# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 80981cb7-9a50-5575-8268-cf479b5785d1
**Source:** Glarus (GL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-03-24
**Language:** de
**Title:** Glarus Verwaltungsgericht 24.03.2022 VG.2021.00074 (VG.2022.1133)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GL_Omni/GL_VG_001_VG-2021-00074_2022-03-24.html

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GLARUS

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Urteil vom 24. März 2022

  
	
   

  
	
   

  
	
  I. Kammer

  
	
   

  
	
   

  
	
  Besetzung: Gerichtspräsident
  MLaw Colin Braun, Verwaltungsrichter Ernst Luchsinger, Verwaltungsrichterin
  Jolanda Hager und Gerichtsschreiberin MLaw Paula Brändli

  
	
   

  
	
   

  
	
  in Sachen

  
	
  VG.2021.00074

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    Glarner Heimatschutz

    	
    Beschwerdeführer

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  gegen

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    A.______GmbH

    	
    Beschwerdegegner

    

  

  
	
   

  
	
  	
    vertreten durch lic.
    iur. Werner Marti, Rechtsanwalt,

    

  

  
	
   

  
	
  	
    2.

    	
    Gemeinde Glarus Nord

    	
     

    

  

  
	
   

  
	
  	
    3.

    	
    Departement Bau und Umwelt des Kantons
    Glarus

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
  betreffend

  
	
   

  
	
   

  
	
  Baubewilligung

  
	
   

  
	
  Die Kammer zieht in Erwägung:

  
	
  I.

  
	
  1.

  
	
  Am 26. November 2019
  reichte die A.______GmbH als Bauherrin und Projektverfasserin bei der
  Gemeinde Glarus Nord ein Gesuch für den Neubau eines Mehrfamilienhauses auf
  der im Eigentum der B.______AG stehenden Parz.-Nr. 01, Grundbuch […],
  ein. Das Bauvorhaben wurde erstmals im Amtsblatt
  vom […] publiziert. Wegen einer Projektänderung erfolgte eine zweite
  Publikation am […]. Gegen das Bauvorhaben erhob unter anderem der Glarner
  Heimatschutz am 24. Dezember 2019 Einsprache. Am 29. April 2020
  erteilte die Gemeinde Glarus Nord die Baubewilligung unter Auflagen und wies
  die dagegen erhobenen Einsprachen ab.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  Dagegen erhob der Glarner
  Heimatschutz am 29. Mai 2020 Beschwerde beim DBU und beantragte die
  Aufhebung der Baubewilligung. Das DBU trat am 16. August 2021 nicht auf
  die Beschwerde ein, weil der Glarner Heimatschutz nicht zur Beschwerde
  legitimiert sei (Disp.-Ziff. 1). Es auferlegte ihm die amtlichen Kosten
  des Beschwerdeverfahrens in der Höhe von Fr. 1'000.-
  (Disp.-Ziff. 2) und verpflichtete ihn, der A.______GmbH innert
  30 Tagen ab Rechtskraft des Entscheids eine Parteientschädigung in der
  Höhe von Fr. 1'260.- (inklusive Mehrwertsteuer und Auslagen) zu bezahlen
  (Disp.-Ziff. 3).

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  3.1 In der Folge gelangte der Glarner Heimatschutz mit
  Beschwerde vom 13. September 2021 ans Verwaltungsgericht und beantragte
  die Aufhebung des Entscheids des DBU vom 16. August 2021. Das DBU sei
  anzuweisen, die gegen den Baubewilligungsentscheid der Gemeinde Glarus Nord
  vom 29. April 2020 eingereichte Verwaltungsbeschwerde materiell zu
  behandeln; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen.

  
	
   

  
	
  3.2 Die A.______GmbH schloss am 13. Oktober 2021 auf Abweisung
  der Beschwerde; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des
  Glarner Heimatschutzes für das Verwaltungsbeschwerde- sowie das
  Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren. Das DBU liess sich am 20. Oktober
  2021 vernehmen und beantragte die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf
  einzutreten sei; unter Kostenfolge. Die Gemeinde Glarus Nord schloss am
  3. November 2021 ebenfalls auf Abweisung der Beschwerde; unter Kosten-
  und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Glarner Heimatschutzes.

  
	
   

  
	
  3.3 Am 25. November 2021 reichte der Glarner
  Heimatschutz unaufgefordert eine Stellungnahme ein, wobei er an seinen
  Anträgen festhielt. Während die A.______GmbH mit Eingabe vom 2. Dezember 2021
  ebenfalls an ihren Anträgen festhielt, erklärten das DBU und die Gemeinde
  Glarus Nord am 29. November 2021 bzw. am 13. Dezember 2021 Verzicht auf
  eine erneute Vernehmlassung.

  
	
   

  
	
  II.

  
	
  1.

  
	
  1.1 Das Verwaltungsgericht ist gemäss Art. 79 Abs. 1 des
  Raumentwicklungs- und Baugesetzes vom 2. Mai 2010 (RBG) i.V.m. Art. 105 Abs.
  1 lit. b des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 4. Mai 1986 (VRG)
  zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig.

  
	
   

  
	
  1.2 Angefochten ist ein Nichteintretensentscheid. Der
  Beschwerdeführer als Adressat, auf dessen Eingabe nicht eingetreten wurde,
  ist grundsätzlich legitimiert, den Nichteintretensentscheid anzufechten.
  Streitgegenstand kann indessen nur die Frage sein, ob der
  Beschwerdegegner 3 zu Recht auf die Eingabe des Beschwerdeführers nicht
  eingetreten ist (vgl. Martin Bertschi, in Alain Griffel [Hrsg.],
  Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich, 3. A.,
  Zürich/Basel/Genf 2014, § 19a N. 14).

  
	
   

  
	
  1.3 Da auch die übrigen Prozessvoraussetzungen erfüllt
  sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  2.1 Der Beschwerdeführer rügt, der
  Beschwerdegegner 3 habe sich bei der Beurteilung der
  Beschwerdelegitimation nur ansatzweise mit einer grammatikalischen und vor
  allem historischen Auslegung von Art. 5 des kantonalen Gesetzes über den
  Natur- und Heimatschutz vom 2. Mai 1971 (kNHG) begnügt, was unzureichend
  sei. Die historische Auslegung beruhe lediglich auf Annahmen und bei der
  grammatikalischen Auslegung werde einzig auf das in Art. 5 kNHG
  enthaltene Wort "auch" abgestellt. Demgegenüber würden das
  teleologische und systematische Element gänzlich ausgeblendet. Insgesamt
  führe die Auslegung des Beschwerdegegners 3 im Ergebnis dazu, dass
  Art. 5 kNHG als obsolet betrachtet werden müsste, was nicht angehen
  könne. In historischer Hinsicht weise kein Beleg in den Gesetzesmaterialien
  darauf hin, dass der Gesetzgeber sein Beschwerderecht auf die Erfüllung von
  Bundesaufgaben habe beschränken wollen. Entsprechendes gehe auch nicht aus
  dem Wortlaut von Art. 5 kNHG hervor. Wäre dies gewollt, so hätte
  der Gesetzgeber dies entweder in der betroffenen Bestimmung selbst oder in
  den Gesetzesmaterialien festgehalten. Ferner sei im Rahmen der teleologischen
  Auslegung darauf hinzuweisen, dass Art. 5 kNHG bezwecke, die
  Verschandelung der Landschaft und die Zerstörung von Kulturgütern zu
  erschweren. Dabei sei das streitbetroffene Beschwerderecht die einzige
  Möglichkeit, um gewisse Minimalbaustandards bei der baulichen Entwicklung zu
  sichern. Im Übrigen sei kein Fall der kommunalen und kantonalen Behörden oder
  des Verwaltungsgerichts bekannt, in welchem die Beschwerdebefugnis verneint
  oder auf Bundesaufgaben beschränkt worden sei. Schliesslich sei es bei seinem
  Vorgehen einzig darum gegangen, die Verschandelung des […] zu verhindern,
  wobei die Einhaltung der guten Gesamtwirkung des Bauprojekts erheblichen Einfluss
  darauf habe. Insgesamt erfasse Art. 5 kNHG den gesamten
  Anwendungsbereich des kNHG und somit auch den Natur- und Heimatschutz bei der
  kantonalen Aufgabenerfüllung. Eine Beschränkung auf die Bundesaufgaben
  beziehe sich indessen einzig auf Art. 12 des Bundesgesetzes über den
  Natur- und Heimatschutz vom 1. Juli 1966 (NHG).

  
	
   

  
	
  2.2 Die Beschwerdegegnerin 1 stellt sich auf den
  Standpunkt, der Beschwerdeführer habe einzig eine Verletzung von kantonalem
  Baurecht, nicht aber einer Bestimmung des Natur- und Heimatschutzes gerügt.
  Sein Vorgehen ziele auf ein generelles Einspracherecht in baurechtlichen
  Angelegenheiten ab, welches gesetzlich nicht vorgesehen sei. Es handle sich
  beim Beschwerdeführer um keine Oberbaubehörde oder Oberkontrollinstanz und
  das Verbandsbeschwerderecht stehe einzig dann offen, wenn eine Bundesaufgabe
  im Sinne von Art. 78 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen
  Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV) oder Art. 2 NHG betroffen sei,
  wobei sich die angefochtene Verfügung zusätzlich auf hinreichend
  detailliertes und direkt anwendbares Bundesrecht stützen müsse. Diese
  Voraussetzungen seien vorliegend nicht erfüllt und würden vom
  Beschwerdeführer weder dargetan noch bewiesen. Sodann gehe Art. 5 kNHG
  nicht über Art. 12 NHG hinaus, was der Beschwerdegegner 3 im Rahmen
  seiner Auslegung zu Recht erkannt habe. Diese lasse einzig den Schluss zu,
  dass Art. 5 kNHG die Beschwerdelegitimation im Sinne von Art. 12
  NHG auf kantonale Sektionen schweizerischer Vereinigungen erweitere, nicht
  aber ein generelles Beschwerderecht statuiere. Gegenteiliges wäre widersinnig
  und es wäre nicht einzusehen, weshalb ein solch generelles Beschwerderecht
  nur im Baurecht, nicht aber in weiteren Rechtsgebieten zugestanden würde.
  Ferner sei eine Klärung des Anwendungsbereichs von Art. 5 kNHG noch
  nicht notwendig gewesen, nicht zuletzt, weil sich der Beschwerdeführer bis
  anhin auf die ihm zugewiesenen Aufgaben, namentlich die Interessen des Natur-
  und Heimatschutzes zu vertreten, konzentriert habe.

  
	
   

  
	
  2.3 Die Beschwerdegegnerin 2 führt aus, sie habe im
  Einspracheverfahren keine Prüfung der Legitimationsvoraussetzungen
  vorgenommen, sondern die Einsprache des Beschwerdeführers nach baurechtlichen
  Gesetzesvorgaben beantwortet. Der Beschwerdegegner 3 habe diese Prüfung nun
  eingehend und rechtsgenüglich vorgenommen. Das entsprechende Ergebnis werde
  bei künftigen Bauverfahren berücksichtigt.

  
	
   

  
	
  2.4 Der Beschwerdegegner 3 bringt vor, entgegen der
  Ansicht des Beschwerdeführers sei er auf den Zweck von Art. 5 kNHG und
  auf dessen systematische Stellung eingegangen. Er sei nicht nur gestützt auf
  das Wort "auch" zu seinem Auslegungsergebnis gelangt. Vielmehr sei
  der Wortlaut der Bestimmung Ausgangspunkt und weitere Auslegungselemente
  ausschlaggebend gewesen. Der Gesetzgeber habe die kantonale Gesetzgebung
  lediglich an das Bundesrecht anlehnen und nicht über dieses hinausgehen
  wollen. Daran ändere im Übrigen nichts, dass die kantonale Bestimmung durch
  das Inkrafttreten von Art. 12 Abs. 5 NHG an Bedeutung verloren habe und führe
  nicht dazu, dass dessen Tragweite nun weiter gefasst werden dürfe. Im
  Ergebnis sei in Art. 5 kNHG lediglich eine Erweiterung des
  Beschwerderechts auf kantonale Sektionen zu sehen und nicht eine Ausweitung
  der möglichen Anfechtungsobjekte. Bestünde demgegenüber das vom
  Beschwerdeführer anbegehrte Beschwerderecht bei sämtlichen Bauvorhaben, so
  wäre fraglich, weshalb dieses nicht auch gesamtschweizerischen Verbänden
  zukommen würde. Ferner könne der Beschwerdeführer aus der bisherigen
  kantonalen Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtspraxis nichts zu seinen
  Gunsten ableiten.

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  Verbände und andere
  juristische Personen des Privatrechts sind nach den allgemeinen Regeln
  beschwerdebefugt, soweit sie Adressaten oder Drittbetroffene einer
  angefochtenen Verfügung oder eines Entscheids sind (Ulrich Häfelin/Georg
  Müller/Felix Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 8. A.,
  Zürich/St. Gallen 2020, Rz. 1149 ff.). Ideelle Organisationen wie
  beispielsweise Umwelt-, Natur- und Heimatschutzverbände sind in bestimmten
  Fällen berechtigt, ein Rechtsmittel zu ergreifen, um die richtige Anwendung
  des objektiven Rechts durchzusetzen (ideelle Verbandsbeschwerde; Laura
  Bucher, in Jürg Bereuter/Jörg Frei/Werner Ritter [Hrsg.], Kommentar zum
  Planungs- und Baugesetz des Kantons St. Gallen, Basel 2020,
  Einleitung N. 75). Die ideelle Verbandsbeschwerde kommt allerdings nur
  zum Tragen, wo sie gesetzlich vorgesehen ist, und ihr Anwendungsbereich ist
  so weit bzw. so eng, wie ihn der Gesetzgeber ausgestaltet hat. Im Rahmen
  der ideellen Verbandsbeschwerde handelt eine juristische Person in eigenem
  Namen, aber zur Wahrung ideeller Interessen, wobei ihr ebenfalls
  Parteistellung zukommt. Das Beschwerderecht besteht abstrakt, ohne Nachweis
  eines Rechtsschutzinteresses (Alain Griffel, Das Verbandsbeschwerderecht im
  Brennpunkt zwischen Nutz- und Schutzinteressen, in URP 2006,
  S. 95 ff., 98). Dem kantonalen Verfahrensrecht lässt sich hierzu
  überdies entnehmen, dass zur Beschwerde andere Personen, Organisationen und
  Behörden legitimiert sind, sofern sie durch Gesetz hierzu ermächtigt sind
  (Art. 88 Abs. 1 lit. d VRG).

  
	
   

  
	
  4.

  
	
  4.1 Bundesrechtlich steht Organisationen, die sich dem
  Naturschutz, dem Heimatschutz, der Denkmalpflege oder verwandten Zielen
  widmen, das Beschwerderecht gegen Verfügungen der kantonalen Behörden oder
  der Bundesbehörden zu, wenn sie gesamtschweizerisch tätig sind und rein
  ideelle Zwecke verfolgen (Art. 12 Abs. 1 lit. b NHG). Das
  Beschwerderecht steht ihnen nur für Rügen in Rechtsbereichen zu, die seit
  mindestens zehn Jahren Gegenstand ihres statuarischen Zwecks bilden
  (Art. 12 Abs. 2 NHG). Der Bundesrat bezeichnet die zur Beschwerde
  berechtigten Organisationen (Art. 12 Abs. 3 NHG). Diese können ihre rechtlich
  selbständigen kantonalen und überkantonalen Unterorganisationen für deren
  örtliches Tätigkeitsgebiet generell zur Erhebung von Einsprachen und im
  Einzelfall zur Erhebung von Beschwerden ermächtigen (Art. 12 Abs. 5
  NHG).

  
	
   

  
	
  Die Verbandsbeschwerde
  nach Art. 12 NHG steht nur offen, soweit der angefochtene Entscheid die
  Erfüllung einer Bundesaufgabe im Sinne von Art. 78 Abs. 2 BV und Art. 2
  NHG betrifft. Voraussetzung hierfür ist insbesondere, dass sich die
  angefochtene Verfügung auf hinreichend detailliertes, direkt anwendbares
  Bundesrecht stützt. Weiter wird ein Bezug der Aufgabe zum Natur- und Heimatschutz
  verlangt, sei es, weil die bundesrechtliche Regelung (zumindest auch) dem
  Schutz von Natur, Landschaft oder Heimat dient, oder aber der
  bundesrechtliche Auftrag die Gefahr der Beeinträchtigung schützenswerter
  Natur, Ortsbilder oder Landschaften in sich birgt und deshalb die
  Rücksichtnahme auf die Anliegen des Natur- und Heimatschutzes sichergestellt
  werden muss (vgl. zum Ganzen: BGE 144 II 218 E. 3.1 f.;
  BGer-Urteil 1C_179/2015, 1C_180/2015 vom 11. Mai 2016 E. 2.2, mit
  Hinweisen).

  
	
   

  
	
  4.2 Der Beschwerdeführer setzt sich im vorliegenden Fall
  gegen ein Bauvorhaben innerhalb der Bauzone zur Wehr, wobei er in den
  vorinstanzlichen Verfahren vor der Beschwerdegegnerin 2 und dem
  Beschwerdegegner 3 hauptsächlich die unrichtige Anwendung von materiellem,
  kommunalem sowie kantonalem Baurecht rügte. Darin liegt offensichtlich keine
  Bundesaufgabe im Sinne von Art. 78 Abs. 2 BV und Art. 2 NHG,
  zumal im Bereich der Raumplanung grundsätzlich die Kantone zuständig sind und
  dem Bund lediglich eine Grundsatz-Gesetzgebungskompetenz zusteht
  (Art. 75 Abs. 1 BV). Wo sich das Bundesgesetz
  über die Raumplanung vom 22. Juni 1979 (RPG) auf Rahmenbestimmungen
  beschränkt, was etwa bei der Nutzungsplanung oder bei Bewilligungen von
  Bauten innerhalb der Bauzone der Fall ist, liegt regelmässig keine
  Bundesaufgabe i.S.v. Art. 2 NHG vor (vgl. BGE 139 II 271 E. 10.1).
  Dementsprechend ist vorliegend keine Bundesaufgabe betroffen, weshalb dem
  Beschwerdeführer gestützt auf Art. 12 NHG keine Beschwerdebefugnis
  zukommt. Zu prüfen bleibt indessen, ob er eine Beschwerdelegitimation aus dem
  kantonalen Recht ableiten kann.

  
	
   

  
	
  5.

  
	
  5.1 Gemäss Art. 5 kNHG steht, soweit gegen Verfügungen
  oder Erlasse von Behörden des Kantons oder der Gemeinden Rechtsmittel
  zulässig sind, das Beschwerderecht auch den kantonalen Sektionen
  schweizerischer Vereinigungen zu, die sich statutengemäss dem Natur- und
  Heimatschutz widmen. Während der Beschwerdeführer gestützt darauf eine
  Beschwerdelegitimation in der vorliegenden Streitsache ableiten will, sind
  die Beschwerdegegner der Ansicht, Art. 5 kNHG berechtige ihn nicht zur
  Rechtsmittelerhebung, da die Regelung gegenüber Art. 12 NHG lediglich den
  Adressatenkreis auf kantonale Sektionen schweizerischer Vereinigungen, nicht
  aber das Anfechtungsobjekt ausweite.

  
	
   

  
	
  5.2 Nach den üblichen Regeln der Gesetzesauslegung ist
  eine Bestimmung in erster Linie nach ihrem Wortlaut auszulegen. Ist der Text
  nicht ganz klar und sind verschiedene Auslegungen möglich, so muss nach
  seiner wahren Tragweite gesucht werden unter Berücksichtigung aller
  Auslegungselemente, namentlich von Sinn und Zweck sowie der dem Text
  zugrundeliegenden Wertung. Vom klaren, d.h. eindeutigen und
  unmissverständlichen Wortlaut darf nur ausnahmsweise abgewichen werden, unter
  anderem dann, wenn triftige Gründe dafür vorliegen, dass der Wortlaut nicht
  den wahren Sinn der Bestimmung wiedergibt. Solche Gründe können sich aus der
  Entstehungsgeschichte der Bestimmung, aus ihrem Grund und Zweck oder aus dem
  Zusammenhang mit anderen Vorschriften ergeben (BGE 141 V 674 E. 2.2, 139 V 148
  E. 5.1, je mit Hinweisen).

  
	
   

  
	
  5.2.1 Eine grammatikalische Auslegung von Art. 5 kNHG
  ergibt, dass das Beschwerderecht "auch" und damit
  "zusätzlich" zu weiteren Berechtigten den kantonalen Sektionen
  schweizerischer Vereinigungen zukommt. Aus dem Wort "auch" kann
  indessen nicht unbesehen darauf geschlossen werden, dass damit das
  Beschwerderecht gemäss Art. 12 NHG auch auf kantonale Sektionen
  gesamtschweizerischer Organisationen ausgeweitet wird. Vielmehr ist dieser
  Passus zusammen mit dem ersten Satzteil von Art. 5 kNHG zu sehen, wonach als
  mögliche Anfechtungsobjekte Verfügungen und Erlasse von kantonalen oder
  kommunalen Behörden in Frage kommen. Dementsprechend unterscheidet sich die
  kantonale Bestimmung von der bundesrechtlichen Regelung in einem wesentlichen
  Punkt. So sieht das Bundesrecht nämlich weder in der aktuellen noch in
  früheren Fassungen ein Beschwerderecht gegen kommunale Anordnungen vor. In
  diesem Lichte weist der Bundesrat in seiner Botschaft zum Entwurf eines
  Bundesgesetzes über den Natur- und Heimatschutz vom 12. November 1965
  (BBl 1965, III, 89 ff., 97) mit Blick auf das bundesrechtliche
  Beschwerderecht gesamtschweizerischer Organisationen denn auch darauf hin,
  dass sich die Rechtsschutzmittel nur ausnahmsweise auch gegen kantonale Entscheide
  richten könnten, nämlich dann, wenn die Kantone aufgrund gesetzlicher
  Delegation als blosse Vollzugsorgane des Bundes Aufgaben erfüllten, welche
  grundsätzlich in die Zuständigkeit des Bundes fallen würden. Aus dem Gesagten
  folgt, dass mit den weiteren Beschwerdeberechtigten, bzw. mit den "auch
  Legitimierten" gemäss Art. 5 kNHG nicht die schweizerischen
  Vereinigungen im Sinne von Art. 12 Abs. 1 lit. b NHG gemeint sein
  können, da diesen kein über Art. 12 Abs. 1 NHG hinausgehendes Beschwerderecht
  bzw. kein solches gegen kommunale Verfügungen und Erlasse zusteht.
  Vielmehr muss es sich bei diesen um weitere Parteien handeln, welche aufgrund
  eines rechtlich geschützten Interesses zur Erhebung eines Rechtmittels gegen
  kommunale sowie kantonale Verfügungen und Erlasse berechtigt sind. Ferner
  beschränkt Art. 5 kNHG das Beschwerderecht dem Wortlaut nach auf diejenigen
  Sektionen, welche sich gemäss ihren Statuten dem Natur- und Heimatschutz
  widmen. Dies impliziert einerseits, dass der zentrale Zweck dieser Organisation
  der Natur- und Heimatschutz sein muss. Andererseits deutet dies darauf hin,
  dass die Ausübung des Beschwerderechts in einem konkreten und sachlich engen
  Zusammenhang mit dem statuarischen Zweck stehen muss. Unbeantwortet lässt der
  Gesetzestext hingegen die Frage, ob das Beschwerderecht analog zu
  Art. 12 NHG lediglich auf die Erfüllung von Bundesaufgaben beschränkt
  ist, weshalb weitere Auslegungselemente heranzuziehen sind.

  
	
   

  
	
  5.2.2 Das historische Auslegungselement stützt sich auf
  die Materialien der Gesetzgebung. Dabei ist zunächst auf den Bericht des
  Regierungsrats an den Landrat vom 2. November 1970 hinzuweisen, wonach
  die kantonalen Organisationen für Natur- und Heimatschutz mit einem
  Beschwerderecht ein Wächteramt erhielten, das sie gleichsam stellvertretend
  für jeden einzelnen Bürger auszuüben hätten (vgl. dazu auch das Memorial
  zur Landsgemeinde 1971 S. 49). Dies erhellt, dass die betroffenen
  Institutionen ihr Beschwerderecht dann wahrnehmen können, wenn Interessen des
  Natur- und Heimatschutzes bedroht sind und dieser Bedrohung stellvertretend
  für die Bürger des Kantons Glarus begegnet werden muss. Überdies weist der
  Regierungsrat darauf hin, dass das geplante Gesetz die vom Bundesgesetz den
  Kantonen zum Entscheid überlassenen Bestimmungen enthalte, oder den Erlass
  solcher Bestimmungen auf dem Verordnungsweg ermögliche. Damit macht er
  deutlich, dass es sich beim kNHG um eine Ausführungsgesetzgebung handelt,
  wobei die Gesetzesvorlage lediglich eine Rahmenordnung sei, welche durch
  Vollziehungsbestimmungen zu ergänzen sei. Sodann ist der Bericht der
  landrätlichen Kommission an den Landrat vom 8. Januar 1971 zu erwähnen,
  worauf sich der Beschwerdegegner 3 im vorliegend angefochtenen Entscheid
  massgeblich abstützt. Darin wird darauf hingewiesen, dass der Bund den
  gesamtschweizerischen Vereinigungen, welche sich dem Natur- und Heimatschutz
  widmen, das Beschwerderecht einräumt. Es sei deshalb entsprechend auch eine
  Regelung für Vereinigungen von kantonaler Bedeutung gerechtfertigt. Aus
  dieser Darlegung kann jedoch nicht ohne Weiteres darauf geschlossen werden,
  dass das Beschwerderecht kantonaler Sektionen lediglich auf die Erfüllung von
  Bundesaufgaben abzielt oder ob die landrätliche Kommission damit ein
  Beschwerderecht zur generellen Wahrung der Natur- und Heimatschutzinteressen
  umschreiben wollte. Schliesslich ist zu erwähnen, dass Dr. Alfred Heer
  in der Detailberatung erfolgreich beantragte, dass das Beschwerderecht
  ausschliesslich den kantonalen Sektionen schweizerischer Vereinigungen
  zugestanden werde, welche sich statutengemäss dem Natur- und Heimatschutz
  widmen. Dies unterstreicht, dass das Beschwerderecht hinreichend mit dem
  Statutenzweck bzw. dem Natur- und Heimatschutz in Verbindung stehen
  muss.

  
	
   

  
	
  5.2.3 Im Rahmen der systematischen Auslegung ist unter
  anderem die Stellung einer gesetzlichen Regelung in der Rechtsordnung zu
  berücksichtigen. Art. 5 kNHG wurde im Rahmen einer
  Ausführungsgesetzgebung in das kantonale Natur- und Heimatschutzgesetz
  eingefügt. Es versteht sich dabei von selbst, dass das Beschwerderecht der
  kantonalen Sektionen schweizerischer Vereinigungen aufgrund der gesetzlichen
  Einordnung einzig zur Wahrung von Natur- und Heimatschutzinteressen geltend
  gemacht werden kann und es unmittelbar mit dem Zweck des kNHG sowie dem damit
  verbundenen sowie übergeordneten Bundes- und Verfassungsrecht vereinbar sein
  muss. Dies folgt auch aus dem Umstand, dass die Begriffe Natur- und
  Heimatschutz in der Gesetzgebung des Bundes eng gekoppelt sind. Sowohl die
  Bundesverfassung als auch das NHG verwenden sie als Einheit. Natur- und
  Heimatschutz ist überwiegend raumbezogen und die Schutzgegenstände sind
  Elemente der Landschaft (Josef Rohrer in: Peter M. Keller/Jean-Baptiste
  Zufferey/Karl Ludwig Fahrländer [Hrsg.], Kommentar NHG, Zürich 1997, Art. 12 N 8). Der
  Heimatschutz im Sinne des NHG widmet sich dem Schutz und der Pflege des
  baulichen Erbes und der historisch bedeutsamen Orte. Da es ein Rechtsbegriff
  auf Verfassungsstufe ist, kommt ihm in der ganzen Schweiz dieselbe Bedeutung
  zu. Wenn also Art. 5 kNHG die Formulierung "Natur- und
  Heimatschutz" wählt, ist zwingend davon auszugehen, dass diese
  Formulierung inhaltlich (mindestens) dem entsprechenden bundesrechtlichen
  Begriff des Art. 78 BV und des NHG entspricht, nicht zuletzt weil für den
  ganzen Bereich des Natur- und Heimatschutzes von einer Verbundaufgabe von
  Bund und Kantonen auszugehen ist (Arnold Marti in: Bernhard Ehrenzeller et
  al. [Hrsg.], St. Galler Kommentar zur schweizerischen Bundesverfassung,
  3. A., Zürich/St. Gallen 2014, Art. 78 N. 4 f.). Aus dem Umstand, dass
  der Schutzgedanke des Natur- und Heimatschutzes bzw. die Begrifflichkeit
  sowohl bundesrechtlich als auch in Art. 5 kNHG dieselbe ist, folgt nun aber
  auch nicht, dass das Beschwerderecht gemäss Art. 5 kNHG auch auf die
  Erfüllung von Bundesaufgaben zu beschränken wäre. So ergibt sich bereits aus
  dem Grundsatz in Art. 1 kNHG, dass der Schutzgedanke der kantonalen
  Gesetzgebung nicht nur auf die Bundesaufgaben abzielt, sondern auch die dem
  Kanton sowie den Gemeinden zugewiesenen Kompetenzen im Zusammenhang mit dem
  Natur- und Heimatschutz erfasst. Mit Blick auf diese Grundsatzbestimmung und
  den vom kantonalen Gesetz erfassten Bereich ist denn auch davon auszugehen,
  dass mit dem Beschwerderecht gemäss Art. 5 kNHG nicht nur die Erfüllung
  von Bundesaufgaben gerügt werden kann.

  
	
   

  
	
  5.2.4 Letztlich ist auf den Zweck von Art. 5 kNHG
  einzugehen. Indem die Bestimmung auf ein Beschwerderecht gegen kommunale und
  kantonale Anfechtungsobjekte hinweist, folgt, dass damit nicht lediglich der
  Adressatenkreis von gesamtschweizerischen Vereinigungen auf kantonale
  Sektionen ausgeweitet werden soll. Vielmehr wollte der Gesetzgeber den
  kantonalen Sektionen die Möglichkeit geben – wohl aufgrund ihrer räumlichen
  Nähe und ihrem engeren Bezug zur Streitsache – die Interessen des Natur- und
  Heimatschutzes bereits in frühen Verfahrensstadien wahrzunehmen. Dieses
  Beschwerderecht ist indessen nicht nur auf die Erfüllung von Bundesaufgaben
  begrenzt. Vielmehr bezweckt Art. 5 kNHG, mit Blick auf den Grundsatz in Art.
  1 kNHG sowie die weiteren kantonalen Bestimmungen mit einem unmittelbaren
  Bezug zum Natur- und Heimatschutz, das Beschwerderecht auch auf die Erfüllung
  von kommunalen und kantonalen Aufgaben auszuweiten. So soll damit auch in
  Prozessen auf dieser Ebene gewährleistet werden, dass eine Art
  Waffengleichheit hergestellt wird, so dass die Interessen der
  "sprachlosen" Natur sowie der "sprachlosen" Umwelt
  gebührend berücksichtigt und in die Interessenabwägung miteinbezogen werden
  (vgl. Griffel, a.a.O., S. 105). Diesem Interesse wird lediglich
  dann genügend entsprochen, wenn das Beschwerderecht der kantonalen Sektionen
  gemäss Art. 5 kNHG über die Erfüllung von Bundesaufgaben hinausgeht.

  
	
   

  
	
  5.2.5 Zusammenfassend gewährt Art. 5 kNHG den kantonalen
  Sektionen schweizerischer Vereinigungen sowohl gegen kommunale als auch gegen
  kantonale Anfechtungsobjekte ein Verbandsbeschwerderecht. Dieses ist entgegen
  der Ansicht des Beschwerdegegners 3 nicht zwingend auf die Erfüllung von
  Bundesaufgaben beschränkt, womit sich allfällige Ausführungen zu den von den
  Parteien angeführten Entscheiden des Verwaltungsgerichts und dessen
  Vorinstanzen erübrigen. Indessen beinhaltet Art. 5 kNHG aber kein
  generelles Beschwerderecht gegen kommunale oder kantonale Bauentscheide.
  Vielmehr ist den oben erwähnten Auslegungselementen gemeinsam, dass die
  Ausübung des Beschwerderechts einen engen Zusammenhang zum statuarischen
  Zweck der betroffenen kantonalen Sektionen bzw. einen sachlich
  hinreichenden Kontext zu Natur- und Heimatschutzinteressen aufweisen muss. Dies
  lässt sich im Übrigen auch anhand der gesetzlichen Einordnung von Art. 5
  kNHG herleiten. So ist die Beschwerdelegitimation einerseits im kNHG
  verankert, welches als Grundsatz in Art. 1 kNHG die Natur- und
  Heimatschutzinteressen und keine darüber hinausgehenden (baurechtlichen)
  Anliegen nennt. Andererseits ist der streitbetroffenen
  Legitimationsbestimmung die Bestellung einer kantonalen Natur- und
  Heimatschutzkommission vorgelagert (Art. 4 kNHG), welche nur dann
  beigezogen wird, wenn eine Beratung zu Fragen des Natur- und Heimatschutzes
  notwendig erscheint. Dies weist insgesamt darauf hin, dass im Rahmen von
  Art. 5 kNHG nur gerügt werden kann, dass Bestimmungen des Natur- und
  Heimatschutzrechts, diese ausführende Anordnungen und Erlasse, oder Bestimmungen,
  die im Hinblick auf den Natur- und Heimatschutz eine qualifizierte
  Gestaltungsvorschrift beinhalten, verletzt worden sind. Normen, die nicht
  unmittelbar dem Natur- und Heimatschutz dienen, können demgegenüber nicht als
  verletzt gerügt werden, womit es einer kantonalen Sektion gestützt auf Art. 5
  kNHG beispielsweise etwa verwehrt ist, eine ungenügende Erschliessung des
  Baugrundstücks oder die unrichtige Festlegung eines Niveaupunkts zu rügen.
  Insofern unterscheidet sich das in Art. 5 kNHG verankerte Recht denn
  auch grundlegend von dem für Private geltenden Legitimationsrecht, mit
  welchem diese grundsätzlich alle Argumente und Rechtssätze anführen können,
  die im Ergebnis zu einer Gutheissung des Rechtsmittels führen können.

  
	
   

  
	
  5.3 Im vorliegenden Fall besteht kein genügend enger
  Bezug zu den gesetzlich verankerten sowie statuarisch festgelegten Natur- und
  Heimatschutzinteressen des Beschwerdeführers. Zwar lässt sich dem
  streitbetroffenen Bauprojekt eine prominente Lage und eine mögliche
  Fernwirkung nicht absprechen, da es an einer topografisch exponierten Lage […]
  geplant ist. Indessen liegt die streitbetroffene Parzelle weder ausserhalb
  der Wohn- und Gewerbezone noch wird es durch eine Ortsbildschutzzone
  überlagert. Sodann stellen sich beim Bauvorhaben keine Fragen im Zusammenhang
  mit einer qualifizierten Gestaltungsvorschrift, waren in den vorinstanzlichen
  Verfahren doch hauptsächlich Bestimmungen des materiellen Baurechts sowie die
  Frage einer nicht über das übliche Mass hinausgehenden Prüfung der guten Gesamtwirkung
  im Sinne von Art. 47 Abs. 1 RBG strittig. Diesbezüglich kam denn auch die
  Fachstelle Denkmalpflege und Ortsbildschutz in ihrer Stellungnahme vom
  3. September 2020 zum Schluss, dass kein Beizug der kantonalen Natur-
  und Heimatschutzkommission angezeigt sei, was ebenfalls darauf hindeutet,
  dass keine Fragen in einem hinreichend engen Zusammenhang mit dem Natur- und
  Heimatschutz zu klären waren. Sodann ist mit der Beschwerdegegnerin 1
  darin einig zu gehen, dass es der Beschwerdeführer in den vorinstanzlichen
  Verfahren insbesondere unterlassen hat, eine Verletzung von Bestimmungen des
  Natur- und Heimatschutzrechts, diese ausführende Anordnungen und Erlasse,
  oder Bestimmungen, die im Hinblick auf den Natur- und Heimatschutz eine
  qualifizierte Gestaltungsvorschrift beinhalten, geltend zu machen. Einzig
  seine Hinweise auf eine Verschandelung der Landschaft und eine mangelhafte
  Gesamtwirkung im Rahmen von Art. 47 Abs. 1 RBG vermögen dabei noch keine
  Beschwerdelegitimation im Sinne von Art. 5 kNHG zu begründen. Andernfalls
  müsste ihm mit einer solch pauschalen Rüge wohl bei den meisten Bauvorhaben
  eine Beschwerdelegitimation zuerkannt werden, was nicht im Sinne des
  Gesetzgebers und mit Blick auf die gesetzliche Konzeption nur bei Privaten
  der Fall ist. Daraus folgt, dass mangels eines engen Zusammenhangs zum Natur-
  und Heimatschutz eine Beschwerdelegitimation des Beschwerdeführers vorliegend
  zu verneinen ist.

  
	
   

  
	
  6.

  
	
  Zusammenfassend ist
  festzuhalten, dass Art. 5 kNHG den kantonalen Sektionen schweizerischer Vereinigungen
  ein Beschwerderecht gegen kommunale oder kantonale Anordnungen zugesteht,
  wobei dieses aufgrund der Gesetzesauslegung und mit Blick auf die weiteren
  Bestimmungen des kantonalen Natur- und Heimatschutzrechts nicht zwingend auf
  die Erfüllung von Bundesaufgaben beschränkt ist. Damit kommt den kantonalen
  Sektionen aber keinesfalls ein generelles Beschwerderecht gegen kommunale
  oder kantonale Bauentscheide zu, da deren Vorbringen einen unmittelbaren
  Zusammenhang zum Natur- und Heimatschutz aufweisen müssen. Dementsprechend
  kann der Beschwerdeführer im Rahmen von Art. 5 kNHG denn auch nur rügen, dass
  Bestimmungen des Natur- und Heimatschutzrechts, diese ausführende Anordnungen
  und Erlasse, oder Bestimmungen, die im Hinblick auf den Natur- und Heimatschutz
  eine qualifizierte Gestaltungsvorschrift beinhalten, verletzt wurden. Weil im
  vorliegenden Fall kein unmittelbarer Zusammenhang zu Natur- und
  Heimatschutzinteressen, welcher über das übliche Mass hinausgeht, ersichtlich
  ist und der Beschwerdeführer in der Hauptsache lediglich die Verletzung von
  Bestimmungen des materiellen kommunalen sowie kantonalen Baurechts rügt, hat
  der Beschwerdegegner 3 dessen Beschwerdelegitimation zu Recht verneint.

  
	
   

  
	
  Dies führt zur Abweisung
  der Beschwerde.

  
	
   

  
	
  7.

  
	
  Hinzuweisen bleibt
  schliesslich darauf, dass das Verbandsbeschwerderecht gemäss Art. 5 kNHG nur
  für die kommunale und kantonale Ebene gilt, nicht aber vor Bundesgericht.
  Daher vermögen sich bloss kantonal tätige Vereinigungen mit ideellen Zwecken
  nicht auf das bundesrechtlich determinierte Verbandsbeschwerderecht gemäss
  Art. 89 Abs. 2 lit. d des Bundesgerichtsgesetzes vom
  17. Juni 2005 (BGG) zu berufen, sondern nur auf die allgemeine
  Legitimationsbestimmung von Art. 89 Abs. 1 BGG. Verbände, denen auf
  kantonaler Ebene ein Verbandsbeschwerderecht zusteht, können vor
  Bundesgericht dementsprechend nur geltend machen, im kantonalen Verfahren in
  ihren Parteirechten verletzt worden zu sein.

  
	
   

  
	
  III.

  
	
  1.

  
	
  Soweit die
  Beschwerdegegnerin 1 beantragt, ihr sei für das vorinstanzliche Verfahren
  eine höhere Parteientschädigung zuzusprechen, ist sie darauf hinzuweisen,
  dass das kantonale Verwaltungsprozessrecht das Institut einer
  Anschlussbeschwerde nicht kennt (vgl. VGer-Urteil VG.2018.00019 vom 31. Mai
  2014 E. II/1.2). Überdies läuft ihr Antrag auf eine reformatio in peius
  hinaus, welche gemäss Art. 100 Abs. 3 VRG nur in den dort
  aufgeführten Ausnahmefällen zulässig ist, worunter Streitigkeiten in
  Baurechtssachen nicht fallen. Demgemäss ist mangels selbständiger Anfechtung
  des vorinstanzlichen Entscheids durch die Beschwerdegegnerin 1 innert
  Beschwerdefrist nicht weiter auf ihren Antrag einzugehen (vgl. dazu auch
  BGer-Urteil 2C_162/2017, 2C_163/2017 vom 24. August 2017 E. 2.2).

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  Nach Art. 134 Abs. 1 lit.
  c VRG hat die Partei, welche im Beschwerde-, Klage- oder Revisionsverfahren
  unterliegt, die amtlichen Kosten zu tragen. Ausgangsgemäss sind die
  Gerichtskosten von pauschal Fr. 2'000.- daher dem Beschwerdeführer
  aufzuerlegen und mit dem von ihm bereits geleisteten Kostenvorschuss in gleicher
  Höhe zu verrechnen. Überdies ist er nach Art. 138 Abs. 2 VRG zu verpflichten,
  der Beschwerdegegnerin 1 eine Parteientschädigung von Fr. 2'500.-
  (inkl. Mehrwertsteuer) zu bezahlen. Da die Beantwortung von
  Rechtsmitteln zum angestammten Aufgabenbereich der Beschwerdegegnerin 2
  gehört und weil keine besonderen Umstände vorliegen, steht dieser keine
  Parteientschädigung zu (Art. 138 Abs. 4 VRG).

  
	
  Demgemäss erkennt die Kammer:

  
	
  	
    1.

    	
    Die
    Beschwerde wird abgewiesen.

    
	
    2.

    	
    Die
    Gerichtskosten von Fr. 2'000.- werden dem Beschwerdeführer auferlegt und
    mit dem von ihm bereits geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe
    verrechnet.

    
	
    3.

    	
    Der
    Beschwerdeführer wird verpflichtet, der Beschwerdegegnerin 1 innert
    30 Tagen nach Rechtskraft dieses Entscheids eine Parteientschädigung
    von Fr. 2'500.- (inkl. Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

    
	
    4.

    	
    Schriftliche
    Eröffnung und Mitteilung an:

    
	
     

    	
    […]