# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 24f01172-0df9-5e20-88ba-d62d943b2dc6
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Praxis des Kantonsgerichts 00.00.0000 PKG 2014 4
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_001_PKG-2014-4_0000-00-00.pdf

## Full Text

PKG 2014 4

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4 – Streit zwischen Nachbarn wegen der Pflanzung eines 
Nussbaums auf einer landwirtschaftlich genutzten 
Parzelle, angrenzend an eine Liegenschaft, auf welcher ein 
Modellflugplatz betrieben wird. Ausgangslage (Erw. 
3).

– Zum Verbot rechtsmissbräuchlichen Verhaltens 
gemäss Art. 2 Abs. 2 ZGB. Grundsätze (Erw. 4 Abs. 1).

– Die beanstandete Pflanzung stellt von vornherein kei- ne 
zweckwidrige Verwendung des Eigentumsrechts dar. 
Ebenso wenig kann darin eine nutzlose, durch kein 
genügendes Interesse gedeckte Rechtsausübung 
gesehen werden. Schliesslich kann aber auch keine 
Rede davon sein, dass ein offenkundiges Missverhält- nis 
bestehe zwischen den Interessen des Berufungsbe- 
klagten an der Beibehaltung der Pflanzung und den von 
der Gegenpartei geäusserten Bedenken, Flugob- jekte 
könnten durch Böen gegen den Baum auf der 
Nachbarparzelle gedrückt werden und es könnte künf- tig 
durch das Wachstum des Bau-mes zu Sichtbehinde- 
rungen für die Piloten kommen (Erw. 4a–e).

Aus den Erwägungen:
3. In der Hauptsache geht es um die Frage, ob dem Berufungsbe- 

klagten wegen der Pflanzung eines Nussbaumes im Bereich der An- und 
Abflugschneise des Modellflugplatzes, welcher von der Berufungsklägerin 
betrieben wird, ein Rechtsmissbrauch vorzuwerfen ist. Unbestritten ist 
einerseits, dass der Berufungsklägerin keinerlei dingliche oder obligato- 
rische Rechte zustehen, das Grundstück des Berufungsbeklagten für den 
Flugbetrieb (Überflugrechte) zu nutzen, und dass andererseits das Setzen ei- 
nes Nussbaumes unter Einhaltung des gesetzlichen Grenzabstands auf dem 
landwirtschaftlichen Grundstück des Berufungsbeklagten grundsätzlich ge- 
stattet ist. Die Berufungsklägerin beruft sich denn auch ausschliesslich auf 
eine Verletzung des Rechtsmissbrauchsverbots gemäss Art. 2 Abs. 2 ZGB 
durch den Berufungsbeklagten.

4. Vorab ist festzuhalten, dass gemäss Gesetzestext von Art. 2
Abs. 2 ZGB nur der offenbare Missbrauch eines Rechts keinen Rechtsschutz 
findet. Der erwähnten Bestimmung zufolge soll niemand sein Recht nur zu 
dem Zwecke ausüben, um andere damit zu schädigen (vgl. Hans Michael 
Riemer, Die Einleitungsartikel des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [Art. 
1– 10 ZGB], Eine Einführung, 2. Aufl., Bern 2003, § 5 N 8 f.). Wann ein sol- 
cher Missbrauch vorliegt, ist anhand der konkreten Umstände des Einzel-

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falls zu bestimmen (BGE 129 III 493 E. 5.1, S. 497). Rechtsmissbräuchlich ist 
dabei nicht jedes irgendwie, ein wenig stossende Verhalten, sondern nur ein 
krass stossendes Verhalten. Mit anderen Worten kann der Richter nur einer 
dem Gerechtigkeitsgedanken grob zuwiderlaufenden und damit offensicht- 
lich missbräuchlichen Rechtsausübung ausnahmsweise den Rechtsschutz 
versagen. Für die Annahme eines Rechtsmissbrauchs besteht somit eine 
hohe «Eintrittsschwelle», deren Überschreitung im Zweifelsfall regelmässig 
verneint wird, entsprechend der allgemein anerkannten Maxime, wonach 
eine Berufung auf Art. 2 Abs. 2 ZGB nur als «ultima ratio» in Betracht gezo- 
gen werden darf. Daraus erhellt bereits, dass bei der Anwendung dieser Be- 
stimmung das richterliche Ermessen eine grosse Rolle spielt (Riemer, a.a.O.,
§ 5 N 13 f.; Heinz Hausheer/Manuel Jaun, Die Einleitungsartikel des Schwei- 
zerischen Zivilgesetzbuches, Bern 2001, N 3.94). Bestehen Zweifel an der 
Rechtsmissbräuchlichkeit eines Vorgehens, so ist der Rechtsschutz nicht zu 
versagen (Heinrich Honsell, in: Honsell/Vogt/Geiser [Hrsg.], Basler Kom- 
mentar zum Zivilgesetzbuch I, 4. Aufl., Basel 2010, N 27 zu Art. 2 ZGB). Die 
Lehre hat zur besseren Differenzierung Fallgruppen rechtsmissbräuchlichen 
Verhaltens gebildet. Vorliegend fallen namentlich die nutzlose (unnütze) 
Rechtsausübung bzw. das fehlende oder ungenügende Interesse sowie das 
Vorliegen eines krassen Missverhältnisses der Interessen in Betracht (vgl. 
Riemer, a.a.O., § 5 N 40 ff. und N 43 ff.; Honsell, a.a.O., N 38 ff. zu Art. 2 ZGB; 
Hausheer/Jaun, a.a.O., N 3.95 ff.; Hans Merz, in: Arthur Meier-Hayoz [Hrsg.], 
Berner Kommentar zum schweizerischen Privatrecht, Band I, 1. Abteilung, 
Bern 1962, N 304 ff. und N 340 ff. zu Art. 2 ZGB, mit Beispielen). Bereits  
an dieser Stelle festgehalten werden kann, dass die zweckwidrige Verwen- 
dung eines Rechtsinstituts (vgl. Honsell, a.a.O., N 51 zu Art. 2 ZGB; Haus- 
heer/Jaun, a.a.O., N 3.143 f.) – in concreto insbesondere des Eigentumsrechts
– im vorliegenden Fall von vornherein ausser Betracht fällt, weil die Nutz- 
barmachung des Grundeigentums durch Bepflanzung (Gras, Weizen, Kar- 
toffeln, Obst und andere Früchte tragende Bäume etc.) als eines der 
ursprünglichen Zwecke der Bodenbewirtschaftung (landwirtschaftliche Ur- 
produktion) gilt. Angesichts dessen kann von einem Institutsmissbrauch 
offensichtlich keine Rede sein, zumal sich das betreffende Grundstück des 
Berufungsbeklagten in der Landwirtschaftszone befindet und von diesem 
bzw. von dessen Sohn auch landwirtschaftlich bewirtschaftet wird. Wie es 
sich in Bezug auf die Rechtsmissbrauchstatbestände der nutzlosen Rechts- 
ausübung bzw. des fehlenden oder ungenügenden Interesses sowie des kras- 
sen Missverhältnisses der Interessen verhält, ist im Folgenden zu prüfen.

a. Wer ein Recht ausübt, das für ihn von keinerlei Nutzen ist, einem
Dritten jedoch auf diese Weise Schaden zufügt oder ihn behindert, handelt 
rechtsmissbräuchlich und ist vom Richter nicht zu schützen. Das ist auch 
dort der Fall, wo die Ausübung einer Berechtigung der Verwirklichung des

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infrage stehenden (rechtlich geschützten) Interesses in keiner Weise dienen 
kann. Der Nachweis einer Schädigungsabsicht ist nicht nötig, der Schein 
genügt. Verpönt ist indessen nur der offenbare Rechtsmissbrauch; ein sol- 
cher liegt nicht vor, wenn der Berechtigte irgendein sachliches Interesse an 
der Rechtsausübung hat (Hausheer/Jaun, a.a.O., N 3.95 f.). Die  Fallgruppe 
der unnützen Rechtsausübung bzw. des fehlenden oder ungenügenden Inter- 
esses ist teilweise mit dem Begriff der Schikane deckungsgleich, welche nicht 
nur das Fehlen  eines  schutzwürdigen  Interesses  an  der  Rechtsaus-  übung, 
sondern auch eine auf irgendwelche Unbill oder Belästigung gerich- tete 
Absicht einschliesst (Honsell, a.a.O., N 38 zu Art. 2 ZGB).

Die Vorinstanz erwog diesbezüglich, dass der vom Beklagten auf 
seinem landwirtschaftlich genutzten Grundstück gepflanzte Nussbaum die- 
sem objektiv betrachtet in verschiedener Hinsicht einen Nutzen bringe bzw. 
er wie folgt ein Interesse besitze und ein solches auch geltend mache: So 
könnten – bei entsprechender Reife bzw. Grösse des Baumes – die Nüsse 
verwertet werden und der Baum diene als Schattenspender für die bewirt- 
schaftenden Menschen und das weidende Vieh. Zudem treffe es zu, dass 
nicht nur die bisherigen, sondern auch zukünftige Interessen zu berücksich- 
tigen seien, was auch eine andere Nutzung des landwirtschaftlichen Grund- 
stücks als nur die Grasbewirtschaftung umfasse. Als weiteres Interesse des 
Beklagten trage der frei stehende Nussbaum zum Erhalt des Landschaftsbil- 
des bei, welches – wie anlässlich des Augenscheins habe festgestellt werden 
können – ebenfalls durch einzelne Bäume auf den Feldern und Wiesen sowie 
Baumgruppen in den Randregionen der Ebenen geprägt sei. Aufgrund der 
Aussage der Ehefrau des Beklagten sowie der anlässlich des Augenscheins 
gesammelten Eindrücke könne sodann festgehalten werden, dass sich auf 
dem fraglichen Gebiet schon bisher jeweils ein allein stehender  
Nussbaum befunden habe, der das Landschaftsbild geprägt habe. Ein weite- 
res Interesse des Beklagten, welches er denn auch ausdrücklich selber aus- 
führe, bestehe darin, dass der neu gepflanzte Baum, wenn er grösser werde, 
faktisch verhindere, dass in seinem Umkreis allfällig unautorisierte Tiefflüge 
über seine Parzelle stattfinden könnten und der Baum gegen allenfalls 
herabstürzende Flugzeugteile einen gewissen, wenn auch räumlich sehr be- 
grenzten Schutz zu bieten vermöge. Unabhängig davon, ob es in der Vergan- 
genheit solche Tiefflüge oder gar Abstürze gegeben habe und der Beklagte 
oder sein Vieh bis anhin tatsächlich durch tieffliegende Modellflugzeuge ge- 
fährdet, behindert oder erschreckt worden seien, erstrecke sich das Interesse 
des Eigentümers am Luftraum einer Parzelle grundsätzlich auch bis zur 
Höhe eines im Rahmen des üblichen Landschaftsbildes oder der Nutzung 
wegen gepflanzten Baumes. Es könne somit festgehalten werden, dass der 
gepflanzte Nussbaum bei objektiver Betrachtung weder ausschliesslich 
der Behinderung des Flugbetriebes auf dem benachbarten Modellflugplatz

