# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c2587796-1bcc-516b-b493-a6ff2f799545
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-01-10
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 10.01.2012 D-844/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-844-2011_2012-01-10.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung IV
D­844/2011

U r t e i l   v om   1 0 .   J a nua r   2 0 1 2  

Besetzung Einzelrichter Fulvio Haefeli,
mit Zustimmung von Richter Gérard Scherrer,
Gerichtsschreiberin Ulrike Raemy.

Parteien A._______, geboren am (…), alias 
B._______, geboren am (…), Äthiopien,
vertreten durch lic. iur. Tarig Hassan, LL.M.,
Advokatur Kanonengasse, 
Beschwerdeführerin, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Gegenstand Asyl und Wegweisung (Zweites Asylgesuch); 
Verfügung des BFM vom 30. Dezember 2010/ N _______.

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Sachverhalt:

A. 

A.a.  Die  Beschwerdeführerin  reichte  am  2.  August  2007  ein  erstes 
Asylgesuch ein. Das BFM wies dieses mit Verfügung vom 14. September 
2007  ab  und  ordnete  den  Vollzug  der  Wegweisung  an.  Eine  dagegen 
erhobene  Beschwerde  wies  das  Bundesverwaltungsgericht  mit  Urteil 
D­7006/2010 vom 12. Oktober 2010 ab.

A.b. Am  17.  November  2010  liess  die  Beschwerdeführerin  ein  zweites 
Asylgesuch  in  der Schweiz  stellen,  zu  dem sie  am 22. Dezember  2010 
durch das BFM angehört wurde.

A.c.  Im Wesentlichen machte die Beschwerdeführerin dabei geltend, sie 
sei in der Schweiz als Mitglied der Oromo Liberation Front (OLF) politisch 
tätig, nehme  regelmässig an Versammlungen und Diskussionen  teil und 
bezahle monatlich einen Beitrag.

A.d.  Zur  Untermauerung  ihrer  Vorbringen  liess  die  Beschwerdeführerin 
folgende  Unterlagen  zu  den  Akten  reichen:  fünf  Fotografien;  zwei 
Schreiben der OLF vom 25. September 2007 sowie vom 21. April 2007; 
einen Spendenbeleg; ein Bestätigungsschreiben vom 1. November 2010. 

B. 
Das BFM  lehnte mit  Verfügung  vom 30. Dezember  2010  –  eröffnet  am 
3. Januar  2011  –  das  zweite  Asylgesuch  der  Beschwerdeführerin  ab. 
Gleichzeitig  verfügte  es  die  Wegweisung  aus  der  Schweiz  und  deren 
Vollzug und erhob eine Gebühr von Fr. 600.–.

Zur  Begründung  wurde  im  Wesentlichen  ausgeführt,  exilpolitische 
Tätigkeiten  könnten  nur  dann  zur  Flüchtlingseigenschaft  führen,  wenn 
davon ausgegangen werden müsse, dass diese Aktivitäten  im Falle der 
Rückkehr  nach  Äthiopien  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit 
ernsthafte Massnahmen für den Betroffenen zur Folge hätten. 

Vorliegend sei einleitend zu bemerken, dass die Beschwerdeführerin  im 
Rahmen ihres ersten Asylverfahrens keine politisch motivierte Verfolgung 
durch  die  äthiopische  Behörden  habe  glaubhaft  machen  können.  Zur 
Vermeidung  von  Wiederholungen  könne  dazu  auf  die  Verfügung  des 
BFM  vom  14.  September  2007  und  insbesondere  auf  das  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts  vom  12.  Oktober  2010  verwiesen  werden. 

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Die Beschwerdeführerin habe zwar behauptet, die äthiopischen Behörden 
würden  sich  bei  ihren  Eltern  immer  wieder  nach  ihrem  Verbleib 
erkundigen  (vgl.  Akten  der  Vorinstanz  B4/7,  S.  3).  Dies  sei  jedoch 
angesichts der obigen Ausführungen sowie der Tatsache, dass ihr am 17. 
Mai  2005  ein  Reisepass  ausgestellt  worden  sei,  sie  ihre  Heimat  am  6. 
Dezember  2006  legal  habe  verlassen  können  und  sie  in  dieser 
Zeitspanne  offensichtlich  keine  Schwierigkeiten  gehabt  habe, 
unglaubhaft.  Die  Behörden  hätten  darüber  hinaus  bei  einer  ernsthaften 
Verfolgungsabsicht auch ihre Geschwister in die Ermittlungen einbezogen 
und sich kaum damit begnügt, sich zwei Mal bei den Eltern nach  ihr zu 
erkundigen  (vgl.  B4/7,  S.  3  f.).  Es  bestehe  somit  kein  Anlass  zur 
Annahme,  dass  die  Beschwerdeführerin  beim  Verlassen  ihres 
Heimatstaates als regimefeindliche Person ins Blickfeld der äthiopischen 
Behörden geraten oder dort in irgendeiner Form als Regimegegnerin oder 
politische  Aktivistin  registriert  worden  sei.  Demzufolge  sei  auch  nicht 
davon  auszugehen,  dass  sie  nach  ihrer  Ankunft  in  der  Schweiz  unter 
spezieller  Beobachtung  seitens  der  äthiopischen  Behörden  gestanden 
habe. 

Die Äusserungen der Beschwerdeführerinnen liessen zudem in keiner Art 
und Weise darauf schliessen, dass sie sich in der Schweiz in qualifizierter 
Weise  politisch  engagiert  habe  (vgl.  B4/7,  S.  3  f.).  Zudem  könnten  den 
Akten keine Hinweise darauf entnommen werden, dass die äthiopischen 
Behörden  von  der  Mitgliedschaft  der  Beschwerdeführerin  bei  der  OLF 
überhaupt  Kenntnis  genommen  oder  gar  gestützt  darauf  irgendwelche 
Massnahmen  zum  Nachteil  ihrer  Person  eingeleitet  hätten.  An  dieser 
Einschätzung könnte auch die Behauptung der Beschwerdeführerin, auf 
der Homepage (…) befänden sich einige Fotos von Versammlungen, an 
denen sie teilgenommen habe, nichts ändern. 

Die  Beschwerdeführerin  habe  sich  zwar,  wie  viel  ihrer  Landsleute, 
exilpolitisch engagiert. Die von ihr eingereichten Beweisunterlagen – wie 
auch  zahlreiche  weitere,  ähnlich  dokumentierte  Eingaben  in  anderen 
Verfahren  –  zeigten  aber,  dass  allein  in  der  Schweiz  innert  weniger 
Monate viele exilpolitische Anlässe stattfänden, von denen anschliessend 
oftmals  gestellte  Gruppenaufnahmen  von  nicht  selten  Hunderten  von 
Teilnehmern  in  einschlägigen  Medien  publiziert  würden.  Vor  diesem 
Hintergrund  erscheine  es  aber  unwahrscheinlich,  dass  die  äthiopischen 
Behörden all diesen – oft nur schlecht erkennbaren – Gesichtern konkrete 
Namen zuordnen könnten.

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Selbst  wenn  die  äthiopischen  Behörden  über  die  politischen  Aktivitäten 
ihrer  Staatsangehörigen  im  Ausland  informiert  wären,  könnten  sie 
angesichts  der  hohen  Zahl  der  im  Ausland  lebenden  äthiopischen 
Staatsangehörigen  nicht  jede  einzelne  Person  überwachen  und 
identifizieren.  Zudem  dürfte  auch  den  äthiopischen  Behörden  bekannt 
sein, dass viele äthiopische Emigranten aus vorwiegend wirtschaftlichen 
Gründen  versuchen  würden,  sich  in  Europa  und  speziell  auch  in  der 
Schweiz  vor  oder  nach Abschluss  ihres  Asylverfahrens  ein  dauerhaftes 
Aufenthaltsrecht  zu  erwirken,  indem  sie  regimekritische  Aktivitäten 
(Teilnahme  an  Demonstrationen,  Veröffentlichung  von  entsprechendem 
Bild­  und  Textmaterial  usw.  )  nachgingen.  Die  von  der 
Beschwerdeführerin  eingereichten  Unterlagen  könnten  vor  diesem 
Hintergrund zu keiner anderen Einschätzung führen. 

Den gesicherten Erkenntnissen des BFM zufolge hätten die äthiopischen 
Behörden  nur  dann  ein  Interesse  an  der  Identifizierung  einer  Person, 
wenn deren Aktivitäten als konkrete Bedrohung für das politische System 
wahrgenommen  würden.  Vorliegend  bestünden  –  wie  erwähnt  –  keine 
Anhaltspunkte  für  die  Annahme,  dass  sich  die  Beschwerdeführerin  in 
dieser besonderen Art und Weise betätigt und exponiert habe. Sie gehöre 
mit  Sicherheit  nicht  zur  Zielgruppe  des  "harten  Kerns"  von  aktiven 
oppositionellen  Äthiopiern  im  Ausland,  für  die  sich  die  äthiopischen 
Behörden interessieren würden. 

Zusammenfassend sei  festzustellen, dass die vorgebrachten subjektiven 
Nachfluchtgründe  den  Anforderungen  an  die  Flüchtlingseigenschaft 
gemäss Art. 3 AsylG nicht standhielten, weshalb die Beschwerdeführerin 
nicht als Flüchtling anerkannt werden könne. Demnach sei ihr Asylgesuch 
abzuweisen.

C. 
Mit  Beschwerde  vom 2.  Februar  2011  liess  die  Beschwerdeführerin  die 
Aufhebung  der  vorinstanzlichen  Verfügung,  die  Feststellung  der 
Flüchtlingseigenschaft  sowie  die  Gewährung  von  Asyl  beantragen. 
Eventualiter  sei  die  Unzulässigkeit  oder  zumindest  die  Unzumutbarkeit 
des  Vollzuges  der  Wegweisung  festzustellen  und  es  sei  die  vorläufige 
Aufnahme anzuordnen. In prozessualer Hinsicht liess sie die Bewilligung 
der  unentgeltlichen  Prozessführung  und  den  Verzicht  auf  die  Erhebung 
eines Kostenvorschusses beantragen. 

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D. 

D.a.  Mit  Zwischenverfügung  des  Bundesverwaltungsgerichts  vom 
11. Februar 2011 wurde der Beschwerdeführerin mitgeteilt, sie könne den 
Ausgang  des  Verfahrens  in  der  Schweiz  abwarten. Gleichzeitig  wurden 
die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege  im Sinne 
von Art. 65 Abs. 1 und 2 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 
über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) sowie um Verzicht 
auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  abgewiesen,  und  die 
Beschwerdeführerin  unter  Hinweis  auf  die  Säumnisfolge  aufgefordert, 
einen Kostenvorschuss  in der Höhe von Fr. 600.–­ bis zum 28. Februar 
2011 zu leisten.

D.b. Die Beschwerdeführerin leistete den einverlangten Kostenvorschuss 
fristgerecht.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 

1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  VwVG.  Das  BFM  gehört  zu  den 
Behörden  nach  Art. 33  VGG  und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des 
Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme 
im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht 
ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und 
entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig,  ausser  bei  Vorliegen 
eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die 
beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  des  Asylgesetzes 
vom  26. Juni  1998  [AsylG,  SR 142.31];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2. Das  Verfahren  richtet  sich  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem 
BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 
AsylG).

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1.3.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Die 
Beschwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, 
ist  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein 
schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung.  Sie  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert 
(Art. 105 und Art. 108 Abs. 2 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). 
Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2. 
Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3. 
Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise 
einer  zweiten  Richterin  entschieden  (Art. 111  Bst. e  AsylG).  Wie 
nachstehend  aufgezeigt,  handelt  es  sich  vorliegend  um  eine  solche, 
weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist 
(Art. 111a Abs. 2 AsylG).

Gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  wurde  vorliegend  auf  die 
Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet.

4. 

4.1.  Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich  Asyl.  Flüchtlinge  sind  Personen,  die  in  ihrem Heimatstaat 
oder  im Land,  in dem sie zuletzt wohnten, wegen  ihrer Rasse, Religion, 
Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder 
wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt 
sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu 
werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich 
die  Gefährdung  des  Leibes,  des  Lebens  oder  der  Freiheit  sowie 
Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den 
frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG).

4.2.  Wer  sich  darauf  beruft,  dass  durch  sein  Verhalten  nach  der 
Ausreiseaus dem Heimat­ oder Herkunftsland eine Gefährdungssituation 
erst  geschaffen  worden  ist,  macht  subjektive  Nachfluchtgründe  geltend 
(Art.  54  AsylG).  Subjektive  Nachfluchtgründe  begründen  zwar  die 
Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG, führen jedoch nach Art. 

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54  AsylG  zum  Ausschluss  des  Asyls,  unabhängig  davon,  ob  sie 
missbräuchlich  oder  nicht  missbräuchlich  gesetzt  wurden.  Das  vom 
Gesetzgeber  vorgesehene  Konzept,  wonach  das  Vorliegen  von 
subjektiven  Nachfluchtgründen  die  Gewährung  von  Asyl  ausschliesst, 
verbietet  das  Addieren  solcher  Gründe  mit  Nachfluchtgründen,  welche 
vor  der Ausreise aus dem Heimat­  oder Herkunftsstaat  entstanden  sind 
und die für sich allein nicht zur Bejahung der Flüchtlingseigenschaft und 
zur  Asylgewährung  ausreichen  (vgl.  BVGE  2009/28  E.  7.1  S.  352;  vgl. 
ferner  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen 
Asylrekurskommission [EMARK] 2000 Nr. 16 E. 5 a S. 141 f., mit weiteren 
Hinweisen).  Stattdessen  werden  Personen,  welche  subjektive 
Nachfluchtgründe  nachweisen  oder  glaubhaft  machen  können,  als 
Flüchtlinge  vorläufig  aufgenommen  (vgl.  dazu die  nach wie  vor  gültigen 
und zutreffenden Ausführungen in EMARK 1995 Nr. 7 E. 7 b und 8 S. 67 
ff.; EMARK 2000 Nr. 16 E. 5 a S. 141 f., mit weiteren Hinweisen).

5. 

5.1. Nach Prüfung der Akten durch das Gericht ist – in Übereinstimmung 
mit  der  Vorinstanz  –  festzustellen,  dass  nicht  mit  überwiegender 
Wahrscheinlichkeit  davon  auszugehen  ist,  dass  die  Beschwerdeführerin 
im  Falle  einer  Rückkehr  in  den  Heimatstaat  befürchten  muss,  dort 
ernsthafte  Nachteile  im  Sinne  von  Art.  3  AsylG  zu  erleiden;  zur 
Vermeidung  von  Wiederholungen  wird  auf  die  zutreffenden 
vorinstanzlichen  Erwägungen  verwiesen  ist  (vgl.  Erwägung  B. 
vorstehend).  Der  Rechtsmitteleingabe  sind  keine  stichhaltigen 
Entgegnungen  zu  entnehmen,  zumal  die  Beschwerdeführerin  im 
Wesentlichen  ihre  bisherigen Vorbringen wiederholt,  und  daran  festhält. 
Der Vollständigkeit  halber  ist  festzuhalten,  dass die Beschwerdeführerin 
bereits  im  ersten  Asylverfahren  auf  Beschwerdeebene  subjektive 
Nachfluchtgründe  geltend  gemacht  hat  und  rechtskräftig  festgestellt 
worden  ist,  diese  seien,  trotz  einer  gewissen  Nähe  der 
Beschwerdeführerin zur OLF, nicht geeignet, eine Furcht vor asylrechtlich 
relevanter  Verfolgungsmassnahmen  seitens  der  äthiopischen  Behörden 
im  Sinne  von  Art.  3  AsylG  glaubhaft  zu  machen  (vgl.  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts D­7006/2007 vom 12. Oktober 2010 E.11.3).

5.2. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass es der Beschwerdeführerin 
nicht  gelungen  ist  nachzuweisen  oder  zumindest  glaubhaft  zu machen, 
dass sie  in der Heimat ernsthafte Nachteile gemäss Art. 3 AsylG erlitten 
hat oder solche bei  ihrer Rückkehr nach Äthiopien befürchten muss. Die 

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Beschwerdevorbringen und die eingereichten Beweismittel  vermögen zu 
keiner  anderen  Betrachtungsweise  zu  führen,  weshalb  es  sich  erübrigt, 
weiter  darauf  einzugehen.  Die  Beschwerdeführerin  erfüllt  somit  die 
Voraussetzungen  zur  Zuerkennung  der  Flüchtlingseigenschaft  nicht, 
weshalb die Vorinstanz das Asylbegehren zu Recht und mit zutreffender 
Begründung abgelehnt hat.

6. 

6.1. Lehnt  das Bundesamt  das Asylgesuch  ab  oder  tritt  es  darauf  nicht 
ein,  so  verfügt  es  in  der  Regel  die Wegweisung  aus  der  Schweiz  und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit 
der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

6.2. Die Beschwerdeführerin verfügt weder über eine ausländerrechtliche 
Aufenthaltsbewilligung  noch  über  einen  Anspruch  auf  Erteilung  einer 
solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 
Abs. 1  AsylG;  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen 
Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21).

7. 

7.1.  Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 
nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach 
den  gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von 
Ausländern  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des  Bundesgesetzes 
vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer  [AuG, 
SR 142.20]).

Bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen  gilt 
gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  seiner 
Vorgängerorganisation  ARK  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte 
Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. 
WALTER  STÖCKLI,  Asyl,  in:  Uebersax/Rudin/Hugi  Yar/Geiser  [Hrsg.], 
Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148).

7.2. Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 
der  Schweiz  einer Weiterreise  der  Ausländerin  oder  des  Ausländers  in 
den  Heimat­,  Herkunfts­  oder  einen  Drittstaat  entgegenstehen  (Art. 83 
Abs. 3 AuG).

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So  darf  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen  werden,  in  dem  ihr  Leib,  ihr  Leben  oder  ihre  Freiheit  aus 
einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie 
Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 
(Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom 
28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]).

Gemäss  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  Art. 3  des 
Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere 
grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art. 3  der  Konvention  vom 
4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten 
(EMRK,  SR 0.101)  darf  niemand  der  Folter  oder  unmenschlicher  oder 
erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.

7.3.  Die  Vorinstanz  wies  in  ihrer  angefochtenen  Verfügung  zutreffend 
darauf hin, dass das Prinzip des  flüchtlingsrechtlichen Non­Refoulement 
nur Personen schützt,  die die Flüchtlingseigenschaft  erfüllen. Da es der 
Beschwerdeführerin  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich  erhebliche 
Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der  in Art. 5 
AsylG  verankerte  Grundsatz  der  Nichtrückschiebung  im  vorliegenden 
Verfahren  keine  Anwendung  finden.  Eine  Rückkehr  der 
Beschwerdeführerin  nach Äthiopien  ist  demnach  unter  dem Aspekt  von 
Art. 5 AsylG rechtmässig.

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der Beschwerdeführerin 
noch  aus  den  Akten  Anhaltspunkte  dafür,  dass  sie  für  den  Fall  einer 
Ausschaffung  nach  Äthiopien  dort  mit  beachtlicher  Wahrscheinlichkeit 
einer  nach  Art. 3  EMRK  oder  Art. 1  FoK  verbotenen  Strafe  oder 
Behandlung  ausgesetzt  wäre.  Gemäss  Praxis  des  Europäischen 
Gerichtshofes  für  Menschenrechte  (EGMR)  sowie  jener  des  UN­Anti­
Folterausschusses müsste die Beschwerdeführerin eine konkrete Gefahr 
("real  risk")  nachweisen  oder  glaubhaft  machen,  dass  ihr  im  Fall  einer 
Rückschiebung  Folter  oder  unmenschliche  Behandlung  drohen  würde 
(vgl.  EGMR  [Grosse  Kammer],  Saadi  gegen  Italien,  Urteil  vom 
28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124 – 127, mit weiteren 
Hinweisen).  Auch  die  allgemeine  Menschenrechtssituation  in  Äthiopien 
lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt klarerweise nicht 
als  unzulässig  erscheinen.  Nach  dem  Gesagten  ist  der  Vollzug  der 

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Wegweisung  sowohl  im  Sinne  der  asyl­  als  auch  der  völkerrechtlichen 
Bestimmungen zulässig.

7.4.    Gemäss  Art. 83  Abs. 4  AuG  kann  der  Vollzug  für  Ausländerinnen 
und  Ausländer  unzumutbar  sein,  wenn  sie  im  Heimat­  oder 
Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg, 
allgemeiner  Gewalt  und  medizinischer  Notlage  konkret  gefährdet  sind. 
Wird  eine  konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter  Vorbehalt  von 
Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren.

7.5.  In  Äthiopien  herrscht  zurzeit  keine  Situation  allgemeiner  Gewalt, 
weshalb  in  konstanter  Praxis  von  der  generellen  Zumutbarkeit  des 
Wegweisungsvollzugs  nach  Äthiopien  ausgegangen  wird  (vgl. 
beispielsweise  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  D­4738/2010  vom 
3. Februar 2011; bereits EMARK 1998 Nr. 22). Seit der Unterzeichnung 
des  Friedensabkommens  zwischen  Äthiopien  und  Eritrea  am  12. 
Dezember  2000  kontrollieren  UNO­Soldaten  die  Grenze  zwischen  den 
beiden Ländern. Zwar konnten diese ein sporadisches Wiederaufflackern 
des  Grenzkonfliktes  nicht  verhindern.  Eine  landesweite  Situation 
allgemeiner  Gewalt  ist  dadurch  aber  nicht  entstanden.  Entsprechend 
muss  nicht  von  einer  konkreten  Gefährdung  der  Beschwerdeführerin 
ausgegangen werden.

Auch  aufgrund  der  persönlichen  Situation  der  Beschwerdeführerin  sind 
keine  Gründe  ersichtlich,  die  gegen  die  Zumutbarkeit  des 
Wegweisungsvollzugs  sprechen.  Sie  hat  die  prägenden  Kinder­  und 
Jugendjahre  in  Äthiopien  verbracht,  und  in  ihrem  Heimatland  als 
"commercialista"  (vgl. Akten der Vorinstanz A1/10 S.  2 F.  8)  gearbeitet, 
weshalb anzunehmen ist, sie könne sich in Äthiopien wirtschaftlich wieder 
integrieren.  Gemäss  ihren  Angaben  leben  ihre  Eltern  sowie  ihre 
Geschwister  nach  wie  vor  in  ihrer  Heimat  (vgl. A1/10  S.  3  F.  12).  Vor 
diesem Hintergrund ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin 
in  ihrem Heimatland  über  ein  soziales Beziehungsnetz  verfügt, welches 
ihr eine Reintegration erleichtern wird. Blosse soziale und wirtschaftliche 
Schwierigkeiten,  von  denen  die  ansässige  Bevölkerung  im  Allgemeinen 
betroffen ist, genügen nicht, um eine Gefahr im Sinne von Art. 83 Abs. 4 
AuG  darzustellen  (vgl.  die  weiterhin  zutreffende  Praxis  der  ARK  in 
EMARK 1996 Nr.  2 S.  12  f.  und EMARK 2005 Nr.  24 E.  10.1 S.  215). 
Nach  dem  Gesagten  ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  somit  auch  als 
zumutbar zu bezeichnen.

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7.6.  Schliesslich  obliegt  es  der  Beschwerdeführerin,  sich  bei  der 
zuständigen  Vertretung  des  Heimatstaates  die  für  eine  Rückkehr 
notwendigen  Reisedokumente  zu  beschaffen  (vgl.  Art. 8  Abs. 4  AsylG 
und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 – 515), weshalb der Vollzug 
der  Wegweisung  auch  als  möglich  zu  bezeichnen  ist  (Art. 83  Abs. 2 
AuG).

7.7. Zusammenfassend  hat  die  Vorinstanz  den Wegweisungsvollzug  zu 
Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten 
fällt  eine  Anordnung  der  vorläufigen  Aufnahme  ausser  Betracht  (Art. 83 
Abs. 1 – 4 AuG).

8. 
Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung 
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und 
vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art. 106  AsylG).  Die 
Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

9. 
Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  die  Kosten  der 
Beschwerdeführerin  aufzuerlegen  (Art. 63 Abs. 1 VwVG),  auf  insgesamt 
Fr. 600.– festzusetzen (Art. 1 – 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 
über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2])  und mit  dem  am  16. 
Februar  2011  geleisteten  Kostenvorschuss  in  derselben  Höhe  zu 
verrechnen.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­­  werden  der  Beschwerdeführerin 
auferlegt und mit dem am 16. Februar 2011 geleisteten Kostenvorschuss 
in derselben Höhe verrechnet..

3. 
Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführerin,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Fulvio Haefeli Ulrike Raemy

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