# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** beeee015-568d-5607-9edb-09a131b025e7
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-08-31
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 1. Kammer 31.08.2017 U 2017 53
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_001_U-2017-53_2017-08-31.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

U 17 53

1. Kammer 

Vorsitz Audétat
Richter Racioppi, Stecher 

Aktuar Gross 

URTEIL

vom 31. August 2017

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____,
vertreten durch Rechtsanwalt MLaw Andreas von Büren,

Beschwerdeführerin
gegen 

Bau-, Verkehrs- und Forstdepartement Graubünden,
Beschwerdegegner

und

B._____,
Beigeladene

betreffend Submission

- 2 -

1. Am 10. Februar 2017 schrieb das Hochbauamt Graubünden (HBA) im 

Zusammenhang mit dem Ergänzungsneubau für Mensa, Mediathek und 

Kulturgüterschutzräume der Bündner Kantonsschule in Chur die Arbeiten 

für die Deckenbekleidungen aus Mineralfasern (BKP 283.4) im Kantona-

len Amtsblatt und der Vergabeplattform aus. Die Ausschreibung erfolgte 

im offenen Verfahren. Als Zuschlagskriterien wurden der Preis mit einer 

Gewichtung von 70 % festgelegt und die Qualität mit 30 %. Innert der an-

gegebenen Eingabefrist reichten neun Anbieter ihre Offerten ein. Anläss-

lich der Offertöffnung vom 13. März 2017 ergab sich folgendes Bild:
- B._____, Fr. 148'576.40 
- C._____, (Variante A-Perf) Fr. 187'464.95 
- A._____, Fr. 196'428.85
- C._____, (Variante Rockfan) Fr. 218'962.50
- D._____, (Variante Knauf) Fr. 223'342.80
- B._____, Fr. 225'910.75
- … (6 weitere Offerten)…
- E._____, Fr. 324'980.35

2. Mit Entscheid vom 18. Mai 2017 vergab das Bau-, Verkehrs- und Forst-

departement Graubünden (BVFD) aufgrund der intern vorgenommenen 

Offertbeurteilung den Auftrag für die ausgeschriebenen Arbeiten an die 

Beleuchtungs- und Deckenfirma B._____ (Zuschlagsempfängerin) zum 

Preis von Fr. 148'576.40. Die Offerte der Zuschlagsempfängerin erwies 

sich unter Berücksichtigung der in den Ausschreibungsunterlagen be-

kanntgegebenen Zuschlagskriterien mit einem alternativ angebotenen 

Deckensegel der Firma 'F._____' als das wirtschaftlich günstigste. Aus-

geschlossen wurde das preislich zweitgünstigste Angebot der Deckenbe-

kleidungsfirma C._____ infolge ungenügender Brandkennzeichnung.

3. Gegen diesen vom HBA an alle Anbieter am 23. Mai 2017 eröffneten Ent-

scheid liess die A._____ (Beschwerdeführerin) mit Eingabe vom 6. Juni 

2017 Beschwerde erheben. Sie beantragte kostenfällig die Aufhebung der 

angefochtenen Verfügung und Erteilung des Zuschlags an sich selber, ev. 

sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache zur Verfah-

renswiederholung an die Vorinstanz zurückzuweisen; der Beschwerde sei 

im Weiteren die aufschiebende Wirkung zu erteilen. Für den Fall, dass 

- 3 -

der Vertrag über den Ausschreibungsgegenstand bereits abgeschlossen 

wäre, beantragt die Beschwerdeführerin schliesslich die Feststellung der 

Rechtswidrigkeit der Auftragsvergabe. Ihre Beschwerde begründet die 

Beschwerdeführerin im Wesentlichen damit, dass das Angebot der Zu-

schlagsempfängerin mit dem dort vorgesehenen Deckensegel 'F._____' 

aus dem Vergabeverfahren hätte ausgeschlossen werden müssen, weil 

dieses Produkt im Gegensatz zu den von ihr angebotenen 'G._____'-

Elementen nicht die Schallabsorptionsklasse A erreichten. Weiter ist die 

Beschwerdeführerin der Ansicht, dass das Produkt der Marke 'F._____' 

eine grobkörnigere Oberfläche aufweise, was zu einem höheren Reini-

gungsaufwand führen würde. Im Zusammenhang mit dem Raumklima 

macht die Beschwerdeführerin zudem geltend, dass die Deckensegel der 

Marke 'F._____' nicht zertifiziert seien, während die 'G._____'-Modelle 

über verschiedene Umweltlabels verfügen würden. Schliesslich rügt die 

Beschwerdeführerin, dass die von der Zuschlagsempfängerin auf Verlan-

gen der Bauleitung zusätzlich eingereichten Referenzen nicht von ihr 

stammen würden.

4. Die Vergabebehörde (Beschwerdegegnerin) beantragte in ihrer Vernehm-

lassung vom 19. Juni 2017 kostenfällig die Abweisung der Beschwerde. 

Hinsichtlich der Rüge der mangelnden Schallabsorptionsklasse A des von 

der Zuschlagsempfängerin offerierten Produktes der Marke 'F._____' er-

klärte die Vergabebehörde, dass nach Einschätzung des Fachplaners das 

strittige Produkt der Marke 'F._____' aufgrund der ähnlichen Werte hin-

sichtlich Schallabsorption gleichwertig zu dem in der Ausschreibung aus-

gesetzten Produkt der Marke 'G._____' sei. Hinsichtlich Oberflächenbe-

schaffenheit weist die Beschwerdegegnerin darauf hin, dass diesbezüg-

lich in der Ausschreibung keinerlei Vorgaben gemacht worden seien. 

Auch in Bezug auf die Zertifizierungen der beiden Konkurrenzprodukte 

seien die Fachplaner davon ausgegangen, dass mit beiden Produkten die 

Minergie-ECO-Anforderungen erreicht werden könnten. Schliesslich hät-

ten die nachträglich eingeholten Referenzen durch den Bauleiter lediglich 

- 4 -

zur Überprüfung der technischen Vergleichbarkeit des von der Zuschlags-

empfängerin alternativ offerierten Produktes gedient; die Zuschlagsemp-

fängerin habe dabei darauf hingewiesen, dass die Referenzangaben di-

rekt von der Herstellerfirma stammen würden.

5. Gleichentags reichte die Zuschlagsempfängerin (Beigeladene) ihre Ver-

nehmlassung ein, in welcher sie ebenfalls die Abweisung der Beschwerde 

beantragte. Sie betont, dass in der Ausschreibung Varianten zugelassen 

waren. Die von ihr offerierten Deckensegel der Marke 'F._____' erfüllten 

sämtliche geforderten Spezifikationen des Leistungsbeschriebes. Beide 

Produkte seien hinsichtlich der Qualität in jeder Hinsicht gleichwertig, 

zeigten doch die Absorptionstabellen bei einer Abhängehöhe von 400 mm 

praktisch dieselben Werte. 

6. In ihrer Replik vom 28. Juni 2017 und den Dupliken vom 4. und 6. Juli 

2017 vertieften die Parteien ihre gegensätzlichen Standpunkte nochmals, 

wobei insbesondere die Prüf- und Zertifizierungsverfahren vertieft wurden.

7. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin reichte am 11. Juli 2017 sei-

ne Honorarnote ein.

Auf die weiteren Vorbringen und Argumente der Parteien wird, soweit 

erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen. 

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt ist vorliegend der Entscheid vom 18. Mai, mitgeteilt am 

23. Mai 2017, worin der Beschwerdegegner die Lieferung- und Montage-

arbeiten für die Deckenbekleidungen an der Bündner Kantonsschule an 

die erstplatzierte Zuschlagsempfängerin zum Preis von Fr. 148'576.40 er-

teilte. Die zweitplatzierte Firma wurde ausgeschlossen. Die ehemals dritt-

- 5 -

platzierte und neu zweitplatzierte Beschwerdeführerin hatte zum Aus-

führungspreis von Fr. 196'428.85 offeriert. Sie war mit der Auftragsverga-

be an die Zuschlagsempfängerin nicht einverstanden, weshalb sie sich 

am 6. Juni 2017 dagegen mit Beschwerde beim Verwaltungsgericht des 

Kantons Graubünden zur Wehr setzte und die Aufhebung des angefoch-

tenen Entscheids, die Erteilung des Zuschlags direkt an sie oder eventua-

liter die Rückweisung der Sache an den Beschwerdegegner zur Verfah-

renswiederholung beantragte. Beschwerdethemen sind der Nichtaus-

schluss der Zuschlagsempfängerin und damit die Rechtmässigkeit der 

Auftragsvergabe infolge bester Erfüllung sämtlicher Zuschlagskriterien 

gemäss Devis. 

2. Auf den konkreten Fall finden allseits unbestritten das kantonale Submis-

sionsgesetz (SubG; BR 803.300) mit zugehöriger Submissionsverordnung 

(SubV; BR 803.310) Anwendung. Nach Art. 25 Abs. 1 SubG kann gegen 

Verfügungen (und Entscheide) des Auftraggebers Beschwerde beim Ver-

waltungsgericht erhoben werden. Als durch selbständig anfechtbare Ver-

fügungen gelten dabei auch der Zuschlag und der Ausschluss von einem 

Submissionsverfahren (Art. 25 Abs. 2 lit. c SubG). In Art. 50 des Gesetzes 

über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) wird die Legitimati-

on zur Erhebung einer Beschwerde vor Verwaltungsgericht wie folgt um-

schrieben: Zur Beschwerde legitimiert ist, wer durch den angefochtenen 

Entscheid (inkl. Verfügungen) berührt ist und ein schutzwürdiges Interes-

se an seiner Aufhebung oder Änderung hat […]. Vorliegend ist die Be-

schwerdeführerin als unterlegene Zweitplatzierte ohne Zweifel zur Be-

schwerdeerhebung berechtigt, da sie durch die Nichtberücksichtigung ih-

res Angebots und den Nichtausschluss der Zuschlagsempfängerin einen 

finanziellen Nachteil erleidet und somit auch ein schutzwürdiges Interesse 

an der gerichtlichen Überprüfung und allfälligen Aufhebung des angefoch-

tenen Zuschlagsentscheids hat. Die Beschwerdeschrift ist überdies form- 

und fristgerecht (Art. 38 Abs. 1 VRG und Art. 26 Abs. 1 SubG) beim dafür 

- 6 -

zuständigen Verwaltungsgericht eingereicht worden, weshalb auf die Be-

schwerde einzutreten ist.

3. a) In materieller Hinsicht schreibt Art. 21 SubG vor, dass das 'wirtschaftlich 

günstigste Angebot' den Zuschlag erhält (Abs. 1). Es können dazu insbe-

sondere Kriterien wie Qualität, Preis, Erfahrung, Zweckmässigkeit, Termi-

ne, technischer Wert, Ästhetik, Betriebskosten, Nachhaltigkeit, Kreativität, 

Kundendienst, Infrastruktur […] berücksichtigt werden (Abs. 2). Der Auf-

traggeber gibt in der Ausschreibung oder in den Ausschreibungsunterla-

gen die zur Anwendung gelangenden Zuschlagskriterien mit ihrer Gewich-

tung oder der Reihenfolge ihrer Bedeutung bekannt (Abs. 3). 

b) Zum Ausschluss wird in Art. 22 lit. c SubG bestimmt, dass ein Angebot 

insbesondere dann von der Berücksichtigung ausgeschlossen wird, wenn 

der Anbieter ein Angebot einreicht, das unvollständig ist oder den Anfor-

derungen der Ausschreibung nicht entspricht (PETER GALLI/ANDRÉ MOSER/ 

ELISABETH LANG/MARC STEINER, Praxis des öffentlichen Beschaffungs-

rechts, 3. Aufl., Zürich 2013, N. 444 S. 200 und N. 466 S. 207/8). Nach 

gefestigter Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts wird ein strenger 

Massstab an das Erfordernis der Übereinstimmung zwischen den Grund-

lagen der Ausschreibung und den tatsächlich dargebotenen Offerten ge-

legt. Erwähnte Bestimmung will namentlich sicherstellen, dass nur 

vollständige und den Ausschreibungsunterlagen genügende Angebote 

berücksichtigt werden (PVG 2005 Nr. 33, 1999 Nr. 61 und 1997 Nr. 60). 

Den Anbietern soll damit gewährleistet werden, dass keiner der Wettbe-

werbsteilnehmer bevorteilt wird bzw. alle mit gleich langen Spiessen 

kämpfen, während für die Vergabebehörde anderseits damit eine klare, 

übersichtliche und zu keinen Diskussionen Anlass gebende Ausgangsla-

ge geschaffen wird (PVG 1998 Nr. 55, 1997 Nr. 60, 1991 Nr. 9). Diese 

streng gehandhabte Praxis gilt aber nicht mehr unbesehen. So kann sich 

aus dem Verbot des überspitzten Formalismus eine Pflicht der Behörde 

ergeben, den Privaten von Amtes wegen auf Verfahrensfehler hinzuwei-

- 7 -

sen, welche er begangen hat oder die er im Begriff ist zu begehen. Diese 

Pflicht setzt voraus, dass der Fehler leicht zu erkennen ist und rechtzeitig 

behoben werden kann (BGE 125 I 166 E.3a mit Hinweisen; Zwischenent-

scheid des Bundesverwaltungsgericht B-1774/2006 vom 13. März 2007 

E.3.2 mit Hinweisen). Grundsätzlich besteht ein gewisser Ermessens-

spielraum der Vergabestelle, ob sie ein unvollständiges Angebot von der 

Vergabe überhaupt ausschliessen oder aber die fehlenden Angaben und 

Unterlagen nachträglich noch einholen bzw. vorhandene Unklarheiten 

durch entsprechende Rückfragen beseitigen will. Die Vergabebehörde 

muss aber vermeiden, dass mit der nachträglichen Behebung des Man-

gels eine Ungleichbehandlung oder Bevorzugung einzelner Anbieter ent-

steht. Die Tendenz in Lehre und Rechtsprechung geht denn auch dahin, 

in Beachtung des Gleichbehandlungsgebots in solchen Fällen eine stren-

ge Haltung einzunehmen und auch in nur geringem Masse unvollständige 

oder veränderte Angebote konsequent von der Vergabe auszuschliessen. 

Von einem überspitzten Formalismus ist eher dann auszugehen, wenn 

der Mangel auf eine Unklarheit der Ausschreibungsunterlagen oder ein of-

fensichtliches Versehen des Anbieters zurückzuführen ist, als wenn er 

von diesem bewusst in Kauf genommen wurde (vgl. Urteil des Verwal-

tungsgerichts des Kantons Zürich VB.2011.00581 vom 7. März 2012 

E.4.1 mit Hinweisen). Seitens der Vergabebehörden ist namentlich auch 

dort eine gewisse Zurückhaltung geboten, wo die fehlenden Angaben oh-

ne grossen Aufwand durch diese selbst ergänzt werden können oder die 

Bewertung der Wirtschaftlichkeit eines Angebots nicht im Entferntesten 

von diesen Angaben abhing (Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons 

Graubünden [VGU] U 01 113 vom 13. November 2001 E.1 mit weiteren 

Hinweisen). Diese Zurückhaltung drängt sich auch nach Massgabe des 

Verhältnismässigkeitsgrundsatzes auf (PVG 2000 Nr. 71, 1999 Nr. 59). 

Gerade mit Blick auf die Ziele des neuen öffentlichen Beschaffungsrech-

tes, nämlich die Förderung des wirksamen Wettbewerbes unter den An-

bietern, die Gewährleistung der Gleichbehandlung aller Anbieter und die 

Sicherstellung der Transparenz der Vergabeverfahren sowie die wirt-

- 8 -

schaftliche Verwendung öffentlicher Mittel, wäre es unverhältnismässig, 

Angebote infolge untergeordneter Mängel im soeben umschriebenen Sin-

ne vom Wettbewerb auszuschliessen. Dadurch würde Anbietern mit an 

sich tauglichen Angeboten der Marktzugang verweigert, also die ein-

schneidendste Sanktion des Beschaffungsrechtes ergriffen, was nicht nur 

eine ungeeignete, nicht notwendige und über die erwähnten Ziele hinaus-

gehende Massnahme wäre, sondern diesen Zielen geradezu zuwiderliefe. 

Denn durch den Ausschluss an sich wirtschaftlich günstiger, aber mit klei-

neren Mängeln behafteter Angebote würde der Wettbewerb verzerrt und 

wäre die wirtschaftliche Verwendung öffentlicher Mittel nicht mehr ge-

währleistet. Dies würde darüber hinaus – wie erwähnt – gegen die Ver-

fassungsgrundsätze der Verhältnismässigkeit und des Verbotes des über-

spitzten Formalismus verstossen. Das gilt auch und gerade im Bereich 

von Formvorschriften. Die Formvorschriften des Submissionsrechtes sind 

nicht Selbstzweck (GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O. N. 446 S. 201). Sie 

stehen vielmehr im Dienste der Verwirklichung des materiellen Vergabe-

rechtes und sollen insbesondere zur Umsetzung der Ziele und Grundsät-

ze des öffentlichen Beschaffungsrechtes beitragen. Die Frage, ob ein mit 

Mängeln behaftetes Angebot vom Wettbewerb auszuschliessen ist oder 

nicht, kann dabei nicht in generell-abstrakter Weise beantwortet werden, 

sondern ist anhand der konkreten Umstände des Einzelfalles nach Mass-

gabe der übergeordneten Grundsätze zu prüfen (PVG 2001 Nr. 41; VGU 

U 17 7 vom 22. März 2017 E. 3b, U 10 85 vom 14. September 2010 E.1b). 

c) Im Lichte dieser Vorgaben gilt es im konkreten Fall insbesondere zu den 

Einwänden und Rügen der Beschwerdeführerin betreffend ungenügende 

Akustikeigenschaften/Schallabsorption (vgl. E.4, nachfolgend), vermehrter 

Reinigungsaufwand (E.5), fehlende Zertifizierung (E.6) und keine Refe-

renzen (E.7) für das von der Zuschlagsempfängerin alternativ offerierte 

Deckensegel der Marke 'F._____' Stellung zu nehmen und unter Einzug 

der Argumente der Parteien vom streitberufenen Gericht zu entscheiden.

- 9 -

4. a) Die Beschwerdeführerin kritisiert zum einen, dass die Ausschreibungsun-

terlagen hinsichtlich der Möglichkeit, gleichwertige andere Produkte offe-

rieren zu dürfen, fehlerhaft sei, weil auf diese Möglichkeit nicht unter der 

spezifischen Offertposition (NPK 652 Position 531.001) hingewiesen wur-

de, sondern nur allgemein unter der NPK 102 Position R 250.930 und der 

Projektleiter der Beschwerdeführerin auf Nachfrage abgeraten habe, ein 

Alternativprodukt zu offerieren; zum anderen sei das von der Zuschlags-

empfängerin alternativ offerierte Produkt der Marke 'F._____' nicht 

annähernd gleichwertig zu den in der Ausschreibung aufgeführten 

'G._____'-Elementen, was den Ausschluss des Alternativ-Angebots der 

Zuschlagsempfängerin zur Folge haben müsse; insbesondere würden die 

'F._____'-Platten die Schallabsorptionsklasse A nicht erreichen, die im 

Devis erwähnten 'G._____'-Elemente hingegen schon. In den Ausschrei-

bungsunterlagen sei unmissverständlich gefordert worden, dass das ein-

gesetzte Produkt die Akustikeigenschaften der Schallabsorptionsklasse A 

nach EN ISO 11645 zu erfüllen habe. 

Der Beschwerdegegner bestreitet zunächst den Vorwurf, der Bauleiter 

hätte untersagt, alternative Produkte zu offerieren. Weiter weist er darauf 

hin, dass die beiden Produkte gemäss deren technischen Datenblättern 

ähnliche Werte hinsichtlich Schallabsorption (nach DIN EN ISO 354) auf-

weisen würden. Entgegen der Behauptung der Beschwerdeführerin wür-

den aber in den Datenblättern weder beim einen noch beim anderen die-

ser runden Deckensegeltypen eine geprüfte Schallabsorptionsklasse an-

gegeben. Der Fachplaner sei jedoch davon ausgegangen, dass beide die 

in den Ausschreibungsunterlagen verlangte Schallabsorptionsklasse A er-

reichten, weil die typengleichen rechteckigen Deckenmodelle beider Mar-

ken jeweils über ein Prüfzeugnis gemäss EN ISO 11654 verfügten, worin 

jeweils die geforderte Schallabsorptionsklasse A attestiert würde. Zudem 

ergäben sich bei einem Vergleich der Berechnung der Nachhallzeiten der 

massgebenden Räume für beide Produkte ähnliche Nachhallzeiten und 

auch die Mindestanforderungen an den Schallschutz im Hochbau gemäss 

SIA-Norm 181 seien laut dem beauftragten Akustikexperten eingehalten.

- 10 -

Die Zuschlagsempfängerin weist darauf hin, dass die Deckensegel 

'G._____' von der EMPA nie einzeln geprüft worden seien, sondern nur 

als System in einer bestimmten Anordnung, und auch dort nur rechtecki-

ge Elemente und nicht runde wie offeriert. Hingegen seien beide Produkte 

nach der Methode EN ISO 354/2003 getestet und hätten fast identische 

Resultate erzielt, was Gleichwertigkeit der Produkte bedeute.

b) In Würdigung der gegenteiligen Vorbringen und Argumente der Parteien 

ist das Gericht hier zur Auffassung gelangt, dass zuerst eine Klarstellung 

bezüglich der massgebenden Ausschreibungsunterlagen erfolgen muss. 

Richtig ist dazu, dass in den Ausschreibungsunterlagen zwar das spezifi-

sche Produkt 'G._____' ausgeschrieben war (NPK 652 Position 531.001), 

es den Anbietern aber ausdrücklich offen stand, anstelle der namentlich 

aufgeführten Produkte auch noch andere, gleichwertige Konkurrenzpro-

dukte zu offerieren, unter Angabe von deren genauer Bezeichnung. Der 

Nachweis der Gleichwertigkeit solcher Produkte liegt beim Unternehmer 

und muss vor der Ausführung durch die Bauleitung genehmigt werden 

(NPK 102 Position R 250.930). Die Zuschlagsempfängerin hat sodann 

das vom Beschwerdegegner ausgesetzte runde Deckensegel 'G._____' 

gemäss Amtsvorschlag offeriert und zusätzlich auf einem Beiblatt ein we-

sentlich günstigeres Konkurrenzprodukt 'F._____ Optima L. Canop rund' 

als Alternative angeboten. Der weiter vorgebrachte Einwand der Be-

schwerdeführerin, der Bauleiter habe ihr vom Offerieren eines Alternativ-

produktes abgeraten, erweist sich aus Sicht des Gerichts aufgrund der 

klaren Vorgaben in den Ausschreibungsunterlagen als nicht stichhaltig 

und irrelevant. Was der Beschwerdegegner sodann hinsichtlich der Prü-

fungszeugnisse vorbringt, stimmt mit den eingelegten Dokumenten (Da-

tenblättern, Berechnungen) überein. Offensichtlich gibt es bezüglich der 

Bewertung der Schallabsorption verschiedene Prüf- und Zertifizierungs-

verfahren. Wichtig erscheint dem Gericht diesbezüglich der Hinweis der 

Zuschlagsempfängerin, dass es auch für das von der Beschwerdeführerin 

offerierte Produkt keinen (Einzel-)Nachweis für die Schallabsorptionsklas-

- 11 -

se A gibt, sondern bloss einen Test der EMPA für ein System von vier 

Stück G._____-Deckensegel Rectangle (rechteckig) mit Formaten 2400 x 

1200 mm in einem Abstand von 100 mm. Der Vorwurf der Beschwerde-

führerin, für die von der Zuschlagsempfängerin offerierten 'F._____' läge 

keine Zertifizierung vor, trifft somit genau gleich auf ihr eigenes Produkt 

zu. Der Beschwerdegegner konnte aufgrund der Datenblätter der beiden 

Produkte, welche beide eine Schallabsorption gemäss DIN EN ISO 354 

mit einer äquivalenten/gleichwertigen Absorptionsklasse pro Objekt auf-

weisen, dennoch aufgrund von Berechnungen eine Aussage über die 

Schallabsorption machen. Es kann bezüglich der ausgewiesenen und be-

rechneten Akustikeigenschaften deswegen davon ausgegangen werden, 

dass beide Produkte die in der Ausschreibung verlangte Schallabsorpti-

onsklasse A erfüllen und somit das Produkt 'F._____' als gleichwertig zum 

Produkt 'G._____' angesehen werden darf. Ein Blick auf das Prüfsystem, 

die Situation in den Datenblättern und die detaillierten Berechnungen des 

Beschwerdegegners zeigt, dass durchaus von der Gleichwertigkeit der of-

ferierten Deckenbekleidungsmodelle ausgegangen werden darf (vgl. dazu 

beschwerdegegnerische Akten [Bg-act.] 7 S. 9 und Bg-act. 8 S. 9). Wie 

der Bewertungstabelle des Beschwerdegegners leicht nachvollziehbar zu 

entnehmen ist, wurde die Beschwerdeführerin unter dem Zuschlagskrite-

rium 2 (Qualität mit Gewichtung 30 %) mit 9 Punkten (3.00 x 30 %) zudem 

gar noch höher bewertet als die Zuschlagsempfängerin, welche lediglich 

mit 4.98 Punkten (1.66 x 30 %) bewertet wurde. Der Preisunterschied von 

Fr. 47'852.45 (+ 32.21 % teureres Angebot der Beschwerdeführerin) liess 

die Bewertung beim Hauptkriterium 1 (Preis mit Gewichtung 70 %) jedoch 

eindeutig zu Gunsten der Zuschlagsempfängerin ausfallen, weil diese dort 

mit 21 Punkten (3.00 x 70 %) bewertet wurde, während die Beschwerde-

führerin gemäss Bewertungsskala mit 0.00 Punkten bewertet wurde, was 

letztlich ausschlaggebend für das bessere Schlussresultat der Zuschlags-

empfängerin mit 25.98 Punkten (4.98 + 21) im Vergleich zur Beschwerde-

führerin mit total 9.00 Punkten (9.00 + 0.00) war (vgl. im Detail: Bg-act. 4).

- 12 -

5. a) In Bezug auf den angeblich erhöhten Reinigungsaufwand des von der 

Zuschlagsempfängerin alternativ offerierten 'Zwischendeckenmodells' rügt 

die Beschwerdeführerin, dass dieses Produkt der Marke 'F._____' eine 

grobkörnige Oberfläche aufweise, was häufigere Reinigungsarbeiten nach 

sich ziehe. Das von ihr offerierte Produkt 'G._____' verfüge dagegen über 

eine homogene, allseitige Oberfläche, was rückseitige Verstaubungen mi-

nimiere. Aufgrund dieser vorteilhaften Eigenschaften sei es möglich, das 

Deckensegelmodell 'G._____' bei Bedarf wöchentlich feucht zu reinigen.

Der Beschwerdegegner hält dem entgegen, dass die Ausschreibungsun-

terlagen bezüglich Oberflächenstruktur keinerlei Vorgaben enthielten. Die 

Verstaubung dürfte bei beiden Produkten in etwa gleichermassen anfal-

len, wobei diese an der unteren und somit sichtbaren Seite der Decken-

segel ohnehin minimal ausfalle. Auch bezüglich Reinigungsaufwand gäbe 

es keine Vorgaben; ausserdem entspreche eine wöchentliche Reinigung 

der Deckenplatten in der Praxis keinem ausgewiesenen Bedürfnis.

b) Nach Auffassung des streitberufenen Gerichts mag es zutreffend sein, 

dass das von der Beschwerdeführerin offerierte Produkt hinsichtlich der 

Staubablagerungen oder Reinigungsmöglichkeiten über die besseren Ei-

genschaften verfügt als das Konkurrenzprodukt. Da diesbezüglich seitens 

des Beschwerdegegners aber keine Vorgaben gemacht worden sind und 

eine erleichterte Deckenreinigung auch keinem praktischen Bedürfnis 

entspricht, hat diese Mehreignung keinerlei Auswirkungen, welche für die 

umstrittene Auftragsvergabe punktemässig von Bedeutung wären. Mit der 

Rüge eines erhöhten Pflege- und Verwaltungsaufwands des alternativ of-

ferierten Deckenmodells dringt die Beschwerdeführerin somit nicht durch.

6. a) In Bezug auf das Raumklima bringt die Beschwerdeführerin vor, dass die 

'F._____'-Platten in dieser Hinsicht nicht zertifiziert seien. Demgegenüber 

hätten die 'G._____'-Platten die finnische Emissionsklassifizierung M1, 

das französische VOC-Label A1, das Label des schwedischen Asthma- 

und Allergieverbands, das dänische Raumklimazertifikat DIM sowie das 

- 13 -

Label der California Emission Regulation CDPH erhalten. Insbesondere 

dem VOC-Label A+ lägen Konzentrationsgrenzen für Formaldehyd und 

10 weitere Einzelsubstanzen zugrunde. Gerade die Formaldehydkonzen-

tration sei von grosser Wichtigkeit, da sich im fraglichen Montagebereich 

(Bibliothek/Mediathek) mit Kindern und Jugendlichen auf Umwelteinflüsse 

besonders anfällige Personen aufhalten würden. 

Der Beschwerdegegner weist darauf hin, dass im Leistungsverzeichnis 

auf den Umstand hingewiesen worden sei, dass der Neubau mit dem 

Nachhaltigkeitslabel Minergie-P-ECO zertifiziert werden solle, weshalb 

dieses Label zur Submissionsgrundlage erklärt wurde (NPK 652 Position 

0312.130). Die das Raumklima betreffenden Kriterien müssten mit Raum-

luftmessungen nach Abschluss der Bauarbeiten nachgewiesen werden. 

Die verschiedenen umwelt- und gesundheitsrelevanten Zertifikate der 

Akustikplatten-Hersteller könnten deshalb nicht als Nachweis beigezogen 

werden, weil die Prüfungskriterien nicht identisch zu den Minergie-ECO-

Grenzwerten seien. Immerhin könnten aber die Labels als Richtwerte für 

einen Vergleich dienen, wobei das von der Beschwerdeführerin aufge-

führte VOC-Label auf Herstellerangaben basiere, also durch kein unab-

hängiges Institut erstellt oder geprüft worden sei. Vorliegend machten 

beide Hersteller Angaben zu verschiedenen Labels, u.a. beide zum 

französischen VOC-Label, wobei hier das 'G._____'-Produkt die Emissi-

onsklasse A+ einhalte, das 'F._____'-Produkt dagegen die Emissions-

klasse A. Aus dem Umstand, dass das 'F._____'-Produkt nur die zweit-

beste Emissionsklasse erreiche, könne aber nicht gefolgert werden, dass 

damit insgesamt die Minergie-ECO-Anforderungen im Neubau nicht er-

reicht werden könnten.

b) Das streitberufene Gericht ist der Meinung, dass es auch hier nicht darum 

geht, dass Submissionsvorgaben verletzt worden wären. Der Beschwer-

degegner weist in diesem Sachzusammenhang zu Recht darauf hin, dass 

er bezüglich der Zertifizierung klar einen nicht produktebezogenen Ansatz 

gewählt hat, sondern einen resultatbezogenen. Dies gibt ihm einen erheb-

- 14 -

lichen Spielraum hinsichtlich der Auswahl der einzusetzenden Produkte, 

so auch in Bezug auf die Akustikplatten. Es trifft zudem nicht zu, dass das 

'F._____'-Produkt über keine Zertifizierung verfügt. In dem von beiden 

Herstellern ausgewiesenen französischen VOC-Label erreicht das von 

der Beschwerdeführerin eingesetzte Produkt die höchste Emissionsklasse 

A+, dasjenige der Zuschlagsempfängerin immerhin die zweithöchste Klas-

se A. Gleich wie der Beschwerdegegner ist auch das Gericht der Ansicht, 

dass aufgrund dieser eher geringfügigen Differenzen und gestützt auf die 

Angaben in den Produkteblättern deshalb zulässigerweise davon ausge-

gangen werden durfte, auch mit dem 'F._____'-Produkt letztendlich die 

angestrebte Minergie-ECO-Zertifizierung erreichen zu können. Eine Mehr-

eignung des von der Beschwerdeführerin eingesetzten Produktes scheint 

dem Gericht zwar ausgewiesen, doch hat diese auch hier keine entschei-

denden Auswirkungen auf die vorliegend strittige Auftragsvergabe.

7. a) Weiter rügt die Beschwerdeführerin den Umstand, dass die Zuschlags-

empfängerin auch keine eigenen Referenzen für das Alternativprodukt der 

Marke 'F._____' vorweisen könne, sondern lediglich Angaben des Liefe-

ranten aufgeführt habe. Dieser Mangel hätte ebenfalls zum Ausschluss 

der Offerte führen müssen. 

Der Beschwerdegegner weist darauf hin, dass in den Ausschreibungsun-

terlagen nicht gefordert gewesen sei, dass die Anbieter mit jedem von ih-

nen offerierten Produkten bereits selbst einmal gearbeitet haben mussten. 

Vielmehr seien allgemein Referenzen zur Installation von Produkten in 

ähnlichen Objekten in den letzten fünf Jahren nachgefragt worden. Dabei 

habe die Zuschlagsempfängerin zwei Referenzen angegeben, wofür sie 

einen Punkteabzug beim Zuschlagskriterium 'Qualität' gegenüber der Be-

schwerdeführerin erhielt, die drei gültige Referenzen angeben konnte. 

b) Aus rechtlicher Perspektive gilt es hierzu festzuhalten, dass der Nachweis 

von Referenzen hier nicht als Eignungskriterium ausgestaltet ist, sondern 

als Zuschlagskriterium (Referenzen als Teil des Zuschlagskriteriums 2 

- 15 -

'Qualität'). Somit steht von Beginn weg nicht ein Ausschluss zur Debatte, 

sondern die Benotung. Das Gericht geht mit dem Beschwerdegegner ei-

nig, dass vorliegend mit den Referenzen die Erfahrung der Anbieter in der 

Installation von Akustikplatten in vergleichbaren Bauten bewertet werden 

sollte, und nicht etwa die Erfahrung mit einem bestimmten Produkt. Wür-

den alle Submittenten eine produktespezifische Erfahrung verlangen, so 

könnten im Ergebnis gar keine neuen Produkte mehr angeboten werden. 

Auch diese Rüge der Beschwerdeführerin ist infolgedessen unbegründet.

8. Das Gericht resümiert somit (als Fazit) des bisher Gesagten, dass wegen 

des enormen Punktevorsprungs der Zuschlagsempfängerin im Preiskrite-

rium mit 21 Punkten – wobei alle anderen Anbieter laut Bewertungstabelle 

0 Punkte bei insgesamt 30 möglichen Punkten (21 + 9 Punkte) erhielten – 

die zweitplatzierte Beschwerdeführerin notgedrungen auf den Ausschluss 

der Zuschlagsempfängerin abzielen musste, da ihr eine bloss tiefere Be-

wertung im Schlussergebnis nichts gebracht hätte (s. Tabelle; Bg-act. 4). 

Da sie gleichzeitig im Zuschlagskriterium 'Qualität' als einzige die Höchst-

note 3 und damit nach Berücksichtigung der Gewichtung insgesamt 9 

Punkte erhielt (3.00 x 30 %) – während die Zuschlagsempfängerin hier 

lediglich 4.98 Punkte (1.66 x 30 %) erzielte – konnte sie anderweitig auch 

nicht eine höhere Bewertung ihres Produktes anstreben. Die Behandlung 

der Rügen zeigt jedoch, dass es keinerlei Ausschlussgründe gegen die 

Zuschlagsempfängerin bzw. das von ihr offerierte Alternativ-Produkt gibt, 

sondern höchstens gewisse Nachteile gegenüber dem Angebot der Be-

schwerdeführerin. Diese Nachteile sind aber in sachlich begründeter und 

nachvollziehbarer Weise in die Bewertung des Zuschlagskriteriums 'Qua-

lität' eingeflossen. Zu vertiefter Diskussion Anlass gegeben haben die 

Prüf- und Zertifizierungsmethoden für die Schallabsorption. Streng ge-

nommen haben diesbezüglich weder das eine noch das andere Produkt 

die Vorgaben in den Ausschreibungsunterlagen erfüllt, wobei allerdings 

fraglich ist, ob der Beschwerdegegner eine sinnvolle Vorgabe gemacht 

hat. Auf jeden Fall hat der Beschwerdegegner danach aber mittels Be-

- 16 -

rechnungen und Einschätzungen eine Aussage zu der in der Ausschrei-

bung vorgegebenen Schallabsorptionsklasse A machen können und so-

mit die Gleichwertigkeit der offerierten Produkte ausweisen und glaubhaft 

darlegen können. 

9. a) Der angefochtene Vergabeentscheid vom 18./23. Mai 2017 ist somit rech-

tens und schützenswert, was zu seiner Bestätigung und folgerichtig zur 

Abweisung der dagegen erhobenen Beschwerde vom 6. Juni 2017 führt.  

b) Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten gestützt auf 

Art. 73 Abs. 1 VRG der Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Angesichts des 

nicht sehr hohen Auftragswertes sowie der mittleren Komplexität des Fal-

les erachtet das Gericht ermessensweise eine Staatsgebühr in der Höhe 

von Fr. 3'000.-- für angemessen und gerechtfertigt. Eine Parteientschädi-

gung steht dem Beschwerdegegner nach Art. 78 Abs. 2 VRG nicht zu, da 

er lediglich in seinem Wirkungskreis obsiegte. Die Zuschlagsempfängerin 

erhält praxisgemäss ebenfalls keine aussergerichtliche Entschädigung, da 

sie ihre Rechte im eigenen Interessen ohne Anwalt wahrnahm und ihr 

somit keine Mehrkosten entstanden sind (Art. 78 Abs. 1 VRG).

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 3'000.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 371.--

zusammen Fr. 3'371.--

- 17 -

gehen zulasten der A._____ und sind innert 30 Tagen seit Zustellung die-

ses Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, 

zu bezahlen.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]