# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 16b30059-d052-55ef-b3df-905cbcf641fe
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-06-06
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 06.06.2017 UV 2014/39
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2014-39_2017-06-06.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2014/39

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 23.08.2019

Entscheiddatum: 06.06.2017

Entscheid Versicherungsgericht, 06.06.2017
Art. 6 UVG. Würdigung der Arztberichte. Ernst zu nehmende Anhaltspunkte 
sprechen dafür, dass der tatsächliche Verlauf nicht der kreisärztlichen 
Prognose entspricht. Rückweisung zur Einholung eines externen Gutachtens 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 6. Juni 
2017, UV 2014/39).

Entscheid vom 6. Juni 2017

 

Besetzung                                                                      

Präsident Joachim Huber, Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider, 

Versicherungsrichter Ralph Jöhl; Gerichtsschreiber Daniel Furrer           

Geschäftsnr.                                                                                                                  

UV 2014/39           

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Martin Frey, Amparo Anwälte und Notare, 

Neugasse 26, Postfach 148, 9001 St. Gallen,

gegen        

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Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 

4358, 6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand                                                                   

Versicherungsleistungen

Sachverhalt

A.   

A.a  A.___ war seit 14. April 2011 bei der B.___ GmbH St angestellt und dadurch bei 

der Suva obligatorisch unfallversichert, als er am 6. Mai 2011 einen Arbeitsunfall erlitt 

(UV-act. 22). Er sei auf einer Baustelle von der 2. oder 3. Sprosse der Leiter und 

anschliessend wegen eines fehlenden Geländers vom 1. Stock ins Erdgeschoss 

gestürzt, wo er auf einem Marmorboden aufgeschlagen habe (UV-act. 46). Die Suva 

erbrachte die gesetzlichen Leistungen (Taggelder und Behandlungskosten; UV-act. 26).

A.b  Der Versicherte war vom 6. bis 9. Mai 2011 im Spital C.___ hospitalisiert. Gemäss 

Austrittsbericht vom 6. Juni 2011, erlitt er beim Unfall eine Fraktur eines 

Handwurzelknochens der rechten Hand (Os triquetrum; Chip Fraktur), eine Fraktur 7./8. 

Rippe ventral links, eine Rissquetschwunde am Kinn sowie schwere Kontusionen der 

linken Hand. Bezüglich der linken Hand sei primär keine Fraktur gesehen worden, bei 

Beschwerdepersistenz werde eine vorzeitige Wiedervorstellung empfohlen (UV-act. 24). 

Dr. med. D.___, Fachärztin für Chirurgie FMH, berichtete am 21. Juli 2011, dass die 

rechte Hand praktisch beschwerdefrei sei bei nur noch leicht eingesschränkter 

Dorsalextension. Links würden persistierende Beschwerden über der Capitatumfraktur 

und zusätzlich eine Gefühlsstörung des Kleinfingers, Streckprobleme ohne Schmerzen 

im PIP und ulnopalmare Handgelenksschmerzen vorliegen (UV-act. 33). Gemäss 

Beurteilung der Radiologie im Silberturm vom 30. September 2011 war die Capitatum 

Fraktur konsolidiert mit mittelgradiger Fehlform und dorsal prominenter Knochennase, 

leichtgradiger relativer Dorsalfehlstellung der Metacarpale III-Basis auf dem distal 

deformierten Capitatum, mittelgradiger carpo-metacarpal Arthrose III, kleiner 

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Verkalkung/Verknöcherung radialseitig am Os capitatum gegen das Trapezoideum und 

ansonsten normalem CT und 3D-CT des linken Handgelenks (UV-act. 53). Im 

Arztbericht vom 7. Oktober 2011 diagnostizierte Dr. med. E.___, Spezialärztin für 

Neurologie FMH, linksbetonte Handschmerzen/unsystematische Gefühlsstörung der 

linken oberen Extremität. Von den Handgelenken her sei die Symptomatik nicht zu 

erklären. Es werde die Durchführung eines MR cervikal/cerebral empfohlen (UV-act. 

51). Im Bericht der Klinik F.___ vom 22. Dezember 2011 wurde zudem eine 

Streckfehlhaltung der Halswirbelsäule, eine mehrsegmentäre leichtgradige Spondylose, 

eine uncarthrotisch bedingte leichtgradige foraminale Enge C3/4 links, eine neural nicht 

kompromittierende breitbasige Discusprotrusion C3/4 sowie C5/6 festgehalten (UV-act. 

78). Am 23. Dezember 2011 wurde der Versicherte am linken Handgelenk operiert 

(Arthrodese Hamatum / Metacarpale III; UV-act. 78).

A.c  Im Arztbericht vom 4. Juli 2012 diagnostizierte Dr. med. G.___, Facharzt für 

Neurologie, ein CRPS (complex regional pain syndrome, Morbus Sudeck, 

Algodystrophie) der linken oberen Extremität nach Sturz am 6. Mai 2011 sowie eine 

mässige medio-linkslaterale Diskushernie C3/4 mit linksforaminaler Enge und 

Kompression der Wurzel C4 links. Er gehe davon aus, dass sich das schwre CRPS 

aufgrund der leider erst spät diagnostizierten Capitatumfraktur links entwickelt und 

retrospektiv höchstwahrscheinlich bereits zum Zeitpunkt der ersten neurologischen 

Untersuchung im Oktober 2011 in schwächerer Form vorgelegen und sich dann nach 

der handchirurgischen Intervention Ende 2011 massiv verstärkt habe. Der Versicherte 

sei bis auf weiteres 100% arbeitsunfähig (UV-act. 144).

A.d  Der Kreisarzt Dr. med. H.___, Facharzt für Chirurgie FMH hielt im Bericht vom 7. 

September 2012 fest, die erste Erwähnung von Schulter-/Nackenbeschwerden fänden 

sich im Bericht der Neurologin Dr. E.___ vom 7. Oktober 2011, also fünf Monate nach 

dem Unfallereignis. Bildgebend seien lediglich degenerative Veränderungen im Bereich 

der Halswirbelsäule dargestellt worden, jedoch keine strukturellen unfallbedingten 

Schäden. Somit liege es nur im Bereich des Möglichen, dass die von dem Patienten 

geklagten Nackenbeschwerden als unfallkausal angesehen werden könnten, jedoch sei 

dies bei den nachgewiesenen mehrsegmentären degenerativen Veränderungen nicht 

überwiegend wahrscheinlich. Weiter spreche auch die Latenz des Auftretens der 

Beschwerden gegen eine Unfallkausalität (UV-act. 170).

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A.e  Vom 25. September bis 30. Oktober 2012 wurde eine Rehabilitation in der 

Rehaklinik Bellikon durchgeführt. Im Austrittsbericht vom 31. Oktober 2012 wurde 

festgehalten, dass bei erheblicher Symptomausweitung keine relevante Verbesserung 

der Belastbarkeit habe erreicht werden können. Eine leichte bis mittelschwere Arbeit 

sei dem Versicherten ganztags zumutbar, ohne häufig wiederholten Krafteinsatz, häufig 

wiederholte Handgelenksbewegungen, häufige Zwangshaltungen sowie Vibrationen 

und Schläge in Bezug auf die linke Hand, weiter auch ohne häufige Zwangshaltungen 

im Nackenbereich sowie ohne Vibrationsbelastung und Schläge in Bezug auf die 

Wirbelsäule (UV-act. 187).

A.f  Im Bericht des Departements interdisziplinäre medizinische Dienste am 

Kantonsspital St. Gallen (KSSG) vom 26. Februar 2013 wurde festgehalten, dass beim 

Versicherten chronifizierte Schmerzen bei CRPS im Bereich des linken Armes 

bestünden. Klinisch sei der Eindruck einer depressiven Symptomatik entstanden und 

vom Versicherten auch bestätigt worden (UV-act. 224).

A.g  Im Bericht der Klinik I.___ vom 3. Juni 2013 hielten die Ärzte fest, dass der 

Verdacht auf eine Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion bei CRPS nach 

Unfallereignis am 6. Mai 2011 bestehe. Daneben zeige sich auch eine chronische 

Schmerzsymptomatik mit vegetativen Begleitsymptomen (UV-act. 254).

A.h  Im Bericht vom 5. Juni 2013 führte Dr. G.___ aus, es erscheine im Moment als sehr 

unwahrscheinlich, dass das Schmerzsyndrom an der linken Hand sich innerhalb einer 

auch nur grob abschätzbaren Zeit soweit zurückbilden werde, dass für manuelle 

Tätigkeiten wieder eine Arbeitsfähigkeit von annähernd 100% erreicht werden könne 

(UV-act. 249).

A.i   Am 13. August 2013 erfolgte die kreisärztliche Abschlussuntersuchung durch med. 

pract. J.___, Fachärztin für Chirurgie FMH. Objektiv zeige sich das CRPS weitgehend 

zurückgebildet, klinisch bestünden endgradige Bewegungseinschränkungen des linken 

Handgelenkes sowie eine Kraftminderung. Die berufliche Tätigkeit als Bauarbeiter sei 

nicht zumutbar. Eine leichte bis mittelschwere Arbeit bei ganztägiger Arbeitszeit sei 

jedoch nicht zumutbar. Bezüglich der linken Hand sollten kein häufig wiederholter 

Krafteinsatz, keine häufig wiederholten Handgelenksbewegungen, keine häufigen 

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Zwangshaltungen des Handgelenkes erfolgen, des Weiteren keine Vibrationen und 

Schläge. Bezüglich der Beschwerden in der Halswirbelsäule, welche jedoch nicht als 

unfallkausal zu betrachten seien, solle auf eine häufige Zwangshaltung im 

Nackenbereich verzichtet werden, ausserdem müssten Vibrationsbelastungen und 

Schläge vermieden werden. Der Integritätsschaden sei dauerhaft und erheblich und 

werde auf 5% geschätzt (UV-act. 278 f.).

A.j   Mit Verfügung vom 18. September 2013 wurde dem Versicherten bei einer 

Integritätseinbusse von 5% eine Integritätsentschädigung von Fr. 6‘300.-- 

zugesprochen. In einer angepassten Tätigkeit betrage die unfallbedingte 

Erwerbseinbusse lediglich 5.76% weshalb keine Rente zugesprochen werden könne 

(UV-act. 293).

A.k  Mit Einsprache vom 21. Oktober 2013 beantragte der Versicherte die Aufhebung 

der Verfügung vom 18. September 2013 und die Zusprache einer Invalidenrente. Bei 

den Einschränkungen in einer adaptierten Tätigkeit könne nicht von einer 100%igen 

Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden. Es komme nur eine leichte Tätigkeit in Frage, 

welche sich auch einhändig erledigen lasse. Das hypothetische Invalideneinkommen 

müsse deshalb stark gesenkt werden. Die Integritätsentschädigung werde nicht 

beanstandet (UV-act. 304). Mit Schreiben vom 28. März 2014 beantragte er zudem die 

Einholung eines Gutachtens zur Beantwortung der Frage, inwieweit ihm Arbeiten in 

einer angepassten Tätigkeit zuzumuten seien (UV-act. 324).

A.l   Mit Einspracheentscheid vom 7. April 2014 wies die Suva die Einsprache des 

Versicherten ab. Beim Ereignis vom 6. Mai 2011 handle es sich nach der 

Rechtsprechung um einen mittelschweren Unfall mit Tendenz zu den leichten Unfällen. 

Der Unfall habe sich nicht unter besonders dramatischen Begleitumständen abgespielt, 

auch sei er nicht besonders eindrücklich gewesen. Erfahrungsgemäss seien die 

Verletzungen des Versicherten weder aufgrund ihrer Schwere noch wegen ihrer 

besonderen Art geeignet gewesen, eine psychische Fehlentwicklung auszulösen. 

Intensive unfallbedingte körperliche Dauerschmerzen seien nicht nachgewiesen. Der 

adäquate Kausalzusammenhang zwischen den psychischen Störungen des 

Versicherten und dem Unfallereignis sei zu verneinen. Die vorgeschlagenen 

zumutbaren Arbeitsplätze würden alle den unfallbedingten Einschränkungen 

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angemessen Rechnung tragen. Es handle sich durchwegs um Tätigkeiten, welche 

beidhändiges Arbeiten nicht oder nur bedingt erfordern würden. An der Berechnung 

des Invaliditätsgrades könne somit festgehalten werden (UV-act. 326).

B.   

B.a  Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die Beschwerde vom 19. Mai 

2014. Der Beschwerdeführer beantragt unter Kosten- und Entschädigungsfolge dessen 

Aufhebung. Ihm seien die gesetzlichen Leistungen zu erbringen. Eventualiter sei das 

Verfahren zu weiteren Abklärungen und zur Neubeurteilung an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen. Dabei stützt sich der Beschwerdeführer insbesondere auf den Bericht 

von Dr. med. K.___, Facharzt für Rheumatologie und innere Medizin FMH vom 22. Mai 

2014, in welchem dieser einen hochgradigen Verdacht auf ein aktives CRPS Hand/

Unterarm links diagnostizierte und in einer angepassten Tätigkeit eine 70%ige 

Arbeitsunfähigkeit attestierte (act. G 1.12). Auch die Bemessung der 

Integritätsentschädigung mit nur 5% erweise sich als falsch (act. G 1). Mit 

Beschwerdeergänzung vom 30. Juni 2014 reichte der Beschwerdeführer einen Bericht 

der Klinik für Hand-, Plastische- und Wiederherstellungschirurgie am KSSG vom 19. 

Juni 2014 und einen Bericht der Klinik für Psychosomatik (Schmerzsprechstunde) am 

KSSG vom 16. Juni 2014 ein (act. G 5).

B.b  Am 2. Juli 2014 wurde dem Gesuch um Bewilligung der unentgeltlichen 

Rechtspflege (Befreiung von Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen 

Rechtsverbeiständung) entsprochen (act. G 6).

B.c  Mit Beschwerdeantwort vom 2. September 2014 beantragt die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Aufgrund der 

übereinstimmenden medizinischen Berichte der Rehabilitationsklinik Bellikon, des 

KSSG, von Dr. G.___ und der Kreisärztin sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

erstellt, dass seit Ende Oktober 2012 kein CRPS an der linken oberen Extremität mehr 

bestanden habe. Die neu eingereichten Berichte des Beschwerdeführers würden 

bestenfalls darauf hindeuten, dass das CRPS im Mai 2014 wieder aufgeflackert sein 

könnte, was einem Rückfall entsprechen würde und nicht Gegenstand des 

vorliegenden Prozesses sei (act. G 8).

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B.d  Mit Replik vom 5. Januar 2015 hält der Beschwerdeführer unverändert an der 

Beschwerde fest. Das Unfallereignis müsse als besonders eindrücklich eingestuft 

werden. Vorliegend sei von einem mittelschweren Unfall auszugehen und der adäquate 

Kausalzusammenhang zwischen Unfall und dem psychischen Anteil an der Arbeits- 

und Erwerbsunfähigkeit sei klar zu bejahen. Zudem bestehe das CRPS seit Februar 

2012 und sei auch aktuell noch aktiv, es sei zu keinem Zeitpunkt ausgeheilt gewesen 

(act. G 17).

B.e  In der Duplik vom 5. Februar 2015 hält auch die Beschwerdegegnerin unverändert 

an der Beschwerdeantwort fest (act. G 20).

Erwägungen

1.   

1.1  Anfechtungsgegenstand der vorliegenden Beschwerde bildet der 

Einspracheentscheid vom 7. April 2014 (UV-act. 326), dem die Verfügung vom 18. 

September 2013 (UV-act. 293) zugrunde liegt. Darin prüfte die Beschwerdegegnerin 

den Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente und eine 

Integritätsentschädigung. Die Beschwerdegegnerin ermittelte eine unfallbedingte 

Erwerbseinbusse von 5.76%. Die psychogenen Störungen würden nicht in einem 

adäquatkausalen Zusammenhang mit dem Unfall stehen, weshalb diesbezügliche 

Leistungen entfallen würden.

1.2  Nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet die mangels Anfechtung 

bereits mit Verfügung vom 18. September 2013 in Rechtskraft erwachsene Festlegung 

der Integritätsentschädigung. Diese wurde in der Einsprache vom 21. Oktober 2013 

explizit nicht beanstandet (UV-act. 304, S. 4). Somit ist vorliegend einzig der Anspruch 

des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente zu prüfen. Auf die Frage der 

Integritätsentschädigung kann nicht eingetreten werden.

2.   

2.1  Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 

832.20) werden Leistungen der Unfallversicherung bei Berufsunfällen, 

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Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz nichts anderes 

bestimmt. Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt zunächst voraus, dass 

zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein natürlicher 

Kausalzusammenhang besteht. Ursache im Sinne des natürlichen 

Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der 

eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht 

zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Die Leistungspflicht des 

Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und 

dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausalzusammenhang besteht (BGE 129 V 

177 E. 3.1 f.).

2.2  Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt 

der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und 

Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche 

Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des 

Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen 

Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben 

worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der 

Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der 

Fachperson begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweisen).

2.3  Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. 

Danach haben Gericht und Verwaltung von Amtes wegen für die richtige und 

vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (Urteil des 

Bundesgerichts vom 1. April 2011, 8C_73/2011, E. 4.1). Wenn der entscheidrelevante 

Sachverhalt ungenügend abgeklärt wurde, kann das Gericht die Angelegenheit zu 

neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen.

3.   

3.1  Die Beschwerdegegnerin stützt sich insbesondere auf die medizinischen Berichte 

der Rehaklinik Bellikon, des KSSG, sowie von Dr. G.___ und der Kreisärztin, wonach 

nach dem Austritt des Beschwerdeführers aus der Rehaklinik Bellikon kein CRPS mehr 

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bestanden habe (act. G 8, E. 5.2). Der Beschwerdeführer hält dagegen, dass ein aktives 

CRPS vorliege, es sei unklar, wie es zur Aussage der Rehaklinik Bellikon gekommen sei 

(act. G 1, S. 3).

3.2  Im Austrittsbericht der Rehaklinik Bellikon vom 31. Oktober 2012 diagnostizierten 

die Ärzte in Bezug auf den Unfall vom 6. Mai 2011 eine schwere Kontusion der linken 

Hand mit erst verspätet diagnostizierter, intraartikulärer Os Capitatum-Fraktur und eine 

leichte Anpassungsstörung, längere depressive Reaktion (ICD-10: F43.21). Folgende 

Probleme bei Austritt wurden festgehalten: 1. Erhebliche Symptomausweitung; 2. 

Dauerschmerzen linke Hand-Arm-Schultergürtel-Nacken, belastungsverstärkt; 3. 

Regrediente Hypersudation der linken Hand (sonst keine CRPS-Zeichen mehr); 4. 

Distal-betonte, globale Schwäche der linken oberen Extremität; Hypästhesie der 

gesamten linken oberen Extremität mit Ausbreitung bis an den Nacken und den oberen 

linken Hemithorax; 5. Häufige, bis drei Tage anhaltende, von okzipital ausgehende 

Kopfschmerzen (bilateral) mit Schwindel, Nebel-Sehen, Lichtempfindlichkeit und 

Übelkeit bis zum Erbrechen; 6. Postprandiale Abdominalschmerzen, ausstrahlend in 

den Rücken; umgekehrt lumbale Rückenschmerzen mit gürtelförmiger Ausstrahlung 

nach ventral. Bei Eintritt habe der Beschwerdeführer massive Schmerzen in der ganzen 

linken Hand und durch den ganzen linken Arm über die Schulter bis zum Nacken und 

zum Okziput angegeben. An CRPS-Symptomen seien auf Befragung noch eine 

belastungsabhängige Schwellung, zeitweilige Koloritveränderungen und eine 

Hypersudation der linken Hand angegeben worden, dazu die ausgeprägte Schwäche. 

In der Eintrittsuntersuchung habe die linke Hand bis auf eine minim vermehrte 

Behaarung keine CRPS-verdächtigen Veränderungen gezeigt. Unter der Therapie habe 

sich dann doch eine deutliche Hypersudation an der linken Hand manifestiert, das 

CRPS sei also noch nicht ganz abgeklungen gewesen. Nach einer nochmaligen 

peroralen Kortikosteroid-Behandlung über drei Wochen habe sich die Hypersudation 

deutlich verringert. Das Ausmass der angegebenen Schmerzen, die diffuse 

Ausdehnung auf die gesamte linke obere Extremität, den oberen linken Hemithorax und 

den Nacken, die diffuse Hypästhesie im schmerzhaften Gebiet und das Ausmass des 

gezeigten Kraftdefizits liessen sich bei inzwischen weitgehend abgeklungenem CRPS 

nicht respektive nicht mehr organisch erklären. Entsprechend den früheren 

neurologischen Untersuchungen sei das aktuelle Beschwerdebild nicht auf eine 

spezifische Läsion einer zervikalen Nervenwurzel oder eines Armnerven links 

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zurückzuführen. Aufgrund der erheblichen Symptomausweitung seien die Resultate der 

physischen Leistungstests für die Beurteilung der zumutbaren körperlichen 

Belastbarkeit nicht verwertbar. Das Ausmass der demonstrierten physischen 

Einschränkungen lasse sich mit den objektivierbaren pathologischen Befunden der 

klinischen Untersuchung nicht erklären. Die Beurteilung der Zumutbarkeit stütze sich 

wesentlich auf medizinisch-theoretische Überlegungen, unter Berücksichtigung der 

Beobachtungen  bei den Leistungstests und im Behandlungsprogramm. Die 

festgestellte psychische Störung begründe aktuell keine arbeitsrelevante 

Leistungsminderung. Die Tätigkeit als Bauarbeiter sei nicht zumutbar, da bei der 

schweren Arbeit die volle Belastbarkeit beider Hände und Arme erforderlich sei. Leichte 

bis mittelschwere Arbeiten seien ganztags zumutbar. Dabei sei die linke Hand 

eingeschränkt, häufig wiederholter Krafteinsatz, häufig wiederholte 

Handgelenksbewegungen, häufige Zwangshaltungen des Handgelenks dürften nicht 

vorkommen und Vibrationen und Schläge in Bezug auf die linke Hand seien zu 

vermeiden. Bezüglich der Halswirbelsäule seien keine häufigen Zwangshaltungen im 

Nackenbereich einzunehmen und Vibrationsbelastungen und Schläge in Bezug auf die 

Wirbelsäule seien zu vermeiden (UV-act. 187).

3.3  Die Kreisärztin med. pract. J.___ hielt im Bericht zur ärztlichen 

Abschlussuntersuchung vom 13. August 2013 fest, dass weiterhin der Schulter/

Nacken- und Armschmerz links im Vordergrund stehe. Objektiv zeige sich das CRPS 

weitgehend zurückgebildet und klinisch bestünden endgradige 

Bewegungseinschränkungen des linken Handgelenkes sowie Kraftminderung. Auch 

nach der aktuellen Untersuchung könne auf die Zumutbarkeitsbeurteilung der 

Rehaklinik Bellikon abgestellt werden (UV-act. 279-6).

3.4  Dr. K.___ diagnostizierte im Bericht vom 22. Mai 2014 den hochgradigen Verdacht 

auf ein aktives CRPS Hand/Unterarm links. Für eine fragliche psychische 

Schmerzverarbeitungsstörung würden in der aktuellen klinischen Untersuchung 

keinerlei Hinweise vorliegen. Bezüglich des Berichts der Rehaklinik Bellikon führte Dr. 

K.___ aus, dass das CRPS ohne klare Hinweise als „in Abheilung“ beschrieben worden 

sei. Zu dieser Aussage seien aber keine weiteren Untersuchungen durchgeführt 

worden. Es sei gänzlich unklar, wie es zu dieser Aussage gekommen sei. Klinisch 

könnten klare Hinweise für ein CRPS gefunden werden: Deutliches vermehrtes 

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Schwitzen der Handflächen links, deutlicher Farbunterschied im Sinne eines kapillaren 

Durchblutungsunterschiedes linksgegenüber rechts, aktuell links mit Rötung und 

Überwärmung. Es sei unverständlich, wieso von einem CRPS in Abheilung gesprochen 

werde. Sämtliche Befunde, auch die der Schmerzklinik, würden für ein seit der 

Operation aktives CRPS der linken Hand sprechen, welches bisher nie adäquat 

behandelt worden sei. Für eine angepasste Tätigkeit (sitzend, wechselbelastend, ohne 

Arbeiten mit der linken Hand [auch Tastaturarbeiten am Computer seien somit 

ausgeschlossen]) bestehe eine 70%ige Arbeitsunfähigkeit (act. G 1.12).

3.5  Im Bericht der Klinik für Hand-, Plastische- und Wiederherstellungschirurgie des 

KSSG vom 19. Juni 2014 hielten die Ärzte fest, beim Beschwerdeführer fänden sich in 

jedem Fall noch Zeichen eines aktiven CRPS, auch wenn häufig vorkommende 

Merkmale wie die verstärkte Behaarung und Schwellung inzwischen fehlten. Die nicht 

durch andere Ursachen erklärbaren Schmerzen, die Hyperhydration und Hautrötung 

sowie das Sensibilitätsdefizit würden allerdings eindeutig dafür sprechen. Die 

Beurteilung der Arbeitsfähigkeit lasse sich aus dieser Momentaufnahme nur schwer 

erheben. Funktionell seien sicher Tätigkeiten ohne Belastungen mit Einsatz der Hand, 

wie Arbeiten am PC möglich. Auf Nachfrage gebe der Patient allerdings an, dass dies 

nur wenige Minuten beschwerdearm möglich sei und anschliessend starke Schmerzen 

einsetzen würden. Diesbezüglich sei er sicher nicht arbeitsfähig (act. G 5.14). Im 

Bericht des Departements Innere Medizin, Klinik für Psychosomatik am KSSG, vom 16. 

Juni 2014 diagnostizierten die Ärzte eine depressive Störung, gegenwärtig mittelgradig 

ausgeprägt vor dem Hintergrund eines Verdachts auf ein aktives CRPS im Bereich der 

Hand und des Unterarms links. Zur Arbeitsfähigkeit äusserten sich die Ärzte jedoch 

nicht (act. G 5.15).

3.6  Damit liegen einerseits jüngere ärztliche Berichte vor, die sich detailliert mit dem 

Beschwerdebild des CRPS auseinandersetzen und mit seiner Ausprägung beim 

Beschwerdeführer. Dagegen stellt die Beurteilung von med. pract. J.___ bezüglich des 

CRPS zwar regrediente Verhältnisse fest, gleich wohl handelt es sich dabei im 

Wesentlichen um eine Prognose hinsichtlich der zu erwartenden Abheilung. Diese 

kreisärztliche Prognose erfolgte rund ein Jahr vor der Beurteilung von Dr. K.___ sowie 

der Ärzte der Klinik für Hand-, Plastische- und Wiederherstellungschirurgie des KSSG. 

Von daher erscheint es doch ohne weiteres möglich, dass sich das CRPS in der Folge 

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nicht so entwickelt hat, wie das die Kreisärztin angenommen hatte. Liegen ernst zu 

nehmende Anhaltspunkte für eine solche nicht der Prognose entsprechende 

Entwicklung vor, kann es nicht angehen, dass die Suva diese ignoriert und weiterhin 

die kreisärztliche Begutachtung für allein massgeblich erachtet. Vielmehr hat sie zu 

prüfen, wie sich der prognostizierte Verlauf tatsächlich abgespielt hat. Dies hat sie 

vorliegend nicht getan und wird es darum nachzuholen haben. Das heisst sie wird ein 

einschlägiges Gutachten bei einem externen Schmerzspezialisten oder Neurologen zur 

Frage des Vorliegens und Verlaufs eines CRPS beim Beschwerdeführer in Auftrag zu 

geben und über einen allfälligen Rentenanspruch gegenüber der Beschwerdegegnerin 

neu zu verfügen haben.

3.7  Insgesamt ist vorliegend der medizinische Sachverhalt ungenügend abgeklärt, 

weshalb die Einholung eines medizinischen Gutachtens notwendig erscheint.

4.   

4.1  Nach dem Gesagten ist in teilweiser Gutheissung der Beschwerde der 

Einspracheentscheid vom 7. April 2014 aufzuheben. Die Sache ist zur ergänzenden 

Abklärung und zu neuer Verfügung im Sinne der Erwägungen an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

4.2  Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

4.3  Die Rückweisung zur Neubeurteilung gilt praxisgemäss als volles Obsiegen (BGE 

132 V 215 E. 6.2). Die obsiegende beschwerdeführende Partei hat Anspruch auf Ersatz 

der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt 

und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach 

der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). In der 

Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 

Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1‘000.-- bis Fr. 12‘000.--. Im hier zu 

beurteilenden Fall erscheint eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 4‘000.-- 

(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen. Damit erübrigt sich die 

Festsetzung eines Honorars im Rahmen der bewilligten unentgeltlichen 

Rechtsverbeiständung.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/13

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St.Galler Gerichte

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.   

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird der Einspracheentscheid vom 7. April 

2014 aufgehoben. Bezüglich der Frage des Rentenanspruchs wird die Sache zur 

ergänzenden Abklärung und zu neuer Verfügung im Sinne der Erwägungen an die 

Beschwerdegegnerin zurückgewiesen. Bezüglich der Festlegung der 

Integritätsentschädigung wird auf die Beschwerde nicht eingetreten.

2.   

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.   

Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung von Fr. 

4‘000.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 06.06.2017
	Art. 6 UVG. Würdigung der Arztberichte. Ernst zu nehmende Anhaltspunkte sprechen dafür, dass der tatsächliche Verlauf nicht der kreisärztlichen Prognose entspricht. Rückweisung zur Einholung eines externen Gutachtens (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 6. Juni 2017, UV 2014/39).

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		2025-07-19T07:16:36+0200
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