# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e5609310-0ad4-5645-b336-eff123b36ef7
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2007-01-03
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Sonstige Kammern 03.01.2007 PZ 2006 210
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_999_PZ-2006-210_2007-01-03.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

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Ref.: Chur, 3. Januar 2007 Schriftlich mitgeteilt am: 
PZ 06 210

Verfügung
Kantonsgerichtspräsidium

Vorsitz Präsident Brunner
Aktuar ad hoc Trüssel

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Im Rekurs/In der Zivilsache/In Sachen

A., Gesuchsgegner und Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. 
Hans-Ulrich Bürer, Postfach 82, Hinterm Bach 6, 7002 Chur

gegen

die Verfügung des Kreispräsidenten Ruis vom 9. November 2006, mitgeteilt am 9. 
November 2006, in Sachen D., Gesuchsteller und Beschwerdegegner, gegen Ge-
suchsgegner und Beschwerdeführer, 

betreffend allgemeines Amtsverbot,

hat sich ergeben:

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A. Am 26. September 2006 ersuchte D. das Kreisamt Ruis um den Erlass 
eines allgemeinen Amtsverbotes, wonach das Abstellen und Parkieren von Fahr-
zeugen jeglicher Art auf der G., Plan 13, Umschwung „Camenisch“ in C., für Unbe-
rechtigte amtlich zu verbieten sei. Zur Begründung brachte D. vor, die G. sei im 
Jahre 1999 überbaut worden und er habe sie im Sommer 2006 käuflich erworben 
und seither das Wohnhaus vermietet. Immer wieder hätten er und seine Mieter fest-
stellen müssen, dass A. und andere Unberechtigte ihre Fahrzeuge auf seinem 
Grundstück abgestellt hätten. Infolgedessen hätten die Mieter nicht mehr zum 
Grundstück zufahren bzw. wegfahren können. 

B. Das Gesuch wurde im Amtsblatt des Kantons Graubünden vom 5. Ok-
tober 2006 und im H. vom 6. Oktober 2006 publiziert. Dagegen erhob A. am 25. 
Oktober 2006 beim Kreisamt Ruis Einsprache mit folgendem Rechtsbegehren:

„1. Das Amtsverbotsgesuch sei, soweit es das Abstellen von Fahrzeugen 
zum Waren- und Personenumschlag bezüglich I., Grundbuch Andiast, 
betreffe, abzuweisen.

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge – letztere zuzüglich Mehrwert-
steuer – zulasten des Gesuchstellers.“

Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, dass sein Grund-
stück über ein Wegrecht zulasten des Grundstücks des Gesuchstellers verfüge, und 
er von diesem Wegrecht seit der Erstellung des Gebäudes auf seinem Grundstück 
im Jahre 1956 mit Fahrzeugen Gebrauch gemacht habe. Er habe das Fahrzeug im 
Rahmen der Ausübung des Wegrechts vor seinem Wohnhaus zum Zwecke des 
Güter- und Personenumschlages abgestellt. Folglich sei das Wegrecht in der Art 
und Weise, wie es im Grundbuch eingetragen sei und seit jeher ausgeübt werde, in 
jeglicher Hinsicht klar und unmissverständlich definiert.

C. Nachdem am  6. November 2006 in Anwesenheit der Parteien ein Au-
genschein im betreffenden Gelände durchgeführt wurde, entschied der Kreispräsi-
dent Ruis, Pius Berni, wie folgt:  

„1. Die Einsprache des Gesuchsgegners, A., vertreten durch lic. iur. Hans-
Ulrich Bürer, Chur, wird abgewiesen.

2. Dem Gesuch von D., E., F., um Erlass eines allgemeinen Amtsverbotes 
für die G., Plan 13, Umschwung „Camenisch“ in der Gemeinde C., wird, 
nachdem diese Verfügung in Rechtskraft getreten ist, entsprochen.

3. Die Kosten des Einspracheverfahrens über Fr. 350.-- gehen zulasten 
des Gesuchsgegners und sind innert 30 Tagen seit Mitteilung dieser 
Verfügung an die Kreiskasse Ruis zu überweisen. 

4. (Rechtsmittelbelehrung).

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5. (Mitteilung).“

In den Erwägungen wurde vorwiegend dargelegt, es könne davon ausgegan-
gen werden, dass das Wegrecht des Gesuchsgegners nicht dazu legitimiere Fahr-
zeuge auf der Parzelle des Gesuchstellers abzustellen oder zu parkieren. Nach der 
Überbauung der G. im Jahre 1999 hätten sich die Bedürfnisse des Gesuchstellers 
so verändert, dass das Parkieren und Abstellen von Fahrzeugen nicht mehr wie bis 
anhin hätte toleriert werden können. Eine Mehrbelastung dürfe dem Verpflichteten 
nicht zugemutet werden.

D. Gegen diese Verfügung des Kreispräsidenten Ruis vom 9. November 
2006 erhob der Gesuchsgegner A. am 20. November 2006 Beschwerde beim Kan-
tonsgerichtspräsidenten von Graubünden. In seiner Eingabe stellte er folgendes 
Rechtsbegehren:

„1. Die angefochtene Verfügung des Kreispräsidenten Ruis vom 9. Novem-
ber 2006 sei aufzuheben.

2. Das Gesuch des Beschwerdegegners um Erlass eines allgemeinen 
Amtsverbotes, wonach das Abstellen und Parkieren von Fahrzeugen 
jeglicher Art auf der G., Plan 13, Umschwung „Camenisch“ in C. für Un-
berechtigte amtlich zu verbieten ist, sei, soweit es das Abstellen von 
Fahrzeugen zum Waren- und Personenumschlag bezüglich I., Grund-
buch Andiast, betrifft, abzuweisen.

3. Eventualiter sei dem Beschwerdeführer Frist zur Klage anzusetzen.

4. Der vorliegenden Beschwerde sei aufschiebende Wirkung zuzuerken-
nen.

5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge – letztere zuzüglich Mehrwert-
steuer – zulasten des Beschwerdegegners.“

In der Begründung hielt der Beschwerdeführer im Wesentlichen an den Aus-
führungen in der Einsprache fest. Die Rechtslage sei in dem Sinne liquid, als rechts-
genüglich dargetan worden sei, dass er als Eigentümer von I. berechtigt sei, das 
Wegrecht mit Fahrzeugen zum Zwecke des Waren- und Personenumschlages aus-
zuüben. Dementsprechend erweise sich die angefochtene Verfügung als unhaltbar. 
Der Beschwerdeführer führte weiter aus, die Verfügung des Kreispräsidenten wäre 
selbst dann aufzuheben und der Kreispräsident hätte zur umfassenden Klärung der 
Rechte Frist zur Einreichung einer Klage setzen müssen, falls die Rechtslage ent-
gegen seinen Ausführungen nicht liquid sein sollte.

D. D. beantragte in seiner Stellungnahme vom 26. November 2006 die 
Abweisung der Beschwerde. Das Amtsverbotsgesuch vom 26. September 2006 sei 

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nur wegen dem Verhalten des Eigentümers der I. eingereicht worden und somit 
dürfe die Parzelle Nr. 413 auf keinem Fall von diesem Verbot ausgenommen wer-
den. Das Abstellen eines Fahrzeugs zwecks Personen- und Warenumschlag sei 
nicht im Grundbuch eingetragen. Zudem bestünden zwei weitere Möglichkeiten, um 
zur I. zu gelangen, die keinen übermässigen zusätzlichen physischen Aufwand mit 
sich bringen würden. 

E. Der Kreispräsident Ruis verwies in seiner Vernehmlassung vom 28. 
November 2006 auf die Verfügung vom 9. November 2006. Ergänzend führte er 
aus, dass sich die Verhältnisse seit dem Bau des Hauses Sgier geändert hätten. 
Anlässlich des Augenscheins vom 6. November 2006 habe der Kreispräsident die 
anwesenden Parteien auf die klare Sach- und Rechtslage aufmerksam gemacht. 
Einem Abstellen des Fahrzeuges zum Personen- und Warenumschlag stehe nichts 
im Wege. Werde das Fahrzeug jedoch auf G. parkiert, würde das Amtsverbot in 
Kraft treten. Weiter sei der Nachweis der Besitzstörung vorliegend gegeben. Ob-
wohl sich das Amtsverbot hauptsächlich gegen den Gesuchsgegner und Beschwer-
deführer richte, sei anzunehmen, dass auch weitere Personen (Familienangehö-
rige, Freunde, Besucher etc.) dem Amtsverbot unterliegen würden, sodass von ei-
nem allgemeinen Interesse gesprochen werden könne.

F. Mit Verfügung vom 4. Dezember 2006 erteilte der Kantonsgerichtsprä-
sident der Beschwerde die aufschiebende Wirkung.

Das Kantonsgerichtspräsidium zieht in Erwägung :

1. Gegen Entscheide des Kreispräsidenten im Verfahren um Erlass ei-
nes allgemeinen Amtsverbotes gemäss Art. 154 Abs. 3 der Zivilprozessordnung des 
Kantons Graubünden (ZPO; BR 320.000) kann beim Kantonsgerichtspräsidenten 
Beschwerde erhoben werden, wobei für das Beschwerdeverfahren die Vorschriften 
von Art. 152 ZPO anzuwenden sind (Art. 154 Abs. 4 ZPO). Gemäss Art. 152 Abs. 1 
ZPO ist die Beschwerde innert 10 Tagen seit Mitteilung des angefochtenen Ent-
scheides einzureichen. Die vorliegende Beschwerde vom 20. November 2006 rich-
tet sich gegen die Verfügung des Kreispräsidenten Ruis vom 9. November 2006, 
welche am 10. November 2006 mitgeteilt wurde. Auf die frist- und formgerecht ein-
gereichte Beschwerde ist einzutreten.

2. Offengelassen wird in Art. 152 ZPO, ob dem Kantonsgerichtspräsiden-
ten im Beschwerdeverfahren eine volle oder eine bloss beschränkte Kognition zu-

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steht. Die Bezeichnung des Rechtmittels als Beschwerde lässt zwar eher auf das 
Letztere schliessen. Die Möglichkeit, von Amtes wegen Beweise erheben zu kön-
nen, spricht hingegen klar für eine volle Kognition. Von der Sache her ist eine Über-
prüfung auf Angemessenheit denn auch angezeigt, da es im Befehlsverfahren häu-
fig um Ermessensfragen geht und das Rechtsmittel an praktischer Bedeutung ver-
löre, wenn der Kantonsgerichtspräsident nur bei Missbrauch des Ermessens und 
offensichtlich falscher Feststellung des Sachverhalts einschreiten könnte. Auch das 
Fehlen eines Hinweises auf die Beschwerde nach Art. 232 ff. ZPO lässt den Schluss 
zu, der Gesetzgeber habe eine Beschränkung der Kognition nicht gewollt (Nay, Zi-
vilprozessordnung und Gerichtsverfassungsgesetz des Kantons Graubünden, Chur 
1986, S. 101; PKG 2001 Nr. 39). Damit ist dem Kantonsgerichtspräsidenten eine 
volle Kognition zuzuerkennen. Er ist weder in rechtlicher noch in tatsächlicher Hin-
sicht an den Entscheid der Vorinstanz gebunden.

3. Gemäss Art. 145 ZPO kann der zuständige Kreispräsident auf Gesuch 
hin durch Amtsbefehl die zum Rechtsschutz erforderlichen Massnahmen treffen, 
wenn jemand durch die beabsichtigte oder begonnene Handlung eines andern oder 
durch die Unterlassung einer solchen in seinen Rechten verletzt oder gefährdet 
wird. Nach Art. 154 ZPO kann jedoch neben dem Einzelnen auch die Allgemeinheit 
Adressat eines Amtsbefehls sein. Die sogenannten allgemeinen Amtsverbote ha-
ben praktisch ausschliesslich Besitzesschutzansprüche gemäss Art. 926 ff. des 
Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB; SR 210) zum Gegenstand, wobei eigen-
mächtige Besitzstörungen die Hauptanwendungsfälle bilden (Rudolf Rehli, Das Be-
fehlsverfahren nach bündnerischem Recht, insbesondere sein Anwendungsbe-
reich, Zürich 1977, S. 53 f.). In solch einem Fall kann beim Kreispräsidenten ein 
allgemeines Amtsverbot verlangt werden. Voraussetzung ist also eine angeblich un-
berechtigte Handlung, die allgemein ausgeübt wird. Dies muss durch den in seinem 
Besitze Gestörten nachgewiesen werden (Art. 146 Abs. 2 ZPO). Im Verfahren vor 
dem Kreisamt wird also die Frage nach dem Besitz entschieden. Obwohl das Be-
fehlsverfahren gemäss Art. 151 ZPO als summarisches Verfahren ausgestaltet ist, 
ist grundsätzlich voller Beweis für das Vorhandensein der behaupteten rechtserheb-
lichen Tatsachen zu erbringen (Rudolf Rehli, S. 96). Es können damit auch im ra-
schen und summarischen Befehlsverfahren nur klar und unzweifelhaft ausgewie-
sene Ansprüche durchgesetzt werden. Der Gesetzgeber wollte es offensichtlich 
nicht einfach dem Belieben des Kreispräsidenten überlassen, ob er selbst den Ent-
scheid fällen oder ob er diesen dem ordentlichen Richter überlassen wolle. Der Sinn 
der Verweisung ins ordentliche Verfahren (Art. 154 Abs. 3 Satz 3 ZPO) liegt offenbar 
darin, dass bei nicht sofort überblickbaren Verhältnissen der Zivilrichter in einem 

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kontradiktorischen und mit allen Beweismöglichkeiten ausgestattenen Verfahren ei-
nen endgültigen Entscheid fällen kann, während der Entscheid des Kreispräsiden-
ten im summarischen Verfahren rascher für vorläufigen Rechtsfrieden sorgen kann 
(PKG 1988 Nr. 24).

4. a) Unbestrittenermassen ist der Beschwerdegegner Eigentümer der G., 
Grundbuch Andiast. Damit ist die Aktivlegitimation zur Beanspruchung von Besit-
zesschutz gegeben, zumal er unbestrittenermassen nicht nur eingetragener Ei-
gentümer, sondern auch Besitzer der Liegenschaft ist. Das Wegrecht, über dessen 
Inhalt und Ausübung die Parteien streiten, ist im Grundbuch als Grunddienstbarkeit 
eingetragen, d.h. es belastet den jeweiligen Eigentümer der G. und berechtigt den 
jeweiligen Eigentümer der Parzelle Nr. 413. Der Umfang des Wegrechts bestimmt 
sich nach dem Eintrag der Dienstbarkeit, soweit sich die Rechte und Pflichten dar-
aus deutlich ergeben (Art. 738 Abs. 1 ZGB). Im Rahmen des Eintrages kann sich 
der Inhalt der Dienstbarkeit aus ihrem Erwerbsgrund oder aus der Art ergeben, wie 
sie während längerer Zeit unangefochten und in gutem Glauben ausgeübt worden 
ist (Art. 738 Abs. 2 ZGB). Die Benennung der Dienstbarkeit im Grundbuch lautet 
„Wegrecht“. Gemäss den Akten ist das Wegrecht jedoch nicht näher umschrieben. 
Damit ist der Umfang des Wegrechts zulasten der G. im vorliegenden Fall unklar. 
Aus den Akten geht insbesondere nicht mit hinreichender Klarheit hervor, ob zum 
grundbuchlich eingetragenen „Wegrecht“ auch ein Recht zum Personen- und Güter-
umschlag gehört und allenfalls wie dieses näher ausgestaltet ist. Dies ergibt sich 
bereits aus der Verfügung des Kreispräsidenten Ruis vom 9. November 2006 unter 
E. 2, wo er sich in der Auslegung der Dienstbarkeit versuchte. Da im Amtsverbots-
verfahren nur klar und unzweifelhaft ausgewiesene Ansprüche durchgesetzt wer-
den dürfen, hätte der Kreispräsident Ruis vorliegend Frist zur Einreichung einer or-
dentlichen Klage ansetzen und entweder dem Gesuchsteller oder dem Einsprecher 
die Klägerrolle zuteilen müssen (Art. 154 Abs. 3 Satz 3 ZPO). Die definitive Klärung 
des Inhalts einer Dienstbarkeit ist nämlich dem ordentlichen Richter vorbehalten.

b) Bevor der Kreispräsident Ruis indessen die Dienstbarkeit hinsichtlich 
ihrer inhaltlichen Klarheit zu prüfen gehabt hätte, hätte er untersuchen müssen, ob 
eine Besitzstörung auf eine wie auch immer geartete Servitut rechtsgenüglich nach-
gewiesen ist. Eine Besitzstörung ist eine nicht zum Verlust des Besitzes führende 
rechtlich relevante Beeinträchtigung der Sachherrschaft des Besitzers. Rechtlich re-
levant ist die Störung, wenn sie die Grenzen der vernünftigerweise zu duldenden 
Einwirkungen übersteigt, das heisst übermässig ist (Honsell, Vogt, Geiser, in: Basler 
Kommentar zum ZGB, Bd. II, Basel 2003, N 2 zu Art. 928). Weder im Amtsverbots-

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gesuch noch in anderen Akten findet sich ein Hinweis auf eine Besitzstörung. Der 
Kreispräsident Ruis stützt sich bloss auf eine Parteiaussage und führt aus, dass 
davon ausgegangen werden kann, dass das Wegrecht des Gesuchsgegners ihn 
nicht dazu legitimiere, Fahrzeuge auf der G. abzustellen oder zu parkieren. Dies 
stellt selbstredend noch keinen schlüssigen Beweis dar. Zu prüfen bleibt, ob durch 
die Einreichung des Fotos mit den Bemerkungen durch den Beschwerdegegner 
eine Besitzstörung nachgewiesen werden kann. Obwohl die Einreichung neuer Be-
weismittel im Beschwerdeverfahren möglich ist (PKG 2001 Nr. 39), genügt das Foto 
mit den Bemerkungen nicht, um eine Besitzstörung des Nachbarn hinreichend zu 
belegen. Es ist unklar, wem die Fahrzeuge auf dem Foto gehören, wie lange sie 
dort standen und ob es sich allenfalls um einen einmaligen Vorfall handelte. 

c) Schliesslich wurde gar nicht dargetan und erwogen, ob Besitzstörun-
gen angeblich allgemein ausgeübt werden. Die allgemeine Ausübung unberechtig-
ter Handlungen bedeutet, dass die Besitzstörungen durch einen unbestimmten Per-
sonenkreis (Dritte) ausgeübt werden. Aufgrund der Situation und dem Vorbringen 
des Gesuchstellers ist unklar, ob in der Tat ein unbestimmter Personenkreis derar-
tige Handlungen ausgeübt hat. Auf jeden Fall wird in den Erwägungen der ange-
fochtenen  Verfügung vom 9. November 2006 nicht darauf eingegangen, und der 
Kreispräsident Ruis kommt darin auch nicht zu einem derartigen Schluss. Auch die 
Aussage des Kreispräsidenten Ruis in der Vernehmlassung vom 28. November 
2006, wonach anzunehmen sei, dass auch weitere Personen dem Amtsverbot un-
terliegen würden, ändert daran nichts. Stichhaltige Beweise oder zumindest An-
haltspunkte dafür liegen auf jeden Fall nicht vor.

5. Zusammengefasst ist festzuhalten, dass einerseits nicht nachgewie-
sen ist, dass Besitzesstörungen überhaupt erfolgten und andererseits solche unbe-
rechtigten Handlungen allgemein, mithin von einem erweiterten Personenkreis aus-
geübt wurden. Der Kreispräsident Ruis hätte unter diesen Umständen das Begeh-
ren um Erlass eines Amtsverbotes abweisen müssen. Selbst bei Vorliegen eines 
rechtsgültigen Nachweises der Besitzesstörungen, hätte er infolge Unklarheit der 
Verhältnisse Frist zur Klage ansetzen müssen, um den Streit vor den ordentlichen 
Zivilrichter zu bringen. Somit ist der Erlass eines allgemeinen Amtsverbotes durch 
den Kreispräsidenten Ruis zu Unrecht erfolgt. Die Beschwerde ist daher gutzuheis-
sen, die Verfügung aufzuheben und das Gesuch um Erlass des Amtsverbotes ab-
zuweisen. 

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6. Unter Nachweis seiner Berechtigung bzw. seines Besitzes, der Besitz-
störung und der allgemeinen Begehung derselben kann der Beschwerdegegner je-
derzeit ein neues Gesuch stellen, da dieser Entscheid nicht in materielle Rechtskraft 
erwächst.

7. Bei diesem Ausgang des Verfahrens gehen die Kosten des Kreisam-
tes Ruis und des Beschwerdeverfahrens zu Lasten des Beschwerdegegners, wel-
cher darüber hinaus als unterliegende Partei verpflichtet wird, den Beschwerdefüh-
rer aussergerichtlich für die Verfahren vor beiden Instanzen angemessen zu ent-
schädigen (Art. 122 Abs. 1 und 2 ZPO).

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Demnach verfügt das Kantonsgerichtspräsidium :

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen, die angefochtene Verfügung aufgeho-
ben, und das Amtsverbotsgesuch abgewiesen.

2. Die Kosten des Kreisamtes Ruis von Fr. 350.-- gehen zu Lasten des Be-
schwerdegegners.

3. Die Kosten des Kantonsgerichtspräsidiums Graubünden von Fr. 1'000.-- ge-
hen zu Lasten des Beschwerdegegners.

4. Der Beschwerdegegner hat den Beschwerdeführer aussergerichtlich für 
beide Verfahren insgesamt mit Fr. 1'500.-- zu entschädigen.

5. Gegen vorliegende Entscheidung ist ein Rechtsmittel an das Schweizerische 
Bundesgericht gegeben. Voraussetzungen und Verfahren sowie die Moda-
litäten der Einreichung richten sich nach dem Bundesgerichtsgesetz (Bun-
desgesetz vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht, BGG, SR 173.110).

6. Mitteilung an:

__________

Für das Kantonsgerichtspräsidium von Graubünden 
Der Präsident: Der Aktuar ad hoc: