# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 776a4fb2-1923-5839-a0ae-417dc76f51c7
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht Praxis des Verwaltungsgerichts (PVG) 00.00.0000 PVG 2004 31
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_006_PVG-2004-31_0000-00-00.pdf

## Full Text

31 Forstwirtschaft 15
Economia forestale

Waldrecht. Natur- und Heimatschutz bei Walderschliessung.
– Bewilligungsverfahren bei Walderschliessung; Interes- 

senabwägung; Biotopschutz.

Diritto forestale. Protezione della natura e del paesaggio 
nell’urbanizzazione del bosco.
– Procedura di licenza per l’urbanizzazione del bosco; pon- 

derazione degli interessi; protezione dei biotopi.

Erwägungen:
2. a) Gemäss Art. 4 lit. a WaV können forstliche Bauten und 

Anlagen im Wald ohne Rodungsbewilligung errichtet werden. Er- 
forderlich ist jedoch eine raumplanerische Bewilligung (Art. 22 
RPG; BGE 123 II 499 E. 2 S. 502). Diese Bewilligung wird im Kanton 
Graubünden in einem speziellen Plangenehmigungsverfahren 
durch die Regierung erteilt, die im gleichen Verfahren auch den Sub- 
ventionsentscheid fällt (Art. 14 Abs. 1 kWaG). Die Projektgenehmi- 
gung hat mit Bezug auf die vom Verfahren erfassten Bauten und 
Anlagen die Wirkung einer Nutzungsplanung und Baubewilligung 
(Art. 14 Abs. 2 kWaG).

b) Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung müssen 
forstliche Bauten und Anlagen am vorgesehenen Standort not- 
wendig sein; sie dürfen nicht überdimensioniert sein und es dürfen 
ihnen keine überwiegenden öffentlichen Interessen entgegenste- 
hen (BGE 123 II 499 E. 2 S. 502 / 503). Hierfür ist eine umfassende 
Prüfung und Interessenabwägung erforderlich, die sowohl mit 
Blick auf die vom Waldgesetz verfolgten Zwecke bzw. die verschie- 
denen Waldfunktionen als auch im Lichte der übrigen einschlägi- 
gen Gesetzgebung, namentlich dem NHG und der NHV) vorzuneh- 
men ist (BGE 123 II 499 E. 3b/ bb S. 507). Dementsprechend ver- 
langt das Kreisschreiben Nr. 11  der Eidgenössischen Forstdirektion
«Erschliessungsanlagen» vom 14. April 1993 die Abklärung aller 
(im Kreisschreiben beispielhaft aufgezählter) nutzungsbezogenen 
und raumbezogenen Interessen sowie der natürlichen Grundlagen, 
das Aufzeigen von Interessenkonflikten und die Analyse und Be- 
wertung von Lösungsmöglichkeiten. In die Prüfung ist insbeson-

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dere die Untersuchung, ob ein schützenswertes Biotop im Sinne 
von Art. 18 NHG vorliegt, einzubeziehen. Diese Abklärungen dürfen 
auch dann nicht unterbleiben, wenn das betreffende Gebiet keiner 
formellen Schutzzone zugewiesen ist. Die förmliche Bezeichnung 
ist nicht zwingende Voraussetzung für den Biotopschutz (Fahrlän- 
der, NHG-Kommentar, Art. 18 Rz 22; Wild, Gegenstand und Vollzug 
des Biotopschutzes nach NHG, URP 1999 S. 765 ff., insbes. S. 773). 
Vielmehr ist im Planungs- oder Bewilligungsverfahren für einen
«technischen Eingriff» abzuklären, ob ein schutzwürdiges Biotop 
vorliegt, ob dieses durch das geplante Projekt beeinträchtigt wird 
und wenn ja, ob der Eingriff vermieden werden kann; wenn nein, 
sind Ersatzmassnahmen anzuordnen (Art. 18 Abs. 1ter NHG).
R 03 49 Urteil vom 13. Februar 2004

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