# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6e556659-d76f-5c54-a393-ead4f75180a6
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-05-03
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 03.05.2024 SBK.2024.70
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SBK-2024-70_2024-05-03.pdf

## Full Text

Obergericht 
Beschwerdekammer in Strafsachen 

 
SBK.2024.70  
(STA.2022.69)  
Art. 125 
 
 
Entscheid vom 3. Mai 2024 
 
 
Besetzung  Oberrichter Richli, Präsident  

Oberrichterin Massari  
Oberrichter Giese  
Gerichtsschreiber Bisegger 

 
 
   

Beschwerde-
führerin  

 A._____,  
[…] 
vertreten durch Rechtsanwalt Richard E. Blum und/oder 
Rechtsanwalt David R. Colak, […]    

 
 

    

Beschwerde-
gegnerin  

 Kantonale Staatsanwaltschaft,  
Bleichemattstrasse 7, 5001 Aarau  

 
 
Beschuldigter 1  B._____, geboren am […],  

[…]  
 
Beschuldigter 2  C._____, geboren am […],  

[…]  
 
Beschuldigter 3  D._____, geboren am […], von […], 

[…]  
 
 
   

Anfechtungs-
gegenstand 

 Nichtanhandnahmeverfügung der Kantonalen Staatsanwaltschaft vom 
19. Februar 2024 
 
in der Strafsache gegen B._____, C._____ und D._____ 

 
  

 - 2 - 
 

 

   

Die Beschwerdekammer entnimmt den Akten: 
 
1. 
1.1. 
Am 23. Dezember 2021 reichte die Beschwerdeführerin gegen die Be-
schuldigten Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Baden ein. 
 
1.2. 
In der Strafanzeige führte die Beschwerdeführerin zusammengefasst aus, 
dass der Verwaltungsrat der E._____ AG (heute: in Liquidation) mit Sitz in 
Q._____ ab dem 30. Mai 2006 sich aus den Beschuldigten sowie F._____, 
dem mittlerweile verstorbenen Ehemann der Beschwerdeführerin, zusam-
mengesetzt habe. Gleichzeitig hätten per diesem Datum der Beschul-
digte 1 und F._____ je 33 von 102 Aktien (32.3%) und der Beschuldigte 2 
36 von 102 Aktien (35.3%) der Gesellschaft gehalten. Die drei Aktionäre 
hätten beabsichtigt, sich am Immobilienprojekt "G._____" in R._____ zu 
beteiligen. Die E._____ AG habe als reine Durchlaufgesellschaft für die Er-
träge aus dem gemeinsamen Immobilienprojekt genutzt werden sollen. 
Hierzu habe die E._____ AG zunächst 30%, später 50% der Aktien der 
(heute im Handelsregister gelöschten) H._____ SA mit Sitz in R._____ er-
worben, die für das Projekt "G._____" gegründet worden sei. Der Beschul-
digte 2 habe die Gesellschaft operativ geführt, die weiteren Investoren hät-
ten als Mitglieder des Verwaltungsrates in der Immobiliengesellschaft fun-
giert. 
 
Zur Finanzierung des Projekts hätten die Investoren üblicherweise der 
E._____ AG Darlehen gewährt, welche diese dann an die H._____ SA wei-
tergeleitet habe. Die Investoren seien jeweils berechtigt gewesen, der 
H._____ SA Sitzungsgelder und Spesenpauschalen zu verrechnen. Der 
Geschäftsführer und der Verwaltungsratspräsident (I._____) der H._____ 
SA hätten zusätzlich eine Vergütung bezogen. 
 
Der Geschäftsführer der E._____ AG habe den Durchlauf vereinnahmter 
Mittel aus dem Projekt "G._____" verwirklicht, indem er die erzielten Divi-
dendenerlöse der H._____ SA jeweils direkt anteilmässig an die Aktionäre 
der E._____ AG weitergeleitet und als Aktivdarlehen der Aktionäre ver-
bucht habe. Jeweils ein Jahr später, als bekannt gewesen sei, wie hoch die 
Dividenden für das nächste Jahr ausfallen werden, seien die Dividenden 
formell beschlossen und mit den Darlehen verrechnet worden. So habe die 
Verrechnungssteuer jeweils erst ein Jahr später abgeliefert werden müssen 
und ein Mittelabfluss verhindert werden können.  
 
Das Projekt "G._____" sei im Jahr 2015 abgeschlossen und die H._____ 
SA in eine Liquidationsgesellschaft überführt worden.  
 

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Indessen sei auch die Dividende der H._____ SA des letzten Betriebsjah-
res brutto (d.h. ohne Verrechnungssteuerabzug) zunächst als Darlehen an 
die Aktionäre der E._____ AG weitergeleitet worden. Die nach Beschluss 
der Dividende fällig werdende Verrechnungssteuer habe mit dem der 
E._____ AG zustehenden Liquidationserlös der H._____ SA bezahlt wer-
den sollen. So habe eine teilweise Rückzahlung der zunächst als Darlehen 
ausbezahlten Bruttodividende verhindert werden sollen.  
 
Am 26. Juli 2016 sei F._____ plötzlich verstorben. Die Beschwerdeführerin 
sei dessen einzige Erbin und infolge Universalsukzession heute Aktionärin 
der E._____ AG.  
 
Die Beschuldigten hätten das Ableben von F._____ und die damit entste-
henden Informationslücken zum Anlass genommen, einige Änderungen 
vorzunehmen. Unter anderem hätten sie beschlossen, ihre angeblichen 
Leistungen nicht mehr der H._____ SA, sondern der E._____ AG zu belas-
ten. 
 
Mit Verfügung des Gerichtspräsidiums Baden vom 7. April 2022 sei über 
die (sich damals bereits in Liquidation befindliche) E._____ AG mit Wirkung 
ab dem 7. April 2022, 10.00 Uhr, der Konkurs eröffnet worden. 
 
1.3. 
Zusammengefasst wirft die Beschwerdeführerin den Beschuldigten konkret 
das Folgende vor: 

 Die Beschuldigten hätten gegen das Verbot der Einlagenrückge-
währ verstossen, indem sie Darlehen ausbezahlt hätten, bei denen 
keine Rückzahlungsabsicht bestanden habe (da diese später mit 
Dividenden hätten verrechnet werden sollen) und die nicht entspre-
chend wertberichtigt worden seien. Überdies seien keine Rückstel-
lungen für die Verrechnungssteuer gebildet worden (ungetreue Ge-
schäftsbesorgung i.S.v. Art. 158 StGB sowie Verletzung der Über-
wälzungsvorschrift gemäss Verrechnungssteuergesetz i.S.v. 
Art. 63 VStG). 

 Die Beschuldigten 1 und 2 hätten der E._____ AG fingierte Spesen- 
und Honorarrechnungen in Rechnung gestellt, welche von dieser 
beglichen worden seien. Dabei habe es sich auch um fingierte 
Rechnungen zugunsten von J._____ gehandelt, der Organ der 
H._____ SA gewesen sei, weshalb ohnehin nicht erkennbar sei, wa-
rum dieser durch die E._____ AG zu entschädigen gewesen sei. 
Der mit der Buchhaltung betraute Beschuldigte 3 habe die Vermö-
gensdispositionen zulasten der E._____ AG mutmasslich nur vor-
genommen, weil er von der Rechtmässigkeit der behaupteten For-
derungen ausgegangen sei. Überdies habe der Beschuldigte 2 der 
E._____ AG eine fingierte Rechnung für ein Vermittlungshonorar 
ausgestellt (Urkundenfälschung i.S.v. Art. 251 StGB, Betrug i.S.v. 

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Art. 146 StGB und ungetreue Geschäftsbesorgung i.S.v. Art. 158 
StGB). 

 Die fingierten Rechnungen hätten gegenüber den Steuerbehörden 
als Beleg für ertragswirksame Vergütungen an den Beschuldigten 2 
gedient (Steuerbetrug i.S.v. Art. 86 [recte: 186] DBG bzw. Art. 59 
StHG). 

 Die Beschuldigten hätten durch den nicht geschäftsmässig begrün-
deten Aufwand die Überschuldung der Gesellschaft herbeigeführt 
(Misswirtschaft i.S.v. Art. 165 StGB). 

 Die Verrechnung von Aktivdarlehen des Beschuldigten 2 mit fingier-
ten Rechnungen von diesem sei in der Absicht erfolgt, den Beschul-
digten 2 gegenüber der Beschwerdeführerin zu bevorteilen (Bevor-
zugung eines Gläubigers i.S.v. Art. 167 StGB).  

 Die Beschuldigten 1 und 2 hätten mit der Transaktion betreffend 
das Vermittlungshonorar eine faktische Liquidation vorgenommen 
(unwahre Angaben gegenüber Handelsregisterbehörden i.S.v. 
Art. 153 StGB und Verletzung der Überwälzungsvorschrift gemäss 
Verrechnungssteuergesetz i.S.v. Art. 63 VStG). 

 Die E._____ AG sei an sich schon viel früher überschuldet gewe-
sen. Dies sei durch die nicht korrekte Buchführung aber verschleiert 
worden. Es liege folglich eine Konkursverschleppung vor (unge-
treue Geschäftsbesorgung  i.S.v. Art. 158 StGB und Unterlassung 
der Buchführung i.S.v. Art. 166 StGB). 

 Nach der Konkurseröffnung habe der Beschuldigte 1 als Liquidator 
der E._____ AG keine ordnungsgemässe Buchhaltung geführt und 
es versäumt, die Geschäftsunterlagen aufzubewahren (Unterlas-
sung der Buchführung i.S.v. Art. 166 StGB und ordnungswidrige 
Führung der Geschäftsbücher i.S.v. Art. 325 StGB). 

 
1.4. 
Mit Verfügung vom 10. März 2022 übernahm die Kantonale Staatsanwalt-
schaft das Verfahren von der Staatsanwaltschaft Baden. 
 
2. 
Am 19. Februar 2024 verfügte die Kantonale Staatsanwaltschaft:  
 

"  1.  
Die Strafsache (Strafanzeige) wird nicht an die Hand genommen (Art. 310 Abs. 1 lit. a 
StPO). 
 
2. 
Die Kosten gehen zu Lasten des Staates (Art. 423 Abs. 1 StPO).  
 
3. 
Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen (Art. 430 Abs. 1 StPO). 
 
 
 

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4. 
In der Nichtanhandnahmeverfügung werden keine Zivilklagen behandelt. Der Privatkläger-
schaft steht nach Eintritt der Rechtskraft der Verfügung der Zivilweg offen (Art. 310 Abs. 2 
StPO i.V.m. Art. 320 Abs. 3 StPO)" 

 
Die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Aargau genehmigte die Nichtan-
handnahmeverfügung am 20. Februar 2024. 
 
3. 
3.1. 
Mit Eingabe vom 4. März 2024 erhob die Beschwerdeführerin gegen die ihr 
am 23. Februar 2024 zugestellte Nichtanhandnahmeverfügung Be-
schwerde bei der Beschwerdekammer in Strafsachen des Obergerichts 
des Kantons Aargau und beantragte:  
 

"  1.  
Die Nichtanhandnahmeverfügung vom 19. Februar 2024 sei aufzuheben und der Fall sei 
zur Eröffnung einer Strafuntersuchung im Sinne der Strafanzeige vom 23. Dezember 2021 
an die Kantonale Staatsanwaltschaft Aargau zurückzuweisen. 
 
2. 
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich der gesetzlichen MWST zu Lasten der 
Beschuldigten 1-3." 

 
3.2. 
Mit Verfügung vom 13. März 2024 forderte die Verfahrensleiterin die Be-
schwerdeführerin auf, innert 10 Tagen ab Zustellung der Verfügung eine 
Sicherheit für allfällige Kosten in Höhe von Fr. 1'000.00 in die Obergerichts-
kasse einzubezahlen. Diese Verfügung wurde der Beschwerdeführerin am 
15. März 2024 zugestellt. Die Sicherheit ging am 18. März 2024 bei der 
Obergerichtskasse ein. 
 
3.3. 
Auf die Einholung von Beschwerdeantworten wurde verzichtet. 
 
 

   

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 
 
1. 
1.1. 
Nichtanhandnahmeverfügungen der Staatsanwaltschaft sind gemäss 
Art. 310 Abs. 2 i.V.m. Art. 322 Abs. 2 und Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO mit 
Beschwerde anfechtbar. Beschwerdeausschlussgründe i.S.v. Art. 394 
StPO liegen nicht vor. Die Beschwerde wurde überdies frist- und formge-
recht (vgl. Art. 396 Abs. 1 i.V.m. Art. 385 Abs. 1 StPO) erhoben. 
 

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1.2. 
1.2.1. 
Zur Beschwerde legitimiert sind entgegen dem Wortlaut von Art. 322 Abs. 2 
StPO (i.V.m. Art. 310 Abs. 2 StPO) nicht nur die Parteien, sondern auch die 
anderen Verfahrensbeteiligten i.S.v. Art. 105 Abs. 1 StPO, soweit sie in ih-
ren Rechten unmittelbar betroffen sind (vgl. Art. 105 Abs. 2 StPO), d.h. so-
weit sie durch die Nichtanhandnahme beschwert sind. Geschädigte, die 
sich nicht als Privatkläger konstituiert haben, können eine Nichtanhand-
nahme nicht anfechten. Die Konstituierung als Privatkläger hat bis zum Ab-
schluss des Vorverfahrens zu erfolgen (Art. 118 Abs. 3 i.V.m. Art. 318 
StPO).  
 
Vorliegend hat sich die Beschwerdeführerin bereits mit Einreichung der 
Strafanzeige als Privatklägerin konstituiert. Fraglich ist indessen, ob die Be-
schwerdeführerin zur Konstituierung als Privatklägerin berechtigt war, was 
im Folgenden zu prüfen ist.  
 
1.2.2. 
1.2.2.1. 
Bei Straftaten gegen das Vermögen gilt der Träger des geschädigten Ver-
mögens als geschädigte Person. Bei Vermögensdelikten zum Nachteil ei-
ner Aktiengesellschaft sind weder die Aktionäre noch die Gesellschafts-
gläubiger unmittelbar verletzt (BGE 148 IV 170 E. 3.3.1). Fällt die geschä-
digte Aktiengesellschaft in Konkurs bzw. wird sie nach den Vorschriften 
über den Konkurs liquidiert, gilt die Konkursmasse als ihre Rechtsnachfol-
gerin (vgl. Art. 121 Abs. 2 StPO i.V.m. Art. 197 SchKG; BGE 148 IV 170 
E. 3.3.2).  
 
Soweit die Beschwerdeführerin Strafanzeige wegen Vermögensdelikten 
zum Nachteil der E._____ AG erhob (ungetreue Geschäftsbesorgung und 
Betrug) gilt sie als blosse Aktionärin nicht als geschädigte Person i.S.v. 
Art. 115 Abs. 1 StPO. 
 
1.2.2.2. 
Geschütztes Rechtsgut der Konkursdelikte gemäss Art. 163 ff. StGB ist das 
Vermögen der Gläubiger des Gemeinschuldners. Als geschädigte Perso-
nen gemäss Art. 115 Abs. 1 StPO gelten infolgedessen die einzelnen Gläu-
biger. Die Aktionäre sind durch Konkursdelikte nur indirekt betroffen, es sei 
denn, sie haben gleichzeitig Gläubigerstellung (BGE 148 IV 170 E. 3.4.1).  
 
Die Beschwerdeführerin beruft sich überwiegend bloss auf eine Aktionärs-, 
nicht dagegen auf ein Stellung als Gläubigerin der E._____ AG. Nur im Zu-
sammenhang mit dem Tatbestand der Bevorzugung eines Gläubigers i.S.v. 
Art. 167 StGB beruft sie sich immerhin sinngemäss auf eine Gläubigerstel-
lung. Dies allerdings ohne konkret darzulegen, welche Forderung ihr ge-
genüber der E._____ AG zugestanden haben soll. Eine Gläubigerstellung 

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der Beschwerdeführerin ist damit nicht dargetan. Folglich ist die Beschwer-
deführerin auch nicht geschädigte Person, soweit Konkursdelikte im Raum 
stehen (Misswirtschaft, Bevorzugung eines Gläubigers, Unterlassung der 
Buchführung). 
 
1.2.2.3. 
Die Tatbestände des Urkundenstrafrechts dienen dem Schutz von Sicher-
heit und Zuverlässigkeit des Rechtsverkehrs mit Urkunden. Sie schützen 
das besondere Vertrauen, welches von den Teilnehmern am Rechtsver-
kehr einer Urkunde als Beweismittel entgegengebracht wird. Die Urkunden-
delikte schützen in erster Linie die Allgemeinheit. Private Interessen kön-
nen nur dann unmittelbar verletzt sein, wenn sich das Delikt auf die Be-
nachteiligung einer bestimmten Person richtet. Dies ist namentlich der Fall, 
wenn die Urkundenfälschung auf die Verfolgung eines weitergehenden, 
wirtschaftlichen Zwecks abzielt und insofern als blosse Vorbereitungshand-
lung eines schädigenden Vermögensdelikts erscheint. Dabei schützt der 
Tatbestand der Urkundenfälschung den Einzelnen davor, durch Scheiner-
klärungen oder qualifiziert unrichtige Erklärungen getäuscht und dadurch 
zu nachteiligen rechtserheblichen Dispositionen veranlasst zu werden 
(BGE 148 IV 170 E. 3.5.1).  
 
Vorliegend macht die Beschwerdeführerin nicht geltend, die von ihr bean-
zeigten Urkundendelikte hätten sich direkt gegen sie gerichtet, insbeson-
dere macht sie nicht geltend, diese erschienen gleichsam als Vorberei-
tungshandlung eines gegen sie direkt verübten Vermögensdelikts. Entspre-
chend gilt die Beschwerdeführerin auch hinsichtlich der beanzeigten Ur-
kundendelikte nicht als geschädigte Person i.S.v. Art. 115 Abs. 1 StPO.  
 
1.2.2.4. 
Abstrakte Gefährdungsdelikte schützen die Aufrechterhaltung eines allge-
meinen Sorgfaltsstandards zu Präventionszwecken. Dies gilt auch für die 
strafbaren Vorbereitungshandlungen. Bei abstrakten Gefährdungsdelikten 
kann eine geschädigte Person nur dann vorliegen, wenn jemand als Folge 
der Begehung eines solchen Delikts zumindest konkret gefährdet oder ge-
schädigt wurde (MAZZUCCHELLI/POSTIZZI, in: Basler Kommentar, Schweize-
rische Strafprozessordnung, 3. Aufl. 2023, N. 30 und 58 zu Art. 115 StPO).  
 
Bei den von der Beschwerdeführerin zur Anzeige gebrachten Tatbeständen 
der unwahren Angaben gegenüber Handelsregisterbehörden (Art. 153 
StGB) sowie der ordnungswidrigen Führung der Geschäftsbücher (Art. 325 
StGB) handelt es sich um abstrakte Gefährdungsdelikte (WEISSENBERGER, 
in: Basler Kommentar, Strafrecht II, 4. Aufl. 2019, N. 3 zu Art. 153 StGB; 
NIGGLI/HAGENSTEIN, in: Basler Kommentar, Strafrecht II, 4. Aufl. 2019, N. 3 
zu Art. 325 StGB). Die Beschwerdeführerin legt nicht dar, inwiefern sie 
durch die von ihr behaupteten unwahren Angaben gegenüber Handelsre-
gisterbehörden bzw. ordnungswidrige Führung der Geschäftsbücher 

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konkret gefährdet oder geschädigt worden wäre. Entsprechend gilt sie auch 
hinsichtlich dieser Tatbestände nicht als geschädigte Person. 
 
1.2.2.5. 
Steuerstrafrechtliche Tatbestände schützen ausschliesslich Gemeininte-
ressen und keine individuellen Rechtsgüter (Urteil des Bundesgerichts 
1B_324/2012 vom 26. November 2012 E. 1.2.4). Die finanziellen Interes-
sen des Gemeinwesens gelten allerdings nur als mittelbar betroffen, zumal 
es noch die Nachsteuer erheben kann und sich bei Steuerausfällen die zur 
Erfüllung seiner Aufgaben nötigen Mittel entweder durch Erhöhung oder 
durch Verzicht auf eine ansonsten mögliche Senkung der Steuersätze ver-
schaffen kann. Eine Teilnahme der Steuerbehörde als Privatklägerin am 
Strafverfahren ist deshalb ausgeschlossen (MAZZUCCHELLI/POSTIZZI, 
a.a.O., N. 89 zu Art. 115 StPO). Erst recht nicht im Sinne von Art. 115 
Abs. 1 StPO geschädigt sein können Private (Urteil des Bundesgerichts 
1B_324/2012 vom 26. November 2012 E. 1.2.4). Demgemäss gilt die Be-
schwerdeführerin auch hinsichtlich der von ihr beanzeigten Steuerdelikte 
(Steuerbetrug sowie Verletzung der Überwälzungsvorschriften gemäss 
Verrechnungssteuergesetz) nicht als geschädigte Person i.S.v. Art. 115 
Abs. 1 StGB.  
 
1.3. 
Zusammenfassend hat sich die Beschwerdeführerin zwar als Privatklägerin 
konstituiert, mangels Eigenschaft als geschädigte Person i.S.v. Art. 115 
Abs. 1 StPO war sie hierzu jedoch nicht berechtigt. Demgemäss kommt der 
Beschwerdeführerin keine Stellung als Privatklägerin und damit auch keine 
Beschwerdelegitimation zu. Bei dieser Sachlage ist auf die Beschwerde 
nicht einzutreten.  
 
2. 
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten des Beschwerdever-
fahrens der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 428 Abs. 1 StPO). Ent-
schädigungen sind keine zuzusprechen. Insbesondere haben auch die Be-
schuldigten keinen Anspruch auf eine Entschädigung. Von diesen wurden 
keine Beschwerdeantworten eingeholt, weshalb ihnen im vorliegenden 
Verfahren auch keine Aufwendungen entstanden sind. 
 
 

   

Die Beschwerdekammer entscheidet: 
 
1. 
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. 
 
2. 
Die Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestehend aus einer Gerichtsge-
bühr von Fr. 800.00 und den Auslagen von Fr. 43.00, zusammen 

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Fr. 843.00, werden der Beschwerdeführerin auferlegt und mit der von ihr 
geleisteten Sicherheit von Fr. 1'000.00 verrechnet.  
 
 

   

Zustellung an: 
[…] 
 
 

   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Strafsachen (Art. 78 ff., Art. 90 ff. BGG) 
 
Gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen, kann innert 30 Tagen, von der schrift-
lichen Eröffnung der vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Be-
schwerde an das Schweizerische Bundesgericht erhoben werden. Dieselbe Beschwerde 
kann erhoben werden gegen selbständig eröffnete Vor- und Zwischenentscheide, wenn 
diese einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken können oder wenn die Gutheis-
sung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und damit einen bedeuten-
den Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen würde 
(Art. 44 Abs. 1, Art. 78, Art. 90, Art. 93, Art. 100 Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1 BGG). 
 
Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen Bundes-
gericht einzureichen (Art. 42, Art. 100 Abs. 1 BGG). 
 
Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 
Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 
elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 
inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Die Urkunden, auf 
die sich eine Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 
hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). Für die Beschwerde- 
legitimation ist Art. 81 BGG massgebend. 

 
 

   

Aarau, 3. Mai 2024 
 
Obergericht des Kantons Aargau 
Beschwerdekammer in Strafsachen 
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber: 
 
 
 
Richli Bisegger