# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a5b9b3f8-6a3f-5084-a0fa-2ce48d286cf6
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-06-19
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Einzelrichter 19.06.2020 ZK1 2019 174
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_002_ZK1-2019-174_2020-06-19.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Verfügung vom 19. Juni 2020

Referenz ZK1 19 174

Instanz I. Zivilkammer 

Besetzung Brunner, Vorsitzender
Gustin, Aktuar

Parteien A._____
Gesuchstellerin
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Gian Reto Bühler
c/o Fryberg Augustin Schmid, Quaderstrasse 8, 7000 Chur 

Gegenstand Unentgeltliche Rechtspflege

Mitteilung 2. Juli 2020

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In Erwägung,

– dass die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Nordbünden (nachfolgend 
KESB Nordbünden) mit Entscheid vom 23. August 2019 C._____ in einer 
Pflegefamilie behördlich untergebracht haben und dazu unter anderem den 
persönlichen Verkehr mit seinen Eltern A._____ und D._____ unter Beachtung 
einer Eingewöhnungsphase geregelt haben,

– dass die Mutter A._____ gegen diesen Entscheid der KESB Nordbünden mit 
Eingabe vom 15. Oktober 2019 Beschwerde einreichen liess und 
insbesondere beantragte, den persönlichen Verkehr ohne Berücksichtigung 
einer Eingewöhnungsphase zuzulassen,

– dass A._____ (nachfolgend die Gesuchstellerin) mit Gesuch vom 15. Oktober 
2019 für das Beschwerdeverfahren ZK1 19 173 um Gewährung der 
unentgeltlichen Rechtspflege ersucht hat,

– dass sich die Zuständigkeit des Kammervorsitzenden zur Behandlung von 
Gesuchen um unentgeltliche Rechtspflege für beim Kantonsgericht von 
Graubünden hängige Rechtsmittelverfahren aus Art. 9 Abs. 1 des 
Gerichtsorganisationsgesetzes (GOG; BR 173.000) in Verbindung mit Art. 11 
Abs. 1 der Kantonsgerichtsverordnung (KGV; BR 173.100) ergibt,

– dass die Gesuchstellerin in ihrem Gesuch vom 15. Oktober 2019 beantragt, es 
sei ihr für das Verfahren betreffend persönlichem Verkehr die unentgeltliche 
Rechtspflege zu bewilligen und ihr in der Person von Rechtsanwalt lic. iur. 
Gian Reto Bühler ein unentgeltlicher Rechtsbeistand zu bestellen,

– dass gemäss ständiger Praxis des Kantonsgerichts von Graubünden über die 
Befreiung von den Gerichtskosten bzw. von der Entscheidgebühr gemäss 
Art. 63 Abs. 3 des Einführungsgesetzes zum Schweizerischen Zivilgesetzbuch 
(EGzZGB; BR 210.100) im Hauptverfahren entschieden wird (vgl. dazu die 
Urteile des Kantonsgerichts von Graubünden ZK1 14 123 vom 18. Februar 
2015 E. 2.a; ZK1 13 57 vom 26. August 2013 E. 13.a; PKG 2013 Nr. 9 E. 5 
und 6) und deshalb auf das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege nicht 
eingetreten werden kann,

– dass somit nur die unentgeltliche Rechtsverbeiständung Gegenstand des 
vorliegenden Verfahrens bildet,

– dass gemäss Art. 117 ZPO in Verbindung mit Art. 450f ZGB und Art. 60 Abs. 2 
EGzZGB eine Person für das Beschwerdeverfahren gemäss Art. 450 ff. ZGB 

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nur Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege hat, wenn sie nicht über die 
erforderlichen Mittel verfügt (lit. a) und ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos 
erscheint (lit. b),

– dass als mittellos im Sinne von Art. 117 ZPO gilt, wer zur Deckung der 
erforderlichen Gerichts- und Anwaltskosten auf Mittel greifen müsste, deren er 
zur Deckung des notwendigen Lebensunterhalts für sich und seine Familie 
bedarf (Urteil des Bundesgerichts 4A_563/2014 vom 25. Februar 2015, E. 2.1, 
mit Verweis auf BGE 128 I 225 E. 2.5.1),

– dass die Gesuchstellerin öffentliche Sozialhilfe (vgl. act. B.1) bezieht und die 
Voraussetzung der Mittellosigkeit deshalb anzunehmen ist,

– dass als aussichtslos Rechtsbegehren erscheinen, bei denen die 
Gewinnaussichten beträchtlich geringer sind als die Verlustgefahren und die 
deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden können (vgl. Botschaft zur 
Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO] vom 28. Juni 2006, BBl 2006 
7221, S. 7302, sowie BGE 139 III 396 E. 1.2 mit weiteren Hinweisen),

– dass massgebend ist, ob eine Partei, die über die nötigen Mittel verfügt, sich 
bei vernünftiger Überlegung zu einem Prozess entschliessen würde, zumal 
eine Partei einen Prozess, den sie auf eigene Rechnung und Gefahr nicht 
führen würde, nicht deshalb anstrengen können soll, weil er sie zumindest 
vorläufig nichts kostet (BGE 142 III 138 E. 5.1; BGE 139 III 475 E. 2.2; Viktor 
Rüegg/Michael Rüegg, in: Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler 
Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, 3. Auflage, Basel 2017, N 
18 zu 117 ZPO mit weiteren Hinweisen), 

– dass die Erfolgsaussichten eines Rechtsbegehrens aufgrund einer 
summarischen, auf Glaubhaftmachen beschränkten Prüfung zum Zeitpunkt 
der Ge-suchseinreichung zu beurteilen ist und zu untersuchen ist, ob der 
geltend gemachte Anspruch aus den behaupteten Tatsachen rechtlich 
begründet ist (Viktor Rüegg/Michael Rüegg, a.a.O., N 20 zu Art. 117 ZPO),

– dass sich die zu beurteilende Aussichtslosigkeit im Sinne von Art. 117 
lit. b ZPO auf das Hauptverfahren beziehen muss,

– dass das Kantonsgericht von Graubünden die Beschwerde der 
Gesuchstellerin vom 15. Oktober 2019 mit Entscheid vom 19. Juni 2020 
abwies (ZK1 19 173),

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– dass für die anwaltlich vertretene Gesuchstellerin bereits bei Einreichung der 
Beschwerde erkennbar gewesen ist, dass die Erfolgschancen wesentlich 
geringer waren als die Verlustgefahren und davon auszugehen ist, dass sie 
als Selbstzahlerin auf die Ergreifung des Rechtsmittels verzichtet hätte,

– dass die unentgeltliche Rechtspflege nach dem Gesagten nicht gewährt 
werden kann und das Gesuch somit abzuweisen ist, 

– dass für dieses Verfahren keine Gerichtskosten erhoben werden (Art. 119 
Abs. 6 ZPO),

– dass sich das Rechtsmittel betreffend Anfechtung eines 
Rechtspflegeentscheids beim Bundesgericht nach dem für die Hauptsache 
einschlägigen Rechtsmittel richtet (Urteil des Bundesgerichts 4A_540/2017 
vom 1. März 2018 E. 1.1; Daniel Wuffli/David Fuhrer, Handbuch unentgeltliche 
Rechtspflege im Zivilprozess, Zürich 2019, N 1016 ff.).

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wird erkannt:

1. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege für das 
Beschwerdeverfahren vor dem Kantonsgericht Graubünden ZK1 19 173 
wird, soweit darauf eingetreten werden kann, abgewiesen.

2. Für das Gesuchsverfahren werden keine Gerichtskosten erhoben.

3. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 72 BGG Beschwerde in 
Zivilsachen an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, 
geführt werden. Die Beschwerde ist dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 
Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in 
der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff. und Art. 90 
ff. BGG.

4. Mitteilung an: