# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 38bf6ca9-af45-5aba-9910-f9c8403d939d
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2002-12-03
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Sonstige Kammern 03.12.2002 SKA 2002 28
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_999_SKA-2002-28_2002-12-03.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
  Tribunale cantonale dei Grigioni
  Dretgira chantunala dal Grischun

Ref.: Chur, 03. Dezember 2002 Schriftlich mitgeteilt am: 
SKA 02 28

Entscheid
Kantonsgerichtsausschuss

als Aufsichtsbehörde über Schuldbetreibung und Konkurs

Präsident Schmid, Kantonsrichterin Heinz-Bommer und Kantonsrichter Rehli, Ak-
tuar Conrad.

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In der Schuldbetreibungs- und Konkursbeschwerde

der A. B . , Schuldnerin und Beschwerdeführerin,

gegen

die Verfügung des Betreibungsamtes Klosters vom 2. Oktober 2002, mitgeteilt am 
2. Oktober 2002, in Sachen der U . , Gläubigerin und Beschwerdegegnerin, gegen 
die Schuldnerin und Beschwerdeführerin, 

betreffend Lohnpfändung/Anzeige an Arbeitgeber,

hat sich ergeben:

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A. In den Betreibungen Nr. 202210 und 202484 (Gruppe-Nr. 2010081) 
des Betreibungsamtes Klosters mit dem Kanton X (Betreibungsforderung Fr. 200.– 
zuzüglich Zinsen und Kosten) und der Krankenkasse U. (Betreibungsforderung Fr. 
980.10 zuzüglich Zinsen und Kosten), als Gläubiger und A. B., als Schuldnerin, leis-
tete die Schuldnerin einer ersten Vorladung zwecks Pfändung für den 17. Septem-
ber 2002 auf das Betreibungsamt keine Folge. Am 2. Oktober 2002 vollzog das 
Betreibungsamt Klosters im Beisein des zwischenzeitlich bestellten und sich mit 
schriftlicher Vollmacht ausweisenden Rechtsvertreters der Schuldnerin, H., auf dem 
Betreibungsamt die Pfändung. An Belegen zu den Einkommensverhältnissen wur-
den vom Rechtsvertreter ein Lohnausweis der Arbeitgeberin Hochgebirgsklinik Da-
vos-Wolfgang mit einem Nettolohn von Fr. 4'174.20 sowie ein Mietvertrag mit einem 
monatlichen Mietzins von Fr. 1'800.– zuzüglich Nebenkosten für die 5 ½- Zimmer-
Wohnung der alleinstehenden Schuldnerin in Serneus eingelegt. Im übrigen wies 
der Rechtsvertreter darauf hin, dass der Schuldnerin vom Lohn monatlich Fr. 400.– 
für die Tilgung eines für Zahnarztkosten verwendeten Lohnvorschusses abgezogen 
werde. Ferner werde die Schuldnerin ab 26. Oktober 2002 eine günstigere Woh-
nung für Fr. 1'350.–/Mt. inkl. Nebenkosten in Jenaz beziehen.

Am 2. Oktober 2002 leistete die Schuldnerin dem Betreibungsamt eine Bar-
zahlung von Fr. 200.– auf Anrechnung an die Betreibung Nr. 202210.

Ausgehend von einem Nettolohn von Fr. 4'548.40 errechnete das Betrei-
bungsamt gestützt auf die weiteren Angaben der Schuldnerin einen Notbedarf von 
Fr. 2'550.– (Grundbetrag Fr. 1'100.–, Mietzins Fr. 1'350.– Arbeitsplatzfahrten Fr. 
100.–) und die monatlich pfändbare Lohnquote mit Fr. 1'990.–. Gleichzeitig mit dem 
Pfändungsvollzug erliess das Betreibungsamt die Anzeige der Lohnpfändung an die 
Arbeitgeberin, mit der Verfügung, vom Oktoberlohn der Schuldnerin den Betrag von 
Fr. 1'480.75 dem Betreibungsamt abzuliefern.  

B. Gegen die ihrer Arbeitgeberin zugestellte Pfändungsurkunde [recte: 
Pfändungsanzeige] erhob A. B. mit Eingabe vom 16. Oktober 2002 Beschwerde an 
den Kantonsgerichtsausschuss als Aufsichtsbehörde über Schuldbetreibung und 
Konkurs. Sie rügt vorab, das Betreibungsamt habe sie vorgängig in keiner Weise 
angehört; es seien bei ihr weder eine aktuelle Lohnabrechnung eingeholt noch ihre 
Lebenshaltungskosten abgeklärt worden. Unter Einlage ihres privaten Zahlungs-
journals für das laufende Jahr macht sie sodann im wesentlichen geltend, sie lebe 
auf dem reinen Existenzminimum. Sie habe zwei erwachsene Kinder, Enkelkinder 
und eine schwer kranke Mutter, welche alle hin und wieder ihrer Unterstützung be-

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dürften. Da sie einerseits für ihre zum Teil in Randzeiten zu leistenden Arbeitszeiten 
auf ein Fahrzeug angewiesen, andererseits jedoch nicht kreditwürdig sei, habe sie 
über ihre Tochter einen Fahrzeugleasingvertrag abschliessen müssen. Die monat-
lichen Kosten von Fr. 514.05 seien ihr im Notbedarf ebenso anzurechnen wie ein 
Beitrag an die Mehrkosten auswärtiger Verpflegung. Die ihr infolge des Umzugs 
erwachsenden zusätzlichen Kosten für Möbeltransport, Mietzinsdepot und weitere 
übliche Kosten seien ihr anzurechnen. Schliesslich müssten auch ihre an das Be-
treibungsamt und die Gläubigerin U. direkt geleisteten Abschlagszahlungen Berück-
sichtigung finden.

C. Am 24. Oktober 2002 schloss sich die Krankenkasse U. mit der weite-
ren Betreibung Nr. 202315 über Fr. 545.10 (zuzüglich Zinsen und Kosten) der Pfän-
dungsgruppe Nr. 2010081 an. Am 31. Oktober zahlte die Schuldnerin zu Gunsten 
der laufenden Pfändungsgruppe Fr. 700.– an das Betreibungsamt. Nach Ablauf der 
Teilnahmefrist erliess das Betreibungsamt die Pfändungsurkunde und teilte sie am 
12. November 2002 den Beteiligten mit. Zur Deckung ausstehender Pfändungsfor-
derungen von Fr. 2'109.45 wurden gemäss Pfändungsurkunde vom Lohneinkom-
men monatlich Fr. 1'160.– gepfändet. Dieser pfändbaren Lohnquote liegt folgende 
Berechnung des Amtes zu Grunde:

Einkommen
Monatslohn Fr. 4'174.20

Notbedarf 
Notbedarf Grundbetrag Fr. 1'100.00

Kinderzuschlag Fr. 0.00
Anrechnung Umzugskosten Fr. 100.00
Mietzins inklusive Nebenkosten Fr. 1'350.00
Krankenkasse Fr. 181.70
Auswärtige Verpflegung Fr. 160.00
Arbeitsplatz-Fahrten Fr. 120.00
Total Notbedarf Fr. 3'011.70

pfändbare Lohnquote
Betrag über Existenzminimum Fr. 1'162.50
Rundung Fr. 2.50
zu pfändende Lohnquote Fr. 1'160.00

Gleichentags erliess das Betreibungsamt eine neue Anzeige gemäss Art. 99 
SchKG an die Arbeitgeberin.

D. Das Betreibungsamt Klosters schliesst auf Abweisung der Be-
schwerde. Die Gläubiger liessen sich innert Frist nicht vernehmen.

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Der Kantonsgerichtsausschuss zieht in Erwägung :

1. Gemäss Art. 17 SchKG kann mit Ausnahme der Fälle, in denen das 
Gesetz den Weg der gerichtlichen Klage vorschreibt, binnen zehn Tagen seit dem 
Tage, an welchem der Beschwerdeführer von der Verfügung Kenntnis erhalten hat, 
gegen jede Verfügung eines Betreibungs- oder eines Konkursamtes bei der Auf-
sichtsbehörde wegen Gesetzesverletzung oder Unangemessenheit Beschwerde 
geführt werden. Die Beschwerdeführerin rügt unter anderem eine Verletzung der 
relativen Vollstreckungsschranke von Art. 93 SchKG. Diesbezüglich ist fraglich, ob 
eine anfechtbare Verfügung im Sinne des Gesetzes vorliegt. Denn in tatsächlicher 
Hinsicht steht fest, dass die Beschwerdeführerin die Pfändung bereits in einem Zeit-
punkt anfocht, in welchem eine Pfändungsurkunde weder ausgestellt noch mitgeteilt 
war. Das Pfändungsprotokoll über die Einvernahme des Schuldners und das sepa-
rate Blatt mit der Berechnung des Notbedarfs, welche keine Betreibungsurkunden 
darstellen, und die weder dem Gläubiger noch dem Schuldner ohne weiteres zur 
Kenntnis gebracht werden, sind lediglich  - für sich allein nicht anfechtbare -  interne 
Hilfsurkunden im Sinne einer Gedächtnisstütze des Betreibungsbeamten zwecks 
nachmaliger Erstellung der Pfändungsurkunde, welche ihrerseits die authentische 
Verurkundung der Pfändung darstellt. Gibt es zwischen Pfändungsprotokoll und 
Pfändungsurkunde Abweichungen, geht die dem Schuldner mitgeteilte Pfändungs-
urkunde vor (Basler Kommentar, N 4 zu Art. 112 SchKG). Wenn es darum geht, ob 
und welche Quote des unselbständigen Erwerbseinkommens eines Schuldners ge-
pfändet werden darf, bildet die Pfändungsurkunde das Anfechtungsobjekt, und es 
beginnt die Beschwerdefrist hinsichtlich der Pfändung erst mit der Zustellung der 
Pfändungsurkunde zu laufen (BGE 107 III 7 E. 2). Insofern war die Beschwerde am 
16. Oktober 2002 verfrüht.

Aufgrund der Aktenlage ergibt sich indessen, dass unmittelbarer Anlass für 
die Beschwerde die Anzeige der Lohnpfändung auf dem obligatorischen Formular 
Nr. 10 an die Arbeitgeberin gemäss Art. 99 SchKG war. Darin ist eine amtliche Vor-
kehr im Sinne einer Verfügung mit Wirkung gegen aussen beziehungsweise für die 
Parteien zu sehen (BGE 107 III 78 E. 4, 85 III 57 E. 3), weshalb sie Anfechtungsob-
jekt gemäss Art. 17 SchKG sein kann. Insoweit ist daher auf die im übrigen recht-
zeitige, eine Begründung und sinngemäss auch Anträge enthaltende Beschwerde 
einzutreten.

2. Die Anzeige an den Arbeitgeber, die gemäss Art. 99 SchKG zu erlas-
sen ist, wenn der Schuldner eine unselbständige Erwerbstätigkeit ausübt (obligato-

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risches Formular Nr. 10), ist kein wesentlicher Bestandteil des Pfändungsvollzugs 
und nicht Gültigkeitsvoraussetzung einer Pfändung, sondern eine zum Pfändungs-
vollzug hinzutretende Sicherungsmassnahme (BGE 78 III 12, 83 III 5). Bei der Pfän-
dungsanzeige gemäss Art. 99 SchKG handelt es sich um eine zwingende gesetzli-
che Vorgabe, die nicht auf die persönliche Befindlichkeit der Betroffenen Rücksicht 
nehmen kann. Sie stellt eine unaufschiebbare Sicherungsmassnahme zur Vermö-
genserhaltung dar, mit welcher der Pfändungsbeschlag bereits an der Quelle der 
Entstehung der gepfändeten Forderung durchgesetzt werden will. Der Schuldner 
soll gar nicht erst die Verfügungsmacht über die gepfändeten Werte erlangen und 
somit auch nicht in Versuchung kommen, gegen das Verfügungsverbot von Art. 169 
StGB zu verstossen. Der Gläubiger hat Anspruch darauf, dass diese Anzeige un-
verzüglich erfolgt, da sonst der Schuldner die Wirksamkeit der Lohnpfändung prak-
tisch vereiteln könnte (BGE 83 III 5 E. 2b). Sie kann auch während den Betreibungs-
ferien und mitunter sogar bereits vor der Pfändung angeordnet werden. Art. 99 
SchKG stellt den Erlass der Anzeige an den Schuldner der gepfändeten Forderung 
im übrigen jedoch nicht in das Ermessen des Betreibungsamtes, sondern schreibt 
diese Anzeige allgemein vor. Die Aufsichtsbehörden können das Betreibungsamt 
von der Einhaltung dieser Vorschrift nicht entbinden. Das könnten höchstens die 
Gläubiger tun, indem sie auf die zu ihrem Schutz vorgeschriebene Anzeige verzich-
teten. Wenn das Betreibungsamt die Anzeige im Vertrauen auf die Ehrlichkeit des 
Schuldners von sich aus unterliesse, wäre es für einen dem Gläubiger daraus al-
lenfalls entstehenden Schaden verantwortlich (BGE 83 III 19 E. 2). Dass die Gläu-
biger auf die Anzeige an die Arbeitgeberin verzichtet hätten, wird hier nicht geltend 
gemacht. Eine so genannte "stille Lohnpfändung" kam auch angesichts der betrei-
bungsrechtlichen Vorgänge bei der Beschwerdeführerin (act. 03.1.17) nicht in Be-
tracht. Soweit mit Beschwerde die Anzeige an die Arbeitgeberin gerügt wird, ist sie 
folglich abzuweisen.

3. Insoweit mit Beschwerde der Vorwurf der Gehörsverweigerung erho-
ben beziehungsweise bemängelt wird, das Betreibungsamt habe die für eine Lohn-
pfändung von Amtes wegen zu ermittelnden tatsächlichen Verhältnisse nicht oder 
unvollständig abgeklärt, ist sie ebenfalls abzuweisen. Die Pfändung war ordnungs-
gemäss angekündigt. Das Betreibungsamt konnte davon ausgehen, dass die Be-
schwerdeführerin beim Pfändungsvollzug rechtsgültig vertreten war, nachdem der 
Vertreter bei anderen Vorgängen im gleichen Betreibungskreis eine schriftliche Voll-
macht eingereicht hatte (act. 03.1.2). Die Beschwerdeführerin beziehungsweise ihr 
Rechtsvertreter wurden vorgängig schriftlich darauf hingewiesen, dass über die Er-
werbsverhältnisse und die für den Notbedarf relevanten Tatsachen lückenlos Aus-

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kunft zu erteilen war und die entsprechenden Unterlagen und Belege zum Pfän-
dungstermin mitzubringen waren (act. 03.1.6). Die Folgen von Versäumnissen bei 
diesen vollstreckungsrechtlichen Mitwirkungspflichten trägt die Beschwerdeführe-
rin.

4. Insoweit in der nachmalig erlassenen Pfändungsurkunde vom 12. No-
vember 2002 neu an die Mehrkosten auswärtiger Verpflegung Fr. 160.–, für Kran-
kenversicherung Fr. 181.70 und für Umzugskosten Fr. 100.– monatlich im Notbedarf 
berücksichtigt wurden (act. 06., Notbedarfsrechnung), sind die entsprechenden Rü-
gen in der Beschwerde gegenstandslos geworden. Gleiches ist in Bezug auf die 
Berücksichtigung der in der Betreibung Nr. 202484 direkt an die betreibende Gläu-
bigerin U. erfolgten Abschlagszahlung von Fr. 445.45 festzustellen (act. 01.5, 06. 1 
S. 1, 03.1.16).

5.a. Hinreichende Anzeichen für einen tatsächlichen Wohnungswechsel 
der Beschwerdeführerin sind gegeben (act. 01. 4, 03.1.13). Nachdem auch das Be-
treibungsamt bei der Pfändung den neuen, tieferen Mietzins angenommen hat, wa-
ren allfällige mit dem Umzug verbundene Kosten grundsätzlich zu berücksichtigen 
(BGE 87 III 100 E. 2), wobei festzustellen ist, dass anlässlich des Pfändungsvollzu-
ges diesbezügliche Kosten weder dem Grundsatz nach noch konkret geltend ge-
macht wurden. Aus den Beilagen zur Beschwerde (act. 01.9) ist ersichtlich, dass die 
Beschwerdeführerin nunmehr pauschal die Anrechnung von Umzugskosten von Fr. 
2'500.– in ihrem Notbedarf geltend macht. Angesichts des Umstandes, dass sie sich 
auch diesbezüglich weigert, den behaupteten Aufwand zahlenmässig zu belegen, 
ist indessen nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz unter diesem Titel im Not-
bedarf monatlich bloss Fr. 100.– angerechnet hat. 

b. Die Beschwerdeführerin behauptet, da sie selbst nicht mehr kreditwür-
dig sei, habe sie "über ihre Tochter" einen Fahrzeugleasingvertrag mit Kosten von 
monatlich Fr. 514.05 abschliessen müssen. Damit wird stillschweigend geltend ge-
macht, sie müsse ihre Tochter für diesen Betrag schadlos halten. Aus dem Wohn- 
und Arbeitsort und den nicht zum vorneherein unglaubwürdigen Behauptungen, sie 
müsse in ihrer Stellung als Marketingangestellte und Sekretärin des QM-Verant-
wortlichen auch in Randzeiten und ausserhalb der normalen Geschäftszeiten arbei-
ten, ergeben sich zwar gewisse Anhaltspunkte, dass die Beschwerdeführerin für 
ihre Erwerbstätigkeit auf ein Privatfahrzeug angewiesen sein könnte. Da sie bislang 
weder dem Betreibungsamt noch der Aufsichtsbehörde schlüssige Belege dafür 
eingereicht hat, dass und in welcher Höhe diese Leasingkosten tatsächlich anfallen 

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und letztlich auch von ihr selbst zu berappen sind, kommt eine Anrechnung, über 
die von der Vorinstanz zugebilligten Kosten für die öffentlichen Verkehrsmittel (Fr. 
120.–/Mt.) hinaus, vorderhand nicht in Betracht. 

c. Die alleinstehende Schuldnerin hält dafür, sie lebe auf dem reinen 
Existenzminimum. Damit beantragt sie sinngemäss, es müsse ihr das gesamte Net-
toeinkommen von Fr. 4'174.– als unumgänglich notwendiger Lebensunterhalt un-
geschmälert belassen werden. Sie übersieht, dass der Schuldner jede zumutbare 
Anstrengung zu unternehmen hat, um seine Gläubiger zu befriedigen. Damit ver-
trägt sich schlecht, dass die Beschwerdeführerin allein für Telefonie, Fotografie, 
Bücher und Spenden an gemeinnützige Institutionen monatlich durchschnittlich Fr. 
460.– ausgibt (act. 01.7). 

Dem privaten Zahlungsjournal kann weiter entnommen werden, dass die Be-
schwerdeführerin ihren Kindern im laufenden Jahr ein Feriengeld von Fr. 1'200.– 
zukommen liess. Ihr Einwand, sie habe zwei erwachsene Kinder, Enkelkinder und 
eine schwer kranke Mutter, welche alle hin und wieder ihrer Unterstützung bedürf-
ten, ist zwangsvollstreckungsrechtlich irrelevant. Dass es sich um unmittelbar ge-
setzliche oder auf Urteil gründende Leistungspflichten handelt, wird nicht geltend 
gemacht. Soweit es um die Mutter der Beschwerdeführerin geht, käme allenfalls 
eine Berücksichtigung von Unterstützungsleistungen im Notbedarf unter dem Titel 
"anderweitige rechtlich oder moralische geschuldete Unterstützung" in Betracht. 
Voraussetzung wäre indes ein Nachweis über die in der Vergangenheit geleistete 
Unterstützung, der erwarten lässt, dass sie voraussichtlich auch während der Dauer 
der Pfändung erfolgen wird. Der Beschwerdeführerin ist diese Mitwirkungspflicht be-
kannt, hat sie doch selbst die Richtlinien für die Berechnung des betreibungsrecht-
lichen Existenzminimums als Beweismittel eingelegt (act. 01.11). Gleichwohl be-
gnügt sie sich mit blossen Behauptungen.

d. Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin sind Steuern im Notbe-
darf nicht zu berücksichtigen - weder die laufenden noch Steuerschulden (vgl. Ziff. 
III des Kreisschreibens der Aufsichtsbehörde vom 17. Januar 2001 betreffend die 
Änderung der Richtlinien für die Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenz-
minimums (Notbedarf) nach Art. 93 SchKG).

e. Obwohl gemäss eingelegter Lohnabrechnung für den Mai 2002 (act. 
03.1.11) bereits anlässlich der Pfändung klar sein musste, dass der Nettolohn Fr. 
4'147.20 betrug, ging das Betreibungsamt in einer ersten Berechnung der Pfän-

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dungsquote von einem solchen von Fr. 4'548.40 aus. Der Grund dafür liegt einer-
seits in der Aufrechnung des Abzugs für die Prämie der nichtgesetzlichen Kranken-
taggeldversicherung. Eine solche Aufrechnung wäre erst mit Wirkung nach Ablauf 
der entsprechenden Kündigungsfrist zulässig. Der Vernehmlassung des Amtes ist 
zu entnehmen, dass der erheblich höher angenommene Lohn ferner auf eine an-
teilsmässige Aufrechnung des 13. Monatslohnes bei den ordentlichen Monatslöh-
nen zurückzuführen ist. Das ist ebenso unzulässig, würde doch damit Pfändungs-
substrat aktiviert, über welches die Schuldnerin noch gar nicht verfügen kann. Der 
13. Monatslohn stellt zwar pfändbares Einkommen dar, darf indessen nur geson-
dert, das heisst erst auf den Zeitpunkt seiner Auszahlung gepfändet werden. Mass-
geblich ist jedoch, dass die nachmalige Pfändungsurkunde nunmehr vom zutreffen-
den Nettoeinkommen von Fr. 4'174.20 ausgeht (act. 06.1).

 Anlässlich des Pfändungsvollzuges wurde geltend gemacht, es werde der 
Schuldnerin zwecks Tilgung eines von ihr bezogenen Lohnvorschusses monatlich 
Fr. 400.– vom Lohn abgezogen (act. 03.1.8). Diese Tatsache ist mittlerweile durch 
Einlage der Lohnabrechnung September 2002 erhärtet (act. 01.2). Gleichwohl ist 
die Beschwerdeführerin damit nicht zu hören. Denn es geht zumindest zwangsvoll-
streckungsrechtlich nicht an, dass ein Schuldner die künftige Verfügbarkeit seines 
Lohnes auf diese Art und Weise präjudiziert, es sei denn, er beweise im Grundsatz 
und zahlenmässig die Verwendung für betreibungsrechtlich geschützte Zwecke. Die 
rechtlichen Anforderungen an den betreibungsrechtlichen Notbedarf können nicht 
durch Bezüge von Lohnvorschüssen umgangen werden. Die Beschwerdeführerin 
hat vorliegend zwar behauptet, sie habe den Lohnvorschuss für Zahnarztkosten 
benötigt und verwendet. Belege hat sie einmal mehr keine produziert. Abgesehen 
von einer möglicherweise darunter fallenden Zahlung von Fr. 200.– am 10. Oktober 
2002, geht auch aus ihrem Zahlungsjournal kein entsprechender Aufwand hervor.

6. Die Beschwerdeführerin macht schliesslich geltend, von ihr an das Be-
treibungsamt überwiesene Teilzahlungen seien bei der Pfändung zu berücksichti-
gen. Darin ist ihr beizupflichten. Die Pfändungsurkunde (act. 06.1, S.1) enthält denn 
auch bei jeder aufgeführten Betreibungsforderung einen solchen "Buchungssatz". 
Es gilt das Prinzip, dass nicht mehr gepfändet werden darf, als zur Deckung der 
Betreibungsforderungen, Zinsen und Kosten notwendig ist. Die Zahlung ist das er-
wünschte Ziel jeder Betreibung. Insoweit gezahlt wurde, wird die Betreibungsforde-
rung unmittelbar getilgt (Art. 12 Abs. 2 SchKG). Im gleichen Ausmass ist die Betrei-
bung erledigt, und es darf dafür keine Pfändung mehr erfolgen. In tatsächlicher Hin-
sicht ist erstellt, dass die Schuldnerin dem Betreibungsamt auf Anrechnung an die 

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Betreibung Nr. 202210 eine Barzahlung von Fr. 200.– erbracht hat; eine weitere 
Zahlung von Fr. 700.– an das Betreibungsamt ist ohne besondere Erklärung 
gemäss Art. 85 ff. OR erfolgt (act. 05/05.1). Entgegen dem vorgenannten Prinzip 
wurden diese Zahlungen in der Pfändungsurkunde nicht als Abschlagszahlungen 
erfasst. Insoweit mit dem in der Pfändungsurkunde unter der Total-Restforderung 
angegeben Betrag von Fr. 2'109.45 ausgedrückt werden will, dass der Lohn in die-
ser Höhe gepfändet wurde, ist folglich das Prinzip verletzt, dass nicht mehr gepfän-
det werden darf, als zur Deckung der Betreibungsforderungen notwendig ist. Eine 
Pfändung darf nur für den Betrag von Fr. 1209.45 erfolgen. Insoweit ist die Be-
schwerde gutzuheissen, die angefochtene Pfändungsurkunde aufzuheben und an 
das Betreibungsamt zur Verbesserung zurückzuweisen. Dabei ist zu beachten, 
dass die Zahlung von Fr. 200.– auf ausdrückliche Anrechnung an die Betreibung 
Nr. 202210 erfolgt (act. 03.1.9) und daher auf diese anzurechnen ist (BGE 96 III 3, 
Art. 86 Abs. 1 OR). Eine Schuldnererklärung, auf welche der Betreibungsforderun-
gen die weitere Zahlung von Fr. 700.– anzurechnen ist, kann den Akten nicht ent-
nommen werden. Diesfalls hat in analoger Anwendung der Regel von Art. 86 Abs. 
2 OR das Betreibungsamt anstatt der Gläubiger zu bestimmen, auf welche Betrei-
bungsforderung(en) die Anrechnung zu erfolgen hat (Basler Kommentar, N 15 zu 
Art. 12 SchKG). Sinnvoll erscheint dabei, wenn sich das Betreibungsamt davon lei-
ten lässt, möglichst viele Betreibungen vollständig zu erledigen. Allenfalls ist nach 
der Regel von Art. 87 Abs. 1 OR zu verfahren, wonach für die Anrechnung unter 
mehreren fälligen Schulden die zeitliche Reihenfolge der Einleitung der Betreibung 
massgeblich ist.

7. Im Beschwerdeverfahren nach Art. 17 ff. SchKG dürfen nach aus-
drücklicher gesetzlicher Vorschrift weder Kosten erhoben  - vorbehältlich mutwilliger 
und trölerischer Beschwerdeführung (Art. 20a Abs. 1 Satz 2 SchKG) -    noch Ver-
fahrensentschädigungen zugesprochen werden (Art. 20a Abs. 1 Satz 1 SchKG, Art. 
61 Abs. 2 lit. a und Art. 62 Abs. 2 GebV SchKG in Verbindung mit Art. 26 der kan-
tonalen Vollziehungsverordnung zum Bundesgesetz über Schuldbetreibung und 
Konkurs, GVV zum SchKG). 

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Demnach erkennt der Kantonsgerichtsausschuss :

1. Soweit darauf einzutreten ist, wird die Beschwerde teilweise gutgeheissen, 
die angefochtene Pfändungsurkunde aufgehoben und die Sache im Sinne 
der Erwägungen an das Betreibungsamt Klosters zurückgewiesen.

2. Im übrigen wird die Beschwerde angewiesen.

3. Es werden keine Kosten erhoben.

4. Gegen diesen Entscheid kann innert zehn Tagen seit seiner schriftlichen Mit-
teilung beim Schweizerischen Bundesgericht Beschwerde geführt werden, 
sofern Verletzung von Bundesrecht geltend gemacht werden will. Die Be-
schwerde ist schriftlich im Doppel beim Kantonsgerichtsausschuss einzurei-
chen.

5. Mitteilung an:

__________

Für den Kantonsgerichtsausschuss von Graubünden
als Aufsichtsbehörde über Schuldbetreibung und Konkurs  

Der Präsident: Der Aktuar: