# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 72f4b4ed-bec2-57ab-9796-df56cd83abe8
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-07-24
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 24.07.2024 SK.2024.23
**Docket/Reference:** SK.2024.23
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_SK-2024-23_2024-07-24

## Full Text

Feststellung der Rückzahlungspflicht für die Kosten der amtlichen Verteidigung (Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO);;Feststellung der Rückzahlungspflicht für die Kosten der amtlichen Verteidigung (Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO);;Feststellung der Rückzahlungspflicht für die Kosten der amtlichen Verteidigung (Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO);;Feststellung der Rückzahlungspflicht für die Kosten der amtlichen Verteidigung (Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO)

Urteil vom 24. Juli 2024 
Strafkammer 

Besetzung  Bundesstrafrichterin Joséphine Contu Albrizio, 

Einzelrichterin 

Gerichtsschreiber Tornike Keshelava 

Parteien  BUNDESANWALTSCHAFT, Urteilsvollzug, 

Gesuchstellerin 

 

 
gegen 

  A., 

Gesuchsgegner 

Gegenstand  
Feststellung der Rückzahlungspflicht für die Kosten 

der amtlichen Verteidigung 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t  

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

Geschäftsnummer: SK.2024.23 

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SK.2024.23 

Die Einzelrichterin erwägt, dass: 

– die Strafkammer des Bundesstrafgerichts mit Urteil SK.2013.33 vom 17. Dezem-

ber 2013 A. wegen verschiedener Delikte zu einer bedingten Freiheitsstrafe sowie 

einer Busse verurteilte (Dispositiv Ziff. I.1 und I.2) und ihm die Verfahrenskosten 

auferlegte (Dispositiv Ziff. I.11); 

– die Strafkammer zudem im genannten Urteil dem amtlichen Verteidiger von A. eine 

von der Eidgenossenschaft auszurichtende Entschädigung von Fr. 12'400.-- (inkl. 

MWST) zusprach und A. verpflichtete, der Eidgenossenschaft hierfür in vollem Um-

fang Ersatz zu leisten, sobald er dazu in der Lage ist (Dispositiv Ziff. I.10); 

– das Urteil per 17. Dezember 2013 in Rechtskraft erwuchs (Art. 437 Abs. 1 lit. a und 

Abs. 2 StPO); 

– die Strafkammer am 7. Januar 2014 die Entscheidmeldung zum Vollzug erliess; 

– die Bundesanwaltschaft, Urteilsvollzug, mit Schreiben vom 3. April 2024 die Straf-

kammer darum ersuchte, die Rückzahlungspflicht von A. für die Kosten seiner amt-

lichen Verteidigung i.S.v. Art. 135 Abs. 4 StPO im Umfang von Fr. 12'400.-- festzu-

stellen (SK pag. 1.100.1 ff.); 

– die Strafkammer mit Schreiben vom 23. April 2024 A. einlud, Stellung zum Gesuch 

der Bundesanwaltschaft zu nehmen und das Formular über seine persönlichen und 

finanziellen Verhältnisse ausgefüllt einzureichen (SK pag. 1.231.4.1); 

– die Strafkammer im Weiteren die aktuellen Steuerunterlagen sowie einen Betrei-

bungsregisterauszug betreffend A. einholte (SK pag. 1.231.2.1 ff., 1.231.2.1 f.); 

– A. sich weder zur Sache vernehmen liess noch das Formular über seine persönli-

chen und finanziellen Verhältnisse einreichte; 

– A. bereits das ihm von der Bundesanwaltschaft, Urteilsvollzug, am 9. August 2023 

zugestellte Formular «Persönliche und finanzielle Situation» nicht ausfüllte bzw. re-

tournierte (SK pag. 1.100.41 f.); 

– über die Frage der Rückerstattung der Kosten für die amtliche Verteidigung nach 

Wegfall der Bedürftigkeit nach der Urteilsfällung in einem selbständigen nachträgli-

chen Entscheid des Gerichts gemäss Art. 363 ff. StPO zu befinden ist (TPF 2013 

136 E. 6.3); 

– ein solcher Entscheid einen entsprechenden Antrag der Vollzugsbehörde voraus-

setzt (TPF 2013 136 E. 6.4); 

– der Entscheid gestützt auf die Akten schriftlich in Form eines Urteils ergeht (Art. 365 

Abs. 1 und 2 i.V.m. Art. 80 Abs. 1 StPO); 

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SK.2024.23 

– der Rückforderungsanspruch des Staates für die Kosten der amtlichen Verteidigung 

in 10 Jahren seit Eintritt der Rechtskraft des Entscheids im Hauptverfahren verjährt 

(Art. 135 Abs. 5 StPO; LIEBER, Zürcher Kommentar, 3. Aufl. 2020, Art. 135 StPO 

N. 24); 

– die Verjährung – analog – nach den üblichen Regeln gemäss Art. 135 ff. OR unter-

brochen wird (CAVALLO, Zürcher Kommentar, a.a.O., Art. 442 StPO N. 9; PERRIN/ 

ROTEN, Commentaire romand, Code de procédure pénale suisse, 2. Aufl., 2019, 

Art. 442 N. 20); 

– gemäss Art. 135 Ziff. 1 OR die Verjährung durch Anerkennung der Forderung von 

seiten des Schuldners, namentlich auch durch Zins- und Abschlagszahlungen, 

Pfand- oder Bürgschaftsbestellung, unterbrochen wird; 

– die Anerkennung der Forderung keiner Formvorschrift unterliegt, sich auf die Beja-

hung der grundsätzlichen Schuldpflicht beschränken kann und sich nicht auf einen 

bestimmten Betrag beziehen muss; unter die Anerkennung mit Unterbrechungswir-

kung jedes Verhalten des Schuldners fällt, das vom Gläubiger nach Treu und Glau-

ben im Verkehr als Bestätigung seiner rechtlichen Verpflichtung aufgefasst werden 

darf; es im Allgemeinen genügt, dass der handlungsfähige Schuldner ausdrücklich 

oder durch konkludente Handlungen seiner Meinung Ausdruck gibt, die Schuld be-

stehe noch (BGE 134 II 591 E. 5.2.1; Urteil des Bundesgerichts 5C.98/2004 vom 

6. Oktober 2004 E. 4.4.1; DÄPPEN, Basler Kommentar, 7. Aufl. 2020, Art. 135 OR 

N. 2); 

– A. mit Schreiben vom 6. Juni 2023 an die Bundesanwaltschaft, Urteilsvollzug, er-

klärte, sich der noch offenen Forderung aus dem Verfahren gegen ihn bewusst zu 

sein, und darum ersuchte, diese im Juni 2024 komplett tilgen zu dürfen (SK pag. 

1.100.40); 

– das betreffende Schreiben als (ausdrückliche) Forderungsanerkennung i.S.v. 

Art. 135 Ziff. 1 OR zu qualifizieren ist, womit die Verjährung unterbrochen wurde und 

mit dem Datum der Schuldanerkennung von neuem zu laufen begann (Art. 137 Abs. 

1 OR); 

– die Zuständigkeit der Strafkammer in der vorliegenden Sache gegeben und auf den 

Antrag der Bundesanwaltschaft, Urteilsvollzug, vom 3. April 2024 folglich einzutre-

ten ist; 

– vom Staat gestützt auf die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und Ver-

beiständung ausbezahlte Beträge nach Abschluss des Verfahrens zurückverlangt 

werden können, wenn sich die wirtschaftliche Situation des Begünstigten ausrei-

chend verbessert hat und die Bedürftigkeit nicht mehr gegeben ist (BGE 135 I 91 

E. 2.4.2; Urteil des Bundesgerichts 6B_413/2009 vom 13. August 2009 E. 1.2.2 

m.w.H.); 

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SK.2024.23 

– sich die prozessuale Bedürftigkeit nach der gesamten wirtschaftlichen Situation der 

betroffenen Person beurteilt; 

– massgebend ist, dass die Deckung des Grundbedarfs für die betroffene Person und 

ihre Familie gewährleistet sein muss, wobei es nicht um eine schematische, auf das 

betreibungsrechtliche Existenzminimum beschränkte Beurteilung geht (BGE 135 I 

91 E. 2.4.3; RUCKSTUHL, Basler Kommentar, 3. Aufl. 2023, Art. 132 StPO N. 23; 

LIEBER, a.a.O., Art. 132 StPO N. 11); 

– es der betroffenen Person möglich sein muss, die Anwaltskosten aus dem Einkom-

men oder dem vorhandenen liquiden Vermögen innert absehbarer Zeit zu bezahlen 

(RUCKSTUHL, a.a.O., Art. 132 StPO N. 24; LIEBER, a.a.O., Art. 132 StPO N. 11); 

– bei Ehegatten auf die finanziellen Verhältnisse beider Ehegatten abzustellen ist 

(RUCKSTUHL, a.a.O., Art. 132 StPO N. 23a; LIEBER, a.a.O., Art. 132 StPO N. 11a); 

– wie bei der Anordnung der amtlichen Verteidigung, die verurteilte Person im Rah-

men der nachträglichen Überprüfung der wirtschaftlichen Verhältnisse die prozessu-

ale Obliegenheit trifft, ihre (andauernde) Bedürftigkeit glaubhaft zu machen und so-

weit möglich zu belegen; die Mitwirkungsverweigerung führt, soweit sich die Mittel-

losigkeit nicht zur Genüge aus den Akten ergibt, zur Rückzahlungspflicht gemäss 

Art. 135 Abs. 4 StPO (RUCKSTUHL, a.a.O., Art. 132 StPO N. 30 f.; LIEBER, a.a.O., 

Art. 132 StPO N. 12, je mit Hinweisen auf die Rechtsprechung); 

– A., wie gezeigt, seine Mitwirkungsobliegenheit, die aktuellen Einkommens- und Ver-

mögensverhältnisse offenzulegen, verletzt hat; 

– sich in den Akten, wie nachstehend dargelegt wird, keine Hinweise auf eine Mittel-

losigkeit finden; 

– gemäss der Steuererklärung 2022 von A. und seiner Ehefrau zu Handen der Steu-

erverwaltung des Kantons Thurgau die beiden Ehegatten im betreffenden Jahr über 

gemeinsame steuerbare Einkünfte von Fr. 205'824.-- (bestehend aus Fr. 106'552.-- 

Nettoeinkommen von A. aus der Erwerbstätigkeit, Fr. 57'574.-- und Fr. 962.-- Netto-

einkommen der Ehefrau aus der Haupt- und Nebenerwerbstätigkeit, Fr. 20'936.-- 

Wertschriften- und Zinserträge und Fr. 19'800.-- erhaltene Unterhaltsbeiträge für die 

aus einer früheren Beziehung stammenden zwei Kinder der Ehefrau) sowie über ein 

– vornehmlich aus Wertschriften und Guthaben bestehendes – steuerbares Vermö-

gen von Fr. 354'789.-- verfügten (SK pag. 1.231.3 ff.); 

– gemäss Betreibungsregisterauszug vom 25. Juni 2024 keine Verlustscheine, indes 

drei offene Betreibungen in der Höhe von Fr. 2’313.30, Fr. 2'826.10 und 

Fr. 15'681.75 im Zusammenhang mit Steuerschulden registriert sind (SK pag. 

1.231.3.3); 

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SK.2024.23 

– allfällige weitere Schulden gegenüber Privaten für die Berechnung des Notbedarfs 

von vornherein nicht zu berücksichtigen sind, da die unentgeltliche Rechtspflege 

nicht dazu dienen soll, auf Kosten des Gemeinwesens Gläubiger zu befriedigen, die 

nicht oder nicht mehr zum Lebensunterhalt beitragen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

8C_470/2016 vom 16. Dezember 2016 E. 5.4 m.w.H.); 

– angesichts der aktenkundigen komfortablen finanziellen Verhältnisse von A. ohne 

Weiteres davon ausgegangen werden kann, dass er in der Lage ist, die Kosten sei-

ner amtlichen Verteidigung im Verfahren SK.2013.33 in der Höhe von Fr. 12'400.-- 

innert absehbarer Zeit aus seinem Einkommen und dem liquiden Vermögen zu be-

gleichen, ohne sich und seine Familie in eine Notlage zu bringen; 

– über die Gewährung von Zahlungserleichterungen oder die allfällige Einleitung der 

Zwangsvollstreckung die Vollzugsbehörde zu befinden hat (Art. 442 Abs. 1 StPO); 

– das Gesuch der Bundesanwaltschaft, Urteilsvollzug, vom 3. April 2024 demnach 

gutzuheissen ist; 

– für diesen Entscheid keine Kosten zu erheben sind. 

  

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SK.2024.23 

Die Einzelrichterin erkennt: 

1. Das Gesuch der Bundesanwaltschaft, Urteilsvollzug, vom 3. April 2024 wird gutge-

heissen. 

2. A. wird verpflichtet, der Eidgenossenschaft die Entschädigung von Fr. 12‘400.-- für 

die Kosten seiner amtlichen Verteidigung im Verfahren SK.2013.33 zurückzuzahlen. 

3. Es werden keine Kosten erhoben. 

4. Dieser Entscheid wird den Parteien schriftlich eröffnet. 

Im Namen der Strafkammer 

des Bundesstrafgerichts 

Die Einzelrichterin  Der Gerichtsschreiber 

 
Eine vollständige schriftliche Ausfertigung wird zugestellt an 

- Bundesanwaltschaft, Urteilsvollzug 

- A. 

Nach Eintritt der Rechtskraft mitzuteilen an 

- Bundesanwaltschaft als Vollzugsbehörde (vollständig) 

  

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SK.2024.23 

Rechtsmittelbelehrung 

Berufung an die Berufungskammer des Bundesstrafgerichts 

Gegen Urteile der Strafkammer des Bundesstrafgerichts, die das Verfahren ganz oder teilweise abschliessen, 

kann innert 10 Tagen seit Eröffnung des Urteils bei der Strafkammer des Bundesstrafgerichts mündlich oder 

schriftlich Berufung angemeldet werden (Art. 399 Abs. 1 i.V.m. Art. 398 Abs. 1 StPO; Art. 38a StBOG). 

 

Mit der Berufung kann das Urteil in allen Punkten umfassend angefochten werden. Mit der Berufung können 

gerügt werden: Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung und Missbrauch des Ermessens, Rechts-

verweigerung und Rechtsverzögerung, die unvollständige oder unrichtige Feststellung des Sachverhaltes so-

wie Unangemessenheit (Art. 398 Abs. 2 und 3 StPO).  

 

Die Berufung erhebende Partei hat innert 20 Tagen nach Zustellung des begründeten Urteils der Berufungs-

kammer des Bundesstrafgerichts eine schriftliche Berufungserklärung einzureichen. Sie hat darin anzugeben, 

ob sie das Urteil vollumfänglich oder nur in Teilen anficht, welche Abänderungen des erstinstanzlichen Urteils 

sie verlangt und welche Beweisanträge sie stellt. Werden nur Teile des Urteils angefochten, ist verbindlich 

anzugeben, auf welche sich die Berufung beschränkt (Art. 399 Abs. 3 und 4 StPO). 

Einhaltung der Fristen 

Eingaben müssen spätestens am letzten Tag der Frist bei der Strafbehörde abgegeben oder zu deren Handen 

der Schweizerischen Post, einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung oder, im 

Falle von inhaftierten Personen, der Anstaltsleitung übergeben werden (Art. 91 Abs. 2 StPO). 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Versand: 24. Juli 2024