# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4e3f649e-8fda-5314-ba9d-f48096118b3f
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-08-20
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 20.08.2019 SB180193
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB180193_2019-08-20.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 

II. Strafkammer 

 
 

 

Geschäfts-Nr.: SB180193-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Spiess, Präsident, Oberrichterinnen lic. iur. Bert-

schi und lic. iur. Haus Stebler sowie die Gerichtsschreiberin 

MLaw Baechler 

 

Urteil vom 20. August 2019 

in Sachen 

 

Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich,  
vertreten durch Staatsanwalt lic. iur. Scherrer,  

Anklägerin und Erstberufungsklägerin 

 

sowie 

 

A._____,  
Privatkläger 

 

vertreten durch lic.iur. X._____ 

 

gegen 

 

B._____,  
Beschuldigte und Zweitberufungsklägerin 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ 

 

-   2   - 

betreffend versuchte Anstiftung zur vorsätzlichen Tötung   
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Dielsdorf, II. Abteilung, vom 
18. Dezember 2017 (DG170016) 

 

-   3   - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 13. Juni 

2017 (Urk. 22) ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz: 

Es wird beschlossen: 

1. Der Antrag des Beschuldigten, es sei die polizeiliche Einvernahme vom 

26. Dezember 2016 (act. D1/5/1) aus den Akten zu weisen, wird gutgeheis-

sen. Act. D1/5/1 wird bis zum rechtskräftigen Abschluss des Verfahrens un-

ter Verschluss gehalten und danach vernichtet. 

2. Gegen diesen Entscheid kann innert 10 Tagen von der Eröffnung an beim 

Obergericht des Kantons Zürich, III. Strafkammer, Postfach, 8021 Zürich, 

schriftlich und begründet Beschwerde eingereicht werden. 

3. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Erkenntnis.  

Sodann wird erkannt: 

1. Die Beschuldigte B._____ ist schuldig der versuchten Anstiftung zur vorsätz-

lichen Tötung im Sinne von Art. 111 i.V.m. Art. 24 Abs. 1 und Abs. 2 StGB. 

2. Die Beschuldigte wird bestraft mit einer Freiheitstrafe von 36 Monaten. 

3. Die Freiheitsstrafe gegen die Beschuldigte wird im Umfang von 6 Monaten 

(abzüglich 51 Tage, die durch Haft erstanden sind) vollzogen. Im Übrigen 

wird der Vollzug der Freiheitsstrafe aufgeschoben und die Probezeit auf 

zwei Jahre festgesetzt. 

4. Es wird davon Vormerk genommen, dass der Privatkläger auf Genugtuung 

verzichtet hat. 

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5. Die Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger eine Entschädigung von 

Fr. 10'809.05 zu bezahlen.  

6. Der Antrag der Beschuldigten auf Genugtuung in der Höhe von Fr. 20'000.– 

wird abgewiesen. 

7. Der Antrag der Beschuldigten auf Entschädigung in der Höhe von 

Fr. 39'434.– wird abgewiesen. 

8. Die Beschuldigte wird mit ihrem Antrag auf Entschädigung in der Höhe von 

Fr. 78'740.65 auf den Weg der Staatshaftung verwiesen. 

9. Die Entschädigung von Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ für die amtliche Ver-

teidigung wird auf Fr. 18'406.10 festgesetzt, nämlich Fr. 16'701.70 für den 

Aufwand, Fr. 341.– für die Barauslagen und Fr. 1'363.40 für die Mehrwert-

steuer. 

10. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf 

Fr. 3'000.– ; die weiteren Verfahrenskosten betragen: 

Fr. 2'000.–  Gebühr für das Vorverfahren 

Fr. 11'964.60  Auslagen (Gutachten) 

Fr. 140.–  Auslagen (Gutachten) 

Fr. 630.–   Auslagen (Polizei) 

Fr. 512.75  Entschädigung Dolm. 

Fr. 18'247.35  Total 

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

11. Die Kosten des Vorverfahrens und des gerichtlichen Verfahrens, ein-

schliesslich der amtlichen Verteidigung, werden der Beschuldigten auferlegt, 

diejenigen der amtlichen Verteidigung indessen einstweilen auf die Ge-

richtskasse genommen. Vorbehalten bleibt die Verpflichtung der Beschuldig-

ten, dem Kanton diese Entschädigung vollumfänglich zurückzuzahlen, so-

bald es ihre wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO). 

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Berufungsanträge: 

a) Des Vertreters der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich:  

(Urk. 83 S. 1) 

Die Beschuldigte sei mit 5 ½ Jahren Freiheitsstrafe zu bestrafen; im Übrigen 

sei das Urteil der Vorinstanz zu bestätigen. 

b) Der amtlichen Verteidigung: 

(Urk. 84 S. 2) 

1. Die Beschuldigte sei vom Vorwurf der versuchten Anstiftung zur vor-

sätzlichen Tötung freizusprechen; 

2. Es sei der Beschuldigten eine Genugtuung von CHF 90'000.–, zuzüg-

lich 5% Zins seit 21. Januar 2017, zuzusprechen; 

3. Es sei der Beschuldigten gestützt auf Art. 429 StPO eine Entschädi-

gung von CHF 95'078.82 zzgl. 5% Zins seit 30. April 2018 sowie 

CHF 133'277.63, zuzusprechen; 

4. Eventualiter sei der Beschuldigten gestützt auf Art. 431 Abs. 1 StPO 

eine Entschädigung von CHF 78'740.65 zuzusprechen; 

5. Die amtliche Verteidigung sei für das Berufungsverfahren mit 

CHF 13'211.55 (inkl. MwSt) zu entschädigen; 

6. Die Verfahrenskosten des erstinstanzlichen Verfahrens seien auf die 

Staatskasse zu nehmen; 

7. Die Verfahrenskosten für das Berufungsverfahren seien je hälftig dem 

Privatkläger aufzuerlegen und hälftig auf die Staatskasse zu nehmen. 

 

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Erwägungen: 

I. Gegenstand des Berufungsverfahrens 

Mit Urteil des Bezirksgerichts Dielsdorf, II. Abteilung, vom 18. Dezember 2017 

wurde die Beschuldigte der versuchten Anstiftung zur vorsätzlichen Tötung im 

Sinne von Art. 111 StGB in Verbindung mit Art. 24 Abs. 1 und Abs. 2 StGB schul-

dig gesprochen und mit einer Freiheitsstrafe von 36 Monaten bestraft. Im Umfang 

von 6 Monaten wurde der Vollzug der Freiheitsstrafe angeordnet, im Übrigen 

wurde der bedingte Strafvollzug gewährt unter Ansetzung einer Probezeit von 

2 Jahren. Vom Verzicht des Privatklägers auf Genugtuung wurde Vormerk ge-

nommen. Die Beschuldigte wurde verpflichtet, dem Privatkläger eine Entschädi-

gung von Fr. 10'809.05 zu bezahlen. Die Genugtuungs- und Entschädigungsfor-

derungen der Beschuldigten wurden abgewiesen bzw. auf den Weg der Staats-

haftung verwiesen. Die Kosten des Vorverfahrens und des gerichtlichen Verfah-

rens wurden der Beschuldigten auferlegt (Urk. 51). 

Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Beschuldigte haben gegen das Urteil 

fristgerecht Berufung angemeldet (Urk. 46 und Urk. 47) und die Berufungserklä-

rungen eingereicht (Urk. 52 und Urk. 53/1). Die Berufung der Staatsanwaltschaft 

richtet sich gegen die Sanktionshöhe, sie beantragt die Bestrafung der Beschul-

digten mit einer Freiheitsstrafe von 5 ½ Jahren (Urk. 52 S. 2; Urk. 83 S. 1). Die 

Beschuldigte ficht das vorinstanzliche Urteil mit Ausnahme von Dispositiv-Ziffern 9 

und 10 vollumfänglich an und beantragt einen Freispruch, die Zusprechung einer 

Genugtuung von Fr. 90'000.-- zzgl. 5% Zins seit 21. Januar 2017 und einer Ent-

schädigung gestützt auf Art. 429 StPO von Fr. 95'078.82 zzgl. 5% Zins seit 

30. April 2018 sowie Fr. 133'277.63, eventualiter eine Entschädigung gestützt auf 

Art. 431 Abs. 1 StPO von Fr. 78'740.65 (Urk. 84 S. 2). Der Privatkläger hat auf 

Anschlussberufung verzichtet und liess Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils 

beantragen (Urk. 57). 

Demzufolge ist das vorinstanzliche Urteil in allen Punkten angefochten mit Aus-

nahme der Festsetzung der Kosten und der Entschädigung der amtlichen Vertei-

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digung. Vorweg ist festzustellen, dass das vorinstanzliche Urteil bezüglich der 

Dispositiv-Ziffern 9 und 10 in Rechtskraft erwachsen ist.  

Die Verteidigung stellte mit Eingabe vom 28. Februar 2019 die Beweisanträge auf 

Befragung des Gutachters Prof. Dr. C._____, Befragung des Zeugen D._____ 

und Einholung einer zweiten Übersetzung des englischen Wortprotokolls, welche 

mit Verfügung vom 7. Mai 2019 einstweilen abgewiesenen wurden (Urk. 76 S. 2; 

Urk. 81). Auf diese Beweisanträge ist im Rahmen der Sachverhaltserstellung ein-

zugehen. 

Anlässlich der Berufungsverhandlung vom 20. August 2019 wurde das Urteil 

mündlich eröffnet und der Präsident teilte den Parteien mit, dass er eine abwei-

chende Meinung im Sinne von § 124 GOG ZH zu Protokoll gibt (Prot. II S. 38; 

Urk. 88). 

II. Sachverhalt 

1. Anklagevorwurf 

Der Beschuldigten wird in der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft IV des Kan-

tons Zürich vom 13. Juni 2017 vorgeworfen, sie habe am 26. Dezember 2016 um 

ca. 18.00 Uhr D._____ auf dem Parkplatz an der E._____-Strasse … in F._____ 

angesprochen und habe ihn während eines rund 12 minütigen Gesprächs aufge-

fordert, ihren Ehemann A._____ gegen ein Entgelt schwer zu verletzen bzw. zu 

töten. Sie habe ihm mehrfach bis zu Fr. 1'000.-- dafür angeboten, dass er ihren 

Ehemann mit einem grossen Messer durch mehrere Stiche töte. Die Beschuldigte 

habe bei D._____ keinen entsprechenden Tatentschluss ausgelöst, weshalb es 

beim Versuch der Anstiftung geblieben sei. 

Die Beschuldigte bestreitet den Anklagevorwurf und beantragt einen Freispruch. 

Nachfolgend ist zu prüfen, ob sich der angeklagte Sachverhalt erstellen lässt. 

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2. Sachverhaltserstellung 

2.1. Übersicht Beweismittel 

Für die Erstellung des Sachverhaltes liegen als Beweismittel die Aussagen der 

Beschuldigten, des Privatklägers, diejenigen der Zeugen D._____, G._____, 

H._____ und I._____ vor. Weiter sind als Beweismittel heranzuziehen die Video-

aufzeichnung aus dem Mobiltelefon des Zeugen D._____, das Gutachten von 

Prof. Dr. C._____ betreffend Disambiguierung/Verschriftlichung dieser Videoauf-

nahme (Urk. 69) und die Übersetzung des Wortprotokolls in englischer Sprache 

(Urk. 72). 

2.2. Verwertbarkeit 

2.2.1. Einvernahmen 

Betreffend die Verwertbarkeit dieser Beweismittel ist vorab festzuhalten, dass die 

polizeiliche Einvernahme der Beschuldigten vom 26. bzw. 27. Dezember 2016 

nicht verwertbar ist. Diese Einvernahme wurde ohne Anwesenheit eines Verteidi-

gers durchgeführt, obwohl klarerweise ein Fall notwendiger Verteidigung vorlag. 

Es kann bezüglich der Verwertbarkeit der fraglichen Einvernahme auf die zutref-

fenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO; 

Urk. 51 S. 5 ff.). Die weiteren Einvernahmen der Beschuldigten sowie die Einver-

nahmen des Privatklägers, von D._____, G._____, H._____ und I._____ sind alle 

verwertbar. 

2.2.2. Videoaufnahme 

Da D._____ das Gespräch mit der Beschuldigten vom 26. Dezember 2016 heim-

lich aufgenommen hat, erfolgte die Aufnahme in Verletzung der Persönlichkeits-

rechte der Beschuldigten. 

Auch wenn sich in der Strafprozessordnung keine Regelung zur Beurteilung der 

Verwertbarkeit von durch Privatpersonen erlangten Beweismitteln findet, bedeutet 

dies nicht, dass eine Verwertbarkeit solcher Beweismittel grundsätzlich ausge-

schlossen wäre. Liegen privat gesammelte Beweismittel vor, ist jedoch zunächst 

-   9   - 

zu prüfen, ob diese rechtmässig oder in Verletzung einer geltenden Rechtsvor-

schrift erlangt wurden. Erfolgte die Erhebung rechtmässig, und mithin ohne Ver-

letzung einer strafrechtlichen, persönlichkeitsrechtlichen, datenschutzrechtlichen 

oder einer anderen geltenden Rechtsnorm oder unter Vorliegen eines Rechtferti-

gungsgrunds, so dürfen die so erlangten Beweismittel grundsätzlich auch von den 

Strafverfolgungsbehörden verwertet werden (Gless, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger 

[Hrsg.], BSK-Strafprozessrecht, 2. Aufl. 2014, N 40c zu Art. 141). Wurde ein Be-

weismittel von einer Privatperson rechtswidrig erlangt, ist zur Beurteilung der 

Verwertbarkeit gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung weiter zu prüfen, ob 

die Strafverfolgungsbehörden das fragliche Beweismittel selbst rechtmässig hät-

ten erlangen können und ob eine Interessenabwägung für die Verwertbarkeit des 

Beweismittels spricht (Urteil des Bundesgerichts 1B_22/2012 vom 11. Mai 2012, 

E. 2.4.4; Urteil des Bundesgerichts 1B_76/2016 vom 30. März 2016, E. 2.2; 

Gless, a.a.O., N 40c zu Art. 141). 

Einwilligung der Betroffenen oder gesetzliche Erlaubnis fallen vorliegend als 

Rechtfertigungsgründe ausser Betracht. Mangels Vorliegen eines Rechtferti-

gungsgrundes ist die Aufzeichnung widerrechtlich. Hinsichtlich der durch eine Pri-

vatperson unrechtmässig erlangten Video-Aufzeichnung ist weiter zu prüfen, ob 

die Strafverfolgungsbehörden selbst rechtmässig eine Videoaufzeichnung hätten 

erstellen können. Die Beurteilung dieser Frage hängt grundsätzlich davon ab, ob 

im fraglichen Zeitpunkt ein Tatverdacht die entsprechende Beweiserhebung legi-

timiert hätte (Urteil des Bundesgerichts 1B_22/2012 vom 11. Mai 2012, E. 2.4.4). 

Letzteres ist zu bejahen, zumal der Zeuge D._____ aussagte, die Beschuldigte 

habe zuerst in Aussicht gestellt, ihm Geld oder eine Frau zu geben, wenn er ihren 

Mann schlage, dann habe sie ihm ein neues Angebot gemacht und ihm gesagt, 

dass sie ihm Fr. 1'000.-- gebe, wenn er ihren Mann mit einem Messer schlage 

oder schneide (Urk. D1/7/2 S. 4 f.). Er sei aufgefordert worden, den Ehemann der 

Beschuldigten zu töten (Urk. D1/7/2 S. 5). Dass solche Äusserungen/Auf-

forderungen wie sie der Zeuge schildert einen dringenden Tatverdacht betreffend 

Anstiftung zur vorsätzlichen Tötung begründen, bedarf keiner weiteren Erklärung. 

Unter diesen Umständen ist nicht zu beanstanden, dass der Zeuge im Verlaufe 

des Gesprächs sein Mobiltelefon als Aufnahmegerät einsetzte. Auch eine Interes-

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senabwägung zwischen dem Interesse der Beschuldigten an der Wahrung ihrer 

Persönlichkeitsrechte und demjenigen ihres Ehemannes und der Öffentlichkeit an 

der Verhinderung/Aufklärung eines schweren Gewaltverbrechens fällt klar zu-

gunsten einer Verwertbarkeit der Video-Aufzeichnung aus. Zu Recht wurde denn 

auch die Verwertbarkeit dieses Beweismittels von der Verteidigung nicht in Frage 

gestellt. 

2.2.3. Schlussfolgerung  

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass alle vorstehend unter 2.2.1. erwähnten 

Beweismittel mit Ausnahme der polizeilichen Einvernahme der Beschuldigten vom 

26./27. Dezember 2016 verwertbar sind. 

2.3. Beweiswürdigung 

2.3.1. Allgemeine Grundsätze  

Die für die Beweiswürdigung geltenden Grundsätze wurden von der Vorinstanz 

zutreffend dargelegt. Es kann vollumfänglich darauf verwiesen werden (Art. 82 

Abs. 4 StPO; Urk. 51 S. 10 ff.). 

2.3.2. Beweismittel im Einzelnen 

2.3.2.1. Aussagen der Beschuldigten 

a) Zusammenfassung 

Die Beschuldigte verweigerte in der Hafteinvernahme vom 27. Dezember 2016 

die Aussage zum Tatvorwurf (Urk. D1/5/3 S. 2). Sie verneinte, im Asylheim einen 

Mann namens G._____ zu kennen. Ausserdem bestritt sie ausdrücklich, D._____ 

am Vortag um Hilfe gebeten zu haben (Urk. D1/5/3 S. 3). 

In der Einvernahme vom 26. Januar 2017 schilderte die Beschuldigte, dass der 

Privatkläger ihr vor ca. drei oder vier Jahren als er die C-Bewilligung erhalten ha-

be gesagt habe, dass er nicht mehr so für sie fühle wie früher. Dies sei für sie ein 

Weltuntergang gewesen, weil sie ihn so liebe (Urk. D1/5/4 S. 2). Seither nehme 

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der Privatkläger immer mehr Abstand von ihr. Eine Kollegin habe ihr erzählt, dass 

der Privatkläger eine Liebesbeziehung mit einer anderen Frau von seinem Ar-

beitsplatz habe (Urk. D1/5/4 S. 3). Der Privatkläger habe auch eine Beziehung zu 

einer weiteren Frau namens J._____. Es sei schlimm für sie, dass ihr Mann sie 

mehrfach betrüge. Der Privatkläger habe sie mehrmals geschlagen, sie habe 

deshalb auch einmal (glaublich 2015) das Spital aufsuchen müssen, nachdem ihr 

der Privatkläger gegen den Kopf geschlagen habe. Man habe eine Röntgenauf-

nahme von ihrem Hals gemacht und ihr eine Halskrause gegeben (Urk. D1/5/4 

S. 3). Der Privatkläger habe sie häufig geschlagen, einmal - sie wisse nicht mehr, 

wann dies gewesen sei - sei die Polizei gekommen. Sie habe keine Anzeige ge-

macht, weil der Privatkläger gesagt habe, er würde mit ihr Schluss machen, wenn 

sie Anzeige gegen ihn erstatte (Urk. D1/5/4 S. 4). Den Anklagevorwurf bestritt sie 

und machte geltend, D._____ habe sie sexuell belästigt, ihr einen Klapps auf den 

Hintern gegeben und sie eine schöne Kleine genannt (Urk. D1/5/4 S. 4). Sie habe 

diesen Mann nicht gekannt und ihm gesagt, er solle sie in Ruhe lassen. Auf die 

Frage, ob sie G._____ kenne, antwortete sie, dies sei der Ex-Freund einer Kolle-

gin namens K._____ (Urk. D1/4/5 S. 4). Am fraglichen Abend habe sie sich in der 

Nähe des Arbeitsplatzes des Privatklägers aufgehalten, da sie auf ihn habe war-

ten wollen, damit er nach Hause komme. Auf die Frage, ob sie D._____ Geld da-

für geboten habe, dass dieser den Privatkläger umbringe, erklärte sie, D._____ 

habe diesen Vorschlag gemacht. Er habe von Geld und Messer gesprochen. Sie 

habe gesagt, "Ghats no", sie mache das nicht, sie liebe ihren Mann (D1/4/5 S. 5). 

Auf Vorhalt der Video-Aufzeichnung erklärte sie, D._____ habe sie gezwungen zu 

reden. D._____ habe damit angefangen, er habe gesagt, er brauche Geld 

(Urk. D1/4/5 S. 6). 

Die Beschuldigte sagte in der Einvernahme vom 27. Januar 2017 aus, D._____ 

habe die ganze Sache mit dem Video geplant und habe sie gezwungen, die Auto-

nummer ihres Mannes zu zeigen, er habe sie am Arm gepackt und gesagt, sie 

müsse ihm die Nummer zeigen, dann habe er gesehen, dass ihr Mann Taxi fahre. 

Sie habe D._____ gesagt, dass sie ihren Mann liebe und keine Scheisse mit ihm 

machen wolle. Er habe immer gesagt, sie müsse ihre Sätze wiederholen, sie habe 

nicht gewusst, dass er ein Video mache (Urk. D1/5/5 S. 2). 

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Auch in der Einvernahme vom 10. Mai 2017 hielt sie daran fest, dass D._____ sie 

zu den Äusserungen gezwungen habe, indem er sie am Arm gepackt habe 

(Urk. D1/5/7 S. 3). 

Die Beschuldigte erklärte in der Befragung vor Vorinstanz, D._____ habe sie zu 

den Äusserungen gedrängt, sie habe das nicht gewollt, sei gestresst gewesen 

(Urk. 35 S. 11). Auf die Frage, ob der Anklagevorwurf stimme, antwortete sie, sie 

wisse es nicht (Urk. 35 S. 12). Sie habe am fraglichen Tag mit dem Privatkläger 

gestritten und habe ihn von der Arbeit abholen wollen, da er nicht nach Hause 

komme, wenn sie gestritten hätten. Sie hole ihn immer ab, wenn sie gestritten hät-

ten (Urk. 35 S. 12). Als sie von der Bushaltestelle gekommen sei, sei D._____ ge-

kommen, den sie vorher noch nie gesehen habe. Er habe ihr an den Hintern ge-

fasst und gesagt, sie sei eine hübsche kleine Frau. Sie habe ihm gesagt, er solle 

sie in Ruhe lassen, doch er sei ihr gefolgt und habe gesagt, sofern sie Hilfe oder 

Sex wolle, sei er für sie da. Sie habe gesagt, sie hole die Polizei, wenn er sie nicht 

in Ruhe lasse. Die Beschuldigte bestätigte, dass sie kurz zuvor eine SMS des Pri-

vatklägers erhalten habe, wonach er sich scheiden lassen wolle. Das habe er 

schon oft gesagt, das passiere jedes Mal, wenn sie stritten. Sie sei enttäuscht und 

aufgebracht gewesen (Urk. 35 S. 13). 

Anlässlich der Berufungsverhandlung hielt die Beschuldigte daran fest, dass sie 

den Privatkläger am Tattag von der Arbeit habe abholen wollen. Sie sei dann aber 

von D._____ angesprochen worden, welcher die ganze Zeit hinter ihr hergelaufen 

sei und ihr dann an den Hintern gefasst habe. Sie sei in dieser Zeit so wütend 

gewesen auf den Privatkläger, dass sie nicht mehr wisse, was sie zu D._____ ge-

sagt habe. Sie könne sich an das Gespräch mit diesem nicht mehr erinnern 

(Prot. II S. 23 ff.). Auf den wiederholten Vorwurf, beim Gespräch zwischen ihr und 

D._____ könnte der Eindruck entstehen, dass sie diesen dazu habe bringen wol-

len, für Geld auf den Privatkläger loszugehen, zuerst mit Fäusten und dann mit 

einem Messer, führte die Beschuldigte aus: "Eigentlich ich mache das nicht so tö-

ten. Man macht das nicht. Verletzen, ich bin schon verletzt. Ich will einfach, er hat 

auch Schmerzen, aber nicht töten" (Prot. II S. 26). Weiter führte sie aus, dass der 

Privatkläger sie nicht gut behandelt und eine Beziehung mit einer anderen Frau 

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gehabt habe, weshalb sie wütend auf ihn gewesen sei. Deshalb habe sie gewollt, 

dass er auch Schmerzen habe. Verletzen könne man, aber töten nicht (Prot. II 

S. 26 ff.). 

b) Würdigung 

Die Aussagen der Beschuldigten sind ausgesprochen dürftig ausgefallen und er-

weisen sich als nicht plausibel. Nicht nachvollziehbar ist insbesondere, weshalb 

D._____, der die Beschuldigte unbestrittenermassen nicht kannte und den sie am 

fraglichen Abend das erste Mal sah, sie hätte zwingen sollen, zu sagen, sie biete 

ihm Geld dafür an, dass er ihren Ehemann verletze oder töte, um diese Äusse-

rungen heimlich aufzunehmen, die Aufnahme unmittelbar darauf bei der Polizei 

abzugeben und gegen sie belastende Aussagen zu deponieren. Es ist schlicht 

nicht einzusehen, was ein solches Vorgehen für einen Sinn machen sollte, was 

D._____ für ein Interesse daran haben könnte, die Beschuldigte, die er nicht 

kannte, falsch zu belasten. Wie noch darzulegen sein wird, sind den Aufzeich-

nungen des Gesprächs denn auch keine Anhaltspunkte für irgendeine Ausübung 

von Zwang seitens von D._____ gegenüber der Beschuldigten zu entnehmen. 

Hinweise für eine vorausgegangene sexuelle Belästigung finden sich darin eben-

falls nicht. Eine solche wurde von der Beschuldigten auch erst rund einen Monat 

nach dem Vorfall sehr pauschal geltend gemacht, obwohl es sich dabei um ein re-

lativ einschneidendes Ereignis handelt und anzunehmen wäre, dass sie ein sol-

ches in ihren Einvernahmen von Anfang an erwähnt hätte, wenn es der Wahrheit 

entsprechen würde. Nicht stimmig erscheint, dass die Beschuldigte sich nach ih-

rer eigenen Darstellung gegenüber der von ihr geltend gemachten sexuellen Be-

lästigung bestens zu Wehr setzen konnte, sich dagegen hätte zwingen lassen, 

gegen ihren Willen die aufgenommenen Äusserungen zu tätigen. 

Demgegenüber ist aufgrund ihrer eigenen Aussagen ein Motiv der Beschuldigten 

für die angeklagte Tat erkennbar. Sie liebte den Privatkläger, dieser hatte sich 

nach ihrer Wahrnehmung von ihr distanziert nachdem er die C-Bewilligung erhal-

ten hatte, unterhielt nach ihrer Darstellung mehrere Fremdbeziehungen und 

schrieb ihr kurz vor dem Vorfall in einer SMS, dass er sich von ihr scheiden las-

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sen wolle. Auch gegenüber der Gutachterin erklärte die Beschuldigte, dass sie 

den Privatkläger liebe und Angst vor einer Scheidung habe (Urk. D1/9/5 S. 25). 

Die Beschuldigte räumte anlässlich der Berufungsverhandlung erstmals ein, dass 

sie auf den Privatkläger wütend gewesen sei, was nicht nur zu ihren Aussagen 

passt, wonach sie den Privatkläger nach der Arbeit habe abholen wollen, damit er 

sicher nach Hause komme, da es zuvor Streit zwischen ihnen gegeben habe. Ihr 

wütender und aufgebrachter Gemütszustand ist dagegen mit dem Tatvorwurf in 

Einklang zu bringen, insbesondere mit ihrer Anweisung gegenüber D._____, wo-

nach das Messer gleich zwei oder drei Mal (Urk. 69 S. 21) eingesetzt werden soll. 

Lediglich am Rande sei erwähnt, dass die Beschuldigte bezüglich der Frage, ob 

sie einen G._____ kenne, widersprüchlich aussagte, indem sie in der Einvernah-

me vom 27. Dezember 2016 verneinte, einen Mann namens G._____ aus dem 

Asylheim zu kennen, in der Einvernahme vom 26. Januar 2017 dann aber erklär-

te, G._____ sei der Ex-Freund einer Kollegin namens K._____. 

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Aussagen der Beschuldigten insge-

samt sehr unglaubhaft erscheinen. Auch dass sie anlässlich der Berufungsver-

handlung und damit erst so spät aussagte, sie habe nur gewollt, dass der Privat-

kläger auch Schmerzen habe und dieser verletzt, aber nicht getötet werde, zeugt 

nicht von einer glaubhaften Darstellung. 

2.3.2.2. Aussagen Privatkläger 

a) Zusammenfassung 

Der Privatkläger bestätigte in seiner polizeilichen Einvernahme vom 27. Dezem-

ber 2016, dass ihn die Beschuldigte am Tattag von der Arbeit abgeholt habe. Die 

Ehe zwischen ihm und der Beschuldigten bezeichnete er als nicht gut, er leide un-

ter der extremen Eifersucht der Beschuldigten. Sie hätten immer wieder Diskussi-

onen und Streit (Urk. D1/6/1 S. 2). Er sei seiner Frau treu, unterhalte kein ausser-

eheliches Verhältnis und habe seine Frau noch nie geschlagen (Urk. D1/6/1 S. 3 

f.). Er sehe keine Zukunft mehr mit ihr, sie hätten schon ein paar Mal über eine 

Trennung bzw. Scheidung gesprochen. Die Beschuldigte wolle das nicht, sie habe 

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gesagt, sie würde sich umbringen, wenn er sich scheiden lasse. Er wisse nicht, ob 

sie dies ernst meine (Urk. D1/6/1 S. 4). 

In seiner Einvernahme als Auskunftsperson vom 26. Januar 2017 sagte der Pri-

vatkläger aus, die Ehe mit der Beschuldigten sei nicht immer gut. Sie sei eifer-

süchtig und habe wenig Vertrauen. Er sei treu und könne nichts für ihre Eifer-

sucht. Er habe die Beschuldigte nie geschlagen (Urk. D1/6/7 S. 6). 

b) Würdigung 

Der Privatkläger war bei dem Gespräch zwischen der Beschuldigten und D._____ 

nicht dabei und kann keine Angaben zum Tatvorwurf selber machen. Er bestätigte 

jedoch die Darstellung der Beschuldigten, wonach es zwischen ihnen zu Streitig-

keiten gekommen sei, dass die Beschuldigte sehr eifersüchtig sei und ihn bezich-

tige, Fremdbeziehungen zu unterhalten. In Übereinstimmung mit der Darstellung 

der Beschuldigten sagte er aus, dass er die Scheidung wünsche, die Beschuldigte 

dies jedoch nicht wolle. Dass sie zu ihm gesagt habe, sie bringe sich um, wenn er 

sich von ihr scheiden lasse, ist in Einklang zu bringen mit ihrer Äusserung, es sei 

für sie ein Weltuntergang gewesen, als der Privatkläger zu ihr gesagt habe, dass 

er nicht mehr so für sie fühle wie früher.  

In diesem Zusammenhang ist zu erwähnen, dass die Auswertung des Mobiltele-

fons des Privatklägers durch die Polizei ergeben hat, dass der Privatkläger der 

Beschuldigten am Tattag um 16.31 Uhr und 16.32 Uhr geschrieben hat, er werde 

sich einen Anwalt suchen, die Scheidung einreichen und seine Arbeit kündigen 

(Urk. D1/1 S. 4 und Urk. D1/2/2). 

2.3.2.3. Zeugenaussagen H._____ und I._____ 

a) Zusammenfassung 

H._____, die Tochter der Beschuldigten aus erster Ehe, sagte in der Zeugenein-

vernahme vom 7. Februar 2017 aus, sie habe bis ca. 2009 mit der Beschuldigten 

und dem Privatkläger zusammengewohnt. Die Beziehung zwischen den beiden 

sei anfangs recht gut gewesen. Sie seien zusammen ab und zu ausgegangen und 

-   16   - 

seien verliebt gewesen. Um den Zeitpunkt herum, als die beiden in die Wohnung 

an der L._____-Strasse gezügelt seien, habe sich die Beziehung verändert. Die 

Beschuldigte habe ihr gesagt, dass der Privatkläger nichts mehr mit ihr mache 

und keine Lust mehr habe. Sie habe weder verbale noch tätliche Auseinanderset-

zungen mitbekommen. Die Beschuldigte habe ihr vor ca. einem bis zwei Jahren 

am Telefon gesagt, dass sie vom Privatkläger geschlagen worden sei 

(Urk. D1/7/4 S. 4). H._____ sagte auf Vorhalt des Anklagevorwurfs, sie könne 

sich nicht vorstellen, dass ihre Mutter so etwas umsetzen könnte, sie sei zu naiv 

und besonders gutmütig und glaube, dass jeder Mensch nur Gutes von ihr und für 

sie wolle (Urk. D1/7/4 S. 5). 

I._____, der Sohn der Beschuldigten aus erster Ehe, sagte in der Zeugeneinver-

nahme vom 7. Februar 2017 aus, er lebe noch bei seiner Mutter an der L._____-

Strasse in M._____. Dort wohne auch der Privatkläger. Er habe zur Beschuldigten 

ein ruhiges und distanziertes Verhältnis, auch sein Verhältnis zum Privatkläger sei 

distanziert. Er sagte aus, anfangs der Beziehung seien die Beschuldigte und der 

Privatkläger öfters zusammen ausgegangen und hätten gemeinsam Sachen un-

ternommen. Mit der Zeit sei das abgeflacht. Es habe verschiedentlich Streit zwi-

schen den beiden gegeben. Bis 2010/2011 sei es gut gegangen, dann habe es 

mehr Probleme gegeben. Körperliche Gewalt habe er nie gesehen, gegenseitigen 

Streit und Beschimpfungen habe es aber häufig zwischen den beiden gegeben, in 

den letzten zwei Jahren vielleicht ein paar Mal pro Monat (Urk. D1/7/5 S. 3 f.). Er 

wisse nichts davon, dass die Beschuldigte wegen Verletzungen durch den Privat-

kläger zum Arzt oder ins Spital habe gehen müssen. Er könne sich nicht vorstel-

len, dass seine Mutter auf so eine Idee kommen könnte, jemanden anzustiften, 

den Privatkläger umzubringen (Urk. D1/7/5 S. 4). 

b) Würdigung 

Den Aussagen von H._____ und I._____ ist zu entnehmen, dass die Beziehung 

zwischen der Beschuldigten und dem Privatkläger anfänglich gut war, dann aber 

abflachte und dass es in der Zeit vor dem Tatvorwurf häufig zu Streit kam, wobei 

keiner der beiden Zeugen selber bei Streitigkeiten Tätlichkeiten beobachtete. Die 

Aussage von H._____, wonach ihr die Beschuldigte am Telefon erzählt habe, 

-   17   - 

dass sie vom Privatkläger geschlagen worden sei, stützt die diesbezügliche Dar-

stellung der Beschuldigten. 

Die Aussagen dieser beiden Zeugen runden das Bild ab, welches sich bereits 

aufgrund der Aussagen der Beschuldigten und des Privatklägers ergibt, wonach 

die Beziehung zwischen den beiden am Anfang gut war und sich dann bis zum 

Zeitpunkt des Deliktsvorwurfs markant verschlechterte. 

2.3.2.4. Zeugenaussage G._____ 

G._____ hat in der Zeugeneinvernahme vom 27. Januar 2017 ausgesagt, er habe 

die Beschuldigte drei Mal zu Hause bei Philippinen gesehen, Kontakte zwischen 

ihm und ihr im Asylheim habe es keine gegeben, den Privatkläger kenne er nicht, 

D._____ kenne er vom Asylheim (Urk. D1/7/3 S. 3). Er konnte nichts über den 

Vorfall vom 26. Dezember 2016 zwischen der Beschuldigten und D._____ sagen, 

da er in jenem Zeitpunkt nicht dort gewesen sei (Urk. D1/7/3 S. 4). 

2.3.2.5. Aussagen D._____  

a) Zusammenfassung 

D._____ sagte in der polizeilichen Einvernahme vom 26. Dezember 2016 aus, er 

habe das der Polizei eingereichte Video heimlich erstellt und zur Polizei gebracht, 

da er den anderen Mann habe schützen wollen (Urk. D1/7/1 S. 2). Er kenne die 

Beschuldigte nur vom Sehen. Sie sei öfters im Asylheim, habe dort G._____ ca. 

1-2 Mal pro Monat besucht. Am fraglichen Abend habe sie ihn gefragt, ob 

G._____ da sei, worauf er erwidert habe, G._____ an diesem Tag nicht gesehen 

zu haben. Die Beschuldigte habe ihn darauf um Hilfe gebeten. Sie seien zu Fuss 

zum Lager der N._____ gegangen, wo die Beschuldigte ihm auf ihrem Mobiltele-

fon die Aufnahme des Kennzeichens ZH … eines Personenwagens gezeigt habe. 

Auf dem Weg vom Asylheim zu N._____ habe sie ihm auf ihrem Mobiltelefon ein 

Foto ihres Mannes gezeigt und gesagt, er habe sie im Stich gelassen und habe 

eine andere Frau. Zu Beginn habe sie gesagt, er solle ihren Mann verprügeln. Sie 

habe ihm dafür Frauen oder Geld (Fr. 150.--) angeboten. Auf dem Parkplatz der 

N._____ angekommen habe sie ihm angeboten, sie würde Fr. 1'000.-- bezahlen, 

-   18   - 

wenn er ihren Mann mit dem Messer töte. Sie habe gesagt, er solle sicherlich 3-4 

Mal zustechen. Als Grund für die Tat habe die Beschuldigte gesagt, ihr Mann ha-

be eine andere Frau und habe sie geschlagen (Urk. D1/7/1 S. 3). Er sei davon 

ausgegangen, dass die Frau dies ernst meine, weshalb er das Video aufgenom-

men habe. Die Beschuldigte habe ihm gesagt, wo ihr Mann arbeite und dass er 

noch als Taxifahrer arbeite. Sie habe ihm seine Nummer geben wollen, damit er 

ihn als Taxi bestellen könne. Er habe ihr gesagt, dass er den Auftrag nicht an-

nehme, jedoch jemanden suchen werde. Sie sei damit einverstanden gewesen, 

worauf er ihr seine Nummer gegeben habe und sie ihn als Test angerufen habe. 

Ihre Nummer sei ihm nicht bekannt gewesen. Sie habe noch gesagt, er dürfe 

niemandem davon erzählen. Die Frau sei dort geblieben und habe gesagt, sie 

werde ihn anrufen, sie habe keinen genauen Zeitpunkt genannt (Urk. D1/7/1 S. 4). 

Auf den Zustand der Beschuldigten angesprochen erklärte D._____, sie sei nicht 

zufrieden gewesen aber auch nicht wütend, nicht speziell auffallend. Sie sei ziel-

strebig gewesen, den Auftrag zu geben (Urk. D1/7/1 S. 4). 

In der Zeugeneinvernahme vom 27. Januar 2017 bestätigte D._____, dass er die 

Beschuldigte vor dem Ereignis ab und zu im Heim gesehen habe, jedoch zuvor 

noch nie mit ihr gesprochen habe. Er kenne G._____. Er habe gesehen, dass die 

Beschuldigte G._____ mehrmals im Asylheim besucht habe (Urk. D1/7/2 S. 3). 

Die Beschuldigte habe ihn am fraglichen Abend gefragt, ob G._____ da sei, wo-

rauf er erwidert habe, dass er G._____ nicht gesehen habe. Sie habe ihn um Hilfe 

gebeten und er sei mit ihr gegangen. Nachdem sie ein Stück gegangen seien, 

habe sie ihm Fotos ihres Mannes auf dem Mobiltelefon gezeigt und habe gesagt, 

dieser sei nicht mehr ihr Mann, da er eine andere Frau habe. Sie habe ihm Geld 

oder eine Frau angeboten, wenn er ihren Mann schlage. Er habe das abgelehnt, 

habe gedacht, sie mache Spass. Sie habe das Angebot aber immer wiederholt 

und habe ihm auch das Auto ihres Mannes und das Nummernschild gezeigt. Er 

habe angefangen zu glauben, dass dieser Frau die Sache ernst sei (Urk. D1/7/2 

S. 4). Nachdem sie das Auto des Mannes auf dem Parkplatz gefunden hätten, 

habe sie ihm ein neues Angebot gemacht. Sie habe gesagt, sie gebe ihm 

Fr. 1'000.--, wenn er ihren Mann mit dem Messer schlage/schneide. Er habe dies 

abgelehnt, sie habe das Angebot mehrmals wiederholt. Er habe gesagt, er frage 

-   19   - 

ein paar Kollegen, was sie akzeptiert habe. Sie habe nach seiner Telefonnummer 

gefragt und habe ihn zur Probe angerufen, wobei sie mit unterdrückter Nummer 

angerufen habe. Sie habe ihm noch erzählt, dass ihr Mann jeweils am Freitag o-

der Samstag Abend als Taxifahrer arbeite, er solle sich als Taxigast ausgeben, 

um ihn dann zu töten und solle Handschuhe und eine Maske tragen. Auf die Fra-

ge, ob er von der Beschuldigten konkret aufgefordert worden sei, deren Ehemann 

zu töten, bejahte der Zeuge dies (Urk. D1/7/2 S. 4 f.). Der Zeuge bestritt, die Be-

schuldigte zu Beginn sexuell belästigt und ihr auf den Hintern geschlagen zu ha-

ben (Urk. D1/7/2 S. 6). 

b) Würdigung 

Der Zeuge D._____ hat die Beschuldigte vor dem Ereignis nur vom Sehen her 

gekannt. Zum Privatkläger besteht keine Beziehung. Auf seiner Seite ist kein Mo-

tiv für eine Falschbelastung der Beschuldigten erkennbar. Der Einwand der Ver-

teidigung, wonach die Rolle dieses D._____ nicht so sauber sei, weil dieser die 

Beschuldigte angestiftet habe und deshalb aus Eigeninteresse zur Polizei gegan-

gen sei, um einer Anzeige der Beschuldigten zuvorzukommen (Prot. II S. 35), 

wirkt konstruiert absurd, zumal ihm die Anzeige bei der Polizei viele Unannehm-

lichkeiten beschert hat, musste er sich doch Befragungen durch die Polizei und 

die Untersuchungsbehörde stellen. Insbesondere hat er die schweren Belastun-

gen in Anwesenheit der Beschuldigten wiederholt. Es bestehen keine Hinweise 

für eine eingeschränkte Glaubwürdigkeit. 

Seine Aussagen erscheinen insgesamt als glaubhaft. Sie beeindrucken durch 

Konstanz und Detailreichtum und geben anders als die Darstellung der Beschul-

digten ein plausibles Ganzes wieder. In seinen Aussagen sind keine Widersprü-

che auszumachen. Seine Angaben decken sich mit denjenigen der Beschuldigten 

bezüglich der Probleme in deren ehelichen Beziehung. So gab der Zeuge über-

einstimmend mit der Darstellung der Beschuldigten an, sie habe ihm erzählt, dass 

ihr Ehemann eine andere Frau habe und sie geschlagen habe. Da sich die Be-

schuldigte und der Zeuge vor dem Vorfall nicht kannten, muss der Zeuge diese 

Kenntnisse aus Erzählungen der Beschuldigten haben. Dasselbe gilt auch bezüg-

lich des Umstandes, dass der Privatkläger am Freitag- und am Samstagabend 

-   20   - 

Taxi fahre. Dass sie ihm alle diese Angaben machte, spricht wiederum gegen ihre 

Darstellung, wonach der Zeuge sie gezwungen habe, die Sätze zu sagen. Hin-

weise für die Glaubhaftigkeit der Aussagen von D._____ ergeben sich auch aus 

den Detailangaben, die er in beiden Einvernahmen gleichbleibend machte so z.B., 

dass sein Mobiltelefon nicht mehr genug Akku gehabt habe, als er das Display 

des Mobiltelefons der Beschuldigten mit der Autonummer hätte abfotografieren 

sollen (Urk. D1/7/1 S. 2 und D1/7/2 S. 4), dass die Kirchenuhr 18 Uhr geschlagen 

habe, als er die Beschuldigte getroffen habe (Urk. D1/7/1 S. 2) und die Beschul-

digte ihn gefragt habe, ob er auf Frauen oder auf Männer stehe (Urk. D1/7/1 S. 3 

und D1/7/2 S. 4). Er zeigte zudem keine Tendenz, die Beschuldigte übermässig 

zu belasten, so erklärte er, er habe zuerst gedacht, die Frau mache einen Spass. 

Sie habe auch nicht versucht, ihn zu überreden als er gesagt habe, er habe Angst 

und könne den Auftrag nicht annehmen (Urk. D1/7/1 S. 4). 

Zusammenfassend erscheinen die Aussagen von D._____ als glaubhaft. Wie so-

gleich darzulegen ist, werden sie durch die Video-Aufzeichnung gestützt. An der 

Glaubhaftigkeit seiner Darstellung vermag auch der Umstand nichts zu ändern, 

dass G._____ entgegen der Aussage von D._____ erklärte, die Beschuldigte ha-

be ihn nicht im Asylheim besucht, zumal sich nicht sagen lässt, die pauschale Be-

streitung durch G._____ sei glaubhafter als die Aussage von D._____, da 

G._____ ein Interesse daran haben dürfte, nicht mit der Beschuldigten und dem 

schweren Anklagevorwurf in Verbindung gebracht zu werden. Umgekehrt hatte 

auch die Beschuldigte ursprünglich ausgesagt, sie kenne keinen G._____, dann 

aber in einer späteren Einvernahme eingeräumt, G._____ zu kennen. 

2.3.2.6. Videoaufzeichnung 

a) Vorbemerkung 

Die Videoaufzeichnung betreffend das von D._____ aufgenommene Gespräch 

zwischen ihm und der Beschuldigten wurde einer gerichtlich angeordneten Be-

gutachtung unterzogen. Der Gutachter Prof. Dr. C._____ hat in seinem Gutachten 

eine Disambiguierung (Plausibilisierung des wahrscheinlichen Wortlauts) durch-

geführt. Das Ergebnis wurde in Form eines Wortprotokolls in englischer Sprache 

-   21   - 

vom Gutachter schriftlich festgehalten (Urk. 69 S. 9 ff.). Dieses Wortprotokoll wur-

de durch eine gerichtlich bestellte Dolmetscherin in die deutsche Sprache über-

setzt (Urk. 72). Aus dem Wortprotokoll gemäss Gutachten und der Übersetzung in 

die deutsche Sprache geht klar hervor, dass eine weibliche Person mit einer 

männlichen Person spricht. Es steht ausser Zweifel und wird auch von der Be-

schuldigten anerkannt, dass das Gespräch zwischen der Beschuldigten und 

D._____ stattfand. Dem Wortprotokoll ist keinerlei Hinweis zu entnehmen, dass 

die Beschuldigte zu irgendwelchen Äusserungen gezwungen wurde, vielmehr 

fand ein Gespräch statt, in dessen Rahmen die Beschuldigte von sich aus Anga-

ben über ihren Ehemann machte.  

b) Zusammenfassung 

Die Beschuldigte erklärt D._____ am Anfang der Aufnahme, wo ihr Ehemann ar-

beitet (Urk. 72 S. 5). Dann fragt sie D._____, ob er schaue, wann er hinausgehe 

und offeriert ihm Fr. 100.-- monatlich, wenn er schaue (Urk. 72 S. 7). D._____ 

zeigt sich unschlüssig, sagt, er wolle vielleicht nicht, worauf die Beschuldigte er-

widert, er solle ihr sagen, wenn er nicht wolle, dann suche sie eine andere Person 

(Urk. 72 S. 8). D._____ erkundigt sich, was er für die Fr. 100.-- /Fr. 150.-- machen 

müsse, schlagen oder was. Die Beschuldigte antwortet, sie gebe ihm zweihun-

dert, wenn er sein Gesicht kaputt mache, wenn er boxe bis er ins Spital gehe. Sie 

gebe ihm Fr. 500.--, wenn er wolle (Urk. 72 S. 10 f.). Nachdem D._____ zögert 

und erklärt, er sei Ausländer ohne Papiere und wolle keine Probleme, sagt sie, sie 

gebe ihm Fr. 500.-- bar. Er dürfe mit niemandem darüber reden, auch nicht mit 

G._____ (Urk. 72 S. 13). D._____ spricht davon, einen Freund zu fragen, ob er es 

mache. Die Beschuldigte fragt ihn, ob dieser Freund gross sei, weil ihr Ehemann 

gross sei, 1.91 Meter (Urk. 72 S. 15 f.). Der Freund müsse auch stark sein, weil 

ihr Ehemann ein starker Mann sei (Urk. 72 S. 22). Sie weist ihn an, seinen Freund 

nicht am Telefon zu fragen wegen der Kontrolle, deshalb gebe sie auch nie ihre 

Telefonnummer. Er dürfe seinem Freund auch nicht sagen, dass sie die Ehefrau 

sei (Urk. 72 S. 17). Die Beschuldigte führt weiter aus, sie könnte Drogen, Kokain 

ins Auto ihres Ehemannes legen, aber sie wisse nicht, wo man das bekomme, 

deshalb möchte sie, dass jemand boxe. Sie erzählt ferner, dass ihr Ehemann mit 

-   22   - 

ihr "Scheisse " gemacht habe, sie geboxt habe und sie im Spital gewesen sei 

(Urk. 72 S. 21). D._____ fragt die Beschuldigte, womit der Mann geboxt werden 

soll, mit einer Flasche, einem Messer. Die Beschuldigte antwortet, Messer sei 

besser, mit Messer gebe sie Fr. 1'000.--. Es solle nicht nur ein Mal, sondern zwei 

Mal, drei Mal sein und D._____ solle das lange Messer bringen (Urk. 72 S. 23 f. 

und S. 29 f.). D._____ fragt, ob sie ihn tot haben wolle, was sie bejaht indem sie 

sagt "Ich möchte" (Urk. 72 S. 24). Die Beschuldigte verlangt die Nummer von 

D._____ und macht einen Probeanruf auf seine Nummer (Urk. 72 S. 25 ff.). Die 

Beschuldigte erklärt D._____ weiter, dass ihr Ehemann am Freitagabend und 

Samstagabend Taxi fahre. Er bzw. sein Freund könnten die Nummer ihres Manns 

anrufen und ein Taxi bestellen (Urk. 72 S. 30 ff.). Sie weist D._____ an, vorsichtig 

zu sein, dass kein Haar von ihm im Auto sei. Er solle das Haar schliessen und es 

mit Handschuhen machen (Urk. 72 S. 34). Die beiden verabschieden sich und 

machen ab, dass D._____ einen Freund fragt, ob er das macht. 

c) Würdigung 

Der protokollierte Ablauf des Gesprächs stimmt mit den Aussagen von D._____ 

überein. Die Video-Aufzeichnung stützt die Glaubhaftigkeit seiner Aussagen und 

spricht eindeutig gegen die Darstellung der Beschuldigten, wonach sie von 

D._____ zu diesen Äusserungen gezwungen worden sei. Der Aufnahme ist zu 

entnehmen, dass die Beschuldigte von sich aus Angaben zu ihrem Ehemann 

machte und D._____ auch erzählte, dass sie von ihm geschlagen worden sei und 

habe ins Spital gehen müssen. 

Die Video-Aufnahme stützt somit die Aussagen von D._____, welche das zentrale 

Beweismittel im vorliegenden Verfahren darstellen. Der Gutachter hält auf S. 21 

der Verschriftlichung der Wortlautanalyse fest, dass D._____ fragt "ah you want 

dead" und die Beschuldigte antwortet "yes I like" (Urk. 69 S. 21). Entgegen der 

Auffassung der Verteidigung (Urk. 76 S. 3) sind diese Sätze nicht schwer ver-

ständlich, insbesondere ist das Wort "dead" auf der Videoaufnahme (D1/2/1) auch 

ohne Disambiguierung deutlich zu hören. Gemäss Zeugeneinvernahme von 

D._____ hat er die Aufforderung der Beschuldigten, nicht nur einmal, sondern 

zwei oder drei Mal mit dem Messer zu schlagen so verstanden, dass der Privat-

-   23   - 

kläger getötet werden sollte. Seine Frage "ah you want dead" passt den auch 

bestens in den gesamten Ablauf des Gesprächs, in welchem die Beschuldigte zu-

erst davon sprach, D._____ solle den Privatkläger für Fr. 100.-- boxen, ihm dann 

Fr. 200.--/ Fr. 500.-- dafür bot, dass er ihn spitalreif boxe und schliesslich 

Fr. 1'000.-- dafür, dass er ihn zwei oder drei Mal mit dem Messer steche. Auf-

grund der Zeugenaussage von D._____ steht ausser Zweifel, dass er davon aus-

ging, die Beschuldigte habe ihn mit der Tötung des Privatklägers beauftragen wol-

len. Entgegen dem Beweisantrag der Verteidigung (Urk. 76 S. 4) bedarf es keiner 

erneuten Befragung von D._____ und Konfrontation mit dem Satz "ah you want 

dead". Auch eine Befragung des Gutachters zur Frage, wie sicher die Wortanaly-

se dieses Satzes sei, ist aufgrund der gesamten Umstände nicht erforderlich. Der 

fragliche Satz erfolgte nach der Äusserung der Beschuldigten, wonach D._____ 

den Privatkläger zwei Mal oder drei Mal mit dem Messer schlagen/stechen solle. 

Der Aufnahme ist auch zu entnehmen, dass die Beschuldigte ihn aufforderte, ein 

grosses Messer zu nehmen. Eine zweite Übersetzung des Wortprotokolls wird 

von der Verteidigung mit der Begründung beantragt, der Satz "I like" sei von der 

Dolmetscherin mit "Ich möchte" übersetzt worden. Das Verb "to like" sei in der 

restlichen Übersetzung jedoch mit "mögen" übersetzt worden (Urk. 76 S. 4). Auch 

dieser Beweisantrag ist abzuweisen, da die Bedeutung dieses Satzes aufgrund 

des gesamten Gesprächsverlaufes eindeutig ist. Angesichts der im ganzen Ge-

spräch erkennbar dürftigen Englischkenntnisse beider Gesprächsteilnehmer kann 

nicht davon ausgegangen werden, dass die Beschuldigte sich nuanciert ausdrü-

cken konnte hinsichtlich des Verbes to like. Einzig entscheidend ist für den vorlie-

genden Fall, dass sie die Frage von D._____, ob sie wolle, dass der Privatkläger 

tot sei, bejahend beantwortete. Ob sie meinte sie wolle, möchte oder möge dies, 

spielt vor dem gesamten Hintergrund keine Rolle. Die von der Verteidigung in der 

Eingabe vom 28. Februar 2019 gestellten Beweisanträge sind daher abzuweisen. 

3. Fazit Sachverhaltserstellung 

Basierend auf den glaubhaften Aussagen des Zeugen D._____, welche durch die 

Video-Aufnahme gestützt werden und in Einklang zu bringen sind mit den Aussa-

gen des Privatklägers und der beiden Kinder der Beschuldigten betreffend die 

-   24   - 

ehelichen Probleme, ist der Anklagesachverhalt erstellt. Ihre unbestrittene Eifer-

sucht und die von ihr geäusserte Vermutung von Fremdbeziehungen des Privat-

klägers sowie dessen kurz vor der Tat erneut geäusserter Scheidungswunsch, 

dem sie ablehnend gegenüberstand, geben ein naheliegendes Motiv für die an-

geklagte Tat ab. Insgesamt verbleiben aufgrund des Gesamtbildes der vorliegen-

den Beweismittel keine rechtserheblichen Zweifel daran, dass sich der Sachver-

halt wie angeklagt zugetragen hat. 

Die Verteidigung hat bereits vor Vorinstanz geltend gemacht, in subjektiver Hin-

sicht lasse sich der Sachverhalt nicht erstellen (Urk. 40 S. 12 ff.). Da sich die Fra-

ge nach der Erstellung des inneren Sachverhaltes mit derjenigen nach der Erfül-

lung des subjektiven Tatbestands (Vorliegen eines Vorsatzes) weitgehend über-

schneidet, ist darauf im Rahmen der rechtlichen Würdigung bei der Überprüfung 

des subjektiven Tatbestands einzugehen. Der äussere Sachverhalt gemäss An-

klage ist erfüllt. 

III. Rechtliche Würdigung 

1. Objektiver Tatbestand 

Die Ausführungen der Vorinstanz zur rechtlichen Würdigung sind in allen Punkten 

zutreffend. Es kann darauf verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO; Urk. 51 S. 38 

ff.). Indem die Beschuldigte D._____ aufforderte, ihren Mann gegen ein Entgelt 

von Fr. 1'000.-- mit einem langen Messer durch mehrfaches auf ihn Einstechen zu 

töten und dies keinen Tatentschluss bei D._____ auslöste, ist in objektiver Hin-

sicht der Tatbestand der versuchten Anstiftung zur vorsätzlichen Tötung im Sinne 

von Art. 111 StGB in Verbindung mit Art. 24 Abs. 1 und Abs. 2 StGB erfüllt. 

Die Verteidigung wendet ein, in der Anklage werde nicht erwähnt, dass D._____ 

sich gegenüber der Beschuldigten nicht zur Tatausführung bereit erklärte, viel-

mehr einen Freund diesbezüglich fragen wollte und dies der Beschuldigten mitteil-

te. Es sei zu beachten, dass eine nicht existierende Person, nicht angestiftet wer-

den könne, es liege ein strafloser untauglicher Versuch vor (Urk. 40 S. 9). Dieser 

Argumentation kann nicht gefolgt werden, denn der Anklagevorwurf beschränkt 

-   25   - 

sich darauf, dass die Beschuldigte versucht habe, D._____ anzustiften, was nicht 

erfolgreich gewesen sei. Es ist nicht zu erkennen, weshalb der Versuch gegen-

über D._____ untauglich sein sollte. Auf den weiteren Einwand der Verteidigung, 

wonach es umstritten sei, ob Kettenanstiftung strafbar sei (Prot. I S. 12), ist nicht 

weiter einzugehen, da die Anstiftung einer anderen Person als D._____ gar nicht 

vorgeworfen wird.  

2. Subjektiver Tatbestand 

2.1. Standpunkt der Beschuldigten 

Die Verteidigung machte bereits vor Vorinstanz geltend, der subjektive Tatbe-

stand sei nicht erfüllt. Der Nachweis dass die Beschuldigte D._____ zur Tötung 

ihres Ehemannes habe anstiften wollen, sei nicht erbracht, vielmehr habe es sich 

um eine emotionell überschiessende Reaktion im Zusammenhang mit Bezie-

hungsproblemen gehandelt im Sinne eines Gefühlsausbruches mit der Äusserung 

"Den könnte ich umbringen" ohne dass dahinter die Absicht stehen würde, dem 

Partner tatsächlich Leid zuzufügen. Das Gespräch mit D._____ habe blosse Ven-

tilfunktion gehabt (Urk. 40 S. 14 ff.; Urk. 84 S. 15). Im Zeitpunkt des Gesprächs 

mit D._____ sei die Anstiftung des Freundes von D._____ noch in weiter Ferne 

gewesen. Sie habe das angebotene Geld noch nicht abgehoben gehabt. Die an-

gebotene Summe sei lächerlich für einen Auftragsmord und belege kein ernst 

gemeintes Angebot. Zudem suche man einen Auftragsmörder nicht, indem man 

einen wildfremden Mann auf der Strasse anspreche (Urk. 40 S. 17; Urk. 84 S. 11 

f. und S. 13 ff.). 

Weiter brachte die Verteidigung vor, es sei gut möglich, dass D._____ nicht 

"dead", sondern ein anderes Wort "that" habe sagen wollen, dieses Wort aber 

nicht korrekt und tatsächlich eher "dead" ausgesprochen habe. Hätte dieser tat-

sächlich gefragt "Du willst tot?" wäre zu erwarten gewesen, dass er mehrmals 

Rücksprache genommen hätte. Es mache keinen Sinn, die leise gemurmelte Fra-

ge, ob man jemanden tot wünscht, nur mit "Ich mag" zu beantworten. Die Antwort 

der Beschuldigten und die fehlende Rückfrage von D._____ mache Sinn, falls 

dieser mit seiner Aussage nur das bisher Gesagte habe bestätigt haben wollen 

-   26   - 

und deshalb auf "You want that" die Bestätigung "I like" erfolgt sei (Urk. 84 S. 6 

ff.). 

2.2. Würdigung 

Die Verteidigung verkennt bei ihrer Theorie des blossen Gefühlsausbruches, dass 

die Beschuldigte sich nicht darauf beschränkte, zu erklären, sie könnte den Pri-

vatkläger umbringen lassen. Vielmehr wandte sie sich an den unbekannten 

D._____, zeigte diesem Fotos des Privatklägers und seines Autokennzeichens, 

machte Angaben zu dessen Arbeitstätigkeit und Arbeitsort und gab konkrete An-

weisungen für die Tatausführung (langes Messer, mehrmals zustechen, Hand-

schuhe und Maske tragen), wies ihn an, niemandem davon zu erzählen und be-

hielt ihre Telefonnummer geheim.  

Auch dass die Beschuldigte "You want that" verstanden haben könnte und sich ih-

re Bestätigung "I like" damit auf die Messerstiche und nicht auf den Tod des Pri-

vatklägers bezogen haben könnte, respektive sich D._____ nur diesbezüglich ha-

be vergewissern wollen, ist angesichts des Wortlautes und der Steigerungsten-

denz in den von der Beschuldigten gewünschten Verletzungen, welche beim Pri-

vatkläger hätten verursacht werden sollen, nicht plausibel. So war es die Be-

schuldigte, welche von sich aus von einem Gesicht kaputt machen und boxen, bis 

er ins Spital gehe, sprach und ihren Auftrag bis zur Verwendung eines Messers, 

welches nicht nur ein Mal, sondern zwei Mal, drei Mal eingesetzt werden und lang 

sein solle, steigerte und D._____ für jede Steigerung auch eine höhere Entschä-

digung anbot (vgl. Urk. 72). Da die Beschuldigte von sich aus davon sprach, dass 

es zwei oder drei Mal zu einem Stechen mit einem langen Messer kommen solle, 

gab es für D._____ gar keinen Grund, nachzufragen, ob sie tatsächlich mehrere 

Stiche wünsche. Dies hatte die Beschuldigte zuvor ja bereits klar und deutlich so 

geäussert. Da bei mehrmaligem Zustechen mit einem Messer zudem nicht aus-

zuschliessen ist, dass die betroffene Person dabei tödlich verletzt wird, zumal die 

Beschuldigte die Stiche auch nicht weiter präzisierte, respektive keine Anweisung 

erteilte, in welcher Körperregion diese erfolgen oder dass diese nur oberflächlich 

sein sollten, ist nachvollziehbar, dass D._____ sich auf ihre Anweisung hin erkun-

digte, ob sie den Tod des Privatklägers wolle, was diese dann mit "I like" auch be-

-   27   - 

stätigte. In diesem Zusammenhang erscheinen auch die Aussagen der Beschul-

digten, wonach sie nur gewollt habe, dass der Privatkläger verletzt werde und 

Schmerzen habe, nicht glaubhaft, da für das Verursachen von Schmerzen ein 

Boxen oder spitalreif Schlagen ausreichend und nicht der mehrfache Einsatz ei-

nes Messers erforderlich gewesen wäre. Aus dem Gesamtkontext ihres Gesprä-

ches heraus ergeben sich somit keine Zweifel im Sinne von Art. 10 Abs. 3 StPO, 

dass sich D._____ mit seiner Frage danach erkundigte, ob die Beschuldigte den 

Tod des Privatklägers wünsche, was diese dann mit "I like" auch bestätigte. 

D._____ sagte aus, er habe eingangs gemeint, die Beschuldigte mache Spass. 

Nachdem sie ihr Angebot immer wiederholt habe, sei er jedoch davon ausgegan-

gen, dass sie es ernst meine. Schliesslich entschied er sich dann auch, das Ge-

spräch heimlich aufzuzeichnen und begab sich umgehend zur Polizei, weil er da-

von ausging, der Privatkläger sei in Gefahr.  

Aufgrund dieser gesamten Umstände bestehen keine Zweifel, dass die Beschul-

digte mit Wissen und Willen handelte. Der subjektive Tatbestand ist somit erfüllt, 

es ist von direktvorsätzlichem Handeln auszugehen.  

Auf die von der Verteidigung zugunsten der Beschuldigten ins Feld geführten 

Umstände ist im Rahmen der Strafzumessung einzugehen.  

3. Fazit 

Da der objektive und der subjektive Tatbestand erfüllt ist, ist die Beschuldigte der 

versuchten Anstiftung zur vorsätzlichen Tötung im Sinne von Art. 111 StGB in 

Verbindung mit Art. 24 Abs. 1 und Abs. 2 StGB schuldig zu sprechen. 

IV. Strafzumessung 

1. Allgemeines 

Hinsichtlich der Darlegung der Grundsätze für die Strafzumessung ist auf die zu-

treffenden Ausführungen der Vorinstanz zu verweisen (Art. 82 Abs. 4 StPO; 

Urk. 51 S. 43 ff.). 

-   28   - 

Festzuhalten ist, dass sich der ordentliche Strafrahmen für versuchte Anstiftung 

zur vorsätzlichen Tötung von 5 bis 20 Jahren Freiheitsstrafe erstreckt (Art. 111 

StGB in Verbindung mit Art. 24 Abs. 2 StGB). 

Als Strafmilderungsgrund ist die versuchte Tatbegehung im Sinne von Art. 22 

Abs. 1 StGB zu berücksichtigen. 

2. Tatkomponente 

2.1. Objektive Tatschwere 

Zugunsten der Beschuldigten fällt ins Gewicht, dass der tatbestandsmässige Er-

folg des Tötungsdeliktes noch in weiter Ferne lag. Dies ergibt sich daraus, dass 

die Tat im Versuchsstadium endete, da D._____ sich nicht zur Tatausführung be-

reit erklärte. Dass es beim blossen Versuch blieb, ist angesichts der nachgerade 

stümperhaften Vorgehensweise der Beschuldigten nicht erstaunlich. Sie sprach 

einen ihr vollkommen fremden Mann an, der ihr zufällig vor dem Asylheim in der 

Nähe des Arbeitsortes des Privatklägers begegnete. Wie die Verteidigung zu 

Recht geltend macht, handelt es sich bei den angebotenen Fr. 1'000.-- um einen 

auffallend tiefen Betrag für das Anheuern eines Auftragskillers. D._____ zweifelte 

denn auch anfangs an der Ernsthaftigkeit des Angebotes. Zudem hat die Be-

schuldigte ihr Angebot ausgeweitet von einer Art Beschattungsauftrag für 

Fr. 100.-- jeden Monat ("du schaust, um welche Zeit er rausgeht", Urk. 72 S. 7) 

über "Boxen" (Urk. 72 S. 10) zu Fr. 200.-- bis Fr. 500.-- für spitalreif Schlagen zu 

Fr. 1'000.-- für mehrmals mit einem Messer Stechen und Töten. Wie aus der Vi-

deoaufzeichnung hervorgeht, erfolgte die Erweiterung der Auftragserteilung stets 

aufgrund von Nachfragen seitens D._____. Als dieser fragte, wofür die Fr. 100.--

/Fr. 150.-- seien, ob das für Schlagen oder was sei (Urk. 72 S. 10), erklärte sie, 

sie gebe ihm Fr. 200.--, aber er müsse das Gesicht des Privatklägers gebrochen 

machen (Urk. 72 S. 10), sie gebe ihm Fr. 500.--, wenn er mache bis dieser ins 

Spital gehen müsse (Urk. 72 S. 11). Der Einsatz eines Messers wurde von ihr 

denn auch erst erwähnt nachdem D._____ gefragt hatte, womit der Privatkläger 

geboxt/geschlagen werden solle, ob dies mit einer Flasche oder einem Messer 

geschehen solle (Urk. 72 S. 22). Daraufhin erweiterte die Beschuldigte ihr Ange-

-   29   - 

bot auch in finanzieller Hinsicht. Der Auftrag zur Tötung des Privatklägers entwi-

ckelte sich somit erst während des Gesprächs mit D._____. Vor diesem Hinter-

grund ist zugunsten der Beschuldigten davon auszugehen, dass die eifersüchtige 

Beschuldigte den ihr unbekannten Asylbewerber ursprünglich mit der Beschattung 

des Privatklägers beauftragen wollte. Sie war auf dem Weg, den Privatkläger von 

der Arbeit abzuholen, dessen Arbeitsort befand sich in unmittelbarer Nähe des 

Asylheims. Ein dort lebender Asylbewerber wäre in der Lage gewesen, den Pri-

vatkläger ohne grossen Aufwand zu beobachten. Auch mit einem Beschattungs-

auftrag vereinbar ist der Umstand, dass die Beschuldigte D._____ Fotos des Pri-

vatklägers und seiner Autonummer und den Ort zeigte, wo dieser arbeitete und 

sein Auto parkierte. Zugunsten der Beschuldigten ist davon auszugehen, dass sie 

den Vorsatz zur Anstiftung zur Tötung erst im Verlaufe des Gesprächs fasste, und 

dies durch die Nachfragen seitens D._____ ausgelöst wurde. Damit vereinbar ist 

auch die für eine Tötung eines Menschen auffällig tiefe offerierte Summe von 

Fr. 1'000.--. Zugunsten der Beschuldigten ist somit nicht von einem geplanten 

Vorgehen hinsichtlich eines Tötungsauftrages auszugehen, vielmehr von einem 

spontanen Tatentschluss im Rahmen des Gesprächs mit D._____, welches sich 

ursprünglich um eine Beschattung des Privatklägers drehte. Das Verschulden 

wiegt angesichts des dilettantisch anmutenden Tatvorgehens und des Umstan-

des, dass der Erfolgseintritt bei Beendigung des Gesprächs in weiter Ferne lag, in 

objektiver Hinsicht sehr leicht. 

2.2. Subjektive Tatschwere 

In subjektiver Hinsicht ist zwar von direktem Vorsatz auszugehen, jedoch ist zu-

gunsten der Beschuldigten zu berücksichtigen, dass sich der Tatentschluss spon-

tan in einer emotional sehr belasteten Situation entwickelte. Die Beschuldigte lieb-

te den Privatkläger sehr. Dieser hatte sich seit geraumer Zeit von ihr distanziert 

und wünschte die Scheidung, was er ihr wenige Stunden vor der Tat per SMS er-

neut mitgeteilt hatte. Zudem hatten sie sich am Tattag gestritten. Gemäss den 

schlüssigen Ausführungen der Gutachterin ist die Beschuldigte grenzwertig be-

gabt und neigt im Rahmen ihrer histrionisch-dramatisierend geprägten Persön-

lichkeitszüge zu impulsiven Handlungen (Urk. D1/9/5 S. 40). Dass sie unter ho-

-   30   - 

hem Leidensdruck teils zu drastischen Handlungen neige, habe sich in ihrem Sui-

zidversuch 2007 im Rahmen der Scheidung der ersten Ehe manifestiert 

(Urk. D1/9/5 S. 49). Eine solche impulsive Entwicklung ist denn auch in dem vom 

Zeugen D._____ aufgezeichneten Gespräch erkennbar. Die Gutachterin kommt 

nachvollziehbar zum Schluss, dass keine Verminderung der Schuldfähigkeit be-

stehe, hält jedoch fest, die grenzwertige kognitive Begabung und die histrioni-

schen Persönlichkeitszüge hätten die Beschuldigte zu den Deliktszeitpunkten 

leichtgradig beeinträchtigt (Urk. D1/9/5 S. 53). Diese Beeinträchtigung relativiert 

das Verschulden zusätzlich. Auch in subjektiver Hinsicht ist von einem sehr leich-

ten Verschulden auszugehen. 

3. Täterkomponente 

3.1. Vorleben und persönliche Verhältnisse 

Die nicht vorbestrafte Beschuldigte ist auf den Philippinen geboren und aufge-

wachsen. Sie hat dort 11 Jahre die Schule besucht und nach Absolvierung einer 

Ausbildung als Pflegeassistentin vier Jahre auf dem erlernten Beruf gearbeitet. 

Mit 23 Jahren ist sie zu ihrer Schwester in die Schweiz gekommen und hat hier ih-

ren ersten Ehemann (O._____) kennengelernt und 1988 geheiratet. Aus dieser 

Ehe sind zwei Kinder (geboren 1989 und 1993) hervorgegangen. Im Jahre 2007 

wurde diese Ehe geschieden. Im gleichen Jahr lernte die Beschuldigte den 

18 Jahre jüngeren Privatkläger kennen. Die Heirat mit ihm erfolgte im Jahre 2008. 

In der Schweiz arbeitete die Beschuldigte ab 2007 für zwei bis drei Jahre im 

P._____ in Q._____, anschliessend für weitere zwei bis drei Jahre bei R._____. 

Vor der Inhaftierung war sie als Kassiererin in der S._____ T._____ [Ort] tätig. 

Diese Arbeitsstelle wurde seitens der Arbeitgeberin fristlos gekündigt. Danach 

wurde die Beschuldigte von der Sozialhilfe unterstützt und lebte in einem Zimmer 

einer Notwohnung der Gemeinde (Prot. I S. 6 f.). Unterdessen lebt sie in einer ei-

genen Wohnung in U._____ ZH und arbeitet im Zürcher Hauptbahnhof als Ver-

käuferin bei V._____ in einem Pensum von 30%. Neben ihrem Verdienst erhält 

sie vom getrennt lebenden Privatkläger monatliche Unterhaltsbeiträge in der Höhe 

von Fr. 1'600.– und sie wird zusätzlich von ihren Kindern und Kollegen finanziell 

unterstützt (Prot. II S. 15 ff.). Seit März 2017 steht sie in psychiatrischer Behand-

-   31   - 

lung wegen einer posttraumatischen Belastungsstörung und einer mittelgradigen 

depressiven Störung (Urk. 33/2). Den persönlichen Verhältnissen und dem Vorle-

ben der Beschuldigten sind keine strafzumessungsrelevanten Faktoren zu ent-

nehmen. Entgegen der Bewertung durch die Vorinstanz können die persönlichen 

Verhältnisse der Beschuldigten nicht leicht strafmindernd berücksichtigt werden, 

zumal sie in geordneten Verhältnissen lebte und die aufgetretenen Eheprobleme 

keine Strafminderung rechtfertigen.  

3.2. Erhöhte Strafempfindlichkeit 

Die Verteidigung machte geltend, seitens der Beschuldigten liege eine erhöhte 

Strafempfindlichkeit vor. Sie habe nach der Untersuchungshaft eine schwere De-

pression entwickelt, welche fortdauere. Die Beschuldigte sei nicht mehr arbeitsfä-

hig (Prot. I S. 16). Die drohende Bestrafung insbesondere die Verbüssung einer 

Freiheitsstrafe bedeutet für jeden Menschen eine grosse Belastung. Eine erhöhte 

Strafempfindlichkeit ist gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung nur bei aus-

sergewöhnlichen Umständen zu bejahen (Wiprächtiger/Niggli, in: BasIer Kom-

mentar, Strafrecht I, Art. 47 N 150; BGer 6B_748/2015). Solche aussergewöhnli-

che Umstände liegen bei der Beschuldigten nicht vor. Die Vorinstanz hat der Be-

schuldigten eine gewisse Strafempfindlichkeit aufgrund ihrer gesundheitlichen Si-

tuation (Depression und posttraumatische Belastungsstörung) zugebilligt und eine 

geringfügige Reduktion der Strafe als angebracht erachtet (Urk. 51 S. 50). Diese 

Beurteilung erscheint als milde, zumal die gesundheitliche Situation entscheidend 

durch die Folgen der Tat mitbeeinflusst wurde, ist jedoch nicht zu beanstanden 

und kann übernommen werden. 

4. Fazit 

Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist die Strafe grundsätzlich inner-

halb des ordentlichen Strafrahmens festzulegen und darf dieser nur verlassen 

werden, wenn aussergewöhnliche Umstände vorliegen und die für die betreffende 

Tat angedrohte Strafe zu hart bzw. zu milde erscheint. Eine Unterschreitung des 

ordentlichen Strafrahmens kann in Frage kommen, wenn verschuldens- und straf-

reduzierende Faktoren zusammentreffen, die einen objektiv an sich leichten Tat-

-   32   - 

vorwurf weiter relativieren, sodass eine Strafe innerhalb des ordentlichen Straf-

rahmens dem Rechtsempfinden widersprechen würde (BGE 136 IV 55 E. 5.8). 

Letzteres trifft vorliegend aus folgenden Gründen zu: 

Die Tat blieb im Versuchsstadium. Der Erfolgseintritt und damit die Gefährdung 

des Rechtsgutes lag in weiter Ferne, was hauptsächlich auf das dilettantische 

Vorgehen der Beschuldigten zurückzuführen ist und auf den Umstand, dass der 

Versuch sich nicht direkt auf eine Tötungshandlung bezog, vielmehr auf eine An-

stiftung zu einer solchen Handlung. Das Verschulden wiegt insgesamt sehr leicht. 

Die für eine vollendete Tötung angedrohte Mindeststrafe von 5 Jahren gemäss 

Art. 111 StGB trägt allen diesen Faktoren nicht in angemessener Weise Rech-

nung. Bereits die Vorinstanz kam zutreffend zum Schluss, das Verschulden sei 

als so leicht zu beurteilen, dass das Verlassen des unteren Strafrahmens ange-

zeigt erscheine (Urk. 51 S. 48). Die von der Vorinstanz auf 36 Monate festgesetz-

te Freiheitsstrafe trägt allen Strafzumessungsfaktoren in angemessener Weise 

Rechnung und ist zu bestätigen. 

Die Beschuldigte ist daher mit einer Freiheitsstrafe von 36 Monaten zu bestrafen. 

An die Strafe anzurechnen sind 51 Tage erstandener Haft (Art. 51 StGB). 

V. Strafvollzug 

Die Vorinstanz hat die Voraussetzungen für die Gewährung des teilbedingten 

Strafvollzugs und die Kriterien für die Bemessung des zu vollziehenden und des 

aufzuschiebenden Teils zutreffend dargelegt. Es kann vollumfänglich darauf ver-

wiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO; Urk. 51 S. 51 f.). 

Die Beschuldigte ist nicht vorbestraft und zeigte sich vom vorliegenden Verfahren 

stark beeindruckt. Die Gutachterin hielt fest, dass sich die vorgeworfenen Delikte 

ausschliesslich um die zunehmend schwieriger werdende Beziehungssituation 

des Ehepaars zu drehen scheinen. Nach Klärung dieser spezifischen Bezie-

hungssituation durch Auflösung der Beziehung und des gemeinsamen Wohnens 

werde das Risiko für weitere strafrechtlich relevante Handlungen zum Nachteil 

des Privatklägers als eher gering eingeschätzt (Urk. D1/9/5 S. 54). Da die Be-

-   33   - 

schuldigte seit der Tat vom Privatkläger getrennt lebt und es ihr gelungen scheint, 

sich aus dieser Beziehung herauszulösen, kann eine günstige Legalprognose ge-

stellt werden. Zudem wiegt ihr Verschulden sehr leicht, weshalb es sich rechtfer-

tigt, den vollziehbaren Teil der Freiheitsstrafe auf ein Minimum von 6 Monaten 

und die Probezeit für den aufzuschiebenden Teil der Freiheitstrafe auf zwei Jahre 

festzusetzen. 

Die Freiheitsstrafe ist daher im Umfang von 6 Monaten (abzüglich 51 Tage er-

standener Haft) zu vollziehen. Im Übrigen ist der Vollzug der Freiheitsstrafe auf-

zuschieben unter Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren. 

VI. Zivilforderungen 

1. Genugtuung Privatkläger 

Der Privatkläger hat auf Genugtuung verzichtet, wovon Vormerk zu nehmen ist. 

2. Genugtuung Beschuldigte  

Die Beschuldigte beantragt für die 51 Tage erstandene Untersuchungshaft unter 

Berücksichtigung der besonderen Haftempfindlichkeit eine Entschädigung in der 

Höhe von Fr. 350.-- pro Hafttag. Zudem sei ihr Stellenverlust und ihre depressive 

Störung einzig auf das Strafverfahren zurückzuführen, wobei angesichts der lan-

gen Verfahrensdauer von einer erheblichen bleibenden Einschränkung mit einer 

andauernden Arbeitsunfähigkeit von 30% auszugehen sei. Bei minimalen und 

leichten psychischen Störungen würden keine Einschränkungen der beruflichen 

Leistungen bestehen. Da bei ihr jedoch eine dauernde Einschränkung der Arbeits-

fähigkeit bestehe, liege ein höherer Schweregrad vor. Gegenwärtig werde von 

Dr. med. W._____ eine eingeschränkte Konzentration und Auffassung beschrie-

ben; die Arbeitsfähigkeit betrage ca. 50%. Damit liege klar eine mittelschwere 

psychische Störung vor, welche einem Integritätsschaden von 50% und damit An-

spruch auf eine Entschädigung von Fr. 74'100.-- ergebe. Diese Entschädigung sei 

mit der Genugtuung infolge der Untersuchungshaft zu kumulieren und ergebe ei-

nen Anspruch von Fr. 90'000.-- (Urk. 84 S. 19 ff.). 

-   34   - 

Da ein Schuldspruch ergeht, die angeordnete Untersuchungshaft somit nicht un-

gerechtfertigt war, hat die Beschuldigte auch keinen Anspruch auf eine Genugtu-

ung gestützt auf Art. 429 StPO, weshalb ihr Begehren in der Höhe von 

Fr. 90'000.-- zzgl. 5% Zins seit 21. Januar 2017 abzuweisen ist. 

3. Schadenersatzforderung Beschuldigte 

Die Beschuldigte beantragt infolge Stellenverlusts und Arbeitsunfähigkeit eine 

Entschädigung von Fr. 95'078.82 zzgl. 5% Zins seit 30. April 2018 sowie 

Fr. 133'277.63. Zur Begründung liess sie geltend machen, dass sie infolge des 

Strafverfahrens ihre Arbeitsstelle verloren und eine schwere depressive Episode 

entwickelt habe, weshalb sie für mehr als 2 Jahre vollständig arbeitsunfähig ge-

wesen sei. Dr. med. W._____ gehe zudem weiterhin von einer bleibenden Ein-

schränkung im Umfang von 30% aus. Vor der Verhaftung habe sie ein durch-

schnittliches monatliches Nettoeinkommen von Fr. 3'278.58 erzielt. Bis Mai 2019 

ergebe dies einen Lohnausfall von Fr. 95'078.82, welcher mit 5% seit 30. April 

2018 zu verzinsen sei. Sie habe am 21. Juni 2019 eine neue Anstellung im Stun-

denlohn ohne garantiertes Mindestpensum angenommen. Für die Monate Juni 

und Juli 2019 ergebe sich aber ein Lohnausfall von Fr. 4'198.21 und für die Mona-

te August bis Dezember 2018 ein solcher von Fr. 8'892.90. Am tt. Oktober 2028 

erreiche sie das Pensionsalter, sodass sich ab Januar 2020 bis dahin ohne Ab-

zinsung ein Lohnausfall von Fr. 120'186.52 ergebe. Dies ergebe insgesamt 

nochmals eine Entschädigung in der Höhe von Fr. 133'277.63 (Urk. 84 S. 23 ff.). 

Angesichts des Schuldspruches ist der Beschuldigten auch keine Entschädigung 

gestützt auf Art. 429 StPO für Erwerbsausfall infolge Stellenverlusts und Arbeits-

unfähigkeit zuzusprechen. 

Die Beschuldigte beantragt eventualiter gestützt auf Art. 431 Abs. 1 StPO eine 

Entschädigung infolge unterbliebener Benachrichtigung der Arbeitgeberin im Be-

trag von Fr. 78'740.65 (Urk. 40 S. 21 und Urk. 53/1 S. 2; Urk. 84 S. 2). Zur Be-

gründung liess sie geltend machen, die Information ihrer Arbeitgeberin durch die 

Untersuchungsbehörde sei unterblieben, obwohl sie anlässlich der Hafteinver-

nahme ausdrücklich darum gebeten habe. Die Arbeitgeberin habe ihr fristlos ge-

-   35   - 

kündigt und die fristlose Kündigung damit begründet, dass sie der Aufforderung 

vom 3. Januar 2017 zur Arbeit zu erscheinen, nicht Folge geleistet habe. Wäre 

die Arbeitgeberin von der Verfahrensleitung über die Inhaftierung der Beschuldig-

ten informiert worden, hätte sie keine fristlose Kündigung ausgesprochen, resp. 

wäre diese nicht gerechtfertigt gewesen. Der Stellenverlust sei somit direkt auf die 

unterbliebene Arbeitgeberinformation durch die Verfahrensleitung zurückzuführen. 

Wäre der Beschuldigten die Arbeitsstelle nicht gekündigt worden, hätte sie An-

spruch auf ein Krankentaggeld für die Dauer von zwei Jahren in der Höhe von 

insgesamt Fr. 78'740.65 gehabt (Urk. 40 S.19 f.; Urk. 84 S. 26 ff.). 

Bei der Verpflichtung der zuständigen Strafbehörde zur Orientierung des Arbeit-

gebers der inhaftierten Person gestützt auf Art. 214 Abs. 1 lit. b StPO handelt es 

sich um eine Ordnungsvorschrift. Die Haft wird bei unterlassener Orientierung 

nicht unrechtmässig (Albertini/Armbruster, in: Basler Kommentar, Schweizerische 

Strafprozessordnung, Art. 214 N 11). Die Schadenersatzforderung der Beschul-

digten lässt sich vorliegend somit nicht auf Art. 431 StPO stützen, da keine 

rechtswidrig angewandte Zwangsmassnahme vorliegt. Der von der Beschuldigten 

geltend gemachte Schadenersatzanspruch ist daher nicht im vorliegenden Straf-

prozess geltend zu machen, vielmehr handelt es sich um einen separaten An-

spruch aus Staatshaftung, der sich im Rahmen des vorliegenden Strafverfahrens 

als nicht spruchreif erweist. Die Beschuldigte ist daher mit ihrem Schadenersatz-

anspruch auf den Weg des Zivilprozesses zu verweisen. 

VII. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

Ausgangsgemäss ist die vorinstanzliche Kostenauflage (Dispositiv-Ziffer 11) zu 

bestätigen und ist die Beschuldigte gestützt auf Art. 433 Abs. 1 lit. a StPO zu ver-

pflichten, der Privatklägerschaft für die anwaltliche Vertretung eine Entschädigung 

von Fr. 10'809.05 zu bezahlen.  

Die Beschuldigte und die Staatsanwaltschaft unterliegen mit ihren Berufungen 

vollumfänglich. Die Berufung der Beschuldigten war umfassender als diejenige 

der Staatsanwaltschaft, welche sich nur auf die Sanktionshöhe und den Vollzug 

der Freiheitsstrafe bezog. Entsprechend sind die Kosten des Berufungsverfah-

-   36   - 

rens, mit Ausnahme der Kosten für die amtliche Verteidigung, der Beschuldigten 

zu zwei Dritteln aufzuerlegen und zu einem Drittel auf die Staatskasse zu nehmen 

(Art. 428 StPO). Die Kosten der amtlichen Verteidigung für das Berufungsverfah-

ren sind auf die Gerichtskasse zu nehmen, vorbehalten bleibt die Rückzahlungs-

pflicht der Beschuldigten im Umfang von zwei Dritteln (Art. 426 Abs. 1 StPO i.V.m. 

Art 135 Abs. 4 StPO). 

Das Honorar der amtlichen Verteidigung für das Berufungsverfahren ist auf 

Fr. 13'300.-- (Urk. 82A; Urk. 86) festzusetzen. 

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Dielsdorf, II. Abtei-

lung, vom 18. Dezember 2017 bezüglich der Dispositivziffern 9 (Entschädi-

gung amtliche Verteidigung) und 10 (Kostenfestsetzung) in Rechtskraft er-

wachsen ist. 

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.  

Es wird erkannt: 

1. Die Beschuldigte B._____ ist schuldig der versuchten Anstiftung zur vorsätz-

lichen Tötung im Sinne von Art. 111 StGB in Verbindung mit Art. 24 Abs. 1 

und Abs. 2 StGB. 

2. Die Beschuldigte wird bestraft mit 36 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 51 Ta-

ge durch Untersuchungshaft erstanden sind. 

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 30 Monaten aufgescho-

ben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. Im Übrigen (6 Monate abzüg-

lich 51 Tage erstandene Haft) wird die Freiheitsstrafe vollzogen. 

-   37   - 

4. Es wird davon Vormerk genommen, dass der Privatkläger auf Genugtuung 

verzichtet hat. 

5. Die Genugtuungs- und Schadenersatzforderungen der Beschuldigten wegen 

ungerechtfertigter Inhaftierung werden abgewiesen. 

6. Mit ihren weiteren Schadenersatzforderungen (wegen Nichtbenachrichtigung 

der Arbeitgeberin) wird die Beschuldigte auf den Weg des Zivilprozesses 

verwiesen. 

7. Das erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsdispositiv (Ziff. 5 und 11) 

wird bestätigt. 

8. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 3'500.-- ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 13'300.–   amtliche Verteidigung 

Fr. 6'430.--   Gutachten. 

9. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme derjenigen der amtli-

chen Verteidigung, werden zu zwei Dritteln der Beschuldigten auferlegt und 

zu einem Drittel auf die Gerichtskasse genommen. Die Kosten der amtlichen 

Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen. Die Rückzahlungs-

pflicht bleibt im Umfang von zwei Dritteln vorbehalten. 

10. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden der 

Beschuldigten (übergeben) 

− die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich (übergeben) 

− die Rechtsvertretung des Privatklägers im Doppel für sich und zuhan-

den des Privatklägers 

sowie in vollständiger Ausfertigung und unter Beilage der Minderheitsmei-

nung im Sinne von § 124 GOG ZH an 

-   38   - 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden der 

Beschuldigten  

− die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich  

− die Rechtsvertretung des Privatklägers im Doppel für sich und zuhan-

den des Privatklägers 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 

− den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 

Vollzugsdienste 

− die KOST Zürich mit dem Formular "Löschung des DNA-Profils und 

Vernichtung des ED-Materials" zwecks Löschung des DNA-Profils 

− die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A. 

11. Rechtsmittel: 

Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesge-

richtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 

-   39   - 

Obergericht des Kantons Zürich 

II. Strafkammer 

Zürich, 20. August 2019 

Der Präsident: 

 

Oberrichter lic. iur. Spiess 

Die Gerichtsschreiberin: 

 

MLaw Baechler 

 

Zur Beachtung: 

Der/die Verurteilte wird auf die Folgen der Nichtbewährung während der Probezeit aufmerksam 

gemacht: 

Wurde der Vollzug einer Geldstrafe unter Ansetzung einer Probezeit aufgeschoben, muss sie vor-

erst nicht bezahlt werden. Bewährt sich der/die Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit, muss 

er/sie die Geldstrafe definitiv nicht mehr bezahlen (Art. 45 StGB); Analoges gilt für die bedingte 

Freiheitsstrafe. 

Eine bedingte Strafe bzw. der bedingte Teil einer Strafe kann im Übrigen vollzogen werden 

(Art. 46 Abs. 1 bzw. Abs. 4 StGB), 

- wenn der/die Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder Vergehen begeht, 

- wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet. 

-   40   - 

Minderheitsmeinung des Vorsitzenden (§ 124 GOG) 

Der Vorsitzende lässt seine vom Urteil vom 20. August 2019 abweichende Mei-

nung wie folgt ins Protokoll aufnehmen: 

Der von der Mehrheit des Spruchkörpers vorgenommenen Beweiswürdigung 

kann mit der Ausnahme eines einzigen, aber für das Prozessergebnis wesentli-

chen Punktes beigepflichtet werden: 

Die im Gutachten von Prof. Dr. C._____ (Urk. 69) enthaltene Transskription des 

Gesprächs zwischen dem Beschuldigten und D._____ zeigt, dass beide Ge-

sprächsteilnehmer ein sehr mangelhaftes Englisch sprechen. So verwendet z.B. 

die Beschuldigte (vgl. nachstehend) für ihren Ehemann das weibliche Personal-

pronomen. Nachdem zuerst von 100 Franken die Rede ist, bietet sie ihrem Ge-

sprächspartner 200 Franken an, "but you make broken her face" (a.a.O., S. 13). 

Dann erhöht sie den Betrag auf 500 Franken, wenn er ihren Ehemann spitalreif 

schlägt (a.a.O., S. 14: "you make [box] until she go in the hospital". Danach wird 

darüber gesprochen, dass nicht D._____, sondern dessen (ebenfalls aus Eritrea 

stammender) Freund gegen den Ehemann vorgehen soll, dass es aber ein "gros-

ser Mann" sein müsse, weil der Ehemann 1,91 m gross sei (a.a.O., S. 15/16). Im 

weiteren Verlauf kommt die Beschuldigte darauf zurück, worauf D._____ fragt: 

"knife or [boxen]". Weil die Beschuldigte ihn offenbar nicht versteht und nur mit 

"yes" antwortet, fragt D._____ nach: "knife?". Nun versteht die Beschuldigte, was 

er wissen will und erklärt, ein Messer sei besser, sie gebe diesfalls 1'000 Franken 

("it's better knife, I give one thousand" (a.a.O., S. 20). Etwas später wiederholt die 

Beschuldigte, dass sie 1'000 Franken bezahle, wenn er es mit einem Messer ma-

che, aber zweimal, dreimal, nicht nur einmal ("I give one thousand if you make 

with a knife … two times, three times, not only one time". Darauf reagiert D._____ 

gemäss der vorliegenden Transskription des Gesprächs mit "ah, you want 
dead?", worauf die Beschuldigte antwortet: "Yes, i like" (a.a.O., S. 21). Geht 
man davon aus, dass wirklich "dead" gemeint war und die Beschuldigte das auch 

so verstand, so ist zweifellos davon auszugehen, dass die Beschuldigte nun 

wünschte, dass ihr Ehemann mit dem Messer getötet werden solle. 

-   41   - 

 

Die Beschuldigte gab in der Berufungsverhandlung zu, sie habe gewollt, dass ih-

rem Ehemann Schmerzen zugefügt würden, bestritt aber vehement, dessen Tö-

tung gewollt zu haben. Die Verteidigung machte geltend, dass D._____ möglich-

erweise nicht "you want dead", sondern "you want that" habe sagen wollen 

(Urk. 84 S. 6/7). Möglich sei jedenfalls, dass die Beschuldigte "you want that" ver-

standen habe (a.a.O., S. 8/9). 

Der erste Einwand ist nicht überzeugend. D._____ begab sich nach diesem Ge-

spräch zur Polizei und zeigte die Beschuldigte an, wobei er offensichtlich davon 

ausging, dass diese ihren Ehemann umbringen lassen wollte. Dass er tatsäch-
lich "dead" und nicht "that" sagen wollte, ist auch wegen des einleitenden "ah 
( … you want dead)" zu vermuten. Hätte er nur zurückfragen wollen, ob sie "das" 

(nämlich mehrere Messerstiche) wolle, ergäbe das "ah" keinen Sinn. Dieses 

bringt leichtes Erstaunen und/oder Unsicherheit zum Ausdruck und weist darauf 

hin, dass er den Wunsch nach mehreren Messerstichen seinerseits als Wunsch 

nach Tötung des Opfers interpretierte, und sich (mangels einer eindeutig so zu 

verstehenden Äusserung der Beschuldigten) nun vergewissern wollte, ob sie auch 

wirklich so meinte. 

Nicht widerlegbar ist der Beschuldigten hingegen die Argumentation ihres Vertei-

digers, dass sie ihrerseits nicht "you want dead", sondern "you want that" 
verstanden habe. D._____s Äusserung konnte aus ihrer Sicht, mit ihren limitier-
ten Sprachkenntnissen, durchaus so verstanden werden, dass er (nur) zurückfra-

gen wollte, ob sie wirklich wolle, dass ihrem Ehemann mehrere Messerstiche ver-

setzt werden sollten. Zugunsten der Beschuldigten ist von dieser für sie günstige-

ren Sachverhaltsvariante auszugehen. 

Dem Gespräch kann nicht entnommen werden, gegen welche Körperteile des 

Ehemannes die Messerstiche ausgeführt werden sollten. Die Beschuldigte 

wünschte ausdrücklich mehrere Stiche, ohne dabei zu präzisieren, dass diese 

aber "nur" eher ungefährliche Verletzungen z.B. an den Armen bewirken sollten. 

Damit ist ihr zumindest anzulasten, sie habe auch in Kauf genommen, dass eine 

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schwere Verletzung im Sinne von Art. 122 StGB resultieren könnte – nicht aber 

gleich der Tod des Ehemannes. Die Beschuldigte ist deshalb nicht der versuchten 

Anstiftung zur vorsätzlichen Tötung, sondern der versuchten Anstiftung zur 
schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 in Verbindung mit Art. 24 
Abs. 1 und 2 StGB schuldig zu sprechen. Dies hätte dann im Nachgang eine 
mildere als die nun ausgefällte Strafe zur Folge, die auch (voll)bedingt vollziehbar 

wäre. 

 

	Urteil vom 20. August 2019
	Urteil der Vorinstanz:
	Es wird beschlossen:
	1. Der Antrag des Beschuldigten, es sei die polizeiliche Einvernahme vom 26. Dezember 2016 (act. D1/5/1) aus den Akten zu weisen, wird gutgeheissen. Act. D1/5/1 wird bis zum rechtskräftigen Abschluss des Verfahrens unter Verschluss gehalten und danach...
	2. Gegen diesen Entscheid kann innert 10 Tagen von der Eröffnung an beim Obergericht des Kantons Zürich, III. Strafkammer, Postfach, 8021 Zürich, schriftlich und begründet Beschwerde eingereicht werden.
	3. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Erkenntnis.
	Sodann wird erkannt:
	1. Die Beschuldigte B._____ ist schuldig der versuchten Anstiftung zur vorsätzlichen Tötung im Sinne von Art. 111 i.V.m. Art. 24 Abs. 1 und Abs. 2 StGB.
	2. Die Beschuldigte wird bestraft mit einer Freiheitstrafe von 36 Monaten.
	3. Die Freiheitsstrafe gegen die Beschuldigte wird im Umfang von 6 Monaten (abzüglich 51 Tage, die durch Haft erstanden sind) vollzogen. Im Übrigen wird der Vollzug der Freiheitsstrafe aufgeschoben und die Probezeit auf zwei Jahre festgesetzt.
	4. Es wird davon Vormerk genommen, dass der Privatkläger auf Genugtuung verzichtet hat.
	5. Die Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger eine Entschädigung von Fr. 10'809.05 zu bezahlen.
	6. Der Antrag der Beschuldigten auf Genugtuung in der Höhe von Fr. 20'000.– wird abgewiesen.
	7. Der Antrag der Beschuldigten auf Entschädigung in der Höhe von Fr. 39'434.– wird abgewiesen.
	8. Die Beschuldigte wird mit ihrem Antrag auf Entschädigung in der Höhe von Fr. 78'740.65 auf den Weg der Staatshaftung verwiesen.
	9. Die Entschädigung von Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ für die amtliche Verteidigung wird auf Fr. 18'406.10 festgesetzt, nämlich Fr. 16'701.70 für den Aufwand, Fr. 341.– für die Barauslagen und Fr. 1'363.40 für die Mehrwertsteuer.
	10. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf
	Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
	11. Die Kosten des Vorverfahrens und des gerichtlichen Verfahrens, einschliesslich der amtlichen Verteidigung, werden der Beschuldigten auferlegt, diejenigen der amtlichen Verteidigung indessen einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Vorbehalten b...
	Berufungsanträge:
	Die Beschuldigte sei mit 5 ½ Jahren Freiheitsstrafe zu bestrafen; im Übrigen sei das Urteil der Vorinstanz zu bestätigen.
	1. Die Beschuldigte sei vom Vorwurf der versuchten Anstiftung zur vorsätzlichen Tötung freizusprechen;
	2. Es sei der Beschuldigten eine Genugtuung von CHF 90'000.–, zuzüglich 5% Zins seit 21. Januar 2017, zuzusprechen;
	3. Es sei der Beschuldigten gestützt auf Art. 429 StPO eine Entschädigung von CHF 95'078.82 zzgl. 5% Zins seit 30. April 2018 sowie CHF 133'277.63, zuzusprechen;
	4. Eventualiter sei der Beschuldigten gestützt auf Art. 431 Abs. 1 StPO eine Entschädigung von CHF 78'740.65 zuzusprechen;
	5. Die amtliche Verteidigung sei für das Berufungsverfahren mit CHF 13'211.55 (inkl. MwSt) zu entschädigen;
	6. Die Verfahrenskosten des erstinstanzlichen Verfahrens seien auf die Staatskasse zu nehmen;
	7. Die Verfahrenskosten für das Berufungsverfahren seien je hälftig dem Privatkläger aufzuerlegen und hälftig auf die Staatskasse zu nehmen.
	Erwägungen:
	Es wird beschlossen:
	1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Dielsdorf, II. Abteilung, vom 18. Dezember 2017 bezüglich der Dispositivziffern 9 (Entschädigung amtliche Verteidigung) und 10 (Kostenfestsetzung) in Rechtskraft erwachsen ist.
	2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	Es wird erkannt:
	1. Die Beschuldigte B._____ ist schuldig der versuchten Anstiftung zur vorsätzlichen Tötung im Sinne von Art. 111 StGB in Verbindung mit Art. 24 Abs. 1 und Abs. 2 StGB.
	2. Die Beschuldigte wird bestraft mit 36 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 51 Tage durch Untersuchungshaft erstanden sind.
	3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 30 Monaten aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. Im Übrigen (6 Monate abzüglich 51 Tage erstandene Haft) wird die Freiheitsstrafe vollzogen.
	4. Es wird davon Vormerk genommen, dass der Privatkläger auf Genugtuung verzichtet hat.
	5. Die Genugtuungs- und Schadenersatzforderungen der Beschuldigten wegen ungerechtfertigter Inhaftierung werden abgewiesen.
	6. Mit ihren weiteren Schadenersatzforderungen (wegen Nichtbenachrichtigung der Arbeitgeberin) wird die Beschuldigte auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.
	7. Das erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsdispositiv (Ziff. 5 und 11) wird bestätigt.
	8. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	9. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme derjenigen der amtlichen Verteidigung, werden zu zwei Dritteln der Beschuldigten auferlegt und zu einem Drittel auf die Gerichtskasse genommen. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Ge...
	10. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden der Beschuldigten (übergeben)
	 die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich (übergeben)
	 die Rechtsvertretung des Privatklägers im Doppel für sich und zuhanden des Privatklägers
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden der Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich
	 die Rechtsvertretung des Privatklägers im Doppel für sich und zuhanden des Privatklägers
	 die Vorinstanz
	 den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und Vollzugsdienste
	 die KOST Zürich mit dem Formular "Löschung des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials" zwecks Löschung des DNA-Profils
	 die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A.

	11. Rechtsmittel: Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.
	Zur Beachtung:
	- wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet.