# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e6e36874-c14b-52a8-af86-d6bb4da3fbef
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-11-30
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 30.11.2010 D-8153/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-8153-2010_2010-11-30.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-8153/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  3 0 .  N o v e m b e r  2 0 1 0

Einzelrichter Martin Zoller,
mit Zustimmung von Richterin Muriel Beck Kadima;
Gerichtsschreiberin Kathrin Mangold Horni.

A._______, 
eigenen Angaben zufolge geboren (...), Nigeria,
(...),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 18. November 2010.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-8153/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass  der Beschwerdeführer am 10. Oktober 2010 in der Schweiz um 
Asyl nachsuchte,

dass  er  nach  der  Stellung  des  Asylgesuchs  im  B._______  ins 
C._______ transferiert wurde,

dass  eine  am  18.  Oktober  2010  durchgeführte  ärztliche 
Knochenaltersbestimmung  ein  wahrscheinliches  chronologisches 
Knochenalter von 19 Jahren und mehr ergab,

dass  dem  Beschwerdeführer  anlässlich  der  Erstbefragung  vom 
2. November  2010  im  C._______  zum  Ergebnis  der 
Knochenaltersbestimmung das rechtliche Gehör gewährt wurde,

dass der Beschwerdeführer bei  der Erstbefragung vom 2. November 
2010  sowie  anlässlich  der  am  12.  November  2010  ebenfalls  im 
Transitzentrum Altstätten gestützt auf Art. 29 Abs. 1 des Asylgesetzes 
vom  26. Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31)  durchgeführten  direkten 
Bundesanhörung  geltend  machte,  er  sei  nigerianischer  Staats-
angehöriger  von  der  Ethnie  der  Igbo  und  stamme  aus  D._______ 
(Anambra State), 

dass  er  nach  Beendigung  der  Primarschule  verschiedene  Gelegen-
heitsarbeiten verrichtet und die letzten zwei Jahre bei einem als "Ein -
richtungsberater" tätigen Cousin namens G. O. gearbeitet habe,

dass es im Anambra State ein Gesetz gebe, das ein Fahrverbot  für 
Motorräder nach 19 Uhr statuiere,

dass er  eines  Tage in  Verletzung dieses Gesetzes nach 19 Uhr  mit 
G. O. auf dem Motorrad von einer Baustelle in E._______ nach Hause 
gefahren sei,

dass  sie  in  der  Nähe  einer  Polizeistation  von  zwei  Unbekannten  – 
vermutlich  Dorfwächtern  –  angehalten  und  vom  Motorrad  gezerrt 
worden seien, 

dass  die  beiden  Männern  das  Motorrad  hätten  beschlagnahmen 
wollen und es in der Folge zu einer Auseinandersetzung gekommen 

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sei,  in deren Verlauf er – der Beschwerdeführer – einen der Männer 
mit einem Meissel verletzt habe,

dass  plötzlich  mehrere  Polizisten  aufgetaucht  seien,  in  die  Luft  ge-
schossen und G. O. festgenommen hätten,

dass er – der Beschwerdeführer – habe flüchten können und zu Fuss 
durch den Busch auf die Baustelle in E._______ zurückgekehrt sei,

dass  er  am  nächsten  Tag  von  Arbeitskollegen  erfahren  habe,  die 
Polizei  habe  gegenüber  Dorfwächtern  behauptet,  er  habe  einen 
Polizisten umgebracht, 

dass  ein  Arbeitskollege  ihn  daher  nach  F._______  und  später  nach 
G._______ gebracht habe, von wo aus er am 18. Juli 2010 auf dem 
Seeweg bis in ein ihm nicht namentlich bekanntes europäisches Land 
und anschliessend mit dem Zug unter Umgehung der Grenzkontrollen 
in die Schweiz gereist sei, 

dass der Beschwerdeführer im Weiteren ausführte, er sei bereits vor 
den  genannten  Vorfällen  mit  dem  Motorrad  von  einer  Partei  als 
Schläger für Kundgebungen angeworben worden,

dass anlässlich einer solchen Kundgebung drei Personen erschossen 
und die Anführer festgenommen worden seien,

dass  die  verhafteten  Anführer  die  Namen  der  Schläger  aber  nicht 
bekanntgegeben hätten beziehungsweise hochrangige Personen aus 
der Partei das Problem hätten lösen können, weshalb diese Vorfälle für 
ihn  –  den  Beschwerdeführer  –  keine weiteren  Auswirkungen  gehabt 
hätten,

dass bezüglich des weiteren Inhalts der Aussagen auf die Protokolle 
bei den Akten verwiesen wird,

dass  der  Beschwerdeführer  den  Schweizer  Behörden  keine  Reise- 
oder Identitätspapiere zu den Akten reichte und im Weiteren erklärte, 
er  habe nie einen Pass oder eine Identitätskarte besessen oder be-
antragt,

dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  18.  November  2010  –  dem  Be-
schwerdeführer  im  C._______  gleichentags  persönlich  eröffnet  –  in 

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Anwendung  von  Art.  32  Abs.  2  Bst.  a  und  Abs. 3  AsylG  auf  das 
Asylgesuch vom 10. Oktober 2010 nicht eintrat und die Wegweisung 
des  Beschwerdeführers  aus  der  Schweiz  sowie  den 
Wegweisungsvollzug  anordnete,  wobei  dieser  die  Schweiz  am  Tag 
nach Eintritt der Rechtskraft zu verlassen habe,

dass die Vorinstanz zur Begründung ihres Entscheids im Wesentlichen 
ausführte,  der  Beschwerdeführer  habe  den  Asylbehörden  trotz  ent-
sprechender  schriftlicher  Aufforderung  innerhalb  der  eingeräumten 
Frist  von 48 Stunden ohne entschuldbare Gründe keine Reise- oder 
Identitätspapiere zu den Akten gegeben,

dass  der  Beschwerdeführer  anlässlich  der  Erstbefragung  vom 
2. November  2010  geltend  gemacht  habe,  er  habe  nur  einen  Tauf-
schein  besessen,  der  sich  bei  seiner  Grossmutter  befinde,  welche 
diesen aber aufgrund ihres Alters und ihrer fehlenden Bildung nicht in 
die Schweiz schicken könne,

dass  er  aber  versuchen  werde,  mit  Arbeitskollegen  telefonischen 
Kontakt aufzunehmen, damit diese seinen Taufschein bei  der Gross-
mutter holen könnten,

dass er bei  der  Anhörung vom 12. November  2010 zu Protokoll  ge-
geben  habe,  der  Zettel,  auf  dem  sich  die  Telefonnummern  seiner 
Arbeitskollegen – vorab von K. C., der ihm schon bei der Ausreise ge-
holfen  habe  –  befunden  hätten,  sei  in  B._______  in  die  Wäsche 
geraten  und  danach  nicht  mehr  lesbar  gewesen,  so  dass  er  keine 
Ausweispapiere beschaffen könne,

dass sich somit der Schluss aufdränge, der Beschwerdeführer sei gar 
nicht bereit, rechtsgenügliche, authentische Ausweisdokumente vorzu-
legen,

dass als starkes Indiz für die bewusste Nichtabgabe von Papieren trotz 
vorhandener  Möglichkeiten  auch  die  vom  Beschwerdeführer  ge-
schilderte Reise aus seinem Heimatland bis in die Schweiz (es hätten 
nie Kontrollen stattgefunden und er habe für die Reise nichts bezahlen 
müssen;  vielmehr  habe  ein  Bruder  von  K.  C.  die  gesamte  Reise 
organisiert  und bezahlt)  sowie der Umstand zu werten sei,  dass der 
Beschwerdeführer  weder  den  Namen  des  Schiffes  noch  denjenigen 
des Hafens, an dem er das Schiff mehrere Wochen später wieder ver-
lassen habe, oder den ungefähren Reiseweg gekannt habe, 

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dass  aufgrund  des  Ergebnisses  der  Knochenaltersbestimmung 
(welche der Beschwerdeführer durch seine Aussage, nur seine Mutter 
und  Gott  wüssten,  wie  alt  er  wirklich  sei,  nicht  habe  umstossen 
können)  sowie  aufgrund  der  Tatsache,  dass  mehrere  vom  Be-
schwerdeführer  selber  gemachte  Angaben  (etwa,  dass  er  1998  als 
Sechsjähriger nach D._______ gezogen sei,  oder dass er  zum Zeit-
punkt des Todes seines Vaters im Jahre 1996 beziehungsweise 2006 
bereits 15 Jahre alt gewesen sei) dafür sprechen würden, dass es sich 
beim Beschwerdeführer um eine volljährige Person handle, 

dass sich der Beschwerdeführer zudem im Verlaufe der Anhörungen in 
mehrere Widersprüche (insbesondere hinsichtlich der nach dem Vorfall 
mit dem Motorrad eingeholten Informationen) verstrickt habe,

dass die geschilderten behördlichen Massnahmen – selbst wenn sie 
als  glaubhaft  erachtet  werden  könnten  –  in  gesetzeswidrigem  Ver-
halten  (Widerhandlung  gegen  das  Nachtfahrverbot  für  Motorräder, 
Ermordung  eines  Polizisten)  begründet  liegen  würden  und  daher 
rechtsstaatlich legitim wären,

dass der Beschwerdeführer daher die Flüchtlingseigenschaft nicht er-
fülle  und  aufgrund  der  Aktenlage zusätzliche  Abklärungen  zur  Fest-
stellung der Flüchtlingseigenschaft  oder eines Wegweisungsvollzugs-
hindernisses nicht erforderlich seien, 

dass der Vollzug der Wegweisung nach Nigeria zulässig, zumutbar und 
möglich sei,

dass für die weitere Begründung auf die vorinstanzliche Verfügung zu 
verweisen ist,

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 23. November 2010 beim 
Bundesverwaltungsgericht  gegen  die  Verfügung  des  BFM  vom 
18. November 2010 Beschwerde erhob und dabei sinngemäss die Ge-
währung  des Asyls  beziehungsweise  die  Aufhebung  des vorinstanz-
lichen Entscheids und die Rückweisung der Sache an die Vorinstanz 
zur  materiellen  Beurteilung,  eventualiter  die  Anordnung  einer  vor-
läufigen Aufnahme beantragte,

dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am 26.  November  2010  vollständig 
beim Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

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und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 
über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR 172.021])  des  BFM ent-
scheidet  (Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art. 31-33  des  Verwaltungsgerichts-
gesetzes  vom 17. Juni 2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1 
des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass sich das Verfahren nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG 
richtet,  soweit  das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und 
Art. 6 AsylG),

dass  der  Beschwerdeführer  vor  der  Vorinstanz  am  Verfahren  teil -
genommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 
ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungs-
weise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde 
legitimiert ist (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 und 
Art. 52 VwVG),

dass die  Beschwerde innert  der  gesetzlichen  Frist  von fünf  Arbeits -
tagen in gültiger Form eingereicht wurde (Art.  108 Abs. 2 und Art. 6 
AsylG i.V.m. Art. 52 VwVG), weshalb auf diese – unter nachfolgendem 
Vorbehalt – einzutreten ist,

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  kann  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass das BFM den Nichteintretensentscheid gestützt auf Art. 32 Abs. 2 
Bst. a AsylG getroffen hat,

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen (Art. 32-35 AsylG),  die Beurteilungszuständigkeit  der Be-
schwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist, 

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dass dementsprechend die Beschwerdeinstanz, sofern sie das Nicht-
eintreten auf  das  Asylgesuch als  unrechtmässig  erachtet,  sich  einer 
selbständigen materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Nichtein-
tretensverfügung  aufhebt  und  die  Sache  zur  Neubeurteilung  an  die 
Vorinstanz  zurückweist  (vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der 
Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 24 E. 2.1. 
S. 240 f.),

dass mithin auf den Antrag, es sei ihm Asyl zu gewähren, nicht einzu-
treten ist,

dass  in  der  Frage  der  Wegweisung  und  deren  Vollzugs  die  Be-
urteilungszuständigkeit  des  Bundesverwaltungsgerichts  nicht  be-
schränkt ist, weil das BFM sich diesbezüglich gemäss Art. 44 AsylG in 
Verbindung mit Art. 83 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 
über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  (AuG,  SR  142.20)  auch 
materiell zur Sache zu äussern hatte,

dass  über  offensichtlich  unbegründete  Beschwerden in  einzelrichter-
licher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  be-
ziehungsweise  einer  zweiten  Richterin  entschieden  wird  (Art.  111 
Bst. e AsylG), und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um 
eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur 
summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde,

dass gemäss der revidierten,  am 1. Januar 2007 in Kraft  getretenen 
Bestimmung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG auf ein Asylgesuch nicht 
eingetreten  wird,  wenn  Asylsuchende  den  Behörden  nicht  innerhalb 
von 48 Stunden nach Einreichung des Gesuchs Reise- oder Identitäts-
papiere abgeben,

dass diese Bestimmung jedoch keine Anwendung findet,  wenn Asyl-
suchende  glaubhaft  machen  können,  sie  seien  dazu  aus  entschuld-
baren Gründen nicht in der Lage (Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG), wenn 
auf  Grund  der  Anhörung  sowie  gestützt  auf  Art.  3  und  7  AsylG die 
Flüchtlingseigenschaft  festgestellt  wird (Art. 32 Abs. 3 Bst. b AsylG), 
oder  wenn  sich  auf  Grund  der  Anhörung  die  Notwendigkeit  zusätz-
licher  Abklärungen  zur  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  oder 

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eines Wegweisungsvollzugshindernisses ergibt  (Art. 32 Abs. 3 Bst. c 
AsylG),

dass mithin auch die Flüchtlingseigenschaft Prozessgegenstand bildet, 
wobei im Rahmen der summarischen Prüfung das offenkundige Fehlen 
der Flüchtlingseigenschaft – sei es, weil die Vorbringen offensichtlich 
unglaubhaft sind, oder sei es, weil sie offensichtlich keine flüchtlings-
rechtliche  Relevanz  nach  Art.  3  AsylG  aufweisen  –  und  das  offen-
kundige  Fehlen  von Wegweisungsvollzugshindernissen  zu  beurteilen 
sind (vgl. BVGE 2007/8 E. 2.1 S. 73), 

dass das BFM in der angefochtenen Verfügung ausführlich und – nach 
Prüfung der Akten auch aus Sicht  des Bundesverwaltungsgerichts  – 
überzeugend dargelegt hat, weshalb für das Nichteinreichen von Rei -
se- und Identitätspapieren keine entschuldbaren Gründe vorliegen, zu-
mal  der  Beschwerdeführer  diesen  Erwägungen  nichts  entgegenhält, 
das zu einer anderen Würdigung führen könnte,

dass die Vorinstanz vorab zutreffend feststellte,  das Fehlen jeglichen 
nachvollziehbaren Bemühens, seine Identität durch rechtsgenügliche, 
authentische Papiere zu belegen, lasse den Schluss zu, dass der Be-
schwerdeführer nicht bereit sei, solche Ausweisdokumente vorzulegen, 
überdies  müsse  aufgrund  seiner  Aussagen  davon  ausgegangen 
werden,  dass der  Beschwerdeführer  anders als  in  der  geschilderten 
Art in die Schweiz gelangt sei,

dass sein Aussageverhalten in  der Tat vermuten lässt,  dass er nicht  
nur beabsichtigt,  die wahren Umstände zu seinem Reiseweg zu ver-
heimlichen,  sondern  auch  nicht  offenlegen  will,  mit  welchen  Reise-
papieren er in Wirklichkeit in die Schweiz gereist ist,

dass  die  Identität  des  Beschwerdeführers  nicht  feststeht  und  auch 
keine entschuldbaren Gründe vorliegen, welche es dem Beschwerde-
führer verunmöglichten, Reise- oder Identitätspapiere einzureichen, 

dass  das  BFM  aufgrund  der  Gesamtumstände  (ärztliche 
Knochenaltersbestimmung, Erklärungsversuche im Rahmen des recht-
lichen Gehörs,  Ungereimtheiten  und  Widersprüche  in  den  Aussagen 
des  Beschwerdeführers)  berechtigterweise  zum  Schluss  gelangte, 
dass  es  sich  beim  Beschwerdeführer  um  eine  volljährige  Person 
handelt,  die  ihre  wahre  Identität  und  ihren  tatsächlichen  Reiseweg 
gegenüber den Schweizer Behörden zu verheimlichen sucht, 

