# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 677a8ce1-f9ca-51a0-bbc3-4ed7d9c0a6af
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-03-21
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 21.03.2024 E-1626/2024
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-1626-2024_2024-03-21.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-1626/2024 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 1 .  M ä r z  2 0 2 4  

Besetzung 
 Einzelrichterin Roswitha Petry, 

mit Zustimmung von Richterin Jeannine Scherrer-Bänziger;   

Gerichtsschreiberin Regina Seraina Goll. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Afghanistan,  

c/o BAZ B._______   

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(Dublin-Verfahren - Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG);  

Verfügung des SEM vom 7. März 2024 / N (…). 

 

 

 

E-1626/2024 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer suchte am (…). Dezember 2023 in der Schweiz um 

Asyl nach. Auf dem Personalienblatt gab er als Geburtsdatum den (…) 

2007 an. Ein Abgleich seiner Fingerabdrücke mit der europäischen Finger-

abdruck-Datenbank (Eurodac) ergab, dass er am (…) 2023 in Kroatien auf-

gegriffen worden war und gleichentags dort ein Asylgesuch gestellt hatte. 

Am (…) 2023 hatte er in Österreich ein Asylgesuch gestellt. 

B.   

B.a. Am 28. Dezember 2023 wandte sich das SEM mit einem Informati-

onsersuchen an die österreichischen Behörden. Es bat insbesondere um 

Auskunft über den Stand des Asylverfahrens in Österreich, die persönli-

chen Angaben, unter welchen sich der Beschwerdeführer dort registriert 

habe, und um Mitteilung, ob ein medizinisches Altersgutachten erstellt wor-

den sei. Ausserdem ersuchte es um Information darüber, ob den österrei-

chischen Behörden Familienangehörige in den Mitgliedstaaten bekannt 

seien und ob der Beschwerdeführer ihnen Identitätsdokumente abgegeben 

habe.  

B.b. Die österreichischen Behörden teilten dem SEM mit Schreiben vom 

26. Januar 2024 mit, dass der Beschwerdeführer mit dem Geburtsdatum 

vom (…) (alias […], […] und […]) erfasst worden sei. Die kroatischen Be-

hörden hätten einer Überstellung zugestimmt. Der Asylantrag sei daraufhin 

wegen Unzuständigkeit Österreichs «zurückgewiesen» und eine «Ausser-

landesbringung» angeordnet worden. Eine Beschwerde sei seit dem (…) 

2023 hängig. Ausserdem setzten die österreichischen Behörden das SEM 

darüber in Kenntnis, dass sich die Eltern sowie die drei Schwestern (ca. 

[…] Jahre alt) des Beschwerdeführers im Iran aufhielten.  

C.  

Am 19. Januar 2024 fand die Erstbefragung unbegleiteter Minderjähriger 

(UMA) mit dem Beschwerdeführer statt (vgl. SEM-Akten 1304773-14/10, 

nachfolgend A14). Dabei gewährte ihm das SEM das rechtliche Gehör zu 

einem allfälligen Nichteintretensentscheid und der Möglichkeit der Über-

stellung nach Österreich oder Kroatien, deren Zuständigkeit für die Be-

handlung des Asylgesuchs grundsätzlich in Frage komme. 

Der Beschwerdeführer gab anlässlich dieser Befragung an, er sei im dritten 

Monat des Jahres 2007 geboren, mithin 16 Jahre alt. Den genauen Tag 

kenne er nicht; er habe zwar den «(…).» angegeben, sei sich aber nicht 

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Seite 3 

sicher. Nur sein Vater kenne sein Geburtsdatum nach dem afghanischen 

Kalender. Das erwähnte Datum nach dem gregorianischen Kalender habe 

er von seiner Mutter erfahren, die in Pakistan aufgewachsen sei. Sein Vater 

gehe davon aus, dass er 18 Jahre alt sei, weil man als Turkmene in Afgha-

nistan bereits ab Geburt als Einjähriger gelte und beim Neujahrstag 

Newroz bereits ein weiteres Jahr dazugewinne. Man könne daher bereits 

als Neugeborenes zweijährig sein. Zu seiner Schulbildung gab er an, dass 

er in Afghanistan entweder zwei oder zweieinhalb Jahre die Schule be-

sucht habe. In der Türkei – wo er sich seit 2018 mit seiner Familie aufge-

halten habe – habe er zudem inoffiziell von einem Nachbarn Unterricht er-

halten. Seine Familie bestehe aus seinen Eltern, (…) Schwestern und ei-

nem Bruder. Die (…) jüngeren Geschwister seien ungefähr (…) Jahre alt. 

Das Alter der zwei älteren Schwestern kenne er nicht, aber sie seien alle 

ungefähr zwei bis drei Jahre auseinander.  

In Bezug auf eine allfällige Überstellung nach Österreich oder Kroatien er-

klärte er, nicht zu verstehen, warum er in ein Land zurückkehren sollte, in 

welchem er nicht leben wolle. In Kroatien habe er gar kein Asylgesuch ge-

stellt und sei nach Abgabe der Fingerabdrücke in den Wald gefahren wor-

den, wo man ihm gesagt habe, er solle gehen. Er habe fünf bis sechs Mo-

nate in Österreich verbracht. Wenn die österreichischen Behörden ihn hät-

ten aufnehmen wollen, hätten sie weitere Abklärungen zu seiner Identität 

vornehmen müssen. Ausserdem seien die Zustände im Camp desolat ge-

wesen. 

Zum medizinischen Sachverhalt befragt gab er an, gesund zu sein. Bei 

seiner Ankunft in Österreich sei es ihm psychisch nicht gut gegangen, 

heute gehe es ihm aber wieder gut. 

Das SEM führte am Ende der Befragung aus, das Alter des Beschwerde-

führers stehe nicht zweifelsfrei fest, weshalb eine medizinische Altersab-

klärung ins Auge gefasst werde (vgl. A14 Ziff. 9.01). Es stellte ihm medizi-

nische Zusatzfragen zur Altersabklärung (vgl. A14 Ziff. 8.02). 

D.  

Ein vom SEM am 26. Januar 2024 in Auftrag gegebenes rechtsmedizini-

sches Gutachten des Instituts für Diagnostische und Interventionelle Radi-

ologie, Universitätsspital Zürich, vom 2. Februar 2024 (vgl. SEM-Akten 

1304773-18/8, nachfolgend A18) ergab, dass beim Beschwerdeführer von 

einem Mindestalter von (…) Jahren auszugehen sei. Eine Volljährigkeit 

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Seite 4 

könne nicht bewiesen werden. Das von ihm angegebene Alter von (…) 

liege unterhalb der Ergebnisse der Alterseinschätzung.  

E.   

E.a. Mit Verfügung vom 8. Februar 2024 gewährte das SEM dem Be-

schwerdeführer das rechtliche Gehör zum Altersgutachten und hielt fest, 

es gehe gestützt auf die Aktenlage von seiner Volljährigkeit aus und beab-

sichtige, das im Zentralen Migrationsinformationssystem (ZEMIS) re-

gistrierte Geburtsdatum auf den 1. Januar 2005 anzupassen.  

E.b. Mit Eingabe vom 13. Februar 2024 nahm der Beschwerdeführer Stel-

lung zur beabsichtigten Anpassung seines Geburtsdatums. Er erklärte sich 

damit nicht einverstanden. Im Sinne des Kindeswohls sowie des Grundsat-

zes in dubio pro minore sei das Geburtsdatum beim (…) 2007 (recte: wohl 

[…] 2007) zu belassen. 

F.  

F.a. Am 21. Februar 2024 ersuchte das SEM die kroatischen Behörden um 

(…)übernahme des Beschwerdeführers gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. b 

der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des 

Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur 

Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Dritt-

staatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten An-

trags auf internationalen Schutz zuständig ist (nachfolgend: Dublin-III-VO). 

F.b. Die kroatischen Behörden hiessen das Gesuch um (…)übernahme 

des Beschwerdeführers am 6. März 2024 gestützt auf Art. 20 Abs. 5 Dublin-

III-VO gut. Aus dem Schreiben geht hervor, dass der Beschwerdeführer in 

Kroatien mit dem Geburtsdatum (…) beziehungsweise (…) erfasst worden 

war.  

G.  

Mit Verfügung vom 7. März 2024 – tags darauf eröffnet – trat das SEM auf 

das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht ein, ordnete dessen Weg-

weisung aus der Schweiz nach Kroatien an, forderte ihn auf, die Schweiz 

am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen, beauftragte den zu-

ständigen Kanton mit dem Vollzug der Wegweisung und händigte die edi-

tionspflichtigen Akten aus. Gleichzeitig stellte es fest, dass sein Geburts-

datum im ZEMIS auf den (…) (mit Bestreitungsvermerk) laute und einer 

allfälligen Beschwerde gegen den Entscheid keine aufschiebende Wirkung 

zukomme. 

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Seite 5 

H.  

Am 8. März 2024 legte die zugewiesene Rechtsvertretung das Mandat nie-

der.  

I.  

Mit Beschwerde vom 13. März 2024 an das Bundesverwaltungsgericht 

beantragte der Beschwerdeführer, die vorinstanzliche Verfügung sei aufzu-

heben und die Vorinstanz anzuweisen, auf sein Asylgesuch einzutreten. 

Eventualiter sei die Verfügung zur rechtsgenüglichen Sachverhaltsabklä-

rung und Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Subeventua-

liter sei die Vorinstanz anzuweisen, von den zuständigen Behörden Zusi-

cherungen einzuholen, dass ihm ab dem Zeitpunkt der Ankunft in Kroatien 

umgehend Obdach, Nahrung, eine adäquate und regelmässige medizini-

sche sowie psychologische Behandlung zur Verfügung stehe.  

In prozessualer Hinsicht beantragte er die Gewährung der unentgeltlichen 

Prozessführung unter Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. 

Der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen und die Voll-

zugsbehörden seien anzuweisen, bis zum Abschluss des Beschwerdever-

fahrens von einer Überstellung nach Kroatien abzusehen. 

J.  

Am 14. März 2024 setzte die Instruktionsrichterin den Vollzug der Überstel-

lung per sofort einstweilen aus.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG (SR 142.31) nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und 

Art. 6 AsylG). 

1.2 Die Beschwerde ist zulässig (Art. 105 AsylG; Art. 31 ff. VGG). Die übri-

gen Sachurteilsvoraussetzungen (Legitimation [Art. 48 Abs. 1 VwVG], Frist 

[Art. 108 Abs. 3 AsylG] und Form [Art. 52 Abs. 1 VwVG]) sind offensichtlich 

erfüllt. Auf die Beschwerde ist einzutreten.  

2.  

2.1 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige oder 

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unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

2.2 Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet, weshalb 

sie im Verfahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines 

zweiten Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin (Art. 111 Bst. e 

AsylG), ohne Durchführung eines Schriftenwechsels und mit summari-

scher Begründung, zu behandeln ist (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 

3.  

Die in der Beschwerde erhobene formelle Rüge, die Vorinstanz habe den 

rechtserheblichen Sachverhalt unvollständig erhoben, wird nicht näher be-

gründet. Ein weiterer Abklärungsbedarf ist auch gemäss den Akten nicht 

ersichtlich. Die Rüge erweist sich somit als unbegründet und das Eventu-

albegehren betreffend Rückweisung an die Vorinstanz ist abzuweisen. 

4.  

4.1 Auf Asylgesuche wird in der Regel nicht eingetreten, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG). In diesem Fall verfügt das SEM in der Regel die Weg-

weisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an (Art. 44 AsylG). 

4.2 Gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO wird jeder Asylantrag von einem 

einzigen Mitgliedstaat geprüft, der nach den Kriterien des Kapitels III als 

zuständiger Staat bestimmt wird. Das Verfahren zur Bestimmung des zu-

ständigen Mitgliedstaates wird eingeleitet, sobald in einem Mitgliedstaat 

erstmals ein Asylantrag gestellt wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO). Im Rah-

men eines Wiederaufnahmeverfahrens (engl.: take back) findet demge-

genüber grundsätzlich keine (erneute) Zuständigkeitsprüfung nach Kapitel 

III statt (vgl. zum Ganzen BVGE 2017 VI/5 E. 6.2 und 8.2.1 m.w.H.). 

4.3 Der nach dieser Verordnung zuständige Mitgliedstaat ist verpflichtet, 

Antragstellende, die während der Prüfung ihres Antrags in einem anderen 

Mitgliedstaat einen Antrag gestellt haben oder die sich im Hoheitsgebiet 

eines anderen Mitgliedstaats ohne Aufenthaltstitel aufhalten, nach Mass-

gabe der Artikel 23, 24, 25 und 29 Dublin-III-VO wieder aufzunehmen 

(Art. 18 Abs. 1 Bst. b Dublin-III-VO). 

4.4 Besteht aufgrund systemischer Schwachstellen im Asylwesen des ur-

sprünglich als zuständig erkannten Mitgliedstaates die erhebliche Gefahr, 

der Antragsteller werde bei einer Überstellung einer unmenschlichen oder 

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entwürdigenden Behandlung ausgesetzt, wird der die Zuständigkeit prü-

fende Mitgliedstaat zuständig, soweit nach den Regeln der Dublin-III-VO 

kein anderer zuständiger Mitgliedstaat bestimmt werden kann (Art. 3 Abs. 2 

Dublin-III-VO). 

4.5 Jeder Mitgliedstaat kann abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO 

beschliessen, einen bei ihm von Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen 

gestellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch wenn er nach 

den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die Prüfung zu-

ständig ist (Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO). Dieses sogenannte Selbst-

eintrittsrecht wird im Landesrecht durch Art. 29a Abs. 3 der Asylverordnung 

1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) konkretisiert. Gemäss dieser 

Bestimmung kann das SEM das Asylgesuch «aus humanitären Gründen» 

auch dann behandeln, wenn dafür gemäss Dublin-III-VO ein anderer Staat 

zuständig wäre. Liegen individuelle völkerrechtliche Überstellungshinder-

nisse vor, ist der Selbsteintritt zwingend (vgl. BVGE 2015/9 E. 8.2.1).  

4.6 Im Fall einer unbegleiteten minderjährigen Person ohne familiäre An-

knüpfungspunkte zu einem anderen Mitgliedstaat ist gemäss Art. 8 Abs. 4 

Dublin-III-VO stets derjenige Mitgliedstaat zuständig, in welchem die be-

treffende Person ihren (aktuellen) Antrag auf internationalen Schutz ge-

stellt hat (vgl. ULRICH KOEHLER, Praxiskommentar zum Europäischen Asyl-

zuständigkeitssystem, 2018, N. 27 ff. zu Artikel 8 Dublin-III-VO), sofern es 

ihrem Wohl dient. Als minderjährig gilt ein Drittstaatsangehöriger unter 18 

Jahren (Art. 2 Bst. i Dublin-III-VO; Art. 1a Bst. d der Asylverordnung 1 vom 

11. August 1999 [AsylV 1, SR 142.311]). 

5.  

5.1 Die Vorinstanz hält in der angefochtenen Verfügung fest, die geltend 

gemachte Minderjährigkeit bleibe unbelegt. Die Angaben des Beschwerde-

führers zu seinem Alter beruhten einzig auf Berichten der Eltern, wobei 

seine Mutter ihn für 16-jährig halte und sein Vater von seiner Volljährigkeit 

ausgehe. Die Erklärungen, weshalb der Vater ihn fälschlicherweise für zwei 

Jahre älter halte als die Mutter, seien nicht plausibel. Das Nichtvorliegen 

von Identitätspapieren sei im Übrigen kein Indiz zugunsten der Minderjäh-

rigkeit des Beschwerdeführers; dies gelte umso mehr, als sein Vater, der 

die Tazkira habe ausstellen lassen und vor der Ausreise angeblich ver-

brannt habe, als einziger sein Geburtsdatum kenne und von dessen Voll-

jährigkeit ausgehe. Ausserdem würden Geburtsdaten in Tazkiras gewöhn-

lich gemäss dem afghanischen Kalender erfasst. Aus der Antwort auf das 

Informationssuchen des SEM gehe überdies hervor, dass er in Österreich 

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lediglich drei Schwestern C._______ (ca. […] Jahre alt), D._______ (ca. 

[…] Jahre alt) und E._______ (ca. […] Jahre alt) genannt und angegeben 

habe, seine Familie lebe im Iran. In der Schweiz habe er nur die Alter der 

jüngsten Geschwister genannt und angegeben, die Altersunterschiede zwi-

schen den Geschwistern betrage jeweils zwei bis drei Jahre. Da er nicht 

erklärt habe, eine Zwillingsschwester zu haben, lasse die Altersangabe in 

Bezug auf seine Schwester C._______ ([…]) und der Hinweis betreffend 

die Altersunterschiede lediglich den Schluss zu, dass er zwei oder drei 

Jahre älter sei als seine Schwester, mithin mindestens 18 Jahre alt sein 

müsse. Mit der Registrierung in Kroatien und Österreich lägen zwei starke 

Indizien für seine Volljährigkeit vor. Das vorliegende Altersgutachten lasse 

zwar keine verlässliche Aussage über die Minder- oder Volljährigkeit zu. 

Das von ihm genannte Alter könne aber den Resultaten der forensischen 

Altersdiagnostik zufolge nicht zutreffen. Er sei demnach älter, als er an-

gebe, womit der Verdacht bestehe, dass er die schweizerischen Behörden 

zu täuschen versuche. Es lägen im Übrigen keine Hinweise vor, wonach 

die kroatischen Behörden das Asyl- und Wegweisungsverfahren nicht kor-

rekt durchführen und dem Beschwerdeführer insbesondere keinen effekti-

ven Schutz vor Rückschiebung (Non-Refoulement-Gebot) gewähren wür-

den. Eine Anwendung der Souveränitätsklausel sei nicht gerechtfertigt. 

5.2 Der Beschwerdeführer entgegnet in seiner Rechtsmitteleingabe, er 

habe erklärt, sein genaues Alter nicht zu kennen. Ebenso wenig würden es 

seine Eltern kennen, zumal es im sozio-kulturellen Kontext Afghanistans 

durchaus üblich sei, das eigene Alter nicht genau zu kennen. Seine Ein-

schätzung, weshalb er denke, 16-jährig zu sein, sei aber durchaus nach-

vollziehbar. Die Angaben in Österreich seien auf Verständigungsprobleme, 

seine Müdigkeit und seinen psychischen Zustand nach der beschwerlichen 

Reise zurückzuführen. Er fügt hinzu, dass vielzählige Erkenntnisquellen 

die dem Gutachten zugrundeliegenden Methoden in Zweifel zögen. Ganz 

allgemein sei anzumerken, dass medizinische Untersuchungen anerken-

nen würden, dass Skelett- und Zahnuntersuchungen nur zu Vermutungen 

führen würden und keine exakte Altersbestimmung zuliessen. Dadurch 

lasse sich der Beweiswert des vorliegenden Altersgutachtens signifikant 

relativieren. Die aus dem rechtsmedizinischen Gutachten gewonnenen Er-

kenntnisse würden im vorinstanzlichen Entscheid jedoch ein geradezu un-

verhältnismässig hohes Gewicht erlangen. Es müsse von seiner Minder-

jährigkeit ausgegangen und damit von einer Überstellung nach Kroatien 

abgesehen werden.  

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Das kroatische Asylsystem weise entgegen der Angaben des SEM erheb-

liche Schwachstellen auf. Zudem seien die Camps völlig überlastet. Es sei 

davon auszugehen, dass Dublin-Rückkehrende in Kroatien Gefahr liefen, 

als Folgeantragstellende behandelt zu, was zu einer erheblichen Schwach-

stelle im System führe. Angesichts der hohen Anzahl abgewiesener Asyl-

gesuche sei überdies anzunehmen, dass der Grossteil der Dublin-Rück-

kehrenden unabhängig von ihren Asylgründen einen negativen Asylent-

scheid in Kroatien erhalte. Dies gehe mit einer direkten Gefahr der Aus-

schaffung einher, was eine Verletzung des Non-Refoulment-Gebots dar-

stelle. Ausserdem beschränke sich die Problematik der Push-Backs nicht 

auf die Grenzregion, sondern auf das ganze Land. Die Vermutung, dass 

Kroatien seinen internationalen Verpflichtungen nachkomme, könne daher 

nicht mehr mit Verweis auf die Botschaftsabklärung aufrechterhalten wer-

den. Dagegen spreche auch die systematische Anwendung von Gewalt 

gegenüber Schutzsuchenden. Es bestehe überdies keine Möglichkeit, sich 

dagegen zu wehren; der Rechtsweg sei keine realistische Option. Schliess-

lich seien die Unterbringungsbedingungen in Kroatien katastrophal und in 

Bezug auf die medizinische Versorgung bestünden grosse Schwierigkeiten 

und Hürden.  

6.  

6.1 Den vorliegenden Akten ist zu entnehmen, dass sich der Beschwerde-

führer vor seiner Einreise in die Schweiz in Kroatien und Österreich aufge-

halten hatte. Das SEM ersuchte die kroatischen Behörden am 21. Februar 

2024 um Rückübernahme des Beschwerdeführers. Die kroatischen Behör-

den stimmten dem Gesuch am 6. März 2024 zu.  

6.2 Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, aufgrund seiner Minder-

jährigkeit sei gestützt auf Art. 8 Abs. 4 Dublin-III-VO von der Zuständigkeit 

der schweizerischen Asylbehörden für sein Asylgesuch auszugehen, ist zu-

nächst auf die Beweislastverteilung für das Vorbringen der Minderjährigkeit 

hinzuweisen:  

6.2.1 Eine geltend gemachte Minderjährigkeit ist von der asylsuchenden 

Person zu beweisen, soweit ihr ein Beweis möglich ist, und andernfalls we-

nigstens glaubhaft zu machen, da sie die Beweislast dafür trägt, auch wenn 

das SEM die entscheidrelevanten Sachverhaltsmomente von Amtes we-

gen festzustellen hat (vgl. BVGE 2018 VI/3 E. 4.2.3 m.w.H., EMARK 2004 

Nr. 30 E. 5.3.3). Im Rahmen einer Gesamtwürdigung ist eine Abwägung 

aller Anhaltspunkte, die für oder gegen die Richtigkeit der betreffenden Al-

tersangabe sprechen, vorzunehmen (vgl. BVGE 2009/54 E. 4.1). Wurde 

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Seite 10 

der Sachverhalt abschliessend festgestellt und ist es der betroffenen Per-

son nicht gelungen, die behauptete Minderjährigkeit glaubhaft zu machen, 

hat sie die Folgen zu tragen und wird als volljährig betrachtet (vgl. BVGE 

2019 I/6 E. 5.4).  

6.2.2 Zunächst ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer keine Identi-

tätspapiere im Sinne von Art. 1a Bst. c AsylV1 oder andere Dokumente zu 

den Akten gereicht hat, mit welchen er seine Minderjährigkeit beweisen 

oder zumindest glaubhaft machen kann.  

6.2.3 Das medizinische Gutachten vom 2. Februar 2024 beruht auf einer 

forensisch-medizinischen Untersuchung, einer zahnärztlichen Altersschät-

zung basierend auf einer Panoramaschichtaufnahme des Kiefers, einer ra-

diologischen Altersschätzung basierend auf einem Röntgenbild der linken 

Hand sowie einer Computertomographie der Schlüsselbeine, welche am 

2. Februar 2024 durchgeführt wurden (vgl. A18). Die Röntgenuntersu-

chung der Hand hat ein Mindestalter von (…) und ein durchschnittliches 

Alter von (…) Jahren ergeben. Anhand der Verknöcherung der medialen 

Schlüsselbeinepiphysen beim Beschwerdeführer kamen die Gutachter 

zum Schluss, dass bei ihm von einem Mindestalter von (…) (durchschnitt-

liches Alter […]) Jahren auszugehen sei. Im Rahmen der Zahnuntersu-

chungen wurde schliesslich ein Mindestalter von (…) (durchschnittliches 

Alter […]) Jahren festgestellt. Das höchste ermittelte Mindestalter betrage 

damit (…) Jahren, eine Volljährigkeit könne nicht bewiesen werden. Das 

angegebene Alter von (…) liege unterhalb der Ergebnisse der Altersschät-

zung. 

6.2.4 Aus dem Gutachten geht hervor, dass das behauptete Geburtsdatum 

vom (…) 2007 unterhalb des geschätzten Mindestalters von (…) Jahren 

liegt und die Untersuchungen alle ein Durchschnittsalter ergeben haben, 

das über dem 18. Lebensjahr liegt. Insgesamt können die Ergebnisse des 

Altersgutachtens aber weder als klares Indiz für die Minderjährigkeit noch 

für die Volljährigkeit erachtet werden. 

6.2.5 Da bei der Einschätzung des Alters des Beschwerdeführers eine Ge-

samtwürdigung vorzunehmen ist, sind auch die protokollierten Aussagen 

zu den persönlichen Lebensumständen zu berücksichtigen (vgl. Entschei-

dungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission 

[EMARK] 2004 Nr. 30 E. 6.4.3 f.: insbes. [übereinstimmende] Angaben 

zum Alter, zu Identitätspapieren, zu den Lebensumständen (familiären Ver-

hältnisse, Schulbesuch, etc.). Diesbezüglich ist zunächst festzuhalten, 

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Seite 11 

dass die angeblichen Aussagen seiner Eltern zu seinem Alter als wider-

sprüchlich zu werten sind und somit nicht geeignet sind, seine Minderjäh-

rigkeit glaubhaft zu machen. Die Tatsache, dass sein Vater offenbar klar 

von der Volljährigkeit des Beschwerdeführers ausgeht (vgl. A14 Ziff. 1.06), 

kann als Indiz für die Volljährigkeit gewertet werden, war doch sein Vater – 

wie das SEM zu Recht festhält und gemäss Aussagen des Beschwerde-

führers – der Einzige, der sein tatsächliches und in der (vor der Ausreise 

angeblich verbrannten, vgl. A14 Ziff. 1.06, 4.03 f.) Tazkira festgehaltenes 

Geburtsdatum kennt. Soweit der Beschwerdeführer in der Erstbefragung 

die durch seinen Vater angenommene Volljährigkeit damit erklärte, dass 

Turkmenen bereits als Einjährige zur Welt kämen, beim ersten Newroz-

Fest ein weiteres Jahr älter würden und Neugeborene nach dieser Berech-

nung bereits als Zweijährige gelten würden (vgl. A14 Ziff. 1.06), vermag er 

nicht zu überzeugen, zumal der Vater – der ihn für volljährig hält – seine 

Tazkira ausstellen liess, in welcher das Alter – wie die Vorinstanz zutreffend 

ausführt – nach afghanischem Kalender, und nicht nach turkmenischer Tra-

dition, erfasst wird. Auch das Argument der Vorinstanz, dass gemäss den 

angegebenen Altersabständen zu seinen Geschwistern von zwei bis drei 

Jahren und dem Alter der ältesten Schwester von (…) Jahren davon aus-

zugehen sei, dass er mindestens 18 Jahre alt sei, erscheint überzeugend. 

Dass er sowohl in Österreich als auch in Kroatien als volljährige Person 

registriert wurde, spricht ebenfalls gegen seine Minderjährigkeit. Daran än-

dern auch die angeblichen Verständigungsprobleme bei den österreichi-

schen Behörden nichts, zumal es sich um einfache Daten handelt, deren 

Verständnis keine ausserordentlichen Sprachkenntnisse voraussetzt. So-

dann stimmten die kroatischen Behörden in Kenntnis aller zweckdienlichen 

Informationen dem Gesuch um Aufnahme zu und hegten somit keine Zwei-

fel an der Volljährigkeit des Beschwerdeführers (vgl. oben E. 6.1). Weitere 

Zweifel an der geltend gemachten Minderjährigkeit bestehen schliesslich 

auch aufgrund der unterschiedlichen Angaben, die der Beschwerdeführer 

in Österreich zu seinen persönlichen und familiären Verhältnissen sowie 

zum Reiseweg machte, was seine persönliche Glaubwürdigkeit erheblich 

erschüttert. Im Übrigen kann zur Vermeidung von Wiederholungen auf die 

Erwägungen in der vorinstanzlichen Verfügung verweisen werden (vgl. 

Verfügung S. 3 ff. und Zusammenfassung in E. 5.1); diese sind nicht zu 

beanstanden.  

6.3 Das Gericht kommt im Rahmen einer Gesamtwürdigung aller Um-

stände (vgl. EMARK 2004 Nr. 30 E. 5.3.4 S. 210) in Übereinstimmung mit 

der Vorinstanz zum Schluss, dass es dem Beschwerdeführer weder im vor-

instanzlichen Verfahren noch auf Beschwerdeebene gelungen ist, die von 

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Seite 12 

ihm geltend gemachte Minderjährigkeit zum Zeitpunkt seiner Gesuchsein-

reichung in der Schweiz glaubhaft zu machen. Damit fällt Art. 8 Abs. 4 Dub-

lin-III-VO nicht als Kriterium zur Bestimmung des für sein Asylverfahren zu-

ständigen Mitgliedstaats in Betracht. 

7.  

7.1 Nach der Praxis des Bundesverwaltungsgerichts liegen zum heutigen 

Zeitpunkt – unabhängig davon, ob es sich dabei um ein «take charge»- 

oder ein «take back»-Verfahren handelt – keine konkreten Gründe für die 

Annahme vor, das Asylverfahren und die Aufnahmebedingungen für An-

tragstellende in Kroatien würden systemische Schwachstellen im Sinne 

von Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO aufweisen (vgl. dazu das Referenzurteil des 

BVGer E 1488/2020 vom 22. März 2023, welches die seit dem Referenz-

urteil D-1611/2016 vom 22. März 2016 bestehende Praxis bestätigt, wo-

nach Dublin Überstellungen nach Kroatien grundsätzlich zulässig sind). 

Die Vorbringen des Beschwerdeführers erweisen sich vor dem Hintergrund 

dieser Rechtsprechung als unbehelflich. Insbesondere ist auf die zitierten 

Berichte namentlich zu Missständen im kroatischen Asylwesen nicht näher 

einzugehen.  

7.2 Gemäss der zitierten Rechtsprechung sind systemische Schwachstel-

len im Sinne von Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO in Bezug auf Kroatien zu ver-

neinen.  

8.  

8.1 Des Weiteren ist der Frage nachzugehen, ob völkerrechtliche Vollzugs-

hindernisse nach Art. 3 EMRK (oder einer anderen die Schweiz bindenden 

völkerrechtlichen Bestimmung) bestehen, woraus sich zwingende Gründe 

für einen Selbsteintritt nach Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO ergeben würden.  

8.2 Mangels systemischer Mängel im Sinne von Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO 

kann vermutungsweise davon ausgegangen werden, dass Kroatien seinen 

völker- und gemeinschaftsrechtlichen Verpflichtungen gegenüber Perso-

nen in der Situation des Beschwerdeführers nachkommt und insbesondere 

die Rechte respektiert und schützt, die sich aus der Richtlinien des Euro-

päischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 2013 zu ge-

meinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aberkennung des interna-

tionalen Schutzes (sog. Verfahrensrichtlinie) sowie 2013/33/EU vom 

26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Aufnahme von Personen, 

die internationalen Schutz beantragen (sog. Aufnahmerichtlinie) ergeben 

(vgl. statt vieler Urteil des BVGer F-5384/2023 vom 12. Oktober 2023 

E-1626/2024 

Seite 13 

E. 7.3 m.w.H.). Diese Vermutung kann zwar im Einzelfall widerlegt werden. 

Hierfür bedarf es aber konkreter und ernsthafter Hinweise, die vom Be-

troffenen glaubhaft darzutun sind (vgl. BVGE 2010/45 E. 7.4 f.). Mit seinen 

pauschalen Verweisen auf allgemeine Berichte vermag der Beschwerde-

führer kein konkretes und ernsthaftes Risiko darzulegen, wonach sich die 

kroatischen Behörden weigern würden, ihn aufzunehmen und einen allfäl-

ligen Antrag auf internationalen Schutz unter Einhaltung der Regeln der 

Verfahrensrichtlinie zu prüfen. In seiner Befragung machte er lediglich gel-

tend, er habe in Kroatien kein Asylgesuch gestellt. Er hat nicht dargetan, 

dass die ihn als Dublin-Rückkehrenden bei einer Rückführung erwartenden 

Bedingungen in Kroatien derart schlecht seien, dass sie zu einer Verlet-

zung von Art. 4 der EU-Grundrechtecharta, Art. 3 EMRK oder Art. 3 FoK 

führen könnten, insbesondere da er bereits sieben Tage nach der Erfas-

sung des Asylgesuchs in Kroatien in Österreich um Asyl ersucht hatte und 

damit direkt nach dem Asylgesuch in Kroatien das Land verlassen hatte 

(vgl. SEM-Akten 1304773-7/1). Bei einer allfälligen vorübergehenden Ein-

schränkung wäre der Beschwerdeführer nötigenfalls gehalten, sich an die 

dortigen Behörden zu wenden und die ihm zustehenden Aufnahmebedin-

gungen auf dem Rechtsweg einzufordern (vgl. Art. 26 Aufnahmerichtlinie). 

Sodann hat das SEM zutreffend darauf hingewiesen, dass der Zugang zu 

wirksamen Rechtsmitteln gewährleistet sei. Es ist dem Beschwerdeführer 

zuzumuten, sich an die zuständigen staatlichen Stellen oder die vor Ort 

tätigen karitativen Organisationen zu wenden, sollte er sich durch die kro-

atischen Behörden oder Dritte ungerecht oder rechtswidrig behandelt füh-

len.    

8.3 Der Beschwerdeführer macht nicht geltend, an psychischen oder phy-

sischen Beschwerden zu leiden. Den vorinstanzlichen Akten sind neben 

einem behandelten Husten sowie einer medizinisch versorgten Schürf-

wunde keinerlei medizinischen Probleme zu entnehmen. Entsprechend 

gab er selbst zu Protokoll, gesund zu sein (vgl. A14 Ziff. 8.02). Sollte er 

nach der Rückkehr nach Kroatien dennoch eine medizinische Behandlung 

benötigen, ist darauf hinzuweisen, dass Kroatien über eine ausreichende 

medizinische Infrastruktur verfügt und verpflichtet ist, den Antragstellern 

die erforderliche medizinische Versorgung, die zumindest die Notversor-

gung und die unbedingt erforderliche Behandlung von Krankheiten und 

schweren psychischen Störungen umfasst, zugänglich zu machen (Art. 19 

Abs. 1 Aufnahmerichtlinie). 

8.4 Nach dem Gesagten hat die Vorinstanz das Selbsteintrittsrecht gemäss 

Art. 17 Dublin-III-VO sowie Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 zu Recht nicht 

E-1626/2024 

Seite 14 

ausgeübt. Weder ist die Schweiz völkerrechtlich verpflichtet, auf das Asyl-

gesuch einzutreten, noch liegen humanitäre Gründe vor, welche einen 

Selbsteintritt nahelegen würden. Es besteht auch kein Anlass, von den zu-

ständigen kroatischen Behörden Zusicherungen in Bezug auf die Unter-

bringung und medizinische Versorgung einzuholen. Der entsprechende 

Subeventualantrag ist abzuweisen. Der Vollständigkeit halber ist festzuhal-

ten, dass die Dublin-III-VO den Schutzsuchenden kein Recht einräumt, den 

ihren Antrag prüfenden Staat selber auszuwählen (vgl. auch BVGE 

2010/45 E. 8.3). 

9.  

Das SEM ist demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b 

AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten und 

hat die Wegweisung nach Kroatien angeordnet. Die angefochtene Verfü-

gung erweist sich als rechtmässig und die Beschwerde ist abzuweisen. 

Mit dem Entscheid in der Hauptsache fällt der am 14. März 2024 angeord-

nete Vollzugsstopp dahin. Das Beschwerdeverfahren ist mit vorliegendem 

Urteil abgeschlossen, weshalb sich der Antrag auf Gewährung der auf-

schiebenden Wirkung als gegenstandslos erweist. 

10.  

10.1 Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung ist 

abzuweisen, da die Begehren – wie sich aus den vorstehenden Erwägun-

gen ergibt – als aussichtslos zu bezeichnen sind.  

10.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt 

Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[VGKE, SR 173.320.2]). 

 

(Dispositiv nächste Seite)  

E-1626/2024 

Seite 15 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab-

gewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Roswitha Petry Regina Seraina Goll 

 

 

Versand: