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**Case Identifier:** f4ac9a94-a7b4-570b-bc95-a8b64ad0f634
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-05-21
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Versicherungsgericht 21.05.2024 VBE.2024.64
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_007_VBE-2024-64_2024-05-21.pdf

## Full Text

Versicherungsgericht 

1. Kammer 

 

VBE.2024.64 / DB / nl  
Art. 72 

 

 

Urteil vom 21. Mai 2024 
 

 

Besetzung  Oberrichter Kathriner, Präsident  

Oberrichterin Gössi  

Oberrichter Roth  

Gerichtsschreiber Bächli          

 

 
   

Beschwerde- 

führer  

 A._____ 

vertreten durch lic. iur. Markus Zimmermann, Rechtsanwalt, 

Stadtturmstrasse 10, Postfach, 5401 Baden    

     

 
   

Beschwerde- 

gegnerin  

 Suva, Rechtsabteilung, Fluhmattstrasse 1, Postfach, 6002 Luzern   

     

 
 

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend UVG 

(Einspracheentscheid vom 11. Dezember 2023; ES01783/2022) 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Der 1972 geborene Beschwerdeführer war als Konfektionsarbeiter ange-

stellt und in dieser Eigenschaft bei der Beschwerdegegnerin gegen die Fol-

gen von Unfällen versichert. Am 20. Januar 2021 stürzte er gemäss Scha-

denmeldung auf einem vereisten Parkplatz und beklagte danach Be-

schwerden an der linken Schulter. Die Beschwerdegegnerin anerkannte 

ihre Leistungspflicht für die Folgen dieses Ereignisses und erbrachte Heil-

behandlungs- und Taggeldleistungen. Mit Schreiben vom 24. Juni 2021 

stellte sie die Leistungen per 30. Juni 2021 ein. Mit Verfügung vom 

11. März 2022 hielt sie an der Einstellung der Versicherungsleistungen per 

30. Juni 2021 fest und wies den Anspruch auf weitere Versicherungsleis-

tungen ab. Die dagegen erhobene Einsprache wies die Beschwerdegeg-

nerin mit Einspracheentscheid vom 11. Dezember 2023 ab. 

 

2. 

2.1. 

Gegen den Einspracheentscheid vom 11. Dezember 2023 erhob der Be-

schwerdeführer mit Eingabe vom 29. Januar 2024 fristgerecht Beschwerde 

und stellte folgende Rechtsbegehren: 

 
"1. Der angefochtene Einspracheentscheid vom 11.12.2023 sei vollum-

fänglich aufzuheben und dem Beschwerdeführer seien die gesetzlich 
geschuldeten Leistungen, insbesondere die Bezahlung der Taggelder 
und Heilkosten auch nach dem 30.06.2021, zuzusprechen. 

 
 2. Eventualiter seien weitere Sachverhaltsabklärungen vorzunehmen. 
 
 3.  Die Kosten für die Beurteilungen durch Dr. med. B._____ vom 

29.03.2022 und 08.01.2024 seien der Beschwerdegegnerin aufzuer-
legen. 

 
 4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen." 

 

2.2. 

Mit Vernehmlassung vom 6. März 2024 beantragte die Beschwerdegegne-

rin unter Beilage ihrer Akten die Abweisung der Beschwerde. Sie reichte 

dabei unter anderem auch eine nach Erlass des angefochtenen Ein-

spracheentscheides eingeholte medizinische Stellungnahme ein. 

 

 
   

Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

1.1. 

Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind grundsätzlich nur 

Rechtsverhältnisse zu überprüfen und zu beurteilen, zu welchen die 

 - 3 - 

 

 

zuständige Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich in Form einer Ver-

fügung Stellung genommen hat. Insoweit bestimmt die Verfügung den be-

schwerdeweise weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Innerhalb des 

Anfechtungsgegenstandes bilden die von der Beschwerde führenden Per-

son gestellten Anträge den Streitgegenstand. Ist im Sozialversicherungs-

verfahren ein Einspracheverfahren vorgesehen, wird das Verwaltungsver-

fahren erst durch den Einspracheentscheid abgeschlossen, welcher die ur-

sprüngliche Verfügung ersetzt (BGE 132 V 368 E. 6.1) und alleiniger An-

fechtungsgegenstand des erstinstanzlichen Beschwerdeverfahrens ist (Ur-

teil des Bundesgerichts 8C_281/2022 vom 24.10.2022 E. 4.1). 

 

1.2. 

Soweit der Beschwerdeführer beantragt, die Kosten für die Beurteilung des 

im Einspracheverfahrens eingereichten Berichtes von Dr. med. B._____, 

Facharzt für Chirurgie, vom 29. März 2022 (Vernehmlassungsbeilage 

[VB] 66) seien der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (Beschwerde S. 21), 

können diese Kosten nicht Streitgegenstand des vorliegenden Beschwer-

deverfahrens bilden, da im angefochtenen Entscheid nicht darüber ent-

schieden worden ist. Entsprechend ist auf den Antrag nicht einzutreten. 

 

2. 

Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin die Leistungen im 

Zusammenhang mit dem Unfall vom 20. Januar 2021 mit Einspracheent-

scheid vom 11. Dezember 2023 (VB 145) zu Recht per 30. Juni 2021 ein-

gestellt hat. 

 

3. 

3.1. 

Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst 

voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden 

(Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. 

Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Um-

stände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als einge-

treten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit ein-

getreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für 

die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, 

dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher 

Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit 

anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicher-

ten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht wegge-

dacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Stö-

rung entfiele (BGE 147 V 161 E. 3.2 S. 163; 129 V 177 E. 3.1 S. 181 mit 

Hinweisen; vgl. auch BGE 134 V 109 E. 2.1 S. 111 f. und 129 V 402 

E. 4.3.1 S. 406). 

 

 - 4 - 

 

 

3.2. 

Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen 

Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, 

worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen 

der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungs-

recht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu be-

finden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die 

Begründung eines Leistungsanspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1 

S. 181 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_646/2019 vom 

6. März 2020 E. 8). 

 

3.3. 

Ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit 

nachgewiesen, entfällt die deswegen anerkannte Leistungspflicht des Un-

fallversicherers erst, wenn der Unfall nicht die natürliche und adäquate Ur-

sache des Gesundheitsschadens darstellt, wenn also Letzterer nur noch 

und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, 

wenn entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar 

vor dem Unfall bestanden hat (status quo ante) oder aber derjenige Zu-

stand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften 

Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (status 

quo sine), erreicht ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_669/2019 vom 

25. März 2020 E. 2.2). Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche 

Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung 

von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem im So-

zialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit nunmehr 

gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht. Da 

es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die 

entsprechende Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbe-

gründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht beim 

Versicherten, sondern beim Unfallversicherer (BGE 146 V 51 E. 5.1 S. 56 

mit Hinweisen). 

 

4. 

Die Beschwerdegegnerin stützte sich im angefochtenen Einspracheent-

scheid in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen auf die Aktenbeurteilun-

gen ihres Versicherungsmediziners Dr. med. C._____, Praktischer Arzt, 

Abteilung Versicherungsmedizin der Beschwerdegegnerin, vom 31. Mai 

2021 (VB 33) sowie vom 8. März 2022 (VB 54). Dieser führte aus, es seien 

keine wahrscheinlichen unfallbedingten strukturellen Verletzungen doku-

mentiert. Die Unfallfolgen spielten mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

bis drei Monate nach dem Unfall für das Beschwerdebild keine Rolle mehr 

(VB 33). An dieser Beurteilung hielt er unter Berücksichtigung eines vom 

Beschwerdeführer eingereichten Berichtes von Dr. med. B._____, vom 8. 

November 2021 (VB 47) fest (VB 54).  

 - 5 - 

 

 

 

5. 

5.1. 

Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob die-

ser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 

beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 

Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medi-

zinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situ-

ation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet 

sind (BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232; 125 V 351 E. 3a S. 352). 

 

5.2. 

Auch wenn die Rechtsprechung den Berichten versicherungsinterner me-

dizinischer Fachpersonen stets Beweiswert zuerkannt hat, kommt ihnen 

praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft wie einem gerichtlichen oder im 

Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger in Auftrag gegebe-

nen Gutachten zu (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352 ff.; 122 V 157 E. 1c 

S. 160 ff.). Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und 

Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind 

ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 465 E. 4.4 S. 469 f. 

und 122 V 157 E. 1d S. 162 f.). 

 

5.3. 

Beweistauglich kann auch eine reine Aktenbeurteilung sein, wenn es im 

Wesentlichen um die Beurteilung eines feststehenden medizinischen 

Sachverhalts geht und sich neue Untersuchungen erübrigen. Dies ist ins-

besondere der Fall, wenn genügend Unterlagen aufgrund anderer persön-

licher Untersuchungen vorliegen, die ein vollständiges Bild über Anam-

nese, Verlauf und gegenwärtigen Status ergeben. Der medizinische Sach-

verständige muss sich insgesamt aufgrund der vorhandenen Unterlagen 

ein lückenloses Bild machen können (Urteile des Bundesge-

richts 8C_46/2019 vom 10. Mai 2019 E. 3.2.1; 8C_641/2011 vom 22. De-

zember 2011 E. 3.2.2 mit Hinweisen). 

 

6. 

6.1. 

Der Beschwerdeführer bringt im Wesentlichen vor, die Einschätzungen der 

involvierten Ärzte widersprächen sich diametral (Beschwerde S. 20). Ge-

stützt auf die Ausführungen von Dr. med. B._____ liege eine frozen shoul-

der vor und die Beschwerden des Beschwerdeführers seien auf den Unfall 

vom 20. Januar 2021 zurückzuführen. Da Zweifel an der versicherungsin-

ternen Einschätzung bestehen würden, seien weitere Abklärungen vorzu-

nehmen (Beschwerde S. 21). 

 

 - 6 - 

 

 

6.2. 

6.2.1. 

Dr. med. C._____ gab in seiner Stellungnahme vom 31. Mai 2021 an, auf-

grund von mehrmaligen HWS-Operationen mit zweimaliger anteriorer Fu-

sion HWK 4-7 in der Uniklinik D._____ 2007 sowie mit Operation zuletzt 

2011 in Q._____ habe bei der vom aktuellen Unfallereignis betroffenen Kör-

perregion bereits vor dem Unfallereignis eine Beeinträchtigung vorgelegen, 

indem degenerative Veränderungen des Schultergelenks links vorbestan-

den hätten. Aus den Berichten seien keine unfallbedingten strukturellen 

Verletzungen dokumentiert und das Unfallbild spiele aufgrund der ausge-

prägten degenerativen Veränderungen und Voroperationen drei Monate 

nach dem Unfall keine Rolle mehr (VB 33). 

 

6.2.2. 

Dr. med. E._____, Facharzt für Radiologie, führt in seinem Befund vom 

2. November 2021 gestützt auf eine MR Arthrographie der linken Schulter 

vom 19. März 2021 aus, es liege eine Gelenkkapselverdickung vor allem 

im inferioren Gelenkrecessus vor, was auf eine Kapsulitis/frozen shoulder 

hinweise. Zudem seien kleinere subkortikale/subchondrale Zysten an der 

hinteren Zirkumferenz des Humeruskopfes sowie Zeichen einer moderaten 

Bursitis subakromialis/subdeltoidea zu erkennen. Die kleinzystischen sub-

chondralen/subkortikalen Strukturen an der hinteren Zirkumferenz seien 

degenerativer Natur und würden auf eine vermehrte Belastung in Aussen-

rotation hinweisen. Die Kapselverdickung im inferioren Gelenkrecessus so-

wie im Bereich des vorderen Gelenkkapselintervalls weise auf eine Kapsu-

litis/frozen shoulder hin, welche möglicherweise durch das Trauma ausge-

löst worden sei (VB 52). 

 

6.2.3. 

Dr. med. B._____ führte in seinem Bericht vom 8. November 2021 gestützt 

auf die Stellungnahme von Dr. med. E._____ (vgl. E. 6.2.2. hiervor) aus, 

der versicherungsmedizinischen Beurteilung von Dr. med. C._____ könne 

nicht gefolgt werden. Die klinische Diagnose einer frozen shoulder könne 

aufgrund der vorliegenden Dokumente gut nachvollzogen werden. Es be-

stehe ein protrahierter Schmerzzustand und eine deutliche, zunehmende 

Einschränkung der Schulterbeweglichkeit links, was klassische Zeichen ei-

ner frozen shoulder / adhesive Kapsulitis seien. Die Ursachen dafür seien 

mannigfaltig, ein Schultertrauma wie zum Beispiel eine Kontusion bei Sturz 

sei eine der möglichen Ursachen. Typische Zeichen seien unter anderem 

eine Verdickung des coracohumeralen Ligamentes, eine Kapselverdickung 

und eine Verkleinerung des axillären Recessus (VB 47 S. 4). Es liege nicht 

eine einfache Schulterkontusion nach Sturz vor, sondern eine frozen shoul-

der, deren Behandlung (und dementsprechend status quo sine/ante) meh-

rere Monate bis zu zwei Jahren dauern könne (VB 47 S. 5). 

 

 - 7 - 

 

 

6.2.4. 

Gestützt auf eine erneute Prüfung der MRI-Befunde vom 5. März 2021 

(recte: 19. März 2021; VB 52 S. 6) führte Dr. med. C._____ in seiner Beur-

teilung vom 8. März 2022 aus, aufgrund der radiologischen Beurteilung 

liege keine frozen shoulder vor. Es finde sich im Gelenk eine grosse Menge 

Kontrastmittel, welches bei tatsächlich vorliegender frozen shoulder gar 

nicht hätte appliziert werden können, da daraus einerseits massive 

Schmerzen des Patienten resultieren würden und zum anderen, weil bei 

entzündlicher Verdickung der Gelenkkapsel so viel Kontrastmittel intraarti-

kulär gar nicht Platz hätte. Bei einer frozen shoulder sei der untere Re-

zessus sehr schmal und lasse sich nicht wie im vorliegenden MRI entfalten. 

Somit könne die von Dr. med. E._____ gestellte Diagnose einer frozen 

shoulder nicht nachvollzogen werden (VB 54). 

 

6.2.5. 

Im Rahmen des Einspracheverfahrens reichte der Beschwerdeführer eine 

weitere Stellungnahme von Dr. med. B._____ vom 29. März 2022 ein, in 

welcher dieser ausführte, die Beurteilung von Dr. med. C._____ beruhe auf 

dem fehlenden Zeichen einer Schrumpfung des inferioren Recessus. Wei-

tere Merkmale, welche in der Literatur beschrieben würden, seien aber prä-

sent und dargelegt. Zudem beschreibe der vorliegende Operationsbericht 

(vom 11. März 2022, vgl. VB 92), welcher erst nach der Stellungnahme von 

Dr. med. C._____ vom 8. März 2022 datiere, die typischen intraoperativ be-

legten Zeichen einer frozen shoulder. Die erneute Beurteilung von 

Dr. med. C._____ treffe aus den dargelegten Gründen nicht zu. Es liege 

vorliegend eine frozen shoulder vor, die ihre Ursache mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit im Unfall vom 20. Januar 2021 habe (VB 66 S. 4). 

 

6.2.6. 

Nachdem am 24. Februar 2022 eine Operation an der eingeschränkten 

Schulter durchgeführt worden war (VB 92), legte die Beschwerdegegnerin 

MRI-Bilder des Schultergelenks vom 19. März 2021 Dr. med. F._____, 

Facharzt für Radiologie, zur konsiliarischen Beurteilung vor. Dieser führte 

in seiner Stellungnahme vom 28. Juli 2023 aus, die glenohumeralen Liga-

mente seien sehr kräftig ausgebildet, entsprechend komme es zu einer 

subjektiven Verdickung der Kapsel respektive ligamentären Strukturen. Der 

inferiore Kapselrecessus sei mässig gross, die Kapsel selbst hier nicht ver-

dickt. Entlang dem Intervall respektive oberhalb des Intervalls und des 

coracoclaviculären Ligaments sei nur marginal Weichteilgewebe abzugren-

zen, so dass die Kriterien für eine frozen shoulder respektive eine Kapsel-

schrumpfung nicht erfüllt seien (VB 104). 

 

6.2.7. 

Dr. med. C._____ führte in seiner Stellungnahme vom 15. November 2023 

aus, es werde im Operationsbericht zwar eine zirkumferentielle Kapsuloto-

mie mit Werwolf beschrieben, nicht jedoch, ob die Kapsel auch verdickt 

 - 8 - 

 

 

gewesen sei. Es fehle somit im Operationsbericht eine nachvollziehbare 

Dokumentation, inwieweit eine objektivierbare Einschränkung im Sinne ei-

ner frozen shoulder bestanden habe. Belegt sei anhand der vorliegenden 

Dokumentation lediglich eine unspezifische chronische Entzündung im 

Schulterbereich mit/bei Einengung des Subacromialraums, wobei diese 

Kombination eine schmerzbedingte Hemmung der Schulterbeweglichkeit 

hinreichend erkläre (VB 140). 

 

6.2.8. 

Der Beschwerdeführer reichte mit seiner Beschwerde eine weitere versi-

cherungsmedizinische Beurteilung von Dr. med. B._____ vom 8. Januar 

2024 ein. Dieser führt aus, in der Stellungnahme von Dr. med. F._____ sei 

auf die Stellungnahme von Dr. med. E._____ kein Bezug genommen wor-

den. Weder würden das coracohumerale Ligament noch das Rotatorenin-

tervall oder das subcoracoidale Fettdreieck beschrieben. Zudem liege einer 

frozen shoulder gerade ein entzündlicher Prozess mit Narbenbildung zu 

Grunde. Ebenso führte er aus, die beschriebene Synovitis passe sehr gut 

zum Beschrieb in der zitierten Literatur hinsichtlich einer frozen shoulder. 

Auch die nun dritte Beurteilung des ArthroMRI durch Dr. med. F._____ 

habe nicht viel Licht in die kontroverse Beurteilung gebracht, da in der Lite-

ratur typische Befunde nicht angesprochen seien und die Aussage, wonach 

die Kriterien für eine frozen shoulder respektive eine Kapselschrumpfung 

nicht erfüllt seien, nicht belegt sei. Damit könne er sich der erneuten Beur-

teilung von Dr. med. C._____ mit seinen zusätzlichen Ausführungen zu 

dessen Argumenten nicht anschliessen (Beschwerdebeilage [BB] 4 S. 4 

ff.). 

 

6.2.9. 

Mit der Vernehmlassung reichte die Beschwerdegegnerin eine erneute 

Stellungnahme von Dr. med. C._____ vom 22. Februar 2024 ein, in wel-

cher dieser an seiner Aussage festhielt, es seien auch anlässlich der Ope-

ration keine nachvollziehbaren Befunde für das Vorliegen einer adhäsiven 

Capsulitis ausgewiesen. Im OP-Bericht fände sich keine Beschreibung ver-

dickter Strukturen, keine verdickten Bänder, auch nicht ein verdicktes Liga-

mentum coracohumerale. Ebenso würde eine Beschreibung entsprechend 

der Neutral-Null-Methode fehlen, ob sich die Beweglichkeit überhaupt ver-

bessert habe. Die Dokumentation entspreche in keiner Weise dem, was 

von einem ordentlichen OP-Bericht zu erwarten wäre. In der gesamten vor-

liegenden Dokumentation sei kein unfallspezifischer Befund objektivierbar 

ausgewiesen, eine Einschränkung der Beweglichkeit der Schulter beruhe 

ausschliesslich auf Angaben des Beschwerdeführers anlässlich der Erst-

konsultation beim Hausarzt. Für die Bewegungseinschränkung sei ein 

schonungsbedingtes Verhalten aufgrund der seit Jahren bestehenden 

HWS-Problematik wahrscheinlicher als eine geltend gemachte Kontusion 

der Schulter ohne objektivierbare Verletzung (bg. Beil. 1 S. 2 ff. zur Ein-

gabe vom 6. März 2024). 

 - 9 - 

 

 

 

6.3. 

6.3.1. 

Sowohl die Stellungnahme von Dr. med. C._____ vom 22. Februar 2024 

als auch die Beurteilung von Dr. med. B._____ vom 8. Januar 2024 datie-

ren nach dem Einspracheentscheid vom 11. Dezember 2023. Sie erlauben 

jedoch beide Rückschlüsse für den Zeitraum bis zum Erlass des Ein-

spracheentscheids, da sie sich beide um die Beurteilung des MRI vom 

19. März 2021 drehen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_379/2018 vom 

12. Juli 2018 E. 3.1 mit Hinweisen), womit diese vorliegend zu berücksich-

tigen sind.  

 

6.3.2. 

Die vorhandenen Berichte stehen in erheblichem Widerspruch zueinander. 

Während der behandelnde Arzt Dr. med. B._____ und der vom Beschwer-

deführer beauftragte Dr. med. E._____ beide Argumente und auch Litera-

turverweise für das Vorliegen einer frozen shoulder gestützt auf das MRI 

vom 19. März 2021 vorbringen, führen der Versicherungsmediziner 

Dr. med. C._____ sowie der von der Beschwerdegegnerin beauftragte 

Facharzt Dr. med. F._____ gestützt auf dieselbe Untersuchung aus, es 

liege keine frozen shoulder vor. Dr. med. F._____ setzte sich in seiner Stel-

lungnahme vom 28. Juli 2023 mit dem MRI vom 19. März 2021 auseinan-

der. Durch die fachärztliche Stellungnahme von Dr. med. E._____ liegt je-

doch eine begründete Einschätzung vor, welche der Aktenbeurteilung von 

Dr. med. C._____ widerspricht. Indem Dr. med. F._____ sich nicht mit der 

anderslautenden Ansicht von Dr. med. E._____ auseinandersetzt, kann 

auch durch die externe Beurteilung der Widerspruch zwischen den beiden 

Meinungen von Dr. med. E._____ und Dr. med. C._____ nicht aufgelöst 

werden.  

 

In Anbetracht der strengen Voraussetzungen an eine reine versicherungs-

interne Aktenbeurteilung (vgl. E. 5.2. hiervor) bestehen zumindest geringe 

Zweifel an den Aktenbeurteilung von Dr. med. C._____ vom 8. März 2022 

(VB 54) sowie vom 15. November 2023 (VB 140) und vom 22. Februar 

2024 (vgl. bg. Beil. 1), womit sich die Leistungsansprüche des Beschwer-

deführers gestützt auf dessen Einschätzungen nicht abschliessend beur-

teilen lassen. Die Beschwerdegegnerin wird folglich weitere Abklärungen 

vorzunehmen haben. 

 

6.4. 

Der anspruchsrelevante medizinische Sachverhalt erweist sich damit ins-

gesamt im Lichte der Untersuchungsmaxime (Art. 43 Abs. 1 und Art. 61 

lit. c ATSG; BGE 133 V 196 E. 1.4 S. 200; 132 V 93 E. 5.2.8 S. 105; 

125 V 193 E. 2 S. 195) als nicht rechtsgenüglich erstellt. Die Sache ist da-

her zur ergänzenden Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuwei-

sen (vgl. BGE 139 V 99 E. 1.1 S. 100; 137 V 210 E. 4.4.1.4 S. 264 f.). 

 - 10 - 

 

 

Dabei ist insbesondere gutachterlich zu klären, ob beim Beschwerdeführer 

eine frozen shoulder vorliegt und ob diese überwiegend wahrscheinlich auf 

den Unfall vom 19. Februar 2021 zurückzuführen ist. 

 

7. 

7.1. 

Der Beschwerdeführer beantragt sinngemäss, es sei auf eine Rückweisung 

an die Beschwerdegegnerin zu verzichten und es sei ein Gerichtsgutachten 

einzuholen (Beschwerde S. 21). 

 

7.2. 

Gemäss Rechtsprechung (vgl. BGE 139 V 99 E. 1.1 S. 100; BGE 137 V 

210 E. 4.4.1.4 S. 265) soll die Beschwerdeinstanz im Regelfall ein Ge-

richtsgutachten einholen, wenn sie einen im Verwaltungsverfahren ander-

weitig erhobenen medizinischen Sachverhalt für gutachtlich abklärungsbe-

dürftig oder eine Administrativexpertise in einem rechtserheblichen Punkt 

für nicht beweiskräftig hält. Eine Rückweisung an die Verwaltung ist hinge-

gen möglich, wenn sie allein in der notwendigen Erhebung einer bisher voll-

ständig ungeklärten Frage begründet ist. Da von Seiten der Beschwerde-

gegnerin bisher lediglich eine verwaltungsinterne Aktenbeurteilung mit be-

schränktem Beweiswert (vgl. E. 5.2. und 5.3. hiervor) eingeholt worden ist 

und dieser fachärztliche Beurteilungen anderer Ärzte entgegen stehen, 

geht es vorliegend um eine bisher vollständig ungeklärte Frage des Vorlie-

gens einer frozen shoulder. Die Sache ist daher zur ergänzenden Abklä-

rung unter Einbezug der aktuellen medizinischen Berichte an die Be-

schwerdegegnerin zurückzuweisen. Anschliessend hat sie neu über die 

Leistungsansprüche des Beschwerdeführers zu verfügen.  

 

8. 

8.1. 

Zudem beantragt der Beschwerdeführer, es seien ihm die Kosten des Be-

richtes von Dr. med. B._____ vom 8. Januar 2024 zu ersetzen, welche ihm 

entstanden sind, weil er eine eigene Beurteilung der Unfallkausalität habe 

in Auftrag geben müssen (Beschwerde S. 21). 

 

8.2. 

Die Vornahme der notwendigen Abklärungen obliegt dem Versicherungs-

träger (vgl. Art. 43 Abs. 1 ATSG), weshalb die Partei grundsätzlich keine 

eigenen Abklärungen einzuleiten hat. Es entspricht aber einer Erfahrungs-

tatsache, dass nicht angeordnete Abklärungen, wie etwa die Einholung 

ärztlicher Berichte oder die Beauftragung einer sachverständigen Person, 

zu massgebenden Erkenntnissen für das Abklärungsverfahren führen kön-

nen. Was die Kostentragung betrifft, setzen die Rechtsprechung sowie die 

bisherigen Erlasse den Grundsatz um, dass diejenige Behörde die Kosten 

zu tragen hat, die die entsprechenden Abklärungen vorzunehmen hat. Ab-

klärungskosten, welche im Beschwerdeverfahren entstanden sind, werden 

 - 11 - 

 

 

dann dem Versicherungsträger auferlegt, wenn dieser die entsprechenden 

Abklärungen bereits im Verwaltungsverfahren hätte vornehmen müssen. 

Ferner werden der Partei die Kosten eines von ihr eingereichten Gutach-

tens ersetzt, wenn sich der Rechtsmittelentscheid darauf abstützt (UELI KIE-

SER, ATSG-Kommentar, 4. Aufl. 2020, N. 27 ff. zu Art. 45 ATSG). 

 

8.3. 

Die im Beschwerdeverfahren eingereichte Stellungnahme von Dr. med. 

B._____ vom 8. Januar 2024 (BB 4) war vorliegend nicht unerlässlich für 

die Entscheidfindung, da an den kreisärztlichen Aktenbeurteilungen, auf 

welche sich die Beschwerdegegnerin im angefochtenen Einspracheent-

scheid stützte, bereits aufgrund der damals vorgelegenen aktenkundigen 

medizinischen Berichte zumindest geringe Zweifel bestanden und den ver-

sicherungsinternen Aktenbeurteilungen daher kein Beweiswert hätte bei-

gemessen werden dürfen. Die Kosten dieses Berichtes sind demnach – 

entgegen dem entsprechenden Antrag des Beschwerdeführers – nicht der 

Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (vgl. Urteil des Bundesge-

richts 8C_483/2018 vom 11. Dezember 2018 E. 6; 8C_20/2013 vom 

16. Mai 2013 E. 6.2.2). 

 

9. 

9.1. 

Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde in dem Sinne gutzuheissen, als 

der angefochtene Einspracheentscheid vom 11. Dezember 2023 aufzuhe-

ben und die Sache zur Durchführung einer verwaltungsexternen Begutach-

tung und Neuverfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist.  

 

9.2. 

Das Verfahren ist kostenlos (Art. 61 lit. fbis ATSG). 

 

9.3. 

Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer Anspruch auf Ersatz der rich-

terlich festzusetzenden Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG), denn die Rück-

weisung der Sache an die Verwaltung zwecks Vornahme ergänzender Ab-

klärungen gilt als anspruchsbegründendes Obsiegen (BGE 132 V 215 

E. 6.1 S. 235 mit Hinweisen).  

 

 
   

Das Versicherungsgericht erkennt: 

 

1. 

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird der Einspracheentscheid 

vom 11. Dezember 2023 aufgehoben und die Sache zur weiteren Abklä-

rung im Sinne der Erwägungen und Neuverfügung an die Beschwerdegeg-

nerin zurückgewiesen. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen. 

 

 - 12 - 

 

 

2. 

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 

3. 

Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, dem Beschwerdeführer die Par-

teikosten in richterlich festgesetzter Höhe von Fr. 2'500.00 zu bezahlen. 

 

4. 

Auf den Antrag auf Kostenersatz für den Bericht von Dr. med. B._____ vom 

29. März 2022 wird nicht eingetreten. Der Antrag auf Kostenersatz für die 

den Bericht von Dr. med. B._____ vom 8. Januar 2024 wird abgewiesen. 
 

 
 

   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim 

Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung 

mit Art. 90 ff. BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom sieb-

ten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli 

bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar 

(Art. 46 BGG).  

 

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 

6004 Luzern, zuzustellen. 

 

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 

der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines 

Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweis-

mittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Hän-

den hat (Art. 42 BGG). 
 

 
   

Aarau, 21. Mai 2024 

 

Versicherungsgericht des Kantons Aargau 

1. Kammer 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Kathriner Bächli