# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0c8d94e4-e7b7-5ceb-bef0-f5e20bf4862a
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-01-31
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Zivilkammern 31.01.2023 ZSU.2022.264
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_001_ZSU-2022-264_2023-01-31.pdf

## Full Text

Obergericht 

Zivilgericht, 4. Kammer 

 

 

ZSU.2022.264  

(SG.2022.215)  

Art. 14 

 

Entscheid vom 31. Januar 2023 
 
 

Besetzung  Oberrichter Richli, Präsident  

Oberrichter Egloff  

Oberrichterin Massari  

Gerichtsschreiberin Kabus          

 

 
   

Klägerin   A. AG_____ Baden, 

[…]   

 

 

 
   

Beklagter   B._____, 

[…]   

 

 

 
 

Gegenstand  Konkurs 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

 

 
   

Das Obergericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

1.1. 

Die Klägerin betrieb den Beklagten mit Zahlungsbefehl Nr. XXX des Betrei-

bungsamts Z. vom 18. Mai 2021 für eine Forderung von Fr. 2'961.75 nebst 

Zins zu 5 % seit 10. Dezember 2019, Fr. 209.50 Verzugszins bis 9. Dezem-

ber 2019 und Mahngebühren von Fr. 80.00. 

  
1.2. 

Der Beklagte erhob gegen den ihm am 15. Juli 2021 zugestellten Zahlungs-

befehl gleichentags Rechtsvorschlag. 

 

1.3. 

Die Klage der Klägerin wurde mit Entscheid des Präsidenten des Bezirks-

gerichts Baden VZ.2021.103 vom 29. März 2022 teilweise gutgeheissen 

und der Beklagte zur Zahlung von Fr. 2'961.75 nebst 5 % Zins seit 10. De-

zember 2019 sowie Betreibungskosten von Fr. 94.65 verpflichtet. Im Mehr-

betrag wurde sie abgewiesen. Der Rechtsvorschlag in der Betreibung 

Nr. XXX des Betreibungsamtes Z. wurde aufgehoben. 

 

2.  

2.1. 

Mit Eingabe vom 16. September 2022 stellte die Klägerin beim Bezirksge-

richt Baden das Konkursbegehren, nachdem die Konkursandrohung vom 

22. Juni 2022 dem Beklagten am 29. Juni 2022 zugestellt worden war und 

dieser die in Betreibung gesetzte Forderung seither nicht bezahlt hatte. 

  
2.2. 

Die Präsidentin des Bezirksgerichts Baden erkannte am 14. November 
2022: 
  

"1. 
Über B., […], Inhaber der seit dem 13.07.2011 eingetragener Einzelunter-
nehmung "D." […], wird mit Wirkung ab 14. November 2022, 10:00 Uhr, 
der Konkurs eröffnet. 
 
2. 
Mit der Durchführung des Verfahrens wird das Konkursamt Aargau, Amts-
stelle Baden, beauftragt. Vorbehalten bleibt eine allfällige andere Zuwei-
sung durch die leitende Konkursbeamtin. Das Konkursamt wird ersucht, 
die Konkurseröffnung zu publizieren. 

 
3. 
Die Gesuchstellerin haftet als Gläubigerin gemäss Art. 194 i.V.m. Art. 169 
SchKG gegenüber dem Konkursamt Aargau für die Kosten, die bis und mit 
der Einstellung des Konkurses mangels Aktiven oder bis zum Schuldenruf 
entstehen. 
 

 - 3 - 

 

 

 

4. 
Die Entscheidgebühr von Fr. 350.00 wird dem Gesuchsgegner auferlegt 
und mit dem in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss der Gesuch-
stellerin verrechnet, so dass der Gesuchstellerin gegenüber der Konkurs-
masse eine Forderung von Fr. 350.00 zusteht." 

 
3. 

3.1. 

Gegen diesen ihm am 16. November 2022 zugestellten Entscheid erhob 

der Beklagte mit Eingabe vom 28. November 2022 beim Obergericht des 

Kantons Aargau Beschwerde und beantragte die Aufhebung des Konkur-

ses zufolge Bezahlung der Konkursforderung innerhalb der Beschwerde-

frist. Ausserdem ersuchte er darum, der Beschwerde sei die aufschiebende 

Wirkung zu erteilen. 

 

3.2. 

Der Instruktionsrichter der 4. Zivilkammer des Obergerichts des Kantons 

Aargau wies mit Verfügung vom 30. November 2022 das Gesuch um Ertei-

lung der aufschiebenden Wirkung ab. 

 

3.3. 

Mit Beschwerdeantwort vom 16. Dezember 2022 hielt die Klägerin fest, der 

Beklagte habe den gesamten offenen Betrag beglichen, weshalb die Be-

schwerde gutzuheissen sei. 

 

 
   

Das Obergericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Der Entscheid des Konkursgerichts kann innert zehn Tagen mit Be-

schwerde nach der Schweizerischen Zivilprozessordnung (ZPO) angefoch-

ten werden (Art. 174 Abs. 1 Satz 1 SchKG). Die Parteien können dabei 

neue Tatsachen geltend machen, wenn diese vor dem erstinstanzlichen 

Entscheid eingetreten sind (Art. 174 Abs. 1 Satz 2 SchKG i.V.m. Art. 326 

Abs. 2 ZPO). 

 

Art. 174 Abs. 2 SchKG erlaubt es dem Schuldner überdies, seine gegen 

das Konkurserkenntnis erhobene Beschwerde mit bestimmten, erst nach 

dem angefochtenen Entscheid entstandenen neuen Tatsachen und Be-

weismitteln (echte Noven) zu begründen und damit von der Beschwer-

deinstanz die Aufhebung des Konkurses zu erlangen. Diese nach dem erst-

instanzlichen Entscheid eingetretenen Konkurshinderungsgründe müssen 

sich innert der Rechtsmittelfrist verwirklicht haben und geltend gemacht 

werden. Nach Ablauf der Rechtsmittelfrist vorgebrachte Noven können 

nicht mehr berücksichtigt werden (BGE 136 III 294, 139 III 491; ROGER GI-

ROUD/FABIANA THEUS SIMONI, in: Basler Kommentar, Bundesgesetz über 

Schuldbetreibung und Konkurs, 3. Aufl. 2021, N. 20 f. zu Art. 174 SchKG). 

 - 4 - 

 

 

 

Die vom Beklagten mit Beschwerde vom 28. November 2022 und damit vor 

Ablauf der Beschwerdefrist eingereichten Belege zum Nachweis eines 

Konkurshinderungsgrundes bzw. zur Glaubhaftmachung seiner Zahlungs-

fähigkeit sind demnach im vorliegenden Verfahren zu berücksichtigen. 

 

2. 

2.1. 

Der Beklagte machte zunächst sinngemäss geltend, er sei Einzelunterneh-

mer und laut dem Arztzeugnis vom 18. November 2022 ab dem 13. bis zum 

18. November 2022 zu 100 % arbeitsunfähig gewesen, weshalb er unver-

schuldet nicht in der Lage gewesen sei, an der Konkursverhandlung vom 

14. November 2022 teilzunehmen. 

 

2.2. 

Das Gericht entscheidet ohne Aufschub, auch in Abwesenheit der Parteien 

(Art. 171 Satz 1 SchKG). Wurde dem Schuldner die Vorladung zur Kon-

kursverhandlung rechtmässig zugestellt, ist die Konkurseröffnung in Abwe-

senheit des Schuldners nicht zu beanstanden (GIROUD/THEUS SIMONI, 

a.a.O., N. 3f zu Art. 171 SchKG). Die Vorinstanz lud die Parteien mit Ver-

fügung vom 18. Oktober 2022 zur Verhandlung vom 14. November 2022 

vor (act. 7 f.). Diese Vorladung wurde dem Beklagten am 20. Oktober 2022 

zugestellt (act. 11), er bestreitet deren Erhalt nicht. Sodann bringt der Be-

klagte nicht vor, dass er um einen Verschiebungstermin (gemäss Art. 135 

ZPO) ersucht hätte, und ein solches Ersuchen ist den Akten nicht zu ent-

nehmen. Der Beklagte hätte nach Wegfall des Hindernisses bei der 

Vorinstanz ein begründetes Wiederherstellungsgesuch einreichen und die 

versäumte Rechtshandlung nachholen müssen (Art. 33 Abs. 4 SchKG). 

Aus der Beschwerde ist zu schliessen, dass dies nicht geschehen ist. In 

den vorinstanzlichen Akten finden sich auch keine Hinweise, dass der Be-

klagte die Vorinstanz darüber informiert hätte, dass er als Einzelunterneh-

mer im Verfahren betreffend Konkurseröffnung wegen Krankheit weder sel-

ber handeln noch rechtzeitig einen Vertreter bezeichnen konnte. Das gel-

tend gemachte unechte Novum vermag deshalb nicht zu einer Aufhebung 

des vorinstanzlichen Entscheids zu führen. Der Entscheid der Vorinstanz 

in Abwesenheit des Beklagten erfolgte daher rechtmässig. 

 

3. 

3.1. 

Nachfolgend ist zu prüfen, ob der Beklagte i.S.v. Art. 174 Abs. 2 SchKG 

einen Konkurshinderungsgrund nachweist und seine Zahlungsfähigkeit 

glaubhaft macht. 

 

3.2. 

3.2.1. 

Die Rechtsmittelinstanz kann die Konkurseröffnung aufheben, wenn der 

Schuldner seine Zahlungsfähigkeit glaubhaft macht und durch Urkunden 

 - 5 - 

 

 

 

beweist, dass inzwischen die Schuld, einschliesslich der Zinsen und Kos-

ten, getilgt oder der geschuldete Betrag bei der Rechtsmittelinstanz zuhan-

den des Gläubigers hinterlegt ist oder der Gläubiger auf die Durchführung 

des Konkurses verzichtet (Art. 174 Abs. 2 SchKG). Diese bundesrechtliche 

Regelung bezweckt, sinnlose Konkurse über nicht konkursreife Schuldner 

zu vermeiden (KURT AMONN/FRIDOLIN WALTHER, Grundriss des Schuldbe-

treibungs- und Konkursrechts, 9. Aufl. 2013, § 36 Rz. 58). 

 

3.2.2. 

Der Beklagte hat die Schuld inkl. Zinsen und Kosten von Fr. 5'113.25 

(act. 8) vollständig getilgt. Dies ergibt sich aus dem von ihm mit Be-

schwerde ins Recht gelegten Zahlungsbeleg vom 21. November 2022, wo-

rin die Klägerin bestätigte, den gesamten Betrag in bar erhalten zu haben 

(act. 32). Damit ist die erste Voraussetzung von Art. 174 Abs. 2 SchKG 

(Tilgung der Schuld einschliesslich Zinsen und Kosten) ohne Weiteres er-

füllt.  

 

3.3. 

3.3.1. 

Sodann ist zu prüfen, ob der Beklagte in der Beschwerde seine Zahlungs-

fähigkeit glaubhaft gemacht hat. Glaubhaft gemacht ist eine Tatsache 

dann, wenn für deren Vorhandensein gewisse Elemente sprechen, selbst 

wenn das Gericht noch mit der Möglichkeit rechnet, dass sie sich nicht ver-

wirklicht haben könnte. Im Hinblick auf die Aufhebung der Konkurseröff-

nung heisst dies, dass die Zahlungsfähigkeit des Konkursiten wahrschein-

licher sein muss als seine Zahlungsunfähigkeit. In diesem Bereich dürfen 

keine zu strengen Anforderungen gestellt werden, insbesondere wenn die 

wirtschaftliche Überlebensfähigkeit des schuldnerischen Unternehmens 

nicht von vornherein ausgeschlossen werden kann. Auch wenn der Schuld-

ner die Zahlungsfähigkeit nicht strikt beweisen, sondern nur glaubhaft ma-

chen muss, so genügen seine Behauptungen allein nicht. Es liegt am 

Schuldner, Beweismittel vorzulegen, die geeignet sind, seine Zahlungsfä-

higkeit als glaubhaft erscheinen zu lassen. Zahlungsfähig ist der Schuldner, 

wenn er über ausreichende liquide Mittel zur Begleichung der fälligen 

Schulden verfügt. Bloss vorübergehende Zahlungsschwierigkeiten lassen 

einen Schuldner noch nicht als zahlungsunfähig erscheinen, ausser wenn 

keine wesentlichen Anhaltspunkte für eine Verbesserung seiner finanziel-

len Situation zu erkennen sind und er auf unabsehbare Zeit als illiquid er-

scheint. Grundsätzlich als zahlungsunfähig erweist sich ein Schuldner, der 

beispielsweise Konkursandrohungen anhäufen lässt, systematisch Rechts-

vorschlag erhebt und selbst kleinere Beträge nicht bezahlt. Die Beurteilung 

beruht auf einem aufgrund der Zahlungsgewohnheiten eines Konkursiten 

gewonnenen Gesamteindruck (Urteil des Bundesgerichts 5A_33/2021 vom 

28. September 2021 E. 2.2 m. H.). Als konkrete Anhaltspunkte für die Zah-

lungsfähigkeit kommen Zahlungsbelege, Belege über die dem Schuldner 

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zur Verfügung stehenden Mittel (z.B. Bankguthaben, Kreditverträge, Erklä-

rung der Bank, das schuldnerische Unternehmen weiterhin zu stützen), un-

terzeichnete Debitoren- und Kreditorenlisten, Auftragsbestätigungen, Aus-

zug aus dem Betreibungsregister, aktuelle Jahresrechnung, unterzeichnete 

Bilanz, Zwischenbilanz, Status, Steuererklärungen und -einschätzungen 

etc. in Frage (GIROUD/THEUS SIMONI, a.a.O., N. 26d zu Art. 174 SchKG). 

Als liquide Mittel sind nur die sofort und konkret verfügbaren, nicht aber 

zukünftige, zu erwartende oder mögliche Mittel zu berücksichtigen (Urteile 

des Bundesgerichts 5A_446/2014 vom 27. Oktober 2014 E. 4.2, 

5A_944/2013 vom 19. März 2014 E. 3.1). 

 

Wichtigstes bzw. unerlässliches Dokument zum Glaubhaftmachen der Zah-

lungsfähigkeit ist der Auszug aus dem Betreibungsregister. Vorzulegen ist 

ein Betreibungsregisterauszug mindestens der letzten drei Jahre. Auch Be-

treibungen, gegen die Rechtsvorschlag erhoben wurde, sind im Rahmen 

der Gesamtbetrachtung der Zahlungsgewohnheiten zu berücksichtigen. 

Der Schuldner ist deshalb grundsätzlich gehalten, zu jeder im Betreibungs-

register nicht als erledigt aufgeführten Forderung Stellung zu nehmen (Ur-

teil des Bundesgerichts 5A_33/2021 vom 28. September 2021 E. 3.3 

m.w.H). Behauptete Abzahlungsvereinbarungen und geleistete Raten sind 

zu belegen (PETER DIGGELMANN, in: Kurzkommentar SchKG, 2. Aufl. 2014, 

N. 15 zu Art. 174 SchKG). 

 

Das Bestehen von Verlustscheinen ist ein weiteres Indiz für die Zahlungs-

unfähigkeit (Urteil des Bundesgerichts 5A_470/2012 vom 19. November 

2012 E. 3.3; GIROUD/THEUS SIMONI, a.a.O., N. 26e zu Art. 174 SchKG). Ge-

gen die Zahlungsfähigkeit spricht auch, wenn der Schuldner seine Schul-

den regelmässig durch Zahlung ans Betreibungsamt begleicht (GI-

ROUD/THEUS SIMONI, a.a.O., N. 26e zu Art. 174 SchKG) 

 

3.3.2. 

Der Beklagte ist seit dem 13. Juli 2011 als Inhaber des Einzelunternehmens 

"D." im Handelsregister des Kantons Aargau mit folgendem Zweck einge-

tragen: Vertrieb von und Handel mit Waren und Produkten aller Art, Erbrin-

gung von Dienst- und Serviceleistungen aller Art im Zusammenhang mit 

Autos, insbesondere Motorrevisionen und -wartungen sowie Import, Ver-

trieb und Verkauf von Autos. 

 

Den Akten lässt sich ein unbefristeter Anstellungsvertrag des Beklagten bei 

der E. AG vom 21. Oktober 2022 mit Stellenantritt per 1. November 2022 

entnehmen. Der darin vereinbarte Monatslohn beträgt Fr. 6'500.00 bei 13 

Monatslöhnen. Diese regelmässigen Einkünfte in Form von Lohn stellen 

einen Hinweis für eine mögliche Zahlungsfähigkeit dar. 

 

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Ungeachtet dessen hat der Beklagte Liquiditätsprobleme. Der Auszug aus 

seinem Betreibungsregister vom 21. November 2022 umfasst sieben Sei-

ten. Darin sind (ohne die der vorliegenden Konkurseröffnung zugrundelie-

gende) 68 Betreibungen aufgeführt, wovon 28 Betreibungen durch Zahlung 

an das Betreibungsamt und drei Betreibungen durch Bezahlung an die 

Gläubiger erledigt sind und in sieben Betreibungen Verlustscheine nach 

Art. 149 SchKG ausgestellt werden mussten. Acht Betreibungen in Höhe 

von Fr. 11'787.00 wurden eingeleitet. Zudem bestehen sieben Pfändungen 

in Höhe von Fr. 14'965.70 und neun Konkursandrohungen in Höhe von 

Fr. 10'959.98. Überdies sind sechs Betreibungen in Höhe von Fr. 8'039.57 

offen, in denen der Beklagte Rechtsvorschlag erhoben hat. Zudem beste-

hen nicht getilgte Verlustscheine aus Pfändungen der letzten 20 Jahre in 

Höhe von Fr. 16'822.90. Der Gesamtbetrag der noch offenen Forderungen 

beläuft sich demnach auf Fr. 62'575.15 (act. 35 ff.). Der Auszug aus dem 

Betreibungsregister ist das wichtigste bzw. unerlässliche Dokument zur 

Glaubhaftmachung der Zahlungsfähigkeit. Der Beklagte hat es allerdings 

unterlassen, zwecks Glaubhaftmachung seiner Zahlungsfähigkeit zu jeder 

als nicht erledigt aufgeführten Forderung Stellung zu nehmen (vgl. E. 3.3.1 

hiervor). In der Beschwerde fehlen vielmehr jegliche Ausführungen dazu. 

Auf dem Betreibungsregisterauszug wurde einzig bei den nicht getilgten 

Verlustscheinen der letzten Jahre vermerkt, dass eine Zahlungsvereinba-

rung bestehe (act. 41), irgendwelche Nachweise hierfür legte der Beklagte 

nicht auf und behauptet diese Zahlungsvereinbarung nicht einmal be-

schwerdeweise, so dass sie nicht als glaubhaft gemacht gilt. Die sieben 

bestehenden Verlustscheine sprechen genauso gegen seine Zahlungsfä-

higkeit, wie die Anhäufung der neun Konkursandrohungen, die systemati-

sche Erhebung von Rechtsvorschlägen (sechs an der Zahl) und die Nicht-

bezahlung von kleineren Beträgen. So wurde dem Beklagten der Konkurs 

für eine Forderung der F. AG in Höhe von Fr. 86.09 angedroht (act. 38) und 

es besteht eine Pfändung gegen ihn für eine Forderung der Finanzverwal-

tung Y. von Fr. 40.00 (act. 39). Überdies spricht gegen seine Zahlungsfä-

higkeit, dass der Beklagte seine Schulden regelmässig durch Zahlung ans 

Betreibungsamt begleicht (act. 36 ff.; vgl. E. 3.3.1 hiervor). 

 

Der Beklagte reichte beschwerdeweise zum Nachweis seiner Zahlungsfä-

higkeit eine Bestätigung der Firma C. vom 28. November 2022 ein, wonach 

diese dem Einzelunternehmen des Beklagten regelmässig Aufträge erteile 

(act. 34). Als liquide Mittel sind nur die sofort und konkret verfügbaren, nicht 

aber zukünftige, zu erwartende oder mögliche Mittel zu berücksichtigen 

(vgl. E. 3.3.1 hiervor), einen konkreten Auftrag legte der Beklagte nicht auf, 

weshalb er aus dieser Bestätigung nichts zu seinen Gunsten ableiten kann. 

Ohne Kenntnis des regelmässig anfallenden Aufwands und Ertrags ist es 

auch nicht möglich zu beurteilen, ob dem Beklagten aktuell und in den 

nächsten Monaten genügend liquide Mittel zur Tilgung der fälligen Schul-

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den zur Verfügung stehen werden. Aktuelle Bankkontoauszüge, aus wel-

chen hervorginge, welche liquiden Mittel er kurzfristig abrufen könnte, hat 

der Beklagte ebenfalls nicht eingereicht.  

 

4. 

Insgesamt erscheint die Zahlungsfähigkeit des Beklagten nicht wahr-

scheinlicher als seine Zahlungsunfähigkeit, womit erstere nicht glaubhaft 

gemacht ist. Demzufolge ist die gegen das Konkurserkenntnis der Präsi-

dentin des Bezirksgerichts Baden vom 14. November 2022 gerichtete Be-

schwerde abzuweisen. 

 

5. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Beklagte die obergerichtliche 

Entscheidgebühr zu bezahlen (Art. 106 Abs. 1 ZPO; Art. 61 Abs. 1 i.V.m. 

Art. 52 GebV SchKG) und seine Parteikosten selber zu tragen. Der nicht 

anwaltlich vertretenen Klägerin ist keine Parteientschädigung zuzuspre-

chen, da sie keine notwendigen Auslagen gemäss Art. 95 Abs. 3 lit. a ZPO 

geltend gemacht hat und kein begründeter Fall für eine Umtriebsentschä-

digung gemäss Art. 95 Abs. 3 lit. c ZPO vorliegt (BENEDIKT A. SUTER/CRIS-

TINA VON HOLZEN, in: THOMAS SUTTER-SOMM/FRANZ HASENBÖHLER/CHRIS-

TOPH LEUENBERGER [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozess-

ordnung, 3. Aufl. 2016, N. 41 zu Art. 95 ZPO). 

 

 
   

Das Obergericht erkennt: 

 

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

2. 

Die obergerichtliche Entscheidgebühr von Fr. 500.00 wird dem Beklagten 

auferlegt. 

 

3. 

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

 

 
 

   

Zustellung an: 

[…] 

 

Mitteilung an: 

[…] 

 

 

 

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Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Zivilsachen (Art. 72 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen, kann innert 30 Tagen, von der schrift-

lichen Eröffnung der vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Be-

schwerde an das Schweizerische Bundesgericht erhoben werden. In vermögensrechtlichen 

Angelegenheiten ist die Beschwerde nur zulässig, wenn der Streitwert in arbeits- und miet-

rechtlichen Fällen mindestens Fr. 15'000.00 bzw. in allen übrigen Fällen mindestens 

Fr. 30'000.00 beträgt, es sei denn, es stelle sich eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Be-

deutung oder es handle sich um einen Entscheid des Konkurs- und Nachlassrichters (Art. 44 

Abs. 1, Art. 72, Art. 74, Art. 90, Art. 100 Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen Bundes-

gericht einzureichen (Art. 42 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Ist eine Beschwerde 

nur unter der Voraussetzung zulässig, dass sich eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Be-

deutung stellt, ist auszuführen, warum diese Voraussetzung erfüllt ist. Die Urkunden, auf die 

sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in den Händen 

hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). 

 

 
   

Aarau, 31. Januar 2023 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Zivilgericht, 4. Kammer 

Der Präsident:    Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

Richli               Kabus