# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 01581442-d211-5d8d-a7bd-ae060fad2f76
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-08-27
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 27.08.2008 A-1618/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-1618-2006_2008-08-27.pdf

## Full Text

Abtei lung I
A-1618/2006
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 7 .  A u g u s t  2 0 0 8

Richterin Salome Zimmermann (Vorsitz), 
Richter Markus Metz, Richterin Marianne Ryter Sauvant, 
Gerichtsschreiberin Sonja Bossart.

X.______, ...,
vertreten durch ...,
Beschwerdeführerin,

gegen

Eidgenössische Steuerverwaltung,
Hauptabteilung Mehrwertsteuer, Schwarztorstrasse 50, 
3003 Bern,
Vorinstanz.

Mehrwertsteuer (1. Quartal 2000 bis 4. Quartal 2004), 
Steuerpflicht, von der Steuer ausgenommene Heilbe-
handlungen, kantonale Berufsausübungsbewilligung, 
Art. 14 Ziff. 3 MWSTV, Art. 18 Ziff. 3 MWSTG.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

A-1618/2006

Sachverhalt:

A.
Am 12. Juli 2005 liess X. die Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV) 
durch ihren Treuhänder ersuchen, sie per 1. Januar 2005 ins Register 
der  Mehrwertsteuerpflichtigen  einzutragen  und  ihr  eine 
Mehrwertsteuernummer zuzuteilen. Dem Schreiben legte sie den aus-
gefüllten Fragebogen zur Eintragung als Mehrwertsteuerpflichtige bei 
sowie die Angaben zu den relevanten Unternehmenszahlen seit 1999. 
Aus  diesen  Unterlagen  ergab  sich,  dass  X.  ihre  Geschäftstätigkeit, 
nämlich ein Fusspflegestudio mit Solarium, am ... aufgenommen habe 
und  seither  regelmässig  Umsätze  über  Fr. 75'000.--  und  eine 
Steuerzahllast über Fr. 4'000.00 vorgelegen hätten.

B.
Die ESTV teilte X. am 18. Juli 2005 mit, sie habe sie rückwirkend auf 
den  1.  Januar  2000  ins  Register  der  Mehrwertsteuerpflichtigen 
eingetragen,  was  diese  mit  Schreiben  vom  25.  Juli  2005  nicht 
akzeptierte und die Eintragung per 1. Januar 2005 verlangte. Nachdem 
die  ESTV  an  ihrer  Auffassung  festhielt,  wurde  ein  anfechtbarer 
Entscheid verlangt. Mit  Ergänzungsabrechnung (EA) Nr. 647'463 und 
Nr.  647'464  vom  14. Dezember  2005  sowie  zwei  Entscheiden  vom 
gleichen  Tag  bestätigte  die  ESTV  die  rückwirkende  Eintragung  ins 
Register der Mehrwertsteuerpflichtigen ab 1. Januar 2000 und setzte 
die Steuerforderungen auf  Fr. ... zuzüglich Verzugszins seit  dem 15. 
Oktober 2000 für die Steuerperiode 1. bis 4. Quartal 2000 und Fr. ... 
zuzüglich Verzugszins seit dem 31. August 2003 für die Steuerperiode 
1. Quartal 2001 bis 4. Quartal 2004 fest.

C.
Gegen diese Entscheide erhob X. am 26. Januar 2006 Einsprache. Sie 
stellte  sich sinngemäss auf  den Standpunkt,  es liege dadurch,  dass 
nur Umsätze von Podologinnen mit  kantonaler  Bewilligung nach Art. 
14 Ziff. 3 der Verordnung vom 22. Juni 1994 über die Mehrwertsteuer 
(MWSTV,  AS  1994  1464)  bzw.  Art.  18  Ziff.  3  des  Mehrwertsteuer-
gesetzes  vom  2. September  1999  (MWSTG,  SR  641.20)  von  der 
Steuer  ausgenommen  seien,  eine  rechtsungleiche  Behandlung  vor. 
Zudem  verletze  die  rückwirkende  Eintragung  den  Grundsatz  der 
Gleichbehandlung. Die von der ESTV vorgenommenen Nachbelastun-
gen würden die Einsprecherin in grosse wirtschaftliche Schwierigkei-

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ten stürzen. Sie werde mit der rückwirkenden Eintragung ins Register 
der Mehrwertsteuerpflichtigen für ihre Ehrlichkeit bestraft.

D.
Mit  Einspracheentscheid  vom 31. Mai  2006  vereinigte  die  ESTV die 
bisher für den Geltungsbereich der MWSTV und des MWSTG je sepa-
rat geführten Verfahren, weil sich dieselben Fragen stellten, und wies 
die Einsprache ab. Sie bestätigte sowohl die rückwirkende Eintragung 
auf den 1. Januar 2000 als auch die Höhe der mit den EA Nr. 647'463 
und  647'464  nachgeforderten  Steuer. Dabei  stellte  sie  sich  auf  den 
Standpunkt,  dass sowohl nach Art. 14 Ziff. 3 MWSTV als auch nach 
Art.  18  Ziff.  3  MWSTG  eine  kantonale  Berufsausübungsbewilligung 
erforderlich  sei;  das  Bundesgericht  habe  diese  Praxis  in  konstanter 
Rechtsprechung  geschützt.  Die  Einsprecherin  verfüge  jedoch  unbe-
strittenermassen nicht über eine solche. Die rückwirkende Eintragung 
eines Steuerpflichtigen sei nach der Rechtsprechung der Eidgenössi-
schen  Steuerrekurskommission  (nachfolgend  SRK)  zulässig,  weil  es 
sich bei der Mehrwertsteuer um eine Selbstdeklarationssteuer handle. 
Der Umstand, dass eine nachträgliche Überwälzung der Steuer auf die 
Leistungsempfänger nur schwierig möglich sei, stehe der rückwirken-
den Eintragung nicht entgegen. Der Grundsatz der Gleichbehandlung 
werde durch die rückwirkende Eintragung von säumigen Steuerpflich-
tigen nicht  verletzt,  weil  jeder  Steuerpflichtige in  derselben Situation 
gleich  behandelt  werde.  Vielmehr  sei  die  rückwirkende  Eintragung 
geradezu  ein Gebot des Gleichbehandlungsgrundsatzes. 

