# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3fe645d9-2831-5b4f-a4fb-7f8541b02305
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-04-08
**Language:** de
**Title:** Rentenrevision; Aufhebung der ganzen Invalidenrente, Würdigung eines Gutachtens, Verbesserung des Gesundheitszustandes und der Erwerbsfähigkeit.
**Docket/Reference:** IV.2012.00970
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2012.00970.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2012.00970
II. Kammer
Sozialversicherungsrichter Mosimann, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichter Bachofner
Sozialversicherungsrichterin Käch
Gerichtsschreiber Brühwiler
Urteil
vom
8. April 2014
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwalt Gian Andrea
Danuser
Danuser
&
Hoppler
Freyastrasse
21, 8004 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, sprach der 1962
geborenen
X.___
mit
Verfügung vom 7. April 2008 ab 1. April 2006 eine ganze Invalidenrente zu (Urk. 5/24).
1.2
Im April 2009 eröffnete die IV-Stelle ein Rentenrevisionsverfahren. Zur Klärung der erwerblichen und medizinischen Verhältnisse holte sie
einen Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug, Urk. 5/30),
bei der Vers
icherten Auskünfte (Urk. 5/31) und bei den behandelnden Ärzten Verlaufsberichte
(Urk. 5/32-33
) ein. Sodann wurde eine psychiatr
ische Begutachtung bei Dr.
med.
Y.___
veranlasst, welcher sein Gutachten am 19. Juli 2010 erstattete (Urk. 5/40). Gestützt darauf stellte die IV-Stelle die der Versicherten bisher ausgerichtete In
validenrente nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 5/43=Urk. 5/46,
Urk. 5/47) mit Verfügung vom 24. Juli 2012 per Ende des der Zustellung der Ver
fügung folgenden Monats
, das heiss
t
per Ende August 2012,
ein (Urk. 5/57
=
Urk. 2).
2.
Gegen die Verfügung vom 24. Juli 2012 (Urk. 2) erhob die Versicherte mit Ein
gabe vom 14. September 2012 Beschwerde und beantragte die
Weiteraus
rich
tung
der bislang ausgerichteten ganzen Rente, eventuell seien er
gänzende medizini
sche Abklärungen anzuordnen
(Urk. 1 S. 2). In prozessualer Hinsicht beantragte sie sinngemäss
die
Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung der Beschwer
de (S. 2 unten).
Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 12. Oktober 2012 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 4), was der Beschwerdeführerin mit Verfü
gung vom 23. Oktober 2012 (Urk. 6) und unter Abweisung des Gesuchs um Wie
derherstellung der aufschiebenden Wirkung zur Kenntnis gebracht wurde.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1 des Bun
desge
setzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Be
ein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zu
dem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs
.
2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu be
tätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (
Art.
8 ATSG
) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent besteht Anspruch auf
eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent auf eine
halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent auf eine
Drei
viertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die
Zu
kunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG).
Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Ver
hältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenan
spruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesent
li
chen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn
sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesund
heits
zustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E.
3.5 mit Hinweisen). Eine
Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswir
kungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts
9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3).
Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswir
kung
en eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechts
kräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche ode
r welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit
rechtskon
former
Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung be
ruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E.
3.2.3; Urteil des Bundes
gerichts
9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hin
weisen).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage,
welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
ne
n (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
1.6
Im Gebiet der Invalidenversicherung gilt im Allge
meinen der Grundsatz, dass die invalide Person, bevor sie Leistungen verlangt, alles Zumutbare selbst vor
zukehren hat, um die Folgen ihrer Invalidität best
möglich zu mildern. Von den Versicherten können jedoch nur Vorkehren ver
langt werden, die unter Berück
sichtigung der gesamten objektiven und subjek
ti
ven Gegebenheiten des Einzel
falles zumutbar sind (BGE 113 V 23a E. 4a mit
Hin
weisen).
Das Bundesgericht geht in ständiger Rechtsprechung davon aus, dass
eine medizinisch attestierte Verbesserung der Arbeitsfähigkeit grundsätz
lich auf dem Weg der
Selbstein
glie
derung
zu verwerten ist (Ulrich Meyer, Rechtsprech
ung des Bundesgerichts zum Bundesgesetz über die Invalidenversi
cherung [IVG],
2.
Auflage, Zürich 2010,
S.
383). Praktisch bedeutet dies, dass aus einer medi
zi
nisch attestierten Verbesse
rung der Arbeitsfähigkeit unmittelbar auf eine Ver
besse
rung der Erwerbsfähigkeit geschlossen und damit ein entspre
chender
Ein
kommensvergleich
(mit dem Er
gebnis eines tieferen
Invaliditätsgra
des
) vorge
nommen werden kann
(Urteil des Bundesgerichts 9C_371/2010 vom 21. Juni 2010 E. 3).
In ganz besonderen Aus
nahmefällen hat die Rechtspre
chung den
noch
nach langjährigem Rentenbezug trotz medizinisch (wieder) aus
gewiesener Leis
tungsfähigkeit vorderhand weiter
hin eine Invalidenrente zuge
sprochen, bis mit
Hilfe von medizinisch-rehabili
ta
tiven und/oder beruflich-er
werblichen Massnah
men das theoretische
Leistungs
potential
ausgeschöpft wer
den kann. Es können
im Einzelfall Erfordernisse des Arbeitsmarktes der An
rechnung einer medizi
nisch
vorhandenen Leistungsfähig
keit und medizinisch zumutbaren
Leistungsentfal
tung
entgegen stehen, wenn aus den Akten ein
wandfrei hervorgeht, dass die Ver
wertung eines bestimmten
Leis
tungspotentials
ohne vorgängige Durchfüh
rung be
fähigender Massnahmen allei
n
mittels
Eigen
anstrengung
der versicher
ten Per
son nicht möglich ist. Folglich muss
sich die Verwaltung vor der Her
absetzung oder Aufhebung einer Inva
liden
rente verge
wissern, ob sich ein me
di
zinisch-the
o
retisch wiedergewonnenes Leistungsver
mögen ohne Weiteres in einem ent
sprech
end tieferen
Invaliditäts
grad
nieder
schlägt oder ob dafür
–
aus
nahms
weise - im Einzelfall eine
er
werbs
bezogene
Abklärung (der Eignung,
Be
las
tungsfähigkeit
usw.) und/oder die Durch
führung von Eingliederungs
mass
nah
men
im Rechtssinne vorausgesetzt ist (Urteil
des Bundesgerichts 9C_163/2009 vom 1
0.
September 2010 E. 4.2.2, in: SVR 2011
IV Nr. 3
0
S. 86).
Diese Praxis hat das Bundesgericht im Urteil 9C_228/2010 vom 26. April 2011 (publiziert in: SVR 2011 IV Nr. 73) präzisiert: Aus Gründen der Rechtssicherheit sind diejenigen Fälle, in welchen trotz wiedergewonnener Arbeitsfähigkeit aus
nahmsweise (vorgängige) befähigende berufliche Massnahmen notwendig sind, vom Regelfall der sofortigen erwerblichen Verwertbarkeit der wiedergewonne
nen
Arbeitsfähigkeit abzugrenzen. Der besagte Ausnahmezustand ist sodann grund
sätzlich auf Sachverhalte zu beschränken, in denen die revisions- oder
wieder
erwägungsweise
Herabsetzung oder Aufhebung der Invalidenrente eine versi
che
r
te Person betrifft, die das 55. Altersjahr zurückgelegt oder die Rente seit mehr als 15 Jahren bezogen hat (SVR 2011 IV Nr. 73 E. 3.3).
2.
2.1
Die
Beschwerdegegnerin
hielt gestützt auf die Ergebnisse
des psychiatrischen Gutachtens vom 19. Juli 2010
dafür, dass sich der Gesundheitszustand de
r
Be
schwerdeführer
in
verbessert habe und aktuell aus psychiatrischer Sicht keine
Einschränk
un
g der Arbeitsfähigkeit vorliege
.
Da d
i
e Beschwerdeführerin keine
Er
werbseinbusse
mehr erleide, bestehe auch kein Rentenansp
ruch mehr (Urk. 2 S. 2).
2.2
Demgegenüber stellte sich die Beschwerdeführerin auf den Standpunkt, auf das
eingeholte psychiatrische Gutachten könne nicht abgestellt werden, da es man
gel
haft
sei
und in seinen Schlussfolgerungen nicht zu überzeugen vermöge
. Dem
nach sei bis auf
W
eiteres
von einer andauernden vollen Erwerbsunfähigkeit aus
zugehen (Urk. 1 S. 5 ff.).
2.3
S
treitig und zu prüfen ist somit, ob sich der Gesundheitszustand de
r
Beschwer
deführer
in
und
ihre
Arbeitsfähigkeit seit der letzten Beurteilung in
anspruchser
heblicher
Weise verändert haben.
3.
3.1
Der ursprüngliche
n
Rentenverfügung lagen die folgenden medizinischen Be
richte
zu Grunde:
3.2
Dr. med
.
Z.___
, Allgemeine
Medizin FMH, stellte in seinem Be
richt vom 12. Dezember 2006 (Urk. 5/7/5-7) die Diagnose einer schweren de
pressiven Störung mit somatischer Ausweitung ohne psychotische Symptome
(Ziff. A) und attestierte der Beschwerdeführerin eine vollständige Arbeitsunfä
hig
keit seit dem 24. April 2005 (Ziff. B). Er führte aus, die Beschwerdeführerin wäre
zwar körperlich fähig, gewisse physische Arbeiten durchzuführen, sie sei aller
dings aus mentalen Gründen nicht fähig, irgendwelche Arbeiten durchzu
führen (Urk. 5/7/7).
3.3
Im Fachpsychiatrischen Konsilium vom 22. Januar 2007 (Urk. 5/10/1) führte Dr.
med.
Dr.
phil.
A.___
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psycho
the
rapie, aus, vor dem Hintergrund eines klinisch objektivierbaren schweren, ver
zweifelt-depressiven Syndroms müsse der Beschwerdeführerin unverändert eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert werden. Die Beschwerdeführerin sei psy
chi
sch nicht kompensiert, emotional nicht gefestigt
und
erheblich kognitiv-emo
tional depressiv eingebunden. Der Schweregrad der Störung impliziere eine stationäre psychiatrische Behandlung und Betreuung
(S. 1)
.
3.4
Dr.
med.
B.___
,
Spezialarzt Psychiatrie, diagnostizierte in seinem Bericht vom
27. Januar 2007 (Urk. 5/9/5) mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
eine rezidivierende depressive Störung,
im Behandlungszeitraum mit Schwankungen mittelgradig ausgeprägt (ICD-10 F33.1). Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit diagnostizierte er eine Adipositas (Ziff. A).
Er berichtete, die Beschwerde
führerin sei am 17. Januar 2007 wegen
einer
Zustandsverschlechterung wieder in die
C.___
eingetreten. Psychiatrisch bedingt habe eine Arbeitsunfä
higkeit im Umfang von 80-100 % vom 29. März bis 31. Dezember 2006 bestan
den. Aufgrund der therapeutischen Situation sei eine Beurteilung der
rentenre
le
vanten
Arbeitsunfähigkeit mittel- bis längerfristig durch eine Drittinstanz not
wendig (S. 1 unten).
3.5
Dem Bericht des
C.___
vom 18. April 2007
(Urk. 5/12) kann die Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung mit
mittelgradigen Episoden (ICD-10 F33.11) von 2005 bis 2007 entnommen werden
(Ziff. 2.1). Die Ärzte attestierten der Beschwerdeführerin je eine voll
ständige Ar
beitsunfähigkeit vom 8. Juni bis 2. August 2005, vom 31. Januar bis 22. März
2006 und vom 17. Januar bis 9. Februar 2007 (Ziff. 3).
Sie hielten fer
ner fest, be
i
der Entlassung am 9. Februar 2007 sei die Beschwerdeführerin auf
grund von
Rest
symptomen
der Depression weiterhin zu 100 % arbeitsunfähig. In prognos
tischer Hinsicht sei sehr fraglich, ob sie angesichts der rezidivieren
den de
pressiven Erkrankung wieder eine Arbeitsfähigkeit erreiche. Dies er
scheine pro
g
nostisch aufgrund der
3.
depressiven Episode sowie auch aufgrund vorhan
de
ner
Sprachdefizite eher unwahrscheinlich (Urk. 5/12/7).
3.6
Mit Bericht vom 13. April 2007 (Urk. 5/18) hielten med.
pract
.
D.___
,
Ober
ärztin
,
und Dr.
med.
E.___
, Assistenzärztin
,
der C.___
,
bei glei
cher Diagnose (Ziff. 2.1) fest, aktuell sei
bei der bestehenden Symptomatik
eine berufliche Reintegration zu 100 % als nicht umsetzbar einzustufen. Sie würden daher eine Berentung zu 50 % und eine Überprüfung der beruflichen Massnah
men empfehlen (Urk. 5/18/10).
4.
4.1
Im Zusammenhang mit der vorliegend strittigen Rentenrevision sind folgende medizinische Berichte von Belang:
4.2
Im Verlaufsbericht vom
19. Juni 2
009 (Urk. 5/32) führte Dr
. med.
F.___
,
Praktischer Arzt FMH, als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende schwere depressive Episode mit somatischem Syndrom auf (Ziff. 1.1). Weiter hielt er fest
, die Beschwerdeführerin leide unter starker Trau
rigkeit, Verzweiflungsgefühlen, Lust- und Energielosigkeit, Selbstmordgedan
ken
,
Schlafstörungen und Müdigkeit (Ziff. 1.4). Eine stationäre Behandlung wäre notwendig, sei aber von der Beschwerdeführerin mehrmals abgelehnt wor
den (Ziff. 1.5)
.
Die depressive Symptomatik impliziere unverändert eine voll
ständige Arbeitsunfähigkeit (Ziff. 1.7).
4.3
Im psychia
trischen Gutachten von Dr. med
.
Y.___
, Facharzt
für Psy
chiatrie und Psychotherapie FMH, vom 19. Juli 2010 (Urk. 5/40)
, welches sich auf die zur Verfügung gestellten Unterlagen (S. 2 f.) und
eine
am 14. Juli 2010
erfolgte
psychiatrische Begutachtung (S. 1) stützte,
wurde keine Diagnose mit Ein
fluss auf die Arbeitsfähigkeit gestellt (S. 8 Ziff. 5.1). Als Diagnose ohne Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte der Gutachter einen Status nach wie
derholter
mittelgradig-depressiver Episode (ICD-10 F32.1), unter
psycho
pharma
kologischer
Behandlung gegenwärtig weitgehend remittiert (S. 8
Ziff.
5.2).
Der Gutachter hielt sodann fest, im Rahmen der Exploration habe sich eine
klag
same
und leidende Beschwerdeführerin
ohne Einschränkung der affektiven Schwingungsfähigkeit
gezeigt. Die Beschwerdeführerin insgesamt habe einen spürbaren
appellativen
Charakter und es ergäben sich Hinweise auf
Aggravati
onstendenzen
. Ein gravierender Leidensdruck sei nicht spürbar und die Be
schwerdeführerin wirke nicht durchgehend authentisch. Ihre zwar
klagsame
, an
sonsten aber weitestgehend ausgeglichene Grundstimmung stehe insgesamt nicht
im Einklang mit den dramatisierenden Beschwerdeschilderungen. Es fän
den sich aktuell nicht genügend objektive Befunde, die auf eine noch beste
hende gravie
rende depressive Störung hinweisen würden. Ihre
Freizeitaktivitä
ten
(Besuche von
Kollegen, Urlaubsreisen) wären mit einer mittelgradigen de
pressiven Störung nicht möglich. Eine Psychotherapie werde von der Beschwer
deführerin ent
sprech
end auch nicht mehr in Anspruch genommen
, weshalb von einer
weitest
geh
enden
Remission der depressiven Störung unter
psychopharma
kologischer
Be
hand
lung ausgegangen werden könne (S. 9 Ziff. 6.2).
Aus psychiatrischer Sicht lasse sich ab Begutachtungsdatum keine Einschrän
kun
g der Arbeitsfähigkeit mehr begründen (S. 10 Ziff. 6.3), womit der Be
schwer
de
führerin für ihre zuletzt ausgeübte Tätigkeit als
Verpackungsmitarbei
terin
eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit zu attestieren sei (S. 10 Ziff. 6.4). Ferner sei sie in ihrem allgemeinen Leistungsspektrum entsprechend für alle
Verweistätig
keiten
zu 100 % arbeitsfähig (S. 10 Ziff. 6.5).
5.
5.1
In psychischer Hinsicht hat
sich der Gesundheitszustand der
Beschwerdeführer
in
nach der gutachterlichen Beurteilung wesentlich verbessert.
Gestützt auf die
gleichlautende und kohärente Berichtslage der Ärzte
Dr.
Z.___
(vgl
. vorste
hen
d
E. 3.
2
),
Dr.
B.___
(vgl. vorstehend
E. 3.4)
und die
C.___
(vgl. vor
stehend
E. 3.5
) litt die Beschwerdeführerin
im Zeitpunkt der ursprünglichen
Ren
tenzusprache
an einer rezidivierenden
de
pressiven Störung mit mittelgra
di
gen
Episoden (ICD-10 F33.11), welche zu wie
derholten vollständigen Arbeitsun
fähig
keiten und zu drei stationären
Klinikau
fenthalten
führt
en
. Der begutachtende
Psychiater Dr.
Y.___
konnte
demgegenüber
anlässlich seiner Exploration vom 14. Juli 2010
(vgl. vorstehend E. 4.3)
keine krankheitswertigen psycho-pa
thologischen Befunde
mehr
erheben und attestierte der Beschwerdeführer
in
aus psychiatrischer Sicht
daher eine vollständige Arbeitsfä
higkeit sowohl in an
ge
stammter wie auch in angepasster Tätigkeit.
Die gut
achterliche Beurteilung, die auf sorgfältigen und
allse
itigen Untersuchungen (Urk. 5/40
S.
3-11
) beruht, die
ge
klagten Beschwerden (Urk. 5
/40 S. 5 f.
) be
rücksichtigt, in Kenntnis der rele
vanten
Vorakten
abgegeben wurde (
Urk. 5/40 S. 2 f.
)
und damit die
praxis
ge
mässen
Anforderungen an ein G
utachten (vgl. vorstehend E.
1.5
) erfüllt, vermag
– entgegen der Auffassung der Beschwerde
führerin
(Urk. 1 S. 5) -
in ihren S
chluss
folgerungen zu überzeugen,
weshalb darauf abzustellen ist.
Da es für den Aussagegehalt eines medizinischen Gutachtens praxisgemäss nich
t auf die Dauer der Untersuchung ankommt (vgl. etwa Urteil des Bundesge
richts 8C_639/2011 v
om
5.
Januar 2012 E.
4.3.1), ist
die Kritik
der Beschwerde
füh
rerin
, eine halbstündige
beziehungsweise
an
derthalbstündige
psychiatrische Ex
plo
ration werde der Komplexität
ihrer
psy
chischen Erkrankung nicht gerecht
(vgl. Urk. 1 S. 4), vor dem Hintergrund der vollständigen und schlüssigen gutach
terlichen Beurteilung
unbehelflich
. Im
merhin trifft es zu, dass der zeitliche Auf
wand der Fragestellung und der zu be
urteilenden Psychopathologie angemessen sein muss. Dabei kann
zum Beispiel
für die Beurteilung einer
somatoformen
Schmerzstörung und deren
Überwind
barkeit
eine zwanzigminütige Untersu
chun
g ausreichen, wenn keine konkreten Hinweise vorliegen, dass sich die kurze
Un
tersuchungsdauer
negativ auf die Qualität des Gutachtens ausgewirkt hat (Urteil
des Bundesgerichts
8C_942/2009 vo
m 2
9.
März 2010 E.
5.2). Solche werden in der Beschwerde nicht genannt und sind auch nicht ersichtlich.
Aufgrund der detaillier
ten Angaben im Gutachten (Urk. 5/40 S. 3-11
) erscheint es im Übrigen als fraglich, ob die Untersuchung nicht länger ge
dauert hat als
die Beschwer
de
führerin
behauptet.
5.2
Soweit
die Beschwerdeführerin
rügt, der Gutachter habe den
B
ericht des be
han
delnden
Hausarztes
Dr.
F.___
vom 19. Juni 2009
(Urk. 5/39)
mit keinem Wort er
wähnt, obwohl dieser von einer rezidivierenden schweren depressiven Epi
sode
mit somatischem Syndrom berichtet habe (Urk. 1 S. 4)
, ist ihr entgegen
zuhalten, dass
der Arztbericht von Dr.
F.___
hier nicht ausschlaggebend ist. Dr.
F.___
be
gründet
e
in seinem Bericht
vom 19. Juni 2009
seine Diagnose und die Arbeits
fäh
igkeit der Beschwerdeführerin
nicht schlüssig
. Namentlich
zu de
n
von der
Be
s
chwerdegegnerin
auf dem Beiblatt
er
betenen genaue
n
Angaben zum zeit
lichen
und prozentualen Verlauf der Arbeitsfähigkeit sowohl in der bis
herigen Tätig
keit
der Beschwerdeführerin als Verpackungsmitarbeiterin als auch in an
ge
passter Tä
tigkeit
,
machte er nur
ungenügende Angaben. Zudem verfügt
Dr.
F.___
nicht
über einen Facharzttitel in Psychiatrie und Psychotherapie (vgl. www.doctor
fmh.ch)
, weshalb Dr.
Y.___
im Rahmen
der Begutachtung
auf den
Beizug
eines
aktuellen Arz
t
bericht
s
von Dr.
F.___
verzichten durfte
.
Ferner
ist
daran zu erinnern, dass das Gericht der Erfahrungstatsache,
dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre
auftragsrecht
liche
Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu
Gunsten ihrer Patienten aus
sagen, Rechnung tragen soll und darf (BGE 125 V 353
E.
3b/cc).
Schliesslich hat Dr.
Y.___
in seinem Gutachten einen
Arzt
be
richt
vom 19. Juni 2009 auf
geführt, diesen aber fälschlicherweise der
C.___
zugeordnet (Urk. 5/40 S. 2 Ziff. 11), was ein Versehen darstellen dürfte, da auf Nachfrage der
Be
schwerdegegnerin
von Seiten der
C.___
dar
gelegt wurde, dass
von ihrer Seite
kein Bericht
mit Datum
19. Juni 2009 exi
stiert
(Urk. 5/51). Daraus kann geschlossen werden, dass Dr.
Y.___
sehr wohl Kennt
nis vom Bericht vo
n Dr.
F.___
gehabt haben dürfte
und diese
n
in seiner Beurteilung berücksichtigt
hat
.
5.3
Nach dem Gesagten ist mit dem im Sozialversicherungsrecht massgebenden
Be
weisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass sich der Ge
sund
heitszustand de
r
Beschwerdeführer
in
seit der letzten Beurteilung
im Jahre 2008
wesentlich verbessert hat. Gestützt auf das beweiskräftige
psychiatrische Gut
achten
vom
19. Juli 2010
ist ih
r die
bis zum 29. April 2005
zuletzt ausge
übte Tätigkeit als Verpackungsmitarbeiterin
(Urk. 5/8 Ziff. 1, Ziff. 5)
wie auch eine Ver
weistätigkeit seit Juli 2010
uneingeschränkt zumutbar. Damit erleidet
die Beschwerdeführerin
keine rentenbegründende Erwerbseinbusse mehr. Vor dem Hintergrund, dass
die
Beschwerdeführer
in
bei Erlass der angefochtenen
renten
auf
hebenden
Verfügung das 5
5.
Altersjahr noch nicht vollendet und
sie
die In
va
lidenrente weniger als 15 Jahre bezogen hatte, waren vor Aufhebung der Rente
auch keine Eingliederungsmassnahmen durchzuführen (vgl.
vorste
hend E. 1.
6
).
Die angefochtene Verfügung, mit welcher die der Beschwerdeführer
in
zuvor aus
gerichtete Rente der Invalidenversicherung per Ende August 201
2
eingestellt wurde, ist daher nicht zu beanstanden. Die Beschwerde erweist sich somit als un
begründet und ist abzuweisen.
6.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig v
om Streitwert festzulegen (Art.
69 Abs.
1
bis
IVG). Vor
liegend sind die Kosten auf Fr.
700.-- festzusetzen. Ausgangsgemäss sind sie der
Beschwerdeführerin
aufzuerlegen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
700
.-- werden
der Beschwerdeführerin
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zu
gestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Gian Andrea
Danuser
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthal
ten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
MosimannBrühwiler