# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d7ee1488-eb1d-5ccb-b0da-cb910cd8b46d
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-11-16
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 16.11.2010 IV 2010/170
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2010-170_2010-11-16.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/9

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2010/170

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 15.07.2020

Entscheiddatum: 16.11.2010

Entscheid Versicherungsgericht, 16.11.2010
Art. 21 IVG, Art. 14 IVV, HVI, Ziffer 15.02 Anhang HVI. Elektronische 
Kommunikationsgeräte. Das Step-by-Step-Gerät ist kein elektronisches 
Kommunikationsgerät nach Rz 15.02 Anhang HVI (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 16. November 2010, IV 
2010/170).

Vizepräsidentin Miriam Lendfers, Versicherungsrichterin Monika Gehrer-Hug, 

Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiber Ralph Jöhl

Entscheid vom 16. November 2010

in Sachen

K.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch ihre Eltern,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Hilfsmittel (Kommunikationsgerät)

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/9

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Sachverhalt:

A.   

Die 2003 geborene K.___ wurde noch im gleichen Jahr zum Bezug von IV-Leistungen 

angemeldet. K.___ litt an einem Aicardi-Syndrom mit einer Hirn- und 

Augenentwicklungsstörung, mit einer zerebralen Bewegungsstörung und mit Epilepsie. 

Am 12. März 2007 erteilte die IV-Stelle eine Kostengutsprache für einen externen 

Sonderschulbesuch (heilpädagogischer Kindergarten A.___). Die verschiedenen 

Bezugspersonen von K.___ beantragten am 17. Dezember 2009 die Abgabe eines 

Kommunikationshilfsmittels. Zur Begründung führten sie aus, K.___ könne sich 

behinderungsbedingt nicht verbal mitteilen. Sie verfüge nur über wenige einzelne Laute 

und mimische Ausdrücke, um ihr Wohlbefinden kundzutun. Diese Mitteilungen würden 

aber nur von sehr nahen Bezugspersonen verstanden. K.___ könne somit nicht direkt 

mit anderen Menschen in Kontakt treten. Sie reagiere jedoch sehr gut auf die 

Kontaktaufnahme anderer Bezugspersonen. Sie zeige eine erhöhte Aufmerksamkeit 

und grosses Interesse und sie schätze die Kommunikation mit Menschen. Da sie aber 

nur von wenigen verstanden werde, gäben viele die Kommunikation schnell auf, was 

K.___'s Teilhabe am Geschehen und ihre Lebensqualität stark beeinträchtige. K.___ 

könne Gegenstände nur kurz ergreifen. Hingegen könne sie gut einen Taster drücken 

und auch wieder loslassen. Sie schaue und höre interessiert zu, was passiere. Dabei 

sei sie sehr aufmerksam. Sie habe verstanden, dass das Drücken der Taste etwas 

bewirke. Das bereite ihr sichtlich Freude. Dies ermögliche es K.___, ein einfaches 

Kommunikationshilfsmittel zu bedienen. Dadurch könne sie grundlegende 

kommunikative Erfahrungen im Bewirken von Reaktionen in ihrem Umfeld sammeln. 

Das Hilfsmittel solle es K.___ ermöglichen, in der Schule von zuhause und zuhause von 

den Erlebnissen in der Schule zu berichten. Ausserdem solle sie über dieses Hilfsmittel 

noch stärker erfahren, dass sie mit einer Mitteilung über einen Taster in ihrer Umwelt 

etwas bewirken könne. Beim Little Step-by-Step-Gerät handle es sich um ein solches 

sehr einfaches Kommunikationsgerät. Es ermögliche K.___, weitere 

Mitteilungserfahrungen zu sammeln.

B.   

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/9

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Mit einem Vorbescheid vom 8. Februar 2010 kündigte die IV-Stelle die Abweisung des 

Gesuchs um die Abgabe eines Step-by-Step-Gerätes an. Zur Begründung führte sie 

an, es handle sich um ein Gerät, das vorwiegend dem Informationsaustausch zwischen 

den Bezugspersonen diene. Es könne nicht als situationsbezogenes 

Kommunikationsgerät eingesetzt werden, mit dem sich K.___ spontan mitteilen oder 

mit dem sie antworten könne. Zudem sei kein Gebrauchstraining gerechtfertigt, da das 

Gerät äusserst einfach zu bedienen sei. Die Eltern von K.___ wandten am 2. März 2010 

ein, mit dem Step-by-Step-Gerät könne K.___ durchaus ihr Wohlbefinden ausdrücken 

oder spontane Mitteilungen machen (mehr essen, Spass haben, fertig sein etc.). Das 

Gebrauchstraining sei notwendig um festzustellen, ob K.___ das Step-by-Step-Gerät 

für die spontane Kommunikation einsetzen könne. Mit einer Verfügung vom 25. März 

2010 wies die IV-Stelle das Gesuch ab.

C.   

Die Eltern erhoben am 22. April 2010 Beschwerde gegen diese Abweisungsverfügung. 

Sie machten geltend, das Step-by-Step-Gerät könne durchaus als Hilfsmittel für eine 

spontane und situationsbezogene Kommunikation auf einer frühen Entwicklungsstufe 

eingesetzt werden, auf der Kinder vor allem mitteilten, was sie machen oder haben 

wollten. K.___ befinde sich auf dem Entwicklungsstand eines Kleinkindes, das 

kommunikativ in spannenden Situationen etwa "nochmals" oder "mehr" durch 

körperliche Signale oder lautsprachlich mitteile. Das sei K.___ aber 

behinderungsbedingt weder motorisch noch lautsprachlich möglich. Sie könne nicht 

nach einem bevorzugten Gegenstand greifen oder durch eine nachahmende 

Bewegung eine Handlung nochmals einfordern. Ihre Signale für Wohlbefinden würden 

oft als Jammern interpretiert, wodurch sie eine spannende Handlung nicht andauern 

lassen könne. So könne sie auch nicht die Erfahrung machen, dass sie bei ihrem 

Gegenüber kommunikativ etwas bewirken könne. Das Step-by-Step-Gerät verschaffe 

K.___ einen entwicklungsadäquaten, direkten, situationsbezogenen Kontakt mit ihrer 

Umwelt und schaffe einen erheblichen Partizipationsgewinn und damit eine intensive 

Förderung der geistigen Entwicklung. Es gehe also nicht um eine 

Sprachförderungsmassnahme oder um den Spracherwerb.

D.   

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/9

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Die IV-Stelle beantragte am 12. August 2010 die Abweisung der Beschwerde. Sie 

führte aus, die Abgabe eines Kommunikationsgerätes setze voraus, dass die 

versicherte Person über eine ausreichende Sprachleistung (Sprachverständnis und 

Sprachproduktion) verfüge. Bei K.___ werde das Erlernen der Sprache noch in der 

basalen Ebene gefördert. Sprachanbahnungsmassnahmen, zu denen auch das Step-

by-Step-Gerät gehöre, könnten nicht übernommen werden. K.___ könne mit dem Step-

by-Step-Gerät keinen eigenen Wunsch wiedergeben, sondern immer nur das, was man 

für sie gerade als Botschaft aufgenommen habe. Sie habe keine Möglichkeit, zwischen 

zwei Aussagen auszuwählen. Eine tatsächliche Willensbekundung könne nicht erreicht 

werden. Das veranschlagte Gebrauchstraining sei nicht erforderlich.

E.  

Die Eltern wandten am 1. September 2010 ein, die kommunikative Einschränkung zur 

Pflege des täglichen Kontakts mit der Umwelt sei bei K.___ ohne 

Kommunikationshilfsmittel behinderungsbedingt bedrückend gross. Nonverbal gelinge 

es ihr nicht, einen gewünschten Gegenstand zu ergreifen, und sie könne nicht sagen, 

dass sie etwa noch mehr Znüni haben wolle. Mit dem Step-by-Step-Gerät gehe das 

aber gut. Inzwischen gelinge es K.___ sogar oft, mittels zweier Step-by-Step-Geräte 

den Znüni auszuwählen. Das Step-by-Step-Gerät ermögliche es K.___ erst, im üblichen 

sozialen Sinn selbstbestimmt an alltäglichen Handlungen teilzunehmen. Sie sei 

kommunikativ klar auf ein solches Gerät angewiesen. K.___ verfüge über die 

motorischen und intellektuellen Fähigkeiten, um ein solches Gerät verwenden zu 

können. Eine eigene Aufnahme auf dem Step-by-Step-Gerät sei natürlich nicht 

möglich. Das sei auch gar nicht das Ziel eines alternativen Kommunikationsmittels, 

denn dieses werde abgegeben, wenn die betreffende Person nicht über die 

Lautsprache verfüge. Deshalb sei das Step-by-Step-Gerät bei K.___ keine 

Sprachanbahnungsmassnahme. Es sei vielmehr das einzige mögliche 

Kommunikationsgerät. Auf dem Step-by-Step-Gerät würden stellvertretend für K.___ 

und in Ich-Form nur Begebenheiten erzählt, die K.___ erlebt habe und die sie emotional 

betroffen hätten. K.___ könne also mit der Stimme der jeweiligen Bezugsperson selbst 

erzählen. Das sei eindeutig eine andere Situation, als wenn die Mutter oder die 

Lehrperson das Mitteilungsheft lese und das Gelesene kommentiere. Das Erlebte 

bleibe ein fürsorglicher Bericht der jeweiligen Bezugsperson, die alle kommunikativen 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/9

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Handlungen übernehme. Die Bezugsperson nehme die situationsangepassten 

Äusserungen auf und biete sie K.___ in der passenden Situation an. Ohne das Step-by-

Step-Gerät seien K.___ aber situationsbedingte Äusserungen überhaupt verwehrt. Das 

Step-by-Step-Gerät ermögliche Sozialkontakte, die sonst nicht möglich wären. Seit 

K.___ mit zwei Step-by-Step-Geräten arbeite, könne sie auch eine Auswahl treffen. 

Grundsätzlich schaffe das Step-by-Step-Gerät für K.___ eine Wahlmöglichkeit, ob sie 

sich überhaupt mitteilen möchte oder nicht. Es ermögliche K.___ also sehr wohl eine 

Willensbekundung mit dem Ziel der sozialen Kontaktpflege. Das Step-by-Step-Gerät 

sei somit ein Kommunikationshilfsmittel, das zur momentanen sprachlichen 

Entwicklungsstufe von K.___ passe. Das Gebrauchstraining sei notwendig, damit 

festgestellt werden könne, ob und wie K.___ den Umgang mit dem Step-by-Step-Gerät 

weiter lerne und ob sie allenfalls sogar ein differenzierteres Kommunikationsgerät 

brauche.

F.  

Die IV-Stelle verwies am 14. September 2010 auf ein Urteil des Versicherungsgerichts 

des Kantons St. Gallen vom 9. September 2010 (IV 2010/104), in welchem dem Step-

by-Step-Gerät die Hilfsmitteleigenschaft abgesprochen worden war.

Erwägungen:

1.  

1.1  Versicherte, die infolge ihrer Invalidität u.a. für die Herstellung des Kontakts mit der 

Umwelt kostspielige Geräte benötigen, haben im Rahmen einer vom Bundesrat 

aufzustellenden Liste ohne Rücksicht auf die Erwerbsfähigkeit einen Anspruch auf 

Hilfsmittel (Art. 21 Abs. 2 IVG). Der Bundesrat hat diese Aufgabe an das zuständige 

Departement delegiert (Art. 14 IVV). Dieses hat eine Verordnung über die Abgabe von 

Hilfsmitteln durch die Invalidenversicherung (HVI) erlassen. Gemäss dem Art. 2 Abs. 1 

HVI sind die abzugebenden Hilfsmittel in einer Liste im Anhang zu dieser Verordnung 

aufgeführt. Die Ziffer 15 dieser Liste enthält die Hilfsmittel für den Kontakt mit der 

Umwelt. Dazu gehören gemäss der Ziffer 15.02 elektronische Kommunikationsgeräte 

für schwer sprech- und schreibbehinderte Versicherte, die zur Pflege des täglichen 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/9

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Kontakts mit der Umwelt auf ein solches Gerät angewiesen sind und über die 

notwendigen intellektuellen und motorischen Fähigkeiten zur Bedienung verfügen. Die 

Verwaltungsweisungen enthalten keine Präzisierung des Begriffs 'Kontakt mit der 

Umwelt' (vgl. Rz 15.02 KHMI). Sinn und Zweck eines Hilfsmittels zur Ermöglichung des 

Kontakts mit der Umwelt muss sein, die behinderungsbedingt fehlende Sprechfähigkeit 

zu ersetzen. K.___ kann nicht sprechen, sie kann nur einzelne Laute hervorbringen oder 

sich mimisch ausdrücken. Diese Art der Kommunikation kann nur von nahestehenden 

und mit den einzelnen Äusserungen von K.___ vertrauten Bezugspersonen verstanden 

werden. K.___ benötigt also grundsätzlich ein elektronisches Kommunikationsgerät im 

Sinne der Ziffer 15.02 des Anhangs zur HVI.

1.2  Zu prüfen ist, ob das beantragte Step-by-Step-Gerät (oder allenfalls zwei Step-by-

Step-Geräte) geeignet ist (sind), den Kommunikationsbedarf von K.___ zu befriedigen. 

Die Ausführungen der Eltern erwecken stellenweise den Eindruck, die intellektuell 

bestimmte Kommunikationsfähigkeit von K.___ entspreche derjenigen eines eben dem 

Säuglingsalter entwachsenen Kleinkindes, das praktisch nur Lust oder Unlust 

ausdrücken kann, weil es noch keine anderen Kategorien kennt. Damit wäre der 

mögliche Kommunikationsinhalt so eng beschränkt, dass bereits das Betätigen der 

Taste des Step-by-Step-Gerätes eine bestimmte Botschaft wäre, also z.B. Unlust 

ausdrücken würde. Dieser Vorgang wäre vergleichbar mit einer Klingel in einer 

Gartenwirtschaft, mit der die Bedienung herbeigerufen wird. Ertönt diese Klingel, weiss 

das Servicepersonal immer, was das bedeutet, nämlich dass es in die Gartenwirtschaft 

kommen soll, weil ein Gast etwas wünscht. Hätten auch die Botschaften von K.___ 

aufgrund einer extrem engen Entscheidfähigkeit immer nur einen einzigen Inhalt, wäre 

gar kein Step-by-Step-Gerät nötig. Es würde nämlich genügen, wenn K.___ ein Gerät 

hätte, mit dem sie ein akustisches oder visuelles Signal aussenden könnte. Das 

Absenden der Botschaft wäre dann selbst schon eine spontane und 

situationsbezogene Botschaft, weil deren Empfänger genau wüssten, was der Inhalt 

der Botschaft wäre. Die intellektuelle Kommunikationsfähigkeit und damit auch der 

Kommunikationsbedarf von K.___ sind aber deutlich breiter. Das zeigt sich etwa darin, 

dass K.___ fähig ist zu erkennen, dass sie zwischen zwei verschiedenen Znüni wählen 

darf und dass sie diese Wahl auch bewusst treffen kann, oder darin, dass K.___ fähig 

ist zu entscheiden, ob sie das von einer Bezugsperson auf das Step-by-Step-Gerät 

Gesprochene bei einer anderen Bezugsperson abspielen will oder nicht. Dieser 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/9

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Entscheid setzt nämlich voraus, dass K.___ den Inhalt des auf das Gerät 

Gesprochenen versteht und dass sie zumindest ansatzweise die Wirkung des Inhalts 

dieser Botschaft auf die zuhörende Bezugsperson abschätzen kann. Die 

Kommunikationsfähigkeit von K.___ geht also erheblich über das hinaus, was mit 

einem Signal, das nur eine bestimmte Bedeutung hat, mitgeteilt werden kann. K.___ ist 

aufgrund ihrer intellektuellen Fähigkeiten in der Lage, Mitteilungen zu machen, die mehr 

sind als die Entscheidung, ob sie eine fremdbestimmte, vorgegebene Botschaft 

übermitteln will oder nicht, oder die Entscheidung zwischen zwei zur Auswahl 

stehenden Znüni. K.___ verfügt also über die Fähigkeit, spontan und situationsbezogen 

eine Botschaft zu kreieren und diese zu übermitteln, auch wenn sie faktisch durch ihre 

Behinderung an der Übermittlung gehindert ist. Sie könnte also beispielsweise auf die 

Frage, welchen von zwei verschiedenen Znüni sie wolle, antworten, sie nehme 

überhaupt keinen Znüni, weil ihr nicht wohl sei.

1.3  Mit einem Step-by-Step-Gerät (oder auch mit zwei solchen Geräten) ist ihr das 

Übermitteln dieser Antwort nicht möglich, weil sie den Inhalt der ihr zur Verfügung 

stehenden Botschaft nicht beeinflussen kann. Für eine effektiv spontane und 

situationsbezogene, d.h. für eine auch inhaltlich von K.___ selbst bestimmte 

Kommunikation ist das Step-by-Step-Gerät nicht geeignet. Das bedeutet, dass K.___ 

trotz des Step-by-Step-Geräts für eine spontane und situationsbezogene 

Kommunikation auf ihre äusserst begrenzten und nur wenigen Personen verständlichen 

akustischen und mimischen Kommunikationsmöglichkeiten zurückgeworfen ist. Das 

Step-by-Step-Gerät kann ihr nicht helfen, weil die Bezugsperson zuerst die Bedeutung 

der Laute oder der Mimik von K.___ verstehen muss, um eine entsprechende Botschaft 

aufzunehmen. Dann benötigt K.___ aber natürlich keine Kommunikation mittels des 

Step-by-Step-Gerätes mehr, weil die Bezugsperson den Inhalt der Botschaft ja bereits 

kennt und weil eine Weiterleitung an eine andere Bezugsperson mittels eines Step-by-

Step-Gerätes nicht üblich ist, da es dafür ein anderes, von K.___ unabhängiges 

Kommunikationsmedium gibt. Daraus folgt, dass es sich beim Step-by-Step-Gerät 

zwar um ein für die Entwicklung von K.___ wertvolles Hilfsmittel, aber nicht um ein 

elektronisches Hilfsmittel zur Kommunikation gemäss Ziffer 15.02 der Liste im Anhang 

zur HVI handelt, weil dessen Charakteristik darin bestehen muss, eine 

situationsbezogene und spontane Kommunikation zu ermöglichen (vgl. das – 

rechtskräftige – Urteil des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 9. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/9

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

September 2010, IV 2010/104). Damit wird nicht in Abrede gestellt, dass das Step-by-

Step-Gerät es K.___ ermöglicht, zu lernen, was Kommunikation ist und was sie 

bewirken kann. Möglicherweise ist das Step-by-Step-Gerät sogar geeignet, K.___ auf 

den zukünftigen Einsatz eines komplexen Geräts vorzubereiten, mit dem sie dann 

spontan und situationsbezogen Botschaft wird kreieren und versenden, d.h. 

"sprechen" können. Bei einem solchen komplexen Gerät dürfte es sich dann um ein 

elektronisches Kommunikationshilfsmittel gemäss der Ziffer 15.02 der Liste im Anhang 

zur HVI handeln.

1.4  Das Bundesgericht hat in einem Urteil vom 31. Juli 2008 (9C_214/2008) einem 

Umweltkontrollgerät (Fernsteuerung der Fenster usw.) den Charakter eines 

Kommunikationsgerätes Im Sinne der Ziffer 15.02 der Liste im Anhang zur HVI 

zugestanden, weil die behinderte Person damit auch jemanden habe herbeirufen und 

weil sie das spontan und situationsbezogen habe machen können. Grundsätzlich 

könnte auch das Step-by-Step-Gerät dazu benützt werden, jemanden herbeizurufen. 

Trotzdem kann das Step-by-Step-Gerät nicht als Kommunikationsgerät qualifiziert 

werden. Das angesprochene Bundesgerichtsurteil ist nämlich nicht stichhaltig. In jenem 

Fall hatte die behinderte Person das Umweltkontrollgerät zwar – zweckentfremdet – 

spontan, d.h. der konkreten Situation entsprechend zur Übermittlung einer Mitteilung 

verwendet, aber der Mitteilungsinhalt war vordefiniert gewesen. Er hatte also nicht 

situationsbezogen gewählt werden können, d.h. die Person, an die sich die Mitteilung 

richtete, hatte vorher mit der behinderten Person vereinbart, was der Inhalt der 

Mitteilung war. Das Umweltkontrollgerät hatte also zwar spontan, d.h. bei Auftreten des 

Mitteilungsbedarfs, aber nicht situationsbezogen eingesetzt werden können. Dazu wäre 

es nötig gewesen, dass die behinderte Person den Inhalt der Mitteilung, die sie mit 

dem Umweltkontrollgerät absenden wollte, der jeweiligen Situation angepasst selbst 

hätte bestimmen (bzw. wenigstens aus einer längeren Liste möglicher 

Mitteilungsinhalte hätte auswählen) können. Das war nicht möglich, denn das 

Umweltkontrollgerät übermittelte zwingend den einen, mit dem Empfänger vorher 

abgesprochenen Mitteilungsinhalt. Da die behinderte Person also nicht die Möglichkeit 

hatte, den Mitteilungsinhalt des Umweltkontrollgeräts situationsbedingt selbst zu 

bestimmen, ist dieses Umweltkontrollgerät vom Bundesgericht im angesprochenen 

Urteil zu Unrecht als Kommunikationsgerät im Sinne der Ziff. 15.02 der Liste im Anhang 

zur HVI qualifiziert worden. Da das Step-by-Step-Gerät dieselbe Beschränkung des 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/9

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Mitteilungsinhalts aufweist, ist auch es nicht geeignet, den Bedarf nach einer 

selbstbestimmten situationsbezogenen Kommunikation zu befriedigen.

2.  

Da die Beschwerdegegnerin zu Recht einen Anspruch auf die Abgabe eines Step-by-

Step-Gerätes abgelehnt hat, ist die Beschwerde abzuweisen. Das 

Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Gerichtsgebühr bemisst sich nach dem 

Verfahrensaufwand (Art. 69 Abs. 1  IVG). Dieser ist als durchschnittlich zu betrachten. 

Damit ist praxisgemäss eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.- gerechtfertigt. Diese ist 

durch den in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss gedeckt.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Beschwerdeführerin hat eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.- zu bezahlen; diese 

Gebühr ist durch den in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss gedeckt.

bis

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 16.11.2010
	Art. 21 IVG, Art. 14 IVV, HVI, Ziffer 15.02 Anhang HVI. Elektronische Kommunikationsgeräte. Das Step-by-Step-Gerät ist kein elektronisches Kommunikationsgerät nach Rz 15.02 Anhang HVI (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 16. November 2010, IV 2010/170).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T13:15:42+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen