# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d0eb6298-e64e-5a60-9e38-882789a47737
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-10-20
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 20.10.2009 E-6241/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-6241-2009_2009-10-20.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-6241/2009/bao
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 0 .  O k t o b e r  2 0 0 9

Richter Walter Stöckli (Vorsitz), Richter Bruno Huber, 
Richterin Emilia Antonioni, 
Gerichtsschreiber Thomas Hardegger.

A._______, Türkei,
vertreten durch B._______,
Beschwerdeführerin,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfü-
gung des BFM vom 10. September 2009 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-6241/2009

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass  die  Beschwerdeführerin  eigenen  Angaben  zufolge  am  (...) 
zusammen  mit  (...)  aus  der  Türkei  ausreiste,  im  Direktflug  den 
Flughafen  Zürich  erreichte,  sich  anschliessend  beim  (...)  in  der 
Schweiz aufhielt und am 6. April 2009 in Basel um Asyl nachsuchte,

dass sie bei ihrer legalen Einreise einen türkischen Pass verwendete, 
der ein authentisches, für dreissig Tage gültiges Visum des französi-
schen Konsulats in Istanbul enthielt,

dass die Befragung am 8. April  2009 im Empfangs- und Verfahrens-
zentrum Basel durchgeführt wurde,

dass der Beschwerdeführerin in dieser Befragung im Hinblick auf eine 
allfällige  Zuständigkeit  Frankreichs  zur  Durchführung  des  Asyl-  und 
Wegweisungsverfahrens  respektive  einen  allfälligen  Aufenthalt  in 
Frankreich das rechtliche Gehör gewährt wurde, 

dass sie nebst ihrem Pass (...) einreichte,

dass sie am 14. April 2009 dem Kanton (...) als Aufenthaltskanton für 
das weitere Verfahren zugewiesen wurde, 

dass mit Verfügung des BFM vom 30. Juni 2009 – eröffnet am 6. Juli 
2008 – ein Gesuch der Beschwerdeführerin um Kantonswechsel vom 
15. Mai 2009 abgewiesen wurde,

dass das BFM die französischen Behörden am 19. Mai 2009 um die 
Übernahme der Beschwerdeführerin ersuchte,

dass sich die französischen Behörden am 12. Juni 2009 zur Übernah-
me der Beschwerdeführerin bereit erklärten,

dass das BFM mit Verfügung vom 10. September 2009 – per Telefax 
an den Rechtsvertreter am 30. September 2009 eröffnet – in Anwen-
dung von Art. 34  Abs. 2 Bst. d  des Asylgesetzes  vom 26. Juni 1998 
(AsylG, SR 142.31) auf das Asylgesuch der Beschwerdeführerin nicht 
eintrat, die sofortige Wegweisung nach Frankreich anordnete und einer 
allfälligen Beschwerde die aufschiebende Wirkung entzog,

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dass die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 1. Oktober 2009 gegen 
diesen  Entscheid  beim Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  erhe-
ben und dabei beantragen liess, ihr sei in der Schweiz Asyl zu gewäh-
ren,  die  Wegweisung  nach  Frankreich  sei  aufzuheben  und  bis  zum 
definitiven Urteil  zu sistieren respektive der Beschwerde sei  die auf-
schiebende Wirkung zukommen zu lassen,

dass mit der Beschwerde (...) eingereicht wurden,

dass  der  Instruktionsrichter  mit  Telefax  vom  2.  Oktober  2009  den 
Vollzug der Wegweisung im Rahmen einer vorsorglichen Massnahme 
(Art.  56  des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das 
Verwaltungsverfahren [VwVG, SR 172.021]) aussetzen liess,

dass die Akten der Vorinstanz am 5. Oktober 2009 beim Bundesver-
waltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG 
i.V.m. Art. 31-34 des  Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
[VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d  Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass die Beschwerde frist- und formgerecht eingereicht worden ist und 
die Beschwerdeführerin  am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen 
hat,  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  ist,  ein 
schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-
rung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist 
(Art. 108 Abs. 2 AsylG sowie Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und 
Art. 48 Abs. 1 und 52 VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde,

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dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32-35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Be-
schwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass sich die Beschwerdeinstanz – sofern sie den Nichteintretensent-
scheid  als  unrechtmässig  erachtet  – einer  selbständigen materiellen 
Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die Sache zu 
neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist,

dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs mate-
riell prüft, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich volle 
Kognition zukommt, 

dass somit – mit Ausnahme des Antrags, Asyl zu gewähren – auf die 
eingereichte Beschwerde einzutreten ist,

dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asyl-
suchende in einen Drittstaat ausreisen können, welcher für die Durch-
führung  des  Asyl-  und  Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich  zu-
ständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG),

dass das BFM die angefochtene Verfügung damit begründete, die Be-
schwerdeführerin  habe  vom  französischen  Konsulat  in  Istanbul  für 
mehrfache  Einreisen  im  Zeitraum  vom  (...)  ein  gültiges  Schengen-
Visum beschafft und bei der Einreise verwendet,

dass die in der Schweiz lebenden Verwandten keine Rolle spielen wür-
den, und somit Frankreich aufgrund des "Abkommens vom 26. Oktober 
2004 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Euro-
päischen Gemeinschaft  über die Kriterien und Verfahren zur Bestim-
mung des zuständigen Staates für die Prüfung eines in einem Mitglied-
staat oder in der Schweiz gestellten Asylantrags" (Ziff. 2 Bst. a des An-
hangs  des  Bundesgesetzes  über  das  Informationssystems  für  den 
Ausländer-  und  den  Asylbereich  [BGIAA]  vom  20.  Juni  2003, 
SR 142.51;  Dublin-Assoziierungsabkommen  [DAA]:  SR  0.360.598.1) 
sowie  des  "Übereinkommens vom 17. Dezember  2004  zwischen der 
Schweizerischen  Eidgenossenschaft,  der  Republik  Island  und  dem 
Königreich  Norwegen  über  die  Umsetzung,  Anwendung  und 
Entwicklung des Schengen-Besitzstandes und über die Kriterien und 
Verfahren  zur  Bestimmung des  zuständigen  Staates  für  die  Prüfung 

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eines  in  der  Schweiz,  in  Island  oder  in  Norwegen  gestellten 
Asylantrags"  (Ziff.  1  Bst.  c  des  vorstehend  erwähnten  Anhangs  des 
BGIAA;  Schengen-Assoziierungsabkommen  [SAA]:  SR  0.360.598.1) 
für die Durchführung des Asylverfahrens zuständig sei,

dass Frankreich am 12. Juni 2009 einer Übernahme der Beschwerde-
führerin zugestimmt habe,

dass die Rückführung nach Frankreich – vorbehältlich einer allfälligen 
Unterbrechung oder  Verlängerung (Art. 19  Abs. 3 und 4 der  Verord-
nung (EG) Nr. 343/2003 des Rates vom 18. Februar 2003 (Dublin-II-
Verordnung) – bis spätestens 11. Dezember 2009 erfolgen dürfe,

dass somit die Beschwerdeführerin nach Frankreich reisen könnte, wo 
sie Schutz vor Rückschiebung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 AsylG finden 
würde und keine Hinweise auf eine Verletzung von Art. 3 der Konventi-
on  vom  4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und 
Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) bestünden,

dass weder die in Frankreich herrschende Situation noch andere Grün-
de gegen die Zumutbarkeit der Wegweisung in diesen Staat sprächen, 
und  der  Vollzug  der  Wegweisung  aufgrund  der  Zustimmung  Frank-
reichs technisch möglich und praktisch durchführbar sei, 

dass deshalb das BFM gestützt auf Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG auf das 
Asylgesuch der Beschwerdeführerin nicht eingetreten ist,

dass  die  Beschwerdeführerin  demgegenüber  rügte,  ihr  sei  der  Um-
stand eines tatsächlichen Schriftenwechsels des BFM mit Frankreich 
spät und lediglich per Zufall bekannt geworden,

dass sie der angefochtenen Verfügung entnehmen müsse, dass solche 
Kontakte mittlerweile stattgefunden hätten, und sie im Rahmen der Be-
fragung  vom 8.  April  2009  das  rechtliche  Gehör  zu  einem Wegwei-
sungsvollzug nach Frankreich offenbar bereits erhalten habe,

dass sie – so die Beschwerdeführerin weiter – trotz Kenntnis der ange-
fochtenen Verfügung über die effektive Antwort Frankreichs bloss mut-
massen könne (Beschwerde S. 3), 

dass die sinngemässen Rügen, wonach es die Vorinstanz an Transpa-
renz  im  Verfahren  habe  vermissen  lassen  und  dem  rechtlichen 

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Gehörsanspruch der Beschwerdeführerin und der Begründungspflicht 
nicht  genügend nachgekommen sei,  vorab zu prüfen sind,  da sie im 
Falle  der  Berechtigung  geeignet  wären,  eine  Kassation  der 
vorinstanzlichen Verfügung zu bewirken,

dass aus dem Protokoll  unmissverständlich hervorgeht, dass im Hin-
blick auf eine allfällige Zuständigkeit Frankreichs das rechtliche Gehör 
gewährt wurde (Akten BFM A1 S. 7 f. und A2 S. 9),

dass die Beschwerdeführerin ihre Bedenken gegen die Zuständigkeit 
Frankreichs respektive einen Aufenthalt in Frankreich in substanziierter 
Form hat darlegen können, weshalb sie sich allfällige Unterlassungen 
in ihren Antworten selber zuzuschreiben hat (Art. 7 Abs. 3 und Art. 8 
Abs. 1 AsylG), 

dass  in  der  angefochtenen  Verfügung  bekanntgegeben  wurde,  dass 
Frankreich  einer  Übernahme  der  Beschwerdeführerin  am  12.  Juni 
2009 zugestimmt hat (angefochtene Verfügung S. 2), mithin auch dies-
bezüglich keine Unklarheit herrschen kann,

dass sich somit keine Anhaltspunkte finden lassen, wonach die Vorin-
stanz die  Transparenz  im  Verfahren  missachtet  und  den  rechtlichen 
Gehörsanspruch der Beschwerdeführerin dadurch verletzt hätte,

dass  die  Begründung  in  der  Verfügung  zwar  knapp,  aber  rechtsge-
nüglich ausfiel,

dass damit der Sachverhalt unter Würdigung der gesamten Aktenlage 
als  erstellt  zu  erachten  ist  und  das  Bundesverwaltungsgericht  keine 
Veranlassung zur  Rückweisung der  Sache an die Vorinstanz zur  or-
dentlichen Verfahrensführung und Neubeurteilung hat,

dass zudem die Beschwerdeführerin gegen die Auffassung des BFM 
einwendete, sie sei nie in Frankreich gewesen und habe nie beabsich-
tigt, dort ein Asylgesuch zu stellen (Beschwerde S. 3), 

dass sie legal in die Schweiz eingereist sei, um hier ihr Asylgesuch zu 
stellen, 

dass sie hier Verwandte habe (Beschwerde S. 3), 

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dass die Beschwerdeführerin im Verfahren glaubhaft machen konnte, 
dass sie zwei Verwandte ([...] mit Niederlassungsbewilligung C und [...] 
mit  Schweizer  Bürgerrecht)  in  der  Schweiz  hat  und  eine  [...]  mit 
Schweizer Bürgerrecht im Fürstentum Liechtenstein lebt (Beschwerde 
S. 3), 

dass jedoch die Bestimmung von Art. 34 Abs. 3 Bstn. a bis c AsylG, 
wonach Abs. 2 Bstn. a, b, c und e dieses Artikels keine Anwendung fin-
den, wenn Personen, zu denen die asylsuchende Person enge Bezie-
hungen  hat,  oder  nahe  Angehörige  in  der  Schweiz  leben,  oder  die 
asylsuchende  Person  offensichtlich  die  Flüchtlingseigenschaft  nach 
Art. 3 AsylG erfüllt, oder Hinweise darauf bestehen, dass im Drittstaat 
kein effektiver Schutz vor Rückschiebung nach Art. 5 Abs. 1 AsylG be-
steht, bei einem auf Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG gestützten Nichteintre-
tensentscheid nicht anwendbar ist (vgl. die Auflistung in Art. 34 Abs. 3 
AsylG e contrario),

dass der im Fürstentum Liechtenstein wohnhaften (...) im vorliegenden 
Verfahren  zum  Vornherein  keine  Bedeutung  zukommt,  da  sich  die 
Zuständigkeitsprüfung  auf  die  Gebietshoheit  der  Schweiz 
beziehungsweise Frankreichs beschränkt,

dass  der  Umstand  der  geltend  gemachten  Verwandtschaft  in  der 
Schweiz einer Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG nicht entge-
gensteht, 

dass gemäss Art. 7 der Dublin-II-Verordnung – sofern die betroffenen 
Personen es wünschen – der Mitgliedstaat für die Prüfung des Asylan-
trags zuständig ist, falls der Asylbewerber einen Familienangehörigen 
hat,  dem das Recht  auf  Aufenthalt  im Mitgliedstaat  in  seiner  Eigen-
schaft als Flüchtling gewährt wurde,

dass  Art.  2  Bst.  i  der  Dublin-II-Verordnung  als  "Familienangehörige" 
den Ehegatten des Asylbewerbers oder den nicht verheirateten Part-
ner  des  Asylbewerbers,  der  mit  diesem  eine  dauerhafte  Beziehung 
führt,  sofern gemäss den Rechtsvorschriften oder den Gepflogenhei-
ten des betreffenden Mitgliedstaats nichtverheiratete Paare nach des-
sen Ausländerrecht ähnlich behandelt werden wie verheiratete Paare, 
die minderjährigen Kinder von solchen Paaren oder des Antragstellers, 
sofern  diese  ledig  und  unterhaltsberechtigt  sind,  gleichgültig,  ob  es 
sich nach dem einzelstaatlichen Recht um eheliche oder ausserehelich 
geborene oder adoptierte Kinder handelt, definiert,

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dass  die  Verwandten  (...),  die  in  der  Schweiz  leben,  somit  keine 
"Familienangehörigen"  im  Sinne  der  Dublin-II-Verordnung  sind, 
weshalb auch unter diesem Aspekt nichts zu Gunsten der Beschwer-
deführerin abgeleitet werden kann, 

dass somit der Umstand, dass der Aufenthaltstitel in der Schweiz auf-
grund des gültigen Schengen-Visums eines  französischen Konsulats 
im Ausland zustandekam, vorliegend für die Bestimmung der Zustän-
digkeit für die Prüfung des Asylgesuchs ausschlaggebend bleibt, wenn 
ein Staat vom Selbsteintrittsrecht (Art. 3 Abs. 2 Dublin-II-Verordnung) 
keinen Gebrauch machen will, was vorliegend der Fall ist,

dass  somit  der  Mitgliedstaat,  der  den Aufenthaltstitel  erteilt  hat,  zu-
ständig ist, und aus den Vorakten keine Ausnahmen von dieser Regel 
erkennbar wären (Art. 9 Abs. 2 Dublin-II-Verordnung),

dass die Reise der Beschwerdeführerin in die Schweiz, ihr Aufenthalt 
in der Schweiz und ihre allenfalls schon früh vorhandene Absicht,  in 
der Schweiz um Asyl nachzusuchen, ohne Einfluss auf der Frage des 
zuständigen Staates ist,

dass in der Beschwerde nicht bezweifelt wird, Frankreich biete einem 
Flüchtling Schutz, 

dass die französischen Behörden am 12. Juni 2009 gestützt auf Art. 9 
Abs. 2  der  Dublin-II-Verordnung  in  Beantwortung  einer  Anfrage  des 
BFM vom 19. Mai  2009 der Übernahme der Beschwerdeführerin  zu-
stimmten,

dass das BFM demnach in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG 
zu Recht auf das Asylgesuch der Beschwerdeführerin nicht eingetre-
ten ist,

dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegwei-
sung aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend 
der Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein An-
spruch auf Erteilung einer solchen besteht, weshalb die verfügte Weg-
weisung  im  Einklang  mit  den  gesetzlichen  Bestimmungen  steht  und 
demnach vom BFM zu Recht angeordnet wurde,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzli-
chen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern re-

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gelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar 
oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]),

dass Frankreich Signatarstaat des Abkommens vom 28. Juli 1951 über 
die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30),  der EMRK  und 
des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter oder an-
dere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder 
Strafe (FoK, SR 0.105) ist,  und keine Anhaltspunkte dafür bestehen, 
die französischen Behörden hielten sich nicht an die daraus resultie-
renden Verpflichtungen,

dass der Vollzug der Wegweisung vorliegend in Beachtung der mass-
geblichen  völker-  und  landesrechtlichen  Bestimmungen  zulässig  ist, 
weil  die Beschwerdeführerin nach Frankreich ausreisen kann, wo sie 
Schutz vor Rückschiebung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 AsylG findet,

dass keine individuellen Umstände auf eine konkrete Gefährdung der 
Beschwerdeführerin im Falle einer Weiterreise nach Frankreich schlie-
ssen lassen, weshalb der Vollzug der Wegweisung nach Frankreich zu-
mutbar ist,

dass der Vollzug der Wegweisung der Beschwerdeführerin nach Frank-
reich möglich ist, weil die dortigen Behörden ihrer Rückübernahme zu-
gestimmt haben (Art. 83 Abs. 2 AuG),

dass  nach  dem Gesagten  der  vom Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

dass  allerdings  in  der  angefochtenen  Verfügung  die  Anordnung  des 
sofortigen Vollzugs nicht begründet wird und namentlich nicht ausge-
führt  wird,  auf  welche  Gesetzesbestimmung  das  BFM  diese  Anord-
nung in Derogation der allgemeinen Bestimmung gemäss Art. 45 Abs. 1 
AsylG – obligatorische Ansetzung einer Ausreisefrist – stützt, weshalb 
die diesbezügliche Ziffer 3 des Dispositivs aufzuheben und das BFM 
zur Ansetzung einer angemessenen Ausreisefrist anzuhalten ist,

dass es sich erübrigt, auf die weiteren Vorbringen in der Beschwerde 
und deren Beilagen einzugehen, da diese an der Würdigung des vor-
liegenden Sachverhalts nichts zu ändern vermöchten,

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dass es der Beschwerdeführerin somit nicht gelungen ist darzutun, in-
wiefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletzt, den rechts-
erheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststellt oder un-
angemessen ist  (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuwei-
sen ist, soweit darauf einzutreten ist,

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von Fr. 600.– 
(Art. 1 bis 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten 
und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2])  der  Beschwerdeführerin  aufzuerlegen  sind  (Art.  63 
Abs. 1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit auf diese eingetreten wird.

2.
Das BFM wird in Aufhebung der Ziffer 3 des Dispositivs der angefoch-
tenen Verfügung angewiesen, der Beschwerdeführerin eine angemes-
sene Ausreisefrist anzusetzen.

3.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.– werden  der  Beschwerdeführerin 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses  Urteil  geht  an  den  Rechtsvertreter  der  Beschwerdeführerin, 
das BFM und die zuständige kantonale Behörde.

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Walter Stöckli Thomas Hardegger

Versand: 

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