# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4b99442b-f280-5bc8-9c2c-77ce8d0489f6
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-01-07
**Language:** de
**Title:** Zug Verwaltungsgericht Sozialversicherungsrechtliche Kammer 07.01.2021 S 2020 32
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Verwaltungsgericht/ZG_VG_001_S-2020-32_2021-01-07.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS ZUG

SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHE KAMMER

Mitwirkende Richter: lic. iur. Adrian Willimann, Vorsitz
lic. iur. Jacqueline Iten-Staub und Dr. iur. Matthias Suter 
Gerichtsschreiberin: MLaw Andrea Henggeler

U R T E I L  vom 7. Januar 2021
gemäss § 29 der Geschäftsordnung

in Sachen

A.________
Beschwerdeführerin
vertreten durch RA lic. iur. B.________

gegen

IV-Stelle Zug, Baarerstrasse 11, Postfach, 6302 Zug
Beschwerdegegnerin 

betreffend

Invalidenversicherung 
(Rente)

S 2020 32 (S 2015 85 / S 2016 124)

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Urteil S 2020 32

A. a) Die 1969 geborene A.________, gelernte Büroangestellte, Mutter zweier Söhne 
(Jahrgänge 19xx und 19xx), war zur Zeit ihres Verkehrsunfalls am 7. Mai 1988 bei der 
C.________, danach an verschiedenen Stellen und zuletzt – vor ihrem Wechsel in die 
vollzeitige Haushaltstätigkeit – bis Juni 1992 als Sachbearbeiterin bei der D.________ in 
E.________ erwerbstätig. Wegen ihrer Unfallfolgen meldete sie sich erstmals am 
11. Januar 1999 bei der Invalidenversicherung zum Bezug von Leistungen an (IV-act. 1 
ff.). Die IV-Stelle Zug holte im Rahmen ihrer Abklärungen einen Auszug aus dem 
individuellen Konto der Versicherten, Arbeitgeber- und Arztberichte sowie insbesondere 
die Unfallakten der Berner Versicherungen ein (IV-act. 17 ff.) und liess die Versicherte in 
der MEDAS Zentralschweiz polydisziplinär abklären (IV-act. 143 ff.). Mit Verfügung vom 
31. Mai 2001 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren ab (IV-act. 219 f.). 

Am 25. Januar 2010 meldete sich die Versicherte, unterstützt vom Sozialamt, erneut bei 
der IV-Stelle Zug an und machte einen verschlechterten Gesundheitszustand geltend (IV-
act. 230). Mit Verfügung vom 6. September 2010 wies die IV-Stelle das 
Leistungsbegehren mangels Veränderung des Gesundheitszustandes seit der letzten 
Beurteilung ab (IV-act. 396 ff.). Die dagegen erhobene Beschwerde vom 8. Oktober 2010 
(IV-act. 403 ff.) wurde vom Verwaltungsgericht mit Urteil S 2010 154 vom 26. August 2011 
insofern gutgeheissen, als es die Verfügung aufhob und die Sache zu weiteren 
Abklärungen und zum anschliessenden Neuentscheid an die IV-Stelle zurückwies (IV-
act. 439 ff.). 

In der Folge wurde ein interdisziplinäres Gutachten (orthopädisch/rheumatologisch, 
neurologisch, neuropsychologisch und psychiatrisch) bei der asim Gutachtensstelle in 
Basel eingeholt (IV-act. 490 ff.). Weil in diesem Gutachten vom 16. August 2012 die 
Fahreignung der Versicherten angezweifelt wurde, benachrichtigte die IV-Stelle das 
Strassenverkehrsamt (IV-act. 649), welches seinerseits weitere verkehrsmedizinische 
bzw. verkehrspsychologische Abklärungen in die Wege leitete (IV-act. 689 ff.). Bevor im 
Juli 2013 der Führerausweis aufgrund der unauffälligen Testresultate wieder erteilt wurde 
(IV-act. 708 ff.), fand am 25. September 2012 ausserdem eine Haushaltsabklärung statt 
(IV-act. 652 ff.). Im Auftrag der IV-Stelle wurde die Versicherte zudem im Zeitraum vom 
März bis November 2013 von einer privaten Überwachungsfirma observiert (IV-act. 717 
ff.). Mit Mitteilung vom 15. Januar 2014 (IV-act. 714 f.) bzw. Zwischenverfügung vom 
31. März 2014 (IV-act. 757 f.) ordnete die IV-Stelle schliesslich eine neuropsychiatrische 
Begutachtung durch Dr. F.________ vom RAD an. Die Untersuchungen fanden daraufhin 
vom 15. bis 17. September 2014 statt; das Gutachten erfolgte sodann am 27. Februar 

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Urteil S 2020 32

2015 (IV-act. 886 ff.). Mit Vorbescheid vom 10. April 2015 teilte die IV-Stelle mit, sie 
beabsichtige das Leistungsbegehren abzuweisen, weil die Versicherte gemäss dem 
Gutachten von Dr. F.________ zu 100 % arbeitsfähig sei (IV-act. 950 f.). Trotz dagegen 
erhobenem Einwand vom 13. Mai 2015 (IV-act. 960 ff.) hielt die IV-Stelle mit Verfügung 
vom 29. Mai 2015 an der Abweisung des Leistungsbegehrens fest (IV-act. 969 ff.).

b) Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde vom 1. Juli 2015 liess A.________, vertreten 
durch RA lic. iur. G.________, beantragen, ihr sei gestützt auf das asim-Gutachten eine 
ganze Rente auszurichten; eventualiter seien das asim-Gutachten, die diversen Berichte 
von Dr. H.________ sowie das Gutachten von Dr. F.________ durch ein geeignet 
erscheinendes, insbesondere neuropsychiatrisch-neuropsychologisches 
Fachkompetenzzentrum hinsichtlich der verschieden beurteilten Arbeitsfähigkeit 
überprüfen und würdigen zu lassen; subeventualiter sei sie im Rahmen eines 
Obergutachtens erneut zu untersuchen und zu beurteilen; subsubeventualiter sei ihr bei 
Verweigerung einer ganzen Rente Anspruch auf berufliche Massnahmen zu gewähren; 
alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin. Zur 
Begründung wurde unter anderem ausgeführt, die asim-Gutachter seien am 16. August 
2012 zum Schluss gekommen, dass keine verwertbare Arbeitsfähigkeit bestünde. RAD-
Arzt Dr. I.________ habe festgestellt, dass das Gutachten die Qualitätskriterien erfülle und 
dass es in seinen Ausführungen schlüssig und nachvollziehbar sei. Trotz dieser klaren 
Stellungnahme sei in der Folge aus unersichtlichen Gründen nichts geschehen. Es sei 
weder nachvollziehbar noch klar, weshalb die Beschwerdegegnerin sich dann veranlasst 
gesehen habe, sie oberservieren und weiter medizinisch abklären zu lassen. Am 2. August 
2014 habe sie dem beauftragten Gutachter Dr. F.________ des RAD AF.________ ihre in 
252 Ziffern niedergeschriebene Leidensgeschichte zugestellt. Es dürfe bezweifelt werden, 
dass der Gutachter diese Abhandlung gelesen habe, ansonsten er wohl andere Schlüsse 
gezogen hätte. Nicht nachvollziehbar sei im Weiteren, weshalb die Beschwerdegegnerin 
Dr. F.________ vom RAD AF.________ mit der erneuten medizinischen Abklärung 
beauftragt habe, habe doch zuvor bereits RAD-Arzt Dr. I.________ Stellung genommen. 
In den Einwendungen vom 24. Februar 2014 habe sie bereits ausführen lassen, dass für 
den Fall, dass das asim-Gutachten zweifelhaft sein sollte, ein Obergutachten und nicht 
eine Untersuchung durch einen RAD-Arzt zu verfügen sei. Doktor I.________ sei 
jedenfalls in keiner Art und Weise glaubwürdig, habe er doch im November 2013, also ein 
gutes Jahr nach seiner ersten Stellungnahme, eine ganz andere Ansicht vertreten. Des 
Weiteren könne die Unabhängigkeit von Dr. F.________ ganz sicher nicht bejaht werden, 
weshalb sein Gutachten aus dem Recht zu weisen oder zumindest mit äusserster 

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Urteil S 2020 32

Zurückhaltung zu würdigen sei. Nach der Begutachtung habe sie Dr. F.________ erneut 
Informationen zugestellt, welche sie ihm im Rahmen der Begutachtung nicht habe 
bekanntgeben können. Diesem Schreiben vom 19. September 2014 könne man 
entnehmen, wie sie funktioniere. Sie brauche all diese Post-it-Zettel, damit sie nichts 
vergesse. In der Folge liess die Beschwerdeführerin "Ungereimtheiten" im Gutachten vom 
27. Februar 2015 auflisten. Weiter liess sie ausführen, der Zweitgutachter unterstelle ihr 
aufgrund der erhobenen Testergebnisse "Malingering". Dies werde in aller 
Entschiedenheit zurückgewiesen. Zudem erfülle sie gemäss ihrer Einschätzung das 
Kriterium A (äusserer Anreiz) nicht, da es für sie nicht um die finanzielle Absicherung, 
sondern um die Wahrheit gehe. Wer schon mit ihr zu tun gehabt habe, könne die 
attestierte 100%ige Arbeitsfähigkeit nicht verstehen. Wie bereits Dr. H.________ 
festgehalten habe, sei sie keinem Arbeitgeber zumutbar. Im Übrigen gehe der 
Zweitgutachter auf die von ihr geltend gemachten körperlichen Beschwerden in keiner Art 
und Weise ein. Dazu fehle ihm auch das Fachwissen. Letztlich sei Fakt, dass zwei 
Gutachten im Recht liegen würden, welche zu einem absolut divergenten Ergebnis 
kommen würden. Im asim-Gutachten werde ihr als Büroangestellte keine verwertbare 
Restarbeitsfähigkeit im ersten Arbeitsmarkt mehr attestiert. Im Zweitgutachten werde 
ausgeführt, dass aus rein versicherungspsychiatrischer Sicht aktuell und im Längsschnitt 
keine psychiatrisch bedingten und begründbaren Einschränkungen der Leistungsfähigkeit 
eruierbar seien. Insofern könne die Beschwerdeführerin aus rein 
versicherungspsychiatrisch-neuropsychologischer Sicht jede ihrer Qualifikation 
entsprechende Tätigkeit uneingeschränkt ausführen. Wenn nicht antragsgemäss auf das 
Erstgutachten abgestützt werde, müsse zwingend ein geeignet erscheinendes, 
medizinisches, insbesondere neuropsychiatrisches-neuropsychologisches 
Fachkompetenzzentrum über die Schlüssigkeit der beiden Gutachten sowie der Berichte 
von Dr. H.________ befinden. Sollte das Gericht die angefochtene Verfügung bestätigen, 
so seien berufliche Massnahmen zu gewähren.

c) Am 31. Juli 2015 bezahlte die Beschwerdeführerin den von ihr erhobenen 
Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.– innert Frist.

d) Mit Vernehmlassung vom 27. August 2015 beantragte die IV-Stelle Zug die 
vollumfängliche Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung führte sie dabei unter 
anderem aus, die Zwischenverfügung vom 31. März 2014 sei nicht angefochten worden, 
weshalb offensichtlich keine Ablehnungsgründe gegen den Gutachter oder die 
Begutachtung weiterverfolgt werden sollten. Weshalb ein neues Gutachten notwendig 

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Urteil S 2020 32

geworden sei, lasse sich der rechtskräftigen Zwischenverfügung vom 31. März 2014 
entnehmen. Die Observationserkenntnisse hätten in die Begutachtung durch die asim im 
Jahre 2012 nicht einfliessen können. Zudem hätten neue Untersuchungsberichte aus dem 
Bereich Verkehrsmedizin vorgelegen. Der RAD könne bei Bedarf selber ärztliche 
Untersuchungen von Versicherten durchführen (Art. 49 Abs. 2 IVV). Doktor I.________ sei 
Facharzt für Innere Medizin, massgebend für die Beurteilung seien allerdings 
spezialärztliche, neurologische und psychiatrische sowie neuropsychologische 
Beurteilungen. Zudem handle es sich bei einem Abklärungsverfahren um einen laufenden 
Prozess. Bei seiner Beurteilung vom 27. August 2012 habe Dr. I.________ im Gegensatz 
zur Beurteilung vom 25. November 2013 noch keine Kenntnis des 
Haushaltabklärungsberichtes und der verkehrsmedizinischen und -psychologischen 
Gutachten gehabt. Diese Berichte hätten das Beschwerdebild der Beschwerdeführerin als 
inkonsistent erscheinen lassen. Bei der Besprechung hätten die teilnehmenden RAD-Ärzte 
keine Meinung vorgefasst, sondern aufgrund der Inkonsistenzen gerade keine 
abschliessende Meinung bilden können. Sie seien deswegen zum Schluss gekommen, 
dass eine eingehende Untersuchung bei Dr. F.________ die notwendigen 
Schlussfolgerungen erbringen könne. Die IV-Stelle dürfe nicht basierend auf 
unvollständigen medizinischen Akten oder nicht schlüssigen medizinischen Beurteilungen 
entscheiden. In der Zwischenverfügung vom 31. März 2014 sei begründet worden, 
weshalb nicht ein Obergutachten, sondern ein zusätzliches Gutachten, welches sich mit 
den neuen Erkenntnissen auseinandersetze, vorgesehen werde. Die vorgebrachten 
Ungereimtheiten vermöchten das Resultat des Gutachtens nicht zu beeinflussen. Die 
Behauptung, wonach es der Beschwerdeführerin um die Wahrheit und nicht um die 
finanzielle Absicherung gehe, sei subjektiv. Interessant sei, dass die Beschwerdeführerin 
offenbar nur diejenigen Untersuchungsresultate als "Wahrheit" akzeptiere, die zu einer 
Versicherungsleistung führen würden. Woher sie sich die Sicherheit hole, dass die 
Beschwerden auf die Borreliose zurückzuführen seien, sei offen. Medizinische Berichte, 
welche dies bestätigen würden, bestünden nicht und seien der IV-Stelle nicht bekannt. Der 
Gutachter Dr. F.________ habe in seinem Bericht sämtliche medizinischen Unterlagen wie 
auch die übrigen relevanten Unterlagen würdigen müssen. Dazu hätten selbstverständlich 
die Stellungnahmen der anderen involvierten RAD-Ärzte gehört. Es habe auch kein 
einziger RAD-Arzt bis zur Begutachtung bei Dr. F.________ abschliessend die Meinung 
geäussert, dass die Beschwerdeführerin voll arbeitsfähig sei. Vielmehr seien Zweifel 
geäussert worden. Unter diesen Umständen sei die abschliessende Prüfung des 
medizinischen Sachverhalts eine Pflicht gewesen. Es sei nicht nachvollziehbar, wie aus 
dieser Situation eine Beeinflussung des Gutachters hätte entstehen sollen. Sie, die 

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Beschwerdegegnerin, sei der Meinung, den Leistungsanspruch gut und umfassend 
abgeklärt zu haben, weshalb ein Obergutachten nicht notwendig erscheine. Bei einem 
entsprechenden Gesuch würde sie auch das Vorliegen der Voraussetzungen für die 
Zusprechung beruflicher Massnahmen prüfen. Dies sei allerdings nicht Gegenstand dieses 
Verfahrens. Zu den zusätzlich eingereichten Notizen der Beschwerdeführerin werde 
lediglich soweit Stellung genommen, als festzustellen sei, dass die in den verschiedenen 
Eingaben zahlreich festgehaltenen Punkte sich wiederholen und teilweise widersprechen 
würden. Einerseits bringe die Beschwerdeführerin vor, sie brauche absolute Ruhe beim 
Arbeiten etc., was beim Tanzen aber nicht der Fall sei. Im Gegensatz dazu habe sie 
gegenüber der Abklärungsperson gesagt, dass sie Lärm überhaupt nicht ertrage – weder 
Musik noch Musikinstrumente. Weiter klage die Beschwerdeführerin über Zeitmangel, 
halte sich aber auch unter der Woche bis am frühen Morgen des Folgetages im Tanzlokal 
auf.

e) Mit Urteil S 2015 85 vom 18. Februar 2016 wies das Verwaltungsgericht die 
Beschwerde ab, soweit es darauf eintrat. Das Gericht kam zum Schluss, dass weder das 
Vorgehen der Beschwerdegegnerin generell noch die Abweisung des Leistungsbegehrens 
zu beanstanden sei. Die asim-Gutachter hätten zwar auf eine vollständige 
Arbeitsunfähigkeit geschlossen, sie hätten die Frage der Authentizität der 
Leistungsmängel jedoch offengelassen. In der Folge habe sich aufgrund der 
Haushaltsabklärung und der verkehrsmedizinischen Abklärungen deutlich herausgestellt, 
dass die Beschwerdeführerin keineswegs kognitiv eingeschränkt sei. Die 
Beschwerdegegnerin sei daher angesichts der vorliegenden Widersprüche und 
Inkonsistenzen gehalten gewesen, weitere Abklärungen zu tätigen. Dies habe letztlich 
zum überzeugenden und formell korrekten Gutachten von Dr. F.________ geführt, auf 
welches die IV-Stelle habe abstellen dürfen. Dies insbesondere deshalb, weil damit die 
offenen Fragen hätten beantwortet werden können und weitere Zweifel oder Unklarheiten 
nicht vorhanden gewesen seien. Medizinisch klare Beschwerdebilder wie etwa eine 
Persönlichkeitsstörung o.ä. hätten bei der Beschwerdeführerin somit nicht festgestellt 
werden können. 

f) Eine gegen dieses Verwaltungsgerichtsurteil durch die Versicherte erhobene 
Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten hiess das Bundesgericht mit Urteil 
8C_262/2016 vom 22. September 2016 teilweise gut. Das Bundesgericht hob das 
kantonale Urteil auf und wies die Sache zur Einholung eines gerichtlichen Obergutachtens 
und erneutem Entscheid an die Vorinstanz zurück. Begründend führte das Bundesgericht 

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in Erwägung 5.2 seines Urteils aus, bezüglich Diagnosestellung und Frage einer allfälligen 
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus psychischen Gründen bestünden 
fachärztlicherseits unterschiedliche Angaben und höchst widersprüchliche 
Einschätzungen. Namentlich das asim-Gutachten vom 16. August 2012 und das 
neuropsychiatrisch-neuropsychologi-sche Komplexfallabklärungs-Gutachten des Dr. 
F.________ vom 27. Februar 2015 äusserten sich zur Arbeitsfähigkeit der Versicherten, 
würden indes diametral voneinander abweichen. Angesichts dessen lasse sich der Grad 
der Arbeitsunfähigkeit aufgrund der vorhandenen medizinischen Unterlagen entgegen der 
Auffassung der Vorinstanz nicht zuverlässig bestimmen. Beim asim-Gutachten vom 
16. August 2012 handle es sich um ein im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholtes, den 
Anforderungen der Rechtsprechung entsprechendes Gutachten externer Spezialärzte (so 
genanntes Administrativgutachten), welchem grundsätzlich voller Beweiswert zuerkannt 
werde, solange "nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit" der Expertise sprechen 
würden. Wohl basiere auch das neuropsychiatrisch-neuropsychologische 
Komplexfallabklärungs-Gutachten vom 27. Februar 2015, auf welches sich die Vorinstanz 
und IV-Stelle stützten, auf eigenen Untersuchungen, sei in Kenntnis der Vorakten 
abgefasst worden und erfülle an sich die rechtsprechungsgemässen Voraussetzungen an 
ein medizinisches Gutachten. Trotzdem bleibe es ein versicherungsinterner Bericht und 
die Bezeichnung "Komplexfallabklärungs-Gutachten" ändere nichts daran, dass es sich 
eben nicht um ein im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholtes Gutachten externer 
Spezialärzte handle. Bei dieser Ausgangslage, Vorliegen eines Administrativgutachtens, 
hätte das kantonale Gericht nicht einfach gestützt auf eine diametral entgegenstehende 
RAD-Beurteilung entscheiden dürfen, sondern hätte – bei Annahme daraus resultierender 
konkreter Indizien gegen die Zuverlässigkeit des asim-Gutachtens – ein Obergutachten 
einholen müssen. Nach dem Gesagten sei der medizinische Sachverhalt ungenügend 
abgeklärt. Mit dem Abstellen auf die RAD-Beurteilung und dem Verzicht auf weitere 
Abklärungen habe das kantonale Gericht den Untersuchungsgrundsatz (Art. 61 lit. c 
ATSG) verletzt. 

g) Daraufhin eröffnete das Verwaltungsgericht unter der Verfahrensnummer S 2016 
124 ein neues Dossier und räumte den Parteien mit Schreiben vom 10. Oktober 2016 
Gelegenheit ein, dem Gericht eine entsprechende Gutachterstelle bzw. entsprechende 
Gutachterpersonen bekannt zu geben. In der Folge konnten sich die Parteien auf 
Dr. J.________ als federführender Gutachter und das weitere Vorgehen einigen. 
Nachdem die Parteien von der Möglichkeit, Ergänzungsfragen zu stellen, Gebrauch 
gemacht hatten, wurde Dr. J.________ am 3. Juli 2017 mit der Begutachtung beauftragt. 

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h) In den darauffolgenden Monaten liess die Beschwerdeführerin mehrere Schreiben 
mit diversen Fotos von Personen, die sie verfolgen, beobachten und Vogelattrappen, die 
sie observieren würden sowie mit Hinweisen, wo sich die Überwachungskameras, die 
GPS-Tracker befänden, teils handschriftlich, teils mit vielen Zettelchen auf die Seite 
geklebt, einreichen. Dabei wandte sich die Beschwerdeführerin auch mehrere Male direkt 
ans Gericht oder den Gutachter, wobei die bei Gericht eingegangenen Schreiben jeweils 
direkt an den Gutachter weitergeleitet wurden. Zentrales Thema war dabei immer die 
Überwachung/Beobachtungsproblematik. Obwohl die IV-Stelle bereits mit Schreiben vom 
28. Februar 2017 mitgeteilt hatte, dass seit Jahren, konkret seit dem 15. November 2013 
keine Observationen mehr stattfänden, war die Beschwerdeführerin überzeugt, dass sie 
die Beschwerdegegnerin weiterhin beobachten lasse. Das Gericht wurde deshalb 
mehrfach ersucht, sicherzustellen, dass die Beschwerdeführerin nicht mehr beobachtet 
werde. Zudem schaltete die Beschwerdeführerin die Polizei ein und es wurde eine sog. 
"Gegenobservation" in die Wege geleitet, welche jedoch nichts Aussergewöhnliches zu 
Tage förderte.

i) Nach drei klinischen Untersuchungen am 6. Dezember 2017, 11. September 2018 
und 15. Januar 2019 erstattete Dr. J.________ am 11. Februar 2019 sein Gutachten. 
Dieses umfasst 125 Seiten. Im Rahmen der Begutachtung holte Dr. J.________ bei 
diversen Personen einschliesslich des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin 
fremdanamnestische Auskünfte ein. Zudem beauftragte er lic. phil. K.________, 
Fachpsychologe für Neuropsychologie, mit der Sichtung der bisherigen 
neuropsychologischen Abklärungen und der Beurteilung deren Aussagekraft. 

j) Die vom Gericht eingeräumte Möglichkeit, zum Gutachten von Dr. J.________ 
Stellung zu nehmen, nahm die Beschwerdegegnerin mit Stellungnahme vom 7. März 2019 
wahr. Sie führte aus, die umfassende und absolut kompetente Abklärung durch Dr. 
J.________ zeige, dass kein invalidenversicherungsrelevantes Leiden vorliege, welches 
die Beschwerdeführerin an der Aufnahme einer Erwerbstätigkeit hindere. 
Dementsprechend sei auf das Gutachten inklusive die neuropsychologische Abklärung 
vollumfänglich abzustellen. 

k) Mit Stellungnahme vom 26. Juni 2019 stellte sich die Beschwerdeführerin auf den 
Standpunkt, das Gutachten von Dr. J.________ stelle keine Grundlage für eine 
abschliessende Beurteilung der Angelegenheit dar. In verfahrensrechtlicher Hinsicht liess 

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die Beschwerdeführerin eine öffentliche Verhandlung beantragen, damit dem Gutachter 
diverse durch sie formulierte Fragen gestellt werden könnten, um zahlreiche Widersprüche 
und offene Fragen zu klären. Zudem seien mehrere Zeugen zu befragen und eine 
Parteibefragung durchzuführen. Eventualiter sei ein Obergutachten einzuholen. 

l) Mit Urteil S 2016 124 vom 26. September 2019 wies das Verwaltungsgericht die 
Beschwerde ab mit der Begründung, dem Gerichtsgutachten von Dr. J.________ komme 
volle Beweiskraft zu, weshalb darauf abgestellt werden könne. Ein 
invalidenversicherungsrechtlich relevanter Gesundheitsschaden liege somit nicht vor und 
es sei von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin sowohl in ihrer 
angestammten Tätigkeit als Büroangestellte als auch in einer leidensangepassten 
Tätigkeit auszugehen. Den Antrag der Beschwerdeführerin auf Durchführung einer 
öffentlichen Verhandlung wies das Gericht ab und begründete dies damit, dass die 
Beschwerdeführerin mit ihrem Antrag in erster Linie eine Beweisabnahme bezwecke. Der 
Öffentlichkeitsgrundsatz beinhalte indessen keinen Anspruch darauf, dass bestimmte 
Beweismittel öffentlich und in Anwesenheit der Parteien abgenommen würden. Sodann 
würde es dem generellen öffentlichen Interesse an einer speditiven Verfahrenserledigung 
widersprechen, wenn das Gericht in jedem Fall eine öffentliche Verhandlung durchführen 
müsste, dies auch wenn die Beschwerdeführerin selber die Verzögerung in Kauf nehme. 
Schliesslich sei der Antrag auf Durchführung einer öffentlichen Verhandlung infolge 
Verwirkung abzuweisen und die Berufung auf das Öffentlichkeitsprinzip nach Art. 6 Ziff. 1 
EMRK verstosse in diesem Verfahrensstadium gegen den Grundsatz von Treu und 
Glauben.

m) Eine gegen dieses Urteil erhobene Beschwerde hiess das Bundesgericht mit Urteil 
8C_751/2019 vom 25. Februar 2020 unter Aufhebung des Verwaltungsgerichtsurteils 
S 2016 124 vom 26. September 2019 gut und wies die Sache zu neuer Entscheidung an 
das Verwaltungsgericht zurück. Zur Begründung führte das Bundesgericht in 
Erwägung 3.5 seines Urteils aus, für das kantonale Gericht habe keine Veranlassung und 
keine Rechtfertigung bestanden, von der grundsätzlichen Verpflichtung zur Durchführung 
einer öffentlichen Verhandlung ausnahmsweise abzuweichen. Indem die Vorinstanz 
dennoch auf eine solche verzichtet habe, sei der in Art. 6 Ziff. 1 EMRK gewährleisteten 
Verfahrensgarantie nicht Rechnung getragen worden. Es sei daher unumgänglich, die 
Sache an das kantonale Gericht zurückzuweisen, damit es diesen Verfahrensmangel 
behebe und die von der Beschwerdeführerin verlangte öffentliche Verhandlung 
durchführe. 

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B. In der Folge eröffnete das Verwaltungsgericht unter der Verfahrensnummer 
S 2020 32 ein neues Dossier. 

C. Am 25. August 2020 kam das Verwaltungsgericht der Verpflichtung des 
Bundesgerichts nach und führte eine öffentliche Verhandlung durch. Die Parteien hielten 
dabei an ihren Anträgen und Begründungen fest. Für die Voten der Parteien anlässlich der 
öffentlichen Verhandlung wird auf das Protokoll der Verhandlung sowie auf die vom 
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin anlässlich der Verhandlung eingereichten 
Plädoyer-Notizen verwiesen. Soweit erforderlich wird im Rahmen der Erwägungen darauf 
eingegangen.

D. Mit Datum vom 21. September 2020 erklärte RA B.________, dass er selbst keine 
Ergänzungen zum mit Schreiben vom 10. September 2020 versandten Protokoll der 
öffentlichen Verhandlung anzubringen habe, hingegen die Beschwerdeführerin in der 
Eingabebeilage ihre Ergänzungen handschriftlich unter dem Titel "für die Protokoll-
Berichtigung (VH 25.8.20)", datierend vom 20. September 2020, festgehalten habe, 
beginnend mit einigen generell zu berichtigenden Ausführungen und nachfolgend die zu 
berichtigenden Punkte 1 bis 74. Mit Schreiben vom 20. Oktober 2020 reichte die IV-Stelle 
eine grundsätzliche Stellungnahme ein, ohne eine eigentliche Berichtigung zu beantragen. 
Mit Verfügung vom 30. Oktober 2020 wurde das Protokoll der öffentlichen Verhandlung in 
diversen Punkten berichtigt. Im Übrigen wurden die handschriftliche Eingabe der 
Beschwerdeführerin vom 20. September 2020 sowie die Eingabe der 
Beschwerdegegnerin vom 20. Oktober 2020 im Sinne der Ergänzung zu den Akten 
genommen. 

Das Verwaltungsgericht erwägt:

1.
1.1 Zu den Eintretensvoraussetzungen, zum massgebenden Sachverhalt, zum 
anwendbaren Recht, zu den grundsätzlichen Voraussetzungen des Anspruchs auf eine 
Rente nach dem Bundesgesetz über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) sowie zu 

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den Grundsätzen der Beweiswürdigung hat sich das Gericht in Erwägung 1 bis 3 des 
Urteils S 2015 85 vom 18. Februar 2016 bereits eingehend geäussert. 

Ergänzend sind am 1. Januar 2021 die am 21. Juni 2019 verabschiedeten geänderten 
Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. Dementsprechend sieht 
Art. 83 ATSG vor, dass für im Zeitpunkt des Inkrafttretens der Änderung vom 21. Juni 
2019 beim erstinstanzlichen Gericht hängige Beschwerden das bisherige Recht gilt. Die 
hier zu beurteilende Beschwerde wurde am 1. Juli 2015 der Post übergeben, weshalb die 
bis 31. Dezember 2020 gültigen Normen des ATSG auf den vorliegenden Fall Anwendung 
finden und in dieser Fassung zitiert werden. 

1.2 Wie bereits erwähnt, hat das Bundesgericht mit Urteil 8C_262/2016 vom 22. Sep-
tember 2016 die Sache unter Aufhebung des Urteils vom 18. Februar 2016 (S 2015 85) 
zur neuen Entscheidung an das Verwaltungsgericht zurückgewiesen, damit ein 
Gerichtsgutachten eingeholt und gestützt darauf neu entschieden werde. Das daraufhin 
gestützt auf das Gerichtsgutachten von Dr. J.________ ergangene 
Verwaltungsgerichtsurteil vom 26. September 2019 (S 2016 124) hat das Bundesgericht 
mit Urteil 8C_751/2019 vom 25. Februar 2020 wiederum aufgehoben und die 
Angelegenheit an das Verwaltungsgericht zurückgewiesen mit der Begründung, das 
kantonale Gericht habe im vorliegenden Fall nicht von der Durchführung einer öffentlichen 
Verhandlung absehen dürfen. Die öffentliche Verhandlung fand in der Folge am 
25. August 2020 statt. Strittig und nachfolgend zu prüfen ist im vorliegenden Verfahren 
somit nach wie vor, ob die Beschwerdegegnerin einen Leistungsanspruch der 
Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 29. Mai 2015 zu Recht verneinte. 

1.3 Die Beurteilung erfolgt auf dem Zirkulationsweg gemäss § 29 der 
Geschäftsordnung des Verwaltungsgerichtes (GO VG; BGS 162.11).

2. Einleitend ist darauf hinzuweisen, dass das Verwaltungsgericht nicht dazu 
verpflichtet ist, sich mit jeder tatbestandlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand 
der Parteien auseinanderzusetzen. Bei der sich aus dem verfassungsrechtlichen Anspruch 
auf rechtliches Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV ergebenden Pflicht des Gerichts, seinen 
Entscheid zu begründen, geht es nämlich darum, dass die betroffene Person sich über 
dessen Tragweite ein Bild machen und ihn in voller Kenntnis der Sache gegebenenfalls 
bei der oberen Instanz anfechten kann. In diesem Sinn müssen wenigstens kurz die 

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Überlegungen genannt werden, von denen sich das Gericht hat leiten lassen und auf 
welche sich das Urteil stützt (dazu BGE 126 I 97 E. 2b mit Hinweisen; BGer 5P.58/2003 
vom 9. April 2003 E. 1.3). 

3.  Zum Gesundheitszustand und zur Arbeits- bzw. Erwerbsfähigkeit der 
Beschwerdeführerin ist den Akten im Wesentlichen Folgendes zu entnehmen:

3.1 Im Rahmen der Beurteilung vom 18. Februar 2016 (S 2015 85) würdigte das 
Gericht die in der Folge noch einmal abgedruckten medizinischen Berichte:

3.1.1 Vom 12. bis zum 14. März 2012 wurde die Versicherte an der Academy of Swiss 
Insurance Medicine des Universitätsspitals Basel neurologisch, rheumatologisch, 
internistisch, psychiatrisch und neuropsychologisch untersucht. Mit Gutachten vom 
16. August 2012 hielten die beteiligten Ärzte folgende Diagnosen mit Einfluss auf die 
Arbeitsfähigkeit fest: 1. Verdacht auf Zwangsstörung (ICD-10 F42); 2. Symptomenkomplex 
mit neben überwiegend zwanghaften, histrionischen, vermeidenden, ängstlichen und 
somatoformen Zügen, am ehesten multifaktoriell bedingt bei Verdacht auf schwere 
neurotische Störung, DD Persönlichkeitsstörung und DD ADHS; 3. Nicht-authentische 
neuropsychologische Leistungseinbussen auf dem Boden möglicher leichter authentischer 
neuropsychologischer Minderleistungen und ausgeprägten Verhaltensauffälligkeiten bei 
Status nach Autounfall (Frontalkollision) am 7. Mai 1988 mit stattgehabter milder 
traumatischer Hirnverletzung (MTBI), Kategorie II (ICD-10 S06.79), bei Migräne ohne 
Aura, bei generalisiertem unspezifischem Schmerzsyndrom sowie bei psychiatrischen 
Diagnosen 1 und 2. Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hielten die 
Gutachter im Wesentlichen ein generalisiertes unspezifisches Schmerzsyndrom (ICD-10 
M53), ein Status nach Autounfall sowie eine Migräne ohne Aura (ICD-10 G43.0) fest. 
Unter dem Titel "Aktuelle medizinische Beurteilung" wurde im Gutachten – kurz 
zusammengefasst – ausgeführt, in der aktuellen Begutachtung falle zunächst und ganz im 
Vordergrund das höchst auffällige Verhalten der Explorandin auf. Somatisch imponiere sie 
wie schon in allen Vorgutachten gesund, uneingeschränkt, ja sogar sehr lebendig bis fast 
angetrieben mit einer sehr hohen Energie in der Interaktion und ohne irgendwelchen 
sichtbaren Einschränkungen der Beweglichkeit oder Schmerzäusserungen während der 
spontanen Verhaltensweise. Bei der ausführlichen neuropsychologischen Testung zeigten 
sich wiederum vor allem Verhaltensauffälligkeiten, weitgehend nicht authentische neben 
möglichen authentischen, insgesamt aber nur leichte neuropsychologische 
Minderleistungen (ICD-10 F06.07). Psychiatrisch bestehe ein höchst auffälliger bis bizarrer 

13

Urteil S 2020 32

Symptomenkomplex, der einer Diagnose nicht eindeutig zuzuordnen sei. So könne 
schlussendlich das die Explorandin beeinträchtigende schwere Krankheitsbild im Grossen 
und Ganzen nur deskriptiv beschrieben werden, wobei aber hinsichtlich der 
Arbeitsfähigkeit kein Zweifel bestehe, dass die Explorandin auf dem freien Arbeitsmarkt 
nicht arbeitsfähig erscheine, schon weil sie – wie von Dr. H.________ richtig eingeschätzt 
– einem Arbeitgeber nicht zumutbar sei. Somatisch könne die Explorandin als gesund 
gelten. Schlussendlich kamen die Gutachter zum Schluss, weder im angestammten Beruf 
als Büroangestellte noch in einer Verweisungstätigkeit bestehe eine verwertbare 
Arbeitsfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt. Schliesslich wurde im Gutachten auch die 
Fahreignung der Versicherten angezweifelt (IV-act. 490 ff.). 

3.1.2 Mit Stellungnahme vom 27. August 2012 führte Dr. med. I.________, Facharzt für 
Innere Medizin FMH, vom RAD AF.________ unter anderem aus, das asim-Gutachten 
erfülle die an ein medizinisches Gutachten gestellten Qualitätskriterien und sei in seinen 
Ausführungen/Argumentationen schlüssig und nachvollziehbar. Aufgrund der 
umfangreichen medizinischen Informationen müsse von einer 100%igen 
Arbeitsunfähigkeit betreffend sämtliche ausserhäuslichen Tätigkeiten ausgegangen 
werden (IV-act. 646 f.). 

3.1.3 Am 25. September 2012 fand bei der Versicherten zu Hause eine 
Haushaltsabklärung statt. Die Abklärungsperson erstellte gleichentags einen 
Abklärungsbericht und kam bei der Invaliditätsbemessung zum Ergebnis, dass die 
Versicherte in der Haushaltsführung nicht eingeschränkt sei. Der abschliessenden 
Beurteilung ist zu entnehmen, dass die Verlangsamung der Versicherten im Haushalt nicht 
mehr im selben Ausmass berücksichtigt werden müsse, weil die Teilerwerbstätigkeit 
infolge der Behinderung seit längerem aufgegeben worden sei. Die Versicherte könne die 
Haushaltstätigkeiten nur verlangsamt und in Etappen umsetzen, weil sie durch das 
Aufschreiben von Notizen zu erschöpft sei. Die Post-it-Zettel würden viel Geld kosten. Die 
Versicherte habe ein Unfallproblem. Sie habe keine Zeit, um zum Zahnarzt zu gehen. Sie 
habe früher eine Spange gehabt und habe gefragt, ob die IV Leistungen für eine Korrektur 
erbringen würde. Es sei wichtig, dass die IV wisse, dass sie keinen Lärm ertrage und sie 
zum Einkaufen und für die Therapien auf das Auto angewiesen sei. Sie könne sich aber 
eine Wegbeschreibung nicht merken. Sie ertrage es nicht, in öffentlichen Verkehrsmitteln 
zu reisen. Wenn die Kinder ausziehen würden, hätte sie ein Problem und neue Leiden 
würden hinzukommen. Es sei wichtig, dass die IV das alles wisse (IV-act. 652 ff.). 

14

Urteil S 2020 32

3.1.4 Weil im asim-Gutachten unter anderem auch die Fahreignung der Versicherten 
angezweifelt wurde, sah sich die Beschwerdegegnerin veranlasst, dies mit Schreiben vom 
7. September 2012 dem Strassenverkehrsamt mitzuteilen (IV-act. 649). Das 
Strassenverkehrsamt gab in der Folge weitere Abklärungen in Auftrag, weswegen die 
Beschwerdeführerin am 28. Mai 2013 in L.________ von der M.________ hinsichtlich ihrer 
Fahreignung begutachtet wurde. Mit Gutachten vom 5. Juni 2013 wurde festgehalten, das 
von der Versicherten erzielte Leistungsprofil erweise sich als durchgehend unauffällig. Im 
Determinationstest gelinge es ihr, rasch und adäquat auf erhebliche Belastungen zu 
reagieren. Die Ergebnisse würden somit zeigen, dass sie die richtige Reaktion vor der 
Einwirkung konkurrierender irrelevanter Reize gut abschirmen könne und sie über eine 
gute Konzentrationsfähigkeit verfüge. Die Ergebnisse des Reaktionstests attestierten ihr 
zudem intakte Bewegungsgeschwindigkeiten sowie adäquate Reaktionszeiten, weshalb 
davon ausgegangen werden könne, dass sie angemessen rasch auf relevante 
Reizkonstellationen reagieren und geplante Handlungsabläufe schnell umsetzen könne. 
Im "Cognitrone" würden ihr bei angemessenem Arbeitstempo wenig Entscheidungsfehler 
unterlaufen, was auf eine zügige und gleichzeitig genaue Arbeitsweise hindeute. Das 
Ergebnis im adaptiven tachistoskopischen Verkehrsauffassungstest attestiere der 
Versicherten zudem eine hinreichend schnelle und genaue Wahrnehmungsleistung im 
Sinne der Überblicksgewinnung. Die anhand der Trackingaufgabe erfasste, geteilte 
Aufmerksamkeitsleistung präsentiere sich unauffällig. Das Gesichtsfeld erweise sich im 
peripheren Wahrnehmungstest mit 174,7 Grad ebenfalls als ausreichend. Aufgrund der 
durchgehend unauffälligen Ergebnisse in den Leistungstests könne davon ausgegangen 
werden, dass die Versicherte grundsätzlich über die notwendigen kognitiven Fähigkeiten 
verfüge, um sicher am Strassenverkehr teilzunehmen. Hierfür spreche auch die Tatsache, 
dass sie sich gemäss ihren eigenen Angaben sowie der Aktenlage des 
Strassenverkehrsamtes seit 25 Jahren als Motorfahrzeuglenkerin angepasst und unfallfrei 
im Strassenverkehr fortbewege. Die im neuropsychologischen Gutachten vom 14. März 
2012 festgestellten kognitiven Defizite würden sich in vorliegender Untersuchung nicht 
zeigen, wobei die Authentizität der damaligen Untersuchungsbefunde von den 
Untersuchern auch angezweifelt worden sei (IV-act. 692 ff.). In der Folge kam auch Dr. 
med. N.________, Praktische Ärztin FMH und Verkehrsmedizinerin SGRM, vom Institut 
O.________ in ihrem Aktengutachten zum Schluss, dass die Fahreignung der 
Versicherten aufgrund des erzielten unauffälligen Leistungsprofils zum jetzigen Zeitpunkt 
befürwortet werden könne (IV-act. 690 f.).

15

Urteil S 2020 32

3.1.5 Auf Anregung von Dr. I.________ wurde RAD-Arzt P.________, Facharzt für 
Psychiatrie und Psychotherapie, beigezogen. Dieser hielt in der Stellungnahme vom 
25. November 2013 das psychiatrische asim-Teilgutachten vom 16. August 2012 aus 
formaler Sicht für ausreichend; inhaltlich könne es jedoch nicht überzeugen. Insbesondere 
würden die angesichts der diagnostischen Unklarheiten sowie des teilweise bizarren 
Verhaltens der Versicherten möglichen Faktoren Aggravation/Simulation nicht diskutiert. 
Auch das neuropsychologische Teilgutachten deute auf das mögliche Vorliegen einer 
Aggravation/Simulation hin. Zusammenfassend könne aus versicherungspsychiatrischer 
Sicht das psychiatrische Teilgutachten in Kombination mit dem neuropsychologischen 
Gutachten als Grundlage für die weiteren Entscheide der IV nicht empfohlen werden (IV-
act. 706).

3.1.6 Bei den Akten liegt ferner ein Ermittlungsbericht der Überwachungsagentur 
Q.________. Demgemäss wurde die Versicherte im Auftrag der IV zwischen dem 
23. März und dem 23. Juni 2013 sowie zwischen dem 8. Oktober und dem 14. November 
2013 observiert. An insgesamt zwölf Tagen wurde die Versicherte dabei einmal 
beobachtet, wie sie an einem Nachmittag ausserhäuslichen Aktivitäten nachging und 
einmal, wie sie an einem Abend ein Tanzlokal aufsuchte. Mehr geht aus dem 
Ermittlungsbericht nicht hervor (IV-act. 717 ff.).

3.1.7 Mit Bericht vom 17. Mai 2014 gab Dr. med. H.________, FMH Psychiatrie/Psycho-
therapie, dem Strassenverkehrsamt Bescheid über den gesundheitlichen Verlauf der 
Arbeitsunfähigkeit der Versicherten. Einleitend wies er darauf hin, dass er seine frühere 
Diagnose einer hirnorganischen Persönlichkeitsstörung revidieren und das Krankheitsbild 
neu diagnostiziert werden müsse. Bei der Versicherten liege eine schwere histrionische 
Entwicklung mit der Differentialdiagnose einer histrionischen Persönlichkeitsstörung vor. 
Ihre Angaben seien widersprüchlich. Alles was in ihrem Sinn und Interesse geschehe, 
könne sie konzentriert, stimmig und konzise vortragen. Sie könne sich auch an weit 
zurückliegende Gesprächsinhalte und an ihre früheren Angaben sicher erinnern. Es gebe 
keine objektivierbaren Hinweise auf das Vorliegen einer hirnorganischen 
Funktionsstörung. Trotz beklagter kognitiver und mnestischer Störungen zeige sie ein 
ausgezeichnetes Gedächtnis für zurückliegende Gespräche, für Informationen des 
Anwaltes und für Inhalte von Schriftstücken. Mit grossem subjektivem Leidensdruck und 
aus ihrer Sicht beweisend für ihre Unfähigkeit, sich zu erinnern oder strukturiert 
vorzugehen, sei sie trotz präsentiertem Chaos jeweils über Umwege auf den Punkt 
gekommen und habe bei ihr wichtig erscheinenden Themen beharrlich insistieren können. 

16

Urteil S 2020 32

Trotz präsentiertem Chaos zeige sie bei genauerem Hinsehen eine intakte kognitiv-
mnestische Funktions- und Leistungsfähigkeit. In ihr wichtig oder unbedenklich 
erscheinenden Themenbereichen funktioniere sie unauffällig. Im Gesprächsverlauf hätten 
sich immer mehr Widersprüche zwischen Beschwerden und objektivierbaren Befunden, 
aber auch zwischen Klagen und beschriebener Aktivität gezeigt. Unmittelbar nach der 
letzten Sitzung habe sie beispielsweise mit ihren Söhnen geplant, zu einer 
Familienaufstellung nach R.________ zu fahren. Autofahren und Tanzen bezeichne sie 
als problemlos mögliche Tätigkeiten mit ausgesprochenem Erholungswert. Allerdings sehe 
sie sich nicht in der Lage, irgendeiner geregelten- oder Arbeitstätigkeit nachzugehen. 
Beurteilend führte Dr. H.________ aus, entgegen der früheren Annahme einer 
hirnorganischen Störung müsse heute von einer Erkrankung aus dem konversiven 
Störungskreis ausgegangen werden. Die Versicherte präsentiere das Bild einer ungefähr 
mittelschweren histrionischen Persönlichkeitsstörung (DD: Konversionsstörung, postiktale 
histrionische Entwicklung). Das von der Versicherten präsentierte Krankheitsbild mute 
trotz hohem subjektivem Leidensdruck und Beeinträchtigungsgefühl nicht stringent und 
objektivierbar an. In allen relevanten und für sie wichtigen Lebensbereichen funktioniere 
sie (auch kognitiv-mnestisch) problemlos oder organisiere sich ein funktionierendes 
Betreuungsumfeld. Hirnorganisch habe keine strassenverkehrsrelevante 
Funktionseinschränkung nachgewiesen werden können. Übereinstimmend mit der 
neuropsychologischen und rechtsmedizinischen Abklärung könne die Fahrfähigkeit ohne 
weitere Einschränkung bei intakter kognitiv-mnestischer Leistungsfähigkeit attestiert 
werden (IV-act. 776 ff.). 

3.1.8 Vom 15. bis zum 17. September 2014 wurde die Versicherte neuropsychiatrisch 
und neuropsychologisch untersucht. Doktor med. univ. Dr. phil. F.________, Facharzt 
Psychiatrie und Psychotherapie FMH sowie DAS Neuropsychologie, hielt in der Folge am 
27. Februar 2015 fest, dass keine Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit vorliegen 
würden. Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nannte er eine mit Sicherheit 
nachgewiesene Simulation bzw. erhebliche Aggravation (DSM-V V65.2; unter anderem 
neuropsychologische Diagnose einer "simulierten/massiv aggravierten neurokognitiven 
Dysfunktion") sowie eine histrionisch akzentuierte Persönlichkeit (ICD-10 Z73.1). Unter 
Ziffer 9.2 "Stellungnahme zur aktuellen Situation, Begründung der eigenen Diagnosen" 
führte Dr. F.________ unter anderem aus, die Schilderungen bezüglich kognitiver 
Beschwerden hätten sich bezüglich Ausmass und Qualität nicht mit den – im Rahmen der 
psychiatrischen Untersuchung objektivierbaren – psychopathologischen Befunden 
gedeckt. Bei der klinisch-psychiatrischen Untersuchung hätten sich bezüglich 

17

Urteil S 2020 32

Merkfähigkeit und Erinnerungsvermögen keine Auffälligkeiten gezeigt. Die Explorandin 
habe sich gut und detailliert an alles erinnern können, was in der Sitzung besprochen 
worden sei. Die Narrationen bezüglich alltäglicher Situationen, in denen ihr ihre 
Merkfähigkeits- und Erinnerungsdefizite bewusst würden, hätten wenig authentisch, wie 
"aufgesagt" und emotional nicht stimmig vorgetragen gewirkt. Daher lasse sich eine 
Diskrepanz zwischen subjektiver Beschwerdeangabe und klinischer Wahrnehmung 
konstatieren. Merkfähigkeitsstörungen hätten sich klinisch-psychiatrisch nicht validieren 
lassen. Weiter hätten sich bei der klinisch-psychiatrischen Untersuchung Zeichen einer 
akzentuierten histrionischen Persönlichkeit, jedoch keiner histrionischen 
Persönlichkeitsstörung evaluieren lassen. Bei der zusätzlich zur genannten Untersuchung 
vorgenommenen Testdiagnostik hätten sich zahlreiche als inkonsistent einzustufende 
Ergebnisse gezeigt. Die Testergebnisse in den kognitiven Validierungstests würden 
nahelegen, dass ein Mangel an authentischem Verhalten vorgelegen habe. Die Probandin 
habe Ergebnisse erzielt, die als sehr auffällig einzustufen seien und nahelegen würden, 
dass die zielgerichtete Vortäuschung kognitiver Symptome als sehr wahrscheinlich 
anzusehen sei. Die Ergebnisse der Tests zur Beurteilung der Glaubhaftigkeit der 
Beschwerdeschilderung hätten gezeigt, dass die Beschwerdeführerin bei der 
Beschwerdeschilderung nicht übertrieben habe. Andererseits hätten zwei von sechs 
positiven Validitätsskalen auffällige Werte gezeigt. Dies weise auf eine leichte Tendenz 
hin, sich bei der Darstellung eigener psychischer Probleme und Schwierigkeiten 
zurückzunehmen. Bei den Tests zur Beurteilung der Persönlichkeit und psychiatrischer 
Symptome seien die insbesondere für histrionische Persönlichkeitsstörungen wesentlichen 
Skalen (Körperbeschwerden, Leugnung von Ängsten und Aggressionshemmung) 
unauffällig gewesen. Ausgeprägt histrionische Persönlichkeitsstörungen würden hier in der 
Regel exorbitante Erhöhungen aufweisen. Unauffällig seien auch weitere Skalen und auch 
das Green'sche Profil habe wenig auf eine histrionische Persönlichkeitsstörung 
hingewiesen. Somit würden auch die "MMPI-2"-Befunde keine Hinweise für eine 
histrionische Persönlichkeitsstörung ergeben. Angesichts der Angabe massiver kognitiver 
Beschwerden sei eine strukturell-bildgebende neuroradiologische Abklärung bezüglich 
Demenz bzw. Traumafolgen als Zusatzuntersuchung veranlasst worden. Diese MR-
Untersuchung des Neurokraniums ergebe keine Hinweise auf intrakranielle Traumafolgen, 
einen hirnorganischen metabolischen oder neurodegenerativen Prozess. In den Arealen, 
die – soweit topographisch zuzuordnen – im Gutachten von Dr. S.________ (9. Oktober 
1991) Funktionseinschränkungen gezeigt hätten, liege morphologisch ebenfalls ein 
Normbefund vor. Strukturelle Hinweise für das Vorliegen einer MTBI, einer 
Neuroborreliose oder eines Schlaganfalles bestünden nicht. Das links frontal subkortikale 

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Urteil S 2020 32

kleine (5 mm) Kavernom sei als Zufallsbefund im Sinne eines "sporadischen Kavernoms" 
wahrscheinlich kongenitalen Ursprungs, könne daher nicht mit Symptomen in 
Zusammenhang gebracht werden und sei im Vergleich mit den Voruntersuchungen über 
einen Verlauf von 18 Jahren grössenstabil ohne Zeichen einer Blutung. Dieser 
Nebenbefund habe somit keine Konsequenzen. Im Übrigen seien eine ADHS, eine 
Zwangsstörung, eine Angststörung, eine hypochondrische Störung, eine Neurasthenie 
sowie eine artifizielle Störung differentialdiagnostisch auszuschliessen. Zu evaluieren sei 
daher noch, ob angesichts der testpsychologisch ausgewiesenen deutlichen negativen 
Antwortverzerrungen bezüglich Konzentrations- und Gedächtnisprobleme Simulation/Ag-
gravation zu diagnostizieren sei. Der Aggravationsdiagnostik nach T.________ folgend, 
sei aus neuropsychologischer Sicht die erhebliche Aggravation/Simulation ("Malingering") 
diagnostisch ausgewiesen. Die Versicherte zeige Verhaltensweisen, durch die kognitive 
Beschwerden übertrieben dargestellt bzw. vorgetäuscht würden. Klinisch habe bei den 
Untersuchungen keine psychiatrische Störung von Krankheitswert ausgewiesen werden 
können. Die Versicherte weise klinisch-psychiatrisch die typischen Zeichen einer 
akzentuierten Persönlichkeit auf. Abschliessend hielt Dr. F.________ fest, dass aus 
psychiatrisch-neuropsychologischer Sicht kein gravierender dauerhafter 
Gesundheitsschaden ausweisbar sei, der aus versicherungspsychiatrischer Sicht eine 
wesentliche, dauerhafte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründen würde. Die 
Versicherte könne entsprechend ihrem Qualifikationsniveau aus 
versicherungspsychiatrischer Sicht in der freien Wirtschaft mit einem 100%igen Pensum 
ohne Einschränkungen arbeiten (IV-act. 886 ff.). 

3.1.9 Mit Stellungnahme vom 23. März 2015 empfahl RAD-Arzt P.________ das 
neuropsychiatrisch-neuropsychologische Komplexfallabklärungs-Gutachten von Dr. 
F.________ vom 27. Februar 2015 als medizinische Grundlage für die weiteren 
Entscheide der IV-Stelle anzuerkennen. Demzufolge könne unter gesamter Würdigung 
aller Daten und Befunde davon ausgegangen werden, dass seit Februar 2010 keine 
wesentliche dauerhafte Einschränkung der Leistungsfähigkeit bestanden habe (IV-
act. 947).

3.2 Auf Veranlassung des Bundesgerichts wurde bei Dr. med. J.________, Facharzt 
für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, schliesslich ein Gerichtsgutachten eingeholt, 
welches vom 11. Februar 2019 datiert und insgesamt 125 Seiten umfasst. Bei der 
Beurteilung führte der Gutachter unter anderem aus, nach Aktenlage bestehe weitgehend 
Einigkeit darin, dass das Vollbild von Beschwerden und Einschränkungen der Explorandin 

19

Urteil S 2020 32

nicht oder nur zu einem geringen Teil traumatisch bzw. organisch bedingt sei. Nahezu 
durchgängig konsistent sei die Beurteilung, dass psychogene Faktoren eine 
entscheidende Rolle bei einem organisch nicht bedingten Verlauf spielten. Hierbei würden 
sich durchgängig – bis aktuell – nachvollziehbare Hinweise finden, dass eine histrionische 
Persönlichkeitsstruktur oder eine histrionische Persönlichkeitsstörung vorliege. Bereits ab 
1989 würden sich in Bezug auf Beschwerdeangaben und Präsentation von kognitiven 
Störungen Inkonsistenzen finden. So habe die Explorandin über eine retrograde und 
anterograde Amnesie von einer Woche berichtet. Eine so lange Amnesie sei in Bezug auf 
die damals gestellte Diagnose (Gehirnerschütterung) nicht nachvollziehbar. Später werde 
die Amnesie sogar noch länger angegeben, was ebenfalls eine auffällige Aussage der 
Explorandin sei. Auffällig sei weiter, dass die Explorandin Zahlenreihen vorwärts deutlich 
weniger gut als rückwärts habe repetieren können, was gegen eine authentische 
Leistungspräsentation spreche. Des Weiteren seien bereits die Beschwerdeangaben im 
Jahr 1991 nicht nachvollziehbar gewesen. Sie habe über Gedächtnisstörungen in einem 
sehr ungewöhnlichen und organisch nicht erklärbaren Ausmass geklagt. Im weiteren 
Verlauf habe sie grosse Lärmintoleranz beschrieben; nur schon das Sprechen der beiden 
Buben mache sie müde. Diese Lärmintoleranz beklage sie bis heute. Dies stehe jedoch im 
Widerspruch zu Tätigkeiten wie z.B. Autofahren, bei welchem Lärmimissionen, denen sie 
sich freiwillig aussetze, auftreten würden. Des Weiteren habe sie extreme 
Einschränkungen geschildert; selbst das Zähneputzen der Kinder erschöpfe sie; sie könne 
auch nur eine Seite lesen; die Konzentration seit dem Unfall sei unverändert schlecht; sie 
könne kaum mehr einkaufen. Hingegen traue sie sich das Autofahren zu und zwar auch 
für längere Strecken, wie ihre jeweiligen Fahrten mit dem Auto von E.________ nach 
U.________ zur Begutachtung belegten. Zusammenfassend wies der Gutachter erneut 
darauf hin, dass sich bereits in den ersten Jahren nach dem Unfall 1988 deutliche, später 
massive Inkonsistenzen bezüglich kognitiver Leistungen und arbeitsbezogener 
Einschränkungen finden würden, welche medizinisch nicht erklärbar seien. Das 
polydisziplinäre Gutachten der asim von 2012 weiche als einziges und das diametral von 
den Ergebnissen früherer Gutachten und einer später im Jahre 2014 vom RAD 
vorgenommenen Untersuchung ab, indem es aufgrund des psychiatrischen Gutachtens 
trotz Hinweisen auf inkonsistentes Verhalten der Explorandin eine volle Arbeitsunfähigkeit 
postuliere. Das Gutachten der asim nehme dabei zum Längsschnitt im Sinne einer 
kritischen Analyse kaum Bezug. Zudem werde das Ergebnis des im Rahmen dieser 
polydisziplinären Begutachtung im gleichen Institut erstellten neuropsychologischen 
Teilgutachtens weder in der psychiatrischen noch in der gesamten Beurteilung 
berücksichtigt. Weiter merkte Dr. J.________ an, die aufgeführten Inkonsistenzen im 

20

Urteil S 2020 32

gesamten Längsschnitt liessen sich nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit durch das 
Vorliegen einer psychischen Störung erklären. Die Authentizität der Angaben der 
Explorandin zu Beschwerden und Leistungseinschränkungen sei grundlegend in Zweifel 
zu ziehen. Aus dem Längsschnitt lasse sich in Einklang mit den meisten Berichten und 
Gutachten (Ausnahme asim-Gutachten) eine massgebliche Einschränkung der 
arbeitsbezogenen Leistungsfähigkeit nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 
begründen. Die Ausführungen zu Diagnose und Arbeitsfähigkeit seien im Gutachten der 
asim nicht nachvollziehbar; offensichtliche Inkonsistenzen würden nicht berücksichtigt. 

Weiter führte der Gutachter aus, im Rahmen der aktuellen Begutachtung mit drei, 
insgesamt über achtstündigen Explorationen habe die Explorandin ein vergleichbares, von 
Inkonsistenzen geprägtes Bild gezeigt, wie es für den Längsschnitt bereits beschrieben 
sei. Bezüglich psychischer Symptomatik habe sie – mit Ausnahme ihrer Schilderungen 
von Überwachungen, Chip-Implantationen etc. – keine Tendenz zu nicht-authentischer 
Beschwerdepräsentation gezeigt. Im Gegenteil habe sie in drei psychologischen 
Beschwerdevalidierungstests jeweils Werte unterhalb des Cutoff erreicht. Weiter habe sie 
im Rahmen der aktuellen Untersuchungen Beschwerden und Verhaltensauffälligkeiten 
präsentiert, welche – für sich betrachtet – geeignet wären, den Eindruck einer psychisch 
auffälligen Frau zu vermitteln. Gleichzeitig habe sie durchgängig Ressourcen und hohe 
Inkonsistenzen präsentiert, welche nicht nur geeignet seien, die Authentizität ihrer 
geäusserten Beschwerden und Leistungseinschränkungen in Frage zu stellen, sondern 
auch im Gegensatz zu ihren eigenen Angaben und ihren gezeigten Fähigkeiten im 
Rahmen der Untersuchungen stünden. So sei sie mit Hunderten von Papieren erschienen. 
Diese schriftlichen Aufzeichnungen enthielten keinen Hinweis auf grobe formale 
Denkstörungen wie Zerfahrenheit, Inkohärenz, Wortneubildungen oder ähnliches. Im 
Nachgang habe sie eine Vielzahl von Briefen und Unterlagen mit weiteren Hunderten von 
Seiten an ihn, den Gutachter, oder seine Praxismanagerin versendet. Hierbei habe sie die 
Fähigkeit gezeigt, über die jeweiligen Inhalte der Angaben den Überblick zu behalten. 
Zudem habe sie ihm wiederkehrend Kontrollfragen zu Monaten zurückliegenden 
Schreiben gestellt. Weiter führte Dr. J.________ aus, die Explorandin habe sich als extrem 
hilfsbedürftig beschrieben und angegeben, sie könne sich nicht mehr als eine Sache aufs 
Mal merken. Diese von ihr beschriebene Schwäche habe sie zum Anlass genommen, ihre 
Unfähigkeit im Rahmen der Erhebung des Psychostatus nach AMDP zu demonstrieren. 
Bei der Prüfung der Konzentrationsfähigkeit habe sie sich nicht in der Lage gesehen, in 7-
er Schritten rückwärts zu zählen, was bei den meisten Menschen mit ihrer Ausbildung und 
früherer Tätigkeit möglich sein sollte. Sie habe sich selbst dann nicht in der Lage dazu 

21

Urteil S 2020 32

gesehen, als sie die gleiche Aufgabe in stark vereinfachter Form hätte erledigen sollen. 
Dabei habe sie ihre Unfähigkeit damit begründet, sie könne sich nicht zwei Dinge aufs Mal 
merken. Diese Begründung sei in sich nicht nachvollziehbar. Zudem stehe diese Aussage 
im Gegensatz zu ihrer Fähigkeit, vier respektive fünf Ziffern vorwärts und zwei respektive 
drei Ziffern rückwärts zu wiederholen, wobei man hierfür ja mehr als eine Ziffer speichern 
müsse, bevor man antworte. Weiter seien ihre angegebenen massiven Gedächtnis- und 
leichten Orientierungsstörungen nicht konsistent gewesen mit ihren im Rahmen der 
Untersuchung gezeigten Fähigkeiten. Sie habe bei präsentierten Merkfähigkeits- und 
Gedächtnisstörungen und einer präsentierten knappen bis unvollständigen örtlichen 
Orientierung jedes Mal angegeben, sie fahre Auto und habe noch nie einen Unfall gehabt. 
Sodann seien ihre gezeigten Fähigkeiten, schriftlich, in Telefonaten und mündlich in drei 
Untersuchungen über lange Zeit in freiem Vortrag zu sprechen, nicht konsistent mit ihrer 
beschriebenen Unfähigkeit, sich zu konzentrieren und mehr als ein Thema verfolgen zu 
können. Weiter habe sie angegeben, sie könne keine geschriebenen Texte verstehen. Er, 
der Gutachter, sei darum gebeten worden, die entsprechenden Fragen vorzulesen. Dies 
stehe nicht nur im Gegensatz zu ihrer Fähigkeit zu schreiben, sondern auch mit ihren 
Kennzeichnungen und Anmerkungen in Schriftstücken. Zudem sei sie im Rahmen der 
Begutachtung im Jahr 2014 in der Lage gewesen, einen Test mit ca. 600 Fragen zu lesen 
und valide zu beantworten. An anderer Stelle merkte der Gutachter an, das formale 
Denken sei umständlich gewesen, eingeengt auf die Themen Kausalität zum Unfall 1988, 
Hirnschlag und Observation/Abhörung durch die IV. Ausserhalb ihrer 
Beschwerdepräsentation habe sie sich allerdings situationsadäquat gezeigt. Nach 
Angaben ihres Sohnes zeige sie, wenn sie nicht belastet sei, unauffälliges Verhalten. Dies 
sei auch im Rahmen der aktuellen Untersuchungen beobachtbar gewesen. Sobald er sie 
aufgefordert habe, die Frage zu beantworten, ansonsten eine Begutachtung nicht möglich 
sei, habe sie wie "umgewandelt", fast schon unauffällig gewirkt. Sie habe dann 
fragenorientiert Auskunft gegeben und keine Auffälligkeiten gezeigt. Trotz angegebenen 
körperlichen Beschwerden seien über das gesamte Gespräch keine 
Schmerzbekundungen oder Bewegungseinschränkungen zu beobachten gewesen. Es 
hätten sich zudem keine Hinweise dafür gefunden, dass sie sich beobachtet oder 
beeinflusst fühlen könnte, ausser ihren Angaben dazu. Beispielsweise seien die Vorhänge 
der Fenster bei der Untersuchung offen gewesen, was die Explorandin offensichtlich nicht 
gestört habe. Zusammenfassend führte der Gutachter aus, bei der Vertretung ihrer 
Anliegen zeige die Explorandin überdurchschnittliche Fähigkeiten, welche durch ihre 
Beharrlichkeit Erfolg hätten. Ihre Angaben seien in sich jedoch nicht konsistent, nicht 
konsistent mit den erhobenen Befunden und nicht konsistent mit Angaben von 

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Urteil S 2020 32

Drittpersonen und Berichten zu gezeigten Ressourcen. Das auffällige Verhalten sei zudem 
steuerbar gewesen. Es hätten sich keine plausiblen Symptome gefunden, welche für das 
Vorliegen einer bekannten psychischen respektive organischen Störung sprechen und 
allenfalls ihre Verhaltensauffälligkeiten begründen könnten. Nach Massgabe all dieser 
Darlegungen könne das Vorliegen einer organisch bedingten psychischen Störung 
jedweder Genese mit überwiegender Wahrscheinlichkeit verneint werden. Das gezeigte 
Verhalten könne zudem nicht mit einer psychischen Störung alleine erklärt werden. 

Unter Ziffer 13.2 "Diagnosen und Persönlichkeit" kam Dr. J.________ zum Schluss, aus 
seiner Sicht sei die Schwelle für die Diagnosestellung einer Persönlichkeitsstörung 
erreicht. Die Explorandin zeige doch seit 20 Jahren Verhaltensauffälligkeiten, allerdings 
nicht in allen Lebenssituationen und primär abhängig vom Kontext. Wenn es auftrete, sei 
es hingegen phänomenologisch als histrionisch zu beurteilen. Unter strenger Anwendung 
der ICD-10-Kriterien zeige sich, dass, trotz ihres auffälligen Verhaltens, dieses nicht 
konsistent sei. Die Diagnose bewege sich im Grenzbereich zwischen 
Persönlichkeitsstörung und akzentuierter Persönlichkeit. Ihr ausgeprägt manipulatives 
Verhalten, ihr dauerndes Verlangen nach Anerkennung, ihre fehlende Bezugnahme auf 
andere seien sehr ausgeprägt, sodass nach Massgabe aller Aspekte vom Vorliegen einer 
histrionischen Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.4) auszugehen sei. Menschen mit 
histrionischen Anteilen hätten prinzipiell auch gute Ressourcen, was sich bei der 
Explorandin ebenfalls zeige. Sie habe Fachleute wie Laien von ihren Ideen überzeugen 
können. Viele Schauspieler, Künstler, in der Öffentlichkeit stehende Personen hätten 
histrionische Züge, ja sogar histrionische Persönlichkeitsstörungen. Gemäss Literatur 
werde die Einschränkung durch eine histrionische Persönlichkeitsstörung im Allgemeinen 
als gering beurteilt. Zusammenfassend wurde ausgeführt, weder aus 
neuropsychologischer noch aus psychiatrisch-gutachterlicher Sicht könne bei einem 
Mischbild zwischen nicht authentischer Beschwerde- und Leistungspräsentation und 
authentischen Angaben mit überwiegender Wahrscheinlichkeit die Diagnose einer 
psychischen Störung gestellt werden, welche ihre auffälligen Verhaltensweisen alleine 
erklären und eine Minderung der arbeitsbezogenen Leistungsfähigkeit mit überwiegender 
Wahrscheinlichkeit begründen könnten. Das Vorliegen einer histrionischen 
Persönlichkeitsstörung stelle lediglich Boden respektive Bühne dar, auf welchen sich das 
Verhalten der Explorandin im Kontext des Rentenverfahrens manifestiere. Gleichsinnig 
hierzu habe im Rahmen der diversen Begutachtungen eine Zunahme der Aggravation 
stattgefunden. Es werde anerkannt, dass die Verhaltensweisen der Explorandin massiv 
auffällig seien. In einem Rahmen im Alltag ausserhalb eines Rentenverfahrens wären sie 

23

Urteil S 2020 32

ungewöhnlich. Innerhalb von Rentenverfahren, insbesondere bei streitigen Fällen und 
Rechtsverfahren, sei die Entwicklung von ungewöhnlichen Verhaltensweisen jedoch 
bekannt, hierbei die Kombination mit inkonsistentem Verhalten. An anderer Stelle merkte 
der Gutachter erneut an, eine Diagnose, welche per sei geeignet wäre, eine Minderung 
der arbeitsbezogenen Leistungsfähigkeit medizinisch zu begründen, könne nicht gestellt 
werden. Es liessen sich zahlreiche, erhebliche, medizinisch nicht begründbare 
Inkonsistenzen feststellen.

Zur Arbeitsfähigkeit führte der Gutachter aus, weder in angestammter (Büroangestellte mit 
Büroanlehre) noch in behinderungsadaptierter Tätigkeit könne eine Minderung der 
Arbeitsfähigkeit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit konstatiert werden aufgrund hoher, 
psychiatrisch-neuropsychologisch nicht erklärbaren Inkonsistenzen bei medizinisch nicht 
authentischer Beschwerde- und Leistungspräsentation. Im Gegenteil besitze die 
Explorandin sehr hohe Ressourcen, welche sie bei ihrer Tätigkeit als Büroangestellte 
einsetzen könnte. Mit Abheilen der unmittelbaren medizinischen Folgen des Unfalls 1988 
liessen sich keine nachweisbar psychiatrisch-neuropsychologisch bedingten 
Einschränkungen postulieren, weder im Quer- noch im Längsschnitt, somit auch nicht seit 
der IV-Anmeldung 2010. Abschliessend merkte der Gutachter erneut an, es liege keine 
psychische Störung vor, welche mit überwiegendem Wahrscheinlichkeitsgrad den 
funktionellen Schweregrad erfülle, welcher eine Minderung der Arbeitsfähigkeit per se mit 
überwiegender Wahrscheinlichkeit begründe und geeignet wäre, ihr gezeigtes auffälliges 
Verhalten zu erklären (act. 80 [S 2016 124]). 

3.3 Am 21. Februar 2019 nahm RAD-Arzt V.________, Facharzt für Psychiatrie und 
Psychotherapie, zum Gutachten Stellung und merkte an, das sehr umfangreiche und 
leitliniengerechte psychiatrische Gutachten von Dr. J.________ inklusive einer 
eingehenden neuropsychologischen Testung durch lic. phil. K.________ habe, wie dies 
auch in Vor-Gutachten bereits festgestellt worden sei, objektiviert, dass die Versicherte ein 
nicht authentisches Beschwerdeverhalten bezüglich der vorgebrachten kognitiven 
Beeinträchtigungen zeige. Auf dem Boden einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung 
bestehe ein massives Rentenbegehren und die berichteten und gezeigten (in sich 
inkonsistenten) Beeinträchtigungen seien nicht einer sonstigen schwerwiegenden 
psychischen Störung zuzuordnen. Aufgrund der Persönlichkeitsstörung sei keine 
Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen. Aus versicherungsmedizinischer Sicht könne 
vollumfänglich auf das vorliegende (Ober-)Gutachten abgestellt werden (act. 83 [S 2016 
124] Beilage 1). 

24

Urteil S 2020 32

4. Mit Urteil 8C_262/2016 vom 22. September 2016 wurde das hiesige Gericht durch 
das Bundesgericht verpflichtet, bei der damaligen Ausgangslage – Vorliegen des 
Administrativgutachtens der asim und der diametral entgegenstehenden RAD-Beurteilung 
durch Dr. F.________ mit daraus resultierenden konkreten Indizien gegen die 
Zuverlässigkeit des asim-Gutachtens – ein Obergutachten einzuholen. Entgegen der 
Auffassung der Beschwerdeführerin dreht sich das vorliegende Beschwerdeverfahren 
somit nicht um die Beurteilung der Frage, ob das Gutachten der asim aus dem Jahr 2012 
beweiswertig ist, sondern es geht darum, das Gerichtsgutachten von Dr. J.________ auf 
seine Beweiskraft hin zu überprüfen. 

4.1 Zum Beweiswert von Gerichtsgutachten ist festzuhalten, dass es eine konstante 
höchstrichterliche Praxis gibt, dergemäss ein Gericht "nicht ohne zwingende Gründe" von 
den medizinischen Einschätzungen eines gerichtlich einberufenen Experten abweicht. 
Auch der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat diesbezüglich erwogen, der 
Meinung eines von einem Gericht ernannten Experten komme bei der Beweiswürdigung 
vermutungsweise hohes Gewicht zu (BGE 135 V 465 E. 4.4 mit Hinweisen). Ein Grund 
zum Abweichen kann vorliegen, wenn die Gerichtsexpertise widersprüchlich ist oder wenn 
ein vom Gericht eingeholtes Obergutachten in überzeugender Weise zu andern 
Schlussfolgerungen gelangt. Eine abweichende Beurteilung kann ferner gerechtfertigt 
sein, wenn gegensätzliche Meinungsäusserungen anderer Fachexperten dem Richter als 
triftig genug erscheinen, die Schlüssigkeit des Gerichtsgutachtens in Frage zu stellen, sei 
es, dass er die Überprüfung durch einen Oberexperten für angezeigt hält, sei es, dass er 
ohne Oberexpertise vom Ergebnis des Gerichtsgutachtens abweichende 
Schlussfolgerungen zieht (BGE 125 V 351 E. 3b/aa). Quintessenz ist mithin, dass 
Gerichtsgutachten in der Rangfolge von Arztberichten zuoberst stehen und grundsätzlich 
vollen Beweiswert haben. Nach dem Gesagten geniesst das vom kantonalen Gericht bei 
Dr. J.________ eingeforderte Gutachten grundsätzlich einen besonderen, jedenfalls 
erhöhten Beweiswert, es sei denn, die von den Parteien vorgebrachten Einwendungen 
wären derart zwingend, dass ein Festhalten am Gutachten als offensichtlich unhaltbar 
erschiene. 

4.2 In formeller Hinsicht ist vorab festzustellen, dass das Gerichtsgutachten von 
Dr. J.________ die höchstrichterlichen Anforderungen an ein beweiskräftiges Gutachten 
erfüllt. Das 125-seitige Gutachten enthält umfassende anamnestische Angaben, Dr. 
J.________ legte die von der Beschwerdeführerin geschilderte Situation und die geklagten 

25

Urteil S 2020 32

Beschwerden eingehend dar und hat seine Diagnose detailliert und für das Gericht 
schlüssig begründet. Die Vorakten hat Dr. J.________ in ausführlicher Weise 
wiedergegeben und im Gutachten selbst hat er sich immer wieder mit den Vorakten, 
namentlich auch mit dem asim-Gutachten und der neuropsychiatrisch-
neuropsychologischen Abklärung durch Dr. F.________, auseinandergesetzt. 

4.2.1 Zum Vorwurf der Beschwerdeführerin, der Gutachter habe nicht sämtliche ihrer 
Eingaben berücksichtigt, ist festzuhalten, dass der Gutachter über die vollständigen 
Gerichtsakten in Sachen der Beschwerdeführerin verfügte, wurden ihm doch mit dem 
Gutachtensauftrag vom 3. Juli 2017 die beiden Dossiers S 2015 85 und S 2016 124 samt 
den Einlegerakten der beiden Parteien zugestellt (act. 26 [S 2016 124]). Sodann hat das 
Gericht sämtliche Schreiben, die die Beschwerdeführerin während dem Beweisverfahren 
bei Gericht einreichte, jeweils umgehend an den Gutachter weitergeleitet. Doktor 
J.________ hat dann auf Seite 2 seines Gutachtens auch darauf hingewiesen, dass er 
sich unter anderem auf das Aktendossier, die vom Gericht nachträglich zugesendeten 
Unterlagen, die vom Gutachter angeforderten Unterlagen und eben gerade auch auf die 
von der Explorandin zugesendeten und zur Verfügung gestellten Unterlagen stütze. Des 
Weiteren hat der Gutachter unter Ziffer 2 einen 31-seitigen Aktenzusammenzug erstellt 
und unter Ziffer 3 die vom Gericht zugesendeten Unterlagen, unter Ziffer 4 die von ihm 
direkt angeforderten Unterlagen und unter Ziffer 5 die von der Explorandin zur Verfügung 
gestellten Unterlagen und Transkripte einzelner Combox-Nachrichten und von Telefonaten 
mit der Praxismanagerin aufgelistet und zusammengefasst. Auf Seite 93 des Gutachtens 
hat der Gutachter sodann darauf hingewiesen, dass die Beschwerdeführerin mit 
Hunderten, wenn nicht Tausenden von Papieren an den Explorationen erschienen sei, 
dass sie Unterlagen durch ihren Sohn habe bringen lassen und dass sie eine Vielzahl von 
mehreren hundert Seiten an seine Praxis- sowie Privatadresse gesendet habe. Angesichts 
der Tatsache, dass die von der Beschwerdeführerin eingereichten Schreiben mehrere 
hundert Seiten umfassen, ist der Vorwurf der Beschwerdeführerin unhaltbar. Insbesondere 
gilt zu berücksichtigen, dass es dem Gutachter gerade nicht zugemutet werden kann und 
er auch nicht verpflichtet ist, sämtliche Schreiben der Beschwerdeführerin aufzulisten und 
zusammenzufassen, es mithin Aufgabe des Gutachters ist, die für ihn relevanten Berichte 
zu erwähnen und für die Beurteilung des Falles heranzuziehen. In diesem Zusammenhang 
ist im Übrigen zu bedenken zu geben, dass der Umstand, dass ein Gutachter gewisse 
Akten weniger schwer gewichtet, als die versicherte Person dies möchte, nicht zur 
Unbrauchbarkeit des Gutachtens führt. Vorliegend bestehen jedenfalls keine Zweifel 

26

Urteil S 2020 32

daran, dass die wichtigsten Akten vom Gutachter – und natürlich auch vom Gericht – nicht 
nur zur Kenntnis genommen, sondern auch gebührend berücksichtigt wurden. 

4.2.2 Ebenfalls nicht gehört werden kann die Beschwerdeführerin mit dem Einwand, 
wonach ihr anlässlich der Begutachtung nicht genügend Zeit eingeräumt worden sei, um 
ihre Beschwerden und Probleme zu schildern. Wie sich aus dem Gutachten ergibt, wurden 
drei Explorationen von gesamthaft mehr als acht Stunden durchgeführt (6. Dezember 
2017 von 13:10 bis 16:15 Uhr, 11. September 2018 von 14:25 bis 17:45 Uhr und 15. Ja-
nuar 2019 von 13:45 bis 15:25 Uhr [vgl. act. 80, S 2016 124, S. 2]). Dabei wurde der 
Beschwerdeführerin beim ersten Begutachtungstermin während ca. 1 1/4 Stunden und 
beim zweiten Begutachtungstermin während zwei Stunden ermöglicht, nahezu 
ununterbrochen von sich aus zu sprechen, was sie offensichtlich auch genutzt hat (vgl. 
act. 80 [S 2016 124] S. 65 und 69). Inwiefern es sich dabei um zu wenig Zeit gehandelt 
haben soll, erschliesst sich dem Gericht nicht. Hat die Beschwerdeführerin bei dieser 
Sachlage weiterhin das Gefühl, sie habe die wichtigsten Sachen nicht sagen können, kann 
ihr jedenfalls nicht gefolgt werden. Dabei ist darauf hinzuweisen, dass die 
Beschwerdeführerin selbst nach der am 25. August 2020 vom Verwaltungsgericht 
durchgeführten öffentlichen Verhandlung die Meinung vertrat, sie habe das Wichtigste 
nicht gesagt, dies notabene nach einem zweistündigen Parteivortrag ohne 
Unterbrechungen seitens des Referenten. Inwiefern weitergehende Ausführungen 
ihrerseits zu einem anderen Ergebnis geführt hätten, erscheint für das Gericht nicht 
nachvollziehbar. Sowohl das Gericht anlässlich der öffentlichen Verhandlung als auch der 
Gutachter im Rahmen der an mehreren Tagen stattfindenden Explorationen konnten sich 
ein umfassendes Bild der Beschwerdeführerin machen, sodass sie mit ihrem Einwand 
nicht gehört werden kann. 

4.2.3 Unzutreffend ist des Weiteren die Rüge, die Fragen des Rechtsvertreters seien 
nur teilweise und zum Teil unvollständig beantwortet worden. Wie dem Gutachten zu 
entnehmen ist, hat Dr. J.________ auf den Seiten 120 ff. zu den Fragen des 
Rechtsvertreters Stellung genommen. Dabei hat er lediglich die auf Seite 6 des 
Schreibens des Rechtsvertreters vom 16. Mai 2017 ganz zu oberst stehende Frage zum 
erhobenen Vorwurf der Aggravation und Simulation durch Dr. F.________ (act. 24 [S 2016 
124]) nicht explizit beantwortet, wobei davon ausgegangen werden darf, dass dies 
unbewusst vergessen ging, nachdem die auf Seite 5 zu unterst stehende Frage vom 
Gutachter beantwortet wurde. Dies tut dem Beweiswert des Gutachtens jedoch keinen 

27

Urteil S 2020 32

Abbruch, hat sich Dr. J.________ doch an anderer Stelle des Gutachtens mit der 
aufgeworfenen Frage der Aggravation befasst. 

4.2.4 Soweit die Beschwerdeführerin in diesem Zusammenhang sodann bemängelt, 
dass das Gutachten entgegen ihrer Aufforderung nicht den Qualitätsleitlinien der SGPP 
entspreche, indem keine Prüfung der Funktionalitäten nach der Mini-ICF-APP 
vorgenommen worden sei, ist ihr entgegenzuhalten, dass den Gutachtern bei der Wahl der 
Methode zur Erstellung einer Expertise ein grosses Ermessen zukommt. Es kann somit 
nicht gesagt werden, dass nur die Anwendung einer Methode zulässig ist. Massgebend ist 
vielmehr, dass das Gutachten gesamthaft gesehen nachvollziehbar begründet und 
überzeugend ist (vgl. etwa BGer 8C_260/2016 vom 13. Juli 2016 E. 5.1 f. mit weiteren 
Hinweisen). Die Leitlinien der SGPP stellen dabei auch nur eine Orientierungshilfe für die 
begutachtenden Fachpersonen dar und sollen die Gutachtenspraxis im Hinblick auf die 
normativ massgeblichen Gesichtspunkte konkretisierend anleiten (BGer 8C_433/2017 
vom 12. September 2017 E. 3.4.1). Weder Gesetz noch Rechtsprechung schreiben den 
Psychiatern eine Begutachtung nach den entsprechenden Richtlinien vor. Somit bedarf 
das Gutachten von Dr. J.________ keiner vertieften Prüfung, ob es den Leitlinien der 
SGPP entspricht, zumal es auch bei einer allfälligen Verneinung nicht automatisch seine 
Beweiskraft verlieren würde (BGer 8C_734/2016 vom 12. Juli 2017 E. 3.9; 8C_105/2017 
vom 6. Juni 2017 E. 4.4 sowie 9C_715/2016 vom 24. Januar 2017 E. 3.2). 

4.2.5
4.2.5.1 Vertritt die Beschwerdeführerin darüber hinaus die Auffassung, es hätten neuro-
psychologische und/oder neurologische Abklärungen durchgeführt werden müssen, ist 
zunächst darauf hinzuweisen, dass den Gutachtern – was die Wahl der 
Untersuchungsmethoden betrifft – nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts ein 
weiter Ermessensspielraum zukommt. Dies gilt auch für die Auswahl der vorzunehmenden 
fachärztlichen Abklärungen. Es liegt demnach im Ermessen der Gutachter, weitere 
Fachleute beizuziehen oder davon abzusehen (vgl. zum Ganzen BGer 9C_753/2015 vom 
20. April 2016 E. 3.3 mit weiteren Hinweisen). Davon ging im Übrigen auch die 
Beschwerdeführerin aus, wurde dem Gericht doch mit Schreiben vom 14. Februar 2017 in 
Absprache mit der Beschwerdegegnerin vorgeschlagen, Dr. J.________ als 
Obergutachter zu bestimmen, den Entscheid in welchen Fachdisziplinen Abklärungen 
notwendig sind, jedoch ausdrücklich ihm, dem federführenden Gutachter, zu überlassen 
(act. 9 [S 2016 124]). Durch dieses Vorgehen sollte sichergestellt werden, dass die 
notwendigen Untersuchungen vorgenommen würden, sich die Beschwerdeführerin aber 

28

Urteil S 2020 32

keinen unnötigen Abklärungen unterziehen müsste. Da die Hauptproblematik der 
Beschwerdeführerin – wie von ihr im Schreiben vom 14. Februar 2017 selbst geltend 
gemacht – im Fachbereich der Psychiatrie anzusiedeln ist, wurde in der Folge der 
Psychiater Dr. J.________ mit der Begutachtung in der Funktion als federführender 
Gutachter beauftragt. Dabei wies das Gericht den Gutachter zwar darauf hin, dass es eine 
Abklärung in den Disziplinen Psychiatrie, Neurologie und Neuropsychologie als sinnvoll 
erachte, überliess es auf Anregung der Parteien jedoch ausdrücklich ihm, zu bestimmen, 
welche Fachdisziplinen notwendig sind (act. 12 und 26 [S 2016 124]). 

Nach einer ersten Untersuchung der Beschwerdeführerin am 6. Dezember 2017 teilte 
Dr. J.________ mit Schreiben vom 14. Februar 2018 mit, dass er eine aktuelle 
neuropsychologische Untersuchung nicht als zwingend erachte. Er begründete dies damit, 
dass bereits zwei sehr ausführliche neuropsychologische Untersuchungen (2012 im 
Rahmen der asim-Begutachtung durch Dipl. Psych. W.________ und 2015 durch 
Dr. F.________) vorgenommen worden seien. Deshalb schlug Dr. J.________ vor, 
sämtliche bereits erhobenen neuropsychologischen Befunde einschliesslich der Rohdaten 
der neuropsychologischen Untersuchungen bei den beiden Vorgutachtern anzufordern 
und diese Unterlagen anschliessend zusammen mit dem Neuropsychologen lic. phil. 
K.________ zu besprechen und zu prüfen, ob allenfalls doch eine aktuelle 
neuropsychologische Abklärung erforderlich sei. In diesem Fall würde er dem Gericht 
vorgängig einen Kostenvoranschlag unterbreiten (act. 50 [S 2016 124]). Eine Kopie dieses 
Schreibens wurde den Parteien zur Kenntnis- und allfälliger Stellungnahme zugestellt 
(act. 51 [S 2016 124]). Nachdem die Parteien innert angesetzter Frist keine Einwendungen 
gegen dieses Vorgehen vorgebracht hatten, mithin davon auszugehen war, dass sie damit 
einverstanden sind und auch das Gericht nichts dagegen einzuwenden hatte, wurde 
Dr. J.________ mit Schreiben vom 8. März 2018 ermächtigt, mit seinen Abklärungen 
fortzufahren (act. 53 [S 2016 124]). Dementsprechend hat Dr. J.________ mit Schreiben 
vom 13. März 2018 bei Dipl. Psych. W.________ sowie Dr. F.________ die 
entsprechenden Unterlagen angefordert (act. 54 [S 2016 124]) und diese in der Folge mit 
lic. phil. K.________ gesichtet und besprochen. Der Neuropsychologe hat am 18. August 
2018 zudem eine neuropsychologische Stellungnahme verfasst (act. 79 [S 2016 124]), 
welche Eingang in das Gutachten fand. Wie sich aus dem Gerichtsgutachten ergibt, haben 
am 17. August 2018, 7. September 2018 und 25. Januar 2019 insgesamt drei 
Besprechungen im Sinne einer Vor- und Nachbesprechung zwischen Dr. J.________ und 
dem Neuropsychologen lic. phil. K.________ stattgefunden. Dabei kamen die Fachärzte 
zum Schluss, dass die neuropsychologischen Untersuchungen aus den Jahren 2012 und 

29

Urteil S 2020 32

2015 nachvollziehbar seien (vgl. act. 80 [S 2016 124] S. 76). In der Folge erstattete 
Dr. J.________ Mitte Februar 2019 sein Gutachten ohne eine weitere 
neuropsychologische Abklärung in Auftrag gegeben zu haben, erwies sich eine solche in 
Anbetracht der Tatsache, dass die Untersuchungen aus den Jahren 2012 und 2015 
nachvollziehbar waren, doch nicht als notwendig. Dass sich der Gerichtsgutachter im 
Nachgang zur Besprechung mit dem Neuropsychologen direkt an die Erstellung des 
Gutachtens machte und dabei eine aktive Mitteilung an das Gericht und die Parteien, dass 
er auf eine weitere neuropsychologische Abklärung verzichte, unterblieb, tut dem 
Beweiswert des Gutachtens keinen Abbruch. Zu beachten ist, dass Dr. J.________ bereits 
mit Schreiben vom 14. Februar 2018 ausführlich und nachvollziehbar dargelegt hat, 
weshalb er eine aktuelle neuropsychologische Untersuchung nicht als notwendig erachte 
und sich daran – gerade auch im Nachgang zur Besprechung mit dem Neuropsychologen 
– nichts geändert hat. Eine weitere Mitteilung an das Gericht und die Parteien wäre 
lediglich dann zwingend gewesen, wenn er entgegen seiner ursprünglichen Auffassung 
doch noch eine weitere neuropsychologische Abklärung als notwendig erachtet hätte. 
Gegen das gewählte Vorgehen des Gerichtsgutachters ist somit nichts einzuwenden. 
Wenn Dr. J.________ unter diesen Umständen im Rahmen seines Auswahlermessens 
von einer erneuten neuropsychologischen Abklärung absah, ist dies jedenfalls nicht zu 
beanstanden. 

4.2.5.2 Ebenfalls fehl geht der Vorwurf der Beschwerdeführerin, das Gerichtsgutachten 
basiere auf veralteten Untersuchungen, da die beigezogenen neuropsychologischen 
Untersuchungen acht bzw. sechs Jahre zurückliegen würden. Es trifft zwar zu, dass im 
Rahmen der neuropsychologischen Stellungnahme von lic. phil. K.________ auf 
Testergebnisse aus den Jahren 2012 (asim-Gutachten) und 2014 (Dr. F.________) 
abgestellt wird. Zu beachten ist jedoch, dass für die Beurteilung der Gesetzmässigkeit der 
angefochtenen Verfügung für das Sozialversicherungsgericht in der Regel der Sachverhalt 
massgebend ist, der zur Zeit des Erlasses des angefochtenen Verwaltungsaktes gegeben 
war. Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither verändert haben, sollen im Normalfall 
Gegenstand einer neuen Verwaltungsverfügung bilden (BGE 130 V 138 E. 2.1 mit 
Hinweis). Somit ist vorliegend grundsätzlich der Sachverhalt massgebend, wie er sich bis 
zum 29. Mai 2015 – Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung – präsentierte. 
Dementsprechend dreht sich die gerichtliche Beurteilung auch um die Arbeitsfähigkeit zum 
Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung am 29. Mai 2015. In diesem Zusammenhang ist 
sodann der medizinischen Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, wonach es generell 
und namentlich bei psychischen Störungen oftmals schwierig ist, rückwirkend und 

30

Urteil S 2020 32

überdies für einen weit zurückliegenden Zeitraum die Arbeitsfähigkeit zuverlässig zu 
beurteilen. Rechtsprechungsgemäss können echtzeitliche Berichte durchaus eine 
geeignete, wenn nicht gar geeignetere Entscheidgrundlage bilden, als eine weitere, neue, 
deutlich nach dem massgeblichen Zeitraum zu erstellende Expertise (BGer 8C_848/2013 
vom 4. Juni 2014 E. 4). Nachdem vorliegend der Zeitpunkt von Mai 2015 massgebend ist, 
sind die im März 2012 durch die asim-Gutachterstelle und die im September 2014 durch 
Dr. F.________ erhobenen neuropsychologischen Befunde einschliesslich der Rohdaten 
i.S.v. echtzeitlichen Befunden zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit besser geeignet, als 
eine neue neuropsychologische Untersuchung. Im Übrigen gibt es keine Anhaltspunkte, 
dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin in der kurzen Zeitspanne 
zwischen der Beurteilung durch Dr. F.________ – das Gutachten datiert vom 27. Februar 
2015 und beruht auf den Untersuchungen vom 15. bis 17. September 2014 – und dem 
vorliegend massgebenden Zeitpunkt vom 29. Mai 2015 – Datum der angefochtenen 
Verfügung – massgeblich verschlechtert hätte. Insofern ist es nicht zu beanstanden, wenn 
die Stellungnahme von lic. phil. K.________ im Wesentlichen auf den bereits erhobenen 
Befunden aus den Jahren 2012 und 2014 beruht. 

Sollte sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin schliesslich seit der 
angefochtenen Verfügung vom 29. Mai 2015 verschlechtert haben, ist sie auf den Weg der 
Neuanmeldung zu verweisen. Für das vorliegende Verfahren kann sie daraus jedenfalls 
nichts zu ihren Gunsten ableiten. 

4.2.5.3 Was sodann den Einwand der nicht durchgeführten neurologischen Abklärungen 
betrifft, ist der Beschwerdeführerin entgegenzuhalten, dass sich Dr. J.________ in seinem 
Gutachten sehr ausführlich mit den acht ihm vorliegenden CT- respektive MRT-Befunden 
des Schädels einschliesslich einer Zweitbeurteilung des Radiologiezentrums X.________ 
vom 10. Februar 2015 auseinandergesetzt hat (vgl. act. 80 [S 2016 124] S. 96 f.). Dabei 
zeigte sich, dass sowohl das 1988 angefertigte CT des Schädels ebenso unauffällig war 
wie die darauffolgenden CT und MRI-Aufnahmen der Jahre 1992 und 1995–1997. Im MRI 
vom 12. April 2013 wurde schliesslich zwar eine kleine venöse Gefässmissbildung 
(Angiom) mit einem kleinen Kavernom sichtbar. Dieser Zufallsbefund wurde jedoch im 
Rahmen der von Dr. F.________ im Jahr 2014 in Auftrag gegebenen neuroradiologischen 
Abklärung von Prof. Dr. Y.________ anlässlich der MRI Untersuchung vom 9. Oktober 
2014 als ohne Konsequenzen beurteilt. Dies wurde damit begründet, dass das kleine 
Kavernom im Vergleich zu den Voruntersuchungen über einen Verlauf von 18 Jahren 
grössenstabil ohne Zeichen einer Blutung sei (vgl. IV-act. 920 und 938). Schliesslich hat 

31

Urteil S 2020 32

das Radiologiezentrum X.________ am 10. Februar 2015 die MRT-Bilder vom Oktober 
2014 mit denjenigen vom April 2013 verglichen und die kleine venöse Gefässmissbildung 
(Angiom) mit dem kleinen Kavernom als nicht posttraumatischer Genese, sondern in der 
Regel belangloser Natur eingestuft. Gleichzeitig wurde darauf hingewiesen, dass es dabei 
nur selten zu meist kleineren Blutungen komme und die wenigen beschriebenen 
Mikroischämien links im Rahmen der Altersnorm liegen würden. Darüber hinaus hat das 
Radiologiezentrum auf Wunsch der Patientin auch eine Zweitbeurteilung aller alten 
Röntgenbilder vorgenommen und festgestellt, dass in sämtlichen vorliegenden 
Untersuchungen weder posttraumatische Residuen des Traumas von 1988 noch 
Residuen eines Infarktes von 1988 zu sehen seien (vgl. Akten Gutachter Dr. J.________ 
act. 2). In der Folge ergab auch das CT vom 29. Oktober 2018 unauffällige Befunde 
sowohl in Bezug auf fehlende Nachweise von Fremdkörpern als auch in Bezug auf 
fehlende Aspekte im Vergleich zu den Voruntersuchungen (vgl. Akten Gutachter 
Dr. J.________ Bundesordner 2018/2019 Teil 2 act. 9). In Anbetracht der Tatsache, dass 
sich auch im Rahmen der aktuellsten Untersuchung keine Hinweise auf pathologische 
Befunde ergaben, mithin keine Anhaltspunkte für eine hirnorganische Schädigung 
vorlagen, erscheint es nachvollziehbar, wenn Dr. J.________ eine weitere neurologische 
Abklärung nicht für notwendig hielt (vgl. act. 80 [S 2016 124] S. 120), zumal er sich 
eingehend mit dem neurologischen Gutachten von PD Dr. S.________ und demjenigen 
der asim auseinandergesetzt und aufgezeigt hat, weshalb diese Einschätzungen mit den 
Ergebnissen der bildgebenden Verfahren gerade nicht vereinbar sind (vgl. act. 80 [S 2016 
124] S. 97). Im Übrigen steht die Einschätzung von Dr. J.________ im Einklang mit der 
von Dr. F.________ im Jahr 2014 in Auftrag gegebenen neuroradiologischen Abklärung 
und der entsprechenden Beurteilung durch Prof. Dr. Y.________, ergab doch auch die 
damalige MR Untersuchung des Neurokraniums keine Hinweise auf intrakranielle 
Traumafolgen, einen hirnorganischen metabolischen oder neurodegenerativen Prozess. 
Schliesslich kann auch keine Rede davon sein, dass Dr. J.________ diesbezüglich auf 
veraltete Bildgebungen abgestellt hat, geht es vorliegend – wie bereits aufgezeigt – doch 
um die Beurteilung des Gesundheitszustandes im massgebenden Zeitpunkt der 
angefochtenen Verfügung vom 29. Mai 2015 und dem Gerichtsgutachter lagen ja gerade 
auch die Beurteilungen der Bildgebungen vom 12. April 2013 und vom 9. Oktober 2014 
sowie die Zweitmeinung des Radiologiezentrums X.________ vom 10. Februar 2015 mit 
Vergleich der MRT-Bilder vom Oktober 2014 und April 2013 vor. 

4.2.6 Zu guter Letzt hat Dr. J.________ die medizinischen Zusammenhänge und seine 
Schlussfolgerungen in nachvollziehbarer und schlüssiger Weise unter Verweis auf die 

32

Urteil S 2020 32

entsprechende Fachliteratur begründet. Aus rein formeller Sicht ist mithin kein Grund 
ersichtlich, weshalb auf das Gutachten nicht abgestellt werden könnte. 

4.3
4.3.1 In materieller Hinsicht ist festzustellen, dass Dr. J.________ unter Ziffer 13.2 
seines Gutachtens auf sämtliche in früheren Berichten/Gutachten gestellten Diagnosen 
einging, diese überprüfte und anschliessend in sehr ausführlicher und nachvollziehbarer 
Weise darlegte, weshalb die Beschwerdeführerin seiner Meinung nach weder an einer 
Hypergraphie, einer Schizophrenie, einer Depression noch an einem ADSH leidet. Darauf 
kann abgestellt werden, zumal die Beschwerdeführerin nicht vorbringt, sie würde an einer 
der genannten Störungen leiden. 

Eine somatoforme Störung liegt nach Dr. J.________ ebenfalls nachvollziehbar nicht vor. 
Im Gutachten wägt Dr. J.________ umfassend, sorgfältig und überzeugend unter Hinweis 
auf die ICD-10 bzw. DSM-5-Kriterien ab, was für und was gegen eine Diagnose spricht 
und weshalb er die Schwelle zur Diagnosestellung einer somatoformen Störung nicht als 
erfüllt ansieht und – wenn überhaupt – nur eine leichtgradige somatoforme 
Belastungsstörung für möglich hält (vgl. act. 80 [S 2016 124] S. 112 ff.). Dass der 
Gutachter dabei unter der Diagnosestellung die körperlichen Beschwerden nicht explizit 
benennt, schmälert die Beweiskraft des Gutachtens nicht, wurden die körperlichen 
Beschwerden doch im Rahmen des Beschwerdevortrags geschildert und dabei unter Ziffer 
7.6 des Gutachtens festgehalten. Ebenfalls nicht zu beanstanden ist die Tatsache, dass 
die Beeinträchtigungen der Alltagsfunktionen bei der Diskussion der somatoformen 
Störung nicht geprüft wurden. Es trifft zwar zu, dass die Diagnose einer somatoformen 
Schmerzstörung per definitionem Beeinträchtigungen der Alltagsfunktionen voraussetzt 
(vgl. BGE 141 V 281 E. 2.1.1). Nachdem der psychiatrische Gutachter die 
Diagnosekriterien nach ICD-10 bzw. DSM-5 F45 aber nachvollziehbar nicht als erfüllt 
angesehen hatte, erübrigten sich Weiterungen zu den Beeinträchtigungen der 
Alltagsfunktionen, konnte damit eine somatoforme Schmerzstörung doch ohnehin nicht 
diagnostiziert werden. 

Betreffend die im asim-Gutachten aus dem Jahr 2012 diagnostizierte schwere 
Zwangssymptomatik legte Dr. J.________ schlüssig dar, weshalb diese Beurteilung aus 
aktueller gutachterlicher Sicht nicht nachvollziehbar sei. Doktor J.________ nahm dabei 
wiederum Bezug auf die Diagnosekriterien gemäss ICD-10 F42 und führte aus, einerseits 
verneine die Explorandin eine Symptomatik mit Zwangsgedanken und Zwangshandlungen 

33

Urteil S 2020 32

und andererseits würden sich keine als unsinnig erachteten Gedanken und zwanghaften 
Handlungen finden (vgl. act. 80 [S 2016 124] S. 114). Dies deckt sich mit dem erhobenen 
Psychostatus nach AMDP (vgl. act. 80 [S 2016 124] S. 68 und 71). Sodann nahm Dr. 
J.________ Bezug zur Herleitung der Diagnose im asim-Gutachten und wies darauf hin, 
dass das zum damaligen Zeitpunkt als zwanghaft anmutende Verfassen von 
Schriftstücken von der Explorandin im Rahmen der aktuellen Begutachtung durchgängig 
als sinnvoll und notwendig erachtet worden sei (vgl. dazu auch act. 80 [S 2016 124] 
S. 114). Lassen sich dem asim-Gutachten somit keine Hinweise auf eine sogenannte Ich-
Fremdheit entnehmen, ist es auch nicht zu beanstanden, wenn Dr. J.________ die zum 
damaligen Zeitpunkt diagnostizierte Zwangsstörung grundlegend in Zweifel zieht. Dass der 
Gutachter dabei lediglich von Zweifeln spricht, tut der Beweiskraft des Gutachtens keinen 
Abbruch. Wird eine gestellte Diagnose in Zweifel gezogen, kann jedenfalls nicht gesagt 
werden, sie liege mit dem im Sozialversicherungsrecht massgebenden Beweisgrad der 
überwiegenden Wahrscheinlichkeit vor. Entsprechend genügt es, wenn Dr. J.________ 
zum Schluss kommt, eine Zwangsstörung im Sinne von ICD-10 F42 liege bei der 
Explorandin nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit vor. Dies steht im Übrigen im 
Einklang mit der als beweiskräftig anzusehenden Beurteilung von Dr. F.________ aus 
dem Jahr 2015, konnte zum damaligen Zeitpunkt eine Zwangsstörung doch ebenfalls nicht 
diagnostiziert werden. Doktor F.________ wies dabei darauf hin, dass das typische 
Erleben von Zwangshandlungen/-gedanken als "unsinnig, übertrieben" oder Tendenzen 
der Zwangssymptomatik Widerstand zu leisten, fehlten (vgl. IV-act. 940). Zu guter Letzt 
konnte auch Dr. H.________ im Mai 2014 keine Zwänge als Gedanken feststellen (vgl. IV-
act. 777). 

Schliesslich nahm Dr. J.________ sehr detailliert Bezug zur Abgrenzung histrionische 
Persönlichkeitsstruktur/histrionische Persönlichkeitsstörung und legte in einleuchtender 
Weise und wiederum unter Hinweis auf die ICD-10 Kriterien dar, weshalb er bei der 
Beschwerdeführerin vom Vorliegen einer histrionischen Persönlichkeitsstörung im Sinne 
von ICD-10 F60.4 ausgehe (vgl. act. 80 [S 2016 124] S. 115 f.). Darauf kann abgestellt 
werden, zumal die Beschwerdeführerin gegen die Diagnosestellung der histrionischen 
Persönlichkeitsstörung keine Einwände vorbringt. Gestützt auf das beweiskräftige 
Gutachten gilt es somit als erstellt, dass die Beschwerdeführerin an einer histrionischen 
Persönlichkeitsstörung im Sinne von ICD-10 F60.4 leidet. 

4.3.2

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Urteil S 2020 32

4.3.2.1 Was sodann die funktionellen Auswirkungen der Störung betrifft, zeigt Dr. 
J.________ sehr detailliert und ausführlich diverse Inkonsistenzen in der 
Krankengeschichte der Beschwerdeführerin und in deren Angaben bzw. 
Beschwerdepräsentation in den Akten sowie während den drei Explorationen vom 
6. Dezember 2017, 11. September 2018 und 15. Januar 2019 auf. Auch die Vorakten 
würdigt Dr. J.________ eingehend und zeigt dabei auf, dass sich Inkonsistenzen in Bezug 
auf Beschwerdeangaben und Präsentation von kognitiven Störungen bereits ab 1989 
finden liessen (z.B. geschilderte retrograde und anterograde Amnesie in einem Ausmass, 
die in Bezug auf die damals gestellte Diagnose [Gehirnerschütterung] nicht 
nachvollziehbar sei; Zahlenreihen vorwärts deutlich weniger gut repetierbar als rückwärts; 
Klage über Gedächtnisstörungen in einem sehr ungewöhnlichen und organisch nicht 
erklärbaren Ausmass; beklagte Lärmintoleranz im Widerspruch zu Tätigkeiten wie 
Autofahren; Schilderung von extremen Einschränkungen im Widerspruch zum Autofahren 
und dies auch über längere Strecken; einfache Aufgaben im Unterschied zu schwierigeren 
Aufgaben mit ungewöhnlich vielen Fehlern bearbeitet; Schilderungen, dass sie ihr 
Nachtessen zwischen 18:00 und 19:00 Uhr im Bett einnähme und den Ehemann den 
Haushalt besorgen lasse, nicht nachvollziehbar; gezeigte Fähigkeiten nicht vereinbar mit 
ihren Angaben über ein komplettes Chaos; Widerspruch zwischen dem präsentierten 
Auftreten und den Angaben zur Fahrfähigkeit; vollkommen unauffällige Ergebnisse der 
verkehrsmedizinischen Begutachtung; keine gezeigten Auffälligkeiten bezüglich 
Merkfähigkeit und Erinnerungsvermögen; vgl. act. 80 [S 2016 124] S. 96 ff.). 

Nach der Konsistenzbeurteilung im Längsschnitt nahm der Gutachter Bezug zur aktuellen 
Begutachtung und zeigte eindrücklich auf, dass sich während den drei Explorationen ein 
vergleichbares von Inkonsistenzen geprägtes Bild gezeigt habe, wie es für den 
Längsschnitt bereits beschrieben worden sei (z.B. keine Hinweise für Aufmerksamkeits-, 
Gedächtnis- oder Konzentrationsstörungen bei gleichzeitiger Angabe, dass diese in 
extremem Masse vorhanden seien; schriftliche Aufzeichnungen ohne Hinweis auf grobe 
formale Denkstörungen; Fähigkeit, über die jeweiligen Inhalte der Schreiben den Überblick 
zu behalten; Kontrollfragen an Gutachter zu Monaten zurückliegenden Schreiben; 
Unfähigkeit, sich mehr als eine Sache merken zu können; angegebene massive 
Gedächtnis- und leichte Orientierungsstörungen nicht konsistent mit den im Rahmen der 
Untersuchungen gezeigten Fähigkeiten; Fähigkeit, Auto zu fahren bei präsentierten 
Merkfähigkeits- und Gedächtnisstörungen und einer präsentierten knappen bis 
unvollständigen örtlichen Orientierung; Fähigkeit, schriftlich, in Telefonaten und mündlich 
in drei Untersuchungen über lange Zeit in freiem Vortrag zu sprechen bei beschriebener 

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Urteil S 2020 32

Unfähigkeit, sich zu konzentrieren und mehr als ein Thema verfolgen zu können; 
Unfähigkeit, geschriebene Texte zu verstehen, im Gegensatz zur Fähigkeit zu schreiben 
und ihren Kennzeichnungen und Anmerkungen in Schriftstücken; ausserhalb ihrer 
Beschwerdepräsentationen situationsadäquat; wiederkehrend unauffälliges Verhalten; 
trotz angegebener körperlicher Beschwerden und Schmerzen keine 
Schmerzbekundungen oder Bewegungseinschränkungen beobachtbar; keine Hinweise, 
dass sie sich beobachtet oder beeinflusst fühlen könnte; vgl. act. 80 [S 2016 124] S. 72, 
93 f. und 105 ff.). 

Angesichts der soeben aufgezeigten Beispiele ist dem Gutachter Recht zu geben, dass 
sich sowohl im Längs- als auch im Querschnitt zahlreiche, erhebliche Inkonsistenzen 
gezeigt hätten. Inwiefern die von Dr. J.________ aufgezeigten Inkonsistenzen nicht 
ausreichend und nachvollziehbar begründet sein sollen, erschliesst sich dem Gericht nicht. 
Wie das unter Erwägung 4.3.2.2 nachfolgend Ausgeführte zeigt, bestätigt Dr. J.________ 
vielmehr, was bereits in der Vergangenheit durch diverse Ärzte/Gutachter festgestellt 
wurde. Doktor J.________ kommt zum Schluss, dass sich die aufgeführten Inkonsistenzen 
nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit durch das Vorliegen einer psychischen 
Störung erklären liessen und die Authentizität der Angaben der Explorandin zu 
Beschwerden und Leistungseinschränkungen grundlegend in Zweifel zu ziehen sei. 

4.3.2.2 Ein Blick in das Aktendossier ergibt, dass sich bereits im Rahmen der 
neuropsychologischen Begutachtung durch die asim vom 14. März 2012 erhebliche 
Inkonsistenzen gezeigt haben, eine Auseinandersetzung damit im asim-Gutachten aber 
nicht stattgefunden hat und trotz Hinweisen auf inkonsistentes Verhalten der Explorandin 
eine volle Arbeitsunfähigkeit postuliert wurde (vgl. IV-act. 490 ff.). Daraufhin zeigte die 
Beschwerdeführerin bereits ein Jahr später in den verkehrsmedizinischen und 
verkehrspsychologischen Abklärungen durchgehend unauffällige Werte (vgl. IV-act. 692 
ff.), obwohl sie in den IV-Abklärungen jeweils kognitive Leistungsmängel zeigte. Des 
Weiteren stellte auch Dr. F.________ in seiner Beurteilung vom 27. Februar 2015 fest, 
dass sich die Schilderungen bezüglich kognitiver Beschwerden hinsichtlich Ausmass und 
Qualität nicht mit den im Rahmen der psychiatrischen Untersuchung objektivierbaren 
psychopathologischen Befunden gedeckt hätten. Insbesondere hätten sich bezüglich 
Merkfähigkeit und Erinnerungsvermögen keine Auffälligkeiten gezeigt. So habe sich die 
Explorandin gut und detailliert an alles erinnern können, was in der Sitzung besprochen 
worden sei. Doktor F.________ kam zum Schluss, dass eine Diskrepanz zwischen 
subjektiver Beschwerdeangabe und klinischer Wahrnehmung bestehe (vgl. IV-act. 936). 

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Urteil S 2020 32

Zu guter Letzt sprach auch Dr. H.________ anlässlich des Telefonats vom 7. Februar 
2018 von grossen Inkonsistenzen und merkte an, die Versicherte sei sehr fordernd, dabei 
aber in der Lage, eine unauffällige Tagesstruktur einzuhalten, den Haushalt zu bestellen 
und die Kinder zu betreuen. Weiter habe sie eine hohe Begehrlichkeit. Wenn man ihren 
Forderungen nicht nachkomme, trete sie sehr fordernd auf, mache Druck und drohe mit 
rechtlichen Schritten. Sodann sei auffällig, wie sie bei der ganzen von ihr produzierten 
Papierflut, ihren Aufzeichnungen, den Überblick behalten könne. Diese gezeigten 
Fähigkeiten seien nicht vereinbar mit ihren Angaben über ein komplettes Chaos. Im 
Übrigen stehe ihr präsentiertes Auftreten auch im Widerspruch zu ihren Angaben zur 
Fahrfähigkeit (vgl. act. 80 [S 2016 124] S. 77 f.). Auch wenn es zutrifft, dass die Beschwer-
deführerin nie durch Dr. H.________ behandelt wurde, ist zu beachten, dass er sie seit 
2001 verschiedentlich abgeklärt und spezifisch im Hinblick auf ihre Arbeitsfähigkeit 
beurteilt hat (2001 psychiatrisches Gutachten an das Kantonsgericht [IV-act. 362 ff.], 2009 
und 2011 Stellungnahmen im Auftrag eines Anwalts [IV-act. 361 und 431 ff.], 2010 
Arztbericht zu Handen der IV-Stelle [IV-act. 354 ff.] und 2014 Verlaufsbericht für das 
Strassenverkehrsamt [IV-act. 776 ff.]). Weshalb die von ihm festgestellten und dem 
Gerichtsgutachter mitgeteilten Inkonsistenzen nicht berücksichtigt werden könnten, 
erschliesst sich dem Gericht daher nicht, zumal seine Ausführungen auch im Einklang mit 
seinem Verlaufsbericht vom 17. Mai 2014 stehen. Der Psychiater wies bereits zum 
damaligen Zeitpunkt darauf hin, dass die Angaben der Versicherten widersprüchlich seien; 
alles, was in ihrem Sinn und Interesse geschehe, könne sie konzentriert, stimmig, konzise 
vortragen. Trotz beklagter kognitiver und mnestischer Störungen zeige sie ein 
ausgezeichnetes Gedächtnis für zurückliegende Gespräche, für Informationen des 
Anwaltes sowie für Inhalte von Schriftstücken. Mit grossem subjektivem Leidensdruck und 
aus ihrer Sicht beweisend für ihre Unfähigkeit, sich zu erinnern oder strukturiert 
vorzugehen, sei sie trotz präsentiertem Chaos jeweils über Umwege auf den Punkt 
gekommen und habe bei ihr wichtig erscheinenden Themen beharrlich insistieren können. 
Im Gesprächsverlauf seien immer mehr Widersprüche zwischen Beschwerden und 
objektivierbaren Befunden, aber auch zwischen Klagen und beschriebener Aktivität zutage 
gekommen. Bei ihr wichtig erscheinenden Themenbereichen funktioniere sie unauffällig. 
Sie bezeichne Autofahren und Tanzen als problemlos mögliche Tätigkeiten mit 
ausgesprochenem Erholungswert, allerdings sehe sie sich nicht in der Lage, irgendeiner 
geregelten Arbeitstätigkeit nachzugehen (vgl. IV-act. 776 ff.). 

4.3.2.3 Schliesslich zeigten sich die aktenkundigen Inkonsistenzen auch im Rahmen der 
am 25. August 2020 durchgeführten öffentlichen Verhandlung. Insbesondere bestätigte die 

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Urteil S 2020 32

Beschwerdeführerin dabei mehrmals, dass sie absolute Ruhe brauche und keine Musik 
vertrage, was im Gegensatz zu den besuchten Tanzabenden steht. Sodann führte sie aus, 
dass Autofahren ohne Probleme möglich sei und sie dabei sogar Musik hören könne, 
wodurch eine erhebliche Diskrepanz zu ihren subjektiven Angaben, wonach sie unter 
Konzentrations-, Aufmerksamkeitsstörungen und Lärmintoleranz leide, besteht. 
Insbesondere ist es weiterhin nicht nachvollziehbar, weshalb die Beschwerdeführerin trotz 
der von ihr geltend gemachten schweren gesundheitlichen Probleme Auto fahren kann. 
Daran ändern auch ihre Ausführungen, wonach Autofahren Erholung für sie sei, nichts. 
Wie Dr. J.________ in seinem Gutachten ausführlich dargelegt hat, ist Autofahren trotz 
vieler erlernter und automatisierter Verhaltensweisen keine völlige Routineaktivität. 
Vielmehr sind beim Autofahren viele kognitive Funktionen erforderlich, um effizient auf 
fluktuierende Umgebungen und Einflüsse von komplexen Informationen zu reagieren. Dies 
hat insbesondere für die notwendige Orientierung bei neuen Strecken mit immer neuen 
Verkehrskonstellationen etc. zu gelten (vgl. act. 80 [S 2016 124] S. 104). Sodann erscheint 
es wenig plausibel, weshalb der Beschwerdeführerin die Musik gerade beim Autofahren 
nichts ausmachen sollte, zumal sie in der Vergangenheit beim Autofahren nicht nur Musik 
gehört, sondern auch häufig Fahrdienste