# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a52346dd-a67d-584a-b05b-5f5ba85d5ecd
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-05-18
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 18.05.2022 200 2022 84
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2022-84_2022-05-18.pdf

## Full Text

200 22 84 IV
FUE/SHE/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 18. Mai 2022

Verwaltungsrichter Furrer, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schütz, Verwaltungsrichter Knapp
Gerichtsschreiber Schnyder

A.________
vertreten durch B.________, Rechtsanwalt C.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 29. Dezember 2021

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Mai 2022, IV/22/84, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1975 geborene A.________ (nachfolgend Versicherter bzw. 
Beschwerdeführer) absolvierte die Ausbildung zum ... (... und ...) EFZ 
(Akten der IV-Stelle Bern [nachfolgend IVB oder Beschwerdegegnerin], 
Antwortbeilage [AB] 1/14). Im Anschluss arbeitete er temporär als ... bei 
verschiedenen Arbeitgebern (AB 1 ff.). Im November 2001 (AB 1) meldete 
er sich mit Hinweis auf Leisten- und Hüftschmerzen bei der IVB zum 
Leistungsbezug an. Diese tätigte in der Folge berufliche und medizinische 
Abklärungen. Mit Verfügung vom 19. Dezember 2001 (AB 8) gewährte die 
IVB Berufsberatung und Abklärung der beruflichen 
Eingliederungsmöglichkeiten, mit Verfügung vom 18. Dezember 2002 (AB 
16) eine Umschulung zum ... EFZ und mit Verfügung vom 19. März 2003 
(AB 20/2) sprach sie dem Versicherten bei einem Invaliditätsgrad von 
100% ab dem 1. August 2002 eine ganze Invalidenrente zu. Während der 
Umschulungszeit erfolgte ein Ausbildungswechsel zum ... EFZ (AB 39/1). 
Diese Ausbildung schloss der Versicherte per 31. Juli 2006 erfolgreich ab 
(AB 44/8 f.). Ab dem 16. Oktober 2006 arbeitete er als ... in einer bis 
Sommer 2007 befristeten Stelle in ... (AB 44/12 f.) und ab Juli 2007 in einer 
Festanstellung in ... (AB 63). Daraufhin schloss die IVB mit Verfügung vom 
20. Februar 2007 (AB 47) die beruflichen Massnahmen ab. 

B.

Am 1. September 2016 erlitt der Versicherte bei einem Arbeitsunfall eine 
Verletzung an der rechten Hand (AB 61.43). Die D.________ als 
zuständiger Unfallversicherer anerkannte ihre Leistungspflicht, bis sie 
gestützt auf den kreisärztlichen Untersuchungsbericht vom 16. November 
2020 (AB 157.3) mit Verfügung vom 12. März 2021 (AB 161/2) die 
vorübergehenden Versicherungsleistungen einstellte und mit Verfügung 
vom 17. März 2021 (AB 163/2) einen Rentenanspruch sowie einen 
Anspruch auf eine Integritätsentschädigung verneinte. Die gegen letztere 
Verfügung erhobene Einsprache (AB 167.14) wurde betreffend 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Mai 2022, IV/22/84, Seite 3

Integritätsentschädigung am 12. Mai 2021 (AB 167.9) zurückgezogen, 
betreffend Invalidenrente wies sie die D.________ mit unangefochtenem 
Entscheid vom 5. Juli 2021 ab (AB 167.5). 

