# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9b575896-9381-5b7f-9583-26d0e986ed8b
**Source:** Valais/Wallis (VS)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-08-31
**Language:** de
**Title:** Wallis Sonstiges Gericht Sonstige Kammer 31.08.2020 P1 19 47
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/VS_Gerichte/VS_BZG_999_P1-19-47_2020-08-31.pdf

## Full Text

P1 19 47 

URTEIL VOM 31. AUGUST 2020 

Kantonsgericht Wallis 

I. Strafrechtliche Abteilung 

 

Besetzung: Dr. Thierry Schnyder, Präsident; Dr. Lionel Seeberger und Eve-Marie Dayer-

Schmid, Kantonsrichter; Dr. Milan Kryka, Gerichtsschreiber 

in Sachen 

 

Staatsanwaltschaft des Kantons Wallis  

und 

 

X _________ und Y _________, vertreten durch Rechtsanwalt M _________ 

 

gegen 

 

Z _________, Beschuldigter, vertreten durch Rechtsanwalt N _________ 

 

(ungetreue Geschäftsbesorgung / Veruntreuung)  

- 2 - 

Verfahren  

 

A. Das Kreisgericht Oberwallis in A _________ fällte nach Abschluss der Strafuntersu-

chung und aufgrund der Anklageschrift vom 15. Mai 2018 (S. 506 ff.) am 20. Dezember 

2018 nachstehendes Urteil, welches es den Beteiligten am 17. Januar 2019 per Judika-

tum eröffnete (S. 663 ff.): 

1. Z _________ wird vom Vorwurf der ungetreuen Geschäftsbesorgung nach Art. 158 StGB sowie der 

Veruntreuung nach Art. 138 StGB freigesprochen. 

2. Z _________ wird des mehrfachen Steuerbetrugs nach Art. 186 DBG und Art. 212 StG/VS sowie des 

versuchten Diebstahls nach Art. 139 i.V.m. Art. 22 StGB schuldig gesprochen.  

3. Z _________ wird mit einer bedingten Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu je Fr. 170.--, entsprechend 

Fr. 20'400.--, bestraft, unter Auferlegung einer Probezeit von 2 Jahren. Die ausgestandene Untersu-

chungshaft von 73 Tagen wird auf die Strafe angerechnet. 

Zusätzlich wird er mit einer Busse von Fr. 2’700.-- bestraft, bei schuldhaftem Nichtbezahlen ersatz-

weise mit einer Freiheitsstrafe von 16 Tagen. 

4. Der Staat Wallis und Z _________ tragen die Kosten von Verfahren und Entscheid im Verhältnis 3/4 

zu 1/4. 

Die Verfahrenskosten der Staatsanwaltschaft betragen insgesamt Fr. 6’764.20, wobei Z _________ 

entsprechend seinem Anteil von 1/4 Fr. 1'691.05 zu tragen hat und Fr. 5'073.15 zu Lasten des Staats 

Wallis gehen. Die Gerichtskosten vor dem Kreisgericht Oberwallis betragen Fr. 2'000.--, wobei 

Z _________ davon Fr. 500.-- zu bezahlen hat und Fr. 1'500.-- zu Lasten des Staates Wallis gehen. 

5. Der Staat Wallis bezahlt Rechtsanwalt N _________ für seine Funktion als notwendiger Verteidiger 

eine Entschädigung von pauschal Fr. 10'400.-- (inkl. Auslagen und MwSt.), wobei Fr. 2'600.-- zu Las-

ten von Z _________ und Fr. 7'800.-- zu Lasten des Staats Wallis gehen.  

6. Das von Z _________ beschlagnahmte Bargeld von Fr. 15’104.65 und Fr. 1'598.80 (total 

Fr. 16’703.45) wird in der Höhe von Fr. 7’491.05 eingezogen und zur Deckung der anteilsmässigen 

Kosten der Staatsanwaltschaft von Fr. 1'691.05, der Gerichtskosten von Fr. 500.--, der Busse von 

Fr. 2’700.-- sowie der anteilsmässigen Verteidigungskosten von Fr. 2'600.-- verwendet. Der Restsaldo 

von 

Fr. 9’212.40 wird Z _________ 60 Tage nach Rechtskraft des Urteils zurückerstattet. 

7. Die Beschlagnahme der übrigen Vermögenswerte und Bankkonti wird 60 Tage nach Rechtskraft des 

vorliegenden Urteils aufgehoben. 

8. Die Zivilforderungen von X _________, Y _________ und B _________ werden auf den Zivilweg ver-

wiesen.  

9. Den Privatklägern werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

10. Alle übrigen Rechtsbegehren werden abgewiesen.  

- 3 - 

B. Die Staatsanwältin und die Privatkläger meldeten am 22. Januar 2019 und am 24. Ja-

nuar 2019 Berufung an (S. 671 ff.). Die Vorinstanz übermittelte das begründete Urteil am 

17. Juni 2019 (S. 673 ff.).  

Die Privatkläger deponierten am 27. Juni 2019 die Berufungserklärung mit folgenden 

Anträgen (S. 741 f.): 

1. Es sei in Gutheissung der Berufung Ziff. 1 des Dispositivs des Urteils vom 20. Dezember 2018, 

S 1 18 xx, aufzuheben. Damit verbunden sind ebenfalls die Aufhebung von Ziffer 3 und Ziffer 4 des 

Dispositivs des Urteils vom 20. Dezember 2018, S 1 18 xx. 

2. Ziffer 2 des Dispositivs des Urteils vom 20. Dezember 2018, S 1 18 xx wird nicht angefochten. 

3. Ziffer 5 des Dispositivs des Urteils vom 20. Dezember 2018, S 1 18 xx wird nicht angefochten. 

4. Es seien in Gutheissung der Berufung Ziff. 6, 7, 8 und 9 des Dispositivs des Urteils vom 20. Dezember 

2018, S 1 18 xx, aufzuheben. 

5. Es sei das erstinstanzliche Urteil in dem Sinne abzuändern, dass Z _________ der mehrfachen unge-

treuen Geschäftsbesorgung nach Art. 158 Ziffer 1 Abs. 3 StGB, eventuell Ziffer 1 Abs. 1 und Abs. 2, 

eventualiter der mehrfachen Veruntreuung nach Art. 138 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen ist. 

6. Der Erbengemeinschaft C _________ sei der Betrag von Fr. 398’976.25 als Zivilbegehren zuzuspre-

chen. 

7. X _________ sei der Betrag von Fr. 48’961.00, als Zivilbegehren zuzusprechen. 

8. Die gesamten beschlagnahmten Bankkonti in D _________ [ CC _________: (Giro-Konto XXX; Im-

mobilien-Fonds Nr. xxx), K _________ (Giro-Konto xxx und xxx; Festgeld xxx, xxx, xxx, xxx, xxx, xxx, 

xxx, xxx), EE _________ (alle Konti jedwelcher Art, lautend auf Z _________, u.a. Giro-Konto xxx und 

Super Konto xxx), E _________ (Giro xxx und xxx, Festgeld/Wertpapier xxx und xxx, Festgeld xxx, 

xxx, xxx, Konto xxx, Konto xxx) FF _________ (O.R. Extra XXX) mit einem Gesamtbetrag von 

Fr. 261'936.75], das beschlagnahmte Konto bei der F _________ (Konto Nr. xxx) mit einem Saldo von 

Fr. 8’154.19, der Erlös aus dem beschlagnahmten Barvermögen in der Höhe von umgerechnet 

Fr. 18'378.02, sowie der Erlös aus der Verwertung der rechtshilfeweise zu beschlagnahmenden Lie-

genschaften in D _________ (Haus in G _________ und Einstellhalle in H _________, Wohnung in 

I _________, Haus in J _________) und die vom Verurteilten zu bezahlende Busse seien bis zum 

Betrag von Fr. 398’976.25 zu Gunsten der Erbengemeinschaft C _________ und bis zum Betrag von 

Fr. 48’961.00 zu Gunsten von X _________ einzuziehen und gestützt auf Art. 377 Abs. 2 StPO, 

Art. 69, 70 und 73 StGB bzw. Art. 71 StGB, insofern der Erlös aus den Liegenschaftsverkäufen in 

D _________ als Ersatzforderung im Sinne von Art. 71 StGB behandelt wird, nach vorgängigem Abzug 

der Verfahrenskosten zu Gunsten der Privatklägerschaft zu verwenden (bis zum Betrag von 

Fr. 398’976.25 zu Gunsten der Erbengemeinschaft C _________ und bis zum Betrag von 

Fr. 48’961.00 zu Gunsten von X _________). 

9. Die Kosten von Verfahren und Entscheid gehen zu Lasten des Staates. 

10. Es sei den Privatklägern eine angemessene Parteientschädigung gemäss Kostenliste zu bezahlen. 

Auch die Staatsanwaltschaft erklärte Berufung mit folgenden Begehren (S. 748 f.): 

- 4 - 

1. Das Urteil des Kreisgerichts Oberwallis für den Bezirk A _________ ist in den Ziffern 1, 3 bis 10 resp. 

Ziffern 1, 3 bis 7 aufzuheben resp. abzuändern. 

2. Z _________ ist der mehrfachen ungetreuen Geschäftsbesorgung nach Art. 158 Ziffer 1 Abs. 3 StGB, 

evt. Ziffer 1 Abs. 1 und 2 eventualiter der mehrfachen Veruntreuung nach Artikel 138 Ziffer 1 StGB, 

des mehrfachen Steuerbetrugs nach Art. 186 DBG und Art. 212 StG/VS sowie des versuchten Dieb-

stahls nach Art. 139 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen. 

3. Z _________ ist mit einer Freiheitsstrafe von 24 Monaten sowie einer Busse von Fr. 5'000.-- zu be-

strafen. Es ist unter Auferlegung einer Probezeit von 3 Jahren der bedingte Strafvollzug zu gewähren. 

4. Die ausgestandene Untersuchungshaft von 73 Tagen wird angerechnet. 

5. Bei schuldhafter Nichtbezahlung der Busse ist diese in eine Ersatzfreiheitsstrafe von 29 Tagen umzu-

wandeln. 

6. Die Guthaben auf den gesperrten Bankkonten von Z _________ sowie das beschlagnahmte Bargeld 

ist in Anwendung von Art. 377 Abs. 2 StPO, Art. 69, Art. 70, Art. 72, Art. 73 StGB einzuziehen und 

nach vorgängigem Abzug der Verfahrenskosten zugunsten der Privatklägerschaft zu verwenden. 

7. Z _________ ist zur Tragung der Untersuchungskosten in der Höhe zuzüglich der Gebühr für die 

Staatsanwaltschaft sowie der Kosten des Haupt- und des Berufungsverfahrens zu verpflichten. 

Der Beschuldigte hinterlegte keine Anschlussberufung.  

Das Kantonsgericht fällte am 30. Oktober 2019 und am 19. Dezember 2019 Beweisent-

scheide (P2 19 xxx und P2 19 xxx). Die Berufungsverhandlung wurde auf Gesuch der 

Staatsanwaltschaft vom 19. November 2019 (S. 838) auf den 13. Februar 2020 verscho-

ben (S. 859). 

C. Die Parteien stellten an der Berufungsverhandlung folgende Anträge: 

Staatsanwältin (S. 987): 

1. Das Urteil des Kreisgerichts Oberwallis für den Bezirk A _________ vom 20. Dezember 2018 ist in 

den Ziffern 1, 3 bis 10 resp. Ziffern 1, 3 bis 7 aufzuheben resp. abzuändern. 

2. Z _________ ist der mehrfachen ungetreuen Geschäftsbesorgung nach Art. 158 Ziffer 1 Abs. 3 StGB, 

evt. Ziffer 1 Abs. 1 und 2 eventualiter der mehrfachen Veruntreuung nach Artikel 138 Ziffer 1 StGB, 

des mehrfachen Steuerbetrugs nach Art. 186 DBG und Art. 212 StG/VS sowie des versuchten Dieb-

stahls nach Art. 139 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen. 

3. Z _________ ist mit einer Freiheitsstrafe von 24 Monaten sowie einer Busse von Fr. 5'000.-- zu be-

strafen. Es ist unter Auferlegung einer Probezeit von 3 Jahren der bedingte Strafvollzug zu gewähren. 

Die ausgestandene Untersuchungshaft von 73 Tagen wird angerechnet. 

Bei schuldhafter Nichtbezahlung der Busse ist diese in eine Ersatzfreiheitsstrafe von 50 Tagen umzu-

wandeln. 

4. Die Guthaben auf den gesperrten Bankkonten von Z _________ sowie das beschlagnahmte Bargeld 

ist in Anwendung von Art. 377 Abs. 2 StPO, Art. 69, Art. 70, Art. 72, Art. 73 StGB einzuziehen und 

nach vorgängigem Abzug der Verfahrenskosten zugunsten der Privatklägerschaft zu verwenden. 

- 5 - 

5. Z _________ ist zur Tragung der Untersuchungskosten zuzüglich der Gebühr für die Staatsanwalt-

schaft sowie der Kosten des Haupt- und des Berufungsverfahrens zu verpflichten. 

6. Z _________ zahlt seine Interventionskosten selbst. 

7. Z _________ bezahlt die Interventionskosten der Privatklägerschaft gemäss eingereichter Kostennote. 

Privatklägerschaft (S. 988 f.): 

1. Es sei in Gutheissung der Berufung Ziff. 1 des Dispositivs des Urteils vom 20. Dezember 2018, 

S 1 18 xxx, aufzuheben. Damit verbunden sind ebenfalls die Aufhebung von Ziffer 3 und Ziffer 4 des 

Dispositivs des Urteils vom 20. Dezember 2018, S 1 18 xxx. 

2. Ziffer 2 des Dispositivs des Urteils vom 20. Dezember 2018, S 1 18 xxx wird nicht angefochten. 

3. Ziffer 5 des Dispositivs des Urteils vom 20. Dezember 2018, S 1 18 xxx wird nicht angefochten. 

4. Es seien in Gutheissung der Berufung Ziff. 6, 7, 8 und 9 des Dispositivs des Urteils vom 20. Dezember 

2018, S 1 18 xxx, aufzuheben. 

5. Es sei das erstinstanzliche Urteil in dem Sinne abzuändern, dass Z _________ der mehrfachen unge-

treuen Geschäftsbesorgung nach Art. 158 Ziffer 1 Abs. 3 StGB, eventuell Ziffer 1 Abs. 1 und Abs. 2, 

eventualiter der mehrfachen Veruntreuung nach Art. 138 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen ist. 

6. Der Erbengemeinschaft C _________ sei der Betrag von Fr. 398’976.25 als Zivilbegehren zuzuspre-

chen. 

7. X _________ sei der Betrag von Fr. 48’961.00, als Zivilbegehren zuzusprechen. 

8. Die gesamten beschlagnahmten Bankkonti in D _________ [ CC _________: (Giro-Konto xxx; Immo-

bilien-Fonds Nr. xxx), K _________ (Giro-Konto xxx und xxx; Festgeld xxx, xxx, xxx, xxx, xxx, xxx, xxx, 

xxx), EE _________ (alle Konti jedwelcher Art, lautend auf Z _________, u.a. Giro-Konto xxx und 

Super Konto xxx), E _________ (Giro xxx und xxx, Festgeld/Wertpapier xxx und xxx, Festgeld xxx, 

xxx, xxx, Konto xxx, Konto xxx) FF _________ (O.R. Extra xxx) mit einem Gesamtbetrag von 

Fr. 261'936.75], das beschlagnahmte Konto bei der F _________ (Konto Nr. xxx) mit einem Saldo von 

Fr. 8’154.19, der Erlös aus dem beschlagnahmten Barvermögen in der Höhe von umgerechnet 

Fr. 18'378.02, der Erlös aus der Verwertung der Guthaben auf Konten der obgenannten Banken in 

D _________, die bis heute nicht bekannt waren bzw. nicht gesperrt wurden, rechtshilfeweise, sowie 

der Erlös aus der Verwertung der rechtshilfeweise zu beschlagnahmenden Liegenschaften in 

D _________ (Haus in G _________ und Einstellhalle in H _________, Wohnung in I _________, 

Haus in J _________) und die vom Verurteilten zu bezahlende Busse seien bis zum Betrag von 

Fr. 398’976.25 zu Gunsten der Erbengemeinschaft C _________ und bis zum Betrag von 

Fr. 48’961.00 zu Gunsten von X _________ einzuziehen und gestützt auf Art. 377 Abs. 2 StPO, 

Art. 69, 70 und 73 StGB bzw. Art. 71 StGB, insofern der Erlös aus den Liegenschaftsverkäufen in D 

_________ als Ersatzforderung im Sinne von Art. 71 StGB behandelt wird, nach vorgängigem Abzug 

der Verfahrenskosten zu Gunsten der Privatklägerschaft zu verwenden (bis zum Betrag von 

Fr. 398’976.25 zu Gunsten der Erbengemeinschaft C _________ und bis zum Betrag von 

Fr. 48’961.00 zu Gunsten von X _________). 

9. Die Kosten von Verfahren und Entscheid gehen zu Lasten des Staates. 

10. Es sei den Privatklägern eine angemessene Parteientschädigung gemäss Kostenliste zu bezahlen. 

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Beschuldigter (S. 988): 

1. Sowohl die Berufung der Staatsanwaltschaft als auch die Berufung der Privatklägerschaft wird abge-

wiesen und der Beschuldigte wird vom Vorwurf der ungetreuen Geschäftsbesorgung nach Art. 158 

StGB sowie der Veruntreuung nach Art. 138 StGB freigesprochen. 

2. Die Zivilforderungen der Privatklägerschaft werden auf den Zivilweg verwiesen. 

3. Sämtliche Kosten des Verfahrens betreffend die angebliche ungetreue Geschäftsbesorgung sowie die 

angebliche Veruntreuung werden dem Staat Wallis auferlegt. 

4. Der Staat Wallis bezahlt dem Beschuldigten gestützt auf Art. 429 StPO eine angemessene Entschä-

digung und eine Genugtuung. 

D. Das Kantonsgericht fällte am 17. Februar 2020 einen prozessualen Entscheid zu den 

Anträgen der Staatsanwaltschaft (P2 20 7).  

E. Mit Eingabe vom 12. März 2020 wurde das Kantonsgericht benachrichtigt, dass 

B _________ am 8. März 2020 verstorben ist (S. 1007). Die Privatklägerschaft depo-

nierte den Erbenschein am 16. April 2020 (S. 1011 f.). 

F. Das Kantonsgericht übermittelte den Parteien am 4. Mai 2020 mit deren Einverständ-

nis rechtshilfeweise eingeforderte und teilweise übersetzte Unterlagen inkl. einer Frist 

zur Stellungnahme (S. 999). Die Staatsanwaltschaft und die Zivilpartei beantragten da-

raufhin die Beschlagnahmung von Bankguthaben. Das Kantonsgericht wies dies am 

5. Juni 2020 ab (P2 20 19). 

  

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Sachverhalt und Erwägungen 

1. Formelles 

1.1 Nach der vorliegend anwendbaren StPO (Art. 1 Abs. 1 StPO) ist gegen Urteile erst-

instanzlicher Gerichte, d.h. des Bezirksrichters als Einzelrichter und des Kreisgerichts 

als Kollegialgericht (Art. 19 StPO; Art. 12 EGStPO), mit denen das Verfahren ganz oder 

teilweise abgeschlossen worden ist, gemäss Art. 398 Abs. 1 i.V.m. Art. 21 Abs. 1 lit. a 

StPO die Berufung zulässig. Das Kantonsgericht bildet Rechtsmittelinstanz (Art. 14 

Abs. 1 EGStPO). Ein Kantonsrichter kann bei Berufungen gegen Urteile der Bezirksrich-

ter allein entscheiden, wenn als Hauptstrafe eine Busse, eine Geldstrafe, gemeinnützige 

Arbeit oder eine bedingte Freiheitsstrafe auszufällen und keine vorausgehende bedingte 

Freiheitsstrafe zu widerrufen ist (Art. 19 Abs. 2 StPO; Art. 14 Abs. 2 Satz 1 EGStPO). 

Der mit der Behandlung betraute Kantonsrichter kann den Fall vor den Gerichtshof brin-

gen, welcher auch die übrigen Berufungen beurteilt (Art. 14 Abs. 2 Satz 2 und Abs. 3 

EGStPO).  

Die sachliche und örtliche Zuständigkeit des in casu urteilenden Gerichts ist gegeben. 

1.2 Jede Partei, die ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung 

eines Entscheides hat, ist nebst der Staatsanwaltschaft (vgl. Art. 381 Abs. 1 StPO) legi-

timiert, ein Rechtsmittel zu ergreifen (Art. 382 Abs. 1 StPO).  

1.2.1 Der Träger des durch die verletzte Strafnorm geschützten oder zumindest mitge-

schützten Rechtsgutes ist durch eine Straftat unmittelbar verletzt und damit Geschädig-

ter im Sinne von Art. 115 Abs. 1 StPO. Das durch die angezeigten Straftaten verletzte 

Rechtsgut ist das Vermögen (Art. 138 ff. StGB). Träger der Vermögensrechte bei einer 

Kommanditgesellschaft sind die einzelnen Gesellschafter (Baudenbacher, Basler Kom-

mentar, 5. A., N. 2 zu Art. 594 OR; Urteil des Zürcher Obergerichts UE160076 vom 

8. März 2017).  

Art. 121 StPO regelt die strafprozessualen Folgen, wenn die mit der Straftat zusammen-

hängenden privatrechtlichen Ansprüche auf Personen übergehen, die nicht geschädigt 

im Sinne von Art. 115 Abs. 1 StPO sind (vgl. dazu das Bundesgerichtsurteil 6B_549/2013 

vom 24. Februar 2014 E. 3.2.1). Die Rechte einer geschädigten Person, welche stirbt, 

ohne vorgängig auf ihre Verfahrensrechte als Privatklägerschaft verzichtet zu haben, 

gehen auf die Angehörigen im Sinne von Art. 110 Abs. 1 StGB in der Reihenfolge der 

Erbberechtigung über (Art. 121 Abs. 1 StPO). Wer von Gesetzes wegen in die Ansprü-

che der geschädigten Person eingetreten ist, ist nur zur Zivilklage berechtigt und hat 

lediglich jene Verfahrensrechte, die sich unmittelbar auf deren Durchsetzung beziehen 

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(Art. 121 Abs. 2 StPO; Bundesgerichtsurteil 6B_236/2014 vom 1. September 2014 

E. 3.4.5). Er kann ein Rechtsmittel ergreifen oder das Rechtsmittelverfahren weiterfüh-

ren, soweit er in seinen rechtlich geschützten Interessen betroffen ist (Art. 382 Abs. 3 

StPO). 

1.2.2 C _________ und L _________ haben die Parzelle Nr. xxx, Plan Nr. xxx, auf wel-

cher das Gästehaus steht, am 2. Dezember 1998 geerbt (Erbteilungsvertrag S. 10; Beleg 

9 zur Eingabe vom 12. November 2019). Sie haben am 1. Juli 2002 eine Kommanditge-

sellschaft zum Betrieb des Hotels Garni O _________ gegründet (Beleg 16 zur Eingabe 

vom 12. November 2019). C _________ hat im Jahr 2004 das Alleineigentum der Lie-

genschaft erhalten (Auflösung Miteigentum vom 28. April 2004; Beleg 10 zur Eingabe 

vom 12. November 2019). Er hat das Grundstück im Jahr 2011 seinem Sohn 

X _________ verschenkt, daran jedoch die Nutzniessung behalten (Nutzniessungsver-

trag vom 2. Dezember 2011; Beleg 11 zur Eingabe vom 30. Oktober 2019). Es sei, laut 

seiner Anwältin, im Rahmen der Auflösung des Miteigentums im Jahr 2004 irrtümlich 

vergessen worden, auch die Kommanditgesellschaft aufzulösen und den Betrieb auf das 

Einzelunternehmen C _________ zu übertragen (S. 839). Aufgrund der lückenhaften 

administrativen Führung des Hotels durch C _________ ist eine solche irrtümliche Un-

terlassung glaubhaft. C _________ will sämtlichen Gewinn des Hotels dem Fiskus auf 

seiner Steuererklärung deklariert haben und von L _________ als Mitbetreiber ist bei 

nachfolgenden Aussagen keine Rede. C _________ hat das Hotel somit tatsächlich al-

leine geleitet, auch wenn die dazu vorgesehene Gesellschaft noch nicht aufgelöst wor-

den ist.  

C _________ wäre als einfacher Gesellschafter oder (gegebenenfalls) als Komplemen-

tär der Betreibergesellschaft durch die behaupteten Straftaten bis zu seinem Ableben 

unmittelbar in seinem Vermögen verletzt worden. Der behauptete Schaden bis zum 

7. Februar 2013 wäre alleine ihm erwachsen. Er ist auf jeden Fall Geschädigter, sofern 

der Anklage gefolgt wird.  

C _________ hat auf seine Rechte als Privatkläger nicht verzichtet, bevor er gestorben 

ist. Seine gesetzlichen Erben sind demnach zur Privatklage berechtigt.  

1.2.3 C _________ ist am 7. Februar 2013 verstorben und hat seine Ehegattin B 

_________ sowie seine zwei Söhne Y _________ und X _________ als Erben hinter-

lassen (S. 76). Die Kommanditgesellschaft wäre von Gesetzes wegen spätestens ab 

diesem Augenblick aufzulösen (Art. 545 Abs. 2 OR i.V.m. Art. 574 Abs. 1 OR i.V.m. 

Art. 619 OR; Beleg 18b zur Eingabe vom 12. November 2019). X _________ hat den 

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Betrieb als Einzelfirma weitergeführt und die Aktiven und Passiven der Kommanditge-

sellschaft übernommen (Ordner 1 S. 3; Beleg 18a zur Eingabe vom 12. November 2019). 

Die ab dem 7. Februar 2013 bezahlten Rechnungen bilden demnach unmittelbaren Ver-

mögensschaden von X _________. Es handelt sich dabei, laut Anklage (S. 513 f.), um 

31 Zahlungen ab dem 18. Februar 2013 bis zum 20. September 2013. X _________ 

wäre für diesen Teil der vorgeworfenen Handlungen somit auf jeden Fall zur Berufung 

legitimiert.  

1.2.4 Eine Erbengemeinschaft ist eine Gemeinschaft zur gesamten Hand, die als solche 

eine Rechtsgemeinschaft ohne Rechtspersönlichkeit bildet, die mangels Rechtsfähigkeit 

nicht Trägerin von Rechten und Pflichten sein kann. Sie ist zivilrechtlich nicht handlungs-

fähig und prozessrechtlich weder partei- noch prozessfähig. Nicht die Erbengemein-

schaft als solche, sondern ihre Mitglieder, die als Beteiligte einer Gesamthandschaft als 

notwendige Streitgenossen handeln, bilden Verfahrenspartei. Das Bundesgericht hat in 

Fällen, da die Erbengemeinschaft als Partei benannt worden und die Vorinstanzen dem 

gefolgt sind, eine Anpassung der Parteibezeichnung von Amtes wegen erlaubt (Bundes-

gerichtsurteil 5A_46/2018 vom 4. März 2019 E. 1.1). Dass ein Erbe zivilrechtliche An-

sprüche aus dem Nachlass nicht allein geltend machen kann, steht der Legitimation im 

Sinne von Art. 310 Abs. 2 i.V.m. Art. 322 Abs. 2 StPO nicht entgegen (BGE 141 IV 380 

E. 2.3.5-2.5). 

1.2.5 Die Berufung ist im Namen von X _________, B _________ und Y _________ 

erklärt worden (S. 739). Die Verfahrensleitung hat am 30. Oktober 2019 eine Beweisver-

fügung erlassen und dabei X _________, B _________ und Y _________ als Privatklä-

ger bezeichnet (P2 19 43). Die Privatklägerschaft hat am 12. November 2019 ausdrück-

lich verlangt, es sei der «Ingress der Beweisverfügung zu präzisieren», da die Erbenge-

meinschaft C _________, bestehend aus B _________, Y _________ und X _________ 

bis zum Tod von C _________ zur Geltendmachung von Zivilforderungen aktivlegitimiert 

sei (S. 837). Das Kantonsgericht stellt aufgrund der Berufungserklärung und der Anzeige 

des Ablebens von B _________ fest, es seien die Erben der Erbengemeinschaften 

C _________ und B _________ als Privatkläger und als Berufungskläger zu betrachten.  

1.2.6 B _________ ist am 8. März 2020 in P _________ gestorben und hinterlässt als 

einzige gesetzliche Erben ihre Söhne C _________ und X _________, welche bereits 

Privatkläger bilden (S. 1012). Diese sind berechtigt, den Prozess auch in deren Namen 

fortzusetzen. 

- 10 - 

1.3 Die Berufung ist innert 10 Tagen seit Eröffnung des Urteils beim erstinstanzlichen 

Gericht entweder schriftlich oder mündlich zu Protokoll anzumelden (Art. 399 Abs. 1 

StPO). Die Partei, die dies getan hat, muss innert 20 Tagen seit der Zustellung des be-

gründeten Urteils dem Kantonsgericht eine schriftliche Berufungserklärung einreichen 

und darin angeben, inwieweit sie das Urteil anficht und dessen Abänderung verlangt 

(Art. 399 Abs. 3 und 4 StPO). Die anderen Beteiligten können innert 20 Tagen seit Emp-

fang der Berufungserklärung Anschlussberufung erklären bzw. einen Nichteintretensan-

trag formulieren (Art. 400 Abs. 3 StPO). 

Das Judikatum ist am 17. Januar 2019 bei der mündlichen Eröffnung übergeben worden 

(S. 664 ff.). Die Staatsanwältin hat die Berufung am 22. Januar 2019 angemeldet, die 

Privatklägerschaft am 28. Januar 2019 (S. 672). Das begründete Urteil ist am 17. Juni 

2019 übermittelt worden (S. 732). Die Berufungserklärungen folgten am 27. Juni 2019 

(S. 739) und am 2. Juli 2019 (S. 747). 

Die Beteiligten haben sämtliche erforderlichen Rechtsvorkehren innert offener Frist vor-

genommen.  

1.4 Mit der Berufung können im Regelfall Rechtsverletzungen, Rechtsverweigerung und 

Rechtsverzögerung, die unvollständige oder unrichtige Feststellung des Sachverhalts 

sowie Unangemessenheit gerügt werden (Art. 398 Abs. 3 StPO). Wer nur Teile des Ur-

teils anficht, hat in der Berufungserklärung verbindlich anzugeben, auf welche der in 

Art. 399 Abs. 4 lit. a bis g StPO aufgezählten Teile sich die Berufung beschränkt. Das 

Berufungsgericht kann das Urteil in allen angefochtenen Punkten umfassend überprüfen 

(Art. 398 Abs. 2 StPO). Seine Kontrolle bleibt jedoch im Prinzip auf die beanstandeten 

Teile beschränkt (Art. 404 Abs. 1 StPO). Es kann aber zugunsten der beschuldigten 

Person auch nicht angefochtene Punkte kontrollieren, um gesetzwidrige oder unbillige 

Entscheidungen zu verhindern (Art. 404 Abs. 2 StPO; zur Ausdehnung gutheissender 

Rechtsmittelentscheide vgl. Art. 392 StPO). Die Berufung hat im Umfang der Anfechtung 

aufschiebende Wirkung (Art. 402 StPO).  

Die Privatkläger fordern die Aufhebung von Ziff. 1 (Freispruch ungetreue Geschäftsbe-

sorgung/Veruntreuung), 3 (Sanktion), 4 (Erstinstanzliche Verfahrenskosten), 6 (Kosten-

beschlagnahme), 7 (Aufhebung der Beschlagnahme für übrige Vermögenswerte und 

Bankkonten), 8 (Verweis der Zivilforderungen auf den Zivilweg) und 9 (Parteientschädi-

gung) des erstinstanzlichen Urteils. Sie beantragen eine Verurteilung wegen ungetreuer 

Geschäftsbesorgung ev. Veruntreuung, deponieren Zivilforderungen und verlangen die 

- 11 - 

Einziehung der beschlagnahmten (resp. noch zu beschlagnahmenden) Gelder, Bank-

konten und Immobilien. Dies unter Kostenfolge. Nicht angefochten ist Ziff. 10, wonach 

alle übrigen Rechtsbegehren abgewiesen werden (S. 740 ff.). 

Auch die Staatsanwältin ist mit der Verurteilung laut Ziff. 2 einverstanden. Sie ficht sonst 

sämtliche Ziffern an. Die Strafverfolgungsbehörde beantragt ebenso eine Verurteilung 

wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung ev. Veruntreuung, fordert eine bedingte Frei-

heitsstrafe von 24 Monaten sowie eine Busse von Fr. 5’000.--, die Einziehung der Gut-

haben auf den gesperrten Bankkonten und des beschlagnahmten Bargelds. Dies unter 

Kostenfolge (S. 748). 

Ziff. 2 des angefochtenen Urteils ist in Rechtskraft erwachsen. 

1.5 Das Berufungsgericht fällt bei Eintreten auf das Rechtsmittel ein neues Urteil 

(Art. 408 StPO) oder weist die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurück, so-

fern das erstinstanzliche Verfahren wesentliche Mängel aufweist, die im Berufungsver-

fahren nicht geheilt werden können (Art. 409 StPO). 

1.6 Das Kantonsgericht hat die Verwertbarkeit der eingereichten Rechnungen auf den 

Namen des Beschuldigten sowie einer Information der F _________ an die Privatkläger 

zu prüfen.  

Die Rechnungen stammen von einem Laptop, den Y _________ gespiegelt und 

Q _________ anschliessend überprüft hat (S. 946 A. 9).  

Die Informationen der Bank sind möglicherweise mit Hilfe einer Verletzung des Bankge-

heimnisses durch eine Privatperson eingeholt worden (S. 947 A. 9).  

1.6.1 Die Strafprozessordnung enthält Bestimmungen zu den verbotenen Beweiserhe-

bungen (Art. 140 StPO) und zur Verwertbarkeit rechtswidrig erlangter Beweise (Art. 141 

StPO). Es gelten drei Varianten: (i) die absolut verbotenen Beweiserhebungsmethoden 

nach Art. 140 StPO oder wo das Gesetz die Unverwertbarkeit ausdrücklich anordnet, (ii) 

die Verletzung von Gültigkeitsvorschriften, bei denen die Beweise nur dann verwertet 

werden dürfen, wenn sie zur Aufklärung schwerer Straftaten unerlässlich sind und (iii) 

die Verletzung blosser Ordnungsvorschriften, welche der Verwertbarkeit der erhobenen 

Beweise nicht entgegensteht.  

Das Gesetz benennt Bestimmungen teilweise selbst als Gültigkeitsvorschriften. Das Ge-

richt hat sonst bei der Prüfung, ob eine Verfahrensnorm Gültigkeits- oder Ordnungsvor-

schrift darstellt, gemäss dem Schutzzweck der Norm zu prüfen: Eine Gültigkeitsvorschrift 

- 12 - 

liegt vor, wenn die Prozessvorschrift für die Wahrung der zu schützenden Interessen der 

betreffenden Person eine derart erhebliche Bedeutung hat, dass sie ihr Ziel nur erreichen 

kann, wenn bei Nichtbeachtung die Verfahrenshandlung ungültig ist (BGE 139 IV 128 

E. 1.6; Bundesgerichtsurteil 6B_56/2018 vom 2. August 2018 E. 3.4.3). Eine Gültigkeits-

vorschrift liegt grundsätzlich vor, wenn eine Verfahrensvorschrift die Grundlagen der pro-

zessualen Subjektstellung der beschuldigten Person absichert. Vorschriften, die Beleh-

rungs-, Anwesenheits- und Mitwirkungsrechte kodifizieren, sind davon erfasst. Ord-

nungsvorschriften sollen demgegenüber «in erster Linie der äusseren Ordnung des Ver-

fahrens» dienen (Bürge, Die Unverwertbarkeit von Beweisen – ein Überblick, Anwalts-

revue 2017 S. 324 mit Hinweisen). Die Qualifikation der Norm kann nicht abstrakt für alle 

Fälle des prozessualen Handelns beurteilt werden, sondern ist immer an Hand des Ein-

zelfalls neu zu prüfen. Dies macht das Bundesgericht deutlich, wenn es in BGE 139 IV 

128 E. 1.7 schreibt: «Vor diesem Hintergrund und unter Berücksichtigung der konkreten 

Umstände stellt das Erfordernis des staatsanwaltschaftlichen Durchsuchungsbefehls im 

vorliegenden Fall eine blosse Ordnungsvorschrift im Sinne von Art. 141 Abs. 3 StPO dar 

[…]. »  

Beweise, welche die StPO ausdrücklich als unverwertbar bezeichnet, sind in keinem 

Falle verwertbar (Art. 141 Abs. 1 Satz 2 StPO). Beweise, die unter Verletzung von Gül-

tigkeitsvorschriften erhoben worden sind, dürfen nicht verwertet werden, es sei denn, 

ihre Verwertung sei zur Aufklärung schwerer Straftaten unerlässlich (Art. 141 Abs. 2 

StPO). Ermöglichte ein Beweis, der nach Art. 141 Abs. 2 StPO nicht verwertet werden 

darf, die Erhebung eines weiteren Beweises, so ist dieser nicht verwertbar, wenn er ohne 

die vorhergehende Beweiserhebung nicht möglich gewesen wäre (Art. 141 Abs. 4 StPO; 

Bundesgerichtsurteil 6B_897/2019 vom 9. Januar 2020 E. 1.1.3). Eine Fernwirkung ge-

mäss Art. 141 Abs. 4 StPO ist zu verneinen, wenn der Folgebeweis im Sinne eines hy-

pothetischen Ermittlungsverlaufs zumindest mit einer grossen Wahrscheinlichkeit auch 

ohne den illegalen ersten Beweis erlangt worden wäre (Bundesgerichtsurteil 

6B_654/2019 vom 12. März 2020 E. 3.2.3). 

Das Verfahrensrecht regelt jedoch nicht, wieweit die Beweisverbote auch greifen, wenn 

Privatpersonen Beweismittel sammeln. Die bundesgerichtliche Rechtsprechung geht in 

Anlehnung an die Doktrin davon aus, dass von Privaten rechtswidrig gewonnene Be-

weismittel nur verwertbar sind, soweit sie von den Strafverfolgungsbehörden rechtmäs-

sig hätten erlangt werden können und kumulativ dazu eine Interessenabwägung für de-

ren Verwertung spricht (Bundesgerichtsurteil 6B_1188/2018 vom 26. September 2019 

E. 2.1). Das Bundesgericht hat bei der Interessenabwägung festgehalten, dass es einer 

- 13 - 

Güterabwägung zwischen dem öffentlichen Interesse an der Wahrheitsfindung und dem 

privaten Interesse der angeklagten Person bedarf, dass der fragliche Beweis unterbleibt 

(BGE 137 I 218 E. 2.3.4 mit Hinweisen). Art. 141 Abs. 2 StPO nimmt hinsichtlich staatlich 

erhobener Beweise nunmehr selbst eine solche Interessenabwägung vor. Beweise, wel-

che die Strafbehörden in strafbarer Weise oder unter Verletzung von Gültigkeitsvorschrif-

ten erhoben haben, dürfen nicht verwertet werden, es sei denn, ihre Verwertung sei zur 

Aufklärung einer schweren Straftat unerlässlich. Es ist aus der Sicht der beschuldigten 

Person unerheblich, durch wen die Beweise erhoben worden sind, mit welchen sie in 

einem gegen sie gerichteten Strafverfahren konfrontiert wird. Das Bundesgericht erach-

tet es deshalb als angemessen, bei der Interessenabwägung im Sinne der oben erwähn-

ten Rechtsprechung denselben Massstab wie bei staatlich erhobenen Beweisen anzu-

wenden. Die Beweise sind bei der Verletzung einer Gültigkeitsvorschrift nur zuzulassen, 

wenn dies zur Aufklärung schwerer Straftaten unerlässlich ist ([zur Publikation vorgese-

henes] Bundesgerichtsurteil 6B_1188/2018 vom 26. September 2019 E. 4; Bundesge-

richtsurteil 6B_902/2019 vom 8. Januar 2020 E. 1.2).  

Das Gericht hat bei der Beurteilung, ob ein schweres Delikt vorliegt, nicht auf den abs-

trakten Tatbestand, sondern auf die konkrete Schwere des mutmasslich verübten Delikts 

abzustellen. Der Tatbestand spielt jedoch eine wichtige Rolle. Ein Tötungsdelikt wird im-

mer als ein schwerwiegendes Delikt gelten und eine Zechprellerei oder eine Leistungs-

erschleichung wird praktisch immer als eine nicht schwerwiegende Tat einzustufen sein. 

Der Verweis auf die konkrete Schwere der Tat hat dort Bedeutung, wo es um Delikte 

geht, die je nach Ausgestaltung sowohl der einen oder anderen Kategorie angehören 

können, wie z.B. Eigentums- und Vermögensdelikte, die sowohl Bagatellfälle als auch 

schwere Fälle erfassen (Wohlers, Beweisverwertungsverbote nach privater Beweiser-

langung – wann bzw. unter welchen Voraussetzungen dürfen rechtswidrig durch Private 

erlangte Beweismittel im Strafverfahren verwertet werden? in: forumpoenale 2/2020 

S. 208). 

1.6.2 Der Beschuldigte will die Rechnungen, welche auf seinen Namen ausgestellt wor-

den sind, den Gästen fortwährend per E-Mail übermittelt haben (S. 956 A. 4). Die ver-

wendete E-Mailadresse lautet «hotel-O _________@rhone.ch» (S. 222d). Es handelt 

sich dabei um diejenige Adresse, die auch auf dem Briefkopf des Hotels O _________ 

ersichtlich ist (S. 148). Der Angeklagte habe immer diese Adresse benutzt (S. 956 A. 4). 

Das E-Mailkonto, mit welchem die Rechnungen übermittelt worden sind, ist mithin die 

offizielle Adresse des Gasthauses. 

- 14 - 

Der Laptop, mit welchem diese E-Mails versendet worden sind, gehört dem 

Hotel O _________. Das Gerät hat sich in der Hotelrezeption befunden. Die Daten sind 

vom Privatkläger Y _________ wiederhergestellt und gespiegelt worden. Q _________ 

hat sie anschliessend geprüft und die Erben alarmiert (S. 946 A. 9; S. 948 A. 13 ff.).  

Sowohl bei den vom offiziellen Konto versandten E-Mails als auch den eigentlichen 

Rechnungen handelt es sich um Geschäftskorrespondenzen im Sinne von Art. 958f OR 

bzw. dem vor dem 1. Januar 2013 geltenden Art. 957 aOR und sie gehören damit dem 

Geschäftsherrn. Die vom Beschuldigten ausgestellten Rechnungen bilden mithin kein 

illegales Beweismittel. 

1.6.3 Q _________ hat aufgrund der ihm vorgelegten Rechnungen erkannt, dass diese 

auf ein Konto des Beschuldigten bei der F_________ ausgestellt worden sind. Er hat 

daraufhin die Bank kontaktiert um zu prüfen, ob die eingeforderten Gelder dort einge-

gangen sind. Das Unternehmen hat ihm erklärt, das Konto laute nicht auf den 

O _________ und weiter auf Nachfrage bestätigt, das gemäss Rechnung geforderte 

Geld sei dort eingegangen (S. 946 A. 9). Es liegt hier eine Verletzung des Bankgeheim-

nisses vor, die aber nicht von den Strafverfolgungsbehörden, sondern von einer Privat-

person erwirkt worden ist. Die Vorinstanz hat in diesem Zusammenhang am 18. Januar 

2019 eine Strafanzeige deponiert (S. 669). Die Staatsanwältin hat das Verfahren am 

28. November 2019 eingestellt (MPG 19 264). 

Das F_________-Konto ist auf den Rechnungen, die der Strafanzeige beigelegt worden 

sind (S. 8 ff.), aufgeführt gewesen.  

Die Strafverfolgungsbehörden haben dann unmittelbar nach Eingang der Strafanzeige 

die vollständigen Bankunterlagen bei der F_________ eingefordert und übermittelt er-

halten (Ordner 1 S. 34 ff.). Die von den Privatklägern erhaltene Auskunft, die weit weni-

ger detailliert ist, wurde mithin kurze Zeit später legal durch die Staatsanwaltschaft erho-

ben. Es liegt im Übrigen auf der Hand, dass die Polizei die entsprechende Bankauskunft 

nach Eingang der Strafanzeige eingeholt hätte. 

Der im Berufungsprozess zu prüfende Vorwurf betrifft jahrelange ungetreue Geschäfts-

besorgungen mit der Absicht, sich unrechtmässig zu bereichern. Die angedrohte Frei-

heitsstrafe beläuft sich bis maximal fünf Jahre (Art. 158 Ziff. 1 Abs. 3 StGB). Die Delikts-

summe liegt bei insgesamt rund Fr. 450'000.-- (S. 514). Der hier zu prüfendende Straf-

vorwurf muss als schwer qualifiziert werden.  

- 15 - 

Der Angeklagte hat sich auch im Berufungsverfahren nicht auf das Bankgeheimnis be-

rufen. Sein Interesse an der Wahrung des ihn schützenden Bankgeheimnisses ist vor-

liegend als geringer zu gewichten, als dasjenige der Strafverfolgungsbehörden und der 

Privatkläger an der Aufklärung der vorliegenden Straftat. 

Die privat eingeforderte Bankauskunft ist somit für die Erstellung des Sachverhalts nicht 

erforderlich, weshalb die Frage ihrer Verwertbarkeit offenbleiben kann. Für die Sachver-

haltserstellung ist allein auf die von der Staatsanwaltschaft erhobenen Unterlagen abzu-

stellen. 

2. Sachverhalt 

Folgender Sachverhalt lässt sich anhand der übereinstimmenden Aussagen der Betei-

ligten festhalten: 

X_________ und Y _________ sind Söhne von C _________ und B _________ 

(S. 140). C _________, geb. am 25. September 1932, ist am 7. Februar 2013 überra-

schend verstorben (S. 76). 

C _________ war Inhaber verschiedener Unternehmungen im P _________ Bau- und 

Tourismusbereich. Sein Söhne Y _________ und X _________ haben diese mittlerweile 

übernommen. Q _________, Cousin von X_________ und Y _________, ist Finanzver-

walter der C _________ Group (S. 140 A. 1.5).  

C _________ ist vom Fiskus als Selbstständigerwerbender qualifiziert und immer amtlich 

eingeschätzt worden (S. 142 A. 2.4). Die Einnahmen der Kommanditgesellschaft 

O _________ sind vollumfänglich in die Steuererklärung von C _________ eingeflossen, 

wie wenn er eine Einzelunternehmung geführt hätte (S. 425 A. 12; vgl. Art. 10 DBG). Er 

hat das Hotel O _________ bis zu seinem Tod geführt (S. 141 A. 2.3), ohne jemals dafür 

einen Jahresabschluss zu verfassen. Die Ein- und Ausgaben sind handschriftlich in ei-

nem Kassabuch notiert worden. Q _________ hat nach dem Tod von C _________ ver-

sucht, mit Hilfe dieses Verzeichnisses eine Eingangsbilanz zu erstellen (S. 141 f. A. 2.4; 

S. 359).  

Das seit 1988 verheiratete und kinderlose Ehepaar R_________ und Z_________ 

(nachfolgend: Ehepaar Z_________) reiste 1990 in die Schweiz, um in der Gastronomie 

tätig zu sein. Die Anstellung im Hotel Garni O _________ begann 1997. Das Ehepaar 

plante, im Herbst 2013 endgültig nach D _________ zurückzukehren (S. 68 A. 2 ff.; 

S. 82 f. A. 5.10 f. S. 87 f. A. 3.1 f.). 

- 16 - 

S_________ arbeitete neben Z _________ und seiner Ehegattin R _________ als dritte 

Angestellte im Hotel O _________ (S. 401 A. 3). C _________ entlöhnte seine Beschäf-

tigten in bar (S. 89 A. 4.10), wobei die jährlich um je Fr. 100.-- steigenden Monatsein-

kommen der Ehegatten Z_________, welche unentgeltlich im Hotel wohnten (S. 142 

A. 2.6), am Ende insgesamt Fr. 10'500.-- betrugen (S. 367; S. 576 A. 48 ff.). Der Chef 

finanzierte dem Ehepaar ausserdem Steuern und Krankenkasse (S. 576 A. 54). Er zahlte 

ihnen das Einkommen bis zu seinem Tod in zwei monatlichen Raten aus. Dessen Nach-

folger überwiesen die Summen anschliessend per monatlicher Überweisung auf das 

F _________ Konto des Beschuldigten (S. 216 f. A. 8 und 10). 

Der Betrieb des Hotels Garni O _________ ist C _________ gerade nach seiner Pensi-

onierung sehr wichtig gewesen (S. 952 A. 4). Er hat sich jeden Tag für mehrere Stunden 

ins Gästehaus begeben (S. 88 A. 4.1). Die bevorstehende Kündigung des Beschuldigten 

und seiner Ehegattin war seine grösste Sorge, weil er nicht mehr mit anderen, neuen 

Personen zusammenarbeiten wollte (S. 142 A. 2.6). Er war auf die Einnahmen dieses 

Hotels jedoch nicht angewiesen (S. 952 A. 5). Seine Rechnungen beglich er per Post 

und bezahlte regelmässig mit Bargeld (S. 950 A. 17; S. 954 A. 17). Der Unternehmer 

hatte kein Interesse an Computern (S. 948 A. 14; S. 954 A. 20). 

Folgender Sachverhalt liegt der Angelegenheit gemäss Anklageschrift zu Grunde 

(S. 507 ff.): 

1.1 Ungetreue Geschäftsführung, Veruntreuung durch Privatzahlungen an Z _________  

Z _________ arbeitete ab Dezember 1995 bis September 2013 im Hotel Garni O _________ 

in P _________. Anfangs war er als Portier angestellt. Nach und nach nahm er immer mehr 

die Stellung als Geschäftsführer ein, regelte sämtliche Buchungen sowie die An- und Abrei-

sen der Gäste selbständig. Dies, ohne dass er dafür eigens ein Pflichtenheft erhalten hätte, 

genoss er ja das volle Vertrauen des verstorbenen C _________, Eigentümer des Hotels. 

Seine Frau R _________ arbeitete ebenfalls im Hotel, hauptsächlich im Service und in der 

Küche.  

In seiner Stellung als faktischer Geschäftsführer war Z _________ auch damit betraut, die 

Hotelabrechnungen zu erstellen und die Rechnungen einzukassieren; auch hatte er genaue 

Kenntnis darüber wie viele Übernachtungen für die Abrechnung der Kurtaxen zu melden 

waren. Die Rechnungen wurden teils in bar beglichen, teils mittels Kredit- oder Bankkarte 

bezahlt und wiederum ein anderer Teil der Gäste nahm die Rechnungen mit und beglich sie 

später per Banküberweisung oder leistete Vorauszahlungen als Ferienanzahlungen.  

- 17 - 

Bei einer Bezahlung mittels Kredit- oder Debitkarte wurde der Betrag direkt dem 

U _________ Sparkonto von C _________ (xxx) bzw. dem Geschäftskonto bei der 

RR _________ (Nr. xxx) gutgeschrieben. Die Barzahlungen landeten in der Tageskasse und 

wurden von C _________ mitgenommen. Im September/Oktober 2004 änderte 

Z _________ erstmals eine Rechnung des Hotels Garni O _________ dahingehend ab, 

dass er auf der Rechnung statt des Kontos von C _________ sein eigenes Konto bei der 

F _________ AG (Konto-Nummer Nr.xxx) angab und diese Rechnung dem Skiklub 

V _________ bei der Abreise mitgab. Am 13. Oktober 2004 bezahlte der Skiklub 

V _________ sodann den dem Hotel Garni O _________ geschuldeten Betrag von 

Fr. 3'306.-- auf das Privatkonto von Z _________ ein. In der Folge wiederholte Z _________ 

dieses Vorgehen und baute es immer mehr aus. So wurden ihm im Jahr 2005 fünf Zahlun-

gen auf sein Privatkonto überwiesen, im Jahr 2006 8 Zahlungen, im Jahr 2007 13 Zahlun-

gen, im Jahr 2008 28 Zahlungen, im Jahr 2009 36 Zahlungen, im Jahr 2010 39 Zahlungen, 

im Jahr 2011 47 Zahlungen, im Jahr 2012 47 Zahlungen und im Jahr 2013 (bis Ende Sep-

tember 2013) nochmals 35 Zahlungen.  

Die Anklageschrift enthält anschliessend eine Tabelle, auf welcher das Datum der Zahlung, 

der Buchungstext, der Absender und die Gutschrift aufgeführt sind. 

Der Beschuldigte habe sich auf diese Art und Weise zu Unrecht Fr. 447'937.25 auf sein 

Konto überweisen lassen. 

Der Beschuldigte ist grundsätzlich geständig, die fraglichen Rechnungen ausgestellt und 

die Zahlungen vereinnahmt zu haben. Er bringt jedoch zu seiner Verteidigung vor, dass 

er die Gelder an C _________ bzw. X _________ weitergeleitet habe und dass dieses 

Vorgehen mit Ihnen abgesprochen war. Ob dies zutrifft, ist im Rahmen der Beweiswür-

digung zu prüfen. 

3. Beweiswürdigung 

3.1 Unschuldsvermutung und Beweiswürdigung 

Die einer strafbaren Handlung beschuldigte Person gilt gemäss dem Grundsatz "in dubio 

pro reo" bis zum gesetzlichen Nachweis ihrer Schuld als unschuldig. Das Strafgericht 

darf sich nicht von einem für die beschuldigte Person ungünstigen Sachverhalt über-

zeugt erklären, wenn bei objektiver Betrachtung Zweifel an der Erfüllung der tatsächli-

chen Voraussetzungen der angeklagten Tat bestehen (vgl. Art. 32 Abs. 2 BV; Art. 6 

Ziff. 2 EMRK; Art. 10 StPO; vgl. BGE 138 V 74 E. 7; Bundesgerichtsurteil 6B_760/2016 

vom 29. Juni 2017 E. 4.1 mit weiteren Hinweisen).  

- 18 - 

Das Gericht soll seinen Entscheid begründen. Die Motivation hat zumindest kurz die 

wesentlichen Überlegungen zu nennen, von denen sich das Gericht leiten lässt und auf 

die es seinen Entscheid stützt. Sie muss sich jedoch nicht mit allen Parteistandpunkten 

einlässlich auseinandersetzen und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen 

(vgl. BGE 142 II 49 E. 9.2 mit Hinweisen). Das Gericht soll schliesslich die Beweiswür-

digung und Sachverhaltsfeststellung gestützt auf alle vorhandenen und verwertbaren 

Beweise begründbar und für einen verständigen Menschen objektiv nachvollziehbar ma-

chen (Tag, in: Basler Kommentar, 2. A., 2014, N. 83 zu Art. 10 StPO). 

Der Grundsatz in dubio pro reo zwingt nicht dazu, jede entlastende Angabe des Beschul-

digten, für deren Richtigkeit oder Unrichtigkeit kein spezifischer Beweis vorhanden ist, 

als unwiderlegt zu betrachten (Bundesgerichtsurteile 6B_243/2018 vom 6. Juli 2018 

E. 1.4.2; 6B_562/2010 vom 28. Oktober 2010 E. 2.1.2 mit Hinweisen). Das Gericht hat 

für die Beurteilung, ob eine Aussage wahr oder erfunden ist, auf das Vorhandensein von 

Realitätskriterien und das Fehlen von Phantasiesignalen abzustellen. Es hat eine Ge-

samtbetrachtung vorzunehmen, wobei auch alle anderen Beweismittel einzubeziehen 

sind. Es darf eine Aussage als unwahr beurteilen, wenn nicht nur einzelne darin enthal-

tene Behauptungen merkwürdig oder lebensfremd erscheinen, sondern sich eine ge-

wisse Anzahl solcher Merkwürdigkeiten in einer Gesamtbetrachtung unter Berücksichti-

gung aller Beweismittel zu einem Bild verdichten, das nicht mehr als Summe von blossen 

Zufälligkeiten erklärt werden kann. Das Gericht darf in freier Beweiswürdigung schlies-

sen, die Vorbringen seien unglaubhaft, wenn Anhaltspunkte für die Richtigkeit einer ent-

lastenden Behauptung fehlen. Dies gilt vor allem dort, wo die Staatsanwaltschaft gar 

keinen Beweis führen kann, weil die Behauptung mangels objektivierbarer Umstände 

nicht widerlegbar und als blosse sogenannte Schutzbehauptung zu qualifizieren ist (Ur-

teil des Zürcher Obergerichts SB170010 vom 15. Juni 2017 E. 7 mit Hinweisen). Hinge-

gen hat die Staatsanwaltschaft dort, wo sich eine Behauptung des Beschuldigten allen-

falls belegen liesse, entsprechende Abklärungen vorzunehmen (Art. 6 Abs. 2 StPO), be-

vor diese als blosse Schutzbehauptung qualifiziert werden können. Ein Abstellen auf 

fehlende Anhaltspunkte für den Wahrheitsgehalt einer Aussage ist nur dann angängig, 

wenn nach solchen auch gesucht worden ist und diese normalerweise zu erwarten wä-

ren (Urteil des Zürcher Obergerichts SB190323 vom 26. August 2019 E. 3.3.1). 

3.2 Steuerunterlagen 

Der Fiskus hat der Staatsanwältin am 26. September 2013 C _________s Steuererklä-

rungen 2003B bis und mit 2012 im Original sowie betreffend den Beschuldigten zwischen 

2004-2012 hinterlegt. Die Kommanditgesellschaft Hotel O _________ sei nicht separat 

- 19 - 

veranlagt worden (S. 490). Die Staatsanwältin hat die Unterlagen am 11. Dezember 

2017 retourniert (S. 476). Diese haben der Erstinstanz nicht vorgelegen (S. 704) und 

fehlen auch im Berufungsverfahren. 

Die Privatklägerschaft hat jedoch eine Selbstanzeige vom 5. Juni 2014 sowie eine Ex-

pertise vom 3. Dezember 2015 deponiert (Beilagen 3a und 3b zur Eingabe vom 14. Au-

gust 2019). Diese Unterlagen indizieren die Vollständigkeit der Bankkonten von 

C _________ in der Steuererklärung. Analoges gilt, weil Q _________ und X _________ 

vor der Berufungsinstanz ausgesagt haben, ihnen wären keine weiteren Konten bekannt 

(S. 945 A. 4 und S. 953 A. 11). 

Es ist weiter in Bezug auf die Steuerakten zu präzisieren, dass Q _________ mit der 

Aufarbeitung der Buchhaltung des O _________s bereits begonnen hatte, als 

C _________ noch lebte (S. 946 A. 5). Letzterer hat also vor dem Ableben des Patrons 

festgestellt, dass der Fiskus seine Steuerunterlagen als unvollständig beurteilt und ihn 

amtlich einschätzt. Der Finanzchef anderer Betriebe hat daraufhin mit seinen Arbeiten, 

eine angemessene Buchführung für das Hotel zu erarbeiten, begonnen. Ein solches Tun 

ist aber nur möglich, wenn der Buchhalter gleichzeitig mit C _________ kommuniziert 

und bei ihm Informationen über die bisherige Praxis einholt.  

Die Selbstanzeige ist jedoch erst durch die Erben erfolgt (S. 423 A. 6; S. 945 A. 4). 

C _________ W _________-Konto xxx (=xxx) hat weder Bestandteil der Selbstanzeige 

vom 5. Juni 2014 gebildet noch wird es im Bericht des Steuerinspektorats genannt (Be-

lege 3a und 3b zur Eingabe vom 14. August 2019). Es hat sich mithin nicht um ein 

«Schwarzkonto» gehandelt, welches dem Fiskus erst im Rahmen einer Selbstanzeige 

deklariert worden ist.  

Ein derzeit noch existierendes auf C _________ lautendes «Schwarzkonto» ist nicht er-

sichtlich und mit der durchgeführten Selbstanzeige schwer vereinbar. 

3.3 Kassabuch O _________ 

Der Zeuge Q _________ hat in der Berufungsverhandlung das rote Originalkassenbuch 

des Hotels O _________s deponiert (S. 947 PN 11). Dieses enthält handschriftliche Ein-

träge zu den Einnahmen und Ausgaben ab Dezember 2005 bis Oktober 2012. Jede 

Seite führt folgende Spalten auf: Monat, Tag, Betreff, Einnahmen, Ausgaben. Die Zeilen 

sind handschriftlich und mit Kugelschreiber ausgefüllt worden. Mindestens zwei ver-

schiedene Schriftarten sind darin erkennbar, laut Q _________ diejenige von 

C _________ und vom Angeklagten (S. 949 A. 10). 

- 20 - 

Q _________ hat in der gleichen Befragung vor Kantonsgericht eine Auflistung der Ein-

nahmen gemäss Kassabuch für die Jahre 2010-2013 hinterlegt. Diese ist bereits der 

Eingabe vom 14. August 2019 als Beleg Nr. 2 beigefügt worden und war den Parteien 

somit frühzeitig bekannt. Eine gesonderte Spalte enthält die Rechnungen auf das 

F_________-Konto des Beschuldigten. Diese Aufstellung zeigt, dass die Zahlungen auf 

das Privatkonto des Beschuldigten im Kassabuch nicht registriert worden sind. 

Das Kassabuch erfasst die mit Ein- und Auszahlungen verbundenen (baren) Geschäfts-

vorfälle eines Tages. Die alleinige Notierung der Barzahlungen oder von Ausgaben, wel-

che aus der Kasse finanziert worden sind, entspricht dem Begriff des «Kassabuchs». 

Die Gäste, welche ihre Entschädigungen auf das Konto des Beschuldigten bezahlt ha-

ben, sind darin nicht vermerkt. Es ist mithin nicht bescheinigt, wann die angeblichen 

Zahlungen des Beschuldigten in die Kasse erfolgt wären.  

Zumindest ein Teil der Kartenzahlungen und Überweisungen auf das Geschäftskonto 

von C _________ sind ebenfalls nicht niedergeschrieben. Dies lässt sich jedoch mit dem 

Zweck des «Kassabuchs», einzig die baren Geschäftsvorfälle aufzuzeichnen, nachvoll-

ziehen.  

Das Kassabuch und die Tabelle dienen hauptsächlich der Verifizierung der Aussagen 

des Zeugen Q _________. 

3.4 Meldescheine 

Meldescheine sind Formulare, die der Gast beim Eintritt in die Herberge aus polizeilichen 

Gründen ausfüllt. Sie enthalten die Namen der Gäste, angehängt ist im Fall des Hotels 

O _________ jeweils eine Rechnung mit der Zimmernummer, der Anzahl Personen und 

der Entschädigung. Die Meldescheine können dem Hotelier zur Redaktion der separaten 

Kurtaxenabrechnung dienen.  

Die Privatklägerschaft hat im Berufungsverfahrens die Meldescheine für die Sommer- 

und Wintersaisons 2012/2013 deponiert, welche ihr die Staatsanwaltschaft im Verlauf 

des Prozesses zurückgeschickt habe (S. 864; vier graue Ordner mit «Einnahmen»).  

Q _________ hat auf den Rechnungen und den Meldescheinen die von der F_________ 

genannten Personen (die Gäste, welche ihre Rechnung auf das Konto des Beschuldig-

ten beglichen haben) gesucht und nicht gefunden (S. 947 A. 11; S. 144 A. 2.14). Der 

Beschuldigte hat diese Erklärung von Q _________ an der Berufungsverhandlung ge-

hört. Er ist daraufhin gefragt worden, warum es keine Meldescheine für Gäste gebe, die 

- 21 - 

auf sein Privatkonto einbezahlt hätten. Der Angeklagte antwortet, auf sein Privatkonto 

hätten nur Reisegruppen einbezahlt. Der Reiseleiter habe diesfalls nur einen Zettel aus-

gefüllt und dabei den Namen der Gesellschaft nicht genannt (S. 958 A. 25). Er ergänzt, 

sie hätten z.B. 5 Personen auf der Kurtaxenabrechnung angeführt, wenn eine Reisege-

sellschaft nicht explizit erwähnt gewesen sei. Die Kunden seien gemeinsam auf der Kur-

taxenabrechnung aufgeführt, ohne dass die Gesellschaft namentlich genannt worden 

wäre (S. 958 A. 26). Die Staatsanwältin verweist den Angeklagten daraufhin auf einen 

entstandenen Aussagenwiderspruch: Der Beschuldigte habe bisher nämlich behauptet, 

er habe für diejenigen Gäste, welche ihre Rechnung auf sein Konto beglichen hätten, 

überhaupt keine Kurtaxe abgerechnet. Der Berufungsbeklagte argumentiert in der Folge, 

nicht alle Gäste seien auf den Kurtaxenabrechnungen eingetragen worden (S. 959 

A. 27). 

Der Beschuldigte hat an der Berufungsverhandlung widersprüchlich ausgesagt, ob die 

Gäste, die ihre Hotelabrechnung auf sein F_________-Konto beglichen haben, vollstän-

dig auf den Meldescheinen aufgeführt worden sind oder nicht. Er impliziert zunächst, die 

Meldescheine wären lückenlos ausgefüllt worden. Die ungenügende Nachvollziehbarkeit 

für Q _________ resultiere, weil der Reiseleiter beim Vervollständigen der Formulare 

nicht den Namen der Gesellschaft, sondern denjenigen der Kunden genannt habe. Die 

auf dem Meldeschein genannten Teilnehmer der Reisegruppe seien auch auf der Kur-

taxenabrechnung genannt worden. Diese Antwort wird kurz darauf, nach Intervention 

der Staatsanwältin, relativiert.  

Das vom Angeklagten umschriebene Vorgehen ist relevant, weil er teilweise die Hinter-

ziehung der Kurtaxen als Argument anführt, warum er nach Rücksprache mit 

C _________ Entschädigungen auf sein persönliches Konto hat überweisen lassen (vgl. 

E. 3.18.4). In diesem Fall wäre die unterlassene Erhebung eines Meldescheins nur fol-

gerichtig, ansonsten das Ziel des Abgabebetrugs konterkariert würde. Es erstaunt dem-

nach, wenn der Berufungsbeklagte in der Hauptverhandlung behauptet, zumindest ein 

Teil der Gäste, welche die Entschädigung auf sein F_________-Konto beglichen hätten, 

seien in den Meldescheinen aufgeführt. 

3.5 Verurteilungen 

Das Ehepaar hat vor der geplanten Rückkehr nach D _________ verschiedene Hotel-

gegenstände eingepackt und diese für einen Neustart mitnehmen wollen (S. 366; 

S. 717 ff.). Es ist deswegen rechtskräftig des Diebstahls schuldig befunden worden.  

- 22 - 

Der Verteidiger hat vor der Berufungsinstanz das enge Verhältnis zwischen dem Be-

schuldigten und C _________ hervorgehoben. Gerade die versuchten Diebstähle be-

weisen aber, dass die Ehegatten keinen Skrupel hatten, ihren ehemaligen Arbeitgeber, 

bzw. dessen Erben, am Vermögen zu schädigen. Ungeklärt bleibt höchstens, ob die 

Ehegatten das Hotelinventar auch eingepackt hätten, wenn C _________ zu diesem 

Zeitpunkt noch gelebt hätte. 

3.6 Videoaufnahmen 

Der Beschuldigte hat insgeheim Videokameras aufgestellt, zumindest um die Angestell-

ten beim Umziehen zu filmen (S. 304 A. 41 ff.).  

Dieser unstrittige Vorfall ist nicht weiterverfolgt worden, zeigt aber ein treuloses Verhal-

ten des Hotelangestellten gegenüber den anderen Mitarbeitern im Betrieb und auch ge-

genüber dem Inhaber.  

Aus dem Bereich der Rezeption und der Kasse befinden sich keinerlei Aufnahmen in 

den Akten, es dürften dort keine Kameras aufgestellt gewesen sein. 

3.7 Kartontafel mit Gästelisten 

Das Hotel O _________ habe, gemäss X _________, auf einer Kartontafel die Rubriken 

Zimmer, Gast, Anreisedatum und Nächte notiert. Gestützt auf diese Notiztafel seien bei 

der Abreise des Gastes die Rechnungen erstellt worden. Die mit Bleistift notierten An-

gaben seien nach einem Zimmerwechsel wieder entsprechend angepasst worden 

(S. 954 A. 22).  

Die Kartontafel selbst liegt dem Gericht nicht vor und sie wird vom Beschuldigten wäh-

rend seinen vielen Befragungen nie erwähnt. Es stellt sich die Frage, ob deren Existenz 

tatsächlich nachgewiesen ist. Da die Informationen über die anwesenden und abgereis-

ten Gäste auf der Tafel nicht mehr enthalten sind, wären von einer nachträglichen Ein-

forderung allerdings auch keine weiteren beweisrelevanten Informationen zu erwarten. 

Diese Art der Information mit Hilfe einer Kartontafel wäre aber auch für den häufig im 

Hotel anwesenden C _________ ersichtlich gewesen und sie hätte ihm somit ermöglicht, 

die in bar übergebenen Einnahmen mit den abreisenden Gästen abzugleichen. Eine lü-

ckenlose Kontrolle kann jedoch auf zwei Arten umgangen werden: C _________ wird 

nicht direkt geprüft haben können, ob ein Gast mit Kreditkarte bezahlt hat. Die auf dem 

Karton enthaltenen Angaben hätten ausserdem leicht angepasst werden können, weil 

- 23 - 

sie nur mit einem Bleistift eingetragen wurden. Die Existenz dieser Tafel wirkt sich, in 

dubio pro reo, in der Beweiswürdigung nur geringfügig zugunsten des Angeklagten aus. 

3.8 Brotabrechnungen 

Q _________ hat eine Berechnung abgegeben, wonach der Brotverbrauch laut Abrech-

nung mit der Bäckerei nicht mit der offiziellen Anzahl Gäste übereinstimmt (S. 145 

A. 2.18; S. 149 ff.; Ordner 1 S. 369). Der Beschuldigte bestätigt diese Kalkulationen, 

argumentiert aber, die Gäste seien nicht immer wie vorgesehen abgereist. Die Brotrech-

nung könne deswegen nicht mit dem Tagesumsatz verglichen werden (S. 229 A. 47). 

Diese Brotabrechungen waren auch C _________ bekannt, welche er mit den aktuellen 

Belegungszahlen in Verbindung bringen konnte und dem ein erheblicher Mehrkonsum 

sicherlich aufgefallen wäre. 

Das Kantonsgericht kann, wenn es davon ausgeht, dass die Gäste ihre Rechnungen 

meistens (aber nicht immer) am Tag ihrer Abreise bezahlen, keinen hinreichenden Zu-

sammenhang zwischen Tagesumsatz und täglichen Ausgaben für den Brotkauf herlei-

ten. 

3.9 Fall AA _________ 

Die Privatkläger haben am 12. November 2019 eine Rechnung vom September 2013 

hinterlegt (Beleg Nr. 24 zur Eingabe vom 12. November 2019). Diese Zahlungsaufforde-

rung sei an einen Gast, AA _________, übergeben worden. Letzterer habe später 

Y _________ avisiert und ihm berichtet, den Betrag dem Beschuldigten bereits in bar 

bezahlt zu haben. Die Urkunde habe Misstrauen in die Geschäftsführung des Beschul-

digten geweckt und schliesslich, nach Prüfung der Computerdaten, Anfragen bei der 

F_________ veranlasst (S. 841 f.; S. 946 A. 9). Dieser Vorfall ist mithin für den vorlie-

genden Strafprozess ursächlich. 

Der Hotelgast AA _________ habe, laut Aussage von Q _________ vom 8. Oktober 

2013, den Ehegatten eine Akontozahlung in bar von Fr. 1'625.-- geleistet. Die Ehegattin 

des Beschuldigten habe «gestern» (am 7. Oktober 2013; also nach ihrer Untersuchungs-

haft) ihre persönlichen Sachen im Hotel abgeholt, den Gast getroffen und diesem den 

Betrag zurückgegeben. Sie habe ihn gebeten, die Summe im Hotel O _________ abzu-

geben. AA _________ habe die Geldsumme dann Y _________, der seit der Verhaftung 

des Beschuldigten das Hotel führt, geleistet (S. 144 A. 2.14).  

- 24 - 

Der Beschuldigte erklärt zu diesem Vorfall, der Gast habe bei der Ankunft am 13. Sep-

tember 2013 das Zimmer bezahlt. Dies sei oft passiert. Gäste seien jedoch auch häufig 

frühzeitig abgereist. Der Angeklagte habe deswegen das Geld in seinem Zimmer beisei-

tegelegt und nicht in die Kasse einbezahlt. Er habe nicht bedacht, diese Geldsumme in 

den Hotelsafe zu legen, das wäre aber durchaus möglich gewesen. Der Beschuldigte 

habe, als er inhaftiert worden sei, seine Ehegattin angewiesen, das Geld an den Gast 

zurückzugeben (S. 228 A. 42 ff.).  

Die Art und Weise, wie der Beschuldigte von einem Gast Geld in Empfang nimmt und 

dieses anschliessend bei sich selbst aufbewahrt, statt es in die Kasse zu legen oder im 

Hotelsafe aufzubewahren, ist unüblich. Sie widerspricht dem selbst behaupteten Vorge-

hen, wonach der Beschuldigte Gelder der Gäste direkt in die Kasse erstattet habe. Das 

Vorgehen nach der Verhaftung vom 1. Oktober 2013 belegt, dass der Berufungsbeklagte 

sich seines Fehlverhaltens bewusst war, hätte er doch sonst keinen Grund gehabt, das 

Geld mit Hilfe der freigelassenen Ehegattin zurückzubegleichen.  

Der Angeklagte habe die Zahlung bei sich aufbewahrt, weil er nicht sicher gewesen sei, 

ob der Gast frühzeitiger abreist. Sein Fehler kann, folgt man dieser Version, darin liegen, 

dass er unvorsichtigerweise Entschädigungen seiner Gäste in seiner Privatwohnung auf-

hebt um Rückerstattungen vorzunehmen, falls nicht der gesamte Vorschuss mit der Ent-

schädigung verrechnet werden kann. Dieses Vorgehen ist jedoch für den Beschuldigten 

problematisch, weil der Zahlungsfluss nicht nachweisbar ist. Es besteht aber auch die 

Möglichkeit, dass der Beschuldigte selbst Gelder mit der Absicht einkassiert hat, die Ein-

nahmen zu verschleiern und nicht an den Vorgesetzten weiterzuleiten. Letzteres wäre, 

im Fall AA _________, weder überprüft noch angeklagt worden. 

3.10 BB _________ 

Der Treuhänder BB _________ ist am 24. Januar 2014 befragt worden. Er hatte seit 

1976 mit C _________ geschäftlich zu tun (S. 407 A. 3). Der Zeuge habe für die Kom-

manditgesellschaft Hotel Garni O _________, C _________ und Co über kein Mandat 

verfügt, sondern einzig für «das Baugeschäft» (S. 407 A. 5). Er habe keine Ahnung von 

deren Buchhaltung (S. 407 A. 7), wisse nicht einmal, ob eine solche existiert habe 

(S. 407 A. 9). Der Treuhänder habe die Steuererklärung von C _________ verfasst und 

dabei den handschriftlich gemeldeten Gewinn in die private Steuererklärung eingetragen 

(S. 408 A. 16). Der Fiskus habe in den letzten Jahren einen Nachweis über den dekla-

rierten Gewinn verlangt. Dieser sei mittels einer handschriftlich verfassten Auflistung der 

- 25 - 

Einnahmen und Ausgaben des Hotels O _________ Folge geleistet worden (S. 409 

A. 18). 

Der Treuhänder bestätigt, keine Buchhaltung des Hotels O _________ gesehen zu ha-

ben. Er behauptet, der Fiskus habe in den vergangenen Jahren eine zusätzliche Koope-

ration gefordert, welche mit handschriftlichen Auflistungen durch C _________ erfüllt 

worden sei.  

3.11 S _________  

Die dritte Angestellte im Hotel, S _________, ist bei der Einvernahme vom 20. Dezember 

2013 neu von Y _________ beschäftigt worden (S. 401 A. 3). Dies ist bei der Aussagen-

würdigung zu beachten. Sie bezeichnet den Beschuldigten als Verantwortlichen im Gäs-

tehaus O _________, der alles erledigt habe. «Er war sozusagen der Chef, der alles 

organisiert hatte. Er erledigte alles» (S. 403 A. 12). 

Diese Aussage bestätigt die hervortretende Position, welche der Beschuldigte im Hotel 

O _________ ausgeübt hat. Die Erklärung erscheint, auch bei vorsichtiger Würdigung, 

realistisch, weil der Beschuldigte gemeinsam mit seiner Ehegattin und der Zeugin die 

einzigen Hotelangestellten gewesen sind und jemand im Betrieb die Leitung überneh-

men muss. Es ist aufgrund der übrigen Aussagen naheliegend, dass der Beschuldigten 

dies getan hat. 

3.12 Q _________ 

3.12.1 Q _________ ist mit den Privatklägern verwandt und beruflich mit diesen verbun-

den (S. 945 A. 1). Das Kantonsgericht hat den Zeugen nach der Berufungsverhandlung 

um seine Bankdaten gebeten, um ihm die Zeugenentschädigung zu erstatten. Die An-

wältin der Privatkläger hat daraufhin die Information übermittelt (S. 998). Das Verhältnis 

zwischen Privatklägern und Zeugen ist mithin sehr nahe und die Zeugenaussagen sind 

mit Vorsicht zu würdigen. Wichtige Angaben lassen sich allerdings durch Bankbeschei-

nigungen, durch die vorhandenen Meldescheine und durch das Kassabuch 

O _________ verifizieren. Es finden sich vorliegend keinerlei Hinweise, dass diese Be-

weismittel manipuliert sein könnten. Auch der Beschuldigte hat - mit den belastenden 

Beweismitteln konfrontiert - deren Integrität nicht in Zweifel gezogen. Der Beweiswert 

dieser Zeugenaussagen ist mithin, trotz Nähe zu den Privatklägern, hoch. 

- 26 - 

3.12.2 Der Finanzverwalter Q _________ bestätigt in seiner Aussage vom 8. Oktober 

2013, einen Mitarbeiter der F_________ in P _________ vor Einreichung der Strafan-

zeige damit beauftragt zu haben, verschiedene Eingänge auf dem Konto des Beschul-

digten zu prüfen. Er habe anschliessend gezielt Rechnungen, die ab 2009 per E-Banking 

beglichen worden seien, kontrollieren lassen. Die Zahlungen seien tatsächlich entspre-

chend den Rechnungen auf das F_________-Konto des Beschuldigten eingegangen. 

Der Zeuge habe anschliessend geprüft, ob diese Gelder in Form von Bargeld ins Hotel 

zurückgeflossen seien. Er habe dazu die Rechnungsbeträge mit den Kontoeingängen 

verglichen. Diese hätten nicht übereingestimmt, weshalb er auch noch die Beträge der 

einzelnen Nächte statt des Gesamtbetrags kontrolliert habe, idem für die Namen der 

Reisegesellschaften. Er habe anschliessend geprüft, ob die Namen der Reisegesell-

schaften auf den Abrechnungen der Kurtaxen vermerkt seien (S. 144 A. 2.14).  

Das Kantonsgericht hat den Zeugen in der Berufungsverhandlung gebeten, seine oben 

umschriebene Prüfung genauer zu erläutern. Darauf wird nachfolgend eingegangen (vgl. 

E. 3.12.4). 

C _________ habe mit BB _________ über einen persönlichen Treuhänder verfügt. Die-

ser habe ein Kassabüchlein «und die restlichen» Belege erhalten und gestützt darauf 

die Steuererklärungen für seinen Kunden entworfen. Der Treuhänder habe den Erben 

nachträglich erklärt, keinen Auftrag zum Verfassen einer Buchhaltung für das Hotel 

O _________ erhalten und auch keine Abschreibungen für das Hotel vorgenommen zu 

haben. Die Steuerveranlagungen seien nicht dem Treuhänder, sondern C _________ 

übermittelt worden, welcher die Verfügungen nicht geprüft und/oder an den Treuhänder 

weitergeleitet habe. C _________ habe ausserdem zur Begleichung von Schulden auf 

dem Hotel O _________ Privatbezüge getätigt, welche im Kassabuch nicht erfasst ge-

wesen und nicht zum Abzug gebracht worden seien (S. 145 A. 2.19). 

Der Zeuge bestätigt in diesem Teil seiner Aussage die ungenügende administrative Füh-

rung des Betriebs. Dies lässt sich anhand weiterer Aussagen und Belege verifizieren. 

Der Beschuldigte habe es C _________ mit seiner Arbeit ermöglicht, bis zu seinem Tod 

im Hotel bleiben zu können. Das Ehepaar Z_________ habe eigentlich früher nach 

D _________ zurückkehren wollen, was die grösste Sorge von C _________ darstellte. 

Letzterer sei sehr froh gewesen, dass er dank dem Beschuldigten habe im Gasthaus 

bleiben können (S. 146 A. 220). Es sei in P _________ immer gemunkelt worden, wie 

es möglich sei, dass ein Portier in D _________ über mehrere Wohnungen verfügen 

könne (S. 147 A. 2.22). 

- 27 - 

Das Hotel O _________ hat laut Q _________ für den pensionierten und wohlhabenden 

C _________ einen herausragenden Stellenwert gehabt. Dies führt in diesem Fall zu 

einer bemerkenswerten und ungewöhnlichen Abhängigkeit zum Angeklagten und erklärt 

die durchaus grosszügige Entschädigung. 

3.12.3 Q _________ gibt am 17. Februar 2016 vor der Polizei an, er habe für 

C _________ die Steuererklärung ausgefüllt. Dieser sei vorgängig amtlich eingeschätzt 

worden und habe zu viele Abgaben bezahlen müssen. Der Zeuge habe deswegen mit 

der Aufarbeitung der Buchhaltung begonnen (S. 422 A. 3). Er habe von C _________ 

einen Ordner mit bezahlten Rechnungen erhalten. Es habe nie einen Jahresabschluss 

gegeben. C _________ habe ein Buch mit Ein- und Ausgaben geführt, welches vom 

Fiskus so nicht akzeptiert worden sei. Er wisse nicht, wer das Kassabuch vor dem Tod 

von C _________ aktualisiert habe (S. 422 A. 1 [Falschnummerierung]). Das Hotel habe 

den Rückzugsort von C _________ gebildet, er sei gerne dort gewesen. Der Zeuge 

weiss nicht, wie das Rechnungswesen organisiert war (S. 422 A. 2 [Falschnummerie-

rung]). Q _________ könne beurteilen, dass die Kurtaxabrechnung mit der Kasse über-

eingestimmt habe. Er kenne aber die Belegungspläne nicht. «Ob das jetzt alle waren, 

kann ich nicht sagen» (S. 422 A. 4). C _________ habe mit Barbezügen Rechnungen 

des O _________s beglichen. Er habe Gelder nicht deklariert, weshalb der Zeuge den 

Erben riet, bei der Steuerverwaltung eine Selbstanzeige einzureichen. Der Fiskus habe 

daraufhin eine Steuerrevision durchgeführt. Es sei im Zuge dieses Prozesses festgestellt 

worden, dass die nicht deklarierten Konten hauptsächlich B _________ gehörten. Die 

Geschäftskonten seien, soweit der Zeuge wisse, alle deklariert gewesen (S. 423 A. 6). 

Der Zeuge will eine interne Buchhaltung für sich geführt haben, welche jedoch nicht beim 

Fiskus deponiert wurde (S. 423 A. 7). Q _________ bestätigt, dass X _________ dem 

Angeklagten kurz nach dem Tod von C _________ mitgeteilt habe, er solle so weiter-

fahren wie bisher. Er glaube aber, dass X _________ nicht gewusst habe, wie der 

O _________ tatsächlich geführt worden sei (S. 424 A. 8). Er habe die Bareinnahmen 

vom Angeklagten in Umschlägen erhalten und der Lehrtochter befohlen, das Geld auf 

das Bargeldkonto von X _________ einzuzahlen. Er habe keine Quittungen ausgestellt 

und den Betrag der W _________-Einzahlung anhand der Liste des Beschuldigten kon-

trolliert (S. 424 A. 10). Q _________ habe erst am 21. Februar 2013 beim Aufarbeiten 

gemerkt, dass es sich beim O _________ nicht um eine Einzelunternehmung, sondern 

um eine Kommanditgesellschaft gehandelt habe. Der Fiskus sei davon ausgegangen, 

beim Hotel O _________ liege eine Einzelfirma vor. Die Familie Schaller sei davon aus-

gegangen, wenn ein Treuhänder seine Arbeit mache, dann richtig. BB _________ habe 

das Vermögen während 30 Jahren verwaltet, jedoch für das Gästehaus O _________ 

- 28 - 

keine Buchhaltung geführt. Er habe begründet, dazu keinen Auftrag erhalten zu haben. 

Der Treuhänder habe mittlerweile keine Mandate mehr für die Familie C _________ oder 

die Holding (S. 425 A. 12). 

Q _________ hat den Privatklägern nach dem plötzlichen Ableben von C _________ bei 

administrativen Problemen als wichtigste Stütze gedient. Er hat den Mitgliedern der Er-

bengemeinschaft Kontoauszüge übergeben, was beweist, dass er ernstlich versucht hat, 

die finanzielle Situation von C _________ abzuklären und aufzuzeigen. Er hat dabei für 

die drei Erben tätig sein müssen, was zu Objektivität und Exaktheit verpflichtet. Der 

Zeuge bestätigt erneut administrative Unzulänglichkeiten bei der Buchhaltung und den 

Steuererklärungen, die er nach Rücksprache mit den Angehörigen zu beheben versucht 

hat. Der Zeuge hat in diesem Zusammenhang auch eine Selbstanzeige beim Fiskus 

initiiert. Er habe die Kurtaxenabrechnung mit der Kasse verglichen, was keine Auffällig-

keiten ergeben habe. Es sei allerdings nicht gesichert, ob die von ihm genutzten Unter-

lagen vollständig sind.  

Der neue Vorgesetzte X _________ hat das Hotel aufgrund eines plötzlichen Todesfalls 

übernehmen müssen und war dementsprechend unvorbereitet. Der möglichst nahtlose 

Weiterbetrieb dürfte in dieser Situation entscheidend gewesen sein. Der Zeuge erklärt 

somit nachvollziehbar, wie es zur Aussage von X _________ an den Beschuldigten ge-

kommen ist, so weiterzufahren, wie bisher. Der neue Chef dürfte zu diesem Zeitpunkt, 

sofern C _________ nichts von Unregelmässigkeiten gewusst hat, erst Recht nicht da-

von Kenntnis gehabt haben. 

Q _________ hat zum Zeitpunkt der Übergabe des Gasthofs eine ordnungsgemässe 

Buchhaltung für C _________ verfassen wollen (vgl. E. 3.2). Er hätte vom ersten Patron 

über das Vorgehen, Rechnungen auf das Bankkonto des Beschuldigten umzuleiten und 

diese anschliessend auf ein Schwarzkonto einzuzahlen, in Kenntnis gesetzt werden 

müssen. Q _________ bestreitet aber, er oder X _________ seien über ein Schwarz-

geldkonto oder das Einholen von Geldern auf das Konto des Beschuldigten orientiert 

worden. Es verwundert, wenn dieses in mehrfacher Hinsicht heikle Vorgehen bei der 

Übergabe an X _________ nicht thematisiert wird und der Beschuldigte daraus eine 

konkludente Genehmigung ableitet. 

3.12.4 Der Zeuge beschreibt schliesslich am 13. Februar 2020 vor der Berufungsinstanz, 

wie es zur Selbstanzeige gekommen ist (S. 945 A. 4). Er habe bereits zu Lebzeiten von 

C _________ versucht, eine ordnungsgemässe Steuererklärung zu verfassen, damit 

- 29 - 

sein Onkel nicht mehr amtlich eingeschätzt werde (S. 945 A. 5). Der Zeuge habe zu-

nächst das Kassabuch mit dem Ordner Meldescheine verglichen und keine Unterschiede 

festgestellt (S. 946 A. 7). Er habe die Meldescheine mit den Zahlungen auf das Konto 

des Beschuldigten bei der F_________ abgeglichen und festgestellt, die entsprechen-

den Gäste seien auf den Meldescheinen nicht angemerkt. Diese Kunden seien auch im 

Kassabuch nicht erwähnt (S. 947 A. 11). Die meisten Rechnungen zur Zahlung an die 

F_________ seien Reisegesellschaften gewesen, die er anschliessend in den Kurtaxen-

abrechnungen gesucht habe. Sie hätten auch dort gefehlt (S. 947 A. 11). 

Der Zeuge hat vor der Berufungsinstanz noch einmal erklärt, wie der Verdacht aufge-

kommen ist, dass sich der Beschuldigte zu Unrecht bereichert habe. Er hat die weitere 

Kontrolle aufgrund der ihm damals vorliegenden Unterlagen nachvollziehbar erörtert. 

Das Berufungsgericht verfügt über Rechnungen zur Zahlung an die F_________ inkl. 

entsprechenden Bankbescheinigungen, über einen Teil der Meldescheine und über das 

Kassabuch. Diese Unterlagen können zum Verifizieren der Aussagen des Zeugen ver-

wendet werden. Die Darlegungen sind mithin, trotz beachtlicher Nähe zwischen Zeugen 

und Partei, sehr glaubwürdig. Der Beschuldigte hätte demnach die Zahlungen auf sein 

Konto weder auf den Meldescheinen, noch im Kassabuch erwähnt. 

3.13 Vergleich Hotelrechnungen 

Die Akten enthalten eine von Q _________ deponierte Originalrechnung (S. 148) sowie 

die Rechnungen auf das Konto des Beschuldigten (S. 8 ff.; Beleg 23 zur Eingabe vom 

12. November 2019). Diese sehen ähnlich, aber nicht gleich aus. 

Der Beschuldigte hat von der Polizei eine Hotelrechnung von C _________ und eine 

Rechnung für einen Betrag auf sein Konto zum Vergleich vorgewiesen erhalten 

(S. 222 c). Die von ihm gestellten Rechnungen seien abweichend, weil er unterschiedli-

che Vorlagen oder Masken benutzt habe (S. 218 A. 19). Die E-Mail vom 10. Mai 2008, 

an welcher die Rechnung angehängt gewesen ist, erwähnt, der Betrag solle auf das 

persönliche Konto erstattet werden, weil eine Kreditkartenzahlung wegen Umbauarbei-

ten nicht möglich sei (S. 222d). Der Beschuldigte behauptet, damals seien tatsächlich 

Arbeiten vorgenommen worden, welche eine Kreditkartenzahlung behindert hätten 

(S. 218 A. 21). Der Angeklagte hat dazu in der Berufungsverhandlung bestätigt, dass er 

immer die gleiche E-Mailadresse zum Versenden der Rechnungen genutzt hat (S. 956 

A. 4). 

Der Beschuldigte hat die Rechnungen, welche auf sein Konto beglichen werden muss-

ten, mit der offiziellen E-Mailadresse des Hotels versandt. Es wäre einfacher gewesen, 

- 30 - 

die Rechnungen den Gästen beim Verlassen des Hotels zu übergeben. Diesfalls hätten 

jedoch Drittpersonen, u.a. C _________, den Vorgang besser beobachten können. 

Die auf das Beschuldigtenkonto lautenden Rechnungen beziehen sich teils auf Über-

nachtungen, welche erst nach dem Datum der Rechnungsstellung folgen (z.B. S. 8, 9, 

S. 19), teils davor (S. 12, 13, 14). Es wären mithin auch Vorschüsse in Rechnung gestellt 

worden. Das erstaunt insofern, weil der Angeklagte behauptet, die Rechnungen jeweils 

«sofort nach der Abreise der Gäste» verschickt zu haben (S. 956 A. 10). Von Vorschüs-

sen war keine Rede. 

Die Strafanzeige enthält die Tatsachenbehauptung, der Beschuldigte habe die Rech-

nungen C _________ übergeben (S. 3 Ziff. 5). Der Privatkläger und der Zeuge 

Q _________ haben im Rahmen der Berufungsverhandlung glaubhaft beschrieben, wie 

der Wirtschaftsinformatiker Y _________ die E-Mails, mit denen die eingereichten Rech-

nungen verschickt wurden, auf dem Laptop in der Rezeption wiederhergestellt und die 

Daten anschliessend gespiegelt hat (S. 946 A. 9; S. 953 A. 9). Auch der Beschuldigte 

gibt an, er habe die Rechnungen auf dem Laptop gelöscht (S. 957 A. 14), indem er die 

Vorlage für die neuen Rechnungen jeweils überschrieben habe (S. 958 A. 26). Er ist 

daraufhin gefragt worden, wie er denn die Kontrolle durchführen könne, wenn er die 

Schreiben jeweils gelöscht habe. Der Angeklagte gibt daraufhin an, er habe die Rech-

nungen gedruckt und im Büro in einem kleinen Ordner aufbewahrt (S. 959 A. 28 ff.). 

Letztere Version erscheint gemäss Aussagenentwicklung als unglaubwürdig. Ein Ordner 

mit entsprechenden Belegen ist ausserdem nicht beschlagnahmt worden. 

Entgegen der vorinstanzlichen Annahme (S. 787 Abs. 1) hat der Angeklagte Kopien der 

Rechnungen auf seinen Namen nicht freiwillig an C _________ übergeben, sondern das 

einzig in digitaler Form vorhandene Dokument anschliessend gelöscht. Diese fehlerhafte 

Sachverhaltsfeststellung ist für das Kreisgericht ein gewichtiges Argument für den Teil-

freispruch gewesen.  

3.14 Bankunterlagen C _________ 

Die Zahlungen der Gäste mittels Kredit- oder Debitkarte sind dem U _________-Spar-

konto C _________s (Nr. xxx) oder dessen Geschäftskonto bei der RR _________ 

(Nr. xxx) gutgeschrieben worden (S. 359). 

C _________ hat über vier Bankkonten bei der W _________ verfügt (Ordner 2 S. 378; 

vgl. die polizeiliche Auswertung S. 364; zwei Hypothekarkonten, [und ein Sparkonto und 

das Sichtkonto]). Dort sind von 2005-2013 Fr. 516'282.-- einbezahlt worden. Die Polizei  

- 31 - 

 

kann nicht mehr eruieren, woher diese Vermögenswerte stammten (S. 364). Dies ist 

umso schwieriger, weil der Privatkläger und Q _________ in der Berufungsverhandlung 

mitgeteilt haben, 

C _________ habe regelmässig mit Bargeld bezahlt und Postüberweisungen bar am 

Schalter getätigt (S. 954 A. 17). 

Die W _________, die U _________ AG und die RR _________ haben im Rahmen der 

Selbstanzeige Vollständigkeitsbescheinigungen deponiert (Belege Nr. 34 ff. zur Eingabe 

vom 12. November 2019). Der Fiskus hat danach laut Expertisebericht vom 3. Dezember 

2015 keine weiteren undeklarierte Bankkonten mehr entdeckt (Beleg 3 zur Eingabe vom 

14. August 2019). Auch Q _________ und X _________ haben nach Hinweis auf die 

Straffolgen dargelegt, es liege kein weiteres Bankkonto von C _________ vor (S. 945 

A. 4). Q _________ hat die Selbstanzeige initiiert und verfügt als naher Verwandter und 

Finanzverwalter der C _________ Group über ein erhebliches Interesse an einer lücken-

losen Feststellung des Erbschaftsvermögens. Eine entsprechende Falschaussage wäre 

für ihn in mehrfacher Hinsicht bedenklich. Die Behauptung, C _________ habe über kein 

weiteres «Schwarzkonto» verfügt, erscheint aus allen diesen Gründen als glaubwürdig. 

Teils wird die Auffassung vertreten, das vom Angeklagten zurückbezahlte Geld bilde 

Bestandteil der in bar einbezahlten Fr. 516'282.20 auf dem Konto. Entsprechende Zah-

lungsflüsse lassen sich allerdings nicht überprüfen, weil C _________, der an mehreren 

Firmen beteiligt gewesen ist, regelmässig mit Bargeld Forderungen beglichen hat. Die-

ses Konto bildet zudem weder Bestandteil der Selbstanzeige vom 5. Juni 2014 noch wird 

es im Bericht des Steuerinspektorats genannt (Belege 3a und 3b zur Eingabe vom 14. 

August 2019). Es hat sich mithin nicht um ein «Schwarzkonto» gehandelt. Das voraus-

gehende Prozedere zur Verschleierung der Einnahmen wird konterkariert, wenn die Gel-

der letzten Endes auf ein Konto gelangen, das dem Fiskus bekannt ist. Das Konto kann 

demnach nicht als das angebliche «Schwarzgeldkonto» qualifiziert werden, auf welches 

C _________ undeklarierte Gelder einbezahlt hat. 

Die Behauptung des Beschuldigten, C _________ habe über ein zusätzliches Schwarz-

konto verfügt, um dort einen Teil der Einnahmen einzuzahlen und dem Fiskus zu ver-

schleiern, hat sich im Verlauf des Verfahrens und auch in der Untersuchung durch die 

kantonale Steuerverwaltung nach der Selbstanzeige nicht bestätigen lassen. 

 
 

- 32 - 

 
 
 
3.15 Einkommen und Vermögen Ehegatten Z_________ 
3.15.1 Löhne 

Der Anhang des Polizeiberichts enthält eine tabellarische Übersicht der Löhne des Ehe-

paars (S. 367). Die Vorinstanz errechnet nachvollziehbar ein Einkommen von rund 2.5 

Mio. Franken, dass die Ehegatten in den vergangenen 30 Jahren verdient haben sollen 

(S. 787). Der Beschuldigte gibt an, seit seiner Rückkehr in D _________ nicht mehr er-

werbstätig gewesen zu sein (S. 571 A. 6; S. 942). Er beziehe auch kein Arbeitslosengeld 

(S. 957 A. 13). Er lebt mithin von seinem Vermögen. 

3.15.2 Barvermögen 

Der Beschuldigte habe vom Barlohn immer einen Teil nach D _________ überwiesen 

und einen Teil auf die Seite gelegt. Letzteren habe er bei sich zu Hause aufbewahrt und 

ab und zu gewisse Beträge auf das Konto bei der F _________ einbezahlt (S. 226 A. 15). 

Er habe vielleicht zwischen Fr. 50'000.-- und Fr. 60'000.-- in bar daheim aufbewahrt, dar-

über jedoch nicht Buch geführt (S. 226 A. 17 f.). Er habe weder geerbt noch eine Rente 

bezogen (S. 227 A. 27). 

Die Polizei hat im Rahmen einer Hausdurchsuchung in den Zimmern des Beschuldigten 

eine Ledermappe sichergestellt, in welcher sich EUR 18'378.-- befunden haben. Der Be-

rufungsbeklagte habe die Umschläge angeschrieben, um zu wissen, wofür er das darin 

verpackte Geld brauchen werde (S. 224 A. 4 f.). Der Angeklagte behauptet, er habe die-

ses Geld von Gästen in bar erhalten und für sich behalten, da er das Geld in 

D _________ benutzen könne. Er habe seinem Arbeitgeber den entsprechenden Betrag 

in Schweizer Franken in die Kasse gelegt (S. 220 A. 30 ff.). Er habe dieses Geld in 

25 Couverts verpackt und dadurch nach vorgesehenem Zweck geordnet (S. 220 A. 33). 

Der Beschuldigte wird am Folgetag darauf aufmerksam gemacht, dass sich in den Um-

schlägen auch Britische Pfund und amerikanische Dollar befunden hätten. Er habe auch 

dieses Geld umgetauscht (S. 224 A. 2).  

Die vom Kläger in seiner Wohnung aufbewahrten Beträge sind beachtlich. Er gibt bei 

den Euro an, dieses Geld für sich behalten und seinem Arbeitgeber dafür Schweizer-

franken übergeben zu haben. Dies mag aufgrund der D _________ Staatsbürgerschaft, 

des dortigen Immobilienvermögens und der beabsichtigten Rückkehr nach D _________ 

nachvollziehbar sein. Es ist allerdings unverständlich, wenn der Berufungsbeklagte auch 

britische Pfund und amerikanische Dollar für sich behalten hat. 

- 33 - 

Es fällt weiter auf, dass der Angeklagte das Geld sorgsam in verschiedenen Briefum-

schlägen aufbewahrt hat. Dieses exakte Verhalten widerspricht dem unbelegten Vorge-

hen beim persönlichen Bezug von Rechnungen für das Hotel. 

3.15.3 Bankguthaben 

Der Beschuldigte verfügt in der Schweiz über ein F_________-Privatkonto Classico xxx. 

Dessen Guthaben beträgt aktuell Fr. 7'992.36 (S. 932). Die Akten enthalten die Konten-

details seit 2003 (Ordner 1 S. 49 ff.) plus eine vergleichbare Zusammenstellung mit zu-

sätzlichen Detailbelegen (Ordner 1 S. 140 ff.). Ein klarer Zusammenhang zwischen Zah-

lungen der Gäste und Barbezügen des Angeklagten ist nicht ersichtlich. Dies ist insbe-

sondere im Zusammenhang mit der Überweisung grösserer Summen auffällig, da hier 

zeitnah (je nach Aussagevariante des Beschuldigten vor- oder nach Zahlungseingang) 

Barabhebungen in einer vergleichbaren Grössenordnung ersichtlich sein müssten (z.B. 

die Zahlungen von Fr. 11'390.-- [Ordner 1 S. 70], Fr. 12'077.-- [Ordner 1 S. 73 hier wur-

den am gleichen Tag Fr. 5’000.-- und Fr. 9'000.-- bezogen], Fr. 7'470.-- [Ordner 1 S. 88], 

Fr. 6'156.-- [Ordner 1 S. 89; hier wurden 4 Tage später Fr. 4'800.-- bezogen.], 

Fr. 9'031.-- [Ordner 1 S. 99], Fr. 8'523.--[Ordner 1 S. 100; hier wurden eine Woche später 

Fr. 6’500 bezogen], Fr. 8'750.-- [Ordner 1 S. 103; hier wurden 3 Tage später Fr. 3’000 

und 8 Tage später Fr. 7’250 bezogen], 11'340.-- [Ordner 1 S. 107], Fr. 10’80.-- [Ordner 

1 S. 116; hier wurden am Tag zuvor Fr. 4'000.-- bezogen], Fr. 7'635.-- [Ordner 1 S. 117; 

hier wurden 3 Tage vorher Fr. 100.--, 4 Tage nachher Fr. 1'900.-- und 10 Tage nachher 

Fr. 2'800.-- bezogen]).  

Es hat gemäss oben genannten Ausführungen verhältnismässig kurz vor oder nach dem 

Eingang der Entschädigungen durchaus grössere Barabhebungen gegeben. Deren 

Höhe unterscheidet sich jedoch deutlich vom eingegangenen Betrag. Der Beschuldigte 

hat, je nach Aussage, behauptet, er habe die Entschädigung beim Auschecken der 

Gäste oder beim Eingang der Zahlung vollständig in die Kasse gelegt. Ein zeitlich ge-

staffelter Bezug der Entschädigung, um diese anschliessend vollständig in die Kasse zu 

legen, ist unlogisch und widerspräche dem vom Beschuldigten behaupteten Vorgehen. 

Analoges gilt, wenn der Angeklagte von seinem Bankkonto einen zu kleinen Betrag ent-

nimmt, das fehlende Geld aus einer anderen Quelle ergänzt und die Gesamtsumme in 

die Kasse einzahlt. Auch dies wäre nicht behauptet worden. 

Das Dossier enthält Rechnungen auf das Konto des Beschuldigten (z.B. S. 9 [27. Juni 

2009, 4. Juli 2009, 11. Juli 2009, 18. Juli 2009, 25. Juli 2009], S. 13), in welchen Teilbe-

träge für mehrere kurz aufeinanderfolgende Aufenthalte gesamthaft gefordert werden. 

- 34 - 

Der Angeklagte könnte auf den F_________-Konten nach erfolgten Übernachtungen 

Beträge abgehoben haben, die diesen Teilbeträgen nahekommen. Dies z.B. gemäss 

Rechnung vom 15. Juni 2009 (S. 9): Hier wird ein Gesamtbetrag von rund Fr. 5'000.-- 

eingefordert, wobei es um Übernachtungen an fünf verschiedenen Wochenenden geht. 

Es werden mithin Teilbeträge in der Höhe von knapp Fr. 1'000.-- in Rechnung gestellt 

und auf eine Gesamtsumme von rund Fr. 5'000.-- addiert. Auf dem F_________-Konto 

wären im vergleichbaren Zeitraum zwar keine Fr. 5'000.-- abgehoben worden, aber je-

weils an den Wochenenden ca. Fr. 1'000.-- (Ordner 1 S. 92a ff.; vgl. auch die Abhebung 

und Zahlungsabhebung vom 21. Mai 2012 [Ordner 1 S. 119 oder 14. und 16. August 

2011 [Ordner 1 S. 113]). Das Begleichen von Teilzahlungen vor der eigentlichen Rech-

nungsstellung ist allerdings vom Berufungsbeklagten zu keinem Zeitpunkt behauptet 

worden. Auch diese Variante fällt mithin ausser Betracht. 

Die Vorinstanz hat im Übrigen richtigerweise festgehalten, fortlaufende Barbezüge an 

Bankomat und Bankschalter seien dokumentiert, nicht aber, wie diese Gelder verwendet 

wurden (S. 706 Abs. 1). 

Die Einzahlungen der Gäste auf das Konto des Angeklagten sind aufgrund dieser Be-

scheinigung nachgewiesen. Regelmässige Barabhebungen durch den Beschuldigten 

können ebenso nachverfolgt werden. Es ist jedoch nicht belegt, wie derlei eingeholte 

Gelder in die Geschäftskasse «zurückgelangt» sein sollen.  

Staatsanwaltschaft und Privatklägerschaft halten den fehlenden Zusammenhang zwi-

schen grösseren Einzahlungen der Hotelgäste und Abhebungen des Berufungsbeklag-

ten für ein erhebliches Indiz, dass die behaupteten Zahlungen des Angeklagten gerade 

nicht erfolgt sind. Der Eingang höherer Gästezahlungen passt nicht hinreichend zum 

kurz zuvor oder danach erfolgten Abheben grösserer Geldsummen. Ein Zusammenhang 

zwischen Bezügen und Teilforderungen liesse sich gemäss obigen Ausführungen fall-

weile herleiten. Der Beschuldigte hat jedoch nie behauptet, er habe vor der eigentlichen 

Rechnungsstellung bereits Teilzahlungen in die Kasse geleistet. Die Berufungsinstanz 

kann mithin der Staatsanwaltschaft und Privatklägerschaft in diesem Punkt folgen. 

Ein weiteres Konto bei der F_________ ist 2005 saldiert worden und für den vorliegen-

den Fall nicht relevant (S. 360 f.; S. 413 A. 8).  

Die Ehegatten hätten verschiedene Beträge mit Hilfe von Postüberweisungen nach 

D _________ geschickt (S. 216 A. 9 f.; S. 413 A. 13). Die Polizisten haben Einzahlungs-

scheine der Bankinstitute K _________ (nachfolgend: 

K _________), CC _________ (nachfolgend: CC _________) und DD _________ SA 

- 35 - 

sichergestellt. Demnach seien von Januar 2012 bis September 2013 rund 200'000 Fran-

ken überwiesen worden (S. 224 F. 8; genauere Aufstellung im Ordner 4 S. 1410). Dieses 

Geld stamme - laut Beschuldigtem - von dessen Lohn, inkl. Trinkgeld. Die Ehegatten 

hätten manchmal auch etwas auf die Seite gelegt. Manchmal Fr. 500.-- und manchmal 

Fr. 1000.-- pro Monat, um spätere Anschaffungen zu finanzieren. Der Betrag von 

Fr. 200'000.-- setze sich aus Lohn und Trinkgeld zusammen. Die hohen Überweisungen 

im Jahr 2013 erkläre er sich mit dem Entschluss des Ehepaars, in Kürze nach 

D _________ zurückzukehren (S. 225 A. 9 ff.). Die Zahlungsflüsse können mangels 

Postunterlagen nicht nachverfolgt werden. 

Die Akten enthalten eine undatierte Tabelle mit Guthaben auf fünf verschiedenen portu-

giesischen Banken. Diese Urkunde ist während der Hausdurchsuchung sichergestellt 

worden (S. 98; Ordner 3 S. 856). Das Bankvermögen hätte demnach EUR 350'000.-- 

betragen.  

Der Beschuldigte verfüge laut eigenem Bekunden in D _________ zwischen 

EUR 380'000.-- und EUR 460'000.-- (S. 226 A. 22; S. 413 A. 10 «ca. EUR 450'000.--»). 

Die Ehegattin besitze keine anderen Bankkonten (S. 227 A. 24).  

Die Polizei hat folgende Banken genannt, bei welchen sich Konten des Beschuldigten 

befinden:  CC _________, K _________, EE _________ (nachfolgend: EE _________), 

E _________, FF _________. Das darauf befindliche Vermögen betrage zum Zeitpunkt 

der Auswertung EUR 261'936.75 (S. 365; S. 413 A. 9 f.).  

Die  CC _________ hat am 3. März 2020 zusätzlich bestätigt, im Prozess TDPRT 

14724/13.9 sei eine Summe von EUR 92'959.19 beschlagnahmt worden (S. 1017). Die 

zitierte portugiesische Dossiernummer stimmt nicht mit der sonst gebrauchten Beziffe-

rung im portugiesischen Rechtshilfeverfahren (CJI 254/2013) überein und dieses Konto 

wird im Polizeibericht nicht erwähnt. Der Betrag ist jedoch laut Auskunft von Eurojust im 

vorliegenden Prozess beschlagnahmt worden (S. 1123 f).  

Es liegen ferner zwei fast gleichlautende Bestätigungen der  CC _________ vom 

17. Dezember 2013 in den Akten. Die eine ist ans GG _________ in HH _________ (CJI 

254/2013), die andere ans II _________ von JJ _________ (14724/13.9TDPRT) gerich-

tet (Ordner 3 S. 935 und S. 1118). Dies weist darauf hin, dass in D _________ zwei 

unterschiedliche Behörden die Rechtshilfe vorgenommen haben und es zu positiven 

Kompetenzenkonflikten gekommen sein könnte. Dies würde auch erklären, wieso die 

EUR 92'959.19 im Prozess TDPRT 14724/13.9 beschlagnahmt worden sind, der Betrag 

- 36 - 

wohl im Rahmen der rechtshilfeweise erfolgten Anfrage des Kantonsgerichts (vgl. Dos-

sier P2 20 19 und E. 3.16.5), nicht aber im Polizeibericht Erwähnung findet. 

Zwischen dem vom Beschuldigten behaupteten Bankvermögen von mindestens 

EUR 380'000.-- und dem per Rechtshilfe bescheinigten Vermögen von rund 

EUR 260'000.-- besteht eine beachtliche Diskrepanz. Die Differenz wird deutlich verrin-

gert, wenn das im portugiesischen Prozess TDPRT 14724/13.9 beschlagnahmte Gutha-

ben von EUR 92'959.19 mitbeachtet wird. 

3.15.4 Fahrzeuge 

Der Angeklagte habe 2013 zwei Fahrzeuge besessen, die er in der Schweiz gekauft 

habe und die sich in D _________ befänden (S. 227 A. 31).  

Die Automobile dürften, wenn sie überhaupt noch vorhanden sind, seit 2013 deutlich an 

Wert verloren haben. 

3.15.5 Immobilien 

Die Ehegatten besässen seit 1995 ein kleineres Haus (S. 227 A. 29). Der Angeklagte 

gibt in einer späteren Einvernahme zusätzlich an, in H _________ über ein Haus und 

seit 2000 zusätzlich über eine Einstellhalle zu verfügen. Diese Liegenschaften hätten 

einen Wert von EUR 470'000.-- und seien mit zwischenzeitlich abbezahlten Hypotheken 

finanziert worden. Die Amortisierung sei über Lohn erfolgt. Er besitze ausserdem seit 

1988 in I _________ eine Wohnung, welche EUR 30'000.-- gekostet habe (S. 413 A. 11 

und S. 415 A. 24). Eine Karte D _________s mit handschriftlichen Angaben zum Stand-

ort der Immobilien liegt vor (S. 162), Grundbuchauszüge sind dem Gericht jedoch nicht 

bekannt (vgl. dazu auch die vorinstanzlichen Ausführungen S. 704 letzter Absatz). 

Die Gebäude in D _________ sind kaum individualisiert und bis zum heutigen Zeitpunkt 

nicht beschlagnahmt worden, ausserdem fehlen Eigentumsausweise. Der Wert der Im-

mobilien ist ferner mitnichten neutral geschätzt worden. Die Herkunft der Mittel, mit wel-

chen die Hypotheken abbezahlt oder Renovationen finanziert worden sein sollen, ist 

ebenso unklar, zumindest nicht im Sinne eines irgendwie verfolgbaren Papertrails nach-

gewiesen. Es ist nicht geklärt, ob der Beschuldigte aktuell noch über diese Immobilien 

verfügt. 

3.15.6 Vermögensbildung 

- 37 - 

Die oben erwähnten Angaben zum Vermögen stützen sich regelmässig einzig auf Be-

weisaussagen des Beschuldigten. Es fehlen vielfach objektivierbare Angaben zum tat-

sächlich vorhanden Vermögen der Ehegatten. Das kinderlose Ehepaar Z _________ 

verfügt laut eigenen Bekundungen über ein beachtliches Immobilien-, Bank- und Bar-

geldvermögen. Dieses kann jedoch gemäss richtigen vorinstanzlichen Berechnungen 

(S. 787 f.) auch mit eigens erzieltem Einkommen gebildet worden sein, namentlich wenn 

beachtet wird, dass für die Ehegatten die grössten Einzelposten im üblichen Budget wie 

Wohnung, Krankenkasse und Steuern entfallen sind.  

3.16 Beschlagnahmungen 

3.16.1 Gegenstände und Wertgegenstände 

Die Staatsanwältin hat keine umfassende Übersicht über die gesperrten Bankkonten 

eingereicht, auch die Anklageschrift ist diesbezüglich nicht aussagekräftig. Die Vo-

rinstanz hat diverse Unterlagen genannt, die ihr bei der Entscheidfällung nicht vorgele-

gen haben (S. 704).  

Die Anklageschrift verweist unter Ziff. 3 «Beschlagnahmte Gegenstände und Vermö-

genswerte» betreffend «Durchsuchungs- und Beschlagnahmebefehl» auf «Verfügung 

vom 30. September 2013 S. 55 ff.; «Genaue Liste siehe S. 384 bis S. 392». Die Polizei 

hat ein Inventar der beschlagnahmten Gegenstände und Wertgegenstände erstellt 

(S. 384 ff.). Der Bereich Rückgabe/Quittung ist nicht vervollständigt (S. 392). Der Be-

schuldigte hat am 13. Dezember 2013 ein Mobiltelefon zurückerhalten (S. 305). Die Ak-

ten enthalten weiter eine Bestätigung, wonach 1 Schachtel mit persönlichen Unterlagen 

an den Verteidiger übergeben worden ist (S. 505).  

Die Verfahrensleitung hat am 28. November 2019 die Polizei angeschrieben und um 

Einsicht ersucht, da sich «ein Teil noch im Polizeiarchiv befinden sollte». Die Beamten 

haben nach mehrtägiger Suche mitgeteilt, sämtliche beschlagnahmten Gegenstände 

seien an die Beteiligten zurückgegeben worden (S. 935). 

Die Privatklägerschaft hat am 28. November 2019 Ordner an die Berufungsinstanz über-

mittelt, die von der Staatsanwaltschaft bereits retourniert worden seien (S. 864).  

Q _________ behauptet weiter, der Staatsanwaltschaft einen Stick mit den gespiegelten 

Daten des Laptops übergeben zu haben, welcher ebenso fehlt (S. 948 A. 17). 

- 38 - 

Die in der Hauptverhandlung befragten Personen vermochten keine Auskunft zum Ver-

bleib der beschlagnahmten Laptops (S. 386 Ziff. 35 und 36) zu erteilen (S. 948 A. 16; S. 

953 A. 10; S. 956 A. 4).  

Es liegen keine Anträge auf Rückgabe von beschlagnahmten Gegenständen vor. 

 

 

3.16.2 Banken 

Die Staatsanwältin hat laut Anklageschrift ab dem 7. Oktober 2013 in D _________ per 

Rechtshilfe Gelder sperren lassen. Belege zur Rechtshilfe sind im Ordner 3, Register 21 

enthalten. Sie sind allerdings bis zum Berufungsverfahren nicht übersetzt worden. Die 

Verfahrensleitung des Kantonsgerichts hat die Akten deswegen mit einer Übersetzerin 

geprüft und anschliessend per Rechtshilfe den Saldo der gesperrten Konten angefragt. 

Weitere Informationen konnte mit Hilfe von Eurojust eingeholt werden (vgl. Dossier P2 

19 80). 

Das MM von HH (CJI 254/2013) hat die K _________ am 21. Oktober 2013 (Ordner 3 

S. 884 f.), die EE _________ am 24. Oktober 2013 (Ordner 3 S. 899 f.) und 

 CC _________ am 6. November 2013 (Ordner 3 S. 932 f.) aufgrund des staatsanwalt-

schaftlichen Rechtshilfeersuchens zu den aktuellen Kontoständen angefragt. Das 

II _________ von JJ _________ (14724/13.9TDPRT) dürfte jedoch auch Beschlagnah-

mungen vorgenommen haben. 

Die Ehegattin ist am 2. Oktober 2013 aus der Untersuchungshaft entlassen worden, die 

rechtshilfeweise Beschlagnahmungen sind erst ab dem 7. Oktober 2013 erfolgt. Die Ehe-

gattin hat erwiesenermassen auf Geheiss des Angeklagten Gelder von D _________ 

Konten abgehoben, bevor eine Sperre erfolgt ist (vgl. Verfahren P2 20 19 mit dortigen 

Hinweisen). 

3.16.3 F_________ 

Das Guthaben bei der F_________ beträgt laut Polizeibericht vom 9. Januar 2017 am 

30. September 2013 Fr. 8'154.10 (S. 376). Es beläuft sich aktuell auf Fr. 7'992.36 

(S. 932). 

3.16.4 K _________ 

- 39 - 

Die Staatsanwältin hat die Schweizer Zweigstelle der Bank K _________ am 3. Oktober 

2013 um Auskunft, Edition und Kontosperre angefragt (S. 112). Das Institut hat am 

4. Oktober 2013 mitgeteilt, es könne über seine Schweizer Zweigniederlassung keine 

Beschlagnahmungen portugiesischer Konten vornehmen (S. 122).  

Die Staatsanwältin hat am 7. Oktober 2013 um internationale Rechtshilfe ersucht (Ord-

ner 3 S. 874). 

Der Beschuldigte besitzt laut Ermittlungsbericht vom 9. Januar 2017 bei der Bank 

K _________ 8 Festgeldkonten plus 1 Giro-Konto. Der Saldo hätte sich, Stand 26. Sep-

tember 2013, auf rund EUR 28'216.-- belaufen (S. 376). D _________ Bankunterlagen 

der K _________-Bank befinden sich im Ordner 4, S. 1263 ff. Der Beschuldigte und 

seine Ehegattin hätten demnach am 21. Oktober 2013 über ca. EUR 34'000.-- verfügt. 

Dies lässt sich aufgrund einer Mitteilung der Generalstaatsanwaltschaft des Gerichtsbe-

zirks HH _________ vom 16. Januar 2014 so nachvollziehen, allerdings dürfte zu diesem 

Zeitpunkt noch keine Beschlagnahmung erfolgt sein (S. 1119).  

Laut Antwort der K _________ vom 15. Januar 2020 auf die Anfrage des Kantonsge-

richts, welches Guthaben dort beschlagnahmt worden sei, befinden sich auf dem Konto  

EUR. 4'512.68. Die übrigen Bankkonten wären saldiert und liquidiert worden (S. 1050). 

3.16.5 Bank  CC _________ 

Die Staatsanwältin hat die Schweizer Zweigstelle der  CC _________ am 3. Oktober 

2013 um Auskunft, Edition und Kontosperre angefragt (S. 108). Das Institut hat am 

9. Oktober 2013 mitgeteilt, es könne über seine Schweizer Zweigniederlassung keine 

Beschlagnahmungen von D _________ Konten vornehmen (S. 175). 

Das Rechtshilfegesuch ist am 18. Oktober 2013 übermittelt worden (Ordner 3 S. 918). 

Das Guthaben auf der CC _________ beträgt laut Ermittlungsbericht vom 9. Januar 

2017 rund EUR 7'500.-- (S. 376). Die Bankunterlagen der CC _________ befinden sich 

im Ordner 3, S. 935 ff. Es wären demnach auf zwei Bankkonten rund EUR 7'500.-- ge-

sperrt worden (Ordner 3 S. 935 und S. 1118). Die Generalstaatsanwaltschaft des Ge-

richtsbezirks HH _________ vom 16. Januar 2014 erwähnt, bei der CC _________-Bank 

seien bereits Sperrungen durch das Strafuntersuchungsgericht (Nr. 14724/13.9TDPRT) 

in JJ _________ erfolgt (S. 1119). 

- 40 - 

Die CC _________ hat am 6. Februar 2020 bestätigt, auf dem Konto seien EUR 

92'959.19 beschlagnahmt worden. Ein Immobilienfonds im teilweisen Besitz des Be-

schuldigten und seiner Ehegattin verfüge ausserdem über einen Saldo von 

EUR 7'080.85 (S. 1017).  

 

 

3.16.6 EE _________ 

Das Guthaben auf der EE _________ beträgt laut Ermittlungsbericht vom 9. Januar 2017 

rund EUR 178'000.-- (S. 376). Diese Information dürfte von einer Bestätigung vom 

30. September 2013 stammen (Ordner 4 S. 1353).  

Die Staatsanwältin hat die portugiesischen Behörden am 18. Oktober 2013 ersucht, 

sämtliche Kontokorrentkonten und Sparhefte sperren zu lassen und zusätzlich Auskunft 

über die entsprechenden Konten bis zum 30. September 2013 verlangt (S. 208). Die 

EE _________ hat am 24. Oktober 2013 mitgeteilt, die 2010 eröffneten Konten seien im 

September liquidiert worden (S. 1300). 

Bankunterlagen der EE _________ befinden sich im Ordner 4 ab S. 1300. Eine Beschei-

nigung der Bank EE _________ bestätigt, dass am 21. Oktober 2013 und am 7. Novem-

ber 2013 von einem Konto zwei grössere Geldsummen (EUR 67'560.--/39'850.--) abge-

zogen worden sind und noch EUR 42.75 auf den Bankkonten vorhanden waren (S. 366; 

Ordner 4 S. 1453). Der Beschuldigte ist dazu einvernommen worden (S. 443 A. 22 ff.). 

Er hat am 13. März 2014, auf die Überweisung von Fr. 67'000.--- angesprochen