# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** de8c7659-3d8f-58c4-b856-b95fec8c0269
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-02-06
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 06.02.2025 D-7570/2024
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-7570-2024_2025-02-06.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-7570/2024 

 

  U r t e i l  v o m  6 .  F e b r u a r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichter Thomas Segessenmann, 

mit Zustimmung von Richterin Jeannine Scherrer-Bänziger;   

Gerichtsschreiber Vito Fässler. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Türkei,  

(…),   

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 31. Oktober 2024 / N (…). 

 

 

 

D-7570/2024 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer ersuchte in den Jahren 2001, 2006 und 2010 in der 

Schweiz erfolglos um Asyl. Im April 2010 reiste er aus der Schweiz aus.  

B.  

B.a Am 17. August 2023 suchte er erneut in der Schweiz um Asyl nach. 

B.b Am 1. November 2023 wurde er zu seinen Asylgründen angehört und 

machte dabei im Wesentlichen geltend, er sei Kurde und im Dorf 

B._______ (Provinz C._______) geboren. Später sei er nach C._______ 

umgezogen. Er habe die Schule nur während ungefähr fünf Jahren und nur 

unregelmässig besucht. Er habe fünf Jahre in Zypern gelebt, dann ein Jahr 

in Antalya. Dort habe er seine Frau geheiratet. Im Jahr 2001 sei sein erster 

Sohn geboren worden. Danach sei er am 19. Juli 2001 in die Schweiz ge-

kommen und habe hier ein Asylgesuch gestellt, das jedoch abgelehnt wor-

den sei. Er habe sich danach noch bis im Jahr 2010 in der Schweiz aufge-

halten. Da seine Frau an Gelbsucht erkrankt sei, sei er in die Türkei zu-

rückgekehrt und habe bis zu seiner erneuten Ausreise in C._______ ge-

lebt. In dieser Zeit seien seine vier weiteren Kinder zur Welt gekommen. Er 

habe in einer eigenen Wohnung gelebt und teilweise als Fabrikarbeiter und 

in einem Kebab-Restaurant gearbeitet. Die Lebensumstände seien hart 

gewesen.  

Vor drei Jahren sei sein ältester Sohn verhaftet worden. Er habe versucht, 

seinen Sohn vor der Polizei zu verstecken, das sei ihm aber nicht gelun-

gen. Sein Sohn sei festgenommen worden und befinde sich immer noch 

im Gefängnis. Er wisse nicht genau, weshalb sein Sohn im Gefängnis sei. 

Wenn er ihn im Gefängnis habe besuchen wollen, sei ihm dort gesagt wor-

den, dass sein Sohn nicht mit ihm sprechen wolle. Vor der Verhaftung des 

Sohnes seien Leute, die vermutlich dem Islamischen Staat (IS) angehören 

würden, bei ihm (dem Beschwerdeführer) zu Hause vorbeigekommen und 

hätten nach seinem Sohn gesucht. Er gehe davon aus, dass diese Leute 

seinen Sohn nach Syrien hätten mitnehmen wollen. Er wisse aber nicht, ob 

sich sein Sohn auch tatsächlich dem IS angeschlossen habe und wisse 

auch nicht, was er dafür als Gegenleistung erhalten habe. Es seien aber 

mehrere Jugendliche aus der Nachbarschaft nach Syrien in den Krieg ge-

bracht worden, wo sie gestorben seien. Nachdem die Polizei seinen Sohn 

inhaftiert habe, hätten sie seine Familie in Ruhe gelassen. Weil er aber 

befürchte, dass seinen anderen Kindern ein ähnliches Schicksal drohen 

D-7570/2024 

Seite 3 

könnte, wolle er sie in die Schweiz bringen. Das sei der Grund für seine 

erneute Ausreise gewesen.  

B.c Am 2. November 2023 erfolgte die Zuteilung in das erweiterte Verfah-

ren.  

C.  

Mit Verfügung vom 31. Oktober 2024 – eröffnet am 5. November 2024 – 

wies das SEM das Asylgesuch vom 17. August 2023 ab, stellte fest, der 

Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, wies ihn aus der 

Schweiz weg und beauftragte den zuständigen Kanton mit der Wegwei-

sung.  

D.  

Dagegen erhob der Beschwerdeführer mit Eingabe vom «31. März 2022» 

(Datum Postaufgabe: 3. Dezember 2024 ) Beschwerde beim Bundes-

verwaltungsgericht und beantragte, es sei die Verfügung vom 31. Oktober 

2024 aufzuheben und ihm sei Asyl zu gewähren, eventualiter sei die Ver-

fügung aufzuheben und die Unzulässigkeit beziehungsweise Unzumutbar-

keit festzustellen sowie die vorläufige Aufnahme zu gewähren, subeventu-

aliter sei die Verfügung aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an 

die Vorinstanz zurückzuweisen.  

In prozessualer Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen 

Prozessführung inklusive Verzicht auf Erhebung eines Kostenvorschusses 

sowie um Einsetzung eines unentgeltlichen Rechtsbeistandes. 

Der Beschwerde war ein USB-Stick mit drei Video-Dateien beigelegt. 

E.  

Der Instruktionsrichter wies mit Verfügung vom 5. Dezember 2024 die Ge-

suche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung sowie um Ein-

setzung eines amtlichen Rechtsbeistandes ab und forderte den Beschwer-

deführer zur Zahlung eines Kostenvorschusses auf.  

F.  

Der Beschwerdeführer leistete am 19. Dezember 2024 fristgerecht den 

Kostenvorschuss in der Höhe von Fr.  750.–.  

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Seite 4 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls – in der Regel und auch vorliegend – end-

gültig (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden und der 

Beschwerdeführer ist zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (vgl. 

Art. 108 Abs. 2 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die 

Beschwerde ist daher einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt wird, handelt es sich um ein solches Rechtsmittel, weshalb 

das Urteil nur summarisch zu begründen ist und auf die Durchführung ei-

nes Schriftenwechsels verzichtet wurde (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 

4.  

Der Beschwerdeführer beantragt unter anderem, die Verfügung sei aufzu-

heben und zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Es ist 

jedoch aus den Akten nicht ersichtlich und wird in der Beschwerde auch 

nicht weiter ausgeführt, inwiefern das SEM den rechtserheblichen Sach-

verhalt nicht vollständig und korrekt abgeklärt oder sich mit den Vorbringen 

des Beschwerdeführers nicht genügend auseinandergesetzt hätte. Dieser 

Antrag ist entsprechend abzuweisen.  

5.  

5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

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Seite 5 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

5.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

6.  

6.1 Das SEM führt zur Begründung seines ablehnenden Asylentscheids im 

Wesentlichen aus, die Vorbringen des Beschwerdeführers bezüglich der 

Razzien in Zusammenhang mit seinem Sohn, die sich vor drei Jahren er-

eignet hätten, seien nicht kausal für seine Ausreise aus der Türkei gewe-

sen. Die Razzien hätten zudem nicht ihm, sondern seinem Sohn gegolten, 

entsprechend fehle es an einer Zielgerichtetheit gegen den Beschwerde-

führer. Ferner würden seine Ausführungen – sein Leben sei ein Elend ge-

wesen und er wolle seinen Kindern ein besseres Leben ermöglichen – nicht 

auf eine flüchtlingsrechtlich relevante Verfolgung hindeuten.  

6.2 Dem entgegnet der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde im We-

sentlichen, er habe Angst, dass ihm und seinen Kindern ähnliches drohe 

wie seinem ältesten Sohn. Es stimme nicht, dass die Polizei die Familie 

nach der Festnahme des Sohnes in Ruhe gelassen habe. Seine Familie 

habe ihm kürzlich berichtet, seit seiner Flucht sei die Polizei mehrmals vor-

beigekommen. Er habe Videos von der Hausdurchsuchung, die einer sei-

ner Söhne heimlich aufgenommen habe. Offenbar suche die Polizei immer 

noch nach ihm, warum wisse er nicht. Er vermute, dass es wegen der Be-

ziehung zu seinem Sohn sei. Ihm drohe die Eröffnung eines Strafverfah-

rens und eine lange Haftstrafe, nur weil er Kurde sei. Oftmals würden zu-

nächst geheime Ermittlungsverfahren geführt. Anzeichen dafür seien häu-

fige Razzien, Haus- und Personenkontrollen, so wie es auch bei ihm ge-

schehen sei.  

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Seite 6 

7.  

7.1 Nach Durchsicht der Akten kommt das Bundesverwaltungsgericht zum 

Schluss, dass die Vorinstanz das Asylgesuch des Beschwerdeführers zu 

Recht abgelehnt hat. So vermögen seine pauschalen Vorbringen sowie die 

eingereichten, angeblich von einem Sohn des Beschwerdeführers heimlich 

gefilmten Videos, die geltend gemachte intensive Suche der türkischen Be-

hörden nach dem Beschwerdeführer nicht zu belegen oder zumindest 

glaubhaft machen. Die Videos 1 und 2 unterscheiden sich in der Dauer der 

Aufnahme nur minim und zeigen im Wesentlichen, wie zwei Männer in Zivil 

mit Gummihandschuhen in einer Wohnung eine auf einem Möbelstück be-

findliche Wolldecke inspiziert. Das Video 3 zeigt einen Polizisten in Uniform 

mit Gummihandschuhen in einer Wohnung vor einem schräg nach oben 

geklapptem Bett stehend, wie er ein Sturmgewehr in seinen Händen hält 

und inspiziert, während ein danebenstehender zweiter Polizist das Gewehr 

mit einem Mobiltelefon fotografiert. Die beiden Filmsequenzen können we-

der zeitlich, persönlich noch örtlich klar zugeordnet werden und in der Be-

schwerde wird nicht ansatzweise erklärt, was es mit dem von der Polizei 

aufgefundenen Sturmgewehr auf sich hat. Dies erstaunt umso mehr, als 

der Beschwerdeführer weder gegenüber dem SEM noch in seiner Be-

schwerde erwähnt hat, Mitglied oder Helfer einer bewaffneten Organisation 

zu sein. So ist selbst für den Fall, dass die Sequenzen tatsächlich polizei-

liche Durchsuchungen in der Familienwohnung des Beschwerdeführers 

zeigen, die Videos – namentlich das Video 3 mit dem Waffenfund – eher 

der Suche nach dem ältesten Sohn zuzuordnen, der sich dem IS ange-

schlossen haben soll, als dem Beschwerdeführer. Dementsprechend 

brachte der Beschwerdeführer in der Anhörung selbst vor, die Razzien hät-

ten dem ältesten Sohn gegolten (vgl. SEM act. […]-14/9 F52). Der Be-

schwerdeführer führt sodann in seiner Beschwerde aus, die Polizei habe 

ihn nach der Festnahme seines Sohnes nicht in Ruhe gelassen. Kürzlich 

habe seine Familie ihm berichtet, dass die Polizei die Wohnung durchsucht 

habe. Damit widerspricht der Beschwerdeführer seinen Ausführungen, die 

er in der Asylanhörung gemacht hat. Dort hat er angegeben, dass die Po-

lizei die Familie ihn Ruhe gelassen habe, nachdem sie seinen Sohn ins 

Gefängnis gesteckt hätten (vgl. SEM act. […]-14/9 F56). Entsprechend ist 

seine Aussage, die Polizei habe nun die Wohnung durchsucht, als Schutz-

behauptung einzustufen, und der Beschwerdeführer kann daraus nichts zu 

seinen Gunsten ableiten. Mithin ist bei dieser Sachlage nicht davon auszu-

gehen, der Beschwerdeführer werde in seinem Heimatland aktuell polizei-

lich gesucht oder es laufe dort ein Ermittlungs- oder Strafverfahren gegen 

ihn. Entsprechend hat das SEM zu Recht festgehalten, dem Beschwerde-

führer drohe in der Türkei keine flüchtlingsrechtlich relevante Verfolgung.  

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7.2 Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, er werde als Kurde in der 

Türkei diskriminiert, ist davon auszugehen, dass es sich um Nachteile han-

delt, die nicht über solche hinausgehen, welche weite Teile der kurdischen 

Bevölkerung in der Türkei in ähnlicher Weise treffen und praxisgemäss für 

sich allein nicht zur Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft führen (vgl. 

etwa Urteil des BVGer E-3901/2023 vom 7. Oktober 2024 E. 5.1).  

7.3 Nach dem Gesagten erfüllt der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigen-

schaft nicht und die Vorinstanz hat sein Asylgesuch zu Recht abgewiesen.  

8.  

8.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

8.2 Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder über eine auslän-

derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei-

lung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht 

angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

9.  

9.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

9.2  

9.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

9.2.2 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend da-

rauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur 

Personen schützt, welche die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem 

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Seite 8 

Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr-

dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG 

verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren 

keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in den 

Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 

9.2.3 Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerde-

führers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer 

Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit 

einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behand-

lung ausgesetzt wäre. Auch die allgemeine Menschenrechtssituation im 

Heimatstaat lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht 

als unzulässig erscheinen.  

9.2.4 Der Vollzug der Wegweisung erweist sich somit als zulässig. 

9.3  

9.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

9.3.2 Gemäss konstanter Praxis ist in der Türkei nicht von einer flächende-

ckenden Situation allgemeiner Gewalt oder bürgerkriegsähnlichen Verhält-

nissen auszugehen (vgl. Referenzurteil des BVGer E-4103/2024 vom 

8. November 2024 E. 13).  

9.3.3 Der Beschwerdeführer stammt aus C._______. Im Februar 2023 for-

derten schwere Erdbeben im Südosten der Türkei tausende Todesopfer 

und zerstörten Grossteile der Infrastruktur. Der Vollzug der Wegweisung in 

eine der elf betroffenen Provinzen (Kahramanmaras, Hatay, Gaziantep, 

Osmaniye, Malatya, Adiyaman, Adana, Diyarbakir, Kilis, Sanliurfa und Ela-

zig) ist gemäss aktueller Rechtsprechung nicht generell unzumutbar, wobei 

die Beurteilung der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs im Rahmen 

einer einzelfallweisen Prüfung der individuellen Lebenssituation der Be-

troffenen vorzunehmen und dabei insbesondere der Situation vulnerabler 

Personen gebührend Rechnung zu tragen ist (vgl. Referenzurteil des 

BVGer E-1308/2023 vom 19. März 2024 E. 11.3).  

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Seite 9 

9.3.4 In individueller Hinsicht sind keine Gründe ersichtlich, die gegen die 

Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs des Beschwerdeführers sprechen 

würden, zumal seine Familie in C._______ lebt und er dort über eine Ei-

gentumswohnung verfügt (vgl. SEM act. […]-14/9 F26, F30). Der Be-

schwerdeführer macht keine Nachteile aufgrund der Erdbeben geltend. Zu-

dem verfügt er über eine langjährige Berufserfahrung als Fabrikarbeiter so-

wie Angestellter in einem Kebab-Restaurant (vgl. SEM act. […]-14/9 F24). 

Entsprechend ist nicht davon auszugehen, dass er bei einer Rückkehr in 

eine existenzielle Notlage geraten würde.  

9.3.5 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch 

als zumutbar. 

9.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 

2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu 

bezeichnen ist (vgl. Art. 83 Abs. 2 AIG). 

9.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

10.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

11.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerde-

führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– 

festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die 

Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]). Der in gleicher Höhe geleistete Kostenvorschuss wird für 

das Begleichen der Kosten verwendet.  

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.–  werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Der in gleicher Höhe geleistete Kostenvorschuss wird zum Begleichen 

dieser Kosten verwendet.  

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Thomas Segessenmann Vito Fässler 

 

 

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