# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f945cf7b-a825-5889-95da-6d34b73e8ad5
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-09-27
**Language:** de
**Title:** Zürich Handelsgericht 27.09.2021 HG190051
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_HG_001_HG190051_2021-09-27.pdf

## Full Text

Handelsgericht des Kantons Zürich 
    
 

 

Geschäfts-Nr.: HG190051-O U/dz 

 

Mitwirkend: Oberrichterin Dr. Claudia Bühler, Vizepräsidentin, und Oberrichter 

Dr. H._____, die Handelsrichter Martin Fischer, Giuseppe De Simo-

ne und Thomas Steinebrunner sowie die Gerichtsschreiberin Dr. Me-

lanie Gottini 

 

Beschluss und Urteil vom 27. September 2021 

 

in Sachen 

 

A._____, Dr.  
Kläger 

 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. X._____ 

gegen 

 

B._____ AG,  
Beklagte 

 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Y._____ 

 

betreffend Rechenschaftsablage 

- 2 - 

Inhaltverzeichnis 

Rechtsbegehren .................................................................................................... 6 
Sachverhalt und Verfahren .................................................................................. 11 
A. Sachverhaltsübersicht ............................................................................... 11 

a. Parteien und ihre Stellung ..................................................................... 11 
b. Prozessgegenstand ................................................................................ 11 

B. Prozessverlauf ............................................................................................ 11 
Erwägungen ........................................................................................................ 13 
1. Formelles .................................................................................................... 13 

1.1. Zuständigkeit ....................................................................................... 13 
1.2. Anwendbares Recht ............................................................................ 13 
1.3. Übrige Prozessvoraussetzungen ....................................................... 13 
1.4. Frage der rechtzeitigen Erstattung der Replik .................................. 13 

2. Behauptungs-, Substantiierungs- und Beweislast .................................. 16 
3. Unbestrittener Sachverhalt im Überblick ................................................. 18 

3.1. Vertragliche Beziehung, Gründung und Konti bei der C._____ ...... 18 
3.2. Standby Letter, Negativsaldo, Offenlegung (Voluntary Disclosure) 20 
3.3. Verkleinerung/Behebung des Negativsaldos, Auflösung ................ 23 
3.4. Ersuchen um Rechenschaft ............................................................... 25 

4. Hauptstandpunkte der Parteien ................................................................ 26 
4.1. Hauptstandpunkt des Klägers ........................................................... 26 
4.2. Hauptstandpunkt der Beklagten ........................................................ 27 

5. Rechtliches im Überblick ........................................................................... 28 
5.1. Qualifikation der Vertragsverhältnisse .............................................. 28 
5.2. Voraussetzungen und Umfang der Rechenschafts- und 
Herausgabepflicht .......................................................................................... 29 

5.2.1. Rechenschaftspflicht .......................................................................... 29 
5.2.2. Herausgabepflicht .............................................................................. 31 

5.3. Grenzen der Rechenschafts- und Herausgabepflicht ...................... 32 
5.4. Bestimmtheit der Rechenschafts-/Herausgabebegehren ................ 33 
5.5. Erfüllung: Beweislast .......................................................................... 34 

6. Vorfragen .................................................................................................... 35 
6.1. Pflicht zur Stellung vorprozessualer Auskunfts-
/Rechenschaftsbegehren .............................................................................. 35 
6.2. Während des Verfahrens erfüllte Rechtsbegehren .......................... 36 
6.3. Umfang der Aufträge / Passivlegitimation ........................................ 37 

6.3.1. Parteibehauptungen ........................................................................... 37 
6.3.2. Rechtliches ......................................................................................... 39 
6.3.3. Würdigung .......................................................................................... 40 

6.3.3.1. Mutmasslicher Wille ..................................................................... 40 
6.3.3.2. Tatsächlicher Wille ....................................................................... 42 

6.3.4. Fazit .................................................................................................... 44 
6.4. Fokus der nachfolgenden Prüfung .................................................... 45 

7. Prüfung der einzelnen Rechtsbegehren ................................................... 45 
7.1. Rechtsbegehren 1: Bankbeziehungen (Herausgabebegehren) ...... 45 

- 3 - 

7.1.1. Wortlaut .............................................................................................. 45 
7.1.2. Parteibehauptungen ........................................................................... 46 
7.1.3. Würdigung und Fazit .......................................................................... 47 

7.2. Rechtsbegehren 2: Korrespondenz mit der Bank 
(Herausgabebegehren) .................................................................................. 50 

7.2.1. Wortlaut .............................................................................................. 50 
7.2.2. Parteibehauptungen ........................................................................... 50 
7.2.3. Würdigung und Fazit .......................................................................... 51 

7.3. Rechtsbegehren 3: Unterdeckung des Kontos der D._____ 
Investment S.A. .............................................................................................. 52 

7.3.1. Wortlaut .............................................................................................. 52 
7.3.2. Vorbemerkung .................................................................................... 53 
7.3.3. lit. a: Auskunft darüber, wann die Beklagte den Kläger über die 
Unterdeckung des D._____ Investment S.A. Kontos informiert hat .............. 54 

7.3.3.1. Parteibehauptungen ..................................................................... 54 
7.3.3.2. Würdigung und Fazit .................................................................... 55 

7.3.4. lit. b: Auskunft darüber, wer bei der Beklagten wann was zur 
Vermeidung der Unterdeckung unternommen hat ........................................ 55 
7.3.5. lit. c: Auskunft darüber, weshalb nicht Guthaben zur Aufhebung der 
Unterdeckung und Zinsbelastungen transferiert wurden und lit. d: weshalb die 
mehrfachen Instruktionen des Klägers zur Übertragung des Guthabens 
ignoriert wurden ............................................................................................ 56 

7.3.5.1. Parteibehauptungen ..................................................................... 56 
7.3.5.2. Würdigung und Fazit .................................................................... 57 

7.3.6. lit. e: Auskunft darüber, wer am 14. Juli 2017 die 
Vermögensübertragung in Auftrag gegeben hat (inkl. Gründe, wieso nicht 
früher und wieso kein grösserer Betrag) ...................................................... 58 

7.3.6.1. Parteibehauptungen ..................................................................... 58 
7.3.6.2. Würdigung und Fazit .................................................................... 59 

7.3.7. lit. f: Auskunft darüber, wer am 22. Dezember 2017 die 
Vermögensübertragung in der Höhe von CAD 760'133.67 in Auftrag gegeben 
hat, inkl. Gründe wieso nicht früher, und lit. g: wer am 28. Dezember 2017 die 
Vermögensübertragung in der Höhe von CAD 11'663.79 in Auftrag gegeben 
hat ................................................................................................................ 60 
7.3.8. lit. h: Auskunft darüber, seit wann das USD-Kontokorrentkonto der 
D._____ Investment S.A. erstmals im Minus war, wann der Negativsaldo 
behoben wurde, weshalb dieser Negativsaldo entstanden ist, wann und wie 
der Kläger darüber informiert wurde sowie was die Beklagte zur Behebung 
dieser Unterdeckung unternahm und weshalb nicht bereits viel früher, z.B. 
Ende 2013, eine Überweisung vom Konto der D._____ Investment S.A., 
Kontokorrentkonto 4 auf das Kontokorrentkonto zur Behebung der 
Unterdeckung vorgenommen wurde ............................................................ 60 

7.3.8.1. Parteibehauptungen ..................................................................... 60 
7.3.8.2. Würdigung und Fazit .................................................................... 61 

7.4. Rechtsbegehren 4: Gesellschaftsrechtliche Aspekte ...................... 62 
7.4.1. Herausgabebegehren ......................................................................... 62 

7.4.1.1. Wortlaut ....................................................................................... 62 

- 4 - 

7.4.1.2. lit. a und b: Herausgabe von Beschlüssen der Stiftungen und 
Gesellschaften .......................................................................................... 62 
a) Parteibehauptungen .......................................................................... 62 
b) Würdigung und Fazit .......................................................................... 64 
7.4.1.3. lit. c: Herausgabe sonstiger gesellschaftsrechtlicher Dokumente 
der Gesellschaften .................................................................................... 65 
a) Parteibehauptungen .......................................................................... 65 
b) Würdigung und Fazit .......................................................................... 67 

7.4.2. Auskunftsbegehren ............................................................................ 69 
7.4.2.1. Wortlaut ....................................................................................... 69 
7.4.2.2. lit. d: Auskunft über die Sitzverlegungen der Stiftungen und 
Liquidation der Stiftungen und Gesellschaften, inkl. Grund und wer 
Anweisung dazu gab ................................................................................ 70 
a) Parteibehauptungen .......................................................................... 70 
b) Würdigung und Fazit .......................................................................... 72 
7.4.2.3. lit. e: Auskunft zum Grund für nicht erfolgte Liquidation der 
D._____ Foundation und der D._____ Investment S.A. im Oktober 2015 73 
a) Parteibehauptungen .......................................................................... 73 
b) Würdigung ......................................................................................... 74 
7.4.2.4. lit. f: Auskunft, wer und wann die Auflösung der E._____ 
Foundation und der E._____ International S.A. anordnete und weshalb der 
Kläger nicht informiert wurde .................................................................... 74 
a) Parteibehauptungen .......................................................................... 74 
b) Würdigung und Fazit .......................................................................... 75 
7.4.2.5. lit. g: Auskunft, unter Vorlage der entsprechenden Rechnungen, 
über sämtliche Kosten im Zusammenhang mit Sitzverlegungen und 
Liquidation ................................................................................................ 75 
a) Parteibehauptungen .......................................................................... 75 
b) Würdigung und Fazit .......................................................................... 76 

7.5. Rechtsbegehren 5: Kosten und Spesen ............................................ 76 
7.5.1. Wortlaut .............................................................................................. 76 
7.5.2. Vorbemerkungen ................................................................................ 78 
7.5.3. lit. a und b: Rechnungen zulasten E._____ International S.A. und 
D._____ Investment S.A............................................................................... 80 

7.5.3.1. Parteibehauptungen ..................................................................... 80 
7.5.3.2. Würdigung und Fazit .................................................................... 81 

7.5.4. lit. c: Rechnungen zulasten der D._____ Investment S.A. betreffend die 
Kosten für "Portfolio & Bank Cost" ............................................................... 83 

7.5.4.1. Parteibehauptungen ..................................................................... 83 
7.5.4.2. Würdigung und Fazit .................................................................... 85 

7.5.5. lit. d: Auskunft über Bankspesen und Zinsbelastungen in den Jahren 
2015, 2016, 2017 und 2018 bei der D._____ Investment S.A. und E._____ 
International S.A. .......................................................................................... 86 

7.5.5.1. Parteibehauptungen ..................................................................... 86 
7.5.5.2. Würdigung und Fazit .................................................................... 87 

7.5.6. lit. e: Auskunft darüber, welche Rechnungen der E._____ International 
S.A. von der Beklagten vom Konto der D._____ Investment S.A. bezahlt 
wurden und weshalb sowie lit. f: darüber, welche Rechnung der D._____ 

- 5 - 

Investment S A., insbesondere der Jahre 2016 und 2017, von der Beklagten 
vom Konto der E._____ International S.A. bezahlt wurden und weshalb ..... 90 

7.5.6.1. Parteibehauptungen ..................................................................... 90 
7.5.6.2. Würdigung und Fazit .................................................................... 91 

7.5.7. lit. g: Rechnungen der Kanzlei F._____, Ottawa ................................ 91 
7.5.8. lit. h: Rechnungen von Dr. iur. G._____ ............................................. 92 
7.5.9. lit. i: Rechnungen für angebliche Dienstleistungen der Beklagten ...... 92 

7.5.9.1. Parteibehauptungen ..................................................................... 92 
7.5.9.2. Würdigung und Fazit .................................................................... 93 

7.5.10. lit. j: Rechenschaft über die Höhe des noch vorhandenen 
Kostenvorschusses des Klägers und die fehlende Rückerstattung .............. 94 

7.5.10.1. Parteibehauptungen ................................................................... 94 
7.5.10.2. Würdigung und Fazit .................................................................. 97 

7.5.11. lit. k: Rechenschaft über die Höhe, Notwendigkeit und 
Rechtmässigkeit der Inrechnungstellung der Anwaltskosten der Beklagten 
zulasten des Klägers betreffend die Erstattung der Rechenschafsablage ... 98 

7.5.11.1. Parteibehauptungen ................................................................... 98 
7.5.11.2. Würdigung und Fazit .................................................................. 99 

7.6. Rechtsbegehren 6: Retrozessionen ................................................ 100 
7.6.1. Wortlaut ............................................................................................ 100 
7.6.2. Parteibehauptungen ......................................................................... 100 
7.6.3. Würdigung und Fazit ........................................................................ 101 

7.7. Frist .................................................................................................... 101 
8. Vollstreckungsmassnahmen ................................................................... 102 
9. Zusammenfassung der Tat- und Rechtsfragen ..................................... 103 
10. Kosten- und Entschädigungsfolgen ................................................... 104 

10.1. Gerichtskosten .............................................................................. 104 
10.2. Parteientschädigungen ................................................................. 105 

- 6 - 

Rechtsbegehren 
(act. 1 S. 2 ff.) 

"Es sei die Beklagte unter Androhung der Bestrafung ihrer Organe nach 
Art. 292 StGB mit Busse sowie unter Androhung der Auferlegung einer 
Ordnungsbusse nach Art. 343 ZPO zu verpflichten, dem Kläger innert 
20 Tagen nach Rechtskraft des Urteils vollumfänglich Auskunft und Re-
chenschaft abzulegen beziehungsweise Unterlagen herauszugeben, 
und zwar wie folgt und zu den folgenden Themen: 
1. Bankbeziehungen 
Es seien sämtliche Bankunterlagen herauszugeben betreffend 
a) das Bankkonto lautend auf D._____ Investment S.A., Panama, bei 
der C._____ AG, Zürich, Kundennummer 1; 
b) das Bankkonto lautend auf E._____ International S.A., Panama, bei 
der C._____ AG, Zürich, Portfolionummer 2, Kundennummer 3; 
seit Beginn der Bankbeziehungen bis und mit dem Zeitpunkt der Re-
chenschaftsablage, insbesondere die Kontoeröffnungsdokumente so-
wie die entsprechenden Verträge mit der C._____ AG und die soge-
nannten "Extracts of Account", allfällige "Debit Advices" und "Credit Ad-
vices", "Final Statements", "Settlement Advices", "Statements of Char-
ges", "Statements of Account" sowie die jeweiligen "Investment Re-
ports" sowie gegebenenfalls eine Saldierungsbestätigung der Kontobe-
ziehungen; 
2. Korrespondenz mit der Bank 
Es sei sämtliche Korrespondenz herauszugeben zwischen der Beklag-
ten, den Stiftungsräten der E._____ Foundation und der D._____ 
Foundation sowie den Verwaltungsräten der E._____ International S.A. 
und der D._____ Investment S.A. einerseits und der C._____ AG, Zü-
rich, andererseits für den Zeitraum vom 1. Mai 2015 bis und mit dem 
Zeitpunkt der Rechenschaftsablage, insbesondere im Zusammenhang 
mit der Inanspruchnahme des Standby-letter of Credit, Referenz Num-
mer ..., sowie der anschliessenden Unterdeckung des Kontos der 
D._____ Investment S.A., Kontonummer 4, bei der C._____ AG vom 
14. Juli 2015 mit einem Minussaldo von CAD 1'651'747.44; 
3. Unterdeckung des Kontos der D._____ Investment S.A. 
Es sei Rechenschaft abzulegen über die Unterdeckung des Kontos der 
D._____ Investment S.A., Kontonummer 4, bei der C._____ AG, für den 
Zeitraum ab 14. Juli 2015 bis und mit dem Zeitpunkt der Rechen-
schaftsablage, nämlich: 
a) Auskunft darüber, wann die Beklagte den Kläger informiert hat über 
die Unterdeckung des Kontos der D._____ Investment S.A., Konto-
nummer 4, bei der C._____ AG; 

- 7 - 

b) Auskunft, wer bei der Beklagten wann und was zur Vermeidung der 
Unterdeckung des vorgenannten Kontos unternommen hat; 
c) Auskunft darüber, weshalb nicht umgehend die vorhandenen Gutha-
ben vom Konto der E._____ International S.A., Kontonummer 6, bei der 
C._____ AG, auf das Konto der D._____ Investment S.A., Kontonum-
mer 4, bei der C._____ AG, zur Aufhebung der Unterdeckung sowie zur 
Vermeidung der entsprechenden Zinsbelastung transferiert wurden; 
d) Auskunft darüber, weshalb die mehrfachen Instruktionen des Klä-
gers, insbesondere im August 2015, Oktober 2015 und Februar 2016, 
zur Übertragung des vorhandenen Guthabens auf dem Konto der 
E._____ International S.A., Kontonummer 6, bei der C._____ AG, auf 
das Konto der D._____ Investment S.A., Kontonummer 4, bei der 
C._____ AG, ignoriert wurden; 
e) Auskunft darüber, wer am 14. Juli 2017 die Vermögensübertragung 
in der Höhe von CAD 1'145'188.99 vom Konto der E._____ Internatio-
nal S.A., Kontonummer 6, bei der C._____ AG, auf das Konto der 
D._____ Investment S.A., Kontonummer 4, bei der C._____ AG, für die 
E._____ International S.A. in Auftrag gegeben hat, unter Angabe der 
Gründe, weshalb dies nicht bereits früher geschehen ist und weshalb 
nicht ein grösserer Betrag zur Deckung des gesamten Minussaldos 
überwiesen wurde; 
f) Auskunft darüber, wer am 22. Dezember 2017 die Vermögensüber-
tragung in der Höhe von CAD 760'133.67 vom Konto der E._____ In-
ternational S.A., Kontonummer 6, bei der C._____ AG, auf das Konto 
der D._____ Investment S.A., Kontonummer 4, bei der C._____ AG, für 
die E._____ International S.A. in Auftrag gegeben hat, unter Angabe 
der Gründe, weshalb dies nicht bereits früher geschehen ist; 
g) Auskunft darüber, wer am 28. Dezember 2017 die Vermögensüber-
tragung in der Höhe von CAD 11'663.79 vom Konto der E._____ Inter-
national S.A., Kontonummer 6, bei der C._____ AG, auf das Konto der 
D._____ Investment S.A., Kontonummer 4, bei der C._____ AG, für die 
E._____ International S.A. in Auftrag gegeben hat; 
h) Auskunft darüber, seit wann das USD-Kontokorrentkonto Nummer 5, 
lautend auf die D._____ Investment S.A., erstmals im Minus war, wann 
der Negativsaldo behoben wurde, weshalb dieser Negativsaldo ent-
standen ist, wann und wie der Kläger darüber informiert wurde sowie 
Auskunft darüber, was die Beklagte zur Behebung dieser Unterdeckung 
unternahm und weshalb nicht bereits viel früher, beispielsweise Ende 
2013, eine Überweisung vom Konto der D._____ Investment S.A., Kon-
tokorrentkonto 4 auf das Kontokorrentkonto 4-1 zur Behebung der Un-
terdeckung vorgenommen wurde; 
4. Gesellschaftsrechtliche Aspekte 
Es seien die folgenden Dokumente herauszugeben: 

- 8 - 

a) sämtliche Beschlüsse des Stiftungsrates der E._____ Foundation 
bzw. des Verwaltungsrates und der Generalversammlung der E._____ 
International S.A. für die Jahre 2014 bis und mit Liquidation der 
E._____ Foundation und der E._____ International S.A.; 
b) sämtliche Beschlüsse des Stiftungsrates der D._____ Foundation 
bzw. des Verwaltungsrates und der Generalversammlung der D._____ 
Investment S.A. für die Jahre 2014 bis und mit Liquidation der D._____ 
Foundation und D._____ Investment S.A.; 
c) sämtliche Gesellschaftsdokumente über die E._____ International 
S.A. und die D._____ Investment S.A., insbesondere eine Kopie der 
Aktienzertifikate, der Aktienbücher, des "Certificate of Incumbency", der 
Gesellschaftsstatuten und allfälliger weiterer gesellschaftlicher Rege-
lungen der E._____ International S.A. und der D._____ Investment 
S.A., rückwirkend seit Gründung und bis zur Liquidation der E._____ In-
ternational S.A. und D._____ Investment S.A.; 
und es sei Auskunft zu folgenden Fragen zu erteilen: 
d) Auskunft, weshalb die Sitze der E._____ Foundation und der 
D._____ Foundation am 18. Oktober 2016 vom Fürstentum Liechten-
stein nach Panama verlegt und die Gesellschaften im Juli 2018 liqui-
diert wurden und wer die entsprechende Anweisung hierzu gegeben 
hat; 
e) Auskunft, weshalb die Beklagte die D._____ Foundation und 
D._____ Investment S.A. nicht gemäss den Instruktionen des Klägers 
bereits im Oktober 2015 liquidiert hat; 
f) Auskunft, wer und wann die Auflösung der E._____ Foundation und 
der E._____ International S.A. anordnete und weshalb der Kläger hier-
über nicht informiert wurde; 
g) Auskunft, unter Vorlage der entsprechenden Rechnungen, über 
sämtliche entstandenen Kosten im Zusammenhang mit der Sitzverle-
gung der D._____ Foundation und E._____ Foundation sowie im Zu-
sammenhang mit Liquidation der D._____ Foundation, der D._____ In-
vestment S.A., der E._____ Foundation und der E._____ International 
S.A.; 
5. Kosten und Spesen 
Es sei die Beklagte zu verpflichten, dem Kläger Rechenschaft über die 
Kosten und Ausgaben zu geben, die der E._____ International S.A. und 
der D._____ Investment S.A. belastet wurden, und zwar unter Vorlage 
von Kopien sämtlicher Rechnungen (inklusive Details) und unter jeweils 
detaillierter und nachvollziehbarer Darlegung der Notwendigkeit und 
Rechtmässigkeit der Inrechnungstellung der jeweiligen Kosten und 
Ausgaben, und zwar betreffend: 
a) Rechnungen zulasten der E._____ International S.A. seit deren 
Gründung, insbesondere betreffend die Kosten für "Administration & 

- 9 - 

Lawyer" gemäss Aufstellung der Beklagten für das Jahr 2016 in Höhe 
von CAD 65'978 und für das Jahr 2017 in der Höhe von CAD 103'769; 
b) Rechnungen zulasten der D._____ Investment S.A. seit deren Grün-
dung, insbesondere betreffend die Kosten für "Administration" von 
CAD 24'830 im Jahr 2012, CAD 25'888 im Jahr 2013, CAD 28'964 im 
Jahr 2014 und CAD 57'973 im Jahr 2015; 
c) Rechnungen zulasten der D._____ Investment S.A. betreffend die 
Kosten für "Portfolio & Bank Cost" von CAD 16'863 im Jahr 2011, CAD 
12'743 im Jahr 2012, CAD 13'430 im Jahr 2013, CAD 12'028 im Jahr 
2014, CAD 52'313 im Jahr 2015, CAD 117'652 im Jahr 2016 und CAD 
88'915 im Jahr 2017; 
d) Auskunft über die Bankspesen und Zinsbelastungen, die in den Jah-
ren 2015, 2016, 2017 und 2018 bei der D._____ Investment S.A. und 
E._____ International S.A. angefallen sind, unter Angabe der Mass-
nahmen, welche zur Reduktion der entsprechenden Belastungen ergrif-
fen wurden; 
e) Auskunft darüber, welche Rechnungen der E._____ International 
S.A. von der Beklagten vom Konto der D._____ Investment S.A. be-
zahlt wurden und weshalb dies so gemacht wurde; 
f) Auskunft darüber, welche Rechnungen der D._____ Investment S.A., 
insbesondere der Jahre 2016 und 2017, von der Beklagten vom Konto 
der E._____ International S.A. bezahlt wurden und weshalb dies so 
gemacht wurde; 
g) Rechnungen der Kanzlei F._____, Ottawa: 
- Rechnung 697367788 vom 10. August 2016 in der Höhe von 

CAD 16,530.89 (inklusive Offenlegung der der Rechnung beigeleg-
ten Leistungsabrechnung); 

- Rechnung 697410621 vom 20. Dezember 2016 in der Höhe von 
CAD 3,937 (inklusive Offenlegung der der Rechnung beigelegten 
Leistungsabrechnung); 

- Rechnung 697422078 vom 31. Dezember 2016 in der Höhe von 
CAD 2,925 (inklusive Offenlegung der der Rechnung beigelegten 
Leistungsabrechnung); 

- Rechnung 697489285 vom 14. August 2017 in der Höhe von 
CAD 4,376.50 (inklusive Offenlegung der der Rechnung beigeleg-
ten Leistungsabrechnung); 

- Rechnung 697471699 vom 21. Juni 2017 in der Höhe von 
CAD 4,154.75 (inklusive Offenlegung der der Rechnung beigeleg-
ten Leistungsabrechnung); 

h) Rechnungen von Dr. iur. G._____, ... [Adresse]: 
- Rechnung Nr. 3683 vom 6. Juli 2016 in der Höhe von CHF 3'070.20 

(inklusive Offenlegung der Leistungsabrechnung); 
- Rechnung Nr. 3700 vom 5. Oktober 2016 in der Höhe von 

CHF 1'067.90 (inklusive Offenlegung der Leistungsabrechnung); 

- 10 - 

- Rechnung Nr. 3779 vom 7. Juli 2017 in der Höhe von CHF 4'939.05 
(inklusive Offenlegung der Leistungsabrechnung);  

- Rechnung Nr. 3805 vom 5. Oktober 2017 in der Höhe von 
CHF 400.45 (inklusive Offenlegung der Leistungsabrechnung); 

i) Rechnungen für die angeblichen Dienstleistungen der Beklagten, ins-
besondere 
- Rechnung Nr. 24472 vom 11. Juli 2016 an die E._____ Internatio-

nal S.A. in der Höhe von CHF 10'400; 
- Rechnung Nr. 24611 vom 4. Juli 2017 an die E._____ International 

S.A. in der Höhe von CHF 8'460; 
sowie 

- die eigenmächtige Belastung des Kontos der D._____ Investment 
S.A., Kontonummer 7, bei der C._____ AG, in der Höhe von 
CAD 27'011.66 am 30. Juni 2015 zugunsten der Beklagten; 

- die eigenmächtige Belastung des Kontos der E._____ International 
S.A., Kontonummer 6, bei der C._____, in der Höhe von 
CAD 13'659.67 am 28. Dezember 2017; 

j) die Höhe des noch vorhandenen Kostenvorschusses des Klägers bei 
der Beklagten, unter Auskunft, weshalb der Kostenvorschuss dem Klä-
ger mit der Liquidation sämtlicher Gesellschaften nicht zurückerstattet 
wurde; 
k) die Höhe, Notwendigkeit und Rechtmässigkeit der Inrechnungstel-
lung der Anwaltskosten der Beklagten zulasten des Klägers betreffend 
die Erstattung der Rechenschaftsablage gemäss Schreiben der Beklag-
ten an die Unterzeichnenden vom 28. November 2018; 
6. Retrozessionen 
Es sei die Beklagte zu verpflichten, dem Kläger Auskunft, Rechen-
schaftsablage und Abrechnung zu erstatten über die von der Beklagten 
im Zusammenhang mit der Verwaltung der Konti der 
- E._____ International S.A., Panama, Portfolionummer 2, Kunden-

nummer 3, bei der C._____ AG, Zürich, sowie der 
- D._____ Investment S.A., Panama, Kundennummer 1, bei der 

C._____ AG, Zürich, 
vereinnahmten Retrozessionen, Kickbacks, Kommissionen, Entschädi-
gungen sowie anderen Vergütungen und Zuwendungen Dritter für den 
gesamten Zeitraum seit Gründung der jeweiligen Bankbeziehungen bis 
zum Zeitpunkt der Rechenschaftsablage; 
alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beklag-
ten." 

  

- 11 - 

Sachverhalt und Verfahren 

A. Sachverhaltsübersicht 

a. Parteien und ihre Stellung 

Der Kläger ist eine natürliche Person mit Wohnsitz in …, Kanada (act. 1 Rz. 11; 

act. 20 Rz. 17; vgl. act. 20 Rz. 248). Die Beklagte ist eine Aktiengesellschaft mit 

Sitz in Zürich. Sie bezweckt die Erbringung von Dienstleistungen im Treuhand- 

und Beratungsbereich, insbesondere in juristischen und steuerlichen Belangen 

(act. 1 Rz. 12; act. 20 Rz. 15 f.; vgl. act. 20 Rz. 249). Zur relevanten Zeit war eine 

typische Tätigkeit der Beklagten das Aufsetzen von Offshore-Strukturen, häufig 

mit einer liechtensteinischen Stiftung und einer panamesischen Gesellschaft als 

operative Gesellschaft (act. 20 Rz. 16; vgl. act. 29 Rz. 182). Der Gründer der Be-

klagten war früher bei der C._____ angestellt (act. 1 Rz. 12; vgl. act. 20 Rz. 249). 

b. Prozessgegenstand 

Die Beklagte setzte für den Kläger zwei Offshore-Strukturen auf und übernahm 

weitere Aufgaben. Der Kläger verlangt von der Beklagten die Herausgabe von 

Dokumenten, Auskunft und Rechenschaft zu den in den Rechtsbegehren genann-

ten Themen. Die Beklagte ersucht um Abweisung der Klage, soweit darauf einge-

treten werden könne. Weiter beantragt sie, dass festzustellen sei, dass die Rep-

likschrift vom 12. Juni 2020 verspätet eingereicht worden sei (act. 33 S. 2). 

B. Prozessverlauf 

Am 1. April 2019 (Datum Poststempel) reichte der Kläger die vorliegende Klage 

mit eingangs erwähnten Rechtsbegehren hierorts ein (act. 1; act. 2; act. 3/1-87). 

Da sich der Kläger darin nicht im Einzelnen zum Streitwert seiner gestellten 

Rechtsbegehren geäussert hatte, wurde der Streitwert mit Verfügung vom 2. April 

2019 einstweilen auf CHF 1 Million geschätzt und ein Kostenvorschuss von 

CHF 31'000.– verlangt (act. 4). Nachdem der Vorschuss im Umfang von 

CHF 30'975.– eingegangen war (act. 6), wurde der Beklagten mit Verfügung vom 

11. April 2019 Frist zur Erstattung der Klageantwort angesetzt (act. 7). Mit ihrer 

- 12 - 

Eingabe vom 17. April 2019 stellte die Beklagte den Antrag auf Leistung einer Si-

cherheit für die Parteientschädigung (act. 9), woraufhin dem Kläger Frist zur Stel-

lungnahme angesetzt und der Beklagten gleichzeitig die Frist zur Erstattung der 

Klageantwort abgenommen wurde (act. 11). Der Kläger erstattete mit Eingabe 

vom 16. Mai 2019 eine solche Stellungnahme und äusserte sich darin auch zur 

einstweiligen Streitwertfestlegung (act. 13). Mit Verfügung vom 23. Mai 2019 wur-

de der Kläger verpflichtet, für die Parteientschädigung eine Sicherheit von 

CHF 21'000.– zu leisten. In derselben Verfügung wurde der mutmassliche Streit-

wert auf CHF 150'000.– reduziert und die Obergerichtskasse angewiesen, dem 

Kläger den von ihm geleistete Kostenvorschuss im Umfang von CHF 19'975.– zu-

rückzuerstatten. Der Betrag von CHF 11'000.– verblieb bei der Gerichtskasse 

(act. 15). Nach Eingang der Sicherheit für die Parteientschädigung (abzüglich 

Spesenbeitrag von CHF 25.–) wurde der Beklagten mit Verfügung vom 6. Juni 

2019 die Frist zur Erstattung der Klageantwort neu angesetzt (act. 18), welche 

diese mit Eingabe vom 5. September 2019 samt Beilagen fristgerecht erstattete 

(act. 20; act. 21/1-212). Daraufhin wurde mit Verfügung vom 12. September 2019 

die Klageantwort dem Kläger zugestellt sowie das Verfahren an Instruktionsrichter 

Dr. H._____ delegiert (act. 22). Die am 12. Dezember 2019 durchgeführte Ver-

gleichsverhandlung sowie aussergerichtliche Vergleichsbemühungen führten zu 

keiner Einigung (Prot. S. 11 ff.; act. 24; act. 25). In der Folge ergingen am 12. Juni 

2020 die Replik mit unverändertem Rechtsbegehren (act. 29; act. 30/89-94) und 

am 21. September 2020 die Duplik samt eingangs genanntem prozessualen An-

trag (act. 33; act. 34/213-303). Mit Verfügung vom 22. September 2020 wurde 

dem Kläger das Doppel der Duplik samt Beilagen unter Hinweis auf den Akten-

schluss zugestellt (act. 35). Nach Erhalt der Verfügung vom 17. August 2021 er-

klärten die Parteien, auf die Hauptverhandlung zu verzichten (act. 37; act. 39 f.). 

Weitere Eingaben ergingen nicht. Das Verfahren ist spruchreif, weshalb ein Urteil 

zu fällen ist (Art. 236 Abs. 1 ZPO).  

- 13 - 

Erwägungen 

1. Formelles 

1.1. Zuständigkeit 

Die internationale, örtliche und sachliche Zuständigkeit des Handelsgerichts des 

Kantons Zürich ist gegeben (Art. 23 Lugü; act. 21/9-10; Art. 6 Abs. 2 und 3 ZPO 

i.V.m. § 44 lit. b GOG ZH) (act. 1 Rz. 4 ff.; act. 20 Rz. 235; vgl. act. 29 Rz. 239). 

Die internationale und örtliche Zuständigkeit wurde seitens der Beklagten zudem 

anerkannt (act. 20 Rz. 235; vgl. act. 29 Rz. 239). 

1.2. Anwendbares Recht 

Auf die Vertragsverhältnisse zwischen den Parteien kommt gestützt auf Art. 116 

Abs. 1 IPRG Schweizer Recht zur Anwendung. Die Anwendung Schweizer 

Rechts auf die Frage der Rechenschaftsablage (Rechenschaft, Auskunft und 

Herausgabe) ist denn auch nicht strittig (act. 20 Rz. 138, 346; act. 1 Rz. 127; 

act. 29 Rz. 232, 329 ff.; vgl. act. 21/9-10). Für zahlreiche andere Aspekte des von 

den Parteien präsentierten Sachverhalts ist Schweizer Recht nicht einschlägig. 

Aufgrund der fehlenden Relevanz für die vorliegende Beurteilung kann eine Prü-

fung des diesbezüglich anwendbaren Rechts indes unterbleiben.  

1.3. Übrige Prozessvoraussetzungen 

Die übrigen Prozessvoraussetzungen ‒ vorbehältlich das (andauernde) Rechts-

schutzinteresse und die Bestimmtheit der Rechtsbegehren, siehe Ziffer 7 ‒ erwei-

sen sich als erfüllt und geben zu keinen Bemerkungen Anlass. 

1.4. Frage der rechtzeitigen Erstattung der Replik 

Mit Verfügung vom 11. März 2020 wurde dem Kläger eine Frist zur Erstattung der 

Replik bis zum 28. Mai 2020 angesetzt. Mit E-Mail vom 13. Mai 2020 teilte der In-

struktionsrichter den Parteien mit, dass die Frist infolge der coronabedingten 

Sondergerichtsferien neu am 12. Juni 2020 ablaufe. Die Beklagte wandte darauf-

hin am 15. Mai 2020 ebenfalls per E-Mail ein, dass aufgrund der Fristansetzung 

- 14 - 

zur Replik bis zu einem bestimmten Enddatum nach dem 19. April 2020 die Ver-

ordnung über den Stillstand der Fristen in Zivil- und Verwaltungsverfahren zur 

Aufrechterhaltung der Justiz im Zusammenhang mit dem Corona-Virus (COVID-

19) keine Anwendung finde und verwies auf Frage 4 der FAQ des Bundesamts für 

Justiz. Der Instruktionsrichter liess mit E-Mail vom gleichen Tag verlauten, dass 

das Handelsgericht diese Verordnung in ständiger Praxis im von ihm dargelegten 

Sinne auslege. Man könne dies − eventualiter − auch als rein handelsgerichtliche 

Corona-Fristerstreckung betrachten (gesamte E-Mail-Korrespondenz: act. 34/213; 

act. 27B). Mit Eingabe vom 14. Mai 2020 hielt der Kläger daraufhin fest, er bestä-

tige, dass er aufgrund erstgenannter E-Mail des Instruktionsrichters nunmehr da-

von ausginge, dass die Frist zur Erstattung der Replik am 12. Juni 220 auslaufe, 

worauf er sie denn auch an diesem Tag erstattete. Mit der Duplik stellte die Be-

klagte den prozessualen Antrag, es sei festzustellen, dass die Replikschrift vom 

12. Juni 2020 verspätet eingereicht worden sei (act. 33). Sie hielt an ihrer bisheri-

gen Argumentation fest und erklärte: Art. 1 Abs. 3 Verordnung mache klar, dass 

vom Stillstand nur Fristen mit einem bestimmten Enddatum erfasst seien, wenn 

dieses zwischen dem Inkrafttreten der Verordnung und dem 19. April 2020 liege. 

Diese klare und einfache Situation bestätige auch die FAQ des Bundesamtes zu 

Frage 4 (act. 33 Rz. 10) und ebenso die Literatur. Für eine Fristerstreckung nach 

Art. 144 Abs. 2 ZPO fehle es an einem entsprechenden Gesuch. Die Vertreter 

des Klägers hätten sich nicht auf die E-Mail des Instruktionsrichters verlassen 

können (act. 33 Rz. 6 ff.). 

Unmittelbar nach Inkrafttreten der Verordnung über den Stillstand der Fristen in 

Zivil- und Verwaltungsverfahren zur Aufrechterhaltung der Justiz im Zusammen-

hang mit dem Coronavirus (COVID-19) (nachfolgend COVID-Verordnung) be-

schloss das Handelsgericht gestützt auf Art. 1 Abs. 1 COVID-Verordnung folgen-

de Praxis für ordentliche Verfahren: Vor den verlängerten Gerichtsferien ange-

setzte Fristen, die nach dem 19. April 2010 ablaufen, stehen still und verlängern 

sich entsprechend um 15 Tage, d.h. um die Dauer der verlängerten Stillstandsfrist 

vom 21. März 2020 bis 4. April 2020. Grund dafür ist, dass das Handelsgericht 

grossmehrheitlich nicht Fristen in Tagen oder Monaten, sondern – um Probleme 

rund um die Fristenberechnung auf Seiten der Anwaltschaft möglichst zu vermei-

- 15 - 

den – Fristen mit Enddaten ansetzt, diese aber wie Tages- oder Monatsfristen un-

ter Berücksichtigung der Fristenstillstände berechnet. So wird bei der Fristanset-

zung der mutmasslich Zustellungstermin angenommen, bei Replikfristen werden 

zwei Monate dazugerechnet und – gestützt auf Art. 145 Abs. 1 ZPO – allfällige 

Gerichtsferien und Fristenstillstände sowie Art. 142 Abs. 3 ZPO berücksichtigt. 

Daraus resultiert schliesslich das in der Verfügung als Fristende verwendete End-

datum. Hätte das Handelsgericht bei der Ansetzung der relevanten Fristen vom 

zusätzlichen Fristenstillstand aufgrund der COVID-Verordnung gewusst, hätte es 

diesen Fristenstillstand – wie die gesetzlich vorgesehenen Fristenstillstände – bei 

der Fristberechnung berücksichtigt. Es handelt sich demnach bei den handelsge-

richtlichen Fristen um Fristen im Sinne von Art. 1 Abs. 1 COVID-Verordnung. 

Dadurch, dass praxisgemäss formal Enddaten verwendet werden, soll den Par-

teien kein Nachteil entstehen. Sinn und Zweck der COVID-Verordnung war es, 

den Parteien und ihren Vertretern Abhilfe für die aufgrund des Coronavirus und 

des ersten Lockdowns entstandenen Probleme (schwierigere Erreichbarkeit, kei-

ne Möglichkeit physischer Besprechungen, Betreuungspflichten etc.) zu verschaf-

fen. So liess der Bundesrat in der Medienmitteilung vom 20. März 2020 verlauten, 

dass der Bundesrat den Gerichten, den Anwälten und den Parteien eine Atem-

pause verschaffen wolle, um sich auf eine schwierige Zeit einzustellen. Es ist 

nicht einzusehen, weshalb eine Partei, der das Handelsgericht mit Verfügung vom 

11. März 2020 eine Frist bis zum 28. Mai 2020 angesetzt hat, eine Atempause 

weniger benötigt haben sollte, als wenn in derselben Verfügung eine Frist von 2 

Monaten oder 60 Tagen notiert gewesen wäre. Art. 1 Abs. 3 COVID-Verordnung 

bedarf daher einer restriktiven Auslegung und lässt keinen simplen Umkehr-

schluss für alle Fristen mit Enddatum nach dem 19. April 2020 zu. Sinn macht der 

Absatz insbesondere zwecks Klarstellung in Bezug auf Fristen, deren Enddaten in 

die Zeit der COVID-Sondergerichtsferien fielen. Während der Ostergerichtsferien 

standen in ordentlichen Verfahren nach der ZPO die Fristen ohnehin still. Entge-

gen der Ansicht der Beklagten ist die FAQ des Bundesamt für Justiz weder klar 

noch als behördliches Informationsschreiben (das nota bene fast zwei Wochen 

nach der Verordnung datiert) für Gerichte verbindlich. Die Replik wurde fristge-

recht erstattet. Der prozessuale Antrag der Beklagten ist folglich abzuweisen.  

- 16 - 

Selbst wenn Art. 1 Abs. 1 COVID-Verordnung für die vorliegend relevante Frist 

nicht einschlägig sein sollte, wäre es dem hiesigen Gericht gestützt auf Art. 1 

Abs. 2 ZGB ohnehin freigestanden, in einer ausserordentlichen Lage mit einer 

Vielzahl Betroffener richterliche, von vornherein nach Ermessen festgesetzte Fris-

ten (FREI, in: HAUSHEER/WALTER, Berner Kommentar, Schweizer Zivilprozessord-

nung, 2012, Art. 144 N. 7) zu verlängern. Ein qualifiziertes Schweigen, welches 

dies verbieten würde, ist nicht ersichtlich. Der Kläger durfte sich zudem auf die 

ihm in der Verfügung mitgeteilte Frist verlassen (Art. 5 Abs. 3 und Art. 9 BV); die 

Situation war mitnichten (handelte es sich bei der COVID-Verordnung auch um 

eine neue Rechtsgrundlage) mit derjenigen mangelhafter Rechtsmittelbelehrun-

gen vergleichbar. Gestützt auf die Verfügung vom 11. März 2020 und die E-Mail 

vom 13. Mai 2020 durfte der Kläger darauf vertrauen, dass die Replikfrist bis 

am12. Juni 2020 lief. Im Übrigen fehlt es der Beklagten an einer Beschwer (vgl. 

analog BENN, in: SPÜHLER/TENCHIO/INFANGER [Hrsg.], Basler Kommentar, Schwei-

zerische Zivilprozessordnung, 3. A., 2017, Art. 144 N. 15). 

2. Behauptungs-, Substantiierungs- und Beweislast 

Das Gericht darf sein Urteil nur auf die von den Parteien behaupteten Tatsachen 

stützen (Art. 55 Abs. 1 ZPO). Es ist an der Person, welcher die Beweislast obliegt 

(vgl. Art. 8 ZGB), die Tatsachen hinreichend darzutun und zu beweisen, aus de-

ren Vorliegen sie ihren Anspruch herleitet. Inwieweit Tatsachen zu behaupten und 

zu substantiieren sind, ergibt sich einerseits aus den Tatbestandsmerkmalen der 

angerufenen Norm und andererseits aus dem prozessualen Verhalten der Ge-

genpartei (BGE 127 III 365 E. 2b; BGer 4A_443/2017 vom 30. April 2018 E. 2; 

BGer 4A_57/2014 vom 8. Mai 2014 E. 1.3.3). Der Behauptungslast ist durch das 

Aufstellen eines schlüssigen, vollständigen Tatsachenvortrags Genüge getan 

(BGE 136 III 322 E. 3.4.2; 127 III 365 E. 2b; BGer 4A_210/2009 vom 7. April 2010 

E. 3.2 m.H.; BGer 4A_591/2012 vom 20. Februar 2013 E. 2.1; BGer 4A_443/2017 

vom 30. April 2018 E. 2.1; SUTTER-SOMM/SCHRANK, in: SUTTER-

SOMM/HASENBÖHLER/LEUENBERGER [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zi-

vilprozessordnung (ZPO), 3. A., 2016, Art. 55 N. 21 m.H.). Kommt eine Partei ih-

rer Behauptungslast nicht nach, bleiben die betreffenden Tatsachen unberück-

- 17 - 

sichtigt (BRÖNNIMANN, in: HAUSHEER/WALTER [Hrsg.], Berner Kommentar, Schwei-

zerische Zivilprozessordnung, Band II, 2012, Art. 152 N. 30). Eine über die Be-

hauptungslast hinausgehende Substantiierungslast greift nur, soweit der Pro-

zessgegner den schlüssigen Tatsachenvortrag bestreitet (BGer 4A_412/2019 

vom 27. April 2020 E. 4.1; BGer 4A_443/2017 vom 30. April 2018 E. 2.1 m.H.; 

BGE 127 III 365 E. 2b m.H.; 136 III 322 E. 3.4.2). Diesfalls sind die Vorbringen in 

Einzeltatsachen zergliedert so umfassend und klar darzulegen und dazugehörige 

Beweisanträge zu stellen, dass darüber Beweis abgenommen werden könnte und 

substantiiertes Bestreiten möglich ist (BGer 4A_443/2017 vom 30. April 2018 

E. 2.1 m.H.; BGer 4A_591/2012 vom 20. Februar 2013 E. 2.1 m.H.; 

BGE 127 III 365 E. 2b m.H.).  

Das Gegenstück zur Behauptungslast bildet die Bestreitungslast. Die Gegenpartei 

hat im Einzelnen darzutun, welche behaupteten Tatsachen anerkannt und welche 

bestritten werden. Je detaillierter die Behauptungen sind, desto höher sind die An-

forderungen an die Bestreitungen (BGer 4A_281/2017 vom 22. Januar 2018 

E. 4.3). Bei detaillierten Behauptungen genügen pauschale Bestreitungen nicht. 

Diesfalls ist – ausser die Bestreitungen werden erkennbar an anderer Stelle aus-

geführt – von unbestrittenen Tatsachen auszugehen (BGE 141 III 433 E. 2.6; 

BGer 4A_443/2017 vom 30. April 2018 E. 4.1; BGer 4A_281/2017 vom 22. Januar 

2018 E. 4.3, WALTER, in: HAUSHEER/WALTER [Hrsg.], Berner Kommentar, Band I, 

Einleitung und Personenrecht, Art. 1-9 ZGB, 2012, Art. 8 N. 191 ff.). Umgekehrt 

wird bei einer pauschalen einzelnen Behauptung nicht mehr als eine pauschale 

einzelne Bestreitung verlangt. Als Bestreitung gilt auch, wenn die Behauptung der 

Gegenpartei durch die eigene Sachdarstellung widerlegt wird (WILLISEGGER, in: 

SPÜHLER/TENCHIO/INFANGER [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Zivilpro-

zessordnung (ZPO), 3. A., 2017, Art. 222 N. 21). Nach diesen Grundsätzen wird 

nachfolgend – ohne im Einzelnen näher darauf einzugehen – verfahren. 

- 18 - 

3. Unbestrittener Sachverhalt im Überblick 

3.1. Vertragliche Beziehung, Gründung und Konti bei der C._____ 

Auf Empfehlung der C._____, bei welcher der Kläger seit Langem Kunde war, 

liess der Kläger durch die Beklagte in den Jahren 2004 und 2005 zwei neue Off-

shore-Strukturen aufsetzen (act. 1 Rz. 13, 15; act. 20 Rz. 18 f.; act. 29 Rz. 7; vgl. 

act. 29 Rz. 183 ff.).  

Der Kläger unterzeichnete dazu im September 2004 und 2005 je eine mit "Details 

concerning legal entities" überschriebene Erklärung, wonach der Kläger die In-

struktion der Beklagten zur Gründung zweier Stiftungen bestätigte (act. 20 

Rz. 21 f.; vgl. act. 29 Rz. 183; act. 21/6-7). 

Weiter schlossen die Parteien zu diesem Zwecke zwei schriftliche Mandatsverträ-

ge mit jeweils folgendem Auftrag vom Kläger an die Beklagte (act. 20 Rz. 25; 

act. 29 Rz. 18 f.; vgl. act. 33 Rz. 293 f.; vgl. act. 21/9-10):  
"The Client instructs B._____ AG to constitute, or cause the constitution, and to administrate or to 
take over the administration on behalf of the Client, (of) the legal entity hereafter described, and to 
represent him towards the organs of the legal entity, on his behalf and at his own risks, according 
to his instructions or those given by the duly appointed representative of the Client." 
 
"B._____ AG declares to act only according to written or verbal instructions of the Client.'' 

Die Beklagte liess für den Kläger durch das I._____ Treuunternehmen Reg. 

("I._____") zwei liechtensteinische Stiftungen, die E._____ Foundation (Grün-

dung: tt. September 2004) und die D._____ Foundation (Gründung: tt. Oktober 

2005) (nachfolgend "Stiftungen"), gründen. Diese hielten je 100% der Aktien der 

panamaischen Gesellschaften E._____ International S.A. (Gründung: 

tt. September 2004) und D._____ Investment S.A. (Gründung: tt. Oktober 2005) 

(nachfolgend "Gesellschaften"), welche die Beklagte durch die Firma J._____ 

(später J._____) aufsetzen liess (act. 1 Rz. 7, 18 ff., 21, 27 f.; act. 20 Rz. 27, 

256 ff., 239, 265; act. 29 Rz. 15; vgl. act. 20 Rz. 260, act. 29 Rz. 9, 254, 262, 242; 

act. 33 Rz. 286, 290). Als Stiftungsräte der Stiftungen sowie als Verwaltungsräte 

und Geschäftsleitungsmitglieder der Gesellschaften wurden K._____ (Gründer 

und [damals] Verwaltungsrat der Beklagten), L._____ und die I._____ eingesetzt. 

- 19 - 

L._____ schied per 11. Dezember 2013 aus dem Stiftungsrat aus (act. 29 Rz. 10, 

12, 15; vgl. act. 33 Rz. 286, 288, 290). 

Nach dem Aufsetzen der Strukturen transferierten die M._____ International Corp. 

und die N._____ International Corp., Offshore-Strukturen des Klägers auf den 

Bahamas (act. 20 Rz. 18; act. 1 Rz. 25; act. 29 Rz. 13, 17; act. 33 Rz. 289, 292), 

Geld auf die auf E._____ International S.A. (Kundennummer 3) und D._____ In-

vestment S.A. (Kundennummer 1 lautenden Konti bei der C._____ (act. 1 Rz. 8, 

22, 29; act. 20 Rz. 27, 31 ff., 240; act. 29 Rz. 16, 243). Die D._____ Investment 

S.A. verfügte nebst dem CAD-Konto auch noch über ein USD-Konto (4-1) bei der 

C._____. Dieses wies am 15. Juli 2015 einen Saldo von USD 2'409.28 auf 

(act. 30/90; act. 29 Rz. 46; act. 1 Rz. 125; vgl. act. 30 Rz. 329 ff.). Die E._____ In-

ternational S.A. verfügte bei der C._____ nebst den CAD-Konten noch über ein 

EUR- und ein USD-Konto (act. 29 Rz. 46; vgl. act. 30 Rz. 329 ff.). Der Kläger 

wurde als wirtschaftlich Berechtigter der Konti festgehalten (act. 1 Rz. 22, 29; 

act. 29 Rz. 12, 16; vgl. act. 20 Rz. 261, 268, 291). Er verfügte gegenüber der 

C._____ über eine Limited Power of Attorney betreffend die Kontobeziehungen 

der E._____ International S.A. und der D._____ Investment S.A. Diese Vollmach-

ten erlaubten es dem Kläger nicht, der C._____ jeweils direkt Transaktionen in 

Auftrag zu geben (act. 20 Rz. 26; act. 1 Rz. 24, 29; act. 29 Rz. 12, 16; vgl. act. 20 

Rz. 263; act. 33 Rz. 290; act. 3/14; act. 21/22). Der Kläger war aber ständig im di-

rekten Kontakt mit der C._____. Er erteilte der C._____ (meist) direkt Aufträge 

und die C._____ holte dann über die Beklagte das formelle Einverständnis der 

Stiftungsräte ein (act. 20 Rz. 29, 263; act. 29 Rz. 22, 260, 267; act. 33 Rz. 299). 

Auch wurde dem Kläger die Korrespondenz an seine Adresse in Kanada zuge-

stellt (act. 20 N. 27, 32; vgl. act. 29 Rz. 187). Kollektivunterschriftsberechtigt für 

das Konto der E._____ International S.A. waren anfangs die drei Verwaltungsräte. 

Als Korrespondenzadresse für die Kontobeziehung wurde die Adresse der Be-

klagten angegeben (act. 1 Rz. 23; act. 29 Rz. 12; vgl. act. 20 Rz. 282; act. 33 

Rz. 288). Kollektivzeichnungsberechtigt für die D._____ Investment S.A. waren 

neben den drei Verwaltungsräten O._____ sowie P._____: beide sind bis heute 

noch für die Beklagte tätig (act. 1 Rz. 29; act. 29 Rz. 16; vgl. act. 20 Rz. 268; 

act. 33 Rz. 291). Als Korrespondenzadresse wurde anfänglich die Adresse der 

- 20 - 

I._____ angegeben (act. 29 Rz. 16). Der Kläger hatte keine direkte Verfügungs-

macht über das Vermögen auf den Konten. Als Stifter hatte er das Recht aufge-

geben, über die Verwendung des gestifteten Vermögens zu bestimmen (act. 20 

Rz. 254; act. 29 Rz. 20; vgl. act. 33 Rz. 295). 

3.2. Standby Letter, Negativsaldo, Offenlegung (Voluntary Disclosure) 

Der Kläger ersuchte die C._____ im Dezember 2005 darum, einen bisher im Auf-

trag der N._____ International Corporation (einer der auf den Bahamas domizilier-

ten Gesellschaften des Klägers) ausgestellten Standby Letter of Credit abzulösen 

und einen neuen Standby Letter of Credit im Auftrag der D._____ Investment S.A. 

auszustellen. Der Standby Letter of Credit diente der Besicherung eines Kredits 

der Q._____ Investment Ltd (einer kanadischen Gesellschaft des Klägers) bei der 

Bank R._____. Die C._____ stellte am 29. Mai 2015 einen Standby Letter über 

CAD 2.0 Millionen aus. Als Auftraggeberin haftete die D._____ Investment S.A., 

falls die C._____ den Standby Letter honorieren müsste. Zusätzlich unterzeichne-

te die E._____ International S.A. am 21. Oktober 2005 einen Pfandvertrag ("Ge-

neral Deed of Pledge"), mit welchem sie sämtliche bei der C._____ gehaltenen 

Vermögenswerte zugunsten der Verbindlichkeiten der D._____ International S.A. 

verpfändete. Folglich haftete die E._____ International S.A. indirekt auch für den 

Standby Letter (act. 1 Rz. 32 ff.; act. 29 Rz. 33 ff.; act. 20 Rz. 28, 35-37, 275; vgl. 

act. 29 Rz. 313 ff.; act. 33 Rz. 313 ff.; act. 21/17). Als die D._____ Investment 

S.A. am 20. Dezember 2005 einen "Framework Credit Limit"-Vertrag mit der 

C._____ abschloss, unterschrieb E._____ International S.A. als Drittpfandbestel-

lerin mit (act. 20 Rz. 33, act. 29 Rz. 36, 188). 

Am 22. Januar 2015 erklärte die C._____, die Beziehungen 3, also die Beziehung 

zur E._____ International S.A., und 1, also die Beziehung zur D._____ Investment 

S.A., aus geschäftsstrategischen- und regulatorischen Gründen auf den 

23. Januar 2015 zu beenden. Dessen ungeachtet führte sie diese Beziehungen 

jedoch in der Folge weiter (act. 20 Rz. 46; act. 29 Rz. 37). Am 18. Februar 2015 

forderte die C._____ die beiden Gesellschaften auf, nachzuweisen, dass sie tax 

compliant seien (bzw. die Voluntary Disclosure for Canada begonnen hätten) 

(act. 20 Rz. 47; act. 29 Rz. 38). O._____ empfahl dem Kläger für die Voluntary 

- 21 - 

Disclosure den Beizug der kanadischen Anwältin S._____ von der bekannten ka-

nadischen Kanzlei F._____ (act. 20 Rz. 48; vgl. act. 29 Rz. 198). Am 31. März 

2015 erklärte die C._____, die Verlängerung des Standby Letters vom Nachweis 

der Einleitung der Voluntary Disclosure innerhalb von drei Monaten abhängig zu 

machen, andernfalls die C._____ die Beziehung beenden würde (act. 20 Rz. 50; 

act. 29 Rz. 40; act. 33 Rz. 303). Am 29. April 2015 leitete O._____ dem Kläger die 

Aufforderung der C._____ weiter, innerhalb der nächsten drei Monate die Volun-

tary Disclosure in Kanada weiterzuverfolgen, andernfalls die Beziehungen been-

det würden (act. 20 Rz. 51; act. 29 Rz. 40). Im selben Zeitraum verlangte die 

C._____ aufgrund fehlender Deckung sodann die Reduktion des Standby Letters 

von CAD 2.0 Millionen auf CAD 1.8 Millionen (act. 29 Rz. 40, 34; act. 20 Rz. 37; 

vgl. act. 33 Rz. 314). Am 5. Mai 2015 instruierte der Kunde die C._____, den 

Standby Letter zu verlängern (act. 20 Rz. 52; vgl. act. 29 Rz. 199). Am 18. Mai 

2015 drohte die C._____ der E._____ International S.A. sowie der D._____ In-

vestment S.A. unter Ansetzung einer Nachfrist bis 15. Juli 2015 den Abbruch der 

Geschäftsbeziehung an, weil diese den geforderten Nachweis der Tax Compli-

ance innert Frist nicht geliefert hätten (act. 20 Rz. 53; act. 29 Rz. 41; vgl. act. 29 

Rz. 199). Am 30. Juni 2015 bezog die Beklagte einen Vorschuss (Retainer) von 

CHF 20'000.– (umgerechnet CAD 27'011.66) vom Konto der D._____ Investment 

S.A. (act. 20 Rz. 54; act. 29 Rz. 42; act. 33 Rz. 325). 

Am 8. Juli 2015 wurde der Standby Letter durch die Bank R._____ gezogen, wie 

die C._____ der D._____ Investment S.A. mit Schreiben vom 9. Juli 2015 mitteil-

te. Die C._____ zahlte der Bank R._____ CAD 1.8 Mio. aus. Nach dem Ziehen 

des Standby Letters war das CAD-Konto der D._____ Investment S.A. mit ca. 

CAD 1.65 Mio. im Minus und das CAD-Konto der E._____ International S.A. mit 

ca. CAD 2.06 Mio. im Plus (act. 20 Rz. 55 f.; act. 1 Rz. 38 ff.; act. 29 Rz. 43). 

Grund für das Ziehen des Standby Letters war, dass die Q._____ Investment Ltd 

in Verzug geriet (act. 20 Rz. 277; act. 29 Rz. 43; act. 33 Rz. 326). Die Unterde-

ckung vergrösserte sich in der Folge (act. 1 Rz. 61; vgl. act. 20 Rz. 297). Der 

D._____ Investment S.A. wurden aufgrund der massiven Unterdeckung durch die 

C._____ vierteljährlich Zinsen von rund CAD 30'000.– belastet (act. 1 Rz. 60; vgl. 

act. 20 Rz. 296). 

- 22 - 

Der Kläger forderte von der Beklagten einen Ausgleich des Negativsaldos und die 

Liquidation der D._____ Investment S.A. und der D._____ Foundation; u.a. in ei-

ner E-Mail vom 20. Oktober 2015 an Herrn O._____ von der Beklagten sowie am 

15. März 2016 (act. 1 Rz. 46 ff.; act. 20 Rz. 57 ff., 70; act. 29 Rz. 62; vgl. act. 20 

Rz. 285). Die Beklagte forderte ‒ seit 2016 beraten durch die kanadische Anwältin 

S._____ (act. 20 Rz. 73, 81 f.; act. 29 Rz. 64 ff.; act. 33 Rz. 369 ff.; vgl. act. 29 

Rz. 211) ‒ vor Änderungen oder Ausschüttungen bzw. Ausgleich des Negativsal-

dos die schriftliche Bestätigung der kanadischen Steuerbehörde betreffend Offen-

legung (act. 20 Rz. 58, 68, 279, 282, 291; act. 29 Rz. 203). Es war aus ihrer Sicht 

nicht klar, ob die klägerischen Instruktionen aus Sicht des kanadischen Steuer-

rechtes ausgeführt werden durften (act. 33 Rz. 327; act. 29 Rz. 47 f. [dass es un-

klar war, wird vom Kläger bestritten act. 29 Rz. 206]). 

Mit Schreiben vom 11. Februar 2016 kündigte die C._____ die Bankbeziehungen 

der D._____ Investment S.A. und der E._____ International S.A. per 31. März 

2016 unter Hinweis, dass der verlangte Nachweis der Tax Compliance nicht ge-

leistet worden sei. Dies teilte die Beklagte (T._____) dem Kläger am 17. März 

2016 mit (act. 20 Rz. 90; act. 29 Rz. 63). Zusätzlich sendete die C._____ am 

24. Mai 2016 je einen Final Reminder an die D._____ Investment S.A. bzw. 

E._____ International S.A. betreffend ausstehende FATCA-Dokumentation, die an 

den Kläger weitergeleitet wurden (act. 20 Rz. 91; act. 29 Rz. 81).  

Am 15. März 2016 beklagte sich der Kläger telefonisch bei O._____, dass die 

C._____ ihm keine Unterlagen betreffend die Konti der E._____-Struktur mehr 

sende und ihm die Auskunft verweigere. O._____ teilte dem Kläger daraufhin mit, 

der Kläger müsse die Instruktion in einem Brief mit Unterschrift noch einmal in 

Auftrag geben, was er in der Folge tat (act. 29 Rz. 61; act. 33 Rz. 364). 

Die Anwältin des Klägers, U._____, teilte T._____ mit E-Mail vom 11. August 

2016 mit, die beiden Kontobeziehungen E._____ International S.A und D._____ 

Investment S.A. seien im Rahmen einer Voluntary Disclosure gegenüber den ka-

nadischen Steuerbehörden offengelegt worden (act. 33 Rz. 37; act. 29 Rz. 75). 

- 23 - 

Mit Schreiben vom 19. September 2016 bestätigte die C._____ der D._____ bzw. 

der E._____ die Fortdauer der Bankbeziehung (act. 20 Rz. 93; vgl. act. 29 

Rz. 215 [zu pauschal]).  

Im Oktober 2016 transferierten die Stiftungsräte der E._____ Foundation bzw. der 

D._____ Foundation die Sitze der Stiftungen von Liechtenstein nach Panama 

(act. 20 Rz. 38, 290; act. 1 Rz. 79 f.; act. 29 Rz. 53 ff., 190 f.; act. 33 Rz. 348 ff.). 

Dies hatte die Beklagte am 17. August 2015 vorgeschlagen (act. 29 Rz. 50; 

act. 33 Rz. 344). 

Mit Schreiben vom 31. März 2017 kündigte die C._____ die Geschäftsbeziehung 

mit der E._____ International S.A. mit Verweis auf die FATCA-Dokumentation 

(act. 20 Rz. 94; vgl. act. 29 Rz. 215 [zu pauschal]: act. 33 Rz. 394). Im genannten 

Schreiben wies die Bank zudem darauf hin, dass es ihr untersagt sei, ihre Kunden 

bei Fragen zur Bestimmung des FATCA-Status zu beraten; sie riet der E._____ 

International S.A., einen qualifizierten Berater beizuziehen (act. 20 Rz. 95; vgl. 

act. 29 Rz. 215 [zu pauschal]). Wegen der Problematik der FATCA-

Dokumentation mandatierte E._____ International S.A. den Rechtsanwalt Dr. iur. 

G._____. Dieser wurde auch deshalb mandatiert, weil die C._____ als Folge der 

Kündigung per 31. März 2017 keine Kundenaufträge mehr entgegennahm bzw. 

sich weigerte, diese auszuführen (act. 20 Rz. 96; act. 29 Rz. 82; vgl. act. 29 

Rz. 215 [zu pauschal]). Auf Rechtsanwalt Dr. G._____s Intervention hin nahm die 

C._____ die beendete Bankbeziehung wieder auf. Am 15. Juni 2017 bestätigte 

die C._____ das "Reinstatement of Business Relationship" betreffend die E._____ 

International S.A. (act. 20 Rz. 98; act. 29 Rz. 82; act. 33 Rz. 394; vgl. act. 29 

Rz. 215 [zu pauschal]). 

3.3. Verkleinerung/Behebung des Negativsaldos, Auflösung 

Das Negativsaldo auf dem Konto der D._____ Investment S.A. blieb über längere 

Zeit bestehen und vergrösserte sich aufgrund der Zinsbelastung (act. 1 Rz. 60 ff; 

act. 20 Rz. 296 ff.). Am 1. Juli 2017 war das Konto der D._____ Investment S.A. 

mit CAD 1'889'596.26 im Minus (act. 1 Rz. 61; act. 20 Rz. 297). Am 5. Juli 2017 

machte die C._____ gegenüber der D._____ Investment S.A. einen sog. Margin 

- 24 - 

Call (Aufforderung zum Nachschiessen von Vermögenswerten) von 

CHF 100'000.– bis am 12. Juli 2017, ansonsten sie sich nach ihrem Ermessen 

aus ihrem Pfand (Konto der E._____ International S.A.) befriedigen werde (act. 20 

Rz. 99; act. 29 Rz. 83). Am 14. Juli 2017 erfolgte durch die C._____ eine Über-

weisung vom Konto der E._____ International S.A. auf das Konto der D._____ In-

vestment S.A. von CAD 1'145'188.89 (act. 1 Rz. 62; act. 20 Rz. 100, 298 f.; 

act. 29 Rz. 84). Nach dieser Teilzahlung war das Konto der D._____ Investment 

S.A. weiterhin massiv überzogen und wies Ende Juli 2017 ein Minus von 

CAD 744'407.37 auf (act. 1 Rz. 62; act. 20 Rz. 298 f.; act. 29 Rz. 84).  

Mit Schreiben vom 12. Dezember 2017 wies die C._____ den Kläger darauf hin, 

dass sie sich aus gewissen Märkten und Kundensegmenten zurückziehen werde, 

weshalb die Kundenbeziehungen zur D._____ Investment S.A. und zur E._____ 

International S.A. beendet würden. Sie verlangte die Abdeckung des auf D._____ 

Investment S.A. bestehenden Sollsaldos (act. 1 Rz. 65; act. 20 Rz. 105, act. 29 

Rz. 86; vgl. act. 20 Rz. 301). Im Schreiben an die D._____ Investment S.A. hielt 

V._____ von der C._____ fest (Hervorhebungen hinzugefügt) (act. 1 Rz. 65; 

act. 29 Rz. 86; vgl. act. 20 Rz. 301): 
"Please note that currently following (cash-) accounts are not covered (in overdraft): 
- …-4: CAD -759,974.58 
- …-4-…: USD -2,941.62 
We kindly ask that sufficient funds be deposited in account to cover the overdrafts indicated 
above, plus expected accrued interest and credit commission up to 31.12.2017 of approximately 
CAD 13,000. If sufficient funds are not deposited with-in 30 days to cover the above Iiabilities, the 
pledge from E._____ International S.A. Panama (GDP dated 21.10.2005) will be executed to cover 
these liabilities." 

Am 19. Dezember 2017 erteilte AA._____ der C._____ den Auftrag, die Kontobe-

ziehungen der D._____ Investment S.A. und E._____ International S.A. zu 

schliessen (unter vorgängiger Deckung des Sollsaldos auf D._____) (act. 20 

Rz. 108, 303; act. 29 Rz. 88; act. 33 Rz. 399). Am 22. Dezember 2017 erfolgte ei-

ne Überweisung vom Kontokorrentkonto der E._____ International S.A. auf das 

Konto der D._____ Investment S.A. in der Höhe von CAD 760'133.67 (act. 1 

Rz. 67; act. 20 Rz. 109, 302). Am 28. Dezember 2017 erteilte Rechtsanwalt Dr. 

G._____ auf Anweisung der Beklagten der C._____ den Auftrag, diverse Zahlun-

gen (an Dr. G._____, J._____ Services, F._____, Beklagte) auszuführen (act. 1 

Rz. 68; act. 20 Rz. 106, 303; act. 29 Rz. 87; act. 33 Rz. 398). 

- 25 - 

Mit E-Mail vom 13. Februar 2018 verlangte die Beklagte bei der Nachfolgeorgani-

sation der J._____, der W._____ Switzerland AG, die Unterlagen zur Löschung 

der E._____ Foundation, E._____ International S.A, D._____ Foundation und 

D._____ Investment S.A. Am 3. April 2018 erteilte AA._____ der W._____ 

Switzerland AG die nötigen Vollmachten (act. 20 Rz. 111 f.; vgl. act. 29 Rz. 217 

mit Verweisen [zu pauschal]). Die D._____ Foundation und die D._____ Invest-

ment S.A. sowie die E._____ Foundation und die E._____ International S.A. wur-

den am 24. und 25. Juli 2018 durch Beschluss des Stiftungsrates bzw. der Aktio-

näre aufgelöst (act. 1 Rz. 81 f.; act. 20 Rz. 113; act. 29 Rz. 89 ff.; vgl. act. 20 

Rz. 315; act. 33 Rz. 400 f.). 

Der Kläger erhielt bei der Saldierung der Konti nichts ausbezahlt. Hätte die Be-

klagte die Instruktion des Klägers vom 15. Juli 2015 ausführen können (ob sie 

dies konnte bzw. hätte tun müssen, ist strittig), wäre dem Kläger ein Restgutha-

ben von CAD 403'597.24 verblieben (act. 29 Rz. 92; act. 33 Rz. 402).  

3.4. Ersuchen um Rechenschaft 

Mit E-Mail vom 14. Februar 2018 ersuchte der Kläger um Informationen bei der 

C._____. Diese teilte ihm mit: "We regret having to inform you that - due to the secrecy obli-
gation imposed on us by Swiss Law - we are not allowed to give you information on a potential 

banking relationship''. "Please note that by this letter we are not making any statement as to whe-

ther or not D._____ Investment S.A. & E._____ International S.A. is or ever has been a client of 

our bank'' (act. 29 Rz. 112; act. 33 Rz. 425). Seit der Kontoschliessung und Lö-

schung der Strukturen erhält der Kläger von der C._____ keine Auskunft mehr 

(act. 29 Rz. 182; act. 33 Rz. 460). 

Mit Schreiben vom 16. Oktober 2018 forderte der Kläger die Beklagte unter Hin-

weis auf Art. 400 Abs. 1 OR zur Rechenschaftsablage und Zustellung sämtlicher 

Akten, insbesondere sämtlicher Jahresabschlüsse, aller Beschlüsse des Stif-

tungsrates und sämtlicher Korrespondenz, betreffend die D._____ Foundation 

und E._____ Foundation auf (act. 1 Rz. 73; act. 20 Rz. 307; act. 29 Rz. 113; vgl. 

act. 33 Rz. 427). O._____ antwortete mit E-Mail vom 26. Oktober 2018 und legte 

zwei Aufstellungen bei mit einer Übersicht über die Vermögenswerte sowie die 

- 26 - 

seines Erachtens wichtigsten Bewegungen, ferner die Beschlüsse für die Jahre 

2008 bis 2013 und gesellschaftsrechtliche Unterlagen (act. 20 Rz. 307; act. 1 

Rz. 74 ff., 83; act. 29 Rz. 114, vgl. act. 29 Rz. 294 f.). Weiter gab er eine Über-

sicht über die folgenden Ereignisse: die Ausstellung des Standby Letters auf Ver-

anlassung des Klägers, dass der Nachweis der Tax Compliance bzw. die Volunta-

ry Disclosure durch den Kläger nötig war, dass der Standby Letter gezogen wur-

de, dass eine kanadische Anwältin beigezogen wurde, um die Voluntary Disclo-

sure zu beschleunigen und die Beteiligten zu beraten, insbesondere auch im Um-

gang mit dem Negativsaldo auf D._____, dass die Deckung mit Mitteln von 

E._____ durch die C._____ vorgenommen wurde, dass schliesslich die Bestäti-

gung der Voluntary Disclosure im Dezember 2017 vorlag, dass dann die Konti ge-

schlossen wurden und die noch verbleibenden Vermögenswerte für die Kosten 

der Liquidation der Gesellschaften verwendet wurden (act. 20 Rz. 309; act. 1 

Rz. 76 ff.; act. 29 Rz. 114; vgl. act. 29 Rz. 294 f.). 

Mit Schreiben vom 7. November 2018 verlangte der Kläger unter Auflistung be-

stimmter Dokumente von der Beklagten erneut Rechenschaft (act. 1 Rz. 84; 

act. 29 Rz. 116; vgl. act. 20 Rz. 317). Die Beklagte antwortete mit Schreiben vom 

28. November 2018 (act. 1 Rz. 86; act. 20 Rz. 318; act. 29 Rz. 117) und legte ei-

nen Memory-/USB-Stick mit Kontoauszügen bei (act. 1 Rz. 97 ff.; act. 20 

Rz. 329). Darauf fehlten die Kontoauszüge bezüglich der D._____ Investment 

S.A. des Jahres 2015 (act. 1 Rz. 98; act. 29 Rz. 118; act. 33 Rz. 432 ff.; vgl. 

act. 20 Rz. 329). Der Kläger kontaktierte die Beklagte mit Schreiben vom 

12. Dezember 2018 erneut und die Beklagte stellte die Kontoauszüge des Jahres 

2015 der Konten der D._____ Investment S.A. nachträglich am 17. Dezember 

2018 zur Verfügung (act. 1 Rz. 100; act. 29 Rz. 118; act. 33 Rz. 432; vgl. act. 20 

Rz. 329). 

4. Hauptstandpunkte der Parteien 

4.1. Hauptstandpunkt des Klägers 

Der Kläger vertritt die Ansicht, dass sein Auftrag an die Beklagte die Vermögens-

verwaltung und -verwahrung mitumfasste (act. 1 Rz. 8 f., 17; act. 29 Rz. 18 f.). 

- 27 - 

Die vorliegende Klage auf Rechenschaftsablage betreffe die Tätigkeit der Beklag-

ten als Treuhänderin und die entsprechenden von der Beklagten für den Kläger 

erbrachten Dienstleistungen, inklusive der Vermögensverwaltung (act. 1 Rz. 6). 

Trotz mehrfacher Aufforderung sei die Beklagte ihrer Pflicht zur Rechenschaftsab-

lage bis heute nur teilweise bzw. ungenügend oder überhaupt nicht nachgekom-

men. Die Rechenschaftsablage fehle insbesondere über folgende Themen (act. 1 

Rz. 9): (i) Rechenschaft im Zusammenhang mit der Unterdeckung des Kontos der 

D._____ Investment S.A. bei der C._____; (ii) vollständige Bankunterlagen der 

Konten bei der C._____ sowie sämtliche Korrespondenz der Beklagten und seiner 

Gesellschaften mit der Bank; (iii) diverse Dokumente und Beschlüsse der Gesell-

schaften; (iv) Rechenschaftsablage über Kosten und Ausgaben in der Höhe von 

mehreren hunderttausend kanadischen Dollar, die die Beklagte den Konten der 

E._____ International S.A. und der D._____ Investment S.A. über die Jahre hin-

weg belastet habe; (v) Auskunft, Rechenschaftsablage und Abrechnung über die 

von der Beklagten im Zusammenhang mit der Verwaltung der Konten der 

E._____ International S.A. und der D._____ Investment S.A. erhaltenen Retro-

zessionen. 

Aufgrund der mangelnden Rechenschaftsablage sehe sich der Kläger gezwun-

gen, gerichtlich Rechenschaftsablage einzufordern (act. 1 Rz. 10). Er sei nicht 

verpflichtet gewesen, der Beklagten vorprozessual weitere Chancen zur vollstän-

digen Rechenschaftsablage zu gegeben: Die Beklagte habe dazu ausreichend 

Gelegenheit erhalten, diese aber nicht genutzt (act. 29 Rz. 172). Hinsichtlich der 

Begehren erklärte der Kläger, er habe nicht konkrete Begehren stellen müssen, 

sondern die Beklagte hätte umfassend Rechenschaft ablegen und alle Dokumen-

te betreffend die Strukturen vollständig herausgegeben müssen. Es gehe nicht 

um eine gerichtliche Edition (act. 29 Rz. 170, 294). Gesprächsangebote von 

O._____ habe es zudem keine gegeben (act. 29 Rz. 169). 

4.2. Hauptstandpunkt der Beklagten 

Die Beklagte stellt sich auf den Standpunkt, die Klage sei voreilig, treuwidrig und 

ohne weitere Vorwarnung eingereicht worden (act. 33 Rz. 17, 443, 447; act. 20 

Rz. 5). Gesprächsangebote seien ausgeschlagen bzw. nicht wahrgenommen 

- 28 - 

worden, und es seien keine ergänzten Begehren um Dokumentenvorlage erfolgt 

(act. 20 Rz. 5; act. 33 Rz. 445).  

Die Rechenschaftspflicht könne nicht weiter gehen als der konkrete Auftrag 

(act. 20 Rz. 14, 26, 267; act. 33 Rz. 26). Vermögensverwaltung, d.h. das Verwal-

ten der in der Struktur gehaltenen Vermögenswerte, Buchhaltung und Kontofüh-

rung seien nicht Teil des Auftrags gewesen. Entsprechend sei über die Vermö-

genswerte keine Rechenschaft abzulegen (act. 20 Rz. 14, 26, 239, 241, 267; 

act. 33 Rz. 27 ff., 403), und sei die Beklagte auch nicht passivlegitimiert für die 

Herausgabe von Informationen oder Dokumenten, die nicht Mandatsgegenstand 

gewesen seien (act. 33 Rz. 31). Die Konto- und Depotführung sei Sache der 

C._____ gewesen. Aufgrund der Limited Power of Attorney und der Zustellung 

der Bankunterlagen nach Kanada habe sich der Kläger auch jederzeit über die 

dortigen Kontostände informieren können (act. 20 Rz. 26). Weiter hält die Beklag-

te fest, dass eine Rechenschaftsklage für vorhandene Dokumente und Informati-

onen nicht zur Verfügung stehe. Soweit die Beklagte vorprozessual die ihn tref-

fende Ablieferungspflicht bereits erfüllt habe, sei auf die Klage nicht einzutreten. 

Sie sei ihrer Herausgabepflicht vorprozessual nachgekommen (act. 20 Rz. 5 f.; 

act. 33 Rz. 53 f., 57 ff.). Eine Vielzahl der eingeklagten Auskunftsbegehren seien 

vorprozessual nicht gestellt worden (act. 20 Rz. 5 f.). Die Auskunftsklage sei aber 

erst dann möglich, wenn vorprozessual die geforderte Auskunft nicht erteilt wor-

den sei (act. 33 Rz. 73 ff.). Zudem habe die Beklagte keinen Auskunftsanspruch 

gegenüber der C._____. Eine Verurteilung der Beklagten zur Einreichung von Un-

terlagen führe nicht dazu, dass sie diese von der C._____ erhältlich machen kön-

ne (act. 20 Rz. 77 f.; act. 33 Rz. 568). Überdies fehle an einzelnen Rechtsbegeh-

ren jedes vernünftiges Interesse, und der Kläger verfolge Rechtsbegehren weiter, 

obwohl Dokumente geliefert worden seien (act. 33 Rz. 80 ff.). 

5. Rechtliches im Überblick 

5.1. Qualifikation der Vertragsverhältnisse 

Die Qualifikation der Vertragsverhältnisse zwischen den Parteien als Auftragsver-

hältnisse ist vorliegend unstrittig und zutreffend. Die Beklagte als Beauftragte hat 

- 29 - 

sich im Sinne von Art. 394 Abs. 1 OR verpflichtet, die ihr übertragenen Geschäfte 

vertragsgemäss zu besorgen. Sie schuldet sorgfältiges Tätigwerden (Art. 398 

Abs. 2 OR), nicht jedoch den Eintritt eines Erfolgs (u.a. BGE 117 II 563 E. 2a). 

5.2. Voraussetzungen und Umfang der Rechenschafts- und Herausgabe-
pflicht  

Gemäss Art. 400 Abs. 1 OR hat die Beauftragte auf Verlangen jederzeit über ihre 

Geschäftsführung Rechenschaft abzulegen und alles, was ihr infolge derselben 

aus irgendeinem Grunde zugekommen ist, zu erstatten. 

5.2.1. Rechenschaftspflicht 

Die Rechenschaftspflicht (i.w.S.) soll dem Auftraggeber die Kontrolle über die 
Tätigkeiten des Beauftragten ermöglichen. Sie bildet Voraussetzung und Grund-

lage der Ablieferungs- oder Herausgabepflicht. Worüber die Beauftragte im Ein-

zelnen Auskunft zu geben hat, welche Urkunden sie vorlegen muss und wie weit 

ihre Pflicht überhaupt reicht, ist dem Gesetz nicht zu entnehmen. Das hängt vor 

allem von der Art des Auftrages, von den besonderen Abreden der Parteien sowie 

den Geschäften oder Diensten ab, welche die Beauftragte zu besorgen hat. All-

gemein lässt sich immerhin sagen, dass sich ihre Rechenschaftspflicht auf Belan-

ge des Auftragsverhältnisses beschränkt, sie den Vertragspartner aber vollständig 

und wahrheitsgetreu zu informieren und ihm alle Dokumente vorzulegen hat, die 

sich auf die im Interesse des Auftraggebers besorgten Geschäfte beziehen (ZR 

80/1981 Nr. 24 S. 73 ff, 73; BGE 139 III 49 E. 4.1.2m.H.). Dazu gehören alle vom 

Beauftragten oder seinen Hilfspersonen und Substituten vorgenommenen Mass-

nahmen (Verträge und Korrespondenz mit Dritten und dem Auftraggeber) (FELL-

MANN, a.a.O., Art. 400 N. 9; DOMMER, Die Auskunftspflichten der Bank gegenüber 

Vermögensverwaltungskunden, Diss., 2018, S. 104). Weiter hat die Beauftragte 

die Informationen verständlich und nachvollziehbar zu übermitteln (BGer 

4A_547/2009 vom 27. April 2010 E. 4). Der Anspruch auf Rechenschaftsablegung 

nach Art. 400 OR ist selbst dann nicht ausgeschlossen, wenn sich der Beauftrag-

te damit Schadenersatzansprüchen aussetzen könnte (BGE 138 III 425 E. 6.4) 

bzw. Akteneinsicht verlangt wird, um einen Prozess vorzubereiten oder die Er-

- 30 - 

folgsaussichten eines solchen abzuschätzen (ZR 80/1981 Nr. 24 S. 73 ff., 73 f. 

m.H.).  

Zu unterscheiden ist zwischen der eigentlichen Rechenschaftspflicht i.e.S. mit 
einlässlichem Bericht über alle wesentlichen Vorgänge des konkreten Auftrags 

und die Erläuterung ihrer Bedeutung, und der Pflicht zu blosser Auskunftsertei-
lung (Einzelauskünfte auf konkrete Fragen) (FELLMANN, in: HAUSHEER [Hrsg.], 
Berner Kommentar Band/Nr. VI/2/4, Der einfache Auftrag, Art. 394-406 OR, 1992, 

Art. 400 N. 23, 9). Mit Ersterer hat der Beauftragte den Auftraggeber nicht nur 

über den jeweiligen Stand der Ausführung zu informieren oder einzelne Fragen zu 

beantworten, er hat ihm vielmehr über den gesamten Ablauf und die Ergebnisse 

seiner Tätigkeit einen Überblick zu verschaffen. Die Information muss all jene 

Tatsachen enthalten, die der sorgfältige Beauftragte als für die Rechtsstellung 

und Rechtsausübung des Auftraggebers wesentlich erkennen muss (FELLMANN, 

a.a.O., Art. 400 N. 19 f., 27). Der Rechenschaftsbericht wird in der Regel schrift-

lich zu erfolgen haben, ansonsten eine Nachprüfung nicht möglich ist (FELLMANN, 

a.a.O., Art. 400 N. 30). Voraussetzung der blossen Auskunftserteilung ist ledig-

lich, dass der Auftraggeber über diese Punkte Aufklärung (Einzelauskunft oder 

Rechenschaftsbericht) verlangt und sie mit dem Auftrag in Zusammenhang ste-

hen (FELLMANN, a.a.O., Art. 400 N. 9). Dem Auftraggeber ist in die Dokumente, auf 

die sich der Rechenschaftsbericht oder die Auskunft stützt, ein Einsichtsrecht zu 

gewähren; zudem darf er von den Dokumenten Kopien verlangen (DOMMER, 

a.a.O., S. 133; GAUTSCHI, Berner Kommentar, Der einfache Auftrag: Art. 394-406 

OR, 3. A., 1971, Art. 400 N. 22.d verweisend auf BGE 82 II 555 E. 4 und 7). Die 

Kosten für das Anfertigen der Kopien hat der Auftraggeber zu tragen (FELLMANN, 

a.a.O., Art. 400 N. 136). 

Sind mit der Ausführung des Auftrages die Einnahme und Ausgabe von Geld ver-

bunden, umfasst die erforderliche Rechenschaftsablegung auch eine eigentliche 

Rechnungslegung. Diese besteht in der erschöpfenden und verständlichen Zu-
sammenstellung der einzelnen Einnahmen und Ausgaben sowie der Saldozie-

hung (FELLMANN, a.a.O., Art. 400 N. 8). Sie muss dem Auftraggeber eine detaillier-

te, vollständige Kontrolle der Tätigkeit der Beauftragten ermöglichen. Die einzel-

- 31 - 

nen Posten sind zu belegen, um dem Auftraggeber die Möglichkeit zu geben, die 

Abrechnung mit den Belegen zu vergleichen (DOMMER, a.a.O., S. 102). 

Die Verpflichtung, Rechenschaft abzulegen, verlangt von der Beauftragten auch, 

eine vollständige und detaillierte schriftliche Abrechnung über eigene Leistungen 
zu erstatten (BGE 110 II 181 E. 2). Bei einer Rechnungsstellung nach Zeitauf-

wand sind Angaben über die erbrachten Bemühungen zu machen; die Umschrei-

bung der erbrachten Leistung muss so detailliert sein, dass sie überprüfbar ist. 

Dem Richter steht hinsichtlich der Anforderungen an die Detaillierung einer Rech-

nung ein Ermessensspielraum zu (BGer 4A_147/2014 vom 19. November 2014 

E. 5.2.1; BGer 4A_459/2013 vom 22. Januar 2014 E. 5.2.2; BGer 4P.28/1996 

vom 1. Juli 1997 E. 4b/aa). Die Beauftragte muss ferner dem Auftraggeber die zur 

Abrechnung gehörenden Belege unterbreiten (BGE 110 II 181 E. 2). 

5.2.2. Herausgabepflicht 

Neben der Rechenschaftspflicht ergibt sich aus Art. 400 Abs. 1 OR die Heraus-
gabepflicht (Ablieferungspflicht) der Beauftragten, welche ebenfalls Konsequenz 
der Fremdnützigkeit des Auftrags ist (BGE 139 III 49 E. 4.1.2 m.H.). Die Beauf-

tragte soll durch den Auftrag – abgesehen von einem allfälligen Honorar – weder 

gewinnen noch verlieren. Herauszugeben hat sie alles, was sie im Rahmen der 

Ausführung des Auftrags vom Auftraggeber erhalten, was sie selber geschaffen 

und was sie von Dritten erhalten hat, sofern sie dies nicht bestimmungsgemäss 

verbraucht hat. Voraussetzung für die Ablieferungspflicht ist ein innerer Zusam-

menhang mit dem konkreten Auftrag. Dazu gehören insb. auch indirekte Vorteile 

und Zuwendungen Dritter, welche im Rahmen der Auftragsausführung dem Be-

auftragten zukommen, unabhängig davon, ob sie ausschliesslich dem Beauftrag-

ten zugutekommen sollen. Im Gegensatz dazu unterliegen die bei der Ausführung 

des Auftrags (d.h. bei Gelegenheit der Auftragsausführung) von Dritten erhalte-

nen, aber nicht mit dem Mandat zusammenhängenden Elemente nicht der Rück-

gabepflicht (BGE 143 III 348 E. 5.1.2 m.H.; 138 III 755 E. 4.2; 122 IV 322 

E. 3.c.aa; OSER/WEBER, in: WIDMER LÜCHINGER/OSER, Basler Kommentar Obliga-

tionenrecht I, 7. A. 2020, Art. 400 N. 12a). Die Herausgabepflicht umfasst Vermö-

genswerte (inklusive indirekter Vorteile wie Provisionen und Retrozessionen) 

- 32 - 

(BGE 138 III 137 E. 5.3.1, BGE 138 III 755 E. 4.2, 5; BGE 132 III 460 E. 4). Weiter 

gehören alle (vom Auftraggeber oder Dritten erhaltenen) Dokumente bzw. Urkun-

den (u.a. Korrespondenz, Verträge) dazu, die sich auf die im Interesse des Auf-

traggebers besorgten Geschäfte beziehen. Letztere können zur Auftragsausfüh-

rung erhalten oder im Rahmen der Auftragsausführung erworben oder geschaffen 

worden sein. Ausgenommen sind rein interne Dokumente wie vorbereitende Stu-

dien, Notizen, Entwürfe, Materialsammlungen und eigene Buchhaltungen 

(BGE 139 III 49 E. 4.1.3; 122 IV 322 E. 3c/aa; GAUTSCHI, a.a.O. Art. 400 N. 7.e; 

DOMMER, a.a.O., S. 109 ff.). Eine Bank zum Beispiel hat Konto- und Depotauszü-

ge dem Auftraggeber zu überlassen (BGE 139 III 49 E. 4.4, 4.5.2; BGer 

4A_596/2013 vom 18. März 2014 E. 3.2). Gegenstand der Ablieferung sind die 

Originalurkunden, sofern nichts anderes vereinbart wurde (GAUTSCHI, a.a.O., 

Art. 400 N. 7.e). 

Unterliegen bestimmte Dokumente nicht der Herausgabepflicht, kann daraus nicht 

gefolgert werden, dass eine Rechenschaftspflicht automatisch ausscheidet. So 

können etwa Aufzeichnungen über Kundenbesuche und -kontakte oder Arbeits-

papiere der Revisionsstelle im Rahmen der Revisionstätigkeit Gegenstand der 

Rechenschaftspflicht bilden und müssen in Kopie herausgegeben werden, obwohl 

solche (internen) Aufzeichnungen grundsätzlich nicht der Herausgabepflicht un-

terliegen (BGer 5A_171/2009 vom 15. Oktober 2009 E. 3.5; HGer ZH HE130354 

vom 15. Mai 2014 E. 4.6.1 in: ZR 114, 2015, Nr. 38; BGE 139 III 49 E. 4.1.3). Es 

ist somit zu differenzieren zwischen internen Dokumenten, deren Inhalt dem Auf-

traggeber in geeigneter Form zur Kenntnis gebracht werden muss, um diesem 

überhaupt die Kontrolle über die Tätigkeiten des Beauftragten zu ermöglichen, 

und rein internen Dokumenten wie z.B. nie versendete Vertragsentwürfe, welche 

für die Überprüfung der vertragsgemässen Ausführung des Auftrags durch den 

Beauftragten ohnehin nicht relevant sind und für die weder eine Rechenschaft- 

noch eine Herausgabepflicht besteht (BGE 139 III 49 E. 4.1.3; OSER/WEBER, 

a.a.O., Art. 400 N. 12).  

5.3. Grenzen der Rechenschafts- und Herausgabepflicht 

- 33 - 

Die Rechenschafts- und Herausgabepflicht gemäss Art. 400 Abs. 1 OR setzt nicht 

den besonderen Nachweis eines schutzwürdigen Interesses des Ansprechers vo-

raus (vgl. ZR 80/1981 Nr. 24 S. 73 ff., S. 74). Die Rechenschaftspflicht des Beauf-

tragten findet ihre Grenzen aber im Grundsatz von Treu und Glauben. Eine Beru-

fung auf die Rechenschaftspflicht würde etwa dann keinen Rechtsschutz verdie-

nen, wenn der Auftraggeber die erforderlichen Informationen bereits besitzt oder 

sich leicht aus eigenen Unterlagen informieren könnte, während der Beauftragte 

dazu grössere Umtriebe auf sich nehmen müsste (BGE 139 III 49 E. 4.5.2; 

BGE 143 III 348 E. 5.1; BGer 4C.206/2006 vom 12. Oktober 2006 E. 4.3.1). Ein 

Verstoss gegen den Grundsatz von Treu und Glauben liegt auch dann vor, wenn 

der Auftraggeber jahrelang den Anspruch auf Rechenschaftsablegung nicht erho-

ben hat und auch nicht zu erkennen gegeben hat, dass er sich diesen für später 

vorbehält. Ebenso liegt ein Verstoss gegen den Grundsatz von Treu und Glauben 

vor, wenn der vorgelegte Rechenschaftsbericht bzw. die Honorarrechnungen erst 

nach unangemessen langer Zeit überprüft und beanstandet wird 

(BGer 4A_144/2012 vom 11. September 2012 E. 3.2.2 f.). Diesfalls ist die Klage 

abzuweisen (vgl. Art. 2 ZGB). Weitere Grenzen bilden der Vertragsinhalt, d.h. die 

Belange des Auftragsverhältnisses (BGer 4A_132/2015 vom 8. Januar 2016 E. 5; 

BGer 4A_13/2012 vom 19. November 2012 E. 4.1.3; BGE 139 III 49 E. 4.1.3), und 

die Verjährung. 

5.4. Bestimmtheit der Rechenschafts-/Herausgabebegehren 

Es entspricht Ziel und Zweck von Art. 400 OR, dass der Beauftragte über sämtli-

che Vorgänge im Rahmen des Auftrags Rechenschaft ablegt. Diese Vorgänge 

können dem Auftraggeber nicht alle bekannt sein. Sind die geforderten Dokumen-

te klar identifizierbar, rechtfertigt es sich, keine überhöhten Anforderungen an die 

Rechtsbegehren zu stellen, damit die Rechtsdurchsetzung nicht daran scheitert. 

Entsprechend kann nicht in allen Fällen verlangt werden, in den Rechtsbegehren 

die einzelnen Transaktionen so genau zu bezeichnen, dass die einzelnen Doku-

mente etc. konkret benannt werden. Die Dokumente müssen aber so umschrie-

ben sein, dass sie bestimmbar sind, so dass die Beauftragte erkennt, welche Do-

kumente im Rahmen der Dispositionsmaxime von ihr herausverlangt werden, und 

- 34 - 

das mit der Vollstreckung befasste Gericht beurteilen kann, ob die Anordnung zur 

Herausgabe befolgt wurde (BGer 4A_686/2014 vom 3. Juni 2015 E. 4.3.2 m.H.; 

vgl. auch ZR 93/1994 Nr. 7 S. 25 ff. S. 29; OSER/WEBER, a.a.O., Art. 400 N. 25). 

Rechtsbegehren, denen die Bestimmtheit fehlt, sind von den Gerichten nach dem 

Grundsatz von Treu und Glauben und dem Verbot des überspitzten Formalismus 

auszulegen (SUTTER-SOMM/SEILER, in: SUTTER-SOMM/HASENBÖHLER/LEUENBERGER 

[Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung (ZPO), 3. A., 2016, 

Art. 58 N. 10 m.H.; LEUENBERGER, in: SUTTER-SOMM/HASENBÖHLER/LEUENBERGER 

[Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung (ZPO), 3. A., 2016, 

Art. 221 N. 38 ff. m.H.; BGer 5A_621/2012 vom 20. März 2013 E. 4; 

BGE 137 III 617 E. 6.2) und in diesem Sinne von Amtes wegen zu präzisieren, zu 

reduzieren und umzuformulieren (BGE 97 II 92 S. 94; 107 II 82 E. 2.b). Lässt sich 

das Begehren auf diesem Wege nicht präzisieren, fragt sich, ob und inwieweit der 

Partei im Rahmen der richterlichen Fragepflicht Gelegenheit zur Klarstellung und 

zur Ergänzung zu geben ist (Art. 56 ZPO). Das Bundesgericht hat in seiner jünge-

ren Rechtsprechung explizit offen gelassen, ob unzulängliche Anträge und 

Rechtsbegehren überhaupt Gegenstand der richterlichen Fragepflicht bilden kön-

nen (BGer 5A_3/2019 vom 18. Februar 2019 E. 4.2 m.H.). Vorliegend kann dies 

ebenfalls offen bleiben, rechtfertigte es sich ohnehin, auf deren Ausübung zu ver-

zichten, denn beim anwaltlich vertretenen Kläger ist davon auszugehen, dass die 

verwendeten Formulierungen bewusst gewählt wurden. Fehlt es an der Be-

stimmtheit eines Rechtsbegehrens und ist eine Präzisierung nicht möglich, ist da-

rauf (allenfalls bloss teilweise) nicht einzutreten. Soweit notwendig, ist darauf 

nachfolgend bei den einzelnen Rechtsbegehren einzugehen (siehe Ziffer 7).  

5.5. Erfüllung: Beweislast 

Der Beweis der vollständigen (und richtigen) Erfüllung seiner Rechenschaftspflicht 

obliegt dem Beauftragten (FELLMANN, a.a.O., Art. 400 N. 96). 

- 35 - 

6. Vorfragen 

6.1. Pflicht zur Stellung vorprozessualer Auskunfts-
/Rechenschaftsbegehren 

Die Beklagtet leitet aus FELLMANNS Kommentierung ("Wird die geforderte Auskunft 

oder Rechenschaft gar nicht oder nicht vollständig geleistet, kann der Auftragge-

ber auf Erfüllung klagen. Als Nebenleistungspflicht ist der Anspruch auf Rechen-

schaftsablegung nämlich selbständig klagbar" [FELLMANN, a.a.O., Art. 400 N. 88]) 

ab, dass eine Auskunftsklage erst möglich sei, wenn vorprozessual um Auskunft 

ersucht und die geforderte Auskunft oder Rechenschaft nicht oder nicht vollstän-

dig geleistet worden sei (act. 20 Rz. 144). Ob FELLMANN mit der zitierten Aussage 

wirklich eine Pflicht zu vorprozessualen Auskunfts-/Rechenschaftsersuchen im 

Sinne einer Klagevoraussetzung statuieren wollte, kann dahingestellt bleiben. Die 

darin genannten Literaturzitate weisen jedenfalls nicht in diese Richtung. Ebenso 

hat sie in die herrschende Lehre keinen Eingang gefunden. 

Mangels gesetzlicher Grundlage kann die Erfüllung einer solchen Voraussetzung 

im Sinne einer Pflicht zu vorprozessualem Auskunfts- bzw. Rechenschaftsersu-

chen nicht verlangt werden. Sie lässt sich überdies auch nicht aus Richterrecht 

erstellen, zumal keine zu füllende Lücke besteht und sie auch nicht zweckmässig 

erscheint. Die Idee des Gesetzgebers war, dem Auftraggeber mit der umfassen-

den Rechenschafts- und Auskunftspflicht des Auftragnehmers ein Kontrollinstru-

ment zu geben. Eine vorprozessuale Pflicht, (über jeden einzelnen Aspekt) Re-

chenschaft bzw. Auskunft zu verlangen, liefe aufgrund der Informationsasymmet-

rie der Vertragspartner diesem Zweck zuwider. Auftragnehmer könnten sich ver-

sucht sehen, diese zu nutzen, um sich der umfassenden Rechenschaftspflicht zu 

entziehen, indem sie geltend machten, vorprozessuale Begehren seien nicht de-

tailliert genug oder hätten gewisse Aspekte nicht betroffen, ist der Auftraggeber 

doch gerade wegen des Informationsdefizits oftmals nicht in der Lage, vorpro-

zessual detaillierte Auskunfts- bzw. Rechenschaftsersuchen zu stellen. Im 

Schweizer Recht besteht überdies keine allgemeine Pflicht, Klagen anzukündi-

gen, auch wenn zu deren Vermeidung für gewöhnlich vorprozessual Begehren 

gestellt werden oder gemahnt wird. Wieso dies bei der – jederzeit verlangbaren 

- 36 - 

(Art. 400 OR) und daher fälligen (vgl. Art. 75 OR) – Rechenschaftsablage trotz 

fehlender gesetzlicher Grundlage anders sein sollte, lässt sich – ausser damit, 

dass dem Beauftragen Arbeit erspart und dem Auftraggeber eine umfassende 

Kontrolle verunmöglicht werden sollte, was nicht dem Zweck der Regelung ent-

spricht – nicht erklären. Entsprechend ist eine Voraussetzung der Stellung vor-

prozessualer Auskunfts- und Rechenschaftsbegehren abzulehnen und ist eine 

Auskunftsklage ohne vorprozessuales Begehren nicht rechtsmissbräuchlich. Auf 

diesbezügliche mehrfach geäusserte Vorbringen der Beklagten ist nachfolgend im 

Rahmen der materiellen Beurteilung daher nicht einzugehen. Anzumerken ist, 

dass der Kläger vorliegend vorprozessual gewisse Begehren gestellt hat. Auf de-

ren Umfang und Bestimmtheit muss aufgrund vorstehender Erwägung nicht näher 

eingegangen werden. 

6.2. Während des Verfahrens erfüllte Rechtsbegehren 

Fällt das Rechtschutzinteresse während des hängigen Verfahrens (teilweise) da-

hin, ist das Verfahren infolge Gegenstandslosigkeit (teilweise) abzuschreiben 

(BGer 4A_249/2018 vom 12. Juli 2018 E. 2.2; MÜLLER, in: BRUN-

NER/GASSER/SCHWANDER, DIKE-Kommentar-ZPO, Art. 1-196, 2. A., 2016, Art. 59 

N. 25; LIEBSTER, in: SUTTER-SOMM/HASENBÖHLER/LEUENBERGER [Hrsg.], Kommen-

tar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 3. A., 2016, Art. 242 N. 2 f.). Dahin-

fallen kann es unter anderem, weil der eingeklagte Anspruch im Laufe des Ver-

fahrens bereits erfüllt wird (GSCHWEND/STECK, in: SPÜHLER/TENCHIO/INFANGER 

[Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, 3. A., 2017, 

Art. 242 N. 11 f.). Ein Teil der Lehre qualifiziert die Erfüllung stattdessen als Kla-

geanerkennung durch konkludente Parteihandlung (SPÜHLER/DOLGE/GEHRI, 

Schweizerisches Zivilprozessrecht und Grundzüge des internationalen Zivilpro-

zessrechts, 7. Kap., 9. A., 2010, N. 152). Dies hat ebenfalls die (teilweise) Ab-

schreibung des Verfahrens zur Folge. 

Soweit notwendig, ist auf die Erfüllung nachfolgend bei den einzelnen Rechtsbe-

gehren einzugehen (siehe Ziffer 7). Dies gilt ebenfalls für die bereits vorprozessu-

al erfüllten Begehren, wobei diesbezüglich nicht das Rechtsschutzinteresse, son-

dern der Grundsatz von Treu und Glauben relevant ist (siehe Ziffer 5.3). 

- 37 - 

6.3. Umfang der Aufträge / Passivlegitimation  

6.3.1. Parteibehauptungen 

Strittig ist, was zwischen den Parteien mit Blick auf die Pflichten der Beklagten im 

Rahmen der Auftragsverhältnisse vereinbart wurde. Der Umfang der Rechen-

schafts- und Herausgabepflicht hängt wesentlich davon ab, ob die Beklagte auch 

für die Vermögensverwaltung, d.h. das Verwalten der in der Struktur gehaltenen 

Vermögenswerte, die Buchhaltung und die Kontoführung verantwortlich war. 

Der Kläger behauptet, der Beklagten einen Auftrag zur treuhänderischen Vermö-

gensverwaltung und -verwahrung erteilt zu haben, wobei von der Beklagten für 

den Kläger aufzusetzende Gesellschaften die zu verwaltenden Vermögenswerte 

in Offshore-Jurisdiktionen halten sollten (act. 1 Rz. 7, 15, 1; act. 29 Rz. 7). Der 

Kläger habe jedoch weiterhin das Weisungs- und Instruktionsrecht betreffend die 

Verwendung seines Vermögens gegenüber der Beklagten ausüben sollen (act. 1 

Rz. 16). Die Beklagte sei verpflichtet gewesen, die wirtschaftlich dem Kläger ge-

hörenden Strukturen zu administrieren. Entsprechend sei die Beklagte verpflich-

tet, Rechenschaft über diese Tätigkeit abzulegen (act. 29 Rz. 339). Die Administ-

ration der Strukturen schliesse offensichtlich und notwendigerweise die Administ-

ration der in den Strukturen gehaltenen Vermögenswerte mit ein, sei doch "hol-

ding of portfolio" der Hauptzweck der Strukturen gewesen. Ansonsten wäre die 

Tätigkeit der Beklagten vollkommen nutzlos gewesen. Bezeichnenderweise habe 

die Beklagte denn auch über Jahre hinweg die Bankkonten des Klägers admi-

nistriert und dafür gesorgt, dass seine Instruktionen ausgeführt werden (act. 29 

Rz. 244, 339). Diese Geschäftsbeziehung sei über Jahre erfolgreich praktiziert 

worden: Der Kläger habe der Beklagten Instruktionen betreffend die Verwendung 

der über die Strukturen gehaltenen Vermögenswerte erteilt, und die Beklagte ha-

be dafür gesorgt, dass die von ihr kontrollierten Organe diese Instruktionen aus-

geführt hätten. Praktisch habe es sich sogar meist so verhalten, dass der Kläger 

die Instruktionen der C._____ direkt übermittelt habe, welche über die Beklagte 

die notwendigen Zustimmungen für die Ausführung der vom Kläger instruierten 

Überweisungen eingeholt habe, so dass die Verwaltung der Konten in der Praxis 

kaum anders funktioniert habe, als wenn die Konten auf den Namen des Klägers 

- 38 - 

gelautet hätten (act. 29 Rz. 22). Die Beklagte könne sich deshalb nicht hinter den 

von ihr kontrollierten Organen verstecken. Allerdings übernehme die Beklagte 

nach den Mandatsverträgen ohnehin auch die Verpflichtung, den Kläger gegen-

über den Organen zu vertreten, weshalb sie ‒ soweit dies für ihre Rechenschafts-

ablage notwendig sein sollte ‒ für den Kläger gegenüber den Organen Rechen-

schaftsablage zu verlangen habe (act. 29 Rz. 180). 

Die Beklagte beruft sich auf die Mandatsverträge und erklärt, dass das (i) Aufset-

zen, d.h. die Inkorporation der Strukturen, und (ii) die Administration der Struktu-

ren, nicht aber das Verwalten (oder Administrieren, wie sich nun der Kläger aus-

drücke) der in diesen Strukturen gehaltenen Vermögenswerte vereinbart gewesen 

sei (act. 33 Rz. 27 mit Hinweis auf act. 29 Rz. 180, 29; act. 20 Rz. 26) und auch 

nicht das Führen einer Buchhaltung (act. 33 Rz. 28). Ein lnstruktionsrecht des 

Klägers gegenüber der Beklagten und eine Informationspflicht der Beklagten 

(bzw. ein Auskunftsrecht des Klägers) habe nur im Rahmen des erteilten Auftrags 

bestanden, nämlich der Gründung und Administration der beiden Strukturen 

E._____ bzw. D._____ (act. 20 Rz. 26). Es sei nicht zu verkennen, dass der Klä-

ger der Beklagten ab und zu Instruktionen erteilt habe. In rechtlicher Hinsicht sei-

en dies aber nur sog. Wünsche gewesen (wishes). Für rechtlich bindende Instruk-

tionen über die Verwendung der Vermögenswerte habe keine Basis bestanden 

(act. 33 Rz. 298). Wenn überhaupt gegeben, müsste die Rechenschaftspflicht ge-

genüber den Organen der Strukturen geltend gemacht werden, womit gleichzeitig 

auch gesagt sei, dass sich diese Rechtsbeziehungen nach liechtensteinischem 

bzw. panamaischen Recht richteten (act. 20 Rz. 14, 254 f.). Es sei nicht verein-

bart gewesen, dass die Beklagte eine Verantwortung für die Tätigkeit der beteilig-

ten Organe der Strukturen und der beteiligten Bank haben würde. Möglicherweise 

berufe sich der Kläger auf diese Klausel "to represent him towards the organs of the legal 
entity, on his behalf and at his own risks, according to his instructions or those given by the duly 

appointed representative of the Client" (KAB 9 und 10). Einen Auftrag, ihn gegenüber 

den Organen der Strukturen zu vertreten und diese in seinem Namen auf Aus-

kunftserteilung anzugehen, habe der Kläger der Beklagten bis dato nicht erteilt. 

Entsprechend sei sie nicht passivlegitimiert für die Herausgabe von Informationen 

oder Dokumenten, die nicht Mandatsgegenstand gewesen seien. Weiter sei sie 

- 39 - 

nicht verpflichtet gewesen, Buchhaltungsbelege so zu erstellen bzw. aufzubewah-

ren, dass sie solche im Zivilprozess lückenlos und fehlerfrei edieren könne 

(act. 33 Rz. 30 ff., 37). Ferner hätten die Organe der Strukturen keine Mandats-

verträge mit dem Kläger oder der Beklagten abgeschlossen. Es sei daher nicht 

richtig, dass der Kläger oder die Beklagte die Stiftungsräte kontrolliert hätten. Die 

Organe seien nur der Körperschaft, der sie dienten, rechenschaftspflichtig gewe-

sen (act. 33 Rz. 297). 

6.3.2. Rechtliches 

Während der Beweis der vollständigen (und richtigen) Erfüllung seiner Rechen-

schaftspflicht dem Beauftragten obliegt (FELLMANN, a.a.O., Art. 404 N. 96), hat der 

Auftraggeber den Nachweis des Bestandes und des Umfangs des Auftrags und 

damit der Rechenschafts- und Herausgabepflicht als anspruchsbegründende Tat-

sachen zu erbringen (vgl. Art. 8 ZGB). Zwar ist vorliegend der Bestand der beiden 

Auftragsverhältnisse unbestritten, deren jeweiliger Umfang jedoch strittig. Dieser 

ist durch Vertragsauslegung zu ermitteln (vgl. Art. 396 Abs. 1 OR). 

Ziel der Vertragsauslegung ist es, in erster Linie den übereinstimmenden tatsäch-

lichen Willen der Parteien festzustellen (natürlicher Konsens; Art. 18 Abs. 1 OR; 

BGer 4A_496/2020 vom 11. Februar 2021 E. 3.1). Diese subjektive Vertragsaus-

legung bezieht sich auf den Willen der Vertragsparteien im Zeitpunkt des Ver-

tragsschlusses. Nachträgliches Parteiverhalten kann berücksichtigt werden, wenn 

es Rückschlüsse auf den tatsächlichen Willen der Parteien zulässt (BGE 144 III 

93 E. 5.2.2; BGer 4A_496/2020 vom 11. Februar 2021 E. 3.1). Steht eine tatsäch-

liche Willensübereinstimmung fest, bleibt für eine Auslegung nach dem Vertrau-

ensgrundsatz kein Raum (BGer 4A_496/2020 vom 11. Februar 2021 E. 3.1; 

BGE 132 III 626 E. 3.1; BGE 128 III 70 E. 1a).  

Erst wenn eine tatsächliche Willensübereinstimmung nicht behauptet wird oder 

unbewiesen bleibt, sind zur Ermittlung des mutmasslichen Parteiwillens die Erklä-

rungen der Parteien aufgrund des Vertrauensprinzips so auszulegen, wie sie nach 

ihrem Wortlaut und Zusammenhang sowie den gesamten Umständen verstanden 

https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F144-III-93%3Ade&number_of_ranks=0#page93
https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F144-III-93%3Ade&number_of_ranks=0#page93
https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F132-III-626%3Ade&number_of_ranks=0#page626
https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F128-III-70%3Ade&number_of_ranks=0#page70

- 40 - 

werden durften und mussten (Bestimmung des normativen Konsens). Für die 

Auslegung nach dem Vertrauensprinzip ist der Zeitpunkt des Vertragsabschlusses 

massgeblich. Nachträgliches Parteiverhalten ist dafür nicht von Bedeutung. Aus-

gangspunkt der objektiven Vertragsauslegung bildet der Wortlaut der Willenser-

klärungen, die dem Vertragsschluss zugrunde liegen. Zu berücksichtigen sind im 

weiteren die Umstände, unter denen diese Erklärungen abgegeben wurden, ins-

besondere der vom Erklärenden verfolgte Regelungszweck, wie ihn der Erklä-

rungsempfänger in guten Treuen verstehen durfte und musste und die Interessen-

lage der Parteien. Dabei ist für den Regelfall anzunehmen, dass der Erklärungs-

empfänger davon ausgehen durfte, der Erklärende strebe eine vernünftige, sach-

gerechte Regelung an. Von einem klaren Vertragswortlaut ist jedoch nur abzu-

weichen, wenn sich ernsthafte Anhaltspunkte dafür ergeben, dass dieser nicht 

dem Willen der Parteien entspricht (BGer 4A_496/2020 vom 11. Februar 2021 

E. 3.1; BGer 8C_99/2017 vom 22. Juni 2017 E. 5.1; BGer 2C_825/2013 vom 

24. März 2014 E. 2.2; BGE 138 III 659 E. 4.2.1; BGE 132 III 24 E. 4; BGE 

131 III 606 E. 4.2; BGE 131 III 280 E. 3.1; BGE 144 III 93 E. 5.2.3).  

Die Behauptungs- und Beweislast für den Bestand und den Inhalt eines vom ob-

jektivierten Auslegungsergebnis abweichenden tatsächlichen Parteiwillens trägt 

jene Partei, welche aus diesem Willen zu ihren Gunsten eine Rechtsfolge ableitet. 

Denn während es sich bei der Frage nach dem mutmasslichen Willen (normativer 

Konsens) um eine Rechtsfrage handelt, beruht die Feststellung des tatsächlichen 

Willens (natürlicher Konsens) auf Beweiswürdigung (BGE 121 III 118 E. 4.b.aa). 

Zunächst ist vorliegend somit – trotz des Vorrangs eines übereinstimmenden, tat-

sächlichen Vertragswillens – zu prüfen, ob ein mutmasslicher Vertragswille be-

steht. Je nach dem Vertragsinhalt gemäss Vertrauensprinzip trägt nämlich der 

Kläger oder die Beklagte die Behauptungs- und Beweislast für einen von diesem 

Auslegungsergebnis abweichend behaupteten tatsächlichen Konsens und bleibt 

es für den Fall des Misslingens des Beweises beim Auslegungsergebnis (BGer 

4A_683/2011 vom 6. März 2012 E. 5.1 und 5.2; BGE 121 III 118 E. 4.b.aa). 

6.3.3. Würdigung 

6.3.3.1. Mutmasslicher Wille 

https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F131-III-280%3Ade&number_of_ranks=0#page280

- 41 - 

In den schriftlichen Mandatsverträgen wurde Folgendes vereinbart (act. 20 

Rz. 25; act. 29 Rz. 18 f.; vgl. act. 33 Rz. 293 f.; act. 21/9-10): 
"The Client instructs B._____ AG to constitute, or cause the constitution, and to administrate or to 
take over the administration on behalf of the Client, (of) the legal entity here