# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 075daeee-54a6-5ca7-93fc-4c47328b4448
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-06-29
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 29.06.2010 E-4015/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-4015-2010_2010-06-29.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-4015/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 9 .  J u n i  2 0 1 0

Einzelrichter Bruno Huber, 
mit Zustimmung von Richter Robert Galliker;
Gerichtsschreiberin Barbara Balmelli.

A._____, geboren (...),
Sri Lanka,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Einreisebewilligung und Asylgesuch aus dem Ausland; 
Verfügung des BFM vom 2. März 2010 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-4015/2010

Sachverhalt:

A.
Mit  englischsprachiger  Eingabe  vom  9.  September  2009  an  die 
Schweizerische  Botschaft  in  Colombo  suchte  der  Beschwerdeführer 
um Asyl in der Schweiz nach.

Zur Begründung führte er aus, er  sei wegen Verdachts auf Unterstüt-
zung der  Liberation Tigers of  Tamil  Eelam (LTTE) vom (...)  2008 bis 
(...) 2009 - unter anderem auch im (...) - in Haft gewesen. Während der 
Inhaftierung sei er schwer misshandelt worden. Er habe Angst um sein 
Leben.

Als Beweismittel reichte der Beschwerdeführer ein Schreiben der Sri 
Lanka Police vom (...) 2009 zu den Akten.

B.
Die Botschaft forderte den Beschwerdeführer -  sofern er am Gesuch 
festhalte - mit Schreiben vom 15. September 2009 auf,  verschiedene 
Fragen  zu  beantworten  und  allfällige  Beweismittel  einzureichen 
beziehungsweise zu bezeichnen. 

C.
Innert  der  angesetzten  Frist  antwortete  der  Beschwerdeführer  mit 
Schreiben vom 5. Oktober 2009. Darin führte er aus, er sei in B._____ 
aufgewachsen und lebe  seit 15 Jahren in Colombo. Am (...) 2008 sei 
er  von  der  Bloemendhal  Police  verhaftet  worden.  Nachdem  er 
zunächst während drei Monaten auf deren Polizeiposten festgehalten 
worden sei, sei er in das (...) überführt worden. Während der dortigen, 
rund  (...)  Haft  sei  er  misshandelt  worden.  Danach  sei  er  für  drei 
Monate in das (...) verlegt worden. Am (...) 2009 sei er vom Magistrate 
Court  of  Colombo  freigelassen  worden.  Er  sei  unschuldig  gewesen 
und lebe nun in ständiger Angst, wieder verhaftet und misshandelt  zu 
werden. Auch wisse er nicht, wie er sich selbst schützen könne, denn 
würde er zur Polizei gehen, würde ihn diese erneut verhaften. 

Als  Beweismittel  reichte  der  Beschwerdeführer  –  jeweils  in  Kopie  – 
seine Identitätskarte, eine Geburtsurkunde, ein Schreiben der Sri Lan-
ka Police vom (...) 2009 und ein Schreiben des (...) vom (...) ein.

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D.
Mit Schreiben vom 5. November 2009 unterbreitete die Botschaft dem 
Beschwerdeführer  weitere,  konkrete  und  individualisierte  Fragen  zur 
Beantwortung.

E.
In  seiner  Antwort  vom 16.  November  2009  führte  der  Beschwerde-
führer  aus,  anlässlich  der  Entlassung  aus  dem  Gefängnis  habe  er 
seine Gerichtsdokumente und Ausweise nicht erhalten. Erst nach über 
einem Jahre vergeblichen Bemühens seien sie ihm schlussendlich am 
15. August 2009 ausgehändigt worden. Zwischen dem 25. August und 
25. September  2009 sei  er  in  Colombo insgesamt  vier  Mal  von (...) 
angehalten, befragt und bedroht worden. Er sei deshalb nach B._____ 
zurückgekehrt.

F.
Am 3. Februar 2010 hörte die Botschaft den Beschwerdeführer zu den 
Asylgründen an. Dabei  gab er  zu  Protokoll,  er  stamme ursprünglich 
aus (...), sei (...) und von Beruf (...). Im Jahre 1998 sei er mit seiner 
Familie  von  B._____  nach  (...)  übersiedelt.  Dort  hätten  ihn 
Arbeitskollegen und Freunde im Jahre 2000 dazu bewogen, die LTTE 
zu unterstützen. In der Folge sei er bis in das Jahr 2008 – jeweils am 
Abend nach der Arbeit – als Übersetzer für das Kader der LTTE tätig 
gewesen.  Zudem  habe  er  Mitgliedern  der  LTTE  geholfen,  sich  in 
Colombo zu orientieren, und er habe ihnen geeignete Plätze für das 
Legen von Bomben gezeigt. In diesem Zusammenhang habe er sich 
auch  mit  einem  Bombenexperten  der  LTTE  getroffen,  welcher  ihn 
instruiert  habe.  Als  Entgelt  für  seine  Tätigkeit  sei  er  von  der 
Organisation verpflegt worden.

Am (...)  habe in  seiner  Nachbarschaft  eine Razzia  stattgefunden. In 
deren Verlauf  habe ein (...)  Mitglied der LTTE eine Bombe gezündet 
und  so  Selbstmord  begangen. Dabei  seien  auch  mehrere  Polizisten 
getötet worden. In der Folge sei er, zusammen mit weiteren Personen 
aus  der  Nachbarschaft,  verhaftet  worden. Zunächst  sei  er  auf  dem 
Polizeiposten  von  (...)  festgehalten  und  danach  der  (...)  übergeben 
worden,  welche ihn  nach (...)  in  das (...)  überführt  habe. An beiden 
Orten sei er verhört und misshandelt worden, wobei er nichts über sei-
ne Tätigkeiten für die LTTE ausgesagt habe. Schliesslich sei er in das 
(...)  Gefängnis verlegt  worden. Dort  habe ihm ein Mitgefangener  ein 
Angebot  der  LTTE  unterbreitet,  wonach  ihn  diese  befreien  würden, 

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sofern er  weiter  für  die Organisation tätig sei. Er habe das Angebot 
abgelehnt und sei schliesslich am (...) 2009 ohne Auflage aus der Haft 
entlassen worden; das Urteil habe auf „nicht schuldig“ gelautet. Nach 
der Freilassung habe er sich zunächst nach (...) begeben, von dort aus 
nach  (...)  und  anschliessend  zu  seinen  Eltern  nach  B._____.  Seit 
August 2009 sei er zehn bis fünfzehn Mal von Unbekannten an seinem 
Arbeitsplatz und an seinem Wohnort aufgesucht worden. Zudem habe 
er  im  Dezember  2009  und  Januar  2010  fünf  Drohanrufe  auf  (...) 
erhalten. Er habe deshalb die (...) gewechselt. Sein Anwalt habe ihm 
geraten,  auf  der  Schweizerischen  Botschaft  ein  Asylgesuch 
einzureichen,  weshalb  er  sich  erneut  nach Colombo begeben habe. 
Seit (...) 2009 reise er einmal im Monat von B._____ nach Colombo. 

G.
Mit Schreiben vom 5. Februar 2010 überwies die Botschaft dem BFM 
das Befragungsprotokoll vom 3. Februar 2010.  

H.
Mit Verfügung vom 2. März 2010 - eröffnet am 22. März 2010 - ver-

weigerte  das  Bundesamt  dem Beschwerdeführer  die  Einreise  in  die 

Schweiz und lehnte das Asylgesuch ab.

I.
Mit Schreiben vom 6. April 2010 übermittelte die Botschaft dem BFM 
den Zustellungsnachweis betreffend die Eröffnung der vorinstanzlichen 
Verfügung.

J.
Mit  englischsprachiger Eingabe vom 21. April  2010 an die Botschaft 
(dort  eingegangen am 3. Mai  2010) beantragt  der Beschwerdeführer 
sinngemäss die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung; die Einga-
be ist am 4. Juni 2010 beim Bundesverwaltungsgericht eingegangen. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Ju-
ni 2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht 

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Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  des  Bundesgesetzes 
vom  20. Dezember 1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG, 
SR 172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und 
ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das 
Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im  Sinne  von  Art.  32  VGG  liegt 
nicht  vor. Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die 
Beurteilung  der  vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  auf  dem 
Gebiet  des  Asyls  endgültig  (Art. 105  des  Asylgesetzes  vom 26. Ju-
ni 1998 [AsylG, SR 142.31];  Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichts-
gesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 

1.2 Die  Beschwerde ist  nicht  in  einer  Amtssprache des Bundes ab-
gefasst.  Aus  prozessökonomischen  Gründen  wurde  indessen  vorlie-
gend auf  eine Rückweisung der  englischsprachigen Beschwerde zur 
Übersetzung  in  eine  Amtssprache  des  Bundes  verzichtet,  da  das 
Rechtsbegehren  verständlich  und  begründet  ist.  Der  Entscheid  des 
Bundesverwaltungsgerichts ergeht in deutscher Sprache (vgl. Art.  33a 
Abs. 2 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG).

1.3 Der  Beschwerdeführer  hat  am Verfahren vor  der  Vorinstanz teil -
genommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt, 
hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungs-
weise Änderung und ist daher zur Einreichung der Beschwerde legiti-
miert. Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist somit 
einzutreten (Art. 108 AsylG sowie Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG 
und  Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 VwVG).

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.
3.1
Über  offensichtlich  unbegründete  Beschwerden  wird  in  einzelrichter-
licher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters entschie-
den (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachstehend aufgezeigt,  handelt  es 
sich vorliegend um eine solche, weshalb der Beschwerdeentscheid nur 
summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG).

3.2 Gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  wurde  vorliegend  auf  die 
Durchführung des Schriftenwechsels verzichtet.

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4.  
4.1 Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person an-
erkannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zu-
letzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit 
zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen 
Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder 
Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen  psychischen 
Druck bewirken.

4.2 Das BFM kann  ein  im Ausland gestelltes  Asylgesuch  ablehnen, 
wenn die asylsuchenden Personen keine Verfolgung glaubhaft machen 
können  oder  ihnen  die  Aufnahme  in  einem  Drittstaat  zugemutet 
werden kann. Vorbringen sind glaubhaft  gemacht,  wenn die Behörde 
ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für gegeben 
hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere  Vorbringen,  die  in  wesentlichen 
Punkten  zu  wenig  begründet  oder  in  sich  widersprüchlich  sind,  den 
Tatsachen  nicht  entsprechen  oder  massgeblich  auf  gefälschte  oder 
verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden  (vgl.  Art.  3,  Art.  7  und 
Art. 52 Abs. 2 AsylG).

4.3 Gemäss  Art.  20  Abs.  2  AsylG  bewilligt  das  Bundesamt  Asylsu-
chenden die  Einreise  zur  Abklärung des Sachverhaltes,  wenn ihnen 
nicht zugemutet werden kann, im Wohnsitz- oder Aufenthaltsstaat zu 
bleiben  oder  in  ein  anderes  Land  auszureisen. Gestützt  auf  Art.  20 
Abs. 3 AsylG kann das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement 
(EJPD) schweizerische Vertretungen ermächtigen, Asylsuchenden die 
Einreise zu bewilligen, die glaubhaft machen, dass eine unmittelbare 
Gefahr für Leib und Leben oder für die Freiheit aus einem Grund nach 
Art. 3 Abs. 1 AsylG bestehe.

4.4 Bei diesem Entscheid gelten für die Erteilung einer Einreisebewil-
ligung restriktive Voraussetzungen, wobei den Behörden ein weiter Er-
messensspielraum zukommt. Neben der erforderlichen Gefährdung im 
Sinne  von  Art.  3  AsylG  sind  namentlich  die  Beziehungsnähe  zur 
Schweiz, die Möglichkeit  der Schutzgewährung durch einen anderen 
Staat,  die Beziehungsnähe zu anderen Staaten, die praktische Mög-
lichkeit und objektive Zumutbarkeit zur anderweitigen Schutzsuche so-
wie  die  voraussichtlichen  Eingliederungs-  und  Assimilationsmöglich-

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keiten in Betracht zu ziehen (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der 
Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  1997  Nr.  15 
E. 2.e.- g. S. 131 ff.; die dort akzentuierte Praxis hat nach bloss redak-
tionellen  Änderungen  bei  der  letzten  Totalrevision  des  Asylgesetzes 
nach wie vor Gültigkeit).

5.  
5.1 Das  BFM  führte  in  der  angefochtenen  Verfügung  aus,  der  Be-
schwerdeführer  mache  geltend,  zwischen  2000  und  2008  als 
Übersetzer für  das Kader der LTTE tätig  gewesen, im (...)  verhaftet,  
verhört sowie misshandelt und nach (...) Monaten Haft freigesprochen 
worden zu sein. Dazu stellte die Vorinstanz fest,  der Krieg zwischen 
der srilankischen Regierung und der separatistischen LTTE sei im Mai 
2009 mit der Niederlage der LTTE zu Ende gegangen. Damit befinde 
sich  das Land erstmals  seit  1983 wieder  unter  Regierungskontrolle. 
Die  Sicherheits-  und  Menschenrechtslage  sei  zwar  noch  nicht 
befriedigend  und  präsentiere  sich  regional  unterschiedlich. 
Insbesondere  sei  aber  festzustellen,  dass  die  Anzahl  von Gewalter-
eignissen sowie Entführungen und „Killings“ erheblich zurückgegangen 
sei.  Obschon  angenommen  werden  müsse,  dass  der  Beschwerde-
führer  während  der  Inhaftierung  schlimmer  Behandlung  ausgesetzt 
gewesen sei,  sei  festzustellen,  dass er  nach (...)  Haft  ohne Auflage 
freigesprochen  worden  sei  und  somit  nichts  gegen  seine  Person 
vorgelegen habe. Deshalb sei diese Inhaftierung für die Erteilung einer 
Einreisebewilligung im Hinblick auf  ein Asylverfahren in  der Schweiz 
nicht  mehr relevant. Seit  der Freilassung lebe der Beschwerdeführer 
wieder  in  B._____,  arbeite und reise regelmässig zwischen (...)  und 
Colombo hin und her. Es sei daher davon auszugehen, dass seitens 
der Behörden kein Verfolgungsinteresse an seiner Person bestehe. 

Weiter zweifelt das Bundesamt in der angefochtenen Verfügung an der 
Glaubhaftigkeit der geltend gemachten Vorbringen. Anlässlich der An-
hörung habe der Beschwerdeführer zu Protokoll gegeben, er sei seit 
August 2009 an seinem früheren Wohnort und an seinem Arbeitsplatz 
zehn bis fünfzehn Mal von Unbekannten gesucht worden und habe im 
Dezember 2009 sowie im Januar 2010 vier bis fünf telefonische Dro-
hungen erhalten. Im Schreiben vom 16. November  2009 habe er  in-
dessen diese Besuche nicht erwähnt. Da dieses wesentliche Vorbrin-
gen ohne zwingenden Grund erst im späteren Verlauf des Verfahrens 
erwähnt worden sei, sei dessen Wahrheitsgehalt zweifelhaft. Insoweit 
würden auch erhebliche Zweifel an den damit in Verbindung stehenden 

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telefonischen Bedrohungen bestehen. Des Weitern widerspreche das 
Vorbringen  des  Beschwerdeführers,  er  habe  im  Gefängnis  (...)  von 
einem  Mitinsassen  ein  Angebot  der  LTTE  erhalten,  ihn  aus  dem 
Gefängnis  zu  holen,  wenn  er  wieder  für  die  Organisation  arbeiten 
würde, der allgemeinen Erfahrung. Für die LTTE wäre es nicht möglich 
gewesen,  einen  Insassen  aus  einem  sri-lankischen  Gefängnis  zu 
holen. Zudem sei  festzuhalten,  dass  sich  dieses  Vorbringen  auf  die 
erste Hälfte des Jahres 2009 beziehe, also auf die Zeit, in welcher die 
LTTE von den sri-lankischen Streitkräften vernichtend geschlagen wor-
den sei. Dieses Vorbringen sei deshalb nicht glaubhaft. 

5.2 In der Rechtsmitteleingabe  macht der Beschwerdeführer geltend, 
er  sei  enttäuscht  vom Entscheid  des BFM,  da er  sehr  viel  Geld  für  
seine Entlassung und die Dokumentation ausgegeben habe. Er habe 
keine  Arbeit,  da  kein  Arbeitgeber  jemanden einstellen  wolle,  der  im 
Gefängnis gewesen sei. Alle würden immer noch glauben, dass er in 
Verbindung zur LTTE stehe. In der Zwischenzeit sei  er vom  (...)  und 
von Unbekannten verfolgt worden. Er könne nicht weiter in Sri Lanka 
leben.

5.3 Als Beweismittel reichte der Beschwerdeführer ein Schreiben der 
Sri Lanka Police vom (...) (...) ein. Darin wird ausdrücklich festgestellt,  
dass  er  in  keine  terroristischen  Aktivitäten  verwickelt  gewesen  sei. 
Weiter wird das zuständige Gericht angewiesen, seine Freilassung zu 
veranlassen.  In  der  Folge  wurde  der  Beschwerdeführer  frei-
gesprochen. Vor diesem Hintergrund ist davon auszugehen, dass die 
heimatlichen  Behörden  -  entgegen  der  vom  Beschwerdeführer  ver-
tretenen  Ansicht  -  kein  Interesse an einer  asylrelevanten Verfolgung 
haben.  Dieser  Schluss  drängt  sich  umso  mehr  auf,  als  er  gemäss 
eigenen Angaben seit  geraumer Zeit  regelmässig zwischen B._____ 
(...)  und  Colombo  hin-  und  herreist,  wobei  er  die  zahlreichen 
Checkpoints offensichtlich ohne Probleme passieren kann. Hätten die 
heimatlichen Behörden ein effektives Interesse am Beschwerdeführer, 
wäre es ihnen ein Leichtes gewesen, ihn erneut festzunehmen.

Zwar ist die allgemeine Situation für die Tamilen insbesondere im Nor-
den und Osten Sri Lankas nach dem offiziellen Ende des langjährigen 
Bürgerkriegs  im  Mai  2009  auch  heute  noch  schwierig  (vgl.  etwa 
Schweizerische Flüchtlingshilfe, Asylsuchende aus Sri Lanka, Position 
der Schweizerischen Flüchtlingshilfe SFH, Bern, 8. Dezember 2009). 
Nach den Erkenntnissen des Bundesverwaltungsgerichts hat sich die 

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allgemeine Sicherheitslage der Tamilen aber in letzter Zeit sukzessive 
verbessert.  Sie  können  sich  im  Land  freier  bewegen,  wichtige 
Verbindungswege wurden wieder dem Verkehr übergeben, und das re-
striktive Passsystem für Aus- und Einreisen nach Jaffna wurde abge-
schafft. Die Polizei- und Armeepräsenz wurde insbesondere im Osten 
erheblich reduziert. Im Grossraum Colombo sind die Sicherheitskräfte 
allerdings  nach  wie  vor  sehr  präsent  und  führen  Kontrollen  durch. 
Diese  sogenannten  „Anti-Terrormassnahmen“  werden  im  Raum  Co-
lombo – unbesehen der Rügen des Supreme Courts – weiterhin als re-
pressives Instrument gegen (befürchtete) Infiltrationen tamilischer Se-
paratisten  angewendet.  Es  handelt  sich  dabei  indessen  nicht  über 
Schikanen hinausgehende Massnahmen, denen im Grossraum Colom-
bo  ein  grosser  Teil  der  tamilischen  Bevölkerung  ausgesetzt  ist;  auf-
grund  mangelnder  Intensität  kommt  ihnen  kein  Verfolgungscharakter 
im  Sinne  von Art.  3  AsylG  zu.  Insgesamt  vermag  der  Beschwerde-
führer somit aus den (angeblichen) vergangenen und den befürchte-
ten zukünftigen Kontrollen durch die sri-lankischen Behörden nichts zu 
seinen Gunsten abzuleiten. 

Schliesslich vermag der Beschwerdeführer mit  den weiteren Ausfüh-
rungen in der Rechtsmitteleingabe nicht substanziiert darzutun, inwie-
fern  das  BFM  zu  Unrecht  geschlossen  habe,  er  sei  nicht  schutz-
bedürftig im Sinne des Asylgesetzes und ihm sei deshalb die Einreise 
nicht  zu bewilligen. Um Wiederholungen zu verweiden,  kann vollum-
fänglich auf die zutreffenden Erwägungen in der angefochtenen Verfü-
gung verwiesen werden.

5.4 Dem Beschwerdeführer ist es somit nicht gelungen, eine aktuelle 
und unmittelbare Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG beziehungs-
weise  konkrete  Hinweise  auf  eine  künftige,  asylrelevante  Verfolgung 
und  eine  damit  einhergehende,  begründete  Verfolgungsfurcht  darzu-
legen. Ein weiterer Verbleib im Heimatland ist ihm deshalb zumutbar. 
Das BFM hat demnach dem Beschwerdeführer zu Recht die Einreise 
in die Schweiz nicht bewilligt und sein Asylgesuch abgelehnt.

6.  
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und vollständig feststellt und angemessen ist (Art.  106 AsylG). Die Be-
schwerde ist daher abzuweisen.

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7.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten grundsätzlich 
dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Aus ver-
waltungsökonomischen  Gründen  sowie  in  Anwendung  von  Art.  63 
Abs. 1  in  fine  VwVG und  Art.  2  und  6  Bst. b  des  Reglements  vom 
21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-
desverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) ist vorliegend jedoch auf 
die Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3.
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
Schweizerische Botschaft in Colombo.

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Bruno Huber Barbara Balmelli

Versand: 

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