# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2ec3df49-1b3c-5c46-b614-98876683a4c8
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-11-25
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 25.11.2010 C-3589/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-3589-2010_2010-11-25.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-3589/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 5 .  N o v e m b e r  2 0 1 0

Richter Antonio Imoberdorf (Vorsitz), 
Richter Blaise Vuille, Richter Andreas Trommer, 
Gerichtsschreiber Jürg Tiefenthal.

R._______, 
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Gesuch um Einreisebewilligung.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-3589/2010

Sachverhalt:

A.
M._______ (philippinische  Staatsangehörige,  geboren  1987;  nach-
folgend:  Gesuchstellerin)  beantragte  am  10. Februar  2010   bei  der 
schweizerischen  Botschaft  in  Manila  ein  Visum  für  einen  drei-
monatigen  Besuchsaufenthalt  bei  ihrer  Schwester.  Für  die  Kosten 
werde  der  Schwiegervater  der  Schwester  (Beschwerdeführer)  auf-
kommen. Nach  formloser  Verweigerung  des  Visums übermittelte  die 
Auslandvertretung das Gesuch zur Prüfung und zum Entscheid an das 
Bundesamt für Migration (BFM; nachfolgend: Vorinstanz).

B.
Als  die  kantonale  Migrationsbehörde –  nach Vornahme weiterer  Ab-
klärungen – am 22. März 2010 die Empfehlung, das Visumgesuch ab-
zulehnen, abgegeben hatte, wies die Vorinstanz das Gesuch um Be-
willigung der Einreise mit  Verfügung vom 23. April  2010 ab. Zur Be-
gründung führte sie im Wesentlichen aus, die Wiederausreise der Ge-
suchstellerin könne aufgrund der wirtschaftlichen und soziokulturellen 
Situation im Herkunftsland sowie wegen der persönlichen Verhältnisse 
der Gesuchstellerin nicht als gesichert angesehen werden. Das BFM 
wies  darauf  hin,  dass ein  Missbrauch des Aufenthaltszwecks mittels 
Anstellung  der  Gesuchstellerin  als  Haushaltshilfe  durch  die  ein-
ladenden Personen ebenfalls nicht ausgeschlossen werden könne.

C.
Mit Rechtsmitteleingabe vom 19. Mai 2010 beantragt der Beschwerde-
führer  sinngemäss  die  Aufhebung  der  vorinstanzlichen  Verfügung 
sowie die Erteilung der beantragten Einreisebewilligung. Er und seine 
Partnerin würden für die fristgerechte Wiederausreise ihrer Besucherin 
garantieren und dafür bürgen,  dass sie weder eine illegale Erwerbs-
tätigkeit  ausüben  noch  den  angegebenen  Aufenthaltszweck  miss-
brauchen werde.

D.
Mit  Vernehmlassung  vom  10. Juni  2010  beantragt  die  Vorinstanz  – 
unter  nochmaliger  Erläuterung  der  Verweigerungsgründe  –  die  Ab-
weisung der Beschwerde. 

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E.
Mit verfahrensleitender Anordnung vom 15. Juni 2010 wurde der Be-
schwerdeführer  eingeladen,  sich  zur  Vernehmlassung der  Vorinstanz 
zu äussern. Von dieser Möglichkeit machte er – unter Vorlage diverser 
Beweismittel – mit Eingabe vom 11. August 2010 Gebrauch.

F.
Auf den weiteren Akteninhalt  wird, soweit rechtserheblich, in den Er-
wägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht unter 
Vorbehalt der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen Beschwerden ge-
gen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), welche von 
einer in Art. 33 VGG aufgeführten Behörde erlassen wurden. Darunter 
fallen  u.a.  Verfügungen  des  BFM  betreffend  Verweigerung  der  Ein-
reisebewilligung,  welche  vom  Bundesverwaltungsgericht  endgültig 
beurteilt werden (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Sofern  das  Verwaltungsgerichtsgesetz  nichts  anderes  bestimmt, 
richtet  sich  das  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  nach 
dem VwVG (Art. 37 VGG).

1.3 Der Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat gemäss Art. 48 
Abs.  1  VwVG  zur  Beschwerde  berechtigt.  Auf  die  frist-  und  form-
gerechte Beschwerde ist einzutreten (Art. 50 und 52 VwVG). Der erst 
die  Replik  mitunterzeichnenden  Partnerin  des  Beschwerdeführers 
kommt hingegen keine Parteistellung zu. Sie hat am vorinstanzlichen 
Verfahren nicht teilgenommen und auch bis dahin keine Parteirechte 
geltend gemacht.

2.
Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 
von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des 
Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechts-

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erheblichen Sachverhaltes und – sofern nicht eine kantonale Behörde 
als  Beschwerdeinstanz  verfügt  hat  –  die  Unangemessenheit  gerügt 
werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Be-
schwerdeverfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist ge-
mäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht ge-
bunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den gel tend 
gemachten  Gründen  gutheissen  oder  abweisen.  Massgebend  ist 
grundsätzlich  die  Rechts-  und  Sachlage  zum Zeitpunkt  seines  Ent-
scheides (vgl. E. 1.2 des in BGE 129 II 215 teilweise publizierten Ur-
teils 2A.451/2002 vom 28. März 2003).

3.
Das  schweizerische  Ausländerrecht  kennt  weder  ein  allgemeines 
Recht auf Einreise noch gewährt es einen besonderen Anspruch auf 
Erteilung eines Visums. Die Schweiz ist daher – wie alle anderen Staa-
ten  auch  –  grundsätzlich  nicht  gehalten,  Ausländerinnen  und  Aus-
ländern die Einreise zu gestatten. Vorbehältlich völkerrechtlicher Ver-
pflichtungen  handelt  es  sich  dabei  um  einen  autonomen  Entscheid 
(vgl. Botschaft zum Bundesgesetz über Ausländerinnen und Ausländer 
vom 8. März 2002, BBl 2002 3774; BGE 135 II 1 E.1.1 mit Hinweisen).

4.
Die  inländischen  Bestimmungen  über  das  Visumverfahren  und  über 
die Ein- und Ausreise finden Anwendung, sofern die Schengen-Assozi-
ierungsabkommen keine abweichenden Bestimmungen enthalten (vgl. 
Art. 2 Abs 4 und 5 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über 
die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]).

5.
5.1 Angehörige von Drittstaaten benötigen zur Einreise in die Schweiz 
bzw. den Schengenraum für einen Aufenthalt von höchstens drei Mo-
naten  gültige  Reisedokumente,  die  zum  Grenzübertritt  berechtigen, 
und ein Visum, sofern dieses erforderlich ist (vgl. Art.  5 Abs. 1 Bst. a 
AuG sowie Art. 2 Abs. 1 der Verordnung vom 22. Oktober 2008 über 
die  Einreise  und  die  Visumerteilung  [VEV, SR 142.204]  i.V.m. Art. 5 
Abs. 1  Bst. a  und  b  der  Verordnung  [EG]  Nr. 562/2006  des  Euro-
päischen Parlaments und des Rates vom 15. März 2006 über  einen 
Gemeinschaftskodex  für  das  Überschreiten  der  Grenzen  durch  Per-
sonen [nachfolgend: Schengener  Grenzkodex,  SGK,  ABl. L  105 vom 
13.04.2006, S. 1–32] und Art. 2 der Verordnung [EU] Nr. 265/2010 des 
Europäischen  Parlaments  und  des  Rates  vom  25.  März  2010  zur 

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Änderung  des  Übereinkommens  zur  Durchführung  des  Überein-
kommens  von  Schengen  und  der  Verordnung  [EG]  Nr. 562/2006  in 
Bezug  auf  den  Verkehr  von  Personen  mit  einem  Visum  für  einen 
längerfristigen Aufenthalt [ABl. L 85 vom 31.03.2010, S. 1–4]).

5.2 Im  Weiteren  müssen  Drittstaatsangehörige  den  Zweck  und  die 
Umstände ihres  beabsichtigten Aufenthalts  belegen und hierfür  über 
ausreichende  finanzielle  Mittel  verfügen  (Art. 5  Abs. 1  Bst. b  AuG, 
Art. 5 Abs. 1 Bst. c SGK und Art. 14 Abs. 1 Bst. a–c der Verordnung 
[EG] Nr. 810/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 
13. Juli  2009  über  einen  Visakodex der  Gemeinschaft  [nachfolgend: 
Visakodex, ABl. L 243 vom 15.09.2009, S. 1–58]). Namentlich haben 
sie  zu  belegen,  dass  sie  den  Schengenraum vor  Ablauf  der  Gültig-
keitsdauer des beantragten Visums wieder verlassen, bzw. Gewähr für 
ihre fristgerechte Wiederausreise zu bieten (Art. 14 Abs. 1 Bst. d und 
Art. 21 Abs. 1 Visakodex sowie Art. 5 Abs. 2 AuG). Weiterhin dürfen 
Drittstaatsangehörige  nicht  im Schengener  Informationssystem (SIS) 
zur  Einreiseverweigerung  ausgeschrieben sein  und keine Gefahr  für 
die öffentliche Ordnung, die innere Sicherheit, die öffentliche Gesund-
heit  oder  die  internationalen  Beziehungen  eines  Mitgliedstaats  dar-
stellen (Art. 5 Abs. 1 Bst. c AuG, Art. 5 Abs. 1 Bst. d und e SGK).

6.
Werden die Voraussetzungen für die Ausstellung eines für den Schen-
genraum einheitlichen Visums nicht erfüllt, so kann in Ausnahmefällen 
ein  Visum mit  räumlich  beschränkter  Gültigkeit  erteilt  werden. Unter 
anderem  kann  der  betreffende  Mitgliedstaat  von  dieser  Möglichkeit 
Gebrauch machen, wenn er es aus humanitären Gründen, aus Grün-
den  des  nationalen  Interesses  oder  aufgrund  internationaler  Ver-
pflichtungen für erforderlich hält (vgl. zum Ganzen Art. 25 Abs. 1 Bst. a 
Visakodex; ebenso Art. 5 Abs. 4 Bst. c SGK).

7.
Anhang I zur Verordnung (EG) Nr. 539/2001 des Rates vom 15. März 
2001 listet  diejenigen  Staaten  auf,  deren  Staatsangehörige  beim 
Überschreiten  der  Aussengrenzen  der  Schengen-Mitgliedstaaten  im 
Besitze eines Visums sein müssen (ABl. L 81 vom 21.03.2001, S. 1–7, 
zum  vollständigen  Quellennachweis  vgl.  Fussnote  zu  Art.  4  Abs.  1 
VEV). Da die Philippinen zu diesen Staaten zählen, unterliegt die Ge-
suchstellerin der Visumpflicht.

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8.
Die  Vorinstanz  verweigerte  die  Erteilung  eines  Visums  an  die  Ge-
suchstellerin  mit  der  Begründung,  die  fristgerechte  Wiederausreise 
erscheine nicht gesichert. Dabei bezog sie sich im Wesentlichen auf 
die  schwierige  Situation  im  Herkunftsstaat  sowie  die  fehlenden 
persönlichen Verpflichtungen der Gesuchstellerin  im Heimatland. Die 
Vorinstanz  zog  daraus  den  Schluss,  dass  deshalb  die  fristgerechte 
und anstandslose Wiederausreise nicht  gesichert  sei  und erhebliche 
Zweifel am Aufenthaltszweck bestünden.

8.1 Zur Prüfung des Kriteriums der gesicherten Wiederausreise muss 
das  Verhalten  des  Gesuchstellers  oder  der  Gesuchstellerin  im  Falle 
einer Einreise in der Schweiz beurteilt werden. Da es sich um ein zu-
künftiges Verhalten handelt,  lassen sich dazu in der Regel keine ge-
sicherten  Feststellungen  sondern  lediglich  Voraussagen  machen. 
Dabei sind sämtliche Umstände des Einzelfalles zu würdigen.

8.2 Anhaltspunkte  zur  Beurteilung der  fristgerechten Wiederausreise 
können sich aus der allgemeinen Lage im Herkunftsland der Gesuch-
stellerin oder des Gesuchsstellers ergeben. Dabei rechtfertigt es sich 
durchaus, Einreisegesuche von Bürgerinnen und Bürgern aus Staaten 
bzw.  Regionen  mit  politisch  oder  wirtschaftlich  vergleichsweise  un-
günstigen  Verhältnissen  von  vornherein  mit  Zurückhaltung  zu  be-
gegnen,  da  die  persönliche  Interessenlage  in  solchen  Fällen  häufig 
nicht  mit  dem  Ziel  und  Zweck  einer  zeitlich  befristeten  Einreise-
bewilligung in Einklang steht.

8.2.1 Auf den Philippinen sind breite Bevölkerungsschichten von ver-
gleichsweise kargen wirtschaftlichen und sozialen Lebensbedingungen 
betroffen. Wiederkehrende politische Turbulenzen und die hohe Staats- 
und Auslandverschuldung haben das Land in der Entwicklung im Ver-
gleich zu den Nachbarländern zurückgeworfen. In den letzten Jahren 
befand  es  sich  zwar  auf  einem  stabilen  Wachstumspfad  mit 
Wachstumsraten von durchschnittlich 6 %. Dennoch ist es der Regie-
rung nicht gelungen, die Armut zu reduzieren. Nach Angaben der Welt-
bank ist der Anteil der unter der Armutsgrenze lebenden Bevölkerung 
im Gegenteil sogar von 30 % im Jahr 2003 auf 33 % im Jahr 2006 an-
gestiegen, und dies gegen den Trend in der Region Südostasien,  in 
der die Armut allgemein rückläufig ist. Ein wesentlicher Grund ist das  
hohe Bevölkerungswachstum von etwa 2 % (ca. 2 Mio. pro Jahr). Auch 
die Arbeitslosigkeit  bleibt  ein drängendes Problem. Im Jahr  2009 ist 

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die  Arbeitslosenrate  zwar  weitgehend  stabil  geblieben  (7,5 %;  ge-
schätzt);  zu  den  offiziellen  Arbeitslosen  kommen  jedoch  etwa  19 % 
Unterbeschäftigte.  Entsprechend  hoch  ist  der  Anteil  jener,  die  zeit -
weise oder  auf  Dauer  ins  Ausland emigrieren wollen,  um dort  unter 
günstigeren Lebensbedingungen eine bessere Existenz aufbauen zu 
können. Mittlerweile verlassen über eine Million Menschen jährlich die 
Philippinen, um im Ausland Arbeit zu suchen – dies mit zunehmender 
Tendenz.  Die  Entsendung  von  Gastarbeitern  ins  Ausland  hilft  zwar 
einerseits, den heimischen Arbeitsmarkt zu entlasten und Devisen zu 
erwirtschaften.  Andererseits  führt  dies  jedoch  zu  einer  immer 
stärkeren Konzentration unterqualifizierter Arbeitnehmer im Inland, die 
sich immer stärker in  einem Mangel  an Facharbeitern niederschlägt. 
Die  neue  Regierung  versucht  nun,  dieser  Entwicklung  mittels 
Schaffung von Arbeitsplätzen für wenig qualifizierte Personen in länd-
lichen  Regionen  entgegen  zu  wirken  (vgl.  zum  Ganzen  folgende 
Quellen:  Deutsches  Auswärtiges  Amt:  www.auswaertiges-amt.de  > 
Länder, Reisen und Sicherheit  > Philippinen > Wirtschaft, Stand März 
2010;  US  Aussenministerium:  www.state.gov  > Under  Secretary  for 
Public  Diplomacy  and  Public  Affairs  > Bureau  of  Public  Affairs  > 
Electronic  Information  and  Publications  > Background  Notes  > 
Philippines,  Stand  29. Oktober  2010;  beide  Seiten  besucht  im 
November 2010).

Vor dem aufgezeigten wirtschaftlichen Hintergrund ist – vor allem bei 
jüngeren Menschen – ein starker Migrationsdruck festzustellen. Dabei 
gilt  auch  die  Schweiz  als  Zielland  vieler  Auswanderer  im  erwerbs-
fähigen  Alter,  welche  auf  ein  in  wirtschaftlicher  Hinsicht  besseres 
Leben hoffen. Die Tendenz zur Auswanderung wird erfahrungsgemäss 
dort noch begünstigt, wo im Ausland bereits ein soziales Beziehungs-
netz  (Verwandte,  Freunde)  besteht.  Im  Falle  der  Schweiz  führt  dies 
angesichts der restriktiven Zulassungsregelung zum Arbeitsmarkt nicht 
selten zur Umgehung ausländerrechtlicher Bestimmungen.

8.2.2 Angesichts  der  schwierigen  Lage  im  Herkunftsland  der  Ge-
suchstellerin ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz das Risiko 
einer  nicht  fristgerechten  Wiederausreise  allgemein  als  hoch  ein-
schätzte.

8.3 Bei der Risikoanalyse sind allerdings nicht  nur solch allgemeine 
Umstände und Erfahrungen, sondern auch sämtliche Gesichtspunkte 
des  konkreten Einzelfalles  zu  berücksichtigen. Obliegt  dem Gesuch-

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steller oder der Gesuchstellerin beispielsweise eine besondere beruf-
liche,  gesellschaftliche oder  familiäre  Verantwortung,  so  kann dieser 
Umstand  durchaus  die  Prognose  für  eine  anstandslose  Wiederaus-
reise begünstigen. Umgekehrt muss bei Gesuchstellern und Gesuch-
stellerinnen,  die  in  ihrer  Heimat  keine  besonderen  Verpflichtungen 
haben, das Risiko, dass sie sich nach einer bewilligten Einreise nicht  
gemäss  den  fremdenpolizeilichen  Regeln  verhalten,  als  hoch  ein-
geschätzt werden.

8.4 Bei der Gesuchstellerin handelt es sich um eine 23-jährige, unver-
heiratete und kinderlose Frau. Laut vorinstanzlichen Akten ist sie noch 
nie  ins  Ausland  gereist  und  steht  derzeit  in  keinem  festen  Arbeits -
verhältnis. Die Schweizer Vertretung in Manila hat festgestellt, dass die 
Gesuchstellerin  von  ihren  Eltern  und  ihrem  Bruder  finanziell  unter -
stützt  wird,  die  ihrerseits  in  bescheidenen  finanziellen  Verhältnissen 
leben sollen. Gleiches ergibt sich aus dem eingereichten Bankauszug 
(Landbank, Savings Account), auf dem am 2. Februar 2010 – lediglich 
ein paar Tage vor Einreichung des Visumantrags – eine betragsmässig 
auffallend  hohe  Bareinzahlung  über  PHP  100'000.-  (philippinische 
Pesos)  ersichtlich  ist,  was  entsprechende  Fragen  aufwirft.  Der  Be-
schwerdeführer  behauptet,  die  Gesuchstellerin  werde  2011  in  den 
Philippinen  ihr  Studium  fortsetzen  ("Master")  und  im  Übrigen  auch 
ihrem  Bruder  beim  Aufbau  seines  Trinkwassergeschäfts  mithelfen. 
Damit hat sie zwar durchaus familiäre Bindungen vor Ort. Eigentliche 
Verpflichtungen  persönlicher  oder  familiärer  Natur,  welche  die 
Prognose einer fristgerechten und anstandslosen Wiederausreise be-
günstigen  könnten,  sind  daraus  jedoch  nicht  abzuleiten  und  auch 
sonst nicht ersichtlich, deutet doch auch der geplante Ferienaufenthalt 
der Gesuchstellerin in der Schweiz von 90 Tagen (vgl. Antrag auf Er-
teilung eines Schengen Visums vom 10. Februar 2010) und die damit 
verbundene  lange  Abwesenheit  von  ihrer  Familie  nicht  auf  familiäre 
Verpflichtungen  hin,  welche  sie  ernsthaft  von  einer  Emigration  ab-
halten könnten. Aus den Akten sind weiter  keine Gründe ersichtlich, 
welche  eine  Einreise  trotzdem  als  zwingend  erscheinen  lassen 
würden. Schliesslich kann laut vorinstanzlicher Einschätzung ein Ein-
satz  der  Gesuchstellerin  als  Haushaltshilfe  ebenfalls  nicht  aus-
geschlossen  werden.  Aufgrund  der  familiären  Umstände  (Einladung 
durch den Schwiegervater der Schwester der Gesuchstellerin) und der 
Dauer  des beabsichtigten Aufenthalts  ist  diese Annahme nicht  ohne 
Weiteres von der Hand zu weisen. Mithin bestehen Zweifel über den 

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Zweck und die Umstände des beabsichtigten Aufenthalts, was gegen 
die Erteilung eines Einreisevisums spricht.

8.5 Insgesamt  sind  daher  weder  in  den  familiären  noch  beruflichen 
und  damit  wirtschaftlichen  Verhältnissen  der  Gesuchstellerin  Be-
sonderheiten erkennbar, die eine Emigration als unwahrscheinlich er-
scheinen liessen.

9.
Vor diesem Hintergrund durfte die Vorinstanz davon ausgehen, dass 
keine  hinreichende  Gewähr  für  eine  fristgerechte  und  anstandslose 
Wiederausreise  der  Gesuchstellerin  nach  einem  Besuchsaufenthalt 
besteht. Zwar lässt sich diese Einschätzung nicht zu einer gesicherten 
Feststellung  verdichten;  sie  reicht  aber  aus,  um  die  Erteilung  einer 
Einreisebewilligung  –  auf  die,  wie  erwähnt,  ohnehin  kein  Rechts-
anspruch besteht – abzulehnen. An dieser Beurteilung vermögen auch 
die  vom  Beschwerdeführer  abgegebenen  Zusicherungen  nichts  zu 
ändern. Diese sind rechtlich nicht verbindlich und wären faktisch auch 
nicht  durchsetzbar, da es nicht  um finanzielle Risiken geht,  sondern 
um ein bestimmtes Verhalten des Gesuchstellerin (vgl. BVGE 2009/27 
E. 9).

10.
Die  vorliegende  Konstellation  spricht  auch  nicht  für  eine  Visum-
erteilung  aus  humanitären  Gründen,  ist  doch  keine  dringende  Not-
wendigkeit für einen Familienbesuch ersichtlich.

11.
Aus diesen Darlegungen folgt, dass die angefochtene Verfügung im Er-
gebnis rechtmässig ist (Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist demzufolge 
abzuweisen.

12.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind  dem Beschwerdeführer  die 
Kosten aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 1 und Art. 3 
des Reglements über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-
desverwaltungsgericht vom 21. Februar 2008 [VGKE, SR 173.320.2]).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 700.-  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Sie  werden  mit  dem am 1. Juni  2010  geleisteten  Kosten-
vorschuss in gleicher Höhe verrechnet. 

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben)
- die Vorinstanz (Akten ZEMIS [...] retour)
- den Migrationsdienst des Kantons Bern in Kopie

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Antonio Imoberdorf Jürg Tiefenthal

Versand: 

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