# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** af7a1a93-74a2-51e4-8436-3aef0a2e421b
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-03-26
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 26.03.2024 BB.2024.26
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_BB-2024-26_2024-03-26.pdf

## Full Text

Beschluss vom 26. März 2024 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter 
Roy Garré, Vorsitz, 
Daniel Kipfer Fasciati und Felix Ulrich,  
Gerichtsschreiberin Chantal Blättler Grivet Fojaja  

   
 
Parteien 

  
A. AG, vertreten durch Rechtsanwältin Viktoria Lantos-
Kramis,  

Beschwerdeführerin 
 

 gegen 
   

BUNDESANWALTSCHAFT,  

Beschwerdegegnerin 
 
 

Gegenstand  Entscheid über die beschlagnahmten Gegenstände 
und Vermögenswerte (Art. 267 StPO); aufschiebende 
Wirkung (Art. 387 StPO) 

  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: BB.2024.26 
Nebenverfahren: BP.2024.19 
 
 
 

- 2 - 

 

 

Die Beschwerdekammer hält fest, dass: 
 

- die Bundesanwaltschaft am 23. Dezember 2019 gestützt auf eine Anzeige 
des Staatssekretariates für Wirtschaft SECO vom 5. Dezember 2019 unter 
der Verfahrensnummer SV.19.1421 eine Strafuntersuchung gegen Unbe-
kannt wegen Widerhandlung gegen das Bundesgesetz über die Kontrolle zi-
vil und militärisch verwendbarer Güter, besonderer militärischer Güter sowie 
strategischer Güter (Güterkontrollgesetz, GKG; SR 946.202) vom 13. De-
zember 1996 eine Strafuntersuchung eröffnete (Verfahrensakten Bundesan-
waltschaft [nachfolgend: «Verfahrensakten»], pag. 01-01-0001; 05-00-
0001 ff.); 

 
- der Anzeige des SECO entnommen werden kann, dass die in der Schweiz 

ansässige Gesellschaft A. AG am 21. November 2019 eine Sendung aus 
Lettland mit zwei sog. «Photo Detectors» zur Weiterleitung nach China er-
halten habe, wobei die Transitabfertigung und Bearbeitung der Sendung 
durch die Speditionsfirma B. AG, vertreten durch C., erledigt worden sei 
(Verfahrensakten, pag. 05-00-0001 ff.);  

 
- die «Photo Detectors» gemäss Abklärungen des SECO für militärische Zwe-

cke besonders konstruiert sei und daher die Durchfuhr den Bestimmungen 
von Art. 24 der Güterkontrollverordnung vom 3. Juni 2016 (GKV; SR 
946.202.1) unterliege; der Nachweis über den rechtmässigen Versand aus 
Lettland für das Bestimmungsland China nicht vorgelegen habe, weshalb die 
Durchfuhr vom SECO verweigert worden sei (Verfahrensakten, pag. 05-00-
0001 ff.);  

 
- mit Verfügung vom 23. Dezember 2019 die Bundesanwaltschaft die «Photo 

Detectors» beschlagnahmte (Verfahrensakten, pag. 08-01-0001 f.); 
 
- die Bundesanwaltschaft das Verfahren SV.19.1421 mit Verfügung vom 

4. Dezember 2023 auf C. ausdehnte (Verfahrensakten, pag. 01-01-0002); 
 
- C. mit Strafbefehl vom 22. Januar 2024 von der Bundesanwaltschaft wegen 

fahrlässiger Widerhandlungen gegen das Güterkontrollgesetz (Art. 14 Abs. 1 
lit. a, c und d i.V.m. Art. 3 GKG) schuldig gesprochen worden ist; die Bun-
desanwaltschaft im Strafbefehl zudem festhielt, dass über die Verwendung 
der von der Bundesanwaltschaft beschlagnahmten «Photo Detectors» in    
einer separaten Verfügung entschieden werde (Verfahrensakten, pag. 03-
01-0004 ff.); 

 

- 3 - 

 

 

- die Bundesanwaltschaft mit Verfügung vom gleichen Tag die Einziehung und 
Verwertung der am 21. November 2019 von der Zollstelle Flughafen-Zürich 
sichergestellten und am 23. Dezember 2019 von der Bundesanwaltschaft 
beschlagnahmten zwei «Photo Detectors» verfügte (act. 1.2); die Bundesan-
waltschaft als Rechtsmittel die Einsprache gemäss Art. 377 Abs. 4 StPO 
i.V.m. Art. 354 StPO aufführte;  

 
- gegen diese Verfügung die A. AG bei der Bundesanwaltschaft mit Eingabe 

vom 5. Februar 2024 Einsprache erheben liess und die Aufhebung der an-
gefochtenen Verfügung beantragte; sie zudem beantragte, die zwei «Photo 
Detectors» seien nicht einzuziehen und nicht zu verwerten bzw. der A. AG 
herauszugeben (act. 1, S. 2);  

 
- die Bundesanwaltschaft die Einsprache der A. AG vom 5. Februar 2024 der 

Beschwerdekammer des Bundestrafgerichts mit Schreiben vom 9. Februar 
2024 weiterleitete und sinngemäss ausführte, in der Verfügung vom 22. Ja-
nuar 2024 sei fälschlicherweise die Einsprache gemäss Art. 377 Abs. 4 StPO 
i.V.m. Art. 354 StPO anstelle der Beschwerde nach Art. 393 StPO aufgeführt 
worden, weshalb die Eingabe der A. AG zuständigkeitshalber der Beschwer-
dekammer zur weiteren Prüfung weitergeleitet werde (act. 2); 

 
- die Beschwerdekammer die Bundesanwaltschaft mit Schreiben vom 

13. Februar 2024 aufforderte, die Verfahrensakten bis zum 26. Februar 2024 
einzureichen und gleichzeitig anordnete, dass allfällige Vollstreckungshand-
lungen zu unterlassen seien (act. 3); 

 
- die Verfahrensakten am 20. Februar 2024 bei der Beschwerdekammer ein-

gingen (act. 4); 
 
- die Beschwerdekammer die Parteien mit Schreiben vom 4. März 2024 auf-

forderte, sich bis zum 14. März 2024 zur Zuständigkeit der Beschwerdekam-
mer für die Beurteilung des Rechtsmittels gegen den Entscheid vom 22. Ja-
nuar 2024 betreffend beschlagnahmte Gegenstände, der im Rahmen der mit 
Strafbefehl abgeschlossenen Strafuntersuchung SV.19.1421 ergangen sei, 
zu äussern (act. 6); 

 
- die A. AG mit Schreiben vom 13. März 2024 mitteilte, die Zuständigkeit der 

Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts anzuerkennen (act. 7); 
 
- die Bundesanwaltschaft in ihrem Schreiben vom 13. März 2024 im Wesent-

lichen ausführte, sie habe das Gefäss einer separaten Verfügung gewählt, 
weil die Einziehung der beschlagnahmten Gegenstände nach Art. 17 GKG 

- 4 - 

 

 

i.V.m. Art. 267 Abs. 3 StPO und damit ohne Rücksicht auf die Strafbarkeit 
einer bestimmten Person erfolge und sich die genannten Gegenstände ge-
rade nicht im Eigentum der beschuldigten Person befänden (act. 8). 

 
 

 
Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass: 
 

- vor der materiellen Befassung jede Behörde in jedem Stadium des Verfah-
rens ihre Zuständigkeit von Amtes wegen zu prüfen hat;  

 
- mithin zu prüfen ist, ob die Beschwerdekammer im vorliegenden Fall zustän-

dig ist, darüber zu befinden, ob die Bundesanwaltschaft zu Recht die Einzie-
hung und Verwertung der am 23. Dezember 2019 beschlagnahmten «Photo 
Detectors» verfügt hat; 

 
- der Entscheid der Bundesanwaltschaft betreffend die Einziehung und Ver-

wertung der beschlagnahmten Gegenstände im Rahmen des gegen C. ge-
führten Strafverfahrens gefällt worden ist; es sich somit nicht um ein selb-
ständiges Einziehungsverfahren im Sinne von Art. 376 ff. StPO handelt, wie 
die Bundesanwaltschaft zu Recht ausführt;  

 
- gemäss Art. 267 Abs. 3 StPO über die Rückgabe eines beschlagnahmten 

Gegenstandes oder Vermögenswertes an die berechtigte Person, seine Ver-
wendung zur Kostendeckung oder über seine Einziehung im Endentscheid 
zu befinden ist, sofern die Beschlagnahme nicht vorher aufgehoben worden 
ist; der Endentscheid in Form eines Sachurteils (Art. 351, Art. 81 Abs. 4 lit. c 
StPO), eines Prozessurteils (Art. 329 Abs. 4 StPO), eines Strafbefehls 
(Art. 353 Abs 1 lit. h StPO), einer Einstellungsverfügung (Art. 320 StPO) oder 
einer Nichtanhandnahmeverfügung (Art. 310 StPO) ergehen kann (BOM-
MER/GOLDSCHMID, Basler Kommentar, 3. Aufl. 2023, N. 9 zu Art. 267 StPO); 

 
- die Bundesanwaltschaft mithin über die Einziehung und Verwertung der be-

schlagnahmten «Photo Detectors» im Strafbefehl betreffend C. hätte befin-
den müssen und nicht in einer separaten Verfügung;  

 
- dies ungeachtet der Tatsache gilt, dass C. nicht Eigentümer der «Photo De-

tectors» ist;  
 
- die Bezeichnung beschlagnahmter Gegenstände, welche eingezogen wer-

den, von Gesetzes wegen Inhalt des Strafbefehls bildet (Art. 353 Abs. 1 lit. h 
StPO); 

 

- 5 - 

 

 

- der Rechtsbehelf gegen den Strafbefehl die Einsprache bei der Staatsan-
waltschaft ist (Art. 354 StPO); 

 
- auf die Einsprache der Beschwerdeführerin daher mangels sachlicher Zu-

ständigkeit der Beschwerdekammer nicht einzutreten und diese gestützt auf 
Art. 91 Abs. 4 StPO zuständigkeitshalber an die Bundesanwaltschaft weiter-
zuleiten ist; 

 
- keine Kosten zu erheben sind. 
 

- 6 - 

 

 

Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 
 
1. Auf die Einsprache der Beschwerdeführerin wird nicht eingetreten. 
 
2. Die Sache wird zuständigkeitshalber an die Bundesanwaltschaft überwiesen. 

 
3. Es werden keine Kosten erhoben.  

 
 

Bellinzona, 26. März 2024 
 
Im Namen der Beschwerdekammer 
des Bundesstrafgerichts 
 
Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:  
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Zustellung an 
 
- Rechtsanwältin Viktoria Lantos-Kramis (unter Beilage einer Kopie von act. 8) 
- Bundesanwaltschaft, Simone Meyer-Burger, Staatsanwältin des Bundes 

(unter Beilage einer Kopie von act. 7) 
 
 
 
 
Rechtsmittelbelehrung 

Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.