# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 65742344-6bb9-529d-8de9-e97848c4891e
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-11-19
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 19.11.2010 D-3646/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-3646-2009_2010-11-19.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-3646/2009/wif
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 9 .  N o v e m b e r  2 0 1 0

Richter Daniel Schmid (Vorsitz), 
Richterin Muriel Beck Kadima, Richter Walter Lang;
Gerichtsschreiber Alfred Weber.

A._______, geboren [...], Sri Lanka,
c/o schweizerische Botschaft in Colombo, Sri Lanka,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; 
Verfügung des BFM vom 26. März 2009 / N [...].

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-3646/2009

Sachverhalt:

A.
A.a Der  Beschwerdeführer  ersuchte  mit  an  die  schweizerische  Bot-
schaft in Colombo gerichteter Eingabe vom 5. Dezember 2007 sinnge-
mäss um die Erteilung einer Einreisebewilligung in die Schweiz und 
um Asylgewährung. Dem englischsprachigen Schreiben lagen mehrere 
Kopien von Beweismitteln bei  (u.a. Todesurkunde betreffend Cousin, 
Polizeirapport). 

In  seiner  Eingabe  machte  er  im Wesentlichen  geltend,  sein  "cousin 
brother", ein Hindu-Priester, sei am 7. Februar 2007 von Angehörigen 
der Liberation Tigers of Tamil Elam (LTTE) ermordet worden. Dessen 
Familienangehörige und auch er seien von diesen Leuten zweimal zu 
Hause bedroht worden, weil man sie fälschlicherweise als Informanten 
der Regierung verdächtigt habe. Sie hätten deswegen das Haus ver-
lassen und sich an einen viele Kilometer vom alten Wohnort entfernt 
liegenden Ort begeben, wo sie versteckt leben würden. Nachdem das 
Versteck  von  verdächtig  aussehenden,  fremden  Jugendlichen  beob-
achtet worden sei, habe er nun grosse Angst um sein Leben bekom-
men. Da er keine Unterstützung erhalte und sich nirgendwo in Sri Lan-
ka aufhalten könne, ersuche er um Asyl. 

Die  schweizerische  Botschaft  forderte  den  Beschwerdeführer  unter 
Fristansetzung auf, seine Vorbringen schriftlich und detailliert vorzutra-
gen, insbesondere unter dem Gesichtspunkt von explizit aufgelisteten 
Fragen respektive Fragekomplexen (Ziff. 1 bis 4). Ferner seien allfällige 
weitere, seinen Fall betreffende Beweismittel sowie Kopien von Identi-
tätspapieren einzureichen. 

Der  Beschwerdeführer  präzisierte  gegenüber  der  schweizerischen 
Botschaft  am 20. Dezember  2007  seine  Vorbringen. Zudem legte  er 
– nebst  verschiedenen bereits  im Rahmen seines Gesuchs in  Kopie 
eingereichter  Unterlagen  –  weitere  seine  Angelegenheit  betreffende 
Beweismittel  in Kopie bei (u.a. Pass, Geburtsurkunde, Polizeirapport, 
diverse Zeitungsartikel).

A.b Mit Verfügung vom 6. Mai 2008 wies das BFM das Einreise- und 
Asylgesuch ab. Im Wesentlichen stützte es seinen Entscheid auf eine 
fehlende,  einreise-  und  asylrelevante  Gefährdungssituation  des  Be-
schwerdeführers  in  seinem Heimatland durch  Übergriffe  Dritter. Auf-
grund der Dokumentation der geltend gemachten Vorkommnisse und 

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den schriftlichen Ausführungen sei der Sachverhalt als erstellt zu be-
trachten. Auch ergäben sich keine Anhaltspunkte dafür,  dass es seit 
dem Schreiben vom 20. Dezember 2007 zu konkreten Übergriffen sei-
tens  Dritter  gekommen  wäre.  Ebenfalls  seien  seit  diesem Zeitpunkt 
keine weiteren Eingaben erfolgt. Auf eine Anhörung durch die schwei-
zerische Botschaft könne daher verzichtet werden.

A.c Mit  Urteil  vom 6. Februar 2009 hiess das Bundesverwaltungsge-
richt die mit  Eingaben vom 18. Juli  und 6. August 2008 (u.a. Kopien 
von  bereits  eingereichten  Beweismitteln)  ergänzte  Beschwerde  vom 
30. Juni 2008 gut,  hob die Verfügung des BFM vom 6. Mai 2008 auf 
und wies das BFM an, den rechtserheblichen Sachverhalt vollständig 
festzustellen und in der Sache neu zu entscheiden. Zur Begründung 
wurde zusammenfassend ausgeführt,  die Vorinstanz habe in der ge-
wählten  Vorgehensweise  – ungeachtet  der  Nichtanhörung  des  Be-
schwerdeführers  beziehungsweise  ungeachtet  der  Frage,  ob  die 
Schriftlichkeit des Asylgesuchs mit der Aufforderung eines individuali-
sierten Schreibens zur näheren schriftlichen Erläuterung des Asylge-
suchs vorliegend den Anforderungen an die Rechtsprechung genügt 
hätte und der Sachverhalt als erstellt hätte erachtet werden können – 
den Anspruch des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör zum sich 
abzeichnenden negativen Entscheid verletzt. Da eine Heilung dieses 
Verfahrensmangels  im Rahmen des Beschwerdeverfahrens nicht  an-
gezeigt sei,  sei  der angefochtene Entscheid aufzuheben und die Sa-
che an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

B.
Im Rahmen des rechtlichen Gehörs wurde der Beschwerdeführer mit 
Schreiben des BFM vom 11. Februar 2009 unter Fristansetzung ange-
fragt, ob er sämtliche entscheidrelevanten Dokumente in seiner Ange-
legenheit eingereicht habe oder ob diesbezüglich eine Anhörung durch 
die  schweizerische  Botschaft  notwendig  sei.  Falls  keine  Anhörung 
durchgeführt werde, habe er darzutun, inwiefern ihm ein Nachteil  er-
wachse. Ferner wurde er aufgefordert,  sämtliche neuen Vorfälle dem 
BFM beweiskräftig mitzuteilen. Im Unterlassungsfall sei davon auszu-
gehen, dass die bisherigen Vorbringen als genügend für eine endgülti-
ge Entscheidung zu erachten seien.

C.
Mit Eingabe vom 5. März 2009 an die schweizerische Botschaft in Co-
lombo, wiederholte der Beschwerdeführer im Wesentlichen den bereits 
geltend gemachten Sachverhalt und ergänzte unter anderem, dass bei 

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einer  Anhörung "my true position"  beziehungsweise der  Umfang der 
Bedrohung, der  er  ausgesetzt  sei,  besser  zum Ausdruck gekommen 
wäre. Ferner sei seine Mutter verschiedentlich von Unbekannten unter 
Drohungen aufgefordert  worden, seinen Aufenthaltsort  preiszugeben. 
Im Weiteren fanden erneut Kopien von bereits früher eingereichten Be-
weismitteln Eingang in die Akten (Bst. A. und C).

D.
Mit  Verfügung vom 26. März  2009 wies  das BFM das Einreise-  und 
Asylgesuch ab. Im Wesentlichen stützte es seinen Entscheid wiederum 
auf  eine  fehlende,  einreise-  und  asylrelevante  Gefährdungssituation 
des Beschwerdeführers in seinem Heimatland. Weiter  wurde zur Be-
gründung ausgeführt, dass vorab lediglich auf einige Ungereimtheiten 
in dessen Akten hinzuweisen sei (Drohungen seitens der Sicherheits-
behörden bloss gemäss Beschwerde vom 30. Juni 2008; unrealistisch 
geschilderte  Suche  nach  ihm  durch  Angehörige  der  LTTE  gemäss 
Schreiben vom 5. März 2009; keine Einreichung von Beweismitteln im 
Zusammenhang mit den geltend gemachten Vorfällen seit Ende 2007). 
Sodann seien  den Akten keine glaubhaft  dargelegten Anhaltspunkte 
dafür zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer seitens der heimat-
lichen  Behörden  ernsthafte  Nachteile  erlitten  habe  oder  ihm  solche 
drohen würden. Auch sei  den Akten nicht zu entnehmen, wonach er 
sich vergeblich um Schutz beim srilankischen Staat vor den Bedrohun-
gen und Verfolgungen seitens der LTTE bemüht hätte respektive adä-
quate Massnahmen nicht erfolgt wären. Trotz der zurzeit in Sri Lanka 
herrschenden misslichen Situation könne im Süden und Westen des 
Landes allerdings nicht von einer Situation allgemeiner Gewalt gespro-
chen  werden,  weshalb  von  einer  generellen  Unzumutbarkeit  einer 
Wohnsitznahme in diesen Gebieten nicht die Rede sein könne. Gegen 
das  Vorliegen  einer  aktuellen  Verfolgungsgefahr  spreche  sein  stets 
gleicher Aufenthaltsort in der Region Batticaloa, seine Verheiratung im 
August 2008 und die Wohnsitznahme bei der Ehefrau. Ferner handle 
es sich bei den geltend gemachten Behelligungen um lokal oder regio-
nal  beschränkte Nachteile, denen er sich durch geeignete Wohnsitz-
verlegung  entziehen  könne.  Die  eingereichten  Dokumente  würden 
auch nichts ändern, stützten sich diese doch lediglich auf Vorbringen, 
deren Glaubhaftigkeit nicht in Frage gestellt worden seien.
Aufgrund  der  Dokumentation  der  geltend  gemachten  Vorkommnisse 
und den schriftlichen Ausführungen sei der Sachverhalt als erstellt zu 
betrachten. Den Ausführungen im Rahmen des rechtlichen Gehörs zu 
einem allfälligen negativen Entscheid ohne vorgängige Anhörung sei-

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en keine Anhaltspunkte dafür zu entnehmen, dass dem Beschwerde-
führer durch das Ausbleiben einer Anhörung Nachteile erwachsen wä-
ren. Im vorliegenden Fall könne daher auf eine persönliche Anhörung 
durch die schweizerische Botschaft verzichtet werden. Zusammenfas-
send sei festzustellen, dass der Beschwerdeführer nicht schutzbedürf-
tig im Sinne des Asylgesetzes sei, weshalb das Asylgesuch abzuleh-
nen und die Einreise in die Schweiz nicht zu bewilligen sei.

Die schweizerische Botschaft in Colombo teilte dem BFM am 28.  Au-
gust 2009 mit, die Verfügung vom 26. März 2009 sei dem Beschwerde-
führer am 20. April 2009 eröffnet worden.

E.
Mit in Englisch verfasster Beschwerde vom 7. Mai 2009 beantragte der 
Beschwerdeführer  beim  Bundesverwaltungsgericht  sinngemäss  die 
Aufhebung der angefochtenen Verfügung. Zur Begründung wiederholte 
er grundsätzlich den bereits geltend gemachten Sachverhalt und führ-
te unter anderem aus, im Falle einer Anhörung wären seine Vorbringen 
klar verstanden worden. 

F.
Die schweizerischen Botschaft in Colombo übermittelte dem Bundes-
verwaltungsgericht  am  27. Mai  2009  ein  Bestätigungsschreiben  der 
Schwägerin des Beschwerdeführers vom 11. Mai 2009.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Ju-
ni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach  Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember 1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG, 
SR 172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und 
ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das 
Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im  Sinne  von  Art.  32  VGG  liegt 
nicht  vor. Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die 
Beurteilung  der  vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  auf  dem 
Gebiet  des  Asyls  endgültig  (Art. 105  des  Asylgesetzes  vom 26. Ju-
ni 1998 [AsylG, SR 142.31];  Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichts-
gesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

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1.2 Die Beschwerde ist nicht in einer Amtssprache des Bundes abge-
fasst. Auf die Ansetzung einer Frist zur entsprechenden Beschwerde-
verbesserung im Sinne von Art. 52 VwVG kann jedoch aus prozess-
ökonomischen Gründen verzichtet  werden,  da  die  englischsprachige 
Beschwerdeeingabe verständlich  ist,  so dass ohne weiteres  darüber 
befunden werden kann. Der vorliegende Entscheid ergeht indessen in 
deutscher Sprache (Art. 33a Abs. 2 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG) 

1.3 Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilge-
nommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und 
hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungswei-
se Änderung; er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert. 
Auf die frist- und grundsätzlich – abgesehen vom sprachlichen Mangel 
– formgerecht eingereichte Beschwerde ist somit einzutreten (Art. 108 
Abs. 1 AsylG sowie Art. 105 AsylG i.V.m. 37 VGG und Art.  48 Abs. 1 
und Art. 52 VwVG).

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.
Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durch-
führung des Schriftenwechsels verzichtet.

4.
4.1 Ein Asylgesuch kann gemäss Art. 19 AsylG im Ausland bei einer 
schweizerischen Vertretung gestellt  werden, die es mit einem Bericht 
an das Bundesamt überweist (Art. 20 Abs. 1 AsylG). Hinsichtlich des 
Verfahrens  bei  der  schweizerischen  Vertretung  im  Ausland  sieht 
Art. 10 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 über Verfahrensfra-
gen (AsylV 1, SR 142.311) vor, dass diese mit der asylsuchenden Per-
son in der Regel eine Befragung durchführt  (Art. 10 Abs. 1 AsylV 1). 
Ist dies nicht möglich, so wird die asylsuchende Person von der Vertre-
tung  aufgefordert,  ihre  Asylgründe  schriftlich  festzuhalten  (Art.  10 
Abs. 2 AsylV 1). Das Bundesverwaltungsgericht hat in Auslegung die-
ser Bestimmungen in BVGE 2007/30 erkannt,  dass sich die Unmög-
lichkeit einer Befragung aus organisatorischen oder kapazitätsmässi-
gen Gründen bei der jeweiligen Vertretung, aus faktischen Hindernis-
sen im betreffenden Land oder aus bei der asylsuchenden Person lie -
genden persönlichen Gründen ergeben kann (vgl. BVGE a.a.O. E. 5.2 

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und 5.3). Da die Anhörung der Sachverhaltserstellung sowie der Ge-
währung des rechtlichen Gehörs dient (vgl. BVGE a.a.O. E. 5.5), ist die 
asylsuchende  Person  bei  gegebener  Unmöglichkeit  einer  Anhörung 
unter  Hinweis  auf  ihre  Mitwirkungspflicht  in  einem  individualisierten 
Schreiben  mittels  konkreter  Fragen  aufzufordern,  ihre  Asylgründe 
schriftlich festzuhalten; ein standardisiertes Schreiben vermag diesen 
Anforderungen  damit  in  aller  Regel  nicht  zu  genügen  (vgl.  BVGE 
a.a.O. E. 5.4). Allerdings kann sich eine Befragung beziehungsweise 
eine schriftliche Sachverhaltsabklärung erübrigen, wenn der Sachver-
halt bereits aufgrund des eingereichten Asylgesuchs als entscheidreif 
erstellt erscheint; der asylsuchenden Person ist aber diesfalls immer-
hin im Sinne des rechtlichen Gehörs die Gelegenheit zu geben, sich 
zu einem abzusehenden negativen Entscheid zumindest schriftlich zu 
äussern (vgl. BVGE a.a.O. E. 5.7). Schliesslich ist das Bundesamt in 
jedem Fall gehalten, das Absehen von einer Befragung in der Verfü-
gung über das Asylgesuch zu begründen (vgl. BVGE a.a.O. E. 5.6 so-
wie 5.7).

4.2 Im vorliegenden Fall wurde der Beschwerdeführer von der schwei-
zerischen Botschaft in Colombo zu seinem Asylgesuch vom 5. Dezem-
ber 2007 (Eingang Botschaft: 10. Dezember 2007) nicht angehört. In-
des  wurde er  nach dem Kassationsurteil  vom 6. Februar  2009 (vgl. 
Bst. C hiervor) im Rahmen des rechtlichen Gehörs mittels Schreiben 
vom 11. Februar 2009 zur weiteren Konkretisierung seiner Asylgründe 
aufgefordert (vgl. Bst. D hiervor). In Verbindung mit den bereits anläss-
lich des vorangegangenen Verfahrens (vgl. Bst. A Abschnitt 3 hiervor) 
enthaltenen Fragestellungen konnte das BFM letztlich ohne weiteres 
davon ausgehen, dass sämtliche für die Beurteilung des Asylgesuches 
aus dem Ausland notwendigen Aspekte abgedeckt waren, namentlich 
die genauen Personalien der asylsuchenden Person, die detaillierten 
Asylvorbringen,  die  unternommenen  Massnahmen  zur  Schutzsuche 
oder die Möglichkeit einer innerstaatlichen Fluchtalternative. Der  Be-
schwerdeführer hat die ihm gestellten Fragen jeweils  ausführlich be-
antwortet und seine Angaben aufforderungsgemäss mit entsprechen-
den Beweismitteln unterlegt. Dabei ist festzustellen, dass sich der Be-
schwerdeführer  in  sämtlichen Eingaben (5. und 20. Dezember  2007, 
6. August  2008, 5. März 2009) grundsätzlich auf  den gleichen Sach-
verhalt berief und diesen mit stets den gleichen Beweismitteln unter-
mauerte. Bei  dieser  Sachlage ist  festzuhalten,  dass im vorliegenden 
Verfahren dem Anspruch des Beschwerdeführers auf Gewährung des 
rechtlichen Gehörs Rechnung getragen und der entscheidwesentliche 

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Sachverhalt in genügender Weise und umfassend abgeklärt wurde.

4.3 Die  Vorinstanz  hat  sodann  in  der  angefochtenen  Verfügung  be-
gründet, weshalb auf eine persönliche Anhörung verzichtet wurde. Da-
mit ist sie ihrer diesbezüglichen Begründungspflicht nachgekommen.

5.
5.1 Das Bundesamt kann ein im Ausland gestelltes Asylgesuch ableh-
nen,  wenn  die  asylsuchenden  Personen  keine  Verfolgung  glaubhaft 
machen können oder ihnen die Aufnahme in einem Drittstaat zugemu-
tet werden kann. Glaubhaft machen heisst, wenn die Behörde ihr Vor-
handensein  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält. 
Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punk-
ten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-
chen  nicht  entsprechen  oder  massgeblich  auf  gefälschte  oder  ver-
fälschte Beweismittel abgestützt werden (vgl. Art. 3, Art. 7 und Art.  52 
Abs. 2 AsylG).

5.2 Gemäss Art. 20 Abs. 2 AsylG bewilligt  das BFM Asylsuchenden 
die Einreise zur Abklärung des Sachverhaltes, wenn ihnen nicht zuge-
mutet  werden  kann,  im  Wohnsitz-  oder  Aufenthaltsstaat  zu  bleiben 
oder  in  ein  anderes  Land  auszureisen.  Gestützt  auf  Art.  20  Abs.  3 
AsylG  kann  das  eidgenössische  Justiz-  und  Polizeidepartement 
(EJPD) schweizerische Vertretungen ermächtigen, Asylsuchenden die 
Einreise zu bewilligen, die glaubhaft machen, dass eine unmittelbare 
Gefahr für Leib und Leben oder für die Freiheit aus einem Grund nach 
Art. 3 Abs. 1 AsylG bestehe.

5.3 Bei  diesem Entscheid  gelten restriktive  Voraussetzungen  für  die 
Erteilung einer Einreisebewilligung, wobei den Behörden ein weiter Er-
messensspielraum zukommt. Neben der erforderlichen Gefährdung im 
Sinne  von  Art.  3  AsylG  sind  namentlich  die  Beziehungsnähe  zur 
Schweiz, die Möglichkeit  der Schutzgewährung durch einen anderen 
Staat,  die Beziehungsnähe zu anderen Staaten, die praktische Mög-
lichkeit und objektive Zumutbarkeit zur anderweitigen Schutzsuche so-
wie  die  voraussichtlichen  Eingliederungs-  und  Assimilationsmöglich-
keiten in Betracht zu ziehen (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der 
Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 1997 Nr. 15 E. 2.e-g 
S. 131 ff.; die dort  akzentuierte Praxis hat nach bloss redaktionellen 
Änderungen bei  der  letzten Totalrevision des Asylgesetzes nach wie 
vor Gültigkeit).

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6.
Mit der Vorinstanz ist festzuhalten, dass die Vorbringen des Beschwer-
deführers weder einreise- noch asylrelevant sind. Die Ermordung des 
"cousin brother", eines Hindu-Priesters, am 7. Februar 2007 wird nicht 
in Abrede gestellt. Den in diesem Zusammenhang eingereichten Be-
weismitteln ist daher – wie das BFM zutreffend festhielt – keine weite-
re Bedeutung beizumessen. Hingegen vermag die vom Beschwerde-
führer daraus abgeleitete Verfolgungssituation nicht zu überzeugen. So 
ist zunächst zu erwähnen, dass die dem Beschwerdeführer vom BFM 
in der angefochtenen Verfügung (II/1, S. 3) bloss so nebenbei vorge-
worfenen  Unglaubhaftigkeitselemente  einer  Überprüfung  durch  das 
Bundesverwaltungsgericht  standhalten.  Hinsichtlich  der  unrealisti-
schen Schilderungen des Beschwerdeführers zur geltend gemachten 
intensiven Suche nach ihm durch Angehörige der  LTTE ist  lediglich 
noch  ergänzend  festzuhalten,  dass  am  19. Mai  2009  der  seit  1983 
herrschende Bürgerkrieg zwischen tamilischen Separatisten, vor allem 
der LTTE auf der einen und dem srilankischen Militär sowie diversen 
paramilitärischen singhalesischen und tamilischen Anti-LTTE-Einheiten 
auf  der anderen Seite,  nach dem endgültigen militärischen Sieg der 
srilankischen Armee und dem Tod Velupillai  Prabhakarans sowie der 
gesamten Führungselite der LTTE von Mahinda Rajapaksa, dem Prä-
sidenten Sri Lankas, offiziell für beendet erklärt worden ist. Vor diesem 
Hintergrund erweisen sich die vom Beschwerdeführer geäusserten Be-
fürchtungen, allfälligen Verfolgungen durch Leute der LTTE zum heuti-
gen Zeitpunkt ausgesetzt zu sein, als äusserst unwahrscheinlich wenn 
nicht gar ausgeschlossen.

Nicht unerwähnt bleiben kann sodann, dass der Beschwerdeführer in 
sämtlichen seine Angelegenheit  betreffenden Eingaben  stets  unsub-
stanziiert blieb. Konkret, gezielt gegen ihn gerichtete nachteilige Mass-
nahmen seitens seiner angeblichen Verfolger (LTTE und andere Grup-
pierungen) vermochte er  nicht  darzutun. Seine diesbezüglichen Aus-
führungen fördern keine näheren Hinweise oder Aufschlüsse für eine 
(asyl-) beachtliche Bedrohungssituation zu Tage. Die zum Teil mutmas-
senden nicht näher belegten Behauptungen gehen letztlich nicht über 
Allgemeinplätze hinaus. Die  ihm Rahmen des rechtlichen  Gehörs  in 
der Eingabe vom 5. März 2009 aufgelisteten vier Daten, an denen sei -
ne Mutter von Unbekannten ("unidentiified men") zu Hause aufgesucht 
und  bedroht  worden  sein  soll,  um  seinen  (des  Beschwerdeführers) 
Aufenthaltsort preiszugeben, ist ebenfalls nicht geeignet, die behaup-
tete Gefährdungssituation plausibler erscheinen zu lassen. Insbeson-

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dere in Berücksichtigung der Umstände, wonach der Beschwerdefüh-
rer die Adresse seiner Mutter stets als Kontaktadresse verwendet ha-
ben will (schriftliches Asylgesuch vom 5. Dezember 2007), mithin sein 
Aufenthaltsort stets in seiner Herkunftsregion war und er sich in dieser 
Zeit  gar  verheiraten  konnte,  ohne  dass  ihm  irgendwelche  Nachteile 
seitens  seiner  Verfolger  widerfahren  wären,  lässt  eine  akute  Bedro-
hungssituation  als  überwiegend  unwahrscheinlich  erscheinen  bezie-
hungsweise spricht gegen die behauptete Flüchtlingseigenschaft (vgl. 
auch angefochtene Verfügung II/1, S. 4). 

Angesichts der durchwegs unsubstanziierten und damit unglaubhaften 
Schilderungen des Beschwerdeführers  in  seinen diversen Eingaben, 
insbesondere aber aufgrund der Beschwerde vom 7. Mai 2009, in wel-
cher sich der Beschwerdeführer mit den vorinstanzlichen Erwägungen 
in  keiner  Weise  auseinandersetzt,  erübrigen  sich  weitere  Erörterun-
gen.

7.
Zusammenfassend ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer keine 
Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG glaubhaft machen konnte. Das 
BFM hat demnach zu Recht die Einreise in die Schweiz nicht bewilligt 
und das Asylgesuch abgelehnt.

8.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und vollständig feststellt und angemessen ist (Art.  106 AsylG). Die Be-
schwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

9.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten grundsätzlich 
dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Aus ver-
waltungsökonomischen  Gründen  sowie  in  Anwendung  von  Art. 63 
Abs. 1  in  fine  VwVG und  Art.  2  und  6  Bst. b  des  Reglements  vom 
21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-
desverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) ist vorliegend jedoch auf 
die Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten.

(Dispositiv nächste Seite)

Seite 10

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer durch Vermittlung der schweizerischen Bot-
schaft in Colombo (per EDA-Kurier)

- die schweizerische Botschaft in Colombo (Ref.-Nr. [...]), mit der Bitte 
um  Eröffnung  des  Urteils  an  den  Beschwerdeführer  und  um 
Zustellung der beiliegenden Empfangsbestätigung an das Bundes-
verwaltungsgericht (per EDA-Kurier; in Kopie)

- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N [...]  (per 
Kurier; in Kopie)

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Daniel Schmid Alfred Weber

Versand: 

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