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**Case Identifier:** 7cf8d320-8929-5188-928c-bf3b008b42a4
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-12-02
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 02.12.2011 RR.2011.141
**Docket/Reference:** RR.2011.141
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_RR-2011-141_2011-12-02

## Full Text

Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an Deutschland. Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG).;;Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an Deutschland. Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG).;;Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an Deutschland. Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG).;;Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an Deutschland. Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG).

Entscheid vom 2. Dezember 2011 
II. Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Andreas J. Keller, Vorsitz, 
Roy Garré und David Glassey,  
Gerichtsschreiberin Chantal Blättler Grivet Fojaja  

   
 
Parteien 

  
A., vertreten durch Rechtsanwalt Daniel Holenstein,  

Beschwerdeführerin 
 

 gegen 
   

GENERALSTAATSANWALTSCHAFT DES  
KANTONS THURGAU,  

Beschwerdegegnerin 
 

 
Gegenstand  Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an Deutsch-

land 
 
Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG) 

 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

Geschäftsnummer:  RR.2011.141 
 
 
 

 

 

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Sachverhalt: 
 

A. Die Staatsanwaltschaft Konstanz ermittelt gegen den deutschen Staatsan-
gehörigen B. und den holländischen Staatsangehörigen C. wegen Bestech-
lichkeit im geschäftlichen Verkehr und wettbewerbsbeschränkender Ab-
sprachen. In diesem Zusammenhang gelangte sie zunächst mit Rechtshil-
feersuchen vom 17. November 2010 und 19. Januar 2011 an das Be-
zirksamt Kreuzlingen.  

 
B. Im Rahmen dieser Rechtshilfebegehren führte die Kantonspolizei Thurgau 

am 2. März 2011 gestützt auf die Eintretens- und Zwischenverfügungen der 
Staatsanwaltschaft Thurgau bzw. Bischofszell vom 3. Dezember 2010 und 
4. Februar 2011 jeweils in Anwesenheit deutscher Polizeibeamter Haus-
durchsuchungen der von B. und von drei Gesellschaften genutzten Räume 
und Nebenräume an der U.-Strasse und an der V.-Strasse in W. sowie der 
von der A. an der X.-Strasse in Y. genützten Räumlichkeiten durch und be-
schlagnahmte diverse, anlässlich der Hausdurchsuchungen aufgefundene 
Unterlagen (RR.2011.64-69 Verfahrensakten Reg. 2/pag. 50 ff. und 80 ff. 
sowie Reg. 4-6/pag. 106-167; act. 1.5 und 1.6).  

 
C. Mit vorliegendem, ergänzenden Rechtshilfebegehren vom 15. März 2011 

ersuchte die Staatsanwaltschaft Konstanz um Erhebung von Kontoüber-
sichten für den Zeitraum vom 1. Januar 2009 bis zum 1. März 2011 für das 
von der A. bei der Bank D. geführte Konto Nr. 1 (Verfahrensakten Urk. 1).  

 
D. Die Staatsanwaltschaft Thurgau entsprach mit Eintretensverfügung vom 

25. März 2011 dem Rechtshilfeersuchen und wies die Bank D. an, bezüg-
lich des Konto Nr. 1, lautend auf A., die Kontoauszüge für den Zeitraum 
vom 1. Januar 2009 bis am 1. März 2011 herauszugeben (Verfahrensakten 
Urk. 2).  

 
E. Mit Schlussverfügung vom 18. April 2011 verfügte die Staatsanwaltschaft 

Thurgau die Herausgabe der erhobenen Bankunterlagen und erteilte ein 
Mitteilungsverbot „bis zum Abschluss der durch die Staatsanwaltschaft 
Konstanz geleiteten verdeckten Operationen, längstens jedoch bis am 
25. März 2012“ (Verfahrensakten Urk. 3). Am 13. Mai 2011 wies das BJ die 
Staatsanwaltschaft Thurgau darauf hin, dass ein Mitteilungsverbot spätes-
tens mit Erlass der Schlussverfügung aufgehoben werden müsse, worauf 
die Staatsanwaltschaft Thurgau am 17. Mai 2011 die Schlussverfügung 
vom 18. April 2011 widerrief und gleichentags mittels neuer Schlussverfü-
gung die Herausgabe der erhobenen Bankunterlagen anordnete und 

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gleichzeitig das Mitteilungsverbot aufhob (Verfahrensakten Urk. 4, vgl. 
Dispositiv-Ziff. 1, 2 und 6).  

 
F. Dagegen erhebt A. mit Eingabe vom 16. Juni 2011 bei der II. Beschwerde-

kammer des Bundesstrafgerichts Beschwerde und beantragt die Aufhe-
bung der Schlussverfügung vom 17. Mai 2011, eventualiter die Rückwei-
sung des Verfahrens an die Vorinstanz zwecks Gewährung des rechtlichen 
Gehörs (act. 1).  

 
G. Während das BJ auf Vernehmlassung verzichtet (act. 6), beantragt die 

Staatsanwaltschaft Thurgau in ihrer Beschwerdeantwort vom 22. Juli 2011, 
auf die Beschwerde sei mangels Beschwer nicht einzutreten (act. 7). Die 
Beschwerdeführerin hält in der Replik vom 25. August 2011 an ihren in der 
Beschwerde gestellten Anträgen fest (act. 11). Das BJ und die Beschwer-
degegnerin verzichten jeweils mit Eingaben vom 30. August 2011 bzw. 
6. September 2011 auf Duplik (act. 13 und 14). 

 
Auf die weiteren Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten 
wird, soweit erforderlich, in den rechtlichen Erwägungen Bezug genommen. 
 
 
 
Die II. Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 
 

1.  
1.1 Für die Rechtshilfe zwischen Deutschland und der Schweiz sind in erster 

Linie das Europäische Übereinkommen über die Rechtshilfe in Strafsachen 
vom 20. April 1959 (EUeR; SR 0.351.1), dem beide Staaten beigetreten 
sind, der zwischen ihnen abgeschlossene Zusatzvertrag vom 13. Novem-
ber 1969 (ZV-D/EUeR; SR 0.351.913.61), sowie die Bestimmungen der 
Art. 48 ff. des Übereinkommens vom 19. Juni 1990 zur Durchführung des 
Übereinkommens von Schengen vom 14. Juni 1985 (Schengener Durch-
führungsübereinkommen, SDÜ; ABl. L 239 vom 22. September 2000, 
S. 19 - 62) massgebend.  

 
1.2 Soweit das Staatsvertragsrecht bestimmte Fragen nicht abschliessend re-

gelt, gelangen das Bundesgesetz über internationale Rechtshilfe in Straf-
sachen vom 20. März 1981 (IRSG; SR 351.1) und die Verordnung über in-
ternationale Rechtshilfe in Strafsachen vom 24. Februar 1982 (IRSV; SR 
351.11) zur Anwendung (Art. 1 Abs. 1 IRSG; BGE 130 II 337 E. 1 S. 339; 
128 II 355 E. 1 S. 357; 124 II 180 E. 1a S. 181). Das innerstaatliche Recht 
gilt nach dem Günstigkeitsprinzip auch dann, wenn dieses geringere Anfor-

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derungen an die Rechtshilfe stellt (BGE 136 IV 82 E. 3.1; 129 II 462 E. 1.1 
S. 464). Vorbehalten bleibt die Wahrung der Menschenrechte (vgl. BGE 
135 IV 212 E. 2.3 S. 215; 123 II 595 E. 7c S. 616 ff., je m.w.H.). 

 
2. Beim angefochtenen Entscheid handelt es sich um eine Schlussverfügung 

der ausführenden kantonalen Behörde in internationalen Rechtshilfeange-
legenheiten, gegen welche zusammen mit der vorangehenden Zwischen-
verfügung innert 30 Tagen ab der schriftlichen Mitteilung bei der II. Be-
schwerdekammer des Bundesstrafgerichts Beschwerde geführt werden 
kann (Art. 80e Abs. 1 i.V.m. Art. 80k IRSG; Art. 37 Abs. 2 lit. a Ziff. 1 
StBOG; Art. 19 Abs. 2 des Organisationsreglements vom 31. August 2010 
für das Bundesstrafgericht, BStGerOG; SR 173.713.161).  

 
Die Schlussverfügung vom 17. Mai 2011 wurde mit vorliegender Be-
schwerde vom 16. Juni 2011 fristgerecht eingereicht. 

 
3. Zur Beschwerdeführung ist berechtigt, wer persönlich und direkt von einer 

Rechtshilfemassnahme betroffen ist und ein schutzwürdiges Interesse an 
deren Aufhebung oder Änderung hat (Art. 80h lit. b IRSG). Bei der Erhe-
bung von Kontoinformationen gilt als persönlich und direkt betroffen im 
Sinne der Art. 21 Abs. 3 und 80h IRSG der Kontoinhaber (Art. 9a lit. a 
IRSV; BGE 137 IV 134 E. 5.2.1 S. 138, m.w.H.).  

 
Die angefochtene Verfügung bezieht sich auf die Herausgabe von Bankun-
terlagen eines Kontos lautend auf die Beschwerdeführerin. Die Beschwer-
deführerin ist daher von der Rechtshilfemassnahme betroffen und hat ein 
aktuelles Rechtsschutzinteresse an der Aufhebung der Schlussverfügung. 
Die von der Beschwerdeführerin geltend gemachte Verletzung des rechtli-
chen Gehörs beschlägt zwar eine formell-rechtliche Frage (vgl. unten 
Ziff. 5), diese ist aber entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin nicht 
im Rahmen der Eintretensvoraussetzungen zu prüfen. Auf die Beschwerde 
ist daher einzutreten.   

4. Die II. Beschwerdekammer ist nicht an die Begehren der Parteien gebun-
den (Art. 25 Abs. 6 IRSG). Sie prüft die bei ihr erhobenen Rügen grund-
sätzlich mit freier Kognition. Sie ist aber nicht verpflichtet, nach weiteren 
der Rechtshilfe allenfalls entgegenstehenden Gründen zu forschen, die aus 
der Beschwerde nicht hervorgehen (BGE 123 II 134 E. 1d S. 136 f.; 122 II 
367 E. 2d S. 372, m.w.H.). Ebenso wenig muss sich die urteilende Instanz 
nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung mit allen Parteistandpunk-
ten einlässlich auseinandersetzen und jedes einzelne Vorbringen ausdrück-
lich widerlegen. Sie kann sich auf die für ihren Entscheid wesentlichen 
Punkte beschränken, und es genügt, wenn die Behörde wenigstens kurz 

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die Überlegungen nennt, von denen sie sich leiten liess und auf welche 
sich ihr Entscheid stützt (Urteil des Bundesgerichts 1A.59/2004 vom 16. Ju-
li 2004, E. 5.2, m.w.H.). 

 
5.  
5.1 Die Beschwerdeführerin rügt zunächst die Verletzung des rechtlichen Ge-

hörs, da sie vor Erlass der Schlussverfügung von der Beschwerdegegnerin 
nicht angehört worden sei. Sie habe vor Zustellung keine Kenntnis vom 
Rechtshilfeverfahren gehabt, weshalb sie auch ihr Recht auf Akteneinsicht 
nicht habe ausüben können (act. 1 S. 9 und act. 11 S. 4). 

 
5.2 Im Bereich der internationalen Rechtshilfe wird der in Art. 29 Abs. 2 BV ver-

ankerte Anspruch auf rechtliches Gehör in Bezug auf das Akteneinsichts-
recht in Art. 80b IRSG und ergänzend in Art. 26 ff. VwVG konkretisiert, wel-
che sowohl in Verfahren vor den Bundesbehörden als auch vor kantonalen 
Behörden zur Anwendung gelangen (ROBERT ZIMMERMANN, La coopération 
judiciaire internationale en matière pénale, 3. Aufl., Bern 2009, S. 437 
N. 472). Bezieht sich das Rechtshilfeersuchen auf die Herausgabe von 
Bankunterlagen oder anderen Beweismittel, muss die ausführende Behör-
de dem gemäss Art. 80h lit. b IRSG und Art. 9a IRSV Berechtigten vorgän-
gig an den Erlass der Schlussverfügung insbesondere die Gelegenheit ge-
ben, sich zum Rechtshilfeersuchen zu äussern und unter Angabe der 
Gründe geltend zu machen, welche Unterlagen etwa in Anwendung des 
Verhältnismässigkeitsprinzips nicht herauszugeben sind (vgl. Art. 30 Abs. 1 
VwVG; BGE 130 II 14 E. 4.3 S. 16; 126 II 258 E. 9b/aa S. 262).  

 
Das Recht, angehört zu werden, ist formeller Natur. Eine Verletzung des 
Anspruchs auf rechtliches Gehör durch die ausführende Behörde führt je-
doch nicht automatisch zur Gutheissung der Beschwerde und zur Aufhe-
bung der angefochtenen Verfügung. Nach der Rechtsprechung kann eine 
Verletzung des rechtlichen Gehörs geheilt werden, wenn die betroffene 
Person die Möglichkeit erhält, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu äus-
sern, die, wie die II. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts, über die 
gleiche Überprüfungsbefugnis wie die ausführende Behörde verfügt (vgl. 
BGE 124 II 132 E. 2d S. 138 und TPF 2008 172 E. 2.3, je m.w.H.; ZIMMER-
MANN, a.a.O., S. 307 N. 265). 
 

5.3 Mit Eintretensverfügung vom 25. März 2011 wurde die Bank D. verpflichtet, 
die Kontoauszüge betreffend das auf die Beschwerdeführerin lautende 
Konto Nr. 1 für den Zeitraum vom 1. Januar 2009 bis 1. März 2011 der Be-
schwerdegegnerin herauszugeben (Verfahrenakten Urk. 2). Die Eintretens-
verfügung enthielt ein Mitteilungsverbot bis zum Abschluss der durch die 

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Staatsanwaltschaft Konstanz geleiteten verdeckten Operationen, längstens 
jedoch bis am 25. März 2011 (a.a.O., Dispositiv-Ziff. 4). 

 
5.4 Vorliegend ist unbestritten, dass die Beschwerdeführerin vor Erlass der 

Schlussverfügung vom 17. Mai 2011 keine Kenntnis von der angeordneten 
Rechtshilfemassnahme hatte und somit vorgängig auch nicht angehört wor-
den ist (act. 7 S. 2). Da die Beschwerdeführerin keine Gelegenheit gehabt 
hatte, am Rechtshilfeverfahren teilzunehmen und sich vorgängig an den Er-
lass der Schlussverfügung zum Rechtshilfeersuchen zu äussern, ist ihr 
rechtliches Gehör verletzt worden (Entscheid des Bundesstrafgerichts 
RR.2009.294 vom 7. Oktober 2009, E. 3.2). Die Gehörsverletzung wird je-
doch im Beschwerdeverfahren geheilt, nachdem der Beschwerdeführerin 
durch die Beschwerdegegnerin unmittelbar nach Erlass der Schlussverfü-
gung Akteneinsicht gewährt worden ist (Verfahrensakten Urk. 5-8) und sich 
diese vor der II. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts umfassend 
zum Rechtshilfeverfahren äussern konnte. Es besteht kein Anlass, von die-
ser gefestigten Rechtsprechung abzuweichen und das Verfahren an die 
Vorinstanz zurückzuweisen. Der Gehörsverletzung ist jedoch bei der Kos-
tenfolge Rechnung zu tragen (TPF 2008 172 E. 6).  

 
6. 
6.1 Die Beschwerdeführerin moniert sodann, dass die doppelte Strafbarkeit 

nicht gegeben sei. Die für die Beurteilung des Rechtshilfeersuchens mass-
gebende Sachverhaltsschilderung lasse die Tatbestandselemente des Be-
truges nach Art. 146 StGB nicht erkennen. Weder sei ersichtlich, worin die 
Irreführung durch den beschuldigten B. bestanden habe, noch welche Per-
son irregeführt werden sein soll (act. 1 S. 12 f.). 

 
6.2 In formeller Hinsicht muss das Rechtshilfeersuchen insbesondere Angaben 

über den Gegenstand und den Grund des Ersuchens enthalten (Art. 14 
Ziff. 1 lit. b EUeR). Ausserdem muss das Ersuchen in Fällen wie dem vor-
liegenden die strafbare Handlung bezeichnen und eine kurze Darstellung 
des Sachverhalts enthalten (Art. 14 Ziff. 2 EUeR). Art. 28 Abs. 2 und 3 
IRSG i.V.m. Art. 10 IRSV stellen entsprechende Anforderungen an das 
Rechtshilfeersuchen. Diese Angaben müssen der ersuchten Behörde die 
Prüfung erlauben, ob die doppelte Strafbarkeit gegeben ist (vgl. Art. 5 Ziff. 
1 lit. a   EUeR), ob die Handlungen, wegen deren um Rechtshilfe ersucht 
wird, nicht politische oder fiskalische Delikte darstellen (Art. 2 lit. a EUeR) 
und ob der Grundsatz der Verhältnismässigkeit gewahrt wird (BGE 129 II 
97 E. 3.1 S. 98 f. m.w.H.).  

 

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Die Rechtsprechung stellt an die Schilderung des Sachverhalts im Rechts-
hilfeersuchen keine hohen Anforderungen. Von den Behörden des ersu-
chenden Staates kann nicht verlangt werden, dass sie den Sachverhalt, der 
Gegenstand des hängigen Strafverfahrens bildet, bereits lückenlos und völ-
lig widerspruchsfrei darstellen. Das wäre mit dem Sinn und Zweck des 
Rechtshilfeverfahrens nicht vereinbar, ersucht doch ein Staat einen ande-
ren gerade deswegen um Unterstützung, damit er die bisher im Dunkeln 
gebliebenen Punkte aufgrund von Beweismitteln, die sich im ersuchten 
Staat befinden, klären kann. Es reicht daher aus, wenn die Angaben im 
Rechthilfeersuchen den schweizerischen Behörden ermöglichen zu prüfen, 
ob ausreichend konkrete Verdachtsgründe für eine rechtshilfefähige Straf-
tat vorliegen, ob Verweigerungsgründe gegeben sind bzw. in welchem Um-
fang dem Begehren allenfalls entsprochen werden muss. Es kann auch 
nicht verlangt werden, dass die ersuchende Behörde die Tatvorwürfe be-
reits abschliessend mit Beweisen belegt. Der Rechtshilferichter hat weder 
Tat- noch Schuldfragen zu prüfen und grundsätzlich auch keine Beweis-
würdigung vorzunehmen, sondern ist vielmehr an die Sachdarstellung im 
Ersuchen gebunden, soweit sie nicht durch offensichtliche Fehler, Lücken 
oder Widersprüche sofort entkräftet wird (BGE 133 IV 76 E. 2.2 S. 79; 132 
II 81 E. 2.1 S. 85; Entscheide des Bundesstrafgerichts RR.2009.39 vom 
22. September 2009, E. 8.1; RR.2008.158 vom 20. November 2008, E. 5.3, 
je m.w.H). 

6.3 Für die Frage der beidseitigen Strafbarkeit nach schweizerischem Recht ist 
der im Rechtshilfeersuchen dargelegte Sachverhalt so zu subsumieren, wie 
wenn die Schweiz wegen des analogen Sachverhalts ein Strafverfahren 
eingeleitet hätte (BGE 132 II 81 E. 2.7.2 S. 90; 129 II 462 E. 4.4 S. 465). Zu 
prüfen ist mithin, ob der im Ausland verübte inkriminierte Sachverhalt, so-
fern er – analog – in der Schweiz begangen worden wäre, die Tatbe-
standsmerkmale einer schweizerischen Strafnorm erfüllen würde. Die 
Strafnormen brauchen nach den Rechtssystemen der Schweiz und des er-
suchenden Staates nicht identisch zu sein (Urteil des Bundesgerichts 
1A.125/2006 vom 10. August 2006, E. 2.1 m.w.H.). Im Rahmen der sog. 
kleinen Rechtshilfe genügt es, wenn der im Rechtshilfeersuchen geschil-
derte Sachverhalt unter einen einzigen Straftatbestand des schweizeri-
schen Rechts subsumiert werden kann. Es braucht nicht weiter geprüft zu 
werden, ob darüber hinaus auch noch weitere Tatbestände erfüllt sein 
könnten (BGE 129 II 462 E. 4.6 S. 466).  

6.4 Dem Rechtshilfeersuchen vom 15. März 2011, welches auf die Ersuchen 
vom 17. November 2010, 19. Januar 2010 (recte: 2011) und 2. März 2011 
verweist, ist zu entnehmen, dass der Zweckverband E. Anfang 2010 eine 
Tierkörperbeseitigungsanlage in Z., die Firma F., mit der Betreuung und 

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dem Ausbau von regenerativer Energieerzeugung beauftragt habe. Ge-
schäftsführer der F. sei B. gewesen, der im Frühjahr 2010 mehrere Aufträ-
ge zu einem überhöhten Preis von ca. EUR 470'000.-- an die Firma G. 
GmbH erteilt habe, deren Geschäftsführer C. gewesen sei. Als Gegenleis-
tung für die Vergabe der Aufträge habe B. eine Provision in der Höhe von 
ca. EUR 100'000.-- erhalten. Um den Anschein eines ordnungsgemässen 
Ausschreibeverfahrens zu wahren, hätten die Verantwortlichen der Firmen 
H. GmbH, I. GmbH und J. auf Veranlassung von C. Schutzangebote einge-
reicht.   

B. habe ferner ebenfalls im Frühjahr 2010 in seiner Funktion als Verant-
wortlicher für den Ausbau bei der E. Verträge mit der K. GmbH für eine Auf-
tragssumme von ca. EUR 500'000.-- abgeschlossen, obschon das tatsäch-
liche Auftragsvolumen EUR 150'000.-- betragen habe. C. habe in Abspra-
che mit B. und dem Verantwortlichen der K. GmbH ein Schutzangebot zu 
einem überhöhten Festpreis abgegeben, um den Anschein eines ord-
nungsgemässen Ausschreibeverfahrens zu wahren. B. habe sich mit einem 
zur Zeit nicht bekannten Geldbetrag bezahlen lassen. 

Aufgrund der bisherigen Ermittlungen sei davon auszugehen, dass die in-
krimierten Gelder von den beauftragten Firmen auf ein Konto der Be-
schwerdeführerin transferiert worden seien. B. sei bis im Juli 2009 als Mit-
glied der Beschwerdeführerin im Handelsregister eingetragen gewesen 
(Verfahrensakten Urk. 1; act. 16.1-16.3). 

6.5 In der Schweiz ist die Strafbarkeit der Privatbestechung in Art. 23 i.V.m. 
Art. 4a UWG geregelt. Gemäss Art. 4a Abs. 1 lit. b UWG handelt unlauter, 
wer als Arbeitnehmer, als Gesellschafter, als Beauftragter oder als andere 
Hilfsperson eines Dritten im privaten Sektor im Zusammenhang mit seiner 
dienstlichen oder geschäftlichen Tätigkeit für eine pflichtwidrige oder eine 
im Ermessen stehende Handlung oder Unterlassung für sich oder einen 
Dritten einen nicht gebührenden Vorteil fordert, sich versprechen lässt oder 
annimmt. Keine nicht gebührende Vorteile sind vertraglich vom Dritten ge-
nehmigte sowie geringfügige, sozial übliche Vorteile (Art. 4a Abs. 2 UWG). 
Wer vorsätzlich unlauteren Wettbewerb nach Art. 4a UWG begeht, wird auf 
Antrag mit Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft 
(Art. 23 Abs. 1 UWG).  

6.6 Die Sachdarstellung in den Rechtshilfeersuchen genügt den gesetzlichen 
Anforderungen von Art. 14 Ziff. 2 EUeR, sodass die von der ersuchenden 
Behörde angeführten Angaben die Prüfung der doppelten Strafbarkeit ohne 
weiteres erlauben. Alle Tatbestandsmerkmale der Privatbestechung im 
Sinne von Art. 23 i.V.m. Art. 4a Abs. 1 lit. b UWG sind im Einzelnen dem 

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oben geschilderten Sachverhalt zu entnehmen: B. soll als Geschäftsführer 
der F. in seiner Funktion als Beauftragter der E. von der Firma G. GmbH 
und der K. GmbH unberechtigterweise Geldleistungen gefordert und im 
Gegenzug die Absicherung von Lieferaufträgen zugesichert haben. Damit 
ist das Rechtshilfeerfordernis der doppelten Strafbarkeit gegeben, ohne 
dass zu prüfen wäre, ob andere Tatbestände in Frage kommen könnten 
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 1C_138/2007 vom 17. Juli 2007, E. 2.3.1).  

Die Beschwerde erweist sich insgesamt als unbegründet, weshalb sie ab-
zuweisen ist.  
 

7. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird die Beschwerdeführerin kosten-
pflichtig (Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 39 Abs. 2 lit. b StBOG). Für die 
Berechnung der Gerichtsgebühr gelangt gemäss Art. 63 Abs. 5 VwVG das 
Reglement des Bundesstrafgerichts über die Kosten, Gebühren und Ent-
schädigungen in Bundesstrafverfahren (BStKR) vom 31. August 2010 zur 
Anwendung. Die Gerichtsgebühr vorliegend wegen der erfolgten Gehörs-
verletzung auf Fr. 3'000.-- festzusetzen und der Beschwerdeführerin aufzu-
erlegen, unter Anrechnung des geleisteten Kostenvorschusses von 
Fr. 5000.-- (Art. 5 und 8 Abs. 3 BStKR). Die Bundesstrafgerichtskasse wird 
angewiesen, der Beschwerdeführerin den Restbetrag von Fr. 2'000.-- zu-
rückzuerstatten.  

 
 

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Demnach erkennt die II. Beschwerdekammer: 
 
1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 
 
2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 3'000.-- wird der Beschwerdeführerin auferlegt, 

unter Anrechung des geleisteten Kostenvorschusses von Fr. 5'000.--. Die 
Bundesstrafgerichtskasse wird angewiesen, der Beschwerdeführerin den 
Restbetrag von Fr. 2'000.-- zurückzuerstatten.  

 
 
 

Bellinzona, 2. Dezember 2011 
 
Im Namen der II. Beschwerdekammer 
des Bundesstrafgerichts 
 
Der Vorsitzende:     Die Gerichtsschreiberin:  
 
 
 
 
 
Zustellung an 
 
- Rechtsanwalt Daniel Holenstein 
- Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Thurgau 
- Bundesamt für Justiz, Fachbereich Rechtshilfe 
 
 
 
Rechtsmittelbelehrung 

Gegen Entscheide auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen kann innert zehn 
Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde 
eingereicht werden (Art. 100 Abs. 1 und 2 lit. b BGG). 
 

Gegen einen Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen ist die 
Beschwerde nur zulässig, wenn er eine Auslieferung, eine Beschlagnahme, eine Herausgabe von 
Gegenständen oder Vermögenswerten oder eine Übermittlung von Informationen aus dem 
Geheimbereich betrifft und es sich um einen besonders bedeutenden Fall handelt (Art. 84 Abs. 1 
BGG). Ein besonders bedeutender Fall liegt insbesondere vor, wenn Gründe für die Annahme 
bestehen, dass elementare Verfahrensgrundsätze verletzt worden sind oder das Verfahren im 
Ausland schwere Mängel aufweist (Art. 84 Abs. 2 BGG).