# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 938b6bc2-d5b3-5a14-a048-5e4aa8175fa8
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-08-27
**Language:** de
**Title:** Aargau Spezialverwaltungsgericht Steuern 27.08.2025 3-RV.2024.76
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_SVWG_002_3-RV-2024-76_2025-08-27.pdf

## Full Text

Spezialverwaltungsgericht 

Steuern 

 

3-RV.2024.76       
P 107 
 

 

 

 

Urteil vom 27. August 2025 
 
 

 
 

Besetzung  Präsident Fischer  

Richter Lämmli  

Richter Biondo  

Gerichtsschreiber Fäs          

 

 
 

   

Rekurrentin   A._____ 

 

vertreten durch lic. iur. Beat Hunziker, Rechtsanwalt, 

Merki & Partner, Zelglistrasse 15, 5001 Aarau    

   

 

 
 
 

Gegenstand  Einspracheentscheid der Steuerkommission Q._____ 

vom 30. April 2024 

betreffend Kantons- und Gemeindesteuern 2021 

 

 

 

 

  

 - 2 - 

 

 

 
   

Das Gericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Mit Verfügung vom 18. Juli 2023 wurde A._____ von der Steuerkommission 

Q._____ für das Jahr 2021 zu einem steuerbaren Einkommen von 

CHF 47'200.00 und zu einem steuerbaren Vermögen von CHF 103'000.00 

veranlagt. In Abweichung von der Selbstdeklaration wurden unter anderem 

die geltend gemachten behinderungsbedingten Kosten von CHF 12'661.00 

nicht zum Abzug zugelassen. 

 

2. 

Gegen die Verfügung vom 18. Juli 2023 erhob A._____ mit Schreiben vom 

14. August 2023 Einsprache und stellte folgende Anträge: 

 

"- Die behinderungsgedingten Kosten von CHF 12'661 (wie deklariert) seien 

zum steuerlichen Abzug zu berücksichtigen. (…) Eventualantrag: Berück-

sichtigung von behinderungsbedingten Kosten in Höhe von CHF 14'161 (…) 

 

- Zulassen einer anteiligen Berufskosten-Pauschale zum Zweck der Arbeits-

suche (solange ich weder eine Teilzeitanstellung gefunden habe, noch ein 

annähernd vergleichbares Einkommen über die selbständige Tätigkeit er-

wirtschaften kann) → Antrag CHF 1000 Berufskosten-Pauschale; sich be-

rechnend aus den in meiner Steuererklärung eingesetzten moderaten 

CHF 500, plus CHF 500 für berufsbezogene Fachliteratur. (…)" 

 

3. 

Am 30. April 2024 wurde antragsgemäss eine Einspracheverhandlung 

durchgeführt.  

 

4. 

Mit Entscheid vom 30. April 2024 reduzierte die Steuerkommission 

Q._____ das steuerbare Einkommen in teilweiser Gutheissung der Ein-

sprache auf CHF 43'800.00.   

 

5. 

Den Einspracheentscheid vom 30. April 2024 (Zustellung am 31. Mai 2024) 

liess A._____ mit rechtzeitigem Rekurs vom 27. Juni 2024 (Postaufgabe 

gleichentags) an das Spezialverwaltungsgericht, Abteilung Steuern, weiter-

ziehen. Sie stellt die folgenden Anträge: 

 

"1. Das steuerbare Einkommen sei auf CHF 31'139.00 zu reduzieren. Das steu-

erbare Vermögen sei unverändert mit CHF 103'000.00 festzulegen. 

 

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten des Staates Aargau." 

 

 - 3 - 

 

 

Auf die Begründung wird, soweit für die Entscheidung erforderlich, in den 

Erwägungen eingegangen. 

 

6. 

Die Steuerkommission Q._____ und das Kantonale Steueramt beantragen 

die Abweisung des Rekurses. 

 

7. 

A._____ liess keine Replik erstatten.  

 

 

 

  

 - 4 - 

 

 

 
   

Das Gericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Der vorliegende Rekurs betrifft die Kantons- und Gemeindesteuern 2021. 

Massgebend für die Beurteilung ist das Steuergesetz vom 15. Dezember 

1998 (StG). 

 

2. 

2.1. 

Die Rekurrentin meldete sich im Juni 2017 zum Master [...] an der B._____ 

an. Diese Weiterbildung besteht aus vier unabhängigen Studienteilen, 

nämlich aus drei CAS- Kursen und einem abschliessenden Mastermodul 

(begleitete Masterarbeit). Die drei CAS- Kurse absolvierte die Rekurrentin, 

obwohl sie bereits damals unter den Folgen einer Krankheit litt, erfolgreich. 

Mit Schreiben vom 16. Dezember 2020 wurde ihr mitgeteilt, dass ihre 

Masterarbeit als nicht bestanden mit der Note 3 bewertet worden sei. Die 

Beschwerdekommission der B._____ wies eine Beschwerde der 

Rekurrentin betreffend Bewertung der Masterarbeit mit Entscheid vom 

13. September 2021 ab. Dagegen liess die Rekurrentin mit Eingabe vom 

18. Oktober 2021 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons 

Aargau erheben. Die Rekurrentin schloss mit der B._____ am 31. März 

2022 eine Vereinbarung ab, welche eine Bewertung der Masterarbeit durch 

einen Zweitgutachter vorsieht. Es wurde unter anderem vereinbart, dass 

der Rekurrentin bei einer Bewertung ihrer Masterarbeit durch den 

Zweitgutachter mit der Note 4 oder besser umgehend das MAS-Diplom [...] 

mit dem 31. Dezember 2020 als Ausstellungsdatum zugestellt wird. Der 

Zweitgutachter bewertete die Masterarbeit der Rekurrentin am 25. März 

2022 mit der Note 4.5. Daraufhin wurde ihr das Masterdiplom zugestellt. 

Das Verwaltungsgericht schrieb die Beschwerde der Rekurrentin mit 

Verfügung vom 1. Juni 2022 als gegenstandslos von der 

Geschäftskontrolle ab.      

 

2.2. 

Die Rekurrentin erhielt im Jahr 2021 eine halbe Invalidenrente.  

 

2.3. 

Die Vorinstanz liess im Einspracheentscheid pauschal CHF 3'000.00 als 

behinderungsbedingte Kosten zum Abzug zu. Die Rekurrentin beantragt, 

dass die ihr im Zusammenhang mit der Bewertung ihrer Masterarbeit ent-

standenen Anwalts- und Verfahrenskosten zusätzlich als behinderungs-

bedingte Kosten von den Einkünften abzuziehen seien. Die Rekurrentin 

macht diesbezüglich folgende Kosten von insgesamt CHF 12'661.00 gel-

tend: 

 

 

 - 5 - 

 

 

- Anwaltskosten: CHF 10'061.00 (CHF 3'000.00 und CHF 7'061.00); 

 

- Kosten für das Verfahren vor der Beschwerdekommission B._____: 

CHF 600.00; 

 

- Kostenvorschuss für das Verfahren vor dem Verwaltungsgericht: 

CHF 2'000.00. 

 

3. 

3.1. 

Gemäss dem unter der Überschrift bzw. dem Randtitel "Allgemeine Ab-

züge" (sog. sozialpolitische oder anorganische Abzüge) stehenden § 40 

Abs. 1 lit. ibis StG (und Art. 9 Abs. 2 lit. hbis des Bundesgesetzes über die 

Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden vom 

14. Dezember 1990 [StHG]) werden von den steuerbaren Einkünften die 

behinderungsbedingten Kosten der steuerpflichtigen Person oder der von 

ihr unterhaltenen Personen mit Behinderungen im Sinne des Bundesgeset-

zes über die Beseitigung von Benachteiligungen von Menschen mit Behin-

derungen (Behindertengleichstellungsgesetz, BehiG) vom 13. Dezember 

2002 abgezogen, soweit die steuerpflichtige Person diese Kosten selber 

trägt. Die Regel gemäss Art. 33 Abs. 1 lit. hbis des Bundesgesetzes über die 

direkte Bundessteuer vom 14. Dezember 1990 (DBG) ist identisch, wes-

halb die bundesgerichtliche Rechtsprechung zu Art. 33 Abs. 1 lit. hbis DBG 

auch für das kantonale Recht gilt.  

 

3.2. 

3.2.1. 

Damit Auslagen als behinderungsbedingte Kosten im Sinn der genannten 

Bestimmungen anerkannt werden, müssen folgende Voraussetzungen er-

füllt sein:   

 

3.2.2.  

Es liegt eine Behinderung im Sinn des BehiG vor, dessen Definition für die 

Steuergesetzgebung verbindlich ist. Als Mensch mit Behinderung gilt ge-

mäss Art. 2 Abs. 1 BehiG eine Person, der es eine voraussichtlich 

dauernde körperliche, geistige oder psychische Beeinträchtigung er-

schwert oder verunmöglicht, alltägliche Verrichtungen vorzunehmen, sozi-

ale Kontakte zu pflegen, sich fortzubewegen, sich aus- oder fortzubilden 

oder eine Erwerbstätigkeit auszuüben. Um abzugsfähig zu sein, müssen 

die Kosten als direkte Folge einer Behinderung im Sinne von Art. 2 Abs. 1 

BehiG anfallen. Auf die Therapie oder Therapiefähigkeit kommt es für den 

Begriff der Behinderung nicht an; es geht nicht um die Beseitigung oder 

Milderung des Gebrechens. Das Behindertengleichstellungsgesetz be-

zweckt vielmehr die soziale und berufliche Integration trotz des Gebre-

chens (Bundesgerichtsurteil vom 31. Januar 2023 [9C_635/2022] E. 2.2.1. 

m.w.H.).   

 - 6 - 

 

 

3.2.3. 

Aus dem Wortlaut von Art. 33 Abs. 1 lit. hbis DBG und der Entstehungs-

geschichte ergibt sich, dass nicht alle Aufwendungen, die im Zusammen-

hang mit einer Behinderung getätigt werden, vom Einkommen abgesetzt 

werden können. Steuerlich abziehbar sind nur jene Kosten, die durch eine 

Behinderung bedingt sind – das heisst grundsätzlich und masslich als di-

rekte Folge der Behinderung im Sinne von Art. 2 Abs. 1 BehiG entstehen. 

Zudem müssen die von der steuerpflichtigen Person getragenen Kosten 

direkte Folge dieser Behinderung bilden bzw. muss die Einschränkung ihre 

Ursache in der körperlichen, geistigen oder psychischen Beeinträchtigung 

haben. Ferner stellen die Auslagen weder Lebenshaltungs- noch Luxus-

ausgaben dar. Schliesslich müssen die Kosten grundsätzlich in der interes-

sierenden Steuerperiode entstanden sein (Bundesgerichtsurteil vom 

31. Januar 2023 [9C_635/2022] E. 2.2.2. m.w.H.).   

 

3.2.4. 

Weiter gelten für behinderungsbedingte Kosten dieselben Einschränkun-

gen, die auch sonst für anorganische Abzüge zur Anwendung kommen: 

Diesen allgemeinen Abzügen kommt Ausnahmecharakter zu, weshalb ihre 

Rechtsgrundlagen restriktiv zu handhaben sind. Da die den Abzug begrün-

denden Tatsachen sich steuermindernd auswirken, sind sie von der steu-

erpflichtigen Person nachzuweisen (Bundesgerichtsurteil vom 31. Januar 

2023 [9C_635/2022] E. 2.2.3. m.w.H.).   

 

3.3. 

3.3.1. 

Der Begriff der behinderungsbedingten Kosten wird im Kreisschreiben 

Nr. 11 "Abzug von Krankheits- und Unfallkosten sowie von behinderungs-

bedingten Kosten" vom 31. August 2005 der Eidgenössischen Steuerver-

waltung (nachfolgend: KS Nr. 11) näher umschrieben. Im Zusammenhang 

mit dem Begriff der Krankheitskosten bzw. der behinderungsbedingten 

Kosten hat das Steueramt des Kantons Aargau das KS Nr. 11 ausdrücklich 

auch für den Bereich des kantonalen Steuerrechts ab der Steuerperiode 

2005 für massgeblich erklärt (vgl. Merkblatt "Krankheitskosten- und Unfall-

kosten sowie behinderungsbedingte Kosten" vom 30. September 2001, 

Stand 1. Januar 2021). Zum KS Nr. 11 hat das Bundesgericht festgestellt, 

dass es mit dem Wortlaut und dem Geist von Art. 33 Abs. 1 lit. h bzw. hbis 

DBG übereinstimmt. Das KS Nr. 11 entspricht grundsätzlich gefestigter 

Praxis und wurde vom Bundesgericht verschiedentlich als sachgerecht so-

wie zweckmässig beurteilt. Verwaltungsverordnungen statuieren keine 

neuen Rechte und Pflichten für Private, sondern bezwecken, Gewähr für 

eine einheitliche und rechtsgleiche Auslegung und Anwendung der Ge-

setze und Verordnungen durch die Verwaltung zu bieten. In Nachachtung 

dieses Zwecks berücksichtigen auch die Gerichte Verwaltungsverordnun-

gen bei der Auslegung des inländischen Rechts, obschon Verwaltungsver-

ordnungen für die Gerichte an sich nicht verbindlich sind. Vorausgesetzt 

 - 7 - 

 

 

wird dabei immerhin, dass die betroffene Verwaltungsverordnung eine dem 

Einzelfall angepasste und gerecht werdende Auslegung der anwendbaren 

gesetzlichen Bestimmungen zulässt. Mit anderen Worten weichen die Ge-

richte nicht ohne triftigen Grund von Verwaltungsweisungen ab, wenn diese 

eine überzeugende Konkretisierung der rechtlichen Vorgaben darstellen 

(Bundesgerichtsurteil vom 31. Januar 2023 [9C_635/2022] E. 2.3.1.; BGE 

146 I 105 E. 4.1; vgl. auch VGE vom 12. Januar 2017 [WBE.2016.402] 

betreffend § 40 Abs. 1 lit. ibis StG).  

 

3.3.2. 

Bezüger von Leistungen gemäss dem Bundesgesetz über die Invalidenver-

sicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 gelten in jedem Fall als behinderte Per-

sonen (KS Nr. 11 Ziff. 4.1). 

 

3.3.3. 

Allgemein gelten nach KS Nr. 11 Ziff. 4.2 die notwendigen Kosten als be-

hinderungsbedingt (vgl. E. 3.2.2), die in einem kausalen Zusammenhang 

zur Behinderung stehen und weder Lebenshaltungs- noch Luxusausgaben 

darstellen. 

 

3.3.4. 

Im KS Nr. 11 Ziff. 4.3 werden verschiedene Kategorien behinderungs-

bedingter Kosten aufgeführt. Als Assistenzkosten abzugsfähig sind die 

Kosten der behinderungsbedingt notwendigen, ambulanten Pflege (Be-

handlungs- und Grundpflege), Betreuung und Begleitung, die im Zusam-

menhang mit der Vornahme alltäglicher Verrichtungen, der Pflege ange-

messener sozialer Kontakte, der Fortbewegung und der Aus- und Weiter-

bildung anfallen, sowie die Kosten behinderungsbedingt notwendiger Über-

wachung. Unwesentlich ist dabei, wer diese Assistenzleistungen erbringt 

(Spitexorganisationen, private Pflegekräfte, Assistenten, Entlastungs-

dienste etc.). Kein Abzug kann aber für unentgeltlich erbrachte Assistenz-

leistungen gemacht werden. Die Kosten der Dienste von Gebärdendolmet-

schern für Gehörlose und Taubblindendolmetschern für Taubblinde sind 

ebenfalls zum Abzug zugelassen (vgl. KS Nr. 11 Ziff. 4.3.1). 

 

4. 

4.1. 

Die Rekurrentin gilt aufgrund der in der Steuerperiode 2021 bezogenen hal-

ben IV-Rente als behinderte Person im Sinne des BehiG (vgl. E. 2.2.). 

 

4.2. 

4.2.1. 

Fraglich und nachfolgend zu prüfen ist, ob die geltend gemachten Anwalts- 

und Verfahrenskosten durch die Behinderung der Rekurrentin bedingt sind, 

das heisst grundsätzlich und masslich als direkte Folge der Behinderung 

entstanden (vgl. E. 3.2.3. und E. 3.3.3.). 

 - 8 - 

 

 

4.2.2. 

Im Einspracheentscheid wird ausgeführt, dass die Kosten für das Be-

schwerdeverfahren betreffend Bewertung der Masterarbeit Lebenshal-

tungskosten darstellten. Diese Kosten seien nicht behinderungsbedingt, da 

sie auch bei einer nicht behinderten Person, welche die Bewertung einer 

Masterarbeit gerichtlich überprüfen lasse, im gleichen Umfang anfielen.  

 

4.2.3. 

Der Vertreter der Rekurrentin (nachfolgend: Vertreter) anerkennt, dass die 

obigen Ausführungen der Vorinstanz (E. 4.2.2.) zwar im Grundsatz richtig 

seien. Im vorliegenden Fall gehe es jedoch darum, dass die nicht korrekte 

Benotung ausschliesslich wegen der kognitiven Beeinträchtigungen so er-

folgt sei, weshalb sie deren direkte Folge gewesen sei. Die Dozentin habe 

schon vor der Einreichung der Masterarbeit dezidiert den Standpunkt ver-

treten, dass eine IV-Bezügerin intellektuell gar nicht in der Lage sei, eine 

Masterarbeit zu schreiben. Für den Laien seien kognitive Beeinträchtigun-

gen schwieriger festzustellen als körperliche Invalidität. So sei offensicht-

lich, dass ein Gelähmter einen Rollstuhl brauche, weshalb die Kausalität 

offensichtlich sei und die Abzugsfähigkeit eines solchen Hilfsmittels nie zur 

Diskussion stehe. Eine kognitive Beeinträchtigung sei weniger offensicht-

lich und dementsprechend für ein Laiengremium wie die Steuerkommission 

schwierig zu beurteilen. Gemäss KS 11 Ziff. 4.3.1 seien Assistenzkosten 

abzugsfähig (vgl. E. 3.3.4.). Im vorliegenden Fall habe die Dozentin offen-

bar den Eindruck gehabt, der akademische Wert eines Masters der 

B._____ werde beeinträchtigt, wenn sogar eine IV-Bezügerin in der Lage 

wäre, einen solchen Masterlehrgang erfolgreich abzuschliessen. 

Akademisches Prestigedenken und Standesdünkel seien an Hochschulen 

immer noch verbreitet. Damit habe eine Diskriminierung aufgrund der 

persönlichen Eigenschaft als behinderte Person vorgelegen, weshalb die 

Rekurrentin rechtliche Assistenz gebraucht habe, um ihren Anspruch auf 

Aus- und Weiterbildung trotz der Behinderung durchsetzen zu können. Sie 

habe damit eine Behandlung durch die Vertreter der B._____ erfahren, 

welche einem nicht behinderten Absolventen so nicht widerfahren wäre. 

Somit sei die Subsumierung der Kosten unter KS 11 Ziff. 4.3.1 

gerechtfertigt.  

 

4.2.4. 

In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wurde hauptsächlich die willkürli-

che Bewertung der Masterarbeit hinsichtlich Themaverfehlung, Bezüge zur 

Fragestellung, zum wissenschaftsorientierten Arbeiten und zum eigenen 

Beitrag sowie hinsichtlich Plagiatsverdachts gerügt. Ein diskriminierendes 

Verhalten aufgrund der Behinderung der Rekurrentin wurde zwar ebenfalls 

vorgebracht, jedoch fielen die Ausführungen hierzu deutlich kürzer aus als 

bezüglich der willkürlichen Bewertung. Die Ausführungen der Rechtsvertre-

ter der Rekurrentin in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde und im vorlie-

genden Rekurs stellen Parteibehauptungen dar, welche für sich allein nicht 

 - 9 - 

 

 

zum Beweis geeignet sind, dass die Erstbenotung der Masterarbeit auf-

grund der kognitiven Beeinträchtigung der Rekurrentin zu tief erfolgte. Wei-

tere Beweismittel, welche den Standpunkt der Rekurrentin stützen, gibt es 

keine. Insbesondere lässt sich der Vereinbarung vom 31. März 2022 

(E. 2.1.) nichts entnehmen, was die Version der Rekurrentin stützt. Aus die-

ser geht nur hervor, dass die Zweitbegutachtung einzig gestützt auf objek-

tive Kriterien zu erfolgen hat (vgl. Ziff. 5 dieser Vereinbarung). Die genü-

gende Benotung durch den Zweitgutachter lässt ebenfalls nicht darauf 

schliessen, dass die Erstbenotung aufgrund der Behinderung der Rekur-

rentin zu tief erfolgte. Dagegen spricht hingegen, dass die beiden Anträge 

der Rekurrentin auf Verschiebung des Abgabetermins ihrer Masterarbeit 

genehmigt wurden (vgl. Verwaltungsgerichtsbeschwerde N 16). Aufgrund 

der vorstehenden Erwägungen vermag die Rekurrentin nicht nachzuwei-

sen, dass die Anwalts- und Verfahrenskosten grundsätzlich und masslich 

als direkte Folge ihrer Behinderung entstanden. 

 

4.2.5. 

Der Vertreter führt richtig aus, dass Assistenzkosten als behinderungs-

bedingte Kosten abzugsfähig sind. Allerdings muss auch diese Art von Kos-

ten in kausalem Zusammenhang zur Behinderung stehen. Daran fehlt es 

bei den geltend gemachten Anwalts- und Verfahrenskosten (E. 4.2.4.). 

 

4.3. 

Sodann können die behinderungsbedingten Kosten der steuerpflichtigen 

Person oder der von ihr unterhaltenen Personen nur abgezogen werden, 

soweit die steuerpflichtige Person diese Kosten selber trägt (vgl. § 40 

Abs. 1 lit. ibis StG). Gemäss Verfügung des Verwaltungsgerichts vom 1. Juni 

2022 muss die Rekurrentin die Verfahrenskosten von CHF 414.00 nur zur 

Hälfte mit CHF 207.00 tragen, weshalb ihr der Verfahrenskostenvorschuss 

von CHF 2'000.00 (E. 2.3.) im Umfang von CHF 1'793.00 (CHF 2'000.00 ./. 

CHF 207.00) zurückerstattet wurde. Dementsprechend trug die Rekurren-

tin Verfahrenskosten in Höhe von CHF 1'793.00 nicht selber, weshalb es 

diesbezüglich an einer weiteren Voraussetzung für die Abzugsfähigkeit als 

behinderungsbedingte Kosten fehlt. 

 

5. 

Der Rekurs erweist sich somit als unbegründet und ist abzuweisen. 

 

6. 

Bei diesem Verfahrensausgang hat die Rekurrentin die Kosten des Rekurs-

verfahrens zu tragen (§ 189 Abs. 1 StG). Es ist keine Parteikostenentschä-

digung auszurichten (§ 189 Abs. 2 StG). 

 

 

  

 - 10 - 

 

 

 
   

Das Gericht erkennt: 

 

1. 

Der Rekurs wird abgewiesen.  

 

2. 

Die Rekurrentin hat die Kosten des Rekursverfahrens, bestehend aus einer 

Staatsgebühr von CHF 300.00, der Kanzleigebühr von CHF 130.00 und 

den Auslagen von CHF 100.00, zusammen CHF 530.00, zu bezahlen. 

 

3. 

Es wird keine Parteikostenentschädigung ausgerichtet. 

 

 
 

   

Zustellung an: 

den Vertreter der Rekurrentin (2) 

das Kantonale Steueramt  

die Gemeinde Q._____ 

 

 

 
 

   

Rechtsmittelbelehrung  

 

Dieser Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung mit Be-

schwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Aargau angefochten 

werden. Die Beschwerde ist in doppelter Ausfertigung beim Spezialver-

waltungsgericht, Obere Vorstadt 37, 5001 Aarau, einzureichen. Die 

Frist steht still vom 7. Tag vor bis und mit dem 7. Tag nach Ostern, vom 

15. Juli bis und mit 15. August und vom 18. Dezember bis und mit dem 

2. Januar. Die unterzeichnete Beschwerdeschrift muss einen Antrag, wie 

der Entscheid zu ändern sei, sowie eine Begründung enthalten. Der ange-

fochtene Entscheid und als Beweismittel angerufene Urkunden sind beizu-

legen (§§ 28 und 43 f. des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 

4. Dezember 2007 [VRPG] in Verbindung mit Art. 145 Abs. 1 der Schwei-

zerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 [ZPO]; §§ 187, 

196 und 198 des Steuergesetzes vom 15. Dezember 1998 [StG]). 

 

  

 - 11 - 

 

 

 

 
   

Aarau, 27. August 2025 

 

Spezialverwaltungsgericht 

Steuern 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Fischer Fäs