# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5d2f2493-3ede-5b6d-8d85-ffb391da2cb2
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-03-12
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 12.03.2012 UV 2011/37
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2011-37_2012-03-12.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2011/37

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 13.08.2019

Entscheiddatum: 12.03.2012

Entscheid Versicherungsgericht, 12.03.2012
Art. 4 ATSG. Art. 9 UVG. Art. 9 Abs. 2 UVV. Prüfung der Frage, ob im Fall 
einer HWS-Distorsion, welche sich die Versicherte auf einer Jahrmarkt-Bahn 
zuzog, von einem Unfallereignis oder einer unfallähnlichen 
Körperschädigung auszugehen ist (Entscheid des Versicherungsgerichts 
des Kantons St. Gallen vom 12. März 2012, UV 2011/37).

Vizepräsident Joachim Huber, Versicherungsrichterinnen Christiane Gallati Schneider 

und Lisbeth Mattle Frei; Gerichtsschreiber Walter Schmid

Entscheid vom 12. März 2012

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Werner Bodenmann, Waisenhausstrasse 17, 

Postfach, 9001 St. Gallen,

gegen

CSS Versicherung AG, Recht & Compliance, Tribschenstrasse 21, Postfach 2568, 

6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Versicherungsleistungen

Sachverhalt:

A.

A.a A.___ war bei der B.___ AG tätig und dadurch bei der CSS Versicherung 

unfallversichert, als sie dieser einen Nichtbetriebsunfall (Verletzung auf einer Jahrmarkt-

Bahn) vom 18. September 2010 melden liess (UV-act. 1/1). Sie habe auf einem Teller 

gesessen, welcher hin und her geschwenkt und sich um die eigene Achse gedreht 

habe. Die Wucht der Bewegung sei so gross gewesen, dass ihr Kopf ruckartig 

"zurückgeschleudert" worden sei und sich ihr Rücken verkrampft habe. Kopf und Hals 

hätten der Krafteinwirkung nicht standhalten können. Am nächsten Morgen habe sie 

extreme Schmerzen im Nacken und Rücken verspürt sowie unter starken 

Kopfschmerzen und Übelkeit gelitten (UV-act. 1/2). Dr. med. C.___, Facharzt Innere 

Medizin FMH, bestätigte im Bericht vom 15. Oktober 2010 ein HWS-Distorsionstrauma 

mit schmerzhaften Verspannungen des Schulter- und Nackengürtels und 

Myelogelosen. Seit 22. September 2010 habe eine volle und ab 4. Oktober 2010 eine 

50%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden (UV-act. 1/5).

A.b Mit Verfügung vom 25. Oktober 2010 gab die CSS der Versicherten bekannt, dass 

das Ereignis vom 18. September 2010 weder als Unfall noch als eine unfallähnliche 

Körperschädigung zu qualifizieren sei. Es gehöre zum programmgemässen Ablauf, 

dass beim Besuch einer Vergnügungsbahn der Körper grossen Zentrifugalkräften 

ausgesetzt werde. Die häufigen und raschen Änderungen der Bewegungsabläufe 

würden nichts Ungewöhnliches im Rechtssinn darstellen. Die Leistungen aus der 

obligatorischen Unfallversicherung seien daher abzulehnen (UV-act. 1/7). Die gegen 

diese Verfügung erhobene Einsprache (UV-act. 1/8) wies die CSS mit 

Einspracheentscheid vom 11. April 2011 ab (UV-act. 3).

B.

B.a Gegen diesen Entscheid erhob Rechtsanwalt lic. iur. Werner Bodenmann, St. 

Gallen, für die Versicherte am 23. Mai 2011 Beschwerde mit den Anträgen, der 

Entscheid sei aufzuheben und es sei festzustellen, dass es sich beim Ereignis vom 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

18. September 2010 um einen Unfall gehandelt habe. Die Beschwerdegegnerin sei zu 

verpflichten, den Leistungsanspruch der Beschwerdeführerin zu berechnen und die ihr 

zustehenden Leistungen zu erbringen. Zur Begründung legte der Rechtsvertreter unter 

anderem dar, Dr. C.___ habe die Beschwerdeführerin nach vollständiger und 50%iger 

Arbeitsunfähigkeit ab 11. Oktober 2010 wieder vollständig arbeitsfähig geschrieben. Zu 

bemängeln sei, dass die Beschwerdegegnerin es nicht für nötig befunden habe, 

genauer zu prüfen, um was für eine Vergnügungsbahn es sich gehandelt habe, ob hier 

die Passagiere tatsächlich üblicherweise hin und her geschleudert würden, wie die 

Sicherheitsvorkehrungen seien, wie die Besucher in der Bahn sitzen würden 

(angeschnallt, nicht angeschnallt) und insbesondere, ob es vorkommen könne, dass 

während der Fahrt unvorhergesehene Abbremsungen oder Schwenkungen der Teller 

stattfinden würden. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass ein ungewöhnlicher 

äusserer Faktor ursächlich für die bei der Beschwerdeführerin aufgetretene 

Kopfbewegung gewesen sei. Der Besucher einer Vergnügungsbahn sei sich zwar 

bewusst, dass häufige und rasche Änderungen in den Bewegungsabläufen stattfinden 

könnten, Zentrifugalkräfte auf seine Wirbelsäule wirken könnten und dies zum 

programmgemässen Bewegungsablauf gehöre. Dennoch schliesse dies nicht aus, dass 

die Voraussetzung der Ungewöhnlichkeit erfüllt sein könnte, zumal es nicht zum 

programmgemässen Bewegungsablauf gehören könne, dass der Kopf nicht 

"nachkomme" bzw. zurückgeschleudert werde. Die Voraussetzung der 

Ungewöhnlichkeit sei damit offensichtlich erfüllt. Zumindest sei sie glaubhaft gemacht 

worden, weshalb die Beschwerdegegnerin zu verpflichten sein werde, weitere 

Abklärungen in die Wege zu leiten. Richtig sei, dass es sich bei der diagnostizierten 

HWS-Distorsion nicht um eine unfallähnliche Körperschädigung handle. Diese Frage 

sei allerdings insofern irrelevant, als ein Unfall vorliege.

B.b In der Beschwerdeantwort vom 22. Juni 2011 beantragte die Beschwerdegegnerin 

Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf die Darlegungen im 

angefochtenen Einspracheentscheid. Die Einwirkung von Zentrifugalkräften auf Kopf 

und Nacken sei von der Beschwerdeführerin bewusst in Kauf genommen worden. Auch 

ohne weitere Abklärungen könne festgestellt werden, dass sich im Übrigen nichts 

Aussergewöhnliches (z.B. abruptes Abstellen der Vergnügungsbahn, Kopfanprall 

frontal auf der Lehne) zugetragen habe. Weitere Abklärungen hätten mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit ohnehin zu keinem anderen Ergebnis geführt.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

B.c Mit Replik vom 13. Juli 2011 (act. G 5) und Duplik vom 28. Juli 2011 (act. G 7)

bestätigten die Parteien ihre Standpunkte.

Erwägungen:

1. 

1.1 Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; 

SR 832.20) werden die Versicherungsleistungen, soweit das Gesetz nichts anderes 

bestimmt, bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt. 

Gemäss Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1] ist ein Unfall die plötzliche, nicht 

beabsichtigte, schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf 

den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen 

Gesundheit oder den Tod zur Folge hat. Dabei bezieht sich das Begriffsmerkmal der 

Ungewöhnlichkeit nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern auf den Faktor 

selbst. Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist somit, dass der äussere 

Faktor allenfalls schwerwiegende, unerwartete Folgen nach sich gezogen hat. Ein 

äusserer Faktor ist aussergewöhnlich, wenn er den Rahmen des im jeweiligen 

Lebensbereich Alltäglichen oder Üblichen überschreitet. Ob dies zutrifft, beurteilt sich 

im Einzelfall, wobei grundsätzlich nur die objektiven Umstände in Betracht fallen (RKUV 

2000 Nr. U 368 S. 99 E. 2b mit Hinweisen; BGE 122 V 233 E. 1, 121 V 38 E. 1a, je mit 

Hinweisen). Das für den Unfallbegriff wesentliche Merkmal des ungewöhnlichen 

äusseren Faktors kann nach Lehre und Rechtsprechung auch in einer unkoordinierten 

Bewegung bestehen. So kann der Körper als Ganzes in Bewegung kommen, indem er 

- z.B. bei einem Sturz - auf harter Unterlage aufschlägt und Schaden nimmt. Der 

äussere und der ungewöhnliche Faktor sind hier ohne weiteres gegeben. Dies trifft 

auch zu, wenn sich, wie beim Ausgleiten, Stolpern oder Abwehren eines Sturzes, bloss 

einzelne Körperteile bewegen und in Verbindung mit einem in der Aussenwelt 

liegenden Umstand zur gesundheitlichen Störung führen (RKUV 1999 Nr. U 333 S. 199 

E. 3c/aa und Nr. U 345 S. 422 E. 2b; Alfred Maurer, Schweizerisches 

Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl., Bern 1989, S. 176 f.; Rumo-Jungo, Rechtsprechung 

des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die 

Unfallversicherung, 3. Aufl., Zürich 2003, S. 27 f.). Weiter bejaht die Rechtsprechung 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

das Vorliegen eines ungewöhnlichen äusseren Faktors dann, wenn beim Heben oder 

Verschieben einer Last ein ganz ausserordentlicher Kraftaufwand erfolgt und zu einer, 

gelegentlich als Verhebetrauma bezeichneten, Schädigung führt. Es muss jedoch von 

Fall zu Fall geprüft werden, ob die Anstrengung im Hinblick auf Konstitution und beruf­

liche oder ausserberufliche Gewöhnung der betreffenden Person ausserordentlich war 

(vgl. BGE 116 V 139 E. 3b; RKUV 1994 Nr. U 180 S. 38 E. 2). Der Bundesrat kann 

sodann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalls ähnlich sind, in die 

Versicherung einbeziehen (Art. 6 Abs. 2 UVG). In Art. 9 Abs. 2 der Verordnung über die 

Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) hat er in einer abschliessenden Aufzählung 

folgende Körperschäden auch ohne ungewöhnliche äussere Einwirkung den Unfällen 

gleichgestellt, sofern sie nicht eindeutig auf eine Erkrankung oder eine Degeneration 

zurückzuführen sind: Knochenbrüche, Verrenkungen von Gelenken, Meniskusrisse, 

Muskelrisse, Muskelzerrungen, Sehnenrisse, Bandläsionen sowie 

Trommelfellverletzungen.

1.2 Im Unfallversicherungsrecht herrscht, wie allgemein im Sozialversicherungsrecht, 

der Untersuchungsgrundsatz. Der Unfallversicherer und im Streitfall das Gericht haben 

den Sachverhalt von Amtes wegen zu ermitteln. Indessen ist die 

leistungsansprechende Person verpflichtet, dabei mitzuwirken. Sie muss die Umstände 

des Unfalls glaubhaft machen. Im Streitfall obliegt es dem Gericht, zu beurteilen, ob die 

einzelnen Voraussetzungen des Unfallbegriffs erfüllt sind. Der Untersuchungsmaxime 

entsprechend hat es von Amtes wegen die notwendigen Beweise zu erheben und kann 

zu diesem Zweck auch die Parteien heranziehen (RKUV 1990 Nr. U 86 S. 50). Das 

Gericht stellt auf jene Sachverhaltsdarstellung ab, die es von allen möglichen 

Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt. Der Untersuchungsgrundsatz 

schliesst eine Beweislast im Sinn einer Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Die 

Parteien tragen aber eine Beweislast insofern, als im Fall der Beweislosigkeit der 

Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesenen Sachverhalt 

Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel kommt zur Anwendung, wenn im Rahmen 

des Untersuchungsgrundsatzes kein wahrscheinlicher Sachverhalt ermittelt werden 

kann (BGE 114 V 305 E. 2b). Wird also auf dem Weg der Beweiserhebung das 

Vorliegen eines Unfallereignisses nicht wenigstens mit Wahrscheinlichkeit erstellt - die 

blosse Möglichkeit genügt nicht (Th. Locher, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Bern 2003, 3. Aufl., S. 451 f.) - so hat dieses als unbewiesen zu gelten, was sich zu 

Lasten der den Anspruch erhebenden Person auswirkt.

2. 

2.1 Die Beschwerdeführerin suchte am 18. September 2010 einen Jahrmarkt auf und 

absolvierte dort eine Fahrt in einer Vergnügungs-Bahn, in welcher sie nach ihren 

Darlegungen - auf einem Teller sitzend - starken Drehbewegungen sowie Bewegungen 

in horizontaler und vertikaler Richtung ausgesetzt war, wodurch sich Krafteinwirkungen 

auf die Halswirbelsäule und den (unteren) Rückenbereich ergaben. In der Folge 

verspürte sie Schmerzen im Nacken und Rücken und litt unter starken Kopfschmerzen 

und Übelkeit. Abgesehen davon, dass sie selten solche Bahnen besuche, hätten 

"normale äussere Bedingungen" vorgelegen (vgl. UV-act. 1/2; vgl. auch act. G 1 S. 3 

oben). In einem Dokumentationsbogen für Erstkonsultation nach kranio-zervikalem 

Beschleunigungstrauma verneinte Dr. C.___ am 28. September 2010 das Vorliegen von 

äusseren Verletzungen, vermerkte jedoch Nackenbeschwerden und muskulo-skelettale 

Befunde (act. G 1/6).

2.2 Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin erachtet weitere Abklärungen zum 

Hergang des Unfallereignisses als erforderlich. Die Beschwerdegegnerin habe darauf 

verzichtet, genauer zu prüfen, um was für eine Bahn es sich gehandelt habe, ob die 

Passagiere tatsächlich üblicherweise hin und her geschleudert würden, wie die 

Sicherheitsvorkehrungen seien, wie die Besucher in der Bahn sitzen würden und ob 

unvorhergesehene Abbremsungen und Schwenkungen des Tellers vorkommen 

könnten. Es könne "nicht ausgeschlossen" werden, dass ein ungewöhnlicher äusserer 

Faktor ursächlich für die Kopf- und Nackenbewegung gewesen sei (act. G 1 S. 5f). Die 

Schilderung der Beschwerdeführerin, wonach Kopf und Hals bei den 

Bewegungsänderungen nicht mehr nachgekommen seien, deute auf eine 

Programmwidrigkeit im Sinn eines unvorhergesehenen Ereignisses hin (act. G 5 S. 3). 

Er zieht damit eine "Programmwidrigkeit" im Sinn einer den Rahmen des im jeweiligen 

Lebensbereich Alltäglichen oder Üblichen überschreitenden Gegebenheit als möglich in 

Betracht bzw. vermutet eine solche, ohne diese jedoch - im Rahmen der ihm bzw. der 

Beschwerdeführerin obliegenden Mitwirkungspflicht - näher zu bezeichnen. Damit ist 

ein zureichender Anlass für weitere Abklärungen nicht dargetan. Konkrete 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Anhaltspunkte dafür, dass Sicherheitsvorkehrungen nicht eingehalten worden sein 

könnten, werden weder geltend gemacht noch sind solche aus den Unterlagen 

ersichtlich. Es ist nicht Sache der Beschwerdegegnerin oder des Gerichts, ohne Anlass 

nach allfälligen weiteren Tatbestandselementen bzw. Programmwidrigkeiten im 

Unfallhergang zu "forschen". Weitere Abklärungen erscheinen in dieser Situation nicht 

gerechtfertigt, zumal für die Beurteilung der Angelegenheit uneingeschränkt auf die 

Unfall-Schilderung der Beschwerdeführerin abgestellt bzw. diese nicht in Frage gestellt 

wird.

3. 

3.1 Vorliegend sind nach Lage der Akten vier der fünf Tatbestandsmerkmale des 

Unfallbegriffs - Körperverletzung, äussere Einwirkung, Plötzlichkeit und fehlende 

Absicht - erfüllt. Die Beschwerdegegnerin erachtet hingegen die erforderliche 

Ungewöhnlichkeit der äusseren Einwirkung als nicht gegeben. Das Begriffsmerkmal der 

Ungewöhnlichkeit wurde entwickelt, um die "tausendfältigen kleinen und kleinsten 

Insulte des täglichen Lebens, die als solche gänzlich unkontrollierbar sind und deshalb 

nur beim Hinzutreten von etwas Besonderem Berücksichtigung finden sollen", aus dem 

Unfallbegriff auszuscheiden. Die meisten Krankheiten beruhen auf einer 

Wechselwirkung von inneren und äusseren Faktoren; oft ist die letztlich pathogene 

innere Ursache ihrerseits ohne Umwelteinflüsse nicht denkbar (Alfred Bühler, Der 

Unfallbegriff, in: Alfred Koller [Hrsg.], Haftpflicht- und Versicherungsrechtstagung 1995, 

S. 234). Das Merkmal des Ungewöhnlichen macht den alltäglichen Vorgang zum 

einmaligen Vorfall. Einwirkungen, die aus alltäglichen Vorgängen resultieren, taugen in 

aller Regel nicht als Ursache einer Gesundheitsschädigung. Liegt der Grund somit 

allein im Innern des Körpers, ist Krankheit gegeben. Daran ändert die blosse Auslösung 

des Gesundheitsschadens durch einen äusseren Faktor nichts; Unfall setzt vielmehr 

begrifflich voraus, dass das exogene Element so ungewöhnlich ist, dass eine endogene 

Verursachung ausser Betracht fällt (BGE 134 V 72 E. 4.1 mit Hinweisen).

3.2 Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist, dass der äussere Faktor 

allenfalls schwerwiegende, unerwartete Folgen nach sich zog (BGE 129 V 402 E. 2.1). 

Ausschlaggebend ist, dass sich der äussere Faktor vom Normalmass an 

Umwelteinwirkungen auf den menschlichen Körper abhebt. Ungewöhnliche 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Auswirkungen allein begründen keine Ungewöhnlichkeit. Hingegen ist die Wirkung, das 

heisst die Natur des Gesundheitsschadens, mit Blick auf die Bedeutung des 

Abgrenzungskriteriums im Einzelfall durchaus beachtlich. Ein gesteigertes 

Abgrenzungsbedürfnis besteht dort, wo der Gesundheitsschaden seiner Natur nach 

auch andere Ursachen als eine plötzliche schädigende Einwirkung haben kann, also 

keine gesicherte Zuordnung zum exogenen Faktor erlaubt. Dies gilt nach der 

Rechtsprechung insbesondere dann, wenn die Gesundheitsschädigung 

erfahrungsgemäss auch als alleinige Folge von Krankheit, insbesondere von 

vorbestandenen degenerativen Veränderungen eines Körperteils, innerhalb eines 

durchaus normalen Geschehensablaufs auftreten kann. In solchen Fällen muss die 

unmittelbare Ursache der Schädigung unter besonders "sinnfälligen" Umständen 

gesetzt worden sein (BGE 99 V 136 E. 1; RKUV 1999 Nr. U 345 S. 422, E. 2b [U 

114/97]). Ist eine Verletzung wiederholten Mikrotraumata des täglichen Lebens 

zuzuschreiben, welche zu einer allmählichen Abnützung geführt haben, so ist sie (im 

Bereich der obligatorischen Unfallversicherung unter Vorbehalt von Art. 9 Abs. 2 UVV) 

als Krankheitsfolge zu betrachten. Somit wird eine Einwirkung ohne offensichtliche 

Schadensneigung erst durch das Hinzukommen eines zusätzlichen Ereignisses zum 

ungewöhnlichen äusseren Faktor. Stellt sich nach einer Fahrt auf einer 

Vergnügungsbahn beispielsweise ein Zervikalsyndrom infolge Distorsion der 

Halswirbelsäule ein, so bedarf es - neben den üblichen auf den Körper einwirkenden 

Kräften - eines schadensspezifischen Zusatzgeschehens, damit ein Unfall 

angenommen werden kann (BGE 134 V 72 E. 4.3.2.1 mit Hinweis auf RKUV 1998 Nr. U 

311 S. 468 [U 2/97] und RKUV 1996 Nr. U 253 S. 199 [U 219/95]). Entsprechendes gilt 

mit Bezug auf eine Hyperflexionsbewegung der Halswirbelsäule bei der Vollbremsung 

eines Autos ohne Kollision, weil es hier um einen im betreffenden Lebensbereich 

alltäglichen und üblichen Vorgang geht, zu dem nichts Besonderes 

("Programmwidriges" oder "Sinnfälliges") hinzugetreten ist (Urteile des Bundesgerichts 

[bis 31. Dezember 2006: Eidgenössisches Versicherungsgericht, EVG] vom 25. März 

2004, U 131/03, E. 3.3 und 3.4, und vom 3. August 2000, U 349/99; vgl. auch Urteil des 

EVG vom 20. Juli 2000, U 79/98, E. 3). Ein solches Zusatzgeschehen - und mit diesem 

das Merkmal des ungewöhnlichen äusseren Faktors im Sinne einer den normalen 

Bewegungsablauf störenden Programmwidrigkeit - ist gegeben bei einem Skifahrer, 

der auf einer Buckelpiste auf einer vereisten Stelle ausgleitet, ohne zu stürzen, danach 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

unkontrolliert einen Buckel anfährt, abgehoben wird und bei verdrehter 

Oberkörperhaltung hart auf dem Boden aufschlägt (RKUV 1999 Nr. U 345 S. 420 [U 

114/97]), nicht aber, wenn beim Skifahren auf einer steilen, buckligen Piste und 

Kompression in einer Wellenmulde eine Diskushernie auftritt (SUVA-Bericht 1991 Nr. 3 

S. 5, U 16/91). Auch ausserhalb der unfallähnlichen Körperschädigungen (Art. 9 Abs. 2 

UVV; BGE 129 V 466) kann es sich ergeben, dass von der Auswirkung eines von 

aussen betrachtet regulär verlaufenden Geschehens zwangsläufig auf einen tatsächlich 

ungewöhnlichen Verlauf geschlossen werden muss. So hat das EVG festgehalten, es 

liege ein Unfall im Rechtssinn vor, wenn das Trommelfell eines Wasserspringers durch 

den Wasserdruck perforiert wird. Wasser sei als ungewöhnlicher äusserer Faktor zu 

bewerten, wenn es eine Gesundheitsschädigung bewirke, indem es plötzlich in den 

Körper eines Badenden eindringe. Bei dem umstrittenen Turmsprung habe durch das 

Untertauchen der äussere Druck auf das Trommelfell plötzlich zugenommen, wie ein 

Schlag gewirkt und eine Perforation verursacht. Wie ein geübter Mineur einmal ein 

akustisches Trauma erleiden oder wie Wasser in das Mittelohr eindringen und zu einer 

tödlichen Infektion führen könne, so vermöge auch unter Umständen der Wasserdruck 

das Trommelfell eines Wasserspringers zu schädigen, zumal wenn dieser vom 

höchsten Brett abspringe. Ob der Sprung technisch einwandfrei ausgeführt werde oder 

aber misslinge, sei in diesem Zusammenhang unerheblich (BGE 134 V 72 E. 4.3.2.2 mit 

Hinweisen).

3.3 In BGE 134 V 72 kam das Bundesgericht hinsichtlich der dort in Frage stehenden 

Zahnverletzung infolge eines Zusammenstosses während einer Auto-Scooter-Fahrt 

zum Schluss, diese lasse sich - anders als ein Zervikalsyndrom aus gleicher Ursache - 

ihrer Natur nach zweifelsfrei einem äusseren Faktor zuordnen. Zudem sei mit dem 

Anschlagen des Kopfes am Lenkrad ein sinnfälliges und nicht regelmässig bei Auto-

Scooter-Fahrten vorkommendes Zusatzereignis gegeben, das für sich allein die 

Ungewöhnlichkeit des Geschehens begründe (BGE 134 V 72 E. 4.3.3). Vorliegend ist 

davon auszugehen, dass bei der Beschwerdeführerin aufgrund der Bewegungen des 

Tellers, auf welchem sie beim Ereignis vom 18. September 2010 sass, erhebliche 

Kräfte auf Halswirbelsäule und Kopf einwirkten. Jedoch fehlt es - ausgehend von ihrer 

eigenen Sachverhaltsschilderung (UV-act. 1/2) - an einem aussergewöhnlichen 

(programmwidrigen) Geschehen, wie es dem vorerwähnten Bundesgerichtsurteil 

zugrundelag. Die in BGE 134 V 72 vorgenommene Änderung der Rechtsprechung 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

bezog sich nicht auf Sachverhalte, bei welchen (ohne Anschlagen von Körperteilen 

oder anderweitige Programmwidrigkeit) auf Vergnügungsbahnen eine HWS-Distorsion 

eingetreten war, sondern explizit auf die in RKUV 2005, Nr. KV 351 [K 90/03] publizierte 

Rechtsprechung, welcher als Sachverhalt das Aufschlagen mit dem Kiefer am Lenkrad 

eines Putsch-Autos zugrundelag. Nach der in RKUV 1998 Nr. U 311 S. 468 publizierten 

und in BGE 134 V 72 (E. 4.3.2.1) zitierten bzw. implizit bestätigten Rechtsprechung ist 

die Distorsion der HWS, welche sich eine versicherte Person im Autoscooter beim 

Zusammenprall mit einem anderen Scooter zugezogen hat, nicht der Einwirkung eines 

ungewöhnlichen äusseren Faktors zuzuschreiben. Denn bei solchen 

Vergnügungsfahrten wird die Kollision mit anderen Teilnehmern gesucht und in Kauf 

genommen, dass ein Aufprall unerwartet erfolgt (RKUV 1998 Nr. 311 S. 468). Dem in 

RKUV 1996 Nr. U 253 S. 199 publizierten und in BGE 134 V 72 E. 4.3.2.1 ebenfalls 

zitierten Fall lag der folgende Sachverhalt zugrunde: Die Versicherte besuchte eine 

Vergnügungsbahn, welche in einer Richtung rotierte. Auf der rotierenden Fläche waren 

mehrere kleine Wägelchen montiert, welche ihrerseits wieder in verschiedenen 

Richtungen rotierten und dabei heftig hin und her schaukelten. Beim Richtungswechsel 

entstand jeweils ein heftiger Ruck. Die Versicherte zog sich dabei eine Distorsion der 

Halswirbelsäule zu. Das EVG hat erwogen, dass ein in verschiedene Richtungen 

drehendes sowie hin und her schaukelndes Wägelchen auf einer rotierenden 

Vergnügungsbahn mit sich ändernden Geschwindigkeiten den Benützer beträchtlichen 

Beschleunigungs-, Brems-, Dreh-, Schaukel- und Schleuderbewegungen aussetze, 

was die Attraktion solcher Fahrten ausmache. Es gehöre zu deren 

programmgemässem Ablauf, dass der Körper und namentlich auch die auf 

Distorsionen besonders anfällige Halswirbelsäule grossen Zentrifugalkräften ausgesetzt 

werde. In dieser den Körper stark belastenden Situation zufolge häufiger und rascher 

Änderungen der Bewegungsabläufe der Vergnügungsbahn könne grundsätzlich nichts 

Ungewöhnliches erblickt werden. Die unerwartete Folge der Bahnfahrt konnte 

angesichts des objektiv programmmässigen Bewegungsablaufes und damit des 

fehlenden Ungewöhnlichkeitscharakters nicht auf einen Unfall im Rechtssinn 

zurückgeführt werden (RKUV 1996 Nr. U 253 S. 199; vgl. im Übrigen auch SVR 2006 

UV Nr. 18 S. 65, U 296/05). Auch vorliegend ist - mangels konkreter gegenteiliger 

Anhaltspunkte für einen programmwidrigen Ablauf - davon auszugehen, dass bei 

fehlendem Anschlagen von Körperteilen lediglich die für eine Vergnügungsbahn 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

üblichen Kräfte auf den Körper der Beschwerdeführerin einwirkten. Der Umstand allein, 

dass der Kopf der Bewegung nicht "nachkommt" bzw. zurückgeschleudert wird (vgl. 

act. G 1 S. 7), stellt keine Programmwidrigkeit dar. Vielmehr bilden die einwirkenden 

Kräfte üblicher Bestandteil der Fahrt mit einer Jahrmarkt-Bahn. Es lässt sich 

dementsprechend nicht beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin das Vorliegen 

eines Unfallereignisses verneinte. Sodann stellt die von Dr. C.___ bescheinigte HWS-

Distorsion keine unfallähnliche Körperschädigung im Sinn von Art. 9 Abs. 2 lit. b UVV 

(Verrenkungen von Gelenken) dar (vgl. Urteile des EVG vom 12. April 2000, U 110/99, 

E. 4, und vom 8. September 2000, U 351/99, E. 2b); dies wird auch von der 

Beschwerdeführerin nicht in Abrede gestellt. Eine andere Diagnose, welche auf weitere 

unfallähnliche Schädigungen im Sinn von Art. 9 Abs. 2 UVV hindeuten würde, ergibt 

sich aus den Akten nicht.

4.   

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Bestätigung des 

Einspracheentscheids vom 11. April 2011 abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu 

erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 

VRP entschieden:

1.  Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.  Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 12.03.2012
	Art. 4 ATSG. Art. 9 UVG. Art. 9 Abs. 2 UVV. Prüfung der Frage, ob im Fall einer HWS-Distorsion, welche sich die Versicherte auf einer Jahrmarkt-Bahn zuzog, von einem Unfallereignis oder einer unfallähnlichen Körperschädigung auszugehen ist (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 12. März 2012, UV 2011/37).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T11:51:27+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen