# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 593adf11-6d74-52ef-8c95-4afaa2cd519c
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-05-23
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 23.05.2016 100 2014 279
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2014-279_2016-05-23.pdf

## Full Text

100.2014.279/280U
ARB/GSE/RAP

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil der Einzelrichterin vom 23. Mai 2016

Verwaltungsrichterin Arn De Rosa
Gerichtsschreiberin Gschwind 

A.________
Beschwerdeführer

gegen

Steuerverwaltung des Kantons Bern
Brünnenstrasse 66, Postfach 8334, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin 

und

Steuerrekurskommission des Kantons Bern
Sägemattstrasse 2, Postfach 54, 3097 Liebefeld

betreffend Kantons- und Gemeindesteuern sowie direkte Bundessteuer 
2009 (Entscheide der Steuerrekurskommission des Kantons Bern vom 
10. September 2014; 100 11 631, 200 11 491)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23.05.2016, Nrn. 100.2014.279/
280U, Seite 2

Sachverhalt:

A.

A.________ ist mit einem Beschäftigungsgrad von 25 % in einer ad-
ministrativen Funktion an der Universität B.________ angestellt und bezog 
im Jahr 2009 Leistungen der Arbeitslosenversicherung. Daneben führt er 
Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der Wirtschaftswissenschaften durch 
und ist als Berater tätig. Mit Verfügungen vom 20. Mai 2011 veranlagte ihn 
die Steuerverwaltung des Kantons Bern (Steuerverwaltung) abweichend 
von seiner Selbstdeklaration für das Jahr 2009 auf ein steuerbares 
Einkommen von Fr. 36ʹ400.-- bei den Kantons- und Gemeindesteuern und 
von Fr. 44ʹ300.-- bei der direkten Bundessteuer. Die Differenz zur 
Steuererklärung beruhte hauptsächlich darauf, dass die Steuerverwaltung 
die Forschungs- und Beratungstätigkeiten von A.________ nicht mehr als 
selbständige Erwerbstätigkeit, sondern als Liebhaberei einstufte und den 
geltend gemachten Verlust von Fr. 9ʹ320.-- nicht zum Abzug zuliess. Die 
dagegen erhobenen Einsprachen wies die Steuerverwaltung am 8. Sep-
tember 2011 ab.

B.

Dagegen gelangte A.________ am 3. Oktober 2011 an die Steuer-
rekurskommission des Kantons Bern (StRK), die den Rekurs und die Be-
schwerde mit Entscheiden vom 10. September 2014 abwies.

C.

Hiergegen hat A.________ am 10. Oktober 2014 Verwaltungs-
gerichtsbeschwerden erhoben. Er beantragt sinngemäss, die Entscheide 
der StRK seien aufzuheben und «wenigstens» ein «Teil der Aufwendungen 
der Forschungstätigkeiten» sei zum Abzug zuzulassen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23.05.2016, Nrn. 100.2014.279/
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Mit Verfügung vom 13. Oktober 2014 hat der Abteilungspräsident die Ver-
fahren betreffend die Kantons- und Gemeindesteuern sowie die direkte 
Bundessteuer vereinigt.

Die StRK und die Steuerverwaltung beantragen mit Vernehmlassung vom 
26. November bzw. mit Beschwerdeantwort vom 16. Dezember 2014 je die 
Abweisung der Beschwerden.

Mit Eingaben vom 11., 28. Oktober und 21. Dezember 2014 sowie vom 
24. April 2016 hat sich A.________ erneut zur Streitsache geäussert. Mit 
Verfügung vom 5. Januar 2015 ist A.________ aufgefordert worden, 
Dokumente einzureichen, die Aufschluss geben über sein Einkommen aus 
unselbständiger Erwerbstätigkeit in den vorangehenden und nachfolgenden 
Steuerjahren.

Am 28. April 2016 hat die Instruktionsrichterin die Steuerakten der Steuer-
jahre 2005, 2006 und 2007 zu den Akten erkannt.

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerden als 
letzte kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des 
Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; 
BSG 155.21) zuständig (vgl. auch Art. 201 Abs. 1 des Steuergesetzes vom 
21. Mai 2000 [StG; BSG 661.11] und Art. 9 Abs. 3 der Verordnung vom 
18. Oktober 2000 über den Vollzug der direkten Bundessteuer [BStV; 
BSG 668.11]). Der Beschwerdeführer hat am vorinstanzlichen Verfahren 
teilgenommen, ist durch die angefochtenen Entscheide besonders berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung 
(Art. 79 Abs. 1 VRPG; vgl. auch Art. 201 Abs. 2 StG sowie Art. 145 Abs. 2 
i.V.m. Art. 140 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 über 

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die direkte Bundessteuer [DBG; SR 642.11]). Auf die form- und fristgerecht 
eingereichten Beschwerden ist einzutreten.

1.2 Sind sowohl Entscheide bezüglich der Kantons- und Gemeindesteu-
ern als auch der direkten Bundessteuer angefochten, so muss das Ver-
waltungsgericht zwei Urteile fällen, zumal es sich um verschiedene Steuern 
handelt, die unterschiedlichen Gemeinwesen zustehen. Allerdings können 
die Entscheide in ein und derselben Urteilsschrift getroffen werden (vgl. 
BGE 135 II 260 E. 1.3.1, 130 II 509 E. 8.3). Da vorliegend die einschlägi-
gen Bestimmungen des kantonalen und eidgenössischen Rechts weit-
gehend gleich lauten, rechtfertigt sich die gemeinsame Beurteilung der 
Streitigkeit hinsichtlich kommunaler, kantonaler und eidgenössischer Steu-
ern.

1.3 Da der Streitwert beider Verfahren unter Fr. 20'000.-- liegt, fällt die 
Behandlung der Beschwerden in die einzelrichterliche Zuständigkeit 
(Art. 57 Abs. 1 des Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der 
Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1]).

1.4 Das Verwaltungsgericht überprüft die angefochtenen Entscheide auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 VRPG).

2.

Umstritten ist einzig, ob der Beschwerdeführer im Jahr 2009 einer selb-
ständigen Erwerbstätigkeit im Sinn des Steuerrechts nachgegangen und 
der geltend gemachte Verlust zum Abzug zuzulassen ist.

2.1 Bei selbständiger Erwerbstätigkeit können die geschäfts- oder be-
rufsmässig begründeten Kosten von den steuerbaren Einkünften abgezo-
gen werden (Art. 30 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 Abs. 1 StG; Art. 25 i.V.m. Art. 27 
Abs. 1 DBG). Zu den geschäfts- oder berufsmässigen Kosten gehören un-
ter anderem eingetretene und verbuchte Verluste auf Geschäftsvermögen 
(vgl. Art. 32 Abs. 2 Bst. b StG; Art. 27 Abs. 2 Bst. b DBG), also insbeson-
dere auch ein Negativsaldo in der Erfolgsrechnung am Ende des Ge-
schäftsjahrs («Jahresendverlust»; vgl. Peter Locher, Kommentar zum DBG, 

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I. Teil, 2001, Art. 27 N. 50; Julia von Ah, Die Besteuerung Selbständig-
erwerbender, 2. Aufl. 2011, S. 139 ff.). Voraussetzung für den Abzug eines 
Verlusts ist allerdings, dass dieser aus einer geschäftlichen Tätigkeit her-
rührt (vgl. VGE 2010/128/129 vom 1.2.2011, E. 2.1, 23218/23219 vom 
5.11.2008, in StE 2009 B 23.1 Nr. 63 E. 2 mit Hinweisen, auch zum Fol-
genden). Wenn Verluste bzw. Kosten nicht bei einer selbständigen Er-
werbstätigkeit, sondern anderweitig, d.h. im Rahmen einer sog. Liebhaberei 
oder eines Hobbys entstehen, werden sie steuerlich nicht zum Abzug zu-
gelassen (vgl. Leuch/Strahm, in Leuch/Kästli/Langenegger [Hrsg.], Praxis-
Kommentar zum Berner Steuergesetz, Band 1, 2. Aufl. 2014, Art. 21 N. 15; 
Peter Locher, a.a.O., Art. 18 N. 14 und 22 f.; Julia von Ah, a.a.O., S. 7). 
Liebhaberei ist in diesem Zusammenhang nicht in erster Linie nach dem 
allgemeinen Sprachgebrauch, sondern mit der herrschenden Lehre und 
Praxis als (Ober-)Bezeichnung für sämtliche Tätigkeiten zu verstehen, wel-
che nicht primär mit Gewinnerzielungsabsicht ausgeübt werden. Als Lieb-
haberei gelten also Tätigkeiten, die von den Steuerpflichtigen aus persönli-
chen Gründen oder aufgrund persönlicher Neigungen verrichtet werden 
und nicht vorwiegend der Erzielung von Einkünften dienen. Bei der so ver-
standenen Liebhaberei liegt keine wirtschaftlich relevante, vorab auf die 
Erzielung von Einkommen gerichtete Tätigkeit vor. Folglich stellen die da-
mit verbundenen Vermögensabgänge Einkommensverwendung dar und 
sind als solche nicht abzugsfähig (vgl. Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, 
Handkommentar zum DBG, 2. Aufl. 2009, Vorbem. zu Art. 16-39 N. 37, 
Art. 16 N. 12 und 36, Art. 18 N. 48 ff.; vgl. im Übrigen die Hinweise hier-
nach in den E. 2.2 ff.).

2.2 Als selbständig erwerbstätig gelten jene natürlichen Personen, die 
durch den Einsatz von Arbeitsleistung und Kapital in frei gewählter Organi-
sation, auf eigenes Risiko, anhaltend, planmässig und nach aussen sicht-
bar am wirtschaftlichen Verkehr teilnehmen (BGE 125 II 113 E. 5b; 
BGer 2C_894/2013 und 2C_395/2013 vom 18.9.2015, E. 2.2, 2C_186/2014 
und 2C_187/2014 vom 4.9.2014, in ASA 83 S. 231 E. 2; BVR 2007 S. 108 
E. 3.1, 2005 S. 555 [VGE 22002/22003 vom 22.3.2005], nicht publ. E. 2.4, 
1999 S. 61 E. 5; Peter Locher, a.a.O., Art. 18 N. 7 mit Hinweisen). Von der 
Liebhaberei oder einem Hobby grenzt sich die selbständige Erwerbstätig-
keit dadurch ab, dass sie auf Gewinnerzielung bzw. auf die Erzielung eines 

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Erwerbseinkommens ausgerichtet ist (Gewinnstrebigkeit; BVR 2005 S. 555 
[VGE 22002/22003 vom 22.3.2005], nicht publ. E. 2.5, 1999 S. 61 E. 5; 
VGE 22716/22717 vom 14.9.2006, in NStP 2006 S. 97 E. 3.1). Die Qualifi-
zierung einer Tätigkeit als Liebhaberei bzw. Hobby oder als Erwerbstätig-
keit ist eine steuerrechtliche; über die Qualität der Arbeit und über die 
Ernsthaftigkeit, mit der jene ausgeübt wird, sagt sie nichts aus (siehe zum 
Ganzen VGE 2010/128/129 vom 1.2.2011, E. 2.2, 23218/23219 vom 
5.11.2008, in StE 2009 B 23.1 Nr. 63 E. 3.1).

2.3 Gewinnstrebigkeit setzt einmal die (subjektive) Absicht voraus, Ge-
winn zu erzielen (BGE 125 II 113 E. 5b; Peter Locher, a.a.O., Art. 18 
N. 22). Diese Absicht allein genügt aber nicht: Wenn die steuerpflichtige 
Person zwar gewillt und überzeugt ist, dass eine Gewinnerzielung möglich 
ist, die fragliche Tätigkeit sich aber von vornherein aufgrund ihrer objekti-
ven Eigenschaften nicht oder nicht mit der erforderlichen Sicherheit zur 
Erzielung eines Gewinns eignet, so liegt keine selbständige Erwerbstätig-
keit vor. Subjektives Streben nach Einkommen und objektive Eignung der 
Tätigkeit zur nachhaltigen Gewinnerzielung müssen kumulativ vorliegen 
(vgl. BGer 2C_375/2015 vom 1.12.2015, E. 7.1, 2C_188/2015 und 
2C_189/2015 vom 23.10.2015, E. 2.2, 2C_186/2014 und 2C_187/2014 
vom 4.9.2014, in ASA 83 S. 231 E. 2, 2C_14/2013 und 2C_15/2013 vom 
30.5.2013, in StR 2013 S. 647 E. 4; BVR 2005 S. 555 [VGE 22002/22003 
vom 22.3.2005], nicht publ. E. 2.5; VGE 2010/128/129 vom 1.2.2011, 
E. 2.3, 23218/23219 vom 5.11.2008, in StE 2009 B 23.1 Nr. 63 E. 3.1; Julia 
von Ah, a.a.O., S. 7 ff.; Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., Art. 18 
N. 48 f.).

2.4 Bringt eine Tätigkeit auf Dauer nichts ein, so ist dies ein deutliches 
Indiz dafür, dass es entweder an der Gewinnstrebigkeit oder an der objekti-
ven Eignung zur Gewinnerzielung mangelt. In der Praxis wird daher auf das 
Fehlen der einen oder anderen geschlossen, wenn aus einer Tätigkeit wäh-
rend längerer Dauer Verluste resultieren und ein Gewinn realistischerweise 
nicht in Aussicht steht. Von einer fehlenden Gewinnerzielungsabsicht ist 
insbesondere auszugehen, wenn ein vernünftig und wirtschaftlich handeln-
der Dritter, dem es um die Erzielung eines Erwerbseinkommens geht, sich 
in einer vergleichbaren Situation wegen des finanziellen Misserfolgs von 

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der Weiterführung der Tätigkeit hätte abbringen lassen (vgl. 
BGer 2C_188/2015 und 2C_189/2015 vom 23.10.2015, E. 2.3; BVR 2005 
S. 555 [VGE 22002/22003 vom 22.3.2005], nicht publ. E. 2.5, 1999 S. 61 
E. 5). Wird diese dennoch weitergeführt, ist anzunehmen, dass dafür 
andere Motive als der Erwerbszweck massgebend sind (vgl. 
BGer 2A.46/2005 vom 31.8.2005, in StE 2006 B 23.1 Nr. 59 E. 2.2.1). Für 
die Beantwortung der Frage, ob eine Tätigkeit auf Dauer nichts einbringt, 
können auch die Verhältnisse in den auf die streitbetroffene Steuerperiode 
folgenden Jahren Anhaltspunkte liefern (vgl. BGer 2A.126/2007 vom 
19.9.2007, in StR 2008 S. 36 E. 2.3). Ab welcher Verlustdauer im Sinn 
eines gewichtigen Indizes auf fehlende Gewinnstrebigkeit zu schliessen ist, 
kann nicht in allgemeiner Weise gesagt werden, sondern hängt von den 
Umständen, der Art der fraglichen Tätigkeit und den erforderlichen An-
fangsinvestitionen ab. Dabei kommt allfälligen Gewinnen in einzelnen Jah-
ren keine entscheidende Bedeutung zu, wenn sie im Vergleich zu den 
Verlusten gering erscheinen und sich insbesondere nicht in einer Grössen-
ordnung bewegen, in welcher von einem existenzsichernden Einkommen 
gesprochen werden kann (vgl. zum Ganzen VGE 2010/128/129 vom 
1.2.2011, E. 2.4, 23218/23219 vom 5.11.2008, in StE 2009 B 23.1 Nr. 63 
E. 3.3).

2.5 Nach allgemeinen Regeln über die Verteilung der objektiven Be-
weislast tragen die Fiskalbehörden die Beweislast für steuerbegründende 
oder steuererhöhende Tatsachen. Hinsichtlich steueraufhebender oder 
steuermindernder Tatsachen haben indessen die Steuerpflichtigen die Fol-
gen allfälliger Beweislosigkeit zu tragen (vgl. BVR 2009 S. 465 E. 3 In-
gress, 2007 S. 49 [VGE 22065 vom 15.8.2006], nicht publ. E. 2.4). Dem-
entsprechend obliegt der Nachweis, dass eine selbständige Erwerbstätig-
keit vorliegt, grundsätzlich der Steuerbehörde. Ist in einem konkreten Fall 
aber streitig, ob eine bestimmte verlustbringende Betätigung überhaupt 
eine selbständige Erwerbstätigkeit darstellt, ist hierfür die steuerpflichtige 
Person beweispflichtig (vgl. VGE 2010/128/129 vom 1.2.2011, E. 2.6 mit 
Hinweisen).

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3.

3.1 Mit seinen Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der 
Wirtschaftswissenschaften will der Beschwerdeführer aufzeigen, dass 
verschiedene in der Politik und Wirtschaft angewandte Theorien falsch 
sind. Insbesondere ist er bestrebt, seine Erkenntnisse über die 
«organisierten Wirtschafts- und Gesellschaftssysteme (W & G-System-e)» 
öffentlich bekannt zu machen (vgl. Beschwerden, S. 2 ff.). Mit seiner 
Forschungstätigkeit hat der Beschwerdeführer im streitbetroffenen Jahr 
2009 keine (Brutto-)Einnahmen verbuchen können und einen Verlust von 
Fr. 9ʹ320.-- ausgewiesen, der auf Aufwendungen (insbesondere für 
öffentlichen und privaten Transport, Büromaterial, Telefon und 
Verpflegung) von Fr. 7'478.-- und auf geleistete AHV-Beiträge von 
Fr. 1'842.-- zurückgeht (vgl. Vorakten Steuerverwaltung, pag. 7a ff.). Seit 
dem Jahr 2005 hat der Beschwerdeführer mehrheitlich Verluste erzielt 
(2005: Fr. 9ʹ560.--; 2006: Fr. 11ʹ652.-- und 2007: Fr. 4ʹ993.--); einzig im 
Jahr 2008 resultierte ein Gewinn von Fr. 2ʹ543.-- (vgl. act. 16A-C; Vorakten 
Steuerverwaltung, pag. 57 und 61).

3.2 Der Beschwerdeführer hat damit von 2005 bis 2009 einen Gesamt-
verlust von Fr. 35'525.-- erwirtschaftet, wovon Fr. 26'205.-- steuerlich zum 
Abzug zugelassen worden sind. Dem im Jahr 2008 erzielten Gewinn 
kommt mit Blick auf diese Verluste keine entscheidende Bedeutung zu, 
zumal er zu gering ist, als dass von einem (teilweise) existenzsichernden 
Einkommen gesprochen werden könnte. Bei diesen Gegebenheiten ist 
nicht ersichtlich, inwiefern berechtigte Hoffnung bestand, mittelfristig ein 
existenz(mit)sicherndes Einkommen zu erzielen. Bereits aus diesem Grund 
muss bezweifelt werden, dass die Tätigkeit des Beschwerdeführers über-
haupt objektiv geeignet ist, Einkünfte zu erzeugen, die zum Bestreiten des 
Lebensunterhalts nachhaltig beitragen können. Ob die Erwerbstätigkeit 
bereits deshalb nicht als selbständig zu qualifizieren ist, kann allerdings 
dahingestellt bleiben. Denn so oder anders fehlt es an der Gewinnstrebig-
keit: Wie dargelegt (vgl. vorne E. 2.4), ist andauernder Verlust ein gewichti-
ges Indiz dafür, dass es an der Gewinnstrebigkeit fehlt. Angesichts der Ge-
schäftszahlen sowie in Anbetracht der Art der ausgeübten Tätigkeit be-
standen im Jahr 2009 keine berechtigten Aussichten (mehr), dass der 

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Beschwerdeführer durch seine Tätigkeit Gewinne verzeichnen würde, mit 
denen er seinen Lebensunterhalt zumindest teilweise zu bestreiten ver-
möchte. Eine Drittperson in vergleichbarer Lage hätte nach den Misserfol-
gen in den früheren Geschäftsjahren wohl kaum weitere Verluste in Kauf 
genommen, wenn ihre Tätigkeit vorwiegend auf Gewinnerzielung ausge-
richtet gewesen wäre. Vielmehr hätte sie sich von der wirtschaftlichen 
Zwecklosigkeit ihres Unterfangens überzeugen lassen und die fragliche 
Tätigkeit aufgegeben. Dies legt den Schluss nahe, dass der Beschwerde-
führer seine Forschungsarbeiten aus Überzeugung und nicht aus einer 
Gewinnabsicht heraus ausübt, wobei es ihm im Wesentlichen um Anerken-
nung in der Fachwelt und der breiten Öffentlichkeit geht. Er räumt denn 
auch ein, es sei kaum möglich, eine produktive Forschungstätigkeit mit der 
gewinnbringenden Akquirierung von Aufträgen zu verbinden (vgl. Be-
schwerden, S. 2 ff.). Damit gesteht er implizit ein, dass er mehr Gewicht auf 
seine Forschung legt als auf eine (zusätzliche) Einkommensquelle. Er zeigt 
schliesslich nicht auf, dass bzw. inwiefern er sich um Aufträge bemüht, 
womit letztlich der Nachweis fehlt, dass er mit der Absicht, einen Gewinn zu 
erzielen, am Wirtschaftsverkehr teilnimmt.

3.3 Das Ausmass der Verluste, die Dauer der verlustreichen Tätigkeit 
sowie deren Art sprechen nach dem Ausgeführten klar dafür, dass der Be-
schwerdeführer nicht in erster Linie beabsichtigt, Gewinn zu erzielen, son-
dern die Tätigkeit primär auf einer von der Erzielung eines kalkulierbaren 
Ertrags unabhängigen persönlichen Leidenschaft beruht. Die Gesamt-
umstände lassen darauf schliessen, dass Antrieb und Motivation für seine 
Forschungstätigkeit primär das Aufzeigen seiner Forschungsergebnisse 
und deren Nutzen für die Gesellschaft bildet. Selbst wenn er daneben Er-
träge anstreben sollte, erscheint seine Tätigkeit nicht als gewinnstrebig. 
Aufgrund der äusseren Umstände auf eine fehlende Absicht der Gewinn-
erzielung zu schliessen, rechtfertigt sich umso mehr, als der Beschwerde-
führer im Jahr 2009 für das Bestreiten seines Lebensunterhalts nicht auf 
die Einnahmen aus der fraglichen Tätigkeit angewiesen war, da er über ein 
Einkommen von insgesamt Fr. 51'402.-- (Fr. 29'387.-- aus seiner Tätigkeit 
an der Universität B.________ und Fr. 22'015.-- aus Leistungen der 
Arbeitslosenversicherung; vgl. Vorakten Steuerverwaltung, pag. 2) verfügte 
(vgl. VGE 2010/128/129 vom 1.2.2011, E. 3.5 mit weiteren Hinweisen).

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3.4 Die vom Beschwerdeführer vorgetragenen Argumente sind eben-
falls nicht geeignet, seine Tätigkeit im Jahr 2009 als gewinnstrebig erschei-
nen zu lassen.

3.4.1 Der Beschwerdeführer stellt sich auf den Standpunkt, die Steuer-
behörden hätten den Aspekt der Gewinnstrebigkeit zu stark gewichtet (Be-
schwerden, S. 4 ff.). Die Abgrenzung einer selbständigen Erwerbstätigkeit 
von der Liebhaberei im Sinn des Steuerrechts erfolgt nach objektiven und 
überprüfbaren Kriterien (vgl. im Einzelnen vorne E. 2.2 ff.). Sprechen diese 
Kriterien wie vorliegend gegen eine selbständige Erwerbstätigkeit aus 
steuerlicher Sicht, ist damit nichts gesagt über die Ernsthaftigkeit und Pro-
fessionalität, mit der die fragliche Tätigkeit ausgeübt wird. Dem Beschwer-
deführer kann denn auch nicht gefolgt werden, soweit er geltend macht, die 
Vorinstanz habe keine umfassende und genügende Gesamtbetrachtung 
vorgenommen (Beschwerden, S. 1 und 3), hat diese die fragliche Tätigkeit 
doch korrekterweise aus steuerrechtlicher Sicht beurteilt und sie in Über-
einstimmung mit der Lehre und Rechtsprechung als nicht gewinnstrebig 
bezeichnet.

3.4.2 Der Beschwerdeführer bringt weiter vor, seine Tätigkeit sei von den 
AHV-Behörden als selbständig anerkannt worden (vgl. Beschwerden, S. 7). 
Hierzu ist zu bemerken, dass bereits wegen der Unterschiedlichkeit des 
jeweiligen Regelungszwecks weder aufgrund der teilweisen rechtlichen 
Anknüpfung des AHV-Rechts an das DBG bzw. StG noch umgekehrt auf-
grund der steuerrechtlichen Anknüpfung an das AHV-Recht von einem ein-
heitlichen Verständnis des Begriffs der selbständigen Erwerbstätigkeit in 
beiden Rechtsgebieten auszugehen ist (vgl. Julia von Ah, a.a.O., S. 245 f.). 
Die Beurteilung der AHV-Behörden vermag daher die steuerrechtliche 
Qualifikation der Tätigkeit des Beschwerdeführers nicht zu präjudizieren 
(vgl. VGE 2010/128/129 vom 1.2.2011, E. 3.6.2). Auch der (sinngemässe) 
Einwand des Beschwerdeführers, dass er keine genügende Altersvorsorge 
aufbauen könne, wenn der strittige Verlust steuerlich nicht abgezogen 
werde (vgl. Beschwerden, S. 7), ist aus steuerrechtlicher Sicht unerheblich. 
Ebenso wenig hängt die Beurteilung der selbständigen Erwerbstätigkeit in 
der Steuerperiode 2009 davon ab, wie die Gewinne und Verluste in den 
Vorjahren beurteilt wurden (vgl. Beschwerden, S. 6). Vorangehende Steu-

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erveranlagungen präjudizieren spätere Veranlagungen nicht (vgl. 
VGE 2013/310/311 vom 9.1.2015, E. 1.2). Die Frage der Anerkennung der 
selbständigen Erwerbstätigkeit ist jeweils separat zu prüfen. Die rechtlichen 
und tatsächlichen Verhältnisse auf denen eine Veranlagung beruht, können 
also in einer späteren Periode abweichend beurteilt werden (vgl. etwa 
BGE 140 I 114 E. 2.4.3 mit weiteren Hinweisen).

3.4.3 Schliesslich kann dem Beschwerdeführer nicht gefolgt werden, so-
weit er sinngemäss vorbringt, der strittige Verlust stehe in einem Zusam-
menhang mit seiner unselbständigen Tätigkeit an der Universität 
B.________ (vgl. Beschwerden, S. 6). Unselbständig erwerbstätige 
Personen dürfen gewisse Gewinnungs- bzw. Berufskosten von den 
gesamten steuerbaren Einkünften abziehen (vgl. zu den einzelnen Kosten 
Art. 31 Abs. 1 StG; Art. 26 Abs. 1 DBG). Näheres regelt für die Kantons- 
und Gemeindesteuern die Verordnung vom 18. Oktober 2000 über die 
Berufskosten (Berufskostenverordnung, BKV; BSG 661.312.56) und für die 
direkte Bundessteuer die Verordnung des Eidgenössischen 
Finanzdepartements vom 10. Februar 1993 über den Abzug von 
Berufskosten unselbständig Erwerbstätiger bei der direkten Bundessteuer 
(Berufskostenverordnung, VBK; SR 642.118.1). Nicht sämtliche mit der 
Erwerbstätigkeit zusammenhängenden Kosten sind als Berufskosten 
abziehbar, sondern nur diejenigen Aufwendungen, die für die Erzielung des 
Einkommens erforderlich sind und in einem direkten ursächlichen 
Zusammenhang dazu stehen (vgl. Art. 2 Abs. 1 BKV; Art. 1 Abs. 1 VBK). 
Der Beweis für steueraufhebende oder steuermindernde Tatsachen – zu 
denen auch die Berufskosten gehören – obliegt der steuerpflichtigen 
Person. Diese hat die steuermindernde Tatsache nicht nur zu behaupten, 
sondern auch zu belegen (BGE 140 II 248 E. 3.5, 121 II 257 E. 4c/aa; 
BVR 2011 S. 241 E. 4.1; Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., Art. 123 
N. 77 ff., mit Hinweisen; vgl. zum Ganzen VGE 2015/91/92 vom 4.12.2015, 
E. 3.1, 2013/366/367 vom 1.9.2015, E. 2.1). In den 
Veranlagungsverfügungen 2009 wurden die durch den Beschwerdeführer 
selbst getragenen Gewinnungs- bzw. Berufskosten im Zusammenhang mit 
seiner unselbständigen Tätigkeit an der Universität B.________ im Umfang 
von Fr. 4'600.-- berücksichtigt (vgl. Vorakten Steuerverwaltung, pag. 11 und 
15). Der Beschwerdeführer bringt einzig vor, sein «gesamtes Tätigkeitsfeld 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23.05.2016, Nrn. 100.2014.279/
280U, Seite 12

besteh[e] aus mehreren Bereichen, die untereinander verbunden [seien] 
und nicht isoliert betrachtet werden» dürften (Beschwerden, S. 3), legt aber 
nicht dar und es ist auch nicht ersichtlich, dass noch weitere (durch die 
Universität B.________ nicht getragene) Gewinnungs- bzw. Berufskosten 
in einem direkten Zusammenhang mit seiner unselbständigen Tätigkeit als 
administrativer Mitarbeiter gestanden hätten. Folglich können die hier 
interessierenden Auslagen auch nicht im Rahmen der unselbständigen 
Tätigkeit berücksichtigt werden.

3.5 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Dauer der Verlust-
periode im Verbund mit den übrigen Umständen klar gegen eine Gewinn-
strebigkeit und damit gegen eine selbständige Erwerbstätigkeit im Steuer-
jahr 2009 sprechen. Selbst wenn die vom Beschwerdeführer ausgeübte 
Tätigkeit objektiv geeignet wäre, nachhaltig und mit gewisser Sicherheit ein 
relevantes Einkommen abzuwerfen, so kann nicht gesagt werden, die Tä-
tigkeit werde hauptsächlich mit Gewinnabsicht ausgeübt. Der im Jahr 2009 
erlittene Verlust ist folglich nicht zum Abzug zuzulassen. Damit halten die 
angefochtenen Entscheide der Rechtskontrolle stand. Die Beschwerden 
erweisen sich als unbegründet und sind abzuweisen.

4.

Bei diesem Ausgang der Verfahren wird der Beschwerdeführer kosten-
pflichtig (vgl. Art. 151 StG i.V.m. Art. 108 Abs. 1 VRPG; Art. 145 Abs. 2 
i.V.m. Art. 144 Abs. 1 DBG). Parteikosten sind keine zu sprechen (Art. 151 
StG i.V.m. Art. 108 Abs. 3 und Art. 104 Abs. 3 VRPG; Art. 145 Abs. 2 i.V.m. 
Art. 144 Abs. 4 DBG und Art. 64 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968 über das Verwaltungsverfahren [VwVG; SR 172.021]).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23.05.2016, Nrn. 100.2014.279/
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Demnach entscheidet die Einzelrichterin:

1. Die Beschwerde betreffend die Kantons- und Gemeindesteuern 2009 
wird abgewiesen.

2. Die Beschwerde betreffend die direkte Bundessteuer 2009 wird abge-
wiesen.

3. Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf 
eine Pauschalgebühr von Fr. 1'500.--, werden dem Beschwerdeführer 
auferlegt.

4. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

5. Zu eröffnen:
- dem Beschwerdeführer 
- der Steuerverwaltung des Kantons Bern
- der Steuerrekurskommission des Kantons Bern
- der Eidgenössischen Steuerverwaltung

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen 
Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 
17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.