# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2f44c549-b6f0-55b7-b274-4ecb0dfbbef8
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-04-09
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 09.04.2025 D-1930/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-1930-2025_2025-04-09.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-1930/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  9 .  A p r i l  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichter Thomas Segessenmann, 

mit Zustimmung von Richter Daniele Cattaneo; 

Gerichtsschreiberin Mareile Lettau. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Burundi, 

vertreten durch MLaw Davide Loss, Rechtsanwalt,  

(…),  

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 18. Februar 2025 / N (…). 

 

 

 

D-1930/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Der Beschwerdeführer reiste am 8. November 2022 in die Schweiz ein, 

wo er gleichentags ein Asylgesuch stellte. Am 27. Februar 2023 fand seine 

Anhörung zu den Asylgründen statt und am 1. März 2023 wurde er dem 

erweiterten Verfahren zugeteilt.  

A.b Zur Begründung seines Asylgesuchs brachte er vor, er gehöre der Eth-

nie B._______ an und stamme aus C._______, wo er bis 2020 zusammen 

mit seinen Eltern und Geschwistern gelebt habe. Sein Vater und seine Ge-

schwister würden noch in Burundi leben, seine Mutter lebe in Tansania.  

Nach dem Tod seines Grossvaters sei 2019 ein Erbstreit um das hinterlas-

sene Grundstück in C._______ ausgebrochen. Der Vater des Beschwer-

deführers habe das Grundstück mit mehreren Häusern geerbt. Die Gross-

mutter habe weiterhin in einem der Häuser gelebt. Die Familie der ersten 

Ehefrau des Grossvaters und insbesondere der Halbbruder des Vaters des 

Beschwerdeführers, S.M., welcher der Ethnie der D._______ angehöre, 

habe jedoch das gesamte Grundstück für sich beansprucht. Die Grossmut-

ter habe sich wegen des Streits um das Grundstück an die Justiz gewandt 

und die Familie des Beschwerdeführers habe vor Gericht recht bekommen. 

Die Familie von S.M. habe dies nicht akzeptiert und beim Obersten Ge-

richtshof Beschwerde eingereicht. Aufgrund der korrupten Einflussnahme 

durch S.M. sei dessen Beschwerde als begründet erachtet und das vorhe-

rige Urteil aufgehoben worden. Momentan sei das Verfahren noch hängig.  

Als die Grossmutter im Prozess hätte aussagen sollen, sei sie vergiftet 

worden und gestorben. Für den Beschwerdeführer und seine Familie sei 

eindeutig S.M. der Täter gewesen, weshalb sie ihn angezeigt hätten. Da 

S.M. als ehemaliger Soldat über enge Verbindungen zu den Behörden ver-

füge, sei die Anzeige folgenlos geblieben. Es sei zu Einschüchterungs-

versuchen und Todesdrohungen durch S.M. gegenüber dem Vater des Be-

schwerdeführers gekommen. Der Vater sei aufgefordert worden, auf das 

Grundstück zu verzichten und gerichtliche Schritte zu unterlassen. Der Va-

ter habe sich jedoch geweigert und angekündigt, dass nach ihm der Be-

schwerdeführer als nächster in der Erbfolge das Grundstück erben werde. 

Dadurch sei der Beschwerdeführer in den Fokus von S.M. gerückt. 2021 

habe S. M. das erste Mal versucht, ihn zu vergiften. Das Gift sei über einen 

Händedruck auf ihn übertragen worden. Zunächst habe er eine normale 

Krankheit vermutet, erst nach verschiedenen Krankenhausbesuchen 

D-1930/2025 

Seite 3 

hätten ihm traditionelle Heiler bestätigt, dass seine Symptome auf einem 

Vergiftungsversuch beruhten.  

Aufgrund des Einflusses von S.M auf die Behörden und Gerichte hätten 

der Beschwerdeführer und seine Familie davon abgesehen, diesen erneut 

strafrechtlich anzuzeigen. Der Beschwerdeführer sei aus Angst aufs Land 

geflohen, wo er sich zwei Monate bei Verwandten aufgehalten habe. Dort 

sei er es zu einem zweiten Vergiftungsversuch gekommen, dieses Mal über 

den Wind beziehungsweise die Luft. Das Gift habe ihn direkt getroffen, wo-

raufhin er zusammengebrochen und beinahe gestorben sei. Aufgrund der 

wiederholten Vergiftungsversuche und der Bedrohungen habe er Burundi 

schliesslich am 11. Juni 2022 verlassen. 

Der Beschwerdeführer reichte folgende Beweismittel (in Kopie) ein:  

- Vorladung des Obersten Gerichtshofs von Burundi für den Vater des Beschwerdefüh-

rers vom 26. März 2022; 

- Beschwerde der Gegenpartei vom 15. Januar 2020 an das Berufungsgericht von 

E._______ gegen das Urteil des Bezirksgerichts F._______ vom 5. Dezember 2019; 

- Urteil des Obersten Gerichtshofs vom 22. Dezember 2022 (Rückweisung an das Beru-

fungsgericht E._______); 

- Anwaltsreplik vom 12. Dezember 2020 an das Berufungsgericht E._______. 

B.  

Mit am 19. Februar 2025 eröffnetem Entscheid vom 18. Februar 2025 

lehnte das SEM unter Verneinung der Flüchtlingseigenschaft das Asylge-

such des Beschwerdeführers vom 8. November 2022 ab, ordnete seine 

Wegweisung aus der Schweiz und den Vollzug an.  

C.  

Mit Eingabe seiner Rechtsvertretung vom 21. März 2025 erhob der Be-

schwerdeführer gegen den Entscheid des SEM vom 19. Februar 2025 Be-

schwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Er beantragte die Aufhebung 

der angefochtenen Verfügung, die Feststellung der Flüchtlingseigenschaft, 

die Gewährung von Asyl, eventualiter die Anordnung der vorläufigen Auf-

nahme und subeventualiter die Rückweisung der Sache an die Vorinstanz 

zur Neubeurteilung. In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte er unter Ver-

zicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses um die Gewährung der 

unentgeltlichen Prozessführung und der amtlichen Rechtsverbeiständung 

durch den unterzeichnenden Rechtsvertreter. 

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Seite 4 

Der Beschwerde lag ein «Erbteilungsvertrag vom 12. März 2021» in Kopie 

bei. 

D.  

Am 24. März 2025 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht den Eingang 

der Beschwerde.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls – in der Regel und auch vorliegend – end-

gültig (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der Be-

schwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 

Abs. 2 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-

schwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachstehend 

aufgezeigt wird, handelt es sich um ein solches Rechtsmittel, weshalb das 

Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). Gestützt 

auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines Schriften-

wechsels verzichtet. 

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Seite 5 

4.  

4.1 In der Beschwerde wird in formeller Hinsicht gerügt, der rechtserhebli-

chen Sachverhalt sei unrichtig festgestellt worden. Die Vorinstanz habe 

eine mangelhafte Beurteilung der Glaubhaftigkeit des Sachverhaltes mit 

unzureichender Begründung vorgenommen und hierbei die politische und 

ethnische Dimension des Grundstücksstreits verkannt.  

4.2 Hierbei verkennt der Beschwerdeführer, dass der blosse Umstand, 

dass er die materielle Beurteilung durch die Vorinstanz nicht teilt, weder 

eine Gehörsverletzung noch eine Verletzung der Pflicht zur vollständigen 

und richtigen Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts darstellt. Der 

Rückweisungsantrag erweist sich damit als unbegründet und ist abzuwei-

sen. 

5.  

5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

 

5.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

6.  

6.1 Die Vorinstanz gelangt in der angefochtenen Verfügung zum Schluss, 

die Vorbringen des Beschwerdeführers hielten den Anforderungen an die 

Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG nicht stand und würden auch bei 

Wahrunterstellung im Hinblick auf die flüchtlingsrechtliche Relevanz im 

Sinne von Art. 3 AsylG nicht genügen.  

 

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Seite 6 

Das SEM schliesse zwar nicht grundsätzlich aus, dass es im Zusammen-

hang mit einer Erbstreitigkeit zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung 

gekommen sei. Die Drohungen und wiederholten Vergiftungsversuche 

durch S.M. seien jedoch aufgrund der unsubstantiierten Aussagen des Be-

schwerdeführers zu zentralen Vorbringen und der teilweise realitätsfrem-

den sowie ausweichenden und oberflächlichen Schilderungen als unglaub-

haft zu qualifizieren.  

Auch habe der Beschwerdeführer den vermeintlich grossen Einfluss von 

S.M. und dessen Machtstellung nicht schlüssig erklären können. Vielmehr 

sei angesichts der oberflächlichen Aussagen das geltend gemachte Profil 

und der Einfluss von S.M. auf die burundischen Behörden als unglaubhaft 

einzustufen. Zudem sei auch das Vorgehen der Familie des Beschwerde-

führers nicht nachvollziehbar. So überzeuge es nicht, dass sie S.M. weder 

wegen der vermeintlichen Drohungen noch wegen der gegen den Be-

schwerdeführer gerichteten Vergiftungsversuche angezeigt oder weitere 

Sicherheitsvorkehrungen getroffen hätten. Die eingereichten Beweismittel 

seien nicht geeignet, die geltend gemachten Vergiftungen oder die damit 

verbundene Strafanzeige wegen des Todes der Grossmutter zu belegen.  

6.2 In der Beschwerde wird demgegenüber geltend gemacht, die Verfol-

gungsvorbringen seien kohärent dargelegt worden. So habe der Be-

schwerdeführer die erste Vergiftung über den Händedruck nachvollziehbar 

geschildert. Auch sei es verständlich, dass er die Symptome der Vergiftung 

zunächst als herkömmliche Krankheit interpretiert habe. Sodann sei die 

Beschreibung des zweiten Vergiftungsversuchs durch den Wind zwar mög-

licherweise aus westlicher Sicht ungewöhnlich, aber im lokalen Kontext zu 

verstehen. Es sei damit eine Vergiftung durch kontaminierte Luft beschrie-

ben worden. Verschiedene Berichte würden belegen, dass Vergiftungen in 

Burundi eine konkrete Bedrohung darstellten. 

Überdies habe der Beschwerdeführer nachvollziehbar dargelegt, dass 

S.M. als früherer Soldat enge Verbindungen zum Militär und zu Regie-

rungsstellen besitze. Auch sei bei der Beurteilung des Einflusses von S.M. 

seine Zugehörigkeit zur D._______-Mehrheitsgruppe nicht ausser Acht zu 

lassen. Es stelle überdies einen konkreten Beleg für die Machtstellung von 

S.M. dar, dass trotz der Strafanzeige gegen ihn wegen der Vergiftung der 

Grossmutter keine Ermittlungen eingeleitet worden seien. Auch sei die vom 

Obersten Gericht angeordnete Neubewertung des Verfahrens im Grund-

stücksstreit als Beleg des politischen Einflusses von S.M. zu werten. Es sei 

nachvollziehbar, dass der Beschwerdeführer und seine Familie vor wie-

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Seite 7 

teren Strafanzeigen gegen diesen abgesehen hätten, da sie keine wirk-

same Strafverfolgung hätten erwarten können. Die burundischen Behör-

den hätten dem Beschwerdeführer als Angehörigem der B._______-Min-

derheit keinen wirksamen Schutz gewähren können. 

7.  

7.1 Nach Prüfung der Akten kommt das Bundesverwaltungsgericht zum 

Schluss, dass die vorinstanzlichen Erwägungen vollumfänglich zu bestäti-

gen sind. Die Vorbringen des Beschwerdeführers genügen den Anforde-

rungen an die Glaubhaftigkeit im Sinne von Art. 7 AsylG nicht. Auf die be-

treffenden Ausführungen in der angefochtenen Verfügung ist zu verweisen 

(vgl. angefochtene Verfügung, S. 5-7). Gleichzeitig dürfte es den auf Hab-

gier und kriminellen Motiven beruhenden Verfolgungsmassnahmen auch 

bei Wahrunterstellung an einem asylrelevanten Verfolgungsmotiv und so-

mit flüchtlingsrechtlicher Relevanz im Sinne von Art. 3 AsylG fehlen. 

7.2 Auch das Bundesverwaltungsgericht schliesst nicht aus, dass es zu ei-

ner gerichtlichen Auseinandersetzung innerhalb der Verwandtschaft im Zu-

sammenhang mit einer Erbstreitigkeit um ein Grundstück gekommen ist. 

Die Verfolgungsmassnahmen von S. M. und dessen Familie sind jedoch 

als unglaubhaft zu erachten.  

Den ersten Vergiftungsversuch per Händedruck hat der Beschwerdeführer 

vage in der Art beschrieben, dass er etwas aus der Hand gegessen habe 

und dadurch vergiftet worden sei, was er nachträglich durch die ihn behan-

delnden Personen der traditionellen Medizin erfahren habe. Diese Perso-

nen hätten ihm angesehen, auf welche Weise er vergiftet worden sei (vgl. 

SEM act. A30, F113-115, S. 10). Eine konkrete Beschreibung des Vorfalls 

und der vermeintlichen Rolle von S. M. hierbei bleibt jedoch gänzlich aus 

(vgl. SEM act. A30, F115, F122, S. 10 f.). Der Erklärungsversuch in der 

Beschwerde, wonach eine Vergiftung bei Kontakt mit einer kontaminierten 

Hand ein reales Risiko darstelle und es nachvollziehbar sei, dass der Be-

schwerdeführer erst nachträglich durch die medizinische Diagnose der 

Vergiftung den Händedruck als möglichen Auslöser habe einordnen kön-

nen, vermag nicht zu überzeugen. Dadurch wird auch nicht begreiflich ge-

macht, wieso der Beschwerdeführer den ausschlaggebenden Händedruck 

nicht beschreiben kann, wenn er sich angeblich noch an diesen Moment 

des ersten Vergiftungsversuches zu erinnern vermag. 

In Bezug auf den zweiten Vergiftungsversuch über den Wind (vgl. SEM 

act. A30, F62, S. 6), wobei ihm dieses Gift geschickt worden sei und er 

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Seite 8 

direkt getroffen und zusammengebrochen sei (vgl. SEM act. A30, F 129, 

F130, S. 12), fehlt es an einer zu erwartenden persönlichen und detaillier-

ten Schilderung dieses Vorfalls. Durch Tests sei nachträglich herausgefun-

den worden, dass er über die Luft vergiftet worden sei (vgl. SEM act. A30, 

F128, S. 11). Wie genau dieser Vergiftungsversuch stattgefunden haben 

soll, erschliesst sich nicht. Die pauschale Aussage in der Beschwerde, wo-

nach in Burundi eine weit verbreitete Angst vor Vergiftungen bestehe (vgl. 

Beschwerde, S. 14), vermag diesen konkreten Fall nicht zu erklären und 

weshalb sich der Beschwerdeführer sicher gewesen sei, dass S. M. diese 

Vergiftung ausgelöst habe. Vielmehr erscheint der geschilderte Vergif-

tungsversuch «über die Luft» realitätsfremd. Auch die Argumentation in der 

Beschwerde, es möge aus westlicher Sicht ungewöhnlich erscheinen, aber 

sei aber im lokalen Kontext zu verstehen, ist hierbei wenig überzeugend 

(vgl. Beschwerde, S. 13). Ebenso sind die Aussagen zur vermeintlichen 

Vergiftung der Grossmutter als oberflächlich und wenig glaubhaft zu be-

zeichnen (vgl. SEM act. A30, F62, S. 6; F120, S. 11). 

7.3 Dem SEM ist weiter beizupflichten, dass das geltend gemachte Profil 

von S. M. und dessen angeblicher Einfluss auf die burundischen Behörden 

als unglaubhaft einzustufen sind. So erstaunt es, dass der Beschwerdefüh-

rer nichts Konkretes über S.M. als angeblichen Verfolger und dessen Ein-

fluss auf Polizei und Gerichte vorzubringen vermag (vgl. SEM act. A30, 

D99-101, S. 9), obwohl sich die Familien seit Jahren im Streit befunden 

haben sollen (vgl. SEM act. A30, D69, S. 7). Zum vermeintlich grossen 

Einfluss von S.M. heisst es nur, dieser sei früher Soldat gewesen und habe 

daher Verbindungen zur Regierung (vgl. SEM act. A30, F103, F111, S. 9 f.). 

Er kenne viele Leute und verlasse sich auf die Angehörigen seiner 

D._______-Ethnie, die auch die Regierung stelle (vgl. SEM act. A30, D155-

156, S. 14). Auch wird pauschal vorgebracht, S.M. stütze sich auf Korrup-

tion und Gewalt, ohne dies näher zu erläutern (vgl. SEM act. A30, F62, 

F104, F153, S.6, 9 f. und 14). Auch mit der nicht auf den konkreten Fall 

bezogenen Argumentation, dass Personen wie S.M. wegen ihrer Ethnie 

und militärischen Vergangenheit dem herrschenden ethnischen und politi-

schen Machtapparat naheständen und gewöhnlich auf die Protektion durch 

die burundischen Behörden zählen könnten (vgl. Beschwerde, S. 15), kann 

das konkrete Profil von S.M. nicht glaubhaft gemacht werden. 

7.4 Das Vorgehen der Familie des Beschwerdeführers nach den Drohun-

gen und Vergiftungsversuche kann ebenfalls nicht nachvollzogen werden. 

Es fragt sich, wieso die Familie des Beschwerdeführers wegen der Dro-

hungen und Tötungsversuche keine rechtlichen Schritte gegen S.M. 

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Seite 9 

eingeleitet hat (vgl. SEM act. A30, F140, F141, S. 13). Nach Aussage des 

Beschwerdeführers sind sie in grosser Angst gewesen, da sie nicht in der 

Lage gewesen seien, gegen S.M. vorzugehen (vgl. SEM act. A30, F 131, 

S. 12). Dies erstaunt insofern, als sie vorher seinen Angaben gemäss we-

gen der Vergiftung der Grossmutter Strafanzeige gestellt hatten (vgl. SEM 

act. A30, F104-F106, S. 9 f.). Warum die Behörden S.M. im Zusammen-

hang mit der Strafanzeige nicht weiter belangt haben sollen, bleibt zudem 

eine fragliche Behauptung, zumal der Beschwerdeführer auch später trotz 

Aufforderung keine Beweismittel zur polizeilichen Anzeige beziehungs-

weise zu dem Verfahren bei der Vorinstanz eingereicht hat (vgl. SEM 

act. A30, F107, S. 10). Der angebliche Verzicht, rechtlich gegen S.M. vor-

zugehen, erscheint auch deshalb nicht nachvollziehbar, weil der Beschwer-

deführer und seine Familie im Zusammenhang mit dem Erbstreit ja juris-

tisch gegen diesen vorgegangen sind. Wie das SEM zu Recht vorbringt, 

kann der Verfahrensverlauf in Bezug auf diese zivilrechtliche Erbstreitigkeit 

als Indiz für das Vorliegen funktionierender Justizbehörden gewertet wer-

den. Gemäss den vom Beschwerdeführer eingereichten Gerichtsdoku-

menten wurden die Beschwerden von S.M. erst- und zweitinstanzlich ab-

gewiesen. Auch wenn der oberste Gerichtshof die Sache zur Neubeurtei-

lung an die erste Instanz zurückgewiesen hat (vgl. SEM act. A30, F62, 

S. 6), überzeugt die Behauptung nicht, weshalb dies bereits einen Beleg 

für die korrupten Machenschaften darstellen soll (vgl. Beschwerde, S. 16). 

Auch der Verweis des Beschwerdeführers auf den Unterschied von Polizei 

und Justiz (vgl. SEM act. A30, F147, S. 13) vermag nicht zu überzeugen.  

7.5 Es ist dem Beschwerdeführer insgesamt nicht gelungen, eine bereits 

erlittene oder eine künftig drohende asylrechtlich relevante Verfolgung 

nachzuweisen oder glaubhaft zu machen. Die Vorinstanz hat die Flücht-

lingseigenschaft des Beschwerdeführers zu Recht verneint und sein Asyl-

gesuch folgerichtig abgelehnt 

8.  

8.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

8.2 Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder über eine auslän-

derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei-

lung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht 

angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

D-1930/2025 

Seite 10 

9.  

9.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

9.2  

9.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

9.2.2 Die Vorinstanz weist in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend da-

rauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur 

Personen schützt, welche die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem 

Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr-

dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG 

verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren 

keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in den 

Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 

9.2.3 Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerde-

führers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer 

Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit 

einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 des Übereinkommens gegen Folter und 

andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung und 

Strafe (FoK, SR 0.105) verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt 

wäre. Gemäss der Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschen-

rechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses müsste der 

Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr («real risk») nachweisen oder 

glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder un-

menschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR Saadi ge-

gen Italien vom 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, §§ 124–127 

m.w.H.). Nach den vorstehenden Ausführungen gelingt ihm das nicht. Auch 

die allgemeine Menschenrechtssituation im Heimatstaat lässt den Wegwei-

sungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen.  

9.2.4 Mithin ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als 

auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 

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Seite 11 

9.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

9.3.1 In Burundi herrscht zurzeit weder Krieg oder Bürgerkrieg noch eine 

Situation allgemeiner Gewalt. Das Bundesverwaltungsgericht geht denn in 

seiner Praxis auch nicht von einer generellen Unzumutbarkeit des Weg-

weisungsvollzugs nach Burundi aus, auch wenn die allgemeine Lage in 

einigen Provinzen insbesondere in sicherheitspolitischer und wirtschaftli-

cher Hinsicht als heikel bezeichnet werden kann (vgl. dazu das Urteil des 

BVGer D-3735/2024 vom 21. Juni 2024 E. 9.3.1, m.w.H.).  

Auch sprechen keine individuellen Gründe gegen die Zumutbarkeit des 

Wegweisungsvollzuges. Abgesehen von Schlafproblemen handelt es sich 

beim Beschwerdeführer um einen gesunden jungen Mann mit einer abge-

schlossenen Sekundarschulausbildung (vgl. SEM act. A30, F2-3, F6-8, 

F30, S. 1, 2,4). Er verfügt über sehr gute Englisch- und gute Französisch-

kenntnisse (vgl. SEM act. A30, F2, F35-36, S. 1, 4). Es ist von einer gesi-

cherten Wohnsituation und einem grossen stabilen familiären Beziehungs-

netz im Heimatland auszugehen (vgl. SEM act. A30, F13-18, F23-27, F54-

55, S. 2, 3, 5). Es sind mithin keine konkreten Hinweise ersichtlich, wonach 

er bei einer Rückkehr nach Burundi in eine existenzbedrohende Lage ge-

raten werde 

9.3.2 Insgesamt erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als zumut-

bar. 

9.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 

2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu 

bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

9.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

  

D-1930/2025 

Seite 12 

10.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt und – soweit diesbezüglich überprüfbar – ange-

messen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

11.  

11.1 Der Beschwerdeführer beantragt die Gewährung der unentgeltlichen 

Prozessführung und amtlichen Rechtsverbeiständung. Aufgrund der vor-

stehenden Erwägungen erweisen sich seine Begehren als aussichtslos. 

Damit ist eine der kumulativ zu erfüllenden Voraussetzungen nicht gege-

ben, weshalb die Gesuche ungeachtet der geltend gemachten Mittellosig-

keit abzuweisen sind. 

 

11.2 Das Gesuch um Erlass des Kostenvorschusses ist mit vorliegendem 

Direktentscheid gegenstandslos geworden.  

11.3 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Be-

schwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt 

Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[VGKE, SR 173.320.2]).  

 

(Dispositiv nächste Seite)  

D-1930/2025 

Seite 13 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und um 

Bestellung eines amtlichen Rechtsbeistands werden abgewiesen.  

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen.  

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Thomas Segessenmann Mareile Lettau