# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 253ebad6-9d93-5efe-8013-1fde6fe09ec0
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-12-20
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht 20.12.2023 810 23 149
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_003_810-23-149_2023-12-20.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und 
Verwaltungsrecht 
 
vom 20. Dezember 2023 (810 23 149) 
____________________________________________________________________ 
 
 
 
Verfassungsrecht / Verfahrensgarantien 
 
 
Anfechtbarkeit eines Landratsbeschlusses betreffend Ausgabenbewilligung / Anwen-
dungsbereich der Stimmrechtsbeschwerde 
 
 
 
 
Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, Kantonsrichter Hans Furer, 

Niklaus Ruckstuhl, Stefan Schulthess, Kantonsrichterin Ana Dettwiler, 
Gerichtsschreiber Stefan Suter 
 
 

Beteiligte A.____, Beschwerdeführerin 
 
B.____, Beschwerdeführerin 

  
 
gegen 
 
 

 Landrat des Kantons Basel-Landschaft, Regierungsgebäude, Rat-
hausstrasse 2, 4410 Liestal, Vorinstanz 
 

  
  
Betreff Salina Raurica - Ausgabenbewilligung für die Projektierung und Reali-

sierung eines provisorischen Lückenschlusses zwischen Raurica-
strasse und Lohagstrasse  
(Landratsbeschluss Nr. 2253 vom 22. Juni 2023) 

 
  

Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht 

A. Das in der Rheinebene in den Gemeinden Pratteln und Augst gelegene Gebiet Salina 
Raurica ist ein Entwicklungsgebiet von kantonaler Bedeutung. Im Norden wird das Areal durch 
den Rhein begrenzt, im Süden trennen die Nationalstrasse A3 und das Bahntrassee das Gebiet 
von den Gemeindekernen. Der Kantonale Richtplan Basel-Landschaft sieht im Rahmen der 
Verkehrsplanung Salina Raurica vor, dass die dem Rheinufer entlangführende Kantonsstrasse 
3/7 (Rheinstrasse) an die Autobahn verlegt wird, um wirtschaftlich interessante, grossflächige 
Standorte am Rhein und Freiflächen für den geplanten Rhein-Park zu schaffen. Nach der Ver-
legung soll die Rheinstrasse als kommunale Erschliessungsstrasse fungieren und deren Ab-
schnitt zwischen den Gebieten "Dürrenhübel" und "Längi" soll zurückgebaut und zu einer Achse 
für den Fuss- und Veloverkehr umfunktioniert werden. Die Neubaustrecke (Rauricastrasse) ver-
läuft südlich des Gebiets neben der Autobahn und misst etwa 2.4 Kilometer. Die beiden Kreisel 
"Zurlinden" (im Westen) und "Lohag" (im Süden) stellen im Areal den Anschluss an das Stras-
sennetz der Gemeinde Pratteln sicher. 
 
B. Der Landrat des Kantons Basel-Landschaft stimmte mit Beschluss vom 18. Mai 2017 
dem Projekt zur Verlegung der Kantonsstrasse sowie dem Rückbau der Rheinstrasse zu und 
genehmigte den entsprechenden Verpflichtungskredit. Die in der Folge neu erstellte Raurica-
strasse wurde per 9./11. Dezember 2022 als neue Kantonsstrasse dem Verkehr übergeben, die 
Rheinstrasse wurde für den motorisierten Individualverkehr geschlossen (vgl. die rechtskräfti-
gen verkehrspolizeilichen Anordnungen betreffend Rheinstrasse, publiziert im Amtsblatt Nr. 51 
vom 22. Dezember 2022). Der Anschluss an das Gemeindestrassennetz ist demgegenüber 
noch nicht fertiggestellt. Namentlich sind von Seiten der Gemeinde Pratteln bis heute noch kei-
ne Umsetzungsschritte zum Ausbau der Lohagstrasse, welche das Gewerbegebiet über den 
Kreisel Lohag erschliessen soll, unternommen worden. Dies führt dazu, dass der motorisierte 
Verkehr aus östlicher Richtung einen Umweg von ca. 1.6 Kilometern fahren muss, um von Wes-
ten her via den Zurlindenkreisel zu den Gewerbebetrieben im Bereich Netziboden/Lohag zu 
gelangen. 
 
C. Da das Gebiet Salina Raurica für den Kanton von strategischer Bedeutung und der Kan-
ton auch ein massgeblicher Grundeigentümer in Salina Raurica sei, ersuchte der Regierungsrat 
den Landrat mit Vorlage 2023/190 vom 18. April 2023 um die Ausgabenbewilligung für die Pro-
jektierung und Realisierung eines provisorischen Lückenschlusses zwischen der bestehenden 
Lohagstrasse und der Rauricastrasse. Ziel der Vorlage sei es, rasch eine bessere Erschlies-
sung des Gewerbegebietes bis zur Realisierung der definitiven Lohagstrasse durch die Ge-
meinde Pratteln sicherzustellen. Die Gemeinde Pratteln sei mit der Vorlage einverstanden. 
 
D. Mit Landratsbeschluss Nr. 2253 vom 22. Juni 2023 bewilligte der Landrat für den provi-
sorischen Lückenschluss eine neue einmalige Ausgabe von Fr. 1'040'000.-- (inkl. MWST) mit 
einer Kostengenauigkeit von +/-10 % (Ziff. 1). Die Ausgabenbewilligung erfolgte vorbehältlich 
einer vertraglichen Regelung mit der Gemeinde Pratteln (Ziff. 2). Weiter wurde darauf hingewie-
sen, dass die Ausgabenbewilligung dem fakultativen Finanzreferendum unterstehe (Ziff. 3). Der 
Landrat nahm sodann zur Kenntnis, dass die Gemeinde Pratteln im Rahmen des Endausbaus 
der Lohagstrasse dem Kanton die Kosten für den provisorischen Lückenschluss zurückerstatten 
werde (Ziff. 4). Mit der erst im Rahmen der Kommissionsberatung in die Vorlage eingefügten 

Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Ziff. 5 wurde schliesslich angeordnet, dass die Rheinstrasse bis zur Inbetriebnahme der Feiner-
schliessung (Lohagstrasse und Netzibodenstrasse) provisorisch auf beiden Seiten umgehend 
wieder zu öffnen sei. Im gleichen Zug solle die Rauricastrasse gesperrt werden. Der Landrats-
beschluss wurde mit dem Hinweis auf die Referendumsfrist von 8 Wochen im Amtsblatt Nr. 51 
vom 29. Juni 2023 publiziert. 
 
E. Mit Eingabe vom 28. Juni 2023 haben A.____ und B.____, beides Einwohnerinnen von 
Pratteln, beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht 
(Kantonsgericht), Beschwerde erhoben mit dem Begehren, die Ziffern 1 bis 4 des Landratsbe-
schlusses Nr. 2253 vom 22. Juni 2023 seien aufzuheben. Die Referendumsfrist dürfe sodann 
erst zu laufen beginnen, wenn das Beschwerdeverfahren gerichtlich abgeschlossen sei. Die 
Beschwerdeführerinnen wenden sich gegen das Vorhaben, weil sich der Kanton ohne zwingen-
den sachlichen Grund auf eine gesetzliche Ausnahmebestimmung gestützt habe, um eine in die 
kommunale Zuständigkeit Prattelns fallende Gemeindestrasse auszubauen. Dadurch werde der 
politische Prozess in der Gemeinde umgangen, was undemokratisch sei und die Zuständig-
keitsordnung verletze. Für ein kantonales Finanzreferendum müssten dreimal mehr Unterschrif-
ten gesammelt werden als für ein Referendum gegen einen Einwohnerratsbeschluss. Der Land-
rat könne sodann die Gemeinde nicht einseitig dazu verpflichten, das Geld zurückzubezahlen, 
und der Gemeinderat könne ohne Einwohnerratsbeschluss keine verbindliche Finanzierungszu-
sage machen. 
 
F. In einer zusätzlichen Eingabe vom 6. Juli 2023 sowie in einer "nachgereichten Begrün-
dung" vom 10. Juli 2023 fordern die Beschwerdeführerinnen den Verzicht auf die Erhebung von 
Verfahrenskosten oder zumindest deren starke Reduktion. 
 
G. Der Landrat beantragt in der Vernehmlassung vom 21. Juli 2023, auf die Beschwerde 
sei unter o/e-Kostenfolge nicht einzutreten, eventualiter sei die Beschwerde vollumfänglich ab-
zuweisen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht sei der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu 
entziehen, eventualiter sei die vorliegende Streitsache im Rahmen des beschleunigten Verfah-
rens zu führen. Zusammengefasst macht der Landrat geltend, die Beschwerde sei unzulässig 
und den Beschwerdeführerinnen fehle es überdies an der notwendigen Legitimation zur Be-
schwerdeführung. Weiter weist er darauf hin, dass die Erschliessung des Gewerbegebiets via 
Lohagstrasse im rechtskräftigen Strassennetzplan der Gemeinde Pratteln festgelegt sei. Die 
Stimmbürgerinnen und Stimmbürger - und damit auch die beiden Beschwerdeführerinnen - hät-
ten die Möglichkeit gehabt, sich im Rahmen der Strassennetzplanung einzubringen. Mit ihrem 
Vorgehen versuchten die Beschwerdeführerinnen nunmehr, eine demokratisch legitimierte 
Strasse zu verhindern. Die in Ziff. 4 des angefochtenen Beschlusses lediglich zur Kenntnis ge-
nommene schriftliche Zusage der Gemeinde Pratteln hinsichtlich der Rückerstattung der Bau-
kosten stehe selbstverständlich unter dem ausdrücklichen Vorbehalt der kommunal erforderli-
chen Einwohnerratsbeschlüsse. Die Umsetzung des Landratsbeschlusses auf kommunaler 
Ebene sei aber ohnehin nicht Verfahrensgegenstand. Des Weiteren unterstreicht der Landrat, 
dass er sich für die vertragliche Regelung mit der Gemeinde und die Vorfinanzierung eines Pro-
visoriums durch den Kanton mit § 23 Abs. 2 i.V.m. § 32 Abs. 3 des Strassengesetzes vom 
4. März 1986 auf eine ausreichende gesetzliche Grundlage abgestützt habe. 

Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 

H. Die Beschwerdeführerinnen replizieren mit Eingabe vom 17. August 2023. Im Wesentli-
chen halten sie darin an ihrer Auffassung fest, wonach die Zuständigkeit für die Planung und 
den Bau der Lohagstrasse bei der Gemeinde Pratteln liege. Neu ersuchen sie um Aktenein-
sicht. 
 
I. Die Referendumsfrist ist am 24. August 2023 unbenutzt abgelaufen (vgl. Amtsblatt 
Nr. 69 vom 31. August 2023). 
 
J. Mit Präsidialverfügung vom 6. September 2023 wurde der Beschwerde in Gutheissung 
des entsprechenden Verfahrensantrags der Vorinstanz die aufschiebende Wirkung entzogen, 
soweit der Beschwerde von Gesetzes wegen aufschiebende Wirkung zukam. Das Aktenein-
sichtsgesuch der Beschwerdeführerinnen wurde teilweise gutgeheissen. Von der Einsicht aus-
genommen wurden die als vertraulich klassifizierten Sitzungsprotokolle der Bau- und Planungs-
kommission des Landrats. Die von den Beschwerdeführerinnen am 13. September 2023 gegen 
diese Verfügung erhobene Einsprache wurde von der Fünferkammer des Kantonsgerichts mit 
Beschluss vom 4. Oktober 2023 abgewiesen, soweit darauf eingetreten wurde. Dieser Be-
schluss blieb in der Folge unangefochten. Mit Schreiben vom 22. November 2023 verzichteten 
die Beschwerdeführerinnen auf die Akteneinsicht. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g : 
 
1.1 Das Gericht wendet das Recht von Amtes wegen an. Es prüft insbesondere, ob die Ein-
tretensvoraussetzungen erfüllt sind (§ 16 Abs. 2 des Gesetzes über die Verfassungs- und Ver-
waltungsprozessordnung [VPO] vom 16. Dezember 1993). Die Eintretensvoraussetzungen 
(auch Prozess- oder Sachurteilsvoraussetzungen genannt) umschreiben die Erfordernisse, die 
zum Zeitpunkt der Urteilsfällung erfüllt sein müssen, damit ein Begehren im Beschwerdeverfah-
ren vor dem Kantonsgericht materiell behandelt werden kann. Sie sind zwingender Natur. Fehlt 
eine derartige Vorbedingung, kann kein Entscheid in der Sache ergehen und das Kantonsge-
richt tritt nicht auf die Eingabe ein (Urteil des Kantonsgerichts, Abteilung Verfassungs- und Ver-
waltungsrecht [KGE VV], vom 3. Februar 2023 [810 22 275] E. 2.1; KGE VV vom 16. März 2022 
[810 21 184] E. 1.2). 
 
1.2 Das Kantonsgericht kann einzig in den von Verfassung und Gesetz vorgesehenen Ver-
fahren aktiv werden. Der Zugang zum Gericht besteht grundsätzlich nur im Rahmen der jeweils 
anwendbaren Prozessordnung (KGE VV vom 20. September 2023 [810 23 124] E. 1; KGE VV 
vom 12. Januar 2022 [810 20 285] E. 1). Die Verwaltungsprozessordnung sieht im Bereich des 
Verfassungs- und Verwaltungsrechts verschiedene Rechtsmittel (Beschwerde gegen Erlasse, 
Beschwerde wegen Verletzung verfassungsmässiger Rechte, Beschwerde wegen Verletzung 
der Volksrechte, Beschwerde wegen Verletzung der Gemeindeautonomie, Klage bei Kompe-
tenzstreitigkeiten, verwaltungsgerichtliche Beschwerde und verwaltungsgerichtliche Klage) mit 
unterschiedlichen Sachurteilsvoraussetzungen vor. Die Beschwerdeführerinnen erklären in der 
Beschwerdeeingabe vom 28. Juni 2023 nicht, welches dieser Rechtsmittel sie ergreifen. 
 

Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 

2.1 Vorliegend kommt zunächst die Beschwerde wegen Verletzung verfassungsmässiger 
Rechte in Betracht. Gemäss § 32 Abs. 1 VPO steht gegen Beschlüsse des Landrats die Be-
schwerde an das Kantonsgericht wegen Verletzung verfassungsmässiger Rechte offen, sofern 
dem Gericht die Zuständigkeit nicht durch die Verwaltungsprozessordnung, durch andere Ge-
setze oder durch die Verfassung entzogen ist. § 32 Abs. 5 VPO enthält einen Negativkatalog, 
der ausführt, in welchen Fällen die Beschwerde an das Kantonsgericht unzulässig ist. Danach 
ist die Beschwerde unzulässig gegen Beschlüsse des Landrats über Begnadigung und Amnes-
tie (lit. a), Beschlüsse des Landrats über den jährlichen Voranschlag (lit. c), Beschlüsse des 
Landrats über Planungen (lit. d), Urteile der Gerichte in Zivil- und Strafsachen (lit. e), Entschei-
de der Aufsichtsbehörde über Schuldbetreibung und Konkurs (lit. f), Entscheide der Beschwer-
deinstanz im Sinne von Art. 20 der Schweizerischen Strafprozessordnung vom 5. Oktober 2007 
(lit. g) sowie Nutzungspläne des Kantons und der Gemeinden (lit. h). 
 
2.2 Damit ist vorab zu klären, ob der Landrat einen unter den Negativkatalog von § 32 
Abs. 5 VPO fallenden Beschluss gefällt hat und die Beschwerde wegen Verletzung verfas-
sungsmässiger Rechte deswegen unzulässig ist. Spezifisch stellt sich die Frage, ob die ange-
fochtene Ausgabenbewilligung als Finanzbeschluss zu qualifizieren ist, der unter die Beschlüs-
se des Landrats über den jährlichen Voranschlag gemäss § 32 Abs. 5 lit. c VPO zu subsumie-
ren ist. 
 
2.3 Aus den Materialien zur Verwaltungsprozessordung ergibt sich, dass Landratsbeschlüs-
se über den jährlichen Voranschlag von der Verfassungsgerichtsbarkeit ausgenommen wurden, 
weil das Budget nur eine interne Anordnung des Parlamentes an die Regierung ohne Aussen-
wirkung darstelle (vgl. Landratsvorlage vom 4. Juni 1991 betreffend Erlass eines Gesetzes über 
die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung [91/124], S. 42). Im Rahmen der Teilrevision 
zur Anpassung des kantonalen Prozessrechts an die Justizreform des Bundes blieb § 32 Abs. 5 
lit. c VPO unter nochmaligem Verweis auf die ausschliesslich behördenverbindliche Wirkung 
des Budgets bewusst unangetastet, wobei zusätzlich die politische Natur von Finanzbeschlüs-
sen unterstrichen wurde (vgl. Landratsvorlage vom 19. Juni 2007 betreffend Teilrevision des 
Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung [2007/153], S. 27). In der Tat 
sind Budgetentscheide gemäss der Rechtsprechung politische Entscheide und sie regeln keine 
Rechte und Pflichten von Privaten (vgl. BGE 145 I 121 E. 1.1.3; BGE 72 I 279). Der kantonale 
Gesetzgeber hat deswegen bewusst die Anfechtung von kantonalen Finanzbeschlüssen beim 
Kantonsgericht ausgeschlossen. Die Ausnahme von der gerichtlichen Überprüfung erstreckte 
sich nach der Rechtsprechung - über den zu engen Gesetzeswortlaut hinaus - auch auf vom 
Landrat gesprochene Verpflichtungskredite, da Verpflichtungskredite inhaltlich betrachtet nichts 
anderes als einen Beschluss über den Voranschlag (bzw. über mehrere Voranschläge) darstell-
ten (vgl. KGE VV vom 26. November 2014 [810 13 394] E. 4.3). Ein Ausschluss der richterli-
chen Beurteilung von politischen Sachgeschäften des Parlaments - wie etwa hier von Finanz-
beschlüssen - ist mit der verfassungsrechtlichen Rechtsweggarantie vereinbar (vgl. ESTHER 
TOPHINKE, in: Niggli/Uebersax/Wiprächtiger/Kneubühler [Hrsg.], Basler Kommentar zum Bun-
desgerichtsgesetz, 3. Aufl., Basel 2018, Rz. 22 zu Art. 86 BGG; BGE 147 I 1 E. 3.3.2; BGE 136 
II 436 E. 1.2). 
 

Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 

2.4 Im Zuge der im Jahr 2017 verabschiedeten Totalrevision des kantonalen Finanzhaus-
haltsrechts wurde der veraltete Terminus "Voranschlag" in Verfassung und Gesetz zur besseren 
Verständlichkeit durch den Begriff "Budget" ersetzt, wobei allerdings eine entsprechende An-
passung des Wortlauts in der Verwaltungsprozessordnung unterblieb. Das Budget entspricht 
nach der neuen gesetzlichen Konzeption dem ersten Planjahr des insgesamt vier Jahre umfas-
senden Aufgaben- und Finanzplans und wird dem Landrat als integraler Bestandteil des Aufga-
ben- und Finanzplanes zum Beschluss unterbreitet (vgl. §§16 ff. des Finanzhaushaltsgesetzes 
[FHG] vom 1. Juni 2017). Das Budget umfasst die voraussehbaren Aufwände und Investitions-
ausgaben sowie die geschätzten Erträge und Investitionseinnahmen (§ 20 Abs. 1 FHG). Das 
bewilligte Budget ermächtigt nicht (mehr) generell zur Tätigung von Ausgaben. Für jede Ausga-
be muss, abgestuft nach der Höhe der Ausgaben, eine Ausgabenbewilligung eingeholt werden 
(§§ 32 ff. FHG). Dies war unter dem alten Recht schon für Ausgaben im Kompetenzbereich des 
Landrats und des Volks der Fall (Verpflichtungskredit). Im Zuständigkeitsbereich des Landrats 
entspricht die Ausgabenbewilligung weitgehend dem früheren Verpflichtungskredit (vgl. Land-
ratsvorlage vom 15. Dezember 2015 betreffend Stärkung der finanziellen Steuerung - Teilrevi-
sion der Kantonsverfassung und Totalrevision des Finanzhaushaltsgesetzes [2015/435], S. 31). 
Der übergangsrechtliche § 67 Abs. 4 FHG statuiert denn auch in diesem Sinne, dass altrechtli-
che Verpflichtungskredite hinsichtlich aller Aspekte als Ausgabenbewilligungen gelten. Die kan-
tonsgerichtliche Rechtsprechung zur Unzulässigkeit der Beschwerde wegen Verletzung verfas-
sungsmässiger Rechte bei vom Landrat gesprochenen Verpflichtungskrediten behält damit 
auch für neurechtliche Ausgabenbewilligungen des Landrats seine Gültigkeit. Da Finanzbe-
schlüsse des Landrats als politische Sachgeschäfte gesetzlich von der gerichtlichen Kontrolle 
ausgenommen sind, ist im vorliegenden Fall die Beschwerde wegen Verletzung verfassungs-
mässiger Rechte gestützt auf § 32 Abs. 5 lit. c VPO unzulässig und es kann darauf nicht einge-
treten werden. 
 
2.5 Selbst für den Fall, dass die Beschwerde wegen Verletzung verfassungsmässiger Rech-
te vorliegend zulässig wäre, würde sich am Verfahrensausgang nichts ändern: Gemäss § 33 
lit. a VPO ist zur Beschwerde befugt, wer durch die angefochtene Verfügung oder den ange-
fochtenen Entscheid berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an der Änderung oder Aufhe-
bung hat. Das Erfordernis der materiellen Beschwer im Sinne dieser Bestimmung soll die Popu-
larbeschwerde ausschliessen und den Charakter des Beschwerderechts als Instrument des 
Individualrechtsschutzes unterstreichen (KGE VV vom 12. Januar 2022 [810 20 285] E. 2.5.1; 
KGE VV vom 26. November 2014 [810 13 394] E. 5.2). Ein Beschwerdeführer muss durch den 
angefochtenen Entscheid stärker als ein beliebiger Dritter betroffen sein und in einer besonde-
ren, beachtenswerten, nahen Beziehung zur Streitsache stehen. Neben der spezifischen Be-
ziehungsnähe zur Streitsache muss der Beschwerdeführer einen praktischen Nutzen aus einer 
allfälligen Aufhebung oder Änderung des angefochtenen Entscheids ziehen, d.h. seine Situation 
muss durch den Ausgang des Verfahrens in relevanter Weise beeinflusst werden können. Das 
schutzwürdige Interesse besteht im Umstand, einen materiellen oder ideellen Nachteil zu ver-
meiden, den der angefochtene Entscheid mit sich bringen würde. Es genügt nicht, wenn ledig-
lich allgemeine Nachteile drohen, die jedermann treffen. Ein bloss mittelbares oder ausschliess-
lich allgemeines öffentliches Interesse begründet keine Parteistellung bzw. Beschwerdelegiti-
mation. Ohne die erforderliche Beziehungsnähe zur Streitsache sind Private nicht dazu befugt, 

Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 

auf dem Rechtsweg für die richtige Rechtsanwendung zu sorgen (vgl. KGE VV vom 17. Novem-
ber 2020 [810 20 102] E. 4.1; KGE VV vom 14. November 2018 [810 17 94] E. 5.3; BGE 145 II 
259 E. 2.3; BGE 142 II 451 E. 3.4.1). Ein generelles Interesse an der Einhaltung der Rechts-
ordnung, wie es die Beschwerdeführerinnen im vorliegenden Fall geltend machen und das 
grundsätzlich von jedermann in Anspruch genommen werden kann, reicht deshalb für die Be-
gründung der Legitimation nicht aus. Die Berufung auf die Verletzung der Gemeindeautonomie 
bzw. der Zuständigkeitsordnung genügt in diesem Zusammenhang nicht. Die Beschwerdeführe-
rinnen sind durch den angefochtenen Landratsbeschluss nicht intensiver und unmittelbarer be-
troffen als irgendwelche andere Einwohner von Pratteln. Sie legen jedenfalls in der Beschwer-
debegründung nicht ansatzweise dar, inwiefern sie vom strittigen Landratsbeschluss besonders 
betroffen sein sollen. Der angefochtene Beschluss wirkt sich in erster Linie auf den Finanz-
haushalt des Kantons aus. Dass er direkte Konsequenzen für die Beschwerdeführerinnen hat 
und durch dessen Aufhebung oder Änderung ihre tatsächliche oder rechtliche Situation beein-
flusst werden könnte, ist nicht ersichtlich. Unter dem Gesichtspunkt der individuellen, unmittel-
baren Betroffenheit wäre deshalb die Legitimation der Beschwerdeführerinnen zu verneinen. 
 
3.1 Gegen Beschlüsse des Landrats steht nach § 37 Abs. 3 lit. a VPO grundsätzlich auch 
die Beschwerde an das Kantonsgericht wegen Verletzung der Volksrechte offen. Wird mit ei-
nem Budgetbeschluss - wie im vorliegenden Fall - gleichzeitig eine neue Ausgabe beschlossen, 
kann mit der Stimmrechtsbeschwerde geltend gemacht werden, die damit vom Parlament bewil-
ligte Ausgabe hätte dem Referendum unterstellt werden müssen (BGE 145 I 121 E. 1.1.2; BGE 
141 I 130). Nachdem der Landrat im angefochtenen Beschluss ausdrücklich festgehalten hat, 
dass die Ausgabenbewilligung der fakultativen Volksabstimmung gemäss § 31 Abs. 1 lit. b der 
Verfassung des Kantons Basel-Landschaft (KV) vom 17. Mai 1984 (sog. Finanzreferendum) 
unterstehe (Ziff. 3), und der Beschluss unter Hinweis auf die Referendumsfrist im Amtsblatt pu-
bliziert wurde, ist eine (potentielle) Verletzung der politischen Rechte der Stimmbürgerinnen und 
-bürger allerdings nicht ersichtlich. Eine dahingehende Rüge wird in der Beschwerde auch gar 
nicht erhoben. 
 
3.2 Die Beschwerdeführerinnen halten das Vorgehen des Landrats für "undemokratisch" 
und für "Prattler/innen ungerecht", weil damit der demokratische Prozess in der Gemeinde um-
gangen werde. Wenn das Strassenprovisorium vom Kanton gebaut werde, so könne man hin-
terher "anständigerweise" gar kein Referendum mehr gegen den Einwohnerratsbeschluss er-
greifen. Abgesehen davon, dass der Einwohnerrat Pratteln die Strassennetzplanung "Pratteln 
Nord", die den Bau der Lohagstrasse vorsieht, schon am 25. April 2016 beschlossen hat und 
der demokratische Planungsprozess in der Gemeinde damit längst abgeschlossen ist, hindert 
der angefochtene Landratsbeschluss die Beschwerdeführerinnen in keiner Weise an der künfti-
gen Ausübung ihrer politischen Rechte in der Gemeinde. 
 
3.3 Die Ausführungen in der Beschwerde gehen aber ohnehin am Anwendungsbereich der 
Beschwerde wegen Verletzung der Volksrechte vorbei. Nicht jede behördliche Handlung, wel-
che indirekt Auswirkungen auf die politischen Rechte hat, kann Gegenstand einer Stimmrechts-
beschwerde bilden. Damit das Rechtsmittel überhaupt erhoben werden kann, muss durch den 
angefochtenen kantonalen Akt die Ausübung der demokratischen Rechte auf der kantonalen 

Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Ebene unmittelbar betroffen sein. Die Stimmrechtsbeschwerde ist entsprechend der Funktion 
des Stimmrechts als Konnexgarantie auf Wahlen und Abstimmungen der Stimmbürgerinnen 
und Stimmbürger bzw. auf die den Stimmberechtigten zustehenden politischen Rechte be-
schränkt. Eine Verletzung des Stimm- und Wahlrechts kann deshalb nur in dem Fall gerügt 
werden, wo die Bürgerinnen und Bürger direkt am staatlichen Willensfindungsprozess beteiligt 
sind (vgl. KGE VV vom 15. November 2023 [810 23 258] E. 2.2; KGE VV vom 20. September 
2023 [810 23 124] E. 4.4; BLKGE 2006 Nr. 35 E. 2d; LUKA MARKIĆ, Das kantonale Rechts-
schutzverfahren im Bereich der politischen Rechte, Zürich 2022, Rz. 284). Die Ausführungen in 
der Beschwerdebegründung stehen in keinem unmittelbaren Zusammenhang zu den Mitwir-
kungsrechten des Volkes auf der Kantonsebene. Dass der Landratsbeschluss eine gewisse 
präjudizierende Wirkung für künftige politische Entscheide in Pratteln entfalten könnte, ist keine 
im Beschwerdeverfahren nach § 37 VPO zulässige Rüge. Dasselbe gilt erst recht für die mo-
nierte Verletzung der Gemeindeautonomie. 
 
4. Nur der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass die Beschwerde wegen Verletzung der 
Gemeindeautonomie (§ 41 VPO) ausschliesslich den Einwohner- und Bürgergemeinden offen-
steht. 
 
5. Nach dem Gesagten kann das Kantonsgericht nicht auf die Beschwerde eintreten, weil 
es sich beim Anfechtungsobjekt um einen unter § 32 Abs. 5 lit. c VPO fallenden Finanzbe-
schluss handelt, gegen den eine Beschwerde wegen Verletzung verfassungsmässiger Rechte 
unzulässig ist - wobei die Beschwerdeführerinnen darüber hinaus auch nicht beschwerdelegiti-
miert wären -, und weil keine im Rahmen der Beschwerde wegen Verletzung der Volksrechte 
zulässigen Rügen erhoben werden. Da es sich um einen klaren Fall handelt, wird vorliegend 
direkt im Zirkulationsverfahren entschieden (§ 1 Abs. 4 VPO). 
 
6. Soweit die Beschwerdeführerinnen sinngemäss für diesen Verfahrensausgang eine 
Neuansetzung der Referendumsfrist verlangen, handelt sich um einen weiteren unzulässigen 
Antrag, auf den nicht eingetreten werden kann. § 31 Abs. 2 KV statuiert, dass Referendumsbe-
gehren innert acht Wochen nach der Veröffentlichung des Landratsbeschlusses zu stellen sind. 
Anders als die Beschwerdeführerinnen meinen, begann diese Frist vorliegend unabhängig da-
von zu laufen, ob die in Ziff. 2 des angefochtenen Beschlusses angesprochene vertragliche 
Regelung mit der Gemeinde Pratteln zustande gekommen ist. Eine gesetzliche Referen-
dumsfrist kann weder auf Antrag einer Partei noch von Amtes wegen vom Gericht gehemmt 
oder erstreckt (oder "neu angesetzt") werden (vgl. KGE VV vom 5. Juli 2023 [810 22 178] 
E. 6.7; KGE VV vom 1. Dezember 2022 [810 22 132] E. 6). 
 
7. Es bleibt über die Kosten zu befinden. Die Beschwerdeführerinnen beantragen diesbe-
züglich in ihren Eingaben vom 6. Juli 2023 und vom 10. Juli 2023, auf die Erhebung von Verfah-
renskosten sei zu verzichten oder diese seien zumindest stark zu reduzieren, weil andere Ver-
fahren in erster Instanz gratis seien und weil im vorliegenden Fall die Verletzung der Gemein-
deautonomie für die Sprechung des Baukredits offensichtlich sei. Diesem Begehren kann nicht 
entsprochen werden. In der kantonalen Rechtsordnung existiert kein allgemeiner Grundsatz, 
wonach sämtliche erstinstanzlichen Rechtsmittelverfahren kostenlos sind. Im Gegenteil sind 

Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Beschwerdeverfahren vor dem Kantonsgericht gemäss § 20 Abs. 1 VPO im Grundsatz immer 
kostenpflichtig. Das Kantonsgericht erhebt denn auch in langjähriger ständiger Praxis sowohl 
bei Beschwerden wegen Verletzung verfassungsmässiger Rechte als auch bei Stimmrechtsbe-
schwerden Verfahrenskosten (vgl. zuletzt etwa KGE VV vom 15. November 2023 [810 23 258]; 
KGE VV vom 15. März 2023 [810 22 253]; KGE VV vom 12. Januar 2022 [810 20 285]; KGE VV 
vom 29. Januar 2020 [810 19 280]; vgl. aber auch schon Urteil des Verfassungsgerichts vom 
17. November 1999 [99/225]). Gründe für ein ausnahmsweises Absehen von der Erhebung von 
Verfahrenskosten oder für eine Reduktion der Urteilsgebühr sind im vorliegenden Fall keine 
ersichtlich. Die Verfahrenskosten, welche als Pauschale die Gerichtsgebühr sowie die im Ein-
spracheverfahren entstandenen Kosten umfassen (vgl. § 3 und § 16 Abs. 1 der Verordnung 
über die Gebühren der Gerichte [GebT] vom 15. November 2010), sind auf Fr. 2'000.-- festzule-
gen und den unterliegenden Beschwerdeführerinnen in solidarischer Haftbarkeit aufzuerlegen 
(§ 20 Abs. 3 VPO). Nach der Verrechnung mit dem geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe 
von Fr. 1'500.-- haben sie noch Fr. 500.-- zu bezahlen. Die Parteikosten sind wettzuschlagen 
(§ 21 VPO). 
 
 
Demgemäss wird  e r k a n n t : 
 
 
://: 1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. 
   
 2. Auf den sinngemässen Antrag auf Neuansetzung der Referendumsfrist 

wird nicht eingetreten. 
   
 3. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 2'000.-- werden den Be-

schwerdeführerinnen in solidarischer Haftung auferlegt und mit dem 
geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 1'500.-- verrechnet. Die 
Beschwerdeführerinnen haben restliche Verfahrenskosten in der Höhe 
von Fr. 500.-- zu bezahlen. 

   
 4. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. 
 
 
 
Präsidentin 
 
 
 
 
 
 

Gerichtsschreiber 
 
 
 
 
 
 

 
Gegen diesen Entscheid wurde am 8. Januar 2024 Beschwerde beim Bundesgericht (Verfah-
rensnummer 1C_15/2024) erhoben.