# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** baa1467e-7fd7-5554-bebd-eb57c818c2fa
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-12-14
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 14.12.2011 D-6284/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6284-2011_2011-12-14.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung IV
D­6284/2011

U r t e i l   v om   1 4 .   D e z embe r   2 0 1 1

Besetzung Richter Martin Zoller (Vorsitz),
Richter Pietro Angeli­Busi,
Richterin Nina Spälti Giannakitsas;
Gerichtsschreiberin Kathrin Mangold Horni.

Parteien A._______, geboren am (…),
Sri Lanka,
c/o Schweizerische Vertretung in Colombo,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Gegenstand Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung;
Verfügung des BFM vom 26. September 2011.

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Sachverhalt:

A. 
A.a Der Beschwerdeführer reichte am 4. Mai 1992 in der Empfangsstelle 
(heute  Empfangs­  und  Verfahrenszentrum  [EVZ])  B._______  ein  erstes 
Asylgesuch ein. Am 8. Mai 1992 wurde er dort zu seinen Personalien, zu 
seinem Reiseweg sowie – summarisch – zu seinen Asylgründen befragt. 
Nachdem er für den Aufenthalt während der Dauer dieses Asylverfahrens 
dem  Kanton  C._______  zugewiesen  worden  war,  hörte  ihn  die 
zuständige  kantonale  Behörde  am  25.  Mai  1992  eingehend  zu  seinen 
Asylgründen an. 

Dabei  machte  er  im  Wesentlichen  geltend,  er  sei  sri­lankischer 
Staatsangehöriger  tamilischer  Ethnie  und  stamme  aus  D._______ 
(Distrikt  E._______,  Nordprovinz).  Im  Januar  1986  sei  er  von  der  sri­
lankischen Armee verhaftet und während dreier Tage in einem Camp im 
Distrikt  F._______  (Ostprovinz)  festgehalten  worden.  Im  August  1991 
hätten Angehörige  der  Liberation  Tigers  of  Tamil  Eelam  (LTTE)  ihn  zur 
Herausgabe  von  Geld  gezwungen,  worauf  er  ihnen  zwei  Goldstücke 
gegeben  habe.  Diese  Vorfälle  sowie  die  allgemeine  Kriegssituation  im 
Land  und  der  Umstand,  dass  die  Zementfabrik,  in  welcher  er  als 
Chemiker  gearbeitet  habe,  geschlossen  worden  sei,  hätten  ihn 
veranlasst,  Sri  Lanka  am  23.  April  1992  auf  dem  Luftweg  zu  verlassen 
und via Singapur, Bangkok und Dubai nach Europa zu reisen.

A.b  Am  3.  Juni  1996  teilte  der  Beschwerdeführer  dem  damals 
zuständigen  Bundesamt  für  Flüchtlinge  (BFF)  mit,  seine  in  Sri  Lanka 
gebliebene  Ehefrau  sei  erkrankt,  weshalb  er  in  seine  Heimat 
zurückkehren  wolle.  In  der  Folge  schrieb  das  BFF  das  Asylgesuch  als 
gegenstandslos  geworden  ab.  Der  Beschwerdeführer  flog  am  20.  Juni 
1996 von Zürich nach Colombo.

B. 
B.a Mit  Schreiben  vom  2.  Juli  1997 wandte  sich  der  Beschwerdeführer 
von Sri Lanka aus an die Schweizer Behörden in Bern und ersuchte um 
Erteilung einer Bewilligung zur Rückkehr in die Schweiz. Zur Begründung 
wies  er  auf  die  schwierigen  Lebensverhältnisse  aufgrund  der 
kriegerischen Auseinandersetzungen in seiner Heimat hin; überdies sei er 
im Mai 1997 zwei Tage lang in einem Armee­Camp festgehalten worden.

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Das BFF wies das Gesuch des Beschwerdeführers um Wiedereinreise in 
die  Schweiz  am  24.  Juli  1997  ab  und  hielt  gleichzeitig  fest,  der 
Beschwerdeführer  habe  –  sollte  er  an  seinem  Einreisebegehren 
festhalten  wollen  –  bei  der  schweizerischen  Vertretung  in  Colombo  ein 
entsprechendes schriftliches Gesuch einzureichen.   

B.b Am 20. Juli 2004 ersuchte der Beschwerdeführer beim BFM erneut – 
diesmal unter Hinweis auf seine Berufserfahrung als Chemiker, auf seine 
Deutschkenntnisse  und  auf  vorhandene  finanzielle  Mittel  –  um 
Bewilligung  der  Einreise  in  die  Schweiz.  Dieses  Begehren  wurde  vom 
BFF – ebenso wie ein das gleiche Ziel verfolgendes, am 21. August 2004 
von einer Drittperson  für den Beschwerdeführer eingereichtes Gesuch – 
am 3. August 2004 beziehungsweise am 30. September 2004 abschlägig 
beantwortet.  

C. 
C.a Der  Beschwerdeführer  wandte  sich  am  6.  März  2005  (Datum  des 
Briefes; Eingang bei der schweizerischen Vertretung: 11. März 2005) mit 
einem  in  englischer  Sprache  abgefassten  Schreiben  an  die 
schweizerische  Vertretung  in  Colombo  und  ersuchte  darin  sinngemäss 
ein  weiteres  Mal  um  Bewilligung  der  Einreise  in  die  Schweiz  und  um 
Gewährung des Asyls. 

Zur  Begründung  brachte  er  vor,  er  habe  durch  den  Tsunami  vom 
26. Dezember  2004  sein Haus  und  alle  seine Besitztümer  verloren  und 
lebe jetzt mit seiner Familie in einem Flüchtlingslager. Überdies werde er 
von  den  LTTE  und  anderen  bewaffneten Gruppen  bedroht. Gleichzeitig 
reichte  er  eine  Foto  sowie  –  jeweils  in  Kopie  –  eine Übersetzung  einer 
von der Polizei  in G._______  (Distrikt H._______, Ostprovinz) erstellten 
Auflistung der durch den Tsunami zerstörten oder verlorenen Güter und 
mehrere sich bereits bei den Akten befindende Dokumente ein.           

C.b  Mit  ebenfalls  in  englischer  Sprache  gehaltenem  Schreiben  vom 
14. März 2005 bestätigte die schweizerische Vertretung  in Colombo den 
Eingang  des  Schreibens  vom  6.  März  2005  und  forderte  den 
Beschwerdeführer auf, seine Vorbringen bis zum 15. April 2005 näher zu 
begründen  und  zur  Untermauerung  derselben  entsprechende,  durch 
einen  anerkannten  Übersetzer  in  die  englische  Sprache  übersetzte 
Beweismittel  sowie  Kopien  von  Identitätspapieren  einzureichen. 
Gleichzeitig wurde darauf hingewiesen, bei  ungenutzter Frist würde das 
Asylbegehren als gegenstandslos betrachtet.

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Am 12. April 2005 gingen bei der schweizerischen Vertretung in Colombo 
nebst  einem  Passfoto  verschiedene  beglaubigte  Übersetzungen  von 
Dokumenten,  welche  die  Identität  und  den  Aufenthaltsort  des 
Beschwerdeführers  betreffen,  ein.  Weitere  Unterlagen  und  Schreiben 
trafen am 5. August 2005 und am 13. Oktober 2005 ein. 

Mit auf den 29. Mai 2006 datiertem Brief ersuchte der Beschwerdeführer 
– unter Hinweis  auf  seinen  früheren Aufenthalt  in  der Schweiz  –  erneut 
um Bewilligung zur Einreise in die Schweiz. 

C.c Das BFM  teilte dem Beschwerdeführer mit Zwischenverfügung vom 
23. Dezember 2010 mit, es erachte den entscheidrelevanten Sachverhalt 
aufgrund  der  schriftlichen  Begründung  des  Asylgesuchs  und  der 
beigelegten Unterlagen als erstellt, weshalb sich eine Anhörung auf der 
Botschaft  als  nicht  notwendig  erweise.  Im  Weiteren  erwäge  es  unter 
Berücksichtigung  aller  Faktoren  (Beziehungsnähe  zur  Schweiz  und 
hiesige Assimilationsmöglichkeiten, aktuelle Gefährdung  im Heimatstaat, 
Möglichkeit  der  Schutzsuche  in  einem  anderen  Staat,  öffentliches 
Interesse der Schweiz) das Asylgesuch abzulehnen und die Einreise zu 
verweigern,  da  er  nicht  schutzbedürftig  im  Sinne  des  Asylgesetzes 
erscheine.  Das  Bundesamt  räumte  dem  Beschwerdeführer  Gelegenheit 
ein, sich dazu innert dreissig Tagen ab Erhalt der Zwischenverfügung zu 
äussern und allfällige neue Gesuchsgründe vorzubringen, verbunden mit 
dem  Hinweis,  dass  bei  ungenutztem  Fristablauf  aufgrund  der 
bestehenden Aktenlage entschieden werde.

Die  Zwischenverfügung  des  BFM  vom  23.  Dezember  2010  wurde  dem 
Beschwerdeführer  am  13.  Januar  2011  eröffnet.  Der  Beschwerdeführer 
liess sich innert der dreissigtägigen Frist nicht vernehmen. 

D. 
Mit  Verfügung  vom  26.  September  2011  (durch  Vermittlung  der 
schweizerischen  Vertretung  am  6.  Oktober  2011  mit  eingeschriebener 
Post versandt) verweigerte das BFM dem Beschwerdeführer die Einreise 
in  die  Schweiz  und  lehnte  dessen  Asylgesuch  ab.  Auf  die  Begründung 
wird in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. 

E. 
Der Beschwerdeführer beantragte mit  in englischer Sprache abgefasster 
Eingabe  vom  3.  November  2011  sinngemäss  die  Aufhebung  der            

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vorinstanzlichen Verfügung,  die Bewilligung  der Einreise  in  die Schweiz 
und die Gewährung des Asyls.  

Zur Begründung  verwies  er wiederum auf  seinen  früheren Aufenthalt  in 
der  Schweiz  und  auf  den  Umstand,  dass  er  aufgrund  einer  schweren 
Erkrankung  seiner  Ehefrau  in  seine  Heimat  zurückgekehrt  sei.  Im 
Weiteren machte  er  geltend,  die  Lage  in Sri  Lanka  sei  noch  schlimmer 
geworden.  Es  habe  keine  Versöhnung  stattgefunden;  Tötungen  und 
Entführungen seien an der Tagesordnung. Im Nordosten des Landes sei 
noch  immer  keine  politische  Normalität  eingekehrt;  in  der  vom  Militär 
bestimmten Region herrsche Panik und Angst. Zur Untermauerung seiner 
Vorbringen reichte er unter anderem eine Kopie des sich bereits bei den 
Akten befindenden Gesuches einer Drittperson vom 21. August 2004 ein.

.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 
1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021).  Das  BFM 
gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz 
des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende 
Ausnahme  im  Sinne  von  Art. 32  VGG  liegt  nicht  vor.  Das 
Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der 
vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  im  Bereich  des  Asylrechts 
endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  eines 
Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht 
(Art. 105  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  [AsylG,  SR  142.31]  ; 
Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005 
[BGG, SR 173.110]).

1.2.  Das  genaue  Datum  der  Eröffnung  der  BFM­Verfügung  vom  26. 
September 2011 ist nicht bekannt. Aus den Akten ergibt sich jedoch, dass 
die  angefochtene  Verfügung  durch  Vermittlung  der  schweizerischen 
Vertretung  in  Colombo  am  6.  Oktober  2011  mit  eingeschriebener  Post 
verschickt  worden  war.  Zu  Gunsten  des  Beschwerdeführers  ist  davon 
auszugehen,  dass  die  auf  den  3.  November  2011  datierte  Eingabe, 
welche  am  20.  November  2011  bei  der  Poststelle  Zürich­Müllingen 
eingegangen ist (Art. 21 Abs. 1 VwVG, wonach bei Auslandverfahren das 

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Datum  des  Eingangs  bei  der  zuständigen  Behörde  oder  bei  der 
schweizerischen  Post  oder  das  Datum  der  Übergabe  an  eine 
schweizerische diplomatische oder konsularische Vertretung massgeblich 
ist), rechtzeitig eingereicht worden ist. 

1.3.  Die  Beschwerde  ist  nicht  in  einer  Amtssprache  des  Bundes 
abgefasst.  Auf  die  Ansetzung  einer  Frist  zur  entsprechenden 
Beschwerdeverbesserung  im  Sinne  von  Art.  52  VwVG  kann  jedoch – 
praxisgemäss  –  aus  prozessökonomischen Gründen  verzichtet  werden, 
da  –  mit  Ausnahme  der  angefochtenen  Verfügung  –  die 
Zwischenverfügungen  und  Eingaben  des  vorinstanzlichen  Verfahrens 
ebenfalls  in  englischer  Sprache  gehalten  sind  und  die 
Rechtsmitteleingabe  verständlich  ist,  so  dass  ohne  weiteres  darüber 
befunden  werden  kann.  Der  vorliegende  Entscheid  ergeht  indessen  in 
deutscher Sprache (Art. 33a Abs . 2 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG). 

1.4.  Die  Beschwerde  ist  demnach  –  mit  Ausnahme  des  vorstehend 
genannten,  jedoch  nicht  als  wesentlich  erachteten Mangels  –  frist­  und 
formgerecht eingereicht (Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 52 
VwVG).  Der  Beschwerdeführer  hat  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen,  ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 
und  hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung 
beziehungsweise Änderung; er ist daher zur Einreichung der Beschwerde 
legitimiert  (Art. 105  AsylG  i.V.m  Art. 48  Abs. 1  VwVG).  Auf  die 
Beschwerde ist einzutreten.

2. 
Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3. 
3.1.  Ein  Asylgesuch  kann  gemäss  Art.  19  AsylG  im  Ausland  bei  einer 
schweizerischen Vertretung gestellt werden, die es mit einem Bericht an 
das  Bundesamt  überweist  (Art.  20  Abs.  1  AsylG).  Hinsichtlich  des 
Verfahrens bei der schweizerischen Vertretung  im Ausland sieht Art. 10 
der  Asylverordnung 1  vom  11. August  1999  über  Verfahrensfragen 
(AsylV 1, SR 142.311) vor, dass diese mit der asylsuchenden Person  in 
der  Regel  eine  Befragung  durchführt  (Art.  10  Abs.  1  AsylV  1).  Ist  dies 
nicht  möglich,  so  wird  die  asylsuchende  Person  aufgefordert,  ihre 
Asylgründe  schriftlich  festzuhalten  (Art.  10  Abs.  2  AsylV  1).  Eine 

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Befragung beziehungsweise eine schriftliche Sachverhaltsabklärung kann 
sich erübrigen, wenn der Sachverhalt bereits aufgrund des eingereichten 
Asylgesuchs  als  entscheidreif  erstellt  erscheint;  der  asylsuchenden 
Person ist aber diesfalls im Sinne des rechtlichen Gehörs die Gelegenheit 
zu geben, sich zu einem abzusehenden negativen Entscheid zumindest 
schriftlich zu äussern (vgl. BVGE 2007/30 E. 5.7).

3.2.  Vorliegend  wurde  der  Beschwerdeführer  von  der  schweizerischen 
Vertretung  in  Colombo  nicht  zu  seinen  Asylgründen  befragt.  Er  konnte 
seine  Vorbringen  jedoch  bereits  in  seinem  Asylgesuch  und  in  dessen 
Ergänzungen  schriftlich  darlegen  und  dokumentieren,  und  erhielt  mit 
Zwischenverfügung  vom  23.  Dezember  2010  Gelegenheit  zur  weiteren 
Konkretisierung  seiner  Asylgründe;  gleichzeitig  wurde  ihm  auch  das 
rechtliche Gehör  im Hinblick  auf  die  in Erwägung  gezogene Abweisung 
des Asylgesuchs  gewährt. Er  hat  von  seinem Recht  auf Stellungnahme 
indessen  keinen  Gebrauch  gemacht.  Nach  Ansicht  des 
Bundesverwaltungsgerichts  erscheint  der  entscheidwesentliche 
Sachverhalt  –  wie  das  BFM  in  seiner  angefochtenen  Verfügung 
zutreffend  ausführte  –  angesichts  der  schriftlichen  Darlegung  und 
Dokumentierung  der  Asylgründe  soweit  erstellt,  dass  die 
entscheidrelevanten  Elemente  vorliegen.  Das  BFM  hat  den 
verfahrensrechtlichen Anforderungen damit Genüge getan. 

Der Umstand, dass zwischen der Einreichung des zweiten Asylgesuchs 
und dem Entscheid betreffend Bewilligung der Einreise und Gewährung 
des Asyls sechseinhalb Jahre vergangen waren, ohne dass seitens des 
BFM  in dieser Zeit – mit Ausnahme der Gewährung der Möglichkeit zur 
weiteren  Konkretisierung  der  Asylgründe  beziehungsweise  zur 
Stellungnahme  im  Hinblick  auf  die  beabsichtigte  Abweisung – 
entscheidrelevante  Verfahrensschritte  unternommen  worden  wären, 
erscheint  zwar  mehr  als  befremdend,  stellt  jedoch  keinen  wesentlichen 
Verfahrensmangel dar, zumal der Beschwerdeführer nach der Zustellung 
und Eröffnung der Zwischenverfügung vom 23. Dezember 2010 von der 
erwähnten  Möglichkeit  zur  Stellungnahme  keinen  Gebrauch  gemacht 
hatte (vgl. Sachverhalt Bst. C.c).

3.3.  Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich  Asyl.  Als  Flüchtling  wird  eine  ausländische  Person 
anerkannt,  wenn  sie  in  ihrem  Heimatstaat  oder  im  Land,  in  dem  sie 
zuletzt  wohnte,  wegen  ihrer Rasse, Religion, Nationalität,  Zugehörigkeit 
zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen 

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Anschauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht  hat,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden.  Als  ernsthafte 
Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder 
Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck 
bewirken (Art. 3 AsylG).

Das  Bundesamt  kann  ein  im  Ausland  gestelltes  Asylgesuch  ablehnen, 
wenn die asylsuchende Person keine Verfolgung glaubhaft machen oder 
ihr die Aufnahme in einem Drittstaat zugemutet werden kann (Art. 3, Art. 
7 und Art. 52 Abs. 2 AsylG). Gemäss Art. 20 Abs. 2 AsylG bewilligt das 
BFM einem Asylsuchenden die Einreise zur Abklärung des Sachverhalt, 
wenn  ihm  nicht  zugemutet  werden  kann,  im  Wohnsitz­  oder 
Aufenthaltsstaat zu bleiben oder in ein anderes Land auszureisen.

3.4.  Für  die  Erteilung  einer  Einreisebewilligung  gelten  restriktive 
Voraussetzungen,  wobei  den  Behörden  ein  weiter  Ermessensspielraum 
zukommt.  Neben  der  erforderlichen  Gefährdung  im  Sinne  von  Art.  3 
AsylG sind namentlich die Beziehungsnähe zur Schweiz, die Möglichkeit 
der  Schutzgewährung  durch  einen  anderen  Staat,  die  Beziehungsnähe 
zu  anderen  Staaten,  die  praktische  und  objektive  Zumutbarkeit  zur 
anderweitigen  Schutzsuche  sowie  die  voraussichtlichen  Eingliederungs­ 
und Assimilationsmöglichkeiten in Betracht zu ziehen (vgl. EMARK 1997 
Nr. 15, E. 2.2.­g. S. 131  ff.;  angesichts bloss  redaktioneller Änderungen 
bei der letzten Totalrevision des Asylgesetzes hat diese Praxis nach wie 
vor Gültigkeit). Ausschlaggebend für die Erteilung der Einreisebewilligung 
ist  dabei  die  Schutzbedürftigkeit  der  betreffenden  Person  (vgl. EMARK 
1997  Nr.  15  E.  2c  S.  130),  mithin  die  Prüfung  der  Fragen,  ob  eine 
Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG glaubhaft gemacht wird und ob der 
Verbleib  am  Aufenthaltsort  für  die  Dauer  der  Sachverhaltsabklärung 
zugemutet werden kann. Eine Verfolgungssituation muss überdies aktuell 
sein, um gemäss Art. 3 AsylG als asylrelevant zu gelten. 

4. 
4.1.  Die  Vorinstanz  hielt  in  ihrer  angefochtenen  Verfügung  vom  26. 
September  2011  vorab  zutreffend  fest,  gemäss  schweizerischer 
Asylpraxis  sei  für  die  Gewährung  der  Einreise  die  Gefährdung  einer 
asylsuchenden Person im Zeitpunkt der Einreisebewilligung massgebend.

4.2. Der Beschwerdeführer machte  zur  Begründung  seines  am  6. März 
2005  gestellten  zweiten  Asylgesuches  vorab  geltend,  sein  Haus  und 

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seine  Besitztümer  seien  als  Folge  des  Tsunami  Ende  Dezember  2004 
zerstört worden; er lebe nun mit seiner Familie in einem Flüchtlingslager. 

Wie  das  BFM  indessen  zutreffend  bemerkte,  kann  eine 
Einreisebewilligung  nur  erteilt  werden,  wenn  mit  überwiegender 
Wahrscheinlichkeit  von  einer  akuten  Gefährdung  der  gesuchstellenden 
Person bei einem Verbleib  in Sri Lanka ausgegangen werden muss. So 
stellen  die  vom  Beschwerdeführer  vorgebrachte  und mit  verschiedenen 
Dokumenten  untermauerte  schwierige  Lebenssituation  –  und  insofern 
humanitäre Überlegungen – keinen Grund für die Bewilligung der Einreise 
in  die  Schweiz  dar,  zumal  davon  auszugehen  ist,  dass  der 
Beschwerdeführer und seine Familie heute nicht mehr unter den direkten 
Folgen der Tsunami­Katastrophe Ende Dezember 2004 leiden.

4.3.  In Bezug auf die  in der Eingabe vom 6. März 2005 weiter erwähnte 
Bedrohung  durch  Angehörige  der  LTTE  und  anderer  bewaffneter 
Gruppierungen wies das BFM ebenfalls  zutreffend darauf hin, die LTTE 
seien  zwischenzeitlich  vernichtend geschlagen worden und  stellten  kein 
Problem mehr dar. Auch der Einfluss anderer bewaffneter Gruppierungen 
habe  seit  Ende  der  Kriegshandlungen  im Mai  2009  stark  abgenommen 
und  es  bestünden  auch  keine  Hinweise  mehr  auf  eine  allgemeine 
Unterstützung bewaffneter Gruppierungen durch die sri­lankische Armee 
und den Staat. Zwar komme es noch vor, dass sich  frühere Angehörige 
solcher  Gruppierungen  weiterhin  kriminell  betätigten  und  die  lokale 
Bevölkerung  mit  Drohungen  und  Erpressungsversuchen  unter  Druck 
setzten.  Dabei  handle  es  sich  jedoch  um  Übergriffe  durch  Dritte  auf 
Privatpersonen,  welche  von  den  sri­lankischen  Behörden  jedoch  sehr 
wohl im Rahmen ihrer Möglichkeiten geahndet werden. 

Der Umstand,  dass  der  Beschwerdeführer  auf  das  Schreiben  des  BFM 
vom 23. Dezember 2010,  in welchem er dazu aufgefordert worden war, 
seine aktuellen Probleme darzulegen, nicht  reagiert hatte, stellt – wie  in 
der angefochtenen Verfügung zu Recht bemerkt wurde – ein  Indiz dafür 
dar, dass der Beschwerdeführer  keiner  (aktuellen) Gefährdungssituation 
mehr ausgesetzt  ist. An dieser Feststellung vermögen die Ausführungen 
in der Rechtsmitteleingabe vom 3. November 2011 nichts zu ändern, wird 
darin  doch  ebenfalls  keine  persönliche  Gefährdungssituation  geltend 
gemacht,  sondern  vielmehr  lediglich  auf  die  allgemeine  Lage  im 
Nordosten Sri Lankas hingewiesen. 

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Schliesslich  sind  auch  die  sich  bei  den  Akten  befindenden  Unterlagen 
und  Beweismittel  nicht  geeignet,  zu  einer  anderen  Beurteilung  des 
Sachverhaltes  zu  führen,  zumal  diese  lediglich  die  Identität  des 
Beschwerdeführers  sowie  die  Auswirkungen  des  Tsunami  vom  26. 
Dezember  2004  zum  Gegenstand  haben  und  keine  aktuelle 
Gefährdungssituation des Beschwerdeführers zu begründen vermögen. 

4.4. Zusammenfassend ergibt sich, dass es dem Beschwerdeführer nicht 
gelungen  ist,  eine  aktuelle  Gefährdung  aus  asylrechtlich  relevanten 
Motiven  aufzuzeigen,  die  die  Bewilligung  der  Einreise  in  die  Schweiz 
rechtfertigen  würde.  Die  Schutzbedürftigkeit  des  Beschwerdeführers  im 
Sinne  von  Art.  20  i.V.m.  Art.  3  AsylG  ist  als  nicht  gegeben  zu 
qualifizieren.  Im  Übrigen  ist  –  trotz  eines  viele  Jahre  zurückliegenden 
Aufenthaltes  als  Asylbewerber  –  auch  eine  Beziehungsnähe  des 
Beschwerdeführers zur Schweiz zu verneinen (Art. 52 Abs. 2 AsylG). Es 
erübrigt  sich,  zu  den  weiteren,  knappen  Vorbringen  in  der 
Rechtsmitteleingabe  (etwa  zur  Bemerkung,  der  Beschwerdeführer  sei 
wegen  der  Erkrankung  seiner  Ehefrau  nach  Sri  Lanka  zurückgekehrt) 
Stellung zu nehmen, da diese am Ergebnis nichts zu ändern vermögen. 

Das  BFM  hat  dem  Beschwerdeführer  zu  Recht  die  Einreise  in  die 
Schweiz verweigert und das Asylgesuch abgelehnt. 

5. 
Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung 
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und 
vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art.  106  Abs.  1  AsylG).  Die 
Beschwerde ist daher abzuweisen. 

6. 
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären dessen Kosten grundsätzlich 
dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  (Art.  63  Abs.  1  VwVG).  Aus 
verwaltungsökonomischen Gründen ist indessen in Anwendung von Art. 6 
des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  (VGKE,  SR 
173.320.2) auf die Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten. 

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.

3.
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige schweizerische Vertretung.

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Martin Zoller Kathrin Mangold Horni

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