# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 08a0cf54-8b55-56f6-bc6f-d588cc3dd7c2
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-10-10
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 10.10.2025 F-6942/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-6942-2025_2025-10-10.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-6942/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 0 .  O k t o b e r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichter Sebastian Kempe, 

mit Zustimmung von Richterin Aileen Truttmann; 

Gerichtsschreiberin Aisha Luisoni. 
 

 
 

Parteien 
 A._______, 

vertreten durch MLaw Laura Heimgartner-Castelnovi, 

Rechtsschutz für Asylsuchende Bundesasylzentrum  

Nordwestschweiz, 

Beschwerdeführerin, 

  
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM, 

Vorinstanz. 

  
 

 
 

Gegenstand 
 Zuweisung der Asylsuchenden an die Kantone; 

Verfügung des SEM vom 2. September 2025. 

 

 

 

F-6942/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführerin, eritreische Staatsangehörige (geb. […]), ersuchte 

am 29. Juli 2025 in der Schweiz um Asyl. 

B.  

Mit Verfügung vom 2. September 2025 anerkannte die Vorinstanz die Be-

schwerdeführerin als Flüchtling gemäss Art. 3 Abs. 1 und 2 AsylG und ge-

währte ihr Asyl. Gleichzeitig wies sie sie dem Kanton B._______ zu (Dis-

positivziffer 3) und hielt fest, dass eine allfällige Beschwerde gegen die 

Kantonszuweisung keine aufschiebende Wirkung hat (Dispositivziffer 4). 

C.  

Gegen die Kantonszuweisung erhob die Beschwerdeführerin am 11. Sep-

tember 2025 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Sie beantragte 

die Aufhebung der Dispositivziffer 4 (wohl gemeint: Dispositivziffer 3) und 

die Anweisung an die Vorinstanz, sie dem Kanton C._______ zuzuweisen. 

Eventualiter sei die Sache zur erneuten Beurteilung der Kantonszuweisung 

an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte sie die Gewährung der unent-

geltlichen Rechtspflege. Insbesondere sei von der Erhebung eines Kosten-

vorschusses abzusehen. Weiter sei ihr eine Parteientschädigung auszu-

richten. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG oder das 

AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 6 AsylG, Art. 37 VGG). 

1.2 Das Bundesverwaltungsgericht ist zuständig (Art. 105 AsylG i.V.m. 

Art. 31 VGG) und die Sachurteilsvoraussetzungen sind erfüllt, sodass auf 

die Beschwerde einzutreten ist (Art. 48 Abs. 1 VwVG, Art. 108 Abs. 3 AsylG 

und Art. 52 Abs. 1 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet dar-

über endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.3 Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich begründet, weshalb sie 

im Verfahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung einer 

F-6942/2025 

Seite 3 

zweiten Richterin respektive eines zweiten Richters (Art. 111 Bst. e AsylG), 

ohne Durchführung eines Schriftenwechsels und mit summarischer Be-

gründung (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG) zu behandeln ist. 

2.  

Wie das Bundesverwaltungsgericht zuletzt wiederholt festgehalten hat, ha-

ben Flüchtlinge einen grundsätzlichen Anspruch auf Wahl ihres Aufent-

haltsorts und kommt Art. 27 Abs. 3 AsylG auf diese nicht zu Anwendung 

(siehe Urteil des BVGer F-3852/2025 vom 4. Juli 2025 E. 2.2 und die dort 

zitierte Rechtsprechung; Art. 26 FK, Art. 58 AsylG, Art. 37 Abs. 3 AIG). Mit-

hin ist hinsichtlich der Kantonszuweisung der Beschwerdeführerin rechts-

erheblich, ob diese in einen bestimmen Kanton zugewiesen werden will 

und wenn ja, in welchen. Die Vorinstanz hätte dies entsprechend abzuklä-

ren gehabt – nicht zuletzt auch, um einen verfahrensökonomischen Leer-

lauf über ein auf anderweitige Zuweisung folgendes Kantonswechselge-

such zu vermeiden. Darüber hinaus hätte sie abklären müssen, ob einer 

Zuweisung gemäss dem Wunsch der Beschwerdeführerin ein Widerrufs-

grund nach (Art. 37 Abs. 3 i.V.m.) Art. 63 AIG entgegensteht und, falls ja, 

ob sich eine hierauf gestützte Verweigerung der gewünschten Zuweisung 

als verhältnismässig erweist. Indem die Vorinstanz die Beschwerdeführerin 

dem Kanton B._______ zugewiesen hat, ohne ihren Zuweisungswunsch 

und das allfällige Vorliegen von Widerrufsgründen abzuklären, hat sie den 

rechtserheblichen Sachverhalt unvollständig ermittelt (Art. 106 Abs. 1 

Bst. b AsylG). 

3.  

In Gutheissung der Beschwerde ist deshalb die Dispositivziffer 3 der ange-

fochtenen Verfügung aufzuheben die Sache zur vollständigen Sachver-

haltsermittlung und Neubeurteilung im Sinne der Erwägungen an die Vo-

rinstanz zurückzuweisen. 

4.  

4.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu erheben 

(Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG). Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege 

ist damit gegenstandslos geworden. 

4.2 Entgegen dem Antrag der Beschwerdeführerin ist ihr trotz ihres Obsie-

gens keine Parteientschädigung zuzusprechen, da es sich vorliegend um 

eine zugewiesene unentgeltliche Rechtsvertretung im Sinne von Art. 102h 

AsylG handelt, deren Leistungen vom Bund nach Massgabe von Art. 102k 

AsylG entschädigt werden (vgl. auch Art. 111ater AsylG).  

F-6942/2025 

Seite 4 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen. 

2.  

Die Dispositivziffer 3 der Verfügung vom 2. September 2025 wird aufgeho-

ben und die Sache zur vollständigen Sachverhaltsermittlung und Neubeur-

teilung im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurückgewiesen. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

4.  

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

5.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, die Vorinstanz und die kan-

tonalen Migrationsbehörden. 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Sebastian Kempe Aisha Luisoni 

 

 

 

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