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**Case Identifier:** 0a770f4c-3a0c-56fd-9910-5a705144ba73
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-05-08
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 08.05.2025 200 2023 813
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2023-813_2025-05-08.pdf

## Full Text

IV 200 2023 813 
WIS/IMD/STA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 8. Mai 2025

Verwaltungsrichterin Wiedmer, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichter Schwegler, Verwaltungsrichter Isliker
Gerichtsschreiber Imhasly

A.________
vertreten durch B.________ AG, Rechtsanwältin C.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern  
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 16. Oktober 2023

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Mai 2025, IV 200 2023 813

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Sachverhalt:

A.

Die 1974 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich im März 2013 unter Hinweis auf diverse körperliche Ein-
schränkungen bei der Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an 
(Akten der IV [act. II] 1). Die IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) 
beschied das Leistungsgesuch mit Verfügung vom 7. November 2014 ab-
schlägig (act. II 52). Auf Beschwerde hin (act. II 53/3 ff.) hob das Verwal-
tungsgericht des Kantons Bern die Verfügung mit Urteil IV 200 2014 1165 
vom 12. Februar 2015 (act. II 56) auf und wies die Sache zur weiteren Ab-
klärung an die IVB zurück. Diese veranlasste eine psychiatrische Begut-
achtung (Gutachten vom 25. November 2015 [act. II 92.1]; Stellungnahme 
vom 11. Juli 2016 [act. II 113]) und verneinte mit Verfügung vom 6. Sep-
tember 2016 (act. II 118) einen Anspruch auf IV-Leistungen. Die dagegen 
erhobene Beschwerde (act. II 121/3 ff.) wies das Verwaltungsgericht des 
Kantons Bern mit Urteil IV 200 2016 959 vom 25. Juli 2017 (act. II 128) ab.

B.

Im März 2019 meldete sich die Versicherte unter Hinweis auf seit 2013 
bestehende Depressionen und diverse körperliche Beschwerden erneut bei 
der IVB zum Leistungsbezug an (act. II 134). Die IVB trat auf dieses Ge-
such mit Verfügung vom 29. Januar 2020 (act. II 158) mangels Glaubhaft-
machung einer wesentlichen Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse 
seit der letzten Verfügung nicht ein.

Mit Anmeldung vom Februar 2023 (act. II 159) ersuchte die Versicherte die 
IVB wiederum um Zusprache von IV-Leistungen. Die IVB tätigte erwerbli-
che und medizinische Abklärungen. Gestützt auf Beurteilungen des
Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) vom 12. und vom 15. Mai 2023 
(act. II 165 f.) kündigte sie mit Vorbescheid vom 30. Mai 2023 (act. II 168) 
die Verneinung eines Rentenanspruchs mangels Erwerbseinbusse an. 
Nach dagegen erhobenen Einwänden (act. II 169, 172, 174 ff.) und diesbe-

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züglichen Stellungnahmen des RAD (act. II 180 f.) verfügte die IVB am 
16. Oktober 2023 (act. II 182) wie angekündigt.

C.

Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch B.________ AG, Rechts-
anwältin C.________, mit Eingabe vom 16. November 2023 Beschwerde 
mit den Anträgen, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die 
Streitsache sei zur Erstellung eines polydisziplinären Gutachtens und zur 
weiteren Abklärung sowie zum Neuentscheid an die Beschwerdegegnerin 
zurückzuweisen.

Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 13. Dezem-
ber 2023 unter Beilage einer Stellungnahme des RAD vom 24. November 
2023 auf Abweisung der Beschwerde. Diese wurde der Beschwerdeführe-
rin mit prozessleitender Verfügung vom 18. Dezember 2023 zugestellt.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 

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gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 16. Oktober 2023 
(act. II 182). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführe-
rin auf eine Invalidenrente.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der 
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur 
Arbeitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden kön-
nen auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. 

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Art. 7 ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 
IVG sowie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizini-
sche Befundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer 
nur dann anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeein-
trächtigung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist 
(BGE 145 V 215 E. 5.1 S. 221). Mit der Diagnose eines Gesundheitsscha-
dens ist noch nicht gesagt, dass dieser auch invalidisierenden Charakter 
hat. Ob dies zutrifft, beurteilt sich gemäss dem klaren Gesetzeswortlaut 
nach dem Einfluss, den der Gesundheitsschaden auf die Arbeits- und Er-
werbsfähigkeit hat. Entscheidend ist, ob der versicherten Person wegen 
des geklagten Leidens nicht mehr zumutbar ist, ganz oder teilweise zu ar-
beiten. Deshalb gilt eine objektivierte Zumutbarkeitsprüfung unter aussch-
liesslicher Berücksichtigung von Folgen der gesundheitlichen Beeinträchti-
gung (BGE 142 V 106 E. 4.4 S. 110). Nicht als Folgen eines psychischen 
Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als 
relevant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versi-
cherte Person bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leis-
tungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des Forderbaren 
wird dabei weitgehend objektiv bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 
V 352 E. 2.2.1 S. 353; SVR 2014 IV Nr. 2 S. 4, 8C_662/2012 E. 3.1). Ent-
scheidend ist, ob und inwiefern es der versicherten Person trotz ihres Lei-
dens sozialpraktisch zumutbar ist, die Restarbeitsfähigkeit auf dem ihr nach 
ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwer-
ten, und ob dies für die Gesellschaft tragbar ist. Dies ist nach einem weit-
gehend objektivierten Massstab zu prüfen (BGE 136 V 279 E. 3.2.1 S. 281; 
SVR 2016 IV Nr. 2 S. 5, 8C_340/2015 E. 4.2).

2.3 Es ist dem klaren Willen des Gesetzgebers gemäss Art. 7 Abs. 2 
ATSG Rechnung zu tragen, wonach im Zuge einer objektivierten Betrach-
tungsweise von der grundsätzlichen "Validität" der versicherten Person 
auszugehen ist (BGE 141 V 281 E. 3.7.2 S. 295). Die Sachverständigen 
sollen die Diagnose so begründen, dass die Rechtsanwender nachvollzie-
hen können, ob die klassifikatorischen Vorgaben tatsächlich eingehalten 
sind (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 141 V 281 E. 2.1.1 S. 285). Gemäss 
höchstrichterlicher Rechtsprechung erfolgt die Prüfung, ob ein psychischer 
Gesundheitsschaden eine rentenbegründende Invalidität zu bewirken ver-

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mag, schliesslich anhand eines strukturierten normativen Prüfungsrasters 
(BGE 143 V 418 E. 7 S. 427, 141 V 281 E. 4.1 S. 296). Dies gilt für sämtli-
che psychischen Störungen (BGE 143 V 418 E. 7.2 S. 429).

2.3.1 Eine invalidenversicherungsrechtlich erhebliche Gesundheitsbe-
einträchtigung liegt nur vor, wenn die Diagnose im Rahmen einer Prüfung 
auf der ersten Ebene auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe 
nach BGE 131 V 49 standhält. Danach liegt regelmässig keine versicherte 
Gesundheitsschädigung vor, soweit die Leistungseinschränkung auf Ag-
gravation oder einer ähnlichen Erscheinung beruht. Hinweise auf solche 
und andere Äusserungen eines sekundären Krankheitsgewinns ergeben 
sich namentlich, wenn eine erhebliche Diskrepanz zwischen den geschil-
derten Schmerzen und dem gezeigten Verhalten oder der Anamnese be-
steht, intensive Schmerzen angegeben werden, deren Charakterisierung 
jedoch vage bleibt, keine medizinische Behandlung und Therapie in An-
spruch genommen wird, demonstrativ vorgetragene Klagen auf den Sach-
verständigen unglaubwürdig wirken oder schwere Einschränkungen im 
Alltag behauptet werden, das psychosoziale Umfeld jedoch weitgehend 
intakt ist. Nicht per se auf Aggravation weist blosses verdeutlichendes Ver-
halten hin. Besteht im Einzelfall Klarheit darüber, dass nach plausibler ärzt-
licher Beurteilung die Anhaltspunkte auf eine Aggravation eindeutig über-
wiegen und die Grenzen eines bloss verdeutlichenden Verhaltens klar 
überschritten sind, ohne dass das aggravatorische Verhalten auf eine ver-
selbstständigte, krankheitswertige psychische Störung (vgl. BGE 127 V 294 
E. 5a S. 299) zurückzuführen wäre, fällt eine versicherte Gesundheitsschä-
digung ausser Betracht und ein Rentenanspruch ist ausgeschlossen, selbst 
wenn die klassifikatorischen Merkmale einer psychischen Störung gegeben 
sein sollten (vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG erster Satz). Soweit die betreffenden 
Anzeichen neben einer ausgewiesenen verselbstständigten Gesundheits-
schädigung (BGE 127 V 294 E. 5a S. 299) auftreten, sind deren Auswir-
kungen derweil im Umfang der Aggravation zu bereinigen (BGE 141 V 281 
E. 2.2 und 2.2.1 S. 287; SVR 2021 IV Nr. 76 S. 256, 8C_165/2021 
E. 4.2.1).

2.3.2 Liegt auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe eine 
versicherte Gesundheitsschädigung vor, erfolgt schliesslich auf der zweiten 

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Ebene anhand eines normativen Prüfungsrasters mit einem Katalog von 
Indikatoren eine ergebnisoffene symmetrische Beurteilung des – unter 
Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer-
seits und Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderseits – tatsächlich 
erreichbaren Leistungsvermögens (BGE 141 V 281 E. 3.6 S. 294). Es gilt 
im Regelfall nach gemeinsamen Eigenschaften systematisierte Standardin-
dikatoren zu beachten (E. 4.1.3 S. 297), welche sich in die Kategorien 
"funktioneller Schweregrad" (E. 4.3 S. 298) und "Konsistenz" einteilen las-
sen (E. 4.4 S. 303). Der Prüfungsraster ist rechtlicher Natur (E. 5 S. 304). 
Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur 
zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestell-
ten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Stan-
dardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwie-
gender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Fol-
gen der Beweislosigkeit die materiell beweisbelastete versicherte Person 
zu tragen (E. 6 S. 308).

2.4 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine 
Rente, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufga-
benbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnah-
men wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während 
eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 
40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf 
dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. c).

2.5

2.5.1 Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades 
bereits einmal verweigert, so wird eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn 
die versicherte Person darin glaubhaft macht, dass sich der Grad der Inva-
lidität in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat 
(vgl. Art. 87 Abs. 2 und 3 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die 
Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]). Erheblich ist eine Sachver-
haltsänderung, wenn angenommen werden kann, der Leistungsanspruch 
sei begründet, falls sich die geltend gemachten Umstände als richtig erwei-
sen sollten (vgl. BGE 149V 177 E. 4.7 S. 184). Diese Eintretensvorausset-
zung soll verhindern, dass sich die Verwaltung immer wieder mit gleichlau-

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tenden und nicht näher begründeten, d.h. keine Veränderung des Sachver-
halts darlegenden Rentengesuchen befassen muss (BGE 133 V 108 E. 
5.3.1 S. 112; Urteil des Bundesgerichts [BGer] 8C_661/2022 vom 26. Juni 
2023 E. 3.6.2, nicht publ. in: BGE 149 V 177, aber in: SVR 2023 IV Nr. 52 
S. 177)

2.5.2 Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung oder das Revisionsge-
such ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewis-
sern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung 
des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist. Stellt sie fest, dass 
der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine 
Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls 
hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, 
um nunmehr eine rentenbegründende (bzw. anspruchsrelevant höhere) 
Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall 
obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 
V 198 E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117, I 822/06 E. 2.1).

2.5.3 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit 
den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb nicht 
nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, son-
dern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen 
(oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) 
des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert 
haben. Dazu gehört die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit aufgrund einer 
Angewöhnung oder Anpassung an die Behinderung. Ein Revisionsgrund ist 
ferner unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine andere Art der 
Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine Wandlung des 
Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 144 I 103 E. 2.1 S. 105, 141 V 9 
E. 2.3 S. 10; SVR 2021 IV Nr. 36 S. 109, 8C_280/2020 E. 3.1).

2.5.4 Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invali-
ditätsgrad erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuan-
meldungsverfahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG 
– durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten mate-
riellen Beurteilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit 

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demjenigen zur Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 
S. 112; 130 V 71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

2.5.5 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-
gebenden Tatsachenspektrums, neu und ohne Bindung an frühere Invali-
ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b 
S. 200; SVR 2021 IV Nr. 36 S. 109, 8C_280/2020 E. 3.1).

3.

3.1 Fest steht, dass die Beschwerdegegnerin auf die Neuanmeldung 
vom Februar 2023 (act. II 159) eingetreten ist und den Rentenanspruch mit 
der angefochtenen Verfügung vom 16. Oktober 2023 (act. II 182) materiell 
geprüft hat. Die Eintretensfrage ist – da nicht streitig – vom Gericht nicht zu 
beurteilen (BGE 109 V 108 E. 2b S. 114). Indes ist zu prüfen, ob im mass-
gebenden Vergleichszeitraum zwischen der Verfügung vom 6. September 
2016 (act. II 118) und der angefochtenen Verfügung vom 16. Oktober 2023 
(act. II 182; E. 2.5.4 hiervor) eine Veränderung in den tatsächlichen Ver-
hältnissen eingetreten ist, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad in einer für 
den Leistungsanspruch erheblichen Weise zu beeinflussen (vgl. E. 2.5.3 
hiervor).

3.2 In medizinischer Hinsicht erging die Verfügung vom 6. September 
2016 (act. II 118) gestützt auf das psychiatrische Gutachten von Dr. med. 
D.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 25. No-
vember 2015 (act. II 92.1) sowie deren Stellungnahme vom 11. Juli 2016 
(act. II 113). Im Gutachten diagnostizierte die Gutachterin eine anhaltende 
somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4) und wiederholte reaktive 
depressive Zustände, gemäss Akten vorwiegend mittelgradige depressive 
Episode bei starken psychosozialen Stressoren (ICD-10: F43.23, Z63, 
Z60.4, Z61 [act. II 92.1/32 Ziff. 4]). Sie bat bezüglich der Arbeitsfähigkeit 
"die Juristen, diese nach den neuen Kriterien zu beurteilen und definitiv zur 
Zumutbarkeit Stellung zu beziehen". Die Gutachterin hielt zudem fest, dass 
es aus therapeutischer Sicht günstig wäre, wenn die Beschwerdeführerin 

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wieder einer Tätigkeit in einem Pensum von 50 % nachgehen könnte. In 
Frage kämen praktisch orientierte Frauenarbeiten ohne Zeitdruck. Im 
Haushalt könne aufgrund der erhobenen Befunde nicht von einer gravie-
renden Einschränkung ausgegangen werden (act. II 92.1/44).

In der Stellungnahme vom 11. Juli 2016 (act. II 113) äusserte sich die Gut-
achterin zu den einzelnen Standardindikatoren gemäss BGE 141 V 281 
(vgl. E. 2.3.2 hiervor) und attestierte in einer leidensadaptierten Tätigkeit 
(der Qualifikation der Beschwerdeführerin entsprechende einfache manuel-
le Arbeiten ohne Hektik, Schicht- oder Nachtdienst) eine uneingeschränkte 
Arbeits- und Leistungsfähigkeit. Sie erklärte, ihre Angabe im Gutachten, 
wonach es günstig wäre, wenn die Beschwerdeführerin wiederum eine Ar-
beitsstelle mit einem Beschäftigungsgrad von 50 % antreten würde, habe 
sich auf das in der letzten Arbeitsstelle aus familiären Gründen ausgeübte 
Teilzeitpensum von 50 % bezogen.

3.3 Hinsichtlich der Entwicklung des Gesundheitszustandes seit Erlass 
der Verfügung vom 6. September 2016 (act. II 118) ergibt sich aus den 
Akten – soweit entscheidwesentlich – das Folgende:

3.3.1 Dem neurologischen Sprechstundenbericht des Spitals 
E.________ vom 19. Oktober 2018 (act. II 142/2 f.) sind die folgenden Dia-
gnosen zu entnehmen: Schwere Migräne ohne Aura (ICD-10: G43.0), vor-
zeitige Menopause (37j.) mit seither Exazerbation der Migräne, Schmerz-
bild aus dem degenerativen-weichteilrheumatischen-fibromyalgischen For-
menkreis und Insomnie. Es wurde eine Therapie mit Aimovig empfohlen.

3.3.2 Im Bericht vom 5. Dezember 2018 (act. II 137) diagnostizierte 
F.________ (im Medizinalberuferegister mit überprüftem, nicht anerkenn-
barem Diplom aus dem Ausland und ohne Berufsausübungsbewilligung 
verzeichnet [vgl. <www.medregom.admin.ch>]) eine rezidivierende depres-
sive Störung, gegenwärtig schwergradige depressive Episode ohne psy-
chotische Symptome (ICD-10: F33.2), eine emotional instabile Persönlich-
keitsstörung, Borderlinetyp (ICD-10: F60.31), eine andauernde Persönlich-
keitsänderung bei chronischem Schmerzsyndrom (ICD-10: F62.80) und 
eine Panikstörung (episodische paroxysmale Angst; ICD-10: F41.0). Der 

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psychische wie auch der körperliche Zustand hätten sich in der letzten Zeit 
trotz therapeutischen Bemühungen zunehmend verschlechtert.

3.3.3 Im Bericht vom 19. Mai 2020 (act. II 162/12) führte Dr. med. 
G.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 
Bewegungsapparates, aus, die MRI-Untersuchung zeige eine eindeutige 
SLAP-Läsion mit posteriorer paralabraler Ganglionzystenausbildung. Die 
klinische Untersuchung mit positivem Bizepssehnentest passe gut dazu. 
Die obere Rotatorenmanschette erscheine intakt. Es bestehe eine leichte 
subacromiale Impingementkonstellation. Die durchgeführte Infiltration habe 
für einen bis zwei Tage eine leichte Schmerzverbesserung gebracht. Jetzt 
seien die Beschwerden bei Abduktion und Aussenrotation sowie in allen 
Überkopfbewegungen deutlich und die Patientin spüre einen massiven Un-
terschied zwischen der linken schlechteren Schulter und der rechten bes-
seren Schulter. Auch bei schwieriger Vorgeschichte mit multiplen Gelenk- 
und Sehnenproblemen sei bei diesem Befund die Operationsindikation 
(Schulterarthroskopie mit Bizepssehnenotomie/Tenodese) gegeben.

3.3.4 Dr. med. H.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates, diagnostizierte im Bericht vom 1. 
Juni 2021 (act. II 162/9 f.) eine hochgradige gelenkseitige Supraspinatus-
sehnenpartialläsion links mit "Verdacht auf persistenten lange Bizepssehne 
intraartikulär" bei Status nach Schulterarthroskopie links mit Bizepssehnen-
tenotomie, Labrumrefixation, und subacromialer Dekompression im Juni 
2020. Unter Cortison-Therapie seien die Beschwerden etwas besser ge-
worden.

3.3.5 Im Bericht vom 12. September 2022 (act. II 162/7 f.) diagnostizier-
te Dr. med. I.________, Facharzt für Neurochirurgie, linksseitige bewe-
gungsabhängige Hüftbeschwerden, generelle Myogelosen, DD Fibromyal-
gie, und eine regrediente Lumbalgie mit intermittierender linksseitiger Lum-
boischialgie. Im Bereich der Lendenwirbelsäule liege nach Infiltration und 
Verwendung eines Korsetts eine Verbesserung vor. Im Vordergrund stün-
den im Moment generelle Muskelbeschwerden und Schmerzen im Bereich 
des linken Beckens. Differentialdiagnostisch könnte eine Sakroiliitis vorlie-
gen.

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3.3.6 F.________ wiederholte im Bericht vom 15. Dezember 2022 
(act. II 162/3 ff.) seine Einschätzung, wonach sich der Gesundheitszustand 
im Verlauf der Jahre massiv verschlechtert habe. Die Einschätzung des 
Krankheitsbildes und der Arbeitsunfähigkeit von 100 % bestehe nach wie 
vor unverändert.

3.3.7 Im Bericht vom 23. Januar 2023 (act. II 162/1 f.) diagnostizierte 
Dr. med. J.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumato-
logie des Bewegungsapparates, ein persistierendes ischiofemorales Im-
pingement links mit anteriorsuperiorer Labrumläsion, regrediente Lumbal-
gien mit intermittierender, linksseitiger Lumboischialgie, ein Fazettenge-
lenksyndrom L5/S1 und eine kongenitale Hyperlordose L5/S1. Die 
ischiofemorale Impingementproblematik sei in der Literatur als sehr schwie-
rig zu therapierende Entität beschrieben. Mittels minimalinvasiver Technik 
sei versucht worden, eine Linderung zu bewirken; dies ohne wesentlichen 
oder nachhaltigen Erfolg. Bei nachhaltiger Einschränkung der Lebensqua-
lität wäre eine chirurgische Hüftluxation mit Trochanter-Flip-Osteotomie 
vorzunehmen. Dieser Eingriff sei jedoch sehr aufwendig und gross in der 
Durchführung sowie sehr zeitaufwendig in der postoperativen Rehabilitati-
on.

3.3.8 In der Aktennotiz vom 12. Mai 2023 (act. II 165) führte der RAD-
Arzt Dr. med. K.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates, aus, mit den neu eingereichten 
Arztberichten liege eine glaubhaft gemachte relevante Veränderung des 
Gesundheitszustandes seit dem 6. September 2016 vor. Es bestünden 
symptomatisch gewordene degenerative Veränderungen an der linken 
Schulter, der Lendenwirbelsäule und eine symptomatische Impingement-
Konstellation an der linken Hüfte. An der Lendenwirbelsäule bestehe zu-
dem eine Fehlstatik. Auch eine Osteoporose liege vor. Zudem sei eine Mi-
gräne diagnostiziert worden. Aus somatisch-orthopädischer Sicht sei von 
folgendem Zumutbarkeitsprofil auszugehen: Zumutbar seien körperlich 
leichte bis gelegentlich mittelschwere Tätigkeiten in wechselbelastender 
oder überwiegend sitzender Position mit einer Gewichtsbelastung von ma-
ximal 10 – 15 kg ganztags über 8.5 Stunden ohne weitere Leistungsminde-
rung.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Mai 2025, IV 200 2023 813

-13-

3.3.9 Der RAD-Arzt Dr. med. L.________, Facharzt für Psychiatrie und 
Psychotherapie, verneinte im Bericht vom 15. Mai 2023 (act. II 166) aus 
psychiatrischer Sicht eine relevante Veränderung des Gesundheitszustan-
des seit dem 6. September 2016. F.________ mache am 15. Dezember 
2022 einen gleichwertigen Krankheitsverlauf, eine gleichwertige medizini-
sche Beurteilung und eine gleichwertige Beurteilung der Arbeitsfähigkeit 
geltend, mithin also keine Verschlechterung. Seine Ausführungen würden 
sich denn auch nur gering von seinen früheren Darlegungen unterscheiden. 
So habe er nun den Schweregrad der Depression im Vergleich zur Ein-
schätzung im Oktober 2019 nicht mehr als schwer-, sondern als mittelgra-
dig eingestuft. Zudem führe er im Vergleich zu früher die auch schon im 
Gutachten aus dem Jahr 2015 festgestellte Schmerzstörung nicht mehr 
auf, so dass auf der diagnostischen Ebene eine Verbesserung eingetreten 
sei.

3.3.10 Im Bericht vom 27. Juli 2023 (act. II 174/2) führte Dr. med. 
M.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, aus, die Ausführun-
gen des RAD seien isoliert auf die somatischen Befunde fokussiert nicht 
unbedingt falsch, entsprächen aber mit Blick auf die Gesamtsituation mit 
der schweren psycho-somatischen Störung überhaupt nicht der Realität. 
Die Patientin sei seit Jahren auch nur schon im Haushalt überfordert und 
brauche Hilfe. Somit sei eine Arbeitsfähigkeit von 100 % mehr als unwahr-
scheinlich. Es bestehe eine Restarbeitsfähigkeit von maximal 20 – 30 % für 
absolut leichte Tätigkeiten, aber auch das sei wegen der raschen Ermüd-
barkeit im Moment unrealistisch.

3.3.11 F.________ gab im Bericht vom 4. August 2023 (act. II 176/2 ff.) 
an, er gehe aufgrund der bisherigen Untersuchungsbefunde davon aus, 
dass sich der psychische und der körperliche Zustand der Patientin von 
Jahr zu Jahr ziemlich verschlechtert habe. Bis vor ein paar Jahren habe sie 
zumindest den Haushalt noch selbst führen können. Seit mindestens zwei 
Jahren könne sie dies ohne Hilfe der Tochter nicht mehr. Die depressiven 
Symptome mit sozialem Rückzug seien zunehmend stärker geworden. 
Aufgrund von sozialen und agoraphobischen Ängsten mit Panikattacken 
vermeide sie jegliche Kontakte mit Menschen. Rein aus psychiatrischer 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Mai 2025, IV 200 2023 813

-14-

Sicht sei der Gesundheitszustand seit 2016 mindestens 60 % schlechter 
geworden. Es bestehe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit.

3.3.12 Dr. med. J.________ hielt im Bericht vom 25. August 2023 
(act. II 178/3 f.) fest, die Ausführungen des RAD-Arztes Dr. med. 
K.________ seien schlüssig und nachvollziehbar. Im Sektor leichte Arbei-
ten (Schreib- und Büroarbeiten) bestehe eine vollständige Arbeitsfähigkeit, 
ebenso für körperlich mittelschwere Arbeiten. Eine Beurteilung der Arbeits-
fähigkeit sei jedoch nie Gegenstand der Abklärungen gewesen. Die Ein-
schränkung der Arbeitsfähigkeit müsse jedoch nicht nur isoliert auf das 
Hüftproblem links, sondern im Gesamtkontext der weiteren Diagnosen be-
trachtet werden.

3.4

3.4.1 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

3.4.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Mai 2025, IV 200 2023 813

-15-

3.4.3 Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt 
Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar be-
gründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre 
Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b ee S. 354; SVR 2022 UV 
Nr. 3 S. 7, 8C_131/2021 E. 3.2).

Trotz dieser grundsätzlichen Beweiseignung kommt den Berichten versi-
cherungsinterner medizinischer Fachpersonen praxisgemäss nicht dieselbe 
Beweiskraft zu wie einem gerichtlichen oder im Verfahren nach Art. 44 
ATSG vom Versicherungsträger veranlassten Gutachten unabhängiger 
Sachverständiger. Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines exter-
nen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung 
strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an 
der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen 
Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen. Ins-
besondere sind die von der versicherten Person aufgelegten Berichte der 
behandelnden Ärztinnen und Ärzte mitzuberücksichtigen. Wird die Schlüs-
sigkeit der Feststellungen der versicherungsinternen Fachpersonen durch 
einen nachvollziehbaren Bericht eines behandelnden Arztes in Zweifel ge-
zogen, so genügt der pauschale Hinweis auf dessen auftragsrechtliche 
Stellung (BGE 125 V 351 E. 3a cc S. 353) nicht, um solche Zweifel aus-
zuräumen. Vielmehr wird das Gericht entweder ein Gerichtsgutachten an-
zuordnen oder die Sache an den Versicherungsträger zurückzuweisen ha-
ben, damit dieser im Verfahren nach Art. 44 ATSG eine Begutachtung ver-
anlasst (BGE 145 V 97 E. 8.5 S. 105, 142 V 58 E. 5.1 S. 65, 139 V 225 E. 
5.2 S. 229, 135 V 465 E. 4.4 - 4.6 S. 469; Urteil des BGer 8C_434/2023, 
8C_436/2023 vom 10. April 2024 E. 4.3, nicht publ. in: BGE 150 V 188, 
aber in: SVR 2024 UV Nr. 27 S. 107).

3.5 Die Beschwerdegegnerin verneinte einen Rentenanspruch in der 
angefochtenen Verfügung vom 16. Oktober 2023 (act. II 182) gestützt auf 
die Beurteilungen der RAD-Ärzte Dres. med. K.________ und L.________ 
vom 12. bzw. vom 15. Mai 2023 (act. II 165 f.). In somatischer Hinsicht be-
jahte Dr. med. K.________ eine relevante Veränderung des Gesundheits-
zustandes seit Erlass der Verfügung vom 6. September 2016 in Form von 
symptomatisch gewordenen degenerativen Veränderungen an der linken 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Mai 2025, IV 200 2023 813

-16-

Schulter und der Lendenwirbelsäule, einer symptomatischen Impingement-
Konstellation an der linken Hüfte, einer Fehlstatik an der Lendenwirbelsäu-
le, einer Osteoporose und einer diagnostizierten Migräne (act. II 165). Dies 
überzeugt mit Blick auf die Aktenlage ohne Weiteres, zumal im Vergleichs-
zeitpunkt keine somatischen Einschränkungen bestanden und die geklag-
ten Beschwerden allein dem somatoformen Bereich zuzuordnen waren 
(vgl. VGE IV 200 2016 959 E. 3.1). Damit ist der Rentenanspruch in rechtli-
cher und tatsächlicher Hinsicht allseitig neu und ohne Bindung an frühere 
Invaliditätsschätzungen zu prüfen (vgl. E. 2.5.5 hiervor).

3.6 In psychiatrischer Hinsicht beschränkte sich der RAD-Arzt 
Dr. med. L.________ im Bericht vom 15. Mai 2023 (act. II 166), in der Stel-
lungnahme vom 2. Oktober 2023 (act. II 180) und in der mit Beschwerde-
antwort vom 13. Dezember 2023 eingereichten Stellungnahme vom 24. 
November 2023 (in den Gerichtsakten) auf die Beantwortung der Frage, ob 
eine relevante Veränderung des Gesundheitszustandes seit dem 6. Sep-
tember 2016 eingetreten sei, und verneinte dies. Eine Beurteilung der psy-
chischen Beschwerden hinsichtlich deren Auswirkungen auf die Arbeits-
fähigkeit nahm Dr. med. L.________ nicht vor, wobei die Beschwerdegeg-
nerin ihm auch keine entsprechende Frage stellte. In der angefochtenen 
Verfügung vom 16. Oktober 2023 (act. II 182) ging die Beschwerdegegne-
rin wohl mit Blick auf die von der Gutachterin Dr. med. D.________ in der 
Stellungnahme vom 11. Juli 2016 (act. II 113) unter Bezugnahme auf die 
Standardindikatoren gemäss BGE 141 V 281 getroffene Schlussfolgerung, 
wonach die psychischen Beschwerden keinen Einfluss auf die Arbeits-
fähigkeit hätten, offensichtlich davon aus, die Beschwerdeführerin sei aus 
psychiatrischer Sicht zu 100 % arbeitsfähig, da diesbezüglich keine rele-
vante Sachverhaltsänderung eingetreten ist. Diese Sichtweise greift jedoch 
zu kurz, ist doch der Rentenanspruch aufgrund der in somatischer Hinsicht 
eingetretenen Veränderungen umfassend neu zu prüfen (vgl. E. 3.5 hier-
vor).

3.7 Standardindikatoren gemäss BGE 141 V 281 bilden u.a. die Krite-
rien der "psychiatrischen Komorbidität" und der "körperlichen Begleiter-
krankung". Dabei relevant ist die Gesamtbetrachtung der Wechselwirkun-
gen und sonstigen Bezüge des psychosomatischen Leidens zu sämtlichen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Mai 2025, IV 200 2023 813

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begleitenden krankheitswertigen Störungen (vgl. BGE 141 V 281 E. 4.3.1.3 
S. 300 ff.). Während im Zeitpunkt der Referenzverfügung keine somati-
schen Erkrankungen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zu diagnosti-
zieren waren (vgl. VGE IV 200 2016 959 E. 3.1), stellt sich die Situation im 
hier massgebenden Zeitpunkt – wie dargelegt (vgl. E. 3.5 hiervor) – anders 
dar, liegen doch mittlerweile diverse Beschwerden an der linken Schulter, 
der Lendenwirbelsäule und an der linken Hüfte sowie eine Osteoporose 
vor, die Auswirkung auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit der Beschwer-
deführerin haben können (act. II 165). Der RAD-Arzt Dr. med. K.________ 
hat überzeugend eine Veränderung des Sachverhalts attestiert. Zwar hat er 
in der Folge auch ein Leistungsprofil für eine vollschichtige Tätigkeit erstellt. 
Dieses Leistungsprofil steht jedoch in erheblichem Gegensatz zu den Beur-
teilungen der behandelnden Fachärzte, die auf beschränkte Therapiemög-
lichkeiten und den beschränkten Erfolg ihrer therapeutischen Bemühungen 
hingewiesen haben (act. II 162/1 ff.). Die Beschwerdegegnerin hat es in der 
Folge unterlassen, die attestierten somatischen Einschränkungen für sich 
alleine wie auch unter Berücksichtigung der Fragen nach allfälligen Wech-
selwirkungen mit psychischen Beeinträchtigungen näher zu klären. Daran 
ändert nichts, dass der RAD-Arzt Dr. med. L.________ zufolge der Aus-
führungen des F.________, welcher keine somatoforme Schmerzstörung 
mehr diagnostizierte, eine Verbesserung annahm (vgl. act. II 166/4). Wie 
sich der psychische Gesundheitszustand tatsächlich darstellt und welche 
Bedeutung den zahlreichen von F.________ aufgeführten Diagnosen zu-
kommt, blieb ungeklärt. Dabei ist insbesondere beachtlich, dass 
F.________ zwar offenbar über ein ausländisches (medizinisches) Diplom 
verfügt, dieses jedoch in der Schweiz bis heute nicht anerkannt werden 
konnte. Er verfügt weiter auch über kein schweizerisches Diplom und über 
keine (medizinische) Berufsausübungsbewilligung, womit seinen Äusse-
rungen nicht die Beweiskraft einer fachärztlich-psychiatrischen Beurteilung 
zukommt (vgl. zur Bedeutung der fachärztlichen Qualifikation der Ärzte 
hinsichtlich des Beweiswertes ihrer Aussagen: Urteil des BGer 
9C_458/2021 vom 15. November 2021 E. 3.3), auch wenn er selbst unter 
dem Titel Dr. med. und der Fachrichtung Psychiatrie/Psychotherapie auftritt 
und firmiert.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Mai 2025, IV 200 2023 813

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3.8 Mit Blick auf das Gesagte ist zusammenfassend festzuhalten, dass 
zumindest geringe Zweifel (BGE 142 V 58 E. 5.1 S. 65) an der Schlüssig-
keit der versicherungsinternen Beurteilungen der RAD-Ärzte Dres. med. 
K.________ und L.________ vom 12. bzw. vom 15. Mai 2023 (act. II 165 f.) 
gegeben sind und auch die vorhandenen medizinischen Akten keine hinrei-
chend zuverlässige Grundlage für die Beurteilung der medizinischen Situa-
tion bzw. deren Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführe-
rin bilden. Erforderlich ist somit eine externe Begutachtung (vgl. E. 3.4.3 
hiervor). Infolgedessen ist die Sache antragsgemäss (vgl. Beschwerde S. 2 
Rechtsbegehren Ziff. I./1.) an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, 
damit diese ein polydisziplinäres Gutachten einholt und anschliessend er-
neut über den Rentenanspruch der Beschwerdeführerin verfügt.

4.

Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde begründet. Die angefochtene 
Verfügung vom 16. Oktober 2023 (act. II 182) ist in Gutheissung der Be-
schwerde aufzuheben und die Sache zum weiteren Vorgehen im Sinne der 
Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen.

Wie im Rahmen des (bundesrechtlichen) Anspruchs auf eine Parteien-
tschädigung (vgl. BGE 137 V 57 E. 2.1 S. 61), gilt es auch unter dem Ge-
sichtspunkt der Verfahrenskosten bereits als Obsiegen, wenn die versicher-
te Person ihre Rechtsstellung im Vergleich zu derjenigen nach Abschluss 
des Administrativverfahrens insoweit verbessert, als sie die Aufhebung 
einer ablehnenden Verfügung und die Rückweisung der Sache an die Ver-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Mai 2025, IV 200 2023 813

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waltung zu ergänzender Abklärung und neuer Beurteilung erreicht. Dies gilt 
unabhängig davon, ob die Rückweisung beantragt oder ob das entspre-
chende Begehren im Haupt- oder im Eventualantrag gestellt wird 
(SVR 2020 KV Nr. 23 S. 112 E. 11.1). Dementsprechend hat die Verfah-
renskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, bei diesem Ausgang des 
Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen (Art. 108 
Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). Der von der Beschwerdeführerin 
geleistete Kostenvorschuss von Fr. 800.-- ist ihr nach Eintritt der Rechts-
kraft des Urteils zurückzuerstatten.

5.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Versicherungsgericht festge-
setzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streit-
sache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g 
ATSG). Gemäss der Praxis des Verwaltungsgerichts wird der Parteikos-
tenersatz bei gemeinnützig tätigen Rechtsberatungsstellen im Sinne von 
BGE 135 I 1 sowie Rechtsschutzversicherungen, Gewerkschaften und Be-
rufsverbänden aufgrund eines allgemeingültigen pauschalisierten Stunden-
ansatzes festgesetzt, welcher im konkreten Fall mit dem gebotenen Auf-
wand multipliziert wird. Der Stundenansatz wird je nach fachlicher Qualifi-
kation der Vertretung festgelegt, wobei als fachlich qualifizierte Vertretung 
diejenige durch Juristinnen und Juristen sowie durch eidgenössisch diplo-
mierte Sozialversicherungsexpertinnen und -experten gilt (vgl. Rundschrei-
ben vom 16. Dezember 2009, abrufbar unter www.justice.be.ch). Im Falle 
der Vertretung durch Rechtsschutzversicherungen, Gewerkschaften und 
Berufsverbände wird der Stundenansatz bei einer – wie hier – fachlich qua-
lifizierten Vertretung auf Fr. 180.-- festgelegt.

Die Parteientschädigung ist gestützt auf die angemessene Kostennote von 
Rechtsanwältin C.________ von der B.________ AG vom 21. Dezember 
2023 auf Fr. 1'807.-- (Honorar von Fr. 1'800.-- [10 Stunden à Fr. 180.--] und 
Auslagen von Fr. 7.--; keine MWST) festzusetzen. Diesen Betrag hat die 
Beschwerdegegnerin der obsiegenden (vgl. BGE 137 V 57 E. 2.1 S. 61) 
Beschwerdeführerin zu ersetzen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Mai 2025, IV 200 2023 813

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Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 16. Oktober 2023 aufgehoben und die Sache an 
die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie – nach Vornahme 
der Abklärungen im Sinne der Erwägungen – neu verfüge.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt. Der von der Beschwerdeführerin geleistete 
Kostenvorschuss von Fr. 800.-- wird ihr nach Eintritt der Rechtskraft 
des Urteils zurückerstattet. 

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 1'807.-- (inkl. Auslagen), zu ersetzen.

4. Zu eröffnen (R):
- B.________ AG z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Die Kammerpräsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.