# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2987652d-f9fd-54e2-af64-fff32785bb5f
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-02-04
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 04.02.2014 UE130327
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_UE130327_2014-02-04.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
III. Strafkammer    
 
 

Geschäfts-Nr.: UE130327-O/U/BUT/PFE 

 

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. Th. Meyer, Präsident, Dr. P. Martin und  

lic. iur. W. Meyer sowie die Gerichtsschreiberin lic. iur. R. Hürlimann 

 

Beschluss vom 4. Februar 2014 
 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschwerdeführer 

 

gegen 

 

1. B._____,  
2. Staatsanwaltschaft See/Oberland,  
Beschwerdegegnerinnen 

 

betreffend Einstellung 
 
Beschwerde gegen die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft See / 
Oberland vom 6. November 2013, A-2/2012/5562 

 

- 2 - 

Erwägungen: 

I. 

1. Am 13. September 2012 erstattete A._____ Anzeige gegen C._____, 

Gemeindepräsidentin von D._____, und gegen die Verantwortlichen der B._____ 

wegen wiederholter, gegen ihn gerichteter Falschdarstellung, Nötigung, 

Amtsmissbrauch, Beihilfe zu Hausfriedensbruch, Beihilfe zu Ehrverletzung/übler 

Nachrede etc. im Zusammenhang mit der seiner Ansicht nach widerrechtlich 

beanspruchten Hauszufahrt zu dem von ihm und seiner Familie bewohnten 

Einfamilienhaus Kat. Nr. … in D._____ (Urk. 8/1). Während das Verfahren gegen 

C._____ mit Beschluss der III. Strafkammer vom 9. Januar 2013 beendet wurde 

(Urk. 8/6/2; Verweigerung der Ermächtigung der Staatsanwaltschaft zum 

Entscheid über die Untersuchungseröffnung bzw. Nichtanhandnahme des 

Strafverfahrens), stellte die Staatsanwaltschaft See/Oberland die gegen die 

B._____ angehobene Strafuntersuchung (A-2/2013/5562) mit Verfügung vom 6. 

November 2013 unter Kostenübernahme auf die Staatskasse ein (Urk. 8/7 = Urk. 

5). 

2. Gegen die erwähnte Einstellungsverfügung erhob A._____ 

(nachfolgend: Beschwerdeführer) mit Eingabe vom 14. November 2013 

fristgerecht Beschwerde und beantragte sinngemäss, die Einstellungsverfügung 

der Staatsanwaltschaft vom 6. November 2013 sei aufzuheben und es sei die 

Strafuntersuchung weiter zu führen (Urk. 2). 

3. Mit Verfügung vom 20. November 2013 wurde die Beschwerdeschrift 

den B._____ (nachfolgend: Beschwerdegegnerin 1) sowie der Staatsanwaltschaft 

See/Oberland (nachfolgend: Staatsanwaltschaft) zur Stellungnahme übermittelt 

(Urk. 6). Während seitens der Beschwerdegegnerin 1 keine Stellungnahme 

einging, liess sich die Staatsanwaltschaft mit Eingabe vom 25. November 2013 

vernehmen und beantragte die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf 

eingetreten werden könne (Urk. 7). Nach Fristansetzung (Urk. 11) reichte der 

Beschwerdeführer mit Schreiben vom 23. Dezember 2013 eine Stellungnahme 

- 3 - 

zur Vernehmlassung der Staatsanwaltschaft vom 25. November 2013 ein (Urk. 12 

und 13/1+2). Das Verfahren erweist sich damit als spruchreif. 

II. 

1. Der Beschwerde liegt, soweit dies aus den Untersuchungsakten 

ersichtlich ist, folgender Sachverhalt zu Grunde: Der Beschwerdeführer 

beanstandet seit Jahren, dass er seine Hauszufahrt (Flurweg Kat. Nr. …) oft nur 

unter grösster Gefahr nutzen könne, weil seiner Meinung nach rücksichtslose 

Mountainbiker immer über diesen öffentlich zugänglichen Flurweg rasen und 

dieser trotz gegenteiliger Zusagen der Gemeinde D._____ auch als Schulradweg 

benützt werde. Aus diesem Grund wolle er ein richterliches Fahr- und Reitverbot 

erstellen lassen, wozu er die Zustimmung und Unterschrift der beiden 

Mitanstösser des Flurweges benötige. Eine diesbezügliche Anfrage bei der 

Beschwerdegegnerin 1 bzw. bei deren Herrn E._____ sei innerhalb von 15 

Monaten unbeantwortet geblieben. Die Anzeige erfolge nicht wegen aktiver 

Straftatbestände, sondern wegen Unterlassung bzw. fehlender Unterstützung der 

Grundeigentümer (Urk. 8/1 und 8/4). 

2. Die Einstellung der Strafuntersuchung begründete die 

Staatsanwaltschaft damit, dass das Obergericht betreffend die gleich lautende 

und den gleichen Sachverhalt betreffende Anzeige gegen die 

Gemeindepräsidentin von D._____ festgehalten habe, dass von Nötigung, 

Amtsmissbrauch oder gar Beihilfe zu Hausfriedensbruch und Ehrverletzungen 

nicht die Rede sein könne, und daher die Ermächtigung zu Eröffnung einer 

Untersuchung gegen Behördenmitglieder verweigert habe. Das gleiche gelte für 

die vorliegend zu beurteilende Anzeige gegen die Beschwerdegegnerin 1. Diese 

habe der Anzeigeerstatter eingereicht, weil die Beschwerdegegnerin 1 

Miteigentümerin der fraglichen Parzelle mit dem als Radweg genutzten Flurweg 

sei (Urk. 5 S. 1). 

3. Demgegenüber brachte der Beschwerdeführer in seiner 

Beschwerdeschrift vom 14. November 2013 im Wesentlichen vor, dass der "Fall 

C._____" nicht das Geringste mit dem Fall des Angestellten der 

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Beschwerdegegnerin 1 (E._____) zu tun habe. Im Fall der Beschwerdegegnerin 1 

handle es sich um eine Miteigentümerin, welche sich aus unverständlichen 

Gründen quer stelle und richterliche Fahr- und Reitverbote auf Privatgrund 

verhindere. In genauester Kenntnis der Sachlage zwinge ihm die 

Beschwerdegegnerin 1 öffentliche Konflikte und Haftungsfragen der ganzen 

Region auf. Sie nötige ihn, seine private Hauszufahrt unter einem enormen 

öffentlichen Druck dem Freizeitverkehr abzutreten. Dieser öffentlichen Nötigung 

sei er jetzt seit gut zwei Jahrzehnten ausgesetzt. In seiner Arroganz und 

Selbstherrlichkeit habe es Herr E._____ von der Beschwerdegegnerin 1 - im 

Gegensatz zu andern Grundeigentümern - nie für nötig befunden, mit ihm ins 

Gespräch zu kommen (Urk. 2). 

 4. In ihrer Vernehmlassung vom 25. November 2013 wies die 

Staatsanwaltschaft darauf hin, dass weder aus der Beschwerdeschrift noch aus 

der Anzeige des Beschwerdeführers, den Beilagen und seiner Einvernahme vom 

3. Oktober 2012 hervorgehe, was der Beschwerdeführer der Beschwerdegegnerin 

1 genau vorwerfe. Bei den Ehrverletzungsdelikten sage er selber aus, dass sein 

Ruf durch die Beschwerdegegnerin 1 nicht geschädigt worden sei. Zudem 

erweise sich der Strafantrag als verspätet (Urk. 7 S. 1). Es sei auch nicht 

ersichtlich, inwiefern der Beschwerdeführer hinsichtlich des geltend gemachten 

Hausfriedensbruchs von der Beschwerdegegnerin 1 tatbeständlich verletzt 

worden sei. Ebenso wenig gehe aus den bisherigen Erläuterungen hervor, dass 

die Beschwerdegegnerin 1 als Miteigentümerin am Flurweg rechtswidrig auf den 

Willen des Beschwerdeführers eingewirkt habe. Vielmehr sei davon auszugehen, 

dass der Beschwerdeführer mit seinen langen und vielfältigen Bemühungen nicht 

durchgedrungen sei und schliesslich angesichts der Umstände seinen 

Hauszugang aus freien Stücken anders angelegt habe (Urk. 7 S. 2). 

 5. In seiner Stellungnahme vom 23. Dezember 2013 zur Vernehmlassung 

der Staatsanwaltschaft hielt der Beschwerdeführer daran fest, dass seine ganze 

Liegenschaft in Bauweise und Funktion auf den Flurweg Kat.-Nr. … ausgerichtet 

sei und alle seine Grundstücke über diesen Flurweg erschlossen seien. Ohne 

freien Zugang zu seinem Haus sei die ganze Liegenschaft mit einigen Hektaren 

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Land zweck- und wertlos (Urk. 12 S. 1). Grundstücke im Gesamteigentum 

könnten nur mit dem Einverständnis aller Grundeigentümer mit Verboten belegt 

werden. Das sich Querstellen der Beschwerdegegnerin 1 stelle eine Nötigung, 

Beihilfe zu Hausfriedensbruch sowie Beihilfe zu Ehrverletzung und Verleumdung 

etc. dar (Urk. 12 S. 2). 

 6. Auf die Begründung der Staatsanwaltschaft sowie die Vorbringen des 

Beschwerdeführers ist nachfolgend, soweit entscheidrelevant, näher einzugehen.  

 

III. 

 1. Gemäss Art. 308 Abs. 1 StPO besteht der Zweck der Untersuchung 

darin, den Sachverhalt in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht so weit 

abzuklären, dass das Vorverfahren abgeschlossen werden kann. Bei der 

Verfolgung dieses Zwecks steht der Staatsanwaltschaft ein gewisser 

Ermessensspielraum zu. Insbesondere hat sie diejenigen Vorkehrungen zu 

treffen, die zur Klärung des Falles Wesentliches beizutragen vermögen. Sie ist 

aber nicht verpflichtet, alle erdenklichen Ermittlungshandlungen vorzunehmen. 

Nach Beendigung des Untersuchungsverfahrens entscheidet die 

Staatsanwaltschaft, ob ein Strafbefehl zu erlassen, Anklage zu erheben oder das 

Verfahren einzustellen sei (Art. 318 StPO). Eine vollständige oder teilweise 

Einstellung erfolgt nach Art. 319 Abs. 1 lit. a StPO, wenn sich kein Tatverdacht 

erhärten lässt, der eine Anklage rechtfertigt. Eine Anklage ist in der Regel nur 

dann zu erheben, wenn genügend Anhaltspunkte vorliegen, welche es 

rechtfertigen, das Verfahren weiterzuführen und die Staatsanwaltschaft die 

Tatbeteiligung sowie eine Strafe bzw. Massnahme im Zeitpunkt der 

Anklageerhebung für wahrscheinlich hält. Keine Anklage ist zu erheben, wenn mit 

Sicherheit oder grosser Wahrscheinlichkeit mit einem Freispruch zu rechnen ist. 

Des Weiteren hat eine Einstellung nach Art. 319 Abs. 1 StPO zu ergehen, wenn 

kein Straftatbestand erfüllt ist (lit. b), Rechtfertigungsgründe einen Straftatbestand 

unanwendbar machen (lit. c), Prozessvoraussetzungen definitiv nicht erfüllt 

werden können bzw. Prozesshindernisse aufgetreten sind (lit. d) oder nach 

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gesetzlicher Vorschrift auf eine Strafverfolgung oder Bestrafung verzichtet werden 

kann (lit. e). Sinn und Zweck von Art. 319 StPO ist es, die beschuldigte Person 

vor Anklagen zu schützen, die mit einiger Sicherheit zu Freisprüchen führen 

müssten. Da die Staatsanwaltschaft nicht dazu berufen ist, über Recht und 

Unrecht zu richten, darf sie jedoch nicht allzu rasch, gestützt auf eigene 

Bedenken, zu einer Einstellung schreiten. In Zweifelsfällen beweismässiger oder 

rechtlicher Natur soll tendenziell Anklage erhoben werden. Der Grundsatz "in 

dubio pro reo" nach Art. 10 Abs. 3 StPO spielt hier nicht (vgl. zum Ganzen: BGE 

137 IV 219 E. 7; Schmid, Handbuch des schweizerischen Strafprozessrechts, 

2. Auflage, Zürich/St. Gallen 2013, N 1247 ff.; ders., StPO Praxiskommentar, 

2. Auflage, Zürich/St. Gallen 2013, Art. 319 N 1 ff., insbes. N 5; Landshut, in 

Donatsch/Hansjakob/ Lieber [Hrsg.], Kommentar zur schweizerischen 

Strafprozessordnung [StPO], Zürich 2010, Art. 308 N 1 f., Art. 319 N 1 ff., insbes. 

N 15). 

2. Eine Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB begeht, wer jemanden 

durch Gewalt oder Androhung ernstlicher Nachteile oder durch andere 

Beschränkung seiner Handlungsfreiheit nötigt, etwas zu tun, zu unterlassen oder 

zu dulden. Der üblen Nachrede im Sinne von Art. 173 StGB macht sich schuldig, 

wer jemanden bei einem andern eines unehrenhaften Verhaltens oder anderer 

Tatsachen, die geeignet sind, seinen Ruf zu schädigen, beschuldigt oder 

verdächtigt; ebenso, wer eine solche Beschuldigung oder Verdächtigung 

weiterverbreitet (Art. 173 Ziff. 1 Abs. 1 und 2 StGB). Amtsmissbrauch im Sinne 

von Art. 312 StGB liegt vor, wenn Mitglieder einer Behörde oder Beamte ihre 

Amtsgewalt missbrauchen, um sich oder einem anderen einen unrechtmässigen 

Vorteil zu verschaffen oder einem andern einen Nachteil zuzufügen. Nach Art. 11 

StGB schliesslich kann ein Verbrechen oder Vergehen auch durch pflichtwidriges 

Untätigbleiben begangen werden. Pflichtwidrig untätig bleibt, wer die Gefährdung 

oder Verletzung eines strafrechtlich geschützten Rechtsgutes nicht verhindert, 

obwohl er aufgrund seiner Rechtsstellung dazu verpflichtet ist, namentlich auf 

Grund des Gesetzes, eines Vertrages, einer freiwillig eingegangenen 

Gefahrengemeinschaft oder der Schaffung einer Gefahr (Art. 11 Abs. 1 und 2 

StGB).   

- 7 - 

3. Zu Recht geht der Beschwerdeführer davon aus,  dass es sich beim 

Flurweg Kat.-Nr. … um einen privaten Flurweg handelt, der sich im 

Gesamteigentum der Flurwegberechtigten befindet. Dies geht nicht nur aus den 

von ihm eingereichten Grundbuchauszügen und dem ebenfalls von ihm 

eingereichten Schreiben der politischen Gemeinde D._____ an die 

Einwohner(innen) von …, … und … vom 12. Januar 2011 hervor (Urk. 3/8 und 

8/5), sondern ergibt sich auch aus den §§ 108ff. des Landwirtschaftsgesetzes des 

Kantons Zürich vom 2. September 1979 (LG). Nach § 108 LG stehen Flurwege im 

Gesamteigentum der Anstösser und sind als ausgeschiedene Grundstücke ins 

Grundbuch aufzunehmen; das Verhältnis unter den Beteiligten richtet sich 

vorbehältlich besonderer Bestimmungen nach Privatrecht. Die Rechte und 

Pflichten der Gesamteigentümer richten sich nach den Regeln, unter denen ihre 

gesetzliche oder vertragsgemässe Gemeinschaft steht (Art. 653 Abs. 1 ZGB). 

Bestehen keine andere Vorschriften, so bedarf es zur Ausübung des Eigentums 

und insbesondere zur Verfügung über die Sache des einstimmigen Beschlusses 

aller Gesamteigentümer (Art. 653 Abs. 2 ZGB). Da Gesamteigentümer nur 

gemeinsam über die Aktiven verfügen können, bilden sie im Zivilprozess eine 

notwendige Streitgenossenschaft im Sinne von Art. 70 ZPO (BSK ZPO-Peter 

Ruggle, Art. 70 N. 6).   

 a) Bezüglich der Gemeinschaft der Flurwegberechtigten ergeben 

sich die gegenseitigen Rechte und Pflichten aus den §§ 110ff. LG. Als 

Flurwegberechtigte können sie - vorbehältlich übergeordneter öffentlicher 

Bestimmungen - ein richterliches Fahr- und Reitverbot auf diesem Flurweg 

beantragen (§ 114 LG). Eine Pflicht der übrigen Flurwegberechtigten, einen 

solchen Antrag zu unterstützen bzw. sich gegenseitig bei der Abwehr von vom 

gemeinsamen Flurweg ausgehenden Besitzesstörungen zu unterstützen, lässt 

sich diesen Bestimmungen nicht entnehmen. Insofern ist auch die 

Beschwerdegegnerin 1 nicht verpflichtet und kann auch nicht dazu verpflichtet 

werden, den Beschwerdeführer bei seinen Bestrebungen zu unterstützen, den 

Flurweg mit einem Fahr- und Reitverbotverbot zu belegen und damit die vom 

Flurweg ausgehenden, sein Anstössergrundstück tangierende Gefahren zu 

reduzieren. Insofern kann eine allfällige Weigerung der Beschwerdegegnerin 1, 

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ein solches Verbot zu unterstützen, nicht als Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB 

gewertet werden, zumal, wie noch auszuführen sein wird, der Beschwerdeführer 

gar keine solche Zustimmung benötigt (vgl. nachstehend E. III. 3. b). Liegt seitens 

der Beschwerdegegnerin 1 keine Verpflichtung zum Handeln vor, so kann ihr 

Verhalten auch nicht als strafrechtlich relevantes Unterlassen gewertet werden. 

Ebenso wenig kann ihr Beihilfe zu Hausfriedensbruch oder zu Ehrverletzungen 

und Amtsmissbrauch vorgeworfen werden.  

 b) Wie erwähnt können Gesamteigentümer nur gemeinsam über die 

Aktiven verfügen und bilden daher im Zivilprozess eine notwendige 

Streitgenossenschaft im Sinne von Art. 70 ZPO (BSK ZPO-Peter Ruggle, Art. 70 

N. 6). Anders ist die Situation jedoch dort, wo es lediglich um den zivilrechtlichen 

Besitzesschutz nach Art. 928ff. ZGB geht, steht doch bei Mitbesitz der 

Besitzesschutz gegen Dritte jedem einzelnen Gesamteigentümer zu (ZR 76 

(1977) S. 170ff.). In diesem Entscheid hat das Obergericht des Kantons Zürich zu 

Recht die Aktivlegitimation von sechs von insgesamt zehn Flurwegberechtigen mit 

folgender Begründung bejaht: "Sind die Flurwegberechtigten demnach 

Gesamteigentümer im Sinne von Art. 652ff. ZGB, so steht ihnen die tatsächliche 

Sachherrschaft gemeinsam zu. Und zwar sind sie, da jeder von ihnen allein die 

faktische Verfügungsmacht über den Flurweg innehat und darin nur durch den 

gleichen Besitz der übrigen beschränkt ist, sogenannte Mitbesitzer. Bei Mitbesitz 

aber steht der Besitzessschutz gegen Dritte, gleich wie übrigens auch bei 

Gesamtbesitz - jedem einzelnen Besitzer allein zu (Stark, N 58 zu Art. 919 ZGB, 

Vorbemerkungen zu Art. 926-929 ZGB N. 64; Meier-Hayoz, Vorbemerkungen zu 

Art. 646-654 ZGB N. 17)". Das Gesuch um Aussprechung eines gerichtlichen 

Verbotes im Sinne von Art. 258 ZPO kann daher jeder beantragen, der an einem 

Grundstück dinglich berechtigt ist. Bei Gesamteigentum reicht es somit, wenn ein 

Gesamteigentümer einen entsprechenden Antrag stellt (BSK ZPO-Luca 

Tenchio/Kristina Tenchio, Art. 258 N 13; vgl. dazu auch Tarkan Gögsu, in: Sutter-

Somm/Hasenböhler/ Leuenberger, ZPO-Kommentar, Art. 258 N 7; BSK ZPO-

Peter Ruggle, Art. 70 N 6 unten). Dabei kann er - da ein allgemeines Verbot 

Ausnahmen vorsehen kann - die Eigentümer der an den Flurweg angrenzenden 

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Liegenschaften, also die übrigen Flurwegberechtigten und deren Mieter sowie die 

Zubringer davon ausnehmen lassen (ZR 76 (1977) S. 171f.). 

Nachdem es dem Beschwerdeführer folglich möglich gewesen wäre und 

auch heute noch möglich ist, auch ohne Zustimmung der Beschwerdegegnerin 1 

ein Gesuch um Erlass eines richterlichen Verbotes zu stellen, kann eine allfällige 

Weigerung der Beschwerdegegnerin 1, ihre Zustimmung zu einem solchen Verbot 

zu erteilen, nicht als Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB gewertet werden. 

Ebenso wenig kann ihr Beihilfe zu Hausfriedensbruch oder zu Ehrverletzungen 

und Amtsmissbrauch vorgeworfen werden. Damit kann die Frage nach der 

Rechtzeitigkeit der Strafanträge offen gelassen werden. 

 4. Wie vorstehend dargestellt (E. III.1.) soll eine definitive 

Einstellung der Untersuchung erfolgen, wenn mit einem verurteilenden Erkenntnis 

des Gerichtes nicht gerechnet werden kann bzw. von einer grossen 

Wahrscheinlichkeit eines Freispruches ausgegangen werden muss. Nachdem das 

vom Beschwerdeführer gerügte Verhalten der Beschwerdegegnerin 1 unter 

keinen der vom Beschwerdeführer genannten Straftatbestand subsumiert werden 

kann und auch sonst nicht ersichtlich ist, inwiefern deren Verhalten strafrechtlich 

relevant sein könnte, war die Einstellung der Strafuntersuchung gerechtfertigt. Die 

Beschwerde ist daher abzuweisen. 

 

II. 

 Gestützt auf Art. 422 StPO sowie § 17 Abs. 1 der Gebührenverordnung des 

Obergerichtes (GebV OG) ist eine Gerichtsgebühr von Fr. 800.-- anzusetzen und 

diese gemäss Art. 428 Abs. 1 StPO dem unterliegenden Beschwerdeführer 

aufzuerlegen. Mangels wesentlicher Umtriebe ist der Beschwerdegegnerin 1 

keine Entschädigung geschuldet.  

 

Es wird beschlossen: 

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1. Die Beschwerde wird abgewiesen.  

2. Die Gerichtsgebühr wird auf Fr. 800.-- festgesetzt und dem 

Beschwerdeführer auferlegt. 

3. Für das Beschwerdeverfahren wird der Beschwerdegegnerin 1 keine 

Entschädigung ausgerichtet.  

4. Schriftliche Mitteilung an: 

− den Beschwerdeführer (als Gerichtsurkunde) 
− die Beschwerdegegnerin 1 (als Gerichtsurkunde)  
− die Staatsanwaltschaft See / Oberland, unter Beilage einer Kopie von 

Urk. 12 (gegen Empfangsbestätigung) sowie - nach Ablauf der 
Rechtsmittelfrist bzw. nach Erledigung allfälliger Rechtsmittel - unter 
Rücksendung der beigezogenen Akten (Urk. 8) 

5. Rechtsmittel: 

Gegen diesen Entscheid kann Beschwerde in Strafsachen erhoben 
werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an gerechnet, bei der 
Strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der 

in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich 

einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des 

Bundesgerichtsgesetzes. 

 

 

- 11 - 

Zürich, 4. Februar 2014 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
III. Strafkammer 

 
Der Präsident: 

 
 
 

lic.iur. Th. Meyer 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. R. Hürlimann 

 

 

	Beschluss vom 4. Februar 2014
	
	Erwägungen:
	I.
	II.

	1. Die Beschwerde wird abgewiesen.
	2. Die Gerichtsgebühr wird auf Fr. 800.-- festgesetzt und dem Beschwerdeführer auferlegt.
	3. Für das Beschwerdeverfahren wird der Beschwerdegegnerin 1 keine Entschädigung ausgerichtet.
	4. Schriftliche Mitteilung an:
	 den Beschwerdeführer (als Gerichtsurkunde)
	 die Beschwerdegegnerin 1 (als Gerichtsurkunde)
	 die Staatsanwaltschaft See / Oberland, unter Beilage einer Kopie von Urk. 12 (gegen Empfangsbestätigung) sowie - nach Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. nach Erledigung allfälliger Rechtsmittel - unter Rücksendung der beigezogenen Akten (Urk. 8)

	5. Rechtsmittel: Gegen diesen Entscheid kann Beschwerde in Strafsachen erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bunde...