# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e52dffa0-be8e-5b5d-afa1-fc40e3a8a9e9
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2003-11-19
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Strafkammer 19.11.2003 SB 2003 47
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_004_SB-2003-47_2003-11-19.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 19. November 2003 Schriftlich mitgeteilt am: 
SB 03 47 (nicht mündlich eröffnet)

(Auf die gegen diese Entscheidung erhobene Nichtigkeitsbeschwerde wurde 
von Bundesgericht mit Urteil vom 06. Juli 2004 (6S.218/2004) nicht eingetre-
ten.)

Urteil
Kantonsgerichtsausschuss

Vorsitz Vizepräsident Schlenker
RichterInnen Schäfer und Vital
Aktuarin ad hoc Bäder Federspiel

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In der strafrechtlichen Berufung

der A., Angeklagte, Strafbeklagte und Berufungsklägerin, vertreten durch Rechts-
anwalt Dr. iur. Jean-Pierre Menge, Quaderstrasse 5, Postfach 26, 7002 Chur,

gegen

das Urteil des Bezirksgerichtsausschusses Prättigau/Davos vom 12. Juni 2003, mit-
geteilt am 13. August 2003, in Sachen der S t a a t s a n w a l t s c h a f t  G r a u b ü n -
d e n  gegen die Angeklagte und Berufungsklägerin sowie in Sachen der privatstraf-
klagerechtlichen Angelegenheit der X., Strafklägerin und Berufungsbeklagte, gegen 
die Angeklagte, Strafbeklagte und Berufungsklägerin,

betreffend mehrfache Nötigung, mehrfacher vollendeter Nötigungsversuch und 
Ehrverletzung,

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hat sich ergeben:

A. A. wurde am 18. April 1957 in I. als zweites von vier Kindern geboren. 
Sie wohnte zunächst in J. und anschliessend auf dem K.. Nach zwei Jahren zog die 
Familie nach L. um, wo A. ihre Kinder- und Jugendzeit verbrachte und die Schulen 
besuchte. Nach dem Schulabschluss absolvierte sie eine Lehre als Zahnarztgehil-
fin. Da A. seit ihrer Kindheit erblich bedingt unter Ekzemen leidet, musste sie ihre 
Arbeit als Zahnarztgehilfin aufgeben. Es war ihr auch nicht möglich, einer anderen 
beruflichen Beschäftigung nachzugehen. Gemäss ihren Angaben betreute sie 
während einigen Jahren hilfsbedürftige Personen. Seit 1988 wohnt A. auf dem Hof 
G. in F. im M.. Sie ist Mutter eines Sohnes, für dessen Unterhalt sie sorgt. Sie be-
zieht eine monatliche IV- und Zusatzrente von insgesamt Fr. 3'757.--. Gemäss Aus-
kunft des Steueramts der Stadt L. vom 7. Juni 2001 versteuerte A. im Jahr 2000 ein 
Einkommen von Fr. 12‘900.--. Steuerbares Vermögen lag nicht vor.

Gemäss Auszug vom 24. April 2001 ist A. im Schweizerischen Zentralstrafre-
gister nicht verzeichnet. Mit Strafmandat vom 10. März 2003 verurteilte der 
Kreispräsident Küblis A. wegen Ungehorsams gegen eine amtliche Verfügung mit 
einer Busse von Fr. 500.--. Gemäss Leumundsbericht der Kantonspolizei Graubün-
den vom 10. Februar 2002 sei der Ruf von A. als getrübt zu bezeichnen. Sie sei in 
F. und Umgebung öfters als aufgebrachte und aggressive Persönlichkeit in Erschei-
nung getreten. Vor allem im Kontakt mit Behörden sei sie immer wieder negativ 
aufgefallen.

B. Am 14. März 2001 stellten Y. und X. und am 23. März 2001 Z. bei der 
Kantonspolizei Graubünden gegen A. Strafantrag wegen Drohung und Tätlichkei-
ten. Y. stellte am 21. Oktober 2001 überdies Strafantrag wegen Drohung gegen A.. 
Am 18. Dezember 2001 eröffnete die Staatsanwaltschaft Graubünden gegen A. 
eine Strafuntersuchung wegen Nötigung und beauftragte das Untersuchungsrich-
teramt Chur mit der Durchführung der Untersuchung. Die Schlussverfügung erging 
am 22. Februar 2002. Mit Verfügung vom 17. Juni 2002 war der betreffend Diebstahl 
und Hausfriedensbruch geführte Teil der Strafuntersuchung gegen A. eingestellt 
worden. Am 25. Juni 2002 erliess die Staatsanwaltschaft die Anklageverfügung, mit 
welcher sie A. wegen mehrfacher Nötigung gemäss Art. 181 StGB sowie mehrfa-
chem vollendetem Nötigungsversuchs gemäss Art. 181 StGB in Verbindung mit Art. 
22 Abs. 1 StGB in Anklagezustand versetzte. Die zu Handen des Bezirksgerichts-
ausschusses Prättigau/Davos erhobene Anklage stützt sich gemäss Anklageschrift 
vom 25. Juni 2002 auf den folgenden Sachverhalt:

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„A. wird angeklagt 

der mehrfachen Nötigung gemäss Art. 181 StGB sowie des mehrfachen voll-
endeten Nötigungsversuchs gemäss Art. 181 StGB in Verbindung mit Art. 22 
Abs. 1 StGB.

1. Infolge Erbteilung im April 2000 wurde B. zu 2/3 und X. zu 1/3 Eigentü-
mer des in F. im M. gelegenen Wohnhauses G. (Vers.-Nr. 80 mit 450 
m2 Gebäudegrundfläche und Hofraum). B. wurde das alleinige Benüt-
zungsrecht an der Wohnung im Parterre und im ersten Obergeschoss 
sowie am Keller Nordost erteilt. X. ihrerseits wurde das ausschliessliche 
Benützungsrecht an der Wohnung im zweiten Obergeschoss sowie am 
Keller Südwest erteilt, samt Zugangsrechte über das Treppenhaus Par-
terre und Obergeschoss. Der am Stall angebaute Holzschopf ging un-
beschwert in das Eigentum von X. über. B. seinerseits erhielt das Recht, 
auf der Hausparzelle für das Parterre und das erste Obergeschoss ei-
nen eigenen Holzschopf zu errichten. 

Akten: act. 6.2, 6.3, 6.8 

Am 18. Mai 2000 liessen X. und Y. A. einen eingeschriebenen Brief zu-
kommen um ihr mitzuteilen, dass sie eine Abschlusstüre zu ihrer Woh-
nung anbringen wollen und A. deshalb bis zum 31. Mai 2000 ihre Ware 
und ihr Mobiliar aus dem Treppenhaus und von der Treppe wegräumen 
soll. A. verweigerte die Annahme dieses Briefes.

Mit Schreiben vom 06. Juni 2000 stellten X. und Y. beim Kreisamt Küb-
lis das Gesuch um Erlass eines Amtsbefehls, wonach der Zwischenbau, 
die Gänge im ersten und zweiten Obergeschoss sowie die Treppe zum 
zweiten Obergeschoss dauernd zu räumen seien, damit der ungehin-
derte Zugang zur Wohnung der Gesuchsteller im zweiten Oberge-
schoss jederzeit möglich sei.

Aus den Feststellungen des Kreispräsidenten, zugestellt durch die Kan-
tonspolizei Graubünden: 

„...Mit Schreiben vom 13. Juni 2000 hat der Landammann die Gesuchs-
gegnerin zur Vernehmlassung eingeladen. Die Gesuchsgegnerin hat je-
doch auch die Annahme der kreisamtlichen Post verweigert. Nachdem 
Frau A. aus den Sommerferien heimgekehrt war, wollte die Kantonspo-
lizei ihr am 31. Juli 2000 die Einladung zur Vernehmlassung übergeben. 
Sie verweigerte jedoch auch vor der Polizei die Annahme dieses Schrei-
bens, so dass es ihr schliesslich vorgelesen wurde. Am 05. August 2000 
hat sie dann ein Schreiben an den Landammann gerichtet und dabei 
ausgeführt, dass sie Mieterin der besagten Wohnung sei und einen 
Mietvertrag mit dem Hausbesitzer, Herrn B., getätigt habe. Wenn etwas 
anstehe, solle der Landammann sich mit dem Vermieter in Verbindung 
setzen. Gesuchsteller und Gesuchsgegnerin wurden auf den 28. August 
2000 zum Augenschein und Hauptverhandlung vorgeladen. Dabei 
wurde der Gesuchsgegnerin eine eingeschriebene Postsendung und 
eine normale Post gleichen Inhalts zugestellt. Beide Briefe hat sie nicht 
angenommen, so dass nochmals die Kantonspolizei darum bemüht 
werden musste. Am 26. August 2000 verweigerte sie erneut die An-
nahme der kreisamtlichen Post. Die Polizei stellte jedoch fest, dass Frau 
A. bereits von der Vorladung Kenntnis hatte, was leicht möglich ist, denn 
ihr Vermieter Herr B. hatte auf den gleichen Tag ebenfalls eine Vorla-
dung betreffend seiner Räumung von lnventarien erhalten. Nach Poli-

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zeibericht zeigte sich die Gesuchsgegnerin sehr aufgebracht und ag-
gressiv, obwohl dazu ja kein Grund bestand. Am Augenschein haben 
die Gesuchsteller Y. und X., der Vermieter B. und der Landammann teil-
genommen. Die Gesuchstellerin liess verlauten, dass sie einen anderen 
Termin habe, den sie wahrnehmen müsse. Der Vermieter hat dem 
Landammann das besagte Treppenhaus mit den dazugehörenden Gän-
gen gezeigt, wobei festzustellen war, dass von unten bis oben überall 
Utensilien und auch Lebensmittel der Gesuchgegnerin herumstehen, so 
dass ein normaler Zugang zur Wohnung im zweiten Obergeschoss 
kaum möglich ist. Für einen Handwerker oder Monteur, der etwas in der 
Wohnung zu reparieren hätte, ganz ausgeschlossen. An Möbeltrans-
porte ist unter den gegebenen Umständen gar nicht zu denken. Das 
gleiche Bild präsentiert sich auch auf dem Zwischenbau. Dort ist Holz 
abgelagert und der Rest des Platzes mit allerhand Gegenständen un-
geordnet aufgeschichtet.“

Der Kreispräsident zog in Erwägung:

„...Frau A. hat am 04. Oktober 1988 mit B. einen Mietvertrag für die 
Wohnung im 1. Obergeschoss des Hauses G. abgeschlossen. Damals 
stand das Haus nicht im alleinigen Besitz von B., vielmehr war es das 
Wohnhaus der Eheleute N. und O. sel., welches nach deren Ableben in 
die Nachlassmasse der Erbschaft ging und als ungeteilte Erbschaft so-
wohl B. als auch X. als Erbengemeinschaft zustand. Der Mietvertrag 
wurde jedoch nur von B. unterzeichnet, was nicht den gesetzlichen Be-
stimmungen entspricht. Heute nun ist die Erbschaft geteilt und B. kann 
die Wohnung im 1. Obergeschoss ohne weiteres an die Gesuchsgeg-
nerin vermieten. Er kann ihr jedoch nur diejenigen Räume vermieten, 
die ihm zu Eigentum zugeteilt worden sind und dies bedeutet, dass das 
Treppenhaus auch vom Gesuchsteller mitbenützt wird, wenigstens so 
lange bis die separate Eingangstüre erstellt worden ist. Der Zwischen-
bau, der vollumfänglich in den Besitz des Gesuchstellers übergegangen 
ist, gehört nicht dazu und so hat die Gesuchsgegnerin auch keinerlei 
Ansprüche an diesem Raum. Es ist sehr schade, dass sich Frau A. der-
art unkooperativ gezeigt hat und an der Verhandlung nicht teilgenom-
men hat. So bleibt dem Richter kein anderer Weg als die Gesuchsgeg-
nerin anzuweisen, die Gänge und Treppen im Hause sowie den Zwi-
schenbau von all ihren Utensilien zu räumen. Dazu wird ihr eine Frist 
bis zum 31. Oktober 2000 gesetzt. Sollte sie bis dahin diesem Räu-
mungsbefehl nicht nachkommen, wird auf Verlangen des Gesuchstel-
lers die amtliche Räumung der besagten Räumlichkeiten von all ihren 
lnventarien angeordnet. Die Räumungskosten gehen dabei selbstver-
ständlich zulasten der Gesuchsgegnerin. ...“

Der Kreispräsident verfügte, dass A. all ihre Utensilien aus dem Trep-
penhaus des Hauses G., soweit diese den ungehinderten Zugang zur 
Wohnung im zweiten Obergeschoss behindern, zu entfernen habe und 
räumte ihr hiezu eine Frist bis zum 31. Oktober 2000 ein. 

Akten: act. 7.1, 7.2 

Am Nachmittag des 08. Januar 2001 begaben sich Y. und X. zusammen 
mit Schreiner Z. in F. i.Pr. nach G. zum fraglichen Wohnhaus, um beim 
Aufgang ins zweite Obergeschoss eine Türe sowie Täfer zu montieren. 
Die Haustüre war abgeschlossen, der Schlüssel steckte von innen. Auf 
Klopfen und Rufen Y.s hin erschien A. auf der Laube und sagte zu den 

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Wartenden, dass sie in- folge Hausverbotes hier nichts verloren hätten. 
Y. hielt daraufhin ein Brettchen an das Türschloss, schlug darauf und 
konnte dadurch die Türe öffnen. A. stand im ersten Obergeschoss bei 
der Treppe und hielt den Männern eine Helebarde entgegen. Diese 
stellten ihr Werkzeug in der Mitte der Treppe ab und verliessen das 
Haus. A. schloss erneut die Haustüre ab. Einige Minuten danach öffnete 
Y. wie beim ersten Mal die Haustüre. A. stand mit der auf den Boden 
gestellten Helebarde im ersten Obergeschoss am Ende der Treppe. 
Wegen der Helebarde von A. räumten die drei Personen die im Wege 
stehenden Sachen nicht beiseite. Sie gingen nochmals hinunter. 

Z. telefonierte mit der Kantonspolizei Graubünden, wurde aber vor 
14.00 Uhr nicht mit dem unbesetzten Polizeiposten Küblis, sondern mit 
der Notruf- und Einsatzzentrale in Chur verbunden. Danach rief Z. den 
Kreispräsidenten Risch an. Nach erledigten Vorarbeiten wählte Z. auf 
seinem Mobiltelefon A.s Nummer. Als diese in ihr Wohnzimmer ans Te-
lefon ging, begab sich Y. zur Wohnzimmertüre, zog diese zu und hielt 
sie fest. Mit der Helebarde schlug A. die untere Türfüllung heraus und 
wollte das Wohnzimmer verlassen. Dem hinzugekommenen Z. gelang 
es, A. die Helebarde wegzunehmen. Y. verhinderte mit seinem Knie, 
dass A. aus der Türfüllung kroch. Sie zog sich in der Folge ins Wohn-
zimmer zurück. Z. schraubte über die Oeffnung der Wohnzimmertüre 
zwei Dachlatten an. Danach konnte mit der Arbeit bei der Treppe zum 
zweiten Obergeschoss begonnen werden. 

Später hielt A. eine 1. Augustrakete in der Hand und diese den Perso-
nen ausserhalb des Wohnzimmers entgegen. Sie überlegte sich, diese 
abzufeuern. Eine in der Zwischenzeit angebrachte Schnur zwischen der 
Türfalle und angebrachten Schrauben sollte das Oeffnen der Wohnzim-
mertüre verhindern. Durch die Oeffnung der fehlenden unteren Türfül-
lung und zwischen den Dachlatten hindurch gelang es A. die Schnur zu 
durchschneiden und schliesslich das Wohnzimmer zu verlassen. In der 
Folge konnten die Arbeiten bei der Treppe dennoch zu Ende geführt 
werden.

Akten: act. 1.10, 1.14, 4.1, 4.5, 4.6, 4.7, 4.8 

2. Mit Schreiben vom 15. Oktober 2001 wollte H., Beirätin von B., A. unter 
anderem mitteilen, dass die Familie X. und Y. beabsichtige, am 18. Ok-
tober 2001 die Wohnung im Dachgeschoss zu räumen und sie deshalb 
den Zugang zur Wohnung freihalten solle. A. verweigerte die Annahme 
dieses Briefes, der in Kopie auch B. zugestellt worden war. 

Akten: act. 1.24 

Am 18. Oktober 2001 begaben sich Y. und X. in Begleitung von C. nach 
G., um wie angekündigt die oberste Wohnung zu räumen. Die Haustüre 
war jedoch verschlossen und von innen steckte der Schlüssel. Auf das 
Klopfen von Y. hin erschien A. auf der Laube. Sie sagte zu den Warten-
den, dass sie hier nichts verloren hätten. Y. öffnete die Haustüre unter 
Zuhilfenahme eines Spaltschlegels. B. kam die Treppe herunter und 
schloss die Haustüre, bevor die anderen Personen eintreten konnten. 
Y. öffnete diese ein weiteres Mal mit dem Spaltschlegel. Da sich die 
Türe wegen verschiedenen sperrenden Gegenständen lediglich ca. 45° 
statt 90° öffnen liess, räumten die ankommenden Personen die Waren 
beiseite. Danach begab sich Y., gefolgt von C., die Treppe hinauf. Als 

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er sich ca. in der Mitte derselben befand, hielt er inne, da A. mit der 
Helebarde in ihren beiden Händen den Zutritt verweigerte. Y. und C. 
getrauten sich nicht weiterzugehen und verliessen das Haus. Die Woh-
nung konnte nicht geräumt werden. 

Akten: act. 1.21, 1.22, 1.23, 5.1, 5.3, 5.4, 5.5 

Am 11. März 2002 reichte Z. eine Adhäsionsklage in der Höhe von Fr. 180.-- 
ein. Gleichentags reichten X. und Y. eine Adhäsionsklage in der Höhe von 
Fr. 6'183.80 ein.

Akten: act. 1.29, 1.30“

C. Am 16. August 2002 reichte X. gegen A. eine Ehrverletzungsklage ein. 
Die durchgeführten Sühneverhandlungen führten nicht zu einer Einigung. Mit An-
klageverfügung vom 5. November 2002 setzte der Kreispräsident Küblis A. wegen 
Ehrverletzung in Anklagezustand und überwies den Fall der Strafkammer des Be-
zirksgerichts Prättigau/Davos zur Beurteilung. Die von A. hiergegen gerichtete Be-
schwerde wies die Beschwerdekammer des Kantonsgerichts von Graubünden mit 
Entscheid vom 13. Januar 2003, mitgeteilt am 15. Januar 2003, ab. Gemäss dem 
angefochtenen Urteil stellte die Strafkammer des Bezirksgerichtsausschusses Prät-
tigau/Davos ihren Erwägungen den folgenden Sachverhalt zugrunde:

„Am Nachmittag des 12. August 2002 war die Privatstrafklägerin X. damit 
beschäftigt, ihrem Mann beim Ausgraben des westlichen Schopfes zur Hand 
zu gehen. Während dieser den Aushub abladen ging, stellten sich E. und D. 
zu einem Schwatz bei ihr ein. Alsdann trat A. vor den Stall. Sie beschuldigte 
dabei die Privatstrafklägerin, ihr Blumen ausgerissen zu haben. Überdies 
sagte sie zu den beiden Besucherinnen, sie sollen nach Chur weiterfahren. 
Um hierher fahren zu dürfen, brauche es eine Bewilligung und sie würden 
doch nicht mit einer „Kindsmörderin“ reden wollen. Dabei deutete die Privat-
strafbeklagte auf X. (siehe dazu Pr. Nr. SA 26/02, Akten Kreisamt, act. 1).“ 

D. Die Hauptverhandlung vor dem Bezirksgerichtsausschuss Prätti-
gau/Davos fand am 12. Juni 2003 statt in Anwesenheit der Angeklagten A., ihres 
Rechtsvertreters, Rechtsanwalt Dr. iur. Jean-Pierre Menge, der Straf- und Adhäsi-
onsklägerin X. und der Adhäsionskläger Y. und Z.. Mit Urteil vom 12. Juni 2003, 
mitgeteilt am 13. August 2003, erkannte der Bezirksgerichtsausschuss Prätti-
gau/Davos, was folgt:

„1. A. ist schuldig der üblen Nachrede gemäss Art. 173 StGB.

2. A. ist schuldig der mehrfachen Nötigung gemäss Art. 181 StGB sowie 
des mehrfachen vollendeten Nötigungsversuchs gemäss Art. 181 in 
Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB.

3. Dafür wird A. mit 14 Tagen Gefängnis sowie Fr. 250.00 Busse bestraft.

4. Der Vollzug der Gefängnisstrafe wird unter Ansetzung einer Probezeit 
von zwei Jahren aufgeschoben. Bei Wohlverhalten wird die Busse nach 
Ablauf einer Probezeit von einem Jahr gelöscht.

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5. Die Adhäsionsklagen der X. und des Y. sowie des Z. werden abgewie-
sen.

6. Die Kosten des Verfahrens, bestehend aus:

- zwei Aussöhnungsverfahren vor Kreispräsident von Fr. 400.00

- Untersuchungsgebühren des Kreispräsidenten von Fr. 200.00

- Untersuchungsgebühr der Staatsanwaltschaft von Fr. 2'085.00

- Barauslagen der Staatsanwaltschaft von Fr. 168.20

- der Gerichtsgebühr von Fr. 2'200.00

total somit von Fr. 5'053.20

gehen zulasten der A.. Nach Verrechnung mit den von ihr erlegten Kos-
tenvorschüssen (Fr. 60.00 an die Kreiskasse Küblis und Fr. 1'500.-- an 
die Bezirksgerichtskasse) hat A. den Restbetrag von Fr. 3'493.20 in-
nert 30 Tagen nach Rechtskraft dieses Urteils mittels beigeschlosse-
nem Einzahlungsschein der Bezirksgerichtskasse, PC 70-3922-1, zu 
überweisen. Der von X. geleistete Kostenvorschuss von insgesamt Fr. 
1'560.00 (Fr. 60.00 an die Kreiskasse Küblis und Fr. 1'500.-- an die Be-
zirksgerichtskasse) wird ihr nach Rechtskraft dieses Urteils erstattet.

7. (Rechtsmittelbelehrung)

8. (Mitteilung)“

E. Gegen dieses Urteil erhob A. mit Eingabe vom 2. September 2003 Be-
rufung an den Kantonsgerichtsausschuss von Graubünden mit folgenden Rechts-
begehren:

„1. Ziff. 1, 2, 3, 4 und 6 des Urteiles des Bezirksgerichtsausschuss Prätti-
gau/Davos vom 12.6.2003 seien aufzuheben und die Berufungsklägerin 
sei vom Vorwurf der üblen Nachrede, der mehrfachen Nötigung, sowie 
des mehrfachen vollendeten Nötigungsversuchs freizusprechen.

2. Die Adhäsionskläger Y. und X. sowie Z. sind zu verpflichten, der Beru-
fungsklägerin eine Parteientschädigung von Fr. 2'000.-- zu bezahlen.

3. Der Unterzeichnete sei als amtlicher Verteidiger der Berufungsklägerin 
zu bestellen.

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich 7,6% MWSt.“

In der Berufung wird eine falsche Sachverhaltsdarstellung, eine willkürliche 
Beweiswürdigung sowie eine unrichtige Gesetzesanwendung durch die Vorinstanz 
gerügt. Die Vorinstanz habe es zu Unrecht als erwiesen angesehen, dass sich die 
Berufungsklägerin am 8. Januar 2001 des vollendeten Nötigungsversuchs gegenü-
ber den Herren X. und Y. und Z. sowie gegenüber Frau X. und Y. schuldig gemacht 
habe, indem sie ihnen, mit einer Hellebarde bewaffnet, den Zutritt zum Treppenhaus 
im 1. OG verwehrt habe. Die Eigentumsverhältnisse in der Liegenschaft G. seien 
rechtlich verworren und es sei der Berufungsklägerin daher unzumutbar gewesen, 

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die Ehegatten X. und Y. zur Verrichtung von Bauarbeiten ohne vorangehende An-
meldung ins Haus zu lassen. Aufgrund dessen sowie des massiven Auftretens der 
Ehegatten X. und Y. habe die Berufungsklägerin die Hellebarde nur zum Selbst-
schutz und damit als Verteidigungs- und nicht als Angriffsmittel ergriffen. Die Vorin-
stanz habe die divergierenden Aussagen der verschiedenen Beteiligten nicht kor-
rekt gewürdigt. A. habe nie die Absicht gehabt, die Ehegatten X. und Y. und Z. mit 
Gewalt oder Androhung ernstlicher Nachteile oder durch Beschränkung der Hand-
lungsfreiheit zu nötigen, etwas zu tun, zu unterlassen oder zu dulden. Jedenfalls 
fehle es für eine versuchte Nötigungshandlung am Vorliegen des subjektiven Tat-
bestandes. Auch in Bezug auf den Vorfall vom 18. Oktober 2001 lägen nicht genü-
gende Beweise für das Vorliegen einer Nötigung vor. Da der Berufungsklägerin die 
vorgeworfenen Taten nicht rechtsgenüglich hätten nachgewiesen werden können, 
sei diese von den Vorwürfen der Nötigung bzw. des Nötigungsversuchs in Anwen-
dung des Grundsatzes „in dubio pro reo“ freizusprechen. Die Berufungsklägerin sei 
darüber hinaus auch zu Unrecht der üblen Nachrede für schuldig befunden worden, 
da es wiederum an rechtsgenüglichen Beweisen hierfür mangle. Insbesondere 
könne die Mitunterzeichnung der Klageschrift durch die Schwägerin von X. nicht als 
Beweismittel zugelassen werden. Für den Fall, dass die Berufungsinstanz zur Über-
zeugung gelangen sollte, dass sich die Berufungsklägerin im Sinne der Anklage 
schuldig gemacht habe, so seien Art. 64 al. 5 und 6 StGB bei der Strafzumessung 
heranzuziehen und die Strafe zu mildern. Dadurch könne auch bloss eine Busse 
ausgesprochen werden. Zumindest aber sei die Gefängnisstrafe auf 5 Tage zu re-
duzieren. Die Adhäsionsklagen seien im angefochtenen Urteil zu Recht abgewiesen 
worden, weshalb die Berufungsklägerin im Rahmen des Adhäsionsverfahrens mit 
Fr. 2'000.-- ausseramtlich zu entschädigen sei.

Die Staatsanwaltschaft Graubünden beantragte in ihrem Schreiben vom 9. 
September 2003 unter Hinweis auf die Akten und das erstinstanzliche Urteil die Ab-
weisung der Berufung. Mit Schreiben vom 11. September 2003 verzichtete der Be-
zirksgerichtsausschuss Prättigau/Davos unter Hinweis auf die Erwägungen im an-
gefochtenen Urteil auf das Einreichen einer Vernehmlassung. X. und Y. beantragten 
mit Schreiben vom 21. September 2003 sinngemäss, das Begehren der Berufungs-
klägerin auf Zusprechung einer ausseramtlichen Entschädigung abzuweisen. Z. 
reichte keine Vernehmlassung ein.

Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften und die Erwägungen 
im angefochtenen Urteil wird, soweit erforderlich, nachfolgend eingegangen.

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Der Kantonsgerichtsausschuss zieht in Erwägung :

1.a. Gegen Urteile der Bezirksgerichte und ihrer Ausschüsse können der 
Verurteilte und der Staatsanwalt beim Kantonsgerichtsausschuss Berufung einle-
gen (Art. 141 Abs. 1 StPO). In gleicher Weise können solche Entscheide über Ad-
häsionsklagen angefochten werden (Art. 133 Abs. 1 StPO). Auch Urteile der Be-
zirksgerichtsausschüsse in Ehrverletzungssachen sind von den Parteien mit Beru-
fung an den Kantonsgerichtsausschuss von Graubünden anfechtbar (Art. 168 Abs. 
1 Satz 1 StPO). Die Formalitäten der Berufung richten sich hierbei nach den allge-
meinen Bestimmungen über das Berufungsverfahren gemäss Art. 141 ff. StPO 
(Willy Padrutt, Kommentar zur Strafprozessordnung des Kantons Graubünden, 2. 
Aufl., Chur 1996, Ziff. 8.1. zu Art. 162 - 168 StPO, S. 423). Die Berufung ist innert 
zwanzig Tagen seit der schriftlichen Eröffnung des angefochtenen Entscheides ein-
zureichen. Sie ist zu begründen und hat darzutun, welche Mängel des erstinstanz-
lichen Entscheides gerügt werden und ob das ganze Urteil oder lediglich Teile da-
von angefochten werden (Art. 142 Abs. 1 StPO). Diesen Anforderungen vermag die 
vorliegende Berufung von A. zu genügen. Auf die im Übrigen frist- und formgerecht 
eingereichte Berufung ist somit einzutreten.

b. Art. 144 Abs. 1 StPO sieht hinsichtlich des Berufungsverfahrens vor, 
dass der Kantonsgerichtspräsident von Amtes wegen oder auf Antrag eine mündli-
che Verhandlung durchführen kann, wenn die persönliche Befragung des Angeklag-
ten für die Beurteilung der Streitsache wesentlich ist. Findet keine mündliche Beru-
fungsverhandlung statt, so trifft der Kantonsgerichtsausschuss seinen Entscheid 
ohne Parteivortritt auf Grund der Akten (Art. 144 Abs. 3 StPO). Der Angeschuldigte 
in einem Strafverfahren hat überdies unabhängig von der kantonalen Verfahrens-
ordnung gestützt auf Art. 6 Ziff. 1 EMRK Anspruch darauf, dass seine Sache in bil-
liger Weise und öffentlich gehört wird. Dieser Anspruch ist Teilgehalt der umfassen-
den Garantie auf ein faires Verfahren. Das Gebot der Verfahrensöffentlichkeit gilt 
dem Grundsatz nach nicht nur für das erstinstanzliche Strafverfahren, sondern er-
streckt sich auf die Gesamtheit eines konkreten Strafverfahrens inklusive des ge-
samten Rechtsmittelweges, somit auch auf das Berufungsverfahren gemäss Art. 
141 ff. StPO. Die Art der Anwendung von Art. 6 Ziff. 1 EMRK auf ein Verfahren vor 
einer Rechtsmittelinstanz hängt von deren Besonderheiten ab. Von einer mündli-
chen Verhandlung vor der Rechtsmittelinstanz kann etwa abgesehen werden, so-
weit die erste Instanz tatsächlich öffentlich verhandelt hat, wenn nur Rechtsfragen 
oder aber Tatfragen zur Diskussion stehen, die sich leicht nach den Akten beur-
teilen lassen, ferner wenn eine reformatio in peius ausgeschlossen oder die Sache 

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von geringer Tragweite ist und sich keine Fragen zur Person und deren Charakter 
stellen (vgl. BGE 119 Ia 316 E. 2b; ZGRG 2/99, S. 46). Zudem darf einem nichtöf-
fentlichen Verfahren kein wichtiges öffentliches Interesse entgegenstehen. Der Be-
troffene kann auch von sich aus auf eine mündliche Berufungsverhandlung verzich-
ten. Voraussetzung eines wirksamen Verzichts ist, dass er ausdrücklich erklärt wird 
oder sich aus dem Stillschweigen des Betroffenen eindeutig ergibt.

Im vorliegenden Fall hat die Berufungsklägerin stillschweigend auf die Durch-
führung einer mündlichen Berufungsverhandlung verzichtet, indem sie deren Durch-
führung zu keinem Zeitpunkt beantragte. Es ist daher im folgenden zu prüfen, ob 
auch die weiteren Voraussetzungen für das Absehen von einer mündlichen Beru-
fungsverhandlung erfüllt sind. Das angefochtene Urteil des Bezirksgerichtsaus-
schusses Prättigau/Davos wurde am 12. Juni 2003 im Anschluss an eine mündliche 
Hauptverhandlung erlassen. Die Frage der reformatio in peius (Art. 146 Abs. 1 
StPO) stellt sich vorliegend nicht, da lediglich die Berufungsklägerin gegen das vor-
instanzliche Urteil Berufung erhoben hat und der Kantonsgerichtsausschuss - wie-
wohl er nach Art. 146 Abs. 1 StPO das erstinstanzliche Urteil grundsätzlich frei über-
prüfen kann - mithin die Strafe oder Massnahme nicht verschärfen darf. Im Weiteren 
stellen sich keinerlei Fragen zur Person und zum Charakter der Angeschuldigten, 
welche sich nicht auch aufgrund der Akten beantworten liessen, so dass grundsätz-
lich auf die Durchführung einer mündlichen Verhandlung verzichtet werden kann 
(vgl. BGE 119 Ia 318 f.; PKG 2001 Nr. 19). Auch steht im vorliegenden Fall einem 
nicht-öffentlichen Verfahren kein wichtiges öffentliches Interesse entgegen. Der 
Kantonsgerichtsausschuss kommt demnach zum Schluss, dass die streitige Straf-
sache gestützt auf die vorliegenden Akten ohne mündliche Verhandlung sachge-
recht entschieden werden kann. Ein persönliches Vortreten von A. vor Gericht ist 
nicht notwendig. 

c. Der Kantonsgerichtsausschuss als Berufungsinstanz überprüft das 
erstinstanzliche Urteil in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht frei. Es kommt ihm 
eine umfassende und uneingeschränkte Kognition zu (Art. 146 Abs. 1 StPO). Den-
noch überprüft er das vorinstanzliche Urteil grundsätzlich nur im Rahmen der in der 
Berufung gestellten Anträge (Padrutt, a.a.O., Ziff. 1 f. zu Art. 146 StPO, S. 375).

2.a. Wer jemanden bei einem andern eines unehrenhaften Verhaltens oder 
anderer Tatsachen, die geeignet sind, seinen Ruf zu schädigen, beschuldigt oder 
verdächtigt, wird gestützt auf Art. 173 Ziff. 1 StGB auf Antrag mit Gefängnis bis zu 
sechs Monaten oder mit Busse bestraft. Nach Art. 174 Ziff. 1 StGB wird bestraft, 

11

wer solches wider besseres Wissen tut. Gegenstand dieser Bestimmung bilden eh-
renrührige Tatsachenbehauptungen über eine Person, die gegenüber einem Dritten 
erhoben werden. Erfasst werden auch gemischte, nicht jedoch reine Werturteile. 
Eine Tatsachenbehauptung ist in ihrem engsten Sinn eine Aussage über den Be-
troffenen ohne direkte Wertung. Die Wertung hat der Adressat der Äusserung als 
Schlussfolgerung aus der Äusserung zu ziehen (Riklin Franz, Basler Kommentar 
zum StGB, Band II, N 33 ff. vor Art. 173 StGB und N 2 zu Art. 174 StGB; Stefan 
Trechsel, Schweizerisches Strafgesetzbuch, Kurzkommentar, 2. Auflage, Zürich 
1997, N 1 f. zu Art. 173 StGB). Die Tatsachenbehauptung muss ehrenrührig sein, 
also geeignet, den Ruf des Betroffenen zu schädigen. Wann dies der Fall ist, hängt 
ab vom in seiner Tragweite umstrittenen Ehrbegriff. Ehre ist gemäss bundesgericht-
licher Rechtsprechung der Anspruch einer Person auf Geltung (vgl. BGE 114 IV 16). 
Geschützt wird der Ruf, ein ehrbarer Mensch zu sein, das heisst sich so zu beneh-
men, wie ein charakterlich anständiger Mensch sich zu verhalten pflegt (BGE 117 
IV 28 f., 116 IV 206, 103 IV 158). Entscheidend dafür, ob die eingeklagte Äusserung 
ehrverletzend sein kann, ist der Sinn, welchen ihr der unbefangene Hörer nach den 
Umständen beilegen musste (BGE 119 IV 47). Eine Äusserung ist schon dann eh-
renrührig, wenn sie an sich geeignet ist, den Ruf zu schädigen, unabhängig davon, 
ob der Dritte die Beschuldigung oder Verdächtigung für wahr hält oder nicht (BGE 
103 IV 22 f.). Die Ehre ist unter anderem beim Vorwurf betroffen, vorsätzlich eine 
strafbare Handlung begangen zu haben (Riklin, a.a.O., N 18 vor Art. 173 StGB; 
Trechsel, a.a.O., N 4 vor Art. 173 StGB).

Der Beschuldigte macht sich gemäss Art. 173 Ziff. 2 StGB nicht strafbar, 
wenn er zu beweisen vermag, dass die von ihm vorgebrachte oder weiterverbreitete 
Äusserung der Wahrheit entspricht (Wahrheitsbeweis), oder dass er ernsthafte 
Gründe hatte, sie in guten Treuen für wahr zu halten (Gutglaubensbeweis). In Um-
kehr der üblichen Beweislast ist somit der Verletzer für die Wahrheit seiner ehrver-
letzenden Äusserung beweispflichtig. Der Grundsatz „in dubio pro reo“ spielt nicht. 
Der Wahrheitsbeweis ist erbracht, wenn alle wesentlichen Punkte der Äusserung 
bewiesen sind, verhältnismässig unbedeutende Übertreibungen werden nicht ge-
ahndet. Beim Gutglaubensbeweis genügt es nicht, wenn der Angeklagte nachweist, 
dass er die Tatsache, auf die er seinen Verdacht gestützt hat, für wahr halten durfte. 
Er muss darüber hinaus dartun, dass er gestützt auf diese Tatsachen den Antrags-
teller in guten Treuen und aus ernsthaften Gründen des ehrenrührigen Verhaltens 
verdächtig halten durfte (Riklin, a.a.O., N 10 ff. zu Art. 173 StGB; PKG 1985 Nr. 34). 
Gemäss Art. 173 Ziff. 3 StGB wird der Beschuldigte von diesen sogenannten Ent-
lastungsbeweisen ausgeschlossen, wenn kumulativ einerseits eine Wahrung öffent-

12

licher Interessen oder sonstwie eine begründete Veranlassung für die Äusserung 
fehlte und anderseits der Täter in der überwiegenden Absicht, jemandem Übles vor-
zuwerfen, gehandelt hat, insbesondere, wenn sich die Äusserungen auf das Privat- 
oder Familienleben beziehen (Art. 173 Ziff. 3 StGB).

b. Am 16. August 2002 reichte X. gegen A. eine Ehrverletzungsklage ein, 
in der sie geltend macht, von der Strafbeklagten und Berufungsklägerin in Gegen-
wart von zwei Bekannten als Kindsmörderin beschimpft worden zu sein. Am Schluss 
des Klageschreibens befindet sich die folgende, von D. unterzeichnete Bestätigung: 
„Ich bestätige, dass die vorerwähnten Aussagen in allen Teilen der Wahrheit ent-
sprechen“. Die Vorinstanz sprach A. im angefochtenen Urteil der üblen Nachrede 
im Sinne von Art. 173 StGB schuldig, da sie es als erstellt erachtete, dass A. X. in 
Anwesenheit Dritter als Kindsmörderin beschimpft hat. Hiergegen wendet die Beru-
fungsklägerin ein, die Mitunterzeichnung der Klageschrift durch D. könne nicht als 
Beweismittel zugelassen werden, da damit der Zeugenbeweis umgangen werde. 
Diese Bestätigung stelle auch darüber hinaus kein wesentliches Beweismittel im 
Sinne von Art. 163 Abs. 1 StPO dar. Die Abnahme von Beweisen habe der Kreisprä-
sident unterlassen, was als Nachlässigkeit betrachtet werden müsse. Zudem könne 
aus dem Verhalten des Kreispräsidenten auf eine gewisse Voreingenommenheit 
geschlossen werden. Die Schuld der Berufungsklägerin sei unter diesen Umstän-
den nicht nachgewiesen. Es stehe Aussage gegen Aussage, weshalb in Anwen-
dung des Grundsatzes „in dubio pro reo“ ein Freispruch zu erfolgen habe. 

c. Art. 162 StPO verweist für das Verfahren in Ehrverletzungssachen auf 
Art. 162 ff. StPO sowie ergänzend auf die Bestimmungen des ordentlichen Verfah-
rens. Subsidiär gelangen zudem die Bestimmungen der ZPO zur Anwendung 
(Padrutt, a.a.O., Ziff. 2 zu Art. 162 - 168 StPO, S. 418). Nach Art. 162 Abs. 3 ZPO 
ist es unzulässig, dass die Parteien zwecks Umgehung des Zeugenbeweises von 
Personen schriftliche Bestätigungen über tatsächliche Begebenheiten einholen. 
Solche Bestätigungen bleiben beweisrechtlich unbeachtlich, da sie keine Urkunden 
im Sinne der ZPO darstellen und auch nicht als eine andere Art von Beweismitteln 
in Betracht fallen. Der Grund dieser Regelung liegt darin, dass bei derartigen Zeu-
genbefragungen auf privater Basis eine Beeinflussung der Zeugen und damit eine 
Verfälschung des Ergebnisses einer späteren, korrekten Einvernahme nicht ausge-
schlossen werden kann. Indes führt eine vorausgehende schriftliche Bestätigung 
nicht zur völligen Unbeachtlichkeit einer späteren Aussage als Zeuge. Das Gericht 
hat aber bei der Würdigung der Glaubhaftigkeit einer Zeugenaussage den Umstand, 
dass eine Partei bei einem Zeugen im Voraus eine schriftliche Bestätigung eingeholt 

13

hat, nach den konkreten Verhältnissen des Einzelfalls zu gewichten; es steht ihm 
das Recht der freien Beweiswürdigung zu (PKG 1988 Nr. 22, 1977 Nr. 10).

Aufgrund der vorangehenden Ausführungen ist festzuhalten, dass der 
Bestätigung von D. auf der von X. am 16. August 2002 eingereichten Ehrverlet-
zungsklage kein Beweiswert zukommt. Den vorinstanzlichen Erwägungen ist inso-
fern beizupflichten. Darüber hinaus ist allerdings festzustellen, dass keine weiteren, 
vom Gesetz vorgesehenen Beweismittel vorliegen, die die Tatsache belegen könn-
ten, dass A. X. in Anwesenheit Dritter eine Kindsmörderin genannt haben soll. Gül-
tigen Beweis über das vorliegend zu beurteilende Geschehen könnten allein die 
Aussagen der Zeuginnen D. und/oder E. erbringen, indem jene über ihre unmittel-
baren Wahrnehmungen im Zusammenhang mit den erhobenen Vorwürfen Auskunft 
geben. Unzulässig erscheint namentlich das Vorgehen der Vorinstanz, aufgrund 
äusserer Umstände auf den hypothetischen Inhalt einer Zeugenaussage zu schlies-
sen. Allein aus dem Umstand, dass X. davon ausgehen musste, die allenfalls in den 
Zeugenstand gerufenen Damen E. und D. würden unter Androhung der Sanktionen 
des Art. 307 StGB wahrheitsgetreu aussagen, kann nämlich nicht bereits rechts-
genüglich geschlossen werden, X. habe A. zu Recht einer Ehrverletzung bezichtigt. 
Ansonsten würde sich das Institut des Zeugenbeweises als obsolet erweisen. Eben-
sowenig darf auf eine Anerkennung des Tatbestandes durch die Strafbeklagte ge-
schlossen werden, weil jene in einem früheren Ehrverletzungsverfahren gegenüber 
dem Kreispräsidenten Stellung genommen und die in der Klage aufgeführten und 
den dort geschilderten Sachverhalt als wahr bestätigenden Personen näher auf’s 
Korn genommen hatte, dies jedoch im vorliegenden Verfahren nicht tat. Auch der 
Rückschluss auf den Entscheid der Beschwerdekammer des Kantonsgerichts von 
Graubünden vom 13. Januar 2003 (BK 02 70) lässt für sich allein betrachtet noch 
keinen rechtsgenüglichen Schluss auf das konkrete Verhalten von A. zu. Zwar ge-
langte die Beschwerdekammer im erwähnten Entscheid zum Schluss, dass die Ak-
ten genügend Anhaltspunkte für eine Anklageerhebung abgeben würden. Im Be-
schwerdeverfahren wird die Angemessenheit einer Anklageverfügung jedoch nur 
zurückhaltend überprüft. Die Beurteilung, ob für eine Schuldigerklärung im Sinne 
der Anklage genügend Gründe in objektiver und subjektiver Hinsicht gegeben sind, 
d.h. eine umfassende Beweiswürdigung, obliegt vielmehr dem zuständigen Sach-
richter (Padrutt, a.a.O., Ziff. 9 zu Art. 98 StPO, S. 262).

d. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die von der Vorinstanz für 
massgeblich erachteten Umstände nicht zu einem rechtsgenüglichen Nachweis 
führen, dass A. X. eine Kindsmörderin genannt hat. Das vorinstanzliche Urteil ist 

14

insofern aufzuheben und die Berufung von A. gutzuheissen. Allerdings führt dies 
nicht zu einem Freispruch für die Berufungsklägerin, sondern zu einer Rückweisung 
der Angelegenheit an die Vorinstanz. Es ist nämlich zu beachten, dass der Kreisprä-
sident gestützt auf Art. 165 Abs. 2 StPO die von den Parteien beantragten Beweise, 
soweit sie für die Beurteilung des Falles von Bedeutung erscheinen, zu erheben hat, 
diese Beweise aber gleichzeitig von Amtes wegen durch die zur Abklärung des Tat-
bestandes und der Person des Angeschuldigten erforderlichen weiteren Erhebun-
gen zu ergänzen hat. Betrachtet man die Klageschrift von X., so kann darin der 
implizite Antrag auf Befragung von D. als Zeugin erblickt werden. Diese Annahme 
rechtfertigt sich insbesondere vor dem Hintergrund, dass die Klageschrift von einem 
juristischen Laien verfasst wurde und an diese daher keine allzu strengen Anforde-
rungen gestellt werden dürfen. In diesem Sinne wird das Verfahren betreffend üble 
Nachrede gemäss Art. 173 StGB zur Ergänzung des Beweisverfahrens und zu 
neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückgewiesen. Diese hat D. als Zeugin zu 
befragen sowie weitere Beweise, die sie für die Abklärung des Tatbestandes für 
erforderlich hält, zu erheben. Sollte die Vorinstanz bei der darauffolgenden, erneu-
ten Beurteilung der Streitsache den Tatbestand der Ehrverletzung als erfüllt erach-
ten, so erscheint dem Kantonsgerichtsausschuss dafür das Aussprechen einer 
Busse als gerechtfertigt.

3.a. Die Vorinstanz hat es im angefochtenen Urteil als erstellt erachtet, 
dass sich A. am 8. Januar 2001 des mehrfachen vollendeten Nötigungsversuchs 
sowie am 18. Oktober 2001 der mehrfachen vollendeten Nötigung schuldig gemacht 
hat. Die Berufungsklägerin bestreitet die ihr zur Last gelegten Taten in beiden Fällen 
und rügt eine falsche Sachverhaltsdarstellung, eine willkürliche Beweiswürdigung 
sowie eine unrichtige Gesetzesanwendung. Es ist deshalb zunächst zu beurteilen, 
ob der der Berufungsklägerin zur Last gelegte Sachverhalt rechtsgenüglich erstellt 
ist. Massgeblich ist hierbei in erster Linie die Frage, ob A. die betroffenen Personen 
mit der Hellebarde bedroht oder ob sie das genannte Instrument zum reinen Selbst-
schutz benutzt hat.

b. Die Beweislast für die dem Angeklagten zur Last gelegten Tat liegt 
grundsätzlich beim Staat (Padrutt, a.a.O., Ziff. 2 zu Art. 125 StPO, S. 306). Bei der 
Würdigung der Beweismittel entscheidet das Gericht gemäss Art. 144 Abs. 2 StPO 
in Verbindung mit Art. 125 Abs. 2 StPO nach freier, in der Hauptverhandlung ge-
wonnener Überzeugung (vgl. Niklaus Schmid, Strafprozessrecht, 3. Aufl., Zürich 
1997, N 286, S. 82 f.). Dieser Grundsatz der freien Beweiswürdigung ergibt sich 
bereits aus Art. 249 BStP. Das Gericht hat von Bundesrechts wegen frei von ge-

15

setzlichen Beweisregeln und nur nach seiner persönlichen Überzeugung aufgrund 
gewissenhafter Prüfung der vorliegenden Beweise darüber zu entscheiden, ob es 
eine Tatsache für bewiesen hält oder nicht (vgl. BGE 115 IV 268 f.). Ist für die Ur-
teilsfindung wie im vorliegenden Fall die materielle Wahrheit wegleitend, so kann 
für diese Beurteilung nur die freie Meinung des Gerichts massgebend sein (vgl. Ro-
bert Hauser/Erhard Schweri, Schweizerisches Strafprozessrecht, 4. Auflage, Basel 
1999, § 54 N 2, S. 215). Allein auf diese Weise kann das Gericht ein für jeden Ein-
zelfall zutreffendes Urteil fällen.

Neben der Würdigung der Beweise stellt sich dem Gericht die Frage, wann 
es eine bestimmte Tatsache als erwiesen betrachten darf und wann nicht. Nach 
Lehre und Rechtsprechung darf blosse Wahrscheinlichkeit für eine Verurteilung 
nicht genügen, absolute Sicherheit ist für eine solche aber auch nicht erforderlich 
und eine theoretisch entfernte Möglichkeit, dass der Sachverhalt anders sein 
könnte, rechtfertigt keinen Freispruch (vgl. Hauser/Schweri, a.a.O., § 54 N 11, S. 
217). Trotzdem sind an den Beweis der zur Last gelegten Tat hohe Anforderungen 
zu stellen. Verlangt wird mehr als eine blosse Wahrscheinlichkeit, nicht aber ein 
absoluter Beweis der Täterschaft. Aufgabe des Gerichts ist es, ohne Bindung an 
Beweisregeln die an sich möglichen Zweifel zu überwinden und sich mit Überzeu-
gung für einen bestimmten Sachverhalt zu entscheiden, wobei die Bildung der Über-
zeugung objektivier- und nachvollziehbar sein muss. Die Schuld des Angeklagten 
muss sich dabei auf vorgelegte Beweise und Indizien stützen, die vernünftige Zwei-
fel in ausschliesslicher Weise zu beseitigen vermögen (vgl. PKG 1987 Nr. 12; 
Schmid, a.a.O., N 289, S. 83). Nach der aus Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 2 
EMRK fliessenden Beweiswürdigungsregel „in dubio pro reo“ darf sich der Strafrich-
ter jedoch nicht von der Existenz eines für den Angeklagten ungünstigen Sachver-
haltes überzeugt erklären, wenn bei objektiver Betrachtung Zweifel an den tatsäch-
lichen Voraussetzungen für ein verurteilendes Erkenntnis bestehen (BGE 124 IV 87 
f.). Bloss theoretische und abstrakte Zweifel sind indessen nicht massgebend, weil 
solche immer möglich sind und absolute Gewissheit nicht verlangt werden kann. Es 
muss sich vielmehr um erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel handeln, 
das heisst um solche, die sich nach der objektiven Sachlage aufdrängen (BGE 120 
Ia 37). Die genannte allgemeine Rechtsregel kommt nicht schon dann zur Anwen-
dung, wenn Aussage gegen Aussage steht. Es ist vielmehr anhand sämtlicher sich 
aus den Akten ergebenden Umstände zu untersuchen, ob die Darstellung der An-
klage oder jene des Angeklagten das Gericht zu überzeugen vermag. Erst wenn 
eine solche Überzeugung weder in der einen noch in der anderen Richtung zu ge-
winnen ist, muss gemäss dem Grundsatz „in dubio pro reo“ der für den Angeklagten 

16

günstigere Sachverhalt angenommen werden (Padrutt, a.a.O., N 2 zu Art. 125 
StPO, S. 307).

Bei der Würdigung von Zeugenaussagen im Rahmen des Gerichtsverfahrens 
interessiert nicht in erster Linie die persönliche Glaubwürdigkeit eines Zeugen, son-
dern vielmehr die sachliche Glaubhaftigkeit seiner konkreten Aussage (vgl. Robert 
Hauser, Der Zeugenbeweis im Strafprozess mit Berücksichtigung des Zivilprozes-
ses, Zürich 1974, S. 311 ff.). Als Kennzeichen wahrheitsgetreuer Aussagen sind 
dabei die innere Geschlossenheit und Folgerichtigkeit in der Darstellung des Ge-
schehens sowie die konkrete und anschauliche Wiedergabe des Erlebten zu wer-
ten. Die Schilderung des Vorfalles in so charakteristischer Weise, wie sie nur von 
demjenigen zu erwarten ist, der den Vorfall selbst erlebt hat, ist ein weiteres Indiz 
für die Richtigkeit der Deposition. Für die Korrektheit einer Aussage sprechen im 
weiteren die Kenntlichmachung der psychischen Situation von Täter und Zeuge, die 
Selbstbelastung oder unvorteilhafte Darstellung der eigenen Rolle, Entlastungsbe-
merkungen zu Gunsten des Beschuldigten und die Konstanz in der Aussage bei 
verschiedenen Befragungen. Bei wahrheitswidrigen Bekundungen fehlen diese 
Kennzeichen regelmässig. Indizien für bewusst oder unbewusst falsche Aussagen 
sind Unstimmigkeiten oder grobe Widersprüche in den eigenen Aussagen, Zurück-
nahme, erhebliche Abschwächungen oder Übersteigerungen im Verlaufe mehrerer 
Einvernahmen, unklare, verschwommene oder ausweichende Antworten und 
gleichförmige, eingeübt wirkende Aussagen. Die Richtigkeit einer Deposition muss 
alsdann auf ihre Übereinstimmung mit den Lebenserfahrungen und dem Ergebnis 
der übrigen Beweiserhebungen geprüft werden. Auch im System der Glaubwürdig-
keitskriterien von Arntzen (Friedrich Arntzen/Else Michaelis-Arntzen, Psychologie 
der Zeugenaussage, System der Glaubwürdigkeitsmerkmale, 3. Auflage, München 
1993) steht an erster Stelle die Aussage selbst. Sie ist vor dem Hintergrund allge-
mein bekannter oder im Einzelfall zu erkundender psychischer Eigenarten zu be-
trachten, wobei bestimmte Aussageeigenarten als Glaubwürdigkeitsmerkmale an-
zusehen sind. Unterschieden wird dabei zwischen Glaubwürdigkeitskriterien, die 
sich aus dem Aussageinhalt, der Aussageentwicklung, der Aussageweise sowie 
dem Motivationsumfeld der Aussage ergeben. Kriterien des glaubhaften Aussagein-
halts sind der Grad der Detaillierung und der inhaltlichen Besonderheit sowie die 
Homogenität der Aussage. Die Glaubwürdigkeit aus dem Verlauf der Aussageent-
wicklung ergibt sich aus der relativen Konstanz einer Aussage in zeitlich auseinan-
derliegenden Befragungen sowie der Ergänzbarkeit der Deposition bei nachfolgen-
den Befragungen. Nacherlebende Gefühlsbeteiligung und ungesteuerte Aussage-
weise sprechen im Bereich der Aussageweise für einen hohen Wahrheitsgehalt. 

17

Der Grad der Objektivität ist schliesslich massgebend für den Grad der Glaubwür-
digkeit, der sich aus dem Motivationsumfeld ergibt (vgl. Arntzen/Michaelis-Arntzen, 
a.a.O., S. 15 ff.).

4.a. Zu beurteilen sind zunächst die Geschehnisse des 8. Januar 2001. 
Vorweg drängen sich gewisse Vorbemerkungen zum Ort des Geschehens, nämlich 
die Liegenschaft G. in F. im M. auf. Diese befindet bzw. befand sich aufgrund eines 
Erbteilungsvertrages vom 18. April 2000 zu zwei Dritteln im Miteigentum des zwi-
schenzeitlich verstorbenen B. sel. und zu einem Drittel im Miteigentum von X.. In 
Bezug auf das sich auf dem Grundstück befindliche Haus besass B. sel. im mass-
gebenden Zeitpunkt das ausschliessliche Benützungsrecht an den Wohnungen im 
Parterre und im 1. Obergeschoss und X. das ausschliessliche Benützungsrecht an 
der Wohnung im 2. Obergeschoss samt Zugangsrechten über das Treppenhaus 
Parterre und 1. Obergeschoss. Im Erbteilungsvertrag wurde X. zudem das Recht 
eingeräumt, einen separaten Eingang zur Wohnung im 2. Obergeschoss zu erstel-
len. Bis zu diesem Zeitpunkt sollten der Haupteingang sowie das Treppenhaus ge-
meinschaftlich bleiben. Wie dem gegen die Berufungsklägerin am 29. August 2000 
ergangenen Amtsbefehl (act. 7.2) zu entnehmen ist, ist die Wohnung im 1. Oberge-
schoss der besagten Liegenschaft seit Oktober 1988 an A. vermietet. 

b. Nach Darstellung in der Anklageschrift begaben sich Y. und X. zusam-
men mit dem Schreiner Z. am Nachmittag des 8. Januar 2001 zur Liegenschaft G., 
um beim Aufgang ins 2. Obergeschoss eine Türe sowie Täfer zu montieren. Die 
Haustüre war abgeschlossen und von innen steckte der Schlüssel. Auf Klopfen und 
Rufen Y.s hin erschien A. auf der Laube und teilte den Wartenden mit, dass sie 
infolge Hausverbotes hier nichts verloren hätten. Y. hielt daraufhin ein Brettchen an 
das Türschloss, schlug darauf und konnte dadurch die Türe öffnen. A. stand im ers-
ten Obergeschoss bei der Treppe und hielt den Männern eine Hellebarde entgegen. 
Diese stellten ihr Werkzeug in der Folge in der Mitte der Treppe ab und verliessen 
das Haus. A. schloss erneut die Haustüre ab. Einige Minuten danach öffnete Y. wie 
beim ersten Mal die Haustüre. A. stand erneut mit der auf den Boden gestellten 
Hellebarde im ersten Obergeschoss am Ende der Treppe. Wegen der Hellebarde 
von A. räumten die drei Personen die im Wege stehenden Sachen nicht beiseite, 
sondern gingen nochmals hinunter. Einige Zeit später wählte Z. auf seinem Mobil-
telefon A.s Nummer. Als diese in ihrem Wohnzimmer ans Telefon ging, begab sich 
Y. zur Wohnzimmertüre, zog diese zu und hielt sie fest. Mit der Hellebarde schlug 
A. in der Folge die untere Türfüllung heraus und wollte das Wohnzimmer verlassen. 
Dem hinzugekommenen Z. gelang es, A. die Hellebarde wegzunehmen. Y. verhin-

18

derte mit seinem Knie, dass A. aus der Türfüllung kroch. Sie zog sich in der Folge 
ins Wohnzimmer zurück. Z. schraubte über die Öffnung der Wohnzimmertüre zwei 
Dachlatten an. Danach konnte mit der Arbeit bei der Treppe zum zweiten Oberge-
schoss begonnen werden. Später hielt A. eine 1. Augustrakete in der Hand und den 
Personen ausserhalb des Wohnzimmers entgegen. Sie überlegte sich, diese abzu-
feuern. Eine in der Zwischenzeit angebrachte Schnur zwischen der Türfalle und an-
gebrachten Schrauben sollte das Öffnen der Wohnzimmertüre verhindern. Durch 
die Öffnung der fehlenden unteren Türfüllung und zwischen den Dachlatten hin-
durch gelang es A. schliesslich, die Schnur zu durchschneiden und das Wohnzim-
mer zu verlassen. Trotzdem konnten die Arbeiten bei der Treppe in der Folge zu 
Ende geführt werden.

c. Gegen diese Sachverhaltsdarstellung wendet der Rechtsvertreter der 
Berufungsklägerin A. ein, eine durch jene hervorgerufene Bedrohungssituation 
habe nie bestanden. Zunächst sei festzuhalten, dass A. die Eigentumsverhältnisse 
in der Liegenschaft G. trotz den verschiedenen Amtsbefehlen nicht bekannt gewe-
sen seien. Insbesondere ihr Vermieter B. sel. habe ihr wiederholt mitgeteilt, seine 
Schwester X. habe kein Recht an der Liegenschaft G. und insbesondere kein Zu-
trittsrecht ohne vorgängige Anmeldung. Da die Berufungsklägerin keinen Anlass ge-
habt habe, an den Worten ihres Vermieters zu zweifeln, sei es ihr nicht zumutbar 
gewesen, die Ehegatten X. und Y. zwecks Verrichtung von Bauarbeiten ohne vor-
angehende Anmeldung ins Haus zu lassen. In ihrer Besorgnis sei sie durch die 
Handlungsweise der Ehegatten X. und Y., die sich gewaltsam Zutritt zur Liegen-
schaft verschafft hätten, noch bestärkt worden. Die Berufungsklägerin sei aufgrund 
des massiven Auftretens der Ehegatten X. und Y. derart erschrocken, dass sie zum 
Selbstschutz gegen den nicht angekündigten Besuch eine Hellebarde ergriffen 
habe. Die Aussagen der Berufungsklägerin müssten als glaubhaft betrachtet wer-
den, im Gegensatz zu den entsprechenden Aussagen von Y. und X. und von Z., die 
erhebliche Divergenzen aufwiesen.

d. Dieser Ansicht kann sich der Kantonsgerichtsausschuss nicht ansch-
liessen.

aa. Abzulehnen ist zunächst der Einwand der Verteidigung, die Beru-
fungsklägerin habe keine Kenntnisse von den wirklichen Eigentumsverhältnissen in 
der Liegenschaft G. gehabt. Bereits am 18. Mai 2000 hatten X. und Y. A. einen 
eingeschriebenen Brief (act. 7.1.) zukommen lassen, um jener die Absicht mitzutei-
len, als neue Eigentümer der Wohnung im 2. Obergeschoss eine Abschlusstüre zu 

19

ihrer Wohnung anzubringen, und um A. aufzufordern, bis am 31. Mai 2000 ihre Wa-
ren und ihr Mobiliar aus dem Treppenhaus und von der Treppe wegzuräumen. A. 
verweigerte die Annahme dieses Briefes sowie eines weiteren, ihr am 22. Mai 2000 
eingeschrieben zugestellten Schreibens. In der Folge stellten Y. und X. am 6. Juni 
2000 beim Kreisamt Küblis das Gesuch um Erlass eines Amtsbefehls, wonach der 
Zwischenbau, die Gänge im ersten und zweiten Obergeschoss sowie die Treppe 
zum zweiten Obergeschoss dauernd zu räumen seien, damit der ungehinderte Zu-
gang zur Wohnung der Gesuchsteller im 2. Obergeschoss jederzeit möglich sei. Mit 
Amtsbefehl vom 29. August 2000 gab der Kreispräsident Küblis diesem Ersuchen 
statt. A. wurde Frist bis zum 31. Oktober 2000 eingeräumt, um alle ihre Utensilien 
aus dem Treppenhaus des Hauses G., soweit diese den ungehinderten Zugang zur 
Wohnung im 2. Obergeschoss behindern, zu entfernen und den Zwischenbau von 
all ihrem Eigentum zu räumen. Der Amtsbefehl wurde A. durch die Polizei zugestellt. 
Gemäss den Ausführungen im Amtsbefehl hatte der Kreispräsident die Gesuchs-
gegnerin am 13. Juni 2000 zur Stellungnahme zum Amtsbefehlsgesuch eingeladen. 
Jene verweigerte indes die Annahme der kreisamtlichen Post. Am 31. Juli 2000 
wollte die Kantonspolizei A. die Einladung zur Vernehmlassung übergeben, wobei 
ihr das Schreiben nach erneuter Annahmeverweigerung durch die Polizei vorgele-
sen werden musste. In einem Schreiben an den Landammann vom 5. August 2000 
führte A. dann aus, sie sei Mieterin der besagten Wohnung und wenn etwas an-
stehe, solle sich der Landammann mit dem Hausbesitzer B. sel. in Verbindung set-
zen. Auf den 28. August 2000 war alsdann ein Augenschein sowie die Hauptver-
handlung angesetzt worden. Für die entsprechende Vorladung an A. musste erneut 
die Polizei bemüht werden, nachdem sich jene der Annahme der Vorladung durch 
eingeschriebene sowie durch normale Post widersetzt hatte. Am 26. August 2000 
verweigerte sie ein weiteres Mal die Annahme der kreisamtlichen Post. Die Polizei 
stellte jedoch fest, dass A. bereits von der Vorladung Kenntnis hatte. Nach Polizei-
bericht habe sich die Gesuchsgegnerin ohne Grund sehr aggressiv und aufgebracht 
gezeigt. Am Augenschein nahmen die Gesuchsteller Y. und X., der Vermieter B. 
sel. sowie der Landammann teil, während die Gesuchgegnerin verlauten lassen 
hatte, sie habe einen anderen Termin wahrzunehmen. Anlässlich des Augen-
scheins zeigte sich, dass im besagten Treppenhaus von unten bis oben Utensilien 
und Lebensmittel der Gesuchsgegnerin herumstanden, so dass ein normaler Zu-
gang zur Wohnung im 2. Obergeschoss kaum möglich war, erst recht nicht für einen 
Handwerker oder einen Monteur. Gestützt auf diese Feststellungen sowie die Tat-
sache, dass A. in Bezug auf das Treppenhaus kein ausschliessliches Benutzungs-
recht zukam, wenigstens so lange, bis die separaten Eingänge erstellt waren, ord-
nete der Kreispräsident im Amtsbefehl vom 29. August 2000 dessen Räumung 

20

durch die Gesuchsgegnerin an. Da A. diesem Räumungsbefehl keine Folge leistete, 
gelangten X. und Y. erneut an den Kreispräsidenten Küblis und ersuchten um An-
ordnung und Durchführung der amtlichen Räumung. Mit Verfügung vom 17. Novem-
ber 2000, mitgeteilt am 18. November 2000, ermächtigte der Kreispräsident Küblis 
die Gesuchsteller, alle Gegenstände von A., die sich auf dem Areal der Gesuchstel-
ler und in deren Räumen in der Liegenschaft G. befanden, auf Kosten von A. zu 
räumen. Am 12. Dezember 2000 gelangte A. selbst an den Kreispräsidenten Küblis 
und ersuchte um Erlass eines amtlichen Hausverbotes für Y. und X.. Mit Verfügung 
vom 3. Januar 2001, mitgeteilt am 4. Januar 2001, wurde dieses Begehren abge-
wiesen. Der Kreispräsident hielt fest, dass dem Ehepaar X. und Y. als Miteigentü-
mer der Liegenschaft G. das Recht auf Zugang zur Wohnung im 2. Obergeschoss 
nicht verwehrt werden dürfe. Mit Schreiben vom 15. Januar 2003 ersuchte A. den 
Kreispräsidenten Küblis wiederum um Erlass eines amtlichen Hausverbots für X.. 
Mit Verfügung vom 21. Januar 2003 wurde auch dieses Gesuch abgewiesen, mit 
der Begründung, dass X. aufgrund des Teilungsvertrages aus dem Jahr 2000 recht-
mässige Eigentümerin der Wohnung im zweiten Obergeschoss sei und jener daher 
der entsprechende Zutritt zu gewähren sei.

Die eben geschilderten Umstände lassen keinen anderen Schluss zu, als 
dass A. nicht nur die Eigentumsverhältnisse an der Liegenschaft G. bekannt waren, 
sondern dass ihr auch klar sein musste, zu welchem Zweck das Ehepaar X. und Y. 
sowie Z. am 8. Januar 2001 Einlass ins Haus begehrten, zumal ihr dies auch an 
jenem Tag abermals mitgeteilt wurde. Von selbst versteht sich, dass einem Eigentü-
mer der Zutritt zu seinem Eigentum ohne vorgängige Anmeldung zusteht. Der Ein-
wand der Berufungsklägerin, sie habe sich auf die Aussagen ihres Vermieters B. 
sel. verlassen, dass X. überhaupt kein Zutrittsrecht zum Haus G. bzw. ein solches 
nur auf Voranmeldung hin besitze, ist im Hinblick auf die erwähnten Verfügungen 
nicht glaubhaft. Die rechtliche Situation war entgegen der Ansicht der Berufungs-
klägerin nicht verworren, sondern war spätestens durch den Erbteilungsvertrag im 
Jahr 2000 geklärt und der Berufungsklägerin mehrfach dargelegt worden. Aus der 
beharrlichen Verweigerung der Berufungsklägerin, die diversen, ihr ordnungs-
gemäss zugestellten Verfügungen zur Kenntnis zu nehmen, kann sie selbstredend 
nichts zu ihren Gunsten ableiten.

bb. Was die Aussagen von X. und Y. sowie von Z. betrifft, so wurden diese 
von der Vorinstanz eingehend und zutreffend gewürdigt. Y. zunächst führte gegenü-
ber der Polizei am 14. März 2001 aus (act. 4.6), dass er sich am 8. Januar 2001 um 
ca. 13.15 Uhr zusammen mit seiner Ehefrau und Z. nach G. begeben habe. Die 

21

Haustür sei verschlossen gewesen und habe mit dem Schlüssel nicht geöffnet wer-
den können, da von innen der Schlüssel steckte. Da A. auf entsprechendes Klopfen 
hin erklärt habe, die Anwesenden aufgrund eines Hausverbots nicht ins Haus zu 
lassen, habe er die Türe gewaltsam geöffnet. Als sie das Werkzeug in das Trep-
penhaus gelegt hätten, sei A. mit einer Hellebarde in der Hand zuoberst auf der 
Treppe gestanden und habe sich in gewohnt aggressivem Ton geäussert. Sie seien 
alsdann vor das Haus gegangen, um weiteres Werkzeug zu holen, währenddessen 
A. die Haustüre erneut abgeschlossen habe, so dass er gezwungen gewesen sei, 
diese wiederum in der gleichen Weise zu öffnen. Als sie dann die sich im Gang 
befindlichen Gegenstände wegräumen wollten, sei A. mit der Hellebarde auf ihn und 
Z. losgegangen und sie seien gezwungen gewesen, die Gegenstände liegen zu las-
sen. A. habe sie mit der Hellebarde gefährdet; zwar habe sie sie damit nicht ge-
schlagen, aber damit gedroht. Später habe man jene dann mit einem Telefonat in 
die Stube gelockt und darin eingeschlossen. Danach habe der Gang geräumt und 
die Verbindungstüre montiert werden können. In einem späteren Zeitpunkt habe A. 
eine Erstaugustrakete gegen die Anwesenden gerichtet und mit deren Abfeuerung 
gedroht. In der untersuchungsrichterlichen Konfronteinvernahme vom 10. Juli 2001 
(act. 1.10) bestätigte Y. die vor der Polizei gemachten Aussagen im Wesentlichen. 
Eine Abweichung ergab sich insofern, als Y. festhielt, dass sie A. beim erstmaligen 
Betreten des Hauses zurückgedrängt hätten, als diese oben auf der Treppe mit der 
Hellebarde stand. Beim anschliessenden Versuch, die sich im Gang befindlichen 
Gegenstände wegräumen zu wollen, erwähnte Y. nicht mehr explizit, A. sei mit der 
Hellebarde auf ihn und Z. losgegangen. Dennoch musste gemäss seinen Aussagen 
mit der geplanten Arbeit aufgehört werden, da sie vermuteten, sonst geschlagen zu 
werden. 

X. hielt anlässlich der polizeilichen Einvernahme am 14. März 2001 (act. 4.7) 
fest, dass A. sie am 8. Januar 2001 für die Montage der Zwischentüre nicht ins Haus 
gelassen habe, so dass sie und ihre Begleiter gezwungen gewesen seien, die 
Haustüre aufzuwuchten. Anschliessend habe A. sich gegenüber ihr, ihrem Mann 
sowie Z. sehr aggressiv verhalten. Schliesslich habe A. in die Stube gelockt und 
dort eingeschlossen werden können. Sie bestätigte zudem die ihr vorgehaltenen 
Aussagen ihres Ehemannes. Vor dem Untersuchungsrichter gab sie anlässlich der 
Konfronteinvernahme vom 18. September 2001 (act. 1.14) an, beim zweiten Betre-
ten des Hauses hinter den Männern die Treppe hoch gegangen zu sein. Oben sei 
Frau A. gestanden, mit der auf den Boden gestellten Hellebarde in der linken Hand. 
Sie hätten dann nicht recht gewusst, was zu machen sei. Wenn sie etwas hätten 

22

wegräumen wollen, hätten sie wegen Frau A. und der Hellebarde Angst haben müs-
sen.

Z. erklärte vor der Polizei am 23. März 2001 (act. 4.8.), er sei am 8. Januar 
2001, um ca. 13 Uhr, nach G. gekommen, um die Zwischentüre zum 2. Stock zu 
montieren. Nachdem sich A. auf entsprechendes Klopfen hin geweigert habe, ihnen 
die Tür zu öffnen, habe Y. die Türe mit einem Holzbrettchen geöffnet. Als sie ins 
Treppenhaus gekommen seien, habe A. zuoberst auf der Treppe gestanden, in den 
Händen eine Hellebarde haltend, die gegen sie gerichtet gewesen sei. Sie seien 
dann bis Mitte Treppe gegangen, danach aber wieder vor das Haus gegangen, da 
ohne Gewalt kein Durchkommen gewesen sei. A. habe ihnen die im Treppenhaus 
zurückgelassene Werkzeugkiste vor das Haus gestellt und die Türe verschlossen. 
Danach habe er mit der Polizei und dem Landamman telefoniert. Um ca. 14.45 Uhr 
hätten sie sich entschlossen, die Abschlusstüre zu montieren und hätten auf gleiche 
Weise wir vorhin die Haustüre geöffnet. A. habe wieder mit der Hellebarde zuoberst 
auf der Treppe gestanden. Danach habe er jene mit einem Telefonat in die Stube 
gelockt und sie darin eingeschlossen. A. habe danach mit der Hellebarde die untere 
Türfüllung herausschlagen können und herauskriechen wollen. Bei dieser Gelegen-
heit habe er ihr die Hellebarde entreissen können. Danach habe man mit der Mon-
tage der Abschlusstür begonnen. Später habe A. sich befreien können und habe 
die Anwesenden beschimpft. Sie hätten jedoch nichts mehr gesagt und ihre Arbeit 
erledigt. Einmal sei A. wieder in die Stube gegangen und sei mit einer Erstaugustra-
kete in der Hand erschienen. Sie habe diese gegen sie gerichtet gehabt und mit 
dem Anzünden gedroht.

Die Würdigung aller dieser Aussagen lässt keinen anderen Schluss zu, als 
dass sich das Geschehen im Wesentlichen so abgespielt hat, wie es in der Ankla-
geschrift dargestellt wurde, namentlich dass A. die Anwesenden mit einer Helle-
barde bedroht hat. Die von der Berufungsklägerin angeführten Divergenzen zwi-
schen den verschiedenen Aussagen sind nicht derart, dass sie massgebliche Zwei-
fel am grundsätzlichen Ablauf des Geschehens zuliessen. So schadet es zunächst 
nicht, dass X. noch im Polizeiprotokoll nicht von einer Hellebarde sprach, die die 
Berufungsklägerin benutzt haben wollte. Ihre damalige Aussage war kurz und eher 
allgemein gehalten, indem sie angab, A. habe sich gegenüber ihr, ihrem Mann so-
wie Z. sehr aggressiv verhalten. Damit schloss sie nicht aus, dass A. eine Helle-
barde benutzt haben könnte. In diesem Zusammenhang ist zu beachten, dass die 
Berufungsklägerin im Grundsatz gar nicht bestreitet, am besagten Tag eine Helle-
barde benutzt zu haben. Im Weiteren ist festzuhalten, dass das Vorliegen einer Be-

23

drohungssituation nicht bereits dadurch ausgeschlossen wird, dass Y. vor dem Un-
tersuchungsrichter nicht ausdrücklich von einer Bedrohung sprach und auch nicht 
dadurch, dass A. von ihm und Z. zurückgedrängt werden konnte. Zunächst ist fest-
zuhalten, dass Y. zwar nicht vor dem Untersuchungsrichter, aber zumindest anfäng-
lich vor der Polizei durchaus ausdrücklich von einer Bedrohung durch A. gespro-
chen hatte. Auch in Anbetracht der Aussage von Y. vor dem Untersuchungsrichter 
wird zudem klar, dass die geplante Montage der Zwischentüre bzw. die notwendi-
gen Vorarbeiten - namentlich das Wegräumen der herumstehenden Waren von A. 
- anfangs nicht stattfinden konnten, weil A. die Anwesenden mit der Hellebarde be-
droht hatte. In der Folge verliessen Y. und X. sowie Z. das Haus denn auch unver-
richteter Dinge. Keine massgebliche Bedeutung kommt daher der Frage zu, ob das 
Werkzeug zunächst nur auf der Mitte der Treppe oder bereits im Treppenhaus im 
1. Obergeschoss hatte deponiert werden können. Tatsache ist, dass die vorgese-
henen Arbeiten erst ausgeführt werden konnten, nachdem man A. in ihrem Wohn-
zimmer eingeschlossen hatte. Der Umstand, dass A. alleine drei Personen gegenü-
berstand und diese sich dennoch zum Rückzug entschlossen, spricht im Übrigen 
gerade dafür, dass für die drei Anwesenden eine bedrohliche Situation - und nicht 
bloss Ratlosigkeit - herrschte, namentlich hervorgerufen durch die ohne Zweifel 
furchteinflössend wirkende Hellebarde in den Händen der Berufungsklägerin. Ohne 
Bestehen einer eigentlichen Bedrohungssituation hätte letztlich nichts dagegen ge-
sprochen, die Arbeiten wie geplant auszuführen, und hätten die Anwesenden aus 
ihrer Sicht wohl auch keine Veranlassung gehabt, die Berufungsklägerin mittels ei-
ner List in ihre Wohnung zu locken und einzusperren. 

A. selbst bestritt anlässlich der untersuchungsrichterlichen Einvernahme 
nicht, sich einer Hellebarde bemächtigt zu haben, nachdem Y. und Z. die Eingangs-
türe gewaltsam geöffnet hatten. Sie führte jedoch an, sie habe diese als Schutz bei 
sich gehalten (act. 1.10, S. 8). Noch vor der Polizei hatte sie demgegenüber ausge-
sagt, erst nachdem man sie in ihrem Wohnzimmer eingesperrt habe, habe sie im 
danebenliegenden Schlafzimmer ihre Hellebarde geholt (act. 4.5). Ihre Aussagen 
sind demnach nicht frei von Widersprüchen. Das Gericht erachtet ihre These, sie 
habe nur zum Selbstschutz zur Hellebarde gegriffen, unter den gegebenen Umstän-
den als nicht glaubhaft, nicht zuletzt unter dem Gesichtspunkt, dass für sie kein 
Grund bestand, sich gegen irgendeinen rechtswidrigen Angriff zu schützen. Es 
wurde bereits dargelegt, dass die Berufungsklägerin aufgrund mehrerer Amtsbe-
fehlsverfahren Kenntnis von den Eigentumsverhältnissen bzw. den Nutzungsbe-
rechtigungen an der Liegenschaft G. sowie vom Grund des dortigen Erscheinens 
der beteiligten Personen hatte bzw. haben musste. Auch am Nachmittag des 8. Ja-

24

nuar 2001 selbst hatte man ihr abermals mitgeteilt, dass man im Treppenaufgang 
zum zweiten Stock eine Türe montieren wolle, was sie selbst anerkennt (act. 4.5). 
Es musste ihr demnach klar sein, zu welchem Zweck das Ehepaar X. und Y. sowie 
Z. am 8. Januar 2001 Einlass ins Haus begehrten sowie, dass dieses Vorgehen 
rechtmässig war. Weder für sie noch für ihren Vermieter entstand dadurch eine Si-
tuation, derer sie sich durch Behändigung einer Hellebarde erwehren musste. Die 
Aussage der Berufungsklägerin, sie habe sich zum Schutz gegen den nicht an-
gekündigten Besuch mit der Hellebarde gewappnet, kann unter diesen Umständen 
nicht als glaubhaft erachtet werden. Vielmehr bestehen für das Gericht keine ver-
nünftigen Zweifel, dass A. die Hellebarde bewusst als Drohmittel gebrauchte.

Zusammenfassend ist nach Ansicht des Gerichts als rechtsgenüglich erstellt 
zu erachten, dass A. am 8. Januar 2001 X. und Y. sowie Z. mit einer Hellebarde 
bedrohte, und zwar mit der Absicht, diese nicht ins Haus zu lassen beziehungsweise 
an der Ausführung der geplanten Arbeiten zu hindern.

5.a. Auch in Bezug auf die Vorfälle, die sich am 18. Oktober 2001 in G. 
ereignet haben, bestehen verschiedene Darstellungen.

Gemäss Darstellung in der Anklageschrift wollte H., Beirätin von B. sel., A. 
mit Schreiben vom 15. Oktober 2001 unter anderem mitteilen, dass die Familie X. 
und Y. beabsichtige, am 18. Oktober 2001 die Wohnung im Dachgeschoss zu räu-
men und sie deshalb den Zugang zur Wohnung freihalten solle. A. verweigerte die 
Annahme dieses Briefes, der in Kopie auch B. sel. zugestellt worden war. Am 18. 
Oktober 2001 begaben sich Y. und X. in Begleitung von C. nach G., um wie an-
gekündigt die oberste Wohnung zu räumen. Die Haustüre war jedoch verschlossen 
und von innen steckte der Schlüssel. Auf das Klopfen von Y. hin erschien A. auf der 
Laube. Sie sagte zu den Wartenden, dass sie hier nichts verloren hätten. Y. öffnete 
die Haustüre in der Folge selbst, unter Zuhilfenahme eines Spaltschlegels. B. sel. 
kam in diesem Moment die Treppe herunter und schloss die Haustüre, bevor die 
anderen Personen eintreten konnten. Y. öffnete die Türe ein weiteres Mal mit dem 
Spaltschlegel. Da sich diese wegen verschiedener sperrender Gegenstände ledig-
lich ca. 45° statt 90° öffnen liess, räumten die ankommenden Personen zunächst 
die Waren beiseite. Danach begab sich Y., gefolgt von C., die Treppe hinauf. Als er 
sich ca. in der Mitte derselben befand, hielt er inne, da A. mit der Hellebarde in 
ihren Händen den Zutritt verweigerte. Y. und C. getrauten sich in der Folge nicht 
weiterzugehen und verliessen das Haus. Die Wohnung konnte derart nicht wie vor-
gesehen geräumt werden.

25

Y. gab anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 21. Oktober 2001 (act. 
5.3.) an, er habe sich am 18. Oktober 2001 nach 13 Uhr zusammen mit seiner Ehe-
frau und C. nach G. begeben, um die Dachwohnung zu räumen. Er habe die Haustür 
verschlossen vorgefunden und diese mit seinem Schlüssel nicht öffnen können, da 
der Schlüssel innen steckte. Er habe dann an die Türe geklopft, wonach A. auf der 
Laube erschienen sei. Später sei auch B. sel. erschienen. Dieser habe ihm zu ver-
stehen gegeben, dass er ihn nicht ins Haus lasse. Er habe daher die Haustüre ge-
waltsam geöffnet, was er noch ein zweites Mal habe tun müssen, nachdem ihn B. 
sel. nochmals ausgesperrt hatte. Nachdem er einige Sachen im Gang weggeräumt 
habe, habe er via Treppenhaus in die Dachwohnung gehen wollen. Im ersten Stock 
habe ihn A. mit einer Hellebarde bewaffnet empfangen. Sie habe recht massiv mit 
der Hellebarde gegen ihn geschlagen, so dass er nicht gewagt habe, weiter zu ge-
hen. Als er den bei sich getragenen Fotoapparat aus der Tasche genommen habe, 
habe A. die Hellebarde sofort zur Seite gelegt. Weil er jene sowie seinen Schwager 
nicht weiter habe provozieren wollen, sei er aus dem Haus gegangen. Am Schluss 
der Einvernahme erwähnte Y. nochmals, dass ihn A. mit der Hellebarde stark be-
droht habe. Sie habe ihn nicht schlagen können, da er ausgewichen sei. Es sei 
zudem nur nichts mehr passiert, weil er danach wieder gegangen sei. Im Konfront-
verhör mit der Angeklagten am 22. Januar 2002 (act. 1.22) bestätigte er, oben an 
der Treppe von A. mit der Hellebarde empfangen worden zu sein. Er habe ein Foto 
machen wollen, da er aber nicht geübt sei im Fotografieren, sei die Hellebarde ver-
schwunden gewesen, bis er abgedrückt habe. A. habe die Hellebarde mit beiden 
Händen und der Spitze in seine Richtung gehalten. Sie habe die Hellebarde ruhig 
gehalten, aber mit der entsprechenden Mimik, so dass er es vorgezogen habe, nicht 
mehr weiterzugehen bzw. sich nicht mehr getraut habe, weiterzugehen. 

C., der am 27. Oktober 2001 von der Polizei befragt wurde (act. 5.4), sagte 
aus, dass A. am fraglichen Tag zuoberst auf der Treppe gestanden sei, eine Helle-
barde in den Händen haltend, und dass sie Y. gedroht habe, ihn damit zu schlagen 
oder zuzustechen. Falls Y. weiter gegangen wäre, hätte es möglicherweise Ver-
letzte gegeben. Daher habe man sich zurückgezogen. Anlässlich der untersu-
chungsrichterlichen Konfronteinvernahme am 22. Januar 2002 (act. 1.21) bestätigte 
er, dass A. beim ersten Obergeschoss stand und den Zutritt mit einer Hellebarde 
verwehrte. Sie habe die Hellebarde mit beiden Händen quer vor sich hin gehalten. 
Auf sein Sehvermögen angesprochen erklärte C., dieses sei zwar etwas einge-
schränkt, er benötige jedoch weder für die Nähe noch für die Ferne eine Brille.

26

A. hielt anlässlich der polizeilichen Einvernahme zum Vorfall am 8. November 
2001 (act. 5.5) auf die Frage hin, ob sie Y. mit einer Hellebarde bedroht habe, einzig 
fest, sie könne dazu nichts sagen. Bei der untersuchungsrichterlichen Konfrontein-
vernahme am 22. Januar 2002 (act. 1.21) gab sie dann an, sie sei mit der Hellebarde 
dort gestanden, weil sie sich überfallen vorgekommen sei. Sie habe Y. den Zugang 
indes nicht versperrt, sondern ihn nur gefragt, was er wolle und ob er angemeldet 
sei. Daraufhin habe sie die Hellebarde zur Seite gestellt. Y. habe dann von ihr ohne 
Hellebarde ein Foto gemacht. Sie bestritt darüber hinaus, dass X. Eigentümerin der 
obersten Wohnung sei. Im Konfrontverhör mit Y. am 22. Januar 2002 (act. 1.22) gab 
sie an, die Hellebarde bereits zur Seite gestellt zu haben, als Y. zuunterst auf der 
Treppe stand.

B. sel. führte in der Konfronteinvernahme mit Y. vom 22. Januar 2002 (act. 
1.23) aus, am fraglichen Tag sei er, nachdem ihn A. über die ankommenden Leute 
informiert habe, die Treppe hinuntergegangen. In diesem Moment sei die Türe auch 
schon aufgeflogen. Er habe Y. und X. sowie C. gefragt, was sie wollten. Diese hätten 
geantwortet, dass sie irgendwelche Betten von der obersten Wohnung hinunterbrin-
gen wollten, wonach er jenen gesagt habe, dass dies so ohne Anmeldung nicht 
gehe und dass jene genügend Zeit gehabt hätten, um einen eigenen Eingang zu 
machen. Ob er danach wieder hinaufgegangen sei, wisse er nicht. Er hielt jedoch 
kurz darauf fest, wieder hinaufgegangen zu sein, um Kaffee zu trinken, nachdem er 
den Leuten gesagt habe, dass diese sich hätten anmelden sollen. Auf entspre-
chende Frage hin sagte er zudem aus, er habe A. damals keine Hellebarde halten 
sehen.

b. Die Berufungsklägerin rügt auch in diesem Anklagepunkt eine falsche 
Sachverhaltsdarstellung, eine willkürliche Beweiswürdigung sowie eine unrichtige 
Gesetzesanwendung. Zunächst wird geltend gemacht, die Vorinstanz habe die Aus-
sage von B. sel. nur unzureichend gewürdigt. Dieser sei immerhin Miteigentümer 
des Hauses und Vermieter von A. gewesen, weshalb sich diese auf seine Angaben 
habe verlassen können, dass die Ehegatten X. und Y. und C. ohne gehörige An-
meldung nicht berechtigt gewesen seien, irgendwelche Arbeiten im Haus vorzuneh-
men. Zudem habe sich die Berufungsklägerin bedroht gefühlt, als Y. die Haustüre 
mit einem Spaltschlegel gewaltsam geöffnet habe. Sie habe sich der Hellebarde nur 
zum Selbstschutz behändigt.

Diese Einwände erweisen sich nach Ansicht des Kantonsgerichtsausschus-
ses als ungerechtfertigt. Es ist an dieser Stelle zunächst auf die Erwägung 4.a. des 

27

vorliegenden Urteils zu verweisen, in welcher ausführlich dargelegt wurde, dass A. 
die Eigentums- und Nutzungsverhältnisse an der Liegenschaft G. bekannt waren 
bzw. aufgrund der verschiedenen Amtsbefehlsverfahren zumindest bekannt sein 
mussten. Sie durfte sich damit nicht gutgläubig auf die Angaben von C. verlassen. 
Zudem lief auch schon das unter Erwägung 4. behandelte Verfahren. In Betracht zu 
ziehen ist im Weiteren, dass die Ankommenden an besagtem Tag zuerst klopften 
und der Berufungsklägerin ihre Absicht mitteilten, in die Wohnung im 2. Oberge-
schoss zu gehen (vgl. act. 1.23, S. 3), so dass die Berufungsklägerin Gelegenheit 
gehabt hätte, den Zugangsberechtigten die Türe freiwillig von innen zu öffnen. Unter 
diesen Umständen ist trotz der Tatsache des gewaltsamen Öffnens der Haustüre 
nicht glaubhaft, dass A. zum Selbstschutz zur Hellebarde griff. Wiederum lag kein 
rechtswidriges Eindringen vor, da X. das Recht zukam, das Treppenhaus für den 
Zugang zu ihrer Wohnung zu benutzen. Von selbst versteht sich auch, dass sich X. 
als Eigentümerin einer Wohnung in der besagten Liegenschaft nicht vorgängig an-
zumelden brauchte. Daher ist es in diesem Zusammenhang auch nicht von Bedeu-
tung, dass das Schreiben der Beirätin von B. sel., H., vom 15. Oktober 2001 erst 
am 18. Oktober 2001 der Schweizerischen Post übergeben wurde und A. daher bis 
zum 18. Oktober 2001 nicht erreichte. Der Einwand der Verteidigung, A. habe sich 
bedroht gefühlt, da sie am 8. Januar 2001 von den Ehegatten X. und Y. der Freiheit 
beraubt und tätlich angegriffen worden sei, verliert an Gewicht, wenn man berück-
sichtigt, dass der Einschliessung von A. - dessen strafrechtliche Würdigung im Üb-
rigen vorliegend nicht zur Beurteilung gelangt - eine versuchte Nötigung durch jene 
vorausging (vgl. Erwägung 6 nachfolgend). Zuzustimmen ist der Berufungsklägerin 
darin, dass der Zeuge B. sel. nicht bestätigen konnte, dass jene den Ehegatten X. 
und Y. sowie C. mit einer nötigenden Handlung entgegengetreten ist. Es geht aus 
der Aussage von B. sel. allerdings nicht hervor, ob jener die fragliche Szene über-
haupt beobachtet hat. Er konnte sich jedenfalls nicht mehr erinnern, ob er nach dem 
Eintreten der Ankommenden wieder nach oben gegangen war oder nicht. Es be-
steht durchaus die Möglichkeit, dass er sich zur Zeit, als Y. mit A. im Treppenhaus 
sprach, bereits wieder in der Wohnung der Letztgenannten befunden hat, gab er 
doch an, nach dem Gespräch mit den ankommenden Leuten wieder hinaufgegan-
gen zu sein, um den Kaffee auszutrinken, bevor dieser kalt wurde. Hingegen sagten 
Y. und C. übereinstimmen aus, dass A. ihnen mit der Hellebarde gedroht hatte. Die 
von der Berufungsklägerin geltend gemachten Widersprüche zwischen den Aussa-
gen von Y. und C. in Bezug auf die Position der Hellebarde in den Händen der 
Berufungsklägerin sind im Übrigen nicht derart, dass sie deren Aussagen 
grundsätzlich in Frage stellen. Es besteht kein Zweifel, dass eine Hellebarde unab-
hängig davon, ob diese längs oder quer gehalten wird, bedrohlich wirkt. Dass C. 

28

aufgrund seiner Sehschwäche und tränenden Augen im dunklen Treppenhaus 
überhaupt nichts gesehen haben soll, wie die Berufungsklägerin vorbringt, ist nicht 
dargetan. Ebensowenig ist ersichtlich, was C. für ein Motiv gehabt hätte, wahrheits-
widrig gegen die Berufungsklägerin auszusagen. Was den Umstand betrifft, dass 
es Y. gelang, aus kurzer Distanz ein Foto zu machen, so spricht dies auf den ersten 
Blick tatsächlich dafür, dass er sich nicht unmittelbar bedroht gefühlt hatte. Es ist 
jedoch nicht ausser Acht zu lassen, dass dieses Foto aufgrund seiner Qualität of-
fenbar in höchster Eile geschossen wurde und das Vorliegen einer Bedrohung da-
her nicht grundsätzlich auszuschliessen ist. Zudem spricht auch die Tatsache, dass 
das Unterfangen, in die Wohnung im 2. Obergeschoss zu gelangen, von Y. und 
seinen Begleitern in der Folge unterlassen wurde, dafür, dass es sich um eine ernst-
zunehmende Drohung handelte. Der Kantonsgerichtsausschuss erachtet die Aus-
sagen von Y. und C. grundsätzlich als glaubhaft, im Gegensatz zu jenen der Beru-
fungsklägerin, die ihrerseits in wesentlichen Punkten nicht schlüssig sind. Noch vor 
der Polizei hielt A. fest, sie könne gar nichts dazu sagen, ob sie Y. mit einer Helle-
barde bedroht habe. Vor dem Untersuchungsrichter brachte sie zunächst vor, Y. 
den Zugang gar nicht versperrt, sondern ihn nur gefragt zu haben, was er wolle und 
ob er angemeldet sei. Daraufhin habe sie die Hellebarde zur Seite gestellt. Kurz 
darauf gab sie an, die Hellebarde bereits zur Seite gestellt zu haben, als Y. zuunterst 
auf der Treppe stand. Nun wusste sie aber bereits nachdem sie auf das Klopfen des 
Y. hin auf die Laube herausgetreten war, wer zu welchem Zweck Einlass begehrte, 
so dass nicht glaubhaft erscheint, dass sie anschliessend trotz Kenntnis der Um-
stände zuerst mit der Hellebarde zuoberst auf der Treppe Position bezog, den An-
kommenden erneut nach dem Zweck seines Erscheinens befragte und anschlies-
send die Waffe weggelegt haben will. Vielmehr ergibt sich, dass sie mit der Helle-
barde in den Flur hinaustrat, um den Ankommenden den Zutritt zur Wohnung im 2. 
Obergeschoss zu verwehren.

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sich die Geschehnisse an jenem 
18. Oktober 2001 nach Ansicht des Gerichts im Grundsatz so zugetragen haben, 
wie in der Anklageschrift dargestellt, namentlich dass A. Y. mit einer Hellebarde 
bedrohte und dadurch ihn, seine Ehefrau sowie C. am Zugang zur oberen Wohnung 
hindern wollte. 

6.a. Der Nötigung nach Art. 181 StGB macht sich schuldig, wer jemanden 
durch Gewalt oder Androhung ernstlicher Nachteile oder durch andere Beschrän-
kung seiner Handlungsfreiheit nötigt, etwas zu tun, zu unterlassen oder zu dulden. 
In der Lehre wird die Nötigung umschrieben als rechtswidrige Verletzung der Frei-

29

heit in der Willensbildung oder Willensbetätigung durch Gewalt, Drohung oder ähn-
liche Mittel (vgl. Trechsel, a.a.O., N 1 zu Art. 181 StGB; Vera Delnon / Bernhard 
Rüdy, Basler Kommentar zum StGB, Band II, N 7 und 13 zu Art. 181 StGB). Der 
objektive Tatbestand kann mit anderen Worten unterteilt werden in ein Nötigungs-
mittel (Gewalt, Androhung ernstlicher Nachteile oder andere Beschränkung in der 
Handlungsfreiheit) und einen Nötigungserfolg (vgl. Rehberg / Schmid, Strafrecht III, 
Delikte gegen den Einzelnen, 6. Auflage, Zürich 1994, S. 327 ff.).

Drohung ist nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung das Inaussichtstellen 
eines Übels, dessen Eintritt jedenfalls nach der beim Opfer geweckten Vorstellung 
vom Willen des Täters abhängt und dessen Androhung geeignet ist, den Betroffe-
nen in seiner Entscheidungsfreiheit einzuschränken. Nicht erforderlich ist die Ab-
sicht, die Drohung wahrzumachen, doch muss das Opfer sie ernst nehmen (BGE 
120 IV 19, 106 IV 128; Trechsel, a.a.O., N 4 zu Art. 181 StGB; Delnon/Rüdy, a.a.O., 
N 25 f. zu Art. 181 StGB). Massgebend für die Ernstlichkeit des angedrohten Nach-
teils sind im Grundsatz objektive, absolute Kriterien. Die Androhung muss geeignet 
sein, auch eine verständige Person in der Lage der Betroffenen gefügig zu machen 
(BGE 120 IV 19; Trechsel, a.a.O., N 5 zu Art. 181 StGB). Der tatbestandsmässige 
Erfolg manifestiert sich darin, dass das Opfer durch das gewählte Mittel zu dem vom 
Täter gewollten Verhalten gebracht wird. Bei abgenötigten Unterlassungen ist 
massgebend, dass die unterbundene Handlung nicht zum vorgesehenen Zeitpunkt 
vorgenommen werden kann (vgl. Rehberg / Schmid, a.a.O., S. 334 f.). Die Nötigung 
ist somit erst vollendet, wenn sich das Opfer gemäss dem Willen des Täters verhält. 
Misslingt die Bestimmung von Willensbildung oder -betätigung, bleibt es beim Ver-
such (BGE 106 IV 129; Trechsel, a.a.O., N 9 zu Art. 181 StGB; Delnon/Rüdy, a.a.O., 
N 47 zu Art. 181 StGB). Subjektiv wird Vorsatz bzw. Eventualvorsatz verlangt. Der 
Nötigende muss den Willen haben, sein Opfer in der Handlungsfreiheit zu beschrän-
ken, und er muss sich bewusst sein oder zumindest billigend in Kauf nehmen, dass 
sein Verhalten diese Wirkung hervorruft (BGE 101 IV 46; Trechsel, a.a.O., N 14 zu 
Art. 181 ZGB; Delnon/Rüdy, a.a.O., N 48 zu Art. 181 StGB). Es ist festzuhalten, 
dass keine Absicht in dem Sinne erforderlich ist, als der Nötigungserfolg das vom 
Täter angestrebte Ziel sein müsste. Der subjektive Tatbestand ist vielmehr auch 
dann erfüllt, wenn der Nötigungserfolg blosses Mittel zum eigentlichen Ziel ist (vgl. 
Rehberg / Schmid, a.a.O., S. 335).

b.aa. Indem die Berufungsklägerin X. und Y. sowie Z. am 8. Januar 2001 
mit einer Hellebarde bedrohte, drohte sie jenen ernstliche Nachteile an, namentlich 
die Anwendung von Gewalt beziehungsweise eine Verletzung der körperlichen In-

30

tegrität der Anwesenden. Die Drohung des Gebrauchs der Hellebarde wurde vom 
Ehepaar X. und Y. sowie von Z. ernst genommen und ist überdies zweifellos geeig-
net, jede verständige Person in der Lage der Betroffenen gefügig zu machen. Durch 
die genannte Androhung ernstlicher Nachteile sollten X. und Y. sowie Z. am Zutritt 
zur Liegenschaft G. sowie an der Ausführung der vorgesehenen Arbeiten gehindert 
werden. Unter den geschilderten Umständen war es der eindeutig geäusserte Wille 
von A., die drei Anwesenden durch ihr Verhalten an der Ausführung der vorgesehe-
nen Arbeiten zu hindern bzw. diese zum Unterlassen dieser Arbeiten zu veranlas-
sen und damit ihre Handlungsfreiheit zu beschränken, so dass auch der subjektive 
Tatbestand der Nötigung erfüllt ist. Am 8. Januar 2001 konnten die vorgesehenen 
Arbeiten letztlich trotzdem noch ausgeführt werden. Durch das genannte Verhalten 
hat sich A. des mehrfachen vollendeten Nötigungsversuchs gemäss Art. 181 StGB 
in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig gemacht. Das vorinstanzliche Urteil 
ist in dieser Hinsicht nicht zu beanstanden und die Berufung abzuweisen.

bb. Auch als die Berufungsklägerin Y. am 18. Oktober 2001 mit einer Hel-
lebarde bedrohte, drohte sie jenem und den weiteren Anwesenden ernstliche Nach-
teile an, namentlich wiederum die Anwendung von Gewalt beziehungsweise eine 
Verletzung der körperlichen Integrität von Y.. Die Drohung wurde von Y. und C. 
ernst genommen und ist überdies zweifellos geeignet, jede verständige Person in 
der Lage der Betroffenen gefügig zu machen. Durch diese Androhung ernstlicher 
Nachteile durch A. sollten X. und Y. sowie C. am Zutritt zur Liegenschaft G. sowie 
an der geplanten Entrümpelung der Wohnung im 2. Obergeschoss gehindert wer-
den. Es war unter den gegebenen Umständen der eindeutig geäusserte Wille von 
A., die drei Anwesenden durch ihr Verhalten am Zutritt zu ihrer Wohnung zu hindern 
und damit ihre Handlungsfreiheit zu beschränken, was ihr sodann auch gelang. Es 
liegt ein vorsätzliches Verhalten vor. Durch das genannte Verhalten hat sich A. der 
mehrfachen Nötigung gemäss Art. 181 StGB schuldig gemacht. Das vorinstanzliche 
Urteil ist auch in diesem Punkt zu bestätigen und die Berufung abzuweisen.

7. Bei der Überprüfung der vorinstanzlichen Strafzumessung setzt der Kan-
tonsgerichtsausschuss sein Ermessen an Stelle desjenigen der Vorinstanz und 
wendet die Regeln über die Strafzumessung selbständig an. Gemäss Art. 63 StGB 
bemisst das Gericht die Strafe nach dem Verschulden des Täters. Es berücksichtigt 
dabei die Beweggründe, das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse des Schul-
digen. Grundlage für die Bemessung der Schuld ist immer die Schwere der Tat. Bei 
der Beurteilung der Tatkomponente werden insbesondere das Ausmass des ver-
schuldeten Erfolges, die Art und Weise seiner Herbeiführung, die Willensrichtung, 

31

mit welcher der Täter gehandelt hat und die Beweggründe des Schuldigen berück-
sichtigt. Die Täterkomponente umfasst das Vorleben, die persönlichen Verhältnisse 
sowie das Verhalten nach der Tat oder im Strafverfahren, wie zum Beispiel Reue, 
Einsicht oder Strafempfindlichkeit. Das Mass des Verschuldens variiert unter ande-
rem mit der Schwere des deliktischen Erfolges, den unterschiedlich gravierenden 
Modalitäten der Tatbegehung und dem Mass an Entscheidungsfreiheit, das dem 
Täter zugeschrieben werden muss. Je leichter es für ihn gewesen wäre, die Rechts-
gutverletzung zu vermeiden, je grösser also sein Handlungsspielraum war, desto 
grösser wiegt das Verschulden (vgl. BGE 117 IV 113 f., 118 IV 14 f., 124 IV 44 ff.).

Wenn jemand durch eine oder mehrere Handlungen mehrere Freiheitsstra-
fen verwirkt hat, so verurteilt ihn das Gericht nach dem Asperationsprinzip zu der 
Strafe der schwersten Tat und erhöht deren Dauer angemessen. Es kann jedoch 
das höchste Mass der angedrohten Strafe nicht um mehr als die Hälfte überschrei-
ten und ist dabei zudem an das gesetzliche Höchstmass der Strafart gebunden (Art. 
68 Ziff. 1 StGB). Schwerste Tat ist diejenige, welche unter den mit der höchsten 
Strafe bedrohten Tatbestand fällt. Grundlage für die Strafzumessung ist daher im 
vorliegenden Fall der in Art. 181 StGB vorgesehene Strafrahmen von Gefängnis 
oder Busse.

A. muss sich den Vorwurf der mehrfachen Nötigung gemäss Art. 181 StGB 
sowie des mehrfachen vollendeten Nötigungsversuchs gemäss Art. 181 StGB in 
Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB gefallen lassen. Ihr Verschulden wiegt dabei 
schwer. A. verweigerte X. und ihren jeweiligen Begleitern ohne vernünftigen Grund 
den Zutritt zu ihrem Grundeigentum und die Ausübung des jener zustehenden Nut-
zungsrechts. X. kam sowohl am 8. Januar 2001 wie auch am 18. Oktober 2001 in 
rechtmässiger Absicht zur Liegenschaft G., sei es, um eine Zwischentüre zu mon-
tieren oder um alte Möbel aus ihrer Wohnung zu entsorgen. Entgegen der Ansicht 
der Berufungsklägerin durfte jene sich nicht gutgläubig auf die Aussagen ihres ehe-
maligen Vermieters B. sel. verlassen, seine Schwester X. habe kein Zutrittsrecht zur 
besagten Liegenschaft, mag das Verhältnis zwischen den Geschwistern auch ge-
trübt gewesen sein. Es wurde mehrfach dargelegt, dass der Berufungsklägerin die 
Eigentums- und Nutzungsverhältnisse an der von ihr bewohnten Liegenschaft be-
kannt sein mussten. Aus der beharrlichen Weigerung der Berufungsklägerin, Vorla-
dungen und Entscheide entgegen und zur Kenntnis zu nehmen, kann sie selbstre-
dend nichts zu ihren Gunsten ableiten. Soweit der Rechtsvertreter der Berufungs-
klägerin vorbringt, die Strafe sei gestützt auf Art. 64 al 5 und 6 StGB zu mildern, da 
die Berufungsklägerin durch das Verhalten der Ehegatten X. und Y. ernstlich in Ver-

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suchung geführt worden sei und sich durch Zorn und grossen Schmerz über die 
ungerechte Reizung oder Kränkung zu Handlungen habe hinreissen lassen, so 
kann ihm nicht gefolgt werden. Nach Art. 64 al 5 StGB kann das Gericht die Strafe 
mildern, wenn der Täter durch das Verhalten des Verletzten ernstlich in Versuchung 
geführt wurde. Der Grund, weshalb in einem solchen Falle Nachsicht geübt werden 
kann, liegt darin, dass der Verletzte den Anstoss zur strafbaren Handlung gegeben 
hat, und zwar derart ernstlich, dass der Täter für seinen Entschluss, sie zu begehen, 
nicht als voll verantwortlich erscheint, sondern den Verletzten einen Teil dieser Ver-
antwortung trifft. Das Verhalten des Opfers muss so provozierend gewesen sein, 
dass selbst ein verantwortungsbewusster Mensch in der Situation des Täters Mühe 
gehabt hätte, zu widerstehen (BGE 102 IV 278, 98 IV 68). Damit der Strafmilde-
rungsgrund der Provokation - gemäss welchem das Gericht die Strafe mildern kann, 
wenn Zorn oder grosser Schmerz über eine ungerechte Reizung oder Kränkung den 
Täter hingerissen hat (Art. 64 al 6 StGB) - berücksichtigt werden kann, müssen die 
ungerechte Reizung ebenso wie die ungerechte Kränkung den Täter zutiefst aufge-
wühlt und zu einer spontanen Reaktion getrieben haben (BGE 104 IV 237 f.). Um-
stände der geforderten Art liegen in casu weder in die eine, noch in die andere Rich-
tung vor. Als provokatives Auftreten der Ehegatten X. und Y., durch welches sie 
gereizt wurde, erachtet die Berufungsklägerin das unangemeldete Auftreten der 
Ehegatten X. und Y., das Einschlagen der Türe, die Freiheitsberaubung sowie Tät-
lichkeiten. Der Vorwurf der Freiheitsberaubung beziehungsweise von Tätlichkeiten 
bezieht sich offenbar auf das Einschliessen der Berufungsklägerin in ihre Wohnung 
am 8. Januar 2001 sowie das darauffolgende Geschehen. Als versuchte Nötigung 
wurde vom Kantonsgerichtsausschuss indes die zeitlich vorangehende Drohung 
der Berufungsklägerin mit einer Hellebarde mit dem Ziel, die Ehegatten X. und Y. 
sowie Z. von der Ausführung der geplanten Arbeiten abzuhalten, qualifiziert. Erst 
danach schlossen die Vorgenannten A. in ihrer Wohnung ein, so dass dies natürlich 
kein zeitlich vorangehendes Verhalten zu provozieren vermag. Bereits an anderer 
Stelle wurde zudem ausgeführt, dass X. als Eigentümerin und am Treppenhaus Nut-
zungsberechtigte nicht verpflichtet war, sich vorgängig anzumelden. Beachtet man, 
dass X. und ihre Begleiter sowohl am 8. Januar 2001 als auch am 18. Oktober 2001 
jeweils zuerst anklopften und unter Angabe der Gründe ihres Kommens um Einlass 
baten, so dass A. ohne Weiteres Gelegenheit gehabt hätte, die Türe freiwillig zu 
öffnen, so rechtfertigt auch das gewaltsame Öffnen der Haustüre, mag es auch er-
schreckend gewirkt haben, keine Strafmilderung. Unter den genannten Umständen 
ist die Strafe weder nach Art. 64 al 5 StGB noch nach Art. 64 al 6 StGB zu mildern. 
Strafmildernd kann einzig der mehrfache vollendete Nötigungsversuch berücksich-
tigt werden. Die mehrfache Tatbegehung schliesslich wirkt sich strafschärfend aus 

33

(vgl. Art. 68 StGB). A. machte sich nebst des mehrfachen vollendeten Nötigungs-
versuchs der mehrfachen Nötigung schuldig. Straferhöhend wirkt sich - hinsichtlich 
des Vorfalles vom 18. Oktober 2001 - das Delinquieren während hängiger Strafun-
tersuchung aus. Im Rahmen der Täterkomponenten muss der Berufungsklägerin ihr 
getrübter Leumund gemäss Leumundsbericht der Kantonspolizei Graubünden vom 
10. Februar 2002 straferhöhend angerechnet werden. A. sei in F. und Umgebung 
öfters als aufgebrachte und aggressive Persönlichkeit in Erscheinung getreten. Vor 
allem im Kontakt mit Behörden sei sie immer wieder negativ aufgefallen. Das Ge-
richt lässt hierbei die von der Berufungsklägerin vor erster Instanz eingereichten 
Bestätigungen, die A. ein hohes soziales Engagement attestieren, was positiv zu 
werten ist, nicht ausser Acht. Diese vermögen die negativen Feststellungen im Leu-
mundsbericht indes nicht aufzuwiegen, insbesondere da ihr Verhalten anlässlich 
der vorliegend zu beurteilenden Vorfälle in dieses Bild passt. Auch hiernach fehlt es 
der Berufungsklägerin offensichtlich an Reue und Einsicht. Dies kann zwar nicht 
straferhöhend berücksichtigt werden; gleichwohl kann A. aufgrund dieses Verhal-
tens nicht mit besonderer Milde rechnen (vgl. Stratenwerth, Allgemeiner Teil II, 
1989, S. 241).

In Abwägung sämtlicher Strafzumessungsgründe erscheint dem Kantonsge-
richtsausschuss eine Strafe von 10 Tagen Gefängnis als dem Verschulden der Be-
rufungsklägerin angemessen.

8.a. Bei diesem Strafmass ist zu prüfen, ob der Verurteilten für die zehntä-
gige Gefängnisstrafe die Rechtswohltat des bedingten Strafvollzugs gewährt wer-
den kann. Die diesbezüglichen Anforderungen bestimmen sich nach Art. 41 Ziff. 1 
StGB. Danach kann das Gericht den Vollzug einer Freiheitsstrafe von nicht mehr 
als 18 Monaten oder einer Nebenstrafe aufschieben, wenn Vorleben und Charakter 
des Verurteilten erwarten lassen, er werde dadurch von weiteren Verbrechen und 
Vergehen abgehalten (Art. 41 Ziff. 1 Abs. 1 StGB). Es ist zu prüfen, ob eine günstige 
Prognose für künftiges Wohlverhalten gestellt werden kann. Dabei ist in erster Linie 
der Grundsatz der Spezialprävention massgeblich (BGE 118 IV 100). Allerdings 
lässt sich selbst durch eine umfassende und intensive Auseinandersetzung mit der 
Täterpersönlichkeit keine absolut verlässliche Zukunftsvoraussage treffen. Bei Prü-
fung der günstigen Prognose im Sinne von Art. 41 Ziff. 1 StGB steht daher die Frage 
im Vordergrund, unter welchen Voraussetzungen einem Verurteilten trotz unsiche-
rer Zukunftsaussichten Vertrauen geschenkt werden kann. Vermag das Gericht be-
gründetes Vertrauen zu gewinnen, so ist der Vollzug der Freiheitsstrafe aufzuschie-
ben. Der Aufschub ist nicht zulässig, wenn der Verurteilte innerhalb der letzten fünf 

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Jahre vor der Tat wegen eines vorsätzlich begangenen Verbrechens oder Verge-
hens eine Zuchthaus- oder eine Gefängnisstrafe von mehr als drei Monaten ver-
büsst hat (Art. 41 Ziff. 1 Abs. 2 StGB). Im Falle des Aufschubes bestimmt das Ge-
richt dem Verurteilten eine Probezeit von zwei bis zu fünf Jahren (Art. 41 Ziff. 1 Abs. 
3 StGB).

b. Da A. innerhalb der letzten fünf Jahre keine Freiheitsstrafe von mehr 
als drei Monaten verbüssen musste und beim hier zu beurteilenden Fall eine Strafe 
von weniger als achtzehn Monaten verhängt wird, sind die objektiven Vorausset-
zungen für die Gewährung des bedingten Strafvollzugs gegeben. Auch in subjekti-
ver Hinsicht erachtet das Gericht die Voraussetzungen als erfüllt. Nach Ansicht des 
Kantonsgerichtsausschusses kann A. eine günstige Prognose gestellt werden. Es 
ist zu erwarten, dass sie sich in Zukunft wohl verhalten wird. Zwar wird aufgrund der 
Umstände des vorliegenden Falles ersichtlich, dass die Berufungsklägerin Mühe im 
Umgang mit Behörden wie auch insbesondere mit dem Ehepaar X. und Y. bekun-
det. Das Gericht geht jedoch davon aus, dass sie ihre Lehren aus dem vorliegenden 
Verfahren gezogen hat und künftig fähig sein wird, ausgewiesene Eigentums- und 
Nutzungsrechte zu akzeptieren sowie amtliche Anordnungen zu befolgen. Aus die-
sen Gründen wird der Vollzug der 10-tägigen Freiheitsstrafe aufgeschoben unter 
Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren.

9.a. Am 11. März 2002 reichte Z. gegen A. eine Adhäsionsklage in der 
Höhe von Fr. 180.-- ein, berechnet aufgrund eines Arbeitsausfalls von drei Stunden, 
welcher ihm durch das Verhalten von A. entstanden sei. Gleichentags reichten auch 
X. und Y. eine aus diversen Schadensposten bestehende Adhäsionsklage in der 
Höhe von Fr. 6'183.80 ein. Die Vorinstanz wies beide Adhäsionsklagen ab. Da die-
ser Punkt des vorinstanzlichen Urteils unangefochten blieb, wird das Dispositiv des 
vorinstanzlichen Urteils in diesem Punkt unverändert übernommen. 

b. Die Berufungsklägerin macht im Hinblick auf die Adhäsionsklagen gel-
tend, die Adhäsionskläger seien aufgrund der Abweisung der Adhäsionsklagen zu 
verpflichten, ihr eine Parteientschädigung von Fr. 2'000.-- auszurichten. Die Vorin-
stanz habe dies zu Unrecht unterlassen.

c. Soweit in der Strafprozessordnung Verfahrensfragen in Bezug auf die 
Adhäsionsklagen nicht geregelt werden, sind die Bestimmungen der Zivilprozess-
ordnung analog heranzuziehen (Guldener, Schweizerisches Zivilprozessrecht, 3. 
Auflage, Zürich 1979, S. 59; Jürg Domenig, Die Adhäsionsklage im Bündner Straf-

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prozess, Diss. Zürich 1990, S. 42 f.). Hinsichtlich der aussergerichtlichen Entschä-
digung findet sich in der Strafprozessordnung keine Regelung, so dass Art. 122 Abs. 
2 ZPO anzuwenden ist. Demnach hat die unterlegene Partei dem obsiegenden Pro-
zessgegner dessen aussergerichtliche Kosten im Zusammenhang mit der Beauftra-
gung eines Rechtsanwaltes zu ersetzen. In restriktiver Praxis sind aber nur die not-
wendigerweise verursachten Kosten zu erstatten. Da im Strafverfahren der Sach-
verhalt von Amtes wegen festgestellt wird und den Parteien aus der Behandlung 
der Zivilklage meist keine nennenswerten Kosten entstehen, bewegen sich allfällige 
zuzusprechende ausseramtliche Entschädigungen im Adhäsionsverfahren in aller 
Regel in bescheidener Höhe (vgl. Domenig, a.a.O., S. 128; PKG 1990 Nr. 38).

Vorliegend wurden die Adhäsionsklagen von Z. und von X. und Y. vollum-
fänglich abgewiesen, weshalb es sich rechtfertigt, A. hierfür ausseramtlich zu ent-
schädigen. Der Kantonsgerichtsausschuss erachtet es aufgrund der Umstände des 
Falles als angemessen, die ausseramtliche Entschädigung auf insgesamt Fr. 600.-
- festzusetzen. Dabei werden X. und Y. verpflichtet, A. mit Fr. 400.-- zu entschädigen 
und Z., A. mit Fr. 200.-- zu entschädigen.

10.a. Nach Art. 158 Abs. 1 StPO werden die Verfahrenskosten einem Ver-
urteilten im Urteil ganz oder teilweise überbunden. Ist die Untersuchung hinsichtlich 
eines Teils der untersuchten Tatbestände eingestellt worden oder wird der Ange-
klagte vom Gericht nur wegen eines Teils der eingeklagten Tatbestände verurteilt, 
werden ihm die aufgelaufenen Verfahrenskosten in der Regel nur teilweise über-
bunden (Art. 158 Abs. 2 StPO). 

b. Vorliegend wurde das erstinstanzliche Urteil insofern bestätigt, als A. 
der mehrfachen Nötigung gemäss Art. 181 StGB sowie des mehrfachen vollendeten 
Nötigungsversuchs gemäss Art. 181 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB 
schuldig gesprochen wurde. Dagegen wurde das Verfahren betreffend Ehrverlet-
zung zur Ergänzung des Beweisverfahrens und zu neuer Entscheidung an die Vor-
instanz zurückgewiesen und die vorinstanzliche Strafe reduziert. Es rechtfertigt sich 
unter diesen Umständen, A. die im Zusammenhang mit der Verurteilung wegen 
mehrfacher Nötigung sowie wegen mehrfachen vollendeten Nötigungsversuchs 
entstandenen Kosten aufzuerlegen. Hierbei handelt es sich zunächst um die Unter-
suchungsgebühr der Staatsanwaltschaft von Fr. 2'085.-- sowie die Barauslagen der 
Staatsanwaltschaft von Fr. 168.20.--. Die Gerichtsgebühr von insgesamt Fr. 2'200.-- 
ist A. entsprechend in einem reduzierten Umfang von Fr. 1'500.-- zu überbinden. 
Über die sich auf das Ehrverletzungsverfahren beziehenden Kosten - Fr. 400.-- für 

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zwei Aussöhnungsverfahren vor dem Kreispräsidenten sowie Fr. 200.-- Untersu-
chungsgebühren des Kreispräsidenten - sowie über die dafür noch anfallenden Ge-
richtskosten hat die Vorinstanz in ihrem neuen Urteil zu befinden.

11.a. Wird eine Rechtsmitteleingabe gutheissen, so entscheidet das Gericht 
über die Kostenverteilung zwischen dem Einleger, dem Staat und der ersten Instanz 
(Art. 160 Abs. 3 StPO). Die Rechtsmittelinstanz kann dem Verteidiger eine ausser-
gerichtliche Entschädigung zusprechen (Art. 160 Abs. 4 StPO). 

Nachdem die Berufung von A. teilweise gutzuheissen ist, rechtfertigt es sich, 
die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 2‘000.-- gestützt auf Art. 160 StPO zu 
¾ A. und zu ¼ dem Kanton Graubünden aufzuerlegen.

b. In der Berufungsschrift vom 2. September 2003 beantragte Dr. iur. 
Jean-Pierre Menge, ihn für das Berufungsverfahren als amtlichen Verteidiger ein-
zusetzen. Gemäss Art. 102 Abs. 1 lit. c StPO, welcher sowohl für das Gerichtsver-
fahren vor der ersten Instanz wie auch für das Berufungsverfahren Anwendung fin-
det (vgl. Padrutt, a.a.O., Ziff. 4 zu Art. 102 StPO, S. 274), hat der Angeklagte An-
spruch auf einen amtlichen Verteidiger, wenn die tatsächliche oder rechtliche 
Schwierigkeit des Falles es rechtfertigt. Zur relativen Schwere des Falles müssen 
besondere tatsächliche oder rechtliche Schwierigkeiten treten, denen der Ange-
klagte nicht gewachsen ist, so zum Beispiel im Hinblick auf seinen Bildungsstand, 
seine Fähigkeiten, prozessuale Erfahrungen des Angeschuldigten, allfällige kompli-
zierte Beweiserhebungen oder verwickelte Rechtsprobleme (BGE 120 Ia 43; 
Padrutt, a.a.O., Ziff. 2.6. zu Art. 76a StPO, S. 127). Vorliegend sind die Vorausset-
zungen für die Einsetzung eines amtlichen Verteidigers gegeben, wäre A. den 
tatsächlichen und rechtlichen Schwierigkeiten des vorliegenden Falles ohne Ver