# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 69b18026-5f0d-515b-b97a-b1fd8fea5f11
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-12-01
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 01.12.2010 C-6441/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-6441-2008_2010-12-01.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-6441/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 .  D e z e m b e r  2 0 1 0

Richter Antonio Imoberdorf (Vorsitz),
Richterin Marianne Teuscher, Richter Blaise Vuille, 
Gerichtsschreiber Daniel Grimm.

B._______,
vertreten durch Fürsprecher André Vogelsang, 
Schmiedenplatz 5, Postfach 229, 3000 Bern 7,
Beschwerdeführerin,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Verweigerung der Zustimmung zur Verlängerung der 
Aufenthaltsbewilligung und Wegweisung.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-6441/2008

Sachverhalt:

A.
Die  Beschwerdeführerin  (geb.  1972),  eine  philippinische  Staats-
angehörige,  lernte den Schweizer Bürger W._______ (geb. 1965) im 
Jahre 2002 in Malaysia kennen. Jener war dort für seinen Schweizer 
Arbeitgeber  auf  Montage  tätig.  Von da  an  unterhielten  sie  eine  Be-
ziehung.  Während  W._______  seine  Partnerin,  soweit  von  Berufes 
wegen möglich, fortan auf den Philippinen besuchte, begleitete sie ihn 
das ganze Jahr 2003 hindurch sowie teilweise auch 2004 in China, wo 
er  weitere Montageaufträge ausführte. Im Sommer 2004 begab sich 
die Beschwerdeführerin mit ihrem späteren Ehemann erstmals in die 
Schweiz. Bis  Februar 2005 hielt  sie sich (mit  kurzem Unterbruch) in 
der Folge in dessen Liegenschaft in X._______ auf. Am 1. Dezember 
2005 reiste sie erneut  in die Schweiz ein,  wo sie sich am 6. Januar 
2006 mit W._______ verheiratete. Gestützt auf die Bestimmungen über 
den Familiennachzug erhielt sie vom Wohnkanton Bern daraufhin eine 
Aufenthaltsbewilligung.  Am  31.  Juli  2006  verstarb  ihr  Ehemann  un-
erwartet an einem Herzversagen.

B.
Am 12. September 2007 lehnte die zuständige Migrationsbehörde des 
Kantons Bern ein  Gesuch der  Beschwerdeführerin um Verlängerung 
der Aufenthaltsbewilligung ab und forderte sie auf, das Land bis zum 
15.  Dezember  2007  zu  verlassen.  Mit  Entscheid  vom 28.  Juli  2008 
hiess die Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern eine dagegen 
erhobene  Beschwerde  gut,  hob  die  vorgenannte  Verfügung  vom 
12. September 2007 auf und wies die kantonale Migrationsbehörde an, 
besagte Aufenthaltsbewilligung unter Vorbehalt der Zustimmung durch 
das  BFM  zu  verlängern.  Die  entsprechende  Unterbreitung  zur  Zu-
stimmung erfolgte am 18. August 2008.

C.
Die Vorinstanz teilte der Beschwerdeführerin am 26. August 2008 mit, 
dass  erwogen werde,  die  Zustimmung zur  Verlängerung  der  Aufent-
haltsbewilligung  zu  verweigern,  und  räumte  ihr  Gelegenheit  zur 
Stellungnahme ein. Der Parteivertreter machte vom Äusserungsrecht 
am 8. September 2008 Gebrauch.

D.
Mit Verfügung vom 10. September 2008 verweigerte die Vorinstanz die 

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Zustimmung zur Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung und wies die 
Beschwerdeführerin  unter  Ansetzung  einer  Ausreisefrist  bis  zum 
3. Dezember  2008  aus  der  Schweiz  weg.  Dabei  führte  sie  unter 
Bezugnahme  auf  Art.  7  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom 26.  März 
1931 über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer (ANAG, BS 1 
121) im Wesentlichen aus, der gesetzliche Anspruch auf Verlängerung 
der Aufenthaltsbewilligung sei mit dem Tod des Ehemannes erloschen. 
Die Anwendung der neurechtlichen Bestimmungen würde für die Be-
troffene  zu  keiner  günstigeren  Beurteilung  führen.  Auch  von  einem 
Härtefall  im Sinne von Art. 13 Bst. f  der Verordnung vom 6. Oktober 
1986 über die Begrenzung der Zahl der Ausländer (Begrenzungsver-
ordnung, BVO, AS 1986 1791) könne bei einer Nichterneuerung des 
Anwesenheitsrechts  nicht  ausgegangen  werden.  Die  Umstände  der 
Auflösung der Ehe seien zwar als tragisch zu bezeichnen, angesichts 
der  kurzen  Ehedauer  und  weiterer  mitzuberücksichtigender  Aspekte 
reichten  sie  für  die  Annahme  einer  hinreichenden  persönlichen  Be-
troffenheit  der  Ausländerin  jedoch  nicht  aus.  Demnach  sei  die  Be-
schwerdeführerin  aus der  Schweiz  wegzuweisen. Der  Wegweisungs-
vollzug erweise sich als zulässig, zumutbar und möglich.

E.
Mit  Rechtsmitteleingabe  vom  9.  Oktober  2008  beantragt  die  Be-
schwerdeführerin  beim Bundesverwaltungsgericht  die Aufhebung der 
vorgenannten Verfügung sowie die Erteilung der Zustimmung zur Ver-
längerung  der  kantonalen  Aufenthaltsbewilligung  mit  der  Möglichkeit 
zur  Erwerbstätigkeit;  eventualiter  sei  die  Zustimmung  ohne  die 
Möglichkeit zur Erwerbstätigkeit zu erteilen. Zur Begründung wird zur 
Hauptsache vorgebracht, wegen der unzähligen Auslandeinsätze des 
inzwischen verstorbenen W._______ sei es dem Paar gar nicht mög-
lich gewesen, sich schon in den Jahren 2002 bis 2006 in der Schweiz 
niederzulassen und ein gemeinsames Eheleben zu führen. Im Winter 
2004/2005 habe die Beschwerdeführerin die hiesigen Gepflogenheiten 
und ihr künftiges familiäres Umfeld aber kennengelernt. Bereits damals 
habe  sie  einen  ersten  Deutschkurs  besucht.  Seither  habe  sie  viele 
nachhaltige  Kontakte  knüpfen  können.  All  die  Briefe  von  Nachbarn, 
Verwandten  und  Bekannten  zeigten,  dass  sie  mittlerweile  als  voll -
kommen akzeptiertes Mitglied der X.er_____ Gesellschaft gelte. Auch 
ihre Deutschkenntnisse habe sie  seit  der  definitiven Wohnsitznahme 
hierzulande  fortlaufend  verbessert.  Vom 20. September  2006  bis  im 
Sommer  2007  sei  die  Beschwerdeführerin  in  einem  Hotel  in 
X._______  angestellt  gewesen  und  habe  sich  dort  zu  einer  unver-

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zichtbaren Arbeitskraft entwickelt. Seit dem abschlägigen Bescheid der 
Arbeitsmarktbehörde  verrichte  sie  ehrenamtliche  Arbeiten.  Der 
Lebensmittelpunkt  der  Beschwerdeführerin  habe  sich  durch  die  Be-
ziehung  zum  verstorbenen  Ehemann  in  die  Schweiz  verlagert.  Die 
persönliche  Verbundenheit  zur  Region  gehe  weit  über  das  übliche 
Mass  hinaus.  Dank  einer  Witwen-  und  einer  Pensionskassenrente 
sowie dem einmaligen Todesfallkapital lebe sie finanziell in guten Ver-
hältnissen, woraus für die Schweiz bzw. den Wohnsitzkanton durchaus 
wirtschaftliche  Vorteile  resultierten.  Ausserdem  sei  sie  mittlerweile 
Eigentümerin  einer  Liegenschaft  und  sie  habe  sich  hierzulande 
selbstverständlich immer wohl verhalten. Zu bedenken gelte es ferner, 
dass  die  Ehe  durch  ein  tragisches  Ereignis  aufgelöst  worden  sei. 
Regelmässige Grabbesuche seien denn für die Betroffene wichtig, um 
ihre Trauer bewältigen zu können, was vom Ausland her schlicht nicht 
machbar  sei.  Sollte  hier  nicht  bereits  aufgrund  einer  Inländerdis-
kriminierung gegenüber Personen der Europäischen Gemeinschaft ein 
Anspruch  auf  Verlängerung  der  Aufenthaltsbewilligung  bestehen, 
wären  die  gesamten  Umstände  des  Einzelfalles  im  Rahmen  des 
pflichtgemässen  Ermessen  mitzuberücksichtigen.  Bei  Auflösung  der 
ehelichen  Gemeinschaft  durch  Tod  sei  eine  Verlängerung  des  An-
wesenheitsrechts  grundsätzlich  angezeigt,  namentlich  dann,  wenn 
sich  der  überlebende  Ehegatte  wohl  verhalten  habe  und  für  seinen 
Lebensunterhalt selber aufkomme bzw. wenn die Ehe nicht offensicht-
lich  rechtsmissbräuchlich vor dem Ableben geschlossen worden sei. 
Jedenfalls  rechtfertige  sich  in  solchen  Fällen  die  Anwendung  eines 
milderen  Beurteilungsmassstabes.  Obwohl  nicht  behauptet  werden 
könne,  eine  Rückkehr  auf  die  Philippinen  sei  unmöglich  oder  un-
zumutbar,  greife  eine  Nichterneuerung  der  Aufenthaltsbewilligung  in 
rechtserheblicher  Weise  in  die  persönlichen  Verhältnisse  der  Be-
schwerdeführerin ein. Das öffentliche Interesse habe daher zurückzu-
stehen.  Der  angefochtene  Entscheid  erweise  sich  somit  als  unver-
hältnismässig  und  bundesrechtswidrig.  Vermöchten  die  privaten 
Interessen im Sinne von Art. 13 Bst. f BVO die öffentlichen Interessen 
nicht zu überwiegen, sei eventualiter die Anwendung von Art. 36 BVO 
zu prüfen.

Das Rechtsmittel  ergänzte der Rechtsvertreter mit  einer Vielzahl von 
Beweismitteln,  v.a.  Unterstützungsschreiben  Verwandter,  Bekannter 
und Ortsansässiger.

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F.
Mit  Zwischenverfügung  vom 7.  November  2008  lehnte  das  Bundes-
verwaltungsgericht die Begehren auf  Befragung einer Tante des Ver-
storbenen,  der  Sprachlehrerin  der  Beschwerdeführerin  sowie  ihres 
früheren Arbeitgebers als Zeuginnen bzw. Zeugen ab.

Von der  ihm gewährten Möglichkeit,  schriftliche Stellungnahmen der 
erwähnten  Personen  einzureichen,  machte  der  Parteivertreter  am 
3. Dezember  2008  Gebrauch.  Mit  gleicher  Eingabe  legte  er  ein 
Leumundsschreiben des Gemeinderates von X._______ ins Recht.

G.
Die Vorinstanz schliesst in ihrer Vernehmlassung vom 7. Januar 2009 
auf Abweisung der Beschwerde.

H.
Replikweise  hält  die  Beschwerdeführerin  am  16.  Februar  2009  an 
ihrem Rechtsmittel fest.

I.
Mit  verfahrensleitender Verfügung vom 7. Juli  2010 lud das Bundes-
verwaltungsgericht  die  Beschwerdeführerin  ein,  allfällige  seit  dem 
letzten Schriftenwechsel eingetretene Sachverhaltsänderungen in das 
Verfahren einzubringen.

J.
Der Aufforderung des Bundesverwaltungsgerichts kam der Rechtsver-
treter  am  16.  August  2010  nach.  Die  Ausführungen  wurden  mit 
weiteren  Dokumenten  belegt.  Am 23.  August  2010  reichte  er  einen 
Auszug aus dem Schweizerischen Strafregister nach.

K.
Auf den weiteren Akteninhalt  wird, soweit rechtserheblich, in den Er-
wägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Verfügungen  des  BFM  betreffend  Zustimmung  zu  einer  Aufent-
haltsbewilligung und Wegweisung aus der Schweiz unterliegen der Be-

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schwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht  (Art.  31,  Art.  32  sowie 
Art. 33  Bst.  d  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni  2005 
[VGG, SR 173.32]).

1.2 Das  Rechtsmittelverfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht 
richtet  sich  nach  dem  Bundesgesetz  vom  20. Dezember 1968  über 
das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021),  soweit  das  Verwal-
tungsgerichtsgesetz nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG, vgl. auch 
Art. 2 Abs. 4 VwVG).

1.3 Die  Beschwerdeführerin  ist  als  Verfügungsadressatin  zur  Er-
greifung  des Rechtsmittels  legitimiert.  Auf  die  frist-  und  formgerecht 
eingereichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 48 ff. VwVG).

2.
2.1 Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht  kann die Ver-
letzung  von  Bundesrecht  einschliesslich  Überschreitung  oder  Miss-
brauch des Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung 
des  rechtserheblichen  Sachverhaltes  und  –  soweit  nicht  eine 
kantonale  Behörde  als  Beschwerdeinstanz  verfügt  hat  –  die  Unan-
gemessenheit  gerügt  werden  (Art.  49  VwVG).  Das  Bundesver-
waltungsgericht wendet im Beschwerdeverfahren das Bundesrecht von 
Amtes  wegen  an.  Es  ist  gemäss  Art.  62  Abs.  4  VwVG an  die  Be-
gründung  der  Begehren  nicht  gebunden  und  kann  die  Beschwerde 
auch  aus  anderen  als  den  geltend  gemachten  Gründen  gutheissen 
oder abweisen. Massgebend ist grundsätzlich die Sachlage zum Zeit -
punkt seines Entscheides (vgl. E. 1.2 des in BGE 129 II 215 teilweise 
publizierten Urteils 2A.451/2002 vom 28. März 2003). Unter Vorbehalt 
des Verbots echter  Rückwirkung ist  in  gleicher  Weise das zum Zeit-
punkt  des Entscheids in  Kraft  stehende Recht  anzuwenden. Dessen 
Übergangsbestimmungen können freilich für gewisse Sachverhalte die 
Nachwirkung des alten Rechts vorsehen.

2.2 Am 1. Januar  2008 traten das neue Bundesgesetz vom 16. De-
zember  2005  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  (AuG,  SR 
142.20) und seine Ausführungsverordnungen in Kraft – unter anderem 
die Verordnung vom 24. Oktober 2007 über Zulassung, Aufenthalt und 
Erwerbstätigkeit  (VZAE,  SR  142.201).  In  Verfahren,  die  vor  diesem 
Zeitpunkt  anhängig  gemacht  wurden,  wie  es  vorliegend  der  Fall  ist, 
bleibt nach der übergangsrechtlichen Ordnung des AuG das alte mate-
rielle  Recht  anwendbar. Dabei  ist  entgegen  dem zu engen  Wortlaut 
des Art. 126 Abs. 1 AuG ohne Belang, ob das Verfahren auf Gesuch 

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hin oder von Amtes wegen eröffnet wurde (vgl. BVGE 2008/1 E. 2 mit 
Hinweisen). Einschlägig sind das ANAG, die Vollziehungsverordnung 
vom  1. März  1949  zum  Bundesgesetz  über  Aufenthalt  und  Nieder-
lassung  der  Ausländer  (ANAV,  AS  1949  228),  die  Verordnung  vom 
20. April  1983  über  das  Zustimmungsverfahren  im  Ausländerrecht 
(nachfolgend:  Zustimmungsverordnung,  AS  1983  535)  und  die  Be-
grenzungsverordnung.

Das Verfahren selbst  folgt  grundsätzlich dem neuen Verfahrens- und 
Organisationsrecht (Art. 126 Abs. 2 AuG).

3.
Das Bundesverwaltungsgericht hat die während des Rechtsmittelver-
fahrens gestellten Beweisanträge (Einvernahme einer Verwandten des 
Verstorbenen  und  der  Sprachlehrerin  der  Beschwerdeführerin  als 
Zeuginnen  sowie  Befragung  des  früheren  Arbeitgebers  als  Zeugen) 
mit  Zwischenverfügung vom 7. November 2008 abgewiesen. Die Be-
schwerdeführerin  erhielt  aber  Gelegenheit,  schriftliche  Äusserungen 
dieser  Personen  zu  den  aufgeworfenen  Fragen  nachzureichen,  was 
geschah (zur antizipierten Beweiswürdigung vgl. Art. 33 Abs. 1 VwVG, 
BGE 131 I 153 E. 3 S. 157 f. mit Hinweisen oder Urteil des Bundes-
gerichts  1C_460/2008  vom 3. Februar  2009 E. 3.1; zur  Subsidiarität 
der Zeugeneinvernahme: Urteil des Bundesgerichts 1C_292/2010 vom 
5.  August  2010  E.  3.2  mit  Verweisen).  Der  entscheidswesentliche 
Sachverhalt ergibt sich denn, wie nachfolgend aufzuzeigen sein wird, 
in genügender Weise aus den Akten.

4.
4.1 Der  Entscheid  über  die  Erteilung  und  Verlängerung  von Aufent-
haltsbewilligungen fällt grundsätzlich in die Zuständigkeit der Kantone 
(Art. 15 Abs. 1 und 2 ANAG). Vorbehalten bleibt die Zustimmung des 
BFM, wenn das Ausländerrecht eine solche für notwendig erklärt (Art. 
18 ANAG). Die Zustimmungsbedürftigkeit des kantonalen Entscheides 
ergibt sich im vorliegenden Fall aus Art. 1 Abs. 1 Bst. a Zustimmungs-
verordnung in Verbindung mit den Weisungen und Erläuterungen des 
BFM über  Einreise,  Aufenthalt  und  Arbeitsmarkt  (ANAG-Weisungen, 
3. Aufl., Bern, Mai 2006, einsehbar unter:  www.bfm.admin.ch/content/ 
bfm/de/home/dokumentation/rechtsgrundlagen/weisungen_und_kreis-
schreiben/archiv_weisungen_und.html  ).  Letztere  sehen  unter  Ziff. 
132.4  Bst.  e  vor,  dass  die  Verlängerung  der  Aufenthaltsbewilligung 
einer  ausländischen  Person  nach  Scheidung  vom  schweizerischen 

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http://www.bfm.admin.ch/content/bfm/de/home/dokumentation/rechtsgrundlagen/weisungen_und_kreisschreiben/archiv_weisungen_und.html
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Ehegatten  oder  nach  dessen  Tod  dem  BFM  zur  Zustimmung  zu 
unterbreiten  ist,  falls  die  ausländische  Person  nicht  aus  einem 
Mitgliedstaat der EFTA oder der EG stammt. Gemäss Art. 19 Abs. 5 
ANAV darf eine entsprechende kantonale Bewilligung erst ausgestellt 
werden, wenn die Zustimmung des BFM vorliegt; sie gilt ansonsten als 
ungültig.  Die  Kompetenz  des  BFM  ist  hier  folglich  gegeben  (zum 
Ganzen vgl. BGE 130 II 49 E. 2.1 S. 51, BGE 127 II 49 E. 3 S. 51 ff. 
und  BGE  120  Ib  6  E.  3a  S.  9  ff.;  Verwaltungspraxis  der 
Bundesbehörden [VPB] 69.76 E. 12, 70.23 E. 10).

4.2 Der  schweizerische  Ehegatte  der  Beschwerdeführerin  ist  ver-
storben,  bevor  ihr  gestützt  auf  Art.  7  Abs.  1  Satz  2  ANAG  ein 
zivilstandsunabhängiger  Anspruch  auf  Verlängerung  ihrer  Aufent-
haltsbewilligung erwachsen konnte (vgl. BGE 128 II 14 E. 1.1.4 S. 149 
mit Hinweisen). Eine Anspruchsgrundlage kann wegen der temporalen 
Unterstellung unter das alte Recht auch nicht in Art. 50 AuG erblickt  
werden, der bei  Auflösung der  Ehe neue Anspruchstatbestände ein-
führt  (vgl.  oben  Ziff.  2.2,  ferner  Urteile  des  Bundesgerichts 
2C_245/2008  vom  27.  März  2008  E.  2.2.2  und  2C_451/2007  vom 
22. Januar 2008 E. 1.2). Hingegen leitet  der Parteivertreter  aufgrund 
einer  allfälligen  Inländerdiskriminierung  einen  Anspruch  auf  Ver-
längerung der  Aufenthaltsbewilligung ab. Zwar  trifft  zu,  dass mit  der 
jüngsten bundesgerichtlichen Rechtsprechung für die Nachzugsrechte 
der Angehörigen der Europäischen Union erneut eine Benachteiligung 
von Schweizerinnen und Schweizern droht (zur sogenannten Metock-
Praxis vgl. BGE 136 II  5 E. 3.3 – 3.7 S. 12 ff.). Ob bzw. in welchem 
Umfang  eine  Berufung  auf  einen  solchen  Anspruch  möglich  wäre, 
braucht unter den vorliegenden Begebenheiten aber nicht entschieden 
zu werden. Wie im Folgenden aufzuzeigen sein wird, lässt sich eine 
mögliche Diskriminierung hier nämlich auch anderweitig vermeiden.

4.3 Aufgrund des Gesagten liegt der Entscheid über die Erteilung oder 
Verweigerung  der  Zustimmung  im  pflichtgemässen  Ermessen  des 
BFM (Art. 4  ANAG). Eine Bindung an die kantonale Beurteilung be-
steht nicht. Das gilt  selbst dann, wenn auf kantonaler Ebene ein Ge-
richt  auf  Erteilung  oder  Verlängerung  der  Aufenthaltsbewilligung  er-
kannt hat (vgl. BGE 127 II 49 E. 3 S. 51 ff; ferner VPB 69.76). 

5.
Der Begriff  der  "pflichtgemässen Ermessensausübung"  impliziert  die 
Beachtung rechtlicher Schranken bei  der Ausfüllung der Ermessens-

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spielräume. Vorliegend  steht  der  Grundsatz  der  Verhältnismässigkeit 
von  Verwaltungsakten  im  Vordergrund.  Unter  diesem  Gesichtspunkt 
der  Verhältnismässigkeit  ist  eine  wertende  Abwägung  vorzunehmen 
zwischen  dem  öffentlichen  Interesse  an  der  Verweigerung  der  Zu-
stimmung einerseits und den durch die Verweigerung beeinträchtigten 
privaten Interessen des (oder der) Betroffenen andererseits (vgl. statt 
vieler  ULRICH HÄFELIN /  GEORG MÜLLER /  FELIX UHLMANN, Allgemeines Ver-
waltungsrecht, 5. Aufl., Zürich und St. Gallen 2006, S.127 f.).

5.1 Richtschnur  und  äusseren  Rahmen  der  Interessenabwägung 
bilden die Grundentscheidungen des Ausländerrechts, namentlich die 
in  Art. 1  BVO formulierten migrationspolitischen Ziele und die  damit 
zusammenhängende  restriktive  Einwanderungspolitik  gegenüber  er-
werbstätigen ausländischen Personen aus dem Nicht-EU/EFTA-Raum 
(in  der  Folge:  Drittstaatsangehörige).  Diese  Politik  findet  ihren  Aus-
druck unter anderem in den strengen Zulassungsbeschränkungen der 
Begrenzungsverordnung,  denen  erwerbstätige  Drittstaatsangehörige 
namentlich  in  Gestalt  hoher  Anforderungen  an  die  berufliche  Quali-
fikation (Art. 8 BVO) und der Höchstzahlen (Art. 12 BVO) unterworfen 
sind.  Das  erhebliche  Gewicht  des  öffentlichen  Interesses  an  der 
Durchsetzung  der  restriktiven  Einwanderungspolitik  gegenüber  Dritt-
staatsangehörigen zeigt  sich daran,  dass humanitäre Gründe in die-
sem rechtlichen Zusammenhang erst  Bedeutung erlangen, wenn die 
Betroffenheit  des  Einzelnen  die  Grenze  zum schwerwiegenden  per-
sönlichen Härtefall im Sinne von Art. 13 Bst. f BVO überschreitet. Nach 
der Auflösung der Ehe, die sie von restriktiven qualitativen und quanti-
tativen Zulassungsvoraussetzungen der Begrenzungsverordnung aus-
nehmen,  muss  die  ausländische Person dieses  öffentliche  Interesse 
grundsätzlich  wieder  gegen sich  gelten lassen,  auch wenn sie  nach 
Massgabe von Art. 12 Abs. 2 zweiter Satz BVO den Höchstzahlen der 
Begrenzungsverordnung nach wie vor nicht untersteht. Es ist deshalb 
ein  vergleichsweise  strenger  Massstab  angebracht,  wenn  es  zu  be-
urteilen  gilt,  ob  nach  Wegfall  des  Privilegierungsgrundes  private  In-
teressen bestehen, denen gegenüber das öffentliche Interesse an der 
Durchsetzung  der  restriktiven  Migrationspolitik  zurückzustehen  hat. 
Dementsprechend  geht  das  Bundesverwaltungsgericht  mit  der  Vor-
instanz davon aus, dass die Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung 
nach Auflösung der Ehe in erster Linie ein Instrument zur Vermeidung 
von  Härtefällen  darstellt  (vgl.  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts 
C-1786/2007  vom  3. Juni  2010  E.  7.1  mit  Hinweis;  ferner  Ziff.  654 
ANAG-Weisungen).

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5.2 Unter  dem Gesichtspunkt  der  Verhältnismässigkeit  ist  zu  prüfen, 
ob  die  Durchsetzung  der  restriktiven  Migrationspolitik  –  nach  Auf-
lösung  der  Ehe  –  im  konkreten  Einzelfall  zu  unbilligen,  vom 
öffentlichen  Interesse  an  der  Durchsetzung  einer  restriktiven  Ein-
wanderungspolitik  nicht  gedeckten  Härten  bei  der  betroffenen  aus-
ländischen  Person  führt.  Entscheidend  ist,  inwieweit  es  der  aus-
ländischen  Person  in  persönlicher,  wirtschaftlicher  und  sozialer  Hin-
sicht  zugemutet  werden kann,  den Aufenthalt  in  der  Schweiz aufzu-
geben, in ihre Heimat zurückzukehren und dort  zu leben. Zu diesem 
Zweck ist ihre zukünftige Situation im Ausland den persönlichen Ver-
hältnissen in der Schweiz gegenüberzustellen. Über die Zumutbarkeit 
ist  nach Massgabe der  gesamten Umstände des Einzelfalles zu  be-
finden. Dazu gehören allgemeine, von der Ehe unabhängige Elemente, 
wie die Dauer des Aufenthaltes in der Schweiz, der Grad der sozialen 
und wirtschaftlichen Integration in die hiesigen Verhältnisse, das Alter 
und der gesundheitliche Zustand, soweit Kinder vorhanden sind, deren 
Alter und schulische Integration, aber auch die Unterkunft und die Re-
integrationsmöglichkeiten  in  der  Heimat,  ferner  ehespezifische 
Elemente,  wie  die  Dauer  der  Ehe  und  die  Umstände,  die  zu  deren 
Auflösung geführt  haben. Steht  fest,  dass der ausländischen Person 
eine Weiterführung der  ehelichen Beziehung nicht  länger  zugemutet 
werden  konnte,  namentlich  weil  sie  Opfer  von  Misshandlungen  ge-
worden war, so ist dies besonders zu berücksichtigen (vgl. Urteil des 
Bundesverwaltungsgerichts C-1786/2007 vom 3. Juni 2010 E. 7.2 mit 
Hinweis; ferner Ziff. 654 ANAG-Weisungen). 

5.3 Welcher Grad an Betroffenheit in den persönlichen Verhältnissen 
notwendig ist, damit das öffentliche Interesse an der Durchsetzung der 
restriktiven  Migrationspolitik  gegenüber  Drittausländern  zurückzu-
stehen  hat,  ist  vorab  mit  Blick  auf  die  Regelung  des  Art.  7  Abs.  1 
ANAG zu beantworten, der ausländischen Ehegatten nach fünf Jahren 
Ehe auf schweizerischem Territorium einen vom weiteren Bestand der 
Ehe  unabhängigen  Anspruch  auf  Aufenthalt  vermittelt.  Vor  dem  Er-
reichen dieser  zeitlichen Grenze kommt es  entscheidend darauf  an, 
welche  Bedeutung  den  ehespezifischen  Elementen  im  jeweiligen 
Einzelfall zukommt, das heisst der Dauer der ehelichen Gemeinschaft 
auf  schweizerischem Territorium,  den  Umständen der  Auflösung der 
ehelichen  Gemeinschaft  und  –  im  letzteren  Zusammenhang  –  all -
fälligen  Gewalterfahrungen  in  der  Ehe  sowie  der  Existenz  ge-
meinsamer Kinder. Je mehr diese Elemente ins Gewicht fallen, um so 
eher wird man von einer hinreichend schweren Betroffenheit ausgehen 

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können. Umgekehrt  rechtfertigt  sich  ein  um so strengerer  Massstab, 
als sich die Härtesituation nicht gerade aus den oben genannten ehe-
spezifischen  Elementen  ableiten  lässt  (siehe  beispielsweise  Urteile 
des Bundesverwaltungsgerichts C-5358/2007 vom 29. Juli 2010 E. 4.3 
und C-1786/2007 vom 3. Juni 2010 E. 7.3 [je mit Hinweis]). Dabei darf 
jedoch  nicht  ausser  Acht  gelassen  werden,  dass  der  Verordnungs-
geber in Art. 12 Abs. 2 zweiter Satz BVO unter anderem ausländische 
Ehegatten  von  Schweizer  Bürgern  von  den  Höchstzahlen  der  Be-
grenzungsverordnung auch für die Zeit nach Auflösung der Ehe aus-
nimmt und auf diese Weise ihrer besonderen Lage Rechnung trägt.

6.
6.1 Die  Beschwerdeführerin  und  ihr  verstorbener  Ehemann  lernten 
sich im Jahr 2002 in Malaysia kennen. Seit jenem Zeitpunkt waren sie 
ein Paar und verbrachten soviel Zeit wie möglich gemeinsam. War der 
für einen Schweizer Konzern weltweit auf Montage tätige W._______ 
beruflich im Ausland unterwegs, geschah dies in der Folge oft in Be-
gleitung  seiner  Partnerin  (vgl.  Sachverhalt  Bst.  A  vorstehend). 
Anscheinend  gelangte  W._______ rasch  zur  Auffassung,  in  der  Be-
schwerdeführerin seine künftige Ehefrau gefunden zu haben (vgl. bei-
spielsweise den Beschwerdeentscheid der Polizei- und Militärdirektion 
des Kantons Bern vom 28. Juli  2008 oder die  Eindrücke eines ehe-
maligen  Bauleiters  der  „A._______  AG“  vom 19.  Februar  2007  [Be-
schwerdebeilage 11]).  Dass die  Heirat  nicht  bereits  damals  erfolgte, 
lag daran, dass die Beschwerdeführerin zunächst die Familie und das 
Umfeld ihres  Partners kennenlernen und herausfinden wollte,  ob für 
sie  ein Leben in der  Schweiz vorstellbar  sei. Im Juli  2004 reiste sie 
erstmals in die Schweiz ein, wo sie die Bekanntschaft der Familie ihres 
Partners  machte.  Von  Ende  August  2004  bis  Ende  Februar  2005 
logierte sie im Hause ihres künftigen Gatten, während dieser zeitweilig 
auf  Montage  im  Ausland  weilte. In  jener  Zeit  knüpfte  sie  zahlreiche 
Kontakte  zu  Verwandten,  Nachbarn  und  weiteren  an  ihrem  Aufent-
haltsort  X._______ ansässigen Personen. Ausserdem begann sie mit 
dem Besuch von Deutschkursen. Am 1. Dezember 2005 kehrte die Be-
schwerdeführerin  definitiv  hierher  zurück,  wo sie am 6. Januar  2006 
ihren Lebenspartner heiratete. Am 31. Juli 2006 verstarb der Ehemann 
unerwartet an einem Herzversagen.

Auch  wenn  die  Ehe  wegen  des  Todes  des  Ehegatten  bereits  nach 
rund sieben Monaten aufgelöst wurde und sich der im Falle der Be-
schwerdeführerin anrechenbare Aufenthalt somit vergleichsweise kurz 

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bemisst, liegen hier eine Reihe von Sachverhaltselementen bzw. Be-
sonderheiten vor,  welche in  ihrer  Gesamtheit  geeignet  sind,  die An-
forderungen an das Mass der persönlichen Betroffenheit erheblich zu 
senken (zur  Auflösung der  Ehe durch den Tod eines Ehegatten vgl. 
Urteile des Bundesverwaltungsgerichts C-5358/2007 vom 29. Juli 2010 
E. 4.4, C-1786/2007 vom 3. Juni 2010 E. 7.4 oder C-6527/2007 vom 
16.  Juni  2009  E.  7.4;  ferner  Botschaft  zum  Bundesgesetz  über  die 
Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002, BBl 2002 3754, die 
den Tod des Ehegatten als Beispiel für einen „wichtigen persönlichen 
Grund“ nennt,  der einen Anspruch auf Verlängerung der Aufenthalts-
bewilligung nach Art. 50 Abs. 1 Bst. b AuG begründen kann; in diesem 
Sinne auch Urteil  des Bundesgerichts  2C_266/2009 vom 2. Februar 
2010 E. 5.2 in fine).

6.2 Auf  dieser  Grundlage  ist  anzuerkennen,  dass  die  Beschwerde-
führerin, als sie sich im Jahre 2002 mit einem Schweizer Bürger liierte,  
keine  ausländerrechtlichen  Ziele  verfolgte.  Wie  eben  dargetan, 
heiratete  sie  W._______  erst  nach  mehrjähriger  Beziehung  und 
nachdem sie seine Familie, deren Umfeld sowie die schweizerischen 
Verhältnisse  kennengelernt  hatte.  Nach  Darstellung  von  Verwandten 
wäre  W._______  schon  2002/2003  gewillt  gewesen,  seine  Lebens-
partnerin zu ehelichen (vgl. Beschwerdebeilagen 17 und 33 oder den 
Beschwerdeentscheid  der  Polizei-  und  Militärdirektion  des  Kantons 
Bern  vom  28.  Juli  2008),  was  jene  aus  obgenannten  Gründen  ab-
lehnte. Hätten die beiden sich damals zu einem solchen Schritt  ent-
schieden,  wären  sie  zum  Zeitpunkt  des  Todes  des  Ehemannes 
immerhin drei  bzw. vier Jahre verheiratet gewesen. Eine weitere Be-
sonderheit  liegt  in  der  beruflichen  Tätigkeit,  welche  der  Verstorbene 
ausübte.  Als  Aussendienstmitarbeiter  der  „A._______  AG“  war  er 
gemäss  Arbeitsbestätigung  vom  19.  September  2008  (vgl.  Be-
schwerdebeilage 8)  nämlich  auf  Baustellen  in  der  ganzen Welt  tätig 
gewesen  und  nur  sporadisch  hierzulande  im  Einsatz,  mit  den  ent -
sprechenden Konsequenzen für  seine Lebenspartnerin. Dass solche 
Rahmenbedingungen das Führen einer Beziehung und erst recht ein 
Eheleben  auf  Schweizer  Territorium  erheblich  erschwerten,  versteht 
sich  von  selbst  und  darf  vorliegend  nicht  einfach  ausgeklammert 
werden.  Zu  vergegenwärtigen  gilt  es  schliesslich  das  tragische 
Scheitern  der  gemeinsamen  Lebenspläne  durch  den  Tod  des  Ehe-
mannes nach der  definitiven Wohnsitznahme in der  Schweiz. Es er-
scheint nachvollziehbar, dass die konkreten Todesfallumstände (Herz-
versagen,  welches  aufgrund  des  Alters  und  des  Gesundheits-

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zustandes von W._______ anscheinend völlig  unerwartet  eintrat)  die 
Beschwerdeführerin  besonders  hart  getroffen  haben.  Vor  diesem 
Hintergrund  kommt  dem Voraufenthalt  in  der  Schweiz  und  der  Ehe-
dauer auf schweizerischem Territorium nicht die Bedeutung zu, welche 
ihnen  die  Vorinstanz  in  der  angefochtenen  Verfügung  bemisst. 
Vielmehr  rechtfertigt  sich  ein  milderer  Massstab bei  der  Gewichtung 
der  privaten  Interessen  der  Beschwerdeführerin  an  einem  weiteren 
Verbleib  in  der  Schweiz;  insbesondere  die  Todesfallumstände  sind 
dementsprechend zu ihren Gunsten mitzuberücksichtigen.

6.3 Die unbescholtene Beschwerdeführerin hält sich inzwischen über 
fünfeinhalb  Jahre  hier  auf. Während  dieser  Zeit  ist  es  ihr  in  hohem 
Masse gelungen, sich in die schweizerischen Lebensverhältnisse ein-
zugliedern. Anzumerken wäre, dass ihr bereits vor der Heirat, als sie 
ein halbes Jahr in X._______ lebte, sehr daran gelegen war, sich zu 
integrieren.  Die  Integrationsbemühungen  setzte  sie  nach  der  Heirat 
konsequent  fort.  Der  Tod des  Gatten  tat  ihren  diesbezüglichen  Be-
strebungen keinen Abbruch,  vielmehr  baute  sie  sich  selbständig  ein 
funktionierendes  soziales  Netz  mit  vielfältigen  und  zum  Teil  recht 
engen Kontakten auf und aus. Die zahlreichen persönlichen und teils 
sehr  engagierten  Interventionen  von  Verwandten  des  verstorbenen 
Ehemannes, Nachbarn, Bekannten und sonstigen Ortsansässigen zu 
Gunsten  der  Beschwerdeführerin  sprechen  für  sich  und  zeigen  zu-
gleich  auf,  dass  sie  es  bestens  versteht,  sich  zu  vernetzen  (zum 
Ganzen  vgl.  Beschwerdebeilagen  17  –  53,  ferner  die  Beilagen  zur 
Beschwerdeergänzung vom 3. Dezember 2008 und Beilagen 4 – 10 
der  ergänzenden Vorbringen vom 16. August  2010). Ihre diesbezüg-
lichen Anstrengungen gehen in dieser  Hinsicht  mithin  weit  über  das 
hinaus, was von einer ausländischen Person mit vergleichbarem Auf-
enthalt verlangt werden kann und darf. Aktenmässig erstellt ist ferner, 
dass sie regelmässig das Grab von W._______ aufsucht. Den Verlust 
des  Ehemannens  vor  Ort  verarbeiten  zu  können,  stellt  in  besagtem 
Kontext ein weiteres legitimes Anliegen dar.

6.4 Was  die  sprachliche  Integration  anbelangt,  so  hat  die  Be-
schwerdeführerin bereits während ihrer sechsmonatigen Anwesenheit 
2004/2005  erste  Deutschkurse  besucht.  Seit  der  definitiven 
Wohnsitznahme in der Gemeinde X._______ ist sie daran, ihre Kennt-
nisse der deutschen Sprache zu verbessern und zu vertiefen. Hierfür 
hat sie weiterhin regelmässig Kurse besucht, letztmals im Frühsommer 
2010.  Hinzu  kamen  Privatlektionen  (zu  Dauer  und  Umfang  dieser 

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Kurse  vgl.  Beschwerdebeilagen  15,  52,  53  sowie  Beilagen  zur  Be-
schwerdeaktualisierung  vom 16.  August  2010).  Heute  kann  sie  sich 
problemlos mit Dritten in dieser Sprache verständigen. 

6.5 Auch die berufliche und wirtschaftliche Integration kann als erfolg-
reich bezeichnet werden. Vom 20. September 2006 an hatte die Be-
schwerdeführerin während eines knappen Jahres eine Vollzeitstelle in 
einem lokalen Hotelbetrieb inne. Zwar handelte es sich nicht um eine 
qualifizierte Tätigkeit, doch wurden ihre Arbeit und ihre charakterlichen 
Eigenschaften  dort  sowohl  vom  Betriebsinhaber  als  auch  von  der 
Hotelkundschaft  sehr  geschätzt.  Nach  dem negativen  Entscheid  der 
Arbeitsmarktbehörde wurde das Arbeitsverhältnis per Ende Juni 2007 
beendet. Der  Arbeitgeber,  der  angab, es  sei  ein  richtiger  Glücksfall,  
eine solche Mitarbeiterin zu beschäftigen, würde die Betroffene aber 
jederzeit  wieder  anstellen  (vgl.  Beschwerdebeilagen  54,  55  und  57 
oder die beiden letzten Bestätigungen des Arbeitgebers). Seither soll 
sie  ehrenamtlich  Arbeiten  für  unterstützungsbedürftige  Personen 
erledigen. Dank einer Witwen- und Pensionskassenrente von monat-
lich Fr. 3'443.- und dem ausgerichteten Todesfallkapital von Fr. 57'725.- 
ist die Beschwerdeführerin auch ohne entgeltliche Tätigkeit wirtschaft-
lich  selbständig  und  hinreichend  abgesichert.  Als  Haupterbin  des 
Vermögens ihres verstorbenen Ehemannes ist  sie mittlerweile Allein-
eigentümerin einer Liegenschaft mit einem amtlichen Wert von knapp 
Fr.  550'000.-.  Dadurch  wurde  sie  Burgerin  der  Bäuertgemeinde 
X._______. Die damit verbundenen Verpflichtungen und Engagements 
würde sie gerne persönlich wahrnehmen. Schliesslich weist sie einen 
tadellosen  strafrechtlichen  und  betreibungsrechtlichen  Leumund  auf. 
Alles in allem zeugt die dargelegte Entwicklung von einem überdurch-
schnittlichen Integrationswillen und einer erstaunlichen Nähe und Ver-
bundenheit zur jetzigen Wohngemeinde. In der Wahrnehmung diverser 
Referenzpersonen  gilt  die  Beschwerdeführerin  denn  als  vollkommen 
akzeptiertes Mitglied der Dorfgemeinschaft.

6.6 Die Beschwerdeführerin hat sich sukzessive auf eine Zukunft mit 
ihrem  Ehemann  in  der  Schweiz  eingerichtet  und  deswegen  ihr 
Heimatland  verlassen.  Ihr  einziger  –  inzwischen  volljähriger  –  Sohn 
blieb  aus  sprachlichen  und  schulischen  Gründen  in  der  Obhut  ihrer 
Schwester  auf  den  Philippinen zurück. Die  unfreiwillige  Aufgabe der 
nun aufgebauten Bande zur Schweiz kann zwar nicht als schlichtweg 
unzumutbar beurteilt  werden, es besteht indessen kein Zweifel,  dass 
sie unter den aktuellen Begebenheiten einen erheblichen Eingriff in die 

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Lebensverhältnisse der Beschwerdeführerin darstellen würde. Wohl ist 
einzuräumen, dass sie den grössten Teil ihres Leben in ihrer Heimat 
verbracht hat und mit den dortigen Verhältnissen nach wie vor vertraut  
sein dürfte. Eine Reintegration erschiene von daher möglich. Dennoch 
sähe  sie  sich  beim  Neuaufbau  einer  Existenz  mit  einigen  Mühen 
konfrontiert.  Die  mit  der  erzwungenen  Rückkehr  verbundene  Beein-
trächtigung  ihrer  Lebensverhältnisse  träfe  die  Beschwerdeführerin 
umso  härter,  als  sie  sich  als  unverschuldete  Folge  tragisch  ge-
scheiterter Lebenspläne präsentierte.

6.7 Unter  Berücksichtigung  der  gesamten  Umstände  (unerwarteter 
Todesfall,  enge  Bande  zur  Familie  des  verstorbenen  Ehemannes, 
ausgeprägter  Integrationswille,  fortgeschrittene  Integration)  gelangt 
das  Bundesverwaltungsgericht  zum  Ergebnis,  dass  eine  Nicht-
erneuerung  der  Aufenthaltsbewilligung  –  jedenfalls  zum  heutigen 
Zeitpunkt – in rechtserheblicher Weise in die persönlichen Verhältnisse 
der Beschwerdeführerin eingreifen würde. Das öffentliche Interesse an 
der  Durchsetzung  einer  restriktiven  Migrationspolitik  in  Bezug  auf 
Personen aus dem Nicht-EU/EFTA-Raum muss unter den gegebenen 
Umständen  gegenüber  dem  Interesse  der  Beschwerdeführerin  an 
einer  weiteren  ausländerrechtlichen  Regelung  ihres  Aufenthalts 
zurückstehen.  Indem  die  angefochtene  Verfügung  dem  öffentlichen 
Interesse ein grösseres Gewicht beimisst, erweist sie sich als unver-
hältnismässig.

7.
Aus den vorstehenden Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene 
Verfügung Bundesrecht verletzt (Art. 49 Bst. a VwVG). Die Beschwerde 
ist deshalb gutzuheissen, die angefochtene Verfügung aufzuheben und 
der Verlängerung der kantonalen Aufenthaltsbewilligung zuzustimmen.

8.
Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  der  Beschwerdeführerin 
keine Verfahrenskosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG), und es ist 
ihr  gestützt  auf  Art.  64  VwVG i.V.m. Art.  7  ff.  des  Reglements  vom 
21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) zu Lasten der Vor-
instanz eine angemessene Parteientschädigung auszurichten.

9.
Das vorliegende Urteil ist endgültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 2 des Bundes-
gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird gutgeheissen.

2.
Die angefochtene Verfügung wird aufgehoben, und der Verlängerung 
der Aufenthaltsbewilligung wird die Zustimmung erteilt.

3.
Es  werden  keine  Verfahrenskosten  erhoben.  Der  am  11.  November 
2008 entrichtete Kostenvorschuss von Fr. 800.- wird zurückerstattet.

4.
Die Vorinstanz hat die Beschwerdeführerin für das Verfahren vor dem 
Bundesverwaltungsgericht  mit  Fr.  2'000.-  (inkl.  MwSt.)  zu  ent-
schädigen.

5.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Einschreiben)
- die Vorinstanz (Akten Ref-Nr. [...] retour)
- den Migrationsdienst des Kantons Bern (in Kopie)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Antonio Imoberdorf Daniel Grimm

Versand: 

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