# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c60d8312-203a-5da0-b26f-1a00a69dd895
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-03-24
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 24.03.2022 S 2020 52
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2020-52_2022-03-24.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN

DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN

TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 20 52

3. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz Pedretti
RichterIn von Salis, Audétat 

Aktuar Ott

URTEIL

vom 24. März 2022

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. André Largier,

Advokatur am Stampfenbach, 

Beschwerdeführer

gegen 

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden,

IV-Stelle, 

Beschwerdegegnerin

betreffend IV-Rente

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I. Sachverhalt:

1. A._____ (Jahrgang 1968) war zuletzt als Plattenleger tätig. Im Februar 

2013 meldete er sich unter Hinweis auf eine Diskushernie bei der Invali-

denversicherung zum Leistungsbezug an. Sein Hausarzt Dr. med. 

B._____ bestätigte mit Bericht vom 8. März 2013 das Vorliegen eines 

chronischen lumboradikulären Schmerzsyndroms L5 bei kleiner Diskus-

hernie L5 und wies eine seit Oktober 2012 bestehende 100%ige Arbeits-

unfähigkeit aus. Er erachtete A._____ in seinem Beruf als Plattenleger als 

nicht mehr arbeitsfähig und hielt eine Umschulung für dringend indiziert. 

Im Bericht vom 7. Juni 2013 diagnostizierte Dr. med. B._____ zusätzlich 

eine Hypertonie und befand, A._____ seien leichte, den Rücken nicht bzw. 

wenig belastende Tätigkeiten ganztags zumutbar.

2. Mit Mitteilung vom 17. September 2013 übernahm die IV-Stelle des Kan-

tons Graubünden (nachfolgend IV-Stelle) die Kosten für die BEFAS-Ab-

klärung in Q._____ vom 7. Oktober 2013 bis zum 4. November 2013. Im 

Abklärungsbericht vom 18. November 2013 wurden leichte, wechselbelas-

tende Tätigkeiten zum Beispiel in der Produktion oder im Hauswartwesen 

als leidensangepasst ausgewiesen. In der Folge übernahm die IV-Stelle 

die Lohnkosten während eines Praktikums zur Schulung bzw. Ausbildung 

in Richtung Hauswartung und Gebäudeunterhalt vom 1. Februar 2014 bis 

zum 31. Juli 2014. Bereits kurze Zeit nach dessen Beginn berichtete der 

Hausarzt von A._____, dass dieser die als Schulwart aufgenommene 

Tätigkeit wegen vermehrten Rückenbeschwerden am 13. Februar 2014 

wieder habe aufgeben müssen. Entsprechend wurde die berufliche Mass-

nahme mit Mitteilung vom 28. Februar 2014 beendet.

3. Mit Verfügung vom 16. September 2014 verneinte die IV-Stelle einen An-

spruch von A._____ auf eine Invalidenrente. Dabei stellte sie auf eine 

100%ige Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit ab und bemass das Vali-

deneinkommen anhand des Durchschnitts der im Individuellen Konto (IK) 

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abgerechneten Beiträge der Jahre 2006 bis 2010. Dieser Entscheid er-

wuchs unangefochten in Rechtskraft.

4. In der Folge prüfte die IV-Stelle die Wiederaufnahme beruflicher Massnah-

men. Am 17. Februar 2015 gewährte sie A._____ ein Arbeitstraining bei 

C._____ vom 7. April 2015 bis 31. März 2016 im Recycling- und Industrie-

bereich bzw. in der Veloabteilung. Aus dem Schlussbericht vom 30. April 

2016 geht hervor, dass A._____ die Arbeitszeit aufgrund seiner Rücken-

schmerzen nur auf 24 Stunden pro Woche habe steigern können, wobei 

seine Leistung bei 80 bis 90 % gewesen sei.

5. Am 10. September 2015 wurde A._____ zu Handen der Versicherung 

D._____ (Lebensversicherung) rheumatologisch begutachtet, wobei auch 

eine Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) durchgeführt 

worden war. In seinem Gutachten vom 27. Oktober 2015 diagnostizierte 

Dr. med. E._____ ein lumbospondylogenes bis lumboradikuläres 

Schmerzsyndrom rechts bei intraforaminaler bis paramedianer rechtssei-

tiger Diskushernie auf Höhe L5/S1 mit Kompromittierung der Nervenwur-

zel L5, ein zervikozephales und zervikospondylogenes Schmerzsyndrom 

bei ausgeprägten degenerativen Veränderungen sowie Dupuytren beid-

seits ohne Handlungsbedarf für ein handchirurgisches Vorgehen mit Aus-

wirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Zur durchgeführten EFL hielt er fest, es 

seien Hinweise für eine erhebliche Symptomausweitung beobachtet wor-

den. Andererseits liege die beobachtete Belastbarkeit deutlich unter den 

Anforderungen der bisherigen Arbeit als Plattenleger. Zur Arbeitsfähigkeit 

hielt Dr. med. E._____ folglich fest, die Belastbarkeit der Lendenwir-

belsäule (LWS), des Nackens und der Schulterregion seien derart nach-

weisbar, dass die Tätigkeit als Plattenleger als eingeschränkt beurteilt wer-

den müsse (seit Oktober 2012). Indes sollten A._____ leichte bis eventuell 

mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeiten zu mindestens 50 % zumut-

bar sein. 

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6. Mit Unterstützung der IV-Stelle konnte A._____ am 29. März 2016 ein 

Praktikum bei der F._____ AG in G._____ in einem 50 %-Pensum begin-

nen. Dieses dauerte bis zum 30. September 2017. Dabei erreichte 

A._____ im Rahmen des 50 %-Pensums eine Leistungsfähigkeit von 

100 %.

7. Ende Oktober 2017 stellte A._____ ein Revisionsgesuch infolge Ver-

schlechterung seines Gesundheitszustands seit der Rentenverfügung 

vom 16. September 2014 und meldete sich erneut zum Bezug von IV-Leis-

tungen an. In dem von der IV-Stelle eingeholten Bericht vom 5. Januar 

2018 gab Dr. med. B._____ an, es liege ein chronisches panvertebrales 

Syndrom bei fixiertem Rundrücken mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 

vor, wobei A._____ die bisherige Tätigkeit als Plattenleger nicht mehr zu-

mutbar und er in adaptierter Tätigkeit zu ca. 50 % arbeitsfähig sei.

8. Mit Vorbescheid vom 17. Mai 2018 stellte die IV-Stelle A._____ die Abwei-

sung des Leistungsbegehrens in Aussicht. Dazu führte sie namentlich aus, 

dass auf das Gutachten von Dr. med. E._____ nicht abgestellt werden 

könne, zumal dieser in keinster Weise auf die massivsten Auffälligkeiten 

gemäss EFL eingegangen sei und seine Arbeitsfähigkeitseinschätzung 

auf 50 % festlegt habe, ohne auf die Erkenntnisse der EFL zurückzugrei-

fen. Dagegen liess A._____ am 30. Mai 2018 Einwand erheben und dar-

aufhin mitteilen, dass aufgrund des Morbus Dupuytren beidseits und des 

Karpaltunnelsyndroms im September 2018 eine Untersuchung anstehe, in 

welcher definitiv entschieden werde, ob eine Operation durchgeführt 

werde.

9. Mit Bericht vom 14. September 2018 stellten die Dres. med. H._____ und 

I._____ folgende Diagnosen: Morbus Dupuytren Strahl V links Stadium II 

nach Tubiana, Morbus Dupuytren der Strahlen III und IV links Stadium I 

nach Tubiana, Morbus Dupuytren Strahl III Stadium I und Strahl IV Sta-

dium N nach Tubiana rechts sowie Karpaltunnelsyndrom beidseits links-

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betont. Am 17. Oktober 2018 wurde A._____ sodann an der linken Hand 

operiert (partielle Fasziektomie Dig. V links und Dekompression N. media-

nus links). Im weiteren Verlauf berichtete Dr. med. I._____ mit Bericht vom 

7. März 2019 über eine persistierende Schmerzproblematik und diagnos-

tizierte Narbenbeschwerden, wobei er in prognostischer Hinsicht festhielt, 

eine Wiedereingliederung sei in den nächsten Monaten bei Besserung der 

Narbenverhältnisse denkbar. Im Bericht vom 12. Februar 2019 führten die 

Dres. med. H._____ und I._____ zudem aus, für die Beschwerden der ein-

schlafenden Finger bzw. des Einschlafens des ganzen linken Armes sei 

die Genese aktuell noch ungeklärt, am ehesten aber im Rahmen der Hals-

wirbelsäulenbeschwerden (HWS-Beschwerden) zu werten. Am 28. Mai 

2019 berichteten die Dres. med. J._____ und I._____, dass aktuell sono- 

und elektroneurographisch sowie klinisch keine Hinweise auf ein Rezidiv 

oder eine persistierende Kompression des Nervus medianus bestünden. 

Die Bewegungsamplitude des Dig. V habe sich im Vergleich zum präope-

rativen Zustand insgesamt gebessert, allerdings persistierte ein gewisses 

Defizit.

10. In der Folge liess die IV-Stelle A._____ polydisziplinär begutachten in den 

Fachdisziplinen Allgemeine Innere Medizin, Handchirurgie, Neurologie, 

Rheumatologie sowie Psychiatrie und Psychotherapie, wobei zusätzlich 

eine EFL durchgeführt wurde. Der Auftrag wurde der estimed AG zugeteilt 

(nachfolgend estimed-Gutachten). Die Untersuchungen fanden im Juli 

2019 statt und das estimed-Gutachten wurde am 11. Oktober 2019 erstat-

tet. Darin kamen die Gutachterinnen und Gutachter in der Konsensbeur-

teilung zum Schluss, es liege ein chronisches lumbovertebrales Syndrom 

mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vor, während unter anderem das 

chronische cervicovertebrale Syndrom sowie der Morbus Dupuytren der 

Hände beidseits sowie der St. p. Carpaltunnelsyndrom-OP links ohne Ein-

fluss darauf seien. Während die bisherige Tätigkeit als Plattenleger nicht 

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mehr ausführbar sei, bestehe in einer adaptierten Tätigkeit eine Arbeits-

fähigkeit von 80 %.

11. Nachdem RAD-Arzt Dr. med. K._____ in seiner Abschlussbeurteilung vom 

4. November 2019 befunden hatte, es könne vollumfänglich auf das esti-

med-Gutachten abgestellt werden, kündigte die IV-Stelle mit Vorbescheid 

vom 12. November 2019 an, es bestehe kein Anspruch auf eine Invaliden-

rente. Dagegen liess A._____ am 13. Dezember 2019 Einwand erheben, 

woraufhin die IV-Stelle eine ergänzende Stellungnahme zum Gutachten 

bei der estimed AG einholte, die am 3. März 2020 erstattet wurde. Darin 

nahm Prof. Dr. med. L._____ zu der im Einwand erhobenen Kritik am Gut-

achten sowie zu den durchgeführten beruflichen Massnahmen und dem 

rheumatologischen Gutachten von Dr. med. E._____ Stellung. Dazu liess 

sich A._____ am 18. März 2020 vernehmen.

12. Mit Verfügung vom 26. März 2020 schloss die IV-Stelle die beruflichen 

Massnahmen aus Verhältnismässigkeitsgründen ab, da intensive 

Bemühungen im Rahmen einer fast zweijährigen Begleitung getätigt wor-

den seien. Gleichentags beschied sie, dass kein Anspruch auf eine Invali-

denrente besteht. Dabei legte sie das Valideneinkommen auf 

CHF 69'161.-- fest und erachtete A._____ in einer adaptierten Tätigkeit 

seit mindestens dem Jahr 2017 zu 80 % arbeitsfähig, wobei sie gestützt 

auf die Tabellenlöhne der LSE (Kompetenzniveau 1, Totalwert, Männer) 

ein Invalideneinkommen von CHF 54'735.-- errechnete. Daraus ergab sich 

ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 20.85 %.

13. Gegen den Rentenentscheid liess A._____ (nachfolgend Beschwerdefüh-

rer) am 12. Mai 2020 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons 

Graubünden erheben und neben der Aufhebung der angefochtenen Ver-

fügung beantragen, ihm sei rückwirkend eine angemessene Invaliden-

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rente zuzusprechen. Zur Begründung brachte er im Wesentlichen vor, we-

der das estimed-Gutachten vom 11. Oktober 2019 noch die Ergänzung 

von Prof. Dr. med. L._____ vom 3. März 2020 seien beweiskräftig, da sie 

aus diversen Gründen mangelhaft seien. Zudem sei das Valideneinkom-

men gestützt auf die im Jahr 2013 vorgenommenen Analysen der Steuer-

unterlagen zu bemessen.

14. Die IV-Stelle (nachfolgend Beschwerdegegnerin) schloss in der Vernehm-

lassung vom 27. Mai 2020 auf Abweisung der Beschwerde und vertiefte 

ihre Begründung in der angefochtenen Verfügung zum Valideneinkommen 

und zur Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit punktuell. Am 4. Juni 2020 

hielt der Beschwerdeführer replicando an seinen Anträgen fest. Die Be-

schwerdegegnerin verzichtete am 9. Juni 2020 auf die Einreichung einer 

Duplik. Der Beschwerdeführer reichte mit der Honorarnote seines Rechts-

vertreters am 11. September 2020 eine weitere Stellungnahme ein.

15. Am 27. Oktober 2020 kam das Gericht zum Schluss, in einem ersten 

Schritt bei den Verfahrensbeteiligten abzuklären, ob sie bereit wären, an 

Vergleichsverhandlungen im Rahmen einer Referentenaudienz teilzuneh-

men. Für den Fall, dass dies verneint werde, beschloss das Gericht, in 

einem zweiten Schritt ein polydisziplinäres Gerichtsgutachten in den Fach-

disziplinen Neurologie, Rheumatologie, Handchirurgie, Psychiatrie und 

Psychotherapie sowie allenfalls weitere Disziplinen einzuholen. Nachdem 

die Parteien die Durchführung einer Referentenaudienz abgelehnt hatten, 

teilte die Instruktionsrichterin ihnen mit Schreiben vom 18. Januar 2021 

mit, dass das Gericht beabsichtige, ein polydisziplinäres Gerichtsgutach-

ten bei der Begutachtungsstelle asim, Academy of Swiss Insurance Medi-

cine, einzuholen. Die Instruktionsrichterin gab den Parteien Gelegenheit, 

zum vorgesehenen Begutachtungsauftrag an die asim sowie zum beige-

legten Fragenkatalog Stellung zu nehmen und allfällige Ergänzungsfragen 

einzureichen. Mit Schreiben vom 22. Januar 2021 teilte die Beschwerde-

gegnerin mit, dass sie mit dem Fragenkatalog einverstanden sei und keine 

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Ergänzungsfragen habe. Der Beschwerdeführer reichte mit Eingabe vom 

5. Februar 2021 verschiedene Ergänzungsfragen ein, welche in den Fra-

genkatalog aufgenommen wurden.

16. Nachdem sich die Parteien mit der asim als Begutachtungsstelle einver-

standen erklärt hatten, gab die Instruktionsrichterin ihnen am 18. März 

2021 das gestützt auf die Angaben der asim ermittelte Kostendach (zu-

züglich Labor und Diagnostik sowie Dolmetscher) sowie die Namen der 

begutachtenden Fachärztinnen und -ärzte bekannt und gab ihnen Gele-

genheit, allfällige Ausstands- oder Ablehnungsgründe geltend zu machen 

und zu den Kosten Stellung zu nehmen. Mit Schreiben vom 6. April 2021 

teilte die Beschwerdegegnerin mit, mit dem Kostenvoranschlag nicht ein-

verstanden zu sein. Dazu nahm die asim am 10. Mai 2021 Stellung. Am 

9. Juni 2021 beauftragte die Instruktionsrichterin die asim mit der Erstel-

lung eines polydisziplinären Gerichtsgutachtens anhand der ihr bereits im 

Vorfeld zustellten Unterlagen (Akten und Fragenkatalog). 

17. Am 8. Juli 2021 zeigte die asim aufgrund eines unfallbedingten Ausfalls 

einen Wechsel der begutachtenden Fachperson für das neurologische 

Teilgutachten an, gegen den die Parteien mit Eingaben vom 12. bzw. 

15. Juli 2021 keine Einwände erhoben.

18. Am 26. August 2021 gelangte die asim mit der Bitte um Zustellung der 

vorhandenen MRI-Bilder und -Befunde der Radiologiepraxis R._____ seit 

2012 an das Gericht. Diesem Begehren wurde – nach Einholung einer Ent-

bindungserklärung des Beschwerdeführers und entsprechender Edition – 

am 9. September 2021 Folge geleistet.

19. Am 31. Dezember 2021 (Poststempel 7. Januar 2022) erstattete die asim 

das polydisziplinäre Gerichtsgutachten (nachfolgend asim-Gutachten), 

das den Parteien in der Folge zur Stellungnahme zugestellt wurde. 

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20. Die Beschwerdegegnerin teilte mit Schreiben vom 27. Januar 2022 mit, 

dass sie an ihren Anträgen gemäss ihrer Vernehmlassung vom 27. Mai 

2020 festhalte. Das eingeholte Gerichtsgutachten bestätige grundsätzlich 

das estimed-Gutachten vom 11. Oktober 2019. Zu der von den asim-Gut-

achtern ausgewiesenen vorübergehenden vollständigen Arbeitsunfähig-

keit auch in adaptierten Tätigkeiten aufgrund der Dupuytren'schen Erkran-

kung prä- und postoperativ von Juni 2018 bis ca. Ende Januar 2019 sei 

festzuhalten, dass die Indikation zur Operation gemäss Arztbericht vom 

14. September 2018 bereits am 21. Juni 2018 gegeben gewesen sei, der 

Beschwerdeführer zu jenem Zeitpunkt den Eingriff jedoch noch nicht habe 

durchführen lassen wollen. Daraus ergebe sich zweifelsfrei, dass die prä-

operative Zeit aus invaliditätsfremden Gründen derart lang gewesen sei. 

Mithin sei davon auszugehen, dass aufgrund der Operation lediglich post-

operativ eine kürzere vorübergehende Arbeitsunfähigkeit bestanden habe 

und dass die Rehabilitation innerhalb von drei Monaten beendet gewesen 

sei, somit keine wesentliche Verschlechterung der Arbeitsfähigkeit von 

mehr als drei Monaten ausgewiesen sei. Damit stehe dem Beschwerde-

führer auch vorübergehend keine Rente zu. Zudem sei sie nach wie vor 

nicht mit der Rechnung der asim vom 31. Dezember 2021 (recte 13. Ja-

nuar 2022) einverstanden.

21. Mit Eingabe vom 15. Februar 2022, bereits in Kenntnis der Stellungnahme 

der Beschwerdegegnerin vom 27. Januar 2022, kritisierte der Beschwer-

deführer das Gerichtsgutachten der asim hinsichtlich der Konsensbeurtei-

lung und des rheumatologischen Teilgutachtens. Zusammenfassend 

führte er aus, dass leider auch das Gerichtsgutachten die von der Recht-

sprechung umschriebenen Anforderungen an den Beweiswert ausgerech-

net hinsichtlich der Bemessung des Grads der Arbeitsfähigkeit in lei-

densangepasster Tätigkeit nicht erfülle. Die Gutachterin und Gutachter der 

asim hätten die offensichtliche und erhebliche Diskrepanz zwischen ihrer 

medizinischen Einschätzung der Leistungsfähigkeit und der Leistung, wie 

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sie während der ausführlichen, langjährigen beruflichen Abklärung bei ein-

wandfreiem Arbeitsverhalten/-einsatz des Beschwerdeführers effektiv re-

alisiert worden und gemäss der Einschätzung der Berufsfachleute objektiv 

realisierbar sei, nicht stichhaltig erklären können. Im Gegenteil hätten sie 

sich einzig auf die These gestützt, demgemäss der Beschwerdeführer sich 

über Jahre hinweg selbstlimitiert haben soll, was indessen nicht belegt und 

nicht mit der Entwicklung gemäss dem rheumatologischen Teilgutachten 

vereinbar sei. Daher sei eine klärende medizinische Stellungnahme unab-

dingbar, was beantragt werde. Gestützt auf den in der Analyse der inter-

disziplinären Arbeitsgruppe "Tabellenlöhne LSE" bemessenen Durch-

schnittslohn in der Kategorie Kompetenzniveau 1 "light" resultiere bei ei-

ner Restarbeitsfähigkeit von 50 % ein Invaliditätsgrad von 68 %. Zudem 

habe aufgrund der Dupuytren'schen Erkrankung ab Juni 2018 bis ca. Ende 

Januar 2019 für acht Monate eine dauernde volle Arbeitsunfähigkeit auch 

in leidensadaptierter Tätigkeit bestanden, weshalb ihm für diesen Zeitraum 

eine ganze Rente zustehe. Selbst bei Annahme einer Restarbeitsfähigkeit 

von 75 % resultierte ein Invaliditätsgrad von 52 % und damit ein Renten-

anspruch.

22. Dazu nahm die Beschwerdegegnerin mit Schreiben vom 25. Februar 2022 

in ablehnender Weise Stellung. Mit Eingabe vom 7. März 2022 hielt der 

Beschwerdeführer an seinen bisherigen Ausführungen fest.

Auf die weiteren Vorbringen der Parteien in den Eingaben, die angefoch-

tene Verfügung vom 26. März 2020 sowie die weiteren Akten wird, sofern 

erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

II. Das Gericht zieht in Erwägung:

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1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen die Verfügung der IV-

Stelle des Kantons Graubünden vom 26. März 2020. Eine solche Anord-

nung, die laut Bundesrecht der Beschwerde an das Versicherungsgericht 

am Ort der verfügenden IV-Stelle unterliegt, kann beim Verwaltungsgericht 

des Kantons Graubünden als das örtlich und sachlich zuständige Versi-

cherungsgericht angefochten werden (vgl. Art. 49 Abs. 2 lit. a des Geset-

zes über die Verwaltungsrechtspflege [VRG; BR 370.100] i.V.m. Art. 69 

Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG; 

SR 831.20] sowie Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil 

des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Als formeller und ma-

terieller Verfügungsadressat ist der Beschwerdeführer von der angefoch-

tenen Verfügung unmittelbar betroffen und hat ein schutzwürdiges Inter-

esse an deren Aufhebung oder Änderung. Er ist somit zur Beschwerdeer-

hebung legitimiert (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 59 ATSG). Die Be-

schwerde wurde zudem frist- und formgerecht eingereicht (Art. 1 Abs. 1 

IVG i.V.m. Art. 60 Abs. 1 und 2 ATSG, Art. 38 f. sowie Art. 61 lit. b ATSG). 

Darauf ist somit einzutreten.

2.1. Streitgegenstand bildet vorliegend die Frage des Anspruchs des Be-

schwerdeführers auf eine Rente der Invalidenversicherung, welcher in-

folge der Neuanmeldung gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG bzw. dem als Revisi-

onsgesuch bezeichneten Schreiben von Ende Oktober 2017 (betreffend 

die rechtskräftige, einen Rentenanspruch verneinende Verfügung vom 

16. September 2014) frühestens ab dem 1. April 2018 entstehen konnte, 

sofern bis dahin das Wartejahr gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG erfüllt war, 

was hier unbestritten ist.

2.2. In Bezug auf das anwendbare Recht ist festzuhalten, dass seit dem 1. Ja-

nuar 2022 die revidierten Bestimmungen des IVG (sowie des ATSG) und 

der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) in Kraft 

sind (Weiterentwicklung der IV). Da vorliegend der Rentenanspruch je-

doch frühestens am 1. April 2018 – d.h. noch unter Geltung des alten 

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Rechts – entstehen konnte bzw. ab dem 1. September 2018 – wie  noch 

aufzuzeigen sein wird – für einen befristeten Zeitraum entstand, finden 

gemäss den allgemeinen Grundsätzen des intertemporalen Rechts und 

des massgeblichen Sachverhaltes die bis zum 31. Dezember 2021 gülti-

gen Bestimmungen bis zu einer allfälligen Änderung des Invaliditätsgrades 

nach Art. 17 Abs. 1 ATSG weiterhin Anwendung (vgl. etwa BGE 144 V 210 

E.4.3.1 und 129 V 354 E.1 sowie lit. b Abs. 1 der Übergangsbestimmun-

gen des IVG zur Änderung vom 19. Juli 2020).

3. Zwischen den Parteien ist zum einen die (Rest-)Arbeitsfähgkeit in einer 

leidensangepassten Tätigkeit strittig. Kritisiert wird dabei seitens des Be-

schwerdeführers die im polydisziplinären estimed-Gutachten vom 11. Ok-

tober 2019 angenommene Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit 

von 80 % bzw. die im asim-Gutachten vom 31. Dezember 2021 ausgewie-

sene 75%ige Arbeitsfähigkeit für eine leidensangepasste Tätigkeit. Der 

Beschwerdeführer stellt sich gestützt auf das rheumatologische Gutachten 

von Dr. med. E._____ und die Ergebnisse der beruflichen Eingliederung 

auf den Standpunkt, er sei nur 50 % arbeitsfähig. Darüber hinaus ist auch 

die Bemessung des Validen- und des Invalideneinkommens strittig.

4. In formeller Hinsicht ist zunächst auf die vom Beschwerdeführer gerügte 

Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör einzugehen. Gegen die-

sen Anspruch wurde seiner Ansicht nach in vielerlei Hinsicht verstossen.

4.1. Wie nachstehend aufgezeigt wird, erweist sich dieses Vorbringen als un-

begründet. Zwar machte der Beschwerdeführer in seiner Stellungnahme 

vom 18. März 2020 nebenbei geltend, die Ausführungen von Prof. 

Dr. med. L._____ würden den Anschein der Befangenheit wecken (siehe 

IV-act. 236 S. 6 f.). Mit seiner Gehörsrüge übersieht er jedoch, dass die 

Beschwerdegegnerin nicht gehalten war, sich mit allen Parteistandpunk-

ten einlässlich auseinanderzusetzen und jedes einzelne Vorbringen aus-

drücklich zu widerlegen. Sie durfte sich vielmehr auf die wesentlichen Ein-

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wände beschränkten (siehe BGE 141 III 28 E.3.2.4, 141 V 557 E.3.2.1 und 

134 I 83 E.4.1). Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers hat sie 

sich denn auch mit dem geltend gemachten Vorbringen zur angeblichen 

suggestiven Auftragserteilung und zur gutachterlichen Auseinanderset-

zung mit der Einschätzung von Dr. med. E._____ in der Ergänzung vom 

3. März 2020 befasst und die Abweisung des Leistungsbegehrens in einer, 

wenn auch kurzen Begründung erläutert. Die Überlegungen, von denen 

sich die Beschwerdegegnerin leiten liess, können daher im Kern nachvoll-

zogen werden. Es liegt keine Gehörsverletzung vor, nur weil die Begrün-

dung nach Ansicht des Beschwerdeführers nicht zutrifft. Die Pflicht zur 

Entscheidbegründung bezweckt vielmehr, dass sich der Betroffene über 

die Tragweite des Entscheids Rechenschaft geben und diesen in voller 

Kenntnis der Sache an die höhere Instanz weiterziehen kann, falls er damit 

nicht einverstanden ist (siehe BGE 145 III 324 E.6.1, 143 III 65 E.5.2 und 

142 III 433 E.4.3.2). Da vorliegend die Motive der Beschwerdegegnerin 

mit genügender Klarheit aus der angefochtenen Verfügung hervorgehen, 

war der Beschwerdeführer denn auch in der Lage, den Entscheid vom 

26. März 2020 sachgerecht anzufechten.

4.2. Soweit er schliesslich bemängelt, die Beschwerdegegnerin sei auch nicht 

auf die Ausführungen des Voranwalts in dessen Einwand vom 26. Juni 

2014 zum Vorbescheid vom 27. Mai 2014 betreffend Rente bzw. im Wie-

dererwägungsgesuch vom 26. Juni 2014 zum Entscheid vom 28. Februar 

2014 betreffend den Abbruch der beruflichen Massnahmen (siehe IV-

act. 62 S. 3) eingegangen, ist ihm entgegenzuhalten, dass dieser dies be-

reits damals (bei Erlass der Verfügung vom 16. September 2014) hätte 

rügen müssen. Abgesehen davon hat sich die Beschwerdegegnerin in der 

in Rechtskraft erwachsenen Verfügung vom 16. September 2014 zu den 

Vorbringen des Voranwalts unter Ziffer 16a in dessen Eingabe vom 

26. Juni 2014 geäussert und ihre Position dazu dargelegt (siehe IV-act. 69 

S. 3).

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5.1. Bei der Feststellung des Gesundheitszustands und bei der Beurteilung der 

Arbeitsfähigkeit der versicherten Person ist die Verwaltung und im 

Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachpersonen zur Verfügung stellen. 

Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 

beurteilen und wenn nötig seine Entwicklung im Laufe der Zeit zu 

beschreiben. Dies bedeutet in erster Linie, mit den Mitteln fachgerechter 

ärztlicher Untersuchungen unter Berücksichtigung der subjektiven 

Beschwerden die Befunde zu erheben und gestützt darauf die Diagnose 

zu stellen. Bei der Folgenabschätzung der erhobenen gesundheitlichen 

Beeinträchtigungen für die Arbeitsfähigkeit kommt der Arztperson 

hingegen keine abschliessende Beurteilungskompetenz zu. Vielmehr 

nimmt die Arztperson zur Arbeitsunfähigkeit Stellung, das heisst sie gibt 

eine Schätzung ab, welche sie aus ihrer Sicht so substanziell wie möglich 

begründet bzw. nimmt sie dazu Stellung, in welchem Umfang und 

bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. 

Insoweit sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die 

Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person 

noch zugemutet werden können (siehe BGE 145 V 364 E.3.2.1 f., 140 V 

193 E.3.1 f. und 132 V 93 E.4; Urteile des Bundesgerichts 8C_569/2021 

vom 2. Februar 2022 E.3.2.2, 8C_225/2021 vom 10. Juni 2021 E.3.2, 

8C_144/2021 vom 27. Mai 2021 E.2.4 und 9C_47/2021 vom 18. März 

2021 E.5.2.3).

5.2. Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den 

Sozialversicherungsprozess gültigen Grundsatz der freien 

Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle anderen Beweismittel 

– frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 

pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das 

Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von 

wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob 

- 15 -

die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen 

Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander 

widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 

ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe 

anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische 

These abstellt (siehe BGE 143 V 124 E.2.2.2 und 125 V 351 E.3a). 

Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist demnach 

entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf 

allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden 

berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden 

ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der 

Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die 

Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (vgl. 

BGE 134 V 231 E.5.1, 125 V 351 E.3a; Urteile des Bundesgerichts 

8C_380/2021 vom 21. Dezember 2021 E.3.2, 8C_173/2021 vom 25. Ok-

tober 2021 E.4.1, 8C_101/2021 vom 25. Juni 2021 E.5.1, 8C_225/2021 

vom 10. Juni 2021 E.3.2 und 8C_144/2021 vom 27. Mai 2021 E.2.4). Aus-

schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-

kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 

Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (vgl. BGE 

125 V 351 E.3a und 122 V 157 E.1c). 

5.3. Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be-

stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die 

Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusammenstellung 

dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E.3b mit zahlreichen Hinweisen). Für 

Gerichtsgutachten gilt, dass das Gericht nicht ohne zwingende Gründe 

von den Einschätzungen der medizinischen Experten abweicht. Ein Ab-

weichen vom Gerichtsgutachten kann sich aber insbesondere dann recht-

fertigen, wenn dieses widersprüchlich oder ein vom Gericht eingeholtes 

- 16 -

Obergutachten in überzeugender Weise zu anderen Schlussfolgerungen 

gelangt. Eine abweichende Beurteilung kann ferner gerechtfertigt sein, 

wenn gegensätzliche Meinungsäusserungen anderer Fachexperten dem 

Gericht triftig genug erscheinen, die Schlüssigkeit des Gerichtsgutachtens 

in Frage zu stellen, sei es, dass das Gericht die Überprüfung durch einen 

Oberexperten für angezeigt erhält oder dass es ohne Oberexpertise vom 

Ergebnis des Gerichtsgutachtens eine abweichen Schlussfolgerung zieht 

(vgl. BGE 143 V 269 E.6.2.3.2, 135 V 465 E.4.4 und 125 V 351 E.3b/aa; 

Urteile des Bundesgerichts 9C_288/2021 vom 30. November 2021 E.3.2, 

8C_153/2021 vom 10. August 2021 E.3.2 und 8C_767/2019 vom 19. Mai 

2020 E.3.1). Den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gut-

achten von externen Spezialärzten, welche aufgrund eingehender Beob-

achtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht 

erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen 

gelangen, ist bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, 

solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise 

sprechen (vgl. BGE 137 V 210 E.1.3.4, 125 V 351 E.3b/bb; siehe auch 

Urteile des Bundesgerichts 8C_33/2021 vom 31. August 2021 E.2.2.2 und 

9C_257/2020 vom 23. Juli 2020 E.3.2). In Bezug auf Berichte von behan-

delnden Ärzten darf und soll der Richter auch der Erfahrungstatsache 

Rechnung tragen, dass behandelnde Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre 

auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ih-

rer Patienten aussagen (siehe BGE 135 V 465 4.5, 125 V 351 E.3b/cc). 

Insbesondere lässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag 

der therapeutisch tätigen (Fach-)Person einerseits und der Begutach-

tungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten (vgl. dazu 

BGE 124 I 170 E.4) andererseits nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichts-

gutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass für weitere Abklärun-

gen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztpersonen oder Therapie-

kräfte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben 

immerhin die Fälle, in denen sich eine vom (amtlichen) Gutachten abwei-

- 17 -

chende Beurteilung aufdrängt, weil die Berichte der behandelnden Ärzte 

wichtige – nicht rein der subjektiven Interpretation entspringende – As-

pekte benennen, die bei der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt 

geblieben sind (siehe Urteile des Bundesgerichts 8C_764/2021 vom 

3. März 2022 E.4.2, 8C_491/2021 vom 20. Dezember 2021 E.4.1, 

8C_277/2021 vom 25. August 2021 E.3 und 8C_105/2021 vom 8. Juni 

2021 E.3).

5.4. Zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht auf die Beurteilungen 

im estimed-Gutachten vom 11. Oktober 2019 inkl. Ergänzung vom 3. März 

2020 abgestellt hat oder ob konkrete Indizien gegen deren Zuverlässigkeit 

sprechen bzw. diese von den übrigen medizinischen Akten derart in Zwei-

fel gezogen werden, so dass von der 80%igen Arbeitsfähigkeitseinschät-

zung in adaptierten Tätigkeit abzuweichen wäre.

5.5. Vorab ist auf die formelle Kritik des Beschwerdeführers am bzw. in Zusam-

menhang mit dem estimed-Gutachten und der gutachterlichen Ergänzung 

von Prof. Dr. med. L._____ einzugehen.

5.5.1. Diesbezüglich wirft er der Beschwerdegegnerin zunächst vor, den Auftrag 

an die Begutachtungsstelle suggestiv formuliert zu haben, um ein mög-

lichst negatives Bild über den Beschwerdeführer zu vermitteln, wovon sich 

die Gutachter hätten anstecken lassen. Dabei stört sich der Beschwerde-

führer gemäss seiner Eingabe vom 13. Dezember 2019 insbesondere an 

dem darin wiedergegebenen Eindruck des Jobcoaches, wonach der Be-

schwerdeführer auf die Rentenprüfung warte und es ihm letztendlich nur 

ums Geld gehe (siehe IV-act. 231 S. 2). Dieses Vorbringen erweist sich 

als unbegründet. Der vorgenannte Eindruck des Jobcoaches bettet sich 

ein in eine dreieinhalb Seiten umfassende Auftragserteilung, in welcher 

detailliert und aktengetreu über den bisherigen Ablauf des IV-Verfahrens, 

den medizinischen Sachverhalt und das Anforderungsprofil der bisherigen 

Tätigkeit als Plattenleger berichtet wird (siehe IV-act. 214). Darin wird 

- 18 -

auch ein Schreiben des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers wieder-

gegeben, in welchem dieser ausführte, dass die Wiedereingliederung trotz 

bester Referenzen seitens der bisherigen "Arbeitgeber" noch nicht gelun-

gen sei (siehe IV-act. 214 S. 2 unten). Inwiefern in der Auftragserteilung 

ein möglichst schlechtes Bild vom Beschwerdeführer gezeichnet worden 

sein soll, ist nicht ersichtlich. Ebenso wenig kann dem Beschwerdeführer 

gefolgt werden, wenn er vorbringt, die Gutachter hätten sich "vom vermit-

telten Spirit kritiklos anstecken" lassen. Die in der Ergänzung vom 3. März 

2020 enthaltenen Ausführungen zur beim Beschwerdeführer festgestell-

ten erheblichen Symptomausweitung finden ihre Stütze in den durchge-

führten Evaluationen der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) in den 

Jahren 2015 und 2019 (siehe IV-act. 183 S. 2 und IV-act. 226 S. 161) und 

stehen somit nicht im Zusammenhang mit dem vorgenannten Eindruck 

des Jobcoaches.

5.5.2. In formeller Hinsicht bestreitet der Beschwerdeführer zudem die Bewei-

stauglichkeit der gutachterlichen Ergänzung vom 3. März 2020, weil diese 

nur die Unterschrift von Prof. Dr. med. L._____ trage und seine alleinige 

Stellungnahme enthalte, während die am estimed-Gutachten mitbeteilig-

ten Experten, insbesondere die Dres. med. M._____ (Rheumatologie) und 

N._____ (Handchirurgie), diese weder mitunterzeichnet noch die gestell-

ten Fragen selbst beantwortet hätten. Dem ist zunächst entgegenzuhalten, 

– was der Beschwerdeführer denn auch anerkennt – dass Prof. Dr. med. 

L._____ gemäss ausdrücklichem Hinweis in der Ergänzung vom 3. März 

2020 bei der Beantwortung der Fragen mit den Gutachtern Rücksprache 

gehalten hat und diese im Konsens erfolgte, was er auch unterschriftlich 

bestätigte (siehe IV-act. 234 S. 1). Das Bundesgericht hat die Frage, ob 

die Unterschrift durch alle beteiligten Experten ein Formerfordernis dar-

stellt, bisher offengelassen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_114/2017 

vom 21. August 2017 E.7.2.1, 8C_569/2013 vom 30. September 2013 

E.4.2.3, 8C_348/2013 vom 19. September 2013 4.2 und 8C_904/2012 

- 19 -

vom 28. März 2013 E.4.4). Dabei ging es hauptsächlich um Konstellatio-

nen, in denen das Hauptgutachten nicht durch alle mitbeteiligten Gutach-

terinnen und Gutachter unterschrieben worden war, indes deren Teilgut-

achten als integrierende Bestandteile davon schon. Abgesehen davon, 

dass im vorliegenden Fall sowohl das estimed-Gutachten als auch die ein-

zelnen Teilgutachten von den zuständigen Gutachterinnen und Gutachter 

unterschrieben worden sind (siehe IV-act. 226 S. 18, 57,76, 98, 130 und 

156), ist überdies relativierend anzuführen, dass hier lediglich die Unter-

zeichnung der Ergänzung vom 3. März 2020 einzig durch den fallführen-

den Gutachter bemängelt wird. Was die erforderlichen Unterschriften an-

belangt, entspricht das estimed-Gutachten vom 11. Oktober 2019 nament-

lich den Leitlinien zur Konsensbeurteilung bei bi- und polydisziplinären Be-

gutachtungen in der Versicherungsmedizin vom 4. Dezember 2020 (vgl. 

auch Anhang VIII, Ziffer 5 des Kreisschreibens über das Verfahren in der 

Invalidenversicherung [KSVI] vom 1. Januar 2010 [Stand: 1. Januar 2018] 

bzw. Anhang V, Ziffer 5 des Kreisschreibens über das Verfahren in der 

Invalidenversicherung [KSVI] vom 1. Januar 2022). Dass die Unterzeich-

nung der Ergänzung vom 3. März 2020 alleine durch den fallführenden 

Gutachter Prof. Dr. med. L._____ einen erheblichen Mangel darstellen 

soll, vermag nicht zu überzeugen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 

8C_271/2009 vom 1. Oktober 2009 E.6.5, 8C_272/2009 vom 1. Oktober 

2009 E.3.3 und 9C_55/2009 vom 1. April 2009 E.3.3), zumal Prof. 

Dr. med. L._____ unterschriftlich bestätigte, die Fragen in Rücksprache 

und im Konsens mit den Experten beantwortet zu haben. Konkrete An-

haltspunkte dafür, die daran zweifeln liessen, dass die Ergänzung die Be-

urteilungen der am estimed-Gutachten beteiligten Experten nicht korrekt 

wiedergegeben würde oder gar manipuliert worden wäre, werden weder 

vom Beschwerdeführer geltend gemacht noch sind solche ersichtlich. In-

sofern erübrigt es sich, wie vom Beschwerdeführer beantragt, das Begut-

achtungsinstitut bzw. konkrete Teilgutachter aufzufordern, dem streitberu-

fenen Gericht eine schriftliche Stellungnahme zu unterbreiten, in welcher 

- 20 -

die Übereinstimmung der Ausführungen in der Ergänzung vom 3. März 

2020 mit ihren Einschätzungen unterschriftlich bestätigt würde. Dass die 

Ergänzung vom 3. März 2020 lediglich die Unterschrift von Prof. Dr. med. 

L._____ trägt, vermag ihr den Beweiswert somit nicht abzusprechen. Auch 

bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass die Ergänzungsfragen nicht be-

antwortet worden wären. Zudem ist relativierend darauf hinzuweisen, dass 

vorliegend ohnehin ein Gerichtsgutachten bei der asim eingeholt worden 

ist, in welchem die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer adap-

tierten Tätigkeit – mit Ausnahme der befristeten, vollständigen Arbeitsun-

fähigkeit im Zusammenhang mit einer behandlungsbedürftigen Dupuy-

tren'schen Erkrankung ab Juni 2018 prä- und postoperativ bis Ende Ja-

nuar 2019 – weitestgehend übereinstimmend beurteilt worden und – wie 

noch aufzuzeigen sein wird – in der Hauptsache letztlich auch auf dieses 

abzustellen ist (siehe dazu die nachstehende Erwägungen 5.7 ff.).

5.6.1. Mit Blick auf die am estimed-Gutachten bzw. dessen Ergänzung vom Be-

schwerdeführer geäusserten Kritik ist festzuhalten, dass die Gutachterin-

nen und Gutachter ihre Beurteilung in Kenntnis der medizinischen Vorak-

ten (vgl. dazu insb. IV-act. 226 S. 20 ff.) und ihre Schlussfolgerungen ge-

stützt auf eigene klinische sowie bildgebende Untersuchungen sowie La-

borbefunde getroffen haben. Auch flossen die vom Beschwerdeführer ge-

machten Angaben zur Krankheitsentwicklung und zum jetzigen Leiden in 

die Würdigung mit ein (vgl. jeweilige Teilgutachten). In der Konsensbeur-

teilung wiesen die Gutachter folgende Diagnose mit Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit aus: chronisches lumbovertebrales Syndrom mit/bei chro-

nischem lumboradikulären Schmerzsyndrom L5 bei kleiner Diskushernie, 

MRI LWS 09/15 auf Höhe L5/S1 residuelle Kompromittierung der Nerven-

wurzel L5 rechts intraforaminal bei paramedian rechtsseitiger Diskusher-

nie sowie zusätzliche Retrospondylose und Spondylarthrose, wobei aktu-

ell keine pathologischen Befunde objektivierbar seien. Als Diagnosen 

ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit wiesen sie unter anderem folgende 

- 21 -

aus: chronisches cervicovertebrales Syndrom mit/bei MRI HWS 08/19 mo-

derate foraminale Engen C4 links>rechts, C5 rechts>links und C6 links 

ohne Spinalstenose, wobei aktuell keine pathologischen Befunde objekti-

vierbar seien; Morbus Dupuytren Hände bds. links>rechts, aktuell Rezidiv 

Dig. V links Hand, Strahl III Stadium I und Strahl IV Stadium N nach Tu-

biana rechts, St. p. partieller Fasziektomie Dig V Hand 10/18 und Risiko-

faktor übermässiger Alkoholkonsum; St. p. Carpaltunnelsyndrom-Opera-

tion links 10/18 ohne aktuelle Beschwerden und pathologischen Befunde 

(siehe IV-act. 226 S. 12 f.).

5.6.2. Dem Beschwerdeführer ist indes darin beizupflichten, dass sich die Gut-

achterinnen und Gutachter im estimed-Gutachten vom 11. Oktober 2019 

nicht bzw. nicht vertieft mit den vorbefundlichen fachärztlichen Einschät-

zungen auseinandergesetzt und dabei aufgezeigt haben, weshalb sie eine 

andere Ansicht vertreten. Weder ihre Ausführungen zur Beurteilung der 

medizinischen Situation noch die gezogenen Schlussfolgerungen zum Ge-

sundheitszustand bzw. zur Arbeitsfähigkeitseinschätzung sind nachvoll-

ziehbar begründet. So wird die in der Konsensbeurteilung ausgewiesene 

Arbeitsfähigkeit von 80 % neurologisch begründet (siehe IV-act. 226 

S. 15, vgl. ferner IV-act. 238 S. 30) wegen des chronischen lumboverte-

bralen Syndroms (siehe IV-act. 226 S. 16), das jedoch vom neurologi-

schen Teilgutachter Prof. Dr. med. L._____ klinisch nicht objektiviert wer-

den konnte (siehe IV-act. 226 S. 51 f.). Weshalb dem so ist, kann nicht 

nachvollzogen werden, da dies weder von Prof. Dr. med. L._____ ausge-

führt noch ein entsprechender Befund zur LWS im neurologischen Teilgut-

achten festgehalten wird (siehe IV-act. 226 S. 50). Prof. Dr. med. L._____ 

führte zu der von ihm attestierten Arbeitsunfähigkeit von 20 % in adaptier-

ter Tätigkeit einzig aus, aufgrund der Aktenlage und der darin zu findenden 

pathologischen klinischen Befunde müsse das lumbovertebrale Syndrom 

als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gesehen werden 

(siehe IV-act. 226 S. 52). Auf welche Berichte er sich dabei abstützt, ist 

- 22 -

nicht erfindlich. Zudem steht die Feststellung von Prof. Dr. med. L._____, 

wonach das chronische lumbovertebrale Syndrom nicht objektiviert wer-

den könne, im Widerspruch zum rheumatologischen Teilgutachten von 

Dr. med. M._____, in welchem diese gestützt auf bildgebende Untersu-

chungen der LWS sowie einen ausgewiesenen Befund der Wirbelsäule 

(siehe IV-act. 226/88 f.), unter anderem zum Schluss gelangte, das chro-

nische Lumbovertebralsyndrom habe im Rahmen der aktuellen Begutach-

tung, klinischen Untersuchung und Bildgebund sowie unter Würdigung der 

Vorakten gestellt werden können (siehe IV-act. 226 S. 91). Erklärungsbe-

dürftig ist dabei auch, weshalb Dr. med. M._____ das (für sie objektivier-

bare) chronische lumbovertebrale Syndrom als Diagnose mit Auswirkung 

auf die Arbeitsfähigkeit, jedoch ohne Leistungseinbusse für eine Ver-

weistätigkeit auswies (d.h. Arbeitsfähigkeit von 100 % in adaptierter Tätig-

keit [siehe IV-act. 226 S. 97]), wohingegen Prof. Dr. med. L._____, wel-

cher dieses Syndrom nicht objektivieren konnte, auf eine Arbeitsfähigkeit 

von 80 % in adaptierter Tätigkeit schloss. 

5.6.3. Eine ähnliche Diskrepanz zwischen dem neurologischen und rheumatolo-

gischen Teilgutachten besteht auch in Bezug auf das chronische cervico-

vertebrale Syndrom. Während Dr. med. M._____ dieses in ihrer aktuellen 

Begutachtung klinisch, bildgebend und anamnestisch objektivieren konnte 

und es als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit aufführte 

(siehe IV-act. 226 S. 91), schrieb Prof. Dr. med. L._____ das chronische 

cervicovertebrale Syndrom mangels Objektivierung den Diagnosen ohne 

Arbeitsfähigkeitseinfluss zu (siehe IV-act. 226 S. 51 f.). Auch in der Kon-

sensbeurteilung wurde dies so beibehalten (siehe IV-act. 226 S. 12 ff.), 

obwohl Dr. med. M._____ ihre Beurteilung der Nackenbeschwerden ne-

ben der klinischen Befunderhebung insbesondere auf ein im August 2019 

durchgeführtes MRI der HWS (Befunde: moderate foraminalen Engen C4 

li>re, C5 re>li und C6 li ohne Spinalstenose) abstellen konnte (siehe IV-

act. 226 S. 89 und S. 91).

- 23 -

5.6.4. Ferner ist dem Beschwerdeführer darin beizupflichten, dass bei der im 

Konsens getroffenen Arbeitsfähigkeitseinschätzung in adaptierter Tätig-

keit aktenwidrigerweise festgehalten wurde, dass bisher keine Arbeits-

fähigkeitsbemessung in einer Verweistätigkeit abgegeben worden sei 

(siehe IV-act. 226 S. 16). Dabei übersahen die Gutachterinnen und Gut-

achter insbesondere das rheumatologische Gutachten vom 27. Oktober 

2015, in welchem Dr. med. E._____ eine Verweistätigkeit zu mindestens 

50% als zumutbar erachtete (siehe IV-act. 106 S. 13 und IV-act. 226 

S. 32). Indes wurde eine Stellungnahme dazu in der Ergänzung vom 

3. März 2020 nachgeholt. Darin führte Prof. Dr. med. L._____ aus, 

Dr. med. E._____ gehe in seiner Beurteilung vom 27. Oktober 2015 in kei-

ner Weise auf den Umstand ein, dass sich bei der von ihm veranlassten 

EFL Hinweise für eine erhebliche Symptomausweitung ergeben hätten. 

Angesichts der von ihm beschriebenen Umstände (keine Parese, keine 

Parästhesien, ADL gut möglich, Autofahren bis zwei Stunden möglich) er-

scheine die 50%ige Einschränkung in adaptierter Tätigkeit zumindest aus 

heutiger Sicht eher hoch angesetzt. Hinzu komme, dass es in befundlicher 

Hinsicht seit der Begutachtung durch Dr. med. E._____ zu einer gewissen 

Verbesserung der Beweglichkeit gekommen sei. Zusammenfassend 

könne jedenfalls zum heutigen Zeitpunkt nicht auf die Beurteilung von 

Dr. med. E._____ aus dem Jahr 2015 abgestellt werden (siehe IV-act. 234 

S. 2). Obwohl die Gutachterinnen und Gutachter letztlich an ihrer Restar-

beitsfähigkeit von 80 % in einer adaptierten Tätigkeit festhielten, scheint 

aufgrund dieser Auseinandersetzung mit dem Gutachten von Dr. med. 

E._____ jedenfalls die retrospektive Arbeitsfähigkeitseinschätzung (eben-

falls 80 % in adaptierter Tätigkeit für die "letzten Jahre"; siehe IV-act. 226 

S. 16) nicht restlos geklärt zu sein, führen sie doch selbst lediglich aus, 

dass die im Jahr 2015 von Dr. med. E._____ getroffene Arbeitsfähigkeit in 

einer adaptierten Tätigkeit von mind. 50 % "aus heutiger Sicht" eher hoch 

angesetzt sei.

- 24 -

5.6.5. Genauso wie Prof. Dr. med. L._____ bemängelt, Dr. med. E._____ habe 

die Resultate aus der von ihm veranlassten EFL nicht gewürdigt, muss 

auch er sich den Vorwurf gefallen lassen, dass im estimed-Gutachten vom 

11. Oktober 2019 keine ersichtliche Auseinandersetzung mit den Erkennt-

nissen aus der im Juli 2019 durchgeführten EFL stattgefunden hat. Es fin-

det sich lediglich ein einziger Verweis auf die EFL-Abklärung in der Kon-

sensbeurteilung (siehe IV-act. 226 S. 16). Dabei bleibt unklar, ob und in-

wiefern die anlässlich der EFL festgestellte erhebliche Symptomauswei-

tung bzw. die darin angenommene ganztags zumutbare, höhere Belast-

barkeit im Sinne von mittelschweren Tätigkeiten bei einem vermehrten 

Pausenbedarf von zwei Stunden pro Tag (siehe IV-act. 226 S. 161) in die 

im Gutachten ausgewiesene Arbeitsfähigkeit von 80 % in adaptierter 

Tätigkeit eingeflossen ist. Dass sich Prof. Dr. med. L._____ in der Ergän-

zung vom 3. März 2020 dazu geäussert hat, vermag angesichts seiner 

nicht weiter begründeten (und nicht vollends nachvollziehbaren) Aus-

führungen, wonach die Feststellungen der EFL die gutachterlichen Ein-

schätzungen nicht in Frage zu stellen vermöchten, keine hinreichende Ab-

hilfe zu verschaffen (vgl. IV-act. 234 S. 5).

5.6.6. Des Weiteren fehlt im neurologischen Teilgutachten eine Auseinanderset-

zung mit der vorbefundlich bekannten Problematik einschlafender Finger 

bzw. des Einschlafens des ganzen linken Armes, die gemäss der 

Dres. med. H._____ und I._____ am ehesten im Rahmen der HWS-Be-

schwerden zu werten sei (vgl. Bericht vom 12. Februar 2019 [IV-act. 208 

S. 8]). Dasselbe gilt für das MRI der HWS vom August 2019 (siehe IV-

act. 226 S. 89 und IV-act. 226 S. 91), auf das auch das im vorliegenden 

Verfahren ins Recht gelegte MRI der HWS vom 1. Mai 2020 Bezug nimmt 

und unter anderem eine stationäre diskoossäre Einengung der Neurofora-

mina von HWK3 bis HWK7 mit leichter Kompression von C4 links, Tangie-

rung bis Kompression von C7 links, Kompression von C6 rechts sowie 

- 25 -

Tangierung von C5 und C6 links beschreibt (Akten des Beschwerdefüh-

rers [Bf-act.] 3 zur Beschwerde).

5.6.7. Ferner sind auch die Zweifel des Beschwerdeführers am handchirurgi-

schen Gutachten berechtigt. Zwar vermag diesbezüglich die gutachterli-

che Ergänzung vom 3. März 2020 insoweit Abhilfe zu verschaffen, als dar-

gelegt wurde, dass die sonografisch erhärteten Befunde nicht derart seien, 

dass die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers massgeblich einge-

schränkt würde (siehe IV-act. 234 S. 5). Wie sich diese Schlussfolgerung 

jedoch herleitet, wird nicht näher begründet. Ausserdem fehlt eine vertiefte 

Auseinandersetzung mit den diversen handchirurgischen Fachberichten, 

welche letztlich Restdefizite (an der linken Hand) ausweisen (vgl. insbe-

sondere der Bericht vom 28. Mai 2019 der Dres. med. J._____ und 

I._____ [IV-act. 223 S. 2]) und von der rheumatologischen estimed-Teil-

gutachterin im Sinne einer Unzumutbarkeit von schweren manuellen und 

repetitiven Arbeiten (der Hände) berücksichtigt worden waren (siehe IV-

act. 226 S. 93 ff.), sowie eine nachvollziehbare Begründung der Arbeits-

fähigkeitseinschätzung aus handchirurgischer Sicht (vgl. IV-act. 226 

S. 126 ff.) unter Berücksichtigung der am 17. Oktober 2018 durchgeführ-

ten Operation an der linken Hand (siehe dazu IV-act. 203 S. 5 und IV-

act. 226 S. 35) sowie der anschliessenden Rekonvaleszenzzeit (siehe IV-

act. 207, IV-act. 208 S. 7, IV-act. 210 und IV-act. 223).

5.6.8. Schliesslich ist zu bemängeln, dass in der Konsensbeurteilung das Vorlie-

gen eines Suchtleidens ohne weitere Ausführungen dazu verneint (siehe 

IV-act. 226 S. 12), darin zugleich aber ausgewiesen wird, dass aufgrund 

des sehr hohen CDT-Wertes im Laborbefund davon auszugehen sei, dass 

der Beschwerdeführer mehr als die angegebene Menge an Alkohol trinke 

bzw. eher ein schädlicher Alkoholgebrauch vorliege (siehe IV-act. 226 

S. 14). Diese Feststellungen stammen von der rheumatologischen Teilgut-

achterin, welche gestützt auf die laborchemischen Ergebnisse befand, es 

bestehe ein regelmässiger (chronischer), erhöhter Alkoholkonsum, was im 

- 26 -

psychiatrischen Teilgutachten näher diskutiert werden müsse (siehe IV-

act. 226 S. 92 ff., insb. IV-act. 226 S. 94). Eine solche Auseinanderset-

zung, insbesondere im Lichte der neuen Rechtsprechung zu primären Ab-

hängigkeitssyndromen (vgl. BGE 145 V 215), erfolgte durch den psychia-

trischen Teilgutachter indes nicht. Vielmehr wies dieser – wie in der Kon-

sensbeurteilung – ebenfalls einzig aus, dass kein Suchtleiden vorliege 

(siehe IV-act. 226 S. 149). 

5.7. Aus diesen Gründen gelangte das streitberufene Gericht am 27. Oktober 

2020 insgesamt zum Schluss, dass nicht auf das estimed-Gutachten vom 

11. Oktober 2019 bzw. dessen Ergänzung vom 3. März 2020 abgestellt 

werden kann. Für den Fall, dass die Verfahrensbeteiligten eine Referen-

tenaudienz ablehnen würden, was letztlich auch eintraf, beschloss das 

Gericht, ein polydisziplinäres Gerichtsgutachten in den Fachdisziplinen 

Allgemeine Innere Medizin (Fallführung), Psychiatrie, Rheumatologie, 

Neurologie und Handchirurgie einzuholen. Dieses wurde von der asim 

nach durchgeführten Untersuchungen im August 2021 am 31. Dezember 

2021 erstattet (nachfolgend asim-Gutachten). 

6.1.1. Die Gutachterin und Gutachter der asim wiesen in der Konsensbeurteilung 

ein chronisches thorakolumbovertebrales Schmerzsyndrom (ICD-10: 

M54.5, M54.6), ein chronisches zervikovertebrales Schmerzsyndrom 

(ICD-10: M54.2) sowie ein klinisch intermittierendes leichtes sensibles Ku-

bitaltunnelreizsyndrom linksseitig als Diagnosen mit Auswirkungen auf die 

Arbeitsfähigkeit aus. Als ohne Einfluss darauf erachteten sie den Verdacht 

auf einen schädlichen Alkoholgebrauch, den Zustand nach Karpaltunnel-

operation links 10/2018 klinisch ohne Residuen, der Morbus Dupuytren 

Strahl III und IV beidseits und Strahl V und II links maximal Tubiana Grad 1 

sowie der Status nach Kontusion der linken Schulter 07/2021 (siehe asim-

Gutachten, Konsensbeurteilung, S. 8 f.). Dazu führten sie namentlich aus, 

als Hauptproblem beklage der Beschwerdeführer eine Persistenz chroni-

scher Schmerzen im Bereich der Lenden- und Halswirbelsäule. Der 

- 27 -

Schmerzcharakter und die Lokalisierung dieser Beschwerden an der Wir-

belsäule habe sich im Laufe der Zeit nicht wesentlich verändert, hingegen 

habe die Schmerzintensität im Verlauf zugenommen. 

Rheumatologisch habe sich der klinische Zustand des Beschwerdeführers 

im Vergleich zu den Vorbefunden im Laufe der Zeit nicht wesentlich ver-

ändert. Im rheumatologischen estimed-Teilgutachten von 2019 sei dem 

Beschwerdeführer für adaptierte Tätigkeiten eine 80%ige Arbeitsfähigkeit 

attestiert worden. Infolge Alterungsprozesse habe eine leichte Progression 

degenerativer Veränderungen stattgefunden, wobei diese aber nicht für 

die Entstehung der Schmerzchronifizierung im Vordergrund stehe. Im We-

sentlichen bestehe eine chronifizierte Fehlhaltung der Wirbelsäule infolge 

einer ausgeprägten muskulären Dysbalance mit Bildung ausgeprägter 

myotendinotischer Verspannungen der paravertebralen Muskulatur, die 

sich im Laufe der Zeit etabliert habe. Durch diese würden die Auswirkun-

gen der strukturellen degenerativen Veränderungen der LWS und HWS 

funktionell erheblich verstärkt. Es ergebe sich für körperlich schwere Tätig-

keiten eine volle und eine 25%ige Einschränkung für adaptierte Tätigkei-

ten. 

Neurologisch ergebe sich weder im Bereich der Halswirbelsäule noch der 

Lendenwirbelsäule ein Hinweis für eine radikuläre Schädigung.

Psychiatrisch lasse sich – entsprechend der gutachterlichen Vorbeurtei-

lung im 2019 – auch aktuell keine Diagnose nach ICD-10-Kriterien stellen. 

Bezüglich der Grundpersönlichkeit würden sich Hinweise auf eine leicht 

erhöhte Ängstlichkeit ergeben, ohne dass dies jedoch pathologische Aus-

masse annehme. Gut erkennbar sei eine Selbstwertproblematik, die deut-

lich geworden sei, als der Beschwerdeführer seinen Status ohne Arbeit 

thematisiert habe. Nicht ganz ausgeschlossen werden könne, dass es 

Phasen gegeben habe, in denen die Kriterien einer depressiven Episode 

erfüllt gewesen seien. Dabei wurde darauf hingewiesen, dass fachpsych-

- 28 -

iatrische Berichte über den gesamten Zeitraum mit Ausnahme der Begut-

achtung im 2019 nicht vorlägen. Ein wesentliches Reintegrationshindernis 

lasse sich daraus jedoch nicht erkennen. Aktuell stelle sich der psychopa-

thologische Befund unauffällig dar. 

Der Beschwerdeführer leide an beiden Händen unter einer Dupuy-

tren'schen Erkrankung, welche schubweise oder kontinuierlich verlaufen 

könne. Eine starke Krümmung des Kleinfingers links sowie das beglei-

tende Karpaltunnelsyndrom (CTS) hätten den Beschwerdeführer im Okto-

ber 2018 zu einer Operation bewogen. Postoperativ verblieben wenig 

Restbeschwerden im Sinne eines Extensionsdefizitrezidivs, was im Rah-

men der Vernarbung zu sehen sei. In seiner Arbeitsfähigkeit sei der Be-

schwerdeführer aus handchirurgischer Sicht dadurch nicht eingeschränkt. 

Am linken Ellenbogen bestehe intermittierend ein leichtes sensibles Kubi-

taltunnelreizsyndrom, weshalb dem Beschwerdeführer Tätigkeiten, bei de-

nen eine mechanische Druckausübung auf den Kubitaltunnel stattfinde, 

nicht möglich seien. Durch die Reizung des Nervus ulnaris im Kubitaltun-

nel komme es zu einer Sensibilitätsstörung im Bereich des Kleinfingers 

und der Handkante links. Feinmechanische Tätigkeiten seien mit dem 

Kleinfinger nicht mehr möglich.

Wie in der Vorbegutachtung im Jahre 2019 hätten auch aktuell in der La-

boruntersuchung Hinweise auf einen übermässigen Alkoholkonsum erho-

ben werden können. Eine genaue Quantifizierung des Konsums sei bei 

diesbezüglich nicht untypischem Abwehrverhalten nicht möglich. Der 

Nachweis für eine körperliche oder psychische Schädigung oder ein ver-

ändertes Verhalten, welches auf den erhöhten Alkoholkonsum zurückzu-

führen sei, lasse sich aktuell nicht erbringen. Bis anhin habe dies kein Re-

integrationshindernis bedeutet (siehe asim-Gutachten, Konsensbeurtei-

lung, S. 7 f.).

- 29 -

6.1.2. Die asim-Gutachterin und Gutachter hielten zu den funktionellen Auswir-

kungen der Befunde und Diagnosen fest, körperlich schwere Tätigkeiten, 

die das Heben, Tragen oder Stossen von Lasten über 7 kg, das repetitive 

Bücken nach vorne oder ein in die Hocke gehen (wie z.B. bei der Arbeit 

als Plattenleger) erforderten, seien aufgrund der degenerativen Verände-

rungen der Lenden- und Halswirbelsäule genauso ungünstig wie Über-

kopfarbeiten. Die Kontrakturen der Finger könnten durch Hyperextension 

im MCP-Gelenk kompensiert werden und fielen funktionell nicht ins Ge-

wicht (siehe asim-Gutachten, Konsensbeurteilung, S. 9 f.). Daraus schlos-

sen die asim-Gutachterin und Gutachter, dass in der angestammten Tätig-

keit als Plattenleger – in Übereinstimmung mit den Vorbeurteilungen – 

keine Arbeitsfähigkeit mehr besteht. In adaptierter Tätigkeit wiesen sie 

eine aktuelle Arbeitsfähigkeit von 75 % aus, wobei die Einschränkungen 

rheumatologischen Ursprungs sind. Als Belastungsprofil definierten sie 

was folgt: Möglich seien körperliche Tätigkeiten ohne Notwendigkeit des 

Hebens, Tragens oder Stossens von Lasten über 5 kg und ohne Notwen-

digkeit, sich repetitiv nach vorne zu bücken. Überkopfarbeiten seien eben-

falls ungünstig. Tätigkeiten, bei denen eine mechanische Druckausübung 

auf den Kubitaltunnel linksseitig stattfinde, seien nicht möglich (siehe 

asim-Gutachten, Konsensbeurteilung, S. 11). Die im Vergleich zur Arbeits-

fähigkeitsattestierung von 80 % gemäss Begutachtung im 2019 aktuell 

leicht höhere Einschränkung gelte dabei – bei altersentsprechender (leich-

ter) Zunahme degenerativer Veränderungen – seit Gutachtenszeitpunkt 

(siehe asim-Gutachten, Konsensbeurteilung, S. 12). 

6.2. Der Beschwerdeführer wendet dagegen in seiner Eingabe vom 15. Fe-

bruar 2022 ein, die Einschätzung seiner Leistungsfähigkeit durch die asim-

Gutachterin und Gutachter mit einer Restarbeitsfähigkeit von 75 % in kör-

perlich leichten Tätigkeiten stehe in einer offensichtlichen und erheblichen 

Diskrepanz zur 50%igen Leistung, wie er sie während der ausführlich und 

umfangreich dokumentierten Eingliederungsmassnahmen bei einwand-

- 30 -

freiem Arbeitsverhalten effektiv realisiert habe. Die asim-Gutachterin und 

Gutachter bestätigten dabei ausdrücklich, dass sowohl die Tätigkeit 

während der beruflichen Massnahmen leidensangepasst gewesen seien. 

Sie begründeten ihre doch deutlich abweichende Meinung alleine mit einer 

Selbstlimitierung. Diese werde zwar im EFL-Bericht vom 20. Oktober 2015 

beschrieben, entgegen der asim-Gutachterin und Gutachter indessen in 

keinem einzigen Massnahmenbericht. Im Gegenteil, die Fachleute und 

Eingliederungsspezialisten hätten keinen Zweifel daran aufkommen las-

sen, dass er sich während der ungewöhnlich langen, mehrjährigen Ab-

klärungszeit vorbildlich eingesetzt habe und bereit gewesen sei, an seine 

Leistungsgrenze zu gehen. 

6.2.1. Im asim-Gutachten vom 31. Dezember 2021 wird zu den beruflichen Ein-

gliederungsmassnahmen festgehalten, der Beschwerdeführer habe seine 

zumutbare Restarbeitsfähigkeit nicht vollständig ausgeschöpft. Grund 

dafür sei vorwiegend eine (in nahezu sämtlichen Massnahmenberichten 

vorbeschriebene und auch in der aktuellen Begutachtung festgestellte) 

Selbstlimitierung. Möglich und zumutbar wäre – bei rheumatologisch stabil 

gebliebenem Gesundheitszustand – eine Leistungsfähigkeit von ca. 80 % 

gewesen (siehe asim-Gutachten, Konsensbeurteilung, S. 17).

6.2.2. Der Beschwerdeführer kritisiert diese Beurteilung und wendet dagegen 

ein, entgegen den asim-Gutachtern werde in keinem der Massnahmenbe-

richte eine Selbstlimitierung beschrieben. Zudem brachte er bereits gegen 

das estimed-Gutachten vom 11. Oktober 2019 vor, die aus der während 

dreieinhalb Jahren durchgeführten Eingliederung gewonnenen Erkennt-

nisse, insbesondere, dass er sehr gute Arbeitsleistungen gezeigt habe und 

mit seinem Arbeitseinsatz von 50 % an seine Leistungsgrenze gestossen 

sei, seien von den Gutachtern nicht berücksichtigt worden. 

6.2.3. Zwar trifft es zu, dass der Beschwerdeführer während des Arbeitstrainings 

bei C._____ die Arbeitszeit aufgrund seiner Rückenschmerzen nur auf 24 

- 31 -

Stunden pro Woche bei einer Leistung von 80 bis 90% steigern konnte 

(siehe IV-act. 128 S. 3) bzw. anlässlich des Praktikums bei der F._____ 

AG gemäss Abschlussbericht vom 4. September 2017 ein 50%-Pensum 

bei 100%iger Leistung erreichen konnte (siehe IV-act. 168 S. 1 f.). Entge-

gen der Auffassung des Beschwerdeführers nahm indes bereits Prof. 

Dr. med. L._____ in der Ergänzung vom 3. März 2020 zu den durchge-

führten beruflichen Massnahmen Stellung. Dazu führte er gestützt auf ak-

tenkundige Berichte aus der Eingliederung aus, diese zeigten, dass der 

Beschwerdeführer an seiner Überzeugung, nur etwas mehr als halbtägig 

beruflich tätig sein zu können, festgehalten habe und die berufsprakti-

schen Beurteilungen seien stark davon geprägt (siehe IV-act. 234 S. 4). 

Zwar ist dem Beschwerdeführer darin beizupflichten, dass die Rückmel-

dungen hinsichtlich seiner Arbeitsleistung anlässlich der beruflichen Ein-

gliederungsmassnahmen positiv ausgefallen sind (vgl. z.B. Abschlussbe-

richt der F._____ AG vom 4. September 2017 [IV-act. 168], Schlussbericht 

C._____ vom 30. April 2016 [IV-act. 128], Bericht der F._____ AG vom 

24. Oktober 2016 [IV-act. 144], Standortgespräch vom 24. Juni 2015 [IV-

act. 95] und Standortgespräch vom 10. Februar 2016 [116]). Indes ist 

ebenfalls aktenkundig, dass er sich dahingehend geäussert hat, nicht bzw. 

nur in einer etwas mehr als halbtägigen Tätigkeit arbeitsfähig zu sein (vgl. 

BEFAS-Abklärungsbericht vom 18. November 2013 [IV-act. 37 S. 6], Ver-

laufs- und Gesprächsprotokoll vom 28. August 2013 [IV-act. 31], estimed-

Gutachten vom 11. Oktober 2019 [IV-act. 226 S. 49 und 86]; vgl. ferner 

asim-Gutachten vom 31. Dezember 2021 [Konsensbeurteilung S. 6, neu-

rologisches Teilgutachten S. 4 f. und psychiatrisches Teilgutachten S. 6 

und S. 10 f.]). Ausserdem wird von Seiten der Eingliederungsfachperso-

nen verschiedentlich angemerkt, dass der Beschwerdeführer sich mit Blick 

auf seine berufliche Zukunft sehr passiv verhalte und unbedingt mehr In-

itiative zeigen müsse (vgl. Verlaufsprotokoll Eintrag vom 20. Januar 2016 

[IV-act. 117], Zwischenbericht vom 8. Juni 2016 [IV-act. 129]). Dass diese 

Haltung Ausdruck einer Ratlosigkeit gewesen sein soll, ist nicht ersichtlich 

- 32 -

(vgl. dazu insbesondere die Ausführungen im Zwischenbericht vom 8. Juni 

2016 [IV-act. 129]). Schliesslich basieren die Ergebnisse aus den Einglie-

derungsmassnahmen auch stark auf der subjektiv, vom Beschwerdeführer 

gezeigten Leistung (vgl. z.B. Schlussbericht C._____ vom 30. April 2016 

[IV-act. 128], Standortgespräch vom 24. Juni 2015 [IV-act. 95], Standort-

gespräch vom 10. Februar 2016 [IV-act. 116], Verlaufsprotokoll Eintrag 

vom 26. August 2015 [IV-act. 101], Verlaufsprotokoll Eintrag vom 28. Sep-

tember 2016 [IV-act. 137]), wobei diesfalls anzumerken bleibt, dass be-

reits anlässlich der im Oktober 2015 durchgeführten EFL, als der Be-

schwerdeführer sich in beruflichen Massnahmen befand, eine erhebliche 

Symptomausweitung, Selbstlimitierung und Inkonsistenz festgestellt wor-

den ist (siehe IV-act. 183 S. 2, vgl. ferner Bericht zur EFL vom 22. Juli 

2019 [IV-act. 226 S. 161] mit gleichen Ergebnissen). Dies griff denn auch 

der rheumatologische Teilgutachter der asim, Dr. med. O._____, in seiner 

Beurteilung auf und nahm entgegen der Auffassung des Beschwerdefüh-

rers ausführlich zur Selbstlimitierung Stellung. Konkret führte er insbeson-

dere aus, parallel zu den lokalen Prozessen (sowohl degenerative Verän-

derungen struktureller Natur als auch ausgeprägte muskuläre Dysbalance 

funktioneller Natur) seien beim Beschwerdeführer rasch zusätzlich eine 

nicht-organische maladaptive Komponente in Form einer nicht-organisch 

begründbaren Selbstlimitierung entstanden, welche sich schon im Rah-

men der EFL (gemäss Bericht) vom 20. Oktober 2015 manifestiert habe. 

Es habe sich ein eindeutiges Schmerzverhalten gezeigt (übervorsichtige 

Bewegungen, starre, abnorme Haltung, häufiges Reiben und Halten der 

Schmerzbereiche, häufige Schmerzmimik, häufige verbale Schmerzäus-

serungen), welche als nicht adäquat beurteilt worden seien. Es hätten sich 

zusätzlich Diskrepanzen gezeigt zwischen dem Ausmass der angegebe-

nen Einschränkungen im Fragebogen zur Selbsteinschätzung der Leis-

tungsfähigkeit und den beobachteten funktionellen Fähigkeiten (die 

Selbsteinschätzung sei erheblich zu tief erschienen, was auf Selbstlimitie-

rung hinweise). Die Angaben von starken Schmerzen hätten nicht dem 

- 33 -

eher wenig leidenden Eindruck entsprochen, den der Beschwerdeführer 

während der Aktivitäten vermittelt habe (Auszug aus dem EFL-Bericht vom 

20. Oktober 2015 [vgl. IV-act. 183 S. 4 f.). Nach Ansicht von Dr. med. 

O._____ begünstigte diese Selbstlimitierung eine muskuläre Dekonditio-

nierung, welche wiederum die Entwicklung von ausgeprägten muskulären 

Dysbalancen der paravertebralen Muskulatur begünstige. Mit überwiegen-

der Wahrscheinlichkeit sei ursächlich für die verminderte Leistungsfähig-

keit eine Selbstlimitierung zu vermuten (siehe asim-Gutachten, rheumato-

logisches Teilgutachten, S. 22, vgl. auch die psychiatrische Beurteilung im 

asim-Gutachten, psychiatrisches Teilgutachten, S. 18 f. und 21 f.).

6.2.4. Dr. med. O._____ nahm zudem ausdrücklich zu den Ergebnissen der be-

ruflichen Eingliederungsmassnahmen Stellung. Zum Arbeitstraining bei 

C._____ vom 3. Oktober 2015 bis zum 31. März 2016 hielt er was folgt 

fest: Es sei zu einer Steigerung auf 24 Stunden pro Woche gekommen. 

Eine weitere Steigerung sei wegen der Rückenbeschwerden aber nicht 

möglich gewesen. Dazu sei zu bemerken: Die Qualität der Arbeit habe sich 

als stets hoch erwiesen, mit einer Arbeitsleistung von 80 bis 90 % nach 

Schätzung der Vorgesetzten (siehe auch IV-act. 128 S. 3). Diese stets 

hohe Arbeitsleistung von 80 bis 90 % könne zeigen, dass während der 

Arbeit an halben Tagen diese Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers 

schmerzbedingt nicht relevant eingeschränkt gewesen sein sollte. Ein hef-

tiger Schmerzzustand hätte sonst die Leistungsfähigkeit bemerkbar limi-

tiert. Anschliessend habe der Beschwerdeführer ein Praktikum bei der 

F._____ AG vom 23. September 2016 (recte 29. März 2016) bis zum 

30. September 2017 gemacht. Es habe sich um eine 50%ige Tätigkeit ge-

handelt, nach wie vor belastend mit Anreise. Der Beschwerdeführer habe 

häufige Schmerzen im Rücken und zum Teil in den Beinen beklagt. Eine 

Aussicht auf eine Festanstellung habe weiterhin nicht bestanden, da die 

Verlegung der Firma ins Ausland aus wirtschaftlichen Gründen geplant ge-

wesen sei. Der Beschwerdeführer habe in diesem Praktikum insgesamt 

- 34 -

anderthalb Jahre zu 50 % jeweils vormittags gearbeitet. Die Leistungs-

fähigkeit während der Anwesenheit sei bei 100 % geblieben (volle Leis-

tungsfähigkeit während der Arbeit; siehe auch IV-act. 144 S. 1 f. und IV-

act. 168 S. 1 f.). Subjektiv limitierend seien ebenfalls die Rückenschmer-

zen gewesen, wie beim vorherigen Praktikum. Eine stets hohe Arbeitsleis-

tung von 100 % bei 50%iger Präsenz könne auch hier zeigen, dass 

während der Arbeit die Leistungsfähigkeit schmerzbedingt nicht relevant 

eingeschränkt gewesen sei. Zusammenfassend wiesen diese sämtlichen 

Aspekte – neben den strukturellen (degenerativen Läsionen der Wir-

belsäule, welche aber klinisch keine relevanten anhaltenden Kompressio-

nen neuraler Strukturen verursachten) und den funktionellen (diffusen 

myotendinotischen Verspannungen der paravertebralen Muskulatur) Fak-

toren – auch darauf hin, dass sich eine zusätzliche maladaptive Kompo-

nente schon früher etabliert haben dürfte, welche nicht verneint werden 

dürfe (asim-Gutachten, rheumatologisches Teilgutachten, S. 17; vgl. wie-

derum auch die psychiatrische Beurteilung im asim-Gutachten, psychiatri-

sches Teilgutachten, S. 18 f. und 21 f.)). 

6.2.5. Wenn in der Konsensbeurteilung des asim-Gutachtens als ein Grund für 

die nicht vollständige Ausschöpfung der zumutbaren Restarbeitsfähigkeit 

des Beschwerdeführers anlässlich der beruflichen Eingliederungsmass-

nahmen namentlich eine in nahezu sämtlichen Massnahmenberichten vor-

beschriebene Selbstlimitierung angegeben wird (asim-Gutachten, Kon-

sensbeurteilung, S. 17), ist dem Beschwerdeführer zwar insoweit bei-

zupflichten, dass dies in dieser Absolutheit und im Sinne einer direkten 

Beschreibung einer Selbstlimitierung nicht zutrifft. Aus den vorerwähnten, 

sich auf die Akten stützenden Ausführungen ergibt sich aber, dass 

Dr. med. O._____ die anlässlich der Eingliederungsmassnahmen ge-

zeigte Leistung nicht als dem tatsächlichen Leistungsvermögen des Be-

schwerdeführers entsprechend einstufte. Nicht nur konnte er die dabei ge-

zeigte Leistungsminderung nicht organisch erklären. Darüber hinaus 

- 35 -

zeigte er nachvollziehbar auf, dass bei der vollen bzw. sehr hohen Leis-

tungsfähigkeit des Beschwerdeführers während der berufspraktischen 

Eingliederung mit rund 50%iger Präsenz die Schmerzkomponente nicht zu 

relevanten Einschränkungen geführt haben kann. Mit anderen Worten liegt 

nahe, dass das tatsächliche Leistungsvermögen und damit die effektive 

Arbeitsfähigkeit wesentlich höher als die vom Beschwerdeführer angege-

benen 50 % war. So gehen denn auch aus den Rückmeldungen der Ein-

gliederungspersonen zahlreiche, auf dem ersten Arbeitsmarkt verwertbare 

Ressourcen hervor (vgl. z.B. Abschlussbericht der F._____ AG vom 

4. September 2017 [IV-act. 168], Schlussbericht C._____ vom 30. April 

2016 [IV-act. 128], Bericht der F._____ AG vom 24. Oktober 2016 [IV-

act. 144]: sehr gute, sorgfältige Arbeit, Arbeitsleistung 100 %, gute Selbst-

ständigkeit und Konzentration, Pflichtbewusstsein, gute Auffassungsgabe, 

sehr organisiert und ordentlich, handwerkliches Geschick und räumliches 

Vorstellungsvermögen etwa bei Leim-, Zerlegungs- oder Verpackungsar-

beiten), weshalb nicht einleuchtet, dass diese eine Tätigkeit in der freien 

Wirtschaft als eher schwierig einstuften (siehe IV-act. 168 S. 3) bzw. nur 

einen Nischenarbeitsplatz in der Industrie oder einen geschützten Arbeits-

platz als Anschlusslösung sahen (siehe IV-act. 177 S. 2). Insoweit ist fest-

zuhalten, dass die asim-Gutachterin und Gutachter die Eingliederungs-

bemühungen des Beschwerdeführers hinreichend berücksichtigt (vgl. 

hierzu auch asim-Gutachten, psychiatrisches Teilgutachten, S. 18 f.) und 

plausibel dargelegt haben, weshalb sie von den fremdanamnestischen An-

gaben im Zusammenhang mit der beruflichen Eingliederung abgewichen 

sind und eine damals bestehende, rund 80%ige Arbeitsfähigkeit in adap-

tierter Tätigkeit annahmen, wofür denn auch – wie dargelegt – die übrige 

Aktenlage spricht. Ohnehin ist rechtsprechungsgemäss die Frage nach 

den noch zumutbaren Tätigkeiten und Arbeitsleistungen nach Massgabe 

der objektiv feststellbaren Gesundheitsschädigung in erster Linie durch die 

Ärzte und nicht durch die Eingliederungsfachleute auf der Grundlage der 

von ihnen erhobenen, subjektiven Arbeitsleistung zu beantworten (siehe 

- 36 -

Urteile des Bundesgerichts 8C_170/2021 vom 23. September 2021 

E.5.1.2.2, 8C_21/2020 vom 8. April 2020 E.4.1.2, 9C_379/2019 vom 

26. September 2019 E.3.5.3, 8C_278/2019 vom 17. Juli 2019 E.3.2.1, 

9C_798/2018 vom 26. Juli 2019 E.4.2.1, 8C_801/2018 vom 13. Februar 

2019 E.4.3 und 9C_646/2015 vom 19. Mai 2016 E.4.4). Vor diesem Hin-

tergrund kann auf die beantragte Einholung einer klärenden medizinischen 

Stellungnahme verzichtet werden, zumal das streitberufene Gericht auf-

grund der bereits abgenommenen Beweise seine Überzeugung gebildet 

hat und annehmen kann, dass diese Überzeugung durch weitere Bewei-

serhebungen nicht geändert würde (vgl. BGE 144 II 427 E.3.1.3, 141 I 60 

E.3.3, 136 I 229 E.5.3 und 134 I 140 E.5.3; Urteile des Bundesgerichts 

8C_411/2021 vom 27. August 2021 E.4.3.2, 9C_89/2020 vom 18. Juni 

2020 E.4.8 und 8C_709/2019 vom 19. Mai 2020 E.4.2.4).

6.3.1. Des Weiteren verfängt auch die weitere Kritik des Beschwerdeführers am 

rheumatologischen asim-Teilgutachten von Dr. med. O._____ nicht. Ent-

gegen der Auffassung des Beschwerdeführers hat sich Dr. med. O._____ 

in seiner Beurteilung in Kenntnis der medizinischen Vorakten (siehe asim-

Gutachten, Konsensbeurteilung, S. 22 ff. [Aktenauszug]) sorgfältig mit den 

gesundheitlichen Einschränkungen des Beschwerdeführers auseinander-

gesetzt und seine Schlussfolgerungen gestützt auf die eigenen klinischen, 

bildgebenden und fremdanamnestischen Untersuchungen getroffen (vgl. 

insbesondere asim-Gutachten, rheumatologisches Teilgutachten, S. 7 ff.). 

Dabei flossen auch die vom Beschwerdeführer gemachten Angaben zur 

Krankheitsentwicklung und zum jetzigen Leiden in die Gesamtbeurteilung 

zum Gesundheitszustand und zur Arbeitsfähigkeitseinschätzung mit ein 

(asim-Gutachten, rheumatologisches Teilgutachten, S. 2 ff.). Die gutach-

terlichen Ausführungen in der Beurteilung der medizinischen Zusammen-

hänge sind einleuchtend und die gezogenen Schlussfolgerungen zum Ge-

sundheitszustand sowie zur versicherungsrechtlich relevanten Einschät-

zung der Arbeitsfähigkeit nachvollziehbar begründet (vgl. insbesondere 

- 37 -

asim-Gutachten, rheumatologisches Teilgutachten, S. 14 ff.). Dabei setzte 

sich Dr. med. O._____ eingehend über mehrere Seiten mit den aktenkun-

digen Befunden und Diagnosen, einschliesslich derjenigen von Dr. med. 

E._____, sowie den Ergebnissen der berufspraktischen Eingliederung 

auseinander und führte zur aktuellen rheumatologischen Exploration na-

mentlich aus, der Beschwerdeführer beklage eine Persistenz von chroni-

schen Schmerzen im Bereich der LWS und HWS als Hauptproblem. Er 

berichte, dass sich der Schmerzcharakter und die Lokalisierung seiner Be-

schwerden an der Wirbelsäule im Laufe der Zeit nicht wesentlich verändert 

hätten, sondern dass eher die Schmerzintensität im Verlauf zugenommen 

habe. Eine Schmerzausstrahlung in die oberen bzw. unteren Extremitäten, 

welche auf das Vorliegen einer zervikalen oder lumbalen Radikulopathie 

hinweisen könnten, werde vom Beschwerdeführer aktuell nicht angege-

ben. Somit bestehe aus klinischer Sicht kein Anhaltspunkt für eine zervi-

kale oder lumbale Radikulopathie. Kernspintomographisch fänden sich im 

MRI der HWS vom 1. Mai 2020 und der LWS vom 27. September 2021 

zwar diffuse degenerative Veränderungen, welche zu einer Tangierung bis 

(leichten) Kompression neuraler Strukturen führten, allerdings nicht in ei-

nem solchen Ausmass, dass eine Persistenz einer Wurzelkompromittie-

rung aus klinischer Sicht angenommen werden könne, da sie nicht vor-

handen sei. Rein anamnestisch liessen sich zervikale oder lumbale Radi-

kulopathien nicht eruieren. Bei der aktuellen rheumatologischen Untersu-

chung imponiere klinisch die vorhandene Fehlhaltung der Wirbelsäule mit 

einer Streckhaltung der Wirbelsäule, Abflachung der lumbalen Lordose 

und Zunahme der Kyphose im hochthorakalen Anteil, mit Protraktion des 

Kopfes nach vorne, wie bereits im Gutachten von Dr. med. E._____ vom 

27. Oktober 2015 festgestellt worden sei. Die passive Beweglichkeit der 

LWS sei in alle Richtungen eingeschränkt, wie es ebenfalls bereits 

Dr. med. E._____ im Jahr 2015 beschrieben habe. Auch aktuell fänden 

sich ausgeprägte myotendinotische Verspannungen der paravertebralen 

Muskulatur im lumbalen und thorakalen Bereich. Die passive Beweglich-

- 38 -

keit der Brustwirbelsäule sei in Flexion wegen der thorakalen Hyperky-

phose eingeschränkt, die Extension sei wegen dieser Hyperkyphose auf-

gehoben. Ein MRI der Brustwirbelsäule (BWS) vom 20. August 2019 zeige 

relevante osteochondrotische Segmente im mittleren und distalen Drittel 

bei Irregularität der Anschlussplatten und Bandscheibenfachverschmäle-

rung ohne Hinweise auf eine radikuläre Pathologie im lumbalen Bereich. 

Es fände sich keine Alignment-Störung und keine offensichtliche Fraktur. 

Inwieweit ein alter Morbus Scheuermann bereits prämorbid habe vorliegen 

können, lasse sich aktenkundig/anamnestisch nicht eruieren. Klinisch lies-

sen sich die passive Seitenneigung und Rotation der BWS aktuell (immer 

noch) normal entfalten – ein Zeichen dafür, dass mittlerweile keine Pro-

gression relevanter degenerativer Veränderungen der BWS entstanden 

sei. Auch im lumbalen Bereich zeigten sich kernspintomographisch am 

27. September 2021 multietagige degenerative Veränderungen mit im 

Vergleich zur Voruntersuchung einer neuen links paramedianen Diskusex-

trusion im Segment LWK4/5 sowie auch einer diskreten Zunahme der 

rechtslateralen bis foraminalen Diskusprotrusion im Segment 

LWK5/SWK1, welche zu einer Tangierung der entsprechenden Nerven-

wurzeln führten, allerdings ohne klinisches Korrelat für eine Neurokom-

pression, wie es bereits im zervikalen Bereich der Fall sei. Im Vordergrund 

limitierten die myotendinotischen Verspannungen der paravertebralen 

Muskulatur auch die Bewegungen der Lendenwirbelsäule, im Rahmen ei-

ner ausgeprägten muskulären Dysbalance, die seit Jahren bestehe. Im 

Wesentlichen bestehe eine Chronifizierung der Fehlhaltung der Wir-

belsäule infolge einer ausgeprägten muskulären Dysbalance mit Bildung 

ausgeprägter myotendinotischer Verspannungen der paravertebralen 

Muskulatur, die sich im Laufe der Zeit etabliert hätten. Diese funktionelle 

Fehlhaltung der Wirbelsäule werde vom Hausarzt Dr. med. B._____ in sei-

nem Bericht vom 5. Januar 2018 klar beschrieben ("chronisches panver-

tebrales Syndrom bei fixiertem Rundrücken" [siehe IV-act. 184 S. 1]) und 

auch von ihm aktuell nach telefonischer Rücksprache als im Laufe der Zeit 

- 39 -

unverändert bestätigt. Diese Beobachtungen erhärteten die Vermutung ei-

ner Persistenz dieser diffusen myotendinotischen Verspannungen von 

ausgeprägtem Charakter als Hauptursache der Fehlhaltung der Wir-

belsäule. Dazu seien diffuse degenerative Veränderungen der Wirbelsäule 

vorhanden, die aber von ihrem Ausmass her keine lokale segmentale Dys-

funktion hervorriefen, welche sich klinisch manifestieren würde. Diese 

strukturellen Veränderungen schränkten allerdings die Belastbarkeit der 

axialen Strukturen ein. Anhand dieser sämtlichen klinischen und radiomor-

phologischen Befunde habe sich der klinische Zustand des Beschwerde-

führers im Laufe der Zeit nicht wesentlich verändert. Kernspintomogra-

phisch zeige sich eine Progression nicht relevanter degenerativer Verän-

derungen, die aber nicht für die Entstehung der Schmerzchronifizierung im 

Vordergrund stünden. Klinisch bestehe kein Hinweis auf eine segmentale 

Schmerzsymptomatik im Bereich der Wirbelsäule. Die Schmerzen würden 

diffus beklagt, ohne Möglichkeit einer Typisierung bei fehlender lokaler 

Schmerzsymptomatik von segmentaler Natur. Über Jahre seien die Loka-

lisierung und der Schmerzcharakter laut eigenen Angaben des Beschwer-

deführers praktisch unverändert geblieben. Nur die Schmerzintensität 

habe sich im Laufe der Zeit verschlechtert. Dieser Verlauf lasse sich da-

durch erklären, dass die Persistenz einer muskulären Dysbalance über 

Jahre eine schlechte Stabilisierung des Rumpfes begünstigen könne, die 

bei körperlichen Anstrengungen oder Belastungen als Folge einer 

schlechten Rumpfstabilisierung symptomatisch – von diffusem Charakter 

– werden könne (siehe asim-Gutachten, rheumatologisches Teilgutach-

ten, S. 19 ff.). Angesicht dieser schlüssigen Ausführungen ist es nachvoll-

ziehbar, wenn Dr. med. O._____ anhand der Aktenlage, der anamnesti-

schen Angaben, der aktuellen klinischen Befunde und der aktualisierten 

radiomorphologischen Befunde aus rheumatologischer Sicht ein chroni-

sches zervikovertebrales Schmerzsyndrom (ICD-10: 54.2) sowie ein chro-

nisches thorakolumbovertebrales Schmerzsyndrom (ICD-10: M54.5, 

- 40 -

M54.6) mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierte (asim-

Gutachten, rheumatologisches Teilgutachten, S. 13 f.).

6.3.2. Zu deren funktionellen Auswirkungen hielt er plausibel fest, dass körper-

lich schwere Tätigkeiten mit Heben, Tragen oder Stossen von Lasten über 

7 kg, mit repetitivem Bücken nach vorne oder mit einem in die Hocke ge-

hen wegen der vorhandenen degenerativen Veränderungen der LWS und 

HWS genauso ungünstig seien wie Überkopfarbeiten. Aufgrund der aus-

geprägten muskulären Dysbalance und Dekonditionierung der Rücken-

muskulatur, die seit Jahren eine funktionelle Fehlhaltung der Wirbelsäule 

unterhalte, bestehe eine verminderte Belastbarkeit des axialen Skeletts 

wegen schlechter Stabilisierung des Rumpfes. Diese betreffe insbeson-

dere Tätigkeiten, welche das Verharren in leicht vorgeneigter Körperhal-

tung erforderten. Daraus resultiere eine teilweise Einschränkung der Leis-

tungsfähigkeit des Beschwerdeführers (asim-Gutachten, rheumatologi-

sches Teilgutachten, S. 21 f.), welche Dr. med. O._____ mit einer aktuel-

len Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit von 75 % bezifferte (asim-Gut-

achten, rheumatologisches Teilgutachten, S. 23).

6.3.3. Soweit der Beschwerdeführer dem rheumatologischen asim-Teilgutachter 

erneut vorwirft, dass es entgegen dessen Auffassung im Verlauf keine Be-

lege für eine Selbstlimitierung gebe, kann auf das in den vorstehenden 

Erwägungen 6.2.3 ff. zur berufspraktischen Eingliederung hiervor bereits 

Ausgeführte verwiesen werden. Ergänzend ist darauf hinzuweisen, dass 

auch anlässlich der im Rahmen der estimed-Begutachtung durchgeführten 

EFL eine erhebliche Symptomausweitung beobachtet worden ist. Im Be-

richt vom 22. Juli 2019 wurde dazu festgehalten, dass die Resultate der 

physischen Leistungstests infolge der beobachteten erheblichen Sym-

ptomausweitung nur teilweise verwertbar seien. Die demonstrierte Belast-

barkeit entspreche einer leichten bis mittelschweren Tätigkeit. Hinsichtlich 

Zumutbarkeit sollte aus somatischer Sicht aufgrund der festgestellten 

Symptomausweitung von einer höheren Belastbarkeit ausgegangen wer-

- 41 -

den. Diese bewege sich im Bereich einer knapp mittelschweren Tätigkeit 

mit Hantieren von Gewichten bis maximal 20 kg. Die zeitliche Belastung 

werde auf ganztags geschätzt mit zusätzlichen Pausen von insgesamt 

zwei Stunden pro Tag (siehe IV-act. 226 S. 161). Darüber hinaus ging 

Dr. med. O._____ auch auf die aktuellen Tätigkeiten des Beschwerdefüh-

rers ein und hielt dazu fest, bei der seit März 2021 im Reinigungsdienst 

auf einer Reinigungsmaschine verrichteten Arbeit, die der Beschwerde-

führer über zwei Stunden am Tag an fünf Tagen die Woche ausübe, lies-

sen sich die beklagten Schmerzen am Rücken "bei Erschütterung der Ma-

schine" nicht plausibilisieren. Gravierende progrediente Läsionen mit kli-

nisch manifester Neurokompression lägen nicht vor. Der Beschwerdefüh-

rer könne zudem Auto fahren. Auch in der Ausführung von Alltagstätigkei-

ten sei der Beschwerdeführer laut eigenen Angaben nicht von gravieren-

den Schmerzen geplagt: Er könne kochen, staubsaugen, sich um den 

Haushalt kümmern und nehme am Familienleben aktiv teil. Eine Progres-

sion relevanter degenerativer Läsionen, welche auch den klinischen Zu-

stand relevant beeinflussen könnten, sei mittlerweile nicht entstanden. Der 

klinische Zustand sei seit Jahren im Wesentlichen stationär (siehe asim-

Gutachten, rheumatologisches Teilgutachten, S. 22 f.). Aus diesen plausi-

blen Ausführungen ergibt sich – wie bereits bei der Auseinandersetzung 

mit den Ergebnissen der beruflichen Eingliederung dargelegt – wiederum, 

dass die im Zusammenhang mit der aktuellen Erwerbstätigkeit beklagten 

Beschwerden sich weder vollständig organisch erklären lassen, noch, 

dass davon auszugehen ist, dass die dabei gezeigte Leistung dem 

tatsächlichen Leistungsvermögen des Beschwerdeführers entspricht, was 

sich durch die ausführbaren Tätigkeiten im Haushalt und dem Umstand, 

wonach der Beschwerdeführer etwa auch Autofahren könne, erhärten 

lässt. Als weitere Diskrepanz ist darauf hinzuweisen, dass der Beschwer-

deführer anlässlich der rheumatologischen Exploration gegenüber 

Dr. med. O._____ angab, seit drei Tagen an extrem starken Rücken-

schmerzen zu leiden ("praktisch über 10/10 auf der Visuellen Analogs-

- 42 -

kala") und nur maximal während einer halben Stunde sitzenbleiben zu 

können (siehe asim-Gutachten, rheumatologisches Teilgutachten, S. 2 f.), 

Dr. med. O._____ indes anmerkte, dass der Beschwerdeführer während 

der Anamneseerhebung, während welcher dieser 70 Minuten habe sitzen 

bleiben müssen, nicht schmerzgeplagt gewirkt habe (siehe asim-Gutach-

ten, rheumatologisches Teilgutachten, S. 7). Dem Beschwerdeführer kann 

somit nicht gefolgt werden, wenn er Dr. med. O._____ vorhält, die aktuelle 

Selbstlimitierung mit keinem Wort im Gutachten beschrieben zu haben. 

Aufgrund dessen vermag der Beschwerdeführer auch insoweit nicht 

durchzudringen, wenn er vorbringt, der von Dr. med. O._____ beschrie-

bene Verlauf müsste zwangsläufig und logischerweise dazu führen, dass 

der Einfluss der ursprünglichen Selbstlimitierung zwischenzeitlich deutlich 

geschrumpft sein müsse und derjenige der ausgeprägten Dekonditionie-

rung der paravertebralen Muskulatur deutlich zugenommen habe. Abge-

sehen davon, dass Dr. med. O._____ sowohl im Verlauf als auch aktuell 

eine Selbstlimitierung feststellte, erachtete er diese – wie dargelegt – als 

überwiegend wahrscheinlich ursächlich für die verminderte Leistungs-

fähigkeit des Beschwerdeführers, welche eine muskuläre Dekonditionie-

rung begünstigte, die wiederum die Entwicklung der oben erwähnten aus-

geprägten Dysbalancen der paravertebralen Muskulatur begünstigte 

(siehe asim-Gutachten, rheumatologisches Teilgutachten, S. 22). Die da-

durch hervorgerufene Fehlhaltung der Wirbelsäule mit Bildung ausgepräg-

ter myotendinotischer Verspannungen der paravertebralen Muskulatur, 

die sich im Laufe der Zeit etabliert hätten, beurteilte er mit Blick auf die 

entstandene Schmerzchronifizierung als im Vordergrund stehend (siehe 

asim-Gutachten, rheumatologisches Teilgutachten, S. 20 f.). Wenn er dar-

aus aufgrund der dadurch hervorgerufenen funktionellen Verstärkung der 

Auswirkungen der strukturellen degenerativen Veränderungen der LWS 

und HWS aktuell auf eine 25%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit für 

adaptierte Tätigkeiten schloss (siehe asim-Gutachten, rheumatologisches 

Teilgutachten, S. 21 ff., insb. S. 23 und asim-Gutachten, Konsensbeurtei-

- 43 -

lung, S. 7 und 11), ist dies entgegen der Auffassung des Beschwerdefüh-

rers nicht zu beanstanden.

6.3.4. Keine Stütze in den Akten findet ferner das beschwerdeführerische Vor-

bringen, wonach Dr. med. O._____ nicht wirklich auf die Beurteilung der 

Arbeitsfähigkeit durch Dr. med. E._____ eingegangen sei. Vielmehr setzte 

sich Dr. med. O._____ in seiner versicherungsmedizinischen Beurteilung 

über mehrere Seiten mit dem Gutachten von Dr. med. E._____ vom 

27. Oktober 2015, den darin gestellten Diagnosen und erhobenen Be-

funde, der in diesem Zusammenhang durchgeführten EFL sowie der darin 

ausgewiesenen Arbeitsfähigkeitseinschätzung in leidensangepasster 

Tätigkeit auseinander (siehe asim-Gutachten, rheumatologisches Teilgut-

achten, S. 15 ff.). Obschon die von Dr. med. O._____ erhobenen klini-

schen Befunde weitgehend mit jenen von Dr. med. E._____ in dessen 

Gutachten vom 27. Oktober 2015 übereinstimmten, bemängelte Dr. med. 

O._____, dass Dr. med. E._____ – was auch der Beschwerdeführer zu 

verkennen scheint – lediglich eine Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit 

von "mindestens 50 %" auswies (siehe IV-act. 106 S. 13), ohne jedoch ei-

nen oberen definitiven wahrscheinlichen Wert festzulegen. Dazu merkte 

Dr. med. O._____ zudem an, dass Dr. med. E._____ offensichtlich nicht 

über das Ergebnis des Arbeitstrainings bei C._____ orientiert gewesen 

sei, und monierte, dass die damals durchgeführte EFL nur in das Gutach-

ten aufgenommen, nicht jedoch explizit kommentiert worden sei (siehe 

asim-Gutachten, rheumatologisches Teilgutachten, S. 16 f.). Da anlässlich 

dieser eine erhebliche Symptomausweitung, Selbstlimitierung und Inkon-

sistenz festgestellt worden ist (siehe IV-act. 183 S. 2, vgl. ferner EFL vom 

22. Juli 2019 [IV-act. 226 S. 160 ff.] mit gleichen Ergebnissen) und auch 

die Ergebnisse der beruflichen Eingliederung gesamthaft betrachtet dafür 

sprechen (vgl. Ausführungen in den vorstehenden Erwägungen 6.2.3 ff.), 

ist angesichts des vom Hausarzt fremdanamnestisch bestätigten, seit Jah-

ren bestehenden stationären klinischen Zustands des Rückens (siehe 

- 44 -

asim-Gutachten, rheumatologisches Teilgutachten, S. 12) nicht zu bean-

standen, wenn Dr. med. O._____ schlussfolgerte, dass bereits im Zeit-

punkt der Erstattung des Gutachtens von Dr. med. E._____ im Jahr 2015 

eine höhere Arbeitsfähigkeit als die darin ausgewiesene von mindestens 

50 % bestanden hat (siehe asim-Gutachten, rheumatologisches Teilgut-

achten, S. 24). Dass er sich dabei im Ergebnis der Arbeitsfähig-

keitseinschätzung von 80 % in adaptierter Tätigkeit gemäss estimed-Gut-

achten vom 11. Oktober 2019 anschloss (siehe IV-act. 226 S. 15 f.), ob-

wohl er die darin verneinte Objektivierbarkeit von pathologischen Befun-

den in rheumatologischer Hinsicht als nicht nachvollziehbar einstufte 

(siehe asim-Gutachten, rheumatologisches Teilgutachten, S. 18 f.), tut der 

Zuverlässigkeit seiner Beurteilung keinen Abbruch. Denn diese bzw. die 

aufgrund der altersentsprechenden (leichten) Zunahme der degenerativen 

Veränderungen angenommene Arbeitsfähigkeit von 75 % in adaptierter 

Tätigkeit (siehe asim-Gutachten, Konsensbeurteilung, S. 11 f. und S. 17 

der Konsensbeurteilung) leitet sich nachvollziehbar aus den von Dr. med. 

O._____ erhobenen klinischen und radiomorphologischen Befunden, der 

Auseinandersetzung mit den vorbefundlichen Diagnosen und dem Krank-

heitsverlauf, den anamnestischen Angaben und der Aktenlage her (siehe 

asim-Gutachten, rheumatologisches Teilgutachten, S. 14 ff.). Dem Be-

schwerdeführer kann somit nicht gefolgt werden, wenn er vorbringt, im 

asim-Gutachten bzw. im rheumatologischen Gutachten von Dr. med. 

O._____ im Speziellen werde nicht aufgezeigt, weshalb die Beurteilung 

des Leistungsvermögens durch Dr. med. E._____ falsch sein soll. Dass 

Dr. med. E._____ bei festgestelltem Fehlen einer eigentlichen Bewälti-

gungsstrategie entgegen der Ansicht von Dr. med. O._____ keine psychi-

sche Überlagerung thematisierte, betrifft ohnehin einen untergeordneten, 

hier nicht relevanten Punkt und vermag angesichts der vorerwähnten Be-

weiswürdigungsrichtlinien für Gerichtsgutachten (vgl. Erwägung 5.3 hier-

vor) am Vorerwähnten nichts zu ändern.

- 45 -

6.4.1. Die Verfahrensbeteiligten kritisieren zudem die im asim-Gutachten vom 

31. Dezember 2021 enthaltene Würdigung des Verlaufs der Arbeitsfähig-

keit in adaptierter Tätigkeit. Daraus geht namentlich hervor, eine Progres-

sion relevanter degenerativer Veränderungen sei im Verlauf der letzten 

Jahre nicht entstanden. Der klinische Zustand sei aus (führender) rheu-

matologischer Sicht seit Jahren stationär. Der Beginn der Arbeitsunfähig-

keit in adaptierter Tätigkeit lasse sich aktenkundig ab Oktober 2012 her-

leiten, als der Beschwerdeführer vom Hausarzt Dr. med. B._____ definitiv 

für die angestammte Tätigkeit krankgeschrieben worden sei (siehe dazu 

IV-act. 10 S. 1 f. und IV-act. 16). Im MRI der LWS vom 7. Dezember 2012 

(gemeint wohl Bericht vom 7. November 2012 zum MRI LWS vom 6. No-

vember 2012) habe sich eine multisegmentäre mässige Osteochondrose 

mit kleiner paramedianer rechtsseitiger, teils auch intraforaminaler Diskus-

hernie L5/S1 rechts gezeigt. Zusätzlich habe eine Retrospondylose und 

Spondylarthrose bestanden, wobei es zu einer foraminalen Enge rechts 

gekommen sei. Der Befund habe eine Symptomatik der Nervenwurzel L5 

rechts intraforaminal sehr gut erklären können. Die beklagte Lumboischi-

algie rechts habe sich unter konservativer Therapie innerhalb von mehre-

ren Monaten zurückgebildet. In adaptierter Tätigkeit sei im Jahr 2015 gut-

achterlich eine mindestens 50%ige und im Jahr 2019 eine 80%ige Arbeits-

fähigkeit attestiert worden, wobei im Jahr 2015 die EFL von Dr. med. 

E._____ aufgenommen, nicht aber explizit kommentiert worden sei. In der 

EFL hätten sich Diskrepanzen zwischen dem Ausmass der angegebenen 

Einschränkungen im Fragebogen zur Selbsteinschätzung der Leistungs-

fähigkeit und den beobachteten funktionellen Fähigkeiten gezeigt, wobei 

die Selbsteinschätzung erheblich zu tief erschienen sei, was auf eine 

Selbstlimitierung hinweise. Diese Beurteilung der Selbstlimitierung finde 

sich wiederholt im Verlauf und sei auch aktuell feststellbar. Bei vergleich-

baren, im Gutachten vom Jahr 2015 und aktuell zu erhebenden Befunden 

und zudem wegen der Unkenntnis der Ergebnisse des Arbeitstrainings im 

Gutachten aus dem Jahr 2015 sei davon auszugehen, dass schon damals 

- 46 -

eine höhere Arbeitsfähigkeit bestanden habe, wie dies auch vom langjäh-

rigen Hausarzt Dr. med. B._____ attestiert worden sei, welcher im 06/2013 

eine volle Arbeitsfähigkeit adaptiert als "sollte möglich sein" erachtet habe 

(siehe asim-Gutachten, Konsensbeurteilung, S. 11 f.; vgl. auch Bericht von 

Dr. med. B._____ vom 7. Juni 2013 [IV-act. 26 S. 3]). Wie ihren Antworten 

zu den vom Beschwerdeführer gestellten Zusatzfragen zu entnehmen ist, 

gingen die asim-Gutachterin und Gutachter von einer bestehenden Leis-

tungsfähigkeit von ca. 80 % aus (siehe asim-Gutachten, Konsensbeurtei-

lung, S. 17). Ferner führten sie aus, im Jahr 2019 sei rheumatologisch-

gutachterlich eine Arbeitsfähigkeit von 80 % attestiert worden. Die aktuell 

leicht höhere Einschränkung gelte dabei – bei altersentsprechender (leich-

ter) Zunahme degenerativer Veränderungen – seit Gutachtenszeitpunkt. 

Seit 2013 habe sich der klinisch-rheumatologische Zustand des Be-

schwerdeführers nicht wesentlich verändert. Die ausgeprägte muskuläre 

Dysbalance der paravertebralen Muskulatur stehe nach wie vor unverän-

dert klinisch im Vordergrund. Eine Progression relevanter degenerativer 

Läsionen, welche auch den klinischen Zustand relevant beeinflussen 

könnten, sei nicht entstanden. Aufgrund der Dupuytren'schen Erkrankung 

habe prä- und postoperativ eine volle Arbeitsunfähigkeit bis zum Ende der 

Rehabilitation nach drei Monaten bestanden. Bei Operation im 10/2018 sei 

demnach von einer vollen Arbeitsunfähigkeit ab 06/2018 (Feststellen eines 

behandlungsbedürftigen Morbus Dupuytren) bis ca. Ende Januar 2019 

auszugehen (siehe asim-Gutachten, Konsensbeurteilung, S. 12).

6.4.2. Nicht zu verfangen vermag der vom Beschwerdeführer erhobene Ein-

wand, wonach die gemäss asim-Gutachten attestierte Arbeitsfähigkeit von 

75 % in einer körperlich leichten Arbeit bereits im Jahre 2019 bestanden 

habe. Dabei verkennt er, dass Dr. med. O._____ die im Vergleich zur rheu-

matologisch-gutachterlichen Arbeitsfähigkeitsattestierung von 80 % im 

Jahr 2019 aktuell leicht höhere Einschränkung der (seither eingetretenen) 

altersentsprechenden (leichten) Zunahme der degenerativen Veränderun-

- 47 -

gen zuschrieb, während er eine (darüber hinausgehende) Progression re-

levanter degenerativer Läsionen, welche auch den klinischen Zustand re-

levant beeinflussen könnten, verneinte. Insofern wies er denn auch die von 

ihm angegebene Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit von 75 % ab Gut-

achtenszeitpunkt, d.h. ab August 2021, aus (siehe asim-Gutachten, Kon-

sensbeurteilung, S. 12 und 7). Wie jedoch noch aufzuzeigen sein wird, 

würde auch bei Annahme einer 75%igen Arbeitsfähigkeit in leidensange-

passter Tätigkeit im Jahr 2019 kein rentenbegründeter Invaliditätsgrad re-

sultieren.

6.4.3. Die Beschwerdegegnerin bemängelt die retrospektive Arbeitsfähig-

keitseinschätzung im asim-Gutachten vom 31. Dezember 2021 insoweit, 

als darin eine vorübergehende vollständige Arbeitsunfähigkeit auch in ad-

aptierter Tätigkeit aufgrund der Dupuytren'schen Erkrankung prä- und 

postoperativ von Juni 2018 bis ca. Ende Januar 2019 angenommen wird. 

Ihrer Ansicht nach war die präoperative Zeit aus invaliditätsfremden Grün-

den derart lang. Es sei davon auszugehen, dass postoperativ eine kürzere 

vorübergehende Arbeitsunfähigkeit bestanden habe, welche nicht mehr 

als drei Monate gedauert habe, weshalb dem Beschwerdeführer auch vor-

übergehend keine Rente zuzusprechen sei.

6.4.4. Aus den Akten ergibt sich, dass im Bericht von Dr. med. P._____ vom 

1. Juni 2015 aufgrund des diagnostizierten Morbus Dupuytren aus hand-

chirurgischer Sicht kein Handlungsbedarf bestand (siehe IV-act. 183 S. 10 

f.). Gleichermassen wies Hausarzt Dr. med. B._____ den Morbus Dupuy-

tren noch am 5. Januar 2018 den Diagnosen ohne Auswirkungen auf die 

Arbeitsfähigkeit zu (siehe IV-act. 184 S. 1). Erst mit Bericht vom 5. Juni 

2018 wiesen die Dres. med. P._____ und I._____ einen behandlungsbe-

dürftigen Morbus Dupuytren insbesondere ulnar über dem DIP-Gelenk des 

linken Kleinfingers aus. Zudem hielten sie fest, dass der Beschwerdefüh-

rer auch unter Beschwerden eines beidseitigen Karpaltunnelsyndroms 

leide, so dass zunächst eine elektroneurographische Abklärung empfoh-

- 48 -

len werde. Im Anschluss werde sich der Beschwerdeführer für die Planung 

der weiteren Therapie erneut in der Sprechstunde vorstellen (siehe IV-

act. 203 S. 2). Mit Schreiben vom 22. Juni 2018 informierte der Rechtsver-

treter des Beschwerdeführers die Beschwerdegegnerin, dass der zustän-

dige Arzt wegen des Morbus Dupuytren eine Operation empfohlen habe, 

wobei bei dieser Gelegenheit auch das Karpaltunnelsyndrom behandelt 

werden könne. Im September 2018 werde eine weitere Untersuchung 

stattfinden und dabei definitiv entschieden, ob die Operation durchgeführt 

werde (siehe IV-act. 197). Daraufhin empfahl RAD-Arzt K._____ am 

29. Juni 2018, den Termin im September 2018 und den Entscheid betref-

fend einer möglichen Operation abzuwarten (siehe IV-act. 238 S. 23), was 

dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers am 5. Juli 2018 auch so mit-

geteilt worden war (siehe IV-act. 198). Aus dem nächsten aktenkundigen 

Bericht der Dres. med. H._____ und I._____ vom 14. September 2018 

geht sodann hervor, dass sich der Beschwerdeführer jetzt zur Exzision des 

Dupuytrenstrangs des linken Kleinfingers entschieden habe, wobei gleich-

zeitig die Karpaltunnelspaltung durchgeführt würde (siehe IV-act. 203 

S. 4). Dem besagten Bericht ist zwar zudem zu entnehmen, dass die Elek-

troneurografie am 15. Juni 2018 vorgenommen und am 21. Juni 2018 die 

Indikation zur Karpaltunnelspaltung auf der linken Seite und zur Fasziek-

tomie eines radialen Dupuytrenstrangs des Dig. V links besprochen wor-

den war, der Beschwerdeführer den Eingriff zu jenem Zeitpunkt jedoch 

noch nicht habe durchführen lassen wollen (siehe IV-act. 203 S. 3). Was 

genau Inhalt dieser Besprechung der Operationsindikation am 21. Juni 

2018 bildete, lässt sich den Akten aber nicht entnehmen, wurde doch von 

der Beschwerdegegnerin kein Bericht dazu einverlangt. Aufgrund des tags 

darauf verfassten Schreibens des Rechtsvertreters liegt indes nahe, dass 

zu jenem Zeitpunkt der definitive Entscheid zur Durchführung der Opera-

tion aufgrund weiterer Abklärungen noch nicht feststand, weshalb denn 

auch vom RAD-Arzt K._____ ein Abwarten empfohlen wurde. Vor diesem 

Hintergrund kann somit nicht gesagt werden, dass der Beschwerdeführer