenhang mit der Lieferung von Kontrollschildern an die armenische 

Polizei zu gewähren. Von 2011 bis April 2019 habe die A. AG von deren 

Konto bei der Bank J. in der Schweiz den armenischen Unternehmen bzw. 

auf die Kontobeziehung der F. GmbH insgesamt USD 3'132'698.-- und 

EUR 106'636.-- überwiesen. Die armenischen Strafverfolgungsbehörden ha-

ben den Verdacht, dass es sich dabei um Bestechungsgelder handle, welche 

über die E. GmbH und die F. GmbH an die armenischen Beamten geflossen 

seien. D. soll entgegen den gesetzlichen Vorschriften diese Gelder nicht in 

der Buchhaltung seiner Gesellschaften aufgeführt und in der Folge die in-

haltlich unwahren Buchhaltungsunterlagen im Rahmen der Steuerveranla-

gung den armenischen Steuerbehörden eingereicht haben. D. habe sich so-

wohl gegenüber den armenischen Steuerbehörden als auch gegenüber den 

armenischen Strafverfolgungsbehörden geweigert, Auskunft über den Erhalt 

und die Verwendung dieser Geldbeträge zu geben (s. Verfahrensakten 

RH.20.0111, Rubrik 1, pag. 1-0003 ff.).  

 

 

B. In diesem Zusammenhang gelangten die armenischen Behörden mit 

Rechtshilfeersuchen vom 29. April 2020 (übermittelt mit diplomatischer Note 

Nr. 2203/493/2020 der armenischen Botschaft in Genf vom 18. Mai 2020, 

- 3 - 

 

 

mit Eingang am 22. Mai 2020 zunächst beim Eidgenössischen Departement 

für auswärtige Angelegenheiten, nach entsprechender Weiterleitung vom 

4. Juni 2020 eingegangen am 9. Juni 2020 beim Bundesamt für Justiz [nach-

folgend «BJ»]) an die Schweiz. 

 

Darin ersuchten die armenischen Behörden um Rechtshilfemassnahmen be-

treffend die A. AG, namentlich um die Herausgabe aller Unterlagen (Ver-

träge, Vereinbarungen, Überweisungsaufträge) der A. AG von 2011 bis 2019 

im Zusammenhang mit der Überweisung von USD 3'132'609.-- und 

EUR 106'636.-- an die E. GmbH und F. GmbH sowie der von I. den Bank- 

und Steuerbehörden vorgelegten Erklärungen zu den überwiesenen Beträ-

gen (Verfahrensakten RH.20.0111, Rubrik 1, pag. 1-0003 ff.). Die einzelnen 

Überweisungen gaben die armenischen Behörden in einer 15-seitigen Über-

sichtstabelle wieder (Verfahrensakten RH.20.0111, Rubrik 1, pag. 1-0100-

10115). 

 

Mit diplomatischer Note Nr. 2203/627/2020 vom 16. Juni 2020 reichte die 

armenische Botschaft in Genf das Schreiben der ersuchenden Behörde vom 

2. Mai 2020 mitsamt den relevanten Auszügen aus dem armenischen Straf-

gesetzbuch nach (Verfahrensakten RH.20.0111, Rubrik 3, pag. 3-0001 ff.). 

 

 

C. Gestützt auf Art. 17 Abs. 4 sowie Art. 79 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 

20. März 1981 über internationale Rechtshilfe in Strafsachen (Rechtshilfege-

setz, IRSG; SR 351.1) übertrug das BJ mit Schreiben vom 6. Mai 2020 [recte 

wohl: 9. oder 10. Juni 2020] das armenische Rechtshilfeersuchen der Bun-

desanwaltschaft zum Vollzug (Verfahrensakten RH.20.0111, Rubrik 2, 

pag. 2-001 f.). Mit Schreiben vom 10. Juni 2020 übermittelte das BJ der Bun-

desanwaltschaft sodann das armenische Rechtshilfeersuchen samt Beila-

gen im Original (Verfahrensakten RH.20.0111, Rubrik 1, pag. 1-0001 ff. und 

Rubrik 2, pag. 2-001 f.).  

 

 

D. Über das BJ ersuchte die Bundesanwaltschaft die armenischen Behörden 

mit Schreiben vom 19. Juni 2020 um Ergänzung des Rechtshilfeersuchens 

innerhalb von 90 Tagen. Der Sachverhalt sei derart darzustellen, dass die 

beidseitige Strafbarkeit überprüft werden könne (Verfahrensakten 

RH.20.0111, Rubrik 3, pag. 3-0012 ff.).   

 

Mit Schreiben vom 30. September 2020, übermittelt mit diplomatischer Note 

Nr. 2203/1362/2020 der armenischen Botschaft in Genf vom 29. Oktober 

2020, reichten die armenischen Behörden den Schweizer Behörden das 

- 4 - 

 

 

ergänzende Rechtshilfeersuchen mit den zusätzlichen Informationen ein 

(Verfahrensakten RH.20.0111, Rubrik 1, pag. 1-0182 ff.).  

 

 

E. Mit Eintretensverfügung vom 7. Oktober 2020 trat die Bundesanwaltschaft 

auf das armenische Rechtshilfeersuchen samt Ergänzung ein und hielt fest, 

die Vollzugsmassnahmen in separaten Verfügungen anzuordnen (Verfah-

rensakten RH.20.0111, Rubrik 4, pag. 4-0001 ff.).  

 

 

F. Mit Verfügung vom 28. Oktober 2020 wies die Bundesanwaltschaft die 

Bank J. an, die Kontounterlagen betreffend die im Rechtshilfeersuchen an-

gegebenen und danach der A. AG zuzuordnenden Geschäftsbeziehungen 

IBAN 1, IBAN 2 und IBAN 3 sowie betreffend weitere Geschäftsbeziehungen 

mit Bezug auf die A. AG und die A. Holding AG zu edieren. Den Banken 

wurde dabei ein Mitteilungsverbot auferlegt (Verfahrensakten RH.20.0111, 

Rubrik 5, Unterrubrik 5.101, pag. 5.101-0001 ff.).  

 

Mit einem ersten Antwortschreiben vom 17. November 2020 teilte die 

Bank J. mit, dass keine in den Umfang der Verfügung fallende Beziehungen 

festgestellt worden seien und dass die von der Bundesanwaltschaft bezeich-

neten Ziffernfolgen IBAN 1, IBAN 2 und IBAN 3 keiner Beziehung bei der 

Bank J. hätten zugeordnet werden können (Verfahrensakten RH.20.0111, 

Rubrik 5, Unterrubrik 5.101, pag. 5.101-0013).  

 

In einem zweiten Antwortschreiben vom 17. November 2020 führte die Bank J. 

die einzelnen auf die A. AG lautenden Geschäftsbeziehungen (Konto Nr. 1 

[IBAN 1] samt Unterkonti, Konto Nr. 2 [IBAN 2] samt Unterkonto Nr. 3 [IBAN 3] 

sowie weiterer Unterkonti und Depot Nr. 4 samt Unterkonto) auf. Alle Haupt-

konti waren am 12. August 2010 eröffnet worden und sind mit Ausnahme des 

Depots noch aktiv. Alle Unterkonti sind mit zwei Ausnahmen bereits zwischen 

2014 und 2020 saldiert worden. Mit ihrem Schreiben übermittelte die Bank 

gleichzeitig auch die angeforderten Bankunterlagen (insgesamt 1301 Seiten; 

Verfahrensakten RH.20.0111, Rubrik 5, Unterrubrik 5.101, pag. 5.101-0014 

ff.). Diese waren unterteilt in «Formalitäten» (S. 1 - 149), «Client Notes» 

(S. 150 - 166), «KYC» (S. 167 - 179), «Korrespondenz» (S. 180 - 781), «Kon-

toauszüge» (S. 782 - 1295) und «Saldomeldungen» (S. 1296 - 1301) betref-

fend die Geschäftsbeziehung Nr. 5, lautend auf die A. AG. 

 

 

G. Mit Verfügung vom 28. Dezember 2020 (Ergänzende Herausgabepflicht in 

Rechtshilfesachen) verpflichtete die Bundesanwaltschaft die Bank J. nach-

folgende Unterlagen betreffend das Konto Nr. 5, lautend auf die A. AG, 

- 5 - 

 

 

einzureichen (Verfahrensakten RH.20.0111, Rubrik 5, Unterrubrik 5.101, 

pag. 5.101-0016): 

 

-  interne und externe Korrespondenz  

-  sowie zu den in den beigelegten Kontoauszügen mit einem Kreuz spe-

zifizierten Transaktionen und zu allen Transaktionen mit einem Betrag 

von CHF/USD/EUR 10'000.00 oder höher von und an «E1., F. Co, 

G. Ltd (G. LLC), A. GmbH, A. AG (ohne Kontoübertrag) und A. Holding 

AG»  

- sämtliche Abklärungen zum wirtschaftlichen Hintergrund unge-

wöhnlicher Transaktionen,  

- Transaktionsdetails Konto (Zahlungsaufträge, SWIFT/SIC-Belege, 

Belastungs- und Gutschriftsanzeigen sowie weitere Detailbelege, 

aus welchen der Auftraggeber und der Zahlungsempfänger der in-

teressierenden Kontenbewegungen unmissverständlich hervorge-

hen), 

-  Transaktionsdetails Wertschriften (Kundenaufträge, Eingangs- und 

Ausgangsanzeigen sowie bei physischen Wertschriftentransaktio-

nen und internen Wertschriftenbewegungen unmissverständlich 

hervorgehen).  

 

Betreffend die Kundenbeziehung Nr. 5, lautend auf die A. AG, übermittelte 

die Bank J. mit Antwortschreiben vom 10. Februar 2021 der Bundesanwalt-

schaft die Detailbelege und die Unterlagen zum wirtschaftlichen Hintergrund 

ungewöhnlicher Transaktionen zu den von der Bundesanwaltschaft markier-

ten Transaktionen und zu allen Transaktionen mit einem Betrag von 

CHF/USD/EUR 10'000.00 oder höher von und an die von der Bundesanwalt-

schaft bezeichneten Gesellschaften. Die Bank hielt dabei fest, dass für den 

relevanten Zeitraum ab Eröffnung bis 28. Oktober 2020 nebst den bereits 

edierten Unterlagen keine weitere Korrespondenz habe festgestellt werden 

können (Verfahrensakten RH.20.0111, Rubrik 5, Unterrubrik 5.101, pag. 

5.101-0032). Die eingereichten Bankunterlagen (insgesamt 1328 Seiten) 

wurden unterteilt in «Detailbelege» (S. 1-1322) und «Andere» (S. 1323-

1328) betreffend die Geschäftsbeziehung Nr. 5, lautend auf die A. AG (Ver-

fahrensakten RH.20.0111, Rubrik 5, Unterrubrik 5.101, Detailbelege). 

 

 

H. Den edierten Kontounterlagen der Bank J. waren unter anderem Transaktio-

nen zu entnehmen, welche die auf die A. AG lautende Geschäftsbeziehung 

IBAN 6 und die auf die A. Holding AG lautende Geschäftsbeziehung IBAN 7 

und IBAN 8, alle bei der Bank K., betrafen (Verfahrensakten RH.20.0111, 

Rubrik 5, Unterrubrik 5.101, pag. 5.101.4-0001). 

 

- 6 - 

 

 

Mit Verfügung vom 8. März 2021 wies die Bundesanwaltschaft die Bank K. 

an, die Kontounterlagen betreffend die Geschäftsbeziehung IBAN 6 lautend 

auf die A. AG und die Geschäftsbeziehung IBAN 7 und IBAN 8 lautend auf 

die A. Holding AG sowie betreffend weitere Geschäftsbeziehungen mit Be-

zug auf diese beiden Gesellschaften zu edieren. Der Bank wurde dabei ein 

Mitteilungsverbot auferlegt (Verfahrensakten RH.20.0111, Rubrik 5, Unter-

rubrik 5.102, pag. 5.102-0001 ff.). 

 

 

I. Mit Durchsuchungsbefehl in Rechtshilfesachen vom 24. März 2021 ordnete 

die Bundesanwaltschaft eine Hausdurchsuchung aller Räumlichkeiten der 

A. AG und der A. Holding AG, beide mit Sitz an der Y.-strasse in Z., samt 

Durchsuchung von Aufzeichnungen inkl. Cloud an sowie die vorläufige Sicher-

stellung aller Dokumente und Informationen im Zusammenhang mit dem ar-

menischen Strafverfahren für den Zeitraum von 2011 bis 2019, namentlich 

mit den Zahlungen von insgesamt USD 3’137'609.-- und EUR 106'636.-- von 

der A. AG an die E. GmbH und die F. GmbH (Verfahrensakten RH.20.0111, 

Rubrik 6, pag. 6.101-0001 ff.). Dabei beauftragte sie die Bundeskriminalpo-

lizei (nachfolgend «BKP») mit der Durchführung der Hausdurchsuchung (s. 

auch Verfahrensakten RH.20.0111, Rubrik 12, pag. 12-001 ff.). 

 

 

J.  

J.1 Am 30. März 2021 vollzog die BKP die Hausdurchsuchung am Sitz der A. AG 

und der A. Holding AG (Verfahrensakten RH.20.0111, Rubrik 6, pag. 6.101-

0009 ff.). 

 

Gemäss dem Durchsuchungsprotokoll der BKP bzw. Sicherstellungsver-

zeichnis wurden insgesamt 81 Bundesordner sichergestellt (Verfahrensak-

ten RH.20.0111, Rubrik 6, pag. 6.101-0014 ff.). Gemäss dem Vollzugsbe-

richt der BKP war aufgrund der grossen Menge eine genaue Triage der Un-

terlagen vor Ort in nützlicher Frist nicht möglich. Bei den 81 Bundesordnern 

handle es sich um alle als relevant erachteten Ordner (Verfahrensakten 

RH.20.0111, Rubrik 6, pag. 6.101-0011 f.).  

 

J.2  Am 30. März 2021 befragte die BKP sodann L., Mitglied des Verwaltungsrats 

mit Einzelunterschrift bei der A. AG und der A. Holding AG als Auskunftsper-

son (Verfahrensakten RH.20.0111, Rubrik 7, S. 1). Auf Frage, ob er damit 

einverstanden sei, dass «dieses Einvernahmeprotokoll und allfällige Beila-

gen der ersuchenden Behörde im vereinfachten Verfahren gemäss Art. 80c 

IRSG übermittelt werden, und unter Hinweis, dass seine allfällige Zustim-

mung unwiderruflich sei, erklärte L. gemäss dem Einvernahmeprotokoll, er 

nehme das zur Kenntnis und sei damit einverstanden (Verfahrensakten 

- 7 - 

 

 

RH.20.0111, Rubrik 7 S. 4). Gemäss dem Vollzugsbericht der BKP (S. 4) 

erteilte L. am Schluss seiner Einvernahme die Einwilligung zur vereinfachten 

Ausführung gemäss Art. 80c IRSG des Einvernahmeprotokolls mit Beilagen. 

 

J.3 Im Durchsuchungsprotokoll der BKP wurde unter dem Punkt «Bemerkun-

gen» Folgendes festgehalten (Verfahrensakten RH.20.0111, Rubrik 6, 

pag. 6.101-0015): 

 
«Verwaltungsratsmitglied L. ist mit der Übermittlung der bereits erhobenen 

Bankunterlagen einverstanden.  

 

Nach der Sichtung des Protokolls:  

Aufgrund von Wettbewerbsverzerrung und Technologie- und Geschäftsge-

heimnissen möchte L. die Unterlagen noch nicht an die ersuchende Behörde 

übermitteln lassen. Er möchte, dass gewisse Unterlagen geschwärzt werden. 

Die digitale Version wird L. zur Vorabsicht zugestellt, bevor die Akten weiterge-

leitet werden. Dasselbe gilt auch für die bereits erhobenen Bankunterlagen». 

 

Der Punkt «Vereinfachte Ausführung: Der Inhaber / Die Inhaberin erklärt sich 

mit der vereinfachten Ausführung gemäss Art. 80c IRSG einverstanden und 

nimmt zur Kenntnis, dass dieses Einverständnis unwiderruflich ist» wurde im 

Durchsuchungsprotokoll der BKP durch ein Häckchen im Kästchen «Ja» be-

antwortet (Verfahrensakten RH.20.0111, Rubrik 6, pag. 6.101-0015).  

 

J.4 Im Vollzugsbericht der BKP vom 1. April 2021 wird unter dem Titel Schluss-

bemerkungen Folgendes festgehalten (Verfahrensakten RH.20.0111, 

Rubrik 6, pag. 6.101-0012 f.): 

 
«Nach Abschluss der Hausdurchsuchung gab L. bekannt, dass er Bedenken 

bezüglich der vereinfachten Ausführung gemäss Art. 80c IRSG habe. Dies weil 

sich in den schriftlichen und elektronischen Unterlagen Technologie- und Ge-

schäftsgeheimnisse befänden. L. teilte mit, dass er grundsätzlich der verein-

fachten Ausführung gemäss Art. 80c IRSG zustimme, jedoch dass gewisse Un-

terlagen geschwärzt werden sollen. In Absprache mit Ass. Staatsanwältin M. 

wurde vereinbart, dass die gescannten Unterlagen L. zur Vorabsicht zugestellt 

werden, bevor die Akten an die ersuchende Behörde weitergeleitet werden».  

 

 

K. Die Bundesanwaltschaft hob jeweils mit Schreiben vom 1. April 2021 – und 

somit nach der Hausdurchsuchung – das Mitteilungsverbot gegenüber bei-

den Banken auf (Verfahrensakten RH.20.0111, Rubrik 5, Unterrubrik 5.101, 

pag. 5.101-0033, und Unterrubrik 5.102, pag. 5.102-0012).  

 

 

L. Mit Schreiben vom 6. April 2021 – und somit nach der Hausdurchsuchung – 

übermittelte die Bank K. der Bundesanwaltschaft die angeforderten Bankun-

terlagen betreffend die im Juni 2013 eröffnete Konto-/Depotbeziehungen 

- 8 - 

 

 

Nr. 9, lautend auf die A. Holding AG, und die im November 2009 und im Feb-

ruar 2017 geschlossene Konto-/Depotbeziehung Nr. 10, lautend auf die 

A. AG. Die eingereichten Bankunterlagen (insgesamt 558 Seiten) umfassen 

die Kontoeröffnungsunterlagen, KYC-Dossiers, Depot- und Kontoauszüge, 

Ein- und Auslieferungen von Wertschriften, Kundenkorrespondenz, Gut-

schrifts- und Belastungsanzeigen, alle jeweils für den Zeitraum ab Eröffnung 

bis 8. März 2021 bzw. bis zur Saldierung (Verfahrensakten RH.20.0111, 

Rubrik 5, Unterrubrik 5.102, pag. 5.102-0014 ff.). 

 

 

M. Mit Schreiben vom 8. April 2021 teilte Rechtsanwalt Marcel Steinegger der 

Bundesanwaltschaft unter Beilage der entsprechenden Vollmacht mit, die 

A. AG und A. Holding AG zu vertreten. Er machte geltend, L. habe sich mit 

Bezug auf seine Zustimmung in einem Irrtum befunden, und hielt fest, dass 

die Zustimmung zum vereinfachten Verfahren keine Wirkung entfalte. Er er-

klärte, seine Klientschaft sei bereit, nach Akteneinsicht und nach Durchfüh-

rung der notwendigen Triage der sichergestellten Unterlagen die Zustimmung 

zu erklären, wenn eine solche opportun erscheine. Abschliessend ersuchte 

er um Akteneinsicht und später um Zustellung der digitalen Version der aus-

sortieren Unterlagen, welche ins Ausland übermittelt und von seiner Klient-

schaft geprüft und allenfalls geschwärzt werden sollen (Verfahrensakten 

RH.20.0111, Rubrik 14, pag. 14.101-0001 ff.). 

 

 

N. Mit Antwortschreiben vom 9. April 2021 teilte die Bundesanwaltschaft 

Rechtsanwalt Steinegger mit, dass die anlässlich der Hausdurchsuchung 

vom 30. März 2021 sichergestellten Daten und Unterlagen in Bearbeitung 

seien. Sie kündigte ihm an, sich nach deren Erhalt mit ihm in Verbindung zu 

setzen (Verfahrensakten RH.20.0111, Rubrik 14, pag. 14.101-0004). 

 

 

O. Mit Schreiben vom 3. Mai 2021 teilte die Bundesanwaltschaft Rechtsanwalt 

Steinegger mit, die BKP habe am 30. März 2021 zahlreiche Unterlagen und 

Daten bei der Klientschaft des Rechtsvertreters sichergestellt und die Bun-

desanwaltschaft habe die angeführten Kontounterlagen bei der Bank J. und 

Bank K. edieren lassen. Die Bundesanwaltschaft erklärte, die Klientschaft 

des Rechtsvertreters habe «im Nachgang ihrer Zustimmung zur vereinfach-

ten Ausführung noch Ausführungen zu allfälligen Geschäftsgeheimnissen 

gemacht. Dies, obwohl ihr zur Kenntnis gebracht wurde, dass die Zustim-

mung unwiderruflich sei». Die Bundesanwaltschaft führte u.a. sodann aus, 

der Rechtsvertreter erhalte «die zur Übermittlung vorgesehenen Beweismit-

tel» in digitaler Form, und hielt fest, sie beabsichtige, die zur Diskussion 

- 9 - 

 

 

stehenden Beweismittel am 24. Mai 2021 der ersuchenden Behörde heraus-

zugeben (Verfahrensakten RH.20.0111, Rubrik 14, pag. 14.101-0006 f.). 

 

 

P. Rechtsanwalt Steinegger teilte der Bundesanwaltschaft mit Schreiben vom 

21. Mai 2021 mit, eine erste Sichtung des ihm übersandten Memory-Sticks 

habe ergeben, dass es sich dabei offensichtlich um alle sichergestellten Un-

terlagen handeln müsse. Eine Triage der für das Verfahren in Armenien effek-

tiv erheblichen Unterlagen habe anscheinend nicht stattgefunden. Ansons-

ten – so Rechtsanwalt Steinegger weiter – wären Urlaubsgesuche von Mit-

arbeitern oder Unterlagen und Korrespondenz zu Vorsorgeeinrichtungen 

und Löhnen von Mitarbeitern oder Rechnungen an deutsche Firmen für Liefe-

rungen nach Usbekistan, nur um ein paar Beispiele zu nennen, nicht auf die-

sem Memory-Stick erfasst, damit sie nach Armenien übersandt werden kön-

nen. Auf dem Memory-Stick befänden sich zudem die elektronisch erfassten 

Bundesordner, die bei der Hausdurchsuchung sichergestellt worden seien. 

Auch dabei handle es sich um weitere, mehrere tausend Seiten umfassende 

Dokumente, die mit Armenien nichts zu tun hätten, wie beispielsweise ein 

Agenturvertrag mit der N. AG von April 2008. Eine Übermittlung aller auf dem 

Memory-Stick erfassten Daten ginge weit über das Rechtshilfeersuchen hin-

aus. Der Rechtsvertreter bedankte sich bei der Bundesanwaltschaft, dass er 

alle sichergestellten Unterlagen durchsehen dürfe. Soweit die Bundesanwalt-

schaft bereits eine Triage vorgenommen habe, ersuchte er um Zustellung die-

ser Unterlagen. Er hielt fest, dass auch seine Klientschaft daran interessiert 

sei, die Dokumente raschmöglichst nach Armenien zu überliefern, aber auch 

nur das wirklich Notwendige und nicht unter Preisgabe ihrer Geheimnisse 

und Details, die für das Verfahren in Armenien unerheblich seien. Rechtsan-

walt Steinegger hielt ausserdem fest, dass die Behördenmitglieder L. erklärt 

hätten, man würde ihm die digitale Version zur Vorabsicht zustellen, bevor 

die Akten weitergeleitet würden. Mit dieser Zusage habe L. davon ausgehen 

dürfen, dass er namens der Klientschaft an der Triage mitwirken und auch 

schwärzen könne. Die Behörde habe ihm im Rahmen der Zusage nicht er-

klärt, dass ein solches Mitwirken nun nicht mehr möglich sei, weil er diese 

mit der Zustimmung bereits verwirkt habe. Für den Fall, dass wider Erwarten 

die Zusage der Behörden nach Ansicht der Bundesanwaltschaft keine Be-

deutung habe und seiner Klientschaft keinerlei Rechte mehr zustünden, er-

suchte Rechtsanwalt Steinegger um Erlass einer anfechtbaren Verfügung 

(Verfahrensakten RH.20.0111, Rubrik 14, pag. 14.101-0012 ff.). 

 

 

Q. Mit Antwortschreiben vom 25. Mai 2021 teilte die Bundesanwaltschaft Rechts-

anwalt Steinegger mit, sie sei gerne bereit, die Angelegenheit telefonisch zu 

- 10 - 

 

 

besprechen, und kündigte ihre entsprechende Kontaktaufnahme an (Verfah-

rensakten RH.20.0111, Rubrik 14, pag. 14.101-0019). 

 

In der Telefonnotiz der Assistenz-Staatsanwältin des Bundes zur Telefon-

konferenz vom 3. Juni 2021, an welcher sie und der zuständige Staatsanwalt 

des Bundes, Rechtsanwalt Steinegger und I., Verwaltungsratspräsident der 

A. AG und A. Holding AG, teilnahmen, wird Folgendes festgehalten (Verfah-

rensakten RH.20.0111, Rubrik 14, pag. 14.101-0022):  

 

«- RA Steinegger hält fest, dass seine Klientschaft immer noch mit der Übermitt-

lung der Unterlagen einverstanden sei, jedoch die Ausscheidung gewisser 

Unterlagen wünsche. 

- Es wird vereinbart, dass die A. AG bis Ende Juni 2021 die gescannten Unter-

lagen retournieren und bezeichnen soll, welche Unterlagen nicht übermittelt 

werden sollen. Die Bundesanwaltschaft wird dies anschliessend überprüfen». 

 

 

R. Mit Schreiben vom 30. Juni 2021 ersuchte Rechtsanwalt Steinegger um Er-

streckung der vereinbarten Frist bis 31. August 2021. Per Fax-Mitteilung vom 

20. Juni 2021 wurde das Fristerstreckungsgesuch letztmals bewilligt (Ver-

fahrensakten RH.20.0111, Rubrik 14, pag. 14.101-0023 ff.). Mit Schreiben 

vom 15. Juli 2021 teilte Rechtsanwalt Steinegger der Bundesanwaltschaft 

mit, er habe noch keine Antwort auf sein Gesuch feststellen können, und 

fragte nach, wann er mit einer Antwort rechnen dürfe (Verfahrensakten 

RH.20.0111, Rubrik 14, pag. 14.101-0031).  

 

Mit Schreiben vom 31. August 2021 bedankte sich Rechtsanwalt Steinegger 

für die Gewährung der Fristerstreckung und die Gelegenheit, in Bezug auf die 

sichergestellten Unterlagen und Daten darlegen zu dürfen, was aus seiner 

Sicht potentiell nicht erheblich erscheine (Verfahrensakten RH.20.0111, 

Rubrik 14, pag. 14.101-0034 ff.). Er erläuterte im Einzelnen das gewählte Vor-

gehen und erklärte, er habe die Daten zunächst nach den angeführten Begrif-

fen (Armenien, Armenia, Jerewan, Jerevan und Yerevan, Erivan, G. GmbH, 

G1., E1., E2., B., B1., O., C., D2., D., D1., H1., H2.) durchsucht. Sodann 

habe er die Unterlagen, welche aufgrund der Suchbegriffe einen Hit ergeben 

hätten, einer genaueren Prüfung unterzogen, sie dann endgültig als relevant 

oder als nicht relevant eingestuft und in den jeweiligen Unterordner kopiert.  

 

Im Ordner «Relevant» würden sich namentlich die Kopien der Seiten befin-

den, die einen oder mehrere Suchbegriffe enthalten würden, wobei teilweise 

Passagen geschwärzt worden seien, weil sie a) nicht relevant für das Ver-

fahren in Armenien seien und b) u.a. Geschäftsgeheimnisse (z.B. Preise und 

Margen mit Lieferanten und anderen Kunden) enthalten würden. 

 

- 11 - 

 

 

Im Ordner «Nicht Relevant» würden sich die Kopien der Seiten befinden, die 

keine Suchbegriffe enthalten würden, Kopien der Seiten, die zwar einen oder 

mehrere Suchbegriffe enthalten würden, bei näherer Betrachtung sicher 

aber nicht auf die relevanten Überweisungen von/an E. GmbH und F. GmbH 

gemäss dem Rechtshilfeersuchen bezögen oder Vertragsbeziehungen mit 

Drittfirmen beträfen, die Geschäftsgeheimnisse enthalten würden. 

 

Rechtsanwalt Steinegger hielt fest, dass alle Unterlagen, die als «nicht rele-

vant» bezeichnet seien, Unterlagen seien, welche sich mit Sicherheit nicht 

auf die Geldüberweisungen von seiner Klientschaft an die E. GmbH oder die 

F. GmbH bezögen. Diesen Unterlagen fehle daher die geforderte Erheblich-

keit, weshalb sie nicht übermittelt werden dürften. Er ersuchte die Bundes-

anwaltschaft, die als nicht relevant bezeichneten Unterlagen auszusondern 

und nicht den armenischen Behörden zu übermitteln (Verfahrensakten 

RH.20.0111, Rubrik 14, pag. 14.101-0031 ff.). 

 

 

S. Mit Antwortschreiben vom 6. September 2021 teilte die Bundesanwaltschaft 

Rechtsanwalt Steinegger in Ziff. 1 mit, dass die von ihm als potentiell relevant 

eingestuften Unterlagen in den nächsten Tagen «– gestützt auf die Zustim-

mung zur vereinfachten Ausführung –» an die ersuchende Behörde übermit-

telt werden. In Ziff. 2 führte sie aus: «Die von Ihnen als irrelevant eingestuften 

Unterlagen werden zurzeit von der Bundesanwaltschaft geprüft. Wir werden 

uns diesbezüglich bei gegebener Zeit mit Ihnen in Verbindung setzen». Ab-

schliessend unter Ziff. 3 erklärte die Bundesanwaltschaft, es sei vorgesehen, 

das vorliegende Verfahren abzuschreiben, sollte sich die ersuchende Be-

hörde zwischenzeitlich mit den erhaltenen Unterlagen begnügen (Verfahren-

sakten RH.20.0111, Rubrik 14, pag. 14.101-0038 f.).  

 

 

T. Mit Verfügung vom 10. September 2021 übermittelte die Bundesanwalt-

schaft über das BJ der ersuchenden Behörde auf einem verschlüsselten 

USB-Stick die (durch den Rechtsanwalt der Gesellschaft geschwärzten) Un-

terlagen, die anlässlich der Hausdurchsuchung vom 30. März 2021 in den 

Büroräumlichkeiten der A. AG und A. Holding AG sichergestellt wurden, sowie 

die Bankunterlagen der A. AG und der A. Holding AG, welche als rechtshil-

ferelevant ausgeschieden wurden (Verfahrensakten RH.20.0111, Rubrik 18). 

 

Die Bundesanwaltschaft hielt dabei fest, dass die A. AG und die A. Holding 

AG der vereinfachten Ausführung gemäss Art. 80c des Rechtshilfegesetzes 

zustimme (Verfahrensakten RH.20.0111, Rubrik 18).  

 

 

- 12 - 

 

 

U. Daraufhin erklärte Rechtsanwalt Steinegger gegenüber der Bundesanwalt-

schaft mit Schreiben vom 14. September 2021 «der guten Form halber hier-

mit» die Zustimmung zum Vorgehen gemäss Ziff. 1 des Schreibens der Bun-

desanwaltschaft. Er hielt fest, L. habe anlässlich der Hausdurchsuchung 

seine Zustimmung nur unter bestimmten Bedingungen erteilt. Er führte wei-

ter aus, dass er gehalten gewesen sei, die «nicht relevanten» Unterlagen 

auszuscheiden, weshalb auch sein Schreiben vom 31. August 2021 noch 

keine Zustimmung enthalten habe. Daher erfolge die formelle Zustimmung 

im erwähnten Rahmen (Verfahrensakten RH.20.0111, Rubrik 15).  

 

 

V. Mit einer ersten Schlussverfügung vom 20. Dezember 2021 (Verfahrensak-

ten RH.20.0111, Rubrik 16, pag. 16-0038 ff.) ordnete die Bundesanwalt-

schaft die rechtshilfeweise Herausgabe der Unterlagen betreffend das Konto 

Nr. 10, lautend auf die A. AG, bei der Bank K. an die ersuchende Behörde 

an (pag. 002651_00001-002651_00180, 002651_00183 f., 002651_00187-

002651_00220, 002651_00222-002651_0558).  

 

Mit einer zweiten Schlussverfügung vom 20. Dezember 2021 ordnete die 

Bundesanwaltschaft die rechtshilfeweise Herausgabe der darin im Einzelnen 

bezeichneten Unterlagen betreffend das Konto Nr. 5, lautend auf die A. AG, 

bei der Bank J. an die ersuchende Behörde an (Verfahrensakten 

RH.20.0111, Rubrik 16, pag. 16-0024 ff.): 

 

Zur Begründung führte die Bundesanwaltschaft in beiden Schlussverfügun-

gen im Wesentlichen aus, dass L. «unbestrittenermassen» am 30. März 

2021 der vereinfachten Ausführung zugestimmt habe. L. habe versucht, 

diese Zustimmung noch gleichentags zu relativieren bzw. in der Folge durch 

seine Rechtsvertretung relativieren zu lassen. Nachdem die Zustimmung zur 

vereinfachten Ausführung unwiderrufbar sei und die Ausführungen im Hin-

blick auf einen vermeintlichen Irrtum nicht zu überzeugen vermöchten, seien 

die zur Diskussion stehenden Bankunterlagen im vollen Umfang an die er-

suchende Behörde herauszugeben (S. 5 f.).  

Abschliessend hielt die Bundesanwaltschaft unter Verweis auf ihre anschlies-

senden Erwägungen fest, dass diese Unterlagen auch ohne Zustimmung an 

die ersuchende Behörde herauszugeben wären (S. 6). Sie verwies auf die 

Rechtsprechung, wonach der ersuchende Staat über alle Transaktionen zu 

informieren sei, welche im Namen der in die Angelegenheit verwickelten Ge-

sellschaften und Konten getätigt worden seien, wenn das Ersuchen die Auf-

klärung des Flusses von Geldern deliktischer Herkunft bezwecke. Dies recht-

fertige die Herausgabe sämtlicher Bankunterlagen während eines relativ lan-

gen Zeitraums (S. 6). Die ersuchende Behörde habe in solchen Fällen grund-

- 13 - 

 

 

sätzlich ein überwiegendes Interesse daran, die gesamte Kontoführung über-

prüfen zu können (S. 6). Nachdem insbesondere mit Bezug auf das Konto 

bei der Bank J. auch Transaktionen, die von der ersuchenden Behörde als 

inkriminierte Zahlungen eingestuft worden seien (S. 9), und mit Bezug auf 

das Konto bei der Bank K. Transaktionen mit den armenischen Behörden 

und dem Konto bei der Bank J. aus den Bankkontoinformationen hervorge-

hen würden (S. 8), würden die edierten Unterlagen für das ausländische 

Strafverfahren erforderlich im Sinne von Art. 63 IRSG erscheinen und sie 

seien der ersuchenden Behörde in Anwendung von Art. 74 IRSG herauszu-

geben.  

Schliesslich hielt die Bundesanwaltschaft fest (S. 9): «Vollständigkeitshalber 

sei erwähnt, dass die A. AG entgegen ihrer Obliegenheit, nicht die für die 

ausländische Strafuntersuchung offensichtlich entbehrlichen Aktenstücke 

bezeichnet hat und allfällige Einwendungen dagegen vorgebracht hat. Viel-

mehr hat sie sich damit begnügt, einzelne offensichtlich relevante Aktenstü-

cke zu bezeichnen».  

 

 

W. Mit Schreiben vom 27. Dezember 2021 stellte die Bundesanwaltschaft über 

das BJ der ersuchenden Behörde einen neuen verschlüsselten USB-Stick 

und das Übermittlungsschreiben vom 10. September 2021, welche bis zu 

diesem Zeitpunkt nicht bei der ersuchenden Behörde angekommen sei (Ver-

fahrensakten RH.20.0111, Rubrik 18, pag. 18-0043 f.).  

 

 

X. Mit Eingabe vom 21. Januar 2022 erhob die A. AG bei der Beschwerdekam-

mer des Bundesstrafgerichts Beschwerde gegen beide Schlussverfügungen 

vom 27. Dezember 2021 (RR.2022.15, act. 1).  

 

Sie beantragte in einem ersten Punkt die Aufhebung beider Schlussverfü-

gungen. In einem zweiten Punkt stellt sie den Antrag, die Bundesanwalt-

schaft sei anzuweisen, die in Disp. Ziff. 2 beider Schlussverfügungen ge-

nannten Unterlagen entsprechend ihrer Relevanz für das Rechtshilfeverfah-

ren auszuscheiden und der Beschwerdeführerin im Anschluss eine konkrete 

und wirkungsvolle Möglichkeit zur Stellungnahme zur Aussonderung einzu-

räumen. In einem dritten Punkt beantragte sie, die Bundesanwaltschaft sei 

anzuweisen, nicht relevante Dokumente umgehend der Beschwerdeführerin 

auszuhändigen. Eventualiter seien die angefochtenen Schlussverfügungen 

aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzu-

weisen. Unter Kosten und Entschädigungsfolgen zulasten der Bundesan-

waltschaft.  

 

- 14 - 

 

 

Das BJ beantragte als Aufsichtsbehörde mit Schreiben vom 17. Februar 

2022 die Abweisung der Beschwerde und verwies zur Begründung auf die 

Erwägungen der Schlussverfügungen (RR.2022.15, act. 8).  

 

Die Bundesanwaltschaft stellte in der Beschwerdeantwort vom 3. März 2022 

den Antrag auf Nichteintreten und eventualiter auf Abweisung der Be-

schwerde (RR.2022.15, act. 10).  

 

 

Y. Mit Entscheid RR.2022.15 vom 13. Dezember 2022 hiess die Beschwerde-

kammer des Bundesstrafgerichts die Beschwerde gut, soweit sie darauf ein-

trat. Die Schlussverfügungen vom 20. Dezember 2021 wurden aufgehoben 

und zur Neubeurteilung an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen. Zur 

Begründung führte die Beschwerdekammer zusammenfassend im Wesent-

lichen Folgendes aus: 

 

Soweit die A. AG vorgebracht habe, in den Schlussverfügungen sei eine er-

neute Übersendung auch von solchen Bankunterlagen verfügt worden, für 

welche sie bereits ihre Zustimmung im Sinne von Art. 80c IRSG erteilt habe 

und deren Herausgabe entsprechend bereits verfügt worden sei, sei eine 

Anfechtung durch die A. AG ausgeschlossen. Diesbezüglich sei auf die Be-

schwerde nicht einzutreten (E. 2.5).  

Mit Bezug auf die weiteren streitigen Kontounterlagen seien dem Durchsu-

chungsprotokoll eine schriftliche Zustimmungserklärung und ein dieser Er-

klärung zuwiderlaufender schriftlicher Vorbehalt zu entnehmen. Es liege so-

mit keine vorbehaltlose schriftliche Zustimmung zur vereinfachten Ausfüh-

rung der Rechtshilfe nach Art. 80c IRSG vor (E. 2.3.1). Im Ergebnis seien 

den Akten weder eine schriftliche noch eine mündliche rechtsgültige (ab-

schliessende und vorbehaltlose) Zustimmung zur vereinfachten Ausführung 

der Rechtshilfe nach Art. 80c IRSG zu entnehmen (E. 2.4).  

Weder in den Schlussverfügungen noch in ihren Stellungnahmen im Be-

schwerdeverfahren habe sich die Bundesanwaltschaft sodann mit der Ein-

gabe der A. AG vom 31. August 2021 auseinandergesetzt, worin sich diese 

zu dem von dieser selber vorgenommenen Ausscheidungsprozess und den 

verbliebenen Dokumenten geäussert habe (E. 3.7). Die Bundesanwaltschaft 

schweige sich zur diesbezüglichen Kritik der Beschwerdeführerin aus. Sie 

erläutere auch im Beschwerdeverfahren nicht, weshalb aus ihrer Sicht die 

A. AG ihrer Obliegenheit nicht nachgekommen sein soll. Da die Bundesan-

waltschaft ihren Standpunkt nicht begründet habe, könne im Beschwerde-

verfahren ihr Vorgehen nicht in der Sache überprüft werden. Mache eine von 

der Rechtshilfemassnahme Betroffene im Rechtshilfeverfahren geltend, die 

von ihr konkret bezeichneten Unterlagen seien für das ausländische Verfahren 

von keinerlei Interesse (insbesondere weil sie keinerlei Bezug zu Armenien 

- 15 - 

 

 

hätten) und daher nicht herauszugeben, und lege sie ihre Gründe hiefür im 

Einzelnen dar, habe sich die ausführende Behörde auch dann damit ausei-

nanderzusetzen, wenn sie die von der Betroffenen angegebenen Gründe 

oder bereits deren Vorgehen prinzipiell und/oder im Einzelnen als unzutref-

fend erachte. Unter den gegebenen Umständen habe die Bundesanwalt-

schaft allein mit ihrem – per se zutreffenden – Hinweis auf die Rechtspre-

chung, wonach die ersuchende Behörde in solchen Fällen grundsätzlich ein 

überwiegendes Interesse daran hat, die gesamte Kontoführung überprüfen 

zu können, die Vorbringen der A. AG noch nicht sorgfältig und ernsthaft ge-

prüft. Die Vorinstanz sei daher in ihrer Schlussverfügung der verfassungs- 

und gesetzmässigen Begründungspflicht nicht nachgekommen. Diese Auf-

gabe könne vorliegend nicht der Beschwerdekammer überlassen werden. 

Eine Heilung dieser Verletzung des rechtlichen Gehörs sei hier nicht mög-

lich. Entsprechend könne unter den gegebenen Umständen eine abschlies-

sende Prüfung unter dem Aspekt der Verhältnismässigkeit noch nicht erfol-

gen. Die beiden Schlussverfügungen vom 20. Dezember 2021 seien daher 

infolge Verletzung des Anspruchs der Beschwerdeführerin auf rechtliches 

Gehör aufzuheben und zur Neubeurteilung zurückzuweisen (E. 3.7).  

 

 

Z. Im Nachgang zum Beschwerdeentscheid teilte die Bundesanwaltschaft 

Rechtsanwalt Steinegger mit Schreiben vom 3. August 2023 mit, dass sie 

demnächst Schlussverfügungen erlassen werde, und stellte ihm gleichzeitig 

die paginierten Verfahrensakten in digitaler Form zu (Verfahrensakten 

RH.20.0111, Rubrik 14, pag. 14.101-0042). 

 

 

AA. Mit E-Mail vom 10. August 2023 teilte Rechtsanwalt Matthias Leeman der 

Bundesanwaltschaft mit, für die Rechtsvertreter stelle sich die Frage, ob und 

in welcher Form die Bundesanwaltschaft eine Triage der beschlagnahmten 

Dokumente vorgenommen habe, welche Dokumente sie zu übermitteln be-

absichtige und wie und wann sie das rechtliche Gehör bezüglich der zu über-

mittelnden Dokumente zu gewähren beabsichtige. Soweit die Bundesanwalt-

schaft beabsichtige, sämtlich auf dem USB-Stick unter «5_Editionsverfügun-

gen_Beschlagnahme Vermögenswerte» und «6_Hausdurchsuchung_Be-

schlagnahme Gegenstände» enthaltenen Dokumente (sowie allfällige wei-

tere Dokumente) an die ersuchenden Behörden zu übermitteln, ersuchte er 

um Frist zur Stellungnahme zu den zu übermittelnden Dokumenten. Er er-

suchte dabei, die Länge dieser Frist dem Dokumentenumfang von mehreren 

tausend Seiten anzupassen (Verfahrensakten RH.20.0111, Rubrik 14, 

pag. 14.101-0047). 

 

 

- 16 - 

 

 

BB. Mit Antwortschreiben vom 17. November 2023 teilte die Bundesanwaltschaft 

beiden Rechtsvertretern mit, dass nach ihrem Dafürhalten die vorliegende 

Angelegenheit bereits spruchreif sei. Trotzdem würden die Rechtsvertreter 

bis zum 4. Dezember 2023 Gelegenheit erhalten, erneut eine Stellungnahme 

in vorliegender Angelegenheit einzureichen. Sie hielt fest, sie beabsichtige, 

sämtliche sich auf dem beigelegten verschlüsselten USB-Stick befindenden 

Beweise an Armenien herauszugeben. Es handle sich dabei um folgende 

Bankunterlagen: a) Bankunterlagen betreffend Konto Nr. 10, lautend auf 

A. AG, bei der Bank K. (pag. 002651_00001 - 002651_00558) und b) Bank-

unterlagen betreffend Konto Nr. 5, lautend auf A. AG, bei der Bank J. (pag. 

002257_00001 - 002257_01301, 002508_00001 - 002508_01328). Darunter 

würden sich auch die bereits am 10. September 2021 an Armenien übermit-

telten Unterlagen befinden. Zur Herausgabe seien des Weiteren die digitalen 

Daten auf dem USB-Stick vorgesehen. Diese seien wie folgt eruiert worden: 

Anlässlich der Hausdurchsuchung vom 30. März 2021 seien diejenigen Da-

ten forensisch gesichert worden, die einen Bezug zu den im Rechtshilfeer-

suchen erwähnten Personen und Gesellschaften gehabt hätten sowie im 

Zeitraum 2011 bis 2019 gelegen seien (vgl. Vollzugsbericht vom 1. April 

2021). Danach habe die Bundeskriminalpolizei eine weitere Triage mit den 

von den Rechtsvertretern als «nicht relevant» bezeichneten Daten durchge-

führt. Dabei seien sämtliche Daten, die keinen Hit mit den Personen oder 

Gesellschaften gemäss modifizierter Suchliste (es wurden weitere Schreib-

weisen berücksichtigt) ergeben hätten, ausgesondert worden. Die Daten 

seien mit dem FTK Viewer (auf «startftkplus» klicken) aufbereitet worden. 

Soweit die Rechtsvertreter eine Datei als nicht potentiell erheblich erachten 

würden, würden sie diese mittels «Tag» als «nicht relevant» bezeichnen kön-

nen (Verfahrensakten RH.20.0111, Rubrik 14, pag. 14.101-0051 f.).  

 

 

CC. Mit Schreiben vom 27. November 2023 ersuchten die Rechtsvertreter die 

Bundesanwaltschaft um Erstreckung der angesetzten Frist bis zum 31. Ja-

nuar 2024 (Verfahrensakten RH.20.0111, Rubrik 14, pag. 14.101-0054 f.). 

Die Frist wurde in der Folge letztmals bis 31. Januar 2024 erstreckt (Verfah-

rensakten RH.20.0111, Rubrik 14, pag. 14.101-0058 f.). 

 

 

DD. Mit Schreiben vom 31. Januar 2024 reichten die Rechtsvertreter ihre Stellung-

nahme ein und retournierten den ihnen zugestellten USB-Stick (Verfahrens-

akten RH.20.0111, Rubrik 14, pag. 14.101-0061 ff.). Sie führten aus, sie hät-

ten die Triage der im FTK Viewer enthaltenen Unterlagen im FTK Viewer vor-

genommen und lediglich einen zusätzlichen Tag «relevant» oder «nicht rele-

vant» angebracht. Sie erklärten, sie hätten zusätzlich einen zweiten USB-Stick 

zugestellt, welcher die Triageergebnisse hinsichtlich der Bankunterlagen 

- 17 - 

 

 

enthalte (Verfahrensakten RH.20.0111, Rubrik 14, pag. 14.101-0061). Sie 

brachten vor, die Bundesanwaltschaft habe keine Triage vorgenommen. Sie 

hätten auch keine Hinweise darauf erkennen können, dass die Bundesanwalt-

schaft die erste von ihnen vorgenommene Triage, welche mit Schreiben vom 

31. August 2021 übermittelt worden sei, berücksichtigt habe. Dies verletze 

die Pflicht zur Triage und das Verhältnismässigkeitsprinzip und stehe im Ge-

gensatz zur E. 3.7 des Entscheids des Bundesstrafgerichts vom 9. Dezem-

ber 2022. Sie warfen der Bundesanwaltschaft vor, diese halte sich nicht an 

ihre eigene, ausdrückliche Zusage im Schreiben vom 6. September 2021, 

worin sie mitgeteilt habe, dass sie die als irrelevant eingestuften Unterlagen 

prüfen werde und wieder auf die Rechtsvertreter zukommen werde (Verfah-

rensakten RH.20.0111, Rubrik 14, pag. 14.101-0062). Sie erläuterte, sie habe 

den Adobe PDF Viewer Standard-Stempel «Not Approved» für Unterlagen, 

welche keine Relevanz aufweisen und/oder aus dem zeitlichen Rahmen fallen 

würden, verwendet. Mit dem Stempel Nummer «1» werde bei nicht relevanten 

Unterlagen begründet, dass sie keinen Bezug zu Armenien oder dem Rechts-

hilfeersuchen, den genannten Personen und/oder behaupteten Straftaten in 

irgendeiner Form aufweisen würden. Mit dem Stempel Nummer «2» werde 

bei nicht relevanten Unterlagen begründet, dass sie nicht in das gemäss dem 

Rechtshilfeersuchen relevante Zeitfenster von 2011 bis 2019 fallen. Eine Viel-

zahl von Dokumenten weise sachlogisch beide Stempel «1» und «2» auf. 

Die Rechtsvertreter erklärten, dass sie an ihrer ersten Triage, welche sie mit 

Schreiben vom 31. August 2021 an die Bundesanwaltschaft übermittelt hätten, 

vollumfänglich festhalten würden. Die Rechtsvertreter ersuchten um Anset-

zung einer Frist von mindestens drei Monaten zur Erarbeitung von über 

3000 Einzelkommentaren zu jeder einzelnen Seite, falls die Bundesanwalt-

schaft dies als erforderlich erachte, um eine pauschale Übermittlung abzuwen-

den. Die Rechtsvertreter ergänzten, aus ihrer Sicht sei ein solches Vorgehen 

weder zweckdienlich noch in irgendeiner Form verhältnismässig. Sodann er-

suchten sie um Ansetzung einer weiteren Gelegenheit zur Stellungnahme 

vor Erlass einer Schlussverfügung, sofern die Bundesanwaltschaft die Triage-

ergebnisse der Rechtsvertreter nicht akzeptieren sollte und die von ihnen als 

nicht zu übermittelnd deklarierten Unterlagen dennoch nach Armenien über-

mitteln wolle (Verfahrensakten RH.20.0111, Rubrik 14, pag. 14.101-0063). 

 

 

EE. Mit Antwortschreiben vom 27. März 2024 teilte die Bundesanwaltschaft den 

Rechtsvertretern mit, dass sie die Angelegenheit als spruchreif erachte und 

sich mit der Argumentation der Rechtsvertreter in der Schlussverfügung 

auseinandersetzen werde (Verfahrensakten RH.20.0111, Rubrik 14, pag. 

14.101-0065 ff.). 

 

 

- 18 - 

 

 

FF. Die Rechtsvertreter protestierten mit Schreiben vom 2. April 2024 gegen die 

Vorgehensweise der Bundesanwaltschaft und wiederholten zur Begründung 

ihre mit Schreiben vom 31. Januar 2024 vorgetragenen Einwendungen. Er-

gänzend führten sie aus, die Bundesanwaltschaft zwinge die Rechtsvertreter 

mit dem angedeuteten Vorgehen, ein grosses Volumen an Daten bzw. Unter-

lagen in einer hierfür zu kurzen (Beschwerde-)Frist zu bearbeiten und dies 

ohne Not (Verfahrensakten RH.20.0111, Rubrik 14, pag. 14.101-0067 f.). 

Abschliessend wiederholten sie ihren Antrag um Ansetzung einer weiteren 

Gelegenheit zur Stellungnahme vor Erlass einer Schlussverfügung, sollte die 

Bundesanwaltschaft die Triageergebnisse der Rechtsvertreter nicht akzep-

tieren und die von ihnen als nicht zu übermittelnd deklarierten Unterlagen 

dennoch nach Armenien übermitteln wollen. Sodann ersuchten sie um 

gleichzeitige Zustellung der gesamten Akten in elektronischer Form für den 

Fall, dass die Bundesanwaltschaft ohne Weiteres die Schlussverfügung er-

lasse (Verfahrensakten RH.20.0111, Rubrik 14, pag. 14.101-0068). 

 

 

GG. Mit E-Mail vom 5. April 2024 wies die Bundesanwaltschaft Rechtsanwalt Lee-

mann darauf hin, dass er bereits im Besitz der vollständigen Akten sei. Sie 

hielt fest, sie werde ihm gerne nochmals die digitalen Akten baldmöglichst 

zukommen lassen (Verfahrensakten RH.20.0111, Rubrik 14, pag. 14.101-

0069). Mit Schreiben vom 17. April 2024 stellte die Bundesanwaltschaft den 

Rechtsvertretern erneut die Akten zu. Sie hielt dabei fest, dass den Rechts-

vertreter bereits mehrfach Akteneinsicht gewährt worden sei und ihnen sämt-

liche Aktenstücke bekannt seien (Verfahrensakten RH.20.0111, Rubrik 14, 

pag. 14.101-0071 f.). 

 

 

HH. Mit Schlussverfügung I vom 3. April 2024, Dispositiv Ziffer 1, entsprach die 

Bundesanwaltschaft dem Rechtshilfeersuchen der Generalstaatsanwalt-

schaft Armenien vom 29. April 2020 sowie dessen Ergänzung vom 30. Sep-

tember 2020 und ordnete in Dispositiv Ziffer 2 die Herausgabe der «erhobe-

nen Bankunterlagen des Kontos Nr. 5», lautend auf die A. AG, bei der 

Bank J. an die ersuchende Behörde an (Verfahrensakten RH.20.0111, 

Rubrik 16, pag. 16-0051 ff.; act. 1.2). 

Mit Schlussverfügung II vom 3. April 2024, Dispositiv Ziffer 1, entsprach die 

Bundesanwaltschaft gleichermassen dem Rechtshilfeersuchen der General-

staatsanwaltschaft Armenien vom 29. April 2020 sowie dessen Ergänzung 

vom 30. September 2020 und ordnete in Dispositiv Ziffer 2 die Herausgabe 

der «erhobenen Bankunterlagen des Kontos Nr. 10», lautend auf A. AG, bei 

der Bank K. an die ersuchende Behörde an. (Verfahrensakten RH.20.0111, 

Rubrik 16, pag. 16-0073 ff.; act. 1.3).  

 

- 19 - 

 

 

Zur Begründung führte die Beschwerdeführerin in beiden Schlussverfügun-

gen aus, sie habe das Äusserungsrecht der A. AG gewahrt, indem diese 

rund 6,5 Monate Zeit gehabt habe, um eine Stellungnahme einzureichen. 

Weitergehende Ansprüche würden nicht bestehen. Insbesondere bestehe 

kein Anspruch auf eine (schriftliche) Triageverhandlung (S. 11).   

Mit Bezug auf das Konto bei der Bank J. erwog die Bundesanwaltschaft, dass 

gemäss Angaben der ersuchenden Behörde über dieses Konto der A. AG 

Korruptionszahlungen geflossen sein sollen. Die im Rechtshilfeersuchen auf-

gelisteten Transaktionen gingen aus den erhobenen Bankunterlagen hervor. 

Daher stünden sowohl die A. AG als auch deren Konto bei der Bank J. in 

einem unmittelbaren Zusammenhang mit der armenischen Strafuntersuchung 

(S. 15 f.). Mit Bezug auf das Konto bei der Bank K. führte die Bundesanwalt-

schaft aus, dass aus den betreffenden Bankunterlagen auch Transfers zwi-

schen dem Konto der Beschwerdeführerin bei der Bank J. und deren Konto 

bei der Bank K. hervorgegangen seien. Anhand der streitigen Bankunterlagen 

des Kontos bei der Bank K. seien acht Transaktionen im Zusammenhang mit 

dem armenischen Finanzministerium eruiert worden, wobei die Gutschriften 

insgesamt CHF 3‘321‘918.-- betragen hätten (S. 14 f.). In Anwendung der 

Rechtsprechung, wonach der ersuchende Staat über alle Transaktionen zu 

informieren sei, die von Gesellschaften und über Konten getätigt worden 

seien, welche in die Angelegenheit verwickelt sein, seien somit sämtliche 

Bankkontoinformationen beider Konten potentiell erheblich und an die ersu-

chende Behörde herauszugeben (S. 14 f.). Mit der Argumentation, die übrigen 

Bankunterlagen würden keine weiteren Hinweise liefern, verkenne die A. AG, 

dass im Rechtshilfeverfahren keine Beweiswürdigung vorzunehmen sei und 

die Bankunterlagen durchaus der Entlastung der Beschuldigten dienen kön-

nen (S. 16 bzw. 14). Die Bundeanwaltschaft kam zum Schluss, dass sämtli-

che Voraussetzungen für die rechtshilfeweise Herausgabe der vollständigen 

Bankunterlagen zu beiden Konten erfüllt seien. Sie erwog, das Interesse an 

der Strafverfolgung des ersuchenden Staates gegenüber der allfälligen Preis-

gabe von «Geschäftsinteressen» («Preise und Margen mit Lieferanten und 

anderen Kunden») klarerweise überwiege. Zudem wären ohnehin auch 

Preise, Margen mit Lieferanten und anderen Kunden ebenfalls für das arme-

nische Strafverfahren als potentiell erheblich einzustufen – nicht zuletzt be-

stehe dadurch die Möglichkeit des Vergleichs (S. 16 bzw. S. 15).   

Die Bundesanwaltschaft erachtete «die Frage, ob die A. AG der Obliegen-

heit, Einwände geltend zu machen, nachgekommen ist, ist gestützt auf das 

oben Dargelegte irrelevant für die Frage, ob die Bankunterlagen an Arme-

nien herauszugeben sind – die Bankkontoinformationen sind ohnehin an Ar-

menien herauszugeben (siehe oben)» (S. 17 bzw. 15).   

Sie erklärte, sie halte dennoch fest, dass die A. AG die für die nach ihrer 

Meinung ausländische Strafuntersuchung offensichtlich entbehrlichen Unter-

- 20 - 

 

 

lagen anhand eines Umkehrschlusses bezeichnet habe. Zunächst seien an-

hand von selbst ausgewählten Stichwörtern einzelne Transfers ausgewählt 

worden. Diese seien danach nochmals geprüft worden, wobei es zu weiteren 

Aussonderungen und Schwärzungen gekommen sei. Die Übrigen (rund 

2'000 Seiten) seien sodann als irrelevant eingestuft bzw. diesbezüglich gel-

tend gemacht worden, es würden sich darin Geschäftsgeheimnisse befin-

den. Indem die A. AG geltend mache, in den Unterlagen befänden sich Ge-

schäftsgeheimnisse («z.B. Preise und Margen mit Lieferanten und anderen 

Kunden» bzw. «Vertragsbeziehungen mit Drittfirmen») ohne die konkreten 

Stellen und das konkrete Geschäftsgeheimnis explizit zu bezeichnen, 

komme sie ihrer obgenannten Obliegenheit nicht nach. Zwar würden durch-

aus Bankkontoinformationen bezeichnet, die nicht ans Ausland herausgege-

ben werden sollen, jedoch werde nicht differenziert zwischen Unterlagen, die 

irrelevant sein sollen und denjenigen, welche Geschäftsgeheimnisse enthal-

ten sollen. Zudem werde auch nicht differenziert, welches Geschäftsgeheim-

nis es sein solle. Ohnehin würden die von der A. AG angeführten allfälligen 

«Geschäftsgeheimnisse» keinen Grund bilden, die Herausgabe der Bankun-

terlagen zu verweigern (S. 17 f. bzw. S. 16).  

 

 

II. Gegen beide Schlussverfügungen vom 3. April 2024 lässt die A. AG mit Ein-

gabe vom 6. Mai 2024 Beschwerde bei der Beschwerdekammer der Bun-

desstrafgerichts erheben (act. 1).  

 

Sie stellt mit Bezug auf die Schlussverfügung I folgende Anträge (act. 1 S. 2 f.): 

 

«1.  Dispositivziffer 1 und 2 der angefochtenen Schlussverfügung I in Rechtshilfe-

sachen vom 3. April 2024 mit Gegenstand Konto Nr. 5, lautend auf A. AG, bei 

der Bank J., seien aufzuheben. 

2.  Die Bundesanwaltschaft sei anzuweisen, die in Dispositivziffern 2 der Schluss-

verfügung I in Rechtshilfesachen vom 3. April 2024 mit Gegenstand Konto 

Nr. 5, lautend auf A. AG, bei der Bank J. genannten Dokumente bzw. Paginie-

rungen entsprechend ihrer Relevanz für das vorliegende Rechtshilfeverfahren 

auszuscheiden. Die Bundesanwaltschaft sei zudem anzuweisen, der Be-

schwerdeführerin im Anschluss eine konkrete und wirkungsvolle Möglichkeit 

zur Stellungnahme zur Aussonderung einzuräumen. 

3.  Die Bundesstaatsanwaltschaft sei anzuweisen, nicht relevante Dokumente hin-

sichtlich Rechtsbegehren Ziff. 2 betreffend Schlussverfügung I in Rechtshilfe-

sachen vom 3. April 2024 mit Gegenstand Konto Nr. 5, lautend auf A. AG, bei 

der Bank J. der Beschwerdeführerin umgehend auszuhändigen. 

4.  Eventualiter sei die angefochtene Schlussverfügung I in Rechtshilfesachen vom 

3. April 20204 mit Gegenstand Konto Nr. 5, lautend auf A. AG, bei der Bank J. 

aufzuheben und es sei die Sache zur Neubeurteilung im Sinne der Erwägungen 

an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

- 21 - 

 

 

5.  Unter Kosten und Entschädigungsfolgen zulasten der Bundesanwaltschaft, 

zzgl. Mehrwertsteuer». 

 

Mit Bezug auf die Schlussverfügung II stellt sie analoge Anträge (act. 1 S. 3 f.).  

 

 

JJ. Mit Beschwerdeantwort vom 27. Mai 2024 beantragt die Bundesanwaltschaft 

die Abweisung der Beschwerde (act. 9).  

 

Denselben Antrag stellt das BJ in seiner Vernehmlassung vom 27. Mai 2024 

mit ausführlicher Begründung zur Triage (Pflicht zur Triage und Obliegenheit 

zur Mitwirkung) sowie zur Triage in Bezug auf allfällige Geheiminteressen 

(act. 10).  

 

Mit Eingabe vom 14. Juni 2024 reichte die Beschwerdeführerin ihre Be-

schwerdereplik ein (act. 14).  

 

Mit Schreiben je vom 25. Juni 2024 verzichteten sowohl die Bundesanwalt-

schaft als auch das BJ auf die Einreichung einer Beschwerdeduplik (act. 16 

und 17), worüber alle Seiten mit Schreiben vom 26. Juni 2024 informiert wur-

den (act. 18). 

 

 

KK. Auf die weiteren Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten 

wird, soweit erforderlich, in den rechtlichen Erwägungen eingegangen. 

 

 

 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 

 

1.  

1.1 Für die Rechtshilfe zwischen der Republik Armenien und der Schweiz sind 

in erster Linie das Europäische Übereinkommen vom 20. April 1959 über die 

Rechtshilfe in Strafsachen (EUeR; SR 0.351.1) sowie das dazu ergangene 

zweite Zusatzprotokoll vom 8. November 2001 (ZP II EUeR; SR 0.351.12) 

massgebend. Diese werden in concreto ergänzt durch das Übereinkommen 

vom 8. November 1990 über Geldwäscherei sowie Ermittlung, Beschlag-

nahme und Einziehung von Erträgen aus Straftaten (GwUe; SR 0.311.53) 

sowie die Art. 43 ff. des Übereinkommens vom 31. Oktober 2003 der Verein-

ten Nationen gegen Korruption (UNCAC; SR 0.311.56), in Verbindung mit 

Art. 14 und Art. 23 UNCAC betreffend die Geldwäscherei im Allgemeinen. 

 

- 22 - 

 

 

1.2 Soweit diese Staatsverträge bestimmte Fragen weder ausdrücklich noch still-

schweigend regeln, bzw. das schweizerische Landesrecht geringere Anfor-

derungen an die Rechtshilfe stellt (sog. Günstigkeitsprinzip; BGE 145 IV 294 

E. 2.1 S. 297; 142 IV 250 E. 3; 140 IV 123 E. 2; 136 IV 82 E. 3.1; 135 IV 212 

E. 2.3) sind das Bundesgesetz vom 20. März 1981 über internationale 

Rechtshilfe in Strafsachen (IRSG; SR 351.1) und die dazugehörige Verord-

nung vom 24. Februar 1982 (IRSV; SR 351.11) anwendbar (Art. 1 Abs. 1 

IRSG; BGE 143 IV 91 E. 1.3; 136 IV 82 E. 3.2; 130 II 337 E. 1; vgl. auch 

Art. 54 StPO). Vorbehalten bleibt die Wahrung der Menschenrechte 

(BGE 145 IV 294 E. 2.1 S. 297; 139 II 65 E. 5.4 letzter Absatz; 135 IV 212 

E. 2.3; 123 II 595 E. 7c).  

 

1.3 Auf das vorliegende Beschwerdeverfahren sind zudem die Bestimmungen 

des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfah-

ren (Verwaltungsverfahrensgesetz, VwVG; SR 172.021; Art. 39 Abs. 2 lit. b 

i.V.m. Art. 37 Abs. 2 lit. a StBOG; BGE 139 II 404 E. 6/8.2) anwendbar. 

 

 

2.  

2.1 Die Beschwerdeführerin moniert, die Beschwerdegegnerin habe die von ihr 

mit der Beschwerdeführerin getroffene «Vereinbarung» verletzt (act. 1 

S. 29). 

Zur Begründung brachte sie vor, die Beschwerdegegnerin habe im Nach-

gang zur Hausdurchsuchung, nach Hinweis von L., dass sämtliche erhobe-

nen Unterlagen, die Bank- und die bei der Hausdurchsuchung beschlag-

nahmten Unterlagen zu triagieren und gegebenenfalls zu schwärzen seien, 

mit der Beschwerdeführerin vereinbart bzw. der Beschwerdeführerin zuge-

sagt, dass diese die erhobenen Unterlagen triagieren und schwärzen dürfe 

(act. 1 S. 30). 

 

Sie machte geltend, es sei «am Telefonat vom 3. Juni 2021 vereinbart» wor-

den, «dass sämtliche Unterlagen, sowohl diejenigen aus der Hausdurchsu-

chung als auch die von den Banken J. und K. stammenden, triagiert werden 

sollen» (act. 1 S. 30). 

 

Weiter führte sie aus, noch im Schreiben vom 6. September 2021 habe die 

Beschwerdegegnerin ausdrücklich zugesichert, sich an das vereinbarte Vor-

gehen bzw. an ihre Zusage halten zu wollen (act. 1 S. 31). 

 

2.2 Aufgrund der Akten steht fest, dass die Beschwerdegegnerin der Beschwer-

deführerin lediglich Gelegenheit dazu gab, der Beschwerdegegnerin mitzu-

teilen, welche Bankunterlagen die Beschwerdeführerin als irrelevant einstufe, 

- 23 - 

 

 

und dass sie ausschliesslich kundtat, sie werde diese Beurteilung der Be-

schwerdeführerin prüfen (s. supra lit. Q, S, Z, BB und EE).  

 

Weitergehende Vereinbarungen oder Zusagen im Zusammenhang mit den 

Bankunterlagen sind den Akten nicht zu entnehmen (s. auch supra lit. M ff.). 

Die Tatsache, dass die Beschwerdeführerin aus den von ihr angegebenen 

Aktenstellen etwas Anderes herausliest, kann auch nach Treu und Glauben 

nicht der Beschwerdegegnerin angelastet werden.  

 

Inwiefern die Beschwerdegegnerin es der Beschwerdeführerin verwehrt ha-

ben sollte, die nicht zu übermittelnden Unterlagen anzugeben, ist nicht er-

sichtlich. Entgegen der Darstellung der Beschwerdeführerin hat die Beschwer-

degegnerin sodann die von der Beschwerdeführerin vorgenommene Beur-

teilung geprüft. Die Beschwerdegegnerin hat sich zur Argumentation der Be-

schwerdeführerin, weshalb die von dieser bezeichneten Bankunterlagen von 

einer Herausgabe auszunehmen seien, in den vorliegend angefochtenen 

Schlussverfügungen vom 3. April 2024 – im Unterschied zu den aufgehobe-

nen Schlussverfügungen vom 20. Dezember 2021 – geäussert. Aus den ak-

tuellen Erwägungen der Beschwerdegegnerin kann geschlossen werden, 

weshalb diese zum Ergebnis kommt, die Beschwerdeführerin habe mit ihren 

Einwendungen nicht aufzuzeigen vermocht, dass es sich bei den von der 

Beschwerdeführerin bezeichneten Unterlagen um sicher irrelevante Doku-

mente handle (s. dazu auch nachfolgend E. 3.6 ff.).  

 

2.3 Der Einwand, wonach die Beschwerdegegnerin eine mit der Beschwerde-

führerin getroffene «Vereinbarung» verletzt hätte, erweist sich somit in ver-

schiedener Hinsicht als unbegründet. 

 

 

3.  

3.1 Die Beschwerdeführerin rügt, die Beschwerdegegnerin habe keine Triage 

vorgenommen und das Verhältnismässigkeitsprinzip sowie das rechtliche 

Gehör der Beschwerdeführerin verletzt (act. 1 S. 35 ff.). Sie kritisiert des 

Weiteren die von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Interessenabwä-

gung im Zusammenhang mit den geltend gemachten Geschäftsgeheimnis-

sen (act. 1 S. 41). Betreffend ihre Mitwirkungsobliegenheit macht die Be-

schwerdeführerin geltend, es müsse reichen, wenn die betroffene Person die 

Dokumente in zu übermittelnde und irrelevante und damit in nicht zu über-

mittelnde Dokumente triagiere (act. 1 S. 42).  

 

3.1.1 Im Einzelnen brachte die Beschwerdeführerin in einem ersten Punkt vor, das 

absolute Gros der Bankunterlagen habe weder einen Bezug zu Armenien 

noch zu den Gesellschaften E. GmbH und F. GmbH und auch nicht zur D. 

- 24 - 

 

 

Damit fehle es bereits am Kausalzusammenhang zum ausländischen Straf-

verfahren bzw. zur beurteilenden Straftat. Die Beschwerdegegnerin habe 

eine Herausgabe ohne Triage und Schwärzung verfügt (act. 1 S. 35). Die 

Beschwerdeführerin führte weiter aus, es könne nicht sein, dass eine Recht-

sprechung, wonach eine ersuchende Behörde grundsätzlich ein überwiegen-

des Interesse daran habe, die gesamte Kontoführung überprüfen zu können, 

von der Beschwerdegegnerin dazu missbraucht werde, lapidar und ohne jeg-

liche Triage voraussetzungslos einfach immer sämtliche Kontounterlagen ins 

Ausland zu übermitteln. Vorliegend sei die Beschwerdeführerin faktisch zu 

zwei aufwändigen sowie kosten- und zeitintensiven Triagen gezwungen wor-

den, nur damit die Beschwerdegegnerin diese begründungslos ignorieren 

könne und trotzdem alles übermitteln werde (act. 1 S. 36). 

 

3.1.2 Die Beschwerdeführerin kritisierte in einem zweiten Punkt die Erwägungen 

der Beschwerdegegnerin zur – so die Beschwerdeführerin – «angeblichen» 

Sichtung beider Konti (act. 1 S. 38 ff.). Die Beschwerdegegnerin habe einige 

generische Tatsachen aufgelistet, welche nicht das Ergebnis einer effektiven 

Sichtung seien (act. 1 S. 38 und 40). Die aufgeführten Tatsachen würden 

eine rechtshilfeweise Auslieferung sämtlicher Bankunterlagen nicht rechtfer-

tigen (act. 1 S. 39 f.). 

 

3.1.3 In einem nächsten Punkt machte die Beschwerdeführerin geltend, sie habe 

im Einzelnen ihre Gründe dargelegt, weshalb die irrelevanten Unterlagen 

nicht zu übermitteln seien, und die Beschwerdegegnerin habe sich mit die-

sen Gründen und Ausführungen in den angefochtenen Schlussverfügungen 

wiederum nicht auseinandergesetzt (act. 1 S. 38). Eine inhaltliche, begrün-

dete Auseinandersetzung mit ihren Eingaben sei nicht erfolgt. Die Beschwer-

degegnerin beschränkte sich darauf dazulegen, dass sie der Beschwerde-

führerin das Recht auf vorgängige Äusserung gewährt habe. Diese Aussage 

sei nicht zielführend. Durch die Nichtauseinandersetzung mit den Triagen 

der Beschwerdeführerin sei die Beschwerdegegnerin ihrer Begründungs-

pflicht nicht nachgekommen. Die Beschwerdegegnerin habe das rechtliche 

Gehör der Beschwerdeführerin verletzt.  

 

3.1.4 Die Beschwerdeführerin nahm abschliessend Bezug auf die Erwägungen 

der Beschwerdegegnerin, wonach die Beschwerdeführerin nicht konkrete 

Stellen und Geschäftsgeheimnisse bezeichnet und nicht zwischen irrelevan-

ten und Geheimnissen beinhaltenden Unterlagen unterschieden habe (act. 1 

S. 41). Die Beschwerdeführerin erklärte dazu, es sei weder zumutbar noch 

praktikabel, wenn jede einzelne geheime Stelle bezeichnet und schriftlich er-

läutert würden müsse, da die Triageschriftsätze in Fällen, in denen es wie 

vorliegend um mehrere tausend Dokumentenseiten gehe, zwangsläufig 

- 25 - 

 

 

selbst zu mehreren hundert Seiten langen Schriften mutieren würden. Es 

müsse reichen, wenn die betroffene Person die Dokumente in zu übermit-

telnde und irrelevante und damit nicht zu übermittelnde Dokumente triagiere. 

Dies gelte umso mehr in einem Fall wie dem Vorliegenden, in welchem die 

Beschwerdegegnerin bezüglich der FTK-Viewer-Unterlagen genau eine sol-

che Triage verlangt habe und ein solches Vorgehen auch vereinbart worden 

sei (act. 1 S. 42). 

 

3.2 Zur Triage und Mitwirkungsobliegenheit liess sich das Bundesamt für Justiz 

als Aufsichtsbehörde mit ausführlicher Begründung unter Hinweis auf die je-

weilige Rechtsprechung vernehmen (act. 10). Es führte aus, die Beschwer-

deführerin habe auch vorliegend ihre Einwände rechtzeitig, konkret und hin-

reichend begründet darlegen müssen. Konkret bedeute dies, dass Doku-

ment für Dokument zu begründen sei, welche einzelnen Aktenstücke für die 

Strafuntersuchung offensichtlich entbehrlich seien. Die Ausführungen der 

Beschwerdeführerin würden offenlegen, dass diese ihrer Obliegenheit nicht 

hinreichend nachgekommen sei, zumal sie die auszuscheidenden Doku-

mente nur mit Stichworten markiert und eine Triage mit einer Erläuterung in 

Textform bloss in Aussicht gestellt habe. Dieses Vorgehen sei nicht mit Treu 

und Glauben vereinbar. Einerseits kenne die Beschwerdeführerin den Inhalt 

ihrer Unterlagen besser und sei so in einer idealen Position, durch ihre Mit-

wirkung die Verhältnismässigkeit und rasche Erledigung des Verfahrens zu 

verwirklichen. Andererseits dürfe sie die Behörde nicht gewähren lassen, um 

ihr im Nachhinein vorzuwerfen, das Verhältnismässigkeitsprinzip verletzt zu 

haben. Dies gelte besonders bei einer komplexen Untersuchung mit zahlrei-

chen Akten. Die Beschwerdeführerin habe nicht passiv bleiben und sich da-

mit begnügen dürfen, unvollständige Teil-Stellungnahmen abzugeben, um 

der Beschwerdegegnerin später eine Verletzung des rechtlichen Gehörs vor-

zuwerfen (act. 10 S. 3). Die Beschwerdegegnerin habe der Beschwerdefüh-

rerin seit Mai 2021, d.h. seit praktisch drei Jahren, Einsicht in die entspre-

chenden Akten gewährt. Es sei der Beschwerdeführerin bereits genügend 

Zeit eingeräumt worden, um die einzelnen nicht relevanten Dokumente aus-

zusondern (act. 10 S. 3 f.). Geschäftsgeheimnisse stünden im Allgemeinen 

weder der Durchsuchung noch der Gewährung von Rechtshilfe absolut ent-

gegen. Diesfalls sei eine Interessenabwägung vorzunehmen. Gemäss dem 

BJ dürfte das Strafverfolgungsinteresse grundsätzlich vorgehen. Sollten all-

fällige Geschäftsgeheimnisse offengelegt werden, obliege es dem ersuchen-

den Staat, Massnahmen zu deren Schutz zu treffen (act. 10 S. 4). 

 

3.3 Rechtshilfemassnahmen haben generell dem Prinzip der Verhältnismässig-

keit zu genügen (vgl. Entscheid des Bundesstrafgerichts RR.2013.298 vom 

6. Mai 2014 E. 5.2). Die internationale Zusammenarbeit kann nur abgelehnt 

- 26 - 

 

 

werden, wenn die verlangten Unterlagen mit der verfolgten Straftat in keinem 

Zusammenhang stehen und offensichtlich ungeeignet sind, die Untersuchung 

voranzutreiben, so dass das Ersuchen nur als Vorwand für eine unzulässige 

Beweisausforschung («fishing expedition») erscheint (BGE 136 IV 82 E. 4.1 

S. 85; 134 II 318 E. 6.4; 129 II 462 E. 5.3 S. 467 f.). Es ist nicht erforderlich, 

dass dem von der Rechtshilfemassnahme Betroffenen im ausländischen 

Strafverfahren selbst ein strafbares Verhalten zur Last gelegt wird (Urteil des 

Bundesgerichts 1A.245/2006 vom 26. Januar 2007 E. 3; Entscheid des Bun-

desstrafgerichts RR.2007.29 vom 30. Mai 2007 E. 3). Ob die verlangten Aus-

künfte für das Strafverfahren im ersuchenden Staat nötig oder nützlich sind, 

ist eine Frage, deren Beantwortung grundsätzlich dem Ermessen der Behör-

den dieses Staates anheimgestellt ist. Da der ersuchte Staat im Allgemeinen 

nicht über die Mittel verfügt, die es ihm erlauben würden, sich über die Zweck-

mässigkeit bestimmter Beweise im ausländischen Verfahren auszuspre-

chen, hat er insoweit die Würdigung der mit der Untersuchung befassten Be-

hörde nicht durch seine eigene zu ersetzen und ist verpflichtet, dem ersu-

chenden Staat alle diejenigen Aktenstücke zu übermitteln, die sich auf den 

im Rechtshilfeersuchen dargelegten Sachverhalt beziehen können; nicht zu 

übermitteln sind nur diejenigen Akten, die für das ausländische Strafverfah-

ren mit Sicherheit nicht erheblich sind (sog. potentielle Erheblichkeit; 

BGE 142 II 161 E. 2.1.2; 136 IV 82 E. 4.4 S. 86; 134 II 318 E. 6.4; 128 II 407 

E. 6.3.1 S. 423; TPF 2009 161 E. 5.1 S. 163 m.w.H.).  

 

Nicht zulässig ist es, den ausländischen Behörden nur diejenigen Unterlagen 

zu überlassen, die den im Rechtshilfeersuchen festgestellten Sachverhalt 

mit Sicherheit beweisen (zum Ganzen BGE 122 II 367 E. 2c S. 371; 121 II 

241 E. 3a S. 242 f.; Urteile des Bundesgerichts 1A.115/2000 vom 16. Juni 

2000, E. 2a; 1A.182/2001 vom 26. März 2002, E. 4.2; 1A.234/2005 vom 

31. Januar 2006, E. 3.2; 1A.270/2006 vom 13. März 2007, E. 3 ; Entscheide 

des Bundesstrafgerichts RR.2007.24 vom 8. Mai 2007, E. 4.1; RR.2007.90 

vom 26. September 2007, E. 7.2). Hierbei ist auch zu beachten, dass für das 

ausländische Strafverfahren nicht nur belastende, sondern auch entlastende 

Beweismittel von Bedeutung sein können, um einen bestehenden Verdacht 

allenfalls zu widerlegen (TPF 2011 97 E. 5.1 S. 106 m.w.H.). Dabei darf die 

ersuchte Rechtshilfebehörde über ein im Rechtshilfeersuchen gestelltes Be-

gehren nicht hinausgehen (Übermassverbot; BGE 136 IV 82 E. 4.1 S. 85 f.). 

Die Rechtsprechung hat diesen Grundsatz derweil insofern präzisiert, als 

das Rechtshilfeersuchen nach Massgabe des Zwecks der angestrebten 

Rechtshilfe weit ausgelegt werden kann, solange alle Voraussetzungen für 

die Gewährung der Rechtshilfe erfüllt sind. Auf diese Weise kann eine an-

dernfalls notwendige Ergänzung des Rechtshilfeersuchens vermieden wer-

den (BGE 136 IV 82 E. 4.1 S. 86; vgl. zum Ganzen auch TPF 2009 161 E. 5.1 

S. 164).  

- 27 - 

 

 

Zielt das Rechtshilfeersuchen auf die Ermittlung ab, auf welchem Weg Geld-

mittel möglicherweise strafbarer Herkunft verschoben wurden, so sind die 

Behörden des ersuchenden Staates grundsätzlich über alle Transaktionen 

zu informieren, die von Gesellschaften und über Konten getätigt wurden, 

welche in die Angelegenheit verwickelt sind (BGE 129 II 462 E. 5.3 S. 468; 

TPF 2011 97 E. 5.1 S. 106 m.w.H.). 

 

3.4  

3.4.1 Ziel der Triage ist es, vor der rechtshilfeweisen Herausgabe der beschlag-

nahmten Beweismittel diejenigen auszuscheiden, welche für die ausländische 

Strafuntersuchung offensichtlich nicht relevant sind. Das Prinzip der Verhält-

nismässigkeit, welchem Rechtshilfemassnahmen generell zu genügen haben 

(ZIMMERMANN, La coopération judiciaire internationale en matière pénale, 

5. Aufl. 2019, S. 801 ff. N. 724 f. mit Verweisen auf die Rechtsprechung; 

Entscheid des Bundesstrafgerichts RR.2007.64 vom 3. September 2007 

E. 3.2), gebietet ein solches Vorgehen.  

 

3.4.2 Die Sichtung der beschlagnahmten Unterlagen mit dem Ziel der Ausschei-

dung der für die ausländische Strafuntersuchung offensichtlich nicht relevan-

ten Unterlagen hat dabei grundsätzlich durch die zuständige Rechtshilfebe-

hörde zu erfolgen (vgl. BGE 130 II 14 E. 4 S. 15 ff.; 122 II 367 E. 2c S. 371). 

Die ersuchte Rechtshilfebehörde muss nur aufzeigen, dass zwischen den 

von der Rechtshilfe betroffenen Unterlagen und dem Gegenstand der Straf-

untersuchung ein ausreichender Sachzusammenhang besteht und diejeni-

gen Akten ausscheiden, bezüglich welcher die Rechtshilfe nicht zulässig ist 

(BGE 122 II 367 E. 2c S. 371).  

 

Es ist demgegenüber Sache des von der Rechtshilfemassnahme Betroffe-

nen, klar und genau aufzuzeigen, inwiefern die zu übermittelnden Unterlagen 

und Auskünfte den Rahmen des Ersuchens überschreiten oder für das aus-

ländische Verfahren von keinerlei Interesse sein sollen (BGE 122 II 367 E. 2c 

S. 371 f.). Dies gilt – entgegen der Argumentation der Beschwerdeführerin 

(act. 1 S. 42) – auch im Falle von «Tausenden von Dokumenten», worauf die 

Beschwerdeführerin bereits im ersten Beschwerdeverfahren (s. Entscheid 

der Bundesstrafgerichts RR.2022.15 vom 9. Dezember 2022 E. 3.5.2) hin-

gewiesen wurde, wie das BJ zutreffend bemerkt (act.10 S. 3). Für die vorzu-

nehmende Ausscheidung der Unterlagen stützt sich die ausführende Be-

hörde auf den Inhaber der Unterlagen ab, welcher nicht nur das Recht auf 

Teilnahme an der Triage, sondern auch die Obliegenheit hat, die Rechtshilfe-

behörde bei dieser Triage zu unterstützen (vgl. BGE 130 II 14 E. 4.3 S. 16 f.; 

126 II 258 E. 9b/aa S. 262; 122 II 367 E. 2d S. 372, je mit Hinweisen). Dieser 

hat die Obliegenheit, schon im Stadium der Ausführung des Ersuchens (bzw. 

- 28 - 

 

 

der erstinstanzlichen Rechtshilfeverfügung) an der sachgerechten Ausschei-

dung beschlagnahmter Dokumente nötigenfalls mitzuwirken, allfällige Ein-

wände gegen die Weiterleitung einzelner Aktenstücke (bzw. Passagen dar-

aus), welche für die Strafuntersuchung offensichtlich entbehrlich sind, im 

Rahmen seiner Parteirechte gegenüber der ausführenden Behörde rechtzeitig 

und konkret darzulegen und diese Einwände auch ausreichend zu begrün-

den (BGE 122 II 367 E. 2c S. 371 f.). Dies gilt besonders bei einer komplexen 

Untersuchung mit zahlreichen Akten. Kommt eine Beschwerdeführerin die-

ser Obliegenheit nicht nach, hat sie im Beschwerdeverfahren ihr Rügerecht 

verwirkt.  

 

Die Beschwerdeinstanz forscht nicht von sich aus nach Aktenstücken, die im 

ausländischen Verfahren (mit Sicherheit) nicht erheblich sein könnten 

(BGE 130 II 14 E. 4.3 S. 16; 126 II 258 E. 9b/aa S. 262; Urteile des Bundes-

gerichts 1A.223/2006 vom 2. April 2007 E. 4.1, sowie 1A.184/2004 vom 

22. April 2005 E. 3.1).  

 

Die Rechtshilfebehörde bleibt in jedem Fall verpflichtet, eine Triage der be-

schlagnahmten Unterlagen vorzunehmen, selbst wenn die Berechtigten sich 

der Herausgabe nicht oder nicht genügend substantiiert widersetzen 

(BGE 130 II 14 E. 4.4 S. 17 f.). Dabei besteht für die ausführende Behörde 

die Möglichkeit, Unterstützung bei der ersuchenden Behörde anzufordern, 

wenn aus Sicht der Rechtshilfebehörde die im ausländischen Strafverfahren 

beteiligten Personen mit ihrer Anwesenheit die Triage erheblich erleichtern 

können (Art. 65a Abs. 2 IRSG).  

 

3.5  

3.5.1 Der Anspruch auf rechtliches Gehör verlangt unter anderem, dass die Be-

hörde die Vorbringen des vom Entscheid in seiner Rechtsstellung Betroffe-

nen tatsächlich hört, prüft und in der Entscheidfindung berücksichtigt. Daraus 

folgt die Verpflichtung der Behörde, ihren Entscheid zu begründen (vgl. 

Art. 80d IRSG). Der Anspruch auf Begründung einer Verfügung wird zudem 

in ständiger Rechtsprechung aus dem verfassungsrechtlichen Anspruch auf 

rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV) abgeleitet. Der in Art. 29 Abs. 2 BV 

verankerte Anspruch auf rechtliches Gehör durch eine angemessene Be-

gründung wird im Bereich der internationalen Rechtshilfe durch Verweis in 

Art. 12 Abs. 1 IRSG auf Art. 35 VwVG konkretisiert, welcher sowohl in Ver-

fahren vor den Bundesbehörden als auch vor kantonalen Behörden zur An-

wendung gelangt (ZIMMERMANN, a.a.O., S. 509 f. N. 472 f.). 

 

Die Behörde muss die Vorbringen des Betroffenen sorgfältig und ernsthaft 

prüfen und in der Entscheidfindung berücksichtigen. Die Überlegungen, von 

denen sich die Behörde leiten liess und auf welche sich ihr Entscheid stützt, 

- 29 - 

 

 

müssen daher wenigstens kurz genannt werden. Dies bedeutet indessen 

nicht, dass sich diese ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen Behauptung 

und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen muss. Vielmehr kann sie 

sich auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken 

(BGE 142 II 49 E. 9.2; 138 I 232 E. 5.1). Die Behörde hat demnach in der 

Begründung ihres Entscheids diejenigen Argumente aufzuführen, die tat-

sächlich ihrem Entscheid zugrunde liegen (BGE 126 I 97 E. 2b). 

 

3.6 Gemäss der verbindlichen Sachdarstellung im armenischen Rechtshilfeersu-

chen sollen von 2011 bis April 2019 vom Konto der Beschwerdeführerin bei 

der Bank J. in der Schweiz insgesamt USD 3'132'698.-- und EUR 106'636.-- 

den armenischen Unternehmen bzw. auf die Kontobeziehung der F. GmbH 

überwiesen worden sein, wobei die armenischen Behörden die einzelnen 

Überweisungen in einer 15-seitigen Übersichtstabelle wiedergeben. Die arme-

nischen Strafverfolgungsbehörden haben den Verdacht, dass es sich dabei 

um Bestechungsgelder handle, welche über die E. GmbH und die F. GmbH 

an die armenischen Beamten geflossen seien (s. im Einzelnen supra lit. A 

und B). Dazu erklärte die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Schluss-

verfügung I, sie habe anhand der streitigen Bankunterlagen des betroffenen 

Kontos bei der Bank J. rund 218 Transaktionen zwischen 2010 und 2020 im 

Zusammenhang mit dem armenischen Finanzministerium, der E1., G. GmbH 

und Armenien eruiert, wobei die Ausgänge rund CHF 3,1 Mio. und die Gut-

schriften rund CHF 6,35 Mio. betragen würden (Verfahrensakten RH.20.0111, 

Rubrik 16, pag. 16-0062). Sie hielt weiter in der angefochtenen Schlussver-

fügung II fest, dass aus diesen Bankunterlagen auch Transfers zwischen 

dem Konto der Beschwerdeführerin bei der Bank J. und dem Konto der Be-

schwerdeführerin bei der Bank K. hervorgegangen seien. Anhand der strei-

tigen Bankunterlagen des Kontos bei der Bank K. seien acht Transaktionen 

im Zusammenhang mit dem armenischen Finanzministerium eruiert worden, 

wobei die Gutschriften insgesamt CHF 3‘321‘918.-- betragen hätten (Verfah-

rensakten RH.20.0111, Rubrik 16, pag. 16-0086). Diese Feststellungen der 

Beschwerdegegnerin werden von Beschwerdeführerin zurecht nicht in Frage 

gestellt. 

 

Gestützt auf das oben Ausgeführte steht fest, dass die Beschwerdeführerin 

und deren Konten bei der Bank J. und der Bank K. direkt in die in Armenien 

zu untersuchenden Bestechungsvorwürfe im Zusammenhang mit der Ge-

schäftstätigkeit der Beschwerdeführerin verwickelt sind. Es besteht somit ein 

unmittelbarer Konnex zwischen den Konten der Beschwerdeführerin und der 

armenischen Strafuntersuchung. Wie von der Beschwerdegegnerin zu Recht 

festgehalten, sind nach der Rechtsprechung in einem solchen Fall die Be-

hörden des ersuchenden Staates grundsätzlich über alle Transaktionen zu 

informieren, welche über diese Konten getätigt wurden (s. supra E. 3.3). Es 

- 30 - 

 

 

steht ausser Frage, dass die armenischen Strafverfolgungsbehörden an 

sämtlichen Transaktionen, welche über diese Konten seit deren Eröffnung 

abgewickelt wurden, namentlich an allen daran beteiligten Personen und Ge-

sellschaften, und an sämtlichen Informationen zur Kontoinhaberin ein Ermitt-

lungsinteresse haben. Die mutmasslichen Bestechungszahlungen erfolgten 

direkt über das Konto der Beschwerdeführerin bei der Bank J. über fast ein 

Jahrzehnt verteilt und betreffen verschiedene Personen und Gesellschaften 

in mehreren Ländern. Auch auf dem Konto der Beschwerdeführerin bei der 

Bank K. wurden über Jahre hinweg bis zu dessen Saldierung Transaktionen 

mit dem armenischen Finanzministerium getätigt. Dabei stehen vorliegend 

weder das ganze Ausmass der über die Konten der Beschwerdeführerin er-

folgten mutmasslichen Bestechungszahlungen noch der gesamte Kreis der 

involvierten Personen und Gesellschaften fest. Zur Abklärung des Geldflus-

ses und zur Ermittlung der an den fraglichen Vermögenswerten wirtschaftlich 

Berechtigten sind daher den armenischen Behörden sämtliche Aktivitäten 

auf diesen Konten und deren Hintergründe offen zu legen. Entsprechend 

sind sämtliche Bankunterlagen zu beiden Konten als potentiell erheblich und 

geeignet zu beurteilen, das armenische Strafverfahren voranzutreiben. In-

dem die Beschwerdeführerin einwendet, das absolute Gros der Bankunter-

lagen hätte weder einen Bezug zu Armenien noch zu den Gesellschaften 

E. GmbH und die F. GmbH und auch nicht zur D., verkennt sie, dass aus 

den vorstehend erläuterten Gründen sich das Untersuchungsinteresse der 

armenischen Behörde gerade auf sämtliche Bankunterlagen zu diesen Kon-

ten erstreckt. Die Beschwerdeführerin ist auch darauf hinzuweisen, dass 

auch entlastende Beweismittel von Bedeutung sein können, um einen beste-

henden Verdacht allenfalls zu widerlegen. Soweit die Beschwerdeführerin 

mit ihren Ausführungen vorbringen wollte, diese Bankunterlagen würden 

nichts zur Strafuntersuchung in Armenien beitragen, und sich damit auf ihre 

Auswertung der Bankunterlagen beruft, ist ihr überdies entgegen zu halten, 

dass eine Beweiswürdigung nicht im Rechtshilfeverfahren erfolgt, sondern 

Sache der armenischen Behörden ist (s. supra E. 3.3).  

 

Zum Vorwurf, die Beschwerdegegnerin habe die Bankunterlagen nicht ge-

sichtet und keine Triagierung vorgenommen, bleibt festzuhalten, dass sich 

die Kritik der Beschwerdeführerin unter verschiedenen Gesichtspunkten als 

unbegründet erweist. So folgt bereits aus den vorstehenden Erwägungen, 

dass die Beschwerdegegnerin – gerade wie von der Rechtsprechung gefor-

dert – aufgezeigt hat, dass zwischen den Bankunterlagen und Strafuntersu-

chung in Armenien ein ausreichender Sachzusammenhang besteht. Somit 

erfüllt das Vorgehen der Beschwerdegegnerin die entsprechenden Anforde-

rungen. Die Vorbringen der Beschwerdeführerin waren ohnehin nicht geeig-

net, ihre Darstellung zu untermauern. Entgegen der Argumentation der Be-

schwerdeführerin bedeutet die Tatsache, wonach die Beschwerdegegnerin 

- 31 - 

 

 

zu einem anderen Triagierungsergebnis gekommen ist und andere Argu-

mente herangezogen hat als sie, nicht, dass die Beschwerdegegnerin ihre 

Aufgaben nicht wahrgenommen hätte. Ausserdem geht aus der Begründung 

der Schlussverfügungen (s. zum Beispiel Verfahrensakten RH.20.0111, 

Rubrik 16, pag. 16-0065 [s. supra E. 3.6]) sowie den Rechtshilfeakten 

(s. zum Beispiel Verfahrensakten RH.20.0111, Rubrik 5, Unterrubrik 5.101, 

pag. 5.101-0016 [s. supra lit. G]) vielmehr hervor, dass die Beschwerdegeg-

nerin die Bankunterlagen gesichtet haben muss, weshalb die Beschwerde-

führerin schliesslich gegen die Akten argumentierte.  

 

3.7 Wie bereits erläutert (s. supra E. 2.2), hat sich die Beschwerdegegnerin mit 

der Argumentation der Beschwerdeführerin, weshalb die von dieser bezeich-

neten Unterlagen von einer Herausgabe auszunehmen seien, in den vorlie-

gend angefochtenen Schlussverfügungen vom 3. April 2024 – im Unterschied 

zu den aufgehobenen Schlussverfügungen vom 20. Dezember 2021 – aus-

einandergesetzt. Sie äussert sich zur Triagierungsmethode der Beschwer-

deführerin und deren Einwendungen. Sie hat ihre Überlegungen genannt, 

von denen sie sich leiten liess und auf welche sich ihr Entscheid stützt 

(s. supra lit. HH). Die Beschwerdegegnerin ist der Argumentation der Be-

schwerdeführerin nicht gefolgt. Entgegen der Darstellung der Beschwerde-

führerin kann daraus nicht gefolgert werden, es sei keine minimale Prüfung 

der Einwendungen der Beschwerdeführerin erfolgt. Ob die Überlegungen 

der Beschwerdegegnerin zutreffend sind und inhaltlich für den Entscheid 

ausreichen, ist nicht eine Frage des rechtlichen Gehörs, sondern betrifft den 

Entscheid in seinem materiellen Gehalt. Demnach liegt keine Verletzung des 

rechtlichen Gehörs vor. 

 

3.8 Die Beschwerdegegnerin erwog in den angefochtenen Schlussverfügungen, 

die Frage, ob die Beschwerdeführerin ihrer Obliegenheit, Einwände geltend 

zu machen, nachgekommen sei, sei gestützt auf ihre vorangehenden Erwä-

gungen irrelevant für die Frage, ob die Bankunterlagen an Armenien heraus-

zugeben seien, da die Bankkontoinformationen ohnehin an Armenien her-

auszugeben seien. Ist die Beschwerdeführerin ihrer Mitwirkungsobliegenheit 

nachgekommen und hat sie aufgezeigt, dass die von ihr bezeichneten Un-

terlagen für das ausländische Verfahren sicher von keinerlei Interesse sind, 

so sind diese Unterlagen von einer Herausgabe auszunehmen. Insofern liegt 

die Beschwerdegegnerin falsch. Soweit die Beschwerdegegnerin katego-

risch ausschliesst, dass jemals ein solcher Fall bei Bankunterlagen im Zu-

sammenhang mit Rechtshilfeersuchen eintreffen könnte, welche auf die Er-

mittlung abzielen, auf welchem Weg Geldmittel möglicherweise strafbarer 

Herkunft verschoben wurden, legt sie ihre Gründe hierfür nicht dar. Entspre-

chend können die Überlegungen der Beschwerdegegnerin nicht überprüft 

- 32 - 

 

 

werden. Es ist dabei nochmals darauf hinzuweisen, dass sich die ausfüh-

rende Behörde, wie schon im ersten Beschwerdeverfahren festgehalten, 

auch dann mit den gegen eine Herausgabe erhobenen Einwänden ausei-

nanderzusetzen hat, wenn sie die angegebenen Gründe oder bereits das 

Vorgehen der Betroffenen prinzipiell und/oder im Einzelnen als unzutreffend 

erachten mag (s. Entscheid des Bundesstrafgerichts RR.2022.15 vom 9. De-

zember 2022 E. 3.7). 

 

3.9 Die Beschwerdeführerin macht sinngemäss geltend, die von ihr im Einzelnen 

bezeichneten Bankunterlagen seien für das armenische Strafverfahren irre-

levant, weil sie nicht die von ihr gewählten Stichworte enthalten würden.  

 

Es trifft zwar zu, dass nach der Praxis im Rechtshilfeverfahren auch eine 

Ausscheidung der Daten auf sichergestellten Datenträgern bzw. deren fo-

rensischen Kopie durch die ausführende Behörde anhand von Suchbegriffen 

grundsätzlich zulässig ist und ausreichend sein kann. So kann gegebenen-

falls bereits aufgrund der, allenfalls auch in Kombination, verwendeten Such-

begriffe im Grundsatz davon ausgegangen werden, dass die ausgeschiede-

nen Daten einen Zusammenhang mit dem untersuchten Strafverfahren auf-

weisen und folglich als potentiell erheblich einzustufen sind (s. Entscheid des 

Bundesstrafgerichts RR.2013.160-161 vom 6. Februar 2014 E. 6.3.5). Unter 

Umständen können im Umkehrschluss die Daten, welche anhand dieser 

Suchbegriffe nicht ausgeschieden werden konnten, als nicht potentiell er-

heblich eingestuft werden. Dieser pragmatische Ausscheidungsprozess, 

welcher vorliegend offenbar auch von der Bundeskriminalpolizei mit Bezug 

auf die anlässlich der Hausdurchsuchung bei der Beschwerdeführerin sicher-

gestellten Daten gewählt wurde (s. supra lit. CC), kommt nicht zur Anwen-

dung, wenn für die ausführende Behörde bereits feststeht, dass alle Daten 

potentiell relevant sind. Steht für die ausführende Behörde nach Sichtung 

der sichergestellten Daten bereits fest, dass alle Informationen für das aus-

ländische Strafverfahren potentiell relevant sein könnten, hat sie keinen An-

lass für eine weitergehende Triagierung nach potentiell relevanten Daten, 

auch nicht anhand von Suchbegriffen.  

 

Hier wurden, wie vorstehend erläutert, zu Recht grundsätzlich bereits sämt-

liche Unterlagen zu beiden Konten der Beschwerdeführerin als potentiell re-

levant beurteilt. Es besteht kein Grund und auch keine Notwendigkeit, eine 

(zusätzliche) Eingrenzung auf die potentiell relevanten Dokumente anhand 

von Suchbegriffen vorzunehmen; vielmehr würden damit bereits als potentiell 

relevant beurteilte Unterlagen ausgeschieden. Dabei sei erwähnt, dass vor-

liegend die Bestimmung der Suchbegriffe zur Ermittlung aller potentiell rele-

vanten Kontounterlagen wohl als unmöglich erachtet werden müsste. Allein 

- 33 - 

 

 

mit ihrem Hinweis auf das Fehlen der von ihr gewählten Stichworte vermag 

die Beschwerdeführerin daher nicht aufzuzeigen, dass die betreffenden Bank-

unterlagen für das armenische Strafverfahren offensichtlich nicht relevant 

seien. Vielmehr hat sie mit ihrer Triagierung lediglich potentiell relevante Do-

kumente von potentiell relevanten Dokumenten ausgeschieden. Diesbezüg-

lich erweist sich somit das Vorgehen der Beschwerdeführerin als untauglich.  

 

Auch dann, wenn eine Kontoinhaberin, wie vorliegend die Beschwerdefüh-

rerin, geltend machen will, Tausende von Bankunterlagen seien für das aus-

ländische Strafverfahren offensichtlich nicht relevant, hat diese rechtzeitig 

ihre Einwände gegen die Weiterleitung konkret darzulegen und auch ausrei-

chend zu begründen (s. oben E. 3.4.2), worauf die Beschwerdeführerin be-

reits im ersten Beschwerdeverfahren hingewiesen wurde (s. supra Entscheid 

des Bundesstrafgerichts RR.2022.15 vom 9. Dezember 2022 E. 3.5.2). Daran 

ändert der Umstand nichts, dass ihr die streitigen Bankunterlagen nicht in 

Papierform, sondern in digitaler Form vorliegen. Entgegen der Darstellung der 

Beschwerdeführerin hat die Beschwerdegegnerin hier auch nichts Anderes 

mit ihr vereinbart. Die Beschwerdegegnerin gab der Beschwerdeführerin le-

diglich die Möglichkeit, die aus Sicht der Beschwerdeführerin nicht zu übermit-

telnden Unterlagen mittels «Tag» als «nicht relevant» zu bezeichnen (s. supra 

lit. BB). Es kann keine Rede davon sein, dass im Zusammenhang mit den 

Bankunterlagen die Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin damit von 

deren Obliegenheit entbunden hätte, rechtzeitig die Einwände gegen die 

Weiterleitung konkret darzulegen und auch ausreichend zu begründen. Dass 

der Beschwerdeführerin für eine solche Ausscheidung nicht genügend Zeit 

eingeräumt worden wäre, zeigt sie mit ihren prinzipiellen Einwendungen ge-

gen ihre Mitwirkungsobliegenheit nicht auf und ist auch nicht ersichtlich, wie 

sowohl das BJ als auch die Beschwerdegegnerin zu Recht vorbringen. Über 

die zu übermittelnden Bankunterlagen wurde die Beschwerdeführerin bereits 

mit Schreiben vom 3. Mai 2021 orientiert (s. supra lit. OO).  

 

3.10 Ebenso wenig genügen die Ausführungen der Beschwerdeführerin, wonach 

diejenigen Bankunterlagen, die zwar einen oder mehrere Suchbegriffe ent-

halten würden, nicht relevant seien, weil sie sich bei näherer Betrachtung 

sicher aber nicht auf die relevanten Überweisungen von/an E. GmbH und 

F. GmbH gemäss dem Rechtshilfeersuchen bezögen oder Vertragsbezie-

hungen mit Drittfirmen beträfen. So verkennt die Beschwerdeführerin damit 

zunächst, dass es nicht zulässig ist, den ausländischen Behörden nur dieje-

nigen Unterlagen zu überlassen, die den im Rechtshilfeersuchen festgestell-

ten Sachverhalt mit Sicherheit beweisen. Sodann ist ihr entgegenzuhalten, 

dass die Beurteilung, ob die fraglichen Bankunterlagen ausschliesslich Ver-

tragsbeziehungen mit (unbeteiligten) Drittfirmen betreffen, grundsätzlich den 

ausländischen Behörden vorbehalten ist. Fragen der Beweiswürdigung sind 

- 34 - 

 

 

nicht im Rechtshilfe- sondern gegebenenfalls im ausländischen Strafverfah-

ren zu entscheiden (vgl. BGE 132 II 81 E. 2.1 S. 85 mit Hinweisen). Dass die 

von der Beschwerdeführerin einzeln bezeichneten Bankunterlagen für das 

armenische Strafverfahren offensichtlich nicht relevant seien, hat sie somit 

zusammenfassend nicht aufgezeigt. 

 

3.11 Mit Bezug auf die geltend gemachten Geschäftsgeheimnisse hielt die Be-

schwerdegegnerin fest, die Beschwerdeführerin sei ihrer Mitwirkungsoblie-

genheit nicht nachgekommen, weil sie nicht die konkreten Stellen und das 

konkrete Geschäftsgeheimnis explizit bezeichnet habe. Dem hält die Be-

schwerdeführerin wiederum lediglich entgegen, dass ihr ein solches Vorge-

hen nicht zumutbar sei und dieses auch nicht praktikabel wäre. Der Um-

stand, dass die Beschwerdeführerin hinsichtlich Tausenden von Bankunter-

lagen Geschäftsgeheimnisse geltend machen will, welche nach ihrer Auffas-

sung gegenüber der Strafverfolgung und damit der Rechtshilfeleistung über-

wiegen sollen, ist indes nicht geeignet, ihre Mitwirkungsobliegenheit zu rela-

tivieren. Dass der Beschwerdeführerin für eine solche Ausscheidung nicht 

genügend Zeit eingeräumt worden wäre, ist nicht ersichtlich. Bei dieser 

Sachlage erübrigen sich weitere Ausführungen im Zusammenhang mit den 

geltend gemachten Geschäftsgeheimnissen. 

 

3.12 Nach dem Gesagten erweisen sich auch die vorstehenden Rügen als unbe-

gründet. Namentlich ist keine Verletzung des Verhältnismässigkeitsprinzips 

durch die Beschwerdegegnerin auszumachen.  

 

 

4. Unter den geprüften Gesichtspunkten ist zusammenfassend die in den 

Schlussverfügungen I und II angeordnete Herausgabe der Kontounterlagen 

als rechtmässig zu beurteilen. Die Beschwerde ist daher vollumfänglich ab-

zuweisen.  

 

 

5. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten der Beschwer-

deführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die Gerichtsgebühr ist auf 

Fr. 5’000.-- festzusetzen (vgl. Art. 63 Abs. 5 VwVG i.V.m. Art. 73 StBOG 

sowie Art. 5 und 8 Abs. 3 lit. a des Reglements des Bundesstrafgerichts vom 

31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und Entschädigungen in Bun-

desstrafverfahren [BStKR; SR 173.713.162]), unter Anrechnung des geleis-

teten Kostenvorschusses in gleicher Höhe. 

- 35 - 

 

 

Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 

 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 5'000.-- wird der Beschwerdeführerin auferlegt, 

unter Anrechnung des in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschusses.   

 

 

Bellinzona, 26. September 2024 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:  

 

 

 

 

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- Rechtsanwälte Marcel Steinegger und Matthias Leemann 

- Bundesanwaltschaft 

- Bundesamt für Justiz, Fachbereich Rechtshilfe 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen Entscheide auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen kann innert zehn 
Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde einge-
reicht werden (Art. 100 Abs. 1 und 2 lit. b BGG). Eingaben müssen spätestens am letzten Tag der 
Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder einer 
schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung übergeben werden (Art. 48 Abs. 1 
BGG). Im Falle der elektronischen Einreichung ist für die Wahrung einer Frist der Zeitpunkt massge-
bend, in dem die Quittung ausgestellt wird, die bestätigt, dass alle Schritte abgeschlossen sind, die 
auf der Seite der Partei für die Übermittlung notwendig sind (Art. 48 Abs. 2 BGG). 

Gegen einen Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen ist die Be-
schwerde nur zulässig, wenn er eine Auslieferung, eine Beschlagnahme, eine Herausgabe von Ge-
genständen oder Vermögenswerten oder eine Übermittlung von Informationen aus dem Geheimbe-
reich betrifft und es sich um einen besonders bedeutenden Fall handelt (Art. 84 Abs. 1 BGG). Ein 
besonders bedeutender Fall liegt insbesondere vor, wenn Gründe für die Annahme bestehen, dass 
elementare Verfahrensgrundsätze verletzt worden sind oder das Verfahren im Ausland schwere 
Mängel aufweist (Art. 84 Abs. 2 BGG).