# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4942338e-de2f-5424-99a4-3426f298044e
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-04-28
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 28.04.2015 PF150025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_PF150025_2015-04-28.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Zivilkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: PF150025-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. A. Katzenstein, Vorsitzende, Oberrichterin 

lic. iur. E. Lichti Aschwanden und Ersatzrichter lic. iur. H. Meister 

sowie Gerichtsschreiberin lic. iur. I. Vourtsis-Müller. 

Urteil vom 28. April 2015 

in Sachen 

 

A._____, 

Beschwerdeführer, 

 

betreffend 
Ausschlagung / Kosten 

 
 

im Nachlass von B._____, geboren am tt. Oktober 1937, von C._____, ge-
storben am tt.mm.2015, wohnhaft gewesen in D._____, 
 
 
Beschwerde gegen ein Urteil der Erbschaftskanzlei des Bezirksgerichtes Bülach 
vom 25. März 2015 (EN150005) 

- 2 - 

Erwägungen: 

1. Am tt.mm.2015 verstarb B._____, der keine Nachkommen hinterliess (act. 

4). Mit Schreiben vom 23. bzw. 26. Januar 2015 erklärten A._____ (Erbe 1), 

E._____ (Erbe 2) und F._____ (Erbe 3) die Ausschlagung der Erbschaft 

(act. 1-3). In der Folge wurden die gesetzlichen Erben nicht abschliessend 

ermittelt (vgl. act. 12 S. 3). Mit Urteil vom 25. März 2015 stellte das Einzelge-

richt des Bezirksgerichtes Bülach (Erbschaftskanzlei) fest, dass der Nach-

lass durch die Erben 1 bis 3 ausgeschlagen worden sei. Die Ausschlagung 

des offenkundig überschuldeten Nachlasses durch allfällige weitere gesetzli-

che Erben werde vermutet (act. 12 S. 4 Dispositiv Ziffer 1). Die Entscheid-

gebühr wurde auf Fr. 150.– festgesetzt und als weitere Auslagen die Erbe-

nermittlung im Betrag von Fr. 131.– aufgeführt. Insgesamt beliefen sich die 

Kosten auf Fr. 281.– mit dem Hinweis "allfällige weitere Auslagen bleiben 

vorbehalten" (act. 12 S. 4 Dispositiv Ziffer 3). Die Kosten wurden den aus-

schlagenden Erben auferlegt (act. 12 S. 4 Dispositiv Ziffer 3). Dieser Ent-

scheid wurde A._____ am 31. März 2015 zugestellt (act. 10). Demnach lief 

die für Summarsachen geltende 10tägige Rechtsmittelfrist am 10. April 2015 

ab.  

2. Mit Eingabe vom 7. April 2015 (Poststempel 8. April 2015) erhob A._____ 

gegen diesen Entscheid Berufung (act. 13). Er führte u.a. aus, er könne die 

Entscheidgebühr (persönlicher Anteil Fr. 94.00) nicht nachvollziehen. Es 

könne doch nicht sein, dass er als ausschlagender Erbe die Kosten der Er-

benermittlung zu tragen habe. Er habe dem Bezirksgericht Bülach Arbeit 

abgenommen, indem er selber bei seiner betagten Schwester in Australien 

die Ausschlagungserklärung angefordert habe. Mit dem verstorbenen 

B._____ habe er seit seiner Kindheit keinen Kontakt mehr gehabt. Eigentlich 

wisse er nicht, wer dieser B._____ sei. Mit der Verwandtschaft habe der 

Verstorbene jede Beziehung abgebrochen. Gemäss Dispositiv Ziffer 3 des 

Entscheides, wonach allfällige weitere Auslagen vorbehalten bleiben, habe 

- 3 - 

er zu befürchten, dass eventuell weitere Gebühren zu erwarten seien. Er 

wolle schriftlich Klarheit über die mögliche Ursache der zu erwartenden Aus-

lagen haben (act. 13 sinngemäss). Ferner bemerkte er, seine Schwester 

habe ebenfalls Berufung erheben wollen, es sei ihr aber infolge der kurzen 

Zeitspanne nicht möglich gewesen fristgemäss zu reagieren (act. 13). 

3. Aus den Ausführungen von A._____ geht hervor, dass er sich gegen die 

Kostenauflage im Urteil vom 25. März 2015 wehrt. Werden in einem  

Endentscheid nur die Kosten angefochten, so ist dagegen das Rechtsmittel 

der Beschwerde zu erheben (Art. 110 ZPO). Die Eingabe vom 7. April 2015 

ist deshalb nicht als Berufung, sondern als Beschwerde entgegen zu neh-

men. Da A._____ nicht geltend machte, seine Schwester hätte ihn zur An-

fechtung des Entscheides bevollmächtigt, kann er nur in eigenem Namen 

Beschwerde erheben. 

4. a) Geht bei der zuständigen Behörde – im Kanton Zürich das Einzelgericht 

am Bezirksgericht (§ 137 lit. e GOG) – eine Ausschlagungserklärung ein, hat 

sie diese zu protokollieren (Art. 570 Abs. 3 ZGB). Die Protokollierung der 

Erbausschlagung gehört zur sogenannten freiwilligen Gerichtsbarkeit. Zu 

den Kosten der freiwilligen Gerichtsbarkeit enthält das Gesetz keine eigene 

Vorschrift mehr. Die zürcherische Zivilprozessordnung hatte noch bestimmt, 

in Verfahren auf einseitiges Vorbringen trage in der Regel der Antragsteller 

die Gerichtskosten (§ 211 Abs. 2 ZPO/ZH). Das seit 1. Januar 2011 in Kraft 

stehende neue eidgenössische Prozessrecht geht über diese Vorschrift hin-

aus. Als Folge der allgemeinen Vorschusspflicht des Klägers oder Antrag-

stellers für die Gerichtskosten (Art. 98 ZPO) trägt, wer immer eine gerichtli-

che Instanz anruft, vorerst einmal die Kosten (Art. 111 Abs. 1 ZPO). Gibt es 

eine Gegenpartei, kann er allenfalls auf diese Rückgriff nehmen (Art. 111 

Abs. 2 ZPO). Im Verfahren auf einseitiges Vorbringen kommt ein solcher 

Rückgriff nicht in Frage, und es bleibt daher auch nach neuem Recht bei der 

Tragung der Kosten durch den Kläger oder Antragsteller. Dies erscheint 

durchaus gerechtfertigt, hat doch der ausschlagende Erbe im eigenen Inte-

resse, etwa um der gesetzlichen Haftung für allfällige Schulden des Erblas-

- 4 - 

sers zu entgehen, die Behörden angerufen und zu handeln veranlasst (vgl. 

dazu OGer ZH PF140037 vom 6. August 2014). Im vorliegenden Verfahren 

besteht grundsätzlich kein Anlass von dieser Regel abzuweichen. Insgesamt 

haben drei Erben um Protokollierung ihrer Ausschlagungserklärung ersucht. 

Die Kostenpflicht der ausschlagenden Erben ist selbst dann zu bejahen, 

wenn diese keine persönlichen Beziehungen zum Erblasser unterhielten.  

 b) Soweit der Beschwerdeführer vom Obergericht eine schriftliche Aussage 

zur Ursache und Höhe möglicher weiterer Kosten der Vorinstanz verlangt, ist 

darauf nicht weiter einzugehen. Diesbezüglich hat er sich an die Vorinstanz 

zu wenden, welche die weiteren Schritte der Nachlassregelung zu veranlas-

sen hat. Um den Beschwerdeführer mit den vorbehaltenen "allfälligen weite-

ren Auslagen" zu belasten, reicht das Urteil der Vorinstanz vom 25. März 

2015 jedenfalls nicht aus, sondern diese Auslagen wären mit einem neuerli-

chen (anfechtbaren) Entscheid festzusetzen. 

 c) Nach dem Gesagten erweist sich die Beschwerde, soweit darauf einzutre-

ten ist, als unbegründet und ist abzuweisen. 

5. Umständehalber sind für das Beschwerdeverfahren keine Kosten zu erhe-

ben.  

Es wird erkannt: 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr fällt ausser Ansatz. 

3. Schriftliche Mitteilung an den Beschwerdeführer sowie an das Einzelgericht 

des Bezirksgerichtes Bülach (Erbschaftskanzlei) unter Beilage der Akten 

und an die Obergerichtskasse, je gegen Empfangsschein. 

- 5 - 

4. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 

30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). 

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG.  

Es handelt sich um eine vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt 
Fr. 281.–. 

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 

 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Zivilkammer 

 
Die Gerichtsschreiberin: 

 
 
 

lic. iur. I. Vourtsis-Müller 
 
versandt am: 
28. April 2015 
 
 

	Urteil vom 28. April 2015
	Erwägungen:
	Es wird erkannt:
	1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.
	2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr fällt ausser Ansatz.
	3. Schriftliche Mitteilung an den Beschwerdeführer sowie an das Einzelgericht des Bezirksgerichtes Bülach (Erbschaftskanzlei) unter Beilage der Akten und an die Obergerichtskasse, je gegen Empfangsschein.
	4.  Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. ...