# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4f02d3be-d9a4-5902-847e-fb10f85aa429
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-08-17
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 17.08.2017 100 2016 71
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2016-71_2017-08-17.pdf

## Full Text

100.2016.71/72U
ARB/DIS/CES

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil der Einzelrichterin vom 17. August 2017

Verwaltungsrichterin Arn De Rosa
Gerichtsschreiberin Kissel

A.________ GmbH
Beschwerdeführerin

gegen

Steuerverwaltung des Kantons Bern
Brünnenstrasse 66, Postfach, 3001 Bern 
Beschwerdegegnerin

und

Steuerrekurskommission des Kantons Bern
Sägemattstrasse 2, Postfach 54, 3097 Liebefeld

betreffend Kantons- und Gemeindesteuern sowie direkte Bundessteuer 
2012 (Entscheide der Steuerrekurskommission des Kantons Bern vom 
4. Februar 2016; 100 15 65, 200 15 49)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17.08.2017, Nrn. 100.2016.71/72U, 
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Sachverhalt:

A.

Die A.________ GmbH bezweckt die Entwicklung von und den Handel mit 
Software- und Hardwareprodukten sowie die Gestaltung und das Design 
von Multimediaelementen und -gesamtlösungen. Abweichend von ihrer 
Selbstdeklaration legte die Steuerverwaltung des Kantons Bern, Region …, 
am 8. Oktober 2014 den steuerbaren Reingewinn der A.________ GmbH 
für das Steuerjahr 2012 sowohl bei den Kantons- und Gemeindesteuern als 
auch bei der direkten Bundessteuer auf Fr. 162'058.-- fest. Die Abweichung 
gegenüber dem deklarierten Unternehmensgewinn beruhte auf einer 
Aufrechnung von nicht geschäftsmässig begründetem bzw. nicht belegtem 
Aufwand. Die dagegen gerichteten Einsprachen wies die Steuerverwaltung 
ab (Entscheide vom 14.1.2015). 

B.

Am 11. Februar 2015 gelangte die A.________ GmbH mit Rekurs und Be-
schwerde an die Steuerrekurskommission des Kantons Bern (StRK) und 
beantragte sinngemäss, der steuerbare Reingewinn sei sowohl bei den 
Kantons- und Gemeindesteuern als auch bei der direkten Bundessteuer 
von Fr. 162'058.-- auf Fr. 104'878.-- zu reduzieren. Die StRK hiess Rekurs 
und Beschwerde mit Entscheid vom 4. Februar 2016 teilweise gut und 
setzte den steuerbaren Gewinn sowohl bei den Kantons- und Gemeinde-
steuern als auch bei der direkten Bundessteuer auf Fr. 160'500.-- fest.

C.

Dagegen hat die A.________ GmbH mit (innert Nachfrist verbesserten) 
Eingabe vom 21. März 2016 Verwaltungsgerichtsbeschwerden erhoben 
und neue Beweismittel eingereicht. Sie beantragt sinngemäss, der 
steuerbare Reingewinn sei sowohl bei den Kantons- und Gemeindesteuern 

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als auch bei der direkten Bundessteuer um Fr. 10'400.-- zu reduzieren und 
neu auf Fr. 150'100.-- festzulegen. 

Mit Verfügung vom 9. März 2016 hat der Abteilungspräsident die Verfahren 
betreffend die Kantons- und Gemeindesteuern sowie betreffend die Bun-
dessteuer vereinigt.

Die StRK und die Steuerverwaltung weisen mit Vernehmlassung vom 
15. April 2016 bzw. mit Beschwerdeantwort vom 3. Mai 2016 darauf hin, 
dass im Fall einer teilweisen Gutheissung der Beschwerden gestützt auf 
die neuen Beweismittel bei der Kostenverlegung zu berücksichtigen sei, 
dass die A.________ GmbH die entsprechenden Unterlagen erst im 
Verfahren vor Verwaltungsgericht eingereicht habe. Im Übrigen beantragen 
sie je die Abweisung der Beschwerden.

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerden als 
letzte kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des 
Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; 
BSG 155.21) zuständig (vgl. auch Art. 201 Abs. 1 des Steuergesetzes vom 
21. Mai 2000 [StG; BSG 661.11] und Art. 145 Abs. 1 des Bundesgesetzes 
vom 14. Dezember 1990 über die direkte Bundessteuer [DBG; SR 642.11] 
sowie Art. 9 Abs. 3 der Verordnung vom 18. Oktober 2000 über den Voll-
zug der direkten Bundessteuer [BStV; BSG 668.11]). Die Beschwerdefüh-
rerin hat am vorinstanzlichen Rekurs- und Beschwerdeverfahren teilgenom-
men, ist durch die angefochtenen Entscheide besonders berührt und hat 
ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung. Auf die 
form- und fristgerecht eingereichten Beschwerden ist daher einzutreten 
(Art. 79 Abs. 1 VRPG; vgl. auch Art. 201 Abs. 2 StG sowie Art. 145 Abs. 2 
i.V.m. Art. 140 Abs. 1 DBG).

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1.2 Sind sowohl Entscheide bezüglich der Kantons- und Gemeindesteu-
ern als auch der direkten Bundessteuer angefochten, so muss das Ver-
waltungsgericht zwei Urteile fällen, zumal es sich um verschiedene Steuern 
handelt, die unterschiedlichen Gemeinwesen zustehen und in getrennten 
Verfahren veranlagt werden. Allerdings können die Entscheide in ein und 
derselben Urteilsschrift getroffen werden (vgl. BGE 135 II 260 E. 1.3.1, 
130 II 509 E. 8.3). Weil vorliegend die einschlägigen Bestimmungen des 
kantonalen und eidgenössischen Rechts weitgehend gleich lauten, recht-
fertigt sich die gemeinsame Beurteilung der Streitigkeit hinsichtlich kommu-
naler, kantonaler und eidgenössischer Steuern.

1.3 Der Streitwert beträgt sowohl bei den Kantons- und Gemeindesteu-
ern als auch bei der direkten Bundessteuer weniger als Fr. 20'000.--, womit 
die Beurteilung der Beschwerden in die einzelrichterliche Zuständigkeit fällt 
(Art. 57 Abs. 1 des Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der 
Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1]). 

1.4 Das Verwaltungsgericht überprüft die angefochtenen Entscheide auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 VRPG).  

2.

Strittig und zu prüfen ist die Aufrechnung von Mietaufwand für zwei Park-
plätze von insgesamt Fr. 3'000.-- pro Jahr (vgl. hinten E. 3) sowie für zwei 
private Arbeitszimmer der beiden Gesellschafter von Fr. 7'400.-- pro Jahr 
(vgl. hinten E. 4). Nicht mehr strittig sind die Aufrechnung von Pauschal-
spesen sowie die Aufrechnung von Privatanteilen an dem für die Ge-
schäftsfahrzeuge deklarierten Aufwand. 

2.1 Gegenstand der Gewinnsteuer ist der Reingewinn (Art. 85 Abs. 1 
StG; Art. 57 DBG; vgl. auch Art. 24 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 
14. Dezember 1990 über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kan-
tone und Gemeinden [StHG; SR 642.14]). Für die Bestimmung des Rein-
gewinns von juristischen Personen ist vom Saldo der Erfolgsrechnung un-
ter Berücksichtigung des Saldovortrags des Vorjahrs auszugehen (Art. 85 
Abs. 2 Bst. a StG; Art. 58 Abs. 1 Bst. a DBG), womit das Prinzip der Mass-

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geblichkeit der Handelsbilanz ausdrücklich festgeschrieben wird. Es be-
sagt, dass Bilanz und Erfolgsrechnung Ausgangspunkt und Grundlage der 
steuerlichen Gewinnermittlung bilden, wenn bei ihrer Errichtung nicht 
gegen zwingende Bestimmungen des Handelsrechts verstossen wurde und 
sofern nicht spezielle steuerrechtliche Vorschriften für die Gewinnermittlung 
zu beachten sind (zum Ganzen BVR 2008 S. 181 E. 3.1; 
VGE 2013/128/129 vom 5.12.2014 E. 3.1; BGE 143 II 8 E. 4.1, 141 II 83 
E. 3.1 f., 137 II 353 E. 6.2, 133 I 19 E. 6.3; BGer 2C_41/2016 und 
2C_42/2016 vom 25.4.2017 E. 6.5.4, 2C_162/2016 und 2C_163/2016 vom 
29.9.2016 E. 4.5, 2C_515/2010 vom 13.9.2011, in StE 2011 B 23.41 Nr. 5 
E. 2, auch zum Folgenden). Während die Bewertungsvorschriften des 
Handelsrechts Höchstbewertungsvorschriften darstellen, die primär zum 
Schutz der Gläubigerschaft verhindern sollen, dass die Ertrags- und Ver-
mögenslage des Unternehmens zu günstig ausgewiesen wird, bezwecken 
die steuerrechtlichen Korrekturvorschriften, dass die Ertrags- und Vermö-
genslage entsprechend dem Grundsatz der Besteuerung nach der wirt-
schaftlichen Leistungsfähigkeit gemäss Art. 104 Abs. 1 der Verfassung des 
Kantons Bern (KV; BSG 101.1) und Art. 127 Abs. 2 der Bundesverfassung 
(BV; SR 101) nicht zu ungünstig präsentiert wird. Ausgehend vom handels-
rechtlich korrekt ausgewiesenen Reingewinn kennt das Steuerrecht des-
halb verschiedene Tatbestände, die zu solchen steuerlichen Erfolgskor-
rekturen führen. So werden zum ausgewiesenen Gewinn insbesondere alle 
vor Berechnung des Saldos der Erfolgsrechnung ausgeschiedenen Teile 
des Geschäftsergebnisses, die nicht zur Deckung von geschäftsmässig 
begründetem Aufwand verwendet wurden, sowie sämtliche der Erfolgs-
rechnung nicht gutgeschriebenen Erträge hinzugerechnet (Art. 85 Abs. 2 
Bst. b und c StG; Art. 58 Abs. 1 Bst. b und c DBG; vgl. zum Ganzen etwa 
VGE 2013/128/129 vom 5.12.2014 E. 3.1, 2011/395/396 vom 2.9.2013 
E. 2.1). 

2.2 Der Begriff des geschäftsmässig begründeten bzw. nicht begründe-
ten Aufwands wird im Gesetz zwar durch eine beispielhafte Aufzählung 
näher umschrieben, aber nicht abschliessend definiert (vgl. Art. 85 Abs. 2 
Bst. b StG; Art. 58 Abs. 1 Bst. b DBG). Es muss deshalb im Einzelfall unter 
Würdigung aller Umstände bestimmt werden, ob ein steuerlich abzugsfähi-
ger Aufwand vorliegt. Die geschäftsmässige Begründetheit einer Aufwen-

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dung beurteilt sich anhand des unternehmerischen Zwecks. Eine Aufwen-
dung ist grundsätzlich dann geschäftsmässig begründet, wenn sie mit dem 
Betrieb und dem mit diesem verfolgten Zweck der Gewinnerzielung in ei-
nem kausalen Zusammenhang steht (BGE 143 II 8 E. 3, 138 IV 47 nicht 
publ. E. 5.3 [6B_453/2011 vom 20.12.2011], 135 II 86 E. 3.1, 122 IV 25 
E. 2c, 113 Ib 114 E. 2.3.2; BGer 2C_820/2016 vom 26.4.2017 E. 2, 
2C_51/2016 und 2C_52/2016 vom 10.8.2016 E. 2.1, 2C_795/2015 und 
2C_796/2015 vom 3.5.2016 E. 2.2, 2C_374/2014 vom 30.7.2015 E. 2.2.1). 
Nicht Voraussetzung bildet, dass eine Aufwendung tatsächlich erforderlich 
ist. Insbesondere erfolgt eine Aufrechnung nicht schon dann, wenn unge-
schickt disponiert wurde. Es genügt, dass eine Aufwendung in einem ob-
jektiven Zusammenhang zur Unternehmenstätigkeit steht, wobei die blosse 
Möglichkeit einer Gewinnerzielung ausreicht (vgl. VGE 2013/128/129 vom 
5.12.2014 E. 3.2, 2013/20/21 vom 15.5.2014 E. 3.3, 23012/23013 vom 
12.6.2008 E. 3.1 [bestätigt durch BGer 2C_543/2008 vom 27.3.2009]; 
Brülisauer/Mühlemann, in Zweifel/Athanas [Hrsg.], Kommentar zum 
Schweizerischen Steuerrecht, Band I/2a, 3. Aufl. 2017, Art. 58 DBG 
N. 182 ff.). Geschäftsmässig nicht begründet sind etwa Aufwendungen, die 
eine Aktiengesellschaft für den privaten Lebensaufwand der Aktionärinnen 
und Aktionäre erbringt (sog. Lebenshaltungskosten; BGE 138 IV 47 nicht 
publ. E. 5.3 [6B_453/2011 vom 20.12.2011]; VGE 2013/128/129 vom 
5.12.2014 E. 3.2, 2013/20/21 vom 15.5.2014 E. 3.3). Als privat zu gelten 
haben alle Aufwendungen eines Geschäfts, die der privaten Sphäre der 
Inhaberin oder des Inhabers zu Gute kommen. Bei gemischten Aufwen-
dungen, die sowohl geschäftlichen als auch privaten Zwecken dienen, ist 
eine Aufteilung in einen Gewinnungskosten- und einen Privatanteil vorzu-
nehmen (BGer 2C_374/2014 vom 30.7.2015 E. 2.2 f. mit Hinweisen; 
Reich/Züger/Betschart, in Zweifel/Athanas, Kommentar zum Schweizeri-
schen Steuerrecht, Band I/2a, 3. Aufl. 2017, Art. 27 DBG N. 10 ff.). 

2.3 Die Steuerbehörde trägt grundsätzlich die Beweislast für steuerbe-
gründende und -erhöhende Tatsachen und die steuerpflichtige Person für 
steueraufhebende oder -mindernde Tatsachen (vgl. BGE 143 II 8 E. 8, 
140 II 248 E. 3.5, 138 II 57 E. 7.1, 133 II 153 E. 4.3, 121 II 257 E. 4c/aa; 
BVR 2011 S. 241 E. 4.1, 2009 S. 465 E. 3 Ingress). Zu beachten ist dabei 
die Mitwirkungspflicht der steuerpflichtigen Person im System der ge-

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mischten Veranlagung (vgl. Art. 164 ff. StG; Art. 123 ff. DBG; 
Art. 41 ff. StHG). Der aus Art. 85 Abs. 2 Bst. a StG bzw. Art. 58 Abs. 1 
Bst. a DBG abgeleitete Grundsatz der Massgeblichkeit der Handelsbilanz 
kommt zum Tragen, wenn die steuerpflichtige Person sachliche Gründe 
bzw. genügende Tatsachen für die geschäftsmässige Begründetheit eines 
erfolgswirksam verbuchten Aufwandpostens anführen kann. Wer demge-
genüber Zahlungen leistet, die weder buchhalterisch erfasst noch belegt 
sind, hat die Folgen einer solchen Beweislosigkeit zu tragen, d.h. seine 
Zahlungen werden als steuerbaren Gewinn aufgerechnet (vgl. zum Ganzen 
BGer 2C_472/2015 und 2C_473/2015 vom 14.9.2016 E. 3.3.3, 
2C_644/2013 vom 21.10.2013 E. 3.2 mit Hinweisen; VGE 2013/128/129 
vom 5.12.2014 E. 3.3, 21866 vom 9.1.2007, in StE 2007 B 72.13.22 Nr. 47 
E. 3.2; Brülisauer/Mühlemann, a.a.O., Art. 58 DBG N. 251 ff.; 
Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 3. Aufl. 2016, 
Art. 58 N. 109).

3.

3.1 Strittig ist die Aufrechnung von Fr. 3'000.-- für die Miete von zwei 
Einstellhallenplätzen. Die Vorinstanz hat erwogen, es fehle am Nachweis, 
dass die Beschwerdeführerin die entsprechenden Auslagen tatsächlich 
getätigt habe. Da es sich um eine steuermindernde Tatsache handle, des-
sen Nachweis der Beschwerdeführerin obliege, sei der geltend gemachte 
Mietaufwand nicht zu berücksichtigen (vgl. angefochtener Entscheid 
E. 14.1). 

3.2 Es ist unbestritten, dass die Mietauslagen für die Parkplätze grund-
sätzlich geschäftsmässig begründeten Aufwand darstellen (vgl. vorne 
E. 2.2). Auch ist nicht mehr bestritten, dass es sich dabei um eine steuer-
mindernde Tatsache handelt, deren Nachweis der Beschwerdeführerin 
obliegt (vgl. vorne E. 2.3). Vor Verwaltungsgericht reicht die Beschwerde-
führerin zum Nachweis des Mietaufwands neue Beweismittel ein (vgl. Be-
schwerdebeilage [BB] 1), was gestützt auf Art. 25 VRPG zulässig ist. Die 
neuen Beweismittel sind bei der Entscheidfindung zu berücksichtigen 
(BVR 2012 S. 529 E. 6.5; VGE 2015/293 vom 16.9.2016 E. 3.3.2, 2015/156 

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vom 15.12.2015 E. 3.3.2; vgl. zum Ganzen Merkli/Aeschlimann/Herzog, 
Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 25 N. 2 ff.). Bei den neu 
eingereichten Unterlagen handelt es sich um Kontoauszüge aus dem Jahr 
2012, welche monatlich zwei Überweisungen der Beschwerdeführerin an 
eine auf Immobilien spezialisierte Investment- und Beratungsgesellschaft in 
der Höhe von je Fr. 125.-- (zzgl. MWSt) belegen. Der von der Beschwer-
deführerin geltend gemachte Mietaufwand für die zwei Einstellhallenplätze 
von Fr. 3'000.-- pro Jahr ist somit hinreichend belegt (vgl. auch 
Beschwerdevernehmlassung der StRK vom 15.4.2016 und Beschwerde-
antwort der Steuerverwaltung vom 3.5.2016). Gestützt auf die neu einge-
reichten Unterlagen erweisen sich die Beschwerden in diesem Punkt als 
begründet und sind dahingehend gutzuheissen, dass die angefochtenen 
Entscheide aufzuheben und die Sache zur Neuberechnung der Steuer an 
die Steuerverwaltung zurückzuweisen ist. 

4.

4.1 Strittig ist weiter die Aufrechnung von Mietaufwand von Fr. 7'400.-- 
für zwei Arbeitszimmer in den jeweiligen privaten Wohnungen der beiden 
Gesellschafter der Beschwerdeführerin.

4.2 Seit dem 1. Februar 2008 mietet die Beschwerdeführerin als Ge-
schäftsräumlichkeiten eine Zweieinhalbzimmerwohnung samt einem zu-
sätzlichen Arbeitsraum in einer Wohn- und Geschäftsliegenschaft im Zent-
rum … für monatlich Fr. 2'650.-- (vgl. Mietvertrag, Vorakten StRK [act. 6A] 
pag. 4). Dem Kontoblatt «Miete» kann entnommen werden, dass die 
Beschwerdeführerin im Steuerjahr 2012 zudem ihre beiden Gesellschafter 
für Mietaufwand in der Höhe von je Fr. 3'700.-- (gesamthaft Fr. 7'400.-- pro 
Jahr) entschädigt hat (vgl. Vorakten StRK [act. 6A] pag. 6). Damit sollte die 
Benutzung der privaten Arbeitszimmer für Arbeitszwecke entgolten werden 
Die Steuerverwaltung beurteilte den Mietaufwand als nicht 
geschäftsmässig begründet und rechnete ihn wieder auf (vgl. Bemer-
kungen zur definitiven Schlussabrechnung Steuerjahr 2012, un-
pag. Vorakten Steuerverwaltung [act. 6C]). Die Vorinstanz hat die Aufrech-
nung bestätigt, wobei sie erwogen hat, der Arbeitszimmerabzug sei unzu-

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lässig, wenn die Gesellschafter es vorzögen, zu Hause anstelle in den zur 
Verfügung stehenden Räumlichkeiten der Arbeitgeberin zu arbeiten, ohne 
dass dafür eine Notwendigkeit bestehe (vgl. angefochtener Entscheid 
E. 14.2 f.). 

4.3 Die Beschwerdeführerin wirft der Vorinstanz vor, sie stelle in diesem 
Zusammenhang zu hohe Anforderungen an die geschäftsmässige Begrün-
detheit von Aufwendungen. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts 
genüge es, wenn die Aufwendungen mit dem erzielten Erwerb in einem 
unmittelbaren und direkten Zusammenhang stünden, wobei es keine Rolle 
spiele, ob ein Betrieb auch ohne diesen Aufwand ausgekommen wäre. Sie 
macht weiter unter Hinweis auf eine Studie der Fachhochschule Nordwest-
schweiz geltend, es mache betriebswirtschaftlich durchaus Sinn, wenn ein 
Unternehmen den Angestellten Homeoffice ermögliche und sie für die Be-
nützung der privaten Büroräumlichkeiten entschädige (vgl. Beschwerden 
Ziff. 2; vgl. auch Studie der Fachhochschule Nordwestschweiz vom 
8.11.2012, BB 3). Werden die Kosten für das «mobile Arbeiten von zu 
Hause aus» ‒ das im Informatikbereich «Standard geworden sei» ‒ von der 
Arbeitgeberin bzw. dem Arbeitgeber getragen, stellten sie somit ge-
schäftsmässig begründeten Aufwand dar (vgl. Beschwerden Ziff. 2).

4.4 Der Beschwerdeführerin ist insofern zuzustimmen, als bei der Prü-
fung der geschäftsmässigen Begründetheit von Aufwendungen nicht mass-
gebend ist, ob der in Frage stehende Aufwand bei einer rationellen und 
gewinnorientierten Betriebsführung allenfalls entbehrlich gewesen wäre 
(vgl. vorne E. 2.2). Trotzdem kann ihr nicht gefolgt werden, wenn sie dar-
aus ableiten will, die Zahlung von Fr. 7'400.-- pro Jahr an ihre beiden Ge-
sellschafter (je mit Einzelunterschrift) für die Benutzung der Arbeitszimmer 
in den jeweiligen Privatwohnungen für Homeoffice sei ohne weiteres ge-
schäftsmässig begründet. Berühren Aufwendungen den privaten Lebens-
bereich von Personen, die der Gesellschaft nahe stehen, ist zu prüfen, ob 
es sich dabei um Lebenshaltungskosten handeln könnte. Als solche gelten 
alle Aufwendungen eines Geschäfts, die der privaten Sphäre der Inhaberin 
oder des Inhabers zu Gute kommen (vgl. vorne E. 2.2). Besondere Zurück-
haltung bei der Bejahung von geschäftsmässig begründetem Aufwand ist 
geboten, wenn sich das interessierende Wirtschaftsobjekt nicht im Eigen-

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tum der Gesellschaft, sondern im Eigentum der Inhaberschaft befindet bzw. 
von dieser gemietet wird. Die Vorinstanz verweist in diesem Zusammen-
hang auf ein Urteil des Verwaltungsgerichts, in welchem Abschreibungen 
auf einem im Eigentum der Gesellschaft stehenden Geschäftsfahrzeug 
strittig waren. Das Verwaltungsgericht hatte erwogen, das von der Gesell-
schaft erworbene Zweitfahrzeug stehe in einem objektiven Zusammenhang 
zur Gewinnerzielung, weshalb seine Anschaffung geschäftsmässig be-
gründet und die Abschreibungen rechtmässig seien (VGE 2013/128/129 
vom 5.12.2014 E. 4.3 und 4.4.1 ff.). Zu Recht macht die StRK geltend, an-
ders verhalte es sich bei den grundsätzlich der privaten Sphäre zuzurech-
nenden Privatwohnungen, die nicht von der Gesellschaft, sondern von ih-
ren beiden (je einzelzeichnungsberechtigten) Inhabern gemietet werden. 
Die entsprechenden Wohnkosten gälten grundsätzlich als privater Lebens-
aufwand, sofern keine betriebliche Notwendigkeit von Homeoffice nachge-
wiesen sei (vgl. Vernehmlassung der StRK vom 15.4.2016 S. 2). Um dar-
zulegen, dass die Mietkosten der privaten Arbeitszimmer geschäftsmässig 
begründet sind, reicht es nicht aus, wenn die Beschwerdeführerin in allge-
meiner Weise unter Hinweis auf eine Studie die Vorteile von Homeoffice 
hervorhebt. Diese werden vorliegend auch nicht in Frage gestellt. Aus der 
Tatsache, dass Homeoffice gewisse Vorteile für die Gesellschafter mit sich 
bringt, kann jedoch nicht ohne weiteres geschlossen werden, die Mietkos-
ten für die privaten Arbeitszimmer seien geschäftsmässig begründet. Wenn 
die Vorinstanz bei einer solchen Ausgangslage zur notwendigen Abgren-
zung von geschäftsmässig begründetem Aufwand und privaten Lebens-
haltungskosten der Gesellschafter hilfsweise die Rechtsprechung des Bun-
desgerichts für den Abzug des privaten Arbeitszimmers bei unselbständig 
Erwerbstätigen herbeizieht, erscheint dies sachgerecht (Beschwerdever-
nehmlassung der StRK vom 15.4.2016 S. 2 am Schluss). Es ist nicht zu 
beanstanden, dass die StRK infolgedessen darauf abstellt, ob die Be-
schwerdeführerin am Sitz des Unternehmens genügend geeigneten Ar-
beitsraum zur Verfügung stellt, was vorliegend unbestritten ist 
(vgl. Beschwerden Ziff. 2) und schliesst, eine betriebliche Erforderlichkeit 
von Homeoffice sei weder behauptet noch belegt, weshalb es an der Vor-
aussetzung für einen Arbeitszimmerabzug fehle bzw. die Auslagen von 
Fr. 7'400.-- aufgerechnet werden müssten (unter Hinweis auf 
BGer 2C_71/2014 vom 15.9.2014 E. 5.5.1 und Leuch/Nanzer, in 

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Leuch/Kästli/Langenegger [Hrsg.], Praxis-Kommentar zum Berner Steuer-
gesetz, Band 1, 2. Aufl. 2014, Art. 31 N. 25 ff.; vgl. auch BGer 
2C_374/2014 vom 30.7.2015 E. 2.4.1 mit Hinweisen; Knüsel/Suter, in 
Zweifel/Athanas, Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Band I/2a, 
3. Aufl. 2017, Art. 26 DBG N. 39 ff.). 

5.

5.1 Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerden aufgrund der 
neu ins Recht gelegten Beweismittel insoweit gutzuheissen sind, als der 
Mietaufwand für die Einstellhallenplätze als geschäftsmässig begründet 
anerkannt wird. Soweit den Mietaufwand der privaten Arbeitszimmer der 
Gesellschafter betreffend, sind die Beschwerden abzuweisen.

5.2 Bei diesem Ausgang der Verfahren ist die Beschwerdeführerin mit 
Blick auf den gestellten Antrag zu einem Drittel als obsiegend zu betrach-
ten (vgl. Bst. C). Dementsprechend sind ihr zwei Drittel der Kosten des 
verwaltungsgerichtlichen Verfahrens aufzuerlegen; die verbleibenden Kos-
ten sind nicht zu erheben (Art. 151 StG i.V.m. Art. 108 Abs. 1 und 2 
VRPG). Parteikosten sind keine zu sprechen (Art. 151 StG i.V.m. Art. 108 
Abs. 3 und Art. 104 Abs. 1 und 3 VRPG; Art. 145 Abs. 2 i.V.m. Art. 144 
Abs. 4 DBG und Art. 64 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968 über das Verwaltungsverfahren [VwVG; SR172.021]). 

5.3 Nach Aufhebung der Entscheide der StRK sind auch die Kosten des 
vorinstanzlichen Verfahrens neu zu verlegen. Zu Recht weisen jedoch die 
Steuerverwaltung sowie die Vorinstanz darauf hin, dass die Beschwerde-
führerin erstmals vor Verwaltungsgericht die Mietaufwände für die Einstell-
hallenplätze mit Belegen nachweist. Trotz teilweisem Obsiegen hat die 
Beschwerdeführerin daher die durch das verspätete Einreichen der neuen 
Beweismittel vor der Vorinstanz verursachten Verfahrenskosten, bestimmt 
auf Fr. 1'200.--, zu tragen (vgl. VGE 2009/230 vom 27.5.2010 E. 3.2, 22792 
vom 7.12.2007 E. 5.2; Merkli/Aeschlimann/Herzog, a.a.O., Art. 25 N. 20; 
Art. 108 Abs. 1 VRPG; Art. 145 Abs. 2 i.V.m. Art. 144 Abs. 2 DBG). Partei-

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kosten sind keine zu sprechen (Art. 200 Abs. 4 StG; Art. 144 Abs. 4 DBG 
i.V.m. Art. 64 Abs. 1 – 3 VwVG).

6.

Rückweisungsentscheide gelten nach der Regelung des Bundesgesetzes 
vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz, BGG; 
SR 173.110) in der Regel als Zwischenentscheide, die nur unter den (zu-
sätzlichen) Voraussetzungen von Art. 93 Abs. 1 BGG mit dem in der 
Hauptsache offenstehenden Rechtsmittel selbständig angefochten werden 
können. Die Rückweisung an die Steuerverwaltung dient nur noch der 
(rechnerischen) Umsetzung der Anordnungen des Verwaltungsgerichts, 
weshalb es sich vorliegend dennoch um Endentscheide im Sinn von Art. 90 
BGG handeln dürfte (vgl. BGE 140 V 321 E. 3.2, 134 II 124 E. 1.3).

Demnach entscheidet die Einzelrichterin:

1. Die Beschwerde betreffend die Kantons- und Gemeindesteuern 2012 
wird dahin gutgeheissen, dass der Entscheid der Steuerrekurskommis-
sion des Kantons Bern vom 4. Februar 2016 aufgehoben und die Sache 
zur Neuveranlagung der Beschwerdeführerin im Sinn der Erwägungen 
an die Steuerverwaltung des Kantons Bern zurückgewiesen wird. Soweit 
weitergehend wird die Beschwerde abgewiesen. 

2. Die Beschwerde betreffend die direkte Bundessteuer 2012 wird dahin 
gutgeheissen, dass der Entscheid der Steuerrekurskommission des 
Kantons Bern vom 4. Februar 2016 aufgehoben und die Sache zur Neu-
veranlagung der Beschwerdeführerin im Sinn der Erwägungen an die 
Steuerverwaltung des Kantons Bern zurückgewiesen wird. Soweit wei-
tergehend wird die Beschwerde abgewiesen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17.08.2017, Nrn. 100.2016.71/72U, 
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3. Die Kosten der Verfahren vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf 
eine Pauschalgebühr von Fr. 1'500.--, werden der Beschwerdeführerin 
zu zwei Dritteln, ausmachend Fr. 1'000.--, auferlegt. Die verbleibenden 
Kosten werden nicht erhoben.

4. Die Kosten für die Verfahren vor der Steuerrekurskommission von 
Fr. 1'200.-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt.

5. Zu eröffnen:
- der Beschwerdeführerin
- der Steuerverwaltung des Kantons Bern 
- der Steuerrekurskommission des Kantons Bern 
- der Eidgenössischen Steuerverwaltung

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen 
Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 
17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.