# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d4ac1487-ffc2-58fb-903f-51a8e8a811c6
**Source:** Zürich Baurekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-01-20
**Language:** de
**Title:** Lagerung von im betriebseigenen Wald produzierten Holzschnitzeln in der Landwirtschaftszone.
**Docket/Reference:** BRGE II Nr. 0002/2015
**URL:** https://www.baurekursgericht-zh.ch/media/entscheidauszug_aus_brge_ii_nr._0002-2015_vom_20._januar_2015.pdf

## Full Text

Baurekursgericht 
des Kantons Zürich 
2. Abteilung 

G.-Nr. 
BRGE II Nr. 

R2.2014.00100 
0002/2015 

Entscheid vom 20. Januar 2015 

Mitwirkende 

Abteilungspräsident Peter Rütimann, Baurichter Adrian Bergmann, Baurich-
ter Emil Seliner, Gerichtsschreiberin Sara Ramp-Burkhalter     

in Sachen 

Rekurrent 

G. C., [….]  

gegen 

Rekursgegnerschaft 

1.  Gemeinderat X, [….] 

2.  Baudirektion Kanton Zürich, Walchetor, Walcheplatz 2, 

Postfach, 8090 Zürich  

betreffend 

Gemeinderatsbeschluss  vom  7.  Juli  2014  und  Verfügung  der  Baudirektion 
Kanton  Zürich  BVV  13-2479  vom  26.  Mai  2014;  Verweigerung  der  nach-
träglichen  Baubewilligung  bzw.  raumplanungsrechtlichen  Bewilligung  für 
Überdachung Fahrsilo mit Folientunnel sowie Wiederherstellungsbefehl 
_______________________________________________________ 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
hat sich ergeben: 

A. 

Mit Beschluss vom 7. Juli 2014 verweigerte der Gemeinderat X dem Rekur-

renten die nachträgliche baurechtliche Bewilligung für die Überdachung des 

bestehenden  Fahrsilos  mit  einem  Folientunnel  für  die  Lagerung  von  Holz-

schnitzeln  auf  dem  Grundstück  Kat.-Nr.  0000  in  X  und  befahl  die  Wieder-

herstellung des rechtmässigen Zustandes. 

Gleichzeitig eröffnete er die Verfügung der Baudirektion Kanton Zürich vom 

26.  Mai 2014,  mit  welcher die  raumplanungsrechtliche  Bewilligung  für den 

Folientunnel verweigert worden war.  

B. 

G. C. wandte sich mit Rekurseingabe vom 28. Juli 2014 an das Baurekurs-

gericht und beantragte die Aufhebung der oben genannten Entscheide so-

wie die Erteilung der nachgesuchten Bewilligungen unter den entsprechen-

den Kosten- und Entschädigungsfolgen. 

C. 

Das Baurekursgericht nahm mit Präsidialverfügung vom 30. Juli 2014 vom 

Rekurseingang Vormerk und eröffnete das Vernehmlassungsverfahren. 

D. 

Beide Vorinstanzen schlossen in ihren Vernehmlassungen vom 26. August 

2014 bzw. vom 9. September 2014 auf Abweisung des Rekurses. 

Im Rahmen des zweiten Schriftenwechsels, welcher bis am 13. November 

2014  dauerte,  hielten  die  Parteien  an  ihren  Anträgen  fest,  soweit  sie  sich 

nochmals äusserten. 

E. 

Am  13.  November  2014  führte  eine  Delegation  des  Baurekursgerichts  im 

Beisein der Parteien einen Augenschein auf dem Lokal durch. 

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F. 

Auf  die  Vorbringen  der  Parteien  und  die  Erkenntnisse  des  Augenscheins 

ist, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen einzugehen. 

Es kommt in Betracht: 

1. 

Als  Bauherr  und  Adressat  des  angefochtenen  Beschlusses  ist  der  Rekur-

rent  ohne  weiteres  im  Sinne  von  §  338a  des  Planungs-  und  Baugesetzes 

(PBG)  zur  Rekurserhebung  legitimiert.  Da  auch  die  übrigen  Prozessvo-

raussetzungen erfüllt sind, ist auf den Rekurs einzutreten. 

2. 

Das  Baugrundstück  liegt  in  der  Landwirtschaftszone  und  dient  im  Bereich 

des  streitbetroffenen  Folientunnels  der  Lagerung  von  Siloballen,  diversem 

Material  und  dem  Abstellen  von  Fahrzeugen.  Im  Übrigen  besteht  es  aus 

Gras- und Ackerland. Es erstreckt sich vom westlich und südlich verlaufen-

den Waldrand bis zur Strasse Z im Osten, welche das Baugrundstück vom 

Hofzentrum mit Ökonomiegebäude und zwei Wohnhäusern trennt. Auf dem 

Baugrundstück  befindet  sich  auf  der  Höhe  des  Bauernhofes  parallel  zur 

Strasse Z ein Fahrsilo, welches vom Landwirtschaftsbetrieb nicht mehr be-

nötigt wird, da die Silage aus betrieblichen Gründen in Ballen gelagert wird. 

Während die Frau des Rekurrenten einen Landwirtschaftsbetrieb mit 45,37 

ha  landwirtschaftlicher  Nutzfläche  (Futter-  und  Ackerbau  sowie  Mutterkuh-

haltung) bewirtschaftet,  bewirtschaftet  der Rekurrent  3  ha  betriebseigenen 

Wald  sowie  eine  Christbaumkultur.  Aus  dem  Wald  gewinnt  der  Rekurrent 

unter anderem Holzschnitzel, mit denen er den Heizbedarf auf seinem Be-
trieb  (Betriebsleiterwohnung  und  Stöckli,  rund  200  m3  Holzschnitzel  pro 
Heizperiode)  deckt  und  das  ehemalige  Betriebszentrum  in  der  Kernzone 

von  X  samt  ehemaligem  Ökonomiegebäude  (insgesamt  drei  Wohneinhei-
ten, rund 300 m3 Holzschnitzel pro Heizperiode) beheizt. Die dafür notwen-
digen  rund  500  m3  Holzschnitzel  lagert  der  Rekurrent  im  vorstehend  er-
wähnten  Fahrsilo,  welches  er  mit  einem  aus  brauner  PVC-Folie  bespann-

tem Bogenzelt überdecken liess. Das Fahrsilo weist eine Grundfläche von 

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rund  180  m2  (Länge  23,5  m,  Breite  7,8  m)  und  das  Bogenzelt  eine  Höhe 
von rund 5,6 m auf. Letzteres wurde erstellt, ohne dass vorab eine Bewilli-

gung dafür eingeholt worden wäre. 

Die  Baudirektion  Kanton  Zürich  verweigerte  die  nachträgliche  raumpla-

nungsrechtliche  Bewilligung  zum  einen,  weil  die  Lagerung  von  Holzschnit-

zeln, welche zur Heizung von Wohnungen in der Bauzone verwendet wür-

den,  aus  landwirtschaftlicher  Sicht  nicht  begründet  sei.  Zum  anderen  be-

fand sie, das braune Bogenzelt ordne sich nicht genügend ein und befinde 

sich zu weit entfernt vom Hofzentrum. 

Die  kommunale  Vorinstanz  schloss  sich  dieser  Beurteilung  an  und  befahl 

die Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes. 

3. 

Der  Rekurrent  bringt  zur  Begründung  seines  Rekurses  zunächst  vor,  die 

Baudirektion  Kanton  Zürich  habe  die  Lagerung  der  Holzschnitzel  zu  Un-

recht  als  nicht  zonenkonform  qualifiziert.  Er  verweist  auf  Art.  16a  des 

Raumplanungsgesetzes  (RPG)  sowie  Art.  34  der  Raumplanungsverord-

nung  (RPV).  Insbesondere  seien  Bauten  und  Anlagen,  die  der  Aufberei-

tung, Lagerung oder dem Verkauf überwiegend eigener landwirtschaftlicher 

oder  gartenbaulicher  Produkte  dienen,  immer  dann  zonenkonform,  wenn 

die Produkte aus der Region stammten und zu mehr als der Hälfte auf dem 

Standortbetrieb  erzeugt  würden,  nicht  industriell/gewerblicher  Natur  seien 

und der landwirtschaftliche oder gartenbauliche Charakter des Standortbe-

triebs gewahrt blieben (Art. 34 Abs. 2 RPV). Sodann seien gemäss Art. 16a 
Abs. 1bis RPG Bauten und Anlagen, die zur Gewinnung von Biomasse nötig 
seien,  immer  dann  zonenkonform,  wenn  die  verarbeitete  Biomasse  einen 

engen Bezug zum Standortbetrieb und zur Landwirtschaft aufweise, wobei 

unter  Biomasse  auch  Holz  zu  verstehen  sei.  Damit  sei  die  Lagerung  von 

Holzschnitzeln hier zonenkonform. Betriebseigener Wald werde als Teil des 

landwirtschaftlichen  Gewerbes  betrachtet  (Art.  2  der Verordnung  über  das 

bäuerliche  Bodenrecht  [VBB]).  Dass  Holzschnitzel,  die  im  betriebseigenen 

Wald produziert würden, einen engen Bezug zur Landwirtschaft als solcher 

und insbesondere zum Standortbetrieb aufwiesen, müsse nicht näher dar-

gelegt werden. Im Übrigen frage sich, ob die Holzschnitzel, die ausschliess-

lich im betriebseigenen Wald produziert würden, nicht ohnehin als Neben-
produkt der landwirtschaftlichen Bewirtschaftung des Gewerbes zu berück-

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sichtigen  wären,  also  als  landwirtschaftliches  Produkt  im  weiteren  Sinne 

ohnehin unter Art. 34 Abs. 2 RPV zu subsumieren wären. 

Dem hält die Baudirektion Kanton Zürich entgegen, dass nur der Bedarf für 

die Lagerung von Holzschnitzeln für die Beheizung der zum Betrieb gehö-

renden  Gebäude  landwirtschaftlich  ausgewiesen  sei.  Dieses  Maximum  sei 

vorliegend  weit  überschritten.  Es  könne  nicht  von  einer  zonenkonformen 

Baute in der Landwirtschaftszone gesprochen werden. Solche Bauten gäl-

ten  dann  als  zonenkonform,  wenn  sie  in  einer  unmittelbaren  funktionellen 

Beziehung  zum  Landwirtschafts-  bzw.  Gartenbaubetrieb  stünden  und  im 

Hinblick  auf  die  landwirtschaftliche  Nutzung  des  Landes  unentbehrlich  er-

schienen.  Vorliegend  bestehe  höchstens  ein  mittelbarer  Zusammenhang. 
Auch  die  Voraussetzungen  von  Art.  16a  Abs.  1bis  RPG  in  Verbindung  mit 
Art.  34a  RPV  seien  nicht  erfüllt,  da  es  sich  einerseits  beim  Bogenzelt  um 

einen Neubau handle und andererseits keine Anlage für die Produktion von 

Wärme aus verholzter Biomasse und die Verteilung dieser Wärme vorliege. 

Insbesondere  könnten  sogenannte  gemischte  Biogasanlagen  nicht  als  zo-

nenkonform gelten, da der Zusammenhang zwischen dem landwirtschaftli-

chen  Betrieb  und  den  landwirtschaftsfremden  Substanzen  nicht  genügend 

eng sei. 

4.1. 

Gemäss  Art.  16a  RPG  sind  in  der  Landwirtschaftszone  Bauten  und  Anla-

gen  zonenkonform,  die  zur  landwirtschaftlichen  Bewirtschaftung  oder  für 

den  produzierenden  Gartenbau  nötig  sind  (Abs.  1).  Bauten  und  Anlagen, 

die  zur  Gewinnung  von  Energie  aus  Biomasse  oder  für  damit  im  Zusam-

menhang  stehende  Kompostanlagen  nötig  sind,  können  auf  einem  Land-

wirtschaftsbetrieb als zonenkonform bewilligt werden, wenn die verarbeitete 

Biomasse  einen  engen  Bezug  zur  Landwirtschaft  sowie  zum  Standortbe-
trieb  hat  (Abs.  1bis).  Der  Bundesrat  hat  diese  Bestimmung  in  Art.  34  und 
34a  RPV  präzisiert.  Demnach  sind  in  der  Landwirtschaftszone  unter  be-

stimmten  Bedingungen  Bauten  und  Anlagen  zonenkonform,  wenn  sie  der 

bodenabhängigen  Bewirtschaftung  oder  der  inneren  Aufstockung  (Art.  34 

Abs. 1 RPV) bzw. der Aufbereitung, der Lagerung oder dem Verkauf land-

wirtschaftlicher oder gartenbaulicher Produkte (Abs. 2) dienen. Zudem sind 
Bauten für den Wohnbedarf, der für den Betrieb des entsprechenden land-
wirtschaftlichen  Gewerbes  unentbehrlich  ist,  einschliesslich  des  Wohnbe-

darfs  der  abtretenden  Generation  in  der  Landwirtschaftszone  zonenkon-

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form (Abs. 3). Ferner zulässig sind nach Art. 34a Abs. 1bis RPV Bauten und 
Anlagen, die benötigt werden für die Produktion von Wärme aus verholzter 

Biomasse und die Verteilung dieser Wärme, wenn die notwendigen Installa-

tionen  in  bestehenden,  landwirtschaftlich  nicht  mehr benötigten  Bauten  in-

nerhalb des Hofbereichs des Standortbetriebs untergebracht werden (lit. a) 

und die einzelnen Anlageteile den jeweils aktuellen Standards hoher Ener-

gieeffizienz entsprechen (lit. b).  

4.2. 

Es  ist  zu  Recht  unbestritten  geblieben,  dass  die  für  die  Beheizung  des  in 

der Landwirtschaftszone  gelegenen Wohnhauses und  des  Stöckli  benötig-
ten Schnitzel in der Landwirtschaftszone gelagert werden dürfen – dies un-
abhängig  davon,  ob  sie  aus  eigener  Produktion  stammen  oder  eingekauft 

wurden.  

Vorab  ist  festzuhalten,  dass  es  sich  bei  Holzschnitzeln  nicht  um  landwirt-

schaftliche  oder  gartenbauliche,  sondern  eindeutig  um  forstwirtschaftliche 

Erzeugnisse handelt. Daran ändert nichts, dass Art. 2 VBB betriebseigenen 

Wald  als  Teil  des  landwirtschaftlichen  Gewerbes  betrachtet,  indem  dieser 

für die Festlegung der Betriebsgrösse nach Standardarbeitskräften berück-

sichtigt wird (0,012 SAK/ha; Art. 2a Abs. 2 lit. n VBB). Art. 2 VBB definiert 

die Berechnung der Standardarbeitskräfte und damit die Unterstellung von 

Landwirtschaftsbetrieben  unter  das  Bäuerliche  Bodenrecht  bzw.  deren 

Qualifikation  als  landwirtschaftliches  Gewerbe  in  Abgrenzung  zur  Hobby-

landwirtschaft.  Hingegen  besagt  Art.  2a  Abs.  2  lit.  n  VBB  auch  nicht  an-

satzweise,  dass  Forstwirtschaft  in  der  Landwirtschaftszone  zonenkonform 

sei. 

Auch  besteht  kein  unmittelbarer  funktionaler  Bezug  zwischen  der  Holz-

schnitzellagerung  und  dem  Landwirtschaftsbetrieb  bzw.  erscheint  die  Pro-

duktion und Lagerung von Holzschnitzeln für Bauten in Wohnzonen im Hin-

blick auf die landwirtschaftliche Nutzung keinesfalls als unentbehrlich. Eine 

Bewilligung  des  Holzschnitzellagers  gestützt  auf  Art.  16a  Abs.  1  RPG  ist 

damit ausgeschlossen. 

4.3. 

Es ist zwar zutreffend, dass unter Biomasse auch Holz zu verstehen ist. Ei-
ne  Bewilligung  des  Bogenzelts  gestützt  auf  Art.  16a  Abs.  1bis  RPG  würde 

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jedoch  voraussetzen,  dass  es  sich  dabei  um  eine  Anlage  zur  Energiege-

winnung handelt. Vorliegend werden die Holzschnitzel jedoch nur gelagert. 

Die Energiegewinnung (i.c. Erzeugung von Wärme) entsteht erst durch den 

Verbrennungsvorgang,  welcher  wiederum  nicht  im  Bogenzelt  stattfindet. 
Dass das Holzschnitzellager nicht unter Art. 16 Abs. 1bis RPG zu subsumie-
ren ist, ergibt sich auch aus Art. 34a RPV. Weder findet die Energieproduk-

tion im Bogenzelt statt (Abs. 1) noch handelt es sich beim Bogenzelt um ei-

ne  nicht  mehr  benötigte  Baute  im  Hofbereich  des  Standortbetriebes 
(Abs. 1bis lit. a).   

4.4. 

Der  Gesetzgeber  hat  die  Lagerung  von  nicht-landwirtschaftlichen  Produk-

ten  in  der  Landwirtschaftszone  somit  höchstens  insoweit  vorgesehen,  als 

sie  direkt für die  Nutzung  der zonenkonformen  Bauten  und  Anlagen  erfor-
derlich  ist.  Forstwirtschaftliche  Produkte,  also  solche,  welche  aus  der  Be-

wirtschaftung  des  Waldes  entstehen,  sind  demgegenüber  im  Wald  zu  la-

gern. Dies sieht insbesondere im Hinblick auf Energieholz seit dem 1. Juli 

2013  auch  Art. 13a  der  Waldverordnung  vor.  Danach  werden  gedeckte 

Energieholzlager im Wald als forstliche Bauten klassiert, sofern die Bauten 

und Anlagen der lokalen Bewirtschaftung des Waldes dienen, für diese ein 

Bedarf  ausgewiesen  ist,  der  Standort  zweckmässig  ist  und  die  Dimensio-

nierung den örtlichen Verhältnissen angepasst ist. Aus den Beratungen der 

zuständigen Kommissionen von National- und Ständerat zu einer Standes-

initiative  des  Kantons  Bern  geht  eindeutig  hervor,  dass  Energieholzlager 

nicht in die Landwirtschaftszone gehören (Bericht der Kommission für Um-

welt, Raumplanung und Energie des Nationalrats vom 2. Juli 2013). 

Damit  ist  die  Zonenkonformität  des  Holzschnitzellagers  für  die  Beheizung 

von  Bauten  in  der Bauzone  zu  Recht  verneint  worden,  und  der Rekurs ist 

diesbezüglich abzuweisen. 

5. 

Gemäss Art. 24 RPG kann die Errichtung von Bauten und Anlagen ausser-

halb  der  Bauzonen  sowie  deren  Zweckänderung  abweichend  von  Art. 22 

Abs. 2  lit. a  RPG  bewilligt  werden,  wenn  der  Zweck  der  Bauten  und  Anla-

gen  einen Standort  ausserhalb der Bauzonen  erfordert  (lit. a) und der Be-
willigung keine überwiegenden Interessen entgegenstehen (lit. b). 

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Eine  Baute  oder  Anlage  ist  dann  standortgebunden,  wenn  sie  aus  techni-

schen  oder  betrieblichen  Gründen  oder  aber  aus  Gründen  der  Bodenbe-

schaffenheit  auf  einen  bestimmten  Standort  ausserhalb  der  Bauzonen  an-

gewiesen  ist.  Ausreichend  ist  eine  relative  Standortgebundenheit.  Es  ist 

demnach  nicht  (im  Sinne  einer  absoluten  Standortgebundenheit)  erforder-

lich, dass überhaupt kein anderer Standort in Betracht fällt. Es müssen je-

doch besonders wichtige und objektive Gründe vorliegen, die den vorgese-

henen Standort gegenüber andern Standorten innerhalb einer Bauzone als 

wesentlich  vorteilhafter  erscheinen  lassen.  Subjektive,  in  der  Person  des 

Gesuchstellers  liegende  Motive  wie  namentlich  finanzielle  Verhältnisse 

oder  persönliche  Zweckmässigkeit  stellen  regelmässig  keine  solchen 

Gründe  dar.  An  das  Erfordernis  der  Standortgebundenheit  sind  stets  sehr 

strenge Anforderungen zu stellen, weil andernfalls die vom Raumplanungs-

gesetz bezweckte Trennung zwischen Bau- und Nichtbaugebiet nicht mehr 

gewährleistet ist. 

Die Standortgebundenheit kann eine positive oder eine negative sein. Posi-

tiv standortgebunden ist eine Baute oder Anlage dann, wenn sie aus tech-

nischen oder betrieblichen Gründen oder aber aus Gründen der Bodenbe-

schaffenheit  auf  einen  bestimmten  Standort  ausserhalb  der  Bauzonen  an-

gewiesen ist. Dies trifft etwa auf Energie- oder Rohstoffgewinnungsanlagen 

oder  auf  Bergrestaurants  zu.  Negative  Standortgebundenheit  liegt  vor, 

wenn eine Baute oder Anlage auf Grund der von ihr ausgehenden Auswir-

kungen oder Gefahren nicht in einer Bauzone realisiert  werden kann (z.B. 

ein Schiessstand, eine Abfalldeponie oder ein Tierheim). Können die Aus-

wirkungen  gestützt  auf  das  Umweltschutzrecht  soweit  begrenzt  werden, 

dass  das  Vorhaben  in  einer  Bauzone  realisiert  werden  kann,  fällt  die  An-

nahme  der  negativen  Standortgebundenheit  ausser  Betracht  (Walter  Hal-

ler/Peter  Karlen,  Raumplanungs-,  Bau-  und  Umweltrecht,  Band  I,  3.  Aufl., 

Zürich 1999, Rz. 709 ff. und dortige Hinweise auf die Rechtsprechung). 

Vorliegend ist nicht von einer standortgebundenen Anlage auszugehen. Es 

ist zwar für den Rekurrenten unbestrittenermassen bequemer, wenn er die 

Holzschnitzel bei seinem  Hof  in der Nähe des Waldes  lagern  kann;  unab-

dingbar ist dies jedoch nicht. Die zu Heizzwecken in der Bauzone bestimm-

ten  Holzschnitzel können  problemlos  auch  in  einer Bauzone  gelagert wer-

den. Eine Ausnahmebewilligung gestützt auf Art. 24 RPG kommt demnach 

nicht in Frage. 

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Seite 8 

 
 
6. 

Das Raumplanungsgesetz sieht in den Art. 24a bis 24e weitere Ausnahme-

tatbestände  für  nichtzonenkonforme  Bauten  ausserhalb  der  Bauzone  vor. 

Im  Vordergrund  steht  vorliegend  der  nichtlandwirtschaftliche  Nebenbetrieb 

ausserhalb  der  Bauzonen  gemäss  Art.  24b  RPG.  Gemäss  dieser  Bestim-

mung  können  bauliche  Massnahmen  zur  Einrichtung  eines  betriebsnahen 

nichtlandwirtschaftlichen  Nebenbetriebs  in  bestehenden  Bauten  und  Anla-

gen  bewilligt  werden,  wenn  das  landwirtschaftliche  Gewerbe  ohne  ein  Zu-

satzeinkommen nicht weiter bestehen kann (Abs. 1). Unabhängig  vom Er-

fordernis  eines  Zusatzeinkommens  können  Nebenbetriebe  mit  einem  en-

gen sachlichen Bezug zum landwirtschaftlichen Gewerbe bewilligt werden, 

sofern in den bestehenden Bauten und Anlagen kein oder zu wenig Raum 
zur Verfügung steht (Abs. 1bis). 

Dass  das  rekurrentische  landwirtschaftliche  Gewerbe  ohne  ein  Zusatzein-

kommen  nicht  weiter  bestehen  könnte,  wurde  nicht  geltend  gemacht.  Für 
eine Ausnahmebewilligung nach Art. 24b Abs. 1bis RPG fehlt der erforderli-
che  enge  sachliche  Bezug  zum  landwirtschaftlichen  Gewerbe.  Gemäss 

Art. 40  Abs. 3  RPV  gelten als Nebenbetrieb mit engem  sachlichem  Bezug 

zum  landwirtschaftlichen  Gewerbe  insbesondere  Angebote  des  Agrotou-

rismus  wie  Besenwirtschaften,  Schlafen  im  Stroh,  Gästezimmer  auf  dem 

Bauernhof, Heubäder (lit. a) sowie sozialtherapeutische und pädagogische 

Angebote,  bei  denen  das  Leben  und  soweit  möglich  die  Arbeit  auf  dem 

Bauernhof  einen  wesentlichen  Bestandteil  der  Betreuung  ausmachen 

(lit. b). Hierbei handelt es sich zwar nicht um eine abschliessende Aufzäh-

lung.  Es  sind  durchaus  auch  andere  Arten  von  Nebenbetrieben  denkbar, 

bei  denen  ein  enger  sachlicher  Bezug  zum  landwirtschaftlichen  Gewerbe 

besteht.  Die  Lagerung  von  Holzschnitzeln  hat  indes  ausser  der  Tatsache, 

dass  deren  Hersteller  vorliegend  auch  ein  landwirtschaftliches  Gewerbe 

besitzt,  nur  einen  untergeordneten  Bezug  zur  Landwirtschaft.  Weder  be-

dingt deren Lagerung die räumliche Nähe zum Hof, wie dies bei den in der 

Raumplanungsverordnung aufgezählten Beispielen der Fall ist, noch ist zu 

erkennen,  dass  Sinn  und  Zweck  der  Holzschnitzellagerung  für  die  Behei-

zung  von  Bauten  in  der  Wohnzone  durch  die  Nähe  zum  landwirtschaftli-

chen  Gewerbe  viel  besser  oder  ausschliesslich  so  erreicht  werden  kann. 

Eine  Ausnahmebewilligung  gestützt  auf  Art. 24b  RPG  ist  demnach  eben-
falls ausgeschlossen. 

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Seite 9 

 
 
Die übrigen in Art. 24a bis e RPG geregelten Ausnahmetatbestände liegen 

offensichtlich nicht vor.  

7. 

Nachdem  feststeht,  dass  einzig  die  Holzschnitzel,  welche  der  Beheizung 

der  Betriebsleiterwohnung  und  des  Stöckli  dienen,  in  der  Landwirtschafts-

zone gelagert werden dürfen, stellt sich die Frage, ob dies im streitbetroffe-

nen Bogenzelt geschehen darf. Mit der Baudirektion Kanton Zürich ist dies 

zu verneinen. In Art. 34 Abs. 4 RPV sind die Voraussetzungen für die Be-

willigung  von  in  der  Landwirtschaftszone  zonenkonformen  Bauten  fest-

gehalten. Demnach darf die Bewilligung nur erteilt werden, wenn die Baute 

oder Anlage für die in Frage stehende Bewirtschaftung nötig ist (lit. a), der 

Baute  oder Anlage  am  vorgesehenen  Standort keine  überwiegenden  Inte-

ressen  entgegenstehen  (lit.  b)  und  der  Betrieb  voraussichtlich  längerfristig 

bestehen kann (lit. c). 

Für die zulässigen rund 200 m3 Holzschnitzel ist das Bogenzelt weit über-
dimensioniert.  In  seiner  jetzigen  Ausgestaltung  ist  es  somit  für  die  Bewirt-

schaftung nicht nötig. Zudem stehen überwiegende Interessen einer Bewil-

ligung entgegen. Das Bogenzelt befindet es sich nicht innerhalb des Hofbe-

reichs,  sondern  in  einer  Entfernung  von  rund  40  m  vom  Betriebszentrum 

auf  der  anderen  Seite  der  Strasse  Z.  Damit  wird  eine  unerwünschte  Aus-

breitung  der  bebauten  Fläche  erreicht  und  dem  übergeordneten  Ziel,  die 

Zersiedelung zu stoppen, entgegengewirkt. Schliesslich hat die  Baudirekti-

on  Kanton  Zürich  zu  Recht  festgestellt,  dass  es  sich  beim  mit  braunem 

PVC bespannten Bogenzelt um eine für die Landwirtschaftszone atypische 

Erscheinung handelt, welche sich nicht genügend einordnet. Die Lagerung 

der  Holzschnitzel,  welche  für  die  Heizung  der  in  der  Landwirtschaftszone 

zonenkonformen Wohnbauten  benötigt  werden,  sollte  primär  in  einem  be-

stehenden, für den Landwirtschaftsbetrieb nicht mehr benötigten Gebäude 

erfolgen.  Ist  dies  nicht  möglich,  müsste  ein  Neubau  innerhalb  des  Hofbe-

reichs  stehen,  dürfte  nicht  grösser  dimensioniert  sein  als  erforderlich  und 

hätte  äusserlich  der  Erscheinungsform  eines  üblichen  landwirtschaftlichen 

Nebengebäudes  zu  entsprechen  (vgl.  Merkblatt  des  Amtes  für  Raument-

wicklung [ARE], Landwirtschaftliche Ökonomiegebäude [Art. 16a RPG / Art. 
34 und 35 RPV]). 

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Seite 10 

 
 
Demnach ist die Verweigerung der raumplanungsrechtlichen Bewilligung in 

Abweisung des Rekurses zu schützen.  

8. 

Werden  bewilligungspflichtige  Bauten  oder  Nutzungen  in  Verletzung  von 

einschlägigen  Vorschriften  des  öffentlichen  Rechtes,  namentlich  des  Bau- 

und  Umweltschutzrechtes,  realisiert,  hat  die  Baubehörde  unbesehen  der 

Durchführung bzw. des Ausgangs eines Strafverfahrens grundsätzlich den 

rechtmässigen  Zustand  wiederherzustellen,  d.h.  die  vollständige  oder  teil-

weise Beseitigung der Baute oder Einstellung der Nutzung zu veranlassen 

(§§ 340 f. PBG). Vorgängig einer allfälligen Vollstreckungsanordnung (ins-

besondere  Ersatzvornahme;  vgl.  §§  29 ff.  des  Verwaltungsrechtspflegege-

setzes [VRG]) hat die Behörde dem Pflichtigen zu befehlen, den rechtmäs-

sigen Zustand selber wiederherzustellen. 

Der Befehl zur Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes muss ver-

hältnismässig sein (Art. 5 Abs. 2 und Art. 36 Abs. 3 der Bundesverfassung 

[BV]).  Damit  wird  namentlich  auch  verlangt,  dass  der  mit  dem  Befehl  ver-

bundene  Eingriff  in  die  Rechtsstellung  des  Privaten  in  einem  vernünftigen 

Verhältnis zum öffentlichen Interesse an der angestrebten Rechtsdurchset-

zung steht (Verhältnismässigkeit im engeren Sinne). Bei dieser Abwägung 

ist auch die Gut- oder Bösgläubigkeit des Bauherrn mit zu berücksichtigen. 

Gutgläubigkeit  schliesst  die  Wiederherstellung  des  rechtmässigen  Zustan-

des in der Regel dann aus, wenn der Beibehaltung des rechtswidrigen Zu-

standes  keine  schwerwiegenden  öffentlichen  Interessen  entgegenstehen. 

Hierbei  kann  sich  derjenige  nicht  auf  den  guten  Glauben  berufen,  der  bei 

der Aufmerksamkeit, wie sie nach den Umständen von ihm verlangt werden 

durfte,  nicht  gutgläubig  sein  konnte  (Art.  3  des  Zivilgesetzbuches  [ZGB]). 

Diesfalls  ist  somit  Bösgläubigkeit  anzunehmen.  Zwar  kann  sich  auch  der 

Bösgläubige  auf  das  Verhältnismässigkeitsprinzip  berufen;  dem  bösen 

Glauben ist jedoch in adäquater Weise Rechnung zu tragen. Der Bösgläu-

bige muss es somit weitaus eher hinnehmen, dass die Behörde aus grund-

sätzlichen Erwägungen, d.h. zum Schutz der Rechtsgleichheit und der bau-

rechtlichen  Ordnung,  dem  öffentlichen  Interesse  an  der Wiederherstellung 

des  rechtmässigen  Zustandes  ein  erhöhtes  Gewicht  beilegt  und  die  dem 
Bauherrn  erwachsenden  Nachteile  nicht  oder  nur  in  verringertem  Masse 
berücksichtigt.  Dies  muss  umso  mehr  dann  gelten,  wenn  ein  absichtlicher 

Verstoss  gegen  Bauvorschriften  vorliegt  (vgl.  zum  Ganzen  RB  1999  Nr. 

R2.2014.00100 

Seite 11 

 
 
126; VB.2000.00033 in BEZ 2000 Nr. 23; VB.2004.00151 in BEZ 2004 Nr. 

49 = RB 2004 Nr. 78). 

Angesichts  der  Dimensionierung  des  Bogenzelts  und  von  dessen  Lage  in 
der Landwirtschaftszone – einer Nicht-Bauzone notabene – hätte dem Re-
kurrenten bewusst sein müssen, dass ein bewilligungspflichtiges Vorhaben 

vorliegt. Zumindest hätte er nach Treu und Glauben Zweifel haben müssen, 

ob  das  Bogenzelt  tatsächlich  ohne  Bewilligung  als  permanente  Baute  er-

richtet werden darf, und er hätte sich bei der zuständigen Stelle erkundigen 

müssen. Der Rekurrent kann demnach nicht als gutgläubig gelten.  

Dem  rekurrentischen,  rein  finanziellen  Interesse  am  Erhalt  der  illegal  er-

stellten Baute und der damit verbundenen Nutzungsmöglichkeiten steht das 

öffentliche Interesse an der Durchsetzung der Rechtsordnung sowie an der 

Trennung von Bau- und Nichtbaugebiet entgegen. Angesichts der Bösgläu-
bigkeit  des  Rekurrenten  und  dem doch  beträchtliche  Dimensionen aufwei-

senden und an prominenter Stelle auf einer Erhöhung an einem offensicht-

lich beliebten Jogging- und Spazierweg ins Auge springenden, nicht bewil-

ligungsfähigen Bau vermag das öffentliche Interesse an der Wiederherstel-

lung des rechtmässigen Zustandes klar zu überwiegen, zumal es sich beim 

Bogenzelt um eine relativ einfach zu beseitigende Konstruktion handelt. Die 

von der kommunalen Vorinstanz angesetzte Frist von 60 Tagen ab Rechts-

kraft des Entscheides für den Rückbau erscheint angemessen. 

Auch diesbezüglich ist der Rekurs daher abzuweisen. 

9. 

Zusammenfassend  ist  festzuhalten,  dass  der  Rekurs  vollumfänglich  abzu-

weisen  ist.  Ausgangsgemäss  sind  die  Verfahrenskosten  dem  Rekurrenten 

aufzuerlegen (§ 13 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes [VRG]). 

[….] 

R2.2014.00100 

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