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**Case Identifier:** b9335ded-357d-5314-8ca3-e5d947690c63
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-02-16
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 16.02.2022 200 2021 793
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2021-793_2022-02-16.pdf

## Full Text

200 21 793 IV
LOU/SVE/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 16. Februar 2022

Verwaltungsrichter Loosli, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schwegler
Gerichtsschreiberin Schwitter

A.________
vertreten durch B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 19. Oktober 2021

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Feb. 2022, IV/21/793, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1999 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich im Februar 2018 unter Hinweis auf Schmerzen und Blockade 
in der linken Schulter infolge eines am 8. August 2016 erlittenen Unfalls bei 
der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an 
(Akten der IV-Stelle Bern [IVB bzw. Beschwerdegegnerin], Antwortbeilage 
[AB] 27). Die IVB tätigte in der Folge medizinische und erwerbliche Ab-
klärungen, insbesondere gewährte sie Frühinterventionsmassnahmen in 
Form einer Berufsberatung (AB 48) und veranlasste eine bidisziplinäre Be-
gutachtung (Expertise vom 6. März 2019 [AB 76]). Mit unangefochten ge-
bliebener Verfügung vom 7. Februar 2020 (AB 98) sprach sie der Versi-
cherten bei einem Invaliditätsgrad von 54 % eine halbe Rente zu. Nach 
durchgeführtem Vorbescheidverfahren (AB 133, 137) verneinte die IVB mit 
Verfügung vom 19. Oktober 2021 (AB 138) einen Anspruch auf eine erst-
malige berufliche Ausbildung zur … …, da diese Tätigkeit als mittelschwere 
bis schwere körperliche Arbeit einzustufen und der Versicherten nicht zu-
mutbar sei. 

B.

Hiergegen erhob die Versicherte selbst und vertreten durch B.________ 
mit Eingabe vom 16. November 2021 Beschwerde und beantragte sinn-
gemäss, in Aufhebung der Verfügung vom 19. Oktober 2021 seien ihr be-
rufliche Massnahmen in Form einer erstmaligen beruflichen Ausbildung zur 
… … zuzusprechen. Zudem sei die Invalidenrente auf eine dem Alter und 
branchenüblichen Gehalt angepasste jährliche Rente von mindestens 
Fr. 33'124.-- zu erhöhen.

Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 20. Dezem-
ber 2021 auf Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei.

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Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 19. Oktober 2021 
(AB 138). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine erstmalige beruf-
liche Ausbildung zur … ….

Soweit die Beschwerdeführerin darüber hinaus ein Eingliederungspro-
gramm im Sinne eines Pilotprojektes beantragt sowie die Berechnung bzw. 
die Höhe der Rente beanstandet, befand die Beschwerdegegnerin in der 
angefochtenen Verfügung nicht darüber, weshalb diese Rechtsverhältnisse 
ausserhalb des Anfechtungsgegenstandes liegen. Folglich ist insoweit auf 
die Beschwerde nicht einzutreten (BGE 131 V 164 E. 2.1 S. 164; SVR 2011 
UV Nr. 4 S. 13 E. 2.1). Der Rentenanspruch wurde im Übrigen auch revisi-
onsweise mit Verfügung vom 8. Dezember 2021 (AB 142), welche unange-
fochten in Rechtskraft erwuchs, bestätigt.

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1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). Sie beurteilen 
offensichtlich begründete oder offensichtlich unbegründete Fälle in Zweier-
besetzung (Art. 56 Abs. 3 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Am 1. Januar 2022 ist die Änderung vom 19. Juni 2020 des IVG 
(Weiterentwicklung der IV; BBl 2020 5535 ff.) in Kraft getreten. Weil in zeit-
licher Hinsicht – vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelun-
gen – grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgeblich sind, die bei der 
Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tat-
bestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1 S. 370, 144 V 210 
E. 4.3.1 S. 213) und die angefochtene Verfügung vor dem Inkrafttreten der 
IVG-Änderung vom 19. Juni 2020 datiert, ist der geltend gemachte Leis-
tungsanspruch nach den bis 31. Dezember 2021 geltenden Normen (fortan 
aArt.) zu prüfen.

2.2 Gemäss aArt. 16 Abs. 1 IVG haben Versicherte, die noch nicht er-
werbstätig waren und denen infolge Invalidität bei der erstmaligen berufli-
chen Ausbildung in wesentlichem Umfange zusätzliche Kosten entstehen, 
Anspruch auf Ersatz dieser Kosten, sofern die Ausbildung den Fähigkeiten 
des Versicherten entspricht. Als erstmalige berufliche Ausbildung gilt die 
berufliche Grundbildung nach dem Berufsbildungsgesetz vom 13. Dezem-
ber 2002 sowie, nach Abschluss der Volks- oder Sonderschule, der Besuch 
einer Mittel-, Fach- oder Hochschule und die berufliche Vorbereitung auf 
eine Hilfsarbeit oder auf die Tätigkeit in einer geschützten Werkstätte 
(Art. 5 Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung vom 17. Ja-
nuar 1961 [IVV; SR 831.201]).

2.3 Die versicherte Person hat in der Regel nur Anspruch auf die dem 
jeweiligen Eingliederungszweck angemessenen, notwendigen Massnah-

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men, nicht aber auf die nach den gegebenen Umständen bestmöglichen 
Vorkehren (vgl. Art. 8 Abs. 1 IVG). Das Gesetz will die Eingliederung ledig-
lich so weit sicherstellen, als diese im Einzelfall notwendig, aber auch 
genügend ist (BGE 142 V 523 E. 6.3 S. 535).

2.4 Anders als im Rentenrecht (Art. a28 Abs. 1 IVG) nennt das Gesetz 
keinen Mindestgrad der Invalidität, damit Eingliederungsmassnahmen ge-
währt werden können (BGE 116 V 80 E. 6a S. 81). Eingliederungsmass-
nahmen unterliegen jedoch den allgemeinen Anspruchsvoraussetzungen 
des Art. 8 Abs. 1 IVG. Eine Eingliederungsmassnahme hat somit neben 
den dort ausdrücklich genannten Erfordernissen der Geeignetheit und Not-
wendigkeit auch demjenigen der Angemessenheit (Verhältnismässigkeit im 
engeren Sinne) als drittem Teilgehalt des Verhältnismässigkeitsgrund-
satzes zu genügen. Danach muss sie unter Berücksichtigung der gesamten 
tatsächlichen und rechtlichen Umstände des Einzelfalles in einem ange-
messenen Verhältnis zum angestrebten Eingliederungsziel stehen. Hin-
sichtlich der Angemessenheit lassen sich vier Teilaspekte unterscheiden, 
nämlich die sachliche, die zeitliche, die finanzielle und die persönliche An-
gemessenheit. Danach muss die Massnahme prognostisch ein bestimmtes 
Mass an Eingliederungswirksamkeit aufweisen; sodann muss gewährleistet 
sein, dass der angestrebte Eingliederungserfolg voraussichtlich von einer 
gewissen Dauer ist; des Weitern muss der zu erwartende Erfolg in einem 
vernünftigen Verhältnis zu den Kosten der konkreten Eingliederungsmass-
nahme stehen; schliesslich muss die Massnahme dem Betroffenen auch 
zumutbar sein (BGE 142 V 523 E. 2.3 S. 526). Als zumutbar gilt jede 
Massnahme, die der Eingliederung der versicherten Person dient; ausge-
nommen sind Massnahmen, die ihrem Gesundheitszustand nicht ange-
messen sind (Art. 7a IVG).

Die Frage der Geeignetheit betrifft dabei nicht nur die Massnahme an sich, 
sondern auch die Person des Versicherten (MEYER/REICHMUTH, Bundesge-
setz über die Invalidenversicherung [IVG], 3. Aufl. 2014, Art. 8 N. 17) und 
ist im Rahmen einer ex ante Prognose zu beantworten (vgl. SILVIA BUCHER, 
Eingliederungsrecht der Invalidenversicherung, 2011, Rz. 81).

2.5 Um den Leistungsanspruch bemessen zu können, ist die Verwal-
tung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die 

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Ärzte und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen 
haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand 
zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und be-
züglich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weite-
ren sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2021 IV 
Nr. 54 S. 181 E. 2.3).

3.

3.1 Mit der angefochtenen Verfügung vom 19. Oktober 2021 (AB 138) 
verneinte die Beschwerdegegnerin den Anspruch der Beschwerdeführerin 
auf eine erstmalige berufliche Ausbildung zur … …, da diese Tätigkeit als 
mittelschwere bis schwere körperliche Arbeit einzustufen sei, die ihr nicht 
zumutbar sei. Den Akten lässt sich in medizinischer Hinsicht hierzu das 
Folgende entnehmen:

3.1.1 Im rheumatologisch-psychosomatischen Gutachten vom 6. März 
2019 (AB 76) führten die Dres. med. C.________, Facharzt für Allgemeine 
Innere Medizin, und D.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, 
Physikalische Medizin und Rehabilitation sowie Rheumatologie, in der in-
terdisziplinären Gesamtbeurteilung (AB 76.1) als Diagnosen mit Auswir-
kung auf die Arbeitsfähigkeit ein Complex Regional Pain Syndrom (CRPS) 
sowie ein linksbetontes tendomyotisches Cervikalsyndrom im Gefolge des 
CRPS auf. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierten sie 
eine partielle konstitutionelle Hyperlaxizität/Hypermotilität (S. 3 Ziff. 4.2). 
Diese Diagnosen wirkten sich funktionell in einer Unfähigkeit, schwere und 
mittelschwere körperliche Tätigkeiten zu verrichten wegen der schmerzbe-
dingten Nichtgebrauchsfähigkeit der linken oberen Extremität durch das 
CRPS und das damit assoziierte tendomyotische Cervikalsyndrom links, 
aus (Ziff. 4.3). In der bisherigen Tätigkeit als … attestierten sie eine Arbeits-
fähigkeit von 0 % (S. 4 Ziff. 4.7). In einer leichten, ergonomisch angepass-
ten Tätigkeit attestierten sie eine Arbeitsfähigkeit von 50 % (Ziff. 4.8). Der 
Beruf als … sei in seinem Anforderungsprofil als mittelschwere bis schwere 

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körperliche Tätigkeit einzustufen, weshalb hierfür eine 100%ige Arbeitsun-
fähigkeit bestehe. Leichte körperliche Tätigkeiten mit ergonomischer An-
passung (z.B. als …) an die zumindest aktuell noch bestehende schmerz-
bedingte Nichtgebrauchsfähigkeit der linken oberen Extremität seien hin-
gegen mit einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit ohne Zeitdruck und mit peri-
odischen Pausen zu bewältigen (Ziff. 4.9).

3.1.2 In der Stellungnahme vom 14. März 2019 (AB 78) hielt Dr. med. 
E.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, Kardiologie und Ar-
beitsmedizin, vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD), fest, durch die Be-
schwerdeführerin sei eine allenfalls leichte, wechselbelastete, in Normal-
schicht ausgeübte Tätigkeit unter einem mechanischem Anforderungsprofil, 
welches eine weitgehende Entlastung des linken Hand-Armsystems ermög-
liche, im Sinne einer nur gelegentlich und mit einem Lastmaximum von ein 
bis zwei Kilogramm einzusetzenden linken Hilfshand, leistbar. Unter 
Berücksichtigung dieses ergonomischen Leistungsprofils sei ein Pensum 
von 50 % entsprechend einer täglichen Arbeitszeit von vier Stunden an fünf 
Tagen der Woche zumutbar. Dabei sei mittelfristig (Dauer von zunächst 
zwölf Monaten) eine zusätzliche qualitative Leistungsminderung von 20 % 
zuzumessen, dies wegen eines vermehrten Pausenbedarfs und der allen-
falls zu erwartenden, mit kurzfristigen Arbeitsunfähigkeiten einhergehenden 
Rückschlägen im Verlauf der anstehenden Reha-Massnahmen (S. 4).

An dieser Einschätzung hielt die RAD-Ärztin Dr. med. F.________, 
Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, mit Stellungnahmen vom 1. Fe-
bruar (AB 123) und 26. Juli 2021 (AB 132) mangels hinreichend belegtem 
Nachweis einer Verbesserung der gesundheitlichen Situation fest.

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe 
anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische 
These abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352). 

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Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

3.3 Die Beschwerdegegnerin stützt sich in der angefochtenen 
Verfügung vom 19. Oktober 2021 (AB 138) auf die rheumatologisch-
psychosomatische Expertise vom 6. März 2019 (AB 76) sowie die Stel-
lungnahmen des RAD (AB 78, 123, 132), welche die Voraussetzungen der 
Rechtsprechung an medizinische Berichte erfüllen (vgl. E. 3.2 hiervor). 
Dies ist zwischen den Parteien denn auch unbestritten.

Gestützt auf die gutachterliche Einschätzung ist davon auszugehen, dass 
die Beschwerdeführerin im Anschluss an einen … vom 8. August 2018 mo-
torische und sensorische Auffälligkeiten, die den Kriterien eines komplexen 
regionalen Schmerzsyndroms der linken oberen Extremität entsprechen, 
entwickelt hat (AB 76.1 S. 3 Ziff. 4.1). Mithin besteht (derzeit) eine funktio-
nelle Beeinträchtigung mit anhaltenden Schmerzen im Bereich des linken 
Arms. In Berücksichtigung dieser invalidisierenden Einschränkungen und 
des unveränderten Zumutbarkeitsprofils, wonach die Beschwerdeführerin 
nicht in der Lage ist, mittelschwere und schwere körperliche Tätigkeiten zu 
verrichten (vgl. AB 76.1 S. 3 Ziff. 4.3), sind ihr einzig leichte, wechselbelas-
tende, in Normalschicht ausgeübte Tätigkeiten unter einem mechanischem 
Anforderungsprofil, welches eine weitgehende Entlastung des linken Hand-
Armsystems ermöglicht, im Sinne einer nur gelegentlich und mit einem 
Lastmaximum von ein bis zwei Kilogramm einzusetzenden linken Hilfshand 
(vgl. AB 78 S. 4), zumutbar. Eine (bereits hinreichende) Verbesserung des 
Gesundheitszustandes wird weder geltend gemacht noch ist eine solche 
aus den Akten ersichtlich (vgl. AB 78, 123, 132). Eine solche Verbesserung 

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steht derzeit auch nicht auf absehbare Zeit in Aussicht, woran nichts än-
dert, dass bereits die Gutachter ein grosses Therapiepotential (AB 76.1 
S. 4, 76.2 S. 14) mit gar der Möglichkeit einer restitutio ad integrum erkannt 
hatten (AB 76.2 S. 12 Ziff. 7.2 und S. 14) und die Beschwerdeführerin 
selbst einen Alltag mit umfangreichen Beschäftigungen und damit erhebli-
chen verbliebenen Ressourcen schildert (vgl. AB 76.2 S. 5, S. 8, S. 12). Die 
Beschwerdeführerin hat soweit ersichtlich die von den Fachärzten empfoh-
lene BAI-Therapie (AB 92 S. 11) bis heute nicht aufgenommen. Dies ist im 
vorliegenden Kontext mangels bestätigter Verbesserung im Gesundheits-
zustand unbeachtlich, wird die Beschwerdeführerin jedoch in der Zukunft 
nicht von der hinreichenden Mitwirkung zur Verbesserung der Arbeits- und 
Leistungsfähigkeit und einer angemessenen Eingliederung befreien, selbst 
wenn dies eine Abkehr vom offenbar seit Kindheit gehegten Traumberuf 
bedingt. Es hat für den vorliegenden Fall damit sein Bewenden, dass das 
ärztliche Zumutbarkeitsprofil, wie es der Rentenzusprache zugrunde gelegt 
worden war, Gültigkeit hat.

Die von der Beschwerdeführerin gewählte Ausbildung zur … … umfasst 
zweifelsfrei mittelschwere bis schwere körperliche Arbeiten (vgl. hierzu 
AB 38 S. 7 Ziff. 5) resp. sind „starke …, … und kräftiger … für das … und 
für das Erledigen von …“ erforderlich (vgl. <www.berufsberatung.ch>; Ru-
brik: Berufe suchen/… …). So gab auch die ehemalige Arbeitgeberin expli-
zit an, es bestehe eine „grosse körperliche Anforderung, …, …, … –> viel 
Kraft erforderlich“ (S.8). Aufgrund der bestehenden körperlichen Beein-
trächtigung wurde das seit dem 2. August 2016 bestehende Lehrverhältnis 
(Lehre als … … [AB 27 S. 6 Ziff. 5.4]) denn auch per 1. November 2017 
seitens des Lehrbetriebs beendet. Nicht unbeachtlich ist auch, dass das 
freie beidhändige Arbeiten mit … der Sicherheit der Beschwerdeführerin 
selbst und anwesenden Drittpersonen dient. Überdies gab die Beschwerde-
führerin denn auch selbst an, dass das Führen von …, deren …, das … der 
… sowie das beidhändige Heben von Lasten nicht mehr möglich seien 
(AB 76.3 S. 10 Ziff. 12) und die Schmerzen seit Lehrbeginn wieder zuge-
nommen hätten (AB 111 S. 2). Mithin überzeugt, dass die Gutachter in die-
ser Tätigkeit eine vollständige Arbeitsunfähigkeit attestierten (AB 76.1 S. 4 
Ziff. 4.7). Die nun von der Beschwerdeführerin begonnene Ausbildung zur 
… … (vgl. AB 108 S. 2) ist damit aus gesundheitlichen Gründen als Ein-

http://www.berufsberatung.ch

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gliederungsmassnahme in Form einer erstmaligen beruflichen Ausbildung 
offensichtlich weder geeignet noch verhältnismässig. Denn mit Blick auf die 
attestierte vollständige Arbeitsunfähigkeit ist das rechtsprechungsgemäss 
verlangte prognostisch bestimmte Mass an Eingliederungswirksamkeit 
nicht gegeben, weshalb damit auch kein Eingliederungserfolg von gewisser 
Dauer erreicht werden kann. Dies wird von der Beschwerdeführerin auch 
nicht bestritten, zieht sie doch selbst in Betracht, früher oder später nicht 
mehr auf diesem Beruf zu arbeiten, aber so zumindest einen Abschluss zu 
haben (AB 120 S. 4 Ziff. 5 lit. a). Demnach ist auch die finanzielle Ange-
messenheit der Ausbildung zur … … nicht erfüllt, indem damit kein nach-
haltiges Einkommen zu erzielen ist; insofern ist ein vernünftiges Verhältnis 
zwischen der von der Beschwerdeführerin beantragten Eingliederungs-
massnahme und dem Eingliederungserfolg zu verneinen (vgl. E. 2.4 hier-
vor). 

Nach dem Dargelegten ist die begonnene Ausbildung als … … weder ge-
eignet noch angemessen und der Beschwerdeführerin auch nicht zumut-
bar, weshalb die Voraussetzungen für die Zusprache einer erstmaligen 
beruflichen Ausbildung (vgl. E. 2.3 f. hiervor) nicht erfüllt sind.

Mit der Beschwerdegegnerin übereinstimmend (Beschwerdeantwort S. 4 
Ziff. 21) erscheint zwar nachvollziehbar, dass die Beschwerdeführerin moti-
viert ist, eine ihren Interessen entsprechende Ausbildung auszuüben, was 
sich positiv auf ihre Verfassung auswirke (vgl. Beschwerde S. 3 Ziff. 3). Die 
Beschwerdeführerin ist nach dem Gesagten aber darauf hinzuweisen, dass 
die Ausbildung zur … … ihrer gesundheitlichen Situation nicht angepasst 
und damit ungeeignet ist, weshalb eine Unterstützung dafür durch die Be-
schwerdegegnerin nicht erfolgen kann.

3.4 Zusammenfassend ist die angefochtene Verfügung vom 19. Okto-
ber 2021 (AB 138) nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Be-
schwerde als offensichtlich unbegründet abzuweisen, soweit darauf einzu-
treten ist.

4.

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4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Beschwerdefüh-
rerin die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss in 
gleicher Höhe entnommen.

4.2 Es besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 1 
Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG [Umkehrschluss]).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Feb. 2022, IV/21/793, Seite 12

Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.