# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a486abb1-41cb-5902-903b-51dab9e346f6
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-12-19
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 19.12.2023 D-5304/2023
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5304-2023_2023-12-19.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-5304/2023 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 9 .  D e z e m b e r  2 0 2 3  

Besetzung 
 Einzelrichterin Chiara Piras, 

mit Zustimmung von Richterin Gabriela Freihofer;   

Gerichtsschreiber Nikola Nastovski. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Türkei,   

vertreten durch MLaw Ruedy Bollack,  

(…),  

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 4. September 2023. 

 

 

 

D-5304/2023 

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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt, 

dass der Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge die Türkei am 

20. November 2022 verlassen habe und per Lastwagen am 27. November 

2022 in die Schweiz einreiste, wo er am Folgetag um Asyl nachsuchte, 

dass er sich am 4. Januar 2023 im Rahmen der Erstbefragung unbegleite-

ter minderjähriger Asylsuchender (EB UMA, SEM-Akte 17/11) sowie glei-

chentags bei der Anhörung (SEM-Akte 18/10) zu seinen Asylgründen äus-

sern konnte, 

dass der Beschwerdeführer mit Entscheid vom 11. Januar 2023 dem er-

weiterten Verfahren zugeteilt und für die weitere Dauer seines Asylverfah-

rens dem Kanton B._______ zugewiesen wurde, 

dass mit – am darauffolgenden Tag eröffneten – Verfügung vom 4. Sep-

tember 2023 das SEM die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers 

verneinte, sein Asylgesuch abwies und die Wegweisung sowie deren Voll-

zug anordnete, 

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 29. September 2023 beim 

Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob und beantragte, die vor-

instanzliche Verfügung vom 4. September 2023 sei aufzuheben, es sei ihm 

die Flüchtlingseigenschaft anzuerkennen und Asyl zu gewähren, eventua-

liter sei der Vollzug der Wegweisung als unzulässig beziehungsweise un-

zumutbar zu beurteilen und er sei vorläufig aufzunehmen, und subeventu-

aliter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen,  

dass er in verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte, es sei ihm die unent-

geltliche Rechtspflege zu gewähren, der unterzeichnende Rechtsvertreter 

als unentgeltlichen Rechtsbeistand beizuordnen und auf die Erhebung ei-

nes Kostenvorschusses zu verzichten, 

dass er als neues Beweismittel eine Schnellrecherche der SFH-Länder-

analyse vom 19. Juni 2019 beilegte, 

dass die vorinstanzlichen Akten dem Bundesverwaltungsgericht am 2. Ok-

tober 2023 in elektronischer Form vorlagen (vgl. Art. 109 Abs. 1 des Asyl-

gesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]), 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig 

über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes über 

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das Verwaltungsverfahren vom 20. Dezember 1968 [VwVG, SR 172.021]) 

des SEM entscheidet, ausser bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens 

des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht 

(Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31–33 des Bundesgesetzes über das Bundes-

verwaltungsgericht vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d 

Ziff. 1 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 17. Juni 2005 

[BGG, SR 173.110]),  

dass eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG nicht 

vorliegt, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet, 

dass sich das Verfahren nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG richtet, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG), 

dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 

AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-

treten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), 

dass sich die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen 

Rügen im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG richten, im Bereich des 

Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5), 

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich, 

wie nachfolgend aufgezeigt wird, um ein solches Rechtsmittel handelt, 

weshalb das Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 

AsylG), 

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel ver-

zichtet wurde, 

dass in der Beschwerdeschrift die Rückweisung an die Vorinstanz bean-

tragt wird, wobei gerügt wird, das SEM habe den Untersuchungsgrundsatz 

verletzt, indem es die Vorbringen des Bruders des Beschwerdeführers 

nicht berücksichtigt habe, ohne die eine umfassende Prüfung der 

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Gesuchsgründe des Beschwerdeführers jedoch nicht möglich sei (vgl. Be-

schwerde, S. 5), 

dass die Vorinstanz sich mit der vorgebrachten Reflexverfolgung im Zu-

sammenhang mit dem Bruder des Beschwerdeführers nachvollziehbar und 

hinreichend differenziert auseinandergesetzt hat (vgl. Verfügung des SEM 

vom 4. September 2023, S. 5 ff.), 

dass insbesondere darauf hingewiesen wurde, dass sich eine Reflexver-

folgung nur dann manifestieren würde, wenn ein politisches Profil der re-

flexverfolgten Person das Interesse der Behörden wecken könnte, 

dass die Vorinstanz zum Ergebnis gelang, der Beschwerdeführer verfüge 

nicht über ein solches Profil, weshalb auf eine Koordination mit dem Asyl-

verfahren des Bruders verzichtet werden könne, 

dass – wie nachfolgend dargelegt – an den diesbezüglichen Ausführungen 

des SEM nichts auszusetzen ist (vgl. Verfügung des SEM vom 4. Septem-

ber 2023, S. 6 m.w.H.; siehe auch nachfolgende Erwägungen), 

dass sich die formelle Rüge nach dem Gesagten als unbegründet erweist, 

weshalb das Rückweisungsbegehren abzuweisen ist, 

dass die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl gewährt (Art. 2 Abs. 1 

AsylG), wobei Flüchtlinge Personen sind, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG), 

dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaubhaft 

gemacht werden muss, wobei diese glaubhaft gemacht ist, wenn die Be-

hörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für gege-

ben hält (Art. 7 Abs. 1 und 2 AsylG), 

dass der Beschwerdeführer zur Begründung des Asylgesuchs im Wesent-

lichen geltend machte, er sei Opfer von rassistischen Übergriffen durch 

seine Vorgesetzten während seiner beruflichen Tätigkeit auf dem Feld so-

wie durch seine Mitschüler und Lehrer in der Schule gewesen und dies 

unter anderem mit seiner Mitgliedschaft bei der Jugendorganisation der 

türkischen Partei Halklarin Demokratik Partisi (HDP; Demokratische Partei 

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der Völker) in Zusammenhang brachte (vgl. SEM-Akten 17/11, F 1.17.04 ff. 

und F 7.01 sowie 18/10, F 1), 

dass er zudem aufgrund eines Vorführbefehls gegen seinen Bruder (N […]) 

täglich beziehungsweise insgesamt fünfmal auf dem Weg zur Schule von 

der Polizei angehalten und befragt worden sei (vgl. SEM-Akte 18/10, F 1 

und 39 ff.), 

dass das SEM die geltend gemachten Diskriminierungen aufgrund der kur-

dischen Ethnie des Beschwerdeführers geprüft und als nicht genügend in-

tensiv eingestuft hat (Verfügung des SEM vom 4. September 2023, 

S. 4 ff.),  

dass es das politische Profil des Beschwerdeführers als sehr niederschwel-

lig erachtet hat (Verfügung des SEM vom 4. September 2023, S. 6), 

dass die Vorinstanz auch eine allfällige Reflexverfolgung wegen des Bru-

ders geprüft und verneint hat (Verfügung des SEM vom 4. September 

2023, S. 6 ff.), 

dass es seinen Asylentscheid im Grundsatz mit den fehlenden ernsthaften 

Nachteilen im Sinne des Asylgesetzes und folglich einer mangelnden 

flüchtlingsrechtlichen Relevanz der geltend gemachten Vorbringen begrün-

dete, 

dass zur Vermeidung von Wiederholungen auf die Begründung des SEM 

verwiesen werden kann, 

dass der Beschwerdeführer sich in der Rechtsmittelbegründung vom 

29. September 2023 in erster Linie auf sein erhöhtes Risikoprofil infolge 

seiner Mitgliedschaft bei der HDP stützte (vgl. Beschwerdeschrift, S. 4), 

weshalb er einer grossen Gefahr ausgesetzt sei, Opfer von Verfolgungs-

massnahmen der türkischen Behörden zu werden, 

dass er ferner ausführte, die türkischen Behörden hätten aktiv nach seinem 

Bruder gefahndet und – nachdem der Beschwerdeführer bereits mehrfach 

von der Polizei angehalten worden sei und auch schon Gewalt erfahren 

habe – davon ausgegangen werden müsse, dass die türkischen Behörden 

mit weiteren Massnahmen gegen den Beschwerdeführer vorgegangen wä-

ren, wenn er das Land nicht verlassen hätte,  

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dass die Entgegnungen in der Rechtsmittelschrift nicht dazu geeignet sind, 

zu einem anderen Schluss als jenem der Vorinstanz zu führen, da sie sich 

im Wesentlichen in Wiederholungen bereits bekannter Sachverhaltsele-

mente erschöpfen, 

dass sich das politische Engagement des Beschwerdeführers darauf be-

schränkt hat, kurdische Familien etwa zweimal im Monat zu besuchen und 

über Drogen aufzuklären (SEM-Akte 18/10, S. 1 ff.),  

dass weder die bloss marginale politische Aktivität des Beschwerdeführers 

noch die beschriebenen Vorfälle bei der Feldarbeit, in der Schule und auf 

dem Schulweg eine flüchtlingsrelevante Intensität aufweisen, 

dass es sich bei der angeführten Schnellrecherche der SFH-Länderana-

lyse vom 19. Juni 2019 nicht um ein Dokument handelt, in dem er individu-

ell erwähnt worden ist, sondern im Wesentlichen die allgemeine politische 

Lage in der Türkei beschrieben wird, 

dass sich daraus keine individuelle Verfolgung ableiten lässt, 

dass für die Annahme einer Kollektivverfolgung hohe Anforderungen be-

stehen und diese im Falle der Kurden in der Türkei – auch unter Berück-

sichtigung der aktuellen politischen Entwicklungen – nach Praxis des Bun-

desverwaltungsgerichts nicht als erfüllt zu erachten sind (vgl. Urteile des 

BVGer E-5686/2023 vom 8. November 2023 E. 6.1 m.w.H. und E-3056/

2023 vom 13. September 2023 E. 7.3), 

dass asylrelevante Nachteile im Sinne von Art. 3 AsylG auch aus einer Re-

flexverfolgung entstehen können, bei welcher sich Verfolgungsmassnah-

men abgesehen von der primär betroffenen Person auch auf Familienan-

gehörige und Verwandte erstrecken, 

dass eine Reflexverfolgung flüchtlingsrelevant ist, wenn die von der Re-

flexverfolgung betroffene Person ernsthaften Nachteilen im Sinne von 

Art. 3 Abs. 2 AsylG ausgesetzt ist oder sie die Zufügung solcher Nachteile 

mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft begründet 

befürchten muss (vgl. BVGE 2007/19 E. 3.3), 

dass der Beschwerdeführer geltend macht, er sei einmal von der Polizei 

auf den Hinterkopf und mit einem Schlagstock auf sein Bein geschlagen 

worden, als diese ihn nach seinem Bruder gefragt habe (SEM-Akte 18/10, 

F 64), 

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dass es sich hierbei durchaus um ein aufwühlendes und beängstigendes 

Ereignis gehandelt haben muss, indessen keine schwerwiegenden Nach-

teile vorliegen, die ein Leben in der Türkei verunmöglichen würden, 

dass sich bei den geltend gemachten polizeilichen Behelligungen von min-

destens fünf Mal innert zwei Wochen um überschaubare Vorfälle gehandelt 

hat, bei denen der Beschwerdeführer jeweils angehalten und nach dem 

Aufenthaltsort seines Bruders gefragt worden sei, bevor er seinen Schul-

weg habe fortsetzen können (SEM-Akte 18/10, F 48),  

dass es abgesehen davon aber keine Begegnungen mit der Polizei gab, 

dass auch bei Vorliegen eines Vorführbefehls gegen den Bruder des Be-

schwerdeführers kein gezieltes Interesse der Polizei an den Beschwerde-

führer selbst auszumachen ist,  

dass der Beschwerdeführer keinen Kontakt zu anderen, politisch aktiven 

Verwandten hat (SEM-Akte 18/10, F 58), 

dass es keine weiteren Hinweise gibt, dass der Beschwerdeführer ernst-

haften Nachteilen ausgesetzt wäre oder solche mit beachtlicher Wahr-

scheinlichkeit und in absehbarer Zukunft zu befürchten hätte, 

dass somit auch insgesamt betrachtet keine flüchtlingsrelevante Verfol-

gung im Sinne des Art. 3 AsylG vorliegt und auch die im Verlauf des Ver-

fahrens eingereichten Beweismittel nichts an dieser Einschätzung zu än-

dern vermögen, weshalb das SEM das Asylgesuch des Beschwerdefüh-

rers zu Recht abgelehnt hat, 

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 

Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat 

(Art. 44 AsylG), vorliegend insbesondere der Kanton keine Aufenthaltsbe-

willigung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer solchen 

besteht (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9 je m.w.H.), weshalb die 

verfügte Wegweisung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen 

steht und demnach vom SEM ebenfalls zu Recht angeordnet wurde, 

dass das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestim-

mungen über die vorläufige Aufnahme regelt, wenn der Vollzug der Weg-

weisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich ist (Art. 44 

AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und 

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Ausländer und über die Integration vom 16. Dezember 2005 [AIG, 

SR 142.20]), 

dass beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen ge-

mäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard 

wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft gilt, das heisst, sie sind zu 

beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens 

glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.), 

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtliche 

Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des 

Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenste-

hen (Art. 83 Abs. 3 AIG), 

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun-

gen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 

AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über 

die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]), 

dass der Vollzug der Wegweisung vorliegend in Beachtung dieser mass-

geblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, da es 

dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche 

Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, weshalb das in 

Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoule-

ment im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet,  

dass sodann keine Anhaltspunkte für eine im Heimat- oder Herkunftsstaat 

drohende menschenrechtswidrige Behandlung im Sinne von Art. 25 Abs. 3 

BV, von Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter 

und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung 

oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention zum 

Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten vom 4. November 1950 

(EMRK, SR 0.101) ersichtlich sind,  

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar 

erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat aufgrund von Situationen 

wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage kon-

kret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AIG), 

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dass weder die allgemeine Lage im Heimat- beziehungsweise Herkunfts-

staat des nunmehr volljährigen Beschwerdeführers noch individuelle 

Gründe auf eine konkrete Gefährdung im Falle einer Rückkehr schliessen 

lassen, weshalb der Vollzug der Wegweisung vorliegend zumutbar ist (vgl. 

Verfügung des SEM vom 4. September 2023, S. 7 ff.), 

dass insbesondere ein gutes Verhältnis zu seinen in C._______ lebenden 

Eltern sowie weiteren Familienmitgliedern besteht und die finanziellen Ver-

hältnisse der Familie offensichtlich gut genug sind, um eine Wohnung für 

den Beschwerdeführer und seinen Bruder in C._______ erwerben zu kön-

nen (vgl. SEM-Akte 17/11, F 2.01), 

dass er somit über ein intaktes soziales Netzwerk in der Türkei verfügt, auf 

das er zurückgreifen kann,  

dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers in den Heimat-

staat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse bestehen 

(Art. 83 Abs. 2 AIG), und es dem Beschwerdeführer obliegt, bei der Be-

schaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und 

dazu auch BVGE 2008/34 E. 12), 

dass nach dem Gesagten der vom SEM verfügte Vollzug der Wegweisung 

zu bestätigen ist, 

dass sich aus den Erwägungen ergibt, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit überprüfbar – 

angemessen ist, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist, 

dass die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und 

Verbeiständung ungeachtet der behaupteten Mittellosigkeit des Beschwer-

deführers abzuweisen sind, da seine Begehren – wie sich aus den vorste-

henden Erwägungen ergibt – als aussichtslos zu gelten haben, womit die 

kumulativen Voraussetzungen im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG nicht er-

füllt sind, 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten grundsätzlich dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen wären (Art. 63 Abs. 1 VwVG), gestützt auf 

Art. 6 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 

Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 

173.320.2), jedoch im vorliegend zu beurteilenden Fall auf die Erhebung 

von Verfahrenskosten zu verzichten ist, 

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dass das Gesuch um Verzicht auf Erhebung eines Kostenvorschusses mit 

dem vorliegenden Entscheid gegenstandslos wird. 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Gesuche um unentgeltliche Prozessführung und um Gewährung der 

amtlichen Verbeiständung werden abgewiesen. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Chiara Piras Nikola Nastovski 

 

 

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