# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ee6866a7-83db-5ea8-9922-7217e2db1cd9
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-02-01
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 01.02.2021 BV.2021.1
**Docket/Reference:** BV.2021.1
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_BV-2021-1_2021-02-01

## Full Text

Ausstand (Art. 29 Abs. 1 und 2 VStrR).;;Ausstand (Art. 29 Abs. 1 und 2 VStrR).;;Ausstand (Art. 29 Abs. 1 und 2 VStrR).;;Ausstand (Art. 29 Abs. 1 und 2 VStrR).

Beschluss vom 1. Februar 2021 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter 

Roy Garré, Vorsitz, 

Patrick Robert-Nicoud und Stephan Blättler,     

Gerichtsschreiberin Inga Leonova  

   
 

Parteien 

  

A. AG, vertreten durch Rechtsanwalt Philippe Renz,  

 

Beschwerdeführerin 

 

 gegen 

   

EIDGENÖSSISCHES DEPARTEMENT FÜR  

UMWELT, VERKEHR, ENERGIE UND KOMMUNI-

KATION, Generalsekretariat GS-UVEK, Rechts-

dienst,  

 

Beschwerdegegner 

 

 

Gegenstand  Ausstand (Art. 29 Abs. 1 und 2 VStrR) 

  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: BV.2021.1 

 

 

- 2 - 

 

 

Die Beschwerdekammer hält fest, dass: 

 

- die Sektion Sicherheit Flugbetrieb, Standardisierung und Sanktionen des 

Bundesamtes für Zivilluftfahrt (nachfolgend «BAZL») gegen die A. AG ein 

Verwaltungsstrafverfahren wegen Benutzung des gesperrten Landeplatzes 

auf dem B. führt; 

 

- die A. AG mit Schreiben vom 16. September 2020 beim BAZL beantragte, 

der […] des BAZL, C., sowie der […], D., in den Ausstand treten müssten 

(act. 1.1); 

 

- […] des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und 

Kommunikation (nachfolgend «UVEK») mit Verfügung vom 23. Dezember 

2020 das Ausstandsgesuch gegen C. abwies, auf das Ausstandsgesuch ge-

gen D. nicht eintrat und die Kosten des Ausstandsverfahrens der A. AG auf-

erlegte (act. 1.5); 

 

- die A. AG dagegen mit Beschwerde vom 5. Januar 2021 an die Beschwer-

dekammer des Bundesstrafgerichts gelangt, worin sie die Aufhebung der 

Verfügung vom 23. Dezember 2020 sowie die Vereinigung des Verfahrens 

mit dem bereits hängigen Beschwerdeverfahren BB.2020.280-281 beantragt 

(act. 1); 

 

- der Rechtsvertreter der A. AG am 13. Januar 2021 aufgefordert wurde, dem 

Gericht die Belege in Bezug auf die Zustellung der angefochtenen Verfügung 

einzureichen (act. 4);  

 

- der Rechtsvertreter der A. AG der Aufforderung des Gerichts mit Eingabe 

vom 14. Januar 2021 nachkam und als Zustelldatum den 28. Dezem-

ber 2020 bezeichnete (act. 5). 

 

 

 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass: 

 

- nach dem Grundsatz der Prozessökonomie Verfahren möglichst einfach, 

rasch und zweckmässig zum Abschluss zu bringen sind (BGE 126 V 283 

E. 1 S. 285); es im Ermessen des Gerichts steht, Verfahren nach diesem 

Grundsatz zu vereinen (Beschluss des Bundesstrafgerichts BV.2016.19 vom 

7. Dezember 2016 E. 1);  

 

http://links.weblaw.ch/BGE-126-V-283
http://links.weblaw.ch/BSTGER-BV.2016.19

- 3 - 

 

 

- wie nachfolgend darzulegen sein wird, auf die vorliegende Beschwerde nicht 

einzutreten ist; weshalb der Antrag der Beschwerdeführerin betreffend die 

Vereinigung des vorliegenden Verfahrens mit dem hängigen Beschwerde-

verfahren BB.2020.280-281 bereits aus diesem Grund abzuweisen ist; 

 

- gemäss Art. 98 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 21. Dezember 1948 über 

die Luftfahrt (Luftfahrtgesetz, LFG; SR 748.0) Übertretungen im Sinne von 

Art. 91 nach den Verfahrensvorschriften des Bundesgesetzes vom 22. März 

1974 über das Verwaltungsstrafrecht (VStrR; SR 313.0) durch das BAZL ver-

folgt und beurteilt werden; 

 

- soweit das VStrR einzelne Fragen nicht abschliessend regelt, die Bestim-

mungen der StPO grundsätzlich analog anwendbar sind; die allgemeinen 

strafprozessualen und verfassungsrechtlichen Grundsätze jedenfalls auch 

im Verwaltungsstrafverfahren zu berücksichtigen sind (BGE 139 IV 246 

E. 1.2 und E. 3.2; vgl. hierzu auch TPF 2016 55 E. 2.3; Beschluss des Bun-

desstrafgerichts BV.2017.26 vom 6. September 2017 E. 1.2 und E. 1.3); 

 

- wenn im Rahmen eines Verwaltungsstrafverfahrens des Bundes der Aus-

stand von Beamten streitig ist, die eine Untersuchung führen, einen Ent-

scheid zu treffen oder diesen vorzubereiten haben, darüber der Vorgesetzte 

des betreffenden Beamten entscheidet (Art. 29 Abs. 1 und 2 VStrR); gegen 

einen solchen Entscheid bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafge-

richts Beschwerde geführt werden kann (Art. 29 Abs. 2 i.V.m. Art. 27 Abs. 3 

VStrR); die Beschwerde gegen einen solchen Entscheid innert drei Tagen 

seit dessen Eröffnung bei der zuständigen Behörde schriftlich mit Antrag und 

kurzer Begründung einzureichen ist (Art. 28 Abs. 3 VStrR);  

 

- vorliegend eine Verfügung des […] des UVEK vom 23. Dezember 2020 be-

treffend Ausstand angefochten ist; dagegen die Beschwerde an die Be-

schwerdekammer des Bundesstrafgerichts offensteht; 

 

- für die Berechnung der Fristen die Artikel 20–24 VwVG sinngemäss gelten, 

sich die Fristen im gerichtlichen Verfahren aber nach der StPO richten (vgl. 

Art. 31 Abs. 1 und 2 VStrR);  

 

- das Beschwerdeverfahren als gerichtliches Verfahren im Sinne von Art. 31 

Abs. 2 VStrR anzusehen ist (siehe hierzu TPF 2011 163 E. 1.3; Beschlüsse 

des Bundesstrafgerichts BV.2011.4 vom 23. März 2011; BV.2011.2 vom 

16. März 2011 E. 1.3; je m.w.H.), weshalb sich die Fristen nach den Bestim-

mungen der StPO richten;  

 

- 4 - 

 

 

- Fristen, die durch eine Mitteilung oder durch den Eintritt eines Ereignisses 

ausgelöst werden, am folgenden Tag zu laufen beginnen (Art. 90 

Abs. 1 StPO); 

 

- gemäss Art. 89 Abs. 2 StPO im Strafverfahren keine Gerichtsferien gelten; 

 

- die angefochtene Verfügung der Beschwerdeführerin am 28. Dezem-

ber 2020 zugestellt wurde (act. 5); 

 

- die dreitägige Beschwerdefrist somit am 29. Dezember 2020 zu laufen be-

gann und am 31. Dezember 2020 endete, weshalb sich die erst am 5. Januar 

2021 erhobene Beschwerde als verspätet erweist; 

 

- die Beschwerdeführerin sich dabei auf den in der (unrichtigen) Rechtmittel-

belehrung enthaltenen Hinweis des Fristenstillstandes infolge Gerichtsferien 

offenbar ohne weitere Konsultation der einschlägigen Bestimmungen 

(Art. 31 Abs. 2 VStrR i.V. Art. 89 Abs. 2 StPO) verliess; 

 

- den Parteien aus unrichtiger Rechtsmittelbelehrung zwar keine Nachteile er-

wachsen dürfen; die Beschwerdeführerin jedoch anwaltlich vertreten war 

bzw. ist und sich daher nicht in guten Treuen auf den Hinweis des Fristen-

stillstandes verlassen durfte; die Beschwerdeführerin bzw. ihr Rechtsvertre-

ter bei gebührender Aufmerksamkeit ohne Weiteres hätte feststellen können, 

dass im vorliegenden Verfahren keine Gerichtsferien gelten (BGE 134 I 

199 E. 1.3.1 S. 202 f.; 129 II 125 E. 3.3 S. 134 f.; 124 I 255 E. 1a/aa 

S. 258; 117 Ia 421 E. 2a S. 422; je m.w.H.; s.a. Beschluss des Bundesstraf-

gerichts BV.2018.1 vom 11. Januar 2018); 

 

- auf die verspätet eingereichte Beschwerde daher nicht einzutreten ist; 

 

- bei diesem Ausgang des Verfahrens die Beschwerdeführerin die Gerichts-

kosten zu tragen hat (Art. 25 Abs. 4 VStrR i.V.m. Art. 66 Abs. 1 BGG analog);  

 

- die Gerichtskosten auf Fr. 500.-- festzusetzen sind (vgl. Art. 25 Abs. 4 VStrR 

i.V.m. Art. 73 StBOG und Art. 5 und Art. 8 Abs. 1 BStKR), unter Anrechnung 

des entsprechenden Betrags am geleisteten Kostenvorschuss von 

Fr. 2‘000.--; die Bundesstrafgerichtskasse angewiesen wird, der Beschwer-

deführerin Fr. 1‘500.-- zurückzuerstatten.  

 

 

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- 5 - 

 

 

Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 

 

1. Der Antrag der Beschwerdeführerin betreffend die Vereinigung des Verfah-

rens mit dem Beschwerdeverfahren BB.2020.280-281 wird abgewiesen.  

 

2. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. 

 

3. Die Gerichtsgebühr von Fr. 500.-- wird der Beschwerdeführerin auferlegt, un-

ter Anrechnung des entsprechenden Betrags am geleisteten Kostenvorschuss 

von Fr. 2'000.--. Die Bundesstrafgerichtskasse wird angewiesen, der Be-

schwerdeführerin Fr. 1'500.-- zurückzuerstatten.  

 

 

Bellinzona, 2. Februar 2021 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:  

 

 

 

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- Rechtsanwalt Philippe Renz  

- Eidgenössisches Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommuni-

kation, Generalsekretariat GS-UVEK, Rechtsdienst 

 

 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen diesen Beschluss ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.