# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4b0bf364-37df-5d80-9d73-6f6a2f12c9f7
**Source:** Uri (UR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-03-27
**Language:** de
**Title:** Uri Obergericht Verwaltungsrechtliche Abteilung 27.03.2015 2015_OG V 14 71
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/UR_Gerichte/UR_OG_004_2015-OG-V-14-71_2015-03-27.pdf

## Full Text

Strassenverkehrsrecht. Art. 14 Abs. 1 und Abs. 2 lit. c, Art. 15d Abs. 1, Art. 16 
Abs. 1 und Art. 16d Abs. 1 lit. b SVG. Art. 30 VZV. Sicherungsentzug des 
Führerausweises. Fahreignung. Sucht. Alkohol. Verkehrsmedizinische 
Abklärung. Leitfaden für die verkehrsmedizinische Begutachtung. 
Verkehrssicherheitsrelevanz. Bei einem Suchtleiden (Alkohol, 
Betäubungsmittel, Medikamente) ist auf sämtliche fahrbeeinträchtigenden 
Substanzen zu testen. Die gutachterliche Überprüfung der Fahreignung kann 
anhand einer Verlaufskontrolle vorgenommen werden. Die Verlaufskontrolle 
bedingt keine weitere Verfügung der Zulassungsbehörde. Die Begutachtung 
verlangt mitunter die Einholung von Fremdberichten (behandelnder Arzt, 
Hausarzt, Arbeitgeber, Familienangehörige). Es geht um das Konsumverhalten 
und die Frage, ob der Motorfahrzeugführer in der Lage ist, den Alkoholkonsum 
und die Teilnahme am Strassenverkehr ausreichend voneinander zu trennen. 
 
Obergericht, 27. März 2015, OG V 14 71 
 
  
Aus den Erwägungen: 
 
 2. Strittig und zu prüfen ist, ob dem Beschwerdeführer zu Recht der Führerausweis 
aus einer (vermuteten) Suchtverlagerung vom übermässigen Cannabis- zum 
problematischen Alkoholkonsum heraus sicherheitshalber auf unbestimmte Zeit entzogen 
worden ist. 
 
   a) Nach Art. 14 Abs. 1 SVG müssen Motorfahrzeugführer über Fahreignung und 
Fahrkompetenz verfügen (Abs. 1). Über Fahreignung verfügt, wer frei von einer Sucht ist, die 
das sichere Führen von Motorfahrzeugen beeinträchtigt (Abs. 2 lit. c). Der Führerausweis 
wird entzogen, wenn festgestellt wird, dass die gesetzlichen Voraussetzungen zur Erteilung 
nicht oder nicht mehr bestehen (Art. 16 Abs. 1 SVG). Wegen fehlender Fahreignung wird 
einer Person der Führerausweis auf unbestimmte Zeit entzogen, wenn sie an einer Sucht 
leidet, welche die Fahreignung ausschliesst (Art. 16d Abs. 1 lit. b SVG). Trunksucht wird 
bejaht, wenn der Betreffende regelmässig so viel Alkohol konsumiert, dass seine 
Fahrfähigkeit vermindert wird und er diese Neigung zum übermässigen Alkoholgenuss durch 
den eigenen Willen nicht zu überwinden oder zu kontrollieren vermag. Er muss mithin in 
einem Masse abhängig sein, dass er mehr als jede andere Person der Gefahr ausgesetzt ist, 
sich in einem Zustand ans Steuer eines Fahrzeuges zu setzen, der das sichere Führen nicht 
mehr gewährleistet. Nach der Rechtsprechung darf auf fehlende Fahreignung geschlossen 
werden, wenn der Betroffene nicht mehr in der Lage ist, Alkohol- beziehungsweise 
Drogenkonsum und Strassenverkehr ausreichend zu trennen, oder wenn die nahe liegende 
Gefahr besteht, dass er im akuten Rauschzustand am motorisierten Strassenverkehr 
teilnimmt (Verkehrssicherheitsrelevanz; BGE 129 II 86 f. E. 4.1; BGE 1C_446/2012 vom 
26.04.2013 E. 3.1). 
 
   b) Bestehen Zweifel an der Fahreignung einer Person, so wird diese gemäss Art. 
15d Abs. 1 SVG einer Fahreignungsuntersuchung unterzogen (siehe auch Art. 28a 
Verordnung über die Zulassung von Personen und Fahrzeugen zum Strassenverkehr 
[Verkehrszulassungsverordnung, VZV, SR 741.51]). Bei Verdacht auf eine Alkohol- oder 
Betäubungsmittelabhängigkeit darf nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung eine 
verkehrsmedizinische Abklärung angeordnet werden, sofern konkrete Anhaltspunkte 
vorliegen, die ernsthafte Zweifel an der Fahreignung des Betroffenen wecken. Hingegen wird 
für die Anordnung einer verkehrsmedizinischen Untersuchung nicht zwingend vorausgesetzt, 
dass die betroffene Person unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln gefahren ist oder 
Betäubungsmittel im Fahrzeug mitgeführt hat (BGE 1C_446/2012 vom 26.04.2013 E. 3.2, 
1C_328/2013 vom 18.09.2013 E. 3.2). Ein Fehlverhalten im Strassenverkehr ist nicht 
erforderlich (BGE 1C_446/2012 vom 26.04.2013 E. 4.2.3; Jürg Bickel, in Basler Kommentar, 

Strassenverkehrsgesetz, 2014, N. 36 zu Art. 15d). Ebenfalls ist die berufliche Notwendigkeit, 
ein Motorfahrzeug zu führen, für die Frage, ob ein Sicherungsentzug anzuordnen ist, 
unerheblich (BGE 6A.23/2004 vom 11.06.2004 E. 2.2). 
 
   c) Hingegen nicht jeder regelmässige Konsum von Cannabis erlaubt an sich 
schon den Schluss auf eine fehlende Fahreignung (BGE 128 II 337 E. 4b). Regelmässiger 
Haschischkonsum kann aber unter Umständen berechtigte Zweifel an der Fahreignung 
erwecken, die weiterer Abklärung bedürfen. Das gilt vor allem dann, wenn zusätzliche 
Anzeichen bestehen, dass der Betroffene nicht in der Lage sein könnte, zuverlässig 
zwischen Drogenkonsum und Strassenverkehr zu trennen. Entsprechende Anhaltspunkte 
ergeben sich etwa aus dem Konsumverhalten des Betroffenen, seiner Vorgeschichte – 
namentlich hinsichtlich einschlägigen Drogenmissbrauchs im Strassenverkehr – sowie seiner 
Persönlichkeit (BGE 124 II 567 ff. E. 4e und 5a). Ein die momentane Fahrfähigkeit 
beeinträchtigender Cannabiskonsum kann hingegen Anlass bieten, die generelle 
Fahreignung des Betroffenen durch ein Fachgutachten näher abklären zu lassen (BGE 127 II 
127 E. 4b; zum Ganzen BGE 1C_328/2013 vom 18.09.2013 E. 4.1; vergleiche auch Bruno 
Liniger, Cannabis und Fahreignung: Die aktuellen SGRM-Richtlinien, in René Schaffhauser 
[Hrsg.], Jahrbuch zum Strassenverkehrsrecht 2014, Bern 2014, S. 327 ff.). Erhält eine 
Strafbehörde Kenntnis von Tatsachen, wie zum Beispiel von schwerer Krankheit oder 
Süchten, die zur Verweigerung oder zum Entzug des Ausweises führen können, so hat sie 
laut Art. 123 Abs. 3 VZV die für den Strassenverkehr zuständige Behörde darüber zu 
benachrichtigen. 
 
   d) Der angefochtene Sicherungsentzug des Führerausweises hat zu einem 
schweren Eingriff in die Rechtsposition des Beschwerdeführers geführt. Eine solche 
Administrativmassnahme setzt sorgfältige verkehrsmedizinische Abklärungen voraus. Der 
Umfang der Nachforschungen richtet sich nach den Umständen des Einzelfalles und liegt im 
pflichtgemässen Ermessen der Entzugsbehörde (BGE 129 II 84 E. 2.2). Eine mangelnde 
Fahreignung im Sinne von Art. 16d Abs. 1 lit. b SVG darf nicht leichthin angenommen 
werden. Zu den Abklärungen, die sich vor einem allfälligen Sicherungsentzug regelmässig 
aufdrängen, gehören die einlässliche Prüfung der persönlichen Verhältnisse (welche in 
begründeten Fällen auch die Einholung von Fremdberichten einschliessen kann), die 
gründliche Aufarbeitung der konkreten Trunkenheitsfahrten, eine spezifische 
Alkoholanamnese (betreffend Trinkverhalten beziehungsweise Muster und Motivationen des 
Alkoholkonsums) sowie eine umfassende medizinische körperliche Untersuchung mit 
besonderem Augenmerk auf mögliche alkoholbedingte Veränderungen oder gesundheitliche 
Störungen (BGE 129 II 91 f. E. 6.2.2; BGE 1C_150/2010 vom 25.11.2010 E. 5.5; 
Rütsche/D’Amico, in Basler Kommentar, Strassenverkehrsgesetz, 2014, N. 48 zu Art. 16d; 
Philippe Weissenberger, Kommentar zum Strassenverkehrsgesetz, Zürich/St. Gallen 2011, 
N. 26 zu Art. 16d SVG). 
 
 5. Aus Sicht des Beschwerdeführers lief die Fahreignungsuntersuchung ausserhalb 
von rechtsstaatlichen Formen ab. Zum einen sei die Fahreignungsuntersuchung auf 
Verdacht auf regelmässigen Konsum von Marihuana hin angeordnet worden und nicht aus 
Gründen eines Alkoholmissbrauches. Immerhin habe er aufgehört, Marihuana zu 
konsumieren. Zum anderen hätte die mit Schreiben des IRM vom 21. Februar 2014 
eingeforderte Alkoholabstinenz in einer anfechtbaren Verfügung geschehen sollen.  
 
   a) Das Amt für Strassen- und Schiffsverkehr Uri ordnete mit Verfügung vom 2. 
Dezember 2013 die verkehrsmedizinische Begutachtung des Beschwerdeführers an. Es 
übertrug den Begutachtungsprozess dem IRM. Das IRM prüfte in der Folge den 
Beschwerdeführer auf sämtliche fahrbeeinträchtigenden Substanzen. Dieses Vorgehen 
entspricht laut dem IRM dem Standard (verkehrsmedizinische Stellungnahme von Dr. med. 
M. Haag-Dawoud vom 07.07.2014 S. 1; Bruno Liniger, Zur «neuen Linie» des 
Schweizerischen Bundesgerichts betreffend Beurteilung von verkehrsmedizinischen 
Fahreignungsgutachten bei Alkoholfällen mit Ethylglucuronid-Haaranalysen, in René 

Schaffhauser [Hrsg.], Jahrbuch zum Strassenverkehrsrecht 2011, Bern 2011, S. 40; 
Broschüre ʺInformationen zur verkehrsmedizinischen Erstabklärung nach Auffälligkeiten mit 
Alkohol, Drogen, Medikamentenʺ des IRM, S. 4). Die verkehrsmedizinische Begutachtung 
stellt ein Mittel dar zur Sachverhaltsfeststellung im Kontext der Fahreignung und 
Fahrkompetenz dar (Jürg Bickel, a.a.O., N. 7 zu Art. 15d). Dabei ist eine Gesamtbetrachtung 
des Einzelfalles im Hinblick auf die Fahreignung geboten. Die Fahreignung muss umfassend 
und dauernd dargetan sein (BGE 133 II 387 E. 3.1). Stellt sich die Frage nach einem 
Suchtleiden (Alkohol, Betäubungsmittel, Arzneimittel), so genügt es nicht, wenn die 
Laboranalyse allzu eingeschränkt erfolgt. Vielmehr muss eine genaue Abklärung der 
Trinkgewohnheiten beziehungsweise der Konsumgewohnheiten anderer Drogen des 
Betroffenen vorgenommen werden (BGE 129 II 84 E. 2.2). Verlangt ist der Ausschluss aller 
die Fahreignung beeinträchtigenden Süchte (Art. 14 Abs. 2 lit. c SVG). Hinzu kommt, dass 
der gleichzeitige Konsum psychotroper Substanzen deren Wirkung, gerade beim 
kombinierten Konsum von Alkohol und Cannabis, potenziert (BGE 128 II 338 f. E. 4c, 124 II 
566 E. 4b; vergleiche Bruno Liniger, Cannabis und Fahreignung: Die aktuellen SGRM-
Richtlinien, a.a.O., S. 329).  
 
   b) Der Beschwerdeführer wurde am 3. Februar 2014 erstmals begutachtet. Inder 
Folge teilte das IRM mit Schreiben vom 21. Februar 2014 dem Beschwerdeführer mit, dass 
bei ihm aufgrund pathologischer Blutwerte sowie Haaranalysen von einem 
Alkoholüberkonsum ausgegangen werden müsse. Dennoch erhalte er die Chance eine 
Alkoholabstinenz zu beginnen. Nach Ablauf von zwei Monaten werde dann nochmals eine 
Haaranalyse durchgeführt. Am 5. Mai 2014 fand die zweite Untersuchung statt. Die 
Begutachtung führt die externe Fachperson aufgrund ihres medizinischen Sachverstandes 
durch. Innerhalb des vorgegebenen Rahmens (E. 2d und 7a) soll der Gutachter über das 
konkrete Vorgehen frei bestimmen können. Wenn nun der Gutachter zum Schluss gelangt, 
die Fahreignung anhand einer Verlaufskontrolle überprüfen zu wollen, so kann er das in 
eigener Kompetenz tun. Hierfür braucht es keine weitere Verfügung der Zulassungsbehörde. 
Davon ist auch vorliegend auszugehen. Allerdings ist festzuhalten, dass sich spätestens 
nach der ersten Untersuchung vom 3. Februar 2014 die Frage eines vorsorglichen Entzuges 
(Art. 30 VZV) gestellt hätte. Im Übrigen scheint die selbstständige Anfechtbarkeit der 
Anordnung einer Fahreignungsuntersuchung nicht in jedem Fall gegeben zu sein (Jürg 
Bickel, a.a.O., N. 63 zu Art. 15d). Insgesamt kann nicht gesagt werden, dass die 
Sachverhaltsabklärung nicht den Regeln eines rechtsstaatlichen Verfahrens entsprochen 
hätte.  
 
 6. Der gutachterliche Bericht vom 28. Mai 2014 bestätigte einerseits, dass der 
Beschwerdeführer seinen Cannabiskonsum tatsächlich einstellte. Weiter konnte dem 
Beschwerdeführer nicht nachgewiesen werden, andere Betäubungsmittel zu konsumieren. 
Anderseits wurde ein starker, chronischer Alkoholkonsum festgestellt. So zeigten sich bei der 
körperlichen Untersuchung ein erhöhter Blutdruck sowie ein Lidzittern. Bei den 
alkoholspezifischen Laborparametern vom 3. Februar und 5. Mai 2014 zeigten sich jeweils 
zwei Leberwerte (GPT, Gamma-GT) und der MCV-Wert erhöht. Dagegen lagen die 
Messdaten betreffend CDT und GOT im Normbereich. Die beim Beschwerdeführer aufgrund 
von Haarproben gemessenen Werte betreffend das Trinkalkohol-Stoffwechselprodukt 
Ethylglucuronid (nachfolgend: EtG) von 41 pg/mg (für den Zeitraum von Anfang Oktober 
2013 bis Mitte Januar 2014), von 39 pg/mg (für den Zeitraum von Anfang Dezember 2013 
bis Ende April 2014) und von 45 pg/mg (für den Zeitraum von Ende Februar bis Ende April 
2014) deuteten schliesslich aber auf einen starken, chronischen Alkoholkonsum hin. 
 
   Die Gutachterinnen med. pract. E. Wörz, Assistenzärztin, und Dr. med. K. Keller, 
Oberärztin, Fachärztin für Rechtsmedizin und Verkehrsmedizinerin SGRM, gelangten 
hinsichtlich des Alkoholkonsums zum Schluss, dass aktuell von einem übermässigen und 
gesundheitsschädlichen Alkoholmuster ausgegangen werden müsse. Dies sei unter 
Umständen als Suchtverlagerung zu werten. Ihrer Erfahrung nach komme es häufig nach 
Beendigungen eines Drogenkonsums zu einer Suchtverlagerung hin zu legalen Substanzen 

wie Alkohol. Negativ anzumerken sei ausserdem, dass es dem Beschwerdeführer trotzt 
Chancengewährung nicht gelungen sei, den Alkoholkonsum zu beenden. Es müsse davon 
ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer seinen Alkoholkonsum bagatellisiere, was 
prognostisch ungünstig zu werten sei. Es bestehe zudem eine mangelhafte Problemeinsicht. 
Somit müsse die Fahreignung des Beschwerdeführers zum aktuellen Zeitpunkt aus 
verkehrsmedizinischer Sicht verneint werden. 
 
 7. Der Beschwerdeführer übt Kritik an diesem Gutachten. Er bezeichnet es als 
unvollständig, widersprüchlich, mithin als nicht schlüssig und nachvollziehbar. 
 
   a) Die Gutachten müssen die von der Rechtsprechung erarbeiteten Kriterien (E. 
2d) für den Nachweis einer Sucht erschöpfend prüfen und können sich nicht auf den 
positiven Nachweis einzelner Faktoren beschränken (Rütsche/D’Amico, a.a.O., N. 17 zu Art. 
16d; Philippe Weissenberger, a.a.O., N. 31 zu Art. 16d SVG; siehe auch Bruno Liniger, Zur 
«neuen Linie» des Schweizerischen Bundesgerichts betreffend Beurteilung von 
verkehrsmedizinischen Fahreignungsgutachten bei Alkoholfällen mit Ethylglucuronid-
Haaranalysen, a.a.O., S. 39 f.). Das genaue Ausmass der Nachforschung richtet sich aber 
nach den Umständen des Einzelfalles (Philippe Weissenberger, a.a.O., N. 26 zu Art. 16d 
SVG). Es drängt sich also eine fallbezogene Untersuchung auf. Um die Qualität der 
gutachterlichen Tätigkeit sicherzustellen, erarbeitete die Arbeitsgruppe ʺQualitätssicherung in 
der Verkehrsmedizinʺ der Sektion Verkehrsmedizin der Schweizerischen Gesellschaft für 
Rechtsmedizin (vergleiche Rütsche/D’Amico, a.a.O., N. 21 zu Art. 16d; Munira Haag-
Dawoud, Qualitätssicherung der Fahreignungsabklärung als Hauptzweck der neuen Sektion 
Verkehrsmedizin der Schweizerischen Gesellschaft für Rechtsmedizin [SGRM], in René 
Schaffhauser [Hrsg.], Jahrbuch zum Strassenverkehrsrecht 2011, Bern 2011, S. 23 ff.) einen 
Leitfaden für die verkehrsmedizinische Untersuchung (Ausgabe 2012): Teil A (Grundlagen) 
und Teil B (Einzelne verkehrsrelevante Krankheiten). Dieser Leitfaden ist als Richtlinie für die 
Verwaltungs- und Gerichtsbehörden jedoch nicht verbindlich (vergleiche BGE 1C_146/2010 
vom 10.08.2010 E. 3.2.2). Weiter ist er vom Gutachter fallbezogen zu handhaben. Es geht 
letztlich um eine sinnvolle Akzentuierung. 
 
   b) Der Beschwerdeführer wirft den Gutachterinnen vor, die Anamnese lückenhaft 
und nach eigenem Gutdücken vorgenommen zu haben. Aus dem Gutachten vom 28. Mai 
2014 (S. 1 f.) kann entnommen werden, dass sowohl eine allgemeine Anamnese (Leitfaden 
für die verkehrsmedizinische Untersuchung, Teil A, Ziff. 4 S. 5) als auch eine Alkohol- und 
Drogenanamnese durchgeführt worden sind (Leitfaden für die verkehrsmedizinische 
Untersuchung, Teil B, S. 5 ff.). Dabei fällt aber auf, dass es in diesem Rahmen an einer 
Fremdanamnese fehlt. Auf die Einholung von Fremdberichten beim behandelnden Arzt 
beziehungsweise Hausarzt, Arbeitgeber und bei Familienangehörigen (Leitfaden für die 
verkehrsmedizinische Untersuchung, Teil A, Ziff. 8.2 S. 8) wurde verzichtet. Damit ist es 
bisweilen schwierig das Konsumverhalten (Konsumgewohnheiten und Konsummuster) 
abschliessend zu beurteilen. Das Konsumverhalten ist aber gerade von massgeblicher 
Bedeutung für die Frage, ob der Beschwerdeführer in der Lage ist, den Alkoholkonsum und 
die Teilnahme am Strassenverkehr ausreichend voneinander zu trennen (BGE 1C_146/2010 
vom 10.08.2010 E. 3.2.1). Der Beschwerdeführer war im Zeitpunkt der Begutachtung als 
Chauffeur für die Y Altdorf, tätig. Diese hätte sicherlich über das Verkehrsverhalten des 
Beschwerdeführers Auskunft erteilen können. Der Kontakt zum Arbeitgeber wäre 
(ausnahmsweise) gerechtfertigt gewesen. Eine gewisse Lückenhaftigkeit des 
verkehrsmedizinischen Gutachtens vom 28. Mai 2014 wie vom Beschwerdeführer behauptet 
kann also nicht in Abrede gestellt werden. 
 
   c) Weiter weist der Beschwerdeführer auf widersprüchliche Blutwerte hin. Es ist 
nicht zu verkennen, dass zwei der fünf alkoholrelevanten Blutparameter im Normbereich 
liegen. Jedoch kann diesem Umstand kein allzu grosses Gewicht beigemessen werden, ist 
doch der Alkoholüberkonsum mittels EtG-Haaranalytik bestätigt worden. Jedenfalls taugt er 
nicht dazu, eine verkehrspsychologische Untersuchung zu veranlassen. 

 
 8. Weiter bestreitet der Beschwerdeführer die Verkehrssicherheitsrelevanz.  
 
   Feststeht, dass der Beschwerdeführer zumindest für den Zeitraum von Anfang 
Oktober 2013 bis Ende April 2014 erhebliche Mengen an Alkohol konsumiert haben muss 
(dazu verkehrsmedizinische Stellungnahme von Dr. med. M. Haag-Dawoud vom 07.07.2014 
S. 2). Sodann zeigte sich das Problembewusstsein des Beschwerdeführers im 
Begutachtungszeitpunkt in einem geringen Ausmass. Vielmehr bestätigte er sein 
Alkoholtrinkverhalten dadurch, dass er im Hinblick auf die zweite Untersuchung seinen 
Alkoholkonsum weder einstellte noch reduzierte. Daher sind Zweifel angebracht, ob der 
Beschwerdeführer sich so unter Kontrolle hat, dass er sich nicht alkoholisiert ans Lenkrad 
setzen wird (Bruno Liniger, Zur «neuen Linie» des Schweizerischen Bundesgerichts 
betreffend Beurteilung von verkehrsmedizinischen Fahreignungsgutachten bei Alkoholfällen 
mit Ethylglucuronid-Haaranalysen, a.a.O., S. 38 f.). Gegen einen Kontrollverlust spricht 
allerdings der strassenverkehrsrechtliche tadellose Leumund. Konkrete Trunkenheitsfahrten 
(oder Fahrten unter Betäubungsmitteleinfluss) sind nicht zu verzeichnen. Nebstdem 
zeichnen die Zeugnisse der bisherigen Arbeitgeber ein positives Bild des 
Beschwerdeführers. Jedoch bleibt dabei zu beachten, dass aus gutachterlicher Sicht 
vermutungsweise der Alkoholüberkonsum erst aufgrund einer Suchtverlagerung in jüngerer 
Vergangenheit bedingt ist. Wie dem Konsumverhalten wird aber auch der 
Verkehrssicherheitsrelevanz im verkehrsmedizinischen Gutachten vom 28. Mai 2014 zu 
wenig Bedeutung geschenkt. Hierzu braucht es unter Zuzug von Fremdberichten 
ergänzende Abklärungen. Diese hat das Amt für Strassen- und Schiffsverkehr Uri beim IRM 
zu veranlassen. Bei dieser Gelegenheit ist eine weitere Verlaufskontrolle vorzunehmen und 
die Fahreignung erneut aus verkehrsmedizinischer Sicht entweder zu bejahen oder zu 
verneinen. 
 
   Nachdem Gesagten ist die Verwaltungsgerichtsbeschwerde teilweise gutzuheissen, 
soweit darauf einzutreten ist, der angefochtene Entscheid vom 1. Oktober 2014 aufzuheben 
und die Sache zur Neubeurteilung im Sinne der Erwägungen an das Amt für Strassen- und 
Schiffsverkehr Uri zurückzuweisen. Aufgrund der nicht ausgeräumten ernsthaften Zweifel an 
der Fahreignung des Beschwerdeführers ist sein Führerausweis bis zum erneuten 
Sachentscheid vorsorglich zu entziehen (Art. 30 VZV).