# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f3041a7f-6640-54c3-a81c-1cb45eec6ec8
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-11-14
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Strafkammer 14.11.2023 SK1 2022 69
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_004_SK1-2022-69_2023-11-14.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Urteil vom 14. November 2023

Referenz SK1 22 69

Instanz I. Strafkammer

Besetzung Moses, Vorsitzender
Cavegn und Michael Dürst
Bernhard, Aktuarin

Parteien A._____
Beschuldigter
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Mario Thöny
Bahnhofstrasse 8, 7000 Chur

gegen

Staatsanwaltschaft Graubünden
Rohanstrasse 5, 7001 Chur

B._____
Privatkläger
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Stefan Metzger
Via dal Bagn 3, Postfach 3086, 7500 St. Moritz

Gegenstand Betrug gem. Art. 146 Abs. 1 StGB, Veruntreuung gem. Art. 138 
Abs. 2 StGB, mehrfacher Missbrauch von Ausweisen und Schil-
dern gem. Art. 97 Abs. 1 lit. a SVG und mehrfaches Führen eines 
nicht betriebssicheren Fahrzeuges gem. Art. 29 SVG

Anfechtungsobj. Urteil Regionalgericht Engiadina Bassa/Val Müstair vom 
24.02.2022, mitgeteilt am 02.12.2022 (Proz. Nr. 515-2021-7)

Mitteilung 12. Februar 2024

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Sachverhalt

A. Das Regionalgericht Engiadina Bassa/Val Müstair sprach A._____ (fortan: 
Beschuldigter) am 24. Februar 2022 vom Vorwurf des Betruges gemäss Art. 146 
Abs. 1 StGB frei. Es verurteilte den Beschuldigten wegen Veruntreuung gemäss 
Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB sowie wegen mehrfachen Missbrauchs von Ausweisen 
und Schildern gemäss Art. 97 Abs. 1 lit. a SVG und mehrfachen Führens eines 
nicht betriebssicheren Fahrzeuges gemäss Art. 29 SVG in Verbindung mit Art. 93 
Abs. 2 lit. a SVG. Dafür bestrafte es den Beschuldigten mit einer Freiheitsstrafe 
von 7 Monaten und mit einer Busse von CHF 500.00, ersatzweise mit einer Frei-
heitsstrafe von 5 Tagen bei schuldhafter Nichtbezahlung der Busse. Des Weiteren 
verpflichtete das Regionalgericht den Beschuldigten, B._____ (fortan: Privatklä-
ger) CHF 39'000.00 zuzüglich 5% Zins seit dem 1. März 2020 zu bezahlen. Die 
Verfahrenskosten wurden dem Beschuldigten auferlegt und der Beschuldigte hatte 
den Privatkläger zu entschädigen.

B. Das Regionalgericht hatte Rechtsanwalt Dario Giovanoli mit Beschluss vom 
20. September 2021 als notwendigen Verteidiger eingesetzt. Am 10. März 2022 
meldete der Beschuldigte, vertreten durch Rechtsanwalt Dario Giovanoli, Berufung 
an. Mit Beschluss vom 7. November 2022 gestattete das Regionalgericht Rechts-
anwalt Dario Giovanoli, das Mandat als notwendiger Verteidiger des Beschuldig-
ten per sofort niederzulegen. Es forderte den Beschuldigten auf, eine Verteidigung 
zu bestellen, was der Beschuldigte jedoch unterliess. Das begründete Urteil des 
Regionalgerichts wurde den Parteien am 2. Dezember 2022 mitgeteilt.

C. Am 23. Januar 2023 (Datum Poststempel) reichte der Beschuldigte selbst 
eine Berufungserklärung ein.

D. Mit Verfügung vom 25. Januar 2023 setzte der Vorsitzende der 
I. Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubünden Rechtsanwalt Mario Thöny 
als amtlichen notwendigen Verteidiger ein.

E. Die Staatsanwaltschaft verzichtete am 3. Februar 2023 auf eine Stellung-
nahme. 

F. Der Privatkläger beantragte am 10. Februar 2023 die Abweisung der Beru-
fung, soweit auf sie überhaupt eingetreten werden dürfe. Er verlangte die Bestra-
fung des Beschuldigten und hielt an seiner Zivilklage fest, unter Kosten- und Ent-
schädigungsfolge.

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G. Am 14. Februar 2023 reichte der Beschuldigte, nunmehr amtlich verteidigt 
durch Rechtsanwalt Mario Thöny, eine weitere Berufungserklärung ein. Dazu 
nahm der Privatkläger am 17. Februar 2023 Stellung. Die Staatsanwaltschaft ver-
zichtete wiederum auf eine Stellungnahme. 

H. Die Berufungsverhandlung fand am 7. November 2023 statt. Anwesend 
waren lediglich die beiden Rechtsvertreter, Rechtsanwalt Mario Thöny als Vertei-
diger des Beschuldigten, und Rechtsanwalt Stefan Metzger als Vertreter des Pri-
vatklägers.

I. Der Privatkläger beantragt, es sei auf die Berufung nicht einzutreten. Für 
den Eintretensfall beantragt er die Abweisung der Berufung. Der Beschuldigte sei 
mit Bezug auf den Vorfall betreffend den Privatkläger im Sinne der Anklage und 
des vorinstanzlichen Urteils schuldig zu sprechen und zu bestrafen und er sei zu 
verpflichten, dem Privatkläger CHF 39'000.00 zuzüglich Zins von 5% seit dem 
1. März 2020 zu bezahlen, abzüglich des bisherigen Pfändungserfolgs in den Be-
treibungen Nr. C._____ und D._____ des Betreibungs- und Konkursamtes Engia-
dina Bassa/Val Müstair.

J. Der Beschuldigte beantragt, auf die Berufung sei einzutreten. Eventualiter 
sei die Eingabe des Berufungsklägers vom 23. Januar 2023 als Fristwiederherstel-
lungsgesuch gemäss Art. 94 Abs. 1 StPO und gleichzeitig als Berufungserklärung 
entgegenzunehmen. Subeventualiter sei die Eingabe des Berufungsklägers vom 
14. Februar 2023 als Fristwiederherstellungsgesuch gemäss Art. 94 Abs. 1 StPO 
und gleichzeitig als Berufungserklärung entgegenzunehmen. Für den Fall, dass 
auf die Berufung eingetreten werde, beantragt der Beschuldigte die Aufhebung der 
Dispositivziffern 2 bis 9 des angefochtenen Urteils. Es sei die Rechtskraft des 
Freispruchs vom Betrug gemäss Art. 146 Abs. 1 StGB festzustellen (Dispositivzif-
fer 1). Der Beschuldigte sei von den Vorwürfen der Veruntreuung gemäss Art. 138 
Ziff. 1 Abs. 2 StGB, des mehrfachen Missbrauchs von Ausweisen und Schildern 
gemäss Art. 97 Abs. 1 lit. a SVG und des mehrfachen Führens eines nicht be-
triebssicheren Fahrzeugs gemäss Art. 29 SVG freizusprechen (Dispositivziffern 2 
und 3). Die Zivilklage sei abzuweisen, eventualiter auf den Zivilweg zu verweisen 
(Dispositivziffer 4); alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten des 
Kantons Graubünden (Dispositivziffern 6 bis 9).

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Erwägungen

1. Prozessuales

1.1. Eintreten

Der Privatkläger stellt den Antrag, auf die Berufung sei nicht einzutreten. Er macht 
zusammengefasst geltend, dass die Berufungserklärung des Beschuldigten ver-
spätet und mangelhaft sei. Die zweite Berufungserklärung (verfasst von Rechts-
anwalt Mario Thöny) sei nicht zu beachten, da sie inhaltlich nicht vom Mandat ge-
deckt sei und die mangelhafte Berufungserklärung des Beschuldigten nicht zu hei-
len vermöge (act. A.4, A.6 und H.2 S. 1 bis 7).

Ob die Berufungserklärung des Beschuldigten vom 23. Januar 2023 (act. A.2) den 
Anforderungen der Strafprozessordnung genügt, kann offenbleiben. Aus nachfol-
gend dargelegten Gründen ist nämlich die Berufungserklärung vom 14. Februar 
2023 (act. A.5) massgebend. Das Regionalgericht ging von einem Fall notwendi-
ger Verteidigung aus. Weil der Beschuldigte keine Wahlverteidigung bestellte, 
setzte das Gericht Rechtsanwalt Dario Giovanoli als amtlichen Verteidiger ein (RG 
act. IV/1). Nachdem Rechtsanwalt Dario Giovanoli am 10. März 2022 für seinen 
Mandanten die Berufung angemeldet hatte, zeigte er am 15. März 2022 dem Re-
gionalgericht an, dass er sein Mandant niedergelegt habe. In der Folge entliess 
das Regionalgericht Rechtsanwalt Dario Giovanoli mit Beschluss vom 7. Novem-
ber 2022 per sofort aus dem Mandat und forderte den Beschuldigten auf, eine 
neue Verteidigung zu bezeichnen (RG act. IV/6). Dem kam der Beschuldigte nicht 
nach. Das Regionalgericht setzte seinerseits keine Verteidigung ein, obwohl es 
dies im genannten Beschluss angekündigt hatte. Am 2. Dezember 2022 teilte das 
Regionalgericht das schriftlich begründete Urteil den Parteien mit. Die notwendige 
Verteidigung ist bis zum Ende des Rechtsmittelverfahrens zu gewähren (BGE 129 
I 281 E. 4.3; BGer 6B_826/2018 v. 7.11.2018 E. 3.3). Da der Beschuldigte im 
Zeitpunkt der Mitteilung des erstinstanzlichen Urteils im Dezember 2022 nicht ver-
teidigt war, war die Eröffnung an den Beschuldigten mangelhaft. Ein mangelhaft 
eröffnetes Urteil entfaltet keine Rechtswirkung. Relevant und fristauslösend ist 
vorliegend die Kenntnisnahme des erstinstanzlichen Urteils durch den vom Kan-
tonsgericht eingesetzten notwendigen Verteidiger, Rechtsanwalt Mario Thöny. Mit 
Berufungserklärung vom 14. Februar 2023 ist die 20-tägige Frist gemäss Art. 399 
Abs. 3 StPO gewahrt. Auch inhaltlich ist diese Berufungserklärung massgebend, 
zumal der Beschuldigte in seiner Berufungserklärung vom 23. Januar 2023 klar 
festhielt: "Hiermit lege ich Berufung gegen das Urteil [ein]" (act. A.2). Auf die Beru-
fung ist einzutreten.

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1.2. Durchführung der Berufungsverhandlung in Abwesenheit des Beschuldigten

Grundsätzlich hat der Beschuldigte an der mündlichen Berufungsverhandlung teil-
zunehmen (Art. 405 Abs. 1 StPO verweist auf die Bestimmungen über die erstin-
stanzliche Hauptverhandlung). Das Berufungsgericht kann die beschuldigte Per-
son in einfachen Fällen jedoch von der Teilnahme dispensieren, wenn diese Beru-
fung erklärt hat (Art. 405 Abs. 2 StPO). Der Beschuldigte kontaktierte am Tag der 
Verhandlung seinen Verteidiger per E-Mail und teilte ihm mit, dass er eine Auto-
panne erlitten habe und er darum bitte, die Verhandlung abzusagen (act. B.1). Der 
Verteidiger gab gegenüber dem Kantonsgericht an, der Beschuldigte wünsche 
keine Einvernahme. Da einzig der Beschuldigte Berufung erklärt hatte und er 
durch den anwesenden Verteidiger ordentlich vertreten war, beschloss das Ge-
richt, die Verhandlung ohne den Beschuldigten durchzuführen (act. H.3 S. 1 f.).

2. Anklagevorwurf Betrug und Veruntreuung

2.1. Die Staatsanwaltschaft warf dem Beschuldigten einerseits vor, er habe vom 
Privatkläger in betrügerischer Weise ein Darlehen erlangt, andererseits habe er 
das erhaltene Geld in zweckfremder Weise verwendet, das Darlehen mithin verun-
treut (StA act. 1.22, Anklageziffern 1.1 und 1.2). Das Regionalgericht sprach den 
Beschuldigten vom Betrug frei (act. E.1). Der Freispruch ist nicht angefochten, ist 
also in Rechtskraft erwachsen. Die Berufung des Beschuldigten richtet sich gegen 
den Schuldspruch wegen Veruntreuung.

2.2. Beweismittel und Verwertbarkeit

2.2.1. Als Beweismittel liegen insbesondere die Aussagen des Beschuldigten und 
des Privatklägers, der Darlehensvertrag vom 31. Dezember 2019 und Kontoaus-
züge im Recht. Der Beschuldigte beantragt, sämtliche ab 27. April 2020, spätes-
tens ab 17. Mai 2020 erstellten Verfahrensakten seien aus dem Recht zu weisen. 
Weil keine Verteidigung bestellt worden sei, seien die Aussagen des Beschuldig-
ten anlässlich der Einvernahmen vom 11. Juni 2020, 3. Mai 2021 und 4. Mai 2021 
unverwertbar (act. H.1 Ziff. I.1 bis I.4). Dem Beschuldigten ist insoweit beizupflich-
ten, als aufgrund der in Frage kommenden Tatbestände (Betrug und Veruntreu-
ung) eine Freiheitsstrafe von mehr als 12 Monaten im Bereich des Möglichen lag. 
Damit lag ein Fall von notwendiger Verteidigung im Sinne von Art. 130 lit. b StPO 
vor (zum Ganzen KGer GR SK1 22 16 v. 25.7.2023 E. 3.2 m.w.H.).

2.2.2. Die notwendige Verteidigung ist spätestens im Zeitpunkt der Untersu-
chungseröffnung im Sinne von Art. 309 StPO sicherzustellen. Entscheidend ist 
nicht die formelle Eröffnung der Untersuchung, sondern wann eine solche hätte 

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eröffnet werden müssen (BGer 6B_563/2021 v. 22.12.2022 E. 2.3.2). Dies ist u.a. 
dann der Fall, wenn ein hinreichender Tatverdacht besteht (Art. 309 Abs. 1 lit. a 
StPO). Wurden in Fällen, in denen die Verteidigung erkennbar notwendig gewe-
sen wäre, Beweise erhoben, bevor eine Verteidigung bestellt worden ist, so sind 
diese Beweise grundsätzlich unverwertbar (Art. 131 Abs. 3 StPO). Vorliegend 
reichte der Privatkläger mit Schreiben vom 26. April 2020 an die Staatsanwalt-
schaft eine Strafanzeige gegen den Beschuldigten wegen Kreditbetrugs, 
evtl. Veruntreuung ein (StA act. 3.30). Die Staatsanwaltschaft leitete die Anzeige 
gestützt auf Art. 309 Abs. 2 StPO an die Kantonspolizei weiter zur ergänzenden 
Ermittlung des Sachverhalts (StA act. 3.29). Die Polizei tätigte Ermittlungen, ins-
besondere befragte sie den Privatkläger am 4. Juni 2020 und den Beschuldigten 
am 11. Juni 2020 (StA act. 3.49 und 3.51). Am 8. Oktober 2020 wurde der Polizei-
rapport fertiggestellt (StA act. 3.1). Die Strafanzeige selbst deutete zunächst auf 
eine zivilrechtliche Streitigkeit hin. Auch der Nachtrag zur Strafanzeige vom 
16. Mai 2020 samt Beilage, wonach der Beschuldigte das Darlehen einem Dritten 
geliehen haben soll, deutet noch nicht eindeutig auf ein strafbares Verhalten des 
Beschuldigten hin (StA act. 3.38 ff.). Der Tatverdacht war gerade noch nicht hin-
reichend. Erst nach Ergänzung des Sachverhalts durch die Polizei zeigte sich, 
dass der Beschuldigte sich womöglich strafbar gemacht hatte. Daraus folgt, dass 
im Zeitpunkt der polizeilichen Einvernahmen des Beschuldigten am 11. Juni 2020 
(StA act. 3.51) die Untersuchung noch nicht eröffnet war (und auch nicht hätte 
eröffnet werden müssen). Das führt dazu, dass die polizeiliche Einvernahme ver-
wertbar ist, auch wenn der Beschuldigte zu diesem Zeitpunkt noch nicht verteidigt 
war. Anders sieht es mit der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 4. Mai 
2021 aus (StA act. 3.56). Die dort getätigten Aussagen des Beschuldigten sind 
unter Hinweis auf obige Ausführungen aufgrund fehlender notwendiger Verteidi-
gung unverwertbar.

2.2.3. Der Beschuldigte bringt weiter vor, die Einvernahme des Privatklägers vom 
4. Juni 2020 sei nicht zu Lasten des Beschuldigten verwertbar mangels Ge-
währung der Teilnahmerechte des Beschuldigten (act. H.1 Ziff. I.1.5). Zuletzt seien 
auch diejenigen Aussagen des Beschuldigten aus dem Recht zu weisen, die sich 
auf Erkenntnisse aus nicht verwertbaren Beweismitteln stützten (act. H.1 
Ziff. I.1.6). Auf die diesbezüglichen Einwände des Beschuldigten muss nicht ein-
gegangen werden, da sich der Sachverhalt auch ohne die entsprechenden Aus-
sagen erstellen lässt.

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2.3. Sachverhalt

Der Privatkläger gewährte dem Beschuldigten ein Darlehen über CHF 40'000.00. 
Im schriftlichen Darlehensvertrag vom 31. Dezember 2019 wurde vereinbart, dass 
das Darlehen zum Kauf des Hotels E._____ zu verwenden sei. Dem Darlehens-
geber wurde das Recht eingeräumt, den Darlehensvertrag u.a. dann ausseror-
dentlich zu kündigen, wenn der Verwendungszweck nicht erfüllt werden könne 
(StA act. 3.3). Der Privatkläger zahlte dem Beschuldigten den vereinbarten Betrag 
am 31. Dezember 2019 auf dessen Bankkonto ein (Einzahlungsgrund: "Darlehen 
an Hotel E._____"). Der Beschuldigte überwies den Betrag am selben Tag auf das 
Bankkonto der Erben F._____ ("für Hotel E._____"). Das Geld wurde am 9. Janu-
ar 2020 von den Erben F._____ auf das Konto des Beschuldigten zurücküberwie-
sen mit dem Vermerk "irrtümlicher Zahlungseingang am 31.12.2019". Nachdem 
der Beschuldigte den Betrag zurückerhalten hatte, floss Geld von seinem Konto 
an verschiedene Empfänger ab, die jedoch allesamt nichts mit dem Hotelkauf zu 
tun hatten (StA act. 3.25). Der Sachverhalt ist soweit unbestritten. Fraglich ist, ob 
der Beschuldigte mit seinem Verhalten den Tatbestand der Veruntreuung erfüllt 
hat.

2.4. Veruntreuung

2.4.1. Der Veruntreuung gemäss Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB macht sich schuldig, 
wer ihm anvertraute Vermögenswerte unrechtmässig in seinem oder eines ande-
ren Nutzen verwendet.

2.4.2. Der Beschuldigte macht geltend, mit dem Eingang der CHF 40'000.00 auf 
sein Konto hätte sich das geliehene Geld mit seinem eigenen vermischt. Daher 
könne ihm nicht nachgewiesen werden, dass er das Darlehen unrechtmässig ver-
wendet habe (act. H.1 Ziff. III.2.2 ff.). Dieser Einwand ist in Bezug auf die Vermi-
schung zwar zutreffend, was die unrechtmässige Verwendung indes nicht aussch-
liesst. Ein Darlehen wird gemäss Rechtsprechung dann unrechtmässig verwendet, 
wenn sich aus der vertraglichen Abmachung eine Werterhaltungspflicht des Bor-
gers ergibt und der geborgte Betrag anders als vereinbart eingesetzt wird (BGE 
120 IV 117 E. 2f; 129 IV 257 E. 2.2.2; 133 IV 21 E. 6.2). Vorliegend hat der Be-
schuldigte das Geld vom Privatkläger erhalten, um das Hotel E._____ zu kaufen. 
Der Zweck war eindeutig vorgegeben. Mit dem Erwerb des Hotels hätte der Be-
schuldigte eine mögliche Einkommensquelle und eine Liegenschaft als Sicherheit 
gehabt. Der Privatkläger durfte bei Unterzeichnung des Darlehensvertrags davon 
ausgehen, dass seine Chancen auf Rückerhalt des Darlehens mit dem Besitz ei-
nes Hotels durch den Beschuldigten intakt waren. Insofern war eine Werterhal-

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tungspflicht durch die Zweckbestimmung des Darlehens vereinbart. Unzweifelhaft 
hat der Beschuldigte, nachdem ihm das geborgte Geld vom Konto der Erbenge-
meinschaft zurücküberwiesen worden war, dieses nicht entsprechend dem Zweck 
des Darlehens verwendet.

2.4.3. Der Beschuldigte bringt vor, beim Privatkläger sei gar keine Vermögens-
schädigung eingetreten. Die vertragliche Rückzahlungsverpflichtung sei erst per 
31. Dezember 2024 vereinbart worden. Die ausserordentliche Kündigung durch 
den Privatkläger sei dem Beschuldigten nicht zugegangen und damit nicht wirk-
sam. Ohnehin seien die vorgeworfenen Transaktionen vor der Kündigung erfolgt 
(act. H.1 Ziff. III.2.2 ff.). Dem kann nicht gefolgt werden. Ein Vermögensschaden 
im Sinne des ungeschriebenen Tatbestandsmerkmals von Art. 138 StGB liegt be-
reits dann vor, wenn das Vermögen in einem Masse gefährdet wird, dass es in 
seinem wirtschaftlichen Wert vermindert ist (vgl. BGE 123 IV 17 E. 3d). Der Scha-
den des Privatklägers besteht vorliegend darin, dass der Beschuldigte durch die 
zweckwidrige Verwendung die Möglichkeit einer Rückzahlung erheblich erschwert, 
wenn nicht gar verunmöglicht hat.

2.4.4. Subjektiv erforderlich ist zumindest Eventualvorsatz. Der Beschuldigte 
wusste, dass das Darlehen zweckgebunden vereinbart war und hat mit der 
zweckwidrigen Verwendung zumindest in Kauf genommen, dass er seine Schuld 
nicht allzu bald oder gar nicht begleichen kann. Damit hat er zumindest eventual-
vorsätzlich gehandelt. 

2.4.5. Es kann festgehalten werden, dass der Beschuldigte den Tatbestand der 
Veruntreuung im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB erfüllt hat, indem er das 
vom Privatkläger erhaltene Geld nicht wie vereinbart für den Kauf des Hotels 
E._____, sondern anderweitig verwendet hat. Er ist dafür schuldig zu sprechen.

3. Anklagevorwurf SVG-Delikte

3.1. Dem Beschuldigten wurde mit der Anklage weiter vorgeworfen, mehrfach 
ohne gültigen Fahrzeugausweis sein nicht betriebssicheres Fahrzeug G._____ 
gelenkt zu haben (StA act.1.22, Anklageziffer 1.3).

3.2. Beweismittel und Verwertbarkeit

3.2.1. Als Beweismittel liegen insbesondere die Aussagen des Beschuldigten, die 
Aussagen von H._____ (I._____ Garage; StA act. 4.12) sowie mehrere Schreiben 
des Strassenverkehrsamtes im Recht.

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3.2.2. Der Beschuldigte bringt vor, seine Aussagen in Bezug auf die vorgeworfe-
nen SVG-Widerhandlungen seien aufgrund der Einheit des Verfahrens ebenso 
unverwertbar wie die übrigen Aussagen (act. H.1 Ziff. I.4). Dieser Ansicht kann 
nicht gefolgt werden. Die polizeiliche Einvernahme fand am 3. Mai 2021 statt, 
nachdem die Kantonspolizei vom Strassenverkehrsamt den Auftrag erhalten hatte, 
die Kontrollschilder einzuziehen (StA act. 4.1 S. 2). Zu diesem Zeitpunkt hatte die 
Staatsanwaltschaft keine Kenntnis vom weiteren Verfahren, umso weniger hatte 
sie diesbezüglich eine Untersuchung eröffnet. Sie erlangte davon erst mit Eingang 
des Polizeirapports am 17. Mai 2021 Kenntnis (dies war im Übrigen erst nach der 
staatsanwaltschaftlichen Einvernahme des Beschuldigten zum Betrugs- und Ver-
untreuungsvorwurf [StA act. 3.56]). Selbst wenn in Bezug auf die SVG-Delikte ein 
Fall notwendiger Verteidigung vorläge, würde in diesem Verfahrensstadium (poli-
zeiliche Ermittlung) die fehlende Zurverfügungstellung eines Rechtsbeistandes 
nicht zur Unverwertbarkeit der Aussagen führen (s. vorstehende E. 2.2). Der in 
Art. 29 StPO verankerte Grundsatz der Verfahrenseinheit dient der Prozessöko-
nomie und bezweckt die Verhinderung sich widersprechender Urteile (BGE 138 IV 
29 Regeste). Inwiefern sich daraus für den vorliegenden Fall eine Unverwertbar-
keit der Aussagen des Beschuldigten zu den Vorwürfen der Verkehrsregelverlet-
zung ableiten liesse, ist nicht ersichtlich.

3.2.3. Der Beschuldigte macht weiter geltend, die Einvernahme von H._____ vom 
4. Mai 2021 sei nicht zu Lasten des Beschuldigten verwertbar, aufgrund mangeln-
der Gewährung der Teilnahmerechte des Beschuldigten (act. H.1 Ziff. I.1.5). Die 
Frage kann offengelassen werden, da sich der Sachverhalt auch ohne die ent-
sprechenden Aussagen erstellen lässt.

3.3. Sachverhalt

3.3.1. Den in den Akten liegenden Schreiben des Strassenverkehrsamtes lässt 
sich entnehmen, dass am Fahrzeug des Beschuldigten (G._____) anlässlich der 
periodischen Fahrzeugprüfung am 26. Februar 2021 diverse Beanstandungen 
festgestellt wurden (StA act. 4.3). Der Beschuldigte wurde am 23. März 2021 auf-
gefordert, die Mängel zu beheben und dem Strassenverkehrsamt die Reparatur-
bestätigung zukommen zu lassen (StA act. 4.8). Der Beschuldigte reagierte nicht 
auf das Schreiben, woraufhin das Strassenverkehrsamt den Fahrzeugausweis 
"rückwirkend" – bzw. wie im Schreiben vom 23. März 2021 angekündigt auf den 
unbenutzten Ablauf der 14-tägigen Frist ab Zustellung des Schreibens hin –, mit-
hin per 8. April 2021 annullierte (StA act. 4.2, 4.4 und 4.5). Der Beschuldigte 
macht geltend, er habe die Schreiben des Strassenverkehrsamtes (Aufforderung 
zur Einreichung der Reparaturbestätigung [StA act. 4.8] und Ungültigerklärung des 

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Fahrzeugausweises [StA act. 4.2]) nicht erhalten. Die Schreiben wurden per A-
Post plus versandt. Wie der Verteidiger zutreffend ausführt, ist damit nur – aber 
immerhin – bestätigt, dass die Sendung in den Briefkasten des Beschuldigten ge-
legt wurde (act. H.1, Ziff. III.3.3). Der Beschuldigte bringt nicht vor, warum er die 
Briefe nicht zur Kenntnis genommen haben will. Damit liegen keine Umstände vor, 
die die Vermutung der Zustellung widerlegen würden und der Beschuldigte kann 
aus der mangelnden Kenntnis der Schreiben nichts zu seinen Gunsten ableiten. 
Der Beschuldigte wurde von der Kantonspolizei am 3. Mai 2021 zur Sache befragt 
(StA act. 4.11). Gegenüber dem Regionalgericht bestätigte der Beschuldigte an-
lässlich der Einvernahme vom 24. Februar 2022, dass er ein paar Kleinigkeiten 
am Fahrzeug (G._____) habe machen lassen müssen, weshalb er das Fahrzeug 
zur Garage I._____ gebracht habe. Er sei dann nicht mehr mit dem G._____ hin 
und her gefahren, sondern mit dem J._____ (RG act. IV/5, Antwort auf Frage 3.3). 
Der Beschuldigte verfügte über ein Wechselschild für die Fahrzeuge J._____ und 
G._____ (RG act. V/7; RG act. IV/5, Antwort auf Frage 3.3).

3.3.2. Für die Version des Beschuldigten (er sei zur fraglichen Zeit mit dem 
J._____ gefahren und nicht mit dem G._____) spricht, dass gemäss Versiche-
rungspolice der J._____ das Erstfahrzeug und der G._____ das Zweitfahrzeug 
des Beschuldigten war. Als häufigster Lenker des G._____ war zudem nicht der 
Beschuldigte eingetragen, sondern eine andere Person (RG act. V/7). Mit Schrei-
ben vom 24. März 2022 machte der Beschuldigte geltend, er widerrufe seine Aus-
sagen vom 3. Mai 2021 (RG act. II/31). Der einvernehmende Polizist hatte den 
Beschuldigten damals explizit gefragt: "Wie weit und wie oft sind Sie mit dem 
G._____ seit dem 8.4.2021 gefahren?" Darauf antwortete der Beschuldigte: "Ich 
fuhr an den Werktagen von K._____ nach L._____ zur Arbeit und wieder zurück 
nach K._____, dies meist zweimal pro Tag. Aufgrund der Corona Situation bin ich 
an den Wochenenden zu Hause geblieben" (StA act. 4.11, Frage und Antwort 6). 
Der Beschuldigte habe nichts von der Annullierung gewusst, ansonsten er nicht 
gefahren wäre (StA act. 4.11, Antwort auf Fragen 1 und 10). Der vorerwähnte Wi-
derruf dieser Aussagen erfolgte ohne Begründung und ohne erkennbaren Anlass. 
Der Meinungsumschwung des Beschuldigten fast ein Jahr nach der polizeilichen 
Einvernahme und erst nach der Hauptverhandlung vor Regionalgericht vermag 
nicht zu überzeugen. Es ist auf die Aussagen des Beschuldigten bei der polizeili-
chen Einvernahme abzustellen.

3.3.3. Demnach kann als erstellt gelten, dass der Beschuldigte nach dem 8. April 
2021 (Annullierung des Fahrzeugausweises durch das Strassenverkehrsamt) 

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mehrmals mit dem Fahrzeug G._____ gefahren ist, welches vom Strassenver-
kehrsamt beanstandete Mängel aufwies.

3.4. Fahren ohne Ausweis

Die Vorinstanz verurteilte den Beschuldigten wegen missbräuchlicher Verwendung 
von Ausweisen oder Schildern (Art. 97 Abs. 1 lit. a SVG). Dieser Tatbestand trifft 
aber nicht ohne Weiteres auf den angeklagten Sachverhalt zu. Der Ausweis, den 
der Beschuldigte verwendete, war auch für sein Fahrzeug bestimmt. Es handelte 
sich um ein Wechselschild und der Fahrzeugausweis war annulliert worden, weil 
das Fahrzeug nicht innert Frist repariert worden war. Damit hat der Beschuldigte 
einen ungültigen Fahrzeugausweis verwendet. Dieses Verhalten wird von Art. 96 
Abs. 1 lit. a SVG umfasst. Demnach wird jemand mit Busse bestraft, wenn er ohne 
den erforderlichen Fahrzeugausweis oder die Kontrollschilder ein Motorfahrzeug 
führt. Der Beschuldigte macht zwar geltend, dass er von der Annullation keine 
Kenntnis hatte, was aber unbehelflich ist, da auch fahrlässiges Handeln bestraft 
wird. Demzufolge hat der Beschuldigte sich des mehrfachen Führens eines Fahr-
zeugs ohne gültigen Fahrzeugausweis schuldig gemacht.

3.5. Nicht betriebssicheres Fahrzeug

Nicht ernsthaft bestritten ist, dass der Beschuldigte die vom Strassenverkehrsamt 
beanstandeten Mängel – von welchen er Kenntnis hatte – nicht reparieren liess 
und trotzdem mit seinem Fahrzeug umherfuhr. Damit hat er den Tatbestand von 
Art. 93 Abs. 2 lit. a SVG in Verbindung mit Art. 29 SVG erfüllt, wonach mit Busse 
bestraft wird, wer ein Fahrzeug führt, von dem er weiss oder bei pflichtgemässer 
Aufmerksamkeit wissen kann, dass es den Vorschriften nicht entspricht.

4. Grundsätze der Strafzumessung und Wahl der Strafart

4.1. Das Bundesgericht hat die Grundsätze der Strafzumessung nach Art. 47 ff. 
StGB wiederholt dargelegt (BGE 141 IV 61 E. 6.1.1; 136 IV 55 E. 5.4 ff.). Darauf 
kann verwiesen werden. Der Tatbestand der Veruntreuung sieht einen Strafrah-
men von Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe vor (Art. 138 Ziff. 1 
Abs. 3 StGB). 

4.2. Die Vorinstanz verurteilte den Beschuldigten zu einer Freiheitsstrafe von 
7 Monaten, ohne dies näher zu begründen (trotz Begründungspflicht gemäss 
Art. 41 Abs. 2 StGB). Grundsätzlich ist eine Geldstrafe der Freiheitsstrafe vorzu-
ziehen. Auf eine Freiheitsstrafe ist dann zu erkennen, wenn sie geboten erscheint, 
um den Täter von der Begehung weiterer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten 

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oder wenn eine Geldstrafe voraussichtlich nicht vollzogen werden kann (Art. 41 
Abs. 1 StGB). Dass der Beschuldigte in Geldnot ist, ist angesichts seines Betrei-
bungsregisterauszugs nicht von der Hand zu weisen (StA act. 3.15). Allerdings hat 
er ein regelmässiges Einkommen, was eine Zahlung der Geldstrafe nicht unmög-
lich macht. Des Weiteren ist nicht ersichtlich, inwiefern nur eine Freiheitsstrafe ihn 
von der Begehung weiterer Delikte abhalten würde. Die Vorstrafen, die der Be-
schuldigte aufweist, liegen bereits einige Jahre zurück und dürften zumindest zu 
einem Teil auf die eheliche Situation zurückzuführen sein (act. D.18). Seither sind 
keine Vorfälle mehr zu verzeichnen. Es ist deshalb eine Geldstrafe auszufällen.

5. Konkrete Strafzumessung

5.1. Tatkomponenten

5.1.1. Die objektive Tatschwere für die Veruntreuung wiegt leicht. Der Betrag, den 
der Beschuldigte zweckwidrig verwendet hat, ist zwar ansehnlich. Auf der anderen 
Seite hat der Beschuldigte dem Privatkläger eine Sicherheit versprochen (Police 
M._____, StA act. 3.3 und 3.53). Ein besonderes Vertrauensverhältnis scheint 
zwischen den Vertragsparteien nicht vorgelegen zu haben (gemäss Aussage des 
Beschuldigten seien sie "gute Kollegen", StA act. 3.51).

5.1.2. Der Beschuldigte hat den Privatkläger in einer sensiblen Situation (nach 
Aufenthalt in der Reha-Klinik; StA act. 3.51, Antwort auf Frage 8) um ein Darlehen 
gebeten. Bis zur Unterzeichnung des Vertrags verging dann aber noch einige Zeit 
(Mitte November bis Ende Dezember; StA act. 3.51, Antworten auf Fragen 8 f.). 
Der Privatkläger hätte ohne allzu viel Aufwand die Kreditwürdigkeit des Beschul-
digten prüfen können (die Vorinstanz führte aus, die wirtschaftliche Situation des 
Beschuldigten sei im Tal bekannt; act. E.1 E. 11 und 15). Dem Beschuldigten ist 
anzurechnen, dass er möglicherweise tatsächlich das Hotel übernehmen wollte 
(oder für seine Kinder behalten wollte; StA act. 3.51, Antworten auf Fragen 21 ff.), 
dass er dann aber die Gelegenheit ergriff, seine Schulden zu begleichen, als das 
Geld zu ihm zurückkam. Alles in allem wiegt die subjektive Tatschwere ebenfalls 
leicht.

5.1.3. Insgesamt ist das Tatverschulden als noch leicht einzustufen. Die Einsatz-
strafe ist auf 150 Tagessätze festzulegen.

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5.2. Täterkomponente

Bei der Täterkomponente ist zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte Vorstrafen 
aufweist. Die Einsatzstrafe ist deshalb um 30 Tagessätze auf 180 Tagessätze zu 
erhöhen.

5.3. Höhe Tagessatz

Ausgehend von einem jährlichen Einkommen von CHF 34'450.00 (act. D.19), ab-
züglich einer Pauschale von 20% für Krankenkasse und Steuern und pauschalen 
Unterstützungsabzügen für die drei minderjährigen Kinder (15 % für das erste 
Kind, 12.5 % für das zweite Kind und 10 % für das dritte Kind) errechnet sich ein 
Tagessatz von gerundet CHF 40.00.

5.4. Vollzug

Das Gericht schiebt den Vollzug einer Geldstrafe in der Regel auf, wenn eine un-
bedingte Strafe nicht notwendig erscheint, um den Täter von der Begehung weite-
rer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten (Art. 42 Abs. 1 StGB). Wie bereits er-
wähnt, sind seit der letzten Delinquenz einige Jahre vergangen, in denen der Be-
schuldigte sich nichts zu Schulden hat kommen lassen. Entsprechend kann nicht 
von einer negativen Prognose ausgegangen werden und der Vollzug der Geldstra-
fe ist aufzuschieben. Da das Vorstrafenregister des Beschuldigten Einträge auf-
weist, ist die Probezeit auf 3 Jahre (statt nur 2 Jahre) festzusetzen.

5.5. Busse und Ersatzfreiheitsstrafe

5.5.1. Die bedingte Geldstrafe kann mit einer Busse verbunden werden (Art. 42 
Abs. 4 i.V.m. Art. 106 StGB). Diese darf höchstens ein Fünftel der in der Summe 
schuldangemessenen Sanktion – bestehend aus einer bedingt ausgesprochenen 
Hauptstrafe kombiniert mit einer Verbindungbusse – betragen (BGE 149 IV 321 
E. 1.3.2). Die schuldangemessene Strafe von 180 Tagessätzen ist demnach auf 
eine bedingte Geldstrafe von 150 Tagessätzen zu je CHF 40.00 und eine Verbin-
dungsbusse von CHF 1'200.00 (CHF 40.00 x 30) zu verteilen.

5.5.2. Für die Übertretungen ist zusätzlich eine Busse auszufällen. Die Busse ist 
nach den Verhältnissen des Täters zu bemessen, sodass dieser eine Strafe erlei-
det, die seinem Verschulden angemessen ist. Der Höchstbetrag der Busse liegt 
bei CHF 10'000.00 (Art. 106 StGB). In Bezug auf die beanstandeten Mängel am 
Fahrzeug des Beschuldigten kann gesagt werden, dass diese eher geringfügig 
waren und kaum Auswirkungen auf die Betriebssicherheit hatten (defektes Ab-

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blendlicht, Fahrwerk hinten ungleich, Abgaswartung notwendig, Vignetten entfer-
nen, Auspuffanlage undicht, Rückfahrlicht undicht; StA act. 4.3). Auf der anderen 
Seite wusste der Beschuldigte aufgrund der Auflage des Strassenverkehrsamtes, 
dass das Fahrzeug zur Reparatur gebracht werden musste, er fuhr aber dennoch 
weiter. Alles in allem wiegt das Verschulden leicht. Angesichts der – wie die Vor-
instanz ausführt – desolaten finanziellen Situation des Beschuldigten ist für das 
mehrfache Führen eines nicht vorschriftsgemässen Fahrzeugs im Sinne von 
Art. 93 Abs. 2 lit. a SVG in Verbindung mit Art. 29 SVG eine Busse von 
CHF 500.00 auszusprechen. Diese Busse ist um CHF 200.00 zu asperieren für 
das Fahren ohne gültigen Fahrzeugausweis im Sinne von Art. 96 Abs. 1 lit. a 
SVG.

5.5.3. Insgesamt ist eine Busse von CHF 1'900.00 auszusprechen. Diese ist zu 
bezahlen.

5.5.4. Für die fragliche Busse hat das Gericht gemäss Art. 106 Abs. 2 StGB für 
den Fall, dass die Busse schuldhaft nicht bezahlt wird, eine Ersatzfreiheitsstrafe 
von mindestens einem Tag und höchstens drei Monaten festzulegen. Die Ersatz-
freiheitsstrafe für die schuldhafte Nichtbezahlung der Busse ist auf 47 Tage fest-
zusetzen (vgl. KGer GR SK1 17 39 v. 31.3.2021 E. 4.3 m.w.H.).

6. Zivilforderung

6.1. Gemäss Art. 122 Abs. 1 StPO kann die geschädigte Person zivilrechtliche 
Ansprüche aus der Straftat als Privatklägerschaft adhäsionsweise im Strafverfah-
ren geltend machen. Damit sind grundsätzlich ausservertragliche Ansprüche ge-
meint, die direkt aus der Straftat herrühren; vertragliche Ansprüche können hinge-
gen nicht adhäsionsweise im Strafverfahren geltend gemacht werden (BGE 148 III 
401 E. 3.2; 148 IV 432 E. 3.3). Vorliegend verlangt der Privatkläger die Rückzah-
lung des Darlehensbetrags abzüglich bereits eingegangener Zahlungen. Die 
Rückzahlungsforderung ist grundsätzlich ein vertraglicher Anspruch. Das Vermö-
gen des Privatklägers wurde indes direkt durch die zweckwidrige Verwendung des 
Darlehens und damit durch die Straftat gefährdet. Der Privatkläger hat daher die 
Wahl, die Rückerstattung gestützt auf die deliktische Haftung (Art. 41 OR) oder 
gestützt auf das Vertragsverhältnis zu verlangen. Die vom Privatkläger geltend 
gemachte Forderung ist als adhäsionsfähig anzusehen, weil sie aus der Straftrat 
herrührt, zumal bei einer Veruntreuung begriffsnotwendig ein vertragliches Ver-
hältnis zugrunde liegen muss ("anvertraute Sachen oder Vermögenwerte") und 
der Tatbestand das Vermögen schützt. Die Forderung des Privatklägers ist belegt 

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und gerade noch genügend beziffert (es kann auf die weiteren Ausführungen im 
Urteil der Vorinstanz verwiesen werden [act. E.1 E. 34 bis 43]).

6.2. Die eingeklagte Forderung betrug CHF 39'000.00. Bei der ersten Pfändung 
erhielt der Privatkläger CHF 2'767.25 (Ergebnis der Betreibung CHF 3'057.45 – 
Kosten CHF 332.75 + mit Zahlung verrechnete Kosten CHF 42.55; act. C.1). Da-
mit war noch ein Betrag von CHF 36'232.75 offen. Aus der zweiten Pfändung re-
sultierte für den Privatkläger ein Pfändungserfolg von CHF 3'815.75 (Ergebnis der 
Betreibung CHF 3'996.90 – Kosten CHF 278.75 + mit Zahlung verrechnete Kosten 
CHF 97.60) und die noch offene Forderung reduzierte sich auf CHF 32'417.00. Die 
Zinsen von jeweils 5 % sind auf den Zeitpunkt der jeweiligen Pfändungen zu er-
rechnen. Entsprechend wird der Beschuldigte verpflichtet, dem Privatkläger 
CHF 32'417.00 zzgl. Zins von 5% seit 25. August 2022 auf den Betrag von 
CHF 32'417.00, vom 13. Juli 2021 bis 24. August 2022 auf den Betrag von 
CHF 36'232.75 und vom 1. März 2020 bis 12. Juli 2021 auf den Betrag von 
CHF 39'000.00 zu bezahlen.

7. Kosten- und Entschädigungsfolgen

7.1. Untersuchungsverfahren und erste Instanz

7.1.1. Kosten

Die Untersuchungskosten von CHF 2'815.00 sowie die Kosten des erstinstanzli-
chen Verfahrens von CHF 10'406.65 (Gerichtsgebühr von CHF 5'800.00, Kosten 
der amtlichen Verteidigung von CHF 4'606.65) gehen ausgangsgemäss zu Lasten 
des Beschuldigten (Art. 426 Abs. 1 StPO). Die Kosten der amtlichen Verteidigung 
für das erstinstanzliche Verfahren werden einstweilen aus der Gerichtskasse des 
Regionalgerichts Engiadina Bassa/Val Müstair bezahlt. Vorbehalten bleibt die 
Rückerstattungspflicht des Beschuldigten gemäss Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO.

7.1.2. Entschädigung

Der Vertreter des Privatklägers führte zu seiner Honorarnote vom 28. Oktober 
2021 (RG act. VI/2) aus, er habe mehrere Male zu Einvernahmen reisen müssen, 
die dann aufgrund Nichterscheinens des Beschuldigten verschoben oder abgesagt 
worden seien. Dies habe den Honoraranspruch in die Höhe getrieben (act. H.2, 
S. 4). Die Honorarnote ist nicht zu beanstanden. Der Beschuldigte hat den Privat-
kläger für das erstinstanzliche Verfahren mit CHF 10'039.30 (inkl. Spesen und 
MwSt.) zu entschädigen.

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7.2. Berufungsverfahren

7.2.1. Kosten

Die Kosten des Berufungsverfahrens werden nach Obsiegen und Unterliegen ver-
teilt (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Beschuldigte obsiegt mit seiner Berufung insofern, 
als er in Bezug auf die SVG-Delikte nicht für das Vergehen von Art. 97 Abs. 1 lit. a 
SVG verurteilt wird, sondern nur für die Übertretung gemäss Art. 96 Abs. 1 lit. a 
SVG. Darüber hinaus wird statt einer Freiheitsstrafe eine Geldstrafe ausgefällt. Die 
Obsiegensquote des Beschuldigten kann ermessensweise auf 1/10 festgelegt 
werden. Dementsprechend gehen die Kosten des Berufungsverfahrens von 
CHF 4'000.00 im Umfang von CHF 3'600.00 zu Lasten des Beschuldigten und im 
Umfang von CHF 400.00 zu Lasten des Kantons Graubünden (Kantonsgericht). 
Die Honorarnote des notwendigen amtlichen Verteidigers des Beschuldigten, 
Rechtsanwalt Mario Thöny, vom 7. November 2023 ist nicht zu beanstanden 
(act. G.1). Die Kosten der amtlichen Verteidigung für das Berufungsverfahren in 
der Höhe von CHF 5'413.45 werden einstweilen aus der Gerichtskasse des Kan-
tonsgerichts bezahlt. Vorbehalten bleibt die Rückerstattungspflicht des Beschul-
digten gemäss Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO im Umfang von 9/10 des Gesamtbe-
trags, mithin CHF 4'872.10.

7.2.2. Entschädigung

Die Privatklägerschaft hat ihren Entschädigungsanspruch zu beantragen, zu bezif-
fern und zu belegen (Art. 433 Abs. 1 StPO). Der Rechtsvertreter der Privatkläger-
schaft führte anlässlich der Berufungsverhandlung aus, er überlasse die Festle-
gung des Entschädigungsanspruchs dem Gericht (act. H.2, S. 4). Dies genügt in-
des nicht. Unter Verweis auf Art. 433 Abs. 2 StPO wird auf den Entschädigungs-
antrag des Privatklägers für das Berufungsverfahren nicht eingetreten.

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Demnach wird erkannt:

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Regionalgerichts Engiadina Bas-
sa/Val Müstair vom 24. Februar 2022, mitgeteilt am 2. Dezember 2022 
(Proz. Nr. 515-2021-7), wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:

1. A._____ wird vom Vorwurf des Betruges gemäss Art. 146 Abs. 1 
StGB freigesprochen.

[…].

2. A._____ ist schuldig der Veruntreuung gemäss Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB 
sowie des mehrfachen Fahrens ohne Fahrzeugausweis gemäss Art. 96 
Abs. 1 lit. a SVG und des mehrfachen Führens eines nicht betriebssicheren 
Fahrzeuges gemäss Art. 93 Abs. 2 lit. a SVG in Verbindung mit Art. 29 
SVG.

3.1. A._____ wird mit einer Geldstrafe von 150 Tagessätzen zu je CHF 40.00 
und mit einer Busse von CHF 1'900.00 bestraft.

3.2. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 3 Jah-
re festgesetzt. Die Busse ist zu bezahlen.

3.3. Bezahlt A._____ die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine 
Ersatzfreiheitsstrafe von 47 Tagen.

4. A._____ wird verpflichtet, B._____ CHF 32'417.00 zzgl. Zins von 5%

– seit 25. August 2022 auf den Betrag von CHF 32'417.00

– vom 13. Juli 2021 bis 24. August 2022 auf den Betrag von 
CHF 36'232.75

– vom 1. März 2020 bis 12. Juli 2021 auf den Betrag von CHF 39'000.00

zu bezahlen.

5. Die Untersuchungskosten von CHF 2'815.00 gehen zu Lasten von A._____.

6.1. Die Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens von CHF 10'406.65 (Gerichts-
gebühr von CHF 5'800.00, Kosten der amtlichen Verteidigung von 
CHF 4'606.65) gehen zu Lasten von A._____.

6.2. Die Kosten der amtlichen Verteidigung für das erstinstanzliche Verfahren 
werden einstweilen aus der Gerichtskasse des Regionalgerichts Engiadina 

18 / 18

Bassa/Val Müstair bezahlt. Vorbehalten bleibt die Rückerstattungspflicht 
von A._____ gemäss Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO.

6.3. A._____ hat B._____ für das erstinstanzliche Verfahren mit CHF 10'039.30 
(inkl. Spesen und MwSt.) zu entschädigen.

7.1. Die Kosten des Berufungsverfahrens von CHF 4'000.00 gehen im Umfang 
von CHF 3'600.00 zu Lasten von A._____ und im Umfang von CHF 400.00 
zu Lasten des Kantons Graubünden (Kantonsgericht).

7.2. Die Kosten der amtlichen Verteidigung für das Berufungsverfahren in der 
Höhe von CHF 5'413.45 werden einstweilen aus der Gerichtskasse des 
Kantonsgerichts bezahlt. Vorbehalten bleibt die Rückerstattungspflicht von 
A._____ gemäss Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO im Umfang von CHF 4'872.10.

7.3. Auf den Entschädigungsantrag von B._____ für das Berufungsverfahren 
wird nicht eingetreten.

8.1. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 78 ff. BGG Beschwerde in 
Strafsachen an das Bundesgericht geführt werden. Die Beschwerde ist dem 
Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, schriftlich innert 30 
Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in 
der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 78 ff. und 90 ff. 
BGG.

8.2. Gegen den Entschädigungsentscheid kann der amtliche Verteidiger 
gemäss Art. 135 Abs. 3 lit. b StPO und Art. 37 Abs. 1 StBOG (SR 173.71) 
Beschwerde an das Bundesstrafgericht erheben. Die Beschwerde ist dem 
Bundesstrafgericht, Viale Stefano Franscini 7, Postfach 2720, 6501 Bellin-
zona, schriftlich innert 10 Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausferti-
gung der Entscheidung in der gemäss Art. 385 StPO in Verbindung mit Art. 
39 Abs. 1 StBOG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Zulässig-
keit, die Beschwerdegründe, die weiteren Voraussetzungen und das Ver-
fahren der Beschwerde gelten die Art. 393 ff. StPO.

9. Mitteilung an: