# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ff029088-2e73-5f56-949d-8c376fa2343d
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-08-16
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 16.08.2011 E-5132/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-5132-2006_2011-08-16.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung V
E­5132/2006

U r t e i l   v om   1 6 .   Augus t   2 0 1 1

Besetzung Richterin Muriel Beck Kadima (Vorsitz),
Richter Hans Schürch, Richterin Gabriela Freihofer,
Gerichtsschreiberin Patricia Petermann Loewe.

Parteien A._______, geboren am (…),
Syrien,   
vertreten durch Gabriel Püntener, Fürsprecher,
(…)
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern,  
Vorinstanz. 

Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM 
vom 13. April 2006 / N (…).

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Sachverhalt:

A. 

A.a Der Beschwerdeführer  stamme aus B._______  (Syrien) und  reichte 
am  22. Februar  2003  in  der  Schweiz  ein  Asylgesuch  ein;  am  3. März 
2003 wurde er dazu summarisch befragt. Durch den Kanton Zürich wurde 
er am 21. März, 4. April und 7. April 2003 (A16) angehört.

Am  13. März  2003  wurde  der  Beschwerdeführer  an  einer  Zollstelle  im 
Kanton  Genf  beim  Versuch  der  Wiedereinreise  in  die  Schweiz 
angehalten. Er erklärte, er habe sich nach C._______ begeben, um Geld 
von  seinem  Bankkonto  abzuheben.  Er  habe  vor  der  Gesuchstellung  in 
der Schweiz erfolglos ein Asylverfahren  in C._______ durchlaufen (A16, 
S. 4 f.).

A.b  Zur  Begründung  seines  Gesuchs  führte  der  Beschwerdeführer  im 
Rahmen  der  Anhörung  aus,  dass  er  während  des  Studiums  der 
Arabischen Literatur ab 1993 als Seemann  tätig gewesen sei. Auf einer 
Rückreise  –  etwa  am  24. August  1995  –  sei  ein  jordanischer Mann  an 
Bord gekommen. Er sei mit diesem zusammen gesessen und sie hätten 
über  Religion  und  Politik  gesprochen.  Dabei  habe  dieser  ihm,  nach 
eigenen  Aussagen  ein  Angehöriger  der  Partei  At­Tahrir,  ein  Flugblatt 
sowie  ein Büchlein mit  dem Titel Al­Khalifa  (Das Khalifat)  gegeben und 
ihm angeboten, der Partei beizutreten. Die Schriften habe er gelesen und 
danach vernichtet.

Am  (…)  1995  sei  er  nach  der  Ankunft  des  Schiffes  in  Syrien  vom 
Geheimdienst  in D._______  noch  an Bord  verhaftet  worden. Man  habe 
ihm  seinen  Ausweis  sowie  seinen  Geldbeutel  abgenommen  und  ihn  in 
eine  Zelle  geführt.  Unter  dem  Vorwurf,  mit  der  Muslimbruderschaft 
zusammenzuarbeiten  und  sich  über  den  Staat  und  den  Präsidenten 
negativ  geäussert  zu  haben,  sei  er  während  des  Verhörs  gefoltert  und 
gepeinigt worden. Er  habe dabei  niemanden erkennen können, da man 
seine  Augen  verbunden  habe.  Nach  drei  Tagen  habe  er  etwas 
unterschreiben müssen.

Nach  siebzehn Tagen  sei  er  zur  Abteilung  E._______  verlegt  worden. 
Auch dort sei er – diesmal indes auch über die At­Tahrir­Partei – verhört 
und (teilweise mit Strom) massiv misshandelt worden. Im (…) 1996 sei er 
unter  der  Auflage  einer  monatlichen  Meldepflicht  entlassen  worden.  Er 
habe  ein  Papier  unterschrieben,  das  er  indes  nicht  gelesen  habe.  Die 

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Freilassung,  die  offiziell  mit  einer  Krankheit  (Herzbeschwerden) 
begründet  worden  sei,  habe  sein  Vater,  der  seinen  Sohn  acht  Monate 
gesucht  habe,  durch  eine Zahlung  von US$  (…)  ermöglicht. Der Mann, 
der bei der Entlassung vermittelt habe, habe  ihn  indes gewarnt, dass er 
jederzeit wieder verhaftet werden könne.

In  der  Folge  habe  er  –  gegen  ihn  sei  eine  Ausreisesperre  verhängt 
worden – die Behörden zweimal um Erteilung einer Ausreisebewilligung 
ersucht,  welche  er  schliesslich  mit  Hilfe  desselben  Vermittlers  erhalten 
habe. Er sei indessen aus persönlichen Gründen nicht schon nach Erhalt 
der ersten Bewilligung  im (…) 1996 ausgereist. Der Vermittler habe  ihm 
schliesslich  nach  Erhalt  der  zweiten  Bewilligung  geraten,  sofort 
auszureisen,  da  ein  Bericht  vorliege,  der  ihm  vorwerfe,  Beamte  des 
Geheimdienstes bestochen zu haben. Daher sei er am (…) 1998  in den 
Libanon und von dort aus nach Südafrika gereist. Bis im Jahr 2002 sei er 
als Seemann in Europa und Afrika tätig gewesen. Am (…) 2002 sei er am 
Flughafen in F._______ auf der Durchreise nach Ägypten – dort habe er 
eine  Seeakademie  besuchen  wollen  –  angehalten  worden.  Er  sei  im 
Besitz  eines  am  (…)  2000  abgelaufenen  syrischen  Reisepasses  und 
eines  griechischen  Reisepapiers  gewesen.  Letzteres  sei  von  den  (…) 
Behörden als Fälschung erachtet worden und sie hätten daraufhin seine 
gesamten  Identitätsdokumente  und  weitere  Unterlagen  beschlagnahmt. 
Daraufhin  habe  er  einen  Tag  später  in  C._______  ein  Asylgesuch 
gestellt.  Einige  Tage  später  habe  ihm  ein  Freund  erzählt,  dass  es  in 
Syrien einen neuen Bericht über ihn geben würde. Am (…) 2003 habe er 
C._______ verlassen. Er  habe sich dort  von einem Asylsuchenden,  der 
sich  als  Iraker  ausgegeben  habe,  verfolgt  gefühlt.  Er  vermute,  dass  es 
sich  bei  diesem  Asylsuchenden  um  einen  Agenten  des  syrischen 
Geheimdienstes gehandelt habe.

Im Übrigen erwähnte der Beschwerdeführer, dass er  insbesondere zwei 
Onkel habe, die Anhänger der Muslimbruderschaft gewesen seien; einer 
sei  seit  längerem  inhaftiert,  der  andere  sei  im  Jahr  1970  umgebracht 
worden.

B. 

B.a Mit Verfügung vom 16. Juni 2003 trat das Bundesamt für Flüchtlinge 
(BFF,  heute:  BFM)  gestützt  auf  Art. 32  Abs. 2  Bst. a  des  Asylgesetzes 
vom  26. Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31)  auf  das  Asylgesuch  des 

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Beschwerdeführers  nicht  ein  und  ordnete  dessen Wegweisung  aus  der 
Schweiz sowie deren Vollzug an.

B.b  Im  Verlaufe  des  am  1. Juli  2003  dagegen  eingeleiteten 
Beschwerdeverfahrens  reichte  der  Beschwerdeführer  einen  Arztbericht 
von  Dr. med.  G._______  vom  15. Juli  2003  (A25),  in  welchem  eine 
Posttraumatische  Belastungsstörung  zusammen  mit  einer  schweren 
Depression diagnostiziert wurde, sowie einen weiteren ärztlichen Befund 
von  Dr. med.  H._______  vom  30. September  2003  (A28)  ein,  der 
ebenfalls  eine  Posttraumatische  Belastungsstörung  feststellte,  deren 
Symptome  mit  der  vorgebrachten  Anamnese  und  den  geschilderten 
Folterungen  und  Misshandlungen  mit  sehr  grosser  Wahrscheinlichkeit 
übereinstimmen würden.

B.c  Mit  Urteil  vom  26. Januar  2005  hiess  die  damals  zuständige 
Schweizerische  Asylrekurskommission  (ARK)  die  Beschwerde  gut  und 
hob die Verfügung des BFF vom 16. Juni 2003 auf. Trotz beträchtlicher 
Zweifel  würden  auch  etliche  Indizien  für  die  Glaubhaftigkeit  der 
Asylvorbringen des Beschwerdeführers sprechen und würden daher dem 
tiefen  Beweismassstab  der  Hinweise  auf  Verfolgung  gemäss  Art. 32 
Abs. 2 Bst. a AsylG genügen. Die Akten wurden zur Neubeurteilung des 
Asylgesuchs der Vorinstanz überwiesen.

C.  

C.a Am 28. April 2005 wurde der Beschwerdeführer ein weiteres Mal zu 
seinen Asylvorbringen angehört (A39). Auf seine Aussagen wird – soweit 
entscheidwesentlich – in den Erwägungen eingegangen. 

Im Weiteren reichte er während des vorinstanzlichen Verfahrens folgende 
Beweismittel ein:

 Kopien  einiger  Akten  des  Asylverfahrens  in  C._______  (A41 f.). 
Dabei  handle  es  sich  unter  anderem  um  einen  Entscheid,  aus 
welchem hervorgehe, dass der Beschwerdeführer  im (…) Verfahren 
Dokumente – wie zum Beispiel einen Seemannspassport – vorgelegt 
habe,  und  um  von  den  zuständigen  Behörden  des  (…)  Flughafens 
erstellte Inventarlisten.

 Einen  Arztbericht  von  Dr. med.  I._______  vom  6. Juni  2005  (A45), 
der eine Posttraumatische Belastungsstörung feststellte.

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 Eine Kopie seines Dienstbüchleins, eine Kopie eines Zertifikates der 
Universität  sowie  eine  Kopie  seines  syrischen  Seemannspasses 
(A48) – das Original befinde sich in C._______.

C.b Mit Verfügung  vom 13. April  2006  lehnte  das BFM das Asylgesuch 
ab. Der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht und sei 
daher aus der Schweiz wegzuweisen. Aus Gründen der Unzumutbarkeit 
sei der Vollzug der Wegweisung zu Gunsten einer vorläufigen Aufnahme 
aufzuschieben.

Begründet  wurde  dieser  Entscheid  im  Wesentlichen  damit,  dass  die 
Aussagen  des  Beschwerdeführers  realitätsfremd  seien.  Die  Vorbringen 
würden  daher  den  Anforderungen  an  die  Glaubhaftigkeit  nach  Art. 7 
AsylG  nicht  standhalten.  Darüber  hinaus  stehe  seine  Ausreise  nicht  in 
einem  genügend  engen  zeitlichen  Kausalzusammenhang  zu  seiner 
damals bereits eineinhalb Jahren zurückliegenden  Inhaftierung, weshalb 
den Vorbringen keine asylrelevante Bedeutung zukomme. Auf Details der 
Begründung  wird  –  soweit  entscheidwesentlich  –  in  den  Erwägungen 
eingegangen.

D. 
Mit Eingabe vom 19. Mai 2006 reichte der Beschwerdeführer gegen den 
vorinstanzlichen  Entscheid  vom  13. April  2006  bei  der  damals 
zuständigen  ARK  Beschwerde  ein,  welche  durch  eine  weitere  Eingabe 
vom  19. Juni  2006  ergänzt  wurde.  Dabei  wurde  beantragt,  die 
vorinstanzliche  Verfügung  sei  aufzuheben  und  die  Sache  sei  wegen 
Verletzung des rechtlichen Gehörs zur Feststellung des vollständigen und 
richtigen  Sachverhalts  und  zur  Neubeurteilung  an  das  BFM 
zurückzuweisen.  Ferner  sei  die Verfügung  vom 17. August  2005  (recte: 
13. April  2006)  aufzuheben  und  die  Flüchtlingseigenschaft  des 
Beschwerdeführers  festzustellen.  Es  sei  ihm  in  der  Schweiz  Asyl  zu 
gewähren.  Eventualiter  seien  die  Dispositiv­Ziffern 4  und 5  der 
vorinstanzlichen Verfügung aufzuheben und es sei die Unzulässigkeit des 
Wegweisungsvollzugs  festzustellen.  Auf  Details  der  Begründung  wird – 
soweit entscheidwesentlich – in den Erwägungen eingegangen.

E. 
Nachdem  dem  Beschwerdeführer  am  8. Mai  2008  die 
Aufenthaltsbewilligung B  erteilt  wurde,  stellte  das  BFM  mit  Verfügung 
vom 15. Mai 2008  fest, dass dessen vorläufige Aufnahme  im Sinne von 
Art. 84  Abs. 4  des  Bundesgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die 

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Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) erloschen ist (A63). Am 
23. Juni  2008  teilte  der  Beschwerdeführer  dem 
Bundesverwaltungsgericht durch seinen Rechtsvertreter mit, dass er das 
Beschwerdeverfahren  betreffend  Flüchtlingseigenschaft  und  Asyl  nicht 
zurückzuziehen gedenke.

F. 
In  seiner  Vernehmlassung  vom  28. November  2008  stellte  das 
Bundesamt  fest,  dass  es  an  seinen  Erwägungen  festhalte,  und 
beantragte die Abweisung der Beschwerde.

G. 
Am  2. März  2011  liess  der  Beschwerdeführer  dem 
Bundesverwaltungsgericht  neue  Beweismittel  und  Ausführungen  zur 
aktuellen Lage in Syrien zukommen, welche die asylrelevante persönliche 
Gefährdungssituation des Beschwerdeführers belegen sollen.

H. 
Mit  Verfügung  vom  18. März  2011  wurde  dem  Beschwerdeführer  vom 
Bundesverwaltungsgericht  eine  angemessene  Frist  eingeräumt,  um 
Unklarheiten des rechtserheblichen Sachverhalts zu beseitigen.

I. 
In seiner zweiten Vernehmlassung vom 2. Mai 2011 hielt das Bundesamt 
an seiner bisherigen Einschätzung fest, dass die Beschwerdeschrift keine 
neuen  erheblichen  Tatsachen  oder  Beweismittel,  die  eine  Änderung 
seines  Standpunktes  rechtfertigen  könnten,  enthalte  und  auch  spätere 
Ergänzungen nicht geeignet seien, die Vorbringen in einem anderen Licht 
erscheinen zu lassen.

J. 
Am  30. Mai  2011  replizierte  der  Beschwerdeführer  und  es  wurde  eine 
Kostennote eingereicht. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 

1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 

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gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  des  Bundesgesetzes  vom 
20. Dezember 1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG, 
SR 172.021). Das BFM gehört  zu den Behörden nach Art. 33 VGG und 
ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das 
Sachgebiet betreffende Ausnahme  im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht 
vor.  Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die 
Beurteilung  der  vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  im  Bereich 
des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens 
des Staates, vor welchem die beschwerdeführerende Partei Schutz sucht 
(Art. 105  AsylG;  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2.  Das  Bundesverwaltungsgericht  hat  am  1. Januar  2007  die 
Beurteilung  der  bei  der  ARK  hängigen  Rechtsmittel  übernommen.  Das 
neue  Verfahrensrecht  ist  anwendbar  (vgl.  Art.  53  Abs.  2  VGG).  Das 
Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit 
das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 105 AsylG).

1.3. Die Beschwerde ist frist­ und formgerecht eingereicht (Art. 105 AsylG 
i.V.m.  Art. 50  und  Art. 52  VwVG).  Der  Beschwerdeführer  ist  durch  die 
angefochtene Verfügung besonders berührt  und hat  ein  schutzwürdiges 
Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung;  er  ist  daher 
zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 48 
Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2.  
Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3. 
Der  Prozessgegenstand  im  vorliegenden  Beschwerdeverfahren 
beschränkt  sich  aufgrund  des  Erlasses  der  Aufenthaltsbewilligung 
beziehungsweise  der  zuvor  erteilten  vorläufigen  Aufnahme  durch  das 
BFM  alleine  auf  die  Fragen  der  Flüchtlingsanerkennung  und  der 
Asylgewährung (Dispositiv­Ziffern 1 und 2 der vorinstanzlichen Verfügung 
vom 13. April 2006).

4. 

4.1. Es gilt im vorliegenden Verfahren vorab zu klären, ob das rechtliche 
Gehör  des  Beschwerdeführers  verletzt  wurde.  Gerügt  wird,  dass  das 

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BFM  seine  Begründungspflicht  verletzt  (vgl.  E. 4.2),  den  Sachverhalt 
mangelhaft  und  unrichtig  festgestellt  (vgl.  E. 4.3)  und  ungenügend 
gewürdigt  (vgl.  E. 4.4)  sowie  das  vorgeschriebene  Verfahren  bei 
geschlechtsspezifischer Verfolgung (Art. 17 Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 6 der 
Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 über Verfahrensfragen  [AsylV 1, 
SR 142.311]) falsch gehandhabt (vgl. E. 4.5) habe.

Das rechtliche Gehör, welches in Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung 
der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 
101) verankert und  in Bezug auf das Verwaltungsverfahren  in Art. 26 
bis  33b  VwVG  konkretisiert  wird,  dient  einerseits  der  Aufklärung  des 
Sachverhalts,  anderseits  stellt  es  ein  persönlichkeitsbezogenes 
Mitwirkungsrecht  der  Parteien  dar  (vgl.  BERNHARD  WALDMANN/JÜRG 
BICKEL,  in:  Bernhard  Waldmann/Philippe  Weissenberger  [Hrsg.], 
Praxiskommentar  VwVG,  Zürich/Basel/Genf  2009,  Art. 29  N. 22 f.; 
PATRICK SUTTER, in: Christoph Auer/Markus Müller/Benjamin Schindler 
[Hrsg.],  Kommentar  zum  Bundesgesetz  über  das 
Verwaltungsverfahren  (VwVG),  Zürich/St. Gallen  2008,  Art. 29  N. 8; 
PIERRE MOOR, Droit administratif, Bd. II, 2. Aufl., Bern 2002, S. 275; je 
mit  weiteren  Hinweisen).  Als  Teilaspekte  umfasst  dieser  einen 
Anspruch  der  Parteien  auf  vorgängige  Anhörung  durch  die  Behörde 
(Art. 30 f.  VwVG),  auf  Anhörung  in  Bezug  auf  erhebliche  Vorbringen 
durch  die  Behörde  (Art. 32  VwVG)  sowie  auf  Abnahme  der 
angebotenen  und  tauglichen  Beweise  durch  die  Behörde  (Art. 33 
VwVG).

4.2. Der Beschwerdeführer brachte  in seiner Beschwerdeschrift vor, das 
BFM  habe  der  Begründungspflicht  nicht  genüge  getan,  da  aus  der 
Verfügung sowie aus den weiteren Akten nicht hervorgehe, aus welchen 
Gründen es den Wegweisungsvollzug als unzumutbar erachtet habe. Es 
sei  nicht  ausgeschlossen,  dass  eine  gewisse  Gefährdungslage  des 
Beschwerdeführers nicht im Rahmen der Flüchtlingseigenschaft, sondern 
vielmehr  im  Rahmen  der  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs 
gewürdigt worden sei.

4.2.1. Die Pflicht der Behörde zur Begründung von Verfügungen wird  in 
Art. 35 Abs. 1 VwVG  festgehalten  (vgl.  dazu FELIX UHLMANN/ALEXANDRA 
SCHWANK,  in:  Bernhard  Waldmann/Philippe  Weissenberger  [Hrsg.], 
Praxiskommentar  VwVG,  Zürich/Basel/Genf  2009,  Art. 35  N. 10 ff.; 
LORENZ  KNEUBÜHLER,  in:  Christoph  Auer/Markus  Müller/Benjamin 
Schindler  [Hrsg.],  Kommentar  zum  Bundesgesetz  über  das 

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Verwaltungsverfahren  (VwVG),  Zürich/St. Gallen  2008,  Art. 35  N. 4 ff.). 
Die  Begründungspflicht  gewährleistet  dem  Verfügungsadressaten, 
wirksam Beschwerde zu  führen, und verhindert, dass sich die Behörden 
von  unsachgemässen  Motiven  leiten  lassen  (vgl.  Entscheidungen  und 
Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK] 2006 
Nr. 4 E. 5). Dies bedeutet, dass das BFM in seiner Verfügung darzulegen 
hat, weshalb es die betroffene Person nicht als Flüchtling anerkennt und 
weshalb es diese wegweist. Ausnahmsweise kann gemäss Art. 35 Abs. 3 
VwVG  darauf  verzichtet  werden,  wenn  die  Behörde  den  Begehren  der 
Parteien voll entspricht.

4.2.2.  Indem  die  Vorinstanz  den  Wegweisungsvollzug  als  unzumutbar 
qualifizierte,  hat  sie  einem  Teilaspekt  des  Schutzbegehrens  des 
Beschwerdeführers  entsprochen  (Verzicht  auf  einen 
Wegweisungsvollzug)  und  braucht  diese  Entscheidung  nicht  zu 
begründen.  Das  rechtliche  Gehör  des  Beschwerdeführers  ist  dadurch 
nicht verletzt worden. Hinsichtlich der Annahme des Beschwerdeführers, 
die  Vorinstanz  habe  Elemente  des  Flüchtlingsbegriffs  unter  dem 
Gesichtspunkt  der  Unzumutbarkeitsprüfung  subsumiert,  verweist  das 
Bundesverwaltungsgericht  auf  die  nachfolgende  Abhandlung  des 
Flüchtlingsbegriffs in diesem Verfahren (vgl. E. 7).

4.3. Ferner rügte der Beschwerdeführer, das BFM habe den Sachverhalt 
nicht genügend abgeklärt, und beantragte die Rückweisung der Sache an 
die  Vorinstanz  zur  vollständigen  und  richtigen  Abklärung  des 
Sachverhalts. Insbesondere sei das BFM gewissen Beweisanträgen nicht 
nachgegangen  (vgl. Rechtsmitteleingabe Art. 18 ff. S. 11 f.). So hätte es 
Kontakt mit dem österreichischen Aussenministerium aufnehmen können, 
das zugunsten eines österreichischen Staatsangehörigen, der gleichzeitig 
wie der Beschwerdeführer  in Syrien  in Haft  gesessen habe,  interveniert 
habe und deshalb die Aussagen des Beschwerdeführers hätte bezeugen 
können.  Überdies  hätte  das  BFM  –  über  das  österreichische 
Aussenministerium  –  mit  dem  Zeugen  in  Kontakt  treten  können.  Auch 
wäre eine Abklärung bei den (…) Behörden – wie vom Hilfswerkvertreter 
anlässlich der Anhörung empfohlen – angebracht gewesen. Im Weiteren 
sei  die  Erstellung  eines  medizinischen  Gutachtens  durch  eine  für 
Folteropfer spezialisierte Stelle zwingend notwendig gewesen, da sich ein 
solches  auch  auf  die  Fragestellung  des  Aussageverhaltens  und  der 
Glaubhaftigkeit beziehe.

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4.3.1. Die Mitwirkungspflicht des Beschwerdeführers nach Art. 8 AsylG – 
als  Korrelat  zum  in  Art. 12  VwVG  verankerten  und  der  Behörde 
obliegendem  Untersuchungsgrundsatz  –  verlangt  von  den 
Asylsuchenden,  den Sachverhalt  vorzutragen und gegebenenfalls durch 
Beweismittel zu unterlegen. Die Behörden sind im Gegenzug verpflichtet, 
den  rechtserheblichen  Sachverhalt  festzustellen  (gegebenenfalls  durch 
weitere  Untersuchungs­  und  Beweismassnahmen).  Erst  in  einem 
nachfolgenden Schritt  ist  im Asylverfahren zu prüfen, ob und wie der so 
ermittelte Sachverhalt unter Art. 3 AsylG subsumierbar ist.

Als rechtserhebliche Tatsachen sind jene faktischen Grundlagen gemeint, 
die  für  die  Regelung  des  in  Frage  stehenden  Rechtsverhältnisses – 
vorliegend  die  Frage  der  Flüchtlingseigenschaft  –  relevant  sind. 
Sachverhaltselemente,  die  für  den  Ausgang  des  Verfahrens  nicht 
wesentlich sind, brauchen nicht erhoben zu werden (CHRISTOPH AUER, in: 
Christoph  Auer/Markus  Müller/Benjamin  Schindler  [Hrsg.],  Kommentar 
zum  Bundesgesetz  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG), 
Zürich/St. Gallen 2008, Art. 12 N. 2).

Im  Sinne  einer  antizipierten  Beweiswürdigung  darf  von  einem 
angebotenen  Beweisstück  abgesehen  werden,  wenn  aufgrund 
vorhandener  Beweisstücke  der  rechtserhebliche  Sachverhalt  für 
genügend erachtet wird und ohne Willkür vorweg die Annahme getroffen 
werden  kann,  die  rechtliche  Überzeugung  ändere  sich  durch  weitere 
Beweiserhebungen  nicht  (vgl.  EMARK  2003  Nr. 13  E. 4c;  ALFRED 
KÖLZ/ISABELLE  HÄNER,  Verwaltungsverfahren  und 
Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998, Rz. 111).

4.3.2.  Nachdem  sich  der  Beschwerdeführer  anlässlich  der  Anhörung 
ausführlich  und  detailliert  zu  seinen Vorbringen  äussern  konnte,  konnte 
der  Sachverhalt  als  genügend  erstellt  betrachtet  werden,  um  einen 
Entscheid  ohne weitere  Abklärungen  zu  fällen.  Aus  diesem Grund  liegt 
keine  Verletzung  des  rechtlichen  Gehörs  durch  das  BFM  vor  und  es 
besteht kein Anlass, die Sache für weitere Abklärungen an die Vorinstanz 
zurückzuweisen.

Betreffend das ärztliche Gutachten und die Feststellbarkeit der Ursachen 
einer Traumatisierung gilt  darüber hinaus  festzuhalten, dass die ARK  in 
einem  unveröffentlichten  Urteil  vom  25. Mai  1994  (auszugsweise 
publiziert  in  ASYL  1994/4,  S. 92)  ausführte,  dass  mit  einer 
gutachterlichen  Feststellung  eines  Traumas  einzig  glaubhaft  gemacht 

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wird, dass der Beschwerdeführer ein traumatisches Erlebnis erlebt haben 
muss; indes bleiben die konkreten Umstände dieses Erlebnisses äusserst 
unklar.  Ein  Trauma  kann  daher  nicht  als  konkreter  Beweis  der 
vorgebrachten  flüchtlingsrelevanten  Verfolgungssituation  in  der  Heimat 
dienen.

4.4. In der Rechtsmitteleingabe wurde weiter kritisiert, das BFM habe den 
wesentlichen Punkt des Vorwurfs der syrischen Behörden gegen  ihn, er 
gehöre  der  Al­Tahrir­Partei  an  und  er  habe  Verbindungen  zur 
Muslimbruderschaft, nicht gewürdigt. 

4.4.1.  Der  Grundsatz  des  rechtlichen  Gehörs  verlangt,  dass  die 
verfügende  Behörde  die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  tatsächlich 
anhört,  sorgfältig  und  ernsthaft  prüft  und  in  der  Entscheidfindung 
berücksichtigt, was sich entsprechend in der Begründung des Entscheids 
niederschlagen muss (Art. 32 Abs. 1 und Art. 35 Abs. 1 VwVG; EMARK 
2004  Nr. 38  E. 6.3).  Dabei  muss  sich  die  verfügende  Behörde  nicht 
ausdrücklich mit  jeder  tatbeständlichen  Aussage  und  jedem  rechtlichen 
Einwand  auseinandersetzen,  sondern  darf  sich  auf  die  wesentlichen 
Gesichtspunkte beschränken (vgl. BGE 126 I 97 E. 2b). 

4.4.2.  Der  Beschwerdeführer  erwähnte  im  Rahmen  der  kantonalen 
Anhörung  mehrmals,  dass  er  nach  der  Ankunft  in  D._______  vom 
syrischen  Geheimdienst  verhaftet  und  verhört  worden  sei.  Man  habe 
wissen wollen, ob er Kontakte zur Muslimbruderschaft und zur Partei At­
Tahrir  habe  (A16,  S. 17 f.,  25 f.  und  28).  Ferner  habe  man  den 
Beschwerdeführer  in  der  Haft  auch  nach  seinen  Verwandten  gefragt, 
welche Mitglieder der Muslimbruderschaft gewesen seien (A16, S. 24 ff.). 
Das  BFM  anerkannte  in  seiner  Verfügung  vom  13. April  2006  zwar  als 
Sachverhaltselement,  dass  der  Beschwerdeführer  verhaftet  worden  sei, 
weil  man  ihm  eine  Verbindung  zu  den  erwähnten  Parteien  unterstellt 
habe.  In  seinen  Erwägungen  verzichtete  es  indes  auf  eine  explizite 
Auseinandersetzung mit einer möglichen Verbindung zu den verbotenen 
Parteien und mit der Haft. Es liess offen, ob die Umstände und Motive der 
Festnahme im August 1995 glaubhaft seien, weil die Glaubwürdigkeit des 
Beschwerdeführers  schon  massiv  angeschlagen  sei.  Von  daher  kann 
dem Beschwerdeführer nicht zugestimmt werden, das BFM habe wichtige 
Sachverhaltselemente nicht rechtlich gewürdigt.

4.5.  Schliesslich  wurde  gerügt,  dass  der  angeblich  an  den  Genitalien 
gefolterte  Beschwerdeführer  nicht  in  einer  reinen  "Männerrunde"  zu 

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seinen Asylvorbringen angehört worden sei. Nach Art. 6 AsylV 1 müsse 
bei Vorliegen konkreter Hinweise auf geschlechtsspezifische Verfolgung 
die  asylsuchende  Person  von  Amtes wegen  von  einer  Person  gleichen 
Geschlechts  angehört  werden.  Ferner  sei  zu  bemerken,  dass  der 
Beschwerdeführer  im  Hinblick  auf  die  Anhörung  vom  27. April  2004 
(recte:  28. April  2005)  auf  sein  fehlendes  Vertrauen  gegenüber 
Dolmetschern hingewiesen habe. Die Durchführung der Anhörung eines 
geschlechtsspezifisch  misshandelten  Mannes  mit  einer  Frau  als 
Dolmetscherin erscheine daher als unmöglich.

4.5.1.  Gemäss  Art. 17  Abs. 2  AsylG  i.V.m.  Art. 6  AsylV 1  wird  die 
asylsuchende  Person  von  einer  Person  gleichen  Geschlechts  befragt, 
wenn  konkrete  Hinweise  auf  geschlechtsspezifische  Verfolgung 
vorliegen. Geschlechtsspezifisch ist die Verfolgung dann, wenn sie in der 
Form sexueller Gewalt  stattfindet  oder  die  sexuelle  Identität  des Opfers 
treffen  soll  (EMARK  2003  Nr. 2  E. 5a f.).  Das  Geschlecht  soll  nach 
Möglichkeit  auch  bei  der  Auswahl  der  Personen,  die  als  Dolmetscher 
eingesetzt werden und das Protokoll führen, berücksichtigt werden. Art. 6 
AsylV 1  –  der  bei  Frauen  und  Männern  gleichermassen  Anwendung 
findet  –  ist  eine  Ausgestaltung  des  rechtlichen  Gehörs,  mithin  eine 
Schutzvorschrift,  deren Zweck es  ist,  dass  asylsuchende Personen  ihre 
Vorbringen  angemessen  vortragen,  d.h.  konkret  erlittene  Übergriffe 
möglichst frei und unbeeinträchtigt von Schamgefühlen schildern können. 
Gleichzeitig dient sie dazu, die Richtigkeit der Sachverhaltsabklärung zu 
gewährleisten.  Da  diese  Schutzvorschrift  nicht  bloss  ein  Recht  der 
asylsuchenden  Person  beinhaltet,  eine  solche  Befragung  zu  verlangen, 
sondern  die  Behörden  dazu  verpflichtet,  in  der  vorgesehenen  Weise 
vorzugehen, sobald entsprechende Hinweise vorliegen, ist sie von Amtes 
wegen anzuwenden. Ein Verzicht der betroffenen asylsuchenden Person 
auf  die  Befragung  durch  eine  Person  gleichen  Geschlechts  könnte  nur 
dann  angenommen werden, wenn  er  ausdrücklich  erklärt  wird  (EMARK 
2003 Nr. 2 E. 5b.dd und 5c).

4.5.2. Der Beschwerdeführer führte  im Rahmen der Anhörung aus, dass 
man  ihm  an  der  Zunge  und  an  seinem  Glied  Strom  verabreicht  habe 
(A16,  S. 29  und  40).  Diese  Misshandlung  ist  nach  dem  Gesagten 
zweifellos  als  geschlechtsspezifische  Verfolgung  im  Sinne  von  Art. 6 
AsylV 1  zu  qualifizieren.  Zudem  gab  er  zu  Protokoll,  er  könne  einige 
Sachen  –  psychisch  bedingt  –  nicht  erzählen  (A16,  S. 34).  Diese 
Aussagen  sind  Anlass  genug,  die  Schutzvorschrift  von  Art. 6  AsylV 1 
anzuwenden  oder  mindestens  den  Beschwerdeführer  auf  sein  Recht – 

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eine Anhörung durch ein reines Männerteam – aufmerksam zu machen. 
Diese  letztere Möglichkeit wurde am Ende des zweiten Anhörungstages 
dem  Beschwerdeführer  vorgeschlagen,  der  sich  dies  überlegen  wollte 
(A16,  S. 40).  Am  nächsten  Anhörungstermin  kam  er  mit  der  Absicht 
darauf  zurück,  diese  Sachen,  über  die  er  nicht  sprechen  könne, 
aufzuschreiben  (A16,  S. 42).  Dies  ist  in  der  Folge  geschehen  (vgl. 
Beilage 2 von A16). Durch diese Handlung wurde der Schutzzweck von 
Art. 6  AsylV 1  nicht  seines  Sinnes  beraubt,  da  der  Beschwerdeführer 
ohne  Scham  das  Erlebte  in  einer  von  sich  aus  gewählten  Form 
wiedergeben  und  dadurch  zur  richtigen  Feststellung  des  Sachverhalts 
beitragen konnte. Das Bundesamt hat daher hinsichtlich des Verfahrens 
das rechtliche Gehör nicht verletzt.

4.6.  Zusammenfassend  steht  fest,  dass  das  rechtliche  Gehör  des 
Beschwerdeführers vom BFM nicht verletzt wurde. Der Antrag, es sei die 
Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen, wird folglich abgewiesen.

4.7.  Im  Übrigen  wird  darauf  hingewiesen,  dass  das  Ansuchen  um 
Herausgabe einer digitalen Speicherkarte, die dem Beschwerdeführer im 
Rahmen  des  versuchten  Grenzübertritts  und  der  Festnahme  durch  die 
entsprechenden  schweizerischen  Behörden  abgenommen  worden  sei 
und  auf  welcher  zahlreiche  Notizen,  Erinnerungen  und  Fotos 
abgespeichert  seien,  an  die  dafür  zuständige  Stelle  zu  richten  ist  (vgl. 
dazu A11). Vom darüber hinaus geforderten Beizug der Speicherkarte als 
Beweismittel  im  hängigen  Verfahren  ist  angesichts  nachfolgender 
Erwägugnen im Sinne einer antizipierten Beweiswürdigung abzusehen.

5. 

5.1.  Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich  Asyl.  Als  Flüchtling  wird  eine  ausländische  Person 
anerkannt,  wenn  sie  in  ihrem  Heimatstaat  oder  im  Land,  in  dem  sie 
zuletzt  wohnte, wegen  ihrer Rasse, Religion, Nationalität,  Zugehörigkeit 
zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen 
Anschauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht  hat,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden.  Als  ernsthafte 
Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder 
Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck 
bewirken (Art. 3 AsylG).

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5.2.  Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft 
nachweisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft 
gemacht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender 
Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere 
Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich 
widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich 
auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden  (Art. 7 
AsylG).

6. 

6.1.  Mit  Verfügung  vom  13. April  2006  und  der  Vernehmlassung  vom 
2. Mai  2011  begründete  das  BFM  seinen  abweisenden  Entscheid  im 
Wesentlichen  wie  folgt:  Es  entspreche  erfahrungsgemäss  nicht  dem 
Verhalten  einer  tatsächlich  verfolgten  Person,  sich  während  Jahren  in 
Drittstaaten  aufzuhalten  und  erst  danach  Schutz  vor  Verfolgung  zu 
suchen.  Die  Erklärung  des  Beschwerdeführers,  er  habe  sich  als 
Seemann  sicher  gefühlt,  vermöge  nicht  zu  überzeugen.  Zudem  sei  die 
Inkaufnahme  des  grossen  Festnahmerisikos,  das  mit  den  von  ihm 
geschilderten  Voraussetzungen  der  Ausreise  verbunden  gewesen  sei, 
fern  der  Realität.  Vielmehr  sei  zu  erwarten  gewesen,  dass  er  sein 
Heimatland mit einem auf eine andere  Identität ausgestellten Reisepass 
verlassen hätte. Zudem hätte es  für  ihn durch seinen Beruf als Fischer, 
den  er  seit  (…)  1998  ausgeübt  habe,  auch  andere,  weit  weniger 
risikoreiche  Möglichkeiten  gegeben,  sein  Heimatland  zu  verlassen.  Der 
Beschwerdeführer  habe  ferner  keine  substantiierten  Angaben  zur 
angeblichen  Bestechung  (für  die  Haftentlassung)  machen  können.  Es 
könne  erwartet  werden,  dass  er  sich  mit  seinem  Vater  darüber 
unterhalten  hätte,  wenn  die  Vorbringen  den  Tatsachen  entsprechen 
würden. Zudem habe er anlässlich seiner Kurzbefragung mit keinem Wort 
erwähnt, dass er gegen Bestechung freigelassen worden sei. Auch seien 
– angesichts  widersprüchlicher  Aussagen  –  Zweifel  betreffend  die 
Angaben  des  Beschwerdeführers  zu  den  Umständen  und  Motiven  für 
seine  Festnahme  im  Jahr  1995  angebracht.  Die  weiteren  von  ihm 
geschilderten  Vorkommnisse  –  wie  ein  angebliches  Schreiben  der  (…) 
Verwaltung  an  die  syrischen  Behörden  sowie  einen  von  den  Syrern 
angeblich erstellten zweiten Bericht über ihn – seien indes als derart vage 
einzustufen, dass sie nicht geeignet seien, eine Furcht vor Verfolgung zu 
begründen.  Zusammenfassend  sei  folglich  festzustellen,  dass  nicht 
geglaubt werde, der Beschwerdeführer hätte zum Zeitpunkt der Ausreise 
aus Syrien Verfolgungsmassnahmen zu befürchten gehabt (Art. 7 AsylG). 

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Darüber  hinaus  würden  die  Vorbringen  den  Anforderungen  an  die 
Flüchtlingseigenschaft  nach  Art. 3  AsylG  nicht  standhalten,  da  seine 
Ausreise  nicht  in  einem  genügend  engen  kausalen  Zusammenhang  zu 
seiner  damals  bereits  ungefähr  eineinhalb  Jahre  zurückliegenden 
Inhaftierung stehen würde, weshalb auf die Prüfung deren Glaubhaftigkeit 
verzichtet  werde.  Das  BFM  hege  indessen  angesichts  der 
angeschlagenen  Glaubwürdigkeit  des  Beschwerdeführers  und 
Widersprüche  in  dessen  Angaben  bezüglich  der  Umstände  und Motive 
dessen Festnahme im Jahr 1994 Zweifel an deren Wahrheitsgehalt.

6.2. Diesen Erwägungen hielt der Beschwerdeführer entgegen, es ergebe 
sich  aus  seinen  eindrücklichen  Aussagen  bereits  auf  den  ersten  Blick, 
dass  seine  Vorbringen  betreffend  die  erlittene  Haft  und  die 
Misshandlungen  glaubhaft  seien.  Die  Aussagen  würden  sich  durch 
zahlreiche  Realkennzeichen  auszeichnen,  beispielsweise  wie  er  die 
Misshandlungen  erlebt,  wie  er  zwischen  den  verschiedenen  Themen, 
ohne  sich  zu  widersprechen,  hin  und  her  gewechselt  und  was  er  über 
seine Mitinsassen und ihre Hintergründe detailliert berichtet habe. Wie er 
auf rund sechs Seiten die an ihm verübten Foltermethoden umschrieben 
habe,  spreche  sehr  dafür,  dass  er  diese  Misshandlungen  nicht  frei 
erfunden habe. Zur Stützung seiner Aussagen reichte er Länderberichte 
sowie  ein  Bestätigungsschreiben  des  erwähnten  österreichischen 
Mitinsassen  vom  (…)  2006  ein,  welches  bezeuge,  dass  der 
Beschwerdeführer in E._______ inhaftiert gewesen sei. Ausserdem habe 
das BFM völlig verkannt, dass das eigentliche fluchtauslösende Ereignis 
nicht in erster Linie seine Inhaftierung im Jahr 1995 gewesen sei, sondern 
seine mit der Beantragung der zweiten Ausreisebewilligung verbundenen 
späteren Schwierigkeiten mit dem syrischen Geheimdienst im Jahr 1998, 
d.h. konkret die Aufdeckung der früheren Bestechungsgeschichte und der 
vom  Geheimdienst  daraufhin  verfasste  Bericht.  Wie  aus  den  Akten 
hervorgehe,  stehe  die  Inhaftierung  durch  den  syrischen  Geheimdienst 
damit in einem Kausalzusammenhang mit den späteren Schwierigkeiten, 
da  die  Umstände  der  damaligen  Haftentlassung  und  des  Erlasses  der 
ersten  Ausreisebewilligung  aufgrund  von  Nachforschungen  ans  Licht 
gekommen seien, die der Beamte im Rahmen des Gesuchs der zweiten 
Ausreisebewilligung  angestellt  habe.  Der  daraufhin  verfasste  Bericht 
habe  den  Beschwerdeführer  schliesslich  gezwungen,  das  Land  im  (…) 
1998  fluchtartig  zu verlassen. Er habe wiederholt  klar gemacht, dass er 
bis  zu  diesem  Zeitpunkt  Syrien  nicht  habe  verlassen,  sondern  seine 
frühere Tätigkeit als Matrose wieder habe aufnehmen wollen. Schliesslich 
werde  in  der  Eingabe  vom  2. März  2011  aufgezeigt,  mit  welchen 

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Konsequenzen  Personen  aus  Syrien  zu  rechnen  hätten,  die  in  einem 
westeuropäischen Staat um Asyl nachgesucht hätten. Es gebe Berichte, 
nach welchen insbesondere des Islamismus verdächtigte Personen nach 
ihrer  Rückkehr  in  die  Heimat  ins  Gefängnis  des  militärischen 
Geheimdienstes  in Damaskus  (…)  kommen  sollen,  wo  – wie  erwähnt  ­ 
grausame Foltermethoden herrschen würden.

7. 

7.1.  Das  Bundesverwaltungsgericht  kommt  nach  eingehender  Prüfung 
der  Akten  zum  Schluss,  dass  die  Verfügung  vom  13. April  2006 
Bundesrecht  verletzt,  da  die  Vorbringen  –  wie  nachfolgend  dargelegt – 
sowohl als glaubhaft wie auch als asylrelevant zu qualifizieren sind.

7.2. Grundsätzlich  sind  die  Vorbringen  eines Gesuchstellers  dann  nach 
Art. 7 AsylG glaubhaft, wenn sie genügend substantiiert, in sich schlüssig 
und  plausibel  sind;  sie  dürfen  sich  nicht  in  vagen  Schilderungen 
erschöpfen,  in wesentlichen Punkten nicht widersprüchlich sein oder der 
inneren  Logik  entbehren  und  auch  nicht  den  Tatsachen  oder  der 
allgemeinen  Erfahrung  widersprechen.  Darüber  hinaus  muss  der 
Gesuchsteller  persönlich  glaubwürdig  erscheinen,  was  insbesondere 
dann  nicht  der  Fall  ist,  wenn  er  seine  Vorbringen  auf  gefälschte  oder 
verfälschte  Beweismittel  abstützt,  aber  auch  dann,  wenn  er  wichtige 
Tatsachen  unterdrückt  oder  bewusst  falsch  darstellt,  im  Laufe  des 
Verfahrens  Vorbringen  auswechselt,  steigert  oder  unbegründet 
nachschiebt,  mangelndes  Interesse  am Verfahren  zeigt  oder  die  nötige 
Mitwirkung  verweigert.  Glaubhaftmachung  bedeutet  ferner  –  im 
Gegensatz zum strikten Beweis – ein reduziertes Beweismass und  lässt 
durchaus  Raum  für  gewisse  Einwände  und  Zweifel  an  den  Vorbringen 
des  Beschwerdeführers.  Entscheidend  ist,  ob  die  Gründe,  die  für  dich 
Richtigkeit  der  Sachverhaltsdarstellung  des  Gesuchstellers  sprechen, 
überwiegen  oder  nicht.  Dabei  ist  auf  eine  objektivierte  Sichtweise 
abzustellen (EMARK 2004 Nr. 1 E. 5a).

7.2.1.  Zunächst  gilt  in  grundsätzlicher  Weise  zu  bemerken,  dass  der 
Beschwerdeführer nur schon in seiner kantonalen Anhörung während drei 
Tagen  insgesamt  fast  fünfzehn Stunden  befragt  wurde  und  dabei 
ausführlich,  detailreich  und  lebensecht  seine  Asylbegründung  erläutert 
hat.

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7.2.2. Dies gilt auch für die Schilderungen zu den Umständen seiner Haft 
im  Jahr  1995  (vgl.  A16, S. 17 f.  und 25 ff.),  das  in  der Haft  Erlebte  und 
seine  Haftentlassung.  So  sind  einige  Realkennzeichen  erkennbar,  wie 
beispielsweise,  dass  die  Augenbinde  in  D._______  aus  Leder  bestand, 
während diejenige in E._______ aus Gummi war (A16, S. 27); die genaue 
Umschreibung  eines  Raumes,  in  welchem  man  ihn  während  der  Haft 
unterbrachte (A16, S. 29 f.); die Erinnerung an Mitinsassen (A16, S. 31), 
von  welchen  einer  den  Aufenthalt  des  Beschwerdeführers  mittels  einer 
elektronischen Botschaft vom (…) 2006 (vgl. Eingabe vom 19. Juni 2006) 
bestätigte. Aber auch die Umschreibung der Verhöre und die umfassende 
Wiedergabe  der  einzelnen  Foltermethoden  (A16,  S. 25 ff.)  führt  das 
Bundesverwaltungsgericht  zum  Schluss,  dass  diese  lebensecht 
erscheinen und somit als glaubhaft erachtet werden.

Das  BFM  bemerkte  anlässlich  der  Vernehmlassung  vom  2. Mai  2011, 
dass  die  in  der  Eingabe  vom  13. April  2011  gemachte  namentliche 
Erwähnung des Leiters der Geheimdienstabteilung E._______ K._______ 
nicht von Belang sei, da dieser Name öffentlich zugänglich sei und sich 
somit  in  konstruierte Vorbringen  einbauen  lasse. Der Beschwerdeführer 
hat  den  Namen  des  Leiters  von  E._______  indes  schon  während  der 
Anhörung  vom  4. April  2003  erwähnt  (A16,  S. 32),  während  die 
eingereichten Berichte aus dem Jahr 2005 stammen. Von daher gesehen 
überzeugt das Argument der Vorinstanz nicht. Ferner sei erwähnt, dass 
die  beigelegten  Berichte  nicht  nur  den  Namen  des  K._______  sondern 
auch  den  berüchtigten  Ruf  des  Gefängnisses  des  syrischen 
Geheimdienstes bestätigen.

7.2.3.  Hinsichtlich  der  Zweifel  des  BFM  an  den  Schilderungen  des 
Beschwerdeführers  betreffend  die  Ereignisse  nach  dessen 
Haftentlassung,  insbesondere dass er sich durch seine Art der Ausreise 
einem  unnötigen  Festnahmerisiko  ausgesetzt  habe,  gilt  festzuhalten, 
dass für eine legale Ausreise aus Syrien neben einem gültigen Reisepass 
eine  Ausreisebewilligung  nötig  ist.  Zwar  ist  es  für  Personen,  die  einem 
Ausreiseverbot  unterliegen,  theoretisch  äusserst  schwierig,  das  Land 
legal zu verlassen. In der Praxis werden Willige indes häufig nicht an der 
Ausreise  gehindert;  die  Auswanderung  wird  gar  gefördert, 
beziehungsweise toleriert (vgl. dazu BFM, Focus Syrien, Illegale Ausreise 
und  längerer  Auslandsaufenthalt,  Bern,  November  2009,  S. 4).  Der 
Reisepass  des  Beschwerdeführers  (ausgestellt  im  Jahr  (…);  A16,  S. 7) 
gab  den  (…)  1998  als  maximales  Ausreisedatum  an  (A16,  S. 38).  Die 
Ausreiseerlaubnis  des  Beschwerdeführers  enthielt  entgegen  dem  Usus 

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kein Verfalldatum, da er dafür Geld bezahlt hatte (A16, S. 47). Zudem war 
vermerkt,  dass  er  Syrien  ohne  Rücksichtnahme  auf  eine  bestimmte 
Mitteilung aus dem Jahr 1996 verlassen könne (A16, S. 47). Es ist nach 
dem Gesagten fraglich, ob der Beschwerdeführer als lokaler Fischer, der 
nicht  auf  internationalem  Gewässer  tätig  war,  andere  –  legale – 
Möglichkeiten  hatte,  sich  in  ein  anderes  Land  abzusetzen,  zumal  er 
zunächst  nicht  die  Absicht  hatte,  sein  Land  zu  verlassen.  Erst  als  der 
Vermittler  ihn  mahnte,  das  Land  zu  verlassen,  kam  er  trotz  seines 
kranken Vaters dieser Aufforderung nach. Es ist auch zu bezweifeln, dass 
eine  Ausreise  unter  falscher  Identität  tatsächlich  mit  einem  kleineren 
Festnahmerisiko verbunden gewesen wäre, zumal der Beschwerdeführer 
auf  eine  bewährte  Methode  (und  Personen)  zurückgriff,  die  ihm  auch 
schon bei der Haftentlassung geholfen hatten. Hinzu kommt, dass er bei 
der  von  ihm  beabsichtigten  Rückkehr  nach  Syrien  nach  einer  illegalen 
Ausreise mit grossen Problemen konfrontiert gewesen wäre (A39, S. 12). 
Nach  diesen  Erwägungen  kann  sich  das  Bundesverwaltungsgericht  der 
Meinung  des BFM,  es  sei  realitätsfern,  sich  durch  eine  legale Ausreise 
einem Festnahmerisiko zu unterwerfen, nicht anschliessen.

7.2.4.  Im Übrigen  ist  durchaus  nachvollziehbar  und  erscheint  glaubhaft, 
dass  der  Geheimdienst  einen  Bericht  über  den  Beschwerdeführer 
verfasste und dieser in der Folge aus Furcht vor erneuter Verfolgung sein 
Heimatland verliess. 

7.2.4.1  Der  Beschwerdeführer,  gegen  den  eine  Ausreisesperre  vorlag, 
habe  kurz  nach  seiner  Haftentlassung  eine  erste  Ausreisebewilligung 
gegen die Bezahlung von US$ (…) erhalten  (A16, S. 34 f.  und 37; A39, 
S. 11). Er sei jedoch wegen seines kranken Vaters nicht sofort ausgereist 
(A16,  S. 5,  37  und  48;  A39,  S. 11).  Drei  Monate  vor  seiner  definitiven 
Ausreise  habe  er  erneut  einen  Ausreiseantrag  gestellt  und  für  dessen 
Gutheissung  US$ (…)  (A16,  S. 37)  bezahlt.  Wie  schon  bei  der 
Haftentlassung  und  der  Ausstellung  der  ersten  (unbenutzten) 
Ausreisebewilligung  sei  auch  bei  diesem  Verfahren  der  Vermittler  aus 
Aleppo tätig gewesen (A16, S. 32 f., 34 f. und 37 f.). Eine Woche vor der 
Ausreise  habe  der  Beschwerdeführer  von  diesem  Vermittler  erfahren, 
dass  ein  Bericht  des  Geheimdienstes,  der  die  Umstände  der 
Haftentlassung  und  der  Ausstellung  der  ersten  Ausreisebewilligung 
wieder  aufgerollt  habe,  gegen  ihn  vorgelegen  sei  (A16,  S. 38).  Der 
Auslöser  der  Untersuchung  sei  ein  Beamter  des  Passbüros  gewesen, 
dem  Ungereimtheiten  in  der  Vergangenheit  aufgefallen  seien  (A16, 
S. 38).  Der  Vermittler,  der  in  all  diesen  "Geschäften"  seine  Hände  im 

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Spiel gehabt habe, habe den Beschwerdeführer daraufhin gedrängt, das 
Land  nun  definitiv  zu  verlassen  (A16,  S. 38).  Angesichts  der 
realitätsnahen  und  detaillierten  Schilderungen  des  Beschwerdeführers 
und  der  bereits  als  glaubhaft  festgestellten  Haft  und  Haftentlassung 
erscheinen diese Angaben plausibel und nachvollziehbar. 

7.2.4.2 Im Weiteren stufte die Vorinstanz die Vorbringen bezüglich eines 
zweiten  Berichts  der  syrischen  Behörden  über  den  Beschwerdeführer, 
der nach seiner Ausreise aus dem Heimatland entstanden sei, und eines 
Schreibens der (…) Behörden an die syrischen Behörden (vgl. A39, S. 7) 
als  derart  vage  ein,  dass  sie  nicht  geeignet  seien,  eine  Furcht  vor 
Verfolgung zu begründen. 

Das  Bundesverwaltungsgericht  geht  im  vorliegenden  Fall  –  wie  später 
gezeigt wird (vgl. E. 7.4) – davon aus, dass der Erlass des Berichts eine 
Woche vor der Ausreise des Beschwerdeführers dessen Flucht auslöste 
und auch heute noch ein aktueller Fluchtgrund bildet. Von daher gesehen 
ist  es  irrelevant,  ob  weitere,  den  Beschwerdeführer  belastende 
Dokumente, die wie das (…) Schreiben an die syrischen Behörden (A39. 
S. 7) oder der zweite syrische Bericht, von dem er im Jahr 2002 erfahren 
habe  (A39,  S. 8 f.),  existieren.  Die  Glaubhaftigkeit  der  Existenz  dieses 
Schreibens und dieses Berichts kann daher offen gelassen werden.

7.2.5.  Als  Zwischenergebnis  gilt  festzuhalten,  dass  die  Asylvorbringen 
des  Beschwerdeführers  betreffend  die  Haft,  die  in  der  Haft  erlittenen 
Folterungen,  die  Haftentlassung  und  die  danach  erfolgten  Ereignisse 
weder widersprüchlich noch unsubstantiiert geschildert wurden und einer 
inneren  Logik  folgen.  Die  Vorbringen  sind  daher  im  Sinne  von  Art. 7 
AsylG als glaubhaft zu werten. Es bleibt nun zu prüfen, ob sie auch als 
asylrelevant im Sinne von Art. 3 AsylG gelten können.

7.3. Gemäss  der  Vorinstanz  würden  die  Vorbringen  rund  um  die  Haft 
keine  asylrelevante  Bedeutung  entfalten,  da  die  Ausreise  des 
Beschwerdeführers  nicht  in  einem  genügend  kausalen  Zusammenhang 
zu  seiner  ungefähr  eineinhalb  Jahren  zurückliegenden  Inhaftierung 
stehen würde (Art. 3 AsylG).

7.3.1.  Eine  Verfolgungssituation  muss  in  der  Regel  aktuell  sein,  um 
gemäss Art. 3 AsylG als asylrelevant zu gelten. Dies bedeutet einerseits, 
dass  zwischen  dem  Ereignis  und  der  Flucht  ein  zeitlicher 
Kausalzusammenhang  bestehen  muss.  Anderseits  muss  die 

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Asylrelevanz einer Verfolgung auch noch zum Zeitpunkt des Entscheids 
bestehen.  Dabei  wird  anerkannt,  dass  es  plausible  objektive  und 
subjektive  Gründe  gibt,  die  eine  zeitlich  verzögerte  Ausreise  erklärbar 
machen  (vgl.  EMARK  1996  Nr. 25  E. 5.b.cc).  Ein  fehlender  zeitlicher 
Zusammenhang zwischen Vorverfolgung und Ausreise zerstört  (nur) die 
Regelvermutung  zugunsten  des  Vorliegens  begründeter  Furcht  vor 
Verfolgung;  dies  schliesst  nicht  aus,  dass  im  konkreten  Einzelfall  die 
früher  erlittene  Vorverfolgung  ein  Grund  für  die  heutige  Furcht  vor 
Verfolgung  darstellen  kann.  Die  begründete  Furcht  vor  Verfolgung  ist 
dann  freilich  nicht  aufgrund  einer  Regelvermutung  aus  der  erlittenen 
Vorverfolgung  abzuleiten,  sondern  ihr  Bestehen  im  Zeitpunkt  der 
Ausreise  ist darzutun und gesondert zu prüfen  (vgl. zum Ganzen BVGE 
2009/51 E. 4.2.5). Begründete Furcht vor Verfolgung im Sinne von Art. 3 
AsylG  liegt  vor,  wenn  konkreter  Anlass  zur  Annahme  besteht,  Letztere 
hätte  sich  mit  beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  und  in  absehbarer  Zeit 
verwirklicht  beziehungsweise  werde  sich  mit  ebensolcher 
Wahrscheinlichkeit in absehbarer Zukunft verwirklichen. Dabei genügt es 
nicht,  dass  diese  Furcht  lediglich mit  Vorkommnissen  oder Umständen, 
die sich  früher oder später möglicherweise ereignen könnten, begründet 
wird.  Ob  in  einem  bestimmten  Fall  eine  solche  Wahrscheinlichkeit 
besteht,  ist  aufgrund  einer  objektivierten  Betrachtungsweise  zu 
beurteilen.  Es  müssen  somit  hinreichende  Anhaltspunkte  für  eine 
konkrete  Bedrohung  vorhanden  sein,  die  bei  jedem  Menschen  in 
vergleichbarer Lage Furcht vor Verfolgung und damit den Entschluss zur 
Flucht  hervorrufen  würden  (vgl.  EMARK  2004  Nr. 1  E. 6a  mit  weiteren 
Hinweisen und BVGE 2010/9 E. 5.2).

7.3.2. Es  trifft zu, dass zwischen der Haftentlassung vom (…) 1996 und 
der  Ausreise  im  Jahre  1998  eine  längere  Zeitspanne  vergangen  ist,  in 
welcher  der  Beschwerdeführer  seinen  Alltag  wieder  aufgenommen  und 
als  Fischer  auf  einem  lokalen  Schiff  gearbeitet  hat  (A16,  S. 10).  Dabei 
habe  er  sich  nur  auf  syrischem  Hoheitsgewässer  bewegt  (A39,  S. 13). 
Das Bestehen eines zeitlichen Kausalzusammenhangs zwischen der Haft 
und der Flucht ist daher zu verneinen, auch wenn der Beschwerdeführer 
höchst  wahrscheinlich  aufgrund  des  Haftgrundes  –  Verbindung  zur 
Muslimbruderschaft (vgl. dazu E. 7.4.1) – das Land nicht verlassen durfte. 
Es  liegt  nahe,  dass  er  sich  bis  zum Zeitpunkt,  als  ein Bericht  über  den 
Schwindel  seiner  Haftentlassung  vorlag,  nicht  verfolgt  fühlte  und  kein 
Anlass zu einer Flucht bestand.

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7.4. Es bleibt somit noch die Frage zu klären, ob der Beschwerdeführer 
aufgrund  des  Erlasses  des  Geheimdienstberichts,  von  dem  er  eine 
Woche  vor  seiner  definitiven  Ausreise  erfahren  hatte  (A16,  S. 38),  bei 
einer Rückkehr nach Syrien staatliche Verfolgungsmassnahmen im Sinne 
von Art.  3 AsylG gewärtigen muss. Die Furcht  vor  künftigen  staatlichen 
Verfolgungsmassnahmen ist dann im Sinne von Art. 3 AsylG asylrelevant, 
wenn  glaubhaft  gemacht  wird,  dass  begründeter  Anlass  zur  Annahme 
besteht,  die  Verfolgung  werde  sich  mit  beachtlicher  Wahrscheinlichkeit 
und  in  absehbarer  Zukunft  verwirklichen.  Ob  in  casu  eine  solche 
Wahrscheinlichkeit  besteht,  ist  aufgrund  einer  objektivierten 
Betrachtungsweise  zu  beurteilen.  Diese  ist  zusätzlich  durch  das  vom 
Betroffenen  bereits  Erlebte  und  das  Wissen  um  Konsequenzen  in 
vergleichbaren Fällen zu ergänzen.

7.4.1. Die Muslimbruderschaft  ist  eine  der  einflussreichsten  islamischen 
Oppositionsparteien  Syriens.  Nachdem  Anfang  der  1980er  Jahre  ein 
Aufstand  dieser  Gruppierung  blutig  niedergeschlagen  wurde  (Massaker 
von  Hamas),  steht  gemäss  dem  Gesetz  49/1980  sowohl  auf  die 
Mitgliedschaft  als auch auf die blosse Unterstützung dieser Vereinigung 
die  Todesstrafe,  welche  in  der  Praxis  in  eine  zwölfjährige  Haftstrafe 
umgewandelt  wird  (Amnesty  International  Report  2010,  S. 314 f.;  US 
Departement  of  State,  2009  Country  Reports  on  Human  Rights:  Syria, 
März  2010; ALEXANDRA GEISER,  Syrien Update: Aktuelle Entwicklungen, 
Schweizerische Flüchtlingshilfe [SFH, Hrsg.], Bern August 2008, S. 10 f.). 
Die Regierung  verfolgt  auch  heute  noch  die  angeblichen Mitglieder  der 
Muslimbruderschaft in agressiver Weise (US Departement of State, 2010 
International Religious Freedem Report, November  2010),  so  dass  sich 
die meisten Führer der Muslimbruderschaft entweder  im Gefängnis oder 
im  Exil  befinden  (ALEXANDRA  GEISER,  a.a.O.,  S. 11).  Weiter  müssen 
abgewiesene Asylsuchende, welchen in der Vergangenheit Verbindungen 
zur  Muslimbruderschaft  nachgesagt  wurden,  nach  ihrer  Rückkehr  nach 
Syrien  eine  Verfolgung  befürchten;  auch  wenn  diese  Personen  viele 
Jahre  im Exil waren  (US Departemente of State,  2010 Country Reports 
on Human Rights: Syria, April 2011, S. 24). Mutmassliche Mitglieder der 
verbotenen Partei At­Tahrir  (Hizb Ut­Tahrir,  islamische Befreiungspartei) 
müssen  ebenfalls  Verfolgungsmassnahmen  befürchten  (Danish 
Immigration Service, Syria: Kurds, Honour­Killings and Illegal Departure, 
Report  from  a  fact  finding  mission  to  Damascus  15­22  January  2007, 
April 2007, S. 9).

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7.4.2. Es  ist  davon auszugehen, dass der  syrische Geheimdienst durch 
seine  Untersuchungen  auch  den  damaligen  Haftgrund  –  Verdacht  auf 
Mitgliedschaft  bei  der  Muslimbruderschaft  –  in  Erfahrung  brachte, 
weshalb  plausibel  erscheint,  dass  der  Beschwerdeführer  nach  Erlass 
dieses  Berichts  befürchtete,  wieder  verhaftet  zu  werden.  Schliesslich 
zeigen  die  unter  E. 7.4.1  dargelegten  Informationen,  dass  der 
Beschwerdeführer  bei  einer  Rückkehr  nach  Syrien  aufgrund  seiner 
aktenkundigen  Verbindung  zur  Muslimbruderschaft  im  Sinne  von  Art. 3 
AsylG aus politischen Gründen gefährdet  ist. Es besteht somit nicht nur 
ein zeitlicher und sachlicher Kausalzusammenhang zwischen dem Erlass 
des Geheimdienstberichts und der Ausreise, sondern ist auch die Furcht 
vor einer Verfolgung heute noch aktuell.

7.5.  Zusammenfassend  gilt  festzustellen,  dass  die  vorgebrachten 
Vorfluchtgründe des Beschwerdeführers asylrelevant im Sinne von Art. 3 
AsylG sind. Aus den Akten ergeben sich  ferner  keine Hinweise auf das 
Vorliegen  von  Asylausschlussgründen.  Die  Beschwerde  ist  daher 
gutzuheissen,  die  angefochtene  Verfügung  der  Vorinstanz  aufzuheben 
und das BFM anzuweisen, dem Beschwerdeführer in der Schweiz Asyl zu 
gewähren. 

8. 

8.1. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Verfahrenskosten zu 
erheben (Art. 63 Abs. 1 VwVG).

8.2. Obsiegende Parteien haben Anspruch auf eine Parteientschädigung 
für  die  ihnen  erwachsenen  notwendigen  Kosten  (Art.  7  Abs.  1  des 
Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen 
vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2]).  Im 
vorliegenden  Fall  ist  der  Beschwerdeführer  mit  seinem  Hauptbegehren 
durchgedrungen. Laut Art. 9 VGKE umfassen die Kosten der Vertretung 
das  Anwaltshonorar  oder  die  Entschädigung  für  eine  nichtanwaltliche 
berufsmässige Vertretung (Bst. a), den Ersatz von Auslagen (Bst. b) und 
den  Ersatz  der  Mehrwertsteuer  für  die  Entschädigungen  nach  den 
Buchstaben  a  und  b,  soweit  eine  Steuerpflicht  besteht  und  die 
Mehrwertsteuer  nicht  bereits  berücksichtigt  wurde  (Bst.  c).  Das 
Anwaltshonorar  und  die  Entschädigung  für  eine  nichtanwaltliche 
berufsmässige  Vertretung  werden  nach  dem  notwendigen  Zeitaufwand 
des Vertreters oder der Vertreterin bemessen (Art. 10 VGKE).

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Dem Beschwerdeführer ist mithin in Anwendung von Art. 64 Abs. 1 VwVG 
eine Parteientschädigung zuzusprechen. In der eingereichten Kostennote 
vom  30. Mai  2011  machte  der  Rechtsvertreter  unter  Hinweis  auf  seine 
Mehrwertsteuerpflicht  einen  Arbeitsaufwand  von  32.14  Stunden  (à 
Fr. 240.­)  geltend.  Der  in  der  Kostennote  ausgewiesene  zeitliche 
Vertretungsaufwand  erscheint  vorliegend  nicht  als  vollumfänglich 
angemessen  respektive  notwendig  im Sinne  von Art.  64 Abs.  1 VwVG. 
Unter Berücksichtigung der massgebenden Bemessungsfaktoren (Art. 9 ­ 
13  VGKE)  und  der  Entschädigungspraxis  in  Vergleichsfällen  ist  der 
zeitliche Vertretungsaufwand für das Beschwerdeverfahren auf insgesamt 
20 Stunden  festzusetzen.  Dem  Beschwerdeführer  ist  somit  eine 
Parteientschädigung  im Betrag von Fr. 5'244.40 (inklusive Auslagen von 
Fr.  70.­  und  Mehrwertsteuer  von  7,6%  [beziehungsweise  8 %], 
Fr. 374.40.­) zu entrichten.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird gutgeheissen.

2. 
Die  angefochtene  Verfügung  vom  13. April  2006  wird  aufgehoben  und 
das BFM wird angewiesen, dem Beschwerdeführer  in der Schweiz Asyl 
zu gewähren.

3. 
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

4. 
Die  Vorinstanz  wird  angewiesen,  dem  Beschwerdeführer  eine 
Parteientschädigung  von  Fr. 5'244.40  (inkl.  Auslangen  und 
Mehrwertsteuer) auszurichten.

5. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Rechtsvertreter  des  Beschwerdeführers,  das 
BFM und die zuständige kantonale Behörde.

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Muriel Beck Kadima Patricia Petermann Loewe

Versand:

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Zustellung erfolgt an:

– den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers (Einschreiben)
– das BFM, Asyl und Rückkehr, Zentrale Verfahren und Rückkehr, mit 

den Akten N 446 092 (per Kurier; in Kopie)
– das Migrationsamt des Kantons (…), ad 1534854 (in Kopie)