# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4dcafb91-2583-5c58-a479-f287ed94fd4f
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-01-08
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 1. Kammer 08.01.2019 U 2018 63
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_001_U-2018-63_2019-01-08.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

U 18 63

1. Kammer 

Vorsitz Audétat
Richter Racioppi, von Salis 

Aktuar ad hoc Kollegger

URTEIL

vom 8. Januar 2019

in der Streitsache

A._____,

Beschwerdeführer

gegen 

Gemeinde X._____,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Thomas Casanova,

Beschwerdegegnerin

betreffend Verpflichtung Erwerbstätigkeit

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1. A._____ ist Ausländer und seit 2006 in Y._____ wohnhaft. Er ist verheiratet 

mit B._____ und hat zwei Kinder. Nachdem A._____ im Jahr 2011 seine 

Ausbildung als Informatiker an der Berner Fachhochschule mit dem Bache-

lortitel abgeschlossen hatte, arbeitete er auf diesem Beruf in Z._____, be-

vor er im Sommer 2016 arbeitslos wurde. Seit dem 1. Juli 2016 bezieht 

A._____ öffentliche Unterstützung. Für ihn - wie auch für seine Ehefrau - 

wurde seither versucht, eine geeignete Arbeitsstelle zu finden.

2. Anlässlich eines Gesprächs am 9. August 2018 wurde A._____ von der 

Gemeinde X._____ informiert, dass er ab Oktober 2018 zu 60 % und seine 

Frau ab Dezember 2018 zu 50 % verpflichtet würden, einer Tätigkeit bei 

C._____ nachzugehen. Am 28. August 2018 führte der zuständige Be-

triebsleiter von C._____ denn auch ein Vorstellungsgespräch mit A._____, 

woraufhin diesem im Anschluss ein von der Arbeitgeberseite unterzeichne-

ter Arbeitsvertrag mit Arbeitspensum von 60 % und Arbeitsbeginn am 3. 

September 2018 ausgehändigt wurde.

3. Weil A._____ nicht zur Arbeit bei C._____ erschien, verfügte die Gemeinde 

X._____ am 4./6. September 2018, dass er der bereits vorgenommenen 

Anmeldung bei C._____ bei einem Arbeitspensum von mindestens 60 % 

ab spätestens 1. Oktober 2018 Folge zu leisten habe; dasselbe wurde für 

B._____ verfügt für ein Arbeitspensum von mindestens 50 % mit Arbeits-

beginn ab 1. Dezember 2018. Für den Fall, dass die unterstützten Perso-

nen den Auflagen nicht Folge leisteten, würden die wirtschaftlichen Sozial-

hilfeleistungen im Umfang von 100 % des zu erzielenden Lohns bei 

C._____ eingestellt, somit von Fr. 1'100.-- für das 60%-Pensum von 

A._____ und von Fr. 900.-- für das 50%-Pensum von B._____.

4. Mit Schreiben vom 1. Oktober 2018 nahm A._____ Stellung zur Verfügung 

vom 4./6. September 2018 und beantragte sinngemäss deren Aufhebung.

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5. Die Gemeinde X._____ erliess am 2./4. Oktober 2018 eine neue Verfü-

gung, in der sie am Entscheid vom 4./6. September 2018 festhielt.

6. In der Folge reichte A._____ (nachfolgend: Beschwerdeführer) gegen die 

Verfügung vom 4./6. September 2018 Beschwerde beim Verwaltungsge-

richt des Kantons Graubünden ein, worin er wiederum sinngemäss deren 

Aufhebung beantragte. Begründend führte er im Wesentlichen aus, dass er 

für die angebotene Stelle überqualifiziert wäre und der Abzug im Umfang 

von Fr. 1'100.-- zu hoch sei.

7. In ihrer Vernehmlassung vom 14. November 2018 begehrte die Gemeinde 

X._____ die kostenfällige Abweisung der Beschwerde.

8. In der Replik vom 26. November 2018 und Dublik vom 4. Dezember 2018 

hielten die Parteien an ihren Rechtsbegehren fest.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Gegen Entscheide von Gemeinden, welche wie der Vorliegende bei keiner 

anderen Instanz angefochten werden können und weder nach eidgenössi-

schem noch nach kantonalem Recht endgültig sind, ist die Beschwerde an 

das Verwaltungsgericht zulässig (Art. 49 Abs. 1 lit. a des Gesetztes über 

die Verwaltungsrechtspflege [VRG; BR 370.100]). Die Beschwerde richtet 

sich hierbei gegen die Verfügung der Gemeinde X._____ vom 4./6. Sep-

tember 2018 und nicht gegen diejenige vom 2./4. Oktober. Weil beide Ver-

fügungen inhaltlich gleichlautend sind, hat das Vorliegen zweier Verfügun-

gen indes keine Bedeutung, zumal mit Beschwerde vom 5. Oktober (Post-

stempel) die Beschwerdefrist gemäss Art. 52 VRG für beide Verfügungen 

eingehalten wurde. Auf die im Übrigen für eine Laieneingabe formgerechte 

Beschwerde ist demnach einzutreten.

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 2. Der Beschwerdeführer wehrt sich gegen die ihn betreffende Auflage der 

angefochtenen Verfügung. Laut dieser wird der Beschwerdeführer ver-

pflichtet, die Tätigkeit bei C._____, für welche die Anmeldung bereits erfolgt 

ist, ab spätestens 1. Oktober 2018 zu beginnen und zuverlässig, ohne un-

begründete Absenzen, mindestens sechs Monate auszuführen. Weiter wird 

in der angefochtenen Verfügung angedroht, dass eine allfällige Widerset-

zung gegen diese Auflage zu einer Teileinstellung der öffentlichen Unter-

stützung führen würde. Gegenüber den ähnlich lautenden Auflagen betref-

fend die Ehefrau des Beschwerdeführers äussert sich dieser nicht, so dass 

im Vorliegenden einzig die verfügte Auflage gegenüber dem Beschwerde-

führer Prozessgegenstand bildet. 

3.1. In seiner Stellungnahme vom 1. Oktober 2018 führte der Beschwerdeführer 

sinngemäss aus, dass er auf der Suche nach einer Anstellung im IT-Be-

reich sei. Parallel dazu sei er daran, ein eigenes Projekt auf die Beine zu 

stellen, welches ihm eine selbständige Tätigkeit ermögliche. Er habe dem 

Sozialamt seinen Business-Plan vorgestellt aber keine Unterstützung er-

halten. Die Arbeit bei C._____ bringe ihn nicht weiter und verzögere bloss 

seine Selbständigkeit. Allerdings sei er bereit, ein Kaderbeschäftigungspro-

gramm zu absolvieren. In seiner Beschwerdeschrift vom 5. Oktober 2018 

wiederholt er dies und argumentiert zusätzlich, dass er viele Bewerbungen 

geschrieben und oft eine Absage erhalten habe, weil er überqualifiziert sei. 

Auch fühlt sich der Beschwerdeführer im angefochtenen Entscheid falsch 

dargestellt, wenn es dort heisse, dass er in seinem Beruf als Informatiker 

bisher keine Stelle gefunden habe.

3.2.1. Die Grundlage für die öffentlich-rechtliche Unterstützung findet sich in der 

Bundesverfassung (BV; SR 101). Nach Art. 12 BV hat, wer in Not gerät und 

nicht in der Lage ist, für sich zu sorgen, Anspruch auf Hilfe und Betreuung 

und auf die Mittel, die für ein menschenwürdiges Dasein unerlässlich sind. 

Dieses Grundrecht wird im kantonalen Unterstützungsgesetz (UG; BR 

546.250) konkretisiert. Zu berücksichtigen sind gemäss Art. 1 der Aus-

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führungsbestimmungen zum Unterstützungsgesetz (ABzUG; BR 546.270) 

auch die Richtlinien der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe (SKOS). 

3.2.2. Sozialhilfe ist grundsätzlich subsidiär (WIDMER, Höhere Grenzwerte der 

Verwandtenunterstützung in der Sozialhilfe, Jusletter vom 18. Mai 2009, 

Ziff. 2.3, Rz. 7, m.w.H.; Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons 

Graubünden [VGU] U 10 73 vom 10. Mai 2011 E.2.d). Das heisst, sie muss 

nur dann gewährt werden, wenn sich die bedürftige Person nicht selbst 

helfen kann, oder wenn Hilfe von dritter Seite nicht oder nicht rechtzeitig 

erhältlich ist (WIDMER, a.a.O., Ziff. 2.3, Rz. 7). Die hilfesuchende Person ist 

primär also verpflichtet, alles Zumutbare zu unternehmen, um eine Notlage 

aus eigenen Kräften abzuwenden oder zu beheben. In Frage kommen 

insbesondere die Verwendung von vorhandenem Einkommen oder 

Vermögen sowie der Einsatz der eigenen Arbeitskraft (vgl. dazu auch 

SKOS-Richtlinien 04/05 A.4-1). Dabei handelt es sich um eine 

Umschreibung der im Sozialversicherungsrecht geltenden 

Schadenminderungsplicht.

3.2.3. Art. 3 Abs. 1 Satz 2 des Gesetzes über die öffentliche Sozialhilfe im Kanton 

Graubünden (Sozialhilfegesetz; BR 546.100) statuiert ausdrücklich, dass 

die Hilfeleistung nach Möglichkeit in Zusammenarbeit mit den Hilfesuchen-

den erfolgt. Die zu unterstützende und die unterstützte Person ist verpflich-

tet, jede sachdienliche Auskunft zu erteilen, die nötigen Unterlagen beizu-

bringen sowie den mit der Unterstützungsleistung verbundenen Auflagen 

der Sozialbehörden Folge zu leisten (Art. 4 Abs. 1 UG; Marginalie "Pflich-

ten des Unterstützten").

3.2.4. Falls die Annahme einer zugewiesenen Arbeit Teil der Auflagen darstellt, 

muss diese nach dem Gesagten zumutbar sein. Für die Frage, ob der An-

tritt einer Arbeitsstelle noch als zumutbar gilt, wird auf die Definition in 

Art. 16 des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenversiche-

rung und die Insolvenzentschädigung (Arbeitslosenversicherungsgesetz, 

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AVIG; SR 837.0) abgestellt (mit weiteren Verweisen PVG 2009 Nr. 18 

E.3c). Unzumutbar und damit von der Annahmepflicht ausgenommen ist 

eine Arbeit insbesondere dann, wenn sie nicht angemessen auf die Fähig-

keiten oder auf die bisherige Tätigkeit des Versicherten Rücksicht nimmt 

(Art. 16 Abs. 2 lit. b AVIG) oder aber dem Alter, den persönlichen Verhält-

nissen oder dem Gesundheitszustand nicht angemessen Rechnung trägt 

(Art. 16 Abs. 2 lit. c AVIG). Ein Arbeitsangebot kann das Fähigkeits- und 

Fertigkeitsniveau der betroffenen Person allerdings auch unterschreiten; 

die Person darf bloss nicht überfordert werden (BGE 130 I 71 E.5.3). 

3.3. In diesem Sinne dringt der Beschwerdeführer somit auch nicht durch, in-

dem er behauptet, dass er für die vermittelte Tätigkeit überqualifiziert sei. 

Dass die ihm zugewiesen Arbeit den Beschwerdeführer überfordern 

könnte, kann zumindest ausgeschlossen werden. Der Beschwerdeführer 

verkennt dabei auch, dass die Gemeinde X._____ sich zuvor einlässlich 

bemüht hat, ihm einen zu seiner Ausbildung passenden Job zu vermitteln. 

Diese Versuche blieben jedoch erfolglos; sie scheiterten gar an der man-

gelnden Motivation des Beschwerdeführers (vgl. etwa die Rückmeldungen 

aus dem Bewerbungsgespräch der D._____ und anderen verweigerten Ar-

beitseinsätzen; Beilage 2 BG). Was seinen Business-Plan und sein Argu-

ment, dass die Arbeit bei C._____ ihn nicht weiterbringt betreffen, handelt 

es sich um bloss subjektive Empfindungen. Diese ändern jedoch nichts an 

der Tatsache, dass der Beschwerdeführer seit geraumer Zeit kein Einkom-

men mehr erzielen konnte. Des Weiteren wiederholt der Beschwerdeführer 

in seinen Rechtsschriften mehrmals, dass die Gemeinde die Sachlage 

falsch verstanden habe, indem sie schreibt, dass er auf seinem gelernten 

Beruf bisher keine Stelle finden und auch als selbstständiger Informatiker 

nicht Fuss fassen konnte; richtig sei, dass er bis zum Jahr 2016 sehr wohl 

auf seinem Beruf gearbeitet habe (unter anderem bei den Firmen E._____ 

AG und F._____). In Anbetracht der Umstände muss diesbezüglich von 

einem Missverständnis ausgegangen werden, zumal sich die Aussagen 

der Gemeinde zweifellos auf die Zeit während seiner Arbeitslosigkeit be-

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ziehen. Seit dem 1. Juli 2016 bezog der Beschwerdeführer hingegen unbe-

strittenermassen durchgehend öffentliche Unterstützung. Deswegen 

stimmt es auch, dass er in dieser Zeit keinem Beruf als Informatiker nach-

gehen konnte und rechtfertigt gleichzeitig die Verpflichtung zu einer Tätig-

keit, die das Fähigkeits- und Fertigkeitsniveau des Beschwerdeführers un-

terschreitet. Der Beschwerdeführer bringt schliesslich keine objektiven, 

z.B. medizinischen, Gründe vor, weshalb er seinen Arbeitseinsatz bei 

C._____ verweigert.

3.4. Die zugewiesene Arbeit bei C._____ erweist sich nach dem Gesagten als 

zumutbar. Den Beschwerdeführer trifft somit eine Annahmepflicht für diese 

Beschäftigung, was der im Sozialversicherungsrecht geltenden Schaden-

minderungspflicht entspricht.

4.1. Weiter rügt der Beschwerdeführer, dass die angedrohte Teileinstellung der 

Sozialhilfeleistungen zu hoch sei. Zu diesem Punkt bringt er vor, gemäss 

der 60%-Stelle zum Stundenlohn von Fr. 10.-- könne er nur Fr. 960.-- im 

Monat verdienen. Mit Berücksichtigung von weiteren Abzügen (insbeson-

dere Abo für öffentliche Verkehrsmittel) betrage der zu erzielende Lohn 

höchstens noch Fr. 638.--

4.2.1. Verweigert der Sozialhilfeempfänger die Annahme einer ihm zugewiese-

nen, zumutbaren Tätigkeit, kann dies zur Folge habe, dass ihm im Rahmen 

des Sozialhilfebezugs Sanktionen drohen können und der Anspruch 

gekürzt oder, falls die Voraussetzungen hierzu gegeben sind, die Leistun-

gen eingestellt werden können (vgl. Urteile des Verwaltungsgerichts [VGU] 

U 16 20 vom 9. September 2016 E.4c und 5a m.w.H. und U 16 106 vom 

20. Februar 2017, E.4a). 

4.2.2. Nach Art. 11 ABzUG ist der Grundbedarf für den Lebensunterhalt unter Be-

achtung des Grundsatzes der Verhältnismässigkeit um 5 bis 30 % zu kür-

zen: bei ungenügenden Integrationsanstrengungen (lit. a); bei Pflichtverlet-

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zung (lit. b) und bei Rechtsmissbrauch (lit. c). Eine Kürzung von 20 bis 

30 % ist auf maximal sechs Monate, eine solche bis 19 % auf maximal 

zwölf Monate zu befristen. 

4.2.3. Von dieser soeben dargestellten sanktionellen Kürzung von Leistungen der 

Sozialhilfe zu unterscheiden ist die Einstellung oder Verweigerung von sol-

chen wegen fehlender Anspruchsvoraussetzungen. Wie das Bundesge-

richt festgehalten hat, sind die Anspruchsvoraussetzungen dann nicht er-

füllt, wenn der um öffentliche Unterstützung Nachsuchende aus eigener 

Kraft faktisch und rechtlich in der Lage ist, sich die für seinen Lebensunter-

halt aktuell erforderlichen Mittel zu beschaffen, doch aus eigenem Antrieb 

und schuldhaft davon absieht (vgl. BGE 130 I 71 E.4.3; Urteile des Bun-

desgerichts 2P.147/2002 vom 4. März 2003 E.3.3, 8C_787/2011 vom 

28. Februar 2012 E.3.2.1; vgl. dazu auch Art. 1 Abs. 1 UG, worin dieses 

Subsidiaritätsprinzip zum Ausdruck kommt). Lehnt eine Person zumutbare 

Arbeit ab, so weigert sie sich damit, für sich zu sorgen und ihre Notlage 

abzuwenden. Sie hat damit weder Anspruch auf Sozialhilfe noch auf finan-

zielle Nothilfe gemäss Art. 12 BV (vgl. BGE 130 I 71 E.5.3; Urteile des Bun-

desgerichts 2P.275/2003 vom 6.November 2003 E.5.2, 8C_787/2011 vom 

28. Februar 2012 E.3.2.1). In solchen Fällen, in denen es bereits an der 

Anspruchsvoraussetzung fehlt, kann die zuständige Behörde die Ausrich-

tung der Sozialhilfe gänzlich verweigern, ohne dass eine Verletzung von 

Art. 12 BV zu befürchten wäre (vgl. hierzu im Einzelnen Urteil des Bundes-

gerichts 8C_500/2012 vom 22. November 2012). Die Auffassung, bei Ab-

lehnung einer zumutbaren Arbeit fehlten nicht die Anspruchsvoraussetzun-

gen, sondern seien – gestützt auf eine gesetzliche Grundlage sowie nach 

Massgabe des Verhältnismässigkeitsprinzips – lediglich Sanktionen, bei-

spielsweise eine befristete Leistungskürzung, zulässig, ohne dass der ab-

solut geschützte Existenzbedarf im Sinne von Art. 12 BV angetastet wer-

den dürfe, wurde vom Bundesgericht ausdrücklich verworfen (vgl. BGE 130 

I 71 E.4.3, 139 I 218, E.3.4, 5.2; Urteil des Bundesgerichts 8C_787/2011 

vom 28. Februar 2012 E.3.2.2; vgl. dazu auch HÄNZI, Die Richtlinien der 

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schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe, Entwicklung, Bedeutung und 

Umsetzung der Richtlinien in den deutschsprachigen Kantonen der 

Schweiz, Diss., Basel 2011, S. 114, S. 85 ff. sowie zum Ganzen VGU U 14 

22 vom 5. Juni 2014 E.4b, U 15 13 und 14 vom 1. April 2015 E.3b, U 15 5 

vom 1. April 2015 E.2b sowie U 15 57 vom 26. Januar 2016 E. 5b). 

4.3.1. Vorliegend handelt es sich bei dem angefochtenen Punkt der Verfügung 

nicht um eine angedrohte sanktionelle Kürzung der Sozialhilfeleistungen, 

sondern um eine Teilleinstellung derselben. Die Gemeinde darf demnach 

bei gegebenen Voraussetzungen auch die volle Höhe des zu erzielenden 

Nettolohns der zumutbaren Arbeit von den Sozialhilfeleistungen abziehen, 

ohne dass sie an eine gesetzliche Höchstgrenze gebunden wäre. Wie 

schon dargelegt wurde, ist die Arbeitsstelle bei C._____ zumutbar, sodass 

einzig noch geprüft werden muss, ob der Lohn in der Höhe von Fr. 1'100.-

- als Abzug übermässig ist. 

4.3.2. Nebst einer eigenen Darlegung des zu erzielenden Einkommens, bei wel-

cher er unter Berücksichtigung eines Stundenlohns von Fr. 10.-- und einer 

wöchentlichen Arbeitszeit von 4.8 Stunden Fr. 960.-- errechnet, scheint ein-

zig das Argument des Beschwerdeführers nachvollziehbar, wonach er Fr. 

122.-- für öffentliche Verkehrsmittel in Abzug bringen will. Einen weiteren 

Abzug mit der Begründung "Wenn man Arbeitet, bekommt noch mehr" 

kann hingegen nicht nachvollzogen werden und ist unbeachtlich. Die Ge-

meinde geht auf diese Rüge nicht ein, weswegen allein der Anstellungsver-

trag vom 28. August 2018 (Beilage 3 BG) noch für eine Beurteilung hinzu-

gezogen werden kann. Laut diesem geht ebenfalls ein Stundenlohn von Fr. 

10.-- hervor. Inwiefern weitere Auslagen berücksichtigt werden lässt sich 

dem Anstellungsvertrag nicht entnehmen, so dass sich der Nettolohn nicht 

detailliert nachrechnen lassen kann. Ein Nettolohn von Fr. 1'100.-- er-

scheint für die angegebene Stelle (60%-Pensum) unter Berücksichtigung 

eines Stundenlohns von Fr. 10.-- allerdings gerechtfertigt. Was die über-

schlagsmässige Rechnung des Beschwerdeführers angeht, muss diesem 

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entgegengehalten werden, dass die Rechnung nicht vollständig sein kann, 

da er etwa die im Anstellungsvertrag vorgesehene Ferien- und Feiertags-

entschädigung und den 13. Monatslohn nicht mitberücksichtigt hat. Unge-

achtet dessen ist zu erwähnen, dass die angefochtene Verfügung der Ge-

meinde X._____ in Bezug auf die Begründungsdichte unbefriedigend er-

scheint, was die errechnete Höhe des Nettolohns von Fr. 1'100.-- betrifft. 

Dies ändert jedoch nichts daran, dass die Beschwerde auch in diesem 

Punkt unbegründet ist. 

5.1. In diesem Sinne besteht kein Anlass, die strittigen Auflagen der Verfügung 

zu beanstanden. Die Beschwerde ist vollständig abzuweisen.

5.2. Bei diesem Ausgang des Verfahrens gehen die Gerichtskosten von 

Fr. 500.-- zu Lasten des unterliegenden Beschwerdeführers (Art. 73 Abs. 1 

VRG). Dieser ist zwar offenkundig auf Sozialhilfe angewiesen, hat aber 

dennoch kein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege gestellt, obschon die 

Verfahren im Sozialhilferecht nicht kostenlos sind. Der Beschwerdegegne-

rin steht keine aussergerichtliche Entschädigung zu, da sie in ihrem amtli-

chen Wirkungskreis obsiegte (Art. 78 Abs. 2 VRG).

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Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 500.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 230.--

zusammen Fr. 730.--

gehen zulasten von A._____ und sind innert 30 Tagen seit Zustellung dieses 

Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, zu 

bezahlen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilungen]