# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d14e799c-9720-5cee-8df7-23eaedf8bceb
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-02-14
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 14.02.2023 D-4872/2022
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4872-2022_2023-02-14.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-4872/2022 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 4 .  F e b r u a r  2 0 2 3  

Besetzung 
 Richterin Contessina Theis (Vorsitz), 

Richterin Camilla Mariéthoz Wyssen, Richter Walter Lang,    

Gerichtsschreiberin Aglaja Schinzel. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Afghanistan,   

vertreten durch MLaw LL.M. Fabian Baumer-Schuppli,  

(…),  

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Vollzug der Wegweisung (sicherer Drittstaat);  

Verfügung des SEM vom 25. April 2022 / N (…). 

 

 

 

D-4872/2022 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer suchte am 2. Dezember 2021 im Bundesasylzent-

rum (BAZ) B._______ um Asyl nach.  

B.  

Ein Abgleich mit der europäischen Fingerabdruck-Datenbank (Zentralein-

heit Eurodac) vom 6. Dezember 2021 ergab, dass der Beschwerdeführer 

am 6. Februar 2020 in Griechenland um Asyl nachgesucht hatte. Gemäss 

dem mit seinem Asylgesuch zu den Akten gereichten griechischen Aufent-

haltstitel (gültig bis 22. September 2022) respektive griechischen Reisedo-

kument (gültig bis 28. Oktober 2024), war ihm von den griechischen Be-

hörden subsidiärer Schutz gewährt worden. 

C.  

Am 22. Dezember 2021 ersuchte die Vorinstanz die griechischen Behör-

den gestützt auf die Richtlinie 2008/115/EG des Europäischen Parlaments 

und des Rates vom 16. Dezember 2008 über gemeinsame Normen und 

Verfahren in den Mitgliedstaaten zur Rückführung illegal anwesender Dritt-

staatsangehöriger (nachfolgend: Rückführungs-Richtlinie) und auf das Ab-

kommen zwischen der Schweiz und Griechenland über die Rücküber-

nahme von Personen mit irregulärem Aufenthalt vom 28. August 2006  

(SR 0.142.113.729) schriftlich um Rückübernahme des Beschwerdefüh-

rers. Die griechischen Behörden stimmten dem Rückübernahmeersuchen 

der Vorinstanz am 24. Dezember 2021 zu und bestätigten, dass ihm am 

22. September 2021 in Griechenland subsidiärer Schutz gewährt sowie 

eine bis zum 22. September 2022 gültige Aufenthaltsbewilligung ausge-

stellt worden war. 

D.  

Mit Verfügung vom 25. April 2022 – eröffnet am 26. April 2022 – trat das 

SEM in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsyIG (SR 142.31) auf das 

Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht ein, wies ihn aus der Schweiz 

weg und forderte ihn auf, die Schweiz am Tag nach Eintritt der Rechtskraft 

dieser Verfügung zu verlassen. Eine gegen diese Verfügung am 

3. Mai 2022 erhobene Beschwerde wurde mit Urteil des Bundesverwal-

tungsgerichts D-2044/2022 vom 3. August 2022 abgewiesen. 

E.  

Der Beschwerdeführer gelangte am 19. August 2022 mit einer als Revision 

bezeichneten Eingabe ans Bundesverwaltungsgericht. Mit Urteil vom 

D-4872/2022 

Seite 3 

26. Oktober 2022 hiess dieses das Revisionsgesuch gut, hob das Urteil  

D-2044/2022 vom 3. August 2022 auf und nahm das Beschwerdeverfahren 

wieder auf.  

F.  

Mit Zwischenverfügung vom 2. November 2022 stellte die Instruktionsrich-

terin den legalen Aufenthalt des Beschwerdeführers in der Schweiz fest, 

hiess das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung gut 

und verzichtete auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. Ferner setzte 

sie ihm Frist zur Einreichung einer Beschwerdeergänzung an.  

G.  

Mit Eingabe vom 17. November ergänzte der Beschwerdeführer seine Be-

schwerde und reichte folgende Beweismittel zu den Akten: ein E-Mail des 

Hausarztes vom 2. September 2022; ein medizinisches Formular der (…) 

vom 1. Juni 2022; ein E-Mail von HEKS an die (…) vom 25. Oktober 2022; 

ein E-Mail-Verkehr zwischen HEKS und SEM vom 27. und 28. April 2022; 

der Austrittsbericht vom 14. November 2022; das Dokument HoNOS, Kon-

zentrierter Ratingbogen, Skala «Honos» mit integriertem Glossar und 

ANQ-Ratingkonventionen, Version 2.2 vom 3. Dezember 2020.  

H.  

Am 18. November 2022 reichte der Beschwerdeführer eine erneute Be-

schwerdeergänzung zu den Akten und informierte unter anderem über an-

stehende psychiatrische Termine. 

I.  

Mit Vernehmlassung vom 25. November 2022 nahm die Vorinstanz zu den 

Beschwerdeeingaben Stellung und hielt vollumfänglich an ihren Erwägun-

gen fest. Am 14. Dezember 2022 machte der Beschwerdeführer von sei-

nem Replikrecht Gebrauch.  

J.  

Am 29. Dezember 2022 reichte der Beschwerdeführer einen ärztlichen Be-

richt vom 22. Dezember 2022 zu den Akten.  

 

 

 

D-4872/2022 

Seite 4 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – und so auch vorliegend – 

endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der 

Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 

Abs. 3 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist 

einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Der Beschwerdeführer beantragt zwar die Aufhebung der angefochtenen 

Verfügung, seine materiellen Rechtsbegehren sowie deren Begründung 

beziehen sich aber ausschliesslich auf die Frage der Zulässigkeit und Zu-

mutbarkeit des Wegweisungsvollzuges. Gegenstand des vorliegenden 

Verfahrens bildet somit einzig der Vollzugspunkt. Das Nichteintreten auf 

das Asylgesuch ist demnach mit Ablauf der Beschwerdefrist unangefoch-

ten in Rechtskraft erwachsen und die Wegweisung als solche ist praxisge-

mäss ebenfalls nicht zu überprüfen. 

4.  

4.1 In ihrer Verfügung führt die Vorinstanz im Wesentlichen aus, weder die 

in Griechenland herrschende Situation noch andere Gründe würden gegen 

die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs in diesen Staat sprechen. 

D-4872/2022 

Seite 5 

Griechenland habe die Richtlinie 2011/95/EU (sogenannte Qualifikations-

richtlinie) umgesetzt, welche unter anderem die Ansprüche von Personen 

mit internationalem Schutzstatus hinsichtlich Sozialleistungen bestimme 

sowie deren Zugang zu Wohnraum und Beschäftigung regle. Dadurch be-

stünden einklagbare Ansprüche und der Beschwerdeführer könne sich an 

die zuständigen griechischen Behörden wenden. Soziale oder wirtschaftli-

che Schwierigkeiten in Griechenland würden nicht gegen die Zumutbarkeit 

des Wegweisungsvollzugs sprechen. Ferner würden ihm alle Rechte aus 

der Flüchtlingskonvention zustehen und es würden keine erhärteten Hin-

weise vorliegen, wonach sich Griechenland nicht an seine völkerrechtli-

chen Verpflichtungen halten würde. Zudem stehe ihm die Möglichkeit offen, 

sich an eine der vor Ort tätigen Hilfsorganisationen zu wenden. Bezüglich 

der geltend gemachten Bedrohungen durch Drittpersonen sei anzumerken, 

dass Griechenland ein Rechtsstaat sei, welcher über eine funktionierende 

Polizeibehörde verfüge, die sowohl schutzwillig wie auch schutzfähig sei. 

Was seine psychischen Probleme angehe sei festzuhalten, dass er ge-

mäss Qualifikationsrichtlinie in Griechenland Zugang zu notwendiger me-

dizinischer Behandlung habe. Schliesslich sei keine medizinische Notlage 

ersichtlich, welche einen akuten medizinischen Eingriff erfordere und das 

SEM gehe nicht davon aus, dass sich sein Gesundheitszustand bei einer 

Rückkehr nach Griechenland lebensbedrohlich verschlechtern würde. 

Dem aktuellen Gesundheitszustand werde bei der Organisation der Über-

stellung Rechnung getragen, indem die griechischen Behörden vor der 

Überstellung über die besondere Schutzbedürftigkeit und notwendige me-

dizinische Behandlung informiert werde.  

4.2 Dem wird in der Beschwerde im Wesentlichen entgegnet, der Be-

schwerdeführer habe sein Essen in Griechenland in Abfalleimern suchen 

müssen und habe, nachdem er den Schutzstatus erhalten habe, auf der 

Strasse und unter einer Brücke leben müssen. Er habe sich bei verschie-

denen Hilfsorganisationen gemeldet und sei auf einen späteren Zeitpunkt 

vertröstet worden, es gebe lange Wartelisten. Es gebe keine Anzeichen 

dafür, dass sich seine Situation bei einer Rückkehr ändern würde. Auch 

den Berichten von Nichtregierungsorganisationen sei zu entnehmen, dass 

die Plätze bei Weitem nicht ausreichen würden. Ferner habe der Be-

schwerdeführer aufgrund seiner psychischen Verfassung als besonders 

vulnerabel zu gelten im Sinne der Urteile des Bundesverwaltungsgerichts 

E-3427/2021 und E-3431/2021 vom 28. März 2022. Er habe wiederholt 

vorgebracht, an psychischen Problemen, Angstzuständen und Schlafstö-

rungen zu leiden und habe berichtet, in Griechenland mehrfach sexuell be-

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Seite 6 

lästigt worden zu sein. Ausserdem sei sein Zimmergenosse vor seinen Au-

gen vergewaltigt und umgebracht worden. Er habe sodann eine nicht weit 

zurückliegende Vorgeschichte von Suizidversuchen. Aufgrund dieser psy-

chischen Probleme sei davon auszugehen, dass er nicht in der Lage sein 

werde, seine Rechte in Griechenland durchzusetzen, und bei einer Rück-

kehr in eine existenzielle Notlage geraten würde. 

4.3 In der Beschwerdeergänzung wird festgehalten, aufgrund der Überwei-

sung des Hausarztes an einen Facharzt der Psychiatrie hätten von vorn-

herein Hinweise auf seine besondere Vulnerabilität bestanden. Er habe in 

der Folge mehrere Termine beim Facharzt wahrgenommen. Am 25. Okto-

ber 2022 habe er der Rechtsvertretung mitgeteilt, erneut unter akuten Sui-

zidgedanken zu leiden, was diese umgehend der Leitung der Asylunter-

kunft mitteilte. Diesbezüglich sei zu erwähnen, dass auch das SEM in der 

Vergangenheit von der Suizidalität des Beschwerdeführers ausgegangen 

sei und aufgrund derselben am 27. April 2022 eine Umquartierung des Be-

schwerdeführers vom BAZ Sulgen ins BAZ Kreuzlingen veranlasst habe. 

Ferner wurde über einen stationären Aufenthalt des Beschwerdeführers in 

der fakultativ geschlossenen Akutstation der psychiatrischen Klinik Müns-

terlingen vom 26. Oktober bis zum 10. November 2022 informiert. Der Aus-

trittsbericht vom 14. November 2022 werfe jedoch leider mehr Fragen auf, 

als er beantworte. So werde einerseits berichtet, am Tag vor Klinikeintritt 

habe der Beschwerdeführer von einem Freund dazu bewogen werden 

müssen, sich von den Gleisen zu entferner, andererseits sei bei Eintritt kein 

Anhalt für eine akute Suizidalität gegeben gewesen. Auch weitere Ele-

mente des Berichts würden Zweifel daran wecken, ob beim Beschwerde-

führer eine vertiefte Anamnese stattgefunden habe. So würden beispiels-

weise die in Griechenland getätigten Suizidversuche nicht erwähnt. Die re-

lativ positive Einschätzung im Bericht stimme sodann auch nicht mit der 

Verschreibung von starken Medikamenten überein, welche auf sehr 

schwerwiegende psychische Probleme hindeuten würden. Schliesslich 

werde darauf hingewiesen, dass das SEM verfügt habe, ohne einen Arzt-

bericht abzuwarten und sich nirgendwo in der Verfügung damit auseinan-

dersetze, ob der Beschwerdeführer als eine äusserst vulnerable Person im 

Sinne des Referenzurteils BVGer E-3427/2021 und E-3431/2021 vom  

28. März 2022 zu gelten habe. Es sei deshalb eine Rückweisung an die 

Vorinstanz geboten. Die Rechtsvertretung habe den Beschwerdeführer so-

dann acht Tage nach seinem Austritt aus der stationären Behandlung spre-

chen können und habe feststellen müssen, dass in keiner Weise von einer 

deutlichen Stabilisierung des psychischen Zustandsbildes gesprochen 

werden könne. Er habe während dem 45-minütigen Gespräch unaufhörlich 

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Seite 7 

und bitterlich geweint und sei nicht zu beruhigen gewesen. Dies trotz der 

äusserst starken Medikamente, die er einnehme. 

Dem Austrittsbericht sei im Wesentlichen zu entnehmen, dass dem Be-

schwerdeführer Anpassungsstörungen sowie der Verdacht auf eine Post-

traumatische Belastungsstörung (PTBS) diagnostiziert und verschiedene 

Medikamente verschrieben wurden. Er habe zunehmend Lebensüber-

drussgedanken und habe am Tag vor Klinikeintritt von einem Freund dazu 

bewogen werden müssen, sich von den Gleisen, auf welche er sich gestellt 

habe, zu entfernen. Im Behandlungsverlauf sei es zu einer deutlichen Sta-

bilisierung des psychischen Zustandsbildes gekommen. 

4.4 In ihrer Vernehmlassung führt die Vorinstanz im Wesentlichen aus, das 

Bundesverwaltungsgericht habe bei Einzelpersonen, welche nicht an 

schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen leiden, in diversen Urteilen 

die Wegweisung nach Griechenland unter Bezug auf das vom Beschwer-

deführer angeführte Referenzurteil bestätigt. Dabei habe das Gericht an-

gefügt, dass die benötigten Medikamente wie Antidepressiva oder Anxioly-

tika auch in Griechenland erhältlich seien und Personen mit Schutzstatus 

denselben Zugang zu medizinischer Versorgung hätten wie griechische 

Staatsangehörige. Die gesundheitlichen Beeinträchtigungen des Be-

schwerdeführers sollten keineswegs relativiert werden, das SEM sei je-

doch der Ansicht, dass seine medizinischen Probleme nicht von einer der-

artigen Schwere und insbesondere mit Blick auf die benötigten Behandlun-

gen nicht derart spezifisch seien, dass eine Überstellung nach Griechen-

land einen Verstoss gegen internationale Verpflichtungen der Schweiz be-

deuten würde und eine Verletzung von Art. 3 EMRK darstelle. Ferner be-

stehe für das SEM kein Anlass, den ärztlichen Austrittsbericht in Zweifel zu 

ziehen. Selbst eine allfällig immer noch vorhandene Suizidalität könne 

keine Änderung seines Standpunktes rechtfertigen. Zudem werde der ak-

tuelle Gesundheitszustand bei der Überstellung und deren Organisation 

berücksichtigt. 

4.5 In der Replik wird dargelegt, selbst geringfügige Veränderungen im All-

tag würden beim Beschwerdeführer grosse Angstzustände auslösen. So 

habe ein Transfer aus seiner Unterkunft in eine andere (unterirdische) Un-

terkunft seinen Gesundheitszustand weiter beeinträchtigt. Am 7. und 8. De-

zember 2022 habe er der Rechtsvertretung verschiedene, um Hilfe bit-

tende Nachrichten zukommen lassen. Der Beschwerdeführer habe bisher 

zwei Termine beim Externen Psychiatrischen Dienst (EPD) C._______ 

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Seite 8 

wahrnehmen können und weitere Gespräche würden anstehen. Die Psy-

chiaterin habe sich gegenüber der Rechtsvertretung sehr kritisch in Bezug 

auf einen Wegweisungsvollzug nach Griechenland geäussert, gerade im 

Hinblick auf eine drohende schwere Retraumatisierung. Schliesslich sei 

darauf hinzuweisen, dass das SEM auch auf Vernehmlassungsstufe keine 

Gesamtwürdigung der Vulnerabilität des Beschwerdeführers vornehme, 

sondern die PTBS isoliert betrachte, ohne weitere relevante Faktoren, wie 

beispielsweise den erlittenen sexuellen Missbrauch, zu berücksichtigen. 

Es sei offenkundig, dass die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs 

nach Griechenland gemäss Referenzurteil nicht nur für schwerkranke Per-

sonen gelte. Voraussetzung sei, dass die Person aus eigener Kraft die ihr 

zustehenden Rechte einfordern könne. Es erscheine unwahrscheinlich, 

dass der Beschwerdeführer, in die vorherigen prekären Lebensumstände 

und an den Ort der Traumatisierung zurückversetzt, sich aus eigener Kraft 

aus dieser Notsituation befreien könnte, zumal auch einfache Alltagsver-

änderungen wie der Transfer in eine andere Asylunterkunft in der Schweiz 

ihn massiv beeinträchtigen und bei ihm Angstzustände auslösen würden. 

Aus Sicht der Rechtsvertretung sei beim Beschwerdeführer aufgrund der 

Kombination seines Vulnerabilitätsprofils (PTBS aufgrund sexueller Gewalt 

als mutmasslich minderjähriger im Zielland, Wiederkehrende suizidale Ab-

sichten, erlittene Obdachlosigkeit im Zielland, Zeuge des Missbrauchs und 

der Tötung seines Freundes im Zielland usw.) die besondere Vulnerabilität 

gemäss Referenzurteil klar gegeben.  

4.6 Dem ärztlichen Bericht vom 22. Dezember 2022 ist zu entnehmen, 

dass beim Beschwerdeführer eine PTBS diagnostiziert wurde. Er leide bis 

heute unter den traumatischen Ereignissen in Griechenland, es würden 

nächtliche Intrusionen, multiple Ängste, insbesondere vor Menschen, so-

wie eine depressive Stimmungslage mit wiederkehrenden suizidalen Ge-

danken bestehen. Eine Rückkehr nach Griechenland bedeute aus medizi-

nisch psychiatrischer Sicht eine Retraumatisierung und würde mit grosser 

Wahrscheinlichkeit zu einer Verstärkung der bisherigen posttraumatischen 

Symptome führen. Bei den bereits vorbestehenden wiederkehrenden sui-

zidalen Gedanken könne dies zu Kurzschlusshandlungen bis hin zu einem 

Suizid führen.  

5.  

5.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG). 

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Seite 9 

5.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz (insbesondere Art. 5 Abs. 1 AsylG, Art. 33 Abs. 1 des Abkom-

mens über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30], Art. 25 

Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen 

Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behand-

lung oder Strafe [FoK, SR 0.105] und Art. 3 EMRK) einer Weiterreise der 

Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen 

Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AIG). 

Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Aus-

länder unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat aufgrund 

von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizini-

scher Notlage konkret gefährdet sind. 

Der Vollzug ist schliesslich nicht möglich, wenn die Ausländerin oder der 

Ausländer weder in den Heimat- oder in den Herkunftsstaat noch in einen 

Drittstaat ausreisen oder dorthin gebracht werden kann (Art. 83 Abs. 2 

AIG). 

Die Wegweisungsvollzugshindernisse (Unzulässigkeit, Unzumutbarkeit 

und Unmöglichkeit; vgl. Art. 83 Abs. 2–4 AIG) sind alternativer Natur. So-

bald eines von ihnen erfüllt ist, ist der Wegweisungsvollzug als undurch-

führbar zu betrachten und die weitere Anwesenheit in der Schweiz gemäss 

den Bestimmungen der vorläufigen Aufnahme zu regeln (vgl. BVGE 

2011/24 E. 10.2 und 2009/51 E. 5.4, je m.w.H.). 

5.3 Gemäss Art. 6a Abs. 2 Bst. b AsylG besteht zugunsten sicherer Dritt-

staaten, zu welchen der EU-Staat Griechenland gehört, die Vermutung, 

dass diese ihre völkerrechtlichen Verpflichtungen, darunter im Wesentli-

chen das Refoulement-Verbot und grundlegende menschenrechtliche Ga-

rantien, einhalten (vgl. statt vieler Urteil des BVGer E-4040/2021 vom  

7. Oktober 2021 E. 9.3). Gestützt auf Art. 83 Abs. 5 AIG besteht ferner die 

Vermutung, dass eine Wegweisung in einen EU- oder EFTA-Staat in der 

Regel zumutbar ist. Es obliegt der betroffenen Person, diese beiden Legal-

vermutungen umzustossen (vgl. Referenzurteil des BVGer D-559/2020 

vom 13. Februar 2020 E. 8.1). 

5.4 Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt ge-

mäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard 

D-4872/2022 

Seite 10 

wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu be-

weisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens 

glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

6.   

6.1 Im Referenzurteil E-3427/2021 und E-3431/2021 vom 28. März 2022 

setzte sich das Bundesverwaltungsgericht einlässlich mit der Situation von 

international Schutzberechtigten in Griechenland und verschiedenen Urtei-

len des Gerichtshofs der Europäischen Union (EuGH) auseinander (vgl. 

das Referenzurteil des BVGer E-3427/2021 und E-3431/2021 vom 

28. März 2022 E. 9 und E. 10). Betreffend die Zulässigkeit des Vollzugs der 

Wegweisung kam das Gericht zum Schluss, dass keinen Anlass besteht, 

von seiner bisherigen Rechtsprechung abzuweichen, wonach der Vollzug 

der Wegweisung nach Griechenland für Personen, die dort einen Schutz-

status erhalten haben, grundsätzlich zulässig ist (vgl. das Referenzurteil 

des BVGer D-559/2020 vom 13. Februar 2020 E. 8.2). Das Gericht geht 

nicht von einer Situation aus, in der jeder Person mit Schutzstatus in Grie-

chenland eine unangemessene und erniedrigende Behandlung im Sinne 

einer Verletzung von Art. 3 EMRK drohen würde. Trotz der dargelegten 

Schwachstellen kann nicht von einem dysfunktionalen Aufnahmesystem 

gesprochen werden. Gewisse Angebote existieren in Griechenland, die 

auch für Schutzberechtigte offenstehen, wenn auch die Kapazitäten kaum 

ausreichend sein dürften und Infrastrukturhilfen und Angebote bisher vor 

allem von internationalen Akteuren, zuvorderst der EU, dem UNHCR und 

der IOM abhängen, die – in Zusammenarbeit mit der lokalen Zivilgesell-

schaft – Leistungen erbringen und finanzieren. Trotz dieser schwierigen 

Verhältnisse geht das Bundesverwaltungsgericht davon aus, dass schutz-

berechtigte Personen grundsätzlich in der Lage sind, ihre existenziellen 

Bedürfnisse abzudecken. Auch ist davon auszugehen, dass Rückkehren-

den keine menschenunwürdige Behandlung droht, weshalb für sie kein 

«real risk» einer völkerrechtswidrigen Behandlung besteht.  

6.2 Gemäss Art. 83 Abs. 5 AIG besteht sodann die Vermutung, dass der 

Vollzug der Wegweisung in einen EU- oder EFTA-Staat in der Regel als 

zumutbar erachtet wird (vgl. Anhang 2 der Verordnung über den Vollzug 

der Weg- und Ausweisung sowie der Landesverweisung von ausländi-

schen Personen [VVWAL, SR 142.281]). Das Gericht geht daher weiterhin 

davon aus, dass der Vollzug der Wegweisung nach Griechenland grund-

sätzlich zumutbar ist, zumal der Bundesrat – auch in Anbetracht der 

D-4872/2022 

Seite 11 

schwierigen Lebensbedingungen für Personen mit Schutzstatus in Grie-

chenland – auf seine diesbezügliche Einschätzung, welche periodisch 

überprüft wird (vgl. Art. 83 Abs. 5bis AIG), bisher nicht zurückgekommen ist. 

6.3 Beide Regelvermutungen können im Einzelfall umgestossen werden, 

wobei es der betroffenen Person obliegt, ernsthafte Anhaltspunkte dafür 

vorzubringen, dass die griechischen Behörden im konkreten Fall das Völ-

kerrecht verletzen, ihr nicht den notwendigen Schutz gewähren oder sie 

menschenunwürdigen Lebensumständen aussetzen würden respektive, 

dass sie in Griechenland aufgrund von individuellen Umständen sozialer, 

wirtschaftlicher oder gesundheitlicher Art in eine existenzielle Notlage ge-

raten würde. 

6.3.1 Ferner präzisierte das Referenzurteil, dass die Legalvermutung der 

Zumutbarkeit des Vollzugs der Wegweisung grundsätzlich auch für vul-

nerable Personen gilt, wie zum Beispiel Schwangere oder Personen, wel-

che an gesundheitlichen Problemen leiden, die nicht als schwerwiegende 

Erkrankung einzustufen sind. 

6.3.2 Nicht länger aufrechterhalten werden kann die Legalvermutung der 

Zumutbarkeit des Vollzuges der Wegweisung bei Personen, welche auf-

grund ihrer besonders hohen Verletzlichkeit im Falle einer Rückkehr nach 

Griechenland Gefahr laufen, dauerhaft in eine schwere Notlage zu geraten, 

weil sie nicht in der Lage sind, aus eigener Kraft die ihnen zustehenden 

Rechte vor Ort einzufordern. Das Gericht erachtet daher den Vollzug der 

Wegweisung von äusserst vulnerablen schutzberechtigten Personen, wie 

zum Beispiel unbegleiteten Minderjährigen oder Personen, deren psychi-

sche oder physische Gesundheit in besonders schwerwiegender Weise 

beeinträchtigt ist, grundsätzlich als unzumutbar, ausser es bestehen be-

sonders begünstigende Umstände, aufgrund derer ausnahmsweise von 

der Zumutbarkeit des Vollzugs der Wegweisung ausgegangen werden 

kann. Solche besonders begünstigenden Umstände sind namentlich dann 

gegeben, wenn davon auszugehen ist, dass die äusserst vulnerablen 

Rückkehrenden Zugang zu einer angemessenen Unterkunft, Grundversor-

gung, benötigten Gesundheitsleistungen und Hilfe zur sozialen sowie wirt-

schaftlichen Integration haben werden. Die Vorinstanz ist gehalten, in Fäl-

len, in denen die Gesuchstellenden zum genannten Personenkreis der 

äusserst Verletzlichen gehören, vertiefte Abklärungen vorzunehmen. Sind 

keine besonders begünstigenden Faktoren gegeben, so ist der Vollzug der 

D-4872/2022 

Seite 12 

Wegweisung von äusserst verletzlichen Personen als unzumutbar zu be-

zeichnen (vgl. das Referenzurteil E-3427/2021 und E-3431/2021 vom 

28. März 2022 E. 11). 

7.   

7.1 Die Aussagen des Beschwerdeführers decken sich mit den Erkenntnis-

sen des Gerichts. Auch das SEM zweifelte nicht an der Glaubhaftigkeit der 

Vorbringen des Beschwerdeführers zum Aufenthalt in Griechenland.  

7.2 Der Beschwerdeführer war bei seiner Einreise in die Schweiz 18 Jahre 

alt, zum Zeitpunkt der Ausreise aus seinem Herkunftsland war er 16-jährig. 

Heute ist er 19 Jahre alt und damit nach wie vor sehr jung. Seinen Reise-

weg hat er mehrheitlich vor Erreichen der Volljährigkeit bestritten. Aufgrund 

seiner Aussagen sowie der ärztlichen Berichte ist davon auszugehen, dass 

er auf seiner Reise und damit höchstwahrscheinlich als Minderjähriger (un-

ter anderem in Griechenland) Gewalt, darunter sexuelle Gewalt, erlebt hat 

und dass er aufgrund dieser Erlebnisse traumatisiert ist. Mit Bericht vom 

22. Dezember 2022 wurde ihm eine PTBS diagnostiziert beziehungsweise 

der entsprechende Verdacht wurde bestätigt. Ferner machte er geltend, in 

Griechenland zwei Suizidversuche unternommen zu haben. Die Einwei-

sung in die stationäre Psychiatrische Klinik erfolgte, nachdem er sich auf 

Zuggleise gestellt hatte und ein Freund ihn dazu bringen musste, diese zu 

verlassen. Die behandelnde Ärztin warnt bei einer Rückkehr nach Grie-

chenland vor einer Retraumatisierung und damit einhergehenden Verstär-

kung der Symptomatik bis hin zu Suizid. Den Eingaben der Rechtsvertre-

tung ist zudem zu entnehmen, dass Veränderungen allgemein Angstzu-

stände beim Beschwerdeführer zur Folge haben. Der Beschwerdeführer ist 

aufgrund seines jungen Alters sowie seiner psychischen Verfassung, ins-

besondere im Hinblick auf die Gefahr der Retraumatisierung und dadurch 

begründeten möglichen Verstärkung der Symptome als besonders vul-

nerabel im Sinne des oben genannten Referenzurteils anzusehen. Auf-

grund seiner Vulnerabilität sowie des bereits erlebten kann nicht davon 

ausgegangen werden, dass er bei einer Rückkehr in der Lage wäre, aus 

eigener Kraft die ihm zustehenden Rechte vor Ort einzufordern. Dies wird 

weiter erschwert durch seine durch Veränderungen ausgelösten Angstzu-

ständen. Ferner bestehen keine besonders begünstigende Umstände; der 

Beschwerdeführer verfügt über kein Netz in Griechenland, seine Erfahrun-

gen in der Vergangenheit lassen die Annahme nicht zu, dass er bei einer 

Rückkehr Zugang zu einer angemessenen Unterkunft, Grundversorgung, 

den benötigten Gesundheitsleistungen und Hilfe zur sozialen sowie wirt-

schaftlichen Integration hätte, zumal er vor seiner Ausreise auf der Strasse 

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Seite 13 

lebte und keine Unterstützung erhielt, auch nicht von Nichtregierungsorga-

nisationen. Aufgrund seiner besonderen Vulnerabilität wird er nicht in der 

Lage sein, seine Rechte einzufordern. Der Vollzug erweist sich somit auf-

grund der im vorliegenden Fall kumuliert vorliegenden Verletzlichkeitsfak-

toren als unzumutbar.  

7.3 Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die Beschwerde gutzuheis-

sen ist, soweit beantragt wird, es sei die Unzumutbarkeit des Wegwei-

sungsvollzugs festzustellen und die vorläufige Aufnahme anzuordnen. Die 

Ziffern 3 und 4 der angefochtenen Verfügung sind aufzuheben und das 

SEM ist anzuweisen, den Beschwerdeführer in der Schweiz vorläufig auf-

zunehmen. Angesichts der Gutheissung der erübrigen sich weitere Ausfüh-

rungen zum Rückweisungsantrag. 

8.  

8.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu erheben 

(Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG). 

8.2 Dem vertretenen Beschwerdeführer ist in Anwendung von Art. 68  

Abs. 2 VwVG in Verbindung mit Art. 64 Abs. 1 VwVG eine Parteientschädi-

gung für die notwendigen Vertretungskosten zuzusprechen (vgl. Art. 7 des 

Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen 

vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Der Rechts-

vertreter des Gesuchstellers reichte keine Kostennote ein. Auf die Nach-

forderung einer solchen wird jedoch verzichtet (Art. 14 Abs. 2 VGKE), weil 

im vorliegenden Verfahren der Aufwand zuverlässig abgeschätzt werden 

kann. Aufgrund der nach Wiedereröffnung des Beschwerdeverfahrens fünf 

Eingaben sowie gestützt auf die in Betracht zu ziehenden Bemessungsfak-

toren (Art. 9 – 13 VGKE) ist die Parteientschädigung auf Fr. 1'200.– (inkl. 

Auslagen und allfällige Mehrwertsteuer) festzusetzen.  

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 14 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen. Die Dispositivziffern 3 und 4 der an-

gefochtenen Verfügung werden aufgehoben.  

2.  

Das SEM wird angewiesen, den Beschwerdeführer vorläufig aufzuneh-

men. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

4.  

Das SEM wird angewiesen, dem Beschwerdeführer für das Verfahren vor 

dem Bundesverwaltungsgericht eine Parteientschädigung von insgesamt 

Fr. 1'200.– auszurichten. 

5.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Contessina Theis Aglaja Schinzel 

 

 

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