# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1f946b1e-f04a-5382-9295-91d73846f920
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-01-22
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 22.01.2015 LA140024
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LA140024_2015-01-22.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Zivilkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: LA140024-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichterin Dr. L. Hunziker Schnider, Vorsitzende, Oberrichter  

Dr. H.A. Müller und Oberrichter lic. iur. M. Spahn sowie  

Gerichtsschreiberin lic. iur. J. Freiburghaus 

Beschluss und Urteil vom 22. Januar 2015 

 
in Sachen 

 
A._____ AG,  

 

Beklagte, Berufungsklägerin und Anschlussberufungsbeklagte 

 
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____,  

 

 
gegen 

 
1. B._____,  
2. C._____,  

 

Klägerinnen, Berufungsbeklagte und Anschlussberufungsklägerinnen 

 
1, 2 vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Y._____,  

 

 
betreffend arbeitsrechtliche Forderung 
 
Berufung gegen ein Urteil des Arbeitsgerichtes Zürich, 1. Abteilung, vom 
12. Juni 2014 (AN130010-L) 

- 2 - 

Rechtsbegehren der Klägerin 1: 
(act. 1 S. 2 ff. [im Verfahren AN130010-L] sowie act. 29 S. 2, sinngemäss) 

1. Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin den Betrag von 
Fr. 30'000.– brutto zuzüglich Zins von 5% seit 4. September 2012 
zu bezahlen; 

2. Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin den Betrag von 
Fr. 40'000.– (netto) sowie Fr. 885.90 (netto) zuzüglich Zins von 
5% seit 4. September 2012 zu bezahlen; 

3. Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin ein wohlwollendes 
und vollständiges Arbeitszeugnis mit folgendem Wortlaut auszu-
stellen: 

 "Zeugnis 
Frau B.____, geboren am tt.mm.1978, von … [Staat in Europa], wohn-
haft in Zürich, arbeitete von November 2006 bis Dezember 2012 in un-
serem Unternehmen als Senior Consultant, seit Mai 2009 als Partnerin. 

A._____ AG ist spezialisiert auf die Beratung von akademischen Privat-
kunden und Firmenkunden in allen Versicherungsfragen und Vermö-
gensanlagen. Unsere Firma unterstützt ihre Kunden ab dem Berufsstart 
in jeder Lebensphase und erarbeitet mit ihnen ganzheitliche Finanzkon-
zepte. 

Während ihrer Tätigkeit bei uns war Frau B._____ für folgende Aufga-
ben verantwortlich: 

Kundenbetreuung: 
• Entwickeln und Umsetzen von strategischen und operativen Marke-

ting-Konzepten 
• Selbständiges Akquirieren von Kunden 
• Halten von Fachseminaren 
• Beraten von Privatkunden mit akademischer Ausrichtung und Fir-

menkunden 
• Ausarbeiten und Realisieren von individuellen und ganzheitlichen 

Finanzkonzepten 
• Betreuung bereits bestehender Kundenbeziehungen 

Mitarbeiterführung: 
• Einstellung und Ausbildung neuer Berater 
• Aktive Förderung und Weiterentwicklung der Mitarbeiter im Bereich 

Kundenakquisition und Kundenberatung 
• Weiterentwicklung von Verkaufsschulungen 
• Vereinbarung von Jahreszielen und persönlichen Zielen 
• Leistungsbeurteilung und Führen von Mitarbeitergesprächen 

Strategische und operative Weiterentwicklung der Firma: 
• Mitwirken bei periodischen Lagebeurteilungen und Strategieüber-

prüfungen 
• Mitwirkung und Mitbestimmung bei der Entwicklung, Festlegung 

und Anpassung der Unternehmensstrategie 

- 3 - 

• Mitarbeit bei der Festlegung der Jahresziele, der Budgetplanung, 
der Liquiditätsplanung sowie des Personaleinsatzes 

• Mitwirken beim Entwickeln und Realisieren massgeschneiderter Fi-
nanz- und Versicherungsprodukte 

• Akquisition und Pflege von Kooperationspartnern 
• Akquisition und Pflege von Partnergesellschaften 

Frau B._____ verfügt über ein äusserst fundiertes und praxisorientiertes 
Fachwissen, das über ihren eigentlichen Fachbereich hinausgeht und 
für unseren Betrieb von grossem Nutzen war. Sie identifizierte sich sehr 
stark mit der Firma und ihrer Arbeit. Frau B._____ war bei der Arbeit 
stets sehr motiviert, zeigte grosses Engagement und zeichnete sich 
insbesondere durch ihr hohes organisatorisches Geschick und durch ih-
re zügige und systematische Arbeitsweise aus. Sie arbeitete selbstän-
dig, zuverlässig, eigenverantwortlich und mit höchster Qualität. 
Auch in Zeiten grosser Arbeitsbelastung erledigte Frau B._____ die in 
ihrem Verantwortungsbereich anfallenden Aufgaben stets zu unserer 
vollsten Zufriedenheit. Durch ihre exzellenten Kommunikationsfähigkei-
ten und ihre freundliche Art fand sie leichten Zugang zu den Kunden, 
deren Vertrauen sie mit ihren Kompetenzen und ihrem Einfühlungsver-
mögen rasch für sich gewinnen konnte. Frau B._____ verstand es, ihre 
Kunden professionell zu unterstützen und für sie individuelle Lösungen 
zu entwickeln. 
Frau B._____s Verhalten gegenüber Vorgesetzten, Mitarbeitern und 
Kunden war stets zuverlässig, freundlich, kompetent und korrekt. Frau 
B._____ war ihren Kollegen gegenüber stets aufgeschlossen und ko-
operativ, verstand es aber dennoch, sich auch in schwierigen Situatio-
nen durchzusetzen und die Mitarbeiter zu optimalem Arbeitseinsatz zu 
führen. Frau B._____ verstand es hervorragend, die Mitarbeiter zu mo-
tivieren und ihre Zusammenarbeit aktiv zu fördern und konnte dank ih-
ren hervorragenden Fähigkeiten Kunden für sich gewinnen und auch ih-
ren Kollegen vermitteln. 

Aufgrund einer strategischen Neuausrichtung der Firma und einer damit 
verbundenen Reorganisation im Bereich der Partnerschaft verlässt uns 
Frau B._____. Wir danken Frau B._____ für ihre hervorragende Zu-
sammenarbeit und wünschen ihr für ihren beruflichen und privaten Weg 
alles Gute. 

Zürich, Dezember 2012 
A._____ AG 

D._____" 

4. Es sei der Beklagten unter Androhung geeigneter Zwangsvoll-
streckungsmittel zu befehlen, der Klägerin 1 das sie betreffende 
Personaldossier auf erstes Verlangen herauszugeben. 
 

Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MwSt) zulasten 
der Beklagten. 

- 4 - 

Rechtsbegehren der Klägerin 2: 
(act. 1 S. 2 ff. [im Verfahren AN130016-L] sowie act. 29 S. 2, sinngemäss) 

1. Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin den Betrag von 
Fr. 32'758.65 brutto zuzüglich Zins von 5% seit 12. September 
2012 zu bezahlen; 

2. Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin den Betrag von 
Fr. 40'000.– (netto) sowie Fr. 954.– (netto) zuzüglich Zins von 5% 
seit 12. September 2012 zu bezahlen; 

3. Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin folgendes Arbeits-
zeugnis auszustellen: 
"Arbeitszeugnis 
Frau C._____ geboren am tt.mm.1978, von Zürich, arbeitete von No-
vember 2006 bis Dezember 2012 unserem Unternehmen als Senior 
Consultant, seit Mai 2009 als Partnerin. 

A._____ AG ist spezialisiert auf die Beratung von akademischen Privat-
kunden und Firmenkunden in allen Versicherungsfragen und Vermö-
gensanlagen. Unsere Firma unterstützt ihre Kunden ab dem Berufsstart 
in jeder Lebensphase und erarbeitet mit Ihnen ganzheitliche Finanzkon-
zepte. 

Während ihrer Tätigkeit bei uns war Frau C._____ für folgende Aufga-
ben verantwortlich: 

Kundenbetreuung: 
• Entwickeln und Umsetzen von Marketing-Konzepten 
• Selbständiges Akquirieren von Kunden 
• Halten von Fachseminaren 
• Beraten von Privatkunden mit akademischer Ausrichtung und Fir-

menkunden 
• Ausarbeiten und Realisierung von individuellen und ganzheitlichen 

Finanzkonzepten 
• Betreuung eines eigenen Kundenstammes 
• Betreuung bereits bestehender Kundenbeziehungen 

Mitarbeiterführung: 
• Einstellung und Ausbildung neuer Berater 
• Aktive Förderung und Weiterentwicklung der Mitarbeiter im Bereich 

Kundenakquisition und Kundenbetreuung 
• Vereinbarung von Jahreszielen und persönlichen Zielen 
• Leistungsbeurteilung und Führen von Mitarbeitergesprächen 

Strategische und operative Weiterentwicklung der Firma: 
• Mitwirken bei periodischen Lagebeurteilungen und Strategieüber-

prüfungen 
• Mitwirkung und Mitbestimmung bei der Entwicklung, Festlegung 

und Anpassung der Unternehmensstrategie 
• Mitarbeit bei der Festlegung der Jahresziele, der Budgetplanung, 

der Liquiditätsplanung sowie des Personaleinsatzes 

- 5 - 

• Mitwirken bei der Entwicklung und Realisierung neuer Produkte 
und Projekte 

• Akquisition und Pflege von Kooperationspartnern und Partnerge-
sellschaften 

Frau C._____ verfügt über ein äusserst fundiertes und praxisorientiertes 
Fachwissen, das über ihren eigentlichen Fachbereich hinausgeht und für un-
seren Betrieb von grossem Nutzen war. 
Sie identifizierte sich sehr stark mit der Firma und ihrer Arbeit. Frau C._____ 
war bei der Arbeit stets sehr motiviert, zeigte grosses Engagement und 
zeichnete sich insbesondere durch ihr hohes organisatorisches Geschick und 
durch ihre zügige und systematische Arbeitsweise aus. Sie arbeitete selb-
ständig, zuverlässig, eigenverantwortlich und mit höchster Qualität. 

Auch in Zeiten grosser Arbeitsbelastung erledigte Frau C._____ die in ihrem 
Verantwortungsbereich anfallenden Aufgaben stets zu unserer vollsten Zu-
friedenheit. Durch ihre exzellenten Kommunikationsfähigkeiten und ihre 
freundliche Art fand sie leichten Zugang zu den Kunden, deren Vertrauen sie 
mit ihren Kompetenzen rasch für sich gewinnen konnte. Frau C._____ ver-
stand es, ihre Kunden professionell zu unterstützen und für sie individuelle 
Lösungen zu entwickeln. 

Frau C._____s Verhalten gegenüber Vorgesetzten, Mitarbeitern und Kunden 
war stets zuverlässig, freundlich, kompetent und korrekt. Frau C._____ war 
ihren Kollegen gegenüber stets aufgeschlossen und kooperativ, verstand es 
aber dennoch, sich auch in schwierigen Situationen durchzusetzen und die 
Mitarbeiter zu optimalem Arbeitseinsatz zu führen. Sie verstand es hervorra-
gend, die Mitarbeiter zu motivieren und ihre Zusammenarbeit aktiv zu fördern. 
Aufgrund ihrer hohen Fachkenntnisse war sie ihren Kollegen ein Vorbild und 
verstand es auch, ihr Fachwissen motivierend zu vermitteln. 

Auf Grund einer strategischen Neuausrichtung der Firma und einer damit ver-
bundenen Reorganisation verlässt Frau C._____ unser Unternehmen. Wir 
danken Frau C._____ für ihre hervorragende Zusammenarbeit und wünschen 
ihr für ihren beruflichen und privaten Weg alles Gute. 

Zürich, Dezember 2012 

A._____ AG 

D._____" 

4. Es sei der Beklagten unter Androhung geeigneter Zwangsvoll-
streckungsmittel zu befehlen, der Klägerin 2 das sie betreffende 
Personaldossier auf erstes Verlangen herauszugeben. 

Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MwSt) zulasten 
der Beklagten. 

- 6 - 

Urteil des Arbeitsgerichts Zürich (1. Abteilung) vom 12. Juni 2014 (Urk. 47):  

1. Die Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin 1 Fr. 48'837.80 netto 
zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird die Klage abgewiesen. 

2. Die Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin 2 Fr. 51'476.25 netto 
zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird die Klage abgewiesen. 

3. Die Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin 1 ein Arbeitszeugnis 
mit folgendem Wortlaut aus- und zuzustellen: 

 "Zeugnis 
Frau B.____, geboren am tt.mm.1978, von … [Staat in Europa], wohn-
haft in Zürich, arbeitete von November 2006 bis Dezember 2012 in un-
serem Unternehmen als Senior Consultant, seit Mai 2009 als Partnerin. 

A._____ AG ist spezialisiert auf die Beratung von akademischen Privat-
kunden und Firmenkunden in allen Versicherungsfragen und Vermö-
gensanlagen. Unsere Firma unterstützt ihre Kunden ab dem Berufsstart 
in jeder Lebensphase und erarbeitet mit ihnen ganzheitliche Finanzkon-
zepte. 

Während ihrer Tätigkeit bei uns war Frau B._____ für folgende Aufga-
ben verantwortlich: 

Kundenbetreuung: 
• Entwickeln und Umsetzen von strategischen und operativen Marke-

ting-Konzepten 
• Selbständiges Akquirieren von Kunden 
• Halten von Fachseminaren 
• Beraten von Privatkunden mit akademischer Ausrichtung und Fir-

menkunden 
• Ausarbeiten und Realisieren von individuellen und ganzheitlichen 

Finanzkonzepten 
• Betreuung bereits bestehender Kundenbeziehungen 

Mitarbeiterführung: 
• Einstellung und Ausbildung neuer Berater 
• Aktive Förderung und Weiterentwicklung der Mitarbeiter im Bereich 

Kundenakquisition und Kundenberatung 
• Weiterentwicklung von Verkaufsschulungen 
• Vereinbarung von Jahreszielen und persönlichen Zielen 
• Leistungsbeurteilung und Führen von Mitarbeitergesprächen 

Strategische und operative Weiterentwicklung der Firma: 
• Mitwirken bei periodischen Lagebeurteilungen und Strategieüber-

prüfungen 
• Mitwirkung und Mitbestimmung bei der Entwicklung, Festlegung 

und Anpassung der Unternehmensstrategie 
• Mitarbeit bei der Festlegung der Jahresziele, der Budgetplanung, 

der Liquiditätsplanung sowie des Personaleinsatzes 
• Mitwirken beim Entwickeln und Realisieren massgeschneiderter Fi-

nanz- und Versicherungsprodukte 
• Akquisition und Pflege von Kooperationspartnern 

- 7 - 

• Akquisition und Pflege von Partnergesellschaften 

Frau B._____ verfügt über ein äusserst fundiertes und praxisorientiertes 
Fachwissen, das über ihren eigentlichen Fachbereich hinausgeht und 
für unseren Betrieb von grossem Nutzen war. Sie identifizierte sich sehr 
stark mit der Firma und ihrer Arbeit. Frau B._____ war bei der Arbeit 
stets sehr motiviert, zeigte grosses Engagement und zeichnete sich 
insbesondere durch ihr hohes organisatorisches Geschick und durch ih-
re zügige und systematische Arbeitsweise aus. Sie arbeitete selbstän-
dig, zuverlässig, eigenverantwortlich und mit höchster Qualität. 

Auch in Zeiten grosser Arbeitsbelastung erledigte Frau B._____ die in 
ihrem Verantwortungsbereich anfallenden Aufgaben stets zu unserer 
vollsten Zufriedenheit. Durch ihre exzellenten Kommunikationsfähigkei-
ten und ihre freundliche Art fand sie leichten Zugang zu den Kunden, 
deren Vertrauen sie mit ihren Kompetenzen und ihrem Einfühlungsver-
mögen rasch für sich gewinnen konnte. Frau B._____ verstand es, ihre 
Kunden professionell zu unterstützen und für sie individuelle Lösungen 
zu entwickeln. 

Frau B._____s Verhalten gegenüber Vorgesetzten, Mitarbeitern und 
Kunden war stets zuverlässig, freundlich, kompetent und korrekt. Frau 
B._____ war ihren Kollegen gegenüber stets aufgeschlossen und ko-
operativ, verstand es aber dennoch, sich auch in schwierigen Situatio-
nen durchzusetzen und die Mitarbeiter zu optimalem Arbeitseinsatz zu 
führen. Frau B._____ verstand es hervorragend, die Mitarbeiter zu mo-
tivieren und ihre Zusammenarbeit aktiv zu fördern und konnte dank ih-
ren hervorragenden Fähigkeiten Kunden für sich gewinnen und auch ih-
ren Kollegen vermitteln. 

Aufgrund einer strategischen Neuausrichtung der Firma und einer damit 
verbundenen Reorganisation im Bereich der Partnerschaft verlässt uns 
Frau B._____. Wir danken Frau B._____ für ihre hervorragende Zu-
sammenarbeit und wünschen ihr für ihren beruflichen und privaten Weg 
alles Gute. 

Zürich, Dezember 2012 

A._____ AG  

D._____" 

4. Die Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin 2 ein Arbeitszeugnis 
mit folgendem Wortlaut aus- und zuzustellen: 

 "Arbeitszeugnis 
Frau C._____, geboren am tt.mm.1978, von Zürich, arbeitete von No-
vember 2006 bis Dezember 2012 unserem Unternehmen als Senior 
Consultant, seit Mai 2009 als Partnerin. 

A._____ AG ist spezialisiert auf die Beratung von akademischen Privat-
kunden und Firmenkunden in allen Versicherungsfragen und Vermö-
gensanlagen. Unsere Firma unterstützt ihre Kunden ab dem Berufsstart 
in jeder Lebensphase und erarbeitet mit Ihnen ganzheitliche Finanzkon-
zepte. 

- 8 - 

Während ihrer Tätigkeit bei uns war Frau C._____ für folgende Aufga-
ben verantwortlich: 

Kundenbetreuung: 
• Entwickeln und Umsetzen von Marketing-Konzepten 
• Selbständiges Akquirieren von Kunden 
• Halten von Fachseminaren 
• Beraten von Privatkunden mit akademischer Ausrichtung und Fir-

menkunden 
• Ausarbeiten und Realisierung von individuellen und ganzheitlichen 

Finanzkonzepten 
• Betreuung eines eigenen Kundenstammes 
• Betreuung bereits bestehender Kundenbeziehungen 

Mitarbeiterführung: 
• Einstellung und Ausbildung neuer Berater 
• Aktive Förderung und Weiterentwicklung der Mitarbeiter im Bereich 

Kundenakquisition und Kundenbetreuung 
• Vereinbarung von Jahreszielen und persönlichen Zielen 
• Leistungsbeurteilung und Führen von Mitarbeitergesprächen 

Strategische und operative Weiterentwicklung der Firma: 
• Mitwirken bei periodischen Lagebeurteilungen und Strategieüber-

prüfungen 
• Mitwirkung und Mitbestimmung bei der Entwicklung, Festlegung 

und Anpassung der Unternehmensstrategie 
• Mitarbeit bei der Festlegung der Jahresziele, der Budgetplanung, 

der Liquiditätsplanung sowie des Personaleinsatzes 
• Mitwirken bei der Entwicklung und Realisierung neuer Produkte 

und Projekte 
• Akquisition und Pflege von Kooperationspartnern und Partnerge-

sellschaften 

Frau C._____ verfügt über ein äusserst fundiertes und praxisorientiertes 
Fachwissen, das über ihren eigentlichen Fachbereich hinausgeht und für un-
seren Betrieb von grossem Nutzen war. 

Sie identifizierte sich sehr stark mit der Firma und ihrer Arbeit. Frau C._____ 
war bei der Arbeit stets sehr motiviert, zeigte grosses Engagement und 
zeichnete sich insbesondere durch ihr hohes organisatorisches Geschick und 
durch ihre zügige und systematische Arbeitsweise aus. Sie arbeitete selb-
ständig, zuverlässig, eigenverantwortlich und mit höchster Qualität. 

Auch in Zeiten grosser Arbeitsbelastung erledigte Frau C._____ die in ihrem 
Verantwortungsbereich anfallenden Aufgaben stets zu unserer vollsten Zu-
friedenheit. Durch ihre exzellenten Kommunikationsfähigkeiten und ihre 
freundliche Art fand sie leichten Zugang zu den Kunden, deren Vertrauen sie 
mit ihren Kompetenzen rasch für sich gewinnen konnte. Frau C._____ ver-
stand es, ihre Kunden professionell zu unterstützen und für sie individuelle 
Lösungen zu entwickeln. 

Frau C._____s Verhalten gegenüber Vorgesetzten, Mitarbeitern und Kunden 
war stets zuverlässig, freundlich, kompetent und korrekt. Frau C._____ war 
ihren Kollegen gegenüber stets aufgeschlossen und kooperativ, verstand es 
aber dennoch, sich auch in schwierigen Situationen durchzusetzen und die 

- 9 - 

Mitarbeiter zu optimalem Arbeitseinsatz zu führen. Sie verstand es hervorra-
gend, die Mitarbeiter zu motivieren und ihre Zusammenarbeit aktiv zu fördern. 
Aufgrund ihrer hohen Fachkenntnisse war sie ihren Kollegen ein Vorbild und 
verstand es auch, ihr Fachwissen motivierend zu vermitteln. 

Auf Grund einer strategischen Neuausrichtung der Firma und einer damit ver-
bundenen Reorganisation verlässt Frau C._____ unser Unternehmen. Wir 
danken Frau C._____ für ihre hervorragende Zusammenarbeit und wünschen 
ihr für ihren beruflichen und privaten Weg alles Gute. 

Zürich, Dezember 2012 

A._____ AG 

D._____" 

5. Die Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin 1 eine Kopie ihres 
Personaldossiers herauszugeben. 

6. Die Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin 2 eine Kopie ihres 
Personaldossiers herauszugeben. 

7. Die Gerichtsgebühr wird auf Fr. 14'500.– festgesetzt. 
8. Die Gerichtskosten werden der Beklagten zu drei Vierteln, der 

Klägerin 1 zu einem Achtel und der Klägerin 2 zu einem Achtel 
auferlegt. Sie werden je zur Hälfte aus den von den Klägerinnen 
geleisteten Vorschüssen bezogen. 

Die Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin 1 und 2 je den aus 
dem Kostenvorschuss bezogenen Betrag zu ersetzen.  

 Im nicht beanspruchten Betrag werden die Kostenvorschüsse den 
Klägerinnen zurückerstattet. 

9. Die Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin 1 und der Klägerin 2 
eine reduzierte Parteientschädigung von je Fr. 6'640.- (zuzüglich 
8% MwSt) zu bezahlen. 

Berufungsanträge: 

Der Beklagten: 
a) Zur Berufung (Urk. 46 S. 2): 
"Die Klagen der Klägerinnen seien vollumfänglich abzuweisen; eventu-
aliter sei das Urteil der Vorinstanz vom 12. Juni 2014 aufzuheben und 
zur Vervollständigung des Sachverhalts im Sinne untenstehender pro-
zessualer Anträge zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuwei-
sen. 
je unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Klägerinnen." 

 

- 10 - 

b) Zur Anschlussberufung (Urk. 55 S. 2): 
 

"Die Rechtsbegehren und Verfahrensanträge der Klägerinnen in der 
Berufungsantwort und Anschlussberufung seien vollumfänglich abzu-
weisen; statt dessen seien die Rechtsbegehren und gegebenenfalls die 
prozessualen Anträge der Beklagten gemäss Berufungsschrift vom 
19. August 2014 gutzuheissen; 
eventualiter sei der in der Anschlussberufung geforderte Verzugszins 
im Umfang der Gutheissung der Hauptbegehren ab Stellung des jewei-
ligen Schlichtungsbegehrens zuzusprechen; 
je unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu lasten der Klägerinnen." 

 
Der Klägerinnen: 

a) Zur Berufung (Urk. 51 S. 2): 
"1. Es sei die Berufung vollumfänglich abzuweisen und das Urteil des 

Arbeitsgerichtes Zürich, 1. Abteilung, vom 12. Juni 2014, Ge-
schäfts-Nr. AN130010, unter Vorbehalt der Änderungen gemäss 
nachstehender Anschlussberufung vollumfänglich zu bestätigen; 

2. unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beklagten." 
 

b) Zur Anschlussberufung (Urk. 51 S. 2): 

"1. Ziff. 1 des Dispositivs des Urteils des Arbeitsgerichtes Zürich, 1. 
Abteilung, vom 12. Juni 2014, Geschäfts-Nr. AN130010, sei durch 
folgende Fassung zu ersetzen (Ergänzung kursiv hervorgeho-
ben): 

 "Die Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin 1 Fr. 48'837.80 netto 
zuzüglich Zins zu 5% seit 4. September 2012 zu bezahlen." 

2.  Ziff. 2 des Dispositivs des Urteils des Arbeitsgerichtes Zürich, 1. 
Abteilung, vom 12. Juni 2014, Geschäfts-Nr. AN130010, sei durch 
folgende Fassung zu ersetzen (Ergänzung kursiv hervorgeho-
ben): 

 "Die Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin 2 Fr. 51 '476.25 netto 
zuzüglich Zins zu 5% seit 12. September 2012 zu bezahlen." 

3.  Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Be-
klagten." 

 
 
 

- 11 - 

Erwägungen: 

1. Sachverhalt 

1.1. Die Beklagte ist eine seit dem 22. März 2006 im Handelsregister des Kan-

tons Zürich eingetragene und in Zürich domizilierte Aktiengesellschaft. Sie be-

zweckt unter anderem "die Beratung betreffend Vermögensanlagen und Finanzie-

rungen aller Art". Seit Gründung der Gesellschaft ist D._____ einziger Verwal-

tungsrat der Gesellschaft. Das Aktienkapital der Beklagten beträgt Fr. 100'000.00 

und ist voll liberiert. Bis Anfang 2009 war D._____ Alleinaktionär der Beklagten 

(Urk. 1 S. 5, Urk. 17 Rz 3-4; Urk. 23/1 S. 5, Urk. 23/17 Rz 3-4). 

1.2. D._____ sowie die beiden Klägerinnen waren früher bei der "E._____ AG" 

tätig, welche auf die Finanzberatung von Akademikern spezialisiert war. Per 1. 

November 2006 stellte die Beklagte, handelnd durch D._____, die beiden Kläge-

rinnen als "Consultants auf der Stufe eines Partners" an (Urk. 1 S. 5 f, 23/1 S. 6; 

Urk. 23/5/4). Per 1. Mai 2008 wurden die bisherigen Arbeitsverträge durch neue 

Arbeitsverträge ersetzt. Wiederum wurden die Klägerinnen als "Consultants auf 

der Stufe eines Partners" bezeichnet (Urk. 5/4 und Urk. 23/5/5). Per 1. Januar 

2009 wurden Nachträge zu diesen Arbeitsverträgen unterzeichnet (Urk. 5/5, Urk. 

23/5/6). Vereinbart wurden mit diesen Nachträgen Monatslöhne für beide Kläge-

rinnen von je Fr. 10'000.00.  

1.3. Im Mai 2009 kauften drei Arbeitnehmerinnen der Beklagten, nämlich die 

beiden Klägerinnen sowie F._____, von D._____ Aktien der Beklagten im Umfan-

ge von je 10% des Aktienkapitals zum Preis von je Fr. 10'000.00, entsprechend 

dem Nennwert der Aktien. Gleichzeitig wurden die drei Arbeitnehmerinnen der 

Beklagten als Direktorinnen im Handelsregister eingetragen. Fürderhin verfügte 

D._____ mithin über ein Aktienkapital von 70% der Beklagten und die beiden Klä-

gerinnen sowie ihre Kollegin über ein solches von je 10%. Am 6. Juli 2009 unter-

zeichneten die vier Aktionäre einen Aktionärsbindungsvertrag (Urk. 5/7 und Urk. 

23/5/8). Die beiden Klägerinnen sowie F._____ hatten in der Folge "ähnliche Stel-

lungen und Verantwortlichkeiten" (Urk. 1 S. 9, Urk. 23/1 S. 10; Urk. 17 Rz 8, Urk. 

- 12 - 

23/17 Rz 7). Nach wie vor blieb aber D._____ einziger Verwaltungsrat der Gesell-

schaft. 

1.4. Fest steht, dass D._____ im Jahre 2010 sein Pensum bei der Beklagten 

von 100% auf 50% reduzierte, weil er mit dem Aufbau einer Firma in Holland be-

schäftigt war und die Absicht hatte, sich mittelfristig aus dem operativen Geschäft 

zurückzuziehen (Urk. 1 S. 8, Urk. 23/1 S. 9; Urk. 17 Rz 7, Urk. 23/17 Rz 6).  

1.5. Zwischen Ende 2010 und dem Frühjahr 2011 kam es zwischen D._____ 

und den drei andern Aktionärinnen zu ersten Gesprächen, welche mögliche weite-

re Aktienverkäufe D._____s an die andern Aktionärinnen betrafen. Diese Ver-

tragsverhandlungen belasteten das Verhältnis zwischen den beiden Klägerinnen 

und D._____ (Urk. 1 S. 11, Urk. 23/1 S. 12; Urk. 23 S. 8, Urk. 23/17 S. 8). Für 

diese Vertragsverhandlungen liessen sich die Klägerinnen unter anderem durch 

den damaligen Lebenspartner und heutigen Ehemann der Klägerin 1, Fürsprecher 

G._____, beraten, wobei sich auch D._____ im Hinblick auf diese Vertragsver-

handlungen auf anwaltlichen Beistand stützte (vgl. Urk. 17 S. 9, Urk. 23/17 S. 9). 

Schliesslich scheiterten die Vertragsverhandlungen. Eine von D._____ im Juli 

2012 bis Ende August 2012 befristete Verkaufsofferte lehnten die Klägerinnen 

sowie F._____ ab (Urk. 1 S. 11 f., Urk. 23/1 S. 12; Urk. 17 S. 8 f., Urk. 23/17 S. 8 

f.). 

1.6. Im August 2012 weilte die Klägerin 1 in den Ferien. Anlässlich ihres ersten 

Arbeitstages nach den Ferien, am 3. September 2012, eröffnete ihr D._____ in 

Anwesenheit von H._____, einem Kunden der Beklagten, mündlich die fristlose 

Entlassung (Urk. 1 S. 12, Urk. 17 S. 12). 

1.7. Gemäss Arztzeugnis vom 5. September 2012 war die Klägerin 2 ab 5. Sep-

tember 2012 für zwei Wochen krank. Mit Schreiben vom 10. September 2012 

kündigte die Beklagte das Arbeitsverhältnis mit der Klägerin 2 – ohne nähere Be-

gründung – ebenfalls fristlos (Urk. 23/1 S. 13, Urk. 23/17 S. 17; Urk. 23/5/9-10). 

- 13 - 

2. Prozessgeschichte 

2.1. Die Klägerin 1 reichte die Klagebewilligung vom 6. November 2012 mit 

Klageschrift vom 20. Februar 2013 bei der Vorinstanz ein (Urk. 1. und 3), woge-

gen die Klägerin 2 die Klagebewilligung vom 21. Januar 2013 mit Klageschrift 

vom 22. März 2014 bei der Vorinstanz einreichte (Urk. 23/1 und 23/3). Die beiden 

im ordentlichen Verfahren zu beurteilenden Klagen wurden in der Folge gemäss 

Art. 125 lit. c ZPO vereinigt. Verwiesen sei dazu auf die Erörterungen im ange-

fochtenen Urteil (Urk. 47 S. 8 f.). 

2.2. Gegen das am 19. Juni 2014 zugestellte vorinstanzliche Urteil vom 12. Juni 

2014 erhob die Beklagte mit Schriftsatz vom 19. August 2014 rechtzeitig Berufung 

(Urk. 46). Die Klägerinnen erstatteten in der Folge unterm 10. November 2014 die 

Berufungsantwort (Urk. 51), mit der sie Anschlussberufung erhoben. Die An-

schlussberufung wurde von der Beklagten mit Rechtsschrift vom 11. Dezember 

2014 beantwortet (Urk. 55). Dazu replizierten die Klägerin aus eigener Veranlas-

sung mit Eingabe vom 19. Dezember 2014 (Urk. 57), welche der Beklagten mit 

Verfügung vom 5. Januar 2015 zugestellt wurde (Urk. 58). Während des Beru-

fungsverfahrens nahm die Klägerin 1 infolge Verheiratung den Familiennamen 

"B._____" an. 

3. Prozessuales 

3.1. Bezüglich der Verzugszinsforderungen wurden die Dispositiv-Ziff. 1 und 2 

des angefochtenen Urteils von den beiden Klägerinnen mit der Anschlussberu-

fung angefochten. Im Übrigen wurde das vorinstanzliche Urteil insoweit nicht an-

gefochten, als die Klagen abgewiesen wurden. In dieser Hinsicht ist das ange-

fochtene Urteil in Rechtskraft erwachsen, wovon Vormerk zu nehmen ist. 

3.2. Nach Art. 311 Abs. 1 ZPO muss die Berufung eine Begründung enthalten. 

Begründen im Sinne der genannten Vorschrift bedeutet aufzeigen, inwiefern der 

angefochtene Entscheid als fehlerhaft erachtet wird. Dieser Anforderung genügt 

ein Berufungskläger nicht, wenn er lediglich auf seine vor erster Instanz vorgetra-

genen Vorbringen verweist, sich mit Hinweisen auf frühere Prozesshandlungen 

zufriedengibt oder den angefochtenen Entscheid in allgemeiner Weise kritisiert. 

- 14 - 

Die Begründung muss hinreichend genau und eindeutig sein, um von der Beru-

fungsinstanz mühelos verstanden werden zu können. Dies setzt voraus, dass der 

Berufungskläger im Einzelnen die vorinstanzlichen Erwägungen bezeichnet, die 

er anficht, und die Aktenstücke nennt, auf denen seine Kritik beruht (BGE 138 III 

374 E. 4.3.1 S. 375; BGer 4A_659/2011 vom 7. Dezember 2011 E. 3, in: SJ 

134/2012 I S. 232). Die Begründung ist eine gesetzliche, von Amtes wegen zu 

prüfende Zulässigkeitsvoraussetzung für die Berufung. Fehlt sie, so tritt das obere 

kantonale Gericht nicht auf die Berufung ein (BGer 4A_659/2011 vom 7. Dezem-

ber 2011 E. 3). Gleiches muss gelten, wenn ein Berufungskläger lediglich auf 

Vorakten verweist oder wenn die Berufung den umschriebenen Anforderungen in 

anderweitiger Hinsicht nicht genügt (BGer 5A_438/2012 vom 27. August 2012 E. 

2.2, in: SZZP 2013 S. 29 f.; BGer 5A_209/2014 vom 2.9.2014). 

3.3. Die Parteien können sich im Prozess zweimal – und nur zweimal – unbe-

schränkt äussern. Im vorliegenden Fall haben die Parteien ihre zweiten Vorträge 

anlässlich der Hauptverhandlung erstattet. Der Aktenschluss trat damit nach den 

ersten Vorträgen in der Hauptverhandlung ein; diese ersten Vorträge gemäss Art. 

228 Abs. 1 ZPO sind im vorinstanzlichen Protokoll mit "Replik" bzw. "Duplik" be-

zeichnet (Prot. I S. 13 bzw. S. 16). Nach diesen beiden Vorträgen konnten die 

Parteien neue Tatsachenbehauptungen und Beweisanträge nur noch in dem von 

Art. 229 Abs. 1 ZPO gegebenen Rahmen in den Prozess einführen, weil mit die-

sen beiden Vorträgen der Aktenschluss hergestellt worden war (vgl. BGE 140 III 

312). Die Beklagte hat anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung im Sinne 

eines zweiten Parteivortrages ihre an die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat ge-

richtete Strafanzeige vom 4. Dezember 2012 zu grossen Teilen verlesen (Prot. I 

S. 16 mit Hinweis auf Urk. 31). Diese für strafrechtliche Belange erstellte Rechts-

schrift der Beklagten wird gleichwohl an den Kriterien von Art. 221 ZPO zu mes-

sen sein, der Richtschnur für alle Parteivorträge vor dem Aktenschluss ist. 

4. Die fristlose Entlassung der Klägerinnen 

4.1. Rechtliches. Die Vorinstanz hat mit dem angefochtenen Urteil die Voraus-

setzungen einer fristlosen Entlassung richtig umschrieben; es ist darauf zu ver-

weisen (Urk. 47 S. 11-13). Kündigungsgründe lassen sich im Prozess allerdings 

- 15 - 

auch nachschieben: In diesem Sinne kommt als wichtiger Grund im Sinne von Art. 

337 OR allerdings nur ein Ereignis in Frage, welches sich vor der fristlosen Ent-

lassung abgespielt hat. Nicht erforderlich ist, dass dieses Vorkommnis der kündi-

genden Partei im Zeitpunkt der Kündigungserklärung bekannt war. Insofern ist 

das Nachschieben von Kündigungsgründen nach der bundesgerichtlichen Recht-

sprechung zulässig. Sind das Verhalten oder die Umstände, die eine fristlose 

Kündigung rechtfertigen würden, hingegen erst nach der Kündigung eingetreten, 

rechtfertigen sie die – schon vorher ausgesprochene – fristlose Kündigung nicht 

(BGE 127 III 310 E. 4a, 124 III 25 E. 3c; BGer 4A_559/2012 vom 18.3.2013 

E. 5.1.2 und BGer 4A_169/2013 vom 18.6.2013 E. 4.3.2). 

4.2. Geschäftsgeheimnisverletzung als wichtiger Grund? (Urk. 47 S. 13-19, E. 

IV/B/2; Urk. 46 S. 5-8 und 20 f.; Urk. 51 S. 6-9). 

4.2.1. Die Beklagte wirft den Klägerinnen vor, sie hätten im Hinblick auf den mög-

lichen Aktienkauf Berater beigezogen. Dass den Klägerinnen das Recht dazu zu-

stand, anerkennt die Beklagte zwar ausdrücklich (Prot. I S. 21). Es sei aber abge-

sprochen gewesen, dass die Klägerinnen sich von ihren Lebenspartnern beraten 

liessen. Von dem von den Klägerinnen beigezogenen Berater I._____ sei aber nie 

die Rede gewesen. Diesem müssen nach der Darstellung der Beklagten im Rah-

men seines Beratungsmandates Geschäftsgeheimnisse der Beklagten zugekom-

men sein (Prot. I S. 21). Die Beklagte stützt sich in diesem Zusammenhang na-

mentlich auf zwei E-Mails (vgl. Urk. 19/3/20 und 19/3/22). Die Vorinstanz hält da-

zu fest, diese E-Mails seien ohne Belang, weil die Beklagte – prozessual verspä-

tet – erst mit ihrer Stellungnahme zum dritten Parteivortrag der Klägerinnen (vgl. 

Urk. 36 S. 6 ff.) auf diese E-Mails Bezug genommen habe (Urk. 47 S. 17). Die 

Beklagte beanstandet das vor Obergericht (Urk. 46 S. 5).  

4.2.1.1. Die fraglichen E-Mails finden sich in einem Konvolut, das von der Beklag-

ten mit Urk. 19/3 (Strafanzeige und Beilagen) eingereicht worden ist. Diese Straf-

anzeige liess die Beklagte anlässlich der Hauptverhandlung als "Duplik" verlesen 

(Prot. I S. 16 f. mit Hinweis auf Urk. 19/3 und Urk. 31). In der Tat nahm die Be-

klagte dort auf die beiden E-Mails Bezug und schilderte ihren Inhalt (Urk. 31 Rz 

25 und 27). Insoweit sind diese Vorbringen prozessual beachtlich, nicht aber die 

- 16 - 

weiteren Vorbringen in der sog. Noveneingabe. In der "Duplik" (Urk. 31 Rz 25) 

wird ein "Business Angel" erwähnt. Auf ausdrückliche Nachfrage der Vorinstanz 

(Prot. I S. 15 f.) legte die Beklagte offen, dass sie mit dieser kryptischen Bezeich-

nung "in der Tat" I._____ meine (Prot. I S. 16). Weder mit Rz 25 und Rz 27 der 

"Duplik" wurden indessen konkrete Tatsachenbehauptungen in den Prozess ein-

geführt, aus denen sich irgendwelche Verletzungen von Geschäftsgeheimnissen 

seitens der Klägerinnen I._____ gegenüber ergeben könnten. Dessen Einbezug 

und seine Beurteilung der damaligen Lage sowie seine Beratung bezüglich des 

geplanten Aktienkaufvertrages (vgl. dazu insbesondere Urk. 31 Rz 27) allein stel-

len jedenfalls keine solchen Verletzungen dar. 

4.2.1.2. Die Klägerinnen führen in diesem Zusammenhang vor Obergericht zu 

Recht aus, dass sich in der zum Parteivortrag gemachten Strafanzeige keine Par-

teibehauptungen fänden, denen die fraglichen E-Mails als Beweismittel zugeord-

net würden (Urk. 55 Rz 14 und 15). In der Tat hätte das im erstinstanzlichen Ver-

fahren vor Aktenschluss geschehen müssen (Art. 221 Abs. 1 lit. d und e ZPO in 

Verbindung mit Art. 222 ZPO). Die Beklagte durfte angesichts der dieses Verfah-

ren beherrschenden Verhandlungsmaxime namentlich nicht erwarten, dass das 

Gericht das vorgelegte Konvolut von E-Mail Korrespondenzen gemäss Urk. 19/3 

im Hinblick darauf durchforsten werde, ob sich daraus Hinweise ergeben könnten, 

welche geeignet wären, ihre Thesen zu unterstützen. 

4.2.2. Auf der Hand liegt, dass die Klägerinnen, welche während Monaten in 

ernsthaften Kaufverhandlungen mit D._____ standen, sich Gedanken darüber 

machten, ob das geplante Geschäft wirtschaftlich sinnvoll sei oder nicht. Dass sie 

sich in dieser Hinsicht beraten liessen, kann ihnen jedenfalls nicht zum Vorwurf 

gereichen. Dieses Recht spricht ihnen, wie bereits erwähnt, denn auch selbst die 

Beklagte nicht ab; D._____ tat im Übrigen ein Gleiches, indem er seinerseits an-

waltlichen Rat suchte. Dass in dieser Situation sich die Interessen, welche die 

Klägerinnen in ihrer Eigenschaft als Arbeitnehmerinnen für die Beklagte wahrzu-

nehmen hatten, mit ihren eigenen vermengen konnten bzw. sich die "Informati-

onssphären vermischten", wie das die Beklagte im Prozess formuliert (Urk. 36 S. 

8), hatte der Mehrheitsaktionär D._____ deswegen in Kauf zu nehmen, weil er mit 

- 17 - 

den Klägerinnen als seinen "Consultants auf der Stufe eines Partners" in ernsthaf-

te Verkaufsverhandlungen trat. Die Vorinstanz hat die dadurch entstandene Sach- 

und Rechtslage richtig beurteilt; es ist auf ihre zutreffenden Erwägungen zu ver-

weisen (Urk. 47 S. 17-19). Vor Obergericht verweist die Beklagte demgegenüber 

auf ihre Vorbringen in der Klageantwort, wo ausgeführt wurde, dass Hinweise da-

für bestünden, dass die Klägerinnen I._____ "weit detailliertere Informationen" 

hätten zukommen lassen, als sie ihnen als Aktionärinnen zur Verfügung gestan-

den seien (Urk. 46 S. 5 f. mit Hinweis auf Urk. 17 Rz 15a). Das sind indessen le-

diglich pauschale Vermutungen, die nicht weiterhelfen. Was die Beklagte in die-

sem Zusammenhang konkret gemeint haben mochte, ist nicht ersichtlich. Richtig 

ist zwar, dass die Beklagte vor Vorinstanz geltend machte, die Klägerinnen hätten 

ihrem Berater I._____ die Liquiditätsplanung zugänglich gemacht. Das war indes-

sen von der Beklagten auf Grund der vom Mehrheitsaktionär mit den Klägerinnen 

geführten Verkaufsverhandlungen in Kauf zu nehmen, denn die Liquiditätspla-

nung einer zu erwerbenden Gesellschaft spielt aus der Sicht des Käufers eine 

entscheidende Rolle. Schliesslich hat schon die Vorinstanz festgehalten, dass die 

Beklagte keine Behauptungen zum Inhalt der sog. Liquiditätsplanung aufgestellt 

habe (Urk. 47 S. 17 E. 2.2.4). Inwieweit damit Geschäftsgeheimnisse der Beklag-

ten verraten worden sein sollten, bleibt damit ihr Geheimnis. Wenn die Beklagte 

vor Obergericht dem entgegenhält, dass die sog. Liquiditätsplanung "durchaus 

auch geheimnisrelevante Daten" enthalte (Urk. 46 Rz 9), ohne gleichzeitig darzu-

tun, wo entsprechende konkrete Behauptungen vor Vorinstanz aufgestellt worden 

sein sollen, hilft das nichts. Von vornherein unzulässig, weil erst nach Akten-

schluss erfolgt, ist der von der Beklagten in diesem Zusammenhang mit ihrer Ein-

gabe vom 16. Januar 2014 (Urk. 46 S. mit Hinweis auf Urk. 36 S. 7) gestellte Be-

weisantrag auf Edition der gesamten Korrespondenz zwischen I._____ und den 

Klägerinnen. Zu Recht qualifizierte die Vorinstanz diesen Antrag überdies auch 

deshalb als unzulässig, weil er auf einen unstatthaften Ausforschungsbeweis ab-

zielt (Urk. 47 S. 17). 

4.3. Drohung und Nötigung als wichtiger Grund?; Flip-Chart (Urk. 47 S. 20-26, 

E. IV/B/3; Urk. 46 S. 8-9, 15-17 und 21-22; Urk. 51 S. 10 f. und S. 16 f.). 

- 18 - 

4.3.1. Die Beklagte wirft den Klägerinnen Drohung und Nötigung vor. So sollen 

die Klägerinnen anlässlich der Vertragsverhandlungen vom 22. Mai 2012 durch 

ihren damaligen Rechtsbeistand G._____ für den Fall einer Nichteinigung über 

die Modalitäten bezüglich des geplanten Aktienerwerbs in Aussicht gestellt haben, 

"wegen angeblicher und nie näher dargestellter verdeckter Gewinnausschüttun-

gen den Steuerbehörden einen Wink" geben zu wollen und eine neue, die Beklag-

te konkurrenzierende Firma, nämlich die G._____ Finanzberatungs AG, gründen 

zu wollen (act. 17 S. 16 f., act. 23/17 S. 15). Die Vorinstanz hält diesen Vorgang 

im Zusammenhang mit den hier interessierenden fristlosen Entlassungen schon 

deshalb als nicht relevant, weil die erst Monate später erfolgten fristlosen Entlas-

sungen der beiden Klägerinnen schon aus zeitlichen Gründen nicht mit der an-

geblichen Drohung vom 22. Mai 2012 in Zusammenhang gebracht werden könn-

ten. Die vorinstanzlichen Erwägungen sind richtig. Es kann darauf verwiesen wer-

den (Urk. 47 S. 21-26). 

4.3.2. Ein Nötigungsvorwurf an die Adresse der beiden Klägerinnen muss im Üb-

rigen auch deshalb entfallen, weil die Steuerbehörden nach der Darstellung der 

Beklagten gemäss den angeblichen Auslassungen der Klägerinnen lediglich über 

eine "nie näher spezifizierte verdeckte Gewinnausschüttung" hätten informiert 

werden sollen (vgl. Urk. 46 Rz 12). Das ist ein zu vager Vorwurf, als dass er über-

haupt ernst genommen werden könnte. Dazu kommt, dass die Beklagte selber 

vor Obergericht die in Frage stehenden Vorgänge als "steuertechnisch ohnehin 

unproblematisch" bezeichnet (Urk. 46 Rz 12). Die von der Beklagten in diesem 

Zusammenhang erhobene Strafanzeige wurde von der zuständigen Staatsan-

waltschaft denn auch nicht an Hand genommen, und der dagegen beim Oberge-

richt erhobenen Beschwerde der Beklagten blieb der Erfolg versagt (vgl. Be-

schluss des Obergerichts vom 23. Oktober 2013, Proz.-Nr. UE130094; Urk. 30/1). 

Die Beklagte macht im Berufungsverfahren zwar geltend, erst mit Auffinden der 

sog. Flip-Chart habe sie bzw. D._____ realisiert, "dass die Nötigungsdrohung Teil 

eines abgesprochenen Handlungsplans der Klägerinnen" gewesen sei (Urk. 46 

Rz 11). Entgegen ihrer Darstellung hat sie solches nicht schon vor Vorinstanz be-

hauptet (Urk. 46 Rz 11 mit Hinweis auf Urk 17 Rz 13b). Ganz abgesehen davon 

vermöchte die von D._____ in der Nacht vom 6./7. September 2012 bei den Ge-

- 19 - 

schäftsakten aufgefundene Flip-Chart, aus der hervorgehen soll, dass die Kläge-

rinnen mit ihrem Berater über allfällige "Eskalationsstufen" gesprochen haben 

(Urk. 19/9), die These der Beklagten ohnehin nicht zu stützen. Flip-Charts werden 

im Rahmen von Brainstormings erstellt, anlässlich welcher über alle denkbaren 

Varianten möglicher Problemlösungen gesprochen wird. Ob dabei die eine oder 

die andere Variante zum Zuge kommen wird, bleibt dabei völlig offen. Mehr lässt 

sich aus Urk. 19/9 jedenfalls nicht herauslesen. Dass dort unter dem Titel "ver-

deckte Gewinnausschüttung" die Information der Steuerbehörden erwähnt wird, 

hilft der Beklagten daher von vornherein nichts. 

4.4. Mobbing und Freistellung von J._____ und K._____ als wichtiger Grund? 

(Urk. 47 S. 29-38, E. IV/B/5-6; Urk. 46 S. 10-15, 17, 21-22; Urk. 51 S. 13-16). 

4.4.1. Die Beklagte warf den beiden Klägerinnen vor Vorinstanz vor, sie hätten die 

Mitarbeiterinnen J._____ und K._____ gemobbt, worauf diese das Unternehmen 

verlassen hätten. Die Vorinstanz sieht kein Verhalten, der Klägerinnen, das im 

Sinne eines wichtigen Grundes die fristlose Entlassung der Klägerinnen rechtfer-

tigen könnte. Die Beklagte beanstandet das vor Obergericht (Urk. 46 S. 9 ff.). Un-

zulässig ist es von vornherein, wenn sie dabei auf ihre erst nach Aktenschluss 

eingereichte Stellungnahme vom 16. Januar 2014 verweist (Urk. 46 Rz 15, Urk. 

36).  

4.4.2. Mobbing stellt ein systematisches, feindliches, über einen längeren Zeit-

raum anhaltendes Verhalten dar, mit dem eine Person an ihrem Arbeitsplatz iso-

liert, ausgegrenzt oder gar von ihrem Arbeitsplatz entfernt werden soll. Es können 

dabei unter Umständen Einzelhandlungen in Betracht fallen, die isoliert betrachtet 

durchaus als zulässig zu beurteilen sind, jedoch in ihrer Gesamtheit zu einer De-

stabilisierung des Opfers führen können. Mobbing liegt aber nicht schon dann vor, 

wenn ein Arbeitskonflikt oder eine schlechte Arbeitsatmosphäre besteht, oder 

wenn eine angestellte Person aufgefordert wird – auch auf eindringliche Weise 

oder mit der Androhung von Disziplinarmassnahmen oder einer Entlassung – ih-

ren Arbeitspflichten nachzukommen. Mobbing ist schwierig zu beweisen. Ein Be-

weis kann in der Regel nur durch Würdigung einer Vielzahl von Indizien gelingen. 

Dabei muss aber stets auch in Erwägung gezogen werden, dass sich die be-

- 20 - 

troffene Person das Mobbing nur einbildet oder sich sogar missbräuchlich darauf 

beruft (BGer 8C_446/2010 vom 25.1.2011, E. 4.1; BGer 8C_900/2013 vom 

5.5.2014 E. 4.2). Weil die Beurteilung auf einer Gesamtwürdigung der Umstände 

beruht, insbesondere der Indizien, welche das Mobbing ausmachen, ist unter 

Umständen an eine Reduktion des erforderlichen Beweismasses zu denken. 

4.4.3. Als Direktorinnen der Beklagten hatten die beiden Klägerinnen gegenüber 

J._____ und K._____ für die Beklagte Vorgesetzten- und auch die Arbeitgeber-

funktion inne. Sollte es sich erweisen, dass die Klägerinnen ihnen anvertraute 

Mitarbeitende in sehr schwerer Weise gemobbt haben, dann könnte dies – in aller 

Regel zwar erst nach einer Verwarnung – einen Grund für eine fristlose Entlas-

sung darstellen, weil darin eine schwere Pflichtverletzung liegen könnte, welche 

dazu geeignet ist, das Vertrauen zwischen Arbeitgeber und dem mobbenden Ar-

beitnehmer auf Dauer zu unterminieren. Voraussetzung dafür wäre allerdings, 

dass sich die vom Mobbing betroffene Person auch wirklich gemobbt fühlt. 

4.4.4. Was die Mitarbeiterin K._____ anbelangt, welche am 23. Juli 2012 gekün-

digt hat, hält die Vorinstanz mit dem angefochtenen Urteil fest, dass die Beklagte 

gegenüber den Klägerinnen keine konkreten Mobbingvorwürfe erhoben habe 

(Urk. 47 S. 32 E. 5.2.2.). Dem hält die Beklagte mit ihrer Berufung nichts entge-

gen, weshalb es bezüglich K._____ bei der vorinstanzlichen Beurteilung sein Be-

wenden haben muss.  

4.4.5. Zu prüfen sind daher noch die von der Beklagten formulierten Mobbingvor-

würfe betreffend J._____: Die Vorinstanz hält dafür, dass die Beklagte bzw. 

D._____ bereits Mitte August 2012 vom inkriminierten Verhalten der Klägerinnen 

gegenüber J._____ erfahren habe, weshalb die gestützt darauf erst im September 

ausgesprochenen fristlosen Entlassungen verspätet seien (Urk. 47 S. 30 und 32). 

Aus dem Wesen des wichtigen Grundes leitet die bundesgerichtliche Rechtspre-

chung zu Art. 337 OR ab, dass der Kündigungsberechtigte sich mit der fristlosen 

Auflösung des Arbeitsverhältnisses nicht ungebührlich lange Zeit lassen darf. Ist 

ein wichtiger Grund gegeben, so ist die fristlose Kündigung sofort auszusprechen. 

Andernfalls ist anzunehmen, dem Kündigenden sei es subjektiv zumutbar, die or-

dentliche Kündigungsfrist einzuhalten; diesfalls ist das Recht auf eine sofortige 

- 21 - 

Vertragsauflösung verwirkt. Dabei ist nach den Umständen des konkreten Falles 

zu entscheiden, innert welcher Frist dem Berechtigten billigerweise ein Entschluss 

darüber zuzumuten ist, ob er von seinem Recht zur fristlosen Aufhebung des Ver-

trags Gebrauch machen will. In der Regel wird eine Überlegungsfrist von zwei bis 

drei Arbeitstagen zum Nachdenken und Einholen von Rechtsauskünften als an-

gemessen angesehen. Ein Hinauszögern über diese Zeitspanne hinaus ist nur zu-

lässig, wenn es mit Rücksicht auf die praktischen Erfordernisse des Alltags- und 

Wirtschaftslebens als verständlich und berechtigt erscheint (BGE 138 I 113 E. 6.3, 

130 III 28 E. 4.4).  

Den rechtlich korrekten vorinstanzlichen Erwägungen hält die Beklagte vor 

Obergericht entgegen, D._____ habe die belastenden Aussagen J._____s "auf-

grund diverser Ferienabwesenheiten erst Ende August mit den andern Mitarbei-

tern verifizieren und diesbezüglich zu einem stimmigen Gesamtbild zusammenfü-

gen können" (Urk. 46 Rz 15). Entscheidend ist auch in diesem Zusammenhang, 

welche Behauptungen die Beklagte vor Aktenschluss in den Prozess eingeführt 

hat: In ihrer Klageantwort führte die Beklagte aus, dass die Kündigungen der bei-

den Mitarbeiterinnen K._____ und J._____ vom 23. und 31. Juli 2012 für D._____ 

überraschend gekommen seien. Deshalb habe er mit beiden Mitarbeiterinnen das 

Gespräch gesucht. Das Gespräch mit J._____ habe Mitte August stattgefunden. 

Weitere Gespräche mit anderen Mitarbeitern "Ende August" hätten zu Tage ge-

fördert, dass J._____ von der Klägerin 1 massivst unter Druck gesetzt und diskri-

miniert worden sei (Urk. 17 Rz 10a). Mit wem D._____ Ende August gesprochen 

haben will und was er von diesen Mitarbeitern erfahren haben soll, lässt die Be-

klagte allerdings offen. Mit der Vorinstanz ist unter diesen Umständen davon aus-

zugehen, dass D._____ Mitte August 2012 von J._____ die entscheidenden Fak-

ten erfuhr. Wenn die Beklagte in der Folge bis zum 3. September 2012 mit der 

fristlosen Auflösung des Arbeitsverhältnisses mit der Klägerin 1 zuwartete, dann 

verwirkte sie unter dem Gesichtspunkt des Mobbings ihr Recht auf eine fristlose 

Auflösung des Arbeitsvertrages. Die von der Beklagten in diesem Zusammenhang 

an die Adresse der Klägerinnen gerichteten Vorwürfe vermögen daher eine frist-

lose Entlassung von vornherein nicht zu stützen. Im Übrigen weist die Beklagte 

auf kein konkretes qualifiziert unkorrektes Verhalten der Klägerinnen hin, das oh-

- 22 - 

ne Verwarnung zu ihrer fristlosen Entlassung hätte Anlass geben können. Die Be-

klagte wirft den Klägerinnen unkorrektes Verhalten, namentlich despektierliche 

Äusserungen gegenüber J._____ vor. Die Vorinstanz hält die von der Beklagten 

vor Aktenschluss aufgestellten Behauptungen zu Recht als zu vage (Urk. 47 S. 

33). Dazu kommt, dass solche Unkorrektheiten, die insbesondere durch ständige 

Wiederholungen Gewicht erhalten, nur dann Anlass zu einer fristlosen Entlassung 

geben können, wenn sie trotz Verwarnung wiederholt vorkommen (BGE 129 III 

380). Auf derartige Verwarnungen hat die Beklagte im Prozess nie hingewiesen. 

4.4.6. Die Beklagte wirft den beiden Klägerinnen vor, dass sie die Mitarbeiterinnen 

K._____ und J._____ nach deren Kündigungen freigestellt hätten. Derartige Mas-

snahmen stünden gemäss Art. 716b OR allein dem Verwaltungsrat, d.h. D._____, 

zu (Urk. 46 Rz 24 mit Hinweis auf Urk. 17 Rz 15g). Die Klägerinnen halten mit der 

Vorinstanz dafür, dass sie zur Freistellung befugt gewesen seien (Urk. 51 Rz 61 

mit Hinweis auf Urk. 47 S. 31 f.). Die Freistellung von Mitarbeitern nach einer 

Kündigung ist eine gängige Massnahme und hat operative und nicht strategische 

Bedeutung. Die beiden Klägerinnen waren als Direktorinnen tätig und als solche 

auch im Handelsregister eingetragen. Die Beklagte anerkannte sodann vor Vo-

rinstanz ausdrücklich, dass die Klägerinnen "im Aussenverhältnis" zu den Freistel-

lungen befugt gewesen seien. Sie macht lediglich geltend, Freistellungen seien 

bei der Beklagten "für ordentlich gekündigte Mitarbeiter" nicht "Usus" gewesen 

(Prot. I S. 25). Angesichts der Stellung, welche die beiden Klägerinnen im Betrieb 

der Beklagten innehatten, kann unter diesen Umständen von einem Fehlverhal-

ten, das zu einer fristlosen Entlassung Anlass geben könnte, keine Rede sein. Zu 

Recht weisen die Klägerinnen auch daraufhin, dass die Beklagte mit ihren Klage-

antworten vortrug, dass sich D._____ "praktisch nicht in operative Dinge" einge-

mischt habe (Urk. 17 Rz 10; Urk. 23/17 Rz 9). In der Tat befassten sich nach der 

Darstellung der Beklagten selber die Klägerinnen "mit operativen Themen", wo-

gegen die "strategische Führung" von D._____ wahrgenommen wurde (Urk. 17 

Rz 5; Urk. 23/17 Rz 4). Dazu kommt, dass D._____ auch in Holland beruflich tätig 

war, so dass er sein Pensum bei der Beklagten auf 50% reduziert hatte (Urk. 17 

Rz 7; Urk. 23/17 Rz 6). Unter diesen Umständen kann den Klägerinnen im Zu-

- 23 - 

sammenhang mit der Freistellung der beiden Mitarbeiterinnen K._____ und 

J._____ kein Vorwurf gemacht werden. 

4.5. Mobbing von D._____ als wichtiger Grund? (Urk. 47 S. 35-38, E. IV/B/6; 

Urk. 46 Rz 13, 14, 22; Urk. 51 Rz 37-46). 

4.5.1. Die Beklagte sieht einen wichtigen Grund für die fristlose Entlassung auch 

im Umstand, dass die Klägerin ihren Vorgesetzten sowie Hauptaktionär und ein-

zigen Verwaltungsrat der Beklagten, D._____, gemobbt haben sollen. Die Vo-

rinstanz hat sich mit diesem Vorwurf einlässlich auseinandergesetzt (Urk. 47 S- 

35-38). Vor Obergericht hält die Beklagte an ihrem Vorwurf fest (Urk. 46 Rz, 13, 

14, 22). Sie trägt vor, ihre Ausführungen in der Klageantwort dazu könnten "kaum 

substantiierter" sein (Urk. 46 Rz 22 mit Hinweis auf Urk. 17 Rz 15e). 

4.5.2. Wenn wie hier, das Mobbing eines Vorgesetzten zur Debatte steht, dann 

müssen ganz ernsthafte Vorfälle gegeben sein, damit von einem wichtigen Grund 

für eine fristlose Entlassung gesprochen werden kann. Wird ein Vorgesetzter an-

haltend zum Objekt von Mobbinghandlungen seiner Untergebenen, dann liegen in 

aller Regel Führungsmängel vor. In erster Linie ist es nämlich Sache des Vorge-

setzten, für ein Arbeitsklima zu sorgen, das derartige Vorfälle verunmöglicht. Und 

geschehen sie trotzdem, dann hat der Vorgesetzte mit geeigneten Führungs-

massnahmen zu intervenieren, wozu durchaus eine Verwarnung als Vorstufe ei-

ner fristlosen Entlassung gehören kann. Das hätte auch hier geschehen müssen: 

So legte die Beklagte vor Vorinstanz dar, "bisweilen" hätten die Klägerinnen ihren 

Vorgesetzten D._____ "in der Gegenwart von Kundschaft und Kooperationspart-

nern angeherrscht" und ihm bedeutet, "er solle schweigen". Auch hätten ihn die 

Klägerinnen "systematisch ausgegrenzt, in dem sie ihm Informationen bewusst 

nicht zukommen liessen" und die anderen Angestellten angewiesen hätten, nicht 

auf D._____ zuzugehen. Wenn D._____ dennoch auf einen solchen Arbeitnehmer 

zugegangen sei, habe er sich unmittelbar danach bei den Klägerinnen dafür 

rechtfertigen müssen. Seine geschäftlichen Ideen seien von den Klägerinnen 

konsequent abgeblockt und nicht umgesetzt worden (Urk. 17 Rz 15e und Urk. 

23/17 Rz 14e). All das vermag indessen eine fristlose Entlassung nicht zu recht-

fertigen: Wenn D._____ solchem unsäglichen Treiben zugesehen hat, ohne die 

- 24 - 

Klägerinnen dafür zu verwarnen, dann kann die Beklagte solche Vorfälle, wenn es 

dann zum vor Gericht ausgetragenen Konfliktfall kommt, nachträglich nicht zum 

Anlass einer fristlosen Entlassung machen. Angebliche Persönlichkeitsverletzun-

gen seitens der Klägerinnen, die z.B. in der Äusserung der Klägerinnen liegen sol-

len, D._____ habe "für sein Salär keine Arbeit geleistet" (Urk. 46 Rz 30), haben 

bei dieser Ausgangslage keine selbständige Bedeutung.  

4.6. Zusammenfassende Würdigung und finanzielle Folgen: Zusammenfassend 

ergibt sich, dass keine wichtigen Gründe für eine fristlose Entlassung der Kläge-

rinnen vorliegen. Soweit die Beklagte am Vorwurf festhält, die Klägerin 2 habe 

Abwerbeversuche gegenüber einer Mitarbeiterin der Beklagten unternommen 

(Urk. 46 Rz 31), setzt sie sich mit den vorinstanzlichen Erwägungen nicht ausei-

nander. Zu Recht stellte sich die Vorinstanz dort auf den Standpunkt, dass die 

nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses gemachten Abwerbeversuche die 

Treuepflicht nicht mehr beschlagen. Das in der Folge von der Vorinstanz gezoge-

ne Gesamtfazit (Urk. 47 S. 39) ist jedenfalls richtig. 

Richtig sind auch die von der Vorinstanz gezogenen finanziellen Konse-

quenzen (Urk. 47 S. 39-41, E. C, D, E und F). Mit diesen vorinstanzlichen Erwä-

gungen setzt sich die Berufung nicht auseinander. Die Vorinstanz begründete in 

nachvollziehbarer Weise, warum sie die Pönalentschädigung auf je zwei und nicht 

je drei Monatslöhne pro Klägerin bemisst (Urk. 47 S. 40 f.). Die Beklagte hält zwar 

dafür, dass die Pönalentschädigung ganz zu streichen sei, ohne sich auch hier 

mit den vorinstanzlichen Erwägungen auseinanderzusetzen (Urk. 46 Rz 48 f.). 

Der vorinstanzliche Entscheid ist daher in diesen Punkten ohne weiteres zu be-

stätigen. 

5. Personaldossiers 

Mit zutreffenden Erwägungen verpflichtete die Vorinstanz die Beklagte so-

dann, den beiden Klägerinnen je eine Kopie ihres Personaldossiers herauszuge-

ben (Urk. 47 S. 41-43). Die Berufung bestreitet zwar die vorinstanzliche Argumen-

tation (Urk. 46 Rz 50). Soweit die Beklagte sich auf ein bei den Akten liegendes 

Schreiben ihres Anwaltes verweist, genügt sie aber den gesetzlichen Begrün-

- 25 - 

dungsansprüchen von vornherein nicht. Art. 2 Abs. 2 lit. c DSG betrifft sodann 

nicht Datensammlungen von Arbeitgebern, sondern die bei den zuständigen Be-

hörden hängigen Verfahren. Auch Art. 9 DSG gibt keinen Anlass zur Beschrän-

kung des Auskunftsrechts. Im Zentrum der Auseinandersetzung der Parteien 

steht der vorliegende Zivilprozess. Dieser kann nicht Anlass geben, den Klägerin-

nen Ansprüche gemäss DSG zu verweigern. Und sollte die Beklagte den Be-

schluss des Obergerichts vom 23. Oktober 2013 betreffend Nichtanhandnahme 

ihrer Strafanzeige (Proz.-Nr. UE130094; Urk. 30/1) an das Bundesgericht weiter-

gezogen haben, dann wäre ihr entgegenzuhalten, dass sie nie einen Entscheid 

des Bundesgerichts vorgelegt hat, mit der einer solchen Beschwerde die auf-

schiebende Wirkung zuerkannt worden wäre. Damit kann auch das von der Be-

klagten anvisierte Strafverfahren nicht Anlass dazu sein, den Klägerinnen die 

Herausgabe der sie betreffenden Daten zu verweigern. Schliesslich ist nicht ein-

zusehen, weshalb der Herausgabe von Kopien der Personalakten ein "materiell-

rechtlicher Retentionsanspruch" entgegenstehen soll. Entscheidend ist demge-

genüber, dass Eintragungen im Personaldossier die Persönlichkeit der Arbeit-

nehmer beschlagen. Gemäss Art. 8 DSG stehen den Klägerinnen solche Aus-

künfte zu. Die Dispositiv-Ziff. 5 und 6 des angefochtenen Urteils sind daher ohne 

weiteres zu bestätigen. 

6. Arbeitszeugnisse 

Die Vorinstanz hat auch über die Anträge der Klägerinnen betreffend Aus-

stellung von Arbeitszeugnissen befunden. Auch diese Begründung des vor-

instanzlichen Urteils ist nachvollziehbar (Urk. 47 S. 43 f.). Die Beklagte hält vor 

Obergericht der Sichtweise der Vorinstanz ihre eigene entgegen, wofür sie auf ih-

re vorinstanzlichen Ausführungen verweist. Mit der Argumentation der Vorinstanz 

setzt sie sich nicht auseinander. Auch das genügt den Anforderungen an die Be-

gründung einer Berufung nicht. Der vorinstanzliche Entscheid ist auch in diesem 

Punkte zu bestätigen (Dispositiv-Ziff. 3 und 4). 

- 26 - 

7. Anschlussberufung 

7.1. Die Klägerinnen haben vor Vorinstanz für die von ihnen geltend gemachten 

Geldforderungen Zins zu 5% seit dem 4. September 2012 verlangt (vgl. obige 

Rechtsbegehren). Über diese Zinsforderungen ist die Vorinstanz wortlos hinweg-

gegangen. Entgegen der Meinung der Klägerinnen ist kein Schadenszins, son-

dern ein Verzugszins zuzusprechen. Einen Verzugszins im gesetzlichen Umfange 

von 5% anerkennt die Beklagte mit der Anschlussberufungsantwort für den Fall, 

"dass die urteilende Instanz die Hauptforderungen wider Erwarten ganz oder teil-

weise gutheissen sollte" (Urk. 55 Rz 66), und zwar "ab Stellung des Schlichtungs-

gesuchs" (Urk. 55 Rz 68).  

7.2. Der Klägerin 1 ist ein Zins zu 5% seit dem 4. September 2012 zuzuspre-

chen und der Klägerin 2 ein solcher seit dem 12. September 2012. Sowohl der 

Schadenersatzanspruch nach Art. 337c Abs. 1 OR als auch die Strafzahlung nach 

Art. 337c Abs. 3 OR sind ab Schadenseintritt bzw. Entlassung zu verzinsen (BGer 

4A_474/2010 E. 2.2.2 = ARV 2011, 113 f.; BK-Rehbinder N 5 zu Art. 337c OR; 

Kaenel, Die Entschädigung aus ungerechtfertigter fristloser Entlassung nach Art. 

337c Abs. 3 OR, Bern 1996, S. 172; BSK OR I-Portmann, N 1 zu Art. 339 OR; 

Streiff/von Kaenel/Rudolph, Arbeitsvertrag, 7. Aufl., Zürich 2012, N 2 zu Art. 339 

OR). 

8. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

8.1. Bei diesem Verfahrensausgang sind die Kosten- und Entschädigungsfol-

gen gemäss angefochtenem Urteil ohne weiteres zu bestätigen (Dispositiv-Ziff. 7 

bis 9). 

8.2. Für das Berufungsverfahren ist von folgendem Streitwert auszugehen: Fr. 

100'314.05 für die Geldforderungen, Fr. 20'000.00 für die Arbeitszeugnisse (ent-

sprechend je einem Monatslohn) und Fr. 10'000.00 für die Herausgabe der Ko-

pien des Personaldossiers (je Fr. 5'000, entsprechend je einem halben Monats-

lohn). Damit ergibt sich für das Berufungsverfahren ein Streitwert von Fr. 

130'314.05. Auf dieser Basis wird die Beklagte auch für das Berufungsverfahren 

kosten- und entschädigungspflichtig (Art. 106 Abs. 1 ZPO). Die unverlangte Ein-

- 27 - 

gabe der Klägerinnen vom 19. Dezember 2014 (Urk. 57) fällt für die Bemessung 

der Parteientschädigung ausser Betracht. 

Es wird beschlossen: 

Es wird vorgemerkt, dass das angefochtene Urteil insoweit in Rechtskraft 

erwachsen ist, als die Klagen abgewiesen wurden. Ausgenommen davon 

sind die Verzugszinsforderungen gemäss den Rechtsbegehren Ziff. 1 und 2 

der Klägerin 1 bzw. der Klägerin 2. 

Und sodann wird erkannt: 

1. In Abweisung der Berufung und Gutheissung der Anschlussberufung wer-

den: 

a) Dispositiv-Ziff. 1 Satz 1 des angefochtenen Urteils durch folgende Fas-

sung ersetzt: 

"Die Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin 1 Fr. 48'837.80 nebst Zins 

zu 5% seit dem 4. September 2012 (netto) zu bezahlen." 

b) Dispositiv-Ziff. 2 Satz 1 des angefochtenen Urteils durch folgende Fas-

sung ersetzt: 

"Die Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin 2 Fr. 51'476.25 nebst Zins 

zu 5% seit dem 12. September 2012 (netto) zu bezahlen." 

c) Dispositiv-Ziff. 3 bis 9 des angefochtenen Urteils bestätigt. 

2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 10'000.00 festgesetzt 

und soweit möglich mit dem geleisteten Kostenvorschuss verrechnet. 

3. Die Beklagte wird verpflichtet, den beiden Klägerinnen gemeinsam für das 

Berufungsverfahren eine Parteientschädigung von Fr. 5'000.00 (inkl. Mehr-

wertsteuer) zu bezahlen. 

- 28 - 

4. Schriftliche Mitteilung an die Parteien sowie an das Arbeitsgericht Zürich, je 

gegen Empfangsschein. 

Nach unbenutztem Ablauf der Rechtsmittelfrist gehen die erstinstanzlichen 

Akten an die Vorinstanz zurück. 

5. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 

30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). 

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG.. 

Es handelt sich um eine arbeitsrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt 
Fr. 130'314.05. 

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 

Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG. 
 
Zürich, 22. Januar 2015 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

I. Zivilkammer 
 

Die Präsidentin: 
 
 
 

Dr. L. Hunziker Schnider 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. J. Freiburghaus 
 
 
versandt am: 
mc 
 

	Beschluss und Urteil vom 22. Januar 2015
	Rechtsbegehren der Klägerin 1: (act. 1 S. 2 ff. [im Verfahren AN130010-L] sowie act. 29 S. 2, sinngemäss)
	Rechtsbegehren der Klägerin 2: (act. 1 S. 2 ff. [im Verfahren AN130016-L] sowie act. 29 S. 2, sinngemäss)
	Urteil des Arbeitsgerichts Zürich (1. Abteilung) vom 12. Juni 2014 (Urk. 47):
	Berufungsanträge:
	Erwägungen:
	1. Sachverhalt
	1.1. Die Beklagte ist eine seit dem 22. März 2006 im Handelsregister des Kantons Zürich eingetragene und in Zürich domizilierte Aktiengesellschaft. Sie bezweckt unter anderem "die Beratung betreffend Vermögensanlagen und Finanzierungen aller Art". Sei...
	1.2. D._____ sowie die beiden Klägerinnen waren früher bei der "E._____ AG" tätig, welche auf die Finanzberatung von Akademikern spezialisiert war. Per 1. November 2006 stellte die Beklagte, handelnd durch D._____, die beiden Klägerinnen als "Consulta...
	1.3. Im Mai 2009 kauften drei Arbeitnehmerinnen der Beklagten, nämlich die beiden Klägerinnen sowie F._____, von D._____ Aktien der Beklagten im Umfange von je 10% des Aktienkapitals zum Preis von je Fr. 10'000.00, entsprechend dem Nennwert der Aktien...
	1.4. Fest steht, dass D._____ im Jahre 2010 sein Pensum bei der Beklagten von 100% auf 50% reduzierte, weil er mit dem Aufbau einer Firma in Holland beschäftigt war und die Absicht hatte, sich mittelfristig aus dem operativen Geschäft zurückzuziehen (...
	1.5. Zwischen Ende 2010 und dem Frühjahr 2011 kam es zwischen D._____ und den drei andern Aktionärinnen zu ersten Gesprächen, welche mögliche weitere Aktienverkäufe D._____s an die andern Aktionärinnen betrafen. Diese Vertragsverhandlungen belasteten ...
	1.6. Im August 2012 weilte die Klägerin 1 in den Ferien. Anlässlich ihres ersten Arbeitstages nach den Ferien, am 3. September 2012, eröffnete ihr D._____ in Anwesenheit von H._____, einem Kunden der Beklagten, mündlich die fristlose Entlassung (Urk. ...
	1.7. Gemäss Arztzeugnis vom 5. September 2012 war die Klägerin 2 ab 5. September 2012 für zwei Wochen krank. Mit Schreiben vom 10. September 2012 kündigte die Beklagte das Arbeitsverhältnis mit der Klägerin 2 – ohne nähere Begründung – ebenfalls frist...

	2. Prozessgeschichte
	2.1. Die Klägerin 1 reichte die Klagebewilligung vom 6. November 2012 mit Klageschrift vom 20. Februar 2013 bei der Vorinstanz ein (Urk. 1. und 3), wogegen die Klägerin 2 die Klagebewilligung vom 21. Januar 2013 mit Klageschrift vom 22. März 2014 bei ...
	2.2. Gegen das am 19. Juni 2014 zugestellte vorinstanzliche Urteil vom 12. Juni 2014 erhob die Beklagte mit Schriftsatz vom 19. August 2014 rechtzeitig Berufung (Urk. 46). Die Klägerinnen erstatteten in der Folge unterm 10. November 2014 die Berufungs...

	3. Prozessuales
	3.1. Bezüglich der Verzugszinsforderungen wurden die Dispositiv-Ziff. 1 und 2 des angefochtenen Urteils von den beiden Klägerinnen mit der Anschlussberufung angefochten. Im Übrigen wurde das vorinstanzliche Urteil insoweit nicht angefochten, als die K...
	3.2. Nach Art. 311 Abs. 1 ZPO muss die Berufung eine Begründung enthalten. Begründen im Sinne der genannten Vorschrift bedeutet aufzeigen, inwiefern der angefochtene Entscheid als fehlerhaft erachtet wird. Dieser Anforderung genügt ein Berufungskläger...
	3.3. Die Parteien können sich im Prozess zweimal – und nur zweimal – unbeschränkt äussern. Im vorliegenden Fall haben die Parteien ihre zweiten Vorträge anlässlich der Hauptverhandlung erstattet. Der Aktenschluss trat damit nach den ersten Vorträgen i...

	4. Die fristlose Entlassung der Klägerinnen
	4.1. Rechtliches. Die Vorinstanz hat mit dem angefochtenen Urteil die Voraussetzungen einer fristlosen Entlassung richtig umschrieben; es ist darauf zu verweisen (Urk. 47 S. 11-13). Kündigungsgründe lassen sich im Prozess allerdings auch nachschieben:...
	4.2. Geschäftsgeheimnisverletzung als wichtiger Grund? (Urk. 47 S. 13-19, E. IV/B/2; Urk. 46 S. 5-8 und 20 f.; Urk. 51 S. 6-9).
	4.2.1. Die Beklagte wirft den Klägerinnen vor, sie hätten im Hinblick auf den möglichen Aktienkauf Berater beigezogen. Dass den Klägerinnen das Recht dazu zustand, anerkennt die Beklagte zwar ausdrücklich (Prot. I S. 21). Es sei aber abgesprochen gewe...
	4.2.1.1. Die fraglichen E-Mails finden sich in einem Konvolut, das von der Beklagten mit Urk. 19/3 (Strafanzeige und Beilagen) eingereicht worden ist. Diese Strafanzeige liess die Beklagte anlässlich der Hauptverhandlung als "Duplik" verlesen (Prot. I...
	4.2.1.2. Die Klägerinnen führen in diesem Zusammenhang vor Obergericht zu Recht aus, dass sich in der zum Parteivortrag gemachten Strafanzeige keine Parteibehauptungen fänden, denen die fraglichen E-Mails als Beweismittel zugeordnet würden (Urk. 55 Rz...
	4.2.2. Auf der Hand liegt, dass die Klägerinnen, welche während Monaten in ernsthaften Kaufverhandlungen mit D._____ standen, sich Gedanken darüber machten, ob das geplante Geschäft wirtschaftlich sinnvoll sei oder nicht. Dass sie sich in dieser Hinsi...
	4.3. Drohung und Nötigung als wichtiger Grund?; Flip-Chart (Urk. 47 S. 20-26, E. IV/B/3; Urk. 46 S. 8-9, 15-17 und 21-22; Urk. 51 S. 10 f. und S. 16 f.).
	4.3.1. Die Beklagte wirft den Klägerinnen Drohung und Nötigung vor. So sollen die Klägerinnen anlässlich der Vertragsverhandlungen vom 22. Mai 2012 durch ihren damaligen Rechtsbeistand G._____ für den Fall einer Nichteinigung über die Modalitäten bezü...
	4.3.2. Ein Nötigungsvorwurf an die Adresse der beiden Klägerinnen muss im Übrigen auch deshalb entfallen, weil die Steuerbehörden nach der Darstellung der Beklagten gemäss den angeblichen Auslassungen der Klägerinnen lediglich über eine "nie näher spe...
	4.4. Mobbing und Freistellung von J._____ und K._____ als wichtiger Grund? (Urk. 47 S. 29-38, E. IV/B/5-6; Urk. 46 S. 10-15, 17, 21-22; Urk. 51 S. 13-16).
	4.4.1. Die Beklagte warf den beiden Klägerinnen vor Vorinstanz vor, sie hätten die Mitarbeiterinnen J._____ und K._____ gemobbt, worauf diese das Unternehmen verlassen hätten. Die Vorinstanz sieht kein Verhalten, der Klägerinnen, das im Sinne eines wi...
	4.4.2. Mobbing stellt ein systematisches, feindliches, über einen längeren Zeitraum anhaltendes Verhalten dar, mit dem eine Person an ihrem Arbeitsplatz isoliert, ausgegrenzt oder gar von ihrem Arbeitsplatz entfernt werden soll. Es können dabei unter ...
	4.4.3. Als Direktorinnen der Beklagten hatten die beiden Klägerinnen gegenüber J._____ und K._____ für die Beklagte Vorgesetzten- und auch die Arbeitgeberfunktion inne. Sollte es sich erweisen, dass die Klägerinnen ihnen anvertraute Mitarbeitende in s...
	4.4.4. Was die Mitarbeiterin K._____ anbelangt, welche am 23. Juli 2012 gekündigt hat, hält die Vorinstanz mit dem angefochtenen Urteil fest, dass die Beklagte gegenüber den Klägerinnen keine konkreten Mobbingvorwürfe erhoben habe (Urk. 47 S. 32 E. 5....
	4.4.5. Zu prüfen sind daher noch die von der Beklagten formulierten Mobbingvorwürfe betreffend J._____: Die Vorinstanz hält dafür, dass die Beklagte bzw. D._____ bereits Mitte August 2012 vom inkriminierten Verhalten der Klägerinnen gegenüber J._____ ...
	4.4.6. Die Beklagte wirft den beiden Klägerinnen vor, dass sie die Mitarbeiterinnen K._____ und J._____ nach deren Kündigungen freigestellt hätten. Derartige Massnahmen stünden gemäss Art. 716b OR allein dem Verwaltungsrat, d.h. D._____, zu (Urk. 46 R...
	4.5. Mobbing von D._____ als wichtiger Grund? (Urk. 47 S. 35-38, E. IV/B/6; Urk. 46 Rz 13, 14, 22; Urk. 51 Rz 37-46).
	4.5.1. Die Beklagte sieht einen wichtigen Grund für die fristlose Entlassung auch im Umstand, dass die Klägerin ihren Vorgesetzten sowie Hauptaktionär und einzigen Verwaltungsrat der Beklagten, D._____, gemobbt haben sollen. Die Vorinstanz hat sich mi...
	4.5.2. Wenn wie hier, das Mobbing eines Vorgesetzten zur Debatte steht, dann müssen ganz ernsthafte Vorfälle gegeben sein, damit von einem wichtigen Grund für eine fristlose Entlassung gesprochen werden kann. Wird ein Vorgesetzter anhaltend zum Objekt...
	4.6. Zusammenfassende Würdigung und finanzielle Folgen: Zusammenfassend ergibt sich, dass keine wichtigen Gründe für eine fristlose Entlassung der Klägerinnen vorliegen. Soweit die Beklagte am Vorwurf festhält, die Klägerin 2 habe Abwerbeversuche gege...

	5. Personaldossiers
	6. Arbeitszeugnisse
	7. Anschlussberufung
	7.1. Die Klägerinnen haben vor Vorinstanz für die von ihnen geltend gemachten Geldforderungen Zins zu 5% seit dem 4. September 2012 verlangt (vgl. obige Rechtsbegehren). Über diese Zinsforderungen ist die Vorinstanz wortlos hinweggegangen. Entgegen de...
	7.2. Der Klägerin 1 ist ein Zins zu 5% seit dem 4. September 2012 zuzusprechen und der Klägerin 2 ein solcher seit dem 12. September 2012. Sowohl der Schadenersatzanspruch nach Art. 337c Abs. 1 OR als auch die Strafzahlung nach Art. 337c Abs. 3 OR sin...

	8. Kosten- und Entschädigungsfolgen
	8.1. Bei diesem Verfahrensausgang sind die Kosten- und Entschädigungsfolgen gemäss angefochtenem Urteil ohne weiteres zu bestätigen (Dispositiv-Ziff. 7 bis 9).
	8.2. Für das Berufungsverfahren ist von folgendem Streitwert auszugehen: Fr. 100'314.05 für die Geldforderungen, Fr. 20'000.00 für die Arbeitszeugnisse (entsprechend je einem Monatslohn) und Fr. 10'000.00 für die Herausgabe der Kopien des Personaldoss...

	Es wird beschlossen:
	Es wird vorgemerkt, dass das angefochtene Urteil insoweit in Rechtskraft erwachsen ist, als die Klagen abgewiesen wurden. Ausgenommen davon sind die Verzugszinsforderungen gemäss den Rechtsbegehren Ziff. 1 und 2 der Klägerin 1 bzw. der Klägerin 2.
	Und sodann wird erkannt:
	1. In Abweisung der Berufung und Gutheissung der Anschlussberufung werden:
	a) Dispositiv-Ziff. 1 Satz 1 des angefochtenen Urteils durch folgende Fassung ersetzt: "Die Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin 1 Fr. 48'837.80 nebst Zins zu 5% seit dem 4. September 2012 (netto) zu bezahlen."
	b) Dispositiv-Ziff. 2 Satz 1 des angefochtenen Urteils durch folgende Fassung ersetzt: "Die Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin 2 Fr. 51'476.25 nebst Zins zu 5% seit dem 12. September 2012 (netto) zu bezahlen."
	c) Dispositiv-Ziff. 3 bis 9 des angefochtenen Urteils bestätigt.

	2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 10'000.00 festgesetzt und soweit möglich mit dem geleisteten Kostenvorschuss verrechnet.
	3. Die Beklagte wird verpflichtet, den beiden Klägerinnen gemeinsam für das Berufungsverfahren eine Parteientschädigung von Fr. 5'000.00 (inkl. Mehrwertsteuer) zu bezahlen.
	4. Schriftliche Mitteilung an die Parteien sowie an das Arbeitsgericht Zürich, je gegen Empfangsschein.
	5. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...