# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e6663586-1e56-5685-8bd5-5d61e2d7d97f
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2006-01-05
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 05.01.2006 A 2004 98
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_A-2004-98_2006-01-05.pdf

## Full Text

A 04 98

3. Kammer 

URTEIL
vom 5. Januar 2006

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Kantons- und Gemeindesteuern sowie direkte 
Bundessteuer

1. a) …, geb. 25. August 1945, ist verheiratet und wohnhaft in ... Aufgrund der vom 

Steuerpflichtigen eingereichten und lediglich auf dem Stammblatt von diesem 

unterzeichneten Steuererklärung erfolgten am 22. April 2004 die definitiven 

Veranlagungsverfügungen für die Kantons- und Gemeindesteuern 2003 

sowie für die direkte Bundessteuer 2003. Aufgrund dieser 

Veranlagungsverfügungen ersuchte der Steuerpflichtige mittels Fax vom 29. 

April 2004 um Akteneinsicht bei der Steuerverwaltung, wobei er Termine 

zwischen dem 3. und dem 6. Mai 2004 nachmittags zwischen 14.00 und 16.00 

Uhr vorschlug. Obwohl der zuständige Steuerkommissär diesem Wunsch 

entsprach und einen Termin vorschlug, wurde dieser vom Steuerpflichtigen 

unentschuldigt nicht wahrgenommen. 

b) Am 22. Mai 2004 erhob der Steuerpflichtige Einsprache gegen die 

Veranlagungsverfügungen wegen Verweigerung des rechtlichen Gehörs und 

ersuchte um Einsicht in die Steuerakten. Die Steuerverwaltung bat den 

Steuerpflichtigen daraufhin mittels Fax vom 23. Juni 2004 um Rückruf zwecks 

Vereinbarung eines Besprechungstermins. Nachdem auch dieses Schreiben 

unbeantwortet geblieben war, forderte die Steuerverwaltung den 

Steuerpflichtigen am 24. Juni 2004 mit eingeschriebenem Brief auf, sich innert 

20 Tagen mit ihr in Verbindung zu setzen, um einen Besprechungstermin 

vereinbaren zu können. Da auch auf dieses Schreiben keine Reaktion 

erfolgte, teilte die Steuerverwaltung dem Steuerpflichtigen mit 

eingeschriebenem Brief vom 2. August 2004 mit, dass infolge Nichteinhaltung 

der gesetzten Frist auf die Einsprache nicht eingetreten werden könne. 

Zudem wurde ihm mitgeteilt, dass die Akteneinsicht bei der Steuerverwaltung 

jederzeit möglich sei und er für den Fall, dass er mit diesem 

Nichteintretensentscheid nicht einverstanden sei, innert 30 Tagen einen 

rekursfähigen Einspracheentscheid verlangen könne. Aufgrund dieses 

Schreibens reagierte der Steuerpflichtige und wünschte mit Schreiben vom 1. 

September 2004 einen rekursfähigen Einspracheentscheid. 

c) Bei einem Gespräch vom 20. September 2004, zu welchem der 

Steuerpflichtige alleine erschien, verlangte dieser, dass die von seinem 

Steuerexperten eingesetzten Steuerschulden von CHF 29'000.-- aus dem 

Schuldenverzeichnis zu streichen seien und die Steuererklärung nachträglich 

auch von seiner Ehefrau zu unterschreiben sei. Ausserdem diskutierte man 

über Einkünfte aus selbständiger Tätigkeit des Steuerpflichtigen. Mit 

Schreiben vom 20. September 2004 wurde die Ehefrau des Steuerpflichtigen 

aufgefordert, persönlich bei der Steuerverwaltung zu erscheinen, um die 

Steuererklärung 2003 nachträglich zu unterschreiben. Ausserdem wurde sie 

darauf hingewiesen, dass, nachdem die Steuererklärung von ihr 

unterschrieben worden sei, die Veranlagungsverfügung korrigiert würde und 

die Steuerschulden aus dem Schuldenverzeichnis gestrichen würden. In der 

Folge wurde eine neue von beiden Ehegatten unterzeichnete Steuererklärung 

eingereicht, in welcher die Steuerschulden in Höhe von CHF 29'000.-- nicht 

mehr aufgeführt waren. In seinem Begleitschreiben führte der Steuerpflichtige 

weiter aus, er halte aus steuerrechtlichen Gründen an seinen Aussagen 

betreffend die selbständige Erwerbstätigkeit fest. Innerhalb der Steuerperiode 

2003 habe er die Internetplattform „klartext-arena“ errichtet. Für detaillierte, 

schriftliche Angaben stehe er den Steuerbehörden zur Verfügung. 

Mit Einspracheentscheid vom 1. Oktober 2004 wurde die Einsprache 

bezüglich der Kantons- und Gemeindesteuern 2003 insofern gutgeheissen, 

als die Steuerschulden von CHF 29'000.-- aus dem Schuldenverzeichnis 

gestrichen wurden. Auf die Einsprache bezüglich der direkten Bundessteuer 

2003 wurde mit Einspracheentscheid vom 12. Oktober 2004 nicht eingetreten. 

Zur Begründung wurde vorgebracht, der Bund kenne keine Vermögessteuer, 

weshalb die Streichung der Schulden aus dem Schuldenverzeichnis auf die 

direkten Bundessteuern keinen Einfluss habe. 

2. a) Gegen diese Einspracheentscheide erhob der Steuerpflichtige am 2. 

November 2004 frist- und formgerecht Beschwerde bzw. Rekurs beim 

Verwaltungsgericht mit dem sinngemässen Antrag, die Einspracheentscheide 

aufzuheben und gesetzeskonforme Steuerveranlagungen zu erlassen. Zur 

Begründung macht er im Wesentlichen geltend, die Steuerverwaltung habe 

eine Ermessenstaxation vorgenommen und seine berufliche Tätigkeit sei für 

die Bemessung der Steuern nicht berücksichtigt worden, womit sein 

rechtliches Gehör verletzt worden sei. Zudem wird die unentgeltliche 

Prozessführung beantragt. 

b) In ihrer Vernehmlassung vom 25. November 2004 beantragt die kantonale 

Steuerverwaltung Abweisung von Rekurs und Beschwerde, soweit darauf 

einzutreten sei. Zur Begründung macht sie hauptsächlich geltend, dass das 

rechtliche Gehör des Steuerpflichtigen nicht verletzt sei, da er mehrmals dazu 

aufgefordert worden sei, sich zu äussern und sich schliesslich auch persönlich 

äussern konnte, worauf man seinem Anliegen nach Streichung der Schulden 

aus dem Schuldenverzeichnis nachkam. Die geltend gemachte selbständige 

Tätigkeit des Steuerpflichtigen sei nicht Gegenstand der Einsprache, weshalb 

darauf nicht einzutreten sei. Die Beschwerde gegen den Einspracheentscheid 

betreffend die direkte Bundessteuer sei abzuweisen, da der Bund keine 

Vermögenssteuer kenne und die Streichung der Steuerschulden keinen 

Einfluss auf die direkten Bundessteuern habe. Aufgrund des trölerischen 

Verhaltens des Steuerpflichtigen sei auch dessen Gesuch um unentgeltliche 

Prozessführung abzuweisen. 

c) Das Verfahren wurde anschliessend mehrfach wegen einer 

Aufsichtsbeschwerde des Steuerpflichtigen sistiert.

Mit Vernehmlassung vom 11. Oktober 2005 verzichtete die Eidgenössische 

Steuerverwaltung auf eine Stellungnahme und schloss sich bezüglich der 

direkten Bundessteuer der Vernehmlassung der kantonalen 

Steuerverwaltung an, wonach mangels Beschwer des Steuerpflichtigen auf 

die Beschwerde nicht einzutreten sei. 

In ihrer Vernehmlassung vom 9. November 2005 beantragt die Gemeinde … 

die Abweisung des Rekurses soweit darauf einzutreten sei sowie die 

Vereinigung des vorliegenden Rekurses mit dem ebenfalls beim 

Verwaltungsgericht hängigen Verfahren A 04 91. Unter Hinweis auf Art. 24 

des kommunalen Steuergesetzes (GStG), wonach die kantonalen 

Veranlagungen in der Regel auch für die Landschaftssteuern gelten, schliesst 

sie sich im Übrigen der Auffassung der kantonalen Steuerverwaltung in deren 

Vernehmlassung vom 25. November 2004 an.

Auf die übrigen Ausführungen wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen 

eingegangen. 

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. a) Vorliegend wurden gegen die Einspracheentscheide betreffend die direkte 

Bundessteuer des Jahres 2003 sowie betreffend die Kantons- bzw. 

Gemeindesteuern 2003 Rechtsmittel eingelegt. In Bezug auf Kantons- und 

Gemeindesteuern handelt es sich um Rekurse, bezogen auf die direkte 

Bundessteuer um eine Beschwerde. Die Steuerverwaltung hat im 

vorinstanzlichen Verfahren die Einsprache hinsichtlich der Kantons- und 

Gemeindesteuern in Bezug auf die Streichung der Steuerschulden 

gutgeheissen und ist auf die Einsprache hinsichtlich der direkten 

Bundessteuer nicht eingetreten. Somit besteht für die beiden angefochtenen 

Entscheide eine unterschiedliche Kognition des Verwaltungsgerichts. Die 

Eingabe vom 2. November 2004 muss daher bezüglich der Kantons- und 

Gemeindesteuer getrennt von der direkten Bundessteuer behandelt werden. 

Nach Art. 123a Abs. 3 des Steuergesetzes für den Kanton Graubünden (StG; 

BR 720.000) bzw. Art. 123a Abs. 3 StG i.V.m. Art. 3 Abs. 1 des GStG bzw. 

Art. 113 Abs. 3 des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer (DBG; SR 

642.11) gelten Rechtsmittel und andere Eingaben als rechtzeitig eingereicht, 

wenn ein Ehegatte innert Frist handelt. Ein Rechtsmittel gilt somit auch als für 

den nicht handelnden Ehepartner erhoben, weshalb die vom Rekurrenten und 

Beschwerdeführer (nachfolgend Rekurrent) allein eingereichte Eingabe auch 

für seine mitveranlagte Ehefrau Wirkung zeigt.

b) Die Rekursgegnerin 1 macht geltend, auf den Einspracheentscheid 

hinsichtlich der Kantons- bzw. Gemeindesteuern könne nicht eingetreten 

werden, da angesichts der Gutheissung der Einsprache die Beschwer des 

Rekurrenten im vorliegenden Verfahren zu verneinen sei. Die Einsprache des 

Rekurrenten wurde jedoch nur teilweise gutgeheissen, wollte er doch im 

Bereich der angeblichen Verletzung seines rechtlichen Gehörs neben der 

gutgeheissenen Streichung der Steuerschulden auch seine Einkünfte aus 

selbständiger Tätigkeit behandelt haben. Da die von der Rekursgegnerin 1 

bestrittene formelle Beschwer auch bei teilweisem Unterliegen gegeben ist, 

ist auf die Rekurse gegen den Einspracheentscheid betreffend die Kantons- 

bzw. Gemeindesteuern 2003 einzutreten. 

c) Die Rekursgegnerin 2 beantragt überdies die Vereinigung des vorliegenden 

Verfahrens mit dem ebenfalls beim Verwaltungsgericht hängigen Rekurs A 04 

91 des Rekurrenten. Unter Hinweis auf ihr Schreiben an das 

Verwaltungsgericht vom 20. Dezember 2004 begründet sie ihren Antrag 

damit, dass beide Verfahren die gleichen Steuerjahre, den gleichen 

Sachverhalt und die gleichen Rechtsfragen beträfen. Zudem werde nach der 

gesetzlichen Regelung im kommunalen Steuerrecht, bei fehlenden 

einschlägigen Bestimmungen kantonales Recht als Gemeinderecht 

angewendet. 

Gemäss Art. 32. Abs. 2 des Gesetzes über die Verwaltungsgerichtsbarkeit im 

Kanton Graubünden (VGG; BR 370.100) kann das Verwaltungsgericht 

verschiedene Verfahren vereinigen, wenn sich dies als zweckmässig erweist. 

Ein Rechtsanspruch auf Zusammenlegung der Verfahren besteht nicht, 

handelt es sich bei Art. 32 Abs. 2 VGG doch lediglich um eine Kann-Vorschrift 

und ist das Verwaltungsgericht an die Anträge der Parteien nicht gebunden 

(Art. 69 VGG).

In rechtlicher Hinsicht richtet sich das vorliegende Verfahren einzig gegen die 

Steuerveranlagungen für Gemeinde-, Kantons- und direkte Bundessteuern 

2003, während sich aber das Verfahren A 04 91 auf Steuererlassgesuche 

mehrerer Jahre bezieht. Es geht somit um andere Steuerjahre und 

verschiedene Steuerrechtsfragen, weshalb es sich rechtfertigt, die Rekurse 

getrennt zu beurteilen.

2. a) Bezüglich Kantons- und Gemeindesteuer ist der Rekurrent der Ansicht, dass 

sein Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt worden sei, da die 

Steuerverwaltung seine Arbeitsleistung nicht geprüft, keine Unterlagen über 

diese Arbeitsleistung eingefordert und keine näheren Auskünfte darüber 

eingeholt habe.

b) Der Anspruch auf rechtliches Gehör ist das Recht eines Privaten, in einem vor 

einer Verwaltungs- oder Justizbehörde geführten Verfahren mit seinem 

Begehren angehört zu werden, Einblick in die Akten zu erhalten und zu den 

für die Entscheidung wesentlichen Punkte Stellung nehmen zu können 

(Häfelin/Haller, Schweizerisches Bundesstaatsrecht, 6. Auflage, Zürich 2005, 

§ 24 N 1672). Dieser Anspruch umfasst insbesondere das Recht auf 

vorgängige Anhörung, Mitwirkungsrechte bei der Beweiserhebung, das 

Akteneinsichtsrecht sowie den Anspruch auf Begründung von Verfügungen. 

c) Im vorliegenden Verfahren wurde der Rekurrent aufgrund seines Antrages auf 

Akteneinsicht mehrmals angefragt, sich bezüglich der Vereinbarung eines 

Vortritts zu melden. Obwohl er auf diese Anfragen hin auch unter 

Fristansetzung nicht reagierte, wurde ihm der Vortritt gewährt und er konnte 

sich im persönlichen Gespräch mit dem Steuerkommissär bezüglich seiner 

Anliegen äussern und wurde damit vor Erlass der Einspracheentscheide 

angehört. Zudem nutzte er die Gelegenheit, nach diesem Vortritt eine neue 

Version seiner Steuererklärung einzureichen, woraufhin die Steuerverwaltung 

seine Vorbringen zum grossen Teil berücksichtigte und die 

Steuerveranlagung in seinem Sinne betreffend die Streichung der 

Steuerschulden korrigierte und seiner Ehefrau die Gelegenheit einräumte, die 

Steuererklärung nachträglich zu unterzeichnen. Der Anspruch auf 

Begründung der Entscheide wurde ebenfalls gewahrt, da der Rekurrent durch 

die rechtsgenügliche Begründung der Entscheide und zudem durch das zuvor 

geführte Gespräch durchaus in der Lage war, die Tragweite der 

Entscheidungen zu beurteilen und sie in voller Kenntnis der Umstände an eine 

höhere Instanz weiter zu ziehen. Die Steuerverwaltung war nicht verpflichtet, 

sich im Entscheid zu allen Rechtsvorbringen des Rekurrenten zu äussern. 

Vielmehr genügte es, dass es diesem ersichtlich sein musste, von welchen 

Überlegungen sich die Steuerverwaltung leiten liess (BGE 126 I 97, E. 2; 

Häfelin/Müller, a.a.O., § 24 N 1705 ff.). Durch das zuvorkommende Verhalten 

der Steuerverwaltung wurden weit mehr als nur die Mindestanforderungen an 

den Anspruch auf rechtliches Gehör gewahrt, weshalb sich der Vorwurf der 

Verletzung dieses Rechts als unbegründet erweist. 

3. a) Weiter rügt der Rekurrent, die Steuerverwaltung habe eine 

Ermessenstaxation vorgenommen und seine selbständige Erwerbstätigkeit 

sei bei der Bemessung der Steuern nicht berücksichtigt worden. 

b) Eine Ermessenstaxation wird gemäss Art. 131 Abs. 1 StG vorgenommen, 

wenn der Steuerpflichtige trotz Mahnung und Androhung einer 

Ermessenseinschätzung seine Verfahrenspflichten nicht erfüllt hat (lit. a), 

wenn die Steuerfaktoren mangels zuverlässiger Unterlagen nicht einwandfrei 

ermittelt werden können (lit. b) oder wenn die ausgewiesenen Ergebnisse von 

den Erfahrungszielen erheblich abweichen und der Steuerpflichtige hiefür 

keine hinlänglichen Gründe anzugeben vermag. Auch Art. 130 Abs. 2 DBG 

sieht eine Ermessenstaxation nur unter diesen Voraussetzungen vor. 

Der Rekurrent hatte seine Steuererklärung für das Jahr 2003 und die 

entsprechenden Hilfsblätter ordnungsgemäss eingereicht, woraufhin die 

Steuerverwaltung die ordentliche Veranlagung vornehmen konnte. Es 

bestand also keine Notwendigkeit, eine Ermessenseinschätzung 

vorzunehmen. 

c) Die Ermittlung des für die Veranlagung erheblichen Sachverhalts wird 

grundsätzlich vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 130a StG bzw. 

Art. 130 Abs.1 DBG). Die Steuerverwaltung ist verpflichtet und berechtigt, die 

Angaben des Steuerpflichtigen zu prüfen, Auflagen zum Sachverhalt zu 

machen, den Nachweis steuermindernder und steuerbegründender 

Tatsachen zu fordern, um sich von der Richtigkeit und Vollständigkeit der 

gemachten Angaben zu überzeugen. Die Steuerverwaltung hat mit den ihr zur 

Verfügung gestellten Untersuchungsmitteln den materiell wahren Sachverhalt 

zu ermitteln. Die Untersuchungspflicht der Steuerverwaltung wird jedoch 

durch den Grundsatz der Mitwirkung des Steuerpflichtigen ergänzt. Dieser 

gebietet dem Steuerpflichtigen, an der behördlichen Sachverhaltsermittlung 

mitzuwirken, um so eine vollständige und richtige Veranlagung und 

Besteuerung zu ermöglichen. Die Steuerbehörde kann diese Untersuchung 

ohne Mitwirkung des Steuerpflichtigen nicht durchführen. Sie ist darauf 

angewiesen, dass der Steuerpflichtige, der seine Verhältnisse am besten 

kennt, die erforderlichen Sachdarstellungen einbringt und die Beweismittel für 

deren Richtigkeit beisteuert. Nur er kann wissen, welche Einkünfte er erzielt 

hat und welche Aufwendungen er zu deren Erzielung getätigt hat oder wie 

sich sein Vermögen zusammensetzt und welche Erträge dieses abgeworfen 

hat. Aus diesem Grund ist der Steuerpflichtige verpflichtet, die erforderlichen 

Angaben zur Feststellung des massgebenden Sachverhalts zu liefern. 

Gerade dieser Umstand bewirkt aber auch eine faktische Relativierung der 

behördlichen Untersuchungspflicht. Wirkt der Steuerpflichtige nicht an der 

Untersuchung der Veranlagungsbehörde mit, erlischt regelmässig deren 

Untersuchungspflicht, weil ihr bloss wenige mitwirkungsunabhängige 

Untersuchungsmittel zur Verfügung stehen (Zweifel, in: Zweifel/Athanas 

(Hrsg), Kommentar zu Schweizerischen Steuerrecht I/2b, DBG Art. 83-222, 

Basel 2000, Art. 123 N 3 ff.). Gemäss Art. 127 Abs. 3 StG bzw. Art. 125 Abs. 

2 DBG sind vom Steuerpflichtigen beim Vorliegen einer selbständigen 

Erwerbstätigkeit der Steuererklärung die unterzeichneten Jahresrechnungen 

(Bilanzen, Erfolgsrechnungen) der Steuerperiode oder, wenn eine 

kaufmännische Buchhaltung fehlt, Aufstellungen über Aktiven und Passiven, 

Einnahmen und Ausgaben sowie Privateinlagen und Privatentnahmen 

beizulegen. 

Im vorliegenden Fall macht der Rekurrent weder in der ursprünglichen noch 

in der nachträglich eingereichten Steuererklärung Angaben über eine 

selbständige Erwerbstätigkeit oder über Einkünfte oder Verluste aus einer 

solchen Tätigkeit. Die Steuerverwaltung erachtete es daher zu Recht nicht für 

notwendig, weitere Abklärungen hinsichtlich der selbständigen 

Erwerbstätigkeit des Rekurrenten vorzunehmen. Somit erweist sich der 

angefochten Einspracheentscheid als rechtsfehlerfrei, weshalb der 

vorliegende Rekurs abzuweisen ist. 

4. a) Was die Beschwerde gegen den Einspracheentscheid vom 12. Oktober 2004 

in Bezug auf die direkte Bundessteuer 2003 betrifft, war die Vorinstanz auf die 

entsprechende Einsprache nicht eingetreten. Richtet sich die Beschwerde, 

wie vorliegend, gegen einen Nichteintretensentscheid, hat das Gericht, 

ungeachtet der Vorbringen der Beschwerde führenden Partei, lediglich zu 

prüfen und darüber zu entscheiden, ob die Verwaltung zu Recht nicht auf das 

Leistungs- oder Feststellungsbegehren eingetreten ist. Der richterliche 

Entscheid in der Sache hat in dieser besonderen verfahrensmässigen 

Situation den formellen Gesichtspunkt des Nichteintretens durch die untere 

Instanz zum Gegenstand. Dagegen hat sich das Gericht mit den materiellen 

Anträgen nicht zu befassen (BGE 121 V 159 E. 2b, 116 V 266, E. 2a;  VGU S 

05 25).)

b) Aufgrund der Tatsache, dass der Bund keine Vermögenssteuer kennt (Art. 1 

DBG), konnte die vom Steuerpflichtigen verlangte Streichung der 

Steuerschulden aus dem Schuldenverzeichnis überhaupt keinen Einfluss auf 

die direkten Bundessteuern haben. Da die Steuerbehörde in ihrem 

Einspracheentscheid somit zu Recht nicht auf die Einsprache eingetreten ist, 

erweist sich die vorliegende Beschwerde als unbegründet und ist abzuweisen.

5. Der Rekurrent hat für das Verfahren vor Verwaltungsgericht die unentgeltliche 

Prozessführung verlangt. Diese wird gemäss Art. 25 Abs. 1 VGG gewährt, 

wenn Personen neben dem Lebensunterhalt für sich und die Ihren nicht auch 

noch für Verfahrenskosten aufkommen können und wenn der Rechtsstreit 

nicht offenbar mutwillig oder grundlos ist. Der Rekurrent nahm keinen der von 

der Steuerverwaltung vorgeschlagenen Termine wahr und reagierte auf 

keines der mehrfachen diesbezüglichen Schreiben. Trotzdem gewährte die 

Steuerverwaltung dem Rekurrenten zuvorkommenderweise dennoch Vortritt, 

beantwortete seine Fragen und wurde betreffend die Streichung der 

Steuerschulden und Unterschrift der Steuererklärung durch die Ehefrau in 

seinem Interesse tätig. Dass der Rekurrent nach wie vor eine Verletzung des 

rechtlichen Gehörs geltend macht, erscheint als unverständlich. Zudem ist an 

dieser Stelle auf die beiden Verwaltungsgerichtsurteile A 04 91 und A 04 102 

zu verweisen. Aus den darin erfolgten detaillierten Ausführungen über die 

Vermögensverhältnisse des Rekurrenten ergibt sich, dass es diesem auch an 

der zur Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung notwendigen 

Bedürftigkeit fehlt. Unter diesen Umständen ist das Gesuch um unentgeltliche 

Prozessführung abzuweisen. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten gestützt auf Art. 

75 VGG vollständig dem Rekurrenten aufzuerlegen. Eine aussergerichtliche 

Entschädigung steht den Rekursgegnern praxisgemäss nicht zu. 

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Rekurse werden abgewiesen.

2. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

3. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 800.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 247.--

zusammen Fr. 1'047.--

gehen zulasten von … und sind innert 30 Tagen seit Zustellung dieses 

Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, zu 

bezahlen.

Die dagegen an das Bundesgericht erhobene Verwaltungsgerichtsbeschwerde wurde 

am 20. Oktober 2006 abgewiesen, soweit darauf eingetreten wurde (2A.156/2006/bie).