# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9f2e426e-89f9-5360-95ce-d97228e9cf9c
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-04-21
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 21.04.2008 D-2414/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-2414-2008_2008-04-21.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-2414/2008

{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 1 .  A p r i l  2 0 0 8

Einzelrichterin Nina Spälti Giannakitsas, 
mit Zustimmung von Richterin Therese Kojic, 
Gerichtsschreiber Lorenz Mauerhofer.

A._______, geboren _______, Somalia,
alias B._______, geboren _______, Tansania,
alias C._______, geboren _______, Irland,
zurzeit im Transitbereich des Flughafens Zürich-Kloten, 
8058 Zürich-Flughafen, 
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung 
(Entscheid am Flughafen); Verfügung des BFM 
vom 8. April 2008 / N _______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-2414/2008

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass der Beschwerdeführer am 27. März 2008 auf den Flughafen Zü-
rich-Kloten gelangte, wo er am 28. März 2008 ein Asylgesuch einreich-
te, 

dass ihm mit Verfügung des BFM vom 28. März 2008 die Einreise in 
die Schweiz vorläufig  verweigert  und der  Transitbereich  des Flugha-
fens Zürich als Aufenthaltsort zugewiesen wurde,

dass der Beschwerdeführer am 29. März 2008 von der Flughafenpoli-
zei kurz befragt und am 4. April 2008 vom BFM, im Beisein einer Hilfs-
werksvertreterin, einlässlich zu seinen Gesuchsgründen angehört wur-
de, 

dass bei der Kurzbefragung und der einlässlichen Anhörung eine dem 
Beschwerdeführer  beigeordnete  rechtskundige  Person  zugegen  war, 
da er bei Einreichung seines Gesuches vorgebracht hatte, er sei noch 
minderjährig, 

dass der Beschwerdeführer anlässlich der Begründung seines Gesu-
ches im Wesentlichen ausführte, er sei auf der Suche nach seiner Fa-
milie, er habe zu diesem Zweck nach London reisen wollen, er sei je-
doch von seinem Schlepper auf dem Flughafen Zürich-Kloten zurück-
gelassen worden, worauf er von der Flughafenpolizei aufgegriffen wor-
den sei und ein Asylgesuch eingereicht habe (vgl. dazu act. A7, ins-
bes. S. 3, sowie ab S. 10 unten), 

dass  er  zu  seiner  Person  angab,  sein  Name sei  A._______,  er  sei 
____ in Kismaayo geboren und ein Staatsangehöriger von Somalia, er 
gehöre zur Volksgruppe der Bajuni und seine Muttersprache sei Sua-
heli, 

dass er geltend machte, er habe bis zum Alter von 13 Jahren respekti-
ve bis zum Jahre ____ mit seiner Familie – seine Eltern und zwei jün-
geren Geschwistern  – im Dorf  Koyama in der Region von Kismaayo 
gelebt, 

dass es zu einem Überfall auf ihr Haus gekommen sei, in dessen Fol-
ge er zu einem Freund seines Vaters geflüchtet sei, 

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dass ihm nach diesem Ereignis  berichtet  worden sei,  sein  Vater  sei 
beim Überfall ums Leben gekommen und seine Mutter mit seinen Ge-
schwistern seien geflohen, 

dass er einige Monate bei dem Freund seines Vaters – ein Fischer – 
geblieben sei und ihm bei der Arbeit geholfen habe, 

dass jedoch berichtet worden sei, auch er werde von den Mördern sei-
nes Vaters gesucht, worauf er vom Freund seines Vaters nach Jemen 
gebracht worden sei, 

dass er in Jemen in einer Moschee untergekommen sei, wo er kleinere 
Arbeiten verrichtet und sich bis Ende März 2008 – bis zu seiner Reise 
in Richtung Europa – aufgehalten habe, 

dass  er  in  der  Moschee  einen  Geschäftsmann  namens  D._______ 
kennengelernt habe, welcher Bilder mit sich geführt und gesagt habe, 
dass er Leute suche, 

dass er bis zu diesem Zeitpunkt geglaubt habe, seine Mutter sei tot, 
dieser  Mann jedoch unter  anderem über  ein  Foto von seiner  Mutter 
verfügt habe, 

dass der Mann gesagt habe, er könne ihm helfen und werde alles für 
ihn tun, was seine Mutter für ihn bezahle, respektive er werde ihm hel-
fen, damit er zu seiner Mutter nach London fliegen könne, 

dass sie in der Folge durch verschiedene arabische Länder gereist sei-
en, bis sie auf dem Luftweg – mit  einem zweitägigen Zwischenhalt in 
einem ihm unbekannten Land – in Richtung London abgeflogen seien, 

dass der Beschwerdeführer auf Vorhalt  des BFM angab, er sei  wäh-
rend seines Aufenthalts in Jemen nicht als Flüchtling registriert gewe-
sen, und er spreche kein Somali, weil er mit seinen Eltern immer Sua-
heli  gesprochen habe,  welches die Sprache der Bajuni,  die  Sprache 
seines Stammes sei (vgl. act. A13, S. 7), 

dass  er  ferner  ausführte,  der  Mann respektive  sein  Schlepper  habe 
ihm zwei Telefonnummern gegeben, welche er in Zürich-Kloten der Po-
lizei ausgehändigt habe, worauf er auf Vermittlung des Roten Kreuzes 
mit seiner Mutter habe telefonieren können (vgl. act. A13, S. 8), 

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dass der Beschwerdeführer bei der Einreise einen irischen Reisepass 
auf sich trug, lautend auf den Namen C._______, welcher im Rahmen 
einer Dokumentenprüfung als verfälscht erkannt wurde (Bildauswechs-
lung), 

dass der Beschwerdeführer zu diesem Dokument – welches sein Foto 
trägt – angab, sein Schlepper habe viele Dinge organisiert und unter 
anderem auch diesen Reisepass beschafft, 

dass die Flughafenpolizei nach Prüfung einer internen Datenquelle zu-
sätzlich  die  Kopie  (respektive  einen  Scan-Ausdruck)  eines  tansani-
schen Reisepasses reproduzierte, lautend auf den Namen B._______, 
welcher der Beschwerdeführer in Daressalam (Tansania)  beim Boar-
ding seines Fluges nach Zürich-Kloten verwendet habe, 

dass der Beschwerdeführer zu diesem Dokument – welches soweit er-
sichtlich ebenfalls sein Foto trägt – angab, der Schlepper habe immer 
andere  Dokumente  bei  sich  geführt,  um sie  auszuweisen (vgl. dazu 
act. A7, S. 12 oben, sowie act. A13, S. 8), 

dass er zusammenfassend bekräftigte, der Grund für seine Reise sei 
seine Suche nach seiner Mutter  und seinen Geschwistern,  wobei  er 
auf  Nachfrage  der  Hilfswerksvertreterin  zu  diesen  Personen  nähere 
Angaben machte (vgl. dazu A7, S. 11), 

dass in der Folge die dem Beschwerdeführer beigeordnete rechtskun-
dige Person eine Kontaktnahme mit  der  Mutter  zwecks Beschaffung 
von Beweismitteln in Aussicht stellte (vgl. A7, S. 11 unten), 

dass das BFM mit Verfügung vom 8. April 2008 (eröffnet am folgenden 
Tag) in  Anwendung von  Art. 32 Abs. 2 Bst. b des Asylgesetzes vom 
26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf das Asylgesuch des Beschwer-
deführers nicht eintrat und dessen Wegweisung aus der Schweiz so-
wie den Wegweisungsvollzug anordnete, 

dass das BFM in seinen Erwägungen zur Hauptsache ausführte, auf-
grund der Akten – wegen fehlender Kenntnisse der Gegebenheiten in 
Kismaayo, des somalischen Clan-Systems und fehlender Sprachkennt-
nisse (Somali), im Weiteren aufgrund mangelhafter und realitätsfrem-
der  Angaben über  den angeblichen Aufenthalt  in  Jemen,  sowie  auf-
grund der Reise mit einem tansanischen Reisepass, welcher vor dem 
Boarding  in  Daressalam  von  Angestellten  der  Fluggesellschaft 

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X._______ respektive von Y._______ geprüft und gescannt worden sei 
–  sei  davon  auszugehen,  dass  der  Beschwerdeführer  mit  aller 
Wahrscheinlichkeit ein Staatsangehöriger von Tansania und volljährig 
sei,  womit  auch  die  vorgebrachten  Asylgründe  nicht  der  Wahrheit 
entsprechen könnten, 

dass das BFM im Anschluss daran erkannte, demzufolge habe der Be-
schwerdeführer im Rahmen des Asylverfahrens die Behörden über sei-
ne Identität getäuscht, 

dass das BFM im Übrigen den Wegweisungsvollzug als zulässig, zu-
mutbar und möglich erkannte (vgl. angefochtene Verfügung, S. 4), 

dass  sich  gemäss den  Akten  am 10. April  2008 das Britische Rote 
Kreuz per Telefax an das Schweizerische Rote Kreuz wandte, auf eine 
seit  2003  laufende  Suche  einer  E._______  nach  ihrem  Sohn 
A._______ verwies und weitere Kontakte in Aussicht stellte,

dass es sich gemäss dem Schreiben des Britischen Roten Kreuzes bei 
E._______ um eine somalische Staatsangehörige handelt, welche mit 
drei Kindern in Grossbritannien über ein Bleiberecht verfügt, 

dass sich gemäss den Akten am 11. April 2008 eine Britische Flücht-
lingshilfeorganisation  per  Telefax  an  den  Flughafen  Zürich-Kloten 
wandte und darum ersuchte, den Beschwerdeführer zwecks Einleitung 
eines DNA-Vergleichstestes einer in Zürich praktizierenden Ärztin zu-
zuführen,

dass das BFM der Britischen Flüchtlingshilfeorganisation am 15. April 
2008 per Telefax eine abschlägige Antwort zukommen liess, 

dass der Beschwerdeführer am 15. April 2008 bei der Flughafenpolizei 
Zürich-Kloten – zuhanden des Bundesverwaltungsgerichts – eine Be-
schwerde gegen die Verfügung vom 8. April 2008 einreichte, 

dass es sich dabei um eine fremdsprachige Eingabe handelte, welche 
das Bundesverwaltungsgericht  aufgrund der Dringlichkeit des Flugha-
fenverfahrens von Amtes wegen übersetzen liess, 

dass der Beschwerdeführer in seiner Eingabe die Aufhebung des an-
gefochtenen  Entscheides  und  die  Gewährung  von  Asyl,  eventualiter 
die Anordnung einer vorläufigen Aufnahme in der Schweiz wegen Un-

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zulässigkeit,  Unzumutbarkeit  oder  Unmöglichkeit  des  Wegweisungs-
vollzuges beantragte, 

dass er zudem um Anordnungen in Zusammenhang mit einer allfälli-
gen vorsorglichen Wegweisung in einen Drittstaat respektive um einen 
Verbleib in der Schweiz während des Asylverfahrens ersuchte, 

dass er schliesslich um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege 
sowie um Befreiung von der Kostenvorschusspflicht ersuchte, 

dass er in seiner Beschwerdebegründung an seiner Herkunft aus So-
malia festhielt und zur Hauptsache geltend machte, die ihm vorgehal-
tene Kopie des tansanischen Reisepasses gebe – entgegen den Erwä-
gungen des BFM – nicht seinen tatsächlichen Namen und auch nicht 
sein tatsächliches Alter wieder, 

dass sein Schlepper diesen Pass für ihn habe machen lassen, welcher 
nicht seinen richtigen Namen und nicht sein richtiges Alter wiederge-
be,  mithin  für  seine  Reise  verschiedene  Papiere  für  ihn  ausgestellt 
worden seien, über welche er nichts näheres wisse, 

dass er schliesslich geltend machte, er möchte zu seiner Mutter reisen 
und seine Mutter habe bereits einen DNA-Test in die Wege geleitet, 

dass am 16. April 2008  die Beschwerdeübersetzung und am 18. April 
2008 die Akten im Original  beim Bundesverwaltungsgericht  eintrafen 
(vgl. Art. 109 Abs. 2 AsylG),

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen  Verfügungen  des  BFM  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  entscheidet 
(Art. 105  AsylG i.V.m. Art.  31  -  34  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundes-
gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), 

dass mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht die Verletzung 
von Bundesrecht,  die unrichtige oder unvollständige Feststellung des 
rechtserheblichen  Sachverhalts  und  die  Unangemessenheit  gerügt 
werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

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dass der Beschwerdeführer legitimiert  ist,  weshalb auf  die  frist-  und 
(nach deren Übersetzung) formgerecht eingereichte Beschwerde ein-
zutreten ist  (Art. 108 Abs. 2 AsylG sowie Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 
Abs. 1 und 52 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 
1968 [VwVG, SR 172.021]),

dass die vorliegende Beschwerde – wie nachfolgend aufgezeigt – als 
offensichtlich begründet zu erkennen ist, soweit darauf einzutreten ist, 
weshalb über die Beschwerde in einzelrichterlicher Zuständigkeit  mit 
Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise  einer  zweiten 
Richterin zu entscheiden ist (Art. 111 Bst. e AsylG), 

dass  ferner  auf  einen  Schriftenwechsel  zu  verzichten  und  der  Be-
schwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 1 
und 2 AsylG), 

dass das BFM in seinem Entscheid keine Anordnungen bezüglich eine 
vorsorglichen Wegweisung in einen Drittstaat getroffen hat und die Be-
schwerde  aufschiebende  Wirkung  entfaltet,  weshalb  auf  die  diesbe-
züglichen Beschwerdebegehren nicht einzutreten ist, 

dass mit vorliegendem Urteil das Gesuch um Befreiung von der Kos-
tenvorschusspflicht (nach Art. 63 Abs. 4 VwVG) gegenstandslos wird, 

dass die Beurteilungskompetenz der Beschwerdeinstanz im Falle einer 
Beschwerde  gegen  einen  Nichteintretensentscheid  gemäss  Art.  32 
Abs. 2 Bst. b AsylG auf die Überprüfung der Frage beschränkt ist, ob 
die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass die Beschwerdeinstanz bei Begründetheit des Rechtsmittels die 
angefochtene Verfügung aufhebt und die Sache zur neuen Entschei-
dung an die  Vorinstanz  zurückgehen lässt  (vgl.  Entscheidungen und 
Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK] 
2004 Nr. 34 E. 2.1 S. 240 f.), 

dass  demnach  die  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  und  die 
Asylgewährung nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bilden, 
weshalb auch auf die diesbezüglichen Beschwerdebegehren nicht ein-
zutreten ist, 

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dass die Vorinstanz demgegenüber die Frage der Wegweisung sowie 
des  Wegweisungsvollzuges materiell  geprüft  hat,  weshalb  dem Bun-
desverwaltungsgericht diesbezüglich volle Kognition zukommt, 

dass gemäss Art. 32 Abs. 2 Bst. b AsylG auf ein Asylgesuch nicht ein-
getreten  wird,  wenn  Asylsuchende  die  Behörden  über  ihre  Identität 
täuschen und diese Täuschung aufgrund der  Ergebnisse der  erken-
nungsdienstlichen Behandlung oder anderer Beweismittel feststeht, 

dass der  Begriff  der Identität  im asylrechtlichen Sinn unter  anderem 
die Staatsangehörigkeit und das Geburtsdatum umfasst (Art. 1 Bst. a 
der  Asylverordnung 1  vom  11. August  1999  über  Verfahrensfragen 
[AsylV 1, SR 142.311]), 

dass der Nachweis der Identitätstäuschung der Behörde obliegt (vgl. 
dazu EMARK 2000 Nr. 19 E. 8b S. 188), 

dass das BFM seine Feststellung betreffend das Vorliegen einer Identi-
tätstäuschung – hinsichtlich Alter und Staatsangehörigkeit – zwar in ei-
nen Zusammenhang mit mangelhaften Länderkenntnissen über Soma-
lia und unglaubhaften Angaben zu einem längeren Aufenthalt in Jemen 
bringt, 

dass  es  seine Feststellung im Resultat  jedoch alleine  auf  die  Kopie 
(respektive einen Scan-Ausdruck) eines in Daressalam beim Boarding 
des Fluges nach Zürich-Kloten vorgelegten Reisepasses stützt, wobei 
diese Kopie von der Fluggesellschaft X._______ oder eines von ihr be-
auftragen Dritten (Y._______) erhoben wurde, 

dass dieses Beweismittel den nach ständiger Praxis strengen Anforde-
rungen an den Nachweis einer Täuschung über die Identität im Sinne 
von Art. 32 Abs. 2 Bst. b AsylG nicht genügen kann (vgl. dazu das Ur-
teil des Bundesverwaltungsgericht D-4828/2007 vom 17. August 2007, 
sowie EMARK 2003 Nr. 27, 1996 Nr. 32 und 1995 Nr. 4), 

dass  bei  der  vorliegenden  Konstellation  –  Kontrolle  eines  Papiers 
durch eine Drittbehörde (respektive vorliegend bloss ein Dritter ohne 
behördliche Kompetenz) – der Nachweis einer Identitätstäuschung nur 
dann erbracht werden kann, wenn feststeht, dass die Person der Dritt-
behörde ein  authentisches  Identitätspapier abgegeben  hat,  welches 
belegt,  dass die im Asylverfahren behauptete Identität  falsch ist  (vgl. 
dazu EMARK 2003 Nr. 27 E. 4c S. 179), 

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dass  sich  aufgrund  der  vorliegenden  Kopie  (respektive  Scan-Aus-
druck) keine Aussagen über die Echtheit des in Daressalam vorgeleg-
ten tansanischen Passes machen lassen, 

dass der Beschwerdeführer betreffend diesen Pass bereits im erstins-
tanzlichen Verfahren mit hinreichender Deutlichkeit ausgeführt hat, es 
müsse sich dabei – wie bei dem in Zürich erhobenen irischen Pass – 
um eine Fälschung gehandelt haben, mithin alle seine Ausweise von 
seinem Schlepper organisiert worden seien, 

dass  er  auch auf  Beschwerdeebene daran festhält,  der  tansanische 
Reisepass habe ihm nicht zugestanden respektive sei nicht echt, 

dass der Nachweis einer Identitätstäuschung zwar durchaus auch auf 
andere Weise als durch Identitätspapiere erbracht werden kann (vgl. 
dazu EMARK 2003 Nr. 27 E. 4a S. 178), vorliegend aber keine verwert-
baren Beweismittel erhoben wurden, mithin keine Abklärungen betref-
fend  die  Herkunft  (insbes.  durch  ein  Gutachten  der  BFM-Fachstelle 
Lingua) oder das Alter des Beschwerdeführers (bspw. durch ein Gut-
achten  durch  ein Rechtsmedizinisches Institut  nach anerkannter  Me-
thodik) veranlasst wurde, 

dass allein die mangelnden Länderkenntnisse des Beschwerdeführers 
– die ohnehin wie nachfolgend ausgeführt  wird zu relativieren sind – 
eine  Identitätstäuschung  nicht  im  geforderten  Sinne  nachzuweisen 
vermögen,

dass  demnach  der  Nachweis  für  eine  Identitätstäuschung  nicht  er-
bracht  ist,  weshalb  das  BFM zu  Unrecht  in  Anwendung  von  Art. 32 
Abs. 2 Bst. b AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht 
eingetreten ist, 

dass die eingereichte Beschwerde daher gutzuheissen und die ange-
fochtene Verfügung aufzuheben ist, 

dass  in  der  Folge  die  Akten  zur  Feststellung  und  Würdigung  des 
rechtserheblichen  Sachverhalts  sowie  anschliessenden  Neubeurtei-
lung an das BFM zurückzuweisen sind (Art. 61 Abs. 1 VwVG),

dass an dieser Stelle – der Vollständigkeit halber – zur Sache anzu-
merken bleibt, dass die vom BFM erhobenen Vorhalte in gewichtigen 
Punkten durchaus begründet  erscheinen,  namentlich die Feststellun-

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gen betreffend die mangelnde Substanz der Angaben zum geltend ge-
machten Aufenthalt in Jemen (vgl. angefochtene Verfügung, S. 3 Ziff. 
2), 

dass  allerdings  ebenfalls  gewichtige  Vorhalte  des  BFM – namentlich 
die  Feststellung,  der  Beschwerdeführer  spreche  kein  Somali  und  er 
kenne seinen eigenen Clan nicht hinreichend (vgl. angefochtene Verfü-
gung, S. 3 Ziff. 1) – nicht durchwegs zu überzeugen vermögen, 

dass sich die Angaben des Beschwerdeführers betreffend seine Her-
kunft  durchaus  mit  den  Gegebenheiten  in  Süd-Somalia  vereinbaren 
lassen, da die vom Beschwerdeführer als seine Volksgruppe benann-
ten  Bajuni  eine suaheli-sprachige Minderheit  in  der  Region von Kis-
maayo sind, und das als Heimatdorf bezeichnete Koyama eine kleine 
Ortschaft an der Küste in der Region von Kismaayo ist, 

dass die Banjui – allenfalls aufgrund ihrer stark von den Bantu gepräg-
ten Abstammung – ausserhalb des somalischen Clan-Systems stehen, 
respektive in Somalia zum Teil als minderwertig behandelt werden, 

dass in den ländlichen Regionen um Kismaayo im Übrigen nicht das 
Somali,  sondern  das  Suaheli  und  das  Mushungulu  –  beides  Bantu-
Sprachen – vorherrschend sind (vgl. CHRISTOPHER MOSLEY AND R.E. ASHER 
[HRSG.], Atlas of the World's Languages, London, 1994), 

dass schliesslich der Sachverhalt in Bezug auf die Verwandtschaft des 
Beschwerdeführers  mit  E._______,  angeblich  seine  Mutter,  nicht 
genügend  erstellt  erscheint  und  entsprechende  Abklärungen  be-
ziehungsweise eine DNA-Analyse zu veranlassen ist,

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens keine Kosten aufzuerlegen 
sind (Art. 63 Abs. 1 - 3 VwVG), womit das Gesuch um Erlass der Ver-
fahrenskosten  (im  Sinne  von  Art.  65  Abs. 1  VwVG)  gegenstandslos 
wird, 

dass aufgrund der Akten kein Anlass zur Annahme besteht, dem Be-
schwerdeführer seien durch die Beschwerdeführung relevante Kosten 
erwachsen, weshalb keine Parteientschädigung zuzusprechen ist (vgl. 
Art. 64 Abs. 1 VwVG und Art. 7 Abs. 4 des Reglements über die Kosten 
und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 
173.320.2]).

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird – soweit  darauf  einzutreten ist  – gutgeheissen 
und die Verfügung des BFM vom 8. April 2008 aufgehoben.

2.
Die Sache wird zur Feststellung und Würdigung des rechtserheblichen 
Sachverhalts  im  Sinne  der  Erwägungen  sowie  zur  anschliessenden 
Neubeurteilung an das BFM zurückgewiesen.

3.
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.

4.
Es wir keine Parteientschädigung zugesprochen. 

5.
Dieses Urteil geht an: 

- den  Beschwerdeführer  durch  Vermittlung  der  Flughafenpolizei 
Zürich-Kloten (eingeschrieben; vorab per Telefax)

- das  BFM,  Dienststelle  Flughafenverfahren,  mit  den  Akten  Ref.-
Nr. N _______ (vorab per Telefax)

- die Flughafenpolizei Zürich-Kloten, Grenzpolizeiliche Massnahmen/
Asyl (per Telefax; mit der Bitte um Eröffnung des Urteils an den Be-
schwerdeführer und um Zustellung der beiliegenden Empfangsbe-
stätigung an das Bundesverwaltungsgericht) 

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber:

Nina Spälti Giannakitsas Lorenz Mauerhofer

Versand: 

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EMPFANGSBESTÄTIGUNG

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A._______, geboren _______, Somalia,
alias B._______, geboren _______, Tansania,
alias C._______, geboren _______, Irland, 

Hiermit bestätige ich, heute folgendes Dokument erhalten zu haben:

Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 21. April 2008

Ort: .....................................

Datum: .....................................

Unterschrift: .....................................

Dolmetscher/in: .....................................

Sachbearbeiter/in: .....................................

Diese Empfangsbestätigung ist nach deren Unterzeichnung von der eröffnenden 
Behörde dem Bundesverwaltungsgericht zuhanden des Beschwerdedossiers zuzu-
stellen.

Seite 12