# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 61c78fa6-6371-5d40-a4c6-3da7117905d9
**Source:** Freiburg/Fribourg (FR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-01-30
**Language:** de
**Title:** Freiburg Kantonsgericht Sozialversicherungsgerichtshöfe 30.01.2024 605 2023 102
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/FR_Gerichte/FR_TC_011_605-2023-102_2024-01-30.pdf

## Full Text

Tribunal cantonal TC
Kantonsgericht KG

Augustinergasse 3, Postfach 630, 1701 Freiburg

T +41 26 304 15 00

www.fr.ch/tc

—
Pouvoir Judiciaire PJ
Gerichtsbehörden GB

605 2023 102
605 2023 103

Urteil vom 30. Januar 2024

I. Sozialversicherungsgerichtshof

Besetzung Präsident: Marc Boivin 
Richter: Dominique Gross, Marc Sugnaux 
Gerichtsschreiber-Berichterstatter: Bernhard Schaaf 

Parteien A.________, Beschwerdeführerin, vertreten durch Rechtsanwalt 
Lorenz Fivian

gegen

INVALIDENVERSICHERUNGSSTELLE DES KANTONS FREIBURG, 
Vorinstanz    

Gegenstand Invalidenversicherung – Rente; Gutachten der B.________

Beschwerde (605 2023 102) vom 14. Juni 2023 gegen die Verfügung vom 
9. Mai 2023

Gesuch (605 2023 103) vom 14. Juni 2023 um Gewährung der unentgeltli-
chen Rechtspflege

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Sachverhalt 

A. A.________, geboren 1967, ledig, wohnhaft in C.________, Hotelfachassistentin mit EFZ, 
arbeitete zuletzt als Servicefachangestellte in einem Pensum von 80% bei der D.________ AG mit 
Sitz in E.________. Seit dem 16. Januar 2017 besteht eine ärztlich attestierte Arbeitsunfähigkeit. 
Per Ende Juli 2017 wurde ihr die Stelle gekündigt.

Bereits am 14. Juni 2017 hatte sie sich wegen chronischem Eisenmangel und Hepatitis C für den 
Leistungsbezug bei der Invalidenversicherungsstelle des Kantons Freiburg (nachfolgend: IV-Stelle) 
angemeldet.

Am 23. August 2019 ordnete die IV-Stelle ein bidisziplinäres Gutachten bei Dr. med. F.________, 
Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, und Dr. med. G.________, Facharzt für Psychiatrie und 
Psychotherapie an. Aus dem Gutachten vom 14. November 2019 ergab sich sowohl in bisherigen 
als auch in einer angepassten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 50%.

Gestützt darauf sprach ihr die IV-Stelle unter Anwendung der gemischten Methode (Erwerbstätigkeit 
80%; Haushalt 20%) mit Vorbescheid vom 3. März 2021 eine Viertelsrente zu (Invaliditätsgrad 45%).

B. Aufgrund von gegen den Vorbescheid erhobenen Einwänden ordnete die IV-Stelle am 2. Mai 
2022 eine polydisziplinäre (Allgemeine Innere Medizin, Orthopädie, Psychiatrie und Neuropsycho-
logie) Begutachtung bei der B.________ AG mit Sitz in I.________, an. Aus dem Gutachten vom 
29. September 2022 ergab sich eine volle Arbeits- und Leistungsfähigkeit in einer angepassten 
Tätigkeit.

Auf dieser Grundlage verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 9. Mai 2023 den Anspruch auf eine 
Invalidenrente (Invaliditätsgrad 6%).

C. Am 14. Juni 2023 erhebt A.________, vertreten durch Rechtsanwalt Lorenz Fivian, 
Beschwerde beim Kantonsgericht Freiburg und beantragt, die Verfügung vom 9. Mai 2023 sei aufzu-
heben und ihr seien nach weiteren Abklärungen die gesetzlichen IV-Leistungen zuzusprechen. Fer-
ner stellt sie ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege (URP-Gesuch). Sie bringt namentlich vor, 
auf das unvollständige und mangelhafte Gutachten der B.________ könne nicht abgestützt werden.

Die IV-Stelle bestätigt in ihren Bemerkungen vom 16. August 2023 ihre Ausführungen in der Verfü-
gung und beantragt die Abweisung der Beschwerde. Auf das Gutachten der B.________ könne 
abgestellt werden.

Mit Schreiben vom 4. Oktober 2023 wird der H.________, als von der Verfügung betroffener BVG-
Versicherer, Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben. Diese verzichtet am 5. Oktober 2023 auf eine 
Stellungnahme.

Gemäss der Medienmitteilung vom 4. Oktober 2023 beendete das Bundesamt für Sozialversiche-
rungen (BSV) die Auftragsvergabe an die B.________, nachdem es bei der überwiegenden Mehrheit 
der von der B.________ untersuchten Gutachten gravierende formale und inhaltliche Mängel 
festgestellt hatte. Gleichzeitig wurden die IV-Stellen aufgefordert, in Fällen, wo noch kein 
rechtskräftiger Leistungsentscheid vorliege, bereits vorliegende Gutachten der B.________ einer 
erneuten Qualitätskontrolle zu unterziehen.

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Am 12. Oktober 2023 fordert das Kantonsgericht die IV-Stelle auf, eine Stellungnahme in Bezug auf 
das Gutachten der B.________ einzureichen und mitzuteilen, ob dem Gutachten weiterhin gefolgt 
werden könne oder ob ein neues Gutachten eingeholt werde.

Die IV-Stelle teilt am 9. November 2023 mit, gemäss den Ärzten des Regionalen Ärztlichen Dienstes 
der IV-Stellen Bern/Freiburg/Solothurn (nachfolgend: RAD) könne weiterhin auf das Gutachten der 
B.________ abgestellt werden. Die Beschwerdeführerin bestätigt am 11. Dezember 2023 ihre 
Ansicht, wonach dem Gutachten nicht gefolgt werden könne.

Am 14. Dezember 2023 wird der H.________ der weitere Schriftenwechsel zur Information 
zugestellt.

Die weiteren Elemente des Sachverhalts ergeben sich, soweit sie für die Urteilsfindung massgebend 
sind, aus den nachfolgenden rechtlichen Erwägungen.

Erwägungen

1.

Die Beschwerde vom 14. Juni 2023 gegen die Verfügung der IV-Stelle vom 9. Mai 2023 ist durch 
einen ordentlich bevollmächtigten Rechtsvertreter fristgerecht bei der sachlich und örtlich zuständi-
gen Beschwerdeinstanz eingereicht worden. Die Beschwerdeführerin hat ein schutzwürdiges Inte-
resse, dass das Kantonsgericht, I. Sozialversicherungsgerichtshof, prüft, ob sie Anspruch auf eine 
Rente der Invalidenversicherung hat.

Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2.

Am 1. Januar 2022 trat das revidierte Bundesgesetz vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversiche-
rung (IVG; SR 831.20) in Kraft (Weiterentwicklung der IV [WEIV]; Änderung vom 19. Juni 2020, AS 
2021 705, BBl 2017 2535). Die dem angefochtenen Entscheid zugrundeliegende Verfügung erging 
nach dem 1. Januar 2022. Nach den allgemeinen Grundsätzen des intertemporalen Rechts und des 
zeitlich massgebenden Sachverhalts (vgl. BGE 148 V 174 E. 4.1) sind die gesetzlichen Bestimmun-
gen in der ab 1. Januar 2022 gültigen Fassung anwendbar. Die Übergangsbestimmungen sind vor-
liegend nicht einschlägig.

3.

3.1. Im Sinne von Art. 8 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1), das hier aufgrund von Art. 1 Abs. 1 IVG; SR 831.20) 
zur Anwendung kommt, ist Invalidität die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde 
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Gemäss Art. 4 Abs. 1 IVG kann Invalidität die Folge von 
Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein.

Gemäss Art. 7 ATSG ist Erwerbsunfähigkeit der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver-
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden 

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ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Abs. 1). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit 
sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine 
Erwerbsunfähigkeit liegt nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Abs. 2).

Die Höhe des Rentenanspruchs wird nach den Regeln von Art. 28b IVG festgelegt.

3.2. Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, sind die Verwaltung und im Beschwerdefall das 
Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur 
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die 
versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grund-
lage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden 
können (Urteil BGer 8C_347/2015 vom 20. August 2015 E. 4.1 mit Hinweis auf BGE 140 V 193 
E. 3.1 f. und BGE 132 V 93 E. 4). Der Grad der Arbeitsfähigkeit wird nach dem Mass bestimmt, in 
welchem der Versicherte aus gesundheitlichen Gründen an seinem angestammten Arbeitsplatz 
zumutbarerweise nicht mehr nutzbringend tätig sein kann. Nicht massgebend ist die bloss medizi-
nisch-theoretische Schätzung der Arbeitsunfähigkeit (BGE 114 V 281 E. 1c mit Hinweisen). Bei lang-
dauernder Arbeitsunfähigkeit im angestammten Beruf hat der Versicherte andere ihm offen stehen-
de Erwerbsmöglichkeiten auszuschöpfen (BGE 115 V 404 E. 2; 114 V 281 E. 1d). Auch die Zumut-
barkeit einer Invalidentätigkeit ist vor allem aus medizinischer Sicht zu beurteilen, wobei dieser Sach-
verhalt aufgrund des objektiven Befundes durch die Ärzte bestimmt wird (BGE 107 V 20 E. 2b; 
OMLIN, Die Invalidität in der obligatorischen Unfallversicherung, 1995, S. 201).

3.3. Der Sozialversicherungsrichter prüft objektiv alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem 
sie stammen und entscheidet danach, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung 
des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf er bei einander widersprechenden 
medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdi-
gen und die Gründe anzugeben, warum er auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die 
streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten 
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der 
Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation 
einleuchtend ist und ob die Schlussfolgerungen begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweis). 
In Bezug auf Berichte von Hausärzten darf und soll der Richter der Erfahrungstatsache Rechnung 
tragen, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zwei-
felsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3cc mit Hinweisen). Dies 
gilt auch für den behandelnden Spezialarzt und erst recht für den schmerztherapeutisch tätigen Arzt 
mit seinem besonderen Vertrauensverhältnis und dem Erfordernis, den geklagten Schmerz 
zunächst bedingungslos zu akzeptieren (Urteil BGer 8C_913/2013 vom 11. April 2014 E. 4.4.3 mit 
Hinweisen).

4.

Es ist streitig, ob die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Invalidenrente hat.

4.1. Im Bericht vom 2. November 2017 (IV-Akten S. 224 f.) der J.________ des K.________, wo 
die Beschwerdeführerin wegen der Hepatitis C in Behandlung war, wurde festgehalten, die geltend 
gemachten Beschwerden (Erschöpfung, chronische Leistungsverminderung) könnten nicht mit der 
antiviralen Therapie erklärt werden, und es wurde eine psychosomatische Konsultation 
vorgeschlagen.

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Dr. med. L.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie der M.________, des 
K.________ diagnostizierte am 4. Dezember 2017 (IV-Akten S. 217 ff.) ein chronisches 
Erschöpfungssyndrom sowie eine chronische Hepatitis C. Die Beschwerdeführerin sei durch ihre 
Symptome in allen Lebensbereichen massiv eingeschränkt. Die ICC-Diagnosekriterien für ein 
Erschöpfungssyndrom seien erfüllt. Am 18. Januar 2018 (IV-Akten S. 221) bestätigte er eine 
komplette Arbeitsunfähigkeit.

Vom 1. Februar bis 18. April 2018 war die Beschwerdeführerin stationär in der N.________. Im 
Austrittsbericht vom 26. April 2018 (IV-Akten S. 87 ff.) wurden als Diagnosen mit Auswirkungen auf 
die Arbeitsfähigkeit eine einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung im Sinne eines ADHS des 
highfunctioning Typs (F 90.0) mit Erschöpfungssyndrom (Z 73.0) und rezidivierender depressiver 
Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode ohne somatisches Syndrom (F 33.10) notiert und eine 
komplette Arbeitsunfähigkeit bis zum 30. April 2018 attestiert.

Am 27. August 2018 (IV-Akten S. 282 f.) erklärte Dr. med. L.________, der Beschwerdekomplex 
bestehe weiter und bis Ende September 2018 liege weiterhin eine komplette Arbeitsunfähigkeit vor.

Im bidisziplinären Gutachten der O.________ vom 14. November 2019 (IV-Akten S. 404 ff.) wurde 
eine leichte bis mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom (F 32.01 bis 11) 
diagnostiziert. Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit seien ein Status nach Hypothyreose, ein 
Status nach Hepatitis C, ein rezidivierender Eisenmangel sowie eine einfache Aktivitäts- und 
Aufmerksamkeitsstörung im Erwachsenenalter (F 90.0). Aufgrund der depressiven Episode bestehe 
sowohl in der bisherigen als auch in einer angepassten Tätigkeit noch eine Arbeitsfähigkeit von 50%. 
Dies gelte seit dem Austritt aus der N.________.

Am 26. Mai 2020 (IV-Akten S. 537 ff.) notierte die behandelnde Psychologin Frau P.________ 
(Bericht unterschrieben von Dr. med. Q.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie), 
die Beschwerdeführerin sei seit Mai 2019 in Behandlung. Sie nehme keine Psychopharmaka und 
zeige sich trotz aktueller objektiver Befundlosigkeit stark leidend in Bezug auf die erlebte Müdigkeit 
und Erschöpfung. Bisher hätten sämtliche durchgeführten somatischen Abklärungen das Ausmass 
der beschriebenen Müdigkeit und Erschöpfung nicht erklären können, was die Frage einer 
psychischen Beteiligung aufwerfe. Allerdings seien die Folgen einer jahrzehntelangen Hepatitis-C 
Erkrankung schwer einzuschätzen und es gebe objektive Befunde für Folgeerkrankungen 
(Eisenmangel, Vitaminmangel, Schilddrüsenunterfunktion, etc.). Sie diagnostizierte eine einfache 
Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung (F 90.0), eine rezidivierende depressive Störung, 
gegenwärtig leichte Episode (F 33.0), DD sonstige somatoforme Störungen (F 45.8). Aktuell scheine 
eine volle Arbeitsunfähigkeit gegeben. Eine Prognose lasse sich nur schwer stellen, da der 
Krankheitsverlauf untypisch sei. Im Folgebericht vom 14. Juni 2021 (IV-Akten S. 680 ff.) bestätigte 
sie eine vollständige Arbeitsunfähigkeit.

Der behandelnde Orthopäde, Dr. med. R.________, Facharzt für orthopädische Chirurgie und Trau-
matologie des Bewegungsapparates, hielt am 25. August 2021 (IV-Akten S. 711 ff.) gegenüber der 
IV-Stelle fest, am 19. Juli 2021 sei an der rechten Schulter eine Totalendoprothese implantiert wor-
den. Die Behandlung erfolge weiterhin mit Physiotherapie. An der linken Schulter bestehe eine 
beginnende Omarthrose. Je nach Verlauf müsse auch diese Schulter operiert werden.

4.2. Bei dieser Aktenlage entstand das Gutachten der B.________ vom 20. September 2022 (IV-
Akten S. 801 ff.), auf das sich die IV-Stelle in der hier streitigen Verfügung stützte. Darin wurde als 
Diagnose mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit nur die Schulterproblematik angegeben: Schul-
terendoprothese rechts, mit objektiv gutem operativem Ergebnis, Omarthrose links, ohne aktuelle 

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namhafte Funktionseinschränkung. Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit seien die Hypothy-
reose, unter Schilddrüsenhormonsubstitution Euthyreose, der Status nach Hepatitis-C-Virus-Infek-
tion, eine depressive Episode, remittiert (F32.4), eine einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstö-
rung (F90.0) sowie eine Persönlichkeitsakzentuierung mit histrionischen Zügen (Z73.1). Die bisheri-
ge Arbeit sei noch zu 50% möglich. Demgegenüber würden sich in einer angepassten v. a. körperlich 
leichten, wechselbelastenden oder überwiegend sitzenden und geistig einfachen Tätigkeiten ohne 
häufige Überkopfarbeiten anhand der objektiven Befunde keine namhaften Einschränkungen erge-
ben und die Arbeitsfähigkeit betrage 100%.

4.3. Mit Empfehlung vom 4. Oktober 2023 empfahl die Eidgenössischen Kommission für die Qua-
lität bei der medizinischen Begutachtung (EKQMB), die Vergabe von bi- und polydisziplinären Gut-
achten an die B.________ zu beenden, da die überwiegende Mehrheit der untersuchten Gutachten 
gravierende formale und inhaltliche Mängel aufwies. Wie erwähnt, kam das BSV dieser Empfehlung 
gemäss Medienmitteilung vom gleichen Tag nach und wies die IV-Stellen an, bereits vorliegende 
Gutachten einer erneuten Qualitätskontrolle zu unterziehen, falls noch kein rechtskräftiger Leis-
tungsentscheid vorliege. Gestützt darauf hat das Kantonsgericht die IV-Stelle aufgefordert, mitzu-
teilen, ob dem Gutachten der B.________ weiterhin gefolgt werden könne, oder ob die IV-Stelle 
gedenke, ein neues Gutachten anzuordnen. Am 9. November 2023 hielt die IV-Stelle an ihrer 
Verfügung fest. Hierfür stützte sie sich auf folgende RAD-Berichte:

Dr. med. S.________, Fachärztin für Physikalische Medizin und Rehabilitation des RAD, erklärte am 
30. Oktober 2023, dem RAD sei nicht bekannt, in welchen Punkten die Gutachten bemängelt würden 
und welche Gutachten betroffen seien. Nach erneuter Durchsicht des somatischen Gutachtens wür-
den sich keine formalen oder versicherungsmedizinisch begründbaren Mängel zeigen. So dürften 
"nicht medizinische Kriterien oder Interessen" keine Rolle spielen. In ihrem Vorbericht vom 5. Juli 
2023 hatte sie aufgezeigt, wieso dem Gutachten aus medizinischer Sicht gefolgt werden könne.

Dr. med. T.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie des RAD, gab am 30. Oktober 
2023 an, die Gesamtstruktur des Gutachtens sei sehr unübersichtlich. Das Kapitel 3 "Anlass und 
Umstände der Begutachtung" sei infolge einem Copy/Paste-Verfahren ohne Synthese der wichtigen 
Punkte kaum lesbar und wenig verständlich. Die Anamnese auf zwei Fragebogen, handschriftlich 
ausgefüllt, sei z. T. schwer leserlich. Obwohl der zweite Fragebogen von jedem Gutachter ausgefüllt 
werde, seien die Fragebogen nicht fachspezifisch. Zum neuropsychologischen Teilgutachten gab 
sie an, die Diagnose eines ADHS sei nicht durch den Neuropsychologen, sondern durch den 
psychiatrischen Facharzt in der Gesamtschau festzuhalten. Dies habe Dr. med. U.________, 
Fachärztin für Neurologie sowie Psychiatrie und Psychotherapie der B.________, differenziert und 
überzeugend getan. Gemäss dieser sei ein ADHS möglich. Für eine sichere ADHS-Diagnose fehle 
es an einer Fremdanamnese und es würden untypische Symptome (Müdigkeit, Abgeschlagenheit) 
in der Kindheit bestehen. In der Konsensbeurteilung sei die Diagnose ADHS (F90.0) 
fälschlicherweise wieder ohne Abschwächung "möglich" aufgenommen worden. Zum 
psychiatrischen Teilgutachten notierte sie, es werde keine ausdrückliche Bezugnahme auf das 
neuropsychologische Teilgutachten genommen, die Beurteilung bezüglich des ADHS sei aber 
überzeugend. Weiter sei die versicherungsmedizinische Beurteilung eine wortwörtliche 
Wiederholung der medizinischen Beurteilung. Die Frage, ob die genannten Mängel einen Einfluss 
auf die Beurteilung der funktionellen Einschränkungen sowie der Arbeitsfähigkeit in der bisherigen 
und in einer angepassten Tätigkeit hätten, verneinte sie. Die festgehaltenen Diagnosen, 
Leistungseinschränkungen und die daraus erfolgende Abwesenheit einer Arbeitsunfähigkeit würden 
auf den anamnestischen Angaben, dem wenig auffälligen Psychostatus anlässlich der 
gutachterlichen Untersuchung und der Diskussion der vorliegenden psychiatrischen Berichte 

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beruhen und seien kohärent und nachvollziehbar. Den neuropsychologischen und psychiatrischen 
Teilgutachten könne gefolgt werden. Bereits in ihrem Vorbericht vom 18. Juli 2023 hatte sie 
bemängelt, in den Teilgutachten werde die Anamnese handschriftlich auf Fragebogen präsentiert, 
was die Lesbarkeit erschwere und etwas minimalistisch wirke. Inhaltlich sei die Anamnese jedoch 
genügend. Ansonsten erachtete sie die Gutachten damals als schlüssig.

4.4. Die Beschwerdeführerin ihrerseits bringt am 11. Dezember 2023 vor, da die EKQMB den 
Überprüfungsbericht über die Gutachten der B.________ erst am 7. November 2023 veröffentlicht 
habe, sei davon auszugehen, dass der RAD das Gutachten kaum im Sinne der von der EKQMB 
erkannten Mängel überprüft habe. Die von der EKQMB festgestellte intransparente 
Beschwerdevalidierung sei auch hier problematisch. Ebenso sei die Bewertung der Konsistenz 
oberflächlich. Die relevanten Befunde aus den Teilgutachten würden in der abschliessenden 
Beurteilung nur unvollständig berücksichtigt und es habe keine hinreichende Auseinandersetzung 
mit den Befunden aus den Vorakten, namentlich dem O.________-Gutachten, stattgefunden. 
Bereits in ihrer Beschwerde hatte sie starke Kritik am B.________-Gutachten geübt und dieses als 
mangelhaft und unvollständig angesehen und moniert, die B.________ setze sich weder fundiert mit 
den Berichten der N.________ noch mit der chronischen Müdigkeit auseinander. Ferner sei die 
Schulterproblematik weiterhin aktuell.

4.5. Im Überprüfungsbericht über die Gutachten der B.________ vom 7. November 2023 der 
EKQMB (vgl. https://www.ekqmb.admin.ch/dam/ekqmb/de/dokumente/Bericht B.________ 2023-
11-07 EKQMB.pdf.download.pdf/Bericht B.________ 2023-11-07 EKQMB.pdf) wird ausführlich 
aufgezeigt, in welchen Punkten die Gutachten der B.________ mangelhaft sind. Etliche dieser 
Mängel finden sich ebenfalls im vorliegenden Gutachten der B.________.

Die Zusammenfassung der Akten (IV-Akten S. 821 ff.) erweist sich als nicht vollständig. Ein Hinweis, 
wonach nur die wichtigsten Akten zusammengefasst würden, fehlt jedoch. So fehlen u. a. diverse 
Berichte der Hausärzte (z. B. Berichte vom 28. Mai 2018 und vom 5. Februar 2019; IV-Akten S. 99 ff. 
und S. 155 ff.) und der RAD-Ärzte (z. B. Berichte vom 15. Juli 2020 und 16. Dezember 2020; IV-
Akten S. 548 ff. und S. 613 ff.), die Berichte der behandelnden Psychologin vom 26. Oktober 2020 
und vom 14. Juni 2021 (IV-Akten S. 593 und S. 680 ff.), der Bericht zum MRI der rechten Schulter 
vom 25. September 2020 (IV-Akten S. 583) sowie Berichte des behandelnden Orthopäden vom 
18. Juni 2021 und 25. August 2021 (IV-Akten S. 686 ff. und Seite 711 ff.). Auf diese Berichte wird 
denn auch nicht eingegangen und diese wurden somit nicht berücksichtigt. Weiter ist zu kritisieren, 
dass die Psychiaterin zwar auf die testdiagnostische Untersuchung vom März 2018 (IV-Akten 
S. 471 ff.) durch die V.________ hinweist (vgl. IV-Akten S. 945 und S. 951), dieser Bericht in der 
Aktenzusammenfassung aber nicht erwähnt wird.

Weiter wurde die Anamnese hauptsächlich mittels Fragebogen erfasst. Neben dem durch die 
Beschwerdeführerin ausgefüllten, der in jedem Teilgutachten in seiner vollen Länge von elf Seiten 
enthalten ist, haben die einzelnen Gutachter einen Fragebogen ausgefüllt. Diese enthalten keine 
fachspezifischen Fragen und wurden durch die Gutachter handschriftlich ausgefüllt und sind meist 
nicht lesbar. Einzig die Psychiaterin nahm sich die Mühe, auf mehr als einer Seite weitere Notizen 
zum Anamnesegespräch zu machen; dies wiederum handschriftlich und nur bedingt lesbar. Hin-
sichtlich der Anamnese wird zudem jeweils auf die Tonaufzeichnung verwiesen, die integraler 
Bestandteil des Gutachtens sei. Ferner verweisen der Orthopäde und der Neuropsychologe unter 
Punkt 7.2 "Würdigung von Fähigkeiten, Ressourcen und Belastungen" auf die in der Tonaufzeich-
nung gemachten Angaben zu den Indikatoren. Für eine Prüfung der Angaben müssten damit die 

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Tonaufzeichnungen abgehört werden. Insgesamt erweist sich die erhobene Anamnese als ungenü-
gend.

Weiter kritisierte die EKQMB, bezüglich der psychiatrischen Befunderhebung nach der Arbeitsge-
meinschaft für Methodik und Dokumentation in der Psychiatrie (AMDP) werde in allen Gutachten 
darauf hingewiesen, dass die subjektiven Variablen aus dem AMDP die Angaben aus der Tonband-
aufnahme seien und im schriftlich dokumentierten AMDP-Befund nur objektive Merkmale dokumen-
tiert würden. Die systematische Nicht-Dokumentation der Selbstbeurteilung entspreche nicht dem 
Vorgehen gemäss AMDP-Manual. Dieser Mangel liegt hier ebenfalls vor (vgl. IV-Akten S. 939).

Was die neuropsychologische Befunderhebung betrifft, wurde das entsprechende Teilgutachten 
neben dem zum Voraus bekannten M. Sc. W.________, Fachpsychologe für Neuropsychologie 
FSP, auch durch Mag. Rer. Nat. X.________, Assistent, unterschrieben. Jedoch wurde im Kapitel 
"Neuropsychologische Testverfahren" einzig X.________ angegeben (vgl. IV-Akten S. 986). Auch 
der Anamnese-Fragebogen wurde von diesem ausgefüllt (vgl. IV-Akten S. 974). Insgesamt ist 
unklar, welche Anteile des Gutachtens vom Assistenten und welche durch den eigentlichen Gutach-
ter erstellt worden sind, was ebenso von der EKQMB kritisiert wurde.

Hinsichtlich der Beurteilung fällt auch hier auf, dass die Angaben zur Konsistenz in den Teilgutachten 
meist sehr kurz ausfielen. Einzig der Orthopäde begründete ein bisschen umfangreicher. Ebenfalls 
finden sich Diskrepanzen zwischen den Befunden in den Teilgutachten und dem Konsens, immerhin 
aber nur wenige. So hielt die psychiatrische Gutachterin fest, die Beschwerdeführerin berichte, 2018 
sei ein ADHS diagnostiziert worden, unter dem sie schon in der Kindheit gelitten habe. Sie berichte 
von einer permanenten Müdigkeit und Abgeschlagenheit und daraus resultierender Konzentrations-
minderung bereits in der Kindheit, was nicht ausreichend auf ein ADHS hinweise. Aktuell allenfalls 
auffällig sei ein logorrhoischer Befundbericht mit weitschweifiger Beschwerdeschilderung und teil-
weise sprunghaften Denkabläufen. Ein ADHS sei somit allenfalls möglich, was sie so bei den Diag-
nosen festhielt: mögliches ADHS (F 90.0) (vgl. IV-Akten S. 948). Demgegenüber wurde im neuro-
psychologischen Teilgutachten notiert, die Beschwerdeführerin zeige in der Testung einen auffälli-
gen Punktwert im Selbstbeurteilungsfragebogen zur Einschätzung einer ADHS-Störung. In der retro-
spektiven Erfassung von ADHS-Symptomen in der Kindheit zeige sich ebenfalls ein auffälliges 
Ergebnis. In Zusammenschau der erhobenen Anamnese, der aktenkundigen Berichte sowie der 
testpsychologischen Untersuchung sei von einer ADHS auszugehen (vgl. IV-Akten S. 997). Bei den 
Diagnosen wurde eine einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung (F 90.0) angegeben. In der 
Konsensbeurteilung wurde letztere Meinung übernommen, die Diskrepanz zwischen der Ansicht der 
Psychiaterin und derjenigen des/der Neuropsychologen aber nicht aufgelöst, was zu kritisieren ist. 
Zudem wurde im neuropsychologischen Gutachten notiert, der Schweregrad der kognitiven Beein-
trächtigung sei aktuell leichtgradig, was jedoch weder bei den Diagnosen noch im Konsens vermerkt 
wurde. Schliesslich ist in Bezug auf dieses Teilgutachten darauf hinzuweisen, dass eine neuropsy-
chologische Abklärung lediglich eine Zusatzuntersuchung darstellt und es grundsätzlich Aufgabe 
des psychiatrischen oder allenfalls des neurologischen Facharztes bleibt, die Arbeitsfähigkeit unter 
Berücksichtigung allfälliger neuropsychologischer Defizite einzuschätzen (Urteil BGer 8C_380/2022 
vom 27. Dezember 2022 E. 10.2.1 mit Hinweisen), weshalb sich der Neuropsychologe zur Frage der 
Arbeitsfähigkeit gar nicht zu äussern hat.

Was die Konsensbeurteilung betrifft, wurde auch hier das Auftragsschreiben der IV mehrmals wie-
dergegeben; so in den Kapiteln 3 "Anlass und Umstände der Begutachtung" und 4.1 "Kurze Zusam-
menfassung der Krankheitsentwicklung" und erneut in allen Teilgutachten. Hinsichtlich der Konsen-
susbeurteilung an sich, wurde immerhin angegeben, wann diese stattgefunden hat. Jedoch ist nicht 

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klar, wer die Beurteilung verfasst hat. Zudem werden auf über acht Seiten einige Akten dargestellt, 
eine eigentliche Diskussion dieser Akten fand aber nicht statt. Es wird einzig notiert, es seien unein-
heitliche psychiatrische Diagnosen und Angaben zur Arbeitsfähigkeit abgegeben worden und die 
Ärzte seien nicht auf abweichende Vorberichte eingegangen und würden sich unkommentiert wider-
sprechen. Die Vorberichte seien v. a. hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit 
nicht schlüssig. Indes haben sich auch die Gutachter selbst gerade nicht eingehend mit den Vor-
akten auseinandergesetzt.

Bei der Durchsicht des Gutachtens fallen weitere Punkte auf. Beim internistischen Teilgutachten (IV-
Akten S. 837 ff.) wurde im Kapitel 7 "Versicherungsmedizinische Beurteilung" bei den Punkten 7.1 
"Beurteilung des bisherigen Verlaufs von Behandlungen, Rehabilitationen, Eingliederungsmassnah-
men etc., Diskussion von Heilungschancen" und 7.2 "Würdigung von Fähigkeiten, Ressourcen und 
Belastungen" exakt die gleiche Antwort wiedergegeben, obwohl es sich offensichtlich nicht um die 
gleiche Frage handelt (vgl. IV-Akten S. 868 f.). Die gleiche Problematik besteht beim psychiatrischen 
Teilgutachten (IV-Akten S. 912 ff.). So ist der Text bei Punkt 6.1 bei der medizinischen Beurteilung 
und Punkt 7.1 bei der versicherungsmedizinischen Beurteilung identisch. Dabei werden jeweils aus-
führlich Auszüge aus diversen Akten wiedergegeben, jedoch nur bezüglich des O.________-
Gutachtens sowie des Berichts der behandelnden Psychologin vom Mai 2020 kurz aufgezeigt, 
weshalb diesen aus Sicht der Gutachter nicht gefolgt werden könne. Überhaupt keine 
Auseinandersetzung erfolgt dabei z. B. mit dem Bericht der N.________, obwohl dieser auf fast einer 
ganzen Seite wiedergegeben wurde. Die beiden ersten Paragraphen von Punkt 6.1/7.1 finden sich 
ferner am Schluss der Anamnese. Weiter nahm die Psychiaterin überhaupt keinen Bezug auf das 
Ergebnis des neuropsychologischen Teilgutachtens und setzt sich mit dessen Angaben nicht 
auseinander. Überdies ist anzumerken, dass sich die Gutachter mit dem in den Akten regelmässig 
erwähnten Erschöpfungssyndrom (Z 73.0), auch wenn es sich dabei nach ICD-10 um eine 
Beeinträchtigung gemäss Z-codierten Diagnosen handelt, die grundsätzlich keinen invalidisierenden 
Gesundheitsschaden darstellt (Urteil BGer 8C_787/2021 vom 23. März 2022 E. 14.1 mit Hinweis), 
nicht weiter auseinandersetzen. Der Internist gab nur an, Hinweise auf die anamnestisch reklamierte 
Erschöpfung, Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Vergesslichkeit seien nicht erkennbar und die 
Psychiaterin notierte, die Beschwerdeführerin sei wach und aufmerksam und es ergäben sich keine 
Anzeichen einer Müdigkeit oder Erschöpfung, was so nicht genügt.

Insgesamt ist festzustellen, dass das Gutachten der B.________ trotz seines sehr umfassenden 
Umfanges von über 200 Seiten weder tiefgründig noch sehr aussagekräftig ist. Vielmehr enthält es, 
wie dargestellt, gravierende Mängel. Dies schon aufgrund der nur minimalistisch erhobenen 
Anamnese mittels Fragebogen ohne fachspezifischen Fragen, worauf bereits die RAD-Psychiaterin 
explizit hingewiesen hatte. Auch wenn die RAD-Ärzte anlässlich ihrer erneuten Stellungnahme zum 
Gutachten keine Kenntnis der konkreten Rügen der EKQMB hatten, ist es nicht nachvollziehbar, 
dass die gravierenden Mängel nicht erkannt wurden, zumal es sich dabei offensichtlich nicht um 
"nicht medizinische Kriterien oder Interessen", wie es Dr. med. S.________ formulierte, handelt. Es 
ergeben sich damit ernsthafte Zweifel, ob durch den RAD überhaupt eine vertiefte 
Auseinandersetzung mit dem Gutachten stattgefunden hat. Vielmehr waren die RAD-Ärzte 
offensichtlich nicht in der Lage, die vom BSV geforderte Qualitätskontrolle des Gutachtens 
durchzuführen. Dies erstaunt umso mehr, als diese Kontrolle im Kontext einer Expertise hätte 
erfolgen sollen, deren Verfasser in grosser Kritik standen. Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass 
selbst wenn allenfalls das Resultat des Gutachtens, wonach in einer angepassten Tätigkeit eine 
volle Arbeitsfähigkeit besteht, aus der Sicht des RAD als nachvollziehbar angesehen wurde, dies 

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nicht genügt, um über die gravierenden Mängel hinwegzusehen und das Gutachten als 
nachvollziehbar einzustufen.

Das Gutachten der B.________ erweist sich damit in mehreren Punkten als mangelhaft und es erfüllt 
die Anforderungen an ein Gutachten nicht, weshalb ihm nicht gefolgt werden kann.

5.

Zusammenfassend erweist sich das Gutachten der B.________ als mangelhaft und diesem kann 
nicht gefolgt werden, weshalb es notwendig ist, ein neues polydisziplinäres Gutachten anzuordnen. 
Hierfür wird die Angelegenheit an die IV-Stelle zurückgewiesen, da diese bzw. die RAD-Ärzte – trotz 
Aufforderung durch das BSV und das Kantonsgericht – ihrer Aufgabe nicht nachgekommen sind, 
das Gutachten einer erneuten vertieften Prüfung zu unterziehen. Die Verfügung vom 9. Mai 2023 
wird aufgehoben und die Beschwerde (605 2023 102) gutgeheissen.

5.1. Die Gerichtskosten werden auf CHF 800.- zu Lasten der IV-Stelle festgesetzt.

5.2. Die Beschwerdeführerin hat als obsiegende Partei Anspruch auf eine Parteientschädigung 
zu Lasten der IV-Stelle. Die Entschädigung richtet sich nach Art. 146 ff. des kantonalen Gesetzes 
vom 23. Mai 1991 über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; SGF 150.1), dem Tarif vom 17. Dezem-
ber 1991 über die Verfahrenskosten und Entschädigungen in der Verwaltungsjustiz (Tarif VJ; 
SGF 150.12) sowie der Komplexität der Angelegenheit und des notwendigen Aufwandes.

Der Rechtsvertreter hat am 15. Januar 2024 eine Kostenliste über einen Betrag von CHF 4'900.- 
eingereicht, welche ein Honorar von CHF 4'416.65.- (17 Stunden 40 Minuten à CHF 250.-/Stunde), 
eine Kleinspesenpauschale (3% des Honorars) von CHF 132.50 sowie CHF 350.85 für die Mehr-
wertsteuer (7.7%) umfasst. Der fakturierte Stundenaufwand erweist sich angesichts des sehr 
umfangreichen Gutachtens und des doppelten Schriftenwechsels als angemessen. Die geltend 
gemachten Pauschalspesen sind hingegen gesetzlich nicht vorgesehen. Die Auslagen sind daher 
ex aequo et bono auf CHF 60.- festzusetzen. Dies ergibt einen Betrag für Honorar und Auslagen 
von CHF 4'476.65. Unter Berücksichtigung der Mehrwertsteuer von CHF 344.70 (7.7% [Aufwand fiel 
2023 an] von CHF '4476.65) ist die von der IV-Stelle zu leistende Parteientschädigung auf 
CHF 4'821.35 festzusetzen. 

5.3. Das URP-Gesuch (605 2023 103) erweist sich damit als gegenstandslos und kann vom 
Geschäftsverzeichnis abgeschrieben werden.

(Dispositiv auf der nächsten Seite)

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Der Hof erkennt:

I. Die Beschwerde (605 2023 102) von A.________ wird gutgeheissen und die angefochtene 
Verfügung vom 9. Mai 2023 aufgehoben.

Die Angelegenheit wird für weitere Abklärungen im Sinne der Erwägungen an die Invaliden-
versicherungsstelle des Kantons Freiburg zurückgewiesen.

II. Es werden Gerichtskosten von CHF 800.- zu Lasten der Invalidenversicherungsstelle des 
Kantons Freiburg erhoben.

III. A.________ wird zu Lasten der Invalidenversicherungsstelle des Kantons Freiburg für das 
vorliegende Verfahren eine Parteientschädigung für Honorar und Auslagen ihres Rechtsver-
treters von CHF 4'476.65, zuzüglich der Mehrwertsteuer von CHF 344.70 und damit insgesamt 
CHF 4'821.35 zugesprochen.

IV. Das Gesuch um vollständige unentgeltliche Rechtspflege (605 2023 103) wird als gegen-
standslos vom Geschäftsverzeichnis abgeschrieben.

V. Zustellung.

Gegen diesen Entscheid kann innerhalb einer Frist von 30 Tagen ab Erhalt beim Bundesgericht, 
Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten einge-
reicht werden. Diese Frist kann weder verlängert noch unterbrochen werden. Die Beschwerdeschrift 
muss in drei Exemplaren abgefasst und unterschrieben werden. Dabei müssen die Gründe angege-
ben werden, weshalb die Änderung dieses Urteils verlangt wird. Damit das Bundesgericht die 
Beschwerde behandeln kann, sind die verfügbaren Beweismittel und der angefochtene Entscheid 
mit dem dazugehörigen Briefumschlag beizulegen. Das Verfahren vor dem Bundesgericht ist grund-
sätzlich kostenpflichtig.

Freiburg, 30. Januar 2024/bsc

Der Präsident Der Gerichtsschreiber-Berichterstatter