# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a7a85ee7-098e-5f8c-9f6b-3cdc1963dccb
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-02-03
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 03.02.2023 F-3577/2020
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-3577-2020_2023-02-03.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-3577/2020 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  3 .  F e b r u a r  2 0 2 3  

Besetzung 
 Richterin Claudia Cotting-Schalch (Vorsitz), 

Richterin Susanne Genner,  

Richterin Jenny de Coulon Scuntaro,    

Gerichtsschreiber Mathias Lanz. 
 

 
 

Parteien 
 A._______,  

Beschwerdeführer,  

  
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM,  

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.   
 

 
 

Gegenstand 
 Einreiseverbot. 

 

 

 

F-3577/2020 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der kosovarische Staatsangehörige A._______ (geboren am […]) reiste 

erstmals am 24. März 1995 in die Schweiz ein und hielt sich anschliessend 

mit einer Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz auf. Nachdem er ab No-

vember 2004 wieder im Kosovo gelebt hatte, kehrte er zusammen mit sei-

nen vier Geschwistern am 12. Oktober 2007 in die Schweiz zurück und 

erhielt erneut eine Aufenthaltsbewilligung. 

B.  

Während seiner Anwesenheit in der Schweiz erwirkte der Beschwerdefüh-

rer diverse strafrechtliche Verurteilungen (vgl. Akten des Migrationsamtes 

St. Gallen [SG-act.] 123 [Strafregisterauszug vom 8. April 2015], Akten der 

Vorinstanz [SEM-act.] 13 [Strafregisterauszug vom 16. Juni 2020] sowie 

unten E. 4.1): 

- Urteil Jugendanwaltschaft St. Gallen vom 11. Februar 2009: 2 Tage 

Freiheitsentzug (Motorfahrzeug, alkoholisiert), bedingt vollziehbar, we-

gen Fahrens in fahrunfähigem Zustand, pflichtwidrigen Verhaltens bei 

Unfall, Entwendung zum Gebrauch sowie Fahrens ohne Führeraus-

weis;  

- Urteil Jugendanwaltschaft St. Gallen vom 8. November 2009: 14 Tage 

Freiheitsentzug, bedingt vollziehbar, und Busse Fr. 300.–  sowie Anord-

nung ambulante Behandlung wegen Diebstahls, Sachbeschädigung, 

Hausfriedensbruch, Verletzung der Verkehrsregeln, Entwendung zum 

Gebrauch, mehrfachen Fahrens ohne Führerausweis, mehrfachen 

Fahrens ohne Fahrzeugausweis oder Kontrollschilder und mehrfachen 

Fahrens eines Motorfahrrades ohne Fahrzeugausweis oder Kontroll-

schild; 

- Strafbefehl Untersuchungsamt St. Gallen vom 12. Juni 2012: Geld-

strafe 10 Tagessätze zu Fr. 30.– und Busse Fr. 300.– wegen Tätlichkei-

ten und Sachbeschädigung; 

- Strafbefehl Untersuchungsamt St. Gallen vom 4. Dezember 2012: 

Geldstrafe 70 Tagessätze zu Fr. 30.– und Busse Fr. 1'000.– wegen Tät-

lichkeiten, Sachbeschädigung und Fahrens in fahrunfähigem Zustand 

(Motorfahrzeug, alkoholisiert und qualifizierte Blutalkoholkonzentra-

tion);  

F-3577/2020 

Seite 3 

- Strafbefehl Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 9. April 2014: Geld-

strafe 120 Tagessätze zu Fr. 30.– wegen Fahrens in fahrunfähigem Zu-

stand (Motorfahrzeug, qualifizierte Atemalkohol- oder Blutalkoholkon-

zentration); 

- Strafbefehl Staatsanwaltschaft Kreuzlingen vom 13. Mai 2014: Busse 

Fr. 40.– wegen einfacher Verletzung der Verkehrsregeln; 

- Strafbefehl Untersuchungsamt St. Gallen vom 2. Juli 2014: Geldstrafe 

180 Tagessätze zu Fr. 30.– wegen mehrfacher Begünstigung; 

- Entscheid Kreisgericht Rheintal vom 30. März 2016: Freiheitsstrafe 14 

Monate, bedingte Geldstrafe 60 Tagessätze zu Fr. 70.– und Busse 

Fr. 1'050.– unter anderem wegen Vergehens gegen das Waffengesetz, 

mehrfachen Diebstahls, mehrfacher Sachbeschädigung, mehrfachen 

Hausfriedensbruchs, Urkundenfälschung, mehrfacher Übertretung des 

BetmG (SR 812.121) und mehrfacher Verletzung der Verkehrsregeln;  

- Entscheid Obergericht des Kantons Thurgau vom 18. März 2019: Frei-

heitsstrafe fünf Jahre und acht Monate (im Zusatz zum Entscheid des 

Kreisgerichts Rheintal), Geldstrafe 30 Tagessätze zu Fr. 30.– und 

Busse Fr. 1'200.– unter anderem wegen mehrfacher Gefährdung des 

Lebens, mehrfacher qualifizierter grober Verletzung der Verkehrsre-

geln, mehrfacher Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte, 

mehrfacher Hinderung einer Amtshandlung, Fälschung von Ausweisen, 

einfacher Körperverletzung, mehrfachen Fahrens in fahrunfähigem Zu-

stand, mehrfachen pflichtwidrigen Verhaltens bei Unfall (Führerflucht), 

mehrfacher Entwendung eines Motorfahrzeugs zum Gebrauch und 

Übertretung des BetmG. 

C.  

Das Migrationsamt des Kantons St. Gallen verwarnte den Beschwerdefüh-

rer am 22. September 2014 und forderte ihn auf, sich inskünftig klaglos zu 

verhalten, ansonsten die Aufenthaltsbewilligung widerrufen oder nicht 

mehr verlängert und er zur Ausreise verhalten werden könnte (vgl. SG-

act. 84). 

D.  

Mit Verfügung vom 21. Juli 2016 verweigerte das Migrationsamt die Ver-

längerung der Aufenthaltsbewilligung und wies den Beschwerdeführer auf 

den Termin der Haftentlassung aus der Schweiz weg (vgl. SEM-act. 14). 

F-3577/2020 

Seite 4 

E.  

Der Beschwerdeführer verzichtete am 13. Juni 2020 auf eine Stellung-

nahme zur geplanten Anordnung eines Einreiseverbots (SEM-act. 15). Mit 

Verfügung vom 17. Juni 2020 verhängte die Vorinstanz gegenüber dem 

Beschwerdeführer ein ab dem 2. Juli 2020 geltendes, zehnjähriges Einrei-

severbot. Gleichzeitig ordnete sie die Ausschreibung des Einreiseverbots 

im Schengener Informationssystem (SIS II) an und entzog einer allfälligen 

Beschwerde vorsorglich die aufschiebende Wirkung (SEM-act. 16).  

F.  

Am 1. Juli 2020 wurde der Beschwerdeführer aus der Haft entlassen und 

in den Kosovo ausgeschafft (SEM-act. 19).  

G.  

Am 14. Juli 2020 gelangte der Beschwerdeführer mit einer Beschwerde 

gegen das Einreiseverbot an das Bundesverwaltungsgericht. Er bean-

tragte, das Einreiseverbot in der Dauer "auf ein vertretbares Mass und Mi-

nimum" zu kürzen und die Ausschreibung der Fernhaltemassnahme im 

SIS II zu löschen (Akten des Bundesverwaltungsgerichts [BVGer-act.] 1 

und 5).  

H.  

Mit Vernehmlassung vom 9. September 2020 beantragte die Vorinstanz 

die Abweisung der Beschwerde (BVGer-act. 8).  

I.  

Die ihm mit Verfügung vom 18. September 2020 gewährte Gelegenheit zur 

Einreichung allfälliger Bemerkungen liess der Beschwerdeführer ungenutzt 

(BVGer-act. 9 f.).  

J.  

Ein Antrag des Beschwerdeführers auf Suspension des Einreiseverbots 

vom 8. Oktober 2021 lehnte die Vorinstanz am 15. Oktober 2021 ab. 

K.  

Aus organisatorischen Gründen hat die vorsitzende Richterin das Verfah-

ren vom bisherigen Instruktionsrichter übernommen. 

 

F-3577/2020 

Seite 5 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Verfügungen des SEM, die ein Einreiseverbot im Sinne von Art. 67 AIG 

(SR 142.20) zum Gegenstand haben, unterliegen der Beschwerde an das 

Bundesverwaltungsgericht (Art. 112 Abs. 1 AIG i.V.m. Art. 31 ff. VGG). 

1.2 Das Rechtsmittelverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet 

sich nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37 

VGG). 

1.3 Der Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerde le-

gitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte 

Beschwerde ist einzutreten (Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG).  

2.  

Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 

von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Er-

messens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheb-

lichen Sachverhaltes und – soweit nicht eine kantonale Behörde als Be-

schwerdeinstanz verfügt hat – die Unangemessenheit gerügt werden 

(Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet das Bundesrecht 

von Amtes wegen an. Es ist gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begrün-

dung der Begehren nicht gebunden und kann die Beschwerde auch aus 

anderen als den geltend gemachten Gründen gutheissen oder abweisen. 

Massgebend ist grundsätzlich die Sachlage zum Zeitpunkt seines Ent-

scheides (vgl. BVGE 2014/1 E. 2 m.H.). 

3.  

3.1 Das SEM kann Einreiseverbote gegen ausländische Personen erlas-

sen, die gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung in der Schweiz oder 

im Ausland verstossen haben oder diese gefährden (Art. 67 Abs. 2 Bst. a 

AIG, in der hier anwendbaren, bis am 21. November 2022 gültig gewese-

nen Fassung vom 18. Juni 2010 [AS 2010 5925] [nachfolgend: aAbs.]). Der 

Begriff der öffentlichen Sicherheit und Ordnung ist weit zu fassen  

(BGE 147 IV 340 E. 4.7.7). Ein Verstoss dagegen liegt unter anderem vor, 

wenn gesetzliche Vorschriften oder behördliche Verfügungen missachtet 

werden (Art. 77a Abs. 1 Bst. a der Verordnung vom 24. Oktober 2007 über 

Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit [VZAE, SR 142.201]). Von ei-

ner Gefährdung ist auszugehen, wenn konkrete Anhaltspunkte dafür be-

stehen, dass der Aufenthalt der betroffenen Person in der Schweiz mit  

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Seite 6 

erheblicher Wahrscheinlichkeit zu einer Nichtbeachtung der öffentlichen  

Sicherheit und Ordnung führt (Art. 77a Abs. 2 VZAE). 

3.2 Das Einreiseverbot ist keine Sanktion für vergangenes Fehlverhalten, 

sondern eine Massnahme zur Abwendung einer künftigen Störung der  

öffentlichen Sicherheit und Ordnung (BVGE 2017 VII/2 E. 4.4; 2008/24 

E. 4.2).  

3.2.1 Soweit Art. 67 aAbs. 2 Bst. a AIG mit dem Verstoss gegen die öffent-

liche Sicherheit und Ordnung unmittelbar an vergangenes Verhalten des 

Betroffenen anknüpft, steht die Gefahrenabwehr durch Generalprävention 

im Sinne der Einwirkung auf das Verhalten anderer Rechtsgenossen im 

Vordergrund (zur Generalprävention im Ausländerrecht vgl. etwa Urteil des 

BGer 2C_282/2012 vom 31. Juli 2012 E. 2.5 m.H.).  

3.2.2 Die Spezialprävention im Sinne der Einwirkung auf das Verhalten des 

Betroffenen selbst kommt zum Tragen, soweit Art. 67 aAbs. 2 Bst. a AIG 

als alternativen Fernhaltegrund die Gefährdung der öffentlichen Sicherheit 

und Ordnung durch den Betroffenen selbst nennt. Ob eine solche Gefähr-

dung vorliegt, ist gestützt auf die gesamten Umstände des Einzelfalles im 

Sinne einer Prognose zu beurteilen, die sich in erster Linie auf das vergan-

gene Verhalten des Betroffenen abstützen muss (vgl. BVGE 2017 VII/2 

E. 4.4). 

3.3 Das Einreiseverbot wird für eine Dauer von höchstens fünf Jahren ver-

hängt (Art. 67 Abs. 3 erster Satz AIG). Die Anordnung eines Einreisever-

bots von mehr als fünf Jahren Dauer ist zulässig, wenn von der ausländi-

schen Person eine schwerwiegende Gefahr für die öffentliche Sicherheit 

und Ordnung ausgeht (Art. 67 Abs. 3 zweiter Satz AIG).  

3.4 Eine schwerwiegende Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ord-

nung im Sinne von Art. 67 Abs. 3 zweiter Satz AIG setzt mehr voraus als 

eine einfache Gefährdung nach Art. 67 aAbs. 2 Bst. a zweiter Halbsatz AIG. 

Verlangt wird eine qualifizierte Gefährdungslage, über deren Vorliegen 

nach Massgabe aller Umstände des Einzelfalles zu befinden ist. Eine sol-

che Gefährdungslage darf nicht leichthin angenommen werden. Nach der 

Rechtsprechung kann sie sich beispielsweise aus der Hochwertigkeit des 

deliktisch bedrohten Rechtsguts ergeben (z.B. Leib und Leben, körperliche 

und sexuelle Integrität, Gesundheit), aber auch aus der Zugehörigkeit des 

drohenden Delikts zur besonders schweren Kriminalität mit grenzüber-

schreitender Dimension (z.B. Terrorismus, Menschen- und Drogenhandel, 

http://links.weblaw.ch/BVGE-2017%20VII/2

F-3577/2020 

Seite 7 

organisierte Kriminalität), aus der wiederholten Delinquenz und ihrer zu-

nehmenden Schwere oder aus dem Fehlen einer günstigen Prognose. Die 

zu befürchtenden Delikte müssen einzeln oder in ihrer Summe das Poten-

zial haben, eine aktuelle und schwerwiegende Gefahr zu begründen 

(vgl. BGE 139 II 121 E. 6.3; BVGE 2014/20 E. 5.2). 

4.  

Der Beschwerdeführer beantragt eine Kürzung der Fernhaltemassnahme 

in der Dauer. Folglich ist mit Blick auf die Überschreitung der regulären 

Obergrenze von fünf Jahren zu prüfen, ob von ihm eine schwerwiegende 

Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung im Sinne von Art. 67 

Abs. 3 AIG ausgeht. Die Rechtmässigkeit der Anordnung des Einreisever-

bots an sich gestützt auf den von ihm gesetzten Fernhaltegrund des 

Verstosses gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung gemäss Art. 67 

aAbs. 2 Bst. a AIG steht demgegenüber ausser Frage. 

4.1 Strafrechtlich trat der Beschwerdeführer in der Schweiz im Wesentli-

chen wie folgt in Erscheinung (siehe auch oben Bst. B): 

4.1.1 Als Minderjähriger entwendete er am 20. Dezember 2008 ein Auto 

und lenkte dieses in alkoholisiertem Zustand. Später verlor der Mitinsasse 

damit bei übersetzter Geschwindigkeit die Kontrolle, sodass der Wagen mit 

Totalschaden auf dem Dach zu liegen kam. Der Beschwerdeführer ent-

fernte sich unerlaubt vom Unfallort (SG-act. 26).  

4.1.2 Am 4. Juni 2009 überquerte der Beschwerdeführer mit einem als  

gestohlen gemeldeten Motorfahrrad, und ohne im Besitz eines Führeraus-

weises zu sein, eine Sicherheitslinie, woraufhin er polizeilich angehalten 

wurde (vgl. SG-act. 36).  

4.1.3 Zwischen dem 12. und dem 13. Juli 2009 brach der Beschwerdefüh-

rer in eine Geschäftsliegenschaft ein und erbeutete Deliktsgut im Wert von 

Fr. 4'100.– (vgl. SG-act. 36).  

4.1.4 Am 1. April 2012 versetzte der Beschwerdeführer einem Fussgänger 

nach verbaler Auseinandersetzung einen Faustschlag ins Gesicht, 

wodurch dessen Brille zu Bruch ging und dieser eine Prellung der linken 

Augenhöhle sowie zwei kleine Rissquetschwunden erlitt (vgl. SG-act. 61).  

4.1.5 In der Nacht auf den 29. sowie am Morgen des 30. September 2012 

lenkte der Beschwerdeführer zweimal ein Motorfahrzeug in alkoholisiertem 

Zustand (0.79 bzw. 1.09 mg Blutalkoholkonzentration). Zudem schlug er 

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Seite 8 

einem Mann nach dem Ausgang am 30. September 2012 zweimal die 

Faust ins Gesicht (vgl. SG-act. 63). 

4.1.6 Im Juni 2013 begab sich der Beschwerdeführer mehrmals vor ein Un-

tersuchungsgefängnis. Darin war sein Bruder wegen Verdachts auf Bege-

hung eines Raubüberfalls auf ein Juweliergeschäft inhaftiert. Der Be-

schwerdeführer half ihm, den Kontakt mit dessen Umfeld aus dem Gefäng-

nis heraus aufrecht zu erhalten (vgl. SG-act. 79).  

4.1.7 Am 29. Januar 2014 fuhr der Beschwerdeführer erneut ein Auto in 

alkoholisiertem Zustand (1.38 mg Blutalkoholkonzentration) (vgl. SG-

act. 74).  

4.1.8 Ende Mai/Anfangs Juni 2014 entwendete der Beschwerdeführer das 

Nummernschild eines Motorfahrrades, brachte es an seinem eigenen an 

und unternahm damit bis im Dezember 2014 mehrere Fahrten. Am  

30. Januar 2015 begab sich der Beschwerdeführer auf ein Firmenareal, 

brach Fahrzeuge und Wohnmobile auf und entwendete darin befindliche 

Gegenstände. Rund eine Woche später entfernte er Kontrollschilder und 

brachte sie an seinem eigenen Motorfahrzeug an, das er im Februar 2015 

mehrmals ohne gültigen Führerausweis sowie teilweise nach Konsum von 

Alkohol und Marihuana lenkte. Während einer Fahrt entzog er sich einer 

Polizeikontrolle.  

4.1.9 Weil er ein Pistolenimitat mit sich führte, das auch von einer Fach-

person nicht sofort als Imitationswaffe erkannt werden konnte, wurde er am 

22. Februar 2015 im Zürcher Hauptbahnhof verhaftet (SG-act. 114).  

4.1.10 Am 8. Dezember 2015 überholte der Beschwerdeführer mit einem 

entwendeten Fahrzeug in einer unübersichtlichen Kurve trotz Sicherheits-

linie ein anderes Auto, sodass verschiedene Fahrzeuge abbremsen muss-

ten, um eine Kollision mit dem Beschwerdeführer zu vermeiden. Gleichen-

tags überschritt er die zulässige Höchstgeschwindigkeit innerorts um 

53 km/h und ausserorts um 91 km/h. In der Nacht auf den 9. Dezember 

2015 fuhr der Beschwerdeführer dann nach Konsum von Cannabis mit sei-

nem Fahrzeug in die Wand einer Unterführung und entfernte sich an-

schliessend von der Unfallstelle (vgl. SG-act. 157 und 159).  

4.1.11 Zwischen dem 12. und dem 16. Dezember 2015 entwendete der 

Beschwerdeführer diverse Kontrollschilder an Fahrzeugen. Am 16. Dezem-

ber 2015 flüchtete er unter Verwendung eines entwendeten Kontrollschilds, 

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Seite 9 

ohne Führerausweis und nach Konsum von Marihuana vor der Polizei. Da-

bei übertrat er die zulässigen Höchstgeschwindigkeiten massiv, überfuhr 

diverse auf Rot gestellte Ampeln, überholte auf der Autobahn zwischen 

Fahrzeugen hindurch und auf dem Pannenstreifen, fuhr direkt auf Polizis-

ten zu, die ihn auf der Fahrbahn anhalten wollten, umging eigens für ihn 

errichtete Strassensperren, setzte seine Fahrt trotz zerborstenem Pneu 

des rechten Vorderrades auf der Autobahn mit 100 km/h fort und kollidierte 

schliesslich mit mehreren Fahrzeugen (vgl. SG-act. 157 und 159).  

4.1.12 Aus der zwischenzeitlich angeordneten Haft am 17. Dezember 2015 

entlassen, entwendete der Beschwerdeführer bereits am 18. Dezember 

2015 wieder ein Fahrzeug, kurze Zeit später aus einem Firmenfahrzeug 

auch einen Ausländerausweis, worin er sein eigenes Foto einsetzte. Mit 

dem entwendeten Fahrzeug führte der Beschwerdeführer am 18. Dezem-

ber 2015 ohne Führerausweis mehrere verkehrsregelwidrige, riskante 

Überholmanöver durch, wobei es unter anderem zu seitlichen Kollisionen 

mit anderen Fahrzeugen kam (vgl. SG-act. 157 und 159).  

4.2 In Anbetracht der zahlreichen Verurteilungen erscheint es offensicht-

lich, dass der Beschwerdeführer eine sehr hohe kriminelle Energie auf-

weist. Während seiner Anwesenheit in der Schweiz seit Oktober 2007 de-

linquierte er bis zu seiner Inhaftnahme am 20. Dezember 2015 notorisch. 

Unbelehrbar und unbeeindruckt von diversen Strafen gefährdete er durch 

sein rücksichtsloses Verhalten auf der Strasse über mehrere Jahre hinweg 

viele Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer an Leib und Leben. 

Gemäss dem Urteil des Obergerichts des Kantons Thurgau vom 8. März 

2019 brachte er in drei Fällen Polizeibeamte in unmittelbare Lebensgefahr 

und in 13 Fällen bestand das hohe Risiko eines Unfalles mit Schwerver-

letzten oder Toten. In einem Fall sei ein Verkehrsteilnehmer tatsächlich, 

wenn auch nicht schwer, verletzt worden (vgl. SEM-act. 10, S. 74). Die 

Schwere der Straftaten, das Gefährdungspotenzial und die deliktischen Ak-

tivitäten des Beschwerdeführers nahmen bis im Dezember 2015 kontinu-

ierlich zu (vgl. dazu Entscheid des Amts für Justizvollzug vom 11. Mai 2020 

betreffend Prüfung der bedingten Entlassung [SEM-act. 12], S. 8). Auf-

grund der etlichen Verkehrsregelverstösse, mehrmals begangen unter er-

heblichem Einfluss von Suchtmitteln, sowie der zahlreichen Delikte gegen 

das Eigentum liess der Beschwerdeführer unmissverständlich erkennen, 

dass er nicht gewillt ist, sich an die hiesige Rechtsordnung zu halten.  

F-3577/2020 

Seite 10 

4.3  

4.3.1 Aus dem Entscheid des Amtes für Justizvollzug vom 11. Mai 2020 

betreffend die Prüfung der bedingten Entlassung geht unter anderem her-

vor, dass durch rückfallpräventive Gespräche mit der Sozialarbeiterin die 

Legalprognose derart habe verbessert werden können, dass nicht davon 

auszugehen sei, dass bei einer erneuten Straffälligkeit des Beschwerde-

führers hochrangige Rechtsgüter Dritter betroffen seien (vgl. SEM-act. 12, 

S. 9 f.). Diesbezüglich gilt es indes darauf hinzuweisen, dass im Auslän-

derrecht mit Blick auf das im Vordergrund stehende Interesse an einer 

Wahrung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung ganz allgemein ein 

strengerer Beurteilungsmassstab als im Straf- und Massnahmenrecht zum 

Tragen kommt (vgl. BGE 140 I 145 E. 4.3; 137 II 233 E. 5.2.2; BVGE 2021 

VII/1 E. 7.1.2). Sind – wie vorliegend zutreffend – hochwertige Rechtsgüter 

wie Leib und Leben involviert und durch strafrechtliche Aktivitäten gefähr-

det, ist selbst ein geringes Restrisiko weiterer Beeinträchtigungen nicht in 

Kauf zu nehmen (vgl. BGE 139 I 31 E. 2.3.2; 139 I 16 E. 2.2.1). Die Ge-

fährdung des Lebens (Art. 129 StGB) gehört denn auch zu denjenigen An-

lasstaten, die vom Verfassungsgeber als besonders verwerflich betrachtet 

werden und zum Verlust eines jeden Aufenthaltsrechts sowie zu einem ob-

ligatorischen Einreiseverbot von 5 bis 15 Jahren Dauer führen sollen 

(Art. 121 Abs. 3 Bst. a und Abs. 5 BV; vgl. auch Art. 66a Abs. 1 Bst. b 

StGB, der in Konkretisierung der genannten Verfassungsbestimmung auf 

den 1. Oktober 2016 in Kraft gesetzt wurde). Dieser Wertung ist in den 

Schranken des übrigen Verfassungs- und Völkerrechts vorliegend Rech-

nung zu tragen (vgl. Urteile des BVGer F-2516/2021 vom 2. Februar 2022 

E. 5.5; F-6018/2020 vom 23. September 2021 E. 6.2; F-2379/2020 vom 

15. April 2021 E. 4.5).  

4.3.2 Hinzu kommt, dass im erwähnten Bericht des Amtes für Justizvollzug 

relativierend und zusammenfassend festgehalten wird, die Legalprognose 

des Beschwerdeführers sei aufgrund der langjährigen, polymorphen Delin-

quenz mit klarer Progredienz und mangelnder Beeindruckbarkeit durch 

Sanktionen eher belastetet. Ungünstig wirke sich zudem aus, dass er im 

Kosovo bei seinem Bruder wohnen werde, der ebenfalls nach einer Ge-

fängnisstrafe in der Schweiz in den Kosovo ausgeschafft worden sei (vgl. 

SEM-act. 12). Vorliegend kann deshalb nicht von einer günstigen Prognose 

ausgegangen werden. Nach wie vor geht vom Beschwerdeführer eine er-

hebliche Rückfallgefahr aus. 

4.4 Nach dem Gesagten ist in Würdigung aller Umstände eine schwerwie-

gende Gefahr durch den Beschwerdeführer im Sinne von Art. 67 Abs. 3 

F-3577/2020 

Seite 11 

AIG anzunehmen. Das gegen ihn am 17. Juni 2020 verhängte Einreisever-

bot darf deshalb die Regelmaximaldauer von fünf Jahren überschreiten.  

5.  

5.1 Zu prüfen bleibt, ob das angefochtene Einreiseverbot als solches und 

in seiner Dauer in pflichtgemässer Ermessensausübung angeordnet wurde 

und vor dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit standhält. Erforderlich ist 

eine einzelfallbezogene Interessenabwägung unter Berücksichtigung 

sämtlicher wesentlicher Umstände. Ausgangspunkt der Überlegungen bil-

den die Stellung der verletzten oder gefährdeten Rechtsgüter, die Beson-

derheiten des ordnungswidrigen Verhaltens, die persönlichen Verhältnisse 

des Beschwerdeführers und das von ihm ausgehende, zukünftige Gefähr-

dungspotenzial (vgl. Art. 5 Abs. 2 BV; Art. 96 AIG; BGE 139 II 121 E. 6.5.1; 

BVGE 2017 VII/2 E. 4.5; 2016/33 E. 9; 2014/20 E. 8.1). 

5.2 Aufgrund der jahrelangen sowie regelmässigen strafrechtlichen Aktivi-

täten vor allem im Bereich von Strassenverkehr und Eigentum sowie der 

damit oftmals verbundenen Gefährdung von Personen an Leib und Leben 

wiegt das Verschulden des Beschwerdeführers sehr schwer. Er wurde ins-

gesamt zu sechs Jahren und zehn Monaten Freiheitsstrafe verurteilt. Nach 

wie vor geht von ihm eine schwerwiegende Gefahr für die öffentliche Si-

cherheit und Ordnung aus (vgl. oben E. 4). An einer langfristigen Fernhal-

tung des Beschwerdeführers besteht daher ein erhebliches öffentliches In-

teresse. Darüber hinaus soll er mit dem Erlass eines Einreiseverbots im 

Sinne der Spezialprävention ermahnt werden, sich bei künftigen Aufenthal-

ten in der Schweiz an die Rechtsordnung sowie an behördliche Weisungen 

und Anordnungen zu halten. Berücksichtigt werden soll vorliegend aber 

auch das Motiv der Generalprävention. Die Einhaltung der Verkehrsregeln 

und mithin die Aufrechterhaltung der Verkehrssicherheit sind mit einer kon-

sequenten Massnahmepraxis zu schützen.  

5.3  

5.3.1 Dem öffentlichen Fernhalteinteresse sind die Interessen des Be-

schwerdeführers an einer Einreise in die Schweiz gegenüber zu stellen. 

Diesbezüglich führt er an, in der Schweiz geboren zu sein, hier die Schule 

sowie eine Berufslehre absolviert und immer gearbeitet zu haben. Seine 

Familie, seine Verwandtschaft und sein ganzes soziales Umfeld befinde 

sich in der Schweiz und im Schengenraum. Im Kosovo habe er ausser sei-

nem Bruder niemanden und lebe dort in ständiger Angst vor einer Blutra-

che. Er habe in seinem Leben Fehler gemacht, die er zutiefst bereue und 

nicht wiederholen werde. Er wolle fortan ein normales Leben führen und 

F-3577/2020 

Seite 12 

schnellstmöglich wieder Teil der Familie, der Gesellschaft und der Arbeits-

welt in der Schweiz werden.  

5.3.2 Das von ihm beabsichtigte Familien- und Berufsleben sowie die re-

gelmässige Pflege sozialer Kontakte in der Schweiz scheitern bereits am 

fehlenden Aufenthaltsrecht des Beschwerdeführers in der Schweiz. Das 

Migrationsamt des Kantons St. Gallen verweigerte ihm nämlich mit Verfü-

gung vom 21. Juli 2016 die Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung (vgl. 

SEM-act. 14). Als Staatsangehöriger Kosovos benötigt er für bewilligungs-

freie Kurzaufenthalte in der Schweiz somit ein Visum (vgl. Art. 8 Abs. 1 der 

Verordnung vom 22. Oktober 2008 über die Einreise und die Visumertei-

lung [VEV, SR 142.204] i.V.m. Art. 3 Abs. 1 der Verordnung [EU] 2018/1806 

vom 14. November 2018 [ABl. L 303/39 vom 28.11.2018] i.V.m. ihrem An-

hang I Ziff. 2). Der Beschwerdeführer ist 29 Jahre alt. Mangels eines Ab-

hängigkeitsverhältnisses im Sinne der Rechtsprechung werden seine Be-

ziehungen zur Mutter sowie zu den in der Schweiz verbliebenen Geschwis-

tern vom Schutz von Art. 8 EMRK nicht umfasst (vgl. BGE 144 II 1 E. 6.1; 

135 I 143 E. 3.1). Weiter werden seine privaten Interessen insoweit relati-

viert, als das Einreiseverbot ausnahmsweise aus humanitären oder ande-

ren wichtigen Gründen für kurze, klar begrenzte Zeit suspendiert werden 

kann. Besuchsaufenthalte bei Familienangehörigen sind deshalb nicht 

schlichtweg untersagt (vgl. Art. 67 Abs. 5 AIG; BVGE 2013/4 E. 7.4.3).  

5.4 Trotz der engen Bindung des Beschwerdeführers zur Schweiz vermö-

gen angesichts der langjährigen, regelmässigen und schweren Delinquenz 

gegen zum Teil hochwertige Rechtsgüter seine privaten Interessen das ge-

wichtige öffentliche Interesse an einer lang andauernden Fernhaltemass-

nahme nicht aufzuwiegen. Eine wertende Gewichtung der vorliegend invol-

vierten Interessen ergibt daher, dass das auf zehn Jahre befristete Einrei-

severbot sowohl im Grundsatz als auch in Bezug auf die Dauer eine ver-

hältnismässige und angemessene Massnahme zum Schutz der öffentli-

chen Sicherheit und Ordnung darstellt. 

6.  

Inwiefern der Beschwerdeführer über ein soziales Umfeld oder über ander-

weitige private Interessen im Schengenraum verfügt, legt er weder dar, 

noch kann dies den Akten entnommen werden. Demgegenüber hat er er-

heblich gegen die schweizerische Rechtsordnung verstossen (vgl. oben 

Bst. B). Die Ausschreibung des Einreiseverbots im Schengener Informati-

onssystem ist deshalb zur Wahrung der Interessen der Gesamtheit aller 

Schengen-Staaten notwendig, verhältnismässig und nicht zu beanstanden 

F-3577/2020 

Seite 13 

(vgl. Art. 21 und Art. 24 Abs. 2 Bst. a SIS II-Verordnung; Art. 21 der  

N-SIS-VO). 

7.  

Die angefochtene Verfügung verletzt Bundesrecht nicht (Art. 49 VwVG). 

Die Beschwerde ist abzuweisen. 

8.  

Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Verfahrenskosten 

dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Sie sind in 

Anwendung von Art. 1 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 über die 

Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, 

SR 173.320.2) auf Fr. 1'000.– festzusetzen und durch den in gleicher Höhe 

geleisteten Kostenvorschuss gedeckt. Eine Parteientschädigung steht dem 

Beschwerdeführer nicht zu (Art. 64 Abs. 1 VwVG). 

9.  

Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet in der vorliegenden Sache 

endgültig (vgl. Art. 83 Bst. c Ziff. 1 BGG).  

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

F-3577/2020 

Seite 14 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 1'000.– werden dem Beschwerdeführer auf-

erlegt. Sie sind durch den in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss 

gedeckt. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer und die Vorinstanz. 

 

 

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Claudia Cotting-Schalch Mathias Lanz 

 

 

 

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