# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6fc49d3b-33bd-5f15-aed9-12dfa58c548e
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-06-08
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 08.06.2009 BB.2009.42
**Docket/Reference:** BB.2009.42
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_BB-2009-42_2009-06-08

## Full Text

Amtshandlung (Art. 214 Abs. 1 BStP); Akteneinsicht (Art. 116 BStP);;Amtshandlung (Art. 214 Abs. 1 BStP); Akteneinsicht (Art. 116 BStP);;Amtshandlung (Art. 214 Abs. 1 BStP); Akteneinsicht (Art. 116 BStP);;Amtshandlung (Art. 214 Abs. 1 BStP); Akteneinsicht (Art. 116 BStP)

Entscheid vom 8. Juni 2009  
I. Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Emanuel Hochstrasser, Vorsitz, 
Tito Ponti und Alex Staub,  
Gerichtsschreiber Stefan Graf  

   
 
Parteien 

  
A., vertreten durch Rechtsanwalt Till Gontersweiler,  
 

Beschwerdeführer 
 

 gegen 
   

BUNDESANWALTSCHAFT,  
 

Beschwerdegegnerin 
 
 

Vorinstanz  EIDGENÖSSISCHES UNTERSUCHUNGSRICH-
TERAMT,  
 
 

Gegenstand  Amtshandlung (Art. 214 Abs. 1 BStP); 
Akteneinsicht (Art. 116 BStP) 

 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

Geschäftsnummer:  BB.2009.42 
 
 
 

 

 

- 2 - 

 

 

 
Die I. Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass: 
 

- das Eidgenössische Untersuchungsrichteramt (nachfolgend „Untersu-
chungsrichteramt“) gegen den Beschwerdeführer eine Voruntersuchung 
führt wegen des Verdachts der Beteiligung an bzw. der Unterstützung einer 
kriminellen Organisation im Sinne von Art. 260ter StGB sowie weiterer Delik-
te; 
 

- die Bundesanwaltschaft beim Untersuchungsrichteramt am 31. Dezember 
2008 beantragte, es seien alle Beschuldigten um eine Stellungnahme an-
zugehen, bei welchen beweiserheblichen Gesprächen der angeordneten 
Telefon- und Raumüberwachungen sie den schriftlich protokollierten Inhalt 
einschliesslich der Identität der Teilnehmer bestreiten würden, sodann den 
betroffenen Beschuldigten die Ton- und Bildaufnahmen der von ihnen be-
strittenen Gespräche abzuspielen seien (Antrag „Ziff. 1“), und es seien alle 
im Rahmen der von Februar 2003 bis März 2004 angeordneten Telefon- 
und Raumüberwachungen in einem von MS Windows lesbaren Dateiformat 
auf einen elektronischen Datenträger (CD bzw. DVD) zu überspielen (An-
trag „●“; act. 5.1); 
 

- das Untersuchungsrichteramt mit Verfügung vom 24. April 2009 die Anträ-
ge der Bundesanwaltschaft vom 31. Dezember 2008 gemäss „Ziff. 1“ und 
„Ziff. 2“ im Sinne der Erwägungen teilweise guthiess (act. 1.1); 

 
- das Untersuchungsrichteramt am 1. Mai 2009 Ziff. 1 der Verfügung vom 

24. April 2009 aufhob und zu Gunsten der beschuldigten Parteien (neu) 
umfassende Einsicht in die Ton- und Bildaufzeichnungen gewährte 
(act. 5.3), wobei diese neue Verfügung dem Vertreter des Beschwerdefüh-
rers am Morgen des 4. Mai 2009 zugestellt wurde (act. 5.6); 

 
- der Beschwerdeführer mit am Abend des 4. Mai 2009 der Post zu Handen 

der I. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts übergebenen Be-
schwerde die geschlossene Aufhebung der Verfügung vom 24. April 
(act. 1.1) verlangte, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des 
Staates (act. 1, 5.7); 

 
- das Untersuchungsrichteramt in seiner Beschwerdeantwort vom 28. Mai 

2009 die Beschwerde des Beschwerdeführers als gegenstandslos erachte-
te (act. 5); 

 

- 3 - 

 

 

- die Bundesanwaltschaft in ihrer Beschwerdeantwort vom 28. Mai 2009 be-
antragte, die Beschwerde sei abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei, 
unter Auferlegung der Kosten an den Beschwerdeführer (act. 6); 

 
- der Vertreter des Beschwerdeführers mit Schreiben vom 28. Mai 2009 mit-

teilte, dass er die neue Verfügung des Untersuchungsrichteramtes erst zur 
Kenntnis genommen habe, nachdem er seine Beschwerde versandt habe 
(act. 7); 

 
- gegen Amtshandlungen und wegen Säumnis des Untersuchungsrichters 

die Beschwerde zulässig ist, wobei diese den Parteien und einem jeden 
zusteht, der durch eine Verfügung oder durch die Säumnis des Untersu-
chungsrichters einen ungerechtfertigten Nachteil erleidet (Art. 214 BStP); 

 
- die Ausführungen des Beschwerdeführers unter lit. B. Ziff. 1 seiner Be-

schwerdebegründung haltlos sind, da sowohl anhand des Antrags der 
Bundesanwaltschaft vom 31. Dezember 2008 – trotz des Fehlers bei der 
Nummerierung – sowie vor allem aus der Begründung der angefochtenen 
Verfügung genügend klar wird, dass die Bundesanwaltschaft zwei ver-
schiedene Anträge gestellt hat, und zudem die Begründung es ermöglicht, 
die Tragweite des Dispositivs mit der Formulierung „im Sinne der Erwägun-
gen“ zu erkennen; 

 
- sofern der Beschwerdeführer die durch Ziffer 1 des Dispositivs der ange-

fochtenen Verfügung angeordnete Einschränkung seiner Einsichtsrechte 
rügt, die Beschwerde durch die neuerliche Verfügung des Untersuchungs-
richteramtes vom 1. Mai 2009 von Beginn weg gegenstandslos war; 

 
- nicht ersichtlich ist, inwiefern dem Beschwerdeführer hinsichtlich der eben-

falls angefochtenen Ziffer 2 des Dispositivs ein ungerechtfertigter Nachteil 
entstehen soll und es ihm somit diesbezüglich an der Beschwerdelegitima-
tion fehlt; 

 
- bei diesem Ausgang des Verfahrens der Beschwerdeführer die Gerichts-

kosten zu tragen hat (Art. 245 Abs. 1 BStP i.V.m. Art. 66 Abs. 1 BGG), wo-
bei die Gerichtsgebühr vorliegend auf Fr. 500.-- festgesetzt wird (Art. 245 
Abs. 2 BStP und Art. 3 des Reglements vom 11. Februar 2004 über die Ge-
richtsgebühren vor dem Bundesstrafgericht; SR 173.711.32), unter An-
rechnung des geleisteten Kostenvorschusses von Fr. 1'500.-- bzw. unter 
Rückerstattung von Fr. 1'000.-- an den Beschwerdeführer; 

 

- 4 - 

 

 

und erkennt: 
 
1. Auf die Beschwerde wird, soweit nicht gegenstandslos, nicht eingetreten. 
 
2. Die Gerichtskosten von Fr. 500.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt 

und mit dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 1'500.-- verrechnet. Die 
Bundesstrafgerichtskasse hat dem Beschwerdeführer Fr. 1'000.-- zurückzu-
erstatten. 

 
 

Bellinzona, 9. Juni 2009 
 
Im Namen der I. Beschwerdekammer 
des Bundesstrafgerichts 
 
Der Präsident:    Der Gerichtsschreiber:  
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Zustellung an 
 
- Rechtsanwalt Till Gontersweiler 
- Bundesanwaltschaft  
- Eidgenössisches Untersuchungsrichteramt  
 
 
 
 
Rechtsmittelbelehrung 

Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.