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**Case Identifier:** 901670d6-b0f6-576f-8991-619c00d2ff10
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-01-31
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 31.01.2025 D-5375/2024
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5375-2024_2025-01-31.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-5375/2024 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  3 1 .  J a n u a r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichterin Jeannine Scherrer-Bänziger, 

mit Zustimmung von Richter Walter Lang; 

Gerichtsschreiber Matthias Schmutz. 

   

Parteien 

 
1. A._______, geboren am (…), 

2. B._______, geboren am (…), 

und ihre Tochter, 

3. C._______, geboren am (…), 

Côte d'Ivoire, 

Beschwerdeführende, 

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung; 

Verfügung des SEM vom 25. Juli 2024 / N (…). 

 

 

 

D-5375/2024 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Der Beschwerdeführenden 1 und 2 suchten am (…) in der Schweiz um 

Asyl nach. Ihr am (…) geborenes Kind (Beschwerdeführerin 3) wurde in 

das Asylverfahren eingeschlossen. 

A.b Am 25. September 2023 fanden die Personalienaufnahmen (PA) und 

am 11. Oktober 2023 die Dublin-Gespräche statt. 

A.c Am 13. Juni 2024 fand die Anhörung zu den Asylgründen statt. 

A.d Die Beschwerdeführerin 2 brachte dabei vor, sie sei in D._______ ge-

boren, wo sie bis zu ihrer Ausreise gelebt habe. Sie habe (…) Jahre die 

Schule besucht und anschliessend (…) verkauft. Sie sei bei guter Gesund-

heit. Sie habe nur Probleme mit ihrem Bauch aufgrund des Kaiserschnitts, 

gemäss Arzt sei aber alles in Ordnung. 

Sie und ihr Ehemann seien im (…) illegal aus der Côte d'Ivoire ausgereist, 

weil an ihr eine Genitalverstümmelung hätte vorgenommen werden sollen, 

sie sich aber geweigert habe. So sei sie zusammen mit ihrer Cousine und 

ihrer Mutter zur älteren Schwester ihres verstorbenen Vaters gegangen. 

Dort angekommen, sei ihre Cousine aufgefordert worden, sich auszuzie-

hen. Als sie ausgezogen gewesen sei, habe sich eine Person auf ihre 

Füsse gesetzt und jene, die ihre Hände festgehalten habe, habe ein Mes-

ser genommen und sie beschnitten. Ihre Cousine habe stark geblutet und 

nicht mehr aufstehen können; sie sei gestorben. Sie (die Beschwerdefüh-

rerin) habe daneben gesessen und sich gesagt, dass sie das nicht mit sich 

machen lasse. So habe sie einen Weg gesucht, um zu entrinnen. Dies sei 

ihr gelungen, weil alle mit der Situation beschäftigt gewesen seien. Sie sei 

nach Hause zu ihrem Ehemann zurückgekehrt und habe ihm alles erklärt. 

Ihr Ehemann sei hiernach zuerst von ihrer Mutter und anschliessend von 

ihren Grosseltern väterlicherseits, die das Ganze organisiert hätten, ange-

rufen worden. Letztere hätten ihrem Ehemann gedroht, ihn und sie umzu-

bringen. Noch am Abend seien Familienmitglieder von ihr vorbeigekom-

men und hätten bei den Nachbarn nach ihnen gefragt. Die eingeweihten 

Nachbarn hätten den Familienmitgliedern gesagt, dass sie nicht da seien. 

Noch in derselben Nacht seien sie nach E._______ abgereist. Dort ange-

kommen seien sie erneut angerufen worden; ihre Familie habe gewusst, 

dass sie in E._______ seien. In der Folge seien sie aus der Côte d'Ivoire 

ausgereist. 

D-5375/2024 

Seite 3 

A.e Der Beschwerdeführer 1 brachte vor, er sei in F._______ geboren und 

in D._______ aufgewachsen, wo er bis zu seiner Ausreise gelebt habe. Im 

Jahr (…) habe er die Beschwerdeführerin 2 religiös geheiratet. Er habe (…) 

Jahre die Schule besucht und anschliessend als (…) gearbeitet. Er habe 

gesundheitliche Probleme mit seinen Augen und mit seiner Lunge. 

Seine Ehefrau sei ihren Erzählungen zufolge zu Besuch bei ihrer Mutter 

gewesen, als sie zusammen mit einer Cousine mitgenommen und zu einer 

ihrer Tante gebracht worden sei. Dort sei zuerst die Cousine beschnitten 

worden. Diese habe stark geblutet, weshalb sie zu Boden gefallen und ge-

storben sei. Im Hof, wo die Genitalverstümmelung durchgeführt worden 

sei, seien alle in Panik geraten, so dass seine Ehefrau habe fliehen und zu 

ihm zurückkehren können. Noch am selben Tag hätten ihn zuerst die Mut-

ter seiner Ehefrau und anschliessend zweimal die Onkel väterlicherseits 

seiner Ehefrau angerufen. Er sei aufgefordert worden, seine Ehefrau zu-

rückzubringen. Dies habe er verweigert, weshalb ihm mit dem Tod gedroht 

worden sei. Am Abend respektive in der Nacht seien Familienmitglieder 

seiner Ehefrau mit Messern und Stöcken zu ihnen nach Hause gekommen. 

Sein über die Situation informierter Nachbar habe den Familienmitgliedern 

gesagt, dass sie nicht zu Hause seien, weshalb die Familienmitglieder wie-

der gegangen seien. Er sei anschliessend mit seiner Ehefrau nach 

E._______ geflohen. Nachdem sie dort immer noch telefonisch bedroht 

worden und die Familie seiner Ehefrau gewusst habe, dass sie in 

E._______ seien, seien sie aus der Côte d'Ivoire ausgereist. Er könne nicht 

dorthin zurückkehren, weil sein Leben dort bereits bedroht sei und weil 

seine Frau und auch seine Tochter dort beschnitten würden. 

A.f Im Verlaufe des Verfahrens wurden Nationalzertifikate die Beschwer-

deführenden 1 und 2 betreffend (datiert vom […] 2024 respektive […]; in 

Kopie) sowie etliche medizinische Unterlagen zu den Akten gereicht. 

B.  

Mit Verfügung vom 25. Juli 2024 – eröffnet am 30. Juli 2024 – stellte das 

SEM fest, die Beschwerdeführenden erfüllten die Flüchtlingseigenschaft 

nicht, lehnte ihre Asylgesuche ab und ordnete die Wegweisung aus der 

Schweiz sowie den Vollzug derselben an. 

C.  

Die Beschwerdeführenden fochten diese Verfügung mit Eingabe vom 

28. August 2024 beim Bundesverwaltungsgericht an. In der Beschwerde 

wurde beantragt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben, es sei 

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Seite 4 

festzustellen, dass die Beschwerdeführenden die Flüchtlingseigenschaft 

erfüllen und es sei ihnen Asyl in der Schweiz zu gewähren, eventualiter sei 

die Unzulässigkeit beziehungsweise Unzumutbarkeit des Wegweisungs-

vollzugs festzustellen und seien die Beschwerdeführenden in der Schweiz 

vorläufig aufzunehmen, subeventualiter sei die Sache zur hinreichenden 

Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts an die Vorinstanz zurück-

zuweisen. In prozessualer Hinsicht wurde beantragt, es sei auf die Erhe-

bung eines Kostenvorschusses zu verzichten, die unentgeltlichen Prozess-

führung zu gewähren und den Beschwerdeführenden ein unentgeltlicher 

Rechtsbeistand beizuordnen. 

Der Beschwerde lagen die angefochtene Verfügung, ein Ausschnitt eines 

Arztberichts vom (…), ein Arztbericht vom (…) sowie medizinische Daten-

blätter vom (…) und (…) bei. 

D.  

Mit Eingabe vom 11. September 2024 reichten die Beschwerdeführenden 

Arztberichte vom (…) und vom (…) zu den Akten. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Das Bundesverwaltungsgericht ist unter anderem zuständig für die Be-

handlung von Beschwerden gegen Verfügungen des SEM; dabei entschei-

det es auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – und so auch hier – endgültig 

(vgl. dazu Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31–33 VGG und Art. 83 Bst. d Ziff. 1 

BGG). Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG und dem VGG, soweit 

das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). Die 

Beschwerdeführenden sind als Verfügungsadressaten zur Beschwerde-

führung legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG) und die Beschwerde ist frist- und 

formgerecht eingereicht worden (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 Abs. 1 

VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

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Seite 5 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt wird, handelt es sich um ein solches Rechtsmittel, weshalb 

das Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). Auf 

einen Schriftenwechsel wurde verzichtet (Art. 111a Abs. 1 AsylG). 

4.  

4.1 In der Beschwerde werden formelle Rügen erhoben (Verletzung des 

rechtlichen Gehörs inklusive der Begründungspflicht sowie eine unrichtige 

und unvollständige Sachverhaltsfeststellung). Diese sind vorab zu beurtei-

len, da sie allenfalls geeignet wären, eine Kassation der vorinstanzlichen 

Verfügung zu bewirken (vgl. BVGE 2013/34 E. 4.2). 

4.2 Gemäss Art. 29 VwVG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches 

Gehör, welches als Mitwirkungsrecht alle Befugnisse umfasst, die einer 

Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt 

wirksam zur Geltung bringen kann (vgl. BGE 144 I 11 E. 5.3; BVGE 

2009/35 E. 6.4.1). Mit dem Gehörsanspruch korreliert die Pflicht der Be-

hörden, die Vorbringen tatsächlich zu hören, ernsthaft zu prüfen und in ihrer 

Entscheidfindung angemessen zu berücksichtigen. Die Begründung muss 

so abgefasst sein, dass sie eine sachgerechte Anfechtung ermöglicht. 

Nicht erforderlich ist, dass sich die Begründung mit allen Parteistandpunk-

ten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrück-

lich widerlegt (vgl. BGE 143 III 65 E. 5.2). 

Das Verwaltungs- respektive Asylverfahren wird vom Untersuchungs-

grundsatz beherrscht (Art. 12 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG), wonach die Be-

hörde von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des 

rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen, die für das Verfahren notwen-

digen Unterlagen zu beschaffen, die rechtlich relevanten Umstände abzu-

klären und ordnungsgemäss darüber Beweis zu führen hat (vgl. BVGE 

2015/10 E. 3.2 m.w.H.). Die Behörde ist dabei jedoch nicht verpflichtet, zu 

jedem Sachverhaltselement umfangreiche Nachforschungen anzustellen. 

Zusätzliche Abklärungen sind vielmehr nur dann vorzunehmen, wenn sie 

aufgrund der Aktenlage als angezeigt erscheinen (vgl. dazu AUER/BINDER, 

in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über das 

Verwaltungsverfahren [VwVG], 2. Aufl. 2019, Rz. 16 zu Art. 12). Ihre 

Grenze findet die Untersuchungspflicht in der Mitwirkungspflicht der Asyl-

suchenden (vgl. Art. 8 AsylG).  

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Seite 6 

Unrichtig ist die Sachverhaltsfeststellung, wenn der Verfügung ein falscher 

und aktenwidriger Sachverhalt zugrunde gelegt wird oder Beweise falsch 

gewürdigt worden sind; unvollständig ist sie, wenn nicht alle für den Ent-

scheid rechtswesentlichen Sachumstände berücksichtigt werden (vgl. 

KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechts-

pflege des Bundes, 3. Aufl. 2013, Rz. 1043). 

4.3  

4.3.1 Die Beschwerdeführenden rügen, die Vorinstanz habe bloss mit ei-

nem Satz erwähnt, ihre Vorbringen würden nicht mit der Beschneidungs-

praxis in der Côte d'Ivoire übereinstimmen, ohne diese zu beschreiben 

oder Quellen anzugeben. Zudem habe die Vorinstanz die Beschneidungs-

praxis im Norden der Côte d'Ivoire, von wo sie kämen, nicht berücksichtigt. 

Die Vorinstanz habe es unterlassen, alles genau abzuklären, Länderbe-

richte zu lesen und zu zitieren sowie Experten zu befragen. Damit habe die 

Vorinstanz den Sachverhalt nicht vollständig abgeklärt und die Begrün-

dungspflicht verletzt. 

4.3.2 Der angefochtenen Verfügung ist zu entnehmen, dass das SEM im 

Rahmen einer Gesamtwürdigung nachvollziehbar und hinreichend diffe-

renziert aufgezeigt hat, von welchen Überlegungen es sich leiten liess. Da-

bei hat es – als einer von mehreren Punkten, die gegen die Glaubhaftigkeit 

der Vorbringen der Beschwerdeführenden sprechen würden – aufgezeigt, 

weshalb der vorgebrachte Sachverhalt im Länderkontext realitätsfremd sei 

(vgl. hierzu zusammenfassend unten E. 6.1). Es ist nicht zu beanstanden, 

dass sich das SEM darauf beschränkt hat, einzelne Punkte zu nennen, 

ohne den Länderkontext umfassend und ausdrücklich festzuhalten. Auch 

ist nicht zu beanstanden, dass es diesbezüglich keine Quellenangaben an-

geführt hat. Das SEM ist nicht verpflichtet, seine jeweils aktuell verwende-

ten Länderinformationen in seinem Entscheid zu zitieren, zumal es sich 

diesbezüglich auf allgemeine und öffentlich zugängliche Informationsquel-

len stützt, bei welchen das SEM keine Offenbarungspflicht trifft (vgl. Urteil 

des BVGer D-227/2023 vom 3. Mai 2023 E. 3.4.2). Weiter ist der Verweis 

auf die Traditionen im Norden der Côte d'Ivoire von vornherein unbehelf-

lich. Die Beschwerdeführenden lebten seit jeher in D._______ im Süden 

des Landes (vgl. act. SEM 48/18 F12 und 55/10 F8). Auch die Familie der 

Beschwerdeführerin, welche die Beschneidung angeblich durchsetzen 

wollte, stammt von dort (vgl. act. SEM 55/10 F9). Zudem hätte die Be-

schneidung auch dort durchgeführt werden sollen (vgl. act. SEM 55/10 

F18 f.). Einzig die Familie des Beschwerdeführers, die aber nicht in die 

Vorfälle verwickelt war, stammt aus dem Norden. 

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Seite 7 

4.3.3 Insgesamt ist hinsichtlich dieser Rügen nicht ersichtlich, inwiefern 

das SEM den Anspruch auf rechtliches Gehör, mitunter die Begründungs-

pflicht, verletzt oder den Sachverhalt nicht vollständig erstellt haben sollte. 

4.4  

4.4.1 Weiter rügen die Beschwerdeführenden, das SEM habe ihren Ge-

sundheitszustand nicht genauer abgeklärt und nicht begründet, weshalb 

der Wegweisungsvollzug trotz ihrer gesundheitlichen Probleme zumutbar 

sei. Damit habe es den Sachverhalt unrichtig respektive unvollständig ab-

geklärt und die Begründungspflicht verletzt. 

4.4.2 Den Akten ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer 1 mehrmals 

und die Beschwerdeführerin 2 – vorwiegend aufgrund ihrer Schwanger-

schaft und der Geburt ihres Kindes – oft bei medizinischem Personal vor-

stellig wurden. Die etlichen entsprechenden Berichte lagen der Vorinstanz 

vor. Zudem haben die Beschwerdeführenden anlässlich ihrer Anhörungen 

angegeben, grundsätzlich bei guter Gesundheit zu sein respektive dass 

abgesehen von den Problemen rund um die Beschneidung nichts gegen 

eine Rückkehr in die Côte d'Ivoire spreche (vgl. act. SEM 55/10 F5 und F34 

sowie 48/18 F132 f.). Vor diesem Hintergrund war das SEM nicht gehalten, 

von Amtes wegen weitere Abklärungen zu veranlassen; mithin ist sie ihrer 

Untersuchungspflicht ausreichend nachgekommen. Gestützt auf die medi-

zinischen Unterlagen und die Aussagen der Beschwerdeführenden hat das 

SEM sodann erwogen, sie seien ein gesundes Ehepaar ohne ersichtlichen 

akuten medizinischen Bedarf. Dies vermag den Anforderungen an die Be-

gründungspflicht zu genügen. Soweit die Beschwerdeführenden mit dieser 

Einschätzung nicht einverstanden sind, ist die Rüge materiell-rechtlicher 

Natur (vgl. diesbezüglich unten E. 9.3.5). Folglich hat das SEM auch dies-

bezüglich weder den Sachverhalt unrichtig oder unvollständig erstellt noch 

die Begründungspflicht verletzt. 

Der Sachverhalt ist im Übrigen auch zum aktuellen Zeitpunkt spruchreif, 

auch wenn die Beschwerdeführenden auf Beschwerdeebene bisher nicht 

aktenkundige, aber ihnen vorbekannte, bloss im erstinstanzlichen Verfah-

ren nicht erwähnte gesundheitliche Beschwerden geltend machen und zu 

deren Beweis neue Arztberichte einreichten. 

4.5 Fehl geht auch die nicht weiter begründete Rüge, das SEM habe sie 

nicht richtig angehört. Den Akten sind keine Hinweise zu entnehmen, wo-

nach die Anhörungen vom 13. Juni 2024 zu beanstanden wären. 

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Seite 8 

4.6 Die formellen Rügen erweisen sich als unbegründet und der Sachver-

halt ist spruchreif, weshalb keine Veranlassung besteht, die Sache aus for-

mellen Gründen aufzuheben und an die Vorinstanz zurückzuweisen. Das 

entsprechende Rechtsbegehren ist abzuweisen. 

5.  

5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken; den frauenspezifischen 

Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

5.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen (Art. 7 AsylG). Das Bundesverwaltungs-

gericht hat die Anforderungen an das Glaubhaftmachen der Vorbringen in 

verschiedenen Entscheiden dargelegt und folgt dabei ständiger Praxis. Da-

rauf kann hier verwiesen werden (vgl. BVGE 2015/3 E. 6.5.1, 2012/5 

E. 2.2). 

6.  

6.1 Das SEM führt im Asylpunkt aus, es bestünden erhebliche Zweifel an 

der Flucht- und Gefährdungsgeschichte der Beschwerdeführenden, wes-

halb ihre Vorbringen den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit nicht stand-

halten würden. So sei nicht nachvollziehbar, dass sich die Beschwerdefüh-

renden im Wissen um eine eines Tages anstehende Exzision nicht ein ein-

ziges Mal über diese Möglichkeit ausgetauscht hätten. Zudem sei es im 

Länderkontext realitätsfremd, dass gegen den Willen des Ehemannes – 

notabene viele Monate nach der Eheschliessung – überhaupt eine Exzi-

sion hätte erzwungen werden können, zumal es den Beschwerdeführen-

den zuvor gelungen sei, ihre Verwandten von einer Liebesheirat zu über-

zeugen. Dass die Beschwerdeführenden ihren Angaben zufolge keinerlei 

familiäre Kontakte mehr in ihr Heimatland hätten, aber dennoch im (…) 

ausgestellte heimatliche Identitätsausweise hätten einreichen können, 

schmälere die Glaubhaftigkeit ihrer angeblich familiären Gefährdung in be-

deutsamer Weise weiter. Zudem hätten die Beschwerdeführenden die ele-

mentarsten Punkte im Kerngeschehen durchwegs plakativ und arm an 

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Details oder sonstigen Realkennzeichen geschildert. Weiter hätten sie die 

Anzahl Telefonanrufe, die Formulierung der ersten Todesdrohung sowie 

den Umstand, ob die Beschwerdeführerin 2 zum Zeitpunkt des Todes ihrer 

Cousine bereits entkleidet gewesen sei oder nicht, widersprüchlich darge-

legt. Schliesslich sei nicht nachvollziehbar, weshalb sie vor ihrer Flucht 

mehrmals mit der Familie der Beschwerdeführerin 2, die sie bedroht habe, 

aber nicht ein einziges Mal mit der Familie des Beschwerdeführers 1 ge-

sprochen hätten. Angesichts der Unglaubhaftigkeit des Vorgebrachten sei 

auch der Furcht vor einer zukünftigen Beschneidung der Tochter die 

Grundlage entzogen. 

6.2 In der Beschwerde wird entgegnet, die Beschwerdeführenden hätten 

ihre Asylgründe glaubhaft dargelegt, auch wenn es nicht möglich sei, eine 

drohende Beschneidung zu beweisen, zumal sie aufgrund der schnellen 

Flucht keine Beweismittel hätten suchen können. Es sei nachvollziehbar, 

dass sie während ihrer Ehe nicht über eine mögliche Exzision gesprochen 

hätten. Dieses Thema sei nicht beliebt, nicht angenehm und schambehaf-

tet. Weiter stehe der Wille des Ehemannes nicht über allem, vor allem nicht 

in sehr traditionellen Themen (mit Verweis auf Länderberichte). Da es um 

ein Ritual der Gemeinschaft gehe, damit eine Frau richtig zur Gesellschaft 

und Gemeinschaft gehöre, sei wichtiger, was die Familie respektive das 

Familienoberhaupt, der Vater der Frau, sage. Ferner sei durchaus erklär-

bar, dass ohne Kontakt mit der Familie an die Nationalzertifikate gekom-

men seien. So hätten sie Kopien davon im Gmail-Konto gehabt. Weiter 

seien die vom SEM geltend gemachten Widersprüche auf den Schock und 

das Trauma der Beschwerdeführerin zurückzuführen, dass die Situation 

um die Beschneidung bei ihr ausgelöst habe. Überdies bestehe ein sehr 

hohes Risiko, dass ihre Tochter in der Côte d'Ivoire beschnitten würde, 

selbst wenn die Vorinstanz ihre Vorbringen nicht glaube. Ihre Tochter wäre 

bei einer Rückkehr in höchster Gefahr, was den Kinderrechten zuwider-

laufe. Im Norden, von wo sie stammen würden, sei es sehr traditionell und 

konservativ. Dort sei die Beschneidung der Frau immer noch ein sehr wich-

tiges Thema und werde sehr häufig durchgeführt. Der Staat könne sie trotz 

der Verbote nicht schützen. 

7.  

7.1 In der Côte d'Ivoire haben gemäss Zahlen aus dem Jahr 2016 knapp 

40% der Frauen eine Genitalverstümmelung erlitten. Die Verbreitung der 

Praxis und das Risiko, einer solchen ausgesetzt zu sein, variiert jedoch. 

Während die Prävalenz in der Region Nordosten bei 75.2% lag, lag sie in 

Abidjan mit 24.6% deutlich tiefer. Zudem liegt die Prävalenz im urbanen 

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Seite 10 

Gebiet deutlich tiefer als in ländlichen Gebieten. Weiter sind muslimische 

Frauen deutlich gefährdeter als Frauen anderer Religionen. Zwar kommt 

die Genitalverstümmelung auch bei erwachsenen Frauen vor, grundsätz-

lich wird in der Elfenbeinküste weibliche Genitalverstümmelung aber be-

reits in sehr jungen Jahren praktiziert. So sind in der Côte d’Ivoire nur um 

die 4% der beschnittenen Frauen in einem Alter von 15 Jahren oder dar-

über beschnitten worden. Dies dürfte unter anderem daran liegen, dass die 

Genitalverstümmelung den Übergang von der Kindheit zum Erwachsenen-

alter ermöglichen und die Frau auf die Ehe vorbereiten soll. In den Gesell-

schaftskreisen, in denen Beschneidungen praktiziert werden, ist eine sol-

che grundsätzlich eine Voraussetzung für die Eheschliessung. Dabei geht 

der Druck meistens von der Familie des Bräutigams aus. Ein Verzicht auf 

eine Beschneidung wird mit sozialer Ablehnung konfrontiert. Die Frau wird 

aber nicht mit körperlicher Gewalt bestraft; schwere Gemeinschaftsstrafen 

für nicht beschnittene Frauen gibt es nicht mehr (vgl. zum Ganzen: Urteile 

des BVGer E-814/2020 vom 11. November 2021 E. 6 mit Hinweis auf 

D-1714/2009 vom 22. Dezember 2011 E. 5.3; COI Focus Côte d’Ivoire: Les 

mutilations génitales féminines [MGF], 5. Februar 2024 [update], Ziff. 2.1, 

Ziff. 2.3.2, Ziff. 2.3.5.2, Ziff. 3.1.1.1 und Ziff. 3.3.1; Austrian Centre for 

Country of Origin & Asylum Research and Documentation, Côte d’Ivoire: 

COI Compilation, September 2021 [update], Ziff. 5.4). 

7.2 Auch wenn diese Statistiken mit Vorsicht zu behandeln sind, erstaunt 

hier doch, dass der vorgebrachte Sachverhalt in nahezu sämtlichen Punk-

ten von den obgenannten Länderhintergrundinformationen abweicht. So 

hätte vorliegend die Genitalverstümmelung ohne Vorwarnung erst im Alter 

von (…) Jahren und nach der Eheschliessung, die von den Familien arran-

giert worden war, durchgeführt werden sollen (vgl. act. SEM 55/10 F7 und 

F22 ff. sowie 48/18 F66). Zudem ist den Vorbringen zufolge der Druck nicht 

wie zu erwarten von der Familie des Ehemannes, sondern von der Familie 

der Ehefrau ausgegangen, die wohlgemerkt aus D._______, dem (…) ur-

banen Ballungsraum der Côte d’Ivoire, welcher (…) im Süden des Landes 

liegt, stammt und wo auch die Beschwerdeführenden seit jeher gelebt ha-

ben. Schliesslich widerspricht auch der Umstand, dass die Beschwerde-

führerin aufgrund ihrer Weigerung, sich beschneiden zu lassen, am Leben 

bedroht wird, den genannten Länderhintergrundinformationen. Nach dem 

Gesagten bestehen bereits mit Blick auf die genannten Länderhintergrund-

informationen starke Zweifel an den Vorbringen der Beschwerdeführen-

den. 

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Seite 11 

7.3 Hinzu kommt, dass die Beschwerdeführenden – wie das SEM zu Recht 

festhält – ihre Vorbringen weder detailliert noch widerspruchsfrei schildern 

konnten. Diesbezüglich kann zur Vermeidung von Wiederholungen auf die 

Erwägungen des SEM verwiesen werden (vgl. die angefochtene Verfügung 

Ziff. II und zusammenfassend oben E. 6.1), zumal die Beschwerdeführen-

den diesen Erwägungen auf Beschwerdeebene nichts Stichhaltiges entge-

gensetzen und sich vielmehr erneut in Widersprüche verstricken. Bei-

spielsweise datieren die im vorinstanzlichen Verfahren eingereichten Nati-

onalzertifikate vom (…) respektive (…) und somit deutlich nach ihrer Ein-

reise in die Schweiz, weshalb ihre Erklärung, sie hätten diese auf dem 

Gmail-Konto gespeichert gehabt und keinen Kontakt in die Côte d'Ivoire 

aufnehmen müssen, offensichtlich nicht zutreffen kann. Auch widerspricht 

ihre Behauptung in der Beschwerde, sie seien aus dem Norden, den Akten. 

7.4 Nach dem Gesagten sind die Vorbringen der Beschwerdeführenden 

insgesamt als unglaubhaft zu erachten. Damit vermögen sie auch nichts 

aus dem Vorbringen abzuleiten, ihrer Tochter, der Beschwerdeführerin 3, 

drohe bei einer Rückkehr eine Genitalverstümmelung. Nachdem unglaub-

haft ist, dass die Beschwerdeführerin 2 beschnitten werden soll, ist nicht 

ersichtlich, weshalb ihre Tochter gefährdet sein soll. Zudem dürfte die Toch-

ter gemäss den Länderhintergrundinformationen zur Côte d’Ivoire bereits 

vor dem Hintergrund, dass sich ihre Eltern, die Beschwerdeführenden, ge-

gen eine Beschneidung aussprechen, keine Genitalverstümmelung zu be-

fürchten haben. 

7.5 Insgesamt ist es den Beschwerdeführenden nicht gelungen, eine im 

Zeitpunkt der Ausreise aus der Côte d'Ivoire bestehende oder unmittelbar 

drohende asylrechtlich relevante Verfolgung nachzuweisen oder zumin-

dest glaubhaft zu machen. Gleichzeitig liegen keine konkreten Anhalts-

punkte vor, dass sie bei einer Rückkehr mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit 

und in absehbarer Zukunft eine solche zu gewärtigen haben. Demnach hat 

die Vorinstanz zu Recht ihre Flüchtlingseigenschaft verneint und ihre Asyl-

gesuch abgelehnt. 

8.  

8.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

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Seite 12 

8.2 Die Beschwerdeführenden verfügen insbesondere weder über eine 

ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf 

Erteilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu 

Recht angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

9.  

9.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

9.2  

9.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

9.2.2 Das SEM hält zutreffend fest, dass das flüchtlingsrechtliche Rück-

schiebungsverbot von Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 

über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) und Art. 5 AsylG 

hier nicht anwendbar ist. Zudem ergeben sich weder aus den Akten noch 

aus der Beschwerde konkrete Anhaltspunkte dafür, dass die Beschwerde-

führenden für den Fall einer Ausschaffung in die Côte d'Ivoire dort mit be-

achtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 des Über-

einkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, 

unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, 

SR 0.105) verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wären (vgl. Be-

gründung im Asylpunkt, oben E. 7). Der Vollzug der Wegweisung ist somit 

zulässig. 

9.3  

9.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. 

D-5375/2024 

Seite 13 

Medizinische Probleme können nur dann zur Unzumutbarkeit des Wegwei-

sungsvollzugs führen, wenn eine notwendige Behandlung im Heimatland 

nicht zur Verfügung steht und die Rückkehr zu einer raschen und lebens-

gefährdenden Beeinträchtigung des Gesundheitszustandes der betroffe-

nen Person führen würde (vgl. BVGE 2011/50 E. 8.3). 

9.3.2 In der Beschwerde wird diesbezüglich geltend gemacht, die Be-

schwerdeführenden könnten in ihrer Heimat keine Unterstützung erwarten, 

da ihre Familien sie hassen und sie sich gegen die Beschneidung wehren 

würden. Zudem hätten sie medizinische Probleme. Beim Beschwerdefüh-

rer 1 seien (…) und bei der Beschwerdeführerin 2 eine (…) diagnostiziert 

worden. Weiter verstosse der Wegweisungsvollzug gegen die Kinderrechte 

und das Kindeswohl. 

9.3.3 Das Bundesverwaltungsgericht geht in ständiger Praxis davon aus, 

dass in der Côte d’Ivoire keine Situation allgemeiner Gewalt herrscht (vgl. 

dazu das Referenzurteil E-2349/2016 vom 16. Oktober 2017 E. 7.3.6; so-

wie statt vieler: Urteile D-6491/2024 vom 19. Dezember 2024 S. 8 und  

E-4500/2024 vom 28. Oktober 2024 E. 9.3.2). 

9.3.4 Auch ist nicht davon auszugehen, dass die Beschwerdeführenden 

bei einer Rückkehr in die Côte d’Ivoire aus individuellen Gründen wirt-

schaftlicher und sozialer Natur in eine existenzielle Notlage geraten, zumal 

die Beschwerdeführenden über Schulbildung und Arbeitserfahrung verfü-

gen (vgl. act. SEM 48/18 F36 ff. und 55/10 F10 ff.). Es kann davon ausge-

gangen werden, dass sie bei einer Rückkehr an ihre berufliche Laufbahn 

anknüpfen und ihren Lebensunterhalt, wie auch den ihrer Tochter, erneut 

erwirtschaften können. Zudem ist den Akten zu entnehmen, dass sie in der 

Côte d'Ivoire über ein gewissen Beziehungsnetz verfügen, welches die Be-

schwerdeführenden im Bedarfsfall bei der Rückkehr unterstützen kann (na-

mentlich zumindest die Familie des Beschwerdeführers 1 und die Nach-

barn, die ihnen bereits vor der Ausreise geholfen haben, sowie der Freund 

des Beschwerdeführers 1 und dessen Bruder, mit welchen er vor der Aus-

reise zusammengearbeitet hat; vgl. act. SEM 48/18 F37 und F108 sowie 

55/10 F47 ff.). 

9.3.5 In gesundheitlicher Hinsicht ist festzuhalten, dass der Beschwerde-

führer 1 gemäss den medizinischen Unterlagen an (…) (bei Verdacht auf 

[…]; vgl. act. SEM 46/4) sowie an (…) (vgl. Beschwerdebeilage 2) leidet. 

Es ist nicht davon auszugehen, dass er deswegen in eine medizinische 

Notlage geraten wird. Die von der Rechtsprechung für die Unzumutbarkeit 

D-5375/2024 

Seite 14 

des Vollzugs geforderte hohe Schwelle der gesundheitlichen Beeinträchti-

gung ist aufgrund der Aktenlage nicht erfüllt. Ohnehin sind seine gesund-

heitlichen Beschwerden auch in der Côte d'Ivoire behandelbar. Es gibt in 

der Elfenbeinküste, insbesondere in Abidjan, eine medizinische Infrastruk-

tur, die zwar begrenzt ist, aber dennoch eine grundlegende medizinische 

Versorgung, einschließlich psychiatrischer Versorgung, bietet (vgl. Urteile 

des BVGer E-5877/2024 vom 11. September 2024 E. 7.2; D-4652/2024 

vom 1. Oktober 2024 E. 8.4.3). 

Die Beschwerdeführerin 2 leidet gemäss auf Beschwerdeebene einge-

reichten Arztberichten an (…) (vgl. Beschwerdebeilage 3 und Beilagen zur 

Eingabe vom 11. September 2024). Auch dieses Leiden vermag die von 

der Rechtsprechung für die Unzumutbarkeit des Vollzugs geforderte hohe 

Schwelle der gesundheitlichen Beeinträchtigung nicht zu erfüllen. Dem 

Arztbericht vom (…) ist zudem zu entnehmen, dass das (…) bereits in der 

Vergangenheit diagnostiziert und medikamentös behandelt worden ist. Der 

Exazerbation (deutliche Verschlechterung) kann sodann mit der (bereits 

erfolgten) Wiederaufnahme der Medikation, die sie vorher selbstständig in 

der Schweiz abgesetzt hat, entgegengewirkt werden. Sofern sie bis zu ei-

ner adäquaten Weiterbehandlung in der Côte d'Ivoire auf Medikamente an-

gewiesen ist, kann auf die medizinische Rückkehrhilfe verwiesen werden 

(vgl. Art. 93 Abs. 1 Bst. d AsylG; Art. 75 der Asylverordnung 2 über Finan-

zierungsfragen vom 11. August 1999 [AsylV 2, SR 142.312]).   

9.3.6 Schliesslich ist festzustellen, dass sich der Vollzug der Wegweisung 

auch unter dem Blickwinkel des Kindeswohls als zumutbar erweist (vgl. 

zum Kindeswohl: BVGE 2009/51 E. 5.6). Bei der Beschwerdeführerin 3 

handelt es sich um ein einjähriges Kind, dessen Bezugspersonen ihre El-

tern sind. Eine selbständige Eingewöhnung an hiesige Lebensumstände 

hat in der Schweiz noch kaum stattgefunden. Es kann nicht von einer Ver-

wurzelung hierzulande ausgegangen werden und die Beschwerdeführer-

in 3 dürfte sich problemlos im Heimatstaat eingliedern können. Ferner ist – 

wie oben E. 7.4 bereits ausgeführt – nicht davon auszugehen, dass die 

Beschwerdeführerin 3 eine Genitalverstümmelung zu befürchten hat. 

9.3.7 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung als 

zumutbar. 

9.4 Schliesslich obliegt es den Beschwerdeführenden, sich bei der zustän-

digen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen 

Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch 

D-5375/2024 

Seite 15 

BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als mög-

lich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

9.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

10.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt und – soweit diesbezüglich überprüfbar – ange-

messen ist (Art. 106 Abs. 1 AsylG und Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist 

abzuweisen. 

11.  

11.1 Mit dem vorliegenden Urteil ist das Gesuch um Befreiung von der Kos-

tenvorschusspflicht gegenstandslos geworden. 

11.2 Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung 

(Art. 65 Abs. 1 VwVG) und um amtliche Rechtsverbeiständung (Art. 102m 

AsylG) sind – ungeachtet der behaupteten Bedürftigkeit – abzuweisen, da 

sich die Beschwerdebegehren entsprechend den vorstehenden Erwägun-

gen von vornherein als aussichtslos erwiesen haben. 

11.3 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten den Beschwer-

deführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt 

Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[VGKE, SR 173.320.2]). 

(Dispositiv nächste Seite)  

D-5375/2024 

Seite 16 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und um 

amtliche Rechtsverbeiständung werden abgewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden den Beschwerdeführenden 

auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zuguns-

ten der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die kanto-

nale Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Jeannine Scherrer-Bänziger Matthias Schmutz 

 

 

Versand: