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**Case Identifier:** a00c5b5a-0b2d-5338-9f12-eda7568e064f
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-09-17
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsrekurskommission 17.09.2015 I/1-2015/37
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VWEK_001_I-1-2015-37_2015-09-17.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: I/1-2015/37

Stelle: Verwaltungsrekurskommission

Rubrik: Abgaben und öffentliche Dienstpflichten

Publikationsdatum: 17.09.2015

Entscheiddatum: 17.09.2015

Entscheid Verwaltungsrekurskommission, 17.09.2015
Art. 71 und 72 StG (sGS 811.1), Art. 20 f. StHG (SR 642.14). Präzipuum. Eine 
Handelsunternehmung hat ihren Sitz im Kanton Schwyz und eine 
Zweigniederlassung bzw. Betriebsstätte im Kanton St. Gallen. Der von der 
Veranlagungsbehörde festgesetzte Vorausanteil von nur 5 Prozent ist 
angemessen, da die Betriebsstätte im Kanton St. Gallen in hohem Masse 
selbständig ist und dort auch zahlreiche wesentliche Leitungsfunktionen 
ausgeübt werden (Urteil der Verwaltungsrekurskommission, Abteilung I/1, 
17. September 2015, I/1-2015/37).

Präsident Thomas Vögeli, Richter Fritz Buchschacher und Markus Frei, 

Gerichtsschreiber Philipp Lenz

S AG, Rekurrentin,

vertreten durch lic.iur. Daniel 

Bachmann,                                                                                                                          

          

gegen

Kantonales Steueramt, Davidstrasse 41, 9001 St. Gallen, Vorinstanz,

betreffend

Kantonssteuer aufgrund der Rechnungsabschlüsse per 31. Dezember 2012 und 31. 

Dezember 2013

Sachverhalt:

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A.- Die S AG hat ihren statutarischen Sitz am privaten Wohnsitz des Präsidenten des 

Verwaltungsrats H. Nachdem dieser im Jahre 2012 von T/AR nach T/SZ umgezogen 

war, wurde auch der Sitz der S AG dorthin verlegt und am 14. November 2012 ins 

Handelsregister des Kantons Schwyz eingetragen. In G befindet sich eine 

Zweigniederlassung der S AG. Der Gesellschaftszweck ist im Handelsregister wie folgt 

umschrieben: "Erbringen von Dienstleistungen im Bereich der Unternehmensberatung 

sowie Handel, Import und Export von Textilprodukten, (...). Die Gesellschaft kann 

Grundstücke erwerben, verkaufen, belasten und verwalten."

B.- Mit Veranlagungsverfügungen vom 5. August 2014 wurde die S AG von der 

Steuerverwaltung des Kantons Schwyz für das Jahr 2012 mit einem steuerbaren 

Reingewinn von Fr. 1'163'600.– (satzbestimmend) veranlagt. Davon wurden Fr. 7'500.– 

dem Kanton Schwyz, Fr. 50'600.– dem Kanton Appenzell Ausserrhoden und Fr. 

 1'105'500.– dem Kanton St. Gallen zugeschieden, was einem Anteil von 5% für die 

Sitzkantone entsprach. Für das Jahr 2013 wurde der steuerbare Reingewinn im Kanton 

Schwyz, ebenfalls mit Verfügung vom 5. August 2014, mit Fr. 822'200.– 

(satzbestimmend) veranlagt. Davon wurden Fr. 780'900.– (95%) dem Kanton St. Gallen 

zugeschieden. Die gegen diese Veranlagungsverfügung erhobene Einsprache ist noch 

hängig. Der Kanton Appenzell Ausserrhoden veranlagte die S AG am 23. September 

2014 für die Staats- und Gemeindesteuern 2012 (1. Januar bis 13. November) mit 

einem steuerbaren Gewinn von Fr. 50'600.– (satzbestimmend Fr. 1'163'600.–). Es 

versah die Veranlagungsverfügung mit dem Vermerk: "gemäss Ausscheidung Kt. SZ". 

Sie erwuchs unangefochten in Rechtskraft.

C.- Die S AG wurde im Kanton St. Gallen am 15. Oktober 2014 für die Kantonssteuer 

aufgrund der Rechnungsabschlüsse per 31. Dezember 2012 und 31. Dezember 2013 

veranlagt. Aufgrund des Rechnungsabschlusses per 31. Dezember 2012 wurde für die 

Kantonssteuer ein steuerbarer Reingewinn von Fr. 1'105'400.– (satzbestimmend: 

Fr. 1'163'600.–) sowie ein steuerbares Eigenkapital von Fr. 950'000.– (satzbestimmend: 

Fr. 2'373'000.–) und aufgrund des Rechnungsabschlusses per 31. Dezember 2013 ein 

steuerbarer Reingewinn von Fr.  781'000.– (satzbestimmend: Fr. 822'200.–) sowie ein 

steuerbares Eigenkapital von Fr. 420'000.– (satzbestimmend: Fr. 1'196'000.–) 

festgelegt. Im Rahmen der interkantonalen Steuerausscheidungen wurden je 5% des 

steuerbaren Gewinns den Kantonen Appenzell Ausserrhoden (2012) bzw. Schwyz 

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(2012 und 2013) zugewiesen. Dagegen erhob die S AG erfolglos Einsprache. Ihrem 

Antrag, dem Sitzkanton Schwyz sei für die Jahre 2012 und 2013 je ein Gewinnanteil 

von 20% zu gewähren, wurde von der Vorinstanz mit Einspracheentscheid vom 

22. Januar 2015 nicht entsprochen.

D.- Mit Eingabe vom 19. Februar 2015 erhob die S AG bei der 

Verwaltungsrekurskommission Rekurs. Sie beantragte, unter Aufhebung des 

Einspracheentscheids vom 22. Januar 2015 seien in ihren Steuerveranlagungen der 

Jahre 2012 und 2013 jeweils ein Gewinnanteil von 20% für den Sitzkanton Schwyz zu 

gewähren (Ziff. 1), eventualiter seien die Veranlagungen der Jahre 2012 und 2013 

aufzuheben und zur Neubeurteilung an das kantonale Steueramt zurückzuweisen (Ziff. 

2), eine interkantonale Doppelbesteuerung sei im Sinne von Art. 127 Abs. 3 BV zu 

vermeiden (Ziff. 3), unter Kosten- und Entschädigungsfolge.

Die Vorinstanz liess sich am 26. März 2015 zum Rekurs vernehmen und beantragte 

dessen Abweisung zulasten der Rekurrentin. Auf die Ausführungen der Parteien zur 

Begründung ihrer Anträge wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:

1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die 

Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur 

Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 19. Februar 2015 wurde rechtzeitig 

eingereicht. Er erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen 

Anforderungen (Art. 194 Abs. 1 des St. Galler Steuergesetzes, sGS 811.1, abgekürzt: 

StG; Art. 41 lit. h Ziff. 1 und Art. 48 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, 

sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf den Rekurs ist einzutreten.

2.- Die Vorinstanz schied im Rahmen der interkantonalen Gewinnausscheidung 5% des 

steuerbaren Gewinns der Rekurrentin zugunsten der Sitzkantone Appenzell 

Ausserrhoden (bis 13. November 2012) und Schwyz (ab 14. November 2012) aus, 

beanspruchte folglich für den Kanton St. Gallen einen Anteil von 95%. Soweit aus den 

Akten ersichtlich, berücksichtigten die Steuerbehörden der beiden Sitzkantone diese 

Ausscheidung und veranlagten für die Jahre 2012 und 2013 je einen Gewinnanteil von 

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5%, wobei dieser Anteil im Jahre 2012 auf die Kantone Appenzell Ausserrhoden und 

Schwyz aufgeteilt wurde (act. 6/I-03, 6/I-04 und 6/I-08). Somit führten die streitigen 

Veranlagungen 2012 und 2013 zu keiner unzulässigen Doppelbesteuerung im Sinn von 

Art. 127 Abs. 3 BV (vgl. Richner/ Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 2. 

Aufl. 2009, N 17 ff. zu Art. 6 des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer, SR 

642.11, abgekürzt: DBG). Gegen die Veranlagungsverfügungen der Schwyzer 

Steuerbehörde wurden zwar ebenfalls Einsprachen erhoben, nach der unbestrittenen 

Feststellung der Vorinstanz wird darüber jedoch erst nach Abschluss der Veranlagung 

im Kanton St. Gallen entschieden (act. 5 S. 2, act. 6/I-07). Da keine Doppelbesteuerung 

vorliegt, ist Ziffer 3 des Rekurses abzuweisen.

3.- Die Rekurrentin macht geltend, die Abkehr von der jahrelang geübten Praxis, einen 

Vorausanteil von 20% zu anerkennen, verletze den Grundsatz von Treu und Glauben, 

da weder die Struktur des Unternehmens noch dessen Geschäftsleitung geändert 

worden seien. Dies trifft nicht zu. Der Umstand, dass die Vorinstanz bisher mit dem 

Abzug eines Vorausanteils von 20% für den Sitzkanton einverstanden war, hindert sie 

nicht, diesen Abzug in einer nachfolgenden Steuerperiode neu festzulegen. Bei 

periodischen Steuern kommt einer Veranlagungsverfügung nur für die betreffende 

Periode Rechtskraft zu,

und zwar auch insoweit, als sich der Entscheid auf die interkantonale 

Steuerausscheidung bezieht. Jeder Kanton ist daher frei, in einer späteren Periode 

tatsächliche oder

rechtliche Verhältnisse anders als früher zu würdigen (BGE 88 I 240 E. 2; Richner/Frei/

Kaufmann/Meuter, a.a.O., N 6 zu Art. 131 DBG). Im Übrigen macht die Rekurrentin 

nicht geltend, aufgrund der bisherigen Praxis seien Dispositionen getroffen worden, die 

sich nun nachteilig auswirkten und nicht mehr rückgängig gemacht werden könnten 

(vgl. Häfelin/Haller/Keller, Bundesstaatsrecht, 8. Aufl. 2012, N 823 ff.)

4.- Streitig ist, ob die Vorinstanz den Sitzkantonen Appenzell Ausserrhoden (bis 13. 

November 2012) und Schwyz (ab 14. November 2012) zu Recht einen Gewinnanteil von 

5% zuwies oder ob ein solcher von 20%, wie die Rekurrentin vorbrachte, angemessen 

gewesen wäre.

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a) Die Vorinstanz erwog, der jährliche Mietaufwand habe rund Fr. 100'000.– betragen. 

Davon seien Fr. 6'000.– dem statutarischen Sitz (Kostenanteil der privaten 

Räumlichkeiten) zuzurechnen. Die Rekurrentin präsentiere sich nach aussen nur mit 

ihrer Zweigniederlassung in G (Rechnungsadresse, Homepage). Zudem bezögen die 

Mitglieder der Geschäftsleitung, M und H, unterschiedlich hohe Gehälter. So werde M 

jährlich Fr. 130'000.– und H jährlich Fr. 36'000.– vergütet. Es sei deshalb davon 

auszugehen, dass sich der Ort der tatsächlichen Verwaltung in G befinde, wo die 

meisten Zentralleitungs- bzw. Administrationsfunktionen wahrgenommen würden 

(Service, Verkauf, Spezialverkauf, Buchführung, Logistik, Produktionsplanung, 

Marketing usw.). Der statutarische Sitz sei wahrscheinlich wegen der Steuerersparnis 

gewählt worden. Mit dem Präzipuum von 5% würden allfällige "Overheadarbeiten" 

grosszügig abgegolten. Für diese, von der Rekurrentin beschriebenen Aufgaben, lägen 

im Übrigen keine Beweise vor.

Die Rekurrentin bringt dagegen vor, der Anteil von lediglich 5% werde der 

Unternehmensstruktur und -führung nicht gerecht und berücksichtige die überaus 

wesentliche Bedeutung der Zentralleitung durch den Alleinaktionär und 

Verwaltungsratspräsidenten, an dessen Wohnort sich ihr Hauptsitz befinde, nicht. 

Damit würde den zentralen Unternehmensfunktionen – insbesondere strategische und 

wesentliche operative Entscheide, die nach wie vor ureigenste Pflichten des 

Alleineigentümers seien – zu wenig Rechnung getragen. Der Ort dieser zentralen 

Leitungsaufgabe liege am Hauptsitz in T. Es sei zu berücksichtigen, dass der 

Eigentümer alleine über die erforderlichen Kontakte zu den massgebenden 

Unternehmen in den skandinavischen Ländern verfüge und nur wegen seines Einsatzes 

und seiner Sprachkenntnisse interessante Geschäftsbeziehungen gepflegt und 

ausgebaut werden könnten. Ihm oblägen das gesamte Vertragswesen mit den 

Lieferanten und die Pflege dieser wichtigen Kundenbeziehungen. Deshalb halte er sich 

pro Jahr während mindestens zwei Monaten in Nordeuropa (v.a. Schweden und 

Finnland) auf. Er sei zudem für die gesamte finanzielle Struktur, inkl. Controlling, 

Vermögensverwaltung usw., zuständig. Er alleine akquiriere neue Lieferanten, 

entscheide über Einkauf, künftige Zusammenarbeit, aber auch über das Lohnwesen 

sowie die konkrete Strukturierung der Zweigniederlassung. Entscheide des 

Geschäftsführers der Zweigniederlassung stünden deshalb immer unter dem Vorbehalt 

der Genehmigung durch den Verwaltungsratspräsidenten. Der bescheidene 

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Kostenanteil für dessen Büro in T wie auch sein – in Relation zu seiner effektiven 

Tätigkeit – geringer Lohn seien nicht aussagekräftig. Entscheidend sei vielmehr die 

Summe aller Bezüge. So hätten die Dividendenbezüge im Jahre 2011 rund 

Fr. 450'000.–, im Jahre 2012 Fr. 600'000.– und im Jahre 2013 Fr. 3'000'000.– betragen. 

Setze man diese Bezüge mit dem Lohnbezug des Geschäftsführers der Zweigstelle in 

Relation, sei von einem Anteilsverhältnis von 25% auszugehen.

b) Juristische Personen sind aufgrund persönlicher Zugehörigkeit steuerpflichtig, wenn 

sich ihr Sitz oder ihre tatsächliche Verwaltung im Kanton befindet (Art. 71 StG). 

Juristische Personen mit Sitz und tatsächlicher Verwaltung ausserhalb des Kantons 

sind aufgrund wirtschaftlicher Zugehörigkeit steuerpflichtig, wenn sie Teilhaber an 

Geschäftsbetrieben im Kanton sind, im Kanton Betriebsstätten unterhalten oder an 

Grundstücken im Kanton Eigentum, dingliche Rechte oder diesen wirtschaftlich 

gleichkommende persönliche Nutzungsrechte haben (Art. 72 Abs. 1 StG). Dies 

entspricht den Vorgaben gemäss Art. 20 f. des Bundesgesetzes über die 

Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden (SR 642.14). Nach 

der Rechtsprechung des Bundesgerichts zu Art. 127 Abs. 3 BV dürfen die Kantone, in 

welchen sich Niederlassungen eines interkantonalen Unternehmens befinden, nicht 

einfach den auf ihrem Gebiet erzielten Ertrag besteuern (objektmässige Ausscheidung), 

sondern nur eine Quote des Gesamtertrags des ganzen Unternehmens (quotenmässige 

Ausscheidung). Dabei können die Quoten aufgrund der Buchhaltungen der einzelnen 

Betriebsstätten (direkte Methode) oder aufgrund von Hilfskriterien (indirekte Methode), 

d.h. nach Massgabe äusserer betrieblicher Merkmale wie Erwerbsfaktoren (Kapital, 

Arbeit), Umsatz usw., bestimmt werden. Ziel ist, unter Berücksichtigung der 

Verhältnisse des Einzelfalls einen Massstab zu finden, welcher die Bedeutung der 

Betriebsstätten im Rahmen des Gesamtunternehmens, d.h. ihren Anteil an der 

Erzielung des Gesamtertrags am zuverlässigsten zum Ausdruck bringt. Der Bedeutung 

des Hauptsitzes kann durch Zuweisung eines Vorausanteils (Präzipuum) bei der 

Gewinnsteuer Rechnung getragen werden. Die Zuweisung eines Präzipuums 

entschädigt den Sitzkanton für den erhöhten Wertschöpfungsanteil des Sitzes am 

Gesamtunternehmensergebnis durch die "Overheadarbeiten", welche vorwiegend oder 

ausschliesslich am Sitz geleistet werden, jedoch dem ganzen Unternehmen 

zugutekommen. Die Höhe dieses Vorausanteils ist eine Ermessensfrage. Er wird jedoch 

nur dann gewährt, wenn die Bedeutung des Hauptsitzes nicht bereits in den 

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Erwerbsfaktoren zum Ausdruck kommt. Bei Handelsunternehmen wird für die 

Gewinnsteuer der Umsatz als massgebendes Ausscheidungskriterium betrachtet. Als 

Vorausanteil wird in den meisten Fällen 20% gewährt (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, 

a.a.O., N 34 f. und N 48 ff. zur Art. 6 DBG; Teuscher/ Lobsiger, in: Zweifel/Beusch/

Mäusli-Allenspach [Hrsg], Kommentar zu Interkantonalen Steuerrecht, Basel 2011, § 30 

N 42). Der Vorausanteil ist jedoch tiefer anzusetzen, wenn der Betriebsstätte eine 

erhebliche Selbständigkeit zukommt (Höhn/Mäusli, Interkantonales Steuerrecht, 4. Aufl. 

2000, S. 412; Teuscher/Lobsiger, a.a.O., § 31 N 36). So ist bspw. eine hälftige 

Aufteilung des Vorausanteils auf Sitz und Betriebsstätte angebracht, wenn an beiden 

Standorten wesentliche Zentralleitungsfunktionen wahrgenommen werden (vgl. 

P. Locher, Die Praxis der Bundessteuern, III. Teil: Interkantonale Doppelbesteuerung, § 

8, II C, 2b Nr. 3). Die Zuweisung eines Vorausanteils ist stets eine Ermessensfrage, die 

nach Ermittlung der Quoten zu entscheiden ist, wobei das Ermessen in zweierlei 

Hinsicht zu betätigen ist. Erstens ist zu entscheiden, ob überhaupt ein Vorausanteil 

gerechtfertigt ist; zweitens ist die Höhe des Vorausanteils zu bestimmen (Höhn/Mäusli, 

a.a.O., S. 407).

c) Die zivilrechtlichen Bilanz- und Bewertungsgrundsätze sind grundsätzlich auch für 

das Steuerrecht massgeblich (vgl. Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., N 6 zu Art. 

58 DBG). Aufgrund der Jahresabschlüsse 2012 und 2013 der Rekurrentin lässt sich der 

Gesamtgewinn des Unternehmens jedoch nicht auf den Sitzkanton Schwyz und den 

Kanton der Betriebsstätte (St. Gallen) aufteilen, da sämtliche Aufwände und Erträge der 

Betriebsstätte in G zugeordnet wurden. Hingegen ist den Abschlussunterlagen zu 

entnehmen, dass im Jahr 2012 Fr. 7'060.– bzw. 7% der Mietkosten (inkl. Nebenkosten) 

auf den statutarischen Sitz in T entfielen; im Jahr 2013 belief sich dieser Anteil auf 

Fr. 9'300.– bzw. 9,5%. Unter den Parteien ist deshalb nicht streitig, dass ein Teil der 

zentralen Führungsaufgaben am statutarischen Sitz der Rekurrentin anfielen. Es ist 

deshalb davon auszugehen, dass in den Jahren 2012 und 2013 besondere Umstände 

vorlagen, die die Zuweisung eines Präzipuums rechtfertigten; andernfalls wäre der 

gesamte Gewinn im Kanton St. Gallen besteuert worden; die Kantone Appenzell 

Ausserrhoden und Schwyz hätten nichts erhalten. Mit dem Vorausanteil ist folglich ein 

Ausgleich zu schaffen, der den vorliegenden besonderen Verhältnissen der Rekurrentin 

Rechnung trägt.

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d) Da es sich bei der Rekurrentin um ein Handelsunternehmen bzw. um eine 

"technische Verkaufsorganisation auf dem Schweizer Markt" handelt (vgl. www.---.ch), 

beträgt der Vorausanteil 20%. Dieser Anteil am Gesamtgewinn wird dem Sitz der 

zentralen Leitung vorweg zugewiesen. Teilt sich diese auf zwei Standorte auf, 

rechtfertigt sich auch eine entsprechende Aufteilung des Vorausanteils (vgl. Locher, 

a.a.O., E. 2b). Im vorliegenden Fall ist deshalb zu prüfen, ob die zentrale Leitung, wie 

die Rekurrentin geltend macht, ausschliesslich am statutarischen Sitz angesiedelt und 

das Präzipuum folglich diesem Kanton zuzuordnen ist.

aa) Die Geschäftsführung der Rekurrentin besteht aus H und M, die in der 

Firmenpräsentation auch als Inhaber bezeichnet werden. Sie sind beide Mitglied des 

dreiköpfigen Verwaltungsrats, wobei H als Präsident des Verwaltungsrates amtet und 

M die Funktion des Geschäftsleiters innehat. Die Organisationsstruktur der Rekurrentin 

widerspiegelt die typischen Funktionen eines Handelsbetriebs: Verkauf (8 Personen), 

Verkaufsinnendienst (5), Buchhaltung (1), kfm. Lehrlinge (2), Produktion (4) sowie 

Logistik und Lager (4). Der Bereich Marketing, Grafik und Design wird von einem 

externen Unternehmen betreut (vgl. www.---.ch). In der Unternehmens- bzw. 

Teampräsentation nicht aufgeführt sind die Bereiche Einkauf, Finanzen und Controlling, 

Personal sowie Informatik bzw. IT.

bb) Die Ausführungen der Rekurrentin, wonach insbesondere der Einkauf und die 

Akquisition bzw. Betreuung der Lieferanten in den Verantwortungsbereich des 

Verwaltungsratspräsidenten fielen, sind nachvollziehbar. Dieser scheint aufgrund seiner 

früheren Funktion als Textilfachmann und Unternehmensberater in der Textilbranche 

(Hauptmarkt Schweden) über die notwendigen Sprach- und Branchenkenntnisse des 

für die Rekurrentin wichtigen nordeuropäischen Marktes zu verfügen (act. 2/7). In 

einem Handelsbetrieb kommt jedoch dem Verkaufsbereich eine ebenso grosse 

Bedeutung zu. Der Einkauf ist deshalb hinsichtlich der Relevanz für den Erfolg eines 

Handelsunternehmens nicht stärker zu gewichten als der Verkaufsbereich, der für den 

gewinnbringenden Absatz der eingekauften Ware verantwortlich zeichnet. Die 

Verkäuferinnen und Verkäufer, die Sortimentsspezialisten und die Mitarbeiterinnen des 

Verkaufsinnendienstes sind aber unbestreitbar in G angesiedelt, und dieser Bereich ist 

mit 13 Personen – inkl. einem Key Account Manager, der ebenfalls Mitglied der 

Geschäftsleitung ist – im Verhältnis zum gesamten Personalbestand (26 Personen) 

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relativ hoch dotiert. Mit Blick auf diese beiden Unternehmensfunktionen kommt dem 

Gesellschaftssitz deshalb keine grössere Bedeutung zu als der Betriebsstätte. Ins 

Gewicht fällt jedoch, dass sich in G zusätzlich das Lager und die Produktion 

(Beschriftung und Näharbeiten) befinden und deshalb davon auszugehen ist, dass dort 

– bezogen auf den gesamten Handelsprozess (Akquisition/Kundenbetreuung, Einkauf, 

Lager, Produktion, Verkauf/Kundenbetreuung) – wesentlich höhere Overheadkosten 

anfallen als in T.

cc) Dass H in der Funktion als Verwaltungsratspräsident eine führende Rolle in 

strategischen Fragen übernahm, insbesondere im Bereich der Personal-, Finanz- und 

Anlageplanung, erscheint glaubwürdig. Zu berücksichtigen ist jedoch, dass dem von 

ihm präsidierten, für strategische Fragen letztlich zuständigen Verwaltungsrat, neben 

ihm auch der Geschäftsführer sowie R, Geschäftsführer der auf Steuer- und 

Unternehmensberatung spezialisierten T AG angehören. Sowohl der Präsident als auch 

die beiden Mitglieder verfügen über Kollektivunterschrift zu zweien, was den Einwand 

der Rekurrentin, sämtliche wichtigen strategische Entscheide lägen im 

Verantwortungsbereich des Verwaltungsratspräsidenten, relativiert. Aus den Akten ist 

zudem nicht ersichtlich, ob die Verwaltungsratssitzungen in der Regel in T stattfanden. 

Falls dies nicht der Fall wäre, wäre dies ein Indiz für den eher formellen Charakter des 

statutarischen Sitzes. Das Steuerdomizil befindet sich nach der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung an dem Ort, an dem diejenigen Handlungen, welche in ihrer 

Gesamtheit der Erreichung des statuarischen Zwecks dienen, vorgenommen werden 

(ASA 56, S. 85; Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., N 6 zu Art. 50 DBG). 

Hinsichtlich des Finanzbereichs ist festzustellen, dass die operative Buchhaltung von 

einer Mitarbeiterin in G betreut wurde. Zusätzliche Unterstützung erhielt die Rekurrentin 

von der T AG, welche die Jahresabschlüsse 2012 und 2013 erstellte und in den 

Steuererklärungen als Ansprechpartnerin aufgeführt wurde (act. 6/I-01 und 6/I-02). 

Entsprechend fiel in diesen beiden Jahren Buchführungs- und Beratungsaufwand in 

der Höhe von Fr. 26'774.49 bzw. Fr. 28'646.48 an. Werden die zentralen 

Dienstleistungen, welche normalerweise vom Sitz geleistet werden (müssen), von 

einem Drittunternehmen erbracht, spricht dies nach Ansicht des Bundesgerichts (eher) 

dafür, dem Sitzkanton kein Präzipuum zuzuweisen bzw. dieses zumindest tief 

anzusetzen. Dies insbesondere, falls das Drittunternehmen ebenfalls im Sitzkanton 

steuerpflichtig ist (Zweifel/Beusch/Mäusli-Allenspach, a.a.O., § 30 N 44). Aus dem von 

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der Rekurrentin eingereichten Firmenportrait (act. 2/Beilage 13, S. 28) geht im Übrigen 

hervor, dass sie wesentliche Teile der zentralen Dienstleistungen an Dritte vergab: 

Personal (C), Finanzen (T AG), Werbung (K), IT (I/H).

dd) Aus den Akten ist ersichtlich, dass der Präsident des Verwaltungsrats in den Jahren 

2012 und 2013 ein Bruttogehalt von je Fr. 36'000.– bezog; dasjenige des 

Geschäftsführers belief sich in diesen Jahren auf Fr. 122'000.–. Daraus lässt sich 

hinsichtlich der Aufteilung des Präzipuums jedoch nichts ableiten. Das geringe Gehalt 

des Verwaltungsratspräsidenten liesse sich sowohl mit einem Teilzeitmandat als auch 

mit dem Umstand begründen, dass sich der Verwaltungsratspräsident im Wissen um 

die Dividendenhöhe bewusst ein tiefes Gehalt auszahlen liess. Die Ausschüttungen 

einer Aktiengesellschaft stehen jedoch in keinem direkten Zusammenhang mit der 

Arbeitsleistung des Dividendenbezügers, so dass die Ausschüttungen von 

Fr. 600'000.– bzw. Fr. 2'000'000.– in den Jahren 2012 und 2013 nicht auf ein 

Anteilsverhältnis von durchschnittlich mindestens 25% schliessen lassen, wie die 

Rekurrentin vorbrachte.

e) Zusammenfassend ist festzustellen, dass der Betriebsstätte in G im Jahre 2013 eine 

erhebliche Selbständigkeit zukam, die es rechtfertigte, dem statutarischen Sitz der 

Rekurrentin ein tieferes Präzipuum als 20% zuzuweisen (vgl. Zweifel/Beusch/Mäusli-

Allenspach, a.a.O., § 31 N 36). Der von der Vorinstanz festgelegte Anteil von 5% 

erscheint angemessen. Diesen Anteil veranlagte im Übrigen auch der Kanton Appenzell 

Ausserrhoden für die Staats- und Gemeindesteuern 2012 (1. Januar bis 13. November 

2012) mit Verfügung vom 30. September 2014. Dagegen wurde, soweit aus den Akten 

ersichtlich, kein Rechtsmittel ergriffen. Auf die Befragung des 

Verwaltungsratspräsidenten und des Geschäftsführers der Rekurrentin kann verzichtet 

werden, da die Rekurrentin bzw. deren Vertreter Gelegenheit hatten, ihren Standpunkt 

schriftlich darzulegen. Der rechtlich erhebliche Sachverhalt konnte aufgrund der 

Ausführungen der Parteien und der Akten ausreichend geklärt werden und es ist nicht 

ersichtlich, inwiefern die Befragungen zu weiterführenden Erkenntnissen bzw. einer 

Änderung der rechtlichen Überzeugung des Gerichts führen könnten (vgl. zur 

antizipierten Beweiswürdigung Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton 

St. Gallen, St. Gallen 2003, Rz 622 mit Hinweisen).

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5.- Der Rekus erweist sich somit als unbegründet und ist abzuweisen. Dem 

Verfahrensausgang entsprechend sind die Kosten des Rekursverfahrens der 

Rekurrentin aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 1'000.– ist 

angemessen (Art. 7 Ziff. 122 Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der 

Kostenvorschuss von Fr. 1'000.– ist zu verrechnen.

Ausseramtliche Kosten werden nicht entschädigt (Art. 98  VRP).

Entscheid:

1.    Der Rekurs wird abgewiesen.

2.    Die Verfahrenskosten von Fr. 1'000.– werden der Rekurrentin auferlegt;

       unter Verrechnung des Kostenvorschusses in gleicher Höhe.

3.    Ausseramtliche Kosten werden nicht entschädigt.

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