# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3dc7ada1-62d9-5d74-ba6f-0167ec55770b
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2008-05-13
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 13.05.2008 IV 2006/254
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2006-254_2008-05-13.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2006/254

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 25.06.2020

Entscheiddatum: 13.05.2008

Entscheid Versicherungsgericht, 13.05.2008
Art. 28 IVG. Für das Invalideneinkommen ist nach den Umständen auf 
Durchschnittseinkommen abzustellen. Deshalb müssen solche auch für das 
Valideneinkommen massgebend sein, und zwar sowohl, wenn das bisherige 
tatsächliche, unüblich tiefe Einkommen bereits durch invaliditätsbedingte 
Gründe beeinflusst war, als auch wenn dieser Umstand auf 
invaliditätsfremde Faktoren zurückzuführen ist. Das gerade zuletzt erzielte 
Einkommen repräsentiert jedenfalls nicht das erwerbliche 
Leistungsvermögen der Beschwerdeführerin in ihren Verhältnissen im 
hypothetischen Fall ohne Gesundheitsschaden, welches das 
Valideneinkommen ausmacht. In der Invalidität ist das Handikap in der 
Realisierung des Potentials als solches gefragt (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 13. Mai 2008, IV 
2006/254). Aufgehoben durch Urteil des Bundesgerichts 9C_560/2008.

Präsident Franz Schlauri, Versicherungsrichterin Monika Gehrer-Hug, 

Versicherungsrichter Martin Rutishauser; Gerichtsschreiberin Fides Hautle

Entscheid vom 13. Mai 2008

in Sachen

D.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Fürsprecher Marco Büchel, LL.M., c/o K & B Rechtsanwälte, 

Freudenbergstrasse 24, Postfach 213, 9240 Uzwil,

 gegen

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Rente

Sachverhalt:

A.   

A.a  Die 1945 geborene D.___ beantragte am 29./30. Dezember 2005 bei der 

Invalidenversicherung eine Rente. Im Antrag führte sie aus, sie habe nach dem Besuch 

der Grundschule in Österreich dort als Herrenschneiderin gearbeitet, sei 1962 in die 

Schweiz gezogen und habe von 1989 bis 1995 als Krankenpflegerin in einem 

Kantonalen Spital gearbeitet. Seither sei sie bis 2005 als selbständig erwerbende Wirtin 

tätig gewesen. Seit Juni 2004 leide sie an Atemnot, habe einen Schwächeanfall erlitten, 

sei hingefallen und habe sich zwei Rippenbrüche zugezogen, was einen 

Spitalaufenthalt bedingt habe. Seit Oktober 2004 sei sie vollständig arbeitsunfähig (IV-

act. 3). Gemäss dem IK-Auszug hatte die Versicherte unter anderem in einer 

Pelzkonfektionsfabrik gearbeitet, dann von 1983 bis 1990 in Spitälern und von 1991 bis 

1994 in Pflegeheimen; ab November 1994 bis Dezember 2003 war sie 

Selbständigerwerbende gewesen (vgl. IV-act. 11).

A.b In seinem Arztbericht vom 27. Januar 2006 gab Dr. med. A.___, Innere Medizin 

FMH, an, die Versicherte stehe seit 1983 in seiner Behandlung. Als Diagnosen mit 

Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gab er an: valvuläre hypertensive und ischämische 

Herzkrankheit (RCA-PTCA-Stentimplantation 2/2005, persistierende Angina pectoris 

bei Hauptstammstenose links 40 %), arterielle Hypertonie, leichtes komb. Aortenvitium, 

linksventrikuläre Dysfunktion, chronisches LVS, chronische Bronchitis bei Status nach 

Nikotinabusus, alle bestehend seit ca. zwei bis vier Jahren. Ohne Einfluss auf die 

Arbeitsfähigkeit seien der Status nach Morbus Hodgkin Stad. IV 1977 (OP, Chemo-/

Radiotherapie; rezidivfrei), der Status nach Cholezystektomie und Strumektomie, 

Rezidivstrumektomie 2002 sowie eine ACE-Hemmer-Unverträglichkeit. Die Versicherte 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

sei seit 5. Oktober 2004 zu 100 % arbeitsunfähig. Die bisherige Tätigkeit sei ihr nicht 

mehr zumutbar, andere Tätigkeiten hingegen während vier Stunden pro Tag, halbtags 

mit voller Leistung. Sie könne keine Lasten mehr heben und keine anstrengenden 

Arbeiten durchführen. Z.B. könnte sie aber in einem Restaurant die Büroarbeit 

verrichten. Sie sei eindrücklich arbeitsam gewesen, das habe sie vor allem während der 

Erkrankung am Morbus Hodgkin gezeigt. Die letzten beiden Jahre seien vor allem 

durch die KHK und die Beeinträchtigung bei der Arbeit gezeichnet gewesen. Seit dem 

5. Oktober 2004 sei sie krank geschrieben, habe aber das Restaurant bis November 

2005 geführt (bzw. sei dessen Inhaberin gewesen). Im März 2004 habe sie eine 

Rippenserienfraktur erlitten. Sie klage über persistierende brennende Thoraxschmerzen 

bei Belastung. Sie könne zwei Stunden gehen mit ihrem Hund, beim Verrichten von 

Hausarbeit verspüre sie aber massive lumbale Rückenschmerzen bei LVS (IV-act. 13).

A.c  Auf Anfrage reichte die Versicherte Buchhaltungsunterlagen der Jahre 