# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5c8c3b9d-5bba-50b6-bfa8-5c025deb95b7
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** SB240313-O1
**Docket/Reference:** SB240313-O1
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/SB240313-O1.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: SB240313-O/U/bs

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Ch. Prinz, Präsident, Oberrichterin lic. iur. 

M. Knüsel und Oberrichter lic. iur. R. Faga sowie Gerichtsschreiberin 

MLaw A. Agostino

Urteil vom 17. April 2025

in Sachen

A._____, 

Beschuldigte und Berufungsklägerin

verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur., LL.M. X._____,

gegen

Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland,  

Anklägerin und Berufungsbeklagte

betreffend fahrlässige Körperverletzung 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Bülach, Einzelgericht, 

vom 30. November 2023 (GG230057)

-   2   -

Anklage:
(Urk. 22)

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Winterthur / Unterland vom 7. Juli 2023 

(Urk. 22) ist diesem Urteil beigeheftet.

Urteil der Vorinstanz:
(Urk. 40 S. 35 ff.)

"Es wird erkannt:

1.

Die Beschuldigte A._____ ist schuldig der fahrlässigen Körperverletzung im Sinn von Art. 125 Abs. 1 

StGB.

2.

Die Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu Fr. 30.– (entsprechend 

Fr. 600.–) sowie mit einer Busse von Fr. 300.–.

3.

Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. Die Busse ist 

zu bezahlen.

4.

Bezahlt die Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe 

von 3 Tagen. 

5.

6.

7.

8.

9.

Die Zivilansprüche der Privatklägerin werden auf den Zivilweg verwiesen.

Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

1'200.–

; die weiteren Auslagen betragen:

1'100.–

  Gebühr für das Vorverfahren

6'565.–

  Auslagen Vorverfahren (Gutachten FOR ZH)

1'700.–

  Auslagen Polizei

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.

Wird auf eine schriftliche Begründung des Urteils verzichtet, so reduziert sich die Entscheidgebühr um 

einen Drittel.

Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden der Beschuldigten auferlegt.

Die Entschädigungsanträge der Beschuldigten abgewiesen.

(Mitteilungen)

10.

(Rechtsmittel)"

-   3   -

Berufungsanträge:

(Prot. II S. 5 f.)

a)

Der Beschuldigten:

(Urk. 43 S. 2)

1. Das Urteil des Bezirksgerichts Bülach vom 30. November 2023 (Ge-

schäfts-Nr. GG230057) sei vollumfänglich aufzuheben.

2. Die Beschuldigte sei vom Vorwurf der fahrlässigen Körperverletzung im 

Sinne von Art. 125 Abs. 1 StGB freizusprechen.

3. Die Zivilansprüche der Privatklägerin seien abzuweisen.

4. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens seien 

auf die Gerichtskasse zu nehmen. Insbesondere seien die Kosten für 

das Gutachten FOR Zürich in der Höhe von CHF 6'565 auf die Gerichts-

kasse zu nehmen selbst im Fall einer Verurteilung der Beschuldigten.

5. Der Beschuldigten seien die aufgrund der Strafuntersuchung entstande-

nen Anwaltskosten von CHF 12'165.45 (inkl. MwSt) zu ersetzen.

6. Der Beschuldigten seien die Kosten für die Auslagen im Zusammenhang 

mit der technischen Unfallanalyse der Arbeitsgruppe für Unfallmechanik 

(AGU Zürich) mit CHF 4'914.35 (inkl. MwSt) zu ersetzen.

7. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Staats-

kasse.

b)

Der Staatsanwaltschaft:

(Urk. 46, Urk. 47 und Urk. 50, sinngemäss)

Verzicht auf Anschlussberufung und Bestätigung des vorinstanzlichen 

Urteils.

c)

Der Privatklägerin:

(Urk. 46 und Urk. 47, sinngemäss)

Verzicht auf Anschlussberufung und Bestätigung des vorinstanzlichen 

Urteils.

-   4   -

Erwägungen:

I. Verfahrensgang, Prozessuales

1.

Die Beschuldigte wurde mit Urteil des Bezirksgerichts Bülach vom 30. Novem-

ber  2023  gemäss  dem  eingangs  zitierten  Urteilsdispositiv  schuldig  gesprochen. 

Direkt im Anschluss an die mündliche Urteilseröffnung liess die Beschuldigte noch 

im Gerichtssaal Berufung anmelden (Prot. I S. 25; Art. 399 Abs. 1 StPO). Nachdem 

das begründete Urteil den Parteien zugestellt worden war, liess die Beschuldigte 

wiederum  fristgerecht  mit  Eingabe  vom  9. Juli  2024  die  Berufungserklärung 

einreichen  und  einen  Beweisantrag  stellen  (Urk.  43;  Art. 399  Abs. 3  StPO).  Mit 

Präsidialverfügung vom 11. Juli 2024 wurde die Berufungserklärung in Anwendung 

von Art. 400 Abs. 2 und 3 und Art. 401 StPO der Privatklägerin und der Staatsan-

waltschaft zugestellt, um gegebenenfalls Anschlussberufung zu erheben oder be-

gründet ein Nichteintreten auf die Berufung zu beantragen sowie um zum Bewei-

santrag  der  Beschuldigten  Stellung  zu  nehmen.  Gleichzeitig  wurde  die  Beschul-

digte  aufgefordert,  Unterlagen  zu  ihren  finanziellen  Verhältnissen  einzureichen 

(Urk. 46).  Die  Staatsanwaltschaft  nahm  zum  Beweisantrag  mit  Eingabe  vom 

19. Juli 2024 Stellung und beantragte dessen Abweisung. Anschlussberufung er-

hob sie – wie auch die Privatklägerin – keine (Urk. 50; Art. 400 Abs. 3 StPO). Die 

Beschuldigte reichte am 30. Juli 2024 Unterlagen zu ihren finanziellen Verhältnis-

sen ein (Urk. 51 und Urk. 52). Der Beweisantrag der Beschuldigten wurde mit Prä-

sidialverfügung vom 20. August 2024 abgewiesen (Urk. 53).

2.

Am 12. Februar 2025 wurde auf den 17. April 2025 zur Berufungsverhandlung 

vorgeladen (Urk. 56).

3.

Am  17.  April  2025  fand  die  Berufungsverhandlung  statt.  Es  erschien  die 

Beschuldigte  in  Begleitung  ihres  erbetenen  Verteidigers,  Rechtsanwalt  Dr. iur., 

LL.M. X._____. Vorfragen waren keine zu entscheiden und – abgesehen von der 

Befragung der Beschuldigten (Urk. 58) – keine Beweise abzunehmen (Prot. II S. 7).

4.

Das Urteil erging im Anschluss an die Berufungsverhandlung (Prot. II S. 18 f.).

-   5   -

5.

Die  Beschuldigte  ficht  das  vorinstanzliche  Urteil  vollumfänglich  an  (Urk. 43 

S. 2).  Es  ist  entsprechend  in  keinem  Punkt  in  Rechtskraft  erwachsen  und  steht 

– unter  Vorbehalt  des  Verschlechterungsverbots  gemäss  Art. 391  Abs. 2  StPO – 

zur Disposition.

II. Sachverhalt 

1.

Die Staatsanwaltschaft wirft der Beschuldigten vor, sie habe am 8. Februar 

2021,  ca.  16:15 Uhr,  ihren  Personenwagen  BMW  auf  der  B._____-strasse  von 

C._____ herkommend in Richtung D._____-strasse in C._____ gelenkt. Dort habe 

sie an der Kreuzung bei der Haltelinie des Stopp-Signals angehalten und beim er-

neuten Anfahren den von links herkommenden, von der Privatklägerin gelenkten, 

vortrittsberechtigten Personenwagen Opel übersehen. In der Folge sei sie mit der 

linken Front ihres Personenwagens mit der rechten Seite des Personenwagens der 

Privatklägerin kollidiert. Durch diese Kollision habe die Privatklägerin die Herrschaft 

über ihr Fahrzeug verloren und einen Betonpfosten überfahren, worauf sie in der 

Hauswand  des  Restaurants  "E._____"  zum  Stillstand  gekommen  sei.  Dabei  sei 

Sachschaden an beiden Fahrzeugen sowie an der Liegenschaft des Restaurants 

entstanden. Zudem habe die Privatklägerin ein Schleudertrauma erlitten. Gemäss 

den  Vorwürfen  der  Staatsanwaltschaft  hätte  die  Beschuldigte  die  Verursachung 

dieser Kollision vorhersehen sowie durch sorgfaltspflichtiges Verhalten vermeiden 

können (Urk. 22). 

2.

Die  Beschuldigte  anerkannte  in  der  Untersuchung  und  im  vorinstanzlichen 

Verfahren  stets,  dass  es  zur  besagten  Kollision  gekommen  sei.  Sie  bestreitet 

indessen,  dass  die  Kollision  für  sie  vorhersehbar  und  vermeidbar  gewesen  sei. 

Vielmehr  habe  sie  an  der  Haltelinie  angehalten  und  geschaut,  ob  ein  Fahrzeug 

komme. Da sie auf der Strasse und auch im Spiegel keines gesehen habe, sei sie 

losgefahren, woraufhin ihr die Privatklägerin schräg in die Seite gefahren sei (Prot. I 

S. 10;  Urk. 4/1  Frage  3  ff.  und  Frage  14  ff.;  Urk. 4/2  Frage  9).  Anlässlich  der 

Berufungsverhandlung blieb sie bei ihrem Standpunkt. Sie führte im Wesentlichen 

aus, dass sie bereits zwölf bis 15 Meter von der "Stopp-Strasse" entfernt – gemeint 

ist  die  B._____-strasse  –  auf  der  D._____-strasse  gefahren  sei,  als  die 

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Privatklägerin  sie  mit  überhöhter  Geschwindigkeit  habe  überholen  wollen  und  in 

den linken Flügel ihres Fahrzeuges hineingeschossen sei. Infolge der Kollision sei 

die Privatklägerin rückwärts auf die Nebenfahrbahn gespickt, sei aber, weil sie stets 

Gas  gegeben  habe,  direkt  wieder  zurückgekommen,  worauf  es  zu  einer  zweiten 

Kollision gekommen sei. Dabei sei die Privatklägerin erneut am gleichen Ort über 

die  ganze  Front  des  stehenden  Fahrzeugs  der  Beschuldigten  und  sodann  über 

einen  Steinpflock  und  in  die  Hauswand  des  Restaurants  gefahren.  Ausserdem 

bestritt  die  Beschuldigte,  dass  die  Flüssigkeitsspur  auf  der  D._____-strasse  von 

ihrem  Fahrzeug  stamme  und  die  Privatklägerin  infolge  der  Kollision(en)  ein 

Schleudertrauma  erlitten  habe  (Urk. 58  S. 5  ff.).  Die  Verteidigung  kritisierte 

anlässlich der Berufungsverhandlung, dass die beiden Guachten in wesentlichen 

Punkten nicht übereinstimmen würden, insbesondere auch darüber, wie die beiden 

Fahrzeuge ineinander gefahren seien. Das FOR-Gutachten lasse die Fahrphysik 

ausser Acht, wenn behauptet werde, die Beschuldigte sei mit ihrem linken Kotflügel 

in den rechten vorderen Kotflügel der Privatklägerin gefahren. Ferner monierte die 

Verteidigung,  dass  die  eruierte  Geschwindigkeiten  des  FOR-Gutachtens  nicht 

stimmen  würden  und  dieses  –  sowie  auch  das  AGU-Gutachten  –  nur  die 

Kollisionsgeschwindigkeit, 

nicht 

aber 

die 

Annährungsgeschwindigkeit 

berücksichtige.  Gemäss  der  Ansicht  der  Verteidigung  seien  nur  zwei  Varianten 

denkbar;  entweder  sei  die  Privatklägerin  mit  weit  übersetzter  Geschwindigkeit 

gefahren und habe gebremst ("Variante A") oder sie sei mit 60 km/h gefahren und 

habe  nicht  gebremst  ("Variante  B").  Bei  beiden  Varianten  habe  sich  die 

Privatklägerin pflichtwidrig verhalten, was nicht der Beschuldigten anzulasten sei 

(Prot. II S. 8 ff.).

3.

Als  relevante  Beweismittel  liegen  insbesondere  das  Gutachten  des  FOR 

Zürich  vom  11.  November  2022  (Urk. 9/17),  jenes  der  Arbeitsgruppe  für  Unfall-

mechanik  (AGU)  vom  30. März  2023  (Urk. 10/1),  die  Fotodokumentation  (Urk. 3 

und Urk. 6) sowie die Aussagen der beiden Unfallbeteiligten (Urk. 4/1-3, Urk. 4/5, 

Urk. 5/1-2, Prot. I S. 7 ff. und Urk. 58) vor. 

4.

Die  Vorinstanz  hat  die  Schlussfolgerungen  der  beiden  Gutachten  in  ihrem 

Urteil  korrekt  zusammengefasst  und  gewürdigt,  weshalb  vorab  auf  diese  Er-

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wägungen verwiesen werden kann (Urk. 40 S. 8 ff.). Mit der Vorinstanz ist hierbei 

zu konstatieren, dass die beiden Gutachten sich – entgegen der Argumentation der 

Verteidigung (Urk. 43 S. 3; Prot. II S. 8 ff.) – keineswegs diametral widersprechen 

(Urk. 40  S. 12).  Im  Gegenteil  stimmen  sie  in  den  wesentlichen  Punkten  überein. 

