# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f58e3795-4299-52e4-a7d9-4270505087b5
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-09-24
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 24.09.2010 D-852/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-852-2009_2010-09-24.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-852/2009
law/joc/cvv
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 4 .  S e p t e m b e r  2 0 1 0

Einzelrichter Walter Lang (Vorsitz), 
mit Zustimmung von Richter Gérard Scherrer; 
Gerichtsschreiberin Claudia Jorns Morgenegg.

A.__________, geboren (...),
Türkei,
vertreten durch Peter Frei, Rechtsanwalt, 
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 8. Januar 2009 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-852/2009

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass der  Beschwerdeführer erstmals am 18. September  2000 in die 
Schweiz einreiste und ein Asylgesuch stellte, 

dass das BFM (damals BFF, Bundesamt für Flüchtlinge) mit Verfügung 
vom 23. März 2001 feststellte, der Beschwerdeführer würde die Flücht-
lingseigenschaft  nicht  erfüllen,  sein  Asylgesuch  vom 18.  September 
2000 ablehnte, die Wegweisung aus der Schweiz verfügte und deren 
Vollzug anordnete,

dass das BFM diesen Entscheid unter anderem damit begründete, die 
Vorbringen des Beschwerdeführers, er habe bis im Februar 2000 der 
TDKP (Türkiye Devrimci Komunisti Partisi, Revolutionäre Kommunisti -
sche Partei der Türkei) angehört, sich danach aber wegen der Kurden-
frage von dieser Partei getrennt und sei – nachdem einige Organisati-
onsmitglieder  verhaftet  worden  seien  –  im  Mai  2000  unter  seinem 
Codenamen  "B.__________"  gerichtlich  gesucht  worden,  seien  als 
nicht glaubhaft zu erachten, 

dass  die  vom  Beschwerdeführer  mittels  Eingabe  seines  Rechtsver-
treters  vom  26.  April  2001  gegen  diese  Verfügung  erhobene  Be-
schwerde von der damals zuständigen Schweizerische Asylrekurskom-
mission (ARK) mit Urteil vom 23. August 2004 abgewiesen wurde, 

dass  der  Beschwerdeführer  am  3.  November  2008  erneut  in  der 
Schweiz  um  Asyl  nachsuchte,  wobei  er  im  Wesentlichen  geltend 
machte, Ende Oktober 2004 in die Türkei zurückgekehrt zu sein und 
sich dort bis zu seiner Ausreise Ende Oktober 2008 mittels Hilfe der 
TDKP, die  ihm  Identitätskarten  beschafft  habe,  unter  verschiedenen 
Identitäten  hauptsächlich  in  C.__________,  D.__________ –  seinem 
Herkunftsort  –  und  im  Übrigen  auch  am  Wohnsitz  seiner  Eltern  in 
E.__________, F.__________, aufgehalten zu haben, 

dass  sich  während  dieses  Zeitraums,  in  dem  er  an  verschiedenen 
Aktionen  und  Kundgebungen  der  TDKP  teilgenommen  und  sich  im 
Dorf  C.__________ oder  auf  den Feldern  seines Vaters aufgehalten 
habe,  regelmässig  Personen  in  Zivil  bei  seinen  Verwandten  und 
Bekannten im Dorf nach seinem Aufenthaltsort erkundigt hätten, 

dass  während  Protesten  im  Mai  2007  ein  Mitglied  der  TDKP  in  F.-
_______ festgenommen worden sei und dabei seinen und noch einige 

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andere  Namen unter  Folter  preisgegeben  habe,  weshalb  die  Polizei 
zirka Ende August 2007 bei seinen Eltern vorstellig geworden sei und 
sich nach ihm erkundigt habe, 

dass zudem ein Ermittlungsverfahren gegen ihn eröffnet worden und – 
wie er von seinen Eltern erfahren habe – Anklage gegen ihn erhoben 
worden  sei,  und  sich  die  Polizei  seit  März  2008  immer  wieder  bei 
seinen Eltern nach ihm erkundigt habe, 

dass er aufgrund dieser Ereignisse und da er den Militärdienst nach 
wie vor aus Gewissensgründen verweigere, nicht in die Türkei zurück-
kehren könne, 

dass das BFM mit Verfügung vom 8. Januar 2009 – eröffnet am 12. Ja-
nuar 2009 – feststellte, der Beschwerdeführer würde die Flüchtlings-
eigenschaft nicht erfüllen, sein Asylgesuch vom 3. November 2008 ab-
lehnte, die Wegweisung aus der Schweiz verfügte und deren Vollzug 
anordnete,

dass  der  Beschwerdeführer  mittels  Eingabe  seines  Rechtsvertreters 
vom 10.  Februar  2009  gegen  diese  Verfügung  beim  Bundesverwal-
tungsgericht  Beschwerde  erheben  und  dabei  beantragen  liess,  der 
Entscheid des BFM vom 8. Januar 2009 sei aufzuheben und es ihm 
die  Flüchtlingseigenschaft  zuzuerkennen  sowie  Asyl  zu  gewähren; 
eventualiter  sei  die  Unzulässigkeit  und die  Unzumutbarkeit  des  Voll-
zugs der Wegweisung festzustellen, 

dass er ferner in verfahrensrechtlicher Hinsicht darum ersuchen liess, 
es sei ihm die unentgeltliche Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 
und 2 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwal-
tungsverfahren [VwVG, SR 172.021]) zu gewähren,

dass  der  zuständige  Instruktionsrichter  des  Bundesverwaltungs-
gerichts mit Verfügung vom 20. Februar 2009 die Gesuche um Gewäh-
rung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  im  Sinne  von  Art.  65  Abs.  1 
VwVG sowie  um unentgeltliche  Rechtsverbeiständung  im  Sinne  von 
Art. 65 Abs. 2 VwVG abwies und den Beschwerdeführer aufforderte, 
innert  Frist  einen  Kostenvorschuss  in  der  Höhe  von  Fr.  600.--  zu 
bezahlen, 

dass der Beschwerdeführer den Kostenvorschuss fristgerecht leistete,

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und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht  auf  dem Gebiet  des  Asyls  end-
gültig über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5  VwVG) des BFM 
entscheidet  (Art. 105  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni 1998  [AsylG, 
SR 142.31]  i.V.m.  Art. 31-33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundes-
gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung beson-
ders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung be-
ziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert ist (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 
Abs. 1 VwVG),

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ein-
zutreten ist (Art. 108 Abs. 1 AsylG sowie Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 
VGG und 52 Abs. 1 VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass über  offensichtlich  unbegründete  Beschwerden in  einzelrichter-
licher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  be-
ziehungsweise  einer  zweiten  Richterin  entschieden  wird  (Art.  111 
Bst. e AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um 
eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  sum-
marisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  vorliegend  auf  einen 
Schriftenwechsel verzichtet wurde,

dass  die  Schweiz  Flüchtlingen  grundsätzlich  Asyl  gewährt  (Art.  2 
Abs. 1  AsylG),  wobei  als  Flüchtling  eine  ausländische  Person  aner-
kannt wird, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie 
zuletzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität,  Zugehörig-
keit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen 
Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete 
Furcht  hat,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden  (Art.  3  Abs. 1 
AsylG),

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dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaub-
haft gemacht werden muss (Art. 7 Abs. 1 AsylG),

dass diese dann glaubhaft gemacht ist, wenn die Behörde ihr Vorhan-
densein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für gegeben hält (Art. 7 
Abs. 2 AsylG), 

dass  unglaubhaft  insbesondere Vorbringen sind,  die  in  wesentlichen 
Punkten  zu  wenig  begründet  oder  in  sich  widersprüchlich  sind,  den 
Tatsachen  nicht  entsprechen  oder  massgeblich  auf  gefälschte  oder 
verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 Abs. 3 AsylG).

dass die  Vorbringen eines Gesuchstellers  grundsätzlich  dann  glaub-
haft sind, wenn sie genügend substanziiert, in sich schlüssig und plau-
sibel  sind,  sich nicht  in vagen Schilderungen erschöpfen,  in wesent-
lichen Punkten nicht widersprüchlich sind oder der inneren Logik ent -
behren und auch nicht den Tatsachen oder der allgemeinen Erfahrung 
widersprechen, 

dass  darüber  hinaus  der  Gesuchsteller  persönlich  glaubwürdig  er-
scheinen  muss,  was  insbesondere  dann  nicht  der  Fall  ist,  wenn  er 
seine Vorbringen auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abstützt, 
aber auch dann, wenn er wichtige Tatsachen unterdrückt oder bewusst 
falsch darstellt, im Laufe des Verfahrens Vorbringen auswechselt, stei-
gert  oder  unbegründet  nachschiebt,  mangelndes  Interesse  am  Ver-
fahren zeigt oder die nötige Mitwirkung verweigert, 

dass Glaubhaftmachung – im Gegensatz zum strikten Beweis – ferner 
ein  reduziertes  Beweismass  bedeutet  und  durchaus  Raum lässt  für 
gewisse  Einwände  und  Zweifel  an  den  Vorbringen  eines  Gesuch-
stellers; entscheidend ist,  ob  die  Gründe,  die  für  die  Richtigkeit  der 
Sachverhaltsdarstellung  des  Gesuchstellers  sprechen,  überwiegen 
oder nicht, wobei auf eine objektivierte Sichtweise abzustel len ist (vgl. 
Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurs-
kommission [EMARK] 2005 Nr. 21 E. 6.1 S. 190 f.), 

dass nach Prüfung der Akten, die Einschätzung des BFM, wonach die 
wesentlichen  Vorbringen  des  Beschwerdeführers,  nach  seiner  Rück-
kehr in die Türkei Ende Oktober 2004 mit Hilfe der TDKP eine andere 
Identität  angenommen zu haben und danach insbesondere aufgrund 
der Festnahme eines Mitgliedes der TDKP im Mai  2007, das seinen 
Namen preisgegeben habe, gesucht  worden zu sein,  zufolge unsub-

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stanziierter, stereotyper und unrealistischer Vorbringen als nicht glaub-
haft im Sinne von Art. 7 AsylG zu erachten seien, zu bestätigten ist, 

dass zur Vermeidung von Wiederholungen auf die zutreffenden Erwä-
gungen des BFM in der angefochtenen Verfügung verwiesen werden 
kann,

dass  dabei  hervorzuheben  ist,  dass  angesichts  der  Darstellung  des 
Beschwerdeführers,  in  seinem  Heimatdorf  und  bei  seinen  in  der 
gleichen  Gegend  wohnhaften  Eltern  behördlich  gesucht  worden  zu 
sein (vgl. act. B1/13 S. 1 ff., act. B20/17 S. 5 f., S. 9 f., S. 12., S. 14,), 
nicht realistisch erscheint, weshalb der Beschwerdeführer nach seiner 
Rückkehr in die Türkei Ende Oktober 2004 bis zu seiner Ausreise im 
Oktober 2008 (vgl. act. B1/13 S. 8) weiterhin in seinem Heimatdorf ge-
lebt haben soll, 

dass aufgrund der Erklärung des Beschwerdeführers, ein festgenom-
mener Parteikollege habe ihn im Mai 2007 bei den Behörden verraten, 
woraufhin  gegen  ihn  Anklage  erhoben  worden  sei  (vgl.  act.  B1/13 
S. 7 f.,  act.  B20/17  S. 3,  S. 6  f.,  S. 11  ff.),  ebenfalls  nicht  nachvoll-
ziehbar ist, weshalb der Beschwerdeführer nicht bereits in jenem Zeit-
punkt  sein  Heimatdorf  respektive  seinen  Heimatstaat  verlassen  hat, 
sondern sich noch bis im Oktober 2008 an seinem Herkunftsort  res-
pektive in der Türkei aufgehalten hat, 

dass ferner festzuhalten ist, dass es sich bei der TDKP um eine zu-
nächst marxistische Organisation handelte, die von 1980 bis 1997 in 
geheimen Komitees arbeitete und bei den Vorbereitungen der im März 
1996 gegründeten und im Jahre  1997 durch das Verfassungsgericht 
verbotenen Partei "EMEK"(Partei der Arbeit) mithalf, 

dass  noch  vor  dem  Verbot  der  "EMEK"  auch  die  EMEP  (Emegin 
Partisi,  Partei  der  Arbeiter)  gegründet wurde,  die bis heute legal  ist, 
und als deren Kaderorganisation die TDKP eigentlich hätte bestehen 
bleiben sollen, letztere jedoch seit 1997 weder als Organisation noch 
mit  Aktivitäten oder Publikationen öffentlich in  Erscheinung trat  noch 
solche Aktivitäten bekannt geworden wären, 

dass daher von Vornherein erstaunt,  dass der Beschwerdeführer an-
gibt,  nach seiner  Rückkehr  im Oktober  2004 für  die  TDKP tätig  ge-
wesen zu sein, indem er unter anderem an Kundgebungen teilgenom-

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men und Plakate aufgehängt habe (vgl. act. B1/13 S. 7,  act. B20/17 
S. 6 und 10), 

dass – wie bereits mit  Zwischenverfügung vom 20. Februar 2009 er-
wähnt  –  die  Ausführungen in  der  Beschwerde nicht  überzeugen,  da 
einerseits eingeräumt wird, die Angaben des Beschwerdeführers wür-
den sich  nicht  durch ausserordentliche  Detailtreue  auszeichnen und 
lediglich  pauschal  darauf  hingewiesen  wird,  seine  Schilderungen 
zeichneten sich durch eine besondere Zurückhaltung aus, 

dass angesichts der Tatsache, dass der Beschwerdeführer mehrmals 
auf die Verschwiegenheitspflicht der Asylbehörden hingewiesen wurde 
(vgl. B1/13 S.1,  B20/17 S. 2),  nicht  verständlich  ist,  weshalb er  den 
Namen  des  angeblich  im  Mai  2007  festgenommenen  Mitglieds  der 
TDKP, das ihn bei den Behörden denunziert haben soll, erst anlässlich 
der  einlässlichen  Befragung  und  auf  mehrmaliges  ausdrückliches 
Nachfragen hin, bekannt gab (vgl. B1/13, S.8, B20/17 S. 11), 

dass daher – entgegen der Argumentation in der Beschwerdeschrift – 
sein diesbezügliches Aussageverhalten als ausweichend und – einher-
gehend  mit  der  dahingehenden  Begründung  des  BFM  –  auch  als 
vordergründig  zu  bezeichnen  ist,  indem der  Beschwerdeführer  etwa 
antwortet,  er  könne  den  Namen  des  Festgenommenen  nicht  preis-
geben,  da  er  noch  nicht  definitiv  verurteilt  worden  sei  (vgl.  B20/17 
S. 11),

dass im Weiteren der Vorwurf des BFM, der Beschwerdeführer habe 
bis  zum Zeitpunkt  des  Erlasses  der  angefochtenen  Verfügung  auch 
keine ergänzenden Angaben über die von ihm anlässlich der direkten 
Anhörung vom 20. November 2008 erstmals erwähnten Anklageschrift 
der  Staatsanwaltschaft  in  F.__________  machen  können,  obwohl 
seine Familie in der Türkei über einen Anwalt verfüge, berechtigt ist,

dass die Zeitspanne zwischen der Anhörung vom 20. November 2008 
und dem Erlass der Verfügung vom 8. Januar 2009 zur Einreichung er-
wähnter  Anklageschrift  –  entgegen  dem  in  der  Beschwerde  ver-
tretenen Standpunkt – als angemessen zu bezeichnen ist und sich der 
Beschwerdeführer  zudem auch  telefonisch  bei  seiner  Familie,  deren 
Anwalt  oder  den  Freunden,  die  gemäss  Aussage  des  Beschwerde-
führers "vermutlich" seiner Familie von der Existenz dieser Klageschrift  
erzählt haben (vgl. B20/17 S. 13), hätte erkundigen können,

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dass  zudem  nicht  nachvollziehbar  ist,  weshalb  seine  Familie  durch 
seine Freunde zwar von einer Anklageschrift, nicht aber von deren In-
halt hätten erfahren sollen, zumal gemäss Darlegung des Beschwerde-
führers  die  Anklageerhebung  bereits  nach  der  Festnahme  seines 
Freundes im Mai 2007 stattgefunden haben soll (vgl. B20/17 S. 13), 

dass  der  Beschwerdeführer  bezeichnenderweise  auch  im  Zeitpunkt 
der Einreichung der Beschwerde vom 10. Februar 2009 weder in der 
Lage war, erwähnte Anklageschrift beizulegen, noch detailliertere Aus-
führungen dazu zu machen, dies obwohl seine Eltern seinen Angaben 
in  der  Rechtsmittelschrift  zufolge  die  Anklageschrift  zwischenzeitlich 
erhalten und bereits  im Dezember  2008  an den Rechtsvertreter  ge-
sandt haben sollen,

dass es zwar vorkommt, dass – wie vom Rechtsvertreter geltend ge-
macht – Schreiben aus dem Ausland auf dem Postweg verloren gehen 
können, indessen aufgrund des Gesagten vorliegend die Existenz er-
wähnter Anklageschrift als nicht wahrscheinlich erscheint und bis dato 
denn auch nicht eingereicht wurde, 

dass die weiteren rechtfertigenden Ausführungen in der Beschwerde, 
wonach der Beschwerdeführer in seinem Heimatdorf aufgrund seiner 
Herkunft und seinen Beziehungen habe sicher sein können, zumal er 
sich sonst nie unter seiner wahren Identität in die Öffentlichkeit gewagt 
und  bei  seinen  Ausflügen  nach  F.__________  jeweils  eine  falsche 
Nüfüs-Karte auf sich getragen habe, keine stichhaltige Erklärung dafür 
bietet,  weshalb  er  über  vier  Jahre  lang  den  lokalen  respektive 
regionalen  Behörden  trotz  der  von  ihm  behaupteten  landesweiten 
Suche nach ihm nicht aufgefallen wäre, 

dass auch vor dem Hintergrund, dass eine auf einen anderen Namen 
ausgestellte  Identitätskarte  längerfristig  keinen wirklichen Schutz vor 
einer behördlichen Identifizierung bilden kann, der Beschwerdeführer 
nicht nur in F.__________, sondern zwischen 2005 und 2008 auch in 
seinem Heimatdorf C.__________ auf dem Landwirtschaftsbetrieb sei-
nes Vaters gearbeitet haben und von der Polizei auf der Strasse ge-
sehen worden sein will (vgl. B1/13, S. 3, B20/17 S. 9f.), unrealistisch 
erscheint,  dass der Beschwerdeführer einer polizeilichen Suche über 
vier Jahre lang hätte entgehen können, 

dass es dem Beschwerdeführer auch in der Beschwerde nicht gelingt, 
plausibel aufzuzeigen, weshalb er erst Ende Oktober 2008 und damit  

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eineinhalb Jahre nach der  von ihm behaupteten Denunziation durch 
einen Freund im Mai 2007 und nicht bereits viel früher die Flucht er-
griffen hat, erschöpfen sich seine diesbezüglichen Ausführungen doch 
in blossen Wiederholungen des bereits Dargelegten, 

dass der Beschwerdeführer nie vorbrachte, seine Angehörigen würden 
wegen der Suche nach seiner Person bei jeder Gelegenheit behelligt 
und  festgenommen,  weshalb  die  entsprechende  Darstel lung  in  der 
Rechtsmittelschrift im Gesamtkontext als nachgeschoben erscheint, 

dass schliesslich die der Beschwerde beigelegte Kopie des Führeraus-
weises des Beschwerdeführers  – welche als  Ausstellungsdatum das 
Jahr 2000 trägt – nicht geeignet ist, die vom BFM aufgezeigten, wider-
sprüchlichen Angaben zu seinen Identitätspapieren zu entkräften, zu-
mal damit etwa dessen Aussage, nach seiner Rückkehr in der Türkei 
ab Oktober 2004 mit gefälschten Papieren gelebt zu haben, nicht ge-
stützt werden kann, 

dass der Beschwerdeführer zudem bereits im Rahmen seines ersten 
Asylgesuches geltend machte, aus einer politischen Familie zu stam-
men und den Militärdienst verweigern zu wollen, diese Vorbringen in -
dessen nach wie vor keine asylrechtliche Relevanz zu entfalten ver-
mögen  und  diesbezüglich  –  zur  Vermeidung  von  unnötigen  Wieder-
holungen  –  auf  die  entsprechenden  Erwägungen  der  ARK  in  ihrem 
Urteil vom 23. August 2004 verwiesen werden kann,

dass  es  dem Beschwerdeführer  somit  nicht  gelingt,  die  Flüchtlings-
eigenschaft nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen, wes-
halb das Bundesamt das Asylgesuch zu Recht abgelehnt hat,

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge 
hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbe-
willigung  erteilt  hat  und  zudem  kein  Anspruch  auf  Erteilung  einer 
solchen besteht (vgl. EMARK 2001 Nr. 21), weshalb die verfügte Weg-
weisung  im  Einklang  mit  den  gesetzlichen  Bestimmungen steht  und 
demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass  das  Bundesamt  das  Anwesenheitsverhältnis  nach  den  gesetz-
lichen Bestimmungen über  die  vorläufige  Aufnahme von Ausländern 
regelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumut-
bar  oder  nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2  AsylG; Art. 83  Abs. 1  des 

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Bundesgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen 
und Ausländer [AuG, SR 142.20]), 

dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen 
gemäss ständiger  Praxis  des Bundesverwaltungsgerichts  und seiner 
Vorgängerorganisation  ARK der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft gilt, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der 
strikte  Beweis  möglich  ist,  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu 
machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser, 
Ausländerrecht, 2. Auflage, Basel 2009, Rz. 11.148), 

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrecht-
liche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK, 
SR 0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig 
ist, da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich 
erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, wes-
halb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet 
und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung 
im  Sinne  von  Art.  3  der  Konvention  vom  4. November  1950  zum 
Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) 
ersichtlich sind, die im Heimatstaat droht,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von 
Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner  Gewalt  und  medizi-
nischer Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass weder die allgemeine Lage in der Türkei noch individuelle Grün -
de auf eine konkrete Gefährdung des Beschwerdeführers, der in sei-

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ner Heimat über ein familiäres Beziehungsnetz verfügt (vgl. act. B1/13 
S. 4, act. B20/17 S. 5),  schliessen lassen und auch die von ihm an-
getönte Sehschwäche (vgl. act. B20/17 S. 15), kein Kriterium darstellt, 
die  einer  Rückkehr  des  Beschwerdeführers  in  die  Türkei  entgegen-
stehen würde, 

dass  angesichts  dessen  der  Vollzug  der  Wegweisung  des  Be-
schwerdeführers nicht als unzumutbar zu bezeichnen ist,

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  des  Beschwerdeführers  in  den 
Heimatstaat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse be-
stehen (Art. 83  Abs. 2 AuG),  und es  dem Beschwerdeführer  obliegt, 
bei  der Beschaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (Art.  8 Abs. 4 
AsylG),

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt 
oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde ab-
zuweisen ist, 

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von Fr. 600.-- 
(Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2])  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  sind  (Art. 63 
Abs. 1 VwVG), 

dass die Verfahrenskosten durch den geleisteten Kostenvorschuss in 
gleicher Höhe gedeckt und mit diesem zu verrechnen sind.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Sie sind durch den geleisteten Kostenvorschuss gedeckt und 
werden mit diesem verrechnet.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers (Einschreiben)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N (...)  (per 

Kurier; in Kopie)
- (zuständige kantonale Behörde) (in Kopie)

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Walter Lang Claudia Jorns Morgenegg

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