# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fa19d67a-a87b-5d56-9fa4-788f7afebd77
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-12-13
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 13.12.2010 C-8128/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-8128-2008_2010-12-13.pdf

## Full Text

Bundesverwaltungsgericht

Tribunal administratif fédéral

Tribunale amministrativo federale

Tribunal administrativ federal

Abteilung III
C-8128/2008
{T 0/2}

Urteil vom 13. Dezember 2010

Besetzung Richterin Ruth Beutler (Vorsitz),
Richter Blaise Vuille, Richter Andreas Trommer,   
Gerichtsschreiberin Barbara Kradolfer.

Parteien 1. A._______,
2. B._______,
3. C._______,
alle  vertreten durch Rechtsanwalt Walter A. Stöckli, 
Beschwerdeführende, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Verweigerung der Zustimmung zur Verlängerung der 
Aufenthaltsbewilligung sowie Wegweisung.

C-8128/2008

Seite 2

Sachverhalt:

A.  

A.a A._______ (brasilianische Staatsangehörige, geb. 1978; 
nachfolgend: Beschwerdeführerin) reiste am 18. Februar 2004 als 
Touristin in die Schweiz ein und heiratete am 14. Mai 2004 in [...] den 
Schweizer Bürger D._______ (geb. 1966). Am 17. Mai 2004 kehrte sie 
nach Brasilien zurück und reiste am 8. Juli 2004 wieder in die Schweiz 
ein. Gestützt auf ihre Ehe mit D._______ wurde ihr am 15. Dezember 
2004 eine Aufenthaltsbewilligung erteilt. In der Folge reisten am 1. März 
2005 ihr Sohn C._______ (geb. 2001) und am 19. September 2006 ihre 
Tochter B._______ (geb. 1994), die beide aus früheren Beziehungen 
stammen, in die Schweiz ein. Ihnen wurden nach den Bestimmungen des 
Familiennachzugs Aufenthaltsbewilligungen erteilt. Am 1. November 2006 
verstarb D._______ an den Folgen eines Asthmaanfalls.

A.b Mit Verfügung vom 5. September 2007 lehnte das Amt für Arbeit und 
Migration Uri (nachfolgend Migrationsamt) ein Gesuch um Verlängerung 
der Aufenthaltsbewilligung der Beschwerdeführerin und ihrer beiden 
Kinder ab. Eine dagegen erhobene Einsprache wies das Migrationsamt 
am 12. November 2007 ab. Das in der Folge angerufene Obergericht des 
Kantons Uri hiess die Beschwerde mit Urteil vom 18. April 2008 gut und 
wies die Sache an die Vorinstanz zurück, damit diese die 
Aufenthaltsbewilligungen verlängere. In seiner Begründung hielt das 
Obergericht fest, dass die Rückkehr nach Brasilien vor allem mit 
Rücksicht auf das Kindeswohl als nicht zumutbar erscheine.

B. 
Am 25. Juni 2008 übermittelte das Migrationsamt den Fall zur 
Zustimmung an das BFM. Nach Gewährung des rechtlichen Gehörs 
verweigerte die Vorinstanz mit Verfügung vom 13. November 2008 die 
Zustimmung zur Verlängerung der Aufenthaltsbewilligungen und wies die 
Beschwerdeführerin und ihre Kinder aus der Schweiz weg. In der 
Begründung wurde zunächst festgestellt, dass die Beschwerdeführerin 
sich nach dem Tod des schweizerischen Ehegatten auf keinen Anspruch 
auf Aufenthalt (mehr) berufen könne. Sodann kam die Vorinstanz unter 
Hinweis auf die laut der Praxis zu beachtenden Kriterien – Dauer der 
ehelichen Gemeinschaft in der Schweiz, Existenz gemeinsamer Kinder, 
Umstände der Auflösung der ehelichen Gemeinschaft und allfällige 
Gewalterfahrungen in der Ehe – zum Schluss, dass die privaten 
Interessen der Beschwerdeführerin an einem weiteren Verbleib in der 

C-8128/2008

Seite 3

Schweiz hinter dem öffentlichen Interesse an einer restriktiven 
Ausländerpolitik zurückzustehen habe. In Bezug auf den Vollzug der 
Wegweisung hielt die Vorinstanz fest, dass dieser zulässig, zumutbar und 
auch möglich sei..

C. 
Mit Rechtsmitteleingabe vom 17. Dezember 2008 beantragt der 
Rechtsvertreter namens seiner Mandanten die Aufhebung der 
vorinstanzlichen Verfügung; die Vorinstanz sei anzuweisen, ihre 
Zustimmung zur Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung der 
Beschwerdeführer zu erteilen. Eventualiter sei die Verfügung aufzuheben 
und die Sache zur neuen Entscheidung an die Vorinstanz 
zurückzuweisen. Weiter wird beantragt, die Kinder B._______ und 
C._______ anzuhören, sowie die in der Schweiz lebende Schwester der 
Beschwerdeführerin und diese selbst zu befragen.

In der Begründung berufen sich die Beschwerdeführenden auf ihre gute 
Integration. Die Beschwerdeführerin sei im Gastgewerbe tätig; in diesem 
Zusammenhang wird auf den zu erwartenden Bedarf an zusätzlichen 
Arbeitskräften hingewiesen, der mit dem Projekt Sawiris in Andermatt 
verbunden sei. Es liege im öffentlichen Interesse, dannzumal bereits 
integrierte Arbeitskräfte zur Verfügung zu haben. Die Rückkehr nach 
Brasilien würde bedeuten, dass die Beschwerdeführerin sich und ihren 
beiden Kindern eine völlig neue Existenz aufbauen müsste; dies, 
nachdem sie vom tragischen Tod ihres Ehemannes hart getroffen worden 
sei. Die Witwen- und Waisenrenten aus der Schweiz würden nicht 
ausreichen, zusätzlich zu den Grundbedürfnissen (Unterhalt, Wohnen) 
den Kindern eine Schulbildung zu ermöglichen, die derjenigen in der 
Schweiz entspreche; dafür wäre der Besuch einer Privatschule 
notwendig, was wiederum die Erwerbstätigkeit der Beschwerdeführerin 
voraussetzen würde. Zwar wolle sie sowieso erwerbstätig sein, in 
Brasilien hätte sie jedoch – im Gegensatz zur Schweiz – niemanden, der 
sich um die Kinder kümmern könnte. Die Beschwerdeführerin habe nur 
zu einer ihrer Schwestern noch Kontakt. Diese halte sich aber ebenfalls in 
der Schweiz auf. Die Rückkehr nach Brasilien wäre mangels geeigneter 
Betreuung tagsüber mit einer sittlichen Gefährdung der Kinder 
verbunden.

Sowohl B._______ als auch C._______ hätten sämtliche Freunde und 
Kollegen in der Schweiz. Bereits von einigen Jahren hätten sie sich an 
eine neue Umgebung gewöhnen müssen. Nun solle das gleiche 

C-8128/2008

Seite 4

nochmals geschehen, nur weil ihr Stiefvater plötzlich gestorben sei. Eine 
Rückkehr wäre mit einer besonderen Härte verbunden, weshalb das 
private Interesse an einem weiteren Verbleib in der Schweiz das 
öffentliche Interesse überwiege.

Die Beschwerdeführenden machen ferner geltend, es gebe, trotz der 
Anwendung des alten Rechts, keinen Grund, bei der Beurteilung nicht die 
Wertentscheidungen zu berücksichtigen, die zum neuen Art. 50 des 
Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und 
Ausländer (AuG, SR 142.20) geführt hätten. Zudem weisen sie darauf 
hin, dass Angehörige von verstorbenen EU/EFTA-Bürgern gemäss Art. 4 
Anhang I des Abkommens vom 21. Juni 1999 zwischen der 
Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der Europäischen 
Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten andererseits über die 
Freizügigkeit (nachfolgend: FZA, SR 0.142.112.681) bereits nach einem 
zweijährigen Aufenthalt ein Verbleiberecht hätten. Dies sei bei der 
Anwendung von Art. 50 AuG zu berücksichtigen, um die 
Gleichbehandlung von Schweizern und EU/EFTA-Bürgern zu wahren.

D. 
Mit Vernehmlassung vom 11. März 2009 beantragt die Vorinstanz die 
Abweisung der Beschwerde.

E. 
E.a Mit Zwischenverfügung vom 8. Mai 2009 beauftragte das 
Bundesverwaltungsgericht, nach Anhörung der Beschwerdeführenden, 
E._______, lic. phil., Psychologin FSP, Mitarbeiterin des 
Schulpsychologischen Dienstes des Kantons Uri, Fachstelle 
Kindesschutz, mit der Erstellung eines Gutachtens zur Situation von 
B._______ und C._______ im Hinblick auf eine allfällige Rückkehr nach 
Brasilien.

E.b Als Grundlage für das Gutachten vom 7. September 2009 dienten der 
Gutachterin mehrere Gespräche sowohl mit B._______ als auch mit 
C._______. Zudem besuchte sie sie in der Schule respektive im 
Kindergarten. Im Weiteren fanden Gespräche mit den aktuellen und 
früheren Lehrpersonen sowie den engsten Bezugspersonen im privaten 
Umfeld statt (d.h. der Beschwerdeführerin und deren Schwiegermutter 
sowie der Nichte des verstorbenen Ehemannes).

C-8128/2008

Seite 5

F. 
Mit Eingabe vom 21. Oktober 2009 nahmen die Beschwerdeführenden 
sowohl zur Vernehmlassung der Vorinstanz vom 11. März 2009 als auch 
zum psychologischen Gutachten vom 7. September 2009 Stellung und 
beantragen die Gutheissung der Beschwerde.

G. 
Am 20. November 2009 nahm die Vorinstanz ein weiteres Mal Stellung 
und beantragt unter Bezugnahme auf das psychologische Gutachten vom 
7. September 2009 und die Eingabe der Beschwerdeführenden vom 
21. Oktober 2009 die Abweisung der Beschwerde.

H. 
Mit Stellungnahme vom 18. Januar 2010 äussern sich die 
Beschwerdeführenden zur zweiten Vernehmlassung der Vorinstanz. Der 
Eingabe beigelegt war ein Empfehlungsschreiben von F._______, dem 
damaligen Lebenspartner der Beschwerdeführerin.

I. 
Am 2. Juni 2010 teilte das Migrationsamt dem Gericht mit, dass die 
Beschwerdeführerin zwei Wochen zuvor ins Ausland gereist sei und ihre 
Kinder in der Schweiz zurückgelassen habe. Dem Schreiben beigelegt 
waren folgende Unterlagen:

– Verfügung betreffend fürsorgerische Freiheitsentziehung in Bezug auf 
die Beschwerdeführerin vom 28. April 2010

– E-Mail der Nichte des verstorbenen Ehemannes vom 30. April 2010 an 
die Wohnsitzgemeinde

– Gefährdungsmeldung in Bezug auf C._______ vom 30. April 2010
– Auszug aus dem Protokoll des Einwohnergemeinderates der 

Wohnsitzgemeinde vom 3. Mai 2010 betreffend 
Kindesschutzmassnahmen zugunsten von C._______

– Arztbericht vom 11. Mai 2010 C._______ betreffend.

J. 
Mit Eingabe vom 30. Juni 2010 liess sich der Rechtsvertreter zu dieser 
neuen Entwicklung vernehmen. Er führte aus, dass sich an der Situation 
der Beschwerdeführenden grundsätzlich nichts geändert habe. Allerdings 
belaste die Ungewissheit ihrer Situation in der Schweiz die 
Beschwerdeführerin zusehends. Ihr mit dem Hausarzt abgesprochener 
Auslandaufenthalt habe nicht die erhoffte Besserung gebracht. In dieser 

C-8128/2008

Seite 6

Zeit habe die Schwiegermutter für die Kinder gesorgt. Bezüglich der 
Erziehungsmethoden, die zur Gefährdungsmeldung geführt hätten, habe 
die Beschwerdeführerin verstanden, dass sie in der Schweiz nicht 
geduldet würden, weshalb sie sie nicht mehr anwenden werde.

K. 
Am 5. August 2010 ging beim Gericht ein Unterstützungsschreiben von 
F._______ ein. Darin erklärte er, während etwa eines Jahres der 
Lebenspartner der Beschwerdeführerin gewesen zu sein. Er selbst habe 
den Anstoss zur Reise der Beschwerdeführerin nach Brasilien gegeben. 
Er habe lange Zeit mitansehen müssen, wie sie darunter gelitten habe, 
dass ihre Eltern krank seien und nicht die Hilfe bekämen, die bei uns 
selbstverständlich sei. Sie habe ihre Eltern sehen müssen. Was die 
Betreuung der Kinder während der Abwesenheit betreffe, habe er die 
Schwiegermutter der Beschwerdeführerin gefragt, ob sie für sie sorgen 
würde, wozu sie sich spontan bereit erklärt habe.

L. 
Auf Aufforderung des Gerichts machte der Rechtsvertreter am 
29. Oktober 2010 Angaben zur finanziellen Situation der 
Beschwerdeführerin und reichte entsprechende Belege ein. In Bezug auf 
die schulische Situation der Kinder führte er aus, B._______ besuche die 
Werkschule und sei auf der Suche nach einer Lehrstelle. C._______ 
gehe in die 2. Klasse und erhalte auf Initiative und Kosten der 
Beschwerdeführerin mindestens zweimal pro Woche Nachhilfestunden. 
Ferner wurde ausgeführt, dass nach den Vorfällen im Sommer keine 
Kinderschutzmassnahmen angeordnet worden seien. Der Stellungnahme 
war zudem ein Bericht des Hausarztes der Beschwerdeführenden vom 
29. Oktober 2010 beigelegt.

M. 
Am 24. November 2010 ging beim Gericht ein Rapport der Kantonspolizei 
Uri vom 15. November 2010 ein. Am 2. Juni 2010 hatte der 
Sozialvorsteher der Wohnsitzgemeinde der Beschwerdeführenden im 
Zusammenhang mit den Vorfällen im Frühjahr Anzeige wegen 
Tätlichkeiten und Verletzung der Fürsorge- oder Erziehungspflicht gegen 
die Beschwerdeführerin eingereicht. In der Folge wurden B._______ 
sowie die Schwiegermutter, der ehemalige Lebensgefährte und die 
Schwester der Beschwerdeführerin einvernommen. Die 
Beschwerdeführerin verweigerte auf Anraten ihres Anwaltes jegliche 
Mitwirkung.

C-8128/2008

Seite 7

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 
1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht (nachfolgend 
BVGer), unter Vorbehalt der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen, 
Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 
172.021), die von einer in Art. 33 VGG aufgeführten Behörde erlassen 
wurden. Darunter fallen Verfügungen des BFM betreffend Zustimmung 
zur Erteilung bzw. Verlängerung einer Aufenthaltsbewilligung und 
betreffend Wegweisung. Sofern kein Anspruch auf Erteilung bzw. 
Verlängerung einer Aufenthaltsbewilligung besteht und insoweit als die 
Verfügung die Wegweisung anordnet, entscheidet das BVGer endgültig 
(Art. 83 Bst. c Ziff. 2 und Ziff. 4 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 
2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2. Gemäss Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem BVGer nach 
dem VwVG, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt.

1.3. Die Beschwerdeführenden sind als Verfügungsadressaten zur 
Beschwerde legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und 
formgerecht eingereichte Beschwerde ist somit einzutreten (Art. 49 ff. 
VwVG).

2. 
Mit Beschwerde an das BVGer kann die Verletzung von Bundesrecht 
einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens, die 
unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen 
Sachverhaltes und – sofern nicht eine kantonale Behörde als 
Beschwerdeinstanz verfügt hat – die Unangemessenheit gerügt werden 
(Art. 49 VwVG). Das BVGer wendet im Beschwerdeverfahren das 
Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG 
an die Begründung der Begehren nicht gebunden und kann die 
Beschwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen 
gutheissen oder abweisen. Massgebend ist grundsätzlich die Sachlage 
zum Zeitpunkt seines Entscheides (vgl. E. 1.2 des in BGE 129 II 215 
teilweise publizierten Urteils 2A.451/2002 vom 28. März 2003).

C-8128/2008

Seite 8

3. 
Mit Inkrafttreten des AuG am 1. Januar 2008 wurde das Bundesgesetz 
vom 26. März 1931 über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer 
(ANAG, BS 1 121) aufgehoben (vgl. Art. 125 AuG i.V.m. Ziffer I Anhang 2 
AuG). Da das der angefochtenen Verfügung zugrunde liegende Gesuch 
um Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung vor Inkrafttreten des AuG 
eingeleitet wurde, ist gemäss Art. 126 Abs. 1 AuG das bisherige Recht, 
d.h. das ANAG und die darauf abgestützten, per 1. Januar 2008 ebenfalls 
aufgehobenen Verordnungen, anwendbar (vgl. Art. 91 der Verordnung 
vom 24. Oktober 2007 über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit 
[VZAE, SR 142.201]). Demgegenüber findet das neue Verfahrensrecht 
Anwendung (vgl. Art. 126 Abs. 2 AuG).

4. 
4.1. Die Kantone sind zuständig für die Erteilung und Verlängerung von 
Bewilligungen (vgl. Art. 15 Abs. 1 und 18 ANAG sowie Art. 51 BVO). 
Vorbehalten bleibt jedoch die Zustimmung durch das BFM. Das 
Zustimmungserfordernis ergibt sich im vorliegenden Fall aus Art. 1 Abs. 1 
Bst. a der Verordnung vom 20. April 1983 über das 
Zustimmungsverfahren im Ausländerrecht (AS 1983 535) in Verbindung 
mit den Weisungen und Erläuterungen des BFM über Einreise, Aufenthalt 
und Arbeitsmarkt (ANAG-Weisungen, 3. Auflage, Bern, Mai 2006 im 
Internet unter: www.bfm.admin.ch > Dokumentation > rechtliche 
Grundlagen > Weisungen und Kreisschreiben > Archiv Weisungen und 
Kreisschreiben). Letztere sehen in Ziffer 132.4 Bst. e vor, dass die 
Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung einer ausländischen Person 
nach der Scheidung vom schweizerischen Ehegatten oder nach dessen 
Tod dem BFM zur Zustimmung zu unterbreiten ist, sofern die 
ausländische Person nicht aus einem Mitgliedstaat der EFTA oder der 
EG stammt. Gemäss Art. 19 Abs. 5 der Vollziehungsverordnung vom 
1. März 1949 zum Bundesgesetz über Aufenthalt und Niederlassung der 
Ausländer (ANAV, AS 1949 228) darf eine entsprechende kantonale 
Bewilligung erst ausgestellt werden, wenn die Zustimmung des BFM 
vorliegt; ansonsten ist sie ungültig.

4.2. Der schweizerische Ehegatte der Beschwerdeführerin ist verstorben, 
bevor sie gestützt auf Art. 7 Abs. 1 Satz 2 ANAG einen 
zivilstandsunabhängigen Anspruch auf Verlängerung ihrer 
Aufenthaltsbewilligung erworben hat (vgl. BGE 128 II 145 E. 1.1.4 mit 
Hinweisen). Eine andere Anspruchsgrundlage des Landes- oder 
Völkerrecht besteht nicht und wird auch nicht geltend gemacht. Bei dieser 

C-8128/2008

Seite 9

Rechtslage liegt der Entscheid über die Erteilung oder Verweigerung der 
Zustimmung im pflichtgemässen Ermessen des BFM (vgl. Art. 4 ANAG). 
Eine Bindung an die kantonale Beurteilung besteht nicht. Dies gilt – 
entgegen den Vorbringen der Beschwerdeführenden – selbst dann, wenn 
auf kantonaler Ebene ein Gericht auf Erteilung oder Verlängerung der 
Aufenthaltsbewilligung erkannt hat (vgl. Urteil des BVGer C-5358/2007 
vom 29. Juli 2010 E. 3.2 mit Hinweisen).

5. 
Die Ermessensausübung bedeutet nicht, dass die Bewilligungsbehörde in 
ihrer Entscheidung völlig frei wäre. Sie hat beim Ausfüllen des 
Ermessensspielraums die rechtlichen Schranken zu beachten. Vorliegend 
steht der Grundsatz der Verhältnismässigkeit von Verwaltungsakten im 
Vordergrund. Unter diesem Gesichtspunkt ist eine wertende Abwägung 
vorzunehmen zwischen dem öffentlichen Interesse an der Verweigerung 
der Zustimmung einerseits und den durch die Verweigerung 
beeinträchtigten privaten Interessen der Betroffenen andererseits (vgl. 
Urteil des BVGer C-5358/2007 vom 29. Juli 2010 E. 4).

5.1. Was das öffentliche Interesse anbelangt, ist festzuhalten, dass die 
Schweiz hinsichtlich des Aufenthaltes von Ausländerinnen und 
Ausländern, die aus dem Nicht-EU/EFTA-Raum stammen (nachfolgend 
Drittstaatsangehörige), eine restriktive Politik verfolgt (vgl. BGE 135 I 153 
E. 2.2.1 mit Hinweisen). Diese Politik findet ihren Ausdruck insbesondere 
in den strengen regulatorischen Zulassungsbeschränkungen der 
Begrenzungsverordnung, denen erwerbstätige Drittstaatsangehörige 
namentlich in Gestalt hoher Anforderung an die berufliche Qualifikation 
(Art. 8 BVO) und der Höchstzahlen (Art. 12 BVO) unterworfen sind. Das 
erhebliche Gewicht des öffentlichen Interesses an der Durchsetzung der 
restriktiven Einwanderungspolitik gegenüber Drittstaatsangehörigen zeigt 
sich daran, dass humanitäre Gründe in diesem rechtlichen 
Zusammenhang erst Bedeutung erlangen, wenn die Betroffenheit des 
Einzelnen die Grenze zum schwerwiegenden persönlichen Härtefall im 
Sinne von Art. 13 Bst. f BVO erreicht. Nach der Auflösung der Ehe, die 
sie von den restriktiven qualitativen und quantitativen 
Zulassungsvoraussetzungen der Begrenzungsverordnung ausnehmen, 
muss die ausländische Person dieses öffentliche Interesse grundsätzlich 
wieder gegen sich gelten lassen (auch wenn sie gemäss Art. 12 Abs. 2 
BVO den Höchstzahlen der Begrenzungsverordnung nach wie vor nicht 
untersteht). Es ist deshalb ein vergleichsweise strenger Massstab 
angebracht, wenn es zu beurteilen gilt, ob nach Wegfall des 

C-8128/2008

Seite 10

Privilegierungsgrundes private Interessen bestehen, denen gegenüber 
das öffentliche Interesse an der Durchsetzung der restriktiven 
Migrationspolitik zurückzustehen hat. Dementsprechend geht das BVGer 
mit der Vorinstanz davon aus, dass die Verlängerung der 
Aufenthaltsbewilligung nach Auflösung der Ehe in erster Linie ein 
Instrument zur Vermeidung von Härtefällen darstellt (vgl. Urteil des 
BVGer C-2524/2007 vom 13. August 2010 E. 4.1 mit Hinweisen).

5.2. Unter dem Aspekt der Verhältnismässigkeit ist zu prüfen, ob die 
Durchsetzung der restriktiven Migrationspolitik im konkreten Einzelfall zu 
einer unbilligen, vom öffentlichen Interesse an der Durchsetzung einer 
restriktiven Einwanderungspolitik nicht gedeckten Härte bei der 
betroffenen Person führt. In Bezug auf die privaten Interessen ist zu 
prüfen, ob es der ausländischen Person in persönlicher, wirtschaftlicher 
und sozialer Hinsicht zugemutet werden kann, den Aufenthalt in der 
Schweiz aufzugeben, in ihre Heimat zurückzukehren und dort zu leben. 
Zu diesem Zwecke ist ihre zukünftige Situation im Ausland den 
persönlichen Verhältnissen in der Schweiz gegenüberzustellen. Über die 
Zumutbarkeit ist nach Massgabe der gesamten Umstände des 
Einzelfalles zu befinden. Dazu gehören allgemeine, von der Ehe 
unabhängige Elemente, wie die Dauer des Aufenthaltes in der Schweiz, 
der Grad der sozialen und wirtschaftlichen Integration in die hiesigen 
Verhältnisse, das Alter und der gesundheitliche Zustand. Sind Kinder 
vorhanden, ist deren Alter und schulische Integration miteinzubeziehen. 
Zu berücksichtigen sind aber auch die Unterkunft und die 
Reintegrationsmöglichkeiten in der Heimat. Andererseits sind auch 
ehespezifische Elemente, wie die Dauer der Ehe und die Umstände, die 
zur Auflösung geführt haben, zu beachten.

5.3. Welcher Grad an Betroffenheit in den persönlichen Verhältnissen 
verlangt werden muss, damit das öffentliche Interesse zurückzustehen 
hat, ist mit Blick auf die Regelung des Art. 7 Abs. 1 ANAG zu 
beantworten, der ausländischen Ehegatten nach fünf Jahren Ehe auf 
schweizerischen Territorium einen vom weiteren Bestand der Ehe 
unabhängigen Anspruch auf Aufenthalt vermittelt. Vor dem Erreichen 
dieser zeitlichen Grenze kommt es entscheidend darauf an, welche 
Bedeutung den ehespezifischen Elementen im jeweiligen Einzelfall 
zukommt, das heisst der Dauer der ehelichen Gemeinschaft auf 
schweizerischem Territorium, den Umständen der Auflösung der 
ehelichen Gemeinschaft und der Existenz gemeinsamer Kinder. Je mehr 
diese Elemente ins Gewicht fallen, um so eher wird man von einer 

C-8128/2008

Seite 11

hinreichend schweren Betroffenheit ausgehen können. Umgekehrt 
rechtfertigt sich ein um so strengerer Massstab, als sich die 
Härtesituation nicht aus den oben genannten ehespezifischen Elementen 
ableiten lässt. Dabei darf jedoch nicht ausser Acht gelassen werden, dass 
der Verordnungsgeber in Art. 12 Abs. 2 zweiter Satz BVO unter anderem 
ausländische Ehegatten von Schweizer Bürgern von den Höchstzahlen 
der Begrenzungsverordnung auch für die Zeit nach Auflösung der Ehe 
ausnimmt und auf diese Weise ihrer besonderen Lage Rechnung trägt 
(vgl. Urteil des BVGer C-2524/2007 vom 13. August 2010 E. 4.3 mit 
Hinweisen).

6. 
6.1. Die Beschwerdeführerin lebte während zwei Jahren und vier 
Monaten mit ihrem schweizerischen Ehemann zusammen; die Ehe blieb 
kinderlos und wurde durch den unerwarteten Tod des Ehemannes 
aufgelöst. Solchen Schicksalsschlägen kommt nach der Rechtsprechung 
des BVGer erhebliche Bedeutung zu (vgl. Urteil des BVGer C-5358/2007 
vom 29. Juli 2010 E. 4.4 mit Hinweisen; vgl. auch BGE 2C_411/2010 vom 
9. November 2010 E. 3.1 mit Hinweisen). Zusammen mit der Ehedauer 
sind die Umstände der Auflösung der Ehe geeignet, die Anforderungen 
an die persönliche Betroffenheit zu senken, so dass sich bei der 
Gewichtung der privaten Interessen der Beschwerdeführerin am weiteren 
Verbleib in der Schweiz die Anwendung eines nicht allzu strengen 
Massstabes rechtfertigt.

6.2. Die Beschwerdeführerin hält sich mittlerweile seit etwa sechs Jahren 
in der Schweiz auf. Von Juli 2005 bis Februar 2007 und von März bis 
Oktober 2008 arbeitete sie im Gastgewerbe bzw. in einem Privathaushalt. 
Seit Februar 2010 ist sie wieder erwerbstätig; sie arbeitet als 
Office/Küchenangestellte mit unbefristetem Vertrag in einem Restaurant. 
Ihr Einkommen variiert je nach Arbeitsanfall und betrug für die Monate 
Juli bis September 2010 durchschnittlich rund Fr. 3'446.-. Ihr 
Erwerbseinkommen gestattet es ihr – zusammen mit den Witwen- und 
Waisenrenten – für ihren Lebensunterhalt und denjenigen ihrer Kinder 
aufzukommen. Im Zusammenhang mit ihrer sprachlichen Integration führt 
sie aus, sie habe Deutschkurse besucht und möchte weitere besuchen. 
Sie betont, dass sie in Brasilien niemanden mehr habe. Eine Schwester, 
mit der sie Kontakt pflegte, wohne mittlerweile in der Schweiz; die Tante, 
bei der sie aufgewachsen sei, sei betagt und krank. Gemäss Darstellung 
des früheren Lebensgefährten leben ihre Eltern – oder zumindest ihre 
Mutter – nach wie vor in Brasilien. Sie seien aber ebenfalls krank.

C-8128/2008

Seite 12

6.3. Was das Verhalten der Beschwerdeführerin in der Schweiz 
anbelangt, so fallen die Vorgänge im Frühling dieses Jahres auf. Gemäss 
den Unterlagen, die dem Gericht durch die kantonale Migrationsbehörde 
zugekommen sind, hat die Beschwerdeführerin am 28. April 2010 ihren 
Sohn geschlagen. Daraufhin ging eine Gefährdungsmeldung bei der 
Gemeindekanzlei ein. Am Nachmittag desselben Tages suchten der 
Sozialvorsteher und der Gemeindeschreiber die Familie zu einem 
Gespräch auf. Nach einer ärztlichen Untersuchung C._______s, in deren 
Verlauf Anzeichen für körperliche Misshandlungen festgestellt wurden, 
wurde der Beschwerdeführerin mitgeteilt, dass ihr Sohn für ein paar 
Tage, bis weitere Details geklärt seien, bei ihrer Schwiegermutter platziert 
werde. Die heftige Reaktion der Beschwerdeführerin (Anzeichen von 
Selbst- und Fremdgefährdung, Herumwerfen von Mobiliar) hat die 
Behörden veranlasst, sie medizinisch betreuen zu lassen, was 
schlussendlich zur Anordnung der fürsorgerischen Freiheitsentziehung 
führte. Bereits am nächsten Tag konnte sie jedoch wieder aus der Klinik 
entlassen werden. Kurze Zeit später konnte auch C._______ nach Hause 
zurückkehren. Aus den Unterlagen geht hervor, dass die 
Beschwerdeführerin Mitte Mai 2010 für etwa vier Wochen nach Brasilien 
reiste und ihre Kinder in der Obhut ihrer Schwiegermutter und ihrer 
Schwester zurückliess.

Am 2. Juni 2010 erstattete der Sozialvorsteher der Gemeinde Anzeige 
gegen die Beschwerdeführerin wegen Tätlichkeiten und Verletzung der 
Fürsorge- oder Erziehungspflicht. Der entsprechende Rapport wurde am 
19. November 2010 an das Verhörrichteramt Uri weitergeleitet. Über die 
Folgen, die sich daraus für die Beschwerdeführerin in strafrechtlicher 
Hinsicht und für die Familie als Ganzes (wie z.B. Familientherapie oder 
vormundschaftliche Massnahmen) möglicherweise ergeben, ist zum 
heutigen Zeitpunkt noch nichts bekannt.

6.4. Davon abgesehen hat sich die Beschwerdeführerin in sozialer, 
beruflicher und wirtschaftlicher Hinsicht offenbar recht gut integriert. Der 
kurzfristige Bezug von Sozialhilfe kurz nach dem Tod ihres Ehemannes 
fällt dabei – angesichts der Umstände, die dazu geführt haben – 
insgesamt nicht ins Gewicht. Allerdings fällt auf, dass sie sich in einem 
sehr beschränkten sozialen Umfeld bewegt: So hat sie namentlich 
Kontakt zu ihrer Schwiegermutter, zu der offenbar auch nach den 
Vorfällen im Frühling dieses Jahres noch ein gutes Verhältnis besteht; 
diese kümmert sich nach wie vor um die Kinder. Ferner pflegt sie Kontakt 
mit ihrer in der Schweiz lebenden Schwester und zwei Familien, einer 

C-8128/2008

Seite 13

brasilianischen und einer schweizerisch-brasilianischen. Darüber hinaus 
sind keine besonders engen Beziehungen zur Schweiz erkennbar, deren 
Abbruch zu einer massgeblichen Härte führen könnte. Was ihre 
sprachliche Integration anbelangt, so ist ihr Wille, die deutsche Sprache 
zu erlernen, unbestritten; über das bisher erreichte Niveau, gemessen 
beispielsweise am Europäischen Referenzrahmen, gibt es jedoch keine 
Bestätigungen. Immerhin geht aus dem Gutachten der Fachstelle 
Kinderschutz vom 7. September 2009 (S. 6 f.) hervor, dass es nicht 
notwendig gewesen sei, einen Dolmetscher für die Gespräche 
beizuziehen, da die Beschwerdeführerin "sich genügend differenziert in 
der deutschen Sprache ausdrücken [konnte]". Allerdings zeigen die 
Vorfälle im Frühling dieses Jahres, dass die Beschwerdeführerin mit den 
Verhältnissen in der Schweiz noch nicht sehr vertraut ist. Aus den im 
Polizeirapport vom 15. November 2010 zusammengefassten Aussagen 
wird deutlich, dass nahestehende Personen von den verpönten 
Erziehungsmethoden der Beschwerdeführerin wussten und sie auch 
darauf aufmerksam gemacht hatten. Aufgrund der Reaktion gegenüber 
den Gemeindebehörden, denen die Beschwerdeführerin erklärte, die 
Erziehung der Kinder sei allein ihre Sache, ist jedoch davon auszugehen, 
dass sie die entsprechenden Hinweise aus ihrer engeren Umgebung 
nicht ernst genommen hat und sich nicht entsprechend an die hiesigen 
Gepflogenheiten angepasst hat. Immerhin ist ihr zugute zu halten, dass 
sie nach den Vorkommnissen im April/Mai 2010 offenbar eingesehen hat, 
dass Körperstrafen nicht toleriert werden. Zudem hat sie versichert, 
künftig von solchen Erziehungsmethoden abzusehen. In gleicher Weise 
äussert sich auch der zu den Akten gereichte ärztliche Bericht vom 26. 
Juni 2010. Was den Vorwurf der Verletzung der Fürsorgepflicht 
anbelangt, so haben alle Befragten übereinstimmend ausgesagt, die 
Beschwerdeführerin habe die Kinder nicht ohne Betreuung 
zurückgelassen, als sie für einige Wochen nach Brasilien gereist sei.

Insgesamt geht die Integration der Beschwerdeführerin nicht über das 
hinaus, was von jeder ausländischen Person mit vergleichbarer 
Aufenthaltsdauer verlangt werden kann und muss. Was die Beziehungen 
der Beschwerdeführerin zu Personen in ihrer Heimat anbelangt, so ergibt 
sich aus den Akten kein eindeutiges Bild: Einerseits wird mehrfach 
betont, dass sie alle Kontakte abgebrochen habe, sowohl zu ihren 
Familienangehörigen als auch zu ihren Freunden. Andererseits reiste sie, 
als sie durch die Situation in der Schweiz überfordert war, nach Brasilien 
zu ihren Eltern. Vor diesem Hintergrund ist die Behauptung, sie habe alle 
Kontakte in Brasilien abgebrochen und könne an kein soziales Netz 

C-8128/2008

Seite 14

anknüpfen, unglaubwürdig. Selbst wenn sich die Beziehungen durch die 
Distanz und über die Jahre etwas gelockert haben, kann auch nach 
sechsjähriger Abwesenheit noch an sie angeknüpft werden. In Anbetracht 
der Tatsache, dass sie Brasilien erst im Alter von 26 Jahren verlassen hat 
und daher nicht nur mit den dortigen Verhältnissen vertraut sein, sondern 
auch an frühere soziale und familiäre Kontakte anknüpfen können dürfte, 
deutet nichts darauf hin, dass einer Wiedereingliederung unüberwindbare 
Hindernisse entgegenstehen könnten

7. 
7.1. Vorliegend muss jedoch berücksichtigt werden, dass neben der 
Beschwerdeführerin deren Kinder nach Brasilien zurückkehren müssten. 
Die Beschwerdeführenden machen denn auch in erster Linie geltend, 
eine Rückkehr gefährde das Kindeswohl.

7.1.1. Der Situation der unmündigen Kinder ist besondere 
Aufmerksamkeit zu widmen. Denn nach Art. 3 Abs. 1 des 
Übereinkommens vom 20. November 1989 über die Rechte des Kindes 
(Kinderrechtekonvention, KRK, SR 0.107) ist das Kindeswohl bei allen 
Massnahmen, die Minderjährige betreffen, ein Aspekt von vorrangiger 
Bedeutung (vgl. dazu BGE 135 I 153 E. 2.2.2, BGE 135 I 143 E. 2.3, je 
mit Hinweisen; Urteil des BVGer C-2524/2007 vom 13. August 2010 E. 
7).   Unter dem Aspekt des Kindeswohls sind demnach sämtliche 
Umstände einzubeziehen und zu würdigen, die wesentlich erscheinen. In 
Bezug auf das Kindeswohl können für ein Kind namentlich folgende 
Kriterien im Rahmen einer gesamtheitlichen Beurteilung von Bedeutung 
sein: Alter, Reife, Abhängigkeiten, Art (Nähe, Intensität, Tragfähigkeit) 
seiner Beziehungen, Eigenschaften seiner Bezugspersonen (insb. 
Unterstützungsbereitschaft und -fähigkeit), Stand und Prognose bezüglich 
Entwicklung/Ausbildung sowie der Grad der erfolgten Integration bei 
einem langjährigen Aufenthalt in der Schweiz. Gerade die Dauer des 
Aufenthalts in der Schweiz ist im Hinblick auf die Prüfung der Chancen 
und Hindernisse einer Reintegration im Heimatland bei einem Kind als 
gewichtiger Faktor zu werten, da Kinder nicht ohne guten Grund aus 
einem einmal vertrauten Umfeld herausgerissen werden sollten. Dabei ist 
aus entwicklungspsychologischer Sicht nicht nur das unmittelbare 
persönliche Umfeld des Kindes (d.h. dessen Kernfamilie) zu 
berücksichtigen, sondern auch dessen übrige soziale Einbettung.

7.1.2. Die Kinderrechtekonvention sieht zudem in Artikel 12 vor, dass das 
Kind das Recht hat, seine Meinung insbesondere in Gerichts- und 

C-8128/2008

Seite 15

Verwaltungsverfahren unmittelbar oder durch einen Vertreter in 
Übereinstimmung mit den geltenden innerstaatlichen 
Verfahrensvorschriften frei zu äussern. Diese Äusserungen sind 
angemessen und der Reife und dem Alter des Kindes entsprechend zu 
berücksichtigen.

7.2. Mit Blick auf diese Bestimmungen liess das 
Bundesverwaltungsgericht die Kinder durch den Schulpsychologischen 
Dienst des Kantons Uri, Fachstelle Kinderschutz, anhören, wobei das 
Kindeswohl im Zentrum stand.

Die Gutachterin kommt zum Schluss, dass die beiden Kinder der 
Beschwerdeführerin hier in der Schweiz über das stabile familiäre 
Netzwerk verfügten, das sie benötigten, um die notwendigen 
Entwicklungsschritte zu tun und eine angepasste Sozialisation zu 
erfahren. Beide seien sehr gut angepasst, C._______ sei assimiliert. Im 
Falle einer Rückkehr nach Brasilien würde es ihnen, im Gegensatz zu 
ihrer Situation in der Schweiz, an konstanten Bezugspersonen fehlen. 
Der Tod des Stiefvaters sei für beide Kinder, vor allem aber für 
C._______, ein einschneidendes Erlebnis gewesen. Eine Trennung von 
den jetzigen Bezugspersonen würde eine traumatisierende Wiederholung 
bedeuten, was mit einem enormen Risiko für ihre zukünftige Bereitschaft 
und Fähigkeit, emotionale Bindungen einzugehen, und damit für ihre 
gesunde psychische Entwicklung und schliesslich für eine erfolgreiche 
Sozialisierung behaftet wäre. Die gemeinsam erlebte Traumatisierung 
durch den Tod des Stiefvaters habe zu einer symbiotischen 
Familienstruktur geführt, die es behutsam umzubilden gelte, um die 
Kinder im Prozess ihrer Entwicklung in ihren individuellen 
Persönlichkeiten zu stärken. Eine jähe Vernichtung dieser symbiotischen 
Beziehung zu den Familienmitgliedern würde die Kinder in ihrer 
emotionalen Entwicklung nachhaltig schädigen. Beide Kinder hätten 
bereits vor ihrer Übersiedlung in die Schweiz mehrere Wechsel des 
Wohnortes und der Bezugspersonen erlebt und diese mit Hilfe grosser 
Anpassungsleistungen gut verarbeitet. Seit sie in die Schweiz gekommen 
seien, hätten sie erstmals eine konstante, umsorgende Familienstruktur, 
eine stabile Wohnsituation und ein altersentsprechendes ausserfamiliäres 
Freizeitangebot erlebt. Diese Stabilität des Umfeldes habe es den 
Kindern ermöglicht, psychische Ressourcen für die Trauerarbeit, die 
schulische Integration und die persönliche Entwicklung verwenden zu 
können.

C-8128/2008

Seite 16

Beide Kinder verfügten über ein unterdurchschnittliches intellektuelles 
Leistungsvermögen. Neben einem unterstützenden Familiensystem, in 
dem sie emotional eingebunden sind, seien sie für die erforderlichen 
Anpassungsleistungen vermehrt auf externe Hilfe angewiesen. Dem 
werde mit entsprechenden schulischen Massnahmen Rechnung 
getragen. Diese würden ihnen helfen, sich auf den Übertritt ins 
Berufsleben vorzubereiten. Insbesondere bei B._______ sei bezüglich 
der Gewährleistung angemessener beruflicher Aussichten eine sensible 
Phase erreicht.

Die Kinder wiesen ein positives Gemüt, eine enorme 
Anpassungsbereitschaft und eine unbefangene und interessierte 
Kontaktfähigkeit auf – Faktoren, die ihnen sicherlich helfen würden, sich 
in ihrem Herkunftsland anfänglich zurecht zu finden, 
Anschlussmöglichkeiten aufzuspüren und zu überleben. Prognostisch 
zuverlässig könne festgehalten werden, dass eine Rückführung nach 
Brasilien eine erfolgreich angefangene Schulung und Sozialisation und 
ein gut funktionierendes familiäres Netzwerk unterbrechen und die Kinder 
einer Belastung aussetzen würde, für die sie wenig persönliche 
Ressourcen mitbrächten. Im Falle einer Rückkehr sei bei beiden Kindern 
eine massive Belastung für ihre intellektuelle, soziale und emotionale 
Entwicklung zu erwarten, was eine Gefährdung des Kindeswohls 
bedeute.

7.3. Die im Gutachten eindrücklich beschriebene und als symbiotisch 
bezeichnete Beziehung zwischen den Beschwerdeführenden und der 
Familie des verstorbenen Ehemannes der Beschwerdeführerin wurde 
durch die Vorfälle im Frühling 2010 und deren Aufarbeitung erschüttert 
und stellte alle Beteiligten vor eine neue Situation. Es stellt sich die 
Frage, ob nicht eines der Hauptargumente des Gutachtens, nämlich dass 
diese Beziehung nur langsam aufgelöst werden dürfe, sollte den Kindern 
kein nachhaltiger Schaden erwachsen, damit in der vorliegenden 
Beurteilung an Gewicht verloren hat. Allerdings ist aufgrund der 
nachfolgenden Eingaben der Beschwerdeführenden davon auszugehen, 
dass nach wie vor eine enge Beziehung zwischen ihnen und der 
Schwiegermutter der Beschwerdeführerin besteht. So hat sich diese um 
die Kinder gekümmert, als die Beschwerdeführerin zur Erholung nach 
Brasilien gereist ist. Zudem besteht offenbar eine enge Beziehung der 
Familie zu der ebenfalls in der Schweiz lebenden Schwester der 
Beschwerdeführerin. Es kann somit davon ausgegangen werden, dass 

C-8128/2008

Seite 17

die familiäre Situation in der Schweiz nach wie vor stabil und für die 
Kinder von zentraler Bedeutung ist.

7.4. C._______ war drei Jahre alt, als er vor gut fünfeinhalb Jahren, am 
1. März 2005, in die Schweiz einreiste. Zur Zeit besucht er die zweite 
Primarklasse. B._______ war bei ihrer Ankunft in der Schweiz am 
19. September 2006 fast zwölf Jahre alt. Sie hält sich mittlerweile seit gut 
vier Jahren in der Schweiz auf und besucht derzeit die Werkklasse, wo 
sie sich mit der Berufswahl befasst. Gemäss Angaben des 
Rechtsvertreters strebt sie eine Ausbildung im Gesundheitsbereich an.

7.4.1. In schulischer Hinsicht haben die Kinder bisher offenbar im 
Rahmen ihrer Möglichkeiten ihr Bestes gegeben. Angesichts ihrer 
gemäss Gutachten unterdurchschnittlichen Fähigkeiten sind sie auf 
gezielte Förderung und Unterstützung angewiesen. Ob sie in Brasilien 
auch eine solche Unterstützung erhalten könnten und unter welchen 
Bedingungen, kann vorliegend offen bleiben, da Kinder, wie oben 
ausgeführt, nur mit gutem Grund aus der vertrauten Umgebung 
herausgerissen werden sollten. Die restriktive Ausländerpolitik allein ist 
hierfür nicht ausreichend. Es müssten noch andere Umstände vorliegen, 
wie zum Beispiel eine negative Integrationsprognose oder strafrechtliche 
Vorgänge. Solche sind jedoch vorliegend nicht ersichtlich. Vielmehr wird 
aus dem Gutachten klar, dass die Kinder sich in der Schweiz sehr gut 
eingelebt haben und ihnen hier ein altersgerechtes Umfeld und die 
Unterstützung geboten werden, die notwendig für eine positive 
Entwicklung sind. Das Gericht sieht, auch unter Berücksichtigung der 
Vorfälle im Frühjahr 2010, keinen Grund, von der Schlussfolgerung des 
Gutachtens abzuweichen.

7.4.2. Es ist daher davon auszugehen, dass der weitere Aufenthalt der 
Beschwerdeführenden in der Schweiz mit Blick auf das Kindeswohl 
erforderlich ist.

7.5. Angesichts dieser Ausführungen erübrigt es sich, auf die 
Argumentation der Beschwerdeführenden zu Art. 50 AuG und zum 
Freizügigkeitsabkommen einzugehen (vgl. in diesem Zusammenhang 
immerhin BGE 2C_411/2010 vom 9. November 2010 E. 3).

7.6. In Würdigung der dargelegten Umstände kommt das BVGer zum 
Schluss, dass zum gegenwärtigen Zeitpunkt das private Interesse der 
Beschwerdeführenden an einem weiteren Verbleib der Schweiz höher zu 

C-8128/2008

Seite 18

gewichten ist als das entgegenstehende öffentliche Interesse an einer 
restriktiven Migrationspolitik. Die Verweigerung der Zustimmung zur 
Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung erweist sich damit als 
unverhältnismässig (Art. 49 Bst. a VwVG). Ob sich allenfalls aufgrund des 
weiteren Verlaufs des Verfahrens im Zusammenhang mit den 
strafrechtlichen Vorwürfen gegen die Beschwerdeführerin zu einem 
späteren Zeitpunkt eine andere Beurteilung aufdrängt, wird dannzumal 
von den zuständigen kantonalen Behörden zu beurteilen sein.

8. 
Aus diesen Darlegungen folgt, dass die angefochtene Verfügung in 
Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und die Zustimmung zur 
Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung zu erteilen ist.

9. 
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Verfahrenskosten zu 
erheben (Art. 63 Abs. 1 und Abs. 2 VwVG), und der von den 
Beschwerdeführenden geleistete Kostenvorschuss ist zurückzuerstatten. 
Gestützt auf Art. 64 Abs. 1 VwVG und Art. 7 ff. des Reglements vom 
21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem 
Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) haben die 
Beschwerdeführenden für ihr Obsiegen Anspruch auf die Ausrichtung 
einer Parteientschädigung zulasten der Vorinstanz. Dem Gericht liegt 
keine Kostennote vor, so dass die Parteientschädigung aufgrund der 
Akten (vgl. Art. 14 Abs. 2 VGKE) auf Fr. 1'800.- (inkl. Auslagen und 
MWST) festzusetzen ist.

(Dispositiv S. 19)

C-8128/2008

Seite 19

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird gutgeheissen.

2. 
Die angefochtene Verfügung vom 13. November 2008 wird aufgehoben, 
und der Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung durch den Kanton Uri 
wird die Zustimmung erteilt.

3. 
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

4. 
Der am 5. Februar 2009 einbezahlte Kostenvorschuss von Fr. 800.- wird 
den Beschwerdeführenden zurückerstattet.

5. 
Die Vorinstanz hat die Beschwerdeführenden für das Verfahren vor dem 
Bundesverwaltungsgericht mit Fr. 1'800.- (inkl. Auslagen und MWST) zu 
entschädigen.

6. 
Dieses Urteil geht an:

– die Beschwerdeführenden (Einschreiben; Beilage: Formular 
Zahladresse)

– die Vorinstanz (Akten Ref-Nr. […] zurück)
– Das Migrationsamt des Kantons Uri (Akten Ref-Nr. […] [drei Dossiers] 

zurück)

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Ruth Beutler Barbara Kradolfer

Versand: