# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8061504e-87de-5840-9424-b18eb1830959
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-02-06
**Language:** de
**Title:** Zürich Handelsgericht 06.02.2012 HE110267
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_HG_001_HE110267_2012-02-06.pdf

## Full Text

Handelsgericht des Kantons Zürich
Einzelgericht 

Geschäfts-Nr.: HE110267-O U/dz

Mitwirkend: Oberrichter Dr. Johann Zürcher, Einzelrichter, sowie der Gerichts-

schreiber Hugo Kronauer

Urteil vom 6. Februar 2012

in Sachen

A._____ AG, 

vertreten durch B._____ AG, 

Klägerin

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. X._____, 

gegen

C._____, 

Beklagter

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____, 

betreffend vorsorgliche Massnahmen

- 2 -

Erwägungen:

1. Wording

Um der Verständlichkeit willen wird nachfolgend gesprochen von "AB._____" 

(Klägerin bzw. Gesuchstellerin, umfasst auch B._____ AG) und "C._____" oder 

"c._____" (Beklagter bzw. Gesuchsgegner), mithin den Parteien, sodann vom 

Grundvertrag (act. 3/4) und vom Z._____-Vertrag (act. 3/5).

2. Prozessgeschichte

25. Mai 2011: Gesuch um Erlass vorsorglicher Massnahmen (act. 1)

23. Juni 2011: Massnahmeantwort (act. 10)

20. Juli 2011: Massnahmereplik (act. 14)

17. August 2011: Schutzschrift (HE110542)

17./18. August 2011: Dringlichkeitsbegehren der AB._____ (act. 17 und 18, vorab 
per fax)

22. August 2011: Massnahmeduplik (act. 20)

26. August 2011: Verfügung betr. Dringlichkeitsbegehren (act. 22)

2. September 2011: Klägerischer Antrag auf Durchführung einer Instruktionsver-
handlung (act. 25)

14. Oktober 2011: Eingabe Klägerin für Instruktionsverhandlung (act. 27)

1.November 2011: Eingabe Beklagter für Instruktionsverhandlung (act. 29)

8. November 2011: Instruktions- und Vergleichsverhandlung (Prot.S. 8)

18. Januar 2012: Ersuchen des Beklagten um Entscheidfällung (act. 34)

1. Februar 2012: Teilweiser Klagerückzug und teilweise Klageänderung (act. 35)

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3. Übersicht betreffend gestellte Begehren

a) Im August 2011 fasste die Klägerin ihre Begehren folgendermassen zusammen

(act. 18):

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C.___ C.___ C.___

C.___
D._____

E._____

- 5 -

C.___

C.___ C.___

D._____

C.___

D._____

C.___ C.___ C.___

C.___

D._____

C.___

C.___ C.___

C.___

D._____

D._____

C.___

C.___

- 6 -

C.___ C.___

C.___ C.___

D._____

C.___

C.___ C.___ C.___

C.___

D._____

D._____

C.___

C.___

C.___

C.___

D._____

C.___

- 7 -

C.___

C.___ C.___

C.___ C.___

D._____

D._____

C.___

C.___ C.___ C.___

C.___

C.___ D._____

- 8 -

- 9 -

b) Klägerische Anträge bzw. Erklärungen vom 1. Februar 2012 (act. 35):

„1. Die Gesuchstellerin zieht hiermit die Massnahmebegehren 1 bis 3 zurück.

2. Die Gesuchstellerin hält am Massnahmebegehren 4 fest und ändert den gestellten Antrag wie 

folgt:

Es sei dem Gesuchsgegner einstweilen zu verbieten, Inhabern einer von der Gesuchstellerin ge-

mäss den Verträgen zwischen den Parteien herausgegebenen ...-Karte sowie an einer ...-Karte in-

teressierten Personen:

a) mitzuteilen, dass die betreffende Karte nur bis zum Ablauf der Vertragsdauer des Co-

Branding Vertrags zwischen den Parteien vom 11./12. Oktober 2004 benutzt werden 

könne, bzw. vor Ablauf des auf der ...-Karte aufgedruckten Verfalldatums ersetzt wer-

den müsse;

b) mitzuteilen, dass die betreffende Karte mit dem Ablauf der Vertragsdauer des Co-

Branding Vertrags zwischen den Parteien vom 11./12. Oktober 2004 ihre Vorteile ver-

liere, insbes. der …-Rabatt nicht mehr gewährt würde;

c) andere unrichtige, irreführende oder die Leistungen der Gesuchstellerin im Rahmen der 

...-Karte unnötig verletzende Mitteilungen zu machen, bzw. die Leistungen der Ge-

suchstellerin im Rahmen der ...-Karte herabzusetzen.

3. Die als vorsorgliche Massnahmen ausgesprochenen Verbote gemäss Rechtsbegehren 2 hier-

vor seien mit der Vollstreckungsanordnung zu verbinden, dass im Falle der Nichtbeachtung eines 

Verbots dem Gesuchsgegner bzw. dessen verantwortlichen Organen Ordnungsbussen und Be-

strafung nach Art. 292 StGB angedroht werden. 

4. Die als vorsorgliche Massnahmen ausgesprochenen Verbote gemäss Rechtsbegehren 2 und 3 

hiervor seien superprovisorisch sofort und ohne Anhörung des Gesuchsgegners anzuordnen und 

auch im Fall einer Einsprache aufrecht zu erhalten.

Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Gesuchsgegners.“

4. Thema des vorliegenden Entscheides

Die klägerische Erklärung, wonach sie die „Massnahmebegehren 1 bis 3“ zurück-

ziehe, umfasst offensichtlich auch die oben zitierten Begehren sub lit. A vom Au-

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gust 2011, zumal diese inhaltlich in den Massnahmebegehren 1 und 3 (zitiert 

oben sub lit. B) aufgehen.

Folglich sind materiell noch die ebenfalls oben zitierten, im Februar 2011 gestell-

ten Begehren (Ziff. 2 ff.) zu behandeln, wobei das Schicksal der Begehren 3 und 4 

von denjenigen gemäss Ziff. 2 lit. a bis c abhängt.

5.1. Bei den Begehren gemäss Ziff. 2 lit. b und lit. c handelt es sich um neu formu-

lierte Begehren. Sie stellen eine Klageänderung im Sinne einer Klageerweiterung 

dar. Gemäss Art. 219 ZPO sind die Bestimmungen des ordentlichen Verfahrens 

nur sinngemäss auf die anderen Verfahren, also auch das summarische, anzu-

wenden. Das summarische Verfahren im Allgemeinen und das Massnahmever-

fahren im Besonderen rufet nach einer möglichst raschen Entscheidfindung. Dem 

Gesetzgeber schwebt eine einmalige Anhörung der beklagten Seite mit nachfol-

gendem Gerichtsentscheid vor (Art. 253 ZPO). Vorliegend ergab sich eine Ver-

längerung des Verfahrens aus Gehörsgründen und weil dem Gesuch, eine In-

struktionsverhandlung durchzuführen, stattgegeben wurde. Danach folgten noch 

aussergerichtlich Vergleichsgespräche, die offensichtlich gescheitert sind. In einer 

solchen Situation ist dem Beschleunigungsgebot Rechnung zu tragen und das 

Verfahren zum Abschluss zu bringen. Der Klägerin steht es jederzeit frei, ein neu-

es Verfahren anzustrengen. Deshalb ist die Klageänderung nicht zuzulassen. 

Hinzu kommt noch das Folgende: Der neue Sachverhalt, auf welchen die bean-

tragte Klageänderung zurückgeführt wird, ist nicht rechtsgenügend vorgetragen 

worden. Wird Art. 229 Abs. 1 ZPO sinngemäss angewendet, so kann nicht von 

einer „ohne Verzug“ erfolgten Geltendmachung des Novums ausgegangen wer-

den. Die Klägerin beruft sich diesbezüglich auf das Schreiben eines ihrer Kunden, 

welcher Ende Dezember 2011 die Nichtverlängerung der Vertragsbeziehung an-

kündigte (act. 36/1), welchen sie offenbar am 23. Januar 2012 telefonisch befrag-

te und darüber ein Protokoll erstellte (act. 36/2). Der Kunde hatte – offensichtlich 

in Kenntnis des auslaufenden Vertragsverhältnisses der Prozessparteien – ge-

schrieben, damit würden die Vorteile der „...“ verloren gehen, was nach klägeri-

scher Auffassung bezüglich der bis Ende 2012 ausgegebener Karten nicht 

stimmt. Die Klägerin liess sich gut drei Wochen Zeit, um den Kunden bezüglich 

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seines Hintergrundwissens und der Umstände, wie er zu seiner – ausser ihrer 

Sicht unzutreffenden – Auffassung gekommen sei, zu befragen. Eine weitere Wo-

che verging dann noch, bis das Protokoll als zweites neues Dokument eingereicht 

wurde. Damit handelte sie nicht „ohne Verzug“, weshalb auf die Noven nicht wei-

ter einzugehen ist. Zudem sind sie auch unsubstantiiert vorgetragen worden, geht 

doch aus den eingereichten Unterlagen nicht hervor, wann und mit welcher kon-

kreten Stelle bzw. Person des Beklagten der (anonymisierte) Kunde das in act. 

36/2 wiedergegebene Gespräch geführt haben soll. Das ermöglicht keine sub-

stantiierte Bestreitung durch die Gegenseite. Was schliesslich das Begehren sub 

lit. c anbelangt, mangelt es diesem ohnehin an der rechtsgenügenden Bestimmt-

heit. Unbestimmte Rechtsbegriffe wie „unrichtige“, „irreführende“ oder „unnötig 

verletzende“ sowie „herabsetzende“ können nicht zum Gegenstand eines Verbo-

tes gemacht werden.

5.2.a) Das Begehren gemäss Ziff. 2 lit. a entspricht dem ursprünglichen Mass-

nahmebegehren 4 (bei den im August 2011 formulierten Begehren unter lit. B Ziff. 

4 erwähnt). Deshalb liegt diesbezüglich keine Klageänderung vor; vielmehr ist es 

das einzige der ursprünglich gestellten Begehren, an welchem die Klägerin fest-

hält. 

5.2.b) Es geht um folgenden Hintergrund: 

Vertraglich hatten die Parteien vereinbart, dass auch bei einem (im Verhältnis der 

Parteien) gekündigten Vertragsverhältnis bis zum Vertragsende Karten durch die 

Klägerin herausgegeben werden könnten und von den Parteien zu akzeptieren 

seien (act. 3/4 Ziff. 14.4).

Am 9. Februar 2011 gab der Beklagte seinen neuen Vertragspartner der Öffent-

lichkeit bekannt (act. 3/22) und sandte der Klägerin („für Euren Kundendienst“) ei-

nige Standardfragen und –antworten (sog. FAQs; act. 3/23). Unter die Antworten 

fielen folgende Wendungen: „Ja. Sie können Ihre C1._____ Kreditkarte bis Ende 

2012 wie gewohnt einsetzen“; „Spätestens bis Ende 2012 werden Sie Ihre 

C1._____ Kreditkarte ersetzen müssen. B._____ und C._____ werden Ihnen da-

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her im 2. Halbjahr 2012 jeweils ein Ersatzprodukt anbieten“. Die Klägerin re-

monstrierte offenbar zunächst nicht.

Mit dem Massnahmebegehren vom Mai 2011 berief sich die Klägerin auf die Ver-

letzung der erwähnten Vertragsbestimmung (act. 1 S. 18).

In der Massnahmeanwort trug der Beklagte vor, er habe die FAQs angesichts der 

erstmals mit der Klage vorgebrachten Beanstandung zwischenzeitlich geändert 

und der Klägerin zugestellt (act. 10 S. 28, act. 11/16). Unter die Antworten fielen 

nunmehr folgende Wendungen: „Ja. Sie können Ihre C1._____ Kreditkarte bis 

zum Ablauf des auf der Karte aufgedruckten Verfalldatums wie gewohnt einset-

zen“; „B._____ und C._____ werden Ihnen aber im 2. Halbjahr 2012 jeweils ein 

alternatives Ersatzprodukt anbieten, um Ihre C1._____ Kredtikarte zu ersetzen“.

In der Massnahmereplik hielt die Klägerin fest, es sei dennoch zu befürchten, 

dass der Beklagte Kunden falsch informieren werde (act. 14 S. 21 f.). Allerdings 

nannte sie keine konkreten Anhaltspunkte für diesen Verdacht. Eine Verletzungs-

gefahr ist damit nicht glaubhaft gemacht.

Aufgrund des geschilderten, unstrittigen Sachverhaltes erstaunt tatsächlich, dass 

die Klägerin die FAQs nicht schon im Februar 2011 moniert hat. Sie wurden ihr im 

Rahmen der bestehenden Vertragsbeziehung zugestellt, in der Meinung, die 

FAQs könnten auch von der Klägerin bzw. deren Kundendienst verwendet wer-

den. Der Beklagte durfte in guten Treuen davon ausgehen, die Klägerin werde 

sich umgehend melden, falls Beanstandungen bestünden. Das hat die Klägerin 

nicht getan. Hätte sie es aber getan, erscheint glaubhaft, dass der Beklagte die 

FAQs sofort gemäss nachmaliger Fassung geändert hätte, welche von der Kläge-

rin nicht beanstandet wird. Somit fehlte eine Notwendigkeit zu Stellung dieses 

Massnahmebegehrens (Art. 261 Abs. 1 ZPO). Es ist abzuweisen.

6. Zusammengefasst ist wie folgt zu entscheiden (zitiert werden die Begehren 

gemäss act. 35):

- Das Begehren Ziff. 2 lit. a ist abzuweisen;

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- Bezüglich der Begehren Ziff. 2 lit. b und c ist die Klageänderung nicht zuzulas-

sen und ist deshalb auf diese Begehren nicht einzutreten. Würde auf sie eingetre-

ten, wären sie abzuweisen.

- Die Begehren Ziff. 3 und 4 sind nicht mehr relevant.

- Im Übrigen ist das Verfahren zufolge Rückzug der Massnahmebegehren abzu-

schreiben.

7. Ausgangsgemäss wird die Klägerin kosten- und entschädigungspflichtig. Der 

Streitwert beträgt geschätzte CHF 1 Mio. Dem Argument des Beklagten, der 

Streitwert sei höher (act. 10 S. 3), ist entgegenzuhalten, dass eine allfällige Kon-

ventionalstrafe kein Thema des Massnahmeverfahrens darstellte. Den Argumen-

ten der Klägerin in act. 35 S. 12 f. ist entgegenzuhalten, dass bezüglich der ge-

stellten Begehren kein Anlass besteht, der Beklagten einen Vorwurf an der Einlei-

tung des Verfahrens zu machen. § 10 Abs. 1 GerGebV und § 11 Abs.4 AnwGebV 

sind vorliegend nicht anzuwenden. Der Rückzug einzelner Begehren ändert nichts 

an den anwaltlichen Bemühungen. Auf Gerichtsseite war der Aufwand erheblich, 

mussten doch über 170 Seiten an Parteivorbringen und 94 – teilweise umfangrei-

che – Beilagen studiert, diverse Verfügungen sowie das Urteil verfasst und eine 

Verhandlung vorbereitet werden.

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Es wird erkannt:

1. Die Klageänderung wird nicht zugelassen.

2. Das Begehren betreffend Erlass vorsorglicher Massnahmen wird abgewie-

sen.

3. Im Übrigen wird das Verfahren als durch Klagerückzug erledigt abgeschrie-

ben.

4. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf CHF 22'000.

5. Die Kosten werden der Klägerin auferlegt.

6. Die Klägerin wird verpflichtet, dem Beklagten eine Parteientschädigung von 

CHF 22'000 zu bezahlen.

7. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, je gegen Empfangsbestätigung, an 

den Beklagten unter Beilage von Doppel der act. 35 und act. 36/1 - 4.

8. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen von dessen Zustellung an 

beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, nach Massgabe 

von Art. 72 ff. sowie Art. 90 ff. des Bundesgerichtsgesetzes (BGG) Be-

schwerde, allenfalls nach Massgabe von Art. 113 ff. BGG subsidiäre Verfas-

sungsbeschwerde erhoben werden.

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HANDELSGERICHT DES KANTONS ZÜRICH

Der Gerichtsschreiber:

lic. iur. Hugo Kronauer