# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3ade48da-edf6-5108-9e12-09aabb6dfefe
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-09-28
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 28.09.2009 E-5979/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-5979-2009_2009-09-28.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-5979/2009
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 8 .  S e p t e m b e r  2 0 0 9

Einzelrichterin Gabriela Freihofer, 
mit Zustimmung von Richter Walter Lang;
Gerichtsschreiber Jan Feichtinger.

A._______, geboren (...),
angeblich Sierra Leone,
(...),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 17. September 2009/N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-5979/2009

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass der Beschwerdeführer – eigenen Angaben zufolge ein Staatsbür-
ger von Sierra Leone aus dem Bundesstaat B._______ – Nigeria, wo 
er ab 1993 gelebt habe, aussagegemäss Anfang respektive Ende 2005 
verliess  und  mit  verschiedenen  Fahrzeugen  über  den  Niger  nach 
Algerien reiste, von wo er nach zweijährigem Aufenthalt zu Fuss sowie 
per  Zug  nach  Marokko,  wiederum  zwei  Jahre  später  per  Schiff  an 
einen  ihm  unbekannten  Ort  und  schliesslich  per  Auto  am 
3. August 2009 in die Schweiz gelangte, wo er gleichentags um Asyl 
nachsuchte,

dass er anlässlich der Kurzbefragung im Transitzentrum Altstätten vom 
20. August 2009 sowie der direkten Anhörung vom 2. September 2009 
zur  Begründung  des  Asylgesuchs  im  Wesentlichen  geltend  machte, 
1993  hätten  die  sierra-leonischen Behörden  seinen Vater  zur  Abtre-
tung  seines  Grundeigentums  gedrängt  und  auf  dessen  beharrliche 
Weigerung eines Nachts das Haus der Familie angezündet,

dass ihm als Einzigem die Flucht aus dem brennenden Gebäude ge-
lungen sei,  wohingegen seine Eltern sowie seine jüngere Schwester 
verbrannt seien,

dass er infolge des frühen Todes seiner Eltern mit seinem älteren Bru-
der, welcher zuvor bei einem Onkel gelebt habe, bei seinem Grossva-
ter im nigerianischen  C._______ (D._______) aufgewachsen sei  und 
er  befürchte,  bei  einer  Rückkehr  in  seinen  Heimatstaat  ebenfalls 
umgebracht zu werden,

dass sein Bruder (...) infolge seiner christlichen Glaubenszugehörigkeit 
von Muslimen erstochen worden sei, 

dass sein Grossvater, welcher sich um das Orakel von C._______ ge-
kümmert  habe,  (...)  verstorben  sei,  woraufhin  er  (der 
Beschwerdeführer) vom Dorfältestenrat dazu bestimmt worden sei, die 
Aufgabe des Grossvaters zu übernehmen, 

dass er sich wegen seiner christlichen Gesinnung geweigert habe, das 
Orakel  fortan  zu  füttern  und  ihm deshalb  angedroht  worden  sei,  er 
selbst werde diesem geopfert,

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dass das Orakel mangels Betreuung eine zerstörerische Kraft  entwi-
ckelt habe, welcher Menschen und Tiere zum Opfer gefallen seien und 
die  auch  ihn  beim  Schlafen  gestört  habe,  sodass  er  zu  einem 
katholischen Pfarrer geflüchtet sei, 

dass  in  der  Zwischenzeit  die  Dorfbewohner  bei  der  Polizei  Anzeige 
gegen ihn eingereicht und eine Belohnung für seine Ergreifung ausge-
setzt hätten, worauf er zur Fahndung ausgeschrieben, sein Foto über-
all aufgehängt, in der Zeitung publiziert und im Fernsehen ausgestrahlt 
worden sei,

dass er deshalb 2005 von C._______ via E._______, F._______ und 
G._______  nach  H._______  im  I._______  State  geflüchtet  und 
anschliessend  im  Kofferraum  eines  Autos  versteckt  an  einen  ihm 
unbekannten Ort im Niger gelangt sei, 

dass er von dort mit einem Landrover nach Algerien gefahren sei und 
später  zu  Fuss  die  Grenze  nach  Marokko  überquert  habe,  um 
schliesslich nach einem mehrmonatigen Aufenthalt  im Wald per  Zug 
und  Kipplastwagen  nach  J._______  an  die  Mittelmeerküste  zu 
gelangen,

dass  er  während  seiner  je  zweijährigen  Aufenthalte  in  Marokko und 
Algerien vom Betteln gelebt habe,

dass er von J._______ am 1. Juli 2009 mit einem Boot in dreitägiger 
Überfahrt an einen ihm unbekannten Ort und von dort mit dem Auto in 
die Schweiz gelangt sei,

dass das BFM den Beschwerdeführer anlässlich der Einreichung sei-
nes Asylgesuchs am 3. August 2009,  im Rahmen der Kurzbefragung 
vom  20. August 2009  sowie  der  direkten  Anhörung  vom  2. Septem-
ber 2009 aufforderte, innert 48 Stunden rechtsgenügliche Papiere ein-
zureichen  und  der  Beschwerdeführer  dieser  Aufforderung  bis  heute 
nicht nachgekommen ist,

dass das BFM mit Verfügung vom 17. September 2009 – gleichentags 
eröffnet – in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 des Asyl-
gesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31)  auf  das Asylgesuch 
nicht  eintrat,  die  Wegweisung  aus  der  Schweiz  verfügte  und  deren 
Vollzug anordnete,

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dass  es  zur  Begründung  des  Nichteintretens  auf  das  Asylgesuch 
zusammenfassend  festhielt,  der  Beschwerdeführer  habe  innert  48 
Stunden nach Gesuchseinreichung ohne entschuldbare Gründe keine 
Reise-  oder  Identitätspapiere  abgegeben,  er  erfülle  die  Flücht-
lingseigenschaft  gemäss Art. 3 und 7 AsylG nicht,  und zudem seien 
zusätzliche  Abklärungen  zur  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft 
oder eines Wegweisungsvollzugshindernisses in seinem Fall aufgrund 
der Aktenlage nicht erforderlich,

dass  die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers,  wonach  er  zu  keinem 
Zeitpunkt Ausweispapiere besessen habe und in Nigeria auch niemals 
nach solchen gefragt worden sei, er zudem weder dort noch in Sierra 
Leone jemanden kenne, der ihn bei der Beschaffung von Identitätsdo-
kumenten unterstützen könnte, grundsätzlich wenig plausibel erschie-
nen und als Schutzbehauptungen einzustufen seien,

dass angesichts der strengen Kontrollen der Hafenbehörden, zu denen 
Schengener-Vertragsstaaten verpflichtet  seien,  realitätsfremd und er-
fahrungswidrig sei, dass der Beschwerdeführer die Reise von Nigeria 
bis  in  die  Schweiz  ohne  jegliche  Reisepapiere  unternommen  habe, 
ohne dabei je kontrolliert zu worden zu sein,

dass auch nicht einleuchte, weshalb der Beschwerdeführer auf seiner 
Flucht  von  D._______  nach  H._______  den  grossen  Umweg  über 
G._______ in Kauf genommen haben sollte und solche Angaben zum 
Schluss führten,  er  sei  anders als in der geschilderten Weise in die 
Schweiz gelangt, 

dass insgesamt das Aussageverhalten des Beschwerdeführers vermu-
ten lasse, dass er beabsichtige, die wahren Umstände seiner Einreise 
zu verheimlichen, mit welchen Reisepapieren er in Wirklichkeit in die 
Schweiz gereist sei,

dass  auch  die  Flüchtlingseigenschaft  des  Beschwerdeführers  nicht 
festgestellt werden könne, zumal seine Schilderung des Sachverhalts 
den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG nicht 
genüge, 

dass nämlich zahlreiche Widersprüche in den Ausführungen des Be-
schwerdeführers  die  Zweifel  an  der  Glaubhaftigkeit  der  geltend  ge-
machten  Verfolgung  verstärkten,  welche  sich  bereits  aus  den  tatsa-
chenwidrigen Angaben über den Reiseweg ergäben,

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dass der Beschwerdeführer bei der Erstbefragung zunächst ausgesagt 
habe,  während des schweizerischen Asylverfahrens sei  er  das erste 
Mal in seinem Leben fotografiert worden und er demgegenüber später 
ausgeführt habe, dass überall in Nigeria ein Bild von ihm ausgehangen 
habe und eine Fotografie von ihm in der Zeitung abgedruckt worden 
sei,

dass er weiter in der Erstbefragung angegeben habe, sein Onkel sei 
zwei bis drei Monate nach seiner Rückkehr nach Sierra Leone ermor-
det worden, wohingegen er in der direkten Anhörung geäussert habe, 
er glaube, sein Onkel lebe nicht mehr,

dass er  als  Zeitpunkt  seiner Ausreise aus Nigeria  bei der Erstbefra-
gung Mitte 2005 und bei der direkten Anhörung Anfang 2005 bezeich-
nete,

dass  er  bei  der  Erstbefragung  angegeben  habe,  drei  Monate  nach 
dem Versterben des Grossvaters mit dem Tod bedroht worden zu sein, 
und  er  anlässlich  der  direkten  Anhörung  dagegen  ausgeführt  habe, 
erst sechs Monate nach dessen Tod seien die Dorfältesten erstmals zu 
ihm gekommen,

dass auch nicht nachvollziehbar sei, wieso er durch die nigerianische 
Polizei landesweit hätte gesucht werden sollen, weil er dem Orakel von 
Agwuhurne nicht habe dienen wollen,

dass  überdies  die  Bundesstaaten  B._______  (angeblich  in  Sierra 
Leone) und I._______ State (angeblich in Nigeria) nicht existierten und 
die Hauptstadt von D._______ auch nicht K._______ heisse, 

dass der Beschwerdeführer schliesslich weder die ethnische Zugehö-
rigkeit  seines  Vaters  noch  die  Familiennamen  seiner  Angehörigen 
habe bezeichnen können, 

dass  insgesamt  seine  Identität  nicht  feststehe  und  die  angegebene 
Herkunft aus Sierra Leone aufgrund seiner mangelhaften Kenntnisse, 
seiner vagen Angaben sowie der allgemeinen Unglaubhaftigkeit seiner 
Angaben angezweifelt werden müsse, 

dass der Vollzug der Wegweisung zulässig, zumutbar und möglich sei,

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dass im Rahmen der Zumutbarkeitsprüfung festzuhalten sei, dass der 
asylsuchenden Person nebst  der  ihm obliegenden Mitwirkungspflicht 
auch die Substanziierungslast zukomme, und es nicht Sache der Asyl-
behörden sein können,  bei  fehlenden Hinweisen seitens des Asylsu-
chenden – respektive der Verschleierung des tatsächlichen Herkunfts-
landes durch diesen – nach allfälligen Wegweisungsvollzugshindernis-
sen zu forschen,

dass der Beschwerdeführer mit an das Bundesverwaltungsgericht ge-
richteter Beschwerde vom 18. September 2009 (Poststempel unleser-
lich;  Eingang  am  21. September 2009)  sinngemäss  beantragte,  die 
Verfügung des BFM vom 17. September 2009 sei aufzuheben und die 
Sache zur materiellen Beurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen, 

dass die  Akten am 22. September 2009 beim Bundesverwaltungsge-
richt eintrafen (vgl. Art. 109 Abs. 2 AsylG),

und zieht in Erwägung,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  auf  dem  Gebiet  des  Asyls 
endgültig  über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  VwVG)  des 
BFM  entscheidet  (Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art. 31-34  des 
Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005  [VGG,  SR 173.32]; 
Art. 83 Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 17. Juni 2005 
[BGG, SR 173.110]),

dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung beson-
ders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung be-
ziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert ist (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 
Abs. 1 VwVG),

dass somit auf die im Übrigen form- und fristgerecht eingereichte Be-
schwerde  einzutreten  ist  (Art.  108  Abs.  2  AsylG  und  Art. Art. 52 
VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106 
Abs. 1 AsylG),

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dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32-35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Be-
schwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass sich die Beschwerdeinstanz – sofern sie den Nichteintretensent-
scheid  als  unrechtmässig  erachtet  – einer  selbständigen materiellen 
Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die Sache zu 
neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. Entscheidun-
gen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission 
[EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),

dass  indessen  im  Falle  des  Nichteintretens  auf  ein  Asylgesuch  ge-
mäss Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 AsylG über das Nichtbestehen 
der Flüchtlingseigenschaft abschliessend materiell zu entscheiden ist, 
soweit dies im Rahmen einer summarischen Prüfung möglich ist (vgl. 
BVGE 2007/8 insb. E. 5.6.5 S. 90 f.),

dass dementsprechend in einem diesbezüglichen Beschwerdeverfah-
ren  ungeachtet  der  vorzunehmenden  Überprüfung  eines  formellen 
Nichteintretensentscheides  auch  die  Flüchtlingseigenschaft  Prozess-
gegenstand ist (vgl. BVGE 2007/8 E. 2.1 S. 73),

dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs mate-
riell prüft, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich volle 
Kognition zukommt, 

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli-
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  bezie-
hungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e 
AsylG) und es sich vorliegend,  wie nachfolgend aufgezeigt,  um eine 
solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde,

dass auf  ein Asylgesuch nicht  eingetreten wird,  wenn Asylsuchende 
den Behörden nicht innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des 
Gesuchs Reise- oder Identitätspapiere abgeben (Art. 32 Abs. 2 Bst. a 
AsylG),

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dass diese Bestimmung jedoch keine Anwendung findet, wenn Asylsu-
chende glaubhaft machen können, sie seien dazu aus entschuldbaren 
Gründen nicht in der Lage (Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG), auf Grund der 
Anhörung sowie gestützt auf Art. 3 und 7 AsylG die Flüchtlingseigen-
schaft  festgestellt  wird  (Art.  32  Abs.  3  Bst.  b  AsylG)  oder  sich  auf 
Grund der Anhörung erweist, dass zusätzliche Abklärungen zur Fest-
stellung der Flüchtlingseigenschaft  oder eines Wegweisungsvollzugs-
hindernisses nötig sind (Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG),

dass das BFM in der angefochtenen Verfügung ausführlich und – nach 
Prüfung der Akten auch aus Sicht des Bundesverwaltungsgerichts  – 
überzeugend dargelegt hat, weshalb für das Nichteinreichen von Rei-
se- oder Identitätspapieren keine entschuldbaren Gründe vorliegen,

dass  die  Behauptung des Beschwerdeführers  im Transitzentrum Alt-
stätten, zeitlebens nie einen Reisepass oder eine Identitätskarte be-
sessen beziehungsweise beantragt zu haben und auch sonst über kei-
nerlei Ausweispapiere zu verfügen (vgl. A1 S. 5 f.), mit Blick auf die all-
gemeine Lebensrealität wenig plausibel anmutet,

dass im Übrigen angesichts der strengen Hafen- sowie Grenzkontrol-
len  weitestgehend  ausgeschlossen  werden  kann,  dass  es  dem  Be-
schwerdeführer möglich gewesen wäre, ohne jegliche Identitätsdoku-
mente  während  vierer  Jahre  in  Algerien  und  Marokko zu  leben  und 
alsdann per Schiff an einen ihm unbekannten europäischen Hafen und 
schliesslich per Auto in die Schweiz zu gelangen (vgl. A1 S. 10),

dass  den  geschilderten  Reisemodalitäten  verschiedene  weitere  Un-
stimmigkeiten  zu entnehmen sind,  wobei  auf  die  zutreffenden Erwä-
gungen der  Vorinstanz  verwiesen  werden kann,  und darüber  hinaus 
festzustellen ist,  dass auch die Behauptung des Beschwerdeführers, 
er  habe  in  Marokko  und  Algerien  mit  Betteln  nicht  nur  seinen 
Lebensunterhalt  bestritten,  sondern  dabei  auch  den  Schlepperlohn 
von  Fr.  935.–  (7'000.–   Dirham,  vgl.  A1  S.  12)  zusammengespart, 
realitätsfremd  erscheint,  zumal  sich  das  durchschnittliche  Pro-Kopf-
Jahreseinkommen  in  diesen  Ländern  bei  Fr.  1'250.–  (Marokko) 
respektive Fr. 1'500.– (Algerien) bewegt,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  aufgrund  der  unsubstanziierten 
und realitätsfremden Ausführungen des Beschwerdeführers sowie der 
gesamten Aktenlage davon ausgeht, er habe bei seiner Einreise in die 
Schweiz authentische Identitäts- und Reisepapiere besessen, welche 

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er jedoch innert 48 Stunden und bis heute in Verletzung seiner gesetz-
lichen Mitwirkungspflicht (vgl. Art. 8 Abs. 1 Bst. b AsylG) den schweize-
rischen Behörden nicht aushändigte, 

dass dass mithin zu prüfen bleibt, ob das BFM aufgrund der Anhörung 
zu  Recht  die  Flüchtlingseigenschaft  verneint  und  zusätzliche  Ab-
klärungen  zu  deren  Feststellung  beziehungsweise  derjenigen  von 
Wegweisungsvollzugshindernissen als nicht erforderlich erachtet hat, 

dass im vorliegenden Verfahren aufgrund der Aktenlage, wie sie sich 
nach  der  Befragung  im  Kurzbefragung  im  Transitzentrum  Altstätten 
vom  20. August 2009 sowie  der  direkten Anhörung  vom  2. Septem-
ber 2009  darstellt, unter Verzicht auf zusätzliche tatbeständliche oder 
rechtliche Abklärungen im Rahmen einer bloss summarischen Prüfung 
der eindeutige Schluss gezogen werden kann, dass der Beschwerde-
führer offensichtlich die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllt, und einem 
Vollzug seiner Wegweisung keine Hindernisse entgegenstehen (Art. 32 
Abs. 3 Bst. b und c AsylG),

dass das BFM in der Entscheidbegründung zu Recht ausführt, die Vor-
bringen seien in wesentlichen Aspekten widersprüchlich und unsubs-
tanziiert, wobei zur Vermeidung von Wiederholungen vorab auf die zu-
treffenden Erwägungen in der angefochtenen Verfügung zu verweisen 
ist, 

dass insbesondere  dem Vorbringen des Beschwerdeführers,  wonach 
die nigerianischen Behörden unter Einsatz von Print- und Telekommu-
nikationsmedien  landesweit  nach  ihm gefahndet  hätten,  weil  er  sich 
geweigert  habe,  das  örtliche  Orakel  zu  füttern  (A1  S.  9),  jeglicher 
Bezug zu den Realitäten in Nigeria abzusprechen ist,

dass es sich bei dieser Sachlage erübrigt, auf die Ausführungen in der 
Beschwerde einzugehen, zumal hierin ausschliesslich auf dem Wahr-
heitsgehalt der Vorbringen beharrt wird, 

dass sich die Erkenntnis ergibt, es bestehe weder Anlass zur Vornah-
me  zusätzlicher  Abklärungen  zur  Feststellung  der  Flüchtlingseigen-
schaft oder eines Wegweisungsvollzugshindernisses noch gar zur di-
rekten Feststellung der  Flüchtlingseigenschaft  (Art.  32  Abs. 3  Bst. b 
und c AsylG sowie BVGE 2007/8 E. 2.1),

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dass das BFM demnach in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a und 
Art. 32 Abs. 3 AsylG zu Recht auf das Asylgesuch des Beschwerde-
führers nicht eingetreten ist,

dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegwei-
sung aus der Schweiz zur Folge hat, vorliegend der Beschwerdeführer 
weder eine Aufenthaltsbewilligung besitzt noch einen Anspruch auf Er-
teilung einer  solchen hat,  weshalb  die verfügte Wegweisung im Ein-
klang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und zu bestätigen ist 
(Art. 44 Abs. 1 AsylG, Art. 32 Bst. a AsylV 1; vgl. EMARK 2001 Nr. 21),

dass zu prüfen bleibt, ob es Gründe gibt, die dem Vollzug der Wegwei-
sung entgegenstehen,  da im Fall  eines  unzulässigen,  unzumutbaren 
oder unmöglichen Vollzugs das Anwesenheitsverhältnis nach den Be-
stimmungen  des Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005 über  die 
Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) über die vorläufige 
Aufnahme zu regeln ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG),

dass  die  Zulässigkeit,  Zumutbarkeit  und  Möglichkeit  des  Vollzugs 
(Art. 44 Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 83 AuG) grundsätzlich von Amtes we-
gen zu prüfen sind, diese Untersuchungspflicht jedoch nach Treu und 
Glauben ihre Grenzen an der  Mitwirkungspflicht  der  beschwerdefüh-
renden Person findet (Art. 8 AsylG), die im Übrigen auch die Substan-
ziierungslast trägt (Art. 7 AsylG), und es nicht Sache der Asylbehörden 
sein  kann,  nach  allfälligen  Wegweisungshindernissen  in  hypotheti-
schen Herkunftsländern zu forschen,

dass der  Beschwerdeführer deshalb die  Folgen seiner  mangelhaften 
Mitwirkung respektive Verheimlichung seiner wahren Identität und Her-
kunft zu tragen hat, indem vermutungsweise davon auszugehen ist, es 
würden einer Wegweisung in den tatsächlichen Heimatstaat keine lan-
des- oder völkerrechtlichen Vollzugshindernisse im Sinne von Art. 44 
Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 83 Abs. 2 -  4 AuG (vgl. EMARK 2005 Nr. 1 
E. 3.2.2. S. 4 f.) entgegen stehen,

dass  somit  keine Wegweisungshindernisse  vorliegen  und  der  vom 
BFM verfügte Vollzug der Wegweisung zu bestätigen ist,

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene Verfügung  Bundesrecht  verletze,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststelle 

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oder unangemessen sei (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde ab-
zuweisen ist,

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von Fr. 600.-- 
(Art. 2 und 3 des Reglements  vom 21. Februar 2008 über  die  Kosten 
und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 
173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 
VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.–  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

3.
Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und das (...).

Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber:

Gabriela Freihofer Jan Feichtinger

Versand: 

Seite 12