# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b593dadd-c811-5d1a-bb55-3eb8b7fe54f0
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-09-08
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 08.09.2009 D-4566/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4566-2006_2009-09-08.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-4566/2006
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  8 .  S e p t e m b e r  2 0 0 9

Richter Hans Schürch (Vorsitz), Richter Pietro Angeli-
Busi, Richterin Nina Spälti Giannakitsas, 
Gerichtsschreiberin Corinne Krüger.

A._______, geboren (...),
B._______, geboren (...),
C._______, geboren (...),
D._______, geboren (...),
E._______, geboren (...),
Pakistan,
Beschwerdeführende,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM 
vom 28. April 2005 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-4566/2006

Sachverhalt:

A.
Die  Beschwerdeführer,  die  aus  dem  Dorf  X._______  stammen, 
verliessen  ihren  Heimatstaat  nach  eigenen  Angaben  im  März  2002 
und  reisten  –  nach  zweieinhalbjährigem  Aufenthalt  in  Indien  –  am 
9. November 2004 auf dem Luftweg nach Italien und von dort aus am 
16. November  2004  unter  Umgehung  der  Grenzkontrolle  in  die 
Schweiz ein. Am 18. November 2004 ersuchten sie im Empfangs- und 
Verfahrenszentrum  U._______  um  Asyl,  von  wo  aus  sie  einen  Tag 
später ins Transitzentrum V._______ transferiert wurden. Dort wurden 
sie  am  30. November  2004  zu  ihren  Personalien,  zu  ihren  Aus-
reisegründen und zu ihrem Reiseweg befragt. Am 3. Januar 2005 führ-
te  das  Ausländeramt  des  Kantons  W._______  mit  dem 
Beschwerdeführer  eine  Anhörung  zu seinen Asylgründen durch. Die 
Beschwerdeführerin wurde vom Kanton am 1. Februar 2005 angehört.

B.
Zur  Begründung  ihrer  Asylgesuche  machten  die  Beschwerdeführer 
geltend,  sie  stammten  aus  dem  Dorf  X._______.  Der  Be-
schwerdeführer sei ein katholischer Punjabi, der seinen Glauben aller-
dings nie praktiziert habe. 1998 habe er seine jetzige Frau kennenge-
lernt,  eine Muslimin,  die ihre Religion auch nie praktiziert  habe, und 
sie hätten sich ineinander verliebt. Als Muslimin sei es ihr jedoch nicht 
erlaubt gewesen, einen Christen zu heiraten. Nachdem die Familie der 
Beschwerdeführerin  von ihrer  Beziehung erfahren habe,  sei  der  Be-
schwerdeführer von ihren Brüdern mehrfach beschimpft und geschla-
gen worden. Die Beschwerdeführerin habe nicht mehr zur Schule ge-
hen und das Haus nicht  mehr verlassen dürfen. Ihre Familie,  die im 
Übrigen sehr wohlhabend und einflussreich sei, habe sie mit jemand 
anderem  zwangsweise  verheiraten  wollen.  Deshalb  seien  sie  am 
12. respektive 13. Februar 2001 nach Y._______ geflohen. Dort hätten 
sie  im  Quartier  (...)  von  Februar  2001  bis  März  2002  ein  Zimmer 
gemietet.  Am  24. Februar  2001  hätten  sie  heimlich  in  einer  katho-
lischen  Kirche  in  Y._______  geheiratet.  Ein  Priester  namens  Vater 
F._______ habe sie religiös getraut. Etwa zur gleichen Zeit hätten sie 
telefonisch von einer Freundin der Beschwerdeführerin erfahren, dass 
der Beschwerdeführer von der Polizei gesucht werde. Die Eltern seiner 
Frau  hätten  nämlich  eine  Anzeige  erstattet,  dass  der 
Beschwerdeführer ihre Tochter entführt  habe. Am 1. Dezember 2001 
sei ihr erster Sohn zur Welt gekommen. Nach etwa einem Jahr hätten 

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die  Leute  in  Y._______  gemerkt,  dass  sie  zwei  verschiedene 
Religionen hätten. Deswegen sei das Leben dort unmöglich geworden; 
beispielsweise sei die Beschwerdeführerin auf der Strasse beschimpft 
worden und habe als  (...)  auch keine Kunden mehr  gefunden. Vater 
F._______ habe ihnen dann geholfen,  ein zweijähriges  Arbeitsvisum 
für Indien zu erhalten. Von März 2002 bis am 9. November 2004 hätten 
sie in Bombay gelebt, wo am 27. April 2003 ihr zweiter Sohn geboren 
sei.  In  Bombay  hätten  sie  zuerst  ziemlich  lange  keine  Probleme 
gehabt. Dann hätten die Inder allerdings mitbekommen, dass sie aus 
Pakistan stammten. Jedes Mal, wenn etwas geschehen sei, hätten sie 
den  Beschwerdeführer  dessen  verdächtigt.  Einmal  habe  es 
beispielsweise eine Explosion, ein anderes Mal einen Schusswechsel 
gegeben. Wegen solcher Vorkommnisse sei er mehrmals verhaftet und 
auf  dem  Polizeiposten  verhört  worden.  Jedes  Mal  habe  ihn  sein 
Arbeitgeber  herausgeholt.  Dann  habe  dieser  gesagt,  er  könne  ihm 
nicht weiter helfen. Es sei besser, wenn sie Indien verlassen würden. 
Er  habe ihnen dann geholfen,  ein  Visum für  Italien  zu  erhalten. Am 
9. November 2004 hätten sie Indien verlassen und seien von Delhi aus 
nach Rom geflogen. Nach einem einwöchigen Aufenthalt in Italien, wo 
ihnen  in  ihrer  Unterkunft  ihr  Geld  und  sämtliche  Dokumente  wie 
Reisepapiere  und  Identitätsausweise  gestohlen  worden  seien,  seien 
sie  schliesslich  am  16.  November  2004  illegal  in  die  Schweiz 
eingereist.

C.
Am 25. April 2005 reichten die Beschwerdeführer einen Polizeirapport 
(FIR; "First Information Report") vom 14. Februar 2001 mit deutscher 
Übersetzung zu den Akten. 

D.
Mit Verfügung vom 28. April 2005 stellte das BFM fest, die Beschwer-
deführer erfüllten die Flüchtlingseigenschaft nicht, und lehnte die Asyl-
gesuche ab. Gleichzeitig verfügte es die Wegweisung aus der Schweiz 
und ordnete deren Vollzug an. 

E.
Mit Eingabe vom 28. Mai 2005 (Poststempel) erhoben die Beschwer-
deführer gegen diesen Entscheid bei der damals zuständigen Schwei-
zerischen Asylrekurskommission (ARK) Beschwerde und beantragten 
sinngemäss,  die  Verfügung  des  Bundesamtes  für  Migration  vom 
28. April  2008  sei  aufzuheben  und  es  sei  ihnen  Asyl  zu  gewähren. 

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Eventuell  sei  die  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs 
festzustellen und das BFM sei  anzuweisen,  die vorläufige Aufnahme 
anzuordnen. Gleichzeitig reichten sie die Kopie eines Schreibens des 
Anwalts  G._______  aus  Z._______  an  den  Beschwerdeführer  vom 
10. Januar  2005,  ein  weiteres  Schreiben  des  Anwalts  an  die 
Schweizerischen Behörden vom 8. Mai 2005, einen Festnahmebefehl 
vom  23. April  2001,  einen  Auszug  aus  dem  Geburtsregister  vom 
23. August  1998,  eine  Bestätigung  der  Schule,  zwei 
Zeitungsausschnitte,  eine  Suchmeldung,  zwei  Auszüge  aus  dem 
pakistanischen  Strafgesetzbuch,  eine  Islamverordnung  (vom  13. Mai 
2005),  Internetauszüge  sowie  ein  ärztliches  Zeugnis  von  Dr.  med. 
H.______ vom 26. Mai 2005 ein.

F.
Mit  Zwischenverfügung  vom 2. Juni  2005  bestätigte  der  damals  zu-
ständige Instruktionsrichter der ARK das den Beschwerdeführern von 
Gesetzes wegen zustehende Recht auf Aufenthalt in der Schweiz bis 
zum  Abschluss  des  Verfahrens  und  forderte  sie  auf,  bis  am  4. Juli 
2005  einen  aktuellen  und  detaillierten  Arztbericht  einzureichen,  den 
behandelnden  Arzt  von  der  ärztlichen  Schweigepflicht  zu  entbinden 
sowie die fremdsprachigen Beweismittel korrekt und vollständig in eine 
Amtssprache übersetzen zu lassen, vorzugsweise durch ein anerkann-
tes  Übersetzungsbüro.  Auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses 
wurde verzichtet. 

G.
Mit Schreiben vom 17. Juni 2005 teilte Frau I._______ der ARK mit, 
dass sie für die Beschwerdeführer das Mandat übernommen habe.

H.
Am 21. Juni 2005 stellte Dr. med. H._______, der ARK zwei ärztliche 
Berichte  betreffend  beide  Kinder  der  Beschwerdeführer  zu,  wonach 
zumindest  der  jüngere  Knabe  eine  lebensbedrohliche  Erkrankung 
(cerebrale  Gefässanomalien)  habe  und  wahrscheinlich  eine 
lebenslange  medikamentöse  Behandlung  benötige.  Bei  dem  älteren 
Jungen  könne  davon  ausgegangen  werden,  dass  die  Erkrankung 
(Gefässanomalie)  operativ korrigierbar sei  und er danach als  geheilt 
betrachtet werden könne.

I.
Am 1. Juli  2005  reichte  die  Rechtsvertreterin  der  Beschwerdeführer 
eine  Entbindung  vom Arztgeheimnis  sowie  deutsche  Übersetzungen 

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der  als  Beweismittel  eingereichten,  fremdsprachigen  Unterlagen  zu 
den Akten. Sie  gab  an,  dass  die  Übersetzung  von einem pakistani-
schen Freund des Beschwerdeführers so gut wie möglich vorgenom-
men worden sei, da sich die Familie eine Übersetzung durch ein aner-
kanntes Übersetzungsbüro nicht leisten könne.

J.
Am  6. Juli  2005  wurden  die  Akten  dem  BFM  zur  Vernehmlassung 
überwiesen. 

K.
Am 12. August 2005 zog das BFM seine Verfügung vom 28. April 2005 
teilweise in Wiedererwägung. Es begründete diesen Entscheid damit, 
dass in  Würdigung aller  Umstände,  namentlich  der  gesundheitlichen 
Probleme der  beiden Söhne der Beschwerdeführer,  vom Vollzug der 
Wegweisung  abgesehen  werde,  weil  dieser  zum aktuellen  Zeitpunkt 
nicht  zumutbar  sei.  Deshalb  seien  die  beiden  Söhne  aus  medizini-
schen Gründen vorläufig in der Schweiz aufzunehmen. Unter Berück-
sichtigung des Prinzips der Einheit der Familie seien demzufolge auch 
die Beschwerdeführer vorläufig aufzunehmen.

L.
Mit  Zwischenverfügung  vom 17.  August  2005  stellte  der  zuständige 
Instruktionsrichter  der  ARK  fest,  dass  die  Beschwerde  vom 28. Mai 
2005 gegen die Verfügung des BFM vom 28. April 2005 gegenstands-
los geworden sei, soweit sie die Ziffern 4 und 5 dieser Verfügung be-
treffe. Im Weiteren forderte er die Beschwerdeführer auf, der ARK bis 
am 1. September 2005 mitzuteilen, ob sie an der Beschwerde festhal-
ten oder diese zurückziehen wollten. 

M.
Mit  Schreiben  vom 12. September  2005  teilte  eine  Mitarbeiterin  der 
Rechtsberatungsstelle  (...)  der ARK im Namen der  Rechtsvertreterin 
mit,  die  Beschwerdeführer  hätten  beschlossen,  ihre  Beschwerde 
zurückzuziehen.

N.
Am 15. September 2005 widerrief die Rechtsvertreterin der Beschwer-
deführer den Beschwerderückzug. Sie erklärte, dass es sich dabei um 
ein  Missverständnis  gehandelt  habe.  Die  Beschwerdeführer  hätten 
nach  eingehender  Überlegung  beschlossen,  an  der  Beschwerde 
festzuhalten.

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O.
Am 21. März 2006 reichte die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführer 
bei der ARK eine umfangreiche Beschwerdeergänzung zur Beschwer-
de vom 28. Mai 2005 sowie vier Berichte über das Herkunftsland der 
Beschwerdeführer ein. Dabei beantragte sie, es sei die angefochtene 
Verfügung  aufzuheben,  die  Flüchtlingseigenschaft  sei  anzuerkennen 
und es  sei  Asyl  zu  gewähren,  eventuell  sei  die  Unzumutbarkeit  des 
Wegweisungsvollzugs  festzustellen.  In  verfahrensrechtlicher  Hinsicht 
beantragte  sie,  es  sei  die  unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren, 
insbesondere sei von einer Kostenvorschusspflicht abzusehen.

P.
Die  Rechtsvertreterin  der  Beschwerdeführer  stellte  der  ARK  am 
23. Juni  2006  ein  weiteres  Schreiben  des  pakistanischen  Anwalts 
G._______ aus Z._______, datierend vom 2. Mai 2006, zu.

Q.
Am 4. Mai 2007 teilte der zuständige Instruktionsrichter des Bundes-
verwaltungsgerichts  der  Rechtsvertreterin  der  Beschwerdeführer  mit, 
dass  das  bei  der  ARK anhängig  gemachte  Verfahren  per  1. Januar 
2007 vom Bundesverwaltungsgericht übernommen worden sei.

R.
Am 27. Juni  2008 wurden die  Akten dem BFM zwecks ergänzender 
Vernehmlassung zugestellt. In seiner Stellungnahme vom 8. Juli 2008 
hielt das BFM fest, die Beschwerdeschrift enthalte keine neuen erheb-
lichen  Tatsachen  oder  Beweismittel,  welche  eine  Änderung  seines 
Standpunktes rechtfertigen könnten und beantragte folglich die Abwei-
sung der  Beschwerde. Am 11. Juli  2008 wurde den Beschwerdefüh-
rern eine Kopie der Vernehmlassung des BFM zugestellt und Gelegen-
heit gegeben, dazu bis zum 25. Juli 2008 eine Replik einzureichen.

S.
Nach gewährter Fristerstreckung reichte die Rechtsvertreterin der Be-
schwerdeführer  am 7. August  2008  eine  Stellungnahme zu  der  Ver-
nehmlassung des BFM ein.

T.
Am  12.  März  2009  wurde  in  der  Schweiz  der  dritte  Sohn  der  Be-
schwerdeführer geboren.

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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt  das Bundesverwaltungsge-
richt Beschwerden gegen Verfügungen nach  Art. 5 des Bundesgeset-
zes vom 20. Dezember 1968 über  das Verwaltungsverfahren (VwVG, 
SR 172.021). Das Bundesamt für Migration (BFM) gehört zu den Be-
hörden nach  Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundes-
verwaltungsgerichts. Eine  das  Sachgebiet  betreffende  Ausnahme im 
Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht 
ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde 
und entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 des Asylgeset-
zes vom 26. Juni  1998 [AsylG, SR 142.31];  Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Das Bundesverwaltungsgericht hat am 1. Januar 2007 die Beurtei-
lung der bei der ARK hängigen Rechtsmittel übernommen. Das neue 
Verfahrensrecht ist anwendbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VGG).

1.3 Die  Beschwerde  ist  form-  und  fristgerecht  eingereicht.  Die  Be-
schwerdeführenden  sind durch  die  angefochtene  Verfügung  berührt 
und haben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung bezie-
hungsweise Änderung. Die Beschwerdeführenden sind daher zur Ein-
reichung der Beschwerde legitimiert (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 
und 50 ff. VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.  
3.1 Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person aner-
kannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt 
wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu ei-
ner  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen  An-
schauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder 
Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen  psychischen 

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Druck bewirken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist  Rechnung 
zu tragen (Art. 3 AsylG).

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachwei-
sen oder zumindest  glaubhaft  machen. Diese ist  glaubhaft  gemacht, 
wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit  für  gegeben hält. Unglaubhaft  sind insbesondere Vorbringen, 
die in  wesentlichen Punkten zu wenig begründet  oder in sich wider-
sprüchlich  sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder  massgeblich 
auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 
AsylG).

4.  
4.1 Das  BFM  hält  zur  Begründung  seines  ablehnenden  Asylent-
scheids fest, die Vorbringen der Beschwerdeführer erfüllten weder die 
Voraussetzungen zur Asylgewährung nach Art. 3 AsylG noch hielten 
sie den Anforderungen an die Glaubhaftmachung gemäss Art. 7 AsylG 
stand. Im Einzelnen führt es aus, der Beschwerdeführer habe geltend 
gemacht, seit seiner Geburt dem katholischen Glauben und damit ei-
ner religiösen Minderheit in seinem Dorf anzugehören. Auf die Frage 
nach hohen katholischen Feiertagen habe er anlässlich der Einvernah-
me in der Empfangsstelle ausgesagt, dies sei lediglich der 25. Dezem-
ber. Zudem sei er unschlüssig gewesen, ob Jesus am fraglichen Tag 
gestorben oder geboren worden sei. Wo Jesus geboren worden sei, 
wie seine Eltern hiessen und wie er gestorben sei, wisse er nicht. Im 
Rahmen der kantonalen Einvernahme habe der Beschwerdeführer auf 
die Frage nach katholischen Feiertagen dargelegt, der andere Feiertag 
werde im April  gefeiert  und Maria sei die Mutter von Jesus. Wer der 
Vater von Jesus sei und wer der Gatte von Maria, entziehe sich jedoch 
seiner Kenntnis. Von einer Person, welche seit ihrer Geburt Mitglied ei-
ner religiösen Minorität sei und in dieser Eigenschaft in verschiedener 
Weise diskriminiert worden sei, dürfe zwingend erwartet werden, dass 
sie  in  der  Lage  sei,  korrekte  und  vollständige  Angaben  zu 
grundlegenden  Inhalten  ihrer  Religion  zu  machen.  Der  Beschwer-
deführer  habe  sein  diesbezügliches  Unvermögen  mit  der  Erklärung 
entschuldigt, seinen Glauben nie praktiziert zu haben. Er habe in die-
sem Zusammenhang im Rahmen der kantonalen Einvernahme geltend 
gemacht, er habe lediglich an Feiertagen neue Kleider angezogen und 
auf diese Weise die Feiertage gefeiert. Dazu sei jedoch festzuhalten, 
dass Angehörige einer wenig betuchten Schicht, die sich im Rahmen 
von religiösen Feiern neue Kleider leisten, ihren Glauben grundlegend 

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ausüben. Der Beschwerdeführer müsste daher in der Lage sein, wei-
terreichende Angaben zu den Hintergründen und der Bedeutung der 
fraglichen Feiertage sowie zu den Inhalten seines Glaubens zu geben. 
Schliesslich sei seine Erklärung, er habe seine Religion nie ausgeübt, 
auch  deshalb  nicht  überzeugend,  weil  erfahrungsgemäss  Personen, 
die ihren Glauben nicht praktizierten, auch nicht religiös heiraten wür-
den,  was  vorliegend  aber  der  Fall  gewesen  sein  solle.  Aus  diesen 
Gründen könnten dem Beschwerdeführer seine religiöse Zugehörigkeit 
– und damit auch die Probleme aufgrund der Eheschliessung mit einer 
Muslimin – nicht geglaubt werden.

4.2 Weiter führt das BFM aus, der Beschwerdeführer behaupte, es sei 
gegen ihn Anzeige wegen Entführung seiner heutigen Gattin erhoben 
worden und die Polizei  würde nach ihm suchen. Gleichzeitig lege er 
dar,  sie  hätten  mit  ihren Originalpässen die  Ausreisekontrollen ihres 
Heimatlandes passiert, um nach Indien zu gelangen. Dieser Umstand 
spreche gegen die Glaubwürdigkeit einer polizeilichen Fahndung nach 
dem Gesuchsteller,  da  tatsächlich  gesuchte  Personen erfahrungsge-
mäss  nicht  das  Risiko  eingingen,  im  Rahmen  der  Grenzkontrollen 
beim Verlassen ihrer  Heimat ihre wahre Identität  offen zu legen und 
womöglich  aufgrund  von  Fahndungslisten  erkannt  und  verhaftet  zu 
werden.

4.3 Darüber hinaus stellt das BFM diverse Widersprüche in verschie-
denen Vorbringen der Beschwerdeführer fest. So habe der Beschwer-
deführer  anlässlich  der  Einvernahme  in  der  Empfangsstelle  geltend 
gemacht, er habe mit dem religiösen Trauschein einen Pass für seine 
Gattin ausstellen lassen. Anlässlich der kantonalen Einvernahme habe 
er hingegen zunächst dargelegt, er habe zwar einen Trauschein erhal-
ten, doch sei er nicht für die Ausfertigung des Passes verwendet wor-
den. Im weiteren Verlauf der Einvernahme habe er strikt verneint, dass 
jemals ein Trauschein ausgestellt worden sei.  Im Weiteren habe er ei-
nerseits dargelegt, er habe in Indien zwei Jahre lang keine Probleme 
gehabt; erst danach sei er ab und zu verhaftet worden. Andererseits 
habe er angegeben, es sei sieben bis acht Monate gut gegangen. Auf 
Vorhalt der fraglichen Widersprüche bringe der Beschwerdeführer kei-
ne  Erklärungen  vor,  welche  geeignet  seien,  diese  Widersprüche  zu 
entkräften.  Somit  könnten  ihm die  geltend  gemachten  Aussagen  im 
Zusammenhang mit seiner Trauung und dem Pass seiner Gattin sowie 
seiner Schwierigkeiten in Indien nicht geglaubt werden.

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4.4 Zum eingereichten FIR führt das BFM aus, dass gemäss diesem 
Rapport  der Antragsteller (Vater der Beschwerdeführerin) Inhaber ei-
nes Stoffgeschäftes in X._______ sei. Seine Tochter sei um 10 Uhr auf 
den  Markt  gegangen,  um  Gemüse  zu  kaufen,  aber  bis  zum Abend 
nicht  zurückgekehrt. Die Beschwerdeführerin  hingegen behaupte,  ihr 
Vater habe ein Zement- sowie ein Goldgeschäft. Nach dem Bekannt-
werden der Beziehung zu ihrem Gatten sei  es ihr untersagt worden, 
das  Haus  zu  verlassen.  Ihre  Flucht  sei  am  frühen  Morgen  erfolgt, 
nachdem ihr  Vater  sich  zum Morgengebet  in  die  Moschee  begeben 
und der Rest der Familie noch geschlafen habe. Da der Inhalt des vor-
gelegten Beweismittels nicht den Darlegungen der Beschwerdeführer 
entspreche, könnten ihnen ihre Aussagen im Zusammenhang mit ihrer 
gemeinsamen Flucht  aus X._______ sowie der  angeblich gegen die 
Person  des  Beschwerdeführers  erhobene  Anzeige  nicht  geglaubt 
werden.

4.5 Diesen Ausführungen fügt das BFM hinzu, dass die Beschwerde-
führer den schweizerischen Asylbehörden trotz mehrmaliger Aufforde-
rung keine Reisepapiere oder Identitätsdokumente eingereicht hätten. 
Somit stünden weder ihre Identität noch die Reisemodalitäten fest. Zu-
dem sei  auch die Begründung der  Beschwerdeführer  betreffend das 
Fehlen  ihrer  Papiere  nicht  glaubwürdig.  Ihre  Behauptung,  sämtliche 
Papiere seien ihnen aus der Unterkunft in Rom gestohlen worden, als 
sie  ausgegangen seien,  sei  nicht  nachvollziehbar. Besonders  Perso-
nen, die sich – wie der Beschwerdeführer – jahrelang im Ausland auf-
gehalten hätten, wüssten aus Erfahrung,  dass sie jederzeit  in einem 
fremden  Land  angehalten  werden  könnten  und  sich  im  Falle  einer 
Identitätskontrolle auszuweisen hätten. 

4.6 Schliesslich hält das BFM in seiner Verfügung fest, abgesehen da-
von, dass die von den Beschwerdeführern geltend gemachten Vorbrin-
gen nicht  glaubhaft  seien,  diese – selbst  wenn sie geglaubt  werden 
könnten  –  keine  Asylrelevanz  zu  erlangen  vermöchten,  da  gemäss 
dem Subsidiaritätsprinzip Personen mit einer innerstaatlichen Fluchtal-
ternative nicht  auf  den  Schutz  eines  Drittstaates  angewiesen  seien. 
Die Beschwerdeführer  hätten die Befürchtung geltend gemacht,  auf-
grund ihrer unterschiedlichen Religionszugehörigkeit und der damit im 
Zusammenhang  stehenden  Missbilligung  ihrer  Beziehung  durch  die 
Angehörigen der Beschwerdeführerin seitens dieser Familie verfolgt zu 
werden und erhebliche Nachteile zu riskieren. Die Beschwerdeführer 
machten somit  die Furcht  vor Nachteilen geltend,  die sich aus lokal 

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oder regional beschränkten Verfolgungsmassnahmen ableiten liessen. 
Da sich die Beschwerdeführer diesen Verfolgungsmassnahmen durch 
einen  Wegzug  in  einen  anderen  Teil  ihres  Heimatlandes  entziehen 
könnten, seien sie nicht auf den Schutz der Schweiz angewiesen. Die 
Beschwerdeführer  legten dar,  sich  nach ihrer  Flucht  aus  X._______ 
längere  Zeit  in  Y._______  aufgehalten  zu  haben.  Aus  ihren 
Darlegungen gehe nicht hervor, dass sie – selbst nach Bekanntwerden 
ihrer  unterschiedlichen  Religionszugehörigkeit  –  dort  ernsthaften 
Anfechtungen ausgesetzt gewesen seien. Es sei ihnen zumutbar, sich 
in  der  Anonymität  einer  Grossstadt  in  Pakistan  eine  neue  Existenz 
aufzubauen.  Diese  Beurteilung  werde  angesichts  der  Tatsache 
erhärtet,  dass  beide  Beschwerdeführer  gemäss  eigenen  Aussagen 
ihren Glauben nicht aktiv ausgeübt hätten und somit niemand von ihrer 
Religionszugehörigkeit erfahren habe. Aus all diesen Gründen erfüllten 
die  Beschwerdeführer  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht,  so  dass  das 
Asylgesuch abzulehnen sei.

4.7 In der Beschwerde wird den Ausführungen des BFM hinsichtlich 
der fehlenden Kenntnisse über das Christentum entgegengebracht, die 
Beschwerdeführer stammten aus einem sehr kleinen Dorf, in dem sie 
keine Möglichkeit  gehabt  hätten,  eine Kirche zu besuchen. Sogar  in 
der Schule gäbe es keinen christlichen Religionsunterricht sondern nur 
islamischen. Wie solle einer wissen, was Ostern, Weihnachten, Pfings-
ten und Auffahrt sei, wenn er diese Feiertage gar nicht feiere. Für "un-
sere" Feiertage hätten sie im Dorf keine Gelegenheit gehabt. Da der 
Beschwerdeführer  in  der  Schweiz  nun  die  Möglichkeit  dazu  habe, 
gehe er hier zur Kirche und versuche das alles zu verstehen. Betref-
fend des Trauscheins gibt er in der Beschwerde an, er habe von Vater 
F._______  keinen  solchen  erhalten. Als  er  den  Reisepass  für  seine 
Frau beantragt habe, sei er tatsächlich danach gefragt worden, habe 
die Sache dann aber mit Schmiergeld erledigt.

4.8 Hinsichtlich  des  eingereichten  FIR  geben  die  Beschwerdeführer 
an,  dass  ein  Übersetzungsfehler  passiert  sei.  Gemeint  gewesen  sei 
Goldgeschäft  und nicht  Stoffgeschäft. Wahrscheinlich habe der Vater 
der Beschwerdeführerin gelogen, als er der Polizei gesagt habe, seine 
Tochter sei um 10 Uhr auf den Markt gegangen.

4.9 Bezüglich der fehlenden Identitätspapiere erklärten die Beschwer-
deführer, diese seien in Italien gestohlen worden, als sie nur kurz in 
den  Garten  im  Hinterhof  ihrer  Unterkunft  gegangen  seien.  Deshalb 

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hätten sie nicht daran gedacht, ihre Dokumente mitzunehmen. Inzwi-
schen hätten sie Kontakt zu einem Anwalt in Pakistan aufgenommen, 
der ihnen erklärt habe, es sei von Gesetzes wegen nicht möglich, die 
originalen Identitätspapiere ins Ausland zu senden. Es gäbe allerdings 
die  Möglichkeit,  dass  er  Fotokopien  der  Identitätspapiere  in  die 
Schweiz schicke. Dafür  bräuchte er  aber etwas Zeit. Sobald die Be-
schwerdeführer die Fotokopien erhalten hätten, würden sie die Papiere 
ohne Verzögerung an die Schweizerischen Asylbehörden weiterleiten. 
Bis heute sind keine entsprechenden Papiere zu den Akten gereicht 
worden. 

4.10 In  der  Beschwerdeergänzung  machen  die  Beschwerdeführer 
noch einmal geltend, gemäss islamischem Recht dürfe eine muslimi-
sche Frau nicht einen Mann anderer Religionszugehörigkeit heiraten. 
Eine gleichwohl geschlossene Ehe sei nichtig oder sofort zu scheiden. 
Da eine solche Ehe nach pakistanischem Recht unabeachtlich sei, er-
füllten  die  Ehepartner  mit  gemeinsamen  Kindern  zudem den  Tatbe-
stand der Unzucht. Unzucht von Unverheirateten werde vom Koran mit 
100 Peitschenhieben bestraft. Abfall des Glaubens werde mit der Hin-
richtung der betreffenden Person geahndet. Laut Zeitungsausschnitten 
vom 20. bis 26. Februar 2001 sowie vom 13. bis 19. März 2001 würden 
die  Beschwerdeführer  von  der  Familie  der  Beschwerdeführerin  ge-
sucht. Die Beschwerdeführerin habe durch ihre Liebesaffäre mit dem 
Beschwerdeführer  die  christliche  Religion  adoptiert  und  ihre  islami-
sche Religion aufgegeben. Wegen dieser Tat hätten die Religionsge-
sellschaften  der  Region  die  Steinigung  der  Beschwerdeführerin  ver-
langt.  Laut  FIR  vom 14. Februar  2001  habe  sich  der  Vater  der  Be-
schwerdeführerin an den Chef des Polizeipostens seines Bezirks ge-
wandt und den Beschwerdeführer beschuldigt, seine Tochter entführt 
und ihm Geld sowie Goldschmuck gestohlen zu haben. Laut Festnah-
mebefehl vom 23. April 2001 werde der Beschwerdeführer tatsächlich 
gesucht. Gemäss § 365 des pakistanischen Strafgesetzbuches (PPC) 
werde die Entführung einer Person mit der Absicht, diese geheim und 
unrechtmässig  einzusperren,  mit  einer  Freiheitsstrafe  bis  zu  sieben 
Jahren sowie mit einer Geldstrafe sanktioniert. Wer in einer Wohnung 
Diebstahl begehe, werde ebenfalls mit Gefängnis bis zu sieben Jahren 
und  einer  Geldbusse  bestraft  (§ 380  PPC).  Selbst  wenn  die 
Beschwerdeführerin  bezeugen  würde,  ihr  Elternhaus  aus  freien 
Stücken  verlassen  zu  haben  und  es  unter  diesem Anklagepunkt  zu 
einem Freispruch käme, könnte  dies ein  langwieriges Strafverfahren 
mit  lebensgefährdender  Haft  nicht  verhindern.  Angesichts  der  Kor-

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ruptheit des pakistanischen Justizsystems und dessen Beherrschung 
durch Muslime hätten die Beschwerdeführer keinerlei  Aussichten auf 
ein faires Verfahren. 

4.11 Die  Rechtsvertreterin  führt  in  ihrem  Schreiben  weiter  aus,  der 
Anwalt  der  Beschwerdeführer  hätte  diesen  in  einem Schreiben  vom 
10. Januar  2005  mitgeteilt,  er  werde  von  fanatischen  muslimischen 
Gruppierungen verfolgt. Er  werde umgebracht,  sobald er  in  Pakistan 
einreise. Seine Familie und die fanatischen Gruppen seien sehr aufge-
bracht wegen seiner Heirat mit einem muslimischen Mädchen.

4.12 Bezüglich  der  vom  BFM  angesprochenen  innerstaatlichen 
Fluchtalternative gibt die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführer an, 
dass diese, selbst wenn sie ohne leicht erkennbares Profil in Pakistan 
leben würden, ihr Leben ständig unter dem Damoklesschwert des Ent-
decktwerdens stehen würde. Der Staat Pakistan wäre zwar durchaus 
fähig,  die  Beschwerdeführer  vor  der  Verfolgung  durch  Familie  und 
muslimische Religionsgesellschaften zu schützen, jedoch nicht willens 
das zu tun. Er unterstütze die angedrohten Verfolgungsmassnahmen, 
indem er nach den Beschwerdeführern fahnde. Deshalb sei eine inner-
staatliche Fluchtalternative nicht gegeben. 

4.13 Die  Rechtsvertreterin  fasst  zusammen,  dass  konkrete  Indizien 
bestünden, dass die Beschwerdeführer polizeilich gesucht würden und 
bei einer Rückkehr nach Pakistan von muslimischen Religionsgemein-
schaften wie  auch von der  Familie  der  Beschwerdeführerin  in  ihrem 
Recht auf Leben und physische Integrität  in schwerwiegender Weise 
bedroht  wären.  Eine  Rückkehr  sei  den  Beschwerdeführern  deshalb 
nicht zumutbar.

5.  
5.1 Das BFM stellte in seiner Verfügung fest, dass dem Beschwerde-
führer aufgrund seiner fehlenden Kenntnisse der grundlegenden Inhal-
te des Katholizismus seine religiöse Zugehörigkeit – und damit auch 
die Probleme aufgrund der Eheschliessung mit einer Muslimin – nicht 
geglaubt  werden  könnten. Die  Rechtsvertreterin  wendete  in  der  Be-
schwerdeergänzung  dagegen  ein,  dass  der  Beschwerdeführer  keine 
ausgeprägte religiöse Praxis  habe,  hindere nicht  daran,  dass er  von 
der Aussenwelt,  insbesondere den pakistanischen Staatsorganen als 
Christ angesehen werde. Wie in allen Mehrheitsreligionen gebe es im 
Christentum mehr oder weniger stark praktizierende Mitglieder, ohne 
dass  dies  der  religiösen Identität  des  Einzelnen Abbruch täte. Nach 

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Prüfung der Akten hegt auch das Bundesverwaltungsgericht aufgrund 
der lediglich rudimentären Kenntnisse der grundlegenden Inhalte des 
Christentums durch den Beschwerdeführer grosse Zweifel an dessen 
religiöser Zugehörigkeit zum Katholizismus.

5.2 Die Beschwerdeführer machten anlässlich der Anhörungen haupt-
sächlich  geltend,  wegen  ihrer  Beziehung  von  der  Familie  der  Be-
schwerdeführerin verfolgt zu werden. Ihr Vater habe den Beschwerde-
führer  wegen  Entführung  seiner  Tochter  sowie  Diebstahl  angezeigt. 
Selbst wenn der Beschwerdeführer tatsächlich Christ  sein sollte und 
das Paar wegen seiner unterschiedlichen Religionszugehörigkeit lokal 
und insbesondere  mit  der  Familie  der  Beschwerdeführerin  Probleme 
haben sollte, so werden sie deswegen keinesfalls landesweit gesucht. 
Sie haben selbst angegeben, nach ihrem Wegzug aus X._______ etwa 
ein  Jahr  lang  offiziell  in  Y._______ gelebt  und  gearbeitet  zu  haben. 
Dort sollen sie eigenen Angaben zufolge mit  den Behörden keinerlei 
Probleme gehabt haben. Ausserdem haben sie Pakistan im März 2002 
mit ihren echten und mit einem Visum versehenen Pässen verlassen, 
um sich in Indien niederzulassen. Wenn der Staat tatsächlich nach den 
Beschwerdeführern fahnden würde, wären sie wahrscheinlich bei ihrer 
legalen Ausreise überprüft und festgenommen worden. Aufgrund ihrer 
Schilderungen und Verhaltensweisen ist nicht von einer landesweiten 
Bedrohung auszugehen. Bei den von den Beschwerdeführern geschil-
derten Problemen handelt es sich deshalb – wenn überhaupt – höchs-
tens um lokal respektive regional beschränkte Schwierigkeiten mit der 
Familie  der  Beschwerdeführerin.  Diesen  allfälligen  künftigen  Proble-
men können sich die Beschwerdeführer entziehen, indem sie sich in 
einer Grossstadt  in Pakistan niederlassen. In deren Anonymität  wer-
den sie bei unauffälliger Lebensweise keine Probleme haben. Sie ga-
ben auch an, in Y.______ erst Probleme gehabt zu haben, nachdem 
der  Beschwerdeführer  Arbeitskollegen  von  ihrer  unterschiedlichen 
Religionszugehörigkeit  erzählt  hatte. Hätte  er  wirklich  mit  Verfolgung 
rechnen  müssen,  hätte  er  über  diese  Tatsache  weiterhin 
Stillschweigen  bewahrt.  In  einer  Grossstadt  leben  ausserdem 
keinesfalls ausnahmslos orthodoxe Muslime. Deshalb würden sich die 
Beschwerdeführer nicht rechtfertigen müssen, wenn sie beispielsweise 
die Moschee nicht aufsuchen würden etc. Aus diesen Gründen steht 
den  Beschwerdeführern  vor  allfälligen  zukünftigen 
Verfolgungsmassnahmen seitens der Familie der Beschwerdeführerin 
in  Übereinstimmung  mit  der  Vorinstanz  die  Möglichkeit  einer 
innerstaatlichen  Fluchtalternative  offen,  weshalb  sie  auf  den 

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subsidiären  Schutz  eines  Drittstaates  nicht  angewiesen  sind.  Die 
Bejahung  einer  innerstaatlichen  Fluchtalternative  schliesst  die  Zu-
erkennung der Flüchtlingseigenschaft aus.

5.3  Die  Rechtsvertreterin  der  Beschwerdeführer  brachte  in  der  Be-
schwerdeergänzung gegen die Erwägungen der Vorinstanz vor, dass 
Personen,  gegen  die  ein  First  Information  Report  bestehe,  Pakistan 
dennoch verlassen könnten und nicht an der Grenze festgehalten wür-
den. Sie hielt weiterhin daran fest, dass die Beschwerdeführer auf Lan-
desebene mit Verfolgung zu rechnen hätten. Dieser Einwand vermag 
an der  Einschätzung des BFM und auch des Bundesverwaltungsge-
richts jedoch nichts zu ändern. Wenn die Beschwerdeführer nicht ein-
mal  bei  ihrer  Ausreise mit  Originalpässen nach Indien Probleme ge-
habt haben sollen, dann werden sie sich erst recht in der Anonymität 
einer Grossstadt nicht vor einer Festnahme fürchten müssen. Zudem 
sind die Beschwerdeführer nicht nur problemlos aus Pakistan ausge-
reist, sondern haben sich jeweils für Indien und Italien ein Visum aus-
stellen lassen. Auch dabei hatten sie mit den Behörden keinerlei Pro-
bleme. 

5.4 Aufgrund der  vorstehenden Erwägungen betreffend die  fehlende 
Asylrelevanz erübrigt  es sich,  auf  die weiteren,  die Flüchtlingseigen-
schaft betreffenden Ausführungen oder die eingereichten Beweismittel 
hinsichtlich deren Glaubhaftigkeit  näher einzugehen, da sie am Aus-
gang dieses Verfahrens nichts ändern können. Der Vollständigkeit hal-
ber ist jedoch festzustellen, dass die Vorbringen der Beschwerdeführer 
zahlreiche Unglaubhaftigkeitselemente enthalten. Nebst den unter Zif-
fer  5.1  aufgezeigten  allgemeinen Zweifeln  an  der  Zugehörigkeit  des 
Beschwerdeführers zum Christentum fällt  etwa auf, dass in  den Vor-
bringen der Beschwerdeführer verschiedene Widersprüche betreffend 
zentrale  Punkte  ihrer  Aussagen  vorhanden  sind. Beispielsweise  gab 
der Beschwerdeführer anlässlich der Befragung im Transitzentrum an, 
mit dem religiösen Trauschein einen Pass für seine Ehefrau ausgestellt 
zu  haben  (vgl.  A1/13,  S.  2).  Der  Trauschein  und  auch  die  Ge-
burtsurkunden der Kinder seien zusammen mit den anderen Dingen in 
Italien gestohlen worden (A1/13, S. 6). Bei der kantonalen Anhörung 
gab  er  zuerst  zu  Protokoll,  der  Trauschein  sei  gestohlen  worden 
(A13/22, S. 4), danach erklärte er mehrfach, es gäbe nichts Schriftli-
ches  zu  seiner  Trauung  (A13/22,  S.  8)  und  schliesslich  gab  er  an, 
Pater  F._______  habe  ihnen  etwa  10  Tage  nach  der  Trauung  eine 
"Bestätigung" gegeben, diese hätten sie aber für die Ausstellung des 

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Passes  nicht  benötigt  (A13/22,  S. 17).  Weitere  Unstimmigkeiten  hat 
bereits die Vorinstanz in ihrer Verfügung richtigerweise aufgezeigt, auf 
welche  hiermit  verwiesen  werden  kann.  Unabhängig  von  deren 
Asylrelevanz  wecken  diese  genannten  Unstimmigkeiten  weitere 
Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Beschwerdeführer.

5.5 Darüber  hinaus  kann  bezüglich  der  eingereichten  Beweismittel 
festgestellt  werden,  dass  der  Beweiswert  pakistanischer  Dokumente 
generell als gering einzustufen ist, da amtliche Dokumente in Pakistan 
ohne weiteres unrechtmässig erworben werden können. Es gilt als ge-
richtsnotorisch, dass in Pakistan amtliche Blankoformulare frei käuflich 
sind und angesichts der weit verbreiteten Korruption widerrechtlich mit 
echten amtlichen Stempeln versehen werden können. In Pakistan ist 
es zudem problemlos möglich, ein Scheinverfahren gegen sich selber 
in  Gang  zu  setzen. Hierbei  wird  ein  echter  First  Information  Report 
(FIR) ausgestellt. Bei Nichterscheinen von Ankläger und Angeklagtem 
wird das Verfahren vom Gericht eingestellt.

5.6 Vorliegend kann die Authentizität der eingereichten Dokumente al-
lerdings offen gelassen werden, da die Identität der Beschwerdeführer 
bis  heute nicht  feststeht. Trotz Ankündigung haben die Beschwerde-
führer noch immer keine Identitätspapiere eingereicht (weder Originale 
noch Kopien), weshalb die von ihnen eingereichten Dokumente – auch 
wenn sie echt sein sollten – nicht zugeordnet werden können. Hierbei 
kann angefügt  werden,  dass der eingereichte Zeitungsausschnitt  mit 
den Fotos  der  Beschwerdeführer  Fälschungsmerkmale  aufweist. Zu-
dem ist bekannt, dass es in Pakistan kein Problem darstellt, Zeitungs-
berichte für ein entsprechendes Entgelt drucken zu lassen. Auch be-
steht  keine Verlässlichkeit  hinsichtlich  der  eingereichten Dokumente, 
da  sie  nicht  von  einem  anerkannten  Übersetzungsbüro  übersetzt 
wurden.

5.7 Zusammenfassend ist festzustellen, dass es den Beschwerdefüh-
rern  mit  ihren Vorbringen und den eingereichten Beweismitteln nicht 
gelingt, eine Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG nachzuweisen oder 
zumindest glaubhaft zu machen. Ihre Furcht vor künftiger landesweiter 
Verfolgung erscheint als unbegründet. Das BFM hat ihre Asylgesuche 
demnach zu Recht abgelehnt.

6.

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6.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 
ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Ein-
heit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 

6.2 Die Beschwerdeführer verfügen weder über eine ausländerrechtli-
che Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung ei-
ner  solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht  angeordnet 
(Art. 32 Bst. a der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 über Verfah-
rensfragen  [AsylV 1,  SR 142.311];  Entscheidungen  und  Mitteilungen 
der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21).

7.
Mit  Verfügung vom 12. August  2005 hat  das BFM seinen Entscheid 
vom 28. April 2005 teilweise in Wiedererwägung gezogen und die Be-
schwerdeführer aus medizinischen Gründen vorläufig in der Schweiz 
aufgenommen. Wie schon in der Zwischenverfügung vom 17. August 
2005 festgehalten, sind unter diesen Umständen die Anordnungen des 
Bundesamtes betreffend Vollzug der Wegweisung (Ziffern 4 und 5 der 
angefochtenen Verfügung)  als  dahin gefallen  zu betrachten. Das ge-
gen den Wegweisungsvollzug gerichtete (Eventual-) Begehren ist da-
mit gegenstandslos geworden.

8.
Zusammenfassend ist  festzuhalten,  dass  es  den Beschwerdeführern 
bezüglich der Frage der Anerkennung als Flüchtlinge und der Gewäh-
rung von Asyl nicht gelungen ist, darzutun, inwiefern die angefochtene 
Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den  rechtserheblichen  Sachverhalt 
unrichtig und unvollständig feststellt  und unangemessen ist (Art. 106 
AsylG). Die Beschwerde ist demnach abzuweisen, soweit sie nicht als 
gegenstandslos geworden abzuschreiben ist.

9.
9.1 Die Beschwerdeführer sind im vorliegenden Verfahren unterlegen, 
soweit  sie beantragen,  die vorinstanzliche Verfügung sei aufzuheben 
und es sei ihnen Asyl zu gewähren, weshalb sie insoweit kostenpflich-
tig sind (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG).

9.2 Mit Zwischenverfügung vom 2. Juni 2005 wurde auf die Erhebung 
eines  Kostenvorschusses  verzichtet.  Am  21.  März  2006  stellte  die 
Rechtsvertreterin  der Beschwerdeführer das Gesuch um Gewährung 
der unentgeltlichen Rechtspflege. Gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG wird 

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eine Partei, die nicht über die erforderlichen Mittel verfügt, auf Antrag 
hin von der Bezahlung der Verfahrenskosten befreit, wenn ihr Begeh-
ren im Zeitpunkt der Gesuchseinreichung nicht aussichtslos erscheint. 
Nicht über die erforderlichen Mittel verfügt, wer ohne Beeinträchtigung 
des  notwendigen  Lebensunterhaltes  die  Prozesskosten  nicht  zu  be-
streiten vermag. Es ist aktenkundig, dass der Beschwerdeführer heute 
einer Arbeit nachgeht, weshalb davon auszugehen ist, dass er über re-
gelmässige  Erwerbseinkünfte  verfügt  und  prozessual  nicht  bedürftig 
ist. Damit sind die kumulativ zu erfüllenden Voraussetzungen zur Ge-
währung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 
VwVG nicht gegeben, weshalb das Gesuch um Gewährung der unent-
geltlichen  Rechtspflege  abzuweisen  und  dem  Beschwerdeführer  die 
um die Hälfte reduzierten Kosten des Verfahrens von Fr. 300.-- aufzu-
erlegen sind.

9.3 Die Beschwerdeinstanz kann der ganz oder teilweise obsiegenden 
Partei von Amtes wegen oder auf Begehren eine Entschädigung für ihr 
erwachsene notwendige und verhältnismässig hohe Vertretungskosten 
zusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 Abs. 1 des Reglements 
vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem 
Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Nachdem die Be-
schwerdeführer hinsichtlich des Wegweisungsvollzugs – und insofern 
teilweise – obsiegt haben, ist ihnen eine angemessene, um die Hälfte 
reduzierte  Parteientschädigung  zu  entrichten.  Die  Rechtsvertreterin 
der Beschwerdeführer hat keine Kostennote zu den Akten gereicht; die 
notwendigen  Parteikosten  lassen  sich  indessen  aufgrund  der  Akten 
zuverlässig abschätzen. Das BFM ist  demnach anzuweisen, den Be-
schwerdeführern  eine  Parteientschädigung  von  insgesamt  Fr.  800.-- 
(inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) auszurichten.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit sie nicht als gegenstandslos 
geworden abgeschrieben wird.

2.
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird ab-
gewiesen.

3.
Die  reduzierten  Verfahrenskosten  von  Fr. 300.--  werden  den  Be-
schwerdeführenden auferlegt.

4.
Das BFM wird angewiesen, den Beschwerdeführern für das Verfahren 
vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  eine  Parteientschädigung  in  der 
Höhe von Fr. 800.-- zu entrichten.

5.
Dieses Urteil geht an: 

- die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführer (Einschreiben; Beilage: 
Einzahlungsschein, diverse Beweismittel; über die Herausgabe von 
bei  der  Vorinstanz  eingereichten  Beweismitteln  entscheidet  diese 
auf Anfrage hin)

- das BFM, Abteilung Aufenthalt und Rückkehrförderung, mit den Ak-
ten Ref.-Nr. N (...) (in Kopie)

- (kantonale Behörde)

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Hans Schürch Corinne Krüger

Versand: 

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