# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** efec7c6b-60c9-5dcb-9d23-93244ae3c9fc
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Praxis des Kantonsgerichts 00.00.0000 PKG 2014 12
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_001_PKG-2014-12_0000-00-00.pdf

## Full Text

PKG 2014 12

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12 – Kindes- und Erwachsenenschutz.
– Errichtung einer Erziehungsbeistandschaft mit besonde- ren 

Vertretungsbefugnissen nach Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB 
samt Weisungen gemäss Art. 307 Abs. 3 ZGB gegenüber 
der Mutter einer Minderjährigen, die darauf gerichtet sind, 
einen genügenden Schulunterricht zu ge- währleisten (Erw. 
4).

Aus dem Sachverhalt:
Am 6. März 2014 ging bei der Kindes- und Erwachsenenschutz- 

behörde (KESB) Nordbünden telefonisch eine Gefährdungsmeldung von 
A._, Schulratspräsidentin der Schule O.1_, betreffend Y._, geboren am
_2002, ein (vgl. Akten KESB act. 1). Am 7. März 2014 erhielt die KESB 
Nordbünden eine schriftliche Gefährdungsmeldung mit Beilagen von A._ 
betreffend Y._ (vgl. Akten KESB act. 10). In den Gefährdungsmeldungen 
und Beilagen wurde insbesondere ausgeführt, dass Y._ innerhalb eines Jah- 
res viermal die Schule gewechselt habe (O.3_, O.4_, O.2_, O.1_). Die Leis- 
tungen von Y._ in der Schule würden nicht dem Stand der Klasse, in welcher 
sie sich momentan befinde (4. Primarklasse), entsprechen, zumal sie bereits 
die 1. Primarklasse repetiert habe. Y._ brauche dringend angepasste Lern- 
ziele und vermutlich weitere Massnahmen, doch ihre Mutter X._ weigere 
sich, eine schulpsychologische Abklärung durchführen zu lassen. X._ habe 
anlässlich eines Gesprächs am 5. Dezember 2013 (vgl. Akten KESB act. 9) 
ausgeführt, als Y._ noch in O.3_ zur Schule ging, sei sie aufgrund des Verhal- 
tens einer Lehrperson traumatisiert worden. Seit Mitte Februar 2014 besu- 
che Y._ die Schule nicht mehr. Es sei zu befürchten, dass Y._ den Schul- 
unterricht in der Schule O.1_ nicht mehr aufnehmen und mit ihrer Mutter 
X._ wieder an einen neuen Ort umziehen werde.

Aus den Erwägungen:
4.a) Anfechtungsobjekt des vorliegenden Beschwerdeverfahrens 

bildet der Entscheid der KESB Nordbünden vom 20. Mai 2014 betreffend 
insbesondere die in Sachen der Beschwerdeführerin Y._ zu errichtende Er- 
ziehungsbeistandschaft mit besonderen Vertretungsbefugnissen nach  Art.  
308 Abs. 1 ZGB und Art. 308 Abs. 2 ZGB sowie die Weisung nach Art. 307 
Abs. 3 ZGB an die Beschwerdeführerin X._, ihre Tochter Y._ bis spätestens
31. Mai 2014 beim Schulpsychologischen Dienst Graubünden in O.3_ für 
eine Abklärung anzumelden und nach Vorgabe von M._ an einer schulpsy- 
chologischen Abklärung mitzuwirken. Die Beschwerdeführerinnen beantra- 
gen in Ziffer 1 der Rechtsbegehren ihrer Beschwerde die vollumfängliche 
Aufhebung des Entscheids der KESB Nordbünden vom 20. Mai 2014 und in

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Ziffer 2 ev. die Feststellung, dass in Sachen der Beschwerdeführerin Y._ 
keine Beistandschaft errichtet werden dürfe und keine Kindeschutzmas- 
snahmen verfügt werden dürften. Es wird geltend gemacht, dass die Verhält- 
nisse die Einsetzung eines Beistands nicht erfordern würden, da X._ keine 
Unterstützung benötige und auch nicht darum ersucht habe. Dem Beistand 
zudem noch gewisse Befugnisse zu übertragen, sei komplett falsch und 
unverhältnismässig. Es liege überhaupt keine Gefährdung des Kindeswohls 
vor. Ausserdem könne bei einer Gefährdung erst dann von den Behörden 
eingegriffen werden, wenn die Eltern von sich aus nichts unternehmen wür- 
den. Vorliegend sei aber bekannt, dass Y._ beim Kinderpsychiater in regel- 
mässiger Behandlung stehe. Ausserdem sei X._ weder drogensüchtig, noch 
Alkoholikerin, noch tablettensüchtig, noch psychisch auffällig und gehöre 
auch keiner Sekte an. Y._ werde weder vernachlässigt noch geschlagen.

b/aa) Gemäss Art. 307 Abs. 1 ZGB trifft die Kindesschutzbehörde 
die geeigneten Massnahmen zum Schutz des Kindes, wenn das Wohl des Kin- 
des gefährdet ist und die Eltern nicht von sich aus für Abhilfe sorgen oder 
dazu ausserstande sind. In Abs. 3 dieser Bestimmung werden sodann mögli- 
che Massnahmen wie Ermahnungen und Weisungen für die Pflege etc. auf- 
gezählt. Wie das Gesetz selbst zum Ausdruck bringt, bedarf es für die 
Anordnung einer derartigen Kindesschutzmassnahme einer konkreten Ge- 
fährdung des Kindeswohls, sei es körperlicher oder geistiger Art (Peter 
Breitschmid, in: Honsell/Vogt/Geiser [Hrsg.], Basler Kommentar zum Zivil- 
gesetzbuch I, 4. Auflage, Basel 2010, N 18 zu Art. 307 ZGB). Bei der Prüfung 
einer Kindes- oder Erwachsenenschutzmassnahme sind sodann von der 
Behörde immer die allgemeinen Grundsätze zu beachten (Art. 388 f. ZGB). 
Insbesondere dürfen die Prinzipien der Subsidiarität und der Verhältnismäs- 
sigkeit nicht aus den Augen verloren werden. Die KESB darf eine Mass- 
nahme nämlich nur anordnen, wenn die Unterstützung der hilfsbedürftigen 
Person durch die Familie, andere nahestehende Personen oder private oder 
öffentliche Dienste nicht ausreicht oder von vornherein als ungenügend er- 
scheint. Jede behördliche Massnahme muss erforderlich und geeignet sein 
(Art. 389 Abs. 1 Ziff. 1 und Abs. 2 ZGB). Insbesondere beim Kindesschutz 
dürfen Massnahmen nur erfolgen, wenn die Eltern die ihnen obliegenden 
Pflichten nicht oder nicht ausreichend wahrnehmen. Indessen rechtfertigt 
nicht jede Unzulänglichkeit ein behördliches Eingreifen. Der Vorrang priva- 
ter Verantwortung und Freiheit privater Lebensgestaltung lassen eine 
behördliche Intervention nur dort als geeignete Massnahme erscheinen, wo 
sich dadurch zumindest mittelfristig eine Besserung relevanter, objektiver 
Missstände erreichen lässt. Nur wenn eine insofern qualifizierte Gefährdung 
des Kindeswohls vorliegt, lässt sich eine Massnahme auch mit Art. 8 Abs. 2 
EMRK vereinbaren (Breitschmid, a.a.O., N 6 zu Art. 307 ZGB). Sind die 
Voraussetzungen zur Errichtung einer Beistandschaft erfüllt, ist die Bei-

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standschaft im konkreten Einzelfall nach Mass zu gestalten. Zunächst ist die 
geeignete Art der Beistandschaft zu bestimmen und anschliessend sind die 
Aufgabenbereiche sowie die einzelnen Aufgaben und Kompetenzen mit 
Blick auf die Bedürfnisse der hilfsbedürftigen Person festzulegen (Helmut 
Henkel, in: Geiser/Reusser, Basler Kommentar zum Erwachsenenschutz, 
Basel 2012, N 8 zu Art. 388–399 ZGB).

b/bb) Gemäss Art. 301 Abs. 1 ZGB leiten die Eltern im Blick auf das 
Wohl des Kindes seine Pflege und Erziehung und treffen unter Vorbehalt 
seiner eigenen Handlungsfähigkeit die nötigen Entscheidungen. Nach Art. 
302 ZGB haben die Eltern das Kind ihren Verhältnissen entsprechend zu er- 
ziehen und seine körperliche, geistige und sittliche Entfaltung zu fördern 
und zu schützen (Abs. 1). Sie haben dem Kind, insbesondere auch dem kör- 
perlich oder geistig gebrechlichen, eine angemessene, seinen Fähigkeiten 
und Neigungen soweit möglich entsprechende allgemeine und berufliche 
Ausbildung zu verschaffen (Abs. 2). Zu diesem Zweck sollen sie in geeigne- 
ter Weise mit der Schule und, wo es die Umstände erfordern, mit der öffent- 
lichen und gemeinnützigen Jugendhilfe zusammenarbeiten (Abs. 3). Der 
Kernbereich des Kindeswohls wird in Art. 302 Abs. 1 ZGB mit der körperli- 
chen, geistigen und sittlichen Entfaltung umschrieben. In einer pluralisti- 
schen, multikulturellen Gesellschaft sind nur noch wenige allgemein gültige 
Aussagen möglich, wenn es um die Präzisierung des geistigen, sittlichen und 
seelischen Wohls des Kindes geht. Gewisse Grundaussagen können jedoch 
aus dem Verfassungsrecht wie auch aus der Gesamtheit der familienrechtli- 
chen Normen abgeleitet werden, wie z.B. der Wert höherer Bildung und das 
Aufwachsen in einer harmonischen Beziehung, das Erziehungsziel der Ei- 
genverantwortlichkeit und Gemeinschaftsfähigkeit sowie das Bedürfnis des 
Kindes nach Stabilität und Kontinuität (vgl. Ingeborg Schwenzer in: 
Honsell/Vogt/Geiser [Hrsg.], Basler Kommentar zum Zivilgesetzbuch I, 4. 
Auflage, Basel 2010, N 5 zu Art. 301 ZGB mit Hinweisen). Art. 302 Abs. 2 
ZGB erwähnt besonders die Pflicht der Eltern, dem Kind eine angemessene, 
seinen Fähigkeiten und Neigungen soweit wie möglich entsprechende allge- 
meine und berufliche Ausbildung zu verschaffen. Zur allgemeinen Ausbil- 
dung gehört der Besuch der Primarschule und Oberstufenschule sowie bei 
entsprechenden Anlagen des Kindes der Mittelschule. Grundsätzlich genü- 
gen die Eltern ihrer Verpflichtung, wenn sie den Besuch einer staatlichen 
Schule ermöglichen (vgl. Schwenzer, a.a.O., N 8 f. zu Art. 302 ZGB mit Hin- 
weisen). Nach Art. 302 Abs. 3 ZGB sollen die Eltern in geeigneter Weise mit 
der Schule und – soweit erforderlich – mit der öffentlichen und gemeinnüt- 
zigen Jugendhilfe zusammenarbeiten. Die Vorschrift beschneidet nicht die 
Entscheidungskompetenz der Eltern in Erziehungsfragen. Können sich die 
Eltern jedoch z.B. untereinander oder mit dem Kind nicht einigen, ist das 
Kind behindert oder treten schulische oder erzieherische Schwierigkeiten

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auf, haben die Eltern die Pflicht, nötigenfalls den Rat fachkundiger Stellen 
der Schule oder der Vormundschaftsbehörde einzuholen (vgl. Schwenzer, 
a.a.O., N 13 zu Art. 302 ZGB). Die Erziehung und Ausbildung des Kindes ist 
nicht Sache der Eltern allein. Einen bedeutenden Anteil an dieser Aufgabe 
hat unter anderem die Schule. Wenn sich ihre Arbeit zum Wohle des Kindes 
auswirken soll, ist sie auf die Unterstützung der Eltern angewiesen (vgl. 
Cyrill Hegnauer, Grundriss des Kindesrechts, 5. Aufl., Bern 1999, N 26.15 f. 
mit Hinweisen).

b/cc) Art. 19 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenos- 
senschaft (BV; SR 101) gewährleistet im Kapitel Grundrechte einen An- 
spruch auf ausreichenden und unentgeltlichen Grundschulunterricht. Dieses 
soziale Grundrecht verleiht einen individuellen subjektiven Anspruch  auf 
eine staatliche Leistung, nämlich auf eine grundlegende  Ausbildung.  Es 
dient insbesondere der Verwirklichung der Chancengleichheit, indem in der 
Schweiz alle Menschen ein Mindestmass an Bildung erhalten, das nicht nur 
für ihre Entfaltung, sondern auch für die Wahrnehmung der Grundrechte 
unabdingbar ist. Die Ausbildung muss genügen, um die Schüler auf ein 
selbstverantwortliches Leben im modernen  Alltag  vorzubereiten. Aus  Art. 
19 BV ergibt sich ein Anspruch auf eine den individuellen Fähigkeiten des 
Kindes und seiner Persönlichkeitsentwicklung  entsprechende  unentgeltli- 
che Grundschulausbildung. Der Anspruch wird verletzt, wenn die Ausbil- 
dung des Kindes in einem Masse eingeschränkt wird, dass die Chancen- 
gleichheit nicht mehr gewahrt ist, bzw. wenn es Lehrinhalte nicht vermittelt 
erhält, die in der hiesigen Wertordnung als unverzichtbar gelten (vgl. BGE 
129 I 12 E. 4.1 f. mit Hinweisen). Gemäss Art. 2 Abs. 1 des Gesetzes für die 
Volksschulen des Kantons Graubünden (Schulgesetz [SchulG]; BR 421.000) 
ist die Volksschule bestrebt, in Berücksichtigung der historisch gewachsenen 
sprachlich-kulturellen Eigenart der Gemeinschaft die Schülerinnen und 
Schüler zu einer Haltung zu erziehen, die sich an christlichen, humanisti- 
schen und demokratischen Wertvorstellungen orientiert. Die Volksschule 
fördert die Urteilsfähigkeit, die schöpferischen Kräfte, das Wissen und die 
Leistungsbereitschaft der Kinder und Jugendlichen. Dabei unterstützt sie 
diese in ihrer Entwicklung zu eigenständigen Persönlichkeiten, beim Erwerb 
sozialer Kompetenzen sowie auf dem Weg zu verantwortungsvollem Verhal- 
ten gegenüber Mitmenschen und Umwelt (Abs. 2). Die Volksschule unter- 
stützt und ergänzt die Erziehung in der Familie (Abs. 3). In der Volksschule 
erwerben und entwickeln alle Schülerinnen und Schüler grundlegende 
Kenntnisse und Kompetenzen, welche es ihnen erlauben, lebenslang zu ler- 
nen und ihren Platz in der Gesellschaft und im Berufsleben zu finden (Abs. 
4). Die in der Volksschule vermittelte Bildung umfasst insbesondere Pflege 
und Kenntnis der Schulsprache sowie grundlegende Kompetenzen in weite- 
ren Sprachen, Mathematik und Naturwissenschaften, Sozial- und Geistes-

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wissenschaften, Musik, Kunst und Gestaltung, Bewegung und Gesundheit 
(Abs. 5). Die Volksschule berücksichtigt die Interessen und Bedürfnisse von 
Kindern und Jugendlichen mit besonderem Förderbedarf, mit besonderen 
Begabungen und mit fremdsprachigem Hintergrund (Abs. 6). Gemäss Art. 
10 Abs. 2 SchulG ist der Schulbesuch auf der Primarstufe und auf der 
Sekundarstufe I obligatorisch. Die Schulpflicht umfasst in der Regel neun 
Schuljahre. Schülerinnen und Schüler, die den lehrplanmässigen Unterricht 
der Volksschule schneller absolvieren, werden vorzeitig aus der Schulpflicht 
entlassen (Art. 13 Abs. 1 SchulG). Mit Erfüllung der neunjährigen Schul- 
pflicht oder mit vorzeitiger Absolvierung der Volksschule endet das Recht 
auf Besuch der Volksschule (Art. 13 Abs. 2 SchulG). Mit dieser grundsätz- 
lichen Ausgestaltung der Volksschule erfüllt der Kanton Graubünden die 
sich aus Art. 19 BV ergebenden Mindestanforderungen. Aufgrund des Obli- 
gatoriums des Grundschulunterrichts besteht ein gewichtiges Interesse an 
einem geordneten Schulbetrieb und der regelmässigen Erfüllung der Schul- 
pflicht. Auch an der Wiedereingliederung schwieriger Schüler in den weite- 
ren Bildungsgang besteht ein erhebliches öffentliches Interesse. Die Schule 
erbringt ihre Leistungen nicht im eigenen Interesse, sondern im Interesse 
der Schüler. Die dabei verfolgten Ziele bilden in diesem Sinne Gesichts- 
punkte des Kindeswohls, weshalb der Schulbesuch auch gegen den Willen 
der Eltern durchgesetzt werden kann (vgl. BGE 129 I 16 E. 8.3 f.)

b/dd) Gemäss Art. 18 Abs. 1 SchulG gelten als Privatunterricht der 
Einzelunterricht und der Unterricht in einer Gruppe von bis zu vier Schüle- 
rinnen und Schülern. Privatunterricht bedarf einer Bewilligung des Depar- 
tements. Diese wird erteilt, wenn das Bildungsangebot demjenigen der öf- 
fentlichen Volksschule entspricht und der Lehrplan erfüllt wird (Abs. 2). Die 
Aufsicht obliegt dem Amt (Abs. 3). Nach Art. 12 der Verordnung zum Schul- 
gesetz (Schulverordnung; [SchulV]; BR 421.010) müssen Lehrpersonen an 
Privatschulen und für den Privatunterricht die gleichen Voraussetzungen für 
die Unterrichtsberechtigung erfüllen wie Lehrpersonen der öffentlichen 
Volksschule. Nach Art. 28 Abs. 1 SchulG können die Schulträgerschaften 
Schülerinnen und Schüler pro Schuljahr während maximal 15 Schultagen be- 
urlauben. Zudem können sie bestimmen, dass die Erziehungsberechtigten 
davon höchstens drei Schultage als Urlaubstage frei festlegen dürfen. Das 
Amt kann darüber hinaus gehenden Urlaub gewähren (Abs. 2). In begrün- 
deten Fällen kann das Amt Schülerinnen und Schüler vorübergehend ganz 
oder teilweise vom Unterricht dispensieren (Abs. 3). Nach Art. 53 SchulG 
haben die Schülerinnen und Schüler Anspruch auf Bildung auf der Grund- 
lage des aktuellen Wissenstandes und Lehrplanes (lit. a) sowie auf Achtung 
und Stärkung ihrer Persönlichkeit (lit. b). Gemäss Art. 54 Abs. 1 SchulG er- 
füllen die Schülerinnen und Schüler ihre Pflichten und beteiligen sich aktiv 
und kooperativ am Schulbetrieb. Gemäss Art. 54 Abs. 2 SchulG haben die

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Schülerinnen und Schüler den Unterricht und die Schulveranstaltungen zu 
besuchen (lit. a) sowie altersgemäss Verantwortung für den eigenen Lern- 
prozess und Mitverantwortung für denjenigen der Lerngemeinschaft zu tra- 
gen (lit. b). Laut Art. 68 Abs. 1 SchulG sind die Erziehungsberechtigten für 
die Erziehung sowie für den regelmässigen Schulbesuch, für die Erfüllung 
der Schulpflicht und der damit verbundenen Aufgaben ihrer Kinder erstver- 
antwortlich. Die Erziehungsberechtigten pflegen ein kooperatives Verhält- 
nis zu Lehrpersonen und Schulbehörden. Sie können verpflichtet werden, 
bei wichtigen Beschlüssen, die ihr Kind individuell betreffen, mitzuwirken 
und an vorbereitenden Gesprächen teilzunehmen (Abs. 2). Die Erziehungs- 
berechtigten informieren die Lehrpersonen über das Verhalten ihrer Kinder 
und über Ereignisse in deren Umfeld, soweit dies für die Schule von Bedeu- 
tung ist (Abs. 3). Gemäss Art. 73 Abs. 1 SchulV berät und unterstützt der 
Schulpsychologische Dienst Kinder und Jugendliche, Eltern, Lehrpersonen, 
Schulleitungen, kommunale Schulbehörden und Institutionen der Kinder- 
und Jugendhilfe bei der Bewältigung von Schul-, Entwicklungs- und Erzie- 
hungsproblemen. Der Schulpsychologische Dienst führt Abklärungen und 
Beratungen durch bei Lern-, Leistungs-, Verhaltens- und Entwicklungs- 
schwierigkeiten sowie bei Fragen der Bildungslaufbahn von Kindern und 
Jugendlichen (Abs. 2). Neben der Hilfe im Einzelfall wirkt der Schul- 
psychologische Dienst bei der Prävention von Schul-, Entwicklungs- und Er- 
ziehungsproblemen mit (Abs. 3). Das Amt erlässt Richtlinien über die Orga- 
nisation, Pflichten und Aufgaben des Schulpsychologischen Dienstes und 
teilt das Kantonsgebiet in Beratungsregionen ein (Abs. 4).

b/ee) Diesen zitierten Bestimmungen  aus  der  Schulgesetzgebung 
ist zu entnehmen, dass es beim Besuch des obligatorischen Schulunterrichts 
bei Weitem nicht nur um reine Wissensvermittlung geht. Vielmehr über- 
nimmt die Schule wesentliche Aufgaben im Hinblick auf die Entwicklung ei- 
nes Kindes zu einem verantwortungsvollen Erwachsenen, der sich im künf- 
tigen Berufsleben und in anderen wesentlichen sozialen Bereichen in der 
heutigen Welt zurechtfinden soll. Äusserungen in der Beschwerdeschrift, 
wonach sich die Behörden in die inneren Angelegenheiten der Familie ein- 
mischen würden oder dass der Staat nicht Eigentümer der ihm in der Schule 
anvertrauten Kinder sei, verkennen diese wichtige Aufgabe der Schule 
grundlegend. Vielmehr gilt, dass es nicht dem alleinigen Gutdünken der El- 
tern überlassen ist, ob sie ihre Kinder in die Schule schicken sollen und wel- 
che Erziehung sie ihren Kindern angedeihen lassen wollen. Wird die vom 
Staat vorgegebene Schwelle bei der Erfüllung  der  Erziehungspflichten 
durch die Eltern unterschritten, so hat  die  zuständige  Behörde  zu  prüfen, 
ob eine Kindeswohlgefährdung vorliegt und sie hat allenfalls die nötigen 
Massnahmen zu ergreifen. Diese Voraussetzung ist im vorliegenden Fall 
zweifelsfrei gegeben. Y._ bleibt seit Februar 2014 der Schule fern. Vorliegend

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empfahl ein privat beigezogener Psychiater eine Sonderschulung durch die 
Eltern bis Ende Sommerferien 2014. Gestützt darauf wurde Y._ nicht mehr 
in die Schule geschickt. Es liegt jedoch – wie dargelegt – nicht in der Kom- 
petenz eines privat beigezogenen Psychiaters, ein Kind vom Schulbesuch zu 
dispensieren. Dieser kann höchstens eine diesbezügliche Empfehlung zu- 
handen der zuständigen Schulbehörde abgeben. Y._ wird zwar nach Anga- 
ben ihrer Mutter, deren Lebenspartners, ihrer Grossmutter und ihren eige- 
nen Angaben zu Hause unterrichtet. Jedoch verfügt keine dieser Personen 
über die dazu erforderlichen fachlichen und pädagogischen Qualifikationen. 
Dass ein befreundeter, pensionierter Lehrer Unterrichtsmaterialien zur Ver- 
fügung stellt und Anweisungen gibt, ist unbeachtlich. Entscheidend ist, 
dass – wenn wie vorliegend ein privater Unterricht zu Hause erfolgt – dieser 
durch eine Person durchgeführt wird, welche die gleichen Voraussetzungen 
für die Unterrichtsberechtigung erfüllt wie eine Lehrperson der öffentlichen 
Volksschule. Ausserdem bedarf der Privatunterricht einer Bewilligung des 
Erziehungs-, Kultur- und Umweltschutzdepartements. X._, die Mutter von 
Y._, wurde über die Gefährdung der Promotion ihrer Tochter informiert und 
hat dagegen nichts unternommen, sodass schlussendlich die Nichtpromotion 
von Y._ verfügt wurde. Den Akten ist zu entnehmen, dass sich insbesondere 
die Mutter von Y._ renitent und uneinsichtig verhält und den Anweisungen 
der Behörden keine Folge leistet. Mit ihrem Verhalten gefährdet sie das Kin- 
deswohl von Y._ in grober Art und Weise, indem sie diese vom für ihre Ent- 
wicklung wichtigen Schulbesuch fernhält und auch nähere psychologische 
Abklärungen durch die zuständige Instanz verhindert.

b/ff) Massnahmen der KESB haben, wie dargelegt, auch das Subsi- 
diaritäts- und Verhältnismässigkeitsprinzip zu beachten. Die Vorinstanz 
stellte zu Recht fest, dass sich X._ zu den angebotenen alternativen Beschu- 
lungsoptionen gegenüber der Schule nicht  geäussert,  Gesprächstermine 
nicht eingehalten und eine Zusammenarbeit mit der Schule verweigert hat. 
Auch haben sich bisherige Anstrengungen im freiwilligen Bereich nicht als 
ausreichend erwiesen, sodass die nötige Unterstützung von einer  Fachper- 
son zu erbringen ist. Daher vermögen die mit Entscheid der KESB Nord- 
bünden vom 20. Mai 2014 verfügten Kindeschutzmassnahmen dem Subsi- 
diaritäts- und Verhältnismässigkeitsprinzip standzuhalten. Die Beschwerde 
erweist sich somit als offensichtlich unbegründet und ist daher abzuweisen. 
ZK1 14 81 Entscheid vom 19. August 2014

(Mit Urteil 5A_732/2014 vom 26. Februar 2015 hat das Bundesgericht die ge- 
gen diesen Entscheid erhobene Beschwerde abgewiesen, soweit darauf ein- 
zutreten war).