# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d23af3e0-b085-57ae-bbb3-3113a869eb79
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-03-18
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 18.03.2015 200 2015 17
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2015-17_2015-03-18.pdf

## Full Text

200 15 17 ALV
KNB/JAP/SAC/ARJ

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 18. März 2015

Verwaltungsrichter Knapp, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Kölliker
Gerichtsschreiber Jakob

A.________
Beschwerdeführer

gegen

Arbeitslosenkasse Unia
Kompetenzzentrum D-CH West, Monbijoustrasse 61, Postfach 1174, 3000 Bern 23
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 17. Dezember 2014

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. März 2015, ALV/15/17, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1969 geborene A.________ (nachfolgend Versicherter bzw. Be-
schwerdeführer), schweizerischer Staatsangehöriger, arbeitete vom 1. Mai 
bis 30. Juni 2013 als … bei der B.________ in … (Akten der Arbeitslosen-
kasse Unia [fortan Unia bzw. Beschwerdegegnerin], Antwortbeilagen 
[AB] 14, 25) sowie bei der C.________ in … (AB 13, 19). Vom 1. August 
2013 bis 30. September 2014 arbeitete er als … bzw. … bei der 
D.________ in Deutschland (AB 47, 49). Der Versicherte meldete sich am 
10. Oktober 2014 (AB 44) bei der Unia zum Bezug von Arbeitslosenent-
schädigung an. Mit Verfügung vom 24. November 2014 (AB 12) lehnte die-
se den geltend gemachten Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung ab 
10. Oktober 2014 wegen Nichterfüllens der Anspruchsvoraussetzungen ab. 
Die dagegen am 25. November 2014 erhobene Einsprache (AB 9) wies sie 
mit Einspracheentscheid vom 17. Dezember 2014 ab (AB 5).

B.

Hiergegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 8. Januar 2015 (AB 3) 
Beschwerde und beantragte insbesondere die Aufhebung des Einspra-
cheentscheids sowie die Ausrichtung von Arbeitslosenentschädigung. 

Mit Beschwerdeantwort vom 27. Januar 2015 schloss die Beschwerdegeg-
nerin auf Abweisung der Beschwerde. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. März 2015, ALV/15/17, Seite 3

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 100 Abs. 3 des Bundesgesetzes vom 25. Juni 1982 über die 
obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung 
[AVIG; SR 837.0] i.V.m. Art. 128 Abs. 1 und Art. 119 Abs. 1 der Verordnung 
vom 31. August 1983 über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und 
die Insolvenzentschädigung [AVIV; SR 837.02]). Da auch die Bestimmun-
gen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 
Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die 
Verwaltungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die 
Beschwerde einzutreten.

1.2 Angefochten ist der Einspracheentscheid vom 17. Dezember 2014 
(AB 5). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf Arbeitslosenentschädi-
gung und dabei insbesondere, ob die notwendige Beitragszeit erfüllt ist und 
ob namentlich die in Deutschland geleisteten Beitragszeiten angerechnet 
werden können bzw. ob ein Befreiungstatbestand gegeben ist.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). Sie beurteilen 
offensichtlich begründete oder offensichtlich unbegründete Fälle in Zweier-
besetzung (Art. 56 Abs. 3 GSOG).

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1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

1.5 Soweit der Beschwerdeführer prozessual den Einbezug eines «zu-
ständigen deutschen Gerichts» beantragt, kann dem nicht entsprochen 
werden, da für die Beurteilung des angefochtenen Einspracheentscheides 
einzig und allein das Verwaltungsgericht zuständig ist (vgl. E. 1.1).

2.

2.1 Die versicherte Person hat Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung 
(Art. 7 Abs. 2 lit. a AVIG), wenn sie unter anderem die Beitragszeit erfüllt 
hat oder von der Erfüllung der Beitragszeit befreit ist (Art. 8 Abs. 1 lit. e 
AVIG, Art. 13 und 14 AVIG).

2.2 Nach Art. 13 Abs. 1 AVIG erfüllt die Beitragszeit, wer innerhalb der 
Rahmenfrist (Art. 9 Abs. 3 AVIG) während mindestens zwölf Monaten eine 
beitragspflichtige Beschäftigung ausgeübt hat. Die Rahmenfrist für die Bei-
tragszeit beginnt zwei Jahre vor dem Tag, an welchem die versicherte Per-
son erstmals sämtliche Anspruchsvoraussetzungen erfüllt (Art. 9 Abs. 3 
i.V.m. Abs. 2 AVIG).

Was eine beitragspflichtige Beschäftigung ist, ergibt sich aus Art. 2 Abs. 1 
lit. a AVIG. Danach ist für die Arbeitslosenversicherung beitragspflichtig, 
wer nach AHVG versichert und für Einkommen aus unselbstständiger 
Tätigkeit beitragspflichtig ist (BGE 122 V 249 E. 2b S. 251). 

2.3 Gemäss Art. 11 AVIV zählt als Beitragsmonat jeder volle Kalender-
monat, in dem die versicherte Person beitragspflichtig ist (Abs. 1); Bei-
tragszeiten, die nicht einen vollen Kalendermonat umfassen, werden zu-
sammengezählt, wobei je 30 Kalendertage als ein Beitragsmonat gelten 
(Abs. 2); die Beitragszeit von Teilzeitbeschäftigten wird nach den gleichen 
Regeln ermittelt wie bei Arbeitnehmern mit Vollzeitbeschäftigung (Abs. 4 
Satz 1); übt die versicherte Person gleichzeitig mehrere Teilzeitbeschäfti-
gungen aus, so wird die Beitragszeit nur einmal gezählt (Abs. 4 Satz 2).

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Für die Bestimmung des Beitragsmonats kommt es auf die formale Dauer 
des Arbeitsverhältnisses an. Dies bedeutet, dass jeder Kalendermonat in-
nerhalb eines Arbeitsverhältnisses, in dem Arbeit geleistet wird, als (ein) 
Beitragsmonat gilt, während jene Kalendermonate ausser Betracht fallen, in 
denen der Arbeitnehmer an gar keinem Tag gearbeitet hat (BGE 121 V 165 
E. 2c bb S. 170; ARV 2013 S. 74 E. 2.3).

3.

3.1 Der Beschwerdeführer beantragt ab 10. Oktober 2014 (AB 44) Tag-
gelder der Arbeitslosenversicherung. Es ist somit zu prüfen, ob er ab die-
sem Zeitpunkt Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung hat. Der Beginn 
der Rahmenfrist für den Leistungsbezug ist folglich auf diesen Tag festzu-
legen (Art. 9 Abs. 2 AVIG), womit die diesbezügliche Rahmenfrist für die 
Beitragszeit vom 10. Oktober 2012 bis zum 9. Oktober 2014 dauerte (Art. 9 
Abs. 3 AVIG).

Vorliegend ging der Beschwerdeführer während der Rahmenfrist vom 
10. Oktober 2012 bis zum 9. Oktober 2014 zwei Monate einer beitrags-
pflichtigen Beschäftigung in der Schweiz nach: am 3. Mai 2013 und 7. Juni 
2013 hat er gemäss der Arbeitgeberbescheinigung vom 17. November 
2014 (AB 13) für die C.________ in … gearbeitet sowie gemäss dem Be-
richt des Arbeitgebers vom 17. November 2013 (AB 14) vom 5. Mai bis 
30. Juni 2013 bei der B.________ in … . Vom 1. August 2013 bis 30. Sep-
tember 2014 war er bei der D.________ in Deutschland angestellt (AB 30).

Obschon der Beschwerdeführer im Mai und Juni 2013 bei zwei Arbeitge-
bern in der Schweiz angestellt war, zählt die Beitragszeit gemäss Art. 11 
Abs. 4 Satz 2 AVIV nur einmal (vgl. E. 2.3 hiervor). 

Während der Rahmenfrist für die Beitragszeit kann der Beschwerdeführer 
demnach lediglich für zwei Monate eine beitragspflichtige Beschäftigung in 
der Schweiz nachweisen und erfüllt damit die erforderliche Mindestbei-
tragszeit von zwölf Monaten nicht. Es stellt sich die Frage, wie bzw. ob das 
Arbeitsverhältnis in Deutschland von insgesamt 14 Monaten bei der Be-

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rechnung der schweizerischen Beitragszeit i.S.v. Art. 13 Abs. 1 AVIG allen-
falls zu berücksichtigen ist.

3.2

3.2.1 In grenzüberschreitenden Sachverhalten sind das Abkommen vom 
21. Juni 1999 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits 
und der Europäischen Gemeinschaft und ihren Mitgliedern andererseits 
über die Freizügigkeit (Freizügigkeitsabkommen, FZA; SR 0.142.112.681) 
sowie die gemeinschaftsrechtlichen Koordinationsverordnungen zu beach-
ten. Massgebend sind dabei in erster Linie die abkommens- und verord-
nungsrechtlichen Bestimmungen, während Weisungen und Kreisschreiben 
(namentlich das Kreisschreiben des Staatssekretariats für Wirtschaft [seco] 
über die Auswirkungen der Verordnungen [EG] Nr. 883/2004 und 987/2009 
auf die Arbeitslosenversicherung, KS ALE 883; abrufbar unter 
<www.treffpunkt-arbeit.ch>) allenfalls als Auslegungshilfe heranzuziehen 
sind Art. 1 Abs. 1 des auf der Grundlage des Art. 8 des FZA ausgearbeite-
ten und Bestandteil des Abkommens bildenden (Art. 15 FZA) Anhangs II 
(«Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit») FZA i.V.m. Ab-
schnitt A dieses Anhangs sieht vor, dass die Vertragsparteien untereinan-
der insbesondere die Verordnung (EG) Nr. 883/2004 des Europäischen 
Parlaments und des Rates vom 29. April 2004 zur Koordinierung der Sys-
teme der sozialen Sicherheit (Grundverordnung, GVO; 
SR 0.831.109.268.1) und die Verordnung (EG) Nr. 987/2009 des Europäi-
schen Parlaments und des Rates vom 16. September 2009 zur Festlegung 
der Modalitäten für die Durchführung der VO 883/2004 (Durchführungsver-
ordnung, DVO; SR 0.831.109.268.11) anwenden. 

Die beiden vorstehend genannten Erlasse sind für die Schweiz per 1. April 
2012 in Kraft getreten und die Beurteilung des Anspruchs des Beschwerde-
führers auf Arbeitslosenentschädigung ab 10. Oktober 2014 richtet sich 
demnach nach der GVO (Beschluss Nr. 1/2012 des Gemischten Aus-
schusses vom 31. März 2012 zur Ersetzung des Anhangs II des Abkom-
mens über die Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit, 
AS 2012 2345; vgl. auch Entscheid des Bundesgerichts vom 4. Mai 2012, 
8C_455/2011, E. 2.1; KS ALE 883, Rz. B38 ff.). 

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Die GVO tritt im Rahmen ihres persönlichen und sachlichen Geltungsbe-
reichs an die Stelle aller zwischen den Mitgliedstaaten geltenden Abkom-
men über soziale Sicherheit. Das zwischenstaatliche Abkommen der 
Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Bundesrepublik Deutschland 
vom 20. Oktober 1982 über die Arbeitslosenversicherung (SR 0.837.913.6; 
fortan Staatsvertrag) ist somit grundsätzlich in denjenigen Bereichen sis-
tiert, die persönlich und sachlich von der GVO erfasst sind (KS ALE 833, 
Rz. B38 f.).

Einzelne Abkommensbestimmungen, die einen von der GVO persönlich 
und sachlich erfassten Sachverhalt regeln, müssen gemäss Art. 8 Abs. 1 
Satz 2 und 3 GVO in Anhang II GVO erwähnt sein, um weiterhin Geltung 
beanspruchen zu können. Im Anhang II der GVO wird nur Art. 8 Abs. 5 des 
Staatsvertrages vorbehalten (KS ALE 883, Rz. B38), während bei der bis 
zum 31. März 2012 geltenden Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 des Rates 
vom 14. Juni 1971 zur Anwendung der Systeme der sozialen Sicherheit auf 
Arbeitnehmer und Selbstständige sowie deren Familienangehörige, die 
innerhalb der Gemeinschaft zu- und abwandern (VO Nr. 1408/71; 
SR 0.831.109.268.1) im Anhang III noch ein Vorbehalt zugunsten des Art. 7 
Abs. 1 des Staatsvertrages enthalten war. Diese Staatsvertragsnorm sah – 
freizügigkeitswidrig und an die Staatsangehörigkeit anknüpfend – vor, dass 
man bei Eintritt der Vollarbeitslosigkeit, falls man auf eine Zusammenrech-
nung der Zeiten angewiesen war, in das Heimatland zurückkehren und dort 
den Antrag auf Leistungsausrichtung stellen musste (vgl. PATRICIA USIN-
GER-EGGER, Die soziale Sicherheit der Arbeitslosen in der Verordnung 
[EWG] Nr. 1408/71 und in den bilateralen Abkommen zwischen der 
Schweiz und ihren Nachbarstaaten, Diss. Freiburg 2000, S. 161 f.; THOMAS 
NUSSBAUMER, Arbeitslosenversicherung, in ULRICH MEYER [Hrsg.], Schwei-
zerisches Bundesverwaltungsrecht [SBVR], Band XIV, Soziale Sicherheit, 
2. Aufl. 2007, S. 2247 N. 231 und S. 2468 N. 947).

3.2.2 Die GVO gilt unter anderem für Rechtsvorschriften über Zweige der 
sozialen Sicherheit, die Leistungen bei Arbeitslosigkeit betreffen (Art. 3 
Abs. 1 lit. h GVO; SZS 2013 S. 362). Für die Anrechnung ausländischer 
Versicherungs- und Beschäftigungszeiten sind neben den allgemeinen Be-
stimmungen (Art. 1–10 GVO; Art. 1–13 DVO) sowie den Bestimmungen 

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über die Festlegung des anwendbaren Rechts (Art. 11–16 GVO; Art. 14–21 
DVO), die besonderen Bestimmungen über Leistungen bei Arbeitslosigkeit 
(Art. 61–65 GVO; Art. 54–57 DVO) zu berücksichtigen (vgl. KS ALE 883, 
Rz. B41 und B44). 

Unter Vorbehalt der gemeinschafts- bzw. abkommensrechtlichen Vorgaben 
ist es Sache des innerstaatlichen Rechts (vgl. E. 2.1 f.) festzulegen, unter 
welchen Voraussetzungen Leistungen gewährt werden (vgl. BGE 131 V 
209 E. 5.3 S. 214). 

3.2.3 Dem Koordinationsgedanken der GVO tragen insbesondere das in 
Art. 11 GVO festgelegte Beschäftigungslandprinzip (Abs. 1) und das Prin-
zip der alleinigen Zuständigkeit eines Mitgliedstaates (Abs. 3 lit. a, sog. 
Tätigkeitsstaatsprinzip), welches nach dem Gemeinschaftsrecht Vorrang 
vor dem Wohnlandprinzip hat, Rechnung (Nussbaumer, a.a.O., S. 2477 
N. 968). Grundsätzlich ist der letzte Beschäftigungsstaat für die Ausrich-
tung der Leistung zuständig (Nussbaumer, a.a.O., S. 2236 N. 191). Arbeit-
nehmer oder selbständige Erwerbstätige unterliegen den Rechtsvorschrif-
ten des Tätigkeitsstaates (lex loci laboris). Die Unterstellung unter eine ein-
zige Rechtsordnung soll verhindern, dass die betroffenen Personen ohne 
sozialen Schutz bleiben oder Leistungen mit gleicher Zielrichtung auf 
Grund der Rechtsvorschriften mehrerer Staaten zusammentreffen oder 
eine doppelte Beitragslast resultiert (KS ALE 833, Rz. D1 ff.).

Ein weiteres zentrales Koordinationsinstrument ist das Totalisierungsprin-
zip, d.h. die Totalisierung der in verschiedenen Mitgliedstaaten erworbenen 
Versicherungs- und Beschäftigungszeiten (NUSSBAUMER, a.a.O., S. 2247 
N. 231, S 2482 N. 985). Gemäss Art. 61 Abs. 1 GVO wird zwischen Versi-
cherungszeiten (Art. 1 lit. t GVO), Beschäftigungszeiten und Zeiten einer 
selbständigen Erwerbstätigkeit (Art. 1 lit. u GVO) unterschieden, um somit 
eine sachgerechte Koordination der unter den verschiedenen Systemen 
der Mitgliedstaaten zurückgelegten Zeiten zu erreichen (KS ALE 883, 
Rz. A13). Art. 61 GVO enthält Vorschriften über die Zusammenrechnung 
aller anspruchsbegründenden ausländischen Versicherungszeiten, Be-
schäftigungszeiten und Zeiten einer selbständigen Erwerbstätigkeit. Die 
Versicherungszeiten sind stets zu berücksichtigen. Bei Beschäftigungszei-
ten und Zeiten selbständiger Erwerbstätigkeit, die keine Versicherungszei-

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ten sind, gilt die Zusammenrechnungspflicht nur, wenn diese Zeiten nach 
den Rechtsvorschriften des zusammenrechnenden Staates als Versiche-
rungszeiten gegolten hätten (KS ALE 883, Rz. E18 f.).

Art. 61 Abs. 2 GVO sieht vor, dass unmittelbar zuvor (d.h. vor Eintritt der 
Arbeitslosigkeit) Versicherungszeiten in der Schweiz zurückgelegt worden 
sein müssen, d.h. dass an das Land anzuknüpfen ist, in welchem der Ar-
beitnehmer zuletzt beschäftigt war (vgl. KS ALE 833, Rz. E11). Somit bein-
haltet Art. 61 Abs. 2 GVO eine Einschränkung des Prinzips der Zusammen-
rechnung relevanter Zeiten. Die Formulierung «unmittelbar zuvor» in 
Art. 61 Abs. 2 GVO hat zum Ziel, die Arbeitsuche in dem Mitgliedstaat zu 
fördern, in dem der Betreffende unmittelbar zuvor Beiträge zur Arbeitslo-
senversicherung gezahlt hat und diesen Staat die Leistungen bei Arbeitslo-
sigkeit tragen zu lassen. Eine Versicherungszeit ist deshalb dann als «un-
mittelbar zuvor» in einem Mitgliedstaat zurückgelegt anzusehen, wenn un-
abhängig von der zwischen der Beendigung der letzten Versicherungszeit 
und dem Antrag auf Leistungen verstrichenen Zeit in der Zwischenzeit kei-
ne weitere Versicherungszeit in einem anderen Mitgliedstaat zurückgelegt 
wurde, also zwischenzeitlich keine Zuständigkeit eines anderen Mitglieds-
taates begründet wurde (KS ALE 833, Rz. E12; vgl. Fuchs Maximilian, Eu-
ropäisches Sozialrecht, 6. Aufl. 2012, Teil 2, Art. 61, N. 3 f.).

3.2.4 Vorliegend hat der Beschwerdeführer unmittelbar vor Anmeldung 
seines Anspruchs auf Arbeitslosenentschädigung am 10. Oktober 2014 
während dem Zeitraum vom 1. August 2013 bis zum 30. September 2014 
(vgl. AB 30) bei der D.________ in Deutschland und nicht, wie dies für eine 
Zusammenrechnung der Versicherungszeiten gemäss Art. 61 Abs. 2 GVO 
gefordert wäre, in der Schweiz gearbeitet. Hinsichtlich des Anspruchs auf 
Entschädigung aus der schweizerischen Arbeitslosenversicherung besteht 
nach dem Dargelegten keine Zusammenrechnungspflicht der Versiche-
rungszeiten in Deutschland und derjenigen in der Schweiz, da der Be-
schwerdeführer – wie erwähnt – keine beitragspflichtige Tätigkeit vor Eintritt 
der Arbeitslosigkeit unmittelbar in der Schweiz nachgewiesen hat. Vielmehr 
hat er unmittelbar zuvor 14 Monate in Deutschland gearbeitet und war dort 
beitragspflichtig, womit die Zuständigkeit eines anderen Mitgliedstaates 
begründet wurde (vgl. E. 2.2.2 hiervor; KS ALE 833, Rz. E12). Damit kön-

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nen die ausländischen Versicherungszeiten nicht an die Beitragszeit i.S.v. 
Art. 13 AVIG angerechnet werden. Da der Versicherte in der Schweiz eine 
beitragspflichtige Beschäftigung von lediglich zwei Monaten (Mai und Juni 
2013, vgl. AB 13 f.) nachweist, erfüllt er die Mindestbeitragszeit von zwölf 
Monaten nicht, wodurch kein Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung ent-
steht.

3.3 Der Beschwerdeführer bringt vor, dass er i.S.v. Art. 14 AVIG von 
der Beitragspflicht zu befreien wäre (vgl. Beschwerde), ohne dieses Begeh-
ren weiter zu begründen. Vorliegend greift keine Tatbestandsvariante, wel-
che den Versicherten von der Erfüllung der Beitragszeit i.S.v. Art. 14 AVIG 
befreit. Derartiges wird beschwerdeweise denn auch nicht substantiiert 
geltend gemacht, womit sich diesbezügliche Weiterungen erübrigen (vgl. 
BGE 119 V 347 E. 1a S. 349).

4. Aufgrund der Akten ist erstellt, dass der Beschwerdeführer in der 
Rahmenfrist vom 10. Oktober 2012 bis zum 9. Oktober 2014 die Mindest-
beitragszeit von zwölf Monaten nicht erreicht. Unmittelbar vor Eintritt der 
Arbeitslosigkeit ging er keiner beitragspflichtigen Beschäftigung in der 
Schweiz nach, wodurch keine Zusammenrechnungspflicht der Beitragszei-
ten begründet wird. 

Der Beschwerdeführer hat somit in der Schweiz keinen Anspruch auf Ar-
beitslosenentschädigung ab dem 10. Oktober 2014. Der angefochtene Ein-
spracheentscheid der Beschwerdegegnerin vom 17. Dezember 2014 
(AB 5) ist nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde als 
offensichtlich unbegründet abzuweisen.

5.

5.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 AVIG i.V.m. Art. 61 lit. a ATSG 
werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

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5.2 Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf eine Par-
teientschädigung (Art. 1 Abs. 1 AVIG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG [Umkehr-
schluss]).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch eine Parteientschä-
digung zugesprochen. 

3. Zu eröffnen (R):
- A.________
- Arbeitslosenkasse Unia 
- beco Berner Wirtschaft, Arbeitsvermittlung
- Staatssekretariat für Wirtschaft - seco

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.