# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 84df50f7-3f28-5af1-8058-e3d70e7b2f3b
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-07-03
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 03.07.2019 IV 2018/133
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2018-133_2019-07-03.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2018/133

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 04.09.2019

Entscheiddatum: 03.07.2019

Entscheid Versicherungsgericht, 03.07.2019
Art. 13 IVG. Art. 14 IVG. Art. 17 Abs. 2 ATSG. Kinderspitex. Umfang der 
(maximalen) Kostengutsprache. Revisionsverfahren. Massgebende 
Sachverhaltsveränderung (Entscheid des Versicherungsgerichts des 
Kantons St. Gallen vom 3. Juli 2019, IV 2018/133).

Entscheid vom 3. Juli 2019

Besetzung

Präsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und Karin Huber-

Studerus; Gerichtsschreiber Tobias Bolt

Geschäftsnr.

IV 2018/133

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch den Schweizerischen Kinderspitex Verein,

Bahnhofstrasse 17, 9326 Horn,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

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Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

medizinische Massnahmen (pflegerische Massnahmen)

Sachverhalt

A.   

A.a  A.___ wurde im September 2007 unter Hinweis auf ein Geburtsgebrechen zum 

Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung angemeldet (IV-act. 1). Das 

Ostschweizer Kinderspital berichtete im November 2007, der Versicherte leide an 

einem Morbus Canavan beziehungsweise an einem Geburtsgebrechen im Sinne der 

Ziff. 383 Anh. GgV (IV-act. 17). Mit einer Mitteilung vom 3. Dezember 2007 sicherte die 

IV-Stelle die Vergütung der Kosten für die zur Behandlung des Geburtsgebrechens Ziff. 

383 Anh. GgV notwendigen medizinischen Massnahmen im Zeitraum bis zum 

31. August 2017 zu (IV-act. 19). Mit einer Mitteilung vom 21. Dezember 2007 erteilte sie 

eine Kostengutsprache für medizinische Massnahmen (Kinderspitex) im Umfang von 

maximal 30 Stunden pro Woche für die Dauer von einem Jahr (IV-act. 26). Am 5. 

Dezember 2008 erliess sie eine weitere Mitteilung, mit der sie für die Zeit bis zum 30. 

Oktober 2009 eine Kostengutsprache für medizinische Massnahmen (Kinderspitex) im 

Umfang von maximal zwölf Stunden pro Woche erteilte (IV-act. 53). Die 

Kostengutsprache wurde mit einer Mitteilung vom 9. September 2009 für die Zeit bis 

zum 31. Oktober 2011 verlängert und auf maximal 16 Stunden pro Woche erweitert (IV-

act. 78).

A.b Am 24. November 2009 führte die IV-Stelle eine Abklärung der Hilflosigkeit des 

Versicherten in der Wohnung von dessen Eltern durch (IV-act. 95). Die 

Abklärungsbeauftragte berichtete, der nun etwa zweieinhalb Jahre alte Junge könne 

weder seinen Kopf noch seinen Körper kontrollieren; er könne seine Position nicht 

selbständig ändern. Alle vier Extremitäten seien von einer spastischen Lähmung 

betroffen. Der Versicherte leide an einem schweren gastro-oesophagealen Reflux, an 

einer Seh- und an einer Hörbehinderung. Geistig sei er mittlerweile etwas präsenter. So 

beginne er zu weinen, sobald er alleine sei. Könne er keine vertrauten Personen über 

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Körperkontakt oder Bewegungen wahrnehmen, bekomme er Panik und Fieber, wovon 

er sich dann kaum mehr erholen könne. Die Pflege des Versicherten sei sehr 

anspruchsvoll. Der Versicherte könne nur kleine Mengen an Nahrung auf einmal zu sich 

nehmen. Trotz grosser Vorsicht bei der Nahrungsverabreichung erbreche er mehrmals 

täglich. Das Trinken sei kaum möglich, weshalb der Versicherte zunächst über eine 

Nasensonde mit Flüssigkeit versorgt worden sei. Nun sei eine PEG-Sonde eingelegt 

worden, deren Handhabung bedeutend einfacher sei. Der Versicherte schlafe schlecht. 

Die Kinderspitex leiste aktuell Einsätze im Umfang von etwa 16 Stunden pro Woche. 

Beim An- und Auskleiden liege noch keine behinderungsbedingte Hilflosigkeit vor, da 

auch gesunde zweieinhalbjährige Kinder auf eine regelmässige Hilfe beim An- und 

Auskleiden angewiesen seien. Beim Aufstehen, Absitzen und Abliegen liege dagegen 

eine behinderungsbedingte Hilflosigkeit vor; der für die Berechnung des 

Intensivpflegezuschlages massgebende Zeitaufwand belaufe sich auf 30 Minuten pro 

Tag. Auch beim Essen liege eine behinderungsbedingte Hilflosigkeit vor. Der zeitliche 

Mehraufwand belaufe sich auf 355 Minuten pro Tag (im Alter von 20–30 Monaten) 

beziehungsweise auf 420 Minuten pro Tag (ab 30 Monate). Der Hilfebedarf bei der 

Körperpflege könne vor dem sechsten Altersjahr nicht berücksichtigt werden. Die 

Hilflosigkeit beim Verrichten der Notdurft sei dagegen als behinderungsbedingt zu 

qualifizieren; der massgebende zeitliche Mehraufwand belaufe sich auf 20 Minuten pro 

Tag. Auch bei der Fortbewegung liege eine behinderungsbedingte Hilflosigkeit vor. Die 

Begleitung zum Arzt und zur Therapie nehme durchschnittlich 50 Minuten pro Tag in 

Anspruch. Die Behandlungspflege benötige durchschnittlich 100 Minuten pro Tag. Der 

behinderungsbedingte Mehraufwand belaufe sich total auf 94 Minuten für die Zeit bis 

Januar 2009, auf 449 Minuten für die Zeit von Januar bis November 2009 und auf 534 

Minuten für die Zeit ab November 2009. Mit einer Verfügung vom 26. Januar 2010 

sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit Wirkung ab dem 1. Juli 2009 eine 

Entschädigung bei einer Hilflosigkeit leichten Grades sowie einen 

Intensivpflegezuschlag bei einem behinderungsbedingten Mehraufwand von über 

sechs Stunden pro Tag und mit Wirkung ab dem 1. Februar 2010 eine Entschädigung 

bei einer Hilflosigkeit mittleren Grades sowie einen Intensivpflegezuschlag bei einem 

behinderungsbedingten Mehraufwand von über acht Stunden pro Tag zu (IV-act. 105).

A.c  Mit einer Mitteilung vom 24. März 2011 beschränkte die IV-Stelle die am 9. 

September 2009 erteilte Kostengutsprache für die Kinderspitex auf die Zeit bis Ende 

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April 2011 (IV-act. 155). Mit einer weiteren Mitteilung vom 23. Juni 2011 sprach sie dem 

Versicherten für die Zeit vom 1. Mai 2011 bis zum 31. Oktober 2011 die Vergütung der 

Kosten für die Kinderspitex im Umfang von maximal 64 Stunden pro Monat zu (IV-act. 

166). Für die Zeit vom 1. November 2011 bis zum 31. Oktober 2012 gewährte die IV-

Stelle mit einer Mitteilung vom 9. Januar 2012 eine Kostengutsprache im Umfang von 

maximal 51 Stunden pro Monat für die Untersuchung und Behandlung sowie maximal 

drei Stunden pro Monat für die Abklärung und Beratung (IV-act. 187). Mit einer 

weiteren Mitteilung vom 23. Oktober 2012 sprach die IV-Stelle dem Versicherten für die 

Zeit vom 1. November 2012 bis zum 31. Oktober 2013 die Vergütung der Kosten für die 

Kinderspitex im Umfang von maximal 26 Stunden pro Monat für die Untersuchung und 

Behandlung sowie maximal zwei Stunden pro Monat für die Abklärung und Beratung 

zu (IV-act. 251). Am 11. Juni 2013 führte eine Abklärungsbeauftragte der IV-Stelle eine 

Abklärung bezüglich der Hilflosigkeit des Versicherten in der Wohnung von dessen 

Eltern durch. In ihrem Bericht hielt sie fest (IV-act. 316), der Gesundheitszustand des 

Versicherten habe sich seit der letzten Abklärung abgesehen vom altersbedingten 

Wachstum und der damit verbundenen Gewichtszunahme nicht verändert. Der 

Versicherte sei stark spastisch; er könne seine Arme und Beine nicht gezielt bewegen. 

In sämtlichen alltäglichen Lebensverrichtungen liege eine relevante Hilflosigkeit vor. Der 

für den Intensivpflegezuschlag massgebende behinderungsbedingte Mehraufwand 

belaufe sich auf 41 Minuten pro Tag für das An- und Auskleiden, auf 55 Minuten pro 

Tag für das Aufstehen, Absitzen und Abliegen, auf 355 Minuten pro Tag für das Essen, 

auf 41 Minuten pro Tag für die Körperpflege, auf 73 Minuten pro Tag für das Verrichten 

der Notdurft und auf drei Minuten pro Tag für die Begleitung zu Arztbesuchen und 

Therapien. Der Versicherte benötige zudem eine Behandlungspflege; der 

entsprechende Aufwand betrage 186 Minuten pro Tag. Der gesamte Mehraufwand 

belaufe sich auf 12 Stunden und 34 Minuten pro Tag. Hinzu komme eine 

Überwachungspauschale von zwei Stunden pro Tag. Ziehe man die Spitexleistungen 

„gemäss der gültigen Verfügung“ von durchschnittlich 52 Minuten pro Tag ab, 

resultiere ein für den Intensivpflegezuschlag massgebender Mehraufwand von 13 

Stunden und 42 Minuten pro Tag. Mit einer Verfügung vom 17. September 2013 

erhöhte die IV-Stelle die Hilflosenentschädigung mit Wirkung ab dem 1. August 2013 

auf eine Entschädigung bei einer Hilflosigkeit schweren Grades; der 

Intensivpflegezuschlag blieb für die Zukunft unverändert (IV-act. 325). Mit einer 

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Mitteilung vom 22. September 2015 verlängerte die IV-Stelle ihre Kostengutsprache für 

Kinderspitex-Leistungen für die Zeit bis zum 31. August 2017 (IV-act. 381).

A.d Am 9. Januar 2017 reichte der Schweizerische Kinderspitexverein eine Verordnung 

für Spitex-Leistungen im Umfang von einmalig fünf Stunden für die Evaluation des 

Pflegebedarfs, von jährlich 35 Stunden für die Beratung und Instruktion, von 

wöchentlich rund 29 Stunden für die Behandlung und von wöchentlich 56 Stunden für 

die Überwachung des Versicherten – alles mit Wirkung ab dem 10. Oktober 2016 – ein 

(IV-act. 454). Die IV-Stelle forderte den Schweizerischen Kinderspitexverein am 12. 

Januar 2017 auf anzugeben (IV-act. 455), weshalb die Verordnung rückwirkend per 10. 

Oktober 2016 ausgestellt worden sei, wie oft der Button im vergangenen Jahr 

gewechselt worden sei, wie oft im vergangenen Jahr abgesaugt und inhaliert worden 

sei und wie oft im vergangenen Jahr ein Einlauf verabreicht worden sei (alles mit 

Angabe der entsprechenden Daten). Am 26. Januar 2017 verlangte der Schweizerische 

Kinderspitexverein eine anfechtbare Verfügung zur Mitteilung vom 29. Juli 2015 (recte: 

22. September 2015), wobei er geltend machte, bei der damaligen Verlängerung der 

Kostengutsprache seien nicht alle ärztlich angeordneten Vorkehren berücksichtigt 

worden. Die IV-Stelle antwortete am 1. Februar 2017 (IV-act. 457), die Mitteilung vom 

22. September 2015 sei schon längst verbindlich geworden, weshalb keine anfechtbare 

Verfügung mehr erlassen werden könne. Am 6. März 2017 machte der Schweizerische 

Kinderspitexverein zur Hauptsache geltend (IV-act. 466), die Weigerung der IV-Stelle, 

eine anfechtbare Verfügung zu erlassen, stelle eine Rechtsverweigerung dar. Zudem 

verhalte sich die IV-Stelle nicht weisungskonform, denn das Bundesamt für 

Sozialversicherungen habe die IV-Stellen in einer Verwaltungsweisung dazu 

angehalten, Verfügungen anzupassen, wenn sich der freiwillige Elternanteil ändere. Die 

IV-Stellen müssten einen ständigen Kontakt und Informationsaustausch mit der 

zuständigen Spitexorganisation pflegen. Am 13. März 2017 erklärte die IV-Stelle (IV-

act. 469), die Verbindlichkeit der Mitteilung vom 22. September 2015 stehe dem Erlass 

einer anfechtbaren Verfügung entgegen. Die IV-Stelle prüfe aber zurzeit eine 

Anpassung der Kostengutsprache für die Zukunft. In diesem Zusammenhang sei auch 

eine Abklärung vor Ort geplant.

A.e  Am 3. Mai 2017 fand eine Abklärung in der Wohnung der Eltern des Versicherten 

statt. Die Abklärungsbeauftragte berichtete (IV-act. 496–1 ff.), seit der letzten Abklärung 

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im Juni 2013 seien keine relevanten Veränderungen des Gesundheitszustandes 

eingetreten. Der Versicherte sei aber grösser und schwerer geworden, was die 

Betreuung erschwert habe. Gemäss den Angaben der Eltern träten seit etwa sechs 

Monaten vermehrt Atemprobleme auf, weshalb öfters inhaliert werde; die 

Atemübungen würden nun noch intensiver durchgeführt und in der Nacht werde der 

Versicherte regelmässig umgelagert. Zudem träten gemäss den Angaben der Eltern seit 

etwa drei Monaten vermehrt epileptische Anfälle auf, wobei die „Absenzen“ allerdings 

für jemanden, der den Versicherten nicht gut kenne, kaum erkennbar seien. Die 

Abklärungsbeauftragte der IV-Stelle hielt fest, in einer Verlaufskontrolle vom 28. 

Februar 2017 sei die Situation als stabil beschrieben worden. Die Medikation sei nicht 

angepasst worden. Von Montag bis Freitag halte sich der Versicherte jeweils intern in 

einem Schulheim auf. Die Spitex unterstütze die Eltern jeweils samstags in der Zeit 

zwischen 13 Uhr und 17 Uhr. Während der Ferien fänden mehr Einsätze statt. Neu 

würden auch montags und dienstags jeweils zwischen 17 Uhr und 19 Uhr Einsätze der 

Spitex erfolgen. Anhand eines rekonstruierten typischen Tagesablaufs sei von einem 

durchschnittlichen täglichen Aufwand von total 271–311 Minuten für die Grundpflege 

und von total 86,5–91,5 Minuten für die Behandlungspflege auszugehen. Im Jahr 2016 

habe die IV-Stelle insgesamt 69 Pflegestunden bezahlt, was einem Durchschnitt von 

5,75 Stunden pro Monat oder 11,5 Minuten pro Tag entspreche. Die Eltern des 

Versicherten machten am 14. Juni 2017 geltend (IV-act. 496–11 f.), der 

Abklärungsbericht gebe die tatsächlichen Verhältnisse nicht genau wieder: An jenen 

Tagen, an denen keine Inhalation durchgeführt werde, würden Atemübungen gemacht; 

man müsse den Versicherten rund um die Uhr überwachen, da seine Zunge jederzeit 

ohne Vorwarnung in den Rachen zurückfallen könne; zusätzlich träten laufend 

„Absenzen“ oder epileptische Anfälle auf; beim Essen bestehe eine Aspirationsgefahr; 

nachts müsse der Versicherte mit einer Videokamera überwacht werden; ein Teil der 

medizinischen Pflegeleistungen sei wegen der Beschränkung der Kostengutsprache 

der IV-Stelle auf 90 Minuten pro Einsatz der Krankenpflegeversicherung in Rechnung 

gestellt worden, was bedeute, dass im Jahr 2016 insgesamt während wesentlich mehr 

als 69 Stunden Pflegeleistungen erbracht worden seien. Die Abklärungsbeauftragte der 

IV-Stelle notierte am 22. Juni 2017 (IV-act. 500), der Versicherte müsse in der Nacht 

nicht dauernd überwacht werden. Für die Sondierung von Flüssigkeiten, für die 

Beobachtung der Atmung während des Essens, für das Inhalieren, für das 

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Verabreichen von Medikamenten und für die Pflege des Buttons sei ein insgesamt 

höherer Aufwand zu berücksichtigen. Antragsgemäss könne die Leistung rückwirkend 

per 10. Oktober 2016 erhöht werden.

A.f Mit einem Vorbescheid vom 23. Juni 2017 teilte die IV-Stelle den Eltern des 

Versicherten mit (IV-act. 502), dass sie vorsehe, eine Kostengutsprache für Leistungen 

der Kinderspitex im Umfang von einmalig fünf Stunden für die Abklärung und 

Dokumentation, von monatlich zwei Stunden für die Beratung und Instruktion der Eltern 

sowie von jeweils 91 Minuten für die morgendlichen Spitex-Einsätze, von jeweils 70 

Minuten für die nachmittäglichen Spitex-Einsätze und von jeweils 15 Minuten für die 

abendlichen Spitex-Einsätze zu erteilen, alles mit Wirkung für den Zeitraum zwischen 

dem 10. Oktober 2016 und dem 31. Oktober 2018. Die berücksichtigten Zeiten für die 

Behandlungsmassnahmen entsprächen weitgehend den Einsatzrastern des 

Schweizerischen Kinderspitexvereins für die Monate Dezember 2016, Januar 2017 und 

April 2017. Am 11. Juli 2017 wandte der Schweizerische Kinderspitexverein ein (IV-act. 

507), der vorgesehene Entscheid decke nicht sämtliche Pflegeleistungen ab. Am 10. 

Oktober 2017 erliess die IV-Stelle einen zweiten Vorbescheid (IV-act. 537), laut dem sie 

mit Wirkung für den Zeitraum zwischen dem 10. Oktober 2016 und dem 31. Oktober 

2018 eine Kostengutsprache von einmalig fünf Stunden für die Abklärung und 

Dokumentation, von monatlich zwei Stunden für die Beratung und Instruktion der Eltern 

sowie von jeweils 140 Minuten für die morgendlichen Spitex-Einsätze, von jeweils 90 

Minuten für die nachmittäglichen Spitex-Einsätze und von jeweils 35 Minuten für die 

abendlichen Spitex-Einsätze vorsah. Am 9. Januar 2018 wandte der Schweizerische 

Kinderspitexverein ein (IV-act. 553), die vorgesehene Kostengutsprache decke noch 

immer nicht den gesamten Pflegebedarf ab. Insbesondere müsse die Überwachung 

rund um die Uhr bei der Festlegung des „Kostendachs“ berücksichtigt werden. Mit 

einer Verfügung vom 21. Februar 2018 erteilte die IV-Stelle für die Zeit vom 10. Oktober 

2016 bis zum 31. Oktober 2019 eine Kostengutsprache für Leistungen der Kinderspitex 

im Umfang von einmalig fünf Stunden für die Abklärung und Dokumentation, von 

monatlich zwei Stunden für die Beratung und Instruktion der Eltern sowie von jeweils 

140 Minuten für die morgendlichen Spitex-Einsätze, von jeweils 90 Minuten für die 

nachmittäglichen Spitex-Einsätze und von jeweils 35 Minuten für die abendlichen 

Spitex-Einsätze.

B.   

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B.a  Am 9. April 2018 liess der durch den Schweizerischen Kinderspitexverein 

vertretene Versicherte (nachfolgend: der Beschwerdeführer) eine Beschwerde gegen 

die Verfügung vom 21. Februar 2018 erheben (act. G 1). Sein Vertreter beantragte die 

Aufhebung der angefochtenen Verfügung, eine Kostengutsprache für sämtliche in der 

Spitex-Verordnung vom 10. Oktober 2016 ausgewiesenen Pflegemassnahmen, 

eventualiter die Vergütung sämtlicher Pflegeleistungen im Zeitraum zwischen dem 10. 

Oktober 2016 und dem 31. März 2018, verbunden mit einer den gesamten 

Pflegebedarf deckenden Kostengutsprache für die Zeit ab dem 1. April 2018, und 

subeventualiter eine Beschränkung der Kostengutsprache auf die im IV-Rundschreiben 

Nr. 362 genannten Vorkehren, sofern die restlichen beantragten KLV-Pflichtleistungen 

sistiert würden, bis das Bundesgericht im laufenden Verfahren 8C_229/2018 darüber 

entschieden habe, inwieweit alle KLV-Pflichtleistungen gestützt auf den Art. 13 IVG zu 

vergüten seien. Zur Begründung führte er aus, das „Kostendach“ für den maximal zu 

vergütenden Pflegeaufwand hätte rechtsprechungsgemäss prospektiv und nicht 

retrospektiv festgelegt werden müssen. Zudem hätte die Abklärung vor Ort durch eine 

Fachperson durchgeführt werden müssen. Der Zeitaufwand für die 

Notfallinterventionen hätte nicht ignoriert werden dürfen, denn bei einem Ausfall der 

Eltern des Beschwerdeführers, die gemäss der angefochtenen Verfügung „wissen, was 

sie in einer allfälligen Notfallsituation zu unternehmen haben“, bestehe kein 

Kostenspielraum für einen Einsatz der Kinderspitex (act. G 3).

B.b Die IV-Stelle (nachfolgend: die Beschwerdegegnerin) beantragte am 6. Juli 2018 

die Abweisung der Beschwerde (act. G 5). Zur Begründung führte sie an, bezüglich der 

Notwendigkeit von Notfallinterventionen liege ein Missverständnis vor, denn diese sei 

in der Verfügung vom 17. September 2013 betreffend die Hilflosenentschädigung und 

den Intensivpflegezuschlag anerkannt worden, aber nicht in der Verfügung betreffend 

die Kostengutsprache für Kinderspitex-Leistungen. Es handle sich dabei um eine nicht-

medizinische Überwachung, die von medizinischen Laien gewährleistet werden könne. 

Die Abklärung vor Ort sei von einer langjährigen und erfahrenen Sachbearbeiterin 

durchgeführt worden. Bei der Abklärung seien sowohl die Eltern des 

Beschwerdeführers als auch eine Vertreterin des Schweizerischen Kinderspitexvereins 

anwesend gewesen. In den nachträglichen Einwänden zum Abklärungsbericht sei der 

berücksichtigte Zeitaufwand nicht bemängelt worden.

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B.c  Der Beschwerdeführer liess am 14. September 2018 an seinen Anträgen festhalten 

und darauf hinweisen, dass die Mutter im Oktober 2016 schwanger geworden sei, was 

es ihr verunmöglicht habe, weiterhin im bisherigen Umfang Pflegeleistungen zu 

erbringen (act. G 7). Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 9).

B.d Am 26. Februar 2019 wies das Versicherungsgericht den Beschwerdeführer darauf 

hin (act. G 11), dass die Beschwerdegegnerin ihre frühere Kostengutsprache mit der 

angefochtenen Verfügung effektiv erhöht haben könnte. Diese mögliche Erhöhung des 

„Kostendachs“ werde allenfalls nur durch eine andere Bemessungsweise 

(Kostengutsprache pro Einsatz statt pro Monat) verschleiert. Falls jedoch gar kein 

Revisionsgrund vorgelegen habe, wäre eine solche allfällige Erhöhung rechtswidrig. 

Unter Umständen könnte deshalb eine reformatio in peius drohen. Der 

Beschwerdeführer liess am 18. März 2019 geltend machen (act. G 12), er halte an 

seiner Beschwerde fest; nur das Subeventualbegehren ziehe er zurück. Ein 

Revisionsgrund liege hier vor, da die Mutter des Beschwerdeführers erneut schwanger 

geworden und im __ 2017 eine Tochter zur Welt gebracht habe. Dadurch habe sich der 

freiwillige Elternanteil bei der Pflege verändert, was gemäss der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung als ein Revisionsgrund zu qualifizieren sei.

Erwägungen

1.  

Der Beschwerdeführer hat zwar am 9. Januar 2017 den Erlass einer anfechtbaren 

Verfügung bezüglich des mit der Mitteilung vom 22. September 2015 eröffneten 

Entscheides verlangt, aber sein Begehren hat offensichtlich darauf abgezielt, eine 

Erhöhung der Kostengutsprache mit Wirkung ab Oktober 2016 zu bewirken. Bei 

genauer Betrachtung hat er also nicht eine Korrektur des „ursprünglichen“ 

Entscheides, der mit der Mitteilung vom 22. September 2015 eröffnet worden war, 

sondern vielmehr eine rückwirkende Revision mit Wirkung ab Oktober 2016 angestrebt. 

Offenbar ist ihm nicht bewusst gewesen, dass der Art. 17 Abs. 2 ATSG auch 

rückwirkende Revisionen und nicht nur Revisionen mit einem Wirkungszeitpunkt 

zulässt, der frühestens dem Zeitpunkt entspricht, indem ein entsprechendes Gesuch 

eingereicht worden ist. Die Beschwerdegegnerin hat sich zwar mehrmals zur 

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(fehlenden) Möglichkeit der Eröffnung des am 22. September 2015 mitgeteilten 

Entscheides in der Form einer anfechtbaren Verfügung geäussert, aber sie hat 

gleichzeitig auch ein Revisionsverfahren mit einem Wirkungszeitpunkt per Oktober 

2016 eröffnet, was bedeutet, dass auch sie das Begehren des Beschwerdeführers als 

ein rückwirkendes Revisionsgesuch interpretiert hat. Der Umstand, dass sich der 

Beschwerdeführer nicht gegen diese Vorgehensweise gewehrt hat, spricht dafür, dass 

dies das eigentliche Ziel seines Begehrens gewesen ist. Den Gegenstand des mit der 

angefochtenen Verfügung vom 21. Februar 2018 abgeschlossenen 

Verwaltungsverfahrens hat folglich eine Revision der (maximalen) Kostengutsprache für 

Kinderspitex-Leistungen per 10. Oktober 2016 gebildet. Damit beschränkt sich der 

Gegenstand dieses Beschwerdeverfahrens auf die Frage, ob nach dem 22. September 

2015 eine Sachverhaltsveränderung eingetreten ist, die sich auf die Kostengutsprache 

für Kinder-Spitexleistungen ausgewirkt hat.

2.  

2.1 Üblicherweise gewährt eine IV-Stelle nicht mit einer einzigen Verfügung allein eine 

rechtsgestaltende Kostengutsprache für medizinische Pflegemassnahmen. Vielmehr 

erlässt sie in aller Regel mehrere Verfügungen: In einer ersten Verfügung beschränkt 

sich eine IV-Stelle in aller Regel auf die Anerkennung eines Geburtsgebrechens. In 

einer zweiten Verfügung sichert sie die Vergütung der Kosten einer medizinischen 

Pflege bis zu einem bestimmten maximalen Umfang zu. Erst in einem dritten Schritt 

vergütet sie dann – für gewöhnlich ohne eine formelle Verfügung – die tatsächlich 

angefallenen Kosten einer bereits geleisteten medizinischen Pflege. Da sich die beiden 

ersten Schritte nur auf jeweils wenige Teilelemente der anspruchsbegründenden 

Voraussetzungen beschränken und die rechtsgestaltende Wirkung erst mit diesem 

dritten Schritt eintritt, handelt es sich bei den ersten beiden Verfügungen um typische 

Feststellungsverfügungen im Sinne des Art. 49 Abs. 2 ATSG. Das erforderliche 

schützenswerte Feststellungsinteresse liegt dabei im Umstand begründet, dass es 

diese Feststellungsverfügungen der versicherten Person und den beteiligten 

Leistungserbringern erlauben, den zukünftigen medizinischen Pflegebedarf 

angemessen zu planen beziehungsweise die erforderliche medizinische Pflege zeitnah 

in die Wege zu leiten. Für jene Feststellungsverfügungen, mit denen die grundsätzliche 

Kostengutsprache für zukünftige medizinische Pflegeleistungen limitiert wird, hat sich 

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der Begriff der Festlegung des „Kostendachs“ eingebürgert. Das vorliegende 

Beschwerdeverfahren betrifft nun gerade eine solche Festlegung des „Kostendachs“ in 

der Form der feststellenden Mitteilung vom 22. September 2015. Der Art. 17 Abs. 2 

ATSG erlaubt zwar die Revision einer Feststellungsverfügung nicht explizit, aber nach 

dem Grundsatz in maiore minus muss die Revision einer Feststellungsverfügung 

zulässig sein, wenn es zulässig ist, „ganze“ rechtsgestaltende Verfügungen in Revision 

zu ziehen.

2.2 Bevor das Bundesgericht im BGE 136 V 209 den Begriff der vom Art. 14 Abs. 1 lit. 

a IVG erfassten medizinischen Massnahmen konkretisiert hat, ist es in der Praxis 

regelmässig zu Vermischungen von medizinischen Pflegeleistungen im Sinne des Art. 

14 Abs. 1 lit. a IVG und nicht-medizinischen Pflege- und Betreuungsleistungen 

gekommen, die von der Hilflosenentschädigung und vom Intensivpflegezuschlag 

abgedeckt werden. So hat man bei der Ermittlung des für den Intensivpflegezuschlag 

massgebenden behinderungsbedingten Mehraufwandes teilweise medizinische 

Pflegeleistungen fälschlicherweise mitberücksichtigt oder bei der Ermittlung des 

„Kostendachs“ für die medizinischen Pflegeleistungen teilweise eine effektive Mithilfe 

der – medizinisch nicht qualifizierten – Eltern der Versicherten angerechnet; 

Erhöhungen des „Kostendachs“ haben zu Reduktionen des Intensivpflegezuschlages 

führen können, obwohl die beiden Leistungen eigentlich nichts miteinander zu tun 

haben. Im erwähnten BGE 136 V 209 hat das Bundesgericht dann klar und deutlich 

festgehalten, dass nur Pflegeleistungen, die ihrer Natur nach medizinischer Art sind 

und deren Verrichtung ausschliesslich medizinischem Fachpersonal vorbehalten ist, in 

den Anwendungsbereich des Art. 14 Abs. 1 lit. a IVG fallen, während alle anderen 

(nicht-medizinischen) Pflegeleistungen lediglich über die Hilflosenentschädigung und 

den Intensivpflegezuschlag abgegolten werden können. So lassen sich nun einzelne 

Pflegeleistungen eindeutig entweder der medizinischen Pflege im Sinne des Art. 14 

Abs. 1 lit. a IVG oder der von der Hilflosenentschädigung und dem 

Intensivpflegezuschlag erfassten nicht-medizinischen Pflege und Betreuung zuordnen. 

In der Verwaltungspraxis zeigt sich, dass die Umsetzung der bundesgerichtlichen 

Vorgaben gelegentlich unterbleibt; nach wie vor kommt es in Einzelfällen zu einer 

unzulässigen Vermischung dieser beiden Leistungskategorien. Hat das Gericht eine 

Verfügung betreffend ein „Kostendach“ für die medizinische Pflege oder eine 

Verfügung betreffend eine Hilflosenentschädigung oder einen Intensivpflegezuschlag 

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auf ihre Rechtmässigkeit zu überprüfen, ist es deshalb darauf angewiesen, dass sich 

aus den Akten eindeutig ergibt, welche Pflegeleistungen welcher Kategorie zugeordnet 

worden sind. Nur eine solche eindeutige Zuordnung sämtlicher Pflegeleistungen erlaubt 

es dem Gericht zu überprüfen, ob der Sachverhalt rechtmässig gewürdigt worden ist.

3.  

3.1 Das „Kostendach“ in der Mitteilung vom 22. September 2015 hat sich in 

tatsächlicher Hinsicht massgebend auf die Ergebnisse der Abklärung in der Wohnung 

der Eltern des Beschwerdeführers vom 11. Juni 2013 gestützt. Damals ist der 

Beschwerdeführer stark spastisch gewesen. Er hat seine Arme und Beine nicht gezielt 

bewegen können. Der Aufwand für die Behandlungspflege hat sich auf durchschnittlich 

186 Minuten pro Tag belaufen (vgl. IV-act. 316–6), nämlich auf 3–4 Minuten für das 

tägliche Fiebermessen, auf total 60 Minuten für das Verabreichen der Medikamente 

(viermal pro Tag), auf ca. 43 Minuten für die Physiotherapie (fünf Stunden pro Woche), 

auf ca. 43 Minuten für die Atemtherapie und Inhalation (fünf Stunden pro Woche), auf 

20 Minuten für das An- und Ausziehen der Hand-/Armschiene sowie das Lockern der 

Arme und der Hände, auf 5 Minuten für das An- und Ausziehen der Unterschenkel-

Orthese, auf 10 Minuten für das An- und Ausziehen der Hock-Spreiz-Orthese und auf 1 

Minute für den Sondenwechsel (30 Minuten pro Monat). Im Rahmen des mit der 

angefochtenen Verfügung abgeschlossenen Revisionsverfahrens hat die 

Beschwerdegegnerin am 3. Mai 2017 eine weitere Abklärung in der Wohnung der 

Eltern des Beschwerdeführers durchgeführt. Die Abklärungsbeauftragte hat 

festgehalten, der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers habe sich in den 

vergangenen vier Jahren nicht relevant verändert. Die Eltern hätten zwar angegeben, 

dass mittlerweile häufiger Atemprobleme, epileptische Anfälle und „Absenzen“ 

aufträten, aber in einer Verlaufskontrolle sei die medizinische Situation als stabil 

bezeichnet worden. Auch sei es zu keiner Anpassung der Medikation gekommen. In 

der Schilderung eines typischen Tagesablaufs des Beschwerdeführers (vgl. IV-act. 

496–2 f.) scheinen keine medizinischen Pflegemassnahmen auf, die im Vergleich zu 

den im Bericht zur Abklärung vom 11. Juni 2013 erwähnten Pflegemassnahmen neu 

wären. Ebenso fehlen Hinweise darauf, dass einzelne Pflegemassnahmen 

zwischenzeitlich wesentlich mehr Zeit in Anspruch genommen hätten.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/14

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3.2 Offenbar hat sich allerdings die Aufgabenteilung bei der Erbringung der 

Pflegemassnahmen verändert; die Eltern des Beschwerdeführers haben häufiger die 

Hilfe der Kinderspitex in Anspruch genommen. Ein wesentlicher Grund für diese 

„Verschiebung“ ist gemäss den Ausführungen in der Stellungnahme vom 18. März 

2019 im Umstand zu erblicken, dass die Mutter des Beschwerdeführers schwanger 

geworden und deshalb nicht mehr im bisherigen Ausmass fähig gewesen ist, eigentlich 

von einer qualifizierten Pflegefachkraft zu erbringende medizinische 

Pflegemassnahmen zu übernehmen. An sich dürfte darin kein Revisionsgrund im Sinne 

des Art. 17 Abs. 2 ATSG erblickt werden, denn die Mitteilung vom 22. September 2015 

und die angefochtene Verfügung betreffen das „Kostendach“ für medizinische 

Pflegeleistungen, das heisst für Pflegeleistungen, die ihrer Natur nach medizinischer Art 

sind und die nur von medizinischem Fachpersonal verrichtet werden dürfen. Die 

medizinisch nicht qualifizierten Eltern des Beschwerdeführers können nämlich nicht 

verpflichtet gewesen sein, einen Teil dieser medizinischen Pflegeleistungen (im Sinne 

einer Schadenminderungspflicht) selbst zu erbringen. Eine solche Hilfestellung durch 

die medizinisch nicht qualifizierten Eltern hätte wohl sogar gegen entsprechende 

Bestimmungen des Gesundheitsrechtes verstossen. Nun könnte das „Kostendach“ in 

der Mitteilung vom 22. September 2015 aber zu tief ausgefallen sein, weil die 

Beschwerdegegnerin fälschlicherweise eine Mithilfe der Eltern des Beschwerdeführers 

berücksichtigt haben könnte. Wenn das der Fall wäre, dann müsste natürlich in der 

Schwangerschaft der Mutter ein Revisionsgrund im Sinne des Art. 17 Abs. 2 ATSG 

erblickt werden, denn diese hätte zu einer Reduktion des Anteils der Eltern bei der 

Erbringung der medizinischen Pflegeleistungen und damit zu einer Zunahme der 

Spitexleistungen geführt. Allerdings lässt sich den Akten weder bezüglich des am 22. 

September 2015 massgebenden Sachverhaltes noch bezüglich des am 21. Februar 

2018 massgebenden Sachverhaltes mit dem erforderlichen Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit entnehmen, ob und allenfalls in welchem Umfang 

die Beschwerdegegnerin bei der Festsetzung des „Kostendachs“ eine Mithilfe der 

Eltern in der Form einer medizinischen Pflege berücksichtigt hat. Die Akten erlauben es 

deshalb nicht, die Frage zu beantworten, ob sich der für das „Kostendach“ in der 

Mitteilung vom 22. September 2015 massgebende Sachverhalt nach dem 22. 

September 2015 erheblich verändert hat. Der Sachverhalt erweist sich damit als 

ungenügend abgeklärt, weshalb die angefochtene Verfügung in Verletzung der 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/14

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Untersuchungspflicht (Art. 43 Abs. 1 ATSG) ergangen ist und als rechtswidrig 

aufgehoben werden muss. Die Sache muss zur Vervollständigung der 

Sachverhaltsabklärung an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen werden. Diese 

wird zuerst abklären, ob und allenfalls in welchem genauen Umfang bei der 

Festsetzung des „Kostendachs“ am 22. September 2015 eine Mithilfe der Eltern des 

Beschwerdeführers berücksichtigt worden ist. Anschliessend wird sie den aktuellen, für 

die Festsetzung des „Kostendachs“ massgebenden medizinischen Pflegeaufwand 

ermitteln und prüfen, ob sich der für die Bestimmung eines allfälligen Anteils an Mithilfe 

der Eltern massgebende Sachverhalt nach dem 22. September 2015 so verändert hat, 

dass das „Kostendach“ revidiert werden muss.

4.  

Die Rückweisung einer Sache gilt rechtsprechungsgemäss hinsichtlich der Kosten- und 

Entschädigungsfolgen als ein vollständiges Obsiegen des Beschwerdeführers. Die 

Gerichtskosten von 600 Franken sind folglich der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. 

Dem Beschwerdeführer wird der von ihm geleistete Kostenvorschuss von 600 Franken 

zurückerstattet. Der nicht anwaltlich vertretene Beschwerdeführer hat keinen Anspruch 

auf eine Parteientschädigung.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.  

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom 21. 

Februar 2018 aufgehoben und die Sache wird zur weiteren Sachverhaltsabklärung und 

zur anschliessenden neuen Verfügung im Sinne der Erwägungen an die 

Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2.  

Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtskosten von 600 Franken zu bezahlen; dem 

Beschwerdeführer wird der von ihm geleistete Kostenvorschuss von 600 Franken 

zurückerstattet.

	Publikationsplattform
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	Entscheid Versicherungsgericht, 03.07.2019
	Art. 13 IVG. Art. 14 IVG. Art. 17 Abs. 2 ATSG. Kinderspitex. Umfang der (maximalen) Kostengutsprache. Revisionsverfahren. Massgebende Sachverhaltsveränderung (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 3. Juli 2019, IV 2018/133).

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		2025-07-19T04:52:53+0200
	"9001 St.Gallen"
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