# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9010fc96-77dd-5423-b376-4de24c4b8c2c
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-06-20
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht 20.06.2018 810 18 84
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_003_810-18-84_2018-06-20.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und 

Verwaltungsrecht 

 

vom 20. Juni 2018 (810 18 84) 

____________________________________________________________________ 

 

 

 

Zivilgesetzbuch 

 

 

Interkantonale Kompetenzstreitigkeit / Aufenthalt zu einem Sonderzweck 

 

 
 
Besetzung Vizepräsident Daniel Ivanov, Kantonsrichter Niklaus Ruckstuhl, 

Markus Clausen, Hans Furer, Kantonsrichterin Helena Hess,  
Gerichtsschreiber Stefan Suter 
 
 

Beteiligte Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde A.____ (BL), 
Antragsstellerin 

  
 
gegen 
 
 

 Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde B.____ (SO),  
Antragsgegnerin 
 

  
  
Betreff Kompetenzstreitigkeit 
 
 
 
 
A. Mit am 14. Februar 2018 bei der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) 
A.____ (BL) eingegangenem Schreiben beantragte C.____, geb. 1992, die Errichtung einer 
Beistandschaft für sich, da sie mit ihren administrativen und finanziellen Angelegenheiten über-

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fordert sei. Sie wohne in einer sozialtherapeutischen und integrativen Wohngruppe in D.____ 
(SO). Gemeldet sei sie allerdings in E.____ (BL), an der Adresse der Institution F.____. 
 
B. Nach ersten Abklärungen kam die KESB A.____ zum Schluss, dass sich C.____s 
Wohnsitz in der Gemeinde D.____ (SO) befand. Sie wandte sich mit Schreiben vom 9. März 
2018 an die nach ihrer Auffassung örtlich zuständige Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde 
B.____ (SO) und ersuchte diese um Bearbeitung des Gesuchs um Errichtung einer Beistand-
schaft. Die KESB A.____ verwies darauf, dass C.____ seit mehreren Monaten in der Wohnge-
meinschaft in D.____ gelebt habe und sie nach eigenen Angaben und denjenigen ihres Betreu-
ers dauerhaft zu verbleiben beabsichtige, weshalb die vom Wohnsitz abgeleitete örtliche Zu-
ständigkeit für die Prüfung und den Erlass von Erwachsenenschutzmassnahmen bei der KESB 
B.____ liege. 
 
C. Am 13. März 2018 lehnte die KESB B.____ die Prüfung von Erwachsenenschutzmass-
nahmen ab und retournierte die Gesuchsunterlagen. Die KESB B.____ erachtete sich mangels 
Wohnsitz der betroffenen Person für nicht zuständig. C.____ lebe in der Institution G.____ mit 
Sitz in H.____ (SO), welche in der Region verschiedene betreute Wohngruppen führe. Sie habe 
diesen Wohnort nicht frei ausgewählt. Der Aufenthalt in einer dieser Wohngruppen erfolge zu 
einem Sonderzweck und begründe für sich allein keinen Wohnsitz. Der Lebensmittelpunkt be-
finde sich vielmehr in E.____, wo sie immer noch angemeldet sei und wo sie auch das Gesuch 
um Errichtung einer Beistandschaft gestellt habe. 
 
D. Im nachfolgenden weiteren Meinungsaustausch konnte keine Einigung erzielt werden. 
 
E. Mit Gesuch vom 23. März 2018 stellt die KESB A.____ dem Kantonsgericht, Abteilung 
Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht), sinngemäss Antrag, es sei die KESB 
B.____ für örtlich zuständig zu erklären für die Prüfung und allfällige Errichtung von Erwachse-
nenschutzmassnahmen für C.____. 
 
F. Die KESB B.____ beantragt in ihrer Stellungnahme vom 4. April 2018, dass die KESB 
A.____ für örtlich zuständig zu erklären sei. 
 
G. Am 2. Mai 2018 reicht die KESB B.____ eine Gefährdungsmeldung der Polizei Kanton 
Solothurn vom 1. April 2018 zu den Akten, wonach C.____ gleichentags verwirrt und unterkühlt 
im Wald angetroffen worden sei und in der Folge in die psychiatrische Klinik I.____ habe ein-
gewiesen werden müssen. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g : 
 
1.1 Gemäss Art. 444 Abs. 1 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB) vom 
10. Dezember 1907 prüft die Erwachsenenschutzbehörde ihre Zuständigkeit von Amtes wegen. 
Hält sie sich nicht für zuständig, so überweist sie die Sache unverzüglich der Behörde, die sie 
als zuständig erachtet (Abs. 2). Zweifelt sie an ihrer Zuständigkeit, so pflegt sie einen Mei-

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nungsaustausch mit der Behörde, deren Zuständigkeit in Frage kommt (Abs. 3). Kann im Mei-
nungsaustausch keine Einigung erzielt werden, so unterbreitet die zuerst befasste Behörde die 
Frage ihrer Zuständigkeit der gerichtlichen Beschwerdeinstanz (Abs. 4). 
 
1.2 Das Kantonsgericht, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht, ist als gerichtliche 
Beschwerdeinstanz im Sinne von Art. 444 Abs. 4 ZGB zuständig zur Beurteilung der von der 
KESB A.____ unterbreiteten Frage ihrer örtlichen Zuständigkeit (§ 66 Abs. 1 des Gesetzes über 
die Einführung des Zivilgesetzbuches [EG ZGB] vom 16. November 2006). Da auch die weite-
ren formellen Voraussetzungen erfüllt sind, ist auf das vorliegende Gesuch einzutreten. 
 
2. Zu beachten gilt, dass die gerichtliche Beschwerdeinstanz nicht mit bindender Wirkung 
über die Zuständigkeit einer Erwachsenenschutzbehörde in einem anderen Kanton bestimmen 
kann (BGE 141 III 84 E. 4.4). Negative Kompetenzkonflikte haben die jeweiligen Kantone auf 
dem Klageweg gemäss Art. 120 Abs. 1 lit. b des Bundesgesetzes über das Bundesgericht 
(BGG) vom 17. Juni 2005 auszutragen (vgl. BGE 141 III 84 E. 4.7; siehe dazu auch CHRISTOPH 
AUER, Urteilsanmerkung zu BGE 141 III 84, ZBl 2015, S. 285 ff.). Das Kantonsgericht kann vor-
liegend demnach einzig über die Zuständigkeit der KESB A.____ verbindlich entscheiden. 
 
3. Zu beurteilen ist, ob die KESB A.____ örtlich zuständig ist für das Erwachsenenschutz-
verfahren in Sachen C.____. 
 
4.1 Für Erwachsenenschutzmassnahmen ist gemäss Art. 442 Abs. 1 ZGB die Erwachse-
nenschutzbehörde am Wohnsitz der betroffenen Person zuständig. Angeknüpft wird am zivil-
rechtlichen Wohnsitz, welcher sich bei Erwachsenen primär nach Art. 23 ZGB und subsidiär 
nach Art. 24 ZGB bestimmt (BGE 137 III 593 E. 3.1; URS VOGEL, in: Honsell/Vogt/Geiser 
[Hrsg.], Basler Kommentar zum Schweizerischen Zivilgesetzbuch, 5. Aufl., Basel 2014, Art. 442 
ZGB Rz. 3). 
 
4.2 Die im Zeitpunkt der Einleitung des Erwachsenenschutzverfahrens vorhandenen Wohn-
sitzverhältnisse entscheiden darüber, wo die Massnahme errichtet und unter Vorbehalt eines 
späteren Wohnsitzwechsels geführt und beendigt wird (BGE 126 III 415 E. 2c; BGE 101 II 11 
E. 2a). Das Verfahren gilt unter anderem dann als eingeleitet und wird damit rechtshängig, 
wenn bei der Erwachsenenschutzbehörde ein Gesuch eingereicht wird (§ 68 Abs. 1 lit. a EG 
ZGB; ebenso § 147 Abs. 1 lit. a des solothurnischen Gesetzes über die Einführung des Schwei-
zerischen Zivilgesetzbuches vom 4. April 1954). Im vorliegenden Fall ging C.____s Gesuch am 
14. Februar 2018 bei der KESB A.____ ein. Massgebend für die Bestimmung der örtlichen Zu-
ständigkeit ist mithin, wo sie zu diesem Zeitpunkt ihren zivilrechtlichen Wohnsitz hatte. 
 
5.1 Wohnsitz ist eine bestimmte rechtliche Beziehung einer Person zu einem Ort. Jede Per-
son muss einerseits einen rechtlichen Wohnsitz haben. Sie hat andererseits ausschliesslich 
einen Wohnsitz (Art. 23 Abs. 2 ZGB). Gemäss Art. 23 Abs. 1 ZGB befindet sich der Wohnsitz 
einer Person an dem Orte, wo sie sich mit der Absicht dauernden Verbleibens aufhält. Der Auf-
enthalt zum Zweck der Ausbildung oder die Unterbringung einer Person in einer Erziehungs- 
oder Pflegeeinrichtung, einem Spital oder einer Strafanstalt begründet für sich allein keinen 

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Wohnsitz. Hat eine handlungsfähige Person keinen solchen primären Wohnsitz begründet, so 
weist ihr das Gesetz subsidiär einen fiktiven Wohnsitz zu (Art. 24 ZGB, vgl. DANIEL STAEHELIN, 
in: Basler Kommentar, a.a.O., Art. 23 ZGB Rz. 1 ff.). 
 
5.2 Art. 23 Abs. 1 ZGB stellt demzufolge zwei Kriterien auf, welche beide kumulativ erfüllt 
sein müssen, damit eine handlungsfähige Person an einem bestimmten Ort primären Wohnsitz 
begründen kann: Objektiv physischer Aufenthalt und subjektiv die Absicht des dauernden Ver-
bleibens. Zu seiner Feststellung ist von den äusserlich wahrnehmbaren Umständen, welche 
den Aufenthalt kennzeichnen, auf die dahinter stehende Absicht zu schliessen (BGE 137 II 122 
E. 3.6; BGE 136 II 405 E. 4.3; BGE 135 I 233 E. 5.1). Massgebend ist daher der Ort, wo sich 
nach den konkreten Umständen objektiv betrachtet der Mittelpunkt der Lebensbeziehungen 
befindet. Letzterer befindet sich im Normalfall am Wohnort, wo man schläft, die Freizeit ver-
bringt und wo sich die persönlichen Effekten befinden (HEINZ HAUSHEER/REGINA E. AEBI-
MÜLLER, Das Personenrecht des Schweizerischen Zivilgesetzbuches, 4. Aufl., Bern 2016, 
Rz. 09.23 ff.; STAEHELIN, a.a.O., Art. 23 ZGB Rz. 5 f.; BGE 125 III 100 E. 3). 
 
5.3 Der Mittelpunkt der Lebensbeziehungen befindet sich üblicherweise nicht an einem Ort, 
an dem man sich bloss zu einem Sonderzweck aufhält. Der zweite Teilsatz von Art. 23 Abs. 1 
ZGB begründet deshalb eine widerlegbare Vermutung, wonach der Aufenthalt am Studienort 
oder die Unterbringung in einer Heil- oder Strafanstalt für sich allein nicht bedeutet, dass auch 
der Lebensmittelpunkt an den fraglichen Ort verlegt worden ist. Die Vermutung kann umgestos-
sen werden, wenn eine Person freiwillig in eine Anstalt eintritt und sich dort im Sinne von Art. 23 
Abs. 1 ZGB mit der Absicht dauernden Verbleibens aufhält. Unter dieser Voraussetzung kann 
die Begründung eines Wohnsitzes am Anstaltsort bejaht werden (BGE 137 II 122 E. 3.6; BGE 
135 III 49 E. 6.2; BGE 134 V 236 E. 2.1; HAUSHEER/AEBI-MÜLLER, a.a.O., Rz. 09.37; STAEHELIN, 
a.a.O., Art. 23 ZGB Rz. 19d). Als Einrichtung oder Anstalt im Gesetzessinne gelten öffentliche 
oder private Institutionen, die einem vorübergehenden Sonderzweck (z.B. Pflege, Heilung, Er-
ziehung, Strafverbüssung, Kur, Ferien) und nicht dem allgemeinen Lebenszweck dienen. Es 
muss sich nicht um eine geschlossene Anstalt handeln; auch ein betreutes Wohnheim für Per-
sonen mit psychischen und sozialen Problemen oder ein Altersheim für Behinderte kann eine 
Einrichtung im Sinne von Art. 23 Abs. 1 ZGB darstellen (vgl. STAEHELIN, a.a.O., Art. 23 ZGB 
Rz. 19i; BGE 137 III 593 E. 2.4; BGE 127 V 237 E. 2b/c). 
 
5.4 Der Wohnsitzbegriff ist funktionalisiert respektive zweckbezogen auszulegen. Zweck der 
Wohnsitzanknüpfung im Bereich des Erwachsenenschutzes ist es, die Zuständigkeit der KESB 
möglichst am Lebensmittelpunkt der betroffenen Person zu begründen (vgl. DIANA WIDER, in: 
Büchler/Häfeli/Leuba/Stettler [Hrsg.], FamKomm Erwachsenenschutzrecht, Bern 2013, Art. 442 
ZGB Rz. 10). Insbesondere an die Wohnsitzbegründung von Personen in Einrichtungen sind 
deshalb keine hohen Anforderungen zu stellen und die Begründung des Wohnsitzes am Ort der 
Einrichtung ist grosszügig anzunehmen (vgl. WIDER, a.a.O., Art. 442 ZGB Rz. 10; BERNHARD 
SCHNYDER/ERWIN MURER, Berner Kommentar zum schweizerischen Privatrecht, Bern 1984, 
aArt. 376 ZGB Rz. 39; Urteil des Kantonsgerichts, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungs-
recht [KGE VV], vom 9. September 2015 [810 15 127] E. 4.4.4). 
 

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6.1 C.____ ist volljährig und augenscheinlich urteilsfähig, zumal an die gesetzlich vermutete 
(Art. 16 ZGB) Urteilsfähigkeit im Bereich der Wohnsitzfrage ohnehin keine strengen Anforde-
rungen gestellt werden (vgl. BGE 141 V 530 E. 5.2; BGE 137 III 593 E. 4.2; BGE 127 V 237 
E. 2c). Ihre Handlungsfähigkeit ist auch nicht durch eine Massnahme des Erwachsenenschut-
zes eingeschränkt. Sie ist damit in der Lage, ihren Wohnsitz selbständig nach freier Wahl zu 
begründen. 
 
6.2 Zum Zeitpunkt der Einleitung des Erwachsenenschutzverfahrens lebte C.____ bereits 
seit mehreren Monaten (seit Oktober 2017) in der vom Verein Institution G.____ betriebenen 
sozialtherapeutischen Institution G.____ in der politischen Gemeinde D.____. Sie schläft und 
isst in der Wohngruppe. Offensichtlich befinden sich dort auch ihre persönlichen Effekten. Sie 
hilft nach eigenen Angaben im Haushalt der Gruppe mit, sie putze, bügle oder backe Brot. Mon-
tags arbeite sie zudem im Atelier der Einrichtung. Wie sie der Antragsstellerin weiter zu Proto-
koll gab, gefällt es ihr in der Wohngruppe und sie beabsichtigt, für die absehbare Zeit - "schon 
ein paar Jahre" - in D.____ zu verbleiben (vgl. Aktennotiz vom 16. März 2018). Auch wenn sie 
weiterhin Beziehungen zur Region E.____ pflegt und dort in ärztlicher Behandlung ist sowie alle 
zwei Wochen ihre Verwandten und ihren Freund besucht, liegt es auf der Hand, dass sich ihre 
intensivsten Lebensbeziehungen in der fraglichen Einrichtung konzentrieren. Unter den vorlie-
genden Umständen befindet sich der Mittelpunkt ihrer Lebensbeziehungen in der Gemeinde 
D.____. 
 
6.3 Dass die Gemeinde D.____ die Anmeldung verweigert hat und C.____ deshalb immer 
noch in E.____ angemeldet ist, steht dem nicht entgegen. Wo eine Person angemeldet ist und 
ihre Schriften hinterlegt hat, ist für den zivilrechtlichen Wohnsitz nicht massgebend (BGE 133 V 
309 E. 3.3; BGE 127 V 237 E. 2c; STAEHELIN, a.a.O., Art. 23 ZGB Rz. 19b). Ebensowenig eine 
Rolle spielt, wo das Gesuch um Erlass von Erwachsenenschutzmassnahmen eingereicht wur-
de. Wenn sich C.____ vorliegend an die Antragsstellerin wandte (wofür sie offensichtlich die 
Hilfe einer Betreuungsperson in Anspruch nahm, die sich an der Meldeadresse orientierte), ist 
dies nur die Folge des nach wie vor registrierten Wohnsitzes in E.____, nicht aber Ausdruck 
dafür, dass sie in E.____ ihren Lebensmittelpunkt hat. Ihr Aufenthalt in der Wohngruppe ist so-
dann ungeachtet des Umstands, dass das Angebot der Institution G.____ als Übergangslösung 
für ein bis drei Jahre gedacht ist, auf Dauer ausgerichtet. Die nach Aussen erkennbare Absicht, 
am entsprechenden Ort zu verweilen, muss zwar auf einen dauernden Aufenthalt gerichtet sein. 
Es besteht jedoch in Rechtsprechung und Lehre Einigkeit darüber, dass dies nicht im Sinne von 
"für immer" verstanden werden darf. Vielmehr genügt es, wenn eine Person beabsichtigt, bis 
auf Weiteres und nicht bloss vorübergehend an einem bestimmten Orte zu verweilen. Als Min-
destdauer wird üblicherweise ein Jahr postuliert. Die Absicht, einen Ort später (auf Grund ver-
änderter, nicht mit Bestimmtheit vorauszusehender Umstände) wieder zu verlassen, schliesst 
eine Wohnsitzbegründung nicht aus. Die Absicht dauernden Verweilens muss zudem nur im 
Moment der Begründung eines Wohnsitzes bestanden haben (HAUSHEER/AEBI-MÜLLER, a.a.O., 
Rz. 09.29; STAEHELIN, a.a.O., Art. 23 ZGB Rz. 19b; BGE 143 II 233 E. 2.5.2; BGE 127 V 237 
E. 2c; BGE 49 I 188 E. 2). 
 

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6.4 Der Aufenthalt in der Wohngruppe erfolgt auch nicht ausschliesslich zu einem Sonder-
zweck. Das Angebot der Institution G.____ richtet sich an Menschen, die aufgrund ihrer psychi-
schen Beeinträchtigungen umfassende Betreuung und stabile Begleitung benötigen. Es ist da-
rauf ausgerichtet, ein möglichst selbstständiges Wohnen und Arbeiten zu fördern (vgl. die In-
formationen auf www.____.ch). Die Institution G.____ ist im Hinblick auf diese sozialtherapeuti-
sche Ausrichtung als Einrichtung im Sinne von Art. 23 Abs. 1 Teilsatz 2 ZGB zu qualifizieren. 
C.____ ist allerdings nicht in dieser Einrichtung untergebracht. Die Rechtsprechung betrachtet 
als Unterbringung in einer Anstalt resp. Einrichtung die Einweisung durch Dritte. Die betroffene 
Person tritt nicht aus eigenem Willen in die Anstalt ein. Eine Begründung des Wohnsitzes am 
Anstaltsort ist unter diesen Umständen regelmässig ausgeschlossen. Eine andere Sichtweise 
ist einzunehmen, wenn sich wie vorliegend eine urteilsfähige volljährige Person aus freien Stü-
cken, d.h. freiwillig und selbstbestimmt zu einem Anstaltsaufenthalt unbeschränkter Dauer ent-
schliesst und überdies die Anstalt und den Aufenthaltsort frei wählt. Sofern bei einem unter sol-
chen Begleitumständen erfolgenden Anstaltseintritt der Lebensmittelpunkt in die Anstalt verlegt 
wird, wird am Anstaltsort ein neuer Wohnsitz begründet (BGE 137 III 593 E. 4.1; BGE 134 V 
236 E. 2.1; BGE 133 V 309 E. 3.1; STAEHELIN, a.a.O., Art. 23 ZGB Rz. 19i; VOGEL, a.a.O., 
Art. 442 ZGB Rz. 5; vgl. auch Botschaft zur Änderung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches 
[Erwachsenenschutz, Personenrecht und Kindesrecht] vom 28. Juni 2006, BBl 2006 7001, 
S. 7096). 
 
6.5 Wenn die Antragsgegnerin pauschal in Abrede stellt, dass C.____ vorliegend einen au-
tonomen Entscheid gefällt hat und freiwillig in die Institution G.____ eingetreten ist, so kann ihr 
nicht gefolgt werden. Wie C.____ gegenüber der abklärenden Antragsstellerin angab, gefiel es 
ihr in der bisherigen Einrichtung in E.____ (Institution F.____) nicht mehr. Die dortigen Betreuer 
hätten ihr dann geholfen, ein neues Heim zu finden. Man habe ihr die Institution G.____ vorge-
schlagen, wo es ihr bei der Besichtigung sofort gut gefallen und sie sich für diese Einrichtung 
entschieden habe, ohne zuvor andere in Frage kommende Heime besichtigt zu haben (vgl. Ak-
tennotiz vom 16. März 2018). Aus diesen Aussagen ergeben sich keinerlei Hinweise dafür, dass 
der Eintritt in die Einrichtung nicht auf freiwilliger Basis erfolgt sein soll. C.____ mag nicht in der 
Lage sein, selbständig zu wohnen. Das bedeutet aber entgegen der Auffassung der Antrags-
gegnerin keineswegs, dass sie nicht selbständig über ihren Aufenthaltsort entscheiden kann 
oder darf. Der Umstand, dass Dritte beim Wohnsitzwechsel geholfen oder diesen sogar veran-
lasst haben, lässt die Freiwilligkeit generell nicht entfallen, solange die betroffene Person damit 
einverstanden ist. Als freiwillig und selbstbestimmt hat der Anstaltseintritt auch dann zu gelten, 
wenn er vom "Zwang der Umstände" (wie etwa Angewiesensein auf Betreuung) diktiert wird. 
Wohnsitzbegründend ist der Eintritt solange, wie die Person die freie Wahl zwischen verschie-
denen Anstalten hat, was vorliegend unzweifelhaft der Fall war (vgl. BGE 137 III 593 E. 4.1; 
BGE 127 V 237 E. 2c; STAEHELIN, a.a.O., Art. 23 ZGB Rz. 19i; CHRISTIAN BRÜCKNER, Das Per-
sonenrecht des ZGB, Zürich 2000, Rz. 359). Auch wenn die Wahlmöglichkeiten durch ihre kon-
kreten Lebensumstände und Bedürfnisse faktisch eingeschränkt gewesen sein mögen, hat 
C.____ ihren neuen Lebensmittelpunkt selbstbestimmt ausgesucht. 
 
7. Zusammenfassend ist aufgrund der vorliegenden Indizien festzustellen, dass C.____ 
ihren Lebensmittelpunkt in die Institution G.____ verlegt hat und am Ort der Einrichtung Wohn-

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sitz begründet hat. Als das vorliegende Verfahren rechtshängig wurde, hatte sie ihren Wohnsitz 
demnach in der Gemeinde D.____. Die KESB A.____ ist folglich nicht zuständig für das Er-
wachsenenschutzverfahren in Sachen C.____. 
 
8. Es bleibt über die Kosten zu befinden. Gemäss § 20 Abs. 1 des Gesetzes über die Ver-
fassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist das Verfahren 
vor dem Kantonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren 
und die Beweiskosten und werden in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem 
Ausmass auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Den kantonalen Behörden und den Gemeinden werden 
nur Verfahrenskosten auferlegt, wenn sie das Kantonsgericht in Anspruch nehmen (§ 20 Abs. 4 
VPO). Vorliegend hat die KESB A.____, welche das Kantonsgericht in Anspruch genommen hat 
bzw. nach dem Zivilgesetzbuch zur Unterbreitung der Kompetenzstreitigkeit verpflichtet war, 
obsiegt. Von der Auferlegung von Verfahrenskosten ist daher abzusehen. Die Parteikosten sind 
wettzuschlagen (§ 21 Abs. 1 VPO). 
  

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Demgemäss wird  e r k a n n t : 
 
 
://: 1. Es wird festgestellt, dass die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde 

A.____ nicht zuständig ist für das Erwachsenenschutzverfahren in Sa-
chen C.____. 

   
 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 
   
 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. 
 
 
 
Vizepräsident 
 
 
 
 
 
 

Gerichtsschreiber