# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 12d97544-a3b7-5d10-8306-ca7e043ef42f
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** SB240482-O1
**Docket/Reference:** SB240482-O1
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/SB240482-O1.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: SB240482-O/U/cwo

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. C. Maira, Präsident, lic. iur. B. Amacker und 

Ersatzoberrichterin lic. iur. C. Keller sowie die Gerichtsschreiberin 

MLaw T. Künzle

Urteil vom 9. Juli 2025

in Sachen

A._____, 

Beschuldigter und Berufungskläger

amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin MLaw X1._____, 

substituiert durch Rechtsanwalt MLaw X2._____,

gegen

Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland, 

Anklägerin und Berufungsbeklagte

betreffend mehrfache Pornografie etc. 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Bülach, Einzelgericht, 

vom 6. Mai 2024 (GG240021)

- 2 -

Anklage:

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland, Büro …, vom 

9. Februar 2024 ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. D1/20). 

Urteil der Vorinstanz: 

(Urk. 39 S. 44 ff.)

"Es wird erkannt:

1.

Der Beschuldigte ist schuldig





der mehrfachen Pornografie im Sinne von Art. 197 Abs. 4 Satz 1 und 2 und 
Abs. 5 Satz 1 und 2 StGB sowie

der mehrfachen Gewaltdarstellungen im Sinne von Art. 135 StGB.

2.

Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 140 Tagessätzen zu 

Fr. 30.–, teilweise als Zusatzstrafe zum Strafbefehl der Staatsanwaltschaft 

Winterthur/Unterland vom 10. Januar 2022.

3.

Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 3 Jahre fest-

gesetzt. 

4.

Es wird ein lebenslängliches Tätigkeitsverbot im Sinne von Art. 67 Abs. 3 lit. d 

Ziff. 2 StGB angeordnet.

5.

Die folgenden, mit Verfügungen der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 

7. September 2023 und 22. September 2023 beschlagnahmten Gegenstände 

werden eingezogen und sind nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils durch die 

Kantonspolizei Zürich zu vernichten:



















Mobiltelefon Motorola (Asservat-Nr. A016'218'830),

Notebook Samsung (Asservat-Nr. A016'219'048),

Festplatte Samsung 860 EVO SSD (Asservat-Nr. A016'279'064),

Festplatte Samsung 870 EVO SSD (Asservat-Nr. A016'279'086),

Festplatte Toshiba (Asservat-Nr. A016'279'144),

Solid State Drive SSD Liteon (Asservat-Nr. A016'279'166),

Festplatte Samsung 840 EVO SSD (Asservat-Nr. A016'279'188),

Notebook Acer (Asservat-Nr. A016'219'399),

Festplatte Western Digital WD60EFRX (Asservat-Nr. A016'278'685),

- 3 -







Festplatte Western Digital WD60EFRX (Asservat-Nr. A016'278'709),

Festplatte HGST (Asservat-Nr. A016'278'721),

Festplatte Seagate ST3000DM008 (Asservat-Nr. A016'278'743).

6.

Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

1'200.– ; die weiteren Auslagen betragen:

1'500.–   Gebühr für das Vorverfahren

4'270.–   Auslagen Polizei 

9'634.45   amtl. Verteidigungskosten (inkl. MwSt. von 7.7 %)

9'531.90   amtl. Verteidigungskosten (inkl. MwSt. von 8.1 %)

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.

7.

Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem 

Beschuldigten auferlegt; davon ausgenommen sind die Kosten der amtlichen 

Verteidigung, welche einstweilen und unter dem Vorbehalt von Art. 135 Abs. 4 

StPO von der Gerichtskasse übernommen werden.

8.

9.

(Mitteilungen)

(Rechtsmittel)"

Berufungsanträge: 

(Prot. II S. 4)

a)

Der Verteidigung des Beschuldigten:

(Urk. 55)

1.

2.

Das erstinstanzliche Urteil sei vollumfänglich aufzuheben.

Der  Beschuldigte  sei  für  die  ihm  vorgeworfene  mehrfache  Pornografie  im 

Sinne von Art. 197 Abs. 4 Satz 1 und 2 und Abs. 5 Satz 1 und 2 StGB sowie 

für die ihm vorgeworfene mehrfache Gewaltdarstellung im Sinne von Art. 135 

StGB vollumfänglich von Schuld und Strafe freizusprechen.

3.

Folgerichtig  sei  von  einem  lebenslänglichen  Tätigkeitsverbot  im  Sinne  von 

Art. 67 Abs. 4bis StGB abzusehen.

- 4 -

4.

Die  Kosten  des  Verfahrens  und  der  amtlichen  Verteidigung  (zzgl.  MWST) 

seien für beide Instanzen auf die Staatskasse zu nehmen.

Eventualanträge:

Das erstinstanzliche Urteil sei vollumfänglich aufzuheben.

Der  Beschuldigte  sei  für  die  ihm  vorgeworfene  mehrfache  Pornografie  im 

Sinne von Art. 197 Abs. 4 und Abs. 5 StGB sowie für die ihm vorgeworfene 

mehrfache Gewaltdarstellung im Sinne von Art. 135 StGB mit einer Geldstrafe 

von  100  Tagessätzen  zu  CHF  30.00  als  teilweise  Zusatzstrafe  zum  Straf-

befehl  der  Staatsanwaltschaft  Winterthur/Unterland  vom  10.  Januar  2022 

(C-6/2021/40704)  unter  Ansetzung  einer  Probezeit  von  zwei  Jahren  zu 

bestrafen.

Es sei keine Busse anzuordnen. 

Es  sei  von  einem  lebenslänglichen  Tätigkeitsverbot  im  Sinne  von  Art.  67 

Abs. 4bis StGB abzusehen. 

1.

2.

3.

4.

5.

Die  Kosten  des  Verfahrens  und  der  amtlichen  Verteidigung  (zzgl.  MWST) 

seien für beide Instanzen auf die Staatskasse zu nehmen. 

b)

Der Staatsanwaltschaft:

(Urk. 45)

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils

- 5 -

Erwägungen:

I. Prozessgeschichte / Prozessuales

1.

Verfahrensgang

1.1. Der  Verfahrensgang  bis  zum  erstinstanzlichen  Urteil  ergibt  sich  aus  dem 

angefochtenen  Entscheid  (Urk.  39  S.  4  f.).  Der  Beschuldigte  wurde  von  der 

Vorinstanz am 6. Mai 2024 gemäss dem vorab wiederholten Urteilsdispositiv schul-

dig gesprochen und bestraft (a.a.O., S. 44 ff.). Innert Frist liess der Beschuldigte 

dagegen Berufung anmelden und erklären (Prot. I S. 35, Urk. 41). Mit Verfügung 

vom 18. Oktober 2024 ging die Berufungserklärung an die Staatsanwaltschaft und 

wurde  dieser  Frist  angesetzt,  um  zu  erklären,  ob  hinsichtlich  der  Berufung  der 

Gegenpartei  Anschlussberufung  erhoben  wird,  oder  um  begründet  ein  Nichtein-

treten auf die Berufung zu beantragen. Gleichzeitig wurde der Beschuldigte aufge-

fordert, dem Gericht Unterlagen zu seinen finanziellen Verhältnissen zukommen zu 

lassen, wobei er auf sein Recht, die Aussage zu verweigern bzw. die Unterlagen 

nicht  einzureichen,  hingewiesen  wurde  (Urk. 43).  Die  Staatsanwaltschaft  erhob 

keine  Anschlussberufung  und  beantragt  die  Bestätigung  des  vorinstanzlichen 

Urteils (Urk. 45). Unterm 29. Oktober 2024 reichte der Beschuldigte diverse Unter-

lagen ein (Urk. 46, Urk. 47/1-8). Am 5. Mai 2025 wurde zur Berufungsverhandlung 

auf den 9. Juli 2025 vorgeladen (Urk. 48). 

1.2.

Zur  Berufungsverhandlung  vom  9.  Juli  2025  erschien  der  Beschuldigte  in 

Begleitung  seiner  amtlichen  Verteidigung  (Prot.  II  S.  4).  Das  Urteil  erging  im 

Anschluss  an  die  Berufungsverhandlung  und  wurde  den  Parteien  im  Dispositiv 

eröffnet (Urk. 58, Prot. II S. 7 ff.). 

2.

Umfang der Berufung

Die  Berufung  des  Beschuldigten  richtet  sich  gegen  den  Schuldpunkt,  die  ausge-

sprochene Sanktion bzw. deren Vollzug, das angeordnete lebenslängliche Tätig-

keitsverbot und die damit verbundene Kostenauflage (Dispositivziffern 1 bis 4 und 

7).  Unangefochten  sind  der  Entscheid  über  die  beschlagnahmten  Gegenstände 

(Dispositivziffer 5) und die Kostenfestsetzung (Dispositivziffer 6), was vorab mittels 

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Beschluss festzustellen ist (Urk. 55, Prot. II S. 5). In den übrigen Punkten steht das 

vorinstanzliche  Urteil  unter  Beachtung  des  Verschlechterungsverbotes  (Art.  391 

Abs. 2 StPO) zur Disposition. 

3.

Formelles 

Soweit  für  die  tatsächliche  und  rechtliche  Würdigung  des  eingeklagten  Sachver-

haltes auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen wird, so erfolgt dies in Anwen-

dung  von  Art.  82  Abs.  4  StPO,  auch  ohne  dass  dies  jeweils  explizit  Erwähnung 

findet. Stimmt die Rechtsmittelinstanz der Vorinstanz grundsätzlich zu und hat sie 

bloss nebensächliche Vorbehalte, kann sie punktuelle Korrekturen formulieren und 

im  Übrigen  auf  die  vorinstanzliche  Begründung  verweisen  (Urteil  6B_1164/2023 

vom 7. Oktober 2024 E. 3.2 mit Hinweis). Weiter ist an dieser Stelle festzuhalten, 

dass aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör die Pflicht des Gerichts folgt, seinen 

Entscheid zu begründen. Die Begründung muss kurz die wesentlichen Überlegun-

gen nennen, von denen sich das Gericht hat leiten lassen und auf die es seinen 

Entscheid stützt. Es darf sich aber auf die wesentlichen Gesichtspunkte beschrän-

ken  und  muss  sich  nicht  ausdrücklich  mit  jeder  tatsächlichen  Behauptung  und 

jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen und diese widerlegen. Es kann sich 

mithin auf die für den Entscheid wesentlichen Punkte beschränken. Ein unverhält-

nismässiger  Motivationsaufwand  kann  nicht  eingefordert  werden.  Ebenso  wenig 

lässt sich Art. 6 Ziff. 1 EMRK in der Weise auslegen, dass eine detaillierte Antwort 

auf jedes Argument gefordert würde (BGE 146 IV 297 E. 2.2.7; 143 III 65 E. 5.2; 

141  IV  249  E. 1.3.1;  BGer  6B_689/2019  vom  25. Oktober  2019  E.  1.5.2.,  mit 

Hinweisen;  in  diesem  Sinne  gegen  eine  "überbordende  Begründungspflicht" 

[namentlich  in  Strafsachen]  auch  François  Chaix,  Bundesgerichtspräsident,  in 

Plädoyer 3/2025, S. 20 f.).

II. Schuldpunkt

1.

Ausgangslage / Vorwürfe

1.1. Bezüglich  der  Anklagevorwürfe  kann  grundsätzlich  auf  die  beigefügte 

Anklageschrift vom 9. Februar 2024 verwiesen werden (Urk. D1/20). Kurz zusam-

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mengefasst  wird  dem  Beschuldigten  zur  Last  gelegt,  sich  über  einen  WhatsApp 

Gruppenchat mit der Nachricht "schick mal von 13-17 jährigen mädels die gefickt 

werden mhh" eine Videodatei mit kinderpornografischen Inhalt beschafft zu haben. 

Sodann sei der Beschuldigte im Besitz von insgesamt 136 Dateien (123 Bild- und 

13 Videodateien) mit groben sexuellen Inhalt (tatsächliche sexuelle Handlungen mit 

Minderjährigen,  virtuelle  Kinderpornografie,  sexualisierte  Gewalt  und  Zoophilie) 

sowie  von  20  Bild-  und  11  Videodateien  mit  Gewaltdarstellungen  gewesen. 

Schliesslich  habe  der  Beschuldigte  eine  Videodatei  mit  kinderpornografischem 

Inhalt  via  Snapchat  unter  dem  Benutzernamen  "A'._____"  an  unbekannte 

Empfänger versandt. 

1.2. Die Vorinstanz kam im Rahmen der Beweiswürdigung zum Schluss, dass 

sich die soeben genannten Anklagevorwürfe rechtsgenügend im Sinne der Ankla-

geschrift erstellen lassen (Urk. 39 S. 13 ff.). 

1.3. Der  Beschuldigte  beantragt  einen  vollumfänglichen  Freispruch  (Urk.  41; 

Urk. 55).  Anlässlich  der  Berufungsverhandlung  verwies  er  auf  seine  bisherigen 

Aussagen und hielt an seinem Standpunkt fest (Urk. 54 S. 3 ff.). Die Verteidigung 

führte  zusammengefasst  aus,  dass  der  Beschuldigte  die  inkriminierte  Nachricht 

nicht versandt habe. Der Beschuldigte habe konstant bestritten, die Mobiltelefon-

Nummer  aktiv  gebraucht  zu  haben.  Er  habe  die  SIM-Karte  gar  verloren.  Dem 

Beschuldigten dürfe auch nicht vorgeworfen werden, dass er die genaue Person 

nicht bezeichne, welche die Nachricht verfasst habe, zumal er auch nicht wisse, 

welcher  seiner  Freunde  es  gewesen  sein  soll.  Es  sei  nicht  erstellt,  dass  der 

Beschuldigte und nicht eine andere Person die Nachricht verfasst habe. Der Down-

load sei zudem geschehen, weil die entsprechende Funktion in WhatsApp aktiviert 

gewesen sei, was dem Beschuldigten nicht bewusst gewesen sei. Die grosse Viel-

zahl  an  Dateien,  welche  der  Beschuldigte  auf  den  Datenträgern  abgespeichert 

habe, spreche dafür, dass er die einzelnen Daten nicht gekannt bzw. angeschaut 

habe.  Der  Beschuldigte  habe  auch  nie  bewusst  ein  Video  mit  kinderpornografi-

schem Inhalt weitergeleitet (Urk. 55 S. 4 ff.).

1.4. Die  Vorinstanz  hat  die  vorhandenen  Beweismittel  zutreffend  wiederge-

geben. Darauf kann verwiesen werden (Urk. 39 S. 6 ff.). Nachfolgend ist auf die 

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Beweismittel  insoweit  einzugehen,  als  dies  zur  Erstellung  der  vorgeworfenen 

Sachverhalte erforderlich ist bzw. sachdienlich erscheint.

2.

Sachverhaltserstellung

2.1. Dossier 1 - Vorwurf des Beschaffens von Kinderpornografie 

2.1.1. Die  Vorinstanz  nahm  eine  sehr  sorgfältige  und  in  der  Sache  zutreffende 

Beweiswürdigung vor, auf welche vorab verwiesen werden kann (Urk. 39 S. 13 ff.). 

Die nachfolgende Erwägungen sind demnach als mehrheitlich rekapitulierende und 

ergänzende zu verstehen. 

Aufgrund der Datenauswertung ist erstellt, dass mit der Mobiltelefonnummer +41 1 

am 29. Juni 2021, um 9.41 Uhr von "A''._____" die Nachricht "schickt mal von 13-

17 jährigen mädels die gefickt werden mhh" in einem WhatsApp Gruppenchat ge-

sandt  wurde.  Gemäss  IRC-Reporten  ist  diese  Mobiltelefonnummer  auf  den  Be-

schuldigten zugelassen und zudem die E-Mail-Adresse A.____ @gmail.com hinter-

legt. Am 2. Juli 2021, um 15.01 Uhr wurde im selben Gruppenchat von einer Person 

ein Video mit kinderpornografischem Inhalt geschickt (Urk. D1/2, Urk. D1/4 ff.). Der 

Beschuldigte selbst räumte gegenüber der Polizei ein, dass es sich bei der genann-

ten Mobiltelefonnummer um eine Prepaid Nummer handle, welche er gelöst habe, 

jedoch nicht aktiv verwendet habe. Die SIM Karte habe er sehr wahrscheinlich ver-

loren. Er könne nicht beurteilen, ob noch andere Personen diese Mobiltelefonnum-

mer benutzt hätten. Das Video sei mit dem "Play Zeichen" erschienen, er habe den 

Inhalt jedoch nicht angeschaut. An die fragliche Nachricht im Chat konnte er sich 

nicht erinnern. Er habe das "automatische" Häkchen in WhatsApp aktiviert, weshalb 

das  Video  heruntergeladen  worden  sei  (Urk. D1/3/2  F/A  3  ff.;  12,  15  f.,  27,  42). 

Gegenüber  der  Staatsanwaltschaft  gab  er  zunächst  an,  er  wisse  nicht,  wem  die 

Mobiltelefonnummer  1  gehöre.  Auf  Vorhalt  der  IRC  Abfrage  führte  er  dann  aus, 

dass er die Nummer nicht auswendig kenne. Es könne schon sein, dass er eine 

Prepaid-SIM Karte drin habe. A._____@gmail.com sei seine E-Mail-Adresse (Urk. 

D1/3/4 F/A 14 ff.). Vor Vorinstanz räumte er wiederum ein, dass er eine SIM-Karte 

mit der Rufnummer 1 gekauft habe und seine E-Mail-Adresse bei der Geräteein-

richtung hinterlegt habe. Er verneinte jedoch, die Nachricht verfasst zu haben. Er 

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habe  regelmässig  Freunde  bei  sich,  die  Zugriff  auf  sein  Mobiltelefon  hätten.  Er 

könne es sich nur so erklären, dass diese Freunde, welche Zugriff auf die Geräte 

gehabt hätten, diese Nachricht geschrieben hätten (Prot. I S. 10 f.). 

Bei Letzterem handelt es sich mit der Vorinstanz und entgegen der Verteidigung 

um eine unglaubhafte Schutzbehauptung des Beschuldigten. Sollte dem so gewe-

sen sein, ist davon auszugehen, dass der Beschuldigte dies schon zu Beginn der 

Untersuchung als potentiell entlastend vorgebracht hätte. Der Beschuldigte konnte 

sich dann auf Nachfrage selbst nicht erklären, weshalb seine Freunde, die er im 

Übrigen nicht namentlich benennen konnte, so etwas tun sollten (Prot. I S. 14 und 

S.  19).  Der  Beschuldigte  kommt  mithin  als  einziger  Verfasser  der  Nachricht  in 

Frage.

Ferner brachte der Beschuldigte vor, das Video nicht angeschaut zu haben. Es sei 

automatisch aufgrund des aktivierten Häkchens ohne sein Wissen auf sein Mobil-

telefon  heruntergeladen  worden  (Urk.  D1/3/2  F/A  27;  Urk. D1/3/4  F/A  18;  Prot.  I 

S. 12  und  14  f.).  Dass  der  Beschuldigte  das  Video  nicht  angeschaut  haben  will, 

macht  mit  der  Vorinstanz  schon  in  Anbetracht  der  erstellten  Tatsache,  dass  der 

Beschuldigte zuvor im Gruppenchat um die Zustellung eines kinderpornografischen 

Videos ersuchte, keinen Sinn. Ebenso abwegig ist die Behauptung des Beschul-

digten, er habe es aufgrund der Vorschau für ein Ausgangsvideo gehalten (Prot. I 

S.  13),  obschon  er  zuvor  die  fragliche  Nachricht  sandte.  Was  der  Beschuldigte 

genau aus dem Umstand ableiten möchte, dass das Video aufgrund des aktivierten 

Häkchens automatisch auf sein Mobilgerät heruntergeladen worden sei, erschliesst 

sich  überdies  nicht.  Es  ist  davon  auszugehen,  dass  dem  Beschuldigten  diese 

Speicherfunktion von Bild- und Videodateien bei WhatsApp bekannt war, obschon 

er sich diesbezüglich zumindest teilweise widersprüchlich äusserte (Prot. I S. 12 

und S. 17; u.a. "Ich hatte es [das Häkchen] schon mal raus genommen). Im Übrigen 

darf es als notorisch gelten, dass Bild- und Videodateien, welche man über Whats-

App  erhält,  auf  dem  Mobilgerät  gespeichert  werden,  sofern  man  an  den 

Einstellungen  in  WhatsApp  nichts  ändert.  Der  Beschuldigte  verfügt  zudem  über 

eine  IT  Ausbildung  und  ist  beruflich  als  Informatiker  tätig  (Prot.  I  S.  7  und  17). 

Entsprechend ist ihm dieses Wissen betreffend die Speicherfunktion von WhatsApp 

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entgegen  der  Auffassung  der  Verteidigung  ohne  weiteres  zu  unterstellen  bzw. 

anzurechnen.

2.1.2. Der Anklagesachverhalt des Beschaffens von Kinderpornografie mit Versand 

der inkriminierten Nachricht ist demnach anklagegemäss erstellt. 

2.2. Dossier 1 - Vorwurf des Besitzes von verbotener (Kinder-)Pornografie und 

Gewaltdarstellungen

2.2.1. Auch hier hat die Vorinstanz eine sehr sorgfältige und in der Sache zutref-

fenden Beweiswürdigung vorgenommen, auf welche vorab und ergänzend verwie-

sen werden kann (Urk. 39 S. 17 ff.). Die nachfolgenden Erwägungen sind demnach 

wiederum als mehrheitlich rekapitulierend zu verstehen. 

Im  Rahmen  der  Hausdurchsuchung  der  Wohnung  des  Beschuldigten  konnten 

diverse  Geräte  und  Datenträger  sichergestellt  und  beschlagnahmt  werden 

(Urk. D1/9/2).  Auf  den  Mobiltelefon  Motorola,  dem  Netzwerkspeicher  NAS,  dem 

Notebook  Samsung,  dem  Notebook  Acer  und  auf  einzelnen  aus  dem  Computer 

Kandalf Thermaltake stammenden Festplatten wurden insgesamt 136 Dateien grob 

sexuellen  Inhalts  (123  Bild-  und  13  Videodateien)  sowie  20  Bild-  und  11  Video-

dateien mit Gewaltdarstellungen gefunden (Urk. D1/9/7 ff.). Konkret handelt es sich 

um  57  Bild-  und  12  Videodateien  mit  tatsächlichen  sexuellen  Handlungen  mit 

Kindern,  3  Bilddateien  mit  virtuellen  sexuellen  Handlungen  mit  Kindern,  40  Bild- 

und  1  Videodatei(n)  mit  sexuellen  Handlungen  zwischen  Menschen  und  Tieren 

(Zoophilie) und 23 Bilddateien mit sexueller Gewalt. Der Beschuldigte stellt dabei 

nicht in Abrede, dass es sich um seine Geräte bzw. Datenträger handelt. Vielmehr 

macht  er  geltend,  dass  das  Häkchen  mit  dem  automatischen  Herunterladen  auf 

WhatsApp  drin  gewesen  sei.  Er  habe  die  Dateien  zudem  nie  angeschaut  und 

konsumiert (Urk. D1/3/4 F/A 18). Wie bereits zuvor erwogen, war dem Beschuldig-

ten  bekannt,  dass  WhatsApp  über  eine  entsprechende  Speicherfunktion  verfügt. 

Dementsprechend  wusste  der  Beschuldigte  auch,  dass  Bild-  und  Videodateien, 

welche er in WhatsApp Chats erhält, auf seinem Mobiltelefon gespeichert werden, 

sofern er diese Funktion bzw. das Häkchen nicht deaktiviert hat. Folglich kann er 

aus diesem Umstand nichts zu seinen Gunsten ableiten. 

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Anlässlich  der  Hauptverhandlung  brachte  er  zudem  neu  vor,  die  sichergestellten 

Bild- und Videodateien könnten aus Gruppenchats stammen, an welchen er sich 

im Alter von 15 bis 19 beteiligt habe. Er habe Backups auf den Geräten gemacht 

und durch das seien all diese Sachen, die er nicht gesehen habe, gespeichert und 

durch das NAS auch repliziert und vervielfältig worden. Das Backup sei automa-

tisch durchgelaufen und es sei ihm nicht bewusst gewesen, dass er solche Bilder 

auf seinem PC habe. Er habe die Backups nie geöffnet oder angeschaut und quasi 

vergessen, dass sie existieren (Prot. I S. 16 und S. 20). Dabei fällt auf, dass der 

Beschuldigte gegenüber der Polizei noch zu Protokoll gab, dass er nie regelmäs-

sige Backups mache (Urk. D1/3/2 F/A 35). Auf Vorhalt der Vorinstanz, wonach das 

Motorola  Handy,  auf  welchem  auch  eine  Vielzahl  von  Bild-  und  Videodateien 

gefunden wurden, nach seinen Angaben (erst) seit Mitte 2018 in Betrieb sei, gab 

er sodann an, diese Dateien würden von Gruppenchats stammen, in denen seine 

Kollegen geschrieben hätten. So seien sie auf das Gerät gekommen (Prot. I S. 20 

f.). Das Aussageverhalten des Beschuldigten ist voller Widersprüche und Schutz-

behauptungen. Zudem passte er seine Aussagen jeweils dem Untersuchungsstand 

an. Auffallend ist in diesem Zusammenhang auch die erste Angabe des Beschul-

digten  gegenüber  der  Polizei,  wonach  das  Mobiltelefon  von  ihm  und  auch  die 

anderen Geräte ausschliesslich von ihm benutzt würden (Urk. D1/3/1 Blatt 1). Dass 

Leute aus seinem Bekanntenkreis, die er zudem nicht benennen konnte, einfach 

sein Mobiltelefon genommen und sich offenbar wiederholt an Gruppenchats betei-

ligt  hätten,  in  welchen  dann  auch  noch  kinderpornografisches  Material  ausge-

tauscht worden wäre, und der Beschuldigte in der Folge nichts davon mitbekom-

men haben soll/will, ist im Übrigen lebensfremd, unglaubhaft und damit widerlegt. 

Hinzu kommt, dass der Beschuldigte zunächst gegenüber der Polizei angab, dass 

sich  "evtl."  Pornografie  mit  Minderjährigen,  Tieren  und  Gewalttätigkeiten  auf  den 

sichergestellten Geräten bzw. Datenträger befinden könnte. Er wisse es nicht, evtl. 

seien  in  WhatsApp  Gruppen  von  anderen  Teilnehmern  derartige  Sachen  reinge-

stellt worden (Urk. D1/3/1 Blatt 2). Der Umstand, dass der Beschuldigte offensicht-

lich  damit  rechnete,  dass  sich  entsprechendes  Material  darauf  finden  lassen 

könnte, zeigt, dass er dies in den von ihm genannten Gruppenchats auch effektiv 

zur Kenntnis nahm. Ansonsten macht eine solche Angabe gar keinen Sinn. Zudem 

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gilt es an dieser Stelle nochmals hervorzuheben, dass auf diversen Geräten und 

Datenträgern  des  Beschuldigten  Bild-  und  Videodateien  gefunden  wurden.  Dass 

dies alles ohne sein Wissen bzw. sein Zutun geschehen sein soll, ist realitätsfremd. 

Im  Übrigen  wurde  seitens  des  Beschuldigten  im  Rahmen  der  Befragungen  nie 

vorgebracht,  dass  sich  die  Dateien  bereits  auf  den  Geräten  bzw.  Datenträgern 

befunden hätten, als er sie erhalten bzw. gekauft habe. Das von der Verteidigung 

aufgegriffene Argument ist daher haltlos bzw. nachgeschoben (Urk. 24 S. 4). 

2.2.2. Aus Sicht des Gerichts besteht demnach kein Zweifel, dass der Beschuldigte 

die insgesamt 136 Bild- und Videodateien in Kenntnis des jeweiligen Inhalts aktiv 

besessen  hat,  um  beliebig  darauf  zugreifen  zu  können.  Der  Anklagesachverhalt 

des Besitzes von Pornografie ist folglich mit der Vorinstanz ebenfalls anklagege-

mäss erstellt. 

2.3. Dossier 2 - Verbreitung von Kinderpornografie 

2.3.1. Die  Vorinstanz  hat  auch  in  diesem  Zusammenhang  eine  sorgfältige  und 

zutreffende Beweiswürdigung vorgenommen, auf die vorab verwiesen werden kann 

(Urk. 39 S. 20 f.). Wiederum sind die nachfolgenden Erwägungen rekapitulierender 

bzw. ergänzender Natur. 

Aufgrund des CyberTipline Reports vom 31. Mai 2022 und den IRC Abklärungen 

ist erstellt, dass am 30. Mai 2022 um 19:47 Uhr über Snapchat mit dem Benutzer-

namen  "A'._____"  eine  Videodatei  mit  kinderpornografischem  Inhalt  über  die 

IP Adresse … verbreitet wurde (Urk. D2/4/1+2). Auf dem Video ist der anale Ge-

schlechtsverkehr mit einem minderjährigen Mädchen zu sehen (Urk. D2/4/7). Die 

IP-Adresse und die hinterlegte Mobiltelefonnummer +41 2 konnten der Mutter des 

Beschuldigten, B._____, zugeordnet werden. Bei der Registrierung wurden zudem 

die E-Mail-Adresse "A._____@gmail.com" und die Telefonnummer 3 angegeben 

(Urk. D2/4/3-6).  Dass  es  sich  dabei  um  die  Mobiltelefonnummer  und  E-Mail-

Adresse des Beschuldigten handelt, hat er bestätigt (Prot. I S. 11 und Urk. D2/3 

F/A 10 f.). Die Vorinstanz hat im Weiteren auch hier eine sorgfältige und im Ergeb-

nis zutreffende Beweiswürdigung vorgenommen, auf die vorab und ergänzend ver-

wiesen werden kann (Urk. 39 S. 20 f.). 

- 13 -

Der Beschuldigte selbst gab zunächst gegenüber der Polizei an, er habe keinen 

SnapChat Account und kenne auch keinen User mit dem Account "A'._____". Seine 

Mutter  habe  keinen  SnapChat  Account  (Urk.  D3/2  F/A  24  ff.).  Im  Rahmen  der 

staatsanwaltschaftlichen Befragung gab er sich ebenfalls unwissend, dass Snap-

chat auf dem Mobiltelefon, welches auf seine Mutter registriert ist, mit dem Benut-

zernamen  "A'._____"  installiert  sei.  Die  Nummer  2  sei  ihm  nicht  bekannt  (Urk. 

D1/3/4 F/A 26 und 33). Kollegen hätten das Mobiltelefon (Motorola) benutzt. Er sei 

nicht nebenan gewesen und habe nicht kontrolliert, was sie genau gemacht hätten 

(Urk. D1/3/4 F/A 34 ff.). Entweder sei etwas auf das Mobiltelefon gekommen oder 

es (die Chats auf Snapchat) sei vom Gebrauch seiner Kollegen (Urk. D1/3/4 F/A 

68). Gegenüber der Vorinstanz räumte er dann ein, einen SnapChat Account zu 

haben, wobei es sein könne, dass der Benutzername "A'._____" gewesen sei. Er 

könne es nicht mehr genau sagen. Er könne es sich nur so erklären, dass einer 

seine Freunde die (inkriminierte) Nachricht (Datei) verschickt habe (Prot. I S. 22). 

Wie bereits mehrfach dargelegt, ist es als lebensfremd zu erachten, dass Kollegen 

des Beschuldigten das Mobiltelefon (Motorola) genommen und eine Videodatei mit 

kinderpornografischem  Inhalt  via  SnapChat  Account  des  Beschuldigten  versandt 

hätten. Dies insbesondere auch aufgrund der Tatsache, dass der Beschuldigte auf 

den sichergestellten Datenträgern und Geräten über zahlreiches kinderpornografi-

sches Material verfügte und er demnach wiederholt damit in Berührung kam. Auf 

dem Motorola Mobiltelefon (Nr. 2) konnten ferner diverse WhatsApp Chats mit dem 

Teilnehmer "A''._____" gefunden werden (Urk. D2/5/5 ff.). A''._____ schrieb dabei 

unter anderem C._____ am 21. April 2022 um 13:38:53 (UTC + 0) "leider kein snap" 

und etwas später um 13:41:41 (UTC + 0) "hahs ok mach ich snap". Am 22. April 

2022 schrieb er um 21:31:03 (UTC + 0) "hab dir gesnappt" (Urk. D2/5/11). Der Be-

nutzername "A''._____" wurde vom Beschuldigten auch beim Versand der Nach-

richt in Dossier 1 verwendet (Urk. D1/2). Entsprechend gibt es auch Sicht des Ge-

richts  keinen  Zweifel,  dass  es  sich  beim  SnapChat  Account  "A'._____"  um  das 

Konto  des  Beschuldigten  handelt  und  er  die  fragliche  Videodatei  mit  kinder-

pornografischen Inhalt via Snapchat versandte. 

- 14 -

Dass der Beschuldigte dabei nicht gewusst habe, was er weitergeleitet habe, ist 

vor dem Hintergrund, dass er zum Tatzeitpunkt erstelltermassen über zahlreiches 

(kinder-)pornografisches Material verfügte, entgegen der Auffassung der Verteidi-

gung  keinen  Glauben  zu  schenken.  Die  sichergestellten  WhatsApp  Chatverläufe 

des Beschuldigten haben überdies allesamt ebenfalls einen sexuellen Hintergrund. 

So  ist  die  Rede  von  "handvollen  Titten",  "ass",  "fingern",  "Schwanz"  usw. 

(Urk. D2/5/5-12). 

2.3.2. Der Anklagesachverhalt der Verbreitung von (Kinder-)Pornografie ist damit 

ebenfalls anklagegemäss erstellt. 

2.4. Rechtliche Würdigung der erstellten Sachverhalte 

2.4.1. (Kinder-)Pornografie (Dossier 1 und 2)

2.4.1.1. Vorab  ist  darauf  hinzuweisen,  dass  per  1.  Juli  2024  ein  neues  Sexual-

strafrecht in Kraft trat, was auch Änderungen des Pornografietatbestandes (Art. 197 

StGB) beinhaltet. Nach neuem Recht ist die sexualisierte Gewalt unter Erwachse-

nen nicht mehr strafbar. Die Bilddateien des Beschuldigten, welche sexuelle Gewalt 

unter Erwachsenen darstellen (u.a. eine Eichel des erigierten Penis, welcher mit 

Nadeln durchstochen ist, vgl. dazu Urk. D1/9/8) fallen nicht mehr unter den Porno-

grafietatbestand. Im Ergebnis ermöglicht vorliegend die neue Gesetzeslage jedoch 

– wie noch zu zeigen sein wird – keine mildere Beurteilung des Beschuldigten, wes-

halb in Anwendung von Art. 2 Abs. 2 StGB (lex mitior) das alte Recht anzuwenden 

ist. 

2.4.1.2. Die  Vorinstanz  würdigte  die  Nachricht  des  Beschuldigten  im  WhatsApp 

Gruppenchat,  ihm  eine  Videodatei  eines  13-17-jährigen  Mädchen,  welches 

"gefickt"  werden  wolle,  zutreffend  als  Beschaffen  von  Kinderpornografie  zum 

Eigenkonsum  im  Sinne  von  Art.  194  Abs.  5  Satz  2  aStGB.  Darauf  kann  ohne 

Ergänzungen verwiesen werden (Urk. 39 S. 23).

2.4.1.3. Betreffend die insgesamt 136 Dateien groben sexuellen Inhalts zum Eigen-

konsum gilt es zu unterschieden, zumal wie erwähnt, Pornografie mit sexualisierter 

Gewalt unter Erwachsenen neu nicht mehr strafbar ist. Der Beschuldigte kam dem-

- 15 -

nach  für  den  Besitz  der  Dateien  mit  sexualisierter  Gewalt  nicht  mehr  belangt 

werden. Ferner besass der Beschuldigte insgesamt 57 Bild- und 12 Videodateien 

mit  tatsächlichen  sexuellen  Handlungen  mit  Kindern,  was  wiederum  mit  der 

Vorinstanz eine rechtliche Würdigung im Sinne von Art. 195 Abs. 5 Satz 2 aStGB 

zur Folge hat. Die 3 Bilddaten mit virtuellen sexuellen Handlungen mit Kindern sind 

nach Art. 194 Abs. 5 Satz 1 aStGB zu würdigen. Dasselbe gilt für die 40 Bild- und 

1  Videodatei  mit  Zoophilie.  Da  der  Beschuldigte  diese  Bild-  und  Videodateien 

besass, um beliebig darauf zugreifen zu können, steht ausser Frage, dass jeweils 

auch der subjektive Tatbestand im Sinne eines direktvorsätzlichen Handelns erfüllt 

ist, obschon die Vorinstanz zumindest teilweise von einem eventualvorsätzlichen 

Handeln auszugehen scheint (vgl. Urk. 39 S. 23). 

2.4.1.4. Schliesslich  hat  die  Vorinstanz  den  Versand  der  Videodatei  mit  tatsäch-

lichen  sexuellen  Handlungen  mit  Kindern  via  Snapchat  zutreffend  im  Sinne  von 

Art. 197 Abs. 4 Satz 2 aStGB gewürdigt. Darauf kann verwiesen werden (Urk. 39 

S. 23 f.). 

2.4.2. Gewaltdarstellungen (Dossier 1)

Betreffend  die  rechtliche  Würdigung  der  Gewaltdarstellungen  kann  grundsätzlich 

ebenfalls  auf  die  zutreffenden  Erwägungen  der  Vorinstanz  verwiesen  werden 

(Urk. 39 S. 24). Art. 135 Abs. 1 StGB wurde im Rahmen der Harmonisierung der 

Strafrahmen  per  1.  Juli  2023  angepasst  bzw.  geändert.  Im  alten  Recht  war  der 

Besitz  zum  Eigenkonsum  in  Art.  135  Abs.  1bis  aStGB  geregelt,  der  aufgehoben 

wurde.  Im  Ergebnis  ermöglicht  das  neue  Recht  jedoch  keine  mildere  Sanktion, 

weshalb in Anwendung von Art. 2 Abs. 2 StGB das alte Recht anzuwenden ist. Der 

Beschuldigte besass insgesamt 20 Bild- und 11 Videodateien, welche grausame 

Tätigkeiten gegen Menschen (bspw. die Enthauptung von Personen) zeigen. Da-

durch hat er sich der mehrfachen Gewaltdarstellung im Sinne von Art. 135 Abs. 1bis 

aStGB schuldig gemacht. 

2.5.

Fazit

- 16 -

Nach dem Gesagten ist der Beschuldigte der mehrfachen Pornografie im Sinne von 

Art. 197 Abs. 4 Satz 2 aStGB und Art. 197 Abs. 5 Satz 1 und 2 aStGB sowie der 

mehrfachen Gewaltdarstellung im Sinne von Art. 135 Abs. 1bis aStGB schuldig zu 

sprechen.

1.

Ausgangslage

III. Sanktion / Vollzug

1.1. Die  Vorinstanz  bestrafte  den  Beschuldigten  mit  einer  Geldstrafe  von 

140 Tagessätzen zu Fr. 30.–, teilweise als Zusatzstrafe zum Strafbefehl der Staats-

anwaltschaft Winterthur/Unterland vom 10. Januar 2023 (Urk. 39 S. 36). 

1.2. Der Beschuldigte beantragt in der Hauptsache einen Freispruch, eventuali-

ter eine Bestrafung mit einer Geldstrafe von 100 Tagessätzen zu Fr. 30.–, als teil-

weise  Zusatzstrafe  zum  Strafbefehl  der  Staatsanwaltschaft  Winterthur/Unterland 

vom 10. Januar 2023 (Urk. 41 S. 2 und Prot. II S. 6). 

2.

Allgemeines zur Strafzumessung und Grundsätze

2.1. Das Bundesgericht hat die Grundsätze der Strafzumessung nach Art. 47 ff. 

StGB  und  die  an  sie  gestellten  Begründungsanforderungen  wiederholt  dargelegt 

(BGE 136 IV 55 E. 5.4 ff. mit Hinweisen). Entsprechendes gilt für die Bildung der 

Einsatz-  und  der  Gesamtstrafe  nach  Art. 49  Abs. 1  StGB  in  Anwendung  des 

Asperationsprinzips (BGE 144 IV 313 E. 1.1.; BGE 217 E. 2.2 und E. 3; BGE 141 

IV  61  E. 6.1.2;  je  mit  Hinweisen).  Darauf  sowie  auf  die  zutreffenden  vorinstanz-

lichen Erwägungen (Urk. 39 S. 25 f.) kann verwiesen werden.

Die Bildung einer Gesamtstrafe ist nur bei gleichartigen Strafen möglich. Ungleich-

artige Strafen sind kumulativ zu verhängen, da das Asperationsprinzip nur greift, 

wenn  mehrere  gleichartige  Strafen  ausgesprochen  werden.  Mehrere  gleichartige 

Strafen liegen vor, wenn das Gericht im konkreten Fall für jeden einzelnen Norm-

verstoss gleichartige Strafen ausfällen würde. Dass die anzuwendenden Strafbe-

stimmungen abstrakt gleichartige Strafen androhen, genügt nicht (BGE 142 IV 265 

E. 2.3.2 S. 267 f.; 138 IV 120 E. 5.2 S. 122 f.; je mit Hinweisen). 

- 17 -

2.2. Hat das Gericht eine Tat zu beurteilen, die der Täter begangen hat, bevor er 

wegen einer andern Tat verurteilt worden ist, so bestimmt es die Zusatzstrafe in der 

Weise, dass der Täter nicht schwerer bestraft wird, als wenn die strafbaren Hand-

lungen gleichzeitig beurteilt worden wären (Art. 49 Abs. 2 StGB). Die Bestimmung 

will im Wesentlichen das in Art. 49 Abs. 1 StGB verankerte Asperationsprinzip auch 

bei retrospektiver Konkurrenz gewährleisten. Der Täter, der mehrere gleichartige 

Strafen verwirkt hat, soll nach einem einheitlichen Prinzip der Strafschärfung beur-

teilt  werden,  unabhängig  davon,  ob  die  Verfahren  getrennt  durchgeführt  werden 

oder nicht (BGE 141 IV 61 E. 6.1.2; BGE 138 IV 113 E. 3.4.1). Liegen die Voraus-

setzungen für eine Zusatzstrafe vor, setzt das Gericht zunächst eine hypothetische 

Gesamtstrafe fest. Es hat sich zu fragen, welche Strafe es ausgesprochen hätte, 

wenn es sämtliche Delikte gleichzeitig beurteilt hätte. Dabei hat es nach den Grund-

sätzen von Art. 49 Abs. 1 StGB zu verfahren (vgl. BGE 141 IV 61 E. 6.1.2; BGE 

138 IV 120 E. 5.2; je mit Hinweisen).

3.

Konkrete Strafzumessung 

3.1. Die Vorinstanz hielt zutreffend fest, dass sich aufgrund der mit Strafbefehl 

der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 10. Januar 2022 wegen Führens 

eines Motorfahrzeugs trotz Entzugs des Führerausweises ausgefällten Geldstrafe 

von 40 Tagessätzen zu Fr. 90.– bei gleicher Sanktionsart (Geldstrafe) die Frage 

einer  Zusatzstrafe  stellen  kann.  Der  Beschuldigte  beging  das  vorliegend  u.a.  zu 

beurteilende Delikt des Beschaffens von Kinderpornografie am 29. Juni 2021 und 

damit vor Ausfällung der soeben genannten Geldstrafe. Wie noch zu zeigen sein 

wird, entspricht jedoch die von der Vorinstanz insgesamt festgesetzte Strafe von 

140 Tagessätzen zu Fr. 30.–, teilweise als Zusatzstrafe zum Strafbefehl der Staats-

anwaltschaft  Winterthur/Unterland  vom  10.  Januar  2022  im  Ergebnis  nicht  einer 

verschuldensangemessenen  Strafe  für  die  vom  Beschuldigten  begangenen 

Delikte.

3.2. Die schwerste zu beurteilende Tat des Beschuldigten und damit Ausgangs-

punkt der Strafzumessung stellt der Versand von kinderpornografischen Video an 

Dritte dar. Dieses sieht einen Strafrahmen von einer Freiheitsstrafe bis 5 Jahre oder 

- 18 -

Geldstrafe  bis  180  Tagessätze  vor  und  stellt  damit  ein  Verbrechen  dar  (Art.  197 

Abs. 4 Satz 2 aStGB). 

3.3. Die  Vorinstanz  hielt  betreffend  die  objektive  Tatschwere  fest,  dass  der 

Beschuldigte  eine  Videodatei  an  unbekannte  Empfänger  versandt  habe,  welche 

den analen Geschlechtsverkehr zeige, was eine schwerwiegende sexuelle Hand-

lung mit einem minderjährigen Mädchen beinhalte. Das Video dokumentiere einen 

massiven Eingriff in die sexuelle und physische sowie auch psychische Integrität 

des  Mädchens.  Auf  der  anderen  Seite  sei  zu  beachten,  dass  der  Beschuldigte 

lediglich eine Videodatei verbreitet habe, weshalb die Vorinstanz das Verschulden 

als leicht taxierte. Bezüglich der subjektiven Tatschwere kam die Vorinstanz zum 

Schluss, dass der Beschuldigte direktvorsätzlich gehandelt habe. Das Motiv bleibe 

im  Dunkeln.  Altruistische  Beweggründe  seien  undenkbar  und  auszuschliessen. 

Abgesehen vom Verheimlichen seiner wahren Identität im Chat durch das Vorge-

ben eines falschen Namens bzw. Benutzernamens, habe der Beschuldigte ohne 

besondere kriminelle Energie gehandelt. Die Vorinstanz bewertete das Verschul-

den im Rahmen des weiten Strafrahmens als insgesamt leicht und setzte die Strafe 

auf 90 Tagessätze Geldstrafe bzw. 3 Monate Freiheitsstrafe fest, was aufgrund des 

zu berücksichtigenden Ermessens der Vorinstanz nicht zu beanstanden ist. 

3.4. Sodann ist für den Besitz von 57 Bild- und 12 Videodateien mit tatsächlichen 

sexuellen Handlungen zum Eigenkonsum eine Einsatzstrafe festzusetzen. Entge-

gen der Vorgehensweise der Vorinstanz ist/wäre für die Bild- und Videodateien mit 

tatsächlichen  sexuellen  Handlungen  mit  Kindern  aufgrund  der  höheren  Strafan-

drohung (Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahren oder Geldstrafe bis 180 Tagessätze) eine 

separate  Strafe festzulegen.  Die  übrigen  Dateien  (Zoophilie  und  virtuelle  Kinder-

pornografie) unterliegen einer tieferen Strafandrohung (Freiheitsstrafe bis zu einem 

Jahr oder Geldstrafe bis 180 Tagessätze). 

Die  Vorinstanz  erachtete  für  alle  123  Bild-  und  13  Videodateien  insgesamt  eine 

Einsatzstrafe von 50 Tagessätzen als verschuldensangemessen und asperierte in 

der  Folge  davon  30  Tagessätze.  Hierbei  muss  zunächst  berücksichtigt  werden, 

dass die 57 Bild- und 12 Videodateien betreffend tatsächliche sexuelle Handlungen 

mit  Kindern  sich  nicht  auf  das  Zeigen  des  Genitalbereichs  bzw.  Manipulieren 

- 19 -

desselben beschränken, sondern auch äusserst schwerwiegende sexuelle Hand-

lungen  wie  der  vaginale  und  anale  Geschlechtsverkehr  sowie  der  Oralverkehr 

insbesondere zwischen Kindern gezeigt bzw. abgebildet werden. Bei den betroffe-

nen Kindern handelt es sich zudem um mehrheitlich junge Kinder, schätzungsweise 

im Alter von 6 bis 10 Jahren (vgl. Urk. D1/9/8). Das objektive Tatverschulden wiegt 

bei dieser Sachlage nicht leicht, sondern mindestens nicht mehr leicht. Dasselbe 

gilt für die subjektive Tatschwere, zumal auch hier entgegen der Auffassung der 

Vorinstanz  von  einem  direktvorsätzlichen  Handeln  auszugehen  ist.  Dass  der 

Beschuldigte den Inhalt der Videos zumindest teilweise nicht gekannt habe, jedoch 

"die Natur in Kauf genommen habe", wurde bei der Sachverhaltserstellung bereits 

widerlegt. Aufgrund der Anzahl der vorhandenen Bild- und Videodateien ist auch 

eine nicht unerhebliche kriminelle Energie des Beschuldigten zu bejahen. Isoliert 

betrachtet ist hier eine Einzelstrafe von mindestens rund 120 Strafeinheiten ange-

messen. Die Asperation umfasst 90 Strafeinheiten.

Hinzu kommt die Strafzumessung für die 40 Bild- und 1 Videodateie(n) mit Zoophilie 

und 3 Bilddateien mit virtueller Kinderpornografie. Auch hier ist der Anal- und Ora-

lverkehr  dargestellt  bzw.  abgebildet.  Die  Verschuldenskomponente  verhält  sich 

gleich wie bei der Dateien mit tatsächlichen sexuellen Handlungen mit Kindern. Es 

ist  auch  hier  von  einem  nicht  mehr  leichten  Verschulden  auszugehen.  Isoliert 

betrachtet ist hier eine Einzelstrafe von rund 45 Strafeinheiten angemessen. Die 

Asperation umfasst weitere 25 Strafeinheiten. 

3.5.

Für den Besitz von Gewaltdarstellungen von 20 Bild- und 11 Videodateien, 

welche u.a. die Enthauptung von Menschen und andere grausamste Gewalttätig-

keiten zeigen, ist in objektiver Hinsicht von einem nicht mehr leichten Verschulden 

auszugehen. Dass die Vorinstanz hier wiederum von einem eventualvorsätzlichen 

Handeln ausgeht, erschliesst sich nicht. Ebenso wenig ist nachvollziehbar, weshalb 

sie letztlich auf ein sehr leichtes Verschulden kommt und eine Strafe von 20 Tagen 

bzw.  asperiert  10  Tagen  für  angemessen  hält.  Vielmehr  ist  hier  eine  Strafe  von 

90 Strafeinheiten und asperiert 60 Strafeinheiten dem Verschulden angemessen. 

3.6. Als Zwischenfazit lässt sich festhalten, dass der Beschuldigte für die nach 

seiner  Verurteilung  (10.  Januar  2022)  begangenen  Delikte  mit  einer  Strafe  von 

- 20 -

265 Strafeinheiten  zu  belegen  ist/wäre,  was  deutlich  mehr  als  die  von  der 

Vorinstanz im Ergebnis ausgefällte Strafe von 140 Tagessätzen ist. Im Weiteren 

wäre noch eine verschuldensangemessene Strafe für das Beschaffen eines kinder-

pornografischen Videos festzulegen, welche sich isoliert betrachtet in der Bandbe-

reite von 60-90 Strafeinheiten bewegen würde. Da es dem Berufungsgericht jedoch 

aufgrund des erwähnten Verschlechterungsverbotes von vornherein verwehrt ist, 

eine höhere Sanktion als 140 Tagessätze Geldstrafe auszusprechen, wird darauf 

verzichtet,  die  Strafzumessung  mit  Ausnahme  der  aktualisierenden  Täterkompo-

nente und der Tagessatzhöhe weiter konkret auszuführen. Es hat mithin dabei sein 

Bewenden.  Dass  die  Vorinstanz  bei  diesem  Ergebnis  auf  eine  teilweise  Zusatz-

strafe erkannte, ist indes nicht zu beanstanden.

3.7. Betreffend  die  persönlichen  Verhältnisse  kann  vorab  auf  die  Erwägungen 

der  Vorinstanz  verwiesen  werden  (Urk.  39  S.  33).  Der  Beschuldigte  hat  gemäss 

den im Recht liegenden Lohnabrechnungen einen Bruttolohn von Fr. 7'000.– und 

eine Lohnpfändung, weshalb sein Nettolohn lediglich Fr. 3'280.– beträgt (Urk. 47/5). 

Die Miete beziffert sich neu auf Fr. 1'590.– (Urk. 47/8). Anlässlich der Berufungs-

verhandlung führte der Beschuldigte zudem aktualisierend aus, dass seine Schul-

den noch etwa Fr. 40'000.– seien und er schuldenfrei werden möchte (Urk. 54 S. 2). 

Der  Beschuldigte  hat  zwei  nicht  einschlägige  Vorstrafen  aus  Widerhandlungen 

gegen  das  Strassenverkehrsrecht  (Urk.  53),  wobei  für  das  Beschaffen  eines 

kinderpornografischen Videos aufgrund der zeitlichen Komponente nur von einer 

Vorstrafe auszugehen ist. Die für die Vorstrafen ausgefällten Strafen bewegen sich 

in Bagatellbereich. Es rechtfertigt sich daher, die Vorstrafen nicht straferhöhend zu 

berücksichtigten. Ein wirkliches Geständnis und/oder aufrichtige Reue und Einsicht 

in das begangene Unrecht kann der Beschuldigte nicht für sich reklamieren. Viel-

mehr versuchte der Beschuldigte sich in Ausreden und Schuldzuweisungen gegen-

über Dritten. Die Täterkomponente verhält sich insgesamt strafzumessungsneutral. 

3.8. Betreffend die Höhe des Tagessatzes präsentiert sich die Sach- und Rechts-

lage weitgehend unverändert gegenüber der Vorinstanz (Urk. 39 S. 35), weshalb 

die Höhe des Tagessatzes nach wie vor auf Fr. 30.– festzusetzen ist. 

- 21 -

3.9. Der Beschuldigte ist demnach aufgrund des Verschlechterungsverbotes im 

Ergebnis  mit  einer  Geldstrafe  von  140  Tagessätzen  zu  Fr.  30.–,  teilweise  als 

Zusatzstrafe  zum  Strafbefehl  der  Staatsanwaltschaft  Winterthur/Unterland  vom 

10. Januar 2022 zu bestrafen. 

4.

Vollzug / Verbindungsbusse 

Betreffend die Gewährung des bedingten Vollzugs mit Anordnung einer Probezeit 

von drei Jahren kann aufgrund des ohnehin zu beachtenden Verschlechterungs-

verbotes  vollumfänglich  auf  die  Erwägungen  der  Vorinstanz  verwiesen  werden 

(Urk. 39 S. 36 f.). Dasselbe gilt bezüglich des Verzichts auf Anordnung einer Ver-

bindungsbusse,  wobei  die  Vorinstanz  hier  zu  Recht  festhielt,  dass  keine  sog. 

Schnittstellenproblematik vorliegt (Urk. 39 S. 37 f.). 

IV. Lebenslängliches Tätigkeitsverbot

1.

Ausgangslage

Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Verteidigung beantragen den Verzicht 

auf Anordnung eines lebenslängliches Tätigkeitsverbots in Anwendung von Art. 67 

Abs. 4bis StGB (Urk. D1/18; Urk. 41 und Urk. 55 S. 10 ff.). Die Vorinstanz ordnete 

ein lebenslängliches Tätigkeitsverbot gestützt auf Art. 67 Abs. 3 lit. d Ziff. 2 StGB 

an und hielt fest, dass es sich vorliegend um keinen eigentlichen Bagatellfall handle 

(Urk. 39 S. 41 f.). 

2. Würdigung

2.1.

Zunächst  handelt  es  sich  entgegen  der  Auffassung  der  Verteidigung  um 

keinen Anwendungsfall der lex mitior. Art. 67 Abs. 4bis StGB war bereits in Kraft, als 

der Beschuldigte die Delikte beging (Prot. I S. 29). Betreffend die Voraussetzungen 

und  den  Verzicht  auf  Anordnung  eines  lebenslänglichen  Tätigkeitsverbots  nach 

Art. 67 Abs. 3 lit. d Ziff. 2 StGB und Art. 67 Abs. 4bis StGB kann grundsätzlich auf 

die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 39 S. 39 f.). 

Zusammengefasst lässt sich festhalten, dass ein Tätigkeitsverbot unabhängig von 

der Höhe der im Einzelfall ausgesprochenen Strafe angeordnet werden soll. Es ist 

- 22 -

zudem nicht relevant, ob die Tat in Ausübung eines Berufs, einer ehrenamtlichen 

Tätigkeit oder im rein privaten Rahmen verübt wurde. Das Gericht kann in beson-

ders leichten Fällen ausnahmsweise von der Anordnung eines Tätigkeitsverbotes 

absehen, wenn ein solches Verbot nicht notwendig erscheint, um den Täter von der 

Begehung weiterer Straftaten abzuhalten, wie sie Anlass für das Verbot sind. Von 

der  Anordnung  eines  Tätigkeitsverbotes  darf  jedoch  nicht  abgesehen  werden, 

wenn  der  Täter  gemäss  den  international  anerkannten  Klassifikationskriterien 

pädophil  ist  (Art.  63  Abs.  4bis  lit.  b  StGB).  Daraus  ergibt  sich  zunächst,  dass  ein 

lebenslängliches  Tätigkeitsverbot  im  Sinne  Art.  67  Abs.  3  StGB  bei  gegebenen 

Voraussetzungen grundsätzlich zwingend anzuordnen ist. Um davon abzusehen, 

wird  kumulativ  verlangt,  dass  es  sich  um  einen  besonders  leichten  Fall  einer 

bestimmten  Anlasstat  handelt  und  die  Anordnung  eines  Tätigkeitsverbotes  nicht 

notwendig  erscheint,  um  den  Täter  von  der  Begehung  weiterer  einschlägiger 

Straftaten  abzuhalten  (sogenannte  Ausnahmebestimmung).  Damit  soll  dem  in 

Art. 36 BV und Art. 8 EMRK statuierten Verhältnismässigkeitsgrundsatz Rechnung 

getragen  werden.  Weiter  geht  daraus  hervor,  dass  eine  ärztlich  diagnostizierte 

Pädophilie gerade keine Voraussetzung für die Anordnung eines lebenslängliches 

Tätigkeitsverbotes ist. Der Täterkreis umfasst vielmehr auch "Pädokriminelle" (alle 

Täter, die Sexualstraftaten an Kindern begehen) und ganz allgemein Sexualstraf-

täter.  Im  Gesetzestext  wird  sodann  –  wie  gesehen  –  ausdrücklich  festgehalten, 

dass, wenn der Täter pädophil gemäss den international anerkannten Klassifikati-

onskriterien  ist,  die  Ausnahmebestimmung  nicht  angewandt  werden  darf  –  und 

zwar unabhängig von der Art und Schwere der Anlasstat (vgl. dazu Botschaft zur 

Änderung  des  Strafgesetzbuchs  und  des  Militärstrafgesetzes  [Umsetzung  von 

Art. 123c BV], BBl 2016 6115 S. 6134 f. und 6145 f.).

2.2. Eine  ärztlich  diagnostizierte  Pädophilie  und/oder  eine  Katalogtat  im  Sinne 

von Art. 67 Abs. 4bis lit. a StGB, welche einer Prüfung der Ausnahmebestimmung 

entgegenstünden, liegen beim Beschuldigten unbestrittenermassen nicht vor. Bei 

der Prüfung, ob im Sinne einer Ausnahme von der Anordnung eines lebensläng-

liches Tätigkeitsverbotes abgesehen werden kann, ist – wie gesehen – zunächst 

zu untersuchen, ob ein "besonders leichter Fall" vorliegt.

- 23 -

2.3. Der Beschuldigte beschaffte sich über einen Gruppenchat in WhatsApp eine 

kinderpornografische Datei zum Eigenkonsum und versandte auch eine solche in 

Snapchat, wobei jeweils der Geschlechtsverkehr gezeigt wird und damit einer der 

erheblichsten Eingriffe in die sexuelle Integrität Minderjähriger. Hinzu kommt, dass 

der  Beschuldigte  auch  über  insgesamt  knapp  70  Bild-  und  Videodateien  mit 

tatsächlichen  sexuellen  Handlungen  mit  Kindern  und  3  Bilddateien  mit  virtueller 

Kinderpornografie auf seinen Datenträgern verfügte, die entgegen der Behauptung 

der Staatsanwaltschaft nicht nur das zur Schau stellen des Genitalbereichs und die 

Manipulation desselben zeigen (Urk. D1/9/8). Das Verschulden des Beschuldigten 

wiegt wie im Rahmen der Strafzumessung dargelegt nicht mehr leicht, weshalb es 

sich keineswegs um einen Bagatellfall handelt. 

2.4. Damit liegt kein besonders leichter Fall im Sinne des Gesetzes vor, womit 

sich eine Prüfung der weiteren Voraussetzungen der Ausnahmebestimmung erüb-

rigt. Im Weiteren erweist sich die Anordnung eines lebenslängliches Tätigkeitsver-

botes auch als verhältnismässig. Der Beschuldigte hat in seiner aktuellen Tätigkeit 

nicht (direkt) mit Kindern zu tun, zumal er nach eigenen Angaben wenn überhaupt 

lediglich selten IT Support in Kinderpraxen leistet. Entgegen den Ausführungen der 

Verteidigung ist der Beschuldigte demnach in seinem gegenwärtigen Tätigkeitsbe-

reich durch die Anordnung eines lebenslänglichen Tätigkeitsverbotes nicht tangiert. 

Der Schutz der sexuellen Integrität von Minderjährigen überwiegt das Interesse des 

Beschuldigten an der Ausübung einer beruflichen und ausserberuflichen Tätigkeit, 

die einen regelmässigen Kontakt mit Minderjährigen umfasst. Es ist demnach ein 

lebenslängliches  Tätigkeitsverbot  im  Sinne  von  Art. 67  Abs.  3  lit. d  Ziff.  2  StGB 

anzuordnen.

V. Kosten- und Entschädigungsfolgen

1.

Untersuchung und erstinstanzliches Verfahren

Ausgangsgemäss sind die Kosten der Untersuchung und des erstinstanzlichen 

Gerichtsverfahrens  dem  Beschuldigten  vollumfänglich  aufzuerlegen,  nachdem 

er  schuldig  zu  sprechen  ist  (Art.  426  Abs.  1  StPO).  Entsprechend  ist  die 

vorinstanzliche Regelung der Kostenauflage (Ziff. 7) zu bestätigen.

- 24 -

2.

Berufungsverfahren

2.1. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist auf Fr. 3'600.– zu veran-

schlagen (Art. 424 Abs. 1 StPO in Verbindung mit § 16 Abs. 1 und § 14 der Gebüh-

renverordnung des Obergerichts). Die Kosten im Rechtsmittelverfahren tragen die 

Parteien  nach  Massgabe  ihres  Obsiegens  oder  Unterliegens  (Art. 428  Abs.  1 

StPO). Ob eine Partei im Rechtsmittelverfahren als obsiegend oder unterliegend 

gilt, hängt davon ab, in welchem Ausmass ihre vor Beschwerdeinstanz bzw. Beru-

fungsgericht gestellten Anträge gutgeheissen wurden (THOMAS DOMEISEN, in: Basler 

Kommentar,  Schweizerische  Strafprozessordnung,  3.  Aufl.  2023,  Art. 428  N  6; 

YVONA GRIESSER, StPO-Kommentar, 3. Aufl. 2020, Art. 428 N 1).

2.2. Der Beschuldigte unterliegt mit seinen Anträgen vollumfänglich. Ausgangs-

gemäss sind ihm entsprechend die gesamten Kosten des Berufungsverfahrens, mit 

Ausnahme der Kosten der amtlichen Verteidigung, aufzuerlegen (Art. 428 Abs. 1 

StPO). Die Kosten der amtlichen Verteidigung sind einstweilen auf die Gerichts-

kasse zu nehmen. Die Rückzahlungspflicht des Beschuldigten ist gemäss Art. 135 

Abs. 4 StPO vorzubehalten.

2.3. Die amtliche Verteidigung des Beschuldigten macht für das Berufungsver-

fahren  ein  Honorar  von  Fr.  7'218.70  geltend  (Urk.  56).  Dieser  Betrag  ist  zwar 

ausgewiesen, aber deutlich zu hoch, zumal kein Aufwandshonorar geschuldet ist. 

Gemäss Praxis ist bei der Festsetzung des Honorars des amtlichen Verteidigers 

bei sogenannten einfachen Standardverfahren von den in der Verordnung über die 

Anwaltsgebühren 

vom  8. September  2010 

(Anwaltsgebührenverordnung, 

LS 215.3,  nachstehend:  AnwGebV)  angeführten  Ansätzen  auszugehen.  Gemäss 

§ 1 Abs. 2 AnwGebV setzt sich die Entschädigung aus der Gebühr und den not-

wendigen Auslagen zusammen. Die Gebühr für die Führung eines Strafprozesses 

(einschliesslich Vorbereitung des Parteivortrages und Teilnahme an der Hauptver-

handlung)  beträgt  im  Bereich  der  Zuständigkeit  des  Einzelgerichtes  –  auch 

grundsätzlich im Berufungsverfahren – in der Regel Fr. 600.– bis Fr. 8'000.–, wobei 

auch zu berücksichtigen ist, ob das vorinstanzliche Urteil ganz oder nur teilweise 

angefochten wurde (§ 18 Abs. 1 i.V.m. § 17 Abs. 1 lit. a AnwGebV). Innerhalb die-

ses Rahmens wird die Grundgebühr nach den besonderen Umständen, namentlich 

- 25 -

nach Art und Umfang der Bemühungen und Schwierigkeiten des Falles, bemessen 

(vgl. § 2 AnwGebV).

2.4. Der Aktenumfang ist vorliegend – für ein Berufungsverfahren – als gering zu 

bezeichnen. Die zu beurteilenden Sachverhalte sind zeitlich, örtlich und personell 

eng umgrenzt. Die Anzahl der erhobenen Beweismittel, insbesondere die Einver-

nahmen, ist überschaubar. Im Berufungsverfahren waren keine neue Beweise zu 

erheben. Die sich im Rahmen der Berufung stellenden Fragen waren – für einen 

Rechtsanwalt – insgesamt wenig komplex. Insgesamt erscheint es angemessen, 

die Entschädigungsgebühr auf Fr. 3'600.– festzusetzen. Hinzu kommen die Aus-

lagen  von  insgesamt  Fr.  62.40  und  die  Mehrwertsteuer  von  8.1%,  weshalb  die 

amtliche  Verteidigung  mit  insgesamt  Fr.  3'959.05  aus  der  Gerichtskasse  zu 

entschädigen ist.  

- 26 -

Es wird beschlossen:

1.

Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Bülach vom 6. Mai 

2024 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist: 

"Es wird erkannt:

1.-4. …

5.

Die folgenden, mit Verfügungen der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland 

vom 7. September 2023 und 22. September 2023 beschlagnahmten Gegen-

stände werden eingezogen und sind nach Eintritt der Rechtskraft dieses 

Urteils durch die Kantonspolizei Zürich zu vernichten:

 Mobiltelefon Motorola (Asservat-Nr. A016'218'830),























Notebook Samsung (Asservat-Nr. A016'219'048),

Festplatte Samsung 860 EVO SSD (Asservat-Nr. A016'279'064),

Festplatte Samsung 870 EVO SSD (Asservat-Nr. A016'279'086),

Festplatte Toshiba (Asservat-Nr. A016'279'144),

Solid State Drive SSD Liteon (Asservat-Nr. A016'279'166),

Festplatte Samsung 840 EVO SSD (Asservat-Nr. A016'279'188),

Notebook Acer (Asservat-Nr. A016'219'399),

Festplatte Western Digital WD60EFRX (Asservat-Nr. A016'278'685),

Festplatte Western Digital WD60EFRX (Asservat-Nr. A016'278'709),

Festplatte HGST (Asservat-Nr. A016'278'721),

Festplatte Seagate ST3000DM008 (Asservat-Nr. A016'278'743).

6.

Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

1'200.– ; die weiteren Auslagen betragen:

1'500.–   Gebühr für das Vorverfahren

4'270.–   Auslagen Polizei 

9'634.45   amtl. Verteidigungskosten (inkl. MwSt. von 7.7 %)

9'531.90   amtl. Verteidigungskosten (inkl. MwSt. von 8.1 %)

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.

7. …

- 27 -

8.

9.

(Mitteilungen)

(Rechtsmittel)"

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

Es wird erkannt:

1.

Der Beschuldigte A._____ ist schuldig





der mehrfachen Pornografie im Sinne von Art. 197 Abs. 4 Satz 2 

aStGB und Art. 197 Abs. 5 Satz 1 und Satz 2 aStGB 

mehrfachen Gewaltdarstellungen im Sinne von Art. 135 Abs. 1bis 

aStGB.

2.

Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 140 Tagessätzen zu 

Fr. 30.–, teilweise als Zusatzstrafe zum Strafbefehl der Staatsanwaltschaft 

Winterthur/Unterland vom 10. Januar 2022. 

3.

Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 3 Jahre 

festgesetzt. 

4.

Es wird ein lebenslängliches Tätigkeitsverbot im Sinne von Art. 67 Abs. 3 

lit. d Ziff. 2 StGB angeordnet. 

5.

6.

Die erstinstanzliche Kostenauflage (Ziff. 7) wird bestätigt.

Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

Fr.

Fr.

3'600.– ; die weiteren Kosten betragen:

3'959.05   amtliche Verteidigung.

- 28 -

7.

Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der 

amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten 

der amtlichen Verteidigung werden einstweilen auf die Gerichtskasse ge-

nommen. Die Rückzahlungspflicht des Beschuldigten bleibt gemäss Art. 135 

Abs. 4 StPO vorbehalten.

8. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an





die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten. (übergeben)

die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland (versandt)

sowie in vollständiger Ausfertigung an







die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten

die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland

das Bundesamt für Polizei, Bundeskriminalpolizei

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung 

allfälliger Rechtsmittel an







die Vorinstanz

den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 
Vollzugsdienste 

die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A.

9. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-

sachen erhoben werden.

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 

begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der gemäss Art. 35 und 35a 

BGerR zuständigen strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichts (1000 

Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschrie-

benen Weise schriftlich einzureichen.

- 29 -

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes.

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer

Zürich, 9. Juli 2025

Der Präsident:

Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. C. Maira

MLaw T. Künzle

Zur Beachtung:

Der/die Verurteilte wird auf die Folgen der Nichtbewährung während der Probezeit aufmerksam 

gemacht:

Wurde der Vollzug einer Geldstrafe unter Ansetzung einer Probezeit aufgeschoben, muss sie vor-

erst nicht bezahlt werden. Bewährt sich der/die Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit, muss 

er/sie die Geldstrafe definitiv nicht mehr bezahlen (Art. 45 StGB); Analoges gilt für die bedingte 

Freiheitsstrafe.

Eine bedingte Strafe bzw. der bedingte Teil einer Strafe kann im Übrigen vollzogen werden 

(Art. 46 Abs. 1 bzw. Abs. 4 StGB),

-

-

wenn der/die Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder Vergehen begeht,

wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet.