# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d9a5e540-dffb-5b50-9158-587359dfde15
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-10-12
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 12.10.2015 SB150035
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB150035_2015-10-12.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 

 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB150035-O/U/eh 
 
 

Mitwirkend: die Oberrichter Dr. F. Bollinger, Präsident, lic. iur. S. Volken und 

lic. iur. Ch. Prinz sowie die Gerichtsschreiberin lic. iur. S. Hürlimann 

Winterhalter 
 

Urteil vom 12. Oktober 2015 

in Sachen 

 
A._____,  

Beschuldigter und I. Berufungskläger 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 
 

gegen 

1. ... 

2. ... 
3. B._____  

Privatkläger und II. Berufungskläger (Rückzug) 

3  unentgeltlich vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ 
 

sowie 
 

Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich,  

vertreten durch Staatsanwältin lic. iur. B. Groth 

Anklägerin und Berufungsbeklagte sowie Anschlussberufungsklägerin 

betreffend  

mehrfache versuchte vorsätzliche Tötung etc. 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 8. Abteilung, vom  

28. Oktober 2014 (DG140223) 

 

- 2 - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 22. Juli 

2014 (Urk. 79) ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 144 S. 121 ff.) 

"Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig 

− der mehrfachen versuchten vorsätzlichen Tötung im Sinne von Art. 111 

StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB zum Nachteil von C._____ 

und D._____; 

− der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 in Verbin-

dung mit Ziff. 2 Abs. 1 und 2 StGB zum Nachteil von B._____. 

2. Vom Vorwurf der versuchten vorsätzlichen Tötung zum Nachteil von 

E._____ und F._____ wird der Beschuldigte freigesprochen. 

3. Der Beschuldigte wird bestraft mit 7 ½ Jahren Freiheitsstrafe, wovon bis und 

mit dem Urteilsdatum 913 Tage durch Haft erstanden sind. 

4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird nicht aufgeschoben. 

5. Die sichergestellten, nachfolgend aufgeführten Gegenstände werden nach 

Eintritt der Rechtskraft des Urteils auf erstes Verlangen an die jeweiligen  

Eigentümer von der Lagerbehörde herausgegeben: 

a) an den Beschuldigten 

- 1 Kappe (Asservat-Nr. A…) 

- 1 Veston (Asservat-Nr. A…) 

- 1 Hemd (Asservat-Nr. A…) 

- 1 T-Shirt (Asservat-Nr. A…) 

- 3 - 

- 1 Jeanshose (Asservat-Nr. A…) 

- 1 Unterhose (Asservat-Nr. A…) 

- 1 Paar halbhohe Schuhe (Asservat-Nr. A…) 

b) an F._____ 

- 1 Freizeithose (Asservat-Nr. A0…) 

- 1 Unterhose (Asservat-Nr. A…) 

- 1 Hose (Asservat-Nr. A…) 

- 1 T-Shirt (Asservat-Nr. A…) 

- 1 Träger-Unterleibchen (Asservat-Nr. A…) 

c) an G._____ 

- 1 Bluse/Hemd (Asservat-Nr. A…) 

- 1 Jeanshose (Asservat-Nr. A…) 

- 1 Strumpfhose (Asservat-Nr. A…) 

- 1 Tuch (Asservat-Nr. A…) 

d) an E._____ 

- 1 Hemd (Asservat-Nr. A…) 

- 1 Hose (Asservat-Nr. A…) 

- 1 Boxershorts (Asservat-Nr. A…) 

- 1 Paar Freizeitschuhe (Asservat-Nr. A…) 

- 1 Paar Socken (Asservat-Nr. A…) 

e) an B._____ 

- 1 T-Shirt (Asservat-Nr. A…) 

- 1 (Damen-)Jacke (Asservat-Nr. A…) 

- 1 Hose (Asservat-Nr. A…) 

- 1 Unterhose (Asservat-Nr. A…) 

- 1 Paar Socken (Asservat-Nr. A…) 

- 1 Paar Halbschuhe (Asservat-Nr. A…) 

- 4 - 

f) an D._____ 

- 1 Kapuzenjacke (Asservat-Nr. A…) 

- 1 T-Shirt (Asservat-Nr. A…) 

- 1 Hose (Asservat-Nr. A…) 

- 1 Gürtel (Asservat-Nr. A…) 

- 1 Unterhose (Asservat-Nr. A…) 

- 1 Paar Freizeitschuhe (Asservat-Nr. A…) 

- 1 Paar Socken (Asservat-Nr. A…) 

- persönliche Effekten (Zigaretten, Kondome, Taschenlampe etc.) 
(Asservat-Nr. A..) 

g) an C._____ 

- 1 (Bomber-)Jacke (Asservat-Nr. A…) 

- 1 T-Shirt (Asservat-Nr. A…) 

- 1 Träger-Unterleibchen (Asservat-Nr. A…) 

- 1 Hose (Asservat-Nr. A…) 

- 1 Unterhose (Asservat-Nr. A…) 

- 1 Paar Socken (Asservat-Nr. A…) 

- 1 Paar Halbschuhe (Asservat-Nr. A…) 

6. Der anlässlich der Hauptverhandlung vom 27. Oktober 2014 von der Staats-

anwaltschaft als Beweismittel eingereichte (Geh-)Stock wird dem Beschul-

digten nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils auf erstes Verlangen heraus-

gegeben. 

7. Der von der Verteidigung anlässlich der Hauptverhandlung vom 27. Oktober 

2014 als Beweismittel eingereichte Schmuck sowie die privaten Fotografien 

des Beschuldigten werden dem Beschuldigten nach Eintritt der Rechtskraft 

des Urteils auf erstes Verlangen herausgegeben. 

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8. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger D._____ Fr. 8'000.– zu-

züglich 5% Zins ab 29. April 2012 als Genugtuung zu bezahlen. Im 

Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen. 

9. Die übrigen Zivilansprüche des Privatklägers D._____ werden auf den Zivil-

weg verwiesen. 

10. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger B._____ Fr. 3'000.– zu-

züglich 5% Zins ab 29. April 2012 als Genugtuung zu bezahlen.  

11. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 9'000.– ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 7'000.–   Gebühr Anklagebehörde, 

Fr. 450.–   Kosten Kantonspolizei, 

Fr. 19'232.35   Auslagen amtliche Verteidigung (Akontozahlungen), 

Fr. 34'097.65   Auslagen amtliche Verteidigung, 

Fr. 38'642.15   Auslagen Untersuchung, 

  Fr. 13'200.00   Auslagen Vertreter Geschädigter/Privatkläger 3. 

Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten. 

12. Der amtliche Verteidiger RA lic. iur. X._____ wird für seine Aufwendungen 

mit Fr. 53'330.– (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) aus der  

Gerichtskasse entschädigt. 

13. Der unentgeltliche Rechtsvertreter des Privatklägers 3 RA lic. iur. Y._____ 

wird für seine Aufwendungen mit Fr. 13'200.– (inkl. Barauslagen und  

Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse entschädigt. 

14. Der Beschuldigte wird verpflichtet dem Privatkläger 1 D._____ eine  

Prozessentschädigung von Fr. 12'770.10 (inkl. Mehrwertsteuer) zu be-

zahlen. 

15. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens sowie der 

amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung des Privat-

klägers 3 werden definitiv auf die Gerichtskasse genommen. 

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16. (Mitteilung) 

17. (Rechtsmittel)" 

Berufungsanträge: 
(Prot. II S. 16 ff.) 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten (Urk. 218): 

1. In Gutheissung der Berufung und Abweisung der Anschlussberufung 

 seien folgende Disp. Ziff. des vorinstanzlichen Urteils aufzuheben 

 1.1 1, 3 und 4 (Schuldspruch der mehrfach versuchten Tötung zum 

 Nachteil von C._____ und D._____ sowie der einfachen  

 Körperverletzung zum Nachteil von B._____ mit ent- 

 sprechender Bestrafung und Vollzug der Strafe) 

 1.2 8 (Genugtuungsleistung an den Privatkläger D._____), 10  (Ge-

nugtuungsleistung an den Privatkläger B._____) und 14  (Prozess-

entschädigung an den Privatkläger D._____) 

 Mithin sei der Berufungskläger von Schuld und Strafe vollumfänglich 

 freizusprechen und unverzüglich aus der Sicherheitshaft zu entlassen. 

 2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge.  

b) Der Staatsanwaltschaft (Urk. 221): 

1. Der Beschuldigte sei der versuchten Tötung im Sinne von Art. 111 

StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB zum Nachteil von B._____ schuldig zu 

sprechen. 

2. Der Beschuldigte sei mit einer Freiheitsstrafe von 8 Jahren zu bestra-

fen. 

3. Im Übrigen sei das Urteil des Bezirksgerichtes Zürich vom 28. Oktober 

2014 zu bestätigen.  

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c) Der Privatklägerschaft D._____ (Urk. 209): 

1. Die Berufung des Beschuldigten sei vollumfänglich abzuweisen. 

2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zuzüglich MwSt.)  

 zulas ten des Beschuldigten.  

 

Erwägungen: 

I. Prozessuales 

1. Verfahrensgang 

1.1. Zum Verfahrensgang bis zum vorinstanzlichen Urteil kann zwecks Vermei-

dung von unnötigen Wiederholungen auf die zutreffenden Erwägungen im ange-

fochtenen Entscheid verwiesen werden (Urk. 144 S. 5 ff.). 

1.2. Mit Urteil der 8. Abteilung des Bezirksgerichts Zürich vom 28. Oktober 2014 

wurde der Beschuldigte A._____ im Sinne des eingangs wiedergegebenen Ur-

teilsdispositivs schuldig gesprochen und bestraft. In Bezug auf den Vorwurf der 

versuchten vorsätzlichen Tötung zum Nachteil von E._____ und F._____ wurde 

der Beschuldigte indes durch die Vorinstanz freigesprochen. Gegen dieses Urteil 

meldete der Beschuldigte bereits im Anschluss an die Eröffnung des vorinstanzli-

chen Urteils zuhanden des Protokolls die Berufung an  

(Prot. I S. 21). Mit Schreiben vom 6. November 2014 bestätigte sein amtlicher 

Verteidiger diese Berufungsanmeldung (Urk. 137). Mit Eingabe vom 3. Februar 

2015 reichte der amtliche Verteidiger sodann fristgerecht die Berufungserklärung 

ins Recht (Urk. 148). Mit Eingabe vom 30. Oktober 2014 meldete auch der Privat-

kläger B._____ Berufung an (Urk. 132), zog diese mit Eingabe vom  

16. Januar 2015 allerdings wieder zurück (Urk. 143; Urk. 145). Innert der hierauf 

den Privatklägern und der Staatsanwaltschaft durch die hiesige Kammer an-

gesetzten Frist (Urk. 150) erhob die Staatsanwaltschaft mit Eingabe vom  

26. Februar 2015 Anschlussberufung (Urk. 152). 

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1.3. Nach durchgeführtem – mehrmaligem – Schriftenwechsel (Urk. 168, 

Urk. 169, Urk. 172, Urk. 174, Urk. 175 und Urk. 179) ordnete die hiesige Verfah-

rensleitung mit Präsidialverfügung vom 28. April 2015 die Fortdauer der Sicher-

heitshaft betreffend den Beschuldigten an (Urk. 185). 

1.4. In seiner Berufungserklärung vom 3. Februar 2015 stellte der amtliche Ver-

teidiger sodann eine Reihe von Beweisanträgen. Namentlich beantragte er die 

Identitätsermittlung von verschiedenen Personen und deren Zeugenbefragung. 

Weiter beantragte die Verteidigung eine augenärztliche Untersuchung des  

Beschuldigten sowie die Erläuterung einer Passage des über den Beschuldigten 

verfassten, psychiatrischen Gutachtens und den Beizug von diversen Strafakten. 

Schliesslich beantragte die Verteidigung in einem Eventualstandpunkt die Rück-

weisung des Verfahrens zur Beweisergänzung an die Vorinstanz (Urk. 148 

S. 2 ff.). Mit Eingabe vom 23. April 2015 liess der Beschuldigte schliesslich den 

Antrag stellen, dass G._____ als Zeugin einzuvernehmen sei. Erneut stellte die 

Verteidigung in diesem Zusammenhang den Eventualantrag, dass dies unter 

Rückweisung an die Vorinstanz zu erfolgen habe, und dass im Übrigen eine Notiz 

betreffend ein Telefongespräch des amtlichen Verteidigers mit G._____ zu den 

Akten zu nehmen sei (Urk. 176/A). Die Anklagebehörde beantragte die Abwei-

sung sämtlicher Beweisanträge der Verteidigung (Urk. 154 und Urk. 159). Mit 

Präsidialverfügung vom 5. Juni 2015 entschied die hiesige Verfahrensleitung, 

dass die Telefonnotiz betreffend das am 23. April 2015 geführte Telefongespräch 

zwischen dem Verteidiger des Beschuldigten und G._____ als Urk.177/A bzw. 

Urk. 183/1 (bezüglich des Datums korrigierte Version) zu den Akten genommen 

werde. Die übrigen Beweisanträge des Beschuldigten wurden abgewiesen. 

Schliesslich wurde der Anklagebehörde Frist angesetzt um dem Gericht mitzutei-

len, ob und falls ja bei welchen Amtsstellen und unter  

welchen Geschäftsnummern Strafverfahren gegen die von der Verteidigung im 

Rahmen ihres Gesuchs um Aktenbeizug genannten Personen geführt werden 

(Urk. 195). Dieser gerichtlichen Aufforderung kam die Anklagebehörde mit Ver-

nehmlassung vom 26. Juni 2015 innert Frist nach und teilte mit, dass gegen den 

genannten Personenkreis keine Strafuntersuchungen eröffnet respektive geführt 

würden (Urk. 197).  

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1.5. Am 12. Oktober 2015 fand die Berufungsverhandlung statt, zu welcher der 

Beschuldigte in Begleitung seines amtlichen Verteidigers Rechtsanwalt lic. iur. 

X._____ sowie die Leitende Staatsanwältin lic. iur. Bettina Groth  

erschienen sind (Prot. II S. 16). 

2. Umfang der Berufung 

2.1. In seiner Berufungserklärung vom 3. Februar 2015 liess der Beschuldigte 

mitteilen, er beantrage einen vollumfänglichen Freispruch von Schuld und Strafe, 

mit der Folge, dass keine Genugtuungsleistungen bzw. Prozessentschädigungen 

zulasten des Beschuldigten zuzusprechen seien (Urk. 148 S. 2).  

2.2. Die Anklagebehörde beschränkte ihre Anschlussberufung auf den Schuld-

spruch betreffend einfache Körperverletzung zum Nachteil von B._____ sowie auf 

die Bemessung der Strafe (Urk. 152 S. 1). 

2.3. Demnach ist das vorinstanzliche Urteil in Bezug auf die nachfolgenden Dis-

positivziffern in Rechtskraft erwachsen, was vorab mittels Beschluss festzustellen 

ist (Art. 404 Abs. 1 StPO): 

− Freispruch vom Vorwurf der versuchten vorsätzlichen Tötung zum 

Nachteil von E._____ und F._____ (Dispositiv Ziffer 2) 

− Herausgabe der sichergestellten Gegenstände (Dispositiv Ziffer 5) 

− Herausgabe des Gehstocks an den Beschuldigten (Dispositiv Ziffer 6) 

− Herausgabe des von der Verteidigung eingereichten Schmuckes sowie 

der privaten Fotografien an den Beschuldigten (Dispositiv Ziffer 7) 

− Verweis der Zivilansprüche des Privatklägers D._____ auf den  

Zivilweg (Dispositiv Ziffer 9)  

− Vorinstanzliche Kostenfestsetzung (Dispositiv Ziffer 11)  

− Festsetzung der Entschädigung für den amtlichen Verteidiger  

RA lic. iur. X._____ (Dispositiv Ziffer 12) 

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− Festsetzung der Entschädigung der unentgeltlichen Rechtsvertretung 

des Privatklägers 3, RA lic. iur. Y._____ (Dispositiv Ziffer 13) 

− Kostenübernahme durch die Gerichtskasse (Dispositiv Ziffer 15)  

Zur Disposition stehen im vorliegenden Berufungsverfahren damit einzig 

noch die Dispositivziffern 1, 3, 4, 8, 10 und 14. 

3. Anklageprinzip 

3.1. Die Verteidigung brachte zusammengefasst vor, der in der Anklageschrift 

geschilderte Sachverhalt, der von einem Täter ausgehe, sei mit dem Beweis-

ergebnis nicht in Übereinstimmung zu bringen, weshalb das Anklageprinzip ver-

letzt sei (Urk. 218 S. 13).  

3.2. Das Anklageprinzip bezweckt zugleich den Schutz der Verteidigungsrechte 

der beschuldigten Person und dient dem Anspruch auf rechtliches Gehör (Infor-

mationsfunktion; BGE 133 IV 235 E. 6.2 und 6.3; Urteil des Bundesgerichts 

6B_130/2012 vom 22. Oktober 2012 E. 6.2 [nicht publ.] in: BGE 138 IV 209; je mit 

Hinweisen). Nach dem Anklagegrundsatz bestimmt die Anklageschrift den  

Gegenstand des Gerichtsverfahrens (Umgrenzungsfunktion; Art. 29 Abs. 2 und 

Art. 32 Abs. 2 BV; Art. 9 und Art. 325 StPO; Art. 6 Ziff. 1 und Ziff. 3 lit. a und b 

EMRK). 

3.3. Die Verteidigung verkennt, dass nicht von einem anderen Sachverhalt aus-

gegangen wird, sondern lediglich ein Teil des Sachverhalts zu Gunsten des  

Beschuldigten als nicht erstellt angesehen wurde. Der Beschuldigte weiss auch 

im Berufungsverfahren, was ihm (noch) vorgeworfen wird und kann sich ent-

sprechend wirksam verteidigen. Dies ist entscheidend. Eine Verletzung des  

Anklageprinzips ist nicht zu erkennen.  

4. Formales 

4.1. Soweit für die tatsächliche und die rechtliche Würdigung des eingeklagten 

Sachverhaltes auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen wird, so erfolgt dies 

https://www.swisslex.ch/Doc/ShowDocComingFromCitation/487be69d-2b11-4d78-9620-a48bd2ca7f5f?citationId=8350360d-762d-45c3-84f8-1b55aefeb22c&source=document-link&SP=6|lrgcbz

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jeweils in Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO, auch ohne, dass dies jeweils  

explizit Erwähnung findet. 

4.2. Im Übrigen ist an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass sich die urteilende 

Instanz nicht mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzen und  

jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen muss (vgl. Urteil des Bundes-

gerichts 6B_170/2011 vom 10. November 2011 E. 1.2.). Die Berufungsinstanz 

kann sich somit auf die für ihren Entscheid wesentlichen Punkte  

beschränken. 

5. Beweisanträge der Verteidigung 

5.1. Die Verteidigung stellte an der Berufungsverhandlung die folgenden  

Beweisanträge (Urk. 219): 

1. Es sei die Identität des Veranstalters des Anlasses vom 28./29. April 2012 
im Club H._____, DJ I._____, ermitteln zu lassen. Er sei zu den Vorfällen 
zum Tatvorgang als Zeuge zu befragen. 

2. Es sei die Identität des Facebook-Nicknamen J._____ ermitteln zu lassen. 
Er sei als Zeuge an der Berufungsverhandlung zum Motiv seines Facebook-
Postings, zum Tatvorgang und zu den Vorfällen vor der Tat zu befragen. 

3. Es sei zumindest eine repräsentative Auswahl von Personen ermitteln zu 
lassen, welche mutmassliche Gäste des Anlasses vom 28. April 2012 zur 
Tatzeit bzw. kurz davor im Club H._____ anwesend waren. Die Anwesenden 
seien als Zeugen zu befragen. 

4. Es sei die Identität der beiden weiteren, unter dem Übernamen "K._____" 
und "L._____" am Gespräch im Spital im Beisein von E._____ und M._____ 
Anwesenden zu ermitteln und diese an der Berufungsverhandlung als 
Zeugen zu befragen.  

5. Es sei die Sehkraft des rechten Auges des Berufungsklägers ärztlich 
untersuchen zu lassen. 

6. Es sei G._____ nochmals als Zeugin zu ihren noch nicht zu Protokoll 
gegebenen Wahrnehmungen, namentlich zu jener Person bzw. jenen 
Personen, welche ein Messer geführt und die Geschädigten verletzt haben, 
einzuvernehmen. 

7. Es sei M._____ nochmals als Zeuge zur Frage einzuvernehmen, ob 
E._____ im Spital eine weitere Person namentlich genannt hat, welche ein 
Messer geführt hat, und wen.  

8. Es sei die vollständige Identität des in act. 1 S. 12 erwähnten "N._____" 
bzw. "N'._____" mit der Natelnummer 078 … zu ermitteln und zur 
Diskrepanz zwischen der auf S. 12 und vom Zeugen M._____ erwähnten 
Videokamera und deren Fehlen gemäss Aktennotiz vom gleichen Datum, 
eventualiter zum möglichen Verschwinden des Videomaterials, zu befragen. 

9. Es sei die Staatsanwaltschaft IV einzuladen, ein Strafverfahren gegen 
E._____ und F._____, wegen mehrfach versuchter vorsätzlicher Tötung 

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einzuleiten, zumindest eine erste Befragung mit den Beschuldigten 
durchzuführen und ein Aktendoppel der bis dahin vorliegenden Akten zu den 
Akten des vorliegenden Verfahrens zu produzieren. 

10. Es sei die zuständige Staatsanwaltschaft einzuladen, ein Strafverfahren 
gegen F._____ und E._____ wegen falscher Anschuldigung mit ihrer 
Aussage, der Täter sei "O._____" gewesen, gegen IP._____ wegen falscher 
Anschuldigung betreffend der Angabe gegenüber der Polizei, Stock und 
Rucksack gehörten dem Täter der Messerstecherei, eventualiter 
Begünstigung druch das Verwischen von Spuren durch von ihm geduldete 
oder initiierte Reinigungarbeiten sowie gegen B._____ Q._____, C._____ 
und D._____ wegen falschen Zeugnisses einzuleiten, zumindest eine erste 
Befragung mit den Beschuldigten durchzuführen und Aktendoppel der bis 
dahin vorliegenden Akten zu den Akten des vorliegenden Verfahrens zu 
produzieren.  

11. Es seien folgende Urkunden, welche in der Berufungsbegründung zitiert 
werden und zur Entlastung des Berufungsklägers dienen, zu den Akten zu 
nehmen: 

11.1 Quittung R._____ AG vom 20.12.2010, aus der die Sehbeeinträchtigung des 
linken Auges des Berufungsklägers hervorgeht (Kopie, Beilage 1, der 
Verteidigung seit 6. Oktober 2015 vorliegend) 

11.2 Telefonnotiz der Verteidigung vom 7.10.2015, aus welcher die Täterschaft 
von F._____ und die Existenz einer Videoüberwachungsanlage im Club 
H._____ hervorgeht (Beilage 2) 

12. Es seien folgende Kosten des Berufungsklägers betreffenden, er seit 
Kurzem vorliegenden Belege, sowie die ergänzte Honorarnote der amtlichen 
Verteidigung zu den Akten zu nehmen: Rechnung Vermieterin 
Berufungsklägers, Beilage 3/1, Abrechnung Versicherung, Beilage 3/2, 
Abzahlungsvereinbarung, Beilage 3/3, Posteinzahlungensquittungen, 
Beilage 3/4, ergänzte Honorarnote Verteidigung, Beilage 4. 

13. Eventualiter sei die Angelegenheit an die erste Instanz zur 
Beweisergänzung zurückzuweisen. 

14. Unter Vorbehalt der Ergänzung der Beweisanträge aufgrund des durch 
diese bewirkten Beweisergebnisses.  

5.2. Die Beweisanträge 1.-5. wurden bereits mit Präsidialverfügung vom 5. Juni 

2015 eingehend behandelt und abgewiesen. Da sich die Umstände seither nicht 

verändert haben, kann vollumfänglich auf die Erwägungen in der Präsidialverfü-

gung verwiesen werden (vgl. Urk. 195). Diese Beweisanträge sind abzuweisen. 

5.2.1. Mit Verweis auf die nachfolgende Beweiswürdigung erscheint eine erneute 

Einvernahme von G._____ nicht notwendig. 

5.2.2. Dasselbe gilt für die Einvernahme von M._____ als Zeugen. Dass dieser 

über drei Jahre nach dem Vorfall und zudem lediglich vom Hörensagen noch wei-

terführende Erkenntnisse bringen könnte, erscheint nahezu ausgeschlossen. Zu-

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dem ist der Zeuge offenbar aus Angst um seine Familie nicht bereit, Namen zu 

nennen oder auszusagen.  

5.2.3. Die Verteidigung macht sodann geltend, es liege ihr ein weiterer Hinweis 

vor, wonach im Club H._____ eine Videoüberwachung vorhanden gewesen sei. 

Dazu sei die Identität von "N'._____" bzw. "N._____" zu ermitteln, damit dieser 

befragt werden könne. Es ist vorliegend nicht erkennbar, inwiefern sich im Zu-

sammenhang mit der genannten Videokamera Neuerungen ergeben hätten, zu-

mal die Verteidigung zum "zusätzlichen Hinweis" nichts Konkretes ausführt. Aus-

serdem erkennt sie selbst, dass es ohnehin höchst unwahrscheinlich wäre, dass 

heute noch Videomaterial gefunden würde. Schliesslich ist anzuführen, dass auch 

aus einer allfälligen Beseitigung von Videomaterial nicht geschlossen werden 

kann, diese sei zum Schutz einer Person erfolgt. 

5.2.4. Auf die Anträge der Verteidigung, wonach die Staatsanwaltschaft einzu-

laden sei, verschiedene Strafverfahren einzuleiten, ist nicht näher einzugehen, 

zumal diese Anträge keine eigentlichen Beweisanträge darstellen und davon aus-

zugehen ist, dass die Staatsanwaltschaft zu gegebener Zeit die notwendigen 

Schritte unternehmen wird.  

5.2.5. Der Antrag der Verteidigung, diverse Urkunden zu den Akten zu nehmen, 

kann gutgeheissen werden (vgl. Urk. 220/1-4).  

5.2.6. Da derzeit keine Beweisergänzung vorzunehmen ist, erübrigt sich eine  

weitere Auseinandersetzung mit dem Antrag der Verteidigung auf Rückweisung 

des Verfahrens an die Vorinstanz.  

II.  Sachverhalt und rechtliche Würdigung 

6. Anklagevorwurf und Sachverhalt 

6.1. In der Anklageschrift vom 22. Juli 2014 (Urk. 79) wird dem Beschuldigten in 

Bezug auf den hier noch interessierenden Vorwurf zusammengefasst zur Last ge-

legt, er habe anlässlich einer Auseinandersetzung in den frühen Morgenstunden 

des 29. April 2012 mit einem Messer respektive einem anderen gefährlichen  

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Gegenstand auf die Privatkläger C._____, B._____ und D._____ eingestochen 

und diesen Personen Stichverletzungen zugefügt. Er habe dabei gewusst, dass 

aufgrund seiner Vorgehensweise die genannten Personen tödlich verletzt werden 

könnten. Den Tod dieser Personen habe er gewollt bzw. den möglichen Tod zu-

mindest in Kauf genommen.  

6.2. Der Beschuldigte selbst hat den ihm zur Last gelegten Sachverhalt stets in 

Abrede gestellt. Er hat sich im Rahmen der Untersuchung und vor Vorinstanz 

stets auf den Standpunkt gestellt, er habe mit niemandem einen Streit gehabt und 

weder jemanden gestochen noch verletzt. Er habe gar kein Messer gehabt. Es 

seien vielmehr die Security-Leute gewesen, die ihn geschlagen hätten, woraufhin 

er dann weggegangen sei (Urk. 7/14 S. 3 ff.; Urk. 66/1 S. 4; Urk. 66/2 S. 2, 4; 

Urk. 66/3 S. 4 f.; Urk. 116 S. 5 f.). 

6.3. Die Vorinstanz zog zur Sachverhaltsermittlung zunächst die Aussagen des 

Beschuldigten selbst heran (Urk. 7/1-14, Urk. 66/1-3 sowie Urk. 116). Weiter hat 

sich die Vorinstanz im Rahmen ihrer Beweiswürdigung mit den Aussagen der  

Privatkläger C._____ (Urk. 9/1-2, Urk. 5/1 und 5/3), D._____ (Urk. 3, Urk. 9/4) und 

B._____ (Urk. 3, Urk. 9/10) sowie des Zeugen F._____ (Urk. 9/5 und Urk. 9/8), 

der Auskunftspersonen Q._____ (Urk. 8/1-2), G._____ (Urk. 9/13), der Zeugin 

S._____ (Urk. 8/9 und Urk. 8/15), des Zeugen T._____ (Urk. 8/16 und Urk. 8/21), 

des Geschädigten E._____ (Urk. 9/14) und schliesslich des Zeugen M._____ 

auseinandergesetzt (Urk. 117). Die Aussagen der weiteren einvernommen Perso-

nen, namentlich jene von P._____, U._____, V._____, W._____ und AA._____ 

erachtete die Vorinstanz für die Sachverhaltsermittlung als nicht relevant, weil al-

lesamt keine eigenen Wahrnehmungen zum eigentlich anklagebildenden Sach-

verhalt machen konnten (Urk. 144 S. 8 ff. und S. 24 ff.). Schliesslich erwog die 

Vorinstanz, die polizeilichen Einvernahmen des Privatklägers D._____ vom 10. 

Mai 2012 (Urk. 9/3), des Privatklägers B._____ vom 15. Mai 2012 (Urk. 9/9) und 

von G._____ vom 24. Mai 2012 (Urk. 9/12) seien nicht zulasten des Beschuldig-

ten verwertbar, weil die betreffenden Einvernahmen im Rahmen der Strafuntersu-

chung durch die Anklagebehörde und unter Wahrung der Teilnahme- und Frage-

rechte des Beschuldigten hätten erfolgen müssen. Die Polizei sei im damaligen 

- 15 - 

Verfahrensstadium nicht dazu legitimiert gewesen die Privatkläger D._____ und 

B._____ sowie G._____ ein weiteres Mal einlässlich zu befragen, ohne dem Be-

schuldigten seine Teilnahme- und Fragerechte zu gewähren (Urk. 144 S. 10 ff.). 

Als ebenfalls nicht zu Lasten des Beschuldigten verwertbar bezeichnete die Vo-

rinstanz die Aussagen der Privatkläger D._____ und B._____ der Geschädigten 

E._____ und F._____ sowie von G._____, soweit diese im Bericht der Kantonspo-

lizei Zürich vom 30. April 2012 zusammengefasst worden seien (Urk. 3 S. 3 ff; 

Urk. 4 S. 7 ff.). Von den betreffenden Befragungen existierten – so die Vorinstanz 

– keine Protokolle und damit auch keine unterschriftlichen Bestätigungen dieser 

Personen im Sinne von Art. 78 Abs. 5 StPO. Diese zutreffenden Erwägungen der 

Vorinstanz wurden durch die Verteidigung im Rahmen des Berufungsverfahrens 

nicht beanstandet. Die betreffenden vorinstanzlichen Erwägungen sind nach dem 

Gesagten zu übernehmen (Art. 82 Abs. 4 StPO). Die Verteidigung hielt im Beru-

fungsverfahren sodann zutreffend fest, dass der Argumentation der Vorinstanz 

folgend auch die Einvernahmen von Q._____ vom 16. Mai 2012 sowie von 

T._____ vom 5. Juni 2012 nicht verwertbar seien (Urk. 218  

S. 10 f.).  

6.4. Neben den zuvor genannten Aussagen stellte die Vorinstanz im Rahmen ih-

rer Beweiswürdigung zudem auf die diversen medizinischen Gutachten und  

Berichte ab, welche sich bei den Akten befinden. Für den vorliegend noch zu  

beurteilenden Anklagesachverhalt sind namentlich noch die Gutachten des Insti-

tuts für Rechtsmedizin der Universität Zürich zur körperlichen Untersuchung des  

Beschuldigten (Urk. 12/1) und zu den Verletzungen des Privatklägers D._____ 

(Urk. 68/3) sowie die ärztlichen Berichte betreffend den Privatkläger C._____ 

(Urk. 12/2; Urk. 12/6-7) sowie den Privatkläger D._____ (Urk. 12/8-13; Urk. 12/15-

16) und den Privatkläger B._____ (Urk. 12/18+19; Urk. 12/21; Urk. 12/23; Urk. 

12/25) von Belang. Weiter massgeblich sind – wie bereits die  

Vorinstanz zutreffend erwog – die pharmakologisch-toxikologische Gutachten im 

Zusammenhang mit den vom Beschuldigten eingenommenen Substanzen 

(Urk. 11/5; Urk. 69/3) sowie die auf den Tatzeitpunkt erfolgte Rückrechnung der 

Blutalkoholkonzentration des Beschuldigten (Urk. 69/7). 

- 16 - 

6.5. Dass die Privatkläger C._____, D._____ und B._____ die auf Seite 3 der 

Anklageschrift geschilderten Stichverletzungen und Schnittwunden tatsächlich er-

litten haben, lässt sich ohne weiteres den jeweiligen ärztlichen Berichten und 

Gutachten entnehmen (betreffend C._____ Urk. 12/6, Urk 12/2, Urk. 12/7; betref-

fend D._____ Urk. 79, Urk. 12/16, Urk. 12/8, Urk. 12/9, Urk. 12/13, Urk. 68/3; be-

treffend B._____ (Urk. 12/23, Urk. 12/18-19, Urk. 12/21). Lediglich in Bezug auf 

den beim Privatkläger B._____ festgestellten Stichkanal kam die Vorinstanz zum 

Schluss, dessen Tiefe habe nicht wie in der Anklageschrift umschrieben 6 cm, 

sondern lediglich 3.5 cm betragen. Die betreffenden Erwägungen der Vorinstanz 

sind überzeugend und vollständig. Sie decken sich mit den jeweiligen medizini-

schen Berichten und Gutachten, welche allesamt korrekt erhoben und daher auch 

verwertbar sind. Weiterungen hierzu erübrigen sich, es kann auf das von der Vo-

rinstanz Ausgeführte verwiesen werden (Urk. 144 S. 16 ff.). Der Sachverhalt ist 

daher bezüglich die in der Anklageschrift geschilderten Verletzungen der Privat-

kläger – mit der marginalen, den Privatkläger B._____ betreffenden, Einschrän-

kung bezüglich die Tiefe des Stichkanals – erstellt. Davon kann nachfolgend aus-

gegangen werden. 

6.6. Die Vorinstanz hat im angefochtenen Entscheid die massgeblichen Aussa-

gen des Beschuldigten (Urk. 144 S. 24 ff.), des Privatklägers C._____ (Urk. 144 

S. 35 ff.), des Privatklägers D._____ (Urk. 144 S. 43 ff.), des Privatklägers 

B._____ (Urk. 144 S. 47 ff.), des Geschädigten F._____ (Urk. 144 S. 51 ff.), der 

Auskunftsperson Q._____ (Urk. 144 S. 58), der Auskunftsperson G._____ (Urk. 

144 S. 62 ff.), der Zeugin S._____ (Urk. 144 S. 65 ff.), des Zeugen T._____ (Urk. 

144 S. 71 ff.) sowie des Geschädigten E._____ (Urk. 144 S. 74 f.) und des Zeu-

gen M._____ (Urk. 144 S. 75 ff.) sehr gründlich und vollständig wiedergegeben. 

Eine neuerliche Darstellung der betreffenden Depositionen kann unter diesen 

Umständen mit Verweis auf die Erwägungen der Vorinstanz unterbleiben. Ein-

schränkungen sind anzufügen, was die – wie vorstehend erwogen – nicht ver-

wertbaren Aussagen von Q._____ und T._____ betrifft. Ebenfalls kann vollum-

fänglich auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden, insofern sie sich 

mit der Frage der Glaubwürdigkeit der aussagenden Personen befasste (Art. 82 

Abs. 4 StPO). Die betreffenden Darlegungen wurden auch seitens der Verteidi-

- 17 - 

gung nicht substantiell in Zweifel gezogen. Dies vollkommen zu recht, denn sie 

sind überzeugend und nicht zu beanstanden. 

6.6.1. Bei der Würdigung der einzelnen Aussagen kam die Vorinstanz zusam-

mengefasst zum Schluss, der Beschuldigte habe namentlich zum Kerngehalt der 

Auseinandersetzung vom 29. April 2012 im Club H._____ uneinheitliche Aussa-

gen gemacht. Insbesondere seine Depositionen zu dem von ihm vom Boden auf-

gehobenen Gegenstand seien sehr zweifelhaft und insofern nicht schlüssig, als 

der Beschuldigte geltend mache, es habe sich dabei um einen Fingerring gehan-

delt. Diesbezüglich müsse davon ausgegangen werden, dass der Beschuldigte 

seine Aussagen einfach immer wieder dem Stand der Untersuchung angepasst 

habe, was erhebliche Zweifel an der Glaubhaftigkeit seiner Aussagen aufkommen 

lasse. Fest stehe aufgrund der Aussagen des Beschuldigten, dass er sich zum 

Tatzeitpunkt im Inneren des Clubs H._____ – bei der Garderobe – aufgehalten 

habe. Dieser Umstand werde auch vom Privatkläger C._____ und dem Zeugen 

T._____ bestätigt. Beide hätten nämlich zu Protokoll gegeben, der Beschuldigte 

sei zu Beginn der Auseinandersetzung zusammen mit G._____ aus dem Club  

geführt worden (Urk. 144 S. 30 ff.). 

6.6.2. Was die Aussagen des Privatklägers C._____ betreffe, erwog die Vor-

instanz, dessen Depositionen betreffend den Ablauf des Geschehens würden 

durchaus gewisse Abweichungen und Differenzen aufweisen. Dies erstaune aber 

nicht sonderlich, weil die Tatbegehung sehr dynamisch abgelaufen sei und es  

unter diesen Umständen nicht ungewöhnlich erscheine, dass man im Nachhinein 

nicht mehr alle Details im Einzelnen konstant wiedergeben könne. Entscheidend 

sei, dass der Privatkläger C._____ gleichbleibend und überzeugend zu  

Protokoll gegeben habe, dass der Beschuldigte ihn zwei Mal mit einem Messer 

gestochen habe. Er habe den Angreifer klar gesehen und den Beschuldigten an-

lässlich der am 2. Mai 2012 durchgeführten Wahlbildkonfrontation aus 923 vorge-

legten Fotos zweifelsfrei als denjenigen identifiziert, welcher ihm die Messerstiche 

verabreicht habe. Auch die vom Privatkläger C._____ zu Protokoll gegebene Per-

sonenbeschreibung treffe bis auf die Altersangabe auf den Beschuldigten zu. 

C._____ habe den Aggressiven, den er aus dem Club gebracht und der ihn später 

- 18 - 

gestochen habe, als dunkelhäutigen Mann, dünner Statur, etwa 35 bis  

40 jährig, ca. 168 cm bis 170 cm gross, mit dicken, ungepflegten Haaren und 

vermutlich einem Bart beschrieben. Dass der Privatkläger C._____ den Beschul-

digten mit dem ebenfalls anwesenden F._____ verwechselt habe,  

könne ausgeschlossen werden. Einerseits habe dieser zum Tatzeitpunkt einen 

Kurzhaarschnitt getragen und andererseits sei F._____ deutlich grösser als der 

Beschuldigte. Zudem habe C._____ im Rahmen seiner Aussagen klar zwischen 

dem Beschuldigten und F._____ unterschieden. Auch eine Verwechslung mit 

E._____ komme nicht in Frage, denn der Zeuge M._____ habe dezidiert ausge-

sagt, dass E._____ dem Beschuldigten überhaupt nicht ähnlich sehe. Die Vo-

rinstanz erwog weiter, der Privatkläger C._____ habe differenziert und authen-

tisch ausgesagt und dabei auch seine eigene Rolle im Konflikt nicht beschönigt. 

Namentlich habe er eingestanden, den Beschuldigten zunächst geschlagen bzw. 

gepackt und ihn dergestalt zu Boden geführt zu haben, dass er gemeint habe, der 

Beschuldigte bleibe anschliessend benommen am Boden liegen. Damit habe 

C._____ einen nicht unerheblichen tätlichen Übergriff auf den Beschuldigten ein-

geräumt, was unter anderem auch für die Glaubhaftigkeit seiner Darstellungen 

spreche. Ein Motiv C._____s für eine Falschbelastung des Beschuldigten, sei 

entgegen den betreffenden Behauptungen der Verteidigung, nicht auszumachen. 

Schliesslich spreche auch der Umstand, dass seine Aussagen durch diejenigen 

des Privatklägers B._____ und Q._____ gestützt würden, für die Glaubhaftigkeit 

seiner Depositionen (Urk. 144 S. 37 ff.).  

6.6.3. Die Aussagen des Privatklägers D._____ erachtete die Vorinstanz ebenfalls 

als durchwegs glaubhaft. Dieser habe nach Auffassung der Vorderrichter den Vor-

fall konstant und detailliert geschildert. Insbesondere habe er sowohl anlässlich 

der Wahlbildkonfrontation als auch bei der direkten Gegenüberstellung anlässlich 

seiner Einvernahme als Auskunftsperson den Beschuldigten ausdrücklich als den 

Verursacher seiner Stichverletzungen identifiziert. Anzeichen für eine Falschaus-

sage seien nicht ersichtlich, habe der Privatkläger doch zurückhaltend und in der 

Sache sehr differenziert ausgesagt. Auch für die Annahme, es habe  

eine Absprache zwischen dem Privatkläger und seinen Kollegen statt gefunden, 

bestünden keine Anhaltspunkte. Im Falle einer tatsächlichen Absprache zum 

- 19 - 

Nachteil des Beschuldigten hätten die verschiedenen Aussagen nach Auffassung 

der Vorinstanz weit übereinstimmender ausfallen müssen (Urk. 144 S. 45 ff.). 

6.6.4. Was die Aussagen des Privatklägers B._____ anbelangt, erwog die  

Vorinstanz zusammengefasst, dieser habe in der Untersuchung grundsätzlich 

gleichbleibende, klare und differenzierte Angaben zum Tatablauf gemacht. 

B._____ habe namentlich auch bestätigt, dass der Täter derjenige gewesen sei, 

welcher zuvor von C._____ aus dem Club geführt worden sei. Nachdem der Täter 

ihn verletzt habe, sei er mit einem Messer C._____ nachgerannt. In der Konfron-

tationseinvernahme habe B._____ den Beschuldigten zu 90% als Täter erkannt. 

Er sei sich sicher gewesen, dass ihn derjenige Typ mit dem Messer verletzt habe, 

welcher mit dem Rucksack und dem Stock in den Club H._____ gekommen sei. 

Der Privatkläger B._____ habe sowohl bei der Identifizierung des Beschuldigten, 

als auch bei seinen übrigen Schilderungen ein vorsichtiges, aber differenziertes 

Aussageverhalten an den Tag gelegt. Seine Depositionen seien realitätsnah und 

überzeugend. Auch beim Privatkläger B._____ konnte die Vorinstanz keine  

Anhaltspunkte für eine Absprache mit seinen Kollegen ausmachen, denn dafür 

seien die verschiedenen Schilderungen zu heterogen. Bezüglich der Glaub-

haftigkeit der Aussagen des Privatklägers B._____ bestünden – so die Vor-

instanz – keine Vorbehalte. Eine Einschränkung sei lediglich insoweit vorzu-

nehmen, als die näheren Umstände der Schnittverletzung links seitlich an seinem 

Kopf aufgrund seiner Aussagen nicht geklärt werden könnten. Ob er sich diesen 

Schnitt durch den Sturz zu gezogen habe oder als er schliesslich an Boden  

gelegen sei, bleibe unklar. Da keiner der übrigen Beteiligten Angaben über die 

Umstände betreffend diese Verletzung von B._____ habe machen können, lasse 

sich der in der Anklageschrift umschriebene Sachverhalt betreffend die Verlet-

zung am Kopf zulasten des Privatklägers B._____ nicht rechtsgenügend erstellen 

(Urk. 144 S. 49 ff.). 

6.6.5. Die Aussagen des Geschädigten F._____ stufte die Vorinstanz als insge-

samt unglaubhaft ein. Auffällig sei zunächst, dass sich F._____ in der staatsan-

waltschaftlichen Einvernahme zu seinen ersten Ausführungen vor der Polizei in 

Widerspruch gesetzt habe. Kurz darauf habe er dann wieder seine ersten Aus-

- 20 - 

sagen bestätigt. Die voneinander abweichenden Schilderungen würden den 

Kerngehalt des zu beurteilenden Vorfalls betreffen, wobei nicht zu übersehen sei, 

dass F._____ die Rolle des Beschuldigten beim Staatsanwalt zunächst offensicht-

lich stark habe abschwächen wollen. Wer F._____ die Stichverletzung im Bereich 

seiner linken Gesässhälfte zugefügt habe, bleibe zudem aufgrund seiner eigenen 

Aussagen unklar. Da darüber hinaus auch keiner der übrigen Beteiligten Angaben 

über die Täterschaft betreffend diese Verletzung habe machen können, lasse sich 

der in der Anklageschrift umschriebene Sachverhalt betreffend den Geschädigten 

F._____ nicht rechtsgenügend erstellen. Entsprechend müsse diesbezüglich ein 

Freispruch erfolgen (Urk. 144 S. 58). 

6.6.6. Betreffend die Auskunftsperson Q._____ erwog die Vorinstanz, seine Aus-

sagen seien insgesamt als glaubhaft einzustufen. Er habe insgesamt gleichblei-

bende, konstante und detaillierte Aussagen zum Ablauf gemacht. Lediglich in Be-

zug auf die Frage, ob er am fraglichen Abend einen Pfefferspray und/oder  

einen Stock auf sich getragen habe, habe er widersprüchliche Angaben gemacht. 

Dieser Widerspruch beziehe sich jedoch nicht auf das eigentliche Kerngeschehen 

und sei daher auch nicht geeignet, seine übrigen Depositionen als unglaubhaft 

erscheinen zu lassen. Q._____ habe zurückhaltend ausgesagt und auch immer 

transparent gemacht, wenn er eigene Wahrnehmungen geschildert, oder vom  

Hörensagen gewonnene Erkenntnisse zu Protokoll gegeben habe. Auch bei 

Q._____ sei weder ein Motiv für eine Falschaussage erkennbar, noch bestünden 

Anzeichen für eine Absprache mit seinen Kollegen. Hier gelte, was bereits an  

anderer Stelle ebenfalls ausgeführt worden sei (Urk. 144 S. 60 ff.). 

6.6.7. Bezüglich der Aussagen der Auskunftsperson G._____, der Zeugin 

S._____ und des Zeugen T._____ würdigte die Vorinstanz die betreffenden De-

positionen und kam zum Schluss, es würden sich daraus keine Erkenntnisse hin-

sichtlich des dem Beschuldigten vorgeworfenen Verhaltens ergeben. Die Aussa-

gen der genannten Personen würden sich weder zu Gunsten noch zu Lasten des 

Beschuldigten auswirken und seien daher für die Sachverhaltserstellung nicht 

dienlich (Urk. 144 S. 65, S. 71 und S. 74). 

- 21 - 

6.6.8. Mit Verweis auf zuvor gemachte Erwägungen hielt die Vorinstanz zunächst 

fest, dass die Aussagen des Geschädigten E._____ mangels Konfrontation mit 

dem Beschuldigten nicht zu dessen Ungunsten verwendet werden dürften. Auch 

in Bezug auf die Frage, wer E._____ die in der Anklageschrift geschilderten Ver-

letzungen zugefügt habe, lasse sich seiner polizeilichen Befragung für das Verhal-

ten des Beschuldigten nichts entnehmen, was letztlich rechtlich von Bedeutung 

sei. Namentlich könnten daraus auch keine Erkenntnisse gewonnen werden, wel-

che sich zu Gunsten des Beschuldigten auswirken würden. Damit müsse offen 

bleiben, wer dem Geschädigten E._____ die Verletzung im linken Mittelbauch zu-

gefügt habe und wie es zu dieser Verletzung gekommen sei. Keine der beteiligten 

Personen habe hierzu sachdienliche Angaben machen können. Entsprechend 

sprach die Vorinstanz den Beschuldigten mangels erstelltem Sachverhalt vom 

Anklagevorwurf betreffend E._____ frei (Urk. 144 S. 75). 

6.6.9. Schliesslich würdigte die Vorinstanz die Aussagen von M._____, welchen 

sie anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung als Zeugen befragte. Die 

Vorderrichter erachteten dessen Aussagen zwar als grundsätzlich glaubhaft, kon-

statierten jedoch gleichzeitig, dass der Zeuge mit Ausnahme zum Tatvorgehen 

betreffend den Geschädigten E._____ keine Angaben zum eingeklagten Sach-

verhalt machen könne (Urk. 144 S. 78).  

6.7. Vor Vorinstanz stellte sich die Verteidigung zusammengefasst im Wesentli-

chen auf den Standpunkt nicht der Beschuldigte, sondern eine Drittperson habe 

die in der Anklageschrift umschriebenen Tathandlungen begangen. Für die  

Unschuld des Beschuldigte spreche einerseits, dass es keinen einzigen Sach-

beweis gebe, welcher dem Beschuldigten zugeordnet werden könne. Bei ihm sei-

en weder Blut- noch DNA-Spuren sichergestellt worden. Ebenso wenig habe man 

Fingerabdrücke oder die Waffe beim Beschuldigten gefunden. Niemand habe ge-

sehen, dass der Beschuldigte zugestochen habe. Die Privatkläger hätte lediglich 

einen Stich gespürt und später erst festgestellt, dass sie geblutet hätten. Zudem 

habe niemand beim Beschuldigten ein Messer oder einen spitzen Gegenstand 

gesehen. Eine Person habe ein Messer bei einem Aggressiven gesehen. Diese 

aggressive Person könne aber nicht der Beschuldigte gewesen sein. Auch das 

- 22 - 

Nachtatverhalten des Beschuldigten spreche klar gegen seine Täterschaft. Hinzu 

komme, dass die den Beschuldigten belastenden Aussagen diverse "Killerwider-

sprüche" aufweisen würden (Urk. 121 S. 2 ff.). 

6.7.1. Im Rahmen des Berufungsverfahrens brachte die Verteidigung vor, die Vor-

instanz habe sich nicht mit der Ablaufhypothese der Verteidigung auseinanderge-

setzt, was eine Verletzung des rechtlichen Gehörs darstelle. Die Verteidigung 

wiederholte sodann, was sie – wie vorstehend widergegeben – bereits vor Vor-

instanz vorgebracht hatte. Zudem würden weitere auffällige Ungereimtheiten be-

stehen. Sodann seien diverse Beweismittel nicht verwertbar und der Wahlbildkon-

frontation sowie den Wiedererkennungen bei der Staatsanwaltschaft würde nur 

ein minimaler Beweiswert zukommen. Absolut unerklärlich sei, weshalb die Vor-

instanz die erheblichen Differenzen in den Aussagen von C._____ nicht zum An-

lass nehme, sein Aussageverhalten als widersprüchlich und nicht glaubhaft ein-

zustufen. Die Aussagen von M._____ seien zu restriktiv zu Ungunsten des Be-

schuldigten ausgelegt worden, dieser entlaste den Beschuldigten, ebenso 

G._____. Die Vorinstanz habe weiter die Sachbeweise nicht korrekt gewürdigt.  

Beim Beschuldigten seien keine Blutspuren gefunden worden, was nach einem 

Gemetzel nicht denkbar sei, ebenso sei keine fremde DNA am Körper des  

Beschuldigten gefunden worden und der Fingernagelschmutz sei negativ ge-

wesen. Das Spurenbild schliesse den Beschuldigten als Täter aus. Es sei weiter 

denkbar, dass eine Videokamera entfernt worden sei. Es würden sich unüber-

windliche Zweifel an der Vereinbarkeit der Schilderung des Tatablaufs bezüglich 

angeblich schneller und heftiger Bewegungen mit der durch das rechtsmedizini-

sche Gutachten festgestellten körperlichen Verfassung des Beschuldigten  

ergeben. Kein Belastender erkenne den auffälligen Schmuck des Beschuldigten 

und niemand habe beim Beschuldigten ein Messer oder einen spitzen Gegen-

stand gesehen. Die Sicherheitsleute wüssten zwar genau, wer der Täter sei,  

keiner habe den Tatablauf jedoch beobachtet. Es würden unüberwindliche Zweifel 

bestehen, dass es sich beim "Aggressiven" um den Beschuldigten gehandelt  

habe. Schliesslich würden sich auch Widersprüche bezüglich des angeblichen 

Nachrennens von C._____ durch den Beschuldigten ergeben, sowie Mängel in 

der Wiedererkennung aufgrund Dunkelheit und dunkler Hautfarbe. Letztlich wür-

- 23 - 

dige die Vorinstanz die Aussagen des Beschuldigten falsch, wenn sie Zweifel an 

deren Glaubhaftigkeit habe (Urk. 218 S. 2 ff.). 

6.8. Zentrale und letztlich einzige entscheidende Frage ist vorliegend, ob der Be-

schuldigte durch das Beweisergebnis zweifelsfrei als Urheber der in der Anklage-

schrift vom 22. Juli 2014 geschilderten Verletzungen der Privatkläger C._____ 

und D._____ und B._____ identifiziert werden kann. In diesem Sinne sind die 

nachfolgenden Erwägungen als Ergänzung zu der in allen Teilen zutreffenden 

Beweiswürdigung der Vorinstanz zu verstehen, welche abgesehen von der  

folgenden Einschränkung vollumfänglich übernommen werden kann (Art. 82  

Abs. 4 StPO). Nicht konsequent ist die Vorinstanz, wenn sie zwar argumentiert, 

die polizeilichen Einvernahmen von D._____ und B._____ seien nicht  

zulasten des Beschuldigten verwertbar (Urk. 144 S. 15), hernach jedoch auf die 

im Rahmen besagter Einvernahmen durchgeführten Wahlbildkonfrontationen  

abstellt (Urk. 144 S. 45 und 48). Ebenso nicht verwertbar sind nach dem Gesag-

ten die Aussagen von Q._____ anlässlich der polizeilichen Einvernahme und der 

dann durchgeführten Wahlbildkonfrontation (Urk. 144 S. 58 f.). 

6.8.1. Dass sich in den frühen Morgenstunden des 29. April 2012 beim Club  

H._____ an der …strasse … in Zürich eine Auseinandersetzung zwischen meh-

ren Personen zugetragen hat, ist ebenso wenig bestritten wie der Umstand, dass 

die obgenannten Privatkläger im Rahmen dieser Auseinandersetzung die in der 

Anklageschrift umschriebenen (mit einer marginalen Einschränkung betreffend 

den Privatkläger B._____ bezüglich die Tiefe der Stichwunde) Stichverletzungen 

erlitten haben. Die betreffenden Verletzungen sind durch die medizinischen Be-

richte und Gutachten zweifelsfrei bewiesen. Hierzu bedarf es keiner weiteren Er-

läuterungen mehr. Es kann vollumfänglich auf die in allen Teilen zutreffenden Er-

wägungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 144 S. 16 ff.; betreffen C._____ 

Urk. 12/6, Urk 12/2, Urk. 12/7; betreffend D._____ Urk. 79, Urk. 12/16, Urk. 12/8, 

Urk. 12/9, Urk. 12/13, Urk. 68/3; betreffend B._____ Urk. 12/23, Urk. 12/18-19, 

Urk. 12/21; Art. 82 Abs. 4 StPO).  

6.8.2. Wie die Verteidigung vor Vorinstanz richtigerweise vorbrachte, existieren 

zur Klärung dieser Frage mit Ausnahme der Aussagen der Beteiligten, keinerlei 

- 24 - 

Sachbeweise. Die Vorinstanz hat sich ausgesprochen einlässlich mit den ver-

schiedenen Aussagen der – in welcher Form auch immer – an der Tat beteiligten 

Personen auseinandergesetzt. Wenn sie nach ihrer sehr gründlichen und über-

zeugenden Beweiswürdigung zum Schluss kommt, die Aussagen der Privatkläger 

C._____, D._____ und B._____ sowie diejenige der Auskunftsperson Q._____ 

seien als glaubhaft anzusehen, so ist ihr darin vollumfänglich zuzustimmen.  

6.8.3. Insbesondere was die Täterschaft anbelangt kann angesichts der überzeu-

genden Aussagen der genannten Personen letztlich kein Zweifel mehr an der  

Täterschaft des Beschuldigten bestehen. Der Privatkläger C._____ hat den Täter, 

den er als "den Aggressiven" bezeichnete, als dunkelhäutigen etwa 35 bis 40 jäh-

rigen Mann dünner Statur, von ca. 168 cm bis 170 cm Körpergrösse  

beschrieben, der dicke, ungepflegte Haare und vermutlich einen Bart gehabt habe 

(Urk. 9/1 S. 4). Anlässlich seiner ärztlichen Untersuchung im Institut für Rechts-

medizin der Universität Zürich gab der Beschuldigte an, 175 cm gross und 60 kg 

schwer zu sein (Urk. 11/4). Bei seiner Verhaftung trug der Beschuldigte Strähnen 

verfilzter Haare, sogenannte Dreadlocks, sowie einen Bart (Urk. 19/1 S. 1). Die 

Täterbeschreibung des Privatklägers C._____ trifft also in Bezug auf die äusserli-

chen Merkmale praktisch zu 100 % auf den Beschuldigten zu. Einzig hinsichtlich 

des Alters stimmen die geschätzten Angaben des Privatklägers nicht mit dem ef-

fektiven Alter des Beschuldigten überein. Der Beschuldigte wurde am tt. März 

1960 geboren und war somit im Tatzeitpunkt beinahe 52 Jahre alt. Dass C._____ 

sich beim Alter des Beschuldigten verschätzt hat, ist einerseits durchaus nach-

vollziehbar, sind Altersschätzungen doch notorischerweise schwierig. Dies umso 

mehr, wenn man sich einerseits den sehr dynamischen Tatablauf vor Augen führt 

und zudem in Betracht zieht, dass der Beschuldigte nicht nur  

einer – für europäische Verhältnisse – fremden Ethnie angehört, sondern auch 

aufgrund seines gesamten Habitus in Bezug auf sein Alter schwer einschätzbar 

erscheint. Entscheidend aber ist letztlich, dass die vom Privatkläger D._____ zu 

Protokoll gegebene Täterbeschreibung auf keine andere der am Tatort in die 

Auseinandersetzung involvierten Personen zutrifft. Diesbezüglich kann auf die  

erschöpfenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 144 S. 40). 

D._____ hat überzeugend ausgesagt, er habe den Täter klar und deutlich gese-

- 25 - 

hen. Entsprechend wurde der Privatkläger auf den 2. Mai 2012 zur Wahlbildkon-

frontation in die Räumlichkeiten der Stadtpolizei Zürich vorgeladen. Ihm wurden 

am Computer insgesamt 923 Fotos gezeigt, wobei der Privatkläger den Beschul-

digten als diejenige Person identifizieren konnte, welche ihn zwei Mal mit  

einem Messer gestochen habe. Wie sich dem betreffenden Rapport der Kantons-

polizei Zürich vom 2. Mai 2012 entnehmen lässt, erkannte der Privatkläger den 

Beschuldigten sehr spontan aufgrund der Gesichtsmerkmale. D._____ gab an, 

die Gesichtsform, die Augenpartie sowie die Haare und der Bart würden exakt mit 

dem Täter übereinstimmen (Urk. 5/1 S. 2). Entgegen der Verteidigung ist nicht  

ersichtlich, weshalb dieser Wahlbildkonfrontation nur ein reduzierter Beweiswert 

zukommen sollte. Auch anlässlich der Einvernahme des Privatklägers C._____ 

durch die Staatsanwaltschaft vom 28. Juni 2012, liess dieser keinen  

Zweifel daran aufkommen, dass es sich bei dem ebenfalls anwesenden Beschul-

digten um "den Aggressiven" handelte, welcher ihn mit dem Messer verletzt hatte 

(Urk. 9/2 S. 4 ff.). Dafür, dass er mit "dem Aggressiven" einen anderen als den 

Beschuldigten meinte, besteht entgegen der Verteidigung kein Hinweis.  

6.8.4.   D._____ liess anlässlich seiner Befragung durch die Staatsanwaltschaft 

vom 3. Juli 2012, an welcher eine direkte Gegenüberstellung mit dem  

Beschuldigten stattfand, keine Zweifel daran aufkommen, dass es sich beim  

Beschuldigten um diejenige Person handelt, welche ihm die Stichverletzung zuge-

fügt hat (Urk. 9/4 S. 4). Auch dieser Wiedererkennung kommt kein reduzierter 

Beweiswert zu.  

6.8.5. Auch B._____ wurde im Rahmen seiner Befragung durch die Staatsanwalt-

schaft vom 22. Oktober 2012 direkt mit dem Beschuldigten konfrontiert. Damals 

gab B._____ zu Protokoll, er sehe den Beschuldigten das zweite Mal. Das erste 

Mal habe er ihn "am Abend als es passierte" gesehen (Urk. 9/10 S. 3). Auf die 

Frage, ob er sagen könne, ob es sich beim Beschuldigten um jenen Mann handle, 

welcher beim Club H._____ mit dem Messer auf ihn losgegangen sei, antwortete 

der Privatkläger B._____ wörtlich: "Ja, ich würde sagen, dass ich ihn zu 90 % als 

Täter erkenne" (Urk. 9/10 S. 5). Diejenige Person, welche ihn verletzt habe, sei 

die selbe Person gewesen, welche zuvor von den Sicherheitsleuten aus dem Club 

- 26 - 

H._____ hinausgeführt worden sei. Genau diese Person sei mit einem Messer auf 

ihn losgegangen. Er sei sich zu 100 % sicher, dass es sich bei der Stichwaffe um 

ein Messer gehandelt habe. Der Beschuldigte habe es in seiner rechten Hand ge-

halten und er habe nur den Teil des Messers gesehen, welcher aus der Hand 

herausgeragt sei (Urk. 9/10 S. 6). 

6.8.6. Am 28. Juni 2012 wurde Q._____ durch die Staatsanwaltschaft als Aus-

kunftsperson einvernommen und mit dem Beschuldigten direkt konfrontiert (Urk. 

8/2). Anlässlich dieser Konfrontation zeigte Q._____ mit dem Finger auf den Be-

schuldigten und bezeichnete diesen zweifelsfrei als diejenige Person, welche zu-

nächst von C._____ aus dem Club befördert worden und diesem hernach mit ei-

nem Gegenstand in der Hand – welchen er als Messer wahrgenommen  

habe – hinterhergerannt sei. Ob es tatsächlich ein Messer gewesen sei, könne er 

nicht mit Sicherheit sagen. Er habe aufgrund der Verletzungen der anderen  

Personen auf ein Messer geschlossen. Es habe aber auch etwas anderes sein 

können. Der Beschuldigte sei ihm schon früher aufgefallen, weil dieser immer mit 

dem Stock und einem Rucksack gekommen sei. Der Stock sei etwa 2 Meter lang 

gewesen und habe oben drauf einen geschnitzten Löwenkopf gehabt. Der  

Beschuldigte sei jeweils beleidigt gewesen, wenn er beim Eingang zu Club kon-

trolliert worden sei. Probleme habe es aber mit ihm nie gegeben (Urk. 8/2 S. 4). 

6.8.7. Mit der Vorinstanz und unter Verweis auf deren zutreffende Erwägungen 

kann angesichts der namentlich in Bezug auf die Person des Beschuldigten über-

einstimmenden und glaubhaften Aussagen der Privatkläger C._____, D._____ 

und B._____ sowie der Auskunftsperson Q._____ kein ernsthafter Zweifel daran 

bestehen, dass es der Beschuldigte war, der den Privatklägern die noch zur Dis-

kussion stehenden Stichverletzungen beigebracht hat. Dass keiner dieser Perso-

nen der auffällige Schmuck des Beschuldigten aufgefallen war, steht dieser 

Schlussfolgerung nicht entgegen. Wenn man sich vor Augen führt, dass von den 

sieben an der inkriminierten Auseinandersetzung beteiligten Personen mit Aus-

nahme des Beschuldigten allesamt Stichverletzungen aufwiesen und ausge-

schlossen werden kann, dass sich diese die Stichwunden  

gegenseitig (etwas derartiges wurde von niemandem jemals behauptet) oder gar 

- 27 - 

selbst beigebracht haben, dann spricht auch dieser Umstand klarerweise für die 

Täterschaft des Beschuldigten. Die vom Beschuldigten nachträglich vorgebrach-

ten Erklärungsversuche, wonach er am Tatort einen grossen Ring verloren habe, 

welcher möglicherweise von den anderen fälschlicherweise als Messer ange-

sehen worden sei, erscheint angesichts der überzeugenden Beweislage geradezu 

grotesk und macht umso mehr deutlich, wie unglaubhaft die Depositionen des 

Beschuldigten sind. Auch dies hat die Vorinstanz zutreffend erwogen, weshalb 

sich Weiterungen hierzu erübrigen. Auch dass beim Beschuldigten keine Spuren 

gefunden werden konnten, vermag ihn nicht zu entlasten, ebenso wenig sein 

Nachtatverhalten.  

6.9. Nach dem Gesagten ist im Sinne eines Fazits festzuhalten, dass der  

Anklagesachverhalt insofern erstellt ist, als der Beschuldigte, nachdem er aus 

dem Club H._____ befördert worden war, wieder zurück in den Eingangsbereich 

kam und dort dem Privatkläger C._____ zunächst in der rechten und  

anschliessend in der linken Körperseite mit einem Messer je eine Stichverletzung 

zufügte. In der Folge stach er dem Privatkläger D._____ mit einem Messer oder 

einem anderen hierfür geeigneten gefährlichen Gegenstand wie beispielsweise 

einer Glasscherbe in den Brustkorb. Ausserdem ging der Beschuldigte mit einem 

Messer auf den Privatkläger B._____ los, welchem er einen Stich in die Flanke 

versetzte. In diesem Sinne ist der in der Anklageschrift geschilderte und vorlie-

gend noch interessierende rechtlich relevante Sachverhalt bezüglich der dem Be-

schuldigten vorgeworfenen Stichverletzungen gegenüber den drei Privatklägern 

D._____, C._____ und B._____ zweifelsfrei erstellt. Davon ist im Rahmen der 

rechtlichen Würdigung auszugehen. 

7. Rechtliche Würdigung 

7.1.1. In Bezug auf die Anklagevorwürfe betreffend die Privatkläger C._____ und 

D._____ kam die Vorinstanz im Rahmen ihrer rechtlichen Würdigung zusammen-

gefasst zum Schluss, der Beschuldigte habe durch sein inkriminiertes Verhalten 

den objektiven Tatbestand der vorsätzlichen Tötung nicht vollendet. Hingegen 

habe er in subjektiver Hinsicht tatbestandsmässig gehandelt, indem er zumindest 

im Sinne eines Eventualvorsatzes (Art. 12 Abs. 2 Satz 2 StGB) den Tod der Pri-

- 28 - 

vatkläger bei seinem Handeln billigend in Kauf genommen habe. Qualifizierende 

Tatbestandsmerkmale seien weder eingeklagt worden, noch ersichtlich. Gleich 

verhalte es sich mit den privilegierenden Tatbestandsmerkmalen.  

Weiter erwog die Vorinstanz es seien weder Rechtfertigungs- noch Schuldaus-

schlussgründe vorhanden. Entsprechend erkannte die Vorinstanz in Bezug auf 

die Privatkläger C._____ und D._____ auf mehrfach versuchte (eventual-

)vorsätzliche Tötung im Sinne von Art. 111 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB 

(Urk. 144 S. 92 ff.). 

7.1.2. Betreffend das deliktische Verhalten des Beschuldigten zum Nachteil von 

B._____ erkannte die Vorinstanz auf vorsätzliche einfache Körperverletzung mit 

einem gefährlichen Gegenstand im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 StGB (Urk. 144 S. 

100 ff.), wobei eine Minderheit des Spruchkörpers die Ansicht vertrat, die Tat zum 

Nachteil von B._____ stelle einen eventualvorsätzlichen Tötungsversuch dar (Urk. 

139). 

7.2. Diese rechtliche Würdigung der Vorinstanz wurde durch die Verteidigung im 

Rahmen ihrer Berufungserklärung vom 3. Februar 2015 nicht explizit bean-

standet. Wie bereits vor Vorinstanz setzte sich die Verteidigung zufolge des von 

ihr beantragten, vollumfänglichen Freispruchs, auch anlässlich der Berufungs-

verhandlung nicht mit der rechtlichen Würdigung auseinander (Urk. 148; Urk. 218 

und Prot. II S. 22). 

7.3. Seitens der Anklagebehörde wurde die rechtliche Würdigung der Vorinstanz 

bezüglich die, die Privatkläger C._____ und D._____ betreffenden Tathandlungen 

nicht beanstandet.  

Hingegen sah sie sich veranlasst, die rechtliche Würdigung betreffend den Privat-

kläger B._____ mittels Anschlussberufung einer erneuten Überprüfung unterzie-

hen zu lassen. In ihrer Anschlussberufung vom 26. Februar 2015 sowie in der 

Begründung anlässlich der Berufungsverhandlung brachte die Anklagebehörde 

zusammengefasst was folgt vor: Der Beschuldigte habe mit einem Messer oder 

einem anderen gefährlichen Gegenstand B._____ eine mehrere Zentimeter tiefe 

Verletzung in den Oberkörper, d.h. in die rechte Flanke in der Nähe der  

- 29 - 

Wirbelsäule (Übergang Brust zur Lendenwirbelsäule) zugefügt. Die Sorgfalts-

pflichtverletzung des Beschuldigten wiege nicht leicht und das Risiko, mit Stich-

bewegungen mit einem Messer gegen den Oberkörper eines Menschen diesem 

tödliche Verletzungen zuzufügen, sei als erheblich einzustufen. Vorliegend sei 

das Risiko des Erfolgseintritts in einem dynamischen Geschehen sogar derart 

gross gewesen, dass der Beschuldigte beim Angriff gegen den Geschädigten  

B._____ nicht bloss auf das Ausbleiben von tödlichen Verletzungen habe vertrau-

en können, sondern er habe vielmehr mit der Entstehung von tödlichen Verlet-

zungen rechnen müssen, selbst wenn eine tödliche Verletzung nicht das eigentli-

che Ziel seines Handelns gewesen sei. Wenn der Beschuldigte mit einem Messer 

in der Hand im Rahmen eines dynamischen Geschehens ungezielt zusteche, 

könne er überhaupt nicht abschätzen, wo genau er den Geschädigten steche. 

Auch habe der Beschuldigte in dem Moment, als er mit dem Messer zugestochen 

habe, die nächsten Bewegungen des Geschädigten unmöglich abschätzen kön-

nen, weshalb er auch die Einstichtiefe absolut nicht habe beeinflussen können. 

Indem der Beschuldigte somit im Rahmen eines dynamischen Geschehens mit 

einem Messer oder einem anderen gefährlichen Gegenstand auf den Geschädig-

ten eingestochen und gewusst habe, dass sein Handeln tödliche Verletzungen 

hervorrufen könne, habe er fraglos eventualvorsätzlich gehandelt. Durch dieses 

Handeln habe der Beschuldigte A._____ daher den subjektiven Tatbestand der 

vorsätzlichen Tötung zweifellos erfüllt (Urk. 152 S. 2 f.; Urk. 221). 

7.4. Die Auffassung der Vorinstanz kann nicht geteilt werden. In objektiver Hin-

sicht hat der Beschuldigte dem Privatkläger B._____ mit einem Messer in die 

rechte Flanke in der Nähe der Wirbelsäule beim Übergang von der Brust- zur  

Lendenwirbelsäule gestochen und dabei eine ca. 4 cm lange und ca. 3.5 cm tiefe 

Stichverletzung zugefügt. Genau in diesem Übergangsbereich zwischen der 

Brustwirbelsäule, mit welcher die einzelnen Rippen verbunden sind, und den Len-

denwirbeln, befinden sich beidseits der Wirbelsäule die Nieren. Zudem verläuft 

unmittelbar rechts der Wirbelsäule die untere Hohlvene, welche eines der zent-

ralsten Blutgefässe im menschlichen Körper darstellt. Wenn die Vorinstanz also 

ausführt, unmittelbar neben der Einstichstelle würden sich keine lebenswichtigen 

Organe befinden, so ist dies anatomisch betrachtet schlicht unzutreffend. Es  

- 30 - 

erstaunt in diesem Zusammenhang, dass dem ärztlichen Bericht des Universi-

tätsspitals Zürich zu entnehmen ist, es hätten sich in unmittelbarer Nähe keine  

lebenswichtigen Organe befunden (Urk. 12/23 S. 1; Antwort 2a). Dem ärztlichen 

Befund von Dr. med. AB._____ vom 30. November 2012 (Hausarzt des Privatklä-

gers B._____) lässt sich demgegenüber entnehmen, dass er der Auffassung war, 

es habe beim Privatklägers sehr wohl Lebensgefahr bestanden (Urk. 12/25). In 

Übereinstimmung mit der Auffassung der Anklagebehörde sowie der Minder-

heitsmeinung der Vorinstanz steht ausser Zweifel, dass der dem Privatkläger  

B._____ zugefügte Messerstich durchaus lebenswichtige, stark durchblutete  

Organe und Gefässe hätte verletzen können, was zu einem akut lebensbedrohli-

chen Zustand hätte führen können. Wer, wie der Beschuldigte, in absolut unkon-

trollierter und wegen des ausgesprochen dynamischen Ablaufs auch weitgehend 

unkontrollierbarer Manier einen Messerstich gegen den Oberkörper führt, der 

muss wissen, dass ein solches Verhalten zu tödlichen Verletzungen führen kann. 

Wie die Anklagebehörde zutreffend vorbrachte, bedarf es nach ständiger bundes-

gerichtlicher Rechtsprechung keiner besonderen Intelligenz um zu erkennen, 

dass ungezielte Messerstiche in Brust und Bauch, mithin in den Oberkörper eines 

Menschen den Tod der betroffenen Person zur Folge haben können. Weder 

mangelnde Schulbildung noch eine momentane Erregung über einen Angriff 

schliessen das Erkennen des mit dem Einsatz des Messers verbundenen erhebli-

chen Todesrisikos aus (BGE 109 IV 5 E. 2.). Soweit die Vorinstanz erwägt, die In-

tensität des Zustechens sei nicht bekannt, so ist ihr diesbezüglich entgegen zu 

halten, dass aufgrund der Tiefe der Stichverletzung – diese betrug 3.5 cm – da-

rauf geschlossen werden muss, dass die Stichbewegung mit nicht unerheblicher 

Intensität geführt wurde. Insgesamt betrachtet, musste dem Beschuldigten  

bewusst gewesen sein, dass durch sein unkontrolliertes Einwirken mit einem 

Messer auf den Oberkörper des Privatklägers schlimmstenfalls dessen Tod hätte 

bewirkt werden können. Indem er dessen ungeachtet mit dem Messer in der  

inkriminierten Art und Weise auf Letzteren eingestochen hat, hat er den Tod des-

selben in Kauf genommen. Damit hat der Beschuldigte entgegen der Auffassung 

der Vorinstanz in subjektiver Hinsicht den Straftatbestand der vorsätzlichen  

Tötung im Sinne von Art. 111 StGB erfüllt.  

- 31 - 

Nachdem der Beschuldigte den objektiven Tatbestand der vorsätzlichen Tötung 

nicht vollendet, jedoch den subjektiven Tatbestand wie gesehen erfüllt hat, ist er 

in Ermangelung von Schuldausschluss- und/oder Rechtfertigungsgründen und in 

Gutheissung der Anschlussberufung der Anklagebehörde der vollendet versuch-

ten eventualvorsätzlichen Tötung zum Nachteil des Privatklägers B._____ im Sin-

ne von Art. 111 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen.  

III. Sanktion 

8. Allgemeines 

8.1. Die Vorinstanz hat vorab zutreffende theoretische Erwägungen zum Straf-

rahmen gemacht und richtigerweise festgehalten, dass für eine vollendete vor-

sätzliche Tötung i.S.v. Art. 11 StGB der anwendbare Strafrahmen von mindestens 

5 Jahren Freiheitsstrafe bis zu 20 Jahren Freiheitsstrafe reicht. 

8.2. Ebenso hat die Vorinstanz in Übereinstimmung mit der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung festgehalten, dass der ordentliche Strafrahmen nur dann zu ver-

lassen ist, wenn ausserordentliche Umstände vorliegen, welche die für die betref-

fende Straftat angedrohte Strafe im konkreten Fall als zu hart oder zu milde er-

scheinen lässt. Wenn die Vorderrichter im vorliegenden Fall zur Überzeugung ge-

langt sind, anhand der vorliegend zu sanktionierenden Delinquenz rechtfertige 

sich ein Verlassen des ordentlichen Strafrahmens nicht, so ist dies nicht zu bean-

standen und kann übernommen werden (Urk. 144 S. 102 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO). 

8.3. Weiter hat die Vorinstanz die massgeblichen theoretischen Grundsätze der 

Strafzumessung ausführlich und zutreffend dargetan, sodass darauf verwiesen 

werden kann und sich Weiterungen hierzu erübrigen (Urk. 144 S. 103 ff.; Art. 82 

Abs. 4 StPO). 

8.4. Schliesslich hat sich die Vorinstanz einlässlich mit dem von PD Dr. med. 

AC._____, Direktor Klinik … und Dr. med. AD._____, Oberarzt, Facharzt für Psy-

chiatrie und Psychotherapie, erstellten psychiatrischen Gutachten betreffend den 

Beschuldigten auseinandergesetzt. Sie hat die massgeblichen Passagen des 

Gutachtens korrekt zusammengefasst sowie wiedergegeben und hernach über-

- 32 - 

zeugend dargetan, weshalb sie in Übereinstimmung mit den Gutachtern zum 

Schluss gelangt, es sei zugunsten des Beschuldigten von einer schwerwiegenden 

Verminderung der Schuldfähigkeit des Beschuldigten zum Tatzeitpunkt auszuge-

hen. Diese Erwägungen der Vorinstanz und die betreffenden Schlussfolgerungen 

wurden weder durch die Verteidigung, noch durch die Anklagebehörde in Abrede 

gestellt. Sie bedürfen weder einer Korrektur, noch einer Ergänzung und können 

für das Berufungsverfahren übernommen werden (Urk. 144 S. 104 ff.; Art. 82 Abs. 

4 StPO).  

9. Einsatzstrafe für die versuchte eventualvorsätzliche Tötung zum Nachteil 
des Privatklägers C._____ 

9.1. Die Vorinstanz kam zusammengefasst zum Schluss, das objektive Tatver-

schulden des Beschuldigten für das vollendet begangene Delikt müsse als erheb-

lich beurteilt werden, weshalb sich eine Strafe im mittleren Bereich des Straf-

rahmens von Art. 111 StGB von 14 Jahren Freiheitsstrafe rechtfertige. Das  

subjektive Tatverschulden erachtete die Vorinstanz unter Miteinbezug der in 

schwerem Grad verminderten Schuldfähigkeit des Beschuldigten sowie der Alko-

hol- und Cannabisintoxikation als insgesamt leicht, was schliesslich dazu führte, 

dass die Vorinstanz das Gesamtverschulden als noch leicht taxierte. Die Täter-

komponente bewertete die Vorinstanz insgesamt als strafzumessungsneutral. 

Schliesslich erwog die Vorinstanz, die Tatsache, dass es vorliegend bei einer ver-

suchten Tatbegehung im Sinne von Art. 22 Abs. 1 StGB geblieben sei, könne  

lediglich sehr leicht strafmindernd berücksichtigt werden, weil es nicht dem Ver-

halten des Beschuldigten, sondern dem Eingreifen einer Drittperson und dem  

Zufall zuzuschreiben sei, dass das deliktische Verhalten des Beschuldigten keine 

schwerwiegendere Folgen gezeitigt habe (Urk. 144 S. 107 ff.).  

9.2. Die Anklagebehörde hielt im Rahmen ihrer Anschlussberufung fest, die  

Vorinstanz habe die Strafzumessung bezüglich der versuchten Tötung zum Nach-

teil des Privatklägers C._____ korrekt vorgenommen (Urk. 152 S. 3; Urk. 221 

S. 5). 

9.3. In der Tat hat die Vorinstanz sämtliche für die Festlegung des objektiven und 

subjektiven Tatverschuldens massgeblichen Faktoren genannt und in nicht zu be-

- 33 - 

anstandender Art und Weise gewürdigt. Auf die betreffenden Erwägungen im an-

gefochtenen Entscheid kann vollumfänglich verwiesen werden (Urk. 144 S. 107 

ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Hingegen hat es die Vorinstanz unterlassen, nach Fest-

legung einer Gesamtbewertung für das Tatverschulden eine hypothetische Ein-

satzstrafe für das Hauptdelikt festzulegen. Bei einem noch als leicht zu bezeich-

nenden Gesamtverschulden müsste für das vollendete Delikt angesichts des 

Strafrahmens von 5 bis 20 Jahren Freiheitsstrafe eine hypothetische Einsatzstrafe 

im unteren Strafrahmendrittel – mithin von rund 7 ½ Jahren Freiheitsstrafe –  

resultieren. 

9.3.1. Die Vorinstanz hat die persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten voll-

ständig und korrekt zusammengefasst und wiedergegeben, auf die betreffenden 

Erwägungen kann verwiesen werden (Urk. 144 S. 109 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO). 

Anlässlich der Berufungsverhandlung brachte der Beschuldigte zu seinen persön-

lichen Verhältnissen vor, in der Haft gehe es ihm nicht gut, er mache sich Sorgen 

und sein Kind. Mit den Mitgefangenen komme er gut aus, er könne jedoch nicht 

arbeiten, da er keine Arbeit erhalte (Urk. 217 S. 2 ff.).  

9.3.2. Während der Beschuldigte im Zeitpunkt der vorinstanzlichen Urteilsfällung 

noch einen Strafregistereintrag wegen eines Vergehens gegen das Betäubungs-

mittelgesetz aus dem Jahre 2005 aufwies, ist der betreffende Eintrag mittlerweile 

in Anwendung von Art. 369 Abs. 3 StGB von Amtes wegen aus dem Register ge-

löscht worden (Urk. 208). Nachdem jedoch bereits die Vorinstanz davon ausging, 

dass der betreffende Eintrag nicht ins Gewicht falle, hat nun auch die definitive 

Löschung dieses Strafregistereintrage keine Auswirkung mehr auf die Strafzu-

messung.  

9.3.3. Mit der Vorinstanz kann nach dem Gesagten festgehalten werden, dass 

sich die Täterkomponente insgesamt als strafzumessungsneutral erweist. Es 

bleibt daher auch nach Berücksichtigung derselben bei einem noch leichten  

Gesamtverschulden. 

9.4. Schliesslich hat die Vorinstanz unter dem Titel Strafminderung erschöpfend 

dargetan, weshalb die Tatsache, dass es bei einer versuchten Tatbegehung im 

- 34 - 

Sinne von Art. 22 Abs. 1 StGB geblieben ist, lediglich eine sehr leichten Strafmin-

derung nach sich zieht. In der Tat hatte das deliktische Verhalten des Beschuldig-

ten nur deshalb keine schwerwiegenderen Folgen, weil eine Drittperson ihn davon 

abhielt, ein weiteres Mal auf den Oberkörper des Privatklägers C._____  

einzustechen. Dass die diesem bereits zugefügten Stichverletzungen letztlich 

nicht lebensbedrohlich waren, ist nur dem Zufall und nicht etwa dem Verhalten 

des Beschuldigten zuzuschreiben. Immerhin kann festgehalten werden, dass der 

Privatkläger C._____ zu keinem Zeitpunkt in unmittelbarer Lebensgefahr schweb-

te und dass die Folgen der Tat glücklicherweise nicht als schwer bezeichnet wer-

den müssen. Insofern rechtfertigt es sich, dem Beschuldigten unter  

diesem Titel eine Strafminderung von rund 1/5 zuzugestehen.  

9.5. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass – gemessen am noch 

leichten Tatverschulden und unter Berücksichtigung der Strafminderung aufgrund 

des Versuchs – für das Hauptdelikt eine Sanktion im Bereich von 6 Jahren Frei-

heitsstrafe angemessen erscheint. 

10. Straferhöhung aufgrund der versuchten Tötung zum Nachteil des Privatklä-
gers D._____ 

10.1. Die Vorinstanz erwog, das objektive Tatverschulden des Beschuldigten  

betreffend den Privatkläger D._____ wiege im Vergleich mit dem an C._____ be-

gangenen Hauptdelikt etwas leichter. D._____ habe eine ca. 2 cm lange und 1 cm 

tiefe Stichverletzung am linken Brustkorb (Rippenbogen) erlitten. Die Verletzung 

sei weder lebensgefährlich gewesen, noch habe sie zu bleibenden Schäden ge-

führt. Dennoch sei eine Operation sowie ein Spitalaufenthalt von  

vier Tagen erforderlich gewesen. Zudem sei der Privatkläger D._____ bis zum 

16. Mai 2012 zu 100% arbeitsunfähig gewesen. Im Übrigen gelte hinsichtlich des 

objektiven Tatverschuldens, was bereits bei C._____ ausgeführt worden sei. Ins-

gesamt müsse das objektive Tatverschulden als nicht mehr leicht beurteilt wer-

den. In subjektiver Hinsicht übernahm die Vorinstanz praktisch die Argumentation, 

welche sie bereits bezüglich das an C._____ begangene Delikt vorgebracht hatte 

und stufte das subjektive Tatverschulden ebenfalls als leicht ein. Das Gesamttat-

verschulden taxierte die Vorinstanz in der Folge als noch leicht. Schliesslich er-

- 35 - 

wog sie in Bezug auf die Täterkomponente erneut, dass sich diese als strafzu-

messungsneutral erweise und gestand dem Beschuldigten unter dem Titel Ver-

such eine lediglich leichte Strafminderung zu. Aufgrund der versuchten Tötung 

zum Nachteil des Privatklägers D._____ rechtfertigte es sich nach Auffassung der 

Vorinstanz sowie unter Berücksichtigung des Asperationsprinzips eine Erhöhung 

der Einsatzstrafe um 2 Jahre vorzunehmen (Urk. 144 S. 111 ff.). 

10.2. Die Anklagebehörde hielt im Rahmen ihrer Anschlussberufung fest, die  

Vorinstanz habe die Strafzumessung bezüglich der versuchten Tötung zum Nach-

teil des Privatklägers D._____ korrekt vorgenommen (Urk. 152 S. 3; Urk. 221 

S. 5). 

10.3. Die vorinstanzlichen Erwägungen zur Strafzumessung bezüglich das an  

D._____ begangenen Delikts sind überzeugend und vollständig. Sie bedürfen 

keiner Ergänzung oder Korrektur und können vollumfänglich übernommen werden 

(Art. 82 Abs. 4 StPO). Wenn die Vorinstanz für dieses Delikt eine Erhöhung der 

Einsatzstrafe um 2 Jahre vornimmt, so erscheint dies zwar sehr wohlwollend. Mit 

Blick auf das relativ grosse richterliche Ermessen kann die festgesetzte Erhöhung 

als noch vertretbar bezeichnet werden, weshalb es sich nicht rechtfertigt, hier in 

den Ermessenentscheid der Vorinstanz einzugreifen. Dies umso weniger, als 

auch die Anklagebehörde keinen entsprechenden Einwand vorbrachte. 

11. Straferhöhung aufgrund der versuchten Tötung zum Nachteil des Privatklä-
gers B._____ 

11.1. In objektiver Hinsicht ist bei der versuchten vorsätzlichen Tötung zum Nach-

teil des Privatklägers B._____ zunächst in Erinnerung zu rufen, dass der Be-

schuldigte mit einem Messer in den Rücken des Privatklägers stach. Dies tat er 

mit derartiger Intensität, dass der Privatkläger B._____ eine etwa 4 cm lange und 

etwa 3.5 cm tiefe Stichverletzung in die rechte Flanke in der Nähe der  

Wirbelsäule am Übergang der Brust zur Lendenwirbelsäule erlitt. Unweit des 

Stichkanals befanden sich zentrale Blutgefässe, wie etwa die Hohlvene, und die 

rechte Niere, mithin also lebenswichtige Organe. Die Verletzungen des Privat-

klägers B._____ zeitigte letztlich glücklicherweise weder lebensgefährliche Folgen 

noch zog sie bleibende Nachteile nach sich. Der Beschuldigte stach zudem ledig-

- 36 - 

lich einmal auf den Privatkläger B._____ ein und liess anschliessend von sich aus 

vom Privatkläger ab. Dennoch waren zur Wundversorgung zwei Notfalloperatio-

nen notwendig. Auch in Bezug auf den Privatkläger B._____ handelte der Be-

schuldigte aus nichtigem Anlass und entsprechend vollkommen unverhältnismäs-

sig. Das objektive Tatverschulden für das (fiktiv) vollendet begangene Delikt muss 

auch hier als keineswegs leicht bezeichnet werden. 

11.2. Was zuvor betreffend die Delikte zum Nachteil der Privatkläger C._____ und 

D._____ vorgebracht wurde, hat in subjektiver Hinsicht auch in Bezug auf das an 

B._____ begangene Delikt Geltung. Zugunsten des Beschuldigten ist zunächst zu 

vermerken, dass dieser nicht direktvorsätzlich, sondern "lediglich" eventualvor-

sätzlich gehandelt hat. Mit seiner Tat reagierte der Beschuldigte vollkommen in-

adäquat auf seinen Rausschmiss aus dem Club H._____, wobei er eine  

erschreckende Gleichgültigkeit und Geringschätzung gegenüber der physischen 

Unversehrtheit des Privatklägers B._____ an den Tag legte. Obwohl es ihm an 

sich ein Leichtes gewesen wäre, sich nach dem Rauswurf aus dem Club, dem 

Konflikt endgültig zu entziehen und nach Hause zu gehen, kehrte er in den Ein-

gangsbereich des Clubs zurück und suchte, bewaffnet mit einem Messer, die  

erneute Auseinandersetzung mit den sich dort befindlichen Personen. Schliesslich 

ist auch in Bezug auf das Delikt zum Nachteil des Privatklägers B._____ die gut-

achterlich festgestellte, schwer verminderte Schuldfähigkeit des Beschuldigten zu 

berücksichtigen, weshalb das subjektive Tatverschulden letztlich auch hier noch 

als leicht zu bezeichnen ist.  

11.3. Insgesamt muss nach dem Gesagten das Gesamttatverschulden noch als 

leicht bezeichnet werden.  

11.4. Betreffend die Täterkomponente kann vollumfänglich auf die Erwägungen 

unter Ziffer. 6.4.1. ff. vorstehend verwiesen werden.  

11.5. Auch in Bezug auf die Strafminderung infolge der versuchten Tatbegehung 

kann auf die bereits gemachten Erwägungen unter Ziffer. 9.4.. vorstehend ver-

wiesen werden. 

- 37 - 

11.6. Aufgrund der versuchten Tötung zum Nachteil des Privatklägers B._____ 

rechtfertigt es sich unter Berücksichtigung des Asperationsprinzips und mit Blick 

auf die Erwägungen betreffend das nämliche Delikt zum Nachteil von D._____, 

eine weitere Erhöhung der Einsatzstrafe um 2 Jahre vorzunehmen. 

12. Strafminderung wegen der Verfahrensdauer 

Die Vorinstanz gestand dem Beschuldigten wegen der langen Verfahrensdauer 

eine leichte Strafminderung zu, wobei sie explizit festhielt, dass noch nicht von  

einer eigentlichen Verletzung des Beschleunigungsgebotes gesprochen werden 

könne. Eine Strafminderung rechtfertige sich dennoch, weil sich das Verfahren 

aufgrund einer, vom Beschuldigten nicht zu vertretenden, Rückweisung um rund 

16 Monate verlängert habe. Diese Argumentation der Vorinstanz wurde allseits 

nicht beanstandet. Sie ist durchaus vertretbar und kann daher auch im Beru-

fungsverfahren übernommen werden.  

13. Gesamtwürdigung 

Zusammenfassend kann nach dem Gesagten festgehalten werden, dass der  

Beschuldigte für die mehrfach versuchten vorsätzlichen Tötungen im Sinne von 

Art. 111 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB zum Nachteil der Privatkläger C._____, 

D._____ und B._____ mit einer Freiheitsstrafe von 9 Jahren zu bestrafen ist. 

14. Vollzug  

14.1. Angesichts der Höhe der auszufällenden Freiheitsstrafe kommt die Gewäh-

rung des bedingten respektive teilbedingten Strafvollzuges i.S.v. Art. 42 f. StGB a 

priori nicht in Frage. Weiterungen hierzu erübrigen sich.  

14.2. Der Beschuldigte befindet sich ununterbrochen seit dem 29. April 2012 in 

Haft (Urk. 19/1). Die ausgestandene Haft von 1262 Tagen ist dem Beschuldigten 

im Sinne von Art. 51 StGB auf die Strafe anzurechnen. 

- 38 - 

IV. Zivilansprüche 

15. Genugtuung 

Die Vorinstanz hat dem Privatkläger D._____ eine Genugtuung in der Höhe von 

Fr. 8'000.-- und dem Privatkläger B._____ eine solche von Fr. 3'000.--, jeweils zu-

züglich 5 % Zins seit dem schädigenden Ereignis zugesprochen (Urk. 144 S. 116 

ff.). Die beiden Privatkläger verlangten die Bestätigung des vorinstanzlichen Ur-

teils, während die Verteidigung des Beschuldigten sich zufolge des von ihr bean-

tragten Freispruchs nicht zu den Zivilforderungen äusserte.  

Die in allen Teilen überzeugende Begründung der Vorinstanz kann übernommen 

werden. Die Höhe der zuzusprechenden Genugtuung ist letztlich immer eine  

Frage des Ermessens. Die von der Vorinstanz zugesprochenen Genugtuungen 

liegen in der Bandbreite der in vergleichbaren Fällen zugesprochenen Beträge. 

Der Entscheid der Vorinstanz kann ohne Weiterungen bestätigt werden.  

V. Kosten- und Entschädigung 

16. Kosten des Berufungsverfahrens 

16.1. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist auf Fr. 5'000.-- zu veran-

schlagen. 

16.2. Im Berufungsverfahren erfolgt die Kostenauflage nach Obsiegen und  

Unterliegen (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Beschuldigte unterliegt mit seiner Beru-

fung vollumfänglich. Dementsprechend sind ihm die Kosten für das Berufungs-

verfahren, ausgenommen die Kosten der amtlichen Verteidigung und der unent-

geltlichen Vertretung der Privatklägerschaft, in vollem Umfang aufzuerlegen.  

17. Prozessentschädigung 

17.1. Die Vorinstanz verpflichtete den Beschuldigten, dem Privatkläger D._____ 

eine Prozessentschädigung in der Höhe von Fr. 12'770.10 (inkl. Mehrwertsteuer) 

zu bezahlen. Zur Begründung erwog sie, der Privatkläger D._____ habe sich als 

- 39 - 

Straf- sowie als Zivilkläger konstituiert und eine Genugtuung in der Höhe von Fr. 

15'000.– zuzüglich 5% Zins seit dem 29. April 2012 geltend gemacht. Nachdem 

der Beschuldigte wegen versuchter vorsätzlicher Tötung zum Nachteil des Privat-

klägers D._____ schuldig zu sprechen und zur Leistung einer Genugtuung in der 

Höhe von Fr. 8'000.– an diesen zu verurteilen sei, obsiege der Privatkläger 

D._____ mit seinem Begehren grundsätzlich. Seine Kosten für den Beizug seines 

Rechtsbeistandes in der Höhe von Fr. 12'770.10 seien daher dem Beschuldigten 

aufzuerlegen (Urk. 144 S. 118). 

17.2. Die Verteidigung beanstandet die Zusprechung einer Prozessentschädigung 

an den Privatkläger D._____ nicht substanziell, sondern ficht diese  

lediglich sozusagen akzessorisch zum beantragten, vollumfänglichen Freispruch 

des Beschuldigten an. Die vorinstanzlichen Erwägungen sind denn auch in  

diesem Punkt zutreffend und überzeugend; darauf kann verwiesen werden  

(Urk. 144 S. 118; Art. 82 Abs. 4 StPO). Es drängen sich keinerlei Korrekturen  

oder Ergänzungen auf. Eine Reduktion des zugesprochenen Betrages drängt sich 

nicht auf und einer Erhöhung steht das Verbot der reformatio in peius entgegen. 

In Bestätigung der vorinstanzlichen Regelung ist der Beschuldigte zu verpflichten, 

dem Privatkläger D._____ eine Prozessentschädigung in der Höhe von  

Fr. 12'770.10 (inkl. Mehrwertsteuer) zu bezahlen. 

17.3. Für das Berufungsverfahren lässt der Privatklägers D._____ eine Entschä-

digung in der Höhe von Fr. 1'488.25 beantragen. Die entsprechenden Aufwen-

dungen seines Rechtsbeistandes sind durch das beigelegte Leistungsverzeichnis 

ausgewiesen und belegt (Urk. 209). Die geltend gemachten Aufwendungen sind 

angemessen weshalb der Beschuldigte in Anwendung von Art. 436  

Abs. 1 StPO i.V.m. Art. 433 Abs. 1 lit. a StPO zu verpflichten ist, dem Privatkläger 

D._____ für das Berufungsverfahren eine Prozessentschädigung der Höhe von 

Fr. 1'488.25 (inkl. Mehrwertsteuer) zu bezahlen. 

18. Entschädigung der unentgeltlichen Vertretung des Privatklägers B._____ 

Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ hat seine Honorarnote für das vorliegende Verfah-

ren eingereicht (Urk. 215). Der darin aufgeführte Aufwand ist ausgewiesen und zu 

- 40 - 

entschädigen. Weiter ist ein Zuschlag für das Studium des Urteil sowie eine  

Besprechung zu entschädigen, weshalb schliesslich ein Betrag von Fr. 500.-- inkl. 

MwSt. zu entrichten ist.  

19. Entschädigung der amtlichen Verteidigung 

19.1. Der amtliche Verteidiger hat anlässlich der Berufungsverhandlung seine  

Honorarnote eingereicht (Urk. 220/4). Er verlangt eine Entschädigung von total 

Fr. 17'786.84 inkl. Auslagen und MwSt., zuzüglich Aufwand für die Berufungs-

verhandlung.  

19.2. Die Entschädigung für die anwaltliche Verteidigung bestimmt sich 

grundsätzlich nach der Verordnung über die Anwaltsgebühren vom 8. September 

2010 (Anwaltsgebührenverordnung; LS 215.3; vgl. auch § 1 AnwGebV; Art. 135 

Abs. 1 StPO). Gemäss § 1 AnwGebV setzt sich die Entschädigung aus der 

Gebühr und den notwendigen Auslagen zusammen. Die Gebühr für die Führung 

eines Strafprozesses (einschliesslich Vorbereitung des Parteivortrages und 

Teilnahme an der Hauptverhandlung) beträgt im Bereich der Zuständigkeit des 

Kollegialgerichts – auch im Berufungsverfahren – in der Regel Fr. 1'000.-- bis 

Fr. 28'000.--, wobei auch zu berücksichtigen ist, ob das vorinstanzliche Urteil 

ganz oder nur teilweise angefochten wurde (§ 18 Abs. 1 i.V.m. § 17 Abs. 1 lit. b 

AnwGebV). Innerhalb dieses Rahmens wird die Grundgebühr nach den besonde-

ren Umständen, namentlich etwa nach Art und Umfang der Bemühungen und 

Schwierigkeiten des Falles, bemessen. 

19.2.1. Gemäss Praxis ist bei so genannten einfachen Standardverfahren von den 

in der Anwaltsgebührenverordnung angeführten Ansätzen auszugehen. Die  

Anwaltsgebührenverordnung ist jedoch so auszulegen, dass die Kosten der Ver-

teidigung – zumindest weitestgehend – gedeckt sind. 

19.2.2.  Bei der Festsetzung der Entschädigung des (amtlichen) Verteidigers ist 

daher primär zu beurteilen, ob es sich vorliegend um ein so genanntes einfaches 

Standardverfahren handelt. Dies beurteilt sich nach folgenden Kriterien: Akten-

umfang, Komplexität und Schwierigkeit des Falles (sowohl in tatsächlicher als 

auch rechtlicher Hinsicht), Bedeutung des Verfahrens für die betroffene Person 

- 41 - 

und Anzahl der angeklagten und zu beurteilenden Delikte (ZR 111 [2012] Nr. 16 

mit Verweis auf Beschlüsse des Kassationsgerichtes AC040089 vom 

23. Dezember 2004, E. II.3c, und AC070031 vom 11. Juli 2008, E. 4.5). 

Vorliegend ist der Umfang der Akten beachtlich, wobei zu berücksichtigen ist, 

dass im Berufungsverfahren nur noch eine geringe Anzahl relevanter Aktenstücke 

dazugekommen ist. Der Beschuldigte liess einen vollumfänglich Freispruch bean-

tragen, womit die gesamte vorinstanzliche Sachverhaltserstellung zu überprüfen 

war. Weiter stellten sich betreffend die rechtliche Würdigung und Strafzumessung 

Fragen, wozu sich die Verteidigung jedoch nicht äusserte.  

19.2.3. In Würdigung der gesamten Umstände handelte es sich beim vorliegen-

den Verfahren sowohl in qualitativer als auch quantitativer Hinsicht nicht um ein 

besonders schwieriges und aufwändiges Verfahren, sondern nach wie vor um ein 

Standardverfahren im Sinne der vorgenannten Rechtsprechung. Deshalb ist bei 

der Bemessung der Entschädigung für den amtlichen Verteidiger von den in der 

Anwaltsgebührenverordnung angeführten Ansätzen auszugehen. 

19.2.4. Die Grundgebühr umfasst die gewöhnlichen, d.h. regelmässig anfallenden 

Bemühungen des Verteidigers im Rahmen des gerichtlichen Verfahrens sowie der 

Vorbereitung für dieses. Dazu zählen im Berufungsverfahren namentlich eine  

Besprechung mit dem Beschuldigten, das Aktenstudium, die Vorbereitung und 

Teilnahme an der Berufungsverhandlung (inkl. Verfassen des Plädoyers) sowie 

das Studium des Berufungsurteils (ZR 111 [2012] Nr. 15 E. 2.3.1.; ZR 101 [2002] 

Nr. 19 E. 3b). Der vom Verteidiger geltend gemachte Aufwand umfasst neben  

diversen, nicht zu beanstandenden kleineren Aufwendungen wie Telefonate und 

Schreiben insbesondere den Aufwand für die Redaktion des Plädoyers, Akten-

studium sowie diverse Instruktionen mit dem Beschuldigten (vgl. Urk. 220/4).  

Diese Aufwendungen sind zwar grundsätzlich von der Grundgebühr abgedeckt, 

können jedoch nicht in der geltend gemachten Höhe gewährt werden. 

19.2.5. Wie bereits erwähnt sind im Berufungsverfahren nicht neue Akten in  

einem Umfang dazu gekommen sind, die ein Aktenstudium in der aufgeführten 

Höhe rechtfertigen würden. Schliesslich ist festzuhalten, dass das Plädoyer der 

- 42 - 

Verteidigung im Berufungsverfahren teilweise dem Plädoyer vor Vorinstanz ent-

spricht (vgl. Urk. 121 und Urk. 218). Damit ist auch der Aufwand für die Redaktion 

des Plädoyers zu kürzen. 

19.2.6. Angesichts der Bedeutung und Schwere des Falles sowie des konkreten 

Aufwandes für die Verteidigung und dem weiten Rahmen von Fr. 1'000.-- bis 

Fr. 28'000.-- ist vorliegend für das Berufungsverfahren eine Grundgebühr von 

Fr. 14'000.-- inklusive Auslagen und Mehrwertsteuer festzusetzen. Da das  

Honorar als Pauschalbetrag auszurichten ist, erübrigen sich weitere Ausführun-

gen zur eingereichten Honorarnote. 

19.3. Die Kosten für die amtliche Verteidigung sind einstweilen auf die Gerichts-

kasse zu nehmen, wobei die Rückzahlungspflicht des Beschuldigten gemäss 

Art. 135 Abs. 4 StPO ausdrücklich vorbehalten bleibt.  

 

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 8. Abteilung, 

vom 28. Oktober 2014 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist: 

"1. (…) 

2. Vom Vorwurf der versuchten vorsätzlichen Tötung zum Nachteil von E._____ und 
F._____ wird der Beschuldigte freigesprochen. 

3.-4. (…) 

5. Die sichergestellten, nachfolgend aufgeführten Gegenstände werden nach Eintritt der 
Rechtskraft des Urteils auf erstes Verlangen an die jeweiligen Eigentümer von der 
Lagerbehörde herausgegeben: 

a) an den Beschuldigten 
− 1 Kappe (Asservat-Nr. A…) 
− 1 Veston (Asservat-Nr. A…) 
− 1 Hemd (Asservat-Nr. A…) 
− 1 T-Shirt (Asservat-Nr. A…) 
− 1 Jeanshose (Asservat-Nr. A…) 
− 1 Unterhose (Asservat-Nr. A…) 
− 1 Paar halbhohe Schuhe (Asservat-Nr. A…) 

b) an F._____ 

- 43 - 

− 1 Freizeithose (Asservat-Nr. A…) 
− 1 Unterhose (Asservat-Nr. A…) 
− 1 Hose (Asservat-Nr. A…) 
− 1 T-Shirt (Asservat-Nr. A…) 
− 1 Träger-Unterleibchen (Asservat-Nr. A… 

c) an G._____ 
− 1 Bluse/Hemd (Asservat-Nr. A…) 
− 1 Jeanshose (Asservat-Nr. A…) 
− 1 Strumpfhose (Asservat-Nr. A…) 
− 1 Tuch (Asservat-Nr. A…) 

d) an E._____ 
− 1 Hemd (Asservat-Nr. A…) 
− 1 Hose (Asservat-Nr. A…) 
− 1 Boxershorts (Asservat-Nr. A…) 
− 1 Paar Freizeitschuhe (Asservat-Nr. A…) 
− 1 Paar Socken (Asservat-Nr. A…) 

e) an B._____ 
− 1 T-Shirt (Asservat-Nr. A…) 
− 1 (Damen-)Jacke (Asservat-Nr. A…) 
− 1 Hose (Asservat-Nr. A…) 
− 1 Unterhose (Asservat-Nr. A…) 
− 1 Paar Socken (Asservat-Nr. A…) 
− 1 Paar Halbschuhe (Asservat-Nr. A…) 
 

f) an D._____ 
− 1 Kapuzenjacke (Asservat-Nr. A…) 
− 1 T-Shirt (Asservat-Nr. A…) 
− 1 Hose (Asservat-Nr. A…) 
− 1 Gürtel (Asservat-Nr. A…) 
− 1 Unterhose (Asservat-Nr. A…) 
− 1 Paar Freizeitschuhe (Asservat-Nr. A…) 
− 1 Paar Socken (Asservat-Nr. A…) 
− persönliche Effekten (Zigaretten, Kondome, Taschenlampe etc.) (Asser-

vat-Nr. A…) 

g) an C._____ 
− 1 (Bomber-)Jacke (Asservat-Nr. A…) 
− 1 T-Shirt (Asservat-Nr. A…) 
− 1 Träger-Unterleibchen (Asservat-Nr. A…) 
− 1 Hose (Asservat-Nr. A…) 
− 1 Unterhose (Asservat-Nr. A…) 
− 1 Paar Socken (Asservat-Nr. A…) 
− 1 Paar Halbschuhe (Asservat-Nr. A…) 

6. Der anlässlich der Hauptverhandlung vom 27. Oktober 2014 von der Staatsanwalt-
schaft als Beweismittel eingereichte (Geh-)Stock wird dem Beschuldigten nach Eintritt 
der Rechtskraft des Urteils auf erstes Verlangen herausgegeben. 

7. Der von der Verteidigung anlässlich der Hauptverhandlung vom 27. Oktober 2014 als 
Beweismittel eingereichte Schmuck sowie die privaten Fotografien des Beschuldigten 
werden dem Beschuldigten nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils auf erstes Ver-
langen herausgegeben. 

8. (…) 

- 44 - 

9. Die übrigen Zivilansprüche des Privatklägers D._____ werden auf den Zivilweg ver-
wiesen. 

10. (…) 

11. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 9'000.– ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 7'000.–   Gebühr Anklagebehörde, 

Fr. 450.–   Kosten Kantonspolizei, 

Fr. 19'232.35   Auslagen amtliche Verteidigung (Akontozahlungen), 

Fr. 34'097.65   Auslagen amtliche Verteidigung, 

Fr. 38'642.15   Auslagen Untersuchung, 

  Fr. 13'200.00   Auslagen Vertreter Geschädigter/Privatkläger 3. 

Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten. 

12. Der amtliche Verteidiger RA lic. iur. X._____ wird für seine Aufwendungen mit  
Fr. 53'330.– (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse ent-
schädigt. 

13. Der unentgeltliche Rechtsvertreter des Privatklägers 3 RA lic. iur. Y._____ wird für 
seine Aufwendungen mit Fr. 13'200.– (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) aus der 
Gerichtskasse entschädigt. 

14. (…) 

15. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens sowie der amtlichen 
Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung des Privatklägers 3 werden definitiv 
auf die Gerichtskasse genommen. 

16. (Mitteilung) 

17. (Rechtsmittel)" 

 

2. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.  

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig der mehrfachen versuchten vorsätzlichen  

Tötung im Sinne von Art. 111 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB 

zum Nachteil von C._____, D._____ und B._____. 

- 45 - 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 9 Jahren Freiheitsstrafe, wovon bis und 

mit heute 1262 Tage durch Haft erstanden sind. 

3. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger D._____ Fr. 8'000.– zu-

züglich 5% Zins ab 29. April 2012 als Genugtuung zu bezahlen. 

4. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger B._____ Fr. 3'000.– zu-

züglich 5% Zins ab 29. April 2012 als Genugtuung zu bezahlen. 

5. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 5'000.-- ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 14'000.--   amtliche Verteidigung 

Fr.  500.--   unentgeltliche Vertretung Privatkläger 3 

6. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der amtl-

ichen Verteidigung und der unentgeltichen Vertretung der Privatklägerschaft, 

werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung 

und der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerschaft werden einst-

weilen auf die Gerichtskasse genommen. Die Rückzahlungspflicht des 

Beschuldigten bleibt gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO vorbehalten. 

7. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger D._____ für das Vorfah-

ren und das vorinstanzliche Verfahren eine Prozessentschädigung von 

Fr. 12'770.10 (inkl. Mehrwertsteuer) und für das Berufungsverfahren  

eine Prozessentschädigung der Höhe von Fr. 1'488.25 (inkl. Mehrwert-

steuer) zu bezahlen. 

8. Schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden  
des Beschuldigten 

− die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich 

− den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 
Vollzugsdienste (unter Beilage einer Kopie der Haftverfügung)  

− den Vertreter des Privatklägers 1 Rechtsanwalt lic. iur. AE._____ für 
sich und zuhanden des Privatklägers D._____ 

− den Privatkläger 2 C._____, … [Adresse] 

- 46 - 

− den unentgeltlichen Vertreter des Privatklägers 3 Rechtsanwalt lic. iur. 
Y._____ für sich und zuhanden des Privatklägers B._____. 

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden  
des Beschuldigten 

− die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich  
− den Vertreter des Privatklägers 1 Rechtsanwalt lic. iur. AE._____ für 

sich und zuhanden des Privatklägers D._____ 

− den Privatkläger 2 C._____, …[Adresse] 
− den unentgeltlichen Vertreter des Privatklägers 3 Rechtsanwalt lic. iur. 

Y._____ für sich und zuhanden des Privatklägers B._____ 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung all-

fälliger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 

− den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 
Vollzugsdienste 

− das Migrationsamt des Kantons Zürich  

− die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A  
− die KOST Zürich mit dem Formular "Löschung des DNA-Profils und 

Vernichtung des ED-Materials" zwecks Bestimmung der Vernichtungs- 
und Löschungsdaten 

− das Forensisches Institut Zürich, Postfach, 8021 Zürich, gemäss vor-
instanzlicher Dispositivziffer 5; Geschäftsnr. 55001826/K120430-011 

− F._____, … [Adresse], im Dispositivauszug gemäss vorinstanzlicher 
Dispositivziffern 2 und 5 b) 

− G._____, … [Adresse], im Dispositivauszug gemäss vorinstanzlicher 
Dispositivziffern 5 c) 

− E._____, ohne festen Wohnsitz in der Schweiz (zu den Akten), im Dis-
positivauszug gemäss vorinstanzlicher Dispositivziffern 2 und  
5 d) 

9. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 

begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

- 47 - 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes-

gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer 

 
 

Zürich, 12. Oktober 2015 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

Dr. F. Bollinger 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. S. Hürlimann Winterhalter 
 

 

	Urteil vom 12. Oktober 2015
	 Anklage:
	Urteil der Vorinstanz: (Urk. 144 S. 121 ff.)
	"Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte ist schuldig
	 der mehrfachen versuchten vorsätzlichen Tötung im Sinne von Art. 111 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB zum Nachteil von C._____ und D._____;
	 der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 in Verbindung mit Ziff. 2 Abs. 1 und 2 StGB zum Nachteil von B._____.

	2. Vom Vorwurf der versuchten vorsätzlichen Tötung zum Nachteil von E._____ und F._____ wird der Beschuldigte freigesprochen.
	3. Der Beschuldigte wird bestraft mit 7 ½ Jahren Freiheitsstrafe, wovon bis und mit dem Urteilsdatum 913 Tage durch Haft erstanden sind.
	4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird nicht aufgeschoben.
	5. Die sichergestellten, nachfolgend aufgeführten Gegenstände werden nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils auf erstes Verlangen an die jeweiligen  Eigentümer von der Lagerbehörde herausgegeben:
	a) an den Beschuldigten
	- 1 Kappe (Asservat-Nr. A…)
	- 1 Veston (Asservat-Nr. A…)
	- 1 Hemd (Asservat-Nr. A…)
	- 1 T-Shirt (Asservat-Nr. A…)
	- 1 Jeanshose (Asservat-Nr. A…)
	- 1 Unterhose (Asservat-Nr. A…)
	- 1 Paar halbhohe Schuhe (Asservat-Nr. A…)

	b) an F._____
	- 1 Freizeithose (Asservat-Nr. A0…)
	- 1 Unterhose (Asservat-Nr. A…)
	- 1 Hose (Asservat-Nr. A…)
	- 1 T-Shirt (Asservat-Nr. A…)
	- 1 Träger-Unterleibchen (Asservat-Nr. A…)

	c) an G._____
	- 1 Bluse/Hemd (Asservat-Nr. A…)
	- 1 Jeanshose (Asservat-Nr. A…)
	- 1 Strumpfhose (Asservat-Nr. A…)
	- 1 Tuch (Asservat-Nr. A…)

	d) an E._____
	- 1 Hemd (Asservat-Nr. A…)
	- 1 Hose (Asservat-Nr. A…)
	- 1 Boxershorts (Asservat-Nr. A…)
	- 1 Paar Freizeitschuhe (Asservat-Nr. A…)
	- 1 Paar Socken (Asservat-Nr. A…)

	e) an B._____
	- 1 T-Shirt (Asservat-Nr. A…)
	- 1 (Damen-)Jacke (Asservat-Nr. A…)
	- 1 Hose (Asservat-Nr. A…)
	- 1 Unterhose (Asservat-Nr. A…)
	- 1 Paar Socken (Asservat-Nr. A…)
	- 1 Paar Halbschuhe (Asservat-Nr. A…)

	f) an D._____
	- 1 Kapuzenjacke (Asservat-Nr. A…)
	- 1 T-Shirt (Asservat-Nr. A…)
	- 1 Hose (Asservat-Nr. A…)
	- 1 Gürtel (Asservat-Nr. A…)
	- 1 Unterhose (Asservat-Nr. A…)
	- 1 Paar Freizeitschuhe (Asservat-Nr. A…)
	- 1 Paar Socken (Asservat-Nr. A…)
	- persönliche Effekten (Zigaretten, Kondome, Taschenlampe etc.) (Asservat-Nr. A..)

	g) an C._____
	- 1 (Bomber-)Jacke (Asservat-Nr. A…)
	- 1 T-Shirt (Asservat-Nr. A…)
	- 1 Träger-Unterleibchen (Asservat-Nr. A…)
	- 1 Hose (Asservat-Nr. A…)
	- 1 Unterhose (Asservat-Nr. A…)
	- 1 Paar Socken (Asservat-Nr. A…)
	- 1 Paar Halbschuhe (Asservat-Nr. A…)

	6. Der anlässlich der Hauptverhandlung vom 27. Oktober 2014 von der Staatsanwaltschaft als Beweismittel eingereichte (Geh-)Stock wird dem Beschuldigten nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils auf erstes Verlangen herausgegeben.
	7. Der von der Verteidigung anlässlich der Hauptverhandlung vom 27. Oktober 2014 als Beweismittel eingereichte Schmuck sowie die privaten Fotografien des Beschuldigten werden dem Beschuldigten nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils auf erstes Verla...
	8. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger D._____ Fr. 8'000.– zuzüglich 5% Zins ab 29. April 2012 als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen.
	9. Die übrigen Zivilansprüche des Privatklägers D._____ werden auf den Zivilweg verwiesen.
	10. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger B._____ Fr. 3'000.– zuzüglich 5% Zins ab 29. April 2012 als Genugtuung zu bezahlen.
	11. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten.
	12. Der amtliche Verteidiger RA lic. iur. X._____ wird für seine Aufwendungen mit Fr. 53'330.– (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) aus der  Gerichtskasse entschädigt.
	13. Der unentgeltliche Rechtsvertreter des Privatklägers 3 RA lic. iur. Y._____ wird für seine Aufwendungen mit Fr. 13'200.– (inkl. Barauslagen und  Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse entschädigt.
	14. Der Beschuldigte wird verpflichtet dem Privatkläger 1 D._____ eine  Prozessentschädigung von Fr. 12'770.10 (inkl. Mehrwertsteuer) zu bezahlen.
	15. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens sowie der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung des Privat-klägers 3 werden definitiv auf die Gerichtskasse genommen.
	16. (Mitteilung)
	17. (Rechtsmittel)"
	Berufungsanträge: (Prot. II S. 16 ff.)
	1. In Gutheissung der Berufung und Abwe