# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5be0b0bd-f2ce-5165-8e05-eafceb49c61b
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2017-08-10
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 10.08.2017 RR.2017.166
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_RR-2017-166_2017-08-10.pdf

## Full Text

Entscheid vom 10. August 2017 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Stephan Blättler, Vorsitz, 

Cornelia Cova und Patrick Robert-Nicoud, 

Gerichtsschreiberin Inga Leonova  

   
 

Parteien 

  

A., zzt. in Deutschland in Haft, vertreten durch 

Rechtsanwalt Manfred Döring, 

 

Beschwerdeführer 

 

 gegen 

   

BUNDESAMT FÜR JUSTIZ, Fachbereich Ausliefe-

rung, 

 

Beschwerdegegner 

 

Gegenstand  Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an 

Deutschland  

 

Auslieferungsentscheid (Art. 55 IRSG) 

 

Nachtragsersuchen (Art. 39 IRSG) 

 
  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: RR.2017.166 

 

 

 

- 2 - 

 

 

Die Beschwerdekammer hält fest, dass: 

 

- A. am 5. Januar und 11. Oktober 2016 im vereinfachten Verfahren und unter 

Einhaltung des Spezialitätsgrundsatzes an Deutschland ausgeliefert wurde 

(act. 2);  

 

- das Hessische Ministerium der Justiz die Schweiz am 23. März 2017 nach-

träglich um Auslieferung von A. für die ihm im Haftbefehl des Landesgerichts 

Darmstadt vom 15. Juni 2016 bzw. der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft 

Darmstadt vom 6. Mai 2016 zur Last gelegten Steuerdelikte ersuchte (act. 2);  

 

- das Bundesamt für Justiz (nachfolgend „BJ“) am 6. April 2017 die Ausliefe-

rung von A. für die Tatvorwürfe der Umsatzsteuerhinterziehung bzw.  

–verkürzung bewilligte und für die restlichen Tatvorwürfe die Auslieferung 

ablehnte (act. 2); 

 

- A., vertreten durch den in Deutschland niedergelassenen Rechtsanwalt 

Manfred Döring, gegen den Entscheid des BJ vom 6. April 2017, bei der 

Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts am 26. Juni 2017 Beschwerde 

erheben liess und die Aufhebung des Auslieferungsentscheids beantragte, 

wobei er die Begründung der Beschwerde einem gesonderten Schriftsatz 

vorbehielt (act. 1); 

 

- der Beschwerdeführer mit Schreiben vom 28. Juni 2017 durch die Beschwer-

dekammer aufgefordert wurde, bis zum 10. Juli 2017 ein Zustelldomizil in 

der Schweiz zu bezeichnen (act. 4);  

 

- Rechtsanwalt Döring mit Faxeingabe vom 11. Juli 2017 der Beschwerde-

kammer mitteilte, dass er für den Verfolgten „uneingeschränkt zustellungs-

bevollmächtig“ sei, jedoch kein Zustelldomizil in der Schweiz bezeichnete 

(act. 5);  

 

- die Beschwerdekammer den Beschwerdeführer demzufolge mit Schreiben 

vom 18. Juli 2017 ad acta darauf hinwies, dass die Eingabe per Fax den 

gesetzlichen Anforderungen nicht genüge und ihn zugleich aufforderte, 

seine Beschwerde bis zum 31. Juli 2017 zu begründen, ansonsten auf seine 

Beschwerde nicht eingetreten werde (act. 6);  

 

- 3 - 

 

 

 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass: 

 

- eine Beschwerdeschrift unter anderem die Begehren, deren Begründung mit 

Angabe der Beweismittel zu enthalten hat (Art. 12 Abs. 1 IRSG i.V.m. Art. 52 

Abs. 1 VwVG); 

 

- genügt die Beschwerde diesen Anforderung nicht, so räumt die Beschwer-

deinstanz dem Beschwerdeführer eine kurze Nachfrist zur Nachbesserung 

ein und verbindet diese Nachfrist mit der Androhung, dass nach unbenutz-

tem Fristablauf bei fehlenden Begründung auf die Beschwerde nicht einge-

treten werde (Art. 12 Abs. 1 IRSG i.V.m. Art. 52 Abs. 2 und 3 VwVG);  

 

- die Beschwerdekammer dem Beschwerdeführer mit Schreiben vom 18. Juli 

2017 eine Frist bis zum 31. Juli 2017 zur Nachbesserung seiner Beschwerde 

ansetzte (act. 6);  

 

- nachdem innert der angesetzten Frist der Beschwerdeführer seine Be-

schwerde vom 26. Juni 2017 nicht begründete, sie mithin die Minimalanfor-

derungen in formeller Hinsicht nicht erfüllt, ist auf die Beschwerde andro-

hungsgemäss nicht einzutreten (Art. 52 Abs. 3 VwVG i.V.m. Art. 12 Abs. 1 

IRSG); 

 

- der Beschwerdeführer bei diesem Ausgang des Verfahrens grundsätzlich die 

Verfahrenskosten zu tragen hat (Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 398 Abs. 1 

lit. b StBOG); es sich vorliegend rechtfertigt, auf die Erhebung einer Gerichts-

gebühr zu verzichten (Art. 39 Abs. 2 lit. b StBOG i.V.m. Art. 63 Abs. 1 Satz 3 

VwVG);  

 

- eine Partei, welche im Ausland ansässig ist, gemäss Art. 80m Abs. 1 lit. b 

IRSG i.V.m. Art. 9 IRSG ein Zustelldomizil in der Schweiz bezeichnen muss, 

ansonsten die Zustellung unterbleiben kann;  

 

- die – im Übrigen verspätete – Faxeingabe vom 11. Juli 2017 den Anforde-

rungen von Art. 21 Abs. 1 VwVG nicht genügt und der Beschwerdeführer 

damit der Aufforderung vom 28. Juli 2017 zur Bezeichnung eines Zustelldo-

mizils in der Schweiz nicht nachgekommen ist, weshalb die Zustellung des 

vorliegenden Entscheids an den Beschwerdeführer ad acta erfolgt.  

 

 

 

- 4 - 

 

 

Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 

 

1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. 

 

2. Es werden keine Kosten erhoben. 

 

 

Bellinzona, 10. August 2017 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:  

 

 

 

 

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- Rechtsanwalt Manfred Döring (ad acta) 

- Bundesamt für Justiz, Fachbereich Auslieferung 

 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen Entscheide auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen kann innert zehn 
Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde 
eingereicht werden (Art. 100 Abs. 1 und 2 lit. b BGG). 
 

Gegen einen Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen ist die Beschwerde 
nur zulässig, wenn er eine Auslieferung, eine Beschlagnahme, eine Herausgabe von Gegenständen oder 
Vermögenswerten oder eine Übermittlung von Informationen aus dem Geheimbereich betrifft und es sich 
um einen besonders bedeutenden Fall handelt (Art. 84 Abs. 1 BGG). Ein besonders bedeutender Fall liegt 
insbesondere vor, wenn Gründe für die Annahme bestehen, dass elementare Verfahrensgrundsätze verletzt 
worden sind oder das Verfahren im Ausland schwere Mängel aufweist (Art. 84 Abs. 2 BGG).