# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7c8ea076-d93e-5372-9771-e28e4085d3eb
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-06-27
**Language:** de
**Title:** Direkte Bundessteuer 2008 - 2012 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2008 - 2012
**Docket/Reference:** DB.2017.170
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_DB_2017_170_jc.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

2. Abteilung 

2 DB.2017.170 
2 ST.2017.215 

Entscheid 

27. Juni 2018 

Mitwirkend: 

Einzelrichter Christian Mäder und Gerichtsschreiber Hans Heinrich Knüsli 

A ,    

In Sachen 

gegen 

Beschwerdeführer/ 
Rekurrent,  

1.  S c h w e i z e r i s c h e   E i d g e n o s s e n s c h a f t ,    

2.  S t a a t   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Bau,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Beschwerdegegnerin,  

Rekursgegner,  

betreffend 

Direkte Bundessteuer 2008 - 2012 sowie  
Staats- und Gemeindesteuern 2008 - 2012 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A.  1.  A  (nachfolgend  der  Pflichtige) ist  Eigentümer  der  Liegenschaft  Vers.Nr. 

…, …strasse 2/4/4a, B, C. Bei dieser handelt es sich um ein Bauernhaus aus dem Jahr 

1899,  das  aus  folgenden  Einheiten  besteht:  …strasse  2:  vom  Pflichtigen  selbst  be-

wohnt; …strasse 4: im Jahr 2007 umgebauter Scheunenteil mit drei Wohnungen [ver-

mietet];  …strasse  4a:  Hausteil  [vermietet].  Die  Hauswartung  und  Verwaltung  besorgt 

nach Angaben  des Pflichtigen die  D GmbH  mit Sitz in  E. Diese hat ein Stammkapital 

von  Fr.  20'000.-,  wovon  Fr.  19'000.-  der  Pflichtige  und  Fr.  1'000.-  F  aufgebracht  hat. 

Gemäss  eigenen  Angaben  beschäftigt  die  GmbH  den  Pflichtigen  als  einzigen  Ange-

stellten.  

In  den  jeweiligen  Steuererklärungen  2008  bis  2012  deklarierte  der  Pflichtige 

mit Bezug auf seine Liegenschaft Folgendes: 

2008 
Eigenmiete 
Mietertrag 
Unterhalts-/Betriebskosten 
Umbaukosten (werterhaltend) 
Verbleibender Ertrag   

2009 
Eigenmiete 
Mietertrag 
Betriebs-/Nebenkosten 
Unterhalt/Abgaben 
Verbleibender Ertrag   

2010 
Eigenmiete 
Mietertrag 
Betriebs-/Nebenkosten 
Unterhalt/Abgaben 
Verbleibender Ertrag   

2011 
Eigenmiete 
Mietertrag 
Betriebs-/Nebenkosten 
Unterhalt/Abgaben 
Verbleibender Ertrag   

(in Fr.) 
12'930.- 
89'260.- 
       ./. 18'306.- 
     ./. 103'725.- 
       ./. 19'841.- 

(in Fr.) 
        0.- 
         100'920.- 
       ./. 13'685.- 
       ./. 41'476.- 
           45'759.- 

(in Fr.) 
        0.- 
         100'920.- 
       ./. 13'685.- 
       ./. 43'399.- 
           43'326.- 

(in Fr.) 
        0.- 
           73'633.- 
       ./. 14'663.- 
       ./. 40'044.- 
           18'926.- 

2 DB.2017.170 
2 ST.2017.215 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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(in Fr.) 
        0.- 
           65'760.- 
       ./. 15'579.- 
       ./. 37'613.- 
           12'568.- 

2012 
Eigenmiete 
Mietertrag 
Betriebs-/Nebenkosten 
Unterhalt/Abgaben 
Verbleibender Ertrag   

Die  Deklaration  gab  u.a.  mit  Bezug  auf  die  Liegenschaft  zu  verschiedenen 

Fragen Anlass. So fehlte in den Jahren 2009 bis 2012 die Eigenmiete vollständig. Des 

Weiteren hatte der Pflichtige nur die Nettomietzinsen  (ohne Nebenkosten) aufgeführt, 

obwohl er jeweils in der Position "Betriebs-/Nebenkosten" auch Nebenkosten vom Er-

trag abzog. In den Jahren 2009 und 2010 hatte der Pflichtige in den der Steuererklä-

rung  beigelegten  Aufstellungen  pauschal  einen  Betrag  von  je  Fr.  36'088.-  für  "Unter-

halt/Hauswartung" eingesetzt; in den Jahren 2011 und 2012 belief sich dieser Posten 

auf je Fr. 32'900.-. Schliesslich hatte es der Pflichtige versäumt, bei den Betriebs-/Ne-

benkosten einen adäquaten Anteil der Eigenmiete zuzurechnen; denn gewisse Neben-

kosten  stellen  bei  selbstbewohnten  Liegenschaften  nicht  abzugsfähige  Lebenshal-

tungskosten dar. 

2. Das kantonale Steueramt verlangte mit Auflagen vom 25. Oktober 2013 und 

9.  November  2015  ergänzende  Unterlagen,  u.a.  auch  zu  den  Liegenschaftenkosten. 

Dabei  stellte  sich  heraus,  dass  die  D  GmbH  für  verschiedene  Dienstleistungen  (Lie-

genschaftenverwaltung, Hauswartung, Unterhalt) jeweils jährlich pauschal einen Betrag 

von  Fr.  36088.-  bzw.  Fr.  32'900.-  in  Rechnung  gestellt  hatte.  Am  8.  Februar 2016  er-

liess die Steuerkommissärin die Veranlagungsverfügungen direkte Bundessteuer 2008 

bis  2012  sowie  die  Einschätzungsentscheide  Staats-  und  Gemeindesteuern  2008  bis 

2012. Darin nahm sie zahlreiche Korrekturen der Steuererklärungen vor, so auch beim 

deklarierten Liegenschaftenertrag und -unterhalt. Insbesondere liess sie in den Jahren 

2010 bis 2012 die Rechnungen der D GmbH nicht zum Abzug zu. 

B. 1. Hiergegen erhob der Pflichtige am 6. März 2016 Einsprache. Mit Auflage 

vom  31.  März  2016  stellte  das  kantonale  Steueramt  verschiedene  Fragen,  darunter 

auch zum Liegenschaftenunterhalt. Hierzu äusserte sich der Pflichtige am 1. Mai 2016. 

Mit einer weiteren Auflage vom 17. Januar 2017 verlangte die Amtsstelle Mietverträge, 

Änderungen derselben und Nebenkostenabrechnungen. Daraufhin reichte der Pflichti-

ge  am  22.  Februar  2017  zusätzliche  Unterlagen  ein.  Am  13.  März  2017  erging  aber-

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mals  eine  Auflage,  worin  das  kantonale  Steueramt  einen  belegmässigen  Nachweis 

sämtlicher  Unterhaltskosten  für  2008  bis  2012  verlangte.  Am  15.  April  2017  machte  

der  Pflichtige  ergänzende  Ausführungen  und  übermittelte  verschiedene  Unterlagen, 

darunter eine Vereinbarung zwischen ihm und der D GmbH betreffend die Verwaltung 

und Hauswartung der Liegenschaft. Am 3. Mai 2017 mahnte das kantonale Steueramt 

die Auflage, worauf der Pflichtige am 22. Mai 2017 Aufstellungen über "Ausgaben Lie-

genschaft" für die Jahre 2008 bis 2012 einreichte. 

2.  Am  22.  August  2017  hiess  das  kantonale  Steueramt  die  Einsprachen  teil-

weise gut und setzte die Steuerfaktoren wie folgt fest: 

Steuerperiode 2008 

Direkte Bundessteuer           Staats- und Gemeindesteuern 

Steuerbares Einkommen 
Steuerbares Vermögen 

         Fr.  

68'500.- 

Fr. 
67'800.- 
40'000.- 

Steuerperiode 2009 

Direkte Bundessteuer           Staats- und Gemeindesteuern 

Steuerbares Einkommen 
Steuerbares Vermögen 

         Fr.  

69'000.- 

Fr. 
68'300.- 
0.- 

Steuerperiode 2010 

Direkte Bundessteuer           Staats- und Gemeindesteuern 

Steuerbares Einkommen 
Steuerbares Vermögen 

         Fr.  

92'700.- 

Fr. 
92'000.- 
0.- 

Steuerperiode 2011 

Direkte Bundessteuer           Staats- und Gemeindesteuern 

Steuerbares Einkommen 
Steuerbares Vermögen 

         Fr.  

67'700.- 

Fr. 
67'000.- 
0.- 

Steuerperiode 2012 

Direkte Bundessteuer           Staats- und Gemeindesteuern 

Steuerbares Einkommen 
Steuerbares Vermögen 

         Fr.  

85'500.- 

Fr. 
84'600.- 
0.-. 

2 DB.2017.170 
2 ST.2017.215 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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Den Ertrag aus der Liegenschaft bemass die Amtsstelle wie folgt: 

Steuerperiode 2008 
Erträge (netto, ohne Nebenkosten, inkl. Eigenmietwert 
Umbaukosten  
Unterhalts- und Betriebskosten (geschätzt nach pflichtgemässem 
Ermessen i.S.v. Art. 130 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die direkte 
Bundessteuer vom 14. Dezember 1990 [DBG] bzw. § 139 Abs. 2 des 
Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 [StG] auf 20% der Nettoerträge)      ./.    25'608.- 
       ./.   16'585.- 
Liegenschaftenertrag 2008 

(in Fr.) 
111'120.- 
        ./. 102'097.- 

(in Fr.) 
Steuerperiode 2009 
116'270.- 
Erträge (netto, ohne Nebenkosten, inkl. Eigenmietwert 
Unterhalts- und Betriebskosten (geschätzt wie vorstehend)                  ./.    25'608.- 
   (recte: 24'782.-) 
              90'662.- 

Liegenschaftenertrag 2009 

(in Fr.) 
Steuerperiode 2010 
Erträge (netto, ohne Nebenkosten, inkl. Eigenmietwert 
128'040.- 
Unterhalts- und Betriebskosten (geschätzt wie vorstehend)                  ./.    25'608.- 
            102'432.- 
Liegenschaftenertrag 2010 

(in Fr.) 
Steuerperiode 2011 
100'320.- 
Erträge (netto, ohne Nebenkosten, inkl. Eigenmietwert 
Unterhalts- und Betriebskosten (geschätzt wie vorstehend)                  ./.    24'048.- 
              76'272.- 
Liegenschaftenertrag 2011 

(in Fr.) 
Steuerperiode 2012 
Erträge (netto, ohne Nebenkosten, inkl. Eigenmietwert 
  94'680.- 
Unterhalts- und Betriebskosten (geschätzt wie vorstehend)                  ./.    24'048.- 
              70'632.-. 
Liegenschaftenertrag 2012 

C.  Mit  Beschwerde  und  Rekurs  vom  19./20.  September  2017  beantragte  der 

Pflichtige dem Steuerrekursgericht, die Unterhalts- und Betriebskosten – unter Zuspre-

chung  einer  Parteientschädigung  –  für  die  genannten  Steuerperioden  in  folgendem 

Umfang  zu  gewähren:  2008:  Fr.  35'977.55;  2009:  Fr.  37'034.09;  Steuerperiode  2010: 

Fr.  40'029.03;  2011:  Fr.  37'209.90;  2012:  Fr.  36'836.20.  Dementsprechend  sei  das 

steuerbare Einkommen wie folgt festzusetzen (das steuerbare Vermögen ist unbestrit-

ten): 

Steuerperiode 2008 

Direkte Bundessteuer           Staats- und Gemeindesteuern 

Steuerbares Einkommen 

        Fr.   

58'100.- 

    Fr. 
57'400.- 

2 DB.2017.170 
2 ST.2017.215 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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Steuerperiode 2009 

Direkte Bundessteuer           Staats- und Gemeindesteuern 

Steuerbares Einkommen 

         Fr.  

57'500.- 

    Fr. 
56'800.- 

Steuerperiode 2010 

Direkte Bundessteuer           Staats- und Gemeindesteuern 

Steuerbares Einkommen 

         Fr.  

78'200.- 

    Fr. 
77'500.- 

Steuerperiode 2011 

Direkte Bundessteuer           Staats- und Gemeindesteuern 

Steuerbares Einkommen 

         Fr.  

54'500.- 

    Fr. 
53'800.- 

Steuerperiode 2012 

Direkte Bundessteuer           Staats- und Gemeindesteuern 

Steuerbares Einkommen 

         Fr.  

72'700.- 

    Fr. 
71'800.- 

In seiner Beschwerde-/Rekursantwort vom 24. Oktober 2017 schloss das kan-

tonale Steueramt auf Abweisung der Rechtsmittel. 

Mit  Stellungnahme  vom  6.  November  2017  hielt  der  Pflichtige  an  seinen  Be-

gehren fest und beantragte zusätzlich, es sei ihm in den Steuerperioden 2008 bis 2012 

die Pauschale für die Benützung des Fahrrads für den Arbeitsweg, jeweils in Höhe von 

Fr. 700.-, zu gewähren. 

Auf die Erwägungen der Einspracheentscheide und die Parteivorbringen wird, 

soweit wesentlich, in den nachfolgenden Urteilsgründen zurückgekommen. 

Der Einzelrichter zieht in Erwägung: 

1.  Streitgegenstand  des  Beschwerde-/Rekursverfahrens  bilden  einerseits  im 

Rahmen der Unterhaltskosten für die Liegenschaft …strasse 2/4/4a die abzugsfähigen 

Aufwendungen  für  Hauswartung  und  Verwaltung.  Anderseits  hat  der  Pflichtige  in  der 

Stellungnahme  zur  Beschwerde-/Rekursantwort  –  unter  Hinweis  auf  den  Bundesge-

richtsentscheid  2C_745/2017  vom  21.  September  2017  –  wiederum  die  Fahrrad-

pauschale von Fr. 700.- geltend gemacht. 

2 DB.2017.170 
2 ST.2017.215 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
  
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
  
 
 
 
 
 
 
 
 
 
  
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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Liegenschaftenunterhalt 

2. a) Gemäss Art. 25 DBG bzw. § 25 StG werden zur Ermittlung des Reinein-

kommens die gesamten steuerbaren Einkünfte um die zu ihrer Erzielung notwendigen 

Aufwendungen  und  die  allgemeinen  Abzüge  vermindert.  Dazu  gehören  nach  Art. 32 

Abs. 2 Satz 1 DBG bzw. § 30 Abs. 2 Satz 1 StG bei Liegenschaften im Privatvermögen 

die Unterhaltskosten, die Versicherungsprämien und die Kosten der Verwaltung durch 

Dritte. 

b)  Soweit  ein  Pflichtiger  Liegenschaftenunterhalt  geltend  macht,  hat  er  nach 

der im Steuerrecht allgemein geltenden Beweislastregel von Art. 8 ZGB die steuermin-

dernden  Sachumstände  darzutun  und  nachzuweisen  (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, 

Handkommentar zum DBG, 3. A., 2016, Art. 123 N 78 DBG, und Kommentar zum Zür-

cher Steuergesetz, 3. A., 2013, § 132 N 91 StG). 

3. a) Die Steuerbehörden stellen zusammen mit dem Steuerpflichtigen die für 

eine  vollständige  und  richtige  Besteuerung  massgebenden  tatsächlichen  und  rechtli-

chen Verhältnisse fest (Art. 123 Abs. 1 DBG und § 132 Abs. 1 StG). Die Abklärung des 

Sachverhalts und die Einschätzung obliegen der Steuerbehörde (Art. 130 Abs. 1 DBG; 

§§ 138 Abs. 1 und 139 Abs. 1 StG), während der Steuerpflichtige zur Einreichung der 

ausgefüllten Steuererklärung mitsamt Beilagen und zur Mitwirkung an der behördlichen 

Sachverhaltsermittlung  verpflichtet  ist  (Art. 124 - 126  DBG;  §§ 133 - 135  StG).  Der 

Steuerpflichtige  muss  auf  Verlangen  der  Steuerbehörde  insbesondere  mündlich  oder 

schriftlich  Auskunft  erteilen  und  Geschäftsbücher,  Belege  und  weitere  Bescheinigun-

gen sowie Urkunden über den Geschäftsverkehr vorlegen (Art. 126 Abs. 2 DBG; § 135 

Abs. 2 StG). 

b)  Zur  Veranlagung  nach  pflichtgemässem  Ermessen  im  Sinne  von  Art. 130 

Abs. 2  DBG  bzw.  § 139  Abs. 2  StG  wird  geschritten,  wenn  der  Steuerpflichtige  trotz 

Mahnung  seine  Verfahrenspflichten  nicht  erfüllt  oder  die  Steuerfaktoren  mangels  zu-

verlässiger Unterlagen nicht einwandfrei ermittelt werden können. Vorausgesetzt ist ein 

Untersuchungsnotstand.  Dieser  ist  im  Regelfall  dadurch  verursacht,  dass  der  Steuer-

pflichtige trotz Mahnung seinen Mitwirkungspflichten nicht oder nur unvollständig nach-

gekommen  ist.  Betrifft  dies  steueraufhebende  oder  -mindernde  Tatsachen,  z.B.  bei 

einem von ihm geltend gemachten Abzug, so führt dies nach verwaltungsgerichtlicher 

2 DB.2017.170 
2 ST.2017.215 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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Rechtsprechung (RB 2003 Nr. 92 = ZStP 2003, 343, auch zum Folgenden) grundsätz-

lich  nicht  zu  einer  Ermessenseinschätzung.  Vielmehr  ist  diesfalls  aufgrund  der  allge-

meinen Beweislastregel (vgl. ASA 62, 720 E. 5b; BGE 121 II 257 E. 4c/aa) zu Unguns-

ten  des  für  derartige  Tatsachen  beweisbelasteten  Steuerpflichtigen  anzunehmen,  

die  behaupteten  Tatsachen  hätten  sich  nicht  verwirklicht.  Dementsprechend  ist  der  

in  Frage  stehende  Abzug  nicht  zu  berücksichtigen  (vgl.  BGE  92  I  398  =  ASA  36,  

192;  ASA  46,  512).  Nur  ausnahmsweise  ist  auch  bezüglich  steueraufhebender  oder 

-mindernder  Tatsachen  eine  Schätzung  nach  pflichtgemässem  Ermessen  vorzuneh-

men, nämlich dann, wenn dem Steuerpflichtigen die gehörige Mitwirkung an der Ermitt-

lung dieser Tatsachen aus Gründen, die er nicht zu vertreten hat, unmöglich oder un-

zumutbar  ist  (RB 1975  Nr. 54).  Gleich  verhält  es  sich,  wenn  feststeht,  dass  dem 

Steuerpflichtigen  dem  Grunde  nach  abziehbare  Kosten  erwachsen  sind,  diese  aber 

hinsichtlich  ihrer  Höhe  ungewiss  sind.  In  diesem  Fall  wäre  es  sachwidrig  und  willkür-

lich,  den  Abzug  nicht  zu  berücksichtigen,  vielmehr  muss  diesfalls  dessen  Höhe  nach 

pflichtgemässem  Ermessen  geschätzt  werden  (Zweifel/Beusch,  in:  Kommentar  zum 

Schweizerischen Steuerrecht, 3. A., 2017, Art. 46 N 30 ff. StHG). 

c)  Die  Einsprache-  bzw.  Rechtsmittelbehörde  hat  bei  Vorliegen  einer  Ermes-

senseinschätzung  zunächst  zu  prüfen,  ob  der  Steuerpflichtige  eine  Verfahrenspflicht 

verletzt hat. Wurde eine solche missachtet und hat diese Verletzung zu einem Unter-

suchungsnotstand  geführt,  so  hat  die  Steuerbehörde  zu  Recht  eine  Ermessensein-

schätzung  vorgenommen.  Andernfalls  mangelt  es  an  der  erforderlichen  rechtlichen 

Grundlage für eine solche Einschätzung. 

d)  Voraussetzung  einer  Ermessenseinschätzung  bildet  in  formeller  Hinsicht, 

dass  der  Steuerpflichtige  zulässigerweise  formrichtig  zur  Erfüllung  seiner  Verfahrens-

pflichten  aufgefordert  und  gemahnt  worden 

ist  (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, 

Art. 130 N 46 ff. DBG und § 139 N 66 ff. StG). Dabei sind Begehren um Auskünfte bzw. 

Beweismittelvorlagen von der Steuerbehörde aus Beweisgründen schriftlich zu stellen 

und  ist  die  vom  Steuerpflichtigen  vorzunehmende  Mitwirkungshandlung  klar  und  un-

missverständlich zu bezeichnen; andernfalls ist dem Steuerpflichtigen die Erfüllung der 

Auflage  unter  Umständen  nicht  zumutbar  (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  Art. 126 

N 13 DBG und § 135 N 13 StG). Darüber hinaus müssen die geforderten Mitwirkungs-

handlungen  auch  geeignet  und  notwendig  sein,  den  rechtserheblichen  Sachverhalt 

abzuklären (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Art. 126 N 33 DBG und § 135 N 34 StG). 

2 DB.2017.170 
2 ST.2017.215 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
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4. a) Vorab fragt sich, ob das kantonale Steueramt hinsichtlich der Nebenkos-

ten zu Recht eine partielle Ermessensveranlagung vorgenommen hat. 

aa)  Nachdem  im  Einspracheverfahren  eine  erste  Auflage  zum  Liegenschaf-

tenunterhalt  am  31.  März  2016  ergangen  war,  welche  der  Pflichtige  am  1.  Mai  2016 

beantwortet hatte, folgte am 17. Januar 2017 eine weitere solche, wozu sich der Pflich-

tige  am  22.  Februar  2017  äusserte.  Daraufhin  erliess  das  kantonale  Steueramt  am 

13. März 2017 folgende "Einforderung Aktenunterlagen Einsprache": 

"1. Liegenschaftsunterhalt 2008, 2009, 2010, 2011 und 2012 
Wir bitten Sie um den belegmässigen Nachweis aller Aufwendungen beinhaltend sämt-
liche Rechnungskopien mit allen Details, die Auftragsverträge und die Arbeitsstunden-
rapporte. 
Wir wiederholen  diese Aufforderung aus verfahrensrechtlichen  Gründen für alle Steu-
erperioden, die zur Zeit im Einspracheverfahren offen sind, obwohl Sie uns bereits für 
die  Jahre  2010  bis  2012  im  Schreiben  vom  22.  Februar  2017  mitgeteilt  haben,  dass 
keine Arbeitsrapporte vorliegen würden. 

2. Wir bitten um die Zahlungsnachweise (Bank-/Postbelege) bezüglich der Zahlungen 
2008, 2009, 2010, 2011 und 2012 der Pauschale gemäss Vereinbarung (Auftragsver-
trag) an die D AG." 

Am 15. April 2017 reichte der Pflichtige verschiedene Unterlagen ein. 

bb)  In  der  Folge  wandte  sich  das  kantonale  Steueramt  am  3.  Mai  2017  mit 

folgender "Mahnung Einforderung Aktenunterlagen Einsprache" an den Pflichtigen: 

"Besten Dank für Ihr E-Mail vom 16. April 2017 mit Ihrem Schreiben vom 15. April 2017 
und  die  Beilagen  im  Anhang.  Wir  verstehen  Ihren  Hinweis  im  zweiten  Abschnitt. 
Nichtsdestotrotz sind wir verpflichtet, geltend gemachte Liegenschaftsunterhaltskosten 
entsprechend  den  gesetzlichen  Vorgaben  abzuklären.  Aus  diesem  Grunde  bitten  wir 
Sie, wie unter dem ersten Punkt aufgeführt, uns die entsprechenden Detailunterlagen 
zu  allen  geltend  gemachten  Unterhaltskosten  (inkl.  Rechnungen  von  Dritten)  zukom-
men zu lassen, da die Auflage in diesem Punkt nicht erfüllt ist. 
Bezüglich  Ihrer  Antwort  zu  den  Liegenschaftsunterhaltskosten  betreffend  die  Jahre 
2008, 2009, 2010, 2011 und 2012 ergeben sich Abweichungen in der Höhe der geltend 
gemachten  Kosten  zu  den  deklarierten  Beträgen  in  den  Steuererklärungen.  Aus  die-
sem Grunde kommen wir nochmals auf Sie zu mit dieser Folgeauflage: 

1. Liegenschaftsunterhalt 2008, 2009, 2010, 2011 und 2012 

2 DB.2017.170 
2 ST.2017.215 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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OFFEN 

Wir bitten Sie um den belegmässigen Nachweis aller Aufwendungen beinhaltend sämt-
liche Rechnungskopien mit allen Details, die Auftragsverträge und die Arbeitsstunden-
rapporte. 
Wir wiederholen  diese Aufforderung aus verfahrensrechtlichen  Gründen für alle Steu-
erperioden, die zur Zeit im Einspracheverfahren offen sind, obwohl Sie uns bereits für 
die  Jahre  2010  bis  2012  im  Schreiben  vom  22.  Februar  2017  mitgeteilt  haben,  dass 
keine Arbeitsrapporte vorliegen würden. 

2. Wir bitten um die Zahlungsnachweise (Bank-/Postbelege) bezüglich der Zahlungen 
2008, 2009, 2010, 2011 und 2012 der Pauschale gemäss Vereinbarung (Auftragsver-
trag) an die D AG. 

ERLEDIGT" 

In  der  Folge  präsentierte  der  Pflichtige  am  22.  Mai  2017  nochmals  die  Zu-

sammenstellungen "Ausgaben Liegenschaft" für die Jahre 2008 bis 2012. 

b)  aa)  Das  kantonale  Steueramt  erwog  in  den  Einspracheentscheiden,  dass 

die Unterhaltskosten in der Einsprache nicht erwähnt worden seien, sich aber im weite-

ren Verfahrensablauf Abweichungen zur Deklaration gemäss Steuererklärungen 2008-

2012 ergeben hätten. Am 22. Februar 2017 habe der Pflichtige Aufstellungen über die 

Unterhaltsaufwendungen  eingereicht;  diese  hätten  jedoch  andere  Beträge  ausgewie-

sen als frühere Auflistungen vom 1. Mai 2016. Wieder eine andere Zusammenstellung 

finde  sich  in  der  auf  die  Mahnung  vom  3.  Mai  2017  versandten  E-Mail  vom  22.  Mai 

2017.  Mit  Ausnahme  einer  Rechnung  der  D  GmbH  für  Liegenschaftsverwaltung  über 

Fr. 32'900.- und einer Vereinbarung zwischen dieser und dem Pflichtigen seien keine 

Belege zu diesen Kosten präsentiert worden. Der aufgeführte Betrag ergebe sich aus 

keiner  der  eingereichten  Aufstellungen.  Ferner  überschnitten  sich  die  separat  aufge-

führten  Aufwendungen  mit  den  gemäss  Pauschale  der  D  GmbH  verrechneten.  Auch 

habe der Pflichtige weder Stundenrapporte noch Belege von Dritten vorgelegt. Sodann 

liessen sich in der Pauschale die Bemühungen für werterhaltende und wertvermehren-

de  Aufwendungen  nicht  auseinanderhalten,  weshalb  es  an  einer  genügenden  Sub-

stanziierung  fehle.  Unter  diesen  Umständen  sei  die  Veranlagung  nach  pflichtgemäs-

sem Ermessen zu Recht erfolgt. 

bb) Zur Begründung von Beschwerde und Rekurs bringt der Pflichtige vor, ihm 

sei nicht bewusst gewesen, dass er nicht nur die Unterlagen zum Mandat der D GmbH 

betreffend Hauswartung und Liegenschaftenverwaltung, sondern alle die Liegenschaft 

betreffenden Unterlagen hätte einreichen müssen. Dies habe er als Laie den Auflagen 

des kantonalen Steueramts so nicht entnehmen können. 

2 DB.2017.170 
2 ST.2017.215 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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c)  aa)  Die  streitbetroffene  Auflage  war  klar,  recht-  und  zweckmässig  und  die 

Erfüllung  für  den  Pflichtigen  zumutbar.  Falls  ihm  deren  Inhalt  und  die  ihm  daraus  er-

wachsenen  Pflichten  unklar  gewesen  sein  sollten,  hätte  es  an  ihm  gelegen,  bei  der 

zuständigen  Steuerkommissärin  nachzufragen.  Dass  das  kantonale  Steueramt  fünf 

Steuerperioden  zusammen  veranlagte,  ist  eher  unüblich,  verfahrensrechtlich  jedoch 

zulässig. Ebenso wenig lässt sich gegen die vorliegend erfolgte Kaskade von mehreren 

Auflagen  etwas  einwenden.  Denn  es  wäre  Sache  des  Pflichtigen  gewesen,  bereits  in 

den Steuererklärungen für klare Verhältnisse zu sorgen. Dies gilt insbesondere deswe-

gen,  weil  die  bezüglich  des  Unterhalts  gewählte  Vertragsgestaltung  als  sehr  unge-

wöhnlich erscheint: Besorgt nämlich eine steuerpflichtige Person die Verwaltung ihres 

(beweglichen wie unbeweglichen) Vermögens selbst, kann sie dafür keinen Abzug be-

anspruchen;  dies  gilt  nur  für  Drittkosten.  Somit  können  Eigenleistungen  an  einer  Lie-

genschaft  nicht  steuermindernd  geltend  gemacht  werden  (Richner/Frei/Kaufmann/ 

Meuter, Art. 32 N 14 und N 120 DBG sowie § 30 N 13 und N 108 StG). Das Merkblatt 

des  kantonalen  Steueramts  über  die  steuerliche  Abzugsfähigkeit  von  Kosten  für  den 

Unterhalt  und  die  Verwaltung  von  Liegenschaften  vom  13.  November  2009  (ZStB  

Nr. 18/821; im Folgenden Merkblatt) hält hierzu fest: 

"Rz 24  Kosten der Verwaltung  durch Dritte sind abzugsfähig. Als Verwaltungskosten 
qualifizieren  sämtliche  Ausgaben,  die  mit  der  allgemeinen  Verwaltung  einer 
Liegenschaft  zusammenhängen,  insbesondere  Auslagen  für  Porto,  Telefon, 
Inserate,  Formulare,  Betreibungen  und  Entschädigung  an  Liegenschaftsver-
waltungen. 

… 

Rz 26  Nicht als Verwaltungskosten in Abzug gebracht werden können eigene Arbei-

ten (sog. Eigenleistungen) eines Hauseigentümers." 

Für  die  direkte  Bundessteuer  sieht  Art.  1  Abs.  1  lit.  c  der  Verordnung  der 

ESTV  über  die  abziehbaren  Kosten  von  Liegenschaften  des  Privatvermögens  vom 

24. August 1992 eine ähnliche Bestimmung vor. 

bb) Wie in lit. A.1. der Prozessgeschichte ausgeführt, verwaltet der Pflichtige 

die in seinem Privatvermögen stehende Liegenschaft …strasse 2/4/4a selbst. Dies tut 

er jedoch nicht in seiner Eigenschaft als Grundeigentümer, sondern als einziger Ange-

stellter der im Umfang von 19/20 ihm gehörenden D GmbH. Nachdem der Pflichtige mit 

Auflage  vom  13.  März  2017  u.a.  zur  Einreichung  der  "Auftragsverträge"  aufgefordert 

2 DB.2017.170 
2 ST.2017.215 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
- 12 - 

worden war, übermittelte er am 15. April 2017 eine Vereinbarung zwischen ihm und der 

D  GmbH.  Danach  übernahm  letztere  "die  vollständige  Verwaltung  und  Hauswartung 

der Liegenschaft …strasse 2, 4 und 4a". Die rückwirkend auf … 2008 in Kraft getretene 

Vereinbarung  sah  ein  jährliches  Pauschalhonorar  von  Fr.  32'280.-  sowie  die  zusätzli-

che Abgeltung von ausserordentlichen Aufwendungen vor. Die Vereinbarung ist weder 

datiert noch unterschrieben. 

Als  Auftraggeber  tritt  der  Pflichtige  auf;  Auftragnehmerin  ist  die  von  ihm  be-

herrschte D GmbH, als deren einzelzeichnungsberechtigter Geschäftsführer wiederum 

der Pflichtige handelt. Wirtschaftlich gesehen hat der Pflichtige somit sich selbst einen 

Auftrag erteilt. Mit Blick auf ein solches Selbstkontrahieren ergibt sich ein dem Insich-

geschäft  innewohnender Interessenkonflikt, der zur Ungültigkeit  des betreffenden Ge-

schäfts  führen  kann  (VGr,  20.  September 2017,  SB.2017.00037  +  00038,  E.  4.3,  mit 

Hinweis  auf  BGr,  3.  Dezember  2012,  4A_360/2012,  E.  4;  BGE  127  III  332),  wobei 

selbst  für  ein  gültiges  Insichgeschäft  ab  Fr.  1'000.-  die  Schriftform  verlangt  wird  (vgl. 

Art. 718b OR). Ein Vertrag, für den die Schriftform vorgeschrieben ist, muss laut Art. 13 

Abs. 1 OR die Unterschriften aller Personen tragen, die durch ihn verpflichtet werden 

sollen. Weil die erwähnte Vereinbarung zwischen dem Pflichtigen und der D GmbH wie 

gesagt  keine  Unterschriften  trägt,  ist  sie  nicht  zustande  gekommen.  Nachdem  die 

Mahnung  vom  3. Mai  2017  nochmals  die  Aufforderung  zur  Einreichung  der  Auftrags-

verträge enthält, welcher der Pflichtige in der Eingabe vom 22. Mai 2017 nicht nachge-

kommen ist, fehlt es schon aus formellen Gründen an einem gültigen Vertrag zwischen 

dem Pflichtigen und der D GmbH. Unter diesen Umständen braucht sich das Steuerre-

kursgericht  nicht  weiter  mit  der  Frage  zu  befassen,  ob  die  betreffende,  rückwirkend 

geschlossene  Vereinbarung  als  simuliert  zu  betrachten  und  daher  auch  aus  diesem 

materiellen Grund unbeachtlich sei. Mangels einer gültigen Rechtsgrundlage kann der 

Pflichtige  aus  den  am  15.  April  2017  erbrachten  Zahlungsnachweisen  für  die  Jahre 

2008 bis 2012 nichts zu seinen Gunsten ableiten. Weshalb die Überweisungen für die-

se fünf Jahre erst am 14. Februar 2013 erfolgt sind, vermag der Pflichtige nicht schlüs-

sig  darzulegen;  der  nicht  näher  substanziierte  Hinweis  auf  "Liquiditätsgründe"  genügt 

jedenfalls nicht. 

2 DB.2017.170 
2 ST.2017.215 

 
 
 
 
 
 
 
- 13 - 

cc)  Aufgrund  der  mangelhaft  erfüllten  Auflage  ist  der  Sachverhalt  mit  Bezug 

auf  die  behaupteten  Liegenschaftenunterhaltskosten  auch  im  Einspracheverfahren 

ungewiss  geblieben.  Das  kantonale  Steueramt  hat  daher zu  Recht  eine  (Teil-)Ermes-

sensveranlagung vorgenommen. 

5.  a)  Eine  zu  Recht  ergangene  Ermessensveranlagung  bzw.  -einschätzung 

kann der Steuerpflichtige laut Art. 132 Abs. 3 DBG bzw. § 140 Abs. 2 StG einzig wegen 

offensichtlicher  Unrichtigkeit  anfechten.  Diese  Norm  enthält  eine  Kognitionsbeschrän-

kung der Prüfungsinstanzen. Letztere können eine zu Recht getroffene Ermessensein-

schätzung bzw. -veranlagung nur aufheben, wenn sie sich als offensichtlich falsch er-

weist (Zweifel/Hunziker, in: Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, 3. A., 2017, 

Art. 130 N 49 DBG). Den entsprechenden Nachweis kann der Steuerpflichtige auf zwei 

Arten erbringen (Zweifel/Hunziker, Art. 48 N 46 ff. StHG, auch zum Folgenden): Vorab 

kann er den tatsächlichen Sachverhalt dartun und den entsprechenden Nachweis leis-

ten,  mit  der  Folge,  dass  die  im  Streit  stehende  Ermessenseinschätzung  durch  eine 

ordentliche Einschätzung ersetzt wird und die Steuerfaktoren nach den für "gewöhnli-

che"  Einschätzungen  geltenden  Regeln  ermittelt  werden.  Ist  die  Ermessensveranla-

gung  Folge  einer  versäumten  Mitwirkungspflicht,  so  muss  der  Steuerpflichtige  dabei 

insbesondere  die  versäumten  Handlungen  innerhalb  der  Rechtsmittelfrist  nachholen 

(RB 1999 Nr. 150). 

Ist dieser Nachweis nicht möglich oder misslingt er, so kann der Steuerpflich-

tige  noch  darlegen  und  nachweisen,  dass  die  angefochtene  Einschätzung  offensicht-

lich unrichtig ist. Dies trifft dann zu, wenn sie sachlich nicht begründbar (z.B. erkennbar 

pönal  oder  fiskalisch  begründet)  ist,  sich  auf  sachwidrige  Schätzungsgrundlagen,  

-methoden oder -hilfsmittel stützt oder sonst wie mit den konkreten aktenkundigen Ver-

hältnissen aufgrund der Lebenserfahrung vernünftigerweise nicht vereinbar ist (Zweifel, 

Art. 48 N 59 StHG und Art. 132 N 52 DBG, je mit Hinweisen). Ist dieser Nachweis ge-

leistet,  bleibt  es  zwar  bei  einer  Ermessenseinschätzung,  doch  wird  die  angefochtene 

durch eine neue Schätzung der Rechtsmittelinstanz ersetzt. 

Im  Beschwerde-  bzw.  Rekursverfahren  betreffend  eine  Ermessensveranla-

gung  bzw.  -einschätzung  sind  dem  Steuerrekursgericht  weitere  Untersuchungen  ver-

wehrt.  Es  hat  vielmehr  bei  seiner  eingeschränkten  Überprüfung  des  angefochtenen 

2 DB.2017.170 
2 ST.2017.215 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
- 14 - 

Entscheids auf offensichtliche Unrichtigkeit hin nur jene im Zeitpunkt der Entscheidfäl-

lung vorhandenen Schriftstücke zu berücksichtigen, welche den behaupteten Sachver-

halt  sofort  beweisen  oder  zumindest  als  sehr  wahrscheinlich  erscheinen  lassen  (VGr, 

27. Mai  1986,  SB 10/1986  und  11. September  1986,  SB 38/1986;  Martin  Zweifel,  Die 

Sachverhaltsermittlung im Steuerveranlagungsverfahren, 1989, S. 144). 

b)  Der  Pflichtige  hat  auch  im  Beschwerde-/Rekursverfahren  keinen  formell 

gültigen  Vertrag  mit  der  D  GmbH  eingereicht.  Der  Sachverhalt  bleibt  daher  nach  wie 

vor im Dunkeln und die Ermessensveranlagung hat weiterhin Bestand. 

c) aa) Zur Schätzung der Kosten von Hauswartung und Verwaltung erwog das 

kantonale  Steueramt,  dass  mit  Ausnahme  einer  Rechnung  der  D  GmbH  für  Liegen-

schaftsverwaltung über Fr. 32'900.- und einer Vereinbarung zwischen dieser und dem 

Pflichtigen keine Belege zu diesen hohen Kosten präsentiert worden seien. Ferner las-

se sich die Rechnung mit keiner der genannten Aufstellungen abgleichen. Unter diesen 

Umständen  rechtfertige  es  sich,  die  Nebenkosten  mangels  zuverlässiger  Unterlagen 

nach pflichtgemässem Teilermessen auf 20% der Nettomieterträge zu schätzen. 

In ihrer Beschwerde-/Rekursantwort führt die Amtsstelle ergänzend aus, dass 

der  geltend  gemachte  Unterhalt  in  keiner  der  streitbetroffenen  Perioden  umfassend 

nachgewiesen worden sei. Am 22. Februar 2017 habe der Pflichtige die Rechnungen 

der  D  GmbH  für  die  Jahre  2008  bis  2012  eingereicht,  jedoch  ohne  Stundenrapporte 

oder  weitere  Belege.  Die  präsentierten  rudimentären  Offerten  für  Hauswartungen  wi-

chen massiv voneinander ab und eigneten sich nicht zum Vergleich. Schliesslich stün-

den die verfochtenen Aufwendungen in keinem vernünftigen Verhältnis zu den Mieter-

trägen. 

bb)  Mit  Beschwerde  und  Rekurs  macht  der  Pflichtige  geltend,  dass  die  den 

Einsprachentscheiden  zugrunde  liegende  Schätzung  nachweislich  falsch  sei.  Die  Lie-

genschaftsverwaltung  werde  marktüblich  mit  3%  der  Netto-Mietzinseinnahmen  abge-

golten. Im Vergleich mit einer Konkurrenzofferte sei für die von der D GmbH geleiste-

ten  Arbeiten  eine 

jährliche  Vergütung  von  Fr.  6'800.-  angemessen.  Für  die 

Hauswartung  lägen  drei  Offerten  vor,  nämlich  über  Fr.  73'825.20,  Fr.  55'929.60  und 

Fr. 33'841.20. Wie diese Aufstellung zeige, handle es sich bei den in Rechnung gestell-

2 DB.2017.170 
2 ST.2017.215 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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ten  Fr.  32'900.-  um  einen  marktgerechten  Preis,  zumal  seine  GmbH  einen  "Rund-

umservice" erbringe. 

d)  Wie  sich  aus  der  Zusammenstellung  in  der  Beschwerde-/Rekursantwort 

ergibt,  liegen  die  mit  den  angefochtenen  Einspracheentscheiden  gewährten  Unter-

haltskosten  weder  absolut  noch  relativ  wesentlich  unter  den  vom  Pflichtigen  mit  Be-

schwerde und Rekurs verlangten Beträgen. Mit den drei Konkurrenzofferten von  G, H 

und I vermag der Pflichtige die Schätzung des kantonalen Steueramts nicht zu entkräf-

ten: Schon formell erscheint es fraglich, ob diese als rechtsgültiger Antrag im Sinn von 

Art.  3  Abs.  1  OR  aufgefasst  werden  können  oder  –  mangels  näherer  Beschreibung  

der  zu  wartenden  Liegenschaft  und  des  nicht genau  bestimmten  Leistungsumfangs  – 

eher  als  Einladung  zur  Offertstellung  zu  würdigen  sind  (vgl.  dazu  Zellweger-

Gutknecht/Bucher  in:  Basler  Kommentar,  Obligationenrecht  I,  6.  A.,  2015,  Art. 3  N 9 

ff.). Materiell ist unklar, inwieweit die drei genannten Angebote, die bezüglich des ver-

sprochenen  Leistungsumfangs  und  des  Entgelts  ebenfalls  erheblich  differieren,  sich 

von jenem der D GmbH unterscheiden. Zumal allein der Pflichtige für letztere tätig wird, 

hätte er den von ihm erbrachten "kosteneffizienten Rundumservice" näher substanziie-

ren müssen. Mithin lässt sich die den Einspracheentscheiden zugrundeliegende Schät-

zung  des  Unterhalts  nicht  als  offensichtlich  unrichtig  bzw.  willkürlich  bezeichnen.  Die 

Beschwerde und der Rekurs sind daher in diesem Punkt unbegründet. 

Fahrradkosten 

6. a) Das Bundesgericht bestätigte mit Entscheid 2C_745/2017 vom 21. Sep-

tember  2017  den  Standpunkt  von  Verwaltungsgericht  (SB.2017.00009  +  00010  

vom  10.  August  2017;  www.vgrzh.ch)  und  Steuerrekursgericht  (1  DB.2016.86  +  

1 ST.2016.107 vom 19. Dezember 2016), wonach der Arbeitnehmer Teilstrecken vom 

Wohnort  zum  Arbeitsplatz  nach  eigener  Wahl  mit  dem  Fahrrad  oder  mit  dem  öffentli-

chen Verkehr zurücklegen dürfe. Entgegen der Auffassung des kantonalen Steueramts 

sei  der  Veloabzug  auch  dann  zu  gewähren,  wenn  ein  Pflichtiger  näher  als  1  km  zur 

nächsten Bushaltestelle wohne. Nach unbestrittener Sachdarstellung in den aufgeführ-

ten Präjudizien bewältigte der Pflichtige die Strecke vom Wohnort zum Bahnhof regel-

mässig mit dem Fahrrad und bestieg dort die S-Bahn nach J zum Arbeitsplatz. 

2 DB.2017.170 
2 ST.2017.215 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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b)  aa)  Das  kantonale  Steueramt  erwog  in  den  Einspracheentscheiden,  dass 

der Pflichtige nach eigenen Angaben ein- oder zweimal wöchentlich mit dem Velo zum 

Bahnhof fahre, weil es ihm sonst nicht möglich wäre, um 07.00 Uhr zu Projektbespre-

chungen  in  K  einzutreffen.  Gemäss  genehmigtem  Spesenreglement  der  GmbH  stehe 

dem  Pflichtigen  ein  Generalabonnement  zur  Verfügung  und  würden  ihm  pro  Monat 

noch  1'000  km  Autofahrkosten  à  Fr.  -.70,  also  Fr.  700.-  bzw.  Fr.  8'400.-  jährlich,  ent-

schädigt.  Weshalb  derart  hohe  Autofahrkosten  anfielen,  wenn  der  Pflichtige  üblicher-

weise mit dem öffentlichen Verkehr nach K gelange, sei unklar. Dass ihm Fahrradkos-

ten erwachsen seien, habe der Pflichtige zwar behauptet, aber nicht nachgewiesen. 

In  seiner  Stellungnahme  zur  Beschwerde-/Rekursantwort  hält  der  Pflichtige 

dem entgegen, dass die ihm gewährten 1'000 km pro Monat lediglich sieben Hin- und 

Rückfahrten von C nach K von 145 km entsprächen. Hinzu kämen noch Fahrten zwi-

schen C und E, die ebenfalls 95 km beanspruchten. Mit je einer Fahrt pro Woche nach 

K und E werde dieses Kontigent schon weitestgehend konsumiert. 

bb)  Wie  das  Bundesgericht  ausdrücklich  festhält,  steht  es  einem  Pflichtigen 

frei, einen Teil des Arbeitsweges mit dem Fahrrad zurückzulegen. Macht er von dieser 

Möglichkeit Gebrauch, steht ihm neben dem Abzug der Kosten für die Benützung der 

öffentlichen Verkehrsmittel zusätzlich der Abzug für die Verwendung des Fahrrades zu. 

Das kantonale Steueramt stellt – zumal eine diesbezügliche Untersuchung kaum prak-

tikabel und wegen Geringfügigkeit des Abzugs unverhältnismässig wäre – nicht in Ab-

rede, dass der Pflichtige ein- bis zweimal wöchentlich mit dem Velo von B zum Bahn-

hof  L  und  wieder  zurückfährt.  Weil  nach  den  Erwägungen  des  Bundesgerichts  die 

Suche nach dem kürzesten Arbeitsweg sowie die Benützung des öffentlichen Verkehrs 

gefördert werden sollen, erscheint diese Frequenz als ausreichend und kann nicht der 

Gebrauch  des  Velos  an  jedem  Arbeitstag  verlangt  werden.  Ebenso  ist  unbestritten, 

dass  dem Pflichtigen, der sich um  07.00 Uhr zu Sitzungen in  K einfinden  muss, früh-

morgens keine Busverbindung von B zum Bahnhof L zur Verfügung steht. Schliesslich 

steht  dem  Fahrradabzug  nicht  entgegen,  dass  der  Pflichtige  laut  genehmigtem  Spe-

senreglement der GmbH über ein Generalabonnement verfügt und Autofahrkosten von 

1'000 km/Monat abziehen kann. Sollte das Steueramt zum Schluss kommen, dass die-

se Abzüge zu hoch sind, wäre diesem Umstand durch eine Revision des Spesenreg-

lements  und  nicht  durch  die  Verweigerung  der  Fahrradkosten  Rechnung  zu  tragen. 

Nach dem Gesagten ist dem Pflichtigen der beantragte Pauschalabzug zu gewähren, 

2 DB.2017.170 
2 ST.2017.215 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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der  sich  in  den  streitbetroffenen  Steuerperioden  durchwegs  auf  Fr.  700.-  jährlich  be-

läuft (Verordnung des Eidgenössischen Finanzdepartements über den Abzug von Be-

rufskosten  der  unselbständigen  Erwerbstätigkeit  bei  der  direkten  Bundessteuer  vom 

10. Februar 1993 bzw. ZStB I Nrn. 17/202 und 17/203, Ziffer I.1.b). 

7.  a)  Diese  Erwägungen  führen  hinsichtlich  der  Fahrradkosten  zur  Gutheis-

sung, hinsichtlich zusätzlicher Unterhaltskosten jedoch zur Abweisung von Beschwer-

de und Rekurs. Das steuerbare Einkommen ist daher für die Steuerperioden 2008 bis 

2012 um je Fr. 700.- zu ermässigen. 

b)  Bei  diesem  Prozessausgang  sind  die  Gerichtskosten  zu  9/10  dem  Be-

schwerdeführer/Rekurrenten und zu 1/10 der Beschwerdegegnerin/dem Rekursgegner 

aufzuerlegen (Art. 144 Abs. 1 DBG, § 151 Abs. 1 StG). Weil ersterer weit überwiegend 

unterliegt,  bleibt  ihm  die  Zusprechung  einer  Parteientschädigung  verwehrt  (Art. 144 

Abs. 4 DGB i.V.m. Art. 64 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren 

vom 20. Dezember 1968). 

Demgemäss erkennt der Einzelrichter: 

1.  Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Der Beschwerdeführer wird wie folgt 

veranlagt (Tarif gemäss Art. 214 Abs. 1 DBG; Alleinstehendentarif): 

Steuerperiode 

steuerbares Einkommen 

2008 

2009 

2010 

2011 

2012 

Fr. 

67'800.- 

68'300.- 

92'000.-. 

67'000.-. 

84'800.-. 

2 DB.2017.170 
2 ST.2017.215 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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2.  Der Rekurs wird teilweise gutgeheissen. Der Rekurrent wird wie folgt eingeschätzt 

(Tarif gemäss § 35 Abs. 1 bzw. § 47 Abs. 1 StG; Grundtarif): 

Steuerperiode 

steuerbares Einkommen 

steuerbares Vermögen 

Fr. 

67'100.- 

67'600.- 

91'300.- 

66'300.- 

83'900.- 

Fr. 

40'000.- 

0.- 

0.- 

0.- 

0.-. 

2008 

2009 

2010 

2011 

2012 

[…] 

2 DB.2017.170 
2 ST.2017.215