# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 492de486-5617-5db6-b9cb-213ca4a9e413
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-03-26
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 26.03.2025 SK 2024 64
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2024-64_2025-03-26.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

1. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

1re Chambre pénale

Urteil
SK 24 64

Hochschulstrasse 17
Postfach
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 26. März 2025

Besetzung Obergerichtsuppleantin Lustenberger (Präsidentin i.V.)
Oberrichterin Weingart, Oberrichterin Hubschmid Volz
Gerichtsschreiberin Corvi

Verfahrensbeteiligte A.________
Zustellungsdomizil: Rechtsanwalt B.________
v.d. Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern 

und

C.________
a.v.d. Rechtsanwältin D.________

Straf- und Zivilklägerin

Gegenstand versuchte Vergewaltigung

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Oberland (Einzel-
gericht) vom 5. Oktober 2023 (PEN 23 41)

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Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Das Regionalgericht Oberland (Einzelgericht, nachfolgend Vorinstanz) erklärte den 
Beschuldigten und Berufungsführer A.________ (nachfolgend Beschuldigter) mit Ur-
teil vom 5. Oktober 2023 der versuchten Vergewaltigung, begangen an einem Wo-
chenende Ende Januar/anfangs Februar 2009 zum Nachteil der Straf- und Zivilklä-
gerin C.________ (nachfolgend Privatklägerin), schuldig. In Anwendung der ein-
schlägigen Gesetzesbestimmungen verurteilte sie den Beschuldigten zu einer Frei-
heitsstrafe von 12 Monaten, unter Gewährung des bedingten Vollzugs bei einer Pro-
bezeit von zwei Jahren, zur Bezahlung der erstinstanzlichen Verfahrenskosten von 
insgesamt CHF 9'158.50 sowie zur Bezahlung einer Entschädigung von 
CHF 18'784.75 an die Privatklägerin für ihre Aufwendungen im Verfahren. Überdies 
verurteilte die Vorinstanz den Beschuldigten ohne Ausscheidung von Verfahrens-
kosten zur Bezahlung einer Genugtuung von CHF 5'000.00 zzgl. Zins zu 5% seit 
dem 1. März 2009 an die Privatklägerin (pag. 442 ff.).

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldete Rechtsanwalt B.________ namens und im Auftrag des 
Beschuldigten am 5. Oktober 2023 mündlich zu Protokoll bzw. alsdann noch mit Ein-
gabe vom 9. Oktober 2023 fristgerecht Berufung an (pag. 376 bzw. pag. 447). Die 
Berufungserklärung datiert vom 19. Februar 2024 und langte frist- und formgerecht 
beim Obergericht des Kantons Bern ein (pag. 499 ff.).

Die Generalstaatsanwaltschaft verzichtete mit Schreiben vom 29. Februar 2024 auf 
eine Anschlussberufung und machte auch keine Nichteintretensgründe auf die Be-
rufung des Beschuldigten geltend (pag. 524 f.), ebenso Rechtsanwältin D.________ 
namens und im Auftrag der Privatklägerin mit Eingabe vom 15. März 2024 (pag. 526 
f.).

3. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Der Beschuldigte beantragte mit Berufungserklärung vom 19. Februar 2024 die Ein-
vernahme von E.________ sowie F.________ als Zeugen. Dabei sei den Parteien 
Gelegenheit zu geben, schriftliche Anträge und gegebenenfalls Anschlussfragen an 
die Zeugen stellen zu können (pag. 501). Die Generalstaatsanwaltschaft beantragte 
die Abweisung dieses Beweisantrags und verwies zur Begründung auf die Verfü-
gung der Regionalen Staatsanwaltschaft Oberland vom 7. November 2022 
(pag. 194) sowie jene der Vorinstanz vom 26. Juli 2023 (pag. 294). Rechtsanwältin 
D.________ beantragte für die Privatklägerin ebenfalls die Abweisung des Bewei-
santrags des Beschuldigten (pag. 526 f.). Mit Beschluss vom 22. März 2024 wies die 
Kammer den Beweisantrag des Beschuldigten ab. Für die Begründung wird auf die 
Erwägungen im Beschluss verwiesen (pag. 547 ff.).

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Mit Eingabe vom 6. Mai 2024 beantragte Rechtsanwalt B.________ für den Beschul-
digten erneut die Befragung von E.________ und F.________ als Zeugen. Zusätz-
lich beantragte er auch die Einvernahme der von der Privatklägerin als 
«G.________» bezeichneten Person als Zeugin (pag. 561). Nachdem die General-
staatsanwaltschaft die Abweisung der (erneut gestellten) Beweisanträge des Be-
schuldigten verlangt (pag. 573) und die Privatklägerin auf eine Stellungnahme ver-
zichtet hatte (pag. 574), wurden die Beweisanträge des Beschuldigten mit Beschluss 
vom 5. Juni 2024 (erneut) abgewiesen. Für die Begründung wird wiederum auf die 
Erwägungen im Beschluss verwiesen (pag. 579 ff.).

Im Hinblick auf die oberinstanzliche Verhandlung wurden über den Beschuldigten 
von Amtes wegen ein aktueller Leumundsbericht inkl. Bericht über die wirtschaftli-
chen Verhältnisse sowie ein aktueller Strafregisterauszug eingeholt (pag. 678 ff.). 
Zudem wurden sowohl der Beschuldigte als auch die Privatklägerin oberinstanzlich 
nochmals zur Person und zur Sache befragt (pag. 698 ff.).

Anlässlich der oberinstanzlichen Verhandlung reichte Rechtsanwältin D.________ 
für die Privatklägerin zwei öffentliche Kolumnen des Beschuldigten («________» und 
«________») ein mit dem Antrag, diese zu den Akten zu erkennen. Auch Rechtsan-
walt B.________ reichte mit entsprechendem Antrag namens des Beschuldigten ei-
nen Artikel aus dem Magazin «H.________» sowie eine Kolumne des Beschuldigten 
von Oktober 2017 ein. Sämtliche Beweismittel wurden von der Kammer zu den Akten 
erkannt (pag. 695).

Sodann wiederholte Rechtsanwalt B.________ an der oberinstanzlichen Verhand-
lung seinen Antrag auf Einvernahme von G.________, E.________ und F.________ 
als Zeugen (pag. 695). Rechtsanwältin D.________ beantragte zudem eventualiter 
bzw. für den Fall, dass die Kammer das Beweisfundament als unzureichend erach-
ten sollte, die Einvernahme von I.________, J.________ und G.________ als Zeu-
gen. Die Generalstaatsanwaltschaft beantragte die Abweisung der gestellten Be-
weisanträge (pag. 695).

Dem Urteil des Bundesgerichts 6B_574/2021 vom 22. November 2021 ist in Bezug 
auf die antizipierte Beweiswürdigung Folgendes zu entnehmen (E. 1.2.):

Im Strafverfahren gilt der Untersuchungsgrundsatz. Danach klären die Strafbehörden von Amtes wegen 
alle für die Beurteilung der Tat und der beschuldigten Person bedeutsamen Tatsachen ab (Art. 6 Abs. 1 
StPO). Sie untersuchen die belastenden und entlastenden Umstände mit gleicher Sorgfalt (Art. 6 Abs. 2 
StPO). Der Untersuchungsgrundsatz gilt sowohl für die Strafverfolgungsbehörden als auch für die Ge-
richte. Nur wenn das Gericht seiner Amtsermittlungspflicht genügt, darf es einen Sachverhalt als erwie-
sen oder nicht erwiesen ansehen und in freier Beweiswürdigung darauf eine Rechtsentscheidung grün-
den (Urteil 6B_257/2020 vom 24. Juni 2021 E. 5.3.1, zur Publ. vorgesehen, mit zahlreichen Hinweisen). 
Der Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV sowie Art. 3 Abs. 2 lit. c und Art. 107 StPO) 
umfasst die Pflicht der Behörde, alle erheblichen und rechtzeitigen Vorbringen der Parteien zu würdigen 
und die ihr angebotenen Beweise abzunehmen, wenn diese zur Abklärung des Sachverhalts tauglich 
erscheinen (BGE 141 I 60 E. 3.3; 138 V 125 E. 2.1; je mit Hinweisen).  

Gemäss Art. 139 StPO setzen die Strafbehörden zur Wahrheitsfindung alle nach dem Stand von Wis-
senschaft und Erfahrung geeigneten Beweismittel ein, die rechtlich zulässig sind (Abs. 1). Über Tatsa-
chen, die unerheblich, offenkundig, der Strafbehörde bekannt oder bereits rechtsgenügend erwiesen 

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sind, wird nicht Beweis geführt (Abs. 2). Gemäss ständiger Rechtsprechung können die Strafbehörden 
ohne Verletzung des rechtlichen Gehörs und des Untersuchungsgrundsatzes auf die Abnahme weiterer 
Beweise verzichten, wenn sie in Würdigung der bereits abgenommenen Beweise zur Überzeugung 
gelangen, der rechtlich erhebliche Sachverhalt sei genügend abgeklärt, und sie überdies in antizipierter 
Würdigung zum Schluss kommen, ein an sich taugliches Beweismittel vermöge ihre aufgrund der be-
reits abgenommenen Beweismittel gewonnene Überzeugung von der Wahrheit oder Unwahrheit einer 
strittigen Tatsache nicht zu ändern (BGE 144 II 427 E. 3.1.3; 143 III 297 E. 9.3.2 S. 332; 141 I 60 E. 3.3; 
aus der nicht publizierten Rechtsprechung ferner etwa Urteile 6B_323/2021 vom 11. August 2021 
E. 2.5.1, zur Publ. vorgesehen; 6B_1045/2020 vom 10. Februar 2021 E. 2.1.2; 6B_645/2020 vom 30. 
November 2020 E. 1.2). Zu diesem Zweck muss die Behörde das vorläufige Beweisergebnis hypothe-
tisch um die Fakten des Beweisantrages ergänzen und unter diesem Gesichtspunkt würdigen (Urteile 
6B_789/2019 vom 12. August 2019 E. 2.4.3.3; 6B_960/2019 vom 4. Februar 2020 E. 4.1.1; 
6B_629/2017 vom 20. März 2018 E. 1.1.3). Lehnt sie einen Beweisantrag ab, hat sie nicht nur darzule-
gen, weshalb sie aufgrund der bereits abgenommenen Beweise eine bestimmte Überzeugung gewon-
nen hat, sondern auch, weshalb die beantragte Beweismassnahme aus ihrer Sicht nichts an ihrer Über-
zeugung zu ändern vermag (so etwa Urteile 6B_860/2020 vom 18. November 2020 E. 1.3.3; 
6B_1090/2018 vom 17. Januar 2019 E. 3.2). […]

Die Kammer wies die (Eventual-)Anträge des Beschuldigten und der Privatklägerin 
anlässlich der oberinstanzlichen Verhandlung vollumfänglich ab. Zur Begründung 
wurde vorab auf die beiden Beschlüsse vom 22. März 2024 und 5. Juni 2024 verwie-
sen. Zusätzlich führte die Kammer aus, die beantragten Zeugen seien beim Kernge-
schehen nicht dabei gewesen und hätten keine eigenen Wahrnehmungen machen 
können, die sie schildern könnten. Dass sich die Zeugen 15 Jahre nach dem fragli-
chen Vorfall noch detailliert an dieses Wochenende erinnern könnten, sei deshalb 
unwahrscheinlich, insbesondere, weil dieses für sie kaum von besonderer Relevanz 
gewesen sein dürfte. Der Beweiswert der Aussagen der Zeugen wäre entsprechend 
sehr gering. Selbst wenn diese zum Beispiel bestätigen könnten, dass die Privatklä-
gerin vom Beschuldigten Briefe erhalten oder am fraglichen Abend eine ausgelas-
sene Stimmung unter den Beteiligten geherrscht habe, ändere dies am Ergebnis 
nichts, zumal heute nicht mehr ausgeschlossen werden könne, dass Beeinflussun-
gen der Zeugen von der einen oder der anderen Seite stattgefunden hätten 
(pag. 714). 

Ergänzend zu diesen Ausführungen ist bereits an dieser Stelle darauf hinzuweisen, 
dass es sich bei F.________ um einen Freund des Beschuldigten handelt(e). 
F.________ wiederum war damals der direkte Vorgesetzte von E.________, die 
seine Assistentin war, und indirekt auch jener der Privatklägerin, welche für das Ma-
gazin schrieb, welchem F.________ vorstand. Damit stand E.________ – wie auch 
die Privatklägerin (vgl. dazu Ziff. 11.3 hiernach) – offensichtlich in einem Abhängig-
keitsverhältnis zu ihrem Vorgesetzten. Unter der Prämisse, dass E.________ in Be-
zug auf das Rahmen- oder Kerngeschehen überhaupt relevante Aussagen hätte ma-
chen können, wären diese angesichts dieser beruflichen und privaten Verflechtung 
zu F.________ sowie dem Beschuldigten mit höchster Vorsicht zu würdigen gewe-
sen. Gleiches gilt für allfällige Aussagen von F.________ angesichts des freund-
schaftlichen Verhältnisses mit dem Beschuldigten. Es rechtfertigt sich daher, die 
(mehrfach gestellten) Beweisanträge abzuweisen. 

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Ebenfalls abzuweisen ist der seitens des Beschuldigten mit Berufungserklärung vom 
19. Februar 2024 gestellte Antrag (pag. 499 ff.), auf welchen an der oberinstanzli-
chen Verhandlung im Rahmen des Plädoyers verwiesen (pag. 714) und mit welchem 
beantragt wurde, die Sache zufolge Gehörsverletzung zur neuen Beurteilung an die 
Staatsanwaltschaft bzw. die Vorinstanz zurückzuweisen. Mit Blick auf das eben Aus-
geführte steht fest, dass der Staatsanwaltschaft respektive der Vorinstanz keine 
Gehörsverletzung vorzuwerfen ist, indem sie die genannten Personen nicht befragt 
haben. Ein schwerer, nicht heilbarer Verfahrensfehler, der nach Art. 409 Abs. 1 StPO 
zur Rückweisung führen müsste, liegt entgegen der Ansicht des Beschuldigten nicht 
vor.

4. Anträge der Parteien

Rechtsanwalt B.________ beantragte für den Beschuldigten anlässlich der oberin-
stanzlichen Verhandlung mit Verweis auf die Berufungserklärung vom 19. Februar 
2024 Folgendes (pag. 500):

1. Es sei das Urteil vom 5. Oktober 2023 des Regionalgerichts Oberland vollumfänglich aufzuheben 
und der Beschuldigte sei vom Vorwurf der versuchten Vergewaltigung von Schuld und Strafe frei-
zusprechen:

a) Ziff. I des Dispositivs des Urteils vom 5. Oktober 2023 des Regionalgerichts Oberland sei 
aufzuheben und der Beschuldigte sei vom Vorwurf der versuchten Vergewaltigung freizu-
sprechen;

b) Ziff. I.1. des Dispositivs des Urteils vom 5. Oktober 2023 des Regionalgerichts Oberland sei 
zufolge Freispruchs aufzuheben;

c) Ziff. I.2. des Dispositivs des Urteils vom 5. Oktober 2023 des Regionalgerichts Oberland sei 
zufolge Freispruchs aufzuheben und die Verfahrenskosten seien auf die Staatskasse zu neh-
men;

d) Ziff. I.3. des Dispositivs des Urteils vom 5. Oktober 2023 des Regionalgerichts Oberland sei 
zufolge Freispruchs aufzuheben und dem Beschuldigten sei aus der Staatskasse eine an-
gemessene Entschädigung für seine Aufwendungen im Verfahren (inkl. Umtriebsentschädi-
gungen, Auslagen und MWSt.) auszurichten;

e) Ziff. II. 1 und 2 des Dispositivs des Urteils vom 5. Oktober 2023 des Regionalgerichts Ober-
land sei zufolge Freispruchs aufzuheben und die Genugtuungsforderung der Privatklägerin 
sei abzuweisen.

2. Es sei das Urteil vom 5. Oktober 2023 des Regionalgerichts Oberland vollumfänglich aufzuheben 
und die Sache an die Staatsanwaltschaft des Kantons Bern, Region Oberland, zurückzuweisen.

3. Eventualiter sei das Urteil vom 5. Oktober 2023 des Regionalgerichts Oberland aufzuheben und 
die Sache an das Regionalgericht Oberland zur Durchführung einer neuen Hauptverhandlung und 
zur Fällung eines neuen Urteils durch eine neue Gerichtsbesetzung zurückzuweisen.

4. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Staatskasse.

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Die Generalstaatsanwaltschaft stellte ihrerseits folgende Anträge (pag. 742, Her-
vorhebungen im Original):

A.________ sei schuldig zu erklären der versuchten Vergewaltigung, begangen an einem Wochen-
ende Ende Januar/Anfang Februar 2009 zum Nachteil von C.________, 

und er sei in Anwendung der einschlägigen Gesetzesartikel

zu verurteilen:

1. zu einer Freiheitsstrafe von 12 Monaten, unter Gewährung des bedingten Vollzugs bei einer 
Probezeit von 2 Jahren;

2. zur Bezahlung der erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten (inkl. eine angemessene Ge-
bühr gemäss Art. 21 VKD).

Rechtsanwältin D.________ beantragte für die Privatklägerin Folgendes 
(pag. 743):

1. Es sei das vorinstanzliche Urteil zu bestätigen.

2. Die Privatklägerin sei für die Kosten ihrer anwaltlichen Vertretung und für ihre eigenen Auslagen 
zur Teilnahme am Berufungsverfahren vollumfänglich zu entschädigen.

3. Alles zu Lasten des Staats.

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Der Beschuldigte hat das erstinstanzliche Urteil mit Berufungserklärung vom 19. Fe-
bruar 2024 vollumfänglich angefochten (pag. 499 ff.). Dieses ist von der Kammer 
daher gesamthaft zu überprüfen (Art. 404 Abs. 1 StPO). Sie kann das Urteil in allen 
angefochtenen Punkten umfassend prüfen (Art. 398 Abs. 2 StPO). Aufgrund der al-
leinigen Berufung des Beschuldigten darf sie den Entscheid jedoch nicht zu seinem 
Nachteil abändern (Art. 391 Abs. 2 StPO; Verbot der reformatio in peius).

6. Frage der Verjährung

Die vorliegend zu beurteilenden Geschehnisse fanden gemäss Anklage an einem 
Wochenende Ende Januar/Anfang Februar 2009 statt. Die Verfolgung des zu beur-
teilenden Vorwurfs der Vergewaltigung verjährt gemäss Art. 97 Abs. 1 lit. b i.V.m. 
aArt. 190 Abs. 1 StGB nach 15 Jahren. Nachdem das Urteil der Vorinstanz am 5. Ok-
tober 2023 und damit vor Ablauf dieser Frist erging, kann die Verjährung nicht mehr 
eintreten (Art. 97 Abs. 3 StGB). Es liegt in dieser Hinsicht somit kein Prozesshinder-
nis vor.

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

7. Vorwurf gemäss Anklageschrift

Mit Anklageschrift vom 1. Februar 2023 wird dem Beschuldigten gestützt auf die Aus-
sagen der Privatklägerin zusammengefasst vorgeworfen, er habe an einem Wochen-
ende Ende Januar/Anfang Februar 2009 mit seinen Gästen, wozu auch die Privat-
klägerin gehörte, nach einem Abendessen im K.________ Hotel in L.________ im 

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Wohnzimmer seines Chalets verweilt, wo sie alkoholische Getränke konsumiert hät-
ten. Später habe sich die Privatklägerin in das ihr zugewiesene Gästezimmer zurück-
gezogen und sich ins Bett gelegt. Irgendwann nach Mitternacht sei der Beschuldigte 
in ihr Zimmer gekommen. Sie habe sich im Bett aufgesetzt. Er habe die Tür hinter 
sich zugezogen und sich neben sie aufs Bett gesetzt, ohne etwas zu sagen. Er habe 
versucht sie zu küssen, sie habe ihm aber gesagt, er solle das sein lassen und habe 
ihn gebeten zu gehen. Er habe weiter versucht, sie zu küssen und habe sie mit aller 
Kraft an den Schultern auf das Bett gedrückt, was ihm schliesslich auch gelungen 
sei. Er habe versucht, seine Beine zwischen ihre Beine zu drücken. Sie habe weiter-
hin versucht, ihn wegzustossen, aber er habe mit seinen Knien auf ihren Oberschen-
keln gekniet, mit seinem Unterarm auf ihre Brust gedrückt und sie mit einer Hand am 
Hals festgehalten. Mit der anderen Hand habe er sie an der Hüfte festgehalten. Die 
Privatklägerin habe ihm gesagt, er solle von ihr ablassen. Als er das nicht getan 
habe, habe sie sich körperlich stark zur Wehr gesetzt und angefangen, mit ihm zu 
kämpfen. Trotz ihrer starken Gegenwehr habe er weiterhin versucht, mit seinem Bein 
und seiner Hand die Beine der Privatklägerin auseinanderzudrücken. Er habe sich 
dann in seine Hose gegriffen und sie habe seinen erigierten Penis an ihrem nackten 
Bein gespürt. Während er mit seinem Gewicht auf ihr gekniet sei und weiter versucht 
habe, ihre Beine auseinanderzustossen, habe er immer wieder gesagt "I want to fuck 
you" und "I’m going to fuck you". Der Privatklägerin sei es erst nach mehreren Minu-
ten des Kampfes gelungen, den Beschuldigten von sich wegzustossen. Anschlies-
send habe sie ihn erneut mit klarer Stimme aufgefordert zu gehen, woraufhin er den 
Raum verlassen habe (pag. 250 f.).

8. Unbestrittener und bestrittener Sachverhalt

Unbestritten ist, dass der damalige Chef der Privatklägerin und zugleich ein Freund 
des Beschuldigten, F.________, am Wochenende Ende Januar/Anfang Februar 
2009 von diesem nach L.________ in das Chalet "M.________" eingeladen worden 
war. Er brachte nebst der Privatklägerin zwei weitere Frauen, seine Assistentin 
E.________ und eine gewisse "G.________", mit. Der Beschuldigte und die Privat-
klägerin kannten sich vorher nicht näher. Nachdem die Gäste am späteren Freitag-
abend angekommen waren, ging die Gruppe zum Abendessen in ein Restaurant. 
Nach der ersten Nacht verliess G.________ die Gruppe. Der Beschuldigte und seine 
übrigen Gäste gingen am Samstag zum Mittagessen in den "N.________ (Club)" 
und am Abend ins Hotel K.________. Am Morgen nach der zweiten Nacht reiste 
auch die Privatklägerin ab.

Abgesehen von diesem Rahmengeschehen wird der Anklagevorwurf, insbesondere 
das Stattfinden eines sexuellen Übergriffs, vom Beschuldigten bestritten.

9. Theoretische Grundlagen der Beweiswürdigung

Die Vorinstanz gab die theoretischen Grundlagen betreffend freie Beweiswürdigung, 
den Grundsatz "in dubio pro reo" und den Indizienbeweis korrekt wieder; darauf kann 
verwiesen werden (pag. 456, S. 4 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Zu er-
gänzen bleiben folgende Grundsätze, die bei der Würdigung von Aussagen zu be-
achten sind:

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Bedeutsam für die Wahrheitsfindung ist die Glaubhaftigkeit der konkreten Aussage, 
die durch methodische Analyse ihres Inhalts darauf überprüft wird, ob die auf ein 
bestimmtes Geschehen bezogenen Angaben einem tatsächlichen Erleben der Zeu-
gin oder des Zeugen entspringen. Damit eine Aussage als zuverlässig erachtet wer-
den kann, ist die Aussage insbesondere auf das Vorhandensein von Realitätskrite-
rien und umgekehrt auf das Fehlen von Fantasiesignalen zu überprüfen. Dabei wird 
zunächst davon ausgegangen, dass die Aussage gerade nicht realitätsbegründet ist, 
und erst, wenn sich diese Annahme (Null-Hypothese) als Grund der festgestellten 
Realitätskriterien nicht mehr halten lässt, wird geschlossen, dass die Aussage einem 
wirklichen Erlebnis entspricht und wahr ist (BGE 133 I 33 E. 4.3; Urteil des Bundes-
gerichts 6B_793/2010 vom 14. April 2011 E. 1.3.1 mit Hinweisen). 

Zu den allgemeinen Realkennzeichen gehören etwa die Konstanz der Aussage im 
zentralen Handlungsablauf, die Strukturgleichheit, die logische Konsistenz, deren 
Anschaulichkeit und Wirklichkeitsnähe, die Freiheit von Widersprüchen, die Detail-
genauigkeit der Angaben, deren qualitativer Detailreichtum sowie das Fehlen von 
Fantasiesignalen wie Übertreibungen. Zu den inhaltsspezifischen Realkennzeichen 
gehören weiter die räumlich-zeitliche Verknüpfung der Aussagen, die Interaktions-
schilderung und die Wiedergabe von Gesprächen, die Schilderung von Komplikatio-
nen im Handlungsablauf und von ausgefallenen nebensächlichen Einzelheiten und 
die Schilderung eigener psychischer Vorgänge. Auch die spontane Verbesserung 
der eigenen Aussage, das Eingeständnis von Erinnerungslücken, Selbstbelastungen 
und Entlastungen der Gegenpartei sind Realkennzeichen. Demgegenüber stellen 
Widersprüchlichkeiten, Strukturbrüche, Kargheit und Verarmung der Aussagen, die 
Abstraktheit und Zielgerichtetheit der Aussagen sowie deren Stereotypie Lügensi-
gnale dar (Urteil des Obergerichts des Kantons Bern vom 23. Dezember 2016 E. 
11.2 [SK 16 21]).

10. Beweismittel

10.1 Objektive Beweismittel

10.1.1 Briefe

Der Kammer liegen einerseits Fotos von drei undatierten, handschriftlichen, mit dem 
Briefkopf "Chalet M.________" versehenen Briefen mit folgenden Inhalten vor 
(pag. 44 ff.).

Brief Nr. 1:

Darling L -
Stupendous hunger for your body. ''So wild and rough and tortured were its ways." Excitement could be 
the real thing. But how would the body know perfection?
You made me love you -T-

Brief Nr. 2:

Darling L - "Qui s’excuse, s’accuse", is an old French proverb. I don't know what you've been told, all I 
know is in a very long life I've rarely felt as close an attracted to someone as I did these last 24 hours. 
You're wonderful, smart + feminine - even more so among the smelly, scruffy poseurs of today's 

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academy. Although hearing a 72-year old swearing undying love is as entertaining as a reading of «Mein 
Kampf» in a synagogue, it is nevertheless true.
Heaven without you would be too much to bear, and HeII would not be HeII if you were there. I’ve 
uncovered layers of humanity
These last 24 hours- and I’m very sad you chose to reject me. All
(Bad english – hit the bottle)
my love -T-

Brief Nr. 3:

I know that love is a delusion
The unreal, the unknown, an eternel yes, the whisper of a sweet, unending yes.
I love you -T -

And miss you so much –

10.1.2 Kolumne des Beschuldigten

Weiter findet sich in den Akten eine Kolumne des Beschuldigten, welche jeweils mit 
gleichlautendem Text am 14. Februar 2009 im Magazin "O.________" (pag. 84 f.) 
und am 15. Februar 2009 in "P.________ (Magazin)" (pag. 86) veröffentlicht wurde:

At Easter 1215, a young Tuscan married woman innocently flirted in public with a man not her husband. 
He flirted back just as innocently, and then things got out of hand. A vendetta was declared between 
Guelf and Gibel, two rival brothers of Pistoia, that resulted in extreme violence, the splitting of Guelf 
factions into Whites and Blacks with ensuing massacres, 1,400 houses in the middle of Florence burnt, 
and a feud that brought out every long-simmering antagonism from politics, to money, to envy which 
lasted far longer than if the flirtation had not been as innocent as it was.

Guelfs and Ghibellines came to mind as the historian walked into my chalet accompanied by our 
chairman F.________, and two other beauties, G.________ and Q.________. But I had eyes only for 
C.________, with love being too weak a word to describe how I felt the moment I laid eyes on her. One 
thing is for sure. If I.________ lays a hand on her during the next five years I will squash him like a gnat, 
or better yet shorten him by a foot or two with an 'empi' (elbow strike) which will cut him down to 
Napoleonic size. (I.________ is writing an opus on Napoleon, and C.________, author of a biography 
of Madame de Montespan among others, is assisting him.)

L.________ is now starting ’la grande saison', which means those who passionately beIieve that money 
is the cornerstone of life have arrived to enjoy après skiing. This year we’ve had the best snow 
conditions in 50 years, not that we did much skiing over the weekend. It all went quickly, mind you, a 
blur of alcoholic haze and 'glibido' – all talk and no action. What impressed my guests the most were 
the women around here. They had faces they can afford. We lost G.________ after the first evening to 
a... lemon, and C.________ after the second night to her hubby, a composer. But Q.________ stuck it 
out till the bitter end, as did the chairman. I have taken to my bed to recover, hoping to start skiing again 
some time next March.

[...]

10.1.3 Weitere von den Parteien eingereichte Dokumente

Anlässlich der erstinstanzlichen Verhandlung reichte die Verteidigung für den Be-
schuldigten einen Auszug, welcher angeblich aus dem Kalender von F.________ 
stammen solle, für die Zeit vom 5. bis am 11. Februar 2009 sowie einen in der 

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U.________ erschienen Artikel mit dem Titel «________» vom 7. Januar 2018, an-
geblich verfasst durch die Privatklägerin zusammen mit R.________, ein (pag. 424 
f. und pag. 431 ff.). Oberinstanzlich wurden seitens der Verteidigung sodann ein Ar-
tikel aus dem Magazin «H.________» mit dem Titel «________» vom 20. März 2020 
sowie eine Kolumne des Beschuldigten von Oktober 2017 zu den Akten gereicht 
(pag. 724 ff. und pag. 727 ff.).

Die Privatklägerin reichte ihrerseits an der oberinstanzlichen Verhandlung zwei öf-
fentliche Kolumnen des Beschuldigten mit dem Titel «________» und «________» 
vom 16. bzw. 21. Dezember 2023 ein (pag. 718 ff.).

Es wird darauf verzichtet, den Inhalt der (neu) eingereichten Beweismittel an dieser 
Stelle wiederzugeben; sofern von Relevanz, wird darauf direkt im Rahmen der kon-
kreten Würdigung eingegangen.

10.2 Subjektive Beweismittel

10.2.1 Aussagen der Privatklägerin

Sowohl die Privatklägerin als auch der Beschuldigte wurden im Verfahren insgesamt 
vier Mal zu Protokoll einvernommen. Die erste Einvernahme der Privatklägerin er-
folgte am 1. Februar 2019 bei der ________ (Polizei) in T.________ (pag. 30 ff.). 
Weitere Einvernahmen fanden am 20. Juli 2022 bei der Staatsanwaltschaft Oberland 
(pag. 58 ff.), am 5. Oktober 2023 anlässlich der erstinstanzlichen Verhandlung sowie 
am 25. März 2025 im Rahmen der oberinstanzlichen Verhandlung statt (pag. 367 ff. 
und pag. 698 ff.).

Zum inkriminierten Abend gab die Privatklägerin bei ihrer ersten Einvernahme zu 
Protokoll, dass sie am Abend zu viert ins K.________ Hotel gegangen seien. Sie 
hätten etwas getrunken, seien aber nicht betrunken gewesen. Sie seien dann zum 
Haus zurückgegangen, wo weiter getrunken worden sei. Die Männer hätten Spirituo-
sen getrunken, sie ein Glas Rotwein. Sie und E.________ hätten ein wenig zur Musik 
getanzt, es sei spassig gewesen. Sie erinnere sich, dass der Beschuldigte in einem 
Stuhl gesessen habe und I.________ auf einem Sofa. Der Beschuldigte habe sie zu 
seinem Stuhl gezogen und habe versucht, sie zu küssen. Sie habe das nicht gewollt 
und sich irgendwie aus seiner Umarmung gewunden (pag. 33). Als sie ins Bett ge-
gangen sei, sei der Beschuldigte ins Zimmer gekommen. Sie glaube, sie habe ein T-
Shirt und eine Unterhose getragen. Sicher kein Pyjama, weil ihre Beine nackt gewe-
sen seien. Es könne sein, dass er Drogen – Kokain – genommen habe; er habe 
"sharp" geschienen, also präzise und wach (pag. 33 und 37 f.). Er sei in den Raum 
gekommen und sie sei im Bett aufgesessen. Es sei dunkel gewesen. Es sei bloss 
Licht ins Zimmer gekommen, als die Zimmertüre offen gewesen sei. Er habe diese 
hinter sich geschlossen. Es sei ein wenig Licht im Zimmer gewesen, entweder durch 
das Fenster oder vom Bad. Sie habe seine Umrisse erkennen können (pag. 33). Er 
habe nichts gesagt (pag. 34). Er habe sie an den Schultern aufs Bett gedrückt und 
habe begonnen, sie zu küssen. Sie habe versucht, ihn von sich wegzustossen. 
Selbst zu diesem Zeitpunkt habe sie aber noch nicht alles so ernst genommen. Sie 
habe gedacht, dass dies "Nonsens" sei (pag. 34 und 37). Er habe dann versucht, 
seine Beine zwischen ihre zu drücken, um ihre zu öffnen. Er habe beide Knie auf 
ihren Knien gehabt. Ab diesem Zeitpunkt habe sie begonnen, gegen ihn zu kämpfen. 

11

Der Beschuldigte habe in seine Hose gegriffen und sie habe seinen erigierten Penis 
an ihrem Bein spüren können. Er habe weiterhin versucht, ihre Beine auseinander 
zu drücken, wobei er immer sein Gewicht auf ihr gehabt habe. So habe er mit seinem 
Unterarm auf ihren Brustkorb gedrückt und habe mit der anderen Hand versucht, 
ihre Beine auseinander zu drücken. Dabei habe er sie nie geschlagen, sei aber beim 
Festhalten aggressiv gewesen (pag. 34 und 37 f.). Das habe eine Weile angedauert. 
Eventuell habe sie auf dem Bett halb aufsitzen können. Sie habe nicht geschrien. 
Sie habe standhaft zum Beschuldigten gesagt, dass er gehen solle. Sie sei anständig 
geblieben. Er habe dann den Raum verlassen (pag. 34). Auf Detailfragen hin berich-
tete die Privatklägerin weiter, der Beschuldigte habe während des Vorfalls zu ihr ge-
sagt "Ich ficke dich, ich werde dich wirklich ficken. Komm schon, ich will dich ficken" 
(pag. 38). Er sei stark gewesen und sie habe Angst gehabt. Ein Teil von ihr habe 
damals gedacht, "lass ihn machen, denn wenn du dich nicht wehrst, macht er dir 
nicht mehr weh". Es sei dumm, aber sie habe Angst davor gehabt, dass er ihr das 
Genick brechen könnte (pag. 35). Auf Frage gab sie weiter an, es sei schwierig zu 
sagen, was damals die Absichten des Beschuldigten gewesen seien. E.________ 
und sie seien zwei junge Frauen gewesen, die mit zwei älteren Männern unterwegs 
gewesen seien. Ihr Benehmen sei wahrscheinlich auch ein wenig flirtend gewesen. 
Aber egal welchen Eindruck der Beschuldigte damals gehabt habe, sie habe ihm im 
Schlafzimmer klar zu erkennen gegeben, dass sie keinen Sexualverkehr mit ihm ha-
ben wolle. Und alles, was physisch danach passiert sei, habe ihn daran auch nicht 
zweifeln lassen. Unter keinen Umständen habe er nicht verstanden, dass sie keinen 
Geschlechtsverkehr mit ihm wolle (pag. 38). 

Am nächsten Tag habe sie dann das Haus so früh wie möglich verlassen wollen, 
habe aber noch E.________ vom Vorfall erzählt. Diese habe sie daraufhin gefragt, 
ob sie ein Gedicht erhalten habe. Sie habe niemandem sonst im Haus davon erzählt. 
Sie habe so höflich wie möglich gehen wollen und habe niemanden beschämen wol-
len (pag. 34). Im Zug habe sie I.________, mit dem sie damals eine Affäre gehabt 
habe, angerufen. Sie habe ihm alles erzählt und sei sehr aufgebracht gewesen. Als 
sie sich an diesem Abend zuhause ausgezogen habe, habe sie Prellungen vom Knie 
bis zum Schambein gehabt. So gross wie Fäuste, blau und grün und ebenfalls an 
den Innenseiten ihrer Oberschenkel. Sie habe damals davon ein Foto gemacht und 
habe dieses an I.________ gesandt. Dieser sei bestürzt und empört gewesen und 
habe gesagt, dass sie zur Polizei gehen müsse (pag. 34).

Am 20. Juli 2022 wiederholte die Privatklägerin bei der Staatsanwaltschaft in einer 
freien Schilderung im Wesentlichen ihre Aussagen zum Kerngeschehen (pag. 60 
Z. 68 ff.). Ebenfalls bestätige sie frei ihre Angaben zum Verletzungsbild, das heisst 
den nach dem Vorfall sichtbaren blauen Flecken (pag. 66 Z. 270 ff.). Darüber hinaus 
schilderte sie auch die wahrgenommenen psychischen Folgen: Sie habe alles 
Selbstvertrauen als Frau verloren. Es habe ihr professionelles Vertrauen beeinträch-
tigt. Sie habe einen Therapeuten konsultiert, dies über eine Zeitspanne von zwei 
Jahren (pag. 66 Z. 278 ff.). Leicht präzisierend berichtete sie zudem in Bezug auf 
das Ende des Vorfalls, es sei ihr nach einiger Zeit gelungen, den Beschuldigten weg-
zustossen. Sie habe ihm mit klarer Stimme gesagt, dass er gehen solle. Er habe 
darauf das Zimmer verlassen (pag. 61 Z. 82 ff.). Diese Aussagen wiederholte sie 

12

schliesslich auch anlässlich der erstinstanzlichen Verhandlung (pag. 368 Z. 27 ff. 
und pag. 371 Z. 10 ff.).

Auch an der oberinstanzlichen Verhandlung konnte die Privatklägerin das Wochen-
ende nochmals sehr detailliert, präzise und in freier Schilderung wiedergeben 
(pag. 699 f. Z. 1 ff.). Auf Frage, ob sie etwas berichtigen möchte, führte die Privat-
klägerin aus, dass sie gegenüber der Vorinstanz zweimal beschrieben habe, dass 
[während des inkriminierten Vorfalls] eine Hand des Beschuldigten auf ihrer Schulter 
und die andere auf ihrer Hüfte gewesen sei. Nachdem sie nochmals darüber nach-
gedacht habe, sage sie, dass es die linke Hand gewesen sei, die er über ihren Körper 
gelegt habe und die rechte Hand auf ihrer Hüfte gewesen sei (pag. 698 Z. 28 ff.). 
Zum inkriminierten Vorfall selbst schilderte sie, der Beschuldigte sei in ihr Zimmer 
gekommen und habe versucht, sie zu küssen. Sie habe zuerst gedacht, er probiere 
einfach wieder etwas, und habe versucht, das als etwas nicht Ernstes abzutun. Sie 
habe ihm gesagt, er solle aufhören, aber er habe weitergemacht und sie fest auf das 
Bett runtergedrückt. Er habe ihren Oberkörper festgehalten und versucht, mit seinen 
Beinen ihre Beine auseinanderzubringen. Sie sei schockiert gewesen und habe wirk-
lich gefunden, dass da eine Grenze überschritten werde und dass aus etwas Harm-
losem und ein paar Flirtversuchen etwas Schlimmes werde. Sie habe das wirklich 
nicht gewollt und es sei klar gewesen, dass sie keinen Geschlechtsverkehr mit die-
sem Mann habe haben wolle. Sie habe sich gewehrt, habe ihre Beine aneinander-
gepresst und probiert, ihren Körper aufzurichten auf dem Bett. Sie wisse nicht, wie 
lange das gedauert habe. Sie glaube, sie habe etwas gesagt wie «hör auf, geh weg 
von mir», aber sie habe gar nicht genügend Luft gehabt, um das zu machen. Alle 
Luft, die sie gehabt habe, habe sie benötigt, um den Beschuldigten wegzustossen. 
Dieser Kampf sei so weitergegangen, sie wisse nicht wie lange. Aber nach einer 
bestimmten Zeit habe sie es geschafft aufzusitzen, und habe danach dem Beschul-
digten leise gesagt, er solle aus ihrem Zimmer gehen. Während des Kampfes auf 
dem Bett habe sie seinen erigierten Penis am Bein gespürt. Er habe ihr immer wieder 
gesagt «ich will dich ficken, ich will dich ficken». Daran könne sie sich sehr gut erin-
nern, sein Gesicht sei nahe an ihrem gewesen. Präzisierend fügte die Privatklägerin 
zudem noch an, als sie gesagt habe, dass er seine Hand auf ihrer Schulter gehabt 
habe, habe sie damit nicht sagen wollen, dass er sie versucht habe zu würgen, son-
dern dass er sie einfach sehr fest gegen ihren Hals gedrückt habe (pag. 700 Z. 19 
ff.). 

Auf Frage, was sie gemacht habe, nachdem der Beschuldigte das Zimmer verlassen 
habe, führte die Privatklägerin aus, sie habe dann geschlafen und am Morgen 
E.________ erzählt, dass der Beschuldigte in ihr Zimmer gekommen sei und ver-
sucht habe, mit ihr Geschlechtsverkehr zu haben. Sie habe nicht gesagt, dass er 
versucht habe, sie zu vergewaltigen, sondern einfach, dass er versucht habe, mit ihr 
Sex zu haben. Sie sei nicht ins Detail gegangen. E.________ sei nicht überrascht 
gewesen, sondern habe es eher lustig gefunden. Sie habe sie gefragt, ob sie den 
Brief erhalten hätte, sie würden immer einen Brief erhalten. Das sei ihr aufgefallen, 
sie habe von «sie» gesprochen, also plural. Sie, die Privatklägerin, habe ein Couvert 
im Zimmer auf dem Boden gefunden und sie hätten dann zusammen den Brief ge-
lesen. Sie habe so schnell wie möglich weggewollt. Sie habe ihre Tochter abholen 
müssen, die in S.________ bei ihren Grosseltern gewesen sei. Im Zug habe sie 

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I.________ angerufen und ihm alles erzählt. Er sei schockiert gewesen. Spätabends, 
als sie sich ausgezogen habe, habe sie gesehen, dass ihre Beine voller Flecken 
gewesen seien (pag. 701 Z. 13 ff.). Ebenfalls auf konkrete Nachfrage hin gab die 
Privatklägerin zu Protokoll, der Beschuldigte habe eine Hose getragen, sie habe sei-
nen Penis also nicht nackt an sich gespürt, und sie präzisierte überdies, dass die 
eine Hand auf ihrem Körper gewesen sei, die andere frei, und der Beschuldigte zeit-
weise versucht habe, eine Hand unter ihre Kleider zu bringen, ihre Beine zusam-
menzuhalten und seinen Penis aus der Hose zu nehmen (pag. 703 Z. 27 ff.).

10.2.2 Aussagen des Beschuldigten

Der Beschuldigte wurde am 23. Februar 2022 delegiert durch die Polizei (pag. 50 
ff.), am 20. Juli 2022 durch die Staatsanwaltschaft Oberland (pag. 73 ff.) sowie eben-
falls am 5. Oktober 2023 anlässlich der erst- und am 25. März 2025 an der oberin-
stanzlichen Verhandlung zur Sache befragt (pag. 358 ff. und pag. 706 ff.).

Zusammengefasst gab er anlässlich seiner ersten Einvernahme zu Protokoll, er 
habe die Person, welche ihn zur Anklage gebracht habe, im Februar oder März 
[2009] getroffen. Er habe diese Frau nie angerührt und verneine ganz vehement die 
Vorwürfe, welche gegen ihn vorgebracht würden. Ein Herr F.________ habe ihm 
diese Dame ins Haus gebracht; er habe insgesamt drei Damen mitgebracht, welche 
er, der Beschuldigte, zuvor noch nie getroffen habe. Seither habe er die Privatkläge-
rin nie mehr gesehen, nie von ihr gehört und nie Kontakt zu ihr gehabt (pag. 52 Z. 52 
ff.) – mit Ausnahme vielleicht von einer Party in T.________, wo er sie von weitem 
gesehen habe (pag. 53 Z. 73 ff.). Es habe keinen Streit oder irgendetwas gegeben, 
sie sei eine angenehme Person gewesen, aber er habe keinen Grund gehabt, sie 
wiederzusehen (pag. 53 Z. 88 f.). Am ersten Abend seien seine Gäste spät ange-
kommen. Sie seien zum Nachtessen nach Z.________ gegangen (pag. 54 Z. 124 
f.). Darauf angesprochen, dass er laut Angaben der Privatklägerin kurz nach deren 
Ankunft in ihrem Zimmer obszöne Bemerkungen gemacht haben solle, meinte der 
Beschuldigte, er habe sie kaum gesehen, kaum mit ihr gesprochen. Ganz klar ver-
neine er das, er sei keine Person dieser Art (pag. 54 Z. 137). Nach dem Ablauf des 
folgenden Tages bzw. Abends gefragt, konnte er sich nicht mehr erinnern (pag. 54 
Z. 139 ff.). Konkrete Vorhalte zum Kernsachverhalt verneinte er (pag. 54 f. Z. 150 
ff.). Schliesslich gab er als möglichen Grund für die Anschuldigungen der Privatklä-
gerin an, er könne sich vorstellen, dass sie in einer seiner Kolumnen etwas gelesen 
habe, mit dem sie nicht einverstanden gewesen sei und ihr das nicht gefallen habe 
(pag. 55 f. Z. 214 ff.). 

Bei der Staatsanwaltschaft bestritt der Beschuldigte die Vorwürfe wiederum vehe-
ment. Es handle sich dabei um eine total falsche und wirklich schreckliche Anschul-
digung. Es sei ein Komplott mit der Absicht, seine Karriere zu zerstören. Er denke, 
dass sich die Privatklägerin und ein Mann, der heisse I.________, die Anschuldigun-
gen zusammen ausgedacht hätten (pag. 76 Z. 105 ff.). Weiter bezeichnete er die 
vorangehende Befragung der Privatklägerin als "comedia del arte" (pag. 77 Z. 156). 
Zudem wusste er zu berichten, dass er die Privatklägerin vielleicht zwei bis drei Mo-
nate nach ihrem Besuch in L.________ bei einer Cocktailparty in T.________ gese-
hen habe. Sie sei mit I.________ dort gewesen. Sie sei auf ihn zugekommen und 
habe Hallo gesagt und er habe Hallo gesagt. Das sei alles gewesen (pag. 77 Z. 145 

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ff.). Dass sie einen bleibenden Eindruck auf ihn hinterlassen hätte, verneinte er 
(pag. 78 Z. 161). 

Vor der Vorinstanz deponierte der Beschuldigte am 5. Oktober 2023, er sei absolut 
nicht schuldig (pag. 360 Z. 13). Zum Ablauf des angeklagten Wochenendes meinte 
er, es sei schwierig, sich an alles zu erinnern. F.________ sei mit drei Damen ange-
kommen. Sie seien zum Abendessen gegangen. Dann hätten sie zuhause noch 
mehr Drinks genommen. Am nächsten Tag seien sie Skifahren gegangen und hätten 
Mittagessen im N.________(Club) gehabt. Dann hätten sie ein frühes Abendessen 
im K.________ Hotel gehabt. Sie seien früh ins Bett gegangen und am nächsten Tag 
hätten alle ausser F.________ früh das Haus verlassen (pag. 360 Z. 16 ff.). An das 
erste Abendessen könne er sich erinnern, weil er dort die Personen kennengelernt 
habe. An das zweite Abendessen könne er sich nicht genauer erinnern. Sie hätten 
Drinks im K.________ Hotel gehabt. Er könne sich an eine Bemerkung von 
F.________ erinnern, dass alles wie in den 30-er oder 40-er Jahren sei, etwas "old 
fashion" (pag. 361 Z. 36 ff.). Im Weiteren hielt er auf Nachfrage daran fest, dass die 
Privatklägerin und I.________ einen Komplott geschmiedet hätten. Letzterer habe 
hinter seinem Rücken viele schlechte Sachen über ihn gesagt, obwohl er nett zu ihm 
gewesen sei. Er sei offensichtlich ein sehr neidischer kleiner Mann. Sein Statement 
sei eine monströse Lüge (pag. 364 Z. 7 ff.).

An der oberinstanzlichen Verhandlung gab der Beschuldigte zum fraglichen Wo-
chenende zu Protokoll, sie hätten sehr spät zu Abend gegessen und viel getrunken. 
Sie seien danach zurück zum Chalet gegangen und hätten noch mehr getrunken. Er 
könne sich nicht genau erinnern, es sei 13 Jahre her. Sie seien spät zu Bett gegan-
gen, um 2:00 oder 3:00 Uhr morgens. Er könne sich sehr gut daran erinnern, dass 
die Privatklägerin ihm beim Abendessen gesagt habe, sie habe gehört, er würde 
schöne Liebesbriefe schreiben. Am nächsten Tag seien sie im N.________(Club) 
Mittagessen gegangen. Er glaube, er sei dann Skifahren gegangen, dann hätten sie 
Abendessen gehabt und er könne sich nicht mehr gut erinnern, aber letztlich seien 
sie im K.________ Hotel gewesen. Er könne sich erinnern, dass die Privatklägerin 
immer noch gewitzelt und gefragt habe, ob es stimme, dass er schöne Liebesbriefe 
schreibe und er habe gesagt, er würde die besten Liebesbriefe schreiben. Vor Mit-
ternacht sei er schlafen gegangen (pag. 707 Z. 22 ff.). 

Auf Vorhalt der in den Akten vorhandenen Briefe äusserte der Beschuldigte, er habe 
diese geschrieben, es sei seine Schrift. Er glaube, als die Privatklägerin ihn gefragt 
habe, ob er schöne Briefe schreibe, dass sie da nicht schon einen Plan im Hinterkopf 
gehabt habe. Sie habe gefragt, ob er schöne Briefe schreibe, da habe er ja gesagt 
und habe sie geschrieben. Er hätte nie gedacht, dass diese jemals gebraucht wür-
den, um eine Anschuldigung zu stützen oder etwas, das er nie machen würde. Er 
habe die Briefe aber geschrieben und auch eine Kolumne darüber verfasst. Auf Vor-
halt, wonach er im Brief ein französisches Sprichwort («qui s’sexcuse, s’accuse») 
verwende und auf Frage, ob es etwas gebe, wofür er sich entschuldigen müsse, 
antwortete der Beschuldigte, ihm käme nichts in den Sinn. Die Briefe seien am ersten 
Abend geschrieben worden. Es sei nur ein Sprichwort, er könne sich nicht daran 
erinnern (pag. 708 f. Z. 42 ff.). Auf konkrete Nachfragen hin gab der Beschuldigte 
ferner an, die Privatklägerin habe ihn gebeten, in seiner Kolumne zu schreiben, dass 

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sie ihm gefalle, um I.________ eifersüchtig zu machen. Das habe er gemacht. Sie 
seien gekommen und sie hätten es gut zusammen gehabt. «I had only eyes for 
C.________», das sei harmlos gewesen. Er habe während 46 Jahren dreimal 
wöchentlich Kolumnen geschrieben, es habe aber keinen spezifischen Grund für die 
Kolumne eine Woche nach dem Wochenende gegeben. Er könne zudem nicht mehr 
sagen, warum er darin die Geschichte von Gülf und Gibel erwähnt habe. Es sei 
schwierig, jede Woche ein Thema zu finden, um darüber zu schreiben. Zudem könne 
er auch nicht mehr sagen, warum er als Eingangstext geschrieben habe, dass 
«things out of hand» geraten und in «extreme violence» resultiert hätten. Er habe 
jede Woche eine Kolumne geschrieben, er wisse nicht, wieso er in diesem Fall die 
Einleitung so geschrieben habe. Die meiste Zeit schreibe man einfach, was einem 
gerade in den Sinn komme (pag. 710 Z. 8 ff.).

10.2.3 Statement von I.________

Aktenkundig ist ferner ein unterzeichnetes Statement von I.________ vom 31. Au-
gust 2022 (pag. 184), welches wie folgt übersetzt wurde (pag. 185):

An einem Sonntagmorgen im Februar 2009 rief mich C.________ in einer gewissen emotionalen Not-
lage an, um mir mitzuteilen, dass A.________ am Abend zuvor versucht hatte, sie in seinem Haus in 
L.________ zu vergewaltigen, und dass sie von dem Übergriff schwer verletzt worden war. Sie schickte 
mir ein Foto des Blutergusses auf ihrem Handy. (Ich habe dieses Foto nicht mehr, da es auf einem 
Handy aus der Zeit vor dem iPhone war.) Als sie bald darauf nach T.________ zurückkehrte, ging ich 
zu ihrer Wohnung in der ________ und sah dort den schlimmsten Fall von Prellung und Körperverlet-
zung, den ich je in meinem Leben gesehen habe. Große, schwere, schwarze Blutergüsse bedeckten 
beide Innenschenkel von den Knien bis zur Schamgegend. Auch an einer ihrer Hüften waren Finger-
spuren zu erkennen. Sie weinte, als sie mir von A.________’s brutalem sexuellen Übergriff auf sie in 
einem der Gästezimmer seines Hauses erzählte.

Ich drängte C.________ sofort, zur Polizei zu gehen und zu erzählen, was passiert war, aber sie sagte, 
das sei unmöglich. 2017 rief mich C.________ an und fragte mich, ob ich A.________s Artikel in der 
U.________ gelesen habe, in dem er sich über die MeToo-Bewegung lustig machte, was nicht der Fall 
war. Aber als ich das getan hatte, ermutigte ich sie erneut, sich an die Polizei zu wenden. Im darauffol-
genden Jahr gab ich diese Erinnerungen an ihren Anwalt ________ weiter.

Ich schwöre hiermit, dass diese Aussagen korrekt und wahrheitsgetreu sind, und ich bin mir auch mei-
ner Verpflichtung nach Schweizer Recht bewusst, sie gegebenenfalls vor Gericht zu wiederholen.

11. Konkrete Beweiswürdigung

11.1 Vorbemerkungen

Die Beweiswürdigung der Vorinstanz ist nach Auffassung der Kammer umfassend, 
nachvollziehbar und korrekt ausgefallen; darauf kann vorab gestützt auf Art. 82 
Abs. 4 StPO vollumfänglich verwiesen werden (pag. 462 ff., S. 10 ff. der erstinstanz-
lichen Urteilsbegründung).

11.2 Entstehungsgeschichte der belastenden Aussagen

Die Privatklägerin wandte sich rund zehn Jahre nach dem streitigen Vorfall zwecks 
Anzeige an die ________ Polizei. Die Gründe für diese späte Anzeige legte sie im 
Verfahren ausführlich dar. So gab sie in ihren Einvernahmen an, am Morgen nach 

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dem Vorfall ausser E.________ niemandem etwas davon erzählt zu haben. Sie habe 
so höflich wie möglich gehen und niemanden beschämen wollen (pag. 34 und 
pag. 368 f. Z. 45 ff.). Sie sei damals mit ihrem Chef, F.________, nach L.________ 
gereist, der als Besitzer des Magazins "O.________" eine sehr wichtige Person in 
der ________ Medienlandschaft gewesen sei. Sie habe Angst gehabt und habe kei-
nen Skandal für ihn verursachen wollen. Auch der Beschuldigte sei ein sehr bekann-
ter und mächtiger Mann und sie selbst zu eingeschüchtert gewesen, um ihn vor Ge-
richt zu bringen. Viel von dem, was sie selbst als Autorin schreibe, habe zudem mit 
Sex zu tun und sie habe nicht gewollt, dass die Leute denken, sie wolle bloss auf 
sich aufmerksam machen. Sie habe Angst gehabt, dass ihr niemand glauben würde. 
Die Situation habe ausweglos geschienen. Ausserdem habe sie damals eine aus-
sereheliche Beziehung mit I.________ gehabt. Er sei, abgesehen von einer Freun-
din, die einzige Person gewesen, die vom Vorfall gewusst habe. Hätte er als Zeuge 
Aussagen machen müssen, hätte das seine und ihre Ehe kompromittieren können 
(pag. 34 f., pag. 64 Z. 215 ff. und pag. 370 Z. 20 ff.). Sie habe daher stark versucht, 
den Vorfall hinter sich zu bringen. Im Oktober 2017 habe sie dann aber im Magazin 
"O.________" einen Artikel des Beschuldigten über die "MeToo"-Bewegung gele-
sen. Er habe geschrieben, dass schlecht aussehende Frauen ungerechtfertigte und 
opportunistische Anschuldigungen machen würden. Dieser Artikel habe den Vorfall 
in ihr wieder hervorgebracht und starke körperliche Reaktionen in ihr ausgelöst. Sie 
habe das Gefühl gehabt, als ob ihr jemand einen Faustschlag in den Magen versetzt 
habe. Was sie an diesem Tag verletzt habe, sei gewesen, dass sie möglicherweise 
nicht die einzige Frau gewesen sei, der das passiert sei. Als E.________ sie nach 
dem Gedicht gefragt habe, habe es so geschienen, als sei dies ein standardisierter 
Prozess. Vielleicht hätten andere Frauen nicht so viel Glück gehabt wie sie und nicht 
bloss Prellungen davongetragen. Sie habe mit I.________ über den Artikel gespro-
chen und er habe ihr nochmals geraten, zur Polizei zu gehen. Mit seiner Hilfe habe 
sie sich dann etwas später an eine Anwältin in T.________ gewandt, die sie für das 
weitere Vorgehen beraten habe (pag. 32, 35, 36 und pag. 64 f. Z. 229 ff.). 

Diese Erklärungen der Privatklägerin sind einleuchtend. Es ist nachvollziehbar, dass 
sie aufgrund des gesamten sozialen Gefüges, in dem sich der Vorfall abgespielt ha-
ben soll, aufgrund ihrer beruflichen Situation sowie ihrer Schamgefühle nicht sofort 
Anzeige erstattet hatte. Ebenso plausibel und nachvollziehbar ist nach Ansicht der 
Kammer, dass der Artikel, in welchem der Beschuldigte sich abfällig über Opfer von 
sexuellen Übergriffen geäussert hatte, die Privatklägerin nach Jahren des Verdrän-
gens doch noch zur Anzeige bewog. Dies gilt umso mehr, als in der heutigen Zeit ein 
anderes gesellschaftliches Bewusstsein hinsichtlich der Problematik sexueller Über-
griffe vorhanden ist, als dies noch zum Zeitpunkt des Vorfalls der Fall gewesen sein 
dürfte. Aus dem Umstand, dass der Prozess, der schliesslich zur Anzeige führte, 
rund eineinhalb Jahre dauerte, vermag der Beschuldigte – anders als er meint – 
nichts zu seinen Gunsten abzuleiten. 

Gleiches gilt für die Tatsache, dass die Privatklägerin dem Beschuldigten nach dem 
fraglichen Wochenende einen Dankesbrief für das Wochenende geschickt hatte. 
Zwar mag dies erstaunen. Die Privatklägerin konnte aber nachvollziehbar erklären, 
warum sie dies getan hatte, nämlich, weil sie korrekt habe sein wollen und nicht ge-
wollt habe, dass ihr Vorgesetzter, F.________, schlecht über sie denke (pag. 39). 

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Die Privatklägerin wollte und durfte ihrer Ansicht nach um keinen Preis auffallen, 
zumal ihr Vorgesetzter mit dem Beschuldigten befreundet und ein einflussreicher 
Mann in der ________ Medienlandschaft war, wodurch die Privatklägerin offensicht-
lich in einem Abhängigkeitsverhältnis stand (vgl. dazu nachfolgende Ziff. 11.3). 

Dafür, dass in der Zeit seit dem Vorfall irgendwelche Fremd- oder Autosuggestions-
prozesse stattgefunden hätten, finden sich in den Akten sodann keine Hinweise. Ins-
gesamt kann somit festgehalten werden, dass die Entstehungsgeschichte der Aus-
sagen der Privatklägerin bzw. deren späte Anzeige nicht per se gegen ihre Glaub-
würdigkeit sprechen.

11.3 Beziehung zwischen den Beteiligten

Es ist unbestritten, dass sich die Privatklägerin und der Beschuldigte vor dem fragli-
chen Wochenende nicht näher kannten. Die Privatklägerin wurde von E.________, 
der Assistentin ihres Vorgesetzten F.________, für das Wochenende eingeladen, 
F.________ zusammen mit einer dritten Frau, G.________, nach L.________ zum 
Beschuldigten zu begleiten mit dem Ziel, als Gruppe eine gute Zeit zu haben 
(pag. 698 Z. 39 ff.).

Die Privatklägerin äusserte sich im gesamten Verfahren nie abschätzig über den Be-
schuldigten. So gab sie anlässlich ihrer ersten Einvernahme vielmehr an, der Be-
schuldigte habe zwar einige obszöne und beleidigende Bemerkungen gemacht, sei 
aber keine unerfreuliche Begleitung gewesen. Er sei charmant und gesprächig ge-
wesen und habe gute Geschichten erzählt. Sie habe keine Angst vor ihm gehabt; er 
sei ein alter, unanständiger Mann mit einem schlechten Geschmack, den man aber 
nicht zu ernst habe nehmen müssen. Weiter beschrieb sie ihn als "nicht attraktiv, 
aber für einen älteren Mann passabel" (pag. 33 und 39). Oberinstanzlich sprach die 
Privatklägerin ebenfalls davon, dass der Beschuldigte ein guter Gastgeber und un-
terhaltsam gewesen sei und dass er ihr sogar angeboten habe, ein paar Schuhe aus 
dem Chalet zu nehmen, weil G.________, die zu diesem Zeitpunkt bereits wieder 
abgereist war, aus Versehen ihre Schuhe eingepackt habe (pag. 699 f. Z. 41 ff.). 
Insgesamt war die Privatklägerin während des gesamten Verfahrens offensichtlich 
bemüht, differenzierte Angaben zu machen und versuchte zu keiner Zeit, den Be-
schuldigten in ein schlechtes Licht zu rücken. 

Die Aussagen des Beschuldigten über die Privatklägerin fielen demgegenüber eher 
abwertend aus. Im Rahmen seiner ersten Einvernahme meinte er einzig, sie sei eine 
"Dame, die in sein Haus gebracht worden» sei, er habe kaum etwas mit ihr zu tun 
gehabt und seither kaum an sie gedacht (pag. 52 ff. Z. 57 ff.). Diese Angaben stehen 
indes in offensichtlichem Widerspruch zu den Briefen, die der Beschuldigte am frag-
lichen Wochenende eingestandenermassen geschrieben hatte und in welchen er 
sein Verlangen nach der Privatklägerin bzw. seine Anziehung zu ihr zum Ausdruck 
brachte (pag. 44 f.; vgl. dazu Ziff. 11.5 hiernach). Dass die Privatklägerin keinen blei-
benden Eindruck bei ihm hinterlassen habe (pag. 78 Z. 161), ist daher nicht glaub-
haft. Bestärkt wird diese Einschätzung von der aktenkundigen Kolumne des Beschul-
digten, die rund eine Woche nach dem streitigen Wochenende veröffentlicht wurde. 
Dort beschrieb er, wie F.________ und die Privatklägerin ihn zusammen mit zwei 
anderen Schönheiten in seinem Chalet besucht hätten. Aber er, der Beschuldigte, 

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habe nur Augen für C.________ gehabt. Liebe sei ein zu schwaches Wort, um zu 
beschreiben, was er in dem Moment empfunden habe, als er sie erblickt habe 
(pag. 84 f.; vgl. dazu ebenfalls Ziff. 11.5 hiernach). In Anbetracht dieser Schwärme-
reien ist auch die Behauptung des Beschuldigten, nach dem Vorfall nicht mehr an 
die Privatklägerin gedacht zu haben, klarerweise als Schutzbehauptung zu werten. 

Die Privatklägerin gab zur Frage der Beziehungen zwischen den beteiligten Perso-
nen an ihrer ersten Einvernahme weiter zu, sie und E.________ hätten mit den Män-
nern geflirtet. Ihr Job sei es gewesen, den Männern eine gute Zeit zu verschaffen, 
aber ohne körperlichen Kontakt (pag. 40). Vor der Vorinstanz präzisierte sie diese 
Aussage dahingehend, dass dies nicht ihre berufliche Aufgabe gewesen sei. Was 
sie mit dieser Aussage gemeint habe, sei, dass es ein angenehmer Abend gewesen 
sei. Sie hätten geflirtet, aber auf eine leichtherzige Art und Weise (pag. 369 Z. 21 ff.). 
In diese Schilderungen lässt sich der Bericht der Privatklägerin einreihen, wonach 
der Beschuldigte am Abend des streitigen Vorfalls bereits einmal versucht habe sie 
zu küssen, als sie mit E.________ am Tanzen gewesen sei. Sie habe das nicht ge-
wollt, habe aber auch nicht gewollt, dass sich jemand schämen müsse, und sich 
irgendwie aus seiner Umarmung gewunden (zuletzt oberinstanzlich bestätigt, 
pag. 700 Z. 3 ff.). Dass die Privatklägerin versuchte, dem Beschuldigten in Bezug 
auf körperlichen Kontakt die Grenzen aufzuzeigen, dies aber in einer möglichst dis-
kreten Art und Weise tat, lässt sich leicht nachvollziehen. Wie bereits erwähnt, wurde 
die Privatklägerin von E.________, der Assistentin ihres Vorgesetzten F.________, 
zu diesem Wochenende eingeladen. Bereits aus dieser Konstellation wird offensicht-
lich, dass sich – nebst E.________ – auch die Privatklägerin in einem Abhängigkeits- 
bzw. Unterordnungsverhältnis befand. Es erstaunt daher nicht, dass sie alles ver-
suchte, so diskret wie möglich zu handeln, zumal sie weder vor ihrem Vorgesetzten 
unangenehm auffallen noch gegenüber dem Beschuldigten, welcher mit F.________ 
befreundet war, unhöflich sein wollte. Gleiches gilt – wie unter Ziff. 3 hiervor bereits 
erwähnt – für E.________. Auch sie stand als Assistentin von F.________ wie die 
Privatklägerin in einem Abhängigkeitsverhältnis, was sich nicht zuletzt daraus ergibt, 
dass E.________ gemäss Schilderungen der Privatklägerin sehr abweisend reagiert 
habe, als sie ihr – ohne zu sehr ins Detail zu gehen – erzählt habe, was passiert sei 
(pag. 65 Z. 246 ff.). Insgesamt kann in Bezug auf die Beziehung zwischen den Be-
teiligten somit festgehalten werden, dass sich die Privatklägerin und der Beschul-
digte vor diesem Wochenende nicht kannten, nach dem Wochenende aber zumin-
dest beim Beschuldigten eine gewisse Anziehung gegenüber der Privatklägerin be-
stand. Zudem ist im Verlaufe der weiteren Beweiswürdigung im Hinterkopf zu behal-
ten, dass die Privatklägerin, und ferner auch E.________, in einem Abhängigkeits-
verhältnis zum Beschuldigten bzw. dessen Freund, F.________, standen.

11.4 Kern- und Rahmengeschehen

Das Kerngeschehen, wie es in der Anklage umschrieben ist, schilderte die Privatklä-
gerin im Laufe des Verfahrens stets gleichbleibend und stimmig (zuletzt oberinstanz-
lich, vgl. pag. 699 f. Z. 2 ff.). Sie wiederholte dabei teils wortgleich ihre früheren Schil-
derungen, ohne dass die Aussagen einstudiert wirken würden. Auch auf Detailfragen 
hin vermochte die Privatklägerin einen in sich stimmigen Bericht zum Geschehen 
abzugeben (vgl. etwa pag. 38 ff.). Sie versah ihre Erzählungen immer wieder mit 

19

erklärenden, spontanen Zwischenbemerkungen, so etwa, als sie schilderte, dass der 
Beschuldige früher olympischer Judo-Champion gewesen und physisch stark sei. 
Sie selbst sei auch athletisch und mache Sport und glaube, dass sie stark sei für 
eine Frau (pag. 34). Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, dass das geschil-
derte Tatvorgehen, insbesondere der Umstand, dass der Beschuldigte die Privatklä-
gerin mit den Knien aufs Bett drückte, gut zu seinen Erfahrungen als Judoka passt. 
Auf unnötige Belastungen verzichtete die Privatklägerin, indem sie beispielsweise 
angab, sich nicht daran zu erinnern, dass der Beschuldigte an ihrer Unterhose ge-
zogen oder ihre Brüste berührt hätte (pag. 38), dass der Beschuldigte auch nicht 
versucht habe, sie zu würgen (pag. 700 Z. 42 ff.) und dass er seinen erigierten Penis 
nicht über der Hose, sondern darunter gehabt habe (pag. 703 Z. 27). In ähnlicher 
Weise ist ihren (ersten) Aussagen zu entnehmen, dass sie relativ lange gedacht 
habe, der Beschuldigte würde sich einfach unanständig verhalten, ohne dass man 
Angst vor ihm zu haben bräuchte (vgl. pag. 33 f.). Ihre Aussagen blieben bis zum 
Schluss frei von Übertreibungen und Aggravationen. Darüber hinaus differenzierte 
sie klar, was sie noch in Erinnerung hatte und was sie nur vermutete. So stellte sie 
beispielsweise klar, dass sie nicht gesehen habe, wie der Beschuldigte Kokain kon-
sumiere (pag. 38). Sie vermochte auch immer wieder nebensächliche Details zu 
schildern, wie beispielsweise die Lichtverhältnisse in ihrem Zimmer an diesem 
Abend und dass sie den Beschuldigten an seinem Umriss erkannt habe (pag 33 f. 
und pag. 36 Z. 27 f.; pag. 700 Z. 21 ff.). Die Schilderungen der Privatklägerin zum 
Kerngeschehen enthalten ferner Hinweise auf verschiedene Gedankengänge (z.B. 
"Ich habe gedacht, dass es einfacher wäre, ihn einfach machen zu lassen, damit er 
mich nicht verletzt", pag. 35 und pag. 368 Z. 36 f.), was ebenfalls als Realkennzei-
chen zu werten ist. 

Leichte Unstimmigkeiten finden sich in den Aussagen der Privatklägerin zur Frage, 
ob der Beschuldigte während des Vorfalls etwas gesagt habe. Während sich die Pri-
vatklägerin bei ihrer ersten Antwort diesbezüglich nicht erinnern konnte (pag. 37), 
gab sie kurz darauf an, er habe "I want to fuck you, come on, I want to fuck you" 
gesagt (pag. 38). Dabei blieb sie auch in den späteren Einvernahmen (pag. 60 Z. 76, 
pag. 368 Z. 32 und pag. 700 Z. 39 f.). Angesichts der späteren Konstanz ist dieser 
kleinen Unstimmigkeit daher nicht allzu viel Gewicht beizumessen. Dass die Privat-
klägerin allfällige Gespräche nicht in freier Rede geschildert hätte, wie es die Vertei-
digung vorbrachte, erweist sich angesichts dessen, dass es gar keine Gespräche 
gab, die die Privatklägerin hätte wiedergeben können, sondern lediglich dieser eine 
Satz seitens des Beschuldigten fiel, als unzutreffend. So oder anders vermag dies 
die Glaubhaftigkeit der Aussagen der Privatklägerin in Bezug auf den gesamten 
Kernsachverhalt jedenfalls nicht in Zweifel zu ziehen. 

Die sehr detaillierten und glaubhaften Aussagen der Privatklägerin finden auch 
Bestätigung im Statement von I.________ (pag. 184 f.). Dabei handelt es sich zwar 
nicht um eine förmliche Einvernahme, sondern nur um eine handschriftlich unter-
zeichnete, schriftliche Erklärung, weshalb diesem Dokument nur beschränkte Be-
weiskraft zuerkannt werden darf. Insbesondere die Art und Weise, wie I.________ 
vom angezeigten Übergriff erfahren haben will sowie die von ihm beschriebenen Ver-
letzungen der Privatklägerin stimmen jedoch mit ihren eigenen Angaben überein 
(pag. 66 Z. 270 ff.). Die Privatklägerin berichtete dazu oberinstanzlich, sie habe 

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I.________ über den Vorfall informiert, als sie im Zug weg von L.________ gewesen 
sei. Sie sei dabei offensichtlich nicht ins Detail gegangen, weil sie eben im Zug ge-
wesen sei. Als sie zurück in T.________ gewesen sei, hätten sie sich so schnell wie 
möglich getroffen. Sie habe ihre Verletzungen fotografiert und ihm geschickt, er habe 
sie also mit eigenen Augen gesehen (pag. 701 Z. 34 ff.). Die Verteidigung monierte 
an der oberinstanzlichen Verhandlung, von den Prellungen bzw. angeblichen Verlet-
zungen der Privatklägerin gebe es keine Fotos mehr, was nicht nachvollziehbar sei, 
und implizierte damit, dass diese gar nie erstellt oder geschickt worden seien und es 
gar keine Verletzungen gegeben habe. Diese Ansicht teilt die Kammer nicht. Vorab 
ist darauf hinzuweisen, dass die Privatklägerin den Beschuldigten damals – im Jahr 
2009 – nicht anzeigen wollte, was erklärt, warum heute, 16 Jahre später, keine Auf-
nahmen mehr davon existieren. Die Privatklägerin konnte zeitlich jedoch genau ein-
betten, wann sie die Aufnahmen geschickt hatte, nämlich in der Nacht, nachdem sie 
in S.________ ihre Tochter abgeholt hatte (pag. 39 Frage 61). Sie schilderte auch, 
dass sie, als sie nach Hause gekommen sei, extra einen langen Pyjama angezogen 
habe, um die Verletzungen [vor ihrem Ehemann] zu verbergen (pag. 39), was eben-
falls ein besonderes Detail darstellt. Es lassen sich somit keine Hinweise darauf fin-
den, dass diese Aufnahmen nie existiert hätten. Darüber hinaus lassen sich die be-
schriebenen Verletzungen sehr gut mit dem von der Privatklägerin geschilderten 
Kampf vereinbaren. In Bezug auf das Statement von I.________ kann damit festge-
halten werden, dass dieses zumindest ein Indiz darstellt, welches die Aussagen der 
Privatklägerin zusätzlich stützt. 

Wie bereits vor der Vorinstanz machte die Verteidigung oberinstanzlich in Bezug auf 
den Ablauf des Wochenendes in L.________ geltend, die Privatklägerin vertausche 
die Abende. Die Einträge aus dem Kalender von F.________ würden beweisen, 
dass ihre Schilderungen nicht zutreffen könnten, da der Abend, an dem man noch 
einen Schlummertrunk genommen habe und es spät geworden sei, der erste Abend 
gewesen sei. An diesem ersten Abend sei G.________, mit welcher die Privatkläge-
rin ein Zimmer geteilt habe, auch noch da gewesen, womit der inkriminierte Vorfall 
nicht habe stattfinden können. Inwiefern die Vorinstanz die Kalendereinträge 
(pag. 424 f.) – wie von der Verteidigung oberinstanzlich moniert – zu Unrecht vom 
Tisch gewischt oder sich mit angeblichen Widersprüchen zwischen den Aussagen 
der Privatklägerin und den Kalendereinträgen nicht auseinandergesetzt hätte, ist für 
die Kammer allerdings nicht ersichtlich. Vielmehr ist mit der Vorinstanz darauf hinzu-
weisen, dass die Kalendereinträge von F.________ – deren Entstehung ohnehin un-
klar und der Beweiswert entsprechend gering ist – den Ausführungen der Privatklä-
gerin in keiner Weise widersprechen. So wurde zwar am Freitag, 6. September 2009 
um 19.30 Uhr vermerkt, dass die Gruppe beim Beschuldigten angekommen sei, 
dann zu Abend gegessen habe, noch in einen Nachtclub gegangen sei und einen 
«nightcap» gehabt habe (pag. 425, «Settle in to A.________: dinner then nightclub 
then nightcap – late!!! 0330 finish»). Es leuchtet jedoch nicht ein, wieso es am zwei-
ten – hier relevanten – Abend nicht spät hätte werden sollen, zumal F.________ 
selbst festhielt, er habe um 20 Uhr noch ein Bad genommen und erst danach sei 
man essen gegangen. Zweifelsohne wurde es somit auch an diesem Abend spät. 
Hinzu kommt, dass, selbst wenn es am zweiten Abend nicht so spät wie am ersten 
Abend geworden sein sollte, dies mitnichten bedeutet, dass der Vorfall nicht wie von 

21

der Privatklägerin geschildert stattgefunden haben konnte. Anzumerken ist weiter, 
dass sich die Privatklägerin an verschiedene Details zum Rahmengeschehen des 
zweiten Abends bzw. zum Schlummertrunk erinnern konnte, nämlich, dass sie Rot-
wein und die Männer Spirituosen getrunken hätten, F.________ eine Zigarre ge-
raucht habe, der Beschuldigte in einem Stuhl gesessen sei und sie und E.________ 
zum immer gleichen Lied (American Boy von Estelle) getanzt hätten (pag. 33). Diese 
Aussagen wirken realitätsgetreu und damit erlebt. Gleichzeitig ist nachvollziehbar, 
dass sie vom ersten Abend deutlich weniger detailliert berichtete, war dieser für sie 
doch von deutlich geringerer Bedeutung und damit weniger einprägsam. Auffallend 
ist sodann, dass die Privatklägerin G.________ in ihren Schilderungen des zweiten 
Abends mit keinem Wort erwähnte, was gerade dazu passt, dass diese zu diesem 
Zeitpunkt bereits abgereist war. Hinweise dafür, dass die Privatklägerin die beiden 
Abende falsch eingeordnet hätte und ihre Aussagen bzw. Anschuldigungen bereits 
aufgrund der äusseren Abläufe falsch sein sollten, liegen somit keine vor. Solches 
lässt sich auch aus den Kalendereinträgen keineswegs ableiten. 

Im Übrigen konnte die Privatklägerin das Rahmengeschehen an der oberinstanzli-
chen Verhandlung nochmals chronologisch, detailliert und gleichbleibend schildern 
(pag. 699 f. Z. 2 ff.), weshalb dafür auf ihre Aussagen abgestellt werden kann.

Der Beschuldigte bestritt während des gesamten Verfahrens konsequent, die Privat-
klägerin "angerührt" zu haben (pag. 52 Z. 53 und pag. 76 Z. 97) und er verneinte, je 
ihr Schlafzimmer betreten zu haben (pag. 54 Z. 159, pag. 76 Z. 97 und pag. 364 
Z. 12 ff.). Weitere Angaben zum Kerngeschehen machte er nicht. Dies scheint im 
Grundsatz nachvollziehbar, denn hat es tatsächlich keinen sexuellen Übergriff gege-
ben, kann der Beschuldigte auch keine Aussagen dazu machen. Zweifel an der 
Glaubhaftigkeit seiner Aussagen ergeben sich aber zunächst daraus, dass er wie 
bereits gesehen stets betonte, die Privatklägerin sei nicht mehr als eine Frau, die 
einmal in seinem Chalet gewesen sei (pag. 52 f. Z. 57), was durch die aktenkundigen 
Briefe (pag. 44 ff.) und die Kolumne (pag. 84 ff.) als widerlegt gelten muss (vgl. dazu 
Ziff. 11.5 hiernach). Daraus ergibt sich vielmehr, dass sich der Beschuldigte offenbar 
stark zur Privatklägerin hingezogen fühlte und gar von Liebe sprach. Interessant ist 
auch, dass der Beschuldigte im zweiten Brief schrieb, von der Privatklägerin zurück-
gewiesen worden zu sein ("I'm very sad you chose to reject me") und im zweiten und 
dritten Brief eine gewisse Wehmut erkannt werden kann (pag. 45 und 48 f.). Die 
Schilderungen in den Briefen passen zu den Aussagen der Privatklägerin, nicht aber 
zu jenen des Beschuldigten. Auffallend ist weiter die fehlende Logik in den vom Be-
schuldigten geltend gemachten Erinnerungslücken. So wusste er in seiner ersten 
Befragung zu berichten, dass sie am ersten Abend als Gruppe nach Z.________ 
zum Nachtessen und am anderen Tag zum Mittagessen in den N.________(Club) 
gegangen seien (pag. 54 Z. 124 und Z. 142), zum Verlauf des zweiten Abends 
konnte er dagegen keine Angaben mehr machen. Er könne sich an nichts Spezielles 
erinnern. Sie seien einfach nach Hause gekommen und zu irgendeinem Zeitpunkt 
sei man zu Bett gegangen (pag. 54 Z. 155 f.). Dass man sich nach rund 13 Jahren 
nicht mehr an den Ablauf eines Abends mit Bekannten erinnern kann, wäre zwar 
grundsätzlich verständlich. Wenig nachvollziehbar ist dagegen, dass der Beschul-
digte anlässlich der erstinstanzlichen Verhandlung – also über 14 Jahre später – 
plötzlich im freien Bericht zu erzählen wusste, dass sie am Samstagabend ein frühes 

22

Abendessen im K.________ Hotel gehabt hätten und früh ins Bett gegangen seien. 
Er könne sich zudem noch an eine Bemerkung von F.________ erinnern, wonach 
alles – das Dekor, der Service und die Leute im K.________ – "wie in den 30-er oder 
40-er Jahren", "etwas old fashion" gewesen sei (pag. 361 Z. 37 ff.). Oberinstanzlich 
gab er ebenfalls an, sich nicht mehr gut an den zweiten Abend erinnern zu können, 
wusste jedoch neu, dass er vor Mitternacht schlafen gegangen sei (pag. 707 Z. 33 
f.). Diese neu erfolgte Anreicherung mit Details scheint angesichts des Zeitablaufs 
nachgeschoben und nicht glaubhaft. Gleiches gilt für die vor der Vorinstanz erstmals 
getätigte Aussage des Beschuldigten, sie seien beim Abendessen am ersten Abend 
lange geblieben und hätten zuhause noch mehr Drinks gehabt (pag. 360 Z. 17 ff.), 
und die an der oberinstanzlichen Verhandlung gemachte Äusserung, er könne sich 
nicht genau erinnern, es sei 13 Jahre her, aber sie hätten [am ersten Abend] viel 
getrunken und seien spät zu Bett gegangen, um zwei oder drei Uhr morgens 
(pag. 707 Z. 24 ff.). Damit wollte der Beschuldigte erneut suggerieren, die Schilde-
rungen der Privatklägerin betreffend Drinks, Musik und Tanzen im Chalet würden 
den ersten Abend betreffen, als G.________ noch mit der Privatklägerin das Zimmer 
geteilt hatte, und die Vorwürfe damit nicht zutreffen könnten. Dass sich die Privatklä-
gerin jedoch nicht im Abend geirrt hatte und an dieser Auffassung auch die von der 
Verteidigung eingereichten Kalendereinträge nichts zu ändern vermögen, wurde 
hiervor bereits ausgeführt.

Im Sinne eines Zwischenfazits kann festgehalten werden, dass die Aussagen der 
Privatklägerin sowohl zum Rahmen- wie auch zum Kerngeschehen sehr konstant, 
mit zahlreichen Details angereichert, nachvollziehbar und damit gesamthaft sehr 
glaubhaft ausfielen, während die Aussagen des Beschuldigten als nicht konstant, 
oberflächlich und detailarm bezeichnet werden müssen.

11.5 Briefe und Kolumne

Die Aussagen der Privatklägerin werden schliesslich auch von den vom Beschuldig-
ten geschriebenen Briefen und seinen Kolumnen untermauert:

Im Zusammenhang mit den Briefen bzw. Gedichten berichtete die Privatklägerin, 
dass sie am Morgen nach dem Vorfall E.________ davon erzählt habe. E.________ 
habe sie gefragt, ob sie den Brief erhalten habe und gesagt "sie bekommen immer 
den Brief". Sie, die Privatklägerin, habe das zunächst nicht verstanden. Sie sei dann 
in ihr Zimmer zurückgegangen und habe dort am Boden die unter der Tür durchge-
schobenen Seiten bzw. eben diese Briefe gefunden (pag. 34 und pag. 62 Z. 151 ff.). 

Der Beschuldigte wollte in seiner ersten Einvernahme die Frage nach einem Gedicht 
in Bezug auf die Privatklägerin zunächst nicht verstehen. Anschliessend bestritt er, 
ihr je persönlich geschrieben zu haben (pag. 55 Z. 196 ff.). Auf Vorhalt der Briefe 
deponierte er bei seiner zweiten Befragung dann, es sehe aus wie seine Handschrift. 
Er habe sehr viele von diesen Briefen geschrieben. Es mögen vielleicht 10 oder 50 
oder hunderte gewesen sein, die in T.________ zirkulieren würden. Auf entspre-
chende Nachfrage räumte er schliesslich ein, dass es so aussehe, dass er das 
Schreiben verfasst habe und es könne sein, dass er dieses der Privatklägerin habe 
zukommen lassen, er könne sich aber nicht erinnern, ihr einen Brief geschrieben zu 
haben (pag. 75 Z. 55 ff.). Das sei alles später in der Nacht geschrieben worden, 

23

nachdem man etwas getrunken habe. Es könne nicht so verstanden werden, dass 
er sich bei der Privatklägerin entschuldigt habe. Es gebe nichts, wofür er sich ent-
schuldigen müsste. Was da gemeint sei, wisse er nicht (pag. 76 Z. 85 f. und 101 f.). 
Vor der Vorinstanz meinte der Beschuldigte, er sei Autor und schreibe die ganze 
Zeit. Er habe eine Kolumne geschrieben über seine Schreiben. In T.________ sei er 
bekannt für das Schreiben solcher Briefe. Er glaube, einige Notizen am ersten Abend 
des Wochenendes geschrieben zu haben, nachdem er etwas getrunken habe 
(pag. 362 Z. 23 ff.). Er glaube, er habe das Schreiben geschrieben und niedergelegt. 
Es sei ein sehr amüsanter und freundschaftlicher Abend gewesen. Vielleicht habe 
es zu viele Witze gegeben – auch riskante. Er habe versucht höflich zu sein 
(pag. 363 Z. 4 ff.). An der oberinstanzlichen Verhandlung gab der Beschuldigte end-
gültig zu, die Briefe geschrieben zu haben. Gänzlich neu fügte er jedoch an, zu glau-
ben, dass die Privatklägerin ihn gebeten habe, diese Briefe zu schreiben. Er glaube 
nicht, dass sie da schon einen Plan im Hinterkopf gehabt habe. Er hätte nie gedacht, 
dass die Briefe jemals gebraucht würden, um eine Anschuldigung zu stützen oder 
etwas, das er nie machen würde. Die Briefe seien am ersten Abend geschrieben 
worden. Wieso er darin das Wortspiel «qui s’excuse, s’accuse» benutzt habe, wisse 
er nicht mehr (pag. 708 f. Z. 30 ff.). Der Beschuldigte passte somit nicht nur seine 
Aussagen im Laufe des Verfahrens an, sondern versuchte anlässlich der oberin-
stanzlichen Verhandlung gar, einen Erklärungsversuch zum Nachteil der Privatklä-
gerin nachzuschieben, was keineswegs zur Glaubhaftigkeit seiner Aussagen bei-
trägt.

Als aufschlussreich erweist sich die Passage des zweiten Briefes "I've rarely felt as 
close and attracted to someone as I did these last 24 hours". Aufgrund dieser Zeit-
angabe muss der Beschuldigte diesen Brief – entgegen seiner Behauptung 
(pag. 708 Z. 42) – in der zweiten Nacht verfasst haben. Ausserdem sind die Briefe 
an "Darling L" adressiert, wobei L der Anfangsbuchstabe des Vornamens der Privat-
klägerin ist. Ein erkennbarer Zusammenhang zu den Namen der übrigen Besuche-
rinnen am besagten Wochenende – E.________ und G.________ – besteht demge-
genüber nicht. Dass die Briefe an die Privatklägerin gerichtet waren und ihr in der 
zweiten Hälfte des inkriminierten Wochenendes zugegangen sind, ergibt sich somit 
nicht nur aus den Aussagen der Privatklägerin und des Beschuldigten selbst, son-
dern auch aus dem konkreten Inhalt. Angesichts der Eingeständnisse des Beschul-
digten kann er im Übrigen nichts aus dem Umstand ableiten, dass die Briefe nicht 
mehr im Original vorhanden sind und die Privatklägerin zum Verbleib der Originale 
nicht gänzlich konstante Aussagen machte (pag. 34, pag. 63 f. Z. 175 ff.). Es wurde 
jedenfalls bis zuletzt weder vom Beschuldigten selbst noch von der Verteidigung gel-
tend gemacht, bei den aktenkundigen Fotos der Briefe könnte es sich in irgendeiner 
Form um Fälschungen handeln. 

Zu berücksichtigen ist schliesslich auch die vom Beschuldigten nach dem inkrimi-
nierten Vorfall verfasste Kolumne. Der Beschuldigte bestätigte anlässlich seiner Ein-
vernahme bei der Staatsanwaltschaft auf Vorhalt der von der Privatklägerin einge-
reichten Kolumne, dass dies seine sei. Er mache das schon seit 45 Jahren, schreibe 
dreimal pro Woche Kolumnen und berichte darin über sein Leben. Er tue das, um 
Leser zu amüsieren und zu unterhalten. Übertreiben gehöre zum Schreiben (pag. 78 
Z. 166 ff.). Weiter bestätigte er, dass es sich bei der dort erwähnten "C.________" 

24

um die Privatklägerin handle (pag. 78 Z. 178). Die Erwähnung von I.________ er-
klärte er damit, dass die Privatklägerin ihn gebeten habe, etwas Nettes über sie zu 
schreiben. Sie habe ihm gedankt für das Schreiben der Kolumne. Sie sei damals mit 
I.________ ausgegangen (pag. 363 Z. 18 ff. und pag. 365 Z. 9 ff.). Einen Zusam-
menhang zu den Vorwürfen sehe er nicht (pag. 78 Z. 183 f.). An der oberinstanzli-
chen Verhandlung führte der Beschuldigte aus, als Kolumnist müsse man pro Woche 
drei Kolumnen produzieren. Er habe für die ________ (Zeitung) geschrieben, den 
O.________ und die U.________, häufig über die Themen Flirten, Liebesbriefe oder 
das Verführen. Er habe sicher 20 Mal darüber geschrieben (pag. 709 Z. 7 ff.). Auf 
konkrete Frage, warum er in der Kolumne I.________ erwähnt habe, antwortete der 
Beschuldigte, die Privatklägerin habe ihm gesagt, sie sei in einer Beziehung mit die-
sem und wolle ihn eifersüchtig machen. Sie habe ihn, den Beschuldigten, deshalb 
gefragt, ob er über ihn schreiben könne, was er gemacht habe (pag. 709 Z. 16 ff.). 
Ebenfalls auf Frage, warum er gut eine Woche nach dem inkriminierten Vorfall einen 
Text publiziert habe, wiederholte er, die Privatklägerin habe ihn darum gebeten, eine 
Kolumne zu schreiben, in welcher er äussere, dass sie ihm gefalle, um I.________ 
eifersüchtig zu machen. Einen spezifischen Grund habe es für den Artikel aber nicht 
gegeben. Auf konkreten Vorhalt hin, wonach er in der Kolumne die Geschichte von 
Gülf und Gibel erwähne und inwiefern diese Geschichte mit der Geschichte in 
L.________ vergleichbar sei, führte der Beschuldigte aus, er könne nicht sagen, 
wieso er diese erwähnt habe. Es sei schwierig, jede Woche ein Thema zu finden, 
über welches man schreiben könne. Er könne nicht sagen, wieso er dies damals 
gemacht habe. Ebenfalls auf Vorhalt, wonach er im letzten Abschnitt erwähne, dass 
«things out of hand» geraten seien und «in extreme violence» geendet hätten, gab 
der Beschuldigte an, er wünschte, sagen zu können, wieso er dies gemacht habe. 
Man überlege sich als Kolumnist ständig, wie man eine Kolumne einleiten könne. Er 
habe jede Woche eine Kolumne geschrieben und könne nicht sagen, wieso er in 
diesem Fall so geschrieben habe. Er habe einfach probiert, eine zu finden. Die 
meiste Zeit sei man verzweifelt und man schreibe einfach, was einem gerade in den 
Sinn komme (pag. 710 Z. 10 ff.).

Es scheint offensichtlich, dass der Beschuldigte in seiner Kolumne vom 14. und 
15. Februar 2009 über das Wochenende in L.________ schrieb. Dies folgt aus dem 
zeitlichen Zusammenhang, der Nennung der beteiligten Personen – F.________, 
G.________, die Privatklägerin und I.________ – sowie dem Inhalt – ein Wochen-
ende in L.________, eine Frau, die mit einem fremden Mann flirtet, der daraus ent-
stehende Konflikt sowie die beschriebene Abneigung des Beschuldigten gegenüber 
I.________. Die Versuche des Beschuldigten, diese Kolumnen als nichts Ausserge-
wöhnliches abzutun, wirken konstruiert und unglaubhaft. Selbst wenn die Kolumnen 
nicht wortwörtlich zu verstehen sind, erzeugen sie zusammen mit den glaubhaften 
Aussagen der Privatklägerin ein äusserst stimmiges Gesamtbild und bestätigen de-
ren Schilderungen.

11.6 Frage einer allfälligen Falschanschuldigung

Die Vorinstanz prüfte abschliessend zu Recht, ob allfällige Anzeichen einer Falsch-
belastung seitens der Privatklägerin vorliegen (pag. 478 ff., S. 26 ff. der erstinstanz-
lichen Urteilsbegründung).

25

Der Beschuldigte machte oberinstanzlich nochmals geltend, die Privatklägerin habe 
(zusammen mit I.________) einen Komplott gegen ihn geschmiedet. Konkret 
brachte er dazu im Rahmen seiner Einvernahme vor, nie gedacht zu haben, dass 
seine Briefe, welche er für die Privatklägerin geschrieben habe, jemals gebraucht 
würden, um eine Anschuldigung zu stützen oder etwas, das er nie machen würde 
(pag. 708 Z. 33 ff.). Überdies äusserte er – wie hiervor bereits erwähnt –, die Privat-
klägerin habe ihn gebeten, eine Kolumne zu schreiben, um I.________ eifersüchtig 
zu machen. Sie habe ihn gebeten, über ihn zu schreiben, was er gemacht habe, und 
I.________ sei darauf reingefallen. Er habe einen Brief voller Lügen darüber ge-
schrieben, wonach er, der Beschuldigte, die Privatklägerin verprügelt hätte (pag. 709 
Z. 16 ff.).

Hinweise dafür, dass es sich bei den Vorwürfen der Privatklägerin um Falschan-
schuldigungen oder um einen Komplott gegen den Beschuldigten handeln könnte, 
sind für die Kammer nicht ersichtlich und aus mehreren Gründen auch nicht wahr-
scheinlich:

Vorab ist nochmals auf das Beziehungsgefüge zwischen den damals anwesenden 
Personen hinzuweisen. So stand die Privatklägerin in keiner Beziehung zum Be-
schuldigten, kannte ihn vor dem inkriminierten Vorfall nicht persönlich und begegnete 
ihm seither höchstens ein paar wenige Male zufällig auf Events (pag. 34 f., pag. 77 
Z. 146). Sie hatte von daher keinen Anlass, den Beschuldigten fälschlicherweise zu 
belasten. Das vom Beschuldigten gegen ihn vermutete Komplott findet in den Akten 
zudem keine Stütze und der Beschuldigte vermochte nicht schlüssig zu begründen, 
weshalb sich die Privatklägerin und I.________ gegen ihn verschworen haben soll-
ten (vgl. pag. 364 Z. 31 ff.). Vielmehr liegt gestützt auf die vom Beschuldigten selbst 
verfassten Kolumnen die Vermutung nahe, dass dieser eifersüchtig war auf 
I.________, welcher zu dieser Zeit eine aussereheliche Beziehung mit der Privatklä-
gerin führte. Konkret beschrieb der Beschuldigte in seiner Kolumne nämlich, dass 
wenn I.________ in den nächsten Jahren Hand an die Privatklägerin legen würde, 
er ihn wie eine Mücke zerquetschen, oder besser noch, ihn mit einem Ellenbogen-
schlag um ein oder zwei Fuss verkürzen werde, was ihn auf napoleonische Grösse 
reduzieren werde (pag. 84 und pag. 86). Dass sich I.________ aufgrund dessen 
Jahre später zusammen mit der Privatklägerin gegen den Beschuldigten ver-
schwören sollte, ist allerdings unwahrscheinlich. Gleich verhält es sich mit den obe-
rinstanzlich (neu) geäusserten Vermutungen des Beschuldigten, wonach die Privat-
klägerin ihn um die Briefe gebeten habe, um darauf ihre Anschuldigungen aufbauen 
zu können. Zwar wäre die Privatklägerin als Schriftstellerin wohl theoretisch durch-
aus in der Lage, eine falsche Anschuldigung in Bezug auf ein Sexualdelikt zu kon-
struieren. Dass sie sich dafür Briefe vom Beschuldigten hätte schreiben lassen, wel-
che sie über zehn Jahre lang aufbewahrt hätte, um ihn schliesslich (doch noch) an-
zuzeigen, scheint jedoch weit hergeholt. Hinzu kommt, dass die Privatklägerin – 
hätte sie den Beschuldigten tatsächlich zu Unrecht belasten wollen – kaum eine ver-
suchte, sondern eine vollendete Vergewaltigung konstruiert und diese auch wesent-
lich schlimmer dargestellt hätte, als sie das vorliegend tat.

Die Verteidigung machte anlässlich der erstinstanzlichen Verhandlung geltend, die 
Privatklägerin habe zusammen mit R.________, einer bekannten ________ Aktivis-

26

tin, einen Artikel mit dem Titel "________", welcher am 7. Januar 2018 in der 
"U.________" veröffentlicht wurde (pag. 431 ff.), verfasst, in welchem die Privatklä-
gerin von der MeToo-Bewegung als «Revolution» von historischem Ausmass spre-
che und schreibe, dass die Verbindung zwischen Macht und Männlichkeit aufgelöst 
werden müsse. R.________ schreibe zudem im gleichen Artikel, dass Kampagnen 
in den sozialen Medien und «high profile cases» wichtig seien und berichte von an-
geblich vorhandenen WhatsApp-Gruppen, in welchen über ein konzentriertes Vor-
gehen gegen ausgewählte Männer geschrieben werde. Die Autorin befürworte die 
öffentliche Anprangerung in den sozialen Medien und WhatsApp-Gruppen, anstatt 
sich dem üblichen Weg des verfassungsmässigen Strafprozesses zu stellen. In die-
ses Bild passe, dass die Privatklägerin den Beschuldigten als Opfer ausgesucht 
habe, der sich seit Jahren einer grösseren Kampagne gegen seine Person und sei-
ner Kolumne konfrontiert sehe. Zweck solcher Kampagnen sei es, «mächtige Män-
ner zu stürzen» (pag. 414 f.). Anlässlich der oberinstanzlichen Verhandlung wieder-
holte die Verteidigung dieses Vorbringen sinngemäss. 

Auch diese Ansicht zielt vorliegend ins Leere. Zunächst ist darauf hinzuweisen, dass 
die Privatklägerin anlässlich der oberinstanzlichen Verhandlung glaubhaft präzi-
sierte, sie sei entgegen den Ausführungen der Verteidigung nicht Co-Autorin des 
genannten Artikels, sondern es handle sich um zwei Artikel, die nebeneinander pu-
bliziert worden seien. Sie habe R.________ nie getroffen und nie mit ihr zusammen-
gearbeitet. Beim Artikel, welchen sie [die Privatklägerin], verfasst habe, handle es 
sich um eine Chronikkolumne und nicht um eine politische Kolumne (pag. 702 Z. 12 
ff.). Während die Co-Autorin zudem – wie die Verteidigung zutreffend festhielt – mög-
liche Reaktionen auf einen sexuellen Übergriff wie die Durchführung eines Verfah-
rens oder die öffentliche Anprangerung in sozialen Medien erläuterte, beleuchtete 
die Privatklägerin in ihrem Artikel verschiedene Theorien zu Geschlechterfragen bis 
zurück in die Antike. Ihre Ausführungen enden mit der Bemerkung, dass die Verbin-
dung zwischen Macht und Männlichkeit aufgelöst werden müsse, ansonsten die 
neue Welt ziemlich gleich wie die alte aussehe. Auch wenn die Privatklägerin mit 
diesem Satz in der Geschlechterdiskussion bis zu einem gewissen Grad Stellung 
bezogen hat, lässt sich daraus keineswegs ableiten, sie sei eine Art Aktivistin, die 
mit dem vorliegenden Verfahren einen Skandal entfachen und den Beschuldigten 
sowie seine Karriere im Rahmen der MeToo-Bewegung zu Fall habe bringen wollen. 
Das zeigt sich insbesondere daran, dass die Privatklägerin den ordentlichen Pro-
zessweg beschritt und ihre Vorwürfe gerade nicht an die Öffentlichkeit tragen wollte 
(vgl. pag. 705 Z. 17 ff.); es war vielmehr der Beschuldigte, der den Medien zum Straf-
verfahren Auskunft gab und in einem öffentlichen Forum darüber sprach (pag. 718 
ff.). Die Privatklägerin wählte demgegenüber wie bereits erwähnt nicht die öffentliche 
Anprangerung, wie es R.________ in ihrem Artikel beschrieb, sondern beschritt den 
langwierigen, ordentlichen Rechtsweg. Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass die 
Privatklägerin durch die Anzeige aufgrund des grossen Einflusses des Beschuldigten 
durchaus mit Nachteilen im beruflichen Bereich rechnen musste und aus dem Be-
schreiten des Prozessweges keinerlei Vorteile für sich gewinnen konnte. All dies 
spricht dagegen, dass das vorliegende Verfahren eine aktivistische Aktion wäre, die 
den Beschuldigten verunglimpfen bzw. zu Fall bringen sollte.

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11.7 Fazit

Insgesamt lässt sich festhalten, dass die Privatklägerin, die selbst auch Schriftstel-
lerin ist, wohl durchaus in der Lage wäre, sich eine falsche Anschuldigung in Bezug 
auf ein Sexualdelikt relativ detailliert auszumalen und wiederzugeben. Stichhaltige 
Gründe für eine Falschbelastung finden sich in den Akten jedoch nicht. Die Aussagen 
der Privatklägerin weisen eine Vielzahl von Realkennzeichen, dagegen keine Lügen-
signale auf. Anders verhält es sich mit den bestreitenden Angaben des Beschuldig-
ten, die karg, ausweichend, teilweise widersprüchlich und auch gespickt von Gege-
nangriffen sind. In Kombination mit den vom Beschuldigten selbst verfassten Briefen 
an die Privatklägerin und der Kolumne sowie seinen grösstenteils unglaubhaften 
Aussagen lässt dies einzig den Schluss zu, dass die Darstellung der Privatklägerin 
erlebnisbasiert ist und sich der Vorfall wie von ihr geschildert zugetragen hat. Damit 
erweist sich der angeklagte Sachverhalt insgesamt als erstellt.

III. Rechtliche Würdigung

12. Theoretische Grundlagen zu Art. 190 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB

Wer eine Person weiblichen Geschlechts zur Duldung des Beischlafs nötigt, nament-
lich indem er sie bedroht, Gewalt anwendet, sie unter psychischen Druck setzt oder 
zum Widerstand unfähig macht, wird mit Freiheitsstrafe von einem bis zu zehn Jah-
ren bestraft (aArt. 190 Abs. 1 StGB). Gewalt im Sinne dieser Norm ist gegeben, wenn 
der Täter ein grösseres Mass an körperlicher Kraft aufwendet, als zum blossen Voll-
zug des Akts notwendig ist bzw. wenn sich der Täter mit körperlicher Kraftentfaltung 
über die Gegenwehr des Opfers hinwegsetzt. Es ist keine brutale Gewalt etwa in 
Form von Schlägen und Würgen erforderlich. Es genügt, wenn der Täter seine über-
legene Kraft einsetzt, indem er die Frau festhält oder sich mit seinem Gewicht auf 
sie legt (Urteile des Bundesgerichts 6B_1061/2023 vom 23. Januar 2025 E. 1.3.4 
und 6B_1208/2022 vom 16. Februar 2023 E. 1.1.1; je mit Hinweisen).

Vom Opfer wird nicht verlangt, dass es sich gegen die Gewalt mit allen Mitteln zu 
wehren versucht. Es muss sich nicht auf einen Kampf einlassen oder Verletzungen 
in Kauf nehmen. Die von der Rechtsprechung geforderte Gegenwehr des Opfers 
meint eine tatkräftige und manifeste Willensbezeugung, mit welcher dem Täter un-
missverständlich klargemacht wird, mit sexuellen Handlungen nicht einverstanden 
zu sein. Der Tatbestand der Vergewaltigung ist nach der Rechtsprechung auch er-
füllt, wenn das Opfer unter dem Druck des ausgeübten Zwangs zum Voraus auf Wi-
derstand verzichtet oder ihn nach anfänglicher Abwehr aufgibt. Die Aufgabe des Wi-
derstands kann insbesondere aufgrund der Ausweglosigkeit bzw. aus Angst vor ei-
ner weiteren Eskalation der Situation erfolgen (Urteile des Bundesgerichts 
6B_1061/2023 vom 23. Januar 2025 E. 1.3.4 und 6B_388/2021 vom 7. Juni 2023 
E. 1.2.3; je mit Hinweisen).

Der Vergewaltigungstatbestand erfordert Vorsatz, wobei Eventualvorsatz genügt. 
Das subjektive Element ist erfüllt, wenn das Opfer offensichtliche und entzifferbare 
Zeichen seines Widerstands gibt, die für den Täter erkennbar sind – worunter neben 
körperlichen Widerstandshandlungen auch etwa Weinen, Bitten, in Ruhe gelassen 

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zu werden, Ablehnen von Besänftigungsversuchen oder Fluchtversuche fallen – und 
er die sexuellen Handlungen dennoch vornimmt (Urteil des Bundesgerichts 
6B_803/2021 vom 22. März 2023 E. 7.1.1 mit Hinweisen).

Ein Versuch liegt vor, wenn der Täter, nachdem er mit der Ausführung eines Verbre-
chens oder Vergehens begonnen hat, die strafbare Tätigkeit nicht zu Ende führt oder 
wenn der zur Vollendung der Tat gehörende Erfolg nicht eintritt oder dieser nicht 
eintreten kann (Art. 22 Abs. 1 StGB). Ein Versuch ist somit gegeben, wenn der Täter 
sämtliche subjektiven Tatbestandsmerkmale erfüllt und seine Tatentschlossenheit 
manifestiert hat, ohne dass alle objektiven Tatbestandsmerkmale verwirklicht sind. 
Zum Versuch gehört folglich der Entschluss des Täters, eine Straftat zu begehen, 
und die Umsetzung dieses Tatentschlusses in eine Handlung. Der Täter muss mit 
der Ausführung der Tat (mindestens) begonnen haben (BGE 140 IV 150 E. 3.4; 131 
IV 100 E. 7.2.1; Urteil 6B_28/2023 vom 30. Januar 2023 E. 3.3.2; je mit Hinweisen). 
Bei einer Vergewaltigung ist die Schwelle zum Versuch in der Regel bei Beginn der 
Gewaltanwendung überschritten (TRECHSEL/BERTOSSA, in: Schweizerisches Straf-
gesetzbuch, Praxiskommentar, 4. Aufl. 2021, N 7 zu Art. 190 StGB).

13. Subsumtion

Die Privatklägerin ist eine Person weiblichen Geschlechts, die der Beschuldigte 
gemäss erstelltem Sachverhalt zur Duldung von Geschlechtsverkehr zu nötigen ver-
suchte. So betrat er, nachdem sie sich bereits schlafen gelegt hatte, ihr Gästezim-
mer, setzte sich zu ihr aufs Bett und versuchte sie zu küssen. Als sie ihn bat, dies zu 
unterlassen und zu gehen, drückte er sie mit Gewalt an den Schultern auf das Bett 
und versuchte weiter, sie zu küssen sowie seine Beine zwischen ihre Beine zu drü-
cken. Damit sind bereits erste Elemente von Gewaltanwendung feststellbar. Die Pri-
vatklägerin versuchte, den Beschuldigten von sich wegzustossen, doch er kniete mit 
seinen Knien auf ihre Oberschenkel, drückte mit seinem Unterarm auf ihre Brust und 
hielt sie mit einer Hand im Bereich des Halses bzw. des Schlüsselbeins fest. Mit der 
anderen Hand hielt er die Privatklägerin zeitweise an der Hüfte fest, womit der Be-
schuldigte weitere Gewalt anwendete. Die Privatklägerin setzte sich daraufhin kör-
perlich stärker zur Wehr und begann, mit dem Beschuldigten zu kämpfen. Er ver-
suchte jedoch weiterhin, ihre Beine auseinanderzurücken. 

Dass er mit seinem gewaltsamen Vorgehen beabsichtigte, die Privatklägerin zu va-
ginalem Geschlechtsverkehr zu zwingen, zeigt sich zunächst daran, dass er in seine 
Hose griff und die Privatklägerin seinen erigierten Penis an ihrem Bein spüren 
konnte. Darüber hinaus äusserte der Beschuldigte seine Absichten aber auch mehr-
fach dahingehend, indem er sagte "I want to fuck you" und "I'm going to fuck you". 
Zum vollendeten Geschlechtsverkehr kam es lediglich deshalb nicht, weil die Privat-
klägerin sich weiter körperlich zur Wehr setzte, den Beschuldigten irgendwann von 
sich wegstossen konnte und ihn mit ruhiger Stimme nochmals bat, zu gehen, so dass 
dieser schliesslich von ihr abliess und sich aus dem Zimmer entfernte. Mit seinem 
gewalttätigen Vorgehen sowie der Tatsache, dass er sich immerhin schon an seinen 
Penis griff, setzte der Beschuldigte seinen Tatentschluss jedoch bereits in die Tat 
um und überschritt die Schwelle zum Versuch eindeutig.

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Auch wenn sich die Privatklägerin – gemäss eigenen Angaben – zuvor mit dem Be-
schuldigten auf einen Flirt eingelassen hatte, wollte sie offensichtlich keinen Ge-
schlechtsverkehr mit ihm, was der Beschuldigte an ihren verbalen Äusserungen und 
ihrer physischen Gegenwehr klar erkennen konnte. Indem der Beschuldigte dennoch 
versuchte, die Privatklägerin gewaltsam auf dem Bett zu fixieren und ihre Beine aus-
einanderzurücken und auch nach ihrer manifesten Gegenwehr weiter gegen sie 
kämpfte, setzte er sich wissentlich und willentlich über ihren klar erkennbaren Willen 
hinweg. Er handelte damit direktvorsätzlich.

Rechtfertigungs- oder Schuldausschlussgründe sind weder ersichtlich noch wurden 
solche geltend gemacht.

Damit ist der Beschuldigte der versuchten Vergewaltigung gemäss aArt. 190 Abs. 1 
StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig zu erklären.

IV. Strafzumessung

14. Theoretische Grundlagen der Strafzumessung

Das Gericht misst die Strafe nach dem Verschulden des Täters zu. Es berücksichtigt 
das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf 
das Leben des Täters (Art. 47 Abs. 1 StGB). Das Verschulden bestimmt sich nach 
der Schwere der Verletzung oder Gefährdung des betroffenen Rechtsguts, nach der 
Verwerflichkeit des Handelns, den Beweggründen und Zielen des Täters sowie da-
nach, wie weit er nach den inneren und äusseren Umständen in der Lage war, die 
Gefährdung oder Verletzung zu vermeiden (Art. 47 Abs. 2 StGB). Das Täterverschul-
den wird somit ausgehend von der objektiven Tatschwere bewertet. Diese beschlägt 
das Ausmass des verschuldeten Erfolgs und die Art und Weise der Herbeiführung 
dieses Erfolgs. Auf der Ebene des subjektiven Tatverschuldens stellt sich die Frage, 
wie weit dem Täter die objektive Tatschwere persönlich zugerechnet werden darf. 
Ausserdem spielen unter diesem Titel je nach Tatbestand etwa die Willensrichtung, 
mit welcher der Täter gehandelt hat, die Beweggründe und Motive der beschuldigten 
Person eine Rolle (Urteil des Bundesgerichts 6B_1038/2017 vom 31. Juli 2018 
E. 2.6.1 und 2.6.2 mit Hinweisen).

Wurde eine Straftat bloss versucht begangen, ist von der schuldangemessenen 
Strafe für das (hypothetisch) vollendete Delikt auszugehen und diese anschliessend 
unter Berücksichtigung des fakultativen Strafmilderungsgrunds von Art. 22 Abs. 1 
StGB zu reduzieren (Urteile des Bundesgerichts 6B_385/2024 vom 30. September 
2024 E. 5.3.2 und 6B_466/2023 vom 25. Juli 2013 E. 2.3.1; je mit Hinweisen).

Im Rahmen der Täterkomponenten zu berücksichtigen sind sodann das Vorleben 
und die persönlichen Verhältnisse des Täters, die Wirkung der Strafe auf dessen 
Leben sowie dessen Verhalten nach der Tat und im Strafverfahren (Art. 47 Abs. 1 
Satz 2 StGB; BGE 149 IV 217 E. 1.1; 141 IV 61 E. 6.1.1).

15. Anwendbares Recht, Strafrahmen und Strafart

Die zu beurteilende Tat trug sich im Februar 2009 zu. Per 1. Januar 2018 sind die 
revidierten Bestimmungen des Allgemeinen Teils des Strafgesetzbuches in Kraft ge-

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treten. Ausserdem wurden per 1. Juli 2024 gewisse Straftatbestände aus dem fünf-
ten Titel des StGB, namentlich derjenige der Vergewaltigung, revidiert. 

Hat der Täter ein Verbrechen oder Vergehen vor Inkrafttreten dieses Gesetzes (oder 
einzelner Bestimmungen davon) begangen, erfolgt die Beurteilung aber erst nach-
her, so sind die neuen Bestimmungen anzuwenden, wenn sie für ihn milder sind (vgl. 
Art. 2 Abs. 2 StGB). Ob das neue im Vergleich zum alten Gesetz milder ist, beurteilt 
sich nicht nach einer abstrakten Betrachtungsweise, sondern in Bezug auf den kon-
kreten Fall. Das neue Recht darf nur angewendet werden, wenn es tatsächlich zu 
einem für den Verurteilten günstigeren Ergebnis führt. Wenn das eine und das an-
dere Recht zum gleichen Ergebnis führen, ist altes Recht anwendbar. Die gleichzei-
tige Anwendung von altem und neuem Recht auf ein und dieselbe Tat ist ausge-
schlossen (BGE 147 IV 241 E. 4.2.2 mit Hinweis).

Die gewaltsame Nötigung zur Duldung von Geschlechtsverkehr ist neu in Art. 190 
Abs. 2 StGB geregelt, wobei die Strafandrohung dieselbe ist wie bei aArt. 190 Abs. 1 
StGB. Es kommt einzig eine Freiheitsstrafe in Betracht, wobei die Strafandrohung 
bei einem Jahr bis zu zehn Jahre Freiheitsstrafe liegt. Auch was die einschlägigen 
Bestimmungen aus dem allgemeinen Teil des StGB angeht (Art. 42, Art. 44, Art. 47 
und Art. 48 StGB), ist nicht ersichtlich, inwiefern die neuen Bestimmungen, sofern 
sie denn überhaupt eine Änderung erfahren haben, für den Beschuldigten zu einer 
günstigeren Beurteilung führen könnten. Da das neue Recht für den Beschuldigten 
insgesamt nicht milder ist, kommen die zum Tatzeitpunkt geltenden Bestimmungen 
zur Anwendung.

16. Konkrete Strafzumessung

16.1 Objektives Tatverschulden

In Bezug auf die Art und Weise des Tatvorgehens ist zu berücksichtigen, dass sich 
die Privatklägerin am besagten Wochenende als Gast im Haus des Beschuldigten 
aufhielt, wobei unter anderem auch ihr Vorgesetzter, den sie als einflussreichen 
Mann bezeichnete, anwesend war. Auch der Beschuldigte genoss bzw. geniesst 
eine gewisse öffentliche Bekanntheit. Die deutlich jüngere Privatklägerin sah sich 
innerhalb dieser Machtverhältnisse somit in der unterlegenen Position, was der Be-
schuldigte auszunutzen wusste. Ebenso nutzte er – nachdem sie zuvor bereits einen 
Versuch seinerseits, sie zu küssen, abgewimmelt hatte – den Umstand aus, dass 
sich die Privatklägerin irgendwann in das Gästezimmer zurückzog, welches sie in 
der zweiten Nacht allein bewohnte. Es ist jedoch nicht ersichtlich, dass der Beschul-
digte seine Tat geplant oder besondere Anstrengungen zu deren Begehung unter-
nommen hätte. Während der Tat selbst wandte er ein gewisses Mass an Gewalt an 
und liess auch nicht sogleich von der Privatklägerin ab, als diese sich körperlich zu 
wehren begann; vielmehr kam es zu einem eigentlichen Gerangel zwischen den bei-
den, womit durchaus eine gewisse kriminelle Energie zu erkennen ist. Gleichzeitig 
ist zu konstatieren, dass sich die Zwangsanwendung des Beschuldigten auf das 
Festhalten der Privatklägerin beschränkte und er sie darüber hinaus nicht bedrohte 
oder weiterer Gewalt, etwa in Form von Schlägen, aussetzte. Damit ist die Art und 
Weise seines Handelns letztlich nicht als besonders verwerflich einzustufen.

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Hinsichtlich der Schwere der Verletzung bzw. Gefährdung des betroffenen Rechts-
guts ist zu berücksichtigen, dass (a)Art. 190 StGB den Schutz der sexuellen Selbst-
bestimmung bezweckt. Das Individuum soll sich im Bereich des Geschlechtslebens 
unabhängig von äusseren Zwängen oder Abhängigkeiten frei entfalten und entsch-
liessen können (BGE 131 IV 167 E. 3; Urteil des Bundesgerichts 6B_1444/2020 vom 
10. März 2021 E. 2.3.2). Auch wenn es vorliegend beim Versuch geblieben ist, ver-
letzte der Beschuldigte dieses Selbstbestimmungsrecht der Privatklägerin merklich. 
Sie beschrieb glaubhaft die psychischen Folgen des Vorfalls. So habe sie alles 
Selbstvertrauen als Frau verloren und ihr Selbstvertrauen professioneller Art sei er-
schüttert worden. Sie habe sich wie ein Stück Fleisch gefühlt und denke, der Be-
schuldigte habe sie nicht als Person wahrgenommen. Sie habe während zwei Jahren