# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 265f701b-8e34-508f-ae19-68cef46df324
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-06-02
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 02.06.2008 C-809/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-809-2006_2008-06-02.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-809/2006
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 .  J u n i  2 0 0 8

Richter Antonio Imoberdorf (Kammerpräsident), 
Richter Andreas Trommer, Richter Blaise Vuille, 
Gerichtsschreiber Daniel Brand.

R._______ und M._______,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 
3003 Bern,
Vorinstanz.

Verweigerung der Einreisebewilligung in Bezug auf
Y._______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-809/2006

Sachverhalt:

A.
Die  aus  dem Libanon  stammende  Y._______  (geboren  1982,  nach-
folgend:  Gesuchstellerin  bzw.  Eingeladene)  beantragte  am  6.  Juni 
2006 bei der Schweizerischen Botschaft in Beirut die Erteilung eines 
Einreisevisums für die Dauer von drei Monaten. Als Zweck der beab-
sichtigten Reise gab sie an, sie möchte ihren Bruder R._______ sowie 
dessen  Ehefrau  M._______  (nachfolgend:  die  Beschwerdeführer) 
besuchen,  die  bald  Familienzuwachs  bekämen.  Nach  formloser 
Verweigerung übermittelte die Schweizerische Vertretung das Gesuch 
zur Prüfung und zum Entscheid an die Vorinstanz.

Ein früheres Einreisegesuch der Gesuchstellerin war von der Schwei-
zerbotschaft in Beirut bereits am 23. März 2005 in eigener Kompetenz 
abgelehnt worden.

B.
Nachdem die Migrationsbehörde des Kantons Aargau bei den Gastge-
bern ergänzende Auskünfte eingeholt und an das BFM weitergeleitet 
hatte,  wies  die  Vorinstanz  das  Einreisegesuch  mit  Verfügung  vom 
3. August 2006 ab. Dies im Wesentlichen mit der Begründung, die Ge-
suchstellerin  stamme aus  einer  Region,  aus  welcher  der  Zuwande-
rungsdruck als Folge der dort  herrschenden wirtschaftlichen und so-
ziokulturellen Verhältnisse bekannterweise nach wie vor stark anhalte. 
Viele  ihrer  Landsleute  versuchten,  ihren  Aufenthalt  in  der  Schweiz 
durch  Ausschöpfung  sämtlicher  rechtlicher  Mittel  zu  verlängern,  um 
sich so in Umgehung der bundesrätlichen Begrenzungsmassnahmen 
eine  vermeintlich  bessere  Zukunft  aufzubauen.  Der  Gesuchstellerin 
oblägen im Heimatland weder  zwingende gesellschaftliche Verpflich-
tungen,  noch  familiäre  Verantwortlichkeiten,  die  gegebenenfalls  Ge-
währ für eine fristgerechte Rückkehr bieten könnten.

C.
Mit Verwaltungsbeschwerde vom 16. August 2006 an das Eidgenössi-
sche  Justiz-  und  Polizeidepartement  (EJPD)  beantragen  die  Be-
schwerdeführer sinngemäss die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfü-
gung  und  die  Erteilung  des  gewünschten  Besuchervisums. Zur  Be-
gründung bringen sie – unter Hinweis auf die mit der Schweizerischen 
Botschaft in Beirut sowie einem Vertrauensanwalt geführte Korrespon-
denz  –  im  Wesentlichen  vor,  die  Familie  X._______  habe  in  den 

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Jahren 1999 und 2000 massgeblich bei der Rückführung des Sohnes 
K._______ von M._______ mitgeholfen. Sie hätte nicht nur M._______ 
und deren Mutter während Monaten Gastrecht gewährt, sondern auch 
den Kontakt mit den libanesischen Behörden und der Schweizer Bot-
schaft  hergestellt. Da sie (die Beschwerdeführer)  sich für diese Hilfe 
und Gastfreundschaft revanchieren möchten und zudem ihre (gemein-
same) Tochter am 6. August 2006 zur Welt gekommen sei, hätten sie 
die Gesuchstellerin und deren Mutter zu einem Besuchsaufenthalt  in 
die Schweiz eingeladen. Erstaunlicherweise sei  aber nur für Letztere 
ein Visum ausgestellt worden, obwohl sie als Gastgeber den Behörden 
mitgeteilt  hätten,  die eingeladene Mutter  respektive Schwiegermutter 
könne als Analphabetin nicht alleine reisen. Der Vater von R._______, 
der sie im letzten Jahr in der Schweiz besucht habe, sei fristgerecht 
wieder ausgereist. 

D.
In ihrer Vernehmlassung vom 20. September 2006 spricht sich die Vor-
instanz  für  die  Abweisung  der  Beschwerde  aus  und  hält  ergänzend 
fest,  die  Gesuchstellerin  stamme  aus  einem  Land  mit  ungünstigem 
wirtschaftlichem  und  soziokulturellen  Hintergrund.  Diesem  Umstand 
gelte  es  bei  der  Beurteilung  des  vorliegenden  Einreisebegehrens 
Rechnung zu tragen; ebenso der Tatsache, dass es sich bei der Einge-
ladenen um eine junge, ledige und arbeitslose Frau handle, die keine 
zwingenden Verpflichtungen im Heimatland habe nachweisen können.

E.
In ihrer Replik vom 9. Oktober 2006 halten die Beschwerdeführer an 
ihren Anträgen und deren Begründung vollumfänglich fest und bringen 
ergänzend vor, der Familie X._______, welche im Autohandel tätig sei, 
stünden durchschnittlich rund 3000 USD pro Monat zur Verfügung; da-
mit sei der Lebensunterhalt der ganzen Familie mehr als nur gesichert. 
Die Gesuchstellerin  sei  zwar jung,  ledig und arbeitslos,  jedoch nicht 
mittellos.  Zudem  seien  in  einem  muslimischen  Land  die  wenigsten 
Frauen erwerbstätig. Eine Übersiedlung in die Schweiz sei nur im Rah-
men eines Familiennachzuges möglich. 

F.
In einer weiteren Eingabe vom 14. März 2008 schliesslich weisen die 
Beschwerdeführer  darauf  hin,  dass  die  Gesuchstellerin  mittlerweile 
verheiratet sei. Ihr Ehemann lebe auf der zu den Niederländischen An-
tillen  gehörenden Karibikinsel  Curaçao,  wohin  auch die  Eingeladene 

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voraussichtlich Ende 2008 ziehen werde. Vorher sei aber weiterhin ein 
Besuchsaufenthalt in der Schweiz geplant.

Der Eingabe waren ein Eheschein sowie eine Passkopie der Gesuch-
stellerin beigelegt.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1  Verfügungen des BFM betreffend Verweigerung der Einreisebewil-
ligung unterliegen der Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht 
(Art. 31, Art. 32 sowie Art. 33 Bst. d des Verwaltungsgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]).

1.2 Zum Zeitpunkt des Inkrafttretens des Verwaltungsgerichtsgesetzes 
bereits  beim EJPD hängige Rechtsmittelverfahren werden vom Bun-
desverwaltungsgericht übernommen. Die Beurteilung erfolgt nach neu-
em Verfahrensrecht (Art. 53 Abs. 2 VGG).

1.3 Gemäss Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem Bundes-
verwaltungsgericht nach dem Bundesgesetz vom 20. Dezember 1968 
über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), soweit das Ver-
waltungsgerichtsgesetz nichts anderes bestimmt. Das Urteil des Bun-
desverwaltungsgerichts ist endgültig (Art. 1 Abs. 2 VGG i.V.m. Art. 83 
Bst. c Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 
173.110]).

1.4 Die Beschwerdeführer sind gemäss Art. 48 VwVG zur Beschwerde 
legitimiert; auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist 
einzutreten (Art. 49 ff. VwVG).

1.5 Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verlet-
zung von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch 
des  Ermessens,  die  unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des 
rechtserheblichen Sachverhaltes sowie, wenn nicht eine kantonale Be-
hörde als Beschwerdeinstanz verfügt hat, die Unangemessenheit ge-
rügt werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im 
Beschwerdeverfahren  das  Bundesrecht  von Amtes wegen an. Es  ist 
gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht 
gebunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den gel-
tend gemachten Gründen gutheissen oder abweisen. Massgebend ist 

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grundsätzlich  die  Sachlage  zum  Zeitpunkt  seines  Entscheides  (vgl. 
E. 1.2 des in BGE 129 II 215 teilweise publ. Urteils 2A.451/2002 vom 
28. März 2003).

2.
Am 1. Januar 2008 traten das neue Bundesgesetz vom 16. Dezember 
2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) sowie 
die dazugehörigen Ausführungsverordnungen in Kraft (u.a. die Verord-
nung vom 24. Oktober  2007 über  das Einreise-  und Visumverfahren 
[VEV, SR 142.204]). Gemäss Art. 126 Abs. 1 AuG bleibt auf Gesuche, 
die vor dem Inkraftreten des AuG eingereicht worden sind, das bishe-
rige Recht anwendbar. Die (materielle) Beurteilung erfolgt somit noch 
nach  dem  alten  Recht.  Einschlägig  sind  das  Bundesgesetz  vom 
26. März  1931  über  Aufenthalt  und  Niederlassung  der  Ausländer 
(aANAG, BS 1 121, zum vollständigen Quellennachweis vgl. Ziff. I des 
Anhangs zum AuG) und die Verordnung vom 14. Januar 1998 über die 
Einreise und Anmeldung von Ausländerinnen und Ausländern (aVEA, 
AS 1998 194,  zum vollständigen Quellennachweis vgl. Art. 39 VEV). 
Das  Verfahren  hingegen  richtet  sich  nach  dem  neuen  Recht  (vgl. 
Art. 126 Abs. 2 AuG).

3.
3.1 Die Schweizerische Rechtsordnung gewährt grundsätzlich keinen 
Anspruch  auf  Bewilligung  der  Einreise. Der  Entscheid  darüber  ist  – 
vorbehältlich nachfolgend zu erörternder Hinderungsgründe – von der 
Bewilligungsbehörde in pflichtgemässer Ausübung ihres Ermessens zu 
fällen (Art. 4  und Art. 16 Abs. 1 aANAG, Art. 9  Abs. 1 aVEA,  PETER 
UEBERSAX, Einreise und Anwesenheit, in: PETER UEBERSAX / PETER MÜNCH / 
THOMAS GEISER / MARTIN ARNOLD (Hrsg.), Ausländerrecht, Ausländerinnen 
und Ausländer im öffentlichen Recht, Privatrecht, Steuerrecht und So-
zialrecht  der  Schweiz,  Basel/Genf/München  2002,  S. 143;  URS BOLZ, 
Rechtsschutz im Ausländer- und Asylrecht,  Basel und Frankfurt  a.M. 
1990, S. 29 mit weiteren Hinweisen;  PHILIP GRANT, La protection de la 
vie  familiale  et  de  la  vie  privée  en  droit  des  étrangers,  Basel  usw. 
2000, S. 24).

3.2 Ausländerinnen  und  Ausländer  benötigen  zur  Einreise  in  die 
Schweiz einen Pass und ein Visum, sofern sie nicht aufgrund beson-
derer Regelung von diesem Erfordernis ausgenommen sind (Art. 1 bis 
5 aVEA). Um ein Visum zu erhalten, müssen Ausländerinnen und Aus-
länder die in Artikel 1 Absatz 2 aVEA aufgeführten Voraussetzungen 

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erfüllen. Sie haben unter anderem Gewähr für eine fristgerechte Wie-
derausreise zu bieten (Art. 1 Abs. 2 Bst. c aVEA). 

4.
4.1 Die Gesuchstellerin bedarf aufgrund ihrer Nationalität zur Einreise 
in die Schweiz nebst dem Pass eines Visums. Die Vorinstanz verwei-
gerte die Erteilung eines solchen Visums mit der Begründung, die an-
standslose und fristgerechte Wiederausreise erscheine nicht als hinrei-
chend gesichert.

4.2 Zur Prüfung des Kriteriums der gesicherten Wiederausreise muss 
ein zukünftiges Verhalten beurteilt werden. Dazu lassen sich in der Re-
gel  keine gesicherten Feststellungen,  sondern  lediglich Voraussagen 
machen. Dabei sind sämtliche Umstände des konkreten Einzelfalles zu 
würdigen.

4.3 Anhaltspunkte  zur  Beurteilung der  fristgerechten Wiederausreise 
können sich aus der allgemeinen Situation im Herkunftsland der Besu-
cherin oder des Besuchers ergeben.

Der Libanon zählt aufgrund der dort herrschenden politischen, gesell-
schaftlichen  und  damit  verbunden  auch  wirtschaftlichen  Verhältnisse 
zu  denjenigen  Ländern,  deren  Staatsangehörige  erfahrungsgemäss 
nach einer Einreise versucht sein können, nicht mehr in ihr Heimatland 
zurückzukehren. Der Bürgerkrieg hat erhebliche wirtschaftliche Schä-
den verursacht und die Rolle des Landes als Drehscheibe für Handel 
und  Dienstleistungen  im  Nahen  Osten  nachhaltig  beeinträchtigt.  Die 
Ermordung des ehemaligen Ministerpräsidenten Rafik  Hariri  und die 
daraus resultierenden innenpolitischen Veränderungen übten einen er-
heblichen  Einfluss  auf  die  wirtschaftliche  Situation  des  Libanon  aus 
(Quelle: www.auswaertiges-amt.de, Länder- und Reiseinformationen > 
Libanon > Wirtschaft [Stand Oktober 2006, besucht am 6. Mai 2008]). 
Während aber die Regionen Beirut und Mount Lebanon ein hohes Ent-
wicklungsniveau aufweisen, sind in den übrigen Regionen – insbeson-
dere im Norden und in der Bekaa-Ebene – erhebliche Defizite zu ver-
zeichnen. Diese Disparitäten, die besonders ausgeprägt sind im Hin-
blick  auf  Einkommensverteilung,  Infrastruktur  und  Bildung,  konnten 
aufgrund enormer staatlicher Verschuldung nicht  merklich verbessert 
werden. Die Arbeitslosigkeit im Jahre 2007 betrug rund 20 %. Entspre-
chend hoch ist der Anteil jener, die versuchen, ins Ausland zu gelan-
gen,  um  sich  unter  günstigeren  Lebensbedingungen  eine  bessere 
Existenz sichern  zu  können. Der  Trend zeigt  sich  erfahrungsgemäss 

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dort besonders stark, wo durch die Anwesenheit von Verwandten oder 
Bekannten bereits ein minimales soziales Beziehungsnetz im Ausland 
besteht. Im Falle der Schweiz führt dies angesichts der restriktiven Zu-
lassungsregelung nicht selten zur Umgehung ausländerrechtlicher Be-
stimmungen. 

4.4 Bei  der  Risikoanalyse sind aber  nicht  nur solch allgemeine Um-
stände und Erfahrungen, sondern auch, wie oben erwähnt, sämtliche 
Gesichtspunkte des konkreten Einzelfalles zu berücksichtigen. Obliegt 
einem Gesuchsteller  oder  einer  Gesuchstellerin  im Heimatstaat  bei-
spielsweise eine besondere berufliche, gesellschaftliche oder familiäre 
Verantwortung, kann dieser Umstand durchaus die Prognose für eine 
anstandslose Wiederausreise begünstigen. Andererseits muss bei Ge-
suchstellern,  die in  der  Heimat  keine der  erwähnten Verpflichtungen 
haben, die sie von einer möglichen Emigration abhalten könnten, auf-
grund entsprechender Erfahrungen das Risiko eines fremdenpolizeilich 
nicht vorschriftsgemässen Verhaltens (nach bewilligter Einreise zu ei-
nem Besuchsaufenthalt) hoch eingeschätzt werden.

5.
5.1 Bei der Eingeladenen handelt es sich um eine mittlerweile 26-jäh-
rige Frau, welche zurzeit keiner geregelten Erwerbstätigkeit nachgeht 
und somit beruflich nicht in der Arbeitswelt integriert ist. Das Argument 
der Beschwerdeführer, wonach  in  einem muslimischen Land die we-
nigsten Frauen erwerbstätig seien, vermag insofern nicht zu überzeu-
gen, als die Gesuchstellerin zuvor während einiger Jahre als Kassiere-
rin  in  einem  Restaurant  gearbeitet  hat  (vgl.  Arbeitsbestätigung  vom 
15. März 2005) und dadurch bis zu einem gewissen Grade von ihren 
Eltern finanziell unabhängig gewesen sein dürfte.

Kommt  hinzu,  dass  die  Eingeladene  aus  einem  familiären  Umfeld 
stammt, das sehr stark von Emigration geprägt ist. So ist nicht nur der 
Gastgeber und Beschwerdeführer,  sondern noch ein weiterer  Bruder 
der Gesuchstellerin definitiv in die Schweiz übersiedelt. Auch der aus 
derselben Ortschaft im Libanon stammende A._______, mit welchem 
die Eingeladene seit August 2007 verheiratet ist, soll laut Angaben der 
Beschwerdeführer  sein  Heimatland  inzwischen  verlassen haben und 
nunmehr auf der zu den Niederlanden gehörenden Karibikinsel Cura-
çao leben. Belegt ist der Eheabschluss als solcher. Nichts bekannt ist 
hingegen  über  die  bisherige  Dauer  des  Aufenthalts  des  Ehemannes 
auf dieser Insel, über die Art seiner Aufenthaltsregelung sowie die zu 

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erwartende Aufenthaltsregelung der Ehefrau. Vor diesem Hintergrund 
müssen  die  Vorbringen  auf  Beschwerdeebene,  wonach  genügend 
Garantien für eine fristgerechte Wiederausreise vorhanden seien, als 
nicht ausschlaggebend bezeichnet werden. 

Im Übrigen hatte die Schweizerische Vertretung in Beirut  bereits am 
23. März  2005  ein  Begehren der  (damals  noch erwerbstätigen)  Ge-
suchstellerin um Erteilung eines Besuchervisums mit der Begründung 
abgewiesen, die fristgerechte und anstandslose Rückkehr ins Heimat-
land könne keineswegs als  einwandfrei  gesichert  betrachtet  werden. 
An dieser Einschätzung ist auch heute festzuhalten; die Eingeladene 
ist  zwar  mittlerweile  verheiratet,  lebt  aber  nicht  mit  ihrem Ehegatten 
zusammen, sondern nach wie vor bei ihren Eltern im Herkunftsland. 

5.2 Nach dem Gesagten durfte die Vorinstanz aus damaliger Sicht zu 
Recht davon ausgehen, die Wiederausreise der Gesuchstellerin sei im 
Sinne der  massgeblichen Bestimmungen nicht  gesichert.  Daran ver-
mag auch die in der Zwischenzeit eingetretene Änderung in der Sach-
lage, mithin die Absicht der Eingeladenen, dereinst zu ihrem Ehemann 
nach Curaçao zu übersiedeln,  nichts  zu ändern. Zwar lässt  sich die
obgenannte Einschätzung nicht zu einer gesicherten Feststellung ver-
dichten; sie reicht aber aus, um die Erteilung eines Einreisevisums – 
auf  das,  wie  erwähnt,  kein  Rechtsanspruch  besteht  –  abzulehnen. 
Überdies  können Gastgeber  zwar  für  gewisse finanzielle  Risiken  im 
Zusammenhang  mit  dem  Besuchsaufenthalt,  nicht  aber  für  ein  be-
stimmtes Verhaltens des Gastes garantieren. Denn eine Garantie für 
die rechtzeitige Rückreise ist trotz bester und ehrlicher Absichten nicht 
möglich bzw. rechtlich nicht durchsetzbar (vgl. Urteil  des Bundesver-
waltungsgerichts C-2341/2006 vom 7. August 2007 E. 6). Wie bereits 
mehrfach betont, ist bei der Beurteilung von Einreisebegehren in ers-
ter Linie auf die persönlichen Verhältnisse der eingeladenen Personen 
– und nicht der Gastgeber – abzustellen. Der (durchaus verständliche) 
Wunsch  der  Beschwerdeführer,  der  eingeladenen  Schwester  bzw. 
Schwägerin ihr Lebensumfeld in der Schweiz zeigen und sich für die 
im Libanon erwiesene Unterstützung und Gastfreundschaft revanchie-
ren zu können,  hat  demnach in den Hintergrund zu treten. Auch die 
weiteren Ausführungen der Beschwerdeführer sind nicht geeignet, zu 
einer von der Vorinstanz abweichenden rechtlichen Würdigung zu ge-
langen.

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6.
Aus diesen Gründen ist  somit nicht zu beanstanden, dass die Vorin-
stanz das öffentliche Interesse sowie die Beachtung der geltenden Be-
stimmungen entsprechend gewichtete und der Gesuchellerin die Ein-
reise verweigerte. Die angefochtene Verfügung verletzt daher Bundes-
recht  nicht.  Der  rechtserhebliche Sachverhalt  wurde im Endergebnis 
richtig und vollständig festgestellt,  und die Vorinstanz hat das ihr zu-
stehende Ermessen pflichtgemäss und zutreffend gehandhabt (Art. 49 
VwVG). Die Beschwerde ist demzufolge abzuweisen.

7.
Dem  Ausgang  des  Verfahrens  entsprechend  werden  die  unterlie-
genden Beschwerdeführer kostenpflichtig (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die 
Verfahrenskosten  sind  auf  Fr. 600.-  festzusetzen  (Art.  1,  Art.  2  und 
Art. 3 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten 
und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 
173.320.2]).

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.-  werden  den  Beschwerdeführern 
auferlegt. Sie werden mit dem am 31. August 2006 geleisteten Kosten-
vorschuss verrechnet.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführer (Einschreiben)
- die Vorinstanz (Akten Ref-Nr. [...] retour)
- das Migrationsamt Kanton Aargau

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Antonio Imoberdorf Daniel Brand

Versand: 

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