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noch im Sinne von Art. 2 Abs. 2 ZGB untergeordneten oder ungenügenden 
Interessen seines Eigentümers diene und das Interesse an diesem Baum un- 
ter den dargelegten Aspekten auch nicht von so geringer Schutzwürdigkeit 
sei, dass von einer reinen Schikane gesprochen werden müsste. Vielmehr er- 
schienen die erwähnten Interessen sachlich begründet und diene die Rechts- 
ausübung, nämlich die Pflanzung bzw. die Beibehaltung des Baumes, in die- 
sem Sinne den rechtlich geschützten Interessen des Beklagten, ohne dass 
dafür eine Gesetzesbestimmung missbraucht werde. Diese  Ausführungen 
sind mit Blick auf Lehre und Rechtsprechung zur Fallgruppe der nutzlosen 
Rechtsausübung bzw. des fehlenden oder ungenügenden Interesses nicht zu 
beanstanden. Namentlich kann von einer völlig nutzlosen Rechtsausübung 
seitens des Berufungsbeklagten vorliegendenfalls keine Rede sein. Wie die 
Vorinstanz im angefochtenen Entscheid zutreffend ausgeführt hat, hat der 
gepflanzte Nussbaum für den Berufungsbeklagten einen offensichtlichen 
Nutzen, indem dessen Früchte verwendet werden können und er als Schat- 
tenspender für Mensch und Tier dient. Zudem kann am Ende seiner Lebens- 
zeit auch sein Holz verwertet werden. Ob ihm darüber hinaus auch noch ein 
schützenwertes landschaftsgestalterisches Element zugesprochen werden 
kann, ist angesichts des bereits aufgrund der vorangegangenen Ausführun- 
gen vorhandenen Nutzens unbeachtlich. Insofern vermag die Berufungsklä- 
gerin aus ihrem Einwand, dass die ästhetischen Motive für die Pflanzung des 
Nussbaumes als reine Schutzbehauptung zu qualifizieren seien und die Bo- 
denbeschaffenheit als Standort für Obstbäume ungeeignet sei, nichts  zu  
ihren Gunsten herzuleiten. Am zuvor festgestellten Nutzen für den Beru- 
fungsbeklagten ändert auch nichts, dass gemäss der Berufungsklägerin 
Bäume die rationelle maschinelle Bewirtschaftung von Grundstücken, die 
mehrheitlich der Heugewinnung dienen und gemäht werden, behindern sol- 
len. Ob die maschinelle Bewirtschaftung des Grundstücks des gepflanzten 
Baumes wegen tatsächlich erschwert wird, hat die Berufungsklägerin nicht 
zu kümmern und tut vorliegend nichts zur Sache. Doch selbst wenn dem so 
wäre, handelte es sich hierbei um die alleinige Angelegenheit des Berufungs- 
beklagten bzw. dessen Sohn, für welche die Bewirtschaftung des Grund- 
stücks möglicherweise mit einem grösseren Aufwand verbunden wäre. In- 
wiefern aus diesem Umstand auf ein rechtsmissbräuchliches Verhalten des 
Berufungsbeklagten geschlossen  werden  können  soll,   ist   nicht 
ersichtlich. Damit zielt auch diese Argumentation ins Leere. Schliesslich 
erweist sich nach den vorangegangenen Ausführungen auch der Vorwurf der 
Berufungsklägerin, wonach die Vorinstanz auf die Argumentation betref- 
fend angestrebter Einschränkung des Flugbetriebs nicht näher eingegangen 
sei und das Interesse des Berufungsbeklagten entgegen dessen offenkundi- 
gen Beweggründen mit nicht ausgewiesenen landwirtschaftlichen Interessen 
begründet habe, als unbehelflich. Entgegen der Auffassung der Berufungs-

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klägerin hat sich die Vorinstanz mit diesem Argument nämlich sehr wohl 
auseinandergesetzt und mit Hinweis auf Art. 667 Abs. 1 ZGB ausgeführt, 
dass ein weiteres Interesse des Berufungsbeklagten gerade auch darin be- 
stehe, dass der gepflanzte Baum allfällige unautorisierte Tiefflüge über sein 
Grundstück faktisch verhindern solle (siehe gleiche Erwägung S. 9 hiervor).

b. Die Berufungsklägerin stört sich sodann besonders stark am kon- 
kreten Standort des gepflanzten Nussbaumes sowie dem von der Vorinstanz 
gezogenen Schluss, dass vorliegend kein krasses Missverhältnis zwischen 
den Interessen bestehe, infolgedessen ein Rechtsmissbrauch auszuschliessen 
sei. In diesem Zusammenhang wirft sie der Vorinstanz vor, überhaupt nicht 
beachtet zu haben, dass die von ihr (der Vorinstanz) ausgewiesenen Interes- 
sen am Erhalt des Baumes nicht den strategisch ausgewählten Standort 
desselben notwendig machten. So könnten die damit angestrebten Ziele – 
das Pflanzen eines Nussbaumes zwecks Gewinnung von Nüssen und als 
Schattenspender – genauso gut mit einem Standort am nördlichen Parzel- 
lenrand im Bereich der Panzersperre erreicht werden. Gerade die Wahl des 
Standorts offenbare das wahre Ziel des Berufungsbeklagten, nämlich dass 
der Baum einzig zum Zweck der Verhinderung des Flugbetriebs gepflanzt 
worden sei und die «objektiven» Interessen nur vorgeschoben seien. Damit 
sei die Pflanzung des Baumes insbesondere auch aufgrund der Wahl des 
Standorts an einer für den Flugbetrieb der Berufungsklägerin besonders 
ungünstigen Stelle rechtsmissbräuchlich (Berufung, act. A.1, S. 10). Die 
Vorinstanz hielt diesbezüglich fest, dass es auf der lang gezogenen Parzelle 
des Berufungsbeklagten zwar diverse andere Standortmöglichkeiten für die 
Pflanzung des Nussbaumes gegeben hätte. Der schlussendlich gewählte 
Platz befinde sich jedoch im unmittelbaren Umkreis der zwei früher vorhan- 
denen Bäume und zudem ziemlich genau im Zentrum der Parzelle Nr._, wo- 
mit der gewählte Standort auch sachlich begründet erscheine. Angesichts 
dessen könne dem Berufungsbeklagten auch kein Verstoss gegen das Gebot 
der schonenden Rechtsausübung angelastet werden (angefochtener Ent- 
scheid, S. 8).

c. Es bleibt somit zu prüfen, ob es allenfalls einen Rechtsmissbrauch 
darstellt, dass der Berufungsbeklagte ausgerechnet an dieser Stelle seines 
über 200 m langen Grundstücks einen Nussbaum gesetzt hat. Bei der Be- 
urteilung dieser Frage ist zunächst auf den Zusammenhang zwischen der 
Rechtsmissbrauchsnorm einerseits und den speziellen sachenrechtlichen 
Bestimmungen andererseits hinzuweisen. Ausgangspunkt bildet dabei die 
Bestimmung von Art. 641 ZGB, gemäss welcher jeder Eigentümer in den 
Schranken der Rechtsordnung über sein Eigentum verfügen kann und das 
Recht hat, jede ungerechtfertigte Einwirkung abzuwehren. Alsdann gilt es 
vorliegendenfalls insbesondere Art. 667 Abs. 1 ZGB zu beachten, wonach 
sich das Eigentum an Grund und Boden nach oben und unten auf den Luft-

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raum und das Erdreich erstreckt, soweit für die Ausübung des Eigentums ein 
Interesse besteht. Gerade im Zusammenhang mit dem Flugverkehr hat das 
Bundesgericht festgehalten, dass sich ein Grundeigentümer gegen die Be- 
lästigung von tieffliegenden Flugzeugen zur Wehr setzen kann. Eine 
Eigentumsstörung liegt dann vor, wenn der nach Art. 667 Abs. 1 ZGB dem 
Grundeigentum zuzurechnende und damit geschützte  Luftraum  verletzt wird 
(vgl. Heinz Rey/Lorenz Strebel, in: Honsell/Vogt/Geiser [Hrsg.], Basler 
Kommentar zum Zivilgesetzbuch II, 4. Aufl., Basel 2011, N 8 zu Art. 667 
ZGB; BGE 134 II 49 E. 5, S. 58). Offensichtlich ist zunächst einmal, dass die 
Höhe eines ausgewachsenen Nussbaumes zum Luftraum des Grundeigen- 
tümers gehört, an welchem er ein schützenswertes Interesse hat (vgl. BGE 
104 II 86 E. 2. S. 89). Dies gilt nach dem eben erwähnten Bundesgerichtsent- 
scheid auch für bloss extensiv landwirtschaftlich genutzte Grundstücke (vgl. 
insbesondere E. 2 und die dort aufgezählten geschützten Interessen des 
Grundeigentümers). Auch in einem anderen Entscheid hat es das Bundesge- 
richt in einem ähnlich gelagerten Fall ausdrücklich abgelehnt, einen Rechts- 
missbrauch anzunehmen. Gemäss dem diesem Entscheid zugrunde liegen- 
den Sachverhalt beabsichtigte der Grundeigentümer, in der Anflugschneise 
eines benachbarten Flugplatzes eine Einstellhalle zu land- und forstwirt- 
schaftlichen Zwecken mit einer Höhe von 12,45 m zu errichten, deren Zweck 
unter anderen auch darin bestehen sollte, den Flugverkehr zu  behindern 
(BGE 103 II 96 E. 3 und 4, S. 100 ff.). In einem neueren Entscheid hat das 
Bundesgericht klargestellt, dass ein Grundeigentümer dann, wenn nur das 
Zivilrecht anwendbar sei – z.B. in der Nachbarschaft eines privaten Flugplat- 
zes – immer  verbieten  könne,  dass  sein  Grundstück  in  geringer  Höhe 
von Flugzeugen überflogen werde, da diesfalls ein Eindringen in den Luft- 
raum des Grundstücks vorliege. Wenn  dieses Überfliegen im Hinblick auf 
die Lage oder die Betriebsbedingungen des Flugplatzes notwendig sei, sei es 
Sache des Eigentümers dieser Anlage, vorgängig das Recht zu erwerben, den 
Luftraum des Nachbargrundstücks zu durchfliegen (BGE 129 II 72 E. 2.3,
S. 75 = Pra 2003 Nr. 137). Der Umstand, dass die Berufungsklägerin vorlie- 
gend die Entfernung des nunmehr rund 3 m hohen Nussbaumes anstrebt, 
weil dieser den Flugverkehr ihrer Auffassung nach erheblich behindern soll, 
zeigt deutlich auf, dass die Modellflugzeuge das Grundstück des Berufungs- 
beklagten in geringer Flughöhe überfliegen (vgl. hierzu sowie zur damit ver- 
bundenen Problematik auch die Zeugenaussagen des Sohnes sowie der Ehe- 
frau des Berufungsbeklagten vom 15. Oktober 2013, act. IV./1, S. 3 und 6). Da 
der Berufungsbeklagte dies mit Blick auf die bundesgerichtliche Rechtspre- 
chung nicht dulden muss, hat er sehr wohl ein Interesse an der Abwehr von 
tiefen Überflügen über sein Grundstück. Er durfte daher ohne Weiteres an 
der fraglichen Stelle auf seinem Grundstück einen Nussbaum pflanzen, um 
seine berechtigten Interessen zu schützen und ohne sich dem Vorwurf des

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Rechtsmissbrauchs auszusetzen. Offen gelassen werden kann unter diesen 
Umständen, ob die Berufungsklägerin überhaupt über eine gültige Bewilli- 
gung für den Betrieb des Modellflugplatzes verfügt. Von einem fehlenden 
bzw. ungenügenden Interesse des Berufungsbeklagten kann nach dem Ge- 
sagten jedenfalls keine Rede sein, womit sich die Wahl des Standorts des 
Baumes auch unter diesem Aspekt nicht als rechtsmissbräuchlich erweist.

d. Rechtsmissbrauch wird des Weiteren nicht nur bei vollständigem 
Fehlen eines Interesses angenommen, sondern auch dann, wenn zwi- 
schen dem Interesse des Berechtigten und demjenigen des Verpflichteten 
ein krasses Missverhältnis besteht (Honsell, a.a.O., N 41 zu Art. 2 ZGB; 
Hausheer/Jaun, a.a.O., N 3.98 zu Art. 2 ZGB). Mit anderen Worten kann 
Rechtsmissbrauch vorliegen, wenn dem Beharren auf geringfügige Interes- 
sen der einen Seite wichtige Interessen auf der anderen Seite gegenüberste- 
hen (Riemer, a.a.O., § 5 N 43). Die Vorinstanz kam nach einer Gegen- 
überstellung der jeweiligen Interessen zum Schluss, dass der Betrieb des Mo- 
dellflugplatzes im Rahmen der Auflagen und unter Einhaltung der gebote- 
nen Flugsicherheitsverfahren angesichts des allein stehenden Nussbaumes 
nicht dermassen eingeschränkt werde, dass von einem krassen Missverhält- 
nis der Interessen der Parteien gesprochen werden könne. Ihrer Auffassung 
nach sei auch mit dem später ausgewachsenen Nussbaum der Betrieb des 
Modellflugplatzes auf dem immer noch relativ weiträumigen Gelände mög- 
lich, wenn auch einige – aber nicht massive bzw. «krasse» – Einschränkungen 
wohl hingenommen werden müssten. Diese Einschränkungen erschienen 
allerdings unter Berücksichtigung der gesamten Umstände wie auch der In- 
teressen des Beklagten und des seinerseits zu duldenden Flugbetriebs ohne 
Weiteres vertretbar bzw. zumutbar.

e. Nach Meinung der Berufungsklägerin soll diese Feststellung in- 
sofern nicht haltbar sein, als die Vorinstanz in ihrer Begründung davon aus- 
gehe, dass der Berufungsbeklagte objektive Interessen habe nachweisen 
können. Bei richtiger Würdigung des Beweisergebnisses entpuppten sich die 
angeblichen objektiven Ziele indessen als vorgeschoben und beschränkten 
sich die wahren Ziele des Berufungsbeklagten auf ein Unterbinden des 
Flugbetriebs. Soweit die Berufungsklägerin abermals vorbringt, es würde 
dem Berufungsbeklagten bereits an einem schutzwürdigen Interesse an der 
Pflanzung des Baumes fehlen, ist sie nicht zu hören und es kann auf die vo- 
rangegangenen Ausführungen verwiesen werden. Insofern erweist sich die 
Berufung somit auch in diesem Punkt als unbegründet. Auch die vorinstanz- 
liche Schlussfolgerung, wonach im konkreten Fall kein krasses Missverhält- 
nis der Interessen der Parteien vorliege, gibt unter den gegebenen Umstän- 
den keinerlei Anlass zu irgendwelchen Beanstandungen. Die Vorinstanz hat 
die Interessen der Berufungsklägerin, welche im Wesentlichen im Betrieb 
des Modellflugplatzes und in der Ausübung des Modellflugsports auf

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den gepachteten Grundstücken und im angrenzenden Luftraum bestehen, 
zutreffend genannt (vgl. hierzu auch die Statuten der X._, act. II./1). Diesen 
Interessen steht aufseiten des Berufungsbeklagten die ungestörte Ausübung 
des Eigentumsrechts auf dem landwirtschaftlich bewirtschafteten Grund- 
stück gegenüber. Wie sich die I. Zivilkammer des Kantonsgerichts anlässlich 
des Augenscheins vom 9. Juli 2014 selbst überzeugen konnte, handelt es sich 
bei den von der Berufungsklägerin propagierten Beeinträchtigungen für den 
Flugbetrieb lediglich um solche geringfügiger Natur, welche keinesfalls ein 
krasses Missverhältnisses der auf dem Spiel stehenden Interessen zu begrün- 
den vermögen. Gemäss den Ausführungen des am Augenschein anwesenden 
A._ besteht die Hauptproblematik für die Modellflugzeugpiloten aufgrund 
des gepflanzten Baumes zurzeit im Wesentlichen darin, dass deren Flug- 
zeuge sowohl während des Start- als auch des Landemanövers – namentlich 
dann, wenn aus irgendeinem Grund wieder durchgestartet werden müsse – 
der Gefahr ausgesetzt seien, durch allfällige Böen gegen den Baum geweht 
zu werden und dadurch zu Schaden zu kommen. Der Nussbaum an sich bzw. 
dessen Standort stellt somit weder für den Start noch für die Landung ein 
Problem dar; ein solches ergibt sich erst in Verbindung mit allenfalls vorhan- 
denen Windböen. Die blosse Möglichkeit, dass ein Modellflugzeug während 
eines der vorgenannten Manöver von einer Windböe erfasst und gegen den 
Baum geweht werden könnte, reicht entgegen der Ansicht der Berufungs- 
klägerin indessen nicht aus, um dem Berufungsbeklagten im vorliegenden 
Fall einen Rechtsmissbrauch vorzuwerfen bzw. diesen anzuweisen, den ge- 
pflanzten Baum von seinem Grundstück zu entfernen. Dessen Interesse an 
der uneingeschränkten Ausübung seines Eigentumsrechts ist nach Auffas- 
sung des Gerichts klarerweise höher zu gewichten als das Interesse der Be- 
rufungsklägerin an einer problemfreien Durchführung der Start- und Lan- 
demanöver bzw. an der Vermeidung einer möglichen Kollision zwischen 
einem Modellflugzeug und dem gepflanzten Nussbaum. Mit anderen Worten 
hat die Berufungsklägerin diese doch eher geringfügige Beeinträchtigung 
des Flugverkehrs in Übereinstimmung mit der Vorinstanz hinzunehmen, zu- 
mal sich der Baum  –  wie  sich  anlässlich  des  Augenscheins  gezeigt 
hat – auch nicht direkt in der An- bzw. Abflugschneise befindet. Ferner legte 
A._ während des Augenscheins ein weiteres Problem dar, welches akut 
werde, sobald der Baum grösser sei. Seinen Ausführungen zufolge soll dem 
Piloten dannzumal nach erfolgtem Start die Sicht verdeckt werden, wenn das 
Flugzeug beim Abdrehen nach rechts, was aufgrund der Panzersperre zwin- 
gend erfolgen müsse, hinter die Baumkrone gelange; dadurch gehe der Sicht- 
kontakt des Piloten zu seinem Flugzeug verloren, was unter dem Aspekt der 
Flugsicherheit problematisch sei. Auch deshalb überwiege das Interesse der 
Berufungsklägerin, dass die nähere Umgebung des Platzes möglichst frei 
von Bäumen sei, die Interessen des Berufungsbeklagten. Dem kann nicht ge-

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folgt werden. Zum einen ist die dargelegte Problematik bei der jetzigen 
Grösse des Baumes – wie A._ denn auch selbst ausgeführt hat – noch nicht 
akut, weshalb ein Rechtsmissbrauch seitens des Berufungsbeklagten bereits 
aus diesem Grund ausser Betracht fällt. Wie Letzterer in seiner Berufungs- 
antwort zu Recht ausgeführt hat, könnte nur ein konkretes und aktuelles In- 
teresse eine Klage wegen Rechtsmissbrauchs begründen. Dies ist nach dem 
Gesagten vorliegend gerade nicht der Fall. Zum anderen ist mit der Vorin- 
stanz davon auszugehen, dass der Betrieb des Modellflugplatzes auch mit 
dem später ausgewachsenen Nussbaum – wenn auch mit einigen Einschrän- 
kungen – nach wie vor möglich sein wird. In Würdigung der Gesamtum- 
stände des vorliegenden Falls sowie in Berücksichtigung der Interessen des 
Berufungsbeklagten an der ungestörten Ausübung seines Eigentumsrechts 
erscheinen diese Einschränkungen jedoch ohne Weiteres zumutbar, sodass 
wohl selbst mit Blick auf die zukünftigen (Grössen-) Verhältnisse nicht von 
einem krassen Missverhältnis der Interessen gesprochen werden kann. Im 
Übrigen ist aufgrund der tatsächlichen Feststellungen im Rahmen des Au- 
genscheins klarzustellen, dass sich die Sichteinschränkung des Piloten im 
Verlauf des rechtsseitigen Abdrehens des Flugzeugs zurzeit auf mehr oder 
weniger eine Sekunde beschränken dürfte und diese Dauer aufgrund der Po- 
sition des Piloten zum Baum wohl auch dann nicht wesentlich überschritten 
wird, wenn der Baum seine endgültige Grösse erreicht haben wird. Von ei- 
ner nennenswerten, geschweige denn krassen Einschränkung kann folglich 
keine Rede sein, zumal entgegen der bei der Berufungsklägerin offensicht- 
lich herrschenden Auffassung kein Anspruch darauf besteht, auf den Nach- 
barsgrundstücken stets freie Sicht auf die eigenen Modellflugzeuge zu 
haben. Eine derartige Einschränkung kann dem Berufungsbeklagten, der 
sein Grundstück landwirtschaftlich bewirtschaftet, nicht zugemutet werden. 
Die Berufung ist somit auch in diesem Punkt unbegründet.
ZK 1 14 34 Urteil vom 9. Juli 2014