# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f12b16cd-7cdc-5485-8034-f736c8e65f36
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-05-05
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 05.05.2015 AVI 2014/16
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_AVI-2014-16_2015-05-05.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: AVI 2014/16

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: AVI - Arbeitslosenversicherung

Publikationsdatum: 05.05.2015

Entscheiddatum: 05.05.2015

Entscheid Versicherungsgericht, 05.05.2015
Art. 15 Abs. 1 AVIG, Art. 27 Abs. 2 ATSG. Vermittlungsfähigkeit zwischen 
Anmeldung und Abreise ins Ausland nicht gegeben, da die 
Beschwerdeführerin dem Arbeitsmarkt nur für kurze Zeit zur Verfügung 
gestanden hätte. Beratungspflicht bezüglich der Folgen der geplanten 
Auslandabwesenheit auf die Vermittlungsfähigkeit. Frage des 
Vertrauensschutzes bei ungenügender Aufklärung. Rückweisung zu 
weiteren Abklärungen und zur Beurteilung, ob die Beschwerdeführerin bei 
rechtzeitiger Aufklärung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf die 
Ferien verzichtet hätte (Entscheid des Versicherungsgericht des Kantons St. 
Gallen vom 5. Mai 2015,AVI 2014/16).Vizepräsidentin Marie-Theres Rüegg 
Haltinner, Versicherungsrichter Ralph Jöhl,Versicherungsrichterin Marie 
Löhrer; a.o. Gerichtsschreiberin Michèle HessEntscheid vom 5. Mai 2015in 
SachenA.___,Beschwerdeführerin,gegenRAV St. Gallen, Unterstrasse 4, 
Postfach, 9001 St. Gallen,Beschwerdegegner,vertreten durch Amt für 
Wirtschaft und Arbeit, Rechtsdienst, Davidstrasse 35,9001 St. 
Gallen,betreffendVermittlungsfähigkeit (zeitliche Einschränkung und 
Vertrauensschutz)Sachverhalt:

A.    

A.a A.___ meldete sich am 29. Oktober 2013 zur Arbeitsvermittlung und stellte Antrag 

auf Arbeitslosenentschädigung (act. G 3.1/A3 und A9). Zuvor war sie bei der Universität 

B.___ als Sachbearbeiterin tätig gewesen, welche ihr am 28. Oktober 2013 wegen 

"mutwilliger Manipulation der Zeiterfassung" fristlos kündigte; die Lohnzahlung erfolgte 

bis 31. Oktober 2013 (act. G 3.1/A16 und A10). Die Arbeitslosenkasse des Kantons St. 

Gallen eröffnete eine Rahmenfrist für den Leistungsbezug ab 1. November 2013 (act. G 

3.1/B34).

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A.b Mit Verfügung vom 3. Dezember 2013 stellte die Arbeitslosenkasse die Versicherte 

für 36 Tage ab 1. November 2013 ein, weil ihr vorsorglich ein schweres Verschulden an 

der Arbeitslosigkeit anzulasten sei. Nach Beendigung des Rechtsstreites mit der 

ehemaligen Arbeitgeberin werde die Arbeitslosenkasse allenfalls auf ihre Verfügung 

zurückkommen (act. G 3.1/B23).

A.c Am 11. Dezember 2013 meldete die Versicherte den Bezug von Ferien vom 25. 

Dezember 2013 bis zum 31. Januar 2014 (act. G 3.1/A25). Daraufhin wurde sie am

18. Dezember 2013 vom Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum St. Gallen (folgend: 

RAV) schriftlich aufgefordert, zu ihrer Vermittlungsfähigkeit ab Antragstellung Stellung 

zu nehmen, weil sie innerhalb der ersten drei Monate der Arbeitslosigkeit Ferien von 

mehr als vier Wochen beziehen wolle und die Anstellungsaussichten daher gering seien 

(act. G 3.1/A27). Die Versicherte machte geltend, sie habe im November/Dezember 

2013 zwei Vorstellungsgespräche gehabt, und beide Firmen hätten es begrüsst, wenn 

sie die jeweilige Stelle, bei Erhalt, vor den Ferien angetreten hätte. Die Stellen habe sie 

dann aufgrund mangelnder Erfahrung nicht erhalten. Sie sei also durchaus 

vermittlungsfähig gewesen (act. G 3.1/A30). Mit Verfügung vom 17. Januar 2014 

sprach das RAV der Versicherten die Vermittlungsfähigkeit für den Zeitraum vom 1. 

November 2013 bis zum 31. Januar 2014 ab (act. G 3.1/A32).

B.    

B.a  Am 12. Februar 2014 erhob die Versicherte gegen diese Verfügung Einsprache 

und beantragte sinngemäss deren Aufhebung sowie die Feststellung ihrer 

Vermittlungsfähigkeit. Zur Begründung brachte sie vor, es sei bei beiden 

Vorstellungsgesprächen im November 2013 gewünscht worden, dass sie die Stelle, bei 

einer allfälligen Anstellung, vor ihren Ferien antreten würde. Sie sei klar 

vermittlungsfähig gewesen. Eine Temporärstelle sei zu keinem Zeitpunkt ein Thema 

gewesen und auch von der RAV-Personalberaterin nicht in Erwägung gezogen worden, 

da sie klar vermittelbar gewesen sei (act. G 3.1/A39).

B.b  Mit Entscheid vom 13. März 2014 wies das RAV die Einsprache ab. Es begründete 

den Entscheid damit, dass die Versicherte vor ihren unbezahlten Ferien lediglich für 

sieben Wochen der Arbeitsvermittlung zur Verfügung gestanden habe. Die 

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Abwesenheit habe nachweislich über fünf Wochen gedauert. Dass die zwei 

Vorstellungsgespräche wegen fehlender Branchenkenntnis nicht zu einer Anstellung 

geführt hätten, sei für die Vermittlungsfähigkeit ebenso wenig relevant wie die 

Tatsache, dass Temporärstellen zu keinem Zeitpunkt ein Thema gewesen seien. 

Längere geplante Ferien zu Beginn des Arbeitsverhältnisses würden nicht gerne 

gesehen. Zudem habe die Versicherte, gemäss den Akten, auch nie die Möglichkeit in 

Betracht gezogen, zugunsten einer Anstellung auf die geplante Ferienreise zu 

verzichten. Indem sie kurz nach Erhalt der Kündigung über einen Monat eine Reise 

nach Australien und Asien geplant habe, habe sie in Kauf genommen, bis zur Rückkehr 

Ende Januar 2014 sicher keine Anstellung zu finden. Dies ziehe die Verneinung der 

Vermittlungsfähigkeit bis zur Rückkehr nach sich (act. G 3.1/A45).

C.    

C.a  Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die Beschwerde vom 26. März 

2014, mit welcher die Beschwerdeführerin sinngemäss die Aufhebung des 

Einspracheentscheids und die Feststellung ihrer Vermittlungsfähigkeit beantragt. Sie 

macht geltend, sie habe ihre Ferien bereits beim Erstgespräch vom 7. November 2013 

erwähnt. Das RAV habe ihr mitgeteilt, dass Ferien wie "unbezahlte Ferien" behandelt 

würden und es ansonsten keine weiteren Einschränkungen gäbe. Sie sei ihren 

Verpflichtungen gegenüber dem RAV stets nachgekommen. Eine E-Mail der 

Arbeitslosenkasse bestätige zudem, dass spätestens ab Ende Februar 2014 mit 

Arbeitslosenentschädigung zu rechnen gewesen sei. Die unbezahlten Ferien habe sie in 

Kauf genommen, da eine Annullierung derselben grosse finanzielle Einbussen bedeutet 

hätte. Die Verfügung über ihre Vermittlungsfähigkeit sei ihr während ihrer Abwesenheit 

im Januar 2014 zugestellt worden, somit habe sie die Ferien zu diesem Zeitpunkt nicht 

mehr rückgängig machen können. Sie weist darauf hin, dass sie nun hoch verschuldet 

sei (act. G 1).

C.b  Mit Beschwerdeantwort vom 6. Mai 2014 beantragt der Beschwerdegegner, die 

Beschwerde sei abzuweisen. Zur Begründung verweist er auf den Einspracheentscheid 

vom 13. März 2014. Des Weiteren führt er aus, gemäss Protokoll habe die 

Beschwerdeführerin anlässlich des Erstgesprächs erwähnt, dass Ende Jahr längere 

Ferien geplant seien. Die konkreten Angaben seien dann erst mittels Eingabe des 

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Formulars vom 11. Dezember 2013 erfolgt, woraufhin sich die RAV-Beraterin 

umgehend telefonisch mit ihr in Verbindung gesetzt und mitgeteilt habe, dass aufgrund 

der Ferienabwesenheit sehr wahrscheinlich die Vermittlungsfähigkeit verneint werden 

müsse. Die Beraterin habe die Beschwerdeführerin darauf hingewiesen, dass die 

Möglichkeit bestehe, sich von der Arbeitslosenversicherung abzumelden und nach 

Rückkehr aus den Ferien wieder anzumelden. Eventuell werde bei späterer Anmeldung 

das Verschulden der Beschwerdeführerin an der Arbeitslosigkeit milder beurteilt. Auf 

Anfrage habe die Beschwerdeführerin dann von der Arbeitslosenkasse die Auskunft 

erhalten, dass die verfügten Einstelltage auch bei einer Abmeldung bestehen bleiben 

würden und sie jedenfalls erst nach ihrer Ferienrückkehr Taggelder ausbezahlt erhielte. 

Somit stehe fest, dass die Beschwerdeführerin schon vor Antritt der Ferien mit der 

fraglichen Vermittlungsfähigkeit konfrontiert worden sei. Dass sie dadurch in finanzielle 

Schwierigkeiten kommen werde, sei ihr nachweislich bereits vor den Ferien bewusst 

gewesen (act. G 3).

C.c  Mit Replik vom 30. Mai 2014 (Postaufgabe) macht die Beschwerdeführerin 

geltend, sie habe vom RAV und von der Arbeitslosenkasse verschiedene Auskünfte 

erhalten. Sofern ihr die Konsequenzen ihres Ferienbezugs klar mitgeteilt worden wären, 

hätte sie die Ferien annulliert. Die Folgen seien ihr jedoch erst nach ihrer Rückkehr aus 

den Ferien mitgeteilt worden. Die Beschwerdeführerin macht zudem geltend, dass sie 

bereit gewesen wäre, ein Vorstellungsgespräch telefonisch (z.B. über Skype) zu tätigen. 

Es sei jedoch nicht zu einer Einladung gekommen. Das Stellenangebot über den 

Jahreswechsel sei nicht optimal gewesen (act. G 5).

C.d  Der Beschwerdegegner verzichtete auf eine weitere Stellungnahme (act. G7).

Erwägungen:

1.

1.1   Der Anfechtungsgegenstand und damit der maximal mögliche Umfang des Streit­

gegenstandes wird in der nachträglichen Verwaltungsrechtspflege durch die Verfügung 

bzw. den Einspracheentscheid bestimmt (BGE 131 V 164 f. E 2.1). Streitgegenstand 

des vorliegenden Verfahrens ist einzig die Vermittlungsfähigkeit für die Zeit vom 

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1. November 2013 bis zum 31. Januar 2014. Die vorsorgliche Einstellung in der 

Anspruchsberechtigung wegen selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit zufolge fristloser 

Kündigung ist nicht Gegenstand dieses Verfahrens.

2.

2.1  Eine der Voraussetzungen für den Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung ist die 

Vermittlungsfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 lit. f des Bundesgesetzes über die obligatorische 

Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung [AVIG; SR 837.0]). Die 

arbeitslose Person ist vermittlungsfähig, wenn sie bereit, in der Lage und berechtigt ist, 

eine zumutbare Arbeit anzunehmen und an Eingliederungsmassnahmen teilzunehmen 

(Art. 15 Abs. 1 AVIG). Zur Vermittlungsfähigkeit gehört demnach auch die persönliche 

Bereitschaft, die Arbeitskraft entsprechend den persönlichen Verhältnissen während 

der üblichen Arbeitszeit einzusetzen (BGE 120 V 388 E. 3a mit Hinweisen). 

Wesentliches Merkmal der Vermittlungsbereitschaft ist dabei im Allgemeinen die 

Bereitschaft zur Annahme einer Dauerstelle (ARV 2004 Nr. 13 S. 126 E. 2.3 mit Hinweis 

= Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; ab 1. Januar 2007: 

Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 17. Juni 2003, C 272/02). Die 

Bereitschaft der versicherten Person, eine neue Stelle anzutreten, ist aufgrund 

objektiver Kriterien zu prüfen. Der Wille allein oder die bloss verbal erklärte 

Vermittlungsbereitschaft der versicherten Person genügen nicht (BGE 122 V 266 f. E. 

4). Bei fehlenden Aktivitäten oder bei Dispositionen, die der Annahme der 

Vermittlungsbereitschaft entgegenstehen, kann sich die versicherte Person nicht darauf 

berufen, sie habe die Vermittlung und Suche einer Arbeit gewollt (BGE 122 V 266 f. 

E. 4).

2.2  Um vermittlungsfähig zu sein, muss eine versicherte Person für die Amtsstellen in 

der Regel innert Tagesfrist erreichbar und täglich zum Antritt einer Beschäftigung oder 

arbeitsmarktlichen Massnahme in der Lage sein (vgl. Thomas Nussbaumer, in: Ulrich 

Meyer [Hrsg.], Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, Band XIV, Soziale Sicherheit, 

2. A., Rz 268). Eine versicherte Person, die auf einen bestimmten Termin anderweitig 

disponiert hat und deshalb für eine neue Beschäftigung nur noch während relativ 

kurzer Zeit zur Verfügung steht, gilt in der Regel als nicht vermittlungsfähig (BGE 

126 V 521 f. E. 3a; AVIG-Praxis ALE, Januar 2014, Rz B226f.). Entscheidend für die 

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Beurteilung des Einzelfalls ist dabei, ob mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit 

angenommen werden kann, dass ein Arbeitgeber die versicherte Person für die konkret 

zur Verfügung stehende Zeit noch einstellen würde (SVR-ALV 2000 Nr. 1 E. 2a mit 

Hinweisen). Sind die Anstellungschancen unter den gegebenen Umständen als gering 

zu bezeichnen, so muss die Vermittlungsfähigkeit im Sinn von Art. 15 Abs. 1 AVIG 

verneint werden (ARV 1991 Nr. 3 S. 24 E. 2a in fine mit Hinweisen). Gemäss 

Rechtsprechung und Verwaltungspraxis wird davon ausgegangen, dass die 

Vermittlungsfähigkeit zu bejahen ist, wenn die versicherte Person dem Arbeitsmarkt für 

mindestens drei Monate zur Verfügung steht. Steht die versicherte Person weniger als 

drei Monate dem Arbeitsmarkt zur Verfügung, so wird die Vermittlungsfähigkeit anhand 

der konkreten Umstände näher geprüft (AVIG-Praxis ALE, Rz B227).

2.3  Im vorliegenden Fall hat der Beschwerdegegner die Vermittlungsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin für den Zeitraum vom 1. November 2013 bis 31. Januar 2014 

verneint, da diese vom 25. Dezember 2013 bis 31. Januar 2014 landesabwesend 

gewesen sei und vor Reiseantritt nur für kurze Zeit der Arbeitsvermittlung zur 

Verfügung gestanden habe (act. G 3.1/A32 und A45). Die Beschwerdeführerin stellt 

sich auf den Standpunkt, sie sei vermittlungsfähig gewesen, weil bei ihren beiden 

Vorstellungsgesprächen die Ferien keinen Hinderungsgrund für eine Einstellung 

dargestellt hätten. Zudem macht sie geltend, sie habe sich während den Ferien wie 

vorgeschrieben beworben und ein Vorstellungsgespräch hätte telefonisch (z.B. per 

Skype) stattfinden können (act. G 5). Die Modalitäten der Erreichbarkeit werden 

zwischen der versicherten Person und der zuständigen Amtsstelle vereinbart (Art.  22 

Abs.  4 AVIV). Es ist den Akten nicht zu entnehmen, dass abgemacht worden wäre, die 

Beschwerdeführerin müsse nicht auch per Post kurzfristig erreichbar sein. Ohne 

Abmachung kann die Versicherte nicht einfach davon ausgehen, die telefonische 

Erreichbarkeit sei ausreichend. Selbst wenn die Erreichbarkeit als solche bejaht werden 

könnte, wäre die Verfügbarkeit zu verneinen, denn die Rückreise an den Wohnort war 

zu weit und zu umständlich, als dass eine kurzfristige Verfügbarkeit angenommen 

werden könnte. Die Erreichbarkeit innert Tagesfrist und die tägliche Bereitschaft zum 

Antritt der Beschäftigung kann während den Ferien der Beschwerdeführerin in 

Australien und Asien nicht bejaht werden (vgl. act. G 3). Somit war die 

Beschwerdeführerin während den Ferien vom 25. Dezember bis 31. Januar 2014 nicht 

vermittlungsfähig. Zuvor ist sie ab 1. November 2013 etwa sieben Wochen der 

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Arbeitsvermittlung zur Verfügung gestanden, womit eine Zeitspanne von weniger als 

drei Monaten zur Beurteilung steht. Es sind folglich die konkreten Umstände des 

Einzelfalls zu betrachten. Das Verhältnis der Zeit der Anwesenheit vor den Ferien zur 

Zeit der Abwesenheit (ca. sieben zu ca. fünf Wochen) ist für die Arbeitsvermittlung 

ungünstig. So ist in der Regel ein geplanter längerer Ferienbezug gleich zu Beginn 

eines Arbeitsverhältnisses einer Anstellung nicht förderlich. Es werden - wie der 

Beschwerdegegner in der Beschwerdeantwort zutreffend ausführt - in der Regel 

Personen bevorzugt, welche beim gewünschten Stellenantritt zur Verfügung stehen. 

Die Beschwerdeführerin selber gab an, dass beide Firmen, mit denen sie ein 

Vorstellungsgespräch führte, einen Stellenantritt vor den Ferien gewünscht hätten. In 

beiden Fällen erhielt die Beschwerdeführerin eine Absage, weshalb nicht 

ausgeschlossen werden kann, dass die eingeschränkte zeitliche Verfügbarkeit eine 

Rolle spielte, auch wenn laut Beschwerdeführerin mangelnde Erfahrung als 

Begründung angegeben wurde. Wegen anderweitiger Disposition ist demnach die 

Vermittlungsfähigkeit auch in der Zeit ab Antragstellung bis Ferienbeginn nicht 

gegeben. 

3.

3.1  Zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin für die Zeit ab Antragstellung bis Ferien­

antritt aufgrund einer Verletzung der Beratungspflicht seitens des Beschwerdegegners 

so zu stellen ist, wie wenn ihre Vermittlungsfähigkeit gegeben wäre. Für die Zeit des 

Ferienbezugs stellt sich die Frage des Vertrauensschutzes zum vorneherein nicht, weil 

die Beschwerdeführerin wusste bzw. darauf hingewiesen worden war, dass ein solcher 

nur unbezahlt, d.h. ohne Taggeldzahlung erfolgen könnte.

3.2  Gemäss Art. 27 Abs. 2 Satz 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) hat jede Person Anspruch auf 

grundsätzlich unentgeltliche Beratung über ihre Rechte und Pflichten. Diese 

Bestimmung stipuliert ein individuelles Recht auf Beratung durch den zuständigen 

Versicherungsträger. Die Beratungspflicht der Versicherungsträger und 

Durchführungsorgane dient dazu, der berechtigten Person positiv den Weg 

aufzuzeigen, auf dem sie zu der gesetzlich vorgesehenen Leistung gelangt. Der 

Umfang der Beratung richtet sich in erster Linie nach der Schwierigkeit des jeweiligen 

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Normenkomplexes und nach dem Grad der Angewiesenheit der leistungsberechtigten 

Person auf beratende Hilfe. Zum Kern dieser Beratungspflicht gehört, die versicherte 

Person darauf hinzuweisen, dass ihr Verhalten eine der Voraussetzungen des 

Leistungsanspruchs gefährden kann (BGE 131 V 479 f. E. 4.3 mit Hinweisen). Wird 

diese Beratungspflicht verletzt, so ist dies einer unrichtig erteilten Auskunft des 

Versicherungsträgers gleichzusetzen und dieser hat in Nachachtung der Grundsätze 

zum Vertrauensprinzip hierfür einzustehen. Dies gilt insbesondere auch für den Fall, wo 

eine Auskunft, entgegen gesetzlicher Vorschrift oder obwohl sie nach den im Einzelfall 

gegebenen Umständen geboten war, unterbleibt (BGE 131 V 480 f. E. 5).

3.3  Abgeleitet aus dem Grundsatz von Treu und Glauben (Art. 9 der Bundesverfassung 

[BV; SR 101]), der den Bürger und die Bürgerin in ihrem berechtigten Vertrauen auf 

behördliches Verhalten schützt, können falsche Auskünfte von Verwaltungsbehörden 

unter bestimmten Voraussetzungen eine vom materiellen Recht abweichende 

Behandlung der rechtsuchenden Person gebieten. Gemäss Rechtsprechung und 

Doktrin ist dies der Fall, 1. wenn die Behörde in einer konkreten Situation mit Bezug auf 

bestimmte Personen gehandelt hat; 2. wenn sie für die Erteilung der betreffenden 

Auskunft zuständig war oder wenn die rechtsuchende Person die Behörde aus 

zureichenden Gründen als zuständig betrachten durfte; 3. wenn die Person die 

Unrichtigkeit der Auskunft nicht ohne weiteres erkennen konnte; 4. wenn sie im 

Vertrauen auf die Richtigkeit der Auskunft Dispositionen getroffen hat, die nicht ohne 

Nachteil rückgängig gemacht werden können, und 5. wenn die gesetzliche Ordnung 

seit der Auskunftserteilung keine Änderung erfahren hat. Bei unterbliebener - gebotener 

- Auskunft gelten diese Grundsätze analog (wobei die dritte Voraussetzung diesfalls 

lautet: wenn die Person den Inhalt der unterbliebenen Auskunft nicht kannte oder deren 

Inhalt so selbstverständlich war, dass sie mit einer anderen Auskunft nicht hätte 

rechnen müssen; BGE 131 V 480 f. E. 5).

3.4  Die Beschwerdeführerin macht sinngemäss geltend, sie sei hinsichtlich der 

Auswirkungen der Ferien auf die Vermittlungsfähigkeit ungenügend aufgeklärt worden. 

Sie habe bei der Anmeldung ihre Ferien angegeben. Hätte sie um die Auswirkungen 

des Ferienbezugs auf den Taggeldanspruch gewusst, hätte sie auf die Ferien 

verzichtet. Im Beratungsprotokoll der RAV-Beraterin über das Erstgespräch vom 7. 

November 2013 ist denn auch angemerkt worden: "Lange Ferien geplant Ende Jahr". 

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Ebenfalls aufgeführt ist, dass die Abwesenheitsmeldung erklärt worden sei, namentlich 

dass fünf kontrollfreie Bezugstage ab 60 Taggeldern möglich seien (act. G 3.1/A50). Die 

Beschwerdeführerin führt aus, die RAV-Beraterin habe ihr mitgeteilt, die Ferien seien 

unbezahlt, ansonsten gäbe es keine Einschränkungen (act. G 1, vgl. auch act. G 3.1/B 

37). Wenn die Beschwerdeführerin angab, sie plane Ende Jahr lange Ferien, wenn auch 

ohne präzise Daten zu nennen, und sich diesbezüglich nach allfälligen 

Einschränkungen erkundigte, so ergab sich daraus ein Beratungsbedarf bezüglich der 

Vermittlungsfähigkeit. Denn auf Grund der geäusserten Absicht stand eine Disposition 

der Beschwerdeführerin über

einen mehrwöchigen Zeitraum innerhalb der ersten drei Monate der Arbeitslosigkeit im 

Raum, welche die Vermittlungsfähigkeit in Frage stellte. Weiter steht aufgrund der 

Akten fest, dass die Beschwerdeführerin mit Meldung vom 11. Dezember 2013 Ferien 

vom 25. Dezember 2013 bis 31. Januar 2014 anzeigte (act. G 3.1/A25) und gemäss 

Protokoll am 13. Dezember 2013 von der RAV-Beraterin telefonisch über eine 

drohende Aberkennung der Vermittlungsfähigkeit und damit über eine Gefährdung des 

Taggeldanspruchs informiert wurde (act. G 3.1/A50). Somit stellt sich die Frage des 

Vertrauensschutzes, wenn die Beschwerdeführerin gestützt auf die Auskunft, es gebe 

im Zusammenhang mit dem (unbezahlten) Ferienbezug keine weiteren 

Einschränkungen, nach dem Erstgespräch vom 7. November 2013 Dispositionen 

getroffen hat, die sie nach Erhalt der Informationen durch die RAV-Beraterin am 13. 

Dezember 2013 nicht mehr ohne Nachteil rückgängig machen konnte (act. G 3.1/A50). 

Diesbezüglich ist der Sachverhalt zu wenig abgeklärt. Der Beschwerdegegner, an 

welchen die Sache zurückzuweisen ist, wird zu ermitteln haben, ob und welche 

Dispositionen die Beschwerdeführerin in der Zeit zwischen dem Beratungsgespräch 

vom 7. November 2013 und der telefonischen Aufklärung vom 13. Dezember 2013 

bezüglich ihrer Ferien getroffen hat und ob sie diese nicht ohne Nachteil hätte 

rückgängig machen können (z.B. durch Einholen von Reisebuchungsbestätigungen 

und Abklärung der Annulationsbedingungen). Aufgrund dieser Abklärungen wird zu 

beurteilen sein, ob die Beschwerdeführerin bei rechtzeitiger Aufklärung (beim 

Erstgespräch vom 7. November 2013) mit überwiegender Wahrscheinlichkeit die Ferien 

verschoben bzw. darauf verzichtet hätte, um den Taggeldanspruch nicht auch für die 

Zeit ab Antragstellung bis Ferienantritt zu verlieren.

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3.5  Gestützt auf diese Überlegungen ist in teilweiser Gutheissung der Beschwerde der 

angefochtene Einspracheentscheid aufzuheben und die Sache zur weiteren Abklärung 

und anschliessenden Neuverfügung an den Beschwerdegegner zurückzuweisen. 

Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

entschieden:

1.      In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird der Einspracheentscheid vom

13. März 2014 aufgehoben und die Sache zur weiteren Abklärung im Sinne der 

Erwägungen und anschliessenden Neuverfügung an den Beschwerdegegner 

zurückgewiesen.

2.      Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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