E.
Dagegen  liess  liess  X.  (nachfolgend  Beschwerdeführerin) am  29. 
September 2006 Beschwerde bei der SRK einreichen. Dabei verlangte 
sie  sinngemäss  die  Aufhebung  des  vorinstanzlichen  Entscheids,  die 
Eintragung  ins  Register  der  Mehrwertsteuerpflichtigen  per  1. Januar 
2005  sowie  einen Verzicht  auf  Steuernachforderungen für  die  Jahre 
2000  –  2004. Als  Begründung  machte  sie  sinngemäss  geltend,  das 
Abstellen  auf  eine  kantonale  Bewilligung  für  Podologen  verstosse 
gegen  die  Rechtsgleichheit,  ebenso  der  Umstand,  dass  es  noch 
Hunderte,  wenn  nicht  Tausende  von  Kleinstunternehmern  gäbe,  die 
sich bisher der Mehrwertsteuerpflicht nicht unterstellt  hätten und von 
der  ESTV nicht  auf  ihre  Steuerpflicht  aufmerksam gemacht  worden 
seien. Man könne von diesen nicht verlangen, dass sie darüber infor-
miert seien, ab welchen Kriterien sie mehrwertsteuerpflichtig würden. 

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Durch  die  Steuernachforderung  sei  ihre  wirtschaftliche  Existenz 
gefährdet.

F.
In ihrer Vernehmlassung vom 5. September 2006 beantragte die ESTV 
die  Abweisung  der  Beschwerde  und  hielt  an  der  im  Einspracheent-
scheid vertretenen Begründung fest. Per 31. Dezember 2006 übergab 
die  SRK  die  Verfahrensakten  dem  Bundesverwaltungsgericht  zur 
Beurteilung der Sache, was dieses den Parteien am 19. Februar 2007 
mitteilte. 

Auf die weiteren Ausführungen in den Eingaben der Parteien wird – 
soweit entscheidwesentlich – im Rahmen der nachfolgenden Erwägun-
gen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Bis zum 31. Dezember 2006 unterlagen Einspracheentscheide der 
ESTV  der  Beschwerde  an  die  SRK.  Das  Bundesverwaltungsgericht 
übernimmt beim Inkrafttreten des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 
über das Bundesverwaltungsgericht (Verwaltungsgerichtsgesetz, VGG, 
SR 173.32) am 1. Januar 2007 die bei der SRK hängigen Verfahren, 
sofern  es  zuständig  ist  und  keine  Ausnahme vorliegt.  Vorliegend  ist 
keine  Ausnahme  gegeben  und  gegen  Entscheide  der  ESTV  ist 
Beschwerde  beim  Bundesverwaltungsgericht  zulässig  (Art. 32 
e contrario und Art. 33 Bst. d VGG). Dieses ist mithin zur Beurteilung 
in der Sache sachlich wie funktionell zuständig. Da auch die weiteren 
Prozessvoraussetzungen vorliegen,  ist  auf  die  Beschwerde einzutre-
ten.  Die  Beurteilung  erfolgt  nach  neuem  Verfahrensrecht  (Art. 31  - 
Art. 33 und Art. 53 Abs. 2 VGG). Soweit das VGG nichts anderes be-
stimmt,  richtet  sich gemäss dessen Art. 37 das Verfahren nach dem 
Bundesgesetz  vom 20. Dezember  1968 über  das Verwaltungsverfah-
ren (VwVG, SR 172.021). 

1.2 Am 1. Januar 2001 sind das MWSTG und die zugehörige Verord-
nung vom 29. März 2000 zum Bundesgesetz über die Mehrwertsteuer 
(MWSTGV, SR 641.201)  in  Kraft  getreten.  Da  sich  der  Sachverhalt 
zum Teil vor Inkrafttreten des MWSTG zugetragen hat (1. - 4. Quartal 

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2000), ist insoweit die MWSTV anwendbar (Art. 93 und 94 MWSTG). 
Für die Steuerperioden nach dem 1. Januar 2001 (1.Quartal  2001 – 
4. Quartal 2004) gilt das MWSTG.

1.3 Das Bundesverwaltungsgericht kann den angefochtenen Einspra-
cheentscheid  grundsätzlich  in  vollem  Umfang  überprüfen.  Die  Be-
schwerdeführerin kann neben der Verletzung von Bundesrecht (Art. 49 
Bst. a  VwVG)  und  der  unrichtigen  oder  unvollständigen  Feststellung 
des  rechtserheblichen  Sachverhalts  (Art. 49  Bst. b  VwVG)  auch  die 
Rüge der Unangemessenheit erheben (Art. 49 Bst. c VwVG; vgl. ANDRÉ 
MOSER, in: Moser/Uebersax, Prozessieren vor eidgenössischen Rekurs-
kommissionen,  Basel  und  Frankfurt  am Main  1998,  Rz. 2.59;  ULRICH 
HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN,  Allgemeines  Verwaltungsrecht, 
5. Aufl.,  Zürich  Basel  Genf  2006,  Rz. 1632  ff.).  Das  Bundesverwal-
tungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und 
ist  dabei  nicht  ausschliesslich  an die  Parteibegehren gebunden. Die 
Beschwerdeinstanz hat das Recht von Amtes wegen anzuwenden; sie 
ist an die vorgebrachten rechtlichen Überlegungen der Parteien nicht 
gebunden (vgl. Art. 62 Abs. 4 VwVG;  ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER,  Ver-
waltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl., 
Zürich 1998, S. 39 Rz. 112).

2.

2.1 Mehrwertsteuerpflichtig ist  grundsätzlich, wer eine mit  der Erzie-
lung von Einnahmen verbundene gewerbliche oder berufliche Tätigkeit 
selbständig ausübt, selbst wenn eine Gewinnabsicht fehlt, sofern seine 
Lieferungen,  seine  Dienstleistungen  und  sein  Eigenverbrauch  im  In-
land  gesamthaft  jährlich  Fr.  75'000.--  übersteigen  (Art.  17  Abs.  1 
MWSTV bzw. Art. 21 Abs. 1 MWSTG). Von der Mehrwertsteuerpflicht 
ausgenommen sind Unternehmer mit  einem Jahresumsatz  zwischen 
Fr. 75'000.-- und Fr. 250'000.--, sofern der nach Abzug der Vorsteuer 
verbleibende  Mehrwertsteuerbetrag  (sogenannte  Steuerzahllast)  re-
gelmässig nicht mehr als Fr. 4'000.-- betragen würde (Art. 19 Abs. 1 
Bst. a MWSTV bzw. Art. 25 Abs. 1 Bst. c MWSTG).

2.2 Die Steuerpflicht beginnt nach Ablauf des Kalenderjahres, in dem 
der massgebende Umsatz erzielt  worden ist  (Art. 21 Abs. 1 MWSTV 
bzw. Art.  28  Abs. 1  MWSTG,  vgl. Urteil  des  Bundesverwaltungsge-
richts [BVGer] A-1389/2006 vom 21. Januar 2008 E. 2.1; Entscheid 

der SRK vom 3. Dezember 1998, publiziert in Verwaltungspraxis der 

Bundesbehörden  [VPB]  63.76  E.  3b/bb;  GERHARD SCHAFROTH/DOMINIK 

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ROMANG,  mwst.com,  Kommentar  zum Bundesgesetz  über  die  Mehr-

wertsteuer, Basel 2000, N. 22 zu Art. 28). Die Verfassungsmässigkeit 

dieser  Bestimmung wurde  mehrfach  bestätigt  (Urteil  der  SRK  vom 

7. Januar  2004,  veröffentlicht  in  VPB  68.74  E.  2a/bb  und  dortige 

Verweise).

2.3 Die Veranlagung und Entrichtung der Mehrwertsteuer erfolgt nach 
dem  Selbstveranlagungsprinzip  (Art.  37  f.  MWSTV  bzw.  Art.  46  f. 
MWSTG;  vgl.  ERNST BLUMENSTEIN/PETER LOCHER,  System  des  Steuer-
rechts, 6. Auflage, Zürich 2002,  S. 421 ff.). Dies bedeutet  nach kon-
stanter Lehre und Rechtsprechung, dass die mehrwertsteuerpflichtige 
Person die  Verantwortung für  die  richtige und vollständige Versteue-
rung ihrer Umsätze trägt (Urteil des Bundesgerichts vom 31. Mai 2002, 
veröffentlicht  in  Archiv  für  Schweizerisches  Abgaberecht  [ASA]  72 
S. 727 ff. E. 1; Entscheid der SRK vom 5. Januar 2000, veröffentlicht in 
VPB 64.83 E. 2 mit weiteren Hinweisen). Das Selbstveranlagungsprin-
zip bedeutet auch, dass der Leistungserbringer selbst für die Feststel-
lung der Mehrwertsteuerpflicht verantwortlich ist und dass, wer steuer-
pflichtig wird, sich unaufgefordert innert 30 Tagen nach Beginn seiner 
Mehrwertsteuerpflicht schriftlich bei der ESTV anzumelden hat (Art. 45 
Abs. 1  MWSTV; Art.  56  Abs. 1  MWSTG; vgl.  Urteile  des  Bundesge-
richts  2A.109/2005  vom  10.  März  2006  E. 2.1,  2A.304/2003  vom 
14. November 2003 E. 3.5; Entscheid der SRK vom 16. Juni 2004, ver-
öffentlicht in VPB 68.157 E. 2b/aa mit  Hinweisen; Urteile des BVGer 
A-1429/2006 vom 29. August 2007 E. 2.1 mit Hinweisen; A-1545/2006 
vom 30. April  2008 E. 2.5.1;  MARLISE RÜEGSEGGER, Das Selbstveranla-
gungsprinzip der Mehrwertsteuer im Lichte der Rechtsprechung, ASA 
76 S. 350). Es ist demnach Sache des Steuerpflichtigen, sich bei der 
ESTV zu melden und nicht  der ESTV, beim Steuerpflichtigen vorzu-
sprechen. Der Steuerpflichtige muss selber prüfen, ob er die subjekti-
ven  Voraussetzungen  der  Steuerpflicht  erfüllt.  Bei  Zweifeln  hat  er 

sich bei den Steuerbehörden zu erkundigen. Unterlässt er dies, kann 

er sich im Folgenden nicht auf die mangelnden Kenntnisse oder auf 

eine Verletzung des Grundsatzes von Treu und Glauben berufen, um 

sich gegen einen rückwirkenden Steuerbezug zu wehren (Urteil  der 

SRK vom 7. Januar  2004,  veröffentlicht  in  VPB 68.74 E.  2a/cc  mit 

Verweis  auf  Urteil  des  Bundesgerichts  2A.191/2002  vom  21.  Mai 

2003 E. 3.1 zur WUST).

2.4 Da die Steuerpflicht mit der Erfüllung der entsprechenden Voraus-
setzungen  entsteht,  ohne  dass  es  eines  behördlichen  Aktes  bedarf, 

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muss  der  Steuerpflichtige,  der  eine  rechtzeitige  Anmeldung  bei  der 
ESTV unterlässt, rückwirkend ins Register der Mehrwertsteuerpflichti-
gen eingetragen werden (Urteil des BVGer A-1389/2006 vom 21. Janu-
ar 2008 E. 3.1, 5.4;  Urteile der SRK vom 7. Januar 2004, veröffent-
licht  in VPB 68.74 E.  2b/aa sowie vom 16.  Juni  2004,  VPB 68.157 

E. 2b/bb; RÜEGSEGGER, a.a.O., S. 350). Dies ist unmittelbare Folge des 

Selbstdeklarationsprinzips  und  dient  der  Gleichbehandlung  der 

Steuerpflichtigen.  Andernfalls  würden  säumige  Steuerpflichtige  ge-

genüber denjenigen, die sich bei der Erfüllung der Voraussetzungen 

aus eigener Initiative ins Register der Mehrwertsteuerpflichtigen ein-

tragen liessen, begünstigt.

2.5 Auch wenn die Mehrwertsteuersystematik auf die Überwälzbarkeit 
der Steuer ausgerichtet ist (vgl. Art. 1 Abs. 2 MWSTG), kann sich der 
Steuerpflichtige nach konstanter Rechtsprechung gegen eine Steuer-
nachforderung nicht mit dem Einwand wehren, er könne die nacherho-
bene Steuer nicht mehr auf den Leistungsbezüger überwälzen (Urteile 
des  BVGer  A-1593/2006  vom  25.  Januar  2008  E. 3.3.4  und 
A-1437/2006 vom 11. Juni  2007 E. 4.4.4). Denn aus dem gesetzlich 
verankerten  Überwälzbarkeitsprinzip  entsteht  kein  Anspruch  des 
Steuerpflichtigen  gegenüber  dem  Staat  auf  Überwälzung  der  Mehr-
wertsteuer, genauso wenig wie er kraft öffentlichen Rechts verpflichtet 
werden  könnte,  die  Steuer  zu  überwälzen.  Die  Überwälzung  ist 
ausdrücklich  der  Privatautonomie übertragen und somit  dem hoheit-
lichen, staatlichen Handeln entzogen (Urteil des Bundesgerichts vom 
2. Juni 2003, veröffentlicht in ASA 74 S. 680; Entscheid der SRK vom 
7. Mai 1999, veröffentlicht in ASA 67 S. 234).

3.
Der  Mehrwertsteuer  im  Inland  unterliegen  die  entgeltliche  Lieferung 
von  Gegenständen,  die  entgeltlich  erbrachten  Dienstleistungen,  der 
Eigenverbrauch sowie der entgeltliche Bezug von Dienstleistungen aus 
dem  Ausland,  sofern  sie  nicht  ausdrücklich  von  der  Besteuerung 
ausgenommen oder befreit  sind (Art. 4 Bst. a-d MWSTV, Art. 14 und 
15 MWSTV bzw. Art. 5 Bst. a – d MWSTG, Art. 17 und 18 MWSTG).

3.1 Nach Art. 18 Ziff. 3 MWSTG sind von der Steuer ausgenommen 
die von Ärzten, Zahnärzten, Psychotherapeuten, Chiropraktoren, Phy-
siotherapeuten,  Naturärzten,  Hebammen,  Krankenschwestern  oder 
Angehörigen ähnlicher Heil- und Pflegeberufe erbrachten Heilbehand-
lungen im Bereich  der  Humanmedizin,  soweit  die  Leistungserbringer 

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über  eine  Berufsausübungsbewilligung  verfügen.  Das  MWSTG  sieht 
(in Abweichung von Art. 14 Ziff. 3 MWSTV, unten E. 3.2) ausdrücklich 
vor, dass die durch "Angehörige ähnlicher Heil- und Pflegeberufe" er-
brachten Heilbehandlungen nur soweit von der Steuer ausgenommen 
sind, als die Leistungserbringer über eine Berufsausübungsbewilligung 
verfügen. Der Bundesrat wird zur Regelung der Einzelheiten ermäch-
tigt. Gemäss Art. 3 Abs. 2 Bst. n MWSTGV fallen die Podologen unter 
die  Heil-  und  Pflegeberufe.  Art.  3  Abs.  1  MWSTGV  bestimmt  als 
Voraussetzung für die Steuerausnahme das Vorliegen der nach kanto-
nalem Recht erforderlichen Bewilligung zur selbständigen Berufsaus-
übung oder einer Zulassung zur Ausübung der Heilbehandlung nach 
der kantonalen Gesetzgebung. Der letzte Satzteil  dieser Bestimmung 
spielt im vorliegenden Zusammenhang keine Rolle, da im Kanton Aar-
gau Fusspfleger nach § 36 Abs. 1 Bst. c und § 37 Bst. a des Gesund-
heitsgesetzes vom 10. November 1987 zur selbständigen Berufsaus-
übung einer kantonalen Bewilligung bedürfen. Dasselbe gilt auch auf-
grund  von  §  14  der  Verordnung  über  die  medizinischen  Hilfsberufe 
vom 24. Oktober 1968 (beide Erlasse waren am 1. Januar 2000 in der 
zitierten Fassung in Kraft). 

Das Bundesgericht hat sich mit dem in Art. 18 Ziff. 3 MWSTG enthalte-
nen  Erfordernis  der  Berufsausübungsbewilligung  im  Zusammenhang 
mit der Beanspruchung der Steuerausnahme durch Naturheilpraktiker 
auseinandergesetzt. Es hat im Urteil 2A.331/2005 vom 9. Mai 2006 da-
rauf hingewiesen, dass dieses Erfordernis erst im Rahmen der parla-
mentarischen Beratungen eingefügt worden sei und nach der Zielset-
zung des Gesetzgebers somit nur solche Leistungserbringer von der 
Ausnahmeregelung profitieren sollten, die einen staatlich anerkannten 
Heilberuf ausüben (E. 3.1). Die SRK hatte jedoch im (vom Bundesge-
richt  bestätigten)  Entscheid  SRK  2003-126  vom  19.  April  2005 
E. 3b/bb darauf hingewiesen, dass mit dem Abstellen auf eine kanto-
nale Regelung das Prinzip der einheitlichen Anwendung der Mehrwert-
steuer auf dem Gebiet der ganzen Schweiz eine Schwächung erfahre, 
denn jede kantonale Regelung kenne ihre spezifischen Besonderhei-
ten. Dies bedeute, dass dieselbe Leistung durch den Leistungserbrin-
ger mit gleicher Berufsausbildung und entsprechend auch mit gleicher 
Qualifikation der Steuer untersteht bzw. von ihr ausgenommen sei, je 
nachdem,  ob  der  entsprechende  Kanton  den  Beruf  anerkenne  oder 
nicht,  was  zu  Ungleichbehandlungen  und  Wettbewerbsverzerrungen 
führen  könne  (so  auch  ISABELLE HOMBERGER GUT,  mwst.com,  a.a.O., 
N. 20 zu Art. 18 Ziff. 3). 

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Da das Erfordernis  der Berufsausübungsbewilligung im Gesetz sel-

ber  vorgesehen  ist,  d.h.  die  (potentielle)  Ungleichbehandlung  vom 

Gesetzgeber  beabsichtigt  oder  zumindest  bewusst  in  Kauf  genom-

men  wurde  (vgl.  Entscheid  der  SRK  vom  19.  April  2005,  a.a.O., 

E. 3b/bb mit  Hinweis),  hat das Bundesverwaltungsgericht keine Mö-

glichkeit, die Norm aufzuheben oder ihr die Anwendung zu versagen 

(Art.  190  der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossen-

schaft vom 18. April 1999 [BV, SR 101]; HOMBERGER GUT, a.a.O., N 20 

zu Art.  18 Ziff.  3;  YVO HANGARTNER,  in:  Bernhard Ehrenzeller,  Phillipe 

Mastronardi,  Rainer  Schweizer,  Klaus  A.  Vallender,  Kommentar  zur 

Schweizerischen Bundesverfassung,  Zürich 2002,  Rz 4 zu Art.  190 

[Justizreform]  bzw.  Art.  191;  PIERRE TSCHANNEN,  Staatsrecht  der 

Schweizerischen Eidgenossenschaft, Bern, 2004, § 8 Rz. 8f). Zudem 

verletzt das Abstellen auf eine kantonale Bewilligung, wie in E. 3.2.7 

gezeigt  werden  wird,  das  Gleichbehandlungsgebot  von  Art.  8  BV 

nicht.

Podologen  und  Podologinnen,  welche  sich  unter  dem  Geltungsbe-

reich des MWSTG auf die Steuerausnahme berufen wollen, müssen 

demzufolge  über  eine  kantonale  Berufsausübungsbewilligung 

verfügen.

3.2

3.2.1 Was die Rechtslage unter der MWSTV anbelangt, enthält Art. 14 
Ziff. 3 MWSTV eine Art. 18 Ziff. 3 MWSTG ähnliche Ausnahmebestim-
mung für Angehörige von Heilberufen, ohne jedoch das Erfordernis der 
Berufsausübungsbewilligung zu erwähnen. Nach Rz. 593 der Weglei-
tung für Mehrwertsteuerpflichtige der ESTV aus dem Jahr 1997 (nach-
folgend Wegleitung 1997) gelten auch Podologen als "Angehörige ähn-
licher Heilberufe" im Sinn dieser Bestimmung, jedoch nur für die medi-
zinische Fusspflege, nicht aber für die Hand- und  Fusskosmetik. Die 
Branchenbroschüre  zur  MWSTV  über  die  Heilbehandlungen  im  Be-
reich der Humanmedizin (inkl. Zahnmedizin), die Spitalbehandlung und 
die  Körperpflege  (inkl.  Coiffeur)  (nachfolgend BB 1995)  präzisiert  in 
Ziff.  3.16,  dass  Podologen  bei  der  ESTV  als  Leistungserbringer 
anerkannt sind, wenn sie einen Fähigkeitsausweis als Podologe und 
die  erforderlichen  kantonalen  Bewilligungen  (z.B.  Berufsausübungs- 
und Praxisbewilligung) vorweisen können (ebenso: Merkblatt Nr. 26 zur 
Anwendung der Branchenbroschüre "Heilbehandlungen", Ziff. 3). 

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3.2.2 Wegleitungen, Branchenbroschüren und Merkblätter stellen sog. 
Verwaltungsverordnungen dar. Sie dürfen keine von der gesetzlichen 
Ordnung  abweichenden  Bestimmungen  enthalten.  Diese  sollen  eine 
einheitliche, gleichmässige und sachrichtige Praxis des Gesetzesvoll-
zugs sicherstellen und sind für die als eigentliche Adressaten figurie-
renden  Verwaltungsbehörden  verbindlich,  wenn  sie  nicht  klarerweise 
einen  verfassungs-  oder  gesetzeswidrigen  Inhalt  aufweisen  (MICHAEL 
BEUSCH,  in:  Martin  Zweifel/Peter  Athanas [Hrsg.],  Kommentar  zum 
Schweizerischen Steuerrecht,  Teil  I/Band 2b, Bundesgesetz über die 
direkte Bundessteuer [DBG], 2. Aufl. Basel 2008, N. 15 ff. zu Art. 102 
DBG).  Nicht  verbindlich  sind  Verwaltungsverordnungen  dagegen  für 
die Justizbehörden, deren Aufgabe es ist, die Einhaltung von Verfas-
sung und Gesetz im Einzelfall zu überprüfen (MOSER, a.a.O., Rz. 2.67). 
Die  Gerichtsbehörden  sollen  solche  Verwaltungsverordnungen  bei 
ihrer Entscheidung allerdings mitberücksichtigen, sofern sie eine dem 
Einzelfall  angepasste und gerecht werdende Auslegung der anwend-
baren gesetzlichen Bestimmungen zulassen (zum Ganzen ausführlich: 
Urteil  des BVGer in  BVGE 2007/41 E. 3.3,  4.1 und 7.4.2; Urteil  des 
Bundesgerichts 2A.25/2000 vom 26. Juli 2001 E. 2a). 

3.2.3 Im Folgenden geht es darum zu prüfen, ob die Praxisfestlegung 
der Steuerverwaltung, dass eine Podologin nur als Leistungserbringe-
rin im Sinn von Art. 14 Ziff. 3 MWSTV gilt,  wenn sie im Besitz einer 
kantonalen  Berufsausübungsbewilligung  ist,  verfassungsmässig  ist, 
insbesondere  ob  dies  dem  Gebot  der  Gleichbehandlung  entspricht. 
Die  Beschwerdeführerin  rügt  nämlich,  dass  nicht  von einer  gesamt-
schweizerisch  einheitlichen  rechtsgleichen  Behandlung  gesprochen 
werden könne (zum Letzteren E. 3.2.7).

3.2.4 Vorauszuschicken  ist,  dass  sich  das  Bundesgericht im  Urteil 
vom 1. Juli 1999 (2A.537/1999, ASA 69 S. 804) mit der Steuerausnah-
me von Art. 14 Ziff. 3 MWSTV bezüglich Podologen befasst und das 
Erfordernis  geschützt  hat,  dass  podologische  Behandlungen  ärztlich 
verordnet sein müssen (v.a. E. 3, insb. 3b), damit die entsprechenden 
Umsätze von der Steuer ausgenommen sind (in der Folge bestätigt in 
den Urteilen 2A.25/2000 vom 26. Juli 2001 E. 2b/cc und 2A.485/2004 
vom 18. Mai 2005 E. 6.2). Im erstzitierten Entscheid hat das Bundes-
gericht jedoch ausdrücklich festgehalten, dass die subjektiven Voraus-
setzungen,  d.h.  die  Erfordernisse  des  Nachweises  der  Grundausbil-
dung  durch  Diplom oder  Fähigkeitsausweis  und  der  Besitz  der  ent-

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sprechenden kantonalen Bewilligung, nicht umstritten seien und nicht 
zur Diskussion stünden (E. 3b).

3.2.5 Das Bundesgericht hat bereits in BGE 124 II 193 E. 7c festge-
halten,  dass nichts dagegen einzuwenden sei,  wenn von der Steuer 
ausgenommene  Umsätze  danach  definiert  würden,  ob  die  Leistung 
von einer nach dem massgeblichen Recht zur Berufsausübung zuge-
lassenen Person erbracht werde. Es treffe zwar zu, dass das Kriterium 
der ESTV dazu führe, dass Lieferungen von Zahntechnikern, die nicht 
über eine im Kanton Zürich anerkannte Zusatzausbildung als Zahnpro-
thetiker verfügen,  von der Steuer  in keinem Fall  befreit  seien. Damit 
bestimme die ESTV indessen den Begriff  der Leistungen im Bereich 
des Gesundheitswesens näher. Auch Art. 14 Ziff. 3 MWSTV formuliere 
eine  subjektive  Voraussetzung,  wenn  er  verlange,  dass  die  Heilbe-
handlung von "Ärzten, Zahnärzten ... oder Angehörigen ähnlicher Heil-
berufe" ausgeübt werde. Art. 8 Abs. 2 Bst. b der Übergangsbestimmun-
gen zur alten Bundesverfassung vom 29. Mai 1874 (ÜB-aBV, AS 1994 
258) verbiete Anknüpfungen an subjektive Merkmale nicht, sofern der 
Grundsatz der rechtsgleichen Behandlung beachtet werde (E. 2.7).

Im Urteil  2A.25/2000  vom 26. Juli  2001 betonte  das  Bundesgericht, 
dass es für die Steuerbehörden bei den paramedizinischen Heilberu-
fen kaum möglich sei festzustellen, ob im Einzelfall eine Heilbehand-
lung oder eine andere, nicht steuerbefreite Tätigkeit vorliege, und ob 
der fragliche Therapeut über eine Ausbildung bzw. Erfahrung verfüge, 
die ihn als Angehörigen eines "ähnlichen Heilberufes" erscheinen las-
se. Es  sei  nicht  zu  beanstanden,  dass  die  Steuerbehörden  bei  der 
Sachverhaltsfeststellung in einem Gebiet, das sich – etwa zufolge des 
Erfordernisses  besonderer  Fachkenntnisse  –  einer  umfassenden 
steueramtlichen  Kontrolle  naturgemäss  entziehe,  auf  schematische 
bzw.  objektive  oder  formelle  Hilfskriterien  abstelle,  soweit  dies  aus 
Praktikabilitätsgründen erforderlich sei  (E. 2e mit  verschiedenen Hin-
weisen). Das Bundesgericht hat  mit dieser Argumentation gerechtfer-
tigt, dass auf das Vorliegen eines ärztlichen Rezepts abgestellt  wird, 
um eine Heilbehandlung zu bejahen, weil es sich um ein jeweils mög-
lichst einfach und sicher zu handhabendes Unterscheidungskriterium 
handle (E. 2e; ebenso im Urteil 2A.485/2004 vom 18. Mai 2005 E. 6a 
a.E.). Gleiches muss auch bezüglich des Erfordernisses gelten, ob die 
behandelnde Person über eine Ausbildung bzw. Erfahrung verfügt, die 
sie als Angehörige eines "ähnlichen Heilberufes" erscheinen lässt. Die 
Steuerbehörde kann nicht bei jedem und jeder Angehörigen von para-

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medizinischen Hilfsberufen im Einzelnen überprüfen, ob sie über die 
notwendige Ausbildung und Erfahrung verfüge. Hier bietet sich das Ab-
stellen auf eine Berufsausübungsbewilligung als ein einfach zu hand-
habendes  Kriterium  an,  welches  auch  geeignet  ist  sicherzustellen, 
dass die Person über die genannten Qualitäten verfügt und damit, wie 
die ESTV zu Recht ausführt, der Qualitätssicherung dient. Insofern ist 
die Praxisfestlegung, insoweit  sie auf das Vorliegen einer Berufsaus-
übungsbewilligung abstellt, nicht zu beanstanden.

Das Gleiche ergibt  sich auch aus den Ausführungen des Bundesge-
richts im Urteil 2A.485/2004 vom 18. Mai 2005 E. 6.2 (in fine): "Ainsi, il 
n'est pas nécessaire de procéder à un examen approfondi des autres 
conditions objectives et subjectives (gemeint: ausser jener des Vorlie-
gens  einer  ärztlichen  Verordnung).  On  relèvera  simplement  que  les 
exigences  subjectives  posées par  l'Administration  fédérale  et  confir-
mées par le Tribunal fédéral sont valables pour l'ensemble des traite-
ments médicaux, qu'ils soient préventifs ou curatifs. Dans le cas parti-
culier, on a donc aussi exigé à juste titre que l'activité en cause soit 
exercée par un prestataire de soins médicaux remplissant les condi-
tions spécifiques d'admission dans la profession (condition subjective), 
c'est-à-dire bénéficiant  de la  formation professionnelle  appropriée et 
de l'autorisation cantonale requise."  Aus diesen Ausführungen ist  zu 
folgern,  dass das Bundesgericht davon ausgeht,  das Vorliegen einer 
kantonalen  Bewilligung  sei  bei  allen  Heilbehandlungen  zulässige 
Voraussetzung. 

Schliesslich  kann  auf  das  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts 
A-1515/2006  vom 25. Juni  2008  verwiesen  werden,  in  welchem die 
Praxis der ESTV bestätigt wurde, die für den Fall, dass ein Institut als 
Leistungserbringer auftritt, eine kantonale Institutsbewilligung verlangt 
(E. 3.3.5-3.3.7). 

Dass die Kantone die Bewilligung erteilen und nicht der Bund, ist Fol-
ge der  Kompetenzabgrenzung zwischen Bund und Kantonen im Be-
reich des Gesundheitswesens, gehören doch Regelungen im Bereich 
der öffentlichen Gesundheit zu den Kompetenzen der Kantone (Art. 43 
in Verbindung mit Art. 42 und 118 BV; Bundesgerichtsurteil 2A.25/2000 
vom 26. Juli 2001 E. 2c). Auch bei den nach Art. 14 Ziff. 3 MWSTV er-
forderlichen Praxisbewilligungen für selbständige Ärzte und den nach 
Art. 14 Ziff. 2 MWSTV verlangten Betriebsbewilligungen für  "Zentren 
für  ärztliche  Heilbehandlungen"  wird  auf  eine  kantonale  Bewilligung 

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abgestellt,  was vom Bundesgericht  als  zulässig beurteilt  wurde (vgl. 
dazu Bundesgerichtsurteil 2A.485/2004 vom 18. Mai 2005 E. 6.2 a.E.; 
zum Ganzen ausführlich: Urteil des BVGer A-1515/2006 vom 25. Juni 
2008 E. 3.3.6). 

3.2.6 Weiter  ist  darauf  hinzuweisen,  dass  die  von der  ESTV aufge-
stellte Voraussetzung einer Berufsausübungsbewilligung mit Inkrafttre-
ten des MWSTG in das Gesetz überführt  wurde, wenn auch erst  im 
Rahmen  der  parlamentarischen  Beratungen  (vgl.  E.  3.1).  Nach  der 
Rechtsprechung kann das MWSTG und die Vorarbeiten dazu bei der 
Auslegung einzelner Bestimmungen der MWSTV herangezogen wer-
den, dies hauptsächlich, wenn das geltende System nicht grundsätz-
lich  geändert  und  der  bestehende  Rechtszustand  lediglich  konkreti-
siert oder Lücken des geltenden Rechts ausgefüllt werden sollen (BGE 
125  II  336  E. 7b;  124  II  201  E. 5d;  Urteil  des  Bundesgerichts  vom 
18. September 2002, veröffentlicht in ASA 72 S. 427). Letzteres ist vor-
liegend der Fall: Das MWSTG hat die vorherige Rechtslage lediglich 
konkretisiert und die Praxis der ESTV betreffend das Erfordernis einer 
Berufsausübungsbewilligung ins formelle Recht überführt. Auch unter 
diesem Gesichtspunkt ist die besagte Praxisfestlegung als zulässig zu 
erachten.

Zudem führt  das Abstellen auf das Vorliegen einer Berufsausübungs-
bewilligung zu einer Beschränkung des Personenkreises, der sich auf 
die  Steuerausnahme berufen  kann.  Dies  entspricht  dem Grundsatz, 
dass Steuerausnahmen restriktiv zu handhaben und auszulegen sind 
(BGE 124 II  202 E. 5e; Urteil  des Bundesgerichts 2A.273/2004 vom 
1. September 2005 E. 4.1; Urteile des BVGer A-1515/2006 vom 25. Ju-
ni 2008 E. 2.3, A-1639/2006 vom 27. Juni 2007 E. 2.2.2, Entscheid der 
SRK vom 29. Juli  2004,  veröffentlicht  in  VPB 69.11 E. 2b/aa,  je  mit 
Hinweisen).

3.2.7 Die Beschwerdeführerin lässt ausführen, dass es durch die un-
terschiedlichen kantonalen Regelungen zu einer rechtsungleichen Be-
handlung  komme.  Auf  die  Gefahr  von  Ungleichbehandlungen  durch 
das Abstellen (von Art. 18 Ziff. 3 MWSTG) auf eine kantonale Rege-
lung hat wie erwähnt auch die SRK hingewiesen (siehe E. 3.1 und dort 
zitierter Entscheid vom 19. April 2005). 

Nach  der  Rechtsprechung  des  Bundesgerichts  verletzt  ein  Erlass 
Art. 8  BV, wenn er rechtliche Unterscheidungen trifft,  für die ein ver-
nünftiger Grund in den zu regelnden Verhältnissen nicht ersichtlich ist, 

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oder Unterscheidungen unterlässt, die sich aufgrund der Verhältnisse 
aufdrängen, wenn also Gleiches nicht nach Massgabe seiner Gleich-
heit  gleich und Ungleiches nicht  nach Massgabe seiner Ungleichheit 
ungleich behandelt wird. Vorausgesetzt ist, dass sich die ungerechtfer-
tigte Gleich- oder Ungleichbehandlung auf eine wesentliche Tatsache 
bezieht. Gleiche Sachverhalte müssen gleich behandelt werden, es sei 
denn, ein sachlicher Grund rechtfertige eine unterschiedliche Behand-
lung (BGE 125 I 161 E. 3a, 123 I 1 E. 6a mit Hinweis; vgl. auch Urteil 
des  Bundesgerichts  2A.756/2006  vom 22.Oktober  2007  E. 4.2).  Die 
Rechtsgleichheit  bezieht  sich  jedoch  nur  auf  den  Zuständigkeitsbe-
reich ein und derselben Behörde bzw. Gebieteskörperschaft (BGE 125 
I173 E. 6d, 121 I 49 E. 3c). Aus der förderalistischen Staatsstruktur der 
Schweiz ergibt  sich,  dass die Kantone in ihrem Zuständigkeitsgebiet 
auch  unterschiedliche  Regelungen  treffen  können  (BGE  125  I  173 
E. 6d  und  dort  zitierte  Entscheide;  PIERRE TSCHANNEN/ULRICH ZIMMERLI, 
Allgemeines Verwaltungsrecht, 2. Aufl., Bern 2005, § 23 Rz. 8). 

Die  ESTV  verlangt  eine  kantonale  Berufsausübungsbewilligung,  um 
sicherzustellen, dass die Personen, die sich auf die Steuerausnahme 
berufen,  über  die  zur  Vornahme  einer  Heilbehandlung  erforderliche 
Ausbildung  und  Erfahrung  verfügen  und  weil  ihr  die  erforderlichen 
Sachkenntnisse  für  eine  Beurteilung  dieser  Voraussetzungen  im 
Einzelfall abgehen (E. 3.2.5). Das Abstellen der ESTV auf die kantona-
le Berufsausübungsbewilligung ist somit zweckmässig. Käme es dabei 
zu  Ungleichbehandlungen,  beruhte dies  auf  den –  mangels  bundes-
weit  einheitlichen Vorschriften – allenfalls unterschiedlichen kantona-
len Regelungen bzw. verschiedenen Handhabung der Bewilligungser-
teilung, was nach der oben zitierten Rechtsprechung zulässig ist, sind 
doch die Kantone zuständig, Regelungen im Bereich der öffentlichen 
Gesundheit zu erlassen (Art. 43 in Verbindung mit Art. 42 und 118 BV; 
Bundesgerichtsurteil 2A.25/2000 vom 26. Juli 2001 E. 2c). Ein Verstoss 
gegen das Gleichbehandlungsgebot ist nicht gegeben

Zudem ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin weder dargetan 
hat,  dass  es  Kantone  gibt,  in  denen  Podologen  keiner  Berufsaus-
übungsbewilligung bedürfen, noch dass die ESTV aus diesem Grund 
gewissen Personen die Steuerausnahme gewährt  habe, während sie 
sie der Beschwerdeführerin verweigert hat. 

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3.2.8 Die  Praxis  der  ESTV  zu  Art.  14  Ziff.  3  MWSTV, welche  eine 
kantonale  Berufsausübungsbewilligung  verlangt,  ist  somit  nicht  zu 
beanstanden.

4.  

4.1 Vorliegend  ist  unbestritten,  dass  die  Beschwerdeführerin  über 
keine Bewilligung des Kantons Aargau zur selbständigen Berufsaus-

übung  als  Fusspflegerin  verfügt.  Aufgrund  der  Ausführungen  in 

E. 3.1  und  3.2  hat  die  ESTV  somit  zu  Recht  die  Anwendung  der 

Steuerausnahmen  von  Art.  14  Ziff.  3  MWSTV  bzw.  Art.  18  Ziff.  3 

MWSTG verweigert.  Demzufolge  spielt  auch  keine  Rolle,  dass  be-

züglich  der  Steuerperioden,  für  die  die  MWSTV  zur  Anwendung 

kommt,  weder aus den Akten noch aus den Ausführungen der Par-

teien  hervorgeht,  ob  für  die  von  der  Beschwerdeführerin  durchge-

führten  Behandlungen  ärztliche  Verordnungen  vorlagen  (dazu 

E. 3.2.4).

4.2 In Bezug auf die subjektive Steuerpflicht bestreitet die Beschwer-
deführerin  weder  die  Berechnung  des  steuerpflichtigen  Umsatzes 

noch der Steuerzahllast, welche die ESTV für die fraglichen Steuer-

perioden vorgenommen hat. Sie erfüllte damit ab 1. Januar 2000 die 

Voraussetzungen  nach  Art.  17  MWSTV  und  wurde  steuerpflichtig 

(E. 2.1). Weil die rückwirkende Eintragung durch die ESTV mangels 

rechtzeitiger  Anmeldung  der  Steuerpflichtigen  nicht  nur  zulässig, 

sondern zwingend ist (E. 2.4) und sich die Beschwerdeführerin auch 

nicht darauf berufen kann, die Überwälzung der Steuer auf ihre Kun-

den und Kundinnen sei nicht mehr möglich (E. 2.5), hat die ESTV die 

Beschwerdeführerin  zu  Recht  rückwirkend  auf  den 1.  Januar  2000 

ins  Register  der  Mehrwertsteuerpflichtigen  eingetragen.  Zudem  er-

weisen  sich  auch  die  mit  den  EA Nr.  647'463  und  Nr.  647'464  in 

Rechnung gestellten Steuerbeträge als korrekt.

4.3 Auch  der  Einwand  der  Beschwerdeführerin,  es  können  von 
einem  freiberuflichen  Kleinstunternehmen  nicht  verlangt  werden, 

dass es über die komplexe Mehrwertsteuergesetzgebung im Klaren 

sei,  geht fehl.  Aufgrund des Selbstdeklarationsprinzips (E. 2.3) darf 

man von den Steuerpflichtigen fordern, dass sie über die erforderli-

chen  Kenntnisse  betreffend  ihrer  gesetzlichen  Pflichten  verfügen. 

Insbesondere ist die Steuerverwaltung nicht verpflichtet, die Steuer-

pflichtigen über  ihre Pflichten zu informieren (E. 2.3;  Entscheid der 

SRK vom 16. Juli 2003, VPB 68.22 E. 5b und c). 

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4.4 Die Beschwerdeführerin beruft  sich weiter darauf,  dass es noch 
Hunderte  von  freiberuflichen  Kleinstunternehmen  gäbe,  die  sich  – 

aus welchen Gründen auch immer – der Mehrwertsteuerpflicht nicht 

unterstellt hätten und deshalb keine Steuer bezahlten. Dies verstos-

se gegen das Verbot der rechtsgleichen Behandlung. Wollte die Be-

schwerdeführerin mit diesem Einwand Gleichbehandlung im Unrecht 

geltend machen,  übersieht  sie  ein Doppeltes:  Zum Einen muss die 

Mehrwertsteueranmeldung  aufgrund  des  Selbstdeklarationsprinzips 

durch  den  Steuerpflichtigen  selber  erfolgen  und  nicht  durch  die 

ESTV (E.  2.3).  Zum Anderen sind die Voraussetzungen für  die An-

wendbarkeit des Grundsatzes der Gleichbehandlung im Unrecht nicht 

gegeben. Wie die ESTV zu Recht ausführt, sind weder Anzeichen da-

für  ersichtlich,  dass  eine  rechtwidrige  Praxis  besteht,  noch  dafür, 

dass  die  ESTV eine  solche  Praxis  aufrechterhalten  wollte  (zu  den 

Voraussetzungen  der  Gleichbehandlung  im  Unrecht:  BGE  127 I 1 
E. 3a, 122 II 446 E. 4a; 115 Ia 83 E. 2, je mit Hinweisen). 

4.5 Was  die  Behauptung  der  Beschwerdeführerin  anbelangt,  dass 
der wirtschaftliche Fortbestand des Unternehmens in Frage gestellt 

sei, falls die Steuerforderung bezahlt werden müsse, weist die ESTV 

zu Recht darauf hin, dass eine Abzahlungsvereinbarung geschlossen 

werden kann. 

5.
Nach  dem  Gesagten  ist  die  Beschwerde  abzuweisen.  Die  Verfah-

renskosten in Höhe von Fr. 1'500.-- sind der Beschwerdeführerin auf-

zuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und mit dem geleisteten Kostenvor-

schuss  in  gleicher  Höhe  zu  verrechnen.  Eine  Parteientschädigung 

kann nicht zugesprochen werden (Art. 64 Abs. 1 VwVG).

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die Verfahrenskosten von Fr. 1'500.-- werden der Beschwerdeführerin 
auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  von 
Fr. 1'500.-- verrechnet. 

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3.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. ESTV ...; Gerichtsurkunde)

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Salome Zimmermann Sonja Bossart

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14 Beschwerde  in  öffentlich-rechtli-
chen Angelegenheiten geführt  werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die 
Rechtsschrift  ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begeh-
ren,  deren Begründung mit  Angabe der  Beweismittel  und die Unter-
schrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel 
sind,  soweit  sie  die  beschwerdeführende  Partei  in  Händen  hat, 
beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand: 

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