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**Case Identifier:** c1a4e722-0927-5f56-94a1-1ea69469ca9d
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-10-25
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 25.10.2017 IV 2015/267
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2015-267_2017-10-25.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2015/267

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 06.05.2020

Entscheiddatum: 25.10.2017

Entscheid Versicherungsgericht, 25.10.2017
Die Karriere als Fotofachfrau entspricht vorliegend der Invalidenkarriere und 
nicht etwa der Validenkarriere, da die Beschwerdeführerin ihr 
Erwerbspotential, welches sie als Gesunde gehabt hätte, trotz ihrer 
Ausbildung zur Fotofachfrau EFZ nicht voll ausschöpfen kann. Zudem ist 
nicht anzunehmen, die Beschwerdeführerin hätte auch ohne psychische 
Behinderung eine Ausbildung zur Fotofachfrau EFZ absolviert. Folglich ist im 
Rahmen der Rentenrevision festzustellen, dass weiterhin ein 
Anwendungsfall von Art. 26 Abs. 1 IVV vorliegt (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 25. Oktober 2017, IV 
2015/267).

Entscheid vom 25. Oktober 2017

Besetzung

Präsidentin Marie Löhrer, Versicherungsrichterinnen Christiane

Gallati Schneider und Michaela Machleidt Lehmann; a.o. Gerichts-schreiber Tobias 

Beck

Geschäftsnr.  

IV 2015/267

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

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vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Dieter Studer, Studer Anwälte AG, Hauptstrasse 

11a, 8280 Kreuzlingen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand 

Rente

Sachverhalt

A. 

A.a  A.___ meldete sich am 21. August 2001 erstmals wegen psychischer Probleme 

zum Bezug von IV-Leistungen an und ersuchte um medizinische Massnahmen und evtl. 

Berufsberatung (IV-act. 1). Mit Verfügung vom 18. Dezember 2001 sprach die IV-Stelle 

St. Gallen ihr vom 1. September 2001 bis zum 30. August 2003 eine ambulante 

Psychotherapie zu (IV-act. 8). Aufgrund zunehmender Verhaltensauffälligkeiten sowie 

fremd- und autoaggressiver Handlungen war die Versicherte am 15. November 2001 in 

die Psychiatrische Klinik B.___ eingewiesen und am 28. November 2001 zur stationären 

Behandlung in das Zentrum C.___ überwiesen worden (IV-act. 11). Diese Behandlung 

wurde per 21. Februar 2002 abgebrochen (IV-act. 17). Nachdem die Versicherte trotz 

Abmahnung Termine beim Berufsberater nicht wahrnahm, wurde ihr Gesuch um 

berufliche Massnahmen abgewiesen (Verfügung vom 13. Juni 2002, IV-act. 27).

A.b  Am 31. Januar 2003 meldete sich die Versicherte erneut zum Bezug von IV-

Leistungen an und ersuchte um berufliche Massnahmen (IV-act. 28 und 30). Das 

Gesuch um berufliche Massnahmen wurde mit Verfügung vom 13. August 2003 

aufgrund des gesundheitlichen Zustandes der Versicherten abgewiesen (IV-act. 51). Mit 

Verfügung vom 5. Februar 2004 stellte die IV-Stelle einen Invaliditätsgrad von 100 % 

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fest und sprach der Versicherten ab 1. April 2002 eine ganze ausserordentliche 

Invalidenrente zu (IV-act. 59 und 57).

A.c  Am 17. August 2008 stellte die Versicherte wiederum ein Gesuch um berufliche 

Massnahmen (IV-act. 79). Der behandelnde Psychiater Dr. med. D.___, Facharzt für 

Psychiatrie und Psychotherapie, diagnostizierte im Verlaufsbericht vom 8. Oktober 

2008 eine Borderline Persönlichkeitsstörung (IV-act. 83). In der Stellungnahme des 

RAD ging Dr. E.___, u.a. Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, von einer 

emotional instabilen Persönlichkeitsstörung vom impulsiven Typ (F 60.30) aus und 

konkludierte auf eine Eingliederungsfähigkeit beginnend mit einer Arbeitsfähigkeit von 

50% in einem geschützten Rahmen (IV-act. 84). Nachdem die begonnene 

Berufsberatung wegen fehlender Energien der Versicherten im Mai 2009 gestoppt 

werden musste (vgl. IV-act. 90), teilte die IV-Stelle der Versicherten mit Schreiben vom 

27. Mai 2009 mit, dass berufliche Massnahmen zurzeit nicht möglich seien und die 

Berufsberatung deshalb abgeschlossen werde (IV-act. 92). Ab 1. Mai 2010 arbeitete die 

Versicherte mit einem 50% Pensum im Fotostudio F.___ des G.___ (IV-act. 109 und 

112-1 f.).

A.d  Am 15. Dezember 2010 meldete sich die Versicherte erneut bei der IV an (IV-act. 

99) und stellte wiederum einen Antrag auf berufliche Massnahmen (IV-act. 100). Zuvor 

hatte die IV-Stelle am 10. November 2010 ein Revisionsverfahren eingeleitet, indem sie 

der Versicherten einen Fragebogen für die Revision der Invalidenrente zugestellt hatte 

(IV-act. 103 und 105). Im Arztbericht vom 1. Februar 2011 attestierte ihr Dr. D.___ ab 1. 

Mai 2010 eine Arbeitsunfähigkeit von 50% aufgrund einer emotional instabilen 

Persönlichkeitsstörung (F60.30), wobei künftig mit einer Erhöhung der Einsatzfähigkeit 

zu rechnen sei (IV-act. 111). Dr. E.___ ging in der RAD Stellungnahme vom 17. Februar 

2011 für die ins Auge gefasste adaptierte Tätigkeit im Fotobereich von einer 

Arbeitsfähigkeit von 60% aus, wobei eine entsprechende Ausbildung zunächst im 

geschützten Rahmen erfolgen solle (IV-act. 113). Mit Mitteilung vom 28. Februar 2011 

gewährte die IV-Stelle der Versicherten Berufsberatung sowie eine Abklärung der 

beruflichen Eingliederungsmöglichkeiten (IV-act. 115). In der Folge wurde vom 1. Mai 

2011 bis zum 31. Juli 2011 eine berufliche Abklärung im G.___ durchgeführt (vgl. IV-

act. 121). Gemäss dem „Schlussbericht Abklärung“ beständen gute Chancen auf einen 

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erfolgreichen Abschluss der Ausbildung zur Fotofachfrau mit eidgenössischem 

Fähigkeitszeugnis (EFZ) (IV-act. 123-1/4).

A.e  Mit Mitteilung vom 5. August 2011 erteilte die IV-Stelle Kostengutsprache für die 

erstmalige berufliche Ausbildung zur Fotofachfrau mit EFZ (IV-act. 131). Zudem sprach 

die IV-Stelle der Versicherten vom 2. August 2011 bis zum 31. Juli 2014 ein Taggeld zu 

(IV-act. 132, 140, 147 und 152). Aufgrund dieses Taggeldanspruches wurde die 

Invalidenrente mit Verfügung per 31. Juli 2011 aufgehoben (IV-act. 127). Anschliessend 

absolvierte die Versicherte vom 1. August 2011 bis zum 31. Juli 2014 erfolgreich eine 

Lehre zur Fotofachfrau EFZ im G.___ (IV-act. 155-1 und 156-2). Im „Schlussbericht 

Ausbildung“ vom Juli 2014 wurde die mögliche Präsenzfähigkeit der Versicherten mit 

50-60% angegeben, wobei ein durchschnittlicher Leistungsgrad von 80-100% bei 

Routinearbeiten sowie von 80% bei anspruchsvollen, komplexen Arbeiten bestehe (IV-

act. 155-6).

A.f  Mit Mitteilung vom 12. September 2014 erteilte die IV-Stelle der Versicherten 

Kostengutsprache für die Mehrkosten der Verlängerung der beruflichen Ausbildung 

(Praktikum bei der H.___ GmbH) vom 1. September 2014 bis zum 28. Februar 2015 (IV-

act. 164). Auf entsprechende Nachfrage teilte die Arbeitgeberin mit, dass die 

Leistungen der Versicherten bei weitem nicht den Anforderungen des Betriebes 

entsprechen würden und ein Lohn daher nicht denkbar sei (IV-act. 176). Im 

Verlaufsbericht vom 25. Januar 2015 attestierte Dr. D.___ der Versicherten eine 

Arbeitsfähigkeit von 50%. Der psychische Zustand der Versicherten habe sich seit 

Beginn der Behandlung im Jahr 2005 stark verbessert. Es sei eine 50% Berentung ins 

Auge zu fassen (IV-act. 181-2 ff.). Dr. E.___ ging in der RAD Stellungnahme vom 4. 

März 2015 von einer Arbeitsfähigkeit von 50% bei voller Leistung aus (IV-act. 186).

A.g  Mit Vorbescheid vom 7. April 2015 stellte die IV-Stelle der Versicherten basierend 

auf einem Invaliditätsgrad von 50% die Ausrichtung einer halben Rente ab 1. März 

2015 in Aussicht. Nach Abschluss der erstmaligen beruflichen Ausbildung könne von 

einer 50% Arbeitsfähigkeit bei voller Leistung ausgegangen werden. Bei der 

Bemessung des Valideneinkommens sei auf die Lohnempfehlung des Verbandes für 

Fotohandel Schweiz VFS, Landregion, abgestellt worden (IV-act. 202). Gegen diesen 

Vorbescheid erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Dieter Studer, 

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mit Schreiben vom 5. Mai 2015 Einwand und beantragte die Zusprechung einer 

Dreiviertelsrente ab dem 1. März 2015. Die Versicherte sei – wie bereits in der 

Verfügung vom 5. Februar 2004 – weiterhin als Frühinvalide zu qualifizieren und das 

Valideneinkommen daher in Anwendung von Art. 26 Abs. 1 IVV zu ermitteln (IV-act. 

205). Mit Verfügung vom 30. Juli 2015 wurde der Versicherten basierend auf einem 

Invaliditätsgrad von 50% eine halbe Rente zugesprochen. Zum Einwand hielt die IV-

Stelle fest, dass die Versicherte nicht mehr als frühinvalide Person zu qualifizieren sei, 

da sie in der Lage gewesen sei, das EFZ zu erlangen (IV-act. 211).

B. 

B.a  Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte (nachfolgend Beschwerdeführerin), 

vertreten durch Rechtsanwalt Dieter Studer, am 8. September 2015 Beschwerde mit 

dem Antrag, die Verfügung vom 30. Juli 2015 sei aufzuheben und ihr sei eine 

Dreiviertelsrente zuzusprechen, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. Zudem 

stellte sie ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege. Zur Begründung führte die 

Beschwerdeführerin an, dass das Valideneinkommen aufgrund der ausgewiesenen 

Frühinvalidität gemäss Art. 26 Abs.1 IVV und des IV-Rundschreibens Nr. 329 

festzusetzen sei und Fr. 82‘500.-- betrage. Hieran ändere auch die Ausbildung in einer 

durch die IV finanzierten Institution im geschützten Rahmen nichts. Das anschliessende 

Praktikum auf dem ersten Arbeitsmarkt in Winterthur habe gezeigt, dass mit dieser 

Ausbildung nicht zureichende berufliche Kenntnisse im Sinne von Art. 26 IVV erworben 

worden seien. Im Übrigen sei das Valideneinkommen selbst bei Nichtanwendbarkeit 

von Art. 26 Abs. 1 IVV zu tief angesetzt worden, da mangels Ausübung einer konkreten 

Tätigkeit vor der Rentenzusprache auf die Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für 

Sozialversicherungen abzustellen sei. Hiernach betrage das Jahreseinkommen für 

Frauen auf der niedrigsten Anforderungsstufe (Skill Level 1) Fr. 51‘441.12 pro Jahr, 

womit bei einem Invalideneinkommen von Fr. 19‘800.-- ein Invaliditätsgrad von 61% 

und damit ein Anspruch auf eine Dreiviertelsrente resultiere (act. G 1).

B.b  Mit Beschwerdeantwort vom 21. Oktober 2015 beantragte die IV-Stelle (nach-

olgend Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde. Bei Erlangung eines EFZ 

könne sehr wohl von zureichenden beruflichen Kenntnissen und einer vollständigen 

beruflichen Ausbildung ausgegangen werden. Folglich sei Art. 26 Abs. 1 IVV vorliegend 

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nicht anwendbar, denn die Beschwerdeführerin habe die Ausbildung zur Fotofachfrau 

EFZ erfolgreich abgeschlossen. Ausserdem sei im Rahmen des Einkommensvergleichs 

zu Recht auf das Einkommen von Fr. 39‘600.-- abgestellt worden. Es sei unerheblich, 

ob für die Bestimmung des Valideneinkommens die LSE Lohntabellen oder die 

Angaben im Abschlussbericht des G.___ herangezogen würden, da Validen- und 

Invalideneinkommen ohnehin auf der gleichen Einkommensbasis zu bestimmen seien 

und damit ein IV-Grad von 50% resultiere (act. G 5).

B.c  Am 6. November 2015 wurde dem Gesuch um Bewilligung der unentgeltlichen 

Rechtspflege (Befreiung von Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen 

Rechtsverbeiständung) entsprochen (act. G 6).

B.d  Mit Schreiben vom 19. November 2015 verzichtete die Beschwerdeführerin auf die 

Einreichung einer Replik (G 8).

Erwägungen

1. 

Mit Verfügung vom 5. Februar 2004 wurde der Beschwerdeführerin eine ganze Rente 

mit Wirkung ab dem 1. April 2002 zugesprochen (IV-act. 59). Infolge zugesprochener 

Eingliederungsmassnahmen samt Taggeldanspruch hob die IV-Stelle die Invalidenrente 

in Anwendung von Art. 43 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung 

(IVG; SR 831.20) mit Wirkung ab dem 1. August 2011 auf (IV-act. 127). Mit Mitteilung 

vom 9. März 2015 informierte die IV-Stelle die Beschwerdeführerin über den Abschluss 

der beruflichen Massnahmen (IV-act. 193), womit der Rentenanspruch praxisgemäss 

wieder auflebte. Die IV-Stelle hatte daher im Rahmen einer Rentenrevision zu prüfen, 

ob weiterhin eine ganze Rente auszurichten ist (vgl. ULRICH MEYER / MARCO 

REICHMUTH, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 

Bundesgesetz über die Invalidenversicherung [IVG], 3. Aufl., Zürich 2014, Art. 43 N 2; 

Kreisschreiben über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung [KSIH], 

Stand: 1. Januar 2017, Rz 9003; AHI-Praxis 1998 S. 179). Nachdem die IV-Stelle mit 

Verfügung vom 30. Juli 2015 ab 1. März 2015 lediglich noch eine halbe Rente 

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zusprach, ist nachfolgend zu prüfen, ob die IV-Stelle zu Recht die bisherige ganze 

Rente revisionsweise herabsetzte.

2.

2.1  Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die 

ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht 

durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder 

verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch 

durchschnittlich mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf 

dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (Art. 28 Abs. 1 IVG). Unter Invalidität 

wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise 

Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Erwerbsunfähigkeit 

ist der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen 

Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung 

verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in 

Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2  Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht ein Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn 

die versicherte Person mindestens zu 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie 

mindestens zu 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50%, und auf eine 

Viertelsrente, wenn sie mindestens zu 40% invalid ist. Der Invaliditätsgrad wird gemäss 

Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG grundsätzlich durch einen 

Einkommensvergleich ermittelt. Dabei wird das Erwerbseinkommen, das die 

versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der 

medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 

zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares 

Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte, 

wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Konnte eine versicherte 

Person wegen der Invalidität keine zureichenden beruflichen Kenntnisse erwerben, 

entspricht das Valideneinkommen einem nach dem Alter abgestuften Prozentsatz des 

jährlich aktualisierten Medianwertes gemäss der Lohnstrukturerhebung (LSE) des 

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Bundesamtes für Statistik (Art. 26 Abs. 1 der Verordnung über die 

Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]).

2.3  Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers 

erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft 

entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG).

3. 

3.1  Vorab ist zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin weiterhin gestützt auf Art. 26 Abs. 

1 IVV als Frühinvalide zu qualifizieren ist.

3.2  Geburts- und Frühinvalide sind Versicherte, die seit ihrer Geburt oder Kindheit 

einen Gesundheitsschaden aufweisen und deshalb keine zureichenden beruflichen 

Kenntnisse erwerben konnten. Darunter fallen all jene Personen, welche infolge ihrer 

Invalidität überhaupt keine Berufsausbildung absolvieren können. Ebenso gehören 

dazu versicherte Personen, welche zwar eine Berufsausbildung beginnen und allenfalls 

auch abschliessen, zu Beginn der Ausbildung jedoch bereits invalid sind und mit dieser 

Ausbildung nicht dieselben Verdienstmöglichkeiten realisieren können wie eine 

nichtbehinderte Person mit derselben Ausbildung (Urteil des Bundesgerichts vom 19. 

Februar 2015, 9C_611/2014 E. 3.2; KSIH, Rz 3035). Mit anderen Worten ist als Erwerb 

von „zureichenden beruflichen Kenntnissen“ die abgeschlossene Berufsausbildung zu 

betrachten, sofern sie der versicherten Person praktisch die gleichen 

Verdienstmöglichkeiten eröffnet wie Nichtbehinderten mit der gleichen (ordentlichen) 

Ausbildung (Urteil des Bundesgerichts vom 1. Mai 2013, 9C_820/2012 E. 3.2.2). Dabei 

ist nicht entscheidend, ob die Berufsausbildung auf einem besonderen oder auf dem 

"normalen" Bildungsweg gemacht wurde (BGer 9C_611/2014 E. 4.3; KSIH, Rz 3037).

3.3  Der IV-Rentenverfügung vom 5. Februar 2004 lag eine Qualifizierung der 

Beschwerdeführerin als Frühinvalide gemäss Art. 26 Abs. 1 IVV zu Grunde, wie sich 

aus der RAD Stellungnahme vom 19. August 2003 und der IVS-Stellungnahme vom 30. 

Oktober 2003 ergibt (IV-act. 52 und 53). Die Beschwerdegegnerin macht geltend, dass 

sich der zu Grunde liegende Sachverhalt durch den Erwerb des EFZ klar verändert 

habe und die Beschwerdeführerin daher nicht mehr als Frühinvalide zu qualifizieren sei 

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(vgl. IV-act. 211-3 f.). Dementsprechend ist zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin mit 

der Ausbildung zur Fotofachfrau EFZ zureichende berufliche Kenntnisse erlangt hat.

3.4  Gemäss dem Arztbericht des C.___ vom 20. Februar 2002 leidet die 

Beschwerdeführerin an einer emotional instabilen Persönlichkeitsstörung, impulsiver 

Typ (F60.30) (IV-act. 11). Mit dessen Austrittsbericht vom 21. März 2002 wurde 

präzisierend eine emotional instabile Persönlichkeitsentwicklungsstörung, Borderline 

Typus, einher-gehend mit selbstverletzendem Verhalten und autoaggressiven 

Durchbrüchen diagnostiziert (F60.31) (IV-act. 17). Auch Dr. med. I.___, Facharzt FMH 

für Allgemeinmedizin, diagnostizierte im Arztbericht vom 28. März 2003 eine 

Verhaltensstörung mit aggressiven und autoaggressiven Durchbrüchen seit dem Jahr 

1999 (IV-act. 36-1). Gestützt auf den Arztbericht von Dr. I.___ gab der RAD auf 

entsprechende Nachfrage am 19. August 2003 an, dass mit ziemlicher Sicherheit eine 

Frühinvalidität vorliege (IV-act. 52). In der IVS-Stellungnahme vom 30. Oktober 2003 

wurde festgestellt, dass seit November 1999 eine rentenbegründende 

Erwerbsunfähigkeit von 100% bestehe (IV-act. 53-2). Diese seit dem Jahr 1999 

bestehende Beeinträchtigung der psychischen Gesundheit ist auch nach Abschluss der 

Ausbildung zur Fotofachfrau EFZ – trotz Besserung – nicht entfallen, wie sich aus 

aktuellen Arztberichten ergibt. Dr. D.___ diagnostizierte im Verlaufsbericht vom 25. 

Januar 2015 weiterhin eine emotional instabile Persönlichkeitsstörung (F60.3), stellte 

jedoch fest, dass sich der psychische Zustand der Beschwerdeführerin seit Beginn der 

psychotherapeutischen Behandlung stark verbessert habe (IV-act. 181-2). Diese 

Einschätzung wurde in der Folge auch von Dr. E.___ in der RAD Stellungnahme vom 4. 

März 2015 übernommen (IV-act. 186). Entsprechend ist festzustellen, dass die 

Beschwerdeführerin seit ihrem 15. Lebensjahr (Jahr 1999) an einer emotional instabilen 

Persönlichkeitsstörung, Borderline Typ bzw. impulsiver Typ (F60.30 bzw. F60.31) leidet, 

sich ihr Zustand seit damals jedoch stark verbessert hat.

3.5  Im Jahr 2009 und somit bereits 10 Jahre nach Eintritt der Gesundheitsschädigung 

setzte sich die Beschwerdeführerin im Rahmen der beruflichen Abklärung erstmals mit 

verschiedenen (Berufs-)Ausbildungen auseinander (vgl. IV-act. 90). Eine berufliche 

Ausbildung konnte die Beschwerdeführerin jedoch nicht durchführen. Entsprechende 

Anträge auf berufliche Massnahmen wurden mit Verfügung vom 13. Juni 2002, 

Verfügung vom 13. August 2003 und Mitteilung vom 27. Mai 2009 jeweils abgewiesen 

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(IV-act. 27, 51 und 92). Mit Verfügung vom 28. Februar 2011 wurde schliesslich eine 

Berufsberatung zugesprochen (IV-act. 115), woraufhin eine berufliche Abklärung im 

G.___ durchgeführt wurde (IV-act. 119). Nach Durchführung eines Praktikums sowie 

der beruflichen Abklärung im G.___ absolvierte die Beschwerdeführerin schliesslich 

eine Ausbildung zur Fotofachfrau EFZ im G.___(IV-act. 155-1). Dabei handelte es sich 

um eine durch die IV unterstützte erstmalige berufliche Ausbildung im geschützten 

Rahmen.

3.6  Nach Erhalt des EFZ absolvierte die Beschwerdeführerin vom 1. September 2014 

bis zum 28. Februar 2015 ein Praktikum bei der H.___ GmbH, um ihre 

Leistungsfähigkeit auf dem 1. Arbeitsmarkt zu erproben (vgl. IV-act. 192-1). Gemäss 

Rückmeldung des Arbeitgebers konnte kein Lohn ausbezahlt werden, da ihre Leistung 

bei weitem nicht den Anforderungen des Betriebes entspreche (IV-act. 190-5 f.). 

Zudem konnte mangels verwertbarer Arbeitsleistung auch keine Anschlusslösung 

gefunden werden (IV-act. 190-7). Abgesehen von zwei externen Praktika während der 

Ausbildung im G.___ kann die Beschwerdeführerin keine weitere Berufserfahrung auf 

dem 1. Arbeitsmarkt vorweisen (vgl. IV-act. 155-1). Bei dieser Sachlage ist es 

überwiegend wahrscheinlich, dass die Ausbildung zur Fotofachfrau der 

Beschwerdeführerin trotz erfolgreichem Abschluss nicht die gleichen 

Verdienstmöglichkeiten wie einer gesunden Berufskollegin eröffnet. Die 

Beschwerdeführerin kann somit das Erwerbspotential, welches sie als Gesunde gehabt 

hätte, trotz ihrer Ausbildung zur Fotofachfrau EFZ nicht voll ausschöpfen.

3.7  Eine Karriere als Fotofachfrau entspricht demnach der Invalidenkarriere und nicht 

etwa der Validenkarriere. Indem die Beschwerdegegnerin in der Verfügung vom 30. Juli 

2015 für die Bestimmung des Valideneinkommens auf die Lohnempfehlung des 

Verbandes für Fotohandel Schweiz VFS, Landregion, abstellte (vgl. IV-act. 211-3), 

machte sie im Ergebnis die Invalidenkarriere der Beschwerdeführerin zur 

Validenkarriere. Sie liess dabei auch völlig unbeachtet, dass die Beschwerdeführerin 

gesundheitsbedingt die Ausbildung erst mit 30 Jahren statt mit 18 Jahren abschloss. 

Auf Grund der Akten kann zudem nicht leichthin angenommen werden, die 

Beschwerdeführerin hätte auch ohne psychische Behinderung eine Ausbildung zur 

Fotofachfrau EFZ absolviert. Hinweise, welche Rückschlüsse auf eine potentielle 

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Validenkarriere der Beschwerdeführerin erlauben würden, können den Akten nicht 

entnommen werden.

3.8  Nach dem Gesagten liegt weiterhin ein Anwendungsfall von Art. 26 Abs. 1 IVV vor, 

womit das Valideneinkommen 100% des Medianwertes gemäss der LSE des 

Bundesamtes für Statistik entspricht, denn die Beschwerdeführerin hatte im Zeitpunkt 

des Wiederauflebens der Rente (1. März 2015) ihr 30. Altersjahr bereits vollendet. Das 

Valideneinkommen beträgt demnach für das Jahr 2015 Fr. 82'500.-- (Medianwert 2015; 

vgl. IV-Rundschreiben Nr. 329) für ein Vollpensum.

4. 

4.1  Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung primär 

von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person 

konkret steht. Hat sie nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls 

keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können 

statistische Werte, insbesondere Tabellenlöhne der LSE des Bundesamtes für Statistik 

herangezogen werden. Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von 

statistischen Durchschnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert um 

maximal 25 % zu kürzen (Leidensabzug), wenn persönliche und berufliche Merkmale 

wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität resp. 

Aufenthaltskategorie oder Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben 

und die versicherte Person deswegen die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg 

verwerten kann (BGer 9C_820/2012 E. 3.2.3; BGE 135 V 297 E. 5.2 mit Hinweisen).

4.2  Wie bereits ausgeführt, entspricht die Karriere als Fotofachfrau der 

Invalidenkarriere der Beschwerdeführerin. Folglich ist als Ausgangswert des 

zumutbarerweise erzielbaren Invalideneinkommens die Lohnempfehlung des 

Verbandes für Fotohandel Schweiz VFS, Landregion heranzuziehen. Insoweit ist die 

Verfügung vom 30. Juli 2015 nicht zu beanstanden (vgl. IV-act. 211-3). Unbestritten 

und aufgrund der Akten nicht zu beanstanden ist überdies die medizinisch festgestellte 

Arbeitsfähigkeit von 50%. Selbst ohne Vornahme eines Tabellenlohnabzugs resultiert 

ein Invalideneinkommen von maximal Fr. 19‘800.-- (50% von Fr. 39‘600.--).

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4.3  Bei einem Valideneinkommen von Fr. 82‘500.-- und einem Invalideneinkommen 

von Fr. 19‘800.-- beträgt der Invaliditätsgrad 76% {[82‘500 – 19‘800) / 82‘500] x 100}. 

Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG hat die Beschwerdeführerin damit weiterhin Anspruch auf 

eine ganze Rente der Invalidenversicherung. Die Beschwerdeführerin konnte bis zum 

28. Februar 2015 IV-Taggelder beanspruchen. Demzufolge entstand der Anspruch 

gemäss Art. 29 Abs. 2 IVG am 1. März 2015. Folglich ist ihr eine ganze Rente mit 

Wirkung ab dem 1. März 2015 zuzusprechen.

5. 

5.1  In Gutheissung der Beschwerde ist die Verfügung vom 30. Juli 2015 aufzuheben 

und der Beschwerdeführerin im Sinn der Erwägungen ab 1. März 2015 eine ganze 

Rente zuzusprechen. Zur Festsetzung und Ausrichtung der Rentenleistungen ist die 

Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

5.2  Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des 

Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.

5.3  Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In 

der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 

22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Der 

Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat keine Honorarnote eingereicht. In einem 

Fall mit mittlerem Aufwand und Schwierigkeitsgrad wird praxisgemäss eine 

Pauschalentschädigung von Fr. 3'500.-- ausgerichtet. Im vorliegenden Fall erscheint 

wegen des vergleichsweise überschaubaren Sachverhalts sowie des Verzichts auf eine 

Replik eine Parteientschädigung von Fr. 3'000.-- (einschliesslich Barauslagen und 

Mehrwertsteuer) als angemessen. Bei diesem Prozessausgang erübrigt sich die 

Festsetzung einer Entschädigung aus der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/13

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Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

In Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung vom 30. Juli 2015 aufgehoben und 

der Beschwerdeführerin für die Zeit ab 1. März 2015 eine ganze Rente zugesprochen. 

Zur Festsetzung und Ausrichtung der Rentenleistungen wird die Sache an die 

Beschwerdegegnerin zurückgewiesen

2. 

Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtskosten von Fr. 600.-- zu bezahlen.

3. 

Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung von Fr. 

3'000.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 25.10.2017
	Die Karriere als Fotofachfrau entspricht vorliegend der Invalidenkarriere und nicht etwa der Validenkarriere, da die Beschwerdeführerin ihr Erwerbspotential, welches sie als Gesunde gehabt hätte, trotz ihrer Ausbildung zur Fotofachfrau EFZ nicht voll ausschöpfen kann. Zudem ist nicht anzunehmen, die Beschwerdeführerin hätte auch ohne psychische Behinderung eine Ausbildung zur Fotofachfrau EFZ absolviert. Folglich ist im Rahmen der Rentenrevision festzustellen, dass weiterhin ein Anwendungsfall von Art. 26 Abs. 1 IVV vorliegt (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 25. Oktober 2017, IV 2015/267).

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