# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6107a04c-776d-5355-8817-22ec4c044ab2
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-12-16
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Kantonsgericht Zivilkammern (inkl. Einzelrichter) 16.12.2010 BZ.2010.4
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_KG_002_BZ-2010-4_2010-12-16.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: BZ.2010.4

Stelle: Kantonsgericht

Rubrik: Zivilkammern (inkl. Einzelrichter)

Publikationsdatum: 16.12.2010

Entscheiddatum: 16.12.2010

Entscheid Kantonsgericht, 16.12.2010
Art. 363, 374 und 394 Abs. 3 OR (SR 220). Vergütung für die Erstellung und 
Leitung von Bauprojekten. Bei gemischten Verträgen mit auftrags- und 
werkvertragsrechtlichen Elementen werden zur Bestimmung der in der Höhe 
nicht vereinbarten Vergütung beide Rechtsgrundlagen herangezogen. Die 
unterschiedlichen Ansatzpunkte verlieren sich im weiten 
Ermessensspielraum. Prüfung der Angemessenheit der verlangten 
Vergütung mittels Formel nach Art. 7.2 der SIA-Ordnung 102 (Kantonsgericht 
St. Gallen, III. Zivilkammer, 16. Dezember 2010, BZ.2010.4). 

Erwägungen

 

I.

1.    a) Im Sommer 2006 beauftragte Y den Hochbauzeichner und Bauplaner X mit der 

Projektleitung und Bauführung des Umbaus seiner im März 2006 erworbenen 

Liegenschaft in S. X verfasste zusammen mit Y das Projekt und holte im August 2006 

die Baubewilligung ein. Später leitete und überwachte X die Bauarbeiten. Am 30. 

Oktober 2006 liess Y X zusätzlich einen Kurzbericht über die bestehende Bausubstanz 

erstellen, wozu X einen Bauingenieur beizog.

b) Am 17. November 2006 leistete Y X eine Akontozahlung von Fr. 4'000.--. Ende 

November 2006 zog Y in das umgebaute Erd- und 1. Obergeschoss ein. Am 14. 

Dezember 2006 erstellte X eine Kostenzusammenstellung, welche Baukosten von ca. 

Fr. 290'000.-- auswies. Am 17. Januar 2007 stellte X Y eine Schlussrechnung über 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fr. 23'819.-- zu (281 Stunden zu Fr. 110.--, minus 10 % Rabatt, minus Akontozahlung 

Fr. 4'000.--). Da Y die Rechnung nicht bezahlte, mahnte ihn X am 31. Januar 2007.

2.    Nach Durchführung eines Schlichtungsverfahrens reichte X am 18. Juni 2007 beim 

Kreisgericht Klage ein. Am 4. Juli 2007 machte der Beklagte seine Widerklage 

anhängig. Mit Entscheid vom 18. Februar 2008 gewährte der Kreisgerichtspräsident 

dem Kläger die unentgeltliche Prozessführung und bestellte ihm Rechtsanwalt A zum 

unentgeltlichen Rechtsvertreter. Nach Durchführung des Schriftenwechsels und einer 

Hauptverhandlung hiess das Kreisgericht am 23. September 2009 die Klage 

vollumfänglich und die Widerklage teilweise gut.

3.    Dagegen erhob der Beklagte am 1. Februar 2010 fristgerecht Berufung, worauf der 

Kläger am 12. März 2010 antwortete. Am 22. April 2010 wies die Vizepräsidentin der 

III. Zivilkammer des Kantonsgerichts ein Gesuch des Klägers um unentgeltliche 

Prozessführung im Berufungsverfahren ab. Mit Beweisbeschluss vom 30. August 2010 

wurde beschlossen, ein Schriftgutachten betreffend die Unterschrift auf der 

Schuldanerkennung vom 25. Januar 2002 einzuholen. Das Gutachten wurde am 

5. Oktober 2010 erstattet. Der Beklagte nahm dazu am 5. November 2010 Stellung. Der 

Kläger verzichtete auf eine Stellungnahme. Eine mündliche Verhandlung wurde nicht 

durchgeführt.

 

II.

1.    Die von Amtes wegen vorzunehmende Prüfung der Prozessvoraussetzungen 

ergibt, dass diese erfüllt sind (Art. 79, 224 Abs. 1, 225 und 229 ZPO). Auf die Berufung 

ist einzutreten.

2.    Das Berufungsbegehren 3 des Beklagten: "Die Widerklage sei im Umfang der 

Berufung gutzuheissen," ist unklar und nach Treu und Glauben anhand der 

Parteivorbringen auszulegen (vgl. Leuenberger/Uffer-Tobler, Kommentar ZPO SG, Bern 

1999, Art. 65 N 7). Gemäss Berufungsschrift verlangt der Beklagte die Rückzahlung 

eines Darlehens von Fr. 2'000.-- (Berufung, Ziff. 5.1); Schadenersatz wegen 

unsorgfältiger Prüfung der Bausubstanz (Ziff. 5.3), wofür er vor der Vorinstanz 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fr. 24'200.-- gefordert hatte; Schadenersatz für den Einbau einer neuen Schliessanlage 

(Ziff. 5.5), wofür er vor der Vorinstanz Fr. 3'732.70 gefordert hatte; sowie die 

Herausgabe von Akten (Ziff. 5.8). Hingegen verzichtet er auf die Geltendmachung der 

Schadensposten gemäss Ziff. 5.4 (entgangener Mietzins und fehlende Reinigung), 5.6 

(Parkettboden) und 5.7 (stützender Riegel/unnötige Mauer) der Berufung. Die 

verbleibenden Geldforderungen von Fr. 29'932.70 übersteigen den Betrag von 

Fr. 21'312.20 (25'000.-- minus 3'687.80), in welchem die Vorinstanz die Widerklage 

abgewiesen hat. Das Berufungsbegehren 3 müsste daher auf Herausgabe sämtlicher 

Pläne und anderer zugehöriger Bauunterlagen (Widerklagebegehren 2) sowie auf 

Zahlung von Fr. 21'312.20 (unter Nachklagevorbehalt) nebst 5 % Zins seit 10. Februar 

2007 (Widerklagebegehren 3) lauten.

 

III.

1.    Der Kläger verlangt eine Vergütung für die von ihm im Zusammenhang mit dem 

Bauprojekt geleisteten Arbeiten, und zwar für 281 Stunden zu Fr. 110.-- abzüglich 

10 % Rabatt.

a) Die Vorinstanz (Urteil, 4 f.) und beide Parteien gehen davon aus, dass das Verhältnis 

zwischen den Parteien dem Auftragsrecht (Art. 394 ff. OR) unterstehe. Verträge über 

die Erstellung und Leitung von Bauprojekten sind je nach konkreten Leistungspflichten 

gemischte Verträge mit werkvertraglichen und auftragsrechtlichen Elementen. So sind 

etwa die Herstellung von Plänen und Ausschreibungsunterlagen werkvertragliche 

Pflichten, die Erstellung von Kostenvoranschlägen, die Arbeitsvergabe und die 

Bauleitung auftragsrechtliche (BGE 134 III 361 E. 6.2.3; 127 III 543 E. 2a; 114 II 53 

E. 2b; 109 II 462 E. 3b-d). Die Qualifikation als gemischter Vertrag soll es dem Gericht 

ermöglichen, den Umständen angepasste Lösungen zu finden, die der 

Rechtswirklichkeit besser entsprechen als eine einheitliche Qualifikation (BGE 109 II 

462 E. 3d).

b) Für die Erstellung und Leitung von Bauprojekten ist üblicherweise eine Vergütung 

geschuldet (vgl. Art. 363 und Art. 394 Abs. 3 OR). Die Vergütung kann im Übrigen frei 

vereinbart werden (Art. 1 OR).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Vorliegend behauptet der Beklagte, er habe mit dem Kläger im Restaurant T in S ein 

Pauschalhonorar von Fr. 9'000.-- netto vereinbart (Klageantwort, 1 f.; Duplik, 2; 

Berufung, 4). Der Kläger bestreitet dies und geht davon aus, dass ihm eine übliche 

Vergütung nach seinem Aufwand zustehe (Klage, 3; Berufungsantwort, 2; kläg. act. 7). 

Die Beweislast für die Vereinbarung eines Pauschalhonorars trifft den Beklagten (vgl. 

Art. 8 ZGB; BSK OR I-Zindel/Pulver, Art. 373 N 37 und Art. 374 N 17 m.w.H.).

Als einziges Beweismittel nennt der Beklagte eine Parteibefragung (Klageantwort, 2). 

Auf diese ist zu verzichten, denn es ist nicht davon auszugehen, dass der Beklagte, der 

die Klageantwort selbst verfasst hat, in einer Parteibefragung anders aussagen würde 

als in den Rechtsschriften. Zudem wäre - mit voraussehbarem Ergebnis - auch die 

andere Partei anzuhören. Die Ausführungen des Beklagten zur Akontozahlung von 

Fr. 4'000.-- (Klageantwort, 2; vgl. auch Urteil, 5), die er in der Berufungsschrift nicht 

wiederholt, sind unbewiesen und wären ohnehin kein taugliches Indiz für eine 

Pauschalvereinbarung. Dass der Beklagte nicht gegen die Schlussrechnung vom 17. 

Januar 2007 protestiert hat (vgl. Urteil, 6 unten; Berufung, 6 f.), ist ein Indiz gegen eine 

Pauschalvereinbarung und beweist deren Vorliegen jedenfalls nicht. Somit ist die 

Behauptung des Beklagten, es sei ein Pauschalhonorar von Fr. 9'000.-- netto 

vereinbart worden, als unbewiesen anzusehen. Eine Vereinbarung im Sinne der vom 

Kläger in Rechnung gestellten Arbeiten ist ebenfalls nicht zustande gekommen.

c) Wurde für einen gemischten Vertrag mit werkvertraglichen und auftragsrechtlichen 

Elementen die Höhe der Vergütung nicht vereinbart, so kommt entweder Art. 374 OR 

oder Art. 394 Abs. 3 OR zur Anwendung. Nach Art. 374 OR ist in solchen Fällen ein 

Werklohn nach dem (objektiv gerechtfertigten) Aufwand geschuldet (BGE 96 II 58 E. 1). 

Einzuberechnen sind im Sinne einer "Kosten-plus"-Kalkulation der Personal- und 

Sachaufwand, ein Zuschlag für Generalunkosten sowie ein angemessener Gewinn 

(Gauch, Der Werkvertrag, 4. Aufl., Zürich 1996, Rn. 947-949; BSK OR I-Zindel/Pulver, 

Art. 374 N 11 f.). Nach Art. 394 Abs. 3 OR ist das Honorar nach dem Üblichen 

festzusetzen, sodass es den geleisteten Diensten objektiv angemessen ist (BGE 135 III 

259 E. 2.2; 117 II 282 E. 4c; 101 II 109 E. 2; BSK OR I-Weber, Art. 394 N 39 m.w.H.). 

Kriterien dafür sind unter anderem der Zeitaufwand, die Schwierigkeit der Tätigkeit, die 

Qualifikation des Beauftragten oder der Wert des übertragenen Geschäfts (BGE 135 III 

259 E. 2.4; 117 II 282 E. 4c; 101 II 109 E. 4). Nach beiden Gesetzesbestimmungen ist 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

ein unnötiger Mehraufwand nicht zu vergüten (zu Art. 374 OR: BGE 96 II 58 E. 1; BSK 

OR I-Zindel/Pulver, Art. 374 N 13; zu Art. 394 Abs. 3 OR: BGE 117 II 282 E. 4c) und hat 

das Gericht ein bedeutendes Ermessen bei der Festsetzung der Vergütung (zu Art. 374 

OR: Urteil des Bundesgerichts 4A_465/2009 vom 9. November 2009, E. 2.2.1; zu 

Art. 394 Abs. 3 OR: BGE 117 II 282 E. 4a; 101 II 109 E. 2). Da sich die 

unterschiedlichen Ansatzpunkte des Werkvertragsrechts und des Auftragsrechts im 

weiten Ermessensspielraum verlieren, zieht die Rechtsprechung bei gemischten 

Verträgen regelmässig beide Rechtsgrundlagen heran (vgl. Urteile des Bundesgerichts 

4C.261/2005 vom 9. Dezember 2005, E. 2.1; 5C.133/2004 vom 5. Januar 2005, E. 5.3; 

nicht beanstandete Erwägung der Vorinstanz im Urteil 4A_496/2007 vom 31. März 

2008, E. 3.1; GVP 2002 Nr. 54). Daher kann auch im vorliegenden Fall offen bleiben, ob 

die Vergütung des Klägers nach Art. 374 OR oder nach Art. 394 Abs. 3 OR zu 

berechnen ist.

d) Nun ist zu prüfen, ob die vom Kläger verlangte Vergütung für 281 Stunden zu 

Fr. 110.-- abzüglich 10 % Rabatt objektiv angemessen ist.

aa) In der Vergangenheit wurde diskutiert, ob und inwieweit die Gerichte Vergütungen 

nach Verbandstarifen bemessen dürfen (z.B. BGE 117 II 282 E. 4b; GVP 2002 Nr. 54; 

BSK OR I-Weber, Art. 394 N 38; BK-Fellmann, Art. 394 OR N 416 ff.). Diese Diskussion 

ist überholt, denn solche Tarife sind, soweit sie konkrete Preise nennen, 

kartellrechtswidrig (vgl. Art. 4 Abs. 1 i.V.m. Art. 5 Abs. 3 lit. a KG; Art. 3 f. der 

Bekanntmachung der Wettbewerbskommission über die Verwendung von 

Kalkulationshilfen, abrufbar unter http://www.weko.admin.ch neues Fenster). Deshalb 

hat der SIA seine früheren Preisempfehlungen, auf welche sich die Vorinstanz 

abgestützt hat (Art. 8 SIA-Ordnung 102/1984, vgl. Urteil, 7 f.), aufgehoben und durch 

ein Modell ersetzt, welches anhand statistischer Daten den durchschnittlichen 

Zeitaufwand in Abhängigkeit der Baukosten ermittelt, ohne bestimmte Stundensätze 

vorzugeben (Art. 7 SIA-Ordnung 102/2003; dazu etwa Huser, NZZ vom 30.06.2006, 73; 

Kündig, KOF-Erhebung: Höherer Stundenaufwand, tec21 - Fachzeitschrift für 

Architektur, Ingenieurwesen und Umwelt 49-50/2004, 32, abrufbar unter http://

www.tec21.ch neues Fenster). Da diese Berechnungsmethode auf statistischen Daten 

basiert, erscheint sie als taugliches Mittel, um den angemessenen Zeitaufwand für ein 

http://www.weko.admin.ch/
http://www.tec21.ch/
http://www.tec21.ch/

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Bauprojekt abzuschätzen, selbst wenn die Parteien wie im vorliegenden Fall die SIA-

Ordnung 102 nicht übernommen haben.

bb) Die Formel nach Art. 7.2 SIA-Ordnung 102 zur Berechnung des durchschnittlichen 

Zeitaufwands lautet:

T  = B x p/100 x n x q/100 x r

 

T  = durchschnittlicher Zeitaufwand in Stunden.

B =  aufwandbestimmende Baukosten (Art. 7.5); diese betrugen vorliegend 

Fr. 240'500.-- (BKP 21-28, kläg. act. 5, 7).

p  =  Grundfaktor für den Stundenaufwand (Art. 7.2.2); dieser wird nach der Formel p = 

Z1 + Z2 / B  ermittelt. Z1 und Z2 werden jährlich statistisch ermittelt und betrugen 

2006 0.057 bzw. 9.690 (http://www.sia.ch/d/aktuell/news/20051212_z-werte.cfm neues 

Fenster). Durch Einsetzen ergibt sich p = 0.213.

n  =  Schwierigkeitsgrad gemäss Baukategorie (Art. 7.7-8); bei der vorliegenden 

Baukategorie V (Mehrfamilienhäuser mit verschiedenartigen Wohnungstypen/Büro­

bauten mit erhöhten Anforderungen) = 1.1.

q  =  Leistungsanteil in Prozenten (Art. 7.9); für ein Gesamtprojekt = 100.

r    =   Anpassungsfaktor (Art. 7.10); da es sich um die Renovation eines sehr alten 

Riegelhauses handelte, ist dieser auf 1.1 festzusetzen.

 

Das Einsetzen obiger Werte ergibt für ein Gesamtprojekt von der Projektierung bis zur 

Realisierung einen durchschnittlichen Aufwand von 619.8 Stunden.

cc) Mit der Variable q wird der durchschnittliche Zeitaufwand prozentual auf die 

einzelnen Teilphasen eines Bauprojekts aufgeteilt (Art. 7.9 SIA-Ordnung 102).

m

m

1/3

http://www.sia.ch/d/aktuell/news/20051212_z-werte.cfm
http://www.sia.ch/d/aktuell/news/20051212_z-werte.cfm

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Der Kläger erstellte auf Basis bestehender Pläne die Projektpläne für den Umbau, 

wobei er teilweise die Grundrisse neu zeichnete (Berufungsantwort, 7; vgl. kläg. act. 16 

mit kläg. act. 18 [EG und 1. OG] und kläg. act. 19 [Keller]). Auch holte der Kläger die 

Baubewilligung ein. Später erstellte er eingehende Detailstudien über verschiedene 

Aspekte der Bauausführung, die auch etliche Bemassungen enthalten. Punktuell - 

namentlich für die Elektroinstallationen - erstellte der Kläger auch Detailpläne 

(Berufungsantwort, 7; kläg. act. 19). Die Behauptung des Beklagten, der Kläger habe 

die bestehenden Pläne nur leicht ergänzt und keine Masse aufgenommen (Berufung, 

7), trifft somit nicht zu. In der Realisierungsphase besorgte der Kläger die Bauleitung. 

Nach Abschluss der Arbeiten dokumentierte der Kläger die Änderungen in einem Plan 

(Berufungsantwort, 7; kläg. act. 20) und erstellte die endgültige 

Kostenzusammenstellung (kläg. act. 5).

Diese Arbeiten lassen sich nach Art. 7.9 SIA-Ordnung 102 den Teilphasen 

"Bauprojekt" (13 %), "Detailstudien" (4 %), "Bewilligungsverfahren" (2.5 %), 

"Bauleitung" (23 %), "Dokumentation über das Bauwerk" (1 %) und 

"Schlussabrechnung" (1 %) zuordnen (vgl. Art. 4.32, 4.33, 4.52 und 4.53 SIA-Ordnung 

102). Ausführungspläne (vgl. Art. 4.51 SIA-Ordnung 102), die mit 15 % bewertet 

werden, hat der Kläger nur punktuell erstellt, sodass hierfür 3 % einzusetzen sind. 

Gesamthaft ergibt sich ein q von 47.5 %, was einem Aufwand von 294.4 Stunden 

entspricht (47.5 % von 619.8 Stunden). Rechnet man den separat zu vergütenden 

Aufwand für den Kurzbericht über die Bausubstanz hinzu, ergibt sich ein 

Gesamtaufwand von rund 300 Stunden oder fast 7 % mehr als die vom Kläger 

angegebenen 281 Stunden.

dd) Für den Stundensatz kann auf die Empfehlungen der Koordination der Bau- und 

Liegenschaftsorgane des Bundes (KBOB) abgestellt werden. Da der Bund diese Sätze 

anwendet, wenn er selbst als Bauherr auftritt, ist davon auszugehen, dass sie 

angemessen sind. Die Honorarempfehlung 2006 der KBOB (abrufbar unter http://

www.bbl.admin.ch/kbob/ neues Fenster) sah für Bauleiter Stundensätze von Fr. 100.-- 

bis Fr. 135.-- vor und für Zeichner von Fr. 80.-- bis Fr. 100.-- (Einstufung siehe 

Art. 6.2.5 SIA-Ordnung 102). Der vom Kläger verlangte Stundensatz von Fr. 99.-- 

(110.-- minus 10 % Rabatt) ist daher nicht zu beanstanden.

ee) Insgesamt ist das vom Kläger geltend gemachte Honorar angemessen.

http://www.bbl.admin.ch/kbob/
http://www.bbl.admin.ch/kbob/

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

e) Der Beklagte wandte vor der Vorinstanz gegen die Forderung ein, die Vergütung sei 

wegen unsorgfältiger Auftragsausführung nicht geschuldet. Die Pflichtverletzungen 

ergäben sich einerseits aus der Widerklage. Andererseits habe ihm der Kläger Offerten 

nicht vorgelegt, ihn über zusätzliche Kosten angelogen und diese verschleiert, Papiere, 

Korrespondenzen und Rechnungen liegen lassen und den gewährten Skonto des 

Handwerkers durchgestrichen (Klageantwort, 2; E-Mail vom 5. Mai 2008, 22:45 Uhr, als 

Nachtrag zur Klageantwort, vi act. 22).

Die vom Beklagten behaupteten Pflichtverletzungen betreffen die Bauleitung und somit 

ein auftragsrechtliches Vertragselement. Unsorgfalt bei der Auftragsausführung führt 

nicht nur zu einer Haftung des Beauftragten wegen Vertragsverletzung (Art. 398 Abs. 2 

OR), sondern kann auch den Verlust oder eine Reduktion der Honorarforderung zur 

Folge haben (BSK OR I-Weber, Art. 394 N 43 m.w.H.; BK-Fellmann, Art. 394 OR 

N 496 ff.).

Im Rahmen der Widerklage sind dem Kläger keine Pflichtverletzungen nachgewiesen 

(siehe hinten Erwägung 4 sowie vi Urteil, E. 4, 6-8 S. 12 f. und 14-16). Die übrigen 

Vorbringen des Beklagten sind unsubstanziert. Der Beklagte legt weder dar, welche 

Nachteile ihm aus den angeblichen Pflichtverletzungen entstanden sind noch führt er 

aus, welchen Anteil die betreffenden Arbeiten an der Bauleitung ausmachten. Letzteres 

wäre aber für die Beurteilung der Einwendung des Beklagten unabdingbar, da die 

Bauleitung wesentlich mehr Tätigkeiten umfasst als die Weiterleitung und Kontrolle von 

Offerten und Rechnungen (vgl. Art. 4.52 SIA-Ordnung 102), weshalb eine Reduktion 

des Honoraranteils für die Bauleitung auf Null von vornherein ausser Betracht fällt. 

Folglich ändern die Vorbringen des Beklagten nichts am Honoraranspruch des Klägers.

f) Weiter macht der Beklagte geltend, die vom Kläger erstellte Abrechnung genüge den 

Anforderungen von Art. 400 OR an die Rechenschaftsablage nicht (Berufung, 7 f.).

aa) Die Unterstellung des vorliegenden gemischten Vertrags unter die 

auftragsrechtliche Rechenschaftspflicht (Art. 400 Abs. 1 OR) führt zu sachgerechten 

Ergebnissen. Die (klagbare) Rechenschaftspflicht umfasst eine allgemeine 

Informationspflicht über die Geschäftsführung und eine Abrechnungspflicht über das 

im Rahmen der Geschäftsführung Erlangte sowie die Verwendungen (vgl. BSK OR I-

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Weber, Art. 400 N 2 ff. und N 7 ff.; BK-Fellmann, Art. 400 OR N 23 ff. und 27 ff.; BK-

Gautschi, Art. 400 OR N 22 ff. und N 27 ff.). Demgegenüber hat der Beauftragte im 

Allgemeinen - Ausnahmen können sich namentlich aus Berufsrecht wie dem 

Anwaltsrecht ergeben (vgl. Art. 12 lit. i BGFA) - keinen klagbaren Anspruch auf 

Ausstellung einer mehr oder weniger detaillierten Honorarrechnung. Hierbei handelt es 

sich vielmehr um eine Obliegenheit des Beauftragten, da der Honoraranspruch ohne 

ordnungsgemässe Abrechnung nicht fällig wird (vgl. BK-Fellmann, Art. 400 OR N 50 f.; 

so im Ergebnis auch ZWR 1989, 327 ff., E. 3f/bb; SJZ 1966, 127).

bb) Wie detailliert eine Honorarrechnung sein muss, damit die Honorarforderung fällig 

wird, hängt von der Art und Weise ab, wie die Vergütung bemessen wird. Wurde ein 

Honorar nach Zeitaufwand vereinbart, so hat der Beauftragte seinen Aufwand so 

detailliert auszuweisen, dass der Auftraggeber ihn nachvollziehen kann (vgl. BK-

Fellmann, Art. 400 OR N 51). Rechnet der Beauftragte nach Taxpunkten ab, so hat er 

die einzelnen Leistungen und deren Taxpunktwerte aufzuführen. Bei einem 

Pauschalhonorar kann sich der Beauftragte damit begnügen, den vereinbarten 

Pauschalbetrag in Rechnung zu stellen.

cc) Im vorliegenden Fall ist überhaupt keine Honorarvereinbarung nachgewiesen und 

das Honorar deshalb vom Gericht nach Ermessen festzusetzen. Somit hatte der Kläger 

keine besondere Abrechnungsobliegenheit. Er hätte ebensogut einen Prozentsatz der 

Bausumme in Rechnung stellen können. Es kann daher offen bleiben, ob die 

Schlussrechnung genügend detailliert gewesen wäre, wenn die Parteien eine 

Honorierung nach Zeitaufwand vereinbart hätten. Ebenfalls nicht zu entscheiden ist, ob 

der Honoraranspruch selbst bei ungenügender Abrechnung fällig geworden ist, weil der 

Beklagte zweieinhalb Jahre lang keine detaillierte Abrechnung verlangt hat (vgl. Urteil, 

7; Berufung, 8 f.). Im Übrigen verhält sich der Beklagte widersprüchlich, wenn er 

behauptet, die Parteien hätten ein Pauschalhonorar vereinbart, und gleichzeitig vom 

Kläger eine detaillierte Abrechnung nach Zeitaufwand fordert.

g) Der Vergütungsanspruch des Klägers im Betrag von Fr. 23'819.-- (Fr. 27'819.-- 

minus Akontozahlung von Fr. 4'000.--) ist fällig und durchsetzbar. Da der Beklagte mit 

der Mahnung vom 31. Januar 2007 (kläg. act. 8), deren Zugang der Kläger nicht 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

bestreitet, in Verzug geraten ist, schuldet er dem Kläger auch den geforderten 

Verzugszins ab 1. Februar 2007 (Art. 102 Abs. 1 i.V.m. Art. 104 Abs. 1 OR).

2.-5.       (Behandlung der Widerklage)

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Kantonsgericht, 16.12.2010
	Art. 363, 374 und 394 Abs. 3 OR (SR 220). Vergütung für die Erstellung und Leitung von Bauprojekten. Bei gemischten Verträgen mit auftrags- und werkvertragsrechtlichen Elementen werden zur Bestimmung der in der Höhe nicht vereinbarten Vergütung beide Rechtsgrundlagen herangezogen. Die unterschiedlichen Ansatzpunkte verlieren sich im weiten Ermessensspielraum. Prüfung der Angemessenheit der verlangten Vergütung mittels Formel nach Art. 7.2 der SIA-Ordnung 102 (Kantonsgericht St. Gallen, III. Zivilkammer, 16. Dezember 2010, BZ.2010.4). 

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T13:07:37+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen