# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4bd1c72d-365e-586c-9850-1284bb110ec6
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-04-27
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 27.04.2017 200 2016 1098
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2016-1098_2017-04-27.pdf

## Full Text

200 16 1098 IV bis
200 16 1100 IV (3)
SCJ/GET/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 27. April 2017

Verwaltungsrichter Scheidegger, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Knapp, Verwaltungsrichter Kölliker
Gerichtsschreiber Germann

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend drei Verfügungen vom 7. Oktober 2016

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. April 2017, IV/16/1098, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der … geborene A.________ (nachfolgend Versicherter bzw. Beschwerde-
führer), zuletzt bzw. bis Ende Dezember 2012 als „Allrounder“ (Maler- und 
Gipserarbeiten, Platten legen, Räumungen) bei einer Firma für … erwerbs-
tätig, meldete sich am 11. Juni 2013 unter Hinweis auf eine (bei einem 
Sturz am … 2012) traumatisierte fortgeschrittene Omarthrose in der rech-
ten Schulter mit nachfolgender Implantation einer Prothese bei der Eid-
genössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (Akten 
der IV-Stelle Bern [nachfolgend IVB bzw. Beschwerdegegnerin], [act. II], 2; 
7.1 S. 53; 13 S. 2; 16 S. 1 f.). Die IVB zog die Akten des zuständigen Un-
fallversicherers Suva bei (act. II 7.1), holte Berichte behandelnder Ärzte ein 
und klärte den Sachverhalt in erwerblicher Hinsicht ab. In der Folge ge-
währte sie Frühinterventionsmassnahmen in Form von Unterstützung und 
Beratung bei der Suche einer neuen Arbeitsstelle (act. II 15) sowie Arbeits-
vermittlung (act. II 23) und erteilte – unter Zusprechung eines auf einem 
massgebenden Taggeldansatz von Fr. 136.-- beruhenden Taggeldes (act. 
II 28) – Kostengutsprache für ein Arbeitstraining (act. II 25; 40). Im entspre-
chenden Schlussbericht hielten die Eingliederungsfachpersonen der 
BAND-Genossenschaft (nachfolgend: BAND) fest, der Versicherte sei auf-
grund der deutlich eingeschränkten physischen und psychischen Belast-
barkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt nicht vermittelbar (act. II 49 S. 2). In 
der Folge wurde er im Sinne einer „Arbeit zur Zeitüberbrückung“ befristet 
bis Ende September 2014 im Rahmen eines geschützten Arbeitsplatzes im 
BAND angestellt (act. II 44; 51). Zudem liess die IVB den Versicherten 
durch Dr. med. C.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, 
begutachten (Expertise vom 13. Januar 2015 [act. II 52.1]). Mit Vorbe-
scheid vom 27. Februar 2015 (act. II 53) teilte sie ihm mit, es bestehe kein 
Anspruch auf Leistungen der IV, weil die geklagten psychischen Be-
schwerden überwindbar seien und demnach keine Invalidität im Rechtssin-
ne vorliege. Dagegen liess der Versicherte Einwand erheben (act. II 57) 
und einen Operationsbericht betreffend eine am 19. November 2014 erfolg-
te Punktion der rechten Schulter einreichen, woraufhin die IVB den Versi-
cherten durch die Dres. med. D.________, Facharzt für Orthopädische 

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Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, und E.________, 
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, des F.________ (MEDAS), 
erneut begutachten liess (Expertise vom 4. April 2016 [act. II 86.1]). Nach 
erneuter Durchführung des Vorbescheidverfahrens sprach die IVB dem 
Versicherten mit Verfügung vom 7. Oktober 2016 (act. II 101 S. 2 ff.) rück-
wirkend eine für die Zeit von Dezember 2013 bis März 2014 befristete gan-
ze Invalidenrente zu und verneinte – bei einem Invaliditätsgrad von weniger 
als 40% – einen weiteren Anspruch ab April 2014. Mit zwei weiteren Verfü-
gungen vom 7. Oktober 2016 reduzierte die IVB den massgeblichen Tag-
geldansatz für die Zeit vom 6. Januar bis 31. März 2014 unter Verrechnung 
mit den für denselben Zeitraum ausgerichteten Rentenleistungen von 
Fr. 136.-- auf Fr. 107.50 (act. II 102) und forderte das für den fraglichen 
Zeitraum ihres Erachtens zuviel ausbezahlte Taggeld im Umfang von 
Fr. 2‘271.10 zurück (act. II 103).

B.

Gegen die Verfügungen vom 7. Oktober 2016 liess der Versicherte, vertre-
ten durch Rechtsanwalt B.________, mit Eingabe vom 7. November 2016 
Beschwerde erheben. Er stellt die folgenden Rechtsbegehren: 

1. Die Verfügungen vom 7. Oktober 2016 seien aufzuheben.

2. Die Beschwerdegegnerin sei zu verurteilen, dem Beschwerdeführer ab 
dem 1. Dezember 2013 eine ganze Rente und ab dem 1. April 2014 eine 
Dreiviertelsrente zuzüglich Verzugszins seit jeweiliger Fälligkeit zuzu-
sprechen.

Eventualiter: Die Akten seien zur weiteren Abklärung an die Beschwerdegeg-
nerin zurückzuweisen.

- unter Kosten- und Entschädigungsfolgen

In der Begründung macht der Beschwerdeführer im Wesentlichen geltend, 
gemäss dem überzeugenden Gutachten von Dr. med. C.________ seien 
die psychischen Beschwerden entgegen der IVB therapeutisch nicht mehr 
angehbar und damit invalidisierend (S. 6, Ziffer 2 f.). Auf das MEDAS-
Gutachten sei demgegenüber schon deshalb nicht abzustellen, weil für 
dessen Durchführung kein Anlass bestanden habe und insoweit ein un-
zulässiges „Gutachten-Shopping“ vorliege (S. 7, Ziffer 5). Unter Zugrunde-

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legung einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit resultiere somit ein IV-Grad von 
63%, wobei für das Invalideneinkommen die Tabellen der Schweizerischen 
Lohnstrukturerhebung (LSE) des Jahres 2010 und nicht 2014 massgebend 
seien (S. 7, Ziffer 6). Im Übrigen sei die von den MEDAS-Gutachtern postu-
lierte 75%ige Arbeitsfähigkeit nach deren Auffassung ohnehin erst nach 
Durchführung einer Therapie innert Jahresfrist bzw. ab April 2017 erreich-
bar, weshalb der Anspruch auf eine Dreiviertelsrente weiter bestehe, zumal 
der Beschwerdeführer nicht (im Rahmen eines Mahn-und Bedenkzeitver-
fahrens) zur Durchführung einer Therapie aufgefordert worden sei (S. 8, 
Ziffer 9 und S. 9 Ziffer 11). Selbst bei einer Arbeitsfähigkeit von 75% resul-
tiere jedoch ein IV-Grad von 45% (S. 9, Ziffer 10). Schliesslich mache die 
Aufhebung der Rentenverfügung vom 7. Oktober 2016 die Taggeldverfü-
gung hinfällig (S. 9, Ziffer 13). 

Mit Beschwerdeantwort vom 7. Dezember 2016 beantragt die Beschwer-
degegnerin die Abweisung der Beschwerde. In der Begründung macht sie 
hauptsächlich geltend, beim MEDAS-Gutachten handle es sich entgegen 
dem Beschwerdeführer nicht um eine unzulässige second opinion; vielmehr 
sei dessen Veranlassung zwecks interdisziplinärer Würdigung des medizi-
nischen Sachverhalts notwendig gewesen, nachdem eine weitere Schulter-
operation durchgeführt und die Rechtsprechung zu den 
psychosomatischen Beschwerden geändert worden sei. Da zudem die 
psychischen Beschwerden therapierbar seien und überdies auch psycho-
soziale Belastungen vorlägen, erwiesen sich jene als nicht invalidisierend, 
womit sich mit Blick auf die Rentenherabsetzung die Durchführung eines 
Mahn- und Bedenkzeitverfahrens erübrige. 

Mit an die Beschwerdegegnerin gerichtetem Schreiben vom 21. Dezember 
2016 erwog der Instruktionsrichter, aus der Arbeitgeberbescheinigung vom 
21. August 2013 gehe hervor, dass der Beschwerdeführer ab Mai 2012 bis 
zur Aufgabe der Arbeit im Dezember 2012 unverändert einen Monatslohn 
von Fr. 5‘525.-- erzielt habe. Ein 13. Monatslohn oder eine Gratifikation 
seien im Jahre 2012 nicht ausgerichtet worden, was einem Jahresverdienst 
von Fr. 66‘300.-- entsprechen und – unter Berücksichtigung der Rente – 
einen Taggeldanspruch pro Kalendertag von Fr. 116.80 ergeben würde. 

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Die Beschwerdegegnerin werde ersucht, zu diesem Aspekt innert Frist im 
Rahmen einer ergänzenden Beschwerdeantwort Stellung zu nehmen. 

Mit Eingabe vom 6. März 2017 beantragt die Beschwerdegegnerin, die 
angefochtenen Verfügungen seien insofern anzupassen, als der 
Taggeldanspruch ausgehend von einem massgebenden Jahreseinkommen 
von Fr. 66‘300.-- neu zu berechnen sei. 

Mit prozessleitender Verfügung vom 8. März 2017 stellte der 
Instruktionsrichter die Beschwerdeantwort vom 7. Dezember 2016 und 
deren Ergänzung vom 6. März 2017 (inklusive der vorangegangenen 
Anfrage des Instruktionsrichters) dem Beschwerdeführer zu, welcher sich in 
der Folge zur Höhe des Taggeldanspruchs nicht äusserte.

Erwägungen:

1.

1.1 Die angefochtenen Entscheide sind in Anwendung von Sozialver-
sicherungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch die angefochtenen Entscheide berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung, weshalb er zur 
Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gege-
ben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversiche-
rung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 

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vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bilden die Verfügungen vom 7. Oktober 2016 
(act. II 101 ff.). Streitig und zu prüfen ist zunächst der Anspruch auf eine 
Invalidenrente. In anfechtungs- und streitgegenständlicher Hinsicht liegt ein 
Rechtsverhältnis vor, wenn rückwirkend eine abgestufte und/oder befristete 
Invalidenrente zugesprochen wird. Wird nur die Abstufung oder die Befris-
tung der Leistungen angefochten, wird damit die richterliche Überprüfungs-
befugnis nicht in dem Sinne eingeschränkt, dass die unbestritten 
gebliebenen Rentenbezugszeiten von der richterlichen Prüfung ausge-
nommen blieben (BGE 125 V 413). Folglich sind vorliegend nicht nur die 
vom Beschwerdeführer beschwerdeweise beanstandeten Rentenbezugs-
zeiten, sondern ist der gesamte Leistungszeitraum zu beurteilen. 

Weiter macht der Beschwerdeführer geltend, die „Aufhebung der Renten-
verfügung vom 7. Oktober 2016“ mache „die Taggeldverfügung vom 7. Ok-
tober 2016 in dieser Form hinfällig, weshalb auch diese aufzuheben und 
entsprechend anzupassen“ sei. Streitig und zu prüfen sind demnach Be-
stand und Höhe des Taggeldanspruchs für die Dauer der Eingliederungs-
massnahmen sowie die Rückerstattung der im nämlichen Zeitraum 
angeblich zuviel bezogenen Taggelder im Umfang von Fr. 2‘271.10.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft die angefochtenen Entscheide frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

Zu prüfen ist zunächst der Anspruch auf eine Invalidenrente.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 

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oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer 
Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen 
Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem 
nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 
ATSG). 

2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine 
Rente, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufga-
benbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnah-
men wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während 
eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 
40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf 
dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. c). 
Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, 
wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine Dreivier-
telsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad 
von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem 
Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Viertelsrente. 

2.3

2.3.1 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG).

2.3.2 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit 
den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb nicht 
nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, son-
dern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen  
(oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) 
des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert 
haben (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 10, 130 V 343 E. 3.5 S. 349).

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2.3.3 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-
gebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invali-
ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b 
S. 200; SVR 2011 IV Nr. 37 S. 109 E. 1.1). 

2.3.4 Als zeitliche Vergleichsbasis ist einerseits der Sachverhalt im Zeit-
punkt der ursprünglichen Rentenverfügung und anderseits derjenige zur 
Zeit der streitigen Revisionsverfügung zu berücksichtigen (BGE 130 V 343 
E. 3.5.2 S. 351, 125 V 368 E. 2 S. 369, SVR 2010 IV Nr. 53 S. 166 E. 3.1). 

Bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten IV-
Rente sind die für die Rentenrevision geltenden Bestimmungen analog 
anzuwenden (BGE 109 V 125 E. 4a S. 127; AHI 1998 S. 121 E. 1b).

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und be-
züglich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weite-
ren sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

3.

3.1 Im vorliegend massgebenden Beurteilungszeitraum seit der An-
meldung zum Leistungsbezug im Juni 2013 (act. II 2 S. 6) bis zur angefoch-
tenen Rentenverfügung vom 7. Oktober 2016 (act. II 101 S. 2 ff.) 
präsentierte sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers aufgrund 
der medizinischen Akten im Wesentlichen wie folgt: 

3.1.1 Gemäss der zu Handen der Suva ausgefüllten Schadenmeldung 
UVG vom 8. Januar 2013 stürzte der Beschwerdeführer am … 2012 auf 

http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=9C_721%2F2010&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F117-V-198%3Ade&number_of_ranks=0#page198

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glatter Strasse und zog sich dabei eine Verletzung der rechten Schulter zu 
(act. II 7.1 S. 61). Es persistierten Beschwerden und Bewegungseinschrän-
kungen (S. 52; 55) bei traumatisierter fortgeschrittener Omarthrose rechts 
(S. 25), wobei ab dem 8. Dezember 2012 bis auf weiteres eine (durchge-
hende) 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert wurde (S. 33; act. II 13 S. 3). 
Nachdem konservative Massnahmen keine wesentliche Besserung der 
Beschwerden gebracht hatten, erfolgte am … 2013 die Implantation einer 
Schulterprothese rechts (act. II 13 S. 2).

3.1.2 Dr. med. G.________, Facharzt für Innere Medizin, Physikalische 
Medizin und Rehabilitation FMH sowie Tropenmedizin und Reisemedizin, 
RAD, hielt im Rahmen der Sprechstunde vom 17. September 2013 (act. II 
17 S. 1) fest, die bisherige Tätigkeit sei nicht mehr möglich. Eine angepass-
te Tätigkeit könne zugemutet werden, mit Steigerung ab 1. Oktober 2013 
auf 50% und innerhalb von weiteren drei Monaten auf 100%. Die Arbeit 
solle nicht schulterbelastend sein und keine Überkopfarbeiten der rechten 
Schulter beinhalten; sodann seien repetitive Belastungen des extendierten 
Armes sowie Lasten über 15kg zu vermeiden.

3.1.3 Dr. med. H.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates, hielt im Bericht vom 24. Septem-
ber 2013 (act. II 20 S. 3) fest, hinsichtlich des Status nach Implantation 
einer Schulter-Totalprothese rechts gehe es dem Beschwerdeführer zu-
nehmend besser. Die Schmerzproblematik habe sich reduziert und er kön-
ne einen regelhaften Verlauf seitens Wiedererlangung der Schulterfunktion 
verzeichnen. Er – Dr. med. H.________ – rechne aber damit, dass bis ein 
halbes Jahr postoperativ noch eine Kraft- und Beweglichkeitsminderung 
vorhanden sei und der Beschwerdeführer somit bis zur Erlangung des me-
dizinischen Endzustandes noch arbeitsunfähig sei. Im weiteren Verlauf 
bleibe festzuhalten, dass er mit einer Schulterprothese (Typ Delta 3) in sei-
nem angestammten Beruf als Bauarbeiter dauerhaft nicht mehr arbeitsfähig 
sein werde. 

3.1.4 Im Rahmen der Sprechstunde vom 27. September 2013 (act. II 21) 
hielt der RAD-Arzt Dr. med. G.________ fest, der Arbeitsbeginn sei spätes-
tens auf den 1. Januar 2014 zu planen. Das Arbeitspensum könne inner-
halb von drei Monaten von 50 auf 100% gesteigert werden. 

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3.1.5 Mit Bericht vom 18. Januar 2014 (act. II 33) hielt Dr. med. 
I.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, folgende Dia-
gnosen fest: Anhaltende agitiert-depressive Anpassungsstörungen (ICD-10 
F43.2) im Rahmen einer anamnestisch bekannten Posttraumatischen Be-
lastungsstörung (PTBS; ICD-10: F43.1, Kriegstrauma in … – …) sowie ein 
Status nach Unfall am Arbeitsplatz mit Schulterfraktur rechts, Schulterpro-
theseneinbau rechts und persistierenden schmerzhaft-invalidisierenden 
Funktionsbeschwerden. Die regelmässige ambulante psychiatrische Be-
handlung erfolge seit dem 29. Juli 2013 bei ihm (S. 1). Vor allem die belas-
tungsabhängigen Schulter-Arm-Residualbeschwerden rechts führten zu 
einer anhaltenden starken Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit für alle 
mittelschweren- und schweren Erwerbstätigkeiten (S. 2). Die bisher einge-
leiteten orthopädischen, physiotherapeutischen, medikamentösen und 
psychiatrisch-psychotherapeutischen Massnahmen hätten kaum zu einer 
anhaltenden weiteren klinischen Zustandsverbesserung und zu keiner an-
haltenden Verbesserung der Arbeitsfähigkeit geführt. Gegenwärtig und in 
absehbarer Zeit könne kaum mit einer Wiederaufnahme der beruflichen 
Tätigkeit gerechnet werden. Das seit 6. Januar 2014 angefangene halbtä-
gige Arbeitstraining im BAND werde sehr wahrscheinlich erfolglos vorzeitig 
abgebrochen, da der Beschwerdeführer die aktuellen Belastungen 
schmerz- und behinderungsbedingt kaum länger aushalten könne (S. 3).

3.1.6 Im Bericht vom 6. Februar 2014 (act. II 35) hielt Dr. med. 
H.________ fest, subjektiv hätten sich die Schmerzen minim gebessert; 
objektiv bestehe klinisch eine weitere leichte Verbesserung der aktiven 
Abduktion. Die Arbeitsfähigkeit betrage 50%. Im Prinzip sei er bei ange-
passter Arbeit für einen ganztägigen Einsatz in der Lage. Das Halten einer 
Bohrmaschine bzw. Überkopfarbeiten oder Heben von Lasten über 10kg 
seien problematisch.

3.1.7 Am 19. November 2014 erfolgte bei Verdacht auf einen implantat-
assoziierten Infekt eine Punktion der rechten Schulter, welche unkompli-
ziert verlief (act. II 57 S. 16). 

Im Bericht zur Nachkontrolle vom 12. Januar 2015 (act. II 60 S. 5 f.) wurde 
festgehalten, ein implantatassoziierter Infekt der rechten Schulter sei prak-
tisch ausgeschlossen. Der Beschwerdeführer berichte über Dauerschmer-

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zen in der Schulter, welche durch Bewegung der Schulter deutlich verstärkt 
würden (S. 5). Die Schulterbeschwerden seien auf das Impingement 
zurückzuführen. Eine Linderung der Schmerzen könne somit lediglich mit 
einer Revision der Prothese erreicht werden. Der Beschwerdeführer möch-
te sich das Ganze nochmals überlegen und melde sich bei Bedarf (S. 6).

3.1.8 Im psychiatrischen Gutachten vom 13. Januar 2015 (act. II 52.1) 
stellte Dr. med. C.________ die folgenden Diagnosen (S. 33 f.): 

Mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:

• PTBS (ICD-10 F43.1)

• Mittelgradige depressive Episode mit somatischen Symptomen (ICD-10 
F32.1)

Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:

• Fehlende kulturelle Eingewöhnung (ICD-10 Z60.3)

Von Seiten der depressiven Störung lägen eine Antriebseinschränkung, 
eine Müdigkeit, eine Motivationsarmut, dann aber auch kognitive Defizite, 
ein Interessensverlust, eine depressive Stimmungslage, Schlafstörungen 
u.s.w. vor, von Seiten der PTBS insbesondere Nachhallerinnerungen, Alb-
träume, dann auch eine emotionale Stumpfheit sowie ein Vermeidungsver-
halten (S. 34). Bezüglich der Schmerzen könne aufgrund der klaren 
Belastungsabhängigkeit keine psychiatrische Diagnose wie etwa eine an-
haltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) gestellt werden, 
weil insbesondere das Kernkriterium eines „andauernden Schmerzes“ fehle 
(S. 29). Auch wenn die psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung 
grundsätzlich adäquat sei, schlage er – Dr. med. C.________ – eine medi-
kamentöse Optimierung vor, auch wenn Verbesserungen der Befunde eher 
als möglich denn als wahrscheinlich zu erachten seien; das Therapiesetting 
sei zu erhöhen (S. 31). Aktuell könne aufgrund der beschriebenen depres-
siven Befunde unter Einhaltung einer längeren Erholungspause über den 
Mittag realistischerweise von einer 50%igen Arbeits- bzw. Arbeitsunfähig-
keit ausgegangen werden. Das Zumutbarkeitsprofil fusse vollumfänglich 
auf den Befunden der Depression bzw. vor allem auf den Befunden der 
Antriebsstörung, der Müdigkeit und der kognitiven Defizite. Auf Grund der 
Nachhallerinnerungen, welche mitunter zu einer weiteren kognitiven Ein-

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busse führten, bzw. eine vermehrte Ablenkbarkeit zur Folge hätten, seien 
vor allem qualitative Einschränkungen zu erwarten, welche im Schwere-
grad nur schwer zu beziffern seien. Wenn davon ausgegangen werde, dass 
die Nachhallerinnerungen täglich und über einen längeren Zeitraum auf-
träten, sei aber von erheblichen qualitativen Einschränkungen auszugehen. 
In diesem Sinne dürfte der Beschwerdeführer nur noch Tätigkeiten ausü-
ben können, welche minimale kognitive Anforderungen stellten. Realisti-
scherweise sei von einem 50%-Pensum, verteilt auf den Morgen und den 
Nachmittag auszugehen, unterbrochen mit einer längeren Mittagspause, 
mit klaren, einfachen und repetitiven Arbeiten in ruhiger und hektikarmer 
Arbeitsumgebung. Eine solche Zumutbarkeit dürfte letztlich mit einem 
marktwirtschaftlichen Umfeld nicht vereinbar sein, womit der Beschwerde-
führer in geschütztem Rahmen beschäftigt werden sollte (S. 32 f.). 

3.1.9 Im bidisziplinären orthopädisch-psychiatrischen Gutachten der 
MEDAS vom 4. April 2016 (act. II 86.1) hielten die Dres. med. D.________ 
und E.________ interdisziplinär die folgenden gesundheitlichen Beeinträch-
tigungen fest (S. 38): 

Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:

• Schmerzpersistenz nach Implantation einer inversen Schulterprothese 
rechts …/2013

• Anhaltende mittelgradige depressive Störung mit somatischem Syndrom, 
bestehend seit etwa 12/2012; ICD-10 F33.11

Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:

• PTBS; ICD-10 F43.1

• Adipositas 

Der begutachtende Orthopäde Dr. med. D.________ hielt fest, die Arbeits-
fähigkeit als … in einer …, einer körperlich mittelschweren bis schweren 
Tätigkeit mit nicht seltenen Arbeiten über der Horizontalen, betrage auf-
grund der schmerzhaften inversen Schulterprothese rechts bei voller Stun-
denpräsenz spätestens seit 01/2014 20% (Arbeitsunfähigkeit 80%). Ab 
06/2013 bis zu diesem Zeitpunkt habe im Rahmen der postoperativen Re-
habilitation eine Arbeitsfähigkeit von 0% (Arbeitsunfähigkeit 100%) bei vol-
ler Stundenpräsenz bestanden. Im Rahmen der postoperativen 
Rehabilitation habe auch für adaptierte Tätigkeiten von 06/2013 bis 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. April 2017, IV/16/1098, Seite 13

12/2013 bei voller Stundenpräsenz eine Arbeitsfähigkeit von 0% (Arbeits-
unfähigkeit 100%) bestanden. Körperlich leichte Tätigkeiten ohne häufige 
Arbeiten über der Horizontalen könnten seit 01/2014 bei voller Stundenprä-
senz zu 100% (Arbeitsunfähigkeit 0%) zugemutet werden (S. 8). 

Im polydisziplinären Konsens hielten die Gutachter im Wesentlichen fest, 
die PTBS könne einem syndromalen Beschwerdebild zugeordnet werden. 
Auf der Grundlage dieser PTBS und im Zusammenhang mit psychosozia-
len Problemen infolge Arbeitslosigkeit und finanziellen Problemen lasse 
sich seit 12/2012 eine anhaltende mittelgradige depressive Episode mit 
somatischem Syndrom erheben. Es stehe die anhaltende mittelgradige 
depressive Episode mit somatischem Syndrom im Zusammenhang mit der 
PTBS und es handle sich nicht um eine eigenständige, von der PTBS un-
abhängige oder verselbständigte depressive Störung. Damit bestehe keine 
psychische Komorbidität von erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer. 
Es fänden sich keine Hinweise für eine Persönlichkeitsstörung und die 
ängstlich-vermeidenden Persönlichkeitszüge seien im Zusammenhang mit 
der PTBS zu sehen. Bei der Beurteilung des sozialen Kontextes liessen 
sich psychosoziale Belastungen, insbesondere durch Arbeitslosigkeit und 
finanzielle Probleme, erheben, die sich negativ auf die depressive Störung 
auswirkten. Jedoch kämen diese psychosozialen Belastungen nicht als 
alleinige Ursache der depressiven Störung in Betracht. Auch verfüge der 
Beschwerdeführer über vorhandene und mobilisierbare Ressourcen mit 
intakter familiärer Situation und er wirke gut kommunikations- und relativ 
gut kontaktfähig. Sodann seien die therapeutischen Optionen nicht aus-
genützt und es sei unter einer Intensivierung der therapeutischen Mass-
nahmen durchaus eine Besserung des psychischen Zustandsbildes mit 
Besserung der depressiven Störung und Abschwächung der Symptome der 
PTBS zu erwarten. Es liege keine krankheitsbedingte Unfähigkeit zur The-
rapieadhärenz vor (S. 36 f.). Der Beschwerdeführer zeige kaum Motivation 
und keine Interessen, ziehe sich sozial zurück und meide damit soziale und 
berufliche Kontakte. Jedoch liessen sich vor dem Eintritt der Gesundheits-
schädigung vermehrte Aktivitäten erheben, indem er zumindest einer beruf-
lichen Tätigkeit nachgegangen sei, jedoch keine wesentlichen anderen 
Interessen gezeigt habe. Die berichteten und beklagten Beschwerden sei-
en in sich überwiegend konsistent, jedoch könne das ausgeprägte Vermei-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. April 2017, IV/16/1098, Seite 14

dungsverhalten, indem er keinerlei Aktivitäten verrichte, nur teilweise nach-
vollzogen werden und stehe auch im Widerspruch zu seiner Selbstein-
schätzung mit einer Restarbeitsfähigkeit von etwa 40% (S. 38). 

Tätigkeiten ohne erhöhte emotionale Belastung, ohne Stressbelastung, 
ohne erforderliche geistige Flexibilität, ohne vermehrte Kundenkontakte, 
wenn möglich in kleinen Teams oder an einem Einzelarbeitsplatz, ohne 
Lärmbelastung und ohne überdurchschnittliche Dauerbelastung, könnten 
seit 12/2012 zu 60% (Arbeitsunfähigkeit 40%) bei voller Stundenpräsenz 
zugemutet werden, wobei es sich seit 01/2014 zusätzlich um körperlich 
leichte Tätigkeiten ohne häufige Arbeiten über der Horizontalen handeln 
sollte. Im Rahmen der postoperativen Rehabilitation habe auch für adap-
tierte Tätigkeiten von 06/2013 bis 12/2013 gesamthaft bei voller Stunden-
präsenz eine Arbeitsfähigkeit von 0% (Arbeitsunfähigkeit 100%) bestanden. 
Die festgestellte Arbeitsfähigkeit bestehe seit 12/2012 und einer sofortigen 
beruflichen Eingliederung ständen keine medizinischen Hinderungsgründe 
entgegen. Mittels therapeutischer Massnahmen sei prognostisch eine Stei-
gerung der Arbeitsfähigkeit auf 75% (in angepasster Tätigkeit) innert Jah-
resfrist zu erwarten (S. 39). 

3.1.10 Im zu Handen der Arbeitslosenversicherung erstellten Schlussbe-
richt AMM vom 9. September 2016 zur Ermittlung der Arbeitsmarktfähigkeit 
(act. II 100 S. 2 ff.) wurde festgehalten, aufgrund der Abklärungsergebnisse 
sei davon auszugehen, dass die Arbeitsmarktfähigkeit bezüglich der 
Schlüsselkompetenzen wie Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit grundsätzlich 
gegeben sei. In der Gesamtbeurteilung überwiegten die gesundheitlichen 
Einschränkungen, insbesondere die fehlende konstante Verfügbarkeit, so 
dass die Vermittelbarkeit des Beschwerdeführers zum heutigen Zeitpunkt 
als sehr eingeschränkt zu beurteilen sei. Er werde auf einen Nischenar-
beitsplatz, mit Verständnis auf die gesundheitlichen Einschränkungen und 
deren Auswirkungen, angewiesen sein. Es sei fraglich, ob eine Anstellung 
im ersten Arbeitsmarkt solche Rahmenbedingungen bieten werde (S. 4).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. April 2017, IV/16/1098, Seite 15

3.2

3.2.1 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a). 

3.2.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352). 

Im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten externer 
Spezialärzte, welche diesen Anforderungen entsprechen, kommt 
grundsätzlich (voller) Beweiswert zu, solange nicht konkrete Indizien gegen 
deren Zuverlässigkeit sprechen (BGE 135 V 465 E. 4.4 S. 470). 

3.3 Zunächst zielt der Vorwurf des Beschwerdeführers, mit Bezug auf 
das MEDAS-Gutachten vom 4. April 2016 (act. II 86.1) liege ein 
„Gutachten-Shopping“ – mithin eine unzulässige second opinion – vor, ins 
Leere: Bereits im Rahmen des gegen den ersten Vorbescheid vom 27. 
Februar 2015 (act. II 53) gerichteten Einwands machte der schon damals 
anwaltlich vertretene Beschwerdeführer ausdrücklich geltend, der 
Gesundheitszustand sei ungenügend abgeklärt, indem auf ein 
orthopädisches Gutachten verzichtet worden sei. Es sei – sofern die 

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Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. April 2017, IV/16/1098, Seite 16

Beschwerdegegnerin Zweifel an der physischen Ursache der Schmerzen 
habe – ein „interdisziplinäres respektive orthopädisches Gutachten in 
Auftrag zu geben“ (act. II 57 S. 10). Mit Schreiben vom 22. April 2015 (act. 
II 60 S. 1) beantragte der Beschwerdeführer sodann ausdrücklich die 
Durchführung eines interdisziplinären Gutachtens. Unter diesen 
Umständen erweist sich seine Kritik demnach als offensichtlich 
widersprüchlich. Im Übrigen war die Veranlassung eines orthopädisch-
psychiatrischen Gutachtens sachlich geboten: Nach der Zustellung des 
psychiatrischen Gutachtens von Dr. med. C.________ an die 
Beschwerdegegnerin im Januar 2015 wurden die Schulterbeschwerden 
rechts weiter untersucht (act. II 57 S. 16) und es stand eine Reoperation 
zur Diskussion (act. II 60 S. 6); zudem verneinte Dr. med. C.________ mit 
Bezug auf die körperlich empfundenen Schmerzen eine anhaltende 
somatoforme Schmerzstörung (act. II 52.1 S. 29) bzw. schloss insoweit auf 
eine (durch den Orthopäden abzuklärende [S. 37]) somatische Genese, 
weshalb es richtig war, den Gesundheitszustand und dessen funktionelle 
Auswirkungen umfassend, mithin interdisziplinär – unter Einbezug der 
orthopädischen und psychiatrischen Fachdisziplin – erneut abzuklären. 
Schliesslich hatte der Beschwerdeführer weder gegen die vorgesehene 
Begutachtung in der MEDAS an sich noch gegen die begutachtenden Ärzte 
Einwände (act. II 82). Somit liegt bezüglich des MEDAS-Gutachtens vom 4. 
April 2016 keine unzulässige second opinion vor. 

3.4 Die medizinische Aktenlage erlaubt eine zuverlässige Beurteilung 
des streitgegenständlichen Rentenanspruchs (vgl. E. 3.2.1) und der vom 
Beschwerdeführer eventualiter beantragten Rückweisung an die 
Beschwerdegegnerin zwecks weiterer Abklärung bedarf es nicht. 

3.5 Gestützt auf das MEDAS-Gutachten vom 4. April 2016 (act. II 
86.1) bestand in somatischer Hinsicht sowohl in der angestammten Tätig-
keit als … in einer … als auch in einer leidensadaptierten Tätigkeit für die 
Zeit von 06/2013 bis 12/2013 im Rahmen der postoperativen Rehabilitation 
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Ab 01/2014 sind körperlich leichte Tätig-
keiten ohne häufige Arbeiten über der Horizontalen bei voller Stundenprä-
senz zu 100% (Arbeitsunfähigkeit 0%) zumutbar (S. 8). Diese Einschätzung 
überzeugt in beweismässiger Hinsicht (vgl. E. 3.2.2 vorne) und erbringt 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. April 2017, IV/16/1098, Seite 17

vollen Beweis. Insbesondere korreliert sie mit der Einschätzung des operie-
renden Arztes Dr. med. H.________ (act. II 35) sowie jener des RAD-
Arztes Dr. med. G.________ (act. II 17 S. 1; 21). Auch liegen keine Berich-
te im Recht, welche (rein medizinische) Aspekte aufzeigten, die 
unberücksichtigt geblieben wären. Gegenteiliges macht insoweit auch der 
Beschwerdeführer nicht geltend. 

In Ergänzung zu den gutachterlichen Ausführungen ist hinsichtlich des Zeit-
raums zwischen der am 8. Dezember 2012 erfolgten Traumatisierung der 
rechten Schulter bis zu deren operativen Versorgung im Juni 2013 (act. II 
13 S. 2) mit Blick auf die in E. 3.1 vorne dargelegte Aktenlage von einer 
durchgängigen 100%igen Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit 
auszugehen (vgl. auch act. II 50 S. 2). 

3.6

3.6.1 In psychischer Hinsicht liegt gemäss dem MEDAS-Gutachten vom 
4. April 2016 (act. II 86.1) insbesondere eine die Arbeitsfähigkeit ein-
schränkende anhaltende mittelgradige depressive Störung mit somati-
schem Syndrom sowie eine die Arbeitsfähigkeit nicht beeinflussende PTBS 
vor. Soweit die Beschreibung der gesundheitlichen Beeinträchtigung und 
die Diagnosestellung betreffend, erfüllt das Gutachten auch insoweit die 
Voraussetzungen der Rechtsprechung an Expertisen (vgl. E. 3.2.2 hiervor) 
und erbringt Beweis (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/bb S. 353). Es ist nachvoll-
ziehbar und stimmt im Wesentlichen mit der übrigen medizinischen Akten-
lage – insbesondere mit dem Gutachten von Dr. med. C.________ vom 
13. Januar 2015 (act. II 52.1) – überein. Es liegt sodann keine von der Ein-
schätzung des Experten abweichende fachärztliche Beurteilung vor, die 
konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit des Gutachtens zu begründen 
vermöchte. Gegenteiliges macht der Beschwerdeführer auch insoweit nicht 
geltend.

3.6.2 Mit Bezug auf die Natur des (psychischen) Beschwerdebildes hielt 
Dr. med. E.________ fest, die beschriebene PTBS könne einem syndroma-
len Beschwerdebild zugeordnet werden. Auf der Grundlage der PTBS und 
im Zusammenhang mit psychosozialen Problemen infolge Arbeitslosigkeit 
und finanziellen Problemen lasse sich eine anhaltende mittelgradige de-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. April 2017, IV/16/1098, Seite 18

pressive Episode mit somatischem Syndrom erheben. Es stehe die anhal-
tende mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom im Zu-
sammenhang mit der PTBS und es handle sich nicht um eine eigenständi-
ge, von der PTBS unabhängige oder verselbständigte depressive Störung 
(act. II 86.1 S. 26 f.). Dies wiederholten die Gutachter auch im Rahmen der 
polydisziplinären Konsensbeurteilung (S. 36). Ebenso beurteilte Dr. med. 
C.________ die Depression u.a. im Kontext der PTBS (act. II 52.1 S. 30) 
und auch dem Bericht von Dr. med. I.________ vom 18. Januar 2014 (act. 
II 33) lässt sich nichts wesentlich Anderes entnehmen. 

Mit BGE 142 V 342 hat das Bundesgericht die Rechtsprechung von BGE 
141 V 281 auch auf eine PTBS als anwendbar erklärt. Ob in psychiatrischer 
Hinsicht ausschliesslich von einer Schmerzstörung bzw. einer PTBS im 
Sinn eines „unklaren Beschwerdebildes“ auszugehen ist, dessen 
Rentenrelevanz sich nach BGE 141 V 281 beurteilt (vgl. E. 3.7 hinten), 
entscheidet sich danach, ob die mittelgradige depressive Episode lediglich 
als Begleiterscheinung der Schmerzfehlentwicklung bzw. der PTBS oder 
als selbständiges, davon losgelöstes Leiden anzusehen ist (vgl. Entscheid 
des Bundesgerichts [BGer] vom 18. November 2015, 9C_125/2015, E. 
4.2).

Wie hiervor dargelegt, stellte und stellt die depressive Störung keine 
eigenständige Störung dar, sondern hat sich auf der Grundlage der PTBS 
entwickelt und etabliert, womit sich die Beurteilung der invalidisierenden 
Wirkung der gesundheitlichen Beeinträchtigungen nach BGE 141 V 281 
richtet. Soweit der Beschwerdeführer deshalb geltend macht, die Be-
schwerdegegnerin setze sich in Widerspruch zu sämtlichen medizinischen 
Beurteilungen, welche dem Beschwerdeführer eine psychisch bedingte 
Arbeits- bzw. Erwerbsunfähigkeit attestierten, kann er aus dieser rein medi-
zinischen Einschätzung allein noch nichts zu seinen Gunsten ableiten, 
woran auch nichts ändert, dass – wie dargelegt – dem MEDAS-Gutachten 
grundsätzlich Beweiswert zukommt. Denn mit Blick auf die Verteilung der 
Aufgaben von Rechtsanwender und Arztperson im Rahmen der 
Invaliditätsbemessung (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 196) können sich 
Konstellationen ergeben, in welchen von der in einem medizinischen 
Gutachten geschätzten Arbeitsunfähigkeit abzuweichen ist, ohne dass 

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Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. April 2017, IV/16/1098, Seite 19

dieses seinen Beweiswert verliert (Entscheid des BGer vom 14. Juli 2016, 
8C_131/2016, E. 2.2). 

3.7 Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und 
damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschrän-
kungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung 
allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, ab-
wenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv 
bestimmt (vgl. E. 2.1 vorne; BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50; SVR 2014 IV Nr. 2 
S. 5 E. 3.1).

Mit BGE 141 V 281 hat das Bundesgericht die Vermutung, wonach eine 
anhaltende somatoforme Schmerzstörung oder ein vergleichbarer 
ätiologisch unklarer syndromaler Zustand mit zumutbarer 
Willensanstrengung überwindbar ist, aufgegeben (E. 3.5). Unverändert ist 
jedoch auch in Zukunft dem klaren Willen des Gesetzgebers gemäss Art. 7 
Abs. 2 ATSG Rechnung zu tragen, wonach im Zuge einer objektivierten 
Betrachtungsweise von der grundsätzlichen „Validität“ der versicherten 
Person auszugehen ist (E. 3.7.2) und die materielle Beweislast für 
Invalidität bei ihr liegt (BGE 142 V 106 E. 4.4 S. 110).

Das bisherige Regel/Ausnahme-Modell wird durch einen strukturierten, 
normativen Prüfungsraster ersetzt. Anhand eines Kataloges von 
Indikatoren erfolgt eine ergebnisoffene symmetrische Beurteilung des – 
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren 
einerseits und Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderseits – 
tatsächlich erreichbaren Leistungsvermögens (BGE 141 V 281 E. 3.6 S. 
294). Es gilt neu im Regelfall nach gemeinsamen Eigenschaften 
systematisierte Standardindikatoren zu beachten (E. 4.1.3), welche sich in 
die Kategorien „funktioneller Schweregrad“ (E. 4.3) und „Konsistenz“ 
einteilen lassen (E. 4.4). Der Prüfungsraster ist rechtlicher Natur (E. 5). Die 
Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, 
wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten 
gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der 
Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) 
überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. April 2017, IV/16/1098, Seite 20

die Folgen der Beweislosigkeit nach wie vor die materiell beweisbelastete 
versicherte Person zu tragen (E. 6). 

3.8

3.8.1 Was die Kategorie „funktioneller Schweregrad“ und den Komplex 
„Gesundheitsschädigung“ anbelangt, so stimmen die Gutachten darin 
überein, als sowohl Dr. med. C.________ als auch Dr. med. E.________ 
die Diagnose einer PTBS unter Hinweis auf die vom Beschwerdeführer 
geschilderten, als typisch bezeichneten Symptome (insbesondere 
Flashbacks) bestätigen (vgl. act. II 52.1 S. 28; 86.1 S. 25). Allerdings 
attestierte Dr. med. E.________ insoweit sowohl aus isoliert psychiatrischer 
Sicht (S. 23) als auch im polydisziplinären Kontext (S. 38) keine 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit, was gegen eine erhebliche 
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde spricht. Auch Dr. med. 
C.________ hielt fest, dass das Zumutbarkeitsprofil ausschliesslich auf den 
Befunden der Depression fusse bzw. die infolge der geltend gemachten 
Nachhallerinnerungen bestehenden qualitativen Einschränkungen schwer 
zu beziffern seien, bei täglichen Nachhallerinnerungen jedoch von einer 
erheblichen (qualitativen) Beeinträchtigung auszugehen sei (act. II 52.1 S. 
32). Insoweit ist indes zu beachten, dass der Beschwerdeführer während 
über neun Jahren (ununterbrochen) im Arbeitsprozess integriert war und 
während dieser Zeit offenbar auch nicht in psychiatrischer Behandlung 
stand (vgl. S. 20), was gegen die von Dr. med. C.________ postulierte, 
ohnehin mit erheblichen Unsicherheiten behaftete Annahme einer 
relevanten PTBS-bedingten (qualitativen) Einschränkung der 
Arbeitsfähigkeit und damit gegen eine entsprechend ausgeprägte 
Befundlage spricht. Auch kann nicht ausgeblendet werden, dass 
namentlich Dr. med. C.________ auf gewisse Widersprüche in den 
Beschwerdenangaben hinwies (S. 29). Schliesslich prägen soziokulturelle 
und psychosoziale Faktoren – wenngleich nicht im Vordergrund stehend – 
das Beschwerdebild mit (vgl. act. II 52.1 S. 37; 86.1 S. 40). Insgesamt lässt 
somit die Schwere des Krankheitsgeschehens nicht schon auf eine 
erhebliche Einschränkung der funktionellen Leistungsfähigkeit schliessen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. April 2017, IV/16/1098, Seite 21

3.8.2 Mit Bezug auf den Indikator „Behandlungs- und 
Eingliederungserfolg oder -resistenz“ ist festzuhalten, dass entgegen dem 
Beschwerdeführer die therapeutischen Optionen nicht ausgeschöpft sind. 
Dies gilt sowohl hinsichtlich der PTBS als auch der die Arbeitsfähigkeit – je 
nach Gutachter allein (act. II 86.1 S. 38) oder im Wesentlichen (act. II 52.1 
S. 32) – einschränkenden komorbiden depressiven Störung: Insoweit geht 
aus den Angaben des behandelnden Psychiaters Dr. med. I.________ 
gegenüber dem Gutachter Dr. med. C.________ hervor, dass jener den 
Beschwerdeführer „vor vielen Jahren“ wegen einer ähnlichen 
posttraumatischen Symptomatik behandelt habe, in der Folge jedoch 
„sicherlich mehr als acht Jahre […], wahrscheinlich sogar länger“, keine 
Behandlungen mehr stattgefunden hätten (act. II 52.1 S. 19 f.); dass der 
Beschwerdeführer in dieser Zeit anderweitig therapeutische Massnahmen 
in Anspruch genommen hätte, ist nicht ersichtlich. Erst ab Juli 2013 liess 
sich der Beschwerdeführer durch Dr. med. I.________ wiederum 
psychotherapeutisch behandeln (act. II 33 S. 1), wobei Inhalt der Sitzungen 
hauptsächlich „seine Bilder mit Kriegsinhalt“ bildeten und die Therapien 
lediglich einmal monatlich stattfanden (act. II 52.1 S. 18). Zudem erfolgte 
bislang keine stationäre Behandlung (act. II 33 S. 1), weshalb insgesamt 
nicht von einer konsequenten Therapie gesprochen werden kann. Dr. med. 
C.________ schlug denn auch eine Erhöhung des Therapiesettings auf 
zwei Sitzungen wöchentlich sowie eine medikamentöse Optimierung vor 
(act. II 52.1 S. 31), während Dr. med. E.________ eine 
tagesstrukturierende, teilstationäre Behandlung empfiehlt (act. II 86.1 S. 
27). Zwar beurteilen die Gutachter die Erfolgsaussichten weiterer 
therapeutischer Massnahmen unterschiedlich: Während Dr. med. 
C.________ eine Befundverbesserung lediglich „eher als möglich denn als 
wahrscheinlich“ erachtet (act. II 52.1 S. 31), kann gemäss Dr. med. 
E.________ eine Besserung des psychischen Zustandsbildes mit 
Besserung der depressiven Störung und Abschwächung der Symptome der 
PTBS erwartet werden (act. II 86.1 S. 28). Von einer überwiegend 
wahrscheinlich erstellten Therapieresistenz (vgl. Entscheid des BGer vom 
15. März 2017, 8C_14/2017, E. 4.2) kann demnach keine Rede sein, zumal 
eine allfällige mangelhafte Kooperation – Dr. med. C.________ ging noch 
von einer guten Medikamentencompliance aus (act. II 52.1 S. 31), während 
Dr. med. E.________ die Compliance mit Blick auf den geringen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. April 2017, IV/16/1098, Seite 22

Medikamentenblutspiegel als fraglich erachtete (act. II 86.1 S. 28) – nicht 
auf eine (invalidenversicherungsrechtlich allein massgebende) 
krankheitsbedingte Unfähigkeit zur Therapieadhärenz zurückzuführen wäre 
(S. 28). 

3.8.3 Sodann bestehen auch keine schweren, persönliche Ressourcen 
raubenden psychischen oder somatischen Komorbiditäten: In somatischer 
Hinsicht konnte Dr. med. D.________ das Ausmass der (gegenüber den 
Gutachtern allein belastungsabhängig geschilderten [act. II 52.1 S. 22 und 
29; 86.1 S. 16]) Schmerzen und der demonstrierten abnormen 
Untersuchungsbefunde der rechten Schulter nicht ganz nachvollziehen 
(act. II 86.1 S. 7), wobei er ab Januar 2014 für angepasste Tätigkeiten eine 
100%ige Arbeitsfähigkeit attestierte (S. 8). Indem – dem Dargelegten 
zufolge (vgl. E. 3.8.2 hiervor) – die zur PTBS komorbide depressive 
Störung nach wie vor therapeutisch angehbar ist, kommt auch ihr keine 
wesentlich ressourcenhemmende Eigenschaft zu. 

3.8.4 Mit Bezug auf den Komplex „Persönlichkeit“ sind keine Hinweise 
ersichtlich, welche Rückschlüsse auf ein vermindertes Leistungsvermögen 
zulassen. So hielt Dr. med. E.________ explizit fest, Hinweise für eine 
Persönlichkeitsstörung fänden sich nicht bzw. die ängstlich-vermeidenden 
Persönlichkeitszüge seien im Zusammenhang der PTBS zu sehen (S. 27). 
Anderweitiges ergibt sich auch nicht aus den übrigen medizinischen Akten.

3.8.5 Was den Komplex „Sozialer Kontext“ anbelangt, so folgt sowohl 
aus dem Gutachten von Dr. med. C.________ als auch aus dem MEDAS-
Gutachten, dass der Beschwerdeführer in intakten ehelichen und familiären 
Verhältnissen lebt (act. II 52.1 S. 15; 86.1 S. 18), womit der soziale Kontext 
des Beschwerdeführers durchaus mobilisierbare Ressourcen bereithält. 

3.8.6 Mit Bezug auf die Kategorie „Konsistenz“ und dem Indikator der 
„gleichmässigen Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen 
vergleichbaren Lebensbereichen“ folgt aus den Gutachten 
übereinstimmend, dass der Beschwerdeführer gemäss eigenen Angaben 
den ganzen Tag mehr oder weniger nur in der Wohnung sitze und nichts 
mache (act. II 52.1 S. 15 f.; 86.1 S. 18 f.), was von Dr. med. C.________ 
als Tendenz zur Aggravation und im MEDAS-Gutachten als nur teilweise 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. April 2017, IV/16/1098, Seite 23

nachvollziehbar eingeschätzt wurde (act. II 52.1 S. 29; 86.1 S. 38). Nur auf 
konkretes Nachfragen von Dr. med. C.________ hin gab der 
Beschwerdeführer an, bisweilen auch ein Fussballspiel in einem Stadion zu 
besuchen (act. II 52.1 S. 16). Wie es sich mit der Plausibilität der 
beschwerdeführerischen Angaben insoweit verhält, kann indessen offen 
bleiben. Unter konsistenzspezifischem Blickwinkel entscheidend ist 
vielmehr der Umstand, dass der Beschwerdeführer gemäss seinen 
Angaben auch früher keine Hobbies hatte (act. II 86.1 S. 19), womit seine 
(vordergründige) Passivität jedenfalls nicht ohne weiteres (und 
ausschliesslich) als krankheitsbedingt erklärt werden kann. Mit andern 
Worten lassen sich durch einen Vergleich zwischen dem früheren 
Aktivitätenniveau mit jenem, wie es sich im vorliegend massgeblichen 
Zeitraum zwischen der Anmeldung zum Leistungsbezug im Juni 2013 und 
der angefochtenen Verfügung vom 7. Oktober 2016 präsentierte, keine 
Rückschlüsse hinsichtlich der geltend gemachten 
Funktionseinschränkungen in erwerblicher Hinsicht ziehen. Hingegen ist 
mit Blick auf die bisher wenig konsequente Behandlung der psychischen 
Beschwerden (vgl. E. 3.8.2 vorne) von einem zumindest nicht 
ausgeprägten Leidensdruck auszugehen. 

3.8.7 Insgesamt lässt sich eine 40%ige Einschränkung der 
Arbeitsfähigkeit, wie sie gutachterlicherseits postuliert wird, mit Bezug auf 
den hier massgebenden Zeitraum aus der Optik des Rechtsanwenders, der 
die ärztlichen Einschätzungen auf ihre konkrete 
sozialversicherungsrechtliche Relevanz und Tragweite hin zu prüfen hat, 
nicht erhärten. Vielmehr ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer 
bei Ausschöpfung seiner vorhandenen Ressourcen in der Lage ist, eine 
leidensangepasste Beschäftigung in leistungsausschliessendem Ausmass 
zu verrichten. Ist ein rechtsgenüglicher Bezug zwischen der bzw. den 
gestellten Diagnose(n) und deren funktionellen Auswirkungen im Sinne 
einer eingeschränkten Arbeitsfähigkeit nicht überwiegend wahrscheinlich 
ausgewiesen, hat der materiell beweisbelastete Beschwerdeführer die 
Folgen zu tragen (vgl. E. 3.7 vorne). 

Zum selben Ergebnis führte es, wenn die depressive Symptomatik – mit 
Blick auf deren vorliegend prägenden Einfluss auf die Arbeitsunfähigkeit 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. April 2017, IV/16/1098, Seite 24

(vgl. E. 3.6.1 vorne) – als selbständiges Leiden qualifiziert würde mit der 
Folge, dass die Invalidität nicht nach Massgabe von BGE 141 V 281 zu 
prüfen wäre (vgl. Entscheid des BGer vom 10. März 2017, 8C_813/2016, 
E. 4), fehlt es doch leichten bis mittelschweren depressiven Erkrankungen, 
solange sie – wie hier – therapeutisch angehbar sind (vgl. E. 3.8.2 vorne), 
an einem hinreichenden Schweregrad der Störung, um diese als 
invalidisierend anzusehen (BGer, 8C_14/2017, E. 4.2). 

3.9 Zusammenfassend steht fest, dass dem Beschwerdeführer in 
somatischer Hinsicht in einer körperlich leichten Tätigkeit ohne häufiges 
Arbeiten über der Horizontalen eine 100%ige Arbeitstätigkeit ab Januar 
2014 bei voller Stundenpräsenz uneingeschränkt zumutbar ist. Für die Zeit 
davor, mithin von Dezember 2012 bis und mit Dezember 2013, bestand 
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. In psychischer Hinsicht ist mit Bezug auf 
den gesamten Beurteilungszeitraum zwischen der Anmeldung zum Leis-
tungsbezug im Juni 2013 und der hier angefochtenen Verfügung vom 7. 
Oktober 2016 eine Invalidität im Rechtssinne nicht erstellt, weshalb inso-
weit keine Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit gegeben ist. Bei diesem Ergeb-
nis kann der Beschwerdeführer mit seinem Vorbringen, die 
Beschwerdegegnerin habe ihn nicht (im Rahmen eines Mahn- und Be-
denkzeitverfahrens) zur Durchführung einer Psychotherapie aufgefordert, 
demnach nichts zu seinen Gunsten ableiten. 

4.

4.1 Für die Bestimmung des lnvaliditätsgrades wird bei einer erwerbs-
tätigen versicherten Person das Erwerbseinkommen, das sie nach Eintritt 
der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und 
allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit 
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt 
zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 
geworden wäre (Art. 16 ATSG).

4.1.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. April 2017, IV/16/1098, Seite 25

tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325). Lässt sich aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse das ohne 
gesundheitliche Beeinträchtigung realisierbare Einkommen nicht hinrei-
chend genau beziffern, ist auf Erfahrungs- und Durchschnittswerte gemäss 
Tabellenlohn abzustellen. Auf sie darf jedoch im Rahmen der Invaliditäts-
bemessung nur unter Mitberücksichtigung der für die Entlöhnung im Einzel-
fall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren 
abgestellt werden (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30; Entscheid des Eidgenös-
sischen Versicherungsgerichts [EVG, heute BGer] vom 30. Oktober 2002, 
I 517/02, E. 1.2).

4.1.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2016 UV Nr. 13 
S. 40 E. 2.2). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheits-
schadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbs-
tätigkeit aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung 
Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik (BFS) herausge-
gebenen LSE herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 
2014 IV Nr. 37 S. 133 E. 7.1).

Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen 
Durchschnittswerten ermittelt, kann der entsprechende Ausgangswert 
(Tabellenlohn) um bis zu maximal 25% gekürzt werden, wenn persönliche 
und berufliche Merkmale wie Art und Ausmass der Behinderung, 
Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität resp. Aufenthaltskategorie oder 
Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben und die 
versicherte Person deswegen die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf 
einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem 
erwerblichem Erfolg verwerten kann (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 
322 E. 5.2 S. 327; SVR 2011 IV Nr. 31 S. 91 E. 4.1.1).

4.1.3 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des Rentenbeginns massgebend. Validen- und Invalideneinkommen sind 
auf zeitidentischer Grundlage zu erheben; allfällige rentenwirksame 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. April 2017, IV/16/1098, Seite 26

Änderungen der Vergleichseinkommen müssen bis zum 
Verfügungszeitpunkt berücksichtigt werden (BGE 129 V 222 E. 4.1 und 4.2 
S. 223 f.; Entscheid des BGer vom 15. März 2017, 8C_14/2017, E. 6.2). 

4.2 Im Zeitraum vom 8. Dezember 2012 bis und mit Dezember 2013 
war der Beschwerdeführer ohne wesentlichen Unterbruch zu 100% arbeits- 
und erwerbsunfähig (vgl. E. 3.5 und  3.9 vorne). Demnach trat der Versi-
cherungsfall „Invalidenrente“ – unter Berücksichtigung der im Juni 2013 
erfolgten Anmeldung zum Leistungsbezug (Art. 29 Abs. 1 IVG) – am 8. 
Dezember 2013 ein, nachdem das Wartejahr in diesem Zeitpunkt abgelau-
fen war (vgl. E. 2.2 vorne). Der Beschwerdeführer hat demnach ab 1. De-
zember 2013 bei einem Invaliditätsgrad von 100% Anspruch auf eine 
ganze Invalidenrente (Art. 29 Abs. 3 IVG). 

4.3 Ab Januar 2014 erlangte der Beschwerdeführer in einer den Lei-
den angepassten Tätigkeit wiederum die volle Arbeits- bzw. Erwerbsfähig-
keit, womit der per 1. Dezember 2013 entstandene Anspruch auf eine 
ganze Invalidenrente (vgl. E. 4.2 hiervor) zu revidieren ist (vgl. E. 2.3 und 
3.9 vorne): 

4.3.1 Hinsichtlich des hypothetischen Valideneinkommens ist mit Blick 
auf die langjährige Tätigkeit beim letzten Arbeitgeber erstellt, dass der Be-
schwerdeführer als Gesunder auch weiterhin in seiner angestammten 
Tätigkeit im Bereich des … gearbeitet hätte, zumal die Aktenlage nicht den 
Schluss auf eine überwiegend wahrscheinlich anderweitige berufliche Ent-
wicklung zulässt. Was sodann die Höhe des Valideneinkommens betrifft, so 
kann nicht auf den beim letzten Arbeitgeber erzielten Lohn abgestellt wer-
den, da sich aus den Akten ergibt, dass dem Beschwerdeführer die Anstel-
lung bereits vor dem Unfall vom … 2012 – aufgrund geringer 
Auftragseingänge (act. II 16 S. 1) – gekündigt worden war (vgl. act. II 52.1 
S. 17; 86.1 S. 17). 

Massgebend sind demnach Tabellenlöhne der LSE 2014. Abzustellen ist 
auf den Wert gemäss Randziffer 41-43 (Baugewerbe) von Tabelle TA1, 
Kompetenzniveau 1, Männer. Sodann gilt es bei der Anwendung von 
Tabellenlöhnen zu berücksichtigen, dass ihnen generell eine Arbeitszeit 
von 40 Wochenstunden zu Grunde liegt, welcher Wert etwas tiefer ist als 

http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F129-V-222%3Ade&number_of_ranks=0#page222

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. April 2017, IV/16/1098, Seite 27

die betriebsübliche durchschnittliche Arbeitszeit im Bereich der 
Tabellenposition 41-43, welche sich im Jahr 2014 auf 41.5 Wochenstunden 
belief (vgl. BGE 126 V 75 E. 3b bb S. 77; BFS, Betriebsübliche Arbeitszeit 
nach Wirtschaftsabteilungen, Abteilung F [41-43]). Demnach betrug das 
jährliche Valideneinkommen im Jahr 2014 unter Berücksichtigung der 
durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von 41.5 Stunden Fr. 68‘562.15 
(Fr. 5‘507.-- x 12 Monate / 40 x 41.5 Wochenstunden). 

4.3.2 Indem der Beschwerdeführer seine Restarbeitsfähigkeit nicht aus-
schöpft respektive keiner Erwerbstätigkeit mehr nachgeht, ist für die Ermitt-
lung des Invalideneinkommens ebenfalls auf statistische Werte abzustellen, 
wobei entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers nichts gegen die 
Berücksichtigung der LSE 2014 spricht (vgl. auch Entscheid des BGer vom 
19. November 2015, 8C_695/2015, E. 4.2). Indem die psychischen Be-
schwerden bei der Ermittlung des Invaliditätsgrades ausgeklammert blei-
ben (vgl. E. 3.9 vorne), sind dem Beschwerdeführer auch nicht bloss 
Tätigkeiten im geschützten Rahmen möglich, wie dies in dem nicht auf me-
dizinischen Untersuchungen beruhenden Bericht des BAND (act. II 49 
S. 2), im Schlussbericht AMM (act. II 100 S. 4) sowie von Dr. med. 
C.________ (act. II 52.1 S. 33) – nicht aber vom Beschwerdeführer selber 
(vgl. Beschwerde, S. 7, Ziffer 6) – postuliert wurde. Vielmehr ist ihm ab Ja-
nuar 2014 eine den Leiden angepasste Tätigkeit auf dem ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 16 ATSG) – welcher im Übrigen auch sogenannte Ni-
schenarbeitsplätze umfasst, bei welchen Behinderte mit einem sozialen 
Entgegenkommen von Seiten des Arbeitgebers rechnen können – im Um-
fang von 100% zumutbar (vgl. E. 3.9 vorne). Die Beschwerdegegnerin hat 
zusätzlich einen leidensbedingten Abzug von 15% berücksichtigt, welcher 
in Anbetracht der nicht restriktiven Einschränkungen des (allein massge-
benden) somatischen Zumutbarkeitsprofils als eher grosszügig zu bezeich-
nen ist. Für einen weitergehenden Abzug besteht somit kein Anlass, zumal 
die übrigen, rechtsprechungsgemäss zu berücksichtigenden Kriterien of-
fensichtlich nicht erfüllt sind (vgl. E. 4.1.2 vorne). 

Indem dem Beschwerdeführer die angestammte Tätigkeit im Bereich des 
… nur mehr sehr bedingt zumutbar ist (act. II 86.1 S. 8), ist auf den Wert 
Total von Tabelle TA1, Kompetenzniveau 1, Männer, abzustellen (vgl. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. April 2017, IV/16/1098, Seite 28

BGer, 8C_695/2015, E. 4.2). Demnach betrug das jährliche Invalidenein-
kommen im Jahr 2014 unter Berücksichtigung der durchschnittlichen Wo-
chenarbeitszeit von 41.7 Stunden (BFS, Betriebsübliche Arbeitszeit nach 
Wirtschaftsabteilungen, Abschnitt „Total“) sowie eines leidensbedingten 
Abzugs von 15% Fr. 56‘485.15 (Fr. 5‘312.-- x 12 Monate / 40 x 41.7 Wo-
chenstunden x 0.85). 

4.3.3 Aus der Gegenüberstellung der Vergleichseinkommen ergibt dies 
eine Erwerbseinbusse von Fr. 12‘077.-- und damit einen Invaliditätsgrad 
von gerundet höchstens 18% (Fr. 12‘077.-- / Fr. 68‘562.15 x 100 [zur 
Rundung: vgl. BGE 130 V 121 E. 3.2 S. 123]), womit unter 
Berücksichtigung von Art. 88a Abs. 1 der Verordnung über die 
Invalidenversicherung vom 17. Januar 1961 [IVV; SR 831.201]) ab April 
2014 kein Anspruch auf eine Invalidenrente mehr besteht (vgl. E. 2.2 
vorne). 

4.4 Zusammenfassend ist die Beschwerde – soweit den 
Rentenanspruch betreffend – abzuweisen.

5.

Umstritten ist sodann die Höhe des Taggeldes bzw. der Rückforderung 
betreffend der im Zeitraum vom 6. Januar bis 31. März 2014 angeblich zu-
viel ausgerichteten Taggelder (Verfügungen vom 7. Oktober 2016 [act. II 
102 f.]).

5.1 Versicherte haben während der Durchführung von 
Eingliederungsmassnahmen nach Art. 8 Abs. 3 IVG Anspruch auf ein 
Taggeld, wenn sie an wenigstens drei aufeinander folgenden Tagen wegen 
der Massnahmen verhindert sind, einer Arbeit nachzugehen, oder in ihrer 
gewohnten Tätigkeit zu mindestens 50% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) sind 
(Art. 22 Abs. 1 IVG ). Das Taggeld besteht aus einer Grundentschädigung, 
auf die alle Versicherten Anspruch haben, und einem Kindergeld für 
Versicherte mit Kindern (Art. 22 Abs. 2 IVG). Die Grundentschädigung 
beträgt 80% des letzten ohne gesundheitliche Einschränkung erzielten 
Erwerbseinkommens, jedoch nicht mehr als 80% des Höchstbetrages des 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. April 2017, IV/16/1098, Seite 29

Taggeldes nach Art. 24 Abs. 1 IVG (Art. 23 Abs. 1 IVG). Grundsätzlich 
entspricht das der Bemessung des Taggeldes zugrunde liegende 
Erwerbseinkommen dem Valideneinkommen der Invaliditätsbemessung 
(vgl. ULRICH MEYER/MARCO REICHMUTH, Bundesgesetz über die Invaliden-
versicherung [IVG], 3. Aufl. 2014, S. 277, Rz. 4]). 

5.2 Es ist zu Recht unbestritten, dass der Beschwerdeführer für die 
Dauer der beruflichen Massnahme in Form eines Arbeitstrainings vom 
6. Januar bis 31. März 2014 Anspruch auf ein Taggeld nach Massgabe von 
Art. 23 Abs. 1 IVG hat (vgl. Entscheid des BGer vom 4. September 2013, 
8C_405/2013, E. 2.1). Sodann bestreitet der Beschwerdeführer die 
grundsätzliche (allein zweiginterne) Verrechenbarkeit der für denselben 
Zeitraum ausgerichteten Rentenleistungen mit den Taggeldzahlungen zu 
Recht nicht, statuiert die nach Art. 50 Abs. 2 IVG auch in der 
Invalidenversicherung anwendbare Bestimmung des Art. 20 Abs. 2 des 
Bundesgesetzes über die Alters- und Hinterlassenenversicherung vom 20. 
Dezember 1946 (AHVG; SR 831.10) doch die allgemeine (zweiginterne 
und zweigübergreifende) Verrechenbarkeit von Beitragsforderungen, 
Leistungen und Leistungsrückforderungen der AHV und der IV (Entscheid 
des BGer vom 12. April 2011, 9C_1015/2010, E. 2.1). 

5.3 Die Beschwerdegegnerin errechnete in der Verfügung vom 
20. Dezember 2013 (act. II 28) ein Taggeld von Fr. 136.--, welches sie 
unter Verrechnung der im selben Zeitraum ausbezahlten Rentenleistungen 
mit Verfügung vom 7. Oktober 2016 auf Fr. 107.50 reduzierte (act. II 102). 
Gestützt auf diesen Betrag ermittelte sie schliesslich ein 
Rückforderungsbetreffnis von Fr. 2‘271.10 (Verfügung vom 7. Oktober 
2016 [act. II 103]). 

Gemäss E. 4.3.1 vorne beziffert sich das auch im Rahmen der 
Taggeldbemessung massgebliche Valideneinkommen (vgl. E. 5.1 vorne; 
Entscheid des BGer vom 2. Mai 2007, I 732/06, E. 4) im 
streitgegenständlichen Zeitraum vom 6. Januar bis 31. März 2014 auf 
Fr. 68‘562.15, womit sich das Taggeld auf Fr. 150.25 (Fr. 68‘562.15 / 365 x 
0.8) bzw. – unter Berücksichtigung des in masslicher Hinsicht (zu Recht) 
nicht beanstandeten Rentenbetreffnisses von Fr. 855.-- pro Monat, ausma-
chend Fr. 28.50 pro Tag – auf Fr. 121.75 (Fr. 150.25 – Fr. 28.50) beläuft. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. April 2017, IV/16/1098, Seite 30

Die Beschwerdegegnerin wird die Rückforderung demnach nach Massgabe 
eines Taggeldes von Fr. 121.75 neu zu berechnen haben. 

Die Beschwerde ist somit insoweit teilweise gutzuheissen, als die Sache an 
die Beschwerdegegnerin zur Neuverfügung des Taggeldes im Sinne der 
Erwägungen und zur Neuberechnung der Rückforderung zurückzuweisen 
ist. Soweit weitergehend, ist die Beschwerde abzuweisen.

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung 
oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach 
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Der Beschwerdeführer obsiegt in geringem Ausmass, nämlich insofern, als 
die Taggeld- und die Rückforderungsverfügung aufgehoben werden und 
die Sache an die Beschwerdegegnerin zur Neuverfügung im Sinne der Er-
wägungen zurückgewiesen wird. Bei diesem Prozessausgang sind die Ver-
fahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, im Umfang von Fr. 600.-- 
dem Beschwerdeführer und im Umfang von Fr. 200.-- der Beschwerdegeg-
nerin aufzuerlegen. Der Anteil des Beschwerdeführers ist dem geleisteten 
Kostenvorschuss von Fr. 800.-- zu entnehmen; der verbleibende Kosten-
vorschuss im Betrag von Fr. 200.-- ist ihm nach Eintritt der Rechtskraft die-
ses Urteils zurückzuerstatten.

6.2 Aufgrund des teilweisen Obsiegens besteht ein Anspruch auf Er-
satz eines Anteils der Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG). Diese werden – mit 
Blick auf die Ausführungen unter E. 6.1 hiervor respektive nach Massgabe 
des teilweisen Obsiegens sowie unter Berücksichtigung der von Rechtsan-
walt B.________ gesamthaft in Rechnung gestellten Aufwändungen von 
Fr. 2‘284.85 – auf pauschal Fr. 600.-- (inklusive Auslagen und Mehrwert-
steuer) festgesetzt. Die obsiegende Beschwerdegegnerin hat als Sozial-
versicherungsträgerin nach allgemeinem sozialversicherungsrechtlichem 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. April 2017, IV/16/1098, Seite 31

Prozessgrundsatz keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (vgl. 
BGE 128 V 124 E. 5b S. 133).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde werden die angefochtene 
Taggeldverfügung vom 7. Oktober 2016 und die Rückerstattungsverfü-
gung vom 7. Oktober 2016 der IV-Stelle Bern aufgehoben und die Sa-
che wird an die Beschwerdegegnerin zur neuen Verfügung im Sinne 
der Erwägungen zurückgewiesen. Soweit weitergehend, wird die Be-
schwerde abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden im Umfang von Fr. 600.-- 
dem Beschwerdeführer und im Umfang von Fr. 200.-- der Beschwer-
degegnerin zur Bezahlung auferlegt. Der Anteil des Beschwerdefüh-
rers wird dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 800.-- entnommen. 
Die restlichen Fr. 200.-- werden dem Beschwerdeführer nach Eintritt 
der Rechtskraft dieses Urteils zurückerstattet.

3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteien-
tschädigung von pauschal Fr. 600.-- (inkl. Auslagen und Mehrwert-
steuer) zu bezahlen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. April 2017, IV/16/1098, Seite 32

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.