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**Case Identifier:** 50c80228-8c9f-5f5f-8172-aa7b4a15d7ae
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-05-02
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 02.05.2024 720 2022 212 (720 22 212)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-2022-212_2024-05-02.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 2. Mai 2024 (720 22 212) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung  

 

 

IV-Rente; Würdigung der Arztberichte; Gerichtsgutachten 

 

 
 
Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Kan-

tonsrichterin Susanne Afheldt, Gerichtsschreiberin Margit Campell 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer 
  

 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Be-
schwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente  

 
 
 
A. A.____ machte nach Abschluss der obligatorischen Schulzeit eine Maurerlehre. Weiter 
absolvierte er verschiedene Zusatzausbildungen als Sachkundiger und Ersthelfer in der Fahr-
gastschifffahrt und arbeitete als Matrose bei der B.____ sowie bei der C.____. Zudem schloss er 
im Jahr 2014 die Berufsmatura und im Jahr 2017 eine Ausbildung zum Fitness- und Bewegungs-
trainer ab. Am 6. April 2020 meldete er sich unter Hinweis auf einen Verdacht auf eine schizoide 
Persönlichkeitsstörung, einen Verdacht auf ein Asperger-Syndrom und das Fehlen sozialer Kom-
petenzen bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (lV) zum Bezug von Leistungen an. Die 

 

 
 
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lV-Stelle Basel-Landschaft (lV-Stelle) klärte in der Folge die gesundheitlichen und erwerblichen 
Verhältnisse ab und gab in diesem Zusammenhang ein Gutachten bei Dr. med. D.____, FMH 
Psychiatrie und Psychotherapie, in Auftrag, welches am 27. Dezember 2021 erstattet wurde. 
Dr. D.____ diagnostizierte eine schizoide Persönlichkeitsstörung, differentialdiagnostisch eine 
paranoide Persönlichkeitsstörung, differentialdiagnostisch eine emotional instabile Persönlich-
keitsstörung des Borderline- und des impulsiven Typus sowie eine Störung durch Cannabinoide 
und erachtete den Versicherten in den angestammten Tätigkeiten als nicht mehr arbeitsfähig. 
Hingegen könne er in einer angepassten Verweistätigkeit 50 % arbeiten. Gestützt auf diese Ab-
klärungsergebnisse und nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens sprach die lV-Stelle dem 
Versicherten mit Verfügung vom 19. Juli 2022 bei einem lnvaliditätsgrad von 51 % eine halbe 
Rente ab 1. Oktober 2020 zu.  
 
B. Dagegen erhob A.____ am 15. August 2022 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung 
Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Er beantragte sinngemäss die Aufhebung der ange-
fochtenen Verfügung mit der Begründung, es sei für ihn schwierig, ein Invalideneinkommen von 
Fr. 33'884.-- zu erzielen.  
 
C. Am 20. September 2022 ersuchte der Beschwerdeführer um Bewilligung der unentgeltli-
chen Prozessführung im vorliegenden Beschwerdeverfahren. Diesem entsprach das Kantonsge-
richt mit Verfügung vom 11. November 2022. Zudem wurde ihm der bereits geleistete Kostenvor-
schuss in Höhe von Fr. 800.-- zurückerstattet.  
 
D. In ihrer Vernehmlassung vom 5. Dezember 2022 schloss die Beschwerdegegnerin auf 
Abweisung der Beschwerde.  
 
E. Anlässlich der Urteilsberatung vom 27. April 2023 kam das Kantonsgericht zum Schluss, 
dass dem Gutachten von Dr. D.____ vom 27. Dezember 2021 keine ausschlaggebende Beweis-
kraft zukomme. Dabei hielt es fest, dass die Herleitung der von ihm erhobenen Diagnosen nicht 
zu beanstanden sei. Ebenso werde deutlich, dass der Beschwerdeführer in den angestammten 
Tätigkeiten nicht mehr arbeitsfähig sei. Hingegen sei die attestierte Leistungsfähigkeit des Be-
schwerdeführers von 50 % in einer dem Leiden angepassten Verweistätigkeit nicht nachvollzieh-
bar, weshalb darauf nicht abgestellt werden könne. Da auch die übrigen bei den Akten liegenden 
medizinischen Berichte nicht genügend beweiskräftig seien, sei eine abschliessende Beurteilung 
der Angelegenheit gestützt auf die vorhandene medizinische Aktenlage nicht möglich. Es stellte 
deshalb den Fall aus und ordnete ein psychiatrisches Gutachten an. Als Gerichtsgutachter be-
stimmte es PD Dr. med. E.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, dessen psychiatrisches 
Fachgutachten am 16. Oktober 2023 erstattet wurde.  
 
F. Das Kantonsgericht räumte den Parteien mit Verfügung vom 24. Oktober 2023 Gelegen-
heit ein, sich zum Gutachten von PD Dr. E._____ zu äussern. Am 30. Oktober 2023 teilte die IV-
Stelle mit, dass sie auf eine Stellungnahme zum Gerichtsgutachten verzichte. Der Beschwerde-
führer hielt in seiner Eingabe vom 20. November 2023 sinngemäss fest, dass er mit dem Ergebnis 
der Begutachtung einverstanden sei. 
 

 

 
 
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Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g : 
 
1.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) 
vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versicherungs-
gericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfah-
rens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständigkeit des 
Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die 
Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das 
Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwer-
den gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der 
vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die im Übrigen frist- und formgerecht erhobene Be-
schwerde der Versicherten vom 15. August 2022 ist demnach einzutreten. 
 
1.2 Am 1. Januar 2022 trat die vom Gesetzgeber am 19. Juni 2020 beschlossene Änderung 
des IVG ("Weiterentwicklung der IV", WEIV) in Kraft. Die vorliegend angefochtene Verfügung 
erging nach dem 1. Januar 2022. Auf alle Rentenansprüche, die ab dem 1. Januar 2022 entste-
hen, finden grundsätzlich die Bestimmungen des IVG und diejenigen der Verordnung über die 
Invalidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 in der ab dem 1. Januar 2022 geltenden Fas-
sung Anwendung. Wird der Anspruch auf eine IV-Rente bzw. deren Ablehnung nach dem 1.  Ja-
nuar 2022 verfügt, gilt unter anderem folgendes: Liegen der Eintritt der Invalidität und der Beginn 
des Rentenanspruchs vor dem 1. Januar 2022, so bleiben die vor dem 1. Januar 2022 gültigen 
Bestimmungen anwendbar (Kreisschreiben über Invalidität und Rente in der Invalidenversiche-
rung [KSIR], gültig ab 1. Januar 2022, Rz. 9101). Vorliegend steht ein Rentenanspruch ab 1. Ok-
tober 2020 in Frage, weshalb die Bestimmungen des IVG und diejenigen der IVV in der bis zum 
31. Dezember 2021 gültig gewesenen Fassung anwendbar sind. Sie werden im Folgenden je-
weils in dieser Version wiedergegeben, zitiert und angewendet. 
 
2. Streitig und zu prüfen ist die Höhe des Rentenanspruchs des Beschwerdeführers. Mas-
sgebend ist der Sachverhalt, wie er sich bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 19. 
Juli 2022 entwickelt hat. Dieser Zeitpunkt bildet rechtsprechungsgemäss die zeitliche Grenze der 
richterlichen Überprüfungsbefugnis (BGE 129 V 1 E.1.2 mit Hinweis). 
 
3.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teil-
weise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des So-
zialversicherungsrechts [ATSG] vom 6. Oktober 2000). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein-
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zu-
mutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbs-
möglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 
ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Fol-
gen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zu-
dem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs.  2 ATSG). 
 
3.2 Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbin-
dung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird 

 

 
 
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das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durch-
führung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkom-
men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht 
invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in 
der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig mög-
lichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommens-
differenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. Allgemeine Methode des Einkommensver-
gleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen). 
 
3.3 Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die: a. ihre Er-
werbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare 
Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können; b. während ei-
nes Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig 
(Art. 6 ATSG) gewesen sind; und c. nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 
ATSG) sind. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Viertels-
rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invalidi-
tätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von min-
destens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG). 
 
3.4 Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 IVG frühestens nach Ablauf von sechs 
Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach Art. 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frü-
hestens im Monat, der auf die Vollendung des 18. Altersjahres folgt (Abs. 1). Die Rente wird vom 
Beginn des Monats an ausbezahlt, in dem der Rentenanspruch entsteht (Abs. 3). 
 
3.5 Hinsichtlich des Beweiswerts eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklag-
ten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in 
der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Si-
tuation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 
231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c). Bei Gerichtsgutachten weicht das Gericht nach 
der Praxis nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung der medizinischen Fachperson 
ab, deren Aufgabe es ist, ihre Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um 
einen bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen. Ein Grund zum Abweichen kann vorlie-
gen, wenn die Gerichtsexpertise widersprüchlich ist oder wenn ein vom Gericht eingeholtes Ober-
gutachten in überzeugender Weise zu andern Schlussfolgerungen gelangt. Eine abweichende 
Beurteilung kann ferner gerechtfertigt sein, wenn gegensätzliche Meinungsäusserungen anderer 
Fachexperten als triftig genug erscheinen, die Schlüssigkeit des Gerichtsgutachtens in Frage zu 
stellen, sei es, dass die Überprüfung durch einen Oberexperten für angezeigt gehalten wird, sei 
es, dass ohne Oberexpertise vom Ergebnis des Gerichtsgutachtens abweichende Schlussfolge-
rungen gezogen werden (BGE 125 V 351 E. 3b/aa mit Hinweisen). 
 
4. Das Administrativverfahren und der kantonale Sozialversicherungsprozess sind vom Un-
tersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1 ATSG und Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben 

 

 
 
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die Verwaltung und das Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen für die richtige und voll-
ständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungspflicht 
dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsa-
chen hinreichende Klarheit besteht (Urteil des Bundesgerichts vom 6. Februar 2008, 
8C_16312007, E. 3.2). Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. Gestützt 
auf den Untersuchungsgrundsatz ist der Sachverhalt soweit zu ermitteln, dass über den Leis-
tungsanspruch zumindest mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit entschie-
den werden kann (Urteil des Bundesgerichts vom 7. März 2019, 9C_57 12019, E. 3.2). 
 
5.1 Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Verfügung vom 19. Juli 2022 auf das psy-
chiatrische Gutachten von Dr. D.____ vom 27. Dezember 2021. Dieser diagnostizierte mit Aus-
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit nach ICD-10 (1) eine schizoide Persönlichkeitsstörung (F60.1) 
mit Problemen in Verbindung mit der Berufstätigkeit am Arbeitsplatz, interpersonellen Schwierig-
keiten und häufigen Berufs- und Stellenwechseln und -abbrüchen (Z56), mangelnder Bezie-
hungs- und Bindungsfähigkeit, hohem Gerechtigkeitsempfinden, Tendenz zu paranoidem Miss-
trauen, (2) differentialdiagnostisch eine paranoide Persönlichkeitsstörung (F60.0) und (3) eine 
emotional instabile Persönlichkeitsstörung des Borderline- und des impulsiven Typus sowie (4) 
eine Störung durch Cannabinoide, schädlicher Gebrauch episodisch möglich, mit Abstinenzpha-
sen dazwischen, dabei CBD Konsum (F12.26 und F12.20). Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit 
bestünden eine atypische familiäre Situation (Z60.1) mit Alleinleben (Z60.2), Probleme in Verbin-
dung mit Wohnbedingungen und ökonomischen Verhältnissen (Z59) und Abhängigkeit vom So-
zialamt, ein Status nach Problemen in Verbindung mit der Ausbildung und der Bildung (Z55). Der 
Gutachter kam aufgrund seiner Untersuchung und den dabei erhobenen Befunden zum Schluss, 
dass dem Beschwerdeführer die zuletzt ausgeübten Tätigkeiten als Maurer, Matrose, C.____-
Mitarbeiter oder Fitnesstrainer ab Mai 2017, sicher jedoch ab dem Zeitpunkt der Anmeldung zum 
Leistungsbezug bei der IV anfangs April 2020 nicht mehr zumutbar gewesen seien. In einer an-
gepassten Tätigkeit könne der Versicherte jedoch vier bis sechs Stunden täglich eingesetzt wer-
den. Eine Verminderung des Rendements müsse zusätzlich angenommen werden. Gesamthaft 
schätzte Dr. D.____ die Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit auf 50 % ein. Der Versicherte 
könne gewisse Tätigkeiten im administrativen Bereich und im rückwärtigen Raum eines Fitness-
zentrums sowie Reinigungstätigkeiten auf dem Bau oder in einer Gärtnerei ohne Kundenkontakt 
mit einfachen repetitiven Aufgaben verrichten.  
 
5.2 Diesem Gutachten von Dr. D.____ mass das Kantonsgericht keine ausschlaggebende 
Beweiskraft zu (vgl. Beschluss vom 27. April 2023). Zwar sei die Herleitung der Diagnosen nicht 
zu beanstanden, habe sich Dr. D.____ dabei doch auf die Aussagen des Versicherten, die medi-
zinischen Berichte und die übrigen Akten gestützt. Zudem habe er eine ausführliche Anamnese 
erhoben und detailliert den beruflichen Werdegang des Versicherten mit sehr vielen Stellenwech-
seln sowie die damit zusammenhängenden Schwierigkeiten mit den Vorgesetzten und den Mit-
arbeitenden berücksichtigt. Dr. D.____ habe auch im Rahmen seiner Begutachtung den Tages-
ablauf, die sozialen Kontakte sowie die Freizeitaktivitäten des Beschwerdeführers ergründet und 
dessen Beeinträchtigungen erfasst. Im Rahmen der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sei dem Gut-
achter auch zu folgen, wenn er den Versicherten als nicht mehr arbeitsfähig in der angestammten 

 

 
 
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Tätigkeit erachte. Hingegen sei seine Einschätzung der Leistungsfähigkeit in einer Verweistätig-
keit im Umfang von 50 % nicht nachvollziehbar und einleuchtend. Insbesondere habe er kein 
Leistungsprofil beschrieben, welches mit den erhobenen Befunden übereingestimmt habe, und 
nicht auf schwerwiegende Einschränkungen in der Umsetzung einer allfälligen Verweistätigkeit 
hingewiesen. Das Kantonsgericht kam deshalb zum Schluss, dass das psychiatrische Gutachten 
von Dr. D.____ vom 27. Dezember 2021 unvollständig und ungenügend sei, weshalb diesem kein 
hinreichender Beweiswert zukomme. 
 
5.3 Da auch die übrigen Akten keine verlässliche medizinische Entscheidungsgrundlage bil-
deten, ordnete das Kantonsgericht ein psychiatrisches Gerichtsgutachten an und bestimmte PD 
Dr. E.____ als Gutachter. In seinem Gutachten vom 16. Oktober 2023 diagnostizierte dieser mit 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine paranoide Persönlichkeitsstörung (lCD-10 F60.0). Ohne 
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit bestünden Störungen durch Cannabinoide, Abhängigkeitssyn-
drom, ständiger Substanzgebrauch (lCD-10 F12.25). PD Dr. E.____ hielt fest, dass der Be-
schwerdeführer die diagnostischen Kriterien der paranoiden Persönlichkeit nach lCD-10 erfülle 
und innerhalb der subjektiven Angaben keinerlei Hinweise für lnkonsistenzen zu erkennen seien. 
Weiter setzte er sich ausführlich mit dem Tagesablauf des Beschwerdeführers auseinander und 
hielt auch dessen auffällige Berufsbiographie mit häufigen Stellenwechseln detailliert fest. So 
habe der Versicherte an zahlreichen temporären und befristeten Anstellungen gearbeitet. Die 
Stellenwechsel hätten sich jeweils – mit einer Ausnahme – aufgrund von Kündigungen durch die 
Arbeitgeber ergeben. Den entsprechenden Arbeitszeugnissen seien aber keine interaktionellen 
Schwierigkeiten zu entnehmen, was aber nicht bedeute, dass solche nicht bestanden hätten.  
 
In Bezug auf die private und soziale Beziehungsanamnese des Versicherten hielt PD Dr. E.____ 
fest, dass er sich nach dem Tod der Mutter im Jahr 2018 mit dem Vater und der Schwester massiv 
zerstritten habe. Dieser Konflikt füge sich – so PD Dr. E.____ weiter – nahtlos in das schon früh 
belastete, instabile Familiensystem hinein. Dass dieses nach dem Tod der Mutter zerbrochen sei, 
untermauere auch retrospektiv, wie wenig beständig die frühen Beziehungsgestaltungen des Ver-
sicherten gewesen seien. Es werde deutlich, dass lebensgeschichtlich die früh geformte Fehl-
wahrnehmung des Versicherten in Bezug auf äussere Ereignisse und Handlungen im Zeitpunkt 
des Todes der Mutter vollständig fixiert gewesen sei. Die soziale Einbindung des Versicherten 
sei nicht tragfähig. Weiter führte PD Dr. E.____ aus, dass die psychostrukturelle Fehlentwicklung 
des Versicherten mit Eintritt ins Berufs- und somit ins Erwachsenenleben, wo fixe Strukturen und 
Anforderungen bestanden hätten, deutlich erkennbar geworden sei. Der Versicherte habe auch 
berichtet, dass er – obwohl dies einem Wunsch von ihm entspreche – nie eine Beziehung zu 
einer Frau gepflegt habe. Auch hätte er gerne persönliche Kontakte mit anderen Menschen. 
 
PD Dr. E.____ prüfte in der Folge die Voraussetzungen einer paranoiden Persönlichkeitsstörung. 
Dabei hielt er fest, dass der Versicherte konstruktive Kritik für angebracht halte. Er verarbeite 
beleidigende oder unangebrachte Kritik jedoch dahingehend, dass er mit den Personen, welche 
diese äusserten, nichts mehr zu tun haben wolle. Er habe über diverse Situationen in seinem 
Leben berichtet, aus welchen hervorgehe, dass er dauerhaft Groll hege. Selbstverständlich sei 
diese Neigung ein Resultat von übertriebener Empfindlichkeit, die beim Beschwerdeführer im 

 

 
 
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Sinne einer narzisstischen Kränkbarkeit vorliege. Es bestünden ein Misstrauen sowie ganz grund-
sätzlich eine verzerrte Wahrnehmung der Handlungen und der Ereignisse der Aussenwelt, so 
dass diese immer wieder feindselig gedeutet würden. Da der Versicherte dauerhaft Unmut emp-
finde, könne er von eigenen Meinungen nicht abweichen. Aus den relevanten anamnestischen 
Lebensbereichen gehe zudem hervor, dass wiederholt interaktionelle Schwierigkeiten bestanden 
hätten, die auf ein beharrliches und situationsunangemessenes Bestehen auf eigenen Rechten 
beruhen würden. Eine ständige Selbstbezogenheit bestehe selbstverständlich dahingehend, als 
er im Rahmen seiner Persönlichkeitsstörung eine erhebliche, rigide Abwehr mitbringe, so dass er 
den eigenen Beitrag in Konfliktsituationen nicht erkennen könne, sondern sich als ungerecht be-
handelt und gleichzeitig unfehlbaren Menschen erlebe. Allerdings sei diese Selbstbezogenheit 
nicht verbunden mit einer starken Überheblichkeit. Er habe zwar auf Nachfrage hin mitgeteilt, an 
seinen Arbeitsstellen immer der Beste gewesen zu sein und über eine "Top-Fachkompetenz" zu 
verfügen. Diese Selbstwahrnehmung ergebe sich aber daraus, dass er seiner Aussenwelt miss-
traue und somit auch deren Kompetenz nicht anerkennen könne. Der Beschwerdeführer erfülle 
aufgrund dieser Ausführungen somit ausreichend diagnostische Kriterien, um gemäss lCD-10 
eine paranoide Persönlichkeitsstörung diagnostizieren zu können.  
 
Hingegen schloss PD Dr. E.____ die von Dr. D.____ diagnostizierte schizoide Persönlichkeits-
störung aus. Dagegen spräche die Tatsache, dass der Versicherte zahlreichen Tagesaktivitäten 
nachgehe, die ihn interessieren und ihm Freude bereiten würden. Er sei im Rahmen der Begut-
achtung in keiner Weise emotional kühl oder distanziert gewesen und habe auch keinen abge-
flachten Affekt gezeigt. Es lasse sich zwar nicht ohne Weiteres beurteilen, inwiefern beim Versi-
cherten eine reduzierte Fähigkeit bestehe, warme oder zärtliche Gefühle für andere zum Aus-
druck zu bringen. Er könne allerdings deutlich Ärger bekunden. Er sei auch keineswegs gleich-
gültig gegenüber Lob und Kritik und es sei sein Wunsch, eine Beziehung zu einer Frau zu führen, 
so dass nicht behauptet werden könne, dass wenig Interesse an sexuellen Erfahrungen bestehe. 
Es lasse sich postulieren, dass er Aktivitäten bevorzuge, die er alleine durchführen könne, was 
aber ebenso durch die paranoide Persönlichkeitsstörung zu begründen sei. Aus den subjektiven 
Angaben des Versicherten gehe nicht hervor, dass eine übermässige Inanspruchnahme durch 
Phantasien und Introvertiertheit bestehe. Er habe zwar keine engen Freunde oder vertrauensvolle 
Beziehungen. Dieser Umstand sei aber auch durch die paranoide Persönlichkeitsstörung zu er-
klären bzw. erklärbar. Ein deutlich mangelhaftes Gespür für geltende soziale Normen und Kon-
ventionen gehe aus den subjektiven Angaben ebenso wenig hervor wie aus den objektiven Un-
tersuchungsbefunden. Damit erfülle der Versicherte die diagnostischen Kriterien für die Diagnose 
einer schizoiden Persönlichkeitsstörung gemäss lCD-10 F60.1 mit Sicherheit nicht. Dies gelte 
auch für die durch Dr. D.____ differentialdiagnostisch erhobene emotional instabile Persönlich-
keitsstörung vom impulsiven wie vom Borderline-Typ. PD Dr. E.____ diskutierte weiter die er-
wähnte Störung aus dem Autismus-Spektrum und kam dabei ebenfalls zum Schluss, dass beim 
Versicherten auch diese Diagnosekriterien gemäss DSM-5 nicht erfüllt seien. Hingegen bestätigte 
auch er das Vorliegen einer Störung durch Cannabinoide bei ständigem Substanzgebrauch, wo-
bei diese – entgegen der Auffassung von Dr. D.____ – keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit 
habe. 
 

 

 
 
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PD Dr. E.____ führte in der Indikatorenprüfung aus, dass beim Beschwerdeführer mit der Diag-
nose einer paranoiden Persönlichkeitsstörung eine schwerwiegende Strukturpathologie vorliege. 
Dies bedeute, dass er auf deutlich unsublimierte und höchst rigide Abwehrmechanismen zurück-
greifen müsse. Dies führe dazu, dass bei ihm primär invaliditätsfremde psychosoziale Belas-
tungsfaktoren sekundär invaliditätsrelevant werden könnten. Gegen das Vorliegen dieser Per-
sönlichkeitsstörung spreche im Übrigen auch nicht, dass der Beschwerdeführer längere Zeit im 
ersten Arbeitsmarkt habe arbeiten können. Dabei habe er zahlreiche Stellenwechsel und Stellen-
abbrüche erlebt sowie eine erhebliche Diskontinuität aufgewiesen, was hauptsächlich darauf zu-
rückzuführen sei, dass er die beruflichen Interaktionen und Engagements nicht habe aufrecht-
erhalten können und wiederholt in Konflikte geraten sei. Weiter sei seine Fähigkeit zur Anpassung 
an Regeln und Routinen schwer beeinträchtigt. Aufgrund der paranoiden Persönlichkeitsstörung 
sei er nicht mehr fähig, eine auch nur annähernd ausreichende Flexibilität abzurufen, die es ihm 
ermöglichen würde, sich an Regeln und Routinen anzupassen. Auch bestehe im Rahmen seiner 
paranoiden Persönlichkeitsstörung eine schwere Fehlwahrnehmung äusserer Gegebenheiten 
und die Flexibilität und Umstellungsfähigkeit seien ebenfalls stark beeinträchtigt. Die Fähigkeiten 
zur Planung und Strukturierung von Aufgaben sowie zur ausserberuflichen Aktivität seien hinge-
gen nicht beeinträchtigt, solange die Vita Minima, die sich der Versicherte seit längerem etabliert 
habe, aufrechterhalten werden könne. Sobald er allerdings einer beruflichen Tätigkeit nachgehen 
würde, würden sich die Denkinhalte erneut ganz erheblich in Richtung von Beeinträchtigungs-
ideen verändern, so dass er kaum in der Lage wäre, sich auf berufliche Tätigkeiten einzulassen. 
Zur fachlichen Kompetenz hielt PD Dr. E.____ fest, dass er diese nicht konklusiv beurteilen 
könne. Aufgrund der in den Vorakten liegenden Arbeitszeugnisse sei diese jedoch als intakt zu 
bezeichnen. Die Durchhaltefähigkeit sei im Rahmen der Vita Minima erhalten und der Versicherte 
habe über einen funktionierenden inneren Antrieb berichtet. Auch hier müsse allerdings festge-
halten werden, dass die Durchhaltefähigkeit nicht mehr gegeben wäre, sobald er wegen berufli-
chen Tätigkeiten wieder mit zwischenmenschlichen Interaktionen konfrontiert würde. Die Selbst-
behauptungsfähigkeit sei aufgrund der narzisstischen Insuffizienz beeinträchtigt, wobei der 
Schweregrad nicht konklusiv beurteilt werden könne. Hingegen seien die qualitativen Funktions-
fähigkeiten in sozialen Interaktionen aufgrund der paranoiden Persönlichkeitsstörung schwer be-
einträchtigt. Schliesslich bejahte PD Dr. E.____ die Fähigkeit zur Selbstversorgung und die We-
gefähigkeit.  
 
Zusammenfassend kam PD Dr. E.____ zum Schluss, dass die relevanten qualitativen Funktions-
fähigkeiten des Beschwerdeführers schwer beeinträchtigt seien, so dass er aus psychiatrischer 
Sicht im ersten Arbeitsmarkt nicht mehr arbeitsfähig sei. Zum zeitlichen Verlauf hielt er fest, dass 
die Persönlichkeitsstörung des Versicherten seit vielen Jahren klinisch manifest sei und sich auf 
die Arbeitsfähigkeit bzw. auf die dafür notwendigen Funktionsfähigkeiten auswirken würde. Es 
könne daher mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass beim Versicherten 
bereits vor der Anmeldung bei der lV-Stelle Basel-Landschaft im April 2020 keine Arbeitsfähigkeit 
mehr bestanden habe. 
 
6. Nach Würdigung der medizinischen Aktenlage kommt das Kantonsgericht zum Schluss, 
dass das Gutachten von PD Dr. E.____ vom 16. Oktober 2023 die bundesgerichtlichen Anforde-
rungen an ein beweistaugliches Gutachten vollumfänglich erfüllt. Der Gutachter untersuchte den 

 

 
 
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Versicherten eingehend und listete die Vorakten vollständig auf. Die Anamnese in seinem sorg-
fältig erstellten Gerichtsgutachten zeigt auf, dass der Versicherte zum Gesundheitszustand und 
zur Entwicklung der Krankheit eingehend befragt wurde. Zudem wurde einlässlich auf seine Be-
schwerden eingegangen. PD Dr. E.____ leitete die psychiatrischen Diagnosen sehr detailliert und 
überzeugend her. Dabei berücksichtigte er auch einlässlich die auffallende Berufsanamnese. Fer-
ner befasste er sich mit den in den Akten sich befindenden anderslautenden Gutachten. Er be-
gründete und diskutierte nachvollziehbar, weshalb beim Beschwerdeführer entgegen dem Gut-
achten von Dr. D.____ weder eine schizoide noch eine emotional instabile Persönlichkeitsstörung 
vorliegt. Zudem nahm er eine sehr gewissenhafte und stringente Indikatorenprüfung vor. Seine 
Beurteilung leuchtet auch in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge bzw. der Beur-
teilung der medizinischen Situation ein. Gründe, von dieser gründlich begründeten Einschätzung 
abzuweichen, sind keine ersichtlich. Nachdem bis zum Erlass des Gerichtsgutachtens nach Lage 
der zuvor vorhandenen Akten Widersprüche und Unklarheiten bestanden hatten (vgl. Beschluss 
des Kantonsgerichts vom 27. April 2023), ist nunmehr gemäss den ebenso profunden wie um-
fangreichen Erläuterungen im Gerichtsgutachten erstellt, dass beim Versicherten keine verwert-
bare Arbeitsfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt mehr besteht. Das Kantonsgericht gelangt zum 
Schluss, dass das Gutachten von PD Dr. E.____ vom 16. Oktober 2023 sowohl formal als auch 
inhaltlich nicht zu beanstanden ist. Es ist überzeugend, schlüssig und nachvollziehbar begründet. 
Da auch die Parteien keine Einwände gegen das Gerichtsgutachten vorbringen, ist darauf abzu-
stellen.  
 
7. Nachdem der medizinische Sachverhalt dahingehend erstellt ist, dass der Beschwerde-
führer in den bisherigen Tätigkeiten wie auch in einer Verweistätigkeit nicht mehr arbeitsfähig ist, 
hat er Anspruch auf eine ganze Invalidenrente. Das Leistungsgesuch des Versicherten ging am 
6. April 2020 bei der Beschwerdegegnerin ein. Die Wartefrist von 6 Monaten im Sinne von Art. 29 
Abs. 1 IVG endet somit am 5. Oktober 2020. Der Beschwerdeführer hat unter dieser Umständen 
Anspruch auf die ganze Invalidenrente ab 1. Oktober 2020. Die Beschwerde ist daher in Aufhe-
bung der angefochtenen Verfügung vom 19. Juli 2022 gutzuheissen. 
 
8.1 Es bleibt über die Kosten des Verfahrens zu befinden. Da es vorliegend um die Bewilli-
gung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts-
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 
Abs. 1bis IVG). Bei Durchführung einer zweiten Urteilsberatung werden praxisgemäss Verfahrens-
kosten in der Höhe von Fr. 1'000.-- erhoben. Dem Verfahrensausgang entsprechend sind sie von 
der Beschwerdegegnerin zu tragen.  
 
8.2 Wie im Beschluss des Kantonsgerichts vom 27. April 2023 (vgl. oben E. 5.2) ausführlich 
dargelegt, lag der angefochtenen Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 19. Juli 2022 ein in 
medizinischer Hinsicht ungenügend abgeklärter Sachverhalt zugrunde. Deshalb sind die Kosten 
für das Gerichtsgutachten von PD Dr. E.____ in der Höhe von insgesamt Fr. 6'000.-- gemäss 
Rechnung vom 5. Juli 2023 der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (BGE 140 V 75 E. 6.1 und 
139 V 502 E. 4.4). 
 
 

 

 
 
Seite 10   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Basel-Landschaft vom 19. Juli 2022 aufgehoben und es wird 
festgestellt, dass der Beschwerdeführer mit Wirkung ab 1. Oktober 2020 
Anspruch auf eine ganze Invalidenrente hat. 

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'000.-- werden der IV-Stelle 
Basel-Landschaft auferlegt. 

 3. Die Kosten für die gerichtliche Begutachtung in der Höhe von Fr. 6'000.-
- werden der IV-Stelle Basel-Landschaft auferlegt. 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 http://www.bl.ch/kantonsgericht