Bereits im November 2018 (AB 51) hatte sich der Versicherte wegen seit 
dem Arbeitsunfall bestehender Beschwerden an der rechten Hand bzw. am 
rechten Handgelenk erneut bei der IVB zum Leistungsbezug angemeldet. 
Per 31. März 2019 (AB 66/6, 71/1) bzw. 30. September 2019 (AB 143/4) 
wurde dem Versicherten die Anstellung als ... gekündigt. Die IVB tätigte 
erneut medizinische und erwerbliche Abklärungen. Alsdann gewährte sie 
Eingliederungsberatung (AB 98) und veranlasste Ausbildungskurse (AB 
104), ein Aufbautraining (19. August bis 17. November 2019 [AB 112]), 
eine Abklärung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit (18. November 2019 bis 
16. Februar 2020 [AB 128]) sowie einen Arbeitsversuch mit Job-Coaching 
in der E.________ (17. Februar bis 17. Mai 2020 [AB 137], welcher bis zum 
14. Juni 2020 verlängert wurde [AB 144]), und gewährte danach 
Arbeitsvermittlung [AB 145]). Am 1. August 2020 trat der Versicherte in der 
F.________ eine auf ein Jahr befristete Stelle als „... Mitarbeiter“ in einem 
Pensum von rund sechs Stunden pro Woche an (AB 157.13/2). Das 
Arbeitsverhältnis (vier bis sechs Stunden pro Woche) wurde daraufhin bis 
zum 31. Januar 2022 verlängert (AB 175/4). Zusätzlich trat er im Oktober 
2021 (AB 175/3) eine befristete Stelle als Mitarbeiter ... und ... in einem 
Pensum von 30-40% bei der G.________ an. Am 8. März 2021 (AB 160) 
schloss die IVB die Arbeitsvermittlung ab und verneinte mit Verfügung vom 
20. April 2021 (AB 165) einen Rentenanspruch (Invaliditätsgrad von 8%). 
Diese Verfügungen blieben unangefochten. Im Juli 2021 (AB 168) stellte 
der Versicherte bei der IVB ein Gesuch um Umschulung zum ... (AB 170). 
Mit Mitteilung vom 1. September 2021 (AB 172) schloss die IVB die 
berufliche Eingliederung ab und trat auf das Umschulungsgesuch nicht ein, 
weil der Versicherte angemessen eingegliedert sei. Am 27. September 
2021 (AB 175) beantragte der Versicherte die Wiederaufnahme des 
Eingliederungsverfahrens (Berufsberatung mit anschliessender 
Umschulung). Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (AB 176, 181) 
verneinte die IVB mit Verfügung vom 29. Dezember 2021 (AB 183) 
mangels einer Erwerbseinbusse von ungefähr 20% (vorliegend 8%) den 
Anspruch auf eine Umschulung. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Mai 2022, IV/22/84, Seite 4

C.

Mit Eingabe vom 1. Februar 2022 erhob der Versicherte, vertreten durch 
Rechtsanwalt C.________, B.________, hiergegen Beschwerde mit 
folgenden Rechtsbegehren:

1. Die Verfügung der IVB vom 29. Dezember 2021 sei aufzuheben.

2. Es seien dem Beschwerdeführer berufliche Massnahmen in Form einer 
Umschulung zuzusprechen.

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich der gesetzlichen 
Mehrwertsteuer) zulasten der Beschwerdegegnerin. 

Mit Beschwerdeantwort vom 28. Februar 2022 schliesst die 
Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von 
Sozialversicherungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche 
Abteilung des Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des 
Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des 
kantonalen Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der 
Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) 
Beschwerden gegen solche Entscheide. Der Beschwerdeführer ist im 
vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträgen nicht durchgedrungen, 
durch den angefochtenen Entscheid berührt und hat ein schutzwürdiges 
Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er zur Beschwerde befugt ist (Art. 
59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des 
Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung [IVG; 
SR 831.20]). Da unter Berücksichtigung des Fristenstillstandes auch die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Mai 2022, IV/22/84, Seite 5

Bestimmungen über Frist (Art. 60 ATSG i.V.m. Art. 38 Abs. 4 lit. c ATSG) 
sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 
kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 29. Dezember 2021 
(AB 183). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers 
auf eine Umschulung zum ... EFZ.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). In Streitigkei-
ten, die weder von grundsätzlicher Bedeutung noch von grosser Tragweite 
sind, können sie auf dem Zirkulationsweg auch Mehrheitsbeschlüsse fas-
sen (Art. 56 Abs. 5 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 
80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Am 1. Januar 2022 sind die Änderungen vom 19. Juni 2020 des IVG 
(Weiterentwicklung der IV) und weiterer Erlasse (insbesondere des ATSG) 
in Kraft getreten (AS 2021 705). Weil in zeitlicher Hinsicht – vorbehältlich 
besonderer übergangsrechtlicher Regelungen – grundsätzlich diejenigen 
Rechtssätze massgeblich sind, die bei der Erfüllung des rechtlich zu 
ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben 
(BGE 146 V 364 E. 7.1 S. 370, 144 V 210 E. 4.3.1 S. 213) und die 
angefochtene Verfügung vor dem Inkrafttreten der Gesetzesänderungen 
vom 19. Juni 2020 datiert, ist der Leistungsanspruch nach den bis 31. 
Dezember 2021 geltenden Normen (fortan aArt.) zu prüfen.

2.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauern-
de ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbs-
unfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder 
psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Mai 2022, IV/22/84, Seite 6

und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der 
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.3 Gemäss Art. 8 Abs. 1 IVG haben invalide oder von einer Invalidität 
(Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte Anspruch auf Eingliederungsmassnah-
men, soweit diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder 
die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, 
zu erhalten oder zu verbessern (lit. a) und die Voraussetzungen für den An-
spruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind (lit. b). 

2.4 Eingliederungsmassnahmen unterliegen den allgemeinen 
Anspruchsvoraussetzungen des Art. 8 Abs. 1 IVG. Eine 
Eingliederungsmassnahme hat somit neben den dort ausdrücklich 
genannten Erfordernissen der Geeignetheit und Notwendigkeit auch 
demjenigen der Angemessenheit (Verhältnismässigkeit im engeren Sinne) 
als drittem Teilgehalt des Verhältnismässigkeitsgrundsatzes zu genügen. 
Danach muss sie unter Berücksichtigung der gesamten tatsächlichen und 
rechtlichen Umstände des Einzelfalles in einem angemessenen Verhältnis 
zum angestrebten Eingliederungsziel stehen. Hinsichtlich der 
Angemessenheit lassen sich vier Teilaspekte unterscheiden, nämlich die 
sachliche, die zeitliche, die finanzielle und die persönliche 
Angemessenheit. Danach muss die Massnahme prognostisch ein 
bestimmtes Mass an Eingliederungswirksamkeit aufweisen; sodann muss 
gewährleistet sein, dass der angestrebte Eingliederungserfolg 
voraussichtlich von einer gewissen Dauer ist; des Weitern muss der zu er-
wartende Erfolg in einem vernünftigen Verhältnis zu den Kosten der 
konkreten Eingliederungsmassnahme stehen; schliesslich muss die 
Massnahme dem Betroffenen auch zumutbar sein (BGE 142 V 523 E. 2.3 
S. 526).

Die Eingliederungsmassnahme muss sich nicht nur objektiv mit Bezug auf 
die Massnahme selbst (Eignung der Massnahme), sondern auch subjektiv 
mit Bezug auf die versicherte Person (Eignung der versicherten Person) 
zur Erreichung des angestrebten Eingliederungszieles eignen: Eingliede-
rungswirksam kann eine Massnahme nur sein, wenn die betroffene Person 
- bezogen auf die jeweilige Massnahme - selber wenigstens teilweise 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Mai 2022, IV/22/84, Seite 7

objektiv eingliederungsfähig und subjektiv eingliederungsbereit ist 
(objektive und subjektive Eingliederungsfähigkeit; vgl. SILVIA BUCHER, 
Eingliederungsrecht der Invalidenversicherung, 2011, S. 75 N. 124 und S. 
278 N. 539).

2.5 Gemäss Art. 17 IVG besteht Anspruch auf Umschulung auf eine 
neue Erwerbstätigkeit, wenn die Umschulung infolge Invalidität notwendig 
ist und dadurch die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder 
verbessert werden kann (Abs. 1). 

2.5.1 Unter Umschulung ist nach der Rechtsprechung grundsätzlich die 
Summe der Eingliederungsmassnahmen berufsbildender Art zu verstehen, 
die notwendig und geeignet sind, den vor Eintritt der Invalidität bereits 
erwerbstätig gewesenen Versicherten eine ihrer früheren annähernd 
gleichwertige Erwerbsmöglichkeit zu vermitteln (BGE 139 V 399 E. 5.4 S. 
403, 130 V 488 E. 4.2 S. 489; SVR 2016 IV Nr. 10 S. 31 E. 4.1).

2.5.2 Dabei bezieht sich der Begriff der „annähernden Gleichwertigkeit“ 
nicht in erster Linie auf das Ausbildungsniveau als solches, sondern auf die 
nach erfolgter Eingliederung zu erwartende Verdienstmöglichkeit (vgl. Art. 6 
Abs. 1bis der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die 
Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201], in Kraft seit 1. Januar 2012; BGE 
130 V 488 E. 4.2 S. 489; SVR 2016 IV Nr. 10 S. 31 E. 4.1).

2.6

2.6.1 Als invalid im Sinne von Art. 17 IVG gilt, wer nicht hinreichend 
eingegliedert ist, weil der Gesundheitsschaden eine Art und Schwere 
erreicht hat, welche die Ausübung der bisherigen Erwerbstätigkeit ganz 
oder teilweise unzumutbar macht. Dabei muss der Invaliditätsgrad ein 
bestimmtes erhebliches Mass erreicht haben; nach der Rechtsprechung ist 
dies der Fall, wenn die versicherte Person in den ohne zusätzliche 
berufliche Ausbildung noch zumutbaren Erwerbstätigkeiten eine bleibende 
oder längere Zeit dauernde Erwerbseinbusse von etwa 20% erleidet, wobei 
es sich um einen blossen Richtwert handelt (BGE 130 V 488 E. 4.2 S. 490, 
124 V 108 E. 2b S. 110; SVR 2010 IV Nr. 24 S. 74 E. 4).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Mai 2022, IV/22/84, Seite 8

2.6.2 Von der Erheblichkeitsschwelle von 20% ist jedoch namentlich bei 
jungen Versicherten mit entsprechend langer verbleibender Aktivitätsdauer 
abzuweichen, wenn es sich bei den ohne Umschulung zumutbaren 
angepassten Tätigkeiten um unqualifizierte Hilfsarbeiten handelt, die im 
Vergleich zur erlernten Tätigkeit qualitativ nicht als annähernd gleichwertig 
bezeichnet werden können (BGE 124 V 108 E. 3b S. 111; SVR 2011 IV Nr. 
51 S. 153 E. 3.1).

2.7 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen 
haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand 
zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und 
bezüglich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im 
Weiteren sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die 
Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch 
zugemutet werden können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 
99; SVR 2021 IV Nr. 54 S. 181 E. 2.3).

3.

Aufgrund der Akten erstellt und von den Parteien unbestritten ist, dass der 
Beschwerdeführer am 1. September 2016 ein Anpralltrauma des rechten 
Handgelenks und der rechten Hand erlitt, wobei er sich eine nicht 
dislozierte Fraktur Metakarpale II und Bone bruise Os lunatum und Basis 
Os metacarpale II und III zuzog (AB 157.3/7 f.). Gemäss Bericht von Dr. 
med. H.________, Fachärztin für Chirurgie sowie Handchirurgie, vom 11. 
Juni 2019 ist der Beschwerdeführer wegen der Handgelenksproblematik 
nicht mehr in der Lage, seine zuletzt ausgeführte Tätigkeit als ... 
auszuüben. Sämtliche Arbeiten mit unkontrollierter Bewegung, Belastung, 
unkontrollierten Schlägen und Drehungen sowie Vibrationen sind nicht 
zumutbar (AB 102). Diese Feststellungen decken sich weitgehend mit 
jenen der D.________, die mit Schreiben vom 24. Juni 2020 feststellte, 
dass dem Beschwerdeführer seine zuletzt ausgeübte Tätigkeit als ... nicht 
mehr uneingeschränkt möglich ist (AB 157.24) sowie dem kreisärztlichen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Mai 2022, IV/22/84, Seite 9

Untersuchungsbericht von Dr. med. I.________, Fachärztin für Chirurgie, 
vom 16. November 2020. Gemäss letzterem ist der Beschwerdeführer in 
einer leichten bis mittelschweren manuellen Tätigkeit, ohne repetitive 
Tätigkeit mit Radialabduktion, Pro- und Supination, ohne kraftvolle Zug-, 
Stoss-, Drehbewegungen mit rechts, ohne Bedienen von vibrierenden 
Maschinen mit rechts, Schlägen, Hämmern, Spitzen oder Bohren mit 
rechts, ganztags arbeitsfähig (AB 157.3/7 f.). Die Beschwerdegegnerin geht 
davon aus, dass dieses Zumutbarkeitsprofil „spätestens“ seit Mai 2019 gilt 
(AB 183/1 i.V.m. AB 165/1), was nicht zu beanstanden ist und vom 
Beschwerdeführer nicht in Frage gestellt wird. Damit ist erstellt, dass die 
Voraussetzung von Art. 17 IVG, wonach der Gesundheitsschaden eine Art 
und Schwere erreicht haben muss, welche die Ausübung der bisherigen 
Erwerbstätigkeit ganz oder teilweise unzumutbar macht (vgl. E. 2.6.1 
hiervor), erfüllt ist.

Streitig und nachfolgend zu prüfen ist dagegen, ob der Beschwerdeführer 
im Hinblick auf eine andere Tätigkeit als in zureichender und zumutbarer 
Weise eingegliedert zu gelten hat. Mit Blick darauf bzw. auf die spezifische 
Erheblichkeitsschwelle des Umschulungsanspruchs (vgl. E. 2.6.1 hiervor) 
gilt es die erwerblichen Auswirkungen der dargelegten medizinischen 
Ausgangslage zu prüfen. 

4.

4.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das 
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität 
und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei 
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt 
zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 
geworden wäre (Art. 16 ATSG).

4.2

4.2.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Mai 2022, IV/22/84, Seite 10

nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nöti-
genfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung 
angepassten Verdienst angeknüpft. Die Ermittlung des Valideneinkommens 
hat so konkret wie möglich zu erfolgen (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 
322 E. 4.1 S. 325; SVR 2021 UV Nr. 26 S. 125 E. 6.1). Lässt sich aufgrund 
der tatsächlichen Verhältnisse das ohne gesundheitliche Beeinträchtigung 
realisierbare Einkommen nicht hinreichend genau beziffern, ist auf 
statistische Werte wie die vom Bundesamt für Statistik (BFS) 
herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) abzustellen. Auf sie darf 
jedoch im Rahmen der Invaliditätsbemessung nur unter 
Mitberücksichtigung der für die Entlöhnung im Einzelfall gegebenenfalls 
relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren abgestellt werden (BGE 
144 I 103 E. 5.3 S. 110; SVR 2019 UV Nr. 40 S. 153 E. 6.2.3).

4.2.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Hat die versicherte 
Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine 
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können 
nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom BFS 
herausgegebenen LSE herangezogen werden (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 
297; SVR 2021 Nr. 51 S. 168 E. 3.2). Es gilt zu berücksichtigen, dass 
gesundheitlich beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten 
Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen 
und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern lohnmässig benachteiligt 
sind und deshalb in der Regel mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen 
rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit einem Abzug vom Tabellenlohn 
Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 
481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne 
herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen 
Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, 
Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und 
Beschäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das 
Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu 
schätzen, wobei der Abzug auf insgesamt höchstens 25% zu begrenzen ist 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Mai 2022, IV/22/84, Seite 11

(BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2018 IV Nr. 
46 S. 148 E. 3.3). Zu beachten ist, dass allfällige bereits in der Beurteilung 
der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche 
Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten 
Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben 
Gesichtspunkts führen dürfen (BGE 146 V 16 E. 4.1 S. 20).

4.3 Soweit der Beschwerdeführer die Anwendung der LSE-Tabellenlöh-
ne kritisiert (Beschwerde S. 7 f. Ziff. 4.3), dringt er nicht durch. Mit zur 
Publikation bestimmten Entscheid vom 9. März 2022, 8C_256/2021, hielt 
das BGer eine Änderung seiner bisherigen Rechtsprechung zur Ermittlung 
des Invaliditätsgrades anhand der Tabellenlöhne der LSE nicht für 
angezeigt. 

4.4 Die Beschwerdegegnerin hat zur Bestimmung des 
Valideneinkommens auf statistische Werte der LSE-Tabellen abgestellt, 
was grundsätzlich nicht zu beanstanden ist. Denn der Beschwerdeführer 
arbeitete nach Abschluss der Ausbildung zum ... EFZ im Juli 1996 bis zur 
Erstanmeldung bei der Invalidenversicherung im November 2001 bei 
diversen Arbeitgebern (AB 44/6), zuletzt während dreier Jahre bei einem ... 
(AB 15). Dabei schwankten die Einkommen stark. Anders als die 
Beschwerdegegnerin annimmt (vgl. AB 183/1 i.V.m. AB 165/2), ist jedoch 
nicht auf das Kompetenzniveau 1 der Tabelle TA1_tirage_skill_level der 
LSE 2018 abzustellen. Vielmehr ist – wie der Beschwerdeführer zu Recht 
vorbringt (Beschwerde S. 9 Ziff. 5.3) – das Kompetenzniveau 2 einschlägig, 
absolvierte der Beschwerdeführer doch erfolgreich die Lehre zum ... (... und 
... [AB 1/14]; statt vieler: Entscheide des Bundesgerichts [BGer] vom 18. 
Februar 2014, 9C_22/2014, E. 4.2 und vom 18. Dezember 2019, 
8C_534/2019, E. 5.3.1 [zur Äquivalenz des Anforderungsniveaus 3 mit dem 
Kompetenzniveau 2]) und arbeitete danach einige Jahre im erlernten Beruf. 
Weiter ist nicht Ziff. 16-19 (Herst. v. Holzwaren u. Papier; 
Druckerzeugnisse) massgebend, sondern Ziff. 31-33 (Herst. v. Möbeln u. v. 
sonst. Waren; Rep. u. Install. Maschinen), war der Beschwerdeführer doch 
vor der Erstanmeldung als ... im Bereich ... im Einsatz (AB 15/1 Ziff. 5 f.) 
und fällt die Herstellung von ... unter die Ziff. 31 (vgl. NOGA 2008, 
Allgemeine Systematik der Wirtschaftszweige, Erläuterungen S. 101, Ziff. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Mai 2022, IV/22/84, Seite 12

3102). Das entsprechende monatliche Einkommen lag 2018 bei Fr. 5’968.--
. Aufgerechnet auf ein Jahr, angepasst an die betriebsübliche wöchentliche 
Arbeitszeit von 41.6 Stunden (Tabelle „Betriebsübliche Arbeitszeit nach 
Wirtschaftsabteilungen in Stunden pro Woche“ des BFS, Ziff. 31-33 
[sonstige Herstellung von Waren, Rep. und Inst.]) sowie die 
Nominallohnentwicklung per 2020 (vgl. Tabelle T1.1.10 des BfS, 
Nominallohnindex, Männer 2011-2020, Ziff. 10-33 [Verarbeitendes 
Gewerbe / Herstellung von Waren], 105.3 [2018], 106.7 [2020]) ergibt sich 
ein massgebendes Valideneinkommen von Fr. 75'470.90 (Fr. 5'968.-- x 12 
Monate / 40 Stunden x 41.6 Stunden / 105.3 x 106.7).

4.5 Das Invalideneinkommen hat die Beschwerdegegnerin 
zutreffenderweise ebenfalls aufgrund der LSE-Tabellenlöhne bestimmt. 
Gestützt auf den Totalwert der Tabelle TA1_tirage_skill_level der LSE 2018 
betrug das monatliche Einkommen im Jahr 2018 im Kompetenzniveau 1 
Fr. 5'417.--. Aufgerechnet auf ein Jahr, angepasst an die betriebsübliche 
wöchentliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden (Totalwert der Tabelle 
„Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen in Stunden pro 
Woche“]) sowie die Nominallohnentwicklung per 2020 (vgl. Totalwert der 
Tabelle T1.1.10 des BfS, Nominallohnindex, Männer 2011-2020, 105.1 
[2018], 106.8 [2020]) ergibt sich ein Invalideneinkommen von Fr. 68'862.80 
(Fr. 5'417.-- x 12 Monate / 40 Stunden x 41.7 Stunden / 105.1 x 106.8). Der 
von der Beschwerdegegnerin gewährte leidensbedingte Abzug von 10%, 
der die bestehenden körperlichen Einschränkungen berücksichtigt, ist nicht 
zu beanstanden. Weitere Abzüge rechtfertigen sich nicht, da hier beide 
Vergleichseinkommen anhand statistischer Tabellenlöhne zu ermitteln sind, 
so dass invaliditätsfremde Gesichtspunkte (Alter, Dienstjahre, 
Nationalität/Aufenthaltskategorie) als Abzugskriterien ohnehin ausser 
Betracht fallen, da sie bei beiden Vergleichseinkommen zu berücksichtigen 
wären (Entscheid des BGer vom 19. Januar 2009, 8C_42/2008, E. 5). 
Damit beträgt das massgebende Invalideneinkommen Fr. 61'976.50 (Fr. 
68'862.80 x 90%).

4.6 Bei einem Valideneinkommen von Fr. 75'470.90 (E. 4.4 hiervor) und 
einem Invalideneinkommen von Fr. 61'976.50 (E. 4.5 hiervor) resultiert ein 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Mai 2022, IV/22/84, Seite 13

Invaliditätsgrad von gerundet 18% ([Fr. 75'470.90 - Fr. 61'976.50] / 
Fr. 75'470.90 x 100).

Damit wird die für den Umschulungsanspruch rechtsprechungsgemäss ge-
forderte Erheblichkeitsschwelle einer Erwerbseinbusse von 20% (vgl. E. 2.6 
hiervor) lediglich um 2% nicht erreicht. Es erscheint fraglich, ob bei dieser 
Ausgangslage – isoliert betrachtet – Anspruch auf Umschulung bestünde. 
Zu prüfen ist im Folgenden, ob trotz des knappen Nichterreichens des 
Richtwerts von 20% ein Anspruch auf Umschulung aufgrund einer 
fehlenden annähernd gleichwertigen Erwerbsmöglichkeit und der 
verbleibenden Aktivitätsdauer des Beschwerdeführers besteht (vgl. E. 2.6.2 
f. hiervor). 

4.7 Aufgrund der Akten ist erstellt, dass der Beschwerdeführer sowohl 
seine ursprüngliche qualifizierte Tätigkeit als ... als auch die ebenfalls 
qualifizierte Tätigkeit als ..., auf welche er umgeschult wurde, und welche er 
ab 2006 ausführte, behinderungsbedingt nicht mehr ausführen kann und 
ihm lediglich noch unqualifizierte Hilfsarbeitertätigkeiten offen stehen, die 
im Vergleich zu den erlernten Tätigkeiten qualitativ nicht als annähernd 
gleichwertig bezeichnet werden können (vgl. E. 2.6.2 hiervor). 

Im massgebenden Zeitpunkt des Leistungsbegehrens im November 2018 
(AB 51; vgl. Entscheid des BGer vom 28. Februar 2020, 8C_792/2019, 
E. 3.2 f.) war der am TT. MM. 1975 geborene Beschwerdeführer 43 Jahre 
alt, d.h. es verblieben ihm noch gut 21 Jahre bis zum Erreichen des AHV-
Rentenalters. Wiederum isoliert betrachtet entspricht dies nicht mehr 
vollumfänglich der Konstellation des Urteils des Verwaltungsgerichts des 
Kantons Bern vom 8. Oktober 2019, IV/2019/405 bzw. der dort 
referenzierten bundesgerichtlichen Rechtsprechung, betrug dort die 
verbleibende Aktivitätsdauer doch 28 Jahre (a.a.O. E. 5.2.2 und 5.3). 
Allerdings betrug der Invaliditätsgrad des Versicherten in VGE IV/2019/405 
lediglich 9% (a.a.O. E. 4.3). 

4.8 Unter Berücksichtigung sämtlicher hier relevanter Umstände, d.h. 
des Invaliditätsgrads von 18%, der nur sehr knapp unter dem Richtwert von 
20% liegt, der im Vergleich zu den erlernten qualifizierten Tätigkeiten 
qualitativ nicht als annähernd gleichwertig zu betrachtenden zumutbaren 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Mai 2022, IV/22/84, Seite 14

Verweistätigkeiten sowie der verbleibenden Aktivitätsdauer von immerhin 
noch 21 Jahre, ist ein Anspruch auf eine Umschulung zu bejahen.

Schliesslich sind die weiteren Voraussetzungen (Geeignetheit, 
Notwendigkeit und Angemessenheit in sachlicher, zeitlicher und 
wirtschaftlicher sowie persönlicher Hinsicht; BGE 124 V 108; vgl. auch E. 
3.3 ff. hiervor) der beruflichen Massnahme nicht strittig. Die Ausbildung 
zum ... erscheint mit dem Zumutbarkeitsprofil (E. 3 hiervor) vereinbar (der 
Beschwerdeführer hatte im Rahmen des Abklärungseinsatzes in der 
Tagesstätte der Abklärungsstelle J.________ lediglich beim Vorzeigen 
einer kreativen Aufgabe Schmerzen im rechten Handgelenk; ansonsten 
traten diese Beschwerden sowohl in der Tagesstätte der Abklärungsstelle 
J.________ als auch in der E.________ in den Hintergrund [AB 139/3, 
139/7]). Die Abklärungsstelle J.________ kam denn auch zum Schluss, die 
bestehenden gesundheitlichen Einschränkungen würden im „neuen 
Berufsfeld“ in der ... und ... Tätigkeit nicht zum Tragen kommen bzw. 
führten nicht zu einer Leistungsminderung [AB 139/4]). Weiter verfügt der 
Beschwerdeführer erstelltermassen über gute fachliche und soziale 
Ressourcen und zeichnete sich im Rahmen des dreimonatigen 
Arbeitsversuchs mit Jobcoaching in der E.________ durch gute 
Fähigkeiten für das Arbeitsfeld ... und ..., grosse Motivation und Interesse 
aus. Dass er die Grundschule nicht auf Sekundarschulniveau absolvierte 
(AB 221/1), wurde weder in der Abklärungsstelle J.________ noch im 
Arbeitsversuch als hinderlich erwähnt. Von der E.________ erhielt er denn 
auch ein positives Arbeitszeugnis (AB 143/11 f.) und auch die 
Eingliederungsfachleute der Abklärungsstelle J.________ beurteilten den 
Beschwerdeführer als für eine Tätigkeit in den Bereichen ..., ... und ... 
geeignet (AB 139/3). Damit im Einklang steht, dass er am 1. August 2020 
in der F.________ eine auf ein Jahr befristeten Stelle als „... Mitarbeiter“ in 
einem Pensum von rund sechs Stunden pro Woche antreten konnte (AB 
157.13/2), welche in der Folge für ein wöchentliches Pensum von vier bis 
sechs Stunden bis zum 31. Januar 2022 (AB 175/4) verlängert wurde. Bei 
gegebener subjektiver und objektiver Eingliederungsfähigkeit ist die 
Umschulung – unter prospektiver Betrachtung – auch 
eingliederungswirksam. Schliesslich spricht auch der Umstand, dass in 
dem in Frage kommenden Beruf offenbar ein „Männermangel“ besteht (AB 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Mai 2022, IV/22/84, Seite 15

134/1), dafür, dass eine Umschulung zum ... EFZ die Chancen des 
Beschwerdeführers auf eine erfolgreiche Eingliederung steigern.

5.

Aufgrund des Dargelegten ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf ei-
ne Umschulung zum ... EFZ zu bejahen. In Gutheissung der Beschwerde 
ist die angefochtene Verfügung vom 29. Dezember 2021 (AB 183) 
aufzuheben und die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem 
Beschwerdeführer berufliche Eingliederungsmassnahmen in Form einer 
Umschulung zum ... EFZ zu gewähren. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens erübrigen sich Weiterungen zur Rüge, 
die Beschwerdegegnerin habe das rechtliche Gehör im Zusammenhang mit 
dem beim Valideneinkommen massgebenden Kompetenzniveau verletzt 
(Beschwerde S. 8 Ziff. 5.2). 

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). Der geleistete Kostenvor-
schuss von Fr. 800.-- ist dem Beschwerdeführer nach Eintritt der Rechts-
kraft des Urteils zurückzuerstatten.

6.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Mai 2022, IV/22/84, Seite 16

Entsprechend der angemessenen Kostennote von Rechtsanwalt 
C.________ vom 14. März 2022 ist die Parteientschädigung auf Fr. 
1'396.60 festzusetzen (Aufwand von 9.5 Stunden à Fr. 130.-- zuzüglich 
Spesen von Fr. 61.70 sowie Mehrwertsteuer von Fr. 99.85). Diesen Betrag 
hat die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer zu ersetzen.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 29. Dezember 2021 aufgehoben und die IV-Stelle 
Bern verpflichtet, dem Beschwerdeführer berufliche 
Eingliederungsmassnahmen in Form einer Umschulung zum ... EFZ zu 
gewähren.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt. Der vom Beschwerdeführer geleistete Kos-
tenvorschuss von Fr. 800.-- wird ihm nach Rechtskraft des Urteils 
zurückerstattet.

3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 1'396.60 (inkl. Auslagen und MWST), zu 
ersetzen.

4. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Mai 2022, IV/22/84, Seite 17

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen 
Begründung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde 
in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.