# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e1c7462a-247a-500e-ae38-d0b225599ad5
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-08-26
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 26.08.2011 A-459/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-459-2011_2011-08-26.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung I
A­459/2011

U r t e i l   v om   2 6 .   Augus t   2 0 1 1

Besetzung Richter André Moser (Vorsitz),
Richterin Marianne Ryter Sauvant, Richter Jérôme Candrian,   
Gerichtsschreiberin Tanja Haltiner.

Parteien 1. ewz Übertragungsnetz AG,
Tramstrasse 35, 8050 Zürich,  
2. Nordostschweizerische Kraftwerke Grid AG,
Parkstrasse 23, Postfach, 5401 Baden,  
beide vertreten durch ewz Übertragungsnetz AG,
Tramstrasse 35, 8050 Zürich, 
Beschwerdeführerinnen, 

gegen

Erbengemeinschaft Franz Diethelm­Huber, 
bestehend aus:   
Franz Diethelm­Kessler, Kirchsteig 14, 9303 Wittenbach,  
Ida Diethelm­Huber, Mosenstrasse 69, 8854 Galgenen,  
Bernadette Diethelm, Stockenstrasse 130b,
8802 Kilchberg ZH,  
Ursula Diethelm, Mosenstrasse 69, 8854 Galgenen,  
Urban Diethelm, Mosenstrasse 69, 8854 Galgenen,  
Valentin Diethelm, Alleestrasse 17, 9422 Staad SG,  
Andreas Diethelm, Mosenstrasse 9, 8854 Galgenen, 
alle vertreten durch Dr. Katharina Schwander, 
c/o Kapisa Coaching GmbH, Postfach 551, 8853 Lachen SZ 
und Dr. Pirmin Schwander,  c/o Contrust Finance AG,
Postfach 551, 8853 Lachen SZ,

Beschwerdegegner, 

und

Eidgenössische Schätzungskommission Kreis 9, 
p.A. Frau Dr. Carla Wassmer, Postfach 148, 6431 Schwyz,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Verfügung der Eidgenössischen Schätzungskommission 
Kreis 9 vom 3. Januar 2011 (Nichteintretensentscheid).

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Sachverhalt:

A. 
Mit Eingabe  vom 20. Dezember  2010 haben die  ewz Übertragungsnetz 
AG (ewz AG) und die Nordostschweizerische Kraftwerke Grid AG (NOK 
Grid)  bei  der  Eidgenössischen  Schätzungskommission  Kreis  9  um 
Enteignung eines Durchleitungsrechts und eines Rechts auf Fortbestand 
eines  Leitungsmastens  auf  dem  Grundstück  Grundbuch  Schwyz, 
Kat. Nr. 266  "Mosen",  8854  Galgenen,  für  die  220  kV 
Übertragungsleitung Siebnen­Samstagern ersucht.

B. 
Am  3.  Januar  2011  trat  die  Schätzungskommission  Kreis  9  mangels 
Zuständigkeit auf das Gesuch vom 20. Dezember 2010 nicht ein.

C. 
Gegen  diese  Verfügung  erheben  die  ewz  AG  und  die  NOK  Grid 
(nachfolgend: Beschwerdeführerinnen) am 13. Januar 2011 Beschwerde 
beim  Bundesverwaltungsgericht.  Sie  beantragen,  Ziffer  1 
(Nichtanhandnahme)  und  Ziffer  2  (Kostenauflage)  des  Dispositivs  der 
angefochtenen  Verfügung  seien  aufzuheben.  Die  Eidgenössische 
Schätzungskommission  Kreis  9  (nachfolgend:  Vorinstanz)  sei 
anzuweisen, ihr Gesuch vom 20. Dezember 2010 materiell zu behandeln. 
Eventualiter sei die Sache ohne Verzug und Kostenfolge der zuständigen 
Behörde  zu  überweisen,  damit  namentlich  die  Rechtshängigkeit  des 
Verfahrens beibehalten werde.

D. 
In ihrer Vernehmlassung vom 24. Februar 2011 beantragt die Vorinstanz, 
ihre Unzuständigkeit sei zu bestätigen.

E. 
Mit  Stellungnahme  vom  28.  März  2011  schliessen  die  Mitglieder  der 
Erbengemeinschaft  Franz  Diethelm­Huber  (nachfolgend: 
Beschwerdegegner)  ebenfalls  auf  Bestätigung  der  Unzuständigkeit  der 
Vorinstanz. Weiter  sei  das Gesuch  nicht  an  die  zuständige Behörde  zu 
überweisen,  weder  durch  die  Vorinstanz  noch  durch  das 
Bundesverwaltungsgericht.

F. 
In ihrer Eingabe vom 29. April 2011 halten die Beschwerdeführerinnen an 

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ihren Anträgen vom 13. Januar 2011 fest und beantragen die Abweisung 
derjenigen der Vorinstanz sowie der Beschwerdegegner.

G. 
Auf  weitere  Vorbringen  der  Parteien  und  die  sich  bei  den  Akten 
befindlichen  Schriftstücke  wird  –  soweit  entscheidrelevant  –  in  den 
nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 
1.1  Die  Beschwerde  richtet  sich  gegen  den  Entscheid  einer 
Schätzungskommission.  Die  Zuständigkeit  des 
Bundesverwaltungsgerichts  zur  Beurteilung  der  vorliegenden 
Beschwerde ergibt sich aus Art. 77 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. 
Juni  1930  über  die  Enteignung  (EntG,  SR  711).  Demnach  können 
Entscheide  der  Schätzungskommission  beim  Bundesverwaltungsgericht 
angefochten  werden.  Das  Verfahren  richtet  sich  nach  dem 
Verwaltungsgerichtsgesetz vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32), soweit 
das  EntG  nichts  anderes  bestimmt  (Art. 77  Abs.  2  EntG).  Das  VGG 
verweist  in  seinem  Art.  37  ergänzend  auf  das  Bundesgesetz  vom  20. 
Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021).

1.2 Die Beschwerdelegitimation ergibt  sich aus Art.  78 Abs. 1 EntG.  Im 
Übrigen gelten die allgemeinen Voraussetzungen gemäss Art. 48 Abs. 1 
VwVG,  wonach  zur  Erhebung  der  Beschwerde  an  das 
Bundesverwaltungsgericht  berechtigt  ist,  wer  vor  der  Vorinstanz  am 
Verfahren  teilgenommen  oder  keine Möglichkeit  zur  Teilnahme  erhalten 
hat  (Bst. a),  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  ist 
(Bst. b)  und  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  oder 
Änderung hat (Bst. c). Die Beschwerdeführerinnen sind als Adressatinnen 
der  angefochtenen  Verfügung,  deren  Begehren  im  vorinstanzlichen 
Verfahren  nicht  anhand  genommen  wurde,  formell  und  materiell 
beschwert und folglich zur Beschwerde berechtigt.

1.3 Auf die im Übrigen form­ und fristgerecht  (Art. 50 und Art. 52 VwVG) 
eingereichte Beschwerde ist einzutreten.

2. 
Das  Bundesverwaltungsgericht  entscheidet  grundsätzlich  mit 

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uneingeschränkter  Kognition.  Gerügt  werden  kann  nicht  nur  die 
Verletzung  von  Bundesrecht,  einschliesslich  Überschreitung  oder 
Missbrauch  des  Ermessens  oder  die  unrichtige  oder  unvollständige 
Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts,  sondern  auch  die 
Unangemessenheit des angefochtenen Entscheids (Art. 49 VwVG). 

Im Verfahren  vor  dem Bundesverwaltungsgericht  gilt  der Grundsatz  der 
Rechtsanwendung von Amtes wegen. Das Bundesverwaltungsgericht  ist 
nicht  an  die  Begründung  der  Parteibegehren  gebunden 
(Art. 62 Abs. 4 VwVG).

3. 
Angefochten  wird  der  vorinstanzliche  Nichteintretensentscheid.  Das 
Bundesverwaltungsgericht  hat  sich  daher  einzig mit  der Rechtsfrage  zu 
befassen,  ob  die  Vorinstanz  zu  Recht  auf  die  bei  ihr  erhobene 
Beschwerde  nicht  eingetreten  ist  (BGE 132  V  74  E.  1.1;  ANDRÉ 
MOSER/MICHAEL  BEUSCH/LORENZ  KNEUBÜHLER,  Prozessieren  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht, Basel 2008, Rz. 2.8 mit weiteren Hinweisen).

3.1
3.1.1 Die  Vorinstanz  hat  ihren  Entscheid  wie  folgt  begründet:  Aus  den 
eingereichten Akten gehe hervor, dass sich die Enteigneten und jetzigen 
Beschwerdegegner dem erneuten Erwerb der am 22. Januar 1960 auf 50 
Jahre  eingeräumten,  mittlerweile  abgelaufenen  Dienstbarkeit  durch  die 
Enteignerinnen und jetzigen Beschwerdeführerinnen widersetzen und die 
Verlegung  der  Leitung  verlangen  würden,  da  diese  den  seit  1993  der 
Bauzone zugehörigen Teil des Grundstücks durchquere. Bei dieser Sach­ 
und  Rechtslage  könne  nicht  nach  den  Vorschriften  des 
Enteignungsgesetzes vorgegangen werden, sondern es sei vielmehr ein 
Plangenehmigungsverfahren  nach  Art.  16  ff.  des  Elektrizitätsgesetzes 
vom  24. Juni  1902  (EleG,  SR 734.0)  durchzuführen,  in  welchem  die 
Genehmigungsbehörde  gemäss  Art.  16h  Abs.  1  EleG  gleichzeitig  auch 
über die enteignungsrechtlichen Einsprachen zu entscheiden habe. Von 
einer  Weiterleitung  des  Gesuchs  samt  Beilagen  wurde  mit  der 
Begründung  abgesehen,  es  sei  Sache  der  Beschwerdeführerinnen,  bei 
der zuständigen Behörde je nach Vorhaben um Eröffnung des adäquaten 
Verfahrens nachzusuchen.

3.1.2  Die  Beschwerdeführerinnen  stellen  sich  auf  den  Standpunkt,  die 
Vorinstanz  übersehe,  dass  das  spezialgesetzliche 
Plangenehmigungsverfahren  nach EleG  lediglich  für  die Erstellung  oder 

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Änderung  einer  Leitung  vorgesehen  sei.  Würden  Starkstromanlagen 
erstellt,  geändert  oder  ergänzt,  sei  ein  Plangenehmigungsgesuch, 
welches  auch  einen  enteignungsrechtlichen  Teil  enthalte,  beim 
Eidgenössischen  Starkstrominspektorat  (ESTI)  als  zuständiger  Behörde 
einzureichen.  Anders  gestalte  sich  die  Rechtslage,  wenn  für  eine 
bestehende  Leitung  im  Nachhinein  ein  Durchleitungsrecht  auf  dem 
Enteignungsweg  eingeräumt  werden  solle,  um  den  unveränderten 
Weiterbestand  sicherzustellen,  z.B. weil  eine  befristete Dienstbarkeit  für 
den Bau und Betrieb dieser Leitung abgelaufen sei,  ohne dass sich die 
Parteien über eine Erneuerung hätten einigen können. Werde die Leitung 
nicht  geändert  und  müssten  keine  zusätzlichen  Rechte  im  Nachhinein 
erworben  werden,  die  eines  Plangenehmigungsverfahrens  bedürften, 
bestimme sich das Verfahren ausschliesslich nach dem EntG. Sie hätten 
für die Durchleitung der Hochspannungsleitung Siebnen­Mettlen mit dem 
betreffenden  Grundeigentümer  einen  auf  50  Jahre  befristeten 
Dienstbarkeitsvertrag abgeschlossen. Nachdem sich die Vertragsparteien 
über  die  Erneuerung  des  Dienstbarkeitsvertrags  vorgängig  nicht  hätten 
einigen  können,  sei  dieser  am  21. Januar  2010  abgelaufen.  Um  den 
Weiterbestand  der  Leitung  sicherzustellen,  hätten  sie  die  Vorinstanz 
ersucht,  das  für  die  entsprechende  Errichtung  der  Dienstbarkeit 
notwendige  Enteignungsverfahren  einzuleiten.  Da  weder  die 
Hochspannungsleitung  Siebnen­Mettlen  ergänzt  oder  abgeändert  noch 
zusätzliche  Rechte  diesbezüglich  beantragt  würden,  welche  eine 
Plangenehmigung  erforderlich  machten,  hätten  sie  lediglich  die  für  den 
Fortbestand der Leitung notwendigen zivilen Rechte zu erwerben ersucht, 
wie sie zuvor durch den Dienstbarkeitsvertrag gesichert gewesen seien. 
Eine Plangenehmigung sei nicht angezeigt.

3.1.3  Die  Beschwerdegegner  erwidern,  das  am  22.  Januar  1960 
vertraglich  auf  50  Jahre  eingeräumte  Durchleitungsrecht  inklusive 
Aufstellung  eines  Leitungsmastens  sei  nie  im Grundbuch Galgenen  als 
Dienstbarkeit  eingetragen  worden.  Die  Rechtsvorgängerin  der 
Beschwerdeführerinnen habe den Abbruch der Leitung auf das Ende der 
Vertragsdauer  denn  auch  immer  wieder  bejaht,  insbesondere  im  
Zeitpunkt der Frage betreffend die Einzonungen Mitte der 1980er Jahre. 
Gegenüber dem Erblasser und Rechtsvorgänger der Beschwerdegegner 
habe  die  Rechtsvorgängerin  der  Beschwerdeführerinnen  die 
Notwendigkeit  der  Leitung  Nord  betont.  Deswegen  seien  die 
Durchleitungsrechte  für  die  Leitung  Nord  im  Grundbuch  eingetragen 
worden und diejenigen für die vorliegend strittige Leitung Süd nicht. Das 
Gebiet  für  die  beantragten  Durchleitungsrechte  liege  seit  1993  in  der 

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rechtskräftigen  und  erschlossenen  zweigeschossigen  Wohnzone.  Ihr 
Rechtsvorgänger  habe  auf  eine  Einzonung  des westlichen Gebiets  aus 
Rücksicht auf die Leitung Nord verzichtet. Es sei nur das südliche Gebiet 
eingezont worden  in der Erwartung,  die Beschwerdeführerinnen würden 
die Leitung Süd fristgerecht entfernen. Nachdem in der Zwischenzeit der 
entsprechende  Dienstbarkeitsvertrag  unbestrittenermassen  abgelaufen 
sei,  befinde  sich  die  Anlage  der  Beschwerdeführerinnen  in  einem 
rechtswidrigen Zustand. Bei deren Gesuch vom 20. Dezember 2010 gehe 
es  nicht  nur  um  die  Weiterführung  der  bisherigen  Durchleitungsrechte. 
Vielmehr würden die Beschwerdeführerinnen neu das Durchleitungsrecht 
auch  für  eine  Telekommunikationsleitung  beantragen.  Deshalb  sei  in 
jedem Fall ein Plangenehmigungsgesuch nötig. Ein solches werde jedoch 
ohnehin benötigt, weil der befristete Dienstbarkeitsvertrag für die Leitung 
abgelaufen sei. 

3.1.4  Dem  halten  die  Beschwerdeführerinnen  mit  Stellungnahme  vom 
29. April  2011  entgegen,  es  werde  am  Weiterbestand  der 
entsprechenden  Leitung  festgehalten.  Es  sei  unbestritten,  dass  das 
fragliche Durchleitungsrecht nicht im Grundbuch eingetragen worden sei. 
Dies  sei  vorliegend  aber  nicht  notwendig,  weil  eine  Dienstbarkeit  bei 
äusserlich wahrnehmbaren  Leitungen  auch  ohne Eintrag  im Grundbuch 
entstehe. Ausserdem treffe zu, dass das Gesuch um Enteignung auch ein 
Leitungsbaurecht  für  eine  Telekommunikationsleitung  umfasse.  Der 
abgelaufene Dienstbarkeitsvertrag von 1960 habe namentlich das Recht 
auf die Errichtung, den Betrieb und die Beibehaltung einer Leitung für die 
Übertragung  elektrischer  Energie  (Hochspannung)  enthalten.  Die 
zusätzliche Nutzung von Lichtwellenleitungen im Erdseil für kommerzielle 
Telekommunikationsdienstleistungen  sei  von  dieser  Dienstbarkeit  nicht 
gedeckt  worden.  Um  einzelne  Fasern  der  Lichtwellenleitung 
Fernmeldedienstanbietern  übertragen  zu  können,  werde  nun  auch  die 
Enteignung eines Leitungsbaurechts  für eine Telekommunikationsleitung 
beantragt.  Entscheidend  für  die  Frage  des  Enteignungsgesuchs  sei  die 
Tatsache, dass mit der im Gesuch genannten Telekommunikationsleitung 
nicht ein weiterer Strang neben der elektrischen Leitung montiert werde. 
Die  Hochspannungsleitung  werde  durch  die  Nutzung  als 
Telekommunikationsleitung weder  verändert  noch  ergänzt.  So  habe  zur 
Stromübertragung  und  zum  Betrieb  eines  Leitungsnetzes  schon  immer 
die  Übertragung  von  Signalen  und  Daten  gehört.  Heute  erfolge  diese 
Datenübertragung durch im Erdseil  integrierte Lichtwellenleiter. Die hohe 
Kapazität dieser Leiter für den Datentransport eröffne den Netzbetreibern 
die Möglichkeit,  überschüssige  Kapazitäten  an  Fernmeldedienstanbieter 

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abzutreten.  Ungeachtet  dieser  Datentransporte  für 
Fernmeldedienstanbieter  dienten  die  Lichtwellenleiter  nach  wie  vor  und 
hauptsächlich  Zwecken  des  Elektrizitätswerks.  Der  Bestand  von 
Lichtwellenleitern  sei  somit  betriebsnotwendig.  Nach  der 
bundesgerichtlichen  Praxis  sei  für  den  Erwerb  weiterer  Rechte  für  eine 
bestehende  Anlage  keine  Plangenehmigung  erforderlich,  soweit  die 
Anlage  nicht  geändert  werden  müsse.  Das  Verfahren  bestimme  sich 
demnach ausschliesslich nach dem EntG. Aus diesem Grund ändere das 
im  vorliegenden  Fall  im  Vergleich  zum  bisherigen  Dienstbarkeitsrecht 
zusätzlich  beantragte  Leitungsbaurecht  für  eine 
Telekommunikationsleitung nichts an der Zuständigkeit der Vorinstanz. 

3.2 Gemäss  Art.  16  Abs.  1  EleG  benötigt  eine  Plangenehmigung,  wer 
eine  Starkstromanlage  erstellen  oder  ändern  will.  Mit  der 
Plangenehmigung  entscheidet  die  Genehmigungsbehörde  gleichzeitig 
auch  über  die  enteignungsrechtlichen  Einsprachen  (Art.  16h  Abs.  1 
EleG).

3.2.1  In  Bezug  auf  die  vorliegend  strittige  Zuständigkeit  für  die 
Enteignung  von Dienstbarkeiten  auf  dem Grundstück Kat. Nr.  266  stellt 
sich  die  Frage  nach  der  Auslegung  des  Begriffs  der  Änderung  einer 
Starkstromanlage in Art. 16 Abs. 1 EleG.

3.2.1.1  Ausgangspunkt  jeder  Gesetzesauslegung  ist  der  Wortlaut  einer 
Bestimmung  (vgl.  zu  diesem  auch  im  Verwaltungsrecht  geltenden 
Grundsatz Art. 1 Abs. 1 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches vom 10. 
Dezember  1907  [ZGB,  SR  210];  HEINZ  HAUSHEER/MANUEL  JAUN,  Die 
Einleitungstitel  des  ZGB,  Bern  2003,  N.  6  zu  Art.  1).  Ist  der  Text  nicht 
ohne Weiteres  klar  und  sind  verschiedene  Interpretationen  möglich,  so 
muss  unter  Berücksichtigung  aller  Auslegungsmethoden 
(grammatikalische,  systematische,  historische  und  teleologische)  nach 
seiner wahren Tragweite gesucht werden; dabei kommt es namentlich auf 
den Zweck der Regelung, die dem Text zu Grunde liegenden Wertungen 
sowie auf den Sinnzusammenhang an,  in dem die Norm steht.  Im Sinne 
eines  pragmatischen  Methodenpluralismus  ist  es  abzulehnen,  einzelne 
Auslegungsmethoden  einer  hierarchischen  Prioritätenordnung  zu 
unterstellen (vgl. BGE 137 V 13 E. 5.1, BGE 131 III 33 E. 2 und BGE 130 
II 202 E. 5.1; Urteil A­2607/2009 des Bundesverwaltungsgerichts vom 8. 
Juli  2010 E.  9.3.1). Die  grammatikalische Auslegung  stellt  auf Wortlaut, 
Wortsinn  und  Sprachgebrauch  ab.  Bei  der  systematischen  Auslegung 
wird der Sinn einer Rechtsnorm bestimmt durch ihr Verhältnis zu andern 

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Rechtsnormen  und  durch  den  systematischen  Zusammenhang,  in  dem 
sie sich in einem Gesetz präsentiert. Die historische Auslegung stellt auf 
den  Sinn  ab,  den  man  einer  Norm  zur  Zeit  ihrer  Entstehung  gab.  Im 
Rahmen der teleologischen Auslegung wird auf die Zweckvorstellung, die 
mit  einer  Norm  verbunden  ist,  abgestellt  (vgl. ULRICH  HÄFELIN/WALTER 
HALLER/HELEN  KELLER,  Schweizerisches  Bundesstaatsrecht,  7. Auflage, 
Zürich/Basel/Genf 2008, Rz. 91, 97, 101 und 120).

3.2.1.2 Aus dem Wortlaut der fraglichen Bestimmung lässt sich nicht klar 
ableiten,  ob  vom  Begriff  der  Änderung  einer  Starkstromanlage  nur 
bauliche Änderungen oder auch Zweckänderungen erfasst werden. Eine 
systematische Auslegung ist vorliegend nicht zielführend, da Art. 16 EleG 
gemeinsam  mit  den  anderen  Artikeln  des  Titels  IIIa. 
Plangenehmigungsverfahren  durch  Ziffer  I  8  des  Bundesgesetzes  vom 
18.  Juni  1999  über  die  Koordination  und  Vereinfachung  von 
Entscheidverfahren  (in  Kraft  seit  1.  Januar  2000,  AS  1999  3071) 
eingefügt  worden  ist.  Ebenso  wenig  lässt  sich  den  Materialien  etwas 
entnehmen: Weder die Botschaft des Bundesrats vom 5. Juni 1899 zum 
Elektrizitätsgesetz  (BBl  1899  III  786)  noch  diejenige  zum 
Koordinationsgesetz (BBl 1998 2591) enthalten diesbezügliche Hinweise. 
Es ist davon auszugehen, dass sich der eidgenössische Gesetzgeber im 
Jahr  1902  wohl  kaum  vorstellen  konnte,  dass  Starkstromleitungen  für 
andere Zwecke mitbenutzt werden  könnten  (vgl. BGE 133  II  49 E.  6.3). 
Bezüglich  der  Frage  nach  dem  Sinn  der  Regelung  von  Art.  16  Abs.  1 
EleG  bleibt  in  erster  Linie  darauf  hinzuweisen,  dass  das  Bundesgericht 
sich  mit  der  zivilrechtlichen  Frage  befasst  hat,  ob  der  Betrieb  eines 
Glasfaserkabels  (Lichtwellenleiter)  auf  einer Hochspannungsleitung,  das 
einerseits  der Erdung  der  Leitung  dient  und  andererseits Dritten  für  die 
Übertragung  von  Daten  der  Telekommunikation  zur  Verfügung  gestellt 
wird, vom dienstbarkeitsvertraglich vereinbarten Zweck des Betriebs einer 
elektrischen Leitung miterfasst werde oder diesen sprenge. Dabei ist das 
Bundesgericht  zum  Schluss  gekommen,  dass  das  vertraglich 
eingeräumte  Recht  auf  Errichtung  und  Betrieb  einer  Leitung  für  die 
Übertragung elektrischer Energie  den Transport  von Daten nur  insoweit 
einschliesse,  als  er  für  den  Betrieb  der  elektrischen  Leitung  selbst 
erforderlich  sei.  Der  Einsatz  der  Leitung  zur  Erbringung  von 
Fernmeldediensten  werde  hingegen  durch  den  vereinbarten  Zweck  der 
Dienstbarkeit  nicht  gedeckt.  Die  Einrichtung  und  der  Betrieb  einer 
Fernmeldeanlage  seien  etwas  anderes  –  ein  aliud  –  als  der  Bau  und 
Betrieb einer elektrischen Leitung (vgl. BGE 132 III 651 E. 8.1). In diesem 
Zusammenhang  hat  das  Bundesgericht  später  in  Bezug  auf  die 

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Errichtung  einer  Mobilfunkantenne  auf  einem 
Hochspannungsleitungsmast ausgeführt, es handle sich dabei nicht mehr 
nur  um  eine  Änderung  einer  elektrischen  Anlage,  sondern  um  die 
Erstellung  einer  Fernmeldeanlage  auf  einer  elektrischen  Anlage  (BGE 
133  II  49  E.  5).  Das  Bundesgericht  ging  im  erstgenannten  Entscheid 
davon  aus,  die  von  den  Beschwerdeführerinnen  vorgesehene  Nutzung 
der  strittigen  Hochspannungsleitung  für  Telekommunikationszwecke 
stelle  eine  Änderung  dieser  Starkstromanlage  dar,  obschon  keine 
äusserlich  sichtbare  bauliche  Veränderung  vorgenommen werden  solle. 
Gestützt auf den Grundsatz der Identität einer Dienstbarkeit, wonach eine 
solche  nicht  zu  einem  anderen  Zweck  aufrechterhalten werden  darf  als 
jenem, zu dem sie errichtet worden ist, erklärte das Bundesgericht es für 
unzulässig, die Ausübung einer Dienstbarkeit auf einen zusätzlichen, mit 
dem ursprünglichen nicht  identischen Zweck auszuweiten (vgl. BGE 132 
III  651  E.  8).  Dass  in  der  Folge  die  zusätzliche  Nutzung  von 
Lichtwellenleitern  auf  Hochspannungsleitungen  zur  Erbringung 
fernmeldedienstlicher Leistungen trotz Fehlens baulicher Veränderungen 
als  Änderung  einer  elektrischen  Anlage  qualifiziert  und  damit  auch 
Zweckänderungen  von  Starkstromanlagen  von  Art.  16  Abs.  1  EleG 
erfasst und dem Plangenehmigungsverfahren unterstellt werden, leuchtet 
ein.

Diese  Schlussfolgerung  steht  auch  nicht  in  Widerspruch  zum 
bundesgerichtlichen Entscheid, auf den sich die Beschwerdeführerinnen 
berufen.  Diesem  zufolge  bestimmt  sich  das  Verfahren  mangels 
Sonderregelung ausschliesslich nach dem Enteignungsgesetz, wenn  für 
eine bestehende Anlage im Nachhinein noch weitere Rechte zu erwerben 
sind,  ohne  dass  die  Anlage  geändert  wurde  und  ein 
Plangenehmigungsverfahren  erforderlich wäre.  Dies  gilt  auch, wenn  bei 
Ablauf  der  für  den  Bau  und  Betrieb  einer  Leitung  eingeräumten 
befristeten  Dienstbarkeit  bloss  der  Weiterbestand  des  Werks  auf  dem 
Enteigungsweg gewährleistet werden soll (vgl. Urteil des Bundesgerichts 
1E.12/2004  vom  22. Dezember  2004  E. 1.2).  Das  ist  vorliegend  jedoch 
gerade nicht der Fall: So wird einerseits der Zweck der Anlage erweitert, 
wobei  das  entsprechende,  im  ursprünglichen Dienstbarkeitsvertrag  vom 
22.  Januar  1960  nicht  vorgesehene  Dienstbarkeitsrecht  für  den  Betrieb 
der  Telekommunikationsleitung  zu  erwerben  und  von  einer  Änderung 
einer Starkstromanlage i.S.v. Art. 16 Abs. 1 EleG auszugehen ist, welche 
ein  Plangenehmigungsverfahren  erforderlich  macht.  Andererseits  ist 
vorliegend  der  befristete  Dienstbarkeitsvertrag  betreffend  die 
Stromleitung  mittlerweile  abgelaufen,  ohne  dass  sich  die 

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Beschwerdeführerinnen  frühzeitig  um  den  Erwerb  der  dafür  weiterhin 
benötigten  Rechte  gekümmert  hätten.  Es  geht  daher  nicht  um  den 
Weiterbestand  eines  dienstbarkeitsvertraglich  legitimierten  Werks, 
sondern  vielmehr  um  den  Erwerb  einer  neuen  Dienstbarkeit  zur 
nachträglichen Rechtfertigung  für  den Betrieb einer  sich  seit Ablauf  des 
befristeten Dienstbarkeitsvertrags  vom 22.  Januar  1960 – mithin  bereits 
seit  eineinhalb  Jahren  –  in  rechtswidrigem  Zustand  befindlichen 
Starkstromanlage,  welche  keinen  Rechtsschutz  verdient.  Die  Baute 
wurde  von  den Eigentümern  zwar  bisher  –  aus welchen Gründen  auch 
immer  –  geduldet,  könnte  aber  jederzeit  mittels  zivilrechtlicher 
Eigentumsfreiheitsklage  (actio  negatoria, Art.  641 Abs.  2 ZGB) beseitigt 
werden.  Geschieht  dies,  so  wäre  ohnehin  ebenfalls  ein 
Plangenehmigungsverfahren  durchzuführen,  da  eine  neue  (eventuell 
verlegte  bzw.  den  neuen  Verhältnissen  angepasste)  Anlage  erstellt 
werden müsste.

3.2.1.3  Gemäss  bundesgerichtlicher  Rechtsprechung  können  nach 
Abschluss  des  Plangenehmigungsverfahrens  vorzunehmende 
Änderungen  oder  Ergänzungen  an  Starkstromanlagen  in  einem 
nachlaufenden  Bewilligungsverfahren  angeordnet  bzw.  genehmigt 
werden,  auch  wenn  dies  spezialgesetzlich  nicht  ausdrücklich  so 
vorgesehen  ist,  vorausgesetzt,  es  werden  dabei  die 
Rechtsschutzinteressen  der  betroffenen  Eigentümer  gewahrt  (Urteil  des 
Bundesgerichts 1E.12/2004 vom 22. Dezember 2004 E. 1.2). Dabei wird 
vorliegend  von  Bedeutung  sein,  dass  sich  die  Verhältnisse  seit  der 
Errichtung der Dienstbarkeit für den Bau und Betrieb der Stromleitung vor 
50 Jahren geändert haben. So hat namentlich eine Umzonung des Teils 
des Grundstücks, über welchen die strittige Leitung führt, in die Bauzone 
stattgefunden, weshalb sich die Eigentümer und Beschwerdegegner nun 
gegen eine Erneuerung der Dienstbarkeit wehren bzw. die Verlegung der 
Durchleitung auf einen anderen Teil ihres Grundstücks nach Art. 693 Abs. 
1 ZGB verlangen. Hinzu kommt, dass gemäss Katasterplanauszug vom 
17. Mai 2011 ausserdem das Grundstück Kat. Nr. 270, welches nicht  im 
Eigentum  der  Beschwerdegegner  steht,  betroffen  ist  und  somit  die 
Interessen  einer  zusätzlichen  Eigentümerin  zu  berücksichtigen  sind. 
Darüber  sowie  über  die  Erteilung  des  Enteignungsrechts  bzw.  die 
Rechtmässigkeit der Enteignung wird im Plangenehmigungsverfahren zu 
befinden  sein  (vgl.  auch  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­
5391/2009 vom 17. Mai 2011 E. 4.2). Die angerufene Vorinstanz ist nicht 
für  den  Enteignungsakt  an  sich,  sondern  für  die  Festsetzung  der  Höhe 
der Entschädigung nach bereits erfolgter Enteignung zuständig  (vgl.  zur 

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Zuständigkeit  der  Vorinstanz  insbesondere  Art. 64  Abs. 1  EntG).  Hinzu 
kommt, dass – auch wenn es vorliegend um die Frage der Entschädigung 
ginge – die Vorinstanz dennoch nicht für die Beurteilung des Gesuchs der 
Beschwerdeführerinnen  zuständig  wäre,  da  sie  dieses  nicht  rechtzeitig 
vor  Ablauf  des  befristeten  Dienstbarkeitsvertrags  eingereicht  haben,  so 
dass  nun  u.a.  eine  neue  Dienstbarkeit  für  den  Betrieb  der 
Starkstromanlage  benötigt  wird  und  daher  Art. 64  Abs. 1  Bst.  k  EntG 
bezüglich  Entschädigungen  für  die  Erneuerung  befristeter 
Durchleitungsrechte  nicht  zur  Anwendung  gelangt.  Die  Vorinstanz  hat 
ihre Zuständigkeit  folglich  zu Recht  verneint: Es  trifft  zu,  dass  sie  keine 
rechtliche  Handhabe  hat,  den  Beschwerdegegnern  die  geforderten 
Dienstbarkeiten  zwangsweise abzuringen. Die Beschwerde  ist  demnach 
mit Bezug auf den Hauptantrag vollumfänglich abzuweisen.

4. 
4.1  Wird  eine  Eingabe  rechtzeitig  an  eine  unzuständige  Behörde 
eingereicht,  so  gilt  die  Frist  als  gewahrt  (Art.  21  Abs.  2  VwVG).  Die 
Behörde,  die  sich  als  unzuständig  erachtet,  hat  die  Sache  in  einem 
solchen Fall ohne Verzug an die zuständige Behörde weiterzuleiten (Art. 
8 Abs.  1 VwVG). Dabei  handelt  es  sich nicht  um eine blosse Befugnis, 
sondern  um  eine  Pflicht;  die  Überweisung  ist  von  Amtes  wegen 
vorzunehmen  (Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­5391/2009  vom 
17.  Mai  2011  E.  7.3.1  mit  Hinweisen  sowie  THOMAS  FLÜCKIGER  in: 
Praxiskommentar  zum  Bundesgesetz  über  das  Verwaltungsverfahren, 
Waldmann/Weissenberger  [Hrsg.],  Zürich/Basel/Genf  2009,  Art. 8  Rz.  3 
und  7;  MICHEL  DAUM  in:  Kommentar  zum  Bundesgesetz  über  das 
Verwaltungsverfahren,  Auer/Müller/Schindler  [Hrsg.],  Zürich/St.  Gallen 
2008, Art. 8 Rz. 1  f. und 5).  Im Verfahren vor Bundesgericht gilt Art. 30 
Abs.  2  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  (BGG, 
SR 173.110),  welcher  ähnlich  Art.  8  Abs. 1  VwVG  vorsieht,  dass  das 
Bundesgericht  die  Sache  derjenigen  Behörde  überweist,  deren 
Zuständigkeit  sich  in  einem  Meinungsaustausch  ergeben  hat  oder  als 
wahrscheinlich  erscheint.  Das  Bundesgericht  ist  verpflichtet,  die 
Gegenstand  eines  Nichteintretensentscheides  bildende  Streitsache  an 
die  betreffende  Behörde  zu  überweisen.  Hat  kein  Meinungsaustausch 
stattgefunden, ist die Überweisung an die andere Behörde nur zwingend, 
wenn es sich dabei um eine Bundesbehörde handelt  (MARKUS BOOG  in: 
Basler  Kommentar  zum  Bundesgerichtsgesetz,  Niggli/Uebersax/ 
Wiprächtiger, [Hrsg.], Basel 2008, Art. 30 Rz. 5 und 7). 

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4.2  Gemäss  bundesgerichtlicher  Rechtsprechung  ist  eine  gesonderte 
Prüfung  der  Zweckbestimmung  einzelner  Bauteile  einer  Anlage  und  die 
Aufteilung  des  Bewilligungsverfahrens  abzulehnen,  wenn  die  einzelnen 
Teile  der  Anlage,  welche  verschiedenen  Zwecken  dienen  –  wie 
vorliegend  –  nicht  nur  baulich,  sondern  auch  funktionell  und  betrieblich 
zusammenhängen  und  eine  Einheit  bilden  (BGE  133  II  49  E.  6.4,  mit 
weiterem  Hinweis).  Da  vorliegende  Anlage  überwiegend  der 
Elektriziätsgewinnung  dient,  richtet  sich  die  Zuständigkeit  zur 
Durchführung  des  entsprechenden  Bewilligungsverfahrens  nach  dem 
EleG.  Für  die  Erteilung  einer  Plangenehmigung  bei  Erstellung  oder 
Änderung von Starkstromanlagen  ist gemäss Art. 16 Abs. 1 Bst. a EleG 
das ESTI zuständig (vgl. auch Art. 16b EleG). Mit der Plangenehmigung 
befindet das ESTI als Genehmigungsbehörde gleichzeitig auch über die 
enteignungsrechtlichen Einsprachen, wobei es im Fall einer Nichteinigung 
die  Unterlagen  dem  Bundesamt  für  Energie  übermittelt,  welches  das 
Verfahren weiterführt und entscheidet (vgl. Art. 16h EleG). Auch wenn die 
Beschwerdeführerinnen  die  mit  dem  Plangenehmigungsgesuch 
einzureichenden,  für  die  Beurteilung  des  Projekts  erforderlichen 
Unterlagen gemäss Art.  2 Abs.  1 der Verordnung  vom 2. Februar 2000 
über das Plangenehmigungsverfahren für elektrische Anlagen (VPeA, SR 
734.25) mit  grosser Wahrscheinlichkeit  noch nicht  ausgearbeitet  haben, 
steht  dies  einer  Überweisung  an  das  ESTI  nicht  entgegen.  So  hat  das 
Bundesgericht  in  einem  neueren  Urteil  einen  Nichteintretensentscheid 
des  Eidgenössischen  Departements  für  Umwelt,  Verkehr,  Energie  und 
Kommunikation (UVEK) geschützt und erklärt, dieses habe die Sache zu 
Recht  zur  Durchführung  eines  Genehmigungsverfahrens  bezüglich 
aufgrund  veränderter  Verhältnisse  zu  treffender  Massnahmen  unter 
Vorlage  entsprechender  Unterlagen  dem  ESTI  überwiesen  (Urteil  des 
Bundesgerichts 1E.12/2004 vom 22. Dezember 2004 E. 1.3 in fine).

4.3 Art. 9 Abs. 2 VwVG hält seinerseits  fest, dass die Behörde, die sich 
als  unzuständig  erachtet,  durch  Verfügung  auf  die  Sache  nicht  eintritt, 
wenn eine Partei die Zuständigkeit behauptet. Ein Teil der Lehre vertritt 
dabei  die  Auffassung,  ein  Vorgehen  nach  Art.  8  Abs.  1  VwVG 
(Überweisung) scheide aus, sobald eine Partei im Sinne von Art. 9 Abs. 2 
die  Zuständigkeit  der  Behörde  behauptet  (FLÜCKIGER,  a.a.O.,  Art. 8  Rz. 
11).  Es  wird  aber  auch  die  Meinung  geäussert,  gegebenenfalls  sei  die 
Überweisung  mit  einem  Nichteintretensentscheid  zu  verbinden  (DAUM, 
a.a.O., Art. 8 Rz.  2). Aus den  vorangehenden Erwägungen E.  3.2.1.2  f. 
ergibt sich, dass die Vorinstanz ihre Zuständigkeit zu Recht verneint hat. 
Ob  sie  dabei  als  Schlussfolgerung  auf  die  eigene  Unzuständigkeit 

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verpflichtet gewesen wäre, das Gesuch der Beschwerdeführerinnen vom 
20.  Dezember  2010  samt  Beilagen  an  die  zuständige  Behörde 
weiterzuleiten,  kann  offen  bleiben,  zumal  aus  den  Akten  nicht  klar 
hervorgeht, ob die Beschwerdeführerinnen im vorinstanzlichen Verfahren 
die  Zuständigkeit  der  Vorinstanz  im  Sinne  von  Art. 9  Abs.  2  VwVG 
behauptet  haben  bzw.  gegen  eine  formlose  Überweisung  an  die 
zuständige  Instanz  opponiert  hätten.  Denn  für  das  Verfahren  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht  haben  die  Beschwerdeführerinnen 
ausdrücklich  in  ihrem  Hauptantrag  die  Anhandnahme  durch  die 
Vorinstanz und  im Sinne eines Eventualantrags die Überweisung an die 
zuständige  Behörde  verlangt.  Der  Guheissung  dieses  Eventualantrags 
durch das Bundesverwaltungsgericht steht jedenfalls nichts entgegen. Ihr 
Gesuch  vom  20.  Dezember  2010  ist  daher  samt  Beilagen  direkt  vom 
Bundesverwaltungsgericht  ans  ESTI  als  zuständige  Behörde  zu 
überweisen,  welches  die  Beschwerdeführerinnen  gegebenenfalls 
auffordern wird, fehlende Unterlagen nachzureichen.

5. 
Da  die  Beschwerdeführerinnen  in  Bezug  auf  die  Hauptfrage  der 
Zuständigkeit  unterliegen  bzw.  die  Gutheissung  ihres  Eventualantrags 
lediglich die Folge der Abweisung  ihres Hauptbegehrens und daher von 
untergeordneter  Bedeutung  ist,  haben  sie  die  Verfahrenskosten  von 
Fr. 1'500.– zu tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG sowie Art. 116 Abs. 1 EntG). 
Diese  sind mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  in  derselben Höhe  zu 
verrechnen.

6. 
Entsprechend  dem  vorgenannten  Verfahrensausgang  ist  den 
Beschwerdegegnern  eine  Parteientschädigung  für  ihnen  erwachsene 
notwendige  und  verhältnismässig  hohe  Kosten  zuzusprechen  (Art.  64 
Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom 21. Februar 2008 
über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, SR 173.320.2]  sowie Art.  116 Abs.  1 
EntG).  Wird  wie  vorliegend  keine  Kostennote  eingereicht,  so  setzt  das 
Gericht die Entschädigung aufgrund der Akten fest (Art. 14 Abs. 2 Satz 2 
VGKE).  Aufgrund  des  durch  den  Beizug  von  Anwälten  entstandenen 
Aufwands  steht  den  Beschwerdegegnern  eine  Parteientschädigung  von 
pauschal Fr. 2'500.– inkl. Mehrwertsteuer und Auslagen zu (vgl. Art. 8 ff. 
VGKE).  Auferlegt  wird  die  Parteientschädigung  in  erster  Linie  der 
unterliegenden  Gegenpartei  im  Rahmen  ihrer  Leistungsfähigkeit,  wenn 
sich diese mit selbständigen Begehren am Verfahren beteiligt hat (Art. 64 

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Abs.  2  und  3  VwVG).  Folglich  haben  die  Beschwerdeführerinnen  den 
Beschwerdegegnern die Parteientschädigung zu entrichten (vgl. auch Art. 
116  Abs.  1  EntG).  Die  beiden  Beschwerdeführerinnen  tragen  die 
Parteientschädigung zu gleichen Teilen und haften dafür solidarisch.

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird im Hauptantrag abgewiesen.

2. 
Der  Eventualantrag  wird  gutgeheissen  und  das  Gesuch  der 
Beschwerdeführerinnen vom 20. Dezember 2010 samt Beilagen an das 
Eidgenössische Starkstrominspektorat überwiesen.

3. 
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 1'500.–  werden  den 
Beschwerdeführerinnen  auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  von  ihnen 
geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe verrechnet.

4. 
Die Beschwerdeführerinnen haben den Beschwerdegegnern nach Eintritt 
der  Rechtskraft  des  vorliegenden  Urteils  eine  Parteientschädigung  von 
Fr. 2'500.– (inkl. Mehrwertsteuer und Auslagen) zu entrichten. Die beiden 
Beschwerdeführerinnen  tragen  die  Parteientschädigung  zu  gleichen 
Teilen und haften dafür solidarisch.

5. 
Dieses Urteil geht an:

– die Beschwerdeführerinnen (Gerichtsurkunde)
– die Beschwerdegegner (Gerichtsurkunde)
– die Vorinstanz (Ref­Nr. 4/2010; Gerichtsurkunde)
– das  Eidgenössische  Starkstrominspektorat  (Einschreiben;  Beilage: 

Gesuch  der  Beschwerdeführerinnen  vom  20.  Dezember  2010  samt 
Beilagen)

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Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

André Moser Tanja Haltiner

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen  diesen  Entscheid  kann  innert  30 Tagen  nach  Eröffnung  beim 
Bundesgericht,  1000 Lausanne 14,  Beschwerde  in  öffentlich­rechtlichen 
Angelegenheiten  geführt  werden  (Art. 82  ff.,  90  ff.  und  100  BGG).  Die 
Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, 
deren Begründung mit Angabe der Beweismittel  und die Unterschrift  zu 
enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit 
sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG).

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