Die  von  der  Verteidigung  angeführten  Unterschiede  (etwa  betreffend  die  exakte 

Stelle  am  Fahrzeug  der  Privatklägerin,  an  welcher  es  durch  das  Fahrzeug  der 

Beschuldigten getroffen wurde) sind letztlich nicht von entscheidender Bedeutung. 

Auch der Umstand, dass die von der Privatklägerin gefahrene Geschwindigkeit in 

den  beiden  Gutachten  leicht  unterschiedlich  eingeschätzt  wird,  hat  keine 

wesentlichen  Auswirkungen  auf  den  vorliegend  zu  beurteilenden  Sachverhalt 

(vgl. sogleich).

Im Wesentlichen wird in beiden Gutachten festgehalten, dass die Kollision – ent-

gegen den Ausführungen der Beschuldigten – unmittelbar nach der Haltelinie des 

Stopps stattgefunden habe. Im FOR-Gutachten wird davon ausgegangen, dass das 

Fahrzeug der Privatklägerin im vorderen Teil der rechten Flanke getroffen worden 

sei, im AGU-Gutachten wird der hintere Teil der rechten Flanke als Erstkontaktstelle 

definiert (Urk. 9/17 S. 7 f. und Urk. 10/1 S. 3, 7 f., 19 ff.). Es sind keine Hinweise 

ersichtlich, dass das FOR-Gutachten – wie die Verteidigung vorbrachte – die Fahr-

physik  ausser  Acht  gelassen  hätte.  Vielmehr  schilderte  das  FOR-Gutachten 

schlüssig und nachvollziehbar, weshalb das Fahrzeug der Privatklägerin nach der 

Kollision  im  vorderen  Teil  der  rechten  Flanke  nach  rechts  gefahren  sei  (vgl. 

Urk. 9/17  S. 8).  Mit  den  schlüssigen  gutachterlichen  Erwägungen  setzte  sich  die 

Verteidigung  aber  nicht  auseinander,  sondern  legte  anstatt  dessen  ihre  eigene 

Erklärung dar, dass es – ohne Fahrphysiker zu sein – klar sei, dass ein "Impact" 

des  Fahrzeugs  der  Beschuldigten  mit  dem  rechten  vorderen  Teil  des  Fahrzeugs 

der  Privatklägerin  zu  einem  Drehimpuls  in  den  Gegenuhrzeigersinn  (nach  links) 

führe.  Der  exakte  Punkt  des  Kontakts  ist  vorliegend  aber  ohnehin  nicht  von 

entscheidender  Bedeutung,  weshalb  darauf  nicht  näher  einzugehen  ist.  Klar  ist 

indessen  gemäss  übereinstimmender  Feststellung  der  Experten,  dass  die 

Beschuldigte aus der Seitenstrasse mit dem Stopp-Streifen zu fahren kam, es direkt 

nach  der  Haltelinie  zur  Kollision  zwischen  den  beiden  Fahrzeugen  kam  und  die 

Privatklägerin in der Folge nach rechts in Richtung eines Betonpfostens abgelenkt 

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wurde,  wobei  sie  letztlich  in  der  Hauswand  des  Restaurants  E._____  zum  Still-

stand kam. Die Kollisionsanalysen in beiden Gutachten kommen zum eindeutigen 

Schluss, dass das Fahrzeug der Beschuldigten rund zwei Meter über die Stopp-

Haltelinie  hinausragte,  als  es  zur  Kollision  kam.  Die  entsprechenden  gutachter-

lichen  Skizzen  (Urk. 10/1  S. 10,  11,  12,  16,  Anhang  S.  7;  Urk.  9/17  Bildanhang 

Abb. 1  und  2)  zeigen  dies  nach  den  zutreffenden  vorinstanzlichen  Erwägungen 

(Urk. 40  S. 12)  deutlich  auf.  Der  Winkel  der  Fahrzeuge  betrug  gemäss  den  gut-

achterlichen  Feststellungen  zwischen  65°  und  42°  (Urk. 9/17  S.  6  und  Urk. 10/1 

S. 3). Das Fahrzeug der Beschuldigten wies gegenüber dem Verlauf der B._____-

strasse  einen  Winkel  von  rund  25°  im  Uhrzeigersinn  auf  (Urk. 9/17  S. 6).  Es  ist 

demnach erstellt, dass sich das Fahrzeug der Beschuldigten im Kollisionszeitpunkt 

in mehr oder weniger spitzem Winkel zur D._____-strasse befand. Auch ist erstellt, 

dass ihr Fahrzeug erst teilweise mit der Vorderpartie – also noch nicht annähernd 

vollständig  –  auf  der  D._____-strasse  stand  und  auch  nicht  (entgegen  der 

Behauptung der Beschuldigten, im Zeitpunkt der Kollision gerade auf der D._____-

strasse  gestanden  zu  haben)  in  Fahrtrichtung  derselben.  Damit  ist  mit  der 

Vorinstanz (Urk. 40 S. 13) auch erstellt, dass es kein (versuchtes) Überholmanöver 

der  Privatklägerin  gab,  welches  aufgrund  eines  zu  frühen  Wiedereinbiegens  zur 

Kollision mit der Front bzw. dem Kühler des BMW der Beschuldigten geführt hätte, 

wie  dies  die  Beschuldigte  in  der  Untersuchung  zu  Protokoll  gegeben  hatte 

(vgl. Urk. 4/1 Frage 3 und 7; Urk. 4/2 Frage 9). Ferner spricht auch die gutachterlich 

festgehaltene Geschwindigkeit des Fahrzeugs der Beschuldigten, welche auf einen 

Bereich  von  10  bis  20 km/h  (Urk. 9/17  S. 7)  bzw.  von  5  bis  maximal  10 km/h 

(Urk. 10/1  S.  19)  eingegrenzt  wurde,  dafür,  dass  die  Beschuldigte  im  Kollisions-

zeitpunkt erst gerade angefahren war. Auch daran ist erkennbar, dass die Beschul-

digte noch nicht vollständig von der vortrittsbelasteten auf die vortrittsberechtigte 

Strasse eingebogen war, als es zur Kollision kam.

Die  von  der  Privatklägerin  gefahrene  Geschwindigkeit  betrug  gemäss  FOR-Gut-

achten im Kollisionszeitpunkt 50 bis 55 km/h (Urk. 9/17 S. 7). Die Experten der AGU 

führten  aus,  die  Kollisionsgeschwindigkeit  des  Opels  habe  wahrscheinlich  bei 

55 km/h bis maximal 60 km/h gelegen (Urk. 10/1 S. 18). Dass keines der Gutachten 

die Annährungsgeschwindigkeit berücksichtigt hätte (so die Verteidigung), stimmt 

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sodann  nicht.  Das  AGU-Gutachten  hielt  fest,  dass  die  berechnete  Kollisionsge-

schwindigkeit der nachweisbaren Annährungsgeschwindigkeit entspreche, da der 

Opel vor dem Kollisionsbereich keine Bremsspuren gezeichnet habe (vgl. Urk. 10/1 

S. 14). Damit geht die Argumentation der Verteidigung, die Privatklägerin könnte 

mit einer Geschwindigkeit von über 100 km/h gefahren sein und vor der Kollision 

eine  Vollbremsung  gemacht  haben  (vgl.  Prot.  II.  S. 11  ff.,  "Variante  A"),  an  der 

Sache  vorbei.  Triftige  Gründe,  die  ein  Abweichen  von  der  Expertise  des  FOR 

nahelegen würden (vgl. dazu BGE 150 IV 1 E. 2.3.3 S. 5 mit Hinweisen), sind 

damit nicht aufgezeigt und auch keine ersichtlich. Gleichwohl kann für die recht-

liche  Würdigung  zugunsten  der  Beschuldigten  von  einer  Geschwindigkeit  der 

Privatklägerin  von  60  km/h  ausgegangen  werden.  Wie  gesagt,  handelt  es  sich 

dabei  auch  laut  Experten  der  AGU  mangels  Bremsspuren  um  die  Annäherungs-

geschwindigkeit (Urk. 10/1 S. 14).

Zusammenfassend  kommen  die  beiden  Gutachten  in  den  wesentlichen  Punkten 

demnach zu übereinstimmenden Schlüssen. Es kam somit – entgegen der Schil-

derung  der  Beschuldigten  –  bloss  zu  einem  einzigen  Zusammenprall  der  Fahr-

zeuge,  wobei  sich  der  Kollisionspunkt  ungefähr  mittig  vor  der  Stopp-Haltelinie 

befand. Die Geschwindigkeit der Privatklägerin befand sich im Bereich von 50 bis 

60 km/h, wobei zu Gunsten der Beschuldigten von 60 km/h ausgegangen werden 

kann. Diese Schlussfolgerungen stützen im Übrigen auch die Wahrnehmungen der 

Privatklägerin (Urk. 5/1-2).

Wie  die  Vorinstanz  zutreffend  festgehalten  hat,  sind  schliesslich  keine  Anhalts-

punkte ersichtlich, wonach die Beschuldigte entgegen ihren Aussagen das Fahr-

zeug  der  Privatklägerin  im  Zeitpunkt  des  Losfahrens  tatsächlich  gesehen,  aber 

bloss  dessen  Geschwindigkeit  falsch  eingeschätzt  hätte.  Vielmehr  ist  –  mit  der 

Vorinstanz – davon auszugehen, dass die Beschuldigte das Fahrzeug der Privat-

klägerin nicht wahrgenommen hat (Urk. 40 S. 14). Ob die Beschuldigte das Fahr-

zeug  der  Privatklägerin  bei  Anwendung  der  gebotenen  Sorgfalt  rechtzeitig  hätte 

wahrnehmen können und entsprechend an der Haltelinie noch länger hätte warten 

müssen, wird im Rahmen der rechtlichen Würdigung zu prüfen sein. Auch auf das 

Argument  der  Beschuldigten,  wonach  es  ihr  aufgrund  der  Geschwindigkeit  der 

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Privatklägerin  gar  nicht  möglich  gewesen  sei,  diese  rechtzeitig  zu  sehen  und  so 

den Unfall zu verhindern (Urk. 30 S. 10), wird im Rahmen der rechtlichen Würdi-

gung einzugehen sein.

5. Weiter  ist  durch  den  bei  den  Akten  liegenden  ärztlichen  Dokumentations-

bogen  für  Erstkonsultation  nach  kranio-zervikalem  Beschleunigungstrauma  vom 

9. Februar  2021,  den  ärztlichen  Befund  vom  10.  August  2021  sowie  die  Arbeits-

unfähigkeitszeugnisse belegt, dass die Privatklägerin infolge des Unfalles ein Be-

schleunigungstrauma Grad II (Kopf- und Nackenschmerzen zwei Stunden nach Un-

fall; Schlafstörungen sechs Stunden nach Unfall, Druckschmerzen an Wirbelsäule 

sowie  leichte  Einschränkung  Kopfbeweglichkeit)  erlitten  hatte  und  hieraus  eine 

Arbeitsunfähigkeit von elf Tagen resultierte (Urk. 8/2-4 und Urk. 8/6).

6.

Der Unfallhergang ist damit im Sinne der Anklage erstellt.

III. Rechtliche Würdigung

1.

Tatbestand

Die  Vorinstanz  qualifizierte  den  erstellten  Sachverhalt  als  fahrlässige  Körper-

verletzung im Sinne von Art. 125 Abs. 1 StGB. Der einfachen fahrlässigen Körper-

verletzung macht sich schuldig, wer fahrlässig einen Menschen am Körper oder an 

der  Gesundheit  schädigt  (Art. 125  Abs. 1  StGB).  Dies  setzt  das  unvorsätzliche 

Bewirken  des  tatbestandsmässigen  Erfolgs  der  einfachen  Körperverletzung,  den 

Kausalzusammenhang zwischen Handlung und Erfolg (natürliche Kausalität), die 

Missachtung  einer  Sorgfaltspflicht  sowie  die  Relevanz  der  Sorgfaltspflichtverlet-

zung  für  den  Erfolgseintritt  voraus  (DONATSCH/HEIMGARTNER/ISENRING/WEDER, 

StGB-Kommentar, 21. Aufl. 2022, N 14 ff. zu Art. 12 StGB, N 1 ff. zu Art. 123 StGB).

2.

Körperverletzung

Mit  der  Vorinstanz  stellt  das  bei  der  Privatklägerin  eingetretene  Schleuder-/Be-

schleunigungstrauma  Grad  II  (vgl.  hierzu  voranstehende  Erw. II.5.)  eine  Schädi-

gung des Körpers im Sinne von Art. 125 Abs. 1 StGB dar (vgl. Urk. 40 S. 15). Die 

Verletzung  erforderte  eine  gewisse  Behandlungs-  und  Heilungszeit  – die  Privat-

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klägerin war elf Tage arbeitsunfähig –, womit die Qualität der Verletzung über der-

jenigen von Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 StGB liegt, jedoch unterhalb derje-

nigen einer schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB.

3.

Natürliche Kausalität / unvorsätzliches Bewirken des Erfolgseintritts

Die Vorinstanz hat zutreffend erwogen, dass die Verletzungen der Privatklägerin 

vorliegend durch die Kollision verursacht wurden und der tatbestandsmässige Er-

folg zudem unvorsätzlich bewirkt wurde (Urk. 40 S. 15 f.). Auf diese Erwägungen 

kann verwiesen werden.

4.

Sorgfaltspflichtverletzung 

4.1 Im Strassenverkehr richtet sich der Umfang der zu beachtenden Sorgfalt nach 

den Bestimmungen des Strassenverkehrsgesetzes und der dazu gehörenden Ver-

ordnungen.  Bei  Überfahren  des  Stopp-Signals  bestimmt  sich  die  zu  beachtende 

Sorgfalt konkret nach Art. 36 Abs. 2 SVG i.V.m. Art. 27 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 14 

Abs. 1 VRV i.V.m. Art. 36 Abs. 1 sowie Art. 75 Abs. 1 SSV. Das Signal "Stop" (3.01) 

verpflichtet  den  Führer,  anzuhalten  und  den  Fahrzeugen  auf  der  Strasse,  der  er 

sich  nähert,  den  Vortritt  zu  gewähren  (Art. 36  Abs. 1  SSV).  Dazu  konkretisiert 

Art. 14  Abs. 1  VRV:  Wer  zur  Gewährung  des  Vortritts  verpflichtet  ist,  darf  den 

Vortrittsberechtigten in seiner Fahrt nicht behindern. Er hat seine Geschwindigkeit 

frühzeitig zu mässigen und, wenn er warten muss, vor Beginn der Verzweigung zu 

halten. Daraus ergibt sich, dass es für die Ausübung des Vortritts durch den Be-

rechtigten  bzw.  die  Wartepflicht  des  Belasteten  nicht  darauf  ankommt,  welcher 

Verkehrsteilnehmer  zuerst  die  Verzweigungsfläche  erreicht.  Grundsätzlich  ist  im 

Gegenteil entscheidend, ob der Belastete die Verzweigungsfläche vor dem Berech-

tigten befahren kann, ohne diesen zu behindern. Dem Fahrer des vortrittsberech-

tigten  Fahrzeugs  muss  es  grundsätzlich  möglich  sein,  seine  Fahrt  im  Einmün-

dungsgebiet gleichmässig und ungestört fortsetzen zu können, ohne mit dem ein-

schwenkenden  Fahrzeug  zusammenzustossen  oder  es  oder  sich  zu  gefährden 

(BGE 102 IV 259 E. 2; 85 IV 84 E. 1; Urk. 40 S. 18 f.). Ist die Sicht für einen War-

tepflichtigen bei einer Einmündung so beschränkt, dass er zwangsläufig mit dem 

Vorderteil seines Wagens in die vortrittsberechtigte Verkehrsfläche gelangt, bevor 

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er  von  seinem  Fahrersitz  aus  überhaupt  Einblick  in  diese  erhält,  ist  gemäss  der 

Praxis des Bundesgerichts ein sehr vorsichtiges Hineintasten zulässig, wenn der 

Vortrittsberechtigte  das  ohne  Sicht  langsam  einmündende  Fahrzeug  rechtzeitig 

genug sehen kann, um entweder selbst auszuweichen oder den Wartepflichtigen 

durch ein Signal zu warnen. Dem Berechtigten steht das Vortrittsrecht grundsätz-

lich auf der ganzen Verzweigungsfläche, die der Schnittfläche der zusammentref-

fenden Fahrbahnen entspricht, zu (BGE 115 IV 139 E. 2a; 143 IV 500 E. 1.2.2; 127 

IV 34 E. 3c/bb; 122 IV 133 E. 2a).

4.2 Dass  sich  die  Beschuldigte  aufgrund  verdeckter  Sicht  vorsichtig  in  die 

vortrittsberechtigte  Strasse  vorgetastet  hätte,  macht  sie  nicht  geltend.  Auch  die 

gutachterlichen Feststellungen, wonach die Beschuldigte im Kollisionszeitpunkt mit 

einer Geschwindigkeit von 10 bis 20 km/h (Urk. 9/17 S. 7) bzw. von 5 bis maximal 

10 km/h  (Urk. 10/1  S. 19)  dabei  war,  gerade  anzufahren,  sprechen  gegen  ein 

blosses Vortasten. Nachdem an der fraglichen Stelle zwecks besserer Übersicht 

ein  Spiegel  angebracht  war  (vgl. Urk. 6),  wäre  zudem  ohnehin  nicht  plausibel, 

inwiefern  die  Sicht  für  die  Beschuldigte  hätte  verdeckt  sein  können.  Die  Be-

schuldigte  bestätigte  im  Gegenteil,  dass  sie  in  den  Spiegel  geschaut  habe,  aber 

auch dort kein Fahrzeug wahrgenommen habe (Urk. 4/3 Frage 13 ff.). Die zitierte 

bundesgerichtliche Rechtsprechung, wonach bei verdeckter Sicht ein vorsichtiges 

Vortasten  in  die  vortrittsberechtigte  Strasse  zulässig  sein  kann,  ist  vorliegend 

demnach nicht einschlägig.

Die  Geschwindigkeit  der  Privatklägerin,  welche  gemäss  den  Gutachten  auf  den 

Bereich  von  50  km/h  bis  maximal  60  km/h  eingegrenzt  wird,  liegt  bei  einer  zu-

lässigen Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h (Urk. 1 S. 1) zudem nicht ausserhalb 

des Bereichs, in welchem Verkehrsteilnehmer auf vortrittsbelasteten Strassen noch 

mit dem herannahenden Verkehr zu rechnen haben. Wenn die Beschuldigte daher 

vorbringt, die Privatklägerin hätte bei einer Geschwindigkeit von 50 km/h allenfalls 

noch bremsen und so den Unfall verhindern können (Urk. 30 S. 9; vgl. auch Prot. II 

S. 13 ff.), verkennt sie, dass die Privatklägerin auf der vortrittsberechtigten Strasse 

unterwegs  war.  Entsprechend  wäre  sie  nicht  verpflichtet  gewesen,  bei  Erkennen 

des Fahrzeugs der Privatklägerin an der Haltelinie eine Notbremsung einzuleiten 

-   13   -

(was  die  Verteidigung  mit  "Variante  B"  sinngemäss  vorbrachte,  vgl.  Prot. II 

S. 13 ff.).  Ausserdem  gibt  es  keine  Schuldkompensation;  ein  allfälliges  Fehlver-

halten  der  Privatklägerin  im  Strassenverkehr  entschuldigt  das  regelwidrige  Ver-

halten der Beschuldigten nicht. Diese ist für ihr eigenes Verhalten verantwortlich. 

Wenn  die  Beschuldigte  ihrerseits  von  einer  vortrittsbelasteten  Strasse  in  die 

vortrittsberechtigte Strasse einbiegt, obschon sich die Privatklägerin dort mit einer 

Geschwindigkeit  von  maximal  60 km/h  nähert  und  – wie  die  Kollision  letztlich 

gezeigt hat – nicht ohne Behinderung weiterfahren kann, ist der Beschuldigten eine 

Missachtung  des  Vortritts  und  damit  eine  Sorgfaltspflichtverletzung  vorzuwerfen. 

Nicht zweifelhaft ist, dass die Privatklägerin selbst bei einer Geschwindigkeit von 

60 km/h  für  die  Beschuldigte  aus  der  Anfahrposition  erkennbar  war,  dies  beim 

direkten Blick nach links oder beim Blick in den Spiegel auf der gegenüberliegenden 

Strassenseite.  Dies  hält  im  Übrigen  auch  das  von  der  Beschuldigten  in  Auftrag 

gegebene AGU-Gutachten so fest (sowohl für eine minimale Entfernung bei einer 

Geschwindigkeit  der  Privatklägerin  von  55 km/h  als  auch  für  eine  maximale 

Entfernung  bei  einer  Geschwindigkeit  der  Privatklägerin  von  60 km/h,  Urk. 10/1 

S. 15  ff.).  Eine  eingeschränkte  oder  verdeckte  Sicht  auf  die  Strasse  oder  den 

Spiegel  machte  die  Beschuldigte  nicht  geltend  (vgl.  Urk. 4/2  Frage 13  ff.).  Im 

Übrigen  kann  sich  die  Beschuldigte  im  vorliegenden  Fall  auch  nicht  auf  den 

Vertrauensgrundsatz im Strassenverkehr gemäss Art. 26 Abs. 1 SVG berufen, da 

sie die auf der vortrittsberechtigten Strasse fahrende Privatklägerin sorgfaltswidrig 

übersehen hat.

5.

Voraussehbarkeit / Vermeidbarkeit 

5.1 Zur Bejahung der Vermeidbarkeit muss das fragliche Verhalten geeignet sein, 

nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und den Erfahrungen des Lebens den ein-

getretenen Erfolg herbeizuführen oder mindestens zu begünstigen. Das Verhalten 

der  beschuldigten  Person  braucht  dabei  nicht  die  einzige  oder  unmittelbare  Ur-

sache der Schädigung zu sein. Die Voraussehbarkeit wird nur dann verneint, wenn 

ganz aussergewöhnliche Umstände wie das Mitverschulden eines Dritten als Mit-

ursachen hinzutreten, mit denen die beschuldigte Person schlechthin nicht rechnen 

musste und die derart schwer wiegen, dass sie als wahrscheinlichste und unmittel-

-   14   -

barste  Ursache  des  Erfolgs  erscheinen  und  so  alle  anderen  mitverursachenden 

Faktoren – namentlich das Verhalten des jeweiligen Beschuldigten – in den Hinter-

grund drängen (BGE 135 IV 56 E. 2.1). Der Erfolg wäre vermeidbar, wenn er nach 

dem hypothetischen Kausalverlauf bei pflichtgemässem Verhalten der Beschuldig-

ten  ausgeblieben  wäre  (Urteil  6B_250/2012  vom  1. November  2012  E. 3.2.1), 

beziehungsweise  wenn  die  Beschuldigte  grundsätzlich  die  Möglichkeit  gehabt 

hätte,  durch  ihr  Verhalten  den  Eintritt  des  voraussehbaren  Erfolgs  zu  vermeiden 

(DONATSCH/GODENZI/TAG, Strafrecht I, 10. Aufl. 2022, S. 379).

5.2 Hätte die Beschuldigte die vorgeschriebene Sorgfalt walten lassen und den 

Spiegel  sowie  die  Strasse  aufmerksam  beobachtet,  hätte  sie  die  Privatklägerin 

rechtzeitig wahrgenommen und wäre entsprechend nicht in die vortrittsberechtigte 

Strasse eingebogen. Dass durch das Einbiegen in eine vortrittsberechtigte Strasse 

ohne  ausreichende  Sicherstellung,  dass  sich  kein  vortrittsberechtigtes  Fahrzeug 

nähert,  eine  Kollision  verursacht  werden  kann,  ist  ohne  Weiteres  voraussehbar. 

Ferner gilt es zu erwähnen, dass es sich um keine komplizierte Verkehrssituation 

handelte. Bei der Haltelinie musste die Beschuldigte einzig nach links schauen, den 

Spiegel  beachten  und  die  von  links  kommenden  Verkehrsteilnehmer  abwarten, 

andere Gefahren wie zum Beispiel einen Fussgängerstreifen rechts nach der Ein-

mündung gab es nicht. Ausserdem herrschte gemäss Aussage der Beschuldigten 

wenig Verkehr. Ein grobes Fehlverhalten der Privatklägerin, welches die Sorgfalts-

pflichtverletzung  der  Beschuldigten  in  den  Hintergrund  treten  liesse,  ist  –  selbst 

wenn man von einer Geschwindigkeit von 60 km/h ausgeht – wie dargelegt nicht 

ersichtlich. Vielmehr war die Kollision für die Beschuldigte voraussehbar und auch 

vermeidbar.

6.

Die  Tatbestandsvoraussetzungen  einer  fahrlässigen  Körperverletzung  im 

Sinne von Art. 125 Abs. 1 StGB sind damit erfüllt. Die Beschuldigte ist in diesem 

Sinne schuldig zu sprechen.

-   15   -

IV. Sanktion

1.

Die  Vorinstanz  hat  den  anwendbaren  Strafrahmen  sowie  die  theoretischen 

Grundlagen zur Strafzumessung zutreffend aufgeführt, weshalb darauf verwiesen 

werden kann (Urk. 40 S. 25). 

2.

Die  Privatklägerin  erlitt  durch  den  Verkehrsunfall  ein  Schleudertrauma  und 

war während elf Tagen arbeitsunfähig. Der Verkehrsunfall ereignete sich an einer 

etwas unübersichtlichen Kreuzung, welche aus diesem Grund mit einem Spiegel 

versehen wurde. Der Verkehrsunfall ist auf eine Unachtsamkeit der Beschuldigten 

zurückzuführen.  Grobfahrlässigkeit  kann  ihr  nicht  angelastet  werden.  Eine  allge-

meine  Leichtfertigkeit  oder  ein  gleichgültiges  Verhalten  im  Strassenverkehr  lag 

ebenfalls nicht vor. Die Tatschwere ist insgesamt als leicht zu bewerten. 

Als Strafart steht einzig eine Geldstrafe zur Diskussion. Die von der Vorinstanz fest-

gesetzte Strafe von 20 Tagessätzen Geldstrafe ist (bei strafzumessungsneutraler 

Täterkomponente,  vgl.  nachfolgend)  bereits  aufgrund  des  Verschlechterungsver-

bots im Sinne von Art. 391 Abs. 2 StPO zu übernehmen und wurde im Übrigen von 

der Verteidigung auch nicht beanstandet (vgl. Prot. II S. 17).

3.

Die Vorinstanz hat die persönlichen Verhältnisse der Beschuldigten zutreffend 

aufgeführt  und  kam  richtigerweise  zum  Schluss,  dass  diese  allesamt  strafzu-

messungsneutral zu werten seien (Urk. 40 S. 27 f.). An der Berufungsverhandlung 

erklärte die Beschuldigte, dass sich in Bezug auf ihre persönlichen Verhältnisse seit 

dem vorinstanzlichen Verfahren nichts geändert habe (Urk. 58 S. 2).

Es ist demnach eine Geldstrafe von 20 Tagessätzen auszufällen. 

4.

5.

5.1 Die  Vorinstanz  hat  die  Tagessatzhöhe  auf  das  gesetzliche  Minimum  von 

Fr. 30.– festgelegt (Urk. 40 S. 29 f.).

5.2 Zur Festsetzung der Höhe des Tagessatzes gilt Folgendes. Die Beschuldigte 

bezieht  eine  monatliche  AHV-Rente  von  Fr. 1'408.–  (Urk. 52/1).  Eine  Pensions-

kassenrente hat sie nicht (Urk. 4/1 Frage 29). Sie lebt von der Rente und den Er-

-   16   -

sparnissen (Prot. I S. 8), wohnt seit 60 Jahren zusammen mit ihrem Ehemann in 

einem Eigenheim in F._____ (Urk. 4/5 Frage 13) und beziffert die Hypothekarbe-

lastung  für  das  gemeinsame  Wohnen  auf  monatlich  Fr. 3'000.–  (Urk. 52/1).  Die 

Krankenkassenprämien betragen (für die Beschuldigte und ihren Ehemann zusam-

men) Fr. 1'100.– pro Monat (Urk. 52/1; Prot. I S. 8) und damit für die Beschuldigte 

persönlich mutmasslich Fr. 550.– pro Monat. 

Die  Beschuldigte  weist  ein  Barvermögen  von  Fr. 110'000.–  auf  (Urk. 52/1; 

Urk. 52/4).  Zusammen  mit  ihrem  Ehemann  versteuert  sie  drei  Liegenschaften  in 

F._____,  G._____  und  H._____  zu  einem  Verkehrswert  von 

insgesamt 

Fr. 2'375'0000.–. Dem stehen Schulden von Fr. 700'000.– gegenüber. Den Liegen-

schaften in H._____ und G._____ wird laut Steuerunterlagen ein Nettomietertrag 

von Fr. 28'800.– und Fr. 50'560.– zugerechnet (Urk. 52/5). Da die Beschuldigte be-

hauptet, teilweise von den Ersparnissen zu leben, ihr flüssiges Vermögen aber am 

18. Juli  2024  mit  Fr. 110'000.–  (Urk. 52/1)  und  am  30.  November  2023  vor  Vor-

instanz mit rund 100'000.– beziffert (Prot. I S. 8) sowie in der Steuererklärung 2022 

mit  Fr. 106'715.–  deklariert  wurde  (Urk. 52/5),  liegt  diesbezüglich  offensichtlich 

keine Vermögensminderung vor. Vielmehr ist davon auszugehen, dass die "Erspar-

nisse" zum Leben aus den Erträgen der genannten Liegenschaften in H._____ und 

G._____ stammen. Damit wäre bei der Bemessung der Tagessatzhöhe Rechnung 

zu tragen, dass die Beschuldigte ein frei verfügbares Vermögen von Fr. 110'000.– 

besitzt.  Das  schlägt  sich  grundsätzlich  tagessatzerhöhend  nieder  (vgl.  ANNETTE 

DOLGE, in: Basler Kommentar, Strafrecht, Bd. I, 4. Aufl. 2019, N 66 zu Art. 34 StGB). 

Unberücksichtigt  bleiben  im  vorliegenden  Fall  die  Liegenschaften  in  F._____, 

G._____ und H._____ (vgl. DOLGE, a.a.O., N 65 zu Art. 34 StGB).

Mithin  wäre  die  Beschuldigte  unter  Mitberücksichtigung  des  Vermögens  von 

Fr. 110'000.– mit einem höheren Tagessatz als dem vorinstanzlich festgesetzten 

gesetzlichen Minimalwert von Fr. 30.– zu bestrafen. Zwar kann die Rechtmittelin-

stanz  aufgrund  von  Tatsachen,  die  dem  erstinstanzlichen  Gericht  nicht  bekannt 

sein konnten, eine strengere Bestrafung ausfällen, auch wenn das Rechtsmittel nur 

zu  Gunsten  der  beschuldigten  Person  ergriffen  worden  ist  (vgl.  Art. 391  Abs. 2 

StPO).  Die  finanziellen  Verhältnisse  der  Beschuldigten  präsentierten  sich  aber 

-   17   -

bereits  im  Zeitpunkt  des  erstinstanzlichen  Verfahrens  wie  oben  dargelegt  und 

haben sich nicht nach dem erstinstanzlichen Urteil verbessert. Eine Erhöhung der 

Tagessatzhöhe  fällt  deshalb  in  Nachachtung  des  Verschlechterungsverbots  im 

Sinne von Art. 391 Abs. 2 StPO ausser Betracht.

5.3 Zusammenfassend ist die Beschuldigte mit einer Geldstrafe von  20 Tages-

sätzen zu Fr. 30.– zu bestrafen.

6.

Nachdem die Vorinstanz der Beschuldigten unter Ansetzung der minimalen 

Probezeit von zwei Jahren den bedingten Strafvollzug gewährt hat (Urk. 40 S. 30), 

ist dies infolge des Verschlechterungsverbots (Art. 391 Abs. 2 StPO) ohne Weite-

res zu bestätigen.

7.1 Die  Vorinstanz  fällt  zusätzlich  zur  bedingten  Geldstrafe  eine  Verbindungs-

busse in Höhe von Fr. 300.– aus (Urk. 40 S. 30 ff.). 

7.2 Eine  bedingte  Strafe  kann  mit  einer  Busse  nach  Art. 106  StGB  verbunden 

werden. Die Verbindungsbusse soll gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung 

in  Betracht  kommen,  wenn  trotz  Gewährung  des  bedingten  Vollzugs  einer  Geld- 

oder Freiheitsstrafe in gewissen Fällen mit der Auferlegung einer zu bezahlenden 

Busse ein spürbarer Denkzettel verpasst werden soll. Die Strafenkombination dient 

hier spezialpräventiven Zwecken. Das Hauptgewicht liegt auf der bedingten Frei-

heit- oder Geldstrafe, während der unbedingten Verbindungsbusse nur untergeord-

nete  Bedeutung  zukommt.  Die  bedingte  Hauptstrafe  und  die  damit  verbundene 

Busse müssen in ihrer Summe schuldangemessen sein (BGE 149 IV 321 E. 1.3.1 

S. 323  mit  Hinweisen).  Dabei  darf  die  Verbindungsbusse  im  Sinne  von  Art. 42 

Abs. 4 StGB höchstens einen Fünftel bzw. 20 % der in der Summe schuldange-

messenen Sanktion – bestehend aus einer bedingt ausgesprochenen Hauptstrafe 

kombiniert mit einer Verbindungsbusse – betragen (BGE 149 IV 321 E. 1.3.2 S. 324 

mit Hinweisen). In diesem Entscheid hielt das Bundesgericht fest, dass bei einer 

bedingten Geldstrafe von 25 Tagessätzen zu Fr. 30.– die maximale Verbindungs-

busse Fr. 150.– beträgt (25 X Fr. 30.– X 0.2).

-   18   -

7.3 Ausgehend von einer bedingten Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu Fr. 30.– 

könnte eine Verbindungsbusse von höchstens Fr. 120.– festgesetzt werden (20 X 

Fr. 30.– X 0.2). Setzt die Vorinstanz die Verbindungsbusse auf Fr. 300.– und damit 

auf die Hälfte der Geldstrafe fest, verletzt dies Art. 42 Abs. 4 StGB. Da die bedingte 

Geldstrafe  und  die  damit  verbundene  Busse  in  ihrer  Summe  schuldangemessen 

sein müssen, hätte die Vorinstanz zudem eine Reduktion der Anzahl Tagessätze 

vornehmen müssen.

Einer  Verbindungsbusse  von  Fr. 120.–  (wie  auch  einer  leicht  darüberliegenden 

Busse)  kommt  lediglich  symbolische  Bedeutung  zu.  Es  ist  nicht  erkennbar,  dass 

und inwiefern sie hier spezialpräventiven Zwecken dienen könnte. Damit ist davon 

abzusehen,  zusätzlich  zur  bedingten  Geldstrafe  eine  Verbindungsbusse  auszu-

fällen.

V. Zivilansprüche

Die Vorinstanz hat die Zivilansprüche der Privatklägerin gestützt auf Art. 126 Abs. 2 

lit. b StPO auf den Zivilweg verwiesen (Urk. 40 S. 32 f.). Dies wird im Berufungs-

verfahren nicht substantiiert beanstandet. Der vorinstanzliche Entscheid ist unter 

Verweis auf die Erwägungen der Vorinstanz zu bestätigen.

VI. Kosten- und Entschädigungsfolgen

1

Ausgangsgemäss  ist  das  vorinstanzliche  Kosten-  und  Entschädigungs-

dispositiv zu bestätigen (Dispositivziffern 6, 7 und 8). 

2.

Die  Gerichtsgebühr  ist  auf  Fr. 3'600.–  zu  veranschlagen  (Art. 424  Abs. 1 

StPO  in  Verbindung  mit  § 16  Abs. 1  und  § 14  der  Gebührenverordnung  des 

Obergerichts).  Die  Kosten  des  Rechtsmittelverfahrens  tragen  die  Parteien  nach 

Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Die Beschul-

digte  unterliegt  mit  ihren  Berufungsanträgen  vollumfänglich,  wobei  das  Absehen 

von  einer  Verbindungsbusse  daran  nichts  ändert.  Die  Kosten  des  Berufungsver-

fahrens  sind  demnach  der  Beschuldigten  aufzuerlegen.  Dies  betrifft  entgegen 

ihrem Antrag (Urk. 43 S. 2) auch die Kosten für das Gutachten des FOR (Art. 422 

-   19   -

Abs. 2  lit. c  StPO;  Art. 426  Abs. 3  lit. a  StPO  e  contrario).  Anspruch  auf  eine 

Entschädigung für ihre erbetene Verteidigung hat die Beschuldigte bei diesem Ver-

fahrensausgang nicht.

Es wird erkannt:

1.

Die Beschuldigte A._____ ist schuldig der fahrlässigen Körperverletzung im 

Sinne von Art. 125 Abs. 1 StGB.

2.

Die Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu 

Fr. 30.–.

3.

Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre 

festgesetzt.

4.

5.

6.

7.

Die Zivilansprüche der Privatklägerin werden auf den Zivilweg verwiesen.

Das erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsdispositiv (Ziff. 6, 7 und 8) 

wird bestätigt.

Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 3'600.–.

Die Kosten des Berufungsverfahrens werden der Beschuldigten auferlegt. 

8. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an







die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden der Beschuldigten 
(übergeben)

die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland (versandt)

die Privatklägerin (versandt)

sowie in vollständiger Ausfertigung an







die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden der Beschuldigten 

die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland 

die Privatklägerin 

-   20   -

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an







die Vorinstanz

die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A 

das Strassenverkehrsamt des Kantons Zürich, Abteilung 
Administrativmassnahmen, Richterliche Fahrverbote, 8090 Zürich, 
PIN-Nr. 1.

9. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-

sachen erhoben werden.

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 

begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der gemäss Art. 35 und 35a 

BGerR zuständigen strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichts (1000 

Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschriebe-

nen Weise schriftlich einzureichen.

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes.

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer

Zürich, 17. April 2025

Der Präsident:

Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. Ch. Prinz

MLaw A. Agostino

-   21   -

Zur Beachtung:

Der/die Verurteilte wird auf die Folgen der Nichtbewährung während der Probezeit aufmerksam 

gemacht:

Wurde der Vollzug einer Geldstrafe unter Ansetzung einer Probezeit aufgeschoben, muss sie vor-

erst nicht bezahlt werden. Bewährt sich der/die Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit, muss 

er/sie die Geldstrafe definitiv nicht mehr bezahlen (Art. 45 StGB); Analoges gilt für die bedingte 

Freiheitsstrafe.

Eine bedingte Strafe bzw. der bedingte Teil einer Strafe kann im Übrigen vollzogen werden 

(Art. 46 Abs. 1 bzw. Abs. 4 StGB),

-

-

wenn der/die Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder Vergehen begeht,

wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet.