# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b1c4be7f-8b54-54ce-a2ab-d911cb8de7fa
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-05-12
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 12.05.2021 IV 2019/217
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2019-217_2021-05-12.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2019/217

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 17.11.2021

Entscheiddatum: 12.05.2021

Entscheid Versicherungsgericht, 12.05.2021
Art. 28 IVG: Beweiskraft Gutachten bejaht. Verwertbarkeit der 
Restarbeitsfähigkeit bejaht. Einkommensvergleich. Rentenanspruch 
verneint. Abweisung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts 
des Kantons St. Gallen vom 12. Mai 2021, IV 2019/217).

Entscheid vom 12. Mai 2021

Besetzung

Versicherungsrichter Joachim Huber (Vorsitz), Versicherungsrichterinnen Christiane 

Gallati Schneider und Miriam Lendfers; Gerichtsschreiberin Sabrina Bleile

Geschäftsnr.

IV 2019/217

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Kreso Glavas, Advokatur Glavas AG, 

Haus zur alten Dorfbank, 9313 Muolen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

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Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherte) meldete sich erstmals anfangs 2012 für berufliche 

Massnahmen und Rentenleistungen bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen 

(nachfolgend: IV-Stelle) an (IV-act. 1). Zuletzt hatte sie als Einpackerin bei der B.___ AG 

in einem Pensum von 100 % gearbeitet (IV-act. 13). Am __. 2011 hatte sie aus 

organisatorischen Gründen die Kündigung erhalten (IV-act. 13-6). Ab dem gleichen Tag 

war sie von Dr. med. C.___, Klinik D.___ für ambulante psychosomatische 

Rehabilitation, zu 100 % arbeitsunfähig geschrieben worden (IV-act. 9-1 und 2-1). In 

einem Bericht vom 4. April 2012 (IV-act. 14) nannten Dr. C.___ und Dr. med. E.___, 

Klinik D.___, als Diagnosen eine atypische Depression mittelgradiger Ausprägung mit 

somatischem Syndrom resultierend durch eine Anpassungsstörung mit längerer 

depressiver Reaktion. Weiter hielten sie fest, die Versicherte habe seit Januar 2010 

über eine bedrückte Stimmungslage, eine erhöhte Reizbarkeit, eine Reduktion der 

sozialen Kontakte sowie über Schlafstörungen geklagt. Eine zunehmende 

Kraftlosigkeit, eine innere Unruhe und ein Magendruck hätten am 10. September 2010 

zu einer ärztlichen Vorstellung in der Klinik D.___ geführt. Nach der Stellenkündigung 

im __. 2011 habe die Versicherte einen psychogenen Schock erlebt, der zu einer 

eintägigen Hospitalisation im Spital F.___ geführt habe. Durch eine medikamentöse 

Anpassung sei es zunächst zu einer Stabilisierung der Lage, ab Dezember 2011 jedoch 

wieder zu einer Verschlechterung gekommen, sodass die Versicherte in ein 

Rehabilitationsprogramm der Klinik D.___ aufgenommen worden sei (vgl. dazu IV-

act. 28-17 f.). Im März 2012 habe sich die Versicherte wiederum in einer 

niedergestimmten und hoffnungslosen Lage befunden. Sie sei in der angestammten 

Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig (IV-act. 14). In einer Stellungnahme vom 31. August 

2012 hielt der regionale ärztliche Dienst (RAD) fest, dass er die Einschätzung einer 

A.a. 

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100%igen Arbeitsunfähigkeit nicht teile. Im Bericht der Klinik D.___ würden keine 

schweren affektiven Symptome genannt, welche eine teilweise Wiederaufnahme der 

bisherigen Tätigkeit verunmöglichen würden (IV-act. 21).

Mit Mitteilung vom 11. Oktober 2012 lehnte die IV-Stelle das Gesuch um 

berufliche Massnahmen ab, da sich die Versicherte gemäss der IV-

Eingliederungsverantwortlichen nicht in der Lage fühle, an beruflichen Massnahmen 

teilzunehmen (IV-act. 25; zur beruflichen Eingliederung vgl. IV-act. 17 ff.).

A.b. 

In der Folge holte die IV-Stelle weitere medizinische Unterlagen ein, die auch 

Auskunft über somatische Beschwerden gaben (vgl. IV-act. 27 ff.). In einem Bericht 

vom 12. Dezember 2012 attestierten Dr. C.___ und Dr. E.___ der Versicherten eine 

50%ige Arbeitsfähigkeit in leidensangepassten Tätigkeiten (IV-act. 30).

A.c. 

Am 12. April 2013 erstattete die medizinisches Gutachterzentrum Region St. 

Gallen GmbH (MGSG) im Auftrag der IV-Stelle ein psychiatrisches Gutachten (IV-

act. 35). Der psychiatrische Sachverständige diagnostizierte als Beeinträchtigung mit 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine anhaltende mittelgradige depressive Episode, 

bestehend seit etwa September 2011, bei Zustand nach Anpassungsstörungen mit 

längerer depressiver Reaktion, bestehend von etwa September 2010 bis August 2011 

(IV-act. 35-11). Sodann kam er zum Schluss, dass in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit 

als Hilfsarbeiterin (Tätigkeit mit erhöhtem Zeitdruck) eine 50%ige Arbeitsfähigkeit seit 

etwa September 2011 angenommen werden könne. In einer angepassten Tätigkeit sei 

seit September 2011 von einer 70%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen. Bei den 

adaptierten Tätigkeiten sollte es sich um Tätigkeiten ohne erhöhte emotionale 

Belastung, ohne erhöhten Zeitdruck, ohne das Erfordernis zu geistiger Flexibilität, ohne 

vermehrte Kundenkontakte und ohne überdurchschnittliche Dauerbelastung handeln 

(IV-act. 35-14). Die Prognose sei insbesondere von der psychosozialen Problematik 

abhängig. Bei Besserung der psychosozialen Situation sei unter der Fortsetzung der 

therapeutischen Massnahmen durchaus eine Besserung des psychischen 

Zustandsbildes mit einer Leistungssteigerung innerhalb eines Jahres zu erwarten (IV-

act. 35-15).

A.d. 

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Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (vgl. IV-act. 42 ff.) verfügte die IV-

Stelle am 24. Oktober 2013 die Ablehnung des Rentengesuchs bei einem 

Invaliditätsgrad von 0 %. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, gemäss 

Gutachten bestehe in einer adaptierten Tätigkeit eine 70%ige Arbeitsfähigkeit. 

Aufgrund psychosozialer Faktoren sei es bis anhin nicht zu einer Besserung des 

Zustandsbildes gekommen. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung könne unter 

diesen Voraussetzungen keine Invalidität begründet werden (IV-act. 50).

A.e. 

Eine von der Versicherten gegen diese Verfügung am 5. November 2013 erhobene 

Beschwerde (IV-act. 54-2 ff.) hiess das Versicherungsgericht mit Entscheid vom 16. 

Dezember 2015 teilweise gut. Es hob die angefochtene Verfügung vom 24. Oktober 

2013 auf und wies die Sache zur Einholung eines polydisziplinären Gutachtens und zur 

anschliessenden neuen Verfügung an die IV-Stelle zurück (IV-act. 65).

A.f. 

In einem Fragebogen der IV-Stelle gab die Versicherte am 2. Februar 2016 an, 

dass sie am __. 2014 bei der G.___AG eine Arbeitsstelle angetreten habe. Zunächst 

habe sie die Arbeit in einem Pensum von 50 % aufgenommen. Zwischen __. und __. 

2015 sei sie in einem Pensum von 80 % tätig gewesen und ab dem __. 2016 habe sie 

einen Arbeitsversuch in einem Pensum von 100 % gestartet (IV-act. 69-2; zum 

Arbeitsvertrag vgl. IV-act. 76). In einem Schreiben vom 2. März 2016 bat Rechtsanwalt 

Dr. iur. K. Glavas, Muolen, um die Sistierung des Verfahrens, da die Versicherte seit 

dem 1. Januar 2016 versuchsweise in einem Pensum von 100 % arbeite. Zudem bat er 

die IV-Stelle darum, keinen Kontakt mit der Arbeitgeberin aufzunehmen, um die 

aktuelle Arbeitsstelle nicht zu gefährden (IV-act. 70). Auf eine entsprechende Nachfrage 

seitens der IV-Stelle bestätigte die Versicherte im Januar 2017, dass sie noch immer in 

einem Pensum von 100 % versuchsweise arbeitstätig sei (IV-act. 81).

A.g. 

Mit Vorbescheid vom 3. Februar 2017 stellte die IV-Stelle der Versicherten die 

Abweisung des Rentengesuchs bei einem Invaliditätsgrad von 24 % in Aussicht. Zur 

Begründung führte sie im Wesentlichen aus, dass die Versicherte bereits seit über 

einem Jahr in einem Pensum von 100 % erwerbstätig sei und dabei ein jährliches 

Einkommen von Fr. 52'000.-- erziele. Damit würden sich weitere medizinische 

Abklärungen erübrigen und das Gesuch auf Rentenleistungen sei abzuweisen (IV-

A.h. 

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B.  

act. 84). Nachdem bei der IV-Stelle kein Einwand eingegangen war, verfügte sie am 27. 

März 2017 die Ablehnung des Rentengesuchs (IV-act. 85).

Am 7. Februar 2018 meldete sich die Versicherte erneut für berufliche 

Massnahmen und Rentenleistungen bei der IV-Stelle an (IV-act. 86). Zur 

Glaubhaftmachung einer Veränderung des Gesundheitszustandes seit der letzten 

Rentenablehnung (vgl. IV-act. 91) wurden der IV-Stelle Berichte von Dr. med. H.___, 

Facharzt für Neurochirurgie, vom 10. und 24. Februar 2017, ein Bericht vom 6. Juni 

2017 über eine MRT-Untersuchung der Kiefergelenke, ein Untersuchungsbericht des 

Spitals F.___ vom 22. August 2017 über eine notfallmässige Vorstellung der 

Versicherten infolge Kopfschmerzen sowie ein Bericht von Dr. med. I.___, Spezialarzt 

für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 20. Februar 2018 eingereicht (IV-act. 94). Dr. 

I.___ nannte als Diagnosen eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig 

mittelgradige bis schwere Episode, ein chronifiziertes Schmerzsyndrom bei bekannten 

Wirbelsäulenänderungen sowie eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und 

psychischen Formen. Sodann führte er aus, dass sich die Versicherte seit dem 7. 

Januar 2014 bei ihm wegen ihrer psychischen Beschwerden in Behandlung befinde. 

Zunächst hätten körperliche Beschwerden dominiert, die sich jedoch auf die Psyche 

der Versicherten ausgewirkt hätten. Nach einer gewissen Dauer habe sich der Zustand 

der Versicherten verbessert, sodass sie eine neue Arbeitsstelle angetreten habe. 

Zunächst habe sie in einem Pensum von 50 %, später dann in einem Pensum von 100 

% gearbeitet. Im Sommer 2017 sei es jedoch zu einer Verschlechterung des Zustands 

gekommen. Die Versicherte habe starke Schmerzen verspürt und sei ganz erschöpft 

gewesen. Dazu habe sie sich niedergeschlagen, innerlich angespannt, gleichzeitig 

lustlos, im Antrieb vermindert und äusserst unsicher gefühlt. Auch sei es zu 

Versagensgefühlen und Schlafproblemen gekommen. Schliesslich habe die Versicherte 

ihre Arbeit ab dem __. 2017 niederlegen müssen. Durch die Intensivierung der 

Behandlung und die Bemühungen der Versicherten sei es gelungen, dass sie ihre 

Tätigkeit ab dem _. September 2017 wieder in einem Pensum von 50 % habe 

aufnehmen können. Aktuell sei mit einer andauernden 50%igen Arbeitsunfähigkeit zu 

rechnen (IV-act. 94-1 f.).

B.a. 

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Am 12. Dezember 2018 erstattete die MGSG im Auftrag der IV-Stelle ein 

polydisziplinäres (internistisches, orthopädisches und psychiatrisches) Gutachten (IV-

act. 121-30 f.). Als Diagnosen, denen eine beeinträchtigende Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit beizumessen ist, nannten die Sachverständigen in ihrem 

interdisziplinären Konsens eine Pseudolumboischialgie links bei Spondylarthrose L4 bis 

S1, Osteochondrose L5/S1 mit jeweiliger Diskusprotrusion ohne neurale Kompression, 

eine Retropatellaarthrose links und wahrscheinlich auch rechts bei Nullachse sowie 

eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (IV-

act. 121-35). Sodann kamen die Gutachter zum Schluss, dass die Arbeitsfähigkeit als 

Produktionsmitarbeiterin mit Kontroll- und Verpackungstätigkeit seit September 2017 

bei voller Stundenpräsenz 60 % betrage (Arbeitsunfähigkeit von 40 %). Die 

Arbeitsfähigkeit im Zeitraum davor könne aufgrund der ungenauen anamnestischen 

Angaben seit der letzten gutachterlichen Untersuchung vom April 2013 psychiatrisch 

nicht eingeschätzt werden. Arbeiten ohne erhöhte emotionale Belastung, ohne 

Stressbelastung, ohne erforderliche geistige Flexibilität, ohne vermehrte 

Kundenkontakte und ohne überdurchschnittliche Dauerbelastung könnten seit 

September 2017 bei voller Stundenpräsenz zu 70 % zugemutet werden 

(Arbeitsunfähigkeit von 30 %). Seit dem Zeitpunkt der Begutachtung sollte es sich 

zudem um körperlich leichte Tätigkeiten in temperierten Räumen handeln, die 

abwechslungsweise sitzend und stehend, ohne häufige inklinierte, reklinierte und 

rotierte Körperhaltungen, ohne häufiges Gehen (insbesondere auf Treppen, Leitern und 

unebenem Boden) sowie ohne kniende Positionen ausgeführt werden könnten. Der 

Versicherten werde die Fortsetzung der psychiatrischen und psychotherapeutischen 

Behandlung kombiniert mit einer ausreichend dosierten antidepressiven Medikation, 

die auch noch intensiviert werden könne, empfohlen. Unter diesen therapeutischen 

Massnahmen könne in Abhängigkeit von psychosozialen Faktoren innerhalb eines 

Jahres eine Besserung des psychischen Zustandsbildes einhergehend mit einer 

Arbeitsfähigkeit von 80 % in angepassten Tätigkeiten erwartet werden (IV-act. 121-35 

f.).

B.b. 

Am 23. Januar 2019 beurteilte der RAD das Gutachten insgesamt als konklusiv 

und widerspruchsfrei. Auf die Frage der IV-Stelle nach Hinweisen auf suboptimales 

Leistungsverhalten wies der RAD darauf hin, dass die im Rahmen der Begutachtung 

B.c. 

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durchgeführte Evaluation des funktionellen Leistungsvermögens (EFL) nur teilweise 

verwertbar gewesen sei. Auch die Messung der Medikamentenspiegel habe 

hinsichtlich des angeblich eingenommenen Antidepressivums und Analgetikums Werte 

deutlich unterhalb des therapeutischen Bereichs ergeben. Es gebe Hinweise auf einen 

sekundären Krankheitsgewinn (IV-act. 122).

In einem Telefongespräch vom 28. Februar 2019 wies der IV-Eingliederungs­

verantwortliche die Versicherte auf die gutachterlich festgestellte medizinisch-

theoretische Arbeitsfähigkeit hin und erläuterte mögliche Unterstützungsmöglichkeiten 

seitens der IV, namentlich die Option eines Arbeitsversuchs. Die Versicherte erklärte, 

dass für sie eine andere Tätigkeit nicht in Frage komme. Die Arbeitgeberin schaue gut 

zu ihr, schwere Arbeiten könne sie auslassen. Sie empfinde die Tätigkeit als optimal, 

auch weil Rücksicht auf ihren Gesundheitszustand genommen werde. Die Arbeit sei 

gut umsetzbar. Eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit könne sie sich nicht vorstellen. Sie 

setze um, was möglich sei. Die Arbeit könne sie wechselnd im Sitzen und im Stehen 

ausüben. Sie habe keinen Stress. Eine andere Tätigkeit möchte sie nicht suchen, da sie 

befürchte, aufgrund des Gesundheitszustandes keine andere Arbeit zu finden (IV-

act. 124-3).

B.d. 

Mit Mitteilung vom 5. März 2019 lehnte die IV-Stelle das Leistungsbegehren um 

berufliche Massnahmen ab, da die Versicherte gemäss Angaben des 

Eingliederungsverantwortlichen weiterhin in einem Pensum von 50 % arbeite und eine 

Steigerung des Pensums für sie aus gesundheitlichen Gründen nicht in Frage komme. 

Unter diesen Voraussetzungen seien weitere berufliche Massnahmen nicht angezeigt 

(IV-act. 127).

B.e. 

Mit Vorbescheid vom 31. Mai 2019 stellte die IV-Stelle der Versicherten die 

Abweisung des Rentenbegehrens bei einem Invaliditätsgrad von 30 % in Aussicht. Zur 

Begründung führte sie im Wesentlichen an, dass der Versicherten nach den zur 

Verfügung stehenden medizinischen Unterlagen die bisherige Tätigkeit noch in einem 

Pensum von 60 % zumutbar sei, hingegen liege in einer optimal leidensangepassten 

Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 70 % vor. Für die Bemessung des 

Valideneinkommens werde auf die Angaben der aktuellen Arbeitgeberin abgestellt. 

Ohne gesundheitliche Einschränkung wäre die Versicherte in der Lage, ein 

B.f. 

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C.  

Jahreseinkommen von Fr. 52'910.-- zu erzielen. Bei der Verwertung der 70%igen 

Arbeitsfähigkeit in einer optimal angepassten Tätigkeit wäre es der Versicherten 

möglich, ein Jahreseinkommen von Fr. 37'037.-- zu verdienen (IV-act. 130).

Gegen diesen Vorbescheid liess die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt 

Glavas, am 8. Juni 2019 Einwand erheben. Sie liess im Wesentlichen geltend machen, 

bei der seitens der Gutachter bescheinigten 40%igen Arbeitsunfähigkeit handle es sich 

um eine medizinisch-theoretische Beurteilung. In der Praxis habe sich eine 50%ige 

Arbeitsfähigkeit als realistisch erwiesen. Die Abklärung der Arbeitsfähigkeit sollte vor 

Ort durchgeführt werden. Dies gelte umso mehr, als dass die IV-Stelle nur eine 30%ige 

Invalidität annehme, ohne jedoch entsprechende Stellen zu benennen und aufzuzeigen 

(IV-act. 133 und 138).

B.g. 

Mit Verfügung vom 16. August 2019 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren der 

Versicherten mit im Wesentlichen gleicher Begründung wie im Vorbescheid ab. 

Bezugnehmend auf den Einwand der Versicherten hielt die IV-Stelle fest, dass gemäss 

der medizinischen Aktenlage, die umfassend und sorgfältig geprüft worden sei, in 

leidesangepassten Tätigkeiten eine 70%ige Arbeitsfähigkeit vorliege. Unter 

Berücksichtigung der medizinisch- theoretischen Arbeitsfähigkeit sei es irrelevant, ob 

auf dem freien Arbeitsmarkt eine Tätigkeit in einem tieferen Pensum ausgeübt werde. 

Folglich seien keine weiteren Abklärungen angezeigt (IV-act. 139).

B.h. 

Gegen diese Verfügung erhob die weiterhin durch Rechtsanwalt Glavas vertretene 

Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin) am 28. August 2019 Beschwerde. Sie 

beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und ihr sei eine halbe Rente zu 

gewähren; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich Mehrwertsteuer zu 

Lasten der IV-Stelle (act. G 1).

C.a. 

Mit Eingabe vom 24. September 2019 reichte die Beschwerdeführerin ihren mit 

Wirkung per __. 2019 auf ein Pensum von 50 % angepassten Arbeitsvertrag ein. 

Erklärend hielt sie fest, dass die Arbeitgeberin den Vertrag den realen Begebenheiten 

angepasst habe (act. G 3 und 3.1).

C.b. 

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Erwägungen

1.

Vorliegend strittig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine 

Invalidenrente.

2.  

In ihrer Beschwerdeantwort vom 7. Oktober 2019 beantragte die IV-Stelle (nach­

folgend: Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde (act. G 5).

C.c. 

In ihrer Replik vom 28. Oktober 2019 hielt die Beschwerdeführerin an den in der 

Beschwerde gestellten Rechtsbegehren fest (act. G 7).

C.d. 

Die Beschwerdegegnerin verzichtete in der Folge auf die Erstattung einer Duplik 

(act. G 8 f.).

C.e. 

Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die 

ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht 

durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder 

verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch 

durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses 

Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Invalidität ist gemäss Art. 8 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 

830.1) die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise 

Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit wird in Art. 7 Abs. 1 ATSG als der durch eine 

Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 

und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise 

Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichen 

Arbeitsmarkt definiert. Die Invalidität ist grundsätzlich durch einen 

Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das Erwerbseinkommen, das die 

versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der 

medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 

zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen kann, in Beziehung 

gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Art. 16 ATSG). Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze 

Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70 %, auf eine 

2.1. 

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3.  

Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad 

von mindestens 50 % besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem 

Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein Anspruch auf eine Viertelsrente.

Um den Arbeitsfähigkeitsgrad bestimmen zu können, ist die Verwaltung - und im 

Beschwerdefall das Gericht - auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es dabei, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu 

Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die 

versicherte Person arbeitsfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Für das gesamte Verwaltungs- 

und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 

61 lit. c ATSG). Danach haben die urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne 

Bindung an förmliche Beweisregeln sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen 

und alle Beweismittel unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen 

und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige 

Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts 

eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange 

umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben 

worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der 

Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der 

Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweis).

2.2. 

Die Beschwerdegegnerin stützt sich in medizinischer Hinsicht für die Ablehnung 

des Rentenanspruchs in erster Linie auf das polydisziplinäre Gutachten der MGSG, das 

der Beschwerdeführerin in einer optimal leidensangepassten Tätigkeit eine 70%ige 

Arbeitsfähigkeit attestiert (vgl. act. G 5).

3.1. 

Das MGSG-Gutachten beruht auf einer ausführlichen Anamnese und im 

psychiatrischen Teilgutachten ist eine eingehende Exploration durchgeführt worden. Im 

Rahmen der orthopädischen Begutachtung sind überdies Röntgenbilder erstellt und 

eine EFL durchgeführt worden. Es sind keine Anhaltspunkte dafür ersichtlich, dass 

objektiv wesentliche Tatsachen in den Untersuchungen nicht berücksichtigt worden 

wären oder dass die Untersuchungen nicht lege artis durchgeführt worden wären. Die 

gutachterliche Beurteilung ist in Kenntnis der Vorakten erstellt worden. Auch haben die 

Gutachter die geklagten Beschwerden berücksichtigt, die erhobenen Befunde erwähnt 

3.2. 

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und eine schlüssige Gesamtbeurteilung unter Berücksichtigung der einschlägigen 

Standardindikatoren vorgenommen (vgl. IV-act. 121).

Die Beschwerdeführerin macht bezüglich der gutachterlichen 

Arbeitsfähigkeitsschätzung geltend, die Gutachter seien sich nicht darüber einig 

gewesen, ob es sich bei der von ihr aktuell ausgeübten Tätigkeit um eine optimal 

leidensangepasste Tätigkeit handle (vgl. act. G 1 S. 2 und 4 und G 7 S. 3). Aus dem 

psychiatrischen Teilgutachten wird zwar in Zusammenschau mit dem interdisziplinären 

Konsens (vgl. IV-act. 121-35 f.) nicht ganz deutlich, ob sich die aus psychiatrischer 

Sicht für die angestammte Tätigkeit als Produktionsmitarbeiterin attestierte 60%ige 

Arbeitsfähigkeit auch auf die aktuell ausgeübte Tätigkeit bezieht, da der psychiatrische 

Gutachter festgehalten hat, dass es sich bei der aktuellen Tätigkeit der 

Beschwerdeführerin (offenbar im Gegensatz zur angestammten immerhin) um eine 

teilweise leidensangepasste Arbeit handeln dürfte (vgl. IV-act. 121-86 f.). Aus den 

gutachterlichen Formulierungen geht somit nicht ganz eindeutig hervor, ob der 

psychiatrische Sachverständige in der von der Beschwerdeführerin aktuell ausgeübten 

Tätigkeit sogar eine Arbeitsfähigkeit von über 60 % für möglich gehalten hat. Dies kann 

letztlich aber offengelassen werden. Denn aus dem psychiatrischen Teilgutachten wird 

jedenfalls klar, dass in optimal leidensangepassten Tätigkeiten aus psychiatrischer 

Sicht eine 70%ige Arbeitsfähigkeit für möglich gehalten wird. Als optimal angepasste 

Tätigkeiten hat der psychiatrische Sachverständige solche ohne erhöhte emotionale 

Belastung, ohne erhöhten Zeitdruck (Stressbelastung), ohne erforderliche geistige 

Flexibilität, ohne vermehrte Kundenkontakte und ohne überdurchschnittliche 

Dauerbelastung beschrieben (IV-act. 121-86 f.). Der orthopädische Gutachter hat in 

seinem Teilgutachten festgehalten, dass die Arbeitsfähigkeit als Hilfsarbeiterin und 

Kontrolleurin, sitzend, daneben als Einpackerin auf einer höhenverstellbaren Pallette 

stehend und gehend, körperlich leicht und in temperierten Räumen, seit dem Zeitpunkt 

der Begutachtung 90 % betrage. Die bisherige Tätigkeit entspreche bereits einer 

adaptierten Tätigkeit (IV-act. 121-29). Im internistischen Gutachten sind keine 

Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit festgestellt worden (vgl. IV-

act. 121-58). Den Ausführungen in den einzelnen Teilgutachten entsprechend haben 

die Sachverständigen im interdisziplinären Konsens sodann festgehalten, dass die 

Arbeitsfähigkeit als Produktionsmitarbeiterin mit Kontrolltätigkeit und 

Verpackungstätigkeit seit September 2017 aufgrund der rezidivierenden depressiven 

Störung 60 % betrage. Arbeiten ohne erhöhte emotionale Belastung, ohne 

Stressbelastung, ohne erforderliche geistige Flexibilität, ohne vermehrte 

Kundenkontakte und ohne überdurchschnittliche Dauerbelastung seien seit September 

2017 zu 70 % zumutbar (IV-act. 121-35 f.). Anschliessend an diese psychiatrische 

3.3. 

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Arbeitsfähigkeitsschätzung haben die Gutachter im interdisziplinären Konsens ein im 

Vergleich zum orthopädischen Teilgutachten etwas detaillierteres somatisches 

Zumutbarkeitsprofil angefügt (körperlich leichte Tätigkeiten in temperierten Räumen, 

die abwechslungsweise sitzend und stehend, ohne häufige inklinierte, reklinierte und 

rotierte Körperhaltungen, ohne häufiges Gehen, insbesondere auf Treppen, Leitern und 

unebenem Boden, sowie ohne kniende Positionen ausgeführt werden können), wobei 

sie - wie bereits der orthopädische Sachverständige im Teilgutachten - zum Ausdruck 

gebracht haben, dass die aktuell ausgeübte Tätigkeit diesem Zumutbarkeitsprofil 

bereits optimal entspricht (IV-act. 121-36). Inwiefern sich die Gutachter somit nicht 

einig sein sollten, wie es die Beschwerdeführerin andeutet (vgl. act. G 1 S. 2 und 4 und 

G 7 S. 3), ist nicht ersichtlich. Auch kann die Beschwerdeführerin aus dem Umstand, 

dass sich der psychiatrische Gutachter möglicherweise nicht ganz im Klaren darüber 

gewesen ist, ob die aktuell von ihr ausgeübte Tätigkeit den von ihm aufgestellten 

Kriterien an eine optimal angepasste Tätigkeit vollumfänglich entspricht, nichts zu ihren 

Gunsten ableiten. Entscheidend für die Bemessung der Invalidität ist in erster Linie die 

medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit in optimal angepassten Tätigkeiten (vgl. Urteil 

des Bundesgerichts vom 28. Mai 2009, 9C_332/2009, E. 3.4 mit Hinweis). Diese haben 

die Gutachter in schlüssiger Weise seit September 2017 auf 70 % festgesetzt (vgl. IV-

act. 121-36), worauf abzustellen ist.

Daran ändert auch nichts, dass sich die Beschwerdeführerin in der aktuell von ihr 

ausgeübten Tätigkeit, die sie selber als optimal angepasst betrachtet, nur zu 50 % 

arbeitsfähig fühlt (vgl. act. G 1 und 7; IV-act. 124-3). Zum einen scheint die aktuelle 

Tätigkeit nach Einschätzung des psychiatrischen Gutachters nicht wirklich optimal 

angepasst zu sein (vgl. IV-act. 121-86 f. und vorstehende Erwägung 3.3), was erklären 

könnte, weshalb die medizinisch-theoretisch attestierte Arbeitsfähigkeit von der 

Beschwerdeführerin nicht voll wahrgenommen werden kann. Der Umstand, dass sich 

die Beschwerdeführerin in der aktuell ausgeübten Tätigkeit als nur zu 50 % arbeitsfähig 

fühlt, muss aber nicht einzig darauf zurückzuführen zu sein, dass die Stelle 

möglicherweise nicht optimal angepasst ist, sondern kann auch im subjektiven 

Empfinden der Beschwerdeführerin begründet sein. Aus objektiver Sicht hat der 

psychiatrische Gutachter in der aktuell ausgeübten Tätigkeit nämlich, wie oben 

dargelegt, eine mindestens 60%ige Arbeitsfähigkeit attestiert (vgl. IV-act. 121-86 f.), 

während es die Beschwerdeführerin als unmöglich erachtet, das aktuell ausgeübte 

Pensum von 50 % zu steigern (vgl. act. G 1 und 7; IV-act. 124-3). Im Rahmen der in der 

MGSG-Begutachtung durchgeführten EFL hat sich denn auch eine mässige 

Symptomausweitung, eine Selbstlimitierung und eine Inkonsistenz ergeben, sodass die 

Resultate der physischen Leistungstests für die Beurteilung der zumutbareren 

3.4. 

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4.  

Belastbarkeit teilweise nicht verwertbar gewesen sind (vgl. IV-act. 121-42). Der 

psychiatrische Gutachter hat zudem festgehalten, dass die Beschwerdeführerin 

vermehrte Unterstützung und Zuwendung erhalte, sodass ein Krankheitsgewinn nicht 

ausgeschlossen werden könne (IV-act. 121-86). Zudem hat die im Rahmen der 

Begutachtung durchgeführte Bestimmung der Medikamentenspiegel bei Sertralin und 

Ibuprofen Werte unter dem therapeutischen Bereich ergeben (vgl. IV-act. 121-78 und 

121-89). Demzufolge sind von einem Augenschein am Arbeitsplatz, wie ihn die 

Beschwerdeführerin beantragt (vgl. act. G 1 und 7), kaum bessere Erkenntnisse 

hinsichtlich der medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit zu erwarten, selbst wenn 

sich dabei herausstellen würde, dass der aktuelle Arbeitsplatz bereits optimal 

angepasst sein sollte. Dabei gilt es schliesslich auch zu berücksichtigen, dass bei einer 

psychiatrischen Beurteilung immer ein gewisser Ermessensspielraum besteht, sodass 

selbst leicht abweichende Einschätzungen der Arbeitsfähigkeit anderer Ärzte die 

gutachterliche Expertise nicht automatisch in Frage stellen (vgl. Urteile des 

Bundesgerichts vom 4. März 2013, 9C_794/2012, E. 4.2, und vom 10. August 2011, 

8C_997/2010, E. 3.2). Dies hat folglich umso mehr für das subjektive Empfinden der 

Beschwerdeführerin, deren Arbeitskolleginnen und Arbeitskollegen sowie deren 

Arbeitgeberin zu gelten.

Im Übrigen kritisiert auch die Beschwerdeführerin das Gutachten und die Arbeits­

fähigkeitsschätzung der Gutachter nicht explizit, sondern bemängelt im Wesentlichen, 

dass es sich dabei um eine medizinisch-theoretische Beurteilung der Arbeitsfähigkeit 

handle, die in der freien Wirtschaft nicht umsetzbar sei. Sie ist der Ansicht, dass sie in 

der freien Wirtschaft nur ein halbes Arbeitspensum ausüben könne (vgl. act. G 7 S. 2). 

Im Sinne des Einwandes der Beschwerdeführerin ist somit zu prüfen, inwiefern sie die 

ihr medizinisch-theoretisch attestierte Arbeitsfähigkeit von 70 % auf dem 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt sozialpraktisch noch verwerten kann.

4.1. 

Die Zumutbarkeit der Ausschöpfung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit ist unter 

Annahme eines ausgeglichenen Arbeitsmarktes zu bestimmen. Der Begriff des 

ausgeglichenen Arbeitsmarktes gemäss Art. 16 ATSG ist ein theoretischer und 

abstrakter Begriff, welcher die konkrete Arbeitsmarktlage nicht berücksichtigt (BGE 134 

V 70 f. E. 4.2.1). Er umschliesst einerseits ein gewisses Gleichgewicht zwischen dem 

Angebot von Stellen und der Nachfrage nach solchen. Andererseits bezeichnet er einen 

Arbeitsmarkt, der von seiner Struktur her einen Fächer verschiedenartiger Stellen 

offenhält, und zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und 

intellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes (BGE 

4.2. 

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110 V 276 E. 4b; Urteil des Bundesgerichts vom 28. November 2014, 9C_485/2014, E. 

2.2; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG] vom 3. Dezember 2003, I 

349/01, mit Hinweisen). Der ausgeglichene Arbeitsmarkt umfasst auch sogenannte 

Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeitsangebote, bei welchen mit einem 

sozialen Entgegenkommen von Seiten des Arbeitgebers gerechnet werden kann (Urteil 

des Bundesgerichts vom 28. November 2014, 9C_485/2014, E. 2.2 mit Hinweis auf 

Urteil vom 29. August 2007, 9C_95/2007, E. 4.3). Von einer Arbeitsgelegenheit kann 

allerdings nicht mehr gesprochen werden, wenn die zumutbare Tätigkeit nur in so 

eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch 

nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines 

durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer entsprechenden 

Stelle daher von vornherein als ausgeschlossen erscheint (Urteil des Bundesgerichts 

vom 28. April 2010, 8C_1050/2009, E 3.3 mit weiteren Hinweisen).

Zwar haben die Gutachter an eine optimal angepasste Arbeitsstelle, welche ihrer 

Einschätzung nach ein höheres als das aktuell von der Beschwerdeführerin ausgeübte 

Pensum zulassen würde, zahlreiche Anforderungen gestellt (vgl. E. 3.3), die das 

Auffinden einer entsprechenden Stelle auf dem Arbeitsmarkt tatsächlich als schwierig 

erscheinen lassen. Doch vermag dieser Umstand an der Massgeblichkeit des 

theoretisch ausgeglichenen Arbeitsmarktes nichts zu ändern. Wie bereits dargelegt, ist 

für die Invaliditätsbemessung grundsätzlich nicht entscheidend, ob eine invalide 

Person unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann, sondern 

einzig, ob sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn 

ein Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage nach Arbeitskräften bestünde 

(ausgeglichener Arbeitsmarkt, Art. 16 ATSG; zum Ganzen Urteil des Bundesgerichts 

vom 28. November 2014, 9C_485/2014, E. 2 und 3.3.1 mit Hinweisen). Vorliegend ist 

es der Beschwerdeführerin aber bereits gelungen, eine Tätigkeit zu finden, die einer 

optimal angepassten Stelle zumindest nahe zu kommen scheint. So hat der 

orthopädische Sachverständige in seinem Teilgutachten festgehalten, dass die von der 

Beschwerdeführerin aktuell ausgeübte Tätigkeit den orthopädischen Anforderungen 

voll entspreche (IV-act. 121-29). Auch dem psychiatrischen Anforderungsprofil scheint 

die aktuell von der Beschwerdeführerin ausgeübte Tätigkeit ziemlich nahe zu kommen, 

schätzt doch der psychiatrische Gutachter die Arbeitsfähigkeit in einer optimal 

angepassten Tätigkeit um maximal 10 % höher als in der aktuellen Stelle ein (vgl. IV-

act. 121-86 f.; vgl. ferner E. 3.3). Auch hat die Beschwerdeführerin gegenüber dem IV-

Eingliederungsverantwortlichen angegeben, in der aktuellen Tätigkeit keinen Stress zu 

spüren (vgl. IV-act. 124-3). Nachdem die von der Beschwerdeführerin aktuell 

ausgeübte Tätigkeit dem gutachterlich definierten Adaptationsprofil in weiten Teilen 

4.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/17

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5.  

entspricht, erscheint die volle Verwertbarkeit der medizinisch-theoretisch attestierten 

Arbeitsfähigkeit vorliegend jedenfalls nicht als ausgeschlossen. Der Umstand, dass 

sich die Beschwerdeführerin in der aktuell ausgeübten Tätigkeit lediglich zu 50 % und 

nicht zu 70 % arbeitsfähig sieht, muss, wie bereits erwähnt, auch nicht einzig auf das 

Arbeitsplatzprofil zurückzuführen sein, sondern kann auch im subjektiven Empfinden 

der Beschwerdeführerin begründet sein (vgl. dazu auch E. 3.5).

Ausgehend von der gutachterlichen Arbeitsfähigkeitsschätzung bleiben die 

erwerblichen Auswirkungen der Leistungsbeeinträchtigung zu prüfen. Dabei ist der 

Invaliditätsgrad anhand eines Einkommensvergleichs zu bestimmen (vgl. E. 2). 

Entscheidend für den Einkommensvergleich sind grundsätzlich die Verhältnisse im 

Zeitpunkt des Beginns des Rentenanspruchs (vgl. BGE 129 V 222). Aufgrund der hier 

zu beurteilenden IV-Wiederanmeldung, die bei der Beschwerdegegnerin am 7. Februar 

2018 eingegangen ist (vgl. IV-act. 86-1), fällt der frühestmögliche Rentenbeginn im 

Sinne von Art. 29 Abs. 1 und 3 IVG auf den 1. August 2018. Das Wartejahr ist zu 

diesem Zeitpunkt ebenfalls bereits als erfüllt zu betrachten, da die gesundheitlichen 

Probleme der Beschwerdeführerin lange Zeit zuvor ihren Anfang genommen und 

bereits früher zu Arbeitsunfähigkeiten geführt haben. Der Umstand, dass die 

Beschwerdeführerin zwischenzeitlich in einem Pensum von 100 % zu arbeiten versucht 

hat, soll ihr bezüglich der Berechnung des Wartejahres nicht zum Nachteil gereichen 

(vgl. IV-act. 1 ff.). Für den Einkommensvergleich massgebend ist somit das Jahr 2018.

5.1. 

Für das Valideneinkommen ist grundsätzlich auf dasjenige Einkommen abzustellen, 

das die versicherte Person aufgrund ihrer beruflichen Fähigkeiten und ihrer 

persönlichen Umstände nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

im massgebenden Zeitpunkt des allfälligen Rentenbeginns verdient hätte, wenn sie 

nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG; BGE 135 V 59 E. 3.1 und 139 V 30 E. 3.3.2, 

je mit Hinweisen). Massgebend ist somit, was die Beschwerdeführerin im Jahr 2018 als 

Gesunde hätte verdienen können (vgl. E. 5.1). Die Beschwerdegegnerin hat für die 

Berechnung des Validenlohns auf dasjenige Einkommen abgestellt, das die 

Beschwerdeführerin gemäss den Angaben der G.___AG im Jahr 2018 als Gesunde 

verdienen würde (vgl. IV-act. 100-6 f., 128 und 139). Dass die Beschwerdegegnerin auf 

das bei der G.___AG erzielte Einkommen abgestellt hat, ist insofern nachvollziehbar, 

als die Beschwerdeführerin ab __. 2016 bis __. 2017 in einem Pensum von 100 % bei 

der G.___AG gearbeitet hat (vgl. IV-act. 72, 78, 80 und 100-9). Allerdings hat sie 

gegenüber der Beschwerdegegnerin stets betont, dass es sich dabei lediglich um 

einen Arbeitsversuch handle, und hatte erklärt, dass sie die Anstellung zunächst in 

5.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/17

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einem tieferen Pensum angetreten und dieses sukzessive probeweise auf 100 % 

gesteigert habe (vgl. IV-act. 69 f., 76 f. und 80; vgl. ferner IV-act. 94). Dementsprechend 

macht die Beschwerdeführerin geltend, dass für den Validenlohn nicht auf das 

Einkommen der aktuellen Stelle in einem Pensum von 100 % abgestellt werden könne, 

da sie mehr hätte verdienen können, wenn sie nicht seit längerer Zeit gesundheitlich 

angeschlagen gewesen wäre (vgl. act. G 1 S. 3). Nach den Angaben der G.___AG 

würde die Beschwerdeführerin als Gesunde im für die Rentenberechnung 

massgebenden Jahr 2018 bei einer Wochenarbeitszeit von 42 Stunden ein 

Jahreseinkommen von Fr. 52'910.-- verdienen (vgl. IV-act. 100). Gemäss der 

Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik hat der Jahresmedianlohn 

der Frauen in Tätigkeiten im Kompetenzniveau 1 im Jahr 2018 bei einem Pensum von 

100 % und einer Wochenarbeitszeit von 40 Stunden Fr. 52'452.-- betragen (12 x Fr. 

4'371.--; vgl. Tabelle TA 1 der LSE 2018). Angepasst an eine wöchentliche Arbeitszeit 

von 42 Stunden resultiert ein statistisches Einkommen von gerundet Fr. 55'075.-- (Fr. 

52'452.-- / 40 x 42). Unter Berücksichtigung einer wöchentlichen Arbeitszeit von 42 

Stunden hat der statistische Tabellenlohn somit leicht über dem von der 

Beschwerdeführerin im Jahr 2018 erzielten Verdienst gelegen. Angesichts der 

Tatsache, dass die Beschwerdeführerin bereits bei Antritt der Stelle bei der G.___AG 

gesundheitlich angeschlagen gewesen ist, rechtfertigt es sich, sowohl für das Validen- 

als auch für das Invalideneinkommen auf den Jahreslohn von Fr. 55'075.-- abzustellen. 

Da im vorliegenden Fall somit sowohl hinsichtlich des hypothetischen 

Valideneinkommens als auch bezüglich des Invalideneinkommens für ein Pensum von 

100 % derselbe Lohn zugrunde zu legen ist, kann der Einkommensvergleich anhand 

eines sogenannten Prozentvergleichs vorgenommen werden. Dabei entspricht der 

Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeitsunfähigkeit, allenfalls unter Berücksichtigung 

eines Abzuges vom Tabellenlohn (vgl. BGE 126 V 75). Ein solcher ist, wie die 

Beschwerdeführerin zu Recht geltend macht (act. G 7 S. 3), vorliegend angezeigt, da 

die zahlreichen qualitativen Einschränkungen, welche die Gutachter definiert haben, die 

Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit erschweren. Beispielsweise wird die 

Beschwerdeführerin aufgrund der qualitativen Einschränkungen nicht gleich flexibel wie 

andere Arbeitnehmende einsetzbar sein, wenn sie beispielsweise Überstunden leisten 

oder vorübergehend an einem anderen Arbeitsplatz eingesetzt werden sollte. 

Angesichts dieser Umstände rechtfertigt sich vorliegend ein Tabellenlohnabzug von 10 

%.

Unter Berücksichtigung des gutachterlich attestierten Arbeitsunfähigkeitsgrades 

von 30 % und eines Tabellenlohnabzugs von 10 % ergibt sich ein 

5.3. 

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6.  

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Beschwerdeführerin hat eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen; diese 

ist durch den in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss gedeckt.

rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 37 % (= 100 % - 90 % x 70 %). Folglich 

hat die Beschwerdegegnerin einen Rentenanspruch zu Recht verneint.

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde gegen die 

angefochtene Verfügung abzuweisen.

6.1. 

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Der unterliegenden 

Beschwerdeführerin sind die Gerichtskosten in der Höhe von Fr. 600.-- aufzuerlegen, 

wobei diese bereits durch den in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss gedeckt 

sind.

6.2. 

bis

Ausgangsgemäss hat die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine 

Parteientschädigung.

6.3. 

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	Entscheid Versicherungsgericht, 12.05.2021
	Art. 28 IVG: Beweiskraft Gutachten bejaht. Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit bejaht. Einkommensvergleich. Rentenanspruch verneint. Abweisung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 12. Mai 2021, IV 2019/217).

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