# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 501cc4fc-6ac8-5ee2-bf3a-43d8a92d1b25
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-06-17
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 17.06.2020 100 2019 375
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2019-375_2020-06-17.pdf

## Full Text

100.2019.375U
BDE/ZUD/ROS

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 17. Juni 2020 

Verwaltungsrichterin Herzog, präsidierendes Mitglied
a.o. Verwaltungsrichterin Baerfuss Klossner, Verwaltungsrichter Stohner
Gerichtsschreiber Zürcher

1. A.________
2. B.________
3. C.________

gesetzlich vertreten durch ihre Eltern A.________ und B.________
Mutter und Kind wohnhaft in Sri Lanka
alle vertreten durch Rechtsanwalt …
Beschwerdeführende

gegen

Sicherheitsdirektion des Kantons Bern
Kramgasse 20, 3011 Bern

sowie

Einwohnergemeinde Bern
Einwohnerdienste, Migration und Fremdenpolizei, Predigergasse 5, 
Postfach, 3001 Bern

betreffend Widerruf der Niederlassungsbewilligung und Wegweisung in-
folge falscher Angaben bzw. Verschweigens wesentlicher Tatsachen im 
Bewilligungsverfahren; Familiennachzug der Ehefrau und der Tochter 
(Entscheid der Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern vom 
28. Oktober 2019; 2019.POMGS.63)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17.06.2020, Nr. 100.2019.375U, 
Seite 2

Sachverhalt:

A.

A.________ (Jg. 1971), Staatsbürger von Sri Lanka, reiste im Zeitraum 
1996 bis 2005 mehrmals illegal in die Schweiz ein und durchlief insgesamt 
drei erfolglose Asylverfahren. Am 7. Dezember 2006 heiratete er in seiner 
Heimat eine ursprünglich aus Thailand stammende Schweizerin (Jg. 1954). 
Gestützt auf die Ehe reiste A.________ am 6. Februar 2008 in die Schweiz 
ein und erhielt eine Aufenthaltsbewilligung. Seit dem 25. Februar 2013 ist 
er im Besitz einer Niederlassungsbewilligung. Die Ehe wurde am 
23. September 2014 geschieden. Am 15. Januar 2017 heiratete 
A.________ in Sri Lanka die Landsfrau B.________ (Jg. 1977), Mutter der 
gemeinsamen, während der Ehe mit der Schweizerin gezeugten Tochter 
C.________ (Jg. 2011). Am 2. Mai 2017 ersuchten die Ehefrau und die 
Tochter um Erteilung eines Visums für den langfristigen Aufenthalt in der 
Schweiz zwecks Familiennachzugs. Mit Verfügung vom 17. Dezember 
2018 widerrief die Einwohnergemeinde (EG) Bern, Einwohnerdienste, Mi-
gration und Fremdenpolizei (EMF), A.________s 
Niederlassungsbewilligung, wies ihn aus der Schweiz weg und setzte ihm 
eine Ausreisefrist. Weiter lehnte sie den Familiennachzug von B.________ 
und C.________ ab.

B.

Gegen diese Verfügung erhob A.________ am 16. Januar 2019 
Beschwerde bei der Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern (POM; 
heute: Sicherheitsdirektion des Kantons Bern [SID]). Nach Einbezug von 
B.________ und C.________ als notwendige Parteien ins Verfahren wies 
die POM die Beschwerde mit Entscheid vom 28. Oktober 2019 ab und 
setzte A.________ eine neue Ausreisefrist auf den 6. Januar 2020.

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Seite 3

C.

Gegen den Entscheid der POM haben A.________, B.________ und 
C.________ am 11. November 2019 Verwaltungsgerichtsbeschwerde 
erhoben. Sie beantragen, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und 
A.________ die Niederlassungsbewilligung zu belassen; eventuell sei ihm 
eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen. B.________ und C.________ sei 
zwecks Familiennachzugs die Einreise in die Schweiz zu bewilligen und 
eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen.

Die EG Bern beantragt mit Stellungnahme vom 6. Dezember 2019 die Ab-
weisung der Beschwerde. Die POM schliesst mit Vernehmlassung vom 
10. Dezember 2019 ebenfalls auf Abweisung der Beschwerde.

Die EG Bern hat am 5. März 2020 einen Strafbefehl vom 24. April 2019 
gegen A.________ wegen Widerhandlung gegen das Ausländergesetz 
durch Täuschung der Behörden zu den Akten gereicht. A.________, 
B.________ und C.________ haben hierzu am 16. März 2020 Stellung 
genommen und – unter Vorlage einer Verfügung vom 14. Januar 2020 des 
Regionalgerichts Bern-Mittelland – insbesondere geltend gemacht, der 
Strafbefehl sei noch nicht rechtskräftig. Nach entsprechenden Abklärungen 
hat die Instruktionsrichterin die Verfahrensbeteiligten am 6. April 2020 
davon in Kenntnis gesetzt, dass A.________ seine Einsprache gegen den 
Strafbefehl zurückgezogen hat und dieser damit in Rechtskraft erwachsen 
ist. Von der eingeräumten Möglichkeit zur Stellungnahme haben die Ver-
fahrensbeteiligten innert Frist keinen Gebrauch gemacht.

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als 
letzte kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des 
Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; 

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BSG 155.21) zuständig. Die Beschwerdeführenden haben am vorinstanz-
lichen Verfahren teilgenommen, sind durch den angefochtenen Entscheid 
besonders berührt und haben ein schutzwürdiges Interesse an dessen Auf-
hebung oder Änderung (Art. 79 Abs. 1 VRPG). Die Bestimmungen über 
Form und Frist sind eingehalten (Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 VRPG). Auf 
die Beschwerde ist einzutreten.

1.2 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 Bst. a und b VRPG).

2.

2.1 Die Beschwerdeführenden rügen zunächst, der Beschwerdeführer 1 
sei von der Vorinstanz nicht rechtskonform gehört und der Sachverhalt un-
richtig festgestellt worden. Insbesondere seien Aussagen des Beschwerde-
führers 1 aus dem Kontext gerissen oder aktenwidrig zitiert worden. Der 
Sachverhalt sei in erster Linie aus Mutmassungen, Spekulationen, Ver-
mutungen und Unterstellungen erstellt worden, welche keinen Niederschlag 
in den Akten fänden, sondern weitestgehend den falschen Vorstellungen 
der Vorinstanz entstammten (Beschwerde Rz. 10, 14). – Die Vorinstanz hat 
im angefochtenen Entscheid, unter Verweis auf die Aktenstellen, ausführ-
lich dargelegt, weshalb sie zum Schluss gelangt, der Beschwerdeführer 1 
habe während seiner ersten Ehe eine Parallelbeziehung mit der Be-
schwerdeführerin 2 gepflegt und damit den Widerrufsgrund von Art. 63 
Abs. 1 Bst. a i.V.m. Art. 62 Abs. 1 Bst. a des Bundesgesetzes vom 16. De-
zember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer und über die Inte-
gration (Ausländer- und Integrationsgesetz, AIG; SR 142.20; vor dem 
1.1.2019: Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer [Aus-
ländergesetz, AuG], soweit hier interessierend inhaltsgleich) gesetzt. Ent-
gegen der Ansicht der Beschwerdeführenden ist in der abweichenden 
Würdigung von bestimmten Akten und Aussagen durch die Vorinstanz nicht 
bereits eine Gehörsverletzung oder eine unrichtige Feststellung des Sach-
verhalts zu erblicken; ob die vorinstanzlichen Erwägungen zum Vorwurf der 
Parallelbeziehung richtig sind und namentlich auf einer vollständigen und 
zutreffenden Sachverhaltswürdigung basieren, ist nicht eine Frage des 

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rechtlichen Gehörs, sondern der materiellen Beurteilung (vgl. etwa 
BVR 2018 S. 341 E. 3.4.2).

2.2 Gemäss Art. 25 VRPG dürfen die Parteien so lange neue Tat-
sachen und Beweismittel in das Verfahren einbringen, als weder ent-
schieden noch mit prozessleitender Verfügung das Beweisverfahren förm-
lich geschlossen worden ist. Aus dieser Regelung folgt, dass für das Ver-
waltungsgericht der Sachverhalt im Zeitpunkt seines Urteils massgebend 
ist (vgl. BVR 2008 S. 193 E. 4.3; VGE 2015/311 vom 16.12.2016 E. 2.2; 
Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, 
Art. 25 N. 2). Demnach kann die während des verwaltungsgerichtlichen 
Verfahrens rechtskräftig gewordene Verurteilung des Beschwerdeführers 1 
(vorne Bst. C) berücksichtigt werden.

3.

Aus den Akten ergibt sich folgender Sachverhalt:

3.1 Der Beschwerdeführer 1 reiste im Zeitraum 1996 bis 2005 mehr-
mals illegal in die Schweiz ein, tauchte zwischenzeitlich unter und durchlief 
insgesamt drei erfolglose Asylverfahren (Akten EMF 4B pag. 59, 88 ff.). Am 
7. Dezember 2006 heiratete er in seiner Heimat eine knapp 17 Jahre ältere, 
ursprünglich aus Thailand stammende Schweizerin (Akten EMF 4B 
pag. 136 f.). Gestützt auf diese Ehe reiste er am 6. Februar 2008 in die 
Schweiz ein und erhielt eine Aufenthaltsbewilligung (Akten EMF 4B 
pag. 143). 2011 kam die mit der Beschwerdeführerin 2 ausserehelich ge-
zeugte Beschwerdeführerin 3 zur Welt (Beschwerde Rz. 5, 28; Akten 
EMF 4D pag. 10, 19 f.). Der Beschwerdeführer 1 hat seine Tochter und die 
Kindsmutter seit der Schwangerschaft monatlich finanziell unterstützt und 
die beiden gemäss eigenen Aussagen während noch bestehender erster 
Ehe regelmässig in Sri Lanka besucht (Akten EMF 4B pag. 357, 360 ff., 
412). Am 11. Februar 2013 ersuchte der Beschwerdeführer 1 um Erteilung 
der Niederlassungsbewilligung. In diesem Zusammenhang unterzeichneten 
er und seine damalige Schweizer Ehefrau gleichentags eine Erklärung, wo-
nach sie in einer tatsächlichen, stabilen Familiengemeinschaft und im 

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selben Haushalt zusammenlebten, keine fremdenpolizeilichen Über-
legungen für die Aufrechterhaltung der Ehe ausschlaggebend seien und 
keine Scheidungsabsichten bestünden (Akten EMF 4B pag. 163, 165). Am 
25. Februar 2013 erlangte der Beschwerdeführer 1 die Niederlassungs-
bewilligung (Akten EMF 4B pag. 168). Nach Auflösung der ersten Ehe am 
23. September 2014 heiratete der Beschwerdeführer 1 rund zweieinhalb 
Jahre später am 15. Januar 2017 die Beschwerdeführerin 2 (Akten EMF 4B 
pag. 170, 176 f.). Ehefrau und Tochter ersuchten in der Folge am 2. Mai 
2017 um Familiennachzug zum Beschwerdeführer 1 in die Schweiz (vorne 
Bst. A; Akten EMF 4C pag. 1 ff., 4D pag. 10 ff.).

3.2 Mit Strafbefehl vom 24. April 2019 verurteilte die Staatsanwaltschaft 
des Kantons Bern, Region Bern-Mittelland (nachfolgend: Staatsanwalt-
schaft), den Beschwerdeführer 1 wegen Widerhandlung gegen das 
Ausländergesetz durch Täuschung der Behörden zu einer bedingten Geld-
strafe von 90 Tagessätzen à Fr. 90.-- und einer Verbindungsbusse von 
Fr. 1ʹ800.--. Die Staatsanwaltschaft legte dem Strafbefehl folgenden Sach-
verhalt zugrunde (act. 6A):

«Der Beschuldigte […] heiratete am 07.12.2006 in Sri Lanka die schwei-
zerische Staatsangehörige […] einzig in der Absicht, sich damit zu 
einem Aufenthaltstitel für die Schweiz zu verhelfen (sog. Scheinehe). 
In der Folge wurde ihm eine Aufenthaltsbewilligung erteilt […]. Mit Ge-
such vom 11.02.2013 ersuchte der Beschuldigte um eine Nieder-
lassungsbewilligung, welche ihm am 25.02.2013 […] erteilt wurde. Er 
gab damals an, in einer tatsächlichen und stabilen Ehegemeinschaft 
zu leben. In Wirklichkeit führte er nie eine tatsächliche Ehegemein-
schaft, so unternahmen die Ehepartner praktisch nie etwas zu-
sammen, assen meist separat und hatten keine gemeinsamen Inter-
essen oder Freunde. Eine intime Beziehung führten sie ebenfalls nicht. 
Bereits im Jahr 2011 wurde seine aussereheliche Tochter geboren, 
das heisst noch bevor er das erwähnte Gesuch um Erteilung der 
Niederlassungsbewilligung gestellt hat. Mit der Mutter des Kindes be-
fand er sich seit 2010 in einer Liebesbeziehung und heiratete diese – 
nach seiner Scheidung […] – im Jahr 2017. Mit seinem Verhalten hat 
er die Behörden getäuscht, um so in den Genuss einer Aufenthalts- 
bzw. Niederlassungsbewilligung in der Schweiz zu kommen.»

Die hiergegen erhobene Einsprache hat der Beschwerdeführer 1 zurück-
gezogen; der Strafbefehl ist somit rechtskräftig (vorne Bst. C).

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4.

Strittig sind der Widerruf der Niederlassungsbewilligung des Beschwerde-
führers 1, dessen Wegweisung aus der Schweiz sowie der verweigerte 
Nachzug der Beschwerdeführerinnen 2 und 3. – Wie die Vorinstanz richtig 
erwogen hat (angefochtener Entscheid E. 4), leitet sich der beantragte Fa-
miliennachzug nach Art. 43 AIG (im Grundsatz inhaltsgleich das AuG) vom 
Anwesenheitsrecht des Beschwerdeführers 1 ab; dieses ist deshalb vorab 
zu beurteilen.

4.1 Gemäss Art. 34 Abs. 1 AIG (bzw. AuG) wird die Niederlassungs-
bewilligung unbefristet und ohne Bedingungen erteilt. Sie kann widerrufen 
werden, wenn die ausländische Person oder ihre Vertretung im Be-
willigungsverfahren falsche Angaben macht oder wesentliche Tatsachen 
verschweigt (Art. 63 Abs. 1 Bst. a i.V.m. Art. 62 Abs. 1 Bst. a AIG). Nicht er-
forderlich ist, dass die Bewilligung bei richtigen oder vollständigen Angaben 
mit Sicherheit verweigert worden wäre. Es genügt, wenn der Anspruch auf 
eine Bewilligung bei Offenlegung der Verhältnisse ernsthaft infrage gestellt 
gewesen wäre. Was das Verschweigen wesentlicher Tatsachen betrifft, 
muss bei der ausländischen Person eine Täuschungsabsicht vorliegen. 
Dies ist namentlich dann der Fall, wenn sie versucht, ein falsches Bild von 
einer wesentlichen Tatsache zu bewirken oder aufrecht zu erhalten (vgl. 
BGE 142 II 265 E. 3.1 [Pra 106/2017 Nr. 10], 135 II 1 E. 4.1). Gemäss 
bundesgerichtlicher Praxis trifft die ausländische Person im Bewilligungs-
verfahren ohne ausdrückliche entsprechende Befragung seitens der Be-
hörden keine generelle Pflicht, auf die Existenz von vor- oder ausserehe-
lichen Kindern im Ausland hinzuweisen. Dies ist nur soweit erforderlich, als 
deren Existenz für den ausländerrechtlichen Status nicht nur potentiell, 
sondern aufgrund sämtlicher Umstände auch konkret als wesentlich zu 
gelten hat. Ausschlaggebend ist demnach nicht das (alleinige) Ver-
schweigen von vor- oder ausserehelichen Kindern, sondern der dadurch 
indizierte Verdacht, dass im Heimatland eine parallel gelebte Beziehung 
bestand, die künftig unter Umgehung von Sinn und Zweck der ausländer-
rechtlichen Regeln zu einem Familiennachzug führen soll. Das Ver-
schweigen einer Parallelbeziehung im Ausland ist ein Widerrufsgrund nach 
Art. 63 Abs. 1 Bst. a i.V.m. Art. 62 Abs. 1 Bst. a AIG, da die ausländische 

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Person damit versucht, die Behörden über den (stabilen) Charakter ihrer 
Beziehung zu der in der Schweiz lebenden Person zu täuschen, aufgrund 
welcher sie gemäss Art. 42 oder 43 AIG einen Anspruch auf Erteilung einer 
Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung hat (vgl. zum Ganzen 
BGE 142 II 265 E. 3.2 [Pra 106/2017 Nr. 10]; BGer 2C_169/2018 vom 
17.8.2018 E. 3.3.1, 2C_1115/2015 vom 20.7.2016 E. 4.2.1 f.).

4.2 Der Beschwerdeführer 1 wurde mit Strafbefehl vom 24. April 2019 
der Widerhandlung gegen das Ausländergesetz durch Täuschung der Be-
hörden schuldig gesprochen. Die Staatsanwaltschaft kam dabei zum 
Schluss, dass der Beschwerdeführer 1 mit seiner Schweizer Ehefrau eine 
Scheinehe geführt habe. Mit der Beschwerdeführerin 2 habe er seit 2010 
eine Liebesbeziehung geführt, aus der bereits im Jahr 2011 die gemein-
same Tochter entsprungen sei. Mit seinem Verhalten habe er die Behörden 
getäuscht, um so in den Genuss einer Aufenthalts- bzw. Niederlassungs-
bewilligung zu kommen (vorne E. 3.2). – Die Beschwerdeführenden halten 
demgegenüber daran fest, dass der Beschwerdeführer 1 während seiner 
ersten Ehe keine Parallelbeziehung mit der Beschwerdeführerin 2 geführt 
habe und die Zeugung der Beschwerdeführerin 3 das Resultat eines ein-
maligen Seitensprungs gewesen sei. Die Liebesbeziehung zur Kindsmutter 
habe sich erst nach der Scheidung von seiner Schweizer Ehefrau ent-
wickelt (Beschwerde Rz. 28, 33). Der gegen den Beschwerdeführer 1 er-
gangene Strafbefehl sei ein «Fehlentscheid». Mangels gerichtlicher Beur-
teilung der Sache dürfe nicht auf den Strafbefehl und den diesem zugrunde 
gelegten, falschen Sachverhalt abgestellt werden (act. 8 S. 2 f.).

4.3 Im Interesse der Rechtseinheit und Rechtssicherheit sollen die Ver-
waltungs(justiz)behörden nicht ohne sachliche Gründe von rechtskräftigen 
Entscheiden der Strafbehörde abweichen. Die Verwaltungs(justiz)behörde 
darf von den tatsächlichen Feststellungen der Strafbehörde nur abweichen, 
wenn sie aufgrund eigener Beweiserhebungen Tatsachen feststellt, die der 
Strafbehörde unbekannt waren oder die diese nicht beachtet hat; wenn 
neue Tatsachen vorliegen, deren Würdigung zu einem abweichenden Ent-
scheid führen; wenn die Beweiswürdigung der Strafbehörde feststehenden 
Tatsachen klar widerspricht oder wenn diese bei der Anwendung des 
geltenden Rechts auf den Sachverhalt nicht alle Rechtsfragen abgeklärt hat 

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(BVR 2018 S. 5 E. 4.2, 2016 S. 247 E. 5.5, je mit Hinweisen; 
VGE 2018/163 vom 26.2.2019 E. 5.3.1). Die Verwaltungs(justiz)behörde ist 
grundsätzlich auch an einen Strafentscheid gebunden, der nicht im ordent-
lichen Verfahren, sondern im Strafbefehlsverfahren ergangen ist. Dies gilt 
im Licht des Grundsatzes von Treu und Glauben insbesondere dann, wenn 
die beschuldigte Person wusste oder angesichts der Schwere der ihr vor-
geworfenen Delikte voraussehen musste, dass gegen sie ein verwaltungs-
rechtliches Verfahren eröffnet würde, und sie es trotzdem unterlässt oder 
darauf verzichtet, im Rahmen des (summarischen) Strafverfahrens die ihr 
garantierten Verteidigungsrechte geltend zu machen. Diese vorab auf Fälle 
zugeschnittene Praxis, in denen ein bestimmtes Verhalten eine straf- und 
eine verwaltungsrechtliche Sanktion (Doppelsanktion) nach sich zieht, wird 
aus Gründen der Rechtseinheit und Rechtssicherheit sinngemäss auch auf 
andere Konstellationen übertragen (vgl. BVR 2012 S. 193 E. 4.4.2 mit Hin-
weisen; VGE 2015/1 vom 15.6.2015 E. 5.1.1).

4.4 Es liegen hier keine Umstände vor, die es rechtfertigen würden, von 
den Sachverhaltsfeststellungen der Staatsanwaltschaft abzuweichen. Der 
Einwand der fehlenden gerichtlichen Beurteilung (act. 8 S. 2 f.) überzeugt 
dabei nicht: Obschon er den Strafbefehl nicht richtig verstanden habe 
(act. 8 S. 2), konnte der Beschwerdeführer 1 dagegen gültig Einsprache er-
heben, sodass das Regionalgericht Bern-Mittelland ein Verfahren eröffnete. 
In der Folge zog er jedoch seine Einsprache gegen den Strafbefehl zurück, 
weshalb dieser in Rechtskraft erwachsen ist (act. 9A; vorne Bst. C). Der 
Beschwerdeführer 1 muss somit den Strafbefehl und den dort festgestellten 
Sachverhalt gegen sich gelten lassen und hat es selbst zu vertreten, wenn 
er auf dessen gerichtliche Überprüfung verzichtet hat (vgl. dazu auch 
BGer 2C_43/2018 vom 28.6.2018 E. 2.2.3). Dies gilt umso mehr, als der 
Strafbefehl vom 24. April 2019 während Hängigkeit des vorinstanzlichen 
Beschwerdeverfahrens erging. Der dort anwaltlich vertretene Beschwerde-
führer 1 musste sich folglich auch der ausländerrechtlichen Tragweite des 
Strafbefehls ohne weiteres bewusst sein, erfolgte doch der Widerruf der 
Niederlassungsbewilligung gestützt auf dieselben Lebensumstände (Akten 
POM pag. 1 ff., 10 ff.). Somit ist vorliegend auf den rechtskräftigen Straf-
befehl und die darin vorgenommenen Sachverhaltsfeststellungen abzu-
stellen.

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4.5 Es darf somit als erwiesen gelten, dass der Beschwerdeführer 1 ab 
2010 neben der Ehe mit einer Schweizerin eine Parallelbeziehung mit der 
Beschwerdeführerin 2 führte. Er hat damit im Verfahren um Erteilung der 
Niederlassungsbewilligung eine wesentliche Tatsache verschwiegen und 
mit der Erklärung vom 11. Februar 2013 (vorne E. 3.1) falsche Angaben 
zum Zustand seiner damaligen anspruchsvermittelnden Ehe gemacht bzw. 
die Behörden über den Charakter der Beziehung getäuscht. Damit hat der 
Beschwerdeführer 1 den Widerrufsgrund von Art. 63 Abs. 1 Bst. a i.V.m. 
Art. 62 Abs. 1 Bst. a AIG gesetzt.

5.

Zu prüfen bleibt die Verhältnismässigkeit des Widerrufs.

5.1 Der Widerruf der Niederlassungsbewilligung und die Wegweisung 
sind auch bei Vorliegen eines Widerrufsgrunds nur zulässig, wenn sie auf-
grund der im Einzelfall vorzunehmenden Interessenabwägung als verhält-
nismässig erscheinen (Art. 5 Abs. 2 der Bundesverfassung [BV; SR 101] 
und Art. 96 AIG). Im Rahmen dieser Prüfung sind die öffentlichen Inter-
essen an der Entfernungsmassnahme und die privaten Interessen der be-
troffenen Person am weiteren Verbleib in der Schweiz gegeneinander ab-
zuwägen. Zu berücksichtigen ist die Gesamtheit der rechtswesentlichen 
Umstände im Einzelfall (vgl. BGE 139 I 31 E. 2.3.1; BVR 2013 S. 543 
E. 4.1, je mit Hinweisen). Wird durch die Entfernungsmassnahme die 
weitere Pflege familiärer Beziehungen oder das Privatleben beeinträchtigt 
(Art. 8 Ziff. 1 der Europäischen Menschenrechtskonvention [EMRK; 
SR 0.101]; Art. 13 Abs. 1 BV), bilden Grundlage dieser Interessen-
abwägung Art. 8 Ziff. 2 EMRK und Art. 36 BV (BGE 144 II 1 E. 6.1, 143 I 21 
E. 5.1; BVR 2015 S. 391 E. 4.1).

5.2 Die Vorinstanz kam nach einer umfassenden Interessenabwägung 
zum Schluss, dass die öffentlichen Interessen an der strittigen Entfernungs-
massnahme die privaten Interessen des Beschwerdeführers 1 überwiegen. 
Sie hat dabei die nicht kurze Aufenthaltsdauer des Beschwerdeführers 1 in 
der Schweiz, seine Integration und die Möglichkeit einer Wiederein-

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gliederung in Sri Lanka in ihre Beurteilung einbezogen (angefochtener Ent-
scheid E. 7c ff.). Dass die Vorinstanz den Untersuchungsgrundsatz verletzt 
habe, indem «weder zum Härtefall noch zum Privatleben» Untersuchungen 
geführt worden seien (Beschwerde Rz. 15, 69 f.), geht somit fehl: Es ist 
weder dargetan noch ersichtlich, welche weiteren Aspekte unter diesen 
Titeln Eingang in die Beurteilung der Vorinstanz hätten finden sollen.

5.3 Mit den öffentlichen Interessen an einer restriktiven Einwanderungs-
politik (vgl. BVR 2016 S. 369 E. 3.3, 2013 S. 73 E. 3.4), an der Durch-
setzung des materiellen Ausländerrechts und an der richtigen Entscheid-
findung im Rahmen eines Bewilligungsverfahrens (vgl. VGE 2015/147 vom 
16.9.2015 E. 3.2) bestehen – wie schon die Vorinstanz zu Recht ausführt 
(angefochtener Entscheid E. 7b) – gewichtige öffentliche Interessen an der 
strittigen Entfernungsmassnahme (vgl. auch BGer 2C_631/2018 vom 
4.4.2019 E. 4.1).

5.4 Der Beschwerdeführer 1 kann eine ordentliche Aufenthaltsdauer in 
der Schweiz von rund elf Jahren vorweisen. Das Gewicht dieser grundsätz-
lich langen Anwesenheitsdauer ist jedoch aufgrund der bereits ab 2010 ge-
führten Parallelbeziehung im Ausland gering (vgl. BGer 2C_631/2018 vom 
4.4.2019 E. 4.2, 2C_144/2019 vom 25.2.2019 E. 2.4 mit Hinweis). Inwie-
weit er sich in die hiesigen kulturellen Verhältnisse eingegliedert hat, ist 
fraglich, bezeichnete er doch sein Verhalten während der ersten Ehe als 
«nicht ungewöhnlich» und rechtfertigte es damit, dass er in seiner Kultur 
vier Ehefrauen haben dürfte (vgl. Akten EMF 4B pag. 361). Mit Ausnahme 
der Verurteilung vom 24. April 2019 (vorne E. 3.2) ist der Beschwerde-
führer 1 soweit aktenkundig strafrechtlich nicht in Erscheinung getreten. Es 
ist anzuerkennen, dass er keine Sozialhilfeleistungen bezogen hat und 
auch nicht mit Betreibungen oder Verlustscheinen verzeichnet ist; dennoch 
verfügte er offenbar zeitweise über Schulden im Betrag von Fr. 9ʹ000.-- 
(Akten EMF 4B pag. 160, 166, 365, 4D pag. 8). Positiv zu würdigen ist, 
dass er seit 2009 einer Erwerbstätigkeit als (Chef)Koch nachgeht (Akten 
EMF 4B pag. 153, 164, 420). Vertiefte Bindungen zur einheimischen Be-
völkerung, deren Abbruch den Beschwerdeführer 1 besonders hart treffen 
würde, sind hingegen nicht ersichtlich; auch die vorgebrachten vielen 
(Schweizer) Freunde und Bekannten (Beschwerde Rz. 66) werden nicht 

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näher substantiiert, wie es mit Blick auf die weitreichende ausländerrecht-
liche Mitwirkungspflicht erwartet werden dürfte (Art. 20 Abs. 3 VRPG i.V.m. 
Art. 90 AIG; vgl. zuletzt etwa VGE 2019/338 vom 6.4.2020 E. 4.2.2 mit Hin-
weisen). Aktenkundig ist einzig ein Schreiben von D.________ vom 10. Ok-
tober 2018, wonach er und seine Familie zum Beschwerdeführer 1 und 
dessen Schweizer Exfrau «eine enge und freundschaftliche Beziehung ge-
pflegt [haben]» (Akten POM 4A1 Beilage 4). Hinsichtlich einer gelungenen 
sprachlichen Integration bestehen zumindest Fragezeichen: So wurde dem 
Beschwerdeführer 1 nach einem Deutschtest im Juni 2016 zwar schriftlich 
das Niveau A2 und mündlich das Niveau B1 attestiert (Akten POM 4A1 
Beilage 5). Hingegen habe er den Strafbefehl vom 24. April 2019 «auf 
Grund schlechter Deutschkenntnisse […] gar nicht richtig verstanden» 
(act. 8 S. 2). Eine besonders ausgeprägte Integration, die über das 
hinausgeht, was nach einem rund elfjährigen ordentlichen Aufenthalt in der 
Schweiz erwartet werden darf, liegt nach dem Gesagten jedenfalls nicht 
vor.

5.5 Hinsichtlich der Rückkehr nach Sri Lanka hat die Vorinstanz zu-
treffend erwogen, dass dem Beschwerdeführer 1 die Reintegration mit ent-
sprechender Anstrengung möglich ist: Er ist im Alter von 25 Jahren das 
erste Mal in die Schweiz eingereist und hat mithin die prägenden Kindheits- 
und Jugendjahre in Sri Lanka verbracht; dort wurde er sozialisiert. Es ist 
anzunehmen, dass er mit den sprachlichen, kulturellen und gesellschaft-
lichen Gepflogenheiten in Sri Lanka nach wie vor bestens vertraut ist, zu-
mal er während seines Aufenthalts in der Schweiz jährlich ein- bis zweimal 
in seine Heimat gereist ist (vorne E. 3.1). Neben weiteren (engen) Familien-
angehörigen (Akten EMF 4B pag. 360) leben insbesondere die Ehefrau und 
die gemeinsame Tochter im Heimatland. Weiter besitzt der Beschwerde-
führer 1 in Sri Lanka ein Geschäft (Akten EMF 4B pag. 360), welches ihm 
allenfalls ein Auskommen sichern kann. Dass «sein Geschäft wenig 
her[gibt]» und er Mühe hätte, den Lebensunterhalt zu verdienen (Be-
schwerde Rz. 67), fällt nicht entscheidend ins Gewicht, denn die im Ver-
gleich zur Schweiz schwierigere Wirtschaftslage in Sri Lanka lässt die 
Rückkehr nicht unzumutbar erscheinen (vgl. BGer 2C_515/2017 vom 
22.11.2017 E. 3.2.2; VGE 2018/194 vom 16.4.2019 [bestätigt durch 
BGer 2D_21/2019 vom 3.6.2019] E. 8.6). Die Vorinstanz hat sodann richtig 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17.06.2020, Nr. 100.2019.375U, 
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erwogen, dass der Beschwerdeführer 1 auf seine in der Schweiz ge-
wonnenen beruflichen Erfahrungen und Sprachkenntnisse zurückgreifen 
kann. Entgegen der pauschalen, nicht näher erläuterten Behauptung (Be-
schwerde Rz. 67), ist zudem anzunehmen, dass die Verwandten den Be-
schwerdeführer 1 wohl zumindest in einem gewissen Rahmen unterstützen 
könnten. Seine Rückkehr führt schliesslich zur Zusammenführung der Be-
schwerdeführenden und erlaubt, das gemeinsame Familienleben in Sri 
Lanka zu verwirklichen (für eine vergleichbare Beurteilung vgl. 
BGer 2C_225/2017 vom 22.5.2017 E. 4.1).

5.6 Die dargestellten gewichtigen öffentlichen Interessen überwiegen 
die entgegenstehenden privaten Interessen des Beschwerdeführers 1 am 
Verbleib in der Schweiz. Nichts anderes ergibt sich unter dem Gesichts-
punkt des Rechts auf Privatleben (Beschwerde Rz. 70 f.). Zwar ist nach 
einer rechtmässigen Aufenthaltsdauer von rund zehn Jahren nach der 
jüngeren bundesgerichtlichen Rechtsprechung anzunehmen, dass die 
sozialen Beziehungen in der Schweiz so eng geworden sind, dass eine 
Aufenthaltsbeendigung besonderer Gründe bedarf (BGE 144 I 266 E. 3.9; 
BGer 2C_638/2018 vom 15.7.2019 E. 3.1). Solche Gründe liegen hier mit 
Blick auf die gegenüber der Migrationsbehörde verschwiegene Parallel-
beziehung und die (dannzumal) aussereheliche Tochter vor (vgl. 
BGer 2C_144/2019 vom 25.2.2019 E. 2.4). Zudem kann wie dargelegt nicht 
von einer besonders ausgeprägten Integration gesprochen werden. Inwie-
fern bei der vorliegenden Konstellation das Recht auf Familienleben ver-
letzt sein sollte (Beschwerde Rz. 68), ist weder ersichtlich noch dargetan. 
Der Widerruf der Niederlassungsbewilligung des Beschwerdeführers 1 und 
seine Wegweisung aus der Schweiz erweisen sich somit (auch im Licht von 
Art. 8 EMRK bzw. Art. 13 Abs. 1 i.V.m. Art. 36 BV) als verhältnismässig. 

5.7 Ist – wie hier – der Widerrufsgrund nach Art. 63 Abs. 1 Bst. a i.V.m. 
Art. 62 Abs. 1 Bst. a AIG gegeben und erweist sich der Bewilligungswider-
ruf als verhältnismässig, kommt die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung 
als mildere Massnahme gegenüber dem Entzug der Niederlassungs-
bewilligung nicht in Betracht (vgl. BGer 2C_538/2017 vom 9.1.2018 E. 2.4; 
VGE 2018/350 vom 28.6.2019 E. 4.5; Weisungen und Erläuterungen Aus-
länderbereich des Staatssekretariats für Migration vom Oktober 2013 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17.06.2020, Nr. 100.2019.375U, 
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[Stand: 1.11.2019; Weisungen AIG] Ziff. 8.3.3 und 8.3.3.2, einsehbar unter: 
<www.sem.admin.ch>, Rubriken «Publikationen & Service/Weisungen und 
Kreisschreiben/I. Ausländerbereich»). Dem entsprechenden Eventual-
antrag (vgl. vorne Bst. C) kann deshalb nicht entsprochen werden.

5.8 Der beantragte Familiennachzug von Ehefrau und Tochter nach 
Art. 43 AIG leitet sich vom Anwesenheitsrecht des Beschwerdeführers 1 ab 
(vorne E. 4). Dessen Niederlassungsbewilligung wird widerrufen und er hat 
die Schweiz zu verlassen. Ein abgeleiteter Anwesenheitsanspruch der Be-
schwerdeführerinnen 2 und 3 fällt damit ausser Betracht. Demnach kann 
dem Rechtsbegehren, den Beschwerdeführerinnen 2 und 3 sei im Rahmen 
des Familiennachzugs die Einreise zu bewilligen und eine Aufenthalts-
bewilligung zu erteilen, ebenfalls nicht entsprochen werden.

6.

Der angefochtene Entscheid hält nach dem Gesagten der Rechtskontrolle 
stand. Die Beschwerde erweist sich als unbegründet und ist abzuweisen. 
Da die von der Vorinstanz angesetzte Ausreisefrist abgelaufen ist, ist eine 
neue anzusetzen (vgl. BVR 2019 S. 314 E. 7). Sie beträgt nach der Praxis 
des Verwaltungsgerichts in der Regel sechs Wochen, wobei bei der Be-
messung besondere Umstände zu berücksichtigen sind (vgl. Art. 64d 
Abs. 1 AIG). Die gegenwärtige ausserordentliche Lage aufgrund des 
Coronavirus rechtfertigt eine längere Frist bis Ende August 2020. Sollte die 
Ausreise bis zu diesem Zeitpunkt aufgrund von Reisebeschränkungen nicht 
möglich sein, ist es Sache der Migrationsbehörde, eine neue Frist anzu-
setzen.

7.

Bei diesem Verfahrensausgang werden die unterliegenden Beschwerde-
führenden kostenpflichtig (Art. 108 Abs. 1 VRGP). Parteikosten sind keine 
zu sprechen (Art. 108 Abs. 3 i.V.m. Art. 104 VRPG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17.06.2020, Nr. 100.2019.375U, 
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Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. Dem Beschwerdeführer 1 wird eine 
neue Ausreisefrist gesetzt auf den 31. August 2020.

2. Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf 
eine Pauschalgebühr von Fr. 3ʹ000.--, werden den Beschwerde-
führenden auferlegt.

3. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

4. Zu eröffnen:
- Beschwerdeführende
- Sicherheitsdirektion des Kantons Bern
- Einwohnergemeinde Bern
- Staatssekretariat für Migration

Das präsidierende Mitglied: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Eröffnung beim Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss 
Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bun-
desgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.