# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 10579c49-3958-5510-9ba3-17df73beb5fb
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-08-16
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Strafkammer 16.08.2021 SK1 2019 36
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_004_SK1-2019-36_2021-08-16.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Urteil vom 16. August 2021

(Mit Urteil 6B_784/2022 vom 5. Oktober 2022 hat das Bundesgericht eine gegen 
dieses Urteil erhobene Beschwerde abgewiesen, soweit darauf einzutreten war.)

Referenz SK1 19 35/36

Instanz I. Strafkammer 

Besetzung Moses, Vorsitzender
Cavegn und Bergamin
Casutt, Aktuarin

Parteien A._____ 
Beschuldigte
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Mauro Lardi
Reichsgasse 65, 7000 Chur 

gegen

Staatsanwaltschaft Graubünden
Sennhofstrasse 17, 7001 Chur

B._____
Privatkläger
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Marco Uffer
Dufourstrasse 32, 8008 Zürich 

Gegenstand qualifizierte Freiheitsberaubung und Entführung sowie Entziehen 
von Minderjährigen

Anfechtungsobj. Urteil Regionalgericht Imboden vom 26.02.2019, mitgeteilt am 
31.07.2019 (Proz. Nr. 515-2018-10)

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Mitteilung 11. Mai 2022

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Sachverhalt

A. A._____, geboren am _____ 1967, und B._____, geboren am _____ 1962, 
heirateten am _____ 2005. Aus der Ehe ging C._____, geboren am 5. Oktober 
2005, hervor. Die Ehe wurde mit Urteil vom 19. April 2012 des Bezirksgerichts 
Meilen geschieden. 

B. Unter anderem stellte das Bezirksgericht Meilen C._____ mit Urteil vom 19. 
April 2012 unter die elterliche Sorge von B._____. A._____ erhob gegen dieses 
Urteil Berufung beim Obergericht Zürich. Dieses bestätigte die Zuteilung der elter-
lichen Sorge an B._____ am 6. November 2012. Das Bundesgericht wies die von 
A._____ dagegen geführte Beschwerde am 3. Mai 2013 ab, soweit es darauf ein-
trat. 

C. Im Herbst 2013 verliess A._____ zusammen mit ihrem Sohn C._____ die 
Schweiz und setzte sich nach D._____ ab. Am 3. Oktober 2013 erhob B._____ 
gegen A._____ bei der Kantonspolizei Zürich Strafantrag wegen des Entziehens 
von Unmündigen (nunmehr: Minderjährigen) und des Verdachts auf Entführung. 
Mit Verfügung vom 7. Januar 2014 eröffnete die Staatsanwaltschaft Graubünden 
eine Untersuchung wegen Freiheitsberaubung, Entführung sowie Entziehens von 
Minderjährigen gegen A._____. 

D. Am 15. August 2017 reichte A._____ beim Regionalgericht Imboden ein 
Gesuch um Erlass vorsorglicher Massnahmen im Verfahren um Abänderung des 
vom Bezirksgericht Meilen erlassenen Scheidungsurteils ein und beantragte, 
C._____ unter ihre alleinige Obhut zu stellen. Mit superprovisorischer Verfügung 
vom 16. August 2017 stellte die Einzelrichterin am Regionalgericht Imboden 
C._____ bis zum Erlass eines anderslautenden Entscheids unter die Obhut von 
A._____. Am 18. August 2017 kehrte A._____ mit C._____ in die Schweiz zurück. 
Die Hauptverhandlung vor dem Regionalgericht Imboden fand am 11. Dezember 
2017 statt. Gleichentags entschied die Einzelrichterin am Regionalgericht, 
C._____ vorsorglich unter die Obhut der Mutter zu stellen. Die gegen diesen Ent-
scheid erhobene Berufung hat das Kantonsgericht Graubünden mit Urteil vom 19. 
Dezember 2018 in Bezug auf die Obhutszuteilung von C._____ abgewiesen. 

E. Am 8. November 2018 erhob die Staatsanwaltschaft gegen A._____ Ankla-
ge wegen qualifizierter Freiheitsberaubung und Entführung gemäss Art. 183 Ziff. 2 
StGB in Verbindung mit Art. 184 Abs. 4 StGB sowie wegen des Entziehens von 
Minderjährigen gemäss aArt. 220 StGB und Art. 220 StGB. 

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F. Die Hauptverhandlung vor dem Regionalgericht Imboden fand am 26. Fe-
bruar 2019 statt. Mit gleichentags ergangenem Urteil sprach das Regionalgericht 
Imboden A._____ der Entführung gemäss Art. 183 Ziff. 2 StGB in Verbindung mit 
Art. 184 Abs. 4 StGB sowie des Entziehens von Minderjährigen gemäss aArt. 220 
StGB und Art. 220 StGB schuldig. Dafür bestrafte es sie mit einer Freiheitsstrafe 
von 42 Monaten und hielt die Ausweis- und Schriftensperre sowie die Sicherheits-
leistung aufrecht. Die Zivilklage von B._____ hiess das Regionalgericht Imboden 
teilweise gut und verpflichtete A._____, ihm den Betrag von CHF 20'000.00 als 
Genugtuung zu bezahlen. Die Gerichtskosten für die Behandlung der Zivilklage in 
der Höhe von CHF 1'500.00 auferlegte es zu 2/3 A._____ und zu 1/3 B._____. 
Ausseramtlich hatte A._____ B._____ in reduziertem Umfang mit CHF 10'000.00 
(inkl. Mehrwertsteuer) zu entschädigen.

G. Gegen das Urteil des Regionalgerichts erhoben sowohl B._____ (nachfol-
gend: Privatkläger) als auch A._____ (nachfolgend: Beschuldigte) Berufung beim 
Kantonsgericht von Graubünden. Der Privatkläger beantragte im Wesentlichen die 
Genugtuung von CHF 20'000.00 zu bestätigen, die Verfahrenskosten der Zivilkla-
ge A._____ aufzuerlegen und ihm die volle Prozessentschädigung zuzusprechen. 
Die Beschuldigte beantragte ihren Freispruch. Eventualiter sei sie vom Vorwurf 
der qualifizierten Freiheitsberaubung und Entführung gemäss Art. 183 Ziff. 2 StGB 
i.V.m. Art. 184 Abs. 4 StGB und der Entziehung von Unmündigen gemäss aArt. 
220 StGB und Art. 220 StGB von Schuld und Strafe kostenfällig freizusprechen. 
Subeventualiter sei sie vom Vorwurf der qualifizierten Freiheitsberaubung gemäss 
Art. 183 Ziff. 2 i.V.m. Art. 184 Abs. 4 StGB freizusprechen und bei einer Verurtei-
lung wegen qualifizierter Entführung gemäss Art. 183 Ziff. 2 StGB i.V.m. Art. 184 
Abs. 4 StGB und des Entziehens von Minderjährigen gemäss aArt. 220 StGB und 
Art. 220 StGB zu einer bedingten Geld- oder Freiheitsstrafe zu verurteilen, wobei 
die bedingte Freiheitsstrafe auf maximal 12 Monate festzulegen sei. Die Beschul-
digte stellte zudem die Anträge, den Bericht über die Anhörung des Kindes am 
Regionalgericht Imboden vom 25. Oktober 2017, das Bundesgerichtsurteil 
5A_191/2019 vom 26. Juli 2019 und die Patientenakte von C._____ aus Händen 
von Dr. med. E._____ inkl. Schreiben der Kindergärtnerin von C._____ vom 21. 
Juni 2011 (Nachreichung) als Beweismittel zuzulassen. Zudem seien Dr. med. 
E._____, F._____ und C._____ zu befragen. 

H. Mit Beweisverfügung vom 14. Juli 2021 wies der Vorsitzende der I. Straf-
kammer die Beweisanträge, wonach Dr. med. E._____, F._____ und C._____ als 
Zeugen zu befragen seien, ab. 

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I. Die Verfahren SK1 19 35 und SK 19 36 wurden vereinigt. Die Hauptver-
handlung vor dem Kantonsgericht fand am 6. August 2021 statt. Zusammenge-
fasst hielt die Beschuldigte an ihren bereits in der Berufungserklärung gestellten 
Rechtsbegehren fest und die Staatsanwaltschaft des Kantons Graubünden bean-
tragte die Abweisung der Berufung. Der Privatkläger präzisierte seine Rechtsbe-
gehren anlässlich des Plädoyers in der Hauptverhandlung und beantragte, die Be-
schuldigte im Sinne der Anklage der Staatsanwaltschaft schuldig zu sprechen und 
angemessen zu bestrafen. Sie sei zu verpflichten, ihm eine Genugtuung von CHF 
20'000.00 zu bezahlen. Anlässlich der Hauptverhandlung wiederholte die Be-
schuldigte ihre bereits im Schriftenwechsel gestellten Beweisanträge.

J. Das Kantonsgericht teilte den Parteien das Urteil vom 16. August 2021 glei-
chentags im Dispositiv schriftlich mit. 

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Erwägungen

1. Formelle Anforderungen

Die Berufungen des Privatklägers (SK1 19 35) und der Beschuldigten (SK1 19 36) 
gegen das Urteil des Regionalgerichts Imboden vom 26. Februar 2019 werden 
vereinigt. Gegen das angefochtene erstinstanzliche Urteil des Regionalgerichts 
Imboden ist die Berufung zulässig (Art. 398 Abs. 1 StPO). Die Eintretensvoraus-
setzungen geben zu keinen Bemerkungen Anlass. Auf die frist- und formgerecht 
eingereichten Berufungen ist daher einzutreten. Sofern nichts Weiteres vermerkt 
ist, handelt es sich bei "act." um Akten aus dem Verfahren SK1 19 36.

2. Anklageschrift

Gemäss Anklageschrift vom 8. November 2018, mitgeteilt am 13. November 2018, 
wird der Beschuldigten zusammengefasst Folgendes vorgeworfen: A._____ und 
B._____ hätten am 9. Juni 2005 geheiratet und der gemeinsame Sohn C._____ 
sei am 5. Oktober 2005 geboren. Das Bezirksgericht Meilen habe die Ehe mit Ur-
teil vom 19. April 2012 geschieden und den Sohn, C._____, unter die elterliche 
Sorge des Vaters, B._____, gestellt. Mehrere Gerichte hätten sich mit der Zutei-
lung der elterlichen Sorge von C._____ befasst. Schliesslich habe das Bundesge-
richt mit Urteil vom 3. Mai 2013 die Zuteilung der elterlichen Sorge von C._____ 
an B._____ bestätigt. Mit Entscheid vom 22. August 2013 der KESB Bezirk Meilen 
sei der Umzug des Kindes von der Kindsmutter zum Kindsvater per anfangs Okto-
ber 2013 festgelegt worden. In Kenntnis dieser Urteile und der Zuteilung der elter-
lichen Sorge an B._____ habe A._____ Ende September / Anfang Oktober 2013 
den damals 8-jährigen C._____ entführt, indem sie ihn von G._____ nach D._____ 
gebracht habe. Bis am 18. August 2017 habe sie mit C._____ in D._____ gelebt. 
Kurz bevor A._____ mit C._____ am 18. August 2017 in die Schweiz zurückge-
kehrt sei, habe sie am 15. August 2017 beim Regionalgericht Imboden eine Klage 
auf Abänderung des vom Bezirksgericht Meilen erlassenen Scheidungsurteils ein-
gereicht. Mit superprovisorischer Verfügung vom 16. August 2017 habe die Einzel-
richterin am Regionalgericht Imboden C._____ unter die Obhut der Mutter gestellt 
und C._____ habe von da an unter der Obhut seiner Mutter gelebt. Schliesslich 
habe auch die Einzelrichterin am Regionalgericht Imboden am 11. Dezember 
2017 entschieden, C._____ vorsorglich unter die Obhut der Mutter zu stellen 
(Proz. Nr. 135-2017-230). Am 3. Oktober 2013 habe B._____ Strafantrag gestellt 
(zum Ganzen StA act. 1.54).

3. Beweisanträge der Beschuldigten

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3.1. Der Vorsitzende der I. Strafkammer des Kantonsgerichts lehnte alle von der 
Beschuldigten beantragten Befragungen bereits vor der Hauptverhandlung mit der 
Begründung ab, dass weder Dr. med. E._____ noch F._____ aus unmittelbarer 
Wahrnehmung über die Ausübung des Besuchsrechts durch den Privatkläger be-
richten könnten (act. D.13 Ziff. 1). C._____ sei bereits am 25. Oktober 2017 durch 
das Regionalgericht Imboden im Rahmen eines zivilrechtlichen Verfahrens befragt 
worden und das Protokoll befinde sich in den Akten (act. D.13 Ziff. 2). 

3.2. Anlässlich der Berufungsverhandlung vor dem Kantonsgericht am 6. August 
2021 beantragte die Beschuldigte erneut die Befragung von Dr. med. E._____, 
F._____ und C._____ (act. H.2, Rz. 1 ff.). Zusätzlich sollte die Todesanzeige von 
Dr. H._____ und die Einladung zur Hochzeit von I._____ und J._____ zu den Ak-
ten genommen werden, um zu beweisen, dass die Beschuldigte aufgrund der Rei-
sesperre erhebliche Einschränkungen erfahre (act. H.2, Rz. 4 f.). 

Die beantragten Befragungen begründete die Beschuldigte mit denselben Argu-
menten wie in den früheren Beweisanträgen. Ergänzend brachte sie vor, es gehe 
um die Frage, ob die Beschuldigte tatsächlich davon ausgegangen sei, dass eine 
Notsituation bestanden habe und ob sie davon überzeugt gewesen sei, die 
Rechtsgüter ihres Sohnes schützen zu müssen. Die Befragung von C._____ solle 
zudem zeigen, ob er den Kontakt zum Vater wünsche und ob der Vater ihn ge-
genwärtig überhaupt kontaktiert habe (act. H.2, Rz. 1-3).

3.3. Die Strafbehörden setzen zur Wahrheitsfindung alle nach dem Stand von 
Wissenschaft und Erfahrung geeigneten Beweismittel ein, die rechtlich zulässig 
sind (Art. 139 Abs. 1 StPO). Über Tatsachen, die unerheblich, offenkundig, der 
Strafbehörde bekannt oder bereits rechtsgenügend erwiesen sind, wird nicht Be-
weis geführt (Art. 139 Abs. 2 StPO). 

3.4. Die Befragungen von Dr. med. E._____, F._____ und C._____ sind zur 
Wahrheitsfindung sowie zu deren Ergänzung nicht notwendig. C._____ ist – wie in 
der Verfügung vom 14. Juli 2021 ausgeführt – bereits vor der Vorinstanz einver-
nommen worden (act. D.13; act. B.2). Wie sich seine Aussage (in Bezug auf eine 
mögliche Kontaktaufnahme durch den Vater oder ob eine solche im Sinne von 
C._____ gewesen wäre; vgl. E. 12.4), auf die Wahrheitsfindung der angeklagten 
Tatbestände auswirken sollte, erschliesst sich dem Gericht nicht (vgl. dazu auch 
die Ausführungen der Vorinstanz in Bezug auf die Rechtsprechung und Literatur, 
act. E.1, E. 2.3). Es steht ausser Frage, dass das Kindeswohl von C._____ in 
D._____ gewahrt wurde. Aus der Befragung vom 25. Oktober 2017 des Regional-
gerichts Imboden geht hervor, dass er, als er 6 bis 7 Jahre alt gewesen sei, das 

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letzte Mal persönlichen Kontakt mit seinem Vater gehabt habe. Diesen Kontakt 
habe er in schlechter Erinnerung, da sein Vater ihn damals in einer Weise ange-
schaut habe, dass er Angst gehabt habe. Für ihn sei es das Beste, wenn er den 
Vater nicht sehe. Er habe keine positiven Erinnerungen an den Vater (act. B.2, S. 
2 f.). Ausserdem hat sich C._____ am 22. Februar 2019 per Brief an die Vorin-
stanz gerichtet (RG Korrespondenz/Abrechnungen, Schreiben vom 22. Februar 
2019). Inwiefern eine weitere Befragung von C._____ für die Beurteilung der An-
klage der Beschuldigten notwendig oder hilfreich sein soll, erschliesst sich dem 
Gericht nicht. Eine erneute Befragung ist daher nicht erforderlich. Auch eine Be-
fragung von F._____, die sich zum Verhalten von C._____ nach den Besuchen 
beim Vater äussern soll, erscheint nicht notwendig. Wie die Staatsanwaltschaft 
ausführt (StA act. 1.48), nehmen K._____ und L._____ in ihrer Gefährdungsmel-
dung vom 16. Juni 2013 darauf Bezug (StA act. 1.36). Die Vorinstanz verweist 
zudem in Bezug auf die beantragte Befragung auf neutrale Berichte der Besuchs-
begleiterin zum Verhalten von C._____ sowie auf die daraus gezogenen nachvoll-
ziehbaren und überzeugenden Schlussfolgerungen, welche das Bundesgericht 
geschützt hat (act. E.1, E. 2.2 m.H.a. StA act. 7.1 E. 4.3 S. 17 und StA act. 7.2 E. 
2.3.4 S. 7; vgl. auch StA act. 7.4). Ausserdem kann auch F._____ nur mutmassen, 
aus welchem Grund C._____ im Kindergarten auf gewisse Themen eine heftige 
Reaktion gezeigt hat (act. B.4.1), wobei kein Anlass besteht, daran zu zweifeln, 
dass derartiges stattfand. Hinzu kommt, dass F._____ den Privatkläger nie gese-
hen hat und daher nur nach ihrem subjektiven Empfinden über eine mutmassliche 
Gefährdung von C._____ durch den Privatkläger berichten könnte. Eine Befra-
gung von F._____ erübrigt sich aus den vorgenannten Gründen. Ferner ist auch 
die Zeugenbefragung von Dr. med. E._____ nicht von Relevanz, da dieser den 
Privatkläger einerseits nicht persönlich exploriert hat und dem Gericht andererseits 
der gutachterliche Bericht mit den von ihm gezogenen Schlussfolgerungen vor-
liegt. Da der Bericht auf subjektive und einseitige Abklärungen abstützt, ist nicht 
ersichtlich, inwiefern seine Aussage objektiv oder neutral zur Eruierung einer mög-
lichen Kindeswohlgefährdung des Privatklägers oder Erfüllung der angeklagten 
Tatbestände durch die Beschuldigte beitragen soll. Auch vermag seine Befragung 
als Zeuge keine weiteren Informationen oder Erkenntnisse für eine mögliche Not-
standsituation der Beschuldigten hervorzubringen. 

Zusammenfassend erübrigen sich Befragungen der vorgenannten Personen zur 
materiellen Wahrheitsfindung bezüglich der angeklagten Tatbestände oder einer 
allfälligen Notstandsituation.

4. Qualifizierte Freiheitsberaubung und Entführung 

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4.1. Die Staatsanwaltschaft hat die Beschuldigte unter anderem aufgrund der 
qualifizierten Freiheitsberaubung und Entführung angeklagt (Art. 183 Ziff. 2 StGB 
i.V.m. Art. 184 Abs. 4 StGB; StA act. 1.54). Im Detail soll sie den damals 8-
jährigen C._____ Ende September / Anfang Oktober 2013 in Kenntnis der Urteile 
über die Zuteilung der elterlichen Sorge an den Privatkläger ohne dessen Erlaub-
nis von G._____ nach D._____ gebracht haben. Dort habe sie schliesslich bis zum 
18. August 2017 mit C._____ gelebt. Von D._____ habe er nicht gegen ihren Wil-
len nach G._____ zurückkehren können. Die Beschuldigte habe aufgrund der ihr 
bekannten Urteile gewusst, dass sie zur Verlegung des Aufenthaltsorts von 
C._____ nicht berechtigt gewesen ist. Sie habe zudem in Kauf genommen bzw. 
beabsichtigt, dass C._____ nicht gegen ihren Willen nach G._____ zurückkehren 
konnte. Es sei ihre Absicht gewesen, mit C._____ mehrere Jahre in D._____ zu 
leben (StA act. 1.54, S. 2). 

4.2. Wer jemanden unrechtmässig festnimmt, gefangen hält oder in anderer 
Weise unrechtmässig die Freiheit entzieht (Art. 183 Ziff.1 Abs. 1 StGB) oder je-
manden durch Gewalt, List oder Drohung entführt (Art. 183 Ziff. 1 Abs. 2 StGB) 
wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe bestraft (Art. 183 Ziff. 1 
Abs. 3 StGB). Ebenso wird bestraft, wer jemanden entführt, der urteilsunfähig, wi-
derstandsunfähig oder noch nicht 16 Jahre alt ist (Art. 183 Abs. 2 StGB). Das ge-
schützte Rechtsgut ist in diesem Fall die körperliche Bewegungsfreiheit des Kin-
des. Auf den Willen eines Kindes kommt es nicht an; das Gesetz schützt es unab-
hängig davon, ob es Widerstand leistet oder ob es in die Entführung einwilligt 
(BGE 141 IV 10 E. 4.5.4 m.H.a. BGE 83 IV 152 S. 153; act. E.1, E. 2.3; vgl. StA 
act. 6.5, I.3). Art. 183 StGB schützt damit insgesamt die Fortbewegungsfreiheit, 
d.h. die Freiheit des Individuums, sich von einem Ort an einen anderen, selbst 
gewählten Ort zu begeben. Um den objektiven Tatbestand von Art. 183 StGB zu 
erfüllen, reicht es bereits aus, wenn die Fortbewegungsfreiheit lediglich für einige 
Minuten aufgehoben wird (Gunhild Godenzi, in: Wohlers/Godenzi/Schlegel [Hrsg.], 
Schweizerisches Strafgesetzbuch, Handkommentar, 4. Aufl., Bern 2020, N 1 zu 
Art. 183 StGB). 

Eine Entführung nach Art. 183 Ziff. 1 Abs. 2 StGB setzt voraus, dass die Täterin 
ihr Opfer an einen anderen Ort verbringt und als Folge davon eine gewisse 
Machtposition über das Opfer erlangt. Das Opfer muss insoweit in seiner persönli-
chen Freiheit eingeschränkt sein, dass es nicht gegen den Willen der Täterin an 
seinen gewohnten Aufenthalt zurückkehren kann (Andreas Donatsch, in: Donatsch 
et al. [Hrsg.], Orell Füssli Kommentar, StGB JStGB Kommentar, 20. Aufl., Zürich 
2018, N 12 zu Art. 183 StGB m.w.H.; Godenzi, a.a.O., N 4 zu Art. 183 StGB). Die 

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Frist für die Dauer der Entführung beginnt mit dem Zugriff auf das Opfer zu laufen 
(Martino Mona/Stefan Trechsel, in: Trechsel/Pieth [Hrsg.], Schweizerisches Straf-
gesetzbuch, Praxiskommentar, 4. Aufl., Zürich 2021, N 3 zu Art. 185 StGB). Zur 
Erfüllung des Tatbestands von Art. 183 Ziff. 2 StGB muss die Täterin bei der Ent-
führung jedoch weder Gewalt, List noch Drohung anwenden (Godenzi, a.a.O., N 6 
zu Art. 183 StGB m.H.a. BGE 141 IV 16). Auch die Zustimmung der entführten 
Person [bzw. des entführten Kindes] ist bei Art. 183 Ziff. 2 StGB ohne Bedeutung 
(Mona/Trechsel, a.a.O., N 16 zu Art. 183 StGB m.w.H.; act. E.1, E. 2.3. m.H.a. 
BGE 141 IV 10 E 4.5.4 und BGE 83 IV 152, S. 153). Sofern ein Elternteil das 
Recht innehat, über das Aufenthaltsrecht des Kindes zu bestimmen, beginnt er bei 
einem Ortswechsel des Kindes grundsätzlich keine Entführung. Anders liegt es, 
wenn das Kindeswohl durch die Ausübung des Aufenthaltsbestimmungsrechts 
massiv beeinträchtigt wird (Godenzi, a.a.O., N 6 zu Art. 183 StGB m.H.a. BGE 141 
IV 17 E.4.5.5 f. und BGer 6B_1235/2016 v. 16.10.2017 E. 2.3 ff.). Fehlt nunmehr 
das Recht eines Elternteils, den Aufenthaltsort des Kindes zu bestimmen, und 
nimmt er einen unbefugten Ortswechsel des Kindes vor, ist e contrario von einer 
Kindesentführung auszugehen. Dauert die Entführung mehr als zehn Tage, liegen 
erschwerende Umstände vor, die mit Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr be-
straft werden (Art. 184 Abs. 4 StGB; BGE 141 IV 10 E. 4.3 m.H.a. BGE 119 IV 216 
E. 2d und e).

In subjektiver Hinsicht ist Vorsatz erforderlich, wobei auch Eventualvorsatz genügt. 
Das Delikt kann nicht fahrlässig begangen werden (Vera Delnon/Bernhard Rüdy, 
in: Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Strafrecht, 4. Aufl., Basel 2019, 
N 57 zu Art. 183 StGB). 

4.3.1. Die Beschuldigte bringt im Plädoyer vom 6. August 2021 vor, die Vorinstanz 
habe zu Recht erkannt, dass der Tatbestand der Freiheitsberaubung nicht erfüllt 
sei (act. H.2, Rz. 13). Dem schliesst sich die Staatsanwaltschaft an und führt aus, 
dass es sich ausschliesslich um eine Entführung handle (act. H.1, Rz. 2a). Die 
Vorinstanz erläuterte in Erwägung 4.2 des vorinstanzlichen Entscheids, weshalb 
keine Freiheitsberaubung im Sinne der Aufhebung der körperlichen Bewegungs-
freiheit vorliege. Das Berufungsgericht folgt dieser unangefochten gebliebenen 
Ansicht und verweist diesbezüglich auf die Begründung der Vorinstanz (Art. 82 
Abs. 4 StPO; act. E.1, E. 4.2). 

4.3.2. In Bezug auf die Entführung nach Art. 183 Ziff. 2 StGB i.V.m. Art. 184 Abs. 
4 StGB ist die Beschuldigte geständig und führt aus, es sei unbestritten, dass sie 
mit ihrem Sohn nach D._____ gereist sei, ohne über die elterliche Sorge und Ob-
hut zu verfügen. Der Sachverhalt sei von ihr denn auch nie bestritten worden und 

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sie habe sich im Rahmen des Strafverfahrens kooperativ verhalten (act. H.2, Rz. 
14; RG act. I./3, S. 6; StA act. 6.4, Frage 1; StA act. 6.5, I.1). Sie habe keine ande-
re Wahl gehabt, als die Rechtsgüter ihres Sohnes zu schützen, indem sie nach 
D._____ gereist sei, wobei gegenteilige Schlussfolgerungen der Vorinstanz mit 
dem Beweisergebnis nicht vereinbar seien (act. H2, Rz. 15; StA act. 6.4, Frage 1 
und 2; StA act. 6.5, I.1 und 2). Die Aussage der Beschuldigten, wonach die Ent-
führung nicht gegen den Willen von C._____ geschehen sei, ist irrelevant (StA act. 
6.5, I. 3; vgl. vorstehend E. 4.2). 

Die Staatsanwaltschaft plädiert für die objektive und subjektive Erfüllung des Tat-
bestands der Entführung (act. H.1, S. 3; RG act I./3, S. 6). In objektiver Hinsicht 
stehe fest, dass die Beschuldigte nicht über den Aufenthaltsort von C._____ hätte 
bestimmen dürfen. Dennoch habe sie ihn nach D._____ gebracht, von wo er nicht 
ohne ihren Willen zurückkehren konnte. Sie habe dadurch eine Machtposition über 
ihren Sohn erlangt. Die Ortsveränderung sei auf eine bestimmte Dauer vorgese-
hen gewesen. Der objektive Tatbestand der Entführung sei erfüllt (act. H.1, S. 3). 
In subjektiver Hinsicht habe die Beschuldigte das Alter ihres Sohnes gekannt, als 
sie mit ihm nach D._____ gereist sei und habe demnach gewusst, dass er nicht 
gegen ihren Willen in die Obhut seines Vaters in die Schweiz zurückkehren könne. 
Dementsprechend sei auch der subjektive Tatbestand erfüllt (act. H.1, S. 3). Auch 
die Vorinstanz beurteilte den objektiven und subjektiven Tatbestand von Art. 183 
Ziff. 2 StGB i.V.m. Art. 184 Abs. 4 StGB als erfüllt (act. E.1, E. 4.2 und E. 4.7).

4.4. Aufgrund des von der Beschuldigten unbestrittenen Sachverhalts der An-
klageschrift ist der angeklagte objektive und subjektive Tatbestand der Kindesent-
führung nach Art. 183 Ziff. 2 i.V.m. Art. 184 Abs. 4 StGB erfüllt. Die Beschuldigte 
macht jedoch mehrere Rechtfertigungsgründe geltend, die sie auf eine vom Pri-
vatkläger ausgehende Gefährdung des Kindeswohls von C._____ stützt (RG act. 
I./3, S. 10; act. H.2, Rz. 15 ff.). Sei nämlich das Kindeswohl effektiv gefährdet ge-
wesen, komme eine Bestrafung nur in Frage, wenn es ihr als Mutter zumutbar ge-
wesen sei, die Rechtsgüter von C._____ aufzugeben. Sofern das Kindeswohl le-
diglich in ihrer Vorstellung gefährdet gewesen sei, sei wenigstens von einem Puta-
tivnotstand nach Art. 18 i.V.m. Art. 13 StGB auszugehen. Sollte der Irrtum über 
den Putativnotstand gar fahrlässig entstanden sein, entfalle die Bestrafung, da die 
fahrlässige Entführung nicht unter Strafe stehe (act. H.2, Rz. 15-18). Damit über-
haupt von einer möglichen vom Privatkläger ausgehenden Kindesgefährdung und 
einer damit einhergehenden angeblichen Notstandsituation ausgegangen werden 
könnte, sind vorerst die Beweise zu würdigen. 

5. Beweiswürdigung und Sachverhaltsfeststellungen

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5.1. Die Strafbehörden setzen zur Wahrheitsfindung alle nach dem Stand von 
Wissenschaft und Erfahrung geeigneten Beweismittel ein, die rechtlich zulässig 
sind (Art. 139 Abs. 1 StPO). Es steht ausser Frage, dass die neu eingereichten 
Beweise – das Schreiben von Frau M._____ und das Parteigutachten von Dr. 
med. E._____ – zulässige Beweismittel sind (act. B.4.1 und B.4.2). Das Gericht 
würdigt diese Beweise frei nach seiner aus dem gesamten Verfahren gewonnenen 
Überzeugung (Art. 10 Abs. 2 StPO). Das Gebot der freien Beweiswürdigung sieht 
alle zulässigen und verwertbaren Beweismittel als formell gleichrangig an. Nach 
dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung sollen die Strafbehörden nach ihrer 
persönlichen Überzeugung aufgrund der gewissenhaften Prüfung entscheiden, ob 
sie eine Tatsache für bewiesen halten oder nicht (Thomas Hofer, in: Nigg-
li/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Strafprozessord-
nung/Jugendstrafprozessordnung, 2. Aufl., Basel 2014, N 56 ff. zu Art. 10 StPO). 

5.2. Die Beschuldigte bringt im Berufungsverfahren vor, aus den neuen Bewei-
sen gehe eine Kindesgefährdung von Seiten des Vaters hervor, die eine Handlung 
wie die der Beschuldigten rechtfertige (act. H.2, Rz. 20 ff.). Laut der Beschuldigten 
habe für C._____ eine unmittelbare Gefahr durch die Obhut des Vaters bestan-
den, die mit der Wahrscheinlichkeit einer Verletzung seiner Rechtsgüter einherge-
gangen wäre (act. H.2, Rz. 20 ff.). Das Schreiben von Frau M._____ datiere vom 
21. Juni 2011 und der gutachterliche Bericht von Dr. med. E._____ trage das Da-
tum vom 19. Juli 2011. Beide seien damit erst nach der Erstellung des gerichtli-
chen Gutachtens vom 8. Dezember 2010 entstanden. Daher seien diese Umstän-
de im gerichtlichen Gutachten gar noch nicht berücksichtigt worden (act. H.2, Rz. 
20). 

Das Obergericht Zürich hat das Gutachten von Dr. phil. N._____ vom 8. Dezem-
ber 2010 in seinem Urteil vom 6. November 2012 (LC120022) eingehend gewür-
digt (StA act. 7.1, E. 4.1 ff.). Es kam zum Schluss, dass C._____ unter die elterli-
che Sorge des Vaters zu stellen sei (StA act. 7.1, Dispositiv-Ziff. 1). Das Bundes-
gericht hat das vorgenannte Urteil des Obergerichts Zürich bestätigt. Es erwog, 
dass das Obergericht Zürich seinen Entscheid sowohl auf das gerichtlich bestellte 
Gutachten als auch auf das Parteigutachten der Beschuldigten abgestützt habe 
(BGer 5A_917/2012 v. 3.5.2013, vgl. dazu insbesondere E. 2.3.2). Die Vorinstanz 
legt in ihrem Entscheid ebenfalls ausführlich dar, weshalb sie nicht von einer vom 
Vater ausgehenden Gefahr für das Wohl von C._____ ausgeht. Aus ihrer Sicht 
vermag die Beschuldigte insbesondere die Gefahr von Übergriffen und die Ver-
bringung des Kindes mit Alkohol-, Medikamenten- und Pornografiekonsum nicht 

13 / 41

darzutun. Sie erneuere bloss ihre bereits im Scheidungsverfahren vorgebrachten 
Vorwürfe (act. E.1, E. 4.4 ff.).

5.3.1. Das Schreiben von Frau M._____ datiert vom 21. Juni 2011. Sie beschreibt 
eine Situation, die sich im März 2011 abgespielt haben soll. Damals habe sich in 
O._____ ein Fremder rumgetrieben, der Schüler angesprochen habe. Deswegen 
habe sie das Thema "Nicht mit Fremden mitgehen" nochmals im Unterricht thema-
tisiert. Anlässlich dieser Thematisierung hätten die Kinder gelernt zu sagen "Nein, 
Stop, fass mich nicht an, mein Körper gehört mir" etc. Zudem habe sie mit den 
Kindern ein Kinderbuch "Mein Körper gehört mir" angeschaut. Danach hätten die 
Kinder von ihren Bedenken und Ängsten erzählt und sie seien mit Lösungsvor-
schlägen durch Rollenspiele auf die Thematik eingegangen. Plötzlich habe 
C._____ zu zittern begonnen und sei im Gesicht rot geworden, seine Augen hät-
ten sich geweitet und er habe begonnen den Atem anzuhalten und habe sich 
schliesslich so sehr verkrampft, dass sein Körper steif geworden sei. Als sie ihn 
habe beruhigen wollen, habe er einen Schrei ausgestossen, sei in Tränen ausge-
brochen und habe in ihren Armen geweint. Er habe sich schliesslich im Beisein 
der anderen Kinder beruhigt. Die Kindergärtnerin war der Ansicht, dass C._____ 
äusserst heftig reagiert habe und grosse Angst gehabt habe. Sie habe dies bei 
Schulschluss der Mutter gemeldet, damit diese informiert gewesen sei und allfälli-
ge andere Reaktionen zu Hause hätte zuordnen und auffangen können (act. 
B.4.1). Die Beschuldigte führt aus, es könne offenbleiben, ob ein Missbrauch 
nachgewiesen werden könne. Allerdings löse ein derartiger Brief bei einer besorg-
ten Mutter natürlich Ängste aus (act. H.2, Rz. 8). 

5.3.2. Im Hinblick auf das Datum des Schreibens, nämlich der 21. Juni 2011, stellt 
sich vorerst die Frage, weshalb sich Frau M._____ erst drei Monate nach dem 
Vorfall schriftlich an die Beschuldigte wandte, nachdem sie ihr im März 2011 nach 
Schulschluss vom Vorfall erzählt hatte. Dies kann jedoch offenbleiben, da der Be-
weiswert dieses Schreibens gering ist. Es erscheint nicht ungewöhnlich, dass ein 
Kind unerwartete Reaktionen zeigt, wenn es das erste Mal mit Themen konfron-
tiert wird, wie sie von Frau M._____ geschildert werden. Auch der Umgang mit 
fremden Personen ist für manche Kinder fürs Erste etwas beängstigend. Anläss-
lich der Berufungsverhandlung führte die Beschuldigte aus, in diesem Alter mit 
ihrem Sohn noch nie über das Thema Sexualität gesprochen zu haben (act. H3, S. 
7). Ausserdem scheint die Beschuldigte neue Bezugspersonen für C._____ mit 
Bedacht auszuwählen. Gemäss den Ausführungen des Obergerichts Zürich lasse 
die Mutter keine Beziehungen zu, welche die Mutter-Beziehung allenfalls konkur-
rieren könnten (StA act. 7.1, E. 4.4). Weshalb und wie aus dem im Schreiben er-

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läuterten Vorfall eine Kindeswohlgefährdung von Seiten des Privatklägers ersicht-
lich sein sollte, erschliesst sich dem Gericht jedenfalls nicht. Genauso gut könnte 
C._____ auf das Nicht-Mitgehen mit Fremden reagiert haben. Die Kindergärtnerin 
wollte lediglich, dass die Mutter eine allfällige Reaktion von C._____ zu Hause 
hätte zuordnen und auffangen können. Sie hat nirgends eine Kindeswohlgefähr-
dung erwähnt und eine solche kann – insbesondere in Bezug auf den Vater – we-
der subjektiv als Mutter noch aus objektiver Sicht aus diesem Schreiben abgeleitet 
werden. 

5.4.1. Die Beschuldigte hat Belege mit Hilfe der Privatdetektei P._____ gesucht, 
um die Verhältnisse im Haushalt der Eheleute B./Q._____ in Bezug auf den Alko-
holkonsum und die Einnahme von Psychopharmaka nachweisen zu können. Der 
Lebenswandel des Kindsvaters, das von der Beschuldigte beobachtete Verhalten 
gegenüber dem Kind und insbesondere die nachweislich dokumentierten Reaktio-
nen des Kindes seien der wahre Grund gewesen, weshalb die Beschuldigte die 
Schweiz verlassen habe. Sie behauptet zudem, die Lebenspartnerin des Privat-
klägers leide nachweislich an schweren Neurosen, namentlich an Waschneurosen 
(vgl. StA act. 1.36 und 1.43; act. H.2, Rz. 22). Aufgrund der Erfahrung der Be-
schuldigten mit dem Privatkläger und des Berichts der Privatdetektei P._____ ha-
be die Beschuldigte daher davon ausgehen müssen, dass im Haushalt des Privat-
klägers im Übermass Alkohol konsumiert werde. Ausserdem sei der gleichzeitige 
Konsum von Psychopharmaka dokumentiert, was im Zusammenspiel zu verhee-
renden Auswirkungen führen könne (vgl. StA act. 1.36; act. H.2, Rz. 22). Mit die-
sen Argumenten hatte sich bereits das Obergericht Zürich im Verfahren LC120022 
zu befassen. Es bezieht sich bei der Beweiswürdigung auf den Gutachter, welcher 
einen Bericht der Hausärztin des Privatklägers zitiert, wonach aufgrund der Le-
berwerte des Beklagten ein übermässiger Alkoholkonsum ausgeschlossen sei 
(StA act. 7.1, E. 4.4, S. 22). Im vorliegenden Berufungsverfahren macht die Be-
schuldigte erneut geltend, dass der Privatkläger übermässig viel Alkohol getrun-
ken habe und sie dies immer beobachtet habe. Ausserdem habe die Putzfrau ver-
steckte Flaschen gefunden. Im Abfall des Privatklägers und seiner Frau seien ge-
nau diese Flaschen, Büchsen, Campari und weiteres gefunden worden. Dies sei 
der Beweis gewesen, der jedoch nicht gewürdigt worden sei (act. H.3, Frage 18). 

5.4.2. Aus den Schilderungen der Beschuldigten geht nicht hervor, weshalb das 
Berufungsgericht von der vom Obergericht Zürich vorgenommenen Würdigung 
dieser Anschuldigungen abweichen sollte (OGer ZH LC120022 v. 6.11.2012 
E. 4.4). Sie legt insbesondere keine neuen Tatsachen dar, die eine anderweitige 
Würdigung des angeblichen Alkoholproblems des Privatklägers nahelegen wür-

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den. Weshalb hier, entgegen der Ansicht des vom Obergericht Zürich gewürdigten 
Gutachtens und ohne neue Beweise, von einer Alkoholproblematik des Privatklä-
gers ausgegangen werden soll, ist nicht nachvollziehbar. Im Übrigen lässt das Auf-
finden von Büchsen und Flaschen zwar auf einen Alkoholkonsum schliessen, je-
doch nicht auf einen übermässigen. Dies deckt sich auch mit der Analyse der Le-
berwerte, wogegen die Beschuldigte ebenfalls nichts Konkretes vorbringt. Eine 
andere als die vom Obergericht Zürich vorgenommene Würdigung dieser Beweise 
fällt daher ausser Betracht. 

5.5.1. Die Beschuldigte moniert weiter, C._____ habe sich beim Vorbereitungsbe-
such vom 25. September 2013 an das Bein seines Onkels geklammert, damit er 
seinen Vater nicht treffen müsse, und die Vorinstanz habe fälschlicherweise dar-
aus geschlossen, sein Verhalten sei ihr zuzuschreiben. Die KESB Bezirk Meilen 
habe eingegriffen, den Besuch unterbrochen, dem Kindsvater die Obhut entzogen 
und eine Fremdplatzierung angeordnet (act. H.2, Rz. 23). 

5.5.2. Laut Entscheid der KESB Bezirk Meilen vom 3. Oktober 2013 habe 
C._____ bei der Begrüssung auf der KESB-Stelle über starke Bauchkrämpfe ge-
klagt. Auf Nachfrage habe er mitgeteilt, dass er dies immer wieder mal habe und 
der Arzt gemeint habe, es sei eine Art Grippe (StA act. 7.4, S. 2). Erst als sich der 
Onkel habe verabschieden wollen, damit C._____ mit einem Mitglied der KESB 
alleine auf den Vater warten könne, habe sich C._____ mit aller Kraft an den On-
kel geklammert und sehr heftig geweint. Er habe nur schwer beruhigt werden kön-
nen und über starke Schmerzen geklagt. Schliesslich habe er eingewilligt, den 
Vater kurz zu treffen. Der Kontakt habe drei Minuten gedauert (StA act. 7.4, S. 2). 
C._____ führte mitunter selbst aus, dass er die Krämpfe immer mal wieder habe. 
Daher scheint dies nicht eine durch Begegnungen mit dem Vater ausgelöste Re-
aktion zu sein, da solche Begegnungen nicht "immer mal wieder" stattfanden. Die 
Beschuldigte bringt dazu nichts weiter vor. Aus dem Entscheid der KESB Bezirk 
Meilen vom 3. Oktober 2013 geht nicht hervor, aus welchen Gründen C._____ 
sich an das Bein seines Onkels geklammert haben soll. Dem Urteil des Oberge-
richts Zürich vom 6. November 2012 ist zu entnehmen, dass die ablehnende Hal-
tung der Beschuldigten gegenüber dem Privatkläger es C._____ verunmögliche, 
über den Vater zu sprechen, den Wunsch nach einem Vaterkontakt zu äussern 
oder gar nur darüber nachzudenken (StA act. 7.1, E. 4.2, S. 13 f.). Nach einer so 
langen Zeit ohne Kontakt zum Vater und den zahlreichen negativen Interaktionen 
der Mutter gegenüber dem Vater (vgl. z.B. StA act. 7.1, E. 4.2, S. 15; act. H.3, 
Frage 16 S. 8, Frage 5 S. 10, Frage 2 S. 12, Frage 5 S. 13, wo sie den Privatklä-
ger gar vor Gericht jeweils als perversen Narzissten bezeichnet), ist es nicht ver-

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wunderlich, dass C._____ im Hinblick auf eine Begegnung mit dem von der Mutter 
schlecht und negativ dargestellten Vater so heftig reagiert. Woraus aus dem Ver-
halten von C._____ eine Kindesgefährdung von Seiten des Vaters herausgelesen 
werden sollte, ist abermals nicht nachvollziehbar. 

5.6.1. Die Beschuldigte beruft sich des Weiteren auf die Ausführungen im Partei-
gutachten (act. B.4.2). Darin beschreibe der Gutachter, dass der Bericht der Kin-
dergärtnerin vom 21. Juni 2011 dafür spreche, dass C._____ tatsächlich etwas 
erlebt haben müsse, was ihn dazu gebracht habe, die Besuche beim Kindsvater 
abzulehnen. Ausserdem könne mit diesem Gutachten rechtsgenüglich nachge-
wiesen werden, dass die Mutter zu Recht ernsthafte Zweifel am Wohl des Kindes 
haben durfte und musste (act. H.2, Rz. 9). 

5.6.2. Privatgutachten haben nicht den gleichen Stellenwert wie Gutachten, die 
von der Untersuchungsbehörde oder von einem Gericht eingeholt wurden. Daher 
kommt den Ergebnissen eines im Auftrag des Beschuldigten erstellten Privatgut-
achtens lediglich die Bedeutung einer der freien Beweiswürdigung unterliegenden 
Parteibehauptung bzw. eines Bestandteils der Parteivorbringen zu, jedoch nicht 
die Qualität eines Beweismittels. Da Privatgutachten in der Regel nur eingereicht 
werden, wenn sie für den Auftraggeber günstig lauten, sind sie mit Zurückhaltung 
zu würdigen. Dies gilt auch, wenn das Privatgutachten durch eine erfahrene und 
etablierte Fachperson erstellt wird, die auch als Gerichtsgutachter beigezogen 
wird. Der Privatgutachter ist nicht unabhängig und unparteiisch wie der amtliche 
Sachverständige. Er steht vielmehr in einem Auftragsverhältnis zu der ihn beauf-
tragenden privaten Partei und äussert seine Meinung, ohne von den juristischen 
Entscheidungsträgern in die Pflicht genommen worden zu sein. Es ist daher beim 
Privatgutachter vom Anschein einer Befangenheit auszugehen, zumal er vom An-
geschuldigten nach dessen Kriterien ausgewählt worden ist, zu diesem in einem 
Vertrags- und Treueverhältnis steht und von ihm entlohnt wird. Aus diesen Grün-
den ist ein privates Gutachten, auch wenn es durch eine anerkannte Fachperson 
erstellt wird, einem gerichtlich angeordneten Gutachten nicht gleichgestellt (BGE 
141 IV 369 E. 6.2 mit etlichen Hinweisen). 

5.6.3. Beim Parteigutachten von Dr. med. E._____ handelt es sich um ein einseiti-
ges Gutachten, das von der Beschuldigten in Auftrag gegeben worden ist. Auf-
grund des vorliegenden Sachverhalts ist anzunehmen, dass das Auftragsziel des 
Gutachtens war, dem Privatkläger die elterliche Sorge über C._____ abzuspre-
chen (vgl. act. B.4.2, S. 1). In objektiver Hinsicht geht es im Gutachten darum, das 
subjektive Erleben des Kindes C._____ zu eruieren (act. B.4.2, S.2). 

17 / 41

Dr. med. E._____ schreibt, die Beschuldigte wünsche keinen Kontakt zwischen 
dem Privatkläger und C._____ (act. B. 4.2, S. 3). Am 16. Juni 2011 teilte die Be-
schuldigte Dr. E._____ – angeblich unter Beilage eines entsprechenden Schrei-
bens – mit, dass die Kindergärtnerin eine Beobachtung gemacht habe, die auf ei-
ne schlimme Erfahrung schliessen lasse, die C._____ früher mit dem Privatkläger 
gemacht habe (act. B.4.2, S. 6). Am 23. Juni 2011 führt C._____ aus, dass die 
Beschuldigte ihm gesagt habe, er dürfe nicht mit dem Privatkläger reden. Dies 
bestreitet die Beschuldigte jedoch. Sie habe ihm nur erklärt, er dürfe nicht mit dem 
Privatkläger auf die Toilette (act. 4.2, S. 6). 

Dr. med. E._____ kommt zum Schluss, dass C._____ ein starkes Bedürfnis nach 
einem guten Kontakt mit einer männlichen Person habe. C._____ verändere sein 
Verhalten nicht spürbar vor der Mutter und könne offen reden (act. B.4.2, S. 8). 
Zwischen C._____ und dem Vater bestehe keine Bindung und wenn, dann habe 
er eine sehr problematische Beziehung zum Vater (act. B.4.2, S. 9). Der Bericht 
der Kindergärtnerin vom 21. Juni 2011 spreche dafür, dass C._____ tatsächlich 
etwas erlebt haben müsse, dass ihn dazu gebracht habe, die Besuche beim Pri-
vatkläger abzulehnen (act. B.4.2, S. 10). Der Parteigutachter beschreibt es für das 
Kindeswohl abträglich, wenn C._____ zu Kontakten mit dem Privatkläger gezwun-
gen werde. Es müsse ein modus vivendi gefunden werden, sodass sich C._____ 
damit abfinden könne, einen "komischen" Vater zu haben, ohne dass daraus für 
sein Identitätsgefühl eine zu grosse Einbusse resultiere. Nach einer Kontaktpause 
werde C._____ vermutlich früher oder später wieder Kontakt zu seinem Vater su-
chen (act. B.4.2, S. 10). 

5.6.4. Das vorliegende Parteigutachten wurde insbesondere auf Grundlage der 
Anhörung der Beschuldigten und von C._____ erstellt. Die Beschuldigte führt vor 
dem Gutachter aus, dass die von der Kindergärtnerin erwähnte Beobachtung auf 
eine schlimme Erfahrung mit dem Privatkläger schliessen lasse (act. B.4.2, S. 6). 
Aus dem Parteigutachten geht nicht explizit hervor, der Privatkläger stelle eine 
Kindeswohlgefährdung für C._____ dar. Im Gegenteil ist dem Parteigutachten zu 
entnehmen, dass C._____ ein starkes Bedürfnis nach einem guten Kontakt mit 
einer männlichen Bezugsperson habe (act. B.4.2, S. 8). Die Kontakte zwischen 
C._____ und seinem Vater seien nicht zu erzwingen, jedoch wolle C._____ gewiss 
über seinen Vater auf dem Laufenden gehalten werden und möglicherweise früher 
oder später wieder einen Kontakt zum Kindsvater herstellen wollen (act. B.4.2, S. 
10). Es sei Aufgabe eines Beistandes, falls überhaupt eine Beistandschaft auf-
rechterhalten bleibe, mit punktuellen und sorgsam organisierten Kontakten zwi-
schen Vater und Sohn eine lebbare Form zu finden (act. B.4.2, S. 10). Die Aus-

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führung, wonach "etwas" vorgefallen sei, was C._____ dazu bringe, die Besuche 
beim Vater abzulehnen (act. B.4.2, S. 10), lässt den Schluss eines Missbrauchs 
nicht zu. Dabei handelt es sich um eine Interpretation einer potentiellen Handlung 
des Kindsvaters seitens der Beschuldigten. 

Ausserdem fand das Gespräch zwischen Dr. med. E._____ und der Beschuldigten 
am 16. Juni 2011 statt (act. B.4.2, S. 4). Das Schreiben der Kindergärtnerin datiert 
jedoch vom 21. Juni 2011 (act. B.4.1). Damit besteht ein Widerspruch zwischen 
der Aussage der Beschuldigten vom 16. Juni 2011, wonach das Schreiben im An-
hang beiliege, und der tatsächlichen Erstellung des Schreibens vom 21. Juni 
2011. Es ist davon auszugehen, dass Dr. med. E._____ dieses Schreiben erst 
später erhalten hat, da es vorher gar nicht existierte, was den Wahrheitsgehalt und 
damit die Glaubhaftigkeit der Aussage der Beschuldigten vermindert. 

5.6.5. Dr. med. E._____ erläutert, C._____ müsse tatsächlich etwas erlebt haben, 
dass ihn dazu gebracht habe, die Besuche beim Privatkläger abzulehnen (act. 
B.4.2, S. 10). Er führt jedoch nicht aus, dass das Erlebte mit dem Privatkläger 
selbst in Zusammenhang stehe oder vom Privatkläger eine Kindesgefährdung 
ausgehe. Ausserdem beschreibt der Gutachter den Privatkläger als "komischen" 
Vater (act. B.4.2, S. 10), obwohl er diesen nie zu Gesicht bekommen hat und ihn 
nie befragt hat. Eine Würdigung in dem Sinne, dass in der Konsequenz des "komi-
schen" Vaters eine Einbusse für das Identitätsgefühl bei C._____ resultiere, er-
scheint bei objektiver Betrachtung fraglich. Sollte dies so sein, so wäre dies höchs-
tens das Resultat des negativen Einflusses der Mutter auf das Vaterbild von 
C._____. Diesen Einfluss beschrieb bereits das Obergericht Zürich, indem es sich 
auf das gerichtliche Gutachten bezog, die Äusserungen des Gutachters als 
schlüssig bezeichnete und erwog, dass die ablehnende Haltung der Mutter es 
C._____ gar verunmögliche, über den Vater zu sprechen, den Wunsch nach ei-
nem Vaterkontakt zu äussern oder gar nur darüber nachzudenken (act. B.4.2., S. 
10; OGer ZH LC120022 v. 6.11.2012 E. 4.2, S.13 f.). Der Gutachter geht vom sub-
jektiven Gefühl von C._____ aus und bringt keine objektiv nachvollziehbaren 
Gründe vor, weshalb vom Vater eine Kindesgefährdung für C._____ ausgehe. Ei-
ne dahingehende Interpretation der Beschuldigten aufgrund der Einschätzung von 
Dr. med. E._____ schlägt fehl und ist objektiv nicht nachvollziehbar.  

5.6.6. So oder anders widerspiegelt das Gutachten lediglich die einseitigen Be-
hauptungen der Beschuldigten. Dr. med. E._____ hat den Privatkläger weder ge-
sehen noch gehört. Damit vermag das Parteigutachten die Schlussfolgerung des 
vom Obergericht Zürich gewürdigten gerichtlichen Gutachtens – wonach der Pri-
vatkläger geeignet sei, C._____ zu erziehen – nicht umzustossen (OGer ZH 

19 / 41

LC120022 v. 6.11.2012 E. 4 f.). Das Urteil des Obergerichts Zürich nimmt denn 
auch stetig Bezug auf Arztberichte von Dr. med. E._____, welche sich mit Aussa-
gen aus seinem späteren Parteigutachten decken (z.B. Bemerkung von C._____ 
bei Dr. med. E._____, er müsse vier Mal zum Vater, dann alleine, dann nicht 
mehr, oder er wisse nicht, was er am nächsten Besuchstag machen solle, Mami 
habe gesagt, er dürfe nicht mit dem Vater reden [OGer ZH LC120022 v.6.11.2012 
E. 4.2, S. 15 mit Verweis auf S.5 und auf S.6 und act. B.4.2 S.5 und S. 6]). Ob vor-
liegend die Arztberichte von Dr. med. E._____, welche dem Urteil des Oberge-
richts Zürich zugrunde lagen, lediglich unter dem neuen Titel "Gutachten" beim 
Berufungsgericht eingereicht worden sind, kann offenbleiben. Aus dem Parteigut-
achten vom 19. Juli 2011 von Dr. med. E._____ lässt sich weder eine Kindesge-
fährdung von C._____ durch den Privatkläger ableiten noch begründen. Eine sol-
che kann weder subjektiv oder objektiv betrachtet, noch irrtümlicherweise ange-
nommen werden. 

6. Rechtfertigender und entschuldbarer Notstand (Art. 17 und 18 StGB)

6.1. Wer eine mit Strafe bedrohte Tat begeht, um ein Rechtsgut einer anderen 
Person aus einer unmittelbaren, nicht anders abwendbaren Gefahr zu retten, han-
delt rechtmässig, wenn er dadurch höherwertige Interessen wahrt (Art. 17 StGB). 
Die Bestimmung schafft einen Rechtfertigungsgrund für den Fall, dass das zu 
schützende Interesse höherwertiger ist als jenes, in welches eingegriffen wird 
(Donatsch, a.a.O., N 1 zu Art. 17 StGB m.w.H.). Die Legitimation des rechtferti-
genden Notstands liegt darin, dass ein Rechtsgut (ein eigenes oder dasjenige ei-
nes anderen) einer unmittelbaren Gefahr ausgesetzt ist und sich die Gefahr nur 
abwenden lässt, indem in das Rechtsgut eines Dritten eingegriffen wird (Marcel 
Alexander Niggli/Carola Göhlich, in: Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommen-
tar, Strafrecht, 4. Aufl., Basel 2019, N 10 zu Art. 17 StGB m.w.H.). Die Gefahr 
muss somit konkret und unmittelbar sein und darf sich nur durch ein sofortiges 
Eingreifen abwenden lassen (Donatsch, a.a.O., N 4 zu Art. 17 StGB m.w.H.). Ob 
eine nicht anders abwendbare Gefahr vorliegt, ist Gegenstand der von der Täterin 
zu treffenden Prognose. Sie bestimmt sich daher aus Sicht eines verständigen 
Dritten in der Lage der Täterin. Eine rechtmässige Handlung, die der Betroffene 
dulden muss, stellt keine Gefahr im Sinne von Art. 17 StGB dar (Stefan Trech-
sel/Christopher Geth, in: Trechsel/Pieth [Hrsg.], Schweizerisches Strafgesetzbuch, 
Praxiskommentar, 4. Aufl., Zürich 2021, N 3 zu Art. 17 StGB m.w.H.; Nigg-
li/Göhlich, a.a.O., N 11 f. zu Art. 17 StGB m.w.H.). 

Wer eine mit Strafe bedrohte Tat begeht, um sich oder eine andere Person aus 
einer unmittelbaren, nicht anders abwendbaren Gefahr für Leib, Leben, Freiheit, 

20 / 41

Ehre, Vermögen oder andere hochwertige Güter zu retten, wird milder bestraft, 
wenn ihr zuzumuten war, das gefährdete Gut preiszugeben (Art. 18 Abs. 1 StGB). 
War es ihr nicht zuzumuten, das gefährdete Gut preiszugeben, so handelt die 
Täterin nicht schuldhaft (Art. 18 Abs. 2 StGB). Dabei stehen sich gleichwertige 
Interessen gegenüber, welche zwar die Rechtswidrigkeit nicht beseitigen, aber zu 
einer Verringerung oder gar zum Wegfallen der Schuld führen (Trechsel/Geth, 
a.a.O., N 1 zu Art. 18 StGB). Ob die Preisgabe des Gutes zumutbar gewesen wä-
re, ist in Beachtung des Ausmasses der psychischen Belastung der Täterin zu 
prüfen, nämlich ob bzw. inwieweit ihr persönlich für ihre Notstandshandlung ein 
Vorwurf gemacht werden kann (Donatsch, a.a.O., N 2 zu Art. 18 StGB). Die sub-
jektive Prägung des entschuldbaren Notstands erlaubt, die Subsidiarität nicht nach 
rein objektiven Kriterien zu prüfen, sondern gemäss der Situation der Täterin zu 
berücksichtigen. Nämlich ob ihr zuzumuten war, auf anderweitige Abwendung der 
Gefahr zu vertrauen, fremde Hilfe in Anspruch zu nehmen oder das Gut aufzuge-
ben (Trechsel/Geth, a.a.O., N 2 zu Art. 18 StGB).

6.2. Die Beschuldigte erläutert, sie habe aufgrund des Schreibens von Frau 
M._____ vom 21. Juni 2011 und des Gutachtens von Dr. med. E._____ vom 19. 
Juli 2011 davon ausgehen müssen, dass vom Privatkläger eine Gefahr für ihren 
Sohn ausgehe. Dieser Bericht sowie das Parteigutachten seien im gerichtlichen 
Gutachten (und im Urteil vom Obergericht Zürich) nicht berücksichtigt worden. Es 
sei jedoch nachvollziehbar, dass sie in der Folge Befürchtungen für ihren Sohn 
hegte und nachweisen wollte, dass der Privatkläger nicht geeignet sei, C._____ zu 
betreuen. Deswegen habe sie die Privatdetektei P._____ engagiert. Sie habe Be-
lege gesucht, um die Zustände im Haushalt des Vaters dokumentieren zu können. 
Dabei sei ein erheblicher Konsum von Alkohol und Psychopharmaka im Haushalt 
des Privatklägers und Q._____ dokumentiert worden. Weder rachsüchtige noch 
egoistische Motive, sondern der Lebenswandel des Privatklägers, das von der 
Beschuldigten beobachtete Verhalten gegenüber dem Kind und insbesondere die 
nachweislich dokumentierten Reaktionen des Kindes seien die wahren Gründe 
gewesen, um die Schweiz zu verlassen (act. H2, Rz. 20 f.). 

6.3. Das Schreiben von Frau M._____ sowie das Parteigutachten von Dr. med. 
E._____ vermögen keine objektiv oder subjektiv wahrnehmbaren Befürchtungen 
für eine Gefährdung des Kindeswohls von C._____ durch den Privatkläger hervor-
rufen (siehe vorstehend E. 5). Dementsprechend bestand zu keinem Zeitpunkt 
eine konkrete oder unmittelbare und nicht anders abwendbare, vom Privatkläger 
ausgehende Gefahr für C._____. Es ist auch kein Eingriff in die Rechtsgüter von 
C._____ auszumachen. Eine Gefährdungssituation lässt sich auch aus der subjek-

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tiven Wahrnehmung der Beschuldigten nicht ableiten. Ihre Sicht der Dinge, wie 
z.B. ihre Wahrnehmung des Schreibens von Frau M._____, erscheint nach dem 
vorstehend Gesagten (vgl. vorstehend E. 5.3) konstruiert und irrational. Auch aus 
dem Gutachten von Dr. med. E._____ geht weder direkt noch indirekt hervor, dass 
vom Privatkläger eine Gefahr für C._____ ausgehe (E. 5.6). Damit legt die Be-
schuldigte keine aussagekräftigen Indizien oder Beweise für eine mögliche subjek-
tiv oder objektiv wahrnehmbare Gefährdungssituation von C._____ durch den Pri-
vatkläger dar. Die Beschuldigte befand sich insofern nicht in einer Notstandsituati-
on und die Entführung von C._____ nach D._____ ist infolgedessen weder ent-
schuldbar noch gerechtfertigt. 

7. Putativnotstand nach Art. 18 StGB i.V.m. Art. 13 Abs. 1 StGB

7.1. Handelt die Täterin in einer irrigen Vorstellung über den Sachverhalt, so 
beurteilt das Gericht die Tat zu Gunsten der Täterin nach dem Sachverhalt, den 
sich die Täterin vorgestellt hat (Art. 13 Abs. 1 StGB). Beim sogenannten Putativ-
notstand hält die Täterin irrigerweise einen Sachverhalt für gegeben, der sein Ver-
halten als gerechtfertigt erscheinen liesse, sofern er wirklich vorläge (Marcel Alex-
ander Niggli/Stefan Maeder, in: Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, 
Strafrecht, 4. Aufl., Basel 2019, N 12 zu Art. 13 StGB). Einem Tatbestandsirrtum 
unterliegt nicht nur, wer sich eine positiv falsche Vorstellung über den Sachverhalt 
macht, sondern es genügt bereits das Fehlen der richtigen Vorstellung, wie die 
blosse Unkenntnis des Tatbestandsmerkmals. Die bewusste Nichtkenntnis eines 
Sachverhalts, bzw. korrekterweise das Nicht-zur-Kenntnis-nehmen-Wollen eines 
Sachverhalts begründet keinen Irrtum im Sinne von Art. 13 StGB (Niggli/Maeder, 
a.a.O., N 10 zu Art. 13 StGB). Fälle, in denen die Täterin glaubt, sie könne sich 
auf einen Rechtfertigungsgrund stützen, den es entweder gar nicht oder doch 
nicht in dem von ihr angenommenen Umfang gibt, gehören nicht unter Art. 13 
StGB (Niggli/Maeder, a.a.O., N 14 zu Art. 13 StGB). 

7.2. Es ist nicht erstellt, dass bei der Beschuldigten der subjektive und irrtümli-
cherweise angenommene Glauben an eine tatsächliche Notlage von C._____ er-
weckt worden ist (vgl. vorstehend E. 5 und E. 6.3). Folglich besteht auch kein Pu-
tativnotstand. 

8. Fahrlässiger Irrtum über Putativnotstand 

8.1. Hatte die Täterin den Irrtum bei pflichtgemässer Vorsicht vermeiden kön-
nen, so ist sie wegen Fahrlässigkeit strafbar, wenn die fahrlässige Begehung der 

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Tat mit Strafe bedroht ist (Art. 13 Abs. 2 StGB). Ergibt sich also, dass der Irrtum 
vermeidbar ist, tritt die Verurteilung wegen des betreffenden Fahrlässigkeitsdelik-
tes zur allfällige Bestrafung nach Abs. 1 hinzu (Donatsch, a.a.O., N 7 zu Art. 13 
StGB). Art. 13 StGB passt, in seiner Gesamtheit sowie mit Blick auf den systema-
tischen Zusammenhang von Art. 12 StGB betrachtet, von vornherein nur auf "irrige 
Vorstellungen über den Sachverhalt", welche den Vorsatz berühren, und das sind 
nur der Tatbestandsirrtum und die irrtümliche Annahme einer objektiven Rechtfer-
tigungslage (Niggli/Maeder, a.a.O., N 16 zu Art. 13 StGB m.w.H.). 

8.2 Da vorliegend weder ein Tatbestandsirrtum noch die irrtümliche Annahme 
einer objektiven Rechtfertigungslage vorlag, erübrigt sich eine weitere Prüfung des 
fahrlässigen Irrtums über den Putativnotstand. 

9. Der Lebenssachverhalt der unerlaubten Verbringung von C._____ nach 
D._____ erfüllt daher den objektiven und subjektiven Tatbestand von Art. 183 Ziff. 
2 i.V.m. Art. 184 Abs. 2 StGB. Es liegen keine Rechtfertigungsgründe für den Un-
rechtsausschluss der Tat vor. Die Beschuldigte ist nach Art. 183 Ziff. 2 i.V.m. Art. 
184 Abs. 4 StGB schuldig zu sprechen. 

10. Entziehen von Minderjährigen (aArt. 220 StGB und Art. 220 StGB)

10.1. Vor dem 1. Januar 2013 lautete die Fassung von Art. 220 StGB: Wer eine 
unmündige Person dem Inhaber der elterlichen oder der vormundschaftlichen 
Gewalt entzieht oder sich weigert, sie ihm zurückzugeben, wird, auf Antrag, mit 
Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft. Seit dem 1. Januar 
2013 weist Art. 220 StGB folgenden Wortlaut auf: Wer eine minderjährige Person 
dem Inhaber des Obhutsrechts entzieht oder sich weigert, sie ihm zurückzugeben, 
wird, auf Antrag, mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft. 
Damit wurde bei Art. 220 StGB lediglich der Wortlaut angepasst, wobei inhaltlich 
keine Änderungen vorgenommen wurden. Die Staatsanwaltschaft hat die Be-
schuldigte des Vorwurfs des Entzugs von Minderjährigen angeklagt (StA act. 
1.54). Die Beschuldigte bestreitet den objektiven Sachverhalt betreffend die Erfül-
lung des Tatbestandes nicht (act. H.2, Rz. 27). Sie bringt jedoch vor, sie habe in 
Notstand gehandelt und sei zumindest von einer Notstandsituation ausgegangen, 
weshalb zumindest Putativnotstand vorgelegen habe (act. H.2, Rz. 27). 

10.2. Aufgrund der Beweiswürdigung (vgl. vorstehend E. 5) kommt das Beru-
fungsgericht zum Schluss, dass in Bezug auf den vorliegenden Sachverhalt und 
den daraus folgenden Handlungen der Beschuldigten weder ein rechtfertigender 
Notstand, noch ein Putativnotstand oder ein fahrlässiger Irrtum in Bezug auf den 

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Putativnotstand vorlag (vgl. vorstehend, E. 6-8). Daher ist dies in Bezug auf den 
Tatbestand des Entziehens von Minderjährigen nicht nochmals zu prüfen. Da we-
der eine irrtümlich angenommene, noch eine reale Notstandsituation bestand, lag 
kein Rechtfertigungsgrund für die objektive Ausführung des Tatbestands von Art. 
220 StGB oder aArt.220 StGB vor. Die Beschuldigte ist daher der Entziehung von 
Minderjährigen im Sinne des festgestellten und unbestrittenen Sachverhalts 
schuldig zu sprechen.   

11. Strafzumessung

Zusammenfassend hat sich die Beschuldigte der Entführung nach Art. 183 Ziff. 2 
StGB in Verbindung mit Art. 184 Abs. 4 StGB sowie des Entziehens von Minder-
jährigen gemäss aArt. 220 StGB und Art. 220 StGB schuldig gemacht. Die Vorin-
stanz hat sie dafür mit einer Freiheitsstrafe von 42 Monaten bestraft (act. E.1, Dis-
positiv-Ziffer 1 und 2). Die Beschuldigte beanstandet die Strafzumessung der Vor-
instanz (act. H.2, Rz. 28 ff.) und beantragt eine Freiheitsstrafe von nicht mehr als 
12 Monaten und in Bezug auf die Verurteilung nach Art. 220 StGB höchstens eine 
bedingte Geldstrafe (act. H.2, Rz. 36). Das Berufungsgericht hat angesichts der 
Natur der Berufung als reformatorisches Rechtsmittel eine eigene Strafzumessung 
vorzunehmen (BGer 6B_798/2020 v. 16.9.2020 E. 2.2; Art. 408 StPO). 

11.1.1. Der ordentliche Strafrahmen von Art. 183 StGB beträgt bis zu fünf Jahre 
Freiheitsstrafe oder Geldstrafe. Erschwerende Umstände nach Art. 184 StGB er-
höhen das Minimum auf ein Jahr Freiheitsstrafe und erhöhen das Maximum auf 20 
Jahre Freiheitsstrafe (Art. 184 Abs. 4 i.V.m. Art. 40 Abs. 2 StGB; Delnon/Rüdy, 
a.a.O., N 26 zu Art. 184 StGB). Damit beträgt die mögliche abstrakte Strafe für 
Art. 183 Ziff. 2 StGB i.V.m. Art. 184 Abs. 4 StGB ein Jahr bis 20 Jahre Freiheits-
strafe. 

11.1.2. Für die Festlegung der Strafzumessungsschuld ist die objektive und sub-
jektive Tatschwere massgebend (Hans Mathys, Leitfaden Strafzumessung, 
2. Aufl., Basel 2019, Rz. 70). Gemäss Art. 47 Abs. 1 StGB misst das Gericht die 
Strafe nach dem Verschulden der Täterin zu und berücksichtigt das Vorleben und 
die persönlichen Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf das Leben der 
Täterin. Unter den Begriff des Verschuldens fällt das Mass der Vorwerfbarkeit des 
Rechtsbruchs und er umfasst den gesamten Unrechts- und Schuldgehalt der kon-
kreten Straftat (Mathys, a.a.O., Rz. 70). Das Verschulden wird nach der Schwere 
der Verletzung oder Gefährdung des betroffenen Rechtsguts, nach der Verwerf-
lichkeit des Handelns, den Beweggründen und Zielen der Täterin sowie danach 
bestimmt, wie weit die Täterin nach den inneren und äusseren Umständen in der 

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Lage war, die Gefährdung oder Verletzung zu vermeiden (Art. 47 Abs. 2 StGB). 
Bei der Berücksichtigung der Beweggründe kommt es drauf an, ob die Täterin aus 
eigenem Antrieb oder Veranlassung eines anderen handelte oder ob die Beweg-
gründe egoistischer Natur waren (Stefan Heimgartner, in: Donatsch et al. [Hrsg.], 
Orell Füssli Kommentar, StGB JStGB Kommentar, 20. Aufl., Zürich 2018, N 9 zu 
Art. 47 StGB). Ausgangspunkt für die Beurteilung des Tatverschuldens ist die ob-
jektive Tatschwere. Dabei ist massgebend, wie stark das geschützte Rechtsgut 
durch das Verhalten der Beschuldigten beeinträchtigt wurde. Danach ist zu prüfen, 
inwieweit diese objektive Tatschwere der Beschuldigten anzurechnen ist. Dieser 
objektive Umstand darf der Beschuldigten nur angerechnet werden, soweit sie 
diesen gewollt oder in Kauf genommen bzw. als möglich vorausgesehen hat oder 
voraussehen musste (Mathys, a.a.O., Rz. 73 f.). Im Rahmen der Beurteilung des 
Tatverschuldens ist ausserdem zu berücksichtigen, ob die Täterin mit direktem 
Vorsatz oder Eventualvorsatz handelte. Beim Verschulden ist auch das "Mass an 
Entscheidungsfreiheit" bei der Täterin, sowie die Intensität des deliktischen Willens 
bedeutsam (Heimgartner, a.a.O., N 10 f. zu Art. 47 StGB). Zeigt die Täterin Reue 
und Einsicht, ist dies unter dem Gesichtspunkt der persönlichen Verhältnisse zu 
berücksichtigen (Heimgartner, a.a.O., N 15 zu Art. 47 StGB). Fehlende Reue und 
fehlende Einsicht darf straferhöhend gewichtet werden (Mathys, a.a.O., Rz. 315 
m.H.a. BGE 113 IV 56).

11.1.3. Die Beschuldigte hat in ihrer Befragung an der Hauptverhandlung ausge-
sagt, sie habe die Organisation der Kindesentführung von C._____ geplant. Dazu 
habe sie sich mit einem Anwalt getroffen und ihn nach den Möglichkeiten gefragt, 
woraufhin jener D._____ als Entführungsort vorgeschlagen habe (act. H.3, S. 6, 
Frage 11). Der Anwalt habe dann ein Flugticket organisiert und sie habe eine Auf-
enthaltsbewilligung organisiert (act. H.3, S.6, Frage 11). Zur Bezahlung der Le-
benskosten in D._____ habe sie das Geld mitgenommen, dass sie aus dem Ver-
kauf eines Hauses erhalten habe (act. H.3, S.6, Frage 12). Die Beschuldigte lebte 
mehrere Jahre ohne Bekanntgabe ihres Aufenthaltsortes in D._____ und liess den 
Privatkläger damit im Unklaren, ob sein Sohn überhaupt noch lebt. 

Die komplexe Organisation der Entführung, die Auswahl der Stadt D._____ in 
R._____ (Nicht Mitglied des Haager Kindesentführungsübereinkommens [HKÜ; 
SR 0.211.230.02]) und die Finanzierung der Entführung zeugen von einer hohen 
kriminellen Energie der Beschuldigten. Die Beschuldigte hat C._____ seinem Va-
ter bewusst jahrelang vorenthalten und vorsätzlich eine Vater-Kind-Beziehung 
verunmöglicht. Sie hat mit kriminellen Mitteln den von ihr angestrebten Zweck – 
nämlich, dass C._____ ohne Vater aufwächst und sie die einzige Bezugsperson in 

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seinem Leben ist – erreicht. Die Beschuldigte hat eingestanden, dass sie mit 
C._____ im August oder September 2013 nach D._____ gereist (act. H.2, Rz. 8) 
und schliesslich im August 2017 mit C._____ in die Schweiz zurückgekehrt sei 
(StA act. 1.54, S.1; act. H.3, S.13, Frage 7). Die Entführung von C._____ dauerte 
4 Jahre. In dieser Zeit hat sich C._____ (offensichtlich) dermassen von seinem 
Vater distanziert, dass er diesem den Kontakt seit seiner Rückkehr in die Schweiz 
verweigert (act. H.4, S. 4, Parteivortrag Privatkläger 2.). Während der Einvernah-
me an der Berufungsverhandlung bezeichnete die Beschuldigte den Privatkläger 
als perversen Narzissten (act. H.3, S. 12, Frage 2) und warf ihm krankes Verhal-
ten (act. H.3, S. 4, Frage 7) sowie Alkoholismus vor (act. H.3, S. 8, Frage 18). 
Demnach behauptet die Beschuldigte immer noch, dass sie C._____ aus den vor-
genannten Gründen vor seinem Vater beschützen musste. In Bezug auf das sub-
jektive Verschulden ist festzuhalten, dass die Beschuldigte keine Reue zeigt. Die 
Äusserung, C._____ sei nun genug alt, um sich selbst zu schützen, falls der An-
trag auf superprovisorische Zuteilung der Obhut abgelehnt worden wäre (act. H.3, 
S. 13, Frage 7), zeugt ebenfalls von mangelnder Einsicht der Beschuldigten. Die 
Beschuldigte hat aus egoistischen Motiven gehandelt. Ihr ging es lediglich darum, 
dem Privatkläger den Sohn zu entziehen und sich selbst als einzige Bezugsperson 
für C._____ zu gewinnen. Diese Faktoren sind stark verschuldenserhöhend zu 
werten. Zugunsten der Beschuldigten ist zu berücksichtigen, dass sie mit C._____ 
in die Schweiz zurückgekehrt ist (act. H.2, S.13, Frage 7). Ausserdem ist ihr anzu-
rechnen, dass sie den Sachverhalt nicht bestritten hat, geständig ist und sich im 
Strafverfahren kooperativ verhalten hat. Diese Tatsachen wirken sich jedoch nur 
leicht verschuldensmindernd aus. 

Die objektive Tatschwere wiegt aufgrund der Entführung von C._____ in ein Land 
ohne Rückführungsabkommen, dem jahrelangen Verschweigen des Aufenthaltsor-
tes von C._____ und der Vermeidung des Aufbaus einer Vater-Kind-Beziehung 
schwer. Nach dem vorstehend Gesagten ist der Beschuldigten ein schweres Ver-
schulden vorzuwerfen. 

11.1.4. Insgesamt rechtfertigt es sich daher, für den Tatbestand der Entführung 
nach Art. 183 Ziff. 2 StGB in Verbindung mit Art. 184 Abs. 4 StGB, die schuldan-
gemessene Strafe nach den vorgenannten Tatkomponenten auf 2 Jahre und 
6 Monate festzusetzen. 

11.2.1. Die Beschuldigte entführte C._____ nach D._____ und entzog C._____ 
damit der Obhut seines Vaters. Sie hat aus egoistischem Antrieb dafür gesorgt, 
dass der Vater von C._____ keinen Kontakt zu ihm aufbauen konnte. Das Urteil 
des Obergerichts Zürich inkl. die daraufhin erfolgte Bestätigung dieses Urteils 

26 / 41

durch das Bundesgericht, wonach die elterliche Sorge dem Privatkläger zugeteilt 
werde, waren ihr bestens bekannt. Trotz dieser rechtskräftigen Urteile konnte sie 
sich mit der Zuteilung der elterlichen Sorge nicht abfinden und hat alles getan, um 
C._____ vom Privatkläger fernzuhalten. Damit hat sie dem Privatkläger das ihm 
zugestandene Recht verweigert, den Aufenthaltsort sowie die Art und Weise der 
Unterbringung von C._____ zu bestimmen. Er konnte 4 Jahre lang und bereits 
davor wenig bis gar nicht an der Erziehung von C._____ teilhaben und wusste 
lange Zeit gar nicht, ob sein Sohn überhaupt am Leben ist. Aus dem Vorwort des 
Gutachtens von Dr. med. E._____ ergibt sich denn auch, dass dies das Ziel der 
Beschuldigten gewesen ist (act. B.4.2, S.1). Die Beschuldigte war sich der Entzie-
hung von C._____ vom Vater bewusst und sie hat vorsätzlich gehandelt. Sie hat 
den Privatkläger im Berufungsverfahren unter anderem mehrmals indirekt und di-
rekt als perversen Narzissten bezeichnet, was von Uneinsichtigkeit zeugt (act. 
H.3, Frage 16 S.8, Frage 5 S. 10, Frage 2 S. 12, Frage 5 S. 13). Die Verwerflich-
keit der Tat ist im Vergleich zu anderen Tatvarianten sehr hoch. C._____ ist bald 
volljährig und wurde damit in einer sehr prägenden Zeit seines Lebens von seiner 
Mutter beeinflusst und seinem Vater vorenthalten. Es wird sich im jetzigen Alter 
von C._____ schwierig erweisen, eine normale Vater-Kind-Beziehung aufzubauen. 
Insgesamt ist damit von einem schweren objektiven Tatvorwurf auszugehen. In 
subjektiver Hinsicht zeigt die Beschuldigte keine Reue und sieht den Unrechtsge-
halt ihrer Tat überhaupt nicht ein. Für sie spricht, dass sie sich selbständig dazu 
entschlossen hat, in die Schweiz zurückzukehren. Allerdings hat sie vorher noch 
die superprovisorische Obhut über C._____ anhängig gemacht, was in Bezug auf 
die Rückkehr wieder gegen Einsicht und Reue spricht. Immerhin hat sie sich im 
Strafverfahren jeweils kooperativ verhalten. Für den Tatbestand der Entziehung 
von Minderjährigen erscheint aufgrund der objektiven und subjektiven Tatkompo-
nenten eine Geldstrafe von 360 Tagessätzen (aArt. 220 StGB i.V.m. aArt. 34 
StGB) als schuldangemessen.

11.2.2. In übergangsrechtlicher Hinsicht ist folgendes zu beachten. Die Entziehung 
dauerte von August/Oktober 2013 bis August 2017 (StA act. 1.54 S.2). Gemäss 
Art. 34 StGB aus dem Jahr 2013 betrug die Geldstrafe damals höchstens 360 Ta-
gessätze (aArt. 34 StGB [2017]). Es ist anzumerken, dass nach neuem Recht für 
die gleiche Strafhöhe eine Freiheitsstrafe zu verhängen wäre, weshalb die Be-
schuldigte nach altem, milderem Recht (aArt. 34 StGB i.V.m. aArt. 220 StGB) 
schuldig zu sprechen ist (BGE 147 IV 241 E. 4). 

11.2.3. Gemäss neuem Recht ist für den vorliegenden Tatbestand von Art. 220 
StGB zwischen der Freiheitsstrafe und der Geldstrafe bis zu 180 Tagessätzen zu 

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entscheiden (Art. 220 StGB i.V.m. Art. 34 Abs. 1 StGB). Das Gericht kann statt auf 
eine Geldstrafe auf eine Freiheitsstrafe erkennen, wenn eine solche geboten er-
scheint (Art. 41 Abs. 1 lit. a und b StGB). Eine solche erscheint geboten, wenn 
sowohl die Verhängung einer Geldstrafe als auch einer bedingt vollziehbaren 
Freiheitsstrafe unzureichend sind, um die Täterin von der Begehung weiterer Ver-
brechen oder Vergehen abzuhalten (Wolfgang Wohlers, in: Wohlers/Godenzi 
/Schlegel [Hrsg.], Schweizerisches Strafgesetzbuch, Handkommentar, 4. Aufl., 
Bern 2020, N 2 zu Art. 41 StGB m.H.a. BGer 6B_341/2017 v. 23.1.2018 E. 1.1 
und 6B_125/2018 v. 14.6.2018 E. 1.3.5). 

Da C._____ am 5. Oktober 2005 geboren ist (StA act. 3.19) und damit bereits in 
Kürze volljährig ist, erscheint es sehr unwahrscheinlich, dass die Beschuldigte ihn 
dem Vater abermals entzieht. Es ist daher nicht davon auszugehen, dass eine 
Freiheitsstrafe in Bezug auf Art. 220 StGB geboten erscheint, um sie von weiteren 
Verbrechen oder Vergehen abzuhalten. Ihr kann in diesem Sinne keine schlechte 
Prognose gestellt werden, weshalb keine Freiheits-, sondern eine Geldstrafe zu 
verhängen ist. Nach altem Recht wurde bereits eine Geldstrafe in der Höhe von 
360 Tagessätzen festgelegt. Da diese Höhe gemäss neuem Recht eine Freiheits-
strafe nach sich ziehen würde und die Geldstrafe damit milder ist, ist die Beschul-
digte in Bezug auf Art. 220 StGB und aArt. 220 StGB nach altem Recht zu 360 
Tagessätzen Geldstrafe zu verurteilen.

11.2.4. Der Tagessatz beträgt höchstens CHF 3'000 Franken (aArt. 34 Abs. 2 
StGB). Die Beschuldigte gibt vor Berufungsgericht an, dass sie 5 Stunden à CHF 
50.00 pro Woche unterrichte, was ein monatliches Einkommen von CHF 1'000.00 
ergibt. Eine andere Einkommensquelle bestehe nicht (act. H.3, S. 2, Frage 2). Das 
Vermögen betrage ca. CHF 1 Mio. und den Vermögensertrag könne sie nicht be-
ziffern (act. H.3, S. 2, Frage 2). Es ist daher von einem jährlichen Vermögensver-
zehr von CHF 100'000.00 auszugehen, worin die CHF 12'000.00 Einkommen pro 
Jahr enthalten sind. Davon sind pauschal 20% für Krankenkasse und Steuern, 
sowie 15% für das Kind abzuziehen. Dies ergibt ein Nettoeinkommen von ca. CHF 
65'000.00 pro Jahr, woraus ein Tagessatz von CHF 180.55 resultiert. Der Tages-
satz ist somit auf CHF 180.00 festzulegen. Insgesamt ist die Beschuldigte daher 
für ihren Verstoss gegen aArt. 220 StGB mit 360 Tagessätzen zu CHF 180.00 zu 
bestrafen.

11.3. Bei der Täterkomponente ist zu prüfen, ob sich diese straferhöhend oder 
strafmindernd auswirkt (Mathys, a.a.O., Rz. 314). Die Täterkomponente umfasst 
die persönlichen Verhältnisse und das Vorleben der Täterin sowie das Verhalten 
nach der Tat und im Strafverfahren. In Bezug auf das Vorleben fallen das frühere 

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Wohlverhalten wie auch die Zahl, Schwere und Zeitpunkt von Vorstrafen ins Ge-
wicht (Heimgartner, a.a.O., N 14 zu Art. 47 StGB). Das Wohlverhalten seit der Tat 
erachtet das Bundesgericht nicht als besondere Leistung (Heimgartner, a.a.O., N 
14b zu Art. 47 StGB). 

Aus den persönlichen Verhältnissen und aus dem Vorleben der Beschuldigten 
ergeben sich keine strafzumessungsrelevanten Faktoren. Die Vorstrafenlosigkeit 
(StA act. 3.1) der Beschuldigten ist neutral zu werten. 

11.4.1. Die Strafbehörden nehmen die Strafverfahren unverzüglich an die Hand 
und bringen sie ohne unbegründete Verzögerung zum Abschluss (Art. 5 Abs. 1 
StPO). Das Beschleunigungsgebot (Art. 29 Abs. 1 BV, Art. 6 Ziff. 1 EMRK, Art. 14 
Ziff. 3 lit. c UNO-Pakt II und Art. 5 StPO) verpflichtet die Behörde, das Strafverfah-
ren zügig voranzutreiben, um die Beschuldigte nicht unnötig über die gegen sie 
erhobenen Vorwürfe im Ungewissen zu lassen. Das Beschleunigungsgebot gilt für 
das ganze Verfahren. Welche Verfahrensdauer angemessen ist, hängt jedoch von 
den konkreten Umständen ab, die in ihrer Gesamtheit zu würdigen sind. Kriterien 
hierfür bilden etwa die Schwere des Tatvorwurfs, die Komplexität des Sachverhal-
tes, die dadurch gebotenen Untersuchungshandlungen, das Verhalten des Be-
schuldigten und dasjenige der Behörden sowie die Zumutbarkeit für den Beschul-
digten (BGer 6B_175/2018, 6B_177/2018, 6B_190/2018 v. 23.11.2018 E. 2.2 
m.w.H.). Dabei ist im Sinne einer Gesamtbetrachtung zu prüfen, ob die Straf-
behörden das Verfahren innert angemessener Frist geführt haben (BGer 
6B_1304/2017 v. 25.6.2018 E. 1.3 m.w.H.). Wird eine Verletzung des Beschleuni-
gungsgebotes festgestellt, ist diesem Umstand angemessen Rechnung zu tragen, 
wobei als Sanktion unter anderem die Berücksichtigung der Verfahrensverzöge-
rung bei der Strafzumessung in Betracht fällt (BGer 6B_175/2018, 6B_177/2018, 
6B_190/2018 v. 23.11.2018 E. 2.2 mit Hinweis auf BGE 143 IV 49 E. 1.8.2 und 
BGE 133 IV 158 E. 8).  Von den Behörden und Gerichten kann jedoch nicht ver-
langt werden, dass sie sich ausschliesslich einem einzigen Fall widmen. Zeiten, in 
denen das Verfahren stillsteht, sind unumgänglich. Wirkt keiner dieser Verfah-
rensunterbrüche stossend, ist eine Gesamtbetrachtung vorzunehmen. Dabei kön-
nen Zeiten mit intensiver behördlicher oder gerichtlicher Tätigkeit andere Zeit-
spannen kompensieren, in denen aufgrund der Geschäftslast keine Verfahrens-
handlungen erfolgten. Eine Sanktion drängt sich nur auf, wenn seitens der Straf-
behörde eine krasse Zeitlücke zu Tage tritt. Als solche gilt etwa eine Untätigkeit 
von 13 oder 14 Monaten im Stadium der Untersuchung, eine Frist von vier Jahren 
für den Entscheid über eine Beschwerde gegen eine Anklagehandlung oder eine 
Frist von zehn oder elfeinhalb Monaten für die Weiterleitung eines Falles an die 

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Beschwerdeinstanz. Hingegen genügt es nicht, dass die eine oder andere Hand-
lung mit einer etwas grösseren Beschleunigung hätte vorgenommen werden kön-
nen (BGer 6B_855/2020 v. 25.10.2021 E. 1.5.3 m.H.a. BGE 130 IV 54 E. 3.3.3; 
BGE 124 I 139 E. 2c; BGer 6B_1147/2020 v. 26.4.2021 E. 2.3; 6B_771/2019 v. 
7.11.2019 E. 4.1; je mit Hinweisen).  

11.4.2. Im vorliegenden Fall kehrte die Beschuldigte im August 2017 in die 
Schweiz zurück (StA act. 1.54). Die Anklage datiert vom 8. November 2018 (StA 
act. 1.54). Damit hat die Untersuchung seit der Rückkehr der Beschuldigten noch 
über ein Jahr gedauert. Zwischen der Rückkehr der Beschuldigten im August 2017 
und der Anklage im November 2018 hat die Staatsanwaltschaft mit einer Ausnah-
me (21.11.2017-13.03.2018) monatlich Untersuchungshandlungen vorgenommen 
(StA Aktenverzeichnis Dossier 1). Die Hauptverhandlung vor dem Regionalgericht 
fand am 26. Februar 2019 statt (RG act. I./3), wobei das Urteil gleichentags münd-
lich begründet und eröffnet wurde (RG act. I./4). Die schriftliche Begründung er-
folgte schliesslich am 31. Juli 2019 (RG act. I./5). Daraus ergibt sich noch keine 
Verletzung des Beschleunigungsgebots. Die Berufungsverhandlung vor dem Kan-
tonsgericht fand am 6. August 2021 statt (act. H.4) und damit zwei Jahre nach der 
schriftlichen Begründung des Urteils der Vorinstanz. Die Beschuldigte konnte in 
dieser Zeit aufgrund der Aufrechterhaltung ihrer Ausweis- und Schriftensperre 
(act. E.1, Dispositiv-Ziff. 3) nicht ins Ausland reisen. Aufgrund der Gesamtdauer 
von 3 Jahren seit der Anklage, wobei 2 Jahre davon auf die Verzögerung durch 
das Berufungsgericht fallen, ist der Beschuldigten eine Strafmilderung bzw. Straf-
minderung von 10% zu gewähren. 

11.4.3. Die Einsatzstrafe von 30 Monaten für die Entführung gemäss Art. 183 Ziff. 
2 StGB i.V.m. Art. 184 Abs. 4 StGB ist damit auf 27 Monate zu mindern. Dasselbe 
gilt für die Geldstrafe von 360 Tagessätzen für die Entziehung von Minderjährigen 
gemäss Art. 220 StGB bzw. aArt. 220 StGB, welche auf 320 Tagessätze zu min-
dern ist. 

11.5.1. Ob eine Strafe bedingt oder unbedingt erfolgen soll, ergibt sich aus Art. 42 
und 43 StGB. Das Gericht kann den Vollzug einer Freiheitsstrafe von mindestens 
einem Jahr und höchstens drei Jahren teilweise aufschieben, wenn dies notwen-
dig ist, um dem Verschulden der Täterin genügend Rechnung zu tragen (Art. 43 
Abs. 1 StGB). Dabei darf der unbedingt vollziehbare Teil die Hälfte der Strafe nicht 
übersteigen (Art. 43 Abs. 2 StGB). Für Freiheitsstrafen, die über der Grenze für 
bedingte Strafen liegen (zwischen zwei und drei Jahren), sieht Art. 43 StGB einen 
eigenständigen Anwendungsbereich vor. An die Stelle des vollbedingten Strafvoll-
zuges, der hier ausgeschlossen ist (Art. 42 Abs. 1 StGB), tritt der teilbedingte Voll-

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zug, wenn die subjektiven Voraussetzungen dafür gegeben sind. Der Zweck der 
Spezialprävention findet seine Schranke am gesetzlichen Erfordernis, dass ange-
sichts der Schwere des Verschuldens wenigstens ein Teil der Strafe zu vollziehen 
ist (BGE 134 IV 1 E. 5.5.1 m.w.H.). Wenn das Gericht auf eine teilbedingte Strafe 
erkennt, muss es im Zeitpunkt des Urteils den aufgeschobenen und den zu voll-
ziehenden Strafteil festsetzen und die beiden Teile in ein angemessenes Verhält-
nis bringen. Innerhalb des gesetzlichen Rahmens liegt die Festsetzung im pflicht-
gemässen Ermessen des Gerichts. Als Bemessungsregel ist das "Verschulden" zu 
beachten, dem in genügender Weise Rechnung zu tragen ist (BGE 134 IV 1 
E. 5.6; Art. 43 Abs. 1 StGB). Je günstiger die Prognose und je kleiner die Vorwerf-
barkeit der Tat, desto grösser muss der auf Bewährung ausgesetzte Strafteil sein. 
Der unbedingte Strafteil darf dabei das unter Verschuldensgesichtspunkten (Art. 
47 StGB) gebotene Mass nicht unterschreiten (BGE 134 IV 1 E. 5.6). 

11.5.2. Das Berufungsgericht hat die Beschuldigte zu einer Freiheitsstrafe von 27 
Monaten verurteilt. Der unbedingt vollziehbare Teil darf die Hälfte der Strafe nicht 
übersteigen (Art. 43 Abs. 2 StGB), womit das Berufungsgericht zwischen 6 und 13 
Monate unbedingt aussprechen kann. Aufgrund der schwere des objektiven Ver-
schuldens der Entführung (siehe vorstehend E. 11.3.2) erscheint das Minimum 
von sechs Monaten unbedingter Freiheitsstrafe ungenügend. Da C._____ bereits 
16 Jahre alt ist, und die Gefahr einer erneuten Entführung durch die Beschuldigte 
nicht gross ist, kann ihr jedoch eine günstige Prognose ausgestellt werden. In die-
sem Sinne scheint es sachgerecht, die Beschuldigte zu einer Freiheitsstrafe von 
27 Monaten zu verurteilen, wovon 17 Monate bedingt und 10 Monate unbedingt zu 
vollziehen sind. Die Geldstrafe für die Entziehung von Minderjährigen ist aufgrund 
der günstigen Prognose bedingt zu vollziehen. 

11.6.1. Schiebt das Gericht den Vollzug einer Strafe ganz oder teilweise auf, so 
bestimmt es dem Verurteilten eine Probezeit von zwei bis fünf Jahren (Art. 44 Abs. 
1 StGB). Die Dauer der Probezeit ist nach den Umständen des Einzelfalls, insbe-
sondere nach der Persönlichkeit sowie dem Charakter der Verurteilten und der 
Gefahr ihrer Rückfälligkeit zu bemessen (Heimgartner, a.a.O., N 1 zu Art. 44 StGB 
m.H.a. BGE 95 II 119 und BGer 6B_402/2011 v. 8.9.2011 E. 1.2). Die Beschuldig-
te hat egoistisch gehandelt und ist völlig uneinsichtig. Eine Rückfallgefahr ist je-
doch gering bis gar nicht vorhanden. Die Probezeit ist daher auf drei Jahre festzu-
legen. 

11.6.2. Eine bedingte Geldstrafe kann mit einer Busse verbunden werden (Art. 42 
Abs. 4 StGB i.V.m. Art. 106 StGB). Beide Strafen müssen zusammen schuldan-
gemessen sein. Die Obergrenze der Verbindungsbusse ist auf 20% der Geldstrafe 

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beschränkt (Mathys, a.a.O., Rz. 455 m.H.a. BGE 135 IV 188 E. 3.4.4). Aus der 
Geldstrafe von 320 Tagessätzen à CHF 180.00 resultiert eine Summe von CHF 
57'600.00. Der Höchstbetrag der Busse liegt bei CHF 10'000.00 (Art. 106 Abs. 1 
StGB). Das Gericht bemisst Busse und Ersatzfreiheitsstrafe je nach den Verhält-
nissen der Täterin so, dass dieser die Strafe erleidet, die seinem Verschulden an-
gemessen ist (Art. 106 Abs. 3 StGB). Wie vorstehend ausgeführt, wiegt das objek-
tive Verschulden der Beschuldigten in Bezug auf die Entziehung von Minderjähri-
gen schwer, weshalb die höchstmögliche Busse zu verhängen ist. Die Beschuldig-
te ist dementsprechend mit einer Verbindungsbusse von CHF 10'000.00 zu be-
strafen. Bezahlt die Beschuldigte die Busse nicht, so tritt an deren Stelle eine Er-
satzfreiheitsstrafe von 55 Tagen. 

11.7.1. Das zuständige Gericht ordnet an Stelle der Untersuchungs- oder Sicher-
heitshaft eine oder mehrere mildere Massnahmen an, wenn sie den gleichen 
Zweck wie die Haft erfüllen (Art. 237 Abs. 1 StPO). Darunter fällt auch die Ersatz-
massnahme der Ausweis- und Schriftensperre (Art. 237 Abs. 2 lit. b StPO). 

11.7.2. Mit Entscheid vom 23. Mai 2018 verfügte der Einzelrichter am Zwangs-
massnahmengericht des Kantons Graubünden die Schriften- und Ausweissperre 
gegen die Beschuldigte. Überdies verfügte er eine Sicherheitsleistung von CHF 
70'000.00 von der Beschuldigten (StA ct. 3.59, Dispositiv-Ziffer 1 und 2). Die Ver-
fügte Ausweis- und Schriftensperre sowie die Sicherheitsleistung wurden von der 
Vorinstanz aufrechterhalten. Sie sollten erst bei Antritt der Freiheitsstrafe aufge-
hoben bzw. freigegeben werden (act. E.1, Dispositiv-Ziffer 3). 

11.7.3. Das Berufungsgericht kommt zum Schluss, dass sich die Beschuldigte ih-
rer Freiheitsstrafe mit einer möglichen Flucht ins Ausland entziehen könnte. Daher 
ist an der Ausweis- und Schriftensperre bis zum Antritt der Freiheitsstrafe festzu-
halten. Auch die Sicherheitsleistung ist aufrechtzuerhalten. Über die Verwendung 
der Sicherheitsleistung ist zu entscheiden, sobald die Beschuldigte die Freiheits-
strafe antritt.

11.7.4. Soweit durch die Pass- und Schriftensperre die persönliche Freiheit 
tatsächlich beschränkt wurde, ist auch ihre Dauer auf die Freiheitsstrafe anzu-
rechnen (Christoph Mettler/Nicolas Spichtin, in: Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler 
Kommentar, Strafrecht, 4. Aufl., Basel 2019, N 26 zu Art. 51 StGB). Der Richter 
hat in der Frage, ob und in welchem Umfang die Ausweis- und Schriftensperre 
anzurechnen ist, ein erhebliches Ermessen (Mettler/Spichtin, a.a.O., N 39 zu Art. 
51 StGB m.H.a. BGE 122 IV 51 E. 3a). Die Beschuldigte hat an der Hauptver-
handlung zwei Dokumente eingereicht. Daraus geht hervor, dass sie weder an der 

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Beerdigung ihres Vaters, noch an der Hochzeit von Freunden teilnehmen konnte, 
da beides im Ausland stattfand (act. H.2.1 und H.2.2).

11.7.5. Für die lange Dauer und die damit einhergehende Belastung durch die 
Schriftensperre (insbesondere für das Fernbleiben an der Beerdigung des Vaters) 
sind ihr zwei Monate an die unbedingt zu vollziehende Freiheitsstrafe anzurech-
nen. 

11.8. Zusammenfassend ist die Beschuldigte zu einer Freiheitsstrafe von 27 Mo-
naten zu verurteilen, wovon 17 Monate bedingt und 10 Monate unbedingt (in An-
rechnung von 2 Monaten für die Schriften- und Ausweissperre) zu vollziehen sind. 
Die Probezeit beträgt drei Jahre. Des Weiteren ist die Beschuldigte mit einer be-
dingten Geldstrafe von 320 Tagessätzen zu CHF 180.00 zu bestrafen. Die Probe-
zeit beträgt ebenfalls drei Jahre. Ausserdem wird ihr eine Verbindungsbusse von 
CHF 10'000.00 auferlegt. Bezahlt die Beschuldigte die Busse nicht, so tritt an de-
ren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 55 Tagen. Die Ausweis- und Schriften-
sperre soll aufrechterhalten bleiben, bis die Beschuldigte die unbedingt zu vollzie-
hende Freiheitsstrafe antritt. 

12. Genugtuung

12.1. Die Vorinstanz hat dem Privatkläger eine Genugtuung von CHF 20'000.00 
zugesprochen (act. E.1, Dispositiv-Ziff. 5a). Mit Berufungserklärung vom 29. Au-
gust 2019 beantragte die Beschuldigte, die Zivilklage sei abzuweisen oder sie sei 
eventualiter auf den Zivilweg zu verweisen (act. A.3, Rechtsbegehren, 4.). Sie 
führt begründend aus, dass eine Genugtuung in der Höhe von CHF 20'000.00 in 
keiner Weise gerechtfertigt sei (act. H.2, Rz. 40). Es fehle an der psychischen Be-
einträchtigung des Vaters und eine solche sei weder belegt noch behauptet. Der 
Vater habe auch keinen Grund gehabt, zu denken, dass C._____ bei seiner Mutter 
nicht gut aufgehoben sei. Entscheidend sei, dass es sich nicht um einen definiti-
ven Verlust eines Kindes handle. Der Privatkläger habe offensichtlich auch nicht 
versucht, mit C._____ seit August 2017 in Kontakt zu treten. Aufgrund seines Ver-
haltens habe es sich nicht um einen derartig gravierenden Verlust gehandelt, 
weshalb maximal eine Genugtuung von CHF 5'000.00 festzulegen sei, sofern die 
Zivilforderung nicht ohnehin auf den Zivilweg verwiesen werde (act. H.2, Rz. 41). 
Der Privatkläger beantragt demgegenüber eine Genugtuung von CHF 20'000.00, 
welche nach Eintritt der Rechtskraft aus der von der Beschuldigten geleisteten 
Sicherheitsleistung zu bezahlen sei (SK1 19 35, act. H.1, III.2.). Bereits vor der 
Vorinstanz verglich er die Entführung von C._____ und deren Auswirkungen mit 
dem Verlust eines Kindes. Er verlangte, es sei ihm als Basis eine Genugtuung in 

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der Höhe von CHF 40'000.00 zuzusprechen. Aufgrund der perfiden Vorgehens-
weise, des schweren Verschuldens der Beschuldigten, der langen Entführungs-
dauer mit nachhaltender Auswirkung und des verursachten, unermesslichen 
Leids, beantragte er vor der Vorinstanz jedoch sogar eine Genugtuung in der 
Höhe von CHF 50'000.00 (RG act. VIII./3, Rz. 37). 

12.2. Das Gericht entscheidet unter anderem über die anhängig gemachte Zivil-
klage, wenn es die beschuldigte Person – wie im vorliegenden Verfahren und be-
reits vor der Vorinstanz – schuldig spricht (Art. 126 Abs. 1 lit. a StPO). Der Ent-
scheid über die anhängig gemachte Zivilklage ist, soweit sie hinreichend begrün-
det und beziffert ist, bei dieser Konstellation zwingend (BGE 146 IV 211 E. 3.1 
m.w.H.). Der Privatkläger hat seine Zivilklage im vorinstanzlichen und im vorlie-
genden Verfahren genügend begründet und beziffert (RG act. VIII./3, Rz. 37; SK1 
19 35, act. H.1 Ziff. 1 ff.). Über die Genugtuungsforderung ist daher im vorliegen-
den Verfahren erneut zu entscheiden.

12.3. Wer in seiner Persönlichkeit widerrechtlich verletzt wird, hat Anspruch auf 
Leistung einer Geldsumme als Genugtuung, sofern die Schwere der Verletzung es 
rechtfertigt und diese nicht anders wiedergutgemacht worden ist (Art. 49 Abs. 1 
OR). Eine Genugtuung im Sinne von Art. 49 OR ist nur geschuldet, wenn die 
Schwere der Verletzung es rechtfertigt (BGE 125 III 70 E. 2a m.w.H.). Ob eine 
hinreichend schwere Persönlichkeitsverletzung vorliegt, ist einzelfallabhängig zu 
prüfen (Martin A. Kessler, in: Widmer Lüchinger/Oser [Hrsg.], Basler Kommentar, 
Obligationenrecht I, Art. 1-529 OR, 7. Aufl., Basel 2020, N 11 zu Art. 49 OR 
m.w.H.). Die Festlegung der Höhe beruht auf der Würdigung sämtlicher Umstände 
und richterlichem Ermessen (Art. 4 ZGB; BGer 6B_694/2012 v. 27.6.2013 E. 3.2). 
Dabei richtet sich die Bemessung der Genugtuung vor allem nach der Art und 
Schwere der Verletzung, der Intensität und Dauer der Auswirkungen auf die Per-
sönlichkeit sowie dem Grad des Verschuldens des Schädigers. Die Genugtuung 
bezweckt den Ausgleich für erlittene Unbill, indem das Wohlbefinden anderweitig 
gesteigert oder die Beeinträchtigung erträglicher gemacht wird (BGer 
6B_694/2012 v. 27.6.2013 E.3.2 m.H.a. BGE  132 II 117 E. 2.2.2).  Nach der bun-
desgerichtlichen Rechtsprechung haben die nahen Angehörigen einer körperlich 
geschädigten Person Anspruch auf Ersatz des deswegen erlittenen seelischen 
Schadens, wenn dieser aussergewöhnlich ist. Der Ansprecher muss in seiner Per-
sönlichkeit widerrechtlich verletzt und gleich schwer oder schwerer betroffen sein 
als im Falle der Tötung eines Angehörigen (BGE 125 III 412 E. 2a m.w.H.; Kess-
ler, a.a.O., N 6 zu Art. 49 OR). Gemäss dem Leitfaden zur Bemessung der Ge-
nugtuung nach Opferhilfegesetz hat ein Vater bzw. eine Mutter bei Tod des Kindes 

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einen möglichen Anspruch auf Genugtuung in der Höhe von CHF 10'000.00 bis 
CHF 35'000.00 (vgl. dazu Bundesamt für Justiz BJ, Leitfaden zur Bemessung der 
Genugtuung nach Opferhilfegesetz, vom 3. Oktober 2019, S. 19, «htt-
ps://www.bj.admin.ch/bj/de/home/gesellschaft/opferhilfe/hilfsmittel.html» [besucht 
am 18. November 2021]). 

12.4. Die Beschuldigte entführte C._____ und liess den Privatkläger jahrelang im 
Unwissen über den Aufenthalt seines Kindes. Aus den Akten ergeht, dass es bis 
ins Jahr 2015 keine konkreten Hinweise über den Verbleib von C._____ und der 
Beschuldigten gab (StA act. 3.18). Der Privatkläger wusste nicht, ob sein Kind 
überhaupt noch lebt. Die durch das Entziehen von C._____ ausgelöste psychische 
Belastung hat er in der Hauptverhandlung vor der Vorinstanz deutlich geäussert: 
"Ich war nicht vorbereitet auf eine abrupte Leere" oder "Nach den ersten Monaten 
intensiver Suche und Absprachen mit Ämtern und Behörden, Suche in umliegen-
den Ländern dann die Leere, die lähmende Ohnmacht – nicht weiter tun zu kön-
nen, mit der Ungewissheit leben zu müssen – C._____ ist irgendwo…" (RG act. 
VIII./3, Rz. 35, RG act. IV./3, Beilage 3). Schliesslich wurde der Einsatzzentrale 
der Kantonspolizei am 24. Juni 2015 eine Sichtung von C._____ und der Beschul-
digten gemeldet (StA act. 3.21). Frühestens ab diesem Zeitpunkt konnte der Be-
schuldigte zwar davon ausgehen, dass C._____ noch am Leben ist. Die ständige 
Sorge um das Leben des Kindes für eine Dauer von mindestens 2 Jahren ist je-
doch vergleichbar mit der psychischen Belastung eines Elternteils, die mit dem 
Tod eines Kindes einhergeht (vgl. RG act. VIII./3, Rz. 31). Schliesslich wurde 
C._____ dem Privatkläger so lange entzogen, dass zwischen C._____ und dem 
Privatkläger nie eine Vater-Sohn-Beziehung entwickeln konnte. C._____ lehnt den 
Kontakt zum Vater komplett ab (RG act. VIII./3., Rz. 32), was auch eine zukünftige 
Kontaktaufnahme zusätzlich erschwert. Dass der Privatkläger keinen Kontakt zum 
Sohn suchte – wie dies die Beschuldigte behauptet (act. H.2, Rz. 41) – wird vom 
Privatkläger bestritten (act. H.4, S. 7) und wäre ihm, nach den Diffamierungen der 
Beschuldigten (perverser Narzisst; act. H.3 S. 13, Frage 5) und ihren Einfluss auf 
C._____, nicht negativ anzulasten. Die vierjährige Dauer der Entführung, die ge-
plante und gerissene Vorgehensweise der Beschuldigten, das Alter von C._____ 
sowie die auch in der Zukunft nicht mehr (einfach) herzustellende Vater-Sohn-
Beziehung stützen die vom Privatkläger geschilderte (psychische) Leere und psy-
chische Belastung, welche gleich zu gewichten ist, wie der Tod des eigenen Kin-
des, und rechtfertigt eine Genugtuung in der Höhe von CHF 20'000.00 (vgl. dazu 
act. E.1, E. 8). 

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12.5. Was die Bezahlung der Genugtuung aus der Sicherheitsleistung angeht, ist 
folgendes festzuhalten. Die Sicherheitsleistung ist in Art. 238 ff. StPO geregelt. 
Wird die Sicherheitsleistung freigegeben, so kann sie zur Deckung von Geldstra-
fen, Bussen, Kosten und Entschädigungen verwendet werden, die der beschuldig-
ten Person auferlegt worden sind (Art. 239 Abs. 2 StPO). Mit Entschädigungen 
sind jene an die Privatklägerschaft gemeint (Art. 433 StPO; Matthias Härri, in: Nig-
gli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Strafprozessord-
nung/Jugendstrafprozessordnung, 2. Aufl., Basel 2014, N 9 zu Art. 239 StPO).  
Fraglich ist, ob die Genugtuung als Entschädigung gilt und ebenfalls darunterfällt. 
Dem ist zu widersprechen. Aus Art. 239 Abs. 2 StPO ergibt sich, dass die Sicher-
heitsleistung nur für Geldstrafen, Bussen, Kosten und Entschädigungen verwendet 
werden darf. Art. 429 ff. StPO regelt die Entschädigung und die Genugtuung sepa-
rat (vgl. dazu Härri, a.a.O., N 9 zu Art. 239 StPO). Die Genugtuung fällt damit ge-
setzessystematisch nicht unter die Entschädigung und darf nicht mit der Sicher-
heitsleistung der Beschuldigten verrechnet werden. Die Beschuldigte ist folglich zu 
verpflichten, dem Privatkläger die Genugtuung von CHF 20'000.00, unabhängig 
von der Auszahlung der Sicherheitsleistung, zu bezahlen. 

13. Verfahrenskosten und Entschädigung

13.1.1. Fällt die Rechtsmittelinstanz selbst einen Entscheid, so befindet sie auch 
über die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung (Art. 428 Abs. 3 StPO). 
Dem Schuld- und Strafspruch der Vorinstanz konnte nicht gefolgt werden, weshalb 
die vorinstanzlichen Verfahrenskosten neu zu verteilten sind. Grundsätzlich trägt 
die beschuldigte Person die Verfahrenskosten, wenn sie verurteilt wird (Art. 426 
Abs. 1 StPO). Wird die Beschuldigte in allen Anklagepunkten schuldig gespro-
chen, trägt sie sämtliche Verfahrenskosten. Wenn sie bei einer Mehrzahl strafba-
rer Handlungen teilweise schuldig gesprochen wird oder ein Teilfreispruch ergeht 
bzw. das Verfahren nur bezüglich einzelner strafbarer Handlungen eingestellt wird, 
so sind die Verfahrenskosten anteilsmässig der beschuldigten Person, dem Staat 
und gegebenenfalls der Privatklägerschaft aufzuerlegen. Die gesamten Kosten 
des Verfahrens können der Beschuldigten auferlegt werden, wenn die ihr zur Last 
gelegten Handlungen in einem engen und direkten Zusammenhang stehen und 
alle Untersuchungshandlungen hinsichtlich jedes Anklagepunktes notwendig wa-
ren. Es ist nicht nach Tatbeständen, sondern nach Sachverhalten aufzuschlüs-
seln. Für die Aufteilung der Verfahrenskosten hat die Strafbehörde jedenfalls ei-
nen gewissen Ermessensspielraum (Art. 422 StPO; Thomas Domeisen, in: Nigg-
li/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Strafprozessord-
nung/Jugendstrafprozessordnung, 2. Aufl., Basel 2014, N 5 f. zu Art. 426 StPO; 

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BGer 6B_811/2014 v. 13.3.2015 E. 1.4 m.H.a. BGer 6B_803/2014 v. 15.1.2015 E. 
3.4.2 und 3.5 m.w.H.). Wird die Beschuldigte freigesprochen, so können ihr die 
Verfahrenskosten ganz oder teilweise auferlegt werden, wenn sie rechtswidrig und 
schuldhaft die Einleitung des Verfahrens bewirkt oder dessen Durchführung er-
schwert (Art. 426 Abs. 2 StPO). 

13.1.2. Die Vorinstanz hat die Beschuldigte in allen angeklagten Lebenssachver-
halten schuldig gesprochen (act. E.1, Dispositiv). Der Urteilsspruch der Beschul-
digten wurde im vorliegenden Verfahren – im Vergleich mit dem Urteilsspruch der 
Erstinstanz – zwar vermindert (vgl. vorstehend E. 11). Die Beschuldigte wurde 
jedoch im vorliegenden Verfahren ebenfalls in allen angeklagten Lebenssachver-
halten schuldig gesprochen (vgl. vorstehend E. 11; StA act. 1.54). Die Untersu-
chungshandlungen und die daraus resultierenden Kosten der Staatsanwaltschaft 
sind aufgrund der Entführung von C._____ entstanden (vgl. StA Bundesordner 1 
und 2). Auch die vorinstanzlichen Aufwendungen sind von der Beschuldigten ver-
ursacht worden und hängen mit der Entführung von C._____ zusammen. Dement-
sprechend sind der Beschuldigten grundsätzlich die gesamten Verfahrenskosten 
aufzuerlegen. Die staatsanwaltlichen Untersuchunkosten belaufen sich auf CHF 
8'325.00 (Untersuchungsgebühr von CHF 3'575.00, Auslagen von CHF 920.00, 
Kosten gemäss Art. 47 StGB von CHF 3'830.00) und die der Beschuldigten im 
vorinstanzlichen Verfahren auferlegte Gerichtsgebühr beträgt CHF 8'000.00 (act. 
E.1, Dispositiv-Ziff. 4a). Damit gehen CHF 16'325.00 zu Lasten der Beschuldigten. 

13.1.3. Der Privatkläger beschränkt seine Berufung auf "die Kosten-, Entschädi-
gungs- und Genugtuungsfolgen" und beantragt, die ihm im vorinstanzlichen Urteil 
für die Behandlung der Zivilklage auferlegten Gerichtskosten von CHF 1'500.00 
seien vollumfänglich der Beschuldigten aufzuerlegen (SK1 19 35, act. H1., III.3). 
Er begründet dies damit, dass die Zivilklage weder abgewiesen, noch auf den Zi-
vilweg verwiesen wurde. Damit mangle es an einer gesetzlichen Grundlage für die 
Teilkostenauflage (SK1 19 35, act. H.1, Rz. 6 f. und 10; Art. 427 Abs. 1 lit. c 
StPO). Zudem habe er keine Anträge gestellt, die das Verfahren aufwendiger ge-
macht hätten oder verteuert hätten (SK1 19 35, act. H.1, Rz. 9).  Die Vorinstanz 
hat dem Privatkläger eine Genugtuung von CHF 20'000.00 zugesprochen, obwohl 
er CHF 50'000.00 beantragt hatte (RG act. VIII./3, Rz. 37). Der Privatkläger ist 
folglich mit seinem Antrag im Zivilpunkt nicht gänzlich durchgedrungen, weshalb 
ihm von der Vorinstanz anteilsmässig Kosten auferlegt wurden (act. E.1, E. 8.3). 

13.1.4. Art. 426 Abs. 1 StPO besagt, dass die beschuldigte Person die Verfah-
renskosten trägt, wenn sie verurteilt wird. Der Privatklägerschaft können jedoch 
die Verfahrenskosten, die durch ihre Anträge zum Zivilpunkt verursacht worden 

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sind, auferlegt werden (Art. 427 Abs. 1 StPO). Diese Regelung der Kostenauflage 
ist dispositiver Natur. Wenn die Sachlage es rechtfertigt, kann das Gericht von ihr 
abweichen (Thomas Domeisen, a.a.O., N 7 zu Art. 427 StPO). Vorliegend hat der 
Privatkläger eine Genugtuung von CHF 50'000.00 beantragt und ihm sind lediglich 
CHF 20'000.00 zugesprochen worden (vgl. act. E.1., Dispositiv-Ziff. 5a). Für die 
Berechnung der Genugtuung waren jedoch keine Beweiserhebungen oder sonsti-
ge Aufwendungen seitens der Staatsanwaltschaft oder der Vorinstanz notwendig 
und auch die rechtlichen Ausführungen dazu machen nur einen minimalen Anteil 
am ganzen Urteil der Vorinstanz aus (vgl. act. E.1, E. 8). Aus diesem Grund sind 
dem Privatkläger keine Verfahrenskosten für den Zivilpunkt aufzuerlegen und sein 
Antrag, die ihm im vorinstanzlichen Urteil für die Behandlung der Zivilklage aufer-
legten Gerichtskosten von CHF 1'500.00 seien vollumfänglich der Beschuldigten 
aufzuerlegen, ist gutzuheissen. Infolgedessen gehen die gesamten Verfahrens-
kosten in der Höhe von CHF 9'500.00 zu Lasten der Beschuldigten. 

13.2.1. Die Unterscheidung der Anwaltskosten im Strafpunkt von denjenigen im 
Zivilpunkt ist gesetzlich vorgesehen. Art. 432 Abs. 1 StPO differenziert zwischen 
dem Verteidigungsaufwand im Straf- und im Zivilpunkt (vgl. zudem Art. 427 Abs. 1 
StPO für die mit den Anträgen zum Zivilpunkt verursachten Verfahrenskosten). Die 
exakte Abgrenzung erweist sich als schwierig. Zu berücksichtigen ist jedoch, dass 
die Entschädigung gemäss Art. 433 Abs. 1 StPO nach Ermessen festgesetzt wird 
(BGE 139 IV 102 E. 4.5.). Die Entschädigung der Anträge im Zivilpunkt erfolgt auf 
Grundlage der Zivilprozessordnung. Daraus geht hervor, dass die Prozesskosten 
(bestehend aus Gerichtskosten und Parteientschädigung; Art. 95 Abs. 1 ZPO) 
grundsätzlich der unterliegenden Partei auferlegt werden (Art. 106 Abs. 1 ZPO). 
Hat jedoch keine Partei vollständig obsiegt, so werden die Prozesskosten nach 
dem Ausgang des Verfahrens verteilt (Art. 106 Abs. 2 ZPO). Das Gericht kann von 
diesen Verteilungsgrundsätzen abweichen und die Prozesskosten nach Ermessen 
verteilen, wenn die Klage zwar grundsätzlich, aber nicht in der Höhe der Forde-
rung gutgeheissen wurde und diese Höhe vom gerichtlichen Ermessen abhängig 
oder die Bezifferung des Anspruchs schwierig war (Art. 107 Abs. 1 lit. a ZPO). 

13.2.2. Der Privatkläger hat im Zivilpunkt zwar im Sinne der Zusprechung einer 
Genugtuung obsiegt, jedoch nicht in Bezug auf deren Höhe. Die Festlegung der 
Höhe beruht auf der Würdigung sämtlicher Umstände und richterlichem Ermessen 
(vgl. vorstehend E. 12.3). Der Privatkläger hat seinen geltend gemachten An-
spruch auf Genugtuung insbesondere auf ein von ihm verfasstes Schreiben sowie 
auf strafrechtliche Ausführungen gestützt (RG act. IV./3; RG act. VIII./3, Rz. 20 ff.). 
Der Rechtsvertreter des Privatklägers macht für dieses Schreiben keine Aufwen-

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dungen geltend. Ebenfalls sind keine Einträge ersichtlich, die nur aufgrund des 
Antrags auf Genugtuung entstanden sind (RG act. VIII./5, und IV./4). Es ist denn 
auch unbestritten, dass der Privatkläger im Strafpunkt obsiegt hat. Die Privatklä-
gerschaft hat gegenüber der beschuldigten Person Anspruch auf angemessene 
Entschädigung für notwendige Aufwendungen im Verfahren, wenn sie obsiegt (Art. 
433 Abs. 1 lit. a StPO). Dem Privatkläger ist die von ihm verlangte Entschädigung 
in vollem Umfang zuzusprechen. Dabei geht die urteilende Instanz vom Betrag 
aus, welcher der entschädigungsberechtigten Partei für die anwaltliche Vertretung 
in Rechnung gestellt wird, soweit der vereinbarte Stundenansatz zuzüglich allfällig 
vereinbartem Interessenwertzuschlag üblich ist und keine Erfolgszuschläge enthält 
(Art. 2 Abs. 2 HV [BR 310.250]). Als üblich gilt ein Stundenansatz zwischen 210 
und 270 Franken (Art. 3 Abs. 1 HV). Das Kantonsgericht geht praxisgemäss von 
einem durchschnittlichen Stundenansatz von CHF 240.00 aus, sofern keine Hono-
rarvereinbarung eingereicht wird (vgl. Art. 4 Abs. 1 HV; PKG 2021 Nr. 4 E. 6.6.4 
m.w.H.).

13.2.3. Der Privatkläger hat im vorinstanzlichen Verfahren zwei Honorarnoten ein-
gereicht. Eine für den Zeitraum vom 7. September 2017 bis 31. Dezember 2017 in 
der Höhe von CHF 4'876.55 und eine für den Zeitraum vom 1. Januar 2018 bis 26. 
Februar 2019 in der Höhe von CHF 11'421.60 (RG act. IV./4 und VIII./5). Der Pri-
vatkläger hat keine Honorarvereinbarung eingereicht. Der in den Honorarnoten 
geltend gemachte Stundenansatz von CHF 280.00 ist daher auf CHF 240.00 zu 
kürzen. Der Privatkläger macht für da Jahr 2017 einen Zeitaufwand von 15.42 
Stunden geltend (RG act. IV./4). Dies ergibt einen Aufwand von CHF 3'700.80. 
Hinzu kommen Spesen in der Höhe von CHF 111.02 (3%), Reisekosten in der 
Höhe von CHF 196.00 sowie die MwSt. von 8% in der Höhe von CHF 320.63. 
Dies ergibt einen Gesamtaufwand von CHF 4'328.45. Für die Jahre 2018 und 
2019 gibt er einen Zeitaufwand von 35.25 Stunden an (RG act. VIII./5) woraus 
Aufwendungen in der Höhe von CHF 8'460.00 entstehen. Hinzu kommen Spesen 
in der Höhe von CHF 253.80 (3%), Reisekosten in der Höhe von CHF 344.40 so-
wie 7.7% MwSt. in der Höhe von CHF 697.48. Gesamthaft ergibt dies einen Auf-
wand von CHF 9'775.70. Der Privatkläger ist von der Beschuldigten für das vorin-
stanzliche Verfahren mit CHF 14'104.15 zu entschädigten.

13.3.1. Im Berufungsverfahren erhebt das Kantonsgericht eine Entscheidgebühr 
von 1'000 bis 30'000 Franken (Art. 8 Abs. 1 VGZ [BR 320.210]). Für den vorlie-
genden Fall sind die Verfahrenskosten auf CHF 6'000.00 festzusetzen. Die Kosten 
des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe ihres Obsiegens 
oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Sofern die beschuldigte Person teilwei-

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se obsiegt, werden die Verfahrenskosten nach Massgabe der gutgeheissenen 
bzw. abgewiesenen Antr