# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a1c3e6c7-9da2-5a57-89ea-5902de35ad22
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-09-18
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 18.09.2025 ZR1 2025 109
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZR1-2025-109_2025-09-18.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Graubünden
Dretgira superiura dal chantun Grischun
Tribunale d'appello del Cantone dei Grigioni

Entscheid vom 18. September 2025
mitgeteilt am 29. September 2025

Referenz ZR1 25 109

Instanz Erste zivilrechtliche Kammer

Besetzung Cavegn, Vorsitz
Bäder Federspiel und Bergamin
Hugentobler, Aktuarin ad hoc

Parteien A.________
Beschwerdeführer

Gegenstand Behandlung ohne Zustimmung

Anfechtungsobj. Behandlung ohne Zustimmung vom 20. August 2025

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Sachverhalt

A. A.________ wurde mit Entscheid der Kollegialbehörde der Kindes- und 
Erwachsenenschutzbehörde Graubünden, Zweigstelle Nordbünden (nachfolgend: 
KESB Nordbünden), vom 12. Februar 2025 behördlich in der Klinik B.________ 
(nachfolgend: Klinik B.________) fürsorgerisch untergebracht, nachdem er bereits 
am 8. Januar 2025 durch Dr. med. C.________, O.1.________, fürsorgerisch für 
maximal sechs Wochen in der Klinik B.________ untergebracht worden war. Die 
fürsorgerische Unterbringung wurde von der KESB Nordbünden am 21. Juli 2025 
verlängert. Die dagegen erhobene Beschwerde wies das Obergericht des Kantons 
Graubünden mit Entscheid vom 11. August 2025 ab.

B. Am 2. Mai 2025 ordnete die Klinik B.________ gestützt auf den erstellten 
Behandlungsplan eine Behandlung ohne Zustimmung an. Auf die dagegen 
verspätet erhobene Beschwerde trat das Obergericht mit Entscheid vom 5. Juni 
2025 nicht ein. Am 20. August 2025 ordnete die Klinik B.________ schliesslich eine 
erweiterte Behandlung ohne Zustimmung an. Dagegen erhob A.________ 
(nachfolgend: Beschwerdeführer) am 22. August 2025 (Poststempel) Beschwerde 
beim Obergericht des Kantons Graubünden.

C. Am 26. August 2025 ersuchte der Vorsitzende der Ersten zivilrechtlichen 
Kammer die Klinik B.________ um einen kurzen Bericht zum Gesundheitszustand 
des Beschwerdeführers, zur Art der Behandlung und insbesondere darüber, 
inwiefern die Voraussetzungen für eine Behandlung ohne Zustimmung aus 
ärztlicher Sicht gegeben seien. Die Klinik B.________ reichte den angeforderten 
Bericht mitsamt den wesentlichen Klinikakten über den Beschwerdeführer 
fristgerecht am 27. August 2025 beim Obergericht ein.

D. Mit prozessleitender Verfügung vom 28. August 2025 beauftragte der 
Vorsitzende der Ersten zivilrechtlichen Kammer D.________, Fachärztin für 
Psychiatrie und Psychotherapie FMH, mit der Erstellung eines Gutachtens über den 
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers und über die Notwendigkeit der 
Behandlung ohne Zustimmung. Das Gutachten ging nicht innert Frist ein, wodurch 
die auf den 3. September 2025 angesetzte Verhandlung abgesagt werden musste.

E. Mit prozessleitender Verfügung vom 3. September 2025 beauftragte der 
Vorsitzende der Ersten zivilrechtlichen Kammer Dr. med. E.________, Fachärztin 
für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, mit der Erstellung eines Gutachtens über 
den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers und über die Notwendigkeit der 
Behandlung ohne Zustimmung. Das Gutachten ging innert Frist am 
5. September 2025 beim Obergericht ein.

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F. Aufgrund des Widerspruchs zwischen der Diagnose von Dr. med. 
E.________ und dem Bericht der Klinik B.________ ersuchte der Vorsitzende der 
Ersten zivilrechtlichen Kammer die Klinik B.________ am 5. September 2025 um 
Mitteilung, ob sie an der Anordnung der Behandlung ohne Zustimmung festhalten 
wolle. Im Schreiben vom 9. September 2025 nahm die Klinik B.________ Stellung 
zum Gutachten von Dr. med. E.________ und führte aus, dass sie an der 
Behandlung ohne Zustimmung festhalten wolle.

G. Am 15. September 2025 fand die Hauptverhandlung statt, zu welcher mit 
Verfügung vom 11. September 2025 vorgeladen worden war. Der 
Beschwerdeführer nahm an der Hauptverhandlung persönlich teil und wurde 
befragt. 

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Erwägungen

1. Gegenstand des Beschwerdeverfahrens bildet die Anordnung der 
Behandlung ohne Zustimmung vom 20. August 2025 (Art. 434 ZGB; act. 01.1). Für 
die Beurteilung der dagegen erhobenen Beschwerde ist das Obergericht des 
Kantons Graubünden einzige kantonale Beschwerdeinstanz (Art. 439 Abs. 1 Ziff. 4 
ZGB i.V.m. Art. 60 Abs. 1 EGzZGB [BR 210.100]). Die Frist zur Anrufung des 
Gerichts beträgt gemäss Art. 439 Abs. 2 ZGB zehn Tage seit Mitteilung des 
Entscheids. Die Beschwerde vom 22. August 2025 (Poststempel) erfolgte frist- und 
formgerecht (act. 01). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 

2. Bei der Behandlung einer psychischen Störung ohne Zustimmung richtet sich 
das Verfahren gemäss Art. 439 Abs. 1 Ziff. 4 und Abs. 3 ZGB sinngemäss nach den 
Bestimmungen über das Verfahren vor der gerichtlichen Beschwerdeinstanz 
(Art. 450 ff. ZGB). Bei psychischen Störungen muss gestützt auf das Gutachten 
einer sachverständigen Person entschieden werden (vgl. Art. 450e Abs. 3 ZGB). 
Dem Gericht liegt das Kurzgutachten von Dr. med. E.________, Fachärztin für 
Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 4. September 2025 vor (act. 09). Art. 
450e Abs. 4 ZGB statuiert, dass die gerichtliche Beschwerdeinstanz die betroffene 
Person in der Regel als Kollegium anhört. Diesem Erfordernis wurde mit der 
Anhörung des Beschwerdeführers im Rahmen der Hauptverhandlung vom 
15. September 2025 Genüge getan. Aus Art. 450a ZGB ergibt sich schliesslich, 
dass das Gericht Tat- und Rechtsfragen wie auch die Angemessenheit frei überprüft 
(vgl. GEISER/ETZENSBERGER, in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar, 
Zivilgesetzbuch I, 7. Aufl. 2022, Art. 439 N. 39).

3.1. Wird eine Person zur Behandlung einer psychischen Störung in einer 
Einrichtung untergebracht, so erstellt die behandelnde Ärztin oder der behandelnde 
Arzt unter Beizug der betroffenen Person und gegebenenfalls ihrer 
Vertrauensperson einen schriftlichen Behandlungsplan (Art. 433 Abs. 1 ZGB). Der 
Behandlungsplan wird der betroffenen Person zur Zustimmung unterbreitet 
(Art. 433 Abs. 3 ZGB). Fehlt die Zustimmung der betroffenen Person zur 
Behandlung, kann die Chefärztin oder der Chefarzt der Abteilung die im 
Behandlungsplan vorgesehenen medizinischen Massnahmen unter bestimmten, im 
Gesetz wiedergegebenen Voraussetzungen (Art. 434 Abs. 1 Ziff. 1-3 ZGB) 
schriftlich anordnen. Die Anordnung wird der betroffenen Person und ihrer 
Vertrauensperson verbunden mit einer Rechtsmittelbelehrung schriftlich mitgeteilt 
(Art. 434 Abs. 2 ZGB). 

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3.2.1. Gegenstand der vorliegenden Beschwerde ist die am 20. August 2025 
angeordnete Behandlung ohne Zustimmung (act. 01.1). Diese stellt eine 
Erweiterung der bereits am 2. Mai 2025 angeordneten Behandlung ohne 
Zustimmung dar. Letztere besteht weiterhin, unabhängig vom Ausgang des 
vorliegenden Beschwerdeverfahrens. 

3.2.2. Für die Rechtmässigkeit der Anordnung einer Behandlung ohne Zustimmung 
sind die folgenden allgemeinen Voraussetzungen einzuhalten: (1.) Die betroffene 
Person muss fürsorgerisch in einer Einrichtung untergebracht worden sein 
(Art. 426 ZGB); (2.) die Unterbringung muss zur Behandlung einer psychischen 
Störung erfolgt sein; (3.) die betroffene Person hat der Behandlung nicht zugestimmt 
und (4.) die angeordnete Behandlung muss im Behandlungsplan vorgesehen sein 
(vgl. GEISER/ETZENSBERGER, a.a.O., Art. 434/435 N. 13 ff.).

3.2.3. Der Beschwerdeführer ist unbestrittenermassen fürsorgerisch untergebracht. 
Die Unterbringung erfolgte zur Behandlung einer psychischen Störung. Gemäss 
Behandlungsplan der Klinik B.________ wurde beim Beschwerdeführer eine 
paranoide Schizophrenie DD schizoaffektive Störung mit gegenwärtig 
psychotischer Symptomatik (ICD-10 F.20.0) diagnostiziert (act. 01.2). Zudem wurde 
ein Abhängigkeitssyndrom in Form von Psychischen- und Verhaltensstörungen 
durch Opiode (ICD-10 F11.2), Cannabinoide (ICD-10 F12.2), Sedativa oder 
Hypnotika (ICD-10 F 13.2), Kokain (ICD-10 F14.2) und Tabak (ICD-10 F17.2) 
festgestellt. Der Beschwerdeführer hat der Behandlung nicht zugestimmt.

3.2.4. Auch der Behandlungsplan selbst muss die in Art. 433 f. ZGB vorgesehenen 
Anforderungen an Form und Inhalt erfüllen. Er ist gemäss Art. 13 OR schriftlich zu 
erstellen, das heisst es bedarf der Unterschrift des behandelnden Arztes 
(GEISER/ETZENSBERGER, a.a.O., Art. 433 N. 17). Die Anordnung der Behandlung 
ohne Zustimmung wurde vom Chefarzt der Akutpsychiatrie/Rehabilitation Dr. med. 
F.________ sowie vom leitenden Arzt, Dr. med. G.________, unterzeichnet (act. 
01.1).

3.2.5. Der Behandlungsplan hat neben den Personalien der betroffenen Person 
eine Diagnose oder mindestens die Beschreibung des Krankheitsbildes zu 
enthalten. Er muss Auskunft über die geplanten Abklärungen und Untersuchungen 
geben sowie das Ziel der Behandlung und die beabsichtigte Therapie benennen. 
Dem Behandlungsplan müssen auch Ausführungen zu den Risiken und 
Nebenwirkungen der vorgeschlagenen Therapie und eine Prognose zu ihrer 
Wirkung zu entnehmen sein. Überdies hat er auch eine Prognose über den 
Krankheitsverlauf zu enthalten, wenn die notwendige Therapie unterbleibt. Dadurch 

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wird dem Patienten ermöglicht, sich ein Gesamtbild über die Behandlung zu 
machen und so gültig in eine solche einzuwilligen. Schliesslich muss aus dem 
Behandlungsplan ersichtlich sein, wer ihn als behandelnder Arzt erstellt hat (vgl. 
GEISER/ETZENSBERGER, a.a.O., Art. 433 N. 8 f. m.w.H.). Dabei ist der 
Behandlungsplan laufend den Entwicklungen anzupassen (vgl. 
GEISER/ETZENSBERGER, a.a.O., Art. 433 N. 20).

3.2.6. Gestützt auf den Behandlungsplan vom 26. Februar 2025, welcher von der 
behandelnden Ärztin H.________ erstellt und offensichtlich auch laufend angepasst 
wurde, wurde mit der Behandlung ohne Zustimmung vom 20. August 2025 
Folgendes angeordnet: Vorgesehen ist in erster Linie eine 
psychopharmakologische Behandlung mit Olanzapin bis zu 40mg/d und 
Valproinsäure bis max. 3000mg/d gemäss Wirkspiegel im Blut und/oder Clozapin 
bis zu 900mg/d und/oder Haldol bis zu 30 mg/d sowie Diazepam/ Psychopax bis zu 
30 mg/d oral, alternativ die letzteren beiden genannten Substanzen i.m. jeweils bis 
zu 2x10 mg/d oder Zyprexa Trockensub i.m. bis zu 20mg/ d. Zusätzlich werden im 
Rahmen der Behandlung mit Clozapin regelmässige Blutentnahmen angeordnet, 
aufgrund der Notwendigkeit des Monitorings von Leukozyten im Serum zur sicheren 
und leitliniengerechten psychopharmakologischen Behandlung (act. 01.1). Die in 
der angefochtenen Anordnung angeordnete Behandlung entspricht der im 
Behandlungsplan vorgesehenen Behandlung, weshalb die allgemeinen 
Voraussetzungen für die Behandlung ohne Zustimmung erfüllt sind. Allerdings ist 
darauf hinzuweisen, dass der Behandlungsplan die Risiken und Nebenwirkungen 
der vorgeschlagenen Therapie und eine Prognose zu ihrer Wirkung nicht aufführt. 
Nicht enthalten ist überdies eine Prognose über den Krankheitsverlauf, wenn die 
notwendige Therapie unterbleibt. Jedoch wird als Behandlungsziel aufgeführt, dass 
der Beschwerdeführer hinsichtlich Krankheitsverständnis und Behandlungseinsicht 
unterstützt werden soll. Zudem soll eine Krisenintervention und psychische 
Stabilisierung sowie die Reduktion der manisch-psychotischen Symptomatik sowie 
die Klärung der Absprachefähigkeit erreicht werden. 

4.1. Fehlt die Zustimmung der betroffenen Person, müssen zusätzlich zu den 
vorstehend genannten allgemeinen Bedingungen die in Art. 434 Abs. 1 Ziff. 1–3 
ZGB aufgeführten Voraussetzungen erfüllt sein, und zwar kumulativ (vgl. 
GEISER/ETZENSBERGER, a.a.O., Art. 434/435 N. 17). Demnach muss der betroffenen 
Person ohne Behandlung ein ernsthafter gesundheitlicher Schaden drohen oder 
das Leben oder die körperliche Integrität Dritter ernsthaft gefährdet sein (Ziffer 1), 
die betroffene Person muss bezüglich ihrer Behandlungsbedürftigkeit urteilsunfähig 

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sein (Ziffer 2) und es darf keine angemessene, weniger einschneidende 
Massnahme zur Verfügung stehen (Ziffer 3).

4.2.1. Weil die angeordnete Behandlung ohne Zustimmung immer nur für die 
Behandlung einer psychischen Störung vorgesehen werden kann, kann auch nur 
eine Behandlung der diagnostizierten psychischen Störung angeordnet werden. 
Vorliegend wurde, wie erwähnt, im Behandlungsplan nebst den diagnostizierten 
psychischen und Verhaltensstörungen (diverse Abhängigkeitssyndrome) eine 
paranoide Schizophrenie DD schizoaffektive Störung mit gegenwärtig 
psychotischer Symptomatik diagnostiziert (vgl. act. 01.2).

4.2.2. Die Gutachterin kam in ihrem Gutachten vom 4. September 2025 zum 
Schluss, dass beim Beschwerdeführer aus medizinisch psychiatrischer Sicht 
mehrere Diagnosen bestehen. Allerdings gehöre keine in die Kategorie von 
Krankheiten aus dem schizophrenen oder bipolaren Formenkreis (act. 09 S. 5 
unten). Sie diagnostizierte eine Abhängigkeit von mehreren Substanzen (ICD-10 F 
19.2), wobei der Beschwerdeführer auf ärztlich verordneten Beruhigungsmittel und 
Opiate im Sinne der kontinuierlichen Drogenersatztherapie angewiesen sei. Zudem 
wurde eine antisoziale (dissoziale) Persönlichkeitsstörung DSM-IV TR 301.7 mit 
narzisstischer Komponente festgestellt. In Abweichung zur Diagnose der Klinik 
B.________ (und auch von früheren Gutachten) stellte die Gutachterin im Rahmen 
des Kurzgutachtens zusätzlich eine Verdachtsdiagnose auf ADHS (act. 09). Der 
Beschwerdeführer leide möglicherweise an einem ausgeprägten ADHS-Syndrom, 
welches durch den Drogenkonsum, insbesondere Kokain, noch verstärkt werde. Da 
bis anhin keine Testungen durchgeführt worden seien, bleibe die 
Verdachtsdiagnose jedoch eine Spekulation. Die Verdachtsdiagnose begründete 
die Gutachterin mit dem Umstand, dass die von der Klinik erwähnte Logorrhoe und 
Distanzlosigkeit auch in anderem Lichte gesehen werden könne. Im Rahmen eines 
manischen Zustands sei diese Ausdruck einer tiefgreifenden Störung der 
Stimmungsregulation mit einem euphorischen, grandiosen oder gereizten Antrieb. 
Die Person erlebe sich selber als hoch, unbesiegbar und von aussergewöhnlich 
wichtigen, mitteilungswürdigen Ideen beflügelt. Der Redeschwall sei primär ein 
Symptom der krankhaft gehobenen und expansiven Stimmung. Der Redeschwall 
beim Beschwerdeführer sei hingegen nicht aus einer Hochphase entstanden. Es 
liege vielmehr eine sehr flache Stimmung vor und der Beschwerdeführer sei zu 
keinem Zeitpunkt euphorisch gewesen. Auch fehle es beim Beschwerdeführer an 
der für eine schizoaffektive Störung typischen ideenflüchtigen oder assoziativen 
Lockerung, durch welche der rote Faden bei einem Redeschwall für das Gegenüber 

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komplett verloren gehe. Der Beschwerdeführer komme immer wieder zum Thema 
zurück, auch nachdem er unterbrochen worden sei (act. 09 Ziff. 5.3).

4.2.3. Die Klinik B.________ führte zu dem ihr unterbreiteten Gutachten mit 
Schreiben vom 9. September 2025 aus, die im Gutachten beschriebenen 
Einschätzungen würden sich nicht mit der Einschätzung des Behandlungsteams 
decken. Der Beschwerdeführer könne weiterhin nicht mit den geringsten 
Freiheitsgraden umgehen, sei wiederholt abgängig gewesen, was jeweils 
vermutlich zusammen mit Konsumereignissen zur Aggravierung der manisch-
psychotischen Symptomatik geführt habe (act. 11). 

4.3.1. Das Obergericht hat den Beschwerdeführer anlässlich der Hauptverhandlung 
vom 15. September 2025 persönlich befragt. Der Beschwerdeführer äusserte sich 
wie schon in früheren Verhandlungen dahingehend, nicht an einer schizoaffektiven 
Störung zu leiden, sondern an ADHS. Er wünsche sich unter anderem eine 
Behandlung mit Ritalin, um besser mit dem ADHS klarzukommen. Die Medikamente 
aus der angeordneten Behandlung ohne Zustimmung würden ihn krankmachen, er 
sei allergisch dagegen, werde aber trotzdem gezwungen, sie zu nehmen. Die 
Drogenersatztherapie sei hingegen gut für ihn, es müsse nur noch sein ADHS 
behandelt werden und dann könne es für ihn endlich bergauf gehen. 

4.3.2. Für das Gericht waren anlässlich der Befragung keine wahnhaften oder 
manischen Elemente erkennbar. Vielmehr waren die Einschätzungen der 
Gutachterin für das Obergericht nachvollziehbar, da der Beschwerdeführer 
angesichts der Hauptverhandlung Schwierigkeiten hatte, den Vorsitzenden 
ausreden zu lassen, und ihm bei Fragen vermehrt ins Wort fiel. Gemäss der 
Gutachterin seien sich Personen mit ADHS im Gegensatz zu solchen mit Manie 
ihrem Redeschwall häufig bewusst, was beim Beschwerdeführer der Fall sei 
(act. 09). Anlässlich der Hauptverhandlung erwähnte der Beschwerdeführer 
mehrmals, dass er schon immer sehr gesprächig gewesen sei und immer schon viel 
geredet habe. Ihm sei bewusst, dass er auch während der Verhandlung viel rede. 

Das Obergericht ist sich im Klaren, dass es selber mangels Fachkenntnisse keine 
Diagnose stellen kann. Es fällt jedoch auf, dass sich der Beschwerdeführer bereits 
seit längerer Zeit in der Klinik B.________ befindet und eine Verbesserung seines 
Gesundheitszustands offensichtlich durch die seit Januar 2025 andauernde 
Behandlung, im Zuge derer auch die Anordnung zur Behandlung ohne Zustimmung 
vom 2. Mai 2025 erfolgt war, nicht wesentlich bzw. nur jeweils vorübergehend – bis 
zum nächsten Konsum von Substanzen – erzielt werden konnte. In Würdigung 
dieser Umstände, der Verfahrensakten und insbesondere des Gutachtens von Dr. 

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med. E.________ sind für das Gericht durchaus Anhaltspunkte erkennbar, dass für 
den Beschwerdeführer die Diagnose der paranoischen Schizophrenie bzw. einer 
schizoaffektiven Störung nicht oder nicht abschliessend zutreffend ist. Jedenfalls ist 
die von der Gutachterin gestellte Verdachtsdiagnose eines ADHS für das Gericht 
nachvollziehbar. Demgemäss kann das Gericht nicht ohne Weiteres davon 
ausgehen, dass dem Beschwerdeführer abschliessend die Diagnose einer 
paranoiden Schizophrenie mit einer affektiven Störung gestellt werden kann und die 
in der angefochtenen Anordnung der Behandlung ohne Zustimmung vorgesehene 
Behandlung auch der beim Beschwerdeführer tatsächlich bestehenden 
psychischen Störung entspricht. 

4.4. Scheint aber die psychische Störung des Beschwerdeführers nicht 
abschliessend festzustehen, sind die weiteren Voraussetzungen der Anordnung 
einer Behandlung ohne Zustimmung gemäss Art. 434 Abs. 1 ZGB im vorliegenden 
Fall nicht erfüllt, wie nachfolgend dargelegt wird.

4.4.1. Die Anordnung einer Behandlung ohne Zustimmung setzt zunächst eine 
ernsthafte Selbst- oder Fremdgefährdung im Sinne von Art. 434 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB 
voraus. Die Selbstgefährdung ist dann ausreichend, wenn ohne die Behandlung ein 
ernsthafter gesundheitlicher Schaden droht. Ernstlich ist ein gesundheitlicher 
Schaden dann, wenn er zu einer langen Beeinträchtigung wichtiger körperlicher 
oder psychischer Funktionen führt. Genügende Fremdgefährdung liegt vor, wenn 
das Leben oder die körperliche Integrität Dritter ernstlich gefährdet ist. Die 
Drittgefährdung ist regelmässig bereits durch die blosse Unterbringung der 
betroffenen Person in einer Anstalt abgewendet. Die Behandlung ohne Zustimmung 
soll hier jedoch eine reine Verwahrung des Patienten verhindern und ermöglichen, 
dass die betroffene Person aufgrund der Behandlung wieder in der Lage ist, 
ausserhalb der Anstalt ein (wenigstens teil-)autonomes Leben zu führen. Die 
Anordnung einer Behandlung rechtfertigt sich dann, wenn diese die Möglichkeit 
einer Entlassung aus der Klinik erheblich erhöht und beschleunigt, oder wenn es 
darum geht, andere Personen innerhalb der Klinik zu schützen 
(GEISER/ETZENSBERGER, a.a.O., Art. 434/435 N. 19 ff.; Botschaft zur Änderung des 
Schweizerischen Zivilgesetzbuches [Erwachsenenschutz, Personenrecht und 
Kindesrecht] vom 28. Juni 2006, BBl 2006 7001 [zitiert Botschaft], S. 7069 f.). 
Gemäss den Ausführungen der Gutachterin Dr. med. E.________ besteht für die 
angeordnete Medikation keine Indikation und besteht beim Unterbleiben der 
angeordneten Behandlung keine Selbst- und Fremdgefährdung (vgl. act. 09 Antwort 
auf Frage 6.3 und 6.4.). Die Voraussetzung von Art. 434 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB ist damit 
nicht erfüllt.

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4.4.2. Als weitere Voraussetzung für die Anordnung einer Behandlung ohne 
Zustimmung verlangt das Gesetz die Urteilsunfähigkeit der betroffenen Person 
(Art. 434 Abs. 1 Ziff. 2 ZGB). In diesem Zusammenhang gilt es hervorzuheben, dass 
das Vorliegen einer psychischen Störung an sich nicht Urteilsunfähigkeit der 
betroffenen Person bedeutet, sondern mit der konkret zu beurteilenden Handlung 
in Beziehung zu setzen ist. Wie die höchstrichterliche Rechtsprechung festgehalten 
hat, ist eine Person nicht allein deswegen urteilsunfähig, weil sie ihre Meinung 
ändert oder eine medizinisch angezeigte Behandlung verweigert (BGE 127 I 6 E. 
7b). Erfüllt daher die betroffene Person die Voraussetzungen der Urteilsfähigkeit 
und verweigert sie die beabsichtigte Behandlung, ist ihr Wille zu respektieren, selbst 
wenn er objektiv schwer nachvollziehbar ist (siehe GUILLOD, in: Büchler et al. [Hrsg.], 
FamKomm Erwachsenenschutz, 2013, Art. 434 N. 21 m.w.H.). Da die 
Urteilsfähigkeit immer bezüglich des konkreten Rechtsgeschäftes zu beurteilen ist, 
kann die Urteilsfähigkeit nicht für jede Behandlung gleich beurteilt werden. Es kann 
der betroffenen Person als Folge ihrer Krankheit an den notwendigen kognitiven 
Fähigkeiten fehlen, um in eine Behandlung einwilligen oder sie ablehnen zu können. 
Denkbar ist aber auch, dass die Krankheit die Wahrnehmungsfähigkeit 
beeinträchtigt oder die Entschlussfähigkeit lähmt, so dass die betroffene Person 
zwar merkt, worum es geht, einer angepassten Behandlung aber nicht zustimmen 
kann, weil sie in ihrer die ganze Persönlichkeit erfassenden Schwäche ihre Situation 
nicht vernunftgemäss einschätzen kann. Erfasst werden von daher auch Personen, 
die einen Willen ausdrücken können, dieser aber nicht, wie in Art. 16 ZGB gefordert, 
auf einem Mindestmass an Rationalität beruht (Botschaft, a.a.O., S. 7069; 
GEISER/ETZENSBERGER, a.a.O., Art. 434/435 N. 18). 

Die Gutachterin führte aus, dass die Urteilsfähigkeit des Beschwerdeführers 
einerseits hinsichtlich seiner Behandlungsbedürftigkeit im Sinne einer 
Drogenersatztherapie erhalten sei. Zudem sei er auch in der Lage, nachvollziehbar 
zu erläutern, weshalb er gegen die Behandlung ohne Zustimmung sei. Deshalb sei 
ihm auch die hierbei erhaltene Urteilsfähigkeit zu bescheinigen (act. 09 Frage 6.5). 
Dies ist für das Gericht nachvollziehbar. Der Beschwerdeführer war anlässlich der 
Hauptverhandlung hinsichtlich der Verdachtsdiagnose eines ADHS derselben 
Auffassung wie die Gutachterin und betonte dies mehrmals, indem er während der 
Verhandlung immer wieder kundtat, dass bei ihm in früheren Jahren mehrfach 
ADHS diagnostiziert worden sei. Auch erkannte er eine Abhängigkeit bezüglich 
mehrerer Substanzen an und führte aus, dass er die Drogenersatztherapie 
begrüsse, da sie für ihn lebenswichtig sein könnte. Der Beschwerdeführer bestätigte 
damit die Ausführungen der Gutachterin, dass eine Krankheits- und 
Behandlungseinsicht bestehe. Damit sind für das Obergericht keine Gründe 

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ersichtlich, um von der Einschätzung der behandelnden Gutachterin betreffend die 
Urteilsunfähigkeit in Bezug auf seine Behandlungsbedürftigkeit abzuweichen.

4.4.3. Das Gesetz verlangt schliesslich, dass die vorgesehene Massnahme 
verhältnismässig ist. Für die Zulässigkeit der Anordnung einer Behandlung ohne 
Zustimmung darf somit keine andere, weniger einschneidende, angemessene 
Massnahme zur Verfügung stehen (Art. 434 Abs. 1 Ziff. 3 ZGB; vgl. auch Art. 389 
Abs. 2 ZGB). Weniger einschneidend sind Massnahmen, die dem tatsächlichen 
oder mutmasslichen Willen des Patienten mehr entsprechen als die 
vorgeschlagene. Die Beurteilung, welche Massnahme angemessen ist, muss nach 
dem neuesten Stand der Wissenschaft erfolgen. Damit eine alternative Behandlung 
in Frage kommt, muss diese selbstverständlich wirksam und zweckmässig sein 
(GEISER/ETZENSBERGER, a.a.O., Art. 434/435 N. 22 und N. 24; Botschaft, a.a.O., S. 
7069 f.).

Gemäss der Gutachterin stellt die Behandlung ohne Zustimmung vom 20. August 
2025 eine nicht indizierte und damit nicht notwendige Massnahme dar (act. 09 
Antwort auf Frage 6.6). Da sie von einer ADHS Erkrankung und nicht von einer 
schizoaffektiven Störungen ausgehe, sei aus psychiatrischer Sicht eine 
grundlegende Überprüfung der Verdachtsdiagnose zu empfehlen. Sollte dieser 
Verdacht bestätigt werden, seien spezifische Medikamente hilfreich. Auch diese 
Schlussfolgerung ist für das Gericht nachvollziehbar, weshalb auch nicht von einer 
angemessenen Massnahme der angeordneten Behandlung ohne Zustimmung 
ausgegangen werden kann.

4.5. Zusammenfassend sind die Voraussetzungen für die angeordnete 
(erweiterte) Behandlung ohne Zustimmung vom 20. August 2025 nicht erfüllt, 
weshalb die dagegen erhobene Beschwerde gutzuheissen ist.

5. Abschliessend ist Folgendes festzuhalten: Aufgehoben wird vorliegend nicht 
die bereits seit 2. Mai 2025 bestehende Anordnung der Behandlung ohne 
Zustimmung, sondern lediglich die am 20. August 2025 angeordnete Erweiterung.  
Die Weiterführung der Drogenersatztherapie war nicht Gegenstand der 
vorliegenden Beschwerde. Ebenso wird mit dem vorliegenden Entscheid nicht die 
fürsorgerische Unterbringung aufgehoben. Wie die Gutachterin in ihrer Antwort auf 
die Frage 6.8 ausführt (act. 09), ist vor dem Hintergrund der langjährigen 
Krankheitsgeschichte des Beschwerdeführers, aber auch der seit seiner frühsten 
Kindheit auffälligen Verhaltensweisen, die zu schwerwiegenden 
Erziehungsproblemen, Verurteilungen, Heimaufenthalten und Gefängnisstrafen 
geführt haben, fraglich, ob eine stationäre-psychiatrische Behandlung überhaupt 

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zielführend ist. Eine solche Entscheidung ist jedoch vor allem in Hinblick auf eine 
adäquate Anschlusslösung in Zusammenarbeit mit der KESB, den Eltern, wie auch 
der Beiständin zu treffen. Zu deren Vorbereitung scheint aus Sicht des Obergerichts 
auch eine genaue Untersuchung des Beschwerdeführers im Hinblick auf die 
abschliessende Klärung seiner Diagnose angezeigt. 

6. Die Kostenverlegung richtet sich gemäss dem in Art. 60 Abs. 5 und 
Art. 63 Abs. 5 EGzZGB enthaltenen Verweis subsidiär nach den Bestimmungen der 
ZPO. Art. 106 Abs. 1 ZPO bestimmt, dass die Prozesskosten grundsätzlich der 
unterliegenden Partei auferlegt werden. Der Beschwerdeführer ist mit seinem 
Antrag auf Aufhebung der Behandlung ohne Zustimmung vom 20. August 2025 
durchgedrungen. Bei diesem Verfahrensausgang gehen die Kosten des 
Beschwerdeverfahrens von insgesamt CHF 3'025.00 (CHF 1'500.00 
Gerichtsgebühr und CHF 1'525.00 Gutachterkosten) zu Lasten des Kantons 
Graubünden. 

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Es wird erkannt:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und die Anordnung der Behandlung ohne 
Zustimmung vom 20. August 2025 wird aufgehoben.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von insgesamt CHF 3'025.00 
(CHF 1'500.00 Gerichtsgebühr und CHF 1'525.00 Gutachterkosten) gehen 
zu Lasten des Kantons Graubünden. 

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilung an:]