# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 063f074e-8aec-5d6e-a464-cfa9ab704cbc
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-04-25
**Language:** de
**Title:** Aargau Spezialverwaltungsgericht Steuern 25.04.2024 3-RV.2023.109
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_SVWG_002_3-RV-2023-109_2024-04-25.pdf

## Full Text

Spezialverwaltungsgericht 

Steuern 

 

3-RV.2023.109       
P 67 
 

 

 

 

Urteil vom 25. April 2024 
 
 

 
 

Besetzung  Präsident Fischer  

Richter Senn  

Richter Lämmli  

Gerichtsschreiber Fäs          

 

 
 

   

Rekurrent   A._____  

 

vertreten durch MLaw Rebecca Wyniger, Rechtsanwältin, 

Hintere Bahnhofstrasse 10, 5001 Aarau    

   

 

 
 
 

Gegenstand  Einspracheentscheide der Steuerkommission Q._____ 

vom 6. Juli 2023 (Einsprachen-Nr. 28a und 28c) 

betreffend Kantons- und Gemeindesteuern 2021; Kapitalzahlungen 

 

  

 - 2 - 

 

 

 
   

Das Gericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Mit Verfügung vom 21. Februar 2023 wurde A._____ von der Steu-

erkommission Q._____ für das Jahr 2021 zu einem steuerbaren 

Einkommen von CHF 249'300.00 (Jahressteuer auf Kapitalzahlungen) 

veranlagt. 

 

2. 

Gegen die Verfügung vom 21. Februar 2023 erhob A._____ mit Schreiben 

vom 23. März 2023 Einsprache. Die Steuerkommission Q._____ ging von 

folgendem sinngemäss gestellten Begehren aus: 

 

"Die Kapitalauszahlung im Betrag von CHF 157'612 aus der Sammelstiftung 

B._____ Policennr. aaa sei per Versicherungsereignis 01.09.2022 (Auszah-

lungsdatum 17.10.2022) mit einer separaten Jahressteuer zu erfassen. Die Zu-

sammenrechnung mit der Kapitalauszahlung vom 01.04.2021 (Auszahlungs-

datum 12.04.2021) der Sammelstiftung B._____ Policennr. aaa von 

CHF 91'777 sei nicht zulässig."  

 

3. 

Mit zwei Entscheiden vom 6. Juli 2023 (betreffend Einsprache-Nr. 28a und 

Einsprache-Nr. 28c) wies die Steuerkommission Q._____ die Einsprache 

ab. 

 

4. 

Den Einspracheentscheid vom 6. Juli 2023 betreffend Einsprache-Nr. 28a 

(Zustellung am 25. Juli 2023) hat A._____ mit rechtzeitigem Rekurs vom 

16. August 2023 (Postaufgabe gleichentags) an das Spezial-

verwaltungsgericht, Abteilung Steuern, weiterziehen lassen. Er stellt die fol-

genden Begehren: 

 

"1. In Gutheissung des Rekurses sei der Einspracheentscheid aufzuheben und 

die Kapitalauszahlungen über CHF 91'777.00 im Jahr 2021 und über 

CHF 157'612.00 im Jahr 2022 seien separat zu veranlagen. 

 

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Staates." 

 

Auf die Begründung wird, soweit für die Entscheidung erforderlich, in den 

Erwägungen eingegangen. 

 

5. 

Die Abteilung Steuern der Gemeinde Q._____ und das Kantonale Steuer-

amt beantragen die Abweisung des Rekurses. 

 

 

 - 3 - 

 

 

6. 

A._____ liess eine Replik erstatten.  

 

7. 

Das Spezialverwaltungsgericht hat über die Vertreterin von A._____ 

weitere Unterlagen, unter anderem den Anschlussvertrag zwischen der 

Sammelstiftung B._____ und der C._____ AG, den Vorsorgeplan der 

C._____ AG sowie die in den Jahren 2021 und 2022 geltenden 

Vorsorgereglemente ([...]) der Sammelstiftung B._____, R._____ 

(Berufliche Vorsorge von den B._____ Sammelstiftungen und der D._____) 

einholen lassen. 

 

 

 

 

  

 - 4 - 

 

 

 
   

Das Gericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Der vorliegende Rekurs betrifft die Kantons- und Gemeindesteuern 2021 

(Jahressteuer auf Kapitalzahlungen). Massgebend für die Beurteilung des 

Rekurses ist das Steuergesetz vom 15. Dezember 1998 (StG). 

 

2. 

2.1. 

Mit Verfügung der SVA Aargau, IV-Stelle, vom 10. Mai 2011 wurde dem 

Rekurrenten (geboren am tt.mm.1956) ab 1. September 2010 eine halbe 

IV-Rente zugesprochen. Am tt.mm.2021 erreichte er das ordentliche 

Rentenalter von 65 Jahren. Auch danach war der Rekurrent im gleichen 

Umfang für die C._____ AG erwerbstätig.  

 

2.2. 

Die C._____ AG hat sich als Arbeitgeberin der Sammelstiftung B._____ der 

D._____, R._____, zur Durchführung der beruflichen Alters-, 

Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge angeschlossen (vgl. 

Anschlussvertrag vom 10. September / 13. September 2004). Gemäss 

Vorsorgeplan der C._____ AG gilt deren gesamtes BVG-pflichtiges 

Personal als versicherte Personen. 

 

2.3. 

Dem Rekurrenten wurden die folgenden Kapitalzahlungen aus Vorsorge 

ausbezahlt: 

 

Datum versichertes        Auszahlungsdatum Vorsorgeform Betrag CHF 

Ereignis 

 

01.04.2021  12.04.2021  2. Säule   91'777.35 

01.09.2022  17.10.2022  2. Säule 157'612.25 

Total        249'389.60 

 

Mit Verfügung vom 21. Februar 2023 wurde der Rekurrent von der Steuer-

kommission Q._____ für das Jahr 2021 zu einem steuerbaren Einkommen 

von CHF 249'300.00 (Jahressteuer auf Kapitalzahlungen) veranlagt. 

 

2.4. 

Der Rekurrent beantragt, dass die beiden Kapitalzahlungen separat im Jahr 

2021 bzw. im Jahr 2022 zu besteuern seien.  

 

 

 

 

 - 5 - 

 

 

3. 

3.1. 

3.1.1. 

Die Vorinstanz hat am 6. Juli 2023 bezüglich der Kantons- und Gemeinde-

steuern 2021 (Jahressteuer auf Kapitalzahlungen) zwei Einspracheent-

scheide gefällt. Deren Inhalt unterscheidet sich nur hinsichtlich der Be-

zeichnung "Einsprache-Nr. 28a" und "Einsprache-Nr. 28c".  

 

3.1.2. 

Auf entsprechende Nachfrage führte die Vorinstanz aus, zwei Entscheide 

eröffnet zu haben, da es sich um zwei Kapitalzahlungen handle. Der eine 

Entscheid beziehe sich auf CHF 157'612.00, der andere auf 

CHF 91'777.00, da eine getrennte Besteuerung beantragt worden sei. 

 

3.1.3. 

Das Rekursbegehren Ziff. 1 spricht nur von einem Einspracheentscheid. 

Dem Rekurs beigelegt ist lediglich der Entscheid betreffend "Einsprache-

Nr. 28a". In der Replik führt die Vertreterin des Rekurrenten (nachfolgend: 

Vertreterin) aus, dass der Rekurrent mit sämtlichen Einspracheentscheiden 

nicht einverstanden sei. Mit den Anträgen und der Begründung des Rekur-

ses sei deutlich zum Ausdruck gebracht worden, wie das Dispositiv sämtli-

cher Einspracheentscheide abzufassen sei.  

 

3.1.4. 

Die Vorinstanz führt in ihrer Vernehmlassung aus, dass zwischen den bei-

den Entscheiden ein sachlicher Zusammenhang bestehe und auch jener 

betreffend "Einsprache-Nr. 28c" in das vorliegende Verfahren einzubezie-

hen sei. Dem ist beizupflichten, zumal die beiden Entscheide, von der un-

terschiedlichen Bezeichnung abgesehen, deckungsgleich sind (E. 3.1.1.). 

Die Eingabe der Vertreterin vom 16. August 2023 ist deshalb als Rekurs 

gegen beide genannten Einspracheentscheide aufzufassen. Dies ist auch 

zwecks Vermeidung widersprüchlicher Entscheide geboten. Andernfalls 

stünden sich bei Gutheissung des vorliegenden Rekurses und Weiter-

bestand des Einspracheentscheids bezüglich der "Einsprache-Nr. 28c" be-

treffend den gleichen Sachverhalt bzw. dieselben Kapitalzahlungen zwei 

sich widersprechende Entscheide hinsichtlich der Kantons- und Gemein-

desteuern 2021 (Jahressteuer auf Kapitalzahlungen) gegenüber.   

 

3.2. 

3.2.1. 

Die Vorinstanz hat am 6. Juli 2023 auch bezüglich der Direkten Bundes-

steuer 2021 (Jahressteuer auf Kapitalzahlungen) zwei Einspracheent-

scheide gefällt. Deren Inhalt unterscheidet sich ebenfalls nur hinsichtlich 

der Bezeichnung "Einsprache-Nr. 28b" und "Einsprache-Nr. 28d". 

 

 

 - 6 - 

 

 

3.2.2. 

Die Frage, ob mit der Eingabe vom 16. August 2023 auch Beschwerde ge-

gen die beiden Einspracheentscheide betreffend Direkte Bundessteuer 

2021 (Jahressteuer auf Kapitalzahlungen) erhoben wurde, ist im Anschluss 

an die Rechtskraft des vorliegenden Urteils in einem separaten Verfahren 

zu prüfen. 

 

4. 

4.1. 

4.1.1. 

Kapitalzahlungen aus beruflicher Vorsorge 2. Säule unterliegen der ge-

trennt vom übrigen Einkommen berechneten Jahressteuer zu 30 % des Ta-

rifs, mindestens aber zum Satz von 1 % (§ 45 Abs. 1 lit. a StG). Sämtliche 

im gleichen Jahr ausgerichteten Kapitalzahlungen an allein stehende oder 

gemeinsam steuerpflichtige Personen nach Absatz 1 lit. a, b und d sowie 

nach Absatz 4 sind zusammen zu versteuern (§ 45 Abs. 2 Satz 2 StG). 

 

4.1.2. 

Die Kapitalzahlungen von CHF 91'777.35 und CHF 157'612.25 unterliegen 

unstreitig der Jahressteuer gemäss § 45 Abs. 1 lit. a StG. Umstritten ist 

hingegen, ob diese im Sinne von § 45 Abs. 2 Satz 2 StG zusammen im 

Jahr 2021 zu versteuern sind.  

 

4.2. 

4.2.1. 

In den Einspracheentscheiden wird zusammengefasst ausgeführt, dass die 

beiden Kapitalzahlungen im Jahr 2021 zu besteuern seien, da mit Errei-

chung des ordentlichen Rentenalters am 1. April 2021 der Vorsorgegrund 

im Jahr 2021 bestehe. Teilpensionierungen mit gestaffelter Auszahlung des 

Alterskapitals seien aus steuerlicher Sicht zwar grundsätzlich zulässig. Es 

müssten jedoch vier Voraussetzungen kumulativ erfüllt sein. Vorliegend 

seien diese Voraussetzungen nicht gegeben bzw. der Nachweis für eine 

stufenweise Pensionierung fehle.      

 

4.2.2. 

Die Vertreterin führt im Rekurs zusammengefasst aus, die Vorinstanz ver-

kenne, dass die beiden Kapitalzahlungen an den Rekurrenten nicht auf 

eine Teilpensionierung zurückzuführen seien. Dem Rekurrenten sei mit 

Verfügung vom 10. Mai 2011 eine halbe IV-Rente zugesprochen worden. 

In der Folge sei dessen Altersguthaben bei der Sammelstiftung B._____ 

aufgeteilt worden, und zwar in einen dem prozentualen Anteil der 

Rentenberechtigung entsprechenden und in einen aktiven Teil. Per 1. April 

2021 habe der Rekurrent das ordentliche Pensionsalter erreicht, was zum 

Erlöschen der Ausrichtung der Invalidenrente durch die Pensionskasse und 

zum Bezug des Altersguthabens invalider Versicherter geführt habe. Sein 

übriges Altersguthaben, welches der Rekurrent auch nach dem 1. April 

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2021 weiterhin mit Beiträgen geäufnet habe, habe er im Jahr 2022 

bezogen. Ein Aufschub des Bezugs nach Erreichen des ordentlichen 

Pensionsalters sei zulässig, sofern die Erwerbstätigkeit weitergeführt 

werde. Vorliegend habe der Rekurrent seine Erwerbstätigkeit für die 

C._____ AG unverändert fortgeführt, was auch die Vorinstanz festgestellt 

habe. Der Rekurrent habe daher nicht ein Altersguthaben in zwei Teilen, 

sondern zwei voneinander unabhängig bestehende Guthaben je gesetzes- 

und statutenkonform bezogen. 

 

4.3. 

Der Vorinstanz kann nicht gefolgt werden, soweit sie sinngemäss vorbringt, 

dass eine gegenüber dem Veranlagungs- und Einspracheverfahren abwei-

chende Begründung des Rekurses unzulässig sei. Zum einen gilt auch im 

Rekursverfahren die Untersuchungsmaxime (Kommentar zum Aargauer 

Steuergesetz, 5. Auflage, Muri-Bern 2023, § 197 StG N 4). Zum anderen 

hat das Spezialverwaltungsgericht das Recht von Amtes wegen anzuwen-

den (Kommentar zum Aargauer Steuergesetz, a.a.O., § 197 StG N 6) und 

ist nicht an die Anträge der Parteien gebunden (§ 197 Abs. 2 StG). 

 

4.4. 

4.4.1. 

Art. 14 der Verordnung über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und 

Invalidenvorsorge vom 18. April 1984 (BVV 2) lautet wie folgt: 

 

"Art. 14  Das Alterskonto invalider Versicherter 

(Art. 15, 34 Abs. 1 Bst. b BVG und Art. 18 FZG) 

 
1 Die Vorsorgeeinrichtung muss das Alterskonto einer invaliden Person, der sie 

eine Rente ausrichtet, für den Fall eines Wiedereintrittes in das Erwerbsleben 

bis zum Erreichen des Referenzalters nach Artikel 13 Absatz 1 BVG weiterfüh-

ren. 
2 Das Altersguthaben des Invaliden ist zu verzinsen. 
3 Der koordinierte Lohn während des letzten Versicherungsjahres (Art. 18) dient 

als Berechnungsgrundlage für die Altersgutschriften während der Invalidität. 
4 Erlischt der Anspruch auf eine Invalidenrente, weil der Versicherte nicht mehr 

invalid ist, so hat er Anspruch auf eine Freizügigkeitsleistung in der Höhe seines 

weitergeführten Altersguthabens." 

 

Art. 15 BVV 2 regelt die Teilinvalidität wie folgt: 

 

"Art. 15  Vorgehen bei Teilinvalidität 

(Art. 15 und 34 Abs. 1 Bst. b BVG) 

 
1 Wird der versicherten Person eine Teil-Invalidenrente zugesprochen, so teilt 

die Vorsorgeeinrichtung dessen Altersguthaben in einen dem prozentualen An-

teil der Rentenberechtigung entsprechenden und in einen aktiven Teil auf. 

 

https://www.fedlex.admin.ch/eli/cc/1984/543_543_543/de#art_14
https://www.fedlex.admin.ch/eli/cc/1984/543_543_543/de#art_14
https://www.fedlex.admin.ch/eli/cc/1984/543_543_543/de#art_15
https://www.fedlex.admin.ch/eli/cc/1984/543_543_543/de#art_15

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2 Das auf die Teilinvalidität entfallende Altersguthaben ist nach Artikel 14 zu 

behandeln. Das auf die weitergeführte Erwerbstätigkeit entfallende Altersgut-

haben ist dem Altersguthaben eines voll erwerbstätigen Versicherten gleich-

gestellt und wird bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses nach den Artikeln 

3-5 FZG behandelt." 

 

4.4.2. 

Als Folge der Teilinvalidität (E. 2.1.) wurde das Altersguthaben des Rekur-

renten in zwei Teile aufgeteilt. Per 31. März 2021 betrug das dem prozen-

tualen Anteil der Rentenberechtigung entsprechende Altersguthaben des 

Rekurrenten CHF 91'777.00 (vgl. Vorsorgeausweis der Sammelstiftung 

B._____ betreffend den beitragsbefreiten Teil, 56 %). Das auf den aktiven 

Teil bzw. die weitergeführte Erwerbstätigkeit entfallende Altersguthaben 

des Rekurrenten belief sich per 31. März 2021 auf CHF 149'530.00 (vgl. 

Vorsorgeausweis der Sammelstiftung B._____ betreffend den 

beitragspflichtigen Teil, 44 %).   

 

4.5. 

4.5.1. 

Art. 26 Abs. 3 Satz 1 des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hin-

terlassenen- und Invalidenvorsorge vom 25. Juni 1982 (BVG) sieht vor, 

dass der Anspruch auf Invalidenleistungen mit dem Tode des Anspruchs-

berechtigten oder mit dem Wegfall der Invalidität erlischt. Im Gegensatz zur 

Rente der Invalidenversicherung ist demnach die BVG-Invalidenrente eine 

Leistung auf Lebenszeit; sie wird nicht durch die BVG-Altersrente abgelöst, 

wenn der Bezüger das gesetzliche Rücktrittsalter (Art. 13 Abs. 1 BVG) er-

reicht. Hingegen kann reglementarisch vorgesehen werden, dass die Inva-

lidenrente bei Erreichen des Rücktrittsalters in eine Altersrente überführt 

wird (BGE 130 V 369 E. 2.1). Das Vorsorgereglement der Sammelstiftung 

B._____, R._____ (Ausgaben 2/2021 und 1/2022; nachfolgend: 

Vorsorgereglement) enthält eine solche Bestimmung in Ziff. 4.6.2: Der 

Anspruch auf Invalidenrente besteht längstens bis zur reglementarischen 

Pensionierung oder bis zum Tod. Bei der Pensionierung wird die In-

validenrente durch eine Altersrente abgelöst. Gemäss Art.  13 Abs. 1 lit. a 

BVG (Fassung in Kraft bis am 31. Dezember 2023) haben Männer, die das 

65. Altersjahr zurückgelegt haben, Anspruch auf Altersleistungen. 

 

4.5.2. 

Der Anspruch des Rekurrenten auf die BVG-Invalidenrente endete mit Er-

reichen der reglementarischen Pensionierung bzw. des vollendeten 65. Al-

tersjahres. Ab dem 1. April 2021 musste der Rekurrent für das seiner Teil-

invalidität entsprechende Altersguthaben eine Altersleistung beziehen (vgl. 

Ziff. 4.6.2 in Verbindung mit Ziff. 2.2.2 und 2.2.1 des Vorsorgereglements 

sowie dem Vorsorgeplan). Wählen konnte der Rekurrent einzig deren 

Form, das heisst Rente oder Kapital (Ziff. 4.3.4 des Vorsorgereglements). 

 

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4.6 

4.6.1. 

Die reglementarischen Bestimmungen der Vorsorgeeinrichtung können ab-

weichend davon (Art. 13 Abs. 1 BVG) vorsehen, dass der Anspruch auf 

Altersleistungen mit der Beendigung der Erwerbstätigkeit entsteht (Art. 13 

Abs. 2 Satz 1 BVG; Fassung in Kraft bis am 31. Dezember 2023). Das 

Vorsorgereglement enthält in Ziff. 2.2.4 (Vorzeitige Pensionierung) und 

Ziff. 2.2.5 (Aufgeschobene Pensionierung) entsprechende Regelungen, 

welche von Art. 13 Abs. 1 BVG abweichen. Gemäss Ziff. 2.2.5 Abs. 1 des 

Vorsorgereglements kann eine versicherte Person, die im Einvernehmen 

mit dem Arbeitgeber über das ordentliche Pensionierungsalter hinaus wei-

terarbeitet, die Fälligkeit der Altersleistung aufschieben, bis das Arbeits-

verhältnis definitiv aufgelöst wird, längstens aber bis zur Vollendung des 

70. Altersjahres. 

 

4.6.2. 

Der Rekurrent hat in Übereinstimmung mit den gesetzlichen und reglemen-

tarischen Vorgaben die Fälligkeit der Altersleistung im Zusammenhang mit 

dem Altersguthaben seines aktiven Teils aufgeschoben, da er seine Er-

werbstätigkeit als Arbeitnehmer der C._____ AG auch nach dem 1. April 

2021 im gleichen Umfang fortsetzte. Die Altersleistung in Form eines 

Kapitalbezugs wurde erst fällig, als das Arbeitsverhältnis des Rekurrenten 

mit der C._____ AG im Jahr 2022 aufgelöst wurde. 

 

4.7. 

4.7.1. 

Bei einer Teilpensionierung, für welche eine reglementarische Grundlage 

bestehen muss, wird das Altersguthaben entsprechend dem Grad der Pen-

sionierung aufgeteilt. Das auf den inaktiven Teil entfallende Altersguthaben 

bildet Grundlage der Teilrente (oder Teilkapitalzahlung), während das auf 

den aktiven Teil entfallende Altersguthaben weiterhin nach den gesetz-

lichen Grundsätzen aufgebaut wird (Basler Kommentar zum BVG, Basel 

2021, Art. 15 BVG N 5). Ziff. 2.2.6 des Vorsorgereglements regelt die Teil-

pensionierung wie folgt: 

 

"1 Eine versicherte Person kann sich im Einvernehmen mit dem Arbeitgeber 

frühestens auf denjenigen Monatsersten, welcher auf die Vollendung des 

58. Altersjahres folgt, teilpensionieren lassen. Der erste Teilpensionierungs-

schritt kann auch nach dem reglementarischen Pensionierungsalter erfolgen 

(…). 

 
2 Eine Teilpensionierung setzt eine entsprechende Reduktion des Beschäfti-

gungsgrades und die volle Arbeitsfähigkeit der versicherten Person voraus. 

 
3 Die Teilpensionierung erfolgt in maximal drei Schritten von jeweils mindestens 

20% eines Vollzeitpensums. Zwischen den einzelnen Schritten muss jeweils 

mindestens ein Jahr liegen. 

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(…) 

 
6 Die Altersleistung kann für den einzelnen Teilpensionierungsschritt ganz oder 

teilweise als Kapital bezogen werden. (…) 

 

(…)" 

 

4.7.2. 

Im SGE vom 28. Mai 2020 (3-RV.2019.121) wird bezüglich 

Teilpensionierung Folgendes ausgeführt: 

 

"3.2. 

Die Teilpensionierung ist im geltenden Vorsorgerecht nicht ausdrücklich gere-

gelt. Teilpensionierungen mit gestaffelter Auszahlung des Alterskapitals sind 

aus steuerlicher Sicht aber grundsätzlich zulässig. Es müssen jedoch die fol-

genden Voraussetzungen kumulativ erfüllt sein (Schweizerische Steuerkonfe-

renz, Vorsorge und Steuern, Anwendungsfälle zur beruflichen Vorsorge und 

Selbstvorsorge, Muri/Bern 2002, Anwendungsfall A.1.3.8; St. Galler Steuer-

buch [StB] 52 Nr. 2 Ziff. 1.5 [Schrittweise Pensionierung/Teilpensionierung]; 

Kantonale Steuerverwaltung des Kantons Appenzell Ausserrhoden, Rechts-

dienst/Spezialsteuern, Merkblatt zur Teilpensionierung mit Kapitalbezug, Stand 

November 2012): 

 

- Der Beschäftigungsgrad ist massgeblich und dauerhaft zu reduzieren. 

- Mit der Reduktion des Beschäftigungsgrades hat eine entsprechende Re-

duktion des Lohnes einher zu gehen. 

- Der Bezug von Altersleistungen muss dem Ausmass der Reduktion des 

Beschäftigungsgrades entsprechen. 

- Die Teilpensionierung und ihre Voraussetzungen müssen im Reglement 

verankert sein. 

 

Die Reduktion des Beschäftigungsgrades muss mindestens 1 Jahr dauern 

(Steuerverwaltung des Kantons Schwyz, Merkblatt BVG/Sich häufig stellende 

Fragen [FAQ], Stand Juni 2015, S. 17). 

 

Ist eine der Voraussetzungen nicht erfüllt, wird eine Rechtswidrigkeit angenom-

men. Von einer solchen ist auch auszugehen, wenn die einzelnen Schritte der 

Teilpensionierung zeitlich nahe beieinander liegen (StB 52 Nr. 2 Ziff. 1.5 

[Schrittweise Pensionierung/Teilpensionierung]). Es ist also beispielsweise 

nicht möglich, sich im Herbst 2007 teilweise frühpensionieren zu lassen und im 

Frühling 2008 den Rest nachzuholen und damit die Steuerprogression bei den 

Kapitalzahlungen zu brechen (Robin Luisi, Vorzeitige Pensionierung – steuer- 

und vorsorgerechtliche Aspekte, in: Der Schweizer Treuhänder 10/2007, S. 751 

ff.)." 

 

4.7.3. 

Weder hat der Rekurrent per 1. April 2021 den Beschäftigungsgrad seiner 

Arbeitstätigkeit für die C._____ AG reduziert noch war er davor voll arbeits-

fähig gewesen. Eine Teilpensionierung im Sinne von Ziff. 2.2.6 des Vorsor-

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gereglements ist daher zu verneinen (E. 4.7.1.). Fehlt es an einer Teilpen-

sionierung, erübrigt sich eine Prüfung der in E. 4.7.2. genannten Kriterien. 

 

4.8. 

Zusammengefasst ist festzuhalten, dass sowohl die Kapitalzahlung von 

CHF 91'777.35 im Jahr 2021 als auch jene von CHF 157'612.25 im Jahr 

2022 im Einklang mit den gesetzlichen und reglementarischen Bestimmun-

gen erfolgte. Diese Kapitalzahlungen können daher nicht gestützt auf § 45 

Abs. 2 Satz 2 StG zusammen im Jahr 2021 besteuert werden.  

 

4.9. 

In Gutheissung des Rekurses ist somit das steuerbare Einkommen 2021 

(Jahressteuer auf Kapitalzahlungen) gemäss Verfügung vom 21. Februar 

2023 von CHF 249'389.00 um CHF 157'612.00 auf CHF 91'777.00 herab-

zusetzen. 

 

5. 

5.1. 

Die amtlichen Kosten des Rekursverfahrens werden der unterliegenden 

Partei auferlegt (§ 189 Abs. 1 StG). Die Partei- und Gerichtskosten können 

jedoch unabhängig vom Ausgang des Verfahrens aufgeteilt werden, wenn 

die obsiegende steuerpflichtige Person das Rekursverfahren durch ihr Ver-

halten in der Vorinstanz verursacht hat (§ 189 Abs. 3 StG). 

 

5.2. 

Der Rekurrent obsiegt mit seinem gestellten Antrag. Die Steuerkommission 

Q._____ weist indes zutreffend darauf hin, dass der Rekurrent im Rekurs-

verfahren eine gegenüber dem vorinstanzlichen Verfahren modifizierte Be-

gründung vorbringt. Allerdings schrieb die B._____ Sammelstiftung im 

Zusammenhang mit der Auszahlung der Altersleistung von CHF 91'777.35 

von einer Teilpensionierung am 1. April 2021, obwohl die Voraussetzungen 

dafür gemäss deren Vorsorgereglement nicht gegeben waren (vgl. 

Schreiben an den Rekurrenten vom 13. April 2021; E. 4.7.3.). Dem 

Rekurrenten als juristischen Laien kann nicht vorgeworfen werden, dass er 

diese falsche Bezeichnung nicht erkannte und in der Folge selbst von einer 

Teilpensionierung sprach. Der Rekurrent hat deshalb das vorliegende Re-

kursverfahren nicht durch sein eigenes Verhalten vor der Vorinstanz 

verursacht. Die Kosten des Rekursverfahrens sind demnach gemäss § 189 

Abs. 1 StG auf die Staatskasse zu nehmen.   

 

5.3. 

Ausserdem ist dem Rekurrenten für die Vertretung im Rekursverfahren 

eine Parteikostenentschädigung auszurichten (§ 189 Abs. 2 StG). Die Kos-

tennote der Vertreterin für die Bemühungen im Rekursverfahren beläuft 

sich auf CHF 2'500.00. 

 

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5.4. 

Bei der Vertretung durch Rechtsanwälte, Treuhänder und auch Steuer-

berater stellt der Tarif gemäss dem Dekret über die Entschädigung der An-

wälte vom 10. Dezember 1987 (Anwaltstarif, AnwT; Stand 1. Januar 2021) 

die obere Grenze des Parteikostenersatzes dar (AGVE 1981, S. 281; SGE 

vom 23. März 2023 [3-RV.2021.174]). 

 

5.5. 

Vorliegend wird die Entschädigung bei einem Streitwert von knapp 

CHF 2'200.00, einem mittleren Schwierigkeitsgrad, einer mittleren Bedeu-

tung des Falles und einem mittleren notwendigen Aufwand auf 

CHF 1'200.00 (inkl. MWSt und Auslagen) festgesetzt (§ 8a Abs. 1 lit. a 

Ziff. 1 und Abs. 2 AnwT sowie § 8c Abs. 1 AnwT).  

 

 

  

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Das Gericht erkennt: 

 

1. 

In Gutheissung des Rekurses wird das steuerbare Einkommen 2021 (Jah-

ressteuer auf Kapitalzahlungen) auf CHF 91'700.00 festgesetzt. 

 

2. 

Die Kosten des Rekursverfahrens werden auf die Staatskasse genommen. 

 

3. 

Es wird eine Parteikostenentschädigung von CHF 1'200.00 (inkl. MWSt) 

ausgerichtet. 

 

 
 

   

Zustellung an: 

die Vertreterin des Rekurrenten (2) 

das Kantonale Steueramt  

das Gemeindesteueramt Q._____ 

 

 

 
 

   

Rechtsmittelbelehrung  

 

Dieser Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung mit Be-

schwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Aargau angefochten 

werden. Die Beschwerde ist in doppelter Ausfertigung beim Spezialver-

waltungsgericht, Obere Vorstadt 37, 5001 Aarau, einzureichen. Die 

Frist steht still vom 7. Tag vor bis und mit dem 7. Tag nach Ostern, vom 

15. Juli bis und mit 15. August und vom 18. Dezember bis und mit dem 

2. Januar. Die unterzeichnete Beschwerdeschrift muss einen Antrag, wie 

der Entscheid zu ändern sei, sowie eine Begründung enthalten. Der ange-

fochtene Entscheid und als Beweismittel angerufene Urkunden sind beizu-

legen (§§ 28 und 43 f. des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 

4. Dezember 2007 [VRPG] in Verbindung mit Art. 145 Abs. 1 der Schwei-

zerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 [ZPO]; §§ 187, 

196 und 198 des Steuergesetzes vom 15. Dezember 1998 [StG]). 

 

 

  

 - 14 - 

 

 

 

 
   

Aarau, 25. April 2024 

 

Spezialverwaltungsgericht 

Steuern 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Fischer Fäs