# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0cebd372-cfc3-5c60-bfac-ff03bea93674
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-11-14
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 14.11.2023 SB230096
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB230096_2023-11-14.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: SB230096-O/U/bs

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. B. Gut, Präsident, Ersatzoberrichter lic. iur. 

K. Vogel und Ersatzoberrichterin lic. iur. C. Jost sowie der 

Gerichtsschreiber MLaw L. Zanetti

Urteil vom 14. November 2023

in Sachen

A._____, 
Beschuldigter und I. Berufungskläger

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X1._____

verteidigt durch Rechtsanwältin Dr. iur. X2._____

gegen

Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat, 
vertreten durch Staatsanwalt MLaw C. Hüsser, 

Anklägerin und II. Berufungsklägerin

betreffend qual. Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz etc. 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 3. Abteilung, 
vom 7. November 2022 (DG220049)

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Anklage:

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 24. März 2022 

(Urk. D1/18) ist diesem Urteil beigeheftet.

Urteil der Vorinstanz:
(Urk. 65 S. 56 ff.)

«Es wird erkannt:

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig

 des Verbrechens gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne dessen Art. 19 

Abs. 2 lit. a i.V.m. Art. 19 Abs. 1 lit. b, 

 des mehrfachen Verbrechens gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne des-

sen Art. 19 Abs. 2 lit. a i.V.m. Art. 19 Abs. 1 lit. c,

 des Vergehens gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne dessen Art. 19 

Abs. 1 lit. b - d BetmG,

 der Geldwäscherei im Sinne von Art. 305bis Ziff. 1 StGB. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 64 Monaten Freiheitsstrafe, wovon bis und mit 

heute 343 Tage durch Haft erstanden sind.

3. Die Freiheitsstrafe wird vollzogen. 

4. Von der Anordnung einer Landesverweisung wird abgesehen.

5. Die folgenden, mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 9. März 

2022 beschlagnahmten Gegenstände werden dem Beschuldigten innert drei 

Monaten nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheids auf erstes Verlangen hin 

herausgegeben und hernach der Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen: 

 Mobiltelefon, iPhone 7 (IMEI-Nr. 1) 
(Asservat Nr. A015'081'080) 

 Mobiltelefon, iPhone (IMEI-Nr. 2) 
(Asservat Nr. A015'081'137) 

 Mobiltelefon, iPhone 11 (IMEI-Nr. 3) 
(Asservat Nr. A015'081'182) 

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 Mobiltelefon, iPhone (IMEI Nr. 4) 
(Asservat Nr. A015'081'466)

 Mobiltelefon, iPhone 12 Pro (IMEI Nr. 5) 
(Asservat Nr. A015'079'831) 

 Mobiltelefon, iPhone 12 Mini (IMEI Nr. 6) 
(Asservat Nr. A015'079'853) 

 Laptop, Marke Asus (Asservat Nr. A015'082'141) 
 SIM-Kartenhalter Swisscom und Sunrise (Asservat Nr. A015'080'918)
 SIM-Kartenhalter Yallo (Asservat Nr. A015'080'941)
 SIM Karte Yallo mit Halter (Asservat Nr. A015'080'963)
 SIM Karte Yallo ohne Halter (Asservat Nr. A015'080'985) 
 Paycard (Asservat Nr. A015'081'400)
 6 Fahrzeugschlüssel (Asservat Nr. A015'081'411)
 Schlüsselbund mit div. Schüssel (Asservat Nr. A015'082'878)
 div. Mietverträge etc. (Asservat-Nr. A015'082'129)
 div. handschriftliche Notizen (Asservat Nr. A015'080'883)
 div. Unterlagen aus Kofferraum (Asservat Nr. A015'082'367)
 1 Reisekoffer, weiss (Asservat Nr. A015'082'232)
 Goldbarren (100 g) (Asservat Nr. A015'082'389)

6. Die folgenden, mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 9. März 

2022 beschlagnahmten, unter der BM-Lagernummer B01408-2021 lagernden Be-

täubungsmittel sowie Betäubungsmittelutensilien werden eingezogen und der Lager-

behörde nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheids zur Vernichtung überlassen: 

 Kokain-Vortest (Asservat Nr. A015'080'872) 
 280 Gramm Kokaingemisch (Asservat Nr. A015'081'295) 
 2 Plastiksackreste (Asservat Nr. A015'081'319) 
 Feinwaage mit Kokainresten (Asservat Nr. A015'081'320) 
 2 Küchenmesser mit Kokainresten (Asservat Nr. A015'081'342) 
 div. Verpackungsmaterial (Asservat Nr. A015'081'353) 
 Küchenfeinwaage (Asservat Nr. A015'081'364) 
 Vakumiergerät (Asservat Nr. A015'081'375) 
 Plastikeinweghandschuhe (Asservat Nr. A015'081'386)
 337 Gramm Kokaingemisch (Asservat Nr. A015'081'433) 
 15.6 Gramm Kokaingemisch (Asservat Nr. A015'081'444)
 19.9 Gramm Heroingemisch (Asservat Nr. A015'081'455)
 Marihuana-Schnelltester (Asservat Nr. A015'081'795) 

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 Küchenfeinwaage (Asservat Nr. A015'081'819) 
 1 Plastikbeutel mit Marihuana (Asservat Nr. A015'081'875) 
 15.3 Gramm Kokaingemisch (Asservat Nr. A015'081'897) 
 Plasitksäcklein mit Kokain (Asservat Nr. A015'081'944) 
 div. leere Knistersäcke (Asservat Nr. A015'081'988) 
 div. Plastikhandschuhe (Asservat Nr. A015'082'005) 
 div. leere Plastikbeutel (Asservat Nr. A015'082'027)
 2'958 Gramm Marihuna (Asservat Nr. A015'082'038) 
 1'996 Gramm Marihuana (Asservat Nr. A015'082'061) 
 6'920 Gramm Marihuana (Asservat Nr. A015'082'083) 
 Streckmittel für Heroin (Asservat Nr. A015'082'094) 
 Plastikeinweghandschuhe (Asservat Nr. A015'082'152) 
 4'168 Gramm Haschisch (Asservat Nr. A015'082'185)
 2'567 Gramm MDMA (Ectasy) (Asservat Nr. A015'082'196) 
 165 Gramm Heroingemisch (Asservat Nr. A015'082'209) 
 432 Gramm Heroingemisch (Asservat Nr. A015'082'538) 
 497 Gramm Heroingemisch (Asservat Nr. A015'082'561) 
 996 Gramm Heroingemisch (Asservat Nr. A015'082'583) 

7. Die folgenden, mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 9. März 

2022 beschlagnahmten Gegenstände werden eingezogen und nach Eintritt der 

Rechtskraft dieses Entscheids vernichtet: 

 2 falsche Banknoten à CHF 100 (Asservat Nr. A015'080'907)
 Fingernagelränder (Asservat Nr. A015'082'107)
 1 weisser Züri-Sack mit div. Inhalt (Asservat Nr. A015'082'118)
 Tresor (Asservat Nr. A015'082'254)
 Geldzählgerät (Asservat Nr. A015'082'265)
 Bademantel mit vernähtem Ärmel (Asservat Nr. A015'082'287)

8. Die folgenden, mit Verfügungen der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 9. März 

2022 und 24. März 2022 beschlagnahmten Barschaften werden eingezogen und zur 

Deckung der Verfahrenskosten verwendet. Ein allfälliger Restbetrag wird dem Be-

schuldigten herausgegeben:

 Bargeld Fr. 34'070.– (Asservat Nr. A015'081'853)
 Bargeld Fr. 4'965.– (Asservat Nr. A015'081'966) 
 Bargeld Fr. 3'000.– (Asservat Nr. A015'082'378) 

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 Bargeld Fr. 3'600.– (Asservat Nr. A015'082'732)
 Bargeld Fr. 435'000.– (Asservat Nr. A015'115'954)
 Bargeld Fr. 16'012.50 (Asservat Nr. A015'116'015)

9. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 24. März 2022 

beschlagnahmte Barschaft von Fr. 100'000.– (Asservat Nr. A015'115'501) wird ein-

gezogen und verfällt als deliktisch erlangter Erlös nach Eintritt der Rechtskraft dieses 

Entscheids dem Staat. 

10. Die beim Forensischen Institut Zürich unter der Referenznummer K210603-081 

lagernden Spurenasservate und Spurenträger werden nach Eintritt des Rechtskraft 

dieses Entscheids vernichtet. 

11. Von einer erneuten Anordnung der Abnahme einer DNA-Probe des Beschuldigten 

wird abgesehen. 

12. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

Fr. 6'000.00 ; die weiteren Kosten betragen:

Fr. 12'000.00   Gebühr Strafuntersuchung 

Fr. 10'169.40   Auslagen (Gutachten)

Fr. 5'645.00   Auslagen Polizei

Fr. 16'312.30   amtliche Verteidigung (bereits entschädigt)

Fr. 17'701.15   amtliche Verteidigung

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.

13. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen die-

jenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt.

14. Der amtliche Verteidiger, Rechtsanwalt lic. iur. X1._____, wird insgesamt mit 

Fr. 34'013.45 aus der Gerichtskasse entschädigt, wovon 16'312.30 (inkl. MwSt.) be-

reits bezahlt wurden. Vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 

StPO. 

15. [Mitteilungen] 

16./17. [Rechtsmittel]»

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Berufungsanträge:

(Prot. II S. 4 ff.)

a) Der amtlichen Verteidigung des Beschuldigten (Urk. 81 S. 1):

«1. Disp. Ziff. 1 des Urteils des Bezirksgerichtes Zürich, 3. Abteilung vom 
7. November 2022 sei teilweise aufzuheben und es sei A._____ vom Vor-
wurf der Geldwäscherei im Sinne von Art. 305bis Ziff. 1 StGB freizuspre-
chen.

2. Disp. Ziff. 2 des Urteils des Bezirksgerichtes Zürich, 3. Abteilung vom 
7. November 2022 sei aufzuheben und es sei A._____ mit einer 
Freiheitsstrafe von maximal 40 Monaten zu bestrafen,
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Staatskasse.» 

b) Der Staatsanwaltschaft (Urk. 80 S. 1 f.):

Hauptanträge:
«1. Schuldigsprechung von A._____ im Sinne der Hauptanklage

a) des Verbrechens gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von 
Art. 19 Abs. 2 lit. a in Verbindung mit Art. 19 Abs. 1 lit. b – d BetmG,

b) des Vergehens gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von 
Art. 19 Abs. 1 lit. b – d BetmG sowie

c) der Geldwäscherei im Sinne von Art. 305bis Ziff. 1 StGB.
2. Bestrafung mit einer Freiheitsstrafe von 8 Jahren.
3. Vollzug der Freiheitsstrafe.
4. Anrechnung der erstandenen Haft.
5. Anordnung einer Landesverweisung von 12 Jahren.
6. Anordnung der Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener In-

formationssystem.
7. Einziehung zugunsten der Staatskasse der mit Beschlagnahmeverfügun-

gen der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 9. und 24. März 2022 bei 
A._____ beschlagnahmten Barschaften und des Goldbarrens.

8. Einziehung und Vernichtung der mit Beschlagnahmeverfügung der Staats-
anwaltschaft Zürich-Limmat vom 9. März 2022 beschlagnahmten Gegen-
stände, soweit im Verfahren gegen B._____ noch nicht darüber befunden 
worden ist.

Eventualanträge:
«1. Bestätigung der Schuldigsprechung von A._____ im Sinne des vorinstanz-

lichen Urteils, mit der Ausnahme, dass der Beschuldigte anstelle des ‹Ver-
gehens gegen das Betäubungsmittelgesetz› wegen ‹mehrfachen Verge-
hens gegen das Betäubungsmittelgesetz› schuldig zu sprechen sei.

2. Bestrafung mit einer Freiheitsstrafe von 7 Jahren und 2 Monaten.
3. Anordnung einer Landesverweisung von 11 Jahren.

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4. Anordnung der Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener 
Informationssystem.

5. Mitteilung vor Eintritt der Rechtskraft des Urteils an das Steueramt des 
Kantons Zürich über das nicht deklarierte Einkommen von A._____.

6. Einziehung zugunsten der Staatskasse der nachgenannten mit Beschlag-
nahmeverfügungen der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 9. und 
24. März 2022 bei A._____ beschlagnahmten Barschaften
a) Fr. 3'000.– (Asservate-Nr. A015'082'378)
b) Fr. 3'600.– (Asservate-Nr. A015'082'732)
c) Fr. 100'000.– (Asservate-Nr. A015'115'501) sowie des
d) Goldbarrens (Asservate-Nr. A015'082'389).

7. Verwendung der weiteren mit Beschlagnahmeverfügungen der Staats-
anwaltschaft Zürich-Limmat vom 9. und 24. März 2022 bei A._____ be-
schlagnahmten Barschaften zur Deckung der Kosten des vorliegenden 
Verfahrens (inkl. derjenigen der amtlichen Verteidigung) und Herausgabe 
des Restbetrages an das Steueramt des Kantons Zürich zur gutscheinen-
den Verwendung

8. Vollständige und umgehende Kostenauflage (Kosten, inkl. Gebühr für das 
Vorverfahren von Fr. 12'000.–).»

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Erwägungen:

I.  Verfahrensgang und Prozessuales

1. Verfahrensgang

1.1. Nach polizeilichen Ermittlungen ab Anfang Juni 2021 wegen des Verdachts 

auf Drogenhandel («Aktion C._____», konzentriert auf einen Drogenbunker in Zü-

rich-… mit Heroin, Kokain, Marihuana, Haschisch und Ecstasy, Urk. D1/1/1) und 

nach durchgeführter Strafuntersuchung erhob die Staatsanwaltschaft am 24. März 

2022 Anklage beim Bezirksgericht Zürich (Urk. D1/18).

1.2. Die Vorinstanz sprach den Beschuldigten, A._____, mit Urteil vom 7. No-

vember 2022 verschiedener, teils qualifizierter Widerhandlungen gegen das Betäu-

bungsmittelgesetz sowie der Geldwäscherei schuldig. Im Rahmen der Sanktionie-

rung fällte die Vorinstanz eine unbedingte Freiheitsstrafe von 64 Monaten aus, wo-

von 343 Tage bereits durch Haft erstanden seien. Von einer Landesverweisung sah 

die Vorinstanz ab. Bezüglich der diversen beschlagnahmten Gegenstände fällte die 

Vorinstanz einen differenzierten Entscheid teils auf Herausgabe, teils auf Einzie-

hung und/oder Vernichtung. Im Detail lassen sich diese und die übrigen Entschei-

dungen der Vorinstanz dem eingangs wiedergegebenen Urteilsdispositiv entneh-

men (Urk. 72 S. 60 ff.).

1.3. Gegen das zunächst mündlich und schriftlich im Dispositiv eröffnete Urteil 

(Prot. I S. 43, Urk. 58) meldeten anderntags und damit fristgerecht, am 8. Novem-

ber 2022 sowohl die Staatsanwaltschaft als auch der Beschuldigte Berufung an 

(Urk. 59 f.). Am 31. Januar 2023 wurde das schriftlich begründete Urteil (Urk. 62 = 

Urk. 65) an die Parteien und an weitere berechtigte Stellen versandt, welche es in 

den darauffolgenden Tagen zugestellt bekamen (Urk. 64/1–4).

1.4. Die Berufungserklärungen sowohl des Beschuldigten als auch der Staats-

anwaltschaft erfolgten am 21. Februar 2023 (Datum der Poststempel) und damit je 

innert der Frist von Art. 399 Abs. 3 StPO (Urk. 67 f.).

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Mit Präsidialverfügung vom 24. Februar 2023 wurden Kopien der Berufungser-

klärungen je der Gegenpartei zugestellt und Frist angesetzt, um gegebenenfalls 

Anschlussberufung zu erheben oder ein Nichteintreten zu beantragen. Ausserdem 

wurde dem Beschuldigten Gelegenheit gegeben, sich zur Gebotenheit der amtli-

chen Verteidigung zu äussern (Urk. 69). Zu letzterem Punkt nahmen sowohl der 

amtliche Verteidiger selber (Rechtsanwalt lic. iur. X1._____) als auch die erbetene 

Verteidigerin (Rechtsanwältin Dr. X2._____) Stellung (Urk. 71 f.). Da diese dahin-

gehend lauteten, dass Rechtsanwältin Dr. X2._____ spezifisch und ausschliesslich 

für die Frage der Landesverweisung beigezogen worden sei, wurde mit Präsidial-

verfügung vom 3. April 2023 entschieden, die amtliche Verteidigung nicht zu wider-

rufen (Urk. 73).

Am 18. Juli 2023 wurde zur Berufungsverhandlung vorgeladen, wobei angekündigt 

wurde, dass an der Sitzung auch gerade in der Strafsache betreffend D._____ (Ver-

fahren Nr. SB220350-O) verhandelt werde (Urk. 75).

Zur Berufungsverhandlung erschienen am 13. November 2023 der Beschuldigte 

und seine beiden Verteidiger, sodann der im Rubrum genannte Vertreter der 

Anklägerin und schliesslich auch der im Verfahren Nr. SB220350-O Beschuldigte 

D._____ samt dessen Verteidiger (Rechtsanwalt lic. iur. Y._____; Prot. II S. 4). Vor-

fragen und Beweisanträge waren keine zu behandeln und – abgesehen von den 

Einvernahmen der jeweiligen Beschuldigten – auch keine Beweise abzunehmen 

(Prot. II S. 7). Das Verfahren ist spruchreif. 

2. Umfang der Berufung

2.1. Die Berufung des Beschuldigten (Urk. 67 S. 2, Urk. 81 S. 1) richtet sich 

 gegen den vorinstanzlich ergangenen Schuldspruch wegen Geldwäscherei im 

Sinne von Art. 305bis Ziff. 1 StGB (4. Lemma von Dispositiv-Ziffer 1) sowie 

 gegen die Höhe der Strafe (Dispositiv-Ziffer 2). 

Die Berufung der Staatsanwaltschaft (Urk. 68 S. 1 f.) beschränkt sich auf

 die ausgebliebene Verurteilung im Sinne der Hauptanklage (Dispositiv-Ziffer 1),

 die Bemessung der Strafe (Dispositiv-Ziffer 2) sowie auf 

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 mehrere Nebenfolgen des erstinstanzlichen Entscheids, nämlich

 das Absehen von der Landesverweisung und von einer Ausschreibung im 

Schengener Informationssystem (Dispositiv-Ziffer 4),

 die Herausgabe von Gegenständen an den Beschuldigten sowie im Falle 

ausbleibender Abholung des Goldbarrens dessen Vernichtung (Dispositiv-

Ziffer 5),

 die Herausgabe von Barschaften (soweit nicht verwendet zur Deckung von 

Verfahrenskosten) an den Beschuldigten (Dispositiv-Ziffer 8),

 das Absehen von der direkten Auflage der Kosten der amtlichen 

Verteidigung auf den Beschuldigten (Dispositiv-Ziffer 13),

 das Unterlassen der Mitteilung des Dispositivs bereits vor Rechtskraft des 

Urteils an die zuständige Steuerbehörde (Dispositiv-Ziffer 15).

2.2. Die Frage des Vollzugs der Strafe (Dispositiv-Ziffer 3) ist zwar nicht explizit 

angefochten. Da jedoch zwischen der in ihrer Höhe angefochtenen Strafe und der 

Frage des Vollzugs eine enge Konnexität besteht, ist Dispositiv-Ziffer 3 mit in die 

Überprüfung einzubeziehen (vgl. Urteil des Bundesgerichts [BGer] 6B_1299/2018 

vom 28. Januar 2019 E. 2.3).

2.3. In Rechtskraft erwachsen sind damit die Entscheide über die Einziehung 

und Vernichtung der beschlagnahmten Betäubungsmittel und Betäubungsmittel-

utensilien (Dispositiv-Ziffer 6) und weiterer Gegenstände (Dispositiv-Ziffer 7), die 

Vermögenseinziehung (Dispositiv-Ziffer 9), die Vernichtung von Spurenasservaten 

und Spurenträgern (Dispositiv-Ziffer 10), das Absehen von einer erneuten DNA-

Probe (Dispositiv-Ziffer 11) und die Kostenfestsetzung (Dispositiv-Ziffer 12, 

inklusive Festsetzung des Honorars des amtlichen Verteidigers für das 

erstinstanzliche Verfahren).

2.4. Die Mitteilungsanordnung (Dispositiv-Ziffer 15) stellt eine geschäftsführende 

Tätigkeit zur Gewährleistung einer gesetzmässigen und geordneten Durchführung 

des Verfahrens dar (Art. 62 Abs. 1 StPO). Solche verfahrensleitende Verfügungen 

und Beschlüsse erwachsen nicht in materielle Rechtskraft (vgl. zum Ganzen BSK 

StPO-FRISCHKNECHT/REUT, Art. 62 N 2 und 9). Dennoch unterliegen im Rahmen 

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eines Berufungsverfahrens an sich auch solche Nebenpunkte (vgl. Art. 81 Abs. 4 

lit. f StPO) der Überprüfung (BSK StPO-BÄHLER, Art. 398 N 3), sodass die Korrektur 

einer Mitteilungsanordnung durchaus denkbar wäre, wenn damit § 121 Abs. 1 StG 

ZH (i.V.m. Art. 75 Abs. 4 StPO) nicht (rechtzeitig) Folge geleistet würde. Vorliegend 

kann eine Klärung der Frage indes offen bleiben, da – wie noch zu zeigen sein 

wird – der Hauptanklage zu folgen sein wird.

2.5.  Der Eintritt der in E. I/2.3 aufgezählten, in Rechtskraft erwachsenen An-

ordnungen ist vorab mittels Beschluss festzustellen (Art. 399 Abs. 3 StPO in Ver-

bindung mit Art. 402 und 437 StPO sowie Art. 404 StPO).

In den übrigen Punkten steht der angefochtene Entscheid unter Vorbehalt des Ver-

schlechterungsverbotes (Art. 391 Abs. 2 StPO) grundsätzlich zur Disposition. In 

den angefochtenen Punkten überprüft das Berufungsgericht das erstinstanzliche 

Urteil umfassend (Art. 398 Abs. 2 und 3 StPO).

3. Formelles

3.1. Soweit für die tatsächliche und die rechtliche Würdigung des eingeklagten 

Sachverhaltes auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen wird, erfolgt dies in 

Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO (vgl. dazu BGer 6B_570/2019 vom 23. Sep-

tember 2019 E. 4.2 m.w.H.), auch ohne dass dies jeweils explizit Erwähnung findet.

3.2. Aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV, Art. 3 Abs. 2 

lit. c StPO) folgt die Pflicht des Gerichts, seinen Entscheid zu begründen. Die Be-

gründung muss kurz die wesentlichen Überlegungen nennen, von denen sich das 

Gericht hat leiten lassen und auf die es seinen Entscheid stützt. Es darf sich aber 

auf die wesentlichen Gesichtspunkte beschränken und muss sich nicht aus-

drücklich mit jeder tatsächlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand 

auseinandersetzen und diese widerlegen. Es kann sich mithin auf die für den Ent-

scheid wesentlichen Punkte beschränken. Ebenso wenig lässt sich Art. 6 Ziff. 1 

EMRK in der Weise auslegen, dass eine detaillierte Antwort auf jedes Argument 

gefordert würde (BGE 146 IV 297 E. 2.2.7, 143 III 65 E. 5.2, 141 IV 249 E. 1.3.1, 

BGer 6B_689/2019 vom 25. Oktober 2019 E. 1.5.2, je mit Hinweisen).

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4. Anklagegrundsatz

4.1. Auf eine Verletzung des Anklagegrundsatzes (Art. 9 Abs. 1 und Art. 325 

StPO; abgeleitet aus Art. 29 Abs. 2 und Art. 32 Abs. 2 BV sowie Art. 6 Ziff. 1 und 3 

lit. a und b EMRK) zielend kritisiert die Verteidigung, dass die Anklagebehörde aus 

den auf dem Mobiltelefon des Beschuldigten gefundenen Chats den Schluss zie-

hen wolle, dass er den Drogenhandel orchestriert habe bzw. in die Beschaffung 

und Verteilung der Betäubungsmittel involviert gewesen sei. Dies alles sei aber 

nicht angeklagt. Die Kommunikation sei von keinerlei Relevanz (Prot. II S. 13, 

Bezug nehmend auf Urk. 80 S. 5 f.). 

4.2. Dem Beschuldigten wird in der Anklage Drogenhandel vorgeworfen (zum 

Anklagevorwurf sogleich mehr). Die Chatverläufe werden von der 

Staatsanwaltschaft als Beweise dafür angeführt. Beweismittel gehören nicht zum 

erforderlichen Inhalt einer Anklageschrift (vgl. Art. 325 Abs. 1 StPO, BGer 

6B_28/2018 vom 7. August 2018 E. 6).

Der Anklagegrundsatz ist somit nicht verletzt.

II.  Sachverhalt

1. Ausgangslage

1.1. Die Anklage (Urk. D1/18) umfasst im Sinne von Art. 325 Abs. 2 StPO eine 

Hauptanklage und eine Eventualanklage. Kurz umrissen geht es um die beiden 

folgenden Sachverhaltsvarianten:

Hauptanklage: 

Dem Beschuldigten wird (1.) vorgeworfen, seit einem nicht genau bekannten Zeit-
punkt, jedenfalls nach dem 3. Mai 2020, bis zu seiner Verhaftung am 3. Juni 2021 

dem Drogenhandel nachgegangen zu sein (eingeklagt als Verbrechen im Sinne 

von Art. 19 Abs. 2 lit. a i.V.m. Art. 19 Abs. 1 lit. b – d BetmG). Er habe dafür an der 

E._____-strasse … in Zürich-… einen Kellerraum als Lagerraum (Bunker) genutzt. 

Im Rahmen dieser Machenschaften habe er wissentlich und willentlich und im Be-

wusstsein um die damit einhergehenden gesundheitlichen Gefahren 

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 D._____ am 3. Juni 2021 (ca.) auf die Bestellung von 50 Gramm Kokainge-
misch hin 49.8 Gramm Kokaingemisch mit einem Reinheitsgehalt von 93% 
(entsprechend 46.2 g reines Kokain) zum Preis von Fr. 3'000.– übergeben;

 F._____ am 3. Juni 2021 auf Bestellung hin 49.9 g Kokaingemisch ebenfalls 
mit einem Reinheitsgehalt von 93% (entsprechend 46.4 g reines Kokain) zum 
Preis von Fr. 3'700.– übergeben;

 in besagtem, abgeschlossenen Lagerraum die in der Anklage spezifizierten 
Substanzen gelagert, dies in verschiedenen Formen, Behältnissen und Ver-
packungen:

 Kokaingemisch mit unterschiedlichem Reinheitsgrad (mehrheitlich 91–
93%, in einer vergleichsweise geringen Menge 72%), entsprechend ins-
gesamt 1,5124 Kilogramm reines Kokain;

 Heroingemisch mit variierendem Reinheitsgrad (mehrheitlich 39%, teils 
auch 2.5% bzw. 19%), entsprechend insgesamt 607.1 g reines Heroin;

 Marihuana von insgesamt 11,874 kg;
 Haschisch von 4,168 kg;
 MDMA (Ecstasy) von 2,567 kg;
 Streckmittel (Paracetamol/Coffein-Gemisch) von insgesamt 12,0488 kg;

wobei er sich diese Gegenstände beschafft habe mit der Absicht und der 
ständigen Bereitschaft, die Substanzen an eine Vielzahl von Abnehmern zu 
verkaufen.

Im Zusammenhang mit dem Vorstehenden wird dem Beschuldigten weiter (2.) 
vorgeworfen, er habe im erwähnten Raum wissentlich und willentlich grössere Bar-

geldsummen versteckt (CHF 34'070.–, € 4'965.–, CHF 100'000.–, CHF 435'000.– 

und € 15'000.–; teils im Tresor eingeschlossen; teils lose, teils verschweisst), um 

das Auffinden und Abführen durch die Strafverfolgungsbehörden zu vereiteln, 

nachdem er gewusst bzw. in Kauf genommen habe, dass die Gelder aus einem 

Verbrechen, namentlich dem schweren Handel mit Betäubungsmitteln in der 

Schweiz gestammt hätten (eingeklagt als Geldwäscherei im Sinne von Art. 305bis 

Ziff. 1 StGB).

Eventualanklage: 

Subsidiär, für den Fall dass sich die Hauptanklage nicht beweisen lässt, wirft die 

Anklage dem Beschuldigten vor, dass er (1./A) als faktischer und alleiniger Mieter 
den erwähnten Lagerraum einem ihm Bekannten («Kollege G._____») gegen ein 

- 14 -

Entgelt von Fr. 5'000.– pro Monat zur Nutzung als Lagerraum für Drogen und Geld 

zur Verfügung gestellt habe. Vorausgegangen sei, dass der Kollege G._____ den 

Beschuldigten ca. im März 2021 angefragt habe, ob er (der Beschuldigte) jemanden 

kenne, der bis im Sommer 2021 Drogen und Geld lagern könne und wolle. Der 

Kollege G._____ habe daraufhin mit Wissen und Willen und der Bereitschaft des 

Beschuldigten, den Handel mit harten Drogen zu ermöglichen resp. zu fördern, die 

oben bereits erwähnten Substanzen an Kokain- und Heroingemisch und 

MDMA/Ecstasy sowie Streckmittel) – ohne aber das erwähnte Marihuana und Ha-

schisch (dazu sogleich) –, in dem ihm (G._____) frei zugänglichen Raum (inkl. Tre-

sor) aufbewahrt. In der Folge habe auch der Beschuldigte den Raum mehrmals 

frequentiert, sodass er die Substanzen auch selber wahrgenommen habe (einge-

klagt als Verbrechen im Sinne von Art. 19 Abs. 2 lit. a i.V.m. Art. 19 Abs. 1 lit. b und 

d BetmG). 

Sodann soll der Beschuldigte wie oben bereits umschrieben die Verkäufe von 

49.8 g Kokaingemisch (46.2 g reines Kokain) für Fr. 3'000.– an D._____ (1./C) so-
wie von 49.9 g Kokaingemisch (46.4 g reines Kokain) für Fr. 3'700.– an F._____ 

(1./D) getätigt haben (eingeklagt als Verbrechen im Sinne von Art. 19 Abs. 2 lit. a 
i.V.m. Art. 19 Abs. 1 lit. c BetmG).

Weiter soll der Beschuldigte seit Anfang 2021 bis zum 3. Juni 2021 im erwähnten 

Lagerraum wissentlich und willentlich Marihuana und Haschisch (drei Asservate mit 

insgesamt 11,874 kg Marihuana und ein Asservat mit 4,168 kg Haschisch) gelagert 

haben, wobei er über die Absicht und die ständige Bereitschaft verfügt habe, diese 

Betäubungsmittel einer Vielzahl von Dritten gegen Entgelt zugänglich zu machen 

(1./B). Zudem habe der Beschuldigte, so die Eventualanklage weiter, im Zeitraum 
vom 1. Januar 2021 bis zur Verhaftung am 3. Juni 2021, an nicht näher eruierbare 

Abnehmer, bei zahlreichen Gelegenheiten, Marihuana und Haschisch (je mindes-

tens 1 Kilogramm insgesamt) verkauft (1./E; eingeklagt wurden Lit. B und E als 
mehrfaches Vergehen im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. b – d BetmG).

Schliesslich wird dem Beschuldigten auch vorgeworfen, er habe (2.) zugelassen, 
dass der Kollege G._____ im Zuge dessen Einlagerns von sehr grossen Mengen 

an Betäubungsmitteln im Tresor im erwähnten Raum CHF 100'000.– (in einem Va-

- 15 -

kuumbeutel) versteckt habe. Der Beschuldigte habe den Raum und den Tresor wis-

sentlich und willentlich zur Verfügung gestellt, wobei er um die verbrecherische Her-

kunft (namentlich den umfangreichen Handel mit harten Betäubungsmitteln) ge-

wusst oder diese zumindest in Kauf genommen habe (eingeklagt als Geldwäsche-

rei im Sinne von Art. 305bis Ziff. 1 StGB).

1.2. Wie auch schon vor Vorinstanz anerkennt der Beschuldigte den Vorwurf ent-

sprechend der Eventualanklage insoweit, als er bloss den Vorwurf der Geld-

wäscherei (Ziff. 2) bestreitet sowie dass er Marihuana und Haschisch in Mengen 

von insgesamt mindestens je 1'000 Gramm gehandelt habe (Prot. I S. 19, Urk. 81 

S. 2 Ziff. I/2). Die weitergehenden Vorwürfe namentlich der Hauptanklage weist der 

Beschuldigte hingegen nach wie vor von sich (Prot. I S. 18, Urk. 81 S. 2 Ziff. I/4). 

Die Staatsanwaltschaft demgegenüber beharrt weiterhin darauf, dass der Beschul-

digte im Sinne der Hauptanklage schuldig zu sprechen sei, da sich die ent-

sprechenden Sachverhalte rechtsgenügend erstellen liessen (Urk. 80 S. 3 ff. 

Ziff. III/2).

1.3. Die Vorinstanz sah das Teilgeständnis vom Untersuchungsergebnis gedeckt 

und betrachtete die eingestandenen Sachverhalte insoweit als erstellt an (Urk. 65 

E. I/A und I/B S. 7, E. I/D S. 31). Was die bestrittenen Teile angeht, ging die Vor-

instanz grundsätzlich – «in dubio pro reo» (im Zweifel für den Angeklagten) – von 

der Sachdarstellung des Beschuldigten aus; weitergehend lasse sich der Sach-

verhalt trotz gewisser belastender Indizien nicht rechtsgenügend nachweisen 

(Urk. 65 E. I/C/3/10 S. 30 f., E. I/D/2 S. 31). Was sodann den Geldwäschereivorwurf 

anbelangt, sah die Vorinstanz den in die Eventualanklage aufgenommenen Sach-

verhalt entgegen der Bestreitung als rechtsgenügend erstellt an: Der Beschuldigte 

habe aufgrund der Umstände zumindest damit rechnen müssen, dass die 

Fr. 100'000.– aus dem Drogenhandel stammten (Urk. 65 E. I/E/3 S. 33).

1.4. Rechtlich würdigte die Vorinstanz das Lagern von Betäubungsmitteln für und 

mit einer Drittperson (Eventualanklage Ziff. 1/ A) als «Lagern» und schloss auf eine 

qualifizierte Widerhandlung im Sinne von Art. 19 Abs. 2 lit. a i.V.m. Art. 19 Abs. 1 

lit. b BetmG (Urk. 65 E. II/1.3 f. S. 34 f.). 

- 16 -

Die beiden Kokainverkäufe an D._____ und F._____ (Eventualanklage Ziff. 1/C 

und 1/D) würdigte die Vorinstanz als mehrfache qualifizierte Widerhandlung im 

Sinne von Art. 19 Abs. 2 lit. a i.V.m. Art. 19 Abs. 1 lit. c BetmG (Urk. 65 E. II/2.3 f. 

S. 35 f.). Beim Lagern und Verkaufen von Marihuana und Haschisch (Eventualan-

klage Ziff. 1/B und 1/E) ging sie von einem einheitlichen Geschehen aus und 

schloss auf eine einfache, nicht mehrfache Widerhandlung im Sinne von Art. 19 

Abs. 1 lit. b – d BetmG (Urk. 65 E. II/3.2 f. S. 36; a.M. die Staatsanwaltschaft 

[Urk. 68 S. 3 oben; Urk. 80 S. 8 Ziff.III/3.2]). 

Das Zurverfügungstellen eines Tresors in einem Kellerraum zur Lagerung von 

Drogengeldern (Eventualanklage Ziff. 2) schliesslich würdigte die Vorinstanz als 

Geldwäschereihandlung, welche dazu geeignet sei, die Einziehung zu vereiteln 

bzw. zu erschweren. Der Beschuldigte habe – so die Vorinstanz – damit rechnen 

müssen, dass die Fr. 100'000.– aus dem Drogenhandel stammten, und er habe 

den Taterfolg zumindest in Kauf genommen (Urk. 65 E. II/4.3 f. S. 38).

1.5. Nicht mehr näher einzugehen braucht auf die vom Beschuldigten anerkann-

ten Sachverhaltsabschnitte. Insoweit genügt, mit der Vorinstanz zu konstatieren, 

dass sich das Geständnis mit dem übrigen Untersuchungsergebnis deckt. 

Die Anklagesachverhalte sind dessen ungeachtet in wesentlichen Teilen bestritten, 

und es ist vor der rechtlichen Würdigung zu untersuchen, ob bzw. inwieweit sich 

die vorgeworfenen Verhaltensweisen gemäss der Hauptanklage dem Beschuldig-

ten trotz seiner Bestreitungen nachweisen lassen.

2. Grundsätze der Sachverhaltserstellung und Beweiswürdigung

Die Anforderungen an einen rechtsgenügenden Schuldbeweis und die allgemeinen 

Grundsätze der Beweiswürdigung wurden von der Vorinstanz zutreffend dargelegt 

(Urk. 65 E. I/C/2.1 f. S. 8 f.). Die Erwägungen der Vorinstanz vertiefend werden der 

Grundsatz «in dubio pro reo» (im Zweifel für den Angeklagten) und der Indizien-

beweis nachfolgend noch näher beleuchtet:

Nach der in Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 2 EMRK verankerten Unschulds-

vermutung und dem davon abgeleiteten Grundsatz «in dubio pro reo» ist bis zum 

gesetzlichen Nachweis der Schuld zu vermuten, dass der wegen einer strafbaren 

- 17 -

Handlung Angeklagte unschuldig ist (Art. 10 Abs. 1 StPO; BGE 138 V 74 E. 7, 127 

I 38 E. 2a; BGer 6B_617/2013 vom 4. April 2014 E. 1.2). Aus der Unschulds-

vermutung – als Beweislastregel – ergibt sich, dass es Sache der Anklagebehörde 

ist, die Schuld des Beschuldigten zu beweisen, und dass nicht dieser seine 

Unschuld nachweisen muss (ZK StPO-WOHLERS, Art. 10 N 6; SCHMID/JOSITSCH, 

Handbuch StPO, 4. Aufl., 2023, N 216 f.; BSK StPO-TOPHINKE, Art. 10 N 19, 80; 

BGE 144 IV 345 E. 2.2.1; 127 I 40; 120 Ia 37). Der Grundsatz «in dubio pro reo» 

ist verletzt, wenn das Strafgericht einen Beschuldigten (einzig) mit der Begründung 

verurteilt, er habe seine Unschuld nicht nachgewiesen (BGE 127 I 38 E. 2a mit 

Hinweis). Als Beweiswürdigungsregel besagt der Grundsatz «in dubio pro reo» 

ausserdem, dass sich das Strafgericht nicht von einem für den Angeklagten 

ungünstigen Sachverhalt überzeugt erklären darf, wenn bei objektiver Betrachtung 

erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhalt 

so verwirklicht hat (BGE 144 IV 345 E. 2.2.3.1; BGer 6B_1168/2020 vom 

11. Oktober 2022 E. 1.1 mit Hinweisen). 

Wenn – wie vorliegend und überhaupt sehr häufig – für die zentralen Punkte keine 

direkten Beweise vorliegen resp. möglich sind, ist der Nachweis der Tat mit Indizien 

(Anzeichen), das heisst mit indirekten, mittelbaren Beweisen, zu führen. Beim Indi-

zienbeweis wird aus bestimmten Tatsachen, die nicht unmittelbar rechtserheblich, 

aber bewiesen sind (Indizien), auf die zu beweisende, unmittelbar rechtserhebliche 

Tatsache geschlossen. Eine Mehrzahl von Indizien, welche für sich alleine nur mit 

einer gewissen Wahrscheinlichkeit auf die Täterschaft oder die Tat hinweisen und 

einzeln betrachtet die Möglichkeit des Andersseins offen lassen, können einen An-

fangsverdacht verstärken und in ihrer Gesamtheit – einander ergänzend und ver-

stärkend – ein Bild erzeugen, das bei objektiver Betrachtung keine Zweifel beste-

hen lässt, dass sich der Sachverhalt so verwirklicht hat. Das ist mithin auch der Fall, 

wenn sich die als belastend gewerteten Indizien zu einer Gewissheit verdichten, 

welche die ausser Acht gelassenen entlastenden Umstände als unerheblich er-

scheinen lassen (BGE 144 IV 345 E. 2.2.3.4; BGer 6B_1427/2016 vom 27. April 

2017 E. 3; 6B_678/2013 vom 3. Februar 2014 E. 3.3 mit Hinweisen).

Der Indizienbeweis ist dem direkten Beweis gleichgestellt, wobei die Gesamtheit 

der einzelnen Indizien, deren «Mosaik», zu würdigen ist. Da ein Indiz immer nur mit 

- 18 -

einer gewissen Wahrscheinlichkeit auf die Täterschaft oder die Tat hinweist, lässt 

es, einzeln betrachtet, die Möglichkeit des Andersseins offen, enthält es daher auch 

den Zweifel. Es ist jedoch zulässig, aus der Gesamtheit der verschiedenen Indizien, 

welche je für sich allein betrachtet nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auf 

eine bestimmte Tatsache oder Täterschaft hindeuten und insofern Zweifel offen las-

sen, auf den vollen rechtsgenügenden Beweis von Tat und/oder Täter zu schlies-

sen. Der Indizienprozess als solcher verletzt weder die Unschuldsvermutung noch 

die aus ihr abgeleiteten Teilrechte. Der Grundsatz «in dubio pro reo» findet auf das 

einzelne Indiz keine Anwendung (BGE 144 IV 345 E. 2.2.3.4; BGer 6B_360/2016 

vom 1. Juni 2017 E. 2.4, nicht publ. in BGE 143 IV 361; 6B_605/2016 vom 15. Sep-

tember 2016 E. 2.8 und 6B_1021/2016 vom 20. September 2017 E. 4.1 mit Hinwei-

sen). Er entfaltet seine Wirkung bei der Beweiswürdigung als Ganzes. Massgebend 

ist nicht eine isolierte Betrachtung der einzelnen Beweise, sondern deren gesamt-

hafte Würdigung (BGE 144 IV 345 E. 2.2.3.4; BGer 6B_90/2019 vom 7. Au-

gust 2019 E. 4.3; 6B_699/2018 vom 7. Februar 2019 E. 2.3.2; ZK StPO-WOHLERS, 

Art. 10 N 27; OBERHOLZER, Grundzüge des Strafprozessrechts, 4. Aufl. 2020, 

Rz. 1090; zum Ganzen vgl. auch KRUMMENACHER, Der Entscheid(find)ungsprozess 

des Strafrichters, in: «Justice - Justiz - Giustizia» 2023/4).

Die Verteidigung argumentiert, dass der Beschuldigte nichts und auch nicht die 

Eventualanklage zu beweisen habe, dass er keine Hinweise zu bringen habe 

(Prot. II S. 11). An sich ist dies zutreffend. Wenn jedoch für den Tatvorwurf eine 

überzeugend sprechende Indizienlage besteht, für die der Beschuldigte keine 

annähernd plausiblen Erklärungen zu liefern vermag oder wenn Anhaltspunkte für 

die Richtigkeit seiner entlastenden Behauptungen fehlen, darf das Gericht in freier 

Beweiswürdigung zum Schluss kommen, seine Vorbringen seien unglaubhaft (vgl. 

hierzu BGer 6B_1302/2020 vom 3. Februar 2021 E. 1.4.4 [nicht publ. in BGE 147 

IV 176]; 6B_678/2013 vom 3. Februar 2014 E. 4.4; 6B_453/2011 vom 20. Dezem-

ber 2011 E. 1.6 [nicht publ. in BGE 138 IV 47]; 6B_30/2010 vom 1. Juni 2010 E. 4.1 

mit Hinweisen; 1P.641/2000 vom 24. April 2001, publ. in: Pra 90/2001 Nr. 110, E. 3; 

SCHMID/JOSITSCH, Handbuch StPO, 4. Aufl., 2023, N 231; Entscheid des EGMR 

vom 8. Februar 1996, Murray gegen Vereinigtes Königreich, in: EuGRZ 1996, 

S. 587, Nr. 47).

- 19 -

3. Zu den Vorwürfen im Zusammenhang mit den harten Drogen im Kellerraum 
(Lagern zum Verkauf gemäss Hauptanklage Ziff. 1/A versus Lagern für und 
mit einer Drittperson gemäss Eventualanklage Ziff. 1/A)

3.1. Vorliegende Beweismittel und deren Verwertbarkeit

Die Vorinstanz hat die wesentlichen Beweismittel genannt (Urk. 65 E. I/C/2.3 S. 9). 

Es sind dies namentlich die Aussagen des Beschuldigten (Urk. D1/2/1, D1/3/1, 

D1/2/8, D1/2/12, D1/3/3, D1/2/13, D1/3/8; Prot. I S. 18 ff., neu auch Urk. 79 S. 4 ff.) 

samt einem Schreiben der Verteidigung (Urk. D1/11/10) sowie die Aussagen ver-

schiedener weiterer Personen (H._____ [CBD-Händler, Urk. D1/3/6 f.]; D._____ 

und F._____ [mutm. Abnehmer, Urk. D1/2/4, D1/2/5, D1/2/7, D1/3/2]; B._____ [Va-

ter des Beschuldigten, Urk. D1/2/2, D1/2/3, D1/2/9, D1/2/11]; I._____ [mutm. Ab-

nehmer, Urk. D1/3/4]; J._____ [mutm. Abnehmer, Urk. D1/2/10], K._____ [mutm. 

Kurier, Urk. D1/2/14], L._____ [offiz. Mieter des Lagerraums, Urk. D1/2/15]), dann 

aber auch die Erkenntnisse aus verdeckten Überwachungsmassnahmen 

(Urk. D1/5/31), diverse Sicherstellungen (Urk. D1/6/12, Urk. D1/6/14), Spurenaus-

wertungen (Urk. D1/9/7 und D1/9/13) sowie die Auswertung der Mobiltelefone des 

Beschuldigten (Urk. D1/6/13 und D1/6/26). Schliesslich sind, was die Sachum-

stände betrifft, auch die Polizeirapporte (Urk. D1/1/1–6) mit in die Würdigung ein-

zubeziehen.

Die Vorinstanz hat den Inhalt und die Ergebnisse der massgeblichen Beweismittel 

umfassend und richtig wiedergegeben (sprachlich integriert in die Beweiswürdi-

gung; Urk. 65 E. I/C/3.1.1–3.1.5 S. 9–17, E. I/C/3.2–3.6 S. 19–28). Auch hat die 

Vorinstanz zutreffend erkannt, dass zum Teil Aussagen von befragten Personen 

nicht zu Lasten des Beschuldigten verwertbar sind, da dessen Teilnahmerechte 

nicht gewahrt worden waren (Art. 147 Abs. 4 StPO). Es betrifft dies die Aussagen 

von D._____, F._____ sowie K._____ (vgl. Urk. 65 E. I/C/3.2.2 S. 21 und 

E. I/C/3.2.6 S. 22; an der heutigen Berufungsverhandlung machte D._____ keine 

Aussagen zur Sache [Urk. 48/SB220350-O]).

Ebenfalls nicht belastend verwertbar ist der polizeiliche Wahrnehmungsbericht vom 

22. Juli 2021, welcher sich um den Vorfall vom 7. April 2021 dreht, nämlich das 

Beobachten einer Übergabe zwischen dem Beschuldigten und K._____ 

- 20 -

(Urk. D1/5/30; diskutiert von der Vorinstanz in Urk. 65 E. I/C/3.7 S. 28 f.). Dies liegt 

daran, dass der Polizeibeamte Wm M._____ seine Beobachtungen nicht auch noch 

anlässlich einer Zeugeneinvernahme bestätigte, an welcher die Teilnahme-/Mitwir-

kungsrechte des Beschuldigten hätten gewahrt werden können (vgl. BGer 

6B_510/2013 vom 3. März 2014 E. 1.3.2; 6B_501/2022 vom 16. November 2022 

E. 1.1.1; BGE 131 I 476 E. 2.2).

3.2. Beweiswürdigung

3.2.1. Vorliegend gibt es weder direkte objektive Sachbeweise noch direkte Augen-

zeugen für die Täterschaft des Beschuldigten im Sinne der Hauptanklage. Es liegen 

indes mehrere doch deutlich für die Täterschaft des Beschuldigten sprechende 

objektive Indizien vor:

3.2.1.1. Dem Beschuldigten stand als Untermieter des Lagerraums das alleinige 

Nutzungsrecht daran zu. Er ging dort ein und aus, teils Einweghandschuhe tragend 

und Behältnisse in der Hand haltend (Urk. D1/5/31; 30. Mai 2021, 15:36 Uhr, und 

2. Juni 2021, 14:08 und 18:59 Uhr; vgl. schon die Vorinstanz in Urk. 62 E. I/C/3.5 

S. 25).

3.2.1.2. Der Beschuldigte verkaufte eingestandenermassen am 3. Juni 2021 in 

zwei separaten Vorgängen Kokaingemisch von je 50 Gramm, nämlich an D._____ 

und F._____. Es bestehen keine Hinweise dafür, dass die beiden Abnehmer unter 

sich eine Verbindung hatten. Es ist nun doch sehr unwahrscheinlich, dass ein bis 

dahin Ungeübter im Handel mit harten Drogen so kurz aufeinander, gleichsam zu-

fällig, die Gelegenheit für solch grosse Verkaufshandlungen bekommt. Der Schluss 

liegt daher nahe, dass schon vorher solche Handelsgeschäfte an der Tagesord-

nung waren (ähnlich schon die Vorinstanz in Urk. 65 E. I/C/ 3.8 S. 29), dass es sich 

dabei um typische Vorgänge handelte.

3.2.1.3. Die Staatsanwaltschaft (Urk. 53 S. 5, Urk. 80 S. 6) weist in diesem Zusam-

menhang zutreffend darauf hin, dass mit den zwei singulären Kokainverkäufen für 

den Beschuldigten ein Risiko einherging, das er unter der Hypothese seiner 

Darstellung und vor dem Hintergrund seiner einschlägigen Vorstrafen, aber auch 

seiner finanziellen Mittel aus dem CBD-Handel kaum eingegangen wäre.

- 21 -

3.2.1.4. Weiter stellen die Chatverläufe mit N._____ sowie «O._____» vom 

23. April 2021 – mit der Vorinstanz (vgl. Urk. 65 E. I/C/3.6.3 S. 26 samt Zitaten von 

Urk. D1/6//26 Beilage 24) – belastende Indizien dar: Daraus geht hervor, wie sich 

die Gesprächsteilnehmer des Beschuldigten über mangelhafte Ware beklagen. 

Recht deutlich scheint, dass der Beschuldigte als Zwischenhändler sie mit Be-

täubungsmitteln belieferte, welche in der Endverbraucherszene Reklamationen 

auslösten. Dabei ist die Rede vom «glänzenden», was vermutlich die Substanz 

beschreiben sollte. Weiter wird konkret das Streckmittel kritisiert. Und die Endab-

nehmer werden als «jänks» bezeichnet, vermutlich eine Kurzform für Junkies, was 

wiederum eine drogenabhängige Person bezeichnet (dem Beschuldigten vorgehal-

ten, vgl. Urk. 79 S. 8). All dies deutet auf eine andauernde Beteiligung am Handel 

mit harten Drogen hin (ebenso die Staatsanwaltschaft in Urk. 80 S. 5 f.). Die Ver-

wendung von Streckmitteln ist im CBD-Handel unwahrscheinlich.

Ebenso deutet der Chatverlauf mit I._____ (Urk. D1/6/26 Beilage 27) auf einen Han-

del mit harten Drogen hin. Einerseits ging es da, am 14. Mai 2021 (14:51 Uhr) um 

Reklamationen wegen des Geschmacks und der Qualität. Andererseits liegt nahe, 

dass es sich um Preisverhandlungen in einer Bandbreite zwischen Fr. 2'750.– und 

Fr. 3'250.– handelt, was mit Blick auf die Kokainverkäufe an D._____ und F._____ 

(wo für 50 g Kokaingemisch Preise von Fr. 3'000.– bzw. Fr. 3'700.– bezahlt wurden) 

auffällig scheint. In der Kombination spricht dies dafür, dass es auch im Chat mit 

I._____ um harte Drogen (Kokain) ging. Wenn der Beschuldigte dann erwidert, 

dass er wegen des Preises Rücksprache mit dem Partner nehmen müsse, so 

spricht dies nicht per se gegen den Vorwurf der Beteiligung im Drogenhandel ge-

mäss der Hauptanklage, sondern nur, aber immerhin, für eine Modifikation in dem 

Sinne, dass es noch Mitinvolvierte (z.B. Mittäter) gab.

Weiter deutet – mit der Vorinstanz (vgl. Urk. 65 E. I/C/3.6.6 S. 28) – auch die am 

11. Mai 2021 um 18:31 Uhr begonnene Konversation mit «P._____» über einen 

Wechsel, über einen weggefallenen Fahrer sowie über einen Vorrat von 20 Stk. 

darauf hin, dass es mit «colo» um Kokain ging.

Bezüglich der weiteren untersuchten Chatverläufe (u.a. mit Q._____ [Urk. D1/ 6/26 

Beilage 25], R._____ [Urk. D1/6/26 Beilage 26], S._____ [Urk. D1/6/26 Beilage 12]) 

- 22 -

sind – mit der Vorinstanz (vgl. Urk. 65 E. I/C/3.6.4 S. 26 und E. I/C/3.6.7 S. 28) 

keine Anhaltspunkte erkennbar, die auf einen Handel mit harten Betäubungsmitteln 

schliessen lassen.

3.2.1.5. Die vorgefundenen daktyloskopischen Spuren ab einem Knittersack 

Kokain, einem weiteren Knittersack und zwei Plastikbeuteln, welche sich dem 

Beschuldigten zuordnen lassen (Urk. D1/9/7 S. 16 i.V.m. S. 4), indizieren eine Be-

teiligung des Beschuldigten am Handel auch mit harten Betäubungsmitteln. Dass 

er die Gegenstände versehentlich berührte, namentlich beim Verschieben an einen 

andern Ort, könnte zwar sein (so die Verteidigung in Urk. 54 Rz 17 S. 8). Vor dem 

Hintergrund seiner Erfahrung aber im Drogenhandel (Vorstrafe) und auch ange-

sichts dessen, dass er nachweislich teils den Raum mit Einweghandschuhen betrat 

– er offensichtlich also sensibilisiert war (vgl. auch Urk. 79 S. 6) –, ergibt sich 

durchaus der Verdacht, dass die Spuren nicht bloss zufällig entstanden, sondern 

aufgrund weitergehender Beteiligung als der eingeräumten.

3.2.1.6. Etwas suspekt wirkt schon der Umstand, dass der Beschuldigte im Besitz 

mehrerer gebrauchsfähiger Mobiltelefone war (Urk. D1/6/13). Vor allem aber 

spricht für ein Alarmkonzept, das geradezu typisch für den organisierten Handel mit 

(harten) Drogen ist, wenn im Flugmodus befindliche Geräte mit ausländischen SIM-

Karten via ausländische Rufnummern ferngelöscht werden, so wie es hier laut den 

polizeilichen Ermittlungen erfolgte (vgl. Urk. D1/1/4 S. 17).

3.2.2. Im Lichte der klar für die Täterschaft des Beschuldigten sprechenden Indizien 

müsste der Beschuldigte in der Lage sein, glaubhafte Erklärungen für diese ihn 

belastenden Momente vorzubringen.

3.2.3. Die Darstellung des Beschuldigten basiert massgeblich auf einer Erklärung, 

welche die Verteidigung im Vorfeld einer Einvernahme der Staatsanwaltschaft am 

21. Oktober 2021, also rund viereinhalb Monate nach der Verhaftung des Beschul-

digten, in schriftlicher Form der Untersuchungsbehörde einreichte (Urk. D1/11/10). 

Bis dahin hatte der Beschuldigte im Wesentlichen die Aussage verweigert 

(Urk. D1/2/1, D1/3/1, D1/2/8, D1/2/12), was nicht zu seinen Lasten gewertet werden 

darf (vgl. Art. 113 Abs. 1 StPO).

Die Besonderheit, dass der Beschuldigte in den darauffolgenden Einvernahmen 

- 23 -

(Urk. D1/3/3, D1/2/13, D1/3/8; Prot. I S. 18 ff., ebenso in Urk. 79 S. 4 ff.) eng bei 

jenen Zugaben bleibt, die bereits die erwähnte Erklärung der Verteidigung enthielt, 

darf indes durchaus mit in die Würdigung einbezogen werden. Und hier fällt auf, 

dass die Antworten des Beschuldigten, insoweit sie das rechtlich relevante Kern-

geschehen um den Handel mit harten Betäubungsmitteln betrifft, oberflächlich, ein-

silbig und auch ausweichend ausfielen (Urk. D1/3/3 F/A 34 ff., aber auch Urk. D1/3/ 

8 F/A 15, 27 f., 57 f.). Spontane, bildhafte Erweiterungen, etwa zu prägnanten 

Nebensächlichkeiten, fehlen gänzlich. Es wirkt deutlich so, dass diese Aussagen 

gesteuert sind – dass der Beschuldigte darauf bedacht war, sich möglichst nicht in 

Widerspruch mit der vorbesprochenen Verteidigungsstrategie zu begeben. 

Gegenüber den Ausführungen zum CBD-Handel besteht insofern ein Struktur-

bruch, als jene Ausführungen gerade die zu erwartenden spontanen Erweiterungen 

und anschaulichen Details enthalten, welche für eine erlebnisbasierte Schilderung 

sprechen (so in Urk. D1/3/3 F/A 10 ff., aber auch Prot. I S. 20 ff.). Aber auch hier 

werden Geschäftspartner, Lieferanten etc. nicht genannt (Urk. D1/3/3 F/A 22 f., 

Prot. I S. 21, Urk. 54 Rz 3 S. 5), sodass die Aussagen letztlich nicht überprüfbar 

sind. Jemand, der reinen  Tisch macht, sagt anders aus, nimmt angesichts der 

drohenden Sanktion in Kauf, sich berufliche Perspektiven (hier die Tätigkeit im 

CBD-Handel) zu verbauen. Es wirkt verdächtig, wenn der Beschuldigte zwar aus-

führlich über das CBD-Geschäft spricht, letztlich zur Überprüfung aber nur gerade 

einen Geschäftspartner nennt, der gleichzeitig ein persönlicher Bekannter, ja sogar 

Freund ist, nämlich H._____ (vgl. Urk. D1/3/6 F/A 12; vgl. auch die Staatsanwalt-

schaft in Urk. 80 S. 4).

3.2.4. Leicht abgeschwächt wird die Glaubhaftigkeit der Version auch durch das 

anpassende Verhalten des Beschuldigten in Bezug auf die Siegelung des im 

Kellerraums sichergestellten Tresors. Das entsprechende Gesuch liess er am 

9. Juni 2021 mit der Begründung zurückziehen, der Tresor gehöre nicht ihm 

(Urk. D1/11/9). Diese Version liess er später aber, zeitlich nach Bekanntwerden der 

Abklärungen zum Tresorkauf (vgl. Urk. D1/1/4 S. 16 ff., Rapport vom 30. August 

2021) dahingehend anpassen, dass der Tresor doch ihm gehöre und er aus Angst, 

stärker in die Sache hineingezogen zu werden, unrichtigerweise gesagt habe, der 

Tresor gehöre nicht ihm (Urk. D1/11/10 S. 3). Ein solcher Wechsel des Stand-

- 24 -

punkts an sich sollte zwar nicht überbewertet werden; er nährt tendenziell aber be-

stehende Zweifel an der Version des Beschuldigten (vgl. auch die Staatsan-

waltschaft in Urk. 53 S. 5 und Urk. 80 S. 4 f. und die Vorinstanz in Urk. 65 

E. I/C/3.1.6 S. 18).

3.2.5. Verwunderlich ist weiter auch das Vorbringen des Beschuldigten, er habe 

den Tresor im Frühjahr 2021 gekauft und im Bastelraum positioniert, um dort die 

nach dem Einbruch des CBD-Geschäfts von den Produzenten zusammengezo-

genen Gelder einzulagern (Urk. D1/11/10 S. 3). Ungefähr zeitgleich begann der 

Beschuldigte nämlich unbestritten auch wieder mit Marihuana und Haschisch zu 

handeln (Urk. D1/11/10 S. 3). Nun wirkt es doch reichlich unvernünftig, wenn man 

legalen CBD-Handel und illegalen Betäubungsmittel-Handel im selben Raum 

abwickelt und grosse Bargeldsummen aus legaler Herkunft just dort, in einem 

Keller-/Lagerraum, einlagert, wo man auch illegalen Machenschaften nachgeht. 

Gerade wenn man wie der Beschuldigte einschlägig vorbestraft ist, ist man kaum 

so unvorsichtig. 

3.2.6. Noch viel mehr erscheint lebensfremd, dass man einen solchen Kellerraum 

einem Bekannten zur Verfügung stellt, um fortan eine Mischnutzung dergestalt zu 

betreiben, dass der eine (hier der Kollege G._____) in grossem Stil Handel mit har-

ten Betäubungsmitteln betreibt und Drogen, Drogen- und Schwarzgelder in grossen 

Mengen einlagert, während der andere (hier der Beschuldigte) weiterhin frei 

ein- und ausgeht und selber weiterhin bloss Bargeld (legaler Herkunft, aus CBD-

Handel) sowie Marihuana und Haschisch im selben Raum aufbewahrt. Ein solches 

Nebenher würde einerseits ein nahezu grenzenloses Vertrauen voraussetzen. 

Dass dies im Drogengeschäft eher ungewöhnlich ist, darf als notorisch gelten. 

Andererseits würde es auch an jeglichem Verständnis für Risikodiversifizierung 

fehlen. Dass vorliegend beim Beschuldigten und auch beim Kollegen G._____ 

gleich beides zutraf, scheint wenig plausibel.

3.2.7. Eine Vermischung von Geldern legaler Herkunft mit Drogengeld ist daher 

wenig glaubhaft. Ebenso wenig überzeugt, dass das Einschweissen von Geld als 

Abgrenzungskriterium gedient haben soll bezüglich der Herkunft bzw. wem was 

gehört. Vielmehr ist einzig plausibel, dass schlicht das gesamte im Lagerraum 

- 25 -

gefundene Geld aus dem Drogenhandel stammte (a.M. die Verteidigung, Urk. 81 

S. 5 f. und Prot. II S. 11 unten). 

3.2.7.1. Als ganz wesentlich festzuhalten ist nochmals, dass der Beschuldigte un-

eingeschränkten Zugang zum Lagerraum hatte, den er angemietet hatte. Er hatte 

folglich zumindest Mit-Besitz an allem, was im Raum gelagert wurde, auch an den 

harten Drogen. Von diesen hat er eingestandenermassen verkauft (unbestrittener-

massen an D._____ und F._____).

3.3. Gesamtwürdigung

3.3.1. Es besteht eine für die Täterschaft des Beschuldigten überzeugend spre-

chende Indizienlage, für die der Beschuldigte letztlich keine glaubhaften Erklärun-

gen zu liefern vermag. Fehlen Anhaltspunkte für die Richtigkeit seiner entlastenden 

Behauptungen, darf das Gericht in freier Beweiswürdigung zum Schluss kommen, 

dessen Vorbringen seien unglaubhaft (vgl. oben E. II/2). 

Die Aussagen des Beschuldigten lassen nicht nur Anhaltspunkte für die Richtigkeit 

vermissen, sondern warten vielmehr mit in der Aussagepsychologie als Warn-

signale bezeichneten Momenten auf. Die Summe der den Beschuldigten be-

lastenden Indizien und das Fehlen einer glaubhaften Erklärung dafür lassen keine 

vernünftigen Zweifel zurück, dass der Beschuldigte nicht erst am 3. Juni 2021 zu 

Verkäufen harter Drogen überwechselte, sondern dass er sich – grundsätzlich wie 

in der Hauptanklage umschrieben – selber aktiv am Drogenhandel im grossen Stil 

betätigte.

Die Vorinstanz vermochte sich nicht zu dieser Würdigung durchzuringen. Nach 

ihrer (an sich sehr sorgfältigen) Würdigung der einzelnen Indizien verblieben ihr 

mehrfach Zweifel, welche sie jeweils beim Behandeln des einzelnen Indizes be-

nennt (vgl. exemplarisch Urk. 65 E. I/C/3.6.4 S. 27 oder auch E. I/C/3.8.2 und 3.9 

S. 30; ebenso die Verteidigung bspw. in Urk. 81 S. 6 unten). Dies greift jedoch 

insoweit zu kurz, als der Grundsatz «in dubio pro reo» – wie oben ausgeführt 

(E. II/2) – auf das einzelne Indiz, isoliert, keine Anwendung findet, sondern seine 

Wirkung erst bei der Beweiswürdigung als Ganzes entfaltet. Die gesamthafte 

Würdigung der Beweislage führt vorliegend zum Schluss, dass es mit der nach-

stehenden Ausnahme so passiert sein muss, wie es Eingang in die Hauptanklage 

- 26 -

fand.

3.3.2. Nicht zweifelsfrei erstellen lässt sich, dass der Beschuldigte dem Handel mit 

harten Drogen als Alleintäter nachging: 

Einerseits zeigen die Bilder aus der Videoüberwachung (Urk. D1/5/31), dass der 

Kellerraum neben dem Beschuldigten und dessen Vater auch von drei weiteren, 

unbekannten männlichen Personen betreten wurde bzw. sich diese im Vorraum 

aufhielten (so am 30. Mai 2021, 15:21 Uhr sowie am 1. Juni 2021, 11:53 Uhr und 

17:14 Uhr).

Andererseits erwähnt der Beschuldigte im Chat-Verlauf mit I._____ einen Partner, 

mit dem er den Preis noch abklären wolle (Urk. D1/6/26 Beilage 27, ab 14:51 Uhr; 

zitiert von der Vorinstanz in Urk. 65 E. I/C/3.6.5 S. 27). Auch dies spricht dafür, dass 

der Beschuldigte nicht gänzlich autonom handelte, was denn auch beim organisier-

ten Drogenhandel in der Natur der Sache liegt.

Schliesslich macht es auch psychologisch durchaus Sinn, dass der Beschuldigte 

diesen Kollegen G._____ nicht komplett frei erfand, sondern dass eine weitere, 

dem Beschuldigten an sich nahestehende Person mitwirkte, welche er nun nicht 

verraten will, welcher er nun gleichzeitig aber möglichst viel an Tatverantwortung 

übertragen möchte.

Es ist demzufolge vom Tatsachenfundament her zu Gunsten des Beschuldigten 

davon auszugehen, dass der Beschuldigte zusammen mit mindestens einem Mit-

täter  – gemeint ist der besagte «Kollege G._____» – die vorgeworfenen Machen-

schaften beging.

Eine solche Tatsachenwürdigung kommt übrigens einer Abschwächung des Ankla-

gesachverhalts gleich und berührt den in Art. 9 StPO verankerten Anklagegrund-

satz jedenfalls dann nicht, wenn sich wie hier eine solche Teilnahmeform gemäss 

dem Anklagesachverhalt (Urk. D1/18) als reale Möglichkeit aufdrängt (BGer 

6B_873/2015 vom 20. April 2016 E. 1.4). Ob und inwiefern eine strafbare Handlung 

im Zusammenwirken mit weiteren Tätern begangen wurde, betrifft die Frage der 

Teilnahmeform. Das Gericht ist mithin frei, in Abweichung von der Anklage auf die 

tatsächlich zutreffende Teilnahmeform zu erkennen, wenn und soweit die der 

Anklage und dem Urteil zugrunde gelegten tatsächlichen Handlungen im Wesen-

- 27 -

tlichen übereinstimmen (Entscheid der Kammer SB200048-O/U E. IV/2.3 S. 17; 

BGer 6B_155/2021 vom 18. März 2022 E. 1.2).

3.3.3. Der im Zusammenhang mit dem Vorwurf der qualifizierten Widerhandlung 

gegen das Betäubungsmittelgesetz zur Anklage gebrachte Sachverhalt im Sinne 

von Ziff. 1 der Hauptanklage ist damit mit der vorstehenden Abschwächung in 

Bezug auf die Teilnahmeform erstellt.

4. Zum Vorwurf der Geldwäscherei (Hauptanklage Ziff. 2 / Eventualankl. Ziff. 2)

Was den Vorwurf der Geldwäscherei betrifft, fusst die Beweiswürdigung weitge-

hend auf dem Tatsachenfundament in Bezug auf den Handel mit harten Drogen 

(siehe vorstehend E. II/3). Nachdem erstellt ist, dass der Beschuldigte selber regel-

mässig Handel mit weichen und mit harten Drogen betrieb (entsprechend der 

Hauptanklage) und er – allenfalls mit Mittätern – den fraglichen Kellerraum dafür 

nutzte, besteht eine klare Indizienlage dafür, dass es sich bei den im Raum befind-

lichen Geldern um Einnahmen aus den in Umlauf gebrachten Drogen handelt. Auch 

die Stückelung passt dazu.

Letztlich kann offenbleiben, wie intensiv und mit welchem wirtschaftlichen Erfolg 

sich der Beschuldigte im legalen CBD-Handel betätigte. Dass er auf diese Weise 

legal erzielte Einnahmen gegebenenfalls im fraglichen Kellerraum einlagern würde, 

in welchem sich mit seinem vollen Wissen grosse Mengen an Drogen und auch 

Drogenerlös befanden, scheint aber nachgerade lebensfremd und damit unglaub-

haft (siehe schon oben E. II/2). Es ist deshalb von einer reinen Schutzbehauptung 

auszugehen.

Vielmehr lässt die Beweislage – namentlich die Art des Aufbewahrens, aber auch 

die Stückelung – keinen anderen Schluss zu, als dass der Beschuldigte wissentlich 

und willentlich Geld aus dem Drogenhandel im Kellerraum und dort teils im Tresor 

aufbewahrte. Nachdem die in die Anklage aufgenommenen Barschaften so sicher-

gestellt wurden im fraglichen Raum (Urk. D1/6/14), ist der Anklagesachverhalt ge-

mäss Ziffer 2 der Hauptanklage erstellt.

- 28 -

III.  Rechtliche Würdigung

1. Wiederhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz

1.1. Nach Art. 19 Abs. 1 BetmG macht sich strafbar, wer Betäubungsmittel (u.a.) 

unbefugt lagert (lit. b), veräussert (lit. c), besitzt oder aufbewahrt (lit. d). Eine quali-

fizierte Wiederhandlung im Sinne von Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG liegt vor, wenn der 

Täter weiss oder annehmen muss, dass die Widerhandlung mittelbar oder un-

mittelbar die Gesundheit vieler Menschen in Gefahr bringen kann. Die Grenze für 

die Annahme eines sogenannten schweren Falles liegt gemäss Bundesgericht bei 

12 Gramm Heroin, 18 Gramm Kokain, 200 Trips LSD oder 36 Gramm Amphetamin, 

wobei jeweils die Menge des reinen Stoffes massgebend ist (BGE 145 IV 312 

E. 2.1; 109 IV 143 E. 3b). Keine Anwendung findet die Qualifizierung nach Art. 19 

Abs. 2 lit. a BetmG bei Cannabis (wie Haschisch oder Marihuana; BGE 117 

IV 314), ebenso wenig bei MDMA/Ecstasy (BGE 125 IV 90).

Nach der Rechtsprechung hat jede der in Art. 19 Abs. 1 BetmG aufgeführten Hand-

lungen die Bedeutung eines selbstständigen Straftatbestandes, so dass Täter ist, 

wer in eigener Person einen dieser gesetzlichen Tatbestände objektiv und subjektiv 

erfüllt (BGer 6B_1008/2022 vom 10. Mai 2023 E. 2.1, 6B_1226/2015 vom 5. August 

2016 E. 3.3.2; BGE 133 IV 187 E. 3.2).

1.2. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung meint Besitz im Sinne von 

Art. 19 Abs. 1 lit. d BetmG nicht den Zustand als solchen, sondern ein dafür 

kausales Verhalten, nämlich die Herbeiführung und Aufrechterhaltung des illegalen 

Zustands. Der Tatbestand ist demnach erfüllt, wenn der Täter anders als auf dem 

im Gesetz vorgeschriebenen Weg Betäubungsmittel erlangt hat. Besitz setzt die 

tatsächliche Möglichkeit des Zugangs zur Sache voraus und das Wissen darum, 

wo sie sich befindet (Herrschaftsmöglichkeit), sowie den Willen, die Sache der 

tatsächlichen Möglichkeit nach zu beherrschen (Herrschaftswillen; BGE 119 IV 266 

E. 3c mit Hinweisen; BGer 6B_1008/2022 vom 10. Mai 2023 E. 2.1.1). Es kommt 

nicht auf eine irgendwie geartete Sachherrschaft an, sondern auf die faktische 

Möglichkeit des Täters, die betreffenden Betäubungsmittel in den Verkehr zu brin-

gen (OFK/BetmG-SCHLEGEL/JUCKER, BetmG 19 N 69). Dass der Beschuldigte über 

- 29 -

diese Möglichkeit verfügte, ist zu bejahen. Unerheblich bleibt, ob weitere Personen 

Zugang zum Lagerraum hatten (vgl. BGer 6B_120/2008 vom 1. Juli 2008 E. 3.1 

und 3.2). Folglich erlangte der Beschuldigte Besitz an den inkriminierten Sub-

stanzen.

1.3. Unter Lagern wird gemeinhin das Aufbewahren zur späteren Verwendung, 

insbesondere zu Handelszwecken verstanden (OFK/BetmG-SCHLEGEL/JUCKER, 

BetmG 19 N 41; FIOLKA, AJP 2011, 1276). Dem Vorgang des Aufbewahrens der 

verschiedenen Substanzen (Bunkern von Betäubungsmittel und Streckmittel) im 

Lagerraum, im Sinne eines eigentlichen Vorrats mit der Bereitschaft, stets genug 

an Lager zu haben, kommt hier eigenständige Bedeutung zu, sodass über den blos-

sen Besitz hinaus auch die Tatbestandsvariante von Art. 19 Abs. 1 lit. b BetmG 

erfüllt wurde (a. M. die Verteidigung, vgl. Urk. 54 Rz II/1 f. S. 13).

1.4. Mit dem Drogenhandel im Allgemeinen und namentlich mit den Verkäufen 

von Kokaingemisch an D._____ und F._____ im Speziellen erfüllte der Beschul-

digte klarerweise auch die Tatbestandsvariante des Veräusserns gemäss Art. 19 

Abs. 1 lit. c BetmG.

1.5. Die Widerhandlung gegen Art. 19 Abs. 1 BetmG ist als abstraktes Gefähr-

dungsdelikt ausgestaltet (BGE 118 IV 200 E. 3f). Nach der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung gelangt Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG auch zur Anwendung, wenn die 

(harte) Droge noch nicht an Dritte abgegeben wurde, aber zur Abgabe an Dritte 

bestimmt war. Bereits der Besitz einer qualifizierten Menge an harten Drogen kann 

eine ausreichende Gefährdung im Sinne von Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG begründen 

(BGer 6B_1070/2018 vom 14. August 2019 E. 4.3.2; 6B_134/2021 vom 20. Juni 

2020 E. 1.3.5). 

1.6. Eine bandenmässige Tatbegehung (Art. 19 Abs. 2 lit. b BetmG) wirft die An-

klage dem Beschuldigten nicht vor. Erstellt wurde jedoch, dass noch eine weitere 

Person mit dem Beschuldigten in massgebender Weise mitgewirkt hat (BGE 133 

IV 82), nämlich der ominöse «Kollege G._____». Bei der Gewichtung des Tatver-

schuldens wird im Rahmen der Strafzumessung insofern Rechnung zu tragen sein, 

- 30 -

als es auf den Tatbeitrag bzw. die hierarchische Stellung des Beschuldigten an-

kommt (vgl. E. IV/3.1 unten).

1.7. Gewerbsmässigkeit im Sinne von Art. 19 Abs. 2 lit. c BetmG wirft die An-

klage dem Beschuldigten ebenfalls nicht vor. Die erwähnten Grenzwerte für 

schwere Fälle wurden erfüllt, dort wo sie überhaupt zur Anwendung gelangen – hier 

konkret bezüglich Heroin und Kokain. Angesichts der mehreren Tatbestands-

varianten (Art. 19 Abs. 1 lit. b, c und d BetmG) gilt es, mehrere qualifizierte Wider-

handlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz zu ahnden. Wie die Vorinstanz in 

Urk. 65 E. II/ 2.1–2.3 S. 35 zutreffend klarstellte, gilt es ausserdem, die beiden kon-

kreten Kokainverkäufe als zwei Einzelhandlungen und nicht als Handlungseinheit 

zu sehen. Auf die umgeschlagene Gesamtmenge wird im Rahmen der Strafzu-

messung einzugehen sein (vgl. E. IV/3.1 und IV/4.1–4.3 unten).

1.8. Zusätzlich liegt auch ein minderschwerer Verstoss gegen das Betäubungs-

mittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. b – d BetmG vor, indem Marihuana, 

Haschisch und Ecstasy (sog. weiche Drogen) – offensichtlich für Dritte bestimmt – 

umgeschlagen wurde. Diesbezüglich kann von einem einheitlichen Willensakt und 

einem einheitlichen zusammengehörenden Geschehen und damit von einer natür-

lichen Handlungseinheit ausgegangen werden (vgl. hierzu BGer 6B_646/2018 vom 

2. November 2018 E. 4.3 sowie BGE 133 IV 256 E. 4.5.3).

1.9. Mangels Rechtfertigungs- und/oder Schuldausschlussgründen ist der Be-

schuldigte demnach des mehrfachen Verbrechens gegen das Betäubungsmittel-

gesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. b – d i.V.m. Abs. 2 lit. a BetmG und des Ver-

gehens gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. b – d 

BetmG schuldig zu sprechen. 

2. Geldwäscherei

2.1. Gemäss Art. 305bis Ziff. 1 StGB macht sich der Geldwäscherei schuldig, wer 

eine Handlung vornimmt, die geeignet ist, die Ermittlung der Herkunft, die Auf-

findung oder die Einziehung von Vermögenswerten zu vereiteln, die, wie er weiss 

oder annehmen muss, aus einem Verbrechen (oder einem qualifizierten Steuerver-

- 31 -

gehen) herrühren. Es handelt sich dabei (wie schon bei den Verstössen gegen das 

Betäubungsmittelgesetz) um ein abstraktes Gefährdungsdelikt; der Nachweis einer 

konkreten Vereitelungsgefahr oder einer gelungenen Vereitelung ist nicht erforder-

lich (BGE 136 IV 188 E. 6.1; 127 IV 20 E. 3a; BGer 6B_27/2020 vom 20. April 2020 

E. 2.3.1; je mit Hinweisen). Durch die strafbare Handlung wird der Zugriff der 

Strafbehörde auf die aus einem Verbrechen stammende Beute behindert. Der 

Tatbestand schützt in erster Linie die Rechtspflege in der Durchsetzung des 

staatlichen Einziehungsanspruchs bzw. das öffentliche Interesse an einem 

reibungslosen Funktionieren der Strafrechtspflege (BGE 145 IV 335 E. 3.1; 129 

IV 322 E. 2.2.4; BGer 6B_27/2020 vom 20. April 2020 E. 2.3.1; je mit Hinweisen).

Das nach Art. 305bis StGB strafbare Verhalten liegt in der Sicherung der durch die 

Vortat unrechtmässig erlangten Vermögenswerte. Tathandlung der Geldwäscherei 

ist jeder Vorgang, der geeignet ist, den Zugriff der Strafbehörden auf die ver-

brecherisch erlangten Vermögenswerte zu vereiteln (BGE 145 IV 335 E. 3.1; 144 

IV 172 E. 7.2.2; 136 IV 188 E. 6.1; je mit Hinweisen). Unter dieser Voraussetzung 

können selbst einfachste Tathandlungen den Tatbestand erfüllen. Komplizierte 

Finanztransaktionen oder eine erhebliche kriminelle Energie sind nicht voraus-

gesetzt (BGE 128 IV 117 E. 7a; 122 IV 211 E. 3b.aa; BGer 6B_1201/2019 vom 

1. Mai 2020 E. 3.3). Ob solch tatbestandsmässiges Verhalten vorliegt, ist im Einzel-

fall zu bestimmen (BGE 144 IV 172 E. 7.2.2 mit Hinweisen; BGE 122 IV 211 E. 2). 

Als Vereitelungshandlungen kommen gemäss Rechtsprechung etwa das Ver-

stecken von aus Betäubungsmittelhandel herrührenden Geldern (BGE 119 IV 59 

E. 2e) bzw. das Zur-Verfügung-Stellen einer Wohnung als vorübergehendes 

Versteck für Drogengelder (BGer 6S.702/2000 vom 14. August 2002 E. 2.2), das 

Anlegen sowie das Wechseln von Bargeld in Betracht, nicht jedoch dessen 

einfache Einzahlung auf das dem üblichen privaten Zahlungsverkehr dienende 

persönliche Bankkonto am Wohnort oder der blosse Besitz bzw. das Aufbewahren 

von Geld (BGE 127 IV 20 E. 3a mit Hinweisen; BGer 6S.595/1999 vom 24. Januar 

2000; vgl. auch BSK StGB-PIETH, 2019, Art. 305bis N 46). Auch bei einer blossen 

Verlängerung der Papierspur («paper trail») – etwa bei einer Überweisung von 

einem Konto auf ein anderes (im Inland) – liegt in der Regel keine Geldwäscherei 

- 32 -

vor, solange keine weiteren Verschleierungshandlungen stattfinden und die Ver-

mögenswerte dort noch einziehbar sind.

2.2. Solche eigentlichen Verschleierungshandlungen mit eigenem Gehalt fehlen 

vorliegend. Von der rechtlichen Ausgangslage her unterscheidet sich die Kon-

stellation von jener, wie sie von der Vorinstanz basierend auf der Eventualanklage 

beurteilt wurde. Die aus dem Drogenhandel deliktisch erlangten Gelder wurden 

vom Beschuldigten und seinem vermuteten Mittäter, dem «Kollegen G._____», im 

selben Lagerraum aufbewahrt, wo auch die Betäubungsmittel versteckt waren. Die 

Gelder verblieben somit im engeren Bereich der deliktischen Tätigkeit. Daran 

ändert nichts, wenn diese Gelder noch in einem Vakuumbeutel verpackt respektive 

in einem Tresor eingeschlossen waren, welcher schliesslich von den Polizeikräften 

gewaltsam, mittels Trennscheibe geöffnet werden musste. Ein Tresor in einem 

Drogenbunker kann nicht als separates Versteck gesehen werden, durch das der 

Zugriff der Behörden noch wesentlich erschwert wäre.

2.3. Mangels einer Geldwäschereihandlung (oder dahingehenden Intention) ist 

weder der objektive noch der subjektive Tatbestand von Art. 305bis Ziff. 1 StGB 

erfüllt, und es hat diesbezüglich ein Freispruch zu ergehen.

IV.  Strafe

1. Ausgangslage, Grundsätze

1.1. Die Anklagebehörde fordert wie bereits im erstinstanzlichen Hauptverfahren 

eine Bestrafung des Beschuldigten mit einer Freiheitsstrafe von 8 Jahren (Urk. 80 

und Urk. 52, je S. 1). Auch die Verteidigung bleibt auf ihrem bisherigen Standpunkt 

und beantragt weiterhin eine Bestrafung von maximal 40 Monaten Freiheitsstrafe 

(3 1/3 Jahre; Urk. 81 S. 1 und Urk. 54 S. 2). Die Vorinstanz bestrafte den Be-

schuldigten – basierend auf der Eventualanklage – mit einer Freiheitsstrafe von 

64 Monaten (= 5 1/3 Jahre; Urk. 65 S. 56, Disp.-Ziff. 2). Die Strafe steht im Be-

rufungsverfahren zur Disposition.

- 33 -

1.2. Das Bundesgericht hat die Grundsätze der Strafzumessung nach Art. 47 ff. 

StGB, namentlich der Gesamtstrafenbildung nach Art. 49 Abs. 1 StGB in Anwen-

dung des Asperationsprinzips, sowie die Begründungsanforderungen wiederholt 

dargelegt (siehe z.B. BGE 144 IV 313 E. 1, 144 IV 217 E. 2 f., 142 IV 265 E. 2.3 ff., 

141 IV 61 E. 6.1.2, 136 IV 55 E. 5.4; 136 IV 55 E. 5.4 ff.; BGer 7B_181/2022 vom 

27. September 2023; je mit Hinweisen). Darauf sowie auf die zutreffenden 

vorinstanzlichen Erwägungen (Urk. 65 E. III/1.1 und III/2 S. 38 ff.) kann verwiesen 

werden.

Die Bildung einer Gesamtstrafe ist nur bei gleichartigen Strafen möglich. Un-

gleichartige Strafen sind kumulativ zu verhängen, da das Asperationsprinzip nur 

greift, wenn mehrere gleichartige Strafen ausgesprochen werden. Mehrere 

gleichartige Strafen liegen vor, wenn das Gericht im konkreten Fall für jeden 

einzelnen Normverstoss gleichartige Strafen ausfällen würde (BGE 144 IV 313 

E. 1.1.3; 138 IV 120 E. 5.2; je mit Hinweisen). 

2. Wahl Sanktionsart, Strafrahmen

2.1. Für qualifizierte Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz im 

Sinne von Art. 19 Abs. 1 i.V.m. Abs. 2 BetmG sieht das Gesetz eine Freiheits-

strafe von mindestens einem Jahr vor, womit eine Geldstrafe verbunden werden 

kann. Der Grundtatbestand von Art. 19 Abs. 1 BetmG enthält eine Strafan-

drohung von Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe vor. 

2.2. Bei der Wahl der Sanktionsart ist als wichtiges Kriterium die Zweckmässig-

keit einer bestimmten Sanktion, ihre Auswirkungen auf die Täterschaft und auf ihr 

soziales Umfeld sowie ihre präventive Effizienz zu berücksichtigen (BGE 147 

IV 241 E. 3.2; BGer 6B_355/2021 vom 22. März 2023 E. 3.3; je mit Hinweisen). 

Nach dem Prinzip der Verhältnismässigkeit soll nach konstanter Rechtsprechung 

bei alternativ zur Verfügung stehenden und hinsichtlich des Schuldausgleichs 

äquivalenten Sanktionen im Regelfall diejenige gewählt werden, die weniger stark 

in die persönliche Freiheit des Betroffenen eingreift (BGE 138 IV 120 E. 5.2; BGer 

6B_355/ 2021 vom 22. März 2023 E. 3.3).

- 34 -

Während für die mehreren qualifizierten Widerhandlungen gegen das Be-

täubungsmittelgesetz (Art. 19 Abs. 1 lit. b – d i.V.m. Abs. 2 lit. a BetmG) wie 

gesehen, von Gesetzes wegen stets eine Freiheitsstrafe auszufällen ist, käme 

für den minderschweren Verstoss (Art. 19 Abs. 1 lit. b – d BetmG) von der 

abstrakten Strafandrohung her an sich auch bloss eine Geldstrafe in Frage (vgl. 

zum Ganzen BGE 144 IV 217 E. 3; 138 IV 120 E. 5.2; 134 IV 97 E. 4.2.2). Für 

den betriebenen Handel mit MDMA/Ecstasy, Marihuana und Haschisch wäre 

angesichts des angelegten Lagers im Drogenbunker aber auch der einschlägigen 

Vorstrafen eine Geldstrafe weder schuldangemessen noch wäre von einer 

solchen eine ausreichende spezialpräventive Wirkung zu erwarten. Da somit für 

alle vorliegend zu beurteilenden Normverstösse Freiheitsstrafen auszufällen 

sind, sind die Voraussetzungen für die Bildung einer einzigen Gesamt-

Freiheitsstrafe gegeben.

2.3. Strafschärfungs- und Strafmilderungsgründe führen nur bei ausser-

gewöhnlichen, hier nicht gegebenen Umstände dazu, die Grenzen des 

ordentlichen Strafrahmens zu verlassen und sie nach oben oder unten zu 

erweitern (BGE 136 IV 55 E. 5.8, mit Hinweisen). Strafschärfungsgründe (mehr-

fache Tatbegehung, Deliktsmehrheit) sind aber straferhöhend zu berück-

sichtigen. Strafmilderungsgründe liegen keine vor. Der Strafrahmen reicht 

deshalb gegen oben bis zu zwanzig Jahren Freiheitsstrafe, womit eine 

Geldstrafe verbunden sein kann (so schon die Vorinstanz in Urk. 65 E. III/1 

S. 38 f.).

3. Hauptdelikt: Besitz/Lagern von harten Drogen zur Weitergabe

3.1. Tatverschulden

Die objektive Tatschwere ist in Relation zu setzen zum breiten Spektrum von 

denkbaren qualifizierten Drogendelikten. 

Zusammen mit einem Komplizen («Kollege G._____») lagerte der Beschuldigte 

harte Betäubungsmittel, Kokain und Heroin, in beträchtlichen Mengen: insgesamt 

1'649.9 Gramm Kokaingemisch (Reinheitsgrad zwischen 72% und 93%, total 

1'512.4 Gramm reines Kokain), 2'109.9 Gramm Heroingemisch (Reinheitsgrad 

- 35 -

zwischen 2.5% und 39%, total 607.1 Gramm reines Heroin) nebst über 12 Kilo-

gramm Streckmittel. Die Betäubungsmittelmengen überschreiten die vom Bundes-

gericht festgelegten Grenzwerte, ab welchen ein schwerer Fall angenommen wird, 

um ein Vielfaches (dazu oben E. III/1.1 und 1.5). 

Zwar ist die Drogenmenge nicht in jedem Fall das ausschlaggebende Straf-

zumessungskriterium. So hat beispielsweise ein beauftragter Drogentransporteur 

manchmal gar keine Ahnung, welche Menge ihm zwecks Transport übergeben 

wurde oder wird. In solchen Fällen hat die Menge in einem gewissen Rahmen einen 

eher zufälligen Charakter. Deshalb spielt es in Bezug auf das Verschulden einer 

solchen Person häufig auch keine Rolle, ob es 100 Gramm mehr oder weniger sind. 

Andere Faktoren als die Menge können im Einzelfall bei der Strafzumessung ein 

deutlich grösseres Gewicht haben. Handelt es sich allerdings wie hier um den 

klassischen Fall eines Drogenhändlers, kommt der Drogenmenge doch mass-

gebliche Bedeutung für das Strafmass zu. So haben Gesetzgebung und 

Rechtsprechung den schweren Fall im Sinne von Art. 19 Abs. 2 BetmG mit einer 

Mindeststrafe von einem Jahr unter anderem allein an das Element der Menge, 

beispielsweise 12 Gramm reines Heroin oder 18 Gramm reines Kokain, geknüpft 

(Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG), unabhängig von weiteren Strafzumessungskriterien. 

Dies ist auch kohärent mit allgemeinen Strafzumessungsregeln, nach welchen sich 

das objektive Tatverschulden massgeblich nach dem Ausmass des Erfolgs der Tat 

richtet und unbestreitbar ist, dass umso mehr Personen in ihrer Gesundheit 

gefährdet oder beeinträchtigt werden, je grösser die Drogenmenge ist. 

Anerkannt ist in der Rechtsprechung auch, dass je höher die Menge der ge-

handelten Drogen ist, desto weniger linear sich die Menge zum Verschulden verhält 

(BGer 6B_780/2018 vom 9. Oktober 2018 E. 2.1 mit Hinweis auf BGE 121 IV 206; 

vgl. zum Ganzen OFK/BetmG-SCHLEGEL/JUCKER, StGB Art. 47 N 44 und N 45 

[Tabelle]). Zu der soeben zitierten Tabelle von SCHLEGEL/JUCKER ist festzuhalten, 

dass diese zwar eine grobe Vergleichsgrösse geben kann, bei der Bemessung der 

Strafe jedoch die gesamten strafzumessungsrelevanten Umstände zu würdigen 

sind. Bezieht sich die Tat wie vorliegend auf verschiedene Betäubungsmittelarten, 

erscheint es angemessen, als Vergleichswert eine Um- und Zusammenrechnung 

entsprechend dem Verhältnis der Grenzmengen vorzunehmen (vgl. OFK/BetmG-

- 36 -

SCHLEGEL/JUCKER, StGB Art. 47 N 45a). Vorliegend (12 g Heroin entsprechen 18 g 

Kokain) bedeutet dies, dass umgerechnet von einer Menge gut 2,8 Kilogramm 

Kokain auszugehen ist, was von der Tabelle her zu einem Strafmass von rund 

5 Jahren führen würde.

Die diversen sichergestellten Substanzen verschiedener Reinheit zeugen von einer 

grösseren Anzahl an Operationen und erhöhter deliktischer Intensität. 

Zugunsten des Beschuldigten ist demgegenüber zu berücksichtigen, dass es in 

Bezug auf die sichergestellten gelagerten Drogen noch zu keiner Weitergabe ge-

kommen ist. Allerdings wäre dies nur eine Frage der Zeit gewesen: Der Beschul-

digte hat nicht von sich aus mit dem Drogenhandel aufgehört; seinem Treiben 

wurde erst durch seine Verhaftung ein Ende gesetzt.

Ebenfalls einen sehr wichtigen Faktor bei der Strafzumessung bildet die Hierarchie-

stufe im Drogenhandel. Denn diese Stellung repräsentiert letztlich die gesellschaft-

liche Gefährlichkeit des Täters. Auf der untersten Stufe eingeordnet werden primär 

stark Süchtige, welche mit dem Drogenhandel ihre Sucht finanzieren wollen oder 

müssen. Diese Täter auf unterster Stufe handeln in der Regel mit Kleinmengen und 

ihr Betäubungsmittelhandel hört auf, sobald die Quelle der Lieferanten versiegt. Sie 

sind bloss abhängige, ausführende Werkzeuge ohne eigene Entscheidungsbefug-

nis und ohne grossen kriminellen Einfluss. Auch Nichtsüchtige können im Einzelfall 

auf der untersten Stufe angesiedelt werden, so beispielsweise wenn es sich um 

eine einmalige Drogenabgabe handelt und die Menge gering ist, oder wenn der 

Täter aus existenziellen Gründen beispielsweise als billiger Drogentransporteur 

«missbraucht» wurde. Von alledem kann vorliegend keine Rede sein. Der Beschul-

digte gab an, bei ihm selbst seien Drogen kein Thema (Prot. I S. 12; Urk. D1/3/3 

S. 6). Die im Lagerraum des Beschuldigten sichergestellte Menge an Drogen ver-

schiedener Art und in verschiedenen Mengen und Reinheitsgraden, die beschlag-

nahmten Betäubungsmittelutensilien wie Feinwaage, Portionierungsmittel und Ver-

packungsmaterial bis hin zur Geldzählmaschine sowie das sichergestellte Bargeld 

dokumentieren, dass es sich beim Beschuldigten nicht etwa um einen «Gassen-

Dealer» oder «Verteiler» bloss unter Kollegen handelt. Nach den Typologisierung 

- 37 -

der Hierarchiestufen von EUGSTER/FRISCHKNECHT (in AJP 2014 S. 327, 335) wäre 

der Beschuldigte der Hierarchiestufe 4 zuzuordnen.

Dem Beschuldigten ist im Zweifel zuzugestehen, dass der Komplize «G._____» 

innerhalb des Duos dominierte und ihm selber eine eher untergeordnete Rolle zu-

kam. Dennoch aber ist der Beschuldigte angesichts der ihm anvertrauten, beacht-

lichen Mengen Betäubungsmittel als Mittelsmann mit einer bereits gewissen Be-

deutung einzustufen. Seine Stellung innerhalb der Hierarchiestufen des Drogen-

handels hebt sich jedenfalls deutlich ab von den unteren Bereichen. Das Duo ist im 

Zwischenhandelsbereich anzusiedeln, womit ihm eine wichtige und tragende Rolle 

im Drogenhandel im grösseren Stil zukommt. Der Beschuldigte war wohl nicht der 

grosse Organisator im Hintergrund, der systematisch andere Personen für seine 

kriminellen Absichten einspannte. Ebenso sind ihm keine internationalen Verbin-

dungen zur organisierten Kriminalität nachzuweisen. Es kommt ihm deshalb noch 

keine Stellung im mittleren Bereich zu. Nichts desto trotz war er in die Organisation 

integriert und handelte relativ selbständig und ohne Zwang oder Bedrängnis, wes-

halb er zwar noch im unteren Bereich der Drogenhandelshierarchie, jedoch nicht 

am untersten Rand der Distributionskette anzusiedeln ist. Letzteres zeigen denn 

auch die beiden Kokainverkäufe, bei welchen schon beachtliche Mengen weiterge-

geben wurde. Insgesamt zeugt die Vorgehensweise des Beschuldigten von einer 

erheblichen kriminellen Energie.

In subjektiver Hinsicht ist von direktem Vorsatz auszugehen. Der Beschuldigte 

wusste um die Betäubungsmittel und war dabei, sie in Verkehr zu bringen. Es ist 

davon auszugehen, dass er aus rein finanziellen, egoistischen Motiven handelte. 

Die subjektive Tatschwere vermag damit die objektive nicht zu relativeren. 

Im ganzen Spektrum denkbarer qualifizierter Drogendelikte wiegt das Tatver-

schulden nicht mehr leicht. Für sich betrachtet wäre eine Einsatzstrafe von 4 Jahren 

angemessen.

3.2. Täterkomponenten

3.2.1. Was die Biografie und die persönlichen Verhältnisse anbelangt, kann grund-

sätzlich auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz (Urk. 65 E. III/3.1.2 lit. a 

- 38 -

S. 41 f.) verwiesen werden. Anlässlich der heutigen Berufungsverhandlung führte 

der Beschuldigte aktualisierend aus, dass er inzwischen sein Pensum bei der 

T._____ GmbH von 50 auf 80 Prozent aufgestockt habe und nun Fr. 4'900.– netto 

pro Monat verdiene (Urk. 79 S. 2). Die persönlichen Verhältnisse zeitigen keine 

Auswirkungen auf die Strafzumessung.

3.2.2. Der Beschuldigte weist zwei Vorstrafen aus (Urk. 66). Am 20. Januar 2014 

wurde er mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis wegen Fahrens 

ohne Berechtigung und wegen In-Verkehr-Bringens (und Konsums) von Marihuana 

im Frühling 2013 zu einer Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu Fr. 30.– verurteilt 

(Aktenzeichen B-1/ 2013/2073). Ausserdem fällte das Bezirksgericht Zürich, 

4. Abteilung, am 2. Mai 2016 eine teilbedingte Freiheitsstrafe von 14 Monaten 

(wovon 6 Monate zu vollziehen waren und 8 Monate bei einer Probezeit von 

4 Jahren aufgeschoben wurden) sowie eine Busse von Fr. 300.– aus, nachdem der 

Beschuldige von August 2014 bis Februar 2015 Handel mit Marihuana im Kilo-

bereich betrieben, selber auch solches konsumiert und überdies unerlaubte 

Wurfmesser und Schlagringe besessen hatte (Aktenzeichen DG160095-L/U). 

Diese Vorstrafen sind einschlägig (Betäubungsmitteldelikte). Kaum war die 

vierjährige Probezeit der Strafe von 2016 abgelaufen, setzte die neue, noch 

deutlich schwerere Delinquenz ein. Erneute Delinquenz auf dem gleichen Gebiet 

indiziert eine besondere Unbelehrbarkeit und Uneinsichtigkeit (MATHYS, Leitfaden 

Strafzumessung, 2. Aufl., Basel 2019 N 320 und 322, mit Hinweisen auf die 

bundesgerichtliche Rechtsprechung).

Vorliegend ist angezeigt, aufgrund der Vorstrafen die Einsatzstrafe (analog zur Vor-

instanz [vgl. Urk. 65 E. III/3.1.2 lit. b S. 42]) um sechs Monate auf 54 Monate zu 

erhöhen.

3.2.3. Was das Teilgeständnis des Beschuldigten angeht, kann keine Rede sein 

von Einsicht und/oder Reue. Angesichts der Beweislage blieb nicht viel anderes 

übrig, als wenigstens das zuzugeben, was durch die Sicherstellungen erwiesen 

war. Seine eigene Beteiligung am Drogenhandel spielte der Beschuldigte herunter. 

Immerhin haben die Zugeständnisse das Verfahren aber erheblich vereinfacht. Die 

- 39 -

von der Vorinstanz (vgl. Urk. 65 E. III/3.1.2 lit. c S. 43) dafür gewährte Strafminde-

rung von 3 Monaten erscheint dem angemessen und ist zu übernehmen.

3.3. Zwischenfazit

Was das Gesamtverschulden für das Hauptdelikt betrifft, erscheint dafür (mit Blick 

auf einen ordentlichen Strafrahmen bis zu zwanzig Jahren Freiheitsstrafe) eine 

Strafe von 51 Monaten (= 4 ¼ Jahren) als angemessen.

4. Nebendelikte: Die beiden Kokainverkäufe und das BetmG-Vergehen 

4.1. Kokainverkauf auf D._____

Der Beschuldigte verkaufte und übergab am 3. Juni 2021 an D._____ 

49.8 Gramm Kokaingemisch mit einem hohen Reinheitsgehalt von 93%, ent-

sprechend 46.2 Gramm reines Kokain, zum Preis von Fr. 3'000.–. Diese Menge 

überschritt den vom Bundesgericht festgelegten Grenzwert zum schweren Fall um 

ca. das Zweieinhalbfache (dazu oben E. III/1.1 und 1.5). Die weiteren Elemente 

entsprechen im Wesentlichen jenen des Hauptdelikts. Für sich betrachtet wäre die 

Strafe für diesen einen Kokainverkauf im Bereich von 16 Monaten Freiheitsstrafe 

anzusiedeln. Die Vorinstanz war mit 14 Monaten noch eher mild (Urk. 65 E. III/3.2.1 

S. 43). Die subjektive Tatschwere vermag die objektive auch hier nicht zu relati-

vieren; es ist von direktem Vorsatz sowie von finanziellen, egoistischen Motiven 

auszugehen. 

Die persönlichen Verhältnisse zeitigen keine Auswirkungen auf die Strafzu-

messung. Den erwähnten einschlägigen Vorstrafen kommt bei der Strafzumessung 

in etwa gleich grosses Gewicht zu wie dem Umstand, dass der Beschuldigte diesen 

Verkauf bei erdrückender Beweislage gestanden hat. 

Für sich betrachtet wäre damit für den einen Kokainverkauf eine Strafe von 

16 Monaten angemessen.

4.2. Kokainverkauf auf F._____

Am selben Tag, dem 3. Juni 2021, verkaufte und übergab der Beschuldigte an 

F._____ 49.9 Gramm Kokaingemisch mit einem Reinheitsgehalt von ebenfalls 

93%, entsprechend 46.4 Gramm reines Kokain, zum Preis von Fr. 3'700.–. Was 

- 40 -

die Strafzumessung betrifft, unterscheidet sich dieser Drogenverkauf von jenem an 

D._____ nur minim. Auch für diesen Vorfall wären, für sich betrachtet, 16 Monate 

Freiheitsstrafe eine angemessene Sanktion.

4.3. BetmG-Vergehen (MDMA/Ecstasy, Cannabis-Produkte)

Zur objektiven Tatschwere lässt sich hier festhalten, dass der Beschuldigte über 

einen Zeitraum von mehreren Monaten in beträchtlichen Mengen weitere Betäu-

bungsmittel – 2'567 Gramm MDMA (Ecstasy), 11'874 Gramm Marihuana sowie 

4'168 Gramm Haschisch – zum Verkauf besass. 

Auch wenn das Gefährdungspotential dieser Substanzen im Vergleich zu den 

harten Drogen Heroin und Kokain wesentlich tiefer ist und es sich um Drogen 

mit tieferem Abhängigkeitspotential handelt (BGE 125 IV 90, 117 IV 314), ist an-

gesichts der verschiedenen Behältnisse, der Vorgehensweise (Lagerraum, 

Vorsichtsmassnahmen, Utensilien etc.) und auch im Gesamtkontext mit den 

harten Drogen nicht zu übersehen, dass diesem Geschäftszweig ebenfalls eine 

erhebliche Bedeutung zukam. Die weiteren Elemente entsprechen im Wesent-

lichen jenen des Hauptdelikts. Insgesamt kann mit Fug von einem organisierten 

Gemischtwarenladen gesprochen werden.

Wiederum vermag die subjektive Tatschwere die objektive nicht zu relativieren; es 

ist von direktem Vorsatz sowie von finanziellen, egoistischen Motiven auszugehen. 

Im Spektrum denkbarer Verstösse gegen den Grundtatbestand von Art. 19 

Abs. 1 BetmG liegt das Tatverschulden hier im mittleren Bereich und muss als 

erheblich bezeichnet werden. Für sich betrachtet wäre eine Einsatzstrafe von 

18 Monaten angemessen.

Die persönlichen Verhältnisse zeitigen wiederum keine Auswirkungen auf die Straf-

zumessung. Das bei erdrückender Beweislage abgegebene Geständnis vermag 

hier die direkt einschlägigen Vorstrafen (Handel mit Cannabis) nicht auszugleichen. 

Einer leichten Strafminderung steht eine deutlich spürbare Straferhöhung gegen-

über, sodass unter dem Strich eine Straferhöhung von 3 Monaten resultieren 

würde.

- 41 -

Als Einzelstrafe für das BetmG-Vergehen wären 21 Monate Freiheitsstrafe ange-

messen. 

5. Gesamtstrafenbildung, angemessene Strafe

Den beiden direkt nachgewiesenen Kokainverkäufen und dem minderschweren 

Verstoss gegen das Betäubungsmittelgesetz kommen zwar verschuldensmässig 

je selbstständige Bedeutung zu, handelt es sich doch um eigenständige Tathand-

lungen bzw. Straftatbestände mit spezifischen Strafandrohungen. Gleichwohl be-

steht bei den mehreren Betäubungsmitteldelikten jeweils ein besonders enger 

sachlicher, zeitlicher und situativer Zusammenhang. Der «Gesamtschuldbeitrag» 

der Nebendelikte ist eher gering.

Die Berücksichtigung des Asperationsprinzips führt zu folgender Rechnung:

Delikt mit Freiheitsstrafe: Einsatz- bzw. Einzelstrafe asperiert

Besitz/Lagern von harten Drogen zur Weitergabe 51 Mt. (51 Mt.)

Kokainverkauf an D._____ 16 Mt. 6 Mt.

Kokainverkauf an F._____ 16 Mt. 6 Mt.

BetmG-Vergehen (MDMA, Cannabis) 21 Mt. 9 Mt.

104 Mt. 72 Mt. (= 6 J.)

Weitere strafzumessungsrelevante Faktoren, die erst jetzt, über alles gesehen, be-

urteilt werden könnten, sind nicht ersichtlich. Der Beschuldigte ist somit mit einer 

Freiheitsstrafe von 6 Jahren zu belegen.

Bei dieser Strafhöhe kommt bereits in objektiver Hinsicht sowohl der voll- als auch 

der teilbedingte Vollzug der Freiheitsstrafe nicht mehr in Betracht (vgl. Art. 42 

Abs. 1 und Art. 43 Abs. 1 StGB).

6. Anrechnung der Haft

Gemäss Art. 51 StGB rechnet das Gericht die vom Täter während diesem oder 

einem anderen Verfahren ausgestandene Untersuchungshaft auf die Strafe an. Der 

Beschuldigte befand sich vom 3. Juni 2021, 13.45 Uhr (Urk. D1/12/2), bis 11. Mai 

- 42 -

2022, 17 Uhr (Urk. 41B), somit 343 Tage in Untersuchungshaft. Diese sind ihm an 

die Strafe anzurechnen (so bereits die Vorinstanz in Urk. 65 E. III/4 S. 46).

V.  Landesverweisung / SIS-Eintrag

1. Ausgangslage

Die Vorinstanz sah von einer Landesverweisung ab (Urk. 65 Disp.-Ziff. 4 S. 56). Sie 

hielt dazu – auf den Kern zusammengefasst – fest, dass die vom Beschuldigten 

verübten qualifizierten Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz eine 

Katalogtat für eine obligatorische Landesverweisung gemäss Art. 66a Abs. 1 lit. o 

StGB darstelle (Urk. 65 E. V/2 S. 47). Der Beschuldigte sei aber ein anerkannter 

Flüchtling, der sich auf die Flüchtlingskonvention stützen könne. Es werde daher 

ein schwerer persönlicher Härtefall «gleichsam vorausgesetzt» (Urk. 65 E. V/2 und 

V/4 S. 47 und 49). Ein solcher Flüchtling dürfe nur unter der Voraussetzung 

einer schwerwiegenden Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung 

ausgewiesen werden, wobei gleich wie bei einer ausländerrechtlichen Aus- und 

Wegweisung resp. einem Entzug des laufenden Aufenthaltstitels sämtliche wesent-

lichen Aspekte, mithin auch asylrechtliche Voraussetzungen und die Zumutbarkeit 

einer Rückkehr ins Heimatland in die Interessenabwägung miteinzubeziehen 

seien. Eine abschliessende Beurteilung sei allerdings nur möglich, wenn die unter 

Verhältnismässigkeitsaspekten erheblichen Verhältnisse stabil seien; bis zum 

späteren Vollzug noch eingetretene Tatsachenänderungen würden stets vorbe-

halten bleiben (Urk. 65 E. V/3.2 S. 48). Bei ihrer Interessenabwägung erkannte die 

Vorinstanz die privaten Interessen des Beschuldigten an einem Verbleib in der 

Schweiz angesichts seiner Verwurzelung und Integration hierzulande und des 

geringen Bezugs zum Iran als erheblich. Im Übrigen sei wegen der Gefährdungs-

lage für den Beschuldigten im Iran eine Wegweisung des Beschuldigten auch unter 

flüchtlingsrechtlichen Gesichtspunkten eingeschränkt (Urk. 65 E. V/5.1 S. 49 f.). 

Das öffentliche Interesse an einer Landesverweisung demgegenüber erschien der 

Vorinstanz (knapp) als weniger gewichtig. Der Beschuldigte habe zwar eine 

schwere Straftat begangen und das Bundesgericht zeige sich bei Be-

täubungsmitteldelikten besonders streng; ausserdem sei er einschlägig vorbestraft 

- 43 -

und kurz nach Ablauf einer Probezeit erneut und nun mit harten Betäubungsmitteln 

straffällig geworden. Andererseits müsse aber auch beachtet werden, dass sich der 

Beschuldigte seit seiner Haftentlassung wohl verhalten habe, dass er inzwischen 

beruflich wieder Fuss gefasst habe und dass das vorliegende Strafverfahren und 

die Freiheitsstrafe wohl eine genügend grosse Warnwirkung haben dürften. Der 

Beschuldigte müsse sich allerdings bewusst sein, dass im Falle erneuter 

Delinquenz die Interessenabwägung zu seinen Lasten ausfallen könne (Urk. 65 

E. V/5.2 f. S. 50 f.).

Die Anklagebehörde fordert (wie schon vor Vorinstanz im Rahmen der Hauptan-

klage [Urk. 52 S. 1]) eine Landesverweisung von 12 Jahren, mit Ausschreibung im 

Schengener Informationssystem (Urk. 80 S. 1). Die Verteidigung hält (wie schon 

vor Vorinstanz [Urk. 56 S. 1]) dafür, dass auf eine Landesverweisung zu verzichten 

sei (Urk. 83 S. 1). Die Landesverweisung und gegebenenfalls eine Ausschreibung 

im Schengener Informationssystem steht im Berufungsverfahren zur Disposition.

2. Landesverweisung

2.1. Art. 66a Abs. 1 lit. o StGB sieht für Ausländer, die wegen einer qualifizierten 

Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 2 

BetmG verurteilt werden, unabhängig von der Höhe der Strafe, die obligatorische 

Landesverweisung für 5 bis 15 Jahre aus der Schweiz vor. 

Die Landesverweisung ist eine strafrechtliche sichernde Massnahme mit migrati-

onsrechtlicher Wirkung, die neben der eigentlichen Strafe ausgefällt wird. Strafen 

und Massnahmen sind für einen Beschuldigten einschneidend und hart. Eine zu 

vollziehende Freiheitsstrafe hat unter anderem zur Folge, dass der Verurteilte sei-

nen Beruf nicht weiter ausüben kann, dass er von seiner Familie, Lebenspartner 

und Kindern getrennt wird. Nämliches gilt für die Landesverweisung. Auch diese ist 

per se hart und einschneidend und kann ebenfalls Auswirkungen auf Beruf und 

Familie haben. Diese Folgen sind der Strafe oder der Massnahme immanent und 

damit vom Gesetzgeber gewollt. 

- 44 -

Der Beschuldigte ist iranischer Staatsangehöriger. Dass eine Katalogtat begangen 

wurde, ist unbestritten. Die Voraussetzungen für eine Landesverweisung sind damit 

grundsätzlich gegeben.

2.2. Vor dem Hintergrund, dass die Massnahme der Landesverweisung einzig 

daran anknüpft, dass der Täter nicht Schweizer Bürger ist, wurde bei der Landes-

verweisung eine Härtefallklausel eingeführt. Der Gesetzgeber hat erkannt, dass bei 

dieser Gesetzeslage Ergebnisse resultieren können, die gänzlich unverhältnis-

mässig sind. Die Härtefallklausel dient also der Umsetzung des Verhältnismässig-

keitsprinzips (Art. 5 Abs. 2 BV; BGE 146 IV 105 E. 3.4.2; 144 IV 332 E. 3.1.2 und 

3.3.1). Dabei hatte der Gesetzgeber namentlich Verurteilte im Blick, die in der 

Schweiz geboren und aufgewachsen sind oder sich seit Jahrzehnten im Lande auf-

halten, kaum noch Beziehungen zu ihrer Heimat haben und sich dort nicht mehr 

zurechtfinden würden. Ein ausnahmsweises Absehen von einer Landesverweisung 

ist – mit Ausnahme von Art. 66a Abs. 3 StGB (entschuldbare Notwehr oder ent-

schuldbarer Notstand) – aber nur dann zulässig, wenn kumulativ zwei Vorausset-

zungen vorliegen: Ein schwerer persönlicher Härtefall und kein überwiegendes 

öffentliches Interesse an der Landesverweisung (Art. 66a Abs. 2 StGB; BGE 149 

IV 231 E. 2.1, 144 IV 332 E. 3.3). 

2.3. Art. 66d StGB regelt an sich den Vollzug der obligatorischen Landesver-

weisung. Der Vollzug kann nach Art. 66d Abs. 1 lit. a erster Teilsatz StGB auf-

geschoben werden, wenn der Betroffene ein von der Schweiz anerkannter 

Flüchtling ist und durch die Landesverweisung sein Leben oder seine Freiheit 

wegen bestimmter, im Gesetz genannter Eigenschaften gefährdet wäre. Vor-

behalten bleiben hier Fälle nach Art. 5 Abs. 2 AsylG (Gefährdung der Sicherheit der 

Schweiz, Gemeingefährlichkeit), bei welchen man sich nicht auf das sog. 

flüchtlingsrechtliche Non-refoulment-Prinzip berufen kann. Das flüchtlings-

rechtliche Non-refoulment-Prinzip stellt ein relatives Vollzugshindernis dar, das an 

die Flüchtlingseigenschaft des Betroffenen anknüpft. 

Gemäss Art. 66d Abs. 1 lit. b StGB kann der Vollzug auch aufgeschoben werden, 

wenn andere zwingende Bestimmungen des Völkerrechts entgegenstehen. Zu 

denken ist hier namentlich an Art. 3 Ziff. 1 des UN-Übereinkommens vom 

- 45 -

10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder er-

niedrigende Behandlung oder Strafe (SR 0.105) oder Art. 3 EMRK. Dieses soge-

nannte menschenrechtliche Non-refoulment-Prinzip gilt absolut und verhindert un-

abhängig eines ausländerrechtlichen Status, der begangenen Straftaten oder des 

Gefährdungspotentials des Betroffenen eine Ausschaffung (vgl. auch Art. 25 Abs. 2 

und 3 BV und zum Ganzen BGE 149 IV 231 E. 2.1.3 oder auch BGer 6B_1367/2022 

vom 7. August 2023 E. 1.3.2 je mit Hinweisen).

Allfällige Vollzugshindernisse spielen schon bei der strafrechtlichen Prüfung einer 

Landesverweisung, bei der nach Art. 66a Abs. 2 StGB vorgesehenen Interessen-

abwägung eine Rolle. Das Sachgericht berücksichtigt solche Vollzugshindernisse, 

soweit die unter Verhältnismässigkeitsaspekten erheblichen Verhältnisse stabil und 

die rechtliche Durchführbarkeit der Landesverweisung definitiv bestimmbar sind. 

Liegt ein definitives Vollzugshindernis vor, hat das Sachgericht auf die Anordnung 

einer Landesverweisung zu verzichten (BGE 147 IV 453 E. 1.4.5; BGer 6B_1367/ 

2022 vom 7. August 2023 E. 1.3.2; je mit Hinweisen). Zur Prüfung allfälliger Voll-

zugshindernisse, welche zum Zeitpunkt des Sachurteils noch nicht feststehen, sind 

im Übrigen aber die Vollzugsbehörden zuständig (BGer 6B_1367/2022 vom 

7. August 2023 E. 1.3.2; mit Hinweisen; einlässlich dazu die Verteidigung in Urk. 83 

Rz 25–27).

2.4. Die Verteidigung wendet gegen eine Landesverweisung ein, dass eine 

solche erstens im Sinne der Härtefallklausel in Art. 66a Abs. 2 StGB unver-

hältnismässig und deshalb unzulässig sei und dass zweitens bereits eine 

Anordnung sowohl die Flüchtlingskonvention als auch das menschenrechtliche 

Non-refoulment-Prinzip nach Art. 3 EMRK verletzen würde (Urk. 83 S. 1).

2.5. Im Rahmen der Prüfung eines schweren persönlichen Härtefalls gemäss 

Art. 66a Abs. 2 StGB hat das Gericht die öffentlichen und privaten Interessen 

gegeneinander abzuwägen. Die Beurteilung kann kriteriengeleitet nach der 

Bestimmung über den «schwerwiegenden persönlichen Härtefall» in Art. 31 Abs. 1 

der Verordnung über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit vom 24. Oktober 

2007 (VZAE; SR 142.201) erfolgen, wobei deren Liste nicht abschliessend gilt. Zu 

berücksichtigen sind namentlich der Grad der (persönlichen und wirtschaftlichen) 

- 46 -

Integration, einschliesslich familiäre Bindungen des Ausländers in der Schweiz 

bzw. in der Heimat, Aufenthaltsdauer und Resozialisierungschancen. Ebenso ist 

der Rückfallgefahr und wiederholter Delinquenz Rechnung zu tragen. Das Gericht 

darf auch vor dem Inkrafttreten von Art. 66a StGB begangene Straftaten berück-

sichtigen. Die Härtefallklausel ist restriktiv anzuwenden (BGE 149 IV 231 E. 2.1.1, 

146 IV 105 E. 3.4.2, 144 IV 332 E. 3.3.1 f.; BGer 6B_1494/2021 vom 13. September 

2023 E. 1.4.1).  

Im Allgemeinen ist die Prüfung einer Ausnahme von der obligatorischen Landes-

verweisung zweigeteilt: Wird ein schwerer persönlicher Härtefall bejaht, ent-

scheidet sich die Sachfrage in einer Interessenabwägung nach Massgabe der 

«öffentlichen Interessen an der Landesverweisung». Nach der gesetzlichen 

Systematik ist die obligatorische Landesverweisung anzuordnen, wenn die 

Katalogtaten einen Schweregrad erreichen, bei welchem die Landesverweisung 

zur Wahrung der inneren Sicherheit als notwendig erscheint. Diese Beurteilung 

lässt sich strafrechtlich nur in der Weise vornehmen, dass massgebend auf die 

verschuldensmässige Natur und Schwere der Tatbegehung, die sich darin 

manifestierende Gefährlichkeit des Täters für die öffentliche Sicherheit und die 

Legalprognose abgestellt wird (BGer 6B_1494/2021 vom 13. September 2023 

E. 1.4.1; 6B_134/2021 vom 20. Juni 2022 E. 5.3.2; je mit Hinweisen).

Im Rahmen der Härtefallbeurteilung ist schliesslich auch die Vereinbarkeit mit den 

Grund- und Menschenrechten zu beachten. 

2.6. Aus den Akten und den Befragungen des Beschuldigten sowie den Akten 

von früheren Verfahren ergibt sich Folgendes zu den persönlichen Verhältnissen 

des Beschuldigten: 

Der Beschuldigte ist im Frühjahr 1990 in U._____ in Griechenland geboren und 

kam noch im selben Jahr als Säugling in die Schweiz (Urk. 84/1), wo die Familie 

aufgrund politischer Verfolgung in ihrem Heimatland Iran um Asyl ersuchte und 

bekam. Der Beschuldigte ist das zweitjüngste von sieben Geschwistern (Urk. 83 

Rz 1 i.V.m. Urk. D1/3/8 F/A 87 und Urk. 79 S. 3). Aufgewachsen ist er dann im 

Wesentlichen hier in Zürich, wo er die Primar- und die Sekundarschule B absol-

vierte und dann eine Lehre als Maurer begann, welche er aber nach zweieinhalb 

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Jahren, im Jahr 2008, abbrach (Urk. 79 S. 2). In der Folge übte er bis heute – mit 

Unterbrüchen, wo er arbeitslos war (Urk. 79 S. 2) – verschiedene berufliche Tätig-

keiten aus. So war er Verkäufer bei V._____ oder bei W._____ und Versicherungs-

berater. Aus dieser Zeit sind noch die erwähnten zwei Vorstrafen wegen Verstös-

sen gegen das Betäubungsmittel-, das Strassenverkehrs- und das Waffengesetz 

verzeichnet (Urk. 66). Im Jahr 2017 bekam der Beschuldigte eine Festanstellung 

als Fahrer für die AA._____ AG. Anfangs 2020 machte er sich mit einer …-Bar 

selbstständig, wobei ihm aber die Corona-Pandemie in die Quere kam, sodass er 

sich erneut als Fahrer betätigte und vermehrt in den CBD-Verkauf/Handel einstieg 

(Urk. 83 Rz 4; Urk. D1/3/8 F/A 59). Heute ist der Beschuldigte als Kundenberater 

bei der T._____ GmbH in einem 80%-Pensum im CBD-Handel tätig (Urk. 84/2), wo 

er pro Monat netto knapp Fr. 5'000.– (x 12) verdient (Urk. 84/2, Urk. 79 S. 2). Sozi-

alhilfe bezieht der Beschuldigte nicht; auch bestehen keine Betreibungen 

(Urk. 84/3). Schulden aus den früheren Strafverfahren ist der Beschuldigte am Ab-

zahlen (Urk. 84/4). Der Beschuldigte ist alleinstehend (Prot. I S. 10); enge Bande 

verbinden ihn vor allem mit seiner grossen Familie (Urk. 79 S. 2, Urk. D1/3/8 F/A 

87 f.). Zu Hause sprechen sie Farsi (Urk. 79 S. 1, vgl. auch Urk. 83 Rz 5); ansons-

ten spricht er perfekt Schweizerdeutsch. In seiner Freizeit trifft er sich mit Freunden 

und Bekannten (vgl. Urk. 84/5), betreibt Fitness oder geht spazieren (Prot. I S. 12). 

Einer Religion sieht sich der Beschuldigte nicht angehörig (Urk. 79 S. 1); die Familie 

orientiert sich an der Lehre Zarathustras (Urk. 84/6), ist namentlich nicht muslimisch 

(Urk. 83 Rz 13). Die Mehrheit der Geschwister besitzt offenbar das Schweizer Bür-

gerrecht; der Beschuldigte selber aber habe sich aus jugendlicher Nachlässigkeit 

nie um dessen Erhalt gekümmert (Urk. 83 Rz 6). 

Der Beschuldigte verbrachte seine prägenden Kinder- und Jugendjahre hier; sein 

Lebensmittelpunkt liegt seit jeher in der Schweiz. Mit dem Iran, dem Herkunftsland 

seiner Eltern, verbindet ihn dagegen wenig. Nach seinen Angaben war er zeit-

lebens nie im Iran. Zwar soll der Beschuldigte einmal die Idee gehabt haben, es 

einem Freund in Belgien gleichzutun und ein Unternehmen zu gründen, das Güter 

in den Iran exportiert; das Projekt sei aber letztlich nicht zustande gekommen 

(Prot. I S. 16 f., Beizugsakten DG160095-L/Prot. S. 10). Verwandtschaftliche oder 

freun