# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7765f770-f0d8-50e3-89b5-3059e0e6a878
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-05-24
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 24.05.2024 ZK1 2024 23
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZK1-2024-23_2024-05-24.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Urteil vom 24. Mai 2024

Referenz ZK1 24 23

Instanz I. Zivilkammer

Besetzung Bäder Federspiel, Vorsitzende
Cavegn und Moses
Pally, Aktuarin ad hoc

Parteien A._____
Berufungskläger
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Hans Joos
Plazza da Scoula 12, 7500 St. Moritz 

gegen

B._____
Berufungsbeklagte
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Diego Quinter
Vasarauls 11, 7084 Brienz/Brinzauls

Gegenstand Anweisung an den Schuldner

Anfechtungsobj. Entscheid der Einzelrichterin in Zivilsachen am Regionalgericht 
Viamala vom 19. Februar 2024, mitgeteilt am 19. Februar 2024 
(Proz. Nr. 135-2023-323)

Mitteilung 27. Mai 2024

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Sachverhalt

A. A._____, geboren am _____ 1983, und B._____, geboren am _____ 1985, 
beide deutsche Staatsangehörige, schlossen am _____ 2013 in C._____ die Ehe. 
Sie sind Eltern des Sohnes D._____, geboren am _____ 2017.

B/a. Am 21. Mai 2019 stellte B._____ beim Einzelrichter am Regionalgericht 
Viamala ein Gesuch betreffend Erlass von Eheschutzmassnahmen. Im Rahmen 
des Eheschutzverfahrens konnte in der Folge eine Einigung erzielt werden. Mit 
Entscheid des Einzelrichters am Regionalgericht Viamala vom 16. September 
2019 wurde die entsprechende Trennungsvereinbarung vom 5./10. September 
2019 genehmigt (Proz. Nr. 135-2019-130). In der Vereinbarung hatte sich A._____ 
u.a. verpflichtet, B._____ für den Unterhalt von D._____ monatlich CHF 1'000.00 
zuzüglich allfälliger gesetzlicher und vertraglicher Kinderzulagen zu bezahlen.

B/b. Das Gesuch von A._____ betreffend vorsorgliche Massnahmen (Proz. Nr. 
135-2021-166), in dem jener eine Herabsetzung der im Eheschutzverfahren 
vereinbarten Unterhaltsbeiträge für D._____ anstrebte, wurde mit Entscheid vom 
1. Dezember 2021, mitgeteilt am 6. Dezember 2021, abgewiesen.

C/a. Am 3. September 2020 reichten die Parteien beim Regionalgericht Viamala 
ein gemeinsames Scheidungsbegehren ein. Anlässlich der Anhörung vom 18. 
November 2020 bestätigten beide Parteien ihren Scheidungswillen. Eine 
umfassende Einigung über die Nebenfolgen konnte indes nicht erzielt werden. 
Nach kontradiktorischer Fortführung des Ehescheidungsverfahrens schied das 
Regionalgericht Viamala mit Entscheid vom 29. September 2022, mitgeteilt am 10. 
Januar 2023, die Ehe von B._____ und A._____ und regelte die Nebenfolgen der 
Ehescheidung.

C/b. Gegen diesen Entscheid erhob A._____ am 13. Februar 2023 beim 
Kantonsgericht von Graubünden Berufung (Verfahren ZK1 23 32). Über das 
Rechtsmittel wurde mit Urteil vom 13. Mai 2024 entschieden.

D/a. Mit Eingabe vom 5. Dezember 2023 stellte B._____ beim Regionalgericht 
Viamala gegen A._____ ein Gesuch betreffend Schuldneranweisung (Proz. Nr. 
135-2023-323). Sie beantragte, die Arbeitgeberin des Genannten gerichtlich zu 
verpflichten, die ihr für den gemeinsamen Sohn D._____ gemäss 
Eheschutzentscheid zustehenden Unterhaltsbeiträge in Höhe von monatlich CHF 
1'000.00 vom Lohn von A._____ abzuziehen und diese Mittel direkt ihr 
auszubezahlen.

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D/b. A._____ beantragte in seiner Stellungnahme vom 21. Dezember 2023 die 
Abweisung des Gesuchs, eventualiter eine richterliche Anweisung, sofern das 
Existenzminimum dies erlaube. 

D/c. Mit Eingabe vom 5. Januar 2024 machte B._____ von ihrem Replikrecht 
Gebrauch.

E. Die Einzelrichterin in Zivilsachen am Regionalgericht Viamala erkannte mit 
Entscheid vom 19. Februar 2024, mitgeteilt gleichentags, wie folgt:

1. Der jeweilige Arbeitgeber von A._____, zurzeit die E._____ AG, 
F._____, wird angewiesen, vom Lohn von A._____ mit Wirkung ab 
sofort monatlich CHF 1'000.00 (Kinderunterhaltsbeitrag) zuhanden von 
B._____, auf deren Konto bei der G._____, IBAN 
_________________, zu überweisen. Die angewiesenen Arbeitgeber 
werden darauf aufmerksam gemacht, dass ein Nichtbefolgen dieser 
Anweisung eine Doppelzahlung zur Folge haben kann.

2. Über die Gerichtskosten wird ein separater Entscheid gefällt.

3. (Rechtsmittelbelehrung)

4. (Mitteilung)

F/a. Gegen diesen Entscheid erhob A._____ (nachfolgend: Berufungskläger) mit 
Eingabe vom 29. Februar 2024 beim Kantonsgericht von Graubünden Berufung, 
mit folgenden Rechtsbegehren:

1. Es sei Dispositiv Ziffer 1 des Entscheid des Erstinstanzlichen 
Regionalgerichts Viamala, Einzelrichterin, in Sachen A._____ gegen 
B._____ betreffend Anweisung an den Schuldner vom 19. Februar 
2024 (Proz. Nr. 135-2023-323) vollumfänglich aufzuheben.

2. Die Gerichtskosten und die ausseramtliche Entschädigung der ersten 
Instanz seien B._____ aufzuerlegen.

3. Der E._____ AG in F._____ ist vom Regionalgericht Viamala 
mitzuteilen, dass die Schuldneranweisung vom Lohn des 
Arbeitnehmers A._____ auf das Konto von B._____ nicht erfolgen darf 
und der volle Lohn an den Arbeitnehmer weiterhin monatlich 
auszuzahlen ist.

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der 
Berufungsbeklagten.

F/b. Mit Verfügung der Vorsitzenden vom 4. März 2024 wurde B._____ 
(nachfolgend: Berufungsbeklagte) zum Einreichen einer Berufungsantwort 
aufgefordert, mit dem Hinweis, dass sich diese auf die Frage der Zuständigkeit der 
Vorinstanz zum Erlass des angefochtenen Entscheids sowie auf den vom 
Berufungskläger gestellten Verfahrensantrag zu beschränken habe. 

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F/c. In ihrer Berufungsantwort vom 15. März 2024 beantragte die 
Berufungsbeklagte die kostenfällige Abweisung der Berufung bzw. die 
raschmöglichste materielle Beurteilung der Berufung nach Eingang der von ihr 
noch einzuholenden Stellungnahme zur Sache. Bezüglich des Verfahrensantrags 
hielt sie fest, ihres Erachtens könne der Arbeitgeberin des Berufungsklägers 
mitgeteilt werden, dass die Schuldneranweisung bis zum Entscheid im 
Berufungsverfahren ausgesetzt werde, zumal die bereits eingeleitete 
Lohnpfändung ohnehin weiterlaufe.

G. Mit Verfügung vom 18. März 2024 wurde der Berufung die aufschiebende 
Wirkung erteilt und die Vollstreckbarkeit der Schuldneranweisung für die Dauer 
des Berufungsverfahrens aufgeschoben.

H/a. Nachdem die Berufungsbeklagte in ihrer Berufungsantwort festgehalten 
hatte, dass ihr eine Seite der Berufungsschrift nicht zugestellt worden sei, wurde 
ihr am 30. April 2024 nochmals ein vollständiges Exemplar der Berufung zugestellt 
und ihr für den Fall, dass die fehlende Seite Anlass zur Ergänzung der 
Berufungsantwort biete, Frist für eine entsprechende Eingabe angesetzt. 
Ausserdem wurde den Parteivertretern Gelegenheit eingeräumt, dem Gericht ihre 
Honorarnoten zukommen zu lassen. 

H/b. Mit Eingabe vom 1. Mai 2024 teilte der Rechtsvertreter der 
Berufungsbeklagten mit, dass an der Argumentation gemäss Berufungsantwort 
festgehalten werde, und überliess dem Gericht seine Honorarnote.

I. Das Verfahren ist spruchreif. Die Akten des vorinstanzlichen Verfahrens 
sowie des Berufungsverfahrens ZK1 23 32 wurden beigezogen.

Erwägungen

1. Angefochten ist ein Entscheid, mit welchem die Einzelrichterin in 
Zivilsachen am Regionalgericht Viamala eine Schuldneranweisung als 
vorsorgliche Massnahme während des Scheidungsverfahrens nach Art. 276 ZPO 
i.V.m. Art. 177 ZGB u. Art. 291 ZGB angeordnet hat (vgl. nachstehend E. 2.1). Ein 
solcher Entscheid kann mit Berufung gemäss Art. 308 ff. ZPO angefochten 
werden (BGE 145 III 255 E. 5.6; PKG 2018 Nr. 3 E. 1.1 m.w.H.). Der Streitwert 
nach Art. 308 Abs. 2 ZPO ist mit Blick auf den vor erster Instanz gestellten Antrag 
und die damals unbestimmte Dauer der Massnahme (vgl. Art. 92 Abs. 1 ZPO) 
erreicht. Demgegenüber ist die Streitwertgrenze für die Beschwerde ans 
Bundesgericht nach Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG nicht erreicht, nachdem das 
Berufungsverfahren ZK1 23 32 vor dem Kantonsgericht mittlerweile 

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abgeschlossen ist, wodurch der der Anweisung zugrundeliegende Unterhaltstitel 
entfällt (vgl. BGer 5A_221/2011 v. 31.10.2011 E. 1.2; nicht publiziert in BGE 138 
III 11). Die Berufung wurde form- und fristgerecht beim Kantonsgericht von 
Graubünden erhoben (Art. 311 i.V.m. Art. 314 Abs. 1 ZPO; Art. 7 Abs. 1 EGzZPO 
[BR 320.100]). Darauf ist folglich einzutreten. Die Beurteilung der Berufung fällt 
gemäss Art. 6 lit. a KGV (BR 173.100) in die Zuständigkeit der I. Zivilkammer.

2.1. Gegenstand des vorliegenden Rechtsmittelverfahrens ist eine 
Schuldneranweisung, mit welcher der im Eheschutzverfahren festgelegte 
Unterhalt für den gemeinsamen Sohn D._____ vollstreckt werden soll, wobei das 
entsprechende Gesuch während des noch nicht rechtskräftig abgeschlossenen 
Verfahrens betreffend Ehescheidung und Nebenfolgen gestellt wurde. Zur 
Diskussion steht damit eine vorsorgliche Massnahme im Scheidungsverfahren 
gemäss Art. 276 ZPO i.V.m. Art. 177 ZGB, zumal die auf Art. 291 ZGB gestützte 
Anweisung für Kindesunterhaltsbeiträge in einem eherechtlichen Verfahren in der 
Anweisung gemäss Art. 177 ZGB aufgeht (Martina Patricia Steiner, Die 
Anweisungen an die Schuldner, Zürich 2015, Rz. 23, 96, 108 u. 668 ff. m.w.H.). 
Die Anordnung als vorsorgliche Massnahme im Scheidungsverfahren setzt 
naturgemäss voraus, dass im Zeitpunkt der Gesuchstellung ein 
Scheidungsverfahren rechtshängig ist. Letzteres wiederum hat zur Folge, dass die 
sachliche Zuständigkeit zum Erlass vorsorglicher Massnahmen im Sinne von Art. 
276 ZPO zwingend beim mit der Hauptsache befassten Gericht bzw. bei dessen 
Präsident oder einem von ihm bezeichneten Mitglied als Instruktionsrichter liegt 
(vgl. Art. 9 Abs. 1 GOG [BR 173.000] i.V.m. Art. 1 Abs. 3 EGzZPO). Dies 
entspricht einer allgemeinen Regel im Zivilprozess, wonach vorsorgliche 
Massnahmen während laufendem Prozess von dem Gericht zu treffen sind, das 
mit der Hauptsache befasst ist. Dabei handelt es sich um eine ausschliessliche 
Zuständigkeit, welche keinen Raum für ein separates Verfahren vor dem 
Vollstreckungsrichter gemäss Art. 339 ZPO belässt (PKG 2018 Nr. 3 m.w.H.; KGer 
GR ZK1 19 169 v. 11.11.2019 E. 1.3; Rodrigo Rodriguez/Patrik Gubler, in: 
Hausheer/Spycher [Hrsg.], Handbuch des Unterhaltsrechts, 3. Aufl., Bern 2023, 
Kap. 14 Rz. 101 m.w.H.).

Gemäss Art. 276 Abs. 3 ZPO bleibt das Scheidungsgericht solange für 
vorsorgliche Massnahmen zuständig, als noch nicht abschliessend über die 
Scheidungsfolgen entschieden worden ist. Wird gegen die gerichtliche Regelung 
der Nebenfolgen ein Rechtsmittel ergriffen, fällt die Anordnung oder Änderung von 
vorsorglichen Massnahmen in die Zuständigkeit der Rechtsmittelinstanz. Dass in 
einem solchen Fall nicht zwei kantonale Instanzen über den Erlass vorsorglicher 

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Massnahmen entscheiden, ist eine Konsequenz der gesetzlichen Regelung, 
wonach das mit der Hauptsache befasste Gericht auch die damit 
zusammenhängenden vorsorglichen Anordnungen treffen soll. Es handelt sich 
somit um eine der Ausnahmen, in welchen der Grundsatz des doppelten 
Instanzenzugs nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung keine Geltung hat 
(KGer GR ZK1 19 169 v. 11.11.2019 E. 1.3 m.w.H.; BGer 5A_725/2012 v. 
18.2.2013 E. 1 sowie BGer 5A_17/2017 v. 25.10.2017 E. 1.1, m.H. auf BGE 143 
III 140 E. 1.2; Annette Dolge, in: Brunner/Gasser/Schwander [Hrsg.], 
Schweizerische Zivilprozessordnung [ZPO] Kommentar, 2. Aufl., Zürich 2016, N 
25 zu Art. 276 ZPO).

2.2. Vorliegend hat der Berufungskläger den im Scheidungsverfahren der 
Parteien am 29. September 2022 gefällten und am 10. Januar 2023 begründet 
mitgeteilten Entscheid des Regionalgerichts Viamala mittels Berufung beim 
Kantonsgericht von Graubünden – u.a. im Unterhaltspunkt – angefochten 
(Verfahren ZK1 23 32), wobei das Verfahren zum Zeitpunkt der Einreichung des 
Gesuchs betreffend Schuldneranweisung noch hängig war. Dennoch ist die 
Berufungsbeklagte mit ihrem Gesuch an das Regionalgericht Viamala gelangt. Die 
Vorderrichterin hat ihre Zuständigkeit gestützt auf Art. 22 Ziff. 5 LugÜ, Art. 23 Abs. 
1 ZPO, Art. 271 lit. i ZPO, Art. 302 Ziff. 1 lit. c ZPO und Art. 4 Abs. 1 lit. a EGzZPO 
bejaht, gestützt auf obige Ausführungen allerdings zu Unrecht. Während des 
hängigen Berufungsverfahrens wäre vielmehr trotz Rechtskraft des 
Scheidungspunkts das Kantonsgericht von Graubünden, genauer gesagt die 
Kammervorsitzende, für den Erlass der nötigen vorsorglichen Massnahmen 
zuständig gewesen (Art. 9 Abs. 1 GOG i.V.m. Art. 11 Abs. 1 u. Art. 15 lit. b KGV).

Die Berufungsbeklagte hat ihr Gesuch um Schuldneranweisung folglich bei einer 
hierfür nicht zuständigen Instanz eingereicht, weshalb darauf korrekterweise und 
entgegen ihrer Auffassung nicht hätte eingetreten werden dürfen.

2.3. Die Berufungsbeklagte wendet ein, der Berufungskläger habe vor der 
Vorinstanz keinen Nichteintretensantrag stellen lassen und die sachliche 
Zuständigkeit der Vorinstanz für die Beurteilung ihres Gesuchs offenbar ebenfalls 
als gegeben angesehen (act. A.2 Ziff. 6). Dass der Berufungskläger die sachliche 
Zuständigkeit im erstinstanzlichen Verfahren nicht bestritten hat, ist zutreffend. 
Auch in der Berufung wurde diese Frage von seiner Seite nicht thematisiert. Bei 
der sachlichen Zuständigkeit handelt es sich indessen um eine zwingende 
Prozessvoraussetzung, welche von Amtes wegen, unabhängig von einem 
entsprechenden Einwand der Parteien, zu prüfen ist (Art. 59 Abs. 2 lit. b ZPO in 
Verbindung mit Art. 60 ZPO). Die Prüfungspflicht besteht in jedem 

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Verfahrensstadium. Gegebenenfalls hat daher auch noch die Rechtsmittelinstanz 
die sachliche Unzuständigkeit des erstinstanzlichen Gerichts festzustellen, wenn 
das Fehlen dieser Prozessvoraussetzung in einem Verfahren bis dahin unbemerkt 
geblieben sein sollte. Eine Einlassung auf ein sachlich unzuständiges Gericht ist 
grundsätzlich nicht möglich (PKG 2018 Nr. 3 E. 2.2 m.w.H.; Nadja Erk, 
Prozessvoraussetzungen, Basel 2022, S. 75, 79, 230 u. 239 f. m.w.H., u.a. auf 
BGE 142 III 515 E. 2.2.1 u. BGer 4A_595/2019 v. 18.2.2020 E. 2.3). 

Ebensowenig verfängt die Argumentation der Berufungsbeklagten, dass den 
Parteien bei Einreichung des Gesuchs direkt bei der Berufungsinstanz ein 
Rechtsmittelschritt verloren gegangen wäre (act. A.2 Ziff. 4). Wie in E. 2.1 
dargelegt, liegt in der vorliegenden Konstellation eine Ausnahme vom Grundsatz 
des doppelten Instanzenzugs vor.

2.4.1. Gestützt auf die vorstehenden Ausführungen ist der angefochtene 
Entscheid aufzuheben, soweit damit das Gesuch um Schuldneranweisung 
gutgeheissen wird (Dispositiv-Ziffer 1). Auf das Gesuch ist nicht einzutreten. Die 
Frage, ob die Vorinstanz den Antrag auf Schuldneranweisung materiell korrekt 
beurteilt hat, kann unter diesen Umständen offen bleiben.

2.4.2. Die Berufungsbeklagte bringt vor, für den Fall der sachlichen 
Unzuständigkeit der ersten Instanz müsse das Kantonsgericht materiell und als 
Erstinstanz über ihr Gesuch auf Schuldneranweisung entscheiden, da eine 
Rückweisung an die Vorinstanz mangels Zuständigkeit ausser Betracht falle (act. 
A.2 Ziff. 7). Zu beachten ist in diesem Zusammenhang, dass die 
Rechtsmittelinstanz vorliegend nicht zur Beurteilung eines entsprechenden 
Massnahmegesuchs zuständig ist. Ein solches Gesuch wäre vielmehr im 
Verfahren ZK1 23 32 an die Kammervorsitzende zu richten gewesen (vgl. E. 2.2). 
Dass ein Gericht, das einen Entscheid der Vorinstanz mangels deren sachlicher 
Zuständigkeit aufhebt, die Streitsache von Amtes wegen an die zuständige Instanz 
überweist, ist in der ZPO nicht vorgesehen (vgl. auch Erk, a.a.O., S. 252 u. 276). 
Mittlerweile wäre die erwähnte Zuständigkeit der Kammervorsitzenden zufolge 
Abschluss des Berufungsverfahrens ZK1 23 32 aber ohnehin entfallen.

3.1. Trifft die Rechtsmittelinstanz einen neuen Entscheid, so entscheidet sie 
gemäss Art. 318 Abs. 3 ZPO grundsätzlich auch über die Prozesskosten des 
erstinstanzlichen Verfahrens. 

3.2. Die Vorinstanz hielt im angefochtenen Entscheid fest, dass die 
Gerichtskosten bei der Prozedur blieben und nach Rechtskraft des Entscheids 

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betreffend die unentgeltliche Rechtspflege (Proz. Nr. 135-2023-343) ein separater 
Entscheid ergehe (act. B.1 E. 6). Damit hat sie einen wesentlichen Teil des 
Gesuchs nicht beurteilt. Im Kostenpunkt wird die Sache folglich an die erste 
Instanz zurückgewiesen. Diese hat die Kosten und Entschädigungen für das 
erstinstanzliche Verfahren unter Berücksichtigung des Ausgangs des vorliegenden 
Verfahrens – Nichteintreten auf das Gesuch – sowie der der Gesuchstellerin 
gewährten unentgeltlichen Rechtspflege festzusetzen.

4.1. Zu regeln verbleiben die Kosten des Berufungsverfahrens. Nach Art. 106 
Abs. 1 ZPO werden die Prozesskosten, wozu sowohl die Gerichtskosten als auch 
die Parteientschädigungen zählen (Art. 95 Abs. 1 ZPO), der unterliegenden Partei 
auferlegt. Bei Nichteintreten und bei Klagerückzug gilt die klagende Partei, bei 
Anerkennung der Klage die beklagte Partei als unterliegend. In familienrechtlichen 
Verfahren kann das Gericht von diesen Verteilungsgrundsätzen abweichen und 
die Prozesskosten nach Ermessen verteilen (Art. 107 Abs. 1 lit. c ZPO).

4.2. Da der angefochtene Entscheid aufgehoben wird, soweit das Gesuch der 
Berufungsbeklagten betreffend Schuldneranweisung gutgeheissen wurde, 
unterliegt die Genannte. Sie hat daher die Prozesskosten des 
Berufungsverfahrens zu tragen, zumal sie sich ausdrücklich mit dem 
angefochtenen Entscheid identifiziert hat. Gestützt auf den Gebührenrahmen für 
Berufungsentscheide (Art. 9 VGZ [BR 320.210]) werden die Gerichtskosten des 
Berufungsverfahrens auf CHF 1’000.00 festgesetzt.

Ausserdem hat die Berufungsbeklagte dem Berufungskläger bei diesem 
Verfahrensausgang die ihm im vorliegenden Verfahren entstandenen Parteikosten 
zu ersetzen. Der Rechtsvertreter des Berufungsklägers verzichtete vorliegend auf 
das Einreichen einer Honorarnote, weshalb die Entschädigung nach gerichtlichem 
Ermessen gestützt auf den mutmasslich erforderlichen Aufwand festgesetzt wird 
(Art. 105 Abs. 2 ZPO u. Art. 2 Abs. 1 HV [BR 310.250]). Angesichts der sich 
stellenden Sach- und Rechtsfragen sowie unter Berücksichtigung der 
eingereichten Rechtsschriften wird der mutmasslich notwendige Aufwand auf 7 
Stunden geschätzt. Die Parteientschädigung, die die Berufungsbeklagte dem 
Berufungskläger für das vorliegende Verfahren zu leisten hat, wird folglich auf 
gerundet CHF 1'870.00 festgesetzt (7 h à CHF 240.00 = CHF 1'680.00, 
Barauslagen 3 % = CHF 50.40, MwSt. 8.1 % = CHF 140.20). 

4.3. B._____ wurde mit Verfügung der Vorsitzenden der I. Zivilkammer vom 1. 
Mai 2024 (ZK1 24 32) für das Berufungsverfahren die unentgeltliche Rechtspflege 
gewährt. Zu ihrem Rechtsvertreter wurde Rechtsanwalt lic. iur. Diego Quinter 

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ernannt. Damit gehen die der Berufungsbeklagten auferlegten Gerichtskosten von 
CHF 1’000.00 und die Kosten ihrer Rechtsvertretung nach Massgabe von Art. 122 
Abs. 1 lit. a und b ZPO zu Lasten des Kantons Graubünden.

Der Rechtsvertreter der Berufungsbeklagten macht mit Honorarrechnung vom 
1. Mai 2024 (act. G.2) für das Berufungsverfahren einen Aufwand von 3.85 
Stunden geltend. Dies erscheint in Anbetracht der eingereichten Eingaben sowie 
der sich stellenden Sach- und Rechtsfragen als angemessen. Das Honorar nach 
Zeitaufwand beläuft sich somit auf CHF 770.00 (3.85 h à CHF 200.00 [Art. 5 Abs. 
1 HV]). Dazu kommen Barauslagen von CHF 23.10 (3 %) sowie die 
Mehrwertsteuer von CHF 64.25 (8.1 % auf CHF 793.10). Die Entschädigung für 
den unentgeltlichen Rechtsvertreter wird damit auf gerundet CHF 860.00 
festgelegt. Diese wird aus der Gerichtskasse des Kantonsgerichts bezahlt. 
Vorbehalten bleibt die Rückforderung durch den Kostenträger im Sinne von Art. 
123 ZPO, wonach eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, 
zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist.

4.4. Mit Verfügung der Vorsitzenden der I. Zivilkammer vom 1. Mai 2024 (ZK1 
24 24) wurde auch A._____ die unentgeltliche Rechtspflege bewilligt, mit 
Rechtsvertretung durch Rechtsanwalt Dr. iur. Hans Joos. Da der Berufungskläger 
obsiegt, hat er keine Gerichtskosten zu tragen und erhält eine 
Parteientschädigung. Nichtsdestotrotz muss vorliegend die Entschädigung, welche 
seinem Rechtsvertreter aufgrund der Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege 
zusteht, festgesetzt werden, da ein Rechtsbeistand auch bei Obsiegen der 
unentgeltlich prozessführenden Partei durch den Kanton angemessen zu 
entschädigen ist, falls die der Gegenpartei auferlegte Parteientschädigung nicht 
oder voraussichtlich nicht einbringlich ist (Art. 122 Abs. 2 Satz 1 ZPO; Frank 
Emmel, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur 
Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO], 3. Auflage, Zürich 2016, N 11 zu Art. 
122 ZPO). Ist der kostenpflichtigen Partei ihrerseits die unentgeltliche 
Rechtspflege gewährt worden, was in casu der Fall ist, gilt die von ihr zu leistende 
Parteientschädigung in der Regel zum vornherein als uneinbringlich (Alfred 
Bühler, in: Hausheer/Walter [Hrsg.], Berner Kommentar, Schweizerische 
Zivilprozessordnung, Band I: Art. 1–149 ZPO, Bern 2012, N 67 zu Art. 122 ZPO). 
Ausgehend von dem auch der Parteientschädigung zugrundeliegenden 
Zeitaufwand von 7 Stunden und einem reduzierten Stundenansatz von CHF 
200.00 (vgl. Art. 5 Abs. 1 HV) ergibt sich ein Honoraranspruch von CHF 1'400.00. 
Dazu treten Barauslagen von CHF 42.00 (3%) sowie die Mehrwertsteuer von CHF 
116.80 (8.1 % auf CHF 1'442.00). Im Ergebnis resultiert eine vom Kanton zu 

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leistende Entschädigung von gerundet CHF 1'560.00 (Art. 122 Abs. 2 ZPO). Mit 
der Zahlung seitens des Kantons geht der Anspruch auf die Parteientschädigung 
im entsprechenden Umfang auf den Kanton über (Art. 122 Abs. 2 Satz 2 ZPO).

5. Als vorsorgliche Massnahme im Ehescheidungsverfahren stellt der 
Entscheid über die Schuldneranweisung  anders als bei Anweisungen gemäss 
Art. 132 ZGB oder Art. 291 ZGB  kein materielles Endurteil, welches vom 
Bundesgericht mit voller rechtlicher Kognition zu überprüfen wäre, sondern eine 
vorsorgliche Massnahme im Sinne von Art. 98 BGG dar, so dass mit der 
Beschwerde in Zivilsachen nur die Verletzung verfassungsmässiger Rechte gerügt 
werden kann (BGE 137 III 193 E. 1.2 in fine). 

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Demnach wird erkannt:

1. Die Berufung wird dahin entschieden, dass Ziffer 1 des Dispositivs des 
Entscheids der Einzelrichterin in Zivilsachen am Regionalgericht Viamala 
vom 19. Februar 2024 aufgehoben und auf das Gesuch von B._____ 
betreffend Schuldneranweisung gegen A._____ nicht eingetreten wird.

2. Im Hinblick auf die Regelung der Kosten und Entschädigungen des 
erstinstanzlichen Verfahrens wird die Sache im Sinne der Erwägungen zur 
Beurteilung an die Vorinstanz zurückgewiesen.

3. a) Die Kosten des Berufungsverfahrens von CHF 1'000.00 gehen zu Lasten 
von B._____.

b) B._____ hat A._____ eine Parteientschädigung von CHF 1'870.00 
(einschliesslich Spesen und Mehrwertsteuer) zu leisten.

Da sich die Parteientschädigung voraussichtlich als uneinbringlich erweist, 
wird der Rechtsvertreter von A._____ gestützt auf die mit Verfügung der 
Vorsitzenden der I. Zivilkammer vom 1. Mai 2024 (ZK1 24 24) gewährte 
unentgeltliche Rechtspflege zu Lasten des Kantons Graubünden mit CHF 
1'560.00 (einschliesslich Spesen und Mehrwertsteuer) aus der 
Gerichtskasse entschädigt. Mit der Zahlung geht der Anspruch auf die 
Parteientschädigung im entsprechenden Umfang auf den Kanton über.

c) Die B._____ auferlegten Gerichtskosten von CHF 1'000.00 und die Kosten 
ihrer Rechtsvertretung von CHF 860.00 (einschliesslich Spesen und 
Mehrwertsteuer) gehen unter Vorbehalt der Rückforderung gemäss Art. 123 
ZPO gestützt auf die entsprechende Verfügung der Vorsitzenden der I. 
Zivilkammer vom 1. Mai 2024 (ZK1 24 32) zu Lasten des Kantons 
Graubünden und werden aus der Gerichtskasse bezahlt.

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilungen]