# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 80948c16-8134-578c-ab5e-2fa4b80135d1
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-09-29
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Sonstige Kammern 29.09.2025 VR2 2025 13
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_999_VR2-2025-13_2025-09-29.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Graubünden
Dretgira superiura dal chantun Grischun
Tribunale d'appello del Cantone dei Grigioni

Urteil vom 29. September 2025
mitgeteilt am 2. Oktober 2025

Referenz VR2 25 13

Instanz Zweite verwaltungsrechtliche Kammer

Besetzung Righetti, Vorsitz
Hemmi, Aktuarin

Parteien A._____
Beschwerdeführerin
vertreten durch B._____, 

gegen

Steuerverwaltung des Kantons Graubünden
Steinbruchstrasse 18, 7001 Chur
Beschwerdegegnerin

Gegenstand Grundstückgewinnsteuer

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In Erwägung,

- dass A._____ am 30. Dezember 2024 Einsprache gegen die 
Veranlagungsverfügung der Steuerverwaltung des Kantons Graubünden 
(nachfolgend: Steuerverwaltung) vom 29. November 2024 betreffend die 
kantonale und kommunale Grundstückgewinnsteuer erhob,

- dass die Steuerverwaltung diese Einsprache mit Einspracheentscheid vom 
4. Februar 2025 teilweise guthiess,

- dass A._____ (nachfolgend: Beschwerdeführerin), vertreten durch B._____, 
dagegen am 20. März 2025 Beschwerde an das Obergericht des Kantons 
Graubünden erhob,

- dass die Steuerverwaltung (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) am 8. Mai 2025 
beantragte, die Beschwerde sei abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei, 

- dass sich die sachliche Zuständigkeit des Obergerichts des Kantons Graubünden 
aus Art. 49 Abs. 1 lit. b VRG (BR 370.100) ergibt,

- dass gemäss Art. 139 Abs. 1 StG (BR 720.000) gegen Einspracheentscheide 
beim Obergericht des Kantons Graubünden innert 30 Tagen schriftlich 
Beschwerde erhoben werden kann,

- dass eine Verfügung in der Regel in dem Zeitpunkt als eröffnet gilt, in dem sie in 
den Machtbereich des Adressaten gelangt. Wird der Empfänger einer 
eingeschriebenen Briefpostsendung oder Gerichtsurkunde nicht angetroffen und 
wird daher eine Abholeinladung in seinen Briefkasten oder in sein Postfach 
gelegt, so wird die Sendung in jenem Zeitpunkt als zugestellt betrachtet, in 
welchem sie auf der Poststelle abgeholt wird (vgl. Urteil des Bundesgerichts 
2C_284/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 4.2 mit Verweis u.a. auf BGE 138 III 225 
E. 3.1, 130 III 396 E. 1.2.3), 

- dass, wenn dies nicht innert der siebentägigen Abholfrist erfolgt, angenommen 
wird, dass die Sendung am letzten Tag dieser Frist zugestellt wurde (vgl. Urteil 
des Bundesgerichts 2C_284/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 4.2 mit Verweis u.a. 
auf BGE 138 III 225 E. 3.1, 130 III 396 E. 1.2.3), 

- dass sich diese sog. Zustellfiktion rechtfertigt, weil für die an einem Verfahren 
Beteiligten nach dem Grundsatz von Treu und Glauben die Pflicht besteht dafür 
zu sorgen, dass behördliche Akte ihnen zugestellt werden können. Diese 
Rechtsprechung gilt während eines hängigen Verfahrens und wenn die 

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Verfahrensbeteiligten mit der Zustellung eines behördlichen oder gerichtlichen 
Entscheids oder einer Verfügung mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit rechnen 
müssen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_284/2014 vom 2. Dezember 2014 
E. 4.2 mit Verweis u.a. auf BGE 138 III 225 E. 3.1, 130 III 396 E. 1.2.3), 

- dass die Zustellfiktion auch für Zustellungen ins Ausland greift. Die 
völkerrechtskonforme Auslandzustellung ist unabhängig vom ausländischen 
Recht auch dann rechtswirksam, wenn sie im Fall einer inländischen Zustellung 
am Ort der Schweizer Verfügungsbehörde rechtswirksam wäre (vgl. PVG 2022 
Nr. 21 E. 1.3.1.2, bestätigt mit Urteil des Bundesgerichts 1C_219/2022 vom 
4. Januar 2023),

- dass gemäss Art. 2 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die internationale Amtshilfe 
in Steuersachen (Steueramtshilfegesetz, StAhiG; SR 651.1) Schweizerische 
Gerichte und die nach kantonalem oder kommunalem Recht zuständigen 
Steuerbehörden einer Person in einem ausländischen Staat Schriftstücke 
unmittelbar durch die Post zustellen können, wenn das anwendbare Abkommen 
dies zulässt, 

- dass gestützt auf Art. 17 Abs. 3 des Übereinkommens über die gegenseitige 
Amtshilfe in Steuersachen (SR 0.652.1) jede Vertragspartei die Zustellung von 
Schriftstücken an eine Person im Hoheitsgebiet einer anderen Vertragspartei 
unmittelbar durch die Post vornehmen kann,

- dass weder dargetan noch ersichtlich ist, dass sich der Partnerstaat Italien das 
Recht vorbehalten hat, die in Art. 17 Abs. 3 des Übereinkommens über die 
gegenseitige Amtshilfe in Steuersachen vorgesehene Zustellung von 
Schriftstücken durch die Post nicht zu gestatten (vgl. Art. 30 Abs. 1 lit. e des 
Übereinkommens über die gegenseitige Amtshilfe in Steuersachen; siehe auch 
https://www.sg.ch/content/dam/sgch/steuern-finanzen/steuern/steuerbuch/art-
158-227-stg/167_1.pdf, besucht am 29. September 2025), 

- dass, obschon für eingeschriebene Sendungen in Italien längere 
Abholungsfristen von bis zu 30 Tagen bestehen, dies nicht zur Folge hat, dass 
die Zustellfiktion nach Ablauf der Abholungsfrist von sieben Tagen um eine 
allfällige, vom (ausländischen) Postdienst gewährte, längere Aufbewahrungsfrist 
verlängert wird (vgl. PVG 2022 Nr. 21 E. 1.3.2, bestätigt mit Urteil des 
Bundesgerichts 1C_219/2022 vom 4. Januar 2023), 

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- dass der Vertreter der Beschwerdeführerin aufgrund des hängigen 
Einspracheverfahrens mit einer Zustellung eines entsprechenden Entscheids der 
Beschwerdegegnerin rechnen musste,

- dass gemäss der vorliegenden Sendungsverfolgung (vgl. act. C.10 f.) der 
angefochtene Einspracheentscheid dem Vertreter der Beschwerdeführerin am 
21. Februar 2025 zugestellt wurde,

- dass das Einschreiben allerdings bereits am 11. Februar 2025 (offenbar nach 
erfolglosem Zustellversuch und Zustellung der Abholungseinladung am 
10. Februar 2025) in der italienischen Postfiliale zur Abholung bereitstand,

- dass die Zustellfiktion demnach am 17. Februar 2025 eintrat, 

- dass die Beschwerdefrist von 30 Tagen (vgl. Art. 139 Abs. 1 StG) somit am 
darauf folgenden Tag, dem 18. Februar 2025, zu laufen begann (vgl. Art. 7 Abs. 1 
VRG) und am 19. März 2025 endete, 

- dass der Beschwerdeführerin eine angemessene Zeit zur Beschwerdeerhebung 
zur Verfügung stand, 

- dass die Beschwerde den Poststempel vom 20. März 2025 trägt und demnach 
verspätet ist,

- dass daher auf die Beschwerde vom 20. März 2025 nicht einzutreten ist,

- dass das vorliegende Urteil in einzelrichterlicher Kompetenz ergeht, da die 
Beschwerde offensichtlich unzulässig ist (vgl. Art. 43 Abs. 3 lit. b VRG i.V.m. 
Art. 38 Abs. 3 GOG [BR 173.000]),

- dass auf die Weiterleitung der Beschwerdeschrift an die Staatsanwaltschaft 
Graubünden stillschweigend verzichtet wurde (vgl. act. D.5),

- dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Gerichtskosten gestützt auf Art. 73 
Abs. 1 VRG der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen sind,

- dass das Gericht dabei ermessensweise eine Staatsgebühr von CHF 1'000.00, 
zzgl. Kanzleiauslagen (Art. 75 Abs. 1 VRG), für angemessen und gerechtfertigt 
erachtet,

- dass Bund, Kanton und Gemeinden sowie mit öffentlich-rechtlichen Aufgaben 
betrauten Organisationen in der Regel keine Parteientschädigung zugesprochen 
wird, wenn sie in ihrem amtlichen Wirkungskreis obsiegen (Art. 78 Abs. 2 VRG),

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- dass davon abzuweichen, vorliegend kein Anlass besteht, weshalb der 
obsiegenden Beschwerdegegnerin keine Parteientschädigung zusteht, 

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wird erkannt:

1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2. Die Gerichtskosten, bestehend aus

– einer Staatsgebühr von CHF 1'000.00

– und den Kanzleiausgaben von CHF 156.00

Total CHF 1'156.00

gehen zulasten von A._____.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilungen]