# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e0424d28-8972-5652-b64f-235ede2d7172
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-08-22
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 22.08.2025 D-5720/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5720-2025_2025-08-22.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-5720/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 2 .  A u g u s t  2 0 2 5  

Besetzung 
 Richterin Daniela Brüschweiler (Vorsitz), 

Richter Lukas Müller, Richterin Nina Spälti Giannakitsas,    

Gerichtsschreiberin Susanne Burgherr. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Afghanistan,   

vertreten durch Stephanie Fluri,  

(…)  

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Vollzug der Wegweisung (Nichteintreten auf Asylgesuch); 

Verfügung des SEM vom 23. Juli 2025 / N (…). 

 

 

 

D-5720/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer suchte am 22. April 2025 in der Schweiz um Asyl 

nach. Er gab auf dem Personalienblatt an, am (…) geboren und somit min-

derjährig zu sein. 

B.  

Am 29. April 2025 mandatierte der Beschwerdeführer die ihm zugewiesene 

Rechtsvertretung. 

C.  

Ein Abgleich der Fingerabdrücke des Beschwerdeführers mit der Eurodac-

Datenbank ergab, dass er am 13. Dezember 2024 in Griechenland dakty-

loskopisch erfasst worden war und dort am 17. Januar 2025 ein Asylge-

such gestellt hatte. 

D.  

D.a Am 5. Mai 2025 ersuchte das SEM die griechischen Behörden um In-

formationen betreffend die Registrierung des Beschwerdeführers und das 

Verfahren in Griechenland. Gleichentags bat es auch die (…) Behörden um 

Informationen, da polizeiliche Abklärungen ergeben hätten, dass der Be-

schwerdeführer in B._______ bekannt sei. 

D.b Die (…) Behörden teilten am 7. Mai 2025 mit, dass der Beschwerde-

führer in B._______ mit dem Geburtsdatum (…) bekannt sei. Er sei am 

10. April 2025 nach B._______ eingereist und noch am selben Tag wieder 

verschwunden, ohne ein Asylgesuch zu stellen. 

D.c Die griechischen Behörden teilten am 13. Mai 2025 mit, dass der Be-

schwerdeführer in Griechenland basierend auf seinen Angaben mit dem 

Geburtsdatum (…) registriert worden sei. Er habe keine Identitätsdoku-

mente vorgelegt und angegeben, dass ein Bruder in der Schweiz lebe. Ihm 

sei in Griechenland am (…). Februar 2025 der Flüchtlingsstatus zuerkannt 

worden, verbunden mit einer entsprechenden, bis zum (…). Februar 2028 

gültigen Aufenthaltsgenehmigung. 

E.  

Anlässlich der Erstbefragung für unbegleitete, minderjährige Asylsuchende 

(EB UMA) vom 13. Mai 2025 gab der Beschwerdeführer im Wesentlichen 

zu Protokoll, er sei afghanischer Staatsangehöriger und ethnischer Hazara 

und stamme aus der Provinz C._______. Sein Vater sei gestorben, als er 

D-5720/2025 

Seite 3 

(der Beschwerdeführer) noch ein kleines Kind gewesen sei, und er habe in 

der Folge mit seiner Mutter und seinen Geschwistern bei seinem Onkel 

väterlicherseits gelebt, der nicht gut zu ihnen gewesen sei. Er sei am (…), 

gemäss hiesigem Kalender am (…) geboren, und sei zurzeit (…) Jahre alt. 

Er sei mit dem gregorianischen Kalender vertraut, nachdem er sich drei 

Jahre in der Türkei aufgehalten habe. Er sei im Alter von (…) Jahren in die 

Schule gekommen und habe fünf Klassen absolviert. Von seinen Lehrern 

habe er gelernt, dass man zum Geburtsjahr gemäss gregorianischem Ka-

lender gelange, wenn man die Zahl 621 zum Geburtsjahr nach afghani-

schem Kalender addiere ([…] -> […]). Im Alter von (…) Jahren habe er die 

Schule verlassen. Danach sei er mit seiner Mutter, seinem ein Jahr jünge-

ren Bruder und seiner (…) Jahre älteren Schwester nach D._______ umge-

zogen. Nachdem er sich dort zwei bis drei Monate aufgehalten habe, habe 

er das Land nach der Machtübernahme der Taliban im Jahr 2021 verlas-

sen. Er sei damals zwischen (…) und (…) Jahre alt gewesen. Er sei über 

den Iran in die Türkei gelangt. Er sei dort etwa drei Jahre geblieben und 

habe illegal in einem (…) gearbeitet. Sein (…) Jahre älterer Bruder 

E._______ lebe seit etwa (…) Jahren in der Schweiz und er habe zu die-

sem gehen wollen. Als er von der Türkei nach Griechenland gelangt sei, 

habe die griechische Polizei ihn erwischt und es seien ihm die Fingerab-

drücke abgenommen worden. Um zu verhindern, dass er längere Zeit in 

einem Camp für Minderjährige hätte bleiben müssen, habe er sich in Grie-

chenland als volljährig ausgegeben. Er habe dort gesagt, dass er (…)-jäh-

rig sei, respektive dass er im Jahr (…) oder (…) geboren sei. Nach einem 

drei- bis viermonatigen Aufenthalt in Griechenland sei er weitergereist. Von 

Serbien aus sei er nach einer zweitägigen Fahrt in einem LKW beim Aus-

steigen von der (…) Polizei erwischt worden. Er habe gesagt, dass er in 

B._______ kein Asylgesuch stellen, sondern zu seinem Bruder in die 

Schweiz gehen wolle. Er sei erschöpft und gestresst gewesen und wisse 

nicht mehr, welches Geburtsdatum er in B._______ angegeben habe. Er 

habe eine Tazkira gehabt, diese aber bei der Anlandung in Griechenland, 

bei der sein Rucksack ins Wasser gefallen sei, verloren. Auch sein Mobil-

telefon, auf dem ein Foto der Tazkira gewesen sei, sei im Rucksack gewe-

sen. Er wisse nicht, wann die besagte Tazkira ausgestellt worden sei, und 

er verfüge über keine anderen Dokumente, aus denen sein Alter hervorge-

hen würde. Er habe keine gesundheitlichen Beschwerden. Seine Mutter, 

sein jüngerer Bruder und seine Schwester würden sich in der Türkei auf-

halten. 

Auf Vorhalt einer Aussage von E._______, welcher dieser im Rahmen sei-

nes Asylverfahrens in der Erstbefragung am (…) gemacht habe, wonach 

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Seite 4 

der Beschwerdeführer im damaligen Zeitpunkt (…) Jahre alt gewesen sei, 

antwortete der Beschwerdeführer, E._______ sei damals noch jung gewe-

sen und habe das genaue Alter der Geschwister nicht gekannt und wohl 

falsch geschätzt.  

Dem Beschwerdeführer wurde auch das rechtliche Gehör zu einem allfäl-

ligen Nichteintretensentscheid gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG 

(SR 142.31) und einer Wegweisung nach Griechenland eingeräumt. Er gab 

an, er möchte nicht nach Griechenland zurück. Dort habe er niemanden, 

es gebe keine Arbeit und die griechische Sprache sei schwierig. 

Am Ende der Befragung wurde dem Beschwerdeführer mitgeteilt, dass er 

aufgrund von Zweifeln an dem von ihm geltend gemachten Alter eventuell 

zu einer medizinischen Altersabklärung geschickt werde. Ihm wurde der 

Ablauf einer solchen ärztlichen Untersuchung erklärt.  

F.  

F.a Mit Schreiben vom 18. Juni 2025 teilte das SEM dem Beschwerdefüh-

rer mit, dass es die von ihm geltend gemachte Minderjährigkeit als nicht 

glaubhaft erachte. Er werde als volljährig eingestuft, wobei auf die Durch-

führung eines Altersgutachtens verzichtet werde. Es beabsichtige, das Ge-

burtsdatum im Zentralen Migrationsinformationssystem (ZEMIS) auf den 

(…) anzupassen. Es gewährte ihm hierzu das rechtliche Gehör. 

F.b In seiner Stellungnahme vom 24. Juni 2024 erklärte sich der Be-

schwerdeführer mit der geplanten Datenanpassung nicht einverstanden. 

Er bekräftigte, minderjährig zu sein, und beantragte eine medizinische Al-

tersabklärung. 

F.c Am 1. Juli 2025 änderte das SEM das Geburtsdatum des Beschwer-

deführers im ZEMIS auf den (…) und versah den Eintrag mit einem Be-

streitungsvermerk.  

G.  

G.a Am 2. Juli 2025 ersuchte das SEM die griechischen Behörden gestützt 

auf die Richtlinie 2008/115/EG des Europäischen Parlaments und des Ra-

tes vom 16. Dezember 2008 über gemeinsame Normen und Verfahren in 

den Mitgliedstaaten zur Rückführung illegal anwesender Drittstaatsange-

höriger (Rückführungsrichtlinie) und das Abkommen zwischen dem 

Schweizerischen Bundesrat und der Regierung der Hellenischen Republik 

über die Rückübernahme von Personen mit irregulärem Aufenthalt 

(SR 0.142.113.729) um Rückübernahme des Beschwerdeführers. 

D-5720/2025 

Seite 5 

G.b Die griechischen Behörden stimmten dem Ersuchen am 7. Juli 2025 

zu. 

H.  

H.a Am 21. Juli 2025 händigte das SEM dem Beschwerdeführer bezie-

hungsweise der Rechtsvertretung den Entscheidentwurf zur Stellung-

nahme aus.  

H.b Die Stellungnahme erfolgte mit Schreiben ebenfalls vom 21. Juli 2025. 

Darin wurde erneut eine medizinische Altersabklärung beantragt. 

I.  

Mit Verfügung vom 23. Juli 2025 (gleichentags eröffnet) trat das SEM in 

Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG auf das Asylgesuch nicht ein 

(Dispositivziffer 1), wies den Beschwerdeführer aus der Schweiz weg (Dis-

positivziffer 2) und forderte ihn auf, die Schweiz am Tag nach Eintritt der 

Rechtskraft zu verlassen, ansonsten er in Haft genommen und unter 

Zwang nach Griechenland zurückgeführt werden könne (Dispositivziffer 3). 

Es beauftragte den Kanton F._______ mit dem Vollzug der Wegweisung 

(Dispositivziffer 4). Ferner händigte es dem Beschwerdeführer die editions-

pflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis aus (Dispositivziffer 5). Weiter 

hielt es fest, dass im ZEMIS der (…) mit Bestreitungsvermerk als Geburts-

datum des Beschwerdeführers vermerkt sei (Dispositivziffer 6).  

Für die Begründung wird auf die Ausführungen der Vorinstanz in der Ver-

fügung verwiesen. 

J.  

Mit Eingabe vom 30. Juli 2025 erhob der Beschwerdeführer durch die rubri-

zierte Rechtsvertretung beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde. Er 

beantragte, die Dispositivziffern 3, 4 und 6 der vorinstanzlichen Verfügung 

seien aufzuheben und die Sache sei zwecks vollständiger Feststellung des 

Sachverhalts und Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

Eventualiter sei die Vorinstanz anzuweisen, ihn in der Schweiz vorläufig 

aufzunehmen. Des Weiteren sei die Vorinstanz anzuweisen, den (…) als 

Geburtsdatum im ZEMIS zu erfassen. Als vorsorgliche Massnahme sei die 

Vorinstanz anzuweisen, ihn während der Dauer des Beschwerdeverfah-

rens als Minderjährigen zu behandeln und die Unterbringung in geeigneten 

Strukturen sicherzustellen. Zudem ersuchte er in verfahrensrechtlicher 

Hinsicht um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im Sinne von 

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Seite 6 

Art. 65 Abs. 1 VwVG und um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvor-

schusses. 

Nebst Kopien der angefochtenen Verfügung und der Vollmacht der Rechts-

vertretung lag der Beschwerde eine Kopie einer Tazkira bei. Laut den Aus-

führungen des Beschwerdeführers sei es seiner Mutter nachträglich gelun-

gen, ein Foto seiner Tazkira ausfindig zu machen, gemäss welcher er im 

Zeitpunkt der Ausstellung am (…) ([…]) (…)-jährig gewesen sei. Auf die 

weitere Begründung der Rechtsbegehren und das besagte Beweismittel 

wird – soweit für den Entscheid wesentlich – in den nachfolgenden Erwä-

gungen eingegangen. 

K.  

Das Bundesverwaltungsgericht bestätigte am 31. Juli 2025 den Eingang 

der Beschwerde. Gleichentags lagen dem Gericht die vorinstanzlichen Ak-

ten in elektronischer Form vor (vgl. Art. 109 Abs. 3 AsylG).  

L.  

Betreffend das Beschwerdebegehren um Datenänderung im ZEMIS (An-

trag um Anpassung des Geburtsdatums im ZEMIS auf […]) wurde ein se-

parates Beschwerdeverfahren (D-5737/2025) eröffnet. 

M.  

Das Asyldossier des Bruders E._______ des Beschwerdeführers (N […]) 

wurde beigezogen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurtei-

lung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig 

und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – und auch vorlie-

gend – endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG). 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der Be-

schwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein 

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schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und 

Art. 108 Abs. 3 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Be-

schwerde ist einzutreten. 

2.  

Hinsichtlich des Gegenstands des vorliegenden Beschwerdeverfahrens ist 

festzustellen, dass sich die Beschwerde gegen den angeordneten Vollzug 

der Wegweisung des Beschwerdeführers nach Griechenland richtet (Dis-

positivziffern 3 und 4). Die Dispositivziffern 1 und 2 der vorinstanzlichen 

Verfügung (Nichteintreten auf das Asylgesuch und Wegweisung aus der 

Schweiz) sind mangels Anfechtung in Rechtskraft erwachsen und bilden 

nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens.  

3.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Bereich des Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 

2014/26 E. 5). 

4.  

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines 

Schriftenwechsels verzichtet. 

5.  

5.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]).  

5.2 Das Bundesverwaltungsgericht erachtet den Vollzug der Wegweisung 

von äusserst vulnerablen schutzberechtigten Personen, wie unbegleiteten 

Minderjährigen, nach Griechenland grundsätzlich als unzumutbar, ausser 

es bestehen besonders begünstigende Umstände, aufgrund derer aus-

nahmsweise von der Zumutbarkeit des Vollzugs der Wegweisung ausge-

gangen werden kann, wobei das SEM in solchen Fällen gehalten ist, ver-

tiefte Abklärungen vorzunehmen (vgl. Referenzurteil E-3427/2021, 

E-3431/2021 vom 28. März 2022 E. 11.5.3).  

6.  

6.1 Vorliegend ist somit die Frage der Voll- oder Minderjährigkeit des Be-

schwerdeführers von entscheidwesentlicher Bedeutung. In der Be-

schwerde wird in diesem Zusammenhang eine Verletzung des 

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Seite 8 

Untersuchungsgrundsatzes seitens der Vorinstanz gerügt. Das SEM habe 

den betreffenden Sachverhalt unvollständig abgeklärt, indem es ohne Ein-

holung einer medizinischen Altersabklärung die Volljährigkeit des Be-

schwerdeführers angenommen habe. Es ist zu prüfen, ob diese formelle 

Rüge geeignet ist, eine Kassation der vorinstanzlichen Verfügung zu be-

wirken. 

6.2  

6.2.1 Der Untersuchungsgrundsatz gehört zu den allgemeinen Grundsät-

zen des Verwaltungs- respektive Asylverfahrens (Art. 12 VwVG i.V.m. Art. 6 

AsylG). Demnach hat die Behörde von Amtes wegen für die richtige und 

vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen, 

die für das Verfahren notwendigen Unterlagen zu beschaffen, die rechtlich 

relevanten Umstände abzuklären und ordnungsgemäss darüber Beweis zu 

führen. Unvollständig ist die Sachverhaltsfeststellung, wenn nicht alle für 

den Entscheid rechtsrelevanten Sachumstände berücksichtigt wurden, un-

richtig, wenn der Verfügung ein falscher und aktenwidriger Sachverhalt zu-

grunde gelegt wird, etwa weil die Rechtserheblichkeit einer Tatsache zu 

Unrecht verneint wird, so dass diese nicht zum Gegenstand eines Beweis-

verfahrens gemacht wird, oder weil Beweise falsch gewürdigt worden sind. 

6.2.2 Im Asylverfahren ist die Minderjährigkeit – der allgemeinen asylrecht-

lichen Beweisregel folgend – von der asylsuchenden Person zumindest 

glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2023 VI/4 E. 6.3). Als glaubhaft gemacht 

ist die Minderjährigkeit dann zu erachten, wenn für deren Vorhandensein 

gewisse Elemente sprechen, selbst wenn das Gericht noch mit der Mög-

lichkeit rechnet, dass die gesuchstellende Person bereits volljährig ist (vgl. 

BVGE 2023 VI/4 E. 6.3 m.H.a. BGE 140 III 610 E. 4.1, 130 III 321 E. 3.3). 

Im Rahmen einer Gesamtwürdigung ist eine Abwägung sämtlicher Anhalts-

punkte, welche für oder gegen die Richtigkeit der betreffenden Altersanga-

ben sprechen, vorzunehmen (vgl. BVGE 2023 VI/4 E. 6.5). Dabei ist ins-

besondere an für echt befundene Identitätspapiere oder an eigene Anga-

ben zu denken (vgl. BVGE 2018 VI/3 E. 4.2.3; 2009/54 E. 4.1; Entschei-

dungen und Mitteilungen der [vormaligen] Schweizerischen Asylrekurs-

kommission [EMARK] 2004 Nr. 30 E. 5.3.3). Bei Fehlen rechtsgenüglicher 

Identitätsausweise kann im Rahmen der Feststellung des Sachverhalts mit 

Unterstützung wissenschaftlicher Methoden – beispielsweise Knochenal-

tersanalysen (Art. 17 Abs. 3bis AsylG) – abgeklärt werden, ob die Altersan-

gabe der asylsuchenden Person dem tatsächlichen Alter entsprechen kann 

(Art. 7 Abs. 1 AsylV1). Auch das Resultat eines Altersgutachtens stellt bei 

der Beurteilung der Frage der Glaubhaftigkeit einer geltend gemachten 

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Minderjährigkeit ein im Rahmen der Gesamtbetrachtung zu berücksichti-

gendes Element dar (vgl. Urteil des BVGer F-3255/2020 vom 2. Juli 2020 

E. 7.2; ferner BVGE 2019 I/6 E. 6.1 ff.). Wenn es darum geht, anerbotene 

Beweismittel für die Minderjährigkeit in antizipierter Beweiswürdigung aus 

dem Recht zu weisen, ist zudem aus gehörsrechtlicher Perspektive ein 

graduell erhöhtes Mass an Zurückhaltung geboten (vgl. Urteil des BVGer 

F-2566/2025 vom 23. April 2025 E. 5.5). 

6.3  

6.3.1 Das SEM führte in der angefochtenen Verfügung hinsichtlich des Al-

ters des Beschwerdeführers im Wesentlichen aus, es sei von der Volljäh-

rigkeit auszugehen. Der Beschwerdeführer habe die geltend gemachte 

Minderjährigkeit weder belegen noch glaubhaft machen können. Er habe 

keine Identitätsdokumente vorgelegt und die Registrierung in Griechenland 

sei ein starkes Indiz für die Volljährigkeit. Er habe zwar offengelegt, aus 

welchen Beweggründen er sich dort mit einem angeblich falschen Geburts-

datum habe registrieren lassen. Diese würden aber zeigen, dass er offen-

bar gewillt sei, falsche Angaben zu machen, wenn es ihm zum Vorteil ge-

reiche. Das Vorbringen, beim Aufgriff in B._______ erschöpft gewesen zu 

sein, und deshalb nicht mehr zu wissen, welches Geburtsdatum er dort 

angegeben habe, sei als Schutzbehauptung zu werten. Die Aussagen bei 

der EB UMA zu Schulbildung, Familie und Reiseweg seien vage ausgefal-

len. Zudem divergiere die Altersangabe, welche der Bruder des Beschwer-

deführers im Jahr (…) gemacht habe, um zwei Jahre. Es sei nicht zwin-

gend, ein Altersgutachten einzuholen, und nachdem es dem Beschwerde-

führer nicht gelungen sei, die Minderjährigkeit zu belegen oder glaubhaft 

zu machen, habe für die Anordnung eines Altersgutachtens keine Notwen-

digkeit bestanden. Aufgrund der bestehenden Akten sei eine abschlies-

sende Einschätzung des Alters des Beschwerdeführers möglich. 

6.3.2 In der Beschwerde wird bemängelt, dass das SEM sich ausschliess-

lich auf das in Griechenland registrierte Geburtsdatum und eine Aussage, 

welche der damals noch sehr junge Bruder E._______ des Beschwerde-

führers im Jahr (…) gemacht habe, gestützt habe. Gemäss Rechtspre-

chung genüge es den Anforderungen an die Pflicht zur vollständigen und 

korrekten Erstellung des rechtserheblichen Sachverhalts nicht, allein auf 

die Registrierung in einem anderen Staat abzustellen. Zudem habe der Be-

schwerdeführer erklärt, weshalb er sich in Griechenland als volljährig aus-

gegeben habe, nämlich aus Angst, dass ihm sonst die Weiterreise verwehrt 

werden könnte. Das Ermessen zur Nichtanordnung eines medizinischen 

Altersgutachtens sollte in Anbetracht des Untersuchungsgrundsatzes und 

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Seite 10 

des Kindeswohls beziehungsweise der erheblichen Konsequenzen, die 

eine unrechtmässige Qualifikation als volljährige Person nach sich ziehen 

würde, nur auf klare Fälle beschränkt sein. Ein solcher Fall liege nicht vor. 

Aus den Aussagen des Beschwerdeführers bei der EB UMA könne unter 

Berücksichtigung des sozio-kulturellen Hintergrunds nicht auf die Unglaub-

haftigkeit der geltend gemachten Minderjährigkeit geschlossen werden. Er 

habe widerspruchsfreie und nachvollziehbare Angaben gemacht. Er habe 

zugegeben, in Griechenland ein falsches Alter genannt zu haben, und er-

klärt, weshalb. Die Fahrt nach B._______ sei sehr anstrengend gewesen 

und er habe nicht mehr gewusst, welches Geburtsdatum er dort angege-

ben habe, als er aufgegriffen worden sei. Aus Versehen habe er wohl den 

(…), statt (…) Monat genannt. Der (…) Monat entspreche dem Geburtsmo-

nat im afghanischen Kalender ([…]), weshalb es womöglich zu der Ver-

wechslung gekommen sei. Jedenfalls sei das in B._______ registrierte Ge-

burtsjahr ([…]) ein Indiz für seine Minderjährigkeit. E._______ sei selbst 

noch ein Kind gewesen, als er (…) nach dem Alter der Geschwister gefragt 

worden sei, und habe dieses geschätzt, was für ein Kind aus einer Gesell-

schaft, in welcher das Alter keine so tragende Rolle spiele wie in der hiesi-

gen, schwierig sei. Es könne nicht hauptsächlich gestützt auf diese Schät-

zung auf die heutige Volljährigkeit des Beschwerdeführers geschlossen 

werden. Der Mutter sei es mittlerweile gelungen, ein Foto der Tazkira des 

Beschwerdeführers ausfindig zu machen. Bei der Ausstellung am (…) ([…]) 

sei er als (…)-jährig registriert worden. Die geringfügige Abweichung zu 

dem von ihm angegeben Geburtsjahr lasse sich durch die Alterseinschät-

zung in der Tazkira anhand des Aussehens erklären. Das besagte Doku-

ment sei als weiteres Indiz für die Minderjährigkeit zu werten. Nachdem 

keine stichhaltigen Hinweise auf eine Volljährigkeit deuten würden und kein 

klarer Fall vorliege, in welchem auf die Einholung eines Altersgutachtens 

verzichtet werden könne, sei es nicht nachvollziehbar, weshalb das SEM 

kein solches eingeholt habe, obwohl dies von der Rechtsvertretung wie-

derholt beantragt worden sei. Aufgrund der aktuellen Beweislage könne die 

Minderjährigkeit nicht mit genügender Sicherheit ausgeschlossen werden. 

Das voraussichtlich tangierte Rechtsgut des Kindeswohls sei als hochran-

gig zu qualifizieren, weshalb der Untersuchungsgrundsatz einen möglichst 

umfassenden Einbezug der zur Verfügung stehenden Untersuchungsmittel 

gebiete. 

6.4  

6.4.1 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt nach Prüfung der Akten zum 

Schluss, dass der Beschwerdeführer zu Recht eine ungenügende Sach-

verhaltsfeststellung seitens des SEM rügt. Der vorinstanzlichen 

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Seite 11 

Einschätzung, wonach der Beschwerdeführer ohne weitere Abklärungen in 

Form eines medizinischen Altersgutachtens als volljährig zu erachten sei, 

kann nicht gefolgt werden. 

6.4.2 Der Beschwerdeführer vermag die geltend gemachte Minderjährig-

keit nicht anhand rechtsgenüglicher Identitätsdokumente zu belegen. Der 

auf Beschwerdeebene einreichten Kopie einer Tazkira kann angesichts 

dessen, dass selbst eine im Original vorliegende afghanische Tazkira nicht 

als fälschungssicher gilt, kaum ein Beweiswert beigemessen werden. Zu-

mindest spricht das besagte Dokument aber nicht gegen die Minderjährig-

keit des Beschwerdeführers, wobei sich mit Verweis auf die nachfolgenden 

Erwägungen eine eingehendere Auseinandersetzung mit diesem Beweis-

mittel an dieser Stelle erübrigt. Dem SEM ist dahingehend zuzustimmen, 

dass bezüglich des Geburtstags des Beschwerdeführers unterschiedliche 

Daten gemäss gregorianischer Kalenderrechnung vorliegen ([…] [Perso-

nalienblatt, EB UMA] respektive […] [Registrierungen in Griechenland und 

B._______]). Im vorliegenden Verfahren ist aber nicht primär der effektive 

Geburtstag, sondern das Alter des Beschwerdeführers entscheidend. Mit-

hin ist in erster Linie das Geburtsjahr von Belang. Das auf dem Personali-

enblatt eingetragene Geburtsjahr ([…]) und die entsprechende Angabe des 

Beschwerdeführers bei der EB UMA ([…] [{…}]) stimmen mit der Registrie-

rung in B._______ ([…]) überein. Auch ist der Hinweis, der falsche Monat 

könne auf eine Verwechslung der Daten in den verschiedenen Kalendern 

zurückzuführen sein ([…] und […]), nicht von der Hand zu weisen. Es kann 

auch nicht der Schluss gezogen werden, die weiteren Angaben des Be-

schwerdeführers bei der EB UMA vom 13. Mai 2025 würden wegen gravie-

render Widersprüche oder erheblicher Unstimmigkeiten gegen die Glaub-

haftigkeit der Minderjährigkeit respektive für die Volljährigkeit sprechen. 

Dennoch hat das SEM die am Schluss der EB UMA am 13. Mai 2025 in 

Aussicht gestellte und vom Beschwerdeführer in den Stellungnahmen vom 

24. Juni 2025 und 22. Juli 2025 beantragte medizinische Altersabklärung 

nicht durchführen lassen, sondern erachtete den Beschwerdeführer haupt-

sächlich gestützt auf das in Griechenland registrierte Geburtsjahr ([…]) als 

volljährig. Es erscheint jedoch nicht abwegig, dass das besagte Geburts-

jahr – wie vom Beschwerdeführer bei der EB UMA dargelegt – nicht der 

Realität entspricht. Auch wenn eine falsche Deklaration von Personalien 

gegenüber einer Behörde keineswegs zu entschuldigen ist, erscheint die 

Erklärung des Beschwerdeführers für das in Griechenland registrierte Ge-

burtsjahr, wonach er sich dort aus Angst, als Minderjähriger an der beab-

sichtigten Weiterreise zu seinem Bruder in die Schweiz gehindert zu wer-

den, bewusst als älter ausgegeben habe, nicht per se unglaubhaft, sondern 

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Seite 12 

durchaus nachvollziehbar. Schliesslich vermag auch der Verweis des SEM 

auf eine im Kindesalter vom Bruder E._______ des Beschwerdeführers im 

Jahr (…) im Rahmen einer kurzen Erstbefragung zu dessen Personalien 

und zum Reiseweg abgegebene Einschätzung des damaligen Alters des 

Beschwerdeführers ([…]-jährig) die Annahme der Volljährigkeit des Be-

schwerdeführers ohne Durchführung einer medizinischen Altersabklärung 

nicht zu rechtfertigen. 

6.4.3 Es ist damit zu schliessen, dass die bestehende Aktenlage weder 

klare Feststellungen zur Frage der Voll- oder Minderjährigkeit des Be-

schwerdeführers zulässt. Hierfür wäre eine medizinische Altersabklärung 

erforderlich gewesen und es ist angesichts der entscheidwesentlichen Be-

deutung der genannten Frage nicht nachvollziehbar, weshalb das SEM die 

Durchführung einer medizinischen Altersabklärung abgelehnt hat. Es ist 

damit seiner Abklärungspflicht ungenügend nachgekommen. 

6.5 Gemäss Art. 61 Abs. 1 VwVG entscheidet das Bundesverwaltungsge-

richt in der Sache selbst oder weist diese ausnahmsweise mit verbindlichen 

Weisungen an die Vorinstanz zurück. Eine Kassation und Rückweisung ist 

insbesondere angezeigt, wenn weitere Tatsachen festgestellt werden müs-

sen und ein umfassendes Beweisverfahren durchzuführen ist (vgl. BVGE 

2012/21 E. 5.1 m.w.H.). Im vorliegenden Fall ist unter Verweis auf die vor-

stehenden Erwägungen eine Kassation angezeigt. 

7.  

Nach dem Gesagten ist die Beschwerde gutzuheissen, soweit die Aufhe-

bung der vorinstanzlichen Verfügung im Vollzugspunkt und die Rückwei-

sung der Sache beantragt wird. Die Dispositivziffern 3 und 4 der Verfügung 

vom 23. Juli 2025 sind aufzuheben und die Sache zwecks weiterer Sach-

verhaltsabklärung und Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

Das SEM ist aufzufordern, die entsprechenden Massnahmen zur Bestim-

mung des Alters des Beschwerdeführers unter Berücksichtigung aller Be-

weismittel einschliesslich der Ergebnisse einer medizinischen Altersabklä-

rung zu ergreifen und gestützt auf die entsprechenden Erkenntnisse die 

Durchführbarkeit des Vollzugs der Wegweisung erneut zu prüfen. 

Angesichts des Verfahrensausgangs erübrigt es sich, auf die weiteren 

Rechtsbegehren und Beschwerdevorbringen betreffend den Vollzug der 

Wegweisung des Beschwerdeführers nach Griechenland näher einzuge-

hen. 

D-5720/2025 

Seite 13 

8.  

Mit dem vorliegenden Urteil ist das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung 

eines Kostenvorschusses gegenstandslos geworden. 

9.  

9.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu erheben 

(Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG). Das Gesuch um Gewährung der unentgeltli-

chen Prozessführung ist ebenfalls gegenstandslos.  

9.2 Dem vertretenen Beschwerdeführer ist keine Parteientschädigung aus-

zurichten, da es sich vorliegend um eine zugewiesene unentgeltliche 

Rechtsvertretung im Sinne von Art. 102h AsylG handelt, deren Leistungen 

vom Bund nach Massgabe von Art. 102k AsylG entschädigt werden (vgl. 

auch Art. 111ater AsylG). 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-5720/2025 

Seite 14 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen, soweit die Aufhebung der vorinstanz-

lichen Verfügung im Vollzugspunkt beantragt wird.  

2.  

Die Dispositivziffern 3 und 4 der Verfügung vom 23. Juli 2025 werden auf-

gehoben, und die Sache wird im Sinne der Erwägungen zur weiteren Sach-

verhaltsabklärung und Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückgewiesen. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

4.  

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

5.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Daniela Brüschweiler Susanne Burgherr 

 

 

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