# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 76487b60-68db-5a2b-a25c-598eb2ac3db6
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-03-07
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 07.03.2022 IV 2021/34
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2021-34_2022-03-07.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2021/34

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 17.08.2022

Entscheiddatum: 07.03.2022

Entscheid Versicherungsgericht, 07.03.2022
Art. 28 Abs. 1 IVG. Art. 16 ATSG. Invalidenrente. Bemessung der Invalidität. 
Würdigung eines polydisziplinären Gutachtens (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 7. März 2022, IV 2021/34).

Entscheid vom 7. März 2022

Besetzung

Präsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und Karin Huber-

Studerus; Gerichtsschreiber Tobias Bolt

Geschäftsnr.

IV 2021/34

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Soziale Dienste der Stadt St. Gallen, Brühlgasse 1, 9004 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ meldete sich im Oktober 2006 zum Bezug von Leistungen der 

Invalidenversicherung an (IV-act. 2). Er gab an, er habe eine Berufslehre als Koch 

absolviert und zuletzt als Gruppenleiter des „Mittagstisches“ einer sozialen Institution 

gearbeitet, wofür er einen Lohn von 6’400 Franken pro Monat erhalten habe. Die 

ehemalige Arbeitgeberin berichtete im Oktober 2006 (IV-act. 7), der Versicherte sei in 

einem Pensum von 80 Prozent tätig gewesen und habe einen Lohn von 5’067.20 

Franken erhalten. Das Arbeitsverhältnis sei im gegenseitigen Einverständnis aufgelöst 

worden, da der Versicherte nicht über genügend Erfahrung und Kenntnisse in der 

Rehabilitationsarbeit verfügt habe. Der Psychiater Dr. med. B.___ teilte der IV-Stelle im 

Juli 2007 mit (IV-act. 22), der Versicherte leide an einer Anpassungsstörung und an 

einer längeren depressiven Reaktion seit einer im Jahr 2004 erfolgten Ehescheidung 

sowie an einer seit dem Jahr 2006 bestehenden Dysthymia bei einem Status nach einer 

schweren depressiven Episode. Seit dem 1. Februar 2007 könne ihm ein 

Arbeitspensum von 50 Prozent zugemutet werden. In einer selbständigen und 

eigenverantwortlichen Tätigkeit könne die Belastbarkeit des Versicherten 

wahrscheinlich gesteigert werden.

A.a. 

Vom 1. August 2008 bis zum 31. Juli 2009 absolvierte der Versicherte eine 

berufliche Abklärung im C.___ (vgl. IV-act. 37). Der Vorgesetzte berichtete am 13. Juli 

2009, der Versicherte habe sowohl gute technische Fertigkeiten als auch die Fähigkeit 

gezeigt, Arbeitskollegen fachlich und persönlich angemessen anzuleiten (IV-act. 61). 

Die IV-Stelle erteilte dem Versicherten in der Folge eine Kostengutsprache für eine 

einjährige schulische Ausbildung zum technischen Kaufmann mit einem schulinternen 

Abschluss (IV-act. 56). Diese Ausbildung schloss der Versicherte mit einem 

Notendurchschnitt von etwas mehr als 5,3 ab (IV-act. 66). Ein Berufsberater der IV-

Stelle notierte im November 2010, der Versicherte sei nun in der Lage, ein Einkommen 

A.b. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

von 12 × 5’000 Franken zu erzielen (IV-act. 67). Mit einer Mitteilung vom 2. Dezember 

2010 verneinte die IV-Stelle einen Anspruch des Versicherten auf weitere berufliche 

Massnahmen oder auf eine Rente (IV-act. 70).

Im Juli 2012 meldete sich der Versicherte erneut zum Leistungsbezug an (IV-act. 

76). Die Oberärztin des Ambulatoriums des psychiatrischen Zentrums D.___, Dr. med. 

E.___, berichtete am 31. August 2012, der Versicherte leide an einer rezidivierenden 

depressiven Störung bei einer gegenwärtig mittelgradigen Episode mit einem 

somatischen Anteil, an einer Dysthymia sowie an einer kombinierten 

Persönlichkeitsstörung mit paranoiden, schizoiden und Borderline-Anteilen (IV-act. 85). 

Im April 2013 teilte die Tagesklinik des psychiatrischen Zentrums D.___ der IV-Stelle 

mit, der Versicherte sei zu 50 Prozent arbeitsfähig; der Arbeitsfähigkeitsgrad sei 

steigerbar (IV-act. 91 f.). Mit einer Mitteilung vom 23. Oktober 2013 sprach die IV-Stelle 

dem Versicherten eine Arbeitsvermittlung zu (IV-act. 108). Ab dem 22. September 2014 

konnte der Versicherte einen dreimonatigen Arbeitsversuch mit einem Pensum von 50 

Prozent antreten (IV-act. 116). Der Arbeitsversuch wurde in der Folge um drei Monate 

verlängert (IV-act. 124). Obwohl sich nach dem Arbeitsversuch keine Anschlusslösung 

ergeben hatte, wies die IV-Stelle das Begehren des Versicherten um weitere berufliche 

Massnahmen mit einer Mitteilung vom 18. Mai 2015 ab (IV-act. 138). Eine 

Eingliederungsverantwortliche der IV-Stelle hatte notiert (IV-act. 136), gemäss der 

Einschätzung des IV-internen regionalen ärztlichen Dienstes (RAD) sei der Versicherte 

als technischer Kaufmann uneingeschränkt arbeitsfähig. Er habe aber keinen 

Arbeitsversuch bei der Stadtverwaltung absolvieren wollen und er habe auch keinen 

konkreten Grund genannt, weshalb er nicht mehr als technischer Kaufmann arbeiten 

wolle. Nachdem die IV-Stelle aktuelle Berichte der behandelnden Ärzte eingeholt hatte, 

verglich eine Sachbearbeiterin der IV-Stelle das Einkommen eines Kochs mit einem 

Hilfsarbeiterlohn bei einem Pensum von 50 Prozent, was einen Invaliditätsgrad von 

60,6 Prozent ergab (IV-act. 154). Die IV-Stelle beauftragte die Ausgleichskasse am 15. 

Februar 2016 mit der Berechnung der Rentenbeträge bei einem Invaliditätsgrad von 61 

Prozent und einem Rentenbeginn ab dem 1. Juni 2013 (IV-act. 160).

A.c. 

Am 3. April 2016 meldete der Versicherte, er habe im Oktober 2015 ein 

Arbeitsverhältnis als Mitarbeiter in der Küche angetreten, das ursprünglich per Ende 

April 2016 befristet gewesen, nun aber um sechs Monate verlängert worden sei (IV-act. 

A.d. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

161). Das Arbeitspensum betrage 100 Prozent. Der Lohn belief sich auf 75’000 Franken 

(IV-act. 162). Am 8. April 2016 verfügte die IV-Stelle die Zusprache einer 

Dreiviertelsrente ab dem 1. Juni 2013 (IV-act. 163). Am 15. April 2016 widerrief sie die 

rentenzusprechende Verfügung vom 8. April 2016 (IV-act. 164). Mit einer Verfügung 

vom 21. Juni 2016 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren des Versicherten mangels 

eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ab (IV-act. 171). Das 

Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen hob diese Verfügung mit einem Entscheid 

vom 13. September 2018 auf (IV 2016/241; vgl. IV-act. 183). Es hielt fest, die vom 

Versicherten beantragte Zusprache einer befristeten Rente für die Zeit vom 24. Juli 

2012 (Anmeldung zum Leistungsbezug) bis zum 21. September 2014 (Beginn eines 

Arbeitsversuches) komme nicht in Frage, weil der Versicherte damals noch 

eingliederungsfähig und damit definitionsgemäss nicht rentenbegründend invalid 

gewesen sei. Für die Zeit ab dem 23. März 2015 (Ende des Arbeitsversuches) sei 

massgebend, dass die IV-Stelle die Umschulung zum technischen Kaufmann 

verbindlich abgeschlossen habe, obwohl ein schulinterner Abschluss (zum technischen 

Kaufmann) natürlich nicht mit einem eidgenössischen Fähigkeitszeugnis (als Koch) 

verglichen werden könne und obwohl die Verdienstaussichten des Versicherten (12 × 

5’000 Franken) deutlich tiefer als im ursprünglich erlernten Beruf (zuletzt: 13 × 6’400 

Franken) gewesen seien. Die Mitteilung vom 2. Dezember 2010 habe aber keine über 

den Abschluss jener Umschulung hinausgehende rechtsgestaltende Anordnung – 

namentlich eine generelle Verweigerung von weiteren Eingliederungsmassnahmen – 

enthalten, denn sonst hätte die IV-Stelle ja im September 2014 keinen Arbeitsversuch 

finanziert. Damit stehe nach wie vor die Frage im Raum, ob die Tätigkeit als Koch ideal 

leidensadaptiert sei. Sollte dies nämlich nicht der Fall sein, könnte die Erwerbsfähigkeit 

des Versicherten wohl mit weiteren Eingliederungsmassnahmen verbessert werden, 

was bedeuten würde, dass die erste Voraussetzung für die Zusprache einer Rente nicht 

erfüllt wäre. Diesbezüglich erweise sich der massgebende Sachverhalt als ungenügend 

abgeklärt. Die IV-Stelle werde zunächst die Frage klären, in welchem Umfang dem 

Versicherten die erlernte Tätigkeit als Koch zumutbar sei. Sollte die Arbeitsfähigkeit als 

Koch eingeschränkt sein, werde die IV-Stelle eine Arbeitsfähigkeitsschätzung für eine 

adaptierte Tätigkeit als technischer Kaufmann einholen. Sollte sich herausstellen, dass 

der Versicherte auch als technischer Kaufmann in einem rentenauslösenden Ausmass 

arbeitsunfähig sei, müsste er wohl erneut umgeschult werden. Für die Beantwortung 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

dieser Fragen werde die IV-Stelle nicht nur medizinische, sondern auch 

berufsberaterische Abklärungen tätigen, das heisst einen Berufsberater damit 

beauftragen, konkrete Belastungsprofile für die Tätigkeit als Koch, für die Tätigkeit als 

technischer Kaufmann und für eine ideal leidensadaptierte Tätigkeit zu erstellen, die sie 

den medizinischen Sachverständigen für deren Arbeitsfähigkeitsschätzung zur 

Verfügung stellen werde.

Auf eine Anfrage der IV-Stelle hin teilte die kantonale Arbeitslosenkasse im 

November 2018 mit (IV-act. 189), der Versicherte sei ab dem 1. November 2016 

arbeitslos gewesen. Er habe eine Vollzeitstelle gesucht. Der versicherte Lohn habe sich 

auf 6’250 Franken pro Monat belaufen. Die Allgemeinmedizinerin Dr. med. F.___ 

berichtete im Februar 2019 (IV-act. 195), der Versicherte leide an einer chronischen 

depressiven Verstimmung und an einem „Angstzustand“, an einer Hypothyreose, an 

Schulterschmerzen rechts sowie an einer Occipitalneuralgie. Er sei nicht arbeitsfähig. 

Die Psychiaterin Dr. med. G.___ teilte der IV-Stelle im März 2019 mit (IV-act. 200), der 

Versicherte leide an einer rezidivierenden depressiven Störung mit einer gegenwärtig 

mittelgradigen Episode und einem somatischen Syndrom. Aktuell sei er vollständig 

arbeitsunfähig. Die Prognose sei schlecht. Eine Eingliederungsverantwortliche der IV-

Stelle nahm zwei allgemeine Tätigkeitsbeschriebe – Koch und technischer Kaufmann – 

zu den Akten (IV-act. 204 und 206). Anschliessend erteilte die IV-Stelle der 

medizinischen Abklärungsstelle (MEDAS) Interlaken GmbH den Auftrag, den 

Versicherten polydisziplinär zu begutachten (IV-act. 210). Die MEDAS Interlaken GmbH 

erstattete das Gutachten am 16. Oktober 2019 (IV-act. 219). Die internistische 

Sachverständige hielt fest, der Versicherte leide an einer substituierten Hypothyreose, 

an einem Nikotinabusus und an einem Status nach einer therapierten Malaria. Zudem 

bestehe anamnestisch der Verdacht auf eine primär biliäre Zirrhose. Keine dieser 

Gesundheitsbeeinträchtigungen schränke die Arbeitsfähigkeit ein. Aus internistischer 

Sicht sei folglich eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit zu attestieren. Der 

orthopädische Sachverständige führte aus, der Versicherte leide an einem 

Taubheitsgefühl am rechten lateralen Oberschenkel bei Spondylarthrosen und 

muskulären Dysbalancen der Rumpfmuskulatur sowie an muskulären Dysbalancen im 

Bereich der rechten Schulter. Die Arbeitsfähigkeit für eine körperlich leichte bis 

mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeit werde dadurch nicht beeinträchtigt. Für die 

A.e. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Tätigkeit als Koch oder als technischer Kaufmann sei aufgrund der körperlichen 

Dekonditionierung ein Arbeitsfähigkeitsgrad von 80 Prozent „bei einer um 20 Prozent 

eingeschränkten Leistung“ auszugehen, die „sich durch die subjektiv empfundenen 

Schmerzen bekräftigen“ lasse. Der psychiatrische Sachverständige hielt fest, in der 

Untersuchung seien keine kognitiven Defizite aufgefallen, die das 

Untersuchungsergebnis verfälscht hätten. Die Merkfähigkeit, die Aufmerksamkeit, die 

Wachheit und das Durchhaltevermögen, das Sprachverhalten, die Intelligenz und die 

Auffassungsgabe seien nicht relevant eingeschränkt gewesen. Klinisch hätten eine 

leichte depressive Verstimmung, eine geringe Reduktion von Interessen und Freude, 

eine leichte Antriebseinschränkung, ein mittelgradig vermindertes Selbstwertgefühl, 

leichte Selbstvorwürfe, eine leichte Hoffnungslosigkeit sowie ein leichter sozialer 

Rückzug objektiviert werden können. Insgesamt habe eindeutig kein für die Beurteilung 

der Arbeitsfähigkeit bedeutsames depressives Zustandsbild vorgelegen. Die 

erfassbaren depressiven Symptome hätten den Grad einer dem neurotischen 

Symptomenkreis zugehörigen Dysthymia erreicht. Psychotische Symptome, Hinweise 

auf eine generelle Angst- oder Zwangserkrankung, Hinweise auf eine 

Persönlichkeitsstörung, Anhaltspunkte für das Vorliegen einer relevanten 

Suchterkrankung oder Hinweise auf eine Aggravation oder gar Simulation hätten nicht 

festgestellt werden können. Der Versicherte leide an einem chronifizierten depressiven 

Zustandsbild im Sinne einer Dysthymia sowie an einer ausgeprägten Akzentuierung 

von verschiedenen Persönlichkeitsanteilen. Die in den Vorakten enthaltene Diagnose 

einer depressiven Störung mit Krankheitswertigkeit habe sich in der Untersuchung 

eindeutig nicht bestätigen lassen. Weder eine Dysthymia noch eine 

Persönlichkeitsakzentuierung schränke die Arbeitsfähigkeit ein. In Kombination 

auftretend seien diese psychischen Gesundheitsbeeinträchtigungen aber nur erschwert 

willentlich überwindbar. Die Arbeitsfähigkeitsschätzung sei allerdings nicht aus der 

Diagnose, sondern aus den erhobenen klinischen Untersuchungsbefunde abzuleiten. 

Massgebend seien dabei eine mittelgradig eingeschränkte Flexibilität und 

Umstellungsfähigkeit, eine mittelgradig eingeschränkte Durchhaltefähigkeit sowie eine 

mittelgradig eingeschränkte Selbstbehauptungsfähigkeit. Diese Einschränkungen 

beträfen alle beruflichen Tätigkeiten. Die Arbeitsfähigkeit betrage 70 Prozent. Nach der 

Konsensbesprechung führten die Sachverständigen aus, massgebend für die 

Arbeitsfähigkeitsschätzung seien das chronifizierte depressive Zustandsbild im Sinne 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

einer Dysthymia, die ausgeprägte Akzentuierung von verschiedenen 

Persönlichkeitsanteilen sowie das lumbo-spondylogene Syndrom rechts. Für die 

Tätigkeit als Küchenmitarbeiter in einer Heimküche sowie für die Tätigkeit als 

technischer Kaufmann sei aus interdisziplinärer Sicht eine Arbeitsunfähigkeit von 30 

Prozent seit April 2016 zu attestieren. Bei der ursprünglich erlernten Tätigkeit als Koch, 

gerade in einem Betrieb mit rascherem Arbeitstempo, mehr Hektik und Zeitdruck, wie 

in einem A la carte-Restaurant, müsse zusätzlich eine weitere Reduktion der 

Leistungsfähigkeit wegen der allgemeinen Dekonditionierung berücksichtigt werden, 

die sich auf 20 Prozent belaufe, sodass für solche Tätigkeiten ein Arbeitsfähigkeitsgrad 

von lediglich 56 Prozent attestiert werden könne. Für ideal leidensadaptierte 

Tätigkeiten sei ebenfalls ein Arbeitsfähigkeitsgrad von 70 Prozent zu attestieren. Der 

RAD-Arzt Dr. med. H.___ qualifizierte das Gutachten als überzeugend (IV-act. 220).

Mit einem Vorbescheid vom 24. Januar 2020 teilte die IV-Stelle dem Versicherten 

mit (IV-act. 223), dass sie die Abweisung seines Rentenbegehrens mangels eines 

rentenbegründenden Invaliditätsgrades vorsehe. Zur Begründung führte sie an, der 

Versicherte könne gemäss dem überzeugenden Gutachten der MEDAS Interlaken 

GmbH seinen erlernten Beruf als Koch in einem Pensum von 70 Prozent ausüben, 

weshalb er zu 30 Prozent invalid sei. Die Zusprache einer Rente der 

Invalidenversicherung setze aber einen Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent 

voraus. Der Versicherte reagierte nicht auf den Vorbescheid. Mit einer Verfügung vom 

12. März 2020 wies die IV-Stelle sein Rentenbegehren ab (IV-act. 224). Nachdem der 

Versicherte eine Beschwerde gegen diese Verfügung erhoben hatte (vgl. IV-act. 226), 

notierte ein Mitarbeiter des Rechtsdienstes am 29. Mai 2020 (IV-act. 229), aus dem 

Gutachten der MEDAS Interlaken GmbH gehe nicht eindeutig hervor, dass der 

Versicherte im angestammten Beruf als Koch zu 70 Prozent arbeitsfähig sei, denn es 

sei fraglich, ob diese Tätigkeit als ideal leidensadaptiert qualifiziert werden könne. 

Diesbezüglich seien weitere Abklärungen erforderlich, weshalb die Verfügung zu 

widerrufen sei. Am 29. Mai 2020 widerrief die IV-Stelle ihre Verfügung vom 12. März 

2020 (IV-act. 231). Das Beschwerdeverfahren wurde in der Folge als gegenstandslos 

abgeschrieben (Verfügung des Versicherungsgerichtes IV 2020/68 vom 5. Juni 2020; 

vgl. IV-act. 237). Auf eine Rückfrage der IV-Stelle hin gab der ehemalige Vorgesetzte 

des Versicherten am 19. Juni 2020 an (IV-act. 239), der Versicherte habe vom 1. 

A.f. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

B.  

Oktober 2015 bis zum 31. Oktober 2016 als Mitarbeiter in der Küche eines 

Asylzentrums gearbeitet. Die Arbeitsbelastung sei damals besonders gross gewesen, 

weshalb man den Versicherten als Unterstützung des Küchenchefs eingestellt habe. 

Der Versicherte habe sich als ein fachlich kompetenter Koch und als ein loyaler 

Mitarbeiter ausgezeichnet. Er sei vom Team wie auch von den Asylsuchenden sehr 

geschätzt worden. Seine angeschlagene Gesundheit sei aber spürbar gewesen. Er 

habe seine Aufgaben gut erfüllt, aber viele Pausen benötigt. Zudem habe er keine 

zusätzlichen Aufgaben (Einkauf, Planung etc.) übernehmen können. Die Einschätzung 

der Leistungsfähigkeit sei nach so langer Zeit schwierig, „persönlich und frei“ geschätzt 

habe die Leistungsfähigkeit etwa 70 Prozent betragen. Ein Berufsberater notierte am 

29. Oktober 2020 (IV-act. 240), ein Bereichsleiter von I.___ habe erklärt, dass sich die 

von den Sachverständigen der MEDAS Interlaken GmbH attestierte Arbeitsfähigkeit 

von 70 Prozent in einem Altersheim, Spital oder dergleichen umsetzen lasse, wo kein 

öffentliches Restaurant angehängt sei. Eine Leiterin der Küche des Hotels J.___ habe 

die Umsetzung in einer Produktionsküche eines Spitals, eines grossen 

Lebensmittelherstellers oder eines Altersheims für möglich erachtet. Aus 

berufsberaterischer Sicht seien diese Angaben überzeugend. Die Tätigkeit, die der 

Versicherte im Asylzentrum ausgeübt habe, bestätige das.

Die IV-Stelle verglich das zuletzt erzielte Einkommen von 76’764 Franken (2017) 

mit 70 Prozent des statistischen Zentralwertes der Löhne im Gastgewerbe, „Stufe 3“, 

was 46’992 Franken entsprach, und errechnete so einen Invaliditätsgrad von 39,17 

Prozent (IV-act. 242 f.). Mit einem Vorbescheid vom 18. November 2020 teilte sie dem 

Versicherten mit, dass sie nach wie vor die Abweisung des Rentenbegehrens vorsehe 

(IV-act. 244). Der Versicherte nahm dazu keine Stellung. Mit einer Verfügung vom 18. 

Januar 2021 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren des Versicherten ab (IV-act. 245).

A.g. 

Am 17. Februar 2021 liess der Versicherte (nachfolgend: der Beschwerdeführer) 

eine Beschwerde gegen die Verfügung vom 18. Januar 2021 erheben (act. G 1). Die ihn 

vertretenden Sozialen Dienste beantragten die Aufhebung der angefochtenen 

Verfügung und die Ausrichtung der dem Beschwerdeführer „zustehenden Leistungen 

aus IVG“. Zur Begründung führten sie aus, das Gutachten der MEDAS Interlaken 

B.a. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

GmbH überzeuge nicht. Die Sachverständigen hätten sich nicht hinreichend mit den 

Berichten der behandelnden Ärzte auseinandergesetzt. Für die Bemessung des 

zumutbarerweise erzielbaren Invalideneinkommens könne nicht auf den statistischen 

Zentralwert der Löhne im Kompetenzniveau 3 abgestellt werden, da der 

Beschwerdeführer die entsprechenden Anforderungen nicht erfülle. Massgebend 

müsse der Zentralwert der Löhne im Kompetenzniveau 1 sein. Zudem müsse ein 

Tabellenlohnabzug von 20 Prozent berücksichtigt werden. Der so berechnete 

Invaliditätsgrad liege bei über 60 Prozent. Der Beschwerdeführer könne seine 

Arbeitsfähigkeit aber realistischerweise gar nicht mehr verwerten. Folglich habe er 

einen Anspruch auf eine ganze Rente.

Die IV-Stelle (nachfolgend: die Beschwerdegegnerin) beantragte am 8. April 2021 

die Abweisung der Beschwerde (act. G 3). Zur Begründung führte sie an, die Kritik des 

Beschwerdeführers wecke keinen Zweifel an der Überzeugungskraft des Gutachtens 

der MEDAS Interlaken GmbH. Die beruflichen Abklärungen hätten ergeben, dass die 

Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers realistischerweise durchaus noch verwertbar 

sei. Das Valideneinkommen müsse tiefer angesetzt werden, da der Beschwerdeführer 

seinen erlernten Beruf schon vor über 20 Jahren aufgegeben habe. Massgebend sei 

die Tätigkeit als Betreuer im sozialen Bereich, was einer Tätigkeit im Kompetenzniveau 

2 im Gesundheits- und Sozialwesen entspreche. Für die Bemessung des 

zumutbarerweise erzielbaren Invalideneinkommens sei auf den statistischen 

Zentralwert aller Hilfsarbeiterlöhne abzustellen. Ein Abzug vom Tabellenlohn sei nicht 

gerechtfertigt. Der Invaliditätsgrad betrage 34 Prozent.

B.b. 

Am 13. April 2021 wurde dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege 

bewilligt (act. G 4).

B.c. 

Der Beschwerdeführer liess am 11. Mai 2021 an seinen Anträgen festhalten (act. G 

7). Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 9).

B.d. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Erwägungen

1.  

2.

Gemäss dem Art. 28 Abs. 1 IVG hat eine versicherte Person, die ihre Erwerbsfähigkeit 

nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder 

verbessern kann, die während eines Jahres ohne einen wesentlichen Unterbruch 

durchschnittlich mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen ist und die nach dem 

Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid ist, einen Anspruch auf eine 

Rente der Invalidenversicherung. Für die Bemessung der Invalidität wird gemäss dem 

Art. 28a Abs. 1 IVG in Verbindung mit dem Art. 16 ATSG das Erwerbseinkommen, das 

die versicherte Person nach dem Eintritt der Gesundheitsbeeinträchtigung und nach 

der Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei einer 

Dieses Beschwerdeverfahren bezweckt die Überprüfung der angefochtenen 

Verfügung auf deren Rechtmässigkeit, weshalb sein Gegenstand jenem des 

vorangegangenen Verwaltungsverfahrens entsprechen muss. Dieses hat die Frage 

nach einem Rentenanspruch des Beschwerdeführers für die Zeit ab dem 1. Januar 

2013 (Anmeldung im Juli 2012; vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG) zum Gegenstand gehabt. Da es 

sich bei der Anmeldung für eine Rente im Juli 2012 um eine sogenannte 

Neuanmeldung gehandelt hat, hat der Beschwerdeführer die Eintretenshürde des Art. 

87 Abs. 3 IVV meistern, das heisst glaubhaft machen müssen, dass sich der relevante 

Sachverhalt nach dem 2. Dezember 2010 wesentlich verändert hatte, was ihm mit dem 

Bericht von Dr. E.___ vom 31. August 2012 gelungen ist (vgl. den Entscheid IV 

2016/241 des St. Galler Versicherungsgerichtes vom 13. September 2018, E. 2).

1.1. 

Das Versicherungsgericht hat im formell rechtskräftigen Entscheid IV 2016/241 

vom 13. September 2018 festgehalten, dass die Zusprache einer Rente für den 

Zeitraum vor dem Beginn des Arbeitsversuchs im September 2014 nicht in Frage 

komme, weil der Beschwerdeführer damals noch eingliederungsfähig gewesen sei, 

weshalb die Anspruchsvoraussetzung des Art. 28 Abs. 1 lit. a IVG nicht erfüllt gewesen 

sei (E. 3.2). Der Arbeitsversuch hat bis Ende März 2015 gedauert. Da der 

Beschwerdeführer in dieser Zeit ein Taggeld erhalten hat, fällt die Zusprache einer 

Rente auch für diesen Zeitraum nicht in Betracht (Art. 29 Abs. 2 IVG). Der 

Rentenanspruch kann somit frühestens am 1. April 2015 entstanden sein.

1.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

ausgeglichenen Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung zu jenem 

Erwerbseinkommen gesetzt, das sie erzielen könnte, wenn sie gesund geblieben wäre.

3.

Der Beschwerdeführer hat eine Berufslehre zum Koch absolviert und auch als Koch 

gearbeitet. Zwar hat er später – vor dem Eintritt der Gesundheitsbeeinträchtigung – in 

eine Tätigkeit als sozialer Betreuer gewechselt, aber seine beruflichen Fertigkeiten als 

Koch hat er dadurch nicht verloren. Der befristete Arbeitseinsatz von Oktober 2015 bis 

September 2016 hat gemäss den Ausführungen des damaligen Vorgesetzten gezeigt, 

dass der Beschwerdeführer zu jener Zeit – lange nach dem Eintritt der 

Gesundheitsbeeinträchtigung – immer noch über gute fachliche Qualitäten als Koch 

verfügt hat und dass er seine Berufskenntnisse ohne weiteres hat abrufen können. Das 

belegt, dass er im hypothetischen „Gesundheitsfall“ („Validitätsfall“) jederzeit eine 

Arbeitsstelle als ausgebildeter Koch hätte antreten können und dass er einen 

entsprechenden Lohn erzielt hätte. Damit erweist sich die Behauptung der 

Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort, der Beschwerdeführer habe durch 

den Berufswechsel einen Teil seiner Erwerbsfähigkeit eingebüsst, als aktenwidrig. Im 

Übrigen hat der Beschwerdeführer an seiner letzten Arbeitsstelle vor dem Eintritt der 

Gesundheitsbeeinträchtigung einen wesentlich höheren als den von der 

Beschwerdegegnerin angenommenen Lohn erzielt, weshalb das in der 

Beschwerdeantwort errechnete Valideneinkommen selbst dann nicht massgebend sein 

könnte, wenn die Validenkarriere die Tätigkeit als Betreuer im sozialen Bereich wäre. 

Auch der technische Kaufmann kann nicht die (neue) Validenkarriere sein, obwohl eine 

Umschulung normalerweise dazu führen müsste, dass die „alte“ Validenkarriere durch 

eine „neue“ Karriere im während der Umschulung neu erlernten Beruf ersetzt wird. Die 

von der Beschwerdegegnerin finanzierte Umschulung ist nämlich nicht gleichwertig zur 

ursprünglichen Berufsausbildung gewesen, denn der Beschwerdeführer hatte über ein 

eidgenössisches Fähigkeitszeugnis als Koch verfügt, die Beschwerdegegnerin hat ihn 

aber aus nicht nachvollziehbaren Gründen nur zum technischen Kaufmann mit einem 

schulinternen Abschluss umgeschult, der nicht mit einem eidgenössischen 

Fähigkeitszeugnis verglichen werden kann. Das zeigt bereits die Notiz des 

Berufsberaters vom November 2010, der die Lohnaussichten des Beschwerdeführers 

als technischer Kaufmann als wesentlich tiefer als jene geschätzt hat, die der 

Beschwerdeführer als Koch gehabt hätte. Die Validenkarriere ist also (nach wie vor) 

jene als Koch, weshalb das Valideneinkommen dem statistischen Zentralwert der 

Löhne von Köchen mit einem eidgenössischen Fähigkeitszeugnis entspricht.

4.  

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Für die Bemessung des zumutbarerweise erzielbaren Invalideneinkommens ist 

ausschlaggebend, welche Tätigkeiten dem Beschwerdeführer aus medizinischer Sicht 

in welchem Umfang noch zugemutet werden können. Die Sachverständigen der 

MEDAS Interlaken GmbH haben nach einer eingehenden Würdigung der Akten und 

einer umfassenden persönlichen Untersuchung des Beschwerdeführers mit einer 

überzeugenden Begründung aufgezeigt, dass dieser aus somatischer Sicht für ideal 

leidensadaptierte Tätigkeiten uneingeschränkt arbeitsfähig gewesen ist. Das Spektrum 

der zumutbaren Tätigkeiten ist lediglich durch mehr oder weniger altersentsprechende 

degenerative Veränderungen am Bewegungsapparat und durch eine körperliche 

Dekonditionierung eingeschränkt gewesen. Letztere hätte bei hektischen Tätigkeiten 

zusätzliche Pausen im Umfang von 20 Prozent erfordert. Anhaltspunkte, die Zweifel an 

dieser (somatischen) Arbeitsfähigkeitsschätzung wecken würden, sind in den Akten 

nicht ersichtlich. In psychiatrischer Hinsicht besteht ein erheblicher Widerspruch 

zwischen der Beurteilung des Sachverständigen der MEDAS Interlaken GmbH und 

jener der behandelnden Ärzte: Die Psychiaterin Dr. G.___ hat eine mittelgradige 

depressive Störung diagnostiziert und eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bei einer 

schlechten Prognose attestiert; der Sachverständige der MEDAS Interlaken GmbH hat 

ein chronifiziertes depressives Zustandsbild im Sinne einer Dysthymia sowie eine 

ausgeprägte Akzentuierung von verschiedenen Persönlichkeitsanteilen diagnostiziert 

und eine Arbeitsfähigkeit von 70 Prozent attestiert. Entgegen der Behauptung des 

Beschwerdeführers hat sich der psychiatrische Sachverständige der MEDAS Interlaken 

GmbH eingehend mit den Berichten der behandelnden Ärzte (inkl. Dr. G.___) 

auseinandergesetzt. Er hat überzeugend aufgezeigt, dass er in der persönlichen 

Untersuchung des Beschwerdeführers objektiv keine klinischen Befunde hatte erheben 

können, die die Diagnose einer depressiven Störung gerechtfertigt hätten. Angesichts 

der ausführlichen Wiedergabe sowohl der subjektiven Angaben des 

Beschwerdeführers als auch der objektiven klinischen Befunde (einschliesslich der 

Ergebnisse mehrerer Testverfahren) im psychiatrischen Teilgutachten besteht kein 

Grund zur Annahme, der psychiatrische Sachverständige hätte einen wesentlichen 

Aspekt übersehen. In der kurzen Befundschilderung im Bericht von Dr. G.___ vom 27. 

März 2019 finden sich keine Hinweise auf objektive klinische Befunde, die im 

psychiatrischen Teilgutachten nicht erwähnt wären. Auffallend ist aber, dass Dr. G.___ 

die objektiven Befunde teilweise mit subjektiven Angaben vermischt und dass offenbar 

der (vom Beschwerdeführer geschilderte) ausgeprägte soziale Rückzug für ihre 

Beurteilung eine ausschlaggebende Rolle gespielt hat. Möglicherweise hat sich Dr. 

G.___ auch (zu sehr) von den schwierigen sozialen Umständen des Beschwerdeführers 

beeinflussen lassen, das heisst fachfremde Aspekte (im Sinne des bio-psycho-sozialen 

Krankheitsmodells) in ihre Beurteilung einfliessen lassen. Anders als Dr. G.___ hat der 

4.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

psychiatrische Sachverständige der MEDAS Interlaken GmbH auch seine 

Arbeitsfähigkeitsschätzung ausführlich, nachvollziehbar und überzeugend anhand der 

von ihm erhobenen objektiven klinischen Befunde begründet. Im Bericht von Dr. G.___ 

findet sich nämlich keine Begründung für die Arbeitsfähigkeitsschätzung. Das Attest 

einer vollständig aufgehobenen Arbeitsfähigkeit lässt sich mit Blick auf die 

diagnostizierte mittelgradige depressive Störung und die wenigen im Bericht erwähnten 

objektiven Befunde nicht nachvollziehen. Aus der Sicht eines medizinischen Laien 

erweist sich sogar die vom psychiatrischen Sachverständigen der MEDAS Interlaken 

GmbH attestierte Arbeitsunfähigkeit von 30 Prozent selbst für ideal leidensadaptierte 

Tätigkeiten angesichts der objektiven Befunde und der Diagnosen als eher zu hoch. 

Diesbezüglich bestehen also leichte Zweifel an der Überzeugungskraft des 

psychiatrischen Teilgutachtens der MEDAS Interlaken GmbH. Allerdings steht gestützt 

auf das ansonsten in jeder Hinsicht überzeugende Gutachten mit dem erforderlichen 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, dass der Beschwerdeführer 

für ideal leidensadaptierte Tätigkeiten zu mindestens 70 Prozent arbeitsfähig gewesen 

ist. Die Sachverständigen haben sich zwar nur zur Arbeitsfähigkeit ab April 2016 

geäussert, aber in den Akten fehlt ein Hinweis darauf, dass sich der 

Gesundheitszustand des Beschwerdeführers in der Zeit zwischen April 2015 und April 

2016 wesentlich verändert hätte. Zudem hat der damalige Vorgesetzte am 19. Juni 

2020 bestätigt, dass der Beschwerdeführer in jener Zeit effektiv als Koch eine 

Arbeitsleistung von 70 Prozent erbracht hatte, weshalb die Arbeitsfähigkeitsschätzung 

der Sachverständigen der MEDAS Interlaken GmbH überwiegend wahrscheinlich auch 

für die Zeit zwischen April 2015 und April 2016 massgebend ist.

Die Beschwerdegegnerin muss die im Entscheid IV 2016/241 vom 13. September 

2018 enthaltene verbindliche Vorgabe, den medizinischen Sachverständigen je ein 

konkretes Anforderungsprofil für eine Tätigkeit als Koch und als technischer Kaufmann 

vorzulegen, missverstanden haben, denn sie hat sich damit begnügt, den 

Sachverständigen der MEDAS Interlaken GmbH allgemeine Tätigkeitsbeschreibungen 

vorzulegen. Diese allgemeinen Beschreibungen haben es den Sachverständigen aber 

nicht erlaubt, spezifisch Stellung zu den konkreten Belastungen in den beiden Berufen 

zu nehmen. Dieser Mangel fällt jedoch nicht ins Gewicht, weil sich die massgebende 

psychisch bedingte Arbeitsunfähigkeit gemäss dem aktuellen Gutachten in allen in 

Frage kommenden Tätigkeiten gleichermassen auswirkt und weil die Sachverständigen 

genau beschrieben haben, unter welchen Arbeitsbedingungen eine zusätzliche 

Leistungseinbusse von 20 Prozent zu berücksichtigen wäre. Diese Angabe hat es der 

Beschwerdegegnerin erlaubt, sich mittels einer berufsberaterischen Abklärung gezielt 

nach (realistischen) Möglichkeiten des Beschwerdeführers zu erkundigen, sich im 

4.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

5.

Da die Invalidenkarriere mit der Validenkarriere identisch ist und da der Ausgangswert 

des zumutbarerweise erzielbaren Invalideneinkommens folglich dem 

Valideneinkommen entspricht, kann der Invaliditätsgrad anhand eines sogenannten 

Prozentvergleichs berechnet werden. Er entspricht also dem Arbeitsunfähigkeitsgrad, 

korrigiert um einen allfälligen dem sogenannten Tabellenlohnabzug analogen Abzug. 

Ein solcher Abzug wird berücksichtigt, wenn davon ausgegangen werden muss, dass 

die versicherte Person ihre Arbeitsfähigkeit nicht mit demselben ökonomischen Erfolg 

verwerten kann wie eine gesunde, im selben Pensum tätige Person. Das ist der Fall, 

wenn anzunehmen ist, dass ein strikt ökonomisch-betriebswirtschaftlich denkender, 

also keinen Soziallohn ausrichtender Arbeitgeber der versicherten Person keinen 

durchschnittlichen, sondern nur einen unterdurchschnittlichen Lohn ausbezahlen wird, 

um seinen aus der Anstellung der versicherten Person resultierenden 

„Arbeitsmehrwert“ – die Differenz zwischen dem ökonomischen Wert der 

Arbeitsleistung für den Arbeitgeber und den direkten und indirekten Lohn- und 

Lohnnebenkosten – auf einen durchschnittlichen Betrag zu erhöhen. Kann eine 

versicherte Person nur einen unterdurchschnittlichen ökonomischen Mehrwert 

generieren oder sind die indirekten Lohnkosten oder die Lohnnebenkosten 

überdurchschnittlich hoch, resultiert für den Arbeitgeber nämlich nur ein 

unterdurchschnittlicher „Arbeitsmehrwert“. Ein strikt betriebswirtschaftlich operierender 

Arbeitgeber wird das nicht hinnehmen, sondern diese „Einbusse“ auf den Arbeitnehmer 

überwälzen, indem er diesem nur einen unterdurchschnittlichen Lohn bezahlt, sodass 

für den Arbeitgeber ein durchschnittlicher „Arbeitsmehrwert“ resultiert. Dem Bericht 

erlernten Beruf als Koch zu betätigen und dabei eine Leistung von 70 Prozent zu 

erbringen. Der Berufsberater hat anhand von konkreten Aussagen von potentiellen 

Arbeitgebern und anhand einer eigenen berufsberaterischen Einschätzung 

überzeugend aufgezeigt, dass es Arbeitsstellen gibt, an denen der Beschwerdeführer 

als Koch seine Arbeitsfähigkeit hätte verwerten können. Hinzu kommt, dass der 

Beschwerdeführer selbst mit seinem befristeten Arbeitseinsatz von Oktober 2015 bis 

September 2016 den Tatbeweis dafür angetreten hat, dass es ihm trotz der 

Gesundheitsbeeinträchtigung möglich gewesen ist, als gelernter Koch eine 

Arbeitsleistung von 70 Prozent zu erbringen, wie sein ehemaliger Vorgesetzter bestätigt 

hat. Gründe, die gegen eine Verwertung dieser Arbeitsfähigkeit auf dem 

invalidenversicherungsrechtlich massgebenden allgemeinen und ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt sprechen würden, sind nicht ersichtlich. Die Invalidenkarriere besteht 

damit in einer Tätigkeit als gelernter Koch bei einer Arbeitsfähigkeit von mindestens 70 

Prozent.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

des Vorgesetzten an der letzten Arbeitsstelle des Beschwerdeführers lässt sich 

entnehmen, dass der Beschwerdeführer nicht mit derselben Flexibilität in einem Betrieb 

eingesetzt werden kann wie ein gesunder Koch. Zudem muss der Beschwerdeführer 

den ganzen Tag am Arbeitsplatz anwesend sein, um eine Arbeitsleistung von 70 

Prozent erbringen zu können, denn er muss immer wieder zusätzliche Pausen einlegen, 

worauf der damalige Vorgesetzte ebenfalls hingewiesen hat. Der Beschwerdeführer 

„belegt“ also ganztags einen Arbeitsplatz, erbringt aber nur eine Arbeitsleistung von 70 

Prozent, weshalb ein potentieller Arbeitgeber also beispielsweise nicht einfach einen 

zusätzlichen Koch mit einem Pensum von 30 Prozent anstellen kann, um den 

Arbeitsplatz voll auszulasten. Die zusätzlichen Pausen dürften auch den Betriebsablauf 

in der Küche in einem für einen strikt betriebswirtschaftlich-ökonomisch operierenden 

Arbeitgeber relevanten Ausmass stören. Gesamthaft kann der betriebswirtschaftlich-

ökonomische „Arbeitsmehrwert“ des Beschwerdeführers also nicht ganz demjenigen 

eines gesunden, in einem Pensum von 70 Prozent angestellten Kochs entsprechen. 

Diesem Umstand ist mit einem dem Tabellenlohnabzug analogen Abzug von zehn 

Prozent Rechnung zu tragen. Damit ergibt sich ein Invaliditätsgrad von maximal 37 

Prozent (= 100% – 90% × 70%). Weil erst ab einem Invaliditätsgrad von 40 Prozent ein 

Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung besteht, erweist sich die das 

Rentenbegehren des Beschwerdeführers abweisende angefochtene Verfügung im 

Ergebnis als rechtmässig.

6.  

Die Beschwerde ist abzuweisen. Die angesichts des durchschnittlichen 

Verfahrensaufwandes auf 600 Franken festzusetzenden Gerichtskosten wären an sich 

dem Beschwerdeführer aufzuerlegen. Da ihm aber die unentgeltliche Prozessführung 

bewilligt worden ist, ist er von der Pflicht, die Gerichtskosten zu bezahlen, befreit. 

Sollten es seine wirtschaftlichen Verhältnisse dereinst gestatten, wird er zur 

Nachzahlung der Gerichtskosten verpflichtet werden können (Art. 99 Abs. 2 VRP i.V.m. 

Art. 123 ZPO). Der unterliegende Beschwerdeführer hat keinen Anspruch auf eine 

Parteientschädigung. Da er durch das Sozialamt der Stadt St. Gallen vertreten worden 

ist, sind ihm keine Kosten für die Rechtsverbeiständung entstanden, die im Sinne einer 

unentgeltlichen Rechtsverbeiständung zu entschädigen wären.

Entscheid

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.

Der Beschwerdeführer ist von der Pflicht, die Gerichtskosten von 600 Franken zu 

bezahlen, befreit.

3.

Das Begehren um eine Parteientschädigung wird abgewiesen.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 07.03.2022
	Art. 28 Abs. 1 IVG. Art. 16 ATSG. Invalidenrente. Bemessung der Invalidität. Würdigung eines polydisziplinären Gutachtens (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 7. März 2022, IV 2021/34).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T01:57:34+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen