# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7cbae4ac-86c8-5523-be01-7f2221f09bc8
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-05-15
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 15.05.2024 SK 2022 318
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2022-318_2024-05-15.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

1. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

1re Chambre pénale

Urteil
SK 22 318

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 15. Mai 2024 

Besetzung Oberrichter Wuillemin (Präsident i.V.), 
Oberrichterin Schwendener, Oberrichterin Weingart
Gerichtsschreiberin Ragonesi

Verfahrensbeteiligte A.________
amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt, MLaw B.________

Beschuldigter

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern
vertreten durch Staatsanwalt F.________, Kantonale Staatsan-
waltschaft für Besondere Aufgaben, Kasernenstrasse 19, 3013 
Bern  

Berufungsführerin

Gegenstand qualifizierte Widerhandlungen gegen das Ausländer- und Integra-
tionsgesetz, Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsge-
setz und Ungehorsam gegen amtliche Verfügungen sowie Wider-
rufsverfahren

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland 
(Kollegialgericht) vom 5. März 2021 (PEN 2019 
719/720/722/725/726/792/793)

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Erwägungen:

I. Formelles

1. Vorbemerkung / Erstinstanzliches Urteil

Mit Urteil vom 5. März 2021 fällte das Regionalgericht Bern-Mittelland (Kollegialge-
richt; nachfolgend Vorinstanz) ein Urteil betreffend C.________, D.________ und 
A.________. Da sich die vorliegende Berufung auf A.________ beschränkt, wird 
das angefochtene Urteil nur in Bezug auf die ihn betreffenden Punkte wiedergege-
ben. Im Übrigen ist auf die amtlichen Akten zu verweisen (pag. 8227 ff.; Hervorhe-
bungen im Original):

C. A.________

I.

Das Strafverfahren gegen A.________

wegen Tätlichkeiten, angeblich begangen am 29. Juni 2020 in Rheinfelden/D zum Nachteil von 
E.________ (AKS Ziff. I. 4.)

wird mangels Strafantrags eingestellt,

ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten und ohne Ausrichtung einer Entschädigung.

II.

A.________ wird freigesprochen:

von der Anschuldigung der qualifizierten Widerhandlung gegen das Ausländer- und Integrati-
onsgesetz, angeblich mehrfach begangen durch

1.1 Erleichterung der rechtswidrigen Einreise und des rechtswidrigen Aufenthaltes in der Schweiz 
und in einem Schengen-Staat, am 14. Januar 2019 und zuvor, in Bern, zusammen mit 
C.________ (AKS Ziff. I. 1.11.);

1.2 Erleichterung der rechtswidrigen Einreise und des rechtswidrigen Aufenthaltes in der Schweiz 
und in einem Schengen-Staat, im Zeitraum vom 23. Januar 2019 bis zum 24. Januar 2019, in 
Bern sowie auf der Strecke Mailand/I (evtl. Hauptbahnhof) – Grenzübergang Stabio – Airolo – 
Deutschland, zusammen mit C.________ (AKS Ziff. I. 1.14.);

unter Auferlegung der anteilsmässigen Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus Gebühren von 
CHF 1'182.90 und Auslagen von CHF 63.75 (ohne Kosten für die amtliche Verteidigung durch 
Rechtsanwalt B.________), insgesamt bestimmt auf CHF 1'246.65, an den Kanton Bern (vgl. Tabelle 
bei den Schuldsprüchen). Wird keine schriftliche Begründung verlangt, reduziert sich die Gebühr um 
CHF 50.00. Die reduzierten Verfahrenskosten betragen damit CHF 1'196.65;

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III.

A.________ wird schuldig erklärt:

1. der qualifizierten Widerhandlung gegen das Ausländer- und Integrationsgesetz, mehr-
fach begangen

1.1 Erleichterung der rechtswidrigen Einreise in die Schweiz und in einen Schengen-Staat 
betreffend 2 Personen (Art. 116 Abs. 3 Bst. a und b i.V.m. Abs. 1 Bst. a und abis AIG), 
in der Zeit von 20. Dezember 2018 bis 21. Dezember 2018, in Mailand/I sowie auf der 
Strecke Mailand/I – Bern – Deutschland und Frankreich, zusammen mit C.________ 
(AKS Ziff. I. 1.7.);

1.2 Erleichterung der rechtswidrigen Einreise in die Schweiz und in einen Schengen-Staat 
betreffend 6 Personen (Art. 116 Abs. 3 Bst. a und b i.V.m. Abs. 1 Bst. a und abis AIG), 
am 23. Dezember 2018, in Mailand/I sowie auf der Strecke Mailand/I – Grenzüberg-
ang Chiasso – Airolo – Basel – Grenzübergang Grenznacherstrasse – Deutschland, 
zusammen mit C.________ (AKS Ziff. I. 1.8.);

1.3 Erleichterung der rechtswidrigen Einreise in die Schweiz betreffend 1 Person (Art. 116 
Abs. 3 Bst. a i.V.m. Abs. 1 Bst. a AIG), in der Zeit von 8. Januar 2019 bis 9. Januar 
2019, in Italien sowie auf der Strecke Italien bis Chiasso (AKS Ziff. I. 1.9.);

1.4 Erleichterung der rechtswidrigen Einreise in die Schweiz und in einen Schengen-Staat 
betreffend 5 Personen (Art. 116 Abs. 3 Bst. a und b i.V.m. Abs. 1 Bst. a und abis AIG), 
in der Zeit von 18. Januar bis 20. Januar 2019, in der Region Mailand und auf der 
Strecke Mailand/I – Grenzübergang Stabio – Bellinzona – Deutschland, zusammen 
mit C.________ (AKS Ziff. I. 1.12.);

1.5 Erleichterung der rechtswidrigen Einreise in die Schweiz und in einen Schengen-Staat 
betreffend 1 Person (Art. 116 Abs. 3 Bst. a i.V.m. Abs. 1 Bst. a und abis AIG), in der 
Zeit von 13. Februar 2019 bis 14. Februar 2019, in Mailand/I sowie auf der Strecke 
Mailand/I – Grenzübergang Ponte Tresa – Grenzübergang Grenzach-Whylen – Lör-
rach/D (AKS Ziff. I. 1.15.);

1.6 Erleichterung der rechtswidrigen Einreise in die Schweiz betreffend 3 Personen (Art. 
116 Abs. 3 Bst. a und b i.V.m. Abs. 1 Bst. a AIG), in der Zeit von 26. Februar bis 27. 
Februar 2019, in Mailand/I, in Turin/I sowie auf der Strecke Turin/I – Grenzübergang 
Stabio, zusammen mit C.________ (AKS Ziff. I. 1.16.);

2. der Widerhandlung gegen das Strassenverkehrsgesetz, mehrfach begangen durch Fahren 
ohne Berechtigung am 23. Dezember 2018, in der Zeit von 18. bis 20. Januar 2019, in der 
Zeit von 13. bis 14. Februar 2019 sowie in der Zeit von 26. bis 27. Februar 2019, auf der Ach-
se Grenzübergang Schweiz – Deutschland – N.________ – Tessin – Grenzübergang Schweiz 
/ Italien (AKS Ziff. I. 2.3.);

3. des Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen, begangen am 12. Juli 2020 in N.________ 
(AKS Ziff. I. 5.).

IV.

Der A.________ mit Urteil der regionalen Staatsanwaltschaft Emmental-Oberaargau vom 3. August 
2018 für eine Geldstrafe von 15 Tagessätzen gewährte bedingte Vollzug wird widerrufen.

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V.

A.________ wird

in Anwendung der Artikel
34, 40, 42 Abs. 1, 44, 47, 49 Abs. 1, 51, 103, 106, 292 StGB;
116 Abs. 3 Bst. a und b i.V.m. Abs. 1 Bst. a AIG;
95 Abs. 1 Bst. b SVG;
418 Abs. 1, 426 Abs. 1 StPO;

sowie unter Einbezug der seinerzeit bedingt ausgesprochenen und nunmehr zu vollziehenden Gelds-
trafe im Sinne einer Gesamtgeldstrafe gemäss Art. 46 Abs. 1 StGB

verurteilt:

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 14 Monaten.

Die Polizei- und Untersuchungshaft von total 80 Tagen werden vollumfänglich auf die Frei-
heitsstrafe angerechnet.

Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 5 Jahre festgesetzt.

Für die Dauer der Probezeit wird Bewährungshilfe angeordnet.

2. Zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu CHF 30.00, ausmachend total CHF 2'700.00.

3. Zu einer Übertretungsbusse von CHF 100.00. Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter 
Nichtbezahlung wird auf 1 Tag festgesetzt.

4. Auf die Anordnung einer Landesverweisung wird infolge Härtefalls verzichtet (Art. 66a Abs. 
2 StGB).

5. Zu den anteilsmässigen, auf die Schuldsprüche entfallenden Verfahrenskosten (95% der 
Kosten der Tabelle, vgl. unten), sich zusammensetzend aus Gebühren von CHF 22'475.10 
und Auslagen von CHF 1'210.90, insgesamt bestimmt auf CHF 23'686.00 (ohne Kosten für die 
amtliche Verteidigung durch Rechtsanwalt B.________).

Kosten der Untersuchung CHF 18’558.00
Auftritt Staatsanwalt in der Hauptverhandlung CHF 500.00

CHF 4’600.00
Total CHF 23’658.00

verrechenbare Übersetzerkosten CHF 258.35
Diverses (Kosten POM) CHF 1’016.30
Total CHF 1’274.65

Total Verfahrenskosten CHF 24’932.65

20% Kosten des Gerichts inkl. schriftl. Begründung

Die gesamten Auslagen setzen sich zusammen aus:

Die gesamten Gebühren setzen sich zusammen aus:

Wird keine schriftliche Begründung von A.________ verlangt, reduziert sich die Gebühr um 
CHF 950.00. Die reduzierten Verfahrenskosten betragen damit CHF 22'736.00 (ohne Kosten 
für die amtliche Verteidigung durch Rechtsanwalt B.________).

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D. AMTLICHE HONORARE

[…]

3. Die amtliche Entschädigung für die amtliche Verteidigung von A.________ durch Rechtsanwalt 
B.________ wird wie folgt bestimmt:

Leistungen
Stunden Satz

amtliche Entschädigung 95.36 200.00 CHF 19’072.00
CHF 606.60

Mehrwertsteuer 7.7% auf CHF 19’678.60 CHF 1’515.25
Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 21’193.85

Auslagen MWST-pflichtig

Der Kanton Bern entschädigt Rechtsanwalt B.________ für die amtliche Verteidigung von 
A.________ mit CHF 21'193.85. 

A.________ hat dem Kanton Bern die auf die Schuldsprüche entfallende ausgerichtete amtli-
che Entschädigung in Höhe von CHF 20'134.15 (95% der gesamten amtlichen Entschädigung) 
zurückzuzahlen, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO).

Es wird festgestellt, dass Rechtsanwalt B.________ auf die Nachforderung der Differenz zwi-
schen der amtlichen Entschädigung und dem vollen Honorar (Art. 135 Abs. 4 lit. b StPO) ver-
zichtet hat.

E. WEITERE BESCHLÜSSE

[…]

Beschlüsse betreffend A.________:

1. Folgende Gegenstände werden zur Vernichtung eingezogen (Art. 69 StGB):

- 1 SIM-Kartenhalter Sunrise, Nr. .________;
- 1 Tablet Samsung (Display stark beschädigt;
- 1 iPhone inkl. Ladekabel;
- Simkartenhalter Postpaid Sunrise;
- 1 Mobiltelefon schwarz I-Phone.

2. Folgende Gegenstände werden A.________ nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Ur-
teils zurückgegeben:

- 2 Verträge Mobiltelefon und Lohnausweise G.________: .________, ltd. auf G.________ 
sowie .________, ltd. auf H.________;

- Bankunterlagen Z.________ und AA.________, Mahnung Administrativbehörde Kanton 
Tessin;

- div. Schriftstücke;
- 2 Visa Karten AA.________, ltd. Auf I.________: .________, gültig bis 02.21; .________, 

gültig bis 02.20;
- 2 Paycards, 1 Karte Socar ltd. Auf J.________: .________; .________;
- div. Belege;
- div. Bankunterlagen und Korrespondenz Migrationsdienst;
- Zahlreiche Unterlagen / Schriftstücke /Belege (in Kartonkiste);
- div. Belege/Quittungen aus Portemonnaie Ehefrau;
- Navigationsgerät, inkl. Ladekabel TomTom, SN: .________;

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- Arbeitsvertrag;
- Mastercard lautend auf I.________, A.________.________, Nr. .________;
- AA.________ Karte lautend auf A.________ IBAN IBAN .________;
- Maestro Z.________ lautend auf A.________ IBAN .________;
- Casino K.________ Club Card;
- Swiss Pass A.________.

3. Der beschlagnahmte Geldbetrag von CHF 3'417.00 (CHF 2'570.00 / EUR 760.00, nach 
Währungswechsel ausmachend CHF 847.00) wird zur Deckung der Verfahrenskosten ver-
wendet.

4. A.________ hat damit noch Verfahrenskosten von CHF 20'269.00 (ohne Kosten für die amtli-
che Verteidigung durch Rechtsanwalt B.________) respektive – sollte keine schriftliche Ur-
teilsbegründung betreffend seine Person notwendig werden – CHF 19'319.00 (ohne Kosten für 
die amtliche Verteidigung durch Rechtsanwalt B.________) zu bezahlen.

5. Dem zuständigen Bundesamt wird die Zustimmung zur Löschung des erstellten DNA-Profils 
(PCN-Nr. .________) nach Ablauf der gesetzlichen Frist erteilt (Art. 16 Abs. 1 lit. e i.V.m. Art. 
17 Abs. 1 DNA-ProfilG).

6. Dem für die Führung von AFIS zuständigen Dienst wird die Zustimmung zur Löschung der er-
hobenen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten nach Ablauf der gesetzlichen Frist er-
teilt (Art. 17 Abs. 1 lit. e i.V.m. Art. 19 Abs. 1 Verordnung über die Bearbeitung biometrischer 
erkennungsdienstlicher Daten).

[Eröffnungsformel]

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldeten die Staatsanwaltschaft des Kantons Bern, Besonde-
re Aufgaben (nachfolgend Staatsanwaltschaft), mit Schreiben vom 10. März 2021 
sowie D.________ mit Schreiben vom 15. März 2021 Berufung an (pag. 8255 f.). 
Die erstinstanzliche Urteilsbegründung datiert vom 3. Mai 2022 (pag. 8293 ff.) und 
wurde den Parteien mit Verfügung vom 6. Mai 2022 zugestellt (pag. 8570 f.). 

In ihrer form- und fristgerecht eingereichten Berufungserklärung vom 25. Mai 2022 
(pag. 8586 ff.) beschränkte die Staatsanwaltschaft (von der Generalstaatsanwalt-
schaft mit der Wahrung der staatsanwaltschaftlichen Interessen betraut, 
pag. 8584 f.) ihre Berufung auf A.________ (nachfolgend Beschuldigter), soweit er 
vom Vorwurf der Erleichterung der rechtswidrigen Einreise und des rechtswidrigen 
Aufenthalts in der Schweiz und in einem Schengen-Staat freigesprochen (Ziff. C. II. 
1.1 des erstinstanzlichen Dispositivs), soweit er ferner zu einer Freiheitsstrafe von 
14 Monaten unter Gewährung des bedingten Vollzugs und unter Ansetzung einer 
Probezeit von 5 Jahren verurteilt (Ziff. C. V. 1. des erstinstanzlichen Dispositivs) 
sowie soweit schliesslich zufolge Annahme eines Härtefalls auf die Landesverwei-
sung verzichtet wurde (Ziff. C. V. 5. des erstinstanzlichen Dispositivs). 

