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**Case Identifier:** 0dc91a6f-e1e4-5d62-b438-2661f010e448
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-07-17
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 17.07.2015 200 2015 402
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2015-402_2015-07-17.pdf

## Full Text

200 15 402 IV
ACT/JAP/ARJ

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 17. Juli 2015

Verwaltungsrichter Ackermann, Kammerpräsident
Verwaltungsrichterin Fuhrer, Verwaltungsrichter Matti
Gerichtsschreiber Jakob

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 25. März 2015

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Juli 2015, IV/15/402, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1961 geborene A.________ (fortan Versicherte bzw. Beschwerdeführe-
rin) meldete sich am 17. November 2011 unter Hinweis auf psychische 
Beschwerden bei der IV-Stelle Bern (fortan IVB bzw. Beschwerdegegnerin) 
zum Leistungsbezug an (Akten der IVB, Antwortbeilagen [AB], 4, 6). Diese 
gewährte Eingliederungs- und Abklärungsmassnahmen (AB 14, 24, 26, 32, 
35, 41, 47, 49, 52, 54, 57, 59, 63, 65, 68, 70, 79, 88), ermittelte unter der 
Annahme, die Versicherte wäre im Gesundheitsfall zu 80 % erwerbstätig 
bzw. zu 20 % im Haushalt beschäftigt, einen Invaliditätsgrad von 26 % und 
stellte ihr mit Vorbescheid vom 18. Dezember 2014 (AB 98) die Abweisung 
des Leistungsgesuchs hinsichtlich einer Invalidenrente in Aussicht. Nach 
erhobenem Einwand (AB 102) und Rückfrage bei ihrem Abklärungsdienst 
(AB 105 f.) verneinte die IVB mit Verfügung vom 25. März 2015 (AB 107) – 
bei unverändertem Status sowie einem Invaliditätsgrad von nunmehr 36 % 
– einen Rentenanspruch.

B.

Mit Eingabe vom 8. Mai 2015 erhob die Versicherte, vertreten durch 
Rechtsanwalt B.________, Beschwerde und beantragte, die Verfügung sei 
kostenfällig aufzuheben und ihr sei ab 1. August 2014 bzw. seit wann rech-
tens eine halbe Rente auszurichten; eventualiter sei ihr eine Viertelsrente 
zu gewähren bzw. die Sache zur erneuten Haushaltsabklärung an die Be-
schwerdegegnerin zurückzuweisen. Gleichzeitig ersuchte sie um Ge-
währung der unentgeltlichen Rechtspflege.

In ihrer Beschwerdeantwort vom 8. Juni 2015 schloss die Beschwerdegeg-
nerin auf Abweisung der Beschwerde.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Juli 2015, IV/15/402, Seite 3

Erwägungen:

1.

1.1 Die angefochtene Verfügung ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Verfügun-
gen. Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren 
Anträgen nicht durchgedrungen, durch die angefochtene Verfügung berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung, weshalb sie zur 
Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gege-
ben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die 
Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über 
Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. 
Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungs-
rechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwer-
de einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 25. März 2015 
(AB 107). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Invalidenrente. 
Wenngleich zwischen den Parteien der medizinische Sachverhalt unbestrit-
ten ist (vgl. Beschwerde S. 5 Ziff. III Art. 2 Ziff. 1), hat das Gericht sich nicht 
darauf zu beschränken, den Streitgegenstand bloss im Hinblick auf die von 
den Parteien aufgeworfenen Fragen zu überprüfen (BGE 124 V 338 E. 1b 
S. 340; SVR 2001 IV Nr. 18 S. 53 E. 1), zumal die einzelnen Teilaspekte 
der Invaliditätsbemessung nicht selbständig anfechtbar sind und erst als 
rechtskräftig beurteilt gelten, wenn über den Streitgegenstand insgesamt 
rechtskräftig entschieden worden ist (vgl. BGE 125 V 413 E. 2b S. 416).

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

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1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der 
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur 
Arbeitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden kön-
nen auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. 
Art. 7 ATSG). Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens 
und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Ein-
schränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei 
Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu ver-
werten, abwenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitge-
hend objektiv bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 
S. 353; SVR 2014 IV Nr. 2 S. 5 E. 3.1).

Psychosoziale und soziokulturelle Faktoren lassen sich oft nicht klar vom 
medizinisch objektivierbaren Leiden trennen. Trotzdem können solche äus-
seren Umstände nicht als gesundheitliche Beeinträchtigungen im Sinne des 
Gesetzes verstanden werden, weil der gesetzliche Invaliditätsbegriff selber 
klar zwischen der versicherten Person als Trägerin des (invalidisierenden) 
Gesundheitsschadens und der durch ihn verursachten Erwerbsunfähigkeit 

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unterscheidet. Infolgedessen können psychische Störungen, welche durch 
soziale Umstände verursacht werden und bei Wegfall der Belastung wieder 
verschwinden, nicht zur Invalidenrente berechtigen. Zwar kann einer fach-
gerecht diagnostizierten psychischen Krankheit der invalidisierende Cha-
rakter nicht mit dem blossen Hinweis auf eine bestehende psychosoziale 
Belastungssituation abgesprochen werden. Je stärker aber psychosoziale 
und soziokulturelle Faktoren im Einzelfall in den Vordergrund treten und 
das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine 
fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vorhanden 
sein (BGE 127 V 294 E. 5a S. 299; SVR 2012 IV Nr. 52 S. 189 E. 3.2). Nur 
wenn und soweit psychosoziale und soziokulturelle Faktoren einen derart 
verselbstständigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten oder seine – 
unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden – Folgen 
verschlimmern, können sie sich mittelbar invaliditätsbegründend auswirken 
(BGE 139 V 547 E. 3.2.2 S. 552; SVR 2010 IV Nr. 19 S. 59 E. 5.2). In die-
sem Sinn werden Wechselwirkungen zwischen sich körperlich und psy-
chisch manifestierenden Störungen und der sozialen Umwelt berücksich-
tigt, wenn auch bedeutend weniger stark als nach dem in der Medizin ver-
breiteten bio-psycho-sozialen Krankheitsmodell (SVR 2008 IV Nr. 62 S. 
204 E. 4.2).

2.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

3.

3.1 In medizinischer Hinsicht lassen sich den Akten im Wesentlichen 
die folgenden Angaben entnehmen:

3.1.1 Die Beschwerdeführerin steht seit 25. November 2010 bei Dr. 
med. C.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, in 
Behandlung. Diese gab im Schreiben vom 1. November 2011 (AB 4) an, 

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ihre Patientin sei seit einigen Jahren nicht mehr berufstätig und habe sich 
um die Familie gekümmert, wobei sie speziell durch die gesundheitliche 
Situation ihres Ehegatten bzw. ihrer Tochter belastet gewesen sei. Seit 
März 2011 lebe die Tochter nicht mehr im gleichen Haushalt, es habe sich 
jedoch noch keine Beruhigung der häuslichen Atmosphäre eingestellt. Es 
bestehe nebst einer Anpassungsstörung wegen der familiären Belastung 
eine chronische depressive Störung im Sinne einer Erschöpfungsdepressi-
on, vergesellschaftet mit einer dissoziativen Störung.

3.1.2 Der Hausarzt Dr. med. D.________, Facharzt für Allgemeine Inne-
re Medizin FMH, vermerkte im Bericht vom 24. November 2011 (AB 9) als 
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Erschöpfungsde-
pression bei psychosozialen Belastungen sowie ein Vitamin-D-Mangel. 
Körperlich bestehe nur bei starker Belastung und psychisch bei «gestress-
tem» Umfeld eine Einschränkung. Sitzende oder wechselbelastende Tätig-
keiten seien ganztags und eine rein stehende Tätigkeit sei halbtags mit 
uneingeschränkter Leistungsfähigkeit zumutbar. 

3.1.3 Dr. med. C.________ diagnostizierte im Bericht vom 12. Dezem-
ber 2011 (AB 10) eine Angststörung (ICD-10: F40), eine rezidivierende 
depressive Störung mit gegenwärtig mittelgradiger Episode (ICD-10: F33.1) 
sowie einen Verdacht auf eine unsichere/zwanghafte Persönlichkeitss-
törung bzw. differentialdiagnostisch eine Tic-Störung. Sie erklärte, dass vor 
allem die Erschöpfbarkeit, die sozial-phobischen Symptome und die Unsi-
cherheit die Beschwerdeführerin einschränken könnten; diese vermeide 
Kontakt, ziehe sich zurück und habe Mühe, sich in Gang zu setzen. Die 
Psychiaterin erachtete eine Wiedereingliederungsmassnahme mit einem 
steigenden Pensum als wünschenswert, wobei wahrscheinlich mit einem 
Pensum von 50 % ab 2012 begonnen werden könne.

3.1.4 Nachdem die Beschwerdeführerin ab 12. März 2012 ein Aufbau-
training in der Abklärungsstelle E.________ aufgenommen hatte und das 
anfängliche Pensum bis über vier Stunden täglich gesteigert worden war 
(AB 28/2 ff.), berichtete Dr. med. D.________ am 21. August 2012 über 
einen verschlechterten Gesundheitszustand (AB 31). Unter Beilage eines 
radiologischen Befundberichts (AB 31/4) führte er aus, es bestünden belas-
tungsabhängige Beckenschmerzen rechts infolge einer Fehlsta-

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tik/Fehlhaltung der Lendenwirbelsäule und des Beckens, eine Skoliose der 
Lendenwirbelsäule, ein Beckenschiefstand bei Beinlängendifferenz (links 
kürzer) sowie ein muskuläres Defizit. Neu hinzugetreten seien eine mus-
kuläre Dysbalance mit Muskeldefizit im Becken/Rumpf sowie eine Belas-
tungsintoleranz nach längerem aktivem Agieren von über vier Stunden oh-
ne längere Pausen und Schonung.

3.1.5 Im Verlaufsbericht vom 4. September 2012 (AB 34) ging auch Dr. 
med. C.________ von einer veränderten Situation aus. Während sich die 
Angststörung minim stabilisiert habe und die rezidivierende depressive 
Störung nur noch leicht- bis mittelgradig ausgeprägt sei, habe sich die Ver-
dachtsdiagnose einer unsicheren, zwanghaften, emotional instabilen Per-
sönlichkeitsstörung (ICD-10: F61.0) gefestigt. In der Zwischenzeit habe 
sich gezeigt, dass die vermutete Tic-Störung wahrscheinlich eine Störung 
der Impulskontrolle (ICD-10: F63.8) sei. Alle Diagnosen beeinflussten und 
verstärkten sich gegenseitig und hätten zusammen einen Einfluss auf die 
Arbeitsfähigkeit. Im Beiblatt vom 3. September 2012 (AB 34/5) zum Ver-
laufsbericht erachtete sie die Tätigkeit in der Abklärungsstelle E.________ 
als durchaus zumutbar.

3.1.6 Am 19. Januar 2013 beschrieb der Hausarzt bei unveränderten 
Diagnosen einen verbesserten Gesundheitszustand. Mit dem schrittweisen 
Einsetzen von Ferseneinlagen habe eine Teilbesserung des Beckenschief-
standes erreicht werden können. Der Ausgleich der Beinlängendifferenz 
und damit die Korrektur des Beckenschiefstandes könnten wegen sekun-
dären Rückenschmerzen nur schrittweise über Monate erfolgen. Damit die 
Kompensation gelinge, werde parallel dazu Muskeltraining betrieben 
(AB 39).

3.1.7 In der Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) 
vom 21. Februar 2013 (AB 44) empfahl med. pract. F.________, Fachärztin 
für Neurologie sowie für Psychiatrie und Psychotherapie, die Integrations-
massnahmen mit einem Pensum von 60 % weiterzuführen und frühestens 
im August 2013 auf 70 % zu steigern. Es sei wichtig, den Eingliederungs-
prozess mindestens über zwei Jahre zu begleiten. Derzeit sei ein Abbruch 
bei den sehr gut vorhandenen Ressourcen ebenso wenig sinnvoll wie die 
Durchführung einer psychiatrischen Begutachtung. Es könne nicht allein 

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auf die allgemeinmedizinische Situation abgestellt werden, da die versiche-
rungsmedizinisch relevanten Aspekte auf psychiatrischem Fachgebiet lä-
gen.

3.1.8 Die behandelnde Psychiaterin berichtete am 21. Juli 2014 bei un-
veränderter diagnostischer Situation über einen verbesserten Gesundheits-
zustand. Seit Beginn der Eingliederungsmassnahmen habe die Belastbar-
keit und Leistungsfähigkeit kontinuierlich und anhaltend gesteigert werden 
können. Die Arbeitsunfähigkeit schätze sie aktuell auf 40 %, wobei eine 
Steigerung des Arbeitspensums auf zirka 60 % aus medizinischer Sicht 
nicht unmöglich, jedoch mit grosser Wahrscheinlichkeit aus sozialen Grün-
den nicht umsetzbar sei. Die Beschwerdeführerin könne die Arbeitstätigkeit 
und die Funktion als Hausfrau und Mutter einigermassen gut vereinbaren 
unter der Bedingung, dass sie sich am Nachmittag für zirka drei Stunden 
zurückziehe und schlafe. Ergänzende medizinische Abklärungen seien 
nicht angezeigt (AB 80).

3.1.9 Die RAD-Ärztin schloss sich in ihrer Aktenbeurteilung vom 8. Sep-
tember 2014 (AB 87) der Auffassung von Dr. med. C.________ an. Die 
bestehenden sozialen Gründe seien im Rahmen der Eingliederungsmass-
nahmen «barrierebildend» und daher auch zu beachten, versicherungsme-
dizinisch könnten diese Aspekte medizinisch-theoretisch jedoch nicht ge-
wertet werden. Ein 60%iges Pensum mit der Möglichkeit zu einer dreistün-
digen Pause am Nachmittag sei ohne Leistungsabzug zumutbar. Bei einer 
weiteren Stabilisierung und Verbesserung des Gesundheitszustandes kön-
ne in zwei Jahren versucht werden, das Pensum allenfalls noch zu stei-
gern.

3.2 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99). 

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Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352). Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte 
kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar 
begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre 
Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in 
einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht 
schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Glei-
ches gilt, wenn ein frei praktizierender Arzt von einer Versicherung wieder-
holt für die Erstellung von Gutachten beigezogen wird (SVR 2008 IV Nr. 22 
S. 70 E. 2.4). Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Miss-
trauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet er-
scheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den 
Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unpartei-
lichkeit des Gutachters allerdings ein strenger Massstab anzulegen (BGE 
125 V 351 E. 3b ee S. 354).

3.3 Die angefochtene Verfügung vom 25. März 2015 (AB 107) stützt 
sich auf den (aktualisierten) Abklärungsbericht Haushalt vom 19. März 
2015 (AB 105), welcher in medizinischer Hinsicht auf der Einschätzung von 
pract. med. F.________ vom 8. September 2014 (AB 87) basiert.

3.3.1 Die betreffende Aktenbeurteilung der RAD-Ärztin erfüllt die höch-
strichterlichen Beweisanforderungen (vgl. E. 3.2 hievor) jedoch nicht und ist 
damit als Grundlage zur Invaliditätsbemessung ungeeignet. Zwar ist prinzi-
piell nicht zu beanstanden, dass keine persönliche Exploration durchgeführt 
wurde (vgl. RKUV 2006 U 578 S. 175 E. 3.4, 1988 U 56 S. 371 E. 5b), in-
des fehlt für die attestierte Arbeitsunfähigkeit eine schlüssige Begründung. 

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Med. pract. F.________ orientierte sich offenbar einzig an den Annahmen 
der behandelnden Psychiaterin (AB 80) und ging auch nicht auf die frühere 
RAD-Stellungnahme vom 21. Februar 2013 (AB 44) ein, in der sie implizit 
die (spätere) Durchführung einer psychiatrischen Begutachtung in Betracht 
gezogen hatte. Des Weiteren wies die RAD-Ärztin zwar zutreffend darauf 
hin, dass die psychosozialen Aspekte (vgl. E. 2.2 hievor) medizinisch-
theoretisch nicht zu werten seien (AB 87/2), eine klare Abgrenzung zu den 
eigentlichen psychopathologischen Vorgängen im Sinne der gestellten Dia-
gnosen nahm sie aber nicht vor. 

3.3.2 Auch die Berichte der behandelnden Dres. med. C.________ und 
D.________ können nicht als Entscheidgrundlage herangezogen werden. 
In jenem vom 1. November 2011 (AB 4) äusserte sich die Psychiaterin 
nicht zur medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit und im Bericht vom 
12. Dezember 2011 (AB 10) blieb sie diesbezüglich vage. Beide Berichte 
spiegeln zudem allein die Situation vor der Eingliederung wieder, wobei die 
Einsätze in der Abklärungsstelle E.________ offensichtlich zu einer Ver-
besserung des Gesundheitszustandes geführt haben (AB 80/1). Die weite-
ren Verlaufsberichte vom 3. bzw. 4. September 2012 (AB 34) und 21. Juli 
2014 (AB 80) enthalten weder eine nachvollziehbare Begründung noch 
eine kritische Auseinandersetzung mit den Ergebnissen der Abklärungen in 
der Abklärungsstelle E.________, vielmehr wurde lediglich das in den prak-
tischen Erprobungen (Belastbarkeits- bzw. Aufbautraining) faktisch präsen-
tierte Leistungsvermögen ohne Würdigung wiedergegeben. 

Die somatische Situation ist ebenfalls nicht abschliessend geklärt. So gab 
der Hausarzt am 24. November 2011 (AB 9) an, körperlich sei seine Pati-
entin nur bei starker Belastung eingeschränkt (AB 9/4 Ziff. 1.7) aber rein 
stehende Tätigkeiten seien lediglich halbtags zumutbar (AB 9/6). Im Bericht 
vom 19. Januar 2013 (AB 39) führte er sodann aus, eine «sitzende Tätig-
keit [sei] theoret. voll machbar» (AB 39/3 Ziff. 3), was wiederum impliziert, 
dass funktionelle Einschränkungen bei stehenden Beschäftigungen vorlie-
gen bzw. nicht alle Tätigkeiten möglich sind. Die lumbalen Beschwerden 
wurden auch mit einer gewissen Dekonditionierung erklärt, die sich allen-
falls durch Muskelaufbau kompensieren lässt (AB 9/4 Ziff. 1.8, 31/3 Ziff. 4, 
39/2 Ziff. 4, 39/3 Ziff. 4). Allerdings lässt sich dem Bericht der Abklärungs-

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stelle E.________ vom 4. September 2012 (AB 35) im Zusammenhang mit 
den Rücken- bzw. Hüftschmerzen entnehmen, dass eine bildgebende Un-
tersuchung (MRI) eines Tumors erfolgt sei (AB 35/2 Ziff. 3), wobei sich der 
entsprechende Befundbericht – soweit ersichtlich – nicht in den Akten be-
findet. Im Bericht der Abklärungsstelle E.________ vom 22. April 2013 
(AB 49) wurden wiederum Rücken- und Hüftschmerzen erwähnt, im weite-
ren Verlauf sollen «die physischen Probleme jedoch kaum noch ein The-
ma» gewesen sein (AB 49/2 Ziff. 3). In den späteren Berichten der Ab-
klärungsstelle E.________ (AB 54, 57, 63, 65, 79) finden sich keine Aus-
führungen mehr zu dieser Problematik, womit unklar ist, wie sich die dies-
bezüglichen Symptome entwickelten bzw. ob der vom Hausarzt – je nach 
Beschwerdeverlauf – empfohlene konsiliarische Beizug eines «Wirbelsäu-
lenorthopäden» (AB 39/2 Ziff. 8) obsolet wurde. 

3.3.3 Die Ergebnisse der beruflichen Abklärung – im Schlussbericht der 
Abklärungsstelle E.________ vom 10. Juli 2014 (AB 79) wurde ein Be-
schäftigungsgrad von 50 % (Halbtagespensum) als ideal erachtet – führen 
ebenfalls nicht zur abschliessenden Klärung der medizinischen Situation. 
Wohl können aus dem Verhalten der versicherten Person im Rahmen der 
beruflichen (Selbst-)Eingliederung gewisse Rückschlüsse in Bezug auf den 
Schweregrad eines Gesundheitsschadens bzw. die vorhandenen Ressour-
cen gezogen werden (vgl. Entscheid des Bundesgerichts vom 3. Juni 2015, 
9C_492/2014, E. 4.3.1.2 [zur Publikation vorgesehen]), es ist aber am Arzt 
eine Schätzung zur Arbeitsunfähigkeit abzugeben und diese aus seiner 
Sicht so substanziell wie möglich zu begründen, während die Fachperso-
nen der beruflichen Integration und Berufsberatung höchstens in Ergän-
zung der medizinischen Unterlagen einzuschalten sind (vgl. BGE 140 V 
193 E. 3.2 S. 195).

Abgesehen davon, dass der seitens der Abklärungsstelle E.________ ab-
gegebenen Einschätzung die medizinische Basis fehlt, berücksichtigte sie 
insbesondere invaliditätsfremde Faktoren (vgl. E. 2.2 hievor): So soll die 
psychosoziale Belastungssituation (Schwierigkeiten im familiären Bereich 
[AB 54/4, 54/7, 57/2, 63/3, 65/3, 69/1]) dafür (mit-)verantwortlich gewesen 
sein, dass eine Steigerung des Pensums nicht möglich war (AB 79/2). Hin-
zu kommt, dass die Notwendigkeit, nach den Einsätzen im externen Prakti-

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kum jeweils zwei bis drei Stunden zu schlafen (AB 79/2; vgl. auch AB 80/1 
Ziff. 3, 87/2), medizinisch nicht geklärt ist.

3.4 Nach dem Gesagten wurde der medizinische Sachverhalt nicht 
rechtsgenüglich abgeklärt. Obwohl dies nicht gerügt wurde (vgl. E. 1.2 hie-
vor), ist die Sache folglich in Aufhebung der angefochtenen Verfügung 
(AB 107) an die Verwaltung zurückzuweisen, damit diese in Nachachtung 
der Untersuchungsmaxime (Art. 43 Abs. 1 ATSG) entsprechende Ab-
klärungen – allenfalls durch den RAD – nachholt und anschliessend neu 
verfügt. Bei dieser Ausgangslage kann über die Einschränkungen im 
Haushalt vorerst nicht befunden werden (vgl. Beschwerde S. 9 ff. Ziff. III 
Art. 5) und erübrigen sich Weiterungen hinsichtlich der beanstandeten Inva-
liditätsbemessung (Statusfrage, hypothetisches Invalideneinkommen; vgl. 
Beschwerde S. 5 ff. Ziff. III Art. 3 bzw. S. 8 f. Ziff. III Art. 4).

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung 
oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach 
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). Damit wird das Gesuch um 
unentgeltliche Rechtspflege gegenstandslos.

4.2 Angesichts ihres Unterliegens hat die Beschwerdegegnerin der 
Beschwerdeführerin die Parteikosten zu ersetzen. Diese werden ohne 
Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach 
der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). 

In der Kostennote vom 19. Januar 2015 hat Rechtsanwalt B.________ ein 
Honorar von Fr. 2‘600.-- sowie Auslagen von Fr. 105.40 und die Mehrwert-
steuer von Fr. 216.45 geltend gemacht. Diese Beträge sind nicht zu bean-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Juli 2015, IV/15/402, Seite 13

standen. Der gesamte Parteikostenersatz wird somit auf Fr. 2‘921.85 (inkl. 
Auslagen und MWSt.) festgesetzt.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 25. März 2015 aufgehoben und die Sache an die 
Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie nach Vornahme der 
Abklärungen im Sinne der Erwägungen neu verfüge.

2. Das Verfahren betreffend das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege 
wird als gegenstandslos geworden vom Geschäftsverzeichnis abge-
schrieben.

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt.

4. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 2‘921.85 (inkl. Auslagen und MWSt.), zu 
ersetzen.

5. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Juli 2015, IV/15/402, Seite 14

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.