# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4ef1accb-27af-5944-8100-c36bb4b22111
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-10-09
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 09.10.2025 E-6199/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-6199-2025_2025-10-09.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-6199/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  9 .  O k t o b e r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Richter Kaspar Gerber (Vorsitz), 

Richterin Jeannine Scherrer-Bänziger,  

Richter William Waeber,    

Gerichtsschreiberin Jessica Püringer. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

B._______, geboren am (…), 

Afghanistan,   

beide vertreten durch Sofie Isler, Rechtsschutz für Asylsu-

chende, Bundesasylzentrum Region (…),  

Beschwerdeführerinnen,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Rechtsverzögerung/Rechtsverweigerung.  

 

 

 

 

E-6199/2025 

Seite 2 

Sachverhalt:  

A.  

A.a Die Beschwerdeführerinnen reisten am 21. August 2023 in die Schweiz 

ein und suchten gleichentags um Asyl nach. Gleichentags erfolgte auch die 

Aufnahme ihrer Personendaten.  

A.a Ein Abgleich ihrer Fingerabdrücke mit der europäischen Fingerab-

druck-Datenbank (Eurodac) ergab, dass sie am 8. August 2023 in 

C._______ daktyloskopiert worden waren. Am 28. August 2023 ersuchte 

das SEM die (…) Behörden um Wiederaufnahme im Rahmen des Dublin-

Verfahrens. 

A.b Am 6. September 2023 fand das persönliche Gespräch gemäss Art. 5 

Dublin-III-VO (Verordnung [EU] Nr. 604/2013 vom 26. Juni 2013 zur Fest-

legung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der 

für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen 

gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist) statt.  

A.c Mit Schreiben vom 11. September 2023 lehnten die (…) Behörden das 

Dublin-Ersuchen des SEM ab und teilten dem SEM mit, dass den Be-

schwerdeführerinnen eine Aufenthaltsbewilligung als Flüchtlinge (gültig bis 

zum 8. August 2028) erteilt worden sei. Sie verwiesen für eine Überstellung 

der Beschwerdeführerinnen nach C._______ auf das Abkommen zwischen 

der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der C._______ über die 

Rückübernahme von Personen mit unbefugtem Aufenthalt (SR 

0.142.114.549) (nachfolgend: Rückübernahmeabkommen).  

A.d Am 12. September 2023 gewährte das SEM den Beschwerdeführerin-

nen schriftlich das rechtliche Gehör zum Nichteintretensentscheid und zur 

beabsichtigten Wegweisung nach C._______. Die Beschwerdeführerinnen 

nahmen am 15. September 2023 Stellung.  

B.  

Am 21. September 2023 ersuchte das SEM die (…) Behörden um Rück-

übernahme der Beschwerdeführerinnen. Mit Schreiben vom 2. Oktober 

2023 bestätigten diese, dass die Beschwerdeführerinnen im Besitz einer 

Aufenthaltserlaubnis seien und es ihnen damit möglich sei, wieder nach 

C._______ einzureisen. Vor dem Übermitteln einer Zustimmung müsse 

aber durch die (…) Behörden geklärt werden, ob die Voraussetzungen für 

die Unterbringung der Familie in einer Einrichtung des SAI (Sistema Ac-

coglienza Integrazione) erfüllt seien.  

E-6199/2025 

Seite 3 

C.  

Die Beschwerdeführerinnen reichten beim SEM am 27. September 2023, 

18. Oktober 2023, 10. November 2023, 20. November 2023, 27. November 

2023, 1. Dezember 2023 und 12. Dezember 2023 (je Eingang beim SEM) 

medizinische Berichte zu den Akten. 

D.  

Am 18. Januar 2024 wurden die Beschwerdeführerinnen dem Kanton 

D._______ zugewiesen. 

E.  

Mit Schreiben vom 30. Oktober 2024 erinnerte das SEM die (…) Behörden 

daran, dass die Zustimmung zur Übernahme der Beschwerdeführerinnen 

weiter ausstehend sei. 

F.  

Mit Eingabe ihrer Rechtsvertreterin vom 25. April 2025 erkundigten sich die 

Beschwerdeführerinnen beim SEM nach dem Stand ihres Asylverfahrens 

und ersuchten um Priorisierung desselben. Diese Anfrage blieb – soweit 

aus den Akten ersichtlich – unbeantwortet. 

G.  

Am 2. Mai 2025 brachte die Verbindungsperson des SEM bei den (…) Be-

hörden in Erfahrung, dass diese nach wie vor auf der Suche nach einer 

Aufnahmestruktur für die Beschwerdeführerinnen seien. 

H.  

Am 2. Juli 2025 reichten die Beschwerdeführerinnen erneut eine Anfrage 

zum Stand ihres Verfahrens beim SEM ein, wobei sie sich vorbehielten, 

ohne weitere Verfahrensschritte seitens des SEM innert der nächsten vier 

Wochen eine Rechtsverzögerungsbeschwerde beim Bundesverwaltungs-

gericht einzureichen. 

I.  

Mit Schreiben vom 16. Juli 2025 teilte das SEM den Beschwerdeführerin-

nen mit, dass ihr Asylgesuch aufgrund der Aktenlage im gegenwärtigen 

Zeitpunkt nicht entschieden werden könne. Weiter wies das SEM in seinem 

Schreiben darauf hin, dass die Beschwerdeführerinnen bislang keinerlei 

Reisedokumente beim SEM eingereicht hätten, die eine Rückreise nach 

C._______ ermöglichen würden. Sodann seien die Beschwerdeführerin-

nen gemäss Art. 8 Abs. 1 Bst. b AsyIG als Asylsuchende verpflichtet, Reise- 

und Identitätspapiere beim SEM abzugeben und es stehe ihnen frei, sich 

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Seite 4 

bei den (…) Behörden um eine zeitnahe Zustimmung auf das Rücküber-

nahmeersuchen des SEM zu bemühen und damit eine Beschleunigung 

des laufenden Verfahrens herbeizuführen. Ebenfalls stehe es ihnen frei, 

sich zwecks Ausstellung von Ersatzreisepapieren an die zuständige (…) 

Vertretung in der Schweiz zu wenden, um danach selbständig nach 

C._______ zurückzukehren.  

J.  

Mit Eingabe vom 15. August 2025 reichten die Beschwerdeführerinnen 

durch ihre Rechtsvertretung beim Bundesverwaltungsgericht eine Rechts-

verzögerungsbeschwerde ein und beantragten, es sei festzustellen, dass 

das vorliegende Verfahren vom SEM verzögert wurde, und es sei anzuwei-

sen, ihr Asylgesuch beförderlich zu behandeln und unverzüglich einen 

Asylentscheid zu fällen oder eine ergänzende Anhörung anzusetzen. In 

verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchten sie um Gewährung der unentgelt-

lichen Prozessführung einschliesslich des Verzichts auf die Erhebung ei-

nes Kostenvorschusses.  

Der Beschwerde lagen eine Vollmacht, die Verfahrensstandanfragen vom 

25. April 2025 und vom 2. Juli 2025 sowie die Antwort des SEM vom 16. Juli 

2025 bei. 

K.  

Am 18. August 2025 erinnerte das SEM die (…) Behörden erneut an die 

ausstehende Zustimmung zur Übernahme der Beschwerdeführerinnen. 

Diese teilten gleichentags mit, dass keine Statusänderung zu vermelden 

sei. 

L.  

L.a Mit Zwischenverfügung vom 21. August 2025 hiess der Instruktions-

richter das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung unter der Vorausset-

zung des Nachreichens einer Fürsorgebestätigung bis am 5. September 

2025 und vorbehaltlich der Veränderung der finanziellen Lage der Be-

schwerdeführerinnen gut und verzichtete auf die Erhebung eines Kosten-

vorschusses. Gleichzeitig forderte er die Vorinstanz zur Einreichung einer 

Vernehmlassung bis am 5. September 2025 auf. 

  

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Seite 5 

L.b Am 4. September 2025 liess sich das SEM fristgerecht vernehmen.  

L.c Die Beschwerdeführerinnen reichten (nach antragsgemäss bis am 

15. September 2025 erstreckter Frist) mit Eingabe vom 16. September 

2025 eine Unterstützungsbestätigung ein. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung 

von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und 

entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – und so auch vorlie-

gend – endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG).  

1.2 Gegen das unrechtmässige Verweigern oder Verzögern einer anfecht-

baren Verfügung kann bei der Beschwerdeinstanz, die für die Behandlung 

einer Beschwerde gegen eine ordnungsgemäss ergangene Verfügung zu-

ständig wäre, Beschwerde geführt werden (Art. 46a VwVG; vgl. dazu auch 

MARKUS MÜLLER/PETER BIERI, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommen-

tar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren [VwVG], 2. Aufl. 

2019, Rz. 19 zu Art. 46a). Das Bundesverwaltungsgericht ist damit zur Be-

urteilung der vorliegenden Rechtsverzögerungsbeschwerde zuständig. 

1.3 Rechtsverzögerungsbeschwerden richten sich gegen den Nichterlass 

einer anfechtbaren Verfügung. Die Beschwerdelegitimation setzt voraus, 

dass bei der zuständigen Behörde zuvor ein Begehren um Erlass einer 

Verfügung gestellt wurde, jene verpflichtet ist, in Verfügungsform zu han-

deln, und der ansprechenden Person nach Art. 6 i.V.m. Art. 48 Abs. 1 

VwVG Parteistellung zukommt (vgl. BVGE 2008/15 E. 3.2 m.w.H.).  

Die Beschwerdeführerinnen suchten am 21. August 2023 in der Schweiz 

um Asyl nach. Über dieses Gesuch hat das SEM in Form einer anfechtba-

ren Verfügung zu befinden, wobei eine solche bis anhin nicht ergangen ist. 

Die Beschwerdeführerinnen sind daher zur Beschwerdeführung legitimiert.  

1.4 Gegen das unrechtmässige Verzögern einer Verfügung kann grund-

sätzlich jederzeit Beschwerde geführt werden (Art. 50 Abs. 2 VwVG). Den-

noch steht der Zeitpunkt der Beschwerdeerhebung nicht völlig im Belieben 

der beschwerdeführenden Person, ist doch der Grundsatz von Treu und 

Glauben stets zu beachten. Die beschwerdeführende Person muss zudem 

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Seite 6 

darlegen, dass sie zur Zeit der Beschwerdeerhebung ein schutzwürdi-

ges – mithin aktuelles und praktisches – Interesse an der Vornahme der 

verzögerten Amtshandlung respektive der Feststellung einer entsprechen-

den Rechtsverzögerung hat (vgl. ANDRÉ MOSER et al., Prozessieren vor 

dem Bundesverwaltungsgericht, 3. Aufl. 2022, Rz. 5.23).  

Das schutzwürdige Interesse der Beschwerdeführerinnen an der Vor-

nahme der allenfalls verzögerten Amtshandlung ergibt sich einerseits aus 

den bei den Akten liegenden Eingaben, mit denen sie um beförderliche 

Verfahrenserledigung gebeten haben, und andererseits aus der Tatsache, 

dass das SEM bis anhin nicht in der Sache entschieden hat. Der Zeitpunkt 

der Beschwerdeerhebung ist vorliegend mithin nicht zu beanstanden. 

1.5 Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen ist auf die formgerecht 

(Art. 52 Abs. 1 VwVG) eingereichte Beschwerde wegen Rechtsverweige-

rung oder Rechtsverzögerung einzutreten. 

Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG nichts ande-

res bestimmt (Art. 37 VGG).  

2.  

Die Prüfung des Bundesverwaltungsgerichts beschränkt sich im vorliegen-

den Verfahren auf die Beantwortung der Frage, ob die Vorinstanz das 

Rechtsverzögerungsverbot verletzt hat. Im Falle einer Gutheissung der Be-

schwerde weist das Gericht die Sache mit verbindlichen Weisungen an die 

Vorinstanz zurück (Art. 61 Abs. 1 VwVG). Hingegen ist es nicht befugt, sich 

dazu zu äussern, wie ein unrechtmässig verzögerter Entscheid inhaltlich 

hätte ausfallen sollen, da es – Spezialkonstellationen vorbehalten – nicht 

anstelle der untätig gebliebenen Behörde entscheiden darf, andernfalls der 

Instanzenzug verkürzt und möglicherweise Rechte der Verfahrensbeteilig-

ten verletzt würden (vgl. BVGE 2008/15 E. 3.1.2 m.w.H.). 

3.  

3.1 Das Verbot der Rechtsverzögerung ergibt sich als Teilgehalt aus der 

allgemeinen Verfahrensgarantie von Art. 29 Abs. 1 BV. Demnach hat jede 

Person Anspruch auf eine Beurteilung ihrer Sache innert angemessener 

Frist (sog. Beschleunigungsgebot). Diese Verfahrensgarantie gilt für alle 

Sachbereiche und alle Akte der Rechtsanwendung (vgl. BGE 130 I 174 

E. 2.2 m.w.H.).  

3.2 Von einer Rechtsverzögerung im Sinne des Gesetzes ist nach Lehre 

und Praxis auszugehen, wenn behördliches Handeln zwar nicht (wie bei 

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Seite 7 

einer Rechtsverweigerung) grundsätzlich infrage steht, die Behörde aber 

nicht innert der Frist handelt, die nach der Natur der Sache objektiv noch 

als angemessen erscheint.  

3.3 Die Angemessenheit der Dauer eines Verfahrens ist im Einzelfall unter 

Berücksichtigung der gesamten Umstände zu beurteilen. In Betracht zu 

ziehen sind dabei namentlich die Komplexität der Sache, das Verhalten der 

betroffenen Beteiligten und der Behörden, die Bedeutung des Verfahrens 

für die betroffene Partei sowie einzelfallspezifische Entscheidungsabläufe 

(vgl. MÜLLER/BIERI, a.a.O., Rz. 16 zu Art. 46a; BGE 130 I 312 E. 5.1 f. 

m.w.H.). 

3.4 Ein Verschulden der Behörde an der Verzögerung wird nicht vorausge-

setzt, weshalb sie das Rechtsverzögerungsverbot auch dann verletzt, 

wenn sie wegen Personalmangels oder (chronischer) Überlastung nicht in-

nert angemessener Frist handelt (vgl. BGE 138 II 513 E. 6.4; 107 Ib 160 

E. 3c; 103 V 190 E. 5c). Spezialgesetzliche Behandlungsfristen sind bei 

der Beurteilung der Angemessenheit der Verfahrensdauer zu berücksichti-

gen. Allerdings kann sich eine Verzögerung durch ausserordentliche Um-

stände rechtfertigen lassen, so beispielsweise, wenn die Geschäftslast in 

aussergewöhnlichem, nicht vorhersehbarem Mass angestiegen ist 

(vgl. MOSER et al., a.a.O., Rz. 5.27; dazu statt vieler die Urteile des BVGer 

E-1189/2024 vom 21. Mai 2024 E. 4.3 m.w.H.). 

4.  

4.1 In der Rechtsverzögerungsbeschwerde monieren die Beschwerdefüh-

rerinnen im Wesentlichen, die Vorinstanz begründe die lange Verfahrens-

dauer und ihr langes Untätigbleiben lediglich mit dem Verhalten der (…) 

Behörden und der noch ausstehenden Antwort derselben auf das Rück-

übernahmeersuchen. Das Verfahren um Zuständigkeit dauere zum Zeit-

punkt der Beschwerdeerhebung bereits zwei Jahre. Seit dem Dublin-Ge-

spräch vom 6. September 2023 und der Gewährung des schriftlichen Ge-

hörs zur geplanten Wegweisung vom 15. September 2023 sei sodann kein 

weiterer Verfahrensschritt von der Vorinstanz mehr erfolgt. Im Urteil D-

947/2025 vom 9. April 2025, in welchem das SEM nach Eingang der unzu-

reichenden Zustimmung durch die (…) Behörden keine weiteren Schritte 

unternommen habe, um von den (…) Behörden die gewünschte Zusiche-

rung zu erhalten, habe das Bundesverwaltungsgericht die Beschwerde 

gutgeheissen. Im selben Urteil fänden sich Analogien zum vorliegenden 

Fall. Der Fall sei nicht komplex gelagert und die Beschwerdeführerinnen 

seien aufgrund ihrer (psychischen) Erkrankungen als äusserst vulnerable 

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Seite 8 

Personen anzusehen, weshalb besondere Rechte und Pflichten zu berück-

sichtigen seien. Im gleichen Urteil sei ferner auch das Argument des SEM, 

wonach die Beschwerdeführerinnen aufgrund ihres Schutzstatus jederzeit 

selbstständig nach C._______ zurückkehren könnten, verworfen worden. 

4.2 In ihrer Vernehmlassung verweist die Vorinstanz auf die Rechtspre-

chung des Bundesverwaltungsgerichts und führt im Wesentlichen aus, der 

zeitliche Ablauf der Abklärungen zur Rückübernahme liege in den Händen 

der (…) Behörden und somit ausserhalb ihres Handlungsspielraums. Den 

Akten könne entnommen werden, dass der Kontakt mit den (…) Behörden 

bestehe und diese, entsprechend der letzten Rückmeldung vom 18. August 

2025, keine Statusänderung hätten vermelden können. Mit den erneuten 

Anfragen an die (…) Behörden sei das Verfahren aktiv geführt und die not-

wendigen Schritte unternommen worden. Ohne die Zustimmung der (…) 

Behörden könne keine formelle Verfügung erlassen werden, da die Zustim-

mung Bestandteil des Nichteintretens sei. Da die Zusicherung der Rück-

übernahme der Beschwerdeführerinnen ausstehend sei, könne der rechts-

erhebliche Sachverhalt zudem nicht vollständig erstellt werden. Sodann sei 

den Beschwerdeführerinnen auch in diesem Fall klar kommuniziert wor-

den, dass es beabsichtige, nicht auf das Asylgesuch einzutreten und sie 

nach C._______ wegzuweisen. Trotz dieses Wissens, würden sich die Be-

schwerdeführerinnen seit rund zwei Jahren in der Schweiz aufhalten. Es 

wies darauf hin, dass ihnen die Beschaffung von Ersatzreisepapieren und 

eine selbstständige Rückkehr nach C._______ jederzeit offenstehe, um 

eine Deblockierung der Situation herbeizuführen. Zudem hielt die Vo-

rinstanz unter Hinweis auf das Urteil D-1624/2021 vom 3. Mai 2021 unter 

anderem fest, eine zu erwartende Zustimmung der (…) Behörden zur 

Rückübernahme der Beschwerdeführerinnen sei auch dann gültig, wenn 

sie dereinst deutlich nach der in der Rückübernahmevereinbarung zwi-

schen C._______ und der Schweiz vorgesehenen Antwortfrist eintreffe. 

5.  

5.1 Gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG tritt das SEM in der Regel auf 

Asylgesuche nicht ein, wenn Asylsuchende in einen sicheren Drittstaat 

nach Art. 6a Abs. 2 Bst. b AsylG zurückkehren können, in welchem sie sich 

vorher aufgehalten haben. Ein solcher Nichteintretensentscheid nach 

Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG ist innerhalb von fünf Arbeitstagen zu treffen 

(Art. 37 Abs. 5 AsylG), wobei es sich um eine Ordnungsfrist handelt, deren 

Überschreitung im Einzelfall jedoch eine Rechtsverzögerung begründen 

kann, sofern für die lange Verfahrensdauer keine objektive Rechtfertigung 

vorliegt.  

E-6199/2025 

Seite 9 

5.2 Die Beschwerdeführerinnen haben am 21. August 2023 – also vor über 

zwei Jahren – ihre Asylgesuche in der Schweiz gestellt. Zwar ist es zu be-

grüssen, dass das SEM am 30. Oktober 2024, am 2. Mai 2025 sowie am 

18. August 2025 die (…) Behörden auf die Rückübernahmeanfrage vom 

21. September 2023 aufmerksam gemacht hat, eine Erklärung, warum es 

aber über ein Jahr gedauert hat, bis ein erstes Erinnern erfolgte, erschliesst 

sich dem Bundesverwaltungsgericht jedoch nicht. Sodann erfolgte die 

zweite Erinnerung lediglich im Hinblick auf die Verfahrensstandanfrage der 

Beschwerdeführerinnen vom 25. April 2025. Es kann nicht von einer beför-

derlichen Behandlung ausgegangen werden. Im Übrigen wäre zu erwarten 

gewesen, dass das SEM das Ersuchen der Beschwerdeführerinnen vom 

25. April 2025 um einen zeitnahen Entscheid respektive um Informationen 

zum Verfahrensstand beantwortet hätte. Aus den vorinstanzlichen Akten 

geht weiter hervor, dass die (…) Behörden anerkennen, dass die Be-

schwerdeführerinnen in C._______ über einen gültigen Flüchtlingsstatus 

verfügen, und dass die (…) Behörden einer Überstellung der Beschwerde-

führerinnen nach C._______ am 2. Oktober 2023 im Grundsatz zuge-

stimmt haben, wobei die Voraussetzungen für ihre Unterbringung in einer 

Einrichtung des SAI zu prüfen sind.  

5.3 Das Bundesverwaltungsgericht kommt bei dieser Aktenlage zum 

Schluss, dass das Zuwarten des SEM weder mit dem verfassungsrechtli-

chen Anspruch gemäss Art. 29 Abs. 1 BV noch mit den spezialgesetzlichen 

Behandlungsfristen (vgl. Art. 37 Abs. 5 AsylG) vereinbar ist. Die vorinstanz-

liche Verfahrensdauer – welche zum Zeitpunkt der Vernehmlassung auf 

Beschwerdeebene bereits über zwei Jahre betrug – wird im Fall der Be-

schwerdeführerinnen dem Anspruch auf Behandlung und auf Beurteilung 

innert angemessener Frist nicht gerecht. Allein der Umstand, dass die Op-

tion eines Nichteintretensentscheides nach Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsyIG 

nicht in Betracht fallen soll, solange keine aus Sicht des SEM rechtsgenüg-

liche Rückübernahmezusicherung der (…) Behörden vorliegt beziehungs-

weise die (…) Behörden ihrer Verpflichtung gemäss Art. 6 Abs. 3 des Rück-

übernahmeabkommens nicht (fristgerecht) nachgekommen sind, ändert 

nichts am Anspruch der Beschwerdeführerinnen auf Erlass einer anfecht-

baren Verfügung. Eine objektive Rechtfertigung für die Fristüberschreitung 

liegt jedenfalls nicht vor und es sind auch keine anderen Gründe ersichtlich, 

welche eine solche rechtfertigen könnten (vgl. Urteil des BVGer D-

947/2025 vom 9. April 2025 E. 5.3). Auch das Argument der Vorinstanz, 

wonach die Beschwerdeführerinnen einen Schutzstatus in C._______ hät-

ten und jederzeit dorthin zurückkehren könnten, verfängt aufgrund des Ge-

sagten nicht.  

E-6199/2025 

Seite 10 

5.4 Gestützt auf die gemachten Ausführungen ergibt sich, dass die Dauer 

des Verfahrens der Beschwerdeführerinnen als unangemessen lang zu er-

achten ist. Die Rüge der Rechtsverzögerung ist daher berechtigt. 

6.  

6.1 Folglich ist die Beschwerde gutzuheissen und das SEM ist anzuweisen, 

das Asylverfahren der Beschwerdeführerinnen beförderlich weiterzuführen 

und die nächsten Verfahrensschritte vorzunehmen und anschliessend die 

Asylgesuche innert nützlicher Frist einem Entscheid zuzuführen.  

6.2 Angesichts der Gutheissung der Rechtsverzögerungsbeschwerde 

kann die Vernehmlassung des SEM den Beschwerdeführerinnen mit dem 

vorliegenden Urteil zur Kenntnis gebracht werden (Art. 30 Abs. 2 Bst. c 

VwVG). 

7.  

7.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu erheben 

(Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG). Damit wird die mit Zwischenverfügung vom 

21. August 2025 gewährte unentgeltliche Prozessführung gegenstandslos 

und es kann offenbleiben, ob die (erst) am 16. September 2025 einge-

reichte Unterstützungsbestätigung verspätet erfolgte. 

7.2 Den vertretenen Beschwerdeführerinnen ist angesichts des Verfah-

rensausgangs in Anwendung von Art. 64 VwVG und Art. 7 Abs. 1 des Reg-

lements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor 

dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) eine Entschädi-

gung für die ihnen notwendigerweise erwachsenen Parteikosten zuzuspre-

chen. Seitens der Rechtsvertretung wurde keine Kostennote eingereicht, 

weshalb die Parteientschädigung aufgrund der Akten zu bestimmen ist 

(Art. 14 Abs. 2 in fine VGKE). Gestützt auf die in Betracht zu ziehenden 

Bemessungsfaktoren (Art. 9-13 VGKE) ist den Beschwerdeführerinnen zu-

lasten der Vorinstanz eine Parteientschädigung von Fr. 600.– (inklusive 

Auslagen) zuzusprechen.  

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

E-6199/2025 

Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen. 

2.  

Es wird festgestellt, dass das Verfahren vor der Vorinstanz zu lange dauert. 

Das SEM wird angewiesen, das Asylverfahren der Beschwerdeführerinnen 

beförderlich weiterzuführen und die Asylgesuche innert nützlicher Frist ei-

nem Entscheid zuzuführen. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.  

4.  

Das SEM wird angewiesen, den Beschwerdeführerinnen für das Verfahren 

vor dem Bundesverwaltungsgericht eine Parteientschädigung von insge-

samt Fr. 600.– auszurichten. 

5.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerinnen und das SEM. 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Kaspar Gerber Jessica Püringer 

 

 

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