# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a67c32ab-d604-51aa-8e7f-5a310bd51001
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-06-02
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsbehörden Bau- und Verkehrsdirektion 02.06.2017 110 2016 187
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_BVD/BE_VB_001_110-2016-187_2017-06-02.pdf

## Full Text

ENTSCHEID
DER

BAU-, VERKEHRS- UND ENERGIEDIREKTION 

RA Nr. 110/2016/187 Bern, 2. Juni 2017

in der Beschwerdesache zwischen

Herrn A.________
Beschwerdeführer 1

Frau B.________
Beschwerdeführerin 2

und

Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Grindelwald, Bauverwaltung, Spillstattstrasse 
2, Postfach 104, 3818 Grindelwald

Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR), Nydeggasse 11/13, 3011 Bern

betreffend die Verfügung der Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Grindelwald vom 
9. Dezember 2016 (Bau Nr. 2991/2016; Pellet-Lagerraum) und die Verfügung des Amts für 
Gemeinden und Raumordnung (AGR) vom 25. Oktober 2016 (G.-Nr. 381 16 2422)

I. Sachverhalt

1. Der Beschwerdeführer 1 reichte am 9. August 2016 ein Baugesuch ein für den Ersatz 

der kombinierten Öl-/Holzheizung durch eine Pelletheizung sowie für den Neubau eines 

Pellet-Lagerraums auf der Parzelle Grindelwald Grundbuchblatt Nr. C.________. Die 

Parzelle liegt in der Landwirtschaftszone. Für das neu zu erstellende, freistehende Pellet-

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Lager reichte er daher zusätzlich ein Gesuch ein um Erteilung einer Ausnahmebewilligung 

nach Art 24 ff. RPG1. 

2. Die Beschwerdeführenden begannen noch vor Vorliegen einer Baubewilligung mit 

dem Bau des Pellet-Lagerraums. Die Gemeinde Grindelwald forderte den 

Beschwerdeführer 1 deshalb am 8. September 2016 telefonisch und am 

9. September 2016 schriftlich auf, die Bauarbeiten einzustellen und diese erst wieder bei 

Vorliegen einer rechtsgültigen Bewilligung aufzunehmen.2 Dennoch stellten die 

Beschwerdeführenden das Pellet-Lager fertig, ohne die Verfügung des Amts für 

Gemeinden und Raumordnung (AGR) oder den Bauentscheid der Gemeinde abzuwarten.

3. Das AGR verweigerte mit Verfügung vom 25. Oktober 2016 eine 

Ausnahmebewilligung nach Art. 24c RPG für das freistehende Pellet-Lagergebäude. Den 

Wechsel des Heizungsmediums erachtete es indes als grundsätzlich bewilligungsfähig, 

sobald die Pelletlagerung geklärt ist. Die Gemeinde Grindelwald erteilte daraufhin mit 

Gesamtentscheid vom 9. Dezember 2016 die Baubewilligung für den Ersatz der 

bestehenden Öl-/Holzheizung durch eine Pelletheizung. Für den mittlerweile 

fertiggestellten Pellet-Lagerraum erteilte sie jedoch gestützt auf die Verfügung des AGR 

den Bauabschlag und ordnete die Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands an. 

4. Dagegen reichten die Beschwerdeführenden am 15. Dezember 2016 Beschwerde 

bei der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE) ein. Sie beantragen 

die Aufhebung des Gesamtentscheides vom 9. Dezember 2016 inklusive der 

Wiederherstellungsanordnung sowie der Verfügung des AGR vom 25. Oktober 2016. 

Weiter verlangen sie, das AGR sei anzuweisen, die Bewilligungsvoraussetzungen für das 

Pellet-Lager nochmals zu prüfen. 

1 Bundesgesetz vom 22. Juni 1979 über die Raumplanung (Raumplanungsgesetz, RPG; SR 700)
2 Vorakten, pag. 4.2

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5. Das Rechtsamt, welches die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet3, führte den 

Schriftenwechsel durch und holte die Vorakten ein. Das AGR beantragt mit Stellungnahme 

vom 16. Januar 2017 die Abweisung der Beschwerde. Die Vorinstanz hielt in ihrer 

Stellungnahme vom 20. Januar 2017 an ihrem Entscheid fest, ohne einen Antrag zu 

stellen. Anschliessend führte das Rechtsamt im Beisein der Beschwerdeführenden, der mit 

dem Bau der Heizung befassten Installateure sowie einer Vertretung der Vorinstanz und 

des AGR am 17. März 2017 einen Augenschein mit Instruktionsverhandlung durch. Die 

Parteien erhielten danach Gelegenheit, sich zum Protokoll des Augenscheins zu äussern 

und Schlussbemerkungen einzureichen.

6. Auf die Rechtsschriften sowie auf das Ergebnis des Augenscheins wird, soweit für 

den Entscheid wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

II. Erwägungen

1. Eintretensvoraussetzungen

a) Bauentscheide – und mit ihnen zusammen die Verfügungen des AGR nach Art. 24 ff. 

RPG – sowie baupolizeiliche Verfügungen können innert 30 Tagen seit Eröffnung mit 

Baubeschwerde bei der BVE angefochten werden (Art. 40 Abs. 1 und Art. 49 Abs. 1 

BauG4). Die BVE ist somit zur Beurteilung der Beschwerde gegen den Gesamtentscheid 

zuständig. 

b) Zur Beschwerde befugt sind die Baugesuchstellerinnen und Baugesuchsteller, die 

Einsprecherinnen und Einsprecher und die zuständige Gemeindebehörde (Art. 40 Abs. 2 

BauG). Der Beschwerdeführer 1 ist Baugesuchsteller und Alleineigentümer der Parzelle 

Grindelwald Grundbuchblatt Nr. C.________, auf welcher er mit der Beschwerdeführerin 2 

wohnt und wo sich der strittige Lagerraum befindet. Auf die frist- und formgerechte 

Beschwerde ist einzutreten.

3 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und 
Energiedirektion (OrV BVE; BSG 152.221.191)
4 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721)

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2. Streitgegenstand

Die Beschwerdeführenden beantragen in ihrer Beschwerde vom 15. Dezember 2016 unter 

anderem, der Entscheid der Einwohnergemeinde Grindelwald vom 9. Dezember 2016 sei 

aufzuheben. Die Gemeinde Grindelwald bewilligte in Ziff. V.1.1 dieses Entscheids jedoch 

den Ersatz der bestehenden Öl-/Holzheizung durch eine Pelletheizung; der Bauabschlag 

und die Wiederherstellung beziehen sich ausschliesslich auf das Pellet-Lager. Aus der 

Begründung der Beschwerde ergibt sich, dass die Beschwerdeführenden nur diesen 

Bauabschlag und die Wiederherstellungsanordnung betreffend das Pellet-Lager anfechten. 

Streitgegenstand im vorliegenden Beschwerdeverfahren sind damit die Verfügungen bzw. 

Anordnungen zum Pellet-Lager, auf welche sich die Anträge der Beschwerdeführenden 

sinngemäss beschränken.

3. Bauen ausserhalb der Bauzone

a) Die Parzelle Grindelwald Grundbuchblatt Nr. C.________ liegt in der 

Landwirtschaftszone. Das sich auf der Parzelle befindende Haupthaus steht im 

Alleineigentum des Beschwerdeführers 1 und wird von ihm, seinen Eltern sowie der 

Beschwerdeführerin 2 bewohnt. Zudem vermieten die Beschwerdeführenden eine 

Wohnung des Haupthauses an Feriengäste. Ebenfalls auf dem Grundstück stehen zwei 

Scheunen. Jene, die sich näher beim Wohnhaus befindet, gehört nur zur Hälfte dem 

Beschwerdeführer 1; die andere Hälfte steht im Eigentum Dritter (Baurecht). Das neu 

errichtete, freistehende Pellet-Lager befindet sich gemäss den eingereichten Plänen 7 m 

östlich des Haupthauses und weist die Masse von ca. 4.40 m x 4.40 m x 2.50 m auf.5 Das 

Haupthaus wurde vor dem Heizungsumbau mit einer kombinierten Öl-/Holzheizung 

beheizt. 

b) Bauten und Anlagen können nur bewilligt werden, wenn sie dem Zweck der 

Nutzungszone entsprechen (Art. 22 Abs. 2 RPG6). Die Parzelle des Beschwerdeführers 1 

befindet sich in der Landwirtschaftszone und damit im Nichtbaugebiet. Gemäss Art. 16a 

5 Vorakten, pag. 8.0 ff.
6 Bundesgesetz vom 22. Juni 1979 über die Raumplanung (Raumplanungsgesetz, RPG; SR 700)

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Abs. 1 RPG und Art. 34 Abs. 1 RPV7 sind in der Landwirtschaftszone jene Bauten und 

Anlagen zonenkonform, die zur landwirtschaftlichen Bewirtschaftung oder für den 

produzierenden Gartenbau notwendig sind. Dazu gehören Ökonomiegebäude aber auch 

Bauten für den Wohnbedarf, sofern sie für den Betrieb des entsprechenden 

landwirtschaftlichen Gewerbes unentbehrlich sind (Art. 34 Abs. 3 RPV). Dies ist der Fall, 

wenn für die zonenkonforme Bewirtschaftung des Bodens eine lange Anwesenheit 

erforderlich ist und die nächstgelegene Wohnzone weit entfernt liegt. Es sind zudem nur 

Wohngebäude zonenkonform, die mit Blick auf den durch die Bodenbewirtschaftung 

bedingten Wohnbedarf nicht überdimensioniert sind.8 Das Recht, ausserhalb der 

Wohnzone zu wohnen, ist einem relativ engen Personenkreis vorbehalten. Dazu zählen 

nur Personen, die als Betriebsinhaber oder Hilfskraft unmittelbar in der Landwirtschaft tätig 

sind sowie ihre Familienangehörigen und die abtretende Generation, die ein Leben lang in 

der Landwirtschaft tätig war.9 Ist eine Baute in der Landwirtschaftszone nicht 

zonenkonform, kann sie nur bewilligt werden, wenn die Voraussetzungen eines 

Ausnahmetatbestandes gemäss Art. 24 ff. RPG erfüllt sind.

c) Der Beschwerdeführer 1 hat zusammen mit seinem Baugesuch um eine 

Ausnahmebewilligung nach Art. 24c RPG ersucht. Anlässlich des Augenscheins vom 17. 

März 2017 führte er dann aus, er betreibe zwar kein landwirtschaftliches Gewerbe, sondern 

arbeite mit einem 100%-Pensum im D.________. Dennoch sei er Landwirt.10

Ob auf der Parzelle des Beschwerdeführers 1 noch eine landwirtschaftliche 

Bewirtschaftung erfolgt, kann vorliegend offen bleiben: Das umstrittene freistehende 

Pelletlagergebäude dient nicht unmittelbar einer landwirtschaftlichen Bewirtschaftung und 

ist daher nicht zonenkonform. Das Wohnhaus, dem die Pelletheizung dient, wird zumindest 

überwiegend von Personen bewohnt, die nicht unmittelbar in der Landwirtschaft tätig sind 

und enthält eine Ferienwohnung. Es gilt daher nicht als zonenkonformes 

landwirtschaftliches Wohngebäude. Das Pelletlagergebäude erfordert somit eine 

Ausnahmebewilligung nach Art. 24 ff. RPG. Im Übrigen könnte das Pelletlager auch dann 

nicht bewilligt werden, wenn das Haus des Beschwerdeführers 1 ein landwirtschaftliches 

Wohngebäude wäre (dazu Ziff. 5).

7 Raumplanungsverordnung des Bundesrates vom 28. Juni 2000 (RPV; SR 700.1)
8 BGer 1C_227/2014 vom 11.5.2016 E. 3.1; BGE 125 III 175 E. 2b, 121 II 307 E. 3b
9 BGer 1C_227/2014 vom 11.5.2016 E. 3.1; BGE 121 II 307 E. 5
10 Protokoll des Augenscheins vom 17. März 2017, S. 6, Votum A_______

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4. Ausnahmebewilligung Art. 24c RPG

a) Mit Verfügung vom 25. Oktober 2016 verweigerte das AGR eine 

Ausnahmebewilligung nach Art. 24c RPG für den Pellet-Lagerraum. Zur Begründung führt 

es im Wesentlichen aus, die Masse des gebauten Pellet-Lagers würden den gesetzlichen 

Rahmen sprengen, zumal in der nähergelegenen Scheune und damit innerhalb des 

bestehenden Gebäudevolumens genügend Platz für die Lagerung der Pellets habe. Die 

Gemeinde Grindelwald übernahm im Entscheid vom 9. Dezember 2016 diese Begründung. 

Die Beschwerdeführenden machen demgegenüber geltend, weil die alte, kombinierte Öl-

/Holzheizung defekt und nicht reparierbar gewesen sei, hätten sie diese noch vor 

Wintereinbruch dringend ersetzen müssen. Die neue Pelletheizung stelle aus ökologischer 

Sicht eine Verbesserung zur früheren Öl-/Holzheizung dar und die Lagerung der Pellets sei 

aus Platz- und technischen Gründen innerhalb des bestehenden Gebäudevolumens nicht 

möglich. Insbesondere könnten sie die Pellets nicht in der Scheune lagern, weil diese 

bereits für die Ablage von Werkzeugen, Material, Altpapier, Altglas, etc. benutzt werde und 

sie sich nur zur Hälfte im Eigentum des Beschwerdeführers 1 befinde. Ausserdem betrage 

die Distanz vom Wohnhaus zur Scheune 25 m und nicht, wie vom AGR angegeben, 10 m. 

Jedenfalls reiche die Behauptung, die Scheune sei von Aussen betrachtet unternutzt, nicht 

aus, um die Bewilligung für den Lagerraum zu verweigern. 

b) Bestimmungsgemäss nutzbare Bauten und Anlagen ausserhalb der Bauzonen, die 

nicht mehr zonenkonform sind, werden in ihrem Bestand grundsätzlich geschützt (Art. 24c 

Abs. 1 RPG). Gemäss Art. 41 Abs. 1 RPV ist Art. 24c RPG auf Bauten und Anlagen 

anwendbar, die rechtmässig erstellt oder geändert worden sind, bevor das betreffende 

Grundstück Bestandteil des Nichtbaugebiets im Sinne des Bundesrechts wurde 

(altrechtliche Bauten und Anlagen). Dazu gehören in erster Linie Bauten und Anlagen, die 

vor dem 1. Juli 1972 erstellt wurden. Solche Bauten und Anlagen können mit Bewilligung 

der zuständigen Behörde erneuert, teilweise geändert, massvoll erweitert oder 

wiederaufgebaut werden, sofern sie rechtmässig erstellt oder geändert worden sind 

(Art. 24c Abs. 2 RPG). Eine Änderung gilt als teilweise und eine Erweiterung als massvoll, 

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wenn die Identität der Baute einschliesslich ihrer Umgebung in den wesentlichen Zügen 

gewahrt bleibt (Art. 42 Abs. 2 RPV). Gemäss Art. 42 Abs. 3 Bst. a und b RPV gelten zudem 

quantitative Grenzen für die maximal zulässige Erweiterungsfläche. 

Erweiterungen ausserhalb eines bestehenden Gebäudes führen zu einer Veränderung des 

äusseren Erscheinungsbildes. Damit solche Veränderungen zulässig sind, müssen sie für 

eine zeitgemässe Wohnnutzung oder eine energetische Sanierung nötig oder darauf 

ausgerichtet sein, die Einpassung in die Landschaft zu verbessern (Art. 24c Abs. 4 RPG). 

An Erweiterungen ausserhalb des bestehenden Gebäudevolumens sind mit Blick auf 

Art. 24c Abs. 4 RPG hohe Anforderungen zu stellen.11 Die Frage, ob die Identität der Baute 

bei äusseren Erweiterungen gewahrt ist, stellt sich damit erst, wenn das Bauvorhaben für 

eine zeitgemässe Wohnnutzung oder für die energetische Sanierung notwendig ist, resp. 

die bessere Einpassung der Baute in die Landschaft bezweckt. In jedem Fall bleibt zudem 

die Vereinbarkeit mit den wichtigen Anliegen der Raumplanung vorbehalten (Art. 24c Abs. 

5 RPG).

c) Beim Haupthaus auf der Parzelle Grindelwald Grundbuchblatt Nr. C.________ 

handelt es sich unbestritten um ein Gebäude, welches vor dem 1. Juli 1972 rechtmässig 

erstellt worden und gemäss Art. 24c RPG grundsätzlich bestandesgeschützt ist. Das neu 

gebaute, auf alle Seiten hin freistehende Pellet-Lager stellt eine Erweiterung ausserhalb 

dieses bestehenden Gebäudevolumens dar. Das Lager hat daher die genannten 

Voraussetzungen von Art. 24c Abs. 4 RPG zu erfüllen, d.h. es muss für eine zeitgemässe 

Wohnnutzung oder eine energetische Sanierung nötig oder darauf ausgerichtet sein, die 

Einpassung in die Landschaft zu verbessern. 

d) Im Vordergrund steht eine Erweiterung für ein zeitgemässes Wohnen. 

Diesbezügliche Änderungen am äusseren Erscheinungsbild sind grundsätzlich nur 

zulässig, wenn sie nötig sind, um die ursprüngliche Wohnnutzung auf einen zeitgemässen 

Stand zu bringen. So sollen beispielsweise die Raumhöhen, die Befensterung und 

Ähnliches den modernen Bedürfnissen angepasst werden können. Insgesamt sind 

Veränderungen am äusseren Erscheinungsbild im Sinn von Art. 24c Abs. 4 RPG bzw. 

Erweiterungen ausserhalb des bestehenden Gebäudevolumens im Sinn von Art. 42 Abs. 3 

Bst. c RPV enge Grenzen gesetzt.12 Denkbar ist eine Erweiterung z.B. in jenen (seltenen) 

11 Vgl. BGer 1C_247/2015 vom 14.1.2016, E. 4.2
12 VGE 2014/322 vom 3.5.2016, E. 3.5; VGE 2013/134 vom 16.12.2014, E. 4.1

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Fällen, in denen eine Wohnung kein Bad, keine bedürfnisgerechte Küche, keine 

genügende interne Erschliessung oder objektiv zu wenig Nebenräume für Aufbewahrung, 

Waschküche und Heizung aufweist und innerhalb des Volumens kein Platz für diesen 

Raumbedarf vorhanden ist. Erweiterungen zur Schaffung von zusätzlichen Wohn- und 

Nebenflächen sind in der Regel nicht bewilligungsfähig. Nicht erfasst und damit nicht 

bewilligungsfähig sind auch Veränderungen, welche über den üblichen Standard 

hinausgehenden Komfort bieten. Die Notwendigkeit der Erweiterung für das zeitgemässe 

Wohnen ist von der Gesuchstellerin oder dem Gesuchsteller zu belegen. Damit ist die 

Pflicht verbunden, Erweiterungen so weit zumutbar zu kompensieren, beispielsweise durch 

Entfernung störender Bauteile oder Bauten, die für eine zeitgemässe Wohnnutzung nicht 

notwendig sind. Eine Erweiterung für zeitgemässes Wohnen setzt zudem stets voraus, 

dass innerhalb des bestehenden Gebäudevolumens kein Platz für den benötigten Raum 

besteht.13 

e) Das Rechtsamt konnte sich anlässlich des Augenscheins vom 17. März 2017 selbst 

ein Bild von den örtlichen Begebenheiten machen und die Räumlichkeiten der Liegenschaft 

des Beschwerdeführers 1 besichtigen. Das Erdgeschoss des Haupthauses wird südlich 

durch einen Vorraum betreten, welcher ungefähr 6.00 m x 3.90 m x 2.10 m misst und 

vorbei am Heizungsraum in die Wohnräume führt. In diesem Vorraum stehen Regale, 

Velos, Skis, Schlitten sowie diversere weitere Geräte und Gegenstände.14 In der erwähnten 

Ferienwohnung im Haupthaus befindet sich zudem ein separater Öltankraum, welcher für 

die alte Heizung verwendet worden ist und heute weitgehend leer steht.15 Weiter verfügt 

der Beschwerdeführer 1 über zwei Kellerräume. Der weiter südlich gelegene Keller mit den 

Massen von ca. 4.10 m x 4.00 x 1.90 m beinhaltet nebst Staufläche einen abgetrennten 

Raum, in welchem nach Angabe der Beschwerdeführenden Käse gelagert wird. Da zum 

Zeitpunkt der Besichtigung kein Käse gelagert wurde, war dieser Raum weitgehend 

13 Vgl. Information vom 26. September 2016 des Amts für Gemeinden und Raumordnung der Justiz-, 
Gemeinde- und Kirchendirektion des Kantons Bern, „Bauen ausserhalb der Bauzonen; Änderung der 
Bewilligungspraxis bei Ausnahmegesuchen für die Erweiterung von rechtmässig altrechtlich bestehenden, 
zonenfremden Wohnbauten Art. 24c Absatz 4 Raumplanungsgesetzt (RPG), Artikel 42 
Raumplanungsverordnung (RPV)", Bernische Systematische Information Gemeinden (BSIG) Nr. 7/721.0/14.2, 
Ziff. 2.1.2 (nachfolgend BSIG Nr. 7/721.0/14.2); Themenblatt des AGR: A1, Änderungen von altrechtlichen 
Bauten und Anlagen, S. 2; VGE 2014/322 vom 3.5.16, E. 3.5, mit Hinweis auf die Materialien; BDE vom 
13. Juni 2016, RA-Nr. 110/1016/44
14 Fotos Nrn. 31 und 32 der Fotodokumentation zum Augenschein vom 17. März 2017, Protokoll des 
Augenscheins vom 17. März 2017, S. 9
15 Fotos Nrn. 20 und 21 der Fotodokumentation zum Augenschein vom 17. März 2017, Protokoll des 
Augenscheins vom 17. März 2017, S. 8

http://www.jgk.be.ch/jgk/de/index/baubewilligungen/baubewilligungen/bauen_ausserhalb_bauzone/Themen_uebersicht.assetref/dam/documents/JGK/AGR/de/Baubewilligungen/Bauen%20ausserhalb%20der%20Bauzone/Themenblaetter/agr_bauen_babz_themenblatt_l2_landwirtschaftliches_wohnen_de.pdf
http://www.jgk.be.ch/jgk/de/index/baubewilligungen/baubewilligungen/bauen_ausserhalb_bauzone/Themen_uebersicht.assetref/dam/documents/JGK/AGR/de/Baubewilligungen/Bauen%20ausserhalb%20der%20Bauzone/Themenblaetter/agr_bauen_babz_themenblatt_l2_landwirtschaftliches_wohnen_de.pdf

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unbenutzt.16 Das zweite, nördlichere Kellerabteil misst rund 4.20 m x 3.70 m x 2.10 m. Hier 

werden Gläser, Töpfe, usw. aufbewahrt. Das Kellerabteil ist platzmässig nicht 

ausgelastet.17 Schliesslich befindet sich im Haupthaus ein Dachboden, welcher ebenfalls 

noch freie Staufläche aufweist.18 Das Rechtsamt besichtigte zudem die im Eigentum des 

Beschwerdeführers 1 stehende Scheunenhälfte. Diese weist ein Erdgeschoss und ein 

Obergeschoss auf. Die Grundfläche des Erdgeschosses misst rund 6.40 m x 5.00 m. Die 

Beschwerdeführenden haben dort ein landwirtschaftliches Fahrzeug abgestellt und 

zahlreiche Gegenstände wie Werkzeuge, Altpapier, Altglas, usw. deponiert. Im 

Obergeschoss der Scheunenhälfte wird Stroh gelagert.19

Aus dem Gesagten geht hervor, dass die Beschwerdeführenden innerhalb des 

bestehenden Gebäudevolumens über ungenutzte Raumreserven verfügen. So ist unter 

anderem im Keller, im alten Öltankraum oder auf dem Dachboden des Haupthauses freie 

Nutz- und Stauflächen vorhanden. In der Scheune werden zudem in grösseren Mengen zu 

entsorgende Materialien wie Altglas, Altpapier, etc. aufbewahrt. Anlässlich des 

Augenscheins vom 17. März 2017 führte der Beschwerdeführer 1 selbst aus, die Scheune 

unter anderem als Abstellraum für zu entsorgende Gegenstände zu nutzen.20 Es mag zwar 

zutreffen, dass mit den momentanen Verhältnissen nicht ohne weiteres ein Jahresvorrat an 

Pellets innerhalb des bestehenden Gebäudevolumens aufbewahrt werden kann. Der 

vorhandene Platz lässt sich mit Umräumung der verteilt gelagerten Gegenstände jedoch 

erheblich effizienter nutzen. Es ist auch nicht erforderlich, dass die Beschwerdeführenden 

Platz für einen ganzen Jahresvorrat an Pellets frei zu räumen vermögen. Vielmehr ist eine 

regelmässige Lieferung von kleineren Pelletmengen, beispielsweise von 

Dreimonatsvorräten, zumutbar und nicht unüblich. 

16 Fotos Nrn. 22 - 25 der Fotodokumentation zum Augenschein vom 17. März 2017, Protokoll des 
Augenscheins vom 17. März 2017, S. 8 und 9
17 Fotos Nrn. 26 - 28 der Fotodokumentation zum Augenschein vom 17. März 2017, Protokoll des 
Augenscheins vom 17. März 2017, S. 8 und 9 
18 Fotos Nrn. 33 - 36 der Fotodokumentation zum Augenschein vom 17. März 2017, Protokoll des 
Augenscheins vom 17. März 2017, S. 9 und 10
19 Fotos Nrn. 8, 9 und 12 - 19 der Fotodokumentation zum Augenschein vom 17. März 2017, Protokoll des 
Augenscheins vom 17. März 2017, S. 5 - 7
20 Protokoll des Augenscheins vom 17. März 2017, S. 5 und 6, Votum A.________

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Bereits der heute wenig benutzte, alte Öltankraum mit den Massen von ca. 3.90 m 

x 2.30 m x. 2.00 m bzw. 1.70 m21 bietet ausreichend Platz für eine solche 

Dreimonatslieferung an Pellets, wie dies auch anlässlich des Augenscheins bestätigt 

wurde.22 Der Beschwerdeführer 1 machte anlässlich des Augenscheins zwar geltend, die 

Feriengäste würden den Öltankraum als Abstellraum nutzen und z.B. ihre Skischuhe dort 

deponieren.23 Eine solche unregelmässige und keinesfalls zwingende Nutzung vermag an 

der Eignung des alten Öltankraums als Pellet-Lager jedoch nichts zu ändern. Der Keller 

bietet ebenfalls genügend Raum für die Pelletlagerung, wobei auch hier nicht Platz für 

einen ganzen Jahresvorrat vorhanden sein muss. Die Beschwerdeführenden geben an, im 

Keller regelmässig Grundwasserprobleme zu haben.24 Mit einem Standort des Lagers 

innerhalb des bestehenden Gebäudevolumens können sich tatsächlich zusätzliche 

bautechnische Schwierigkeiten stellen; beispielsweise betreffend Grundwasser, 

Brandschutz oder Befüllung des Lagers.25 Die moderne Bautechnik erlaubt jedoch auch bei 

solchen Verhältnissen einwandfreie Lösungen, womit diesen Aspekten und insbesondere 

auch der Grundwasserproblematik im Keller ohne weiteres Genüge getan werden kann.

f) Im Übrigen wäre mit entsprechender Planung auch ein Lager in der Scheune möglich 

gewesen: Gemäss Angaben des Herstellers der strittigen Pelletheizung darf die maximale 

Entfernung zwischen dem Pellet-Lager und der Heizung rund 14 m bis 15 m betragen.26 

Bei einem Einbau der Heizung im Garagenvorraum hätte die Entfernung zwischen Heizung 

und Scheune auf dem weitestgehend ebenen Zwischengelände auf rund 10 m verkürzt 

werden können27, womit keine Distanzprobleme entstanden wären. Platz für ein Pellet-

Lager in der Scheune ist ebenfalls vorhanden. So kann Altglas, Altpapier, etc. entsorgt und 

weitere Gegenstände in anderen Räumen wie dem Dachboden aufbewahrt werden. Ein 

Ortswechsel der Heizung wäre zwar mit Kosten verbunden, jedoch immer noch möglich. 

21 Fotos Nrn. 20 und 21 der Fotodokumentation zum Augenschein vom 17 März 2017, Protokoll des 
Augenscheins vom 17. März 2017, S. 8
22 Protokoll des Augenscheins vom 17. März 2017, S. 8, Votum D.________
23 Protokoll des Augenscheins vom 17. März 2017, S. 8, Votum A.________
24 Protokoll des Augenscheins vom 17. März 2017, S. 8 und 9, Voten A_________
25 Vgl. Protokoll des Augenscheins vom 17. März 2017, S. 8 und 9, Voten D.________ und A.________
26 Schreiben D.________ AG vom 13. März 2017, Protokoll des Augenscheins vom 17. März 2017, S. 4 und 7, 
Voten D.________
27 Vgl. Fotos Nrn. 29 - 32 der Fotodokumentation zum Augenschein vom 17 März 2017; Protokoll des 
Augenscheins vom 17. März 2017, S. 7 (Messung von der Scheune zum südlichen Ende der Ostfassade des 
Haupthauses)

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Platz für den neuen Heizungsstandort kann u.a. geschaffen werden, indem Gegenstände 

des Garagenvorraums in den frei werdenden, aktuellen Heizungsraum gestellt werden. 

g) Mit anderer Planung, effizienterer Raumnutzung oder einer geringeren Vorratsmenge 

an Pellets verfügen die Beschwerdeführenden also über genügend Platz innerhalb des 

bestehenden Gebäudevolumens, um die Pellets zu lagern und die Heizung zu betreiben. 

Der Bau des freistehenden Pellet-Lagers kann deshalb nicht mit der zeitgemässen 

Wohnnutzung gemäss Art. 24c Abs. 4 RPG begründet werden. Im Übrigen würde der 

Pellet-Lagerraum selbst bei Annahme von unzureichenden Platzverhältnissen nicht unter 

den Begriff des zeitgemässen Wohnens fallen. Bereits das alte Heizsystem mit der 

kombinierten Öl-/Holzheizung erlaubte ein Wohnen auf dem üblichen Standard. Ein 

Wechsel auf eine Pelletheizung ist ökologisch zwar zu begrüssen. Angesichts der strengen 

Rechtsprechung zu Erweiterungen ausserhalb des bestehenden Gebäudevolumens war 

ein solcher Wechsel – bezogen auf das Kriterium des zeitgemässen Wohnens – aber nicht 

notwendig. Der übliche Standard hätte auch mit einer anderweitigen Lösung betreffend den 

Ersatz der defekten und offenbar nicht reparaturfähigen Heizung fortbestanden.

h) Die übrigen Varianten von Art. 24c Abs. 4 RPG sind ebenfalls nicht gegeben. So 

setzt eine energetische Sanierung im eigentlichen Sinn grundsätzlich umfassende 

Sanierungsmassnahmen voraus, welche beispielsweise eine Aussenisolation der 

Fassaden und allenfalls eine Änderung der Befensterung notwendig erscheinen lassen.28 

Einerseits haben die Beschwerdeführenden im Zusammenhang mit der neuen Heizung 

keine solchen Massnahmen vorgenommen29 und andererseits gilt auch hier, dass das 

strittige Lager im Freien für die Umstellung auf eine Pelletheizung nicht notwendig ist. Die 

dritte Variante von Art. 24c Abs. 4 RPG, die verbesserte Einpassung in die Landschaft, 

steht nicht zur Diskussion.

i) Zusammengefasst stellt der neu gebaute Pellet-Lagerraum eine Erweiterung 

ausserhalb des bestehenden Gebäudevolumens dar, welche die Anforderungen von 

Art. 24c Abs. 4 RPG nicht erfüllt. Für eine Berücksichtigung der von den 

Beschwerdeführenden vorgebrachten finanziellen und ökologischen Aspekte bleibt deshalb 

kein Raum. Ebenfalls offen bleiben kann vor diesem Hintergrund die Frage, ob die 

quantitativen Grenzen einer Erweiterung gemäss Art. 42 Abs. 3 RPV eingehalten sind. Das 

28 Vgl. BSIG Nr. 7/721.0/14.2, Ziff. 2.1.2
29 Protokoll des Augenscheins vom 17. März 2017, S. 4, Votum A.________

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AGR hat zu Recht eine Ausnahmebewilligung für das Pellet-Lager verweigert und die 

Gemeinde Grindelwald richtigerweise den diesbezüglichen Bauabschlag erteilt.

5. Bewilligung nach Art. 16a RPG

Die Landwirtschaftszone soll von Überbauungen aller Art möglichst frei gehalten werden 

(Art. 16 Abs. 1 RPG). Es ist deshalb auch bei zonenkonformen Bauten in der 

Landwirtschaftszone in erster Linie zu prüfen, ob die vorgesehene Nutzung in einer bereits 

vorhandenen Baute möglich ist.30 Die Erstellung zusätzlicher Bauten ohne Ausschöpfung 

von vorhandenen Raumreserven widerspricht dem Gebot haushälterischer Bodennutzung 

(Art. 75 Abs. 1 BV31, Art. 1 Abs. 1 RPG), der Nachhaltigkeit (Art. 73 BV) sowie den 

Planungszielen und -grundsätzen von Art. 1 Abs. 2 lit. a und d und Art. 3 Abs. 2 RPG.

Da in den bestehenden Gebäuden auf der Parzelle des Beschwerdeführers 1 noch 

Raumreserven vorhanden sind, könnte das freistehende Pelletlagergebäude auch dann 

nicht bewilligt werden, wenn diese Bauten einem landwirtschaftlichen Betrieb dienen 

würden.

6. Wiederherstellung

a) Wird ein Bauvorhaben ohne Baubewilligung ausgeführt, so setzt die 

Baupolizeibehörde eine angemessene Frist zur Wiederherstellung des rechtmässigen 

Zustands unter Androhung der Ersatzvornahme (Art. 46 Abs. 1 und 2 BauG). Die 

Wiederherstellungsanordnung muss im öffentlichen Interesse liegen, verhältnismässig sein 

und darf den Vertrauensgrundsatz nicht verletzen (Art. 47 Abs. 6 BewD32). 

Verhältnismässig ist eine Anordnung dann, wenn sie zur Erreichung des angestrebten Ziels 

geeignet und erforderlich und für die Betroffenen zumutbar ist. Bei geringfügigen 

Abweichungen und wenn die Bauherrschaft im baurechtlichen Sinn gutgläubig handelte, 

kann die Wiederherstellung unterbleiben, wenn nicht gewichtige öffentliche oder private 

30 BGE 129 II 413 E. 3.2; BGer 1C_565/2008 vom 19.6.2009 E. 2 und E. 5, 1C_567/2015 vom 29.8.2016 E. 4.1 
mit Hinweisen; Themenblatt des AGR: L2, Landwirtschaftliches Wohnen, Art. 16a RPG, S. 2
31 Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV; SR 101)
32 Dekret vom 22. März 1994 über das Baubewilligungsverfahren (Baubewilligungsdekret, BewD; BSG 725.1)

http://www.jgk.be.ch/jgk/de/index/baubewilligungen/baubewilligungen/bauen_ausserhalb_bauzone/Themen_uebersicht.assetref/dam/documents/JGK/AGR/de/Baubewilligungen/Bauen%20ausserhalb%20der%20Bauzone/Themenblaetter/agr_bauen_babz_themenblatt_l2_landwirtschaftliches_wohnen_de.pdf

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Interessen diese gebieten. Bei bösem Glauben der Bauherrschaft kann auf die 

Wiederherstellung nur verzichtet werden, wenn die Abweichung vom Erlaubten 

unbedeutend ist oder die Wiederherstellung nicht im öffentlichen Interesse liegt oder 

unverhältnismässig wäre. Auf den Grundsatz der Verhältnismässigkeit kann sich somit 

auch eine Bauherrschaft berufen, die nicht gutgläubig gehandelt hat. Sie muss aber in Kauf 

nehmen, dass die Behörden aus grundsätzlichen Erwägungen, nämlich zum Schutz der 

Rechtsgleichheit und der baulichen Ordnung, dem Interesse an der Wiederherstellung des 

gesetzmässigen Zustands erhöhtes Gewicht beimessen und die der Bauherrschaft 

allenfalls erwachsenden Nachteile nicht oder nur in verringertem Mass berücksichtigen. So 

fallen finanzielle Interessen kaum je ins Gewicht.33 

b) Die Beschwerdeführenden vertreten die Ansicht, die Wiederherstellung liege nicht im 

öffentlichen Interesse und sei unverhältnismässig. Einerseits stelle die Pelletheizung 

ökologisch eine Verbesserung zur früheren, kombinierten Öl-/Holzheizung dar. 

Andererseits hätten sie ein regionales Produkt unterstützen und so die lokalen 

Arbeitsplätze sichern wollen. Zudem habe es keine Einsprachen gegeben. Ihnen könne 

nicht zugemutet werden, bloss wegen des Standorts des Pellet-Lagers die 

bewilligungsfähige Heizung zurückzubauen, zumal sie dann gar keine Heizung mehr 

hätten. Auch die Kosten würden in keinem vernünftigen Verhältnis zum Nutzen stehen. 

Schliesslich habe er aus einer drohenden Notlage heraus gehandelt, weil die Heizung vor 

Wintereinbruch habe fertiggestellt werden müssen.

c) Ein öffentliches Interesse an der Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes ist 

im Allgemeinen gegeben, da das Interesse an der Einhaltung der baurechtlichen 

Bestimmungen und an der konsequenten Verhinderung von Bauten, die der baurechtlichen 

Ordnung widersprechen, generell gross ist. Besonderes Gewicht kommt dem öffentlichen 

Interesse am konsequenten Vollzug des Bau-, Planungs- und Umweltrechts ausserhalb 

des Baugebiets zu.34 Das umstrittene Pellet-Lager befindet sich ausserhalb des 

Baugebiets. Die Beschwerdeführenden haben ohne Baubewilligung und ohne 

Ausnahmebewilligung nach Art. 24 ff. RPG gebaut und damit die Vorschriften des 

Raumplanungsrechts verletzt. Dies widerspricht zwingenden öffentlichen Interessen. Daran 

33 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 46 
N 9 ff. mit Hinweisen; Beat Stalder, in: Bernisches Verwaltungsrecht, 2. Aufl., Kapitel 8 N 192
34 Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 46 N. 9a; BGE 136 II 359 E. 6; vgl. auch BGer 1C_397/2007 E. 3.4; BVR 1992 
S. 488 E. 3

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ändert nichts, dass vorliegend keine Einsprachen gegen das Bauvorhaben eingegangen 

sind. Es trifft zwar zu, dass die neue Pelletheizung eine ökologische Verbesserung zur 

früheren Situation darstellt. Entsprechend wurde in Ziff. V.1.1 des angefochtenen 

Entscheids vom 9. Dezember 2016 die Pelletheizung auch bewilligt. Für die Aufbewahrung 

der Pellets hätten die Beschwerdeführenden aber auch im bestehenden Gebäudevolumen 

genügend Platz. Es ist ihnen daher möglich und unbenommen, die Pellets anders zu 

lagern und die bewilligte Pelletheizung auch ohne den erstellten Lagerraum weiterhin zu 

benützen. Ihre ökologischen und wirtschaftsfördernden Vorbringen verfangen daher nicht. 

Die angeordnete Wiederherstellung liegt im öffentlichen Interesse.

d) Der Rückbau des freistehenden Pellet-Lagers ist geeignet und erforderlich, um den 

gesetzeskonformen Zustand wieder herzustellen und die unzulässige Veränderung am 

äusseren Erscheinungsbild rückgängig zu machen. Es ist nicht ersichtlich, wie dies mit 

einer milderen Massnahme möglich wäre; namentlich bleibt für einen bloss teilweisen 

Rückbau kein Raum.

e) Die Wiederherstellung ist auch zumutbar: Weil die Heizung an sich bewilligt wurde, 

umfasst das Interesse der Beschwerdeführenden ausschliesslich das nicht notwendige, 

freistehende Pellet-Lager. Zwar sind der Abbruch des Pellet-Lagers und dessen allfällige 

Neuerrichtung innerhalb des bestehenden Gebäudevolumens mit zeitlichen und 

finanziellen Aufwendungen verbunden. Die Gemeinde wandte sich jedoch am 

8. September 2016 telefonisch und am 9. September 2016 schriftlich an den 

Beschwerdeführer 1 mit der Aufforderung, den vorzeitig begonnenen Bau des Pellet-

Lagers bis zum Vorliegen einer rechtskräftigen Bewilligung einzustellen. Indem die 

Bauherrschaft das Pellet-Lager dennoch fertigstellte, handelte sie – unabhängig davon, ob 

er sich über die Tragweite der Aufforderungen im Klaren war – im baurechtlichen Sinne 

bösgläubig. Daher könnte auf die Wiederherstellung nur dann verzichtet werden, wenn die 

Abweichung vom Erlaubten unbedeutend oder nicht im öffentlichen Interesse wäre. Beides 

ist nicht der Fall. Auch die finanziellen Nachteile sind wegen der fehlenden Gutgläubigkeit 

von untergeordneter Bedeutung. Mit der nachfolgend angesetzten Wiederherstellungsfrist 

lässt sich zudem eine allfällige heizungsfreie Zeit grundsätzlich verhindern (vgl. dazu 

sogleich E. 3.f). Im Übrigen wäre auch bei Gutgläubigkeit der Bauherrschaft nicht von einer 

Wiederherstellung abzusehen, da es sich bei der Wahrung der Zonenkonformität in der 

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Landwirtschaftszone um ein gewichtiges öffentliches Interessen handelt.35 Das öffentliche 

Interesse an der Wiederherstellung überwiegt die Nachteile, die den Beschwerdeführenden 

dadurch entstehen.

f) Die Gemeinde hat die Frist für die Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands 

mit Ziffer V.1.2 des angefochtenen Entscheids auf den 30. Mai 2017 festgelegt. Diese Frist 

ist angesichts des baldigen Ablaufs neu anzusetzen. Den Beschwerdeführenden ist die 

Möglichkeit einzuräumen, mit dem Abbruch des Lagers eine gleichzeitige Installation eines 

neuen Lagers innerhalb des bestehenden Volumens vorzunehmen, um eine durchgehende 

Heizung sicherzustellen. Die Frist wird deshalb bis am 31. Oktober 2017 verlängert. Da der 

Entscheid der BVE im Frühjahr erfolgt, bleibt den Beschwerdeführenden ausreichend Zeit, 

um die Arbeiten vorzunehmen. Diese Frist trägt auch den von ihnen vorgebrachten 

Witterungsverhältnissen ausreichend Rechnung. 

g) Zusammenfassend ergibt sich, dass die angeordnete Wiederherstellung des 

rechtmässigen Zustands im öffentlichen Interesse liegt, den Vertrauensgrundsatz nicht 

verletzt und verhältnismässig ist. Die Beschwerde ist abzuweisen und die Verfügung des 

AGR und der Gemeinde zu bestätigen. 

7. Kosten

a) Die Beschwerde vom 15. Dezember 2016 ist abzuweisen. Bei diesem Ausgang des 

Verfahrens unterliegen die Beschwerdeführenden. Sie haben die Verfahrenskosten zu 

tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG36). Diese werden bestimmt auf eine Pauschalgebühr von 

Fr. 800.– (Art. 103 Abs. 2 VRPG in Verbindung mit Art. 19 Abs. 1 GebV37). Für den 

Augenschein vom 17. März 2017 wird in Anwendung von Art. 20 Abs. 1 GebV eine 

zusätzliche Gebühr von Fr. 350.– erhoben. Die Verfahrenskosten belaufen sich demnach 

auf gesamthaft Fr. 1'150.–. Die Beschwerdeführenden haften solidarisch für den gesamten 

Betrag.

35 Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 46 N. 9b/d mit Hinweis auf BGE 132 II 21 E. 6.4 und BGer 1C_404/2009 vom 
12.5.2010 E. 4
36 Gesetz vom 23 Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21)
37 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; 
BSG 154.21)

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b) Parteikosten werden keine gesprochen (Art. 104 Abs. 1 und 4 VRPG).

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III. Entscheid

1. Die Beschwerde vom 15. Dezember 2016 wird abgewiesen. Der Bauentscheid mit 

Wiederherstellungsverfügung der Gemeinde Grindelwald vom 9. Dezember 2016 

sowie die Verfügung des AGR vom 25. Oktober 2016 werden bestätigt.

2. Die Frist zur Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes gemäss Ziffer V.1.2 

des Entscheids der Gemeinde Grindelwald vom 9. Dezember 2016 (Rückbau des 

Pellet-Lagers) wird neu auf den 31. Oktober 2017 angesetzt.

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 1'150.– werden den Beschwerdeführenden zur 

Bezahlung auferlegt. Sie haften solidarisch für den gesamten Betrag. Eine separate 

Zahlungseinladung folgt, sobald dieser Entscheid in Rechtskraft erwachsen ist.

4. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

IV. Eröffnung

- Frau B.________ und Herrn A.________, eingeschrieben

- Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Grindelwald, Bauverwaltung, eingeschrieben

- Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR), per Kurier

BAU-, VERKEHRS- UND 

ENERGIEDIREKTION

Die Direktorin

Barbara Egger-Jenzer

Regierungsrätin