# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 847d5e77-9a33-55d0-9e50-b4cd753f5549
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-09-14
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 14.09.2021 UV 2021/4
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2021-4_2021-09-14.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2021/4

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 07.03.2022

Entscheiddatum: 14.09.2021

Entscheid Versicherungsgericht, 14.09.2021
Art. 6 UVG: Unfallkausalität einer ausgedehnten 
Rotatorenmanschettenläsion. Sturz auf die Schulter hat keine neue, 
traumatisch bedingte Rotatorenmanschettenläsion oder eine 
richtunggebende Verschlimmerung eines degenerativen Vorzustands 
verursacht, sondern zu einer vorübergehenden Verschlimmerung eines 
erheblich degenerativen Vorzustandes geführt. Der Nachweis des 
Dahinfallens einer Unfallkausalität der fortdauernden Schulterbeschwerden 
per Leistungseinstellungsdatum knapp eineinhalb Jahre nach dem 
Unfallereignis ist mit dem Beweisgrad der überwiegenden 
Wahrscheinlichkeit erbracht. Abweisung der Beschwerde (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 14. September 2021, UV 
2021/4).

Entscheid vom 14. September 2021

Besetzung

Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider (Vorsitz), Versicherungsrichter 

Joachim Huber und Versicherungsrichterin Michaela Machleidt Lehmann; a.o. 

Gerichtsschreiberin Evelyne Hunziker

Geschäftsnr.

UV 2021/4

Parteien

A.___,

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Beschwerdeführer,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 

4358, 6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Versicherungsleistungen

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherter) war bei der B.___ AG als Leiter Technik 

angestellt und dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt 

(nachfolgend: Suva) obligatorisch gegen die Folgen von Berufs- und 

Nichtberufsunfällen versichert. Am 24. Mai 2019 liess der Versicherte durch seine 

Arbeitgeberin melden, dass am 23. Mai 2019 beim Begehen eines feuchten Weges 

dessen oberste Schicht weggerutscht sei, so dass er ausgeglitten und auf die Schulter 

gestürzt sei. Als Verletzung wurde eine Prellung der Schulter angegeben (Suva-act. 1).

A.a. 

Die Erstbehandlung war gemäss dem am 16. September 2020 bei der Suva 

eingegangenen Arztzeugnis UVG am 24. Mai 2019 durch Dr. med. C.___, Facharzt für 

Innere Medizin FMH, erfolgt. Dieser hatte in der klinischen Untersuchung eine Elevation 

ab 15º und eine Anteversion ab 20º mit Schmerzen sowie eine Druckdolenz im 

Subacromialraum erhoben. Mit der gleichentags durchgeführten Röntgenuntersuchung 

hatte eine Fraktur ausgeschlossen werden können. Eine Arbeitsunfähigkeit war nicht 

attestiert worden (Suva-act. 14).

A.b. 

Am 29. Mai und 7. August 2019 hatte Dr. C.___ Physiotherapieverordnungen mit 

den Diagnosen einer Schulterkontusion rechts, einer Rotatorenmanschettenläsion ohne 

A.c. 

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Fraktur zur Verbesserung der Gelenks- und Muskelfunktion sowie zur 

Entzündungshemmung ausgestellt (Suva-act. 2, 3). Eine weitere physiotherapeutische 

Behandlung verschrieb er am 5. November 2019 (Suva-act. 6).

Die Suva erbrachte für die Folgen des Unfalls vom 23. Mai 2019 die gesetzlichen 

Versicherungsleistungen (vgl. Suva-act. 8 ff., vgl. auch Suva-act. 21).

A.d. 

Nachdem sich der Versicherte im Dezember 2019 aufgrund einer anhaltenden 

leichten Kraftminderung und Bewegungseinschränkungen erneut bei Dr. C.___ 

vorgestellt hatte (Suva-act. 14-2), wurde am 13. Dezember 2019 eine Arthro-MRI-

Untersuchung der rechten Schulter durchgeführt. Laut Beurteilung des untersuchenden 

Radiologen Dr. med. D.___, Facharzt für Radiologie, Medizinisch Radiologisches 

Zentrum, Klinik E.___, zeigte diese insbesondere eine ausgedehnte 

Rotatorenmanschettenläsion, d.h. eine vollständige, komplett durchgehende Ruptur 

der Supraspinatus- und Infraspinatussehne, jeweils begleitet von einer erheblichen 

muskulotendinösen Retraktion und einer mittelgradigen Atrophie der entsprechenden 

Muskelbäuche (Suva-act. 4).

A.e. 

Am 7. Januar 2020 wurde der Versicherte durch Dr. med. F.___, Facharzt für 

Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, Orthopädie 

G.___, untersucht, der im Untersuchungsbericht vom 13. Januar 2020 eine irreparable 

Rotatorenmanschettenläsion rechts diagnostizierte. Aufgrund erheblicher 

Veränderungen mit fortgeschrittener muskulärer Degeneration sei ein rekonstruktives 

Vorgehen beim Versicherten nicht mehr erfolgsversprechend. Klinisch sei die Situation 

recht gut kompensiert. Er empfehle dem Versicherten weitere Physiotherapie (Suva-

act. 5).

A.f. 

Am 27. Januar 2020 verordnete Dr. C.___ aufgrund einer irreparablen 

Rotatorenmanschettenläsion rechts ein weiteres Mal Physiotherapie für 9 

Behandlungen (Suva-act. 7).

A.g. 

Nachdem sich die Suva am 6. Juli 2020 beim Versicherten nach dem aktuellen 

Stand des Heilverlaufs erkundigt hatte (Suva-act. 8), teilte ihr der Versicherte am 15. 

Juli 2020 mit, dass die Behandlung noch nicht abgeschlossen sei. Er befände sich in 

A.h. 

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physiotherapeutischer Behandlung. Diese sei infolge Corona unterbrochen (Suva-act. 

9).

Am 28. August 2020 erkundigte sich die Suva abermals nach dem aktuellen Stand 

des Heilverlaufs (Suva-act. 10), woraufhin der Versicherte ihr am 7. September 2020 

unter Hinweis auf den nächsten Termin abermals mitteilte, dass er sich in 

physiotherapeutischer Behandlung befinde (Suva-act. 11).

A.i. 

Am 9. September 2020 verordnete Dr. C.___ Physiotherapie als 

Langzeitbehandlung aufgrund einer irreparablen Rotatorenmanschettenläsion rechts 

mit der Bemerkung "bis Ende Juni 2021" (Suva-act. 43).

A.j. 

Am 22. Oktober 2020 legte die Suva den Schadenfall ihrem Kreisarzt Dr. med. 

H.___, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, zur Beurteilung der 

Frage vor, ob die aktuell geltend gemachten Beschwerden auf den Unfall vom 23. Mai 

2019 zurückzuführen seien. Dr. H.___ bat gleichentags um detaillierte Abfrage des 

Vorzustands, des Unfallhergangs und der Brückensymptome beim Versicherten (Suva-

act. 17). Anlässlich eines Telefongesprächs mit der Suva vom 2. November 2020 gab 

der Versicherte an, am 23. Mai 2019 rückwärts auf die Schulter gestürzt und bis zum 

Ereignis beschwerdefrei gewesen zu sein. Er habe seit dem Ereignis bis zum aktuellen 

Zeitpunkt immer Beschwerden gehabt. Er habe keinen Vorzustand und sei vor dem 

Unfall von Seiten der Schulter beschwerdefrei gewesen (Suva-act. 20).

A.k. 

In seiner nachfolgenden Beurteilung vom 3. November 2020 hielt Kreisarzt Dr. 

H.___ insbesondere basierend auf dem radiologischen Untersuchungsergebnis vom 13. 

Dezember 2019 fest, dass die aktuell beklagten Beschwerden nach bildgebendem 

Ausschluss unfallbedingter struktureller Läsionen nicht mehr auf das Ereignis vom 23. 

Mai 2019 zurückzuführen seien. Überwiegend wahrscheinlich sei es zu einer 

vorübergehenden Verschlimmerung eines erheblichen degenerativen Vorzustandes der 

Rotatorenmanschette rechts gekommen. Eine richtunggebende Verschlimmerung 

könne ausgeschlossen werden. Der Zustand, wie er sich auch ohne den Unfall vom 23. 

Mai 2019 eingestellt hätte, sei spätestens sechs Monate nach dem Ereignis eingetreten 

(Suva-act. 17).

A.l. 

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B.  

Mit Schreiben vom 4. November 2020 eröffnete die Suva dem Versicherten, dass 

die aktuell bestehenden Schulterbeschwerden rechts gemäss kreisärztlicher 

Beurteilung nicht mehr unfallbedingt seien. Sie müsse den Fall abschliessen und die 

Versicherungsleistungen per Briefdatum einstellen (Suva-act. 21).

A.m. 

Nachdem der Versicherte der Suva am 5. November 2020 mittgeteilt hatte, mit der 

Einstellung der Leistungen nicht einverstanden zu sein (Suva-act. 26), verfügte die 

Suva am 6. November 2020 die Leistungseinstellung rückwirkend per 4. November 

2020 (Suva-act. 27).

A.n. 

Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte am 8. November 2020 

"Rekurs" (richtig: Einsprache) und reichte Fotos zum Unfallhergang ein (Suva-act. 35).

B.a. 

Am 12. November 2020 teilte der Versicherte der Suva abermals mit, dass er mit 

der Leistungseinstellung nicht einverstanden sei. Er habe seit dem Ereignis immer 

Beschwerden gehabt und sei sich sicher, dass die aktuellen Beschwerden auf das 

Unfallereignis zurückzuführen seien (Suva-act. 37).

B.b. 

Gleichentags legte die Suva den Schadenfall erneut ihrem Kreisarzt Dr. H.___ zur 

Beurteilung vor (Suva-act. 36). In seiner ausführlichen Beurteilung vom 16. November 

2020 hielt Dr. H.___ an seiner bisherigen Beurteilung fest (Suva-act. 38).

B.c. 

Mit Einspracheentscheid vom 14. Dezember 2020 wies die Suva die Einsprache 

des Versicherten ab (Suva-act. 42).

B.d. 

Nachdem der Versicherte am 4. Januar 2021 gegenüber der Suva vorgebracht 

hatte, deren Aktennotizen würden unrichtig protokollierte Sachverhalte beinhalten, 

welche die ärztliche Beurteilung beeinflusst haben könnten (Suva-act. 44), teilte die 

Suva dem Versicherten am 5. Januar 2021 mit, dass sie am Einspracheentscheid 

festhalte (Suva-act. 44).

B.e. 

Mit E-Mail vom 6. Januar 2021 machte der Versicherte gegenüber der Suva 

nochmals geltend, dass in den Aktennotizen der Suva der Unfallhergang falsch 

wiedergegeben werde (Suva-act. 45).

B.f. 

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C.  

Erwägungen

1.  

Gegen den Einspracheentscheid vom 14. Dezember 2020 richtet sich der vom 

Versicherten (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 29. Januar 2021 eingereichte 

"Rekurs" (richtig: Beschwerde). Er beantragt sinngemäss die Aufhebung des 

angefochtenen Einspracheentscheids und die Ausrichtung der gesetzlichen Leistungen 

über den Leistungseinstellungszeitpunkt hinaus (act. G 1).

C.a. 

In der Beschwerdeantwort vom 26. Februar 2021 beantragt die Suva 

(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde (act. G 3).

C.b. 

In der Replik vom 23. März 2021 hält der Beschwerdeführer sinngemäss an 

seinem Beschwerdeantrag fest (act. G 5).

C.c. 

Mit Eingabe vom 10. Mai 2021 verzichtet die Beschwerdegegnerin auf eine 

ausführliche Duplik und beantragt unter Verweis auf den Einspracheentscheid und die 

Beschwerdeantwort erneut die Abweisung der Beschwerde (act. G7).

C.d. 

Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften und die Ausführungen in 

den medizinischen Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den nachfolgenden 

Erwägungen eingegangen.

C.e. 

Vorliegend anerkannte die Beschwerdegegnerin eine Leistungspflicht im 

Zusammenhang mit dem Unfall vom 23. Mai 2019 und richtete entsprechend 

Versicherungsleistungen (Heilkostenleistungen) aus der Unfallversicherung aus. Streitig 

und zu prüfen ist die Rechtsmässigkeit der Leistungseinstellung per 4. November 2020 

(vgl. Suva-act. 21, 27), wobei die Beschwerdegegnerin gestützt auf die Beurteilungen 

von Kreisarzt Dr. H.___ vom 22. Oktober und 3. November 2020 (Suva-act. 17, 38) von 

einem Status quo sine vel ante (zur Bedeutung vgl. nachfolgende Erwägung 1.3) 

spätestens 6 Monate nach dem Unfall vom 23. Mai 2019 ausgegangen ist (vgl. dazu 

nachfolgende Erwägung 3).

1.1. 

Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 

832.20) werden Leistungen der Unfallversicherung bei Berufsunfällen, 

1.2. 

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Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz nichts anderes 

bestimmt. Anspruchsvoraussetzung für jegliche Leistungen der Unfallversicherung 

bildet die Unfallkausalität. Eine Leistungspflicht besteht demnach nur für 

Gesundheitsschäden, die natürlich und adäquat-kausal mit einem versicherten 

Unfallereignis zusammenhängen (BGE 129 V 181 E. 3.1 f. mit Hinweisen; siehe dazu 

André Nabold, N 48 ff. zu Art. 6, in: Marc Hürzeler/Ueli Kieser [Hrsg.], Bundesgesetz 

über die Unfallversicherung, Kommentar zum schweizerischen 

Sozialversicherungsrecht, 2018 [nachfolgend zitiert: KOSS UVG]; Irene Hofer, N 63 ff. 

zu Art. 6, in: Ghislaine Frésard-Fellay/Barbara Klett/Susanne Leuzinger/Kurt Pärli 

[Hrsg.], Unfallversicherungsgesetz, Basler Kommentar, 2019 [nachfolgend zitiert: BSK 

UVG]; Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre Holzer, Bundesgesetz über die 

Unfallversicherung, in: Erwin Murer/Hans-Ulrich Stauffer [Hrsg.], Rechtsprechung des 

Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 4. Aufl. 2012, S. 53 ff.). Für die 

Beantwortung der Tatfrage nach dem Bestehen natürlicher Kausalzusammenhänge im 

Bereich der Medizin ist das Gericht in der Regel auf Angaben ärztlicher Experten oder 

Expertinnen angewiesen. Die Frage nach dem adäquaten Kausalzusammenhang ist 

demgegenüber eine Rechtsfrage, die vom Gericht nach den von Doktrin und Praxis 

entwickelten Regeln zu beurteilen ist (Urteil des Bundesgerichts vom 1. September 

2008, 8C_522/2007, E. 4.3.2; KOSS UVG-Nabold, N 53, 59 zu Art. 6; BSK UVG-Hofer, 

N 66, 74 zu Art. 6; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 55, 58). Bei physischen Unfallfolgen 

hat indessen die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen 

Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers gegenüber dem 

natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbstständige Bedeutung (BGE 118 

V 291 f. E. 3a). Ob ein natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist, beurteilt sich 

nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit; die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die 

Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen; 

Thomas Locher/Thomas Gächter, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl. 

2014, § 70 N 58 f.).

Ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit 

nachgewiesen, so entfällt die Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn der 

Unfall nicht mehr die natürliche (und adäquate) Ursache des Gesundheitsschadens 

darstellt, wenn also Letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen 

beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er 

unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante), oder aber derjenige 

Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften oder 

andersartig geschädigten Vorzustands auch ohne den Unfall früher oder später 

1.3. 

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eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (vgl. zum Ganzen RKUV 1994 Nr. U 206 

S. 328 f. E. 3b, mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts vom 6. August 2008, 

8C_101/2008, E. 2.2; KOSS UVG-Nabold, N 54 zu Art. 6; BSK UVG-Hofer, N 71 zu Art. 

6; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 54). Trifft ein Unfall auf einen vorgeschädigten Körper 

und steht medizinisch fest, dass weder der Status quo ante noch der Status quo sine je 

wieder erreicht werden können, spricht die Rechtsprechung von einer 

richtungsgebenden Verschlimmerung (BSK UVG-Hofer, N 71 zu Art. 6; Rumo-Jungo/

Holzer, a.a.O., S. 54; Urteil des Bundesgerichts vom 25. Oktober 2007, 8C_467/2007, 

E. 3.1). Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss 

das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines 

Gesundheitsschadens mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

nachgewiesen sein (Urteile des Bundesgerichts vom 15. Mai 2014, 8C_805/2013, E. 

3.2, und 6. August 2008, 8C_101/2008, E. 2.2).

Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1). Danach haben die 

urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln 

sowie umfassend und pflichtgemäss, zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig 

davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die 

verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs 

gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der 

Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, 

auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. 

Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen 

Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und 

ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind (zum Ganzen BGE 125 V 

352 E. 3a mit Hinweis; Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 4. Aufl. 2020, N 130 zu Art. 61). 

Auch den Berichten beratender Ärzte und Ärztinnen von Versicherungen kann 

rechtsprechungsgemäss Beweiswert beigemessen werden, solange nicht konkrete 

Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. Auf das Ergebnis von 

Abklärungen beratender Ärzte und Ärztinnen kann nicht abgestellt werden, wenn auch 

nur geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (BGE 139 V 

229 E. 5.2, 135 V 469 f. E. 4.4 und 471 E. 4.7; Urteil des Bundesgerichts vom 16. 

September 2014, 8C_385/2014, E. 4.2.2).

1.4. 

Da es sich bei der Einstellung von Versicherungsleistungen um eine 

anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast für den Wegfall der vom 

1.5. 

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2.  

Unfallversicherer zunächst anerkannten natürlichen Kausalität - anders als bei der 

Frage, ob ein leistungsbegründender Kausalzusammenhang überhaupt je gegeben war 

- nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 2000 Nr. U 

363 S. 46 E. 2 mit Hinweisen; BGE 117 V 261 f. E. 3b; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 

54 f.). Allerdings tragen die Parteien im Sozialversicherungsrecht in der Regel eine 

Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten 

jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten 

wollte. Diese Beweisregel greift erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im 

Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung einen 

Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der 

Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 138 V 222 E. 6 mit Hinweisen; Rumo-Jungo/Holzer, 

a.a.O., S. 4, 55).

Im Zeitpunkt des von Dr. H.___ beurteilten Status quo sine vel ante (spätestens 

sechs Monate nach dem Unfall vom 23. Mai 2019; vgl. Suva-act. 17, 38) wies die 

rechte Schulter des Beschwerdeführers unbestrittenermassen eine 

kernspintomographisch objektivierte ausgedehnte Rotatorenmanschettenläsion mit 

vollständigen, komplett durchgehenden Rupturen der Supraspinatus- und 

Infraspinatussehne auf (Suva-act. 4). Im November 2019 sowie im Januar und 

September 2020 sind dem Beschwerdeführer sodann durch Dr. C.___ mit der Diagnose 

einer Schulterkontusion rechts bzw. einer irreparablen Rotatorenmanschettenläsion 

rechts Physiotherapieverordnungen, die letzte "bis Ende Juni 2021", ausgestellt 

worden (Suva-act. 2 f., 6, 43). Die Beschwerdegegnerin stellte allerdings ihre 

Leistungen per 4. November 2020 und damit einen Tag nach Vorliegen der 

kreisärztlichen Beurteilung von Dr. H.___ vom 3. November 2020 (Suva-act. 17) ein. 

Streitig und zu prüfen ist, ob diese Leistungseinstellung zu Recht erfolgt ist.

2.1. 

In Bezug auf die Rotatorenmanschette gilt es zu beachten, dass diese zur 

Degeneration neigt. Allerdings kann die Rotatorenmanschette auch als Folge eines 

Traumas ein- oder abreissen (vgl. dazu Alfred M. Debrunner, Orthopädie, 

Orthopädische Chirurgie, 4. Aufl. 2005, S. 628, 724 f., 728 ff., 732; Roche Lexikon, 

Medizin, 5. Aufl. 2003, S. 225, 1681; Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 267. Aufl. 

2017, S. 250). Nachfolgend ist also zunächst zu prüfen, ob es sich bei der 

ausgedehnten Rotatorenmanschettenläsion des Beschwerdeführers mit Beteiligung 

zweier Sehnen um eine direkte Unfallverletzung oder einen degenerativen Vorzustand 

handelt. Allgemein ist vorwegzunehmen, dass die Ausdrücke "Ruptur" und "Läsion" 

2.2. 

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nicht automatisch auf ein erlittenes Trauma hindeuten (Debrunner, a.a.O., S. 412, 628, 

724 f., 728 ff; Roche Lexikon, a.a.O., S. 1681; Pschyrembel, a.a.O., S. 1576, 1646).

Der Vergleich bildgebender Untersuchungsergebnisse aus der Zeit vor und nach 

dem Unfall stellt für die Abgrenzung Vorzustand bzw. neue unfallbedingte strukturelle 

Schädigung eine bedeutsame Beweisgrundlage dar (vgl. dazu BGE 134 V 121 E. 9, 117 

V 363 E. 5d/aa; Urteil des Bundesgerichts vom 28. Oktober 2009, 8C_216/2009, E. 2; 

SVR 2007 UV Nr. 25 S. 81 E. 5.4 mit Hinweisen [U 479/05]). Ist es durch den Unfall zu 

keinen neuen unfallbedingten Schäden gekommen, trifft er aber auf einen 

vorgeschädigten Körper, kommt eine unfallkausale Gesundheitsschädigung höchstens 

als vorübergehende oder richtunggebende Verschlimmerung des Vorzustandes in 

Betracht. Eine richtunggebende Verschlimmerung liegt nach der Rechtsprechung vor, 

wenn medizinischerseits feststeht, dass weder der Status quo ante noch der Status 

quo sine wieder erreicht werden können (Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 54). Von einer 

vorübergehenden unfallbedingten Verschlimmerung eines Vorzustandes wird dann 

gesprochen, wenn Unfallfolgen oder deren Anteil an einer Gesundheitsschädigung im 

Rahmen des posttraumatischen Verlaufs nie konkret beschrieben oder radiologisch als 

strukturelle Verletzung der Gelenke oder Knochen sichtbar gemacht werden können. In 

solchen Fällen wird bei einem geeigneten und adäquaten Ereignis in einer ersten Phase 

davon ausgegangen, dass dieses eine schädigende Wirkung auf den Körper habe. Die 

aufgetretenen oder ausgelösten Beeinträchtigungen werden, obwohl sie 

möglicherweise weiterbestehen, nach einer gewissen Zeit gestützt auf medizinische 

Erfahrung aber nicht mehr dem Unfall angelastet. Die Unfallversicherung übernimmt in 

diesen Fällen nur den durch das Unfallereignis ausgelösten Beschwerdeschub, d.h. sie 

hat bis zum Erreichen des Status quo sine vel ante Leistungen für das unmittelbar im 

Zusammenhang mit dem Unfall stehende Schmerzsyndrom zu erbringen. Als Beispiel 

dafür gelten insbesondere auch Kontusionsfolgen (vgl. nachfolgende Erwägung 3.; vgl. 

Urteile des Bundesgerichts vom 26. Februar 2013, 8C_423/2012, E. 5.3, 9. Januar 

2012, 8C_601/2011, E. 3.2, und 24. Juni 2008, 8C_326/2008, E. 3.2 und 4; Urteil des 

Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG] vom 14. März 2000, U 266/99, E. 1; vgl. 

auch Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 55 f.; vgl. dazu KOSS UVG-Nabold, N 57 zu Art. 

6). Bei einer Kontusion handelt es sich um eine Weichteilverletzung. Ihre Diagnose 

definiert eine schädigende Einwirkung des Unfalls auf den Körper, die insbesondere 

anhand klinischer Befunde - wie Hämatome, Schwellungen, Druckdolenzen, 

Bewegungseinschränkungen, Muskelverhärtungen - objektiviert wird (vgl. dazu 

Debrunner, a.a.O., S. 412; Pschyrembel, a.a.O., S. 1139; Roche Lexikon, a.a.O., S. 

357). Während der Beschwerdeführer davon ausgeht, er habe sich die ausgedehnte 

Rotatorenmanschettenläsion beim Sturz als direkte Unfallfolge zugezogen (act. G 1, G 

2.3. 

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5), ist die Beschwerdegegnerin der Ansicht, es sei lediglich zu einer vorübergehenden 

Verschlimmerung eines erheblich degenerativen Vorzustandes ausgelöst durch eine 

Prellung bzw. Kontusion gekommen, welche spätestens sechs Monate nach dem 

Unfallereignis wieder abgeheilt gewesen sei (Suva-act. 38, act. G 3, G 7).

Im konkreten Fall liegen keine vor dem Unfall erstellten radiologischen Bilder vor, 

weshalb diesbezügliche Erkenntnisse fehlen. Die ausgedehnte 

Rotatorenmanschettenläsion wurde im Rahmen der Arthro-MRI-Untersuchung vom 13. 

Dezember 2019 erhoben (Suva-act. 4), womit an sich nicht ausgeschlossen ist, dass 

sich der Beschwerdeführer die Rotatorenmanschettenläsion beim Unfall vom 23. Mai 

2019 zugezogen hat und diese demnach eine traumatische Verletzung darstellt. Doch 

gilt es zu beachten, dass der bildgebende Befund - unabhängig von den Gründen, 

weshalb die radiologische Untersuchung erst zu einem späteren Zeitpunkt 

durchgeführt wurde (vgl. dazu act. G 1, Ziff. 6) - nicht mehr als unfallnah angesehen 

werden kann. Es kann damit nicht mehr von einer zeitlichen Konnexität gesprochen 

werden, welche ein Indiz für eine traumatische Läsion darstellen würde.

2.4. 

Erkenntnisse für die Kausalitätsbeurteilung lassen sich sodann insbesondere auch 

aus der Art und Weise der echtzeitlich aufgetretenen Beschwerden, den initial 

erhobenen Befunden sowie dem zeitlichen Ablauf entnehmen.

2.5. 

Eine bestimmte Verletzung geht in der Regel mit verletzungsspezifischen 

Symptomen bzw. typischen klinischen Befunden einher, insofern die klinischen 

Befunde des konkreten Falls von Bedeutung sind. Entsprechend ist das zeitliche 

Zusammentreffen von verletzungsspezifischen Symptomen mit einem Unfall 

grundsätzlich als Indiz für eine Unfallkausalität zu werten. Gemäss Arztzeugnis UVG 

vom 16. September 2020 hatte der Beschwerdeführer anlässlich der Erstbehandlung 

vom 24. Mai 2019 durch Dr. C.___ angegeben, Schmerzen bei Ruhe gehabt zu haben. 

Eine Anteversion oder Elevation von mehr als 20º sei nicht mehr möglich gewesen. In 

der klinischen Untersuchung hatte der Beschwerdeführer bei Elevation ab 15º und bei 

Anteversion ab 20º Schmerzen angegeben. Als weitere Befunde hatte Dr. C.___ gute 

ossäre Kanten, eine Druckdolenz im Subacromialraum sowie einen positiven Jobe- und 

Lift-off-Test erhoben. Der Röntgenbefund war sodann unauffällig (Suva-act. 14). Ein 

echtzeitlich positiver Jobe- sowie Lift-off-Test ist grundsätzlich ein Hinweis auf 

Pathologien der Rotatorenmanschette (der Supraspinatus- bzw. Subscapularissehne), 

doch muss die Ursache der Pathologien nicht traumatischer Natur sein (vgl. Debrunner, 

a.a.O., S. 726; Pschyrembel, a.a.O., S. 862; S2e-Leitlinie "Rotatorenmanschette", 

Version vom März 2017, zu finden unter: https://www.awmf.org/uploads/

2.5.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/25

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tx_szleitlininen/033-041l_S2e_Rotatorenmanschette_2017-04-02.pdf, abgerufen am 2. 

August 2021 [nachfolgend zitiert: AWMF-Leitlinien]). So ist bereits an dieser Stelle 

vorweg zu nehmen, dass die Pathologien im Bereich der Subscapularissehne 

degenerativer Natur waren (vgl. dazu nachfolgende Erwägung 2.7.1). Ein typisches 

Symptom einer traumatisch bedingten Läsion der Supraspinatussehne ist laut 

medizinischer Literatur und bundesgerichtlicher Rechtsprechung die Pseudoparalyse, 

bei welcher der Arm nicht mehr aktiv über die Horizontale gehoben werden kann 

(Debrunner, a.a.O., S. 728; Pschyrembel, a.a.O., S. 1576; Swiss Medical Forum, 

Ausgabe 2019/1516, Übersichtsartikel, Revidierte Unterscheidungskriterien, 

Degenerative oder traumatische Läsionen der Rotatorenmanschette, zu finden unter 

https://doi.org/ 10.4414/smf.2019.03247, S. 263, abgerufen am 2. August 2021 

[nachfolgend zitiert: Swiss Medical Forum]). Die beim Beschwerdeführer klinisch 

erhobene Funktionseinschränkung bei der Elevation des rechten Arms würde einer 

Pseudoparalyse entsprechen. Auffällig ist hingegen, dass Dr. C.___ offensichtlich in 

Bezug auf die ebenfalls vollständig gerissene Infraspinatussehne keinen auffälligen 

Befund erhob. Mit dem Aussenrotations-Test (mit angelegtem und auch bei seitlich 

erhobenem Arm) hätten Hinweise auf Pathologien an der Infraspinatussehne erhoben 

werden können (vgl. Debrunner, a.a.O., S. 726). Eine traumatische 

Rotatorenmanschettenläsion ist sodann mit einem sehr heftigen Schmerz verbunden 

(Swiss Medical Forum, a.a.O., S. 263), welcher zwar vom Beschwerdeführer in der 

Einsprache vom 8. November 2020 vorgebracht wurde (Suva-act. 35), im Arztzeugnis 

UVG hingegen nicht beschrieben ist. In der Physiotherapieverordnung vom 29. Mai 

2019 führte Dr. C.___ sodann zwar eine Rotatorenmanschettenläsion auf, als 

Hauptdiagnose erscheint jedoch eine Schulterkontusion (Suva-act. 2; zur 

Kontusionsdiagnose siehe auch nachfolgende Erwägung 3). Die Durchführung einer 

MRI-Untersuchung erachtete er schliesslich angesichts der vorgenannten 

echtzeitlichen Befundsituation offensichtlich nicht als notwendig. Zusammenfassend ist 

festzuhalten, dass die dargelegte initiale Beschwerde- und Befundsituation insgesamt 

nicht als Indiz für eine überwiegend wahrscheinlich traumatisch verursachte 

Rotatorenmanschettenläsion gesehen werden kann, sondern die echtzeitlich 

objektivierten Befunde bzw. Bewegungseinschränkungen gerade auch oder zumindest 

gleich wahrscheinlich die Folge der erlittenen Kontusionsverletzung gewesen sein 

können.

Übereinstimmend mit dem Gesagten zeigt sich auch der zeitliche Ablauf, wie er 

sich abgespielt hat. In ihm ist ein Indiz für eine auf Abnützung oder Erkrankung 

zurückzuführende Ursache zu sehen. Während einer, wie vorliegend, mehrmonatigen 

2.5.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/25

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Latenzzeit (zwischen Unfallereignis im Mai 2019 und MRI-Untersuchung im Dezember 

2019) sind die unfallunabhängigen Vorgänge in einem menschlichen Körper vielfältig 

und der Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit für eine traumatische 

Unfallfolge ohne klar ersichtlichen Hinweis auf eine solche kaum zu erreichen. Gerade 

bei vorgeschädigten Sehnen einer Rotatorenmanschette sind auch spontane Rupturen 

nicht selten (Debrunner, a.a.O., S. 728). Im Arztzeugnis UVG vom 16. September 2020 

hielt Dr. C.___ fest, dass initial unter NSAR (Tilur) und dann noch Physiotherapie eine 

konstante Besserung des Bewegungsumfangs habe herbeigeführt werden können und 

weniger Schmerzen bestanden hätten (Suva-act. 14). Die nächsten nach der 

Erstbehandlung vom 24. Mai 2019 dokumentierten Arztkonsultationen datieren erst 

wieder vom Dezember 2019 bei Dr. C.___ (Suva-act. 14-2) und vom Januar 2020 bei 

Facharzt Dr. F.___, der basierend auf dem kernspintomographischen 

Untersuchungsergebnis vom 13. Dezember 2019 (Suva-act. 4) die irreparable 

Rotatorenmanschettenläsion Schulter rechts diagnostizierte (Suva-act. 5). Im Bericht 

der kernspintomographischen Untersuchung vom 13. Dezember 2019 war - wohl 

basierend auf der vorangegangenen Zuweisung von Dr. C.___ - ebenfalls festgehalten 

worden, dass sich anfangs eine deutliche Besserung unter Physiotherapie gezeigt 

habe, nun aber ein konstantes Beschwerdebild mit schmerzhafter Elevation ab 90°, 

Kraftminderung Aussenrotation und einem positivem Jobe-Test bestehe (Suva-act. 4). 

In seinem Untersuchungsbericht vom 13. Januar 2020 hielt Dr. F.___ zwar 

anamnestisch fest, dass seit dem Sturz im Mai 2019 eine schmerzhafte 

Bewegungsstörung persistiere. Andererseits schrieb er auf, dass der Beschwerdeführer 

im Alltag nur durch leichte Schmerzen und eine leichte Kraftminderung beeinträchtigt 

sei (Suva-act. 5). Ein Sachverhalt mit unfallbedingt nur einer Kontusionsverletzung 

sowie einer vorbestehenden degenerativen Schulterproblematik, welche gerade auch 

innerhalb des rund halbjährigen Zeitraums nach dem Unfallereignis fortgeschritten sein 

kann, erscheint damit nicht ausgeschlossen. Degenerative Erkrankungen zeichnen sich 

naturgemäss durch einen progredienten Verlauf (beispielsweise durch eine 

Vergrösserung einer einzelnen Schädigung oder durch ein Hinzutreten von 

Begleiterscheinungen) aus, was auch erklärt, dass ihre typische Symptomatik nicht von 

Beginn weg umfassend und mit ganzer Schwere auftreten muss, sondern bei 

wachsender Ausprägung zunächst schleichend beginnt und sich irgendwann deutlich 

manifestiert. Ein zu Beginn symptomloser oder höchstens geringe Beschwerden 

bereitender degenerativer Zustand wird also in einem bestimmten Zeitpunkt - in der 

Regel dann, wenn die Degeneration einen gewissen Schweregrad überschreitet - 

symptomatisch (vgl. Debrunner, a.a.O., S. 586, 728 ff.). Eine Kontusionsverletzung 

ohne strukturelle Schädigung der Gelenke und Knochen heilt demgegenüber nach der 

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medizinischen Erfahrung ohne spezifische Behandlung innert kurzer Zeit folgenlos aus 

und die mit ihr verbundenen Beschwerden bilden sich demzufolge gänzlich zurück 

(Debrunner, a.a.O., S. 412). Der dargelegte Sachverhalt beinhaltet insbesondere auch 

den typischen degressiven Verlauf, wie er in der Regel nach einer traumatischen 

Schmerzverursachung durch eine Kontusion zu erwarten ist.

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass sich aufgrund der Art und 

Weise der echtzeitlich aufgetretenen Beschwerden und klinischen Befunde in 

Verbindung mit dem zeitlichen Ablauf nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit auf eine traumatische Kausalität der vollständigen, komplett 

durchgehenden Rupturen der Supraspinatus- und Infraspinatussehne schliessen lässt.

2.5.3. 

Ein weiteres bedeutsames Kriterium für die Beurteilung der Ursächlichkeit einer 

Rotatorenmanschettenläsion bildet der Unfallmechanismus. Dr. H.___ hielt in seiner 

kreisärztlichen Beurteilung vom 16. November 2020 diesbezüglich fest, dass der 

Beschwerdeführer im Garten ausgerutscht und auf die rechte Schulter gestürzt sei. 

Aufgrund dieser Schilderung könne mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von einem 

direkten Anpralltrauma der rechten Schulter ausgegangen werden. Ein solches sei 

gemäss medizinscher Literatur jedoch nicht geeignet, eine 

Rotatorenmanschettenläsion herbeizuführen (Suva-act. 38-2).

2.6. 

Insbesondere für Rotatorenmanschettenläsionen werden in medizinischen 

Fachartikeln konkrete Verletzungsmechanismen beschrieben, welche zu einer 

traumatischen Sehnenruptur führen können. Als potenziell geeignete 

Verletzungsmechanismen werden namentlich genannt: das Abscheren des 

Sehnenansatzes von innen, sobald der maximal zulässige Rotationswinkel 

überschritten ist und der Sehnenansatz mit dem Pfannenrand in Konflikt gerät 

(sogenanntes inneres Impingement), z.B. bei einer Schulter(sub)luxation; die passive 

Traktion, z.B. nach unten (beim Versuch einen schweren fallenden Gegenstand 

aufzufangen), ventral oder medial; die exzentrische Belastung angespannter Anteile der 

Rotatorenmanschette, z.B. bei passiv forcierter Aussen- oder Innenrotation bei 

anliegendem oder abgespreiztem Arm, z.B. bei einem Sturz vom Gerüst nach vorn mit 

dem Versuch, den Fall durch Festhalten abzufangen (Alexandre Lädermann/ Bernhard 

Jost/Dominik Weishaupt/Didier Elsig/Matthias Zumstein, Revidierte 

Unterscheidungskriterien, Degenerative oder traumatische Läsionen der 

Rotatorenmanschette in: Swiss Medical Forum, Ausgabe 2019/15-16, S. 260-267, zu 

finden unter: <https://www.researchgate.net/publication/

332331925_Degenerative_oder_traumatische_Lasionen_der_Rotatorenmanschette, 

2.6.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/25

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[Download full-text PDF]>, abgerufen am 2. August 2021 [nachfolgend zitiert: Swiss 

Medical Forum]; AWMF-Leitlinien).

Das Bundesgericht gab in seinem Urteil vom 22. Oktober 2019, 8C_446/2019, E. 

5.2.2 f., die vorgenannten Unfallmechanismen wieder und ging gestützt auf eine 

weitere Publikation davon aus, dass die direkte Krafteinwirkung auf die Schulter (Sturz, 

Prellung, Schlag) ein ungeeigneter Hergang für eine Rotatorenmanschettenschädigung 

sei, da die Rotatorenmanschette durch den knöchernen Schutz der Schulterhöhe 

(Akromion) und durch den Deltoideusmuskel gut abgeschirmt sei. Das 

Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen hat in seinen früheren Entscheiden 

gestützt auf das vorgenannte Bundesgerichtsurteil ein direktes Anpralltrauma der 

Schulter als bedeutsamen Faktor gegen eine traumatische Genese einer 

Rotatorenmanschettenläsion gewertet. In einer zum obgenannten Urteil des 

Bundesgerichts vom 22. Oktober 2019 im Namen der Expertengruppe Schulter- und 

Ellbogenchirurgie der Schweizerischen Gesellschaft für Orthopädie und Traumatologie 

Swiss Orthopaedics (verfasst von Prof. Dr. med. O. Borens,

Prof. Dr. med. B. Jost, Prof. Dr. med. M. Zumstein, Prof. Dr. med. A. Müller; 

nachfolgend zitiert: Expertengruppe Schulter- und Ellbogenchirurgie) verfassten, auf 

den 1. Oktober 2020 datierten, Stellungnahme (zu finden unter: <https://

www.schadenanwaelte.ch/

wp-content/uploads/2020/10/Orthopaeden-Bundesgericht.pdf>, abgerufen am 2. 

August 2021) widerspricht nun die Expertengruppe Schulter- und Ellbogenchirurgie der 

Auffassung des Bundesgerichts und gelangt zum Schluss, dass ein direktes 

Schultertrauma durchaus zu einer Rotatorenmanschettenruptur führen könne. Die 

Expertengruppe Schulter- und Ellbogenchirurgie gibt an, die aktuelle internationale 

Literatur nochmals genau gesichtet und systematisch nach Artikeln gesucht zu haben, 

die über akute, rein traumatisch bedingte Rotatorenmanschettenrupturen berichteten. 

Sie führt die von ihr durchgesehenen Artikel an und hält fest, ihnen könne 

zusammenfassend entnommen werden, dass ein direktes Schultertrauma durchaus ein 

überwiegend wahrscheinlicher Mechanismus für eine akute/traumatische 

Rotatorenmanschettenruptur sein könne und sogar einer der häufigsten Mechanismen 

sei. Das Bundesgerichtsurteil sei demgegenüber nicht wissenschaftlich begründet, 

basiere auf einer veralteten Expertenmeinung und ignoriere aktuelle, auf neuester 

Literatur basierende Meinungen von Schulterexperten. Wenn das Bundesgericht seine 

Entscheide auf aktuellste wissenschaftliche Erkenntnisse höchstmöglicher Evidenz 

abstütze, könne das fragliche Bundesgerichtsurteil nicht als richtungsweisend 

angesehen werden. Bereits in dem im Swiss Medical Forum veröffentlichten Artikel (S. 

2.6.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/25

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263) hatten Experten, darunter wiederum Mitglieder der Expertengruppe Schulter- und 

Ellbogenchirurgie, ihre Meinung kundgetan, wonach eine Rotatorenmanschettenläsion 

nicht nur durch die in fünf Studien beschriebenen, sondern auch durch andere 

Verletzungsmechanismen, namentlich auch durch ein Direkttrauma der Schulter, 

entstehen könne. Zur Begründung im Bundesgerichtsurteil - die Rotatorenmanschette 

sei durch das darüber liegende Schulterdach (Acromion) und den Deltoideusmuskel vor 

einer Gewalteinwirkung geschützt - führt die Expertengruppe in der Stellungnahme 

vom 1. Oktober 2020 aus, dass diese Hypothese in keinem der von ihr gesichteten 

Artikeln durch eine biomechanische oder klinische Studie untermauert werde. Das 

Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen hat zwar, wie gesagt, in seinen früheren 

Entscheiden hinsichtlich Verletzungsmechanismus auf die obgenannte 

bundesgerichtliche Rechtsprechung abgestellt. Es hat jedoch den Artikel im Swiss 

Medical Forum im Rahmen der Kausalitätsbeurteilung von 

Rotatorenmanschettenläsionen grundsätzlich als wegweisend erachtet. Angesichts 

dessen, dass der Nachweis des natürlichen Kausalzusammenhangs im Bereich der 

Medizin in der Regel basierend auf Angaben ärztlicher Experten oder Expertinnen zu 

erbringen ist (vgl. Erwägung 1.2) und die Expertengruppe Schulter- und 

Ellbogenchirurgie in ihrer Stellungnahme vom 1. Oktober 2020 die bereits im Swiss 

Medical Forum (S. 263) von einigen ihrer Experten geäusserte Meinung nochmals 

bekräftigt hat, wonach bei einem Direkttrauma der Schulter ohne explizit 

ausgestreckten Arm ebenfalls eine Rotatorenmanschettenläsion entstehen könne, hat 

das Versicherungsgericht in seinen Entscheiden UV 2020/22 vom 20. April 2021 und 

UV 2019/24 vom 21. April 2021 festgehalten, es sehe keinen Grund, künftig nicht auch 

die plausible und nachvollziehbare Stellungnahme der Expertengruppe Schulter- und 

Ellbogenchirurgie vom 1. Oktober 2020 zu berücksichtigen.

Das Bundesgericht hat in seinen erst nach diesen Entscheiden publik 

gewordenen Urteilen vom 7. April 2021, 8C_740/2020, E. 4, und vom 15. April 2021, 

8C_672/2020, E. 4, ebenfalls auf die Stellungnahme der Expertengruppe Schulter- und 

Ellbogenchirurgie vom 1. Oktober 2020 Bezug genommen. Dabei hat es darauf 

hingewiesen, dass deren Meinungsäusserung wissenschaftlich nicht belegt sei und die 

Frage, ob und inwiefern Anpralltraumen geeignet seien, Rotatorenmanschettenläsionen 

zu verursachen, in der medizinischen Literatur kontrovers diskutiert werde. Es sei nicht 

Aufgabe des Bundesgerichts, den Expertenstreit hinsichtlich des Nachweises der 

Unfallkausalität von Rotatorenmanschettenläsionen zu entscheiden. Zur Beurteilung 

der Unfallkausalität werde dem Kriterium des Unfallmechanismus keine übergeordnete 

Bedeutung mehr beigemessen (vgl. dazu auch Urteil des Bundesgerichts vom 14. April 

2.6.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/25

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2020, 8C_59/2020, E. 5.3. f.). Es gehe vielmehr darum, die einzelnen Kriterien, die für 

oder gegen eine traumatische Genese der Verletzung sprächen, aus medizinischer 

Sicht gegeneinander abzuwägen und den Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die 

Wahrscheinlichkeit für sich habe, der Wahrheit zu entsprechen. Dabei gelte es etwa, 

die bildgebenden Befunde, die Vorgeschichte, den Unfallhergang, den Primärbefund 

und den Verlauf zu berücksichtigen (Urteile des Bundesgerichts vom 7. April 2021, 

8C_740/2020, E. 4.2 und vom 15. April 2020, 8C_672/2020, E. 4.1.3).

Der Beschwerdeführer konsultierte einen Tag nach dem Unfall, am 24. Mai 2019, 

Dr. C.___. Dieser notierte in dem am 16. September 2020 bei der Suva eingegangenen 

Arztzeugnis UVG, der Beschwerdeführer sei laut eigenen Angaben am Vortag auf 

nassem, rutschigem Boden ausgeglitten, mit den Füssen abgehoben und auf die 

rechte Schulter gestürzt (Suva-act. 14). Ähnlich lautet die Sachverhaltsschilderung in 

der Bagatellunfall-Meldung UVG vom 24. Mai 2019. Beim Begehen eines feuchten 

Weges sei dessen oberste Schicht weggerutscht, so dass der Beschwerdeführer 

ausgeglitten und auf die Schulter gestürzt sei (Suva-act. 1). Dr. C.___ diagnostizierte in 

den Physiotherapieverordnungen vom 29. Mai, 7. August und 5. November 2019 eine 

Schulterkontusion rechts (vgl. Suva-act. 2 f., 6). Für die erstmalige Beurteilung des 

Schadenfalls bat Dr. H.___ um eine detaillierte Abfrage des Vorzustandes, des 

Unfallherganges und von Brückensymptomen seit dem angegebenen Ereignis (Suva-

act. 17). Im Rahmen des am 2. November 2020 diesbezüglich geführten Telefonats mit 

der Beschwerdegegnerin teilte der Beschwerdeführer gemäss der Telefonnotiz der 

Beschwerdegegnerin, grundsätzlich übereinstimmend mit der Bagatellunfall-Meldung 

UVG und dem Arztzeugnis UVG, mit, beim Begehen eines feuchten Weges 

ausgerutscht und rückwärts auf die Schulter gestürzt zu sein (Suva-act. 20). In der 

Einsprache vom 8. November 2020 brachte der Beschwerdeführer allerdings vor und 

wiederholt dies auch in der Beschwerde vom 2. Januar 2021, dass der Unfallhergang 

von der Beschwerdegegnerin falsch beschrieben worden sei, denn er sei nicht 

rückwärts, sondern vorwärts gestürzt. Ausserdem sei er nicht auf weichen Boden, 

sondern auf einen Steinhaufen mit Muschelkalksteinen geprallt (Suva-act. 47 Ziff. 1, act 

G 1 Ziff. 1).

2.6.4. 

Im Rahmen seiner Beurteilung vom 16. November 2020 (Suva-act. 38), auf 

welche die Beschwerdegegnerin im angefochtenen Einspracheentscheid vom 14. 

Dezember 2020 abstellt (Suva-act. 42), geht Dr. H.___ in Kenntnis der Einsprache vom 

8. November 2020 und in Übereinstimmung mit der Sachverhaltsschilderung des 

Beschwerdeführers von einem Sturz auf die rechte Schulter mit Landung auf einem 

Steinhaufen mit Muschelkalksteinen aus. Dem Umstand, ob der Beschwerdeführer nun 

2.6.5. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/25

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vorwärts oder rückwärts auf die rechte Schulter gestürzt ist, scheint Dr. H.___ 

offensichtlich und nachvollziehbarerweise keine Bedeutung beizumessen (Suva-act. 

38). Entsprechend dem Unfallmechanismus - Sturz vorwärts oder rückwärts - ging Dr. 

H.___ jedenfalls überzeugend mit dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit von einem direkten Anpralltrauma aus, was auch der von Dr. C.___ 

gestellten Diagnose einer Schulterkontusion rechts entspricht (Suva-act. 2 f., 6). Der 

Beschwerdeführer selbst bestreitet ein direktes Anpralltrauma als Unfallmechanismus 

ebenfalls nicht (vgl. Suva-act. 35, act. G 1, act. G 3 Ziff. 5.1). Die in der 

Beschwerdeschrift geltend gemachten Scherwirkungen (Suva-act. G 1 Ziff. 2) und eine 

damit verbundene Abscherverletzung kann gemäss den obgenannten 

Sachverhaltsdarstellungen nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit als erstellt 

gelten. Für eine Überschreitung des maximal möglichen Rotationswinkels der Schulter 

gibt es weder in den Akten Hinweise noch enthalten die Eingaben des 

Beschwerdeführers Ausführungen zu einem entsprechenden Unfallhergang. Eine 

Schulterluxation (vgl. Erwägung 2.6.1) gilt als äusserst schmerzhaft und ist leicht zu 

diagnostizieren (vgl. dazu Debrunner, a.a.O., S. 721 f.). Es ist somit sehr 

unwahrscheinlich, dass sie im Unfallzeitpunkt nicht erkannt worden wäre. Vorliegend 

kann offenbleiben, ob ein Anpralltrauma bzw. eine Kontusion entsprechend der 

genannten neueren wissenschaftlichen Literatur (vgl. Erwägung 2.6.1 f.) grundsätzlich 

geeignet war, die ausgedehnte Rotatorenmanschettenläsion des Beschwerdeführers zu 

verursachen. Dies, zumal der Unfallmechanismus laut bundesgerichtlicher 

Rechtsprechung nur ein (wenn auch) bedeutsames Merkmal darstellt und - wie sich 

aus den vorangehenden und der nachfolgenden Erwägung 2.7 ergibt - der 

medizinische Sachverhalt auch hinsichtlich weiterer bedeutsamer Kriterien nicht mit 

dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit für eine traumatisch bedingte 

Rotatorenmanschettenläsion spricht. Zumindest ist eine solche nicht wahrscheinlicher 

als eine degenerativ bedingte Rotatorenmanschettenläsion.

Dr. H.___ diskutiert in seiner Beurteilung vom 16. November 2020 insbesondere 

auch den Gesamtzustand des rechten Schultergelenks des Beschwerdeführers und 

hält diesbezüglich fest, dass mit der Arthro-MRI-Untersuchung vom 13. Dezember 

2019 gravierende degenerative Veränderungen zur Darstellung gelangt seien, welche 

zu ihrer Entstehung mindestens zwei bis drei Jahre benötigt hätten (Suva-act. 38). Der 

Einbezug der Gesamtsituation eines Gelenks in die Beurteilung einer Unfallkausalität 

erscheint schlüssig und überzeugend. Weist ein Gelenk umfassende, unstreitig 

degenerative Veränderungen auf, sind diese häufig miteinander verbunden und stellen 

insofern gegenseitige Begleitpathologien dar (vgl. dazu Debrunner, a.a.O., S. 579 ff., S. 

724 ff.). So ist es verständlich, dass bei Vorliegen weiterer umfassender degenerativer 

2.7. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 19/25

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Gesundheitsschäden, die Herauslösung einzelner Gesundheitsschäden und deren 

Betrachtung als unabhängige, traumatisch bedingte Gesundheitsschäden ohne 

konkreten Grund kein nachvollziehbares Ergebnis darstellt. Zumindest ist es nicht 

wahrscheinlicher als eine durch Degeneration begünstigte Entwicklung.

Beim Beschwerdeführer zeigte die Arthro-MRI-Untersuchung vom 13. Dezember 

2019 neben den Gesundheitsschäden im Bereich der Supraspinatus- und 

Infraspinatussehne auch eine geringe Insertionstendinose der Subscapularissehne mit 

Tendinose und leichter interstitieller Zerrung ansatznah im kranialen Abschnitt, eine 

mässige superiore Labrumpathologie/SLAP-Läsion mit vorwiegend interstitieller 

Aufsplitterung basisnah betont entlang der apikalen Zirkumferenz zwischen 11 und 1 

Uhr sowie kleine basisnahe Einrisse ventro-kranial und dorso-kranial bei 2-3 Uhr bzw. 

9-11 Uhr, eine mässige Tendinopathie (Tendinose, leichte interstitielle Partialruptur) der 

langen Bizepssehne ursprungsnah betont im horizontalen Abschnitt, sowie eine 

hypertrophe AC-Arthrose mit reaktivem Knochenmarködem und kleinzystischen 

Veränderungen subchondral in der lateralen Klavikula (Suva-act. 4). Eine SLAP-Läsion 

kann zwar die Folge eines vorangegangenen Traumas (insbesondere einer Luxation) 

sein. Sie wird jedoch in der medizinischen Literatur auch als degenerativer 

Gesundheitsschaden beschrieben (Debrunner, a.a.O., S. 722, 732, vgl. auch S. 975). 

Zudem ist, wie in Erwägung 2.6.5 festgestellt, im konkreten Fall nicht von einem 

Luxationstrauma auszugehen. Eine Tendinose bzw. Tendinopathie, wie sie in der 

Arthro-MRI-Untersuchung bei der Subscapularissehne und der Bizepssehne erhoben 

wurden, stellt sodann eine Entzündung der Sehne in Ansatznähe und damit 

grundsätzlich ein krankheitsbedingtes Leiden dar, welches im Zusammenhang mit 

einem degenerativen Prozess auftreten kann (vgl. Debrunner, a.a.O., S. 628; 

Pschyrembel, a.a.O., S. 1782; Roche Lexikon, a.a.O., S. 1807 f.; <https:// gelenk-

klinik.de/Orthopaedie-glossar/tendinopathie.html>, abgerufen am 2. August 2021). Bei 

einer AC-Gelenkarthrose handelt es sich sodann im Regelfall ebenfalls um einen 

krankheitsbedingten bzw. degenerativen Gesundheitsschaden (Debrunner, a.a.O., S. 

579 ff., 725, 733, 735; Pschyrembel, a.a.O., S. 152 f., 297; Roche Lexikon, a.a.O., S. 

134, 280). Im Weiteren entnimmt Dr. H.___ dem Arthro-MRI-Untersuchungsbericht 

zutreffend, dass die Supraspinatus- und Infraspinatussehnenläsion jeweils begleitet 

von einer erheblichen muskulotendinösen Retraktion und mittelgradigen Atrophie der 

entsprechenden Muskelbäuche waren. Es fänden sich ein positives Zanetti-Zeichen 

und eine Muskelverfettung des Musculus supraspinatus Grad III nach Goutallier (Suva-

act. 4, 38-3). Angesichts der dargelegten Befundsituation geht Dr. H.___ beim 

Beschwerdeführer - belegt auch durch die medizinische Literatur - einleuchtend von 

2.7.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 20/25

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insgesamt gravierenden degenerativen Veränderungen aus. Laut Swiss Medical Forum 

(S. 264) unterscheidet sich die Entwicklungsdauer der fettigen Infiltration danach, ob 

eine traumabedingte oder eine allmählich fortschreitende Ausgangssituation vorliegt. 

Bei einer traumabedingten Ausgangssituation und bei massiven Läsionen (zwei oder 

mehr Sehnen) manifestiere sich die fettige Infiltration grundsätzlich schneller. Die 

Entwicklungsdauer nach Symptombeginn bei einer fettigen Infiltration Grad III und IV 

liege jedoch bei einer traumabedingten und bei einer allmählich fortschreitenden 

Ausgangssituation zwischen 5 und 4 Jahren für die Supraspinatus- bzw. 

Infraspinatussehne. Bei einem Patienten mit einer erheblichen fettigen Infiltration nach 

Goutallier (Grad III und IV) habe sich demzufolge eine bereits vorbestehende, nun 

dekompensierte Läsion entwickelt oder es sei zu einer akuten Vergrösserung einer 

bereits vorbestehenden Läsion gekommen. Eine Verfettung der Muskelmasse Grad III 

nach Goutallier wird offenbar generell einem degenerativen Prozess zugeschrieben 

(Swiss Medical Forum, a.a.O., S. 265). Dass aus dem Retraktionsgrad der Sehnen 

Hinweise auf die Ursache herausgelesen werden kann, ist sodann zwar in der Lehre 

umstritten (vgl. Alexandra Jochner, Unterschiede zwischen chronisch degenerativen 

und traumatischen Rupturen der Supraspinatussehne, 2016, S. 62 f., <https://

edoc.ub.uni-muenchen.de/20413/2/Jochner_Alexandra.pdf>, abgerufen am 2. August 

2021). Die Beurteilung von Dr. H.___, dass die weiteren umfassenden degenerativen 

Veränderungen zu ihrer Entstehung mindestens zwei bis drei Jahre benötigten, d.h. 

deutlich länger als sieben Monate (= der Zeitraum vom Unfalldatum bis zur 

durchgeführten Arthro-MRI-Diagnostik der Schulter), ist jedoch angesichts der obigen 

Darlegungen insgesamt ein nachvollziehbares Ergebnis. Zumindest ist in Bezug auf die 

vorliegenden Rotatorenmanschettenläsionen ein traumatischer Gesundheitsschaden 

nicht wahrscheinlicher als eine durch Degeneration begünstigte Entwicklung. In 

Übereinstimmung mit Dr. H.___ sprach im Übrigen auch Dr. F.___ in seinem Bericht 

vom 13. Januar 2020 angesichts der kernspintomograpisch erhobenen Befunde von 

erheblichen Veränderungen mit fortgeschrittener muskulärer Degeneration, 

insbesondere des Supraspinatus, geringgradig auch des Infraspinatus (Suva-act. 5).

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Gesamtsituation des rechten 

Schultergelenks des Beschwerdeführers ein weiteres, bedeutsames Indiz für eine 

degenerativ bedingte Supraspinatus- und Infraspinatussehne darstellt.

2.7.2. 

Dr. H.___ weist in seiner Beurteilung vom 16. November 2020 zudem darauf hin, 

dass in der Arthro-MRI-Bildgebung keine zusätzlichen strukturellen unfallkausalen 

Läsionen wie beispielsweise Anzeichen eines Rest-Hämatoms, Narben im 

Deltoideusmuskel, ein Gelenkerguss in der Schulter oder andere Hinweise für eine 

2.8. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 21/25

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zusätzliche frische Schädigung der Rotatorenmanschette der rechten Schulter 

erkennbar gewesen seien. Er folgert daraus schlüssig und überzeugend, dass damit 

nicht von einer schweren Gewalteinwirkung auf die betroffene Schulter auszugehen sei, 

die geeignet gewesen wäre, die diagnostizierten Läsionen der Rotatorenmanschette 

hinreichend zu erklären (Suva-act. 38). Auch das Fehlen von mit einem Trauma häufig 

vergesellschafteten Begleitverletzungen (vgl. dazu Debrunner, a.a.O., S. 125) fügt sich 

mithin in das degenerative Bild ein.

Der Umstand, dass der Beschwerdeführer angeblich vor dem Unfall vollständig 

gesund gewesen sei, beruht auf dem für den Nachweis einer unfallkausalen 

Schädigung nicht massgebenden Grundsatz "post hoc ergo propter hoc". Die rein 

zeitliche Abfolge beinhaltet keine Aussage zur Kausalität, denn der zeitliche Aspekt 

besitzt keine wissenschaftlich genügende Erklärungskraft. Andernfalls würde man sich 

mit dem blossen Anschein des Beweises bzw. mit der blossen Möglichkeit begnügen 

und davon ausgehen, dass eine gesundheitliche Schädigung schon dann durch den 

Unfall verursacht sei, wenn sie nach diesem auftrat (Kieser, N 69 zu Art. 4 ATSG; Alfred 

Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl. 1989, S. 460 N 1205; SVR 

2009 UV Nr. 13 [8C_590/2007], S. 52 E. 7.2.4 mit weiteren Hinweisen; BGE 119 V 340 

E. 2b/bb).

2.9. 

Damit steht mit dem im Sozialversicherungsrecht geforderten Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, dass beim Beschwerdeführer sowohl eine 

durch den Unfall vom 23. Mai 2019 verursachte neue, bleibende 

Gesundheitsschädigung im Sinn einer strukturellen Veränderung als auch eine 

richtunggebende Verschlimmerung eines degenerativen Vorzustandes auszuschliessen 

ist. Genauso wie eine unfallbedingte Rotatorenmanschettenläsion als objektiviert gilt, 

wenn diese durch einen entsprechenden apparativen/bildgebenden 

Untersuchungsbefund erhoben wird bzw. bestätigt werden kann (vgl. Erwägung 2.1), 

gilt dies grundsätzlich für eine richtunggebende Verschlimmerung eines Vorzustandes, 

bei einer Arthrose beispielsweise in Form eines höheren Schweregrades oder bei einer 

vorbestehenden Ruptur in Form einer Vergrösserung des ersten Risses. Eine 

unfallkausale richtunggebende Verschlimmerung wird jedoch in den medizinischen 

Akten nirgends explizit diskutiert. Für eine solche ist bei der umfassenden 

degenerativen Problematik des Beschwerdeführers im rechten Schultergelenk auch 

kaum Raum gegeben. Sie dürfte aus denselben Gründen, wie sie in Erwägung 2.5 in 

Bezug auf das Nichtvorliegen einer primären strukturellen Rotatorenmanschettenläsion 

dargelegt worden sind, ausser Betracht fallen.

2.10. 

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3.  

Wie bereits erwähnt (vgl. Erwägung 2.3), kann ein Vorzustand durch einen Unfall 

ausgelöst oder vorübergehend verschlimmert werden. So kann eine Kontusion der 

Schulter ohne Weiteres einen bisher stummen degenerativen Vorzustand der 

Rotatorenmanschette bzw. des AC-Gelenks symptomatisch machen. In diesem Fall 

übernimmt der Unfallversicherer die Leistungen bis zur Heilung des durch ein 

Unfallereignis ausgelösten Beschwerdeschubs (Rumo-Jungo, a.a.O., S. 54).

3.1. 

Bei der Kontusion handelt es sich, wie bereits erwähnt, um eine 

Weichteilverletzung, welche - wie im konkreten Fall - nicht von einer strukturellen 

Läsion begleitet sein muss, die jedoch in gewissen Fällen anhand klinischer Befunde 

objektiviert werden kann (vgl. Debrunner, a.a.O., S: 412; Roche Lexikon, a.a.O., S. 357; 

vgl. Erwägung 2.3). Es ist eine medizinische Erfahrungstatsache, dass 

Weichteilverletzungen wie Kontusionen normalerweise innert kurzer Zeit abheilen und 

sich die damit verbundenen Beschwerden gänzlich zurückbilden (vgl. Debrunner, 

a.a.O., S. 412). Insofern geht eine vorübergehende Verschlimmerung eines Vorzustands 

im Bereich der Schulter im Regelfall mit einer stetigen Besserung des unfallkausalen 

Beschwerdeanteils einher. Die medizinische Erfahrungstatsache darf im Rahmen des 

im Sozialversicherungsrecht zur Anwendung gelangenden 

Wahrscheinlichkeitsbeweises berücksichtigt werden (Locher/Gächter, a.a.O., § 70 N. 

58 f.). Dies hat insbesondere für den Nachweis des Dahinfallens natürlich kausaler 

Unfallfolgen zu gelten, bei dem es sich um einen hypothetischen Zustand handelt, 

welcher sich häufig nur mit Erfahrungswerten bestimmen lässt (Urteil des EVG vom 18. 

September 2002, U 60/02, E. 2.2.). Fortdauernde Beschwerden werden also auch ohne 

Veränderung bzw. Besserung der klinischen Befundsituation ab einem bestimmten 

Datum aufgrund der obgenannten medizinischen Erfahrungstatsache eben nicht mehr 

dem Unfall angelastet. Dass damit der Zeitpunkt der Leistungseinstellung ein Stück 

weit theoretisch bleibt, versteht sich aus der Sache selbst bzw. ergibt sich aus der 

mangelnden Wahrnehmbarkeit der Verletzung. Medizinische Erfahrungssätze beziehen 

sich auf den Regelfall, d.h. auf medizinische Sachverhalte, die sich im konkreten Fall 

gleich dargestellt haben. Eine Ausnahme von der Regel ist grundsätzlich nicht 

ausgeschlossen, doch muss sie sich eben als solche präsentieren. Konnten spezifische 

Kontusionsfolgen objektiviert werden, übernimmt der Unfallversicherer 

selbstverständlich die Leistungen bis zur Heilung dieser spezifischen Kontusionsfolgen, 

d.h. bis zum Status quo ante (BSK UVG-Hofer, N 71 zu Art. 6; KOSS UVG-Nabold, N 

54 zu Art. 6; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 54).

3.2. 

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Dr. H.___ geht in seinen Beurteilungen vom 22. Oktober und 16. November 2020 

davon aus, dass das Unfallereignis vom 23. Mai 2019 mit dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu einer vorübergehenden Verschlimmerung des 

erheblich degenerativen Vorzustandes der Rotatorenmanschette der rechten Schulter 

geführt habe. Spätestens sechs Monate nach dem Unfallereignis sei die 

physiotherapeutische Behandlung jedoch nicht mehr den Unfallfolgen geschuldet 

gewesen (Suva-act. 17, 38).

3.3. 

Die kreisärztliche Beurteilung erscheint angesichts des in Erwägung 3.2 

dargelegten Erfahrungssatzes ohne Weiteres plausibel und überzeugend. Gemäss dem 

Arztzeugnis UVG vom 16. September 2020 hatte der Beschwerdeführer anlässlich der 

Erstbehandlung vom 24. Mai 2019 durch Dr. C.___ angegeben, Schmerzen bei Ruhe 

gehabt zu haben. In der klinischen Untersuchung erhob Dr. C.___ als Befunde 

Schmerzen bei Elevation ab 15º und bei Anteversion ab 20º sowie eine Druckdolenz im 

Subacromialraum (vgl. Suva-act. 14). Abgesehen von diesen Befunden hat Dr. C.___ 

offenbar jedoch im Rahmen der Erstbehandlung keine weiteren typischen Befunde für 

eine Kontusion wie Hämatome und Schwellungen erhoben (vgl. Erwägung 2.3), welche 

auf eine namhafte Krafteinwirkung auf die rechte Schulter hinweisen und damit für eine 

längere Heilungsdauer sprechen würden. Visuell sichtbare Befunde wären - anders als 

die Angaben von Schmerzen - zumindest ein objektivierbarer Hinweis auf ein 

schwereres Trauma gewesen. Wie in Erwägung 2.8 dargelegt, konnten sodann 

insbesondere auch radiologisch keine häufig mit einer erheblichen Gewalteinwirkung 

vergesellschafteten Begleitverletzungen festgestellt werden. Aufgrund der initialen 

Beschwerde- und Befundsituation drängt sich mithin eine Ausnahme von der Regel 

nicht auf (vgl. Erwägung 3.4).

3.3.1. 

Die von Dr. H.___ festgelegte Heilungsdauer überzeugt insbesondere auch mit 

Blick auf den in Erwägung 2.5.2 dargelegten zeitlichen Ablauf. Im Arztzeugnis UVG 

vom 16. September 2020 hielt Dr. C.___ fest, dass initial unter NSAR (Tilur) und dann 

noch Physiotherapie eine konstante Besserung des Bewegungsumfangs habe 

herbeigeführt werden können und weniger Schmerzen bestanden hätten (Suva-act. 

14). Die nächsten nach der Erstbehandlung vom 24. Mai 2019 dokumentierten 

Arztkonsultationen datieren erst wieder vom Dezember 2019 bei Dr. C.___ (Suva-act. 

14-2) und vom Januar 2020 bei Dr. F.___ (Suva-act. 5). Ärztliche Behandlungen und 

Konsultationen sind somit während mehreren Monaten nicht aktenkundig und waren 

offenbar medizinisch und aus Sicht des Beschwerdeführers und von dessen Befinden 

her auch nicht erforderlich. Aufgrund des Gesagten ist insgesamt vor den erneuten 

Arztkonsultationen - zumindest in Bezug auf die Kontusionsverletzung - von einer 

3.3.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 24/25

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4.  

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist der Einspracheentscheid vom 14. Dezember 

2020 nicht zu beanstanden. Die dagegen erhobene Beschwerde ist im Sinn der 

vorstehenden Erwägungen abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 

lit. f ATSG). Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine 

Parteientschädigung.

Entscheid

eindeutig eingetretenen Verbesserung auszugehen, sodass kein Ausnahmefall mit einer 

längeren Heilungsdauer anzunehmen ist. Die in Erwägung 3.2 dargelegte 

Erfahrungstatsache und die kreisärztliche Beurteilung finden gerade in der konkreten 

Anamnese eine Stütze. Auch der Umstand, dass sich der Beschwerdeführer 

fortdauernd in physiotherapeutischer Behandlung befand (vgl. Suva-act. 2 f., 6 f., 43), 

vermag schliesslich keinen Ausnahmefall zu begründen (vgl. dazu die Ausführungen in 

Erwägung 2.5.2 betreffend progredienter Verlauf degenerativer Erkrankungen). Eine 

genaue zeitliche Erfassung des Heilungszeitpunkts, d.h. eine exakte zeitliche 

Bestimmung, wann die überwiegend wahrscheinlichen unfallbedingten von 

unfallfremden Faktoren abgelöst wurden, ist aufgrund des fliessenden Charakters der 

Heilung sowieso nicht möglich.

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass ausgehend von einer im vorliegenden Fall 

nicht namhaften Kontusionsverletzung im Bereich des rechten Schultergelenks sowie 

angesichts des aktenkundigen zeitlichen Ablaufs davon auszugehen ist, dass der 

Heilungsprozess des durch den Unfall vom 23. Mai 2019 vorübergehend 

verschlimmerten und infolgedessen Beschwerden verursachenden degenerativen 

Vorzustands erwartungsgemäss verlaufen ist und sich der diesbezügliche Status quo 

sine vel ante - wie von Dr. H.___ überzeugend beurteilt - spätestens 6 Monate nach 

dem Unfall vom 23. Mai 2019 und somit eindeutig vor, jedoch spätestens im Zeitpunkt 

der Leistungseinstellung am 4. November 2020 eingestellt hat. Der Wegfall des 

Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfall vom 23. Mai 2019 und den ab Dezember 

2019 geltend gemachten Beschwerden ist demnach mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit dargetan und die Leistungseinstellung ist rechtens erfolgt. Für die 

über den Status quo sine vel ante hinaus fortbestehenden Beschwerden bilden 

lediglich die degenerativen Vorzustände eine nachvollziehbare Begründung.

3.4. 

bis 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 25/25

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im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 14.09.2021
	Art. 6 UVG: Unfallkausalität einer ausgedehnten Rotatorenmanschettenläsion. Sturz auf die Schulter hat keine neue, traumatisch bedingte Rotatorenmanschettenläsion oder eine richtunggebende Verschlimmerung eines degenerativen Vorzustands verursacht, sondern zu einer vorübergehenden Verschlimmerung eines erheblich degenerativen Vorzustandes geführt. Der Nachweis des Dahinfallens einer Unfallkausalität der fortdauernden Schulterbeschwerden per Leistungseinstellungsdatum knapp eineinhalb Jahre nach dem Unfallereignis ist mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erbracht. Abweisung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 14. September 2021, UV 2021/4).

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