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dass der Beschwerdeführer auch in der Beschwerdeschrift keine ent -
schuldbaren Gründe für die Nichtabgabe eines beweistauglichen Iden-
titätsdokuments (vgl. BVGE 2007/7 E. 4-6) innerhalb der Frist von 48 
Stunden nach Einreichen des Asylgesuches glaubhaft zu machen ver-
mag (Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG; vgl. BVGE 2007/8 E. 3.2),

dass  die  Ausführungen  in  der  Rechtsmitteleingabe  zur  Nichtein-
reichung von Papieren (aufgrund der schnellen Flucht habe er alles, 
seine Papiere und auch sein Telefon,  zurücklassen müssen, und die 
mittels  Telefonanrufen  und  Briefen  unternommenen  Versuche  zur 
Papierbeschaffung seien nicht angekommen) und zu den ungereimten, 
Aussagen (die widersprüchlichen Altersangaben seien darauf zurück-
zuführen, dass er falsch im Kopf gerechnet habe, überdies habe er seit  
den erlittenen Schlägen Mühe, sich genau zu erinnern) nicht geeignet 
sind, zu einer anderen Beurteilung des Sachverhaltes zu führen,

dass  sodann  die  Aussagen  des  Beschwerdeführers  in  wesentlichen 
Punkten  ungereimt  ausgefallen  sind,  und die  angeblich  befürchteten 
behördlichen Massnahmen im Übrigen – selbst wenn sie als glaubhaft 
erachtet  werden könnten – in  der  Tat in  gesetzeswidrigem Verhalten 
(Widerhandlung  gegen  das  Fahrverbot,  Ermordung  eines  Polizisten) 
begründet liegen würden und damit rechtsstaatlich legitim wären,

dass sich diesbezüglich auch aus der Beschwerdeschrift keine neuen 
Erkenntnisse  ergeben,  aufgrund  derer  sich  eine  andere  Beurteilung 
aufdrängen würde,

dass unter diesen Umständen von zusätzlichen Abklärungen im Sinne 
von Art. 32 Abs. 2 Bst. c AsylG abgesehen werden konnte,

dass das BFM demnach zu Recht gestützt auf  Art. 32 Abs. 2 Bst. a 
AsylG auf  das  Asylgesuch des Beschwerdeführers  nicht  eingetreten 
ist,

dass  das  Nichteintreten  auf  ein  Asylgesuch  in  der  Regel  die  Weg-
weisung aus der Schweiz zur Folge hat  (Art. 44 Abs. 1 AsylG),  vor-
liegend der Beschwerdeführer weder  eine Aufenthaltsbewilligung be-
sitzt noch einen Anspruch auf Erteilung einer solchen hat (Art. 32 Bst. 
a  der  Asylverordnung 1 vom 11. August  1999 über  Verfahrensfragen 
[AsylV 1, SR 142.311]; vgl. EMARK 2001 Nr. 21), weshalb die verfügte 
Wegweisung vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

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dass  das  Bundesamt  das  Anwesenheitsverhältnis  nach  den  gesetz-
lichen Bestimmungen über  die  vorläufige  Aufnahme von Ausländern 
regelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumut-
bar oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG, 
SR 142.20),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  in  Beachtung  der  massgeblichen 
völker-  und  landesrechtlichen  Bestimmungen zulässig  ist,  weil  keine 
Hinweise auf  Verfolgung vorliegen,  und keine Anhaltspunkte für  eine 
menschenrechtswidrige  Behandlung  ersichtlich  sind,  die  dem  Be-
schwerdeführer  im  Heimat-,  Herkunfts-  oder  einem  Drittstaat  droht 
(Art. 83 Abs. 3 AuG), zumal die geltend gemachte Verfolgungssituation 
nicht glaubhaft erscheint, 

dass sich auch aus der Zugehörigkeit des Beschwerdeführers zur Eth-
nie der Igbo keine Hinweise dafür ergeben, dass der Vollzug der Weg-
weisung nicht zulässig sein könnte,

dass den Akten auch keine Anhaltspunkte zu entnehmen sind, wonach 
der Vollzug der Wegweisung nach Nigeria unzumutbar wäre,

dass der in den von blutigen Zusammenstössen begleiteten Präsident-
schaftswahlen  von  Ende  April  2007  siegreiche  Kandidat  der  Regie-
rungspartei  People's  Democratic  Party  (PDP),  Umaru Yar'Adua,  sein 
Amt am 29. Mai 2007 antrat und der Opposition eine Beteiligung an 
der  nationalen  Einheitsregierung  anbot  sowie  die  Bekämpfung  von 
Korruption und Armut und die Einigung des in ethnischer und religiöser 
Hinsicht zersplitterten Landes als wichtigste Ziele bezeichnete,

dass es zwar auch in den vergangenen Monaten in verschiedenen Tei-
len des Landes – insbesondere im Niger-Delta und im Norden Nigerias 
–  zu  blutigen  Auseinandersetzungen  zwischen  paramilitärisch  or-
ganisierten Banden und Sicherheitskräften beziehungsweise zwischen 
Angehörigen  verschiedener  ethnischer  und  religiöser  Bevölkerungs-
gruppen  sowie  zu  einzelnen  Bombenanschlägen  (zuletzt  am 
1. Oktober 2010 in der Hauptstadt Abuja) gekommen ist und im Vorfeld 
der  für  anfangs  2011  geplanten  landesweiten  Wahlen  örtlich  mit 
Spannungen gerechnet wird,

dass dennoch bezüglich Nigeria im jetzigen Zeitpunkt nicht von Krieg, 
Bürgerkrieg  oder  von einer  Situation  allgemeiner  Gewalt,  welche für 

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den Beschwerdeführer bei der Rückkehr in seine Heimat eine konkrete 
Gefahr darstellen würde, gesprochen werden kann,

dass der Beschwerdeführer jung und -  soweit  aktenkundig -  gesund 
ist,  zumindest über eine sechsjährige Schulbildung und über Berufs-
erfahrung  (im  Baugewerbe)  sowie  über  ein  soziales  Netz  (Vater, 
Grossmutter und mehrere Halbgeschwister) verfügt, weshalb nicht da-
von auszugehen ist, er würde bei einer Rückkehr in eine seine Exis-
tenz vernichtende Situation geraten, die als konkrete Gefährdung im 
Sinne  der  zu  beachtenden  Bestimmungen  zu  werten  wäre  (Art.  83 
Abs. 4 AuG),

dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers nach Nige-
ria schliesslich auch möglich ist (Art. 83 Abs. 2 AuG), da keine prakti-
schen  Hindernisse  erkennbar  sind,  die  einer  Rückkehr  entgegen-
stehen könnten, und er verpflichtet ist, sich bei der dortigen Vertretung 
allenfalls benötigte Reisepapiere zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG),

dass nach dem Gesagten somit  keine Wegweisungshindernisse vor-
liegen und der vom Bundesamt verfügte Vollzug der Wegweisung zu 
bestätigen ist,

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt 
oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde ab-
zuweisen ist, 

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von Fr. 600.-- 
(Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2])  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  sind  (Art. 63 
Abs. 1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den  Beschwerdeführer  durch  Vermittlung  des  Transitzentrums Alt-
stätten (Einschreiben; Beilage: Einzahlungsschein)

- das  BFM,  C.________ (per  Telefax  zu  den  Akten  Ref.-Nr. N  547 
632,  mit  der  Bitte  um  Eröffnung  des  Urteils  an  den  Be-
schwerdeführer  und  um  Zustellung  der  beiliegenden  Empfangs-
bestätigung an das Bundesverwaltungsgericht)

- (...) (per Telefax)

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Martin Zoller Kathrin Mangold Horni

Versand: 

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