# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a5d066a4-e3ad-5f75-be49-82f0df122976
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-03-24
**Language:** de
**Title:** Kantonsgericht 1. Abteilung 24.03.2021 A1 2019 26
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/XX_Upload/ZG_UPL_001_A1-2019-26_2021-03-24.pdf

## Full Text

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1. Abteilung A1 2019 26 

 

Kantonsrichter lic.iur. St. Szabó, Abteilungspräsident i.V. 

Kantonsrichter lic.iur. Ph. Sialm 

Kantonsrichter Dr. A. Staub 

Gerichtsschreiber MLaw R. Ackermann 

 

 

 

Entscheid vom 24. März 2021 

 

 

in Sachen 

 

 

A.________, 

vertreten durch RA lic.iur. B.________, 

Kläger, 

 

gegen 

 

C.________, 

vertreten durch RA lic.iur. D.________, 

Beklagte, 

 

 

betreffend 

 

 

Scheidung der von den Parteien am tt.mm.2013 vor dem Zivilstandsamt E.________ geschlosse-

nen Ehe 

 

 

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Rechtsbegehren  

 

Kläger 

1. Es sei die Ehe der Parteien zu scheiden. 

2. Es sei der gemeinsame Sohn, F.________, geboren tt.mm.2013, unter der gemeinsamen el-

terlichen Sorge zu belassen. 

 Auf die bisherige Besuchsbeistandschaft sei zu verzichten. 

3. Es sei die alternierende Obhut anzuordnen und zwar wie folgt: 

 Den Parteien sei die Obhut jeweils für eine ganze Woche zu gewähren, wobei die Übergabe 

des gemeinsamen Sohnes jeweils am Freitag um 16.00 Uhr stattfinden soll. 

 Eventualiter: 

 Dem Kläger sei die Obhut alle zwei Wochen von Dienstag nach Schulschluss bis Montag um 

08.00 Uhr zu gewähren. 

 Weiter sei der Kläger zu berechtigen und zu verpflichten, Sohn F.________ während vier 

Wochen pro Jahr während den Schulferien zu sich oder mit sich in die Ferien zu nehmen, 

wobei die Ausübung des Ferienrechts mindestens drei Monate im Voraus zwischen den Par-

teien abzusprechen sei und wobei im Falle der Nichteinigung und Jahren mit  ungerader Jah-

reszahl der Beklagten und in Jahren mit gerader Jahreszahl dem Kläger letztlich der Ent-

scheid über die Ausübung des Ferienrechts zukommen solle. 

 Weiter sei der Kläger zu berechtigen und verpflichten, die Feiertage wie folgt mit Sohn 

F.________ zu verbringen: In den Jahren mit ungerader Jahreszahl an Pfingsten (Freitag vor  

Pfingsten, 17.00 Uhr, bis Pfingstmontag, 18.00 Uhr) und die Weihnachtswoche (d.h. die Wo-

che, in die der 25. Dezember fällt, ab dem dieser Woche vorangehenden Freitag, 17.00 Uhr, 

bis zum übernächsten Sonntag, 12.00 Uhr); und in den Jahren mit gerader Jahreszahl  an 

Ostern (Gründonnerstag, 17.00 Uhr, bis Ostermontag, 18.00 Uhr) und die Neujahrswoche, 

d.h. die an die Weihnachtswoche anschliessende Woche, von Sonntag, 12.00 Uhr, bis zum 

folgenden Sonntag, 18.00 Uhr. 

 Die jeweiligen Kosten seien von den Parteien zu tragen. 

4. Für den Fall der Gewährung der alternierenden Obhut im beantragten Rahmen sei festzustel-

len, dass beide Parteien den Unterhalt für den gemeinsamen Sohn F.________ selber tra-

gen. 

 Eventualiter: Es sei der Kläger zu verpflichten, ab Rechtskraft Scheidungsurteil für Sohn 

F.________ einen Unterhalt von max. CHF 1'144.40 zu bezahlen, zahlbar soweit es sich um 

künftige Beiträge handelt, jeweils im Voraus auf den Ersten eines jeden Monats. 

5. Es sei festzustellen, dass kein nachehelicher Unterhalt geschuldet ist.  

 Eventualiter: Es sei der Kläger zu verpflichten, ab Rechtskraft Scheidungsurteil einen nach-

ehelichen Unterhalt von max. CHF 274.90 zu bezahlen, zahlbar jeweils im Voraus auf den 

Ersten eines jeden Monats. 

6. Es seien die während der Ehe geäufneten Austrittsguthaben aus der beruflichen Vorsorge 

hälftig zu teilen. 

7. Es sei festzustellen, dass die Parteien güterrechtlich auseinandergesetzt sind.  

8. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MWST) zulasten der Beklagten. 

 

Beklagte 

1. Es sei die Ehe der Parteien zu scheiden. 

2.  Es sei der gemeinsame Sohn, F.________, geboren tt.mm.2013, unter die alleinige elterliche 

Sorge der Mutter zu stellen und es sei eine Besuchsbeistandschaft anzuordnen. 

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 Eventualiter: 

 Es sei der gemeinsame Sohn, F.________, geboren am tt.mm.2013, unter der gemeinsamen 

elterlichen Sorge zu belassen; es sei aber eine Beistandschaft im Sinne von Art. 308 Abs. 2 

ZGB anzuordnen, welche den persönlichen Verkehr des Vaters mit dem Kind zu koordinieren 

hat und im Falle eines Streites unter den Ehegatten hinsichtlich des Kindes entscheidberech-

tigt ist. 

3. Der Vater sei berechtigt und verpflichtet zu erklären, das Kind F.________ jedes 2. Wochen-

ende von Freitagnachmittag nach Schulschluss bis Montagmorgen Schulbeginn zu oder mit 

sich auf Besuch zu nehmen. 

 Der Vater sei berechtigt und verpflichtet zu erklären, das Kind F.________ während 3 Wo-

chen pro Jahr zu oder mit sich in die Ferien zu nehmen, wobei das Ferienrecht unter den El-

tern mindestens 3 Monate im Voraus abzusprechen ist und im Falle der Nichteinigung in Jah-

ren mit ungerader Jahreszahl der Beklagten und in den Jahren mit gerader Jahreszahl dem 

Kläger der Entscheid über die Ausübung des Ferienrechtes zukommen soll. 

 Der Vater sei berechtigt und verpflichtet zu erklären, mit dem Kind F.________ in Jahren mit 

gerader Jahreszahl die Tage an Pfingsten (Freitag vor Pfingsten, 17.00 Uhr, bis Pfingstmon-

tag, 17.00 Uhr) und die Weihnachtswoche (d.h. die Woche, in die der 25. Dezember fällt, ab 

dem dieser Woche vorangehenden Feiertag, 17.00 Uhr, bis zum übernächsten Sonntag,  

12.00 Uhr) und in Jahren mit ungerader Jahreszahl die Tage an Ostern (Gründonnerstag, 

17.00 Uhr, bis Ostermontag, 17.00 Uhr) und die Neujahrswoche (Sonntag, 12.00 Uhr , bis 

zum folgenden Sonntag, 17.00 Uhr) zu verbringen. 

 Es sei festzuhalten, dass der Vater während den Besuchs- und Ferienzeiten die Kosten für 

das Kind zu übernehmen habe. 

4. Der Vater sei zu verpflichten, an den Unterhalt des Kindes F.________ bis zum Abschluss 

einer angemessenen Berufsausbildung nachstehende monatliche Beiträge zu bezahlen, 

zahlbar je zum Voraus auf den 1. jeden Monats: 

 Primarschule 

- Barunterhalt CHF 1'740.00 (inkl. Überschussanteil) zzgl. Kinderzulagen ab Rechtskraft 

des Scheidungsurteils bis zum Übertritt von F.________ in die Sekundarstufe; 

- Barunterhalt CHF 2'000.00 (inkl. Überschussanteil) zzgl. Kinderzulagen ab Übertritt von 

F.________ in die Sekundarstufe bis zum Abschluss einer angemessenen Erstausbil-

dung. 

5. Der Kläger sei zu verpflichten, an den Unterhalt der Beklagten nachfolgende Beiträge zu be-

zahlen: 

- CHF 2'425.00 ab Rechtskraft des Urteils bis zum Übertritt von F.________ in die Sekun-

darstufe; 

- CHF 1'420.00 ab dem Übertritt von F.________ in die Sekundarstufe bis der Kläger das 

dannzumal gültige ordentliche Pensionierungsalter erreicht, mindestens aber bis zu sei-

nem 65. Altersjahr. 

6. Es seien die Grundlagen der Unterhaltsberechnung festzusetzen.  

7. Es seien die während der Ehe geäufneten Austrittsguthaben aus der beruflichen Vorsorge 

jeweils hälftig zu teilen. 

8. Es sei festzustellen, dass die Parteien güterrechtlich auseinandergesetzt sind, wobei vorzu-

behalten ist, dass der Kläger der Beklagten infolge nicht bezahlter Unterhaltsbeiträge und un-

rechtmässig eingezogenen Versicherungsleistungen den Betrag von CHF 23'856.45 (zuzüg-

lich weiterer aufgelaufener Schulden vom August 2019 bis zum Urteilszeitpunkt) schuldet.  

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9. Es seien die Kosten dieses Verfahrens dem Kläger aufzuerlegen und der Beklagten sei eine 

angemessene Prozessentschädigung (zzgl. MWST) zuzusprechen. 

 

 

Sachverhalt 

 

1. Die Parteien heirateten am tt.mm.2013 vor dem Zivilstandsamt E.________. Sie haben den 

gemeinsamen Sohn F.________, geb. tt.mm.2013.  

 

2. Mit Urteil des Kantonsgerichts Zug ES 2017 170 vom 3. Oktober 2017 wurde zwischen den 

Parteien unter anderem mit Wirkung per 5. April 2017 die Gütertrennung im Sinne von 

Art. 247 ff. ZGB angeordnet (Dispositiv-Ziff. 3). 

 

3. Mit Eingabe vom 1. Mai 2019 reichte der Kläger beim Kantonsgericht Zug gegen die Be-

klagte eine unbegründete Scheidungsklage ein (act. 1). 

 

4. In ihrer Stellungnahme vom 26. Juli 2019 beantragte die Beklagte ebenfalls die Scheidung 

und stellte ihre Anträge bezüglich der Regelung der Nebenfolgen (act. 17).  

 

5. An der Einigungsverhandlung vom 26. August 2019 wurde festgestellt, dass der Scheidungs-

grund gegeben ist. Eine Einigung über die Nebenfolgen konnte nicht erzielt werden (act. 19). 

Mangels Einigung wurde dem Kläger mit Schreiben vom 27. August 2019 Frist zur Einrei-

chung einer begründeten Klage angesetzt (act. 20). 

 

6. In der Folge reichte der Kläger die Eingaben vom 29. August bzw. 1., 9. und 11. Septem-

ber 2019 mitsamt Beilagen ins Recht (act. 24-27). 

 

7. Unter Beilage der klägerischen Eingaben wurde der Beklagten mit Schreiben vom 3. Okto-

ber 2019 Frist zur Klageantwort angesetzt (act. 28), welche innert erstreckter Frist am 

12. November 2019 erfolgte (act. 34). 

 

8. Mit Schreiben vom 5. März 2020 teilte RA lic.iur. B.________ mit, dass er den Kläger vertrete 

(act. 38). 

 

9. Mit Beweisverfügung vom 27. März 2020 wurden von den Parteien diverse Urkunden ediert 

(act. 39). Mit Schreiben vom 7. Mai 2020 (Beklagte) und 22. Mai 2020 (Kläger) re ichten die 

Parteien gestützt auf die Beweisverfügung Urkunden ein (vgl. act. 40; act. 42).  

 

10. Am 8. Juli 2020 wurde F.________ vom Referenten angehört (act. 47). 

 

11. Mit Schreiben vom 10. Juli 2020 wurden die Parteien zur Parteibefragung und Instruktions-

verhandlung vorgeladen. Betreffend die Instruktionsverhandlung wurde den Parteien mitge-

teilt, dass nach dem Versuch einer Einigung der Sachverhalt ergänzt werden könne. Diesbe-

züglich erfolgte der Hinweis auf das Novenrecht (Art. 229 Abs. 1 ZPO; act. 48).  

 

12. Am 27. August 2020 fanden die Parteibefragung und anschliessend daran die Instruktions-

verhandlung statt (act. 49; act. 50).  

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13.  Am 21. Oktober 2020 wurde die mündliche Hauptverhandlung durchgeführt. Der Kläger 

wurde vorgängig mit Schreiben vom 15. Oktober 2020 antragsgemäss vom persönlichen Er-

scheinen dispensiert (act. 61). Die Parteien präzisierten ihr Rechtsbegehren im eingangs er-

wähnten Sinne (act. 62–64).  

 

14.  Im Anschluss an die Hauptverhandlung reichten die Rechtsvertreter der Parteien ihre Hono-

rarnoten ein (act. 65; act. 66). 

 

15. Neben den im Rahmen des Schriftenwechsels als begründete Klageschrift entgegengenom-

menen Eingaben reichte der Kläger während der Dauer des Verfahrens zahlreiche unaufge-

forderte Schreiben samt Beilagen ein. Soweit die Kinderbelange betroffen sind, und damit die 

uneingeschränkte Untersuchungsmaxime zur Anwendung gelangt, werden diese Eingaben – 

sofern relevant – im Rahmen der nachfolgenden Begründung berücksichtigt. 

 

 

Erwägungen 

 

1. Das Gericht tritt auf eine Klage ein, sofern die Prozessvoraussetzungen erfüllt sind (Art. 59 

ZPO). Ob diese erfüllt sind, prüft das Gericht von Amtes wegen (Art. 60 ZPO).  

 

1.1  Die Beklagte ist deutsche Staatsangehörige, der Kläger ist Schweizer. Die Parteien haben 

ihren Wohnsitz im Kanton Zug. Es liegt somit ein internationaler Sachverhalt im Sinne von 

Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Internationale Privatrecht (IPRG) vor.  Gemäss 

Art. 59 IPRG sind die schweizerischen Gerichte zuständig für Klagen auf Scheidung am 

Wohnsitz des Beklagten (lit. a) und am Wohnsitz des Klägers, wenn dieser sich seit einem 

Jahr in der Schweiz aufhält oder wenn er Schweizer Bürger ist (lit. b). Das Kantonsgericht 

Zug ist somit in örtlicher und gestützt auf § 27 Abs. 1 GOG sowie Art. 198 lit. c und Art.  274 

ZPO auch in sachlicher und funktioneller Hinsicht zur Beurteilung der vorliegenden Schei-

dungsklage zuständig. Diese Zuständigkeit besteht auch hinsichtlich der Kinderbelange 

(Art. 85 Abs. 1 IPRG i.V.m. Art. 5 ff., insbesondere Art. 10 des Haager Kindesschutzüberein-

kommens [HKsÜ; SR 0.211.231.011]), der Unterhaltsbeiträge (Art. 2 und Art. 5 Ziff. 2 LugÜ 

bzw. Art. 63 Abs. 1 IPRG), des Güterrechts (Art. 63 Abs. 1 IPRG i.V.m. Art. 51 lit. b IPRG) 

und des Vorsorgeausgleichs (Art. 63 Abs. 1bis IPRG). 

 

 Anwendbar ist schweizerisches Recht (Art. 61 IPRG [Statusfrage]; Art. 85 Abs. 1 IPRG i.V.m. 

Art. 15 Abs. 1 HKsÜ [Minderjährigenschutz]; Art. 83 Abs. 1 i.V.m. Art.  4 Abs. 1 des Haager 

Übereinkommens vom 2. Oktober 1973 über das auf Unterhaltspflichten anzuwendende 

Recht [HUntÜ, SR 0.211.213.01; Kinderunterhalt]; Art. 49 IPRG i.V.m. Art. 8 HUntÜ [nach-

ehelicher Unterhalt]; Art. 54 Abs. 1 lit. a und b IPRG [Güterrecht]; Art.  63 Abs. 2 IPRG und 

Urteil des Bundesgerichts 5A_176/2014 vom 9. Oktober 2014 E. 3.2 [Vorsorgeausgleich]). 

 

1.2 Gemäss Art. 59 Abs. 2 lit. a ZPO ist vorausgesetzt, dass die klagende Partei ein schutzwürdi-

ges Interesse an der Klage hat.  

 

1.2.1 Vorliegend beantragen die Parteien übereinstimmend die Feststellung, dass sie güterrecht-

lich auseinandergesetzt seien. Die Beklagte verlangt vom Gericht darüber hinaus die 

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Feststellung eines Vorbehalts, wonach der Kläger der Beklagten infolge nicht bezahlter Un-

terhaltsbeiträge und unrechtmässig von ihm eingezogener Versicherungsleistungen den Be-

trag von CHF 23'856.45 (zuzüglich weiterer aufgelaufener Schulden vom August 2019 bis 

zum Urteilszeitpunkt) schulde.  

 

1.2.2 Mit der Feststellungsklage verlangt die klagende Partei die gerichtliche Feststellung, dass ein 

Recht oder ein Rechtsverhältnis besteht oder nicht besteht (Art. 88 ZPO). Jedes Feststel-

lungsbegehren setzt ein Feststellungsinteresse voraus (BGE 119 II 368 E. 2a). Ein solches 

ist im Allgemeinen zu bejahen, wenn für die klagende Partei kumulativ eine Ungewissheit 

über ihre Rechtsstellung besteht, deren Fortdauer unzumutbar ist und nicht auf andere 

Weise behoben werden kann, insbesondere nicht durch eine Leistungs- oder Gestaltungs-

klage (zur Subsidiarität im Besonderen: BGE 135 III 378 E. 2.2; vgl. auch BGE 144 III 175 E. 

5; BGE 141 III 68 E. 2.3; Urteil des Bundesgerichts 4A_282/2020 vom 5. August 2020 E. 

2.2). Blosse Feststellungsbegehren zur güterrechtlichen Auseinandersetzung genügen nicht   

(Urteile des Bundesgerichts 5A_621/2012 vom 20. März 2013 E. 4.1; 5C.10/1997 vom 

27. März 1998 E. 3 mit Hinweis auf BGE 123 III 49 E. 1a).  

 

1.2.3 Hinsichtlich der beantragten Feststellung der Höhe der offenen Unterhaltszahlungen ist fest-

zuhalten, dass diese vorliegend den Zeitraum nach der Gütertrennung per 5. April 2017 be-

treffen (vgl. act. 34/41) und – aufgrund der bereits erfolgten Auflösung des Güterstands 

(vgl. Art. 207 Abs. 1 ZGB) – vom Güterrecht nicht mehr erfasst sind.  

 

 Über die betreffenden Unterhaltsbeiträge ist bereits rechtskräftig entschieden worden 

(vgl. Entscheid des Obergerichts des Kantons Zug Z2 2017 48 vom 15. Juni 2018; Entscheid 

des Kantonsgericht Zug ES 2019 64 vom 23. Mai 2019). Der Entscheid über die Leistung von 

Unterhaltsbeiträgen bildet einen definitiven Rechtsöffnungstitel (vgl. Art. 80 Abs. 1 SchKG). 

Verfügt der Gläubiger über einen definitiven Rechtsöffnungstitel, kann er einzig das Rechts-

öffnungsverfahren einleiten. Eine (Anerkennungs)klage ist diesfalls nicht zuläss ig, da sie der 

Rechtskraftwirkung des Rechtsöffnungstitels entgegensteht (Vock, in: Hunkeler [Hrsg.], Kurz-

kommentar SchKG, 2. A. 2014, Art. 79 SchKG N 1; Staehelin, Basler Kommentar, 2.  A. 2010, 

Art. 79 SchKG N 6).  

 

 Da die offenen Unterhaltszahlungen vom Güterrecht nicht erfasst sind, und es aufgrund der 

Gerichtsentscheide und der geleisteten Zahlungen gewiss ist, welche offenen Forderungen 

bestehen, hat die Beklagte vorliegend kein Interesse an einer Feststellung über die Höhe der 

offenen Forderungen, weshalb auf diesen Antrag nicht einzutreten ist. 

 

 Der Klarheit halber ist jedoch festzuhalten, dass die Zahlung der offenen Unterhaltsbeiträge, 

welche gestützt auf die ergangenen Entscheide geschuldet sind, weiterhin geschuldet bleib t. 

 

1.2.4 Nicht einzutreten ist weiter auf den beantragten Vorbehalt der Beklagten betreffend den Ver-

sicherungsfall, welcher noch nicht gerichtlich beurteilt wurde. Hinsichtlich der güterrechtli-

chen Auseinandersetzung gelten die Verhandlungs- und die Dispositionsmaxime  

(vgl. Art. 277 Abs. 1 ZPO und Art. 58 ZPO; Urteil des Bundesgerichts 5A_621/2012 vom 

20. März 2013 E. 4.3.1). Vorliegend stellt die Beklagte einen Antrag auf Feststellung bzw. 

Festhaltung eines Vorbehalts, der Kläger schulde der Beklagten einen bestimmten Betrag 

aus einem behaupteten Versicherungsfall. Es handelt sich um ein Feststellungsbegehren, 

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welches zur güterrechtlichen Auseinandersetzung nicht genügt. Das Rechtsbegehren erweist 

sich in dieser Hinsicht als klar und damit nicht auslegungsbedürftig. Da diese Ungewissheit 

durch eine (bezifferte) Leistungsklage hätte behoben werden können, fehlt es vorliegend 

diesbezüglich an einem Feststellungsinteresse (Subsidiarität). 

 

1.3 Andere Prozesshindernisse sind nicht ersichtlich, weshalb auf die Klage ansonsten einzutre-

ten ist. 

 

2.  Die Parteien beantragen übereinstimmend die Scheidung ihrer tt.mm.2013 vor dem Zivil-

standsamt E.________ geschlossenen Ehe. Die Ehe ist demnach antragsgemäss zu schei-

den. 

 

 Nachfolgend ist über die Nebenfolgen der Scheidung, vorab über die Kinderbelange, zu ent-

scheiden (vgl. Art. 283 Abs. 1 ZPO).  

 

3. Das Gericht regelt die Elternrechte und -pflichten nach den Bestimmungen über die Wirkun-

gen des Kindesverhältnisses. Insbesondere regelt es die elterliche Sorge, die Obhut und den 

persönlichen Verkehr oder die Betreuungsanteile sowie den Unterhaltsbeitrag (Art. 133 

Abs. 1 ZGB). Es beachtet alle für das Kindeswohl wichtigen Umstände. Es berücksichtigt ei-

nen gemeinsamen Antrag der Eltern und, soweit tunlich, die Meinung des Kindes (Art. 133 

Abs. 2 ZGB). Es kann den Unterhaltsbeitrag über den Eintritt der Voll jährigkeit hinaus festle-

gen (Art. 133 Abs. 3 ZGB). 

 

 Die Beklagte beantragt die alleinige elterliche Sorge für F.________. Der Kläger beantragt, 

die elterliche Sorge für F.________ sei bei beiden Elternteilen zu belassen.  

 

3.1 Bei der elterlichen Sorge handelt es sich um ein sog. Pflichtrecht (BGE 142 III 1 E. 3.4 und 

E. 3.5). Es beinhaltet das Recht und die Pflicht der Eltern, die Pflege und Erziehung des Kin-

des zu leiten und die nötigen Entscheidungen zu treffen (Art. 301 Abs. 1 ZGB). Leben die ge-

meinsam sorgeberechtigten Eltern nicht in einem gemeinsamen Haushalt, kann derjenige El-

ternteil, der das Kind betreut, allein entscheiden, wenn die Angelegenheit alltäglich oder 

dringlich oder der andere Elternteil nicht mit vernünftigem Aufwand zu erreichen is t (Art. 301 

Abs. 1bis ZGB). Hierunter fällt namentlich die Befugnis zur täglichen Betreuung des Kindes 

und die Ausübung der Rechte und Pflichten im Zusammenhang mit seiner Pflege und laufen-

den Erziehung (vgl. auch BGE 142 III 612 E. 4.1). Der nicht betreuende Elternteil hat im Um-

kehrschluss ein Mitbestimmungsrecht in allen Entscheiden, welche nicht die Alltagsgestal-

tung betreffen. Dabei ist beispielsweise zu denken an die Namensgebung (vgl. Art. 301 

Abs. 4 ZGB), die allgemeine und berufliche Bildung (vgl. Art. 302 ZGB), die Wahl der religiö-

sen Erziehung (vgl. Art. 303 ZGB), an medizinische Eingriffe und andere entscheidende bzw. 

das Leben des Kindes prägende Weichenstellungen wie beispielsweise die Ausübung von 

Hochleistungssport oder der Wechsel der Schule (Urteil des Bundesgerichts 5A_465/2017 

vom 26. Oktober 2017 E. 5.1.2). Ebenfalls Ausfluss der elterlichen Sorge ist die gesetzliche 

Vertretungsmacht des Kindes gemäss Art. 304 ZGB (Schwenzer/Cottier, Basler Kommentar, 

6. A. 2018, Art. 304/305 ZGB N 1).  

 

 Gemäss Art. 296 Abs. 2 ZGB stehen die Kinder, solange sie minderjährig sind, unter der ge-

meinsamen elterlichen Sorge von Vater und Mutter. In einem Scheidungs- oder 

https://ezproxy.unilu.ch:2077/legalis/document-view.seam?documentId=gvqv6nbwguxtembrg4

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Eheschutzverfahren überträgt das Gericht einem Elternteil die alleinige Sorge, wenn dies zur 

Wahrung des Kindeswohls nötig ist (Art. 298 Abs. 1 ZGB). Nach der gesetzlichen Konzeption 

ist die gemeinsame elterliche Sorge der Regelfall, von dem nur in eng begrenzten Ausnah-

mefällen zur Wahrung des Kindeswohls abgewichen werden darf. Nach der Rechtsprechung 

kann ein Ausnahmegrund insbesondere ein schwerwiegender elterlicher Dauerkonflikt oder 

eine anhaltende Kommunikationsunfähigkeit sein. Auch in solchen Fällen kommt eine Allein-

zuteilung des elterlichen Sorgerechts nur in Frage, wenn sich die zwischen den Eltern beste-

henden Probleme auf die Kinderbelange als Ganzes beziehen und das Kindeswohl konkret 

beeinträchtigen. Erforderlich ist die konkrete Feststellung, in welcher Hinsicht das Kindes-

wohl beeinträchtigt ist. Schliesslich ist eine Abweichung vom Grundsatz der gemeinsamen 

elterlichen Sorge nur dort am Platz, wo Aussicht darauf besteht, mit der Zuteilung der Sorge 

an einen Elternteil allein eine Entlastung der Situation herbeizuführen (BGE 142 III 1 E. 3.3; 

141 III 472 E. 4.6 f.; vgl. auch das Urteil 5A_81/2016 vom 2. Mai 2016 E. 5 mit vielen Hinwei-

sen auf die bisherige Rechtsprechung). Damit ist zwangsläufig eine Prognose darüber ver-

bunden, wie sich das Verhältnis zwischen den Eltern entwickeln wird. Dieser Wahrscheinlich-

keitsaussage über die künftige Entwicklung müssen konkrete Anhaltspunkte zugrunde liegen, 

die aktenmässig erstellt sind. Mit anderen Worten muss aufgrund einer tatsachenbasierten 

Sachverhaltsprognose geprüft werden, ob das gemeinsame Sorgerecht eine erhebliche Be-

einträchtigung des Kindeswohls befürchten lässt. Damit trägt die Rechtsprechung dem Willen 

des Gesetzgebers Rechnung, wonach die Alleinsorge nicht schon dort ausgesprochen wer-

den darf, wo sie dem Kindeswohl am besten gerecht würde (Urteil 5A_903/2016 vom 

17. Mai 2017 E. 4.1 mit Hinweisen). 

 

 Auch ohne Vorliegen eines Elternkonfliktes ist die gemeinsame elterliche Sorge nach der 

Rechtsprechung dort zu verweigern, wo ein Elternteil weder Zugang zu aktuellen Informatio-

nen über das Kind noch persönlichen Kontakt zum Kind hat. Denn seine Verantwortung für 

das Kind kann nur sinnvoll wahrnehmen, wer dessen Bedürfnisse kennt. Ein Elternteil, der 

dauerhaft über keinen irgendwie gearteten Zugang zum Kind verfügt, kann keine Entschei-

dungen zum Wohl des Kindes treffen, auch nicht in gemeinsamer Sorge (BGE 142 III 197 

E. 3.5; Urteil 5A_214/2017 vom 14. Dezember 2017 E. 4.3). Allein die geographische Distanz 

zwischen den Eltern ist freilich noch kein Grund zur Annahme, dass eine gemeinsame Aus-

übung des Sorgerechts nicht in Frage kommt und im Sinne einer Ausnahme vom Grundsatz 

einem Elternteil die Alleinsorge zuzuweisen wäre (BGE 142 III 56 E. 3).  

 

 Bei alledem gilt es zu beachten, dass das Gericht im Streit um Kinderbelange in familien-

rechtlichen Angelegenheiten den Sachverhalt von Amtes wegen erforscht und ohne Bindung 

an die Parteianträge entscheidet (Art. 296 Abs. 1 und 3 ZPO). Entsprechend hat das Gericht 

im Streit um die elterliche Sorge von Amtes wegen zu prüfen, ob die gemeinsame Ausübung 

des Sorgerechts beibehalten werden kann, und zwar auch dann, wenn die Eltern je für sich 

die alleinige elterliche Sorge beantragen. Dass die Streitparteien in einem Scheidungspro-

zess bezüglich der elterlichen Sorge gegenteilige Rechtsbegehren stellen bzw. in erster Linie 

die alleinige elterliche Sorge für sich beantragen, kann in einem kontradiktorischen Gerichts-

verfahren kaum überraschen und ist daher für sich allein genommen auch noch kein Grund, 

von einer Beibehaltung der gemeinsamen elterlichen Sorge abzusehen (Urteil 5A_412/2015 

vom 26. November 2015 E. 7.2; zum Ganzen: Urteil des Bundesgerichts 5A_106/2019 vom 

16. März 2020 E. 5.4). 

 

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3.2 Die Beklagte stellt sich auf den Standpunkt, eine gemeinsame elterliche Sorge habe die Fort-

setzung des elterlichen Konfliktes zur Folge, was nicht im Interesse des Kindes liege (act. 64 

Rz 6).  

 

 Der Kläger habe seine eigene Auffassung, wie die Betreuung des gemeinsamen Sohnes 

aussehen solle. Bereits während des Zusammenlebens habe der Kläger einfach bestimmt, 

wie F.________ habe betreut werden sollen. Noch im Dezember 2016 habe der Kläger die 

Beklagte aufgefordert, ihr Arbeitspensum zu reduzieren, um sich vermehrt um F.________ 

zu kümmern (act. 34 Rz 18–19). Der Kläger sei nicht bereit, Kompromisse einzugehen. Auch 

nach der Trennung habe er der Beklagten einseitig einen "Betreuungsplan" vorgelegt, welche 

die Beklagte zu akzeptieren gehabt habe (act. 34 Rz 20). Der vom Kläger vorgelegte Plan sei 

in der Folge im Rahmen des Eheschutzverfahrens korrigiert worden (act. 34 Rz 21; dazu 

auch act. 34 Rz 38). Die Gerichtsentscheide habe der Kläger nicht akzeptiert. Namentlich 

habe der Kläger mittels Schreiben vom 28. Juni, 9. und 12. Juli 2018 an das Obergericht des 

Kantons Zug gegen den vom Gericht erlassenen Eheschutzentscheid vom 15. Juni 2018 pro-

testiert. Auch habe er Schreiben an die erstinstanzliche Eheschutzrichterin gerichtet (act. 34 

Rz 29–30). Angefochten habe der Kläger den zweitinstanzlichen Entscheid jedoch nicht. In 

der Folge habe der Kläger auch unzählige Eingaben an die KESB Zug gemacht, mit welchen 

er versucht habe, dieser seine Sicht der Dinge aufzudrängen und diese zu bewegen, das 

vom Obergericht des Kantons Zug festgelegte Besuchsrecht abzuändern (act. 34 Rz 32). Als 

die KESB Zug anlässlich eines Gesprächs erläutert habe, man werde keine Änderung veran-

lassen, habe er den Raum verlassen (act. 34 Rz 33). Anliegen betreffend F.________ hätten 

nicht mit dem Kläger, sondern mit der neuen Partnerin des Klägers besprochen werden müs-

sen (act. 34 Rz 34). In der Folge habe der Kläger die Korrespondenz mit der KESB Zug ver-

weigert und deren Schreiben nicht mehr abgeholt (act. 34 Rz 35). Als der Kläger habe fest-

stellen müssen, dass er trotz seiner vielen Eingaben mit seinem Begehren auf Abänderung 

der Betreuungsregelung nicht durchkomme, habe er den Kontakt zu F.________ verweigert 

(act. 34 Rz 36). Mittels Bestrafung von F.________ – und zu dessen Nachteil – habe der Klä-

ger damit erneut versucht, seinen Willen durchzusetzen (act. 34 Rz 36).  

 

 Der Kläger sei weder bereit auf die Beklagte einzugehen, noch willens, Entscheide von Be-

hörden zu akzeptieren oder deren Ratschläge – beispielsweise der KESB Zug – entgegenzu-

nehmen (act. 34 Rz 22). Der Kläger kämpfe verbissen für die Durchsetzung seiner Ansicht. 

Er sehe sich dabei immer in der Opferrolle. Könne er seine Meinung nicht durchsetzen, so 

gehe er gegen die Personen vor, die sich seinem Willen entgegenstellen würden. Schliess-

lich verweigere er die Kommunikation, indem er diesen das Recht abspreche, sich überhaupt 

zur Sache äussern zu dürfen (act. 34 Rz 23; act. 64 Rz 7). Das sehe man beispielsweise 

auch dadurch, dass der Kläger nicht an der mündlichen Hauptverhandlung erschienen sei 

und er zuvor bereits die Instruktionsverhandlung habe verlassen wollen. Der Kläger ertrage 

andere Meinungen nicht (act. 64 Rz 8). Könne sich der Kläger mit seiner Ansicht und seinem 

"töbele" nicht durchsetzen, so verweigere er sich der Diskussion (act. 64 Rz 9). Zu diesem 

Entzug unliebsamer Diskussionen gehöre auch, dass der Kläger E-Mails der Beklagten im 

Spam-Ordner landen lasse und nicht lese. Auch könne man kaum miteinander reden. Nur 

telefonisch sei der Kontakt möglich, wenn der Kläger überhaupt den Anruf entgegennehme 

(act. 64 Rz 10). Zu den Treffen mit der Besuchsbeiständin sei der Kläger ebenfalls nicht 

mehr erschienen, nachdem diese ihm mitgeteilt habe, dass sie seine Ansicht nicht teile 

(act. 64 Rz 11). Dieses offenkundige Verhalten bei Konflikten verhindere eine gemeinsame 

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elterliche Sorge (act. 64 Rz 12). Wann immer die Parteien hinsichtlich F.________ sich nicht 

einig würden, müsse sich die Beklagte zuerst die Beschimpfungen, Manipulationen und Dro-

hungen des Klägers anhören. Schliesslich müsse die Sache, wenn die Beklagte nicht nach-

gebe, von der Kinderschutzbehörde entschieden werden, was Zeit benötige (act. 64 Rz 12; 

act. 34 Rz 45). Jeder Entscheid hinsichtlich F.________ müsse bei gemeinsamem Sorge-

recht wegen der mangelnden Einsichtsfähigkeit und Kompromissbereitschaft des Klägers 

auch in Zukunft von der KESB Zug gefällt werden (act. 34 Rz 24). Sollten sich diese dem Wil-

len des Klägers nicht beugen, so würden auch die Verantwortlichen der Kinderschutzbehörde 

beschimpft und bei der Aufsichtsbehörde verzeigt (act. 64 Rz 12).  

 

 Ein weiteres Beispiel für die fehlende Kooperationsbereitschaft des Klägers sei die Tatsache, 

dass F.________, als er älter geworden sei, von der Kinderkrippe in die Freizeitbetreuung 

hätte wechseln sollen, was auch seinem Wunsch entsprochen habe. Für diesen Wechsel 

habe es der Zustimmung des Klägers bedurft, welche jedoch nicht habe eingeholt werden 

können. Die Klägerin habe sich deshalb in der Folge mit Mail vom 20. Februar 2019 an 

G.________ der KESB Zug wenden müssen (act. 34 Rz 37).  

 

 Weiter instrumentalisiere der Kläger F.________ auch, indem er seine Ansicht mit derjenigen 

von F.________ gleichsetze und sich als Sprecher des Kindes ausgebe (act. 34 Rz 26). Der 

Kläger nehme enormen Einfluss auf F.________, um ihm seine Meinung aufzuzwingen. 

Diese Indoktrination richte sich vor allem auch gegen die Beklagte. Wenn sie mit F.________ 

ans Meer fahren wolle, erkläre der Kläger F.________, dass das Meer etwas "Dummes" sei. 

Seien sie in Frankreich in den Ferien gewesen, sei ihm erklärt worden, dass die Franzosen 

schlechte Menschen seien (act. 34 Rz 40). Der Kläger mache dies in der Absicht, 

F.________ seinem Willen zu unterwerfen und einen Keil zwischen F.________ und seine 

Mutter zu treiben, um seinen Willen durchzusetzen (act. 34 Rz 41). Das pathologisch be-

dingte Verhalten des Klägers sei durch die Gerichtsakten und die umfangreichen Akten der 

KESB Zug, deren Beizug im Übrigen verlangt werde, ausreichend belegt (act. 64 Rz 16).  

 

 Eine ewige Fortsetzung des elterlichen Konfliktes sei zum Wohle von F.________ unter die-

sen Umständen soweit dies möglich sei, unbedingt zu vermeiden. Aufgrund der mangelnden 

Fähigkeit des Klägers, eine andere Meinung zu akzeptieren, sei es nicht möglich, gemein-

sam wichtige Entscheide zu fällen. Der Beklagten sei deswegen die alleinige elterliche Sorge 

zuzusprechen (act. 34 Rz 22; act. 64 Rz 15). Der schwerwiegende elterliche Dauerkonflikt 

und die durch das Verhalten des Klägers verschuldete anhaltende Kommunikationsunfähig-

keit unter den Parteien würden sich leider negativ auf das Kindeswohl auswirken (act. 34 Rz 

44).  

 

3.3 Der Kläger entgegnet, die Beklagte versuche vorliegend einen Dauerkonflikt – insbesondere 

in Form einer chronischen Kommunikations- und Kooperationsunfähigkeit – herbeizureden. 

Festzuhalten gelte allerdings, dass hinsichtlich der von den Inhabern der elterlichen Sorge zu 

treffenden Entscheidungen vorliegend zwischen den Parteien nie Konflikte bestanden hätten; 

sei es hinsichtlich der Erziehung, der Vertretung, des Vermögens oder des Aufenthaltsortes 

von F.________. Es habe noch keinen Konflikt gegeben, welcher zu irgendwelchen Verzöge-

rungen in wichtigen Entscheidungen geführt hätte. Die Parteien hätten sich stets nur über 

den Anteil der Betreuung des gemeinsamen Sohnes gestritten (act. 63 S. 3). 

 

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 Es möge zutreffend sein, dass er sich teils etwas über Gebühr für sein Betreuungsrecht ein-

gesetzt habe, was aber grundsätzlich ja nichts Schlechtes sei. Es handle sich bei ihm um 

eine Person, welche sich mehr als nur gerichtsüblich um sein Kind kümmern wolle, was ja 

durchaus im Interesse des Kindes sei (act. 63 S. 3). Es treffe auch nicht zu, dass er seinen 

Sohn beeinflussen und diesem seinen Willen aufzwingen wolle, um einen Keil zwischen das 

Kind und die Beklagte treiben zu wollen (act. 63 S. 3). Auch wenn vorliegend gewisse Kon-

flikte bestünden, von einer Kindsgefährdung könne überhaupt keine Rede sein. Die Konflikte 

würden sich vorliegend nicht auf das Kindeswohl auswirken und auch eine Alleinzuteilung 

würde keine Verbesserung bringen. Die Konflikte hätten sich aus seiner Sicht insbesondere 

gegenüber den Behörden geäussert, von denen er sich etwas mehr Mut hinsichtlich der Vä-

terrechte erwünscht hätte, aber nicht gegen die Beklagte und schon gar nicht gegen das ge-

meinsame Kind F.________. Vorliegend lägen keine Gründe vor, der Beklagten das alleinige 

Sorgerecht zuzuteilen, bzw. dem Kläger dessen Sorgerecht zu entziehen. Die entsprechen-

den Anträge seien daher abzuweisen (act. 63 S. 4). 

 

3.4 Die Parteivorbringen sind vor dem Hintergrund der beigezogenen Eheschutzakten und den 

eingereichten bzw. abgenommenen Beweisen wie folgt zu würdigen: 

 

3.4.1 Aus den Eheschutzakten geht hervor, dass sich die Parteien bereits nach der Trennung unei-

nig waren, wer F.________ in welchem Umfang betreuen sollte. Der Kläger bestätigte an der 

Parteibefragung im Rahmen des erstinstanzlichen Eheschutzverfahrens implizit, dass er den 

Betreuungsplan nach der Trennung der Parteien im Jahr 2017 eigenmächtig erstellt habe. 

Auf die Frage der Einzelrichterin, ob diese Betreuungsregelung mit der  Beklagten abgespro-

chen worden sei, erklärte er: "Ich habe meiner Frau selbstverständlich gesagt, wie das Be-

treuungsmodell aussieht, aber …" (vgl. Verfahren ES 2017 170, act. 12 Ziff. 38). Zudem be-

stätigte der Rechtsvertreter des Klägers an der Instruktionsverhandlung im Eheschutzverfah-

ren, dass es der Kläger war, der diesen Betreuungsplan erstellt habe. Man habe eine Lösung 

finden müssen. Man habe dann eine gefunden, ob das jetzt ein bisschen aufgedrückt gewe-

sen sei oder nicht, spiele eigentlich nicht so eine Rolle, weil es ja offenbar funktioniert habe 

(vgl. Verfahren ES 2017 170, act. 12 S. 29). Wie die Beklagte vorliegend zutreffend ausführt, 

wurde im Rahmen des Eheschutzverfahrens eine vom klägerischen Betreuungsplan abwei-

chende Betreuung angeordnet. Das Obergericht des Kantons Zug bestätigte das erstinstanz-

liche Urteil, teilte die Obhut über F.________ der Beklagten zu und gewährte dem Kläger ein 

ausgedehntes Besuchsrecht (Entscheid des Obergerichts des Kantons Zug Z2 2017 48 vom 

15. Juni 2018 E. 4.5–4.7). Obwohl der Kläger diesen Entscheid nicht akzeptierte, reichte er 

kein Rechtsmittel ein. Vielmehr ist aktenkundig, dass der Kläger gegen die angeordnete Be-

treuungsregelung und die Unterhaltsverpflichtung – wie die Beklagte zu Recht ausführte – im 

Jahr 2018 wiederholt gegenüber den Gerichten und Behörden protestierte (vgl. Verfahren 

Z2 2017 48, act. 33, act. 36, act. 38), und namentlich noch im August 2018 ein Abänderungs-

verfahren vor der KESB Zug anhängig machte (act. 34/47), welches mit Entscheid vom 4. 

Juni 2019 abgewiesen wurde (act. 17/37). Auch im vorliegenden Verfahren nahm der Kläger 

mehrfach auf den Eheschutzentscheid Bezug und kritisierte die darin angeordnete Betreu-

ungsregelung und die damit einhergehende Unterhaltspflicht (vgl.  etwa act. 24, act. 26 

und 27).  

 

 Gestützt auf die Akten ist mithin erstellt, dass zwischen den Eltern – aber auch zwischen 

dem Kläger und den involvierten Behörden – ein Konflikt betreffend den persönlichen 

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Verkehr und die Betreuung des Sohnes F.________ bestanden hat und weiterhin besteht. 

Aufgrund der vom Kläger gegenüber den Behörden und Gerichten eingenommenen Protes t-

haltung ist ebenfalls erstellt, dass der Kläger die Beklagte – welche sich auf die gerichtlich 

angeordnete Betreuungsregelung beruft – betreffend die Betreuung von F.________ unter 

Druck gesetzt hat und weiterhin unter Druck setzt, was der Kläger im Übrigen auch nicht be-

streitet (vgl. act. 63 S. 3). 

 

3.4.2 Zwar trifft es somit zu, dass sich der Kläger in der Vergangenheit hinsichtlich der Anteile an 

der Betreuung von F.________ mehrfach quergestellt hat. Dass der Kläger jedoch mit Bezug 

auf die elterliche Sorge im Allgemeinen – d.h. neben der Betreuung von F.________ – keine 

andere Meinung akzeptiert, ist demgegenüber aber nicht erstellt. Wie der Kläger zu Recht 

ausführt, betrifft der Streit zwischen den Parteien – soweit aktenkundig – hauptsächlich den 

Anteil der Betreuung des gemeinsamen Sohnes. Weder aus den Akten noch den Ausführun-

gen der Beklagten geht hervor, dass die Parteien relevante Konflikte hinsichtlich der im Rah-

men der elterlichen Sorge zu treffenden Entscheide betreffend die Erziehung, die Vertretung, 

das Vermögen oder den Aufenthaltsort von F.________ gehabt hätten. Insbesondere geht 

auch aus den Akten nicht hervor – wie die Beklagte behauptet –, dass betreffend die elterli-

che Sorge Entscheide von der KESB Zug hätten getroffen werden müssen. Namentlich 

wurde auch bezüglich des von der Beklagten angesprochenen Wechsels von der Kinder-

krippe zur Freizeitbetreuung eine zeitnahe Lösung gefunden (vgl. dazu act. 49 Frage 19, wo 

die Beklagte bestätigte, dass F.________ bereits seit dem 2019 in die Freizeitbetreuung 

geht). Dass der diesbezügliche Entscheid durch die KESB Zug hat erfolgen müssen, ist aber 

nicht belegt. 

 

 In diesem Zusammenhang ist auch darauf hinzuweisen, dass der Kläger auch bei einer Al-

leinzuteilung der Sorge und – konsequenterweise – der Obhut gestützt auf Art. 273 ZGB ein 

Besuchs- bzw. Betreuungsrecht hätte, was die Beklagte auch anerkennt. So oder anders ha-

ben die Parteien als Eltern von F.________ eine Lösung der Konflikte betreffend die Betreu-

ung zu finden, weshalb die Alleinzuteilung der elterlichen Sorge an die Beklagte in dieser 

Hinsicht zu keiner Entschärfung des Elternkonflikts führen würde.  

 

3.4.3 Zu berücksichtigen ist schliesslich, dass sich die Kommunikation der Parteien betreffend 

F.________ im Jahr 2020 deutlich verbessert hat. Die Parteien wurden an der Parteibefra-

gung vom 27. August 2020 vom Referenten zur Kommunikationsfähigkeit befragt. Sie bestä-

tigten auf dessen Befragen, dass die angeordnete Betreuungsregelung inzwischen gelebt 

werde. F.________ werde üblicherweise alle zwei Wochen am Freitagmittag vom Kläger von 

der Schule abgeholt. Am darauffolgenden Montag bringe der Kläger ihn in der Früh um 8 Uhr 

wieder in die Schule (act. 49 Frage 7 und 8). Weiter bestätigte die Beklagte, dass der Kläger 

sie während der Corona-Zeit mit der Betreuung zusätzlich unterstützt habe (act. 49 Frage 7 

und Frage 9). Sie fügte jedoch hinzu, der Kläger habe sie diesbezüglich unter Druck gesetzt 

(act. 49 Frage 9). Auf die Frage, wie sich die Parteien betreffend die Belange von 

F.________ absprechen, antwortete die Beklagte, man kommuniziere in der Regel per Tele-

fon oder brieflich. Sie dürfe nicht auf seine WhatsApp, SMS und E-Mails antworten (act. 49 

Frage 14). Der Kläger bestätigte im Ergebnis ebenfalls, dass man sich hauptsächlich telefo-

nisch austausche (act. 49 Frage 15). Zudem ergänzte er, man bespreche einige Sachen 

auch beiläufig an der Haustüre (act. 49 Frage 15). Auch bestätigten die Parteien an der per-

sönlichen Befragung übereinstimmend, dass vor der KESB Zug keine Verfahren liefen 

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(act. 49 Fragen 12 und 13). Im Rahmen ihres Plädoyers an der Hauptverhandlung nennt die 

Beklagte auch keine wesentlichen Ereignisse oder Konflikte, welche die Parteien bezüglich 

der Belange von F.________ im Jahr 2020 erlebt hätten (vgl. die zwei angeführten Beispiele 

der Beklagten: act. 62 S. 2 f.; act. 64/2–3). 

 

3.4.4 Nach dem Gesagten ist zwar erstellt, dass es nach der Trennung im Jahr 2017 und auch im 

Nachgang zum zweitinstanzlichen Eheschutzentscheid vom 15. Juni 2018 zwischen den El-

tern zu Konflikten bezüglich der Anteile an der Betreuung von F.________ gekommen ist, für 

welche in erster Linie der Kläger verantwortlich war, da er die gerichtlich verfügten Anordnun-

gen nicht akzeptierte bzw. akzeptieren wollte. Auch geht aus dem Verhalten des Klägers im 

vorliegenden Verfahren hervor, dass er mit der angeordneten Betreuungsregelung nicht ein-

verstanden ist. Die Kommunikation zwischen den Eltern bezüglich F.________ und dessen 

Betreuung hat sich in der Zwischenzeit aber verbessert. Zudem ist erstellt, dass die Parteien 

in der Lage waren, auch während der Corona-Pandemie – also in einer Notsituation – zum 

Wohle des gemeinsamen Sohnes zu funktionieren und die Betreuung von F.________ si-

cherzustellen. Weder aus den Akten noch den Ausführungen der Beklagten geht schliesslich 

hervor, dass die Parteien relevante Konflikte hinsichtlich der im Rahmen der elterlichen 

Sorge zu treffenden Entscheide betreffend die Erziehung, die Vertretung, das Vermögen o-

der den Aufenthaltsort von F.________ gehabt hätten.  

 

3.4.5 Von einer schwerwiegenden dauerhaften und anhaltenden Kommunikationsunfähigkeit der 

Parteien kann nach dem Gesagten deshalb nicht gesprochen werden. Aufgrund der positiven 

Entwicklung im Jahr 2020 – und den bereits genannten Umständen – lässt das gemeinsame 

Sorgerecht keine erhebliche Beeinträchtigung des Wohls von F.________ befürchten. Der 

aus der Ehe der Parteien hervorgegangenen Sohn F.________ ist somit mit Verweis auf die 

vorstehenden Ausführungen unter der gemeinsamen elterlichen Sorge zu belassen. 

  

4. Bei gemeinsamer elterlicher Sorge muss das mit dieser Frage befasste Gericht auf Begehren 

eines Elternteils oder des Kindes hin prüfen, ob eine alternierende Obhut möglich und mit 

dem Wohl des Kindes vereinbar ist (Art. 298b Abs. 3ter ZGB). Dabei hat es gestützt auf fest-

gestellte Tatsachen der Gegenwart und der Vergangenheit eine sachverhaltsbasierte Prog-

nose darüber zu stellen, ob die alternierende Obhut als Betreuungslösung aller Voraussicht 

nach dem Wohl des Kindes entspricht (BGE 142 III 612 E. 4.2 mit Hinweis; Urteil des Bun-

desgerichts 5A_629/2019 vom 13. November 2020 E. 4.1).  

 

4.1  Die alternierende Obhut ist ein Betreuungsmodell, bei welchem das Kind alternierend zu 

etwa gleichen Teilen von beiden Elternteilen betreut wird. Das Modell verlangt, dass das Kind 

abwechselnd zu einem substantiellen Zeitanteil bei jedem Elternteil lebt, wobei ein Mindest-

betreuungsanteil von einem Drittel vorliegen sollte (Salzgeber/Schreiner, Kontakt - und Be-

treuungsmodelle nach Trennung und Scheidung, in: FamPra.ch 2014, S. 66 und S. 68; Sün-

derhauf/Widrig, Gemeinsame elterliche Sorge und alternierende Obhut, in: AJP 7/2014, 

S. 893; Gloor, Der Begriff der Obhut, in: FamPra.ch 2/2015, S. 342; Urteile des Bundesge-

richts 5A_69/2011 vom 27. Februar 2012 E. 2.1 und 5A_55/2015 vom 20. August 2015 E. 3). 

 

 Die alternierende Obhut kommt grundsätzlich nur in Frage, wenn beide Eltern erziehungsfä-

hig sind. Weiter ist dieses Betreuungsmodell nur praktisch umsetzbar, wenn die Eltern fähig 

und bereit sind, in Kinderbelangen laufend miteinander zu kommunizieren und im Hinblick 

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auf die notwendigen organisatorischen Vorkehrungen zu kooperieren (BGE 142 III 617 

E. 3.2.3 und E. 4.3). Die Kommunikation zwischen den Eltern kann auch bloss schriftlich er-

folgen. Es steht einer alternierenden Obhut nicht entgegen, wenn die Eltern zur gemeinsa-

men Entscheidfindung über die Kinderbelange auf die Vermittlung einer Drittperson angewie-

sen sind (vgl. zur elterlichen Sorge Urteile 5A_685/2019 vom 9. September 2019 E. 5; 

5A_923/2014 vom 27. August 2015 E. 2 und 5.5, nicht publ. in: BGE 141 III 472, aber in: Fa-

mPra.ch 2015 S. 961 ff. und 970). Ferner kann allein aus dem Umstand, dass ein Elternteil 

sich einer Regelung mit geteilter Betreuung widersetzt, nicht ohne weiteres geschlossen wer-

den, die nötige Kooperation sei nicht gewährleistet. Unter diesem Aspekt ist von einer alter-

nierenden Obhut nur abzusehen, wenn das Verhältnis unter den Eltern hinsichtlich anderer 

Kinderbelange von einer Feindseligkeit gezeichnet ist, die annehmen lässt, eine alternie-

rende Obhut würde das Kind dem gravierenden Elternkonflikt in einer Weise aussetzen, die 

seinen Interessen offensichtlich zuwiderläuft. Weiter kommt es auf die geografische Situation 

an, namentlich die Distanz zwischen den Wohnungen der beiden Eltern. Bedeutsam ist auch 

die Kindeswohlwirksamkeit der Stabilität, wie sie mit einer Weiterführung der bisherigen Re-

gelung einhergeht. In diesem Sinne ist eine alternierende Obhut umso eher angezeigt, wenn 

die Eltern das Kind schon vor ihrer Trennung abwechselnd betreut haben. Andere Kriterien 

sind das Alter des Kindes, seine Beziehungen zu (tatsächlichen oder faktischen) Geschwis-

tern und seine Einbettung in das weitere soziale Umfeld (BGE 142 III 617 E. 3.2.3 und E. 4.3; 

je mit Hinweisen). Die Möglichkeit der Eltern, das Kind persönlich zu betreuen, spielt haupt-

sächlich dann eine Rolle, wenn spezifische Bedürfnisse des Kindes eine persönliche Betreu-

ung notwendig erscheinen lassen oder wenn ein Elternteil selbst in den Randzeiten (mor-

gens, abends und an den Wochenenden) nicht bzw. kaum zur Verfügung stünde; ansonsten 

ist von der Gleichwertigkeit von Eigen- und Fremdbetreuung auszugehen  

(vgl. BGE 144 III 481 E. 4.6.3 und E. 4.7). Beachtung verdient auch der Wunsch des Kindes, 

selbst wenn es bezüglich der Betreuungsregelung (noch) nicht urteilsfähig ist. Die Erzie-

hungsfähigkeit beider Eltern ist in jedem Fall notwendige Voraussetzung einer alternierenden 

Obhut. Die weiteren Beurteilungskriterien hängen oft voneinander ab; ihre jeweilige Bedeut-

samkeit richtet sich nach den konkreten Umständen. So spielt das Kriterium der Stabilität bei 

Säuglingen und Kleinkindern eine wichtige Rolle. Geht es hingegen um Jugendliche, kommt 

der Zugehörigkeit zu einem sozialen Umfeld grosse Bedeutung zu. Die Kooperationsfähigkeit 

der Eltern wiederum verdient besondere Beachtung, wenn das Kind schulpflichtig ist oder die 

Entfernung zwischen den Wohnorten der Eltern ein Mehr an Organisation erfordert (BGE 142 

III 617 E. 3.2.3 und E. 4.3; zum Ganzen: Urteil des Bundesgerichts 5A_629/2019 vom 

13. November 2020 E. 4.2).  

 

4.1 Der Kläger beantragt die alternierende Obhut in Form eines Wechselmodells, wobei der 

Wechsel von der Mutter zum Vater und umgekehrt jeweils am Freitag um 16.00 Uhr, 

d.h. nach der Schule, erfolgen solle (act. 63 S. 1). Die Beklagte beantragt die alleinige Obhut 

über F.________ (act. 64 S. 1). 

 

4.1.1 Der Kläger führt zusammengefasst aus, die objektiven Voraussetzungen für die Einrichtung 

einer alternierenden Obhut seien erfüllt. Er sei erziehungsfähig. Auch habe er bereits zwei 

erwachsene Kinder aus erster Ehe. Zudem sei er auch beruflich imstande, die beantragte 

Betreuungszeit wahrzunehmen. Die Reduktion seines Arbeitspensums auf 90 % sei im Übri-

gen bereits vor der Trennung der Parteien erfolgt. Er könne im Rahmen seiner Anstellung an 

mindestens zwei Tagen die Woche im Homeoffice arbeiten (act. 63 S. 5). Während 

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F.________ in der Schule sei, könne er sich infolge der Heimarbeit mittags (z.B. ums Ko-

chen) und auch abends vollends um seinen Sohn kümmern. Dies habe er bislang am Mitt-

woch und Donnerstag auch gemacht. Zudem habe er am Donnerstag- und Freitagnachmittag 

wie F.________ frei und könne sich die volle Zeit für F.________ nehmen. Am Montag und 

Dienstag befände sich F.________ jeweils am Mittagstisch in der Schule. Weiter habe er, 

wenn nötig, auch die Gelegenheit, F.________ seiner Partnerin oder seiner Mutter für kurze 

Zeit in Obhut zu geben (act. 65 S. 6). 

 

 Er habe einen neuen Betreuungsplan ausgearbeitet. Dieser werde seit Oktober 2020 seitens 

der Beklagten koordiniert und auch gelebt. Sie würden sich als Eltern daran halten. Es sei 

bisher zu keinen grösseren Schwierigkeiten gekommen: Die Übergaben hätten immer gut ge-

klappt. Die Parteien hätten diese gut organisieren können, indem bspw. ein Elternteil das 

Kind in die Krippe gebracht und der andere das Kind abgeholt habe. Ebenfalls würden dabei 

etwa die Kleider übergeben. Die Eltern verständen es also gut, ihre Konflikte vor dem Kind 

fernzuhalten und sich in Kinderbelangen abzusprechen und zu kooperieren.  Dass sich die 

Eltern koordinieren können, habe sich auch während des Lockdowns gezeigt (act. 63 S. 5). 

Aber auch danach habe er F.________ zwischen April und Oktober 2020 vermehrt betreut. 

Einerseits sei deutlich ersichtlich, dass wenn es der Beklagten nütze, ein erweitertes Be-

suchsrecht mit den entsprechenden Absprachen völlig konfliktfrei möglich sei. Andererseits 

sei die erweiterte Betreuung faktisch auch nach dem Lockdown weitergeführt worden und 

könne nicht allein auf diese Notsituation zurückgeführt werden (act. 63 S. 6). Weiter könne 

infolge dieser freiwilligen Erweiterung des Besuchsrechts nicht ernsthaft behauptet werden, 

F.________ würde auf irgendwelche Weise beeinflusst, missbraucht, oder es würde gar auf 

ihn Druck ausgeübt. Wäre dem tatsächlich so gewesen, hätte die Beklagte der erweiterten 

Betreuungsregelung nicht einfach so zugestimmt (act. 63 S. 6). Schliesslich wolle auch 

F.________ selbst die hälftige Betreuung durch seinen Vater und seine Mutter (act. 63 S. 6). 

 

4.1.2 Demgegenüber stellt sich die Beklagte auf den Standpunkt, die Anordnung einer alternieren-

den Obhut sei nicht geboten. F.________ liebe seinen Vater. Er solle ihn regelmässig sehen. 

Jedoch nehme der Kläger immer wieder Einfluss auf F.________ und versuche ihn gegen die 

Mutter aufzubringen oder ihm seine Ansichten aufzuzwingen (act. 34 Rz 51). Der Kläger, 

welcher seine Arbeitstätigkeit im Hinblick auf die Scheidung von 100 % auf 90 % reduziert 

habe, sei jedenfalls nicht in der Lage, F.________ selber 50 % zu betreuen. Er sei auf die 

Hilfe seiner Grossmutter und seiner Partnerin angewiesen. Die Betreuung würde sodann von 

insgesamt sechs verschiedenen Personen/Organisationen wahrgenommen. Eine derartige 

Unstetigkeit im Leben von F.________ dürfe diesem sicherlich nicht zugemutet werden (act. 

64 Rz 21–22; act. 34 Rz 53). Der Umstand, dass der Kläger den kranken F.________ am 

Sonntag, 16. August 2020, vorzeitig der Beklagten zurückgegeben habe, obwohl diese auch 

am Montag arbeiten müsse, zeige, dass es dem Kläger bei seinen Anträgen zum Besuchs-

recht nicht darum gehe, F.________ möglichst viel zu betreuen, sondern darum, möglichst 

wenig Unterhalt bezahlen zu müssen (act. 64 Rz 23). Wenn der Kläger in seinem Betreu-

ungsplan vom 26. Juni 2020 bis 28. August 2020 auf eine 35-prozentige Betreuung von 

F.________ komme, so liege es im Wesentlichen daran, dass er F.________ zwei Wochen 

in die Sommerferien mitgenommen habe (act. 64 Rz 24). Dem an der Kindsbefragung von 

F.________ Gesagten könne ausserdem keine entscheidende Bedeutung beigemessen wer-

den. F.________ habe ausgesagt, was der Kindsvater habe hören wollen und sei vom Kläger 

unter Druck gesetzt worden (vgl. act. 64 Rz 18; act. 50 S. 2). Eine "faire" Lösung mit je einer 

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50 %-igen Betreuung möge zwar die Elternteile gleichstellen; sie liege jedoch nicht im Inte-

resse von F.________ (act. 50 S. 2). 

 

4.2 Gestützt auf die Akten, und insbesondere die abgenommenen Beweise, ist anhand der bun-

desgerichtlichen Kriterien betreffend die Obhutszuteilung (Erziehungsfähigkeit, Kommunikati-

onsfähigkeit, Kontinuität, Stabilität, geographische Situation etc.) zu prüfen, welche Betreu-

ungsregelung dem vorliegenden Einzelfall angemessen ist. Im Zentrum steht dabei vorlie-

gend das Wohl von F.________ und nicht die Interessen der Eltern bzw. gesellschaftspoliti-

sche Überlegungen. 

 

4.2.1 Die Erziehungsfähigkeit beider Eltern wurde bereits im Rahmen des Eheschutzverfahrens 

bestätigt (vgl. Urteil des Kantonsgerichts Zug ES 2017 17 vom 3. Oktober 2017 E. 4.3.1) und 

ist auch vorliegend zu bejahen. Den im Recht liegenden Akten, insbesondere aber auch den 

Parteiaussagen, lassen sich keine Anhaltspunkte darüber entnehmen, dass bei einer Partei 

die Erziehungsfähigkeit fehlen würde. Zwar verweist die Beklagte auf einzelne Entscheide 

des Klägers, welche sie für falsch hält – z.B. den eigenmächtigen Kauf eines Handys (act. 62 

S. 3) – spricht dem Kläger die Erziehungsfähigkeit im Allgemeinen aber nicht ab. Diesbezüg-

lich ist auch festzuhalten, dass es zwar aussergewöhnlich ist, dass der Kläger rund 100 Fo-

tos von sich und F.________ ins Recht legte (vgl. Sammelbeilage zu act. 23). Diese Fotos 

sind aber auch das Resultat von Ausflügen, gemeinsam verbrachter Zeit und Erlebnissen, 

welche aufzeigen, dass der Kläger sich für F.________ interessiert und für ihn sorgt. Zudem 

bestätigte auch die Beklagte im Rahmen der Klageantwort, dass F.________ seinen Vater 

liebe (act. 34 Rz 46). 

 

4.2.2 Weiter ist die bereits vorstehend erörterte Kommunikationsfähigkeit der Eltern zu beurteilen. 

Das Obergericht des Kantons Zug hielt im Urteil Z2 2017 48 vom 15. Juni 2018 E. 4.5 fest, 

es sei nicht zu erwarten, dass sich die Parteien über Alltagsfragen absprechen würden und 

sich einigen könnten. Die Anordnung einer alternierenden Obhut würde zu vermeidbaren 

Konflikten führen, welche dem Kindeswohl nicht förderlich wären. Wie bereits vorstehend er-

wähnt, geht aus den Akten und den Parteiaussagen hervor, dass sich diese Situation im 

Jahr 2020 erheblich verbessert hat. Namentlich ist erstellt, dass die Parteien in der Lage wa-

ren, auch während der Corona-Pandemie – also in einer Notsituation – zu funktionieren und 

die Betreuung von F.________ sicherzustellen. Auch geht weder aus den Akten hervor, noch 

wird behauptet, dass die Parteien im Zusammenhang mit der Betreuung von F.________ auf 

die Vermittlung durch die eingesetzte Besuchsbeiständin angewiesen gewesen wären. Im 

Übrigen führt die vorliegend angeordnete Betreuungsregelung – im Vergleich zur bisher gel-

tenden Regelung – zu keiner signifikanten Häufung der zwischen den Eltern zu besprechen-

den Kinderbelange. Daher ist nicht davon auszugehen, dass die Anordnung der vorliegenden 

Form einer alternierenden Obhut dem Wohl von F.________ abträglich wäre. Sie wird im Üb-

rigen dem nach Ansicht des Gerichts erheblich verbesserten Verhalten unter den Eltern und 

vor allem auch dem Wohl von F.________ gerecht. Im Übrigen hat auch F.________ anläss-

lich seines Gesprächs mit dem Referenten ausgeführt, dass er sich wünschen würde, in Zu-

kunft gleich oft beim Vater wie bei der Mutter sein zu können. Auch wenn die Beklagte aus-

führen lässt, F.________ sei zu dieser Aussage von seinem Vater vorgängig zur Anhörung 

unter Druck gesetzt worden, hat der Referent anlässlich dieser Anhörung Anzeichen einer 

Druckausübung seitens des Klägers gegenüber F.________ nicht ausmachen können. 

F.________ hat frei und klar ausgesagt und am Schluss des Gespräches auf entsprechende 

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Frage erklärt, die Eltern dürften die Aktennotiz des Gesprächs durchaus lesen, weil er ihnen 

gegenüber nichts zu verheimlichen habe. Dies spricht ebenfalls gegen die von der Beklagten 

geäusserte und nicht weiter belegte Behauptung, dass F.________ vor dem Gespräch mit 

dem Referenten vom Kläger unter Druck gesetzt worden sein soll.  

 

4.2.3 Die Kriterien der Kontinuität und Stabilität sprechen vorliegend aber gegen das vom Kläger in 

der Hauptsache beantragte Wechselmodell. Die Parteien bestätigten an der Parteibefragung 

übereinstimmend, dass das vom Obergericht des Kantons Zug angeordnete Betreuungsmo-

dell im Wesentlichen gelebt werde. F.________ werde üblicherweise alle zwei Wochen am 

Freitagmittag vom Kläger von der Schule abgeholt. Am darauffolgenden Montag bringe der 

Kläger ihn in der Früh um 8.00 Uhr wieder in die Schule (act. 49 Frage 7 und 8). Der Kläger 

hat F.________ darüber hinaus während des Lockdowns im Frühjahr 2020, aber auch noch 

danach, zusätzlich betreut, was die Beklagte an der Parteibefragung mit dem Hinweis bestä-

tigte, es dürfe ihr daraus aber kein Strick gedreht werden (act. 49 Frage 9). Dies allein würde 

einem Wechselmodell grundsätzlich zwar nicht entgegenstehen, jedoch ist die konkrete Le-

benssituation von F.________ zu beachten. Bei Jugendlichen kommt nach der bundesge-

richtlichen Rechtsprechung der Zugehörigkeit zu einem sozialen Umfeld grosse Bedeutung 

zu. Aus der Parteibefragung geht auch hervor, dass F.________ in der Nachbarschaft der 

Mutter ein intaktes soziales Umfeld hat. Nach eigenen Angaben von F.________, welche von 

der Beklagten bestätigt wurden, hat F.________ einige Quartierfreunde (act. 47 S. 2; act. 49 

Frage 89). In der Nachbarschaft des Vaters gäbe es nach Aussagen von F.________ keine 

gleichaltrigen Kinder, mit welchen F.________ spielen würde (act. 47 S. 2). Dies deckt sich 

auch mit der Aussage der Beklagten an der Parteibefragung, welche ergänzte, manchmal 

nehme F.________ einen Freund zum Vater mit (act. 49 Frage 92). Zwar sagte F.________ 

selber aus, dies störe ihn nicht (act. 47 S. 2). Bei dem vom Kläger beantragten Wechselmo-

dell würde F.________ jedoch deutlich länger ausserhalb seines sozialen Umfelds verbrin-

gen. Auch wenn die geographische Distanz nicht erheblich ist, geht aus den verschiedenen 

Befragungen hervor, dass diese doch einen erheblichen Effekt auf das Umfeld von 

F.________ hat. Mithin spricht das soziale Umfeld von F.________ – zu seinem Wohl – wei-

terhin für eine Hauptbetreuung durch die Mutter.  

 

 Auf die von F.________ an der Kinderanhörung gemachte Aussage, es sei nur "fair", wenn 

er je hälftig von den Eltern betreut werde, kann aufgrund des Alters von F.________ nicht al-

leine abgestellt werden. Zwar zeigt die Aussage deutlich, dass F.________ gerne Zeit mit 

dem Vater verbringt. Gleichzeitig ist es F.________ aufgrund seines Alters noch nicht mög-

lich abzuschätzen, welche Auswirkungen diese Veränderung auf ihn hätte, namentlich auch 

mit Bezug auf sein soziales Umfeld, auf welches in vorstehender Erwägung schon hingewie-

sen wurde. 

 

4.2.4 Nach dem Gesagten erscheint das vom Kläger beantragte Wechselmodell aufgrund des sozi-

alen Umfelds von F.________, aber auch der Kontinuität und Stabilität der Betreuung nicht 

angemessen. Der klägerische Hauptantrag auf Anordnung eines Wechselmodells ist somit 

abzuweisen. 

 

4.2.5 Im Sinne eines Eventualantrags beantragt der Kläger weiter, F.________ sei alle zwei Wo-

chen von Dienstag nach Schulschluss bis Montag um 8.00 Uhr von ihm zu betreuen. Nach 

Aussagen der Beklagten, welchen der Kläger nicht widersprochen hat, hat F.________ am 

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Montag und Dienstag am Morgen und am Nachmittag Schulunterricht. Am Montag und 

Dienstag geht er in die Freizeitbetreuung. Am Mittwoch und Donnerstag hat er nachmittags 

frei. Am Freitagnachmittag hat er auch noch einmal Schule (act. 49 Frage 18). Der Kläger 

legt überzeugend dar, dass er eine weitergehende Betreuung von F.________ grundsätzlich 

gewährleisten kann. Zwar ist der Beklagen Recht zu geben, dass die vom Kläger angeführ-

ten zwei Tage Homeoffice nicht dazu dienen, F.________ zu betreuen. Die Möglichkeit, mitt-

wochs und donnerstags im Homeoffice zu verbringen, erlaubt es dem Kläger jedoch, sich 

insbesondere um die Mittagszeit um F.________ zu kümmern. Am Donnerstag- und Freitag-

nachmittag hat der Kläger nach eigenen Aussagen aufgrund des reduzierten Pensums im 

Übrigen wie F.________ frei, was nicht bestritten wurde. Zudem arbeitet der Kläger als Buch-

halter in E.________, weshalb nicht ersichtlich ist und auch nicht behauptet wurde, dass er 

arbeitsbedingt viel auswärts, d.h. ausserhalb seines Arbeitsortes, unterwegs ist. Weiter ha-

ben sowohl seine Partnerin, als auch die Mutter des Klägers bestätigt, dass sie nötigenfalls 

zur Verfügung stünden (act. 50a/7–8). Namentlich die Betreuung durch Verwandte ist auch in 

intakten Familien üblich, weshalb nicht ersichtlich ist, inwiefern namentlich die aushilfsweise 

Mitbetreuung durch die Mutter des Klägers dem Kindeswohl abträglich wäre.  

 

4.2.6  Auch wenn der Kläger im Zusammenhang mit der Betreuung – zumindest in der Vergangen-

heit – Druck auf die Beklagte ausgeübt hat und sich auch gegenüber den Behörden und Ge-

richten gegen das angeordnete Betreuungsmodell wehrte, spricht gestützt auf die  jüngste, 

aktuelle Entwicklung der Betreuungssituation im Jahr 2020, die Befragung von F.________ 

sowie die Aussagen der Parteien an der Parteibefragung im August 2020 nichts gegen eine 

vermehrte Betreuung von F.________ durch den Kläger. Da der Kläger mittwochs arbeitet, 

auch wenn dies in Form von Homeoffice geschieht, und F.________ am Nachmittag keine 

Schule hat und betreut werden muss – und von der Beklagten betreut werden kann, da sie 

an diesem Tag nicht arbeitet –, erscheint ein Betreuungswechsel am Mittwochabend um 

17.00 Uhr, und nicht wie beantragt am Dienstagabend, den Umständen angemessen. Folg-

lich ist der Eventualantrag – und ursprüngliche Hauptantrag – des Klägers teilweise gutzu-

heissen und F.________ im Sinne einer alternierenden Obhut alle zwei Wochen von Mitt-

wochabend, 17.00 Uhr bis Montagmorgen, Schulbeginn, vom Kläger und Vater zu betreuen, 

was einem Betreuungsanteil von rund einem Drittel entspricht (Betreuungsverantwortung der 

Eltern unter Ausblendung der Schule, der Freizeitbetreuung und der Ferien [dazu sogleich in 

E. 4.4]).  

 

4.3 Als Wohnsitz des Kindes unter elterlicher Sorge gilt der Wohnsitz der Eltern oder, wenn die 

Eltern keinen gemeinsamen Wohnsitz haben, der Wohnsitz des Elternteils, unter dessen Ob-

hut das Kind steht (Art. 25 Abs. 1 ZGB). Bei symmetrischen Betreuungsverhältnissen können 

die Eltern gemeinsam den Wohnsitz des Kindes bestimmen. Können sie sich nicht einigen, 

so ist er von derjenigen Instanz, welche das Betreuungsmodel anordnet, festzulegen. Bei 

asymmetrischen Betreuungsverhältnissen richtet sich der Wohnsitz des Kindes grundsätzlich 

nach dem Wohnsitz des hauptsächlich betreuenden Elternteils (vgl. Hotz/Schlatter, in: Büch-

ler/Jakob [Hrsg.], Kurzkommentar ZGB, 2. A. 2018, Art. 25 ZGB N 1a; Staehelin, Basler 

Kommentar, 6. A. 2018, Art. 25 ZGB N 5 m.w.H.).  

 

 Vorliegend wird eine alternierende Obhut angeordnet, bei welcher die Beklagte eine überwie-

gende Betreuungsverantwortung übernimmt, weshalb es sich rechtfertigt, den Wohnsitz von 

F.________ bei der Beklagten zu belassen. Diese ist – wie nachfolgende Erwägungen im 

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Zusammenhang mit der Unterhaltsberechnung aufzeigen – gleichsam verantwortlich zur Be-

zahlung der laufenden Kosten von F.________ (z.B. Krankenkasse etc.). 

 

4.4 Die Beklagte beantragt ein Ferienrecht von drei, der Kläger von vier Wochen Ferien pro Jahr 

für sich. Im Rahmen des Eheschutzverfahrens wurde dem Kläger ein Ferienbesuchsrecht 

von drei Wochen gewährt (vgl. Urteil des Obergerichts Zug Z2 2017 48 vom 15. Juni 2018 

E. 4.6). Zur aktuell gelebten Ferienregelung führte der Kläger an der Parteibefragung aus, 

die Ferienbetreuung gehe inzwischen über die angeordneten drei Wochen pro Jahr hinaus. 

Er gehe davon aus, dass es fünf Wochen sein werden (act. 49 Frage 8). Auf Befragen durch 

den Kantonsrichter widersprach die Beklagte dem Kläger nicht und bestätigte, dass man 

auch hinsichtlich der Ferien über die angeordneten drei Wochen hinausgegangen sei. Die 

erstinstanzliche Eheschutzrichterin hielt in ihrem Entscheid, welcher in diesem Punkt vom 

Obergericht des Kantons Zug geschützt wurde, fest, dass das Ferienbesuchsrecht im Sinne 

einer Anfangsphase auf drei Wochen im Jahr festgesetzt werde (Urteil des Kantonsgerichts 

Zug ES 2017 17 vom 3. Oktober 2017 E. 4.5.3). Nachdem die Eltern inzwischen eine über 

diese Anordnung hinausgehende Ferienbetreuung durch den Kläger leben, und keine Hin-

weise darauf bestehen, dass diese Betreuung dem Kindeswohl entgegensteht, ist der Antrag 

des Klägers von vier Wochen Ferien pro Jahr gutzuheissen. 

 

 Es ist deshalb angemessen, das Betreuungsrecht auf vier Ferienwochen im Jahr auszudeh-

nen, wobei die Ausübung des Ferienrechts mindestens drei Monate im Voraus zwischen den 

Parteien abzusprechen ist und im Falle der Nichteinigung in Jahren mit ungerader Jahreszahl 

der Beklagten und in Jahren mit gerader Jahreszahl dem Kläger der Entscheid über die Aus-

übung des Ferienrechts zukommt, alles auf eigene Kosten.  

 

4.5 Betreffend Feiertagsregelung stellen die Parteien fast identische Anträge. Der einzige Unter-

schied besteht in der Rückgabezeit, d.h. ob F.________ um 17.00 Uhr oder 18.00 Uhr zu 

übergeben ist. Da F.________ nach der Rückgabe beim anderen Elternteil zu Abend isst, er-

scheint eine Rückgabe um 17.00 Uhr angemessen. Die beantragte Feiertagsregelung ist an-

gemessen und ermöglicht es auch dem Kläger, mehrere Tage am Stück mit F.________ zu 

verbringen. Der Kläger ist daher zu berechtigen und zu verpflichten, seinen Sohn 

F.________ an den Feiertagen wie folgt zu betreuen: In Jahren mit gerader Jahreszahl an 

Pfingsten (Freitag vor Pfingsten, 17.00 Uhr, bis Pfingstmontag, 17.00 Uhr) und die Weih-

nachtswoche (d.h. die Woche, in die der 25. Dezember fällt, ab dem dieser Woche vorange-

henden Feiertag, 17.00 Uhr, bis zum übernächsten Sonntag, 12.00 Uhr) und in Jahren mit 

ungerader Jahreszahl an Ostern (Gründonnerstag, 17.00 Uhr, bis Ostermontag, 17.00 Uhr) 

und die Neujahrswoche (Sonntag, 12.00 Uhr, bis zum folgenden Sonntag, 17.00 Uhr).  

 

4.6 Angesichts des weiterhin zwar verbesserten, aber immer noch in gewisser Weise ange-

spannten Verhältnisses zwischen den Parteien erscheint die Weiterführung der bestehenden, 

mit Eheschutzentscheid des Kantonsgerichts Zugs ES 2017 170 vom 3. Oktober 2017 errich-

teten Beistandschaft gemäss Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB auch mit der Anordnung der alter-

nierenden Obhut weiterhin geboten. Es ist aber davon auszugehen, dass – sollten die Par-

teien die festgesetzte Betreuungsregelung inskünftig zum Wohl von F.________ leben kön-

nen – dies Beistandschaft zu gegebenem Zeitpunkt aufgehoben werden kann. Dies ist dann-

zumal angesichts der bestehenden Umstände von der die Beistandschaft führenden Person 

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zu beurteilen und – gegebenenfalls – von dieser gegenüber der zuständigen Kindes- und Er-

wachsenenschutzbehörde zu beantragen.  

 

4.7 Schliesslich ist über die Erziehungsgutschriften für die Berechnung künftiger AHV- und IV-

Renten gemäss Art. 52fbis AHVV zu befinden. Indem die Mutter die Betreuung von 

F.________ trotz alternierender Obhut zu einem überwiegenden Teil übernimmt, sind die Er-

ziehungsgutschriften der Beklagten anzurechnen (vgl. Art. 52fbis Abs. 2 AHVV). Die Parteien 

haben im Rentenfall der zuständigen Ausgleichskasse den Scheidungsentscheid mit Rechts-

kraftsvermerk vorzulegen. 

 

5. Weiter ist über den Unterhalt von F.________ und denjenigen für die Beklagte zu entschei-

den.  

 

5.1 Die Beklagte verlangt vom Kläger für den Sohn F.________ einen Barunterhalt von monat-

lich CHF 1'740.00 (exkl. Kinderzulagen) bis zum Übertritt in die Sekundarstufe und danach 

CHF 2'000.00 bis zum Abschluss einer angemessenen Ausbildung. Bei Ablehnung des 

Wechselmodells beantragt der Kläger die Bezahlung eines Unterhalts für F.________ von 

höchstens monatlich CHF 1'144.40.  

 

 Für sich selber verlangt die Beklagte gestützt auf Art. 125 ZGB nacheheliche Unterhaltsbei-

träge von monatlich CHF 2'425.00 ab Rechtskraft des Urteils bis zum Übertritt von 

F.________ in die Sekundarstufe und danach CHF 1'420.00 bis der Kläger das dannzumal 

gültige ordentliche Pensionierungsalter erreicht, mindestens aber bis zu seinem 65. Alters-

jahr. Der Kläger will demgegenüber hauptsächlich festgestellt haben, dass er der Beklagten 

keinen Unterhalt mehr schulde. 

 

5.2 Bei der Bemessung der Unterhaltsbeiträge an die Beklagte und das Kind F.________ sind 

folgende Grundsätze zu beachten: 

 

5.2.1 Grundsätzlich sorgen beide Elternteile, ein jeder nach seinen Kräften, für den in Form von 

Pflege, Erziehung und Geld zu erbringenden Unterhalt (Art. 276 Abs. 1 und 2 ZGB). Dies gilt 

an sich auch für den gesamten Geldunterhalt, dessen Umfang sich wie gesagt nach Art. 285 

Abs. 1 und 2 ZGB bemisst. Soweit die Elternteile getrennt leben und deshalb auch getrennte 

Haushaltskassen führen, wird praktisch relevant, wer an wen welchen Geldbetrag zu entrich-

ten hat. Im Streitfall hat das Gericht dies im Unterhaltstitel festzulegen. Dabei gelten folgende 

Grundsätze: Steht das Kind unter der alleinigen Obhut des einen Elternteils, indem es in des-

sen Haushalt lebt und den anderen Elternteil nur im Rahmen des Besuchs- und Ferienrechts 

sieht, so leistet der obhutsberechtigte Elternteil seinen Unterhaltsbeitrag bereits vollständig in 

natura, indem er dem Kind Pflege und Erziehung erweist (sog. Naturalunterhalt). Diesfalls 

fällt der Geldunterhalt vor dem Hintergrund der Gleichwertigkeit von Geld- und Naturalunter-

halt (BGE 114 II 26 E. 5b; 135 III 66 E. 4; ausdrücklich bestätigt auch für den geänderten 

Wortlaut von Art. 276 Abs. 2 ZGB im Urteil 5A_727/2018 vom 22. August 2019 E. 4.3.2.1) 

vom Grundsatz her vollständig dem anderen Elternteil anheim, wobei in bestimmten Konstel-

lationen ein Abweichen vom Grundsatz geboten ist. Steht das Kind hingegen unter der alter-

nierenden Obhut der Elternteile, so sind die finanziellen Lasten bei ähnlicher Leistungsfähig-

keit umgekehrt proportional zu den Betreuungsanteilen zu tragen (Urteile 5A_727/2018 vom 

22. August 2019 E. 4.3.2.1; 5A_1032/2019 vom 9. Juni 2020 E. 5.4.1), bei je hälftigen 

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Betreuungsanteilen proportional zur Leistungsfähigkeit (Urteile 5A_743/2017 vom 22. Mai 

2019 E. 5.3.2, 5.4.3 und 5.4.4; 5A_727/2018 vom 22. August 2019 E. 4.3.2.3) und bei gleich-

zeitig asymmetrischem Betreuungsumfang und Leistungsgefälle entsprechend der sich dar-

aus ergebenden Matrix, wobei es sich dabei nicht um eine rein rechnerische Operation han-

delt, sondern die vorgenannten Grundsätze in Ausübung von Ermessen umzusetzen sind 

(vgl. Urteile 5A_727/2018 vom 22. August 2019 E. 5.3.2.2; 5A_1032/2019 vom  

9. Juni 2020 E. 5.4.1; zum Ganzen: Urteil des Bundesgerichts 5A_311/2019 vom 11. Novem-

ber 2020 E. 5.5).  

 

 Bei hälftiger Betreuung ist zu prüfen, wer welche Drittkosten für das Kind trägt; diese Kosten 

sind hernach entsprechend der objektiv möglichen wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit auf 

beide Eltern zu verteilen, wobei ein entsprechender Ausgleich zu erfolgen hat, soweit die 

Kosten nicht genau gleich hoch und die wirtschaftlichen Leistungsfähigkeiten nicht gleich 

gross sind. Barunterhaltsbeiträge eines Elternteils für das Kind sind daher auch bei annä-

hernd gleicher Betreuung denkbar und möglich (vgl. Urteile des Bundesgerichts 

5A_580/2011 vom 9. März 2012 E. 2 und 5A_1017/2014 vom 12. Mai 2015 E. 4.4).  

 

 Nach der jüngsten bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist für die Berechnung des Barunter-

halts von Kindern einheitlich die zweistufige Methode anzuwenden. Hierbei werden die finan-

ziellen Ressourcen den Bedürfnissen der Beteiligten gegenübergestellt und sodann entspre-

chend einer bestimmten Reihenfolge verteilt. Besondere Situationen sind im Rahmen einer 

allfälligen Überschussverteilung zu berücksichtigen. Dies schliesst gemäss dem Bundesge-

richt jedoch nicht aus, dass in besonderen Situationen, namentlich bei aussergewöhnlich gu-

ten Verhältnissen, anders vorgegangen oder auch ganz von einer konkreten Rechnung abge-

sehen wird (Urteil des Bundesgerichts 5A_311/2019 vom 11. November 2020 E. 6.5).  

 

5.2.2 Ist einem Ehegatten nicht zuzumuten, für den ihm gebührenden Unterhalt selbst aufzukom-

men, so hat ihm der andere Teil gestützt auf Art. 125 Abs. 1 ZGB angemessenen nacheheli-

chen Unterhalt zu leisten, soweit er hierzu in der Lage ist.  

 

 Die bundesgerichtliche Rechtsprechung zum nachehelichen Unterhalt fusst auf der Unter-

scheidung, ob eine Ehe lebensprägend war oder nicht. Bei fehlender Prägung wird an den 

vorehelichen Verhältnissen angeknüpft, während die Partner bei der lebensprägenden Ehe 

Anspruch auf Fortführung der ehelichen Lebenshaltung haben. Von einer Lebensprägung ist 

insbesondere auszugehen, wenn die Ehe lange (in der Regel mehr als zehn Jahre) gedauert 

hat (der Zeitraum berechnet sich bis zum Trennungszeitpunkt, vgl. Urteil des Bundesgerichts 

5A_478/2010 vom 20. Dezember 2010 E. 4.1.2) oder wenn aus ihr Kinder hervorgegangen 

sind (Urteil des Bundesgerichts 5A_134/2011 vom 20. Mai 2011 E. 6.1).  

 

 Die Ehe der Parteien, welche bis zur Trennung zwar lediglich rund vier Jahre gedauert hat, 

aus welcher jedoch das Kind F.________ entsprossen ist, ist unbestrittenermassen lebens-

prägend. Die Beklagte hat somit Anspruch auf Beibehaltung des zuletzt gemeinsam gelebten 

Standards. 

 

5.2.3  Das Gesetz schreibt keine bestimmte Berechnungsmethode für die Berechnung von Unter-

haltsbeiträgen vor. Den Gerichten kommt ein weites Ermessen zu, da sich die Festsetzung 

des nachehelichen Unterhalts allgemein einer exakten mathematischen Berechnung 

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entzieht. Bislang war der jeweilige Bedarf grundsätzlich konkret, das heisst anhand der tat-

sächlich getätigten Ausgaben zu ermitteln (BGE 140 III 485 E. 3.3; Hausheer, Scheidungsun-

terhalt: Berechnungs- und Bemessungsmethoden, in: ZSR 131/2012, S. 3 ff. und 19 ff.). In-

des hat das Bundesgericht die Methodik für den Kindesunterhalt dahingehend vereinheitlicht, 

dass künftig verbindlich die zweistufige Methode anzuwenden ist, soweit nicht ausnahms-

weise besondere Verhältnisse gegeben sind, welche ein anderes Vorgehen gebieten (vgl. 

oben: E. 5.2.1). Es versteht sich nun von selbst, dass nicht nach zwei unterschiedlichen Me-

thoden gerechnet werden kann, wenn gleichzeitig Kinder- und Ehegattenunterhalt festzuset-

zen ist. Es würde aber dem Ziel der Vereinheitlichung der Unterhaltsberechnung widerspre-

chen, wenn weiterhin andere Methoden zugelassen würden, soweit es ausschliesslich um 

den Zuspruch nachehelichen Unterhalts geht, zumal sich mit der zweistufigen Methode den 

jeweiligen Besonderheiten des Einzelfalles in fast allen Konstellationen problemlos Rech-

nung tragen lässt und in den meisten strittigen Fällen auch das Beweisverfahren schlanker 

ausfällt. Nach der jüngsten bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist aufgrund des Gesagten 

im Bereich des nachehelichen Unterhaltes zukünftig schweizweit verbindlich nach der zwei-

stufig konkreten Methode vorzugehen, soweit nicht ausnahmsweise eine Situation vorliegt, 

bei welcher diese schlicht keinen Sinn macht, wie dies insbesondere bei aussergewöhnlich 

günstigen finanziellen Verhältnissen der Fall sein kann (Urteil des Bundesgerichts 

5A_891/2018 vom 2. Februar 2021 E. 4.5 m.w.H.).  

 

5.2.4 Unter diesen Umständen erscheint es angemessen, sowohl die Unterhaltsbeiträge für 

F.________, als auch für die Beklagte, nach der zweistufigen Methode der (um gewisse Po-

sitionen erweiterten) familienrechtlichen Existenzminimumsberechnung mit Überschussver-

teilung festzulegen. Auszugehen ist grundsätzlich von den Richtlinien der Justizkommission 

des Obergerichtes Zug für die Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums 

vom 10. Dezember 2009 (nachfolgend "Richtlinien"). 

 

5.3 Der Bedarf der Parteien und des gemeinsamen Kindes F.________ berechnet sich wie folgt  

(in CHF; gerundet):  

  

Beklagte Kläger F.________ 

Grundbetrag 

ab mm.2023: 

1'300.00 1'250.00 400.00 

 600.00 

Mietzins 2'180.00 2'525.00 0.00 

Nebenkosten & Parkplatz 100.00 100.00 0.00 

Anteil Kind an Wohnkosten  - 727.00 - 842.00 1'569.00 

Krankenversicherungsprämien (KVG & VVG) 391.00 244.00 111.00 

Versicherungen 50.00 50.00 0.00 

Ungedeckte Behandlungskosten 70.00 0.00 30.00 

Auswärtige Verpflegung  110.00 198.00 0.00 

Mobilität (ÖV-Abo) 67.00 67.00 0.00 

Auto 300.00   300.00 0.00 

Drittbetreuung für F.________    0.00 0.00 70.00 

Kommunikation 100.00 100.00 0.00 

Steuern 300.00 300.00 0.00 

Steueranteil F.________ - 72.00  72.00 

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Total  

Total (ab Februar 2023) 

4'169.00 

4'169.00 

4'292.00 

4'292.00  

2'252.00 

2'452.00 

 

5.3.1 Die einzelnen Positionen begründen sich wie folgt: 

 

• Grundbetrag: Nach den Richtlinien beträgt der Grundbetrag für eine alleinstehende Per-

son CHF 1'200.00, für eine alleinstehende Person mit Betreuungspflichten für unmün-

dige Kinder CHF 1'350.00. Da die Betreuung von F.________ vorliegend im Rahmen 

der alternierenden Obhut in einem Verhältnis von einem Drittel (Vater) und zwei Dritteln 

(Mutter) erfolgt, rechtfertigt sich eine anteilsmässige Aufteilung des Differenzbetrags von 

CHF 150.00. Dies ergibt beim Kläger einen Grundbetrag von CHF 1'250.00 und bei der 

Beklagten von CHF 1'300.00. Für ein Kind im Alter von F.________ ist CHF 400.00 pro 

Monat anzurechnen. Ab dem 10. Altersjahr, d.h. ab mm.2023, beläuft sich der Grundbe-

trag auf CHF 600.00. In diesem Betrag sind die Auslagen für Nahrung, Kleidung und 

Wäsche (einschliesslich deren Instandhaltung), Körper- und Gesundheitspflege, Unter-

halt der Wohnungseinrichtung, Privatversicherungen, Kulturelles sowie Auslagen für Be-

leuchtung, Kochstrom und/oder Gas etc. enthalten (vgl. Ziff. I der Richtlinien).  

 

• Wohnkosten: Der Mietzins der Beklagten beträgt ab dem 16. März 2021 monatlich 

CHF 2'180.00 (inkl. Nebenkosten akonto) und ist ausgewiesen (act. 67/1). Die Beklagte 

macht zwar geltend, es kämen Kosten für Veloabstellplätze und eine Garage hinzu, 

reichte die im November 2020 in Aussicht gestellten Belege jedoch nicht ein 

(vgl. act. 67). Da den Parteien Kosten für ein Auto angerechnet werden, ist ihr – sowie 

dem Kläger – für den Parkplatz ermessensweise ein Betrag von CHF 100.00 anzurech-

nen. Die Kosten für die Wohnung des Klägers sind ebenfalls ausgewiesen (act. 43/3).  

Die Stromkosten der Parteien sind gemäss Richtlinien im Grundbetrag enthalten. Die 

Beklagte führt aus, der Kläger habe sich eine günstigere Wohnung zu suchen (act. 34 

Rz 87). Aufgrund der guten wirtschaftlichen Verhältnisse der Parteien sind den Parteien 

die effektiven Wohnkosten anzurechnen. Ein Mietzins von CHF 2'525.00 für eine 4 1/2-

Zimmer-Wohnung in E.________, in welcher auch ein eigenes Zimmer für F.________ 

eingerichtet ist, ist in dieser Höhe nicht unüblich und verhältnismässig.   

 

Praxisgemäss sind bei alternierender Obhut je ein Drittel der Wohnkosten der betreuen-

den Elternteile dem von ihm betreuten Kind anzurechnen (vgl. dazu Jungo/Aebi-Mül-

ler/Schweighauser, Der Betreuungsunterhalt, FamPra.ch 1/2017, S. 173). Bei Wohnkos-

ten der Beklagten von CHF 2'180.00 (ohne Parkplatz) beträgt der Wohnkostenanteil von 

F.________ CHF 727.00, und bei den klägerischen Kosten von CHF 2'525.00 (ohne 

Parkplatz) beträgt dieser CHF 842.00. Gesamthaft sind im Bedarf von F.________ 

Wohnkosten von insgesamt CHF 1'569.00 zu veranschlagen.  

 

• Krankenkassenprämien: Die (gerundeten) Krankenkassenprämien der Beklagten und 

von F.________ sind ebenso wie jene des Klägers ausgewiesen (act. 13/12; act. 40/64; 

act. 43/3). Vorliegend rechtfertigt es sich, im familienrechtlichen Existenzminimum eben-

falls die monatlichen Prämien für die Zusatzversicherungen nach VVG anzurechnen. 

 

• Versicherungen: Soweit es die finanziellen Mittel – wie vorliegend – zulassen, ist bei den 

Elternteilen im erweiterten Existenzminimum eine Versicherungspauschale zu 

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berücksichtigen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_311/2019 vom 11. November 2020 

E. 7.2), welche praxisgemäss je CHF 50.00 beträgt. 

 

• Ungedeckte Behandlungskosten: Im familienrechtlichen Existenzminimum können auch 

regelmässig anfallende Franchisen sowie Selbstbehalte berücksichtigt werden 

(vgl. sinngemäss: Six, Eheschutz, 2. A. 2014, Rz. 2.109). Nicht versicherte Gesundheits-

kosten sind für das Jahr 2019 für die Beklagte in der Höhe von CHF 842.00 ausgewie-

sen, d.h. monatlich CHF 70.00 (act. 50/65). Aktuellere Zahlen für das Jahr 2020 liegen 

nicht vor. Der Kläger bestreitet, dass die Gesundheitskosten weiterhin anfallen (act. 63 

S. 9). Auf die von der Beklagten für das Jahr 2018 geltend gemachten Kosten von über 

CHF 1’641.45 ist mangels Aktualität nicht abzustellen. Wie aus dem Jahr 2019 hervor-

geht, nahm die Anzahl der medizinischen Behandlung deutlich ab. Jedoch geht aus den 

Belegen auch hervor, dass die Beklagte bereits während der Ehe insbesondere auf psy-

chologische Betreuung angewiesen war und diese Betreuung regelmässig erfolgte.  Zwar 

machte die Beklagte an der Hauptverhandlung erneut geltend, dass sie weiterhin auf 

medizinische Behandlungen, namentlich psychologische Betreuung, angewiesen sei 

(act. 62 S. 7), nannte jedoch weder aktuelle Zahlen, noch reichte sie aktuelle Belege da-

für ein, dass sich das Kostenniveau im Vergleich zum Jahr 2019 erhöht hätte.  Aufgrund 

der Tatsache, dass in den vergangenen Jahren regelmässig ungedeckte Gesundheits-

kosten angefallen sind, ist die Berücksichtigung eines Betrags von ermessensweise mo-

natlich CHF 70.00 gerechtfertigt. Da es sich bei den behaupteten Kosten für Kontaktlin-

sen der Beklagten (vgl. act. 34 Rz 74) um Aufwendungen im Bereich Gesundheitspflege 

im weiteren Sinn handelt, ist es gerechtfertigt, diese Ausgaben nicht separat zu berück-

sichtigen, sondern – im Rahmen der zweistufigen Berechnungsmethode – als im Grund-

betrag bzw. im Überschussanteil enthalten zu erachten. Der Kläger macht für sich keine 

ungedeckten Behandlungskosten geltend. Für F.________ werden übereinstimmend 

pauschal CHF 30.00 beantragt (act. 34 Rz 83; act. 63 S. 8).  

 

• Auswärtige Verpflegung: Gemäss den Richtlinien werden für ein Vollpensum Auslagen 

für auswärtige Verpflegung von CHF 220.00 angerechnet, was bei einem 90 %-Pensum 

des Klägers CHF 198.00 ergibt. Allfällige Mehrkosten sind vorliegend nicht erstellt. Die 

Beklagte macht Kosten für auswärtige Verpflegung von CHF 110.00 pro Monat geltend 

(act. 34 Rz 78), welche der Kläger ausdrücklich anerkennt (act. 63 S. 7).   

 

• Mobilität/Auto: Die Parteien sind arbeitsbedingt nicht auf das Auto angewiesen, was be-

reits im Rahmen des Eheschutzverfahrens festgestellt wurde (vgl. Urteil des Kantonsge-

richts Zug ES 2017 170 vom 3. Oktober 2017 E. 5.3.2). Da beide Parteien vorliegend 

übereinstimmende Anträge stellen, schon während dem Zusammenleben ein Auto be-

sessen haben und dies auch weiterhin tun, ist ihnen jedoch im Sinne einer Erweiterung 

des Existenzminimums aufgrund guter finanzieller Verhältnisse ermessensweise je 

CHF 300.00 pro Monat für das Auto anzurechnen. Beide Parteien wohnen in 

E.________ und arbeiten in H.________. Es sind beiden Parteien daher zusätzlich die 

Kosten für einen Buspass für zwei Zonen in der Höhe von CHF 67.00 anzurechnen 

(vgl. http://www.zvb.ch/abos-und-billette/abonnemente/).  

 

• Drittbetreuung für F.________: F.________ besucht jeweils montags und dienstags den 

Mittagstisch der Stadt E.________ sowie am Nachmittag die Freizeitbetreuung (vgl. 

Seite 25/38 

 

act. 49 Fragen 18 und 25). Gemäss eingereichter Kostenregelung der Stadt E.________ 

betragen die Gesamtkosten pro Semester für zwei Wochentage CHF 418.00, d.h. ca. 

CHF 70.00 pro Monat (act. 13/20). 

 

• Kommunikation: Im Sinne einer geringfügigen Erweiterung des Existenzminimums wird 

praxisgemäss ein Zuschlag von CHF 100.00 pro Monat für Kommunikationskosten der 

Parteien veranschlagt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_311/2019 vom 11. Novem-

ber 2020 E. 7.2; vgl. auch Jungo/Aebi-Müller/Schweighauser, a.a.O., S. 172 m.w.H.). 

Für den siebenjährigen F.________ sind keine Kommunikationskosten anzurechnen. 

 

• Steuern: Zum familienrechtlichen Existenzminimum gehören auch die Steuern. Als 

Grundlage für die Berechnung der Steuerbelastung dienen das Vermögen und das Ein-

kommen der Parteien, wobei anerkannt ist, dass grundsätzlich die effektiven Steuerlas-

ten auf beiden Seiten zu berücksichtigen sind (vgl. BGE 128 III 257; Arndt/Bader, 

Steuer- und Familienrecht – wenn verflossene Liebe Steuern kostet, FamPra.ch 2020, 

S. 644 ff.). Anzurechnen sind somit sowohl die Einkommens- wie auch die Vermögens-

steuern. Analog dem vom Obergericht des Kantons Zug bestätigten Urteil des Kantons-

gerichts Zug ES 2017 170 vom 3. Oktober 2017 E. 5.3.2 beantragten die Parteien an-

fänglich übereinstimmend die Berücksichtigung einer Steuerlast im Betrag von monatlich 

je CHF 300.00 (act. 34 Rz 84; act. 63 S. 7). An der Instruktionsverhandlung machte die 

Beklagte für sich einen Betrag von CHF 400.00 geltend (vgl. dazu act. 50 S. 3). Der 

beim Kläger zu berücksichtigende Betrag ist demgegenüber unbestritten.  

 

Die Anrechnung eines Betrags für Steuern von über CHF 300.00 bei der Beklagten ist 

unbegründet. Ausgehend von einem mutmasslichen jährlichen Nettoeinkommen der Be-

klagten von ca. rund CHF 87'000.00 (= [Erwerbseinkommen von CHF 4'845.80 + Unter-

haltsbeiträge für sich und F.________, inkl. Kinderzulagen, von ca. CHF 2'400.00] x 12), 

und unter Berücksichtigung der gesetzlichen Steuerabzüge sowie des Mietzinsabzugs 

ergibt sich eine monatliche Steuerbelastung (Staats- und Gemeindesteuern und direkte 

Bundessteuer) von nicht mehr als den vom Kläger anerkannten CHF 300.00, d.h. jähr-

lich CHF 3'600.00 (vgl. https://steuern.zg.ch/private/calculator/calculator). Ausgehend 

von diesem anerkannten Betrag entspricht die Steuerlast rund 4 % des Nettoeinkom-

mens der Beklagten (Arndt/Bader, Steuern im Familienrecht: praktische Hinweise zur 

Scheidung, Anwaltsrevue 2020, S. 314 ff., 315).  

 

Das Bundesgericht hat nun in seiner jüngsten Rechtsprechung die Ausscheidung eines 

Steueranteils beim Barbedarf des Kindes im familienrechtlichen Existenzminimum bejaht 

(Urteil des Bundesgerichts 5A_311/2020 vom 11. November 2020 E. 7.2). Ausgehend 

von einem Steuerbetrag von rund 4 % beläuft sich der im Barbedarf von F.________ zu 

berücksichtigende Steueranteil auf den erhaltenen Kindesunterhaltsbeiträgen von jähr-

lich ca. CHF 21'600.00 (= ca. CHF 1'800.00 [inkl. Kinderzulagen] x 12) auf rund 

CHF 72.00 pro Monat (= CHF 21'600.00 x 0.04 / 12; vgl. Arndt/Bader, a.a.O., S. 315).  

 

5.3.2 Folgende von den Parteien geltend gemachten Positionen können im Bedarf nicht berück-

sichtigt werden. 

 

https://steuern.zg.ch/

Seite 26/38 

 

• Fitnessstudio: Die von der Beklagten beantragte Anrechnung von Fitnesskosten sind 

allenfalls im Rahmen einer einstufigen Berechnungsmethode zu berücksichtigen, nicht 

aber bei der zweistufigen Berechnugnsmethode. Durch die Berücksichtigung dieser Zu-

satzposition würde ein unzulässiger Mix mit der einstufig-konkreten Berechnungsme-

thode resultieren (vgl. sinngemäss: Urteil des Bundesgerichts 5A_311/2019 vom 11. No-

vember 2020 E. 7.2). Solche Kosten sind mit dem Überschuss zu decken. 

 

• Hobbies von F.________: Die Beklagte veranschlagt CHF 100.00 pro Monat für Hobbies 

und Sport von F.________ (act. 34 Rz 82), welche vom Kläger bestritten werden (act. 63 

S. 7). Die Kosten für Hobbies von F.________ sind im Rahmen der zweistufigen Berech-

nungsmethode durch den Grundbetrag bzw. den Überschuss zu decken (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 5A_311/2019 vom 11. November 2020 E. 7.2).  

 

• Altersvorsorge der Beklagten: Die Beklagte beantragt die Berücksichtigung von Kosten 

für die Altersvorsorge von CHF 290.00 pro Monat, und zwar unter Berücksichtigung 

eines letzten gemeinsamen Lebensstandards (fiktiver Nettolohn) von monatlich  

CHF 4'400.00 und einem fiktiven Bruttolohn von CHF 5'057.47 pro Monat. Den 

beantragten Vorsorgeunterhalt errechnet die Beklagte gestützt auf ein behauptetes 

effektives Nettoeinkommen von monatlich CHF 3'533.00 und ein Bruttoeinkommen von 

CHF 3'967.00 (vgl. das eingereichte Berechnungsblatt, act. 34/57). Selbst wenn ein 

Anspruch auf Vorsorgeunterhalt dem Grundsatz nach bejaht würde, beträgt das 

monatliche Nettoeinkommen der Beklagten – wie nachfolgend ersichtlich (s. unten 

E. 5.6) – derzeit CHF 4'845.80, also deutlich mehr als der von der Beklagten zur Grund-

lage der Unterhaltsberechnung angenommene fiktive Lohn, weshalb kein Vorsorgeun-

terhalt geschuldet ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_632/2019 vom 5. Februar 2020 

E. 2.5.1; zur Methodik: BGE 135 III 158 E. 4).  

 

5.4 Vom Bedarf jedes unterhaltsberechtigten Kindes ist dessen Kinder- oder Ausbildungszulage 

abzuziehen, denn diese Leistungen, die ausschliesslich für den Unterhalt des Kindes be-

stimmt sind, werden nach der Rechtsprechung nicht zum Einkommen des bezugsberechtig-

ten Elternteils hinzugezählt, sondern sind bei der Ermittlung des durch den Unterhaltsbei trag 

zu deckenden Bedarfs des Kindes vorweg in Abzug zu bringen (BGE 137 III 57 E. 4.2.3). 

Nach Abzug von CHF 300.00 beträgt der zu deckende Bedarf von F.________ derzeit 

CHF 1'952.00 und ab seinem 10. Altersjahr CHF 2'152.00 pro Monat. 

 

5.5 In einem nächsten Schritt sind die Einkommen der Parteien zu ermitteln. Massgeblich ist das 

effektive Nettoeinkommen. Dazu gehören nicht nur der feste Lohnbestandteil, sondern auch 

effektiv bezahlte Provisionen, Gratifikationen bzw. Boni, Verwaltungsrats- oder Delegierten-

honorare, Trinkgelder, aber auch Spesenentschädigungen, soweit ihnen keine tatsächlichen 

Auslagen gegenüberstehen (Urteile des Bundesgerichts 5A_686/2010 vom 6. Dezem-

ber 2010 E. 2.3; 5A_17/2016 vom 26. Juli 2016 E. 2). Bei Schwankungen des massgeblichen 

Einkommens ist zur Berechnung der Unterhaltsbeiträge auf den Durchschnitt der letzten drei 

Jahre abzustellen (Hausheer/Spycher, a.a.O., N 01.34 m.w.H.).  

 

5.6 Das effektive Nettoeinkommen der Beklagten berechnet sich wie folgt:  

 

Seite 27/38 

 

5.6.1 Die Beklagte arbeitet bei der I.________GmbH, Zweigniederlassung H.________, in einem 

60 %-Pensum. Zwar sagte die Beklagte an der Parteibefragung aus (act. 49 Frage 51) und 

wiederholte an der Hauptverhandlung (act. 62 S. 7), die Aufstockung von 50 % auf ein 60 %-

Pensum sei nur temporär und dauere voraussichtlich bis Ende Jahr, reichte hierzu bis heute 

aber weder ausreichende Belege dafür ein, dass die Aufstockung temporär ist , noch, dass 

sie per Ende 2020 dahingefallen wäre. Mithin ist weiterhin von den aktuellen Verhältnissen 

auszugehen, nämlich einem 60 %-Pensum. Hochgerechnet aus dem Bruttomonatsgehalt von 

CHF 4'032.20 bei einem 50 %-Pensum ist von einem Bruttomonatsgehalt von CHF 4'838.65 

auszugehen. Davon abzuziehen sind 5.25% AHV-Beiträge (= CHF 254.00), 1.1% ALV-Bei-

träge (= CHF 53.20) sowie BVG-Beiträge in Höhe von hochgerechnet CHF 247.90 pro Mo-

nat, was einen Nettolohn von total CHF 4'292.55 pro Monat ergibt. Dieser wird ihr 13 Mal 

ausbezahlt, womit ein Nettoeinkommen von CHF 4'650.25 pro Monat (exkl. Familienzulagen) 

resultiert (act. 13 S. 12). 

 

5.6.2 In den vergangenen zwei Jahren erhielt die Beklagte von der Arbeitgeberin Sonderzahlun-

gen. Für das Jahr 2019 betrug die im März 2020 ausbezahlte Sonderzahlung brutto 

CHF 5'000.00 (act. 40/62). Für das Jahr 2018 erhielt die Beklagte im März 2019 eine Sonder-

zahlung von brutto CHF 3'000.00 (act. 40/59). Nach Aussagen der Beklagten habe es sich 

um die einzigen Sonderzahlungen im Rahmen ihrer fünfjährigen Tätigkeit bei der 

I.________GmbH gehandelt (act. 49 Fragen 55 und 56). Aus den Akten gehen keine frühe-

ren Sonderzahlungen hervor, was vom Kläger auch nicht behauptet wird. An der Parteibefra-

gung führte die Beklagte auf Befragen aus, die Zahlungen seien wegen bestimmter Projekte 

erfolgt, wobei derzeit keine solchen Projekte bestünden (act. 49 Frage 54). Diese Aussage 

findet allerdings keine Stütze in den entsprechenden Schreiben der Arbeitgeberin. Darin war 

jeweils ausgeführt, die Beklagte erhalte die Zahlungen als "Dank […] und Anerkennung für 

Ihren besonderen persönlichen Einsatz" (act. 13/4; act. 40/62). Eine projektspezifische Leis-

tung dieser Sonderzahlungen ist nicht belegt. Aufgrund der Leistung von unspezifizierten 

Sonderzahlungen in den vergangenen zwei Jahren ist auch für die Zukunft zu erwarten, dass 

die Beklagte solche Sonderzahlungen erhält. Unter Berücksichtigung eines Sozialabzugs von 

12 % und unter Heranziehung der letzten drei Jahre ist von einem zusätzlichen monatlichen 

Einkommen von CHF 195.55 aus Sonderzahlungen auszugehen (= [{CHF 3'000.00 + 

CHF 5'000.00} ./. 12 %] / 3 Jahre / 12 Monate). 

 

5.6.3 Insgesamt ist der Beklagten somit ein Nettoeinkommen von monatlich CHF 4'845.80 

(exkl. Kinder- und Familienzulagen) anzurechnen. 

 

5.6.4 Die Kinder- und Familienzulage von derzeit CHF 300.00 pro Monat, welche die Beklagte be-

zieht, ist gemäss Art. 285a ZGB für den Unterhalt von F.________ bestimmt.  

 

5.6.5 Ab Eintritt von F.________ in die Sekundarstufe 1, d.h. im Alter von 12 Jahren ab mm.2025, 

erhöht sich das der Kindsmutter zumutbare Arbeitspensum grundsätzlich auf 80 % und ab 

Vollendung des 16. Lebensjahres von F.________ auf deren 100 % (BGE 144 III 481 E. 

4.7.6). Umstände, die eine Abstufung der Erwerbstätigkeit im vorgenannten Sinne als für die 

Kindsmutter unzumutbar erscheinen liessen, sind nicht ersichtlich. Ab mm.2025 ist bei der 

Beklagten somit von einem hypothetischen Einkommen von CHF 6'461.00 netto pro Monat 

auszugehen.  

 

Seite 28/38 

 

5.7 Das effektive Nettoeinkommen des Klägers setzt sich wie folgt zusammen: 

 

5.7.1 Der Kläger arbeitet bei der J.________AG in H.________ in einem 90 %-Pensum. Gemäss 

der letzten Lohnabrechnung vom April 2020 verdiente er monatlich brutto CHF 9'090.00 

(act. 43/2). Davon abzuziehen sind 5.275% AHV-Beiträge (= CHF 479.50), 1.1% ALV-Bei-

träge (= CHF 100.00) sowie BVG-Beiträge in Höhe von CHF 877.90, was einen Nettolohn 

von monatlich CHF 7'632.60 ergibt. Dieser Lohn wird dem Kläger 13 Mal ausbezahlt, womit 

ein Nettoeinkommen von CHF 8'268.65 pro Monat resultiert. Im Jahr 2018 betrug der Bonus 

des Klägers CHF 6'500.00 (act. 7/2). In den Jahren 2019 und 2020 wurde dem Kläger ein 

Bonus von jeweils CHF 7'500.00 pro Jahr ausbezahlt (act. 7/3; act. 43/2), was im Durch-

schnitt monatlich – nach einem Sozialabzug von ebenfalls 12 % – einen Nettobetrag von 

CHF 525.55 ausmacht (= CHF 6'500.00 + CHF 7'500.00 + CHF 7'500.00 ./. 12 % / 3 / 12). 

Aus der Haupterwerbstätigkeit ist dem Kläger somit ein Betrag von monatlich netto 

CHF 8'794.20 anzurechnen. 

 

5.7.2 Zu prüfen ist weiter, ob – und falls ja in welcher Höhe – dem Kläger ein tatsächliches oder 

hypothetisches Einkommen aus Globalobligationen an der J.________AG anzurechnen ist.  

 

5.7.2.1 Nach Art. 8 ZGB hat, wo das Gesetz es nicht anders bestimmt, derjenige das Vorhandensein 

einer behaupteten Tatsache zu beweisen, der aus ihr Rechte ableitet. Grundsätzlich obliegt 

es der Unterhalt fordernden Partei zu beweisen, wie gross die wirtschaftliche Leistungskraft 

der pflichtigen Partei ist (Urteile des Bundesgerichts 5A_808/2018 vom 15. Juli 2019 E. 4.3; 

5A_96/2016 vom 18. November 2016 E. 3.1). Tatsächlich erzielte Vermögenserträge sind als 

Einkommen anzurechnen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_14/2008 vom 28. Mai 2008 

E. 5). Falls die betroffene Person ihr Vermögen überhaupt nicht oder mit einer ungenügen-

den Rendite angelegt hat, obwohl die Erzielung eines angemessenen Ertrages möglich und 

zumutbar wäre, kann das Gericht daher auch insoweit ein hypothetisches Einkommen be-

rücksichtigen. Eine wesentliche Voraussetzung für die Anrechenbarkeit eines hypothetischen 

Vermögensertrages ist demnach, dass noch vorhandenes Vermögen ertragsarm oder gar 

nicht angelegt worden ist, obwohl die Erzielung eines angemessenen Ertrages durchaus 

möglich wäre (vgl. BGE 117 II 16 E. 1b; Urteile des Bundesgerichts 5A_744/2019 vom 7. Ap-

ril 2020 E. 3.3; 5A_1005/2017 vom 23. August 2018 E. 3.1.2; 5A_671/2014 vom 5. Juni 2015 

E. 4.2; 5A_14/2008 vom 28. Mai 2008 E. 5). 

 

5.7.2.2 Im Rahmen des Eheschutzverfahrens wurde der Beklagten aus den vom Kläger für sie ge-

haltenen Globalobligationen im Gesamtbetrag von CHF 157'600.00 – unter Berücksichtigung 

eines vorgängigen Vermögensverzehrs von CHF 26'400.00 – bei einem Zins von 7,4 % ein 

Vermögensertrag von monatlich CHF 972.00 angerechnet (vgl. Entscheid des Obergerichts 

des Kantons Zug Z2 2017 48 vom 15. Juni 2018 E. 5.5).  

 

5.7.2.3 Unstreitig kündigte der Kläger nur wenige Monate nach Zustellung des Eheschutzurteils des 

Obergerichts des Kantons Zug das Vermögensverwaltungsmandat mit der Beklagten und 

verkaufte die noch vorhandenen 21 Obligationen der Beklagten vorzeitig und ohne Zwang an 

seine Arbeitgeberin, die J.________AG, zurück, und brachte damit diese Einkommensquelle 

der Beklagten zum Versiegen (act. 34 Rz 64). Nach Angaben der Beklagten sei dies der 

Grund für das Abänderungsverfahren ES 2019 64 gewesen, welches mittels Vergleichs ab-

geschlossen worden sei (act. 34 Rz 65). Die Beklagte macht aus der Kündigung des 

Seite 29/38 

 

Vermögensverwaltungsmandats und der darauffolgenden Liquidation der Globalobligationen 

keine (güterrechtlichen) Forderungen gegen den Kläger geltend.  

 

 Sie bringt jedoch vor, der Kläger sei bei seiner Arbeitgeberin einerseits für die Betreuung die-

ser Globalobligationen für die Mitarbeiter zuständig, andererseits besitze er selber als Mitar-

beiter wieder solche Globalobligationen. Hieraus habe er Einnahmen (act. 34 Rz 66). Da Glo-

balobligationen nur von Mitarbeitern der J.________AG gehalten werden können, würden die 

vom Kläger ausgewiesenen 25 Globalobligationen über CHF 199'725.00 vom Kläger und 

nicht von dessen Eltern gehalten (act. 64 Rz 26). Um an diesen Lohnbestandteil zu kommen, 

hätte sich der Kläger von seinen Eltern (oder Dritten) CHF 200'000.00 borgen, und hätte da-

mit Globalobligationen kaufen können. Er hätte die Obligationen als Sicherheit für den Kredit 

geben können, was somit ein gut besichertes Darlehen ergeben hätte. Hätte er den Kredit 

von den Eltern verzinsen müssen, so hätte die Nettorendite bei einem angemessenen Darle-

henszins von 2 % noch 6 % (= CHF 12'000.00) ergeben. Auch bei dieser Berechnungsme-

thode ergebe sich somit ein monatliches Nettoeinkommen von zusätzlichen CHF 1'000.00 

(act. 64 Rz 27). Stattdessen behaupte der Kläger, er halte die Obligationen treuhänderisch 

für seine Eltern und verzichte somit auf einen bedeutenden Lohnanteil. In diesem Falle sei 

dem Kläger ein hypothetisches Einkommen von CHF 12'000.00 p.a. hinzuzurechnen. Es 

dürfe dem Kläger nicht erlaubt werden, durch die Reduktion des Arbeitspensums und den 

"treuhänderischen" Kauf von Globalobligationen sein Erwerbseinkommen im Hinblick auf die 

Scheidung massiv zu reduzieren (act. 64 Rz 28). Falls diese Erträge nicht berücksichtigt wür-

den, habe der Kläger aus dem Treuhandverhältnis einen monatlichen Ertrag von CHF 50.00 

(act. 64 Rz 29).  

 

5.7.2.4 Der Kläger bestreitet, dass es ihm möglich sei, mittels der Globalobligationen ein weiteres 

Einkommen zu erwirtschaften. Dies ganz einfach aus dem Grund, dass er die Globalobligati-

onen zuerst erwerben müsste. Er verfüge aber über kein Vermögen, weshalb dies nicht mög-

lich sei. Ebenfalls sei anhand der Treuhandverträge klar belegt, dass die Eltern des Klägers 

die Obligationen hielten, welchen die Erträge zukämen (act. 63 S. 8).  

 

5.7.2.5 Es ist unbestritten, dass der Kläger als Mitarbeiter der J.________AG grundsätzlich die Mög-

lichkeit hat, sog. Globalobligationen mit einem Jahreszinssatz von 8 % zu beziehen. Aus den 

Akten geht hervor, dass der Kläger sowohl vor als auch während der Ehe solche Obligatio-

nen zugunsten von Dritten bezogen hat. So liegt ein Treuhandvertrag zwischen dem Kläger 

und seinen Eltern vom 10. Dezember 2003 im Recht, worin vereinbart war, dass der Kläger 

für seine Eltern, welche ihm einen Geldbetrag von CHF 46'603.50 versprachen, zwei Global-

obligationen für sie erwerbe (act. 50a/10). Einen Treuhandvertrag schlos