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**Case Identifier:** c3a57d17-8c8c-507d-93cc-a3f10b7e89be
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-12-19
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 19.12.2018 200 2018 656
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2018-656_2018-12-19.pdf

## Full Text

200 18 656 IV
SCP/COC/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 19. Dezember 2018

Verwaltungsrichter Schütz, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Ackermann
Gerichtsschreiberin Collatz

A.________
gesetzlich vertreten durch B.________ und C.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 7. August 2018

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Dez. 2018, IV/18/656, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 2003 geborene A.________ (Versicherter resp. Beschwerdeführer) 
meldete sich am 4. September 2017, vertreten durch seine Eltern 
B.________ und C.________, unter Hinweis auf einen „Asperger-
Autismus“ bei der Invalidenversicherung (IV) zum Bezug von Massnahmen 
für die berufliche Eingliederung an (Akten der IV, Antwortbeilage [AB] 1). 
Daraufhin führte die IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) medi-
zinische Erhebungen durch. Dabei liess sie den Versicherten insbesondere 
durch Dr. phil. D.________, Fachpsychologin für Neuropsychologie und 
Psychotherapie FSP, und M. Sc. E.________, Neuropsychologin FSP, un-
tersuchen (Expertise vom 26. Februar 2018; AB 17.1). Nach Einholung 
einer Stellungnahme von Dr. med. F.________, Fachärztin für Kinder- und 
Jugendpsychiatrie und -Psychotherapie, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD; 
AB 19), stellte die IVB mit Vorbescheid vom 27. April 2018 (AB 22) die Ver-
neinung des Anspruchs auf berufliche Massnahmen in Aussicht, da kein 
relevanter Gesundheitsschaden bestehe, der einen Anspruch auf berufliche 
Massnahmen begründe und eine Ausbildung nur im geschützten Rahmen 
möglich erscheinen lasse. Damit zeigte sich der Versicherte nicht einver-
standen (AB 30). Nach Einholung einer weiteren Stellungnahme der RAD-
Ärztin Dr. med. F.________ (AB 32) verfügte die IVB am 7. August 2018 
wie im Vorbescheid angekündigt und wies das Leistungsbegehren ab 
(AB 34).

B.

Hiergegen erhob der Versicherte, weiterhin vertreten durch seine Eltern 
B.________ und C.________, am 12. September 2018 Beschwerde. Er 
beantragt die Aufhebung der angefochtenen Verfügung sowie die Zuspra-
che beruflicher Massnahmen. Ferner ersuchte er am 21. September 2018 
um unentgeltliche Rechtspflege.

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Mit Verfügung vom 24. September 2018 wies der Instruktionsrichter das 
Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ab und setzte Frist zur Leistung 
eines Kostenvorschusses von Fr. 800.-- bis am 5. November 2018. Dieser 
wurde am 26. Oktober 2018 geleistet.

Mit Beschwerdeantwort vom 21. November 2018 schliesst die Beschwer-
degegnerin auf Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 7. August 2018 
(AB 34). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf berufliche Massnah-

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men insbesondere in Form von Berufsberatung und erstmaliger beruflicher 
Ausbildung.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). Sie beurteilen 
offensichtlich begründete oder offensichtlich unbegründete Fälle in Zweier-
besetzung (Art. 56 Abs. 3 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Nicht 
erwerbstätige Minderjährige gelten als invalid, wenn die Beeinträchtigung 
ihrer körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit voraussichtlich 
eine ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit zur Folge haben wird (Art. 8 
Abs. 2 ATSG).

2.2 Gemäss Art. 8 Abs. 1 IVG haben invalide oder von einer Invalidität 
(Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte Anspruch auf Eingliederungsmass-
nahmen, soweit diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit 
oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustel-
len, zu erhalten oder zu verbessern (lit. a) und die Voraussetzungen für den 
Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind (lit. b).

2.3 Gemäss Art. 15 IVG haben Versicherte, die infolge Invalidität in der 
Berufswahl oder in der Ausübung ihrer bisherigen Tätigkeit behindert sind, 
Anspruch auf Berufsberatung. Die spezielle Invalidität im Sinne von Art. 15 
IVG liegt in der gesundheitlich bedingten Behinderung in der Berufswahl 
oder in der Ausübung der bisherigen Tätigkeit der an sich zur Berufswahl 
fähigen versicherten Person. In Betracht fällt jede körperliche oder psychi-
sche Beeinträchtigung, die den Kreis der für die versicherte Person nach 
ihrer Eignung und Neigung möglichen Berufe oder Betätigungen einengt 

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oder die Ausübung der bisherigen Aufgabe unzumutbar macht. Ausge-
schlossen sind geringste Behinderungen, die keine nennenswerte Beein-
trächtigung zur Folge haben und deshalb die Inanspruchnahme der Invali-
denversicherung nicht rechtfertigen (BGE 114 V 29 E. 1a S. 29).

2.4 Versicherte, die noch nicht erwerbstätig waren und denen infolge 
Invalidität bei der erstmaligen beruflichen Ausbildung in wesentlichem 
Umfange zusätzliche Kosten entstehen, haben Anspruch auf Ersatz dieser 
Kosten, sofern die Ausbildung den Fähigkeiten des Versicherten entspricht 
(Art. 16 Abs. 1 IVG).

3.

3.1 In medizinischer Hinsicht ist den Akten im Wesentlichen Folgendes 
zu entnehmen:

3.1.1 Dr. med. G.________, Fachärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie 
und -Psychotherapie, diagnostizierte im Bericht vom 10. Juni 2011 (AB 3 
S. 1) eine autistische Störung im Sinne eines Asperger-Syndroms in starker 
Ausprägung. Der Beschwerdeführer leide an einer erheblichen Kontakt-
störung. Trotz guter Intelligenz erfasse er einfache soziale Zusammen-
hänge nicht, wenn er vergleichbare Situationen nicht schon erlebt und 
erklärt bekommen habe. Im Alltag brauche er möglichst genaue Ablauf-
pläne/
Gebrauchsanweisungen für jede Kleinigkeit. Veränderungen in geplanten 
Abläufen ertrage er schwer. Eine stereotype Mimik und eine einge-
schränkte Körpersprache seien auffällig. Der Beschwerdeführer sei zu-
nehmend unsicher. Es zeigten sich beginnende depressive Symptome.

3.1.2 Im Bericht vom 26. Februar 2018 (AB 17.1) hielten Dr. phil. 
D.________ und M. Sc. E.________ nach Durchführung einer neuropsy-
chologischen Abklärung zu Handen der Beschwerdegegnerin fest, gesamt-
haft hätten keine relevanten Funktionsbeeinträchtigungen objektiviert wer-
den können (S. 8). Aus neuropsychologischer Perspektive gäbe es keine 
Teilaspekte (z.B. Detailorientierung mit Gestaltzerfall bzw. mangelnde zen-
trale Kohärenz, Schwierigkeiten mit mehrdeutigem sprachlichem Stimulus-

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material etc.), welche mit der Diagnose einer Autismus-Spektrum-Störung 
vereinbar seien. In der Untersuchungssituation sei die Interaktionsfähigkeit 
eingeschränkt gewesen. Die Einschränkungen entsprächen jedoch keines-
falls einer schweren Ausprägung eines Asperger-Syndroms. Zudem fehle 
ein Repertoire eingeschränkter Stereotypien sowie sich wiederholender 
Interessen und Aktivitäten. Im Kurzbericht von Dr. med. G.________ vom 
10. Juni 2011 würden hauptsächlich soziale Kontaktstörungen beschrieben. 
Aus den Akten ergäben sich jedoch keine Hinweise auf manifeste Störun-
gen im Sozialbereich. Es würden eher Probleme/Unreife in der Arbeitshal-
tung und im Bereich Aufmerksamkeit/Konzentration beschrieben. Dabei 
müsse berücksichtigt werden, dass zwischenzeitlich keine Behandlung 
stattgefunden habe. Die sozialen Kontakt- und Interaktionsstörungen könn-
ten zumindest teilweise auch mit der spezifischen Biografie erklärt werden. 
Es gelte zu berücksichtigen, dass frühkindlich bis Mitte der Grundschulzeit 
Wohn- und Schulwechsel stattgefunden hätten, welche den Aufbau trag-
fähiger, altersgerechter Beziehungen erschwert haben dürften und einen 
Erfahrungsmangel beim Gestalten und Unterhalten von sozialen Beziehun-
gen mit sich gebracht hätten. Hypothetisch habe deshalb in Kombination 
mit der spezifischen Lebens- und Wohnsituation eine Fokussierung auf 
familiäre Beziehungen stattgefunden mit einer gewissen sozialen Isolation, 
welche mit dem von den Kindseltern gewählten Beschulungsmodell (Home-
Schooling) mit Eintritt in die Oberstufe verstärkt worden sei. In der Gesamt-
schau entsprächen die Auffälligkeiten eher einem Persönlichkeitsstil mit 
zwanghaft-perfektionistischer Färbung. Zusammenfassend liege aus neu-
ropsychologischer Sicht kein IV-relevanter kognitiver/geistiger Gesund-
heitsschaden vor, welcher eine Ausbildung nur im geschützten Rahmen als 
möglich erscheinen lasse. Auch bestünden keine Anhaltspunkte für andere 
psychopathologische Symptome als den genannten Persönlichkeitsstil 
(S. 9). 

3.1.3 Die RAD-Ärztin Dr. med. F.________ führte im Bericht vom 
26. März 2018 (AB 19) aus, ein IV-relevanter Gesundheitsschaden sei auf-
grund der Akten nicht ausgewiesen (S. 3).

Am 2. Juli 2018 nahm die RAD-Ärztin zu den einwandweise erhobenen 
Vorbringen Stellung (AB 32). Der nachträglich verfasste Bericht des Leh-

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rers des Beschwerdeführers vom 27. Mai 2018 (AB 30 S. 6) belege zwar 
soziale Schwierigkeiten der Integration, aber keine autistischen Symptome 
im Sinne von eingeschränkter und behinderter wechselseitiger Interaktion, 
stereotypen oder repetitiven Verhaltensweisen und eingeschränkten (und 
einschränkenden) Sonderinteressen (S. 3). Der Beschwerdeführer habe in 
den letzten drei Jahren keine Therapie für sich in Anspruch genommen. Er 
sei in der Lage gewesen, einen Sportverein (…) und den … regelmässig zu 
besuchen. Die Diagnose eines Asperger-Syndroms sei keine Bestätigung 
für eine gesundheitliche Beeinträchtigung, die eine Ausbildung im freien 
Arbeitsmarkt verunmögliche. Die aktuellen Schnupperberichte der 
H.________ AG (AB 20 S. 3 ff.) und der I.________ (AB 30 S. 7) beschrie-
ben keine autistischen Symptome bzw. liessen keine solchen erkennen. 
Berichte, aus denen eine soziale Beeinträchtigung aufgrund von autisti-
schen Symptomen ersichtlich werde, lägen nicht vor. Damit sei kein Ge-
sundheitsschaden ausgewiesen (S. 4).

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 

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Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352). 

3.3 Die Beschwerdegegnerin hat sich in der vorliegend angefochtenen 
Verfügung massgeblich auf den Bericht der RAD-Ärztin Dr. med. 
F.________ vom 2. Juli 2018 (AB 32) gestützt. 

Dieser Aktenbericht erfüllt die von der höchstrichterlichen Rechtsprechung 
an den Beweiswert eines medizinischen Berichts gestellten Anforderungen 
(vgl. E. 3.2 hiervor) und überzeugt. Dass die Fachärztin keine eigene Un-
tersuchung durchgeführt hat, schadet nicht. Denn die Voraussetzungen für 
einen rechtsgenüglichen Aktenbericht (RKUV 2006 U 578 S. 175 E. 3.4, 
1988 U 56 S. 371 E. 5b) sind vorliegend erfüllt. Insbesondere sind Ana-
mnese und Verlauf in den Akten dokumentiert. Dr. med. F.________ hat 
sich in ihrer ärztlichen Beurteilung in Kenntnis der medizinischen Vorakten 
sorgfältig mit den gesundheitlichen Einschränkungen des Beschwerdefüh-
rers auseinandergesetzt und ihre Schlussfolgerungen insbesondere ge-
stützt auf die neuropsychologische Expertise von Dr. phil. D.________ und 
M. Sc. E.________ vom 26. Februar 2018 (AB 17.1) getroffen. Dabei hat 
sie – wie nachfolgend dargelegt wird – einleuchtend und nachvollziehbar 
begründet, weshalb keine Beeinträchtigungen aufgrund von autistischen 
Symptomen und damit kein Gesundheitsschaden ausgewiesen ist, der eine 
Ausbildung im freien Arbeitsmarkt verunmöglicht (AB 32 S. 3 f.). 

Im Zusammenhang mit dem geltend gemachten emotional-sozialen Ge-
sundheitsschaden (Beschwerde S. 5) legten die neuropsychologischen 
Gutachterinnen in der Expertise vom 26. Februar 2018 in Übereinstimmung 
mit den Akten dar, dass die persönliche Entwicklung des Beschwerdefüh-
rers geprägt ist von verschiedenen Wohnorts- und Schulwechseln in einem 
familiären Umfeld, welches sich schliesslich für ein Home-Schooling ent-
schieden hat. Dass der Beschwerdeführer aufgrund dieser Umstände von 
den Eltern als sozial ausgegrenzt oder isoliert wahrgenommen wird, spricht 
nicht für ein Asperger-Syndrom, sondern dürfte die Folge des von den El-
tern für ihr Kind gewählten Lebensstils und insbesondere der Beschulung 
sein, was einen Erfahrungsmangel beim Gestalten und Unterhalten von 
sozialen Beziehungen mit sich gebracht hat (AB 17.1 S. 9). Mit überzeu-
gender Begründung wird im Gutachten vom 26. Februar 2018 aufgezeigt, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Dez. 2018, IV/18/656, Seite 9

dass sich aufgrund der schulischen Lebensbiografie zwar ein Persönlich-
keitsstil mit zwanghaft-perfektionistischer Färbung ausgeprägt hat (was 
bereits die Klassenlehrerin des Beschwerdeführers im Schulbericht vom 
15. September 2011 zum Ausdruck gebracht hatte „er arbeitet sehr 
selbständig und zielstrebig. Gute Ergebnisse sind ihm sehr wichtig u. er 
vergleicht sich gerne mit anderen. […] In seinem Bemühen alles perfekt zu 
machen, wird er teilweise ungerecht seinen Mitschülern gegenüber“; AB 3 
S. 6), diese Persönlichkeitszüge den Beschwerdeführer jedoch nicht daran 
hindern, eine ordentliche Ausbildung zu absolvieren (AB 17.1 S. 9).

An der schlüssigen Einschätzung der RAD-Ärztin ändert – entgegen der 
Auffassung in der Beschwerde (S. 1) – nichts, dass Dr. med. G.________ 
im Bericht vom 10. Juni 2011 (AB 3 S. 1) eine autistische Störung im Sinne 
eines Asperger-Syndroms in starker Ausprägung diagnostiziert hat. Denn 
die neuropsychologischen Gutachterinnen haben sich in ihrer Expertise 
vom 26. Februar 2018 mit diesem Bericht auseinandergesetzt und nach-
vollziehbar dargelegt, dass keine Teilaspekte vorliegen, die mit der Diagno-
se einer Autismus-Spektrum-Störung vereinbar sind. Zudem legten sie 
– wie auch die RAD-Ärztin (AB 32 S. 4) – dar, dass die von Dr. med. 
G.________ hauptsächlich beschriebenen sozialen Kontaktstörungen ge-
stützt auf die Akten nicht ausgewiesen sind (AB 17.1 S. 9). Mit Bezug auf 
die vorliegend interessierende Frage, ob der Beschwerdeführer wegen ei-
nes Gesundheitsschadens bei der Berufswahl und -ausbildung beeinträch-
tigt ist, erweist sich der von Dr. med. G.________ vor über sieben Jahren 
erstellte Bericht zudem als nicht beweiskräftig. Denn darin wurde weder der 
aktuelle Gesundheitszustand des Beschwerdeführers berücksichtigt noch 
äusserte sich die Psychiaterin konkret zur Notwendigkeit der beantragten 
beruflichen Ausbildung im geschützten Rahmen. Letzteres trifft im Übrigen 
auch auf die (nichtmedizinische) nachträglich verfasste Stellungnahme des 
ehemaligen Lehrers des Beschwerdeführers vom 27. Mai 2018 (AB 30 
S. 6) zu. 

Zu ergänzen ist diesbezüglich, dass der Beschwerdeführer im Rahmen der 
Schnupperlehre vom 20. bis 22. November 2017 in der H.________ AG 
denn auch als motivierter, selbstständig arbeitender, gut kommunizierender 
und humorvoller Junge wahrgenommen wurde, welcher mit Feedback und 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Dez. 2018, IV/18/656, Seite 10

Korrekturvorschlägen gut umgehen konnte (Bericht zur Schnupperlehre 
vom 24. November 2017; AB 20 S. 3 ff.). Soweit in der Beschwerde (S. 4) 
geltend gemacht wird, dass dieser Schnupperbericht zu Gunsten des Be-
schwerdeführers „freundlich und motivierend“ verfasst worden sei, ist dar-
auf hinzuweisen, dass es zwar durchaus sein kann, dass der besagte Be-
richt wohlwollend formuliert wurde. Es bestehen jedoch keine Anhaltspunk-
te dafür, dass das darin beschrieben Verhalten des Beschwerdeführers 
nicht dem tatsächlich gezeigten Verhalten entsprechen sollte.

Andere ärztliche Beurteilungen, die die Einschätzung der RAD-Ärztin in 
Zweifel ziehen könnten, finden sich in den Akten nicht und wurden auch im 
vorliegenden Beschwerdeverfahren nicht ins Recht gelegt. Diesbezüglich 
wies die Beschwerdegegnerin (Beschwerdeantwort S. 2) zu Recht auf den 
Umstand hin, dass der Beschwerdeführer seit Jahren keine Therapie in 
Anspruch nimmt, was gegen einen Leidensdruck und folglich gegen einen 
invalidisierenden Gesundheitsschaden spricht.

3.4 Damit ist erstellt, dass der Beschwerdeführer aus gesundheitlichen 
Gründen insbesondere weder in der Berufswahl noch in seiner erstmaligen 
beruflichen Ausbildung eingeschränkt ist, weshalb kein Anspruch auf 
IV-Leistungen in Form von beruflichen Massnahmen besteht. Der Sachver-
halt ist somit hinreichend erstellt, weshalb – entgegen der Auffassung in 
der Beschwerde (S. 5 Ziff. 3) – in antizipierter Beweiswürdigung auf weitere 
Beweiserhebungen zu verzichten ist. 

3.5 Die angefochtene Verfügung vom 7. August 2018 (AB 34) ist damit 
nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde als offen-
sichtlich unbegründet abzuweisen.

Falls der Beschwerdeführer aus anderen Gründen Hilfe bei der Berufswahl 
benötigen sollte, kann er sich – wie jeder andere nicht behinderte Jugendli-
che – im Übrigen an die öffentliche Berufsberatung wenden.

4.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Dez. 2018, IV/18/656, Seite 11

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende Beschwerdefüh-
rer die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss 
gleicher Höhe entnommen.

4.2 Weder der unterliegende Beschwerdeführer (Umkehrschluss aus 
Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG) noch die obsiegende Be-
schwerdegegnerin als öffentlich-rechtliche Anstalt des Kantons Bern haben 
einen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 104 Abs. 3 VRPG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- B.________ und C.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Dez. 2018, IV/18/656, Seite 12

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Dez. 2018, IV/18/656, Seite 13

fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.