# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 65f1b08e-a0cb-5919-9651-4fa2e99e6a7f
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-08-06
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 06.08.2020 20-3407
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_20-3407_2020-08-06.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 1/15

Publikationsplattform

Kanton St.Gallen und St.Galler Gemeinden

Fall-Nr.: 20-3407

Stelle: Generalsekretariat Bau- und Umweltdepartement

Instanz: Bau- und Umweltdepartement

Publikationsdatum: 20.08.2020

Entscheiddatum: 06.08.2020

BDE 2020 Nr. 64
Art. 18 und 48 VRP. Bei der Rekursbegründung wird vom Rekurrenten 
erwartet, dass er sich wenigstens in den Grundzügen zu den tatsächlichen 
und rechtlichen Mängeln des angefochtenen Entscheids äussert. Andernfalls 
kann auf den Rekurs – mangels Begründung – nicht eingetreten werden 
(Erw. 1.2). Beim Entscheid über die Gewährung vorsorglicher Massnahmen 
sind die Aussichten über den Ausgang des Verfahrens in der Hauptsache in 
der Regel nicht von entscheidender Bedeutung und nur mit Zurückhaltung in 
die Interessenabwägung einzubeziehen. Nach der Rechtsprechung ist allein 
schon mit Blick auf die (unbestrittene) Bewilligungspflicht einer Baute, 
Anlage oder Nutzung – die ohne Bewilligung ausgeführt wurde – in der Regel 
ein vorsorgliches Nutzungsverbot gerechtfertigt (Erw. 3).

BDE 2020 Nr. 64 finden Sie im angehängten PDF-Dokument

Kanton St.Gallen 

Baudepartement 

 

 
 

  

 

 

 

 

 

20-3407 

 

Entscheid Nr. 64/2020 vom 6. August 2020 

Rekurrentin 

 

  

 A.___,  

 

 

   

gegen 

 

 

Vorinstanz  Baukommission Z.___ (Entscheid vom 30. April 2020) 

 

 

Rekursgegner 1 

 

Rekursgegnerin 2 

 

 

 B.___,  

 

C.___,  

 

 

Betreff  Baubewilligung Korrektur Umgebungsgestaltung 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 64/2020), Seite 2/14 

 

Sachverhalt 

A.  

a) Die Stockwerkeigentümergemeinschaft M.___strasse, Z.___, ist 

Eigentümerin von Grundstück Nr. 001 Grundbuch Z.___, an der 

M.___strasse in Z.___. Das Grundstück liegt gemäss geltendem Zo-

nenplan der Stadt Z.___ vom 25. Februar 1980 in der Wohnzone für 

Einfamilienhäuser. Das Grundstück ist mit dem Gestaltungsplan 

"Y.___" (im Folgenden Gestaltungsplan) mit besonderen Vorschriften 

(besV) vom 8. Juli 2008 überlagert.  

 

b) Bereits am 5. Oktober 2015 hatte die Baukommission Z.___ der 

A.___, Z.___, im Plangebiet den Bau von drei Terrassenhäusern in-

klusive einer gemeinsamen Tiefgarage bewilligt; die Überbauung ist 

inzwischen erstellt.  

 

c) Die Erschliessung der Tiefgarage der Gesamtüberbauung er-

folgt ab der N.___strasse über den O.___steig, eine Gemeindestrasse 

3. Klasse. Nördlich des Plangebiets verläuft die M.___strasse (Ge-

meindestrasse 2. Klasse), von der – unmittelbar östlich des Plange-

biets – eine Privatstrasse nach Süden abzweigt.  

 

d) Nach dem am 5. Oktober 2015 bewilligten Umgebungsplan wa-

ren bei den drei ab der Privatstrasse erschlossenen Hauszugängen 

(zwischen Hausfassade und Privatstrasse) Kiesflächen und Blumen-

wiesen vorgesehen. Zur Abgrenzung gegenüber der Privatstrasse wa-

ren ein Drahtgitterzaun mit Kletterpflanzen (bei den Häusern 

M.___strasse 1a und 1b) bzw. eine Thujenhecke (bei Haus 

M.___strasse 1c) geplant und bewilligt. 

 

e) Während der Ausführung der Bauarbeiten wandten sich die Ei-

gentümer der östlich der Privatstrasse gelegenen Grundstücke an das 

Hochbauamt der Stadt Z.___ und reklamierten, dass die Umgebungs-

gestaltung im Bereich der Hauszugänge zu den Gebäuden 

M.___strasse 1a und 1b nicht entsprechend den bewilligten Plänen 

ausgeführt worden sei. Entlang der Privatstrasse seien kein Zaun und 

zudem – anstelle der Blumenwiesen – zwei Wendeplätze erstellt wor-

den. 

 

 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 64/2020), Seite 3/14 

 

 

f) In der Folge reichte die A.___ dem Hochbauamt ein Korrektur-

gesuch "Umgebungsgestaltung 3O.___" ein. Nach dem Umgebungs-

plan vom 29. März 2018 sollten – wie bereits ausgeführt – entlang der 

Privatstrasse (bei den Gebäuden M.___strasse 1a und 1b) auf einen 

Zaun verzichtet und zwei beschilderte Wende- und Umschlagplätze 

nachträglich bewilligt werden. Am 15. August 2018 entschied die Bau-

kommission über das Baugesuch und die dagegen erhobene Einspra-

che wie folgt: 

 
"Der revidierte Umgebungsplan vom 29.03.2018 wird mit 
Ausnahme der zwei Wende- und Umschlagplätze bewilligt. 
Nicht bewilligt werden die Bezeichnung und damit auch die 
Nutzung der zwei Plätze entlang der Privatstrasse als 
"Wende- und Umschlagplatz". 

Die Baubewilligung wird mit folgender Auflage verbunden: 

Die A.___ (Bauherrschaft) wird verpflichtet, bei den im revi-
dierten Umgebungsplan vom 29.03.2018 mit "Wende- und 
Umschlagplätze" bezeichneten Plätzen auf dem Baugrund-
stück geeignete Vorkehrungen anzubringen (Pfosten, Blu-
mentröge oder ähnliches), damit eine Zufahrt ab der Pri-
vatstrasse nicht möglich ist." 

g) Gegen diesen Entscheid erhob die A.___ am 30. August 2018 

Rekurs beim Baudepartement (Verfahren Nr. 18-5546). Nachdem der 

zuständige Sachbearbeiter der Rechtsabteilung der Rekurrentin tele-

fonisch mitgeteilt hatte, dass der Rekurs nach einer ersten Beurteilung 

kaum Aussicht auf Erfolg habe, zog diese das Korrekturgesuch "Um-

gebungsgestaltung 3O.___" am 14. Januar 2019 beim Hochbauamt 

Z.___ zurück, worauf der Rekurs am 15. Januar 2019 als gegen-

standslos geworden von der Geschäftsliste des Baudepartementes 

abgeschrieben wurde. 

 

h) In der Folge forderte das Hochbauamt Z.___ die A.___ auf, ent-

weder ein neues, bewilligungsfähiges Baugesuch einzureichen oder 

den rechtmässigen Zustand gemäss dem am 5. Oktober 2015 bewil-

ligten Umgebungsplan herzustellen. 

 

B.  

a) Am 2. September 2019 reichte die A.___ beim Hochbauamt 

nochmals dasselbe (am 14. Januar 2019 zurückgezogene) Korrektur-

gesuch für die "Umgebungsgestaltung 3O.___" zur Bewilligung ein.  

 

b) Innert der Auflagefrist vom 13. bis 26. September 2019 erhoben 

B.___, M.___strasse 4a, und C.___, M.___strasse 4b, beide Z.___, 

Einsprache gegen das Bauvorhaben. Sie rügten, die strassenmässige 

Erschliessung des Plangebiets habe gemäss Gestaltungsplan zwin-

gend vom O.___steig her zu erfolgen. Deshalb seien die bereits er-

stellten Wende- und Umschlagplätze an der Privatstrasse weder nötig 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 64/2020), Seite 4/14 

 

noch zulässig. Die Baubewilligung sei zu verweigern und einem allfäl-

ligen Rekurs die aufschiebende Wirkung zu entziehen, damit die un-

rechtmässig erstellten Plätze nun auch endlich nicht mehr genutzt wer-

den könnten. 

 

c) Am 30. April 2020 erliess die Baukommission Z.___ folgenden 

Beschluss:  

 
I. Baubewilligungs- und Einspracheentscheid 

1. Die Einsprache von B.___ wird im Sinne der Erwägun-
gen teilweise gutgeheissen, im Übrigen jedoch abge-
wiesen. 

2. Die Einsprache von C.___ wird im Sinne der Erwägun-
gen teilweise gutgeheissen, im Übrigen jedoch abge-
wiesen. 

3. Der revidierte Umgebungsplan vom 29.03.2018, un-
terzeichnet am 02.09.2019, wird mit Ausnahme der 
zwei Wende- und Umschlagplätze bewilligt. Nicht be-
willigt werden die Bezeichnung und damit auch die 
Nutzung der zwei Plätze entlang der Privatstrasse als 
"Wende- und Umschlagplatz". 

Die Baubewilligung wird mit folgender Auflage verbun-
den: 

Die A.___ (Bauherrschaft) wird verpflichtet, bei den im 
revidierten Umgebungsplan vom 29.03.2018, unter-
zeichnet am 02.09.2019, mit "Wende- und Umschlag-
plätze" bezeichneten Plätzen innert 30 Tagen seit 
Rechtskraft dieser Anordnung auf dem Baugrundstück 
geeignete Vorkehrungen (Pfosten, Blumentröge oder 
ähnliches) anzubringen und dauernd zu erhalten, da-
mit eine Zufahrt ab der Privatstrasse nicht möglich ist. 

Für den Unterlassungsfall wird die Ersatzvornahme 
auf Kosten der Pflichtigen angedroht. 

4. Die Grundeigentümer (…) werden verpflichtet, die mit 
der Auflage zur Baubewilligung angeordneten Mass-
nahmen (Anbringen von Vorkehrungen, welche eine 
Zufahrt ab der Privatstrasse verunmöglichen; Andro-
hen der Ersatzvornahme; Ausrundung im Einmün-
dungsbereich) zu dulden. 

5. Die Entscheidgebühr (Verfahrenskosten) beträgt 
Fr. 2'000.– und ist von der Baugesuchstellerin (A.___) 
zu bezahlen. 

6. (Rechtsmittel) 

II. Anordnung von vorsorglichen Massnahmen 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 64/2020), Seite 5/14 

 

1. Als vorsorgliche Massnahme wird folgendes angeord-
net:  

Die A.___ (Bauherrschaft) wird verpflichtet, bei den im 
revidierten Umgebungsplan vom 29.03.2018, unter-
zeichnet am 02.09.2019, mit "Wende- und Umschlag-
plätze" bezeichneten Plätzen innert 30 Tagen seit 
Rechtskraft dieser Anordnung auf dem Baugrundstück 
geeignete Vorkehrungen anzubringen (Pfosten, Blu-
mentröge oder ähnliches), damit eine Zufahrt ab der 
Privatstrasse nicht möglich ist.  

Für den Unterlassungsfall wird die Ersatzvornahme 
auf Kosten der Pflichtigen angedroht. 

2. Die Grundeigentümer (…) werden verpflichtet, die an-
geordneten vorsorglichen Massnahmen (Anbringen 
von Vorkehrungen, welche eine Zufahrt ab der Pri-
vatstrasse verunmöglichen; Androhen der Ersatzvor-
nahme) zu dulden. 

3. (Strafandrohung) 

4. (Rechtsmittel) 

 

Zur Begründung wurde zusammenfassend ausgeführt, gemäss den 

Festlegungen des Gestaltungsplans sei entlang der Privatstrasse kein 

Fahrzeugverkehr zugelassen. Die bereits erstellten Wende- und Um-

schlagplätze könnten deshalb nicht nachträglich bewilligt werden. Die 

übrige Ausgestaltung der Vorgartenbereiche sei dagegen bewilli-

gungsfähig. Der von den Einsprechern beantragte Entzug der auf-

schiebenden Wirkung für ein allfälliges Rekursverfahren sei – mangels 

Vorliegens der Voraussetzungen – nicht möglich. Stattdessen werde 

die Baugesuchstellerin im Rahmen einer vorsorglichen Massnahme 

angewiesen, innert 30 Tagen seit Rechtskraft dieser Anordnung auf 

dem Baugrundstück geeignete Vorkehrungen anzubringen, damit eine 

Zufahrt ins Plangebiet ab der Privatstrasse nicht mehr möglich sei. 

Weil die Baugesuchstellerin nicht mehr Alleineigentümerin des Bau-

grundstücks sei, würden zudem die Stockwerkeigentümer verpflichtet, 

die Auflage zur Baubewilligung und die vorsorgliche Massnahme zu 

dulden. 

 

C.  

Gegen diesen Beschluss erhob die A.___ mit Schreiben vom 8. Mai 

2020 Rekurs beim Baudepartement. Mit Rekursergänzung vom 

25. Mai 2020 werden folgende Anträge gestellt:  

 
1. Der Bewilligungs- und Einspracheentscheid vom 

30. April 2020 betreffend Baugesuch Nr. 12815/3 sei 
folgendermassen zu ändern: 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 64/2020), Seite 6/14 

 

a) Ziff. I 1 und 2 seien insofern aufzuheben, als die 
Einsprachen B__ und C.__ teilweise gutgeheissen 
werden; 

b) Ziff. I 3 sei insofern aufzuheben, als die Bezeich-
nung und Nutzung der zwei entlang der Pri-
vatstrasse angeordneten Plätze als Wende- und 
Umschlagplätze nicht bewilligt, mit einer Auflage 
betreffend Verhinderung der Zufahrt verknüpft und 
zudem die Ersatzvornahme für den Unterlassungs-
fall angedroht wird; 

c) Ziff. I 4 und 5 seien aufzuheben; 

d) Ziff. II 1 bis und mit 3 seien aufzuheben. 

2. Die Bewilligung für die Nutzung der gemäss Bauge-
such vom 2. September 2019 samt Umgebungsplan 
vom 2. September 2019 entlang der Privatstrasse an-
geordneten Plätze als Wende- und Umschlagplätze 
sei zu erteilen. 

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge.  

4. Verfahrensantrag: Das vorliegende Rekursverfahren 
sei bis zur rechtskräftigen Erledigung des von der Re-
kurrentin beim Stadtrat Z.___ am 25. Mai 2020 gestell-
ten Plangesuchs zu sistieren. 

 

Zur Begründung wird geltend gemacht, die Baubewilligung werde nur 

insofern angefochten, als die Nutzung der beiden Plätze als Wende- 

und Umschlagplätze untersagt worden sei. Der Gestaltungsplan biete 

keine genügende rechtliche Grundlage, um der vorgesehenen Nut-

zung der beiden Plätze die Bewilligung zu verweigern. Die Wende- und 

Umschlagplätze seien notwendig, weil die drei Häuser mit 

"M.___strasse 1a bis 1c" adressiert seien, was zur Folge habe, dass 

ortsunkundige Besucher und Lieferanten nicht über den O.___steig, 

sondern eben über die M.___strasse zufahren würden und sich auf 

der von dort nach Süden abzweigenden Privatstrasse auf der richtigen 

Zufahrt zur "Überbauung 3O.___" glaubten. Wenn das im Gestal-

tungsplan vielleicht auch nicht so geplant gewesen sei, erfolgten diese 

Zufahrten über die Privatstrasse völlig rechtmässig, weil den Stock-

werkeigentümern auf dieser ein unbeschränktes Fahrrecht eingeräumt 

worden sei. Wer aber rechtmässig zufahre, müsse auch wieder recht-

mässig wegfahren können. Weil die Privatstrasse über keine Wende-

möglichkeit verfüge, müssten eben die beiden Wende- und Umschlag-

plätze dafür genutzt werden können. Die verfügte Auflage sowie die 

gleichlautende vorsorgliche Massnahme seien jedenfalls unrechtmäs-

sig und deshalb aufzuheben. 

 

D.  

a) Mit Vernehmlassung vom 8. Juni 2020 beantragen die Rekurs-

gegner 1, den Rekurs unter Kostenfolge abzuweisen. Zur Begründung 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 64/2020), Seite 7/14 

 

wird geltend gemacht gemäss Gestaltungsplan dürften die Erschlies-

sungsbereiche ausschliesslich für die Fussgängererschliessung ge-

nutzt werden. Der illegale Zustand bestehe nunmehr seit drei Jahren; 

folglich sei die Anordnung der vorsorglichen Massnahme richtig. 

 

b) Mit Vernehmlassung vom 17. Juni 2020 beantragt die  

Vorinstanz, der Rekurs und das Sistierungsgesuch seien abzuweisen, 

soweit darauf einzutreten sei.  

 

c) Mit Vernehmlassung vom 17. Juni 2020 beantragt die Rekurs-

gegnerin 2 sinngemäss, der Rekurs sei abzuweisen, weil die Er-

schliessung sämtlicher – nicht nur jene der unteren sechs – Stockwer-

keigentumseinheiten nach den besV des Gestaltungsplans ab dem 

O.___steig zu erfolgen habe. 

Erwägungen 

1.  

1.1 Die Zuständigkeit des Baudepartementes ergibt sich aus 

Art. 43bis des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (sGS 951.1; 

abgekürzt VRP).  

 

1.2 Die Frist- und Formerfordernisse von Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 

VRP sind – unter folgendem Vorbehalt – erfüllt.  

 

1.2.1 Art. 48 Abs.1 VRP bestimmt, dass der Rekurs einen Antrag so-

wie eine Darstellung des Sachverhalts und eine Begründung enthalten 

muss. Weiter ist der Rekurs zu unterzeichnen. Fehlt eine dieser for-

mellen Gültigkeitsvoraussetzungen, ist dem Rekurrenten eine Frist zur 

Ergänzung des Rekurses anzusetzen. Zugleich ist ihm anzudrohen, 

dass nach unbenütztem Ablauf dieser Frist auf den Rekurs nicht ein-

getreten werde (Art. 48 Abs. 3 VRP). 

 

1.2.2 An die Qualität und die Ausgestaltung der Rekursbegründung 

dürfen keine grossen Anforderungen gestellt werden. Nach der Recht-

sprechung des Verwaltungsgerichtes ist von einer Rekursbegründung 

aber zu erwarten, dass sie sich mit dem angefochtenen Entscheid aus-

einandersetzt. Eine Begründung ist deshalb nur dann als ausreichend 

zu werten, wenn Argumente vorgebracht werden, nach denen ein Ent-

scheid oder eine Verfügung auf einer fehlerhaften Sachverhaltsfest-

stellung oder Rechtsanwendung beruht. Wenn sich die Vorbringen 

demgegenüber nicht auf den angefochtenen Entscheid bzw. dessen 

Motive beziehen, genügt die Begründung den Anforderungen nicht. 

Somit wird vom Rekurrenten ein Mindestmass an Sorgfalt verlangt, 

und es wird von ihm erwartet, dass er wenigstens ansatzweise dartut, 

warum er mit einzelnen Bedingungen und Auflagen nicht einverstan-

den ist. Entsprechend hat sich ein Rekurs zumindest in den Grundzü-

gen zu den tatsächlichen und rechtlichen Mängeln des angefochtenen 

Entscheids zu äussern (GVP 2011 Nr. 110 mit Hinweisen). 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 64/2020), Seite 8/14 

 

 

1.2.3 Die Rekurrentin stellt in den Ziff. 1b, 1c und 1d ihrer Rekurser-

gänzung vom 25. Mai 2020 u.a. die Anträge, die Ziff. I 3, 4 und 5 und 

die Ziff. II 2 und 3 des Dispositivs der angefochtenen Verfügung vom 

30. April 2020 seien aufzuheben. Eine Begründung, weshalb die 

Ziff. I 3 (soweit sie die Ersatzvornahme betrifft), 4 (Duldungspflicht der 

Grundeigentümer) und 5 (Entscheidgebühr) bzw. die Ziff. II 2 (Dul-

dungspflicht der Grundeigentümer) und 3 (Strafandrohung) der ange-

fochtenen Verfügung aufgehoben werden sollen, bleibt die Rekurren-

tin indessen schuldig. Sie setzt sich in der Rekursbegründung über-

haupt nicht mit den diesbezüglich gestellten Anträgen auseinander 

und bringt auch nicht ansatzweise vor, welche rechtlichen Mängel 

diese Auflagen der angefochtenen Verfügung aufweisen könnten. Es 

ist jedoch nicht die Aufgabe der Rekursinstanz – ohne entsprechenden 

Hinweis seitens des Rekurrenten – nach einer Begründung für dessen 

Anträge zu suchen. Nachdem es die Rekurrentin versäumt hat, tat-

sächliche oder rechtliche Mängel der gerügten Auflagen geltend zu 

machen, hat sie die ihr nach Art. 48 Abs. 1 VRP obliegende Begrün-

dungspflicht verletzt. Auf die oben genannten, in den Ziff. 1b (aller-

dings nur betreffend Ersatzvornahme), 1c und 1d der Rekursergän-

zung vom 25. Mai 2020 gestellten Rekursanträge ist folglich nicht ein-

zutreten. 

 

1.3 Die Rekursberechtigung ist gegeben (Art. 45 VRP). Auf den Re-

kurs ist deshalb im Übrigen einzutreten. 

 

2.  

Die Rekurrentin macht geltend, der Gestaltungsplan biete keine genü-

gende rechtliche Grundlage, um der vorgesehenen Nutzung der bei-

den Plätze die Bewilligung zu verweigern. Die beiden Plätze lägen in-

nerhalb der im Gestaltungsplan festgelegten "Umgebungsfläche" und 

innerhalb des der Umgebungsfläche vorgelagerten "Erschliessungs-

bereichs". Entgegen den Ausführungen der Vorinstanz fänden sich in 

den besV keine Anhaltspunkte dafür, dass innerhalb der Umgebungs-

fläche und des Erschliessungsbereichs keine Wendemanöver durch-

geführt oder diese Fläche nicht für ein kurzfristiges Abstellen von Fahr-

zeugen zum Umschlag von Waren oder Personen genutzt werden 

dürften. 

 

2.1 Der Gestaltungsplan beinhaltet als verbindliches Element nach 

Art. 1 Abs. 1 besV folgende planerische Darstellung im Massstab 

1:500: 

 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 64/2020), Seite 9/14 

 

 
 

2.2 Aus dem Planungsbericht vom 10. März 2008 zum 

Gestaltungsplan ergibt sich, dass für das Grundstück Nr. 001 vor 

Erlass des Gestaltugsplans umfangreiche Abklärungen zur 

Erschliessung getätigt worden seien, um gerade diesbezüglich eine 

optimale Lösung zu erreichen (Planungsbericht, Ziff. 1 

[Ausgangslage]). In Ziff. 2 (Übergeordnete Erschliessung) des 

Planungsberichts wird ausgeführt, dass es den Leitsätzen der Stadt 

Z.___ entspreche, im Sinn einer Verkehrsentlastung des Stadtkerns 

den motorisierten Individualverkehr (MIV) aus dem Plangebiet direkt 

an die N.___strasse (Kantonsstrasse) anzuschliessen. Erklärt wird 

das konkret damit, dass die westlich des Plangebiets verlaufende 

P.___strasse eine wichtige Fusswegverbindung sei, die für die 

Erschliessung keinen MIV aufnehmen könne. Die nördlich des 

Plangebiets verlaufende M.___strasse sei für zusätzlichen 

Erschliessungsverkehr zu schmal, und eine Erschliessung von der 

R.___strasse über die Q.___- und M.___strasse würde eine 

zusätzliche Beanspruchung des Stadtzentrums bewirken. Aus diesen 

Gründen wurde die Art und Weise der Erschliessung des Plangebiets 

in Art. 3 besV verbindlich festgeschrieben. Nach Abs. 1 dieser 

Bestimmung erfolgt die Zu- und Wegfahrt für Motorfahrzeuge 

unterirdisch vom Grundstück Nr. 002 in das Plangebiet. Die Zufahrt 

zur Tiefgarage befindet sich auf Grundstück Nr. 002 und wird unter der 

P.___strasse hindurchgeführt. Nach Art. 3 Abs. 2 besV sind sämtliche 

Parkplätze – mit Ausnahme der Besucherparkplätze – in der 

unterirdischen Tiefgarage zu realisieren. Nach Art. 3 Abs. 4 zweiter 

Satz besV sind oberirdische Besucherparkplätze nur an den im Plan 

bezeichneten Stellen zugelassen.  

weiss unterlegt: 
"Erschliessungs-
bereich" 

grün unterlegt: 
"Umgebungsflä-
che" 

"P"-Symbol: 
"oberirdische Be-
sucherparkplätze" 

P.___strasse 

Grundstück Nr. 002 

hellbraun unterlegt: 
"Grundfläche Haupt-
bau (Ebene 3)" 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 64/2020), Seite 10/14 

 

 

Die verkehrsmässige Erschliessung des Plangebiets ist mit diesen 

Bestimmungen klar definiert. Eine strassenmässige Erschliessung des 

Plangebiets über die M.___strasse sollte – mit Ausnahme allfällig 

erforderlicher oberirdischer Besucherparkplätze in der nordöstlichen 

Ecke des Planperimeters – ausdrücklich vermieden werden. 

 

2.3 Zwischen der östlichen Begrenzung der im Gestaltungsplan 

ausgeschiedenen Baubereiche (Grundfläche Hauptbau [Ebene 3]) 

und der – ausserhalb des Planperimeters liegenden – von der 

M.___strasse nach Süden abzweigenden Privatstrasse sind gemäss 

planerischer Darstellung ein durchgehender "Erschliessungsbereich" 

und drei "Umgebungsflächen" verbindlich festgelegt. Nach Art. 3 

Abs. 4 besV dienen die Erschliessungsbereiche der Fussgängerer-

schliessung der Überbauung. Dagegen bezwecken Umgebungsflä-

chen nach Art. 13 Abs. 2 erster Satz besV die Schaffung eines natür-

lich gestalteten Abstands zwischen halböffentlicher und privater Nut-

zung. Hecken sowie Anlagen für Treppen und Hangsicherungen sind 

in der Umgebungsfläche erlaubt, sofern sie sich gut ins Erscheinungs-

bild der Überbauung einfügen (Art. 13 Abs. 2 zweiter Satz besV). Ne-

benbauten sind darin ausdrücklich nicht zugelassen (Art. 13 Abs. 2 

dritter Satz besV). 

 

Schon aus der Festlegung des durchgehenden Erschliessungsbe-

reichs entlang der Privatstrasse in Verbindung mit der Bestimmung 

von Art. 3 Abs. 4 besV ergibt sich zweifelsfrei, dass dieser Bereich 

ausschliesslich der Fussgängererschliessung dienen darf und kein 

Fahrzeugverkehr auf dieser Fläche stattfinden soll. Zusätzlich liegen 

die beiden umstrittenen Wende- und Umschlagplätze auch noch in der 

Umgebungsfläche, in der nach Art. 13 Abs. 2 zweiter Satz besV aus-

schliesslich Hecken oder Anlagen für Treppen und Hangsicherungen 

erlaubt sind und auch das nur für den Fall, dass diese sich gut ins 

Erscheinungsbild der Überbauung einfügen. Entgegen der Auffassung 

der Rekurrentin beinhaltet der Gestaltungsplan somit ausreichende 

rechtliche Grundlagen, um der vorgesehenen Nutzung der beiden 

Plätze als Wende- und Umschlagplätze für den motorisierten Fahr-

zeugverkehr die Bewilligung zu verweigern. Den geplanten Wende- 

und Umschlagplätzen stehen die verbindlichen planerischen Festle-

gungen des Gestaltungsplans und der klare Wortlaut der zugehörigen 

besV entgegen. Die Vorinstanz hat die nachträgliche Baubewilligung 

für die korrigierte Umgebungsgestaltung der Gesamtüberbauung des-

halb zu Recht nur unter der Auflage erteilt, dass im Bereich der als 

"Wende- und Umschlagplätze" bezeichneten Plätze geeignete Vor-

kehrungen (Pfosten, Blumentröge oder ähnliches) anzubringen und 

dauernd zu erhalten sind, damit eine Zufahrt ab der Privatstrasse nicht 

mehr möglich ist. Soweit die Rekurrentin also beantragt, die Bewilli-

gung für die Nutzung der beiden Plätze als "Wende- und Umschlag-

plätze" sei zu erteilen, ist der Rekurs abzuweisen. 

  

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 64/2020), Seite 11/14 

 

 

3.  

Die Rekurrentin beanstandet weiter die Zulässigkeit der Anordnung 

der vorsorglichen Massnahme. Sie ist sinngemäss der Ansicht, es be-

stehe keinerlei Grund, die heutige Nutzung der beiden Plätze als 

Wende- und Umschlagplätze schon vorsorglich zu unterbinden. Noch 

sei nicht rechtskräftig entschieden, ob die Plätze tatsächlich nicht be-

willigt werden könnten. 

 

3.1 Nach Art. 18 Abs. 1 VRP können zur Erhaltung des Zustands 

oder zur Sicherung bedrohter rechtlicher Interessen vorsorgliche Mas-

snahmen getroffen werden. Sie tragen dem Umstand Rechnung, dass 

bis zum Entscheid in der Hauptsache geraume Zeit vergehen kann, 

während das öffentliche Interesse oder das private Interesse Dritter oft 

ein sofortiges Einschreiten der zuständigen Behörde verlangen 

(KÖLZ/BOSSHART/RÖHL, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegege-

setz des Kantons Zürich, 2. Auflage, N 5 f. zu § 6). Vorsorgliche Mass-

nahmen sind auch durchaus geeignet, einen widerrechtlich geschaffe-

nen Zustand vorläufig zu beseitigen. Die vorsorgliche Massnahme 

muss in jedem Fall durch ein überwiegendes öffentliches oder privates 

Interesse gerechtfertigt und verhältnismässig sein (KÖLZ/BOSS-

HART/RÖHL, a.a.O., N 10 f. zu § 6; MERKLI/AESCHLIMANN/ HERZOG, 

Kommentar zum Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege im Kanton 

Bern, N 12 zu Art. 27). 

 

3.2 Die Aussichten über den Ausgang des Verfahrens in der Haupt-

sache sind beim Entscheid über die Gewährung vorsorglicher Mass-

nahmen in der Regel nicht von entscheidender Bedeutung und nur mit 

Zurückhaltung in die Interessenabwägung einzubeziehen (CAVEL-

TI/VÖGELI, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St.Gallen – darge-

stellt an den Verfahren vor dem Verwaltungsgericht, St.Gallen 2003, 

Rz. 1112 mit Hinweisen). Sie können vor allem dann einbezogen wer-

den, wenn die Privatinteressen der von einer vorsorglichen Anordnung 

betroffenen Person nicht gering sind (MERKLI/AESCHLIMANN/HERZOG, 

a.a.O., N 12 zu Art. 27).  

 

3.3 Nach der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtes ist allein 

schon mit Blick auf die (unbestrittene) Bewilligungspflicht einer Baute, 

Anlage oder Nutzung – die ohne Bewilligung ausgeführt wurde – in der 

Regel ein vorsorgliches Nutzungsverbot gerechtfertigt. Es besteht ein 

gewichtiges öffentliches Interesse daran, dass der Bauherrschaft ver-

boten wird, Bauten und Anlagen zu nutzen, solange die erforderliche 

Bewilligung noch nicht vorhanden ist. Andernfalls würde derjenige, der 

eigenmächtig oder gar wider besseres Wissen bauliche Veränderun-

gen oder Zweckänderungen vornimmt, bessergestellt als all jene, die 

ordnungsgemäss zuerst eine Baubewilligung dafür einholen (VerwGE 

B 2013/127 vom 12. Juli 2013 Erw. 4 mit Hinweisen).  

 

3.4 Nachdem vorliegend die Bewilligungspflicht der beiden Um-

schlag- und Wendeplätze bereits erstinstanzlich unbestritten war und 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 64/2020), Seite 12/14 

 

sie nach Ansicht der Vorinstanz auch nachträglich nicht bewilligt wer-

den konnten, ist nach dem oben Gesagten der Erlass der vorsorgli-

chen Massnahme durch die Vorinstanz nicht zu beanstanden. Dies gilt 

umso mehr als nun im Rekursverfahren die materielle Rechtswidrigkeit 

der beiden Anlagen bestätigt wird. Der Rekurs ist damit auch in Bezug 

auf die angefochtene vorsorgliche Massnahme unbegründet und ab-

zuweisen. 

 

4.  

Die Rekurrentin beantragt, das Rekursverfahren sei bis zur rechtskräf-

tigen Erledigung des von ihr beim Stadtrat Z.___ am 25. Mai 2020 ge-

stellten Plangesuchs zu sistieren. Sie bringt vor, sie habe gestützt auf 

Art. 40 des Planungs- und Baugesetzes (sGS 731.1) der Planungsbe-

hörde zeitgleich mit der Einreichung der Rekursbegründung an die Re-

kursinstanz beantragt, den Gestaltungsplan zu ändern und normge-

rechte Wende- und Umschlagplätze zwischen den Gebäuden 

M.___strasse 1a bis 1c festzulegen. Weiter habe sie der Planungsbe-

hörde beantragt, die Privatstrasse als Gemeindestrasse 3. Klasse ein-

zuteilen. 

 

Vorinstanz und Rekursgegner wenden sich gegen die beantragte Ver-

fahrenssistierung. 

 

4.1 Die Sistierung bedeutet eine Abweichung vom Grundsatz einer 

möglichst beförderlichen Erledigung des Verfahrens und bedarf daher 

einer Rechtfertigung. Eine Sistierung ist anzuordnen, wenn sie gesetz-

lich vorgeschrieben oder wenn ein anderes Verfahren anhängig ist, 

dessen Ausgang von präjudizieller Bedeutung ist. Zulässig ist die Ver-

fahrenssistierung ausserdem, wenn sie aus gewichtigen Gründen ge-

boten erscheint und ihr keine überwiegenden öffentlichen oder priva-

ten Interessen entgegenstehen (CAVELTI/VÖGELI, a.a.O., Rz. 1093).  

 

4.2 Eine Sistierung ist somit u.a. dann begründet, wenn das Ergeb-

nis des Verfahrens von jenem eines anderen Verfahrens abhängt oder 

wenn ein enger sachlicher Zusammenhang zu einem anderen Verfah-

ren besteht. Zwischen dem vorliegenden Rekursverfahren und der be-

antragten Klassierung der Privatstrasse als öffentliche Strasse besteht 

kein sachlicher Zusammenhang. Eine Fahrberechtigung über die Pri-

vatstrasse besitzen die Stockwerkeigentümer aufgrund des ihnen zu-

stehenden unbeschränkten Fahrrechts bereits heute, weshalb allein 

die allfällige Einteilung der Privatstrasse als öffentliche Gemein-

destrasse keine Auswirkung auf die Erschliessung des Plangebiets 

von Osten her haben kann. Anders verhält es sich hingegen mit der 

beantragten Gestaltungsplanänderung. Sollte dieser von der Pla-

nungsbehörde zugestimmt werden und sie in Rechtskraft erwachsen, 

könnten die beiden umstrittenen Wende- und Umschlagplätze künftig 

als solche bewilligt und genutzt werden. Allerdings ist der Vorinstanz 

und den Rekursgegnern zuzustimmen, dass eine solche Planände-

rung – falls eine solche je zustande kommt – noch beträchtliche Zeit in 

Anspruch nehmen würde. Hinzu kommt, dass es nicht angehen kann, 

vorab eine baurechtswidrige Nutzung zu verwirklichen, anschliessend 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 64/2020), Seite 13/14 

 

eine Änderung der Rechtsgrundlage zu beantragen und zu glauben, 

bis zu deren allfälligem Eintreten die unrechtmässige Nutzung aufrecht 

erhalten zu können. Das Gegenteil ist – wie bereits unter Erw. 3 aus-

geführt – der Fall. Ein nachträgliches Baugesuch ist zum einen stets 

aufgrund der geltenden Rechtslage zu beurteilen, und zum anderen 

ist eine nicht bewilligte – und noch vielmehr eine nicht bewilligungsfä-

hige – Nutzung auch vorsorglich zu untersagen, um denjenigen, der 

ohne Bewilligung gebaut hat, nicht besser zu stellen als jemanden, der 

vor Baubeginn ein Baugesuch stellt. Somit ist vorliegend auch kein 

Grund ersichtlich, der eine Sistierung des Rekursverfahrens rechtfer-

tigte. Das Begehren um Sistierung ist deshalb ebenfalls abzuweisen. 

 

5.  

Zusammenfassend ergibt sich damit, dass der Rekurs, soweit darauf 

einzutreten ist, gesamthaft unbegründet und er deshalb abzuweisen 

ist.  

 

6.  

6.1 Nach Art. 95 Abs. 1 VRP hat in Streitigkeiten jener Beteiligte die 

Kosten zu tragen, dessen Begehren ganz oder teilweise abgewiesen 

werden. Die Entscheidgebühr beträgt Fr. 3'000.– (Nr. 20.13.01 des 

Gebührentarifs für die Kantons- und Gemeindeverwaltung, 

sGS 821.5). Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend sind die 

amtlichen Kosten der Rekurrentin zu überbinden.  

 

6.2 Der von der Rekurrentin am 25. Mai 2020 geleistete Kostenvor-

schuss von Fr. 1'800.– ist anzurechnen.  

 

7.  

Die Rekurrentin und die Rekursgegner 1 stellen ein Begehren um Er-

satz der ausseramtlichen Kosten.  

 

7.1 Im Rekursverfahren werden ausseramtliche Kosten entschädigt, 

soweit sie auf Grund der Sach- und Rechtslage notwendig und ange-

messen erscheinen (Art. 98 Abs. 2 VRP). Die ausseramtliche Entschä-

digung wird den am Verfahren Beteiligten nach Obsiegen und Unter-

liegen auferlegt (Art. 98bis VRP). Die Vorschriften der Schweizerischen 

Zivilprozessordnung (SR 272) finden sachgemäss Anwendung 

(Art. 98ter VRP).  

 

7.2 Da die Rekurrentin mit ihren Anträgen unterliegt, hat sie von 

vornherein keinen Anspruch auf eine ausseramtliche Entschädigung. 

Ihr Begehren ist deshalb abzuweisen. 

 

7.3 Die Rekursgegner 1 obsiegen. Nicht anwaltlich vertretene Ver-

fahrensbeteiligte haben grundsätzlich mangels eines besonderen Auf-

wands keinen Anspruch auf eine ausseramtliche Entschädigung 

(Art. 98ter VRP in Verbindung mit Art. 95 Abs. 3 Bst. c ZPO; vgl. dazu 

und zum Folgenden: VerwGE B 2013/178 vom 12. Februar 2014 

Erw. 4.3 ff., zusammengefasst in: Baudepartement SG, Juristische 

Mitteilungen 2014/I/6). Dass ihr gleichwohl ersatzfähige Kosten für 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 64/2020), Seite 14/14 

 

Umtriebe erwachsen, ist ungewöhnlich und bedarf deshalb einer be-

sonderen Begründung. Nachdem eine solche vorliegend fehlt, ist das 

Begehren der Rekursgegner 1 um Ersatz der ausseramtlichen Kosten 

ebenfalls abzuweisen. 

Entscheid 

1.  

a) Der Rekurs der A.___, Z.___, wird in der Sache abgewiesen, 

soweit darauf eingetreten wird. 

 

b) Der Rekurs der A.___ gegen die Anordnung der vorsorglichen 

Massnahme wird abgewiesen. 

 

2.  

a) Die A.___ bezahlt eine Entscheidgebühr von Fr. 3'000.–. 

 

b) Der am 25. Mai 2020 von der A.___ geleistete Kostenvorschuss 

von Fr. 1'800.– wird angerechnet. 

 

3.  

a) Das Begehren der A.___ um Ersatz der ausseramtlichen Kosten 

wird abgewiesen.  

 

b) Das Begehren von B.___, Z.___, um Ersatz der ausseramtlichen 

Kosten wird abgewiesen.   

 

 

 

Die Vorsteherin 

 

 

 

 

Susanne Hartmann 

Regierungsrätin 

 

	Publikationsplattform
	Kanton St.Gallen und St.Galler Gemeinden
	BDE 2020 Nr. 64
	Art. 18 und 48 VRP. Bei der Rekursbegründung wird vom Rekurrenten erwartet, dass er sich wenigstens in den Grundzügen zu den tatsächlichen und rechtlichen Mängeln des angefochtenen Entscheids äussert. Andernfalls kann auf den Rekurs – mangels Begründung – nicht eingetreten werden (Erw. 1.2). Beim Entscheid über die Gewährung vorsorglicher Massnahmen sind die Aussichten über den Ausgang des Verfahrens in der Hauptsache in der Regel nicht von entscheidender Bedeutung und nur mit Zurückhaltung in die Interessenabwägung einzubeziehen. Nach der Rechtsprechung ist allein schon mit Blick auf die (unbestrittene) Bewilligungspflicht einer Baute, Anlage oder Nutzung – die ohne Bewilligung ausgeführt wurde – in der Regel ein vorsorgliches Nutzungsverbot gerechtfertigt (Erw. 3).

		2024-05-26T23:49:50+0200
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