# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8a700448-4039-572e-ae35-cac2924f1012
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2008-05-05
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 05.05.2008 IV 2006/285
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2006-285_2008-05-05.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2006/285

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 25.06.2020

Entscheiddatum: 05.05.2008

Entscheid Versicherungsgericht, 05.05.2008
Art. 28 Abs. 1 IVG (in der bis 31. Dezember 2007 gültig gewesenen Fassung). 
Anspruch auf IV-Rente und berufliche Massnahmen mangels Erheblichkeit 
der erwerblichen Einschränkung nicht gegeben (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 5. Mai 2008, IV 2006/285).

Präsidentin Lisbeth Mattle Frei, Versicherungsrichterin Marie Löhrer, 

Versicherungsrichter Martin Rutishauser; Gerichtsschreiber Jürg Schutzbach

Entscheid vom 5. Mai 2008

in Sachen

H.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Duri Poltera, Hadwigstrasse 6a, 9000 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Rente

Sachverhalt:

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

A.   

A.a  H.___ meldete sich am 3. Mai 2005 bei der Sozialversicherungsanstalt des 

Kantons St. Gallen wegen einer seit März/April 2004 bestehenden 

"Zellatmungsstörung" zum Bezug von Leistungen der IV an (act. G 3.1/7). Zu diesem 

Zeitpunkt war sie noch als Serviceangestellte bei der A.___ tätig, wo sie jedoch ab 1. 

Juni 2004 das Arbeitspensum gesundheitsbedingt von 100 % auf 50 % reduzieren 

musste (act. G 3.1/21). Mit Bericht vom 4. Oktober 2005 diagnostizierte der Hausarzt 

der Versicherten, Dr. med. B.___, Innere Medizin, mit Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit einen persistierenden Leistungsknick ungeklärter Aetiologie sowie eine 

depressive Verstimmung. Weiter gab er eine anamnestisch mögliche posttraumatische 

Belastungsstörung und eine persistierende leistungslimitierende 

Anstrengungsdyspnoe/ -Myopathie an. Zudem diagnostizierte er ein Asthma bronchiale 

(act. G 3.1/24).

Am 27. April 2006 erfolgte eine interdisziplinäre RAD-Untersuchung (internistisch, 

psychiatrisch, orthopädisch). Die internistische und die psychiatrische Untersuchung 

ergaben keine Krankheitsbilder, die sich negativ auf die Arbeitsfähigkeit auswirkten. Die 

orthopädische Untersuchung ergab das Vorliegen eines chronischen Zervikalsyndroms 

(M54.2) bei Status nach HWS-Distorsion sowie einer posttraumatischen USG-Arthrose 

links (M19.17) bei Status nach Osteosynthese einer Calcaneus-Fraktur im Januar 1994. 

Aus orthopädischer Sicht wurde die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als 

Serviceangestellte mit längeren Gehbelastungen, Überkopfarbeiten und körperfernen 

Belastungen auf Horizontalebene mit 70 % bezeichnet. In einer wechselbelastenden, 

vorwiegend sitzend ausgeübten Tätigkeit mit der Möglichkeit des gelegentlichen 

Positionswechsels sowie ohne Notwendigkeit von Überkopfarbeiten und körperfernen 

Belastungen auf Horizontalebene könne von einer Arbeitsfähigkeit von mindestens 90 

% ausgegangen werden. Für eine solche adaptierte Tätigkeit liege eine sofortige 

Eingliederungsfähigkeit vor (act. G 3.1/39).

A.b Mit Verfügung vom 23. Mai 2006 verneinte die IV-Stelle St. Gallen den Anspruch 

auf eine Invalidenrente. Die Versicherte könne in einer leidensangepassten Tätigkeit 

fast dasselbe Einkommen erzielen wie in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als 

Serviceangestellte (act. G 3.1/44).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

A.c  Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte am 21. Juni 2006 Einsprache. Die 

Spiroergometrie im Kantonsspital St. Gallen sei ohne Blutentnahme und insbesondere 

ohne serielle arterielle Blutgasanalysen erfolgt. Dieser Umstand beeinträchtige die 

Qualität der Beurteilung. Dr. B.___ habe nie behauptet, dass sie von Seiten des 

Herzens oder der Lunge leistungslimitiert und damit teilweise arbeitsunfähig sei. Dr. 

B.___ schliesse aber nicht aus, dass im Bereich der Muskulatur eine 

Stoffwechselstörung vorliege, welche die Sauerstoffaufnahme/-verwertung im Gewebe 

ungünstig beeinflusse und zur frühzeitigen Ermüdung und Atemnot führe. Im Weiteren 

habe sie ihr Hausarzt ab 1. Juni 2004 zu 50 % arbeitsunfähig geschrieben. Dieser 

Umstand wirke sich jetzt negativ für sie aus, wenn sie nun nach über zwei Jahren 

gleich eine 100 %-Stelle finden müsse. Im Übrigen empfinde sie es als zynisch, wenn 

bei ihr von einem ausgeglichenen, offenen Arbeitsmarkt gesprochen werde (act. G 

3.1/46).

A.d Mit Entscheid vom 13. November 2006 wies die Sozialversicherungsanstalt die 

Einsprache ab. Es gebe keine Hinweise, dass die im Kantonsspital durchgeführte 

Spiroergometrie nicht fachgerecht durchgeführt worden sei. Es spiele auch keine Rolle, 

auf Grund welcher Ursache sie etwas reduzierte Leistungswerte bezüglich der 

Lungenfunktion aufweise. Ausschlaggebend sei einzig die durch die Spiroergometrie 

festgestellten Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit. Es sei demnach ohne Abstriche 

auf das schlüssige RAD-Gutachten abzustellen (act. G 3.1/56).

B.  

B.a Gegen diesen Entscheid richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 14. 

Dezember 2006 mit den Anträgen auf Aufhebung des angefochtenen Entscheids und 

Rückweisung der Streitsache an die Beschwerdegegnerin. Zur Begründung wird 

vorgebracht, das RAD-Gutachten setze sich nicht mit den eingehenden 

Untersuchungen und Feststellungen von Dr. B.___ auseinander. Dieser sei nicht nur 

Allgemeinpraktiker, sondern auch Facharzt für Innere Medizin und Pneumologie. Dr. 

B.___ habe präzise und detaillierte Ergospirometriedaten mit Blutgasanalysen erhoben. 

Zudem habe er die Daten drei Mal erhoben und sei jedes Mal zum gleichen Resultat 

gekommen. Das RAD-Gutachten gehe einfach mit Stillschweigen über die 

fallwesentlichen Abweichungen zu den eigenen Untersuchungen hinweg. Zur 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Nachvollziehbarkeit eines Gutachtens gehöre auch, dass es sich mit wesentlichen 

Alternativmeinungen auseinandersetze. Konkret werde bei der Testanlage des RAD-

Gutachtens bemängelt, dass die Daten auf einer zu kurzen Testzeit basierten und ohne 

mehrmalige Blutentnahme erfolgt seien. Nur bei einem längere Zeit andauernden Test 

könne der Leistungsabfall festgestellt werden. Es erstaune deshalb nicht, dass der 

RAD zu anderen Ergebnissen gelangt sei als Dr. B.___.

Nachdem die Hauptdiagnose von Dr. B.___ auf persistierender Leistungsknick 

ungeklärter Aetiologie laute, dränge es sich auf, den Fall von der Leistungsseite her 

genauer abzuklären. Eine BEFAS-Abklärung oder eine funktionelle Leistungsevaluation 

erschienen unumgänglich. Das Leistungspotential der Beschwerdeführerin könne nur 

unter Langzeitbedingungen bestimmt werden. Die Tatsache, dass der RAD unter 

internistischen, psychiatrischen und orthopädischen Gesichtspunkten wenig Neues zur 

Ursachenseite herausgefunden habe, widerspreche der Diagnose von Dr. B.___ nicht.

Der RAD umschreibe die noch mögliche Tätigkeit der Beschwerdeführerin als 

wechselbelastend, vorwiegend sitzend, mit gelegentlichen Positionswechseln, keine 

Überkopfarbeiten, keine körperfernen Belastungen auf Horizontalebene. Welche 

konkrete Arbeit mit diesen vielfältigen Einschränkungen überhaupt noch ausgeführt 

werden könnte, werde in den Akten nirgendwo präzisiert. Es gehe jedoch nicht an, eine 

rein theoretische, medizinisch wünschbare Tätigkeit ohne konkreten Bezug zur 

Arbeitswelt zu formulieren. Weiter sei die Beschwerdegegnerin bei der Bemessung des 

Invalideneinkommens ohne Kommentar von einem Hilfsarbeiterlohn ausgegangen. Es 

werde jedoch bestritten, dass die Beschwerdeführerin unter den genannten Kriterien 

eine Hilfsarbeitertätigkeit ausüben könnte, da solche Arbeiten in der Regel körperlich 

belastend seien. Ebenso werde bestritten, dass die Beschwerdeführerin die 

Validentätigkeit als Serviceangestellte - wie im RAD-Gutachten postuliert - noch zu 70 

% ausüben könnte. Schliesslich bestehe ein Anspruch auf berufliche Massnahmen, 

wenn jemand wegen seines Gesundheitsschadens in der Ausübung der bisherigen 

Tätigkeit behindert werde. Dafür genüge eine Einschränkung von 20 % (act. G 1).

B.b Mit Beschwerdeantwort vom 16. Januar 2007 beantragt die Verwaltung Abweisung 

der Beschwerde. Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin seien die Angaben im 

RAD-Gutachten bezüglich Verweisungstätigkeiten konkret genug, weshalb sich weitere 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Abklärungen erübrigten. Das RAD-Gutachten gehe sodann von einer Arbeitsfähigkeit 

von mindestens 90 % aus. Selbst wenn man die Arbeitsfähigkeit auf exakt 90 % 

festlege, resultiere daraus bei einem Leidensabzug von 10 % ein Invaliditätsgrad von 

19 %, weshalb kein Anspruch auf Umschulung bestehe. Eine solche sei auch nicht 

verhältnismässig, nachdem die Beschwerdeführerin immer als Hilfsarbeiterin gearbeitet 

habe. Die Wiedereingliederung setze daher keine beruflichen Massnahmen voraus (act. 

G 3).

Erwägungen:

1.   

Am 1. Januar 2008 sind mit der 5. IVG-Revision verschiedene Änderungen des 

Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) in Kraft getreten. Weil 

in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend sind, die bei 

der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 127 V 

467 Erw. 1), und weil bei der Beurteilung ferner auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses 

des streitigen Einspracheentscheids vom 13. November 2006 eingetretenen 

Sachverhalt abzustellen ist (BGE 121 V 366 Erw. 1b), sind im vorliegenden Verfahren 

die (vom 1. Januar 2004) bis zum 31. Dezember 2007 geltenden materiellen 

Bestimmungen anzuwenden.

2.   

2.1  Nach aArt. 28 Abs. 1 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, 

wenn die versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, 

wenn sie mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 

50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von 

mindestens 40 % Anspruch auf eine Viertelsrente.

2.2  Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird nach Art. 16 ATSG das 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei 

ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung 

gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 

geworden wäre (Valideneinkommen; sog. allgemeine Methode).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

2.3  Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im 

Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 Erw. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von 

Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel 

eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. 

Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für 

die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die 

geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden 

ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 

medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten 

begründet sind (BGE 125 V 352 Erw. 3a).

2.4  Nach aArt. 8 Abs. 1 IVG haben Invalide oder von einer Invalidität unmittelbar 

bedrohte versicherte Personen Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit diese 

notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im 

Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern. Die 

Eingliederungsmassnahmen bestehen unter anderem in Massnahmen beruflicher Art 

(Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung und 

Arbeitsvermittlung; aArt. 8 Abs. 3 lit. b IVG). Gemäss Art. 17 Abs. 1 IVG hat die 

versicherte Person Anspruch auf Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit, wenn die 

Umschulung infolge Invalidität notwendig ist und dadurch die Erwerbsfähigkeit 

voraussichtlich erhalten oder verbessert werden kann. Die Umschulung hat die 

versicherte Person in die Lage zu versetzen, eine ihrer früheren annähernd 

gleichwertige Erwerbsmöglichkeit zu erreichen (BGE 124 V 109 f. E. 2a; BGE 122 V 79 

E. 3b/bb, BGE 100 V 19). Als invalid im Sinne von Art. 17 IVG gilt eine versicherte 

Person, wenn sie wegen der Art und Schwere des Gesundheitsschadens im bisher 

ausgeübten Beruf und in den ihr ohne zusätzliche berufliche Ausbildung offen 

stehenden zumutbaren Erwerbstätigkeiten eine bleibende oder längere Zeit dauernde 

Erwerbseinbusse von mindestens etwa 20 % erleidet (Entscheid des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts i/S A. vom 22. Januar 2004, I 91/03; BGE 124 V 110 f. E. 2b; 

Ulrich Meyer, Die Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, S. 125; für die MV: 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

BGE 130 V 491). Massnahmen im Sinn von Art. 17 IVG setzen die objektive und 

subjektive Eingliederungsfähigkeit der versicherten Person voraus (vgl. AHI 1997 S. 82 

E. 2b/aa; ZAK 1991 S. 179 E. 3).

3.   

3.1  Die Beschwerdegegnerin stützte ihre ablehnende Verfügung vom 23. Mai 2006 auf 

das RAD-Gutachten vom 9. Mai 2006. Dieses besteht aus drei Teilgutachten 

(internistisch, psychiatrisch und orthopädisch). In der interdisziplinären Stellungnahme 

halten die beteiligten Ärzte fest, dass weder aus internmedizinischer (pneumologischer) 

noch aus psychiatrischer Sicht Krankheitsbilder vorlägen, die sich negativ auf die 

Arbeitsfähigkeit auswirkten. Vielmehr seien lediglich die durch die orthopädische 

Problematik bedingten Einschränkungen auf die Arbeitsfähigkeit ausschlaggebend. Im 

entsprechenden orthopädischen Bericht diagnostiziert Dr. med. C.___, Facharzt für 

Orthopädie, (mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit) ein chronisches 

Zervikalsyndrom (M54.2) bei Status nach HWS-Distorsion sowie eine posttraumatische 

USG-Arthrose links (M19.17) bei Status nach Osteosynthese einer Calcaneus-Fraktur 

im Januar 1994. Zur Arbeitsfähigkeit führte Dr. C.___ aus, dass die zuletzt ausgeübte 

Tätigkeit als Serviceangestellte, bei der die Beschwerdeführerin über längere Zeit 

hinweg gehen, daneben zeitweise Überkopfarbeiten und ebenso körperferne 

Belastungen auf Horizontalebene erdulden müsse, nur noch zu 70 % ausgeübt werden 

könne. In einer wechselbelastenden, vorwiegend sitzend auszuübenden Tätigkeit mit 

der Möglichkeit des gelegentlichen Positionswechsels sowie ohne Notwendigkeit von 

Überkopfarbeiten und körperfernen Belastungen auf Horizontalebene sei aus 

orthopädischer Sicht von einer Arbeitsfähigkeit von mindestens 90 % auszugehen. 

Dabei müsse die Möglichkeit zu längeren und betriebs-unüblichen Pausen gegeben 

sein. Diese Beurteilung wurde in die interdisziplinäre Stellungnahme aller beteiligter 

Ärzte übernommen (act. G 3.1/39.17 - 39.18).

3.2  Demgegenüber macht die Beschwerdeführerin im vorliegenden Verfahren geltend, 

das RAD-Gutachten setze sich nicht mit den eingehenden Untersuchungen und 

Feststellungen von Dr. B.___ auseinander. Dr. B.___ habe präzise und detaillierte 

Ergospirometriedaten mit Blutgasanalysen erhoben. Er habe seine Daten dreimal 

erhoben und sei immer zum selben Resultat gelangt. Das RAD-Gutachten gehe einfach 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

mit Stillschweigen über die Tatsache hinweg, dass die Ergebnisse von Dr. B.___ 

anlässlich der RAD-Untersuchung nicht bestätigt worden seien. Tatsächlich fällt auf, 

dass Dr. B.___, welcher wie der RAD-Arzt Dr. med. C.___, Facharzt für Innere Medizin 

und Pneumologie ist, als Hauptdiagnose einen persistierenden Leistungsknick 

ungeklärter Aetiologie diagnostizierte. Weiter diagnostizierte Dr. B.___ eine 

persistierende leistungslimitierende Anstrengungsdyspnoe/ -Myopathie. Bei den 

therapeutischen Massnahmen sah Dr. B.___ eine intermittierend antiobstruktive / -

asthmatische Basistherapie vor sowie ein bereits (erfolglos) durchgeführtes 

Konditionierungstraining (act. G 3.1/24.1). Dr. B.___ untersuchte die 

Beschwerdeführerin sodann ergospirometrisch im April 2004, im August 2004 sowie im 

September 2005 (act. G 3.1/24.26 - 24.34). Aus dem Ergospirometrieprotokoll vom 2. 

September 2005 geht hervor, dass als Hauptursache der Beschwerden eine Störung 

der Zellatmung bzw. der Sauerstoffverwertung anzusehen sei (act. G 3.1/24.11). Mithin 

legte Dr. B.___ den Schwerpunkt der gesundheitlichen Beeinträchtigung der 

Beschwerdeführerin eindeutig auf die Frage der raschen Erschöpfbarkeit der 

Beschwerdeführerin und dass diese Einschränkung der Leistungsfähigkeit und der 

Ausdauer mehrfach spiroergometrisch habe objektiviert werden können.

Zwar bezifferte Dr. B.___ die Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit in der bisher 

ausgeübten Tätigkeit gestützt auf die spiroergometrischen Daten auf 50 % (vgl. act. G 

3.1/24.3 und 24.10). Indessen geht auch Dr. B.___ bezüglich einer adaptierten Tätigkeit 

von einer 100 %-igen Arbeitsfähigkeit aus. So führte er in seinem Arztbericht vom 4. 

Oktober 2005 aus, dass eine sitzende Tätigkeit (Schreibtischarbeit) zu acht Stunden 

am Tag ohne Leistungseinbusse möglich wäre. Dagegen hielt Dr. B.___ stehende 

Tätigkeiten für nicht zumutbar und "gehende" nur zu 50 %. Weiter ist Dr. B.___ der 

Meinung, dass eine adaptierte Tätigkeit wegen der fehlenden Ausbildung der 

Beschwerdeführerin nur nach einer Umschulung ausgeübt werden könne (act. G 

3.1/24.4).

3.3  Mithin ist festzustellen, dass zwar bezüglich der medizinischen Ursachen der 

Leistungseinschränkung zwischen den beteiligten Ärzten erhebliche Differenzen 

bestehen, die - wie die Beschwerdeführerin zu Recht rügt - im RAD-Gutachten nicht 

hinreichend erklärt werden. In Bezug auf die erwerblichen Auswirkungen dieser 

gesundheitlichen Störungen bestehen jedoch kaum Differenzen. So gehen sowohl das 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Gutachten als auch Dr. B.___ davon aus, dass die Beschwerdeführerin in einer 

adaptierten Tätigkeit mindestens 90 % (Gutachten) bzw. sogar 100 % (Dr. B.___) 

arbeiten könne. Auch bezüglich der Einschränkungen besteht weitgehend Einigkeit 

bzw. legt das Gutachten sogar noch weitergehende Einschränkungen fest als Dr. 

B.___. So geht das Gutachten davon aus, dass die mögliche Tätigkeit 

wechselbelastend und vorwiegend sitzend sein soll, mit der Möglichkeit zu 

gelegentlichen Positionswechseln sowie ohne Notwendigkeit von Überkopfarbeiten 

und körperfernen Belastungen auf Horizontalebene (act. G 3.1/39.18). Dr. B.___ 

definiert die adaptierte Tätigkeit als sitzende Arbeit, wobei er gelegentliches Gehen 

ebenfalls nicht ausschliesst. Einzig ausschliesslich stehende Tätigkeiten erachtet Dr. 

B.___ als nicht zumutbar (act. G 3.1/24.4). Mithin ist davon auszugehen, dass der 

Beschwerdeführerin eine vorwiegend sitzende Tätigkeit ohne grössere körperliche 

Anstrengungen noch zu mindestens 90 % möglich ist.

3.4  Im Weiteren rügt der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin, dass eine Tätigkeit 

mit derart vielen Einschränkungen in der Praxis kaum zu finden sei. Es gehe nicht an, 

eine rein theoretische, medizinisch wünschbare Tätigkeit ohne konkreten Bezug zur 

Arbeitswelt festzulegen. Es müsse seitens der IV nachgewiesen werden, dass es 

Arbeitsstellen gebe, die eine Tätigkeit unter den medizinisch festgestellten 

Einschränkungen erlaubten. Vorliegend sei die Beschwerdegegnerin ohne Kommentar 

einfach von einem Hilfsarbeiterlohn ausgegangen. Es werde jedoch bestritten, dass die 

Beschwerdeführerin unter den von den Medizinern formulierten Kriterien einen 

Hilfsarbeiterjob ausüben könne. Diese Arbeiten seien in der Mehrzahl körperlich 

belastend, indem viel gegangen und getragen werden müsse.

Bei der Prüfung der wirtschaftlichen Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit darf nicht 

von realitätsfremden Einsatzmöglichkeiten ausgegangen werden. Insbesondere kann 

von einer Arbeitsgelegenheit dort nicht gesprochen werden, wo die zumutbare 

Tätigkeit nur in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der allgemeine 

Arbeitsmarkt (Art. 16 ATSG) praktisch nicht kennt oder dass sie nur unter nicht 

realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre 

und das Finden einer entsprechenden Stelle deshalb zum Vornherein als 

ausgeschlossen erscheint (ZAK 1991 S. 320 E. 3b, 1989 S. 321 E. 4a). Ferner 

beinhaltet der Begriff des ausgeglichenen Arbeitsmarktes nicht nur ein gewisses 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Gleichgewicht zwischen dem Angebot und der Nachfrage nach Stellen, sondern 

bezeichnet auch einen Arbeitsmarkt, der von seiner Struktur her einen Fächer 

verschiedenartiger Stellen offen hält, und zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten 

beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen 

Einsatzes (BGE 110 V 273 E. 4b S. 276 mit Hinweisen; ZAK 1991 S. 321 E. 3b). Nach 

diesen Gesichtspunkten bestimmt sich im Einzelfall, ob eine invalide Person die 

Möglichkeit hat, ihre restliche Erwerbsfähigkeit zu verwerten, und ob sie ein 

rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen vermag oder nicht (BGE 110 V 273 E. 

4b S. 276; AHI 1998 S. 291 E. 3b). Weder gestützt auf die Pflicht zur 

Selbsteingliederung noch im Rahmen der der versicherten Person auf einem 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt offen stehenden Möglichkeiten zur Verwertung ihrer 

Resterwerbsfähigkeit dürfen von ihr Vorkehren verlangt werden, die unter 

Berücksichtigung der gesamten objektiven und subjektiven Gegebenheiten des 

Einzelfalles nicht zumutbar sind (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts 

[heute: Bundesgericht, Sozialversicherungsrechtliche Abteilungen] vom 11. Juni 2007 

Erw. 4.2, mit Hinweisen auf BGE 113 V 28 Erw. 4a und Urteil I 394/04 vom 2. Februar 

2005, E 3.1).

Nach dem Gesagten kann nicht davon ausgegangen werden, sämtliche Hilfsarbeiten 

seien körperlich streng. Vielmehr ist davon auszugehen, dass auf dem oben 

beschriebenen ausgeglichenen Arbeitsmarkt auch körperlich leichtere Tätigkeiten 

existieren, wie etwa Überwachungs- und Kontrolltätigkeiten. Die Berechnung des 

Valideneinkommens ist sodann nicht zu beanstanden (Lohn Pöstli Snack Fr. 3'500.-- X 

13 zuzüglich Teuerung 1 % = Fr. 45'955.--; vgl. act. G 3.1/21.2). Beim 

Invalideneinkommen ging die Beschwerdegegnerin von einem Einkommen von Fr. 

38'443.-- aus, welches eine Arbeitsfähigkeit von 90 % sowie einen Leidensabzug von 

10 % berücksichtige (act. G 3.1/42). Dies entspricht einem Monatslohn von Fr. 3'955.-- 

(inkl. Anteil 13. Monatslohn). Nach der inzwischen verfügbaren Lohnstrukturerhebung 

2006, TA1, Anforderungsniveau 4, Frauen, beträgt der entsprechende 

Durchschnittswert Fr. 4'019.--, was zu einem Invalideneinkommen von Fr. 39'065.-- 

führen würde (Fr. 4'019.-- X 12 X 90 %, abzüglich Leidensabzug von 10 %). Selbst ein 

Leidensabzug von 15 % würde zu einem Invalideneinkommen von Fr. 36'894.-- und 

damit zu einem Invaliditätsgrad von 19,7 % führen, bei welchem Invaliditätsgrad kein 

Anspruch auf eine Rente besteht. Bei diesem Invaliditätsgrad besteht auch kein 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Anspruch auf berufliche Massnahmen (vgl. Erwägung 2.4). Der angefochtene 

Einspracheentscheid erweist sich damit als korrekt.

4.   

Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu 

erheben (Art. 61 lit. a ATSG i.V.m. lit. b IVG der Übergangsbestimmungen zur Änderung 

vom 16. Dezember 2005).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1.  Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.  Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 05.05.2008
	Art. 28 Abs. 1 IVG (in der bis 31. Dezember 2007 gültig gewesenen Fassung). Anspruch auf IV-Rente und berufliche Massnahmen mangels Erheblichkeit der erwerblichen Einschränkung nicht gegeben (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 5. Mai 2008, IV 2006/285).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T15:42:56+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen