# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 02f99615-6d68-588f-b47a-e1929dc73946
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-02-24
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 24.02.2015 200 2014 1189
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2014-1189_2015-02-24.pdf

## Full Text

200 14 1189 ALV
ACT/SHE/KRK

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 24. Februar 2015

Verwaltungsrichter Ackermann
Gerichtsschreiber Schnyder

A.________
Beschwerdeführer

gegen

beco Berner Wirtschaft 
Arbeitsvermittlung, Rechtsdienst, Lagerhausweg 10, 3018 Bern
Beschwerdegegner

betreffend Einspracheentscheid vom 20. November 2014 (ER RD 1312/2014)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Feb. 2015, ALV/14/1189, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1956 geborene und gemäss eigenen Angaben seit 14 Jahren arbeits-
lose (Beschwerde vom 10. Dezember 2014 S. 1) A.________ (nachfolgend 
Versicherter bzw. Beschwerdeführer) beantragte am 24. September 2014 
beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) Zollikofen die Über-
nahme der Kosten für den Kurs „…“ vom 17. bis zum 28. November 2014 
bei der B.________ (Akten des RAV Bern-Mittelland [act. IIA] 68-72), was 
mit Verfügung vom 30. September 2014 (act. IIA 76-77) abgelehnt wurde. 
Die dagegen erhobene Einsprache (Akten des Rechtsdienstes [act. II] 2-4 
und 12-13) wies das beco Berner Wirtschaft Arbeitsvermittlung (nachfol-
gend beco oder Beschwerdegegner) mit Entscheid vom 20. November 
2014 (act. II 14-17) ab.

B.

Mit Eingabe vom 10. Dezember 2014 erhob der Versicherte hiergegen Be-
schwerde mit diversen Anträgen.

Der zuständige Instruktionsrichter informierte den Beschwerdeführer mit 
Schreiben vom 12. Dezember 2014 darüber, dass das Verwaltungsgericht 
allein über die Zusprechung der Kurskosten entscheiden könne, da ledig-
lich hierüber verfügt worden sei. Der Beschwerdeführer reichte in der Folge 
am 17. Dezember 2014 eine Beschwerdeergänzung mit folgendem Antrag 
ein:

„Die Arbeitslosenkasse des Kantons Bern resp. das BECO übernimmt die Semi-
narkosten für das … an der B.________ in … inkl. Anreise, Unterkunft und Ver-
pflegung zu 100% vom November 2014.“

Der Beschwerdegegner schloss mit Eingabe vom 30. Januar 2015 auf Ab-
weisung der Beschwerde. 

Am 5. Februar 2015 reichte der Beschwerdeführer eine weitere Stellung-
nahme ein. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Feb. 2015, ALV/14/1189, Seite 3

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 100 Abs. 3 des Bundesgesetzes über die obligatorische Ar-
beitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung vom 25. Juni 1982 
[AVIG; SR 837.0] i.V.m. Art. 128 Abs. 2 der Verordnung über die obligatori-
sche Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung vom 
31. August 1983 [AVIV; SR 837.02]). Da auch die Bestimmungen über Frist 
(Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 
des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 23. Mai 
1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzu-
treten.

1.2 Anfechtungsgegenstand bildet der Einspracheentscheid vom 
20. November 2014 (act. II 14-17). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch 
auf arbeitsmarktliche Massnahmen und dabei allein, ob die Arbeitslosen-
versicherung den Kurs „…“ (act. IIA 69-70) übernehmen muss.

1.3 Bei Kurskosten von insgesamt ungefähr € 2‘500.-- (vgl. act. II 2; act. 
IIA 70: Kurskosten von unter € 800.--) wird die massgebliche Grenze von 
Fr. 20‘000.-- nicht erreicht, weshalb die Beurteilung der Beschwerde in die 
einzelrichterliche Zuständigkeit fällt (Art. 57 Abs. 1 GSOG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Feb. 2015, ALV/14/1189, Seite 4

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 
80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Gemäss Art. 1a Abs. 2 AVIG gehört es zu den Zielen des Gesetzes, 
drohende Arbeitslosigkeit zu verhüten, bestehende Arbeitslosigkeit zu 
bekämpfen und die rasche und dauernde Eingliederung in den Arbeits-
markt zu fördern. Zu diesem Zweck dienen u.a. die arbeitsmarktlichen 
Massnahmen (Art. 59 ff. AVIG).

Nach Art. 59 Abs. 1 AVIG erbringt die Versicherung finanzielle Leistungen 
für arbeitsmarktliche Massnahmen zu Gunsten von versicherten Personen 
und von Personen, die von Arbeitslosigkeit bedroht sind. Mit arbeitsmarktli-
chen Massnahmen soll die Eingliederung von Versicherten, die aus Grün-
den des Arbeitsmarktes erschwert vermittelbar sind, gefördert werden (Abs. 
2).

2.2 Zu den arbeitsmarktlichen Massnahmen gehören unter anderem 
Bildungsmassnahmen (Art. 59 Abs. 1bis AVIG). Als solche gelten gemäss 
Art. 60 Abs. 1 AVIG namentlich individuelle oder kollektive Kurse zur Um-
schulung, Weiterbildung oder Eingliederung sowie Übungsfirmen und Aus-
bildungspraktika.

Nach Gesetz und Rechtsprechung sind Grundausbildung und die allgemei-
ne Förderung der beruflichen Weiterbildung nicht Sache der Arbeitslosen-
versicherung. Deren Aufgabe ist es lediglich, in gewissen Fällen durch kon-
krete Eingliederungs- und Weiterbildungsmassnahmen eine bestehende 
Arbeitslosigkeit zu bekämpfen oder eine drohende Arbeitslosigkeit zu ver-
hindern. Dabei muss es sich um Vorkehren handeln, welche es der versi-
cherten Person erlauben, sich dem industriellen und technischen Fortschritt 
anzupassen oder welche sie in die Lage versetzen, ihre bereits vorhandene 
berufliche Fähigkeit ausserhalb der angestammten engen bisherigen Er-
werbstätigkeit auf dem Arbeitsmarkt zu verwerten (BGE 111 V 271 E. 2b S. 
274; ARV 2005 S. 282 E. 1.2). Die Grenze zwischen Grund- und allgemei-

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ner beruflicher Weiterausbildung einerseits, Umschulung und Weiterbildung 
im arbeitslosenversicherungsrechtlichen Sinne anderseits ist fliessend. Da 
ein und dieselbe Vorkehr beiderlei Merkmale aufweisen kann und nament-
lich praktisch jede Massnahme der allgemeinen Berufsbildung auch der 
Vermittlungsfähigkeit des Versicherten auf dem Arbeitsmarkt zugute 
kommt, ist entscheidend, welche Aspekte im konkreten Fall unter Würdi-
gung aller Umstände überwiegen (BGE 111 V 271 E. 2c S. 274; ARV 2005 
S. 282 E. 1.2). Ein massgebender Gesichtspunkt ist derjenige der sozialen 
Üblichkeit unter Berücksichtigung des Alters, der Motivation und der weite-
ren Lebensumstände der versicherten Person. Es ist jeweils zu untersu-
chen, ob die fragliche Vorkehr bei den gegebenen Umständen nicht ohne-
hin Bestandteil der üblichen Berufsausbildung ist und ob die versicherte 
Person den Kurs auch besuchen würde, wenn sie – bei im übrigen gleichen 
Verhältnissen – nicht arbeitslos (oder von Arbeitslosigkeit bedroht) wäre 
(BGE 111 V 271 E. 2d S. 276; SVR 2008 ALV Nr. 1 S. 1 E. 2.3).

3.

3.1 Im Wesentlichen bringt der Beschwerdeführer vor, der Kurs „…“ sei 
zwingend für weitere Zwischenverdienste … im Jahr 2015 und allenfalls in 
späteren Jahren. Die Ablehnung der Übernahme der Kurskosten komme 
einem staatlich verordneten Arbeitsverbot gleich (Beschwerde S. 1). Bei 
diesem Kurs handle es sich definitiv weder um eine Grundausbildung noch 
sei es eine „allgemeine Ausbildung.“ Vielmehr handle es sich um eine spe-
zifische Notwendigkeit, um die Arbeit als „…“ sicher und korrekt absolvieren 
zu können. Als Teil der … sei es notwendig, mit Rettungs- und Löschmit-
teln umgehen zu können. Neuerdings müssten sämtliche Mitarbeiter … 
diese Ausbildung absolvieren, d.h. auch Personal aus Küche resp. Hoteller-
ie. … und ... sei keine Allgemeinbildung, welche in allen Lehrgängen vor-
komme. Das sei bei den Ausbildungen zu seinen erlernten und ausgeführ-
ten Berufen nicht der Fall gewesen (Beschwerde S. 2). 

3.2 Gemäss dem Schreiben der C.________ vom 10. Juni 2014 ist der 
beantragte Kurs notwendig, „um … arbeiten zu können“ (act. IIB 69-70). 
Dieser Kurs ist denn nicht nur für …, sondern für alle Personen zwingend, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Feb. 2015, ALV/14/1189, Seite 6

die … Dienst leisten (vgl. neben S. 2 der Beschwerde vom 10. Dezember 
2014 und S. 1 der Eingabe vom 17. Dezember 2014 auch den Kursbe-
schrieb [act. IIA 69-70]). Dies ist zu Recht von den Parteien nicht bestritten. 
Dies bedeutet jedoch, dass der Beschwerdeführer den Kurs auch besu-
chen würde (und müsste), wenn er nicht arbeitslos wäre (vgl. E. 2.2 Ab-
schnitt 2 hiervor), was denn auch aufgrund des beruflichen Werdegangs 
des Beschwerdeführers der letzten Jahre angenommen werden kann. So 
war er ab Juli 2002 bis heute für in- und ausländische Unternehmen als 
…und … beschäftigt (vgl. www…..com). Die Arbeitslosenversicherung hat 
indessen nicht für Kurse aufzukommen, deren Inhalte üblicherweise von 
den betreffenden Berufsleuten erworben werden und die zum beruflichen 
Standard gehören (vgl. ARV 2005 N 26 S. 282 f. E. 2.2.1, welcher den Fall 
betraf, dass an einer Primarschule neu ein Sprachunterricht eingeführt 
wurde, weshalb die entsprechende Vorbereitung der Lehrer zur üblichen 
Aus- und Weiterbildung gehörte). Anders als vom Beschwerdeführer auf S. 
2 seiner Eingabe vom 5. Februar 2015 vorgebracht, meint übliche Aus- und 
Weiterbildung nicht eine gesellschaftsübliche, sondern eine für den ent-
sprechenden Berufszweig - hier … stationierte … - übliche Ausbildung. 
Hierfür hat die Arbeitslosenversicherung keine Leistungen zu erbringen. 
Nicht zu vergleichen ist die Situation des Beschwerdeführers dagegen mit 
demjenigen Versicherten, der während nahezu seines ganzen Arbeitsle-
bens in der … (u.a. auch als …) tätig gewesen war, und der die Ausbildung 
zum gewerbsmässigen … erhalten hat (Entscheid des Eidgenössischen 
Versicherungsgerichts [EVG; heute Bundesgericht] vom 6. Oktober 2006, C 
242/05, E. 4.2.2), da die Berufsbilder … und … verschieden sind und es 
auch nicht zwingend ist, dass ein … einen … fahren muss.

3.3 Nach dem Dargelegten ergibt sich, dass kein Anspruch auf Kosten-
übernahme des beantragten Kurses durch die Arbeitslosenversicherung 
besteht. Es kann offen bleiben, ob arbeitsmarktliche Massnahmen auch 
dann zu gewähren sind, wenn - wie hier - allein Zwischenverdienste in 
Aussicht stehen (vgl. Beschwerde, S. 2 Mitte), nicht jedoch eine die Ar-
beitslosigkeit beendende Festanstellung. Ein staatlich verordnetes Arbeits-
verbot liegt mit der Ablehnung des Anspruchs - anders als in der Be-
schwerde, S. 1, und der Eingabe vom 5. Februar 2015, S. 2, vorgebracht - 
nicht vor, zumal genügend andere inner- und ausserhalb der … zumutbare 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Feb. 2015, ALV/14/1189, Seite 7

Tätigkeiten offen stehen. So gab der Beschwerdeführer im … an, dass er 
… zurückkomme. …. Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass die Verwal-
tung an das Gesetz gebunden ist und Gelder nur zusprechen darf, wenn 
ein entsprechender Anspruch besteht. Sie hat keine Kompetenz, Gelder zu 
sprechen, wenn dies billiger wäre als der gesetzlich vorgesehene Rechts-
weg (vgl. Eingabe vom 5. Februar 2015, S. 2). 

Bei dieser Sach- und Rechtslage hat die Verwaltung zu Recht das Gesuch 
um Übernahme des Kurses „…“ abgelehnt, weshalb die gegen den Ein-
spracheentscheid vom 20. November 2014 (act. II 14-17) erhobene Be-
schwerde abzuweisen ist.

4.

4.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 AVIG i.V.m. Art. 61 lit. a ATSG sind 
keine Verfahrenskosten zu erheben.

4.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende Be-
schwerdeführer keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Umkehr-
schluss aus Art. 1 Abs. 1 AVIG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG).

Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch eine Parteientschä-
digung zugesprochen.

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3. Zu eröffnen (R):
- A.________
- beco Berner Wirtschaft, Arbeitsvermittlung (samt Kopie der Eingabe 

vom 5. Februar 2015)
- Staatssekretariat für Wirtschaft - seco

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.