# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1a3b8495-1662-5914-847e-358d44f3ecc2
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2003-11-19
**Language:** de
**Title:** Zürich Verwaltungsgericht 19.11.2003  VB.2003.00167
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Verwaltungsgericht/ZH_VG_001_-VB-2003-00167_2003-11-19.html

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				Geschäftsnummer: 	VB.2003.00167	 
	Entscheidart und -datum: 	Endentscheid vom 19.11.2003
	Spruchkörper: 	1. Abteilung/1. Kammer
	Weiterzug: 	Dieser Entscheid ist rechtskräftig.
	Rechtsgebiet: 	Submissionsrecht
	Betreff: 

	Submission

	
Vergabe betreffend Erneuerung der amtlichen Vermessung. Mittelwertmethode. Gewichtung der Zuschlagskriterien.

Gewichtung der Zuschlagskriterien gemäss Ausschreibungsunterlagen (E. 2b). Bewertung nach der Mittelwertmethode (E.2b und 3). Dem Gebot der Transparenz der Bewertung wird hinlänglich Genüge getan. Keine Verfälschung der Gewichtung beim Preis gegenüber den anderen Zuschlagskriterien (E. 3b/aa). Die Abweichungen der Bewertungsspannen erscheinen als vertretbar (E. 3b/bb). Auch wenn gemäss Wortlaut der Zuschlagskriterien eine genügende Leistung verlangt wird, bedeutet das nicht, dass keine Bewertung des mehr oder minderen Genügens stattfinden muss (E. 4). Bewertung der einzelnen Zuschlagskriterien (E. 4a-f). Unternehmervariante mit Änderung des Leistungsinhalts. Abweisung (E. 5).

			 	
				Stichworte:
	
						AMTLICHE VERMESSUNG
ÄNDERUNG DES LEISTUNGSINHALTS
ANFECHTUNGSINTERESSE
BEWERTUNG
BEWERTUNGSMETHODE
BEWERTUNGSSPANNE
ERMESSENSSPIELRAUM
GEWICHTUNG
MEHRLEISTUNG
MITTELWERT
MITTELWERTMETHODE
PREIS
PREISSPANNE
QUALITÄT
QUALITÄTSSICHERUNG
SUBMISSIONSRECHT
TERMINPLANUNG
TRANSPARENZ
UNTERNEHMERVARIANTE
ZUSCHLAGSKRITERIEN

					
	
	Rechtsnormen:
	
						Art. 1 Abs. II lit. c IVöB
Art. 16 Abs. I lit. a IVöB
Art. 16 Abs. II IVöB
§ 17 Abs. I lit. i SubmV
§ 19 Abs. II SubmV
§ 31 Abs. I SubmV

					
	
	Publikationen:
	
						- keine -
					
	Gewichtung:

					(1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)
	
						Gewichtung: 3
					

			 

	 	
			

			

I. Im November 2001 eröffnete der
Gemeinderat X die im selektiven Verfahren durchgeführte Ausschreibung
betreffend die Erneuerung der amtlichen Vermessung der Gemeinde X. Aufgrund der
Präqualifikation wurden drei Bewerber zur Offertstellung eingeladen, welche
daraufhin Offerten mit Angebotspreisen zwischen Fr. 457'515.20 (A in Z)
und Fr. 869'408.- (C [ARGE]) einreichten. Mit Gemeinderatsbeschluss vom
16. April 2003 erging der Zuschlag an die B AG in Y für ihr Angebot
über Fr. 629'460.-. Der Beschluss wurde allen Anbietern mit Schreiben vom 24.
April 2003 mitgeteilt.

 

II. Gegen den Vergabeentscheid
erhob die Firma A in Z am 3. Mai 2003 Beschwerde an das Verwaltungsgericht. Sie
beantragte, der Vergabeentscheid sei aufzuheben und der Zuschlag sei an sie zu
erteilen, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der
Beschwerdegegnerin. Ferner wurde Einsicht in die Verfahrensakten verlangt und
überdies beantragt, der Beschwerde sei aufschiebende Wirkung zu erteilen. Die Gemeinde
X schloss am 23. Mai 2003 auf Abweisung des Gesuchs um Erteilung der aufschiebenden
Wirkung und der Beschwerde. Die Mitbeteiligte nahm lediglich zum
Akteneinsichtsbegehren Stellung.

 

Am 30. Mai 2003 wurde das
Akteneinsichtsbegehren der Beschwerdeführerin teilweise gutgeheissen.

 

Mit Replik vom 24. Juni 2003 bzw.
Duplik vom 28. Juli 2003 hielten die Parteien an ihren bisherigen Standpunkten
fest.

 

Mit Präsidialverfügung vom 31. Juli
2003 wurde der Beschwerde aufschiebende Wirkung erteilt.

 

Die Ausführungen der Parteien
werden, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen wiedergegeben.

 

Die
Kammer zieht in Erwägung:

 

1. a) Vergabeentscheide kantonaler
und kommunaler Auftraggeber können unmittelbar mit Beschwerde an das
Verwaltungsgericht weitergezogen werden (RB 1999 Nr. 27 = BEZ 1999 Nr. 13
= ZBl 100/1999, S. 372; vgl. Alfred Kölz/Jürg Bosshart/Martin Röhl,
Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich, 2. A.,
Zürich 1999, § 41 N. 22). Auf das Beschwerdeverfahren gelangen die Art. 15 ff.
der Interkantonalen Vereinbarung über das öffentliche Beschaffungswesen vom 25.
November 1994 (IVöB) sowie die §§ 3 ff. des Gesetzes über den
Beitritt des Kantons Zürich zur Interkantonalen Vereinbarung über das
öffentliche Beschaffungswesen vom 22. September 1996 zur Anwendung.

 

b) Nicht berücksichtigte Anbietende
sind zur Beschwerde gegen den Vergabeentscheid legitimiert, wenn sie bei deren
Gutheissung eine realistische Chance haben, mit dem eigenen Angebot zum Zug zu
kommen oder wenn die Gutheissung der Beschwerde zu einer Wiederholung des
Submissionsverfahrens führt, in welchem sie ein neues Angebot einreichen
können; andernfalls fehlt ihnen das schutzwürdige Interesse an der Beschwerdeführung
(RB 1999 Nr. 18 = BEZ 1999 Nr. 11). Da die Beschwerdeführerin in der
Gesamtbenotung hinter der Mitbeteiligten den zweiten Rang belegt, hätte sie,
falls ihre Rügen begründet sind, eine realistische Chance auf den Zuschlag. Ihre
Legitimation ist daher zu bejahen.

 

2. a) Nach § 31 Abs. 1
der Submissionsverordnung vom 18. Juni 1997 (SubmV) erfolgt der Zuschlag
– sofern nicht ausnahmsweise das alleinige Kriterium des niedrigsten Prei­ses
(§ 31 Abs. 2 SubmV) zur Anwendung kommt – auf das wirtschaftlich
günstigste Angebot. Bei der Bewertung der Angebote ist das
Preis-Leistungs-Verhältnis zu beachten, wobei neben dem Preis insbesondere die
folgenden Kriterien berücksichtigt werden können: Qualität, Termine,
Wirtschaftlichkeit, Betriebskosten, Kundendienst, Ökologie, Zweckmässigkeit,
technischer Wert, Ästhetik, Krea­tivität, Lehrlingsausbildung, Infrastruktur.
Die für eine bestimmte Beschaffung massgeblichen Zuschlagskriterien werden von
der Vergabebehörde im Hinblick auf die Besonderheiten des Auftrags festgelegt,
wobei ihr ein erheblicher Beurteilungsspielraum zusteht. Um die notwendige
Transparenz des Vergabeverfahrens (Art. 1 Abs. 2 lit. c IVöB) zu
gewährleisten, sind die Zuschlagskriterien den Interessenten zu Beginn des
Verfahrens in den Ausschreibungsunterlagen bekannt zu geben (§ 17 Abs. 1
lit. i SubmV), und aus der Bekanntgabe muss ersichtlich sein, welches
Gewicht den einzelnen Kriterien zukommt. Um die relative Bedeutung dieser
Kriterien ersichtlich zu machen, müssen diese zumindest in der Reihenfolge
ihrer Bedeutung bekannt gegeben werden (vgl. zum Ganzen RB 1999 Nr. 62 = BEZ
1999 Nr. 13 E. 3b = ZBl 100/1999, S. 372).

 

Bei der Beurteilung der Angebote
anhand der Zuschlagskriterien steht der Vergabebehörde wiederum ein erheblicher
Ermessensspielraum zu (VGr, 7. Juli 1999, BEZ 1999 Nr. 26 E. 6a,
mit Hinweisen). In dieses Ermessen greift das Verwaltungsgericht, dem keine
Überprüfung der Angemessenheit des Entscheids zusteht (Art. 16 Abs. 2
IVöB; vgl. auch § 50 Abs. 3 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom
24. Mai 1959 [VRG]), nicht ein. Zu prüfen ist dagegen eine allfällige Über­schreitung
oder ein Missbrauch des Ermessens (Art. 16 Abs. 1 lit. a IVöB;
vgl. § 50 Abs. 2 lit. c VRG).

 

b) Die Beschwerdegegnerin hat in
den Ausschreibungsunterlagen die folgenden Zuschlagskriterien samt
entsprechender Gewichtung bekannt gegeben: 

 

1.       
Ist die gewählte
Projektorganisation zur Lösung der gestellten 

Aufgabe geeignet?                                                                                                          2 %

2.       
Wie ist die
Stellvertretung insbesondere bei Ausfall wichtiger 

Wissensträger gelöst?                                                                                                    8 %

3.       
Sind wichtige und
wertvolle Projektkenntnisse vorhanden?                                   2 %

4.       
Ist die
Aufgabenanalyse vorhanden und nachvollziehbar?                                     6 %

5.       
Ist die in der
Offerte vorgeschlagene Methode vollständig 

und verständlich dargestellt und ist sie genügend dokumentiert?                         8 %

6.       
Werden die
gestellten Anforderungen mit der vorgeschlagenen 

Methode erfüllt, und sind die Angaben betreffend Genauigkeit 

und Zuverlässigkeit ausreichend?                                                                                8 %

7.       
Sind die
beschriebenen Massnahmen zur Qualitätssicherung 

für die gestellte Aufgabe genügend und bieten sie für die 

Verifikation eine wertvolle Hilfe?                                                                                  4 %

8.       
Ist die
Terminplanung gut strukturiert, realistisch und kann sie 

die vorgegebenen Fristen einhalten?                                                                           4 %

9.       
Sind
Mehrleistungen enthalten, Ansätze für Zusatzarbeiten und 

Teuerungsangebot günstig?                                                                                         6 %          48 %

10.    
Preis                                                                                                                                                    52 %

 

Demnach wird dem Preis ein Gewicht
von 52 % und den übrigen, untereinander ebenfalls gewichteten, 9
Zuschlagskriterien insgesamt ein Gewicht von 48 % beigemessen. Zur
Bewertung des Kriteriums Nr. 10, der Preisbewertung, wurde erst der
Mittelwert der Angebotspreise errechnet (Fr. 652'128.-) und diesem die
Punktzahl 52 (entsprechend 100 %) zugeteilt. Die Punktzahl der einzelnen
Angebote entspricht sodann ihrer prozentualen Abweichung vom Mittelwert, wobei
ein tieferer Preis eine entsprechend tiefere Punktzahl und ein höherer Preis
eine entsprechend höhere Punktzahl erzielte. Die übrigen Zuschlagskriterien
(Nrn. 1–9) wurden mit "ja/Kriterium erfüllt", "bedingt/Kriterium
teilweise erfüllt" und "nein/Kriterium nicht erfüllt" beurteilt.
Diese Bewertung wurde jeweils in eine Punktzahl von 1 bis 3 umgesetzt, wobei 1
Punkt der "Bestnote" entspricht und sich die Bewertung mit steigender
Punktzahl verschlechtert. Daraufhin wurden die Bewertungen in Abhängigkeit zum
je Zuschlagskriterium errechneten Bewertungsdurchschnitt gesetzt und
entsprechend den Vorgaben gewichtet. 

 

3. a) Die Beschwerdeführerin wendet
vorab ein, diese von der Vergabebehörde verwendete Mittelwertmethode sei nicht
transparent und zudem unstabil, da die Bewertungen der einzelnen Angebote –
auch von solchen, die für die Vergabe nicht in Frage kommen – sich gegenseitig
beeinflussten. Die verwendete Methode führe zu einer Verfälschung der in den
Ausschreibungsunterlagen bekannt gegebenen Gewichtungen. Die Bewertungsskala
des Eingabepreises müsse zudem die gleiche Bandbreite aufweisen wie bei den
qualitätsorientierten Zuschlagskriterien. Dabei sei vom günstigsten Angebot
auszugehen, und es sei unabhängig von den weiteren Angeboten festzulegen, wann
ein Preisangebot noch genügend bzw. wann es schlecht sei. Schliesslich dürfe
die Bewertung des Preises die ursprünglich publizierten Gewichtungsverhältnisse
nicht verschieben. Bezüglich der richtigen Gewichtung verweist die
Beschwerdeführerin sodann auf den Verwaltungsgerichtsentscheid VB.2002.00033
vom 28. Oktober 2002 (BEZ 2003 Nr. 14). Diesen Ausführungen hält die
Beschwerdegegnerin entgegen, die Bewertung sei unter Beizug eines erfahrenen
Submissionsexperten fachmännisch durchgeführt worden. Die Abteilung Vermessung
des Amtes für Raumordnung und Vermessung (ARV) habe die Bewertung verifiziert
und festgestellt, dass sie sehr seriös durchgeführt und gut begründet sei. 

 

b) Auch hinsichtlich der konkreten
Bewertung der Angebote steht der Vergabebehörde ein weiter Ermessensspielraum
zu, in den das Verwaltungsgericht nicht eingreifen darf. Wie eine
Bewertungsskala hinsichtlich der Angebotspreise festzulegen ist, lässt sich
nicht in allgemein gültiger Weise bestimmen, sondern hängt stark von den
konkreten Umständen des Einzelfalls ab (vgl. hierzu auch: Jacques
Pictet/Dominique Bollinger, Aspects mathématiques du droit suisse des marchés
publics, Baurecht 2/2000, S. 63). 

 

Die Beschwerdegegnerin hat eine
sogenannte Mittelwertmethode gewählt und wendet diese sowohl bei der
Preisbewertung als auch bei der Bewertung der übrigen neun Zuschlagskriterien
an. Für die Preisbewertung bedeutet dies, wie gesagt, dass der Mittelwert der
Angebotspreise bestimmt und diesem, entsprechend der Gewichtung dieses Kriteriums
mit 52 %, der Wert 52 = 100 % zugewiesen wird. Die Punktzahl der
einzelnen Bewerber errechnet sich sodann anhand ihrer prozentualen Abweichung
vom Mittelwert. Bezüglich der anderen neun Zuschlagskriterien wird ebenfalls
dem Mittelwert der von den Bewerbern erzielten Gesamtpunktzahlen der Wert 48
gemäss Gewichtsverteilung (48 %) zugewiesen. Rechnerisch geschieht dies,
indem der von den Bewerbern je Kriterium erzielte Wert zwischen 1 und 3 zuerst
durch das jeweilige arithmetische Mittel dividiert und anschliessend mit dem
der vorgegebenen prozentualen Gewichtung entsprechenden Faktor multipliziert
wird. So beträgt beispielsweise beim Kriterium "Mehrleistungen" das arithmetische
Mittel 2,33. Die Beschwerdeführerin hat bei diesem Kriterium den Wert 2
erzielt: 2 dividiert durch 2,33 und multipliziert mit 6 (Gewicht 6 %) ergibt
schliesslich die Punktzahl 5,1. Entsprechend lässt sich auch die von der
Beschwerdeführerin als nicht nachvollziehbar beanstandete Bewertung beim
Kriterium "Kenntnisse der Gegebenheiten" erklären. Das arithmetische
Mittel beträgt 2 wie auch das Gewicht (2 %). Die Beschwerdeführerin hat
bei diesem Kriterium den Wert 2 und die Mitbeteiligte den Wert 1 erzielt. Dividiert
durch 2 und multipliziert mit 2 (Gewicht 2 %) ergibt dies schliesslich die
von der Beschwerdegegnerin errechneten Punktzahlen 2 bzw. 1. Die
Gesamtpunktzahlen der Bewerber bei den Kriterien Nrn. 1–9 betragen: ARGE 45
Punkte, Mitbeteiligte 38 Punkte, Beschwerdeführerin 61 Punkte (Mittelwert = 48
Punkte).

 

aa) Das Vorgehen der
Beschwerdegegnerin überzeugt vorab durch die konsequente Anwendung der
gewählten Methode auf sämtliche Kriterien. Sie ist zwar, insbesondere bei den
nicht preisbezogenen Kriterien, schwerer nachvollziehbar als eine absolute Bewertungsmethode,
und es fragt sich, ob eine so komplizierte Methode gerechtfertigt ist. Die
Angebotsauswertung des mit der Durchführung der Vergabe betrauten
Submissionsexperten bietet jedoch eine ausreichende Verständnisgrundlage. Dem
Gebot der Transparenz der Bewertung wird damit hinlänglich Genüge getan. Nicht
gefolgt werden kann sodann auch dem Einwand, die verwendete Methode führe zu
einer Verfälschung der in den Ausschreibungsunterlagen bekannt gegebenen
Gewichtungen. Die Beschwerdeführerin hält dafür, Preisänderungen würden sich
nicht massstäblich auf die Preisbewertung auswirken. Ihre um rund 10 %
günstigere Unternehmervariante erziele keine um 10 % bessere Bewertung,
was sie mit einem Rechnungsmodell auf S. 6 der Replik veranschaulicht. Es
lässt sich nicht bestreiten, dass Änderungen an den Preisen den Massstab
verschieben, da sie auch eine Verschiebung des Mittelwerts und damit der
Bezugsgrösse bedeuten. Das spricht indessen nicht gegen die Tauglichkeit der
Methode. Massgebend ist nicht, ob eine 10 %ige Preisverbesserung auch eine
10 % bessere Bewertung bei diesem Kriterium zur Folge hat. Entscheidend
ist vielmehr, ob eine 10 %ige Verbesserung beim Preis und eine 10 %ige
Verbesserung bei den anderen Kriterien sich auch entsprechend der vorgegebenen
Gewichtung auf die Bewertung auswirken. Die Auswirkung eines 10 % tieferen
Angebotspreises ergibt sich aus folgender Darstellung:

 

	

  
  

  	
  Anbieter 1

  	
  Mitbeteiligte

  	
  Beschwerdeführerin

  	
  Mittelwert

  
	
  Preis effektiv

  	
  869'408.-

  	
  629'460.-

  	
  457'515.-

  	
  652'128.-

  
	
  Punkte gewichtet

  	
  69

  	
  50

  	
  36

  	
  52

  
	
  Punktedifferenz

  	
  + 33

  	
  + 14

  	
  0

  	
   

  
	
  Variante 10 %
  tieferer Preis der Bf

  	
  869'408.-

  	
  629'460.-

  	
  411'764.-

  	
  636'877.-

  
	
  Punkte gewichtet

  	
  70,9

  	
  17,8

  	
  33,6

  	
  52

  
	
  Punktedifferenz

  	
  + 37,3

  	
  + 17,8

  	
  0

  	
   

  

 

Eine 10 % tiefere Preiseingabe
bei der Beschwerdeführerin verschafft ihr demnach einen Punktevorsprung gegenüber
der Mitbeteiligten von 3,8 Punkten. Kürzt man dementsprechend zum Vergleich
auch bei den anderen Zuschlagskriterien das beste Angebot (dasjenige der
Mitbeteiligten mit 38 Punkten) um 10 %, resultiert ebenfalls eine Reduktion
von 3,8 Punkten. Diese identische Auswirkung steht in einem vertretbaren
Verhältnis zur massgeblichen Gewichtung, welche mit 52 : 48 nahezu gleichwertige
Vorgaben liefert. Entgegen den Vorbringen der Beschwerdeführerin kann keine
Verfälschung der Gewichtung beim Preis gegenüber den andern Zuschlagskriterien
festgestellt werden. So ist auch ihr Rechnungsmodell auf S. 7 der Replik
nicht geeignet, eine solche aufzuzeigen, da ihm keine vergleichbare
Bezugsgrösse zugrunde liegt. Anstatt die Bewertung der übrigen Zuschlagskriterien
proportional gleichmässig zu korrigieren, wird dort die Gewichtung eines einzelnen
Kriteriums herausgegriffen und in nicht vergleichbarer Weise verändert. 

 

bb) Die Beschwerdeführerin fordert
weiter, dass exakte und identische Bewertungsbandbreiten zu beachten und von
den konkreten Angeboten unabhängige Preisspannen festzusetzen seien. Dies würde
dem Vorgehen bei einer absoluten Kriterienbewertung entsprechen, widerspricht
indessen der praktizierten Mittelwertmethode, welche verstärktes Gewicht auf
einen Quervergleich unter den Angeboten legt. Soweit von einer Bandbreite
gesprochen werden kann, wird sie durch den Mittelwert bzw. dessen Bezugsgrösse von
100 % bestimmt. Die Beschwerdeführerin vermag letztlich nichts
vorzubringen, was diese Methode grundsätzlich als nicht sachgerecht erscheinen
liesse. Demgegenüber spricht immerhin die vorstehend aufgezeigte Stabilität der
Gewichtung für deren Tauglichkeit im konkreten Fall. Die tatsächliche
Bewertungsspanne zwischen den Angeboten beträgt bei der Gesamtbewertung der
Zuschlagskriterien Nrn. 1–9 rund 60 % und liegt damit unter derjenigen der
Angebotspreise von 90 % zwischen höchstem und tiefstem Angebot. Die
Abweichungen der Bewertungsspannen erscheinen somit als vertretbar. Der
Beschwerdeführerin ist zwar beizupflichten, dass der effektiven Preisspanne der
Angebote naturgemäss etwas zufälliges anhaftet. Die Preise bewegen sich jedoch
vorliegend in einem realistischen Rahmen. Entgegen dem Dafürhalten der Beschwerdeführerin
handelt es sich beim Angebot des dritten Anbieters nicht um ein unrealistisch
hohes Angebot. Es liegt sowohl unter der Kostenschätzung gemäss Vorprojekt als
auch innerhalb der vom Verwaltungsgericht im Entscheid VB.2002.00033 (BEZ 2003 Nr. 14)
für Vergaben dieser Art als realistisch gewerteten Preisstreuung. Alles in
allem besteht keine Veranlassung, von der gewählten Methode abzuweichen bzw.
korrigierend einzugreifen. 

 

c) Erweist sich demnach die von der
Beschwerdegegnerin gewählte Methode zur Bewertung der Angebote als sachgerecht,
ist sie angesichts des der Vergabebehörde diesbezüglich zustehenden Ermessens
zu bestätigen, auch wenn andere ebenfalls vertretbare Methoden allenfalls zu
einem für die Beschwerdeführerin günstigeren Ergebnis führen würden. Die
Beschwerdeführerin kann daher aus dem von ihr angerufenen Verwaltungsgerichtsentscheid
VB.2002.00033 (BEZ 2003 Nr. 14) grundsätzlich nichts zu ihren Gunsten
ableiten. Die dort ebenfalls im Zusammenhang mit der Erneuerung einer amtlichen
Vermessung als rechtmässig erkannte Bewertungsmethode folgte einem absoluten
Bewertungsansatz und unterscheidet sich damit grundlegend von der hier
angewandten Mittelwertmethode. Die jeweiligen Rechenmodelle lassen sich nicht
direkt auf den vorliegenden Fall übertragen. Zudem basieren die entsprechenden
Ausführungen der Beschwerdeführerin auf einem klaren Missverständnis. Sie will
den zitierten Entscheid so verstanden wissen, dass das Gericht "eine
Preisspanne von 100 % für die Höchstnote und 150 % für die schlechteste
Bewertung als sachgerecht und vertretbar erachtet" habe. Diese Wiedergabe
erweist sich indessen als falsch. Das Gericht hat für die fragliche Auftragsart
eine Preisspanne von höchstens 100 % bis 150 % zwischen
höchst- und tiefstbewertetem Angebot als noch sachgerecht und vertretbar gewürdigt.
Die schlechteste Bewertung wäre demnach nicht, wie die Beschwerdeführerin
meint, einem ihre Offerte um die Hälfte übersteigenden Angebot, sondern
vielmehr einem doppelt bzw. zweieinhalb mal so hohen Angebot zuzuweisen. 

 

4. Die Beschwerdeführerin wendet
sich im Weiteren auch gegen die Bewertung ihres Angebots bei den
"übrigen" Zuschlagskriterien Nrn. 4–9. 

 

Soweit der Submissionsexperte der
Beschwerdegegnerin diese Zuschlagskriterien in Bewertungseinheiten aufgeteilt
hat, hat er deren Erfüllungsgrad wiederum mit "ja", "bedingt"
oder "nein" bewertet und diese Bewertung jeweils mit einer
Kurzbegründung versehen. Von der Bestbewertung "ja, erfüllt"
ausgehend wurden Zuschläge für schlechtere Bewertungen gemacht, das heisst ein
halber Punkt pro "bedingt" bzw. ein ganzer Punkt für jedes
"nein". Zusammengerechnet und auf eine gerade Zahl von 1 bis 3
gerundet führte dies zur Punktzahl des jeweiligen Zuschlagskriteriums. Die
Beschwerdeführerin merkt hierzu an, sei ein Kriterium demnach beispielsweise in
drei Bewertungseinheiten aufgeteilt worden und wären diese dreimal mit
"bedingt erfüllt" bewertet worden, ergebe der Gesamtwert wider
Erwarten nicht 2 (= "bedingt erfüllt"), sondern 2.5 bzw. 3 (=
"nein, nicht erfüllt"). Diese Kritik ist grundsätzlich berechtigt,
muss doch eine durchwegs mittlere Bewertung der Unterkriterien logischerweise
auch zu einer mittleren Gesamtwertung des betreffenden Zuschlagskriteriums
führen. Das Ergebnis fällt indessen vorliegend nicht anders aus, wenn man die
Bewertungseinheiten mit 1–3 Punkten bewertet und den Durchschnittswert errechnet.
Die beiden Methoden führen von vornherein nur bei den Kriterien Nrn. 5, 6 und 9
zu anderen Punktzahlen, nämlich 1,6, 2,6 und 1,6 anstatt 2, 3 und 2. Diese
Differenzen entfallen jedoch mit der Rundung auf ganze Zahlen. Letzteres wird von
der Beschwerdeführerin ebenfalls beanstandet, kann aber aus Gründen der Praktikabilität
im vorliegenden Rahmen als noch vertretbar gewürdigt werden. 

 

Die Beschwerdeführerin macht sodann
wiederholt geltend, soweit gemäss Formulierung der Zuschlagskriterien eine
"genügende", "geeignete" oder gar einfach nur "vorhandene"
Lösung ausgeschrieben worden sei, dürfe auch nicht mehr als eine solche verlangt
werden. Biete das Angebot im fraglichen Punkt eine "genügende",
"geeignete" bzw. überhaupt eine Lösung, müsse dafür die Bestnote
"erfüllt" vergeben werden. Es dürfe diesfalls nicht berücksichtigt
werden, ob ein anderes Angebot mehr als nur erfülle. Die Beschwerdeführerin
verlangt damit letztlich eine abstrakte, von den übrigen Offerten unabhängige
Beurteilung ihres Angebots. Damit verkennt sie, dass es im Submissionsverfahren
naturgemäss um einen Offertvergleich zur Ermittlung des wirtschaftlich
günstigsten Angebots geht. Das bedingt nicht nur einen Preis- sondern
gleichermassen auch einen Qualitätsvergleich. Auch wenn vom Wortlaut her eine
genügende Leistung verlangt wird, bedeutet das folglich nicht, dass keine
Bewertung des mehr oder minderen Genügens stattfinden muss. Dies gilt entgegen
dem Dafürhalten der Beschwerdeführerin auch, wenn sich im zweistufigen
Verfahren ausschliesslich präqualifizierte Anbieter gegenüberstehen. Die Beurteilung
von Anbietern anhand von Eignungskriterien ist klar von der Beurteilung der
konkreten Angebote anhand der Zuschlagskriterien zu unterscheiden.

 

Nachfolgend ist auf die Einwände
gegen die Bewertung der einzelnen Zuschlagskriterien näher einzugehen: 

 

a) Das Zuschlagskriterium 4 lautet:
"Ist die Aufgabenanalyse vorhanden und nachvollziehbar?" Das
Kriterium umfasst zwei Bewertungseinheiten: 1. "Analyse vorhanden?",
2. "Ist der Lösungsweg nachvollziehbar?" Bei der ersten
Bewertungseinheit erfüllte die Beschwerdeführerin die Anforderungen nur
"bedingt" mit der Begründung: "zum Teil mit dem
Ausführungsbeschrieb vermischt. Problem von nicht lageidentischen LFP3 durch Rekonstruktion
nicht erwähnt". Die Beschwerdeführerin hält dem entgegen, sie habe das angesprochene
Problem sehr wohl erkannt und folgendermassen umschrieben: "Die mässige
Genauigkeit des Ursprungsoperates hat sich schnell verschlechtert, da in der
Nachführung Messfehler nicht von Ursprungsspannungen unterschieden werden
konnten und ungeeignete Messdispositionen sich stärker auswirkten, als in einer
homogenen Netzanlage. Das Fixpunktnetz ist deshalb im bezeichneten Perimeter
umfassend zu erneuern." In diesem Zusammenhang ist auf das Vorprojekt zu
verweisen, wo im Wesentlichen bereits festgehalten wurde, dass und weshalb die
Datenbestände inhomogen seien. Infolge der relativen Ungenauigkeit früherer
Messungen und veränderter Netzhierarchien sei die absolute Lageidentität
einzelner Punkte nicht garantiert, wobei die Verschiebungsvektoren ein uneinheitliches
Bild ohne Gesetzmässigkeiten zeigten. Der Beschwerdegegnerin ist beizupflichten,
dass die Ausführungen der Beschwerdeführerin die Analyse gemäss Vorprojekt
nicht wesentlich vertiefen. Nachdem anderseits der Mitbeteiligten in diesem
Punkt eine "gute und vollständige Detailbeschreibung" attestiert wurde,
erscheint die um eine Stufe schlechtere Bewertung der Beschwerdeführerin als gerechtfertigt.

 

Bezüglich der zweiten
Bewertungseinheit macht die Beschwerdeführerin geltend, diese sprenge den
Rahmen des Zuschlagskriteriums und habe zu entfallen bzw. es sei davon auszugehen,
dass ihr Angebot insofern den Anforderungen ebenfalls genüge. Dieser Frage ist
nicht weiter nachzugehen, da weder eine bessere Bewertung der Beschwerdeführerin,
noch der Wegfall der Bewertungseinheit im Verhältnis zur Mitbeteiligten eine Bewertungsänderung
zur Folge hätte. 

 

b) Das Zuschlagskriterium 5 lautet:
"Ist die in der Offerte vorgeschlagene Methode vollständig und
verständlich dargestellt und ist sie genügend dokumentiert?" Das Kriterium
umfasst drei Bewertungseinheiten, wobei die dritte Bewertungseinheit nicht im
Streit liegt. Bei der ersten Bewertungseinheit ("bezüglich
Fixpunktbestimmung und Bezug zum alten Netz?") erfüllte die
Beschwerdeführerin die Anforderungen nur "bedingt" mit der
Begründung: "Kombiniertes Netz Tachymeter/GPS; Bezug zum alten Netz unklar
formuliert: Nicht mehr materialisierte Fixpunkte sind aus den alten Messungen
ins neue Netz einzupassen. Werden auch andere Neuberechnungen durchgeführt (es
heisst: teilweise Neuberechnung)? Die Aussage über schlechte PP-Rekonstruktionen
ist deshalb vage, und es werden keine Massnahmen aufgeführt. Die Bemerkung über
nicht verwendete Fixpunktschächte ist richtig." Die Beschwerdeführerin
verwehrt sich dagegen, dass ihre Angaben als unklar gewertet wurden. Es geht somit
nicht darum, ob Angaben der Beschwerdeführerin fehlen oder falsch sind, sondern
um die qualitative Beurteilung grundsätzlich tauglicher Angaben. Solche
Bewertungen sind, wie einleitend gesagt, im Verhältnis zu den entsprechenden
Angaben der Mitbewerber und vor dem Hintergrund des der Vergabebehörde bei der
Beurteilung der Angebote zustehenden Ermessensspielraums zu sehen. Die
Vergabebehörde hat zur Durchführung der Vergabe einen ausgewiesenen
Submissionsexperten beigezogen. Es besteht vorliegend kein Anlass für Zweifel
an der Fachkompetenz oder an der Unabhängigkeit dieses Experten. Wenn die
Vergabebehörde auf seine Wertung abgestellt hat, ist dies daher ohne weiteres
vertretbar. Dies gilt auch für die Beurteilung der zweiten Bewertungseinheit
("bezüglich Liegenschaften und Umgang mit den grauen Koordinaten,
Herstellen Bezug zum neuen Netz?"). Auch diesbezüglich hat der
Submissionsexperte die Angaben der Beschwerdeführerin als weniger klar und
bestimmt gewürdigt als diejenigen der Mitbeteiligten. Dass die Beschwerdeführerin
ihre entsprechenden Angaben in der Beschwerdeschrift komprimiert wiederholt und
dadurch auch verdeutlicht hat, vermag die streitige Bewertung nicht mehr in
Frage zu stellen. Im Rahmen der zweiten Bewertungseinheit wurde sodann auch
berücksichtigt, ob Nachmessungen (bei ungenügenden Aufnahmedaten) vorgesehen
wurden. Die Beschwerdeführerin hat solche Nachmessungen unbestrittenermassen
nicht erwähnt, dies im Gegensatz zur Mitbeteiligten. Sie begründet dies damit,
dass Nachmessungen nach ihrer Erfahrung eher die Ausnahme darstellen, in ihrer
Offerte im Übrigen aber auch nicht ausdrücklich ausgeschlossen worden seien.
Diese Argumentation ist nicht stichhaltig; was in der Offerte nicht erwähnt
wird, ist von dieser regelmässig auch nicht umfasst. Auch wenn Nachmessungen
nicht die Regel bilden, ist das Interesse der Vergabebehörde an der Kalkulation
dieses Risikos durchaus nachvollziehbar.

 

c) Das Zuschlagskriterium 6 lautet:
"Werden die gestellten Anforderungen mit der vorgeschlagenen Methode
erfüllt, und sind die Angaben betreffend Genauigkeit und Zuverlässigkeit
ausreichend?" Das Kriterium umfasst drei Bewertungseinheiten, wobei die
Bewertung der zweiten Einheit unbestritten geblieben ist. Die Beschwerdeführerin
macht geltend, indem die Bewertungseinheit "Aktualisierung Bodenbedeckung,
Nachweis der Vollständigkeit erbracht?" zu einem von lediglich drei
Unterkriterien erhoben werde, falle dieser Aspekt zu stark ins Gewicht. Dem
hält die Beschwerdegegnerin entgegen, dass die Bedeutung der Aktualisierung sowohl
im Vorprojekt als auch in den Submissionsunterlagen unter Punkt 3.2.1 deutlich
hervorgehoben worden sei. Es erscheint denn auch zumindest als vertretbar, dass
dieser Anforderung im Rahmen des Zuschlagskriteriums 6 die besagte Bedeutung
beigemessen wurde. 

 

Die Beschwerdeführerin widerspricht
dem ausführlichen (negativen) Kommentar des Submissionsexperten zu dieser
Bewertungseinheit einzig bezüglich dessen Feststellungen zu den verwendeten
Luftbildern. Für die Erfassung und Überprüfung der Aktualisierung wollte die
Beschwerdeführerin auf Luftbilder aus dem Jahr 1996 abstellen. Sie räumt ein,
dass eine Neubefliegung des Gebiets ein qualitativ besseres Produkt ergeben
würde. Auf Grund der Akteneinsicht hätte sie jedoch den Eindruck erhalten, dass
bei Nachführungsarbeiten nach 1996 die neuen Vorschriften korrekt angewendet
worden seien, also die jetzt noch notwendigen Aktualisierungsarbeiten
schwergewichtig ältere Objekte erfassen müssten. Dementsprechend genüge der
Beizug von älteren Luftbildern für den verlangten Zweck. Der Beschwerdegegnerin
ist beizupflichten, dass die Zuverlässigkeit der Aktualisierung durch die
Verwendung alter Luftbilder unnötig in Frage gestellt wird. Die Vergabebehörde
hat dem Aspekt der Aktualisierung von Anfang an und unmissverständlich erhebliches
Gewicht beigemessen. Es entbehrt daher jeder Grundlage, wenn die Beschwerdeführerin
ausführt, diesbezüglich seien keine höheren Qualitätsansprüche gestellt worden
und die anderen Anbieter würden dementsprechend die Qualitätsansprüche unnötigerweise
im "Übermass" erfüllen. Die negative Bewertung des von der
Beschwerdeführerin beabsichtigten Vorgehens ist offenkundig gerechtfertigt. 

 

Die dritte Bewertungseinheit
lautet: "Gibt es überzeugende Aussagen über Weiterbehandlung der Resultate
der Kontrollpunkte? Wie werden bestehende Koordinaten behandelt?" Die
Offerte der Beschwerdeführerin enthält hierzu keine Aussagen und wurde
dementsprechend mit "nicht erfüllt" beurteilt. Die Beschwerdegegnerin
räumt ein, dass die Ausschreibung keine exakte Vorgabe bezüglich der Verwendung
der Kontrollpunkte machte. Weiter führt sie aus, die Messung der Kontrollpunkte
sei vorgeschrieben. Was jedoch nicht heisse, dass keine Aussage zu machen sei,
welche dann unter dem Titel "Erfüllung der gestellten Anforderungen mit
der vorgeschlagenen Methode" bewertet werden könne. Dem hält die
Beschwerdeführerin entgegen, aus der direkten Anweisung zur Qualitätssicherung
müsse nicht geschlossen werden, es werde hierzu ein Kommentar erwartet. Die
Beschwerdeführerin verkennt jedoch, dass tatsächlich kein Kommentar zur Messpflicht
als solcher erwartet wurde, sondern Aussagen über die zweifellos gebotene Weiterbehandlung
der entsprechenden Resultate. Diese Erwartung erscheint begründet, zumal die
beiden andern Anbieter entsprechende Aussagen lieferten.

 

d) Das Zuschlagskriterium 7 lautet:
"Sind die beschriebenen Massnahmen zur Qualitätssicherung für die
gestellte Aufgabe genügend und bieten sie für die Verifikation eine wertvolle
Hilfe?" Das Kriterium wurde in zwei Bewertungseinheiten aufgeteilt:
"1. Zertifizierung vorhanden?", "2. Umfang und Inhalt der PQM
überzeugend?" Die Beschwerdeführerin macht geltend, die erste
Bewertungseinheit sei unzulässig, da in den Submissionsunterlagen keine
Zertifizierung verlangt worden sei. Der Frage ist nicht weiter nachzugehen, da
weder die Beschwerdeführerin noch die Mitbeteiligte über eine Zertifizierung verfügt
und daher beide gleichermassen mit "nein" bewertet wurden. Der
Wegfall dieser Bewertungseinheit hätte folglich ohnehin keinen Einfluss auf das
Gesamtergebnis. Auch bei der zweiten Bewertungseinheit schnitten die beiden
Kontrahenten gleich ab, diesmal mit der Bewertung "bedingt". Der
Kommentar des Submissionsexperten zur Bewertung der Beschwerdeführerin lautet:
"Die aufgeführten Massnahmen sind gängige Einzelkontrollen aus der amtlichen
Vermessung, die wenig mit einem Qualitätssystem zu tun haben." Bei der
Mitbeteiligten merkte er an: "Checklisten mit 2 guten Beispielen, fünf
Schritte des PQM aufgeführt." Die Beschwerdeführerin macht geltend, das
Zuschlagskriterium verlange lediglich eine genügende Qualitätssicherung. Diese
Anforderung würden die von ihr zugesicherten Massnahmen erfüllen, zumal sie der
Verifikationsanleitung des ARV entsprechen und in verschiedenen Aufträgen
wiederholt angewendet worden seien. Die Beschwerdegegnerin entgegnet hierzu in
der Beschwerdeantwort, beide Mitbewerber mit ähnlicher Qualitätssicherung seien
in diesem Punkt gleich beurteilt worden, so dass sich eine Diskussion um eine
Korrektur dieser Bewertung erübrige. Diese überzeugende Feststellung ist in der
Folge unbestritten geblieben. Der Punkt ist daher nicht mehr weiter zu
verfolgen. 

 

e) Das Zuschlagskriterium 8 lautet:
"Ist die Terminplanung gut strukturiert, realistisch und kann sie die
vorgegebenen Fristen einhalten?" Das Kriterium wurde ebenfalls in zwei
Bewertungseinheiten aufgeteilt: 1. "Zeiten realistisch?", 2.
"Detaillierung der Terminplanung ausreichend?" Streitig ist lediglich
die zweite Bewertungseinheit. Die Beschwerdeführerin macht geltend, ein detaillierter
Terminplan sei weder in der Ausschreibung noch im Hauptkriterium verlangt
worden. Dieser Einwand erscheint unnötig spitzfindig, ist es doch
selbstverständlich, dass eine gut strukturierte Terminplanung durchwegs einen
gewissen Detaillierungsgrad aufweist, welcher wiederum nicht von der
Beurteilung ausgeschlossen werden kann. Weiter führt die Beschwerdeführerin zur
Verteidigung ihrer Terminplanung an, für das rund drei Jahre dauernde Projekt
lägen "verbindliche Aussagen über messbare Zwischenziele in der
Genauigkeit von einem Monat" vor. Genauere Anforderungen seien auch in den
Submissionsunterlagen nicht verlangt. In der Offerte der Beschwerdeführerin
heisst es hierzu:

 

"In einer
ersten Phase wird das Fixpunktnetz mit Netzentwurf, Fixpunktversicherung,
Messung und Ausgleichung bearbeitet und verifiziert. Diese erste Phase dauert
ca. 6 Monate.

 

Die Erarbeitung
der Themen Liegenschaften, Bodenbedeckung und Einzelobjekte dauert für die 200
ha Bauzonenflächen ca. 12 Monate, für das übrige Gemeindegebiet weitere ca. 6
Monate. Die Berechnung dieser Bearbeitungsfristen basiert auf den relativ
aufwendigen Erneuerungsarbeiten für das Vermessungswerk der Stadt W.

Für die
Abschlussarbeiten, den Verkehr mit der Aufsichtsbehörde und begleitende
Verifikation setzen wir weitere 6 Monate ein."

 

Die Beschwerdeführerin setzt
demnach vier Zwischenziele über einen Zeitraum von rund drei Jahren. Dem
Submissionsexperten ist beizupflichten, dass dieser Terminplan keine Details
aufweist und dementsprechend die Bewertung "nein, nicht erfüllt"
angemessen ist. Demgegenüber wird im Kommentar zur positiven Bewertung der
Mitbeteiligten festgehalten: "Jeder einzelne Teilabschnitt ist einem
Termin zugeordnet, Photogrammetrie eingebunden." Auch diese Bewertung ist
überzeugend, umfasst doch der aus Geheimnisschutzgründen nicht näher zu
erläuternde Terminplan der Mitbeteiligten immerhin dreiundzwanzig Positionen,
die in sechs Phasen aufgeteilt sind. Die Beschwerdegegnerin hält zu Recht fest,
dass angesichts dieser grossen Unterschiede in der Strukturierung des Terminplans
auch eine differenzierte Bewertung der zum Vergleich stehenden Anbieter geboten
war. 

 

f) Das Zuschlagskriterium 9 lautet:
"Sind Mehrleistungen enthalten, Ansätze für Zusatzarbeiten und
Teuerungsangebot günstig?" Das Kriterium wurde in drei Bewertungseinheiten
unterteilt, wovon lediglich eine, die Bewertungseinheit "Echte Mehrleistungen?"
im Streit liegt. Im Kommentar zum Angebot der Beschwerdeführerin heisst es:
"Negativ: Unternehmer geht davon aus, dass der Rasterdatensatz des ÜP
gratis zur Verfügung gestellt wird. Sonst nur Zusatzprodukte". Die
Beschwerdegegnerin ist erklärtermassen nicht im Besitz des fraglichen
Datensatzes, so dass dieser auch nicht gratis zur Verfügung steht. Mithin ist
die Offerte der Beschwerdeführerin um den entsprechenden Betrag zu tief, was
grundsätzlich berücksichtigt werden darf. Es fragt sich, ob diesem Aspekt
vorliegend zu viel Gewicht beigemessen wurde. Diese Frage kann aber letztlich
offen bleiben, wie im Übrigen auch die Frage, ob es sich bei den sonstigen
Zusatzleistungen der Beschwerdeführerin um echte Mehrleistungen oder blosse
Zusatzprodukte handelt. Selbst wenn die Beschwerdeführerin bei diesem
Zuschlagskriterium mit der Gesamtnote 1 bewertet würde, hätte dies keinen
wesentlichen Einfluss auf das Gesamtergebnis, welches dann immer noch mit 89 :
94 (anstatt 88 : 97) zugunsten der Mitbeteiligten ausfallen würde. 

 

5. Schliesslich beantragt die
Beschwerdeführerin, ihre Unternehmerofferte sei in die Bewertung einzubeziehen,
und sofern sie sich als die wirtschaftlichste Lösung erweise, sei der Zuschlag
dafür zu erteilen. Die Beschwerdeführerin hat eine Unternehmervariante
eingereicht mit dem Inhalt, dass die nach den Submissionsvorgaben auch während
der Erneuerung der Vermessung beim Nachführungsgeometer verbleibenden
Nachführungsarbeiten ebenfalls von ihr ausgeführt werden. Dafür wurde eine
Preisreduktion von Fr. 40'000.- offeriert. Die Beschwerdeführerin macht
geltend, § 27 Abs. 1 der Verordnung über die amtliche Vermessung vom
17. Dezember 1997 schreibe vor, dass der mit der Erneuerung der amtlichen
Vermessung betraute Ingenieur-Geometer regelmässig auch für die laufende
Nachführung verantwortlich sei. Gemäss Abs. 3 der nämlichen Bestimmung
könne von dieser Regelung aus wichtigen Gründen abgewichen werden. Diese
Ausnahmevoraussetzungen seien jedoch vorliegend nicht erfüllt. 

 

Eine Offerte kann Varianten zu der
in der Ausschreibung umschriebenen Leis­tung enthalten (vgl. VGr, 17. Februar
2000, BEZ 2000 Nr. 25). Ein Sonderfall sind Varianten, die nicht der
Erbringung der ausgeschriebenen Leistung dienen, sondern eine Änderung des
Leistungsinhalts in quantitativer oder qualitativer Hinsicht zum Gegenstand
haben; wie z.B. die von der Beschwerdeführerin vorgeschlagenen Änderungen, die
laufende Nachführung während der Erneuerung mit an sie zu vergeben anstatt
diese, wie ausdrücklich vorgesehen, beim Nachführungsgeometer zu belassen. Es
erscheint zwar nicht gerechtfertigt, Varianten dieser Art von vornherein
auszuschliessen, da sie der Behörde Gelegenheit geben, eine allenfalls
diskutable Vorgabe nochmals zu überprüfen. Gelangt die Behörde jedoch zum
Schluss, dass die Anforderungen entsprechend der Variante zu ändern sind, muss
auch den andern Anbietern Gelegenheit gegeben werden, ihre Offerten mit Blick
auf die neue Umschreibung des Leistungsinhalts zu ergänzen. Dieses Vorgehen,
das der Regelung der Submissionsverordnung für wichtige Auskünfte vor der
Eingabe der Angebote (§ 19 Abs. 2 SubmV) entspricht, gewährleistet
die Gleichbehandlung der Anbieter und die Transparenz des Vergabeverfahrens. 

 

Die Beschwerdegegnerin hat es
abgelehnt, die Ausschreibungsbedingungen entsprechend der Variante zu ändern.
Dementsprechend hat sie darauf verzichtet, von den übrigen Anbietern eine
entsprechende Offertergänzung einzuholen. Ein direkter Zuschlag zugunsten der
von der Beschwerdeführerin eingereichten Unternehmervariante käme demnach
derzeit ohnehin nicht in Frage. Dass sie die Unternehmervariante der
Beschwerdeführerin dennoch in den Offertvergleich einbezogen hat, diente
letztlich dem Nachweis, dass sich auch dadurch am Ergebnis nichts ändern würde.
Diese zutreffende Feststellung behält ihre Gültigkeit auch dann noch, wenn man
– wie vorstehend (vgl. E. 4f) ausgeführt – die Bewertung der
Beschwerdeführerin beim Zuschlagskriterium 9 anhebt. Das Gesamtergebnis würde
mit 90 : 92 nach wie vor zugunsten der Mitbeteiligten ausfallen. Folglich vermöchte
auch eine Wiederholung des Submissionsverfahrens auf der Basis der Unternehmervariante
der Beschwerdeführerin den Zuschlag nicht zu verschaffen. Mithin fehlt ihr
diesbezüglich ein Anfechtungsinteresse, so dass dieser Frage nicht weiter
nachzugehen ist. 

 

Zusammenfassend ist die Beschwerde
somit abzuweisen.

 

6. Ausgangsgemäss wird die
Beschwerdeführerin kostenpflichtig (§ 13 Abs. 2 Satz 1 in
Verbindung mit § 70 VRG) und steht ihr keine Parteientschädigung zu (§ 17
Abs. 2 VRG).

 

 

Demgemäss entscheidet die Kammer:

 

 

1.    Die Beschwerde wird abgewiesen.

 

2.    Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf 

Fr.  3'500.--;    die übrigen Kosten betragen:

Fr.    210.--     Zustellungskosten,

Fr. 3'710.--     Total der Kosten.

 

3.    Die Gerichtskosten werden der Beschwerdeführerin
auferlegt. 

 

4.    Eine Parteientschädigung wird nicht zugesprochen.

 

5.    …