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**Case Identifier:** bf7aaa8c-22c0-58d4-bad3-53a19fdd6d76
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-07-25
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 25.07.2019 720 18 284 / 182
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-18-284---182_2019-07-25.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom  25. Juli 2019 (720 18 284 / 182) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

Befristete IV-Rente; Beweislast betreffend Zeitpunkt der Anmeldung; Beweiskraft der Ak-

tenbeurteilung durch die RAD  

 

 
Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Beat Hersberger, Kantonsrich-

ter Dieter Freiburghaus, Gerichtsschreiberin Tina Gerber 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Nicolai Fullin, Advokat, 
Spalenberg 20, Postfach 1460, 4001 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Be-
schwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente  

 
 
 
A. Die 1964 geborene A.____ arbeitete seit dem 1. Juli 2002 in einem Pensum von 25 - 
30% als Raumpflegerin bei der Gemeinde B.____. Am 8. August 2014 erlitt sie bei der Arbeit 
einen Unfall, als sie auf einer Leiter einen Tritt verfehlte und stürzte. Dabei zog sie sich eine 
traumatische kombinierte Läsion der rechten ventralen Supraspinatussehne und eine Prellung 
der linken Hüfte zu. Der zuständige Unfallversicherer erbrachte in der Folge die gesetzlichen 

 

 
 
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Leistungen. Mit Formular vom 25. Februar 2015 meldete sich A.____ unter Hinweis auf die erlit-
tene Schulterverletzung bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Bezug von Leis-
tungen an. Die zuständige IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) klärte die medizinischen, er-
werblichen und haushalterischen Verhältnisse ab und führte ein Vorbescheidverfahren durch. Mit 
Verfügung vom 11. Juli 2018 sprach sie der Versicherten in Anwendung der gemischten Methode 
für die Zeit vom 1. September 2015 bis 30. April 2016 eine halbe Rente und vom 1. Mai 2016 bis 
31. Juli 2016 eine Viertelsrente der Invalidenversicherung zu. Für die Zeit ab 1. August 2016 
wurde ein Rentenanspruch gestützt auf einen ermittelten Invaliditätsgrad von 19% verneint.  
 
B. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten durch Advokat Nicolai Fullin, am 
11. September 2018 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht 
(Kantonsgericht). Sie beantragte, es sei die angefochtene Verfügung insofern abzuändern, als 
ihr bereits für die Zeit ab 1. August 2015 und auch für die Zeit ab 1. August 2016 eine Invaliden-
rente nach den gesetzlichen Bestimmungen auszurichten sei. Eventualiter seien weitere medizi-
nische Abklärungen über den Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdefüh-
rerin durchzuführen und es sei im Anschluss daran über den Rentenanspruch neu zu entschei-
den; alles unter o/e Kostenfolge. In verfahrensrechtlicher Hinsicht wurde ferner um die Bewilli-
gung der unentgeltlichen Rechtspflege mit Advokat Fullin als unentgeltlicher Rechtsvertreter er-
sucht. Zur Begründung liess die Beschwerdeführerin im Wesentlichen vorbringen, dass die Be-
schwerdegegnerin ihrer Abklärungspflicht nicht genügend nachgekommen sei und neben den 
eigentlichen Unfallfolgen weitere Einschränkungen bestünden, welche von der Beschwerdegeg-
nerin zu Unrecht nicht berücksichtigt worden seien. Ferner sei die Anmeldung zum Leistungsbe-
zug bereits im Februar 2015 bei der unzuständigen Unfallversicherung eingereicht worden, wes-
halb dieses Datum der Absendung für die Anknüpfung der Rechtswirkungen massgeblich sein 
müsse. Ausserdem sei die im Arztbericht vom 19. Juli 2018 geschilderte Verschlechterung des 
Gesundheitszustandes im vorliegenden Verfahren zu beachten, da der Bericht sich auf einen 
Zeitraum vor Erlass der angefochtenen Verfügung beziehe.  
 
C. Mit Verfügung vom 26. Oktober 2018 wies das Kantonsgericht das Gesuch der Be-
schwerdeführerin um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege infolge eines Einkommens-
überschusses ab.  
 
D. Die Beschwerdegegnerin beantragte in ihrer Eingabe vom 26. Oktober 2018 die Sistie-
rung des vorliegenden Verfahrens bis zum Vorliegen der in der Beschwerde angekündigten fach-
ärztlichen Berichte. Nachdem sich die Beschwerdeführerin am 1. November 2018 mit dem Sis-
tierungsantrag einverstanden erklärt hatte, wurde das Verfahren mit Verfügung vom 2. November 
2018 bis zum Vorliegen der vom Hausarzt veranlassten fachärztlichen Abklärung sistiert.  
 
E. Mit Eingaben vom 3. Januar 2019 und 28. Februar 2019 reichte die Beschwerdeführerin 
weitere Arztberichte ein. Das Kantonsgericht hob antragsgemäss die Sistierung des vorliegenden 
Verfahrens mit Verfügung vom 12. März 2019 auf.  
 
F. In ihrer Vernehmlassung vom 26. April 2019 schloss die Beschwerdegegnerin auf Ab-
weisung der Beschwerde.  

 

 
 
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Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 

1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) 
vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versicherungs-
gericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfah-
rens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständigkeit des 
Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die 
Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kan-
tonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden 
gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vor-
liegenden Beschwerde zuständig. Auf die frist- und formgerecht erhobene Beschwerde vom 
11. September 2018 ist demnach einzutreten. 
 
2. Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin. Massgebend ist 
der Sachverhalt, wie er sich bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 11. Juli 2018 ent-
wickelt hat. Dieser Zeitpunkt bildet rechtsprechungsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen 
Überprüfungsbefugnis (BGE 129 V 4 E. 1.2 mit Hinweis). 
 
3.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbsfä-
higkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Einglie-
derungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines 
Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen 
sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid sind (lit. c). 
 
3.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-
rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung 
der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähig-
keit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer 
Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berück-
sichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 Abs. 1 ATSG die voraussichtlich bleibende oder 
längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge 
von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit 
ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur-
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise 
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu 
verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 
 
3.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine ganze Rente, wenn 
sie zu mindestens 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60%, auf eine halbe 
Rente, wenn sie zu mindestens 50% und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40% 
invalid ist. 
 

 

 
 
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3.4 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist Art. 16 ATSG an-
wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach ist der Invaliditätsgrad aufgrund eines Einkommensver-
gleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Ein-
tritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Einglie-
derungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage 
erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie 
erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkommens-
vergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbsein-
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden. Aus 
der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Ein-
kommensvergleichs; bereits für den Zeitraum vor 1. Januar 2003: BGE 128 V 30 E. 1, 104 V 136 
E. 2a und b). Bei nichterwerbstätigen Versicherten, welche in einem Aufgabenbereich (z.B. Haus-
halt) tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden kann, 
wird für die Bemessung der Invalidität in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abgestellt, in wel-
chem Masse sie behindert sind, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen (Betätigungs-
vergleich; Art. 28a Abs. 2 IVG). Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die 
unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die 
Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so 
wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem Falle sind 
der Anteil der Erwerbstätigkeit bzw. der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder 
der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditäts-
grad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (gemischte Methode der 
Invaliditätsbemessung). Seit dem 1. Januar 2018 bestimmt Art. 27bis Abs. 3 lit. a IVV, dass sich 
die Berechnung des Invaliditätsgrades in Bezug auf die Erwerbstätigkeit bei Teilerwerbstätigen, 
die sich zusätzlich im Aufgabenbereich nach Art. 7 Abs. 2 IVG betätigen, nach Art. 16 ATSG 
richtet, wobei das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person durch die Teilerwerbstätigkeit 
erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, auf eine Vollerwerbstätigkeit hochgerech-
net wird. Ausgangspunkt bei der Ermittlung des Invaliditätsgrades bildet somit die Frage, in wel-
chem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen ar-
beitsunfähig bzw. im Aufgabenbereich eingeschränkt ist.  
 
3.5 Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichter-
werbstätig einzustufen ist – was je zur Anwendung einer anderen Methode der Invaliditätsbemes-
sung führt –, ergibt sich nach konstanter Rechtsprechung des Bundesgerichts aus der Prüfung, 
was die Person bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Be-
einträchtigung bestünde (BGE 133 V 508 E. 3.3 mit weiteren Hinweisen). Die Statusfrage beurteilt 
sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verfügung entwickelt 
haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Er-
werbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahr-
scheinlichkeit erforderlich ist (BGE 125 V 150 E. 2c, 117 V 194 E. 3b; Urteil des Bundesgerichts 
vom 7. Dezember 2011, 9C_741/2011, E. 2.1; je mit Hinweisen). 
 
4. Das sozialversicherungsrechtliche Verwaltungsverfahren und der Sozialversicherungs-
prozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Danach haben Versicherungsträger und 

 

 
 
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Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen, aus eigener Initiative und ohne Bindung an die 
Vorbringen oder Beweisanträge der Parteien, für die richtige und vollständige Abklärung des 
rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen (vgl. THOMAS LOCHER/THOMAS GÄCHTER, Grundriss 
des Sozialversicherungsrechts, 4. Auflage, Bern 2014, S. 537 f. Rz 2 ff.). Dieser Grundsatz gilt 
indessen nicht uneingeschränkt; er wird ergänzt durch die Mitwirkungspflichten der Parteien 
(BGE 125 V 193 E. 2, 122 V 157 E. 1a, je mit Hinweisen). Zu beachten ist jedoch, dass der 
Untersuchungsgrundsatz die Beweislast im Sinne der Beweisführungslast begriffsnotwendig aus-
schliesst, da es Sache der verfügenden Verwaltungsstelle bzw. des Sozialversicherungsgerichts 
ist, für die Zusammentragung des Beweismaterials besorgt zu sein. Im Sozialversicherungspro-
zess tragen mithin die Parteien in der Regel eine Beweislast nur insofern, als im Falle der Be-
weislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen geblie-
benen Sachverhalt Rechte ableiten will (LOCHER/GÄCHTER, a.a.O., S. 548 Rz 56). Diese Beweis-
regeln kommen allerdings erst dann zur Anwendung, wenn es sich als unmöglich erweist, im 
Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes auf Grund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt 
zu ermitteln, der zumindest die überwiegende Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wahrheit zu 
entsprechen (vgl. BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen). 
 
4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insbesondere auch bei der Beurtei-
lung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person ist die Verwaltung – und im Beschwerdefall das 
Gericht – auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute 
zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszu-
stand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher 
Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte 
eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch 
zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 f. mit weiteren Hinweisen). 
 
4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungspro-
zess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle anderen 
Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflicht-
gemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, un-
abhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die ver-
fügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. 
Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht 
erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es 
auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes 
eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend 
ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 
Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen 
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die 
Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 
V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 
 

 

 
 
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4.3 Die Regionalen Ärztlichen Dienste (RAD) stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der me-
dizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen die für die In-
validenversicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funktionelle Leistungsfähigkeit der versi-
cherten Person fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszu-
üben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2bis 
IVG). Die RAD können bei Bedarf selber ärztliche Untersuchungen von Versicherten durchführen. 
Sie halten die Untersuchungsergebnisse schriftlich fest (Art. 49 Abs. 2 der Verordnung über die 
Invalidenversicherung vom 17. Januar 1961 [IVV]). RAD-Berichte sind versicherungsinterne Do-
kumente, die von Art. 44 ATSG betreffend Gutachten nicht erfasst werden; die in dieser Norm 
vorgesehenen Verfahrensregeln entfalten daher bei Einholung von RAD-Berichten keine Wirkung 
(vgl. BGE 135 V 254 E. 3.4 S. 258; Urteil 8C_385/2014 vom 16. September 2014 E. 4.2.1).  
 
4.4 Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit jenem externer me-
dizinischer Sachverständigengutachten vergleichbar, sofern sie den praxisgemässen Anforde-
rungen an ein ärztliches Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1) genügen und die Arztperson über die 
notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügt (BGE 137 V 210 E. 1.2.1). Allerdings ist hinsicht-
lich des Beweiswerts zu differenzieren: Stützt sich der angefochtene Entscheid ausschliesslich 
auf versicherungsinterne medizinische Unterlagen – zu denen die RAD-Berichte gehören –, sind 
an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. In solchen Fällen sind bereits bei 
geringen Zweifeln an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen ergän-
zende Abklärungen vorzunehmen (vgl. BGE 139 V 225 E. 5.2; 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7; zum 
Ganzen auch: Urteil des Bundesgerichts vom 30. November 2015, 9C_627/2015, E. 2 mit weite-
ren Hinweisen). 
 
4.5 In Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten darf und soll das Gericht der Erfah-
rungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Ver-
trauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen 
(BGE 125 V 353 E. 3b/cc). Die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch 
tätigen (Fach-)Arztes einerseits und von Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedi-
zinischen Experten anderseits (vgl. BGE 124 I 175 E. 4; Urteil des Eidgenössischen Versiche-
rungsgerichts [EVG, heute: Schweizerisches Bundesgericht, Sozialrechtliche Abteilungen] vom 
13. Juni 2001, I 506/00, E. 2b) lässt nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in 
Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte 
zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine ab-
weichende Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige  
– und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die im 
Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (vgl. Urteil des Bundes-
gerichts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1, mit Hinweisen). 
 
5. Bei der Würdigung des vorliegenden medizinischen Sachverhalts sind insbesondere die 
folgenden medizinischen Unterlagen zu berücksichtigen:  
 
5.1 Der erstbehandelnde Arzt Dr. med. C.____, FMH Allgemeine Medizin, stellte gemäss 
Unfallmeldung vom 14. August 2014 eine Verdrehung/Stauchung des rechten Schultergelenks 

 

 
 
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und eine Verdrehung/Stauchung der linken Hüfte fest. Er attestierte eine vollständige Arbeitsun-
fähigkeit ab dem Unfallzeitpunkt bis zum 19. August 2014. Mit Schreiben vom 16. September 
2014 hielt Dr. C.____ gegenüber dem zuständigen Unfallversicherer fest, dass die Patientin ab 
dem 21. August 2014 zu 50% und ab dem 5. September 2014 zu 100% arbeitsfähig sei. Gemäss 
Auskunft der Arbeitgeberin an den Unfallversicherer habe die Versicherte ab 18. August 2014 
wieder im vollen Umfang gearbeitet.  
 
5.2 Am 9. Dezember 2014 diagnostizierte Dr. med. D.____, FMH Orthopädische Chirurgie 
und Traumatologie des Bewegungsapparates, eine traumatische kombinierte Läsion der Supra-
spinatussehne (eher nicht transmural) mit Oberrandläsion der Subscapularissehne und superio-
rer Subluxation der rechten Bizepssehne nach Trauma am 8. August 2014, ein Diabetes Mellitus 
Typ 2 (unter oraler Therapie), eine arterielle Hypertonie, einen Verdacht auf ein verkalktes Me-
ningeom der Fossa temporalis links, chronische Spannungskopfschmerzen sowie einen Status 
nach antibiotischer Therapie eine jugulären Lymphknoten-Tuberkulose rechts. Er empfehle die 
baldige operative Versorgung der Schulter.  
 
5.3 Mit Arztzeugnis vom 14. Januar 2015 stellte der behandelnde Hausarzt rückwirkend ab 
13. November 2014 bis 2. Februar 2015 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit fest.  
 
5.4 Am 3. Februar 2015 wurden bei der Patientin eine arthroskopische Subscapularis Refi-
xation, eine Acromioplastik und eine Bicepstendonese mini open rechts durchgeführt. Dr. D.____ 
hielt mit Arztzeugnis vom 3. Februar 2015 postoperativ eine achtwöchige 100%ige Arbeitsunfä-
higkeit fest. 
 
5.5 Mit Berichten und Arztzeugnissen vom 16. März 2015, 24. März 2015, 13. Mai 2015, 
5. Juni 2015 berichtete die operierende Dr. med. E.____, FMH Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates, über den postoperativen Verlauf und schrieb die Pati-
entin bis 27. August 2015 zu 100% arbeitsunfähig.  
 
5.6 Am 27. August 2015 diagnostizierte Dr. E.____ einen Status nach Schulterarthroskopie 
am 3. Februar 2015, eine aktuelle postoperative Capsulitis adhaesiva rechts, eine traumatisch 
kombinierte Läsion der ventralen Supraspinatussehne mit Oberrandläsion der Subscapula-
rissehne und superiorer Subluxation der rechten Bizepssehne nach Trauma am 8. August 2014 
sowie die bekannten Nebendiagnosen. Die Patientin berichte sechs Monate postoperativ von ei-
ner deutlichen Verbesserung der ausgeprägten Schmerzen und einer langsamen Verbesserung 
der Beweglichkeit. Sie werde ab sofort versuchen, ihre Tätigkeit als Raumpflegerin mit dem übli-
chen Pensum wieder aufzunehmen. Hierbei bleibe eine Beschränkung für Arbeiten über Schul-
terhöhe. Die Arbeitsunfähigkeit von 60% bleibe bis 30. November 2015 bestehen. Die Physiothe-
rapie werde fortgesetzt.  
5.7 Gemäss Arztzeugnis von Dr. med. F.____, FMH Allgemeine Medizin, vom 16. Dezem-
ber 2015 sei die Beschwerdeführerin vom 1. Dezember 2015 bis 11. Januar 2016 zu 60% ar-
beitsfähig.  
 

 

 
 
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5.8 Dr. E.____ hielt mit Bericht vom 12. Januar 2016 fest, dass die Patientin neu über 
Schwindel, Kribbelparästhesien und Einschlafen beider Unterarme und Hände klage. Auch die 
Schmerzen in der rechten Schulter hätten in den letzten Wochen zugenommen. Von Seiten der 
rechten Schulter scheine es zu einer Aktivierung des rechten AC-Gelenks gekommen zu sein. 
Bezüglich des Schwindels und der geäusserten Parästhesien werde empfohlen, einen Halswir-
belsäulenspezialisten aufzusuchen. Aktuell betrage die Arbeitsunfähigkeit 50%. Mit Schreiben an 
den Unfallversicherer vom 22. April 2016 führte sie hierzu ergänzend aus, dass die unfallfremden 
Befunde der Kribbelparästhesien, dem Einschlafen der Hände sowie der Nackenschmerzen und 
chronischen Spannungskopfschmerzen den Heilungsverlauf der Schulteroperation erschweren 
würden. Diesbezüglich seien weitere Abklärungen geplant.  
 
5.9 Mit Schreiben vom 16. Februar 2016 berichtete Dr. med. G.____, FMH Neurologie, über 
das durchgeführte Konsilium und diagnostizierte aus neurologischer Sicht ein chronisches Span-
nungskopfweh seit über zehn Jahren, unbestimmte, nicht-objektivierbare Schwindelsensationen 
sowie ein bekanntes kleines verkalktes Meningeom links temporal seit 2012. Er habe die Patientin 
erstmals im Jahr 2012 behandelt. Aktuell berichte sie von fluktuierenden Beschwerden, in letzter 
Zeit täglich auftretende Kopfschmerzen betont im Scheitel und verbunden mit einem Druckgefühl 
hinter den Augen. Häufig habe sie auch Schmerzen rechts occipital. Die Schmerzen würden in 
der Regel über Stunden andauern. Die beschriebenen Schmerzen entsprächen nach wie vor ei-
nem chronischen Spannungstypkopfweh. Aufgrund der längeren analgetischen Behandlung mit 
Tramadol und Paracetamol bestehe ein Verdacht auf analgetikainduzierte Kopfschmerzen.  
 
5.10 Ein CT des Neurocraniums und der Halswirbelsäule am 28. April 2016 ergab eine un-
verändert grosse kompakte Verkalkung/Verknöcherung medial auf Höhe des Prozessus clino-
ideus anterior links in der mittleren Schädelgrube im Verlauf, mässig ausgeprägte degenerative 
Veränderungen der Halswirbelsäule mit Spondylose und Osteochondrose der Halswirbelkörper 
5/6 und 6/7, gering ausgeprägte Uncovertebralarthrose auf beiden Höhen sowie im Seitenver-
gleich eine leichte Einengung des Neuroforamens rechts auf der Höhe der Halswirbelkörper 5/6.  
 
5.11 In seinem Bericht zuhanden der IV-Stelle vom 20. Mai 2016 diagnostizierte Dr. F.____ 
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit einen Status nach arthroskopischer Subscapularis bei 
Schulterkontusion rechts (mit medialer Bizepssehnenluxation, Subscapulärläsion sowie bursa-
seitiger Partialläsion der Supraspinatussehne bei Impingement), bei einer Tendinopathie der Sup-
raspinatussehne und einer postoperativen Capsulitis adhaesiva; einen Verdacht auf Insertions-
tendinose der Tibialis posterior-Sehne links am Os naviculare; ein myofasziales Schmerzsyndrom 
am Schultergürtel und cervical sowie chronische Spannungskopfschmerzen. Die Situation an der 
Schulter verbessere sich zunehmend, aktuell beklage die Patientin schmerzhafte Verspannungen 
im Schultergürtel rechts, Schmerzen im Schultergürtel und in der rechten Schulter sowie im linken 
Fuss. Er erachte die Patientin vom 1. Mai 2015 bis zum 12. Juni 2016 als zu 25% in ihrer Arbeits-
fähigkeit eingeschränkt.  
 
5.12 Die RAD-Ärztin Dr. med. H.____, Fachärztin Physikalische Medizin und Rehabilitative 
Medizin, hielt in ihrer Stellungnahme vom 18. Oktober 2016 folgende Diagnosen mit Auswirkung 

 

 
 
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auf die Arbeitsfähigkeit fest: ein Status nach postoperativer Capsulitis adhaesiva nach Schulter-
arthroskopie rechts sowie ein Status nach aktivierter beginnender AC-Gelenksarthrose rechts. 
Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit seien ein Verdacht auf eine Insertionstendinose der 
Tibialis posterior Sehne links am Os naviculare, ein myofasziales Schmerzsyndrom am Schulter-
gürtel/cervical, chronische Spannungskopfschmerzen, ein Diabetes mellitus Typ 2 (medikamen-
tös behandelt, eine arterielle Hypertonie, eine Adipositas, eine Hyperlipidämie, ein Vitamin B12-
Mangel, ein kleines verkalktes Meningeom Fossa temporalis links, eine Dermatochalasie beid-
seits sowie ein Eisenmangel. Zum Verlauf der Arbeitsfähigkeit sowohl in der angestammten wie 
auch in einer leidensangepassten, leichten wechselbelastenden Verweistätigkeit ohne Heben 
und Tragen von Lasten, ohne repetitive Tätigkeiten über Schulterniveau mit dem rechten Arm, 
ohne Zwangshaltungen der Halswirbelsäule und ohne Steigen auf Gerüste und Leitern hielt die 
RAD-Ärztin entsprechend den behandelnden Ärzten fest, dass die Versicherte vom 9. August 
2014 bis 17. August 2014 zu 100%, vom 18. August 2014 bis 12. November 2014 zu 0%, vom 
13. November 2014 bis 23. August 2015 erneut zu 100%, anschliessend bis 30. November 2015 
zu 60%, vom 1. Dezember 2015 bis 10. Januar 2016 zu 40%, vom 11. Januar 2016 bis 30. April 
2016 wiederum zu 50% und vom 1. Mai 2016 bis 12. Juni 2016 zu 25% in ihrer Arbeitsfähigkeit 
eingeschränkt gewesen sei. Seit 13. Juni 2016 sei sie wieder vollständig arbeitsfähig. Seitens der 
Unfallverletzung vom 8. August 2014 sei die alltagsrelevante Schulterfunktion wieder hergestellt. 
Die myofaszial bedingten Nacken-Schulter-Schmerzen und die Spannungskopfschmerzen seien 
invalidenversicherungsrechtlich als irrelevant einzustufen, da diese sehr gut konservativ behan-
delt werden könnten und reversibel seien. Die sonstigen vorbestehenden allgemeininternisti-
schen Befunde und Begleiterkrankungen seien vom Hausarzt medikamentös gut eingestellt bzw. 
einstellbar und hätten nie zu einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit geführt. Das kleine Menin-
geom sei seit Jahren stabil und asymptomatisch.  
 
5.13 Kurz nach dem Erlass der Verfügung vom 11. Juli 2018 meldete Dr. F.____ der IV-Stelle 
mit Attest vom 19. Juli 2018, dass die Versicherte in letzter Zeit unter vermehrten die Arbeitsfä-
higkeit einschränkenden muskuloskelettalen Schmerzen leide, weshalb er eine fachärztliche Un-
tersuchung veranlasst habe. Aktuell sei die Patientin zu 50% arbeitsunfähig.  
 
5.14 Im vorliegenden Verfahren reichte die Beschwerdeführerin zwei weitere Arztberichte ein:  
 
Mit Schreiben vom 14. Dezember 2018 stellte Dr. med. I.____, FMH Innere Medizin sowie 
Pneumologie, bei der Versicherten eine mittelschwere obstruktive Schlafapnoe fest. Die Patientin 
habe die vorgeschlagenen Therapien nicht nutzen wollen. Vielmehr strebe sie eine Verbesserung 
mittels Didgeridoo-Therapie an. Generell müsse gesagt werden, dass eine mittelschwere 
Schlafapnoe zu einer Verringerung der Arbeitsfähigkeit von bis zu 20% führen könne.  
 
Im Bericht vom 15. Februar 2019 diagnostizierten Dr. med. J.____, FMH Rechtsmedizin, und 
Dr. med. K.____, FMH Allgemeine Innere Medizin sowie Physikalische Medizin und Rehabilita-
tion, eine Adipositas Grad I; ein Diabetes Mellitus Typ 2; eine arterielle Hypertonie; eine Hyperli-
pidämie; ein Vitamin B12-Mangel; chronische Fussschmerzen beidseits linksbetont im Rahmen 
einer Insertionstendinose des Tibialis posterior; ein chronisches periarthropathisches 
Schmerzsyndrom im rechten Schulterbereich bei Status nach arthroskopischer Subscapularis-

 

 
 
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Refixation, Acromioplastik und Bizepstendonese, einer AC-Gelenksarthrose und aktuell einem 
subacromialen Impingement bei Bursitis subdeltoidea rechts (Erstdiagnose: Januar 2019); eine 
chronische Cervicobrachialgie mit Verdacht auf chronische Spannungskopfschmerzen; ein Sta-
tus nach Tendovaginitis (November 2016); ein Status nach Coccygodynie (September 2012); ein 
Status nach Lymphknoten-Tuberkulose jugulär rechts sowie eine Rifampicin-Unverträglichkeit. 
Seit circa einem Jahr arbeite die Patientin ungefähr 14 Stunden in der Woche als Reinigungskraft 
in einer Turnhalle. Eine Erhöhung des Pensums sei aktuell nicht möglich. Die direkten Einschrän-
kungen – sowohl bei der Arbeit als auch im täglichen Leben – würden sich auf das Heben und 
Tragen von Lasten, längeres Gehen, Stehen oder Sitzen, Rumpfrotationsbewegungen, Arbeiten 
in vorneübergebeugter oder gebückter Haltung sowie in Zwangshaltungen, Arbeiten über Schul-
terhöhe sowie auf Arbeiten in Nässe und Kälte beziehen.  
 
5.15 Die RAD-Ärztin Dr. H.____ nahm am 21. März 2019 Stellung zu den neu eingereichten 
Unterlagen. Dabei hielt sie im Wesentlichen fest, dass während rund zwei Jahren bis zum Erlass 
der Verfügung keine medizinischen Unterlagen vorlägen, was darauf schliessen liesse, dass die 
Beschwerdeführerin in dieser Zeit keine ärztliche Hilfe habe beanspruchen müssen. Die haus-
ärztliche Krankschreibung zur weiteren Abklärung sei bloss vage und ungenau formuliert und 
benenne keine spezifischen Beschwerden. Ausserdem seien die Abklärungen erst mehrere Mo-
nate später vorgenommen worden. Dres. J.____ und K.____ hätten in ihrem Bericht keine objek-
tiven Befunde erhoben und das ermittelte Belastungsprofil basiere rein auf den subjektiven und 
unvalidierten Angaben der Beschwerdeführerin.  
 
6.1 Die Beschwerdegegnerin stützte sich in der angefochtenen Verfügung vom 11. Juli 2018 
bei der Beurteilung des medizinischen Sachverhalts vollumfänglich auf die Ausführungen ihres 
RAD vom 18. Oktober 2016 ab. Sie ging demzufolge davon aus, dass die Beschwerdeführerin 
ab 8. August 2015 zu 100%, ab 24. August 2015 zu 60%, ab 11. Januar 2016 zu 50% und ab 
1. Mai 2016 zu 23,6% erwerbsunfähig gewesen ist. Ausserdem sei sie gemäss Haushaltsabklä-
rung vom 19. Dezember 2016 in der Zeit vom 8. August 2015 bis 1. Mai 2016 zu 8% in ihrem 
Aufgabenbereich eingeschränkt gewesen. Anschliessend bestehe keine Einschränkung mehr. 
Aufgrund der verspäteten Anmeldung zum Leistungsbezug würden die Leistungen erst ab 1. Sep-
tember 2015 ausgerichtet. Dementsprechend sprach sie der Versicherten in Anwendung der ge-
mischten Methode für die Zeit vom 1. September 2015 bis 30. April 2016 eine halbe Rente und 
vom 1. Mai 2016 bis 31. Juli 2016 eine Viertelsrente der Invalidenversicherung zu.  
 
6.2 Die Beschwerdeführerin bringt diesbezüglich zunächst vor, dass ihr bereits per 1. August 
2015 Leistungen der Invalidenversicherung zustünden, da die Anmeldung entgegen der Auffas-
sung der Beschwerdegegnerin nicht verspätet erfolgt sei. Vielmehr datiere die Anmeldung vom 
25. Februar 2015, sei jedoch erst am 6. März 2015 vom (unzuständigen) Unfallversicherer an die 
IV-Stelle weitergeleitet worden. Tatsächlich bestimmt Art. 29 Abs. 3 ATSG unter anderem, dass 
eine bei der unzuständigen Stelle eingereichte Anmeldung dennoch auf den Zeitpunkt Rechts-
wirkungen entfaltet, in dem sie der Post übergeben oder bei der unzuständigen Stelle eingereicht 
wird. Dass die Anmeldung erst am 6. März 2015 vom Unfallversicherer an die Beschwerdegeg-
nerin weitergeleitet und dort am 11. März 2015 eingegangen ist, führt folglich nicht für sich zu 

 

 
 
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deren Verspätung. Indessen ist aufgrund der Akten unklar, wann die Beschwerdeführerin die An-
meldung vom 25. Februar 2015 der Post (vgl. Art. 29 Abs. 3 ATSG) übergeben hat. Die Sendung 
erfolgte nicht eingeschrieben oder per A-Post Plus, weshalb das Aufgabedatum unbekannt ist. 
Wie in Erwägung 4 hiervor ausgeführt, tragen die Parteien im Sozialversicherungsrechtsverfah-
ren die Beweislast bloss, aber immerhin soweit, als sie aus dem behaupteten Sachverhalt Rechte 
ableiten wollen. Da der Sachverhalt, wonach die Anmeldung erst im März 2015 versandt wurde, 
genauso wahrscheinlich ist wie derjenige, wonach sie bereits im Februar 2015 der Post überge-
ben wurde, liegt Beweislosigkeit vor. Diese geht zu Lasten der Beschwerdeführerin, welche einen 
früheren Zeitpunkt des Leistungsbeginns ableiten wollte. Es ist somit nicht zu beanstanden, dass 
die Beschwerdegegnerin einen Leistungsanspruch erst ab 1. September 2015 bejahte. 
 
6.3 In Bezug auf den medizinischen Sachverhalt bringt die Beschwerdeführerin vor, dass 
die Beschwerdegegnerin zu Unrecht auf die Beurteilung der RAD-Ärztin Dr. H.____ vom 18. Ok-
tober 2016 abgestützt habe, da sich diese nicht auf umfassende Abklärungen stütze und die un-
fallfremden Beschwerden nicht berücksichtige. Ausserdem habe sich ihr Gesundheitszustand seit 
der Beurteilung durch Dr. H.____ und noch vor Erlass der Verfügung verschlechtert bzw. sei die-
ser nicht abgeklärt worden.  
 
6.3.1 Wie in Erwägung 4.4 hiervor erwähnt, sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderun-
gen zu stellen, wenn ein Versicherungsfall ohne die Einholung eines externen Gutachtens ent-
schieden werden soll. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist jedoch auch eine reine 
Aktenbeurteilung nicht an sich als unzuverlässig zu beurteilen. Dem reinen Aktengutachten kann 
voller Beweiswert zukommen, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur 
um die ärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht. Ak-
tengutachten sind insbesondere dann von Belang, wenn die relevanten Befunde mehrfach und 
ohne wesentlichen Widerspruch bereits erhoben worden sind, aber die Zuordnung zu einer Diag-
nose oder das Ausmass der Behinderung verschieden bewertet werden. In diesen Fällen kann in 
einem Aktengutachten das Für und Wider der verschiedenen Meinungen erwogen und die über-
wiegende Wahrscheinlichkeit für eine bestimmte Beurteilung deutlich gemacht werden (Urteil des 
Bundesgerichts vom 27. März 2008, 8C_540/2007, E. 3.2 mit Hinweisen). Es sind allerdings be-
reits bei geringen Zweifeln an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der (versicherungs-)ärztli-
chen Feststellungen ergänzende Abklärungen vorzunehmen. Solche Zweifel liegen nicht vor. Die 
festgestellten somatischen Befunde sind grundsätzlich unbestritten. Entgegen der Auffassung der 
Beschwerdeführerin werden in der RAD-Beurteilung vom 18. Oktober 2016 auch die unfallfrem-
den Befunde aufgelistet und gewürdigt. Die Beurteilung durch Dr. H.____ erweist sich folglich als 
umfassend. Ferner weist sie weder formale noch inhaltliche Mängel auf, beruht auf allseitigen 
Untersuchungen, berücksichtigt die geklagten Beschwerden, ist in Kenntnis der Vorakten abge-
geben worden, leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge bzw. der Beurtei-
lung der medizinischen Situation ein und nimmt insbesondere eine hinreichende Beurteilung der 
Arbeitsfähigkeit der Versicherten vor.  
 
6.3.2 Daran vermögen auch die Vorbringen der Beschwerdeführerin nichts zu ändern. Entge-
gen ihrer Auffassung besteht keine Veranlassung, die unfallfremden Befunde, insbesondere die 

 

 
 
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Spannungskopfschmerzen, weiter abzuklären, da eine vertiefte Abklärung bereits vom Neurolo-
gen Dr. G.____ vorgenommen wurde. Auch ein CT des Neurocraniums ergab diesbezüglich kei-
nen ungewöhnlichen Befund. Festzustellen ist, dass Dr. G.____ keinerlei Einschränkung der Ar-
beitsfähigkeit aufgrund der Kopfschmerzen festgehalten hat und eine solche augenscheinlich bis-
her weder vor noch nach dem Unfall bestand. Eine Verschlechterung der Kopfschmerzproblema-
tik ist in den Akten nicht festgehalten. Die übrigen Schmerzzustände sind – wie die Beschwerde-
gegnerin zu Recht ausführt – konservativ behandelbar sowie reversibel und damit IV-rechtlich 
nicht relevant. Sofern die Beschwerdeführerin vorbringt, dass die Einschätzung ihrer Arbeitsfä-
higkeit durch Dr. H.____ von derjenigen der behandelnden Ärzte abweicht, ist ihr entgegen zu 
halten, dass der behandelnde Hausarzt Dr. F.____ augenscheinlich ab 12. Juni 2016 eine volle 
Arbeitsfähigkeit attestiert und zudem in den medizinischen Akten verschiedentlich festgestellt 
wird, dass sie ihre angestammte Tätigkeit „im üblichen Pensum“ wieder aufgenommen habe. Es 
finden sich somit keine fundierten abweichenden Beurteilungen der Arbeitsfähigkeit in den Akten. 
Vielmehr wird in der von der Beschwerdegegnerin vorgenommenen Invaliditätsbemessung auch 
ab Mai 2016 noch eine Einschränkung in der Erwerbstätigkeit von 23,6% postuliert, womit den 
verbleibenden Beschwerden der Beschwerdeführerin Rechnung getragen wird.  
 
6.3.3 Die Beschwerdeführerin bringt weiter unter Verweis auf den Arztbericht von Dr. F.____ 
vom 19. Juli 2018 sowie die im vorliegenden Verfahren eingereichten Berichte von Dres. I.____, 
J.____ und K.____ vor, dass sich ihr Gesundheitszustand seit der RAD-Beurteilung vom 18. Ok-
tober 2016 verschlechtert habe. Hierzu ist zunächst festzuhalten, dass die von der Beschwerde-
führerin angerufenen Unterlagen allesamt nach dem für die Beurteilung massgebenden Zeitpunkt 
(vgl. E. 2 hiervor) ergangen sind und somit für das vorliegende Verfahren formell keine Bedeu-
tung haben. Soweit sich die Beschwerdeführerin darauf beruft, dass namentlich der Bericht von 
Dr. F.____ vom 19. Juli 2018 auch die Zeit vor Verfügungserlass betrifft, ist festzustellen, dass 
dieser sowohl in Bezug auf den beurteilten Zeitraum („in letzter Zeit“) wie auch bezüglich der 
Einschränkungen („vermehrte muskuloskelettale Beschwerden“) aussergewöhnlich vage und un-
genau gehalten ist, so dass daraus nicht eine belegte oder massgebliche rückwirkende Beurtei-
lung des Gesundheitszustandes abgeleitet werden kann. Wie die Beschwerdegegnerin zu Recht 
ausführt, sind in den Akten für den Zeitraum zwischen der RAD-Beurteilung vom 18. Oktober 
2016 und dem Verfügungserlass vom 11. Juli 2018 ferner keine medizinischen Unterlagen vor-
handen. Entsprechend scheint eine gesundheitliche Verschlechterung in diesem Zeitraum als 
unwahrscheinlich. Eine solche Verschlechterung ergibt sich überdies auch nicht aus den medizi-
nischen Berichten von Dr. I.____ vom 14. Dezember 2018 oder von Dres. J.____ und K.____ 
vom 15. Februar 2019. Dr. I.____ hält keine konkrete die Beschwerdeführerin betreffende Ar-
beitsunfähigkeit fest und verweist auf von ihr nicht in Anspruch genommene Therapiemöglichkei-
ten. Dres. J.____ und K.____ erheben in ihrem Bericht – wie die Beschwerdegegnerin fest-
hält – keine objektiven Befunde und stützen sich im Wesentlichen auf die subjektiven Angaben 
der Patientin ab. Ihr Bericht nennt ferner die Arbeitsfähigkeit einschränkende Beschwerden, de-
ren Erstdiagnosen unbestrittenermassen nach Verfügungszeitpunkt erfolgten. Solche wären je-
doch erst im Rahmen einer allfälligen Neuanmeldung zu würdigen.  
 
6.4 Zusammenfassend lässt die RAD-Beurteilung von Dr. H.____ vom 18. Oktober 2016 
eine zuverlässige Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Versicherten zu. Die Beschwerdegegnerin 

 

 
 
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durfte deshalb bei der Bemessung der Invalidität auf deren Ergebnisse abstellen. Lässt die vor-
handene Aktenlage nach dem Gesagten eine zuverlässige Beurteilung des massgebenden me-
dizinischen Sachverhalts zu, so ist dem Antrag der Beschwerdeführerin, wonach weitere medizi-
nische Abklärungen vorzunehmen seien, nicht stattzugeben. Der Anspruch auf rechtliches Gehör 
umfasst zwar das Recht, Beweisanträge zu stellen, und – als Korrelat – die Pflicht der Behörde 
zur Beweisabnahme. Beweise sind im Rahmen dieses verfassungsmässigen Anspruchs indes-
sen nur über jene Tatsachen abzunehmen, die für die Entscheidung der Streitsache erheblich 
sind. Gelangt das Gericht bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur Überzeugung, dass die vor-
handenen Unterlagen ein zuverlässiges Bild des relevanten Sachverhaltes ergeben und dieser 
demnach hinreichend abgeklärt ist, kann auf ein beantragtes Beweismittel verzichtet werden. Die 
damit verbundene antizipierte Beweiswürdigung ist nach konstanter bundesgerichtlicher Recht-
sprechung zulässig (BGE 141 I 64 E. 3.3, 124 V 94 E. 4b, 122 V 162 E. 1d, 119 V 344 E. 3c in 
fine mit Hinweisen). 
 
7. Die Abklärung der Einschränkungen im Haushalt und die Anwendung der gemischten 
Methode werden von der Beschwerdeführerin zu Recht nicht beanstandet. Es ist folglich davon 
auszugehen, dass sie – unter der zumutbaren Mithilfe der Familie – in der Zeit vom 8. August 
2015 bis 1. Mai 2016 im Aufgabenbereich zu 8% eingeschränkt gewesen ist. 
 
8. Nachdem sich aus den Akten ausserdem keine Hinweise ergeben, dass im Rahmen der 
Rechtsanwendung von Amtes wegen durch das Gericht eine andere Einschätzung der Ver-
gleichseinkommen vorzunehmen wäre und die Berechnung auch von der Versicherten nicht be-
anstandet wurde, erübrigt sich eine detaillierte Auseinandersetzung mit dem durch die IV-Stelle 
vorgenommenen Einkommensvergleich. Es ist mit der IV-Stelle davon auszugehen, dass die Be-
schwerdeführerin ab 1. Mai 2016 bzw. ab 1. August 2016 ein rentenausschliessendes Erwerbs-
einkommen erzielen könnte. Die angefochtene Verfügung ist demnach nicht zu beanstanden. Die 
Beschwerde ist deshalb abzuweisen. 
 
9. Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG sind Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweige-
rung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Verfah-
renskosten werden gestützt auf § 20 Abs. 3 VPO in der Regel in angemessenem Ausmass der 
unterliegenden Partei auferlegt. Vorliegend ist die Beschwerdeführerin unterliegende Partei, wes-
halb die Verfahrenskosten, die praxisgemäss auf Fr. 800.-- festgesetzt werden, ihr zu auferlegen 
sind. Die Verfahrenskosten werden mit dem geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von 
Fr. 800.-- verrechnet. Gemäss dem Ausgang des Verfahrens wird keine Parteientschädigung zu-
gesprochen (§ 21 Abs. 1 VPO). 
  

 

 
 
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Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- werden der Beschwer-
deführerin auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in dersel-
ben Höhe verrechnet.  

 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 
 

 
Gegen diesen Entscheid wurde am 18. September 2019 Beschwerde ans Bundesgericht Be-
schwerde erhoben (siehe nach Vorliegen des Entscheid des Bundesgerichts: Verfahren 
Nr. 9C_627/2019) 
 
 
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