# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 803df72f-9048-5f73-a931-a7b1869f29ba
**Source:** Glarus (GL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-03-12
**Language:** de
**Title:** Glarus Verwaltungsgericht 12.03.2014 VG.2013.00097 (VG.2014.14)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GL_Omni/GL_VG_001_VG-2013-00097_2014-03-12.html

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GLARUS

  
	
   

   

  Urteil vom 12. März 2014

   

   

  
	
  II. Kammer

  
	
   

  
	
   

  
	
  in Sachen

  
	
  VG.2013.00097

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    A.______

    	
    Beschwerdeführer  

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
  gegen

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    IV-Stelle Glarus

    	
    Beschwerdegegnerin 

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
  betreffend

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  berufliche Massnahmen und Invalidenrente

  
	
  Die Kammer zieht in Erwägung:

  
	
  I. 

  
	
  1. 

  
	
  Am 1. März 2013 meldete
  sich A.______, geboren am [...], zum Bezug von Leistungen der
  Invalidenversicherung an. Nach durchgeführtem Abklärungsverfahren stellte die
  IV-Stelle A.______ mit Vorbescheid vom 25. Juli 2013 die Abweisung
  seines Leistungsbegehrens in Aussicht. Die von A.______ am 14. August 2013
  dagegen erhobenen Einwände wies die IV-Stelle mit Verfügung vom
  2. Oktober 2013 ab und hielt an ihrem Vorbescheid vom 25. Juli 2013
  fest.

  
	
   

  
	
  2. 

  
	
  Dagegen erhob A.______ am
  11. Oktober 2013 sowie mit ergänzender Stellungnahme vom 14. November 2013
  Beschwerde beim Verwaltungsgericht und beantragte sinngemäss die Aufhebung
  der Verfügung vom 2. Oktober 2013 und die Erbringung von Leistungen der
  Invalidenversicherung.

  
	
   

  
	
  Die IV‑Stelle
  schloss am 16. Dezember 2013 auf Abweisung der Beschwerde.

  
	
   

  
	
  II. 

  
	
  1.

  
	
  Das Verwaltungsgericht ist gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a
  des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung vom 19. Juni 1959 (IVG) zur
  Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Da auch die übrigen
  Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

  
	
   

  
	
  2. 

  
	
  2.1 Gemäss Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den
  Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 (ATSG) ist
  Invalidität die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
  oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch
  eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit
  verursachte und nach zumutbarer Behandlung sowie Eingliederung verbleibende
  ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht
  kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

  
	
   

  
	
  2.2 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht bei einem
  Invaliditätsgrad von mindestens 40 % Anspruch auf eine Viertelsrente,
  bei einem solchen von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei
  mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und ab mindestens 70 %
  auf eine ganze Rente. Für die Bestimmung des
  Invaliditätsgrads wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach
  Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung
  und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
  bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung zum
  Erwerbseinkommen gesetzt, welches sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
  geworden wäre (Art. 16 ATSG).

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  3.1 Zur Bemessung
  der Invalidität ist die Arbeitsfähigkeit bzw. die Leistungsfähigkeit im Aufgabenbereich
  medizinisch-theoretisch zu schätzen und hernach zu ermitteln, wie sich dieser
  medizinisch-theoretische Wert konkret auswirkt. Im Hinblick darauf holt die
  IV-Stelle die erforderlichen Unterlagen über den Gesundheitszustand sowie die
  Arbeits- und Eingliederungsfähigkeit des Versicherten ein
  (Art. 69 Abs. 2 der Verordnung über die Invalidenversicherung
  vom 17. Januar 1961 [IVV]). Es ist Aufgabe des Arztes, sämtliche Auswirkungen einer
  Krankheit oder eines Unfalls auf den Gesundheitszustand der versicherten
  Person zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, bezüglich welcher konkreter
  Tätigkeiten und in welchem Umfang sie arbeitsunfähig ist. Die ärztlichen
  Auskünfte sind sodann eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage,
  welche Arbeitsleistungen der versicherten Person im Hinblick auf ihre persönlichen
  Verhältnisse noch zugemutet werden können (vgl. BGE 125 V 256
  E. 4).

  
	
   

  
	
  3.2 Nach dem für das gesamte Verwaltungs- und
  Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren geltenden Grundsatz der freien Beweiswürdigung
  haben Versicherungsträger und Sozialversicherungsrichter die Beweise frei,
  d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und
  pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass
  das Gericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen,
  objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren
  Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander
  widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne
  das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf
  die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (BGE 125 V 351
  E. 3a). 

  
	
   

  
	
  3.3 Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen
  Gutachtens ist entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen
  umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
  Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der
  untersuchten Person auseinandersetzt, in Kenntnis der und gegebenenfalls in
  Auseinandersetzung mit den Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, ob es in
  der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob
  die Schlussfolgerungen des medizinischen Experten in einer Weise begründet
  sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, sowie
  ob der Experte nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche
  ihm die Beantwortung der Fragen erschweren, gegebenenfalls deutlich macht. Ausschlaggebend
  für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines
  Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag
  gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen Inhalt (vgl. BGE 125 V 351 E. 3a).

  
	
   

  
	
  3.4 Dennoch hat es die Rechtsprechung mit dem
  Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf
  bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die
  Beweiswürdigung aufzustellen. Den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten
  Gutachten von externen Spezialärzten, welche aufgrund eingehender
  Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht
  erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen
  gelangen, ist bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange
  nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE
  137 V 210 E. 1.3.4). Dagegen entspricht es einer allgemeinen Erfahrung, dass
  Hausärzte im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in
  Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (Ulrich Meyer,
  Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz
  über die Invalidenversicherung, 2. A., Zürich/Basel/Genf 2010,
  S. 353).

  
	
   

  
	
  3.5 Auch den Berichten und Gutachten
  versicherungsinterner Ärzte kommt schliesslich Beweiswert zu, sofern sie als
  schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich
  widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen.
  Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in einem Anstellungsverhältnis
  zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität
  und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände,
  welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als
  begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche
  den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die
  Unparteilichkeit des Gutachters allerdings ein strenger Massstab anzulegen
  (BGE 135 V 465 E. 4.4, 125 V 351 E. 3b/ee).

  
	
   

  
	
  3.6 Die Verwaltung als verfügende Instanz und –
  im Beschwerdefall – der Richter dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen
  annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im
  Sozialversicherungsrecht hat der Richter dabei seinen Entscheid – sofern das
  Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht – nach dem Beweisgrad der
  überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines
  bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Der Richter hat
  vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die er von allen möglichen
  Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 119 V 7
  E. 3c/aa, mit Hinweisen).

  
	
   

  
	
  4. 

  
	
  4.1 Der Beschwerdeführer bringt vor, dass er seinen
  Beruf im Telefonmarketing aufgrund mangelnder körperlicher Ressourcen
  entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin nicht mehr zu 100 %
  ausführen könne, obschon er alles Mögliche unternommen habe, um die volle
  Leistungsfähigkeit wieder erlangen zu können. Nach bereits dreieinhalb bis
  vier Stunden habe er Hustenreiz und daraufhin Husten, wodurch ihm das
  Sprechen Mühe bereite. Ferner habe die Beschwerdegegnerin seinen Gesundheitszustand
  nur ungenügend abgeklärt, da sie ihn keinem Belastungstest unterzogen habe,
  zumal aus dem Bericht seines Hausarztes, Dr. med. B.______, vom
  9. Oktober 2013 klar hervorgehe, dass er nur eine Arbeitsfähigkeit von
  50 % aufweise. Im Übrigen sei zwar nicht an der Fachkompetenz von
  PD Dr. med. C.______ zu zweifeln, welcher ihm eine positive
  Diagnose gestellt habe. Dennoch sei es für diesen wohl schwierig
  einzuschätzen, was für Leistungsanforderungen an einen Call-Agent gestellt
  würden. Diesbezüglich sei vielmehr auf das Jobprofil gemäss Schreiben der
  D.______AG vom 7. November 2013 abzustellen.

  
	
   

  
	
  4.2 Die Beschwerdegegnerin hält dem entgegen, dass auf
  die Ausführungen von Dr. C.______ sowie die Erläuterungen von Dr. med.
  E.______ vom regionalen ärztlichen Dienst (RAD) abgestellt werden könne,
  wonach weder aus schlafmedizinischer noch aus pneumologischer Sicht Gründe für
  eine bloss 50%ige Arbeitsfähigkeit als Call-Agent ersichtlich seien. Der
  Beschwerdeführer leide an einem obstruktiven Schlaf-Apnoe-Syndrom
  (nachfolgend: OSAS) und einem behandelten Restless-Legs-Syndrom (nachfolgend:
  RLS), welches aber durch seinen Rotweinkonsum provoziert werde. Ferner gründe
  die Einschätzung von Dr. B.______ lediglich in den subjektiven Angaben
  des Beschwerdeführers, welchen er Glauben geschenkt habe. Es sei aber
  vielmehr auf den nachvollziehbaren und schlüssigen Bericht von Dr. C.______
  vom 12. März 2013 abzustellen, wonach der Beschwerdeführer sowohl in
  angestammter als auch in adaptierter Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 100
  % aufweise. Da er damit die Voraussetzung des einjährigen Wartejahres gemäss
  Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG i.V.m. Art. 6 ATSG nicht erfülle,
  sei ein Anspruch auf IV-Leistungen zu verneinen.

  
	
   

  
	
  5. 

  
	
  5.1 Dem Bericht von PD Dr. med. C.______,
  Chefarzt des Spitals F.______, FMH Pneumologie, Innere Medizin und
  Intensivmedizin, vom 12. Juli 2012 lassen sich die Diagnosen eines
  Adenokarzinoms im posterioren Lungenoberlappen rechts, eine mittelschwere
  chronisch obstruktive Lungenkrankheit, ein gesundheitsschädlicher Alkoholkonsum
  sowie eine Adipositas mit einem BMI von 31,5 kg/m2 entnehmen, wovon auch
  Dr. med. G.______, FMH Onkologie und Innere Medizin, am 26. Juli 2012 ausging.

  
	
   

  
	
  5.2 Nach einer Oberlappenresektion vom 13. August 2012
  stellte Dr. med. H.______, Leitender Arzt im Spital F.______, in
  seinem Bericht vom 27. August 2012 reizlose Wundverhältnisse ohne Druckdolenzen
  sowie vesikuläre Atemgeräusche über allen Lungenfeldern fest. Er empfehle
  regelmässige Kontrolluntersuchungen in der hausärztlichen Praxis. Zudem wurde
  im Bericht der chirurgischen Abteilung des Spitals F.______ vom
  20. August 2012 bemerkt, dass mit einer Wiederaufnahme der bisherigen
  Tätigkeit gerechnet werden könne, wobei der Zeitpunkt aber noch offen sei.

  
	
   

  
	
  5.3 Am 21. September 2012 ergänzte Dr. C.______
  aufgrund der durchgeführten respiratorischen Polygraphie (Schlafuntersuchung)
  die bereits festgestellten Diagnosen mit einem OSAS. Des Weiteren habe sich
  der Beschwerdeführer erfreulicherweise gut von der Lobektomie des rechten
  Lungenoberlappens erholt, wobei seit einigen Tagen stark einschiessende
  Schmerzen im Bereich der antero-lateralen Thorakotomienarbe rechts vorhanden
  seien.

  
	
   

  
	
  5.4 Dr. med. I.______, Facharzt FMH
  Otorhinolaryngologie, erwähnte in seinem Bericht vom 22. Oktober 2012 sodann,
  dass aufgrund des OSAS eine Behandlung mittels CPAP-Maske (continuous positive airway pressure) eingeleitet worden sei, wobei der Beschwerdeführer
  bei deren Anwendung Angst- und Panikattacken erlebt habe. Es lasse sich aber
  kein anatomisches Hindernis im Bereich der oberen Atemwege finden, womit sich
  die Unverträglichkeit der CPAP-Maske anatomisch nicht begründen lasse. 

  
	
   

  
	
  5.5 Am 23. Oktober 2012 schrieb Dr. B.______ zuhanden
  der Krankenkasse des Beschwerdeführers, dass er ihre
  Arbeitsfähigkeitsermittlung mit Befremden zur Kenntnis genommen habe. Er
  stimme zwar überein, dass sowohl der Verlauf aus chirurgischer Sicht als auch
  die Arbeit des Beschwerdeführers an seiner Rehabilitation äusserst erfreulich
  sei. Hingegen sei seiner Ansicht nach ab dem 15. Oktober 2012 noch eine
  Arbeitsfähigkeit von 50 % gegeben, denn wie der Beschwerdeführer geschildert
  habe, sei er nach fünf Stunden Arbeit bereits sehr erschöpft. Wie aus den
  Akten ersichtlich sei, leide er zusätzlich an einem OSAS, was die
  Arbeitsfähigkeit nicht begünstige.

  
	
   

  
	
  Ergänzend führte Dr.
  B.______ in seinem Bericht vom 20. Februar 2013 aus, dass der Beschwerdeführer
  nunmehr halbtags als Telefonverkäufer arbeiten könne und danach jeweils
  völlig erschöpft sei. Eine Neubeurteilung unter Berücksichtigung der Arbeitsfähigkeit
  sei bis zum 15. März 2013 bei Dr. C.______ vorgesehen. Zurzeit sei der Beschwerdeführer
  in Behandlung einer vorübergehenden Bronchopneumonie sowie des OSAS, wobei
  diesbezüglich bisher nur unbefriedigende Ergebnisse erzielt worden seien.
  Eine andere wechselbelastende Tätigkeit sei zumutbar und berufliche Massnahmen
  seien angezeigt. Diese Beurteilung wiederholte Dr. B.______ in seinem Bericht
  vom 11. März 2013.

  
	
   

  
	
  5.6 Dr. C.______ bemerkte am 12. März 2013, dass der
  Beschwerdeführer an vermehrter Tagesmüdigkeit mit imperativem Schlafdrang
  leide, sodass dieser nicht mehr als vier Stunden pro Tag arbeiten könne.
  Ursache dafür sei das OSAS und als zusätzlicher Faktor ein RLS. Von der
  Operation wegen eines Adenokarzinoms der Lunge habe sich der Beschwerdeführer
  aber inzwischen hervorragend erholt, sodass insgesamt weder aus
  schlafmedizinischer noch aus pneumologischer Sicht eine anhaltende 50%ige
  Arbeitsunfähigkeit als Call-Agent bestätigt werden könne. 

  
	
   

  
	
  5.7 RAD-Arzt Dr. E.______ erachtete die Berichte von
  Dr. B.______ und Dr. C.______ gemäss seiner Stellungnahme vom 14. April
  2013 als plausibel und teilte dabei die Ansicht von Dr. C.______, dass der
  Beschwerdeführer ab dem 13. März 2013 keine Arbeitsunfähigkeit mehr
  aufweise. Dr. E.______ führte am 16. August 2013 ergänzend aus, dass
  sich aus den Zeugnissen über die Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers von
  Dr. B.______ versicherungsmedizinisch keine neuen Gesichtspunkte ergeben
  würden.

  
	
   

  
	
  5.8 Schliesslich bemerkte Dr. B.______ am 9. Oktober
  2013, dass sich die Schlussfolgerungen von Dr. C.______ sowie diejenigen
  des Operateurs, Dr. med. J.______, verständlicherweise auf die zu
  messenden Befunde stützen, jedoch die weichen Befunde ausser Acht lassen
  würden, wobei leider nicht alles messbar sei. Gemäss den glaubwürdigen
  Aussagen des Beschwerdeführers verkrampfe sich dessen rechte Thoraxwand
  bereits nach einer Tätigkeit von dreieinhalb bis vier Stunden. Er habe daraufhin
  Mühe mit der Atmung, die Sprechfähigkeit sinke auf etwa 10 % und es komme zu
  einem Erschöpfungszustand. Eine vollzeitige Beschäftigung des äusserst sprechbegabten
  und erfolgreichen Verkäufers sei illusorisch, vielmehr sei eine Tätigkeit von
  50 % bis zum AHV-Alter als realistisch zu erachten. Im Übrigen bleibe zu
  erwähnen, dass Hausärzte von Indizien ausgehen würden. Jedoch seien gestützt
  auf Untersuchungen der medizinischen Fakultät Stuttgart ihre daraus gezogenen
  Schlüsse zu 85 % richtig und zu 10 % würden sie in die richtige Richtung
  gehen. 

  
	
   

  
	
  6.

  
	
  Strittig und vorliegend zu
  prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht von einer Arbeitsfähigkeit des
  Beschwerdeführers von 100 % ausging und gestützt darauf einen Anspruch auf IV‑Leistungen
  verneinte. Zudem stellt sich die Frage, ob die Beschwerdegegnerin den
  medizinischen Sachverhalt genügend abklärte.

  
	
   

  
	
  6.1 Übereinstimmend gelangten die Ärzte zur Diagnose
  einer chronischen Tagesmüdigkeit, eines erhöhten Schlafbedürfnisses bei RLS
  sowie OSAS und eines Status nach einer Lungenresektion. Uneinigkeit zwischen
  den Medizinern besteht einzig bei der Einschätzung der verbliebenen
  Arbeitsfähigkeit. Dr. B.______ geht dabei von 50 % und Dr. C.______ von
  100 % aus. 

  
	
   

  
	
  6.2 Soweit der Beschwerdeführer gestützt auf den Bericht
  von Dr. B.______ eine verminderte Arbeitsfähigkeit geltend machen will, gilt
  es vorab zu bemerken, dass er der behandelnde Hausarzt ist. Dabei ist in Bezug auf Berichte behandelnder Ärzte zu
  berücksichtigen, dass deren Beurteilung im Hinblick auf ihre
  auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten der
  Patienten ausfällt (statt vieler: BGer-Urteil 9C_204/2009 vom 6. Juli 2009
  E. 4.4.1), was auch Dr. B.______
  selbst in seinem Bericht vom 9. Oktober 2013 am Rande erwähnte. Hingegen ist
  ihm nicht darin beizupflichten, dass hausärztliche Beurteilungen dem Gericht
  stets nur als Indizien dienen würden. Vielmehr ist auch einem solchen Bericht
  zu folgen, sofern ihm ein erhöhter Beweiswert zukommt bzw. er den
  entsprechenden Anforderungen genügt (vgl. vorstehende E. II/3.3).
  In Bezug auf den Bericht von Dr. B.______ muss dies vorliegend aber
  verneint werden. Einerseits zeigte er gegenüber Dr. C.______ ein unverändertes
  Beschwerdebild auf, andererseits bemerkte er, dass seine Einschätzung
  vorwiegend auf die glaubhaften Aussagen des Beschwerdeführers gestützt seien,
  was er bereits in seinem Bericht vom 23. Oktober 2012 geltend machte.
  Dagegen würden die Schlussfolgerungen von Dr. C.______ und diejenigen
  vom Operateur auf messbaren Befunden basieren, wobei die weichen Befunde
  ausser Acht gelassen worden seien. 

  
	
   

  
	
  Damit nahm Dr. B.______
  aber ausschliesslich eine andere Beurteilung der noch vorhandenen
  Arbeitsfähigkeit vor und verwies dabei global auf die subjektiven Angaben des
  Beschwerdeführers, welche er ohne eine weitergehende medizinische Begründung
  als glaubhaft taxierte. Des Weiteren vermögen auch die vom Beschwerdeführer
  ins Recht gelegten Arztzeugnisse von Dr. B.______ nichts an der Beurteilung
  von Dr. C.______ zu ändern, verweisen diese ebenfalls nur global auf eine
  anders gewichtete Einschätzung der Arbeitsfähigkeit.

  
	
   

  
	
  Dagegen sind keine Gründe
  ersichtlich, weshalb die Beschwerdegegnerin bei ihrer Beurteilung nicht auf
  die Berichte von Dr. C.______ abstellen durfte. Zu Recht ging sie davon aus,
  dass diesen ein erhöhter Beweiswert zukommt und sie für die zu prüfenden
  Belange nachvollziehbar und in sich schlüssig sind, wovon auch Dr. E.______
  gemäss seiner Stellungnahme vom 12. April 2013 ausging. Zudem bestehen keine
  Indizien, welche gegen die Zuverlässigkeit der Berichte sprechen würden,
  zumal Dr. B.______ selbst darauf hinweist, dass die Berichte von
  Dr. C.______ auf messbare Werte, seine Berichte hingegen vorwiegend auf
  Indizien gestützt seien. So ergibt sich denn auch aus den Akten, dass
  Dr. C.______ verschiedene Untersuchungen (beispielsweise eine
  Schlafuntersuchung) vorgenommen hatte, wodurch er schliesslich zur
  Einschätzung gelangte, dass der Beschwerdeführer ab dem 12. März 2013 eine
  Arbeitsfähigkeit von 100 % aufweist.

  
	
   

  
	
  6.3 Durch die von Dr. B.______ vorgebrachte
  unterschiedliche Beurteilung des im Wesentlichen selben medizinischen
  Sachverhalts, welche einzig auf den subjektiven Angaben des Beschwerdeführers
  basiert, kann nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit darauf geschlossen
  werden, dass der Beschwerdeführer eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % aufweist.
  Vielmehr ist den nachvollziehbaren und schlüssigen Berichten von Dr. C.______
  zu folgen, wonach dem Beschwerdeführer ab dem 13. März 2013 keine
  Arbeitsunfähigkeit mehr attestiert werden kann. Die Beschwerdegegnerin verletzte
  damit kein Bundesrecht, indem sie auf die Berichte von Dr. C.______
  abstellte, und ebenfalls nicht, indem sie wegen der bereits hinreichend
  erfolgten medizinischen Abklärung von der Einholung weiterer medizinischer
  Berichte absah.

  
	
   

  
	
  6.4 Damit ist der Beschwerdegegnerin darin zu folgen,
  dass gestützt auf den Bericht von Dr. C.______ ab dem 13. März 2013 eine
  Arbeitsfähigkeit von 100 % ausgewiesen ist und der Beschwerdeführer folglich
  das Wartejahr gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 6 ATSG nicht
  erfüllte, womit kein Anspruch auf Leistungen besteht.

  
	
   

  
	
  Dies führt zur Abweisung
  der Beschwerde.

  
	
   

  
	
  III. 

  
	
  Nach Art. 134 Abs. 1 lit.
  c VRG in Verbindung mit Art. 69 Abs. 1bis IVG hat die Partei,
  welche im Beschwerdeverfahren unterliegt, die amtlichen Kosten zu tragen.
  Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens ist dem Beschwerdeführer eine
  Gerichtsgebühr von pauschal Fr. 600.- aufzuerlegen, die mit dem bereits
  geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe zu verrechnen ist.

  
	
  Demgemäss erkennt die Kammer:

  
	
  	
    1.

    	
    Die
    Beschwerde wird abgewiesen.

    
	
    2.

    	
    Dem
    Beschwerdeführer wird eine pauschale Gerichtsgebühr von Fr. 600.- auferlegt,
    welche mit dem bereits geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe verrechnet
    wird.

    
	
    3.

    	
    Schriftliche
    Eröffnung und Mitteilung an:

    
	
     

    	
    […]