# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 688faa46-9cab-5fb3-bb55-d141e83eb01f
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-09-03
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 03.09.2018 LZ180017
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LZ180017_2018-09-03.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Zivilkammer    

 
 

Geschäfts-Nr.: LZ180017-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichterin Dr. L. Hunziker Schnider, Vorsitzende,  

 Oberrichter lic. iur. M. Spahn und Oberrichter Dr. M. Kriech 

 sowie Gerichtsschreiberin lic. iur. K. Montani Schmidt  

Beschluss vom 3. September 2018 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beklagter und Berufungskläger 

 

vertreten durch Rechtsanwalt X._____ 

 

gegen 

 

B._____,  
Klägerin und Berufungsbeklagte 

 

vertreten durch Inhaberin der elterlichen Sorge C._____ 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ 

 

betreffend Unterhalt 
 
Berufung gegen die Verfügung und das Urteil des Einzelgerichts im verein-
fachten Verfahren am Bezirksgericht Zürich, 8. Abteilung, vom 
7. Februar 2018 (FP170150-L)  
 
 
 
 

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Erwägungen: 

1.1 Am 13. September 2017 reichte die Klägerin und Berufungsbeklagte 
(fortan Klägerin) bei der Vorinstanz eine Unterhaltsklage gegen den Beklagten 

und Berufungskläger (fortan Beklagter) ein (Urk. 1). In der Folge setzte die Vor-

instanz dem Beklagten mit Verfügung vom 20. September 2017 eine Frist von 

20 Tagen an, um dem Gericht gegenüber eine Zustellungsadresse in der Schweiz 

zu nennen (Urk. 2 S. 2). Diese Verfügung wurde dem Beklagten auf dem Rechts-

hilfeweg am 26. Oktober 2017 durch Einwurf in den Hausbriefkasten zugestellt 

(Urk. 9). Schliesslich wurden die Parteien mit Verfügung vom 24. November 2018 

auf den 9. Januar 2018 zur Hauptverhandlung vorgeladen; die Vorladung an den 

Beklagten wurde im Amtsblatt des Kantons Zürich publiziert (Urk. 10-11). Mit Ver-

fügung vom 7. Februar 2018 gewährte die Vorinstanz der Klägerin die unentgeltli-

che Rechtspflege. Sodann verpflichtete sie den Beklagten im gleichentags ergan-

genen Urteil zur Leistung von Unterhaltsbeiträgen an die Klägerin. Dieser Ent-

scheid erging in unbegründeter Form und wurde dem Beklagten rechtshilfeweise 

am 7. April 2018 wiederum durch Einwurf in den Hausbriefkasten zugestellt 

(Urk. 15 = Urk. 34; Urk. 18).  

1.2 In der Folge stellte der nun anwaltlich vertretene Beklagte mit Eingabe 
vom 28. Juni 2018 bei der Vorinstanz folgende Anträge (Urk. 23 S. 1 f. = Urk. 33 

S. 1 f.):  

"Namens und in Vollmacht des Beklagten wird hinsichtlich des Urteils und Verfügung vom 

07.02.2018 

eine Begründung verlangt. 

Hilfsweise lege ich gegen das Urteil und Verfügung vom 03.02.2018 [recte: 07.02.2018]  

Rechtsmittel 

ein und beantrage: 

Das Urteil und die Verfügung vom 07.02.2018 aufzuheben und die Klage abzu-
weisen. 

Gleichzeitig beantrage ich,  

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Dem Beklagten wegen der Versäumung der Frist zum Verlangen einer Begrün-
dung, bzw. Einlegung eines Rechtsmittels, Wiederherstellung in den vorigen 
Stand zu gewähren, bzw. eine Nachfrist zu gewähren oder zu einem Termin er-
neut vorzuladen." 

1.3 Diese Eingabe ging bei der Vorinstanz am 3. Juli 2018 ein und wurde 
der angerufenen Kammer übermittelt (Eingang: 18. Juli 2018, Urk. 33). 

1.4 Mit Verfügung vom 9. Juli 2018 entschied die Vorinstanz Folgendes 
(Urk. 29 S. 6 f.): 

1. Das Gesuch des Beklagten vom 28. Juni 2018 um Wiederherstellung der Frist zur 

Stellung eines Begründungsbegehrens betreffend das Urteil und die Verfügung vom 

7. Februar 2018 wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

2. Auf das Begehren des Beklagten vom 28. Juni 2018 um Begründung des Urteils und 

der Verfügung vom 7. Februar 2018 wird nicht eingetreten. 

3. Die Eingabe des Beklagten vom 28. Juni 2018 wird zur Behandlung des eingelegten 

Rechtsmittels an das Obergericht des Kantons Zürich überwiesen. 

4. Die Entscheidgebühr wird auf Fr. 300.– festgesetzt.  

5. Die Gerichtskosten werden dem Beklagten auferlegt. 

6. Der Klägerin wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

7. (Schriftliche Mitteilung). 

8. (Rechtsmittelbelehrung: Beschwerde, Frist 30 Tage). 

2. Der Beklagte führt aus, dass ihm das Urteil am 7. April 2018 vom 
Amtsgericht D._____ zugestellt worden sei. Er sei zu diesem Zeitpunkt daran ge-

hindert gewesen, das Urteil und die Verfügung zur Kenntnis zu nehmen, weshalb 

er nicht in der Lage gewesen sei, innerhalb der gesetzlich vorgesehenen Frist ein 

Rechtsmittel einzulegen. Er habe sich vom 6. April 2018 bis zum 19. Juni 2018 in 

der Ukraine aufgehalten, wo er eine Veranstaltung/Ausstellung gehabt habe. Le-

diglich vom 8. Mai 2018 bis zum 16. Mai 2018 habe er sich wegen eines Projektes 

für eine Woche in Leipzig aufgehalten. Da er seinen Wohnungsschlüssel für seine 

Wohnung in D._____ in der Ukraine vergessen habe, habe er während seines 

Aufenthaltes in Deutschland seine Wohnung in D._____ nicht aufsuchen und sei-

ne Post nicht kontrollieren können. Entsprechend habe er vor dem 19. Juni 2018 

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keine Kenntnis vom Entscheid der Vorinstanz vom 7. Februar 2018 gehabt. Das 

Verfahren vor Vorinstanz sei ihm denn auch bis dahin völlig unbekannt gewesen. 

Entsprechend sei er auch nicht gehalten gewesen, entsprechende Vorsorge be-

züglich Besorgung seiner Post zu treffen. Schliesslich äussert sich der Beklagte 

zur Sache und begründet seinen Antrag auf Klageabweisung (Urk. 33 S. 2 ff.). 

3.1 Verfügung und Urteil der Vorinstanz vom 7. Februar 2018 wurden dem 
Beklagten unbestrittenermassen am 7. April 2018 zugestellt (Urk. 33 S. 2; 

Urk. 18). Offenbleiben kann, ob die Berufung rechtzeitig erfolgt ist, da ohnehin 

nicht darauf einzutreten ist: Gemäss Art. 239 Abs. 1 lit. b ZPO in Verbindung mit 

Art. 219 ZPO kann das Gericht seinen Entscheid durch Zustellung des Dispositivs 

ohne schriftliche Begründung eröffnen. Eine schriftliche Begründung ist nachzulie-

fern, wenn eine Partei dies innert 10 Tagen seit der Eröffnung des Entscheides 

verlangt. Wird eine Begründung verlangt, so läuft den Parteien die Frist zur Erklä-

rung einer Berufung ab Zustellung des begründeten Entscheids. Dies hat die Vor-

instanz korrekt angegeben (Ur. 34 S. 5 Dispositivziffer 9). Eine schriftliche Be-

gründung des Entscheides ist denn auch Voraussetzung für die Anfechtung des-

selben mit Berufung (Art. 311 Abs. 1 ZPO). Damit stellt ein unbegründetes Urteil 

kein taugliches Anfechtungsobjekt dar (vgl. Art. 239 Abs. 2 ZPO). Daran änderte 

auch nichts, wenn der Beklagte – wie von ihm vorgebracht – nicht rechtsgültig 

über das pendente Verfahren in Kenntnis gesetzt worden und damit das vor-

instanzliche Urteil zu Unrecht als Säumnisurteil ergangen wäre. Da die Rechtsmit-

telfrist zum Erheben einer Berufung – wie erwähnt – erst nach Zustellung eines 

schriftlich begründeten Urteils zu laufen beginnt, hätte der Beklagte die Berufung 

nach Erhalt des begründeten Urteils innert der gesetzlichen Rechtsmittelfrist von 

30 Tagen (Art. 311 ZPO) erneut einzureichen. Vorliegend ist die Vorinstanz mit 

Verfügung vom 9. Juli 2018 auf das Gesuch um Begründung zufolge Verspätung 

nicht eingetreten, nachdem sie das Gesuch um Wiederherstellung der Frist zur 

Stellung eines Begründungsbegehrens betreffend das Urteil vom 7. Februar 2018 

abgewiesen hatte (Urk. 29). Gegen diesen Entscheid kann der Beklagte ein 

Rechtsmittel ergreifen. Erst bei Ergreifung eines Rechtsmittels gegen den Wie-

derherstellungsentscheid hätte die angerufene Kammer gegebenenfalls darüber 

zu entscheiden, ob die Vorinstanz den Beklagten über das von der Klägerin ein-

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geleitete Verfahren korrekt in Kenntnis gesetzt, ihn rechtsgültig vorgeladen und zu 

Recht ein Säumnisurteil gefällt hat.  

3.2 Der Vollständigkeit halber bleibt darauf hinzuweisen, dass es dem Be-
klagten in Bezug auf die angefochtene Verfügung betreffend unentgeltliche 

Rechtspflege ohnehin an der notwendigen Beschwer für die Ergreifung eines 

Rechtsmittels fehlte (Art. 59 Abs. 2 lit. a ZPO, Art. 60 ZPO). 

3.3 Da ungeprüft bleibt, ob die vorliegende Berufung rechtzeitig erhoben 
wurde, erübrigt sich ein Entscheid über das Wiederherstellungsgesuch betreffend 

die Rechtsmittelfrist. 

3.4 Demgemäss erweist sich die Berufung als unzulässig, weshalb auf das 
Einholen einer Berufungsantwort der Klägerin verzichtet werden kann (Art. 312 

Abs.  1 ZPO). Auf die Berufung ist nicht einzutreten. 

4.1 Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr ist in Anwendung von § 12 
Abs. 1 und 2 GebV OG in Verbindung mit § 4 GebV OG auf Fr. 800.– festzuset-

zen. Diese Kosten sind ausgangsgemäss dem Beklagten aufzuerlegen (Art. 106 

Abs. 1 ZPO).  

4.2 Der Klägerin ist mangels relevanter Umtriebe im Berufungsverfahren 
keine Parteientschädigung zuzusprechen (vgl. Art. 95 Abs.  3 ZPO). 

Es wird beschlossen: 

1. Auf die Berufung wird nicht eingetreten. 

2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 800.– festgesetzt. 

3. Die Gerichtskosten des Berufungsverfahrens werden dem Beklagten aufer-

legt. 

4. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

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5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an den Beklagten auf dem Rechtshil-

feweg, an die Klägerin unter Beilage eines Doppels von Urk. 33, sowie an 

die Vorinstanz, je gegen Empfangsschein. 

Die erstinstanzlichen Akten gehen nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmit-

telfrist an die Vorinstanz zurück. 

6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 

30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). 

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG.  

Es handelt sich um eine vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt 
mehr als Fr. 30'000.–. 

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 

Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG. 
 
Zürich, 3. September 2018 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

I. Zivilkammer 
Die Gerichtsschreiberin: 

 
 
 

lic. iur. K. Montani Schmidt  

 
 
versandt am: 
sf 

	Beschluss vom 3. September 2018
	Erwägungen:
	1. Das Gesuch des Beklagten vom 28. Juni 2018 um Wiederherstellung der Frist zur Stellung eines Begründungsbegehrens betreffend das Urteil und die Verfügung vom 7. Februar 2018 wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.
	2. Auf das Begehren des Beklagten vom 28. Juni 2018 um Begründung des Urteils und der Verfügung vom 7. Februar 2018 wird nicht eingetreten.
	3. Die Eingabe des Beklagten vom 28. Juni 2018 wird zur Behandlung des eingelegten Rechtsmittels an das Obergericht des Kantons Zürich überwiesen.
	4. Die Entscheidgebühr wird auf Fr. 300.– festgesetzt.
	5. Die Gerichtskosten werden dem Beklagten auferlegt.
	6. Der Klägerin wird keine Parteientschädigung zugesprochen.
	7. (Schriftliche Mitteilung).
	8. (Rechtsmittelbelehrung: Beschwerde, Frist 30 Tage).
	Es wird beschlossen:
	1. Auf die Berufung wird nicht eingetreten.
	2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 800.– festgesetzt.
	3. Die Gerichtskosten des Berufungsverfahrens werden dem Beklagten auferlegt.
	4. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.
	5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an den Beklagten auf dem Rechtshilfeweg, an die Klägerin unter Beilage eines Doppels von Urk. 33, sowie an die Vorinstanz, je gegen Empfangsschein.
	6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...