# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 667ffd1b-692c-5e40-88c6-9287c6a656b5
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-04-11
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 11.04.2024 IV 2023/152
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2023-152_2024-04-11.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2023/152

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 16.05.2024

Entscheiddatum: 11.04.2024

Entscheid Versicherungsgericht, 11.04.2024
Art. 28 IVG. Art. 16 ATSG. Invalidenrente. Würdigung eines 
Administrativgutachtens sowie eines Administrativ-Obergutachtens 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 11. April 
2024, IV 2023/152). Das Bundesgericht ist auf die Beschwerde nicht 
eingetreten 8C_300/2024.

Entscheid vom 11. April 2024

Besetzung

Präsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Karin Huber-Studerus und Tanja 

Petrik-Haltiner; Gerichtsschreiber Tobias Bolt

Geschäftsnr.

IV 2023/152

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Urs Bertschinger, St. Gallerstrasse 46, Postfach 

745, 9471 Buchs SG 1,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

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Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ meldete sich im September 2012 zum Bezug von Leistungen der 

Invalidenversicherung an (IV-act. 2). Sie gab an, sie habe eine Ausbildung als 

zahnmedizinische Angestellte absolviert. Zuletzt habe sie als Teilzeitangestellte in 

einem Tankstellenshop gearbeitet. Der Rheumatologe Dr. med. B.___ berichtete im 

Oktober 2012 (IV-act. 7), die Versicherte leide an einer generalisierten Polytendomyose 

mit sehr schmerzhaften Fibrostosen im gesamten Schulter- und Beckengürtel, an 

einem kleinen Fersensporn sowie an einer Adipositas Grad III. Die Beurteilung der 

Arbeitsfähigkeit sei kaum möglich, da die Adipositas im Vordergrund stehe, die die 

Arbeitsfähigkeit durchaus beeinträchtige. Der Versicherten sei eine Gewichtsreduktion 

zu empfehlen. Der Internist Dr. med. C.___ hielt in einem Bericht vom 4. Februar 2013 

fest, körperlich nicht schwer belastende Tätigkeiten seien der Versicherten 

uneingeschränkt zumutbar (IV-act. 12). Mit einer Verfügung vom 22. April 2013 wies die 

IV-Stelle das Leistungsbegehren ab (IV-act. 15).

A.a. 

Im Juli 2019 meldete sich die Versicherte erneut zum Bezug von Leistungen der 

Invalidenversicherung an (IV-act. 21). Die IV-Stelle forderte sie am 12. Juli 2019 auf, 

eine relevante Veränderung des Sachverhaltes seit dem 22. April 2013 glaubhaft zu 

machen (IV-act. 32). Der Allgemeinmediziner Dr. med. D.___ berichtete im August 2019 

(IV-act. 35), die medizinische Problematik sei ähnlich wie im Jahr 2013, aber über die 

Jahre hätten die degenerativen Veränderungen und damit auch die Beschwerden 

zugenommen. Infolge der chronischen Schmerzen habe sich eine psychische 

Symptomatik im Sinne einer rezidivierenden depressiven Affektstörung entwickelt. Im 

September 2019 notierte Dr. med. E.___ vom IV-internen regionalen ärztlichen Dienst 

(RAD), die niedrige Schwelle des Glaubhaftmachens sei mit den Angaben von Dr. D.___ 

A.b. 

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gemeistert worden, weshalb auf die Neuanmeldung einzutreten sei (IV-act. 36). Eine 

Eingliederungsverantwortliche der IV-Stelle hielt im März 2020 fest, da die Versicherte 

seit dem Jahr 2004 als Hausfrau tätig gewesen sei, seien keine beruflichen 

Massnahmen angezeigt (IV-act. 41). Mit einer Mitteilung vom 6. März 2020 wies die IV-

Stelle das Begehren um berufliche Eingliederungsmassnahmen ab (IV-act. 42).

Im Januar 2021 gab die Versicherte in einem „Fragebogen zur Rentenabklärung 

betreffend Erwerbstätigkeit/Haushalt“ an, dass sie ohne die 

Gesundheitsbeeinträchtigung in einem Pensum von 80 Prozent erwerbstätig wäre (IV-

act. 53). Die Klinik F.___ berichtete im Februar 2021 (IV-act. 56), die Versicherte leide 

an einer rezidivierenden depressiven Störung mit einer gegenwärtig leichten Episode, 

an einer abhängigen Persönlichkeitsstörung mit ängstlich vermeidenden 

Persönlichkeitszügen, an einer Adipositas per magna sowie an degenerativ bedingten 

Schmerzen. Das Kantonsspital G.___ hatte in einem Bericht vom 4. Dezember 2019 

über eine rheumatologische Erstkonsultation festgehalten (IV-act. 59), dass die 

Versicherte an einem chronischen Panvertebralsyndrom bei leichten degenerativen 

Veränderungen, an einem generalisierten weichteilrheumatischen Syndrom, an einer 

leichten Gonarthrose beidseits, an einer Adipositas, an einer Reflux-Oesophagitis bei 

einer bekannten Hiatushernie sowie an einer Cholezystolithiasis leide. Sie sei bei der 

Haushaltsführung eingeschränkt. Eine berufliche Tätigkeit sei höchstens stundenweise 

und nur rein sitzend zumutbar. Der zuständige Arzt hatte der Versicherten eine 

Physiotherapie sowie eine Gewichtsreduktion empfohlen.

A.c. 

Im Auftrag der IV-Stelle erstattete die MEDAS Interlaken Unterseen GmbH am 

21. Februar 2022 ein polydisziplinäres Gutachten (IV-act. 95). Der internistische 

Sachverständige hielt fest, aus internistischer Sicht sei keine Diagnose mit Auswirkung 

auf die Arbeitsfähigkeit zu stellen. Die neuropsychologische Sachverständige führte 

aus, in der gut zweieinhalb Stunden dauernden Untersuchung habe die Versicherte 

teilweise schwer defizitäre, aber nicht valide Ergebnisse erzielt. Die Leistungen in einem 

standardisierten Leistungsvalidierungstest seien auffällig gewesen. Auch die 

Glaubwürdigkeit der geschilderten Beschwerden sei herabgesetzt gewesen, da die 

Menge an Pseudobeschwerden über dem kritischen Grenzwert gelegen habe. 

Innerhalb und zwischen den Tests hätten sich verschiedene Inkonsistenzen gezeigt. 

Die Testleistungen seien zum Teil auch nicht mit dem direkt beobachteten Verhalten, 

A.d. 

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mit den Ergebnissen der klinischen Untersuchung und den Angaben in den Vorakten 

vereinbar gewesen. Aus rein neuropsychologischer Sicht könne deshalb nicht zur 

Arbeitsfähigkeit Stellung genommen werden. Der psychiatrische Sachverständige hielt 

fest, die Versicherte habe unauffällig, aber leicht ungepflegt gewirkt. Sie habe über 

Konzentrations- und Merkfähigkeitsstörungen geklagt, die dann in der Untersuchung 

auch hätten beobachtet und damit objektiviert werden können. Das Denken sei auf die 

aktuellen Symptome und auf die psychosozialen Belastungsfaktoren eingeengt, 

ansonsten aber unauffällig gewesen. Die Versicherte habe antriebsarm und zugleich 

leicht logorrhoisch gewirkt. Sie habe diverse typische depressive Symptome 

geschildert. Ansonsten sei der klinische Befund unauffällig gewesen. In zwei 

Selbstbeurteilungsfragebögen habe sie Werte erreicht, die einer mittel- bis 

schwergradigen depressiven Symptomatik entsprochen hätten. Folglich sei eine 

rezidivierende depressive Störung mit einer gegenwärtig mittelgradigen Episode bei 

einem Verdacht auf eine abhängige Persönlichkeitsakzentuierung bis hin zu einer 

abhängigen Persönlichkeitsstörung zu diagnostizieren. Die zur Verfügung stehenden 

psychiatrischen und psychotherapeutischen Behandlungsmöglichkeiten seien bislang 

nicht ausgeschöpft worden. Die von der Versicherten geschilderten Symptome seien 

konsistent und plausibel nachvollziehbar gewesen. Inkonsistenzen hätten nicht 

festgestellt werden können. Aufgrund der Symptomatik, der langen Absenz vom 

Arbeitsmarkt und der fehlenden Ausbildung sei davon auszugehen, dass die 

Versicherte im ersten Arbeitsmarkt nicht wieder werde Fuss fassen können. Mittelfristig 

sei ihr eine Tätigkeit im zweiten Arbeitsmarkt in einem Pensum von 50 Prozent 

zumutbar. Der Einstieg sollte mit einem Pensum von 20 Prozent erfolgen. Das Pensum 

sollte anschliessend alle vier Wochen um zehn Prozent erhöht werden. Der 

rheumatologische Sachverständige führte aus, der (im Gutachten detailliert 

beschriebene) klinische und bildgebende objektive Befund seit weitgehend unauffällig 

gewesen. Im Vordergrund der Symptomatik stehe ein chronifiziertes generalisiertes 

Weichteilschmerzsyndrom. Zudem leide die Versicherte an einem chronifizierten 

leichtgradigen cervico-spondylogenen und lumbo-spondylogenen Schmerzsyndrom. 

Eine leidensadaptierte Tätigkeit sei der Versicherten aus rheumatologischer Sicht 

während sechs Stunden pro Tag ohne Einschränkungen zumutbar. Von Vorteil wäre 

eine Gewichtsreduktion auf mindestens unter 100 Kilogramm. Nach der 

Konsensbesprechung hielten die Sachverständigen fest, eine leidensadaptierte 

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Tätigkeit sei der Versicherten aus polydisziplinärer Sicht zu 50 Prozent zumutbar. Zur 

Frage, ob diese Arbeitsfähigkeit nur für Tätigkeiten im zweiten oder auch für Tätigkeiten 

im ersten Arbeitsmarkt gelte, äusserten sich die Sachverständigen nicht. In einer 

Nachricht an die IV-Stelle vom 6. März 2022 machte die Versicherte geltend, die 

Sachverständigen hätten die Anamnese nicht korrekt wiedergegeben; zudem hätten 

die Untersuchungen nicht so lange gedauert, wie die Sachverständigen angegeben 

hätten (IV-act. 97). Der RAD-Arzt Dr. E.___ qualifizierte das Gutachten als aus 

somatischer Sicht überzeugend; die RAD-Psychiaterin Dr. med. H.___ hielt fest (IV-act. 

98), der psychiatrische Sachverständige habe seine Arbeitsfähigkeitsschätzung unter 

anderem mit invaliditätsfremden Faktoren begründet. Er sei aufzufordern, sich aus rein 

medizinischer Sicht zur Arbeitsfähigkeit zu äussern. Die IV-Stelle ersuchte den 

psychiatrischen Sachverständigen am 15. März 2022, eine rein medizinische 

Arbeitsfähigkeitsschätzung abzugeben (IV-act. 99). Am 30. März 2022 antwortete der 

Sachverständige, die psychosozialen Belastungsfaktoren hätten für die 

Arbeitsfähigkeitsschätzung keine Rolle gespielt; die Versicherte sei aus rein 

medizinischer Sicht vollständig arbeitsunfähig (IV-act. 104). Die IV-Stelle qualifizierte 

diese Stellungnahme als nicht überzeugend und beschloss deshalb, ein Obergutachten 

einzuholen (IV-act. 106).

Im Auftrag der IV-Stelle erstattete die SMAB AG am 27. Oktober 2022 ein 

polydisziplinäres Gutachten (IV-act. 140). Der federführende psychiatrische 

Sachverständige hielt fest, die Versicherte habe sich im Erstkontakt zugewandt und 

situationsadäquat gezeigt. Während der Exploration habe sie keine Schonhaltung 

gezeigt. Sie sei sauber und ordentlich gekleidet gewesen. Hinweise auf eine 

Vernachlässigung der Körperhygiene oder des äusseren Erscheinungsbildes hätten 

nicht festgestellt werden können. Während der Exploration habe durchgehend ein 

tragfähiger Kontakt aufrecht erhalten werden können. Die Versicherte habe die 

gestellten Fragen offen, ohne erkennbare Vorbehalte und mit einer unauffälligen 

Antwortlatenz beantwortet. Sie habe die gesamte Exploration attent und durchgehend 

aufmerksam verfolgt. Die Aufmerksamkeit, die Ausdauer und das 

Konzentrationsvermögen hätten im Untersuchungsverlauf nicht abgenommen. Die 

Versicherte habe mit einer kräftigen, gut modulierten Stimme gesprochen. Die 

Sprachfrequenz sei unauffällig gewesen. Die Wortwahl sei angemessen und 

A.e. 

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ausreichend differenziert gewesen. Formalgedanklich sei die Versicherte rege, 

keineswegs depressiv gehemmt oder gar gesperrt gewesen. Klinisch hätten keine 

Hinweise auf eine Störung des Langzeit- oder des Kurzzeitgedächtnisses festgestellt 

werden können. Die Willenskräfte seien durchaus strukturiert und zielgerichtet 

gewesen. Die Antriebslage sei erhalten gewesen. Eine Antriebsminderung oder eine 

Antriebssteigerung habe nicht vorgelegen. Psychomotorisch sei die Versicherte 

durchaus rege gewesen. Die Gestik, die Mimik und die Spontanmotorik seien 

angemessen gewesen und hätten die Stimmung und den Affekt stets synthym 

unterstrichen. Die emotional-affektive Stimmungslage sei vollständig erhalten gewesen. 

Der Affekt habe sich um die Mittellage bewegt. Im Übrigen sei der objektive klinische 

Befund unauffällig gewesen. Für die in der Anmeldung vom April 2019 angegebene 

Angststörung hätten sich keine Hinweise feststellen lassen. In einem psychiatrischen 

Bericht vom Februar 2021 sei eine leichte depressive Episode diagnostiziert worden, 

die allerdings wegen ihrer Ausprägung und wegen ihrer kurzen Dauer 

versicherungsmedizinisch nicht relevant sei. Angesichts der aktuellen 

Untersuchungsergebnisse könne aber ohnehin nicht auf eine klar abgrenzbare Episode 

mit Beginn und Ende geschlossen werden. Für die in jenem Bericht genannte 

abhängige Persönlichkeitsstörung hätten sich keinerlei Hinweise feststellen lassen. Das 

aktuell erhobene Selbstfunktionsniveau und das interpersonelle Funktionsniveau 

passten nicht zu dieser Diagnose. Die private und berufliche Sozialisation der 

Versicherten sprächen ebenfalls gegen eine schwergradige Erkrankung. Auf das 

psychiatrische Vorgutachten müsse nicht näher eingegangen werden, da dieses vom 

RAD bereits als nicht verwertbar qualifiziert worden sei. Erwähnenswert sei lediglich, 

dass in der neuropsychologischen Untersuchung nicht authentische kognitive 

Einschränkungen festgestellt worden seien. Zusammenfassend könne aus 

psychiatrischer Sicht keine Diagnose gestellt werden. Die Versicherte sei folglich aus 

rein psychiatrischer Sicht uneingeschränkt arbeitsfähig. Der internistische 

Sachverständige führte aus, die Versicherte leide trotz einer zwischenzeitlichen, 

gewollten Gewichtsreduktion um 15 Kilogramm an einer Adipositas Grad III. In der 

klinischen Untersuchung seien zudem eine Varicositas der unteren Extremitäten, ein 

Hirsutismus sowie eine Umbilicalhernie aufgefallen. Der Blutdruck sei weit hypertensiv 

gewesen, aber die Versicherte habe angegeben, dass die regelmässigen Messungen 

zuhause nur teilweise hypertensive, teilweise aber auch niedrige Blutdruckwerte 

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ergäben. Zudem habe die Versicherte über eine Harninkontinenz geklagt. Dazu 

passend habe sie eine Einlage getragen. Bei der physikalischen Untersuchung sei auch 

ein foetor urinae aufgefallen. Aus den Vorakten sei eine Cholelithiasis bekannt. Keine 

dieser Gesundheitsbeeinträchtigungen wirke sich auf die Arbeitsfähigkeit aus. Der 

rheumatologische Sachverständige hielt fest, er habe die Versicherte während der 

Anamneseerhebung mit der Arbeitsfähigkeitsschätzung des Vorgutachters (70 Prozent 

Arbeitsfähigkeit für leichte Tätigkeiten) konfrontiert und sie gefragt, ob sie sich das 

zutrauen würde. Die Versicherte habe entgegnet, dass sie sich ein Arbeitspensum von 

40–50 Prozent zutrauen würde, da sie ja noch den Haushalt besorgen müsse. 

Bezüglich der Schmerzen seien die Angaben der Versicherten etwas vage gewesen. 

Der Sachverständige habe häufig nachfragen müssen. Das Aus- und Ankleiden habe 

als durch die Adipositas behindert gewirkt, aber keine Hinweise auf ein spezifisches 

muskulo-skelettales Problem geliefert. Der (im Gutachten detailliert beschriebene) 

objektive klinische Befund sei abgesehen von einer leichten Überreaktion, die als ein 

Hinweis auf eine Symptomausweitung im Verlauf der Chronifizierung zu werten sei, 

unauffällig gewesen. Diagnostisch liege ein chronifiziertes generalisiertes muskulo-

skelettales Schmerzsyndrom vor. Eine Verbesserung der medizinischen 

Leistungsfähigkeit sei wohl nur durch eine erhebliche Gewichtsreduktion zu erzielen. 

Die Befunde schränkten, wie der Vorgutachter zu Recht festgehalten habe, die 

zumutbare Belastbarkeit des Achsenskelettes sowie der Kniegelenke ein, weshalb 

auch bei einer leichten und wechselbelastenden Tätigkeit vermehrte Pausen zur 

Erholung und Verhinderung der Schmerzexacerbation einzuberechnen seien. Der 

Arbeitsfähigkeitsgrad betrage 70 Prozent. Nach der Konsensbesprechung führten die 

Sachverständigen aus, die Versicherte leide nur aus rheumatologischer Sicht an einer 

Gesundheitsbeeinträchtigung mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit, nämlich an 

einem chronifizierten generalisierten muskulo-skelettalen Schmerzsyndrom. Folglich sei 

aus polydisziplinärer Sicht das Arbeitsfähigkeitsattest des rheumatologischen 

Sachverständigen massgebend. Die Versicherte sei also zu 70 Prozent arbeitsfähig für 

körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeiten.

Am 3. November 2022 forderte die IV-Stelle die SMAB AG auf (IV-act. 147), eine 

ausführliche Stellungnahme zum Vorgutachten abzugeben, da die IV-Stelle nicht eine 

Verlaufsbegutachtung, sondern eine Oberbegutachtung in Auftrag gegeben habe, die 

A.f. 

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eine intensive Auseinandersetzung mit dem Vorgutachten erfordere. Die 

Sachverständigen der SMAB AG antworteten am 5. Dezember 2022 (IV-act. 152), im 

Vorgutachten sei die Diagnose der rezidivierenden depressiven Störung nicht 

ausreichend begründet worden. Das Attest einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit bei 

einer mittelgradigen depressiven Episode sei nicht nachvollziehbar. Die 

Persönlichkeitsakzentuierung sei irrelevant für die Arbeitsfähigkeitsschätzung, zumal 

die Versicherte ja in der Lage gewesen sei, eine Ausbildung abzuschliessen, über 

mehrere Jahre hinweg zu arbeiten und eine Familie zu gründen. Die in der 

neuropsychologischen Testung beschriebenen Auffälligkeiten in den 

Beschwerdevalidierungstests seien bei der psychiatrischen Begutachtung ohne jede 

Begründung ausgeblendet worden. Zusammenfassend sei das psychiatrische 

Vorgutachten, wie bereits vom RAD nachvollziehbar festgehalten, als fachlich ungenau 

und versicherungsmedizinisch unbrauchbar zu qualifizieren. Aus psychiatrischer Sicht 

lasse sich für die Vergangenheit keine länger dauernde Arbeitsunfähigkeit begründen. 

In rheumatologischer und in internistischer Hinsicht sei das Vorgutachten als 

überzeugend zu qualifizieren. Die aktuelle Arbeitsfähigkeitsschätzung gelte folglich 

retrospektiv seit dem 1. Januar 2019. Der RAD-Arzt med. pract. I.___ qualifizierte das 

Gutachten als überzeugend (IV-act. 153).

Mit einem Vorbescheid vom 10. Dezember 2022 teilte die IV-Stelle der 

Versicherten mit (IV-act. 156), dass sie die Abweisung ihres Rentenbegehrens mangels 

eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades vorsehe. Zur Begründung führte sie an, 

der Invaliditätsgrad sei anhand der sogenannten gemischten Methode zu berechnen, 

da von einer Erwerbstätigkeit in einem Pensum von 80 Prozent im hypothetischen 

„Gesundheitsfall“ auszugehen sei. Die Einschränkung im Erwerbsbereich betrage 30 

Prozent, jene im Aufgabenbereich Haushalt 15 Prozent, weil die im selben Haushalt 

lebenden erwachsenen Kinder einen Teil der Haushaltsarbeiten übernehmen könnten. 

Gesamthaft resultiere ein Invaliditätsgrad von 27 Prozent. Dagegen wandte die 

Versicherte am 16. Dezember 2022 ein, sie habe am 25. Oktober 2022 einen Unfall 

erlitten, wodurch sich ihre Schmerzen verstärkt hätten; sie ersuche deshalb um eine 

Neubeurteilung (IV-act. 168). Am 8. Januar 2023 machte sie geltend, das Gutachten 

der SMAB AG sei unsorgfältig erstellt worden (IV-act. 170). Am 12. Januar 2023 

berichtete Dr. D.___ (IV-act. 176), die Versicherte sei am 25. Oktober 2022 gestürzt. Sie 

A.g. 

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B.  

sei jedoch erst am 4. November 2022 vorstellig geworden. Bei der Untersuchung 

hätten sich eine Prellmarke am rechten Knie sowie eine Schwellung am rechten 

Ringfinger gezeigt. Er, Dr. D.___, sei davon ausgegangen, dass sich die Versicherte 

spontan und normal von diesen Unfallfolgen erholen werde. Leider habe sich die 

Situation aber bis dato nicht verbessert. Der Zustand der Versicherten habe sich 

deshalb seit dem Sturz anhaltend wesentlich verschlechtert. In einem Bericht vom 2. 

Mai 2023 empfahl das Rehazentrum Valens eine stationäre Behandlung (IV-act. 189). 

Als Ursache für die Beschwerden wurde ein chronisches paravertebrales Syndrom bei 

geringfügigen degenerativen Veränderungen und insbesondere einer massiven 

Adipositas genannt. Der RAD-Arzt Dr. E.___ hielt am 8. Mai 2023 fest, der 

Gesundheitszustand der Versicherten habe sich seit der Begutachtung nicht wesentlich 

verändert, weshalb weiterhin auf das Gutachten der SMAB AG abzustellen sei (IV-

act. 190). Die IV-Stelle gewährte der Versicherten die Möglichkeit, nochmals Stellung 

zu nehmen (IV-act. 191). Die Versicherte reichte in der Folge Röntgenbilder, mit denen 

eine Fraktur oder Luxation hatte ausgeschlossen werden können (IV-act. 192 ff.), eine 

ausführliche Stellungnahme, in der sie das Vorgehen der IV-Stelle beanstandete (IV-

act. 198), einen Bericht über eine CT der Halswirbelsäule ohne Hinweise auf relevante 

Veränderungen (IV-act. 205), einen unauffälligen Röntgenbefund des oberen 

Sprunggelenks links (IV-act. 206), die Ergebnisse einer Lungenfunktionstestung (IV-act. 

208 ff.) sowie einen Bericht über eine Untersuchung betreffend einen chronischen 

Husten mit Auswurf mit einer unauffälligen Befundschilderung ein (IV-act. 218). Der 

RAD-Arzt Dr. E.___ hielt nach einer Würdigung dieser Unterlagen fest (IV-act. 213 und 

220), dass diese keine relevante Veränderung des Gesundheitszustandes der 

Versicherten seit der Begutachtung belegten. Mit einer Verfügung vom 7. Juli 2023 

wies die IV-Stelle das Rentenbegehren der Versicherten ab (IV-act. 222).

Am 6. September 2023 liess die Versicherte (nachfolgend: die 

Beschwerdeführerin) eine Beschwerde gegen die Verfügung vom 7. Juli 2023 erheben 

(act. G 1). Sie liess die Aufhebung der angefochtenen Verfügung, die Rückweisung der 

Sache an die IV-Stelle (nachfolgend: die Beschwerdegegnerin) zur Neubeurteilung und 

eventualiter die Zusprache einer ganzen Rente ab dem frühestmöglichen Zeitpunkt 

beantragen. Zur Begründung liess sie ausführen, die Sachverständigen der SMAB AG 

B.a. 

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Erwägungen

1.

Dieses Beschwerdeverfahren bezweckt die Überprüfung der angefochtenen Verfügung 

auf deren Rechtmässigkeit, weshalb sein Gegenstand jenem des vorangegangenen 

Verwaltungsverfahrens entsprechen muss. Dieses hat sich nach der Abweisung des 

Begehrens um berufliche Massnahmen am 6. März 2020 auf die Prüfung des im Juli 

2019 eingereichten Rentenbegehrens beschränkt, auf das die Beschwerdegegnerin zu 

Recht eingetreten ist, da es der Beschwerdeführerin gemäss der überzeugenden 

Aktenwürdigung des RAD-Arztes Dr. E.___ gelungen war, im Rahmen der 

Neuanmeldung im Juli 2019 eine relevante Sachverhaltsveränderung seit der 

Abweisung des ersten Rentenbegehrens im April 2013 glaubhaft zu machen. Folglich 

ist in diesem Beschwerdeverfahren zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin ab dem 1. 

hätten nicht alle von den behandelnden Ärzten festgestellten Befunde berücksichtigt. 

Die Beschwerdeführerin leide an verschmälerten Bandscheibenfächern, an einer 

Kniearthrose, an Echondromen sowie an einer beginnenden Arthrose in der Hüfte. 

Zudem bestünden eine abhängige Persönlichkeitsstörung, eine rezidivierende 

depressive Störung sowie spezifische Phobien. Für die Bemessung der Invalidität im 

Aufgabenbereich Haushalt müsse eine Haushaltsabklärung durchgeführt werden.

Die Beschwerdegegnerin beantragte am 21. November 2023 die Abweisung der 

Beschwerde (act. G 7). Zur Begründung führte sie an, das Gutachten der SMAB AG sei 

in jeder Hinsicht überzeugend. Die von der Beschwerdeführerin mit der 

Beschwerdeschrift eingereichten medizinischen Berichte änderten daran gemäss einer 

Aktenwürdigung des RAD nichts.

B.b. 

Am 28. November 2023 wurde der Beschwerdeführerin die unentgeltliche 

Rechtspflege bewilligt (act. G 8).

B.c. 

Die Beschwerdeführerin liess am 15. Januar 2024 an ihren Anträgen festhalten 

(act. G 10). Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 12).

B.d. 

Die Beschwerdeführerin liess am 29. Januar 2024 eine Kostennote einreichen 

(act. G 13). Diese wies einen Vertretungsaufwand von 16,6 Stunden aus und belief sich 

bei einem reduzierten Stundensatz von 200 Franken auf 3’648.80 Franken (act. G 13.1).

B.e. 

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Januar 2020 (vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG) einen Anspruch auf eine Rente der 

Invalidenversicherung gehabt hat.

2.  

Eine versicherte Person hat gemäss dem Art. 28 Abs. 1 IVG einen Anspruch auf 

eine Rente der Invalidenversicherung, wenn ihre Erwerbsfähigkeit oder ihre Fähigkeit, 

sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare 

Eingliederungsmassnahmen wieder hergestellt, erhalten oder verbessert werden kann, 

wenn sie während eines Jahres ohne einen wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 

mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen ist und wenn sie nach dem Ablauf 

dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid ist. Die Invalidität einer erwerbstätigen 

versicherten Person wird gemäss dem Art. 28a Abs. 1 IVG in Verbindung mit dem Art. 

16 ATSG bemessen, indem das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach 

dem Eintritt der Gesundheitsbeeinträchtigung und nach der Durchführung der 

medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 

zumutbare Tätigkeit bei einer ausgeglichenen Arbeitsmarktlage erzielen könnte, mit 

jenem Erwerbseinkommen verglichen wird, das sie erzielen könnte, wenn sie gesund 

geblieben wäre. Für die Bemessung der Invalidität einer nicht erwerbstätigen 

versicherten Person, der die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden 

kann, ist massgebend, in welchem Mass diese unfähig ist, sich im Aufgabenbereich zu 

betätigen (Art. 28a Abs. 2 IVG). Bei einer teilweise erwerbstätigen versicherten Person 

wird die Invalidität im Erwerbsbereich anhand eines Einkommensvergleichs (Art. 28a 

Abs. 1 IVG und Art. 16 ATSG) und jene im Aufgabenbereich anhand eines 

Betätigungsvergleichs (Art. 28a Abs. 2 IVG) ermittelt; die beiden Teilinvaliditätsgrade 

werden nach dem Anteil der beiden Bereiche gewichtet und addiert (Art. 28a Abs. 3 

IVG; sog. „gemischte Methode“).

2.1. 

Die Beschwerdeführerin hat in einem Fragebogen angegeben, dass sie im 

hypothetischen „Gesundheitsfall“ zu 80 Prozent erwerbstätig wäre. Die 

Beschwerdegegnerin hat unbesehen auf diese Angabe abgestellt und die 

Beschwerdeführerin deshalb als zu 80 Prozent erwerbstätig und als zu 20 Prozent im 

Aufgabenbereich Haushalt tätig qualifiziert. Das ist falsch gewesen, denn die 

Beschwerdeführerin verfügt nach der Scheidung von ihrem Ehemann nur über äusserst 

knappe finanzielle Mittel, denn sie ist sozialhilfeabhängig. Das Sozialamt würde im 

hypothetischen „Gesundheitsfall“ eine Teilerwerbstätigkeit nicht akzeptieren, sondern 

die Beschwerdeführerin anhalten, einer vollzeitigen Erwerbstätigkeit nachzugehen. Die 

Beschwerdeführerin hat zudem keine Betreuungspflichten mehr zu erfüllen, die einer 

vollzeitigen Erwerbstätigkeit entgegen stehen würden. Sie muss folglich als 

2.2. 

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vollerwerbstätig qualifiziert werden, was bedeutet, dass der Invaliditätsgrad anhand 

eines „reinen“ Einkommensvergleichs nach Art. 28a Abs. 1 IVG und Art. 16 ATSG zu 

berechnen ist.

Die Beschwerdeführerin hat eine Ausbildung zur zahnmedizinischen Angestellten 

absolviert, aber nur für kurze Zeit im erlernten Beruf gearbeitet. Wegen der 

Betreuungspflichten gegenüber ihren Kindern ist sie während Jahren keiner 

Erwerbstätigkeit nachgegangen. Im Zeitpunkt des Wiedereinstieges ins Erwerbsleben 

hat sie deshalb nicht mehr in ihren alten Beruf zurückkehren können, da sie nach der 

allgemeinen Lebenserfahrung aufgrund der zwischenzeitlichen Fortschritte der 

Zahnmedizin durch neue Technologien der Behandlung den Anschluss daran verloren 

hatte. Sie hat folglich typische Hilfsarbeiten verrichten müssen. Die Beschwerdeführerin 

könnte auch aktuell nur Hilfsarbeiten ausüben, was bedeutet, dass das 

Valideneinkommen dem statistischen Zentralwert der Hilfsarbeiterinnenlöhne 

entspricht.

2.3. 

Für die Bestimmung des zumutbarerweise erzielbaren Invalideneinkommens ist 

massgebend, welche Tätigkeiten der Beschwerdeführerin aus medizinischer Sicht in 

welchem Umfang zugemutet werden können. Zur Beantwortung dieser Frage hat die 

Beschwerdegegnerin die Berichte der behandelnden Ärzte eingeholt und zwei 

polydisziplinäre Begutachtungen durchführen lassen. Die Sachverständigen der 

MEDAS Interlaken Unterseen GmbH, die das erste Gutachten erstellt haben, haben die 

Beschwerdeführerin umfassend persönlich untersucht und sie haben die medizinischen 

Vorakten eingehend gewürdigt. Nichts deutet darauf hin, dass sie eine wesentliche 

Tatsache übersehen oder ignoriert hätten. Bei der neuropsychologischen Testung hat 

die Beschwerdeführerin zwar nicht valide Leistungen erbracht, aber die 

neuropsychologische Sachverständige hat überzeugend aufgezeigt, dass sich im direkt 

beobachteten Verhalten, in der klinischen Untersuchung und in den Vorakten keine 

Hinweise auf eine relevante neurokognitive Funktionsstörung hätten feststellen lassen. 

Auch wenn sie formal keine Arbeitsfähigkeitsschätzung abgegeben hat, lässt sich 

ihrem Teilgutachten doch entnehmen, dass die Beschwerdeführerin nicht an einer 

neuropsychologischen Gesundheitsbeeinträchtigung gelitten hat, die sie bei der 

Verrichtung einer typischen Hilfsarbeit relevant eingeschränkt hätte. Der internistische 

Sachverständige hat keine massgebende Gesundheitsbeeinträchtigung feststellen 

können, was er in seinem Teilgutachten überzeugend begründet dargelegt hat. Der 

detaillierten Schilderung des objektiven klinischen Befundes im rheumatologischen 

Teilgutachten lässt sich entnehmen, dass die Beschwerdeführerin an keiner relevanten 

funktionellen Einschränkung gelitten hat. Der rheumatologische Sachverständige hat 

2.4. 

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 13/16

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aber überzeugend begründet festgehalten, dass das chronifizierte Schmerzsyndrom 

die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin einschränke, weshalb nur ein Pensum von 

sechs Stunden pro Tag zumutbar sei. Der psychiatrische Sachverständige hat über 

einen weitgehend unauffälligen objektiven klinischen Befund berichtet. Ihm sind nur 

gewisse Konzentrations- und Merkfähigkeitsstörungen sowie eine Antriebsarmut 

aufgefallen. Bei seiner Beurteilung hat er sich allerdings aus nicht nachvollziehbaren 

Gründen nicht auf die objektiven klinischen Befunde, sondern vielmehr massgeblich 

auf die subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin im Explorationsgespräch („sie 

habe diverse typische depressive Symptome geschildert“) und in zwei 

Selbstbeurteilungsfragebögen abgestützt. Gerade angesichts des Umstandes, dass die 

Beschwerdeführerin in der neuropsychologischen Testung eine massiv verfälschte 

Leistung gezeigt hatte, hätte der psychiatrische Sachverständige die Resultate der – 

ohne weiteres manipulierbaren – Selbstbeurteilungsfragebögen besonders kritisch 

würdigen müssen, was er aber unverständlicherweise nicht getan hat. Stattdessen hat 

er die Angaben der Beschwerdeführerin für bare Münze genommen und sogar die 

Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt generell in Frage 

gestellt. Die RAD-Psychiaterin Dr. H.___ hat in ihrer Würdigung des Gutachtens 

überzeugend aufgezeigt, dass das Gutachten nicht plausibel und deshalb nicht 

verwertbar gewesen ist. Die Beschwerdegegnerin hat deshalb zu Recht nicht auf das 

Gutachten der MEDAS Interlaken Unterseen GmbH abgestellt und ebenso zu Recht 

eine weitere Begutachtung in Auftrag gegeben.

Die Sachverständigen der SMAB AG haben die Beschwerdeführerin umfassend 

persönlich untersucht und sie haben die medizinischen Vorakten eingehend gewürdigt. 

Nichts deutet darauf hin, dass sie eine wesentliche Tatsache übersehen oder ignoriert 

hätten. Die Beschwerdeführerin hat zwar in der Zeit nach den beiden Begutachtungen 

diverse medizinische Berichte eingereicht, die ihres Erachtens belegen sollen, dass die 

Sachverständigen der MEDAS Interlaken Unterseen GmbH und der SMAB AG den 

massgebenden medizinischen Sachverhalt nicht umfassend gewürdigt hätten. Der RAD 

hat aber in mehreren überzeugenden Aktenwürdigungen aufgezeigt, dass die von der 

Beschwerdeführerin eingereichten Berichte weder einen Beleg dafür, dass die 

Sachverständigen tatsächlich eine wesentliche Tatsache übersehen hätten, geliefert 

noch eine relevante Veränderung des massgebenden Gesundheitszustandes nach der 

Begutachtung durch die SMAB AG belegt haben. In somatischer Hinsicht besteht 

zwischen den beiden Gutachten der MEDAS Interlaken Unterseen GmbH und der 

SMAB AG eine völlige Übereinstimmung: Die Sachverständigen haben abgesehen von 

einigen harmlosen degenerativen Veränderungen an der Wirbelsäule und an den 

Kniegelenken nur ein chronifiziertes und generalisiertes Schmerzsyndrom bei einer 

2.5. 

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 14/16

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massiven Adipositas feststellen können. Das Attest einer Arbeitsunfähigkeit von 30 

Prozent selbst für ideal leidensadaptierte Tätigkeiten erscheint angesichts der 

minimalen objektiven Befunde (notwendigerweise aus der Sicht eines medizinischen 

Laien) als allzu grosszügig. Immerhin belegen die beiden übereinstimmenden 

Gutachten aber, dass die Beschwerdeführerin aus rein somatischer Sicht überwiegend 

wahrscheinlich zu mindestens 70 Prozent arbeitsfähig für leidensadaptierte Tätigkeiten 

gewesen ist. Wie die nachfolgenden Ausführungen zeigen, spielt es für das Ergebnis 

keine Rolle, ob der Arbeitsfähigkeitsgrad bei 70 Prozent oder darüber liegt, weshalb 

diesbezüglich von weiteren Abklärungen abgesehen werden kann. Die 

Sachverständigen der SMAB AG haben zu Recht keine ergänzende 

neuropsychologische Testung durchgeführt, da sich bei der ersten 

neuropsychologischen Testung durch die MEDAS Interlaken Unterseen GmbH ergeben 

hatte, dass die Beschwerdeführerin nicht an einer neuropsychologischen 

Gesundheitsbeeinträchtigung gelitten hat und zudem bei einer erneuten 

neuropsychologischen Testung wohl auch wieder nicht ausreichend kooperiert hätte. 

Der psychiatrische Sachverständige der SMAB AG hat einen weitestgehend 

unauffälligen objektiven klinischen Befund beschrieben. Er hat insbesondere 

festgehalten, dass keine Hinweise auf eine Vernachlässigung der Körperhygiene oder 

des äusseren Erscheinungsbildes, auf eine Schonhaltung, auf eine Aufmerksamkeits-, 

Konzentrations- oder Gedächtnisstörung, auf Einschränkungen der Psychomotorik, 

des Antriebes oder der Willenskräfte oder auf eine Affektbeeinträchtigung hätten 

festgestellt werden können. Der Sachverständige der SMAB AG hat (wie vor ihm 

bereits der RAD) in einer ergänzenden Stellungnahme darauf hingewiesen, dass der 

Vorgutachter der MEDAS Interlaken Unterseen GmbH seine Diagnose einer 

rezidivierenden depressiven Störung nicht ausreichend begründet habe, dass keine 

Persönlichkeitsstörung, sondern höchstens eine leichtgradige 

Persönlichkeitsakzentuierung vorliege, die sich aber nicht auf die Arbeitsfähigkeit 

auswirke, dass den Auffälligkeiten bei den Symptomvalidierungstests in der 

neuropsychologischen Untersuchung hätte Rechnung getragen werden müssen und 

dass sich das Attest einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit bei einer mittelgradigen 

depressiven Episode aus psychiatrischer Sicht nicht nachvollziehen lasse. Er hat das 

psychiatrische Teilgutachten der MEDAS Interlaken Unterseen GmbH deshalb zu Recht 

als „fachlich ungenau und versicherungsmedizinisch unbrauchbar“ qualifiziert. In 

seinem eigenen Gutachten hat er sorgfältig, gut nachvollziehbar und überzeugend 

aufgezeigt, dass aus psychiatrischer Sicht weder damals noch in der Zeit davor eine 

länger dauernde Arbeitsunfähigkeit vorgelegen hat. Die Beschwerdeführerin hat in der 

Folge weitere Berichte ihrer behandelnden Psychiaterin eingereicht, die allerdings 

keinen Hinweis auf eine Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes 

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 15/16

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3.  

nach der Begutachtung durch die SMAB AG enthalten haben, wie der RAD anhand 

einer überzeugenden Aktenwürdigung aufgezeigt hat. Gestützt auf das psychiatrische 

Teilgutachten der SMAB AG ist damit überwiegend wahrscheinlich erstellt, dass die 

Beschwerdeführerin im hier massgebenden Zeitraum aus psychiatrischer Sicht 

uneingeschränkt arbeitsfähig gewesen ist. Zusammenfassend belegt das Gutachten 

der SMAB AG mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit, dass die Beschwerdeführerin für ideal leidensadaptierte Tätigkeiten 

zu mindestens 70 Prozent arbeitsfähig gewesen ist.

Da der Beschwerdeführerin die Ausübung einer leidensadaptierten Hilfsarbeit 

zumutbar ist, entspricht der Ausgangswert des zumutbarerweise erzielbaren 

Invalideneinkommens dem statistischen Zentralwert der Hilfsarbeiterinnenlöhne und 

damit dem Valideneinkommen. Der Betrag kann bei der Berechnung des 

Invaliditätsgrades folglich mathematisch gar keine Rolle spielen. Der Invaliditätsgrad 

kann also anhand eines sogenannten Prozentvergleichs berechnet werden, was 

bedeutet, dass er dem Arbeitsunfähigkeitsgrad, korrigiert um einen allfälligen, dem 

sogenannten Tabellenlohnabzug analogen Abzug, entspricht. Ein solcher Abzug ist zu 

berücksichtigen, wenn davon ausgegangen werden muss, dass die versicherte Person 

ihre Arbeitsfähigkeit nicht mit demselben ökonomischen Erfolg verwerten kann wie eine 

gesunde, im selben Pensum tätige Person, das heisst wenn anzunehmen ist, dass ein 

strikt ökonomisch-betriebswirtschaftlich denkender, also keinen Soziallohn 

ausrichtender Arbeitgeber der versicherten Person keinen durchschnittlichen, sondern 

nur einen unterdurchschnittlichen Lohn ausbezahlen würde, um seinen aus der 

Anstellung der versicherten Person resultierenden „Arbeitsmehrwert“ – die Differenz 

zwischen dem ökonomischen Wert der Arbeitsleistung und den direkten und indirekten 

Lohn- und Lohnnebenkosten – auf einen durchschnittlichen Betrag zu erhöhen. Bei 

einer aus psychiatrischer Sicht uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit und einem 

Arbeitsfähigkeitsgrad von mindestens 70 Prozent aus somatischen Gründen kann 

weder von einer deutlich überdurchschnittlich starken Schwankung der Arbeitsleistung 

noch von deutlich überdurchschnittlich häufigen krankheitsbedingten Absenzen 

ausgegangen werden, weshalb nur eine geringe betriebswirtschaftlich-ökonomische 

„Einbusse“ bei der Verwertung der Arbeitsfähigkeit vorliegen kann, die nach der 

ständigen Praxis der Abteilung II des St. Galler Versicherungsgerichtes nur einen 

zusätzlichen Abzug von höchstens zehn Prozent rechtfertigt. Der Invaliditätsgrad 

beträgt folglich maximal 37 Prozent (= 100% – [mind.] 90% × [mind.] 70%). Da erst ab 

einem Invaliditätsgrad von 40 Prozent ein Anspruch auf eine Rente der 

Invalidenversicherung besteht, hat die Beschwerdegegnerin das Rentenbegehren der 

Beschwerdeführerin zu Recht abgewiesen.

2.6. 

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 16/16

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Die Beschwerde ist abzuweisen. Die angesichts des durchschnittlichen 

Verfahrensaufwandes praxisgemäss auf 600 Franken festzusetzenden Gerichtskosten 

wären an sich der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Zufolge der 

Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung ist die Beschwerdeführerin aber 

vorläufig von der Pflicht, die Gerichtskosten zu bezahlen, befreit. Da ihr auch die 

unentgeltliche Rechtsverbeiständung bewilligt worden ist, hat der Staat ihrem 

Rechtsvertreter eine Entschädigung auszurichten, die 80 Prozent des erforderlichen 

Vertretungsaufwandes abdeckt (Art. 31 Abs. 3 AnwG). Der erforderliche 

Vertretungsaufwand ist unter Berücksichtigung des Umstandes, dass sowohl ein 

Administrativgutachten als auch ein Administrativ-Obergutachten zu würdigen 

gewesen sind, als leicht überdurchschnittlich für einen „IV-Rentenfall“ zu qualifizieren, 

was bedeutet, dass praxisgemäss eine Parteientschädigung von 80 Prozent von 

4’500 Franken, also von 3’600 Franken, ausgerichtet würde. Der Rechtsvertreter hat 

eine in diesem Bereich liegende Honorarnote über 3’648.80 Franken eingereicht, auf 

die deshalb abgestellt werden kann. Sollten es ihre wirtschaftlichen Verhältnisse 

dereinst gestatten, wird die Beschwerdeführerin zur Nachzahlung der Gerichtskosten 

und zur Rückerstattung der Entschädigung für die unentgeltliche 

Rechtsverbeiständung verpflichtet werden können (Art. 99 Abs. 2 VRP i.V.m. Art. 123 

ZPO).

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.

Die Beschwerdeführerin wird vorläufig von der Pflicht, die Gerichtskosten von 

600 Franken zu bezahlen, befreit.

3.

Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin wird vom Gericht mit 3’648.80 Franken 

entschädigt.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 11.04.2024
	Art. 28 IVG. Art. 16 ATSG. Invalidenrente. Würdigung eines Administrativgutachtens sowie eines Administrativ-Obergutachtens (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 11. April 2024, IV 2023/152). Das Bundesgericht ist auf die Beschwerde nicht eingetreten 8C_300/2024.

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		2026-01-28T05:25:23+0100
	"9001 St.Gallen"
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