# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2531a046-183c-5957-a7fa-3471d4789372
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2006-10-19
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsgericht 19.10.2006 B 2006/138
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VG_001_B-2006-138_2006-10-19.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: B 2006/138

Stelle: Verwaltungsgericht

Rubrik: Verwaltungsgericht

Publikationsdatum: 19.10.2006

Entscheiddatum: 19.10.2006

Entscheid des Verwaltungsgerichts vom 19. Oktober 2006
Oeffentliches Beschaffungswesen, Art. 34 Abs. 1 VöB (sGS 841.11). Ein 
Kriterium Preis-/Leistungsverhältnis ist als Zuschlagskriterium untauglich. 
Das Preis-/Leistungsverhältnis ist stets das Ergebnis einer Gewichtung 
verschiedener Zuschlagskriterien. Zur Bestimmung des wirtschaftlich 
günstigsten Angebots ist eine Gewichtung des Preises und eine Gewichtung 
der übrigen Zuschlagskriterien vorzunehmen und eine gesamthafte 
Bewertung zu treffen. Im Streitfall wurde zudem eine absonderliche 
Preisbewertung vorgenommen. Der Zuschlag wurde aufgrund der 
fehlerhaften und ungenügend nachvollziehbaren Gewichtung von 
Zuschlagskriterien aufgehoben und die Sache zur Neubeurteilung an die 
Vorinstanz zurückgewiesen (Verwaltungsgericht, B 2006/138).

Oeffentliches Beschaffungswesen, Art. 34 Abs. 1 VöB (sGS 841.11). Ein Kriterium 

"Preis-/Leistungsverhältnis" ist als Zuschlagskriterium untauglich. Das Preis-/

Leistungsverhältnis ist stets das Ergebnis einer Gewichtung verschiedener 

Zuschlagskriterien. Zur Bestimmung des wirtschaftlich günstigsten Angebots ist 

eine Gewichtung des Preises und eine Gewichtung der übrigen 

Zuschlagskriterien vorzunehmen und eine gesamthafte Bewertung zu treffen. Im 

Streitfall wurde zudem eine absonderliche Preisbewertung vorgenommen. Der 

Zuschlag wurde aufgrund der fehlerhaften und ungenügend nachvollziehbaren 

Gewichtung von Zuschlagskriterien aufgehoben und die Sache zur 

Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückgewiesen (Verwaltungsgericht, B 

2006/138).

 

Urteil vom 19. Oktober 2006

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Anwesend: Präsident Prof. Dr. U. Cavelti; Verwaltungsrichter Dr. E. Oesch-Frischkopf, 

lic. iur. A. Linder, Dr. B. Heer, lic. iur. A. Rufener; Gerichtsschreiber lic. iur. Th. Vögeli

_______________

In Sachen

Wepf Ingenieure AG, Flawil, Wilerstrasse 1, Postfach 48, 9230 Flawil,

Beschwerdeführerin,

 

gegen

 

Politische Gemeinde Niederhelfenschwil, vertreten durch den Gemeinderat, 9527 

Niederhelfenschwil,

Vorinstanz,

 

und

 

Billinger AG, Herrenhofstrasse 36, 9244 Niederuzwil,

Beschwerdegegnerin,

 

betreffend

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öffentliches Beschaffungswesen;

Strassenraumgestaltung Zuckenriet, Ingenieurleistungen

 

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:

A./ Der Gemeinderat Niederhelfenschwil lud am 27. Juni 2006 sieben 

Ingenieurunternehmungen ein, bis 12. Juli 2006 eine Offerte für die Ingenieurleistungen 

für die Strassenraumgestaltung Zuckenriet, Strassenbau/Werk-leitungen, einzureichen. 

Als Zuschlagskriterien wurden "Preis-/Leistungsverhältnis (angebotener 

Leistungsumfang im Verhältnis zum Preis)", "Qualifikation und Erfahrung des 

eingesetzten Personals" sowie "Qualität und Aussagekraft der Offerte" vermerkt. Innert 

der angesetzten Frist gingen fünf Offerten mit Angebotspreisen zwischen Fr. 98'000.-- 

und Fr. 134'284.-- (exkl. MWSt) ein. Am 13. Juli 2006 vergab der Gemeinderat 

Niederhelfenschwil den Zuschlag zum Preis von Fr. 104'500.-- inkl. MWSt dem 

Ingenieurbüro Billinger AG, Niederuzwil. Die Zuschlagsverfügung wurde am 14. Juli 

2006 eröffnet.

B./ Mit Eingabe vom 15. Juli 2006 erhob die Wepf Ingenieure AG Flawil Beschwerde 

beim Verwaltungsgericht mit dem Antrag, der Zuschlagsentscheid sei aufzuheben, der 

Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen und die Submission sei zu 

wiederholen, wobei anzuordnen sei, dass die Zuschlagskriterien mit den zu erfüllenden 

Unterkriterien und der dazugehörigen Bewertung transparent und eindeutig in den 

Ausschreibungsunterlagen zu integrieren seien.

Mit Verfügung vom 24. Juli 2006 erteilte der Präsident des Verwaltungsgerichts der 

Beschwerde die aufschiebende Wirkung.

Mit Eingaben vom 20./27. Juli 2006 beantragte die Vorinstanz die Abweisung der 

Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei.

Die Beschwerdegegnerin beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 15. August 2006 

ebenfalls die Abweisung der Beschwerde.

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Die Beschwerdeführerin hielt in ihrer Stellungnahme vom 29. August 2006 an ihrem 

Begehren fest und stellte ausserdem die ergänzenden Anträge, die 

Beschwerdegegnerin sei als vorbefasst vom Wettbewerb auszuschliessen und den 

Submissionsteilnehmern sei für die Offertbearbeitung eine angemessene 

Entschädigung zu entrichten.

Die Vorinstanz liess sich mit Eingabe vom 15. September 2006 vernehmen und hielt an 

ihrem Begehren auf Abweisung der Beschwerde fest. Die Beschwerdegegnerin 

äusserte sich zur Stellungnahme der Beschwerdeführerin nicht mehr.

Die von den Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge gemachten 

Ausführungen werden, soweit wesentlich, in den nachstehenden Erwägungen 

dargelegt und gewürdigt.

Darüber wird in Erwägung gezogen:

1./ a) Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 2 Abs. 1 lit. 

b und Art. 5 Abs. 2 des Einführungsgesetzes zur Gesetzgebung über das öffentliche 

Beschaffungswesen, sGS 841.1, abgekürzt EGöB). Die Beschwerdeführerin ist als nicht 

berücksichtigte Anbieterin zur Beschwerde gegen den Zuschlag legitimiert (Art. 64 Abs. 

1 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, 

sGS 951.1, abgekürzt VRP). Die Beschwerdeschrift vom 15. Juli 2006 wurde rechtzeitig 

innerhalb der Beschwerdefrist von zehn Tagen eingereicht und entspricht formal und 

inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen (Art. 5 Abs. 1 EGöB in Verbindung mit Art. 15 

Abs. 3 der Interkantonalen Vereinbarung über das öffentliche Beschaffungswesen, sGS 

841.32, abgekürzt IVöB). Auf die Beschwerde ist grundsätzlich einzutreten. Nicht 

eingetreten werden kann hingegen auf die in der Stellungnahme vom 29. August 2006 

ergänzend vorgebrachten Begehren der Beschwerdeführerin auf Ausschluss der 

Beschwerdegegnerin und Leistung von Schadenersatz. Nach Ablauf der 

Beschwerdefrist kann das Rechtsbegehren nicht mehr erweitert werden (GVP 2001 Nr. 

18; Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, St. Gallen 2003, 

Rz. 919). Insbesondere sind auch Entschädigungsbegehren innerhalb der 

Beschwerdefrist zu stellen (GVP 2001 Nr. 18). Soweit die Beschwerdeführerin 

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Schadenersatz für andere Submissionsteilnehmer fordert, ist sie dazu ohnehin nicht 

befugt.

b) Die Beschwerdeschrift ist von D. Wepf namens der "wepf ingenieure flawil" 

unterzeichnet. Aufgrund der Offerte handelt es sich bei der an der Submission 

teilnehmenden Unternehmung um eine AG. Dies geht aus der Beschwerdeschrift nicht 

hervor. Eine Unternehmung mit der Firma "wepf ingenieure flawil" ist im 

Handelsregister nicht eingetragen, weshalb davon auszugehen ist, dass die 

Beschwerde für die AG erhoben wurde, zumal Dieter Wepf deren 

einzelzeichnungsberechtigter Verwaltungsratspräsident ist.

2./ Nach Art. 16 Abs. 1 IVöB können mit der Beschwerde Rechtsverletzungen, 

einschliesslich Ueberschreitung oder Missbrauch des Ermessens, sowie unrichtige 

oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt werden. 

Dagegen kann Unangemessenheit nicht geltend gemacht werden (Art. 16 Abs. 2 IVöB). 

Diese Vorschriften entsprechen den allgemeinen Grundsätzen des st. gallischen 

Verfahrensrechts (Art. 61 Abs. 1 und 2 VRP). Im Beschwerdeverfahren gegen 

Verfügungen im Bereich des öffentlichen Beschaffungswesens kann somit nur geprüft 

werden, ob die Vorinstanz ihr Ermessen überschritten oder missbraucht hat und damit 

rechtswidrig handelte. Solange die Behörde ihren Entscheid innerhalb des ihr 

zustehenden Ermessensspielraums getroffen hat, ist dem Verwaltungsgericht eine 

Korrektur hingegen verwehrt, selbst wenn es einen anderen Entscheid ebenfalls als 

zweckmässig oder sogar noch angemessener erachtet. Die Behörde darf aber nicht 

willkürlich entscheiden, sondern ist an die in Verfassung und Gesetz enthaltenen 

Rechtsgrundsätze gebunden. Im Streitfall bedeutet dies, dass das Verwaltungsgericht 

den Entscheidungsspielraum der Vorinstanz zu respektieren hat, wenn diese beim 

Erlass der Zuschlagsverfügung von sachlichen und vernünftigen Überlegungen 

ausging, die im Einklang mit Sinn und Zweck des Gesetzes stehen (vgl. GVP 1999 Nr. 

37 mit Hinweisen).

a) Art. 34 Abs. 1 der Verordnung über das öffentliche Beschaffungswesen (sGS 841.11, 

abgekürzt VöB) bestimmt, dass das wirtschaftlich günstigste Angebot den Zuschlag 

erhält. Das wirtschaftlich günstigste Angebot ist nicht identisch mit dem 

preisgünstigsten bzw. preislich tiefsten Angebot. Bei der Wirtschaftlichkeit können 

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neben dem Preis noch weitere Kriterien berücksichtigt werden. Diese sind in Art. 34 

Abs. 2 VöB aufgeführt. Es sind Qualität, Termin, Garantie- und Unterhaltsleistungen, 

Kundendienst, Betriebskosten, Innovationsgehalt, Aesthetik, Umweltverträglichkeit, 

Erfahrung, Sicherung des Ausbildungsstandes einer Berufsgattung sowie Vereinbarkeit 

mit technischen Systemen von Bund, anderen Kantonen und Gemeinden sowie 

Arbeitssicherheit (Art. 34 Abs. 2 lit. b bis n VöB). Die Aufzählung ist nicht 

abschliessend, wie der Begriff "insbesondere" in Art. 34 Abs. 2 Ingress VöB zum 

Ausdruck bringt. Dem Auftraggeber wird dadurch ein weiter Ermessensspielraum 

eingeräumt. Die Gewichtung der einzelnen Zuschlagskriterien ist einer Rechtskontrolle 

nur beschränkt zugänglich. Wie beispielsweise die Erfahrung einer Unternehmung 

gewichtet und in Relation zu einer bestimmten Preisdifferenz gesetzt wird, ist 

weitgehend eine Ermessensfrage, in die das Verwaltungsgericht nicht eingreift. Es kann 

lediglich einschreiten, wenn einzelne Kriterien in unzulässiger Weise ausser acht 

gelassen bzw. fehlerhaft angewendet wurden.

b) Die Vorinstanz stellte den Anbietern am 10. Juli 2006, also zwei Tage vor dem 

Abgabetermin, die schriftlichen Antworten auf Fragen zu, die von einzelnen Anbietern 

gestellt wurden. Die Beschwerdeführerin macht geltend, die Zustellung der Antworten 

sei verspätet gewesen. Innerhalb der verbleibenden eineinhalb Arbeitstage hätten diese 

Angaben bei der Offertstellung nicht mehr berücksichtigt werden können. Die 

Vorinstanz wendet dagegen ein, die Beschwerdeführerin selbst habe keine Fragen 

gestellt. Ausserdem seien kaum offene Punkte geklärt worden, die nicht mindestens 

implizite aus den Ausschreibungsunterlagen hervorgegangen seien. Zutreffend ist, dass 

die Beschwerdeführerin selbst keine Fragen gestellt hat. Art. 22 Abs. 1 VöB bestimmt, 

dass der Auftraggeber die Fristen für das Einreichen des Angebots so festsetzt, dass 

den Anbietern genügend Zeit zur Prüfung der Unterlagen und zur Ausarbeitung des 

Angebots bleibt. Ohne besonderen Grund dürfen die Fristen nicht kürzer als 14 Tage 

sein (Art. 22 Abs. 2 VöB). Auch für die Berücksichtigung ergänzender Unterlagen ist 

eine angemessene Frist anzusetzen. Selbst wenn ein Anbieter keine Fragen stellte, so 

muss ihm doch genügend Zeit eingeräumt werden, um die in den Unterlagen 

enthaltenen ergänzenden Angaben zu prüfen und gegebenenfalls seine Offerte 

anzupassen. Hiefür ist eine Frist von Montag 16.00 Uhr bis Mittwoch 12.00 Uhr zu kurz 

bemessen.

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c) Nicht weiter einzugehen ist auf den Einwand der Beschwerdeführerin, die 

Beschwerdegegnerin sei vorbefasst gewesen. Dieser Einwand wäre allenfalls dann 

berechtigt, wenn die Leistungen für die Meteorwasserleitungen mitberücksichtigt 

worden wären. Die Beschwerdegegnerin erstellte nämlich bereits ein Vorprojekt im 

Auftrag des kommunalen Versorgungsunternehmens. Sie hat denn auch als einzige 

Anbieterin eine entsprechende Preisofferte eingereicht. Die anderen Anbieter konnten 

keine solchen erstellen, da der Umfang des Projekts noch nicht festgelegt war. Die 

Vorinstanz liess dieses Projekt bei der Bewertung dann aber zu Recht ausser acht, 

womit sich die Frage der Vorbefassung der Beschwerdegegnerin nicht mehr stellt.

d) Die Vorinstanz hat in der Einladung zur Offert-stellung als Zuschlagskriterien das 

Preis-/Leistungsver-hältnis, die Qualifikation und Erfahrung des eingesetzten Personals 

sowie die Qualität und Aussagekraft der Offerte angeführt, wobei letztere beiden 

Kriterien mit je 25 Prozent und ersteres mit 50 Prozent gewichtet wurden.

aa) Ein Kriterium "Preis-/Leistungsverhältnis" ist als Zuschlagskriterium untauglich. Ein 

solches Verhältnis ist stets das Ergebnis einer Gewichtung verschiedener 

Zuschlagskriterien. Der Preis ist in der Regel das einzige Kriterium, welches 

ziffernmässig genau feststellbar bzw. messbar ist. Daneben kann die Leistung bzw. 

können einzelne Komponenten der ausgeschriebenen Leistung beurteilt bzw. gewichtet 

werden. Für die Gewichtung des Preises bestehen verschiedene gängige Formeln (vgl. 

Handbuch der Staatsverwaltung zum öffentlichen Beschaffungswesen, Kap. 9, S. 16). 

Zur Bestimmung des wirtschaftlich günstigsten Angebots ist eine Gewichtung des 

Preises und eine Gewichtung der übrigen Kriterien vorzunehmen und eine gesamthafte 

Bewertung zu treffen.

Im vorliegenden Fall ist weder anhand der Begründung der Zuschlagsverfügung noch 

anhand des Offertver-gleichs schlüssig nachvollziehbar, nach welchen Aspekten die 

Vorinstanz das Zuschlagskriterium Preis-/Leistungsver-hältnis geprüft hat. Die 

Vorinstanz hält fest, für jedes Zuschlagskriterium sei eine Reihenfolge erstellt und die 

Rangziffer gewichtet worden. Die Offertsumme sei durch die Zahl der Leistungspunkte 

geteilt worden, was einen Preis je Leistungspunkt ergeben habe. Aufgrund dieses 

Preises je Leistungspunkt sei eine Rangliste erstellt worden.

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Im vorliegenden Fall führte diese Bewertungsmethode dazu, dass die 

Beschwerdeführerin mit einem Preisangebot von Fr. 105'448.-- und 18 von maximal 20 

Bewertungspunkten beim Preis-/Leistungsverhältnis auf dem dritten Rang plaziert 

wurde, die Beschwerdegegnerin mit einem Angebot von 104'500.-- und 20 Punkten auf 

dem ersten Rang und eine weitere Anbieterin mit 18 Punkten und einem Preis von Fr. 

143'981.15 auf dem fünften Rang. Gewichtet wurden dann ausschliesslich die 

Rangplätze. Dadurch erhielten die Beschwerdegegnerin als erstplazierte Bewerberin 

0,5 Punkte, die Beschwerdeführerin als Drittplazierte 1,5 Punkte und die fünftplazierte 

Anbieterin 2,5 Punkte. Bei der Rangierung ergab dies somit für einen Preisunterschied 

von knapp Fr. 1'000.-- und eine Differenz von 2 Leistungspunkten zwischen der 

Beschwerdeführerin und der Beschwerdegegnerin eine Differenz von 1 Rangpunkt. 

Dieselbe Differenz von 1 Rangpunkt ergab sich auch zwischen der Beschwerdeführerin 

und der fünftplazierten Bewerberin, wobei diese je 18 Leistungspunkte aufwiesen, aber 

eine Preisdifferenz von Fr. 38'533.--. Eine derart absonderliche, von den gängigen 

Methoden abweichende Preisbewertung hätte zumindest in der Ausschreibung bzw. in 

der Einladung genau angekündigt werden müssen. Dasselbe gilt für den Umstand, 

dass nicht die Bewertung je Kriterium gewichtet wurde, sondern ausschliesslich der 

erzielte Bewertungsrang.

Hinzu kommt, dass der Abzug bei der Bewertung der Leistung bei der 

Beschwerdeführerin damit begründet wurde, dass in ihrem Angebot die 

Landerwerbsverhandlungen und die Zustands-/Rissprotokolle nicht enthalten seien 

und unklar sei, ob die Oeffentlichkeitsarbeit eingeschlossen sei. Der Umfang der 

Leistungen ist grundsätzlich von der Auftraggeberin festzulegen. Nachdem in der 

Einladung die Sicherung des Landerwerbs als Ziel des Bauprojekts vorgesehen war 

und im Bereich von kommunalen Bauvorhaben die Mitwirkung des Projektverfassers 

bei der Oeffentlichkeitsarbeit üblich ist, rechtfertigt sich ein Abzug für das Fehlen von 

separat ausgewiesenen Aufwendungen für Landerwerbsverhandlungen und 

Oeffentlichkeitsarbeit nicht.

bb) Beim Zuschlagskriterium "Qualität und Erfahrung des eingesetzten Personals" 

wurden der Beschwerdeführerin fünf Punkte und der Beschwerdegegnerin sieben 

Punkte vergeben. Massgebend war die Zahl der vergleichbaren Projekte des 

Projektleiters gemäss Referenzliste. Inwiefern es unzulässig ist, die höhere Zahl von 

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Projekten unter dem Aspekt der Erfahrung höher zu gewichten, ist nicht ersichtlich. 

Unbegründet ist namentlich auch der Einwand der Beschwerdeführerin, dass die 

besagte Person 40 Jahre Berufserfahrung aufweisen müsste, wenn bei zehn Projekten 

von einem Realisierungszeitraum von vier Jahren pro Projekt ausgegangen werde. Ein 

Projektleiter kann auch mehrere Projekte gleichzeitig leiten. Auch ist es naheliegend, 

dass bei der Qualifikation des Personals die Art der Ausbildung bzw. des Diploms 

gewertet wird. Auf solche Selbstverständlichkeiten muss in der Einladung bzw. 

Ausschreibung nicht separat hingewiesen werden. Von einem Verstoss gegen 

Vorschriften der VöB kann in diesem Punkt nicht gesprochen werden.

cc) Beim Zuschlagskriterium "Qualität und Aussagekraft der Offerte" wurden fünf 

Unterkriterien bewertet. Nach Art. 34 Abs. 3 VöB werden die Kriterien mit allfälligen 

Unterkriterien im Rahmen der Ausschreibung in der Reihenfolge ihrer Bedeutung oder 

mit ihrer Gewichtung bekanntgegeben. Unterkriterien wurden im vorliegenden Fall nicht 

aufgeführt. Dies wäre im Streitfall angesichts der Unbestimmtheit des Kriteriums 

"Qualität und Aussagekraft der Offerte" unabdingbar gewesen, namentlich auch 

deshalb, weil bei diesem Kriterium die Qualitätssicherung und das 

Qualitätsmanagement gewertet wurde.

e) Zusammenfassend ergibt sich, dass die Bewertung der Kriterien Preis/Leistung 

sowie Qualität und Aussagekraft der Offerte fehlerhaft und nur ungenügend 

nachvollziehbar ist. Angesichts der geringen Preisdifferenz von weniger als Fr. 1'000.-- 

zwischen der Beschwerdeführerin und der Beschwerdegegnerin ist nicht belegt, dass 

das Angebot der Beschwerdegegnerin wirtschaftlich günstiger ist als jenes der 

Beschwerdeführerin. Folglich ist die Beschwerde gutzuheissen, soweit darauf 

einzutreten ist. Die angefochtene Zuschlagsverfügung ist aufzuheben, und die 

Vorinstanz ist anzuweisen, im Sinne der Erwägungen die Sache neu zu beurteilen und 

einen neuen Entscheid zu fällen. Da die Ausschreibung bzw. Einladung mit einer 

Rechtsmittelbelehrung versehen war und die Beschwerdeführerin keine Rechtsmittel 

dagegen ergriff bzw. die in der Einladung ausdrücklich vermerkte Gelegenheit zur 

Fragestellung nicht benutzte, ist die Einladung nicht zu wiederholen. Vielmehr sind die 

Offerten der Verfahrensbeteiligten im Sinne der Erwägungen neu zu beurteilen und die 

Kriterien neu zu bewerten.

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3./ Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend gehen die amtlichen Kosten des 

Beschwerdeverfahrens zulasten der Vorinstanz (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine 

Entscheidgebühr von Fr. 3'000.-- ist angemessen (Ziff. 382 Gerichtskostentarif, sGS 

941.12). Auf die Erhebung ist nicht zu verzichten (Art. 95 Abs. 3 VRP). Der geleistete 

Kostenvorschuss von Fr. 3'000.- ist der Beschwerdeführerin zurückzuerstatten.

Die amtlichen Kosten der Verfügung vom 24. Juli 2006 von Fr. 750.-- hat die Vorinstanz 

zu bezahlen; auf ihre Erhebung wird nicht verzichtet (Art. 95 Abs. 1 und 3 VRP).

Ausseramtliche Entschädigungen sind nicht zuzusprechen. Die Beschwerdegegnerin 

ist unterlegen (Art. 98bis VRP). Die Beschwerdeführerin ist nicht anwaltlich vertreten 

und hat zudem in ihrer Beschwerdeeingabe vom 15. Juli 2006 keinen Antrag auf 

Kostenersatz gestellt (Art. 98ter VRP in Verbindung mit Art. 263 Abs. 3 des 

Zivilprozessgesetzes, sGS 961.2). Der erst in der Vernehmlassung gestellte Antrag auf 

Kostenersatz ist wie erwähnt verspätet (GVP 2001, Nr. 18).

Demnach hat das Verwaltungsgericht zu Recht erkannt:

1./ Die Beschwerde wird gutgeheissen, soweit darauf einzutreten ist, und die

Zuschlagsverfügung des Gemeinderats Niederhelfenschwil vom 14. Juli 2006

aufgehoben.

2./ Die Angelegenheit wird zur neuen Beurteilung im Sinne der Erwägungen und zur

neuen Entscheidung an die Vorinstanz zurückgewiesen.

3./ Die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 3'000.-- werden der

Vorinstanz auferlegt; auf ihre Erhebung wird nicht verzichtet. Der geleistete

Kostenvorschuss von Fr. 3'000.-- wird der Beschwerdeführerin zurückerstattet.

4./ Die amtlichen Kosten der Verfügung vom 24. Juli 2006 von Fr. 750.-- bezahlt die

Vorinstanz; auf ihre Erhebung wird nicht verzichtet.

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5./ Ausseramtliche Kosten werden nicht entschädigt.

V. R. W.

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

 

Zustellung dieses Entscheides an:

 

am:

die Beschwerdeführerin–

die Vorinstanz–

die Beschwerdegegnerin–

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		2025-07-19T16:50:33+0200
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