# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5db264af-b5cb-5b62-8b75-f8380d6b840f
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-09-21
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 21.09.2023 E-3015/2023
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-3015-2023_2023-09-21.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-3015/2023 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 1 .  S e p t e m b e r  2 0 2 3  

Besetzung 
 Richterin Esther Marti (Vorsitz), 

Richter Simon Thurnheer,  

Richter William Waeber,    

Gerichtsschreiberin Tina Zumbühl. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Bangladesh,   

vertreten durch lic. iur. Dominik Löhrer,  

Zürcher Beratungsstelle für Asylsuchende (ZBA),  

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Vollzug der Wegweisung; Verfügung des SEM vom  

9. Mai 2023 / N (…). 

 

 

 

E-3015/2023 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer verliess seinen Heimatstaat eigenen Angaben zu-

folge im September oder Oktober 2021 und reiste am 4. April 2022 in die 

Schweiz ein, wo er tags darauf um Asyl nachsuchte. 

B.  

Anlässlich der Erstbefragung UMA (unbegleitete minderjährige Asylsu-

chende) vom 23. Mai 2022 (Protokoll in den SEM-Akten […] [nachfolgend 

A]16) sowie der Anhörung zu den Asylgründen vom 22. Juli 2022 (Protokoll 

in den SEM-Akten A21), die beide in Anwesenheit der zugewiesenen 

Rechtsvertretung stattfanden, führte der Beschwerdeführer in Bezug auf 

seine persönlichen Umstände im Heimatland aus, er stamme aus dem Dis-

trikt B._______ und habe von Geburt bis zur Ausreise mit seinen Eltern und 

seiner Schwester im Heimatdorf C._______ gelebt. Seine Grossmutter und 

weitere Verwandte seien ebenfalls in der Nähe wohnhaft. Er habe die 

Schule bis er etwa 10 oder 11 Jahre alt gewesen sei besucht. Aufgrund von 

Streitigkeiten zwischen zwei Gruppierungen in seinem Heimatort sowie ei-

nes Landstreits mit einem Nachbarn habe er Bangladesch verlassen. 

C.  

Mit Verfügung vom 29. Juli 2022 teilte das SEM dem Beschwerdeführer 

mit, es werde das Gesuch im erweiterten Verfahren behandeln. 

D.  

Am 9. August 2022 ersuchte das SEM die Schweizer Botschaft in Dhaka 

um weitere Informationen insbesondere über die Familie des Beschwerde-

führers. 

E.  

Am 10. August 2022 legte die zugewiesene Rechtsvertretung das Vertre-

tungsmandat nieder. 

F.  

Am 10. August 2022 informierte das Amt für Jugend und Berufsberatung 

des Kantons D._______ das SEM, dass es die Rolle der Vertrauensperson 

des Beschwerdeführers übernehme. 

G.  

Am 16. September 2022 übermittelte das Universitäts-Kinderspital 

E._______ dem SEM einen Arztbericht, datiert vom 15. September 2022. 

E-3015/2023 

Seite 3 

Daraus geht im Wesentlichen hervor, dass der Beschwerdeführer aufgrund 

einer (…) in Behandlung sei. In einem aktualisierten Bericht vom 7. Februar 

2023 wird ausgeführt, dass aufgrund einer schweren Therapienebenwir-

kung eine Anpassung der Therapie nötig gewesen sei. Die Therapie dau-

ere voraussichtlich bis Juli 2023, danach seien Kontrolluntersuchungen 

notwendig. 

H.  

Am 16. Januar 2023 stellte die Schweizer Botschaft in Dhaka dem SEM 

das Abklärungsergebnis zu. 

I.  

Am 27. Januar 2023 brachte das SEM dem Beschwerdeführer den wesent-

lichen Inhalt des Botschaftsberichts zur Kenntnis und gewährte ihm dazu 

das rechtliche Gehör. 

J.  

Am 1. März 2023 reichte der Beschwerdeführer eine Stellungnahme ein. 

Als Beilagen reichte er Arztberichte des Kinderspitals E._______ vom 

15. September 2022, vom 21. Oktober 2022 und vom 16. Februar 2023, 

einen psychologischen Bericht des Kinderspitals E._______ vom 18. Feb-

ruar 2023 und einen therapeutisch-psychiatrischen Untersuchungsbericht 

vom 20. Februar 2023 des Vereins F._______ zu den Akten. Daneben 

reichte er verschiedene Arztberichte aus Bangladesch (soweit ersichtlich 

betreffend seine Eltern) sowie weitere Dokumente (betreffend eine Klage 

des Vaters gegen einen Nachbarn und eine Klage gegen den Vater) ein. 

Aus den ärztlichen Unterlagen geht neben der Diagnose (…) im Wesentli-

chen hervor, dass er psychische Beschwerden habe und an einer komple-

xen Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) und einer rezidivieren-

den depressiven Störung leide. Suizidale Gedanken seien situativ vorhan-

den. 

K.  

Mit Verfügung vom 9. Mai 2023 (eröffnet am 11. Mai 2023) verneinte das 

SEM die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers, lehnte dessen 

Asylgesuch vom 5. April 2022 ab, und ordnete seine Wegweisung aus der 

Schweiz und den Vollzug an. Ferner verfügte es die Aushändigung der edi-

tionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis. 

  

E-3015/2023 

Seite 4 

L.  

Mit Eingabe vom 24. Mai 2023 erhob der Beschwerdeführer gegen diese 

Verfügung beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde. Er beantragt, die 

angefochtene Verfügung sei in Bezug auf die Wegweisung aufzuheben und 

die Sache sei zwecks weiterer Abklärungen und zur Neubeurteilung an die 

Vorinstanz zurückzuweisen (Rechtsbegehren 1 und 2), ausserdem sei die 

Botschaftsabklärung in einer anonymisierten Version zu edieren (Rechts-

begehren 3), eventualiter sei die Unzumutbarkeit des Vollzugs der Weg-

weisung festzustellen und eine vorläufige Aufnahme anzuordnen (Rechts-

begehren 4). Schliesslich beantragte er die Gewährung der unentgeltlichen 

Prozessführung inklusive Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvor-

schusses und die Beiordnung eines amtlichen Rechtsbeistands. 

M.  

Mit Verfügung vom 26. Mai 2023 bestätigte die Instruktionsrichterin des 

Bundesverwaltungsgerichts den Eingang der Beschwerde und stellte fest, 

der Beschwerdeführer dürfe den Abschluss des Verfahrens in der Schweiz 

abwarten (Art. 42 AsylG). 

N.  

Mit Zwischenverfügung vom 28. Juni 2023 wies die Instruktionsrichterin 

das Gesuch um Edition einer anonymisierten Version der Botschaftsabklä-

rung ab, da dem Beschwerdeführer der wesentliche Inhalt der Botschafts-

abklärung durch das SEM korrekt zur Kenntnis gebracht worden sei und er 

die Möglichkeit gehabt habe, dazu Stellung zu nehmen, weshalb keine Ver-

letzung des Akteneinsichtsrechts vorliege. Das Gesuch um Gewährung der 

unentgeltlichen Prozessführung hiess sie gut, sie verzichtete auf die Erhe-

bung eines Kostenvorschusses und ordnete den rubrizierten Rechtsvertre-

ter als amtlichen Rechtsbeistand bei. Gleichzeitig wurde das SEM eingela-

den, sich zur Beschwerde vernehmen zu lassen. 

O.  

Mit Vernehmlassung vom 25. Juli 2023 hielt das SEM mit ergänzenden Be-

merkungen an seinen Erwägungen fest. Der Vernehmlassung lag ein Arzt-

bericht des Kinderspitals E._______ vom 11. Juli 2023 bei.  

P.  

Am 31. Juli 2023 replizierte der Beschwerdeführer unter Beilage einer Kos-

tennote. 

  

E-3015/2023 

Seite 5 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht ist zuständig für die Behandlung von 

Beschwerden gegen Verfügungen des SEM im Sinne von Art. 5 VwVG. 

Dabei entscheidet das Gericht auf dem Gebiet des Asyls in der Regel und 

auch vorliegend endgültig (vgl. Art. 105 AsylG [SR 142.31] i.V.m. Art. 31-33 

VGG und Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der 

Beschwerdeführer ist zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 

und Art. 108 Abs. 2 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf 

die Beschwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Bereich des Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 

2014/26 E. 5). 

3.  

3.1 In der Beschwerde wird zwar die Aufhebung der Verfügung im «Weg-

weisungspunkt» beantragt. In der Beschwerdebegründung werden aller-

dings keine Einwände gegen die Anordnung der Wegweisung selbst erho-

ben, sondern nur solche gegen die Anordnung des Vollzugs der Wegwei-

sung. Demnach ist – wie in der Zwischenverfügung vom 28. Juni 2023 be-

reits festgestellt – der Prozessgegenstand auf die Frage beschränkt, ob 

das SEM den Wegweisungsvollzug zu Recht angeordnet hat, oder ob ent-

sprechende Hindernisse vorliegen (Dispositivziffern 4 und 5 der angefoch-

tenen Verfügung).  

3.2 Der Antrag auf Edition des Botschaftsberichtes ist mit Hinweis auf die 

Zwischenverfügung vom 28. Juni 2023 abzuweisen. 

4.  

4.1 Die Vorinstanz führt in der angefochtenen Verfügung zunächst aus, 

dass die gesundheitlichen Beschwerden des Beschwerdeführers nicht auf 

eine medizinische Notlage schliessen lassen würden, welche zur Unzuläs-

sigkeit oder Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs führen könnten. 

Die Behandlung seiner (…) dauere voraussichtlich bis Mitte Juli 2023. Da-

mit sichergestellt sei, dass er die (…)behandlung, wie vorgesehen, noch in 

der Schweiz abschliessen könne, werde die Ausreisefrist erst auf einen 

Zeitpunkt nach dem voraussichtlichen Behandlungsende angesetzt. Aus 

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Seite 6 

den Akten gehe zudem hervor, dass ihm eine komplexe PTBS mit depres-

siver Entwicklung und erhöhter Suizidalität diagnostiziert worden sei. Ge-

mäss dem Arztbericht benötige er dringend eine störungsspezifische psy-

chiatrisch-psychotherapeutische Behandlung. Dazu gehöre auch eine 

Psychopharmaka-Therapie und bei akuten Krisen ein stationärer Aufent-

halt. Es könne (unter anderem gestützt auf das Urteil des BVGer D-

4095/2017 vom 30. April 2019) angenommen werden, dass in Bangla-

desch die medizinische Infrastruktur zur Behandlung seiner psychischen 

Beschwerden vorhanden sei und er diese dort kostengünstig weiterführen 

könne, beispielsweise im National Institute of Mental Health and Research 

in Dhaka oder im Dhaka Medical College Hospital. Dort seien auch Medi-

kamente zur Behandlung von PTBS erhältlich. Auch bei einer bestehenden 

Suizidalität verstosse der Wegweisungsvollzug nicht gegen Art. 3 EMRK, 

wenn der wegweisende Staat Massnahmen ergreife, um die Umsetzung 

einer Suiziddrohung zu verhindern. Allfälligen suizidalen Tendenzen könne 

bei einer Rückführung demnach bei der Ausgestaltung der Modalitäten 

durch angemessene und sorgfältige Vorbereitung mit geeigneten medizini-

schen und anderen Massnahmen Rechnung getragen werden. Da er sich 

in der Schweiz in ärztlicher Behandlung befinde, könne einer allfällig erneut 

auftretenden akuten Suizidalität medikamentös und therapeutisch entge-

gengewirkt werden. 

Ausserdem dürfte seine Genesung am ehesten durch das ihm vertraute 

Umfeld gewährleistet sein. Die familiären Bindungen und ein gewohnter 

Tagesablauf in einem vertrauten Umfeld dürften für die gesundheitliche Er-

holung unterstützend wirken. Es sei auch nicht davon auszugehen, dass 

seine Eltern aufgrund der von ihm geltend gemachten gesundheitlichen 

Beeinträchtigungen dermassen eingeschränkt wären, dass sie sich nicht 

weiter um ihn kümmern könnten. Aus dem Botschaftsbericht gehe hervor, 

dass seine Familie zur ländlichen Mittelschicht gehöre und nicht auf ex-

terne finanzielle Unterstützung angewiesen sei. Die Familie habe eigenes 

Land und ein Haus. Auch seine Onkel mütterlicherseits seien gut situiert. 

Er habe die 8. Klasse besucht und seine Familie sei weiterhin in der Lage, 

für seine Schul- oder Berufsausbildung aufzukommen. Es spreche nichts 

dagegen, dass er in B._______ wieder die Schule besuchen und sich eine 

dem lokalen Standard angemessene Zukunft aufbauen könne. Es sei nicht 

davon auszugehen, dass er bei einer Rückkehr nach Bangladesch in eine 

finanzielle oder soziale Notlage geraten würde. Für die Reintegration 

könne er sich auf das enge Netz seiner Kernfamilie sowie auch auf die 

Unterstützung von weiteren Verwandten und Nachbarn stützen. Er sei seit 

gut einem Jahr in der Schweiz und es würden keine Hinweise auf eine 

E-3015/2023 

Seite 7 

starke Integration hier vorliegen, zumal er auch über keine Verwandtschaft 

in der Schweiz verfüge. 

4.2 Der Beschwerdeführer moniert, das SEM habe die Ausreisefrist auf das 

voraussichtliche Behandlungsende der komplizierten (…) angesetzt. Damit 

erachte es die Genesung der physischen Erkrankung als Voraussetzung 

für die Anordnung des Wegweisungsvollzugs und gehe somit wohl davon 

aus, dass er in der Heimat keine genügende medizinische Behandlung er-

halten werde. Er benötige aber bei einer Rückkehr in sozialer und medizi-

nischer Hinsicht engmaschige Betreuung. Es sei fraglich, ob er in Bangla-

desch tatsächlich medizinisch versorgt werden könne. Das vom SEM zi-

tierte Urteil D-4095/2017 habe sich auf einen erwachsenen Mann bezogen, 

welcher eine Behandlung seiner mittelgradigen depressiven Episode und 

PTBS benötigt habe. Er (der Beschwerdeführer) sei jedoch noch minder-

jährig und viel komplexer erkrankt. Er benötige eine viel anspruchsvollere 

und engmaschigere Behandlung. Das SEM habe zudem nicht genügend 

abgeklärt, wer konkret ihn bei einer Rückkehr nach Bangladesch in Emp-

fang nehmen würde. Dadurch habe das SEM den Untersuchungsgrund-

satz verletzt.  

4.3 In seiner Vernehmlassung führt das SEM ergänzend aus, aus dem nun-

mehr vorliegenden und aktuellen Arztbericht des Kinderspitals E._______ 

vom 11. Juli 2023 gehe hervor, dass die (...) ausgeheilt sei und die (…) 

Therapie habe beendet werden können. Es habe sich zwar ein erneuter 

Anstieg der (…) gezeigt, welcher aber weiterhin im Rahmen der medika-

mentösen Therapie beurteilt werde. Nebenbefundlich habe sich eine (…) 

gezeigt, welche medikamentös-induziert beurteilt werden müsse. Der (…), 

an welchem er leide, werde am ehesten als Folge des körperlichen sowie 

psychischen Stresses der letzten Jahre beurteilt. Am 7. August 2023 sei 

eine Verlaufskontrolle geplant. Eine weitere werde in sechs Monaten 

durchgeführt. Das SEM gehe somit davon aus, dass die (...) vollständig 

ausgeheilt sei. Die erforderlichen Nachuntersuchungen könnten auch in 

Bangladesch durchgeführt werden. Das National Institue of Chest Disease 

in Dhaka sei auf (...)erkrankungen spezialisiert. Die öffentlichen Kranken-

häuser verfügten in der Regel ebenfalls über (...)spezialisten und/oder (…). 

Die entsprechenden Behandlungen seien abgesehen von einer geringen 

und einmaligen Gebühr kostenlos. 

4.4 Replizierend weist der Beschwerdeführer darauf hin, dass im Arztbe-

richt vom 11. Juli 2023 zwar stehe, dass die Ärzte von einer ausgeheilten 

(...) ausgehen würden. Im Bericht werde aber auch erwähnt, dass er 

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Seite 8 

aufgrund der weiteren Befunde weiterhin unter medikamentöser Therapie 

stehe und weitere Laborkontrollen nötig seien. Das SEM habe nur pau-

schal festgestellt, dass die erforderlichen Nachkontrollen auch in Bangla-

desch durchgeführt werden könnten. 

5.  

Vorab ist festzustellen, dass der Rückweisungsantrag unbegründet ist. Das 

SEM hat anhand der Botschaftsabklärung hinreichend und in Übereinstim-

mung mit dem massgeblichen Grundsatzurteil BVGE 2021 VI/3 abgeklärt, 

ob die Eltern des Beschwerdeführers in der Lage sind, den Beschwerde-

führer wiederaufzunehmen und seine Bedürfnisse abzudecken. Das Ge-

richt sieht keinen Anlass, das Abklärungsergebnis der Botschaft (A31) in 

Zweifel zu ziehen, weshalb die Notwendigkeit weiterer Abklärungen nicht 

ersichtlich ist. Auch in Berücksichtigung der Stellungnahme des Beschwer-

deführers zur Botschaftsabklärung (A35) sind keine stichhaltigen Gründe 

erkennbar für die Annahme, die Botschaftsabklärung weise erhebliche 

Mängel auf beziehungsweise enthalte konkrete Hinweise darauf, dass der 

Beschwerdeführer nicht zu seinen Eltern zurückkehren könnte. Nichts an-

deres ergibt sich aus der Beschwerde, zumal den detaillierten Erwägungen 

des SEM einzig pauschal entgegengehalten wird, es bleibe im Dunkeln, 

wer den Beschwerdeführer bei einer Rückkehr nach Bangladesch empfan-

gen würde (vgl. ebd. E.III. Ziff. 2.5), ohne dass weiter konkretisiert würde, 

weshalb eine Rückkehr zu seinen Eltern nicht möglich sei beziehungs-

weise inwiefern diesbezüglich weitere Abklärungen notwendig seien. Es 

lässt sich weder eine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes noch eine 

unvollständige Sachverhaltsermittlung erkennen, weshalb der Rückwei-

sungsantrag abzuweisen ist. 

6.  

6.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG).  

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.).  

E-3015/2023 

Seite 9 

6.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

Nachdem der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllt, 

findet der in Art. 5 AsylG, Art. 25 Abs. 2 BV und Art. 33 Abs. 1 des Abkom-

mens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 

0.142.30]) verankerte Grundsatz der flüchtlingsrechtlichen Nichtrückschie-

bung keine Anwendung. Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen 

des Beschwerdeführers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er 

für den Fall einer Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher 

Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 des Übereinkom-

mens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, un-

menschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) 

verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss der Praxis 

des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener 

des UN-Anti-Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer eine kon-

krete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm im 

Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen 

würde (vgl. Urteil des EGMR Saadi gegen Italien vom 28. Februar 2008, 

Grosse Kammer 37201/06, §§ 124–127 m.w.H.). Auch die allgemeine Men-

schenrechtssituation in Bangladesch lässt den Wegweisungsvollzug zum 

heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen. Die gesundheitlichen 

Probleme des Beschwerdeführers führen nicht zur Unzulässigkeit des Voll-

zugs der Wegweisung. Diesbezüglich und insbesondere auch betreffend 

die nach der Thematisierung eines allfälligen negativen Asylentscheids 

aufgetretene Suizidalität ist auf die vorinstanzlichen Erwägungen zu ver-

weisen (vgl. angefochtene Verfügung E. III Ziff.1.), denen in der Be-

schwerde nichts Substanziiertes entgegengehalten wird. Die gesundheitli-

che Situation des Beschwerdeführers in ihrer Gesamtheit bildet Gegen-

stand der nachfolgenden Erwägungen zur Frage der Zumutbarkeit des 

Wegweisungsvollzuges. 

Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der 

asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 

  

E-3015/2023 

Seite 10 

6.3  

6.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Diese Bestimmung findet ins-

besondere Anwendung auf Personen, die nach ihrer Rückkehr einer kon-

kreten Gefahr ausgesetzt wären, weil sie aus objektiver Sicht wegen der 

vorherrschenden Verhältnisse mit grosser Wahrscheinlichkeit in völlige und 

andauernde Armut gestossen würden, dem Hunger und somit einer ernst-

haften Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes, der Invalidität oder 

sogar dem Tod ausgeliefert wären (BVGE 2014/26 E. 7.5 m.w.H.). Wird 

eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 

7 AIG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 

Das Kindswohl bildet im Rahmen der Zumutbarkeitsprüfung einen gewich-

tigen zu beachtenden Gesichtspunkt. Dies ergibt sich insbesondere aus 

einer völkerrechtskonformen Auslegung von Art. 83 Abs. 4 AIG im Licht von 

Art. 3 Abs. 1 KRK. Unter dem Aspekt des Kindswohls sind sämtliche Um-

stände zu würdigen, die im Hinblick auf eine Wegweisung wesentlich er-

scheinen, namentlich das Alter des Kindes, dessen Reife und Abhängig-

keit, die Art der Beziehung zu Bezugspersonen, Stand und Prognose be-

züglich der Entwicklung des Kindes sowie der Grad der erfolgten Integra-

tion bei einem längeren Aufenthalt in der Schweiz (BVGE 2009/51 E. 5.6; 

2009/28 E. 9.3.2 je m.w.H.). Ferner hat die zuständige Behörde gemäss 

Art. 69 Abs. 4 AIG vor einer Ausschaffung von unbegleiteten minderjähri-

gen Personen sicherzustellen, dass diese im Rückkehrstaat einem Famili-

enmitglied, einem Vormund oder einer Aufnahmeeinrichtung übergeben 

werden, welche den Schutz des Kindes gewährleisten (vgl. BVGE 2021 

VI/3 E.11.5.2 m.w.H., BVGE 2015/30 E. 7.3 m.w.H.). Die Rückreisemoda-

litäten (Begleitung der UMA, Ort und Zeit der Übergabe nach der Ankunft 

im Heimatland etc.) können allerdings erst im unmittelbaren Vorfeld der 

Rückkehr geregelt werden (vgl. EMARK 1998 Nr. 13 E. 5e.bb S. 100). 

6.3.2 Die Einschätzung der Vorinstanz erweist sich als zutreffend. Es sind 

weder in der allgemeinen Lage im Heimatstaat noch in individueller Hin-

sicht Gründe dafür ersichtlich, dass der Beschwerdeführer bei einer Rück-

kehr nach Bangladesch im Sinne der massgeblichen Bestimmung konkret 

gefährdet wäre. 

Das Gericht teilt gestützt auf die Botschaftsabklärung und die Aktenlage 

die Einschätzung des SEM, dass der Beschwerdeführer zu seinen Eltern 

E-3015/2023 

Seite 11 

zurückkehren kann. Seinen Angaben zufolge steht er in Kontakt mit seiner 

Mutter (A35, S. 2 und 6). Gemäss der Botschaftsabklärung sind die Eltern 

noch in ihrem Haus im Herkunftsdorf wohnhaft und gehören der ländlichen 

Mittelschicht an. Zu Recht verweist das SEM sodann darauf, dass die fi-

nanzielle Situation der Eltern (und weiterer Verwandter) darauf schliessen 

lässt, dass diese in der Lage sind, den Bedürfnissen des Beschwerdefüh-

rers gerecht zu werden (vgl. oben E. 4.1). Es ist davon auszugehen, dass 

er wieder die Schule besuchen oder den lokalen Gegebenheiten entspre-

chend eine Ausbildung absolvieren beziehungsweise sich dem lokalen 

Standard entsprechend eine Zukunft aufbauen kann. Sowohl in wirtschaft-

licher als auch in sozialer Hinsicht spricht nichts gegen eine Rückkehr des 

Beschwerdeführers zu seinen Eltern und in sein vertrautes Umfeld. Wie 

oben erwähnt (vgl. E. 5), bringt der Beschwerdeführer sodann auch keine 

konkreten Gründe vor, aus denen eine Rückkehr zu seinen Eltern gegen 

das Kindswohl sprechen würde. Die Dauer, die der Beschwerdeführer in 

der Schweiz verbracht hat, lässt offenkundig nicht auf eine Integration hier 

schliessen, die eine Rückkehr in seinen Heimatstaat erheblich erschweren 

würde, zumal seine Hauptsozialisation in Bangladesch stattgefunden hat. 

Unter Berücksichtigung aller wesentlichen Elemente, insbesondere auch 

der Ergebnisse der Botschaftsabklärung, ist nicht davon auszugehen, dass 

eine Rückkehr des Beschwerdeführers zu seinen Eltern nicht dem Kinds-

wohl entsprechen würde. 

6.3.3  

6.3.3.1 Auf Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs aus medizinischen 

Gründen ist nach Lehre und konstanter Praxis nur dann zu schliessen, 

wenn eine notwendige medizinische Behandlung im Heimatland nicht zur 

Verfügung steht und die Rückkehr zu einer raschen und lebensgefährden-

den Beeinträchtigung des Gesundheitszustands der betroffenen Person 

führen würde. Dabei wird als wesentlich die allgemeine und dringende me-

dizinische Behandlung erachtet, welche zur Gewährleistung einer men-

schenwürdigen Existenz absolut notwendig ist. Unzumutbarkeit liegt jeden-

falls dann noch nicht vor, wenn im Heimat- oder Herkunftsstaat eine nicht 

dem schweizerischen Standard entsprechende medizinische Behandlung 

möglich ist (vgl. etwa BVGE 2011/50 E. 8.3 und 2009/2 E. 9.3.1 je mit wei-

teren Hinweisen). 

6.3.3.2 Die physischen Beeinträchtigungen des Beschwerdeführers führen 

nicht zur Annahme der Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs. Es ist 

zwar nicht zu verkennen, dass der Beschwerdeführer an einer komplizier-

ten (…) gelitten hat und es bei der Behandlung zu Komplikationen 

E-3015/2023 

Seite 12 

gekommen ist. Aus dem mit der Vernehmlassung eingereichten Arztbericht 

des Kinderspitals E._______ vom 11. Juli 2023 (vgl. Sachverhalt Bst. O) 

geht aber nunmehr hervor, dass von einer ausgeheilten (...) ausgegangen 

wird. Zwar ist dem Beschwerdeführer insofern beizustimmen, als im Bericht 

auch erwähnt wird, dass sich ein deutlicher Anstieg der (…) gezeigt habe, 

welche im Rahmen einer medikamentösen Therapie zu beurteilen sei. Aus-

serdem habe sich nebenbefundlich eine (…) unter Therapie gezeigt, wel-

che ebenfalls als medikamentös-induziert beurteilt werde. Es wird eine Ver-

laufskontrolle rund einen Monat später und eine weitere in etwa sechs Mo-

naten angesetzt.  

Gestützt auf den Bericht kann aber davon ausgegangen werden, dass die 

(...)-Therapie erfolgreich abgeschlossen wurde. Die Verlaufskontrolle in 

Bezug auf die aufgetretenen Nebenwirkungen aufgrund der Einnahme der 

Medikamente zur Behandlung der (...) können auch in Bangladesch erfol-

gen. Wie vom SEM festgehalten, gibt es in Dhaka auf (...) spezialisierte 

Einrichtungen, welche kostengünstige Behandlungen anbieten und an wel-

che er sich bei Bedarf wenden kann (vgl. UK Home Office, Country Police 

and Information Note Bangladesh: Medical treatment and healthcare, […], 

https://assets.publishing.service.gov.uk/government/uploads/system/ 

uploads/attachment_data/file/1092700/Country_Policy_and_Informa-

tion_Note_Bangladesh_Medical_treatment_and_healthcare.pdf, abgeru-

fen am 12. September 2023). Gemäss den Aussagen des Beschwerdefüh-

rers sei Dhaka etwa (…) km von seinem Dorf entfernt, sein Vater arbeite 

dort (A16, Ziff. 2.01). Es kann davon ausgegangen werden, dass sich der 

Beschwerdeführer nötigenfalls für eine weitere Verlaufskontrolle nach 

Dhaka begeben kann und ihm der Zugang zu einer entsprechenden Be-

handlung offensteht. Im Übrigen wird in diesem Bericht anamnestisch auch 

festgehalten, der Jugendliche befinde sich am 11. Juli 2023 in gutem All-

gemeinzustand. Es gehe ihm weiterhin sehr gut und er habe keinerlei Be-

schwerden mehr. Er sei voll leistungsfähig, habe beim Sporttest als Bester 

seiner Gruppe abgeschlossen. Einzig bei tiefer Inspiration merke er noch 

einen Druck im rechten Oberbauch. Ein- bis zweimal monatlich habe er 

Kopfschmerzen, nicht schlimm. Der (…) sei immer noch vorhanden.  

6.3.3.3 Weiter wird dem Beschwerdeführer in einer therapeutisch-psychi-

atrischen Einschätzung des Vereins F._______ vom 20. Februar 2023 im 

Wesentlichen eine komplexe Posttraumatische Belastungsstörung (…) 

und eine rezidivierende depressive Störung (aktuell mittelgradige Episode, 

ohne psychotische Symptome, aktuell mit Erhöhung der Suizidalität ICD-

11, 6A71.1) diagnostiziert. Die psychischen Beschwerden werden 

https://assets.publishing.service.gov.uk/government/uploads/system/uploads/attachment_data/file/1092700/Country_Policy_and_Information_Note_Bangladesh_Medical_treatment_and_healthcare.pdf
https://assets.publishing.service.gov.uk/government/uploads/system/uploads/attachment_data/file/1092700/Country_Policy_and_Information_Note_Bangladesh_Medical_treatment_and_healthcare.pdf
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E-3015/2023 

Seite 13 

insbesondere mit traumatischen Erlebnissen auf der Flucht begründet 

(A35, Beilage 4 [Arztbericht des Universitäts-Kinderspital E._______ vom 

18. Februar 2023], Beilage 5 [Bericht des Vereins F._______ vom 20. Feb-

ruar 2023]).  

Das Bundesverwaltungsgericht stellt unter Berücksichtigung des Alters des 

Beschwerdeführers die Ernsthaftigkeit der Diagnose nicht in Frage. Es ist 

aber nicht davon auszugehen, dass deswegen bei einer Rückkehr in sein 

Heimatland von einer raschen und lebensgefährdenden Beeinträchtigung 

des Gesundheitszustands des Beschwerdeführers auszugehen wäre. 

Ebenso wenig lässt die psychische Erkrankung des Beschwerdeführers 

auf eine medizinische Notlage schliessen, die in seinem Heimatland nicht 

behandelbar wäre. 

Das Gericht geht gestützt auf seine Rechtsprechung grundsätzlich davon 

aus, dass in Bangladesch psychische Beschwerden behandelt werden 

können, auch wenn die dort erhältlichen Behandlungen möglicherweise 

nicht dem schweizerischen Standard entsprechen und auch nicht im glei-

chen Mass verfügbar sein könnten (vgl. etwa Urteile des BVGer E-

5308/2012 vom 1. Mai 2013 E.7.2.2 und D-4095/2017 vom 30. April 2019 

E.10.4.2, dahingehend auch Berichte der World Health Organization 

[WHO], Bangladesh WHO Special Inititiave for Mental Health, Situational 

Assessment, undatiert, https://www.who.int/docs/default-source/mental-

health/special-initiative/who-special-initiative-country-report---bangladesh-

--2020.pdf?sfvrsn=c2122a0e_2, abgerufen am 12. September 2023; und 

des UK Home Office, Country Police and Information Note Bangladesh: 

Medical treatment and healthcare, Ziff. 10). Wie vom SEM zutreffend aus-

geführt, stehen in Dhaka entsprechende Behandlungsangebote kosten-

günstig zur Verfügung, sollte der Beschwerdeführer eine Behandlung be-

nötigen. Der Einwand in der Beschwerde, beim zitierten Urteil D-4095/2017 

habe es sich um einen Mann gehandelt, der nicht in selbem Ausmass psy-

chisch erkrankt gewesen sei, ändert an dieser Einschätzung nichts. Die 

vom SEM aufgeführten Kliniken in Dhaka bieten Behandlungsmöglichkei-

ten für diverse psychische Erkrankungen an (vgl. UK Home Office, Country 

Police and Information Note Bangladesh: Medical treatment and 

healthcare, Ziff. 10). Es kann somit davon ausgegangen werden, dass eine 

angemessene Behandlung verfügbar ist. 

Zu berücksichtigen ist vorliegend insbesondere auch, dass der Beschwer-

deführer, wie in anderem Zusammenhang bereits erwogen, in sein ge-

wohntes Umfeld zurückkehren wird, in dem er aufgewachsen ist, und das 

E-3015/2023 

Seite 14 

er erst vor knapp zwei Jahren verlassen hat. Die familiären Bindungen und 

ein geregelter Tagesablauf in einem vertrauten Umfeld dürften unterstüt-

zend für eine längerfristige Stabilisierung wirken, wie das SEM zutreffend 

feststellt. 

6.3.4 Abschliessend ist festzuhalten, dass die zuständigen Behörden bei 

der Organisation der Rückkehr des Beschwerdeführers den besonderen 

Umständen Rechnung tragen und das Kindeswohl beachten werden. Hin-

sichtlich einer allenfalls nach wie vor notwendigen Medikation kann insbe-

sondere auf die medizinische Rückkehrhilfe verwiesen werden (Art. 93 

Abs. 1 Bst. d AsylG).  

6.3.5 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung als 

zumutbar. 

6.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 

2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu 

bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG).  

6.5  

Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht 

als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der vor-

läufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG).  

7.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und angemessen ist (Art. 

49 Bst. c VwVG). Die Beschwerde ist abzuweisen. 

8.  

8.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG; Art. 1–3 des Reg-

lements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor 

dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Mit Zwischenver-

fügung vom 28. Juni 2023 wurde indes das Gesuch um Gewährung der 

unentgeltlichen Rechtspflege gutgeheissen. Demzufolge sind keine Ver-

fahrenskosten zu erheben. 

E-3015/2023 

Seite 15 

8.2 Dem eingesetzten Rechtsvertreter ist ein amtliches Honorar zu entrich-

ten. Die bei den Akten liegende Kostennote vom 31. Juli 2023 weist einen 

zeitlichen Aufwand von insgesamt 7 Stunden und Auslagen für Porti, Tele-

fon und Kopien in der Höhe von Fr. 40.– auf. Der veranschlagte Aufwand 

ist den Verfahrensumständen angemessen (Art. 12 und 8 ff. des Regle-

ments vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor 

dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).  Der eingesetzte 

Stundenansatz von Fr. 200.– ist jedoch mit Verweis auf die Zwischenver-

fügung vom 28. Juni 2023 praxisgemäss auf Fr. 150.– zu reduzieren. Dem 

Rechtsvertreter ist demnach zulasten der Gerichtskasse ein amtliches Ho-

norar von Fr. 1090.– (inkl. Auslagen) zuzusprechen. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 16 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Dem amtlichen Rechtsbeistand, Herrn lic. iur. Dominik Löhrer, wird zulas-

ten der Gerichtskasse ein Honorar von Fr. 1090.– zugesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Esther Marti Tina Zumbühl 

 

 

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