# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5ebdd332-2bd4-505a-a30e-23c4856d7f54
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-03-13
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 13.03.2024 IV 2023/68
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_IV-2023-68_2024-03-13.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2023/68

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 19.04.2024

Entscheiddatum: 13.03.2024

Entscheid Versicherungsgericht, 13.03.2024
Art. 43 ATSG: Verletzung der Untersuchungspflicht. Rückweisung an die 
Beschwerdegegnerin im Sinne der Erwägungen zur Einholung eines 
Verlaufsgutachtens (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kanton St. 
Gallen vom 13. März 2024, IV 2023/68).

Entscheid vom 13. März 2024

Besetzung

Präsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Karin Huber-Studerus und Tanja 

Petrik-Haltiner; Gerichtsschreiberin Vera Kolb

Geschäftsnr.

IV 2023/68

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Debora Bilgeri, AMPARO Anwälte und Notare, 

Neugasse 26, Postfach 148, 9001 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

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Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.

A.___ meldete sich im Dezember 2009 zum Bezug von IV-Leistungen an (IV-act. 1). Er 

hatte sich am 23. Juni 2009 bei einem Fahrradunfall eine distale offene Unterschenkel-

Fraktur links zugezogen (IV-act. 7). Am 19. Januar 2010 berichteten Fachpersonen der 

Rehaklinik Z.___, der Versicherte sei vom 21. Juli 2009 bis zum 19. Januar 2010 

hospitalisiert gewesen. Am 12. Januar 2012 sprach die IV-Stelle dem Versicherten vom 

1. Juni 2010 bis 31. März 2011 eine befristete ganze Invalidenrente zu (IV-act. 51), da 

der Versicherte ab dem 1. April 2011 wieder seiner bisherigen Tätigkeit nachging (IV-

act. 49). Die Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft.

B.

Im November 2012 meldete sich der Versicherte erneut zum Bezug von IV-Leistungen 

an (IV-act. 57). Am 7. Februar 2014 wurde ein polydisziplinäres (psychiatrisches, 

neurologisches, internistisches und orthopädisches/traumatologisches) Gutachten 

durch das Y.___ ausgefertigt (IV-act. 72). Die Sachverständigen gaben an, der 

Versicherte leide mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit an einer Coxarthrose links Grad II 

nach Kellgren mit/bei Beinverkürzung des linken Femurs um 2cm nach stattgehabter 

Femurfraktur und bestehendem CCD-Winkel von 126° und einer posttraumatischen 

Arthrose des linken oberen Sprunggelenkes (OSG) mit/bei Rotationsfehlstellung des 

distalen Tibiofibular-Gelenkes und deutlich höhengemindertem tibiofibularem 

Gelenkspalt und Bewegungseinschränkung im Bereich des linken oberen 

Sprunggelenks mit aufgehobener Dorsalextension. Einer Defektzone im Bereich der 

distalen Tibia mit kutaner und subkutaner Narbenplatte, einer medial betonten 

Gonarthrose beidseits bei varischer Achsabweichung beidseits, einem komplexen 

linksseitigen Gangbild resultierend in einer Kombination aus Duchenne-Hinken sowie 

schmerzbedingtem Schonhinken ohne neurologisches Korrelat, einer Hypästhesie im 

Bereich des linken Fusses (sensibles Defizit bei Status nach Unfallereignis 23.09.2009), 

einem Status nach einer Schussverletzung des Nervus ischiadicus rechts (aktuell keine 

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klinische Symptomatik) und einem Status nach Anpassungsstörung mit kurzer 

depressiver Reaktion (nach dem Unfallereignis 2009) sprachen sie keinen Einfluss auf 

die Arbeitsfähigkeit zu. Die Sachverständigen führten aus, eine stehend und gehend 

ausgeübte Tätigkeit mit repetitivem Heben und Tragen von leichten bis mittelschweren 

Lasten, worunter auch die bisherige Tätigkeit als Hilfsarbeiter in der Grossmetzgerei 

falle, sei wegen der eingeschränkten Belastbarkeit der linken unteren Extremität seit 

dem Unfallereignis vom 23. Juni 2009 nicht mehr möglich. Auch seien Tätigkeiten mit 

längeren Gehstrecken sowie mit repetitivem Begehen von Treppen und Leitern oder 

Arbeiten auf unebenem Gelände nicht mehr möglich (30% der Arbeitsunfähigkeit seien 

durch die Coxarthrose und 70% durch die unfallbedingte OSG Arthrose bedingt). Als 

Verweistätigkeit sei dem Versicherten eine wechselbelastende leichte, überwiegend 

sitzende körperliche Tätigkeit ohne Heben und Tragen von Lasten über 5 bis 10kg, 

ohne längere Gehstrecken, ohne Arbeiten auf unebenem Gelände, ohne repetitives 

Begehen von Leitern und Treppen und ohne kauernde, das linke OSG beanspruchende 

Zwangshaltungen ab April 2011 zu 100% möglich. Mit einer Verfügung vom 19. Mai 

2014 trat die IV-Stelle mit der Begründung, der Versicherte habe die behauptete 

Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse seit der letzten Verfügung nicht glaubhaft 

dargelegt (IV-act. 76), nicht auf das Leistungsbegehren vom November 2012 ein. Die 

Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft.

C.  

Im November 2016 reichte der Versicherte erneut eine Anmeldung zum Bezug von 

IV-Leistungen ein (IV-act. 83). Am 28. Juli 2017 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit 

(IV-act. 119), dass sie zur Klärung der Leistungsansprüche eine umfassende 

medizinische (internistische, orthopädische, neurologische und psychiatrische) 

Untersuchung als notwendig erachte. Am 29. November 2017 erstellte die X.___ ihr 

polydisziplinäres Gutachten (IV-act. 127). Die Sachverständigen gaben darin an, beim 

Versicherten folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit erhoben zu 

haben: Eingeschränkte Belastbarkeit beim Gehen und Stehen Bein links bei 

posttraumatischer oberer Sprunggelenksarthrose mit Anschlussarthrose der 

Fusswurzelgelenke nach distaler offener Unterschenkel-Fraktur links (Gustillo 3b), 

Velounfall (23.06.2009) mit Erstversorgung mittels Carbon-Fixateur externe 

Wunddébridement und Sehnennaht M. extensor dig. Longus anschliessend second 

lock mit Jet-Lavage und Coldex-Wechsel (26.06.2009, Coldex-Wechsel und 

Primärverschluss sowie Wund-Débridement (03.07.2009), partieller primärer 

C.a. 

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Wundverschluss Débridement Coldex-Wechsel (06.07.2009), primärer Wundverschluss 

(13.07.2009), Fixateur ext. Entfernung (18.08.2009), Plattenosteosynthese Tibia links 

(31.08.2009), Coxarthrose links mit Beinverkürzung bei Status nach Femurfraktur, 

chronische Schmerzen Becken-Bein rechts bei Status nach Schussverletzung Becken 

rechts mit N. ischiadikusläsion. Als Diagnosen ohne wesentliche Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit attestierten die Sachverständigen eine anhaltende somatoforme 

Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren, eine rezidivierende 

depressive Störung, aktuell mittelgradige depressive Episode, eine kombinierte 

periphere und zentrale Wahrnehmungsstörung mit Hypästhesie und Hyperalgesie 

sowie teils neuropathisch anmutende Schmerzen des linken Unterschenkels, kein 

Hinweis für radikuläre Schädigung oder Schädigung eines grossen peripheren Nervs, 

elektroneurographisch und -myographisch nur wenige Hinweise für eine periphere 

Nervenschädigung, in der quantitativen sensorischen Testung Hinweise sowohl für eine 

zentrale als auch für eine periphere Wahrnehmungsstörung, als Hinweis für eine 

gestörte zentrale Schmerzwahrnehmung, aktenanamnestisch Status nach 

Ischiadikusläsion rechts nach Schussverletzung, erloschener ASR rechts, ansonsten 

hierfür keine klinisch-neurologischen Korrelate, Hashimoto Thyreoiditis mit 

hypothyreoter Stoffwechsellage unter Euthyrox 0,2mg, pollenallergisch induziertes 

Asthma bronchiale und allergische Rhinitis und unklares hämatologisches Leiden mit 

Thrombozytopenie. In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Betriebsmitarbeiter in einer 

Wäscherei bzw. als Verpacker sei der Versicherte frühestens ab dem Unfallzeitpunkt 

(23.06.2009) und spätestens ab den dokumentierten stationären Fussschmerzen vom 

23.05.2014 zu 50% arbeitsunfähig, begründet durch die eingeschränkte Belastbarkeit 

beim Gehen und Stehen sowie die Schmerzchronifizierung bei/mit posttraumatischer 

oberer Sprunggelenksarthrose mit Anschlussarthrose der Fusswurzelgelenke nach 3-

gradig offener Unterschenkel-Fraktur distal links infolge des Velounfalls (23.06.2009) 

und der Coxarthrose links. Unzumutbar seien schwere und mittelschwere Tätigkeiten 

mit überwiegend Gehen und Stehen, das Heben und Tragen von Lasten über 10kg 

Gewicht, einseitige Zwangshaltungen, gebückte, kauernde Positionen sowie das 

Klettern und das Besteigen von Leitern und Gerüsten. In adaptierten Tätigkeiten 

(leichte wechselbelastende überwiegend sitzende Tätigkeiten ohne Heben und Tragen 

von Lasten von mehr als 10kg, ohne einseitige Zwangshaltungen, gebückte und 

kauernde Positionen, ohne Klettern, ohne Besteigen und Leitern und Gerüsten) bestehe 

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seit dem 22. Juli 2014 bei einem Vollpensum eine 30%ige Reduktion in der 

Leistungsfähigkeit aufgrund der Schmerzchronifizierung, der eingeschränkten Funktion 

des oberen Sprunggelenks mit pathomorphologischen Veränderungen sowie der 

eingeschränkten Belastbarkeit beim Gehen und Stehen. Zudem sei ein vermehrter 

Pausenbedarf notwendig. Seit dem Referenzzeitpunkt (MEDAS-Gutachten vom 

Februar 2014) habe sich der Gesundheitszustand des Versicherten verschlechtert. 

Begründet werde dies durch die eingeschränkte Belastbarkeit beim Gehen und Stehen, 

durch die Schmerzchronifizierung und das klinische Korrelat der Fehl- und 

Überbelastung, die mit Sehnenreizungen verbunden sei, auch aufgrund der 

Fehlstellung bei Rückfussvarus und Fussfehlstatik. Die RAD-Ärztin Dr. med. B.___ 

notierte am 2. Dezember 2017 (IV-act. 129), auf das medexperts-Gutachten könnte 

abgestellt werden.

Im Austrittsbericht des Kantonspitals St.Gallen (KSSG), Departement W.___, Klinik 

V.___, vom 3. August 2018 wurden die folgenden Diagnosen angegeben (IV-act. 155): 

Immunthrombopenie (ED 24.05.2018), hyporegenerative, normochrome, normozytäre 

Anämie, Verdacht auf durchgemachte Hepatitis B und A (ED 29.05.2018), substituierte 

Hypothyreose, unklare Leberwerterhöhung (ED 28.05.2018), 

Nasennebenhöhlenentzündung (05/2018), chronifiziertes Schmerzsyndrom: 

Lokalisation OSG/Fuss links, Hypokaliämie (ED 28.05.2018), Nebendiagnosen 

(sockeförmige Hypästhesie linker Fuss unklarer Ätiologie, Asthma bronchiale, Rhinitis 

allergica) und aktivierte Gerinnung (ED 06/2018). Am 23. September 2019 wurde 

ergänzend angegeben, beim Versicherten seien eine unklare Bizytopenie, 

wahrscheinlich im Sinne eines T.___-Syndroms festgestellt worden (IV-act. 201). Im 

Übrigen sei die Hepatitis B-Serologie wahrscheinlich falsch-positiv ausgefallen; die 

weiteren Diagnosen seien im Wesentlichen unverändert geblieben. Am 19. November 

2019 notierten die Fachpersonen des KSSG (IV-act. 211), die Ursache für das T.___-

Syndroms (Bizytopenie mit Nachweis einer Immunthrombopenie bzw. 

Autoimmunhämolyse) sei weiterhin unklar, insbesondere seien keine Anhaltspunkte für 

eine zugrundeliegende lymphoproliferative Grunderkrankung zu finden. Am 19. Juni 

2020 notierte ein Oberarzt des KSSG (IV-act. 217), in einer aktiven Phase des T.___-

Syndroms sei die Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt, wenngleich bei solchen 

Immunopathien nicht selten eine gewisse Fatigue-Symptomatik möglich sei, was sich 

C.b. 

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in den Akut-Phasen durch Anämie, Dyspnoe oder Leistungsminderung äussere. Am 8. 

Dezember 2020 berichteten die Fachpersonen des KSSG, sie hätten ein weiteres 

Rezidiv des T.___-Syndroms festgestellt (IV-act. 231). Am 17. Dezember 2020 notierte 

die RAD-Ärztin Dr. B.___ (IV-act. 232), dass ein instabiler Gesundheitszustand vorliege, 

da die Behandlung des rezidivierten T.___-Syndrom noch nicht abgeschlossen sei und 

weitere Abklärungen liefen.

Bereits ab dem 17. Februar 2020 hatte der Versicherte an einem vom Amt für 

Wirtschaft und Arbeit organisierten Einsatzprogramm inkl. Bildungsteil bei C.___ in 

einem Pensum von 50% teilgenommen (IV-act. 214). Am 7. Juli 2020 hatten die 

Zuständigen der C.___ in einem Mail angegeben (IV-act. 219), die Chancen des 

Versicherten im 1. Arbeitsmarkt seien aufgrund seiner körperlichen Beschwerden 

gering. Mit einer Mitteilung vom 23. Dezember 2020 wies die IV-Stelle das 

Leistungsbegehren um berufliche Massnahmen ab (IV-act. 237).

C.c. 

Am 6. Januar 2021 gab eine Fachperson der Klinik für U.___ des KSSG an, beim 

Versicherten seien eine Anpassungsstörung und eine anamnestisch rezidivierende 

depressive Störung erhoben worden (IV-act. 253). Nach einer COVID-Infektion 

(10/2020) habe der Versicherte über Dyspnoe und Reizhusten geklagt 

(Untersuchungsbericht des KSSG, Pneumologie und Schlafmedizin vom 26. Januar 

2021; IV-act. 251). In der Folge wurde am 28. Januar 2021 eine Bronchoskopie 

durchgeführt, deren Befund aber unauffällig, insbesondere ohne Blutungsstigmata, 

ausfiel (Untersuchungsbericht des KSSG, Pneumologie und Schlafmedizin vom 

2. Februar 2021; IV-act. 252). Infolge der stabilen Hämoglobin- und 

Thrombozytenwerten waren keine weiteren Abklärungen geplant. Am 24. Juni 2021 

berichtete Dr. med. D.___ von der V.___ des KSSG (IV-act. 269), das T.___-Syndrom 

des Versicherten sei phasenweise mehr oder weniger aktiv, wobei während den aktiven 

Krankheitsphasen häufig eine relativ akute, zum Teil auch mehrwöchige, allenfalls 

sogar mehrmonatige, Arbeitsunfähigkeit bestehe (insbesondere angesichts potentieller 

Blutungskomplikationen bei relevanter Thrombopenie bzw. Hämolyse), wohingegen 

während den inaktiven Phasen der Erkrankung aus rein hämatologischer Sicht nur 

wenige Einschränkungen in der Arbeitsfähigkeit bestünden. Damit einher gehen könne 

zum Teil aber auch eine invalidisierende chronische Fatigue, welche beim Versicherten 

vorliege. Insgesamt sehe er den Versicherten in der chronischen, wenig aktiven 

C.d. 

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Krankheitsphase zu 20-30% arbeitsunfähig, was aber in den aktiven Krankheitsphasen 

massiv verstärkt werde (bis 100%).

Am 14. Juli 2021 kündigte die IV-Stelle dem Versicherten an, dass sie zur Klärung 

der Leistungsansprüche eine umfassende medizinische Untersuchung als notwendig 

erachte (IV-act. 271). Am 4. Februar 2022 erstattete die SMAB AG Bern, 

Schweizerisches Zentrum für medizinische Abklärungen und Beratungen (nachfolgend: 

SMAB) ihr polydisziplinäres (internistisches, medizinisch onkologisches, 

orthopädisches, neurologisches und psychiatrisches) Gutachten (IV-act. 293). Die 

Sachverständigen gaben an, mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (letzte Tätigkeit) 

leide der Versicherte an einer posttraumatischen Sprunggelenksarthrose mit Verdacht 

auf Sinus-Tarsi-Syndrom links und Talusödem nach drittgradig offener 

Unterschenkelfraktur links nach Fahrradunfall in 2009, an einer Beinverkürzung links 

mit Coxarthrose links nach Schussbruch linker Femur, an einem chronischen Fatigue-

Syndrom bei T.___-Syndrom (ED 05/2018 mit erstmaliger Diagnostik einer 

Thrombopenie 02/2017, mehrfache Rezidive) und an einer chronischen 

Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren nach ICD-10: F 45.41. 

Dem Senk- und Spreizfuss beidseits mit Hammerzehe D2 und D4 rechts, den 

persistierenden Schmerzen zum Teil wahrscheinlich neuropathisch bedingt im Bereich 

der linken unteren Extremität, nach komplexer Verletzung der linken unteren Extremität 

2009, der Schmerzausweitung bis in die linke obere Extremität und in den 

Thoraxbereich, zum Teil auch ins Gesicht, ohne Anhaltspunkte für eine 

Hemisymptomatik und ohne Anhalt für eine radikuläre Symptomatik, einem 

aktenanamnestischen Status nach Ischiadicus-Läsion rechts nach Schussverletzung 

(ASR rechts nicht auslösbar, keine Paresen), einem Status nach Covid-19 Infektion 

10/2020, einem Asthma bronchiale und Rhinitis allergica, einer substituierten 

Hypothyreose, einem Status nach Analfissur 2017, Fissurektomie 02/2017, einem 

Vitamin D-Mangel und einer Anpassungsstörung nach ICD-10: F43.20 massen sie 

keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zu. Die Sachverständigen gaben an, dem 

Versicherten könne unter Berücksichtigung der Traumafolgen eine verminderte 

Belastbarkeit der linken unteren Extremität attestiert werden. Es bestünden jedoch 

Ressourcen zur Wiederaufnahme einer beruflichen Tätigkeit. Mittelschwere körperliche 

Tätigkeiten ohne Zwangshaltung, Arbeiten ohne erhöhte Unfallgefahr (häufiges 

C.e. 

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Besteigen von Treppen, Leitern oder Gerüsten), vorwiegend in sitzender Körperhaltung 

mit der Möglichkeit der eigen gewählten Positionswechsel und gelegentlichem Gehen 

oder Stehen seien dem Versicherten mit Einschränkungen möglich. Im Hinblick auf das 

Asthma bronchiale und der dadurch bedingten pulmonalen Einschränkung müsse der 

Arbeitsplatz frei sein von inhalativen Allergenen und chemischen oder physikalischen 

Noxen. Körperlich schwere und schwerste Tätigkeiten seien nicht geeignet. Im Rahmen 

eines möglichen Infekt-Triggers des T.___-Syndrom sei auf Tätigkeiten mit hoher 

Infektgefährdung sowie auf Tätigkeiten mit einer erhöhten Verletzungsgefahr bei 

möglicher verstärkter Blutungsneigung zu verzichten. Die Sachverständigen gaben 

weiter an, die Beschwerden des Versicherten seien konsistent und plausibel 

vorgebracht worden. Die erhobenen orthopädischen Befunde deckten sich mit den im 

Rahmen der Begutachtung genannten Beschwerden. Zwischen der Alltagsaktivität und 

der angegebenen "Nichtmöglichkeit" der Verrichtung einer Tätigkeit bestehe eine 

Diskrepanz. Insbesondere in leidensadaptierten Tätigkeiten bestünden nämlich 

deutliche Ressourcen. Nicht nachvollziehbar sei die angegebene Schmerzausbreitung 

bis in den Thoraxbereich und in die linke obere Extremität, teilweise bis ins Gesicht. In 

der bisherigen Tätigkeit sei der Versicherte seit dem Auftreten einer posttraumatischen 

Arthrose an der linken unteren Extremität, erstmals dokumentiert im Gutachten vom 7. 

Februar 2014, voll arbeitsunfähig. In einer adaptierten Tätigkeit bestehe eine 80%ige 

Arbeitsfähigkeit (8.5 Stunden pro Tag, Leistungsminderung 20%). Aus onkologischer 

Sicht habe seit 05/2018 (möglicherweise frühestens bereits seit 02/2017) eine 80%ige 

Arbeitsfähigkeit für adaptierte Tätigkeiten bestanden. Über kurze Zeiträume von jeweils 

wenigen Tagen bis Wochen (u.a. 05/2018, 07-08.2018, 09.2019, 10/2020, 12/2020, 

01/2021) habe jeweils eine volle Arbeitsunfähigkeit bestanden, eine detaillierte 

Auflistung sei retrospektiv jedoch nicht möglich. Die Gesamtarbeitsfähigkeit in einer 

angepassten Tätigkeit resultiere aufgrund der Einschätzungen im onkologischen 

Gebiet. Die Gesamtarbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit ergebe sich aufgrund 

der Einschränkungen nach dem erlittenen Trauma im Jahr 2009 auf orthopädischem 

Fachgebiet. Aus gesamtgutachterlicher Sicht habe sich die Arbeitsfähigkeit in einer 

adaptierten Tätigkeit seit dem medexperts-Gutachten vom 11/2017 nicht verändert, 

sodass weiterhin unter Berücksichtigung der onkologischen und psychiatrischen 

Erkrankungen eine 30%ige Einschränkung der Leistungsfähigkeit bestehe. Spätestens 

nach den angegebenen kurzfristigen Arbeitsunfähigkeitszeiträumen, in welchen der 

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Versicherte voll arbeitsunfähig gewesen sei, habe weiterhin bis laufend eine 70%ige 

Arbeitsfähigkeit bestanden. Der orthopädische Sachverständige führte in seinem 

Teilgutachten aus (IV-act. 293-60 f.), in der bisherigen Tätigkeit bestehe seit dem 

02/2014 eine volle Arbeitsunfähigkeit. Eine adaptierte Tätigkeit sei hingegen seit dem 

01/2010 zu 100% zumutbar. Aus orthopädischer Sicht habe sich die Arbeitsfähigkeit in 

einer adaptierten Tätigkeit seit dem medexperts-Gutachten (11/2017) nicht verändert. 

Aus orthopädischer Sicht sei weiterhin eine sitzende Tätigkeit mit der Möglichkeit der 

Positionswechsel und gelegentlichem Gehen und Stehen in einem 100%igen Umfang 

möglich. Der onkologische Sachverständige hielt in seinem Teilgutachten fest (IV-act. 

293-98 f.), die bisherige Tätigkeit sei dem Versicherten zu 80% möglich (8.5 Stunden 

Anwesenheit mit 20%iger Leistungseinschränkung), eine adaptierte Tätigkeit sei dem 

Versicherten (in einer wenig aktiven Krankheitsphase des T.___-Syndroms) zu 80% 

möglich (8.5 Stunden Anwesenheit mit 20%iger Leistungseinschränkung). Bei einer 

aktiven Krankheitsphase/Rezidiven sei allerdings zeitweilig mit einer deutlich 

verstärkten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (bis 100%) zu rechnen. Am 22. Februar 

2022 notierte die RAD-Ärztin Dr. B.___ (IV-act. 295), das SMAB-Gutachten weise noch 

Unklarheiten auf, weshalb die SMAB-Sachverständigen in einer Stellungnahme die 

abweichende Arbeitsfähigkeit "adaptiert" im Vergleich zum medexperts-Gutachten bei 

gleichgebliebenem Gesundheitszustand zur Arbeitsfähigkeit "adaptiert" aus 

polydisziplinärer Sicht, die Arbeitsfähigkeit "adaptiert" aus orthopädischer Sicht und 

die interdisziplinäre Gesamtbeurteilung der Arbeitsfähigkeit "adaptiert" zu erläutern 

hätten. In einer Stellungnahme vom 5. April 2022 führten die SMAB-Sachverständigen 

aus (IV-act. 305), im Gutachten sei leider ein bedauerlicher Übertragungsfehler 

aufgetreten. Im Vergleich zur Begutachtung der medexperts vom 11/2017 habe sich 

keine wesentliche Änderung der Diagnosen im orthopädischen Fachgebiet ergeben. 

Unverändert zur Begutachtung von 2017 bestehe eine verminderte Belastbarkeit der 

unteren Extremitäten mit vermehrtem Pausenbedarf. Es resultiere eine 70%ige 

Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit. Die interdisziplinäre Gesamtbeurteilung 

resultiere unter Berücksichtigung der Einschränkungen im orthopädischen Fachgebiet 

und der Einschätzungen im onkologischen Fachgebiet. Die Gesamtarbeitsunfähigkeit in 

der bisherigen Tätigkeit ergebe sich aufgrund der Einschränkungen nach dem 

erlittenen Trauma in 2009 auf orthopädischem Fachgebiet. Die Arbeitsfähigkeit sei in 

der bisherigen Tätigkeit seit diesem Zeitpunkt aufgehoben. Die Gesamtarbeitsfähigkeit 

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in einer angepassten Tätigkeit resultiere integrativ aufgrund der eingeschränkten 

Belastbarkeit der unteren Extremitäten und des erhöhten Pausenbedarfs infolge der 

onkologischen Erkrankung, die Gesamtarbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit betrage 

70%. Die angegebenen Arbeitsunfähigkeiten in den Fachgebieten Orthopädie und 

Onkologie addierten sich hier nicht; sie seien integrativ zu werten.

Vom 11. bis zum 21. Februar 2022 und vom 10. März bis zum 11. April 2022 (IV-

act. 309 f.) war der Versicherte jeweils aufgrund einer stark verminderter 

Thrombozytenzahl mit Blutungen und Anämie und vom 14. bis 19. April 2022 (IV-act. 

311) infolge einer Community aquired pneumonia erneut im KSSG hospitalisiert 

gewesen. Am 11. Mai 2022 notierte die RAD-Ärztin Dr. B.___ (IV-act. 312), auf das 

SMAB-Gutachten könne abgestellt werden, nachdem die Sachverständigen in ihrer 

Stellungnahme vom 5. April 2022 die Unklarheiten geklärt und korrigiert hätten. Seit 

dem 11. Februar 2022 habe sich der Gesundheitszustand des Versicherten wieder 

verschlechtert und es bestehe eine volle Arbeitsunfähigkeit. Da die bisherige Therapie 

zur Verhinderung der niedrigen Thrombozytenzahl nicht wirksam gewesen sei, sei ab 

dem 2. April 2022 die Therapie umgestellt worden. Aus versicherungsmedizinischer 

Sicht liege somit wieder ein instabiler Gesundheitszustand vor. Am 13. Juni 2022 

berichtete Dr. med. D.___, leitender Arzt der Klinik V.___ des KSSG (IV-act. 316), seit 

der letzten Stellungnahme im Januar 2022 habe sich eine erneute immun-cytopene 

Episode zugetragen. Aufgrund der Ausprägung, der weitgehend therapie-refraktären 

Situation und der entsprechend nur sehr protrahierten Besserung müsse er seine 

Einschätzung relativieren. Der Versicherte falle unter die seltene Patientengruppe mit 

persistierender Thrombopenie mit nur schwierig und zumeist protrahiert 

behandlungsbedürftigen thrombopenen Krisen, bzw. auch nur unter einer komplexen 

Therapie stabilisierten Thrombocytenzahlen. Der Versicherte sei nämlich während den 

letzten fünf Monaten aufgrund von Thrombocytenzahlen <10G/l (meist <5G/l) 

überwiegend hospitalisiert gewesen, wobei die therapeutischen Massnahmen 

mehrheitlich erfolgreich wiederholt und intensiviert worden seien. Dies zeige, dass die 

ebenfalls bereits hochgradig therapie-refraktäre Problematik 10/2020-07/2021 nicht 

eine Singularität im Verlauf dieser individuell sehr schwer verlaufenden Erkrankung 

dargestellt habe, sondern dass die Erkrankung beim Versicherten als ausgeprägt und 

sehr schwierig behandelbar zu beurteilen sei. Der Versicherte werde langfristig wohl 

C.f. 

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nicht ohne Immunsuppression auskommen, ohne dass bei ihm eine schwere 

Immunthrombopenie entstehe. Dies ergebe sich aus dem Verlauf; innerhalb der letzten 

vier Jahre seien vier schwere (davon zwei schwerste, mehrmonatige) Exacerbationen 

beobachtet worden und zuletzt seien nun wiederholt schwer immunsuppressive 

Medikamente (mit allen ihren immanenten Nebenwirkungen) eingesetzt worden. Daher 

korrigiere er seine letztmalige Einschätzung einer Arbeitsunfähigkeit von 20-30% auf 

eine mittel- und evtl. langfristige Arbeitsunfähigkeit von 50-60%. Miteingerechnet sei 

dabei auch die chronische Fatigue. Am 27. Juni 2022 hielt die RAD-Ärztin Dr. B.___ fest 

(IV-act. 319), die aktuellen Ausführungen von Dr. D.___ vom 13. Juni 2022 seien 

versicherungsmedizinisch nachvollziehbar. Aufgrund der Ausführungen von Dr. D.___ 

liege beim Versicherten eine besonders schwere Erkrankung mit ungünstiger Prognose 

vor. Es sei von einer anhaltenden Therapiebedürftigkeit mit Blutbildveränderungen und 

chronischer Mündigkeit auszugehen. Abgestützt auf die Ausführungen von Dr. D.___ 

werde ab 1. Februar 2022 dauerhaft von einer Arbeitsunfähigkeit adaptiert von 60% 

ausgegangen. Für die Zeit davor gälten die Einschätzungen der SMAB-Gutachter vom 

4. Februar 2022.

Mit einem Vorbescheid vom 26. Juli 2022 kündigte die IV-Stelle dem Versicherten 

an (IV-act. 322), sie beabsichtige, ihm vom 1. Juni 2022 bis 31. August 2022 eine Rente 

von 25% einer ganzen Invalidenrente und ab dem 1. September 2022 eine Rente von 

62 % einer ganzen Invalidenrente zuzusprechen. Zur Begründung führte sie aus, 

gemäss dem SMAB-Gutachten habe zum Begutachtungszeitpunkt und auch davor 

eine volle Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit vorgelegen. In einer 

leidensadaptierten Tätigkeit sei gemäss dem SMAB-Gutachten eine 70%ige 

Arbeitsfähigkeit zumutbar. Am 11. Februar 2022 habe sich der Gesundheitszustand 

verschlechtert, sodass ab dann eine 40%ige Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten 

Tätigkeit bestanden habe. Die "Wartezeit" gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG sei aber dennoch 

erst am 1. Juni 2022 erfüllt gewesen. Gemäss den gesetzlichen 

Revisionsbestimmungen bestehe ein Anspruch auf eine höhere Rentenleistung bei 

einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes, wenn die versicherte Person ohne 

wesentliche Unterbrechung während drei Monaten durchgehend im entsprechenden 

höheren Grad erwerbsunfähig gewesen sei. Am 20. September 2022 liess der 

Versicherte einwenden (IV-act. 330), es sei bei Dr. D.___ anzufragen, seit wann die 

C.g. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 12/20

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D.  

hämatologische Arbeitsunfähigkeit bei 60% liege; die Wartezeit sowie die 

Rentenzahlung seien gestützt darauf neu zu bestimmen. Eventualiter sei spätestens ab 

dem 1. Mai 2019 eine ganze Invalidenrente auszurichten. Am 27. Februar 2023 verfügte 

die IV-Stelle wie angekündigt vom 1. Juni 2022 bis 31. August 2022 eine Rente von 

25% einer ganzen Invalidenrente sowie ab dem 1. September 2022 eine Rente von 

62% einer ganzen Invalidenrente (IV-act. 336 f.).

Am 17. April 2023 liess der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer) 

Beschwerde gegen die beiden Verfügungen der IV-Stelle (nachfolgend: 

Beschwerdegegnerin) vom 27. Februar 2023 erheben (act. G 1). Er beantragte, ihm 

seien die gesetzlichen Leistungen zu erbringen. Zur Begründung führte er aus, die 

Beschwerdegegnerin habe das Wartejahr fälschlicherweise erst im Juni 2022 als erfüllt 

erachtet; die Berechnung sei nicht nachvollziehbar. Die von der Beschwerdegegnerin 

angenommene Verschlechterung per 11. Februar 2022 sei nicht nachvollziehbar; das 

T.___-Syndrom und die damit zusammenhängende Fatigue hätten spätestens seit dem 

23. Mai 2018 (erstmalige Hospitalisation) bestanden. Weiter hätten sich sowohl die 

Gutachter als auch die Beschwerdegegnerin nicht mit der erreichten Leistungsfähigkeit 

im Rahmen des Arbeitsversuches auseinandergesetzt.

D.a. 

Am 19. Juni 2023 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der 

Beschwerde (act. G 7). Zur Begründung führte sie aus, die Ausführungen von Dr. D.___ 

in seinem Bericht vom 13. Juni 2022 seien kein Beleg dafür, dass bereits seit Mai 2018 

eine Arbeitsunfähigkeit von 50-60% bestanden hätte.

D.b. 

Am 20. Juni 2023 entsprach die verfahrensleitende Versicherungsrichterin dem 

Gesuch des Beschwerdeführers um die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege 

(Befreiung von den Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen 

Rechtsverbeiständung) für das Beschwerdeverfahren (act. G 8).

D.c. 

Am 8. September 2023 liess der Beschwerdeführer an seinen Anträgen festhalten 

(act. G 12).

D.d. 

Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 27. September 2023 auf die Einreichung 

einer Duplik (act. G 14).

D.e. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 13/20

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Erwägungen

1.  

Wurde ein Rentenbegehren wegen eines zu geringen Invaliditätgrades 

abgewiesen, wird eine neue Anmeldung gemäss dem Art. 87 Abs. 3 IVV in Verbindung 

mit dem Art. 87 Abs. 2 IVV nur geprüft, wenn die versicherte Person glaubhaft gemacht 

hat, dass sich der für die Bemessung des Invaliditätsgrades massgebende Sachverhalt 

in einer anspruchsrelevanten Weise verändert hat. Der Beschwerdeführer hat sich im 

November 2016 erneut zum Leistungsbezug angemeldet, nachdem die 

Beschwerdegegnerin am 12. Januar 2012 ein Leistungsgesuch ab dem 1. April 2011 

abgewiesen hatte. Die Behandler haben eine Verschlechterung insbesondere 

hinsichtlich der Schmerzproblematik glaubhaft gemacht (vgl. bspw. IV-act. 88 ff.). Mit 

den Angaben in diesen Berichten ist glaubhaft gemacht gewesen, dass sich der für 

einen allfälligen Rentenanspruch des Beschwerdeführers massgebende Sachverhalt 

nach dem 12. Januar 2012 massgebend verändert gehabt haben könnte. Die 

Beschwerdegegnerin ist folglich zu Recht auf die Neuanmeldung eingetreten.

1.1. 

Der Zweck dieses Beschwerdeverfahrens erschöpft sich in der Überprüfung der 

angefochtenen Verfügungen auf deren Rechtmässigkeit, weshalb sein Gegenstand 

nicht weiter als jener der angefochtenen Verfügungen sein kann. Mit den beiden 

Verfügungen vom 27. Februar 2023 hat die Beschwerdegegnerin dem 

Beschwerdeführer für die Zeit vom 1. Juni 2022 bis zum 31. August 2022 eine 25%-

Rente und für die Zeit ab dem 1. September 2022 eine 62%-Rente zugesprochen, d.h. 

sie hat die rückwirkende, abgestufte Rentenzusprache auf zwei Verfügungen aufgeteilt. 

Nach der ständigen Praxis des Bundesgerichtes hat es sich dabei aber um einen 

unteilbaren Gegenstand gehandelt, über den mit einer einzigen Verfügung hätte 

entschieden werden müssen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 20. November 

2020, BGer 9C_453/2020, E. 4.3.1.). Die beiden angefochtenen Verfügungen erweisen 

sich damit als in formeller Hinsicht rechtswidrig. Eine Aufhebung der beiden 

Verfügungen und die Rückweisung an die Beschwerdegegnerin zum Erlass einer 

einzigen Verfügung über den Rentenanspruch ab dem 1. Juni 2022 aus diesem Grund 

allein wäre aber unverhältnismässig, denn inhaltlich würde sich dadurch überwiegend 

wahrscheinlich nichts ändern. Dies zwingt dazu, die formelle Rechtswidrigkeit zu 

ignorieren, nach dem Sprachgebrauch des Bundesgerichts also die formelle 

Rechtswidrigkeit zu "heilen". Somit sind die beiden Verfügungen auf ihre materielle 

Rechtmässigkeit zu prüfen. Im Urteilsdispositiv wird dem Umstand Rechnung 

getragen, dass zwei Verfügungen angefochten worden sind, so dass es grundsätzlich 

1.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 14/20

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2.  

3.  

zulässig wäre, dieses Urteil nur in dem Teil anzufechten, der eine der beiden 

Verfügungen bzw. Rentenphasen betrifft.

Eine versicherte Person hat laut dem Art. 28 Abs. 1 IVG einen Anspruch auf eine 

Rente der Invalidenversicherung, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare 

Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern kann, wenn sie 

während eines Jahres ohne einen wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 

mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen ist und wenn sie nach dem Ablauf 

dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid ist. Für die Bemessung der Invalidität 

wird gemäss dem Art. 28a Abs. 1 IVG in Verbindung mit dem Art. 16 ATSG das 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt der 

Gesundheitsbeeinträchtigung und nach der Durchführung der medizinischen 

Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare 

Tätigkeit bei einer ausgeglichenen Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung zu 

jenem Erwerbseinkommen gesetzt, das sie erzielen könnte, wenn sie gesund geblieben 

wäre.

2.1. 

Der IV-Grad wird anhand eines Vergleichs des zumutbarerweise erzielbaren 

Invalideneinkommens mit dem Valideneinkommen ermittelt (Art. 16 ATSG). Der 

Rentenanspruch entsteht frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach der 

Geltendmachung des Leistungsanspruchs (Art. 29 Abs. 1 IVG).

2.2. 

Um den IV-Grad ermitteln zu können, muss die Arbeitsfähigkeit des 

Beschwerdeführers in der angestammten Tätigkeit sowie in einer optimal adaptierten 

Tätigkeit mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit feststehen. Zur 

Klärung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit hat die Beschwerdegegnerin nach der 

Neuanmeldung zwei Gutachten in Auftrag gegeben. Das erste Gutachten ist am 29. 

November 2017 durch die medexperts ag erstellt worden. Bei diesem Gutachten ist 

das T.___-Syndrom noch nicht erkannt worden. Bereits aus diesem Grund ist das 

medexperts-Gutachten nicht beweistauglich. Folgerichtig hat die Beschwerdegegnerin 

denn auch eine weitere Begutachtung in Auftrag gegeben. Das zweite Gutachten ist 

am 4. Februar 2022 von der SMAB AG Bern erstattet worden. Nachfolgend gilt es, die 

Beweiskraft des SMAB-Gutachtens zu prüfen.

3.1. 

Ein Gutachten hat vollen Beweiswert, wenn es für die streitigen Belange 

umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden 

3.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 15/20

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berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der Beurteilung der 

medizinischen Zusammenhänge sowie der medizinischen Situation einleuchtet und die 

Schlussfolgerungen der Experten begründet sind (vgl. etwa BGE 125 V 351, E. 3a). Die 

Sachverständigen der SMAB AG Bern haben den Beschwerdeführer je persönlich 

untersucht. Sämtliche medizinische Vorakten haben ihnen zur Verfügung gestanden. 

Die Sachverständigen haben diese medizinischen Vorakten eingehend gewürdigt und 

sich mit ihnen, wo sie es für notwendig befunden haben, vertieft auseinandergesetzt. 

Die bei den Untersuchungen erhobenen objektiven klinischen Befunde sind von den 

Sachverständigen anschaulich und vollständig dargelegt worden. Die 

Sachverständigen haben die subjektiven Klagen des Beschwerdeführers umfassend 

wiedergegeben. Es gibt keinen Hinweis darauf, dass sie eine wesentliche medizinische 

Tatsache übersehen oder versehentlich ignoriert hätten. Der für ihre Beurteilung 

massgebende medizinische Sachverhalt ist ihnen also vollumfänglich bekannt 

gewesen. Sie haben ihre versicherungsmedizinische Beurteilung detailliert begründet. 

Die ermittelten Funktionseinschränkungen und die gestellten Diagnosen sind 

nachvollziehbar gewesen. Die Sachverständigen sind auf Diskrepanzen eingegangen 

und sie haben Symptomvalidierungsverfahren durchgeführt. Sie haben ausgeführt, 

dass sie keine grösseren Inkonsistenzen festgestellt hätten. Es habe sich lediglich eine 

Diskrepanz zwischen der Alltagsaktivität und der angegebenen "Nichtmöglichkeit" zur 

Verrichtung einer Tätigkeit ergeben. Zudem seien die angegebenen 

Schmerzausweitungen im oberen Körperbereich nicht gänzlich nachvollziehbar 

gewesen. Abschliessend haben die Sachverständigen eine Beurteilung der 

Arbeitsfähigkeit sowohl in der angestammten als auch in einer leidensadaptierten 

Tätigkeit abgegeben. Aufgrund von widersprüchlichen Angaben bezüglich der 

verbleibenden Arbeitsfähigkeit (vgl. die Ausführungen im Sachverhalt, Bst. C.e) hat der 

RAD die Sachverständigen um eine Klarstellung gebeten. In ihrer Stellungnahme vom 

5. April 2022 (IV-act. 305) haben die Sachverständigen nachvollziehbar dargelegt, dass 

ihnen ein Übertragungsfehler unterlaufen sei. Sie haben ausgeführt, im Vergleich zur 

Begutachtung der medexperts vom 11/2017 habe sich keine wesentliche Änderung der 

Diagnosen im orthopädischen Fachgebiet ergeben. Unverändert zur Begutachtung von 

2017 bestehe aus orthopädischer Sicht eine verminderte Belastbarkeit der unteren 

Extremitäten mit vermehrtem Pausenbedarf. Aus orthopädischer Sicht resultiere eine 

70%ige Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit. Die interdisziplinäre 

Gesamtbeurteilung beruhe auf den Einschränkungen orthopädischer und 

onkologischer Art. Die Gesamtarbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit ergebe sich 

aufgrund der Einschränkungen nach dem erlittenen Trauma in 2009 auf 

orthopädischem Fachgebiet. Die Arbeitsfähigkeit sei in der bisherigen Tätigkeit seit 

diesem Zeitpunkt aufgehoben. Die Gesamtarbeitsfähigkeit in einer angepassten 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 16/20

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Tätigkeit resultiere integrativ aufgrund der eingeschränkten Belastbarkeit der unteren 

Extremitäten und des erhöhten Pausenbedarfs infolge der onkologischen Erkrankung, 

die Gesamtarbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit betrage 70%. Die angegebenen 

Arbeitsunfähigkeiten in den Fachgebieten Orthopädie und Onkologie addierten sich 

hier nicht; sie seien integrativ zu werten. Damit erweist sich das SMAB-Gutachten, 

zumindest was die Zeit bis zur Begutachtung betrifft, als überzeugend.

Hieran vermag der Einwand des Beschwerdeführers nichts zu ändern, dass sich 

die Sachverständigen der SMAB nicht mit den Akten betreffend die beruflichen 

Massnahmen auseinandergesetzt hätten. Den Sachverständigen haben nämlich 

sämtliche IV-Akten vorgelegen, also auch jene Mail, in welcher die C.___ ihre 

Wahrnehmung des Versicherten bezüglich seines Arbeitseinsatzes dargelegt hatte. Die 

Schilderungen der C.___ vermögen aufgrund der nachfolgenden Darlegungen keine 

Zweifel am Gutachten zu erwecken. Für die Beantwortung der Frage, welche 

Tätigkeiten dem Beschwerdeführer in welchem Umfang zumutbar sind, ist 

ausschlaggebend, welche Belastungen der Beschwerdeführer aus medizinisch-

theoretischer Sicht trotz seiner Gesundheitsbeeinträchtigung tolerieren kann. Die strikt 

versicherungsmedizinische Beurteilung durch unabhängige Sachverständige fällt in 

aller Regel „strenger“ aus als die Beurteilung durch behandelnde Ärzte, weil sie sich 

nicht am therapeutischen Zweck, sondern daran bemisst, was die versicherte Person 

aus medizinischer Sicht objektiv maximal zu leisten imstande ist. Sie fällt oft auch 

„strenger“ als jene einer Institution aus, die eine Integrations- oder 

Eingliederungsmassnahme durchführt, da die Eingliederungsverantwortlichen mangels 

medizinischen Fachwissens nicht in der Lage sind zu beurteilen, welche Belastungen 

die versicherte Person maximal tolerieren könnte, ohne dass ihre Gesundheit dadurch 

weiter beeinträchtigt würde, und da ihre Aufgabe (wie jene der behandelnden Ärzte) in 

erster Linie darin besteht, die versicherte Person bestmöglich zur Arbeit zu motivieren, 

wobei die Frage nach dem Beschäftigungsgrad und der Arbeitsleistung nur eine 

untergeordnete Rolle spielt. Dass der Beschwerdeführer gemäss den Ausführungen der 

C.___ interessiert an seinem Arbeitseinsatz gewirkt hat, bedeutet nicht, dass er 

während der Integrationsmassnahme den ihm maximalen zumutbaren Einsatz geleistet 

hätte. Erfahrungsgemäss trauen sich längerfristig kranke Versicherte nämlich oft 

(deutlich) weniger zu, als sie effektiv leisten könnten (vgl. dazu auch den Entscheid IV 

2019/316, Erw. 2.3 des Versicherungsgerichts St.Gallen vom 13. Juli 2021). Aus 

diesem Grund spiegeln die Darlegungen der C.___ zu einem wesentlichen Teil nur 

wider, was der Beschwerdeführer selbst als zumutbar erachtet hat. Im Übrigen zeigt 

bereits die von der C.___ verwendete Formulierung, dass die Ausführungen im 

Wesentlichen nichts weiter als die Selbstdarstellung des Beschwerdeführers 

3.3. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 17/20

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4.

In Bezug auf den Sachverhalt bis zum Begutachtungszeitpunkt ist auf das SMAB-

Gutachten abzustellen. Insbesondere ist aufgrund des SMAB-Gutachtens mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass der Beschwerdeführer seit 2009 in 

seiner ursprünglichen Tätigkeit durchgehend (also auch mindestens sechs Monate vor 

der Anmeldung im November 2016) voll arbeitsunfähig gewesen ist, da die Angabe zur 

verbleibenden Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit auf der orthopädischen (und 

nicht auf der onkologischen) Abklärung basiert hat. Im Nachgang zur Begutachtung hat 

sich dann aber gezeigt, dass der zukünftige Verlauf des T.___-Syndroms von den 

Gutachtern falsch eingeschätzt worden ist, denn aufgrund der sehr seltenen, 

besonders stark ausgeprägten Form des T.___-Syndroms ist entgegen der stabilen 

Prognose im Gutachten eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes eingetreten. 

So hat sich beim Beschwerdeführer nach der Begutachtung gemäss den Ausführungen 

von Dr. D.___ vom 13. Juni 2022 eine erneute immun-cytopene Episode zugetragen. 

Aufgrund der besonders intensiven Ausprägung, der damit verbundenen weitgehend 

therapie-refraktären Situation und der entsprechend nur sehr protrahierten Besserung 

hat Dr. D.___ seine Einschätzung vom Januar 2022 aufgegeben. Er hat ausgeführt, der 

Beschwerdeführer gehöre zur seltenen Patientengruppe mit einer persistierenden 

Thrombopenie mit schwierig und zumeist protrahiert behandlungsbedürftigen 

thrombopenen Krisen bzw. nur unter einer komplexen Therapie stabilisierbaren 

Thrombocytenzahlen. Der Beschwerdeführer werde wohl langfristig auf 

Immunsuppression angewiesen sein; zuletzt seien bei den vier schweren 

Exacerbationen wiederholt schwer immunsuppressive Medikamente eingesetzt 

worden. Daher korrigierte er seine bisherige Annahme einer 20-30%igen 

Arbeitsunfähigkeit auf eine 50-60%ige Arbeitsunfähigkeit. Die RAD-Ärztin erachtete die 

Ausführungen von Dr. D.___ als nachvollziehbar und nahm gestützt darauf ab dem 11. 

Februar 2022 eine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit von 60% 

an. Basierend darauf ist die Beschwerdegegnerin, ohne weitere Abklärungen zu 

tätigen, ab dem 11. Februar 2022 von einer 60%igen Arbeitsunfähigkeit in einer 

adaptierten Tätigkeit ausgegangen. Die neue diagnostische Einschätzung und 

insbesondere die Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. D.___ vom 13. Juni 2022 

vermögen nicht vollständig zu überzeugen. Zum einen besteht bei allen Behandlern der 

Anschein der Befangenheit und zum andern kann nicht ausgeschlossen werden, dass 

auch Dr. D.___ die zukünftige Entwicklung der Krankheit (und damit der 

wiedergeben. Die Ausführungen der C.___ bilden somit keine ausreichende Grundlage 

für die Bemessung der Arbeitsfähigkeit, sie vermögen keine Zweifel am SMAB-

Gutachten zu wecken.

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 18/20

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Arbeitsunfähigkeit) noch nicht hat abschätzen können, weil der Gesundheitszustand 

zum Zeitpunkt, in dem er seinen Bericht erstellt hat, noch nicht stabil gewesen ist. 

Zudem hat Dr. D.___ nicht angegeben, ab wann die Verschlechterung des 

Gesundheitszustandes eingetreten sein soll bzw. sich die Arbeitsunfähigkeit von 

20-30% auf 50-60% erhöht haben soll. Dr. D.___ hat teils (z.B. bezüglich der 

auftretenden Fatigue) auf die Selbstangaben des Beschwerdeführers abgestellt; eine 

Symptomvalidierung hat er nicht vorgenommen. Letzteres wäre jedoch angezeigt 

gewesen, da im Rahmen der SMAB-Begutachtung gewisse Diskrepanzen zwischen 

den Angaben des Beschwerdeführers und dem effektiv bestehenden 

Gesundheitszustand festgestellt worden sind. Da der Bericht von Dr. D.___ vom 13. 

Juni 2022 und insbesondere die darin abgegebene Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht 

überzeugen, ist die darauf basierende RAD-Stellungnahme ebenfalls nicht 

beweiskräftig. Aufgrund der sich abzeichnenden stark negativen Entwicklung des 

Gesundheitszustandes hätte die Beschwerdegegnerin eine Verlaufsbegutachtung 

anordnen müssen. Das wird die Beschwerdegegnerin nachzuholen haben. Die 

Verzögerung bei der Einholung eines Verlaufsgutachtens dürfte sich möglicherweise 

sogar als Vorteil erweisen, denn sie ermöglicht eine Beurteilung der Entwicklung des 

Krankheitsbildes des Beschwerdeführers über einen längeren Zeitraum. 

Möglicherweise hat sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers inzwischen 

stabilisiert, so dass eine längerfristige medizinische Prognose und damit auch eine 

längerfristig gültige Arbeitsfähigkeitsschätzung möglich ist, welche die Zusprache einer 

Invalidenrente für die Zukunft zulässt. Der massgebende Sachverhalt erweist sich 

damit als unzureichend abgeklärt, weshalb die beiden angefochtenen Verfügungen in 

Verletzung der Untersuchungspflicht (Art. 43 Abs. 1 ATSG) ergangen sind und als 

rechtswidrig aufgehoben werden müssen. Da es nicht die Sache des 

Versicherungsgerichtes sein kann, die ureigenste Aufgabe der Beschwerdegegnerin – 

die Sachverhaltsabklärung – zu übernehmen, ist die Sache zur Fortsetzung der 

Sachverhaltsermittlung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Die 

Beschwerdegegnerin wird eine Verlaufsbegutachtung des Beschwerdeführers in 

Auftrag geben und anschliessend erneut über eine Rentenzusprache entscheiden. 

Sollte die Verlaufsbegutachtung ergeben, dass die onkologische 

Gesundheitsbeeinträchtigung tatsächlich längerdauernde, schwere Phasen der 

vollständigen Arbeitsunfähigkeit zur Folge hat, wird die Beschwerdegegnerin prüfen, ob 

eine immer wieder durch Phasen hoher oder vollständiger Arbeitsunfähigkeit 

unterbrochene Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers auf dem Arbeitsmarkt noch 

verwertbar ist. Sie wird gegebenenfalls die Frage beantworten müssen, ob es einen 

Arbeitgeber gibt, der bereit wäre, den Beschwerdeführer trotz unvorhersehbarer und 

jeweils längerdauernder Absenzen zu beschäftigen.

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 19/20

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5.

Da aufgrund der Akten nicht erkennbar ist, inwieweit eine Verlaufsbegutachtung einen 

Nachteil für den Beschwerdeführer ergeben sollte, ist auf den Hinweis auf eine allfällige 

reformatio in peius im anschliessenden Verwaltungsverfahren verzichtet worden.

6.

Die angefochtenen Verfügungen sind aufzuheben und die Sache ist zur weiteren 

Abklärung im Sinne der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

7.  

Entscheid

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Die Rückweisung einer Sache gilt hinsichtlich 

der Kosten- und Entschädigungsfolgen rechtsprechungsgemäss als ein vollständiges 

Obsiegen der beschwerdeführenden Partei. Die angesichts des durchschnittlichen 

Verfahrensaufwandes auf 600 Franken festzusetzenden Gerichtskosten sind deshalb 

der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Da der Beurteilungsaufwand für die beiden 

Streitgegenstände derselbe gewesen ist, rechtfertigt sich eine hälftige Aufteilung.

7.1. 

bis

Der Beschwerdeführer hat einen Anspruch auf eine volle Parteientschädigung. 

Diese wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den 

Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des 

Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das 

Honorar vor dem Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b der st.gallischen 

Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten (HonO) pauschal Fr. 1'500.-- 

bis Fr. 15'000.--. In der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit erscheint 

praxisgemäss ein Honorar von 4'000 Franken als angemessen. Die 

Beschwerdegegnerin hat den Beschwerdeführer deshalb mit insgesamt 4'000 Franken 

(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen. Für den 

Vertretungsaufwand gilt dasselbe wie für den Beurteilungsaufwand, so dass sich auch 

hier eine hälftige Aufteilung rechtfertigt.

7.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 20/20

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im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die angefochtene Verfügung vom 27. Februar 2023 für den Zeitraum vom 01.06.2022 

bis zum 31.08.2022 wird aufgehoben und die Sache wird zur Weiterführung des 

Verwaltungsverfahrens im Sinne der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin 

zurückgewiesen.

2.

Die Beschwerdegegnerin hat für den die Verfügung vom 27. Februar 2023 für den 

Zeitraum vom 01.06.2022 bis zum 31.08.2022 betreffenden Teil des 

Beschwerdeverfahrens die Gerichtskosten von 300 Franken zu bezahlen.

3.

Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer für den die Verfügung vom 

27. Februar 2023 für den Zeitraum vom 01.06.2022 bis zum 31.08.2022 betreffenden 

Teil des Beschwerdeverfahrens eine Parteientschädigung von 2'000 Franken zu 

bezahlen.

4.

Die angefochtene Verfügung vom 27. Februar 2023 für den Zeitraum ab dem 

01.09.2022 wird aufgehoben und die Sache wird zur Weiterführung des 

Verwaltungsverfahrens im Sinne der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin 

zurückgewiesen.

5.

Die Beschwerdegegnerin hat für den die Verfügung vom 27. Februar 2023 für den 

Zeitraum ab dem 01.09.2022 betreffenden Teil des Beschwerdeverfahrens die 

Gerichtskosten von 300 Franken zu bezahlen.

6.

Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer für den die Verfügung vom 

27. Februar 2023 für den Zeitraum ab dem 01.09.2022 betreffenden Teil des 

Beschwerdeverfahrens eine Parteientschädigung von 2'000 Franken zu bezahlen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 13.03.2024
	Art. 43 ATSG: Verletzung der Untersuchungspflicht. Rückweisung an die Beschwerdegegnerin im Sinne der Erwägungen zur Einholung eines Verlaufsgutachtens (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kanton St. Gallen vom 13. März 2024, IV 2023/68).

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