# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 66f3ef9c-6a90-541c-89b5-a48e1b170498
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2019-08-15
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 15.08.2019 D-3047/2019
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-3047-2019_2019-08-15.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-3047/2019 

 

 
 

  U r t e i l  v o m   1 5 .  A u g u s t  2 0 1 9  

Besetzung 
 Einzelrichterin Jeannine Scherrer-Bänziger, 

mit Zustimmung von Richter Walter Lang; 

Gerichtsschreiberin Tamina Bader. 

   

Parteien 

 
A._______,  

geboren am (…), 

Syrien,  

Beschwerdeführerin,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl (ohne Wegweisungsvollzug);  

Verfügung des SEM vom 10. Mai 2019 / N (…). 

 

 

 

D-3047/2019 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführerin gelangte eignen Angaben zufolge am 7. März 

2016 in die Schweiz, wo sie gleichentags um Asyl nachsuchte. Am 

14. März 2016 fand die Befragung zur Person (BzP) statt und am 30. Ja-

nuar 2018 wurde sie vertieft zu ihren Asylgründen angehört. 

Sie machte dabei geltend, kurdischer Ethnie zu sein und seit ihrer Heirat in 

B._______, Provinz C._______, gelebt zu haben. Ihr Mann sei im Jahr (…) 

eines natürlichen Todes gestorben. Ihre beiden Töchter seien nach deren 

Heirat in den Nordirak und die beiden Söhne seien in die Schweiz gegan-

gen, der eine sei nach Deutschland weitergereist.  

In der BzP gab sie an, Angehörige der Kurdischen Arbeiterpartei (PKK) 

respektive der kurdischen Miliz YPG (Volksverteidigungseinheiten) hätten 

immer wieder nach ihren beiden Söhnen gefragt und verlangt, dass diese 

für sie kämpfen sollten. Ihr sei vorgehalten worden, dass die Söhne ins 

Ausland geflüchtet seien, um nicht für die PKK kämpfen zu müssen. Da sie 

dies nicht geduldet hätten, sei bei den Besuchen Geld verlangt worden, 

welches sie auch drei Mal bezahlt habe. Zuletzt habe sie sich geweigert, 

Geld zu geben. Die PKK-Leute seien deshalb sehr wütend gewesen und 

hätten ihr Haus drei oder vier Mal durchsucht. Sie hätten ihr gedroht, sie 

vor Gericht zu bringen. Sie sei wegen dieser Situation ausgereist. Mit der 

Polizei, dem Militär oder sonstigen Behörden habe sie keinerlei Probleme 

gehabt.  

In der Anhörung legte sie dar, dass ihr ältester Sohn den Militärdienst ge-

leistet und später vom Regime für den Reservedienst bei der syrischen 

Armee aufgeboten worden sei. Er sei auch festgehalten und später wieder 

freigelassen worden. Auch die Apoci beziehungsweise die Leute der YPG 

hätten ihn rekrutieren wollen. Gleiches sei beim jüngeren Sohn der Fall 

gewesen, welcher noch keinen staatlichen Militärdienst geleistet habe, je-

doch vom Regime dazu vorgeladen worden sei. Die YPG habe auch ihn 

rekrutieren wollen. Sowohl das Regime wie die Apoci hätten ihre Söhne 

gesucht und seien deswegen immer wieder bei ihr vorbeigekommen, um 

nach deren Verbleib zu fragen und sie unter Druck zu setzen. Das Regime 

habe ihr eine Aufforderung für die Söhne ausgehändigt, gemäss welcher 

diese sich bei den Behörden hätten melden müssen. Die Apoci hätten sie 

– vor allem bei den letzten drei Besuchen – beschimpft, mit ihr gestritten, 

das Haus nach den Söhnen durchsucht, deren Aufenthaltsort wissen wol-

len und Geld verlangt, das sie bezahlt habe. Sie sei weder von diesen noch 

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von den Leuten des Regimes wegen ihrer Söhne in Ruhe gelassen wor-

den. Zum Schluss hätten die YPG-Leute ihr eine Frist gesetzt, innert wel-

cher sich ihre Söhne zu melden hätten, andernfalls sei ihr von den Apoci 

die Festnahme angedroht worden. Sie sei in der Folge noch während der 

Frist ausgereist. Sie befürchte bei einer Rückkehr, dass ihr sowohl das Re-

gime wie auch die Apoci etwas antun könnten.  

Sie reichte ihre syrische Identitätskarte und eine Kopie ihres Familienbüch-

leins zu den Akten.  

B.  

Mit Verfügung vom 10. Mai 2019 – eröffnet am 17. Mai 2019 – stellte das 

SEM fest, die Beschwerdeführerin erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, 

lehnte ihr Asylgesuch ab und verfügte die Wegweisung aus der Schweiz, 

schob den Vollzug jedoch wegen Unzumutbarkeit zugunsten einer vorläu-

figen Aufnahme auf.  

C.  

Mit Eingabe vom 17. Juni 2019 (Datum Poststempel) erhob die Beschwer-

deführerin gegen diesen Entscheid Beschwerde beim Bundesverwaltungs-

gericht. Sie beantragt, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und 

ihr Asyl zu gewähren. Eventualiter sei sie als Flüchtling vorläufig aufzuneh-

men. In prozessualer Hinsicht ersucht sie um Gewährung der unentgeltli-

chen Prozessführung samt Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvor-

schusses.  

D.  

Am 19. Juni 2019 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht den Eingang 

der Beschwerde.  

E.  

Die Asyldossiers der Söhne der Beschwerdeführerin, D._______ (N […]), 

und E._______ (N […]), wurden vom Gericht zur vorliegenden Beurteilung 

beigezogen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurtei-

lung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig 

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und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorlie-

gend – endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG [SR 142.31]). 

Die Beschwerdeführerin ist als Verfügungsadressatin zur Beschwerdefüh-

rung legitimiert (Art. 48 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte 

Beschwerde (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist einzutre-

ten. 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht (vgl. Abs. 1 der 

Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 25. September 

2015). 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG (vgl. BVGE 2014/26 

E. 5). 

3.  

Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet und ist im Ver-

fahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten 

Richters oder einer zweiten Richterin (Art. 111 Bst. e AsylG) ohne Weite-

rungen und mit summarischer Urteilsbegründung zu behandeln (Art. 111a 

Abs. 1 und 2 AsylG).  

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen 

Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

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Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

5.  

5.1 Die Vorinstanz hielt in der angefochtenen Verfügung fest, die Be-

schwerdeführerin habe sich in den relevanten Kernvorbringen widerspro-

chen. Es sei nicht nachvollziehbar, warum sie die Unterdrucksetzung durch 

die Regierung erst in der Anhörung geltend gemacht und in der BzP mit 

keinem Wort erwähnt habe. Sie habe im Gegenteil dort die Frage verneint, 

ob sie in der Heimat jemals Probleme mit der Polizei oder dem Militär ge-

habt habe. Hätten sich die von ihr dargelegten Schwierigkeiten von Seiten 

der Regierung und der PKK/YPG/Apoci tatsächlich so abgespielt, hätte sie 

mit Sicherheit bereits in der BzP von den beiden Konfliktparteien erzählt. 

Umso mehr als sie in der Anhörung das Gefährdungspotential durch die 

beiden Konfliktparteien gleich hoch angesetzt habe. In der BzP habe sie 

ferner dargelegt, die Apoci hätten ihr vorgeworfen, ihre Söhne seien ins 

Ausland geflüchtet, um nicht für die PKK kämpfen zu müssen. In der An-

hörung habe sie jedoch lediglich angegeben, man habe sie nach dem Ver-

bleib der Söhne gefragt, ohne dass jemals das Thema Ausland oder der 

diesbezügliche Vorwurf zur Sprache gekommen wäre. Auch auf Nachfrage, 

ob die YPG-Leute gewusst hätten, dass ihre Söhne nicht mehr in Syrien 

weilen würden, habe sie von diesem Vorwurf nichts erwähnt. In der Anhö-

rung habe sie zudem angegeben, man habe ihr mit der Festnahme ge-

droht, zudem habe man ihr eine Frist gesetzt, innert welcher sie die Söhne 

habe beibringen sollen. Eine solche Frist habe sie in der BzP nicht erwähnt, 

was jedoch hätte erwartet werden können, da es sich dabei um den Auslö-

ser für den Ausreiseentscheid gehandelt haben dürfte.  

Abgesehen von diesen Widersprüchen seien ihre Erläuterungen vorwie-

gend substanz- und inhaltslos sowie oberflächlich ausgefallen. Es habe an 

persönlichen Emotionen sowie Realkennzeichen gefehlt und sich kein leb-

haftes, glaubhaftes und stimmiges Bild ihrer Gefahrenlage ergeben.  

Da die von ihr geltend gemachten Asylvorbringen im Zusammenhang mit 

der Situation ihrer Söhne als nicht glaubhaft einzustufen seien, sei eine 

Reflexverfolgung aufgrund ihrer Söhne ausgeschlossen. Aus den Asyldos-

siers der Söhne würden sich ebenfalls keinerlei Hinweise darauf entneh-

men, dass sie zufolge der Probleme ihrer Söhne ernsthafte Nachteile zu 

befürchten habe respektive gehabt habe. Zudem bestünden zwischen ih-

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ren Angaben und den Angaben des älteren Sohnes gewisse Unglaubhaf-

tigkeitselemente, auf welche jedoch nicht detailliert eingegangen werde. 

Weiter gebe es keine Hinweise, dass sie selber in den Augen des syrischen 

Regimes über ein politisches Profil verfüge. 

5.2 Die Beschwerdeführerin machte in der Rechtsmitteleingabe geltend, 

das SEM habe sich in seinem Entscheid auf allgemeine Mutmassungen 

und Spekulationen und nicht auf konkrete Tatsachen gestützt, die gegen 

eine Asylgewährung sprechen würden. Das SEM habe die Sorgfaltspflicht 

verletzt. Sie habe in ihren Aussagen glaubhaft dargelegt, inwiefern sie un-

mittelbar, ernsthaft und konkret an Leib und Leben gefährdet gewesen sei. 

Für die Asylbefragungen seien verschiedene Dolmetscher aufgeboten wor-

den. Das Niveau der Dolmetscher könne sehr unterschiedlich sein. Aus 

dem Asylentscheid gehe hervor, dass die Kernaussagen nicht korrekt und 

unvollständig wiedergegeben worden seien. Daher sei es nicht auszu-

schliessen, dass viele Missverständnisse und einige Übersetzungsfehler 

passiert seien. Sie sei bei der BzP viel unterbrochen und aufgefordert wor-

den, kurze Antworten zu geben. Eine Zwangsbremsung sorge für Unsi-

cherheiten und Angst. Sie habe nicht frei reden dürfen. Es liege demnach 

nicht an ihrer Person, dass es zu Ungereimtheiten gekommen sei, sondern 

an den zeitlich begrenzten und verwirrenden Befragungen, an der dolmet-

schenden Person, die wegen Zeitmangel und Zeitdruck unpräzise bezie-

hungsweise unvollständig gedolmetscht habe, oder an der unvollständigen 

Protokollierung. Es sei ein grosser Nachteil, dass die Befragungen nicht 

auf Band aufgenommen würden, ansonsten überprüft werden könnte, dass 

sie sich in keine Widersprüche verwickelt habe. Bei jedem Unterbruch in 

der BzP sei sie auf die Bundesanhörung verwiesen worden. An der Anhö-

rung habe sie weitere Punkte angegeben, die sie bei der BzP aus zeitlichen 

Gründen nicht habe angeben können. Um Wiederholungen zu vermeiden 

und nicht wieder unter Zeitdruck zu geraten, habe sie zudem darauf ver-

zichtet, Punkte anzugeben, die sie bereits bei der BzP genannt habe. Somit 

habe sie sich in den relevanten Kernvorbringen gar nicht widersprochen. 

Sie habe die Probleme mit den Apoci und den syrischen Behörden nicht 

erfunden, um eine bessere Chance im Asylverfahren zu haben, sondern 

sie habe dies tatsächlich erlebt. Ihre Aussagen seien konsistent sowie wi-

derspruchsfrei ausgefallen. Zudem seien Befragungen zur Person des 

SEM in den Medien in Kritik geraten, weil diese nicht immer sauber und 

korrekt durchgeführt worden seien. Das SEM habe die Glaubhaftigkeit der 

Aussagen nicht ernsthaft bezweifelt, sondern aufgrund des Umstandes, 

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dass sie diese später bei der Bundesanhörung angegeben habe, als Wi-

derspruch bewertet.  

Zudem machte die Beschwerdeführerin weitschweifende allgemeine Aus-

führungen zu den Apoci und zum syrischen Regime, zu innerstaatlichen 

Fluchtalternativen und zur Reflexverfolgung.  

6.  

6.1 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt aufgrund der Akten zum 

Schluss, dass sich die Ausführungen in der angefochtenen Verfügung als 

zutreffend erweisen. Das Gericht schliesst sich den Ausführungen des 

SEM in der angefochtenen Verfügung vollumfänglich an, wonach die Vor-

bringen widersprüchlich, substanzlos und oberflächlich ausgefallen sind. 

Auf diese wird zur Vermeidung von Wiederholungen verwiesen. Die Vor-

bringen in der Beschwerdeschrift sind nicht geeignet, an der vorinstanzli-

chen Einschätzung etwas zu ändern. 

6.2 Soweit die Beschwerdeführerin vorbringt, das SEM habe die Glaubhaf-

tigkeit der Aussagen nicht ernsthaft bezweifelt, sondern aufgrund des spä-

teren Angebens bei der Bundesanhörung als Widerspruch bewertet, ver-

mag sie daraus nichts abzuleiten. Trotz des summarischen Charakters der 

BzP ist es gemäss ständiger Rechtsprechung zulässig, Widersprüche für 

die Beurteilung der Glaubhaftigkeit heranzuziehen, wenn klare Aussagen 

in der BzP in wesentlichen Punkten der Asylbegründung von den späteren 

Aussagen in der Anhörung bei der Vorinstanz diametral abweichen, oder 

wenn bestimmte Ereignisse oder Befürchtungen, welche später als zent-

rale Asylgründe genannt werden, nicht bereits in der BzP zumindest an-

satzweise erwähnt werden (vgl. statt vieler: Urteil des BVGer D-4295/2017 

vom 9. Januar 2019 E. 6.1.2 m.w.H). In der angefochtenen Verfügung hat 

das SEM dem Protokoll der BzP keine unrechtmässige Bedeutung beige-

messen und zu Recht und mit zutreffender Begründung angeführt, dass 

der Beschwerdeführerin im Vergleich zur späteren Anhörung zu den Um-

ständen der Verfolgung oder der verfolgenden Personengruppen divergie-

rende Aussagen im Sinne der erwähnten Rechtsprechung gemacht hat.  

6.3 Die Beschwerdeführerin bringt vor, sie sei bei der BzP viel unterbro-

chen und aufgefordert worden, kurze Antworten zu geben. Sie habe nicht 

frei reden dürfen. Aus dem Protokoll der BzP wird jedoch nicht ersichtlich, 

dass die Beschwerdeführerin unterbrochen wurde. Im Gegenteil wird mit 

dem Vermerk «Ende freier Bericht» (vgl. SEM act. A3 7.01) deutlich, dass 

sie vielmehr frei redete und die Befragerin sie ausreden liess, bevor sie ihr 

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noch – für eine BzP im Übrigen recht ausführlich – Fragen zu den Gesuchs-

gründen stellte. Aus dem Protokoll geht sodann nicht hervor, dass die Be-

schwerdeführerin vom Thema abgewichen wäre, womit für die Befragerin 

kein Anlass zu Unterbrechungen bestand. Die Beschwerdeführerin erhielt 

anlässlich der BzP somit ausreichend Gelegenheit, ihre Vorbringen voll-

ständig darzulegen. Überdies bestätigte sie, dass keine weiteren Gründe 

vorlägen, welche sie noch nicht gesagt habe, die gegen eine allfällige 

Rückkehr in ihrem Heimatstaat sprechen könnten (vgl. SEM act. A3 7.03). 

Es besteht kein Hinweis darauf, dass die BzP nicht sauber und korrekt ab-

gelaufen wäre.  

Entgegen der Beschwerdevorbringen sind sodann auch keine Missver-

ständnisse und Übersetzungsfehler festzustellen, die auf ein unterschied-

liches Niveau der Dolmetscher oder eine falsche Protokollierung zurückzu-

führen wären. Gegenteils bestätigte die Beschwerdeführerin zweimal, den 

Dolmetscher der BzP zu verstehen (vgl. SEM act. A3 h, 9.02). Betreffend 

den Dolmetscher in der Anhörung führte sie gar an: «Er redet genau wie 

ich» (vgl. SEM act. A11 F1). Zudem bestätigte sie nach den Rücküberset-

zungen unterschriftlich, dass die Protokolle der BzP und der Anhörung kor-

rekt seien und ihren Ausführungen entsprechen würden. Nach Durchsicht 

der Protokolle sind ausserdem keine Anhaltspunkte für Verständigungs-

schwierigkeiten oder unpräzise und unvollständige Übersetzungen festzu-

stellen, so dass die gegenteilige Behauptung in der Beschwerde in den 

Akten keine Grundlage findet. Soweit die Beschwerdeführerin vorbringt, 

die BzP und die Anhörung wären auf Band aufzunehmen gewesen, vermag 

sie daraus nichts abzuleiten, zumal ihr wie bereits festgehalten ihre Aussa-

gen rückübersetzt wurden und sie diese unterschriftlich bestätigte.  

Die Beschwerdeführerin muss sich auf ihre Aussagen in der BzP und der 

Anhörung behaften lassen.  

6.4 Sie macht weiter geltend, an der Anhörung weitere Punkte angegeben 

zu haben, die sie bei der BzP aus zeitlichen Gründen nicht habe anbringen 

können. Um Wiederholungen zu vermeiden und nicht wieder unter Zeit-

druck zu geraten, habe sie zudem darauf verzichtet, Punkte anzugeben, 

die sie bereits bei der BzP genannt habe. Damit vermag sie aber nicht zu 

erklären, warum sie in der BzP eine Verfolgung nur durch die 

PKK/YPG/Apoci geltend machte und die Frage, ob sie jemals Probleme mit 

irgendeiner Behörde, der Polizei, dem Militär, einer Partei oder sonst ir-

gendeiner Organisation der Regierung gehabt habe, verneinte (vgl. SEM 

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act. A3 7.02), obwohl sie in der Anhörung angab, auch vom syrischen Re-

gime verfolgt worden zu sein (vgl. SEM act. A11 F23). Dieser Widerspruch 

lässt sich nicht mit einem angeblichen Zeitmangel begründen. Zwar wurde 

die Beschwerdeführerin darauf hingewiesen, das Wesentliche prägnant 

und summarisch darzulegen (vgl. SEM act. A3 7.01), dies entbindet sie 

aber nicht davon, die Fragen nach bestem Wissen zu beantworten (vgl. 

SEM act. A3 einleitende Fragen, Mitwirkungspflicht). Somit sind ihre Aus-

sagen weiterhin als widersprüchlich und damit unglaubhaft anzusehen. 

6.5 Der Vollständigkeit halber sei zur vorgebrachten Reflexverfolgung an-

zumerken, dass den Asyldossiers der Söhne nichts zu Gunsten der Be-

schwerdeführerin zu entnehmen ist. Den diesbezüglichen Ausführungen 

des SEM, welchen die Beschwerdeführerin in der Beschwerdeschrift nichts 

entgegenhält, schliesst sich das Gericht vollumfänglich an. Im Übrigen ist 

auch keine Sorgfaltspflichtverletzung ersichtlich. 

6.6 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Beschwerdeführerin 

nichts vorzubringen vermag, was an der Einschätzung des SEM etwas än-

dern könnte. Das SEM hat die Flüchtlingseigenschaft der Beschwerdefüh-

rerin somit zu Recht verneint und ihr Asylgesuch abgelehnt. 

7.  

Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt 

es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug 

an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 

AsylG). Die Beschwerdeführerin verfügt weder über eine ausländerrechtli-

che Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer 

solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 

AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

8.  

Mit der angefochtenen Verfügung wurde die Beschwerdeführerin wegen 

Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs vorläufig in der Schweiz aufge-

nommen. Da die Wegweisungsvollzugshindernisse alternativer Natur sind 

(vgl. BVGE 2009/51), besteht kein schutzwürdiges Interesse an der Über-

prüfung, aus welchen Gründen die Vorinstanz den Vollzug aufgeschoben 

hat (Art. 48 Abs. 1 Bst. c VwVG). 

9.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

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Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

10.  

10.1 Mit Ergehen des vorliegenden Urteils wird das Gesuch um Verzicht 

auf das Erheben eines Kostenvorschusses gegenstandslos. 

10.2 Da die Beschwerde im Zeitpunkt der Einreichung als aussichtslos er-

schien, ist das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung 

im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG abzuweisen. Bei diesem Ausgang des 

Verfahrens sind die Kosten von Fr. 750.– (Art. 1–3 des Reglements vom 

21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-

verwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) der Beschwerdeführerin aufzu-

erlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung wird abgewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden der Beschwerdeführerin 

auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils 

zugunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Jeannine Scherrer-Bänziger Tamina Bader 

 

 

Versand: