# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9e2abb8a-a7b8-5944-8cfa-b63a515d0224
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-09-23
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 23.09.2011 D-4875/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4875-2010_2011-09-23.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung IV
D­4875/2010

U r t e i l   v om   2 3 .   S ep t embe r   2 0 1 1

Besetzung Richter Robert Galliker (Vorsitz),
Richter Bruno Huber, Richter Gérald Bovier;
Gerichtsschreiber Matthias Jaggi.

Parteien A._______, geboren (…), 
alias B._______, geboren (…),
Afghanistan,  
vertreten durch lic. iur. Werner Greiner, Rechtsanwalt, 
(…),
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 25. Juni 2010 / N (…).

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Sachverhalt:

A. 
Gemäss eigenen Aussagen gelangte der Beschwerdeführer am 16. Mai 
2009  in  die  Schweiz,  wo  er  am  gleichen  Tag  im  Empfangs­  und 
Verfahrenszentrum (EVZ) C._______ ein Asylgesuch stellte. Am 26. Mai 
2009 wurde er  im EVZ C._______ summarisch zu den Personalien und 
Ausreisegründen  befragt  (Kurzbefragung).  Dabei  machte  er  unter 
anderem  geltend,  er  habe  Afghanistan  im  Spätsommer  2008  verlassen 
und  sei  mit  der  Hilfe  eines  Schleppers  via  den  Iran,  die  Türkei, 
Griechenland und Italien in die Schweiz gekommen. 

B. 
Gestützt  auf  die  Aussagen  des  Beschwerdeführers  gewährte  das  BFM 
dem  Beschwerdeführer  am  26.  Mai  2009  das  rechtliche  Gehör  zum 
eventuell  bevorstehenden  Nichteintretensentscheid,  zur  Zuständigkeit 
Griechenlands  oder  Italiens  für  die  Durchführung  des  Asylverfahrens 
beziehungsweise zu einer allfälligen Wegweisung dorthin.

C. 
Am 2. Juni 2009 traf beim EVZ C._______ die Telefaxkopie einer auf den 
Namen  des  Beschwerdeführers  ausgestellten  Taskara  (Identitätskarte) 
ein.

D. 
Am 23. Juni 2010 wurde der Beschwerdeführer im EVZ D._______ durch 
das BFM einlässlich  zu  seinen Asylgründen  angehört.  Anlässlich  dieser 
Anhörung  und  der  Kurzbefragung  vom  26.  Mai  2009  machte  der 
Beschwerdeführer zur Begründung seines Asylgesuchs  im Wesentlichen 
Folgendes geltend: 
Er  stamme  aus  dem Dorf  E._______  (Provinz Nangahar), wo  er  bis  zu 
seiner Ausreise aus Afghanistan fast immer gelebt habe. Er stamme aus 
einer  politisch  einflussreichen  Familie.  Sein  Vater  sei  vor  der 
Machtübernahme durch  die Taliban Mujaheddin­Kommandant  gewesen; 
er  habe  seine  Macht  missbraucht,  indem  er  sich  unter  anderem 
unrechtmässig Güter angeeignet habe, weswegen er viele Feinde gehabt 
habe.  Zirka  im  Jahre  1996  sei  sein  Vater  von  einem  Mann  getötet 
worden. In der Folge sei die gesamte Verwandtschaft väterlicherseits aus 
E._______ geflohen. Nach etwa eineinhalb Jahren sei er zusammen mit 
seiner  Mutter  und  seinen  Geschwistern  ins  Haus  seiner  Onkel 
mütterlicherseits  in  E._______  gezogen,  wo  er  sich  als  Sohn  seines 
Onkels F._______ ausgegeben habe. Ein bis zwei Jahre nach dem Tod 

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seines  Vaters  sei  sein  Bruder  G._______  von  Unbekannten  getötet 
worden.  Im Jahre 2002 oder 2003 seien zwei  seiner Cousins, die unter 
seinem  Vater  als  Mujaheddins  gedient  hätten,  umgebracht  worden. 
Nachdem  im  Jahre  2007  bekannt  geworden  sei,  dass  er  der  Sohn  des 
von  vielen  gehassten  Mujaheddin­Kommandanten  sei,  hätten  dessen 
Feinde begonnen, ihn zu bedrohen. Sie hätten massiven Druck auf seine 
Onkel  und  deren  Familien,  bei  denen  er  gewohnt  habe,  ausgeübt  und 
mehrmals  seien  sie  bewaffnet  bei  deren Haus  in E._______  angerückt. 
Deswegen habe sein Onkel  ihm schliesslich geraten, das Heimatland zu 
verlassen.

Weiter  brachte  er  vor,  er  habe  im  August  2009  von  einem  Freund 
erfahren,  dass  im  gleichen  Monat  bei  seiner  Verwandtschaft  in 
Afghanistan Feinde seines getöteten Vaters erschienen seien, worauf es 
zu  einer  Schiesserei  gekommen  sei,  in  deren  Verlauf  Leute  gestorben 
seien. Seine Familie befinde sich jetzt auf der Flucht. 

Bezüglich der weiteren Aussagen des Beschwerdeführers anlässlich der 
Befragungen wird auf die Akten verwiesen. 

E. 
Mit Verfügung vom 25. Juni 2010 – eröffnet am 29. Juni 2010 – trat das 
BFM  auf  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  gestützt  auf  Art.  32 
Abs.  2 Bst.  a  und Abs.  3  des Asylgesetzes  vom 26.  Juni  1998  (AsylG, 
SR 142.31)  nicht  ein  und  ordnete  die  Wegweisung  aus  der  Schweiz 
sowie deren Vollzug an. 

Die  Vorinstanz  hielt  in  ihrer  Verfügung  im  Wesentlichen  fest,  im 
vorliegenden Fall sei der Beschwerdeführer am 26. Mai 2009 vom BFM 
schriftlich  aufgefordert  worden,  binnen  48  Stunden  rechtsgenügliche 
Identitäts­  beziehungsweise  Reisepapiere  einzureichen.  Dem  sei  der 
Beschwerdeführer  nicht  nachgekommen.  Auf  Vorhalte  zu  seiner 
Papierlosigkeit  habe  er  zum  Einen  geltend  gemacht,  er  habe  seinen 
Reisepass im Iran dem ihn begleitenden Schlepper abgegeben, ohne ihn 
anschliessend  zurückzuerhalten.  Zum  Anderen  habe  er  vorgebracht,  er 
habe sich sehr wohl bemüht, von seinen Verwandten in E._______ seine 
Taskara in die Schweiz nachsenden zu lassen. Dies sei ihm jedoch nicht 
gelungen,  da  seine  Verwandtschaft  im  August  2009  aus  der  engeren 
Heimat  habe  fliehen  müssen.  Diese  Erklärung  des  Beschwerdeführers 
könne nicht  gehört werden,  da die betreffenden Vorbringen unglaubhaft 
seien.  Bezeichnenderweise  sei  der  Beschwerdeführer  anlässlich  der 

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Anhörung denn auch nicht  imstande gewesen,  genauere Angaben über 
das Ausstellungsdatum der Taskara zu machen, was ein Hinweis darauf 
sei, dass es sich bei der per Telefax dem BFM übermittelten Taskara um 
eine  gefälschte  oder  nachträglich  erschlichene  Urkunde  handle.  Auch 
seine  Aussagen  hinsichtlich  seines  Reisepasses  seien  ungereimt.  So 
habe er bei der Kurzbefragung angegeben, sein Reisepass sei vor zirka 
zwei  Jahren,  demnach  im  Jahre  2007,  von  der  zuständigen  Behörde 
ausgestellt worden. Anlässlich der Anhörung habe er jedoch vorgebracht, 
er habe den Pass zirka im Jahre 2006 ausgestellt erhalten. Auf die Frage 
hin,  in  welcher  Jahreszeit  des  betreffenden  Jahres  dies  gewesen  sei, 
habe  er  geantwortet,  das  wisse  er  nicht,  obschon  er  im  Verlaufe  der 
Anhörung  geltend  gemacht  habe,  dass  er  gewohnt  sei,  Ereignisse 
gemäss dem Verlauf der Jahreszeiten einzuordnen. Es dränge sich daher 
der  Schluss  auf,  dass  der  Beschwerdeführer  nicht  gewillt  gewesen  sei, 
der  Aufforderung  der  Vorinstanz  vom  26.  Mai  2009  innert  Frist 
nachzukommen,  und  dass  er  die  Abgabe  rechtsgenüglicher  Papiere 
binnen  der  gesetzten  Frist  bewusst  verweigere,  um  seine  Identität  zu 
verschleiern  und/oder  einen  allfälligen  Wegweisungsvollzug  zu 
erschweren oder zu verhindern. Es lägen demnach keine entschuldbaren 
Gründe  vor,  die  es  dem  Beschwerdeführer  verunmöglicht  hätten,  dem 
BFM  innerhalb  von  48  Stunden  Reise­  oder  Identitätspapiere 
einzureichen. 

Die  Verfolgungsvorbringen  des  Beschwerdeführers  könnten  aus 
nachfolgend angeführten Gründen nicht geglaubt werden: So habe er auf 
die  Frage,  welche  Mujaheddin­Einheit  sein  Vater  kommandiert  habe, 
geantwortet,  dass  er  das  nicht  wisse,  da  er  damals  noch  zu  klein 
gewesen  sei.  Dem  sei  entgegenzuhalten,  dass  er  in  seinen  späteren 
Jahren  von  seiner  Verwandtschaft  erwartungsgemäss  mitbekommen 
haben  müsste,  welche  Mujaheddin­Einheiten  seinem  Vater  unterstellt 
gewesen seien. Bezeichnenderweise sei denn auch die Schilderung des 
Beschwerdeführers bezüglich der Verfolgung, die er wegen seines Vaters 
erlebt  habe,  nicht  überzeugend.  So  habe  er  anlässlich  der  Anhörung 
hinsichtlich  des  Zeitpunktes,  an  dem  die  Verfolgung  seiner  Person 
eingesetzt  habe,  ausweichende  und  höchst  unbestimmte  Aussagen 
gemacht. Zudem seien seine Angaben über das Anrücken respektive die 
Attacken  der  Verfolger  beim  Haus  in  E._______  widersprüchlich  und 
vage ausgefallen.  Insbesondere habe er anlässlich der Anhörung zuerst 
ausgesagt, die Verfolger seien drei­ bis viermal dort angerückt, während 
er  in deren weiteren Verlauf vorgebracht habe, er könne nicht angeben, 
wie  oft  die  Verfolger  zum  Haus  in  E._______  gekommen  seien.  Auch 

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habe er nicht anzugeben vermocht, wann sie letztmals gekommen seien, 
als  er  noch  dort  gelebt  habe.  Ferner  sei  der  Beschwerdeführer 
eingeladen worden zu schildern, was sich jeweils zugetragen habe, wenn 
die Verfolger zu seinem Wohnort  in E._______ gekommen seien. Dabei 
habe  er  seine  Schilderung  auf  das  Anführen  von  Allgemeinplätzen 
reduziert.  Es  habe  ihr  an  Substanz,  an  Konkretheit,  an Differenziertheit 
sowie an Realkennzeichen gemangelt. Es sei offenkundig, dass es sich 
bei  seinen Verfolgungsvorbringen  um ein Sachverhaltskonstrukt  handle. 
In  der  Folge  seien  denn  auch  die  neuen  Vorbringen  des 
Beschwerdeführers,  seine  Verwandtschaft  sei  im  August  2009  erneut 
verfolgt  worden  und  habe  daher  fliehen  müssen,  nicht  glaubhaft.  Der 
Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 und 7 
AsylG  daher  nicht.  Zusätzliche  Abklärungen  zur  Feststellung  der 
Flüchtlingseigenschaft  oder  eines  Wegweisungsvollzugshindernisses 
seien aufgrund der Aktenlage nicht erforderlich. 

Hinsichtlich  der  Frage  der  Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  sei 
festzustellen,  dass  die  allgemeine  Sicherheitslage  in  Afghanistan  zwar 
angespannt  sei.  Trotz  vereinzelter  Anschläge  sei  die  Lage  in  den 
nördlichen  Provinzen  Parwan,  Baghlan,  Takhar,  Badakshan,  Balk,  Sari 
Pul  sowie  Kabul,  in  der  westlichen  Provinz  Herat  und  in  Bamiyan,  der 
zentralen  Provinz  des  Hazarajat,  weiterhin  als  vergleichsweise  sicher 
einzustufen.  Es  könne  nicht  von  einer  permanent  instabilen  Lage  in 
diesen Regionen des Landes gesprochen werden. Eine Wegweisung  in 
diese Provinzen sei somit grundsätzlich zumutbar. Der Beschwerdeführer 
habe zwar geltend gemacht, aus der afghanischen Provinz Nangahar zu 
stammen. Dazu sei jedoch festzustellen, dass er offenkundig nicht bereit 
gewesen  sei,  innert  Frist  seine  Identität  mittels  Abgabe  von 
rechtsgenüglichen  Identitätspapieren  offenzulegen.  Deshalb  könnten 
wesentliche Daten  zu  seiner  Person,  zu  seiner  ursprünglichen Herkunft 
aus Afghanistan, zu seiner persönlichen Biografie und zu seinem sozialen 
Beziehungsstatus  im Heimatstaat  nicht  als  gesichert  qualifiziert werden. 
Demnach sei Folgendes festzustellen: Nach Treu und Glauben finde die 
Untersuchungspflicht  der  Asylbehörden  hinsichtlich  Zulässigkeit, 
Zumutbarkeit  und  Möglichkeit  des  Vollzugs  ihre  Grenzen  an  der 
Mitwirkungs­ und Wahrheitspflicht der Gesuchsteller, die im Übrigen auch 
die Substanziierungslast  trügen. Es sei nicht Aufgabe der Asylbehörden, 
bei  fehlenden  Hinweisen  seitens  des  Beschwerdeführers  näher  nach 
allfälligen  Wegweisungshindernissen  zu  forschen,  falls  dieser  –  wie 
vorliegend  –  seiner  Mitwirkungspflicht  bei  der  Sachverhaltsermittlung 

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offenkundig nicht nachkomme. Der Vollzug der Wegweisung sei daher als 
zulässig, zumutbar und möglich zu bezeichnen. 

F. 
Mit  Beschwerde  vom  6.  Juli  2010  (Poststempel)  an  das 
Bundesverwaltungsgericht  liess  der  Beschwerdeführer  durch  seinen 
Rechtsvertreter  beantragen,  es  sei  die  angefochtene  Verfügung 
vollumfänglich aufzuheben und die Sache zur neuen Beurteilung an die 
Vorinstanz  zurückzuweisen.  Eventualiter  sei  festzustellen,  dass  eine 
Wegweisung  unzumutbar  sei,  und  die  Vorinstanz  sei  anzuweisen,  ihn 
vorläufig  aufzunehmen.  In  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  liess  der 
Beschwerdeführer  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege 
gemäss  Art.  65  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom  20.  Dezember  1968 
über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) sowie um Verzicht 
auf  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  ersuchen.  Auf  die  Begründung 
der  Beschwerde  wird  –  soweit  entscheidwesentlich  –  in  den 
nachfolgenden Erwägungen eingegangen. 

G. 
Mit  Schreiben  vom  8.  Juli  2010  liess  der  Beschwerdeführer  eine 
Budgetaufstellung vom Juli 2010 zu den Akten reichen. 

H. 
Mit  Verfügung  vom  13.  Juli  2010  stellte  der  Instruktionsrichter  des 
Bundesverwaltungsgerichts  fest,  der  Beschwerdeführer  könne  den 
Ausgang  des  Verfahrens  in  der  Schweiz  abwarten.  Ferner  verfügte  er, 
dass über das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege 
im  Endentscheid  zu  befinden  sei  und  auf  die  Erhebung  eines 
Kostenvorschusses verzichtet werde. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 
1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen  Verfügungen  nach  Art.  5  VwVG.  Das  BFM  gehört  zu  den 
Behörden  nach  Art. 33  VGG  und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des 
Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme 
im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht 
ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und 

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entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig,  ausser  bei  Vorliegen 
eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die 
beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d 
Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG, 
SR 173.110]).

1.2. Das  Verfahren  richtet  sich  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem 
BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 
AsylG).

1.3. Die Beschwerde ist frist­ und formgerecht eingereicht (Art. 108 Abs. 2 
AsylG,  Art.  105  AsylG  i.V.m.  Art.  37  VGG  und  Art.  52  VwVG).  Der 
Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 
durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein 
schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung, weshalb er zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 
105  AsylG  i.V.m.  Art.  37  VGG  und  Art.  48  Abs.  1  VwVG).  Auf  die 
Beschwerde ist somit einzutreten.

2. 
Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3. 
Die  Abteilungen  des  Bundesverwaltungsgerichts  entscheiden  in  der 
Regel  in  der  Besetzung  mit  drei  Richtern  oder  Richterinnen 
(Spruchkörper; vgl. Art. 21 Abs. 1 VGG). Das Bundesverwaltungsgericht 
kann  auch  in  solchen  Fällen  auf  die  Durchführung  eines 
Schriftenwechsels verzichten (Art. 111a Abs. 1 AsylG).

4. 
Bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es  das 
BFM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen 
(Art. 32  ­ 35 und Art. 35a Abs. 2 AsylG),  ist die Beurteilungskompetenz 
der  Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt,  ob  die 
Vorinstanz  zu  Recht  auf  das  Asylgesuch  nicht  eingetreten  ist  (vgl.  die 
vom  Bundesverwaltungsgericht  fortgeführte  Rechtsprechung  der 
vormaligen  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [ARK]  in 
Entscheidungen und Mitteilungen der ARK  [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1 
S. 240  f.  sowie Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D­1648/2011 vom 

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12.  April  2011  E.  4.).  Die  Beschwerdeinstanz  enthält  sich  einer 
selbständigen materiellen Prüfung und weist die Sache – sofern sie den 
Nichteintretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet  –  zu  neuer 
Entscheidung  an  die  Vorinstanz  zurück.  Nicht  beschränkt  ist  die 
Beurteilungszuständigkeit  des  Bundesverwaltungsgerichts  dagegen 
hinsichtlich der Frage der Wegweisung und deren Vollzugs, da das BFM 
diesbezüglich  eine  materielle  Prüfung  und  Entscheidung  vorzunehmen 
hat  (vgl. Art. 44 AsylG  i.V.m. Art. 83 Abs. 1­4 des Bundesgesetzes vom 
16.  Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  [AuG,  SR 
142.20]).

5. 
5.1. Das  BFM  hat  vorliegend  den  Nichteintretensentscheid  gestützt  auf 
Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 AsylG gefällt. Es gilt daher im Folgenden 
zu  prüfen,  ob  die  Voraussetzungen  für  ein  Nichteintreten  nach  dieser 
Bestimmung erfüllt sind. 

5.2. Gemäss Art.  32 Abs.  2 Bst.  a AsylG wird auf  ein Asylgesuch nicht 
eingetreten,  wenn  Asylsuchende  den  Behörden  nicht  innerhalb  von 
48 Stunden nach Einreichung des Gesuchs Reise­ oder Identitätspapiere 
abgeben.  Diese  Bestimmung  findet  keine  Anwendung,  wenn 
Asylgesuchsteller  glaubhaft  machen  können,  dass  sie  dazu  aus 
entschuldbaren  Gründen  nicht  in  der  Lage  sind  oder  auf  Grund  der 
Anhörung  sowie  gestützt  auf  Art.  3  und  7  AsylG  die 
Flüchtlingseigenschaft  festgestellt wird oder zusätzliche Abklärungen zur 
Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  oder  eines 
Wegweisungsvollzugshindernisses nötig sind (vgl. Art. 32 Abs. 3 AsylG).

5.3.  Der  Beschwerdeführer  hat  innert  der  gesetzlichen  Frist  von  48 
Stunden  nach  Einreichung  seines  Asylgesuchs  beziehungsweise  der 
schriftlichen Aufforderung vom 26. Mai 2009, rechtsgenügliche Identitäts­ 
respektive  Reisepapiere  einzureichen,  keine  Papiere  im  Original 
eingereicht,  womit  die  Grundvoraussetzung  für  einen 
Nichteintretensentscheid  in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG 
erfüllt  ist (vgl. BVGE 2007/7 E. 4–6). Das BFM hat in der angefochtenen 
Verfügung ausführlich und     –  nach Prüfung der Akten auch aus Sicht 
des Bundesverwaltungsgerichts – überzeugend dargelegt, warum für das 
Nichteinreichen  eines  Reise­  oder  Identitätspapiers  im  Original  keine 
entschuldbaren  Gründe  vorliegen,  weshalb  zwecks  Vermeidung  von 
Wiederholungen  vorab  auf  die  diesbezüglichen  Erwägungen  der 
Vorinstanz  verwiesen  wird  (vgl.  Ziffer  I,1;  Bst. E.  vorstehend).  In 

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Ergänzung  dazu  ist  festzuhalten,  dass  dem  Beschwerdeführer  bewusst 
sein  musste,  dass  er  sich  unterwegs  beziehungsweise  in  jedem  Gast­ 
oder  Asylland  mit  einem  amtlichen  Ausweispapier  werde  ausweisen 
müssen, weshalb es nicht nachvollziehbar  ist, dass er seinen Pass dem 
Schlepper  überlassen  haben  will,  ohne  ihn  mit  Nachdruck 
zurückzuverlangen,  zumal  er  seine  Taskara  aus  Angst  vor  Verlust 
derselben zu Hause bei seiner Mutter gelassen haben will.

5.4. 
5.4.1.  Somit  bleibt  zu  prüfen,  ob  das  BFM  aufgrund  der  Anhörung  zu 
Recht  weder  die  Flüchtlingseigenschaft  festgestellt  noch  zusätzliche 
Abklärungen  zu  deren  Feststellung  beziehungsweise  derjenigen  von 
Wegweisungsvollzughindernissen als erforderlich erachtet hat. 

5.4.2.  Nach  Prüfung  der  Akten  durch  das  Gericht  ist  –  in 
Übereinstimmung  mit  der  Vorinstanz  –  festzustellen,  dass  der 
Beschwerdeführer  im  Verlaufe  seiner  Befragungen  teilweise 
widersprüchliche,  unsubstanziierte  und  unglaubhafte  Aussagen machte. 
Zur  Vermeidung  von  Wiederholungen  ist  diesbezüglich  auf  die 
zutreffenden  vorinstanzlichen  Erwägungen  zu  verweisen  (vgl.  Ziffer  I,1; 
Bst.  E.  vorstehend).  Die  Beschwerdevorbringen  sind  nicht  geeignet,  zu 
einer  von  der  Vorinstanz  abweichenden  Betrachtungsweise  zu  führen, 
zumal  der  Beschwerdeführer  den  vorinstanzlichen  Erwägungen  nichts 
Substanzielles  entgegenhält.  Insbesondere  ist  seine  Behauptung,  dass 
ihm die Verwandtschaft deshalb nichts Näheres über die Tätigkeit seines 
Vaters  mitgeteilt  habe,  um  ihn  nicht  zusätzlich  zu  beunruhigen, 
realitätsfern und unglaubhaft. Auch seine (sinngemässe) Aussage  in der 
Rechtsmittelschrift,  wonach  er  durch  die  Ereignisse  traumatisiert  sei, 
weshalb  bei  ihm  psychische  Verdrängungsmechanismen  ablaufen 
würden,  vermag  seine  unsubstanziierten  und  widersprüchlichen 
Vorbringen nicht zu erklären, zumal die behauptete Traumatisierung vom 
Beschwerdeführer in keiner Weise belegt wird. 

Gestützt auf die Aktenlage und die vorstehenden Erwägungen erscheinen 
das  Nichtbestehen  der  Flüchtlingseigenschaft  nach  Art.  3  und  7  AsylG 
und  –  wie  sich  aus  den  nachfolgenden  Erwägungen  zum  Vollzug  der 
Wegweisung ergibt – das Fehlen von Wegweisungsvollzugshindernissen 
im Sinne  von  Art.  32  Abs.  3  Bst.  c  AsylG  (vgl.  BVGE  2009/50  E.  5–8) 
offenkundig. Überdies ergeben sich aus den Akten keine Anhaltspunkte 
für  die  Annahme,  das  BFM  habe  eine  mehr  als  bloss  summarische 
materielle Prüfung vorgenommen oder zusätzliche Abklärungen getroffen. 

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5.5. Somit  sind  in  casu  die  Voraussetzungen  für  ein  Nichteintreten  auf 
das Asylgesuch in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 AsylG 
gegeben.  Das  BFM  ist  demnach  zu  Recht  auf  das  Asylgesuch  des 
Beschwerdeführers  nicht  eingetreten.  Bei  dieser  Sachlage  erübrigt  es 
sich, auf die diesbezüglichen Beschwerdevorbringen im Einzelnen weiter 
einzugehen,  weil  sie  nicht  zu  einer  von  der  Vorinstanz  abweichenden 
Betrachtungsweise führen.

6. 
6.1. Lehnt  das Bundesamt  das Asylgesuch  ab  oder  tritt  es  darauf  nicht 
ein,  so  verfügt  es  in  der  Regel  die Wegweisung  aus  der  Schweiz  und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit 
der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

6.2. Der Beschwerdeführer  verfügt weder  über  eine  ausländerrechtliche 
Aufenthaltsbewilligung  noch  über  einen  Anspruch  auf  Erteilung  einer 
solchen (vgl. Art. 32 Bst. a der Asylverordnung 1 über Verfahrensfragen 
vom  11.  August  1999  [AsylV  1,  SR  142.311]).  Die Wegweisung  wurde 
demnach zu Recht angeordnet (BVGE 2009/50 E. 9).

7. 
7.1.  Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 
nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach 
den  gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von 
Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG).

7.2. Die Bedingungen für einen Verzicht auf den Vollzug der Wegweisung 
(Unzulässigkeit,  Unzumutbarkeit,  Unmöglichkeit)  sind  alternativer  Natur: 
Ist  eine  von  ihnen  erfüllt,  ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  als 
undurchführbar  zu  betrachten  und  die  weitere  Anwesenheit  in  der 
Schweiz  gemäss  den  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  zu 
regeln. Gegen eine allfällige Aufhebung der  vorläufigen Aufnahme steht 
dem weggewiesenen Asylsuchenden wiederum die Beschwerde an das 
Bundesverwaltungsgericht offen (Art. 112 AuG i.V.m. Art. 84 Abs. 2 AuG), 
wobei in jenem Verfahren die Vollzugshindernisse von Amtes wegen und 
nach Massgabe  der  dannzumal  herrschenden  Verhältnisse  von  Neuem 
zu prüfen sind (vgl. BVGE 2009/51 E. 5.4, mit weiteren Hinweisen).

8. 

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8.1.  Weil  sich  vorliegend  der  Vollzug  der  Wegweisung,  wie  in  den 
nachfolgenden  Erwägungen  aufzuzeigen  ist,  als  unzumutbar  erweist, 
erübrigt sich eine Erörterung der beiden anderen Kriterien.

8.2. Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 
Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat­ oder Herkunftsstaat auf 
Grund  von  Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner  Gewalt  und 
medizinischer  Notlage  konkret  gefährdet  sind.  Wird  eine  konkrete 
Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter  Vorbehalt  von  Art. 83  Abs. 7  AuG – 
die vorläufige Aufnahme zu gewähren (vgl. Botschaft zum Bundesgesetz 
über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom  8.  März  2002,  BBl  2002 
3818).  Im Folgenden  ist zu prüfen, ob sich ein Vollzug der Wegweisung 
des Beschwerdeführers nach Afghanistan als zumutbar erweist. 

8.3.  Für  die  Beurteilung  der  allgemeinen  Lage  in  Afghanistan  wird 
zunächst  auf  das  zur  Publikation  vorgesehene  Länderurteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts  E­7625/2008  vom  16.  Juni  2011  verwiesen. 
Darin  kommt  das  Gericht  zum  Schluss,  dass  in  weiten  Teilen  von 
Afghanistan    –  ausser  allenfalls  in  den  Grossstädten  –  eine  derart 
schlechte Sicherheitslage und derart schwierige humanitäre Bedingungen 
bestünden, dass die Situation als existenzbedrohend im Sinne von Art. 83 
Abs. 4 AuG zu qualifizieren sei. Von dieser allgemeinen Feststellung sei 
die Situation  in  der Hauptstadt Kabul  zu  unterscheiden. Angesichts  des 
Umstandes,  dass  sich  dort  die  Sicherheitslage  im  Verlauf  des 
vergangenen Jahres nicht weiter verschlechtert habe und die humanitäre 
Situation  im  Vergleich  zu  den  übrigen  Gebieten  etwas  weniger 
dramatisch  sei,  könne  der  Vollzug  der  Wegweisung  in  die  Hauptstadt 
unter  Umständen  als  zumutbar  qualifiziert  werden.  Solche  Umstände 
könnten grundsätzlich namentlich dann gegeben sein, wenn es sich beim 
Rückkehrer  um  einen  jungen,  gesunden  Mann  handle.  Allerdings 
müssten  zusätzlich  die  bereits  in  EMARK  2003  Nr.  10  formulierten 
strengen  Bedingungen  in  jedem  Einzelfall  sorgfältig  geprüft  werden. 
Unabdingbar sei in erster Linie ein soziales Netz, das sich im Hinblick auf 
die  Aufnahme  und  Wiedereingliederung  des  Rückkehrers  als  tragfähig 
erweise. Denn ohne Unterstützung durch Familie oder Bekannte würden 
die schwierigen Lebensverhältnisse auch in der Stadt Kabul unweigerlich 
zu  einer  existenziellen  beziehungsweise  lebensbedrohlichen  Situation 
führen.

8.4. Der  Beschwerdeführer  macht  geltend,  er  stamme  aus  der  Provinz 
Nangahar, wo er bis zu seiner Ausreise aus Afghanistan gelebt habe. Ein 

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Wegweisungsvollzug  in  diese  Provinz  ist  gemäss  den  vorstehenden 
Ausführungen (vgl. vorstehend E. 8.3.) unzumutbar. Übereinstimmend mit 
der Vorinstanz  ist  zwar  festzustellen, dass es der Beschwerdeführer bis 
heute  unterlassen  hat,  den  schweizerischen  Asylbehörden  ein 
rechtsgenügliches  Reise­  oder  Identitätspapier  einzureichen,  weswegen 
seine  Identität  und seine genaue Herkunft  nicht mit Sicherheit  feststeht. 
Nachdem  sich  jedoch  gemäss  der  jüngsten  Rechtsprechung  die  als 
sicher einzuschätzenden Orte im Wesentlichen auf die Hauptstadt Kabul 
und  eventuell  einige  wenige  andere Grossstädte  reduziert  haben,  kann 
aus  heutiger  Sicht  –  entgegen  der  Auffassung  der  Vorinstanz  –  nicht 
mehr davon ausgegangen werden, der Beschwerdeführer gerate im Falle 
der Rückkehr nach Afghanistan nicht in eine existenzielle Notlage, zumal 
sich aus den Akten in keiner Weise ergibt, dass er sich in einer dieser als 
sicher zu qualifizierenden Städte längere Zeit aufgehalten hätte oder dort 
über  Familienangehörige  verfügt.  Vielmehr  kann  mit  hinreichender 
Sicherheit ausgeschlossen werden, dass er dort über ein Beziehungsnetz 
verfügt,  das  den  strengen Anforderungen  an  die  Tragfähigkeit  genügen 
würde.  Der  Vollzug  der  Wegweisung  erweist  sich  diesen  Erwägungen 
gemäss aus heutiger Sicht als nicht zumutbar im Sinne von Art. 83 Abs. 4 
AuG. Bei dieser Sachlage erübrigt es sich, auf die weiteren Vorbringen in 
der Beschwerde zur allgemeinen Situation in Afghanistan einzugehen. 

8.5. Den  Akten  lassen  sich  keinerlei  Hinweise  entnehmen,  wonach  der 
Beschwerdeführer  einen  der  Tatbestände  von  Art.  83  Abs.  7  AuG 
(Ausschluss  von  der  vorläufigen  Aufnahme)  erfüllen  würde.  Nach  dem 
Gesagten erweist sich der Vollzug seiner Wegweisung aus der Schweiz 
demzufolge  als  unzumutbar.  Die  Beschwerde  ist  diesbezüglich 
gutzuheissen und das BFM anzuweisen, den Beschwerdeführer vorläufig 
aufzunehmen. 

9. 
Zusammenfassend  ist  die  Beschwerde  betreffend  Aufhebung  der 
Verfügung  und Rückweisung  des  Verfahrens  an  die  Vorinstanz  zwecks 
neuer  Beurteilung  abzuweisen.  Hinsichtlich  der  Anordnung  des 
Wegweisungsvollzugs ist sie gutzuheissen. 

10. 
10.1. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten nach dem 
Grad  des  Durchdringens  praxisgemäss  zur  Hälfte,  ausmachend  Fr. 
300.–, dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG; 
Art.  1­3  des  Reglements  vom  21.  Februar  2008  über  die  Kosten  und 

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Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 
173.320.2]).  Angesichts  der  Tatsache,  dass  die  Beschwerde  nicht  als 
aussichtslos zu bezeichnen war und da aufgrund der Aktenlage von der 
prozessualen  Bedürftigkeit  des  Beschwerdeführers  auszugehen  ist,  ist 
indessen  das Gesuch  um Gewährung  der  unentgeltlichen Rechtspflege 
gemäss  Art.  65  Abs.  1  VwVG  –  soweit  nicht  durch  die  teilweise 
Gutheissung der Beschwerde hinfällig geworden – gutzuheissen und von 
der Kostenauferlegung abzusehen.

10.2.  Dem  ganz  oder  teilweise  obsiegenden  Beschwerdeführer  ist  in 
Anwendung  von  Art.  64  Abs.  1  VwVG  und  Art.  7  VGKE  zulasten  der 
Vorinstanz  eine  Parteientschädigung  für  die  ihm  erwachsenen 
notwendigen  und  verhältnismässig  hohen  Kosten  zuzusprechen.  Es 
wurde  keine  Kostennote  zu  den  Akten  gereicht.  Der  notwendige 
Vertretungsaufwand  lässt sich  indes aufgrund der Aktenlage zuverlässig 
abschätzen, weshalb auf die Einholung einer solchen verzichtet wird (vgl. 
Art. 14 Abs. 2 in fine VGKE). Unter Berücksichtigung der massgebenden 
Berechnungsfaktoren (Art. 9­11 und 13 VGKE) sowie des bloss teilweisen 
Obsiegens  ist  die  praxisgemäss  um  die  Hälfte  zu  reduzierende 
Parteientschädigung  auf  Fr. 500.–  (inkl.  Auslagen  und  Mehrwertsteuer) 
festzusetzen.  Das  BFM  ist  entsprechend  anzuweisen,  dem 
Beschwerdeführer diesen Betrag als Parteientschädigung auszurichten.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird gutgeheissen, soweit die vorläufige Aufnahme des 
Beschwerdeführers beantragt wird; im Übrigen wird sie abgewiesen.

2. 
Die Verfügung des BFM vom 25. Juni 2010 wird hinsichtlich der Ziffern 3 
und 4 aufgehoben.

3. 
Das  BFM  wird  angewiesen,  den  Beschwerdeführer  in  der  Schweiz 
vorläufig aufzunehmen.

4. 
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  gemäss 
Art.  65  Abs.  1  VwVG  wird  gutgeheissen.  Es  werden  keine 
Verfahrenskosten auferlegt.

5. 
Die  Parteientschädigung  wird  auf  Fr.  500.­  festgesetzt.  Das  BFM  wird 
angewiesen, diesen Betrag an den Beschwerdeführer auszurichten. 

6. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Robert Galliker Matthias Jaggi

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