# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 84f6636a-48b8-5d99-a85a-1736042dc5f7
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2017-08-15
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 15.08.2017 C-5451/2016
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-5451-2016_2017-08-15.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung III 

C-5451/2016 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 5 .  A u g u s t  2 0 1 7  

Besetzung 
 Richterin Viktoria Helfenstein (Vorsitz), 

Richter Daniel Stufetti, Richter Beat Weber,    

Gerichtsschreiber Tobias Grasdorf. 
 

 
 

Parteien 
 A._______,  

vertreten durch lic. iur. Christos Antoniadis, Rechtsanwalt,  

Beschwerdeführerin,  

 
 

 
gegen 

 
 

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,  

Avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 1211 Genf 2,    

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Invalidenversicherung, Begutachtung;  

Zwischenverfügung vom 5. August 2016. 

 

 

 

C-5451/2016 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführerin, A._______, geboren 1957, italienische Staatsan-

gehörige, wohnt seit Oktober 2002 in Australien. Seit dem 1. August 2001 

bezieht sie eine halbe Invalidenrente. 

B.  

B.a Am 2. Dezember 2013 verfügte die IVSTA die Aufhebung der Invali-

denrente der Beschwerdeführerin mit der Begründung, dass bei ihr weiter-

hin ein pathogenetisch-ätiologisch unklares syndromales Beschwerdebild 

ohne nachweisbare organische Grundlage bestehe und die Voraussetzun-

gen für einen Rentenaufhebung gemäss Schlussbestimmungen zur 

6. IV-Revision (erstes Massnahmenpaket) vom 18. März 2011 erfüllt seien. 

Die Beschwerdeführerin leide zwar immer noch an einer Fibromyalgie, sei 

aber zu 100 % in ihrer angestammten Tätigkeit arbeitsfähig, da insbeson-

dere keine psychiatrische Komorbidität vorliege (IV-Akt. 124). 

B.b Die gegen diese Verfügung erhobene Beschwerde hiess das Bundes-

verwaltungsgericht mit Urteil vom 4. Juni 2015 insofern gut, als es die Sa-

che an die IVSTA zurückwies, damit sie den Anspruch der Beschwerdefüh-

rerin auf rentenbegleitende Massnahmen zur Wiedereingliederung prüfe 

und darüber entscheide; im Übrigen wies das Gericht die Beschwerde ab 

(Verfahren C-271/2014). 

B.c Die gegen das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts erhobene Be-

schwerde hiess das Bundesgericht mit Urteil vom 4. April 2016 gut und hob 

das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts sowie die Verfügung der IVSTA 

auf. Das Gericht wies die Sache an die IVSTA zurück, damit sie eine inter-

disziplinäre Begutachtung veranlasse und hiernach über den Rentenan-

spruch und gegebenenfalls über den Anspruch auf rentenbegleitende 

Massnahmen zur Wiedereingliederung neu verfüge (Verfahren 

9C_558/2015). 

C.  

C.a Am 1. Juni 2016 teilte die IVSTA der Beschwerdeführerin mit, es sei 

eine medizinische Abklärung in der Schweiz notwendig (innere Medizin, 

Rheumatologie, Psychiatrie). Sollte die Beschwerdeführerin aus medizini-

schen Gründen verhindert sein, müsse dies durch ein ärztliches Zeugnis 

bestätigt werden. Ohne schriftlichen Gegenbericht innert Frist werde die 

IVSTA eine polydisziplinäre Gutachterstelle mit der Durchführung beauftra-

gen (IV-Akt. 162). Am 3. Juni 2016 beauftragte die IVSTA das Medizinische 

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Seite 3 

Zentrum Römerhof mit einer interdisziplinären medizinischen Abklärung 

(IV-Akt. 170).  

C.b Am 9. Juni 2016 beantragte die Beschwerdeführerin, es sei von einer 

Untersuchung in der Schweiz abzusehen, diese sei in Australien durchzu-

führen. Sie reichte drei Arztberichte ein (Dr. B._______, 7. Juni 2016; 

Dr. C._______, 27. Mai 2016; Dr. D._______, 8. Juni 2016) und führte 

dazu aus, die Ärzte seien der Auffassung, dass ihr der lange Flug von Aust-

ralien in die Schweiz aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich sei 

(IV-Akt. 189).  

C.c Mit Zwischenverfügung vom 5. August 2016 hielt die IVSTA an der in-

terdisziplinären Begutachtung in der Schweiz fest (IV-Akt. 208). Sie führte 

dazu gestützt auf die Einschätzung ihrer Ärzte (IV-Akt. 192) aus, die einge-

brachten heimatärztlichen Berichte vermöchten keinen objektiven Beweis 

der Reiseunfähigkeit zu erbringen. Deshalb werde weiterhin an der Not-

wendigkeit einer Begutachtung in der Schweiz festgehalten. Aus medizini-

scher Sicht erscheine dies auch im Lichte der gewährten Reiseannehm-

lichkeiten weiterhin als zumutbar.  

D.  

Am 8. September 2016 liess die Beschwerdeführerin Beschwerde gegen 

die Zwischenverfügung der IVSTA vom 5. August 2016 erheben und bean-

tragen, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei von einer 

Begutachtung in der Schweiz abzusehen; die Begutachtung sei in Austra-

lien durchzuführen. In prozessualer Hinsicht ersuchte sie um Gewährung 

der unentgeltlichen Prozessführung und um Bestellung ihres Rechtsvertre-

ters als unentgeltlicher Anwalt.  

Zur Begründung führte sie aus, ihr sei aus medizinischen Gründen eine 

Reise in die Schweiz nicht zumutbar. Es sei nicht bestritten, dass sie an 

einem Weichteilrheuma respektive einer Fibromyalgie leide. Im Jahr 2008 

sei eine Depression hinzugekommen. In der Zwischenzeit habe sich der 

Gesundheitszustand nochmals verschlechtert. Der Bericht von 

Dr. B_______ vom 5. August 2016 bestätige dies. Im Bericht der Psycho-

login E._______ vom 1. Dezember 2015 finde sich sogar der Hinweis auf 

eine beginnende Agoraphobie. Zudem sei sie bereits 59 Jahre alt. Alleine 

der Flug in die Schweiz dauere mindestens 20 Stunden. Auch australische 

Ärzte seien in der Lage, eine qualitativ hochstehende Begutachtung durch-

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zuführen und dabei die vom schweizerischen Recht geforderten Rahmen-

bedingungen einzuhalten, wenn sie vor der Begutachtung hierüber in 

Kenntnis gesetzt beziehungsweise entsprechend instruiert würden. 

E.  

Mit Zwischenverfügung vom 28. Oktober 2016 hiess das Bundesverwal-

tungsgericht die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Rechts-

pflege und unentgeltlichen Rechtsverbeiständung gut und bestellte der Be-

schwerdeführerin Rechtsanwalt lic. iur. Christos Antoniadis als unentgeltli-

chen Anwalt.  

F.  

Mit Vernehmlassung vom 28. Dezember 2016 beantragte die IVSTA die 

Abweisung der Beschwerde. Sie führte aus, die beurteilenden IV-Ärzte 

seien in ihrer Sitzung vom 24. November 2016 zum Schluss gelangt, dass 

sich eine polydisziplinäre Begutachtung in der Schweiz weiterhin auf-

dränge und die Beschwerdeführerin unter Beachtung gewisser Reisevor-

kehrungen und -annehmlichkeiten weiterhin in der Lage sei, die lange 

Reise anzutreten. Dem Protokoll der IV-Ärzte vom 24. November 2016 ist 

zu entnehmen, dass die Reise in der Businessklasse, mit Zugang zu einem 

bequemen Wartesaal zwischen den Flügen, mit einem Stützgurt, aber 

ohne Korsett zumutbar sei. 

G.  

In ihrer Replik vom 21. März 2017 reichte die Beschwerdeführerin sechs 

Arztberichte ein (Dr. F._______ vom 1. Dezember 2016 und vom 15. Okto-

ber 2015; Dr. B._______ vom 20. März 2017 [Laborbericht], vom 20. März 

2017 [Arztzeugnis] und vom 1. März 2017; Dr. E._______ vom 20. Dezem-

ber 2016) und einen Bericht der Psychologin E._______ vom 21. März 

2017. Sie führt aus, aus den Berichten gehe hervor, dass sich ihr Gesund-

heitszustand ab 2014 verschlechtert habe, was sich insbesondere anhand 

der Medikation zeige. Es lägen damit diverse aktuelle medizinische Doku-

mente vor, die klarstellten, dass es ihr mit 59 Jahren nicht möglich und nicht 

zumutbar sei, eine solch lange und beschwerliche Reise auf sich zu neh-

men. Die IV-Ärzte könnten aus der Ferne nicht beurteilen, ob sie reisefähig 

sei. Sollte das Gericht immer noch Zweifel an der Unzumutbarkeit der 

Reise haben, seien den behandelnden Ärzten entsprechende, konkrete 

Fragen zu stellen. 

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Seite 5 

H.  

In ihrer Duplik vom 9. Mai 2017 verwies die IVSTA auf eine neue Einschät-

zung ihrer Ärzte vom 27. April 2017. Dem Bericht ist die Schlussfolgerung 

zu entnehmen, die Beschwerdeführerin sei auch angesichts der neu ein-

gereichten Berichte reisefähig.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG in Verbindung mit Art. 33 Bst. d VGG und Art. 69 

Abs. 1 Bst. b IVG (SR 831.20) sowie Art. 5 VwVG beurteilt das Bundesver-

waltungsgericht Beschwerden von Personen im Ausland gegen Verfügun-

gen der IVSTA. Eine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. 

1.2 Nach Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem Bundesverwal-

tungsgericht nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt. 

Indes findet das VwVG aufgrund von Art. 3 Bst. dbis VwVG keine Anwen-

dung in Sozialversicherungssachen, soweit das ATSG (SR 830.1) anwend-

bar ist. 

1.3 Gemäss Art. 46 Abs. 1 Bst. a VwVG ist die Beschwerde gegen selb-

ständig eröffnete Zwischenverfügungen zulässig, wenn sie einen nicht wie-

der gutzumachenden Nachteil bewirken können. Gemäss bundesgerichtli-

cher Rechtsprechung besteht bei der Anordnung, eine Expertise einzuho-

len, für das erstinstanzliche Beschwerdeverfahren ein nicht wiedergutzu-

machender Nachteil (BGE 137 V 210 E. 3.4.2.7 m.w.H.). Die Beschwerde 

gegen die Zwischenverfügung vom 5. August 2016 ist daher zulässig.  

1.4 Die Beschwerdeführerin hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenom-

men, sie ist durch die angefochtene Zwischenverfügung berührt und hat 

ein schutzwürdiges Interesse an deren Anfechtung (Art. 59 ATSG; entspre-

chend: Art. 48 Abs. 1 VwVG. Sie ist zur Beschwerde legitimiert.  

1.5 Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Beschwerdeführerin kann im Rahmen des Beschwerdeverfahrens die 

Verletzung von Bundesrecht unter Einschluss des Missbrauchs oder der 

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Seite 6 

Überschreitung des Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Fest-

stellung des rechtserheblichen Sachverhalts sowie die Unangemessenheit 

rügen (Art. 49 VwVG). 

3.  

Streitig und zu prüfen ist, ob die Vorinstanz zu Recht eine interdisziplinäre 

Begutachtung der Beschwerdeführerin in der Schweiz angeordnet hat, ins-

besondere, ob die Durchführung der Begutachtung in der Schweiz für die 

Beschwerdeführerin – angesichts der langen Flugreise – zumutbar ist. 

4.  

Das ATSG sieht vor, dass sich die versicherte Person ärztlichen oder fach-

lichen Untersuchungen, die für die Beurteilung notwendig und zumutbar 

sind, zu unterziehen hat, soweit diese notwendig und zumutbar sind (Art. 

43 Abs. 2 ATSG). Kommen die versicherte Person oder andere Personen, 

die Leistungen beanspruchen, den Auskunfts- oder Mitwirkungspflichten in 

unentschuldbarer Weise nicht nach, so kann der Versicherungsträger auf 

Grund der Akten verfügen oder die Erhebungen einstellen und Nichteintre-

ten beschliessen. Er muss diese Personen vorher schriftlich mahnen und 

auf die Rechtsfolgen hinweisen; ihnen ist eine angemessene Bedenkzeit 

einzuräumen (Art. 43 Abs. 3 ATSG). 

5.  

5.1 Die Beurteilung der Erwerbsfähigkeit und des Invaliditätsgrades einer 

versicherten Person ist zwar eine juristische und erfolgt entsprechend 

durch die Verwaltung und im Beschwerdefall durch das Gericht. Um den 

Invaliditätsgrad bemessen zu können, sind jedoch die Verwaltung und ge-

gebenenfalls das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und ge-

gebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Auf-

gabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beur-

teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 

welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren 

sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung 

der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zuge-

mutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4; 125 V 256 E. 4). 

5.2 Im vorliegenden Fall hat das Bundesgericht in seinem Urteil vom 4. Ap-

ril 2016 ausdrücklich eine interdisziplinäre Begutachtung der Beschwerde-

führerin durch die Vorinstanz angeordnet. An dieser Notwendigkeit hat sich 

seither nichts geändert, die Beschwerdeführerin macht solches auch nicht 

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geltend. Die Notwendigkeit einer interdisziplinären Begutachtung ist damit 

erstellt. 

5.3 Im vorliegenden Fall ist davon auszugehen, dass entgegen den Vor-

bringen der Beschwerdeführerin eine Begutachtung in der Schweiz not-

wendig ist. In Australien könnten zwar ausgewiesene Fachärzte eine me-

dizinische Stellungnahme abgeben, im vorliegenden Fall ist jedoch eine 

interdisziplinäre und fachübergreifende Beurteilung des Gesundheitszu-

standes und der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin notwendig, die in 

Australien nicht ohne Weiteres in dieser Form durchgeführt werden kann. 

Zudem erscheint es insbesondere geboten, die Beschwerdeführerin durch 

Gutachter untersuchen zu lassen, die mit den Besonderheiten der schwei-

zerischen Rechtsprechung zu pathogenetisch-ätiologisch unklaren syndro-

malen Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grundlage (vgl. 

BGE 141 V 281) vertraut sind. Es ist offensichtlich, dass dieses Wissen 

und diese Erfahrung von australischen Ärzte nicht zu erwarten ist, und 

auch eine entsprechende Instruktion von australischen Ärzten insbeson-

dere deren fehlende Erfahrung in diesem Bereich nicht aufheben könnte 

(vgl. Urteil des BVGer C-2152/2013 vom 5. Dezember 2013 S. 9 f.). 

5.4 Die Notwendigkeit einer polydisziplinären Begutachtung in der Schweiz 

ist damit zu bejahen. 

6.  

6.1 Zu beurteilen ist im Weiteren die Zumutbarkeit einer interdisziplinären 

Begutachtung in der Schweiz für die Beschwerdeführerin. Diese machte im 

vorinstanzlichen Verfahren geltend, die Flugreise von Australien in die 

Schweiz sei ihr aus medizinischen Gründen nicht zumutbar. Sie reichte 

zum Beleg die folgenden ärztlichen Berichte ein: 

– Dr. C._______, 27. Mai 2016 (IV-Akt. 197): MRI der Lendenwirbel-

säule: Keine Spinalkanalstenose und keine Kompression der Nerven-

wurzeln. 

– Dr. B._______, Bericht vom 7. Juni 2016 (IV-Akt. 195): Die Beschwer-

deführerin sei nicht in der Lage, für längere Zeit zu sitzen, weshalb sie 

aus medizinischen Gründen unfähig sei, in die Schweiz zu reisen. Sie 

leide insbesondere unter einer Fibromyalgie und habe starke Schmer-

zen in der Lendenwirbelsäule und der linken Hüfte. 

– Dr. D._______, Rheumatologe, Bericht vom 8. Juni 2016 (IV-Akt. 196): 

Aufgrund einer Anterolisthesis L3/L4 würde er einen Langstreckenflug 

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in die Schweiz nicht empfehlen, da dies das Problem potentiell verstär-

ken könnte. 

6.2 Die Vorinstanz stützte sich in der angefochtenen Verfügung auf die Ein-

schätzung ihrer Ärzte vom 15. Juni 2016 (IV-Akt. 192). Darin führen diese 

aus, die Reise in die Schweiz sei der Beschwerdeführerin unter Beachtung 

gewisser Reisevorkehrungen und -annehmlichkeiten (Reise in der Busi-

nessklasse, Zugang zu einem bequemen Wartesaal zwischen den Flügen, 

Stützgurt) zumutbar.  

Eine Flugreise sei trotz der Lendenwirbelproblematik zulässig, da keine 

neurologischen Einschränkungen beschrieben und die bildgebenden Un-

tersuchungen keine Kompressionen der Nervenwurzel zeigen würden. Un-

ter Berücksichtigung der Schmerzen, aufgrund derer die Beschwerdefüh-

rerin nicht lange sitzen könne, und der  Lendenwirbelproblematik müsse 

die Reise unter bequemen Umständen stattfinden: Die Beschwerdeführe-

rin müsse einfach aufstehen und die Position ändern können und sich unter 

geeigneten Bedingungen, wenn auch nicht unbedingt liegend, zwischen 

den Flügen ausruhen können.  

Der Bericht des Psychiaters Dr. G._______ vom 26. Juni 2012 (IV-Akt. 92) 

erwähne keine Panikattacken und der Neuropsychiater Dr. F._______ er-

wähne in seinem Bericht vom 29. Mai 2014 (IV-Akt. 134) eine Panikstörung 

erst an fünfter Position und ohne Beschreibung der Symptome. Auch im 

Bericht der Generalistin Dr. B._______ vom 7. Juni 2016  seien die Angst-

störung und die Panikattacken ohne Beschreibung oder Kommentar auf-

geführt. Es sei unter diesen Umständen nicht davon auszugehen, dass 

diese Diagnosen die Fähigkeit der Beschwerdeführerin, unter bequemen 

Bedingungen in die Schweiz zu reisen, einschränken würden.  

6.3 Die Beschwerdeführerin entgegnete, sie leide an einer Depression, zu-

dem habe die Psychologin E._______ Hinweise auf eine beginnende Ago-

raphobie festgestellt. Die Beschwerdeführerin stützt sich auf die folgenden 

auf Beschwerdeebene eingereichten Arztberichte: 

– Dr. F._______, Neuropsychologe, Bericht vom 1. Dezember 2016: 

Dr. F._______ äussert sich in diesem Bericht nicht zur Reisefähigkeit 

der Beschwerdeführerin. Er diagnostiziert eine schwere Depression, 

eine schwere generalisierte Angststörung, eine mittelschwere Zwangs-

störung, eine mittelschwere Panikstörung, eine mittelschwere posttrau-

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matische Belastungsstörung und ein schweres Aufmerksamkeitsdefi-

zitsyndrom. Er macht keine Ausführungen zu Symptomatik und zu kli-

nischen Befunden. In einem zweiten Bericht vom 15. Oktober 2015 

führt er aus, der Beschwerdeführerin gehe es bezüglich Aufmerksam-

keitsdefizitsyndrom mit der verschriebenen Medikation sehr gut. 

– Dr. B._______, Bericht vom 20. März 2017: Darin äussert sie sich nicht 

zur Reisefähigkeit der Beschwerdeführerin. Sie führt aus, die Be-

schwerdeführerin leide unter einer Fibromyalgie, habe chronische 

Hals- und Rückenschmerzen, eingeschränkte Mobilität und einge-

schränkte Verwendbarkeit der Arme. Sie leide deshalb unter einer chro-

nischen Depression. Im „Medical Certificate“ vom 1. März 2017 diag-

nostiziert sie eine Fibromyalgie, eine Angststörung, eine Depression, 

ein Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom und Osteoarthritis. 

– E._______, Psychologin, Bericht vom 21. März 2017: Darin äussert 

sich die Psychologin nicht zur Reisefähigkeit der Beschwerdeführerin. 

Sie führt aus, bei der Beschwerdeführerin seien eine schwere genera-

lisierte Angststörung, eine Depression, Symptome eines Traumas und 

einer posttraumatischen Belastungsstörung diagnostiziert. Zudem 

zeige sie Symptome einer Agoraphobie und leide unter schweren Pa-

nikattacken. Ein Bericht vom 1. Dezembern 2015, der von der Be-

schwerdeführerin erst auf Beschwerdeebene eingereicht wurde, ent-

hält die gleichen Angaben.  

 

– Dr. D._______, Rheumatologe, Bericht vom 20. Dezember 2016: Er 

äussert sich nicht zur Reisefähigkeit der Beschwerdeführerin und führt 

aus, die Beschwerdeführerin leide unter einer Fibromyalgie. 

6.4 Die von der Vorinstanz konsultierten IV-Ärzte hielten auch in ihren Stel-

lungnahmen vom 24. November 2016 (IV-Akt. 213) und vom 27. April 2017 

angesichts der auf Beschwerdeebene von der Beschwerdeführerin neu 

eingereichten Unterlagen an ihren Einschätzungen vom 16. Juni 2016 be-

züglich Zumutbarkeit der Reise in die Schweiz fest.  

6.5 Die Einschätzungen der IV-Ärzte bezüglich der Zumutbarkeit einer 

Reise von Australien in die Schweiz für die Beschwerdeführerin erscheinen 

insgesamt einleuchtend und nachvollziehbar. Es erscheint nachvollziehbar, 

dass die Schmerzen der Beschwerdeführerin insbesondere in Rücken und 

Hüften durch eine Reise in der Businessklasse und mit Zugang zu einem 

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Seite 10 

bequemen Wartesaal zwischen den Flügen auf ein zumutbares Mass be-

schränkt werden können: Unter diesen Umständen kann die Beschwerde-

führerin während des Fluges regelmässig aufstehen und ihre Position ver-

ändern sowie sich zwischen den Flügen erholen. Mit diesen Massnahmen 

ist den Ausführungen von Dr. B._______ (Bericht vom 7. Juni 2016) und 

Dr. E._______ (Bericht vom 8. Juni 2016) angemessen Rechnung getra-

gen. Zudem vermag der vage Hinweise von Dr. E._______, ein Langstre-

ckenflug sei „nicht zu empfehlen“, da er das Problem „potentiell verstärken“ 

könnte, die Unzumutbarkeit eines Langstreckenflugs nicht zu belegen. Die 

psychischen Probleme der Beschwerdeführerin erscheinen zudem – wie 

von den IV-Ärzten zu Recht ausgeführt – nicht ein Ausmass angenommen 

zu haben, das eine Flugreise in die Schweiz verunmöglichen würde. Die 

Panikstörung respektive die Panikattacken und die „Symptome einer Ago-

raphobie“ werden in keinem der eingereichten Berichte symptomatisch be-

schrieben, und keiner der Berichte bezeichnet eine Flugreise in die 

Schweiz aufgrund dieser Symptome als unzumutbar. Das allgemein gehal-

tene Vorbringen der Beschwerdeführerin, ihre gesundheitliche Situation 

habe sich seit 2014 verschlechtert, was insbesondere ihre Medikation 

zeige, vermag an dieser Einschätzung der Zumutbarkeit einer Reise in die 

Schweiz nichts zu ändern, zumal die von der Beschwerdeführerin einge-

reichten Berichte aktuell sind und damit davon ausgegangen werden kann, 

dass sie allfällige Verschlechterungen sei 2014 berücksichtigen. Mit (unter-

dessen) 60 Jahren ist die Beschwerdeführerin zudem nicht in einem Alter, 

in dem ein Langstreckenflug ohne Weiteres unzumutbar erscheint. Die 

Reise in die Schweiz ist damit für die Beschwerdeführerin zumutbar. 

6.6 Der Antrag der Beschwerdeführerin, den sie behandelnden Ärzten kon-

krete Fragen betreffend die Unzumutbarkeit der Reise zu stellen, ist abzu-

weisen. Der Sachverhalt ist richtig und vollständig erstellt, unter anderem 

beruhend auf aktuellen Arztberichten der behandelnden Ärzte, weshalb in 

antizipatorischer Beweiswürdigung davon ausgegangen werden kann, 

dass die Antworten auf solche Fragen keinen Einfluss auf den Ausgang 

des Verfahrens hätten. 

7.  

Zusammenfassend erweist sich die Reise von Australien in die Schweiz 

und damit die Durchführung einer interdisziplinären Begutachtung in der 

Schweiz nach dem Gesagten als notwendig und für die Beschwerdeführe-

rin zumutbar. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

C-5451/2016 

Seite 11 

8.  

8.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 

kantonalen Versicherungsgericht (und damit analog auch vor dem Bundes-

verwaltungsgericht) in Streitigkeiten um die Bewilligung oder Verweigerung 

von IV-Leistungen kostenpflichtig. Da die Frage, ob eine interdisziplinäre 

Begutachtung in der Schweiz durchgeführt wird, Bestandteil des Verfah-

rens zur Beurteilung des Leistungsanspruchs der Beschwerdeführerin bil-

det, ist das Beschwerdeverfahren kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten 

wären bei diesem Verfahrensausgang grundsätzlich der Beschwerdefüh-

rerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Da ihr jedoch unentgeltliche Pro-

zessführung gewährt worden ist, ist auf die Erhebung von Verfahrenskos-

ten zu verzichten. 

8.2 Zu Lasten des Gerichts ist eine Entschädigung zuzusprechen, da das 

Begehren um unentgeltliche Rechtsverbeiständung gutgeheissen wurde. 

Dieses Honorar ist unabhängig vom Verfahrensausgang geschuldet und 

vom Bundesverwaltungsgericht zu entrichten. Der Rechtsvertreter reichte 

keine Kostennote ein. Der notwendige Vertretungsaufwand lässt sich indes 

aufgrund der Aktenlage zuverlässig abschätzen, weshalb praxisgemäss 

auf die Einholung einer Kostennote verzichtet wird (Art. 14 Abs. 2 VGKE). 

In Anwendung der genannten Bestimmungen und unter Berücksichtigung 

der massgeblichen Bemessungsfaktoren (Art. 8 ff. VGKE) ist das vom Bun-

desverwaltungsgericht auszurichtende Honorar der amtlichen Vertretung 

von Amtes wegen auf pauschal Fr. 700.– (ausgehend von einem Ansatz 

von Fr. 200.– pro Stunde, inklusive Auslagen) festzusetzen. Gelangt die 

Beschwerdeführerin später zu hinreichenden Mitteln, so ist sie verpflichtet, 

dem Bundesverwaltungsgericht Honorar und Kosten des Rechtsanwalts zu 

vergüten (Art. 65 Abs. 4 VwVG). 

 

(Dispositiv nächste Seite)  

C-5451/2016 

Seite 12 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Für das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht wird Rechtsanwalt 

Christos Antoniadis eine Parteientschädigung von Fr. 700.– aus der Ge-

richtskasse zugesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an: 

– die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Einschreiben) 

– das Bundesamt für Sozialversicherungen (Einschreiben) 

 

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Viktoria Helfenstein Tobias Grasdorf 

 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 

BGG). Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 

der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Ent-

scheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Hän-

den hat, beizulegen (Art. 42 BGG). 

 

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