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**Case Identifier:** 08388529-dfb8-50a0-b7fe-1b55541bd7c0
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-03-31
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 31.03.2025 200 2023 680
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2023-680_2025-03-31.pdf

## Full Text

IV 200 2023 680 
WIS/PES/STA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 31. März 2025

Verwaltungsrichterin Wiedmer, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichterin Frey, Verwaltungsrichter Isliker
Gerichtsschreiber Peter

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt und Notar B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 30. August 2023

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. März 2025, IV 200 2023 680

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Sachverhalt:

A.

Im Februar 2013 meldete sich die 1965 geborene A.________ (damals 
noch mit dem Namen C.________; nachfolgend Versicherte bzw. Be-
schwerdeführerin) erstmals bei der Invalidenversicherung (IV) für eine be-
rufliche Integration/Rente an (Akten der IV-Stelle Bern [nachfolgend IV-
Stelle bzw. Beschwerdegegnerin; act. II] 24). Zuvor waren ihr von der IV 
mehrfach Hörgeräte als Hilfsmittel gewährt worden (act. II 4, 10, 17). Nach 
ersten Abklärungen in erwerblicher und medizinischer Hinsicht (vgl. act. II 
29 f., 33) verneinte die IV-Stelle Solothurn nach entsprechendem Vorbe-
scheid (act. II 34) mit Verfügung vom 11. Juni 2014 (act. II 35) einen An-
spruch auf berufliche Massnahmen sowie eine Rente mit der Begründung, 
dass bislang keine längeren krankheitsbedingten Absenzen bestanden 
hätten und der Arbeitsplatzerhalt derzeit gesichert sei. Diese Verfügung 
blieb unangefochten.

Im Dezember 2021 meldete sich die Versicherte (bei zwischenzeitlich von 
der IV über den Pauschalbetrag hinaus gewährter neuer Hörgeräteversor-
gung nach diesbezüglich anerkanntem Härtefall [vgl. act. II 43, 57]) erneut 
bei der IV für eine berufliche Integration/Rente an (act. II 63), nachdem ihr 
die bisherige langjährige Anstellung als … (vorübergehend auch als …; vgl. 
act. II 30) im … aus gesundheitlichen Gründen per 31. Dezember 2021 
gekündigt worden war (act. II 71, 75). Nach ersten Abklärungen in medizi-
nischer und erwerblicher Hinsicht gewährte die IV-Stelle Bern (nachfolgend 
IV-Stelle bzw. Beschwerdegegnerin) der Versicherten hierauf mit Mitteilung 
vom 10. Mai 2022 als Eingliederungsmassnahme ein Aufbautraining bei 
der Abklärungsstelle D.________ für die Zeit von 16. Mai bis 16. August 
2022 (act. II 79). Diese Massnahme wurde aufgrund einer Verschlechte-
rung des Gesundheitszustands mit Mitteilung vom 11. Juli 2022 (act. II 85) 
rückwirkend per 30. Juni 2022 aufgehoben und mit Mitteilung vom 14. Juli 
2022 (act. II 86) wurden die beruflichen Eingliederungsmassnahmen abge-
schlossen. Aktuell stünden medizinische Massnahmen im Vordergrund, 
sodass voraussichtlich längerfristig keine zielführenden Eingliederungs-
massnahmen möglich seien. Der Anspruch auf weitere Leistungen werde 

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geprüft. Die IV-Stelle holte in der Folge bei den behandelnden Ärzten Be-
richte ein (act. II 90, 95, 98, 105 f., 108) und unterbreitete das aktualisierte 
Dossier dem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD), Dr. med. E.________, 
Praktische Ärztin, zur Aktenbeurteilung (act. II 111). Im Wesentlichen ge-
stützt auf deren ärztlichen Bericht vom 17. Januar 2023 (act. II 111 S. 4 ff.) 
stellte die IV-Stelle der Versicherten mit Vorbescheid vom 5. Juni 2023 
(act. II 116) die Abweisung ihres Leistungsbegehrens betreffend Invaliden-
rente in Aussicht. Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch 
Rechtsanwalt B.________, am 18. Juli 2023 Einwand (act. II 120) und 
reichte am 25. Juli 2023 (act. II 124) bislang noch nicht in den Akten enthal-
tene Unterlagen ein, in welchen unter anderem gestützt auf eine diagnosti-
zierte mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F32.1) eine 100%ige Ar-
beitsunfähigkeit attestiert wurde. Nach Einholung einer versicherungsmedi-
zinischen Aktenbeurteilung durch die RAD-Ärztin Dr. med. F.________, 
Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, vom 16. August 2023 (act. II 129 
S. 5 f.) und einer Stellungnahme gleichen Tages der RAD-Ärztin dipl. Ärztin 
G.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, zu den Unter-
lagen aus psychiatrischem Fachgebiet (act. II 127) hielt Dr. med. 
E.________ mit eigener Stellungnahme vom 16. August 2023 (act. II 126 
S. 2 f.) fest, dass gestützt auf diese fachärztlichen RAD-Aktenbeurteilungen 
auf die RAD-Stellungnahme vom 17. Januar 2023 weiterhin abgestellt wer-
den könne. Weitere Abklärungen seien nicht nötig. Hierauf verneinte die IV-
Stelle mit Verfügung vom 30. August 2023 (act. II 130) ihrem Vorbescheid 
entsprechend ausgehend von einem Status von 80 % Erwerbstätigkeit und 
20 % Haushalt bei einem ermittelten Invaliditätsgrad von 15 % einen An-
spruch der Versicherten auf eine Invalidenrente.

B.

Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte, weiterhin vertreten durch 
Rechtsanwalt B.________, am 27. September 2023 Beschwerde mit den 
folgenden Rechtsbegehren:

1. Die Verfügung der IV-Stelle Kanton Bern vom 30. August 2023 sei 
vollumfänglich aufzuheben.

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2. Es sei gerichtlich festzustellen, dass die Beschwerdeführerin mit Ein-
wand vom 18. Juli 2023 bereits einen Antrag auf berufliche Eingliede-
rungsmassnahmen schriftlich gestellt hat.

3. a) Die Beschwerdesache sei – unter vorgängiger Abklärung im 
H.________ in … – zur Erstellung eines polydisziplinären Gutachtens 
(unter Einbezug der Fachrichtungen (Neuro-)Otologie, Nephrologie, 
Neurologie und Psychiatrie), zur weiteren Abklärung und zum Neuent-
scheid an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. 
b) Eventualiter: Es seien der Beschwerdeführerin ab wann rechtens die 
gesetzlichen Leistungen (inkl. qualifizierte berufliche Eingliederungs-
massnahmen) nach Massgabe eines Invaliditätsgrades von mindes-
tens 40 % zzgl. eines Verzugszinses zu 5 % ab wann rechtens auszu-
richten.

4. Es seien die vollständigen Akten der zuständigen Krankentaggeldver-
sicherung (I.________, Versicherten Nr. …) von Amtes wegen beizu-
ziehen (Beweisthema: Vollständigkeit der medizinischen Akten).

5. Es sei von Amtes wegen bei den Bundes-Parlamentsdiensten ein Mit-
bericht zur Frage einzuholen, wie weit und mit welchen Ergebnissen 
die parlamentarischen Korrekturmassnahmen zur Bestimmung von 
Art. 26bis Abs. 3 IVV fortgeschritten sind (Rechtsfrage: Bundesrechts-
konformität von Art. 26bis Abs. 3 IVV).

6. Es sei eine öffentliche Gerichtsverhandlung nach Art. 6 Ziff. 1 EMRK 
mit Publikums- und Presseanwesenheit durchzuführen.

7. Vor der Eröffnung des materiellen Endentscheides sei dem unterzeich-
neten Rechtsanwalt Gelegenheit zur Einreichung einer detaillierten 
Kostennote zur Geltendmachung einer Parteientschädigung zu geben 
(vgl. Art. 29 Abs. 2 BV).

8. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwer-
degegnerin.

Am 18. Oktober 2023 kam dem Verwaltungsgericht eine Eingabe der Be-
schwerdeführerin samt Beilage (Akten der Beschwerdeführerin [act. I] 5) 
zu. Ein Doppel (inkl. Beilage) ging in der Folge an die Beschwerdegegnerin 
(prozessleitende Verfügung vom 18. Oktober 2023).

Mit Beschwerdeantwort vom 30. Oktober 2023 schloss die Beschwerde-
gegnerin auf Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei.

Am 10. November 2023 kam dem Verwaltungsgericht eine weitere Eingabe 
der Beschwerdeführerin samt Beilagen (act. I 6 ff.) zu. Ein Doppel samt 
Beilagen ging wiederum an die Beschwerdegegnerin (prozessleitende Ver-
fügung vom 13. November 2023).

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Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsgegenstand bildet vorliegend die Verfügung vom 
30. August 2023 (act. II 130), mit der die Beschwerdegegnerin einen Ren-
tenanspruch der Beschwerdeführerin verneint hat. Streitig und zu prüfen 
ist, ob die Beschwerdeführerin im Rahmen der Neuanmeldung vom De-
zember 2021 (act. II 63) Anspruch auf eine Rente der Invalidenversiche-
rung hat und dabei insbesondere, ob der Sachverhalt rechtsgenüglich ab-
geklärt ist. Soweit die beschwerdeweise gestellten Anträge materiell über 
diese Frage hinausgehen, kann auf sie nicht eingetreten werden, da allfälli-
ge andere Leistungsansprüche gegenüber der IV nicht Gegenstand der 
angefochtenen Verfügung bilden und es diesbezüglich somit an einer 
Sachurteilsvoraussetzung – nämlich dem Anfechtungsgegenstand – fehlt 
(vgl. BGE 131 V 164 E. 2.1 S. 164; SVR 2021 AHV Nr. 21 S. 67, 
9C_86/2021 E. 5.2). 

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1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). In Streitigkei-
ten, die weder von grundsätzlicher Bedeutung noch von grosser Tragweite 
sind, können sie auf dem Zirkulationsweg auch Mehrheitsbeschlüsse fas-
sen (Art. 56 Abs. 5 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 Abs. 1 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer 
Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen 
Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem 
nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 
ATSG).

2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine Ren-
te, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines 
Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % 
arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses 
Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. c). Eine Rente 
nach Abs. 1 wird nicht zugesprochen, solange die Möglichkeiten zur Ein-
gliederung im Sinne von Art. 8 Abs. 1bis und 1ter nicht ausgeschöpft sind 
(Art. 28 Abs. 1bis IVG). Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 Abs. 1 
IVG frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des 

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Leistungsanspruchs nach Art. 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Mo-
nat, der auf die Vollendung des 18. Altersjahres folgt.

Gemäss Art. 28b Abs. 1 IVG wird die Höhe des Rentenanspruchs in pro-
zentualen Anteilen an einer ganzen Rente festgelegt. Bei einem Invali-
ditätsgrad von 50 bis 69 % entspricht der prozentuale Anteil dem Invali-
ditätsgrad (Art. 28b Abs. 2 IVG), bei einem Invaliditätsgrad ab 70 % besteht 
Anspruch auf eine ganze Rente (Art. 28b Abs. 3 IVG). Bei einem Invali-
ditätsgrad zwischen 40 und 49 % gelten die prozentualen Anteile nach 
Massgabe von Art. 28b Abs. 4 IVG.

2.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2021 IV 
Nr. 54 S. 180, 9C_540/2020 E. 2.3).

Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass das 
Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, unab-
hängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

2.4 Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades be-
reits einmal verweigert, so wird eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die 
versicherte Person darin glaubhaft macht, dass sich der Grad der Invalidität 
in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat (vgl. Art. 87 
Abs. 2 und 3 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversi-

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cherung [IVV; SR 831.201]). Die Behandlung der Eintretensfrage durch die 
Verwaltung ist vom Gericht nur zu überprüfen, wenn das Eintreten streitig 
ist (BGE 109 V 108 E. 2b S. 114).

Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache mate-
riell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Per-
son glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsäch-
lich eingetreten ist. Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der 
früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so 
weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zusätzlich noch zu prü-
fen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine rentenbe-
gründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Be-
schwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Ge-
richt (BGE 117 V 198 E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E 2.1). 

Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invaliditätsgrad 
erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuanmeldungsver-
fahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG – durch Ver-
gleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten materiellen Beur-
teilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit demjenigen zur 
Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 S. 112; 130 V 
71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b). 

Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Rentenan-
spruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter Berück-
sichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlaggeben-
den Tatsachenspektrums, neu und ohne Bindung an frühere Invaliditäts-
schätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b S. 200; 
SVR 2021 IV Nr. 36 S. 110 E. 3.1).

3.

3.1 Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung vom 7. Dezem-
ber 2021 (Datum der Postaufgabe; act. II 63) eingetreten und hat über den 
Leistungsanspruch materiell entschieden (act. II 130). Die Frage des Ein-
tretens auf die Neuanmeldung ist – da nicht streitig – vom Gericht nicht zu 

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beurteilen (E. 2.4 erster Absatz hiervor). Zu vergleichen ist der Sachverhalt 
zur Zeit der Verfügung vom 11. Juni 2014 (act. II 35) mit demjenigen, der 
sich bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 30. August 2023 
(act. II 130) entwickelt hat. Angesichts der beidseitigen progredienten Hör-
störung der Versicherten (act. II 5 S. 1, act. II 8 S. 2, act. II 14 S. 2, 
act. II 21 S. 2, act. II 52 S. 1), der rezidivierenden bilateralen Urolithiasis mit 
in den letzten Jahren gehäuft erforderlich gewordenen operativen Eingriffen 
(vgl. act. II 69.2 S. 5, act. II 90 S. 2 f., act. II 95 S. 2 ff., act. II 98 S. 5, 
S. 13 f. und S. 19 ff., act. II 105 S. 10 ff., act. II 106 S. 6 f., act. II 108 
S. 2 f.) und konsekutiver Arbeitsunfähigkeit (vgl. act. II 98 S. 10 ff. sowie 
act. II 84 S. 2 f., act. II 94 S. 2, act. II 97 S. 2, act. II 101 S. 1 f., act. II 104 
S. 3, act. II 110 S. 1 f., act. II 113 S. 2, act. II 114 S. 2, act. II 124 S. 14 und 
16, act. I 9), der im Februar 2022 neu diagnostizierten psychischen Erkran-
kung mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (vgl. act. II 98 S. 5, act. II 124 
S. 9 f. und S. 12, act. II 137 S. 3 [= act. I 5]) und dem Arbeitsplatzverlust 
aus gesundheitlichen Gründen per 31. Dezember 2021 (vgl. act. II 71 S. 2, 
act. II 75 S. 2) sind seit der Verfügung vom 11. Juni 2014 (act. II 35) offen-
sichtlich erhebliche Änderungen des Sachverhalts eingetreten, weshalb der 
Rentenanspruch in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht allseitig neu zu 
prüfen ist (vgl. E. 2.4 vierter Absatz hiervor). Dies ist denn auch unbestrit-
ten. 

3.2 In medizinischer Hinsicht ergibt sich aus den Akten, dass bei der 
Versicherten seit ihrer Kindheit eine beidseitige, zunehmende, hochgradige 
sensorineurale Hörstörung (vgl. act. II 5 S. 1, act. II 8 S. 2, act. II 14 S. 2, 
act. II 21 S. 2, act. II 52 S. 1), ein Morbus Menière resp. ein benigner par-
oxysmaler Lagerungsschwindel (BPLS; vgl. act. II 19 S. 1, act. II 21 S. 2, 
act. II 69.2 S. 5, act. II 95 S. 3, act. II 98 S. 5, 14, 17 und 19, act. II 105 
S. 10 ff. unter weitere Diagnosen, act. II 106 S. 2 , act. II 108 S. 3), eine 
rezidivierende bilaterale Urolithiasis resp. eine rezidivierende bilaterale 
Calciumoxalat-Nephrolithiasis bei einem Verdacht auf einen primären 
Hyperparathyreoidismus bei bilateralen Flankenschmerzen seit dem 
Jugendalter, einem Status nach multiplen spontanen Steinabgängen ab 
ca. 1994, einem Status nach extrakorporaler Stosswellenlithotripsie 
(ESWL) 2005, einem Status nach Urosepsis, Ureterorenoskopie (URS) 
rechts mit Lithotripsie im Oktober 2012, einem Status nach obstruktiver 

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Pyelonephritis links, URS links mit Lithotripsie links im März 2014, einem 
Status nach obstruktiver Pyelonephritis links, URS links und rechts im 
Januar 2017, einem Status nach Einlage eines Doppel-J-Katheters (DJ) 
rechts im Rahmen einer Steinsanierung links am 6. Oktober 2020 und 
nachfolgend sekundärer ureterorenoskopischer Steinsanierung rechts am 
3. November 2020, einem Status nach DJ-Einlage rechts am 14. April 2021 
bei Rezidiv-Ureterolithiasis rechts mit abszedierender obstruktiver Pyelo-
nephritis, einem Status nach computertomographisch gesteuerter Abs-
zesspunktion rechts am 15. April 2021, einem Status nach sekundärer ure-
terorenoskopischer Steinsanierung am 25. Mai 2021, einem Status nach 
erneuten Flankenschmerzen links im Juni 2021 bei computertomo-
graphisch am 14. April 2021 multiplen kleinen Nephrolithen, einem Status 
nach vorbereitender DJ-Einlage am 22. Juni 2021, einem Status nach
DJ-Entfernung am 20. Juli 2021, einem Status nach erneut notfallmässiger 
DJ-Einlage beidseits bei bilateraler und rechts symptomatischer Nephro-
ureterolithiasis am 30. Juni 2022, einem Status nach sekundärer URS mit 
Laserlithotripsie und vollständiger Steinentfernung rechts am 25. Juli 2022 
sowie einem Status nach sekundärer URS mit vollständiger Steinent-
fernung links am 22. August 2022, der Verdacht auf gering ausgeprägten 
primären Hyperparathyreoidismus (ED 11/2022), eine diastolische Hyper-
tonie, eine Thyreoidea multinodosa et cystica, eine fokal noduläre Hyper-
plasie im Lebersegment VIII, ein Nebennierenadenom links, einfache korti-
kale Nierenzysten beidseits (act. II 108 S. 2 f.; vgl. act. II 69.2 S. 5, 
act. II 90 S. 2 f., act. II 95 S. 2 f., act. II 98 S. 5, act. II 98 S. 13 f. und 
S. 19 f., act. II 105 S. 10 ff., act. II 106 S. 7) sowie ein leichtgradiges ob-
struktives Schlafapnoe-Syndrom (act. II 98 S. 5 und S. 22) und eine Chro-
nic-fatigue-Symptomatik (vgl. act. II 98 S. 5, act. II 106 S. 2; DD bei rezidi-
vierender Urolithiasis mit Urosepsis, funktionell) vorliegen. Zudem wurde 
bei der Versicherten im Februar 2022 eine mittelgradige depressive Episo-
de (ICD-10: F32.1) diagnostiziert (act. II 98 S. 5, act. II 124 S. 9 f.). Eine am 
22. September 2021 stattgehabte Avulsionsfraktur der Basis des fünften 
Mittelfussknochens rechts (vgl. act. II 63 S. 6, act. II 69.1 S. 41 und S. 44, 
act. II 74 S. 3, act. II 98 S. 5) ist seit Ende Dezember 2021 unstrittig ohne 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (vgl. act. II 69.1 S. 44, act. II 74 S. 3, 
act. II 98 S. 5). Insgesamt attestieren die behandelnden Ärzte der Versi-
cherten jedoch aufgrund der genannten Diagnosen seit 16. September 

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2021 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit, nachdem ihr bereits davor länge-
re Phasen mit teilweiser oder vollständiger Arbeitsunfähigkeit attestiert 
worden waren (vgl. act. II 98 S. 11 f. sowie act. II 84 S. 2 f., act. II 94 S. 2, 
act. II 97 S. 2, act. II 101 S. 1 f., act. II 104 S. 3, act. II 110 S. 1 f., 
act. II 113 S. 2, act. II 114 S. 2, act. II 124 S. 12, S. 14 und S. 16, act. II 137 
S. 3 [= act. I 5], act. I 9).

3.3 Die Beschwerdegegnerin stützte sich in der angefochtenen Verfü-
gung vom 30. August 2023 (act. II 130) in medizinischer Hinsicht im We-
sentlichen auf die RAD-Aktenbeurteilungen von Dr. med. E.________ 
(act. II 111 S. 4 ff. und act. II 126 S. 2 f.), Dr. med. F.________ (act. II 129 
S. 5 f.) und dipl. Ärztin G.________ (act. II 127). 

In ihrem Bericht vom 17. Januar 2023 (act. II 111 S. 4 ff.) hielt Dr. med. 
E.________ aus versicherungsmedizinischer Sicht fest, bei der Versicher-
ten bestehe ein chronisches Nierensteinleiden. Die Versicherte habe eine 
lange Leidensgeschichte mit zahlreichen operativen Eingriffen in den letz-
ten Jahren, zuletzt im Sommer 2022, hinter sich. Sie sei deshalb nachvoll-
ziehbar körperlich dekonditioniert. Eine weitere Besserung sei mithilfe der 
durchgeführten Ergotherapie zu erwarten. Im weiteren Verlauf sei mit Rezi-
diven der Nierenkoliken zu rechnen. Die Therapie von auftretenden Flan-
kenschmerzen sei symptomatisch. Es bestehe die Notwendigkeit der Ein-
haltung einer strikten Diät und der festgelegten täglichen Flüssigkeitszufuhr 
für die Versicherte. Die Hörbehinderung beidseits sei mit Hörgeräten ver-
sorgt worden. Als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit seien 
die rezidivierende Urolithiasis beidseits mit anhaltenden Flankenschmerzen 
sowie die Schwerhörigkeit beidseits zu nennen (act. II 111 S. 6). Eine Ar-
beitsunfähigkeit von 20 % oder mehr bestehe seit dem 19. November 2020 
mit längerfristigen Unterbrechungen und intermittierender Arbeitsfähigkeit 
für die angestammte Tätigkeit. Der Verlauf im Jahr 2021 entspreche den 
Angaben im Dossier. Im Jahr 2022 sei eine vollständige Arbeitsunfähigkeit 
für eine angepasste Tätigkeit für die Zeit ab 29. Juni 2022 bis längstens 
zum 26. September 2022 nachvollziehbar. Die Versicherte sei immer wie-
der über längere Zeiträume insbesondere wegen des Nierensteinleidens 
arbeitsunfähig gewesen. Die Arbeitsunfähigkeit liege vor wie von der 
Hausärztin attestiert. Eine Erwerbsunfähigkeit liege hingegen nicht vor. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. März 2025, IV 200 2023 680

-12-

Zumutbar seien körperlich leichte bis ausnahmsweise mittelschwere wech-
selbelastende Tätigkeiten ganztags über 8.5 Stunden mit einer zusätzli-
chen Leistungsminderung von 10 – 20 % für vermehrte regelmässige Trink- 
und Erholungspausen. Zu vermeiden seien Zwangshaltungen des 
Oberkörpers (z.B. längeres Verharren in vornüber geneigter Haltung, ob 
stehend oder sitzend), Arbeiten mit repetitiven Rotationsbewegungen des 
Oberkörpers, Rotation des Oberkörpers im Sitzen/Stehen unter Gewichts-
belastung, repetitives Kauern, Bücken oder Tätigkeiten in nach vorne ge-
neigter Haltung, repetitive, stereotype Bewegungsabläufe im Bereich der 
Lendenwirbelsäule sowie unerwartete, asymmetrische Lasteinwirkungen, 
um Flankenschmerzen zu vermeiden. In Ausnahmefällen und in nicht repe-
titiver Weise könnten Gewichte von 10 – 15 kg gehoben und getragen wer-
den. Der Arbeitsplatz dürfe keine erhöhten Anforderungen an das Gehör 
stellen. Das Zumutbarkeitsprofil habe Gültigkeit ab dem 1. Januar 2022, 
nach Ausheilung der Fussfraktur, und sei im letzten Jahr durch Arbeitsun-
fähigkeitszeiten wegen der medizinisch notwendigen Behandlungen unter-
brochen worden. Unter strikter Einhaltung der Therapiemassnahmen Diät 
und Flüssigkeitszufuhr, im Sinne der Schadenminderung, sei nicht von ei-
ner immer wiederkehrenden Erkrankung auszugehen (act. II 111 S. 7). 

Diesbezüglich hielt die RAD-Ärztin Dr. med. F.________ in ihrem Bericht 
vom 16. August 2023 präzisierend fest, es sei aufgrund des Nierensteinlei-
dens davon auszugehen, dass die Versicherte immer wieder durch Nieren-
koliken am Arbeitsplatz ausfallen könne; der Zeitpunkt derselben sei jedoch 
nicht vorhersehbar und das dann auftretende akute Leiden sei mittels me-
dizinischer Massnahmen binnen kurzer Zeit beherrsch- und behebbar. Ein 
erhöhter Pausenbedarf zum Einhalten der empfohlenen Trinkmenge, eben-
so wie zur Möglichkeit der Wechselbelastung resp. von Bewegungspausen, 
sei in dem am 17. Januar 2023 definierten Zumutbarkeitsprofil bereits 
berücksichtigt. Eine weitere funktionelle Einschränkung bei normaler Nie-
renfunktion sei im beruflichen Kontext nicht zu berücksichtigen. Aus medi-
zinischer Sicht könne weiterhin an der somatischen Einschätzung in der 
RAD-Stellungnahme vom 17. Januar 2023 festgehalten werden. Weitere 
Abklärungen seien nicht nötig (act. II 129 S. 5 f.). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. März 2025, IV 200 2023 680

-13-

Hinsichtlich psychiatrischer Problematik hielt die RAD-Ärztin dipl. Ärztin 
G.________ in ihrer ergänzenden Aktenbeurteilung vom 16. August 2023 
(act. II 127) fest, gemäss Erstbeurteilungsbericht der psychiatrischen 
Dienste J.________ vom 8. Februar 2022 (act. II 124 S. 9 f.) habe die Ver-
sicherte im Rahmen des Arbeitsplatzverlustes psychische Beschwerden 
entwickelt. Sie leide unter Erschöpfung, Schlafstörungen, Freudlosigkeit, 
Antriebsverminderung, Angst vor der Arbeitslosigkeit, Traurigkeit, Affekt-
inkontinenz (weinerlich), Interessenlosigkeit und Insuffizienzgefühlen. Auf-
grund der subjektiven Beschwerden und des erhobenen Befundes sei die 
Diagnose einer mittelgradigen depressiven Episode (ICD-10: F32.1) ge-
stellt und eine ambulante psychotherapeutische sowie antidepressive me-
dikamentöse Behandlung empfohlen worden. Anhand der vorliegenden 
Dokumentation könne bestätigt werden, dass es sich um eine psychische 
Störung handle, die behandlungsbedürftig sei und zeitweise zu vollständi-
ger Arbeitsunfähigkeit geführt habe. Unter den von medizinischen Fachge-
sellschaften anerkannten therapeutischen Massnahmen sei die Prognose 
der Störung jedoch günstig; es gebe damit keine Hinweise auf eine invalidi-
sierende Erkrankung im Sinne eines überdauernden Gesundheitsschadens 
(act. II 127 S. 1).

In der Folge hielt die RAD-Ärztin Dr. med. E.________ in ihrer abschlies-
senden Stellungnahme vom 16. August 2023 (act. II 126 S. 2 f.) fest, nach 
den Würdigungen der Akten durch die RAD-Fachärztinnen Dr. med. 
F.________ und dipl. Ärztin G.________ könne sowohl von somatischer 
als auch von psychiatrischer Seite an der RAD-Stellungnahme vom 17. Ja-
nuar 2023 (act. II 111 S. 4 ff.) festgehalten werden; weitere Abklärungen 
seien nicht nötig (act. II 126 S. 3).

3.4 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. März 2025, IV 200 2023 680

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Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Auch reine Aktengutachten können beweiskräftig sein, sofern ein lückenlo-
ser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beur-
teilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht, mit-
hin die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hin-
tergrund rückt. Dies gilt grundsätzlich auch in Bezug auf Berichte und Stel-
lungnahmen Regionaler Ärztlicher Dienste (SVR 2020 IV Nr. 38 S. 133, 
9C_651/2019 E. 4.3). Trotz dieser grundsätzlichen Beweiseignung kommt 
den Berichten versicherungsinterner medizinischer Fachpersonen praxis-
gemäss nicht dieselbe Beweiskraft zu wie einem gerichtlichen oder im Ver-
fahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger veranlassten Gutach-
ten unabhängiger Sachverständiger. Soll ein Versicherungsfall ohne Einho-
lung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Be-
weiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur ge-
ringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsin-
ternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzu-
nehmen (BGE 145 V 97 E. 8.5 S. 105, 142 V 58 E. 5.1 S. 65, 139 V 225 
E. 5.2 S. 229, 135 V 465 E. 4.4 S. 470; Urteil des BGer 8C_434/2023, 
8C_436/2023 vom 10. April 2024 E. 4.3, nicht publ. in: BGE 150 V 188, 
aber in: SVR 2024 UV Nr. 27 S. 107).

3.5 An der Schlüssigkeit der Annahmen des RAD in den Berichten vom 
17. Januar 2023 (act. II 111 S. 4 ff.) und 16. August 2023 (act. II 126 S. 2 f., 
act. II 127, act. II 129 S. 5 f.) bestehen – insbesondere in Bezug auf die 
psychiatrische Beurteilung von dipl. Ärztin G.________ (act. II 127) – zu-
mindest geringe Zweifel. Dipl. Ärztin G.________ bestätigt aufgrund der 
Berichte der Behandler, dass bei der Beschwerdeführerin eine psychische 
Störung vorliege, welche behandlungsbedürftig sei und zeitweise zu einer 
vollständigen Arbeitsunfähigkeit geführt habe. Danach hielt dipl. Ärztin 
G.________ in allgemeiner Weise fest, dass die Prognose der betreffenden 
Störung günstig sei und es keine Hinweise für eine Erkrankung im Sinne 
eines überdauernden Gesundheitsschadens gebe (act. II 127 S. 1). Diese 
Beurteilung basiert einzig auf den Angaben im Erstbeurteilungsbericht der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. März 2025, IV 200 2023 680

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psychiatrischen Dienste J.________ vom 8. Februar 2022 (act. II 124 
S. 9 f.). Auf das formal in die psychiatrische RAD-Aktenbeurteilung 
einbezogene Arbeitsunfähigkeitszeugnis der psychiatrischen Dienste 
J.________ vom 18. Juli 2023, wonach die Versicherte seit Behandlungs-
beginn am 8. Februar 2022 bis auf Weiteres aufgrund der depressiven 
Symptomatik in Verbindung mit den somatischen Problemen zu 100 % ar-
beitsunfähig sei (act. II 124 S. 12), ging die RAD-Ärztin in ihren Ausführun-
gen mit keinem Wort ein. 

Die Therapierbarkeit oder Behandelbarkeit einer psychischen Störung sagt, 
für sich allein betrachtet, nichts über deren invalidisierenden Charakter aus. 
Für die Entstehung des Anspruchs auf eine Invalidenrente im Besonderen 
ist immer und einzig vorausgesetzt, dass während eines Jahres (ohne we-
sentlichen Unterbruch) eine mindestens 40%ige Arbeitsunfähigkeit nach 
Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG bestanden hat und eine anspruchsbegründende 
Erwerbsunfähigkeit gemäss Art. 16 ATSG oder Art. 8 Abs. 3 ATSG in Ver-
bindung mit Art. 28a Abs. 2 und 3 IVG weiterhin besteht (BGE 127 V 294 
E. 4c S. 298; SVR 2024 IV Nr. 9 S. 26, 9C_327/2022 E. 4.2). Zwar lässt 
sich eine mittelgradige depressive Störung ohne nennenswerte Interferen-
zen durch psychiatrische Komorbiditäten gemäss höchstrichterlicher 
Rechtsprechung im Allgemeinen nicht als schwere psychische Krankheit 
definieren (vgl. BGE 148 V 49; SVR 2024 IV Nr. 30 S. 102, 8C_492/2023 
E. 5.1). Die RAD-Ärztin dipl. Ärztin G.________ hat in ihrer Stellungnahme 
vom 16. August 2023 jedoch bestätigt, dass diese im Falle der Beschwer-
deführerin zeitweise zu einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit geführt hat. 
Auch wenn in Bezug auf eine mittelgradige depressive Störung ohne nen-
nenswerte Interferenzen durch psychiatrische Komorbiditäten im Allgemei-
nen ein bedeutendes therapeutisches Potential besteht (vgl. act. II 127 
S. 1), lässt dies – zumindest nach dem aktuellen Stand der medizinischen 
Akten – nicht ohne Weiteres den Schluss zu, sie habe in jedem Fall nicht 
während eines Jahres (ohne wesentlichen Unterbruch) eine mindestens 
40%ige Arbeitsunfähigkeit verursacht. Umso weniger, als der Beschwerde-
führerin durch die psychiatrischen Dienste J.________ für die Zeit ab 
8. Februar 2022 und über das Datum der angefochtenen Verfügung hinaus 
unverändert eine vollständige Arbeitsunfähigkeit attestiert wird (act. I 5). Im 
Zeitpunkt der RAD-ärztlichen Beurteilung fand sich in den gesamten Akten 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. März 2025, IV 200 2023 680

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kein Hinweis auf einen seit der Erstbeurteilung durch die psychiatrischen 
Dienste J.________ vom 8. Februar 2022 gebesserten psychischen Ge-
sundheitszustand. 

Umgekehrt lassen die Berichte und Arbeitsunfähigkeitsatteste der psychia-
trischen Dienste J.________ (act. II 124 S. 9 f. und S. 12, act. I 5) auch 
nicht ohne Weiteres den Schluss zu, es habe im Zeitpunkt der angefochte-
nen Verfügung vom 30. August 2023 (act. II 130) ein invalidisierender psy-
chischer Gesundheitsschaden vorgelegen. Damit bei einer mittelgradigen 
depressiven Störung ohne nennenswerte Interferenzen durch psychia-
trische Komorbiditäten bei bestehendem bedeutendem therapeutischem 
Potential – wie vorliegend – auf eine invalidisierende Erkrankung geschlos-
sen werden kann, müssen gewichtige Gründe vorliegen (vgl. BGE 148 V 
49; SVR 2024 IV Nr. 30 S. 102, 8C_492/2023 E. 5.1). Aufgrund der bishe-
rigen Akten sind solche weder erstellt noch ausgeschlossen. Eine entspre-
chende Nachfrage bei den psychiatrischen Diensten J.________ ist unter-
blieben und es wurden diesbezüglich auch keine anderen echtzeitlichen 
Abklärungen getroffen. Überdies unterliess der RAD die Beurteilung der 
Schwerhörigkeit und des Morbus Menière, obwohl aktenkundig ist, dass die 
Beschwerdeführerin unter diesen gesundheitlichen Problemen leidet und 
sie laut ehemaliger Arbeitgeberin dadurch bei der Arbeit vermehrt beein-
trächtigt wurde (vgl. act. II 52, act. II 69.1 S. 34 und S. 44, act. II 74 S. 3, 
act. II 98 S. 5 und S. 17 ff.). Damit fehlt gleichsam eine interdisziplinäre 
Gesamtbeurteilung des Gesundheitszustandes, was angesichts der ver-
schiedenen gesundheitlichen Einschränkungen vorliegend unerlässlich 
erscheint.

3.6 Mit Blick auf das Dargelegte ist zusammenfassend festzuhalten, 
dass zumindest geringe Zweifel (vgl. BGE 145 V 97 E. 8.5 S. 105, 142 V 58 
E. 5.1 S. 65) an der Schlüssigkeit der versicherungsinternen RAD-ärztli-
chen Beurteilungen bestehen bzw. dass die vorhandenen medizinischen 
Akten keine hinreichend zuverlässige Grundlage für die Beurteilung der 
medizinischen Situation resp. von deren Auswirkung auf die Arbeitsfähig-
keit der Beschwerdeführerin bilden. Bei vorliegender Ausgangslage bedarf 
es – wie beschwerdeweise beantragt – einer externen polydisziplinären 
Begutachtung. Die Beschwerde ist somit (soweit auf sie eingetreten werden 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. März 2025, IV 200 2023 680

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kann; siehe E. 1.2 hiervor) gutzuheissen, die angefochtene Verfügung der 
Beschwerdegegnerin vom 30. August 2023 (act. II 130) aufzuheben und 
die Sache zur Einholung eines entsprechenden polydisziplinären Gutach-
tens und anschliessend neuer Verfügung über den Rentenanspruch an die 
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. 

Weiterungen zur Verwertbarkeit respektive zur Ermittlung des Invaliditäts-
grades erübrigen sich damit, da zuerst die Arbeitsfähigkeit korrekt ermittelt 
werden muss. 

4.

Nachdem bereits allein aufgrund der Akten die Beschwerde gutzuheissen 
ist, kann von der Durchführung der von der Beschwerdeführerin beantrag-
ten öffentlichen Verhandlung abgesehen werden (vgl. BGE 136 I 279 E. 1 
S. 281; SVR 2024 ALV Nr. 13 S. 48, 8C_638/2023 E. 3.2).

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). Der geleistete Kostenvor-
schuss von Fr. 800.-- ist der Beschwerdeführerin nach Eintritt der Rechts-
kraft des Urteils zurückzuerstatten.

5.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Versicherungsgericht festge-
setzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streit-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. März 2025, IV 200 2023 680

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sache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 1 Abs. 1 
IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG).

Die von Rechtsanwalt B.________ geltend gemachten Parteikosten im 
Umfang von insgesamt Fr. 7'202.85 bei einem zeitlichen Aufwand von 
20.38 Stunden sind jenseits des Gebotenen: Es stellten sich vorliegend 
keine schwierigen tatsächlichen oder rechtlichen Fragen, sondern es war 
insbesondere zu klären, ob auf die RAD-Beurteilung abgestellt werden 
kann oder nicht; auch sind die Akten nicht besonders umfangreich und 
Rechtsanwalt B.________ hat bereits den Einwand im Vorbescheidverfah-
ren verfasst, dessen Inhalt war, dass man nicht auf die RAD-Beurteilung 
abstellen kann. Mit Blick hierauf sowie im Vergleich zu ähnlich gelagerten 
Fällen und die dafür vom angerufenen Gericht zugesprochenen Anwalts-
gebühren erscheint eine Parteientschädigung von ermessensweise pau-
schal (inkl. Auslagen und MWST) Fr. 4'500.-- als angemessen. Diesen Be-
trag hat die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin zu ersetzen.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde, soweit auf sie eingetreten werden 
kann, wird die angefochtene Verfügung der IV-Stelle Bern vom 30. Au-
gust 2023 aufgehoben und die Sache an die Beschwerdegegnerin 
zurückgewiesen, damit sie – nach Vornahme der Abklärungen im Sin-
ne der Erwägungen – neu verfüge.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt. Der von der Beschwerdeführerin geleistete 
Kostenvorschuss von Fr. 800.-- wird ihr nach Eintritt der Rechtskraft 
des Urteils zurückerstattet.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. März 2025, IV 200 2023 680

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3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf pauschal (inkl. Auslagen und MWST) 
Fr. 4'500.--, zu ersetzen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt und Notar B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Die Kammerpräsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.