# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 646b92d0-f915-524e-bd61-565d1fd91825
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-09-18
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsbehörden Bau- und Verkehrsdirektion 18.09.2017 110 2017 53
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_BVD/BE_VB_001_110-2017-53_2017-09-18.pdf

## Full Text

ENTSCHEID
DER

BAU-, VERKEHRS- UND ENERGIEDIREKTION 

RA Nr. 110/2017/53 Bern, 18. September 2017

in der Beschwerdesache zwischen

Herrn B.________
Beschwerdeführer 1

Frau A.________
Beschwerdeführerin 2

Herrn D.________
Beschwerdeführer 3

Frau C.________
Beschwerdeführerin 4

und

Einfache Gesellschaft E.________, bestehend aus: 

F.________ 
Beschwerdegegner 1

G.________ 
Beschwerdegegner 2

beide per Adresse Herrn H.________

sowie

Regierungsstatthalter von Thun, Scheibenstrasse 3, 3600 Thun

Baubewilligungsbehörde der Stadt Thun, Bauinspektorat, Industriestrasse 2, 
Postfach 145, 3602 Thun

RA Nr. 110/2017/53 2

betreffend den Gesamtbauentscheid vom 20. April 2017 (Nachträgliches Baugesuch, 
Zwischennutzung gemäss GBR Art. 25; Bogenschiessanlage)

I. Sachverhalt

1. Die Gemeinde Thun stellte im Rahmen einer Voranfrage des Beschwerdegegners 1 

fest, dass die beiden Beschwerdegegner bestehende Güterbahnwagen trotz abgelaufener 

Bewilligung nutzen und eine Bogenschiessanlage ohne Bewilligung betreiben. Die 

Gemeinde gewährte den Beschwerdegegnern mit Schreiben vom 4. September 2015 das 

rechtliche Gehör und verlangte die Einreichung einer Voranfrage innert einer Frist von 30 

Tagen. Während des Verfahrens auf Prüfung der Voranfrage vom 3. Oktober 2015 holte 

die Gemeinde einen Bericht der technischen Kommission des Verbandes Swiss Archery 

zur bestehenden Bogensportanlage ein. Gestützt auf diesen Bericht vom 10. November 

2015 untersagte der damalige Bauinspektor mit baupolizeilicher Verfügung vom 1. 

Dezember 2015 die Benützung der Bogensportanlage, setzte eine Frist von 60 Tagen zur 

Einreichung eines Baugesuchs und ordnete andernfalls die Entfernung aller Bauten und 

Anlagen der Bogenschiessanlage bis 31. März 2016 an.

Die Beschwerdegegner reichten am 1. Februar 2016 (mit Nachtrag vom 14. März 2016) ein 

Baugesuch ein für die Bewilligung des Betriebs einer Bogensportanlage für fünf Jahre und 

die Erstellung neuer Sicherheitsvorkehrungen (Holzwand und Netz). Weiter beantragten 

sie die definitive Bewilligung der zwei 1989 für 10 Jahre bewilligten Güterbahnwagen, die 

Überdachung dieser Güterwagen, zusätzliche Parkplätze und das Aufstellen einer ToiToi 

WC-Kabine und Reklamen. Die Parzelle liegt in der Wohnzone. Da der Bauinspektor der 

Stadt Thun als Nachbar direkt betroffen ist, überwies die Gemeinde Thun das Verfahren an 

das Regierungsstatthalteramt Thun.1 Mit Verfügung vom 4. April 2016 wurde das 

Benützungsverbot gelockert. Das Schiessen mit maximal 5 Scheiben auf Distanzen von 10 

bis 30 m innerhalb eines klar umgrenzten Bereichs und nur mit schwachen Bögen wurde 

für zwingende Schiessevents, für welche Verpflichtungen bestehen, erlaubt. Dabei waren 

aufgrund von Auflagen und Bedingungen zusätzliche Sicherheitsmassnahmen 

einzuhalten.2 

1 Pag. 73 und 89 f. und 95 der Vorakten des Regierungsstatthalteramtes 
2 Vgl. pag. 196 ff. und pag. 242 ff. der Vorakten der Gemeinde

RA Nr. 110/2017/53 3

Gegen das Bauvorhaben erhoben die Beschwerdeführenden Einsprache. Das 

Regierungsstatthalteramt forderte die Beschwerdegegner dreimal auf, die 

Baugesuchsunterlagen zu korrigieren, zu ergänzen und neu einzureichen.3 Daher reichten 

die Beschwerdegegner mit Schreiben vom 29. Juni 2016, 30. November 2016 und 8. 

Dezember 2016 weitere Unterlagen ein. In ihrem Schreiben vom 29. Juni 2016 

verzichteten die Beschwerdegegner zudem auf die Parkplätze auf der Parzelle I.________. 

Mit Gesamtbauentscheid vom 20. April 2017 erteilte das Regierungsstatthalteramt Thun 

den Bauabschlag für die Erweiterung der Parkplätze und die Überdachung der 

Güterwagen. Für das übrige Bauvorhaben erteilte das Regierungsstatthalteramt die 

Baubewilligung, befristet bis am 31. Mai 2018 mit Verlängerungsmöglichkeit um zwei 

Jahre.

2. Dagegen reichten die Beschwerdeführenden am 16. Mai 2017 Beschwerde bei der 

Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE) ein. Sie verlangen die 

sofortige Einstellung der nicht bewilligten Nutzung als Bogenschiessanlage und die 

Aufhebung der baupolizeilichen Verfügung vom 4. April 2016. In der Hauptsache 

beantragen sie die Aufhebung des Gesamtbauentscheides vom 20. April 2017 und die 

Erteilung des Bauabschlags. Sie machen insbesondere geltend, das rechtliche Gehör sei 

verletzt worden, die Sicherheitsvorkehrungen, die Baupublikation sowie die Gesuchs- und 

Planunterlagen seien mangelhaft und die gute Gesamtwirkung fehle. Zudem sei zu Unrecht 

eine Ausnahmebewilligung für die Nichteinhaltung des Strassenabstands gewährt und eine 

Übergangsnutzung bewilligt worden.

Aufgrund der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde musste der mit der Lockerung des 

Benützungsverbots eingeschränkt zugelassene Schiessbetrieb eingestellt werden. In der 

Folge beantragten die Beschwerdegegner in der Beschwerdeantwort vom 8. Juni 2017, 

dass der eingeschränkte Schiessbetrieb mit Ausnahme der zeitlichen Befristung bis zur 

Ausführung der Bauarbeiten wieder freigegeben wird. Dies wurde als Gesuch um teilweise 

Aufhebung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde entgegengenommen. Das 

Rechtsamt der BVE wies das Gesuch mit Verfügung vom 11. Juli 2017 ab. Dieser 

Entscheid trat unangefochten in Rechtskraft.

3 Vgl. dazu pag. 144 ff. und 147 ff. der Vorakten des Regierungsstatthalteramtes

RA Nr. 110/2017/53 4

3. Das Rechtsamt, welches die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet4, führte den 

Schriftenwechsel durch und holte die Vorakten bei der Gemeinde und dem 

Regierungsstatthalteramt ein. Auf die Rechtsschriften wird, soweit für den Entscheid 

wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

II. Erwägungen

1. Prozessvoraussetzungen

Angefochten ist ein Gesamtbauentscheid nach Art. 9 KoG5. Laut Art. 11 Abs. 1 KoG kann 

er – unabhängig von den geltend gemachten Einwänden – nur mit dem Rechtsmittel 

angefochten werden, das für das Leitverfahren massgeblich ist. Das Leitverfahren ist im 

vorliegenden Fall das Baubewilligungsverfahren (Art. 5 Abs. 1 KoG). Bauentscheide 

können nach Art. 40 Abs. 1 BauG6 innert 30 Tagen seit Eröffnung mit Baubeschwerde bei 

der BVE angefochten werden. Die BVE ist somit zur Beurteilung der Beschwerde gegen 

den Gesamtbauentscheid zuständig. Zur Beschwerde befugt sind die 

Baugesuchstellerinnen, die Baugesuchsteller, die Einsprecherinnen, die Einsprecher und 

die zuständige Gemeindebehörde (Art. 10 KoG i.V.m. Art. 40 Abs. 2 BauG). Die 

Beschwerdeführenden, deren Einsprache abgewiesen wurde, sind durch den 

vorinstanzlichen Gesamtbauentscheid beschwert und daher zur Beschwerdeführung 

legitimiert. Auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten.

2. Verletzung der Begründungspflicht und Beweisabnahmepflicht

a) Die Beschwerdeführenden bringen vor, die Erwägungen der Vorinstanz zur guten 

Gesamtwirkung seien ungenügend. Ihrem Antrag, die gute Gesamtwirkung durch den 

4 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und 
Energiedirektion (OrV BVE; BSG 152.221.191)
5 Koordinationsgesetz vom 21. März 1994 (KoG; BSG 724.1)
6 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721)

RA Nr. 110/2017/53 5

Fachausschuss Bau- und Aussenraumgestaltung (FBA) der Stadt Thun überprüfen zu 

lassen, sei von der Leitbehörde nicht stattgegeben worden.

b) Gemäss Art. 52 Abs. 1 Bst. b VRPG7 muss eine Verfügung eine Begründung 

enthalten. Die Begründung muss so abgefasst sein, dass die Betroffenen die Verfügung 

gegebenenfalls sachgerecht anfechten können. Dazu müssten wenigstens kurz die 

Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf die 

sich ihr Entscheid stützt.8 Je komplexer oder umstrittener ein Sachverhalt und je grösser 

der Entscheidungsspielraum der Behörde ist, desto ausführlicher und differenzierter muss 

auch die Begründung ausfallen. Die Auslegung von unbestimmten Gesetzesbegriffen und 

die Ermessensbetätigung müssen so erklärt werden, dass sie nachvollziehbar sind.9 

Das Regierungsstatthalteramt führt in seinem Gesamtbauentscheid aus, die Rückseite der 

Holzwand erwecke keinen wesentlich anderen Eindruck als ein Gebäude mit Holzfassade 

in der betreffenden Zone. Weiter hält es das Regierungsstatthalteramt nicht für willkürlich, 

wenn für die Beurteilung der guten Gesamtwirkung zwischen äusserstem Siedlungsrand 

und Siedlungsmitte unterschieden werde, wie dies die Gemeinde in ihrem Amtsbericht vom 

14. Februar 2016 getan hatte.10 

Bezüglich der Reklamen hält das Regierungsstatthalteramt unter dem Titel "fehlerhafte 

Baupublikation" einzig fest, die Banner von maximal einem Meter Höhe und zusammen 

65 m Länge würden gemäss Mitbericht vom 13. Februar 2017 als vertretbar erachtet. Es 

verweist damit auf die Ausführungen der Gemeinde, wonach die Reklamen im Rahmen der 

Anforderungen nach Art. 5 und 6 Gemeindebaureglement (GBR) "am vorliegend 

äussersten Siedlungsrand entlang einer neuen Bogensportanlage" vertretbar seien. Damit 

begründet das Regierungsstatthalteramt die gute Gesamtwirkung nur knapp, hat aber 

dennoch dargelegt, weshalb es die gute Gesamtwirkung der Anlage bejaht hat. Eine 

Verletzung des rechtlichen Gehörs liegt daher nicht vor.

7 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21).
8 Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 52 N. 5 f.; BVR 2013 S. 443 
E. 3.1.1.
9 Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 52 N. 8
10 Vgl. Amtsbericht Bauinspektorat vom 14. Februar 2016 unter Ziffer III.4

RA Nr. 110/2017/53 6

c)  Der Anspruch auf rechtliches Gehör verpflichtet die entscheidende Behörde 

grundsätzlich, ihr rechtzeitig und formrichtig angebotene Beweise abzunehmen. Diese 

Beweisabnahmepflicht gilt jedoch nur insoweit, als die Beweise für den Entscheid erheblich 

sind. Ergibt eine vorweggenommene Beweiswürdigung, dass ein Beweis nicht geeignet ist, 

das Beweisergebnis zu verändern oder den zu treffenden Entscheid zu beeinflussen, kann 

von der Beweisabnahme abgesehen werden. Eine Pflicht zur Einholung eines Gutachtens 

oder zur Durchführung eines Augenscheins besteht nur dann, wenn sich die Verhältnisse 

anders nicht schlüssig klären lassen. Aufwändige Beweismassnahmen setzen somit ein 

entsprechend bedeutendes Beweisinteresse voraus.11 Art. 18 Abs. 2 VRPG sieht daher 

vor, dass die Behörden Art und Umfang der Ermittlungen bestimmen, ohne an die 

Beweisanträge der Parteien gebunden zu sein.

Laut Art. 10 Abs. 4 GBR werden Bauvoranfragen und Baugesuche in der Regel dem 

Fachausschuss Bau- und Aussenraumgestaltung zur Beurteilung vorgelegt, wenn sie für 

das Strassen-, Orts- und Landschaftsbild von Bedeutung sind oder spezielle 

baugestalterische Fragen aufwerfen. Die Parzelle befindet sich nicht in einem 

Ortsbildschutzgebiet. Zudem handelt es sich bei Art. 10 Abs. 4 GBR um eine "Kann-

Vorschrift". Gemäss Kommentar zum GBR liegt der Entscheid, ob ein Projekt dem 

Fachausschuss zur Beurteilung vorgelegt wird, bei der Baubewilligungsbehörde. Diese war 

deshalb nicht verpflichtet, das Projekt dem Fachausschuss vorzulegen. Eine Verletzung 

des rechtlichen Gehörs liegt daher nicht vor. 

d) Die Beschwerdeführenden machen zudem eine Verletzung des rechtlichen Gehörs 

geltend, da sie sich zur baupolizeilichen Verfügung vom 4. April 2016 und zur Verfügung 

vom 16. März 2017 (Weiterführung Schiessbetrieb) nicht genügend hätten äussern können 

respektive teilweise keine Kenntnis erhalten hätten. Diese beiden Verfügungen wurden im 

(baupolizeilichen) einstweiligen Verfahren, in welchem das ursprünglich ausgesprochene 

vollständige Benützungsverbot gelockert (Verfügung vom 4. April 2016) und diese 

Lockerung dann vom Regierungsstatthalteramt bestätigt wurde, erlassen. Eine allfällige 

Gehörsverletzung betrifft damit nicht die vorliegend angefochtene Baubewilligung, sondern 

unangefochten gebliebene Entscheide des einstweiligen Verfahrens. Sie ist damit nicht 

Streitgegenstand des Beschwerdeverfahrens. Auf diese Rüge ist daher nicht einzutreten.

11 Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 18 N. 10

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3. Mangelhafte Bekanntmachung

a) Die Beschwerdeführenden rügen zudem, dass die Baupublikation den gesetzlichen 

Anforderungen nicht genügte, da sie ohne die Ausnahmegesuche "Bauen innerhalb einer 

genehmigten Leitungsbaulinie" sowie "Bauen im Wald" erfolgte und die geplante Reklame 

nicht erwähnt worden sei. Sie machen daher eine Verletzung des rechtlichen Gehörs und 

von Vorschriften über die Publikation geltend.

b) Die Beschwerdeführenden haben sich wegen der allenfalls fehlerhaften Publikation 

nicht von der Einspracheerhebung abhalten lassen. Sie konnten sich somit trotz der 

Mängel ohne Nachteil am Baubewilligungsverfahren beteiligen. Sie können deshalb aus 

der mangelhaften Bekanntmachung keine Rechte ableiten.12 Soweit sie damit die 

Verletzung Verfahrensrechte Dritter geltend machen, kann nicht auf die Beschwerden 

eingetreten werden. Die BVE prüft die Frage der mangelhaften Publikation allerdings von 

Amtes wegen (vgl. Art. 40 Abs. 3 BauG).

c) Das Baubewilligungsverfahren soll sicherstellen, dass allfällige, von einem 

Bauvorhaben berührte öffentliche oder private Interessen gewahrt werden können. Aus 

diesem Grund sind Bau- und Ausnahmegesuche nach den Bestimmungen des 

Baubewilligungsdekrets zu veröffentlichen oder den Anstössern sowie weiteren Personen, 

die davon betroffen sein könnten, mitzuteilen. Der Bekanntmachung ist der Hinweis auf das 

Recht zur Einsprache beizufügen (Art. 35 Abs. 1 BauG). Die Veröffentlichung erfolgt in 

zwei aufeinanderfolgenden Nummern des amtlichen Anzeigers. Vorbehalten bleibt die 

Veröffentlichung im Amtsblatt, wenn es die Gesetzgebung vorsieht (Art. 26 Abs. 2 BewD13). 

Der Inhalt der Publikation wird in Art. 26 Abs. 3 BewD umschrieben. Sie hat unter anderem 

die für das Bauvorhaben beanspruchten Ausnahmen sowie die allgemeine Umschreibung 

des Bauvorhabens zu enthalten (Art. 26 Abs. 3 Bst. b und e BewD). Die Publikation muss 

so aussagekräftig sein, dass die betroffenen Personen entscheiden können, ob sie in die 

12 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, 
Art. 35-35c N. 11
13 Dekret vom 22. März 1994 über das Baubewilligungsverfahren (Baubewilligungsdekret, BewD; BSG 725.1)

RA Nr. 110/2017/53 8

vollständigen Baugesuchsakten Einsicht nehmen und allenfalls Einsprache erheben wollen 

oder nicht. Fehlt in der Baupublikation ein wesentliches Element des Bauvorhabens, stellt 

dies eine Verletzung des rechtlichen Gehörs der Betroffenen dar.14 Unterbleibt die 

gebotene Bekanntmachung oder ist sie in wichtigen Punkten unvollständig, läuft die 

Einsprachefrist nicht. Einspracheberechtigte Personen oder Organisationen können 

nachträglich Einsprache oder Baubeschwerde erheben, sobald sie Kenntnis vom 

Bauvorhaben oder vom Bauentscheid erlangt haben.15

d) Im vorliegenden Fall fehlen im Publikationstext die beanspruchten Ausnahmen 

"Bauen innerhalb einer genehmigten Leitungsbaulinie" sowie "Bauen im Wald" und die 

beantragte Reklame am Waldrand. Da der Publikationstext entgegen Art. 26 Abs. 3 Bst. e 

BewD nicht sämtliche beanspruchten Ausnahmen enthält, ist dieser mangelhaft. Gemäss 

der bewilligten Visualisierung vom 30. November 2016 sollen die Werbebanner von 

wechselnden Sponsoren eine Höhe von einem Meter und zusammen eine Länge von rund 

65 m haben. Es ist nicht vorgesehen, dass diese Reklamen nur zeitlich eingeschränkt 

aufgestellt werden dürfen. Sie haben daher klar nicht eine gleiche oder geringere 

Bedeutung als die in Art. 6a Abs. 1 BewD genannten bewilligungsfreien Reklamen (Art. 6a 

Abs. 2 BewD). Sie sind deshalb nicht bewilligungsfrei und angesichts ihrer Dimension 

müssen sie als wesentliches Element des Baugesuchs gelten und somit in der Publikation 

erwähnt werden. Aufgrund ihres Standorts und der Grösse der Werbebanner ist nicht 

ausgeschlossen, dass weitere Personen Einsprache erhoben hätten, wenn die Reklame 

von der Publikation mitumfasst worden wäre. Eine erneute korrekte Publikation erscheint 

aufgrund der mangelhaften Bekanntmachung (Ausnahmen und Reklame) als geboten.

4. Mangelhaftes Baugesuch

a) Die Beschwerdeführenden rügen, dass sich die Gesuchsunterlagen teilweise 

widersprechen respektive den Anforderungen des BewD nicht genügen. Die 

Beschwerdegegner reichten für die Parkplätze einen separaten Plan ein16, auf welchen der 

genehmigte Situationsplan (unterzeichnet am 10. Juli 2016 mit den Nachträgen vom 

14 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, 
Art. 35-35c N. 8 f.
15 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, 
Art. 35-35c N. 11
16 Pag. 127 der Vorakten der Gemeinde 

RA Nr. 110/2017/53 9

30. November 2016 und 6. Dezember 2016) verweist. Entgegen Art. 14 Abs. 4 BewD geht 

aus diesen Plänen nicht hervor, welche Parkplätze bereits (rechtmässig) bestehen und wo 

die Erweiterung von Parkplätzen beantragt wird. Der angefochtene Gesamtbauentscheid 

erteilt der Erweiterung der Parkplätze den Bauabschlag und genehmigt den separaten Plan 

für Parkplätze nicht. Daher verweist der genehmigte Situationsplan auf einen nicht 

genehmigten Plan für Parkplätze. Somit ist nicht ersichtlich, welche Parkplätze 

vorbestehend und bereits früher bewilligt worden sind. 

b) Unklarheiten verursachen vorliegend zudem die vielen Plananpassungen/Versionen 

des am 7. Januar 2016 vom Geometer erstellten Situationsplans und die verschiedenen 

Detailpläne. Insbesondere liegt kein Plan vor, in welchem sämtliche beantragten 

Änderungen ersichtlich sind. So fehlt auf dem am 10. Juli 2016 unterzeichneten 

Situationsplan mit den Nachträgen vom 30. November 2016 und 6. Dezember 2016 der 

Standort der Reklamen. Für die mobile Toilette gilt gemäss handschriftlichem Vermerk eine 

alte Version desselben Situationsplans mit dem Vermerk "Anpassung 5.4.16", auf welchem 

bei den Zielscheiben noch Querschlägersicherungen eingezeichnet sind. Der aktuelle 

Detailplan für die Schiesszone enthält solche nicht mehr. Trotzdem nimmt der 

angefochtene Gesamtbauentscheid auf die Querschlägersicherungen "gemäss 

Situationsplan vom 7. Januar 2016" Bezug. Er führt diese zusammen mit der Holzwand ins 

Feld um dem Vorwurf zu begegnen, es sei unklar, welche Schutzelemente wo und in 

welchen Dimensionen gebaut würden. Der Situationsplan vom 7. Januar 2016 wurde als 

solcher jedoch gar nicht genehmigt und in Bezug auf die Querschlägersicherungen besteht 

ein Widerspruch zwischen dem genehmigten Detailplan für die Schiesszone und der 

Begründung des Gesamtbauentscheids. 

Die Pläne sind deshalb zu verbessern. Es braucht einen einzigen aktualisierten 

Situationsplan, auf dem auch die mobile Toilette und die Reklamen eingezeichnet sind. 

Zudem sind einer oder mehrere widerspruchsfreie Pläne notwendig, auf welcher die 

Parkplatzsituation (rechtmässig vorbestehend/Erweiterung) und die Schiesszone mit den 

Schutzelementen klar erkennbar sind. 

5. Waldabstand Reklame

RA Nr. 110/2017/53 10

a) Die geplante Reklame mit einer Länge von rund 65 m und einer Höhe von einem 

Meter soll am vorhandenen Zaun am Waldrand angebracht werden. 

b) Bauten und Anlagen in Waldnähe sind nur zulässig, wenn sie die Erhaltung, Pflege 

und Nutzung des Waldes nicht beeinträchtigen. Die Kantone schreiben einen 

angemessenen Mindestabstand der Bauten und Anlagen vom Waldrand vor. Sie 

berücksichtigen dabei die Lage und die zu erwartende Höhe des Bestandes (Art. 17 

WaG17). Gemäss Art. 25 Abs. 1 KWaG18 haben die in der Verordnung (Art. 34 Abs. 1 

KWaV19) bezeichneten Bauten und Anlagen einen Abstand zum Wald von mindestens 30 

Metern einzuhalten. Das KAWA kann beim Vorliegen besonderer Verhältnisse Ausnahmen 

bewilligen (Art. 26 Abs. 1 KWaG und Art. 34 Abs. 2 KWaV).

c) Es ist nicht vorgesehen, dass die Werbebanner nur zeitliche eingeschränkt 

aufgestellt werden dürfen. Angesichts deren Dimensionen benötigt die vorliegend 

umstrittene Reklame eine Ausnahme, da sie den Waldabstand nicht einhält. Im 

Amtsbericht des Amtes für Wald vom 26. Januar 2017 wird die Reklame nicht erwähnt. 

Weder erscheint sie unter der Rubrik "Bauvorhaben", noch im eigentlichen Text. Zudem 

wird auch die Visualisierung der Reklame, welche als Plan dient und den 

Genehmigungsstempel der Baubewilligungsbehörde trägt, nicht unter den massgebenden 

Plänen aufgeführt. Damit hat das Amt für Wald die notwendige Ausnahme bisher nicht 

beurteilt. Eine entsprechende Ergänzung des Amtsberichts ist daher einzuholen. 

6. Sicherheitsvorkehrungen

a) Die technische Kommission des Swiss Archery Verbandes beruft sich in ihrem Bericht 

vom 10. November 2015 auf ein Dokument des Deutschen Feldbogen Sportverbandes und 

des Deutschen Schützenbundes aus dem Jahr 2009, welches sich mit Sicherheitskriterien 

von Bogenplätzen befasst.20 Dabei handelt es sich vermutlich um die 

sicherheitstechnischen und baulichen Regeln für Bogenplätze des Deutschen Feldbogen 

Sportverbandes und des Deutschen Schützenbundes vom 21. März 2009. Diese Regeln 

17 Bundesgesetz vom 4. Oktober 1991 über den Wald (Waldgesetz, WaG; SR 921.0) 
18 Kantonales Waldgesetz vom 5. Mai 1997 (KWaG; BSG 921.11) 
19 Kantonale Waldverordnung vom 29. Oktober 1997 (KWaV; BSG 921.111) 
20 Pag. 110 der Vorakten des Regierungstatthalteramtes

RA Nr. 110/2017/53 11

der deutschen Verbände scheinen beim genehmigten Bogenschiessplatz nicht eingehalten 

zu sein: Bei den Bahnen betragen die seitlichen Abstände und die der Scheiben 

voneinander nicht mindestens 2 m, wie dies in den zitierten Regeln für Wettkampfbahnen 

vorgesehen ist. Zudem stellt sich die Frage, ob auf der Seite, welche an den Wald grenzt 

und einzig allenfalls Warnschilder im Wald aufgestellt werden21, eine "gegen ein 

unbefugtes Betreten gesicherte Sperrzone" besteht. Ebenfalls unklar ist, ob das Netz als 

Verlängerung der Holzwand tatsächlich eine geeignete Auffangeinrichtung darstellt. Denn 

auch gemäss dem Bericht der technischen Kommission des Swiss Archery Verbandes 

genügt ein Pfeilfangnetz nicht, da dieses bei starken Bögen durchschossen werden kann. 

Weiter stellt sich die Frage, ob gegenüber dem Privatweg und den Liegenschaften die 

seitliche Sperrzone mit einem Sicherheitsnetz nach der ersten Scheibe genügt. Im 

Detailplan nicht mehr vorgesehen sind Querschlägersicherungen bei den einzelnen 

Scheiben (wie noch auf dem früheren Plan vom 7. Januar 201622 bzw. dem "nur für 

Standort WC" genehmigten Situationsplan vom 7. Januar 2016 mit Anpassung vom 5. April 

2016).

b) Angesichts dieser Unklarheiten ist unter Einbezug des kantonalen 

Schiessplatzexperten zu klären, ob die Sicherheit für den vorliegenden Schiessplatz 

gewährleistet ist. 

7. Ästhetik / Ortsbild- und Landschaftsschutz

a) Die Beschwerdeführenden bestreiten die gute Gesamtwirkung im Sinne von Art. 5 

und 6 GBR. Zudem werde die gängige Praxis der Stadt Thun verletzt, Holz- und 

Betonwände (z.B. für Sicht und Lärmschutz) mit einer Auflage zur Begrünung zu versehen, 

respektive diese zu minimieren/unterbrechen, damit ein ansprechendes Strassenbild 

gewährleistet bleibe. Sie bringen überdies vor, ihnen seien keine anderen 

Reklamestandorte in diesen Dimensionen direkt am Waldrand bekannt.23

21 Vgl. Bericht des kantonalen Schiessplatzexperten vom 9. Februar 2017, pag. 179 der Vorakten des 
Regierungsstatthalteramtes
22 Pag. 188 der Vorakten der Gemeinde, vgl. auch den Bericht der technischen Kommission des Swiss Archery 
Verbandes vom 10. November 2015, pag. 112 der Vorakten des Regierungsstatthalteramtes
23 Beschwerde S. 4 unter "Baupublikation"

RA Nr. 110/2017/53 12

b) Art. 5 und 6 GBR verlangen, dass Bauten und Anlagen sowie öffentliche und private 

Aussenräume so zu gestalten sind, dass eine gute Gesamtwirkung entsteht. Dies betrifft 

insbesondere auch die Gestaltung, Materialisierung und Farbgebung von Reklamen (Art. 5 

Abs. 1 GBR). Besondere Vorschriften bestehen zudem für  Plakate, wobei diese – soweit 

ersichtlich – nicht definiert werden. Sie sind so anzuordnen, dass sie das Strassen-, Orts- 

und Landschaftsbild, schützenswerte und erhaltenswerte Objekte, die Wohn- und 

Aufenthaltsqualität sowie die Verkehrssicherheit nicht beeinträchtigen. Sie sind auf wichtige 

Verkehrsachsen zu beschränken und in Plakatgruppen aufzustellen. Es ist ein einheitliches 

Trägermaterial zu verwenden (Art. 6 Abs. 6 GBR).   

Diese Bestimmungen gehen weiter als Art. 9 Abs. 1 BauG; ihnen kommt daher 

selbständige Bedeutung zu. Der Begriff „gute Gesamtwirkung“ stellt einen unbestimmten 

kommunalen Gesetzesbegriff dar, bei dessen Auslegung die kommunalen Behörden einen 

gewissen Beurteilungsspielraum haben. Jedoch dürfen auch an das Erfordernis der guten 

Gesamtwirkung nicht unverhältnismässig hohe Ansprüche gestellt werden. Die gute 

Gesamtwirkung ist weder an geringen noch an besonders hohen architektonischen 

Qualitäten zu messen. Das bedeutet bei durchschnittlichen örtlichen Gegebenheiten, dass 

das Mittelmass der Umgebung nicht gestört werden darf und sich eine neue Baute oder 

Anlage an den qualitativ hochwertigeren Bauten und Anlagen der Umgebung zu orientieren 

hat.24

c) Gemäss Begleitschreiben zum Baugesuch vom 30. Januar 2016 soll die neue 

Holzwand aus "schalungsbretterähnlichem Material" hergestellt werden. Auf dem 

Detailplan Holzwand + Sicherheitsnetz, Grundriss und Ansichten vom 6. Dezember 2016 

ist die Holzwand zudem farblich dargestellt, und zwar in einem orange-braunen Farbton. 

Bei der Holzwand handelt es sich um eine Zweckbaute, deren Erscheinungsbild durch die 

Funktion weitgehend vorgegeben ist. Die Gestaltungsmöglichkeiten sind daher 

entsprechend gering.25 Bereits in ihren Schlussbemerkungen forderten die 

Beschwerdeführenden "laut gängiger Praxis bei Sichtschutzwänden", diese auf ein 

Minimum zu reduzieren oder mit verschiedenen Materialien zu gestalten. In ihrer 

Beschwerde präzisieren sie, Holz- und Betonwände (z.B. für Sicht und Lärmschutz) seien 

mit einer Auflage zur Begrünung zu versehen, respektive diese zu 

24 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, 
Art. 9/10 N. 4a; BVR 2009 S. 329 E. 5.3, BVR 2006 S. 491 E. 6.3.1
25 Vgl. dazu VGE Nr. 2009.314 vom 22.11.2010 E. 8.6.3

RA Nr. 110/2017/53 13

minimieren/unterbrechen, damit ein ansprechendes Strassenbild gewährleistet bleibe. Die 

Vorinstanz wird daher im nachfolgenden Verfahren zu prüfen haben, ob mit einer 

Begrünung eine verbesserte Integration der Holzwand möglich ist. Eine 

Unterbrechung/Minimierung entfällt hingegen aus sicherheitstechnischen Gründen.

d) Bezüglich Reklame setzt sich der angefochtene Gesamtbauentscheid nicht eigens 

mit der Einordnung ins Orts- und Landschaftsbild auseinander. Sondern der 

Gesamtbauentscheid verweist auf den Mitbericht der Gemeinde, welcher die Reklame 

wegen ihrer Lage am Siedlungsrand ästhetisch für vertretbar hält. Damit setzt sich der 

vorinstanzliche Entscheid nicht damit auseinander, dass sich die Reklame direkt am 

Waldrand befindet. Aufgrund der Dimensionen der Reklame sowie der Lage am Waldrand 

bestehen vorliegend Zweifel, ob die Reklame die Anforderungen an die gute 

Gesamtwirkung erfüllt. Nach der erneuten Publikation des Baugesuchs und dem allfälligen 

Eingang von Einsprachen muss daher die Vereinbarkeit mit dem Orts- und Landschaftsbild 

geprüft werden, allenfalls unter Beizug des Fachausschusses Bau- und 

Aussenraumgestaltung und unter Berücksichtigung des allenfalls anwendbaren Art. 6 Abs. 

6 GBR.

8. Befristung 

a) Die Vorinstanz erteilte gestützt auf Art. 25 GBR eine bis am 31. Mai 2018 befristete 

Bewilligung, welche auf Gesuch hin um zwei Jahre verlängert werden kann. Sie ordnete als 

Auflage an, dass die Anlage nach Ablauf der Bewilligung vollständig zurückgebaut werden 

muss.

b) Die Gemeinde verweist in ihrem Amtsbericht vom 14. Februar 2016 auf diese 

Befristung und verlangt die Eintragung eines entsprechenden "Revers" im Grundbuch. Im 

nachfolgenden Verfahren muss daher sichergestellt werden, dass die Befristung der 

Bewilligung im Grundbuch angemerkt wird (Art. 29 Abs. 3 BauG).26 

9. Rückweisung

26 Vgl. dazu Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 
2013, Art. 29 N. 8

RA Nr. 110/2017/53 14

a) Nach Art. 72 Abs. 1 VRPG entscheidet die Beschwerdeinstanz in der Sache oder 

weist die Akten ausnahmsweise mit verbindlichen Anordnungen an die Vorinstanz zurück. 

Erweist sich die Beschwerde als begründet, soll die Beschwerdeinstanz das streitige 

Rechtsverhältnis wenn möglich nach ihrer eigenen Erkenntnis abweichend von der 

angefochtenen Verfügung neu regeln. Das Gesetz verbietet ihr jedoch nicht, kassatorisch 

zu entscheiden. Die Beschwerdeinstanz soll von der Möglichkeit der Rückweisung nur 

ausnahmsweise Gebrauch machen. Es müssen besondere Gründe dafür sprechen, die die 

prozessökonomischen Gesichtspunkte in den Hintergrund treten lassen. Mangelnde 

Entscheidreife der Angelegenheit kann einen solchen Grund darstellen, sofern die 

Beschwerdebehörde selber allzu umfangreiche Beweismassnahmen durchführen müsste.27

b) Die Baugesuchsunterlagen müssen verbessert und die Publikation nachgeholt 

werden. Zudem sind weitere Sicherheitsaspekte zu prüfen und eine Ergänzung des 

Amtsberichts des Amtes für Wald (Ausnahmebewilligung Reklame) einzuholen. Überdies 

bestehen offene Fragen in Bezug auf die Ästhetik. Es erscheint daher sachgerecht, die 

Angelegenheit an die Vorinstanz zur Fortsetzung des Baubewilligungsverfahrens 

zurückzuweisen (Art. 72 Abs. 1 VRPG). 

c) Die Vorinstanz wird die Gesuchsunterlagen verbessern lassen und das Baugesuch 

unter Erwähnung sämtlicher Ausnahmen und der Reklame publizieren lassen. Danach wird 

sie die offenen Fragen zur Sicherheit und der Ästhetik abklären und den Amtsbericht beim 

Amt für Wald einholen müssen, bevor sie nach der Gewährung des rechtlichen Gehörs 

einen neuen Gesamtbauentscheid erlassen kann. Dabei wird sie sicherzustellen haben, 

dass die Befristung der Bewilligung im Grundbuch angemerkt wird.

10. Kosten

a) Die Verfahrenskosten für das Beschwerdeverfahren bestehen aus einer 

Pauschalgebühr (Art. 103 Abs. 1 VRPG). Für Entscheide in einer Verwaltungsjustizsache 

wird eine Pauschalgebühr von Fr. 200.-- bis Fr. 4'000.-- erhoben (Art. 19 Abs. 1 i.V.m. 

27 Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 72 N. 2 f.

RA Nr. 110/2017/53 15

Art. 4 Abs. 2 GebV28). In Anwendung dieser Bestimmungen wird die Pauschale auf 

Fr. 1'000.-- festgelegt.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens dringt die Beschwerdeführerin mit ihrem Rechtsmittel 

nur teilweise durch. Nach neuer Praxis des Verwaltungsgerichts ist indes im Kostenpunkt 

von einem vollumfänglichen Obsiegen auszugehen, sofern bei Vorliegen eines 

reformatorischen (Haupt-)Antrags ein Rückweisungsentscheid ergeht und die infolge 

Rückweisung vorzunehmende Neubeurteilung – wie hier – noch zu einer vollständigen 

Gutheissung des Begehrens führen kann.29 Da die Beschwerdeführerin die Aufhebung des 

Gesamtbauentscheids und die Erteilung des Bauabschlags beantragt hat, gilt sie als 

obsiegend. Die Beschwerdegegner gelten dementsprechend als unterliegend und haben 

die Verfahrenskosten zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Sie haften solidarisch für den 

gesamten Betrag.

b) Die Parteikosten umfassen den durch die berufsmässige Parteivertretung 

anfallenden Aufwand (Art. 104 Abs. 1 VRPG). Die Parteien haben sich nicht durch Anwälte 

vertreten lassen. Daher sind keine Parteikosten im Sinne des Gesetzes entstanden und es 

sind keine Parteikosten zu sprechen.

III. Entscheid

1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen, soweit darauf eingetreten werden kann. 

Der Gesamtbauentscheid des Regierungsstatthalteramtes Thun vom 20. April 2017 

wird aufgehoben. Die Sache wird zur Fortsetzung des Verfahrens im Sinne der 

Erwägungen an das Regierungsstatthalteramt Thun zurückgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 1'000.-- werden den Beschwerdegegnern zur 

Bezahlung auferlegt. Die Beschwerdegegner haften solidarisch für den gesamten 

28 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; 
BSG 154.21)
29 BVR 2016 S. 222 E. 4.1

RA Nr. 110/2017/53 16

Betrag. Eine separate Zahlungseinladung folgt, sobald dieser Entscheid in 

Rechtskraft erwachsen ist.

3. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

IV. Eröffnung
- Frau A.________ und Herrn B.________, eingeschrieben 

- Frau C.________ und Herrn D.________, eingeschrieben

- F.________ und G.________, p. A. Herrn H.________, eingeschrieben (zweifach)

- Regierungsstatthalter von Thun, eingeschrieben

- Baubewilligungsbehörde der Stadt Thun, Bauinspektorat, eingeschrieben

BAU-, VERKEHRS- UND 

ENERGIEDIREKTION

Die Direktorin

Barbara Egger-Jenzer

Regierungsrätin