Mit Verfügung vom 8. Juni 2022 wurde dem Beschuldigten Gelegenheit geboten, 
Anschlussberufung zu erklären oder ein Nichteintreten auf die Berufung der 
Staatsanwaltschaft geltend zu machen. Weiter wurde festgestellt, dass 
D.________ innert Frist keine Berufungserklärung eingereicht habe. Er wurde auf-

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gefordert, innert Frist zur Eintretensfrage Stellung zu nehmen. Schliesslich wurde in 
Aussicht gestellt, C.________ (nachfolgend C.________) aus dem vorliegenden 
Verfahren zu entlassen, wobei ihm sowie der Staatsanwaltschaft die Möglichkeit 
zur Stellungnahme geboten wurde (pag. 8590 ff.). Mit Eingabe vom 14. Juni 2022 
stellte die Staatsanwaltschaft den Antrag, es sei auf die Berufung von D.________ 
nicht einzutreten. Gegen die beabsichtigte Entlassung von C.________ wurden 
keine Einwände erhoben (pag. 8597 f.). C.________ liess mit Schreiben vom 30. 
Juni 2022 mitteilen, dass er der beabsichtigten Entlassung aus dem Verfahren zu-
stimme (pag. 8601). Mit Beschluss vom 5. August 2022 wurde C.________ ohne 
Kosten- und Entschädigungsfolgen aus dem Verfahren entlassen. Weiter wurde 
nicht auf die Berufung von D.________ eingetreten, wobei das Honorar seines 
amtlichen Verteidigers festgelegt wurde. Schliesslich wurde festgestellt, dass das 
vorinstanzliche Urteil in Bezug auf diese beiden Personen rechtskräftig werde (pag. 
8606 ff.). 

Mit Verfügung vom 29. Januar 2024 wurde das von Seiten des Beschuldigten ge-
stellte Gesuch um Dispensation von der mündlichen Urteilseröffnung gutgeheissen 
(pag. 8669 f.). 

Die Berufungsverhandlung fand am 13./15. Mai 2024 vor der 1. Strafkammer des 
Obergerichts des Kantons Bern statt (pag. 8919 ff.).

3. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Mit Blick auf die Berufungsverhandlung wurden von Amtes wegen ein aktueller 
Strafregisterauszug (pag. 8863 ff.), ein Bericht beim Staatssekretariat für Migration 
(SEM) und beim Migrationsdienst des Kantons Bern betreffend Landesverweisung 
(pag. 8695 ff., pag. 8860 f.) sowie ein aktueller Leumundsbericht (pag. 8840 ff.) 
eingeholt. Zudem wurden die Akten der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde 
(KESB) betreffend E.________, L.________ und den Beschuldigten ediert (pag. 
8838, pag. 8855). Anlässlich der Berufungsverhandlung wurden sodann die Sei-
tens der Verteidigung mit Eingabe vom 5. Mai 2024 eingereichten Unterlagen (Be-
richt med. pract. M.________, Arbeitsvertrag und -zeugnis, Lohnabrechnungen, 
Bestätigung Sozialdienste Gemeinde N.________, Anzeige betreffend Lohnpfän-
dung, Familienfotos, neuer Mietvertag und Themenpapier der Schweizerischen 
Flüchtlingshilfe; pag. 8874 ff.) zu den Akten genommen und G.________ sowie der 
Beschuldigte ergänzend einvernommen (pag. 8919 ff.). 

4. Oberinstanzliche Anträge der Parteien

4.1 Staatsanwaltschaft

Die Staatsanwaltschaft stellte im Rahmen der Berufungsverhandlung vom 13. Mai 
2024 folgende Anträge (pag. 8947 f.; Hervorhebungen im Original):

I.

Es sei festzustellen, dass das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 5. März 2021, soweit 
A.________ betreffend, wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist: 

Ziff. C I.: Verfahrenseinstellung betreffend Tätlichkeiten, 

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Ziff. C II. 1.2: Freispruch vom Vorwurf der qualifizierten Widerhandlung gegen das Ausländer- und 
Integrationsgesetz, 

Ziff. C Ill. 1.1 
bis 1.6: Schuldsprüche betreffend qualifizierte Widerhandlungen gegen das Ausländer- und 

Integrationsgesetz, 
Ziff. C Ill. 2: Schuldspruch betreffend Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz,
Ziff. C III. 3: Schuldspruch betreffend Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen, 
Ziff. C IV: Widerruf des bedingten Vollzugs des Urteils der regionalen Staatsanwaltschaft 

Emmental-Oberaargau vom 3. August 2018 für eine Geldstrafe von 15 
Tagessätzen, 

Ziff. C V. 2: Verurteilung zu einer Geldstrafe von 90Tagessätzen zu CHF30.00,
ausmachend total CHF2'700.00, 

Ziff. C V. 3: Verurteilung zu einer Übertretungsbusse von CHF100.00, 
Ziff. C V. 5: Verurteilung zu den Verfahrenskosten, 
Ziff. E 1: Einziehung von beschlagnahmten Gegenständen zur Vernichtung, 
Ziff. E 2: Herausgabe von beschlagnahmten Gegenständen,
Ziff. E 3 Verwendung des beschlagnahmten Geldbetrags zur Deckung der 

Verfahrenskosten,
Ziff. E 4: Zustimmung zur Löschung des erstellten DNA-Profils nach Ablauf der gesetzlichen 

Frist,
Ziff. E 5: Zustimmung zur Löschung der erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen 

Daten nach Ablauf der gesetzlichen Frist. 

II.

A.________ sei schuldig zu erklären wegen:

qualifizierten Widerhandlungen gegen das Ausländer- und Integrationsgesetz, begangen durch 
Erleichterung der rechtswidrigen Einreise und des rechtswidrigen Aufenthaltes, am 14. Januar 2019 
und zuvor, in Bern, zusammen mit C.________ (Ziff. I. 1.11. der Anklage, Ziff. C II 1.1 des 
angefochtenen Urteils) 

und er sei in Anwendung von Art. 40, Art. 47, Art. 49 Abs. 1, Art. 51, Art. 66a Abs. 1 lit. n 
StGB, 
Art. 116 Abs. 1 lit. abis i.V.m. Abs. 3 lit. a und b AIG sowie 
Art. 422 f. und Art. 426 Abs. 1 StPO

zu verurteilen:

1. zu einer Freiheitsstrafe von 16 Monaten,
unter Anrechnung der ausgestandenen Haft von 80 Tagen sowie 

2. zur Bezahlung der zweitinstanzlichen Verfahrenskosten (zuzgl. einer Gebühr von CHF 500.-- 
gemäss Art. 21 VKD). 

Im Weiteren sei zu verfügen:

1. Gegen A.________ sei eine Landesverweisung für die Dauer von 8 Jahren anzuordnen und 
im Schengener-Informationssystem SIS auszuschreiben. 

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4.2 Verteidigung

Von Seiten der Verteidigung wurden namens und auftrags des Beschuldigten im 
Rahmen der Berufungsverhandlung vom 13. Mai 2024 folgende Anträge gestellt 
(pag. 8949 f.):

I.

Es sei festzustellen, dass das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 5. März 2021 in 
Rechtskraft erwachsen ist 

1. betreffend den Freispruch von der Anschuldigung der qualifizierten Widerhandlung gegen das 
Ausländer- und Integrationsgesetz begangen durch Erleichterung der rechtswidrigen Einreise 
und des rechtswidrigen Aufenthalts in der Schweiz und in einem Schengen-Staat gemäss Ziffer 
C., II., 1.2. des Urteils 

2. betreffend die Schuldsprüche wegen qualifizierter Widerhandlung gegen das Ausländer- und 
Integrationsgesetz mehrfach begangen 

2.1. durch Erleichterung der rechtswidrigen Einreise in die Schweiz und in einem Schengen-
Staat betreffend 2 Personen (gemäss C., III.,1.1. des Urteils) 

2.2. durch Erleichterung der rechtswidrigen Einreise in die Schweiz und in einem Schengen-
Staat betreffend 6 Personen (gemäss C., III.,1.2. des Urteils) 

2.3. durch Erleichterung der rechtswidrigen Einreise in die Schweiz betreffend 1 Person 
(gemäss C., III., 1.3. des Urteils) 

2.4. durch Erleichterung der rechtswidrigen Einreise in die Schweiz und in einem Schengen-
Staat betreffend 5 Personen (gemäss C., III., 1.4. des Urteils) 

2.5. durch Erleichterung der rechtswidrigen Einreise in die Schweiz und in einem Schengen-
Staat betreffend 1 Person (gemäss C., Ill., 1.5. des Urteils) 

2.6. durch Erleichterung der rechtswidrigen Einreise in die Schweiz betreffend 3 Personen 
(gemäss C., III.,1.6. des Urteils) 

3. betreffend den Schuldspruch der Widerhandlung gegen das Strassenverkehrsgesetz, mehrfach 
begangen durch Fahren ohne Berechtigung (gemäss C., III., 2. des Urteils) 

4. betreffend den Schuldspruch des Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen (gemäss C., III., 
3. des Urteils) 

5. betreffend den Widerruf der bedingten Geldstrafe (gemäss C., IV. des Urteils) 

6. betreffend die weiteren Beschlüsse (gemäss E. betreffend A.________, 1.-5. des Urteils) 

II.

1. A.________ sei zu verurteilen zu einer Freiheitsstrafe von 14 Monaten unter Anrechnung der 
Polizei und Untersuchungshaft von total 80 Tagen, wobei der Vollzug der Freiheitsstrafe 
aufgeschoben und die Probezeit auf 5 Jahre festgesetzt wird. Für die Dauer der Probezeit wird 
Bewährungshilfe angeorndet. 

2. Auf die Anordnung einer Landesverweisung sei infolge eines Härtefalls zu verzichten. 

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3. A.________ sei zu verurteilen zu den erstinstanzlichen Verfahrenskosten (gemäss C. V.5. des 
Urteils). Die oberinstanzlichen Verfahrenskosten seien dem Kanton Bern aufzuerlegen. 

4. A.________ sei eine Entschädigung zu entrichten für die oberinstanzlichen Verteidigungskosten. 

5. Das erst- und das oberinstanzliche Honorar der amtlichen Verteidigung sei gestützt auf die 
eingereichten Honorarnoten gerichtlich festzusetzen. 

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Nach Art. 404 Abs. 1 der Schweizerischen Strafprozessordnung (StPO; SR 312.0) 
überprüft das Berufungsgericht das erstinstanzliche Urteil nur in den angefochte-
nen Punkten. 

Die Staatsanwaltschaft beschränkte die Berufung auf den Freispruch vom Vorwurf 
der Erleichterung der rechtswidrigen Einreise und des rechtswidrigen Aufenthalts in 
der Schweiz und in einem Schengen-Staat (Ziff. C II. 1.1 des erstinstanzlichen Dis-
positivs), die Höhe der Freiheitsstrafe bzw. die Frage des Vollzugs (Ziff. C. V. 1 des 
erstinstanzlichen Dispositivs) sowie den Verzicht auf eine Landesverweisung zufol-
ge Härtefall und damit einhergehend auch den Verzicht auf die Ausschreibung im 
Schengener Informationssystem SIS (Ziff. C. V. 4. des erstinstanzlichen Disposi-
tivs).

Mangels Anfechtung sind demnach die Einstellung betreffend Tätlichkeiten inkl. 
Verzicht auf Kostenausscheidung und Entschädigung (Ziff. C. I. des erstinstanzli-
chen Dispositivs), der Freispruch betreffend Erleichterung der rechtswidrigen Ein-
reise und des rechtswidrigen Aufenthalts (Ziff. C. II. 1.2 des erstinstanzlichen Dis-
positivs), alle Schuldsprüche der mehrfachen qualifizierten Widerhandlung gegen 
das Ausländer- und Integrationsgesetz, der Schuldspruch der mehrfachen Wider-
handlung gegen das Strassenverkehrsgesetz durch Fahren ohne Berechtigung und 
der Schuldspruch des Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen (Ziff. C. III. 1.-3. 
des erstinstanzlichen Dispositivs), der Widerruf der bedingt ausgesprochenen Stra-
fe gemäss Urteil vom 3. August 2018 (Ziff. C. IV. des erstinstanzlichen Dispositivs), 
die Verurteilung zu einer Übertretungsbusse von CHF 100.00 (Ziff. C. V. 3. des 
erstinstanzlichen Dispositivs), die Verfügungen betreffend Vernichtung und Rück-
gabe der beschlagnahmten Gegenstände (Ziff. E. 1.-2. des erstinstanzlichen Dis-
positiv betreffend den Beschuldigten) sowie die Verfügung betreffend Verrechnung 
des beschlagnahmten Geldbetrags mit den Verfahrenskosten (Ziff. E. V. 3 teilweise 
des erstinstanzlichen Dispositivs) in Rechtskraft erwachsen. Nicht der Rechtskraft 
zugänglich sind im Allgemeinen die Verfügungen betreffend DNA und erkennungs-
dienstliche Daten (Ziff. E. 4.-5. des erstinstanzlichen Dispositivs betreffend den Be-
schuldigten). Praxisgemäss wird ferner auch über die amtliche Entschädigung neu 
befunden (Ziff. D. 3. des erstinstanzlichen Dispositivs). 

In den übrigen nicht angefochtenen bzw. der Rechtskraft nicht zugänglichen Punk-
ten ist das erstinstanzliche Urteil durch die Kammer neu zu beurteilen (Schuldfrage 
betreffend die Erleichterung der rechtswidrigen Einreise und des rechtswidrigen 
Aufenthalts in der Schweiz und in einem Schengen-Staat [Ziff. C II. 1.1 des erstin-
stanzlichen Dispositivs], gesamte Strafzumessung [ausgenommen Übertretung und 
Widerruf], Frage der Landesverweisung/allenfalls Ausschreibung im SIS, Kosten- 

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und Entschädigungsfolgen und Verfügungen DNA und erkennungsdienstliche Da-
ten). Die Kammer verfügt dabei über volle Kognition (Art. 398 Abs. 3 StPO). Sie ist 
nicht an die Anträge der Parteien und zufolge der staatsanwaltschaftlichen Beru-
fung auch nicht an das Verschlechterungsverbot gebunden (Art. 391 Abs. 1 und 2 
StPO).

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

6. Allgemeine Grundlagen der Beweiswürdigung

Betreffend die Grundlagen der Beweiswürdigung im Allgemeinen und die Aussa-
genanalyse im Besonderen kann auf die ausführlichen und zutreffenden Erwägun-
gen der Vorinstanz verwiesen werden (S. 24 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbe-
gründung, pag. 8316 ff.).

7. Vorwurf gemäss Anklageschrift

Dem Beschuldigten wird gemäss Ziff. I. 1.11 der Anklageschrift folgender Sachver-
halt vorgeworfen (pag. 7670):

C.________ erteilte A.________ den Auftrag, 2 ausländische Staatsangehörige, die weder über Aus-
weispapiere, noch über ein Visum oder einen anderweitigen Aufenthaltstitel (weder für die Schweiz, 
noch für einen anderen Schengen-Staat) und auch nicht über die für den Aufenthalt in der Schweiz 
notwendigen finanziellen Mittel verfügten, in Italien (Mailand) abzuholen und nach Deutschland (Regi-
on Bremen) zu bringen. 

A.________ führte den Auftrag in der Folge aus. Zu diesem Zweck kontaktierte er O.________ (sepa-
rates Strafverfahren) und fuhr mit ihm und dessen Freundin von seinem Wohnort in N.________ aus 
mit dem Personenwagen Audi .________, P.________ (A.________), in der Nacht vom 13. auf den 
14. Januar 2019 auf einer nicht bekannten Route (evtl. via Luzern - Gotthard) nach Mailand, Haupt-
bahnhof. Dort holten sie ca. um 01:40 Uhr 2 nicht identifizierte Personen (einen Mann und eine 
schwangere Frau) ohne Aufenthaltsrecht in der Schweiz oder einem Schengen-Staat (was sie wuss-
ten) ab. Zusammen reisten sie danach auf einer nicht bekannten Route (evtl. via Innsbruck) zurück 
bis nach Deutschland, Region Bremen, wo sie die erwähnten Personen an einen unbekannten Ort 
brachten.

C.________ gab A.________, vorwiegend per Telefon, die notwendigen Instruktionen, übermittelte 
ihm die für den Transport notwendigen Informationen und stand während der Schlepperfahrt laufend 
mit ihm in Kontakt. 

Für diese Schlepperfahrt erhielten die Beschuldigten einen Betrag in unbekannter Höhe (wobei 
A.________ von C.________ in Aussicht gestellt wurde, dass er ihm CHF 500.00 seiner Schulden er-
lassen werde. Evtl. erhielten C.________, A.________ und O.________ zusammen Euro 1'800.00). 

8. Unbestrittener/bestrittener Sachverhalt

Der angeklagte Sachverhalt gemäss Ziff. 7. hiervor ist im Wesentlichen unbestritten 
(vgl. hierzu auch die nachfolgende Beweiswürdigung in Ziff. 11.). 

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9. Beweismittel

Der Kammer liegen zur Beurteilung des angeklagten Sachverhalts der Sammelrap-
port inkl. Deliktsblatt 15 der Kantonspolizei Bern (pag. 1484 ff.), die Echtzeitüber-
wachung (TK) der Rufnummer von C.________ (pag. 1487 ff.), die Mobiltelefon-
auswertung von C.________ (pag. 1501 ff.), der Beleg Mahnung betreffend Maut-
stelle (pag. 1511 ff.) sowie die Aussagen von G.________ (pag. 1522 ff., pag. 8921 
ff.), C.________ (pag. 2581 ff., pag. 2596 ff., pag. 2605 ff., pag. 2620 ff., pag. 2659 
ff., pag. 2707 ff., pag. 2715 ff., pag. 2768 ff. sowie pag. 8125 ff.) und des Beschul-
digten (pag. 2799 ff., pag. 2812 ff., pag. 2825 ff., pag. 2843 ff., pag. 2875 ff., pag. 
2898 ff., pag. 2916 ff., pag. 2931 ff., pag. 8107 ff., pag. 8930 ff.) vor. 

Auf eine Zusammenfassung der Beweismittel wird an dieser Stelle verzichtet. Die-
se werden – sofern relevant – im Rahmen der nachfolgenden Beweiswürdigung der 
Kammer aufgegriffen. 

10. Beweisergebnis der Vorinstanz

Die Vorinstanz gelangte im Rahmen ihrer Beweiswürdigung zu folgendem Ergebnis 
(S. 122 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 8414 f.):

Im Beweisergebnis erachtet das Gericht es als erstellt, dass C.________ A.________ den Auftrag er-
teilte, zwei ausländische Staatsangehörige (ohne Visum / Aufenthaltstitel für die Schweiz oder einen 
anderen Schengen-Staat und ohne ausreichende finanzielle Mittel) in Mailand/I abzuholen und sie 
nach Deutschland (Region Bremen) zu bringen.

A.________ führte den Auftrag in der Folge zusammen mit O.________ (und evtl. dessen Freundin) 
mit dem Personenwagen von G.________ aus, indem sie sich in der Nacht vom 13. auf den 
14.01.2019 nach Mailand begaben, die zwei erwähnten, unbekannt gebliebenen Personen einluden, 
über Österreich nach Deutschland fuhren und die beiden in der Region Bremen abluden.

C.________ gab A.________, vorwiegend per Telefon, die notwendigen Instruktionen, übermittelte 
ihm die für den Transport notwendigen Informationen und stand während der Schlepperfahrt laufend 
mit ihm in Kontakt.

Sowohl C.________ als auch A.________ verfolgten mit dem Personentransport das Ziel, Geld zu 
verdienen. Für die Schlepperfahrt erhielten sie einen Betrag in unbekannter Höhe, evtl. EUR 1'800.00. 
C.________ stellte A.________ in Aussicht, ihm CHF 500.00 seiner Schulden zu erlassen.

11. Beweiswürdigung der Kammer

Die Vorinstanz erachtete den Sachverhalt gemäss Anklageschrift als erwiesen, 
während der Freispruch aus rechtlichen Gründen erging. Auf die nachvollziehbare 
vorinstanzliche Beweiswürdigung – welche im Übrigen von keiner Partei beanstan-
det wurde – kann vorab verwiesen werden (S. 117 ff. der erstinstanzlichen Urteils-
begründung, pag. 8409 ff.). 

Im Rahmen der Echtzeitüberwachung der Mobiltelefonnummer von C.________ 
wurden Gespräche zwischen C.________ und dem Beschuldigten vom 14. Januar 
2019 gesichert (pag. 1487 ff.). Der Beschuldigte hat zugegeben, dass es sich bei 
den Gesprächsteilnehmern um ihn und C.________ handelt (pag. 1518, pag. 2848, 
pag. 2877). Am 14. Januar 2019 telefonierten die beiden mehrfach miteinander. 
Aus diesen Gesprächen geht ohne Weiteres hervor, dass der Beschuldigte im Auf-

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trag und mit Weisungen von C.________ Personen von Italien nach Deutschland 
transportierte (S. 117 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 8409 ff.). 
Der Beschuldigte gab auf Vorhalt der Telefonaufzeichnungen zu, zwei Personen 
nach Deutschland gebracht zu haben. Er führte hierzu folgendes aus (pag. 1518 f., 
Z. 111 ff.):

An einem Nachmittag um ca. 17:00 Uhr hatte mich C.________ angerufen. Er sagte mir, es gebe ei-
nen Mann und eine Frau welche von Milano nach Deutschland gebracht werden müssten. Ich fragte 
ihn, ob er sicher sei, dass ich das machen müsse. Er sagte ja, ich hätte Schulden bei ihm. Damals 
war meine Frau nicht dabei. Ein Cousin von Deutschland war dabei. Er heisst O.________. Wir waren 
mit unserem Fahrzeug, also dem Audi .________ unterwegs. Wir fuhren von Bern via Luzern-
Gotthard nach Italien. In Chiasso passierten wir die Grenze. Wir trafen dann in Milano Centrale ein. 
Q.________ hatte schon gewartet. Er hatte die Leute bereitgemacht. C.________ hatte dies alles 
schon organisiert. C.________ hatte manchmal angerufen und das so gesagt. Der Mann und die 
Frau, ein Ehepaar, sind dann bei uns in den Audi eingestiegen. Zu viert fuhren wir dann von Milano 
nach Innsbruck. C.________ hatte gesagt, dass wir nicht durch die Schweiz fahren. Die Strecke kann 
ich nicht bezeichnen. Von Österreich fuhren wir dann nach Deutschland. Wir haben die mega weit 
gebracht, fast bis nach Bremen.

Er ergänzte ferner, Geld habe er keines erhalten. C.________ habe immer gesagt, 
das Geld bleibe im Geschäft im Irak. Es gebe keine Bezahlung (pag. 1519, Z. 125 
ff.). Es habe sich um Jesiden gehandelt, sie hätten italienische oder deutsche Päs-
se gehabt (pag. 1519, Z. 133 f.). Er habe die Ankunft C.________ mitgeteilt (pag. 
1519, Z. 136). O.________ und er seien dann zurück nach Bern zu C.________ 
gefahren und hätten ihm nochmals Bescheid gesagt (pag. 1519 Z. 138 f.). Ihm sei-
en CHF 500.00 Schulden von C.________ erlassen worden. Das Benzin habe 
C.________ bezahlt respektive habe er den Audi vollgetankt. Der Tankinhalt habe 
für die ganze Strecke gereicht (pag. 1519 Z. 145 f.). Im Rahmen seiner Einvernah-
me vom 24. Mai 2019 erklärte der Beschuldigte, dass sein Cousin und er vermut-
lich mit dem Opel R.________ von Deutschland aus über die Schweiz nach Chias-
so und weiter nach Milano gefahren seien und sie das Ehepaar in einem Café ab-
geholt hätten. Sie seien dann über Österreich nach Deutschland und hätten sie ir-
gendwo in die Nähe von Bremen gefahren (pag. 1521, Z. 337 ff.). Auf Nachfrage 
nach besonderen Vorfällen gab er an, sie hätten kein Ticket für die Strasse gehabt, 
deshalb seien sie angehalten worden. Sein Cousin habe ihm gesagt, er solle 
C.________ sagen, dass sie von der Polizei angehalten worden seien, das habe 
nicht gestimmt. Er könne sich erinnern, sie seien nicht mit dem Opel, sondern mit 
dem Audi unterwegs gewesen (pag. 1521, Z. 345 ff.). Er habe den Transport im 
Auftrag von C.________ durchgeführt (pag. 1521, Z. 352). C.________ habe ihm 
gesagt, dass er pro Kopf mit CHF 250.00 rechne (pag. 1521, Z. 355). Die Freundin 
von seinem Cousin und sein Cousin seien gefahren, er nicht (pag. 1521, Z. 358). 
Bei der Staatsanwaltschaft gab er zu Protokoll, er sei mit O.________ und dessen 
Freundin unterwegs gewesen (pag. 2945, Z. 493), sie hätten die Personen in Mila-
no am Hauptbahnhof abgeholt (pag. 2945, Z. 497), er könne sich nicht erinnern, wo 
er sie hingebracht habe (pag. 2945, Z. 506). C.________ habe etwas damit zu tun 
gehabt, was genau, müsse man ihn fragen (pag. 2946, Z. 512). C.________ habe 
ihm den Auftrag erteilt (pag. 2946 Z. 515). Sie hätten damals eine Barzahlung er-
halten; er glaube EUR 1'800.00 (pag. 2946, Z. 518). Auf Vorhalt seiner Angaben 

14

bei der Polizei gab er an, diese seien richtig (pag. 2946, Z. 524). Im Rahmen seiner 
erst- und oberinstanzlichen Einvernahme bestätigte der Beschuldigte schliesslich 
die Vorwürfe implizit, auch wenn er sich an vieles nicht mehr erinnern konnte oder 
wollte (pag. 8111, Z. 31 ff., pag. 8938, Z. 34 ff. und pag. 8939, Z. 1 ff.).

Auch wenn sich – wie bereits die Vorinstanz festgestellt hat – in den Aussagen des 
Beschuldigten einige kleinere Widersprüche finden und er seine Beteiligung 
zunächst abgestritten hat, so sind seine späteren Angaben in den Kernpunkten 
konstant und glaubhaft. Der Beschuldigte sagte aus, er habe gemäss Auftrag von 
C.________ Personen in Mailand abgeholt und diese dann via Österreich nach 
Deutschland bzw. in die Nähe von Bremen gefahren. Seine Aussagen stimmen 
nicht nur mit den abgehörten Telefongesprächen und den Angaben von 
G.________ (pag. 1523, Z. 161 ff.) überein, sondern auch mit der aktenkundigen 
Mahnung betreffend nicht bezahlte Mautgebühr für eine Fahrt mit dem Audi 
.________ von G.________ (P.________, 14.01.2019), welche anlässlich der 
Hausdurchsuchung sichergestellt werden konnte (pag. 1511 f.). Diese Mahnung in-
kl. Kopie des Fahrzeugausweises zeigt auf, dass der Beschuldigte tatsächlich in 
Österreich angehalten wurde. Sowohl aus den abgehörten Gesprächen (pag. 1397; 
vgl. auch S. 119 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 8411) als auch aus 
den Aussagen des Beschuldigten geht sodann hervor, dass die Freundin von 
O.________ (teilweise) am Steuer gesessen (pag. 2853, Z. 358) resp. dabei gewe-
sen sei (pag. 2945, Z. 493). Obwohl der Beschuldigte bei einigen Aussagen bloss 
O.________, nicht aber dessen Freundin erwähnte, hat er deren Mitfahrt, nebst 
den entsprechenden Erwähnungen, auch nie ausdrücklich in Abrede gestellt. Es ist 
demnach davon auszugehen, dass die Freundin von O.________ anlässlich der 
Fahrt vom 13./14. Januar 2019 dabei war. Der Beschuldigte brachte bei seiner Ein-
vernahme vom 17. April 2019 sodann zwar vor, die (von Milano über Öster-
reich/Innsbruck nach Deutschland/Bremen) geschleppten Personen hätten italieni-
sche oder deutsche Pässe gehabt (pag. 2829, Z. 133 f.; so auch im Rahmen einer 
weiteren Einvernahme [pag. 2883, Z. 279 f.]), später zeigte er sich jedoch gestän-
dig, illegale Transporte resp. Schleppungen vorgenommen zu haben (pag. 2883, Z. 
283 f., pag. 2932, Z. 43 ff., pag. 8111, Z. 26 ff.), womit klar wird, dass die ge-
schleppten Personen über keine Aufenthaltsberechtigungen verfügt haben. Dies-
bezüglich kann auf die überzeugenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen 
werden (S. 29 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 8321 f.). Auf die 
Aussagen des Beschuldigten zum Kernsachverhalt kann demnach abgestellt wer-
den. Es ist nicht ersichtlich, weshalb der Beschuldigte in Bezug auf die hier noch 
relevante Fahrt vom 13./14. Juni 2024 bzw. generell zu den entsprechenden Abläu-
fen etwas erfinden sollte. Ein Motiv für eine Falschaussage ist den Akten jedenfalls 
nicht zu entnehmen.

C.________ wollte demgegenüber vom Vorfall nichts wissen, auch auf Vorhalt des 
angeklagten Vorwurfs und nach Abspielen der gesicherten Telefongespräche nicht 
(pag. 1516, Z. 280 f. und pag. 1516, Z. 287 ff.). Auch bei der Staatsanwaltschaft 
und bei der Vorinstanz betritt er die Vorwürfe vehement und pauschal. Er gab an, 
der Beschuldigte lüge in dieser Sache (pag. 2787, Z. 625 ff. und pag. 8130, Z. 20 
ff.). Die Aussagen von C.________ überzeugen angesichts der vorliegenden objek-

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tiven Beweismittel und insbesondere auch der glaubhaften Aussagen des Beschul-
digten nicht und sind als Schutzbehauptungen zu werten. 

12. Fazit

Damit ist das vorinstanzliche Beweisergebnis zu bestätigen. Abweichend vom an-
geklagten Sachverhalt ist – übereinstimmend mit der Vorinstanz – einzig davon 
auszugehen, dass der Beschuldigte am 14. Januar 2019 mit den geschleppten 
Personen nicht auf unbekannter Route zurück, sondern von Mailand aus über Ös-
terreich nach Deutschland fuhr. 

Es ist demnach davon auszugehen, dass der Beschuldigte von C.________ den 
Auftrag erhielt, zwei ausländische Staatsangehörige (ohne entsprechenden Auf-
enthaltstitel oder Visum für die Schweiz bzw. einen Schengen-Staat) in Mailand 
abzuholen und sie nach Deutschland zu fahren. Der Beschuldigte führte diesen 
Auftrag gemeinsam mit O.________ und dessen Freundin mit dem Audi von 
G.________ aus. Sie fuhren nach Mailand, luden die Personen ein und fuhren über 
Österreich nach Deutschland, wo sie die beiden Personen in der Region Bremen 
abluden. C.________ gab A.________, vorwiegend per Telefon, die notwendigen 
Instruktionen, übermittelte ihm die für den Transport notwendigen Informationen 
und stand während der Schlepperfahrt laufend mit ihm in Kontakt. Für diesen Auf-
trag erhielt der Beschuldigte einen Betrag in unbekannter Höhe, resp. es wurde ihm 
von C.________ in Aussicht gestellt, ihm CHF 500.00 seiner Schulden zu erlassen. 

III. Rechtliche Würdigung

13. Oberinstanzliche Vorbringen der Parteien

13.1 Staatsanwaltschaft

Von Seiten der Staatsanwaltschaft wurde im Rahmen der Berufungsverhandlung 
kurz zusammengefasst vorgebracht, dass C.________ für diesen Sachverhalts-
komplex verurteilt worden sei und die Bande der Mittäterschaft die Verknüpfung für 
den Beschuldigten begründe. Ein Handeln im Inland sei auch den anderen anzu-
rechnen. Der Erfolg der Mittäter sei Anknüpfungspunkt für alle anderen (vgl. auch 
Urteil des Bundesgerichts [BGer] 6B_518/2014 vom 4. Dezember 2014, E. 10.7.1). 
Der vorinstanzliche Freispruch sei demnach nicht korrekt (pag. 8941).

13.2 Verteidigung

Von Seiten der Verteidigung wurde im Rahmen der Berufungsverhandlung kurz zu-
sammengefasst ausgeführt, dass die Täterschaft (so auch Mittäter) nach Art. 116 
AIG in der Schweiz sein müsse. Die transportierten Personen seien sodann zu kei-
nem Zeitpunkt in die Schweiz eingereist. Der vorinstanzliche Freispruch sei dem-
nach zu bestätigen (pag. 8943).

14. Allgemeine rechtliche Grundlagen

Vorab kann auf die zutreffenden vorinstanzlichen Erwägungen verwiesen werden 
(S. 47 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 8339 ff.). Der Vollständig-

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keit halber werden nachfolgend die wichtigsten Ausführungen der Vorinstanz wie-
dergegeben: 

Gemäss Art. 116 Abs. 1 Bst. a und abis AIG wird bestraft, wer im In- oder Ausland einer Ausländerin 
oder einem Ausländer die rechtswidrige Ein- oder Ausreise oder den rechtswidrigen Aufenthalt in der 
Schweiz erleichtert oder vorbereiten hilft (Bst. a) oder wer vom Inland aus einer Ausländerin oder ei-
nem Ausländer die rechtswidrige Ein-, Durch- oder Ausreise oder den rechtswidrigen Aufenthalt in ei-
nem Schengen-Staat erleichtert oder vorbereiten hilft (Bst. abis). 

Strukturell handelt es sich beim Tatbestand von Abs. 1 Bst. a, b und c um tatbestandlich verselbst-
ständigte Gehilfenschaft zu demjenigen von Art. 115 AIG. Aufgrund dieser Verselbstständigung ist der 
Strafmilderungsgrund von Art. 25 StGB für Gehilfenschaft nicht anwendbar. Strafbar sind nicht nur Er-
leichterungshandlungen, sondern auch Vorbereitungshandlungen dazu (ZÜND Andreas, in Spescha 
[Hrsg.], Orell Füssli Kommentar, Migrationsrecht Kommentar, 2019, Art. 116 N 1). Das Verbringen in 
die Nähe der Schweizer Grenze oder gar an die Schweizer Grenze muss als solche verselbstständig-
te Vorbereitungshandlung gewertet werden, weshalb es sich hier nicht mehr um einen Versuch, son-
dern um ein vollendetes Delikt handelt (ZÜND, a.a.O., N 2). 

Strafbar sind betreffend Art. 116 Abs. 1 Bst. a AIG im In- und Ausland begangene Unterstützungs-
handlungen (BGE 146 IV 297 E. 2.1.). Eine Abgrenzung zwischen der Vorbereitungshilfe und dem Er-
leichtern ist nur insofern möglich, als der Ausländer zum Zeitpunkt, in welchem das Erleichtern ein-
setzt, das Vorbereitungsstadium der geplanten illegalen Ein- oder Ausreise bereits abgeschlossen hat 
(MAURER Hans, in: Donatsch [Hrsg.], StGB/JStG, Orell Füssli Kommentar, 20. Aufl., 2018, Art. 116 
AIG N 4).

Der Tatbestand erfasst grundsätzlich alle Handlungen, die den Behörden den Erlass oder Vollzug von 
Verfügungen gegen Ausländer erschweren oder die Möglichkeit des Zugriffs auf diese einschränken 
(Urteil des Bundesgerichts 6B_60/2018 vom 21.12.2018 E. 2.2.1). Die inkriminierten Handlungen rei-
chen dabei vom Vermitteln an einen Schlepper, der Planung des Grenzübertritts, der Beschaffung von 
falschen Pässen oder Flugtickets über die Organisation von Unterkünften bis hin zur Hilfe beim ei-
gentlichen Grenzübertritt. Sie müssen jeweils eine Hilfestellung beinhalten, das heisst das Risiko der 
Rechtsgutverletzung vergrössern. Die rechtswidrige Einreise in die Schweiz erleichtert namentlich, 
wer ohne Täuschungsmanöver Ausländerinnen oder Ausländer ohne Aufenthaltsrecht mit dem Auto 
über die Grenze befördert (VETTERLI/D’ADDARIO DI PAOLO, in: Caroni/Gächter/Thurnherr [Hrsg.], Hand-
kommentar zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer, 2010, Art. 116 AuG N. 14). 

Die Rechtswidrigkeit der Einreise bestimmt sich u.a. nach Art. 115 Abs. 1 Bst. a AIG. Sie ist unter an-
derem dann erfüllt, wenn die Einreisebestimmungen nach Art. 5 AIG verletzt werden. Die Grenze gilt 
als überschritten, wenn der Grenzposten passiert wurde. Rechtswidrig ist die Einreise nach Bst. a, 
wenn sie ohne Ausweispapier, ohne das erforderliche Visum oder mit gefälschten Papieren (Urteil des 
Bundesgerichts 6B_619/2012 vom 18.12.2012 E. 1.3.2.) erfolgt. AusländerInnen, die in die Schweiz 
einreisen, müssen sodann über die für den Aufenthalt notwendigen finanziellen Mittel verfügen (Art. 5 
Abs. 1 Bst. b AIG).

Weiter wird unter Abs. 1 Bst. abis des Artikels 116 AIG die Erleichterung oder Vorbereitung der 
rechtswidrigen Ein-, Durch- oder Ausreise oder des rechtswidrigen Aufenthalts in einem Schengen-
Staat unter Strafe gestellt, sofern die Tathandlung vom Inland aus erfolgt. Wie in Abs. 1 Bst. a bedeu-
tet die unerlaubte Einreise «das Überschreiten von Grenzen, ohne die erforderlichen Voraussetzun-
gen für die erlaubte Einreise in den Aufnahmestaat zu erfüllen». Die Einreisevoraussetzungen werden 
dabei im Regelungsbereich der betroffenen Schengen-Staaten belassen. Die Einreise bleibt dabei 

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auch rechtswidrig, wenn lediglich einzelne Voraussetzungen fehlen, wie etwa ein von der Person nicht 
ausgefülltes Formular, sofern dies eine Einreisevoraussetzung darstellt (MOSER Veronika, Menschen-
schmuggel in der Schweiz, ZStöR – Zürcher Studien zum öffentlichen Recht, 2019, N 138). 

[…]

Der subjektive Tatbestand verlangt Vorsatz. Strafbar ist, wer einer ausländischen Person mit Wissen 
und Willen die rechtswidrige Einreise oder den rechtswidrigen Aufenthalt in die Schweiz oder einen 
Schengen-Staat erleichtert oder vorbereiten hilft. Eventualvorsatz genügt (Urteil des Bundesgerichts 
6B_128/2009 vom 17.07.2009 E.2.2).

Die Strafe ist Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe und mit der Freiheitsstrafe ist eine 
Geldstrafe zu verbinden, wenn die Täterin oder der Täter mit der Absicht handelt, sich oder einen an-
dern unrechtmässig zu bereichern (Art. 116 Abs. 3 Bst. a AIG), oder für eine Vereinigung oder Gruppe 
handelt, die sich zur fortgesetzten Begehung dieser Tat zusammengefunden hat (Art. 116 Abs. 3 Bst. 
b AIG). 

Bereicherung bedeutet jede wirtschaftliche Besserstellung. Sie muss nicht eintreten, es genügt die 
Absicht, sich zu bereichern. Die Bereicherung soll zu Gunsten des Täters oder eines Dritten erfolgen. 
Unrechtmässig ist unter anderem die Bereicherung aus Schlepperverträgen, da solche Verträge im-
mer einen widerrechtlichen Inhalt aufweisen (VETTERLI/D’ADDARIO DI PAOLO, a.a.O., N 23). Unerheblich 
ist, ob der Täter/die Täterin den Vermögensvorteil vom Ausländer, dessen Aufenthalt er erleichtert 
oder dessen Einreise er ermöglicht oder vorbereiten geholfen hat, direkt oder von einer Drittperson er-
langt (MAURER, a.a.O., N. 11).

Der zweite Qualifikationsgrund besteht darin, dass der Täter für eine Vereinigung oder Gruppe von 
Personen handelt, die sich zur fortgesetzten Begehung dieser Taten zusammengefunden hat. Was 
unter einer Vereinigung oder Gruppe zu verstehen ist, geht aus dem Gesetz nicht hervor. Der Text 
lehnt sich an den Begriff der Bandenmässigkeit an, sodass nach der hier verstandenen Auffassung 
die im allgemeinen Strafrecht gebräuchliche Definition auch hier zur Anwendung gelangen sollte (so: 
MAURER, a.a.O., N 12; ZÜND, a.a.O., N 8; SAUTHIER Gaëlle, Code annoté de droit des migrations – Vo-
lume II, Loi sur les étrangers, 2017, S. 1310-1320, N 34; MERIBOUTE Nadia, La traite d'êtres humains à 
des fins d'exploitation du travail, CG – Collection genevoise, 2020, S. 91-118 N 231; a.M.: VETTER-
LI/D’ADDARIO DI PAOLO, a.a.O., N 24). 

Nach der Rechtsprechung ist Bandenmässigkeit gegeben, wenn zwei oder mehr Täter sich mit dem 
ausdrücklich oder konkludent geäusserten Willen zusammenfinden, inskünftig zur Verübung mehrerer 
selbstständiger, im Einzelnen möglicherweise noch unbestimmter Straftaten zusammenzuwirken. 
Zweck der Qualifikation ist die besondere Gefährlichkeit, die sich daraus ergibt, dass der Zusammen-
schluss die Täter stark macht und die fortgesetzte Verübung solcher Delikte voraussehen lässt (BGE 
135 IV 158 E. 2. und E. 3.3; 132 IV 132 E. 5.2.; 124 IV 86 E. 2b.; 78 IV 227 E. 2.; 72 IV 110 E. 2.). Ei-
ne Bande kann nach der Rechtsprechung schon beim Zusammenschluss von zwei Tätern gegeben 
sein, wenn nur gewisse, über die blosse Mittäterschaft hinausgehende Mindestansätze einer Organi-
sation (etwa einer Rollen- oder Arbeitsteilung) vorliegen oder die Intensität des Zusammenwirkens ein 
derartiges Ausmass erreicht, dass von einem bis zu einem gewissen Grade fest verbundenen und 
stabilen Team gesprochen werden kann, auch wenn dieses allenfalls nur kurzlebig war (BGE 135 IV 
158 E. 2. und 3.;124 IV 86 E. 2b.; Urteil des Bundesgerichts 6B_510/2013 vom 03.03.2014 E. 3.3 
m.H.).

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In subjektiver Hinsicht wird bei der Qualifikation nach Absatz 3 Bst. b verlangt, dass der Zusammen-
schluss und die Zielrichtung der Gruppe dem Täter bewusst sind. Er muss den Willen zur Begehung 
von Schlepperhandlungen mit den anderen Mitgliedern teilen.

Ist der Täter für eine Vereinigung oder Gruppe tätig, so ist es für die Qualifikation unerheblich, ob er in 
Bereicherungsabsicht gehandelt hat oder nicht (MAURER, a.a.O., N 12).

Ergänzend bzw. teilweise wiederholend ist zur Mittäterschaft Folgendes festzuhal-
ten: Als Mittäter gilt nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung, «wer bei der Ent-
schliessung, Planung oder Ausführung eines Deliktes vorsätzlich und in massge-
bender Weise mit anderen Tätern zusammenwirkt, so dass er als Hauptbeteiligter 
dasteht» (statt vieler Urteil des BGer 6B_127/2021 vom 27. September 2021 
E. 4.1). In objektiver Hinsicht verlangt die Mittäterschaft keine direkte Beteiligung 
oder gar «Herrschaft» über die Ausführung der konkreten Straftat. Auch die mass-
gebliche Tatherrschaft bzw. «Mit-Tatherrschaft» begründende Beteiligung an der 
Entschlussfassung bzw. an der Planung oder Koordination kann genügen. Jedem 
Mittäter werden dabei – in den Grenzen seines (Eventual-)Vorsatzes – die kausa-
len Tatbeiträge der anderen Mittäter angerechnet (zum Ganzen FORSTER, in: Bas-
ler Kommentar Strafgesetzbuch, 4. Aufl. 2019, N. 8 f. zu vor Art 24 StGB). In sub-
jektiver Hinsicht setzt Mittäterschaft Vorsatz und einen gemeinsamen Tatent-
schluss voraus. Der gemeinsame Tatentschluss braucht nicht ausdrücklich zu sein, 
sondern kann auch bloss konkludent bekundet werden. Eventualvorsatz genügt. 
Der Mittäter braucht an der ursprünglichen Entschlussfassung nicht von Anfang an 
mitgewirkt zu haben, er kann sich den Tatentschluss auch erst sukzessive (spätes-
tens bis zur Vollendung des Deliktes) zu eigen machen (zum Ganzen FORSTER, 
a.a.O., N. 12 zu vor Art. 24 StGB).

15. Subsumtion

15.1 Art. 116 Abs. 1 Bst a AIG

Gemäss Beweisergebnis ist erstellt, dass C.________ dem Beschuldigten den Auf-
trag erteilte, zwei ausländische Staatsangehörige ohne Visum oder anderweitigen 
Aufenthaltstitel für die Schweiz oder für einen anderen Schengen-Staat in Mailand 
(Italien) abzuholen und nach Deutschland zu fahren. Er liess ihm hierfür telefonisch 
die benötigten Informationen zukommen und der Beschuldigte führte diesen Auf-
trag aus, indem er gemeinsam mit O.________ und dessen Freundin die zwei Per-
sonen mit dem Auto in Mailand abholte und via Österreich nach Deutschland (Re-
gion Bremen) brachte. 

Er hat damit ohne Zweifel die rechtswidrige Einreise der beiden ausländischen 
Staatsangehörigen von Italien nach Deutschland via Österreich erleichtert und für 
einen reibungslosen Ablauf gesorgt. Wie die Vorinstanz aber zutreffend festgehal-
ten hat, fand zu keinem Zeitpunkt eine Einreise in die Schweiz statt; vielmehr führte 
die Route direkt von Italien über Österreich nach Deutschland, so dass der objekti-
ve Tatbestand von Art. 116 Abs. 1 Bst. a AIG, welcher voraussetzt, dass eine Ein-
reise in die Schweiz erfolgte, nicht erfüllt ist.

19

15.2 Art. 116 Abs. 1 Bst. abis AIG

In Bezug auf den erstellten Sachverhalt bzw. den Geschehensablauf kann auf Ziff. 
15.1 hiervor verwiesen werden. Art. 116 Abs. 1 Bst. abis AIG erfasst u.a. die Erleich-
terung der rechtswidrigen Einreise in einen Schengen-Staat, sofern die Tathand-
lung vom Inland aus erfolgt. Entgegen der Auffassung der Vorinstanz erachtet die 
Kammer diese Voraussetzung als erfüllt. Aufgrund des Zusammenwirkens von 
C.________ und dem Beschuldigten ist – neben dem Merkmal der fortgesetzten 
Deliktsbegehung (vgl. hierzu nachfolgend) – eben auch Mittäterschaft anzuneh-
men. C.________ gab dem Beschuldigten den Auftrag zum Personentransport mit 
der Folge, dass der Beschuldigte in Ausführung des Auftrags nach Mailand fuhr, 
wo er zwei Personen abholte und diese über Österreich nach Deutschland brachte. 
Auf der Fahrt nahm der Beschuldigte telefonisch die Instruktionen durch 
C.________ entgegen und gab diesem jeweils die gewünschten Informationen zum 
aktuellen Stand. Wie die Vorinstanz treffend ausführte, arbeiteten C.________ und 
der Beschuldigte intensiv zusammen, wobei ohne die Tathandlung des einen die 
Ausführung durch den Anderen nicht möglich gewesen bzw. ins Leere gelaufen 
wäre (S. 124 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 8416). Mithin muss sich 
der Beschuldigte (auch) bezüglich der hier zu beurteilenden Fahrt den Tatbeitrag 
seines Mittäters C.________ anrechnen lassen, womit auch die Organisation des 
Personentransports durch C.________ aus der Schweiz dem Beschuldigten ange-
lastet werden kann. Der guten Ordnung halber ist festzuhalten, dass der Beschul-
digte mit dem entsprechenden Auftrag auch von der Schweiz aus losfuhr. 

Der Beschuldigte handelte diesbezüglich direktvorsätzlich, womit sowohl die objek-
tiven wie auch die subjektiven Tatbestandsmerkmale von Art. 116 Abs. 1 Bst. abis 
AIG erfüllt sind (zu den Qualifikationen, vgl. nachfolgend). 

15.3 Qualifikation der Bereicherungsabsicht (Art. 116 Abs. 3 Bst. a AIG)

Gemäss Beweisergebnis versprach C.________ dem Beschuldigten einen Betrag 
in unbekannter Höhe, resp. ihm für den Personentransport vom 14. Januar 2019 
CHF 500.00 seiner Schulden zu erlassen. Damit beabsichtigte der Beschuldigte, 
sich mit dieser Schleppung wirtschaftlich besserzustellen. Da sich die Bereicherung 
auf einen Vertrag mit widerrechtlichem Inhalt (Schleppervertrag) stützt, ist sie un-
rechtmässig. Entsprechend ist der Qualifikationsgrund von Art. 116 Abs. 3 Bst. a 
AIG erfüllt. 

15.4 Qualifikation der fortgesetzten Tatbegehung (Art. 116 Abs. 3 Bst. b AIG)

Die Vorinstanz sprach den Beschuldigten mit den rechtskräftigen Schuldsprüchen 
gemäss Ziff. III. /1.1, 1.2, 1.4 und 1.6 des erstinstanzlichen Dispositivs (pag. 8237 
f.) überdies der fortgesetzten Tatbegehung (Qualifikation nach Art. 116 Abs. 3 Bst. 
b AIG) schuldig. Auf die Begründung hierzu kann vorab verwiesen werden (S. 51 
der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 8343 f.). 

Es führt zu einer Qualifizierung des Delikts, wenn die Schleuserin oder der Schleu-
ser «für eine Vereinigung oder Gruppe handelt, die sich zur fortgesetzten Bege-
hung dieser Tat zusammengefunden hat» (Art. 116 Abs. 3 Bst. b AIG). Auch be-
züglich der im oberinstanzlichen Verfahren noch zu beurteilenden Fahrt vom 
14. Januar 2019 liegt im Zusammenhang mit den bereits rechtskräftigen Schuld-

20

sprüchen des Beschuldigten (vgl. hiervor) eine im Sinne von Art. 116 Abs. 3 Bst. b 
AIG qualifizierte Tatbegehung vor. Der Transport wurde von C.________ organi-
siert und dem Beschuldigten in Auftrag gegeben, wobei C.________ während der 
Fahrt telefonische Instruktionen erteilte. Der Beschuldigte führte den Auftrag aus, 
indem er von seinem Wohnort aus nach Mailand fuhr und anschliessend zwei aus-
ländische (Dritt-)Staatsangehörige über Österreich nach Deutschland fuhr. Damit 
handelten der Beschuldigte und C.________ organisiert und geplant. Aufgrund der 
mit Blick auf die erwähnten rechtskräftigen Verurteilungen bestehenden Mehrzahl 
von in dieser Weise organisierten Schleppungen wurde auch der Tatbeweis für den 
zumindest konkludent geäusserten Willen zur Durchführung mehrerer selbständi-
ger Schleppungen erbracht. Daher ist der Qualifikationsgrund von Art. 116 Abs. 3 
Bst. b AIG auch für die Fahrt vom 14. Januar 2019 erfüllt. 

16. Fazit 

Sowohl die objektiven wie auch die subjektiven Merkmale von Art. 116 Abs. 1 Bst. 
abis i.V.m. Abs. 3 Bst. a und b AIG sind erfüllt. Rechtfertigungs- und/oder Schuld-
ausschliessungsgründe liegen keine vor. Der Beschuldigte hat sich nach dem Ge-
sagten der qualifizierten Widerhandlung gegen das Ausländer- und Integrationsge-
setz, begangen durch Erleichterung der rechtswidrigen Einreise in einen Schen-
gen-Staat, zusammen mit C.________ schuldig gemacht (Art. 116 Abs. 1 Bst. abis 
i.V.m. Abs. 3 Bst. a und b AIG).

IV. Strafzumessung

17. Anwendbares Recht

Hat der Täter ein Verbrechen oder Vergehen vor Inkrafttreten des neuen Strafge-
setzbuches begangen, erfolgt die Beurteilung aber erst nachher, so ist gemäss 
Art. 2 Abs. 2 StGB das neue Gesetz anzuwenden, wenn dieses für ihn das mildere 
ist. Dies gilt auch bei Partialrevisionen sowie auf dem Gebiet des Nebenstrafrechts 
(POPP/BERKEMEIER, in: Basler Kommentar Strafgesetzbuch, 4. Aufl. 2019, N. 4 zu 
Art. 2 StGB). Der Vergleich der Schwere verschiedener Strafnormen ist nach der 
sog. konkreten Methode vorzunehmen, wonach sich umfassende Beurteilungen 
des Sachverhalts nach altem und nach neuem Recht gegenüberzustellen sind. An-
zuwenden ist in Bezug auf ein und dieselbe Tat nur entweder das alte oder das 
neue Recht. Eine kombinierte Anwendung der beiden Rechte ist ausgeschlossen. 
Hat der Täter mehrere selbständige strafbare Handlungen begangen, so ist in Be-
zug auf jede einzelne Handlung gesondert zu prüfen, ob das alte oder das neue 
Recht milder ist. Gegebenenfalls ist eine Gesamtstrafe zu bilden (vgl. BGE 134 IV 
82 E. 6.2.3). Ausschlaggebend ist, nach welchem der beiden Rechte der Täter für 
die gerade zu beurteilende Tat besser wegkommt (BGE 134 IV 82 E. 6.2.1, BGE 
126 IV 5 E. 2c). Der Gesetzesvergleich hat sich ausschliesslich nach objektiven 
Gesichtspunkten zu richten (BGE 134 IV 82 E. 6.2.2). Massgebend ist dabei das 
Ausmass der mit einer Sanktion verbundenen Beschränkung der persönlichen 
Freiheiten, namentlich der Bewegungsfreiheit, des Eigentums, der Ehre, der 
Betätigungsfreiheit und der Beziehungsfreiheit. Unter den möglichen Strafformen 

21

hat die Freiheitsstrafe als die strengste zu gelten, gefolgt von der Geldstrafe. Sind 
im Übrigen die Sanktionen im Einzelfall gleichwertig, so ist altes Recht anzuwen-
den 
(vgl. POPP/BERKEMEIER, a.a.O., N. 20 zu Art. 2 StGB m.w.H.).

Am 1. Juli 2023 wurde Art. 116 Abs. 3 AIG teilweise revidiert. Für die qualifizierte 
mehrfache Widerhandlung gegen Art. 116 Abs. 3 Bst. a/b AIG erweist sich – wie 
sich zeigen wird – einzig die Freiheitsstrafe als angemessene Sanktion. Davon 
ausgehend, dass dies dazu führt, dass ein Teil der Sanktion nach altem Recht 
zwingend als Geldstrafe auszufällen ist, erweist sich mithin das alte Recht (nach-
folgend aAIG) als milder.

18. Allgemeine Grundlagen der Strafzumessung

Gemäss Art. 47 StGB misst das Gericht die Strafe nach dem Verschulden des 
Täters zu. Bei der Strafzumessung ist zwischen Tat- und Täterkomponenten zu un-
terscheiden. Die Tatkomponenten umfassen das Ausmass des verschuldeten Er-
folges, die Art und Weise der Begehung der Tat, die Willensrichtung und die Be-
weggründe des Täters. Zu den Täterkomponenten sind die persönlichen Verhält-
nisse des Täters, das Vorleben und die Vorstrafen, das Verhalten nach der Tat und 
im Strafverfahren, die Strafempfindlichkeit sowie weitere strafmindernde und straf-
erhöhende Aspekte zu zählen. Nach Art. 50 StGB hat das Gericht in der Urteilsbe-
gründung die für die Zumessung der Strafe erheblichen Umstände und deren Ge-
wichtung zu begründen. Insgesamt müssen seine Erwägungen die ausgefällte 
Strafe rechtfertigen, d.h. das Strafmass muss plausibel erscheinen (BGE 134 IV 17 
E. 2.1).

Hat der Täter durch eine oder mehrere Handlungen die Voraussetzungen für meh-
rere gleichartige Strafen erfüllt, so verurteilt ihn das Gericht zu der Strafe der 
schwersten Straftat und erhöht sie angemessen. Es darf jedoch das Höchstmass 
der angedrohten Strafe nicht um mehr als die Hälfte erhöhen. Dabei ist es an das 
gesetzliche Höchstmass der Strafart gebunden (Art. 49 Abs. 1 StGB). Die Bildung 
einer Gesamtstrafe nach Art. 49 Abs. 1 StGB ist nur bei gleichartigen Strafen mög-
lich. Geldstrafe und Freiheitsstrafe sind nicht gleichartig und daher kumulativ zu 
verhängen. Das Gericht kann auf eine Gesamtfreiheitsstrafe nur erkennen, wenn 
es im konkreten Fall für jeden einzelnen Normverstoss eine Freiheitsstrafe ausfäl-
len würde (sogenannte konkrete Methode). Dass die massgebenden Strafbestim-
mungen abstrakt gleichartige Strafen vorsehen, genügt nicht (BGE 144 IV 313 
E. 1.1.1, BGE 144 IV 217 E. 2.2, BGE 142 IV 265 E. 2.3.2, BGE 138 IV 120 E. 5.2). 

Die frühere Rechtsprechung liess Ausnahmen von der erwähnten konkreten Me-
thode zu, dies beispielsweise bei zeitlich und sachlich eng miteinander verknüpften 
Straftaten, die sich nicht sinnvoll auftrennen und für sich allein beurteilen lassen 
(Urteile des BGer 6B_523/2018 vom 23. August 2018 E. 1.2.2, 6B_210/2017 vom 
25. September 2017 E. 2.2.1, 6B_1011/2014 vom 16. März 2015 E. 4.4). Eine wei-
tere Ausnahme galt, wenn nicht eine deutlich schwerere Tat zusammen mit einer 
oder wenigen weiteren, leichter wiegenden Nebentaten zu sanktionieren war und 
bei einer Gesamtbetrachtung nur eine 360 Einheiten übersteigende Sanktion als 
verschuldensangemessen erschien (Urteile des BGer 6B_499/2013 vom 22. Okto-

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22

ber 2013 E. 1.8, 6B_157/2014 vom 26. Januar 2015 E. 3.1, 6B_65/2009 vom 
13. Juli 2009 E. 1.4.2). Seit dem Urteil BGE 144 IV 313 sind solche Ausnahmen 
nicht mehr zulässig (vgl. dort E. 1.1.2 mit Hinweis auf BGE 144 IV 217 E. 3.5.4, 
vgl. auch Urteile des BGer 6B_59/2020 vom 30. November 2020 E. 4.4, 
6B_619/2019 vom 11. März 2020 E. 3.4). Weiterhin gilt jedoch, dass das Gericht 
anstelle einer Geldstrafe auf eine Freiheitsstrafe erkennen kann, wenn eine Gelds-
trafe voraussichtlich nicht vollzogen werden kann (Art. 41 Abs. 1 Bst. b StGB) 
oder wenn eine solche geboten erscheint, um den Täter von der Begehung weite-
rer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten (Art. 41 Abs. 1 Bst. a StGB). 

Auch nach der neusten Rechtsprechung darf eine Gesamtfreiheitsstrafe sodann 
ausgesprochen werden, wenn viele Einzeltaten zeitlich sowie sachlich eng mitein-
ander verknüpft sind und eine blosse Geldstrafe bei keinem der in einem engen 
Zusammenhang stehenden Delikte geeignet ist, in genügendem Masse präventiv 
auf den Täter einzuwirken (Urteile des BGer 6B_141/2021 vom 23. Juni 2021 
E. 1.3.2, 6B_496/2020 vom 11. Januar 2021 E. 3.4.2, 6B_112/2020 vom 7. Oktober 
2020 E. 3.2, 6B_1186/2019 vom 9. April 2020 E. 2.2 und 2.4). Darüber hinaus 
zulässig ist eine Gesamtstrafe nach wie vor auch bei einer Zusammenfassung ver-
schiedener Delikte zu einem Kollektivdelikt wie namentlich dem gewerbsmässigen 
Delikt, wobei subjektiv ein umfassender Entschluss zur gewerbsmässigen Delikts-
begehung, d.h. zur Bereitschaft, in unbestimmt vielen Fällen oder bei jeder sich bie-
tenden Gelegenheit die Tat wiederholt zu verüben, vorausgesetzt wird (Urteil des 
BGer 6B_482/2017 vom 17. Mai 2017 E. 4.3, mit Verweis auf BGE 116 IV 121 E. 3; 
vgl. MATHYS, Leitfaden Strafzumessung, 2. Aufl. 2019, Rz. 566). Auch ein banden-
mässiges Delikt stellt eine rechtliche Handlungseinheit resp. ein Kollektivdelikt dar 
(vgl. die ständige Praxis des Bundesstrafgerichts, statt vieler Urteil des Bundes-
strafgerichts BG.2023.47 vom 7. November 2023 E. 3.3; vgl. Urteil des Bundesge-
richts 6B_1366/2016 vom 6. Juni 2017 E. 4.4.2). Handelt das Bandenmitglied aber 
auf eigene Faust oder in Mittäterschaft mit einem Aussenstehenden, steht das De-
likt ausserhalb der Bandenabrede und ist die Voraussetzung der Bandenmässigkeit 
nicht gegeben (Urteil des BGer 6B_980/2014 vom 2. April 2015 E. 14), was dazu 
führt, dass zwischen dem Einzelakt und den übrigen bandenmässig begangenen 
Delikten der für das Kollektivdelikt notwendige Zusammenhang nicht vorliegt (statt 
vieler Urteil des Bundesstrafgerichts BG.2023.47 vom 7. November 2023 
E. 3.3).

Allgemein ist bei der Strafzumessung/Gesamtstrafenbildung vorab der Strafrahmen 
für die schwerste Straftat zu bestimmen. Dabei ist der ordentliche Strafrahmen nur 
dann zu erhöhen, wenn aussergewöhnliche Umstände vorliegen und die für die 
schwerste Tat angedrohte Strafe im konkreten Fall als zu milde erscheint (vgl. BGE 
136 IV 55 E. 5.8). Alsdann hat das Gericht die Einsatzstrafe für die schwerste Straf-
tat innerhalb des Strafrahmens festzusetzen, indem es alle diesbezüglichen straf-
erhöhenden und strafmindernden Umstände berücksichtigt. Bei der Festsetzung 
der Einsatzstrafe sind zunächst alle (objektiven und subjektiven) verschuldensrele-
vanten Umstände zu beachten. In einem weiteren Schritt sind die übrigen Delikte 
zu beurteilen. Auch insoweit muss es den jeweiligen Umständen Rechnung tragen 
(BGE 144 IV 217, BGE 142 IV 265, Urteil des BGer 6B_559/2018 vom 26. Oktober 
2018). In weiteren Schritten hat die Strafzumessung auch für die übrigen Delikte zu 

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23

erfolgen. Liegt eine gleichartige Strafe vor, ist die Einsatzstrafe unter Einbezug der 
anderen Straftaten angemessen zu erhöhen, wobei in Anwendung des Asperati-
onsprinzips aufzuzeigen ist, in welchem Ausmass die Einsatzstrafe erhöht wird. 
Das Gericht hat sämtliche Einzelstrafen für die von ihm zu beurteilenden Delikte 
festzusetzen und zu nennen, damit beurteilt werden kann, ob die einzelnen Strafen 
und deren Gewichtung bei der Strafschärfung bundesrechtskonform sind (BGE 142 
IV 265 E. 2.4.3. mit Hinweisen). Erst nach der Festlegung der Gesamtstrafe für 
sämtliche Delikte sind endlich die allgemeinen Täterkomponenten zu berücksichti-
gen (Urteile des BGer 6B_466/2013 vom 25. Juli 2013 E. 2.3.2, 6B_42/2016 vom 
26. Mai 2016 E. 5.1 und 6B_236/2016 vom 16. August 2016 E. 4.2).

Die Richtlinien des Verbands Bernischer Richterinnen und Richter, Staatsanwältin-
nen und Staatsanwälte (VBRS) sehen für gewisse Deliktskategorien normierte 
Strafen vor. Die Kammer ist nicht an diese Richtlinien gebunden, sie können jedoch 
als Orientierungspunkte dienen (vgl. etwa Urteil des BGer 6B_510/2019 vom 
8. August 2019 E. 4.3.).

19. Methodik AIG / Strafrahmen und Strafart / teilweise retrospektive Konkurrenz

19.1 Vorbemerkung

Im Rahmen der nachfolgenden Strafzumessung sind auch die rechtskräftigen 
Schuldsprüche (ausgenommen ist die Übertretung, deren Sanktion ebenfalls 
rechtskräftig ist) zu beachten.

19.2 Mehrfache qualifizierte Widerhandlung gegen das AIG als Einheit

Der Beschuldigte wurde bzw. wird wegen mehrfacher qualifizierter Widerhandlung 
gegen das Ausländer- und Integrationsgesetz schuldig erklärt. Es handelt sich um 
insgesamt sieben Fahrten im Zeitraum vom 20. Dezember 2018 bis am 27. Februar 
2019. Während alle Fahrten bzw. Schleppungen mit Bereicherungsabsicht ausge-
führt wurden (Art. 116 Abs. 3 Bst. a AIG), liegt der Qualifikationsgrund der fortge-
setzten Tatbegehung (Art. 116 Abs. 3 Bst. b AIG) bei fünf von sieben Schleppun-
gen vor. In zeitlicher Hinsicht sticht keine Schleppung besonders hervor. Die fragli-
chen Fahrten erfolgten alle in mehr oder weniger (gleichen) regelmässigen Abstän-
den in einem vergleichsweise kurzen Zeitraum von gut zwei Monaten. Auch unter-
scheiden sich die jeweiligen Vorgehensweisen nicht erheblich bzw. die Fahrten 
sind diesbezüglich vergleichbar, abgesehen davon, dass in zwei Fällen keine Be-
auftragung des Beschuldigten resp. Instruktion durch C.________ nachgewiesen 
werden konnte. In allen Fällen wurden aber ausländische Personen u.a. vom Be-
schuldigten in Italien abgeholt mit dem Ziel, diese illegal über die Grenze in die 
Schweiz resp. nach Deutschland oder Frankreich zu bringen. Der zeitliche und 
sachliche enge Zusammenhang führt vorliegend dazu, dass die mehrfachen quali-
fizierten Widerhandlungen gegen das Ausländer- und Integrationsgesetz zusam-
mengenommen und im Rahmen der Strafzumessung analog einem Kollektivdelikt 
(vgl. etwa BGE 145 IV 377 E. 2.3.3) behandelt werden. Insofern ist – übereinstim-
mend mit der Vorinstanz – innerhalb dieses mehrfach begangenen Tatbestands 
Art. 49 Abs. 1 StGB nicht anzuwenden, es ist hierfür eine Strafe auszufällen und im 
Rahmen der nachfolgend zu bildenden (teilweisen) Zusatzstrafe auf den letzten 
Zeitpunkt, mithin den 27. Februar 2019, abzustellen.

24

19.3 Strafart und Strafrahmen

Nach der Rechtsprechung beurteilt sich die Frage, ob im zu beurteilenden Einzelfall 
eine Geld- oder Freiheitsstrafe auszusprechen ist, gemäss Art. 47 StGB nach dem 
Ausmass des jeweiligen Verschuldens (BGE 144 IV 217 E. 3.3.1), wobei die Gelds-
trafe gegenüber der Freiheitsstrafe als mildere Sanktion gilt. Das Gericht trägt bei 
der Wahl der Strafart neben dem Verschulden des Täters, der Zweckmässigkeit 
der Strafe, ihren Auswirkungen auf die Täterschaft und auf ihr soziales Umfeld so-
wie ihrer Wirksamkeit unter dem Gesichtswinkel der Prävention Rechnung (BGE 
147 IV 241 E. 3.2, BGE 144 IV 313 E. 1.1.1, BGE 134 IV 82 E. 4.1). Dabei berück-
sichtigt es, dass bei alternativ zur Verfügung stehenden und hinsichtlich des 
Schuldausgleichs äquivalenten Sanktionen im Regelfall jene gewählt werden soll, 
die weniger stark in die persönliche Freiheit des Betroffenen eingreift bzw. die ihn 
am wenigsten hart trifft (BGE 138 IV 120 E. 5.2, BGE 134 IV 82 E. 4.1). Dies gilt 
auch im Rahmen der Gesamtstrafenbildung. Der Täter darf aufgrund des Um-
stands, dass mehrere Delikte gleichzeitig zur Beurteilung anstehen, für die einzel-
nen Taten nicht schwerer bestraft werden als bei separater Beurteilung (BGE 144 
IV 217 E. 3.3.3). So hielt das Bundesgericht fest, dass eine Person, die wegen drei 
Straftaten verurteilt werde, für die aus der Sicht des Gerichts konkret je eine Gelds-
trafe angebracht sei, nicht zu einer Gesamtfreiheitsstrafe verurteilt werden könne, 
nur weil die Asperation der Grundgeldstrafe zu deren Erhöhung über das von 
Art. 34 Abs. 1 StGB vorgesehene Maximum führe (BGE 144 IV 313 E. 1.1.3; zum 
Ganzen: Urteil des BGer 6B_104/2023 vom 12. April 2024 E. 5.3.3.2 mit Hinwei-
sen).

Mit Blick auf den Umstand, dass der Beschuldigte anlässlich der insgesamt sieben 
Schlepperfahrten in einem Zeitraum von lediglich gut zwei Monaten 20 Personen 
transportierte und dabei durchwegs mit Bereicherungsabsicht und in fünf von sie-
ben Fällen auch in einer Gruppe/Vereinigung in fortgesetzter Tatbegehung handel-
te, kommt nach Ansicht der Kammer lediglich eine Freiheitsstrafe in Frage. Ande-
res wird denn auch von den Parteien weder geltend gemacht noch beantragt. Der 
Strafrahmen beträgt demnach Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe, 
wobei mit der Freiheitsstrafe eine Geldstrafe zu verbinden ist (Art. 116 Abs. 3 
aAIG). Eine Erhöhung des ordentlichen Strafrahmens erscheint für das Ausspre-
chen einer schuldangemessenen Strafe nicht notwendig. 

Für eine Widerhandlung gegen das Strassenverkehrsgesetz durch Fahren ohne 
Berechtigung sieht das Gesetz Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe 
vor (Art. 95 Abs. 1 SVG). Die vorliegend mehrfache Widerhandlung ist – in Über-
einstimmung mit der Vorinstanz – mit einer Geldstrafe zu ahnden. Auch wenn diese 
Widerhandlungen jeweils im Zusammenhang mit den Schleppfahrten begangen 
wurden, erscheint dieser Zusammenhang nicht dermassen eng, dass hierfür eine 
Geldstrafe nicht mehr als hinreichend zu erachten wäre. Mit der Vorinstanz (S. 250 
der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 8542) können dabei auch die seit 
nach der Akutphase der psychiatrischen Erkrankung des Beschuldigten eingetrete-
nen positiven Veränderungen seiner Lebensumstände angeführt werden. Insge-
samt erscheint mit Blick auf Art. 41 StGB eine Freiheitsstrafe sodann nicht notwen-

25

dig, um den Beschuldigten von der Begehung weiterer Strassenverkehrsdelikte ab-
zuhalten. 

19.4 Teilweise retrospektive Konkurrenz

19.4.1 Allgemeines

Hat das Gericht eine Tat zu beurteilen, die der Täter begangen hat, bevor er wegen 
einer anderen Tat verurteilt worden ist, so hat es eine Zusatzstrafe auszusprechen 
(Art. 49 Abs. 2 StGB). Hat das Gericht mehrere Taten zu beurteilen, wovon bloss 
ein Teil vor der Verurteilung wegen anderer Taten begangen wurde (sog. teilweise 
retrospektive Konkurrenz), ist für die neuen Taten – d.h. diejenigen, welche nach 
Rechtskraft der ersten Verurteilung begangen wurden – eine unabhängige Strafe 
festzulegen. Deshalb ist zwischen Taten, die vor, und solchen, die nach dem Er-
sturteil begangen wurden, zu unterscheiden. Das Gericht beurteilt zunächst, ob be-
züglich der Taten, welche vor dem Ersturteil begangen wurden, mit Blick auf die ins 
Auge gefasste Strafart, die Anwendung von Art. 49 Abs. 2 StGB in Betracht fällt. 
Anschliessend legt es für die nach der ersten Verurteilung begangenen Taten eine 
unabhängige Strafe fest, gegebenenfalls in Anwendung von Art. 49 Abs. 1 StGB. 
Schliesslich addiert das Gericht die für die vor dem Ersturteil begangenen Strafta-
ten festgelegte Zusatzstrafe oder zu kumulierende Strafe zu derjenigen für die 
neuen Taten hinzu (BGE 145 IV 1 E. 1).

Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts ist bei gewerbsmässigen Delikten, 
die durch eine selbstständige Verurteilung unterbrochen werden, keine teilweise 
Zusatzstrafe im Sinne von Art. 49 Abs. 2 StGB auszufällen. Die im Rahmen der 
gewerbsmässigen Begehung verübten Einzelakte sind in denjenigen Teil des De-
likts einzugliedern, in welchen die letzte Einzeltat fällt (BGE 145 IV 377 E. 2.3.3, Ur-
teil des BGer 6B_93/2021 vom 6. Oktober 2021 E. 2.1). 

19.4.2 In concreto

Der Beschuldigte wurde mit Strafbefehl der Regionalen Staatsanwaltschaft Bern-
Mittelland vom 7. Februar 2019 wegen Nichtabgabe von ungültigen oder entzoge-
nen Ausweisen oder Kontrollschildern nach Art. 97 Abs. 1 Bst. b SVG zu einer 
Geldstrafe von 6 Tagessätzen zu CHF 50.00 verurteilt. Von den im vorliegenden 
Verfahren zu beurteilenden Delikte beging der Beschuldigte zwei Widerhandlungen 
gegen das Strassenverkehrsgesetz vor dem besagten Strafbefehl, nämlich am 23. 
Dezember 2018 und in der Zeit vom 18.-20. Januar 2019. Daher ist in einem ersten 
Schritt für diese beiden Delikte eine Strafe auszufällen, wobei hierbei auch die im 
Rahmen des rechtskräftigen Strafbefehls vom 7. Februar 2019 ausgesprochene 
Geldstrafe berücksichtigt wird (Gesamtstrafe). In einem nächsten Schritt ist für die 
nach dem rechtskräftigen Strafbefehl begangenen Delikte eine (Gesamt-)Strafe 
auszufällen. Dies betrifft einerseits die mehrfache Widerhandlung gegen das Stras-
senverkehrsgesetz in der Zeit vom 13.-14. Februar 2019 und vom 26.-27. Februar 
2019 sowie die mehrfach qualifizierte Widerhandlung gegen das Ausländer- und In-
tegrationsgesetz, wobei hierfür in analoger Anwendung der Rechtsprechung zum 
gewerbsmässigen Delikt (vgl. 19.4.1 hiervor) und in Übereinstimmung mit der Vor-
instanz auf den letzten Deliktszeitpunkt, mithin den 27. Februar 2019, abgestellt 

26

wird. In einem letzten Schritt sind die beiden ausgefällten gleichartigen Strafen 
(vor/nach dem rechtskräftigen Strafbefehl) zu addieren. 

20. Strafzumessung für die Delikte vor dem rechtskräftigen Strafbefehl

20.1 Mehrfache Widerhandlung gegen das SVG vom 23.12.2018 und 18.-20.01.2019

Der Beschuldigte lenkte am 23. Dezember 2018 und in der Zeit vom 18. bis 20. Ja-
nuar 2019 auf der Achse Grenzübergang Schweiz – Deutschland – N.________ – 
Tessin – Grenzübergang Schweiz/Italien trotz des ihm mit Wirkung ab 14. August 
2018 entzogenen Führerausweises einen Personenwagen. Damit liegen zwei von-
einander zeitlich abtrennbare Taten vor. Gemäss VBRS-Richtlinien ist das Führen 
eines Motorfahrzeuges trotz entzogenem Führerausweis nach Art. 95 Abs. Bst. b 
SVG mit 18 Strafeinheiten zu bestrafen. Weitere besondere (straferhöhende oder 
–mindernde) Umstände sind nach Ansicht der Kammer nicht ersichtlich. Es liegt 
jeweils ein leichtes Verschulden vor, womit ein Abweichen von den Empfehlungen 
der VBRS-Richtlinien nicht angezeigt ist. Die einschlägigen Vorstrafen werden im 
Rahmen der nachfolgenden Täterkomponenten berücksichtigt. Nach dem Gesag-
ten ist für den Vorfall vom 23. Dezember 2018 eine Einsatzstrafe von 18 Tagessät-
zen festzulegen. Der zweite Vorfall vom 18.-20. Januar 2019 ist im Umfang von 12 
Tagessätzen asperierend zu berücksichtigen, womit sich eine provisorische Ge-
samtstrafe von 30 Tagessätzen ergibt. 

20.2 Täterkomponenten

20.2.1 Vorleben / persönliche Verhältnisse

Hinsichtlich der persönlichen Verhältnisse kann vorab auf die ausführlichen und zu-
treffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (S. 251 ff. der erstin-
stanzlichen Urteilsbegründung, pag. 8543 ff.):
A.________ wurde am .________ im Irak geboren und wuchs mit seinen Geschwistern bei seinen El-
tern auf (pag. 2800). Er besuchte während fünf Jahren die Grundschule, absolvierte jedoch keine Be-
rufslehre. Nach der Schule arbeitete er während rund vier Jahren bei seinem Vater als S.________ 
(pag. 2801). A.________ reiste am 30.06.2010 im Alter von .________ Jahren in die Schweiz ein und 
reichte am 08.07.2010 ein Asylgesuch ein. Das Asylgesuch und eine daraufhin erhobene Beschwerde 
wurden abgelehnt bzw. abgewiesen. Aufgrund seiner Heirat mit einer Schweizer Bürgerin wurde 
A.________ per 04.11.2014 eine Aufenthaltsbewilligung im Rahmen des Familiennachzugs erteilt, 
welche jährlich verlängert wurde und seit dem 03.11.2019 als abgelaufen gilt. Aktuell ist das Verlän-
gerungsverfahren der Aufenthaltsbewilligung hängig (pag. 5239). Ein Gesuch um Erteilung einer Nie-
derlassungsbewilligung beim ABEV wurde am 31.01.2020 abgewiesen (pag. 5834 ff.). In der Schweiz 
arbeitete A.________ bei diversen Umzugsfirmen. Anlässlich der Hauptverhandlung gab er zu Proto-
koll, bei «T.________» zur Probe gearbeitet und einen Arbeitsvertrag zur Arbeit auf Abruf in Aussicht 
zu haben (pag. 8108 Z. 12 ff.).

A.________ ist mit G.________ verheiratet und hat mit ihr zwei gemeinsame Kinder sowie mit einer 
anderen Frau ein weiteres Kind (pag. 5239 und pag. 8109). Seine Mutter, seine leiblichen Geschwis-
ter sowie seine Halbbrüder und Halbschwestern leben im Irak. In der Schweiz hat A.________ neben 
seiner Kernfamilie eine Cousine, einen Cousin und einen Bruder (pag. 8109).

Den Akten der Kinder- und Erwachsenenschutzbehörde Mittelland-Nord ist zu entnehmen, dass 
A.________ infolge einer Trennung mit Kontaktverboten ab M.________ 2020 nicht mehr bei seiner 

27

Frau und seinen Kindern wohnte (pag. 8093 ff.). Anlässlich der Hauptverhandlung gab er diesbezüg-
lich an, guter Hoffnung zu sein, bald wieder mit seiner Frau und den Kindern zusammenwohnen zu 
dürfen. Das Verhältnis zu seiner Frau sei sehr gut und sie telefonierten regelmässig miteinander (pag. 
8109 Z. 4 ff.).

Dem Auszug des Betreibungsregisters vom 11.11.2019 kann entnommen werden, dass A.________ 
offene Betreibungen in der Höhe von ca. CHF 78'000.00 sowie Verlustscheine in der Höhe von rund 
CHF 34'000.00 hat (pag. 5820 ff.). Zeitweise wurde er durch die Sozialhilfe unterstützt (pag. 5240).

Bei A.________ wurde im M.________ 2020 eine paranoide Schizophrenie (ICD-10 F20.0) diagnosti-
ziert und er befand sich vom 30.06.-01.08.2020 und vom 05.08.-18.11.2020 stationär in der UPD 
(pag. 8080 ff.).

Weder aus der Lebensgeschichte noch aus den persönlichen Verhältnissen von A.________ ergeben 
sich Elemente, welche zu einer Erhöhung oder Reduktion der Strafe führen müssten.

Ergänzend ist festzuhalten, dass der Beschuldigte und seine Ehefrau mittlerweile 
wieder zusammenwohnen (pag. 8934, Z. 4 ff.), ein drittes Kind unterwegs ist 
(pag. 8927, Z. 30 ff.), die KESB-Massnahmen betreffend die Kinder aufgehoben 
wurden (vgl. edierte Akten KESB) und die gesundheitliche Situation des Beschul-
digten derzeit stabil und er momentan nicht auf Medikamente angewiesen bzw. 
nicht in Behandlung ist (pag. 8930, Z. 20 ff.; vgl. auch den eingeholten Leumunds-
bericht vom 17. April 2024 [pag. 8840 ff.]). Seine finanzielle Situation bzw. die fi-
nanzielle Situation der Familie ist weiterhin angespannt. Gemäss dem aktenkundi-
gen Auszug aus dem Betreibungsregister des Betreibungsamtes Bern-Mittelland ist 
der Beschuldigte mit 65 Verlustscheinen im Gesamtbetrag von CHF 137'696.71 
verzeichnet (pag. 8837). Derzeit erzielt er – als Angestellter/Geschäftsführer in der 
Firma seiner Ehefrau mit einem Beschäftigungsgrad von 60% – ein monatliches 
Einkommen von CHF 2'230.00, wobei gemäss Pfändungsanzeige monatlich noch 
CHF 605.00 gepfändet werden (pag. 8812 f., pag. 8934, Z. 38 ff., pag. 8935, 
Z. 4 ff.). 

20.2.2 Vorstrafen

Mit Blick auf die von der Vorinstanz erwähnten Vorstrafen ist darauf hinzuweisen, 
dass im aktuellen Strafregisterauszug vom 29. April 2024 «nur» noch fünf Vorstra-
fen des Beschuldigten verzeichnet sind (pag. 8863 ff.). Vor diesem Hintergrund ist 
vorab darauf einzugehen, ob die Vorstrafen aus den Jahren 2011 und 2012 (Vor-
strafen 1 bis 3 des Strafregisterauszugs vom 22. Februar 2021, pag. 8065 f.) noch 
zu berücksichtigen sind.

Rechtslage bis 22. Januar 2023: Gemäss Art. 369 aStGB waren Urteile mit Gelds-
trafen und/oder Bussen im Strafregister von Amtes wegen nach zehn Jahren zu 
entfernen (Abs. 3), wobei das entfernte Urteil dem Betroffenen nicht mehr entge-
gengehalten werden durfte (Abs. 7). Das betreffende Urteil und damit auch die Tat 
selbst konnte dem Täter nicht mehr entgegengehalten werden, d.h., es durften 
daran keine Rechtsfolgen mehr geknüpft werden (ARNOLD/GRUBER, in: Basler 
Kommentar Strafgesetzbuch, 4. Aufl. 2019. N. 7 zu Art. 369 StGB m.w.H.; BGE 
135 IV 87 E.2.). 

Die hiervor dargelegte, bis am 22. Januar 2023 geltende Rechtslage führte mithin 
dazu, dass die Vorstrafen 1 bis 3 des Strafregisterauszugs des Beschuldigten vom 

28

22. Februar 2021 ab zehn Jahren nach dem jeweiligen Urteilsdatum, d.h. ab Juni 
2022, nicht mehr vorgehalten werden durften. Obwohl sich das Bundesgericht, so-
weit bekannt, bisher nicht ausdrücklich zur Frage geäussert hat, wie vorzugehen 
ist, wenn die Fristen für das Verwertungsverbot für einzelne Urteile erst während 
des Rechtsmittelverfahrens ablaufen (ARNOLD/GRUBER, a.a.O., N. 7 zu Art. 369 
StGB), ist nach konstanter Praxis der Fristablauf zwischen erstinstanzlichem und 
obergerichtlichem Urteil zu beachten (vgl. etwa Urteil des Obergerichts des Kan-
tons Bern SK 22 557 vom 3. April 2023 E. 11.2.1; Urteil des Obergerichts Zürich 
SB210135 vom 12. November 2021 E. II/3.2; Urteil des Kantonsgerichts Freiburg 
501 2022 18 vom 13. Juni 2022 E. 3.7; Urteil des Kantonsgerichts Basel-
Landschaft 460 18 350 vom 3. Juli 2019 E. III/2.3.4; Urteil des Obergerichts Solo-
thurn STBER.2021.90 vom 18. Juli 2022 E. IV/1.4). 

Rechtslage ab 23. Januar 2023: Am 23. Januar 2023 ist das Bundesgesetz über 
das Strafregister-Informationssystem VOSTRA (Strafregistergesetz [StReG], SR 
330) vom 17. Juni 2016 in Kraft getreten. Im vorliegenden Zusammenhang relevant 
sind diesbezüglich die längeren Entfernungsfristen für Urteile mit Geldstrafen oder 
Bussen von 15 Jahren (Art. 30 Abs. 2 Bst. d StReG) sowie der Umstand, dass mit 
dem Strafregistergesetz Art. 369 aStGB aufgehoben wurde und das neue Strafre-
gisterrecht kein Verwertungsverbot für entfernte Urteile enthält mit der Begründung, 
ein solches sei sachlich nicht gerechtfertigt und kaum durchsetzbar (vgl. Botschaft 
zum Strafregistergesetz vom 20. Juni 2014, BBl 2014 5713, 5724; vgl. auch 5776 
ff.). Übergangsrechtlich sehen die Schlussbestimmungen des Strafregistergesetzes 
in Art. 70 Abs. 3 Bst. a vor, dass mehr als zehn Jahre vor Inkrafttreten des Strafre-
gistergesetzes rechtkräftig gewordene Urteile (vorliegend nicht einschlägige Aus-
nahmen vorbehalten) nicht nacherfasst werden, womit die erwähnten Urteile unge-
achtet der neuen 15-jährigen Entfernungsfrist im Strafregister des Beschuldigten 
entfernt bleiben (als Ausnahme des Grundsatzes von Art. 70 Abs. 1 StReG, nach 
welchem das Strafregistergesetz und die neuen Entfernungsfristen auch auf vor In-
krafttreten des Strafregistergesetzes rechtskräftig gewordene Urteil anzuwenden 
sind).

Gemäss dem in Art. 2 Abs. 1 StGB normierten strafrechtlichen Rückwirkungsver-
bot, das auch für Partialrevisionen und auf dem Gebiet des Nebenstrafrechts gilt 
(POPP/BERKEMEIER, a.a.O., N. 4 zu Art. 2 StGB), ist eine Tat nach demjenigen 
Recht zu beurteilen, das im Zeitpunkt der Begehung in Kraft stand (vgl. auch Ziff. 
17. hiervor). Nach dem lex-mitior-Grundsatz von Art. 2 Abs. 2 StGB ist das neuere 
Recht rückwirkend auf frühere Taten anzuwenden, wenn es für den Täter das mil-
dere ist. Da dem Beschuldigtem die Urteile aus den Jahren 2011 und 2012 bei der 
Strafzumessung und auch hinsichtlich des Strafvollzugs nach dem neuen Strafre-
gisterrecht, nicht aber nach altem Recht anzulasten wären, ist das neue Recht für 
ihn nicht milder, weshalb es zu keiner Rückwirkung gemäss dem lex-mitior-
Grundsatz kommt. Mithin erfolgt die nachfolgende Berücksichtigung der Vorstrafen 
nach dem alten Recht und unter Anwendung von Art. 369 aStGB.

Damit sind vorliegend folgende Vorstrafen des Beschuldigten zu berücksichtigen: 

29

- Urteil 1 der Regionalen Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland vom 10. Januar 
2013 (40 Tage Freiheitsstrafe wegen rechtswidrigen Aufenthalts nach 
Art. 115 Abs. 1 Bst. b AUG, Begehungszeiten 31.05.2012-12.11.2012),

- Urteil 2 der Regionalen Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland vom 17. Dezem-
ber 2013 (90 Tage Freiheitsstrafe wegen rechtswidrigen Aufenthalts nach 
Art. 115 Abs. 1 Bst. b AUG, Begehungszeiten 11.01.2013-24.10.2013; 
04.12.2013-16.12.2013)

- Urteil 3 des Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 27. August 2014 (20 Tage 
Freiheitsstrafe wegen Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte 
nach Art. 285 Ziff. 1 aStGB, Begehungszeit 16.01.2014)

- Urteil 4 der Regionalen Staatsanwaltschaft Emmental-Oberaargau vom 
3. August 2018 (15 Tagessätze Geldstrafe zu CHF 120.00, bedingt mit Pro-
bezeit von zwei Jahren sowie Busse von CHF 900.00 wegen Verletzung der 
Verkehrsregeln nach Art. 90 Abs. 1 SVG, grober Verletzung der Verkehrsre-
geln nach Art. 90 Abs. 2 SVG sowie Tätlichkeiten nach Art. 126 StGB, Bege-
hungszeit jeweils 09.05.2018)

- Urteil 5 der Regionalen Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland vom 7. Februar 
2019 (6 Tagessätze Geldstrafe zu CHF 50.00 wegen Nichtabgabe von ungül-
tigen oder entzogenen Ausweisen oder Kontrollschildern nach Art. 97 Abs. 1 
Bst. b SVG, Begehungszeit 25.09.2018)

Mit der Vorinstanz sind die (teilweise einschlägigen) Vorstrafen des Beschuldigten 
leicht straferhöhend zu berücksichtigen, ungeachtet der seither vergangenen Zeit-
spanne. 

20.2.3 Verhalten nach der Tat und im Strafverfahren

Mit der Vorinstanz ist darauf hinzuweisen, dass der Beschuldigte seine Tathand-
lungen betreffend Schlepperfahrten anfänglich bestritten, im Laufe der Strafunter-
suchung dann aber eingestanden hat. Da die mehrfache Widerhandlung gegen 
das Strassenverkehrsgesetz im Zusammenhang mit den Schlepperfahrten gese-
hen werden muss, ist auch hier von einem Geständnis auszugehen. Die Verteidi-
gung beantragte diesbezüglich erstinstanzlich denn auch einen Schuldspruch. Der 
Beschuldigte hat das vorliegende Verfahren – auch wenn er seine Rolle anlässlich 
dieser Schlepperfahrten zunächst stark verharmlost hat – erheblich erleichtert und 
glaubhaft Reue und Einsicht an den Tag gelegt. Davon konnte sich das Oberge-
richt auch an der Berufungsverhandlung überzeugen. Dies führt zu einer leichten 
Reduktion der Strafe. 

20.2.4 Strafempfindlichkeit

Aussergewöhnliche Umstände, welche schliesslich auf eine erhöhte Strafempfind-
lichkeit des Beschuldigten schliessen lassen würden, sind nicht ersichtlich (Urteile 
des BGer 6B_1079/2016 vom 21. März 2017 E. 1.4.5, 6B_249/2016 vom 19. Ja-
nuar 2017 E. 1.4.4, 6B_243/2016 vom 8. September 2016 E. 3.4.2). Der Beschul-
digte lebt wieder mit seiner Ehefrau und den zwei gemeinsamen Kindern zusam-
men, entsprechend hat sich seine familiäre Situation beruhigt resp. erfreulich ent-

30

wickelt. Dennoch ist seine Familie – im Vergleich zu übrigen verheirateten Straf-
täter mit minderjährigen Kindern – nicht in erhöhtem Ausmass auf ihn angewiesen. 
Auch sein Gesundheitszustand führt nicht zu einer erhöhten Strafempfindlichkeit, 
da sein Zustand derzeit stabil ist, er seine psychische Erkrankung in diesem Sinne 
gut im Griff hat.

20.2.5 Fazit Täterkomponenten

Unter Berücksichtigung der erhöhenden (Vorstrafen) und der reduzierenden Fakto-
ren (Geständnis bzw. Einsicht/Reue) wirken sich die Täterkomponenten im Ergeb-
nis neutral aus bzw. heben sich gegenseitig auf. Es bleibt damit vorerst bei den 30 
Tagessätzen Geldstrafe. 

20.3 Verfahrensdauer

Am 12. Februar 2019 wurde gegen den Beschuldigten eine Untersuchung eröffnet 
und in der Folge mehrmals ausgedehnt. Am 24. September 2020 wurde – nach er-
folgten Verfahrenstrennungen, Teileinstellungen und der Abweisung des Gesuchs 
um Durchführung eines abgekürzten Verfahrens – Anklage beim Regionalgericht 
Bern-Mittelland erhoben. Die Vorinstanz fällte am 5. März 2021 ein Urteil, die Ur-
teilsbegründung datiert vom 3. Mai 2022 (vgl. hierzu die vorinstanzlichen Erwägun-
gen zur Prozessgeschichte, S. 14 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, 
pag. 8306 ff.). Die erste verfahrensleitende Verfügung des Obergerichts erging am 
8. Juni 2022 und die Parteien wurden – nach erfolgter Terminumfrage – mit Vorla-
dung vom 30. Januar 2024 zur Berufungsverhandlung vom 13./15. Mai 2024 vorge-
laden. Angesichts des Umstands, dass zwischen der Verfahrenseröffnung und dem 
Berufungsurteil gut fünf Jahre vergangen sind und insbesondere des Umstands, 
dass die Berufungsverhandlung erst relativ spät angesetzt wurde, rechtfertigt sich 
für die längere Verfahrensdauer eine leichte Reduktion der Strafe auf nunmehr 26 
Tagessätze. 

20.4 Asperation Geldstrafe aus rechtskräftigem Strafbefehl 

Am 7. Februar 2019 wurde der Beschuldigte von der regionalen Staatsanwaltschaft 
Bern-Mittelland wegen Nichtabgabe von ungültigen oder entzogenen Ausweisen 
oder Kontrollschildern zu einer Geldstrafe von 6 Tagessätzen verurteilt (pag. 8867). 
Diese ausgesprochene Geldstrafe wird im Umfang von 4 Tagessätzen asperiert. 
Von dieser hypothetischen Gesamtstrafe von damit 30 Tagessätzen ist die bereits 
rechtskräftige Erststrafe von 6 Tagessätzen wiederum abzuziehen. Es resultiert 
somit eine Zusatzstrafe von 24 Tagessätzen zu besagtem Strafbefehl.

21. Strafzumessung für die Delikte nach dem rechtskräftigen Strafbefehl

21.1 Mehrfach qualifizierte Widerhandlung gegen das AIG

21.1.1 Objektive Tatschwere

Art. 116 AIG schützt die territoriale Hoheitsgewalt und das Selbstbestimmungsrecht 
eines Staates in der Entscheidung, wer sich unter welchen Bedingungen im 
Staatsgebiet aufhalten darf (vgl. VETTERLI/D’ADDARIO DI PAOLO, in: Stämpfli Hand-
kommentar, Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG], N. 4 zu 
Vorb. Art. 115-120 AuG; Urteil des Bundesstrafgerichts SK.2015.45 vom 18. März 

31

2016 E. 1.5 und 1.5.2). Mit der Vorinstanz ist festzuhalten, dass der Schutz der 
Geschleppten vor Ausbeutung und Gefährdung an Gesundheit und Leben nicht 
zum geschützten Rechtsgut gehört, weshalb bei gröberen Verletzungen der Rechte 
der Geschleppten eigenständige Straftatbestände heranzuziehen sind, wobei im 
Schrifttum darauf hingewiesen wird, im Rahmen der Strafzumessung sei zumindest 
bei qualifizierten Widerhandlungen gegen das Ausländer- und Integrationsgesetz 
der Art und Weise, wie mit den Geschleppten umgegangen wird, dennoch bis zu 
einem gewissen Grad Rechnung zu tragen (vgl. VETTERLI/D’ADDARIO DI PAOLO, 
a.a.O., N. 22 zu Art. 116 AuG, MOSER, Menschenschmuggel in die Schweiz, Zürich 
2019, N. 157). Schliesslich ist den theoretischen Ausführungen der Vorinstanz 
auch diesbezüglich beizupflichten, dass das Delikt objektiv umso schwerer wiegt, je 
öfter eine Verletzung erfolgt und je mehr Personen ohne gültige Papiere durch die 
Tathandlung in die Schweiz (oder in einen anderen Schengen-Staat) gelangen (S. 
235 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 8527). Die VBRS-Richtlinien (S. 
29) sehen für eine «einfache» Schleppung, d.h. ein Einschleusen von Familienan-
gehörigen oder ein Handeln aus achtenswerten Beweggründen, eine Strafe von 
20-60 Tagessätzen und bei einer (einfach) qualifizierter Tatbegehung Strafen ab 90 
Tagessätzen vor.

Betreffend Ausmass des verschuldeten Erfolgs resp. Schwere der Verletzung des 
betroffenen Rechtsguts ist festzuhalten, dass der Beschuldigte in einem Zeitraum 
von rund zwei Monaten insgesamt sieben Schleppungen vornahm und hierbei ins-
gesamt 20 Personen transportierte. Diese Schleppungen führte er in fünf Fällen un-
ter Anweisung von C.________ durch (Qualifikation der fortgesetzten Tatbege-
hung). Von diesen sieben Schleppungen waren fünf erfolgreich und führten dazu, 
dass insgesamt 16 Personen ohne gültigen Aufenthaltstitel in die Schweiz resp. 
nach Deutschland/Frankreich verbracht wurden. Demgegenüber glückten die bei-
den Schleppungen vom 8./9. Januar 2019 (vgl. S. 112 der erstinstanzlichen Ur-
teilsbegründung, pag. 8404) und vom 26./27. Februar 2019 (S. 153 f. der erstin-
stanzlichen Urteilsbegründung, pag. 8445) nicht, weil die transportierten Personen 
angehalten und in der Folge an der Einreise in die Schweiz gehindert wurden. Der 
Sachverhalt ist bezüglich der tatsächlichen Bezahlung des Beschuldigten unklar. 
Die Vorinstanz sprach in den jeweiligen Beweisergebnissen der rechtskräftigen 
Schuldsprüche etwa von EUR 2'700.00, welche «Q.________» geschuldet habe 
(Schleppung vom 23. Dezember 2018 [S. 106 der erstinstanzlichen Urteilsbegrün-
dung, pag. 8398]), resp. von einem Betrag in unbekannter Höhe (Schleppung vom 
18.-20. Januar 2019 [S. 133 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 8425] 
sowie Schleppung vom 13./14. Februar 2019 [S. 146 der erstinstanzlichen Urteils-
begründung, pag. 8438]) und mindestens EUR 800.00 (Schleppung vom 26./27. 
Februar 2019 [S. 154 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 8446]), jeweils 
mit unklarer Aufteilung. In Bezug auf die neu beurteilte Fahrt bzw. Schleppung vom 
14. Januar 2019 erhielt der Beschuldigte einen Betrag in unbekannter Höhe, resp. 
es wurde ihm in Aussicht gestellt, dass ihm CHF 500.00 seiner Schulden erlassen 
werden. Nach dem Gesagten lässt sich immerhin feststellen, dass die Bezahlung 
des Beschuldigten wohl keinen fünfstelligen Betrag erreicht haben wird. Insgesamt 
ist betreffend den Erfolgsunwert somit von einem noch leichten Tatverschulden 
auszugehen.

32

Betreffend Art und Weise der Herbeiführung der Rechtsgutverletzung resp. Ver-
werflichkeit des Handelns ist festzuhalten, dass keine (nicht bereits in der Qualifika-
tion nach Art. 116 Abs. 3 Bst. a/b AIG enthaltenen) besonders verwerfliche Um-
stände vorliegen. Die Vorinstanz hielt bezüglich C.________ fest, er habe von 
Schleppern im Ausland Anfragen zu Personentransporten entgegengenommen, für 
die Transporte dann in der Schweiz Chauffeure gesucht und diese mit der Aus-
führung der Transporte beauftragt, wobei er die Chauffeure nicht nur mit den 
Transporten beauftragt, sondern diese auch koordiniert und organisiert habe, in-
dem er während den Fahrten mit den Fahrern telefonisch in Kontakt geblieben sei 
und alles organisiert habe. Entsprechend habe C.________ eine Chefrolle innege-
habt, die sich u.a. auch dadurch ausgezeichnet habe, dass er das Risiko aufzuflie-
gen, für sich selber geringhielt resp. an andere auslagerte (S. 236 der erstinstanzli-
chen Urteilsbegründung, pag. 8528). Der Beschuldigte war – bei fünf von sieben 
Schleppungen – offensichtlich einer der erwähnten Chauffeure oder Fahrer. Damit 
kam ihm in Bezug auf immerhin fünf Fahrten nur eine untergeordnete Rolle zu. 
Dennoch war seine Rolle für das Gelingen der jeweiligen Transportvorhaben 
durchaus wesentlich. Insgesamt erscheint aufgrund dieser der Umstände die Ver-
werflichkeit des Handelns des Beschuldigten im Vergleich zum Erfolgsunwert als 
leicht reduziert.

Für das objektive Tatverschulden erachtet die Kammer eine Freiheitsstrafe von 
14 Monaten als angemessen. 

21.1.2 Subjektive Tatschwere

Betreffend die Willensrichtung/Beweggründe ist zu berücksichtigen, dass der Be-
schuldigte in Bezug auf sämtliche objektiven Tatbestandselemente vorsätzlich 
handelte, was jedoch neutral gewichtet wird. Bei allen durchgeführten Schleppun-
gen handelte er sodann in Bereicherungsabsicht (vgl. auch Ziff. 21.1.1, wobei sich 
diese dort noch nicht auf das Strafmass ausgewirkt hat), womit bei immerhin fünf 
von sieben Schleppungen zwei Qualifikationsmerkmale erfüllt wurden. Die entspre-
chenden Schleppungen waren schliesslich ohne Weiteres vermeidbar. Insgesamt 
führt die subjektive Tatschwere zu einer leichten Straferhöhung von 3 Monaten auf 
nunmehr 17 Monate, wovon aufgrund der zwingend auszusprechenden Geldstrafe 
30 Strafeinheiten als Geldstrafe auszusprechen sind (16 Monate Freiheitsstrafe 
und 30 Tagessätze Geldstrafe). 

21.2 Asperation mehrfache Widerhandlung gegen das SVG vom 13./14.02.2019 
und 26./27.02.2019

Der Beschuldigte lenkte in der Zeit vom 13. bis 14. Februar 2019 sowie in der Zeit 
vom 26. bis 27. Februar 2019 auf der Achse Grenzübergang Schweiz – Deutsch-
land – N.________ – Tessin – Grenzübergang Schweiz/Italien trotz des ihm mit 
Wirkung ab 14. August 2018 entzogenen Führerausweises einen Personenwagen. 
Mit Blick auf die VBRS-Richtlinien und die Ausführungen in Ziff. 20.1 hiervor erach-
tet die Kammer 18 Tagessätze pro Vorfall, asperiert im Umfang von je 12 Tages-
sätzen, als dem Verschulden angemessen. Für die Vorstrafen wird wiederum auf 
die Täterkomponenten verwiesen. Dies ergibt eine provisorische Gesamtstrafe von 
16 Monaten Freiheitsstrafe und 54 Tagessätzen Geldstrafe. 

33

21.3 Täterkomponenten

Für die Täterkomponenten kann im Wesentlichen auf die Ausführungen in Ziff. 20.2 
hiervor verwiesen werden. Ergänzend ist betreffend Vorstrafen festzuhalten, dass 
der Beschuldigte mit den Widerhandlungen gegen das Ausländer- und Integrati-
onsgesetz (dazumal noch AuG) in den Jahren 2012 und 2013 das gleiche Rechts-
gut beeinträchtigt hat wie mit den Schleppungen im Winter 2018/2019. Ungeachtet 
dessen unterscheiden sich diese Handlungen massgeblich und sind nicht direkt 
vergleichbar, weil es bei den früheren Delikten darum ging, dass sich der Beschul-
digte selber, welcher damals keinen Aufenthaltstitel (mehr) verfügte, weiterhin in 
der Schweiz aufhielt, während die späteren Delikte aus pekuniären Gründen resp. 
mit Bereicherungsabsicht ausgeführt wurden und andere Personen ohne Aufent-
haltstitel als den Beschuldigten betrafen. Aufgrund der doch stattlichen Anzahl an 
Vorstrafen wirken sich diese ungeachtet dessen und der seither vergangenen Zeit-
spanne straferhöhend aus. Wiederholend ist zu erwähnen, dass der Beschuldigte 
seine Tathandlungen ferner anfänglich bestritt, im Laufe der Strafuntersuchung 
dann aber geständig wurde, wobei er seine Rolle aber deutlich verharmloste und 
geltend machte, von C.________ unter Druck gesetzt worden zu sein. Ungeachtet 
dessen hat der Beschuldigte das Verfahren mit seinem Geständnis erheblich er-
leichtert und auch glaubhaft Reue und Einsicht an den Tag gelegt, was strafmin-
dernd zu