# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a45d5817-1c95-5849-9bc7-77002246fdc9
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-04-07
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 07.04.2022 720 21 281 (720 21 280)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-21-281_2022-04-07.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 7. April 2022 (720 21 280 / 74; 720 21 281 / 75) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

Verwaltungsgutachten beweiskräftig; Anspruch auf eine Invalidenrente verneint 

 
 
 
Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichterin Elisabeth Berger 

Götz, Kantonsrichter Daniel Noll, Gerichtsschreiber Pascal Acrémann 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Chris Bräutigam, Rechts-
anwalt, Advokatur zum Schloss, Schlossgasse 1, 4102 Binningen 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, 
Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente 
 
 
 
A. Der 1978 geborene A.____ arbeitete zuletzt bis April 2014 bei der Firma B.____ in 
X.____ als Landschaftsgärtner (Pensum 90 %). Am 4. März 2014 meldete er sich unter Hinweis 
auf unfallbedingte Rückenbeschwerden bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) 
zum Leistungsbezug an. Nachdem die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) die Verhältnisse 
abgeklärt hatte, sprach sie ihm vom 1. Januar 2015 bis 31. Mai 2015 eine ganze Invalidenrente 
zu (Verfügung vom 19. Oktober 2018). Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Rechtsanwalt 
Chris Bräutigam, am 19. November 2018 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozial-

 

 
 
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versicherungsrecht (Kantonsgericht; Verfahren 720 18 376). Nachdem die IV-Stelle die ange-
fochtene Verfügung lite pendente zwecks Durchführung weiterer medizinischer Abklärungen 
aufgehoben hatte, schrieb die instruierende Präsidentin des Kantonsgerichts das Beschwerde-
verfahren infolge Gegenstandslosigkeit ab (Beschluss vom 16. Januar 2019). Am 16. Juli 2019 
beauftragte die IV-Stelle Dr. med. C.____, FMH Rheumatologie und Allgemeine Innere Medizin, 
mit einem Gutachten, welches am 31. Oktober 2019 erstattet wurde. Im Rahmen des Vorbe-
scheidverfahrens holte sie sodann bei den behandelnden Ärzten des Spitals D.____ und des 
Spitals E.____ Erkundigungen ein. Nach Rücksprache mit dem Regionalen Ärztlichen Dienst 
(RAD) sprach sie A.____ vom 1. Januar 2015 bis 31. Mai 2015 und vom 1. Oktober 2015 bis 
30. April 2016 eine ganze Invalidenrente zu (Verfügung vom 12. August 2021). Gleichentags 
verfügte sie zu dieser Rente eine entsprechende Kinderrente. 
 
B. Hiergegen erhob A.____, weiterhin vertreten durch Rechtsanwalt Bräutigam, am 
13. September 2021 zwei separate Beschwerden beim Kantonsgericht (Verfahren 720 21 280 
und 720 21 281). Er beantragte, in Gutheissung der Beschwerden seien die Verfügungen vom 
12. August 2021 aufzuheben und es sei festzustellen, dass er mit Wirkung ab 1. Mai 2015 An-
spruch auf eine unbefristete ganze Rente inkl. Kinderrente habe. Eventualiter sei zur Beurtei-
lung seiner Arbeitsfähigkeit ein Gerichtsgutachten einzuholen, subeventualiter sei die Sache zur 
Vornahme ergänzender Abklärungen an die IV-Stelle zurückzuweisen; unter o/e-Kostenfolge. In 
verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte er die Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege 
mit Rechtsanwalt Bräutigam als Rechtsvertreter. Zur Begründung führte er im Wesentlichen 
aus, dass der Entscheid über seinen Leistungsanspruch auf unzureichenden medizinischen 
Unterlagen beruhe und die Bemessung der Invalidität nicht zutreffend erfolgt sei. 
 
C. Mit Verfügung vom 17. September 2021 wurden die Verfahren 720 21 280 und 
720 21 281 vereinigt.  
 
D. Am 28. Oktober 2021 bewilligte die instruierende Präsidentin des Kantonsgerichts, Ab-
teilung Sozialversicherungsrecht, dem Beschwerdeführer für das vorliegende Verfahren die 
unentgeltliche Prozessführung und die unentgeltliche Verbeiständung mit Rechtsanwalt Bräuti-
gam als Rechtsvertreter. 
 
E. In ihrer Vernehmlassung vom 4. November 2021 schloss die IV-Stelle auf Abweisung 
der Beschwerde. Gleichzeitig legte sie ihren Ausführungen eine Beurteilung des RAD-Arztes 
Dr. med. F.____, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsap-
parats, vom 1. Oktober 2021 bei. 
 
F. Am 16. November 2021 zog das Kantonsgericht bei der Schweizerischen Unfallversi-
cherungsanstalt (Suva) die Akten des Versicherten bei. 
 
G. Mit Instruktionsverfügung vom 25. November 2021 wurde die Angelegenheit der Dreier-
kammer zur Beurteilung überwiesen. 
 
 

 

 
 
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Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g : 
 
1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) 
vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versiche-
rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekt des vorliegenden 
Verfahrens bilden zwei Verfügungen der IV-Stelle Basel-Landschaft, so dass die örtliche Zu-
ständigkeit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des 
Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 
1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des 
Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich 
zur Behandlung der vorliegenden Beschwerden zuständig. Auf die frist- und formgerecht erho-
benen Beschwerden vom 13. September 2021 ist demnach einzutreten. 
 
2. Am 1. Januar 2022 trat die vom Gesetzgeber am 19. Juni 2020 beschlossene Ände-
rung des IVG ("Weiterentwicklung der IV", WEIV) in Kraft. Die vorliegend angefochtenen Verfü-
gungen ergingen vor dem 1. Januar 2022. Nach den allgemeinen Grundsätzen des intertempo-
ralen Rechts und des zeitlich massgebenden Sachverhalts (statt vieler: BGE 144 V 210 
E. 4.3.1; 129 V 354 E. 1 mit Hinweisen) sind daher die Bestimmungen des IVG und diejenigen 
der IVV sowie des ATSG in der bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Fassung anwendbar 
(vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 23. Februar 2022, 8C_455/2021 E. 2). Sie werden im Fol-
genden jeweils in dieser Version wiedergegeben, zitiert und angewendet. 
 
3. Streitig ist der Rentenanspruch des Beschwerdeführers. Massgebend ist der Sachver-
halt, wie er sich bis zum Erlass der angefochtenen Verfügungen vom 12. August 2021 entwi-
ckelt hat. Dieser Zeitpunkt bildet rechtsprechungsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen 
Überprüfungsbefugnis (vgl. BGE 129 V 1 E. 1.2). 
 
4.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs-
fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein-
gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während 
eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig 
gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 
 
4.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-
rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung 
der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfä-
higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei 
langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich 
berücksichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder 
längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge 
von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit 
ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur-
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise 

 

 
 
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Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt 
zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit 
sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung 
zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objekti-
ver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 
 
4.3 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist Art. 16 ATSG 
anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrads das 
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh-
rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom-
men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht 
invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Dies ist die allgemeine Methode des Einkom-
mensvergleichs (vgl. BGE 141 V 15 E. 3.2) mit den Untervarianten des Schätzungs- oder Pro-
zentvergleichs (vgl. BGE 114 V 313 E. 3a) und der ausserordentlichen Methode 
(vgl. BGE 128 V 29). 
 
4.4 Gemäss Art. 35 Abs. 1 IVG i. V. m. Art. 22ter Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Al-
ters- und Hinterlassenenversicherung (AHVG) vom 20. Dezember 1946 haben Männer und 
Frauen, denen eine Invalidenrente zusteht, für jedes Kind, das im Falle ihres Todes eine Wai-
senrente der Alters- und Hinterlassenenversicherung beanspruchen könnte, Anspruch auf eine 
Kinderrente. 
 
5.1 Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrads bildet die Frage, in welchem Aus-
mass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen arbeitsunfähig 
ist. 
 
5.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustands und insbesondere auch bei der Beurtei-
lung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person ist die Verwaltung – und im Beschwerdefall 
das Gericht – auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fach-
leute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesund-
heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 
welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen 
Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der 
Person noch zugemutet werden können (vgl. BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 
 
5.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs-
prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an-
deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 
pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit-
tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs ge-
statten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den 
Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu-

 

 
 
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geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich 
des Beweiswerts eines Arztberichts ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Be-
lange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden 
berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung 
der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein-
leuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind 
(vgl. BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c). 
 
5.4 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdi-
gung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten 
Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführlichen Zusammenstellungen 
dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit wei-
teren Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten 
externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Unter-
suchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befun-
de zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuer-
kennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen 
(vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). In Bezug auf Berichte von behandeln-
den Ärzten darf und soll das Gericht der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass diese mit-
unter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Guns-
ten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/cc). Die unterschied-
liche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und von 
Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits 
(vgl. BGE 124 I 170 E. 4; Urteil des damaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; 
heute: Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilungen] vom 13. Juni 2001, I 506/00, E. 2b) lässt 
nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass 
weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anderslautenden Einschät-
zungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung auf-
drängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige – und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretati-
on entspringende – Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder un-
gewürdigt geblieben sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1, 
mit Hinweisen). 
 
6. Das Administrativverfahren und der kantonale Sozialversicherungsprozess sind vom 
Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1 ATSG und Art. 61 lit. c ATSG). Danach 
haben die Verwaltung und das Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen für die richtige und 
vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungs-
pflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen 
Tatsachen hinreichende Klarheit besteht (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 6. Februar 2008, 
8C_163/2007, E. 3.2). Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. Gestützt 
auf den Untersuchungsgrundsatz ist der Sachverhalt soweit zu ermitteln, dass über den Leis-
tungsanspruch zumindest mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ent-
schieden werden kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 7. März 2019, 9C_57/2019, E. 3.2). 
 

 

 
 
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7.1 Zur Beurteilung des vorliegenden Falls liegen zahlreiche medizinische Unterlagen vor, 
die vom Gericht gesamthaft gewürdigt wurden. Im Folgenden sollen indessen lediglich diejeni-
gen Gutachten und Berichte wiedergegeben werden, welche für den vorliegenden Entscheid 
zentral sind. 
 
7.2 Die IV-Stelle beauftragte Dr. C.____ mit einem rheumatologischen Gutachten. Am 
31. Oktober 2019 diagnostizierte er mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches Lum-
bovertebralsyndrom mit spondylogener Ausstrahlung links. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfä-
higkeit bestünden eine Meralgia paraesthetica nocturna links, ein Status nach Handfraktur links, 
nach Kieferfaktur und nach arthoskopischer Knieoperation links. Der Versicherte habe am 
28. Januar 2014 bei einer Drehbewegung eine akute Lumbago erlitten. In der Folge seien di-
verse Infiltrationen und am 17. September 2014 eine dorsale Spondylodese L5/S1 erfolgt. 
Postoperativ habe sich eine lokale Schädigung des sensiblen Nervus cutaneus femoris leteralis 
links gezeigt. Nach initial gutem Verlauf der lumbalen Schmerzen sei es zu einem Rückfall ge-
kommen, weshalb am 13. Oktober 2015 erneut eine Spondylodese L5/S1 durchgeführt worden 
sei. In der Folge habe sich vorübergehend eine Besserung eingestellt. Am 31. August 2018 sei 
eine Osteosynthesematerial-Entfernung links mit posterolateraler Fusion L5/S1 beidseits durch-
geführt worden. Diese sowie die nachfolgenden Infiltrationen hätten jedoch keine relevante 
Besserung gebracht. Aktuell schildere der Versicherte eine erhebliche chronisch-lumbale 
Schmerzsymptomatik und Schmerzen in etwa im Ausbreitungsgebiet des Nervus cutaneus 
femoris lateralis links. Im Unterschenkel seien die Schmerzen nur zeitweise vorhanden. Die 
klinische Untersuchung zeige keine radikuläre Problematik. Klinisch bestünde der Verdacht auf 
eine Instabilität. Diese lasse sich aber bildgebend nicht darstellen. Radiologisch sei keine An-
schlussdegeneration ersichtlich. Es sei nicht möglich, eine klare organische Ursache der 
Schmerzsymptomatik zu bezeichnen, was aber nicht bedeute, dass kein Substrat bestünde, da 
operationsbedingte Läsionen von kleinen Nerven durchaus chronische Schmerzen auslösen 
könnten. Die Alltagsaktivitäten des Versicherten würden Tätigkeiten auf einem körperlich leich-
ten Niveau entsprechen, wie dies auch bei einer entsprechenden Berufstätigkeit möglich wäre. 
So besorge er seinen Haushalt, reinige (in Etappen) seine Wohnung, kaufe leichte Sachen 
selbst ein, koche, spaziere, fahre Auto und pflege soziale Kontakte. Er gebe an, die meiste Zeit 
des Tages im Bett zu liegen, da er so am wenigsten Schmerzen habe. Klinisch würden sich 
jedoch keine Schonungszeichen der Muskulatur zeigen, weshalb von einem regelmässigen 
Einsatz der Muskulatur ohne relevante Behinderung auszugehen sei. In Bezug auf eine körper-
lich leichte Tätigkeit würden normale Ressourcen bestehen. Die bisherige Arbeit als Land-
schaftsgärtner sei dem Versicherten nicht mehr zumutbar. Vermieden werden sollten zudem 
dauerndes Sitzen oder Stehen, Arbeiten in Zwangshaltungen, repetitives Vornüberbeugen oder 
Bücken sowie dauernde Überkopf-Arbeiten. Zudem sollten keine Gewichte über 7,5 kg geho-
ben, gestossen oder gezogen werden. In einer körperlich leichten Tätigkeit bestünde wegen der 
chronischen Schmerzsymptomatik ein erhöhter Pausenbedarf, weshalb die Arbeitsfähigkeit mit 
80 % zu veranschlagen sei. Im zeitlichen Verlauf sei der Versicherte während der Hospitalisati-
on im Spital G.____ vom 28. Januar 2014 bis 1. Februar 2014 vollständig und hernach bis 
16. September 2014 zu 50 % arbeitsunfähig gewesen. Zudem habe nach der ersten Operation 
vom 17. September 2014 bis 27. Februar 2015 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bestanden. 
Vom 28. Februar 2015 bis 12. Oktober 2015 sei von einer 80%igen Arbeitsfähigkeit auszuge-

 

 
 
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hen. Nach der zweiten Operation am 13. Oktober 2015 sei der Versicherte bis 31. Januar 2016 
wiederum zu 100 % und danach bis 29. August 2018 zu 20 % arbeitsunfähig gewesen. Eine 
vollständige Arbeitsunfähigkeit habe sodann vom 30. August 2018 bis 30. November 2018 be-
standen (3. Operation). Danach betrage die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit dauerhaft 20 %. 
 
7.3 Der Versicherte unterzog sich im Spital D.____ einer Schmerzsprechstunde. Im Bericht 
vom 20. März 2020 diagnostizierte Prof. Dr. med. H.____, FMH Anästhesiologie, eine chroni-
sche Lumboischialgie links. Der Versicherte gebe an, dass die Schmerzen bereits durch gerin-
ge Aktivitäten massiv zunehmen würden. Seine Tagesstruktur sei weitgehend verloren gegan-
gen und er zeige einen sozialen Rückzug. Es liege eine ausgeprägte Kinesiophobie und wahr-
scheinlich ein damit verbundenes katastrophierendes Denken vor. Zudem zeige er eine Abhän-
gigkeit von seiner Opioidtherapie. Aufgrund der komplexen Vorgeschichte und den vielen ge-
scheiterten Therapieversuchen sei eine stationäre Rehabilitation zu befürworten. Für die Beur-
teilung der Arbeitsfähigkeit sei der behandelnde Hausarzt oder ein Versicherungsmediziner zu-
ständig. Die Behandlung sei vorläufig abgeschlossen. 
 
7.4 Am 24. August 2020 fand im Spital E.____ eine interdisziplinäre Schmerzsprechstunde 
(Schmerztherapie, Allgemeine Innere Medizin, Psychosomatik) statt. Im Bericht vom 
3. September 2020 diagnostizierten die behandelnden Ärzte ein chronisches therapierefrektä-
res lumbospondylogenes Schmerzsyndrom L5/S1 links und schmerztherapeutische Interventio-
nen (anamnestisch alle ohne Effekt). Es bestünde eine chronisch lokalisierte muskostkelettäre 
Schmerzerkrankung im Bereich der unteren Lendenwirbelsäule (LWS) mit belastungsabhängig 
verstärkten Schmerzen. Es zeige sich keine lokale Struktur, die schmerztherapeutisch ange-
gangen werden könnte. Eine Indikation für ein stationäres Opioid-Entzugsprogramm bestünde 
aktuell nicht. Im Vorfeld müsse sicherlich das Krankheitsmodell des Versicherten besprochen 
werden. In diesem Zusammenhang sollte auch das im Jahr 2016 durchgeführte SPECT-CT 
diskutiert werden. Hier zeige sich zwar ein erhöhter Knochenstoffwechsel im Bereich der L5/S1. 
Bei zweimalig diagnostischer und therapeutischer Infiltrationen der Facettengelenke ohne jegli-
che Verbesserung sei die klinische Relevanz allerdings fraglich. Aus psychosomatischer Sicht 
liesse sich nach so langer Zeit wohl kaum ein somatisch-organischer Grund für die Schmerzen 
finden. Bemerkenswert sei, dass der Versicherte durch den Schmerz enorm eingeschränkt sei 
und durch ihn wie gebannt zu vollständiger Schonung gezwungen werde. Es sei anzunehmen, 
dass ein sekundärer Krankheitsgewinn bestünde. Eine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit wurde 
nicht vorgenommen. 
 
7.5 Am 8. Oktober 2020 nahm der RAD-Arzt Dr. F.____ Stellung. Er hielt fest, dass die 
anhaltenden Schmerzen des Versicherten mit einem somatisch nicht begründbaren dysfunktio-
nalen Schonverhalten einhergehen würden, wie es auch von Dr. C.____ beschrieben worden 
sei. Auch die Experten des Spitals E.____ hätten festgestellt, dass sich die Schmerzen kaum 
einer definierten somatisch-organischen Ursache zuordnen lassen würden. Der Gutachter habe 
die vorhandenen bildgebenden Unterlagen berücksichtigt. Die Tatsache, dass er trotz fehlen-
dem organischem Korrelat einen mehr als betriebsüblichen Pausenbedarf von 20 % bejaht ha-
be, sei zu Gunsten des Versicherten. Auf das Gutachten von Dr. C.____ vom 31. Oktober 2019 
könne weiterhin abgestellt werden. 

 

 
 
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8.1 Die IV-Stelle stützte sich in der Verfügung vom 12. August 2021 bei der Beurteilung 
des Gesundheitszustands und der Arbeitsfähigkeit des Versicherten auf die Ergebnisse im Gut-
achten von Dr. C.____ vom 31. Oktober 2019. Sie ging demgemäss davon aus, dass der Versi-
cherte vom 28. Januar 2014 bis 1. Februar 2014 zu 100 %, vom 2. Februar 2014 bis 
16. September 2014 zu 50 %, vom 17. September 2014 bis 27. Februar 2015 zu 100 %, vom 
28. Februar 2015 bis 12. Oktober 2015 zu 20 %, vom 13. Oktober 2015 bis 31. Januar 2016 zu 
100 %, vom 1. Februar 2016 bis 29. August 2018 zu 20 %, vom 30. August 2018 bis 
30. November 2018 zu 100 % arbeitsunfähig war und seit dem 1. Dezember 2018 zu 80 % ar-
beitsfähig ist. Diese vorinstanzliche Beweiswürdigung ist im Ergebnis nicht zu beanstanden. 
Wie in Erwägung 5.3 hiervor ausgeführt, prüft das Gericht frei, ob die verfügbaren Unterlagen 
eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Hinsichtlich des Be-
weiswerts eines Arztberichts ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange 
umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, in Kenntnis der Vorakten abgegeben 
worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge einleuchtet und seine 
Schlussfolgerungen begründet sind. Vorliegend sind keine Gründe ersichtlich, die Anlass geben 
könnten, die Ergebnisse im Gutachten von Dr. C.____ vom 31. Oktober 2019 in Frage zu stel-
len oder gar davon abzuweichen. Vielmehr erfüllt es sowohl in formeller Hinsicht als auch inhalt-
lich die bundesgerichtlichen Anforderungen an eine beweiskräftige medizinische Entscheid-
grundlage. Der Gutachter hatte Kenntnis von sämtlichen bei den Akten liegenden medizini-
schen Unterlagen, er setzte sich in angemessener Weise mit den geäusserten Beschwerden 
auseinander und begründete die Schlussfolgerungen in nachvollziehbarer Weise. In inhaltlicher 
Hinsicht vermag sodann die Feststellung zu überzeugen, dass der Beschwerdeführer infolge 
der Hospitalisationen resp. im Nachgang zu den operativen Eingriffen vollständig resp. erheb-
lich arbeitsunfähig war und sich hernach eine Besserung des Gesundheitszustands einstellte, 
die eine angepasste Arbeit im Umfang von 80 % erlaubte. Insgesamt bestehen keine Anhalts-
punkte dafür, dass die klinische Untersuchung mit Anamneseerhebung, Symptomerfassung und 
Verhaltensbeobachtung als wichtigste Grundlage gutachtlicher Feststellungen und Schlussfol-
gerungen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 4. August 2016, 9C_410/2016, E. 2.2.1 mit Hin-
weis, in: SVR 2016 IV Nr. 53 S. 178) nicht lege artis erfolgt wäre. Die entsprechenden, vorste-
hend (vgl. E. 7.2) wiedergegebenen Darlegungen des Gutachters vermögen zu überzeugen, 
sodass darauf verwiesen werden kann. 
 
8.2 Wenn der Beschwerdeführer einwendet, er sei entgegen der Ansicht von Dr. C.____ 
seit dem 28. Januar 2014 bis heute durchgehend vollständig arbeitsunfähig, kann ihm nicht ge-
folgt werden. So legt er nicht substanziiert dar und es ist auch nicht ersichtlich, dass Dr. C.____ 
die medizinischen Vorakten unzutreffend gewürdigt oder Gesichtspunkte der behandelnden 
Ärzte nicht berücksichtigt hätte. Vielmehr steht seine Beurteilung mit den Angaben in den echt-
zeitlichen Berichten der behandelnden Ärzte Prof. Dr. I.____, FMH Neurochirurgie, und 
PD Dr. med. J.____, FMH Neurologie, insofern im Einklang, als diese jeweils einen unkompli-
zierten postoperativen Verlauf mit Schmerzrückgang beschrieben (vgl. Berichte vom 
26. September 2014, 27. Februar 2015, 23. Oktober 2015 und 15. März 2016). Soweit der Be-
schwerdeführer geltend macht, aufgrund der Beurteilungen der behandelnden Ärzte des Spitals 
K.____ und des Spitals D.____ aus den Jahren 2014 bis 2018 sei von einer durchgehenden 

 

 
 
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vollständigen Arbeitsunfähigkeit auszugehen, ist darauf hinzuweisen, dass es die unterschiedli-
che Natur von Behandlungsauftrag der therapeutisch tätigen Fachperson einerseits und Begut-
achtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits 
(vgl. BGE 124 I 170 E. 4) nicht zulässt, ein Administrativgutachten stets in Frage zu stellen und 
zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztpersonen bzw. The-
rapiekräfte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Weiter ist zu beachten, dass eine 
Exploration von der Natur der Sache her nicht ermessensfrei erfolgen kann. Sie eröffnet den 
Gutachtern praktisch immer einen Spielraum für verschiedene medizinische Interpretationen, 
was zulässig und zu respektieren ist, sofern der Gutachter – wie hier – lege artis vorgegangen 
ist. Der Beschwerdeführer legt nicht dar und es ist auch nicht ersichtlich, dass aus den Berich-
ten der behandelnden Ärzte des Spitals K.____ und des Spitals D.____ aus den Jahren 2014 
bis 2018 Gesichtspunkte hervorgingen, die von Dr. C.____ nicht berücksichtigt worden wären 
oder dessen Zumutbarkeitsbeurteilung als offensichtlich unzutreffend erscheinen liessen. Viel-
mehr differenzierte er zwischen den subjektiv empfundenen Beschwerden und den geltend ge-
machten Einschränkungen im Alltag einerseits und den objektiv feststellbaren Befunden ande-
rerseits. Er erkannte als Schmerzursache zwar kein eindeutiges organisches Substrat, erachte-
te aber operationsbedingte Läsionen von kleinen Nerven, welche die chronischen Schmerzen 
erklären, als möglichen Auslöser dafür. Der Schmerzsituation trug er sodann insofern Rech-
nung, als er wegen eines erhöhten Pausenbedarfs auch für angepasste Tätigkeiten eine leichte 
Leistungseinschränkung von 20 % attestierte. Insgesamt ergibt die gutachterliche Einschätzung 
auch hinsichtlich der beschriebenen Inkonsistenzen (keine Schonungszeichen der Muskulatur, 
obwohl der Versicherte angibt, die meiste Zeit des Tages im Bett zu liegen) ein schlüssiges Bild 
zum Gesundheitszustand und der daraus resultierenden Leistungsfähigkeit. Demnach sind die 
soziale Zurückgezogenheit und das eher tiefe Aktivitätsniveau nicht krankheitsbedingt und inva-
lidenversicherungsrechtlich deshalb nicht relevant. Daran vermag die abweichende eigene Ein-
schätzung des Beschwerdeführers nichts zu ändern. Bei dieser Sachlage besteht weder An-
lass, an der Zumutbarkeitsbeurteilung des Gutachters zu zweifeln, noch ein weiterer Abklä-
rungsbedarf zur Schmerzursache. Letzteres gilt umso mehr, als für die Belange der Invaliden-
versicherung nicht die Diagnose, sondern die Auswirkungen des fachärztlich festgestellten Lei-
dens auf die Arbeitsfähigkeit massgebend ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 23. April 
2019, 9C_184/2019, E. 4.2). Insgesamt ergibt sich aus den Akten nichts, was darauf schliessen 
lassen könnte, dass die gutachterliche Beurteilung der Leistungsfähigkeit unzutreffend wäre 
oder sich zwischenzeitlich eine massgebliche Verschlechterung der Leistungsfähigkeit einge-
stellt hätte, weshalb in antizipierter Beweiswürdigung (BGE 126 V 130 E. 2a mit zahlreichen 
Hinweisen) auf die beantragte zusätzliche Abklärung verzichtet werden kann. Nach dem Ge-
sagten ist im Ergebnis nicht zu beanstanden, dass die IV-Stelle bei der Beurteilung des Ge-
sundheitszustands und der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers gestützt auf die Ergebnisse 
im Gutachten von Dr. C.____ vom 31. Oktober 2019 davon ausgegangen ist, dass dieser im 
hier zu beurteilenden Zeitraum mit Ausnahme abklärungs- und operationsbedingt höherer Ar-
beitsunfähigkeiten eine Verweistätigkeit im Umfang von 80 % ausüben könnte. 
 
9.1 Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen der gesundheitlichen Beeinträchti-
gung. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 4.3 hiervor), ist der Invaliditätsgrad bei erwerbstätigen Ver-
sicherten aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Die von der IV-Stelle vorge-

 

 
 
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nommene Bemessung des Valideneinkommens aufgrund der Angaben der ehemaligen Arbeit-
geberin und des Invalideneinkommens aufgrund der Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundes-
amtes für Statistik (BfS) hat der Beschwerdeführer zu Recht nicht bestritten. Nachdem sich aus 
den Akten keine Hinweise ergeben, dass im Rahmen der Rechtsanwendung von Amtes wegen 
durch das Gericht eine andere Einschätzung der Vergleichseinkommen vorzunehmen wäre, 
erübrigt sich eine detaillierte Darstellung der Berechnung. 
 
9.2 Der Beschwerdeführer verlangt aber eine leidensbedingte Reduktion des LSE-
Tabellenlohns von 20 %. Mit dem Abzug vom Tabellenlohn nach BGE 126 V 75 soll der Tatsa-
che Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Aus-
mass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und 
Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können und je nach Ausprägung 
die versicherte Person deswegen die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgegliche-
nen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann 
(vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2; Urteil des Bundesgerichts vom 11. Juli 2017, 8C_114/2017, E. 3.1). 
Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzel-
fall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25 % nicht übersteigen 
(vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2; 134 V 322 E. 5.2). Der gesamthaft vorzunehmende Abzug stellt 
eine Schätzung dar. Bei deren Überprüfung kann es nicht darum gehen, dass die kontrollieren-
de richterliche Behörde ihr Ermessen an die Stelle der Vorinstanz setzt. Hingegen ist zu beurtei-
len, ob der zu überprüfende Entscheid, den die Behörde nach dem ihr zustehenden Ermessen 
im Einklang mit den allgemeinen Rechtsprinzipien in einem konkreten Fall getroffen hat, nicht 
zweckmässigerweise anders hätte ausfallen sollen. Soll in die Ermessensbetätigung der Vor-
instanz eingegriffen werden, muss sich die richterliche Behörde demnach auf Gegebenheiten 
abstützen können, die eine abweichende Ermessensausübung als näher liegend erscheinen 
lassen (vgl. BGE 126 V 81 E. 6 mit Hinweis; Urteil des Bundesgerichts vom 25. Juli 2005, 
U 420/04, E. 2.3). 
 
9.3 Aus dem Gutachten der Dr. C.____ vom 31. Oktober 2019 ergibt sich, dass der Versi-
cherte in einer angepassten Verweistätigkeit im Umfang von 80 % arbeitsfähig war, wobei ein 
zusätzlicher Pausenbedarf von 20 % berücksichtigt wurde. Die Tatsache allein, dass dem Ver-
sicherten nur noch körperlich angepasste Arbeiten zumutbar sind, stellt aber auch bei einge-
schränkter Leistungsfähigkeit keinen Grund für einen Abzug dar, weil der Tabellenlohn im Kom-
petenzniveau 1 bereits eine Vielzahl solcher Tätigkeiten umfasst (vgl. Urteile des Bundesge-
richts vom 22. März 2017, 8C_805/2016, E. 3.4.2 und vom 16. Juli 2014, 8C_97/2014, E. 4.2). 
Ferner ist nicht ersichtlich, dass körperliche Limitierungen bestehen, die nicht bereits im gut-
achterlichen Anforderungs- und Belastungsprofil enthalten sind. Insbesondere darf der Um-
stand, dass der Beschwerdeführer einen höheren Pausenbedarf hat, nicht durch einen Abzug 
vom Tabellenlohn und damit doppelt berücksichtigt werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 
7. Juli 2017, 9C_264/2016, E. 5.2.2). Die weiteren Kriterien (Alter, Dienstjahre, Beschäftigungs-
grad und Nationalität/Aufenthaltskategorie) rechtfertigen vorliegend ebenfalls keinen Abzug. 
Daher erscheint der von der IV-Stelle gewährte Abzug vom Tabellenlohn von 5 % eher gross-
zügig. Er liegt aber dennoch innerhalb des Ermessensspielraums, welcher der Beschwerde-

 

 
 
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gegnerin offenstand. Bei dieser Sachlage besteht für das Gericht kein Anlass, in ihr Ermessen 
einzugreifen. 
 
10. Nach dem Gesagten ist die IV-Stelle gestützt auf die Ergebnisse im Gutachten von 
Dr. C.____ vom 31. Oktober 2019 zu Recht davon ausgegangen, dass der Versicherte – mit 
Ausnahme von Zeiten vorübergehender höherer Arbeitsunfähigkeit – eine Verweistätigkeit im 
Umfang von 80 % ausüben könnte. Die vorinstanzliche Bemessung der Invalidität ist nicht zu 
beanstanden. Demnach hat der Beschwerdeführer vom 1. Januar 2015 bis 31. Mai 2015 und 
vom 1. Oktober 2015 bis 30. April 2016 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente (inkl. entspre-
chender Kinderrente). Ein weitergehender Rentenanspruch besteht nicht. Die angefochtenen 
Verfügungen vom 12. August 2021 sind im Ergebnis nicht zu beanstanden und die dagegen 
erhobenen Beschwerden deshalb abzuweisen. 
 
11.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die 
Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streit-
wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in 
denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfah-
renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- 
fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Par-
tei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend unterliegt der Beschwerdeführer, weshalb 
die Verfahrenskosten ihm zu auferlegen sind. Dem Beschwerdeführer ist nun allerdings mit Ver-
fügung vom 28. Oktober 2021 die unentgeltliche Prozessführung bewilligt worden, weshalb die 
Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen werden. 
 
11.2 Eine Parteientschädigung wird bei diesem Ausgang des Verfahrens nicht ausgerichtet. 
Da dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 28. Oktober 2021 auch die unentgeltliche Ver-
beiständung mit seinem Rechtsvertreter bewilligt worden ist, ist dieser für seine Bemühungen 
aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Gemäss § 3 Abs. 2 der Tarifordnung für die Anwältin-
nen und Anwälte vom 17. November 2003 beträgt das Honorar bei unentgeltlicher Verbeistän-
dung Fr. 200.-- pro Stunde. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat in seiner Honorar-
note vom 8. Dezember 2021 für das vorliegende Verfahren einen Zeitaufwand von insgesamt 
17,2 Stunden geltend gemacht. Dieser Aufwand ist in verschiedener Hinsicht zu hoch. Vorab 
sind die noch vor Erlass der angefochtenen Verfügung ergangenen Bemühungen für das ver-
waltungsinterne Einwandverfahren in Abzug zu bringen, woraus ein Zeitaufwand von 
9,95 Stunden resultiert. Bei der Bemessung der Entschädigung an den unentgeltlichen Rechts-
vertreter ist sodann dem Umstand Rechnung zu tragen, dass rund die Hälfte der 17-seitigen 
Beschwerdeschrift eine Zusammenfassung der Akten resp. in weiten Teilen kopierte Passagen 
aus der Beschwerdeschrift vom 19. November 2018 (Verfahren 720 18 376) beinhaltet, die aber 
bereits in jenem Verfahren abgegolten worden sind. In Anbetracht dessen erweist sich der vor-
liegend geltend gemachte Aufwand für das Beschwerdeverfahren als zu hoch, weshalb die Ta-
rifposten vom 12. und 14. September 2021 (Aktenstudium [3,5 Stunden] / Finalisierung Eingabe 
[4 Stunden]) um die Hälfte auf insgesamt 3,75 Stunden gekürzt werden. Für das vorliegende 
Verfahren ist demnach eine Entschädigung von Fr. 1'352.70 (6,2 Stunden à Fr. 200.-- zuzüglich 

 

 
 
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Auslagen von Fr. 16.-- [zwei Beschwerden] und 7,7 % Mehrwertsteuer) gerechtfertigt. Dem 
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers wird deshalb ein Honorar in dieser Höhe aus der Ge-
richtskasse ausgerichtet. 
 
11.3 Der Beschwerdeführer wird ausdrücklich auf § 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Or-
ganisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 aufmerksam gemacht, wonach eine Par-
tei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald 
sie dazu in der Lage ist. 
 
 
Demgemäss wird  e r k a n n t : 
 

://: 1. Die Beschwerden werden abgewiesen. 

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- werden dem Be-
schwerdeführer auferlegt. 

Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung werden die 
Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 

 3. Dem Beschwerdeführer wird keine Parteientschädigung ausgerichtet. 
Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständung wird dem 
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ein Honorar in der Höhe von 
Fr. 1‘352.70 (inkl. Auslagen und 7,7 % Mehrwertsteuer) aus der Ge-
richtskasse bezahlt. 

 

 

 
 
 
 
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