# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3b313d3d-db18-5834-81aa-7f877af81bbe
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-01-05
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 05.01.2012 C-7145/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-7145-2008_2012-01-05.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung III
C­7145/2008

U r t e i l   v om   5 .   J a nua r   2 0 1 2

Besetzung Richterin Marianne Teuscher (Vorsitz),
Richter Antonio Imoberdorf, Richterin Ruth Beutler,
Gerichtsschreiber Rudolf Grun.

Parteien R._______,
vertreten durch Rechtsanwältin Antigone Schobinger,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Verweigerung der Zustimmung zur Erteilung einer 
Aufenthaltsbewilligung aus humanitären Gründen (Art. 84 
Abs. 5 AuG).

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Sachverhalt:

A. 
Der  aus  dem  Irak  stammende  Beschwerdeführer  gelangte  am  2.  März 
2003 unter dem Namen M._______ (geb. 1985) in die Schweiz und stellte 
ein Asylgesuch. Mit Verfügung vom 30. November 2005 lehnte das BFM 
das  Asylgesuch  ab  und  wies  ihn  aus  der  Schweiz  weg.  Wegen 
Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  ordnete  es  gleichzeitig  die 
vorläufige Aufnahme des Beschwerdeführers an.

B. 
Am 15. Februar 2008 ersuchte der Beschwerdeführer beim Migrationsamt 
des  Kantons  Zürich  um  Erteilung  einer  Aufenthaltsbewilligung.  Im 
Verlaufe  dieses  Verfahrens  reichte  er  einen  am  17.  März  2008 
ausgestellten  irakischen  Reisepass  der  Serie  S  ein,  der  ihn  als 
Ra._______  (geb.  […]  1983)  auswies.  Am  12.  Juli  2008  zeigte  die 
kantonale  Migrationsbehörde  dem  BFM  ihre  Bereitschaft  an,  ihm  unter 
Vorbehalt der Zustimmung durch das BFM eine Aufenthaltsbewilligung im 
Sinne von Art. 84 Abs. 5 des Ausländergesetzes vom 16. Dezember 2005 
(AuG, SR 142.20) i.V.m. Art. 30 Abs. 1 Bst. b AuG (Abweichung von den 
Zulassungsvoraussetzungen  wegen  Vorliegens  eines  schwerwiegenden 
persönlichen Härtefalls) zu erteilen.

C. 
Am  16.  Juli  2008  gewährte  die  Vorinstanz  dem  Beschwerdeführer  das 
rechtliche  Gehör  zur  beabsichtigten  Verweigerung  der  Zustimmung 
(Widersprüche  zur  Identität,  vorgelegter Reisepass  der Serie S  von  der 
Schweiz  nicht  anerkannt).  Von  dieser  Möglichkeit  machte  der 
Beschwerdeführer Gebrauch, indem er am 4. September 2008 einen am 
24. August 2008 ausgestellten irakischen Reisepass der Serie G lautend 
auf  die Personalien R._______  (geb.  […] 1983) einreichte. Dieser Pass 
wurde  durch  das  Urkundenlabor  der  Kantonspolizei  Zürich  einer 
Echtheitsüberprüfung  unterzogen,  wobei  keine  objektiven 
Fälschungsmerkmale  festgestellt  werden  konnten.  Hierauf  teilte  die 
Vorinstanz  dem  Beschwerdeführer  am  15. September  2008  erneut  die 
Absicht  mit,  dem  Antrag  der  kantonalen  Migrationsbehörde  auf 
Zustimmung  zur  Erteilung  einer  Härtefallbewilligung  nicht  stattzugeben. 
Mit  einer  weiteren  Eingabe  vom  18.  September  2008  bestätigte  der 
Beschwerdeführer  die  Richtigkeit  der  im  neuen  Reisepass  der  Serie  G 
stehenden Personalien.

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D. 
Mit  Verfügung  vom  6. Oktober  2008  verweigerte  die  Vorinstanz  die  zur 
Erteilung  einer  Aufenthaltsbewilligung  aus  humanitären  Gründen 
erforderliche  Ausnahme  von  den  Begrenzungsmassnahmen  (recte: 
Abweichung von den Zulassungsvoraussetzungen) und stellte gleichzeitig 
fest,  dass  der  Beschwerdeführer  weiterhin  in  der  Schweiz  vorläufig 
aufgenommen  bleibe.  Zur  Begründung  führte  sie  im Wesentlichen  aus, 
der Beschwerdeführer  habe seine echte  Identität  erst  nach einem mehr 
als  fünf  Jahre dauernden Aufenthalt  in  der Schweiz und ausschliesslich 
im  Hinblick  auf  die  Erteilung  einer  kantonalen  Aufenthaltsbewilligung 
bekannt  gegeben. Damit  sei  das  in Art.  31 Abs.  2 der Verordnung vom 
24. Oktober  2007  über  Zulassung,  Aufenthalt  und  Erwerbstätigkeit 
(VZAE, SR 142.201) genannte Kriterium der Offenlegung der Identität als 
Teil seiner ihm obliegenden Mitwirkungspflicht klarerweise nicht erfüllt.

E. 
Mit  Rechtmitteleingabe  vom  10.  November  2008  beantragt  der 
Beschwerdeführer  die  Aufhebung  von  Ziffer  1  des  Dispositivs  der 
angefochtenen  Verfügung  und  die  Gutheissung  des  Antrags  des 
Migrationsamtes des Kantons Zürich um Zustimmung zur Erteilung einer 
Aufenthaltsbewilligung  wegen  Vorliegens  eines  schwerwiegenden 
persönlichen Härtefalls. Zur Begründung bringt er  insbesondere vor, Art. 
84 Abs. 5 AuG und Art. 31 Abs. 2 VZAE setzten nicht  voraus, dass die 
Identität  des  gesuchstellenden  Ausländers  schon  während  des 
Asylverfahrens  oder  jedenfalls  vor  Erteilung  der  Härtefallbewilligung 
festgestanden  habe  bzw.  feststehen  müsse.  Die  Einführung  dieses  im 
Gesetz  nicht  genannten  Kriteriums  durch  die  Vorinstanz  als 
Voraussetzung  für  die  Erteilung  einer  Härtefallbewilligung  sei  weder  in 
der  Gesetzessystematik  des  AuG  (und  also  auch  der  VZAE)  angelegt 
noch  in  einer  bundesrätlichen  Verordnung  oder  gar  einer  Weisung  der 
Vorinstanz  vorgesehen.  Es  handle  sich  um  eine  einschränkende 
Interpretation des Wortlautes von Art. 31 Abs. 2 VZAE, die sich auf keine 
objektiven  Gründe  stützen  könne  und  damit  rechtswidrig  sei.  Allenfalls 
müsste  die  im  Asylverfahren  unterbliebene  Identitätsoffenlegung  im 
Verhältnis  zu  allen  vom  Kanton  positiv  gewerteten  Gesichtspunkten 
gewichtet  werden.  Eine  solche  Gesamtwürdigung  aller  Gesichtspunkte 
und  Besonderheiten  würde  im  vorliegende  Fall  auch  dann  zu  einer 
positiven  Einschätzung  führen,  wenn  man  die  späte  Offenlegung  der 
Identität  in  Rechnung  stelle.  Die  vorbildliche  Integration  des 
Beschwerdeführers  sei  real,  weshalb  ein  schwerwiegender  persönlicher 
Härtefall  vorliege.  Indem  die  Vorinstanz  keine  entsprechende 

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Gesamtwürdigung  vorgenommen  habe,  habe  sie  ihr  Ermessen  nicht 
pflichtgemäss ausgeübt.

In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte der Beschwerdeführer um eine 
umgehende  Anweisung  der  Vorinstanz,  die  in  die  Wege  geleitete 
Überprüfung  seiner  vorläufigen  Aufnahme  bis  zum  Entscheid  über  die 
vorliegende Beschwerde zu sistieren.

F. 
Mit  Zwischenverfügung  vom  17.  Februar  2009  trat  das 
Bundesverwaltungsgericht  auf  diesen  Sistierungsantrag mangels  Bezug 
zum Streitgegenstand nicht ein.

G. 
Die Vorinstanz schliesst in ihrer Vernehmlassung vom 23. März 2009 auf 
Abweisung der Beschwerde.

H. 
Mit  Replik  vom  27.  April  2009  hält  der  Beschwerdeführer  an  seinen 
Begehren und deren Begründung fest.

I. 
Mit  verfahrensleitender  Anordnung  vom  17.  Oktober  2011  erhielt  der 
Beschwerdeführer  Gelegenheit,  den  Sachverhalt  zu  aktualisieren  und 
abschliessende  Bemerkungen  anzubringen,  wovon  er mit  Eingabe  vom 
15. Dezember 2011 Gebrauch machte.

J. 
Auf  den  weiteren  Akteninhalt  (u.a.  die  beigezogenen  Akten  des 
Migrationsamtes  des  Kantons  Zürich  und  die  mit  den  Eingaben  des 
Beschwerdeführers eingereichten Belege) wird, soweit rechtserheblich, in 
den Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 
1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen  Verfügungen  nach  Art.  5  Verwaltungsverfahrensgesetzes  vom 
20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021), sofern keine Ausnahme nach 

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Art.  32  VGG  vorliegt.  Als  Vorinstanzen  gelten  die  in  Art.  33  VGG 
genannten  Behörden.  Darunter  fallen  u.a.  Verfügungen  des  BFM 
betreffend  Zustimmung  zur  Erteilung  einer  Aufenthaltsbewilligung  aus 
humanitären Gründen gemäss Art. 84 Abs. 5  i.V.m. Art. 30 Abs. 1 AuG. 
Das  Bundesverwaltungsgericht  entscheidet  in  diesem Bereich  endgültig 
(Art. 83 Bst. c Ziff. 2 und Ziff. 5 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 
2005 (BGG, SR 173.110).

1.2. Das Rechtsmittelverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet 
sich  nach  dem  VwVG,  soweit  das  Verwaltungsgerichtsgesetz  nichts 
anderes bestimmt (Art. 37 VGG).

1.3. Der Beschwerdeführer ist als Adressat der angefochtenen Verfügung 
zur  Beschwerde  legitimiert  (Art.  48  Abs.  1  VwVG);  auf  die  frist­  und 
formgerecht  eingereichte  Beschwerde  ist  unter  Vorbehalt  der 
nachfolgenden Erwägungen einzutreten (Art. 50 und 52 VwVG).

2. 
Mit  Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht  kann  die  Verletzung 
von   Bundesrecht,  einschliesslich  Überschreitung  oder  Missbrauch  des 
Ermessens,  die  unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des 
rechtserheblichen  Sachverhaltes  und  –  sofern  nicht  eine  kantonale 
Behörde  als  Beschwerdeinstanz  verfügt  hat  –  die  Unangemessenheit 
gerügt werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im 
Beschwerdeverfahren  das  Bundesrecht  von  Amtes  wegen  an.  Es  ist 
gemäss  Art.  62  Abs.  4  VwVG  an  die  Begründung  der  Begehren  nicht 
gebunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend 
gemachten  Gründen  gutheissen  oder  abweisen.  Massgebend  ist 
grundsätzlich  die  Sach­  und  Rechtslage  zum  Zeitpunkt  seines 
Entscheides  (vgl.  BVGE  2011/1  E.  2  und  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts A­2682/2007 vom 7. Oktober 2010 E. 1.2 und 
1.3).

3. 
Gegenstand des Beschwerdeverfahrens kann grundsätzlich nur sein, was 
Gegenstand  des  erstinstanzlichen  Verfahrens  war  oder  nach  richtiger 
Gesetzesauslegung  hätte  sein  sollen  (ALFRED  KÖLZ/ISABELLE  HÄNER, 
Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl., 
Zürich  1998,  Rz.  404,  Verwaltungspraxis  der  Bundesbehörden  [VPB] 
Nr. 61, E. 4.1; BGE 117  Ib 118  f.).  Im vorliegenden Fall geht es – auch 
wenn  das  Dispositiv  der  angefochtenen  Verfügung  insoweit 

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missverständlich  ist  –  um  ein  Zustimmungsverfahren  nach  Art.  99  AuG 
i.V.m.  Art.  85  Abs.  1  Bst.  a  VZAE.  Dieses  Verfahren  betrifft  auch  die 
Frage nach der Abweichung von den Zulassungsvoraussetzungen nach 
Art. 30 AuG und damit – so wie hier – die Zulassung  im Rahmen eines 
schwerwiegenden  persönlichen Härtefalls  gemäss Art.  30 Abs.  1 Bst.  b 
AuG und Art.  31 VZAE  (vgl.  zum Ganzen auch BVGE 2010/55  insb. E. 
4.2,  MARTIN  NYFFENENEGGER  in  Caroni/Gächter/Thurnherr  [Hrsg.], 
Stämpflis  Handkommentar  zum  Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen 
und  Ausländer  [AuG],  Art.  99  N  18  sowie  Weisungen  des  BFM  im 
Ausländerbereich, Stand 30. September 2011, Ziff. 1.3.2). Es geht jedoch 
– wie bereits in der Zwischenverfügung vom 17. Februar 2009 festgestellt 
– nicht  darum,  über  die  von  der  Vorinstanz  in  den  Erwägungen  der 
angefochtenen  Verfügung  angekündigte  Absicht  über  die 
Wiederaufnahme  eines  bereits  in  die  Wege  geleiteten  Verfahrens 
(Überprüfung der vorläufigen Aufnahme) zu befinden. Das Dispositiv der 
vorinstanzlichen Verfügung – und nur dieses selbst ist Streitgegenstand – 
enthält  lediglich  eine  rechtsgestaltende  bzw.  feststellende Anordnung  in 
Bezug auf die Zulassungsvoraussetzungen (Ziffer 1) und stellt zudem in 
Ziffer 2 des Dispositivs  fest, dass der Beschwerdeführer weiterhin  in der 
Schweiz  vorläufig  aufgenommen  bleibt  (vgl.  dazu  Urteile  des 
Bundesverwaltungsgerichts  C­1486/2009  vom  9.  Dezember  2010  E.  2 
und C­1250/2006 vom 8. November 2007 E. 5.2 mit weiteren Hinweisen).

4. 
4.1.  Mit  dem  Inkrafttreten  des  AuG  am  1.  Januar  2008  wurde  das 
ehemalige  Bundesgesetz  vom  26. März  1931  über  Aufenthalt  und 
Niederlassung der Ausländer  (ANAG, BS 1 121)  abgelöst  (vgl. Art.  125 
AuG  i.V.m.  Ziff.  I  des  Anhangs  2  zum  AuG)  und  damit  auch  gewisse 
Ausführungsverordnungen wie die Verordnung vom 6. Oktober 1986 über 
die Begrenzung der Zahl der Ausländer (BVO, AS 1986 1791; vgl. Art. 91 
VZAE). Auf Verfahren, die vor diesem Zeitpunkt eingeleitet wurden, bleibt 
das  bisherige Recht  anwendbar  (vgl.  Art. 126 Abs.  1 AuG  sowie BVGE 
2008/1, E. 2). Das Gesuch, auf welches sich die angefochtene Verfügung 
bezieht,  wurde  nach  dem  Inkrafttreten  des  AuG  gestellt.  Für  die 
Beurteilung der vorliegenden Beschwerde ist daher auf das AuG und die 
VZAE abzustellen.

4.2. Die Anwendung des neuen Rechts hat  jedoch nicht zur Folge, dass 
die  bisherige Praxis  des Bundesgerichts  im Zusammenhang mit Art.  13 
BVO unbeachtlich ist. Aus der Botschaft des Bundesrates zu Art. 30 AuG 
geht  nämlich  klar  hervor,  dass  die  "Ausnahmen  von  den 

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Zulassungsvorschriften" bereits  in der BVO enthalten sind und im neuen 
Recht übernommen und soweit notwendig ergänzt werden (vgl. Botschaft 
des  Bundesrates  zum  Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer vom 8. März 2002, BBl 2002, S. 3786).

5. 
Abweichungen  von  den  Zulassungsvoraussetzungen  nach  Art.  30  AuG 
fallen,  wie  schon  die  Ausnahme  von  der  zahlenmässigen  Begrenzung 
gemäss  dem altrechtlichen Art.  13 Bst.  f  BVO,  in  die  Zuständigkeit  des 
BFM (Art. 40 Abs. 1 AuG). Dieses entscheidet gemäss Art. 99 AuG über 
seine  Zustimmung,  sofern  sich  die  zuständige  kantonale  Behörde  in 
diesem  Rahmen  zur  Erteilung  der  Aufenthaltsbewilligung  bereit  erklärt 
hat. Die Vorinstanz und mithin auch das Bundesverwaltungsgericht sind 
daher nicht an die Einschätzung der kantonalen Behörde gebunden (vgl. 
Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C­2283/2010 vom 9. August 2011 
E. 6.1 mit Hinweisen).

6. 
6.1. Gemäss  Art.  84  Abs.  5  AuG  werden  Gesuche  um  Erteilung  einer 
Aufenthaltsbewilligung  von  vorläufig  aufgenommenen  Ausländerinnen 
und  Ausländern,  die  sich  seit  mehr  als  fünf  Jahren  in  der  Schweiz 
aufhalten,  unter  Berücksichtigung  der  Integration,  der  familiären 
Verhältnisse und der Zumutbarkeit einer Rückkehr  in den Herkunftsstaat 
vertieft  geprüft.  Andererseits  sind  die  Voraussetzungen  eines 
schwerwiegenden  persönlichen  Härtefalls  in  Art.  30  Abs.  1  Bst  b  AuG 
i.V.m.  Art.  31  VZAE  definiert.  Art.  31  VZAE  legt  die  gemeinsamen 
Beurteilungskriterien  zur  Prüfung  von  Aufenthaltsbewilligungsgesuchen 
fest, welche gestützt auf Art. 30 Abs. 1 Bst. b AuG, Art. 50 Abs. 1 Bst. b 
AuG,  Art.  84  Abs.  5  AuG  und  Art.  14  Abs.  2  des  Asylgesetzes  vom 
26. Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31)  eingereicht  werden  (vgl.  auch PETER 
BOLZLI  in:  Spescha/Thür/Zünd/Bolzli  [Hrsg.],  Migrationsrecht,  2. 
aktualisierte Ausgabe 2009, Rz. 10 zu Art. 84 AuG S. 203). Nach Art. 31 
Abs.  1  VZAE  sind  bei  der  Beurteilung  eines  schwerwiegenden 
persönlichen Härtefalls  insbesondere  die  Integration  des Gesuchstellers 
(Bst.  a),  die  Respektierung  der  Rechtsordnung  (Bst. b),  seine 
Familienverhältnisse (Bst. c), die finanziellen Verhältnisse sowie der Wille 
zur Teilhabe am Wirtschaftsleben und zum Erwerb von Bildung (Bst. d), 
die  Dauer  der  Anwesenheit  in  der  Schweiz  (Bst.  e),  der 
Gesundheitszustand  (Bst.  f)  und  die  Möglichkeit  für  eine 
Wiedereingliederung im Herkunftsland (Bst. g) zu berücksichtigen. Ferner 

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muss die gesuchstellende Person die Identität offen legen (Art. 31 Abs. 2 
VZAE).

6.2.  Art  84  Abs.  5  AuG  erwähnt  diesbezüglich  nur  drei 
Beurteilungskriterien (Integration, familiäre Verhältnisse und Zumutbarkeit 
der Rückkehr  in den Herkunftsstaat). Das Bundesverwaltungsgericht hat 
sich in diesem Zusammenhang bereits zur Prüfungsbefugnis der Behörde 
und  zum  nicht  abschliessenden  Charakter  der  dabei  anwendbaren 
Beurteilungskriterien geäussert (Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C­
5769/2009 vom 31. Januar 2011 E. 4.3). Danach unterscheiden sich die 
Voraussetzungen  für  die  Anerkennung  eines  schwerwiegenden 
persönlichen  Härtefalls  bezüglich  eines  in  der  Schweiz  vorläufig 
aufgenommenen  Ausländers  gemäss  Art.  84  Abs.  5  AuG  –  abgesehen 
von  der  Pflicht  zur  vertieften  Prüfung  nach  einem  Aufenthalt  von  fünf 
Jahren  –  grundsätzlich  nicht  von  den  Kriterien,  nach  denen  einer 
Ausländerin  oder  einem  Ausländer  unter  Abweichung  der 
Zulassungsvoraussetzungen gemäss Art. 30 Abs. 1 Bst. b AuG i.V.m. mit 
Art. 31 VZAE eine Aufenthaltsbewilligung erteilt werden kann.

6.3.  Schon  aufgrund  der  Stellung  des  Art.  30  Abs.  1  Bst.  b  AuG  im 
Gesetz  (unter  dem  Abschnitt  "Abweichungen  von  den 
Zulassungsvoraussetzungen"),  seiner  Formulierung  und  den  vom 
Bundesgericht in der Rechtsprechung zum entsprechenden Art. 13 Bst. f 
BVO genannten und  jetzt  in Art. 31 Abs. 1 VZAE aufgeführten Kriterien, 
die  allerdings  weder  einen  abschliessenden  Katalog  darstellen  noch 
kumulativ  erfüllt  sein  müssen,  ergibt  sich,  dass  dieser  Bestimmung 
Ausnahmecharakter  zukommt  und  dass  die  Voraussetzungen  zur 
Anerkennung eines Härtefalls restriktiv zu handhaben sind. Die betroffene 
Person muss sich in einer persönlichen Notlage befinden. Das bedeutet, 
dass  ihre  Lebens­  und  Existenzberechtigung,  gemessen  am 
durchschnittlichen  Schicksal  von  ausländischen  Personen,  in 
gesteigertem Mass in Frage gestellt sein müssen bzw. die Verweigerung 
einer  Abweichung  von  den  Zulassungsvoraussetzungen  für  sie  mit 
schweren  Nachteilen  verbunden  wäre.  Bei  der  Beurteilung  eines 
Härtefalles  müssen  sämtliche  Umstände  des  jeweiligen  Einzelfalls 
berücksichtigt  werden.  Die  Anerkennung  als  Härtefall  setzt  nicht 
zwingend voraus, dass die Anwesenheit in der Schweiz das einzige Mittel 
zur  Verhinderung  einer  persönlichen  Notlage  darstellt.  Auf  der  anderen 
Seite reichen eine  lang dauernde Anwesenheit und eine fortgeschrittene 
soziale  und  berufliche  Integration  sowie  klagloses  Verhalten  für  sich 
alleine  nicht  aus,  um  einen  schwerwiegenden  persönlichen Härtefall  zu 

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begründen. Vielmehr wird  vorausgesetzt,  dass  die  ausländische Person 
so enge Beziehungen zur Schweiz unterhält, dass von  ihr nicht verlangt 
werden kann, in einem anderen Land, insbesondere in ihrem Heimatstaat 
zu  leben.  Berufliche,  freundschaftliche  und  nachbarschaftliche 
Beziehungen, welche die  betroffene Person während  ihres Aufenthaltes 
in  der  Schweiz  knüpfen  konnte,  genügen  normalerweise  nicht  für  eine 
Abweichung  von  den  Zulassungsvoraussetzungen  (vgl.  insbesondere 
BGE 130 II 39 E. 3 S. 41 f. und BVGE 2007/45 E. 4.2, je mit Hinweisen).

7. 
Der Beschwerdeführer hält sich seit März 2003 in der Schweiz auf und ist 
seit November 2005 im Besitze einer vorläufigen Aufnahme. Damit erfüllt 
er  die  formellen  Voraussetzungen  zur  Einleitung  eines 
Aufenthaltsbewilligungsverfahrens gestützt auf Art. 84 Abs. 5 AuG.

8. 
Die Vorinstanz vertritt  in der angefochtenen Verfügung die Meinung, der 
Beschwerdeführer  habe  durch  Angabe  einer  falschen  Identität  im 
Asylverfahren  ein  missbräuchliches  Verhalten  an  den  Tag  gelegt  und 
damit das in Art. 31 Abs. 2 VZAE genannte Kriterium der Offenlegung der 
Identität als Teil der ihm obliegenden Mitwirkungspflicht klarerweise nicht 
erfüllt.  Entsprechend  stützt  sie  die  Verweigerung  der  Zustimmung  zur 
Erteilung  einer  Aufenthaltsbewilligung  aus  humanitären  Gründen  einzig 
auf diese Bestimmung. 

8.1.  Die  Vorinstanz  übersieht  dabei,  dass  das  Erfordernis  der 
Offenlegung der Identität  in Zusammenhang mit Art. 13 und Art. 90 AuG 
steht,  wonach  die  Gesuch  stellende  Person  im  Bewilligungs­  und 
Anmeldeverfahren ein gültiges Ausweispapier vorlegen und diesbezüglich 
zutreffende  und  vollständige  Angaben  machen  muss.  Die  Verletzung 
dieser zwingenden Vorschriften kann zwar den Widerruf einer Bewilligung 
zur Folge haben  (Art. 62 Bst.  a  und Art.  63 Abs.  1 Bst.  a AuG)  und  zu 
Zwangsmassnahmen (Art. 76 Abs. 1 Bst. b Ziff. 3 und Art. 77 Abs. 1 Bst. 
c AuG) oder gar strafrechtlichen Sanktionen (Art. 120 Abs. 1 Bst. e AuG) 
führen  (PETER  UEBERSAX,  Einreise  und  Aufenthalt,  in:  Peter 
Uebersax/Thomas  Hugi  Yar/Thomas  Geiser  [Hrsg.],  Ausländerrecht, 
Handbücher  für  die  Anwaltspraxis  Bd.  VIII,  2.  Auflage  Basel  2009,  Rz. 
7.273  ff.),  einen  weiteren  Regelungsumfang  hat  die  insoweit  nur 
deklaratorische  Verordnungsbestimmung  von  Art.  31  Abs.  2  VZAE 
(abgesehen  von  der  wohl  ungenauen  Übersetzung  im  französischen 
Text)  jedoch  nicht  und  bietet  insbesondere  auch  keinen 

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Interpretationsspielraum  für  das  bisherige  Verhalten  der  Gesuch 
stellenden  Person  (vgl.  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts 
C­1207/2009  vom  6. Januar  2011  E.  4.3  mit  Hinweis).  Entgegen  der 
Auffassung  der  Vorinstanz  erfasst  somit  Art.  31  Abs.  2  VZAE  das 
Auftreten  des  Beschwerdeführers  unter  falscher  Identität  im 
Asylverfahren bzw. vor Einleitung des Aufenthaltsbewilligungsverfahrens 
nicht.  Ein  solches  Verhalten  wird  jedoch  unter  dem  Kriterium  der 
Respektierung  der  Rechtsordnung  durch  die  Gesuchstellerin  oder  den 
Gesuchsteller zu würdigen sein (vgl. Art. 31 Abs. 1 Bst. b VZAE; vgl. zum 
Ganzen  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  C­1207/2009  vom  6. 
Januar 2011 E. 4.3 und 6.4 mit Hinweis).

8.2.  In  casu  hat  der  Beschwerdeführer  während  der  Hängigkeit  des 
Verfahrens um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung bei der kantonalen 
Migrationsbehörde einen irakischen Reisepass der Serie S mit gegenüber 
dem später bei der Vorinstanz abgegebenen Reisepass der Serie G leicht 
abweichenden  Personalien  (2  Buchstaben  seiner  Vornamen  anders) 
eingereicht.  Da  es  sich  dabei  offensichtlich  nur  um  eine  andere 
Schreibweise  handelt,  und  im  Übrigen  Nachname  und  Geburtsdatum 
übereinstimmen, ist er der Pflicht der Offenlegung seiner Identität gemäss 
Art.  31  Abs.  2  VZAE  nach  Einreichung  des 
Aufenthaltsbewilligungsgesuches  in  rechtsgenüglicher  Weise 
nachgekommen. 

9. 
9.1. Der  Beschwerdeführer  befindet  sich  –  zunächst  als  Asylbewerber, 
danach  als  vorläufiger  Aufgenommener  –  seit  acht  Jahren  und  zehn 
Monaten  in  der  Schweiz.  Laut  einem  Urteil  des  Bundesgerichts  ist  bei 
einem Asylsuchenden  (mit  noch  hängigem Asylverfahren),  der  sich  seit 
zehn  Jahren  in  der  Schweiz  aufhält,  in  der  Regel  vom  Vorliegen  eines 
schwerwiegenden  persönlichen  Härtefalls  auszugehen,  sofern  dieser 
finanziell  unabhängig,  sozial  und  beruflich  gut  integriert  ist  und  sich  bis 
dahin klaglos verhalten hat. Im Weiteren darf die Dauer des Aufenthaltes 
nicht  absichtlich  durch  das  missbräuchliche  Ergreifen  von  Rechtmitteln 
zum  Zwecke  der  Verzögerung  verlängert  worden  sein  (vgl.  BGE  124  II 
110 E. 3). Die Aufenthaltsdauer des Beschwerdeführers (vgl. Art. 31 Abs. 
1  Bst.  e  VZAE)  ist  vor  diesem  Hintergrund  (Asylentscheid  Ende  2005) 
nicht als derart lang einzuschätzen, dass ohne das Vorliegen besonderer 
Umstände  auf  einen  schwerwiegenden  persönlichen  Härtefall 
geschlossen werden könnte. Somit stellt sich die Frage, ob sich aus den 
sonstigen  Umständen  des  Aufenthalts  und  Verhaltens  des 

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Beschwerdeführers  eine  schwerwiegende  persönliche  Notlage  ableiten 
lässt.

9.2. Zur Frage der in Art. 31 Abs. 1 Bst. a VZAE als Kriterium genannten 
persönlichen und sozialen  Integration ergibt sich diesbezüglich  lediglich, 
dass  der  Beschwerdeführer  in  der  Schweiz  einige  freundschaftliche 
Beziehungen unterhält und der deutschen Sprache  insoweit mächtig  ist, 
dass  er  sich  auch  im  Schriftverkehr  mit  den  Behörden  einigermassen 
verständigen  kann, was  seine  handschriftlich  verfassten Eingaben  beim 
BFM  belegen.  Andererseits  sind  –  abgesehen  vom  Besuch  des  TAST 
Grundkurses B der Asyl­Organisation Zürich vom 4. September 2003 bis 
6. Februar  2004  (20  Lektionen  pro  Woche  in  den  Fächern  Deutsch, 
Mathematik,  Projekte,  Mensch  und  Umwelt  sowie  Gestalten)  –  keine 
besonderen  Integrationsbemühungen  ersichtlich,  die  über  dem 
Durchschnitt  eines  seit  mehreren  Jahren  hier  lebenden  Ausländers 
liegen.  Eine  breite  soziale  Vernetzung,  die  über  die  gewöhnlichen 
beruflichen,  nachbarschaftlichen  und  freundschaftlichen  Beziehungen 
hinausgeht, liegt nicht vor. Insgesamt weist der Sachverhalt nicht auf eine 
vertiefte  soziale  Integration  und  damit  auf  eine  überdurchschnittliche 
Verwurzelung in der Schweiz hin.

9.3.  Art.  31  Abs.  1  Bst  b  VZAE  nennt  als  weiteres  Kriterium  die 
Respektierung  der  Rechtsordnung.  Der  Beschwerdeführer  ist  im 
Schweizerischen  Strafregister  nicht  verzeichnet  (vgl.  Auszug  des 
Bundesamts  für  Justiz  vom  1.  November  2011).  Allerdings  ist  –  wie 
bereits  festgestellt  –  auszuführen,  dass  er  bei  der  Einreichung  seines 
Asylgesuchs  eine  falsche  Identität  angab  (falscher Name  und Vorname 
sowie  falsches Geburtsdatum)  und  die  Behörden  während  Jahren  über 
seine wahre  Identität  täuschte. So  reichte er noch  im August 2007 eine 
auf  den  Namen Muhammad  Imad  (geb.  7.  August  1985)  lautende  und 
angeblich  am  16.  Februar  2004  ausgestellte  (gefälschte)  Identitätskarte 
zu den Akten. Erst im Frühjahr 2008 – nach Einreichung des Gesuchs um 
Erteilung  einer  Aufenthaltsbewilligung  –  legte  er  seine  wahre  Identität 
offen und reichte bei der kantonalen Migrationsbehörde einen irakischen 
Reisepass  ein.  Dies  stellt  grundsätzlich  einen  strafrechtlich  relevanten 
Verstoss dar (vgl. Art. 118 Abs. 1 AuG). Mit der von Beginn an bewussten 
Täuschung  der  Behörden  hat  der  Beschwerdeführer  die  im  Asyl­  und 
Wegweisungsverfahren  gebotenen  Mitwirkungspflichten  (Art.  8  Abs.  1 
AsylG) verletzt. Die Verletzung der Mitwirkungspflicht und die  jahrelange 
Täuschung  der  Behörden  (mit  Hilfe  eines  gefälschten  Ausweises)  ist – 
selbst wenn diesbezüglich kein Strafverfahren eröffnet wurde – zweifellos 

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als fehlende Respektierung der Rechtsordnung zu qualifizieren und daher 
im Rahmen der Härtefallprüfung bzw. von Art. 31 Abs. 1 Bst. b VZAE zu 
berücksichtigen.

9.4.    Im Weiteren  nennt  Art.  31  Abs.  1  VZAE  die  Familienverhältnisse 
(Bst.  c),  die  finanziellen Verhältnisse  sowie den Willen  zur Teilhabe am 
Wirtschaftsleben  und  zum  Erwerb  von  Bildung  (Bst.  d),  den 
Gesundheitszustand  (Bst.  f.)  und  die  Möglichkeiten  für  eine 
Wiedereingliederung  im  Herkunftsstaat  (Bst.  g)  als  Kriterien  für  das 
Vorliegen eines schwerwiegenden persönlichen Härtefalls.

9.4.1.  Der  Beschwerdeführer  ist  ledig,  hat  in  der  Schweiz  keine 
Familienangehörigen und  lebt – soweit sich dies aus den Akten ergibt – 
auch  nicht  mit  einer  Person  in  enger  Beziehung  zusammen.  Vom  15. 
März  2004  bis  Ende  Mai  2008  arbeitete  er  als  Hausbursche  in  einem 
Restaurationsbetrieb  und  verdiente  dort  zuletzt  Fr.  3'300.­  brutto  im 
Monat.  Er  wurde  dort  für  sämtliche  Reinigungsarbeiten  eingesetzt,  war 
verantwortlich  für  die  richtige  Bestuhlung  und  Vorbereitung  der 
Banketträume, sorgte für Ordnung und Sauberkeit im Küchenbereich und 
war  am  Buffet  im  Bistro  tätig.  Wie  aus  dem  Zwischenzeugnis  vom  14. 
März  2008  hervorgeht,  erledigte  er  die  ihm  übertragenen  Arbeiten  zur 
vollen Zufriedenheit seines Arbeitgebers, erwies sich als hilfsbereiter und 
freundlicher Mitarbeiter, arbeitete sauber und speditiv, war  lernwillig und 
lernfähig. Seit 19. Juni 2008 arbeitet er als Officeangestellter/Allrounder in 
einem  anderen  Restaurationsbetrieb  in  Zürich  und  verdient  Fr.  3'700.­ 
brutto  im  Monat  (Vorbereiten  und  Auffüllen  des  Buffets,  Betreuung  der 
Kasse, Mithilfe im Office und bei diversen Reinigungsarbeiten, Umstellen 
des  Mobiliars  von  Tagesbetrieb  auf  Bankettbetrieb,  selbständiges 
Aufdecken  und Vorbereiten  von Banketts  und Apéros, Durchführen  von 
Apéros  und  kleinen  Banketts).  Gemäss  Zwischenzeugnis  vom  1. 
November  2011  handelt  es  sich  beim  Beschwerdeführer  um  einen 
zuverlässigen  und  ausdauernden  Mitarbeiter.  Er  arbeitet  sorgfältig  und 
gewissenhaft.  Seine  Aufgaben  erfüllt  er  mit  viel  Engagement  und 
übernimmt  bereitwillig  allfällige  Mehrarbeiten.  Bei  Vorgesetzten  und 
Mitarbeitenden  ist  er  aufgrund  seiner  freundlichen  und  kollegialen  Art 
sehr  geschätzt.  Im  Umgang  mit  Gästen  ist  er  stets  freundlich  und 
zuvorkommend. Von einer  ausserordentlichen beruflichen  Integration  im 
Vergleich zu einer Vielzahl seit mehreren Jahren in der Schweiz lebender 
Ausländer  kann  jedoch  trotz  guter  Arbeitszeugnisse  und  der  mit  der 
Arbeitstätigkeit  verbundenen  finanziellen  Unabhängigkeit  nicht 
ausgegangen werden. Der Beschwerdeführer hat während der Zeit seiner 

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beruflichen  Tätigkeit  weder  besondere  Fach­  oder  Spezialkenntnisse 
erworben noch eine beachtenswerte berufliche Entwicklung an den Tag 
gelegt,  die  in  seiner  Lage  als  überdurchschnittlich  bezeichnet  werden 
könnte.

9.4.2. Der Beschwerdeführer ist als 20­jähriger junger Erwachsener in die 
Schweiz  gekommen.  Er  hat  somit  den  grössten  Teil  seines  Lebens, 
welcher  für  die  Persönlichkeitsbildung  und  die  Sozialisierung  wichtige 
Phasen umfasst,  in seiner Heimat Irak (Provinz Dohuk) verbracht, wo er 
gemäss  seinen  eigenen  Angaben  noch  Familienangehörige  hat.  Die 
Rückkehr in seinen Herkunftsstaat erscheint von diesem Aspekt her nicht 
mit  besonderen  Schwierigkeiten  verbunden.  Wenn  ihm  eine  allfällige 
Wiedereingliederung  nach  fast  neun  Jahren  Abwesenheit  auch  nicht 
einfach  fallen wird,  so  verfügt  er  in  seiner  Heimat  doch  über  familiären 
und  sozialen  Rückhalt.  Hinzu  kommt,  dass  er  offensichtlich  gesund  ist 
und nicht auf eine spezielle medizinische Betreuung angewiesen  ist, die 
ihm  nur  in  der  Schweiz  und  nicht  in  seinem  Herkunftsstaat  gewährt 
werden könnte.

9.5. Aus  den  Akten  ergibt  sich  auch  sonst  nichts,  was  auf  derart  enge 
Beziehungen zur Schweiz schliessen liesse, dass vom Beschwerdeführer 
nicht  verlangt  werden  könnte,  sein  Leben  in  einem  anderen  Land, 
insbesondere  in  seiner  Heimat,  weiterzuführen.  Ausser  Acht  kann 
schliesslich  im  vorliegenden  Verfahren  die  Frage  nach  der  aktuellen 
Sicherheits­  und  Menschenrechtslage  in  der  nordirakischen  Provinz 
Dohuk  gelassen werden. Ob  dort  – wie  von  der Vorinstanz  am 18.  Juli 
2007  gegenüber  dem  Beschwerdeführer  behauptet  –  tatsächlich  keine 
Situation  allgemeiner  Gewalt  vorliegt  und  deshalb  der 
Wegweisungsvollzug grundsätzlich zumutbar wäre, ist gegebenenfalls im 
Verfahren betreffend Aufhebung der vorläufigen Aufnahme zu beurteilen.

10. 
Damit  ist  abschliessend  festzustellen,  dass  der  Beschwerdeführer  die 
Kriterien eines schwerwiegenden persönlichen Härtefalls nicht erfüllt.  Im 
Ergebnis hat daher die Vorinstanz zu Recht die Zustimmung zur Erteilung 
einer  Aufenthaltsbewilligung  gemäss  Art.  84  Abs.  5  AuG  i.V.m.  Art.  30 
Abs. 1 Bst. b AuG verweigert.

11. 
Aus  den  vorstehenden  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene 

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Verfügung  rechtsmässig  ist  (Art.  49  VwVG).  Die  Beschwerde  ist 
demzufolge abzuweisen.

12. 
Dem  Ausgang  des  Verfahrens  entsprechend  wird  der  unterliegende 
Beschwerdeführer  kostenpflichtig  (Art.  63  Abs.  1  VwVG).  Die 
Verfahrenskosten sind auf Fr. 700.­ festzusetzen (Art. 1, Art. 2 und Art. 3 
des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 
173.320.2]).

Dispositiv Seite 14

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Die  Verfahrenskosten  von  Fr.  700.­  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt und mit dem am 24. Februar 2009 geleisteten Kostenvorschuss 
gleicher Höhe verrechnet.

3. 
Dieses Urteil geht an:

– den Beschwerdeführer (Einschreiben)
– die Vorinstanz (Akten Ref­Nr. ZEMIS […] und N […] zurück)
– das Amt für Migration des Kantons Zürich ad ZH […]

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber:

Marianne Teuscher Rudolf Grun

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