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**Case Identifier:** 97371d7c-4ebd-5e2a-ad7b-7140049de076
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-06-10
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 10.06.2015 200 2014 1164
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2014-1164_2015-06-10.pdf

## Full Text

200 14 1164 IV
SCI/PES/KRK

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 10. Juni 2015

Verwaltungsrichter Schwegler, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Loosli, Verwaltungsrichter Knapp
Gerichtsschreiber Peter

A.________
vertreten durch B.________, Fürsprecher C.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 4. November 2014

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Juni 2015, IV/14/1164, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Im Mai 2011 meldete sich die 1986 geborene A.________ (nachfolgend 
Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) zum ersten Mal bei der Invaliden-
versicherung zum Leistungsbezug an (Antwortbeilage [AB] 1). Nach ersten 
Abklärungen in erwerblicher und medizinischer Hinsicht (AB 5, 10, 12, 16, 
17) verneinte die IV-Stelle Bern (nachfolgend IV-Stelle bzw. Beschwerde-
gegnerin) mit Verfügung vom 20. März 2012 einen Anspruch der Versicher-
ten auf Invalidenleistungen mit der Begründung, die Abklärungen hätten 
ergeben, dass die Versicherte ihre bisherige Tätigkeit wieder vollumfänglich 
habe aufnehmen können, womit die Voraussetzungen zum Bezug von IV-
Leistungen nicht erfüllt seien (AB 20).

B.

Mit Schreiben vom 22. Oktober 2013 meldete sich die Versicherte unter 
Beilage eines Berichts ihres behandelnden Psychiaters Dr. med. 
D.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 
15. Oktober 2013 erneut zum Bezug von IV-Leistungen an und beantragte 
eine Rente. Dabei führte sie unter anderem aus, dass sie ihren Job als … 
wegen Überforderung und in der Folge psychotischen Symptomen habe 
aufgeben müssen. Sie arbeite noch stundenweise für die E.________ in … 
(AB 23). 

Die IV-Stelle holte in der Folge bei der E.________ wie auch der 
F.________ mittels Fragebogen für Arbeitgebende Auskünfte (AB 27, 28) 
sowie bei den die Versicherte behandelnden Ärzten neue Berichte ein 
(AB 31, 34, 35, 39). 

Am 25. April 2014 ging der IV-Stelle ein zwischen der Versicherten und der 
G.________ per 1. April 2014 abgeschlossener Rahmenarbeitsvertrag zu, 
mit dem Hinweis, dass sie zur Zeit 3.5 Stunden die Woche arbeite (AB 38).

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Am 12. August 2014 nahm der Abklärungsdienst der IV-Stelle bei der Ver-
sicherten zu Hause eine Erhebung vor und erstellte am 4. September 2014 
einen Abklärungsbericht Haushalt (AB 45). Insbesondere gestützt auf die-
sen Abklärungsbericht stellte die IV-Stelle der Versicherten in der Folge mit 
Vorbescheid vom 10. September 2014 die Abweisung ihres Leistungsbe-
gehrens in Aussicht. Es bestehe kein Anspruch auf eine Invalidenrente 
(AB 46).

Gegen diesen Vorbescheid erhob die Versicherte zusammen mit ihrem 
behandelnden Psychiater Dr. med. D.________ mit Schreiben vom 8. Ok-
tober 2014 Einwand (AB 47).

Die IV-Stelle forderte ihren Abklärungsdienst in der Folge zu einer Stel-
lungnahme zu den erhobenen Einwänden auf (AB 48). Hierauf gingen ihr 
zwei Stellungnahmen zu: Eine in medizinischer Hinsicht, bestätigt durch 
Dr. med. H.________ vom RAD, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin 
FMH (AB 50), und eine zur Abklärung und Bemessung des Invaliditätsgra-
des durch den Abklärungsdienst (AB 54). 

Am 27. Oktober 2014 gingen der IV-Stelle zudem zwei Berichte zur statio-
nären Behandlung der Versicherten in den psychiatrischen Diensten 
I.________ vom 15. November 2013 bis zum 16. Januar 2014 zu (AB 52).

Mit Verfügung vom 4. November 2014 wies die IV-Stelle das Leistungsbe-
gehren der Versicherten ihrem Vorbescheid vom 10. September 2014 
(AB 46) entsprechend ab (AB 55).

C.

Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte, vertreten durch 
B.________, Fürsprecher C.________, am 4. Dezember 2014 Beschwerde 
mit den Rechtsbegehren, die Verfügung sei aufzuheben und es sei ihr eine 
Invalidenrente zuzusprechen. Zudem sei ihr die unentgeltliche Rechtspfle-
ge unter Beiordnung von Fürsprecher C.________ als amtlicher Anwalt zu 
gewähren. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Be-
schwerdegegnerin.

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Am 31. Dezember 2014 ging dem Verwaltungsgericht ein Schreiben vom 
22. Dezember 2014 von Dr. med. J.________ von den psychiatrischen 
Diensten I.________ zu, wonach sich die Beschwerdeführerin seit dem 
16. Dezember 2014 bis auf weiteres dort in stationärer Behandlung befin-
de. Der Übertritt sei unmittelbar aus den psychiatrischen Diensten 
K.________ erfolgt, wo die Versicherte bereits seit dem 6. Dezember 2014 
hospitalisiert gewesen sei (Beschwerdebeilage [BB] 6). 

Am 19. Januar 2015 erfolgte sodann eine Mitteilung durch den Rechtsver-
treter der Beschwerdeführerin, dass seine Mandantin am 27. Dezember 
2014 einen Suizidversuch unternommen und sich dabei mehrere schwere 
Verletzungen und Brüche zugezogen habe. Sie sei bis auf weiteres im 
Spital L.________.

Mit Beschwerdeantwort vom 2. Februar 2015 beantragt die Beschwerde-
gegnerin die Abweisung der Beschwerde. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-

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cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Angefochten ist die Verfügung der IV-Stelle Bern vom 4. November 
2014 (AB 55). Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin im 
Rahmen ihrer Neuanmeldung Anspruch auf eine Rente der Invalidenversi-
cherung hat.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer 
Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen 
Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem 
nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 
ATSG). 

2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-

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lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach Ab-
lauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG frühestens 
nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsan-
spruchs nach Art. 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die 
Vollendung des 18. Altersjahres folgt. Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht 
der Anspruch auf eine ganze Rente, wenn die versicherte Person mindes-
tens 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60% 
invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht An-
spruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 
40% ein solcher auf eine Viertelsrente.

2.3 Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenan-
spruchs als auch anlässlich einer Rentenrevision stellt sich unter dem Ge-
sichtspunkt von Art. 8 ATSG die Frage nach der anwendbaren Invaliditäts-
bemessungsmethode (Art. 16 ATSG sowie Art. 28a Abs. 2 und 3 IVG).

Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig Erwerbstätige 
oder als Nichterwerbstätige einzustufen ist – was je zur Anwendung einer 
anderen Methode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich, 
Betätigungsvergleich, gemischte Methode) führt –, ergibt sich aus der Prü-
fung, was sie bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine 
gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde (BGE 125 V 146 E. 2c S. 150). 
Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versi-
cherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in 
welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre (BGE 133 V 504 
E. 3.3 S. 508). Die Frage nach der anwendbaren Methode beurteilt sich 
praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der 
Verwaltungsverfügung (vgl. BGE 129 V 167 E. 1 S. 169) entwickelt haben, 
wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten 
(Teil-)Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad 
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 125 V 146 
E. 2c S. 150, 117 V 194 E. 3b S. 195).

2.4 Nach Art. 28a Abs. 3 IVG wird bei Versicherten, die nur zum Teil 
erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der 

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Ehegattin mitarbeiten, für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG 
festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die 
Invalidität für diese Tätigkeit gestützt auf einen Betätigungsvergleich ermit-
telt (Art. 28a Abs. 2 IVG). In diesem Falle sind der Anteil der Erwerbstätig-
keit beziehungsweise der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegat-
ten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich 
festzulegen und der Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen 
(sog. gemischte Methode; BGE 125 V 146 E. 2a S. 150). Bei der Bemes-
sung der Invalidität im erwerblichen Bereich sind dabei die Vergleichsgrös-
sen Validen- und Invalideneinkommen im zeitlichen Rahmen der ohne Ge-
sundheitsschaden (voraussichtlich dauernd) ausgeübten Teilerwerbstätig-
keit zu bestimmen (BGE 131 V 51 E. 5.1.1 S. 53, 125 V 146 E. 2b S. 149). 

2.5 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird bei einer erwerbs-
tätigen versicherten Person das Erwerbseinkommen, das sie nach Eintritt 
der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und 
allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit 
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt 
zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 
geworden wäre (Art. 16 ATSG). Bei nicht erwerbstätigen Versicherten, die 
im Aufgabenbereich tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätig-
keit nicht zugemutet werden kann (Art. 5 Abs. 1 IVG und Art. 8 Abs. 3 
ATSG), wird für die Bemessung der Invalidität darauf abgestellt, in wel-
chem Mass sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen 
(Art. 28a Abs. 2 IVG; spezifische Methode; BGE 125 V 146 E. 2a S. 149). 
Als Aufgabenbereich der im Haushalt tätigen, nicht erwerbstätigen Perso-
nen gelten insbesondere die übliche Tätigkeit im Haushalt, die Erziehung 
der Kinder sowie gemeinnützige und künstlerische Tätigkeiten (Art. 27 der 
Verordnung über die Invalidenversicherung vom 17. Januar 1961 [IVV; 
SR 831.201]). 

2.6 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-

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lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 132 V 93 E. 4 S. 99). 

Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass das 
Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, unab-
hängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

2.7 Wurde eine Rente wegen eines fehlenden oder zu geringen Invali-
ditätsgrades bereits einmal verweigert, so wird eine neue Anmeldung nur 
geprüft, wenn die versicherte Person glaubhaft macht, dass sich der Grad 
der Invalidität in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat 
(Art. 87 Abs. 2 und 3 IVV). Die Behandlung der Eintretensfrage durch die 
Verwaltung ist vom Gericht nur zu überprüfen, wenn das Eintreten streitig 
ist (BGE 109 V 108 E. 2b S. 114).

Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache mate-
riell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Per-
son glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsäch-
lich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revi-
sionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (SVR 2011 IV Nr. 2 S. 8 
E. 3.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren 
rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das 
neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die fest-
gestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine rentenbegründende Inva-
lidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt 
die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 
E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1). Anlass zur Rentenrevision 
gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die ge-
eignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beein-

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flussen. Die Invalidenrente ist deshalb nicht nur bei einer wesentlichen 
Veränderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar, 
wenn sich die erwerblichen Auswirkungen (oder die Auswirkungen auf die 
Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) des an sich gleich gebliebenen 
Gesundheitszustandes erheblich verändert haben. Ein Revisionsgrund ist 
ferner unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine andere Art der 
Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine Wandlung des 
Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 130 V 343 E. 3.5 S. 349, 117 V 198 
E. 3b S. 199; SVR 2013 IV Nr. 44 S. 135 E. 3.1.1).

2.8 Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invali-
ditätsgrad erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuan-
meldungsverfahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG 
– durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten mate-
riellen Beurteilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit 
demjenigen zur Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 
S. 112; 130 V 71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b). 

Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Rentenan-
spruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter Berück-
sichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlaggeben-
den Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invaliditäts-
schätzungen zu prüfen (BGE 117 V 198 E. 4b S. 200; SVR 2011 IV Nr. 37 
S. 109 E. 1.1).

3.

3.1 Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung der Beschwer-
deführerin (AB 23) eingetreten und hat in der Folge materiell geprüft, ob 
nunmehr eine einen Leistungsanspruch begründende Invalidität zu bejahen 
ist. Gestützt auf die von ihr vorgenommenen Abklärungen hat sie dies ver-
neint und das erneute Leistungsbegehren der Beschwerdeführerin abge-
wiesen. Streitig und zu prüfen ist, ob sie dies zu Recht getan hat, wobei die 
Frage des Eintretens auf die Neuanmeldung hier nicht zu prüfen ist (BGE 
109 V 108 E. 2b S. 114).

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Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Juni 2015, IV/14/1164, Seite 10

3.2 Die Rentenabweisung vom 20. März 2012 (welche hier Vergleichs-
zeitpunkt ist; vgl. E. 2.8 hiervor) erfolgte mit der Begründung, die Be-
schwerdeführerin habe ihre bisherige Tätigkeit wieder vollumfänglich auf-
nehmen können, womit die Voraussetzungen zum Bezug von IV-
Leistungen nicht erfüllt seien (AB 20). Die Beschwerdegegnerin stützte sich 
dabei auf die entsprechenden Angaben des behandelnden Psychiaters im 
Arztbericht vom 31. Januar 2012 Ziff. 1.4 (AB 17 S. 4).

Gemäss Neuanmeldung vom 22. Oktober 2013 musste die Beschwerde-
führerin ihre Anstellung als … wegen Überforderung und in der Folge psy-
chotischen Symptomen zwischenzeitlich aufgeben. Sie arbeite noch stun-
denweise für die E.________ in … (AB 23 S. 1). In dem der Neuanmeldung 
beigelegten Bericht des behandelnden Psychiaters vom 15. Oktober 2013 
ist diesbezüglich festgehalten, dass die Beschwerdeführerin in der … 
gekündigt und einige Monate an drei Tagen pro Woche während ca. zwei 
Stunden im … und jeden Samstag während neun Stunden an … gearbeitet 
habe. Obwohl dieses Arbeitspensum im Vergleich zu früher moderat er-
scheine, sei es für die Beschwerdeführerin von Beginn an grenzwertig ge-
wesen. Sie ermüde stark, wenn sie vier Stunden oder mehr am Stück ar-
beiten müsse. Nach der langen Zeit am … habe sie gelegentlich auch wie-
der Stimmen gehört. Die Überlastung sei so weit gegangen, dass in den 
letzten Wochen wiederholt eine neue stationäre Aufnahme zur Diskussion 
gestanden habe; eine solche habe bisher noch vermieden werden können. 
Die Beschwerdeführerin habe die Stelle bei der … wieder gekündigt (AB 23 
S. 5). 

3.3 Nachdem die Beschwerdeführerin die der Verfügung vom 20. März 
2012 zugrunde gelegte Tätigkeit zwischenzeitlich aufgrund ihres psychi-
schen Gesundheitsschadens mit Dekompensation aufgeben musste, ist 
zumindest in erwerblicher Hinsicht eine wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen eingetreten, die geeignet ist, den Invaliditäts-
grad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Beschwerde-
gegnerin ging damit zu Recht von einer Pflicht zur allseitigen Prüfung aus 
(vgl. auch E. 3.1 vorstehend). 

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4.

4.1 Gemäss den derzeitigen medizinischen Akten leidet die Beschwer-
deführerin seit Jahren an einer schizoaffektiven Psychose bzw. an einer 
schizoaffektiven Störung (ICD-10: F25) mit fluktuierendem Verlauf (AB 10 
S. 4, 12 S. 1, 17 S. 1, 31 S. 1, 34 S. 2, 35 S. 1, 35 S. 8, 39 S. 1) mit gehäuft 
psychotischen, depressiven und ab und zu manischen Einbrüchen (AB 12 
S. 5, 17 S. 4, 31 S. 1, 34 S. 2) und in der Folge notfallmässigen Hospitali-
sationen (AB 12 S. 4, 21 S. 1 f.). Dies wird denn auch von der Beschwer-
degegnerin im Grundsatz nicht bestritten (AB 50 S. 2). Ebenso wenig, dass 
die Beschwerdeführerin im Rahmen ihrer Erkrankung bereits 
Suizidversuche unternahm (vgl. AB 10 S. 4, 12 S. 3, 17 S. 4, 21 S. 2, 34 
S. 2, 35 S. 1, 61 S. 1 sowie AB 50 S. 2). Nicht hinreichend geklärt ist je-
doch die langfristige Wirkung der bei der Beschwerdeführerin gemäss den 
bisherigen Akten vorliegenden psychischen Störung auf deren Arbeits- und 
Leistungsfähigkeit. Diesbezüglich ergeben sich aus den Beurteilungen der 
behandelnden Ärzte erhebliche Differenzen (vgl. AB 31 S. 1, 34 S. 4, 35 
S. 2 f., 39 S. 1 und 3). Zudem stimmen die Arbeitsunfähigkeitsatteste zu-
weilen nicht mit der von der Beschwerdeführerin gezeigten höheren 
Arbeits- und Leistungsfähigkeit überein. Das effektive Arbeitspensum er-
scheint im vorliegenden Fall jedoch nicht bereits als hinreichender Tatbe-
weis dafür herangezogen werden zu können, dass die Beschwerdeführerin 
im entsprechenden Umfang hinreichend konstant arbeits- und leistungs-
fähig ist. Es sind starke Schwankungen mit zuweilen in raschen Abständen 
sich folgenden Phasen mit vollständiger Aufhebung der Arbeits- und Leis-
tungsfähigkeit ausgewiesen, die gemäss derzeitiger ärztlicher Einschät-
zung nicht unwesentlich durch eine in den manischen Phasen vorhandene 
Selbstüberschätzung mit konsekutiver Überforderung verursacht werden 
(vgl. AB 12, 17 S. 4, 21, 35 S. 2, 39 S. 3). Die vorliegend vorhandenen me-
dizinischen Unterlagen gestatten keine zuverlässige Beurteilung des stritti-
gen Rechtsanspruchs. Nichts anderes ergibt sich aus der Aktenbeurteilung 
vom 22. Oktober 2014 (AB 50), welche als solche des RAD erscheint. Der 
Bericht wurde – soweit ersichtlich – von der Abklärungsfachperson ver-
fasst, die den Abklärungsbericht Haushalt erstellt hat, und von Dr. med. 
H.________ lediglich unter der Überschrift „Bestätigung“ visiert (vgl. AB 50 
S. 3). Damit erscheint fraglich, ob der Bericht überhaupt als ärztliche Beur-

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teilung gewertet werden darf. Dr. med. H.________ als Fachärztin für All-
gemeine Innere Medizin verfügt zudem nicht über die zur Beurteilung der 
psychischen Störung der Beschwerdeführerin erforderliche medizinische 
Spezialisierung. Umso weniger kann der angeblichen medizinischen Aus-
bildung der Abklärungsperson (AB 54 S. 5) im vorliegenden Zusammen-
hang eine Bedeutung zukommen. Letztlich können diese Fragen vorliegend 
offen gelassen werden, nachdem im Bericht bloss die divergierenden Mei-
nungen der behandelnden Fachärzte aufgezeigt werden und keine schlüs-
sige Beurteilung der Aktenlage vorgenommen wird (vgl. AB 50 S. 2). Eine 
schlüssige Klärung der medizinischen Situation lässt sich dem Bericht nicht 
entnehmen.

4.2 Die Sache ist nach dem Dargelegten an die Beschwerdegegnerin 
zurückzuweisen zur Veranlassung einer umfassenden psychiatrischen Be-
gutachtung der Beschwerdeführerin. Sollten sich aufgrund des gemeldeten 
weiteren Suizidversuchs mit multiplen somatischen Verletzungen Anzei-
chen dafür ergeben, dass die Beschwerdeführerin neu auch in somatischer 
Hinsicht längerdauernd in ihrer Arbeits- und Leistungsfähigkeit einge-
schränkt sein dürfte, hat die Begutachtung gegebenenfalls multidisziplinär 
zu erfolgen.

5.

Angesichts der von der Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde vom 
4. Dezember 2014 in den Vordergrund gestellten Rügen betreffend die be-
schwerdegegnerischen Festlegungen des Status und der Vergleichsein-
kommen ist mit Blick auf die von der Beschwerdegegnerin nach den weite-
ren Abklärungen in medizinischer Hinsicht auch in erwerblicher Hinsicht 
bzw. hinsichtlich des Aufgabenbereichs zu tätigenden weiteren Abklärun-
gen das Folgende festzuhalten:

5.1 Gemäss Ziff. 3.5 des Abklärungsberichts vom 4. September 2014 
(AB 45) hat die Beschwerdeführerin anlässlich des Abklärungsgesprächs 
ausgeführt, sie könne sich vorstellen, ohne Behinderung ca. 40 bis 50% 
ausserhäuslich zu arbeiten. Dies im … Bereich. Der … komme nicht in 
Frage. Sie könne nicht mehr gut im Team arbeiten. Sie müsse für sich al-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Juni 2015, IV/14/1164, Seite 13

leine sein (AB 45 S. 4). Die Beschwerdegegnerin ist in der Folge von einem 
Status von 40% Erwerbstätigkeit und 60% Haushalt ausgegangen (AB 55). 
Die Beschwerdeführerin macht beschwerdeweise einen Status von 50% 
Erwerbstätigkeit und 50% Haushalt geltend (Beschwerde S. 6). Für die hier 
massgebliche Zeit bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung kann je-
doch weder dem Einen noch dem Anderen gefolgt werden. Gestützt auf die 
überzeugende Aussage der ersten Stunde ist vorliegend auf einen Status 
von 45% Erwerbstätigkeit und 55% Haushalt abzustellen. Dies entspricht 
dem gemittelten Wert von 40 bis 50% Erwerbstätigkeit (vgl. AB 45 Ziff. 3.5 
S. 4). Vor dem Hintergrund, dass der Ehemann der Beschwerdeführerin 
gemäss übereinstimmenden Aussagen auch der Ärzte im Haushalt nicht 
mithilft und durch die eigenen Projekte (Weiterbildung) ausgelastet ist (vgl. 
AB 45 S. 7), überzeugt ein Status von 45% Erwerbstätigkeit und 55% 
Haushalt. Daran ändert nichts, dass dem Ehemann im Rahmen der Scha-
denminderungspflicht einiges an Hilfe im Haushalt zuzumuten ist (vgl. BGE 
133 V 504 E. 4.2 S. 509) und dass die Kinder unter der Woche tagsüber 
weitgehend fremdbetreut werden. Letzteres ist aufgrund der Akten über-
wiegend wahrscheinlich wesentlich der gesundheitlichen Situation der Be-
schwerdeführerin mit konsekutiver Überforderung auch bezüglich Kinderbe-
treuung geschuldet (vgl. AB 47 S. 1 f. sowie E. 5.2 hiernach).

5.2 Auch wenn die Beschwerdeführerin selbst angibt, ihre Aufgaben als 
Familienfrau und Mutter gut wahrnehmen zu können (Beschwerde Ziff. 9 
S. 11; vgl. AB 45 Ziff. 6 S. 7 ff.), bestehen aufgrund der derzeitigen medizi-
nischen Akten doch zumindest erhebliche Zweifel, dass es der Beschwer-
deführerin ohne fremde Hilfe tatsächlich gelingt, die gebotenen Handlungen 
in der notwendigen Quantität und Qualität zu erbringen und nicht doch aus 
gesundheitlichen Gründen hier (vom Gemeinwesen aufgefangene) Ein-
schränkungen bestehen. Die Kinder sind – soweit ersichtlich – verbeistän-
det (siehe AB 10 S. 5, 35 S. 2, 45 S. 2) und es besteht – oder bestand zu-
mindest – eine Familienbegleitung (AB 10 S. 5, 17 S. 4, 31 S. 2, 35 S. 2). 
Unter der Woche gehen die Kinder tagsüber (zumindest 4.5 Tage die Wo-
che; vgl. AB 47 S. 1) in die Kinderkrippe bzw. Tagesschule, wo sie – offen-
bar – auch zu Mittag essen (vgl. E. 5.1 hiervor). Die Feststellung im Ab-
klärungsbericht Haushalt, wonach die Kinder drei Mahlzeiten pro Tag zu 
Hause einnehmen (AB 45 Ziff. 2.1 S. 3), dürfte somit falsch sein. Welche 

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Bedeutung der vom Gemeinwesen finanzierten externen Kinderbetreuung 
im Kontext des Gesundheitsschadens zukommt, wurde von der Beschwer-
degegnerin nicht geprüft. Sollte die externe Hilfe dem Gesundheitsschaden 
geschuldet sein, hat sie im Abklärungsbericht Haushalt als Einschränkung 
ihren Niederschlag zu finden. Im Abklärungsbericht fehlt es deshalb an 
einer hinreichenden Begründung, weshalb die Betreuung der Kinder im 
Falle der Beschwerdeführerin lediglich mit 20% Umfang und 20% Ein-
schränkung veranschlagt wird (siehe hierzu auch AB 47 S. 1 f.). Gleiches 
gilt bezüglich des Bereichs „Ernährung“, der 40% der Haushaltstätigkeit der 
Beschwerdeführerin ausmachen und in dem diese nicht eingeschränkt sein 
soll, obwohl wie bereits dargelegt wohl weder der Ehemann noch die Kin-
der tagsüber zu Hause essen (vgl. AB 45 S. 8 sowie Rz. 3086 des Kreis-
schreibens über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung 
[KSIH]). Auch wenn es für die Beschwerdeführerin möglicherweise 
schmerzlich sein könnte, zur Kenntnis nehmen zu müssen, dass sie stärker 
eingeschränkt ist, als sie dies wahrhaben möchte, entbindet dies die IV-
Stelle nicht davon, vor ihrem Entscheid hinreichende Abklärungen zu täti-
gen. Die tatsächlichen Verhältnisse wie auch die Einschränkungen im Auf-
gabenbereich werden gestützt auf die Ergebnisse der weiteren medizini-
schen Abklärungen entsprechend erneut und umfassend abzuklären und 
zu prüfen sein.

5.3 Hinsichtlich des Valideneinkommens bleibt darauf hinzuweisen, 
dass die Beschwerdeführerin eine Ausbildung zur … abgeschlossen und 
diese Tätigkeit bis ins Jahr 2013 in … selbst mit Gesundheitsschaden noch 
ausgeübt hat (vgl. AB 28). Es ist damit gemäss derzeitiger Aktenlage mit 
überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Beschwer-
deführerin als Gesunde weiterhin im Bereich … tätig wäre. Ihre Aussage, 
der … käme nicht mehr in Frage, da sie nicht mehr gut im Team arbeiten 
könne (vgl. AB 45 Ziff. 3.5 S. 4), bezog sich eindeutig auf den Zustand mit 
Gesundheitsschaden und ist damit im Hinblick auf das Valideneinkommen 
ohne Relevanz. Damit wäre das Valideneinkommen gestützt auf die derzeit 
vorliegenden Akten und vorbehältlich weiterer Erkenntnisse anlässlich der 
noch gebotenen umfassenden Abklärungen auf der Basis einer gelernten 
… festzulegen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Juni 2015, IV/14/1164, Seite 15

6.

Zusammenfassend ist in Gutheissung der Beschwerde die angefochtene 
Verfügung der IV-Stelle Bern vom 4. November 2014 (AB 55) aufzuheben 
und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie nach 
Vornahme der Abklärungen im Sinne vorstehender Erwägungen neu verfü-
ge.

7.

7.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 
200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4).

7.2 Die obsiegende Beschwerdeführerin hat Anspruch auf Ersatz der 
Parteikosten. Diese werden vom Versicherungsgericht festgesetzt und oh-
ne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und 
nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. 
Art. 61 lit. g ATSG).

Gemäss der Praxis des Verwaltungsgerichts wird der Parteikostenersatz 
bei gemeinnützig tätigen Rechtsberatungsstellen im Sinne von BGE 135 I 1 
sowie Rechtsschutzversicherungen, Gewerkschaften und Berufsverbänden 
aufgrund eines allgemeingültigen pauschalisierten Stundenansatzes fest-
gesetzt, welcher im konkreten Fall mit dem gebotenen Aufwand multipliziert 
wird. Der Stundenansatz wird je nach fachlicher Qualifikation der Vertre-
tung festgelegt, wobei als fachlich qualifizierte Vertretung diejenige durch 
Juristinnen und Juristen sowie durch eidgenössisch diplomierte Sozialver-
sicherungsexpertinnen und -experten gilt. Als fachlich nicht qualifizierte 
Vertretung gelten alle übrigen Parteivertreterinnen und -vertreter (vgl. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Juni 2015, IV/14/1164, Seite 16

Rundschreiben vom 16. Dezember 2009, abrufbar unter www.justice.be
.ch). Im Falle der Vertretung durch eine gemeinnützig tätige Rechtsbera-
tungsstelle im Sinne von BGE 135 I 1 wird der Stundenansatz bei einer 
fachlich qualifizierten Vertretung auf Fr. 130.-- festgelegt.

Vorliegend wurde die Beschwerdeführerin durch Fürsprecher C.________ 
von der B.________, einer gemeinnützig tätigen Rechtsberatungsstelle im 
Sinne von BGE 135 I 1, vertreten. 

Mit Honorarnote vom 9. Februar 2015 wurde ein Aufwand von 9.95 Stun-
den à Fr. 130.-- (= Fr. 1‘293.50) zuzüglich Fr. 156.60 Auslagen und 
Fr. 116.-- Mehrwertsteuer, total Fr. 1‘566.10, geltend gemacht, was nicht zu 
beanstanden ist. Die Parteientschädigung wird damit auf Fr. 1‘566.10 fest-
gesetzt; diesen Betrag hat die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführe-
rin zu ersetzen.

7.3 Damit ist das Gesuch der Beschwerdeführerin um unentgeltliche 
Rechtspflege und Beiordnung von Fürsprecher C.________ als amtlicher 
Anwalt gegenstandslos geworden und als erledigt vom Geschäftsverzeich-
nis abzuschreiben.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 4. November 2014 aufgehoben und die Sache an 
die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie – nach Vornahme 
der Abklärungen im Sinne der Erwägungen – neu verfüge.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt.

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3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 1‘566.10 (inkl. Auslagen und MWSt.), zu 
ersetzen.

4. Das Verfahren betreffend das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege 
und Beiordnung von Fürsprecher C.________ als amtlicher Anwalt 
wird als gegenstandslos geworden vom Geschäftsverzeichnis abge-
schrieben.

5. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.