# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d411f34e-050b-5089-8614-d0b4ee5f6344
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-09-16
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 16.09.2011 E-5012/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-5012-2011_2011-09-16.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung V
E­5012/2011

U r t e i l   v om   1 6 .   S ep t embe r   2 0 1 1

Besetzung Einzelrichter Kurt Gysi,
mit Zustimmung von Richter Gérald Bovier;  
Gerichtsschreiber Christoph Berger.

Parteien A._______, geboren am (…),
Mongolei,  
vertreten durch lic. iur. Linda Keller, Rechtsanwältin, (…)
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung;
Verfügung des BFM vom 25. August 2011 / N (…).

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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass  der  Beschwerdeführer  eigenen  Angaben  zufolge  sein  Heimatland 
am 25. Mai 2009 verliess und am 7. Juni 2009 in die Schweiz gelangte, 
wo er gleichentags um Asyl nachsuchte,

dass er anlässlich der Befragung vom 8. Juli 2009 und der Anhörung vom 
21. Juli 2009 durch das Bundesamt zur Begründung seines Asylgesuches 
im Wesentlichen geltend machte, seine Eltern hätten sich im Jahre 2000 
scheiden  lassen,  sein  Vater  sei  in  der  Folge  für  ihn  unbekannten 
Aufenthaltes  geblieben  und  seine Mutter  sei  der  Alkoholsucht  verfallen, 
weshalb er sich als Strassenkind habe durchschlagen müssen,

dass  er  einmal  nach  einem  Diebstahl  von  Esswaren  für  zwei  Tage  in 
polizeiliche  Gewahrsam  gekommen,  jedoch  ohne  weitere  Sanktionen 
entlassen worden sei,

dass sein Stiefvater  ihm geraten habe, nach Moskau zu ziehen und dort 
eine Schule zu besuchen,

dass er in Moskau für kurze Zeit Unterschlupf gefunden habe, ihm jedoch 
geraten wurde, weiterzuziehen und er mit  einem Personenwagen  in die 
Schweiz gereist sei,

dass  für  den  detaillierten  Inhalt  der  Sachverhaltsvorbringen  auf  die 
angefochtene  Verfügung  und  auf  die  aktenkundigen  Befragungs­  sowie 
Anhörungsprotokolle zu verweisen ist,

dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  25.  August  2011  – eröffnet  am  5. 
September  2011 –  in  Anwendung  von  Art. 34  Abs. 1  des  Asylgesetzes 
vom 26. Juni 1998  (AsylG, SR 142.31) auf das Asylgesuch nicht eintrat, 
die  Wegweisung  des  Beschwerdeführers  aus  der  Schweiz  sowie  den 
Vollzug anordnete und Einsicht in die editionspflichtigen Verfahrensakten 
gewährte,

dass das Bundesamt zur Begründung seines Nichteintretensentscheides 
darauf  hinweist,  dass  der  Bundesrat  die  Mongolei  mit  Beschluss  vom    
28. Juni 2000 als verfolgungssicheren Staat („safe country“) im Sinne von 
Art. 6a Abs. 2 Bst. a AsylG bezeichnet habe,

dass die Bezeichnung eines Landes als  „safe country“ die widerlegbare 
Vermutung der Verfolgungssicherheit begründe und nach Art. 34 Abs. 1 
AsylG  auf  Gesuche  von  Asylbewerbern  mongolischer 

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Staatsangehörigkeit  nicht  eingetreten  werde,  ausser  es  gebe  Hinweise 
auf Verfolgung,

dass  Hinweise,  welche  die  widerlegbare  Vermutung  der 
Verfolgungssicherheit  umstossen  könnten,  vorliegend  aus  den  Akten 
nicht  ersichtlich  seien,  sondern  vielmehr  jegliche  Hinweise  auf  das 
Bestehen einer staatlichen Verfolgung fehlen würden,

dass  der  Beschwerdeführer  lediglich  Schwierigkeiten  im  familiären 
Bereich  vorbringe  und  abgesehen  von  der  legitimen  Massnahme 
aufgrund des Diebstahls keine Probleme mit den heimatlichen Behörden 
geltend mache,

dass  demnach  in  Anwendung  von  Art.  34  Abs.  1  AsylG  auf  das 
Asylgesuch nicht einzutreten sei,

dass  die  Wegweisung  aus  der  Schweiz  die  Regelfolge  eines 
Nichteintretensentscheides darstelle und keine Gründe ersichtlich seien, 
die  auf  Unzulässigkeit,  Unzumutbarkeit  oder  Unmöglichkeit  eines 
Wegweisungsvollzuges  schliessen  lassen  könnten,  zumal  aufgrund  der 
Nichterfüllung  der  Flüchtlingseigenschaft  des  Beschwerdeführers  der 
Grundsatz der Nichtrückschiebung gemäss Art. 5 Abs. 1 AsylG nicht zur 
Anwendung  gelange,  ihm  im  Heimatstaat  keine  durch  Art.  3  der 
Konvention  vom  4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte 
und  Grundfreiheiten  (EMRK,  SR  0.101)  verbotene  Strafe  oder 
Behandlung drohe,  in Beachtung des Übereinkommens über die Rechte 
des Kindes vom 20. November 1989 (KRK) der Vollzug der Wegweisung 
zulässig  sei  und  weder  die  politische  Situation  in  der  Mongolei  noch 
individuelle Gründe gegen die Zumutbarkeit  des Wegweisungsvollzuges 
sprächen,

dass  auf  die  diesbezüglichen  Ausführungen  in  der  angefochtenen 
Verfügung verwiesen wird,

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 12. September 2011 beim 
Bundesverwaltungsgericht die Aufhebung des Entscheides des BFM vom 
25. August 2011 und Eintreten auf das Asylgesuch beantragt, 

dass festzustellen sei, dass eine Wegweisung des Beschwerdeführers in 
seine Heimat unzumutbar sei,

dass  er  in  prozessualer  Hinsicht  die  Erteilung  der  aufschiebenden 
Wirkung  der  Beschwerde  sowie  die  unentgeltliche  Rechtspflege  und 

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Rechtsverbeiständung  (nach Art.  65 Abs.  1  und  2  des Bundesgesetzes 
über  das  Verwaltungsverfahren  vom  20.  Dezember  1968  [VwVG, 
SR 172.021]) beantragt,

dass  er  im  Wesentlichen  vorbringt,  allein  aus  dem  zweitägigen 
Einsperren eines erst 14­jährigen Kindes auf dem Polizeiposten gehe die 
Gefahr einer staatlichen Verfolgung hervor, weshalb auf das Asylgesuch 
einzutreten sei,

dass  im  Weiteren  insgesamt  unter  Verweis  auf  die  lange  Dauer  des 
Asylverfahrens,  die  gute  Integration  in  der  Schweiz  sowie  des 
Umstandes,  dass  er  in  der Heimat  über  keine Verwandten  verfüge  und 
während  eines  früheren  Heimaufenthaltes  offenbar  sehr  schlechte 
Erfahrungen  gemacht  haben müsse,  eine Wegweisung  in  die Mongolei 
klar unzumutbar sei,

dass bezüglich der Begründung der Rechtsbegehren im Einzelnen auf die 
Rechtsmitteleingabe  und  ­  soweit  entscheidwesentlich  ­  auf  die 
nachfolgenden Erwägungen verwiesen wird,

dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  14.  September  2011  beim 
Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht  in der Regel  ­ so auch vorliegend  ­ 
endgültig über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM 
entscheidet  (Art.  105  AsylG  i.V.m.  Art.  31­33  des 
Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32] sowie 
Art.  83  Bst.  d  Ziff.  1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005 
[BGG, SR 173.110]),

dass  der  Beschwerdeführer  durch  die  angefochtene  Verfügung 
besonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der 
Beschwerde  legitimiert  ist,  weshalb  auf  die  frist­  und  formgerecht 
eingereichte  Beschwerde  einzutreten  ist  (Art. 108  Abs.  2  AsylG  sowie 
Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 VwVG),

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dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  entschieden  wird 
(Art. 111  Bst. e  AsylG),  und  es  sich  vorliegend,  wie  nachfolgend 
aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid 
nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  auf  einen  Schriftenwechsel 
verzichtet wurde,

dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32­35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der 
Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass  sich  die  Beschwerdeinstanz  ­  sofern  sie  den 
Nichteintretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet  ­  einer 
selbständigen  materiellen  Prüfung  enthält,  die  angefochtene  Verfügung 
aufhebt  und  die  Sache  zu  neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz 
zurückweist  (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen 
Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),

dass  die  Vorinstanz  die  Frage  der  Wegweisung  und  des  Vollzugs 
materiell  prüft,  weshalb  dem  Bundesverwaltungsgericht  diesbezüglich 
volle Kognition zukommt,

dass auf Gesuche von Asylsuchenden aus verfolgungssicheren Staaten 
nach  Art. 6a  Abs. 2  Bst. a  AsylG  (sogenannte  „safe  countries“)  nicht 
eingetreten wird,  ausser  es  gebe Hinweise  auf  eine Verfolgung  (Art. 34 
Abs. 1 AsylG),

dass der Bundesrat die Mongolei mit Beschluss vom 28. Juni 2000 zum 
"safe  country"  im Sinne  von Art. 6a  Abs. 2  Bst. a  AsylG  erklärt  hat  und 
von  dieser  Einschätzung  im  Rahmen  der  periodischen  Prüfung  (vgl. 
Art. 6a Abs. 3 AsylG) bisher nicht abgewichen ist,

dass  das  Bundesamt  die  Mongolei  daher  zu  Recht  und  unbestritte­
nerweise  als  auf  der  bundesrätlichen  Liste  verfolgungssicherer  Staaten 
stehend  erkannt  hat  und  somit  die  formelle  Bedingung  für  den  Erlass 

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eines  Nichteintretensentscheides  auf  der  Grundlage  von  Art. 34  Abs. 1 
AsylG grundsätzlich erfüllt ist,

dass  praxisgemäss  bei  Art. 34  Abs. 1  AsylG  derselbe  weite 
Verfolgungsbegriff  zur  Anwendung  gelangt  wie  bei  den  Art. 18,  Art. 33 
Abs. 3  Bst. b  und  Art. 35  AsylG  (zu  den  beiden  erstgenannten 
Bestimmungen vgl. EMARK 2004 Nr. 35 E. 4.3 S. 247),

dass  gemäss  konstanter  Rechtsprechung  (EMARK  2004  Nr. 5  E. 4c.aa 
S. 35 f.,  2004 Nr. 35 E. 4.3 S. 247) dieser weite Verfolgungsbegriff  nicht 
bloss  ernsthafte  Nachteile  im  Sinne  von  Art. 3  AsylG  umfasst,  sondern 
auch  die  von Menschenhand  verursachten Wegweisungshindernisse  im 
Sinne  von  Art. 44  Abs. 2  AsylG  i.V.m.  Art. 83  Abs. 3  und  4  des 
Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die Ausländerinnen  und 
Ausländer (AuG, SR 142.20),

dass  ausserdem  dabei  ein  im  Vergleich  zum  ­  bereits  erleichterten  ­ 
Beweismass des Glaubhaftmachens ein nochmals  reduzierter Massstab 
anzuwenden ist,

dass, sobald sich aus den Akten Hinweise auf Verfolgung ergeben, deren 
Unglaubhaftigkeit (und somit Unerheblichkeit) nicht bereits auf den ersten 
Blick  erkannt  werden  kann,  auch  bei  Asylsuchenden  aus 
verfolgungssicheren Staaten einlässlich geprüft werden muss, ob sie die 
Flüchtlingseigenschaft erfüllen (vgl. EMARK 2005 Nr. 2 E. 4.3 S. 16 f.),

dass  entgegen  der  in  der Rechtsmitteleingabe  vertretenen Ansicht  eine 
zweitägige  Anhaltung  (wegen  Diebstahls)  auch  eines  14­jährigen 
offenkundig  keine  Rückschlüsse  auf  eine  persönliche 
Verfolgungssituation des Beschwerdeführers zulassen,

dass  die  Vorinstanz  zutreffend  festgestellt  hat,  dass  der 
Beschwerdeführer  keine  Hinweise  auf  Verfolgung,  welche  nicht 
offensichtlich  haltlos  sind,  darzulegen  vermag,  und  die  diesbezüglichen 
Erwägungen  ­  im  Besonderen  auch  in  der  Anwendung  des 
massgeblichen weiten Verfolgungsbegriffs ­ nicht zu beanstanden sind,

dass  der  Inhalt  der  Beschwerde  offensichtlich  keine  andere  Sichtweise 
erkennen lässt,

dass  das  BFM  demnach  in  Anwendung  von  Art. 34  Abs. 1  AsylG  zu 
Recht auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist,

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dass  die  Ablehnung  eines  Asylgesuchs  oder  das Nichteintreten  auf  ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat 
(Art. 44  Abs. 1  AsylG),  vorliegend  der  Kanton  keine 
Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung 
einer solchen besteht (BVGE 2009/50 E. 9 S. 733), weshalb die verfügte 
Wegweisung  im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und 
demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen 
Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt, 
wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder 
nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG),

dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen 
gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  der  gleiche 
Beweisstandard  wie  bei  der  Flüchtlingseigenschaft  gilt,  dass  heisst,  sie 
sind  zu  beweisen, wenn  der  strikte  Beweis möglich  ist,  und  andernfalls 
wenigstens  glaubhaft  zu  machen  (vgl.  WALTER  STÖCKLI,  Asyl,  in: 
Uebersax/Rudin/Hugi  Yar/Geiser,  Ausländerrecht,  2. Aufl.,  Basel, 
Rz. 11.148),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig  ist,  wenn 
völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der 
Ausländerin oder des Ausländers  in den Heimat­, Herkunfts­ oder einen 
Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem  Grund  nach  Art.  3  Abs.  1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 
5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 
1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker­ und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, 
da  der  Beschwerdeführer  keine  asylrechtlich  erhebliche  Gefährdung 
nachzuweisen oder glaubhaft zu machen vermag, weshalb das  in Art. 5 
AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non­Refoulements im 
vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet und keine Anhaltspunkte 
für  eine  menschenrechtswidrige  Behandlung  ersichtlich  sind,  die  dem 
Beschwerdeführer im Heimat­ oder Herkunftsstaat droht,

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dass der Beschwerdeführer  eigenen Angaben  zufolge  am 12.  Juli  1995 
geboren  wurde  und  die  Vorinstanz  die  Minderjährigkeit  des 
Beschwerdeführers nicht bestritt,

dass er  im heutigen Zeitpunkt nach wie vor minderjährig  ist und deshalb 
grundsätzlich den Normen des KRK unterliegt,

dass  Art.  22  Abs.  2  KRK  darauf  abzielt,  durch  Mitwirkung  der 
Vertragsstaaten  bei  der  Informationsbeschaffung  die 
Familienzusammenführung zu fördern,

dass  Art.  22  KRK  indessen  nur  minderjährige  Asylsuchende  und 
Flüchtlinge beschlägt, nicht aber ausländische Kinder, deren Asylgesuch 
­ wie vorliegend ­ abgewiesen worden ist,

dass  somit  keine  völkerrechtliche  Verpflichtung  besteht,  im  Vorfeld  des 
Vollzugs der Wegweisung eines  im Asylverfahren abgewiesenen Kindes 
Abklärungen  über  den  Aufenthaltsort  seiner  Angehörigen  vorzunehmen 
(EMARK 1998 Nr. 13 E. 5d.aa S. 95 f.),

dass  allerdings  eine  völkerrechtliche Verpflichtung  der Schweiz  besteht, 
innerstaatliches  Recht  zu  schaffen,  das  die  in  der  KRK  statuierten 
völkerrechtlichen Rahmenbestimmungen konkretisiert,

dass  dies  sowohl  im  Ausländer­  als  auch  im  Asylrecht  ­  soweit  nötig  ­ 
geschehen  ist  und  somit  namentlich  das  in  Art.  3  KRK  angesprochene 
Kindeswohl  im  Rahmen  der  Prüfung  der  Zumutbarkeit  des 
Wegweisungsvollzugs  als  gewichtiger  Aspekt  mitberücksichtigt  werden 
muss  (vgl.  dazu  EMARK  1998  Nr.  13  E.  5e.aa  S.  98  f.)  und  dies 
vorliegend mitberücksichtigt wurde,

dass nach dem Gesagten der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne 
der asyl­ als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig ist,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar 
erweist,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer 
Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass die vorläufige Aufnahme ­ unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG ­ 
zu  gewähren  ist,  wenn  eine  konkrete  Gefährdung  festgestellt  wird  (vgl. 
Botschaft  zum  Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer 
vom 8. März 2002, BBl 2002 3818),

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dass bei minderjährigen Beschwerdeführern das Kindeswohl im Rahmen 
der  Zumutbarkeitsprüfung  als  gewichtiger  Aspekt  mitberücksichtigt 
werden muss (vgl. dazu vorstehende Erwägungen),

dass,  mit  Blick  auf  die  allgemeine  politische  Lage,  die 
Menschenrechtssituation  sowie die allgemeinen Lebensumstände  in  der 
Mongolei eine Rückschaffung des Beschwerdeführers unter dem Aspekt 
der  konkreten  Gefährdung  durch  Gewaltsituationen  als  zumutbar  zu 
erachten ist,

dass,  wie  bereits  erwähnt,  bei  der  Beurteilung  der  Zumutbarkeit  des 
Wegweisungsvollzugs  von  Minderjährigen  nicht  nur  eine  allfällige 
Gefährdung  aufgrund  einer  Situation  allgemeiner  Gewalt  zu  prüfen, 
sondern auch abzuklären ist, welche Situation sich für den unbegleiteten 
Minderjährigen  im Falle der Rückkehr realistischerweise ergeben könnte 
und ob dabei das Kindeswohl gefährdet wäre,

dass  in diesem Zusammenhang nicht nur das Alter und die persönliche 
Reife  des Minderjährigen  als massgebliche Kriterien  zu  berücksichtigen 
sind,  sondern  vor  allem  auch  die  effektive  Tragfähigkeit  eines  allenfalls 
noch vorhandenen Beziehungsnetzes im Heimatland, die Ausbildung des 
Minderjährigen und seine Perspektiven im Heimatland sowie ­ bei einem 
längeren Aufenthalt in der Schweiz ­ der Grad der Integration,

dass falls keine Angehörigen ausfindig gemacht werden können oder sich 
ergibt, dass die Rückkehr zu diesen dem Kindeswohl nicht entspricht, die 
Asylbehörden verpflichtet sind, von Amtes wegen und in konkreter Weise 
abzuklären,  ob  das Kind  in  seiner Heimat  allenfalls  in  einer  geeigneten 
Anstalt oder bei einer Drittperson untergebracht werden kann,

dass  das  Bundesamt  daher  im  Hinblick  auf  die  Anordnung  des 
Wegweisungsvollzugs  vorgängig  geeignete Massnahmen  zu  treffen  hat, 
damit  unbegleitete Minderjährige  bei  ihrer  Rückkehr  von  einer  Behörde 
oder  Institution  in  Empfang  genommen  werden,  die  willens  und  in  der 
Lage  ist,  die Verantwortung  für  die Kinder  zu übernehmen und  sich mit 
der  gebotenen  Fürsorglichkeit  um  sie  zu  kümmern  (vgl.  die  von  der 
Schweizerischen Asylrekurskommission entwickelte Praxis [EMARK 2006 
Nr. 24,  EMARK  2003  Nr.  5,  EMARK  1998  Nr.  13,  mit  weiteren 
Hinweisen], welche vom Bundesverwaltungsgericht weitergeführt wird),

dass  hingegen  die  Rückreisemodalitäten  wie  beispielsweise  die 
Begleitung  des  Minderjährigen  sowie  Zeitpunkt  und  Ort  der  Übergabe 

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durchaus  erst  im  unmittelbaren  Vorfeld  der  Rückkehr  geregelt  werden 
und  ­  als  blosse  Vollzugsmodalitäten  ­  vom  Bundesamt  an  den 
zuständigen Kanton delegiert werden können,

dass  zu  prüfen  bleibt,  ob  sich  aus  der  Tatsache,  dass  der 
Beschwerdeführer  eigenen  Angaben  zufolge  im  Heimatland  über  keine 
Bezugspersonen verfügt, eine Gefährdung des Kindeswohls ergibt,

dass dies nur dann zu bejahen wäre, wenn er weder in einer geeigneten 
Institution  noch  bei  geeigneten  Drittpersonen  untergebracht  werden 
könnte,

dass das BFM diesbezüglich zur Vornahme von Abklärungen verpflichtet 
ist,

dass  das  Bundesamt  im  Nachgang  an  das  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts  D­5803/2010  vom  25.  August  2010  der  ihm 
obliegenden Abklärungspflicht in genügender Weise nachgekommen ist,

dass  der  Verfügung  des  BFM  vom  25.  August  2011  insbesondere  zu 
entnehmen  ist,  dass  die  "National  Authority  for  Children"  (NAC)  für  die 
Aufnahme  und  Unterbringung  zurückgeführter  unbegleiteter 
Minderjähriger  zuständig  sei,  welche  nach  einer  Vorankündigung 
unbegleitete Minderjährige vom Flugzeug abhole und  in den geeigneten 
Strukturen unterbringe,

dass  diese  Abklärungen  einer  gerichtsnotorischen  Tatsache  entspricht 
(vgl.  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  D­4692/2009  vom  8.  März 
2010  E.  5.7.3,  D­3921/2008  vom  15.  Februar  2010  E.  6.2.2  und             
D­1507/2011 vom 11. Juli 2011),

dass es sich beim NAC um eine staatliche Behörde handelt, welche sich 
für das Wohlergehen der Kinder in der Mongolei einsetzt und dabei unter 
anderem auch mit privaten Organisationen zusammenarbeitet  (vgl. dazu 
die  Informationen  auf  der  Webseite  des  "Child  Rights  Information 
Network"  [CRIN],  www.crin.org/organisations/vieworg.asp?id=4531 
[zuletzt besucht am 15. September 2011]),

dass  aufgrund  dieser  Abklärung  zwar  noch  nicht  feststeht,  in  welchem 
Heim  der  Beschwerdeführer  bei  einer  Rückkehr  in  die  Mongolei 
untergebracht und betreut werden wird, daraus jedoch nicht zu schliessen 
ist,  dass  das  BFM  seiner  Abklärungspflicht  nicht  genügend 
nachgekommen ist,

E­5012/2011

Seite 11

dass  in  der  Regel  ein  konkreter  Heimplatz  nur  eruiert  und  reserviert 
werden  kann,  wenn  das  Ankunftsdatum  der  minderjährigen  Person 
feststeht,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  davon  ausgehen  kann,  dass  der 
Beschwerdeführer  bei  seiner  Ankunft  in  der  Mongolei  von  einer 
Vertreterin  oder  einem  Vertreter  der  NAC  in  Empfang  genommen  und 
sich  die  NAC  um  Unterkunft  und  Betreuung  des  Beschwerdeführers 
kümmern wird,

dass  zudem  mangels  anderweitiger,  konkreter  Hinweise  davon 
auszugehen ist, dass die NAC, welche in diesem Bereich über jahrelange 
Erfahrung  verfügt  (die  Behörde  wurde  im  Jahr  1925  gegründet),  den 
Beschwerdeführer  in  einer  geeigneten  Institution  unterbringen,  wo  er 
seinen Bedürfnissen und seinem Alter entsprechend betreut werden wird 
(vgl.  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  D­4692/2009  vom  8.  März 
2010 E. 5.7.3 und D­3921/2008 vom 15. Februar 2010 E. 6.2.2),

dass  nach  dem  Gesagten  feststeht,  dass  die  von  der  Vorinstanz 
vorgenommenen  Abklärungen  ausreichend  sind  und  der 
Beschwerdeführer  diesen  Abklärungen  zufolge  bei  einer  Rückkehr  ins 
Heimatland  trotz  allenfalls  fehlenden  Beziehungsnetzes  keiner 
Gefährdung des Kindeswohls ausgesetzt wäre, da er bei seiner Ankunft 
in  der Mongolei  durch  die NAC  in Empfang  genommen  und  von  dieser 
Behörde weiter betreut würde,

dass der Umstand, dass diese Betreuung nicht die Qualität derjenigen in 
einigen westeuropäischen Staaten erreicht, nicht gegen die Zumutbarkeit 
einer  Rückkehr  in  das  Heimatland  und  damit  in  den  angestammten 
Kulturkreis spricht,

dass  angesichts  seines  relativ  kurzen  Aufenthaltes  (zwei  Jahre  und  3 
Monate)  in der Schweiz der Grad seiner  Integration noch keinen Faktor 
darstellt,  der  in  entscheidwesentlicher  Hinsicht  als  ausschlaggebend 
erachtet werden könnte,

dass  sich  zusammenfassend  ergibt,  dass  keine  individuellen,  in  der 
Person  des  Beschwerdeführers  liegenden  Gründe  bestehen,  die  den 
Wegweisungsvollzug  in die Mongolei  als unzumutbar erscheinen  lassen 
würden,

E­5012/2011

Seite 12

dass  ­  wie  erwähnt  ­  die  Reisemodalitäten,  wie  insbesondere  die 
Begleitung  des  Beschwerdeführers  sowie  Zeitpunkt  und  Ort  der 
Übergabe  an  die  NAC  im  unmittelbaren  Vorfeld  der  Rückkehr  geregelt 
werden können,

dass  ansonsten  vollumfänglich  auf  die  vorinstanzlichen  Erwägungen 
verwiesen werden kann,

dass  die  Ausführungen  in  der  Beschwerde,  er  habe  offenbar  während 
eines  früheren  Heimaufenthaltes  sehr  schlechte  Erfahrungen  machen 
müssen, einerseits als nachgeschoben bezeichnet werden müssen  (vgl. 
Akten  BFM  A13/12  F  103,  wonach  er  sich  an  einen  Aufenthalt  im 
Pflegeheim  nicht  erinnerte)  und  andererseits  an  den  obgenannten 
Feststellungen nichts zu ändern vermögen,

dass  die  Vorinstanz  demnach  zu  Recht  die  Zumutbarkeit  des 
Wegweisungsvollzugs im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG festgestellt hat,

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  des  Beschwerdeführers  in  den 
Heimatstaat  schliesslich  möglich  ist,  da  keine  Vollzugshindernisse 
bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerdeführer obliegt, bei 
der  Beschaffung  gültiger  Reisepapiere  mitzuwirken  (vgl.  Art.  8  Abs.  4 
AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513­515),

dass  der  vom  Bundesamt  verfügte  Vollzug  der Wegweisung  nach  dem 
Gesagten zu bestätigen ist,

dass  es  dem  Beschwerdeführer  demnach  nicht  gelungen  ist  darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder 
unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen 
ist,

dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr.  600.–     
(Art.  1­3  des  Reglements  vom  21.  Februar  2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 
VwVG) und das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege 
und  Rechtsverbeiständung  infolge  der  als  aussichtslos  erkannten 
Rechtsbegehren abzuweisen ist,

dass mit vorliegendem Urteil  in der Hauptsache das Gesuch um Erteilen 
der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde gegenstandslos ist.

E­5012/2011

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(Dispositiv nächste Seite)

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  und 
Rechtsverbeiständung wird abgewiesen.

3. 
Die  Verfahrenskosten  von  Fr.  600.–  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Kurt Gysi Christoph Berger

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Seite 14

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