# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 659306a8-00bb-5b18-805c-26233f7841f6
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-05-23
**Language:** de
**Title:** Zürich Handelsgericht 23.05.2013 HG130022
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_HG_001_HG130022_2013-05-23.pdf

## Full Text

Handelsgericht des Kantons Zürich 
    
 
 

Geschäfts-Nr.: HG130022-O U/ei 

 

 

Mitwirkend: die Oberrichter Peter Helm, Präsident, und Dr. Johann Zürcher, die 

Handelsrichter Martin Fischer, Thomas Steinebrunner und Christian 

Zuber sowie die Gerichtsschreiberin Claudia Feier 

 

Urteil vom 23. Mai 2013 

 

in Sachen 

 

1. A._____,  
2. B._____,  
Kläger 

 

1, 2 vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

 

sowie 

 

C._____,  
Nebenintervenient 

 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ 

 

gegen 

 

D._____ AG,  
Beklagte 

 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Z1._____ 

- 2 - 

vertreten durch Rechtsanwältin M.A. HSG in Law Z2._____ 

 

betreffend Forderung 
 

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Rechtsbegehren: 
(act. 1 S. 1) 

"1. Es sei die Beklagte zu verpflichten, den Klägern den Betrag von 
CHF 870'000.00 zu zahlen, zuzüglich Zins von 5% auf CHF 
800'000.00 seit dem 28. April 2006 und 5% auf CHF 70'000.00 
seit dem 19. Juli 2006. Zudem sei die Beklagte zu verpflichten, 
den Klägern die Kosten für das Friedensrichterverfahren in der 
Höhe von CHF 1'060.00 zu ersetzen. 

 2. Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beklagten." 

Geändertes Rechtsbegehren: 
(act. 39 S. 2) 

"1. Es sei die Beklagte zu verpflichten, den Klägern den Betrag von 
CHF 580'000 zu zahlen, zuzüglich Zins von 5% auf CHF 800'000 
seit dem 28. April 2006 bis zum 3. Februar 2011, 5% auf 
CHF 550'000 vom 3. Februar 2011 bis zum 2. März 2011, 5% auf 
CHF 540'000 vom 2. März 2011 bis zum 1. April 2011, 5% auf 
CHF 510'000.00 seit 1. April 2011 und 5% auf CHF 70'000.00 seit 
dem 19. Juli 2006. Zudem sei die Beklagte zu verpflichten, den 
Klägern die Kosten für das Friedensrichterverfahren in der Höhe 
von CHF 1'060.00 zu ersetzen. 

 2. Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beklagten." 

Das Gericht zieht in Erwägung: 

1. Prozessverlauf 

1.1. Am 10. März 2010 reichten die Kläger die Klage und die Weisung ein (act. 1; 

act. 3). Da der Kläger 2 bei Zürcher Gerichten Kosten schuldet, wurde ihm mit 

Verfügung vom 12. März 2010 Frist angesetzt, um für Gerichtskosten und Pro-

zessentschädigung eine Prozesskaution zu leisten (Prot. S. 2 f.). Nach rechtzeiti-

ger Leistung in Form einer Bankgarantie (act. 8, 9 und 11) wurde mit Verfügung 

vom 1. April 2010 der Beklagten Frist angesetzt, um allfällige Einwendungen ge-

gen diese Bankgarantie geltend zu machen und, wenn keine solchen Einwendun-

gen erhoben werden, eine Klageantwort einzureichen (Prot. S. 4 f.). Die Kla-

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geantwort datiert vom 25. Juni 2010 (act. 13). Da die Beklagte Rechtsanwälte 

mandatiert hatte und – demzufolge – die geleistete Prozesskaution nicht mehr 

ausreichte, wurde mit Verfügung vom 28. Juni 2010 dem Kläger 2 Frist angesetzt, 

um eine zusätzliche Prozesskaution zu leisten (Prot. S. 5 f.). Nach rechtzeitiger 

Leistung der zusätzlichen Prozesskaution (Prot. S. 7; act. 17) wurde mit Verfü-

gung vom 24. August 2010 die Streitverkündung der Beklagten an C._____ vor-

gemerkt (Prot. S. 8) und zu einer Referentenaudienz und Vergleichsverhandlung 

vorgeladen (act. 19). Mit Eingabe vom 28. Oktober 2010 erklärte der Streitberufe-

ne den Prozessbeitritt (act. 21), was mit Verfügung vom 8. November 2010 vor-

gemerkt wurde (Prot. S. 9). Am 9. November 2010 fand eine Referentenaudienz 

und Vergleichsverhandlung statt, anlässlich welcher die Parteien keine Einigung 

finden konnten (Prot. S. 10 f.). Nachdem auch die aussergerichtlichen Vergleichs-

gespräche zu keinem Ergebnis geführt hatten (Prot. S. 11; act. 24; act. 26), wurde 

mit Verfügung vom 27. Januar 2011 den Klägern Frist zur Replik angesetzt 

(Prot. S. 13). Nach Eingang der Replik vom 10. März 2011 (act. 29) wurde mit 

Verfügung vom 17. März 2011 der Beklagten Frist zur Duplik angesetzt (Prot. 

S. 14). Mit Eingabe vom 30. Mai 2011 führten die Kläger die Verurteilung des 

Streitberufenen in zweiter Instanz (durch das Obergericht des Kantons Zürich) als 

Novum in den Prozess ein (act. 32-33). Nach Eingang der Duplik vom 8. Juni 

2011 (act. 35) wurde mit Verfügung vom 14. Juni 2011 den Klägern Frist ange-

setzt, um zu allfälligen Noven der Duplik Stellung zu nehmen, der Beklagten, um 

sich zur Eingabe der Kläger vom 30. Mai 2011 zu äussern (Prot. S. 16). Die Stel-

lungnahme zu den Noven in der Duplik datiert vom 6. September 2011 (act. 39). 

Zu dieser Stellungnahme nahm die Beklagte ihrerseits – unaufgefordert – mit Ein-

gabe vom 22. September 2011 (act. 42) Stellung. Mit Eingabe vom 26. Septem-

ber 2011 beantragten die Kläger – in der Folge – diese Stellungnahme (als ver-

spätet) aus dem Recht zu weisen (act. 44); die Eingabe wurde der Beklagten zu-

gestellt (Prot. S. 19). 

1.2. Mit Urteil vom 22. Juni 2012 (HG100074) hat das Handelsgericht die Klage 

im Betrag von CHF 435'000 nebst Zins zu 5 % seit dem 28. April 2006 gutgeheis-

sen und im Betrag von CHF 290'000 zufolge Klagereduktion als gegenstandslos 

geworden abgeschrieben (act. 46). Gegen das Urteil erhob die Beklagte Be-

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schwerde ans Bundesgericht, welches diese mit Urteil vom 22. Januar 2013 teil-

weise guthiess und die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurück-

wies (act. 51 und 52; Urteil des Bundesgerichts 4A_477/2012 vom 22. Januar 

2013). Das Bundesgericht schützte das Urteil in den grundsätzlichen Haftungsfra-

gen, hielt allerdings zur Höhe des Schadenersatzanspruches fest, die Argumenta-

tion der Vorinstanz sei "in sich widersprüchlich und nicht nachvollziehbar" (Urteil 

des Bundesgerichts 4A_477/2012 vom 22. Januar 2013, E. 3-4). Beide Parteien 

haben unaufgefordert Stellungnahmen zum Urteil des Bundesgerichts eingereicht 

(act. 53 und 55). Der Prozess erweist sich als spruchreif, weshalb das Urteil zu 

fällen ist (§ 188 Abs. 1 ZPO/ZH). 

1. Parteien/Sachverhalt 

1.1. Bei den Klägern handelt es sich um kurdischstämmige Türken, welche seit 

über 30 Jahren in der Schweiz leben und – offenbar erfolgreich – im Kebap-

Gewerbe tätig sind. Sie haben ihren Wohnsitz in E._____ ZH.  

Die Beklagte, eine international tätige Bank, ist eine Aktiengesellschaft nach 

schweizerischem Recht mit Sitz in Zürich (act. 1 S. 3; act. 13 S. 11). 

1.2. Zwischen den Parteien besteht seit vielen Jahren eine Geschäftsbeziehung: 

Die Kläger bewahren ihre Ersparnisse auf einem Konto bei der Beklagten sowie in 

einem bei der Beklagten gemieteten Schrankfach (Safe) auf (act. 1 S. 3; act. 13 

S. 11). Zu Beginn des Jahres 2006 lernten die Kläger über einen Bekannten 

F._____ kennen, der ihnen bei der Einrichtung eines Nummernkontos helfen soll-

te. F._____ seinerseits kannte C._____, den Nebenintervenienten, der im Private 

Banking der Beklagten als Kundenberater arbeitete. In der Folge wurden die Klä-

ger – im Beisein von F._____ – mindestens zwei Mal vom Nebenintervenienten 

an seinem Arbeitsplatz (in den Büroräumlichkeiten der Beklagten) empfangen und 

übergaben F._____ gesamthaft CHF 870'000, welche er, anstelle sie auf einem 

Nummernkonto bei der Beklagten zu deponieren, anderweitig verwendete. 

F._____ wurde für sein Verhalten zum Nachteil der Kläger wegen Betrugs, der 

Nebenintervenient wegen Beihilfe dazu verurteilt (vgl. act. 4/2; act. 33). Mit der 

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vorliegenden Klage fordern die Kläger nunmehr von der Beklagten den obgenann-

ten Betrag; die Beklagte bestreitet einen Anspruch.  

2. Formelles 

2.1. Der eidgenössischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 (Datum 

des Inkrafttretens: 1. Januar 2011) ist nicht ausdrücklich zu entnehmen, welches 

Recht zur Anwendung gelangt, wenn die Rechtsmittelinstanz den angefochtenen 

Entscheid aufhebt und zur Neubeurteilung an die untere Instanz zurückweist. Die 

Rückweisung bewirkt, dass der Prozess in die Lage zurückversetzt wird, in der er 

sich vor Ausfällung des angefochtenen Entscheids befunden hat. Das Verfahren 

vor der unteren Instanz ist somit nicht zum Abschluss gekommen, so dass für die 

Fortsetzung des Verfahrens bisheriges Recht weitergilt (Art. 404 Abs. 1 ZPO). 

War der Rechtswechsel bei Eröffnung des angefochtenen Entscheids noch nicht 

eingetreten, brachte die obere Instanz mithin altes Verfahrensrecht zur Anwen-

dung, gilt dieses Recht auch für die Rückweisung (FREI/WILLISEGGER, in: Basler 

Kommentar, ZPO, N 13 zu Art. 404). Demgemäss bleibt für das (Rückweisungs-) 

Verfahren die "alte" zürcherische Zivilprozessordnung vom 13. Juni 1976 

(ZPO/ZH) anwendbar. 

2.2. Die örtliche Zuständigkeit des Handelsgerichts des Kantons Zürich ergibt 

sich aus Art. 3 Abs. 1lit. b und Art. 25 GestG, die sachliche aus § 63 Ziff. 1 GVG. 

2.3. Mit der Replik reduzierten die Kläger ihre Klage von CHF 870'000 auf 

CHF 610'000 (act. 29 S. 2), und mit der Stellungnahme zu den Noven in der Dup-

lik auf CHF 580'000.00 (act. 39 S. 2), da – gemäss den Klägern – mit für die Be-

klagte befreiender Wirkung am 3. Februar 2011 der Betrag von CHF 250'000, am 

2. März 2011 der Betrag von CHF 10'000 und nach Einreichung der Replik der 

Betrag von CHF 30'000 auf Rechnung der klägerischen Forderung bezahlt wurde 

(act. 29 S. 3; act. 39 S. 3).  

Damit wurde die Klage im Betrag von CHF 290'000 gegenstandslos (vgl. 

FRANK/STRÄULI/MESSMER, Kommentar zur zürcherischen Zivilprozessordnung, 

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3. Auflage, Zürich 1997, § 188 N11a), weshalb sie als dadurch erledigt abzu-

schreiben ist. Gleiches gilt für die entsprechend reduzierte Verzugszinsforderung. 

2.4. Nach Ansicht der Kläger ergibt sich aus dem Verhalten der Beklagten wäh-

rend der Strafuntersuchung, dass der Anspruch anerkannt sei: Von der zuständi-

gen Staatsanwältin mit dem Vorwurf der Obstruktion konfrontiert, habe Herr 

G._____ (zuständiger Kaderangestellter bei der Beklagten in der Abteilung "Esta-

tes and Inquiries") zunächst keine Erklärung für das Vorgehen der Beklagten ge-

habt und nach einer gewissen Zeit zu bedenken gegeben, dass es in dieser An-

gelegenheit schliesslich auch Geschädigte gebe. Diese Äusserung zeige, dass 

die Beklagte genau wisse, dass sie die Kläger geschädigt habe, sich aber der 

Haftung entziehen wolle (act. 1 S. 18 f.; act. 29 S. 37 f.). 

Das Schuldbekenntnis oder auch Schuldanerkenntnis ist die Erklärung des 

Schuldners gegenüber dem Gläubiger, dass eine bestimmte Schuld bestehe. Das 

Schuldbekenntnis ist ein einseitiger Vertrag. Es bedarf keiner besonderen Form. 

Auch ein mündliches, selbst ein konkludentes Schuldbekenntnis ist möglich. Kein 

Schuldbekenntnis i.e.S. sind i.d.R. Erklärungen der Beteiligten nach einem Ver-

kehrsunfall, einem Ladendiebstahl oder einem sonstigen Schadensereignis. Sol-

che Erklärungen beschreiben i.d.R. nur einen faktischen Vorgang und wollen kei-

ne konkreten Leistungspflichten begründen (BSK OR I-SCHWENZER, Art. 18 N 3 f., 

mit Hinweisen). 

Die von den Klägern herangezogene (mutmassliche) Äusserung von Herrn 

G._____, dass es in dieser Angelegenheit schliesslich auch Geschädigte gebe, 

und dass diese bestimmt im Zusammenhang mit einem allfälligen Zivilprozess In-

teresse an diesen Unterlagen hätten (act. 4/19), genügt den Anforderungen an ein 

(selbst konkludentes) Schuldbekenntnis bei Weitem nicht: Weder wird ein konkre-

ter Anspruch genannt – im Gegenteil, die Rede ist von einem allfälligen Zivilpro-

zess – noch ergibt sich aus der Äusserung von Herrn G._____, dass die Beklagte 

sich zu einer Leistung gegenüber Dritten verpflichten wollte. Vielmehr ist ihr – un-

ter Zugrundelegung des Vertrauensprinzips – zu entnehmen, dass die Beklagte 

sich gegen allfällige zivilprozessuale Ansprüche Dritter verteidigen/wehren wollte; 

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nichts anderes ergibt sich aus den anderen, von den Klägern eingereichten Do-

kumenten (act. 4/18-20). 

2.5. Mit Eingabe vom 22. September 2011 beantragte die Beklagte unter ande-

rem, die klägerische Stellungnahme zu den Noven in der Duplik vom 6. Septem-

ber 2011 aus dem Recht zu weisen. Die Kläger hätten – obwohl vom Handelsge-

richt ausdrücklich dazu angehalten – es unterlassen, in ihrer Stellungnahme sub-

stantiiert aufzuzeigen, welche der in der Duplik gemachten Behauptungen, Be-

streitungen und Einreden Noven seien. Stattdessen plädierten sie zu Tatsachen-

behauptungen, welche von ihr bereits in der Klageantwort vorgebracht worden 

seien (act. 42 S. 2).  

Zwar ist zutreffend, dass die Kläger mit der Ansetzung der entsprechenden Frist 

aufgefordert wurden, Noven präzise zu bezeichnen (Prot. S. 16). Inwiefern die 

Kläger diesem Erfordernis in ihrer Eingabe nicht nachgekommen wären, wurde 

von der Beklagten nicht näher ausgeführt und ist auch nicht evident. Im Gegenteil, 

die Kläger bezeichneten in ihrer Stellungnahme die – nach ihrer Ansicht – neuen 

Tatsachenbehauptungen in der Duplik. Das Gericht wird nunmehr zu entscheiden 

haben, ob es sich dabei tatsächlich um neue Vorbringen handelte und – demzu-

folge – die klägerischen Ausführungen im Prozess zulässigerweise erfolgten.  

Die klägerische Stellungnahme vom 6. September 2011 als Ganzes aus dem 

Recht zu weisen, kommt auch dann nicht in Frage, wenn sich einige der klägeri-

schen Ausführungen als verspätet erweisen sollten; vielmehr würden solche Aus-

führungen – wie in der Verfügung vom 14. Juni 2011 angedroht (Prot. S. 16) – 

einfach nicht beachtet. 

Damit erübrigen sich weitere Ausführungen zur Zulässigkeit der beklagtischen 

Eingabe vom 22. September 2011 (act. 42) resp. der klägerischen vom 26. Sep-

tember 2011 (act. 44). 

 

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3. Materielles 

3.1. Die Kläger stützen ihre Forderung auf verschiedene Anspruchsgrundlagen: 

A. Vertrag 

3.2. Nach Ansicht der Kläger hat die Beklagte, handelnd durch C._____, die ihr 

obliegenden Auskunfts-, Aufklärungs- und Beratungspflichten verletzt und 

dadurch den von ihnen erlittenen Vermögensverlust von CHF 870'000 adäquat 

kausal verursacht. Sie – die Kläger – hätten bereits seit vielen Jahren eine Konto- 

sowie eine Safe-Beziehung zur Beklagten unterhalten; sie hätten ihre Ersparnisse 

auf einem Konto bei der Beklagten sowie in einem bei der Beklagten gemieteten 

Safe aufbewahrt. Aufgrund dieser vertraglichen Beziehung, von welcher er ge-

wusst habe, sei C._____ als Kadermitglied der Beklagten verpflichtet gewesen, 

ihre Bedürfnisse bezüglich der beabsichtigten Geldanlagen sorgfältig abzuklären 

und die Beratung diesen Bedürfnissen anzupassen. Da die Kundenberatung im 

Allgemeinen und die Anlageberatung im Speziellen ein Kerngeschäft der Beklag-

ten sei, dürfe der Bankkunde an die Qualität der Auskünfte auch hohe Erwartun-

gen stellen, zumal die Beklagte mit ihren Kenntnissen in diesem Bereich werbe 

und höchste Professionalität verspreche. Mit anderen Worten: Es sei ein hoher 

Sorgfaltsmassstab anzulegen. Nichts anderes ergebe sich aus der eigenen Ge-

schäftsauffassung der Beklagten: Da sie es als ihre Aufgabe im Rahmen ihrer 

Bankaktivitäten ansehe, ihren Kunden eine Plattform für Geschäftsbeziehungen 

mit Dritten zu bieten, habe die Beklagte eine Pflicht, alle, die auf dieser Plattform 

Geschäfte tätigten, über wesentliche ihr bekannte Tatsachen – beispielsweise das 

ausserordentlich hohe Gegenparteirisiko, wenn unter Mitwirkung von F._____ ein 

Vertrag geschlossen werde – aufzuklären. Dies gelte erst recht, wenn die Beklag-

te nicht nur eine Plattform schaffe, sondern – wie vorliegend – sich aktiv beteilige, 

indem sie Verträge entwerfe, Räumlichkeiten zur Verfügung stelle, Geld zähle, 

Geldflüsse quittiere usw.  

Aus den verschiedenen Gesprächen im Frühling 2006 zwischen ihnen – den Klä-

gern – einerseits und F._____ und C._____ andererseits sei klar hervorgegangen, 

dass sie eine sichere Anlage ihres Geldes gewünscht hätten und zu einem späte-

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ren Zeitpunkt – bei Erreichen des Startbetrags von CHF 1 Mio. – ihr Geld auf ei-

nem Nummernkonto bei der Beklagten hätten anlegen wollen. Gleichzeitig habe 

die Beklagte aber gewusst, dass F._____ seinen Verpflichtungen nicht fristge-

recht nachgekommen sei, über kein regelmässiges Einkommen oder sonstige 

Einkünfte in der Schweiz verfügt habe und von ihm bewirkte Kontounterdeckun-

gen durch C._____ hätten ausgeglichen werden müssen. Daher habe der Beklag-

ten klar sein müssen, dass das Aushändigen ihrer Gelder keine sichere und zins-

tragende Anlage gewesen sei, wie sie es sich gewünscht hätten. Dennoch habe 

die Beklagte, handelnd durch C._____, sie über die Risiken nicht aufgeklärt, im 

Gegenteil: Die Beklagte habe die exklusiven Räumlichkeiten an der Zürcher 

…strasse … für die Treffen mit F._____ zur Verfügung gestellt. C._____, Kader-

mitglied der Beklagten, habe auf EDV-Systemen der Beklagten mit deren exklusiv 

Iizenzierten Schrifttype die Vereinbarungen vom 28. April 2006 und vom 2. Juni 

2006 verfasst, obwohl die Beklagte (und C._____) gewusst habe, dass die in Zif-

fer 5 der späteren Vereinbarung enthaltene Garantie wertlos gewesen sei. Zudem 

seien die Vereinbarungen so verfasst gewesen, dass sie schwierig zu verstehen 

und durchzusetzen seien, was der Position von C._____ genützt habe. C._____ 

habe in seiner Eigenschaft als Kundenberater der Beklagten einen Vertrauensbo-

nus zugunsten F._____s geschaffen, welcher sie – die Kläger – schliesslich dazu 

gebracht habe, ihre Ersparnisse ohne eine anderweitige Sicherheit F._____ zu-

handen der Beklagten zu übergeben, was – wie sich nun erwiesen habe – gerade 

nicht der sicheren Anlage entsprochen habe, welche sie sich gewünscht hätten 

(act. 1 S. 20 f.). 

Die Beklagte hafte aber nicht nur aufgrund der vorbestehenden Konto- und Safe-

Beziehung, sondern auch aus eigenständigem Vertrag (durch Verständigung über 

die Eröffnung eines Nummernkontos): Sie – die Kläger – hätten nicht beabsichtigt, 

ihr Geld bei F._____ anzulegen, sondern es auf einem Nummernkonto bzw. "Ge-

heimkonto" bei der Beklagten zu deponieren. Dabei habe F._____ mit seinen gu-

ten Kontakten zur Beklagten behilflich sein sollen. Vor diesem Hintergrund hätten 

sie den Kontakt zur Beklagten an der …strasse in Zürich gesucht. Die Beklagte 

habe ihren Wunsch, ein Nummernkonto zu eröffnen, aufgenommen: C._____ ha-

be – auf diesen Wunsch angesprochen – entgegnet, dass für die Eröffnung eines 

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Nummernkontos der Mindestbetrag von CHF 1 Mio. erforderlich sei, aber eine 

Zwischenlösung möglich sei. Damit sei ein vertragliches Verhältnis zustandege-

kommen, des Inhalts, dass ein Nummernkonto eröffnet werde und bis zum Errei-

chen des Mindestbetrags von CHF 1 Mio. eine Zwischenlösung unter Einbezug 

der Beklagten getroffen werde.  

Ein vertragliches Verhältnis sei selbst dann zustandegekommen, wenn man – wie 

die Beklagte – davon ausginge, dass eine Geldanlage bei F._____ beabsichtigt 

gewesen sei. In jedem Fall sei es ihre Absicht gewesen, dass die Beklagte als 

Vertragspartei involviert sei; sie habe eine tragende Rolle spielen sollen. So hät-

ten alle fraglichen Handlungen – und namentlich die Übergabe von CHF 800'000 

in bar – bei der Beklagten stattgefunden (und ohne Mitwirkung der Beklagten gar 

nicht stattfinden können). Indessen: Wer im Rahmen eines Geschäfts eine tra-

gende Rolle spiele, sei Vertragspartner (act. 29 S. 6 ff.).  

Im Übrigen sei zwischen den Parteien auch ein selbständiger Auftrag betreffend 

Rat- und Auskunftserteilung bezüglich der Anlage des klägerischen Vermögens 

entstanden: Sie – die Kläger – hätten sich auf Vermittlung von F._____ hin, mit 

dem Wunsch, ein Nummernkonto bei der Beklagten zu eröffnen, an C._____ ge-

wandt und bei diesem angefragt, unter welchen Bedingungen dies möglich sei. 

Der Zweck der Beklagten als internationales Finanzinstitut sei es, ihren Kunden 

bei der Geldanlage behilflich zu sein und sie dabei zu beraten. Unter den von ihr 

angebotenen Dienstleistungen befinde sich auch die Führung des von ihnen ge-

wünschten Nummernkontos. Mit anderen Worten: Bei der Anlageberatung handle 

es sich um eine Kernkompetenz der Beklagten, welche sie gewerbsmässig und 

entgeltlich anbiete. Indem C._____ sie als Hilfsperson der Beklagten in deren 

Räumen empfangen und – über ihren Wunsch informiert – erklärt habe, dass die 

Grössenordnung der Einlage für solche Nummernkonti bei plus minus CHF 1 Mio. 

sei, gleichzeitig aber Flexibilität bei der Limite signalisiert habe, sei zwischen den 

Parteien stillschweigend ein Auftrag über die Erteilung von Beratungsleistungen 

entstanden. Diese Beratungsleistung habe die Beklagte nicht mit der nötigen 

Sorgfalt erbracht, indem C._____ – gestützt auf die Instruktionen von F._____ – 

die Vereinbarungen vom 28. April 2006 und vom 2. Juni 2006 verfasst habe, wel-

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che den zuvor geäusserten Wünschen nicht entsprochen habe, ohne sie auf die-

sen Widerspruch hinzuweisen oder sie darauf hinzuweisen, dass eben gerade 

kein Nummernkonto bei der Beklagten angelegt, sondern das Geld zunächst 

F._____ anvertraut werde. Sodann habe die Beklagte – trotz des Wissens, dass 

F._____ im Zeitpunkt der Geldübergabe keine Vermögenswerte bei der Beklagten 

besessen sowie über kein regelmässiges Einkommen oder andere Einkünfte ver-

fügt habe – sie nicht über die Tragweite der Vereinbarung und die Risiken der 

Geldanlage bei F._____ aufgeklärt, sondern – im Gegenteil – die Schilderungen 

von F._____ bestätigt und durch ihr aktives Mitwirken das Zustandekommen der 

Vereinbarungen unterstützt (act. 29 S. 9 f.). 

3.3. Die Beklagte bestreitet eine vertragliche Anspruchsgrundlage: Die Klägerin 1 

besitze ein blosses Kontokorrent-Konto und sei Mieterin eines Schrankfaches bei 

ihrer Filiale in E._____; der Kläger 2 besitze kein Konto bei ihr. Da zwischen den 

Klägern und ihr weder ein Vermögensverwaltungs- noch ein Anlageberatungsver-

trag bestanden habe, sei sie lediglich zur Konto- bzw. Depotführung verpflichtet 

gewesen und hafte der Klägerin 1 somit lediglich für die getreue und sorgfältige 

Ausführung des Zahlungsverkehrs. Sie habe folglich keine Beratungs- oder Auf-

klärungspflichten gegenüber den Klägern gehabt. Im Gegenteil: Am 26. April 2006 

habe die Klägerin 1 bei der Filiale E._____ CHF 325'000 abgehoben und dabei ih-

rem Kundenberater wahrheitswidrig erklärt, sie benötige den Betrag von 

CHF 325'000 für einen Landkauf in der Türkei, weshalb sie keine direkte Über-

weisung machen könne, um den Betrag ungestört F._____ übergeben zu können. 

Damit hätten die Kläger unmissverständlich zum Ausdruck gebracht, dass sie be-

reits einen Anlageentscheid gefasst hätten und dieses Geschäft ohne ihre Mitwir-

kung hätten umsetzen wollen. Offenbar hätten die Kläger bis zum 28. April 2006 

F._____ insgesamt CHF 800'000 übergeben, ohne sie um die Einholung einer 

Bonitätsauskunft zu beauftragen. Weder sei sie um Erteilung einer Auskunft be-

treffend F._____ angefragt worden noch sei sie selbst Vertragspartei bei den zwi-

schen den Klägern und F._____ geschlossenen vertraglichen Vereinbarungen 

gewesen oder habe dabei eine beratende Stellung eingenommen. Sie – die Be-

klagte – habe deshalb keine Aufklärungspflicht gegenüber den Klägern getroffen. 

Im Übrigen wäre das Bankgeheimnis verletzt worden, wenn C._____ von sich aus 

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die Kläger über die Vermögensverhältnisse von F._____ informiert hätte. Beim 

Geschäft zwischen den Klägern und F._____ habe es sich um ein rein privates 

Geschäft gehandelt. C._____ habe in diesem Zusammenhang lediglich einen 

Freundschaftsdienst für F._____ geleistet. Der Streitberufene sei somit nicht als 

Kundenberater tätig gewesen. C._____ habe nicht einmal in Erfüllung des Konto-

korrent- und Girovertrags zwischen der Klägerin 1 und der Beklagten gehandelt, 

sondern in eigener Sache, im Rahmen eines privaten Freundschaftsdienstes. 

C._____ sei somit gar nicht ihr Erfüllungsgehilfe im Sinne von Art. 101 OR gewe-

sen. Schliesslich hätten sich die Kläger und F._____ privat kennengelernt und die 

Möglichkeit einer Geldanlage ebenfalls untereinander privat ohne ihre Beteiligung 

besprochen. Sie – die Beklagte – habe die vertragliche Beziehung zwischen 

F._____ und den Klägern in keiner Weise vermittelt. Auch aus diesem Grund ha-

be sie keine Aufklärungs- oder Beratungspflicht getroffen.  

Darüber hinaus hätten die Kläger schon vor der Geldübergabe an F._____ ihren 

Anlageentscheid getroffen gehabt. Dies lasse sich einerseits daraus schliessen, 

dass sich die Kläger mit F._____ bereits im Vorfeld der Geldübergabe mehrmals 

getroffen hätten, um das geplante Anlagegeschäft zu finalisieren. F._____ sei 

ihnen nämlich ausdrücklich als Geschäftspartner zur Tätigung von Anlagege-

schäften von ihren Landsleuten empfohlen worden. Es sei demnach nur konse-

quent, dass die Vereinbarungen vom 28. April 2006 und vom 2. Juni 2006 nur 

zwischen den Klägern und F._____ abgeschlossen worden seien und C._____ 

bzw. sie in keiner Weise verpflichteten. Im Übrigen hätten die Kläger sowie 

F._____ an den beiden in den Räumlichkeiten der Beklagten abgehaltenen Be-

sprechungen oft ins Türkische gewechselt; darin zeige sich, dass die Kläger es 

nicht für nötig erachtet hätten, dass C._____ dem Gespräch zwischen ihnen und 

F._____ habe folgen können. Demnach würden sich die Kläger widersprüchlich 

verhalten, wenn sie behaupteten, F._____ das Geld lediglich aufgrund der Anwe-

senheit von C._____ übergeben zu haben. Die Kläger hätten ihren Entscheid, den 

Betrag von insgesamt CHF 870'000 F._____ zur Anlage und treuhändigen Ver-

waltung anzuvertrauen, bereits vor ihrer Bekanntschaft mit C._____ geschlossen. 

Die beiden mit F._____ geschlossenen Vereinbarungen stellten eine reine nach-

trägliche Formalisierung dieses Anlagegeschäfts dar (act. 13 S. 31 ff.). 

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Über den Kontokorrent- und Safemietvertrag hinaus habe keine weitergehende 

vertragliche Beziehung zu den Klägern bestanden: Die Kläger hätten bei ihr gera-

de kein Nummernkonto eröffnet. Ob sie dies beabsichtigt hätten oder nicht, sei 

völlig irrelevant. Entscheidend sei, dass sie das Geld willentlich und wissentlich 

F._____ übergeben hätten. Die von den Klägern verwendete euphemistische 

Umschreibung als "Zwischenlösung" ändere nichts daran. Somit habe es zwi-

schen den Klägern und ihr keine sog. "Verständigung über die Eröffnung eines 

Nummernkontos" gegeben (act. 35 S. 14 f.). 

Es sei auch kein Beratungsvertrag zustande gekommen, weil die Kläger von 

C._____ Auskunft über die Eröffnung eines Nummernkontos gewollt hätten; es 

käme den Klägern ja auch nicht in den Sinn, zu behaupten, es sei ein Vertrag zu-

stande gekommen, weil sich ein Interessent bei einer Bank nach den Modalitäten 

über die Eröffnung eines Lohnkontos erkundigt habe. Selbst wenn – wider Erwar-

ten – von einem (stillschweigenden) Beratungsvertrag ausgegangen werde, kön-

ne ihr keine Vertragsverletzung vorgeworfen werden. Denn zum einen hätten die 

Kläger – nach ihrer eigenen Darstellung – lediglich Auskunft über die Vorausset-

zungen für die Eröffnung eines Nummernkontos verlangt. Diese Auskunft sei kor-

rekt erteilt worden. Zum anderen hätten sich die Kläger ohne Zutun von C._____ 

entschlossen, ihr Geld F._____ zu übergeben (act. 35 S. 16 f.). 

3.4. Der bundesgerichtlichen Rechtsprechung lässt sich im Wesentlichen ent-

nehmen, dass die Bank ihrem Kunden gegenüber Aufklärungs- und Beratungs-

pflichten zu erfüllen hat, die bei gegebenem Auftragsverhältnis in Art. 398 OR als 

Sorgfalts- und Treuepflichten institutionalisiert sind, ausserhalb eines solchen im 

Vertrauensgrundsatz (Art. 2 ZGB) gründen. Rechtliche Bedeutung können sie 

sowohl im Rahmen der Anbahnung (Vertragsverhandlungen) wie bei der Abwick-

lung als auch nach Beendigung des Vertrags erlangen und begründen bei ihrer 

Verletzung eine Verantwortung (Vertrauenshaftung bzw. culpa in contrahendo im 

vorvertraglichen Verhandlungsstadium). Auch bankrechtlich gehört die Sorgfalt 

dergestalt zum Inhalt jeder vertraglichen oder vertragsgerichteten Verhaltens- und 

Schuldpflicht, ist damit nicht nur für eigentliche Auftragsverhältnisse kennzeich-

nend. Ihr an der Branchenusanz objektiviertes Mass richtet sich einerseits nach 

- 15 - 

dem normativen oder privatautonom bestimmten Inhalt des in Frage stehenden 

Geschäfts, anderseits nach dessen Art und dem Beratungsbedarf des Kunden. 

Das Bundesgericht stellt in seiner Rechtsprechung differenzierte Anforderungen 

an die Aufklärungspflicht der Banken. Demnach ist im Einzelfall unaufgefordert 

und umfassend einmal dann aufzuklären, wenn die Aufklärung Mitinhalt der 

Hauptschuld ist, namentlich im Vermögensverwaltungsvertrag auf Beratungsba-

sis. Wahrheitsgemäss und umfassend ist sodann stets aufzuklären, wenn im Ein-

zelfall Auskunft oder Rat vom Kunden gewünscht und seitens der fachkundigen 

Bank erteilt wird.  

Diese Grundsätze gelten mutatis mutandis im vorvertraglichen oder vertragsan-

bahnenden Verhältnis. So wenig wie jeder andere Verhandlungspartner ist die 

Bank verpflichtet, dem potentiellen Kunden in der Vorstufe des Vertrags das Ent-

scheidungsrisiko abzunehmen; vielmehr steht auch hier das Prinzip der Selbst-

verantwortung im Vordergrund. Mithin ist es grundsätzlich nicht Sache der Bank, 

den Kreditbedarf und die Verwendungsabsichten des Kunden zu hinterfragen, auf 

deren sachliche Rechtfertigung und Zweckmässigkeit zu überprüfen und sich zum 

Vormund oder Vermögensverwalter aufzuspielen. Nur ausnahmsweise ist sie da-

her aus dem Loyalitätsgebot gehalten, den Kunden umfassend aufzuklären, etwa 

wenn sie zu ihm bereits in einem gefestigten, über den punktuellen Vertrags-

schluss hinausreichenden Vertrauensverhältnis steht. Vorvertragliche Warnpflich-

ten können die Bank sodann treffen, wenn der unerfahrene Kunde erkennbar auf 

Auskunft, Rat oder Aufklärung durch die fachkundige Bank vertraut, oder wenn 

die Bank aus fachspezifischem Wissensvorsprung um eine drohende Gefahr ei-

ner Anlage weiss, welche der Kunde nicht zu erkennen vermag (Bundesgericht, 

4C.20/2005, Urteil vom 21. Februar 2006, E. 4.2.3, mit Hinweisen). 

3.5. Zwischen der Klägerin 1 und der Beklagten bestand – unstreitig – seit ge-

raumer Zeit eine Geschäftsverbindung: Die Klägerin 1 hatte bei der Filiale 

H._____ ein Kontokorrent-Konto und bei der Filiale E._____ ein Schrankfach / ei-

nen Safe gemietet (vgl. Kontoeröffnungsunterlagen, act. 14/1). Dass die Klägerin 

1 weitere Dienstleistungen der Beklagten – insbesondere betreffend Anlagebera-

tung und/oder Vermögensverwaltung – in Anspruch genommen hätte, wurde von 

- 16 - 

ihr nicht vorgebracht. Demgemäss handelte es sich bei der Klägerin 1 im Rahmen 

dieser vorbestehenden Vertragsbeziehung grundsätzlich um eine sog. Execution-

only-Kundin, bei welcher sich die Kundenbeziehung auf die blosse Konto- bzw. 

Depotführung beschränkte.  

3.6. Der Kontovertrag ist ein sog. Innominatvertrag und bildet (regelmässig) die 

Basis der Geschäftsbeziehungen zwischen einer Bank und einem Bankkunden. 

Er beinhaltet minimal stets die Pflicht der Bank zur Eröffnung und Führung eines 

Kontos sowie zur entsprechenden Rechnungsablage gegenüber dem Kunden. 

Konto meint dabei die fortlaufend geführte Aufzeichnung von (wechselseitigen) 

Geschäftsvorgängen zwischen Bank und Kunde, unter gegenseitiger Verrech-

nung (vgl. EMCH/RENZ/ARPAGAUS, Das schweizerische Bankgeschäft,7. Auflage, 

Zürich 2011, S.223). Auf den Kontovertrag kommen – je nach zur Debatte ste-

hender Sachfrage – die auftrags- und darlehensrechtlichen Bestimmungen des 

OR zur Anwendung, ferner die Normen zum Kontokorrentverhältnis (statt vieler: 

ZK-HIGI, N. 87 Vorbem. zu Art. 312-318), soweit die Parteien nichts Abweichen-

des vereinbart haben, wie z.B. durch die Vereinbarung der Geltung von sog. All-

gemeinen Vertragsbestimmungen. 

3.7. Die Vermietung von Schrankfächern – auch Tresorfächer, Schliessfächer 

oder Safes genannt – gehört ebenfalls zu den Dienstleistungsgeschäften der 

Banken. Von den übrigen Bankverwahrungsgeschäften unterscheidet sich das 

Safegeschäft dadurch, dass der Kunde, der bei der Bank ein Schliessfach mietet, 

die Selbstverwahrung ausüben will. Über den Inhalt, den er im Tresorfach ein-

schliesst, wird die Bank nicht orientiert. Die herrschende Lehre geht heute davon 

aus, dass es sich beim Schrankfachvertrag um einen gemischten Vertrag mit 

Elementen des Mietvertrages und des einfachen Auftrages handelt. Das mietver-

tragliche Element, das die Hauptkomponente bildet, liegt in der entgeltlichen 

Überlassung eines Schrankfaches zum Gebrauch. Auftragsrechtliche Elemente 

bestehen etwa in den Pflichten der Bank, für Überwachung, Sicherung und Kon-

trolle der Tresoranlage zu sorgen sowie bei jeder Öffnung und Schliessung des 

Tresorfachs mitzuwirken. Das Bundesgericht geht von einem Mietvertrag aus 

(EMCH/RENZ/ARPAGAUS, a.a.O., S.279 ff.). 

https://swisslex.ch/LawDetail.mvc/Show?normalizedReference=CH%2F220

- 17 - 

3.8. Aus dieser vorbestehenden Vertragsbeziehung ergaben sich – mit Blick auf 

den streitgegenständlichen Sachverhalt – keine Auskunfts-, Aufklärungs- 

und/oder Beratungspflichten der Beklagten, da die anvisierte Eröffnung eines 

Nummernkontos gerade nicht im Kontext dieser Vertragsbeziehung erfolgte. Der 

entsprechende Wunsch wurde denn auch nicht gegenüber den für die Abwicklung 

der vorbestehenden Vertragsbeziehung hauptsächlich zuständigen Mitarbeitern in 

den Filialen H._____/E._____ geäussert – im Gegenteil, bei der Barabhebung 

vom 28. April 2007 wurde ein anderer Verwendungszweck angegeben (act. 29 

S. 26) –, sondern die Klägerin 1 trat an einer anderen Örtlichkeit – an der 

…strasse … in Zürich – der Beklagten quasi wie eine Neukundin gegenüber. Die 

Tätigkeiten von C._____ erfolgten mithin nicht in Erfüllung der vorbestehenden 

Vertragsbeziehung zwischen der Klägerin 1 und der Beklagten; die vorbestehen-

de Vertragsbeziehung wurde C._____ erst im Zusammenhang mit der bei der 

Barabhebung belasteten Rückzugskommission bekannt gegeben (act. 1 S. 10). 

Deshalb beschlagen allfällige der Beklagten zuzurechnende Pflichtverletzungen 

von C._____ nicht diese vorbestehende Vertragsbeziehung. Dass anderen Mitar-

beitern der Beklagten, insbesondere den Mitarbeitenden in den Filialen 

H._____/E._____, mit Blick auf den streitgegenständlichen Sachverhalt ein Fehl-

verhalten vorzuwerfen wäre, wurde von den Klägern nicht behauptet (und ist auch 

nicht auszumachen).  

3.9. Auch Auskunfts-, Aufklärungs- und/oder Beratungspflichten der Beklagten 

aus eigenständigem Vertrag durch Verständigung über die Eröffnung eines 

Nummernkontos sind zu verneinen: 

3.10. Unter einem Nummernkonto versteht man ein Konto, das nicht mit dem Na-

men des Kontoinhabers, sondern mit einer Nummer gekennzeichnet wird. Zur 

Diskussion steht somit lediglich die "Beschriftung" eines Kontos. Mit der Eröffnung 

eines Nummernkontos beabsichtigen die Kunden eine zusätzliche Verbesserung 

des Schutzes vor Indiskretionen. Die Kunden möchten vermeiden, dass ihr Name 

und ihre Geschäftsbeziehungen einem grossen Teil der Angestellten in einer 

Bank bekannt werden. Über diesen zusätzlichen internen oder technischen Dis-

- 18 - 

kretionsschutz hinaus gibt es kaum Unterschiede zwischen einem Namen- und 

einem Nummernkonto (EMCH/RENZ/ARPAGAUS, a.a.O., S.229 f.). 

3.11. Ein Kontovertrag kommt grundsätzlich dann zustande, wenn die Bank den 

Antrag des Kunden akzeptiert. In formeller Hinsicht gilt dabei, dass der Kontover-

trag als sog. Innominatvertrag (vgl., statt vieler: ZK-HIGI N. 87 Vorbem. zu 

Art. 312-318) formlos abgeschlossen werden kann, es sei denn, die Parteien hät-

ten (etwa im standardisierten Antragsformular) die Beachtung einer besonderen 

Form (vgl. Art. 16 OR) vereinbart. 

3.12. Der für den Vertragsschluss gemäss Art. 1 OR notwendige Austausch von 

(inhaltlich übereinstimmenden) Willenserklärungen ist dann erfolgt, wenn eine 

Partei der Gegenpartei einen Antrag unterbreitet, der von der Gegenpartei durch 

Zustimmung formkorrekt akzeptiert und dadurch zum Vertragsinhalt wird. 

3.13. Von den Klägern wurde – unstreitig – kein Antrag zur Eröffnung eines Num-

mernkontos unterzeichnet. Zwar hätte eine mündliche Antragserklärung der Klä-

ger formlos akzeptiert werden können, etwa dadurch, dass ein dem Antrag der 

Kläger entsprechendes Konto eröffnet worden wäre. Indessen: Ein Konto (auf 

Nummer bzw. den durch die Nummer verdeckten Namen der Kläger) hat die Be-

klagte – ebenfalls unstreitig – nicht eröffnet. Rein äusserlich gesehen hat dem-

nach der für den Abschluss eines Vertrags erforderliche Austausch von Willens-

erklärungen zwischen den Parteien nicht stattgefunden. Daher ist auch kein Kon-

tovertrag zwischen den Parteien zustande gekommen, auf dessen Verletzung die 

Kläger ihre Forderung stützen könnten.  

3.14. Was den von den Klägern ins Feld geführten selbständigen Auftrag betref-

fend Rat- und Auskunftserteilung bezüglich der Anlage des klägerischen Vermö-

gens angeht, wird – gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung – die Ent-

stehung eines Auftragsverhältnisses (mit entsprechender Haftung) angenommen, 

wenn zwischen dem Raterteilenden und dem Ratsuchenden eine vorbestehende 

Rechtsbeziehung (z.B. ein als Rahmenvertrag ausgestalteter allgemeiner Bank-

vertrag) vorhanden ist und wenn der Raterteilende hätte erkennen müssen, dass 

https://swisslex.ch/LawDetail.mvc/Show?normalizedReference=CH%2F220%2F1

- 19 - 

der Ratsuchende eine verlässliche Antwort für weitergehende Dispositionen er-

wartet (BSK OR I-WEBER, Art. 394 N 19 f., mit Hinweisen). 

3.15. Wie dargelegt bestand zwischen der Klägerin 1 und der Beklagten bereits 

eine Vertragsbeziehung (vgl. Ziff. 4.5 oben), von welcher C._____ – unbestritte-

nermassen – seit dem 28. April 2006 Kenntnis hatte (act. 1 S. 10; act. 13 S. 20). 

Diese Vertragsbeziehung diente der Aufbewahrung der Ersparnisse beider Kläger 

(act. 1 S. 3; act. 13 S. 11) und auch die Beklagte differenzierte hinsichtlich der Be-

rechtigung am Konto/Schrankfach offenbar nicht zwischen den Klägern (vgl. 

act. 14/7), weshalb nicht ins Gewicht fällt, dass offizielle Konto-

/Schrankfachinhaberin nur die Klägerin 1 (und nicht auch der Kläger 2) war.  

3.16. Wenn – bei dieser Ausgangslage – die Kläger zwecks Eröffnung eines 

Nummernkontos an C._____ gelangten, einen Vice-President bei der Beklagten, 

und er in den Räumlichkeiten der Beklagten über die Modalitäten zur Eröffnung 

eines solchen Kontos informierte (act. 1 S. 9 f.; act. 13 S. 19 f.), der Übergabe von 

mehreren hunderttausend Schweizerfranken (mindestens) beiwohnte (act. 1 S. 9 

f.; act. 13 S. 19 f.), F._____ behilflich war, auf Computern der Beklagten (in einer 

exklusiv für die Beklagte lizenzierten Schrift) die beiden Vereinbarungen zu ver-

fassen (act. 1 S. 10 f.; act. 13 S. 20) und – nicht zuletzt – den Klägern beschied, 

dass er sich darum kümmern werde, dass die bei der Barabhebung belastete 

Rückzugskommission ihrem Sparkonto wieder gutgeschrieben werde (act. 1 

S. 10; act. 13 S. 20), so musste C._____ klar sein, dass dieses Verhalten für die 

weiteren Dispositionen der Kläger nicht ohne Einfluss war. Denn durch sein Ver-

halten konnte – objektiv betrachtet – bei den Klägern der Eindruck entstehen, 

dass er bzw. die Beklagte ganz direkt in das weitere Schicksal des übergebenen 

Geldes involviert war.  

Zwar wurde in der am 28. April 2006 aufgesetzten Vereinbarung festgehalten, 

dass das Geld an F._____ ausgehändigt werde und mindestens für ein Jahr bei 

ihm bleibe (act. 4/11). Jedoch steht in derselben Vereinbarung auch geschrieben, 

dass als Rendite 7% p.a. ausgeschüttet werden und die Kläger die Vollmacht er-

halten, jederzeit bei Bedarf Geld zu beziehen (act. 4/11), was im Einklang mit der 

(unbestrittenen) Sachverhaltsdarstellung der Kläger steht, wonach F._____ – im 

- 20 - 

Beisein von C._____ – vorgeschlagen hatte, das Geld zunächst in einen Fonds 

bei der Beklagten einzuzahlen, bis der Restbetrag für die Eröffnung eines Num-

mernkontos zusammen sei (act. 1 S. 10; act. 13 S. 19 f.). Die Ausschüttung einer 

Rendite ist typisch für (ausschüttende) Fonds, und auch die Erteilung einer Voll-

macht macht nur Sinn, wenn das Geld bei einem Dritten – der Beklagten – ange-

legt werden sollte.  

Mit anderen Worten war die Vereinbarung vom 28. April 2006 mindestens so un-

klar formuliert, dass sie obgenannten (Gesamt-)Eindruck nicht zu korrigieren ver-

mochte.  

Ganz deutlich geht die der Beklagten (von den Klägern) zugedachte Rolle 

schliesslich aus der Vereinbarung vom 2. Juni 2006 hervor, der gemäss F._____ 

das übergebene Geld "bei seiner Hausbank, der D._____, Zürich, unter der Be-

ziehung Nr. … deponiert [hat]" und "als Garantie für den hinterlegten Anlagebe-

trag […] die Vermögenswerte von Herr F._____ bei der D._____, Zürich [dienen]".  

3.17. Dass sich auch C._____ der Verfänglichkeit seines Verhaltens bewusst war, 

erhellt seine im Rahmen der gegen ihn (und F._____) geführten Strafuntersu-

chung gemachte Aussage, er könne sich vorstellen, dass die Klägerin 1 damals 

den Eindruck gewonnen habe, das Geld sei bei der Beklagten angelegt worden 

(vgl. Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 2. Dezember 2009, act. 4/2 S. 58).  

3.18. Demzufolge ist davon auszugehen, dass zwischen den Parteien ein Auf-

tragsverhältnis zustande gekommen ist.  

3.19. Der Einwand der Beklagten, dass C._____ nicht in seiner Funktion als ihr 

Angestellter gehandelt habe, sondern die Unterstützung von F._____ beim Ab-

schluss des Geschäftes mit den Klägern ein reiner Freundschaftsdienst von 

C._____ gewesen sei, und sie – die Beklagte – sich diese privaten Handlungen 

nicht anrechnen lassen müsse (act. 13 S. 8 ff.; act. 35 S. 8), verfängt angesichts 

des unter Ziff. 4.16 oben dargestellten Sachverhalts nicht. Der Kontakt zu 

C._____ erfolgte, um die Modalitäten zur Eröffnung eines Nummernkontos bei der 

Beklagten zu erfahren, also mit der Intention einer (späteren) Geldanlage bei der 

- 21 - 

Beklagten. Die Akquisition von Kundengeldern, z.B. über die Eröffnung eines 

Nummernkontos, gehörte unbestreitbar zu den (Kern-)Aufgaben von C._____ 

(vgl. die Antwort auf Frage 23 der polizeilichen Befragung von C._____ vom 1. Ju-

li 2008, act. 36/18 S. 8), weshalb ein Konnex zu seiner beruflichen Tätigkeit ohne 

Weiteres gegeben ist. Sodann trat C._____ den Klägern auch nicht im privaten 

Rahmen, sondern an seinem Arbeitsort gegenüber und händigte den Klägern sei-

ne geschäftliche Visitenkarte aus (act. 1 S. 9; act. 13 S. 19). Wie er selbst sein 

Handeln einordnete, ob als privaten Freundschaftsdienst für F._____ oder als 

Verrichtung seiner geschäftlichen Tätigkeit für die Beklagte, ist nicht entscheidend 

(und kann deshalb offenbleiben). Massgebend ist allein, dass er – bei objektiver 

Betrachtungsweise – seine geschäftliche Tätigkeit verrichtete.  

3.20. Folglich stellt sich die Frage, ob C._____ durch sein Verhalten die Pflichten 

aus dem Auftragsverhältnis verletzte; der Schuldner (Geschäftsherr) haftet auch 

für Hilfspersonen (Gehilfen), die er zur Erfüllung einer gegenüber dem Gläubiger 

bestehenden Verpflichtung hinzuzieht (Art. 101 OR). Dabei kann die "Erfüllung" 

als solche in einem beliebigen Verhalten der Hilfsperson bestehen, d.h. sowohl in 

einem Handeln als auch in einem Unterlassen; entscheidend ist allein, dass es 

sich um ein vom Schuldner geschuldetes Verhalten handelt (BSK OR I-WIEGAND, 

Art. 101 N 5). 

3.21. Der Beauftragte ist verpflichtet, die ihm übertragenen Aufgaben getreu und 

sorgfältig auszuführen, er schuldet sorgfältiges Tätigwerden unter Wahrung der 

Treuepflichten (Art. 398 Abs. 2 OR). Dem Beauftragten werden durch das Auf-

tragsrecht also Sorgfalts- und Treuepflichten auferlegt. (STÖCKLI, Die Organisation 

von Banken, Zürich 2008, S. 42). Dogmatisch werden sie, soweit sie nicht unmit-

telbaren Vertragsinhalt bilden und damit als Hauptleistungspflichten erscheinen, 

als Nebenpflichten verstanden, die entweder aus einem sogenannten allgemeinen 

Bankvertrag oder einem gesetzlichen Schuldverhältnis ausserhalb primärer Leis-

tungspflichten hergeleitet werden (Bundesgericht, 4C.410/1997, Urteil vom 

23. Juni 1997, E. 3).  

Die Sorgfaltspflichten gebieten dem Beauftragten, den Auftrag nach bestem Wis-

sen und Gewissen und mit der nach den Umständen gebotenen Sorgfalt auszu-

- 22 - 

führen, die Treuepflichten, alles zu unterlassen, was den Interessen des Auftrag-

gebers zuwiderlaufen könnte. So hat der Beauftragte beispielsweise Kollisionen 

mit eigenen Interessen oder mit solchen eines anderen Mandanten zu vermeiden 

oder – wenn sich solche in einem Einzelfall nicht vermeiden lassen – den be-

troffenen Mandanten offenzulegen. Ein wesentlicher Teilaspekt der Treuepflicht 

ist die Aufklärungspflicht des Beauftragten (STÖCKLI, Die Organisation von Ban-

ken, Zürich 2008, S. 42). 

3.22. Das Verhalten von C._____ stellt eine Verletzung dieser Pflichten dar: Be-

reits aufgrund seines verfänglichen Verhaltens rund um die Vereinbarung vom 

28. April 2006 hätte er die Kläger deutlich darauf hinweisen müssen, dass die Be-

klagte bzw. er in das weitere Schicksal des übergebenen Geldes nicht involviert 

war. Dies tat er nicht, weil er sich – so seine eigenen Angaben – erhoffte, dass 

F._____ danach die ihm gegenüber bestehenden Schulden begleichen würde 

(act. 1 S. 12; act. 4/2 S. 65; act. 13 S. 21). C._____ hatte nämlich am 

30. Dezember 2005 eine auf dem Konto von F._____ bei der Beklagten beste-

hende Unterdeckung wegen befürchteter negativer Konsequenzen auf seine Stel-

lung als Kadermitglied bei der Beklagten mittels privat beschaffter CHF 110'000 

ausgeglichen (act. 1 S. 7; act. 13 S. 16). Diesen Interessenkonflikt verschwieg 

C._____ auch im Zusammenhang mit der (zweiten) Vereinbarung vom 2. Juni 

2006, und er klärte die Kläger auch nicht darüber auf, dass – entgegen der Ver-

einbarung – F._____ den ihm ausgehändigten Betrag nicht bei der Beklagten de-

ponierte und auch über keine Vermögenswerte bei der Beklagten (als Garantie) 

verfügte. Von den am 26. Juni 2006 übergebenen CHF 800'000 waren nur 

CHF 400'000 auf das in der Vereinbarung genannte Konto von F._____ bei der 

Beklagten einbezahlt worden (act. 1 S. 11; act. 4/2 S. 28; act. 13 S. 20) und 

F._____ verfügte bei der Beklagten über keine Vermögenswerte, welche den ge-

nannten Betrag sichergestellt hätten (act. 1 S. 7; act. 13 S. 16 f.).  

3.23. Einer entsprechenden Aufklärung / Warnung hätte auch das Bankgeheimnis 

nicht entgegengestanden. Eine Beschränkung der Geheimhaltungspflicht ergibt 

sich einerseits aus dem Rechtsmissbrauchsverbot, wenn sich das Schweigen als 

zweckwidrig erweist, jedes Interesse daran fehlt oder ein krasses Missverhältnis 

- 23 - 

der Interessen besteht, andererseits in Notstands(-hilfe)situationen (BOD-

MER/KLEINER/LUTZ, Kommentar zum schweizerischen Bankengesetz, Zürich 2009, 

Art. 47 N 319 ff.), so dass sich – mit Sicherheit – nicht auf das Bankgeheimnis be-

rufen kann, wer einem Dritten gegenüber seine Bankbeziehung grundsätzlich of-

fenlegt, dann aber falsche Angaben über angeblich bei dieser Bank vorhandene 

Vermögenswerte macht. 

3.24. Weitere Voraussetzung für die Geltendmachung eines Schadenersatzan-

spruches nach Art. 97 OR ist ein Schaden, der durch die Vertragsverletzung ver-

ursacht wurde.  

Schaden ist eine unfreiwillige Vermögensverminderung, die in der Verminderung 

der Aktiven, der Vermehrung der Passiven oder im entgangenen Gewinn beste-

hen kann. Sie entspricht der Differenz zwischen dem gegenwärtigen Vermögens-

stand und dem hypothetischen Stand, den das Vermögen ohne das schädigende 

Ereignis hätte (BSK OR I-WIEGAND, Art. 97 N 38). 

3.25. Die Kläger machen geltend, dass der übergebene Betrag von CHF 870'000 

von F._____ zu seinem eigenen Nutzen verbraucht worden sei, und verweisen 

auf das Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 2. Dezember 2009, welches einen 

Vermögensverlust – und damit einen Schaden – von CHF 870'000 erstellt habe 

(act. 4/2 S. 58). 

3.26. Art. 53 OR, der im ganzen Privatrecht anwendbar ist, regelt die Unabhän-

gigkeit des Zivilrichters gegenüber dem Strafgesetz, dem freisprechenden Urteil 

des Strafgerichts und dem Urteil des Strafrichters überhaupt; diese Unabhängig-

keit betrifft die Bestimmungen über die strafrechtliche Zurechnungsfähigkeit bei 

der Beurteilung der zivilrechtlichen Schuld oder Nichtschuld und die Freispre-

chung (Abs. 1) sowie die strafgerichtlichen Erkenntnisse hinsichtlich Schuld und 

Schaden (Abs. 2). Seine Unabhängigkeit in der Feststellung und Beurteilung des 

Sachverhalts hindert den Zivilrichter zwar nicht daran, die Beweisergebnisse der 

Strafuntersuchung abzuwarten und mitzuberücksichtigen; dass er dannzumal 

nicht grundlos von der Auffassung des Strafrichters abgehen wird, ist jedoch eine 

- 24 - 

Frage der Zweckmässigkeit und nicht ein Satz des Bundesrechts (BGE 125 III 

401, E. 3, mit Nachweisen). 

3.27. Tatsächlich ist gemäss Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 2. Dezember 

2009 ausgewiesen, dass der Angeklagte F._____ den übergebenen Betrag von 

CHF 870'000 anstatt wie vorgegeben für die Kläger anzulegen für eigene Zwecke 

verwendete (act. .4/2 S. 142). Gründe, von dieser (in Dispositiv-Ziff. 3 des Urteil 

des Obergerichts des Kantons Zürich vom 17. Mai 2010 bestätigten, act. 33 S. 3) 

Feststellung des Strafrichters abzuweichen, liegen nicht vor.  

3.28. Allerdings bringt die Beklagte vor, dass F._____ einen Teil des erhaltenen 

Geldes in das Restaurant "I._____" investiert habe und dieses Lokal anschlies-

send auf eine vom Kläger 2 beherrschte Gesellschaft übertragen worden sei. Der 

Kläger 2 habe während der Strafuntersuchung ausgesagt, dass er zu 50 Prozent 

Miteigentümer der J._____ GmbH sei, für das Inventar des Restaurants "I._____" 

CHF 300'000 bezahlt worden seien und entsprechende Verträge bestünden. So-

lange die Kläger nicht detailliert darlegten, wie und zu welchem Preis sie (oder ei-

ne von ihnen beherrschte Gesellschaft) das Restaurant "I._____" erworben hät-

ten, sei davon auszugehen, dass dies in Anrechnung an die F._____ übergebe-

nen Beträge geschehen sei (act. 13 S. 10 f.; act. 35 S. 6 f.).  

3.29. Die Kläger bestreiten einen Kauf des Restaurants "I._____": F._____ habe 

das Restaurant "I._____" an einen Dritten verkauft; der Kläger 2 und eine Dritt-

person hätten die J._____ GmbH von einer weiteren Person abgekauft (act. 29 

S. 19). Auch habe C._____ in der Strafuntersuchung aussagen müssen, dass 

zwar F._____ das Geld für den aufwendigen Betrieb des Restaurants "I._____" 

verwendet habe, aber dies nicht im Sinne der Kläger gewesen und erst recht nicht 

mit deren Wissen geschehen sei. Auch vor diesem Hintergrund breche der be-

klagtischen Argumentation, dass die Zahlung von CHF 870'000 eine Investition in 

die J._____ GmbH (oder überhaupt ins Restaurant "I._____") darstelle, das Fun-

dament weg (act. 39 S. 4). 

3.30. Damit ist unbestritten, dass F._____ eines Teil des erhaltenen Geldes in das 

Restaurant "I._____" investierte bzw. für dessen Betrieb verwendete und es spä-

- 25 - 

ter an einen Dritten verkaufte. Indessen: Inwieweit dem Kläger 2 dadurch ein an-

rechenbarer Vorteil entstand, wenn er – ebenso unbestrittenermassen – zu einem 

späteren Zeitpunkt (wann?) zusammen mit einem Dritten (wem?) ein in der Loka-

lität des (früheren) Restaurants "I._____" betriebenes Bistro erwarb (act. 36/17 

S. 35), wurde von der Beklagten nicht genügend dargelegt. Umso weniger, als in 

den (Strafverfahrens-)Akten zwar ein Verkauf des Restaurants "I._____" und/oder 

der J._____ GmbH erwähnt wird (act. 4/2 S. 106; act. 35/17 S. 35), jedoch nir-

gends, dass der Kläger 2 das Bistro – umfassend welche Vermögenswerte? – zu 

einem "Freundschaftspreis", d.h. unter Anrechnung der zuvor an F._____ über-

gebenen und in das Restaurant "I._____" investierten Gelder, übernehmen konn-

te.  

3.31. Im Ergebnis ist – demzufolge – davon auszugehen, dass bei den Klägern 

ein Schaden in der Höhe von CHF 870'000 eintrat; in der Zwischenzeit hat sich 

dieser Schaden durch die an die Kläger geleisteten (Rück-)Zahlungen (vgl. 

Ziff. 3.2 oben) auf CHF 580'000 verringert. 

3.32. Zwischen Nichterfüllung bzw. nichtgehöriger Erfüllung und Schaden muss 

sodann ein adäquat kausaler Zusammenhang bestehen (BSK OR I-WIEGAND, 

Art. 97 N 41). 

3.33. Gemäss den Klägern hätten sie ihr Geld F._____ nicht anvertraut, hätte 

C._____ sie über die Risiken des Anvertrauens des Geldes an F._____ – anstatt 

an die Beklagte – und über das Zahlungsverhalten und die fehlenden sonstigen 

Einkünfte und Sicherheiten von F._____ aufgeklärt (act. 1 S. 22; act. 29 S. 13). 

3.34. Demgegenüber bemängelt die Beklagte, dass die Kläger mit keiner Silbe 

darlegten, was sie – die Beklagte – hätte vorkehren müssen, um die Übergabe 

des Geldes an F._____ zu verhindern (act. 13 S. 6) und sehen – falls ein adäqua-

ter Kausalzusammenhang vom Gericht bejaht werden sollte – den adäquaten 

Kausalzusammenhang durch das überaus schwerwiegende Selbstverschulden 

der Kläger ausgeschlossen. Die Kläger hätten fundamentale Vorsichtsmassnah-

men unterlassen: Zunächst hätten sie keine weiteren Abklärungen über die Integ-

rität von F._____ als Geschäftspartner vorgenommen. Dann sei völlig unklar, 

- 26 - 

weshalb die Kläger das Geld F._____ übergeben hätten, wenn sie lediglich ein 

Nummernkonto hätten errichten wollen. Falls der Betrag für ein Nummernkonto 

nicht ausreichend gewesen sei, hätten sie das Geld bis zum Erreichen der erfor-

derlichen Gesamtsumme auf dem Konto der Klägerin 1 stehen lassen und an-

schliessend von ihrem Kundenberater in F._____ das Nummernkonto eröffnen 

lassen können. Die mit F._____ abgeschlossenen Vereinbarungen seien klar und 

unmissverständlich formuliert. Der Kläger 2 habe ausdrücklich anerkannt, diese 

richtig verstanden zu haben. Angesichts der damaligen Wirtschaftslage hätten die 

Kläger aufgrund des vereinbarten Zinssatzes von 7 Prozent misstrauisch werden 

müssen. Hinzu komme, dass sie von F._____ keinerlei Sicherheiten verlangt und 

nicht einmal vereinbart hätten, wie das Geld anzulegen sei (act. 35 S. 26 f.). 

3.35. Ein Ereignis gilt als adäquate Ursache eines Erfolgs, wenn es nach dem 

gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung an sich ge-

eignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt 

des Erfolgs also durch das Ereignis als allgemein begünstigt erscheint.  

Bei vertragswidriger Unterlassung stellt sich i.S. der hypothetischen Kausalität die 

Frage, ob bei rechtmässigem Handeln der eingetretene Schaden nach dem ge-

wöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung hätte vermie-

den werden können. Nach der Rechtsprechung "ist der Kausalzusammenhang 

zwischen Sorgfaltspflichtverletzung und Schaden dann zu bejahen, wenn die un-

terlassene Rechtshandlung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zum Erfolg ge-

führt hätte (BSK OR I-WIEGAND, Art. 97 N 41, mit Hinweisen auf die bundesge-

richtliche Rechtsprechung). Überwiegend ist eine Wahrscheinlichkeit, wenn für die 

Richtigkeit der Sachbehauptung nach objektiven Gesichtspunkten derart gewich-

tige Gründe sprechen, dass andere denkbare Möglichkeiten vernünftigerweise 

nicht massgeblich in Betracht fallen (BSK OR I-HEIERLI/SCHNYDER, Art. 41 N 15, 

mit Hinweisen auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung). 

Bei einer Unterlassung beruht der natürliche Kausalzusammenhang wie gesehen 

auf der hypothetischen Annahme, der Schaden wäre bei rechtmässigem Handeln 

nicht eingetreten. Daraus ergibt sich – wie das Bundesgericht anerkannt hat – ge-

genüber dem Fall der Handlung die Besonderheit, dass der Sachrichter bereits 

- 27 - 

bei der Feststellung dieses Zusammenhangs i.d.R. auch auf die allgemeine Le-

benserfahrung abstellt. Die wertenden Gesichtspunkte, welche sonst erst bei der 

Beurteilung der Adäquanz zum Tragen kommen, spielen deshalb schon bei der 

Feststellung der hypothetischen Kausalität eine Rolle. Die Beachtung der konkre-

ten Umstände und deren Würdigung führen somit zu einer Vorverlegung der Adä-

quanzfrage. Die Prüfung der hypothetischen Kausalität bei einer Unterlassung 

stellt trotz der enthaltenen Adäquanzfragen i.d.R. eine Tatfrage dar (BSK OR I-

HEIERLI/SCHNYDER, Art. 41 N 19, mit Hinweisen auf die bundesgerichtliche Recht-

sprechung). 

An sich hat der Geschädigte die natürliche Kausalität nachzuweisen, d.h. er muss 

dartun, dass er sich bei rechtmässigem Handeln anders verhalten hätte. Die 

Rechtsprechung erleichtert diesen Kausalitätsbeweis mit einer Vermutung des 

aufklärungsgemässen Verhaltens (BSK OR I-WIEGAND, Art. 97 N 62, mit Hinwei-

sen auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung). 

3.36. Hätte C._____ die Kläger darauf hingewiesen, dass er bzw. die Beklagte in 

das weitere Schicksal des übergebenen Geldes nicht involviert war, resp. sie dar-

über aufgeklärte, dass F._____ das Geld nicht bei der Beklagten deponierte und 

auch über keine Vermögenswerte bei der Beklagten (als Garantie) verfügte, hät-

ten die Kläger – wie gestützt auf die allgemeine Lebenserfahrung angenommen 

werden muss – das Geld am 28. April 2006 (CHF 800'000) und 19. Juli 2006 

(CHF 70'000) nicht übergeben resp. das am 2. Juli 2006 auf dem Konto von 

F._____ bei der Beklagten noch vorhandene Geld – offenbar war die Kontobezie-

hung erst am 13. September 2006 im Minus (act. 1 S. 14) – wieder zurückver-

langt.  

3.37. Der Umstand, dass die Kläger bereits am 26. April 2006 CHF 100'000 an 

F._____ übergeben hatten, ist nicht von Bedeutung, da dieses Geld – so die un-

bestrittene Sachverhaltsdarstellung der Kläger – anlässlich des Treffens vom 

28. April 2006 im Sitzungszimmer auf dem Tisch lag und zusammen mit den neu 

beigebrachten CHF 700'000 von C._____ behändigt wurde (act. 1 S. 10; act. 13 

S. 19 f.). 

- 28 - 

3.38. Andere Umstände, welche darauf hindeuten würden, dass die Kläger das 

Geld auch bei einem entsprechenden Hinweis von C._____ übergeben hätten, 

wurden von der Beklagten nicht vorgebracht (und sind auch aus den Akten nicht 

ersichtlich), weshalb das (der Beklagten anzurechnende) Fehlverhalten von 

C._____ für den aufgrund der Übergabe des Geldes an F._____ eingetretenen 

Schaden adäquat kausal war.  

3.39. Ein an sich gegebener adäquater Kausalzusammenhang kann durch hinzu-

tretende weitere Ursachen unterbrochen bzw. aufgehoben werden. Da indessen 

die Adäquanz einer Primärursache an sich bejaht wird, muss die neue Ursache 

eine gewisse Intensität aufweisen, um eine Unterbrechung des Kausalzusam-

menhangs zu bewirken und nicht lediglich als mitwirkende Teilursache betrachtet 

zu werden. Selbstverschulden ist nur dann ein Grund für eine Unterbrechung des 

adäquaten Kausalzusammenhangs, wenn das betreffende Verschulden derart 

grob und sehr intensiv ist, d.h. derart ausserhalb des normalen Geschehens liegt, 

derart unsinnig ist, dass damit nicht zu rechnen war (BSK OR I-HEIERLI/SCHNY-

DER, Art. 41 N 19 ff., mit Hinweisen auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung). 

3.40. Das Selbstverschulden der Kläger erreicht kein solches Mass. Indessen ist 

der Beklagten zuzustimmen, als sie – eventualiter – ihre Haftung aufgrund des 

Selbstverschuldens der Kläger reduziert sieht (vgl. Ziff. 4.46 unten). 

3.41. Gemäss Art. 398 Abs. 1 OR hat der Beauftragte dem Auftraggeber jeden 

absichtlich oder fahrlässig zugefügten Schaden zu ersetzen. Das Verschulden 

wird vermutet (Art. 97 Abs. 1 OR); es obliegt dem Schuldner nachzuweisen, dass 

die Vertragsverletzung entschuldbar sei. Im Zusammenhang mit einer Sorgfalts-

pflichtverletzung bei der Schlechterfüllung von auf Dienstleitungen gerichteten 

Verträge und bei der Verletzung von Nebenpflichten besteht nahezu kein Raum 

für eine derartige Exkulpation, da die Massstäbe für die Pflichtverletzung und der 

objektivierte Fahrlässigkeitsbegriff im Falle eines solchen auf Dienstleistung aus-

gerichteten Vertrags praktisch identisch sind (BSK OR I-WIEGAND, Art. 97 OR 

N 43, mit Hinweis auf BGE 120 II 248 ff.).  

- 29 - 

3.42. Damit ist das Verhalten von C._____ – unter Verweis auf die Ausführungen 

unter Ziff. 4.22 oben – ohne Weiteres als schuldhaft zu qualifizieren. Die von der 

Beklagten (zur Geschäftsherrenhaftung i.S.v. Art. 55 OR) ins Feld geführte sach-

gemässe Auswahl, Instruktion und Überwachung von C._____ (act. 13 S. 34 ff.) 

entbinden sie nicht von der Haftung für ihre Hilfsperson.  

3.43. Wie erwähnt lastet die Beklagte den Klägern ein haftungsreduzierendes 

schwerwiegendes Selbstverschulden an. Dabei bringt sie – nebst obgenannten 

Versäumnissen (vgl. Ziff. 4.34 oben) – vor, dass die Kläger den Geldbetrag von 

CHF 870'000 freiwillig und bewusst F._____ zur treuhänderischen Verwaltung 

übergeben hätten, obwohl sie ihn nicht gut gekannten hätten, sondern er ihn 

ihnen lediglich von ihren Landsleuten als Geschäftspartner für Anlagegeschäfte 

empfohlen worden sei. Die Kläger hätten somit keine verifizierten Angaben über 

die Person von F._____ besessen, sondern sich gänzlich auf das Hörensagen 

von Freunden und auf Erfahrungsberichte aus zweiter Hand verlassen. Ange-

sichts der Höhe des F._____ übergebenen Betrags sowie der Behauptung der 

Kläger, es habe sich dabei um ihr ganzes Erspartes gehandelt, sei ein solch un-

vorsichtiges Vorgehen umso weniger verständlich. Die mit F._____ geschlosse-

nen Vereinbarungen hätten ferner kein Logo von ihr – der Beklagten – und auch 

keine für Bankgeschäfte üblichen Formularverträge enthalten. Darüber hinaus be-

sage der Wortlaut beider Vereinbarungen deutlich, dass die Kläger ihr Geld 

F._____ aushändigten und zur treuhänderischen Verwaltung anvertrauten (act. 13 

S. 41). 

3.44. Der am vorliegenden Prozess nicht beteiligte F._____ und der Nebeninter-

venient C._____ wurden mit Bezug auf den hier zu beurteilenden Sachverhalt mit 

Urteil des Bezirksgerichts Zürich wegen Betruges bzw. Gehilfenschaft zu Betrug 

verurteilt und unter solidarischer Haftbarkeit zur Leistung von Schadenersatz im 

Umfang von CHF 870'000 verpflichtet (act. 4/2). Die Schuldsprüche wurden von 

der II. Strafkammer des Obergerichts des Kantons Zürich bestätigt  (act. 33). 

C._____ und F._____ sind den Geschädigten demnach für den daraus erwach-

senen Schaden grundsätzlich ersatzpflichtig. Nachdem nun auch die Beklagte 

aus den vorstehend ausgeführten Gründen für den dadurch entstandenen Scha-

- 30 - 

den einzustehen hat, liegt eine Haftung mehrerer im Sinne von Art. 50 f. OR vor. 

Da die Haftung der Beklagten auf einer ihr über Art. 101 OR zuzurechnenden Ver-

tragsverletzung beruht, handelt es sich um eine Haftung aus verschiedenen 

Rechtsgründen im Sinne von Art. 51 OR (BK OR-BREHM, Art. 51 N 57; BSK OR I-

HEIERLI/SCHNYDER, Art. 51 N 15; BGE 80 II 247 E. 5 = Pra [44] 1955, Nr. 18). Die 

solidarische Haftung einer Mehrheit von Ersatzpflichtigen steht einer Schadener-

satzreduktion zufolge Selbstverschuldens nicht entgegen (BK OR-BREHM, a.a.O., 

Art. 50 N 59). Dies gilt umso mehr für die unechte Solidarität, bei welcher die Re-

geln der echten Solidarität höchstens analog zur Anwendung gelangen, mithin die 

Geltendmachung von persönlichen Entlastungsgründen im externen Verhältnis 

nicht generell ausgeschlossen ist (BK OR-BREHM, a.a.O., Art. 51 N 17 ff. und 27; 

WEBER, Reduktion von Schadenersatzleistungen, in: Personen-Schaden-Forum 

2007, S. 148). Weil das Selbstverschulden eines Geschädigten nicht notwendi-

gerweise gegenüber jedem Schuldner gleich zu begründen ist und die Ersatz-

pflicht prozentual gleich stark ermässigt, ist die Frage, inwieweit jeder Schuldner 

dem Geschädigten Ersatz schulde, für jeden von ihnen getrennt zu prüfen (BGE 

97 II 339 E. 3 und 4). Das Vorliegen und der Umfang eines Selbstverschuldens ist 

nachfolgend deshalb nur mit Bezug auf die Beklagte zu prüfen. 

3.45. Nach Art. 44 Abs. 1 OR, der gemäss Art. 99 Abs. 3 OR auch auf die vertrag-

liche Haftung entsprechend anwendbar ist, kann der Richter die Ersatzpflicht er-

mässigen oder ganz von ihr entbinden, wenn der Geschädigte in die schädigende 

Handlung eingewilligt hat, oder wenn Umstände, für die der Geschädigte einzu-

stehen hat, auf die Entstehung oder Verschlimmerung des Schadens eingewirkt 

oder die Stellung des Ersatzpflichtigen sonst erschwert haben. Zu den Umstän-

den im vorerwähnten Sinne gehört insbesondere das Verhalten des Geschädig-

ten. Es muss ihm vorgehalten werden können, dass er die in seinem eigenen In-

teresse aufzuwendende Sorgfalt nicht beachtet, dass er nicht genügend Sorgfalt 

und Umsicht zu seinem eigenen Schutz aufgewendet hat. Vorwerfbar ist ihm die-

ses Verhalten allerdings nur, wenn er die Möglichkeit einer Schädigung vorausse-

hen kann oder könnte und sein Verhalten dieser Voraussicht nicht anpasst. Das 

Selbstverschulden wird nach einem objektiven Massstab beurteilt. Das tatsächli-

che Verhalten des Geschädigten wird verglichen mit dem hypothetischen Verhal-

- 31 - 

ten eines durchschnittlich sorgfältigen Menschen in der Lage des Geschädigten 

(Bundesgericht, 4C.68/2007, Urteil vom 13. Juni 2008, E. 12.1). 

3.46. Vorzuhalten ist den Klägern zunächst, beim Bezug der CHF 325'000 ihrem 

Kundenberater wahrheitswidrige Angaben zum Verwendungszweck des Geldes 

gemacht zu haben. Hätte die Klägerin 1 erwähnt, dass ein Nummernkonto bei der 

Beklagten eröffnet werden sollte, hätte – so ist gestützt auf die allgemeine Le-

benserfahrung anzunehmen – ihr Kundenberater zu einer Banküberweisung gera-

ten und/oder bei Offenlegung des Einbezugs von F._____ auf die Gefahren des 

Anvertrauens von Geldern an einen privaten Dritten und die zu treffenden Vor-

sichtsmassnahmen aufmerksam gemacht.  

Sodann ist der Beklagten zuzustimmen, dass es bei einem Geschäft in dieser 

Grössenordnung angezeigt gewesen wäre, genauere Abklärungen zur Person 

von F._____ zu treffen und – im Besonderen – sich nicht auf mündliche Versiche-

rungen seiner Bonität zu verlassen, sondern ihn zum Beibringen entsprechender 

Dokumente (Bankauszüge, Grundbuchauszüge etc.) anzuhalten. Zwar ist den 

Klägern zugute zu halten, dass die mündlichen Versicherungen zumindest zum 

Teil in Anwesenheit von C._____ erfolgten, was deren Gewicht erhöhte, da – wie 

gezeigt (vgl. Ziff. 4.22 oben) – von einem Bankangestellten eine Richtigstellung 

erwartet werden durfte. Jedoch wäre es gerade in dieser Situation, wo man sich in 

den Räumlichkeiten der Beklagten befand, ein leichtes gewesen, Einsicht in ent-

sprechende Dokumente zu verlangen.  

Dass die beiden Vereinbarungen nicht klar und unmissverständlich formuliert wa-

ren, wurde bereits an anderer Stelle ausgeführt (vgl. Ziff. 4.16 oben). Es trifft nicht 

zu, dass der Kläger 2 anerkannt hat, diese richtig verstanden zu haben. Vielmehr 

führte er in der Einvernahme als Auskunftsperson aus, ihm sei erst später, als sie 

dort weggegangen seien, aufgegangen, dass der Inhalt nichts bedeute, dass sie 

ja aber in der Bank gewesen seien und mit dem Vize-Präsidenten gesprochen 

hätten (act. 36/17 S. 21). Dennoch ist den Klägern auch bezüglich der Vereinba-

rungen eine ungenügende Prüfung vorzuhalten. So hätte ihnen bei einer genaue-

ren Prüfung auffallen müssen, dass in der (ersten) Vereinbarung vom 28. April 

2006 die Anlage des Geldes bei der Beklagten eben nicht ausdrücklich festgehal-

- 32 - 

ten wurde. Hingegen erscheint die vereinbarte Rendite von 7 Prozent nicht derart 

übersetzt, dass die Kläger alleine deswegen hätten misstrauisch werden müssen. 

Zu Gunsten der Kläger dürfen auch betreffend die Vereinbarungen die Begleitum-

stände nicht ausser Acht gelassen werden; schliesslich wurden die Vereinbarun-

gen in den Räumlichkeiten der Beklagten und unter Mitwirkung eines Vice-

President der Beklagten aufgesetzt und unterzeichnet.  

3.47. Im Ergebnis ist festzuhalten, dass die Kläger bei etwas mehr Aufmerksam-

keit durchaus in der Lage gewesen wären, die Risiken/Ungereimtheiten des Ge-

schäfts zumindest in gewissem Umfang auch selber zu erkennen. Auch wenn sie 

dem kurdisch-türkischen Kulturkreis entstammen, handelt es sich bei den Klägern 

nicht um in Finanzfragen gänzlich unbedarfte Leute. Immerhin sind sie seit Jahr-

zehnten erfolgreich im Kebap-Gewerbe tätig (vgl. Ziff. 2.1 oben), was ein gewis-

ses (Geschäfts-)Verständnis voraussetzt. In Anbetracht aller aufgeführten Um-

stände ist deshalb eine Schadenersatzreduktion auf rund die Hälfte angezeigt. 

Dies führt dazu, dass der von der Beklagten zu leistende Schadenersatz auf 

CHF 435'000 zu bemessen ist. 

3.48. Nach Angaben der Kläger wurden während des hängigen Verfahrens insge-

samt CHF 290'000 auf Rechnung der klägerischen Forderung bezahlt. Die Kläger 

haben sich im Behauptungsverfahren nicht dazu geäussert, wer diese Zahlung 

geleistet hat. Sie sind jedoch auf ihre im Prozess deponierten Erklärungen zu be-

haften, wonach dieser Betrag mit "für die Beklagte befreiender Wirkung" bezahlt 

worden sei (act. 29 S. 3 Rz 5, act. 39 S. 3 Rz 4 f.). Das durfte und darf so ver-

standen werden, dass diese Summe vom gerichtlich bemessenen Schadener-

satzanspruch gegen die Beklagte abzuziehen ist. Der Schadenersatzanspruch 

gegen die Beklagte beträgt CHF 435'000, weshalb den Klägern unter Abzug der 

für die Beklagte mit befreiender Wirkung geleisteten Zahlung CHF 145'000 (nebst 

Zins) zuzusprechen sind (vgl. zu dieser Berechnungsweise BGE 93 II 329 E. 7d).  

B. Culpa in contrahendo 

3.49. Eine Haftung der Beklagten wäre auch zu bejahen, würde man nicht von ei-

nem Auftragsverhältnis zwischen den Parteien ausgehen: Bei Fehlen eines Ver-

- 33 - 

tragsverhältnisses soll eine solche nämlich eintreten, wenn der Raterteilende wi-

der besseres Wissen oder leichtfertig unrichtige Angaben macht, sowie wenn er 

ihm bekannte Tatsachen verschweigt, von denen er annehmen muss, dass sie für 

den Ratsuchenden von erheblicher Bedeutung sein könnten (BSK OR I-WEBER, 

Art. 394 N 19 f., mit Hinweisen; vgl. auch BERGER/MOSER, Vertrauenshaftung 

auch im Bankgeschäft, in: AJP 1999, S. 541 ff.). 

3.50. Mithin wäre C._____ auch ohne Bestehen eines Auftragsverhältnisses ge-

halten gewesen, die Kläger über die Risiken des Anvertrauens des Geldes an 

F._____ – anstatt an die Beklagte – und über das Zahlungsverhalten und die feh-

lenden sonstigen Einkünfte und Sicherheiten von F._____ aufzuklären.  

C. Übrige Anspruchsgrundlagen 

Nachdem sich eine Haftung der Beklagten bereits aus Vertrag und/oder culpa in 

contrahendo ergibt, kann offen bleiben, wie es sich hinsichtlich der anderen von 

den Klägern angeführten Anspruchsgrundlagen (Organhaftung, Geschäftsherren-

haftung, Deliktshaftung) verhält. 

D. Zins 

3.51. Die Kläger fordern Zins von 5% auf CHF 800'000 seit dem 28. April 2006 bis 

zum 3. Februar 2011, 5% auf CHF 550'000 vom 3. Februar 2011 bis zum 2. März 

2011, 5% auf CHF 540'000 vom 2. März 2011 bis zum 1. April 2011, 5% auf 

CHF 510'000 seit 1. April 2011 und 5% auf CHF 70'000 seit dem 19. Juli 2006 

(act. 39 S. 2). 

3.52. Der Geschädigte ist möglichst so zu stellen, als wäre der Schaden nicht ein-

getreten. Neben dem eigentlichen Schadenersatz ist deshalb – als Teil der Scha-

denersatzforderung – Schadenszins geschuldet. Schadenszins ist zu zahlen vom 

Zeitpunkt an, in welchem das schädigende Ereignis sich finanziell ausgewirkt hat. 

Er läuft bis zum Tag der Zahlung des Schadenersatzes. Der Satz des Schadens-

zinses beträgt grundsätzlich 5 % (HEIERLI/SCHNYDER, a.a.O., N 5 zu Art. 42, mit 

Hinweisen auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung). 

- 34 - 

3.53. Die Kläger übergaben F._____ am 28. April 2006 CHF 800'000 und am 

19. Juli 2006 CHF 70'000. Folglich bestehen zwei Schadenseintrittsdaten. So-

dann erfolgte die Rückzahlung von gesamthaft CHF 290'000 gestaffelt. Nament-

lich wurden am 3. Februar 2011 CHF 250'000, am 2. März 2011 CHF 10'000 und 

am 1. April 2011 CHF 30'000 zurückgezahlt. Da der Schadenersatz zufolge 

Selbstverschuldens um die Hälfte zu reduzieren ist, ist für die Berechnung des 

Schadenszinses vom hälftigen Schadensbetrag auszugehen. Die Beklagte ist 

demnach zu verpflichten den Klägern wie folgt Schadenszins zu leisten:  

- Zins zu 5% auf CHF 400'000 vom 28. April 2006 bis 19. Juli 2006, 

- Zins zu 5% auf CHF 435'000 vom 19. Juli 2006 bis 3. Februar 2011, 

- Zins zu 5% auf CHF 185'000 vom 3. Februar 2011 bis 2. März 2011, 

- Zins zu 5% auf CHF 175'000 vom 2. März 2011 bis 1. April 2011 und 

- Zins zu 5% auf CHF 145'000 seit 1. April 2011. 

 

4. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

4.1. Der Streitwert richtet sich nach dem Rechtsbegehren des Klägers zur Zeit 

des Eintritts der Rechtshängigkeit (§ 18 Abs. 1 ZPO/ZH), weshalb auf die ur-

sprünglich eingeklagten CHF 870'000 abzustellen ist. 

4.2. Die nach der Verordnung des Obergerichts über die Gerichtsgebühren vom 

4. April 2007 (GebV) zu bemessende Gerichtsgebühr ist auf CHF 35'000 festzu-

setzen. 

4.3. Gemäss § 64 Abs. 2 ZPO/ZH werden die Gerichtskosten der unterliegenden 

Partei auferlegt bzw. bei teilweisem Obsiegen und Unterliegen verhältnismässig 

verteilt. Wird der Prozess gegenstandslos, entscheidet das Gericht nach Ermes-

sen über die Kostenfolge (§ 65 Abs. 1 ZPO/ZH). Dabei ist in Betracht zu ziehen, 

wer die Gegenstandslosigkeit veranlasst hat, welche Partei vermutlich obsiegt 

hätte oder welche Partei das gegenstandslos gewordene Verfahren veranlasst hat 

(FRANK/STRÄULI/MESSMER, a.a.O., § 65 N 1). 

- 35 - 

Vorliegend obsiegen / unterliegen die Parteien je zur Hälfte. Dies muss auch für 

den gegenstandslos gewordenen Teil der Klage gelten, da das haftungsreduzie-

rende Selbstverschulden der Kläger auch diesen Teil der Klage beschlagen hätte. 

Mithin sind die Gerichtskosten zu ½ der Beklagten und zu je ¼ den Klägern auf-

zuerlegen, unter solidarischer Haftung der Kläger für die ganze, ihnen auferlegte 

Kostenhälfte. 

4.4. Prozessentschädigungen sind – demzufolge – grundsätzlich keine zuzu-

sprechen (vgl. § 68 Abs. 1 ZPO/ZH). Die Beklagte ist jedoch zu verpflichten, den 

Klägern die Hälfte der Kosten des Sühnverfahrens zu ersetzen. 

Das Gericht beschliesst: 

1. Im Betrag von CHF 290'000 wird die Klage als gegenstandslos geworden 

abgeschrieben.  

2. Schriftliche Mitteilung an die Parteien mit nachstehendem Erkenntnis. 

Das Gericht erkennt: 

1. Die Beklagte wird verpflichtet, den Klägern CHF 145'000 nebst Zins zu 5% 

seit dem 1. April 2011 sowie  

- Zins zu 5% auf CHF 400'000 vom 28. April 2006 bis 19. Juli 2006, 

- Zins zu 5% auf CHF 435'000 vom 19. Juli 2006 bis 3. Februar 2011, 

- Zins zu 5% auf CHF 185'000 vom 3. Februar 2011 bis 2. März 2011 

und 

- Zins zu 5% auf CHF 175'000 vom 2. März 2011 bis 1. April 2011 

 zu bezahlen. 

Im Mehrbetrag wird die Klage abgewiesen. 

2. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf CHF 35'000. 

- 36 - 

3. Die Kosten werden zu ½ der Beklagten und zu je ¼ den Klägern auferlegt, 

unter solidarischer Haftung der Kläger für die ganze, ihnen auferlegte Kos-

tenhälfte. 

Die den Klägern auferlegte Kostenhälfte wird aus der von ihnen geleisteten 

Prozesskaution bezogen. 

4. Die Beklagte wird verpflichtet, den Klägern die Hälfte der Kosten des Sühn-

verfahrens (CHF 530) zu ersetzen. Im Übrigen werden keine Prozessent-

schädigungen zugesprochen. 

5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, je gegen Empfangsbestätigung. 

6. Eine bundesrechtliche Beschwerde gegen diesen Entscheid ist innerhalb 

von 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

und 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). Der Streit-

wert beträgt CHF 870'000. 

 
Zürich, 23. Mai 2013 

 

_____________________________________ 

HANDELSGERICHT DES KANTONS ZÜRICH 

 
Der Präsident: 

 
 
 

Oberrichter lic. iur. Peter Helm  

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. Claudia Feier 
 

	Urteil vom 23. Mai 2013
	
	Rechtsbegehren: (act. 1 S. 1)
	Geändertes Rechtsbegehren: (act. 39 S. 2)
	Das Gericht zieht in Erwägung:
	1. Prozessverlauf
	1.1. Am 10. März 2010 reichten die Kläger die Klage und die Weisung ein (act. 1; act. 3). Da der Kläger 2 bei Zürcher Gerichten Kosten schuldet, wurde ihm mit Verfügung vom 12. März 2010 Frist angesetzt, um für Gerichtskosten und Prozessentschädigung ...
	1.2. Mit Urteil vom 22. Juni 2012 (HG100074) hat das Handelsgericht die Klage im Betrag von CHF 435'000 nebst Zins zu 5 % seit dem 28. April 2006 gutgeheissen und im Betrag von CHF 290'000 zufolge Klagereduktion als gegenstandslos geworden abgeschrieb...

	1. Parteien/Sachverhalt
	1.1. Bei den Klägern handelt es sich um kurdischstämmige Türken, welche seit über 30 Jahren in der Schweiz leben und – offenbar erfolgreich – im Kebap-Gewerbe tätig sind. Sie haben ihren Wohnsitz in E._____ ZH.
	Die Beklagte, eine international tätige Bank, ist eine Aktiengesellschaft nach schweizerischem Recht mit Sitz in Zürich (act. 1 S. 3; act. 13 S. 11).
	1.2. Zwischen den Parteien besteht seit vielen Jahren eine Geschäftsbeziehung: Die Kläger bewahren ihre Ersparnisse auf einem Konto bei der Beklagten sowie in einem bei der Beklagten gemieteten Schrankfach (Safe) auf (act. 1 S. 3; act. 13 S. 11). Zu B...

	2. Formelles
	2.1. Der eidgenössischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 (Datum des Inkrafttretens: 1. Januar 2011) ist nicht ausdrücklich zu entnehmen, welches Recht zur Anwendung gelangt, wenn die Rechtsmittelinstanz den angefochtenen Entscheid aufhebt un...
	2.2. Die örtliche Zuständigkeit des Handelsgerichts des Kantons Zürich ergibt sich aus Art. 3 Abs. 1lit. b und Art. 25 GestG, die sachliche aus § 63 Ziff. 1 GVG.
	2.3. Mit der Replik reduzierten die Kläger ihre Klage von CHF 870'000 auf CHF 610'000 (act. 29 S. 2), und mit der Stellungnahme zu den Noven in der Duplik auf CHF 580'000.00 (act. 39 S. 2), da – gemäss den Klägern – mit für die Beklagte befreiender Wi...
	Damit wurde die Klage im Betrag von CHF 290'000 gegenstandslos (vgl. Frank/Sträuli/Messmer, Kommentar zur zürcherischen Zivilprozessordnung, 3. Auflage, Zürich 1997, § 188 N11a), weshalb sie als dadurch erledigt abzuschreiben ist. Gleiches gilt für di...
	2.4. Nach Ansicht der Kläger ergibt sich aus dem Verhalten der Beklagten während der Strafuntersuchung, dass der Anspruch anerkannt sei: Von der zuständigen Staatsanwältin mit dem Vorwurf der Obstruktion konfrontiert, habe Herr G._____ (zuständiger Ka...
	Das Schuldbekenntnis oder auch Schuldanerkenntnis ist die Erklärung des Schuldners gegenüber dem Gläubiger, dass eine bestimmte Schuld bestehe. Das Schuldbekenntnis ist ein einseitiger Vertrag. Es bedarf keiner besonderen Form. Auch ein mündliches, se...
	Die von den Klägern herangezogene (mutmassliche) Äusserung von Herrn G._____, dass es in dieser Angelegenheit schliesslich auch Geschädigte gebe, und dass diese bestimmt im Zusammenhang mit einem allfälligen Zivilprozess Interesse an diesen Unterlagen...
	2.5. Mit Eingabe vom 22. September 2011 beantragte die Beklagte unter anderem, die klägerische Stellungnahme zu den Noven in der Duplik vom 6. September 2011 aus dem Recht zu weisen. Die Kläger hätten – obwohl vom Handelsgericht ausdrücklich dazu ange...
	Zwar ist zutreffend, dass die Kläger mit der Ansetzung der entsprechenden Frist aufgefordert wurden, Noven präzise zu bezeichnen (Prot. S. 16). Inwiefern die Kläger diesem Erfordernis in ihrer Eingabe nicht nachgekommen wären, wurde von der Beklagten ...
	Die klägerische Stellungnahme vom 6. September 2011 als Ganzes aus dem Recht zu weisen, kommt auch dann nicht in Frage, wenn sich einige der klägerischen Ausführungen als verspätet erweisen sollten; vielmehr würden solche Ausführungen – wie in der Ver...
	Damit erübrigen sich weitere Ausführungen zur Zulässigkeit der beklagtischen Eingabe vom 22. September 2011 (act. 42) resp. der klägerischen vom 26. September 2011 (act. 44).

	3. Materielles
	3.1. Die Kläger stützen ihre Forderung auf verschiedene Anspruchsgrundlagen:
	A. Vertrag
	3.2. Nach Ansicht der Kläger hat die Beklagte, handelnd durch C._____, die ihr obliegenden Auskunfts-, Aufklärungs- und Beratungspflichten verletzt und dadurch den von ihnen erlittenen Vermögensverlust von CHF 870'000 adäquat kausal verursacht. Sie – ...
	Aus den verschiedenen Gesprächen im Frühling 2006 zwischen ihnen – den Klägern – einerseits und F._____ und C._____ andererseits sei klar hervorgegangen, dass sie eine sichere Anlage ihres Geldes gewünscht hätten und zu einem späteren Zeitpunkt – bei ...
	Die Beklagte hafte aber nicht nur aufgrund der vorbestehenden Konto- und Safe-Beziehung, sondern auch aus eigenständigem Vertrag (durch Verständigung über die Eröffnung eines Nummernkontos): Sie – die Kläger – hätten nicht beabsichtigt, ihr Geld bei F...
	Ein vertragliches Verhältnis sei selbst dann zustandegekommen, wenn man – wie die Beklagte – davon ausginge, dass eine Geldanlage bei F._____ beabsichtigt gewesen sei. In jedem Fall sei es ihre Absicht gewesen, dass die Beklagte als Vertragspartei inv...
	Im Übrigen sei zwischen den Parteien auch ein selbständiger Auftrag betreffend Rat- und Auskunftserteilung bezüglich der Anlage des klägerischen Vermögens entstanden: Sie – die Kläger – hätten sich auf Vermittlung von F._____ hin, mit dem Wunsch, ein ...
	3.3. Die Beklagte bestreitet eine vertragliche Anspruchsgrundlage: Die Klägerin 1 besitze ein blosses Kontokorrent-Konto und sei Mieterin eines Schrankfaches bei ihrer Filiale in E._____; der Kläger 2 besitze kein Konto bei ihr. Da zwischen den Kläger...
	Darüber hinaus hätten die Kläger schon vor der Geldübergabe an F._____ ihren Anlageentscheid getroffen gehabt. Dies lasse sich einerseits daraus schliessen, dass sich die Kläger mit F._____ bereits im Vorfeld der Geldübergabe mehrmals getroffen hätten...
	Über den Kontokorrent- und Safemietvertrag hinaus habe keine weitergehende vertragliche Beziehung zu den Klägern bestanden: Die Kläger hätten bei ihr gerade kein Nummernkonto eröffnet. Ob sie dies beabsichtigt hätten oder nicht, sei völlig irrelevant....
	Es sei auch kein Beratungsvertrag zustande gekommen, weil die Kläger von C._____ Auskunft über die Eröffnung eines Nummernkontos gewollt hätten; es käme den Klägern ja auch nicht in den Sinn, zu behaupten, es sei ein Vertrag zustande gekommen, weil si...
	3.4. Der bundesgerichtlichen Rechtsprechung lässt sich im Wesentlichen entnehmen, dass die Bank ihrem Kunden gegenüber Aufklärungs- und Beratungspflichten zu erfüllen hat, die bei gegebenem Auftragsverhältnis in Art. 398 OR als Sorgfalts- und Treuepfl...
	Diese Grundsätze gelten mutatis mutandis im vorvertraglichen oder vertragsanbahnenden Verhältnis. So wenig wie jeder andere Verhandlungspartner ist die Bank verpflichtet, dem potentiellen Kunden in der Vorstufe des Vertrags das Entscheidungsrisiko abz...
	3.5. Zwischen der Klägerin 1 und der Beklagten bestand – unstreitig – seit geraumer Zeit eine Geschäftsverbindung: Die Klägerin 1 hatte bei der Filiale H._____ ein Kontokorrent-Konto und bei der Filiale E._____ ein Schrankfach / einen Safe gemietet (v...
	3.6. Der Kontovertrag ist ein sog. Innominatvertrag und bildet (regelmässig) die Basis der Geschäftsbeziehungen zwischen einer Bank und einem Bankkunden. Er beinhaltet minimal stets die Pflicht der Bank zur Eröffnung und Führung eines Kontos sowie zur...
	3.7. Die Vermietung von Schrankfächern – auch Tresorfächer, Schliessfächer oder Safes genannt – gehört ebenfalls zu den Dienstleistungsgeschäften der Banken. Von den übrigen Bankverwahrungsgeschäften unterscheidet sich das Safegeschäft dadurch, dass d...
	3.8. Aus dieser vorbestehenden Vertragsbeziehung ergaben sich – mit Blick auf den streitgegenständlichen Sachverhalt – keine Auskunfts-, Aufklärungs- und/oder Beratungspflichten der Beklagten, da die anvisierte Eröffnung eines Nummernkontos gerade nic...
	3.9. Auch Auskunfts-, Aufklärungs- und/oder Beratungspflichten der Beklagten aus eigenständigem Vertrag durch Verständigung über die Eröffnung eines Nummernkontos sind zu verneinen:
	3.10. Unter einem Nummernkonto versteht man ein Konto, das nicht mit dem Namen des Kontoinhabers, sondern mit einer Nummer gekennzeichnet wird. Zur Diskussion steht somit lediglich die "Beschriftung" eines Kontos. Mit der Eröffnung eines Nummernkontos...
	3.11. Ein Kontovertrag kommt grundsätzlich dann zustande, wenn die Bank den Antrag des Kunden akzeptiert. In formeller Hinsicht gilt dabei, dass der Kontovertrag als sog. Innominatvertrag (vgl., statt vieler: ZK-Higi N. 87 Vorbem. zu Art. 312-318) for...
	3.12. Der für den Vertragsschluss gemäss Art. 1 OR notwendige Austausch von (inhaltlich übereinstimmenden) Willenserklärungen ist dann erfolgt, wenn eine Partei der Gegenpartei einen Antrag unterbreitet, der von der Gegenpartei durch Zustimmung formko...
	3.13. Von den Klägern wurde – unstreitig – kein Antrag zur Eröffnung eines Nummernkontos unterzeichnet. Zwar hätte eine mündliche Antragserklärung der Kläger formlos akzeptiert werden können, etwa dadurch, dass ein dem Antrag der Kläger entsprechendes...
	3.14. Was den von den Klägern ins Feld geführten selbständigen Auftrag betreffend Rat- und Auskunftserteilung bezüglich der Anlage des klägerischen Vermögens angeht, wird – gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung – die Entstehung eines Auftragsv...
	3.15. Wie dargelegt bestand zwischen der Klägerin 1 und der Beklagten bereits eine Vertragsbeziehung (vgl. Ziff. 4.5 oben), von welcher C._____ – unbestrittenermassen – seit dem 28. April 2006 Kenntnis hatte (act. 1 S. 10; act. 13 S. 20). Diese Vertra...
	3.16. Wenn – bei dieser Ausgangslage – die Kläger zwecks Eröffnung eines Nummernkontos an C._____ gelangten, einen Vice-President bei der Beklagten, und er in den Räumlichkeiten der Beklagten über die Modalitäten zur Eröffnung eines solchen Kontos inf...
	Zwar wurde in der am 28. April 2006 aufgesetzten Vereinbarung festgehalten, dass das Geld an F._____ ausgehändigt werde und mindestens für ein Jahr bei ihm bleibe (act. 4/11). Jedoch steht in derselben Vereinbarung auch geschrieben, dass als Rendite 7...
	Mit anderen Worten war die Vereinbarung vom 28. April 2006 mindestens so unklar formuliert, dass sie obgenannten (Gesamt-)Eindruck nicht zu korrigieren vermochte.
	Ganz deutlich geht die der Beklagten (von den Klägern) zugedachte Rolle schliesslich aus der Vereinbarung vom 2. Juni 2006 hervor, der gemäss F._____ das übergebene Geld "bei seiner Hausbank, der D._____, Zürich, unter der Beziehung Nr. … deponiert [h...
	3.17. Dass sich auch C._____ der Verfänglichkeit seines Verhaltens bewusst war, erhellt seine im Rahmen der gegen ihn (und F._____) geführten Strafuntersuchung gemachte Aussage, er könne sich vorstellen, dass die Klägerin 1 damals den Eindruck gewonne...
	3.18. Demzufolge ist davon auszugehen, dass zwischen den Parteien ein Auftragsverhältnis zustande gekommen ist.
	3.19. Der Einwand der Beklagten, dass C._____ nicht in seiner Funktion als ihr Angestellter gehandelt habe, sondern die Unterstützung von F._____ beim Abschluss des Geschäftes mit den Klägern ein reiner Freundschaftsdienst von C._____ gewesen sei, und...
	3.20. Folglich stellt sich die Frage, ob C._____ durch sein Verhalten die Pflichten aus dem Auftragsverhältnis verletzte; der Schuldner (Geschäftsherr) haftet auch für Hilfspersonen (Gehilfen), die er zur Erfüllung einer gegenüber dem Gläubiger besteh...
	3.21. Der Beauftragte ist verpflichtet, die ihm übertragenen Aufgaben getreu und sorgfältig auszuführen, er schuldet sorgfältiges Tätigwerden unter Wahrung der Treuepflichten (Art. 398 Abs. 2 OR). Dem Beauftragten werden durch das Auftragsrecht also S...
	Die Sorgfaltspflichten gebieten dem Beauftragten, den Auftrag nach bestem Wissen und Gewissen und mit der nach den Umständen gebotenen Sorgfalt auszuführen, die Treuepflichten, alles zu unterlassen, was den Interessen des Auftraggebers zuwiderlaufen k...
	3.22. Das Verhalten von C._____ stellt eine Verletzung dieser Pflichten dar: Bereits aufgrund seines verfänglichen Verhaltens rund um die Vereinbarung vom 28. April 2006 hätte er die Kläger deutlich darauf hinweisen müssen, dass die Beklagte bzw. er i...
	3.23. Einer entsprechenden Aufklärung / Warnung hätte auch das Bankgeheimnis nicht entgegengestanden. Eine Beschränkung der Geheimhaltungspflicht ergibt sich einerseits aus dem Rechtsmissbrauchsverbot, wenn sich das Schweigen als zweckwidrig erweist, ...
	3.24. Weitere Voraussetzung für die Geltendmachung eines Schadenersatzanspruches nach Art. 97 OR ist ein Schaden, der durch die Vertragsverletzung verursacht wurde.
	Schaden ist eine unfreiwillige Vermögensverminderung, die in der Verminderung der Aktiven, der Vermehrung der Passiven oder im entgangenen Gewinn bestehen kann. Sie entspricht der Differenz zwischen dem gegenwärtigen Vermögensstand und dem hypothetisc...
	3.25. Die Kläger machen geltend, dass der übergebene Betrag von CHF 870'000 von F._____ zu seinem eigenen Nutzen verbraucht worden sei, und verweisen auf das Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 2. Dezember 2009, welches einen Vermögensverlust – und ...
	3.26. Art. 53 OR, der im ganzen Privatrecht anwendbar ist, regelt die Unabhängigkeit des Zivilrichters gegenüber dem Strafgesetz, dem freisprechenden Urteil des Strafgerichts und dem Urteil des Strafrichters überhaupt; diese Unabhängigkeit betrifft di...
	3.27. Tatsächlich ist gemäss Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 2. Dezember 2009 ausgewiesen, dass der Angeklagte F._____ den übergebenen Betrag von CHF 870'000 anstatt wie vorgegeben für die Kläger anzulegen für eigene Zwecke verwendete (act. .4/2...
	3.28. Allerdings bringt die Beklagte vor, dass F._____ einen Teil des erhaltenen Geldes in das Restaurant "I._____" investiert habe und dieses Lokal anschliessend auf eine vom Kläger 2 beherrschte Gesellschaft übertragen worden sei. Der Kläger 2 habe ...
	3.29. Die Kläger bestreiten einen Kauf des Restaurants "I._____": F._____ habe das Restaurant "I._____" an einen Dritten verkauft; der Kläger 2 und eine Drittperson hätten die J._____ GmbH von einer weiteren Person abgekauft (act. 29 S. 19). Auch habe...
	3.30. Damit ist unbestritten, dass F._____ eines Teil des erhaltenen Geldes in das Restaurant "I._____" investierte bzw. für dessen Betrieb verwendete und es später an einen Dritten verkaufte. Indessen: Inwieweit dem Kläger 2 dadurch ein anrechenbarer...
	3.31. Im Ergebnis ist – demzufolge – davon auszugehen, dass bei den Klägern ein Schaden in der Höhe von CHF 870'000 eintrat; in der Zwischenzeit hat sich dieser Schaden durch die an die Kläger geleisteten (Rück-)Zahlungen (vgl. Ziff. 3.2 oben) auf CHF...
	3.32. Zwischen Nichterfüllung bzw. nichtgehöriger Erfüllung und Schaden muss sodann ein adäquat kausaler Zusammenhang bestehen (BSK OR I-Wiegand, Art. 97 N 41).
	3.33. Gemäss den Klägern hätten sie ihr Geld F._____ nicht anvertraut, hätte C._____ sie über die Risiken des Anvertrauens des Geldes an F._____ – anstatt an die Beklagte – und über das Zahlungsverhalten und die fehlenden sonstigen Einkünfte und Siche...
	3.34. Demgegenüber bemängelt die Beklagte, dass die Kläger mit keiner Silbe darlegten, was sie – die Beklagte – hätte vorkehren müssen, um die Übergabe des Geldes an F._____ zu verhindern (act. 13 S. 6) und sehen – falls ein adäquater Kausalzusammenha...
	3.35. Ein Ereignis gilt als adäquate Ursache eines Erfolgs, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt des Erfolgs also...
	Bei einer Unterlassung beruht der natürliche Kausalzusammenhang wie gesehen auf der hypothetischen Annahme, der Schaden wäre bei rechtmässigem Handeln nicht eingetreten. Daraus ergibt sich – wie das Bundesgericht anerkannt hat – gegenüber dem Fall der...
	An sich hat der Geschädigte die natürliche Kausalität nachzuweisen, d.h. er muss dartun, dass er sich bei rechtmässigem Handeln anders verhalten hätte. Die Rechtsprechung erleichtert diesen Kausalitätsbeweis mit einer Vermutung des aufklärungsgemässen...
	3.36. Hätte C._____ die Kläger darauf hingewiesen, dass er bzw. die Beklagte in das weitere Schicksal des übergebenen Geldes nicht involviert war, resp. sie darüber aufgeklärte, dass F._____ das Geld nicht bei der Beklagten deponierte und auch über ke...
	3.37. Der Umstand, dass die Kläger bereits am 26. April 2006 CHF 100'000 an F._____ übergeben hatten, ist nicht von Bedeutung, da dieses Geld – so die unbestrittene Sachverhaltsdarstellung der Kläger – anlässlich des Treffens vom 28. April 2006 im Sit...
	3.38. Andere Umstände, welche darauf hindeuten würden, dass die Kläger das Geld auch bei einem entsprechenden Hinweis von C._____ übergeben hätten, wurden von der Beklagten nicht vorgebracht (und sind auch aus den Akten nicht ersichtlich), weshalb das...
	3.39. Ein an sich gegebener adäquater Kausalzusammenhang kann durch hinzutretende weitere Ursachen unterbrochen bzw. aufgehoben werden. Da indessen die Adäquanz einer Primärursache an sich bejaht wird, muss die neue Ursache eine gewisse Intensität auf...
	3.40. Das Selbstverschulden der Kläger erreicht kein solches Mass. Indessen ist der Beklagten zuzustimmen, als sie – eventualiter – ihre Haftung aufgrund des Selbstverschuldens der Kläger reduziert sieht (vgl. Ziff. 4.46 unten).
	3.41. Gemäss Art. 398 Abs. 1 OR hat der Beauftragte dem Auftraggeber jeden absichtlich oder fahrlässig zugefügten Schaden zu ersetzen. Das Verschulden wird vermutet (Art. 97 Abs. 1 OR); es obliegt dem Schuldner nachzuweisen, dass die Vertragsverletzun...
	3.42. Damit ist das Verhalten von C._____ – unter Verweis auf die Ausführungen unter Ziff. 4.22 oben – ohne Weiteres als schuldhaft zu qualifizieren. Die von der Beklagten (zur Geschäftsherrenhaftung i.S.v. Art. 55 OR) ins Feld geführte sachgemässe Au...
	3.43. Wie erwähnt lastet die Beklagte den Klägern ein haftungsreduzierendes schwerwiegendes Selbstverschulden an. Dabei bringt sie – nebst obgenannten Versäumnissen (vgl. Ziff. 4.34 oben) – vor, dass die Kläger den Geldbetrag von CHF 870'000 freiwilli...
	3.44. Der am vorliegenden Prozess nicht beteiligte F._____ und der Nebenintervenient C._____ wurden mit Bezug auf den hier zu beurteilenden Sachverhalt mit Urteil des Bezirksgerichts Zürich wegen Betruges bzw. Gehilfenschaft zu Betrug verurteilt und u...
	3.45. Nach Art. 44 Abs. 1 OR, der gemäss Art. 99 Abs. 3 OR auch auf die vertragliche Haftung entsprechend anwendbar ist, kann der Richter die Ersatzpflicht ermässigen oder ganz von ihr entbinden, wenn der Geschädigte in die schädigende Handlung eingew...
	3.46. Vorzuhalten ist den Klägern zunächst, beim Bezug der CHF 325'000 ihrem Kundenberater wahrheitswidrige Angaben zum Verwendungszweck des Geldes gemacht zu haben. Hätte die Klägerin 1 erwähnt, dass ein Nummernkonto bei der Beklagten eröffnet werden...
	Sodann ist der Beklagten zuzustimmen, dass es bei einem Geschäft in dieser Grössenordnung angezeigt gewesen wäre, genauere Abklärungen zur Person von F._____ zu treffen und – im Besonderen – sich nicht auf mündliche Versicherungen seiner Bonität zu ve...
	Dass die beiden Vereinbarungen nicht klar und unmissverständlich formuliert waren, wurde bereits an anderer Stelle ausgeführt (vgl. Ziff. 4.16 oben). Es trifft nicht zu, dass der Kläger 2 anerkannt hat, diese richtig verstanden zu haben. Vielmehr führ...
	3.47. Im Ergebnis ist festzuhalten, dass die Kläger bei etwas mehr Aufmerksamkeit durchaus in der Lage gewesen wären, die Risiken/Ungereimtheiten des Geschäfts zumindest in gewissem Umfang auch selber zu erkennen. Auch wenn sie dem kurdisch-türkischen...
	3.48. Nach Angaben der Kläger wurden während des hängigen Verfahrens insgesamt CHF 290'000 auf Rechnung der klägerischen Forderung bezahlt. Die Kläger haben sich im Behauptungsverfahren nicht dazu geäussert, wer diese Zahlung geleistet hat. Sie sind j...
	B. Culpa in contrahendo
	3.49. Eine Haftung der Beklagten wäre auch zu bejahen, würde man nicht von einem Auftragsverhältnis zwischen den Parteien ausgehen: Bei Fehlen eines Vertragsverhältnisses soll eine solche nämlich eintreten, wenn der Raterteilende wider besseres Wissen...
	3.50. Mithin wäre C._____ auch ohne Bestehen eines Auftragsverhältnisses gehalten gewesen, die Kläger über die Risiken des Anvertrauens des Geldes an F._____ – anstatt an die Beklagte – und über das Zahlungsverhalten und die fehlenden sonstigen Einkün...
	C. Übrige Anspruchsgrundlagen
	Nachdem sich eine Haftung der Beklagten bereits aus Vertrag und/oder culpa in contrahendo ergibt, kann offen bleiben, wie es sich hinsichtlich der anderen von den Klägern angeführten Anspruchsgrundlagen (Organhaftung, Geschäftsherrenhaftung, Deliktsha...
	D. Zins
	3.51. Die Kläger fordern Zins von 5% auf CHF 800'000 seit dem 28. April 2006 bis zum 3. Februar 2011, 5% auf CHF 550'000 vom 3. Februar 2011 bis zum 2. März 2011, 5% auf CHF 540'000 vom 2. März 2011 bis zum 1. April 2011, 5% auf CHF 510'000 seit 1. Ap...
	3.52. Der Geschädigte ist möglichst so zu stellen, als wäre der Schaden nicht eingetreten. Neben dem eigentlichen Schadenersatz ist deshalb – als Teil der Schadenersatzforderung – Schadenszins geschuldet. Schadenszins ist zu zahlen vom Zeitpunkt an, i...
	3.53. Die Kläger übergaben F._____ am 28. April 2006 CHF 800'000 und am 19. Juli 2006 CHF 70'000. Folglich bestehen zwei Schadenseintrittsdaten. Sodann erfolgte die Rückzahlung von gesamthaft CHF 290'000 gestaffelt. Namentlich wurden am 3. Februar 201...
	- Zins zu 5% auf CHF 400'000 vom 28. April 2006 bis 19. Juli 2006,
	- Zins zu 5% auf CHF 435'000 vom 19. Juli 2006 bis 3. Februar 2011,
	- Zins zu 5% auf CHF 185'000 vom 3. Februar 2011 bis 2. März 2011,
	- Zins zu 5% auf CHF 175'000 vom 2. März 2011 bis 1. April 2011 und
	- Zins zu 5% auf CHF 145'000 seit 1. April 2011.

	4. Kosten- und Entschädigungsfolgen
	4.1. Der Streitwert richtet sich nach dem Rechtsbegehren des Klägers zur Zeit des Eintritts der Rechtshängigkeit (§ 18 Abs. 1 ZPO/ZH), weshalb auf die ursprünglich eingeklagten CHF 870'000 abzustellen ist.
	4.2. Die nach der Verordnung des Obergerichts über die Gerichtsgebühren vom 4. April 2007 (GebV) zu bemessende Gerichtsgebühr ist auf CHF 35'000 festzusetzen.
	4.3. Gemäss § 64 Abs. 2 ZPO/ZH werden die Gerichtskosten der unterliegenden Partei auferlegt bzw. bei teilweisem Obsiegen und Unterliegen verhältnismässig verteilt. Wird der Prozess gegenstandslos, entscheidet das Gericht nach Ermessen über die Kosten...
	Vorliegend obsiegen / unterliegen die Parteien je zur Hälfte. Dies muss auch für den gegenstandslos gewordenen Teil der Klage gelten, da das haftungsreduzierende Selbstverschulden der Kläger auch diesen Teil der Klage beschlagen hätte. Mithin sind die...
	4.4. Prozessentschädigungen sind – demzufolge – grundsätzlich keine zuzusprechen (vgl. § 68 Abs. 1 ZPO/ZH). Die Beklagte ist jedoch zu verpflichten, den Klägern die Hälfte der Kosten des Sühnverfahrens zu ersetzen.

	Das Gericht beschliesst:
	1. Im Betrag von CHF 290'000 wird die Klage als gegenstandslos geworden abgeschrieben.
	2. Schriftliche Mitteilung an die Parteien mit nachstehendem Erkenntnis.
	Das Gericht erkennt:
	1. Die Beklagte wird verpflichtet, den Klägern CHF 145'000 nebst Zins zu 5% seit dem 1. April 2011 sowie
	- Zins zu 5% auf CHF 400'000 vom 28. April 2006 bis 19. Juli 2006,
	- Zins zu 5% auf CHF 435'000 vom 19. Juli 2006 bis 3. Februar 2011,
	- Zins zu 5% auf CHF 185'000 vom 3. Februar 2011 bis 2. März 2011 und
	- Zins zu 5% auf CHF 175'000 vom 2. März 2011 bis 1. April 2011
	zu bezahlen.
	Im Mehrbetrag wird die Klage abgewiesen.
	2. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf CHF 35'000.
	3. Die Kosten werden zu ½ der Beklagten und zu je