# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 72ad5469-685a-58f2-b92b-d736a55c0c36
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-12-14
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 2. Kammer 14.12.2021 S 2020 106
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_002_S-2020-106_2021-12-14.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 20 106

2. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz von Salis

RichterIn Meisser und Pedretti

Aktuarin Kuster

URTEIL

vom 14. Dezember 2021

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A.________,

Beschwerdeführerin

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA),

Beschwerdegegnerin

und

B.________, 

Beigeladener

betreffend Versicherungsleistungen nach UVG

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I. Sachverhalt:

1. B.________ war als Kundenmaurer für die C.________ AG tätig und damit 

bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (nachfolgend: SUVA) 

obligatorisch gegen Unfälle versichert, als ihm gemäss Unfallmeldung vom 

13. Mai 2019 am 10. Mai 2019 bei Betonspitzarbeiten in D.________ ein 

Fremdkörper ins linke Auge spickte. Dr. med. E.________, Facharzt für 

Ophthalmologie, attestierte B.________ eine Arbeitsunfähigkeit von 

100 % bis am 22. Mai 2019; diese Arbeitsunfähigkeit wurde anschliessend 

mehrmals verlängert. Die SUVA erbrachte die gesetzlichen Leistungen 

(Taggeld und Heilbehandlung).  

2. Mit Brief vom 23. September 2019 bzw. anfechtbarer Verfügung vom 

2. Juni 2020 stellte die SUVA ihre Leistungen per 30. September 2019 ein. 

Hiergegen erhob die A.________ als Krankenversicherer von B.________ 

am 26. Juni 2020 Einsprache.

3. Mit Einspracheentscheid vom 15. August 2020 wies die SUVA die 

Einsprache der A.________ ab. 

4. Hiergegen erhob die A.________ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) am 

15. September 2020 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons 

Graubünden. Sie stellte folgende Rechtsbegehren:

1. Es sei der Einsprache-Entscheid aufzuheben.

2. Es sei die Beschwerdegegnerin zur Übernahme der Heilungskosten im 
Zusammenhang mit dem Ereignis vom 10. Mai 2019 zu verpflichten. 

Begründend hielt sie im Wesentlichen fest, dass sowohl das linke als auch 

das rechte Auge von B.________ vor dem Unfall bis auf die Notwendigkeit 

des Tragens von Korrekturlinsen völlig gesund gewesen seien. So sei bis 

zum Unfall im Jahr 2019 keine einzige ophthalmologische Konsultation 

nötig gewesen. Eine Erosio Corneae (Hornhauterosion) mit Infiltrat, wie 

sie vorliegend eindeutig und unbestritten am Tag nach dem Unfall 

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festgestellt, dokumentiert und behandelt worden sei, bringe üblicherweise 

innert kürzerer Zeit eine entzündliche Gewebereaktion mit sich. Damit sei 

erwiesen, dass das Infiltrat vom Unfall herrühre und das Trauma so gross 

gewesen sei, dass sich der Befund trotz Behandlung nach dem Unfall 

vergrössert habe. Weiter machte die Beschwerdeführerin geltend, dass 

das Virus Herpes Simplex 1 (HSV 1) eine weit verbreitete Spezies sei, 

welche durch ein gesundes Immunsystem in Schach gehalten werde. 

Gemäss allgemein anerkanntem medizinischem Verständnis könnten 

sowohl lokale (Traumata, lokale Immunsuppression) wie systemische 

Stressoren ein Wiederaufflammen einer HSV 1 Infektion provozieren. 

Vorliegend sei mit deutlich überwiegender Wahrscheinlichkeit entweder 

das erhebliche Trauma der Hornhaut selbst oder die durch den schweren, 

sich zunächst verschlimmernden Verlauf der Erosio Cornea notwendige 

Behandlung mit starken und immunsuppressiven Kortikosteroiden oder 

auch beides in Kombination als auslösendes und adäquates Ereignis im 

Sinne des erforderlichen natürlichen Kausalzusammenhangs zu werten, 

die HSV 1 Infektion zu reaktivieren. Darüber hinaus hielt die 

Beschwerdeführerin fest, dass der SUVA bei der Erstbeurteilung vom 

20. September 2019 durch Dr. med. I.________, Fachärztin für 

Ophthalmologie und Ophthalmochirurgie, gewisse Unterlagen nicht 

vorgelegen hätten, sodass ihr der Verlauf grösstenteils unbekannt 

gewesen sei.

5. In ihrer Beschwerdeantwort vom 27. Oktober 2020 beantragte die SUVA 

(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde vom 

15. September 2020 und die Bestätigung des Einspracheentscheids vom 

15. August 2020. Begründend hielt sie im Wesentlichen fest, dass der 

Status quo sine in Bezug auf die unfallbedingte Hornhauterosion am linken 

Auge – sofern das angenommene Unfallereignis überhaupt 

rechtsgenüglich erstellt gewesen sei – innert weniger Tage erreicht 

gewesen sei. Die Hornhautentzündung sowie die herpetische 

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Superinfektion seien unfallfremd; sie habe diesbezüglich nie eine 

Leistungspflicht anerkannt und es gelinge der Beschwerdeführerin auch 

nicht, die Unfallkausalität zu beweisen. Streitgegenstand sei 

ausschliesslich das Rechtsverhältnis der Heilbehandlung (Art. 10 

UVG/Art. 15 ff. UVV).

6. Am 5. November 2020 hielt die Beschwerdeführerin replicando an ihren 

bisherigen Rechtsbegehren fest. Sie bestritt, dass gemäss dem Bericht 

von Dr. med. E.________, dem Erstuntersuchenden vom 11. Mai 2019, 

ein Infiltrat bestanden habe, welches als Zeichen einer Kontaktlinsen-

assoziierten Keratitis gewertet wurde. Stattdessen sei festgehalten 

worden, dass eine Erosio mit begleitendem Infiltrat ("Erosio mit Infiltrat") 

bestanden habe. Die Entstehung von Infiltraten sei durch den Aufbruch 

der Hornhaut (= Erosio) zu erklären. Aufbrüche der Hornhaut 

prädisponierten durch den Verlust der natürlichen Barrierefunktion zu 

bakteriellen und mykotischen Entzündungen der Hornhaut. Ein solches 

Infiltrat könne auch bereits nach 12 bis 18 Stunden bzw. einen Tag nach 

einer Läsion der Hornhaut auftreten bzw. nachweisbar sein. Da Erosio und 

Infiltrat dasselbe Zentrum teilten, seien beide unfallbedingt. Im Übrigen 

vertiefte die Beschwerdeführerin ihre bisherigen Standpunkte. 

7. Auch die Beschwerdegegnerin hielt mit Duplik vom 17. November 2020 an 

ihrem bisherigen Rechtsbegehren fest. Sie bestritt die Beweiskraft der in 

die Replik integrierten Handnotizen, zumal sich daraus nicht ergebe, dass 

diese von Dr. med. E.________ stammten und den vorliegenden, 

streitigen Fall beträfen. Zudem seien sie zum Teil gar nicht lesbar. Darüber 

hinaus vertiefte sie ihre bisherigen Standpunkte. 

8. Mit Schreiben vom 4. November 2021 lud die Instruktionsrichterin 

B.________ (nachfolgend: Beigeladener) zur Teilnahme am vorliegenden 

Verfahren ein. Der Beigeladene liess sich nicht vernehmen und verzichtete 

auf eine Teilnahme am Verfahren.

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Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften, den angefochtenen 

Einspracheentscheid sowie die übrigen Akten wird, soweit erforderlich, in 

den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

II. Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen den Einspracheentscheid 

der Beschwerdegegnerin vom 15. August 2020. Ein solcher Entscheid 

kann gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die 

Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) i.V.m. Art. 56 Abs. 1 und Art. 58 

Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) beim Versicherungsgericht 

desjenigen Kantons angefochten werden, in dem die versicherte Person 

oder die Beschwerde führende Dritte zur Zeit der Beschwerdeerhebung 

Wohnsitz hat. Bei Beschwerdeerhebungen durch andere 

Versicherungsträger, wie dies vorliegend der Fall ist, bestimmt sich die 

örtliche Zuständigkeit nach dem Wohnsitz der versicherten Person (vgl. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden S 19 39 vom 

15. September 2020 E.1 m.H.a. KIESER, ATSG-Kommentar, 4. Auflage, 

Zürich/Basel/Genf 2020, Art. 58 Rz. 23). Der versicherte Beigeladene 

wohnte im Zeitpunkt der Beschwerdeerhebung im Kanton Graubünden, 

womit die örtliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts des Kantons 

Graubünden gegeben ist. Die sachliche Zuständigkeit des angerufenen 

Gerichts ergibt sich aus Art. 57 ATSG i.V.m. Art. 49 Abs. 2 lit. a des 

Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100). Als 

Krankenversicherung des Beigeladenen ist die Beschwerdeführerin vom 

angefochtenen Einspracheentscheid berührt und sie weist ein 

schutzwürdiges Interesse an dessen Überprüfung auf (Art. 59 ATSG), da 

der Einspracheentscheid unmittelbar ihre prinzipielle Leistungspflicht 

begründet (vgl. BGE 134 V 153 E.5.3.1). Auf die im Übrigen frist- und 

formgerecht eingereichte Beschwerde ist somit einzutreten (vgl. Art. 60 

und 61 ATSG).

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2. Streitig und nachfolgend zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin ihre 

Leistungen zu Recht per 30. September 2019 eingestellt hat oder ob sie 

verpflichtet gewesen wäre, neben den Heilbehandlungskosten für die 

Hornhauterosion auch jene für die bakterielle Keratitis 

(Hornhautentzündung) und die Herpesinfektion zu übernehmen (vgl. BGE 

125 V 413 E.1 f. sowie Beschwerdeantwort S. 3). 

3. Gemäss Art. 10 UVG hat der Versicherte Anspruch auf die zweckmässige 

Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehandlung). Unfall ist nach Art. 4 ATSG 

die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines 

ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine 

Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen 

Gesundheit oder den Tod zur Folge hat. 

3.1.1. Der äussere Faktor ist das zentrale Begriffscharakteristikum eines jeden 

Unfallereignisses; er ist das Gegenstück zur – den Krankheits-

begriff konstituierenden – inneren Ursache (BGE 134 V 72 E.4.1.1; Urteil 

des Bundesgerichts 8C_268/2019 vom 2. Juli 2019 E.3). Die Bezeichnung 

der massgebenden Genese wird aber erst durch die weiter erforderliche 

Ungewöhnlichkeit des äusseren Faktors ermöglicht. Die meisten 

Krankheiten beruhen auf einer Wechselwirkung von inneren und äusseren 

Faktoren; oft ist die letztlich pathogene innere Ursache ihrerseits ohne 

Umwelteinflüsse nicht denkbar. Das Begriffsmerkmal der 

Ungewöhnlichkeit wurde entwickelt, um die "tausendfältigen kleinen und 

kleinsten Insulte des täglichen Lebens, die als solche gänzlich 

unkontrollierbar sind und deshalb nur beim Hinzutreten von etwas 

Besonderem Berücksichtigung finden sollen", aus dem Unfallbegriff 

auszuscheiden. Das Merkmal des Ungewöhnlichen macht den alltäglichen 

Vorgang zum einmaligen Vorfall. Einwirkungen, die aus alltäglichen 

Vorgängen resultieren, taugen in der Regel nicht als Ursache einer 

Gesundheitsschädigung. Liegt der Grund somit allein im Innern des 

Körpers, ist Krankheit gegeben. Daran ändert die blosse Auslösung des 

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Gesundheitsschadens durch einen äusseren Faktor nichts; Unfall setzt 

vielmehr begrifflich voraus, dass das exogene Element so ungewöhnlich 

ist, dass eine endogene Verursachung ausser Betracht fällt (BGE 134 V 

72 E.4.1.1 m.w.H.; Urteile des Bundesgerichts 8C_842/2018 vom 6. Mai 

2019 E.3.3.1, 8C_189/2010 vom 9. Juli 2010 E.3.4). Der äussere Faktor 

ist ungewöhnlich, wenn er den Rahmen des im jeweiligen Lebensbereich 

Alltäglichen oder Üblichen überschreitet. Ob dies zutrifft, beurteilt sich im 

Einzelfall, wobei grundsätzlich nur die objektiven Umstände in Betracht 

fallen. Definitionsgemäss bezieht sich das Begriffsmerkmal der 

Ungewöhnlichkeit nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern 

nur auf diesen selbst (vgl. BGE 142 V 219 E.4.3.1, 134 V 72 E.4.1; Urteile 

des Bundesgerichts 8C_368/2020 vom 17. September 2020 E.4.2, 

8C_268/2019 vom 2. Juli 2019 E.3). Ohne Belang für die Prüfung der 

Ungewöhnlichkeit ist, dass der äussere Faktor allenfalls schwerwiegende, 

unerwartete Folgen nach sich gezogen hat (vgl. BGE 142 V 219 E.4.3.1; 

Urteile des Bundesgerichts 8C_368/2020 vom 17. September 2020 E.4.2, 

8C_545/2019 vom 14. November 2019 E.9.1, 8C_842/2018 vom 6. Mai 

2019 E.3.3.1). Ausschlaggebend ist, dass sich der äussere Faktor vom 

Normalmass an Umwelteinwirkungen auf den menschlichen Körper 

abhebt. Ungewöhnliche Auswirkungen allein begründen keine 

Ungewöhnlichkeit (vgl. BGE 142 V 219 E.4.3.1, 134 V 72 E.4.3.1; Urteil 

des Bundesgerichts 8C_282/2017 vom 22. August 2017 E.3.1.1). 

3.1.2. Die Plötzlichkeit bezieht sich auf die Einwirkung des äusseren Faktors und 
nicht auf den Gesundheitsschaden; auch ein nicht akuter Schaden kann 

eine Leistungspflicht der Unfallversicherung auslösen, wenn nur die 

Einwirkung als plötzlich zu qualifizieren ist (NABOLD, in: HÜRZELER/KIESER 

[Hrsg.], Kommentar zum schweizerischen Sozialversicherungsrecht, 

UVG, Bern 2018, Art. 6 Rz. 14). Mit dem Kriterium der Plötzlichkeit wird 

ein zeitlicher Rahmen gesteckt. Die schädigende Einwirkung muss zwar 

nicht auf einen blossen Augenblick beschränkt sein, jedoch innerhalb 

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eines relativ kurzen, abgrenzbaren Zeitraums erfolgen. Die 

Rechtsprechung hat bisher keine zeitliche Maximaldauer festgelegt. Die 

Einwirkung muss plötzlich eingesetzt haben und eine einmalige gewesen 

sein (BGE 140 V 220 E.5.1 m.w.H.; Urteil des Bundesgerichts 

8C_842/2018 vom 6. Mai 2019 E.3.3.3 m.w.H.).

3.2.1. Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers setzt einen natürlichen 

Kausalzusammenhang zwischen Unfallereignis und eingetretenem 

Schaden voraus. Ursachen im Sinne des natürlichen 

Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein 

der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen 

Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. 

Entsprechend ist für die Bejahung des natürlichen 

Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige 

oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, 

dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die 

körperliche oder geistige Integrität des Versicherten beeinträchtigt hat, der 

Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch 

die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele. Ob zwischen einem 

schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher 

Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber im 

Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der freien Beweiswürdigung nach 

dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse 

Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines 

Leistungsanspruchs nicht (BGE 142 V 435 E.1, 129 V 177 E.3.1). 

3.2.2. Ebenfalls mit überwiegender Wahrscheinlichkeit muss der vom 

Unfallversicherer zu beweisende Wegfall des Kausalzusammenhanges 

erstellt sein. Während bei der Frage, ob ein Kausalzusammenhang 

überhaupt jemals gegeben ist, die versicherte Person beweisbelastet ist, 

trägt die Unfallversicherung die Beweislast für einen behaupteten Wegfall 

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der Kausalität aufgrund des Erreichens des Zustands, wie er vor dem 

Unfall bestand oder sich ohne diesen ergeben hätte (Status quo ante vel 

sine). Dabei hat der Unfallversicherer nicht den Beweis für unfallfremde 

Ursachen zu erbringen. Welche Ursachen (Krankheit, Geburtsgebrechen 

oder degenerative Veränderungen) ein nach wie vor geklagtes Leiden hat, 

ist an sich unerheblich. Entscheidend ist allein, ob die unfallbedingten 

Ursachen eines Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeutung verloren 

haben, also dahingefallen sind. Ebenso wenig muss der Unfallversicherer 

den negativen Beweis erbringen, dass kein Gesundheitsschaden mehr 

vorliege oder dass die versicherte Person nun bei voller Gesundheit sei 

(vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_68/2020 vom 11. März 2020 E.3.2, 

8C_840/2019 vom 14. Februar 2020 E.3.2, 8C_570/2014 vom 9. März 

2015 E.6.2, 8C_17/2017 vom 4. April 2017 E.2.2 m.w.H.). Mit dem 

Erreichen des Status quo ante vel sine entfällt eine Teilursächlichkeit für 

die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der Status quo ante 

vel sine noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfallversicherer gestützt 

auf Art. 36 Abs. 1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch 

Pflegeleistungen und Kostenvergütungen zu übernehmen, worunter auch 

die Heilbehandlungskosten nach Art. 10 UVG fallen. Demnach hat die 

versicherte Person bis zum Erreichen des Status quo ante vel sine auch 

Anspruch auf eine zweckgemässe Behandlung, die auch operative 

Eingriffe umfassen kann (Urteil des Bundesgerichts 8C_715/2016 vom 

6. März 2017 E.4.3 m.w.H.).

4.1.1. Das sozialversicherungsrechtliche Verfahren wird vom 

Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 61 ATSG). Das Gericht hat den 

rechtserheblichen Sachverhalt von Amtes wegen, aus eigener Initiative 

und ohne Bindung an die Vorbringen oder Beweisanträge der Parteien 

abzuklären und festzustellen (vgl. BGE 144 V 427 E.3.2). Aus der 

Untersuchungsmaxime folgt auch das Prinzip der freien Beweiswürdigung, 

wonach das Gericht an keine förmlichen Beweisregeln gebunden ist 

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(Art. 61 lit. c ATSG). Das gesamte Beweismaterial ist unvoreingenommen 

und sorgfältig auf dessen Stichhaltigkeit zu prüfen. Die Verwaltung als 

verfügende Instanz und im Beschwerdefall das Gericht dürfen eine 

Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen 

überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen 

Entscheid, sofern das Gesetz nichts Abweichendes vorsieht, nach dem 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse 

Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den 

Beweisanforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener 

Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen 

Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste erachtet (BGE 144 V 427 

E.3.2, 138 V 218 E.6; Urteile des Bundesgerichts 8C_745/2020 vom 

29. März 2021 E.1.3, 9C_439/2020 vom 18. August 2020 E.1.3). 

4.1.2. Gemäss Rechtsprechung hat die versicherte Person die Umstände des 

als Unfall gemeldeten Ereignisses glaubhaft zu machen. Zur 

Glaubhaftmachung müssen aber über das konkrete Geschehen genaue 

und möglichst detaillierte Angaben namhaft gemacht werden, aufgrund 

derer der Versicherer in die Lage versetzt wird, sich über die Tatumstände 

ein klares Bild zu machen und diese in objektiver Weise abzuklären (vgl. 

BGE 114 V 298 E.5b; Urteil des Bundesgerichts 8C_268/2019 vom 2. Juli 

2019 E.3). Unvollständige, ungenaue oder widersprüchliche Angaben zum 

Geschehensablauf können die Verneinung der Leistungspflicht der 

Unfallversicherung zur Folge haben (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

9C_338/2018 vom 17. Dezember 2018 E.4.2). Im Streitfall hat das 

Versicherungsgericht zu beurteilen, ob die einzelnen Merkmale des 

Unfallbegriffs, speziell die Ungewöhnlichkeit des äusseren Faktors, 

gegeben sind (vgl. BGE 112 V 201 E.1; Urteil des Bundesgerichts 

8C_358/2016 vom 28. September 2016 E.3.4).

4.2.1. Einem ärztlichen Bericht kommt Beweiswert zu, wenn er für die streitigen 

Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die 

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geklagten Beschwerden berücksichtigt, und in Kenntnis der Vorakten 

(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen 

Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation 

einleuchtet und wenn die Schlussfolgerungen des Experten begründet 

sind (BGE 134 V 231 E.5.1). 

4.2.2. Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt 

schliesslich Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, 

nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine 

Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass 

der befragte Arzt in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger 

steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit 

schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das 

Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet 

erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den 

Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die 

Unparteilichkeit des Gutachters allerdings ein strenger Massstab 

anzulegen (BGE 125 V 351 E.3b/ee). Soll ein Versicherungsfall ohne 

Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die 

Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur 

geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der 

versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende 

Abklärungen vorzunehmen (BGE 139 V 225 E.5.2, 135 V 465 E.4.4, 125 

V 351 E.3b/ee, 122 V 157 E.1d). 

4.2.3. Auch eine reine medizinische Aktenbeurteilung ist gemäss 

Rechtsprechung beweiskräftig, wenn die Akten ein vollständiges Bild über 

Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Status ergeben und diese Daten 

unbestritten sind, sodass ein lückenloser Befund vorliegt und es im 

Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich 

feststehenden medizinischen Sachverhaltes geht, mithin die direkte 

ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt 

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(vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_527/2020 vom 2. November 2020 

E.3.2, 8C_322/2020 vom 9. Juli 2020 E.3, 8C_397/2019 vom 6. August 

2019 E.4.3).

5. Vorliegend ist den Akten mit Bezug auf den Hergang des Ereignisses vom 

10. Mai 2019 sowie den Beschwerde-, Behandlungs- und 

Beurteilungsverlauf Folgendes zu entnehmen: 

5.1. Gemäss Unfallmeldung vom 13. Mai 2019 spickte dem Beigeladenen am 

10. Mai 2019 bei Betonspitzarbeiten in D.________ ein Fremdkörper ins 

linke Auge (vgl. beschwerdegegnerische Akten [Bg-act.] 1). 

5.2. Anlässlich der Erstbehandlung beim Hausarzt F.________, Facharzt für 

Allgemeine Innere Medizin, vom 11. Mai 2019 befundete dieser was folgt: 

"Auge li. mit deutlicher Reizung der Bindehaut. Keine sichtbare Beteiligung 

der Hornhaut. Kein Fremdkörper gesehen, wobei das ektropieren nicht 

funktioniert hat." Er überwies den Beigeladenen an Dr. med. E.________ 

(vgl. Bg-act. 17).

5.3. Dr. med. E.________, Facharzt für Ophthalmologie, befundete anlässlich 

der Erstkonsultation vom 11. Mai 2019 eine Hornhauterosion (Erosio 

Corneae; "Schürfung") beim linken Auge mit Infiltrat, woraufhin er eine 

Therapie mittels Augentropfen (Floxal; auch mit Indophtal) und 

Augensalbe (Floxal) verordnete. Am 17. Mai 2019 stellte Dr. med. 

E.________ fest, dass das Infiltrat grösser geworden war und ein 

Hornhautödem bestand. Daraufhin verordnete er eine neue Therapie 

(Vigamox, Tobrex, Floxal, Indophtal). Am 13., 17., 20., 22. und 27. Mai 

2019 fanden weitere Kontrollen bei Dr. med. E.________ statt. Anlässlich 

der letzten Kontrolle vom 27. Mai 2019 befundete er noch das 

Vorhandensein eines Epitheldefekts. Therapiert wurde der Beigeladene 

mit 3x täglich Tobradex Augensalbe links (vgl. Bg-act. 14).

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5.4. Am 29. Mai 2019 übernahm Dr. med. G.________, Fachärztin für 

Ophthalmologie, die Behandlung des Beigeladenen, wobei sie einen 

Hornhaut-Ulcus feststellte (vgl. Bg-act. 4; vgl. auch das Arztzeugnis vom 

5. Juni 2019 [Bg-act. 7]). Im Arztzeugnis vom 13. Juni 2019 erwähnte sie 

schliesslich eine Keratitis (vgl. Bg-act. 8). 

5.5. Am 6. Juni 2019 fand eine notfallmässige Untersuchung in der Augenklinik 

des Spitals O.________ statt. Dabei konnte im Abstrich das Herpes 

simplex Virus 1 nachgewiesen werden (vgl. Bg-act. 25). Prof. Dr. med. 

H.________, Facharzt für Ophthalmologie, stellte in seinem Bericht vom 

11. Juni 2019 folgende Diagnosen: "Auge links: Bakterielle Keratitis, 

Kontaktlinsen assoziiert ED 10. Mai 2019 mit herpetischer Superinfektion." 

Er hielt fest, dass sich in der klinisch ophthalmologischen Untersuchung 

ein Hornhautinfiltrat mit lokaler Ausdünnung und einer umgebenden 

Erosio zeige, sodass die Diagnose einer bakteriellen Keratitis bestätigt 

werden könne (vgl. Bg-act. 25).

5.6. Am 20. September 2019 erstattete die Versicherungsmedizinerin Dr. med. 

I.________, Fachärztin für Ophthalmologie und Ophthalmochirurgie, ein 

Aktengutachten zuhanden der Beschwerdegegnerin. Darin hielt sie fest, 

dass durch die Fremdkörper-Verletzung vom 10. Mai 2019 eine 

Hornhauterosion entstanden sei, welche in der Regel ohne vorbestehende 

Hornhautinfektionen und unter der lokalen Therapie mittels Floxal 

Augentropfen und Augensalbe innerhalb einer Woche abheile. 

Unfallkausal seien die Erstuntersuchung und die Kontrollen 1-2 Wochen 

lang danach. Die durchgeführten späteren Augenuntersuchungen seien 

für die Abklärung und Behandlung einer infektiösen Hornhautkrankheit 

nötig gewesen und damit nicht unfallkausal (vgl. Bg-act. 38).

5.7. Am 20. September 2019 fand eine erneute Untersuchung in der 

Augenklinik des Spitals O.________ statt. Die Dres. med. J.________ und 

K.________, Fachärzte für Ophthalmologie, diagnostizierten im Bericht 

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vom 27. September 2019 was folgt: "Auge links: Hornhautulcus bei St. n. 

bakterieller Superinfektion bei Herpes Keratitis" (vgl. Bg-act. 46).

5.8. In einem Schreiben vom 15. November 2019 an die Beschwerdeführerin 

hielt Dr. med. G.________ unter anderem fest, dass die Hornhaut am 

13. Juni 2019 im Zentrum eine grosse Erosio gezeigt habe, woraufhin sie 

den Beigeladenen erneut notfallmässig in die Augenklinik des Spitals 

O.________ überwiesen habe (vgl. Bg-act. 56 S. 2). 

5.9. In einer erneuten Beurteilung vom 4. Mai 2020 hielt die 

Versicherungsmedizinerin Dr. med. I.________ fest, der Beigeladene 

habe nach seinen Angaben am 10. Mai 2019 eine Fremdkörperverletzung 

am linken Auge erlitten, wobei er Kontaktlinsen getragen habe. Gemäss 

augenärztlichen Berichten sei er ab der Erstkonsultation vom 11. Mai 2019 

wegen einer Kontaktlinsen-assoziierten bakteriellen Keratitis mit Herpes 

simplex Suprainfektion behandelt worden. Dies sei eine infektiöse 

Krankheit und es bestehe kein kausaler Zusammenhang mit 

angegebenem Unfallereignis (vgl. Bg-act. 58). 

5.10. Im Rahmen des Beschwerdeverfahrens verfasste die 

Versicherungsmedizinerin Dr. med. I.________ am 14. Oktober 2020 eine 

weitere Beurteilung mit ausführlicher Anamnese (vgl. Bg-Beilage 1). Sie 

hielt an ihrer bisherigen Beurteilung fest, wonach die Hornhauterosion 

(Schürfung) mit überwiegender Wahrscheinlichkeit unfallkausal sei; die 

Hornhautentzündung sei allerdings nicht unfallkausal, da es sich um eine 

bakterielle, Kontaktlinsen-assoziierte Hornhautentzündung mit 

herpetischer Superinfektion handle, welche eine Krankheit sei (vgl. Bg-

Beilage 1 S. 2). Auch in ihrer erneuten Beurteilung vom 26. Oktober 2020 

bejahte die Versicherungsmedizinerin Dr. med. I.________ die 

Unfallkausalität der Hornhauterosion am linken Auge, während sie die 

Unfallkausalität der Hornhautentzündung und deren Folgen verneinte (vgl. 

Bg-Beilage 2).

- 15 -

6. Nachfolgend wird auf die drei Gesundheitsschädigungen am linken Auge, 

d.h. die Hornhauterosion (vgl. nachstehende Erwägungen 7 ff.), die 

Hornhautentzündung (vgl. nachstehende Erwägungen 8 ff.) und die 

Herpesinfektion (vgl. nachstehende Erwägungen 9.1.1 ff.), je einzeln 

eingegangen und die Pflicht der Beschwerdegegnerin zur Übernahme der 

Heilbehandlungskosten geprüft.

7. Was die Hornhauterosion anbelangt, beschrieb der Beigeladene den 

Sachverhalt anlässlich einer Befragung durch die Beschwerdegegnerin 

vom 5. September 2019 wie folgt: "Passiert auf Baustelle in D.________. 

Auftrag, in Betonmauer ein Loch für Einsatz Sensor zu automatischem 

Türöffner auszuspitzen. Ging selber daran, während rund zwei Stunden 

mit einem Bohrhammer dieses Loch auszuspitzen. Gängig[e] 

Schutzausrüstung getragen, so auch eine Schutzbrille. Kann effektiv nicht 

aufführen, dass sich ein einzelnes konkretes Ereignis, wo mir ein Splitter, 

ein Steinsplitter oder was vom Spitzeisen, ev. vom Betonmauerwerk ins 

linke Auge gespickt wäre. Hatte schlicht während des Spitzens mit dem 

Bohrhammer die entsprechenden Einflüsse durch Staub und 

herumspickenden Partikeln vom Beton. Schlicht der störende Einfluss 

durch diese Bohrrückstände, welche Einfluss aufs linke Auge nahmen. Bei 

den Spitzarbeiten keine besonderen Mittel exponierend massgebend 

gewesen; schlicht das Spitzen mit Bohrhammer einer trockenen 

Betonmauer. Während des Spitzens nicht besonders unterbrochen, stets 

weiter mit der Arbeit. Wohl beim Spitzen gemerkt, dass mich etwas im 

linken Auge stört; nicht gerieben, schlicht blinzelnd weiter mit dem Bohren, 

bzw. dem Spitzen mit der Maschine. Trage generell normale Linsen 

tagsüber, diese sassen soweit korrekt, schlicht das aufkommende 

störende Gefühl im linken Auge. Alsdann die Spitzarbeiten beendet, stets 

anhaltend das störende lästige Gefühl im linken Auge. Bei der Arbeit 

zugegen der Arbeitskollege, Handlanger L.________. Bat L.________, im 

Auge zu kontrollieren, ob allenfalls ein Fremdkörper, ein Steinsplitter oder 

- 16 -

sonst was sich darin befinden würde. Er vermochte nichts zu sehen. 

Sodann weiter mit der Arbeit, den Tag normal die Bauarbeiten 

weitergeführt. Stets das störende Gefühl im linken Auge, welches leicht 

rötlich seit den Spitzarbeiten war. Linsen noch nicht rausgenommen. 

Erstmals solche Situation rund um Arbeiten, rund um Spitzarbeiten erlebt. 

Abends daheim, wie gehabt die Linsen raus. Ausser dass das linke Auge 

stets rötlich war, noch keine weiteren Besonderheiten. Am nächsten Tag 

das linke Auge deutlich stärker rot geworden und zunehmend störendes, 

noch nicht schmerzhaftes Empfinden. Da Hausarztpraxis in M.________ 

geschlossen, nach telefonischer Rücksprache am Tag nach Vorfall 

Vorsprache bei Dr. F.________, Standort N.________. Gemäss Dr. 

F.________ sei zur Sache ein Augenarzt aufzusuchen und so Dr. 

E.________ in P.________ aufgesucht (vgl. Bg-act. 35)."

7.1. Die Beschwerdegegnerin bejaht grundsätzlich die Kausalität zwischen 

dem Ereignis vom 10. Mai 2019 und der Hornhauterosion. Gestützt auf die 

Beurteilung der Versicherungsmedizinerin Dr. med. I.________ vom 

20. September 2019 macht sie allerdings geltend, dass der Status quo 

sine in Bezug auf die unfallbedingte Hornhauterosion am linken Auge 

innert ein bis zwei Wochen nach dem Unfall erreicht gewesen sei (vgl. Bg-

act. 38 S. 2 und 39 sowie Beschwerdeantwort S. 3). Sie habe die Kosten 

für die Behandlung der Hornhauterosion übernommen und die Einstellung 

der Leistungen per 30. September 2019 verfügt, d.h. rund viereinhalb 

Monate nach dem Ereignis vom 10. Mai 2019 (vgl. Bg-act. 39 und 62 

sowie Beschwerdeantwort S. 3).

7.1.1. Tatsächlich hielt die Versicherungsmedizinerin Dr. med. I.________ in 

ihrer Beurteilung vom 20. September 2019 fest, dass durch die 

Fremdkörper-Verletzung vom 10. Mai 2019 eine Hornhauterosion 

entstanden sei, welche in der Regel ohne vorbestehende 

Hornhautinfektion und unter der lokalen Therapie mittels Floxal 

Augentropfen und Augensalbe innerhalb einer Woche abheile. Als 

- 17 -

unfallkausal bezeichnete sie die Erstuntersuchung und die Kontrollen 1-2 

Wochen lang danach. Die durchgeführten späteren 

Augenuntersuchungen seien für die Abklärung und Behandlung einer 

infektiösen Hornhautkrankheit nötig gewesen und damit nicht unfallkausal. 

Es seien keine weiteren unfallbedingten Kontrollen nötig und ein 

Fallabschluss empfohlen (vgl. Bg-act. 38 S. 2). Auch Dr. med. E.________ 

ging im ärztlichen Zeugnis vom 21. Mai 2019 (noch) von einer 

voraussichtlichen Wiederaufnahme der Arbeit durch den Beigeladenen am 

23. Mai 2019 aus (vgl. Bg-act. 3 S. 1; zur Kausalität zwischen dem 

Ereignis vom 10. Mai 2019 und der Hornhauterosion vgl. zudem Bg-

act. 14 S. 1: "Erosion links bei Status nach Fremdkörper links am 10. Mai 

2019").  In ihren Beurteilungen vom 14. Oktober 2020 und 26. Oktober 

2020 hielt die Versicherungsmedizinerin Dr. med. I.________ daran fest, 

dass die Hornhauterosion überwiegend wahrscheinlich unfallkausal sei, 

obschon kein Fremdkörper gefunden oder dessen Entfernung klinisch-

objektiv in den Berichten nicht beschrieben worden sei (vgl. Bg-Beilage 1 

S. 2 sowie Bg-Beilage 2 S. 1). 

7.1.2. Nach Auffassung des streitberufenen Gerichts kommt den vorstehend 

dargelegten versicherungsmedizinischen, fachärztlichen Beurteilungen 

von Dr. med. I.________ voller Beweiswert zu, da sie als schlüssig 

erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind 

und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (vgl. dazu 

vorstehende Erwägung 4.2.2). Darüber hinaus steht ihnen keine 

anderslautende fachärztliche Einschätzung gegenüber. Der Umstand, 

dass es sich um reine medizinische Aktenbeurteilungen handelt, vermag 

den Beweiswert der versicherungsmedizinischen Beurteilungen von Dr. 

med. I.________ nicht zu schmälern, zumal die ihr vorliegenden Akten ein 

vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Status 

ergaben und diese Daten unbestritten waren, sodass ein lückenloser 

Befund vorlag (vgl. dazu vorstehende Erwägung 4.2.3). Es ist somit nicht 

- 18 -

zu beanstanden, wenn die Beschwerdegegnerin in Bezug auf die 

Hornhauterosion am linken Auge zum Schluss gelangte, dass der Status 

quo sine ein bis zwei Wochen nach dem Ereignis vom 10. Mai 2019 

erreicht war und sie den Fall per 30. September 2020 abschloss; der 

Wegfall des Kausalzusammenhangs erscheint überwiegend 

wahrscheinlich.  

7.2.1. Im Rahmen des vorliegenden Beschwerdeverfahrens brachte die 

Beschwerdegegnerin erstmals vor, dass die per 30. September 2019 

erfolgte Leistungseinstellung ex nunc et pro futuro auch deshalb 

gerechtfertigt sei, weil der Unfallbegriff i.S.v. Art. 4 ATSG gar nicht erfüllt 

sei. So sei der Beigeladene während zwei Stunden bei Spitzarbeiten in der 

Luft befindlichen Bohrrückständen (Staub, Betonpartikel etc.) ausgesetzt 

gewesen, wobei sich im linken Auge ein störendes Gefühl entwickelt habe. 

Der Arbeitskollege, welcher das Auge nach Beendigung der Arbeit 

kontrolliert habe, habe keinen bestimmten Fremdkörper feststellen können 

(vgl. Bg-act. 35). Daraus ergebe sich, dass keine plötzliche, singuläre 

schädigende Einwirkung vorgelegen habe. Ferne entsprächen die im 

Rahmen von Spitzarbeiten in der Luft aufgetretenen Bohrrückstände im 

Lebensbereich eines Bauarbeiters auch keinem ungewöhnlichen 

äusseren Faktor (vgl. zum Ganzen Duplik S. 3; vgl. auch 

Beschwerdeantwort Rz. 4.8). 

7.2.2. In casu kann offenbleiben, ob das Ereignis vom 10. Mai 2019 den 

Unfallbegriff i.S.v. Art. 4 ATSG erfüllt oder nicht; denn die 

Leistungseinstellung mit Wirkung ex nunc et pro futuro per 30. September 

2019 wäre zufolge Wegfalls des Kausalzusammenhangs zwischen dem 

Ereignis vom 10. Mai 2019 und der Hornhauterosion am linken Auge ein 

bis zwei Wochen nach dem Ereignis vom 10. Mai 2019 ohnehin zulässig 

gewesen (vgl. dazu vorstehende Erwägungen 7.1 - 7.1.2). 

- 19 -

8. Was die Hornhautentzündung und die herpetische Superinfektion 

anbelangt, hat die Beschwerdegegnerin nie eine Leistungspflicht 

anerkannt. Hinsichtlich der Frage, ob zwischen dem Ereignis vom 10. Mai 

2019 und der Hornhautentzündung bzw. der herpetischen Superinfektion 

nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ein 

Kausalzusammenhang besteht, ist somit die Beschwerdeführerin 

beweisbelastet (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_819/2016 vom 

4. August 2017 E.4.2 und 4.3). 

8.1.1. Die Beschwerdeführerin begründet die Kausalität zwischen dem Ereignis 

vom 10. Mai 2019 und der Hornhautentzündung im Wesentlichen damit, 

dass Dr. med. E.________ in seinem Sprechstundenbericht ganz klar 

festhalte, dass am 11. Mai 2019 eine Erosio mit begleitendem Infiltrat 

("Erosio mit Infiltrat") bestanden habe. Die Entstehung von Infiltraten sei 

durch den Aufbruch der Hornhaut (= Erosio) zu erklären. Aufbrüche der 

Hornhaut prädisponierten durch den Verlust der natürlichen 

Barrierefunktion zu bakteriellen und mykotischen Entzündungen der 

Hornhaut. Ein solches Infiltrat könne auch bereits nach 12 bis 18 Stunden 

bzw. einen Tag nach einer Läsion der Hornhaut auftreten bzw. 

nachweisbar sein. Da Erosio und Infiltrat dasselbe Zentrum teilten, seien 

beide unfallbedingt. 

Weiter hält die Beschwerdeführerin fest, dass die Schriftstücke, auf welche 

sich die Beschwerdegegnerin für die Darstellung einer Kontaktlinsen-

assoziierten Keratitis berufe, ca. vier Wochen nach der Erstbeurteilung 

und Erstbehandlung durch Dr. med. E.________ entstanden seien. 

Insbesondere das Schriftstück des Spitals O.________ vom 11. Juni 

2019, worin die Kontaktlinsen-assoziierte Keratitis erstmals erwähnt 

werde, müsse als Darstellung in zweiter Instanz betrachtet werden und 

widerspiegle nicht den Erstbefund von Dr. med. E.________. Die im Spital 

O.________ vorgefundene Situation sei als Ergebnis eines 

komplizierenden Verlaufs (virale Superinfektion einer zuvor stattgehabten 

- 20 -

bakteriellen Keratitis) zu betrachten. Die bakterielle Keratitis wiederum 

fusse auf einer bakteriellen Infektion, welche sich im Rahmen des Unfalls 

entwickelt habe und zunächst auch mittels Antibiotika habe gebessert 

werden können. An der dort zurückbleibenden Narbe dieses infektiösen 

Prozesses habe sich die virale Superinfektion mit Herpes Simplex 

sekundär entwickeln können. 

8.1.2. Demgegenüber hält die Beschwerdegegnerin unter Hinweis auf das 

Aktengutachten der Versicherungsmedizinerin Dr. med. I.________ vom 

14. Oktober 2020 fest, dass die zeitliche Nähe des am 11. Mai 2019 

befundeten Infiltrats zur Hornhauterosion vom 10. Mai 2019 einen 

kausalen Zusammenhang zwischen dieser und der Hornhautentzündung 

ausschliesse. Letztere müsse somit bereits vor dem Ereignis vom 10. Mai 

2019 bestanden haben. Im Weiteren werde die Tatsache einer 

vorbestandenen Hornhautentzündung auch dadurch gestützt, dass der 

Versicherte Kontaktlinsen trage. Dazu verweist die Beschwerdegegnerin 

wiederum auf das Aktengutachten von Dr. med. I.________ vom 

14. Oktober 2020, wonach Kontaktlinsenträger ein höheres Risiko hätten, 

an einer Hornhautentzündung zu erkranken als andere Menschen. Zum 

einen könnten die Linsen mit Erregern kontaminiert sein, zum anderen 

bedeuteten die Haftschalen für die Hornhaut Stress, vor allem bei längeren 

Tragezeiten. Solange eine Kontaktlinse über der Hornhaut liege, werde 

diese weniger mit Sauerstoff versorgt, was sie anfälliger für einen 

Keimbefall mache (vgl. Bg-Beilage 1 S. 2). Weiter hält die 

Beschwerdegegnerin fest, der Standpunkt der Versicherungsmedizinerin 

Dr. med. I.________ decke sich mit dem Untersuchungsbericht des 

Spitals O.________ vom 11. Juni 2019, worin ausdrücklich eine 

"Kontaktlinsen assoziierte" bakterielle Keratitis diagnostiziert worden sei.

8.2.1. Die Ausführungen der Beschwerdeführerin zur Kausalität zwischen der 

Hornhautentzündung und der Hornhauterosion bzw. dem Ereignis vom 

- 21 -

10. Mai 2019 (Aufbruch der Hornhaut und Entstehen eines Infiltrats als 

Begleiterscheinung) vermögen das streitberufene Gericht nicht zu 

überzeugen, zumal sie nicht mit den vorliegenden Einzelfall betreffenden 

medizinischen Fachmeinungen unterlegt sind. Soweit sich die 

Beschwerdeführerin auf den Bericht von Dr. med. E.________ stützt, 

welcher anlässlich der Erstkonsultation am 11. Mai 2019 beim linken Auge 

eine "Erosion mit Infiltrat" feststellte (vgl. Bg-act. 14 S. 1), ist ihr 

entgegenzuhalten, dass diese Formulierung ("Erosion mit Infiltrat") keine 

Kausalitätsbeurteilung beinhaltet. Die blosse Feststellung eines Infiltrats 

am 11. Mai 2019, d.h. einen Tag nach dem Ereignis vom 10. Mai 2019, 

belegt keinen kausalen Zusammenhang zwischen dem Ereignis vom 

10. Mai 2019 und der Hornhautentzündung. Die Beschwerdeführerin 

argumentiert nach der Formel "post hoc, ergo propter hoc", welche zum 

Beweis eines natürlichen Kausalzusammenhangs anerkanntermassen 

nicht genügt (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_672/2020 vom 15. April 

2021 E.4.2, 8C_332/2013 vom 25. Juli 2013 E.5.1).

Weiter trifft es zwar zu, dass der Bericht des Spitals O.________ vom 

11. Juni 2019, worin erstmals eine Kontaktlinsen-assoziierte Keratitis 

erwähnt wurde, ca. vier Wochen nach der Erstbeurteilung und -

behandlung durch Dr. med. E.________ entstanden ist (vgl. Bg-act. 25). 

Allerdings hatte bereits Dr. med. G.________ in ihrem ärztlichen Zeugnis 

vom 29. Mai 2019 lediglich einen "Hornhaut-Ulcus" erwähnt (vgl. Bg-

act. 4; vgl. auch Bg-act. 7), ohne diesen in Zusammenhang zu setzen mit 

der stattgehabten Hornhauterosion, was darauf schliessen lässt, dass sie 

nicht von einer traumatischen Genese ausging.

8.2.2.1. Gemäss der Versicherungsmedizinerin Dr. med. I.________ hat eine 

Kontaktlinsen-assoziierte Hornhautentzündung einen typischen Verlauf: 

Zunächst entstünden kleine, punktförmige Läsionen in der Epithelschicht 

der Hornhaut (verantwortlich für Fremdkörpergefühl), daraufhin breiteten 

sich später die Erreger in der Hornhaut aus und es entstehe ein 

- 22 -

Hornhautstroma-Infiltrat (vgl. Bg-Beilage 2 S. 1). Dr. med. I.________ hält 

in ihrem Aktengutachten vom 26. Oktober 2020 fest, dass vorliegend die 

Anzeichen der Kontaktlinsen-assoziierten Keratitis schon bei der 

Erstuntersuchung am 11. Mai 2019 vermerkt worden seien 

(Hornhautinfiltrat; Bg-Beilage 1 S. 2 sowie Bg-Beilage 2 S. 2). Neben der 

Hornhauterosion – welche sie trotz medizinisch nicht dokumentierten 

Fremdkörper-Befunds für überwiegend wahrscheinlich unfallkausal halte 

– sei das Hornhautinfiltrat schon im augenärztlichen Erstbefund 

festgestellt worden; dieses habe nicht aufgrund einer Hornhautläsion vom 

Vortrag entstehen können, sondern sei ein Zeichen einer vorbestehenden 

Hornhautentzündung (vgl. Bg-Beilage 2 S. 2). Der Umstand, dass der 

Beigeladene im Jahr 2019 bis zum Ereignis vom 10. Mai 2019 keine 

einzige Konsultation bei einem Ophthalmologen gehabt habe, vermag 

gemäss Dr. med. I.________ keine "völlig gesunde[n] Augen" 

nachzuweisen. Die Schmerzen bei einer bakteriellen Hornhautentzündung 

begännen meist dezent und würden im Verlauf stärker. Die Beschwerden 

kämen erst, wenn sich die Erreger in der Hornhaut ausbreiteten und es 

entstehe ein Hornhautstroma-Infiltrat (vgl. Bg-Beilage 2 S. 2).

Weiter führt die Versicherungsmedizinerin Dr. med. I.________ in ihrem 

Aktengutachten vom 26. Oktober 2020 aus, dass Kontaktlinsen gemäss 

Fachliteratur bei fehlerhafter Anwendung, bei zu langem Tragen oder bei 

Kontakt mit anderen Gegenständen oder Umwelteinflüssen zu Irritationen 

des Cornea-Gewebes führen könnten. Diese Irritationen könnten sich in 

der Folge – bei Nicht-Behandlung der Ursache – zu einer Keratitis 

(Hornhautentzündung) weiterentwickeln. […] Die unfallfremde 

Hornhautentzündung habe zu einer Vernarbung der Hornhaut geführt. 

Diese Vernarbung habe ihrerseits eine Sehminderung bewirkt. Letztere 

habe also nichts mit der Fremdkörperverletzung zu tun. Die 

Hornhautvernarbung und die Sehminderung wären auch dann 

eingetreten, wenn keine Fremdkörperverletzung erfolgt wäre (vgl. Bg-

Beilage 2 S. 4). 

- 23 -

8.2.2.2. Dieser Beurteilung der Versicherungsmedizinerin Dr. med. I.________ 

stehen aktenmässig keine fachmedizinischen Gegenmeinungen 

gegenüber. Der handschriftlichen Dokumentation der Verlaufseinträge 

von Dr. med. E.________ (vgl. Replik S. 2) sowie dem Schreiben von Dr. 

med. G.________ vom 15. November 2019 (vgl. Bg-act. 56 S. 2), welche 

der Versicherungsmedizinerin Dr. med. I.________ im Zeitpunkt der 

Erstbeurteilung vom 20. September 2019 noch nicht vorgelegen hatten, ist 

hinsichtlich der Frage der Kausalität zwischen dem Ereignis vom 10. Mai 

2019 und der Hornhautentzündung nichts zu entnehmen. Dr. med. 

G.________ schildert in ihrem Schreiben vom 15. November 2019 an die 

Beschwerdeführerin lediglich den Behandlungsverlauf bei ihr im Zeitraum 

vom 29. Mai 2019 bis 31. Juli 2019 (vgl. Bg-act. 56 S. 2). Es bestehen 

somit keine auch nur geringen Zweifel an der Beurteilung der 

Versicherungsmedizinerin Dr. med. I.________, wonach die 

Hornhautentzündung nicht unfallkausal war; die Beurteilung erscheint als 

schlüssig, sie ist nachvollziehbar begründet und in sich widerspruchsfrei.

9.1.1. Hinsichtlich der Kausalität zwischen dem Ereignis vom 10. Mai 2019 und 

der herpetischen Infektion hält die Beschwerdeführerin im Wesentlichen 

fest, dass das Virus Herpes Simplex 1 (HSV 1) eine weit verbreitete 

Spezies mit einer Durchseuchung in der hiesigen Bevölkerung von 

schätzungsweise weit über 90 % sei, welches durch ein gesundes 

Immunsystem in Schach gehalten werde. Gemäss allgemein anerkanntem 

medizinischem Verständnis könnten sowohl lokale (Traumata, lokale 

Immunsuppression) wie systemische Stressoren ein Wiederaufflammen 

einer HSV 1 Infektion provozieren. Im vorliegenden Fall sei mit deutlich 

überwiegender Wahrscheinlichkeit entweder das erhebliche Trauma der 

Hornhaut selbst oder die durch den schweren, sich zunächst 

verschlimmernden Verlauf der Hornhauterosion notwendige Behandlung 

mit starken und immunsupressiven Kortikosteroiden oder auch beides in 

Kombination als im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs für die 

- 24 -

Reaktivierung der HSV 1 Infektion auslösend zu werten. Die 

Beschwerdeführerin weist darauf hin, dass die Behandlung mit Tobradex, 

welches Dexamethason, ein starkes Kortikosteroid, enthalte und eine 

virale Infektion mit Herpes Simplex begünstige, über mehrere Tage, 

zumindest vom 20. Mai 2019 bis zum 3. Juni 2019, durchgeführt worden 

sei.

9.1.2. Demgegenüber hält die Beschwerdegegnerin unter Hinweis auf das 

Aktengutachten von Dr. med. I.________ vom 14. Oktober 2020 fest, dass 

die herpetische Superinfektion direkt von Mensch zu Mensch übertragen 

werde und nicht durch einen Fremdkörper hervorgerufen werden könne; 

ein kausaler Zusammenhang mit dem Ereignis vom 10. Mai 2019 sei 

ausgeschlossen. Hinzu komme, dass die Tobradex-Salbe, wenn sie denn 

tatsächlich verwendet worden sei, ohnehin der Behandlung der 

unfallfremden bakteriellen Infektion/Keratitis und nicht der Behandlung der 

unfallbedingten Hornhauterosion gedient habe. Der Umstand, dass die 

Tobradex-Salbe eine virale Infektion zu begünstigen vermöge, könne 

somit von vornherein nicht als mittelbare bzw. indirekte Unfallfolge in 

Frage kommen.  

9.2.1. Tatsächlich hält die Versicherungsmedizinerin Dr. med. I.________ in 

ihrem Aktengutachten vom 14. Oktober 2020 fest, dass die virale Infektion 

und ihre Folgen nicht in einem kausalen Zusammenhang zur initialen 

Verletzung am 10. Mai 2019 stünden. Eine direkte Übertragung dieser 

Krankheit erfolge von Mensch zu Mensch, man könne eine Herpes Virus 

Infektion nicht von einem Fremdkörper (oder von einer Pflanze) 

bekommen (vgl. Bg-Beilage 1 S. 3). Zudem weist sie darauf hin, dass 

vorliegend kein grosser körperlicher Stress oder eine Immunsuppression 

bestanden habe, welche zur Reaktivierung eines Virus hätte führen 

können. Im Dossier sei kein "erhebliches Trauma der Hornhaut" oder keine 

"notwendige Behandlung mit starken und immunsuppressiven 

Kortikosteroiden oder auch beides in Kombination" dokumentiert. Es 

- 25 -

handle sich in diesem Fall um eine angebliche Fremdkörperverletzung der 

Hornhaut, welche zur Erosion geführt habe. Die Hornhauterosion sei in der 

Regel innerhalb einer Woche regredient. Es habe am Unfalltag eine 

Kontaktlinsen-assoziierte Hornhautentzündung bestanden, welche zur 

Hornhaut-Ulceration (Geschwür) geführt habe. Nach der Behandlung der 

Herpes-Superinfektion sei die Hornhautentzündung abgeheilt und sie 

habe eine tiefe Hornhautnarbe hinterlassen. Die Hornhautentzündung am 

linken Auge halte sie für nicht unfallkausal (vgl. Bg-Beilage 2 S. 4).

9.2.2. Auch dieser Beurteilung der Versicherungsmedizinerin Dr. med. 

I.________ stehen aktenmässig keine fachmedizinischen 

Gegenmeinungen gegenüber. Zwar macht die Beschwerdeführerin 

geltend, sie habe mit den Dres. med. G.________ und E.________ je ein 

Telefonat geführt, wobei diese nie bezweifelt hätten, dass es sich beim 

schwierigen, sich komplizierenden Verlauf (virale Superinfektion einer 

zuvor stattgehabten bakteriellen Keratitis) um ein unfallkausales 

Geschehen handle; die Beschwerdeführerin belegt dies allerdings nicht. 

Zudem hält sie zwar fest, dass ihre Einschätzungen von Medizinern 

stammten. Sie will deren Namen allerdings nur auf Nachfrage des Gerichts 

offenlegen, was angesichts der Mitwirkungspflicht und des ausgedehnten 

Schriftenwechsels im vorliegenden Verfahren nicht nachvollziehbar ist. 

Die Beschwerdeführerin argumentiert einmal mehr nach der Formel "post 

hoc, ergo propter hoc", welche zum Beweis eines natürlichen 

Kausalzusammenhangs nicht genügt (vgl. Urteile des Bundesgerichts 

8C_672/2020 vom 15. April 2021 E.4.2, 8C_332/2013 vom 25. Juli 2013 

E.5.1). Zudem vermag sie mit ihren allgemeinen, nicht fallbezogenen 

Hinweisen auf medizinische Fachliteratur und das "allgemein anerkannte 

medizinische Verständnis" nicht zu überzeugen bzw. die 

Fachbeurteilungen der behandelnden Ärzte und der 

versicherungsmedizinischen Fachärztin nicht in Zweifel zu ziehen. 

- 26 -

Zwar überzeugt die Beurteilung der Versicherungsmedizinerin Dr. med. 

I.________ vom 14. Oktober 2020 insofern nicht vollständig, als sie darin 

ausführt, es sei bei der lokalen Therapie kein Tobradex und somit kein 

Dexamethason, welches eine virale Infektion begünstigen würde, 

verwendet worden (vgl. Bg-Beilage 1 S. 3; vgl. auch Bg-Beilage 2 S. 4). 

Gemäss dem Sprechstundenbericht von Dr. med. E.________, welcher 

auszugsweise in die Replik aufgenommen wurde, soll dem Beigeladenen 

ab dem 20. Mai 2019 Tobradex verabreicht worden sein (vgl. Replik S. 4). 

Auch Dr. med. G.________ hielt in ihrem Schreiben vom 15. November 

2019 u.a. fest, sie habe die bei Behandlungsübernahme am 29. Mai 2019 

vorbestehende Medikation (Floxal und Tobradex) beibehalten (vgl. Bg-

act. 56 S. 2). Da man eine Herpes Virus Infektion allerdings nicht von 

einem Fremdkörper (oder von einer Pflanze) bekommen kann und das 

Tobradex eingesetzt wurde, um die nicht unfallkausale Keratitis zu 

behandeln (vgl. auch Bg-act. 38 S. 2), liegt auch bei der viralen Infektion 

mit HSV 1 keine Unfallfolge vor (auch nicht i.S.v. Art. 6 Abs. 3 UVG).

Nach Auffassung des streitberufenen Gerichts vermögen die 

Ausführungen der Versicherungsmedizinerin Dr. med. I.________ zur 

Medikation (Tobradex/Dexamethason) die Schlüssigkeit und 

Nachvollziehbarkeit ihrer Beurteilungen, wonach die Hornhautentzündung 

nicht unfallkausal war, gesamthaft nicht in Zweifel zu ziehen. Darüber 

hinaus vermag auch der Umstand, dass es sich bei den Beurteilungen der 

Versicherungsmedizinerin Dr. med. I.________ um reine Aktengutachten 

handelt, deren Beweiswert nicht zu schmälern.

10. Im Ergebnis erweist sich die Beschwerde somit als unbegründet. Der 

angefochtene Einspracheentscheid mit der Leistungseinstellung per 

30. September 2019 ist nicht zu beanstanden, weshalb die Beschwerde 

abzuweisen ist. 

11. Gemäss aArt. 61 lit. a i.V.m. Art. 82a ATSG ist das kantonale 

Beschwerdeverfahren in Sozialversicherungssachen – ausser bei 

- 27 -

mutwilliger oder leichtsinniger Prozessführung – kostenlos, weshalb für 

das vorliegende Verfahren keine Kosten erhoben werden. Die 

obsiegende Beschwerdegegnerin hat keinen Anspruch auf eine 

Parteientschädigung (vgl. Art. 61 lit. g ATSG). 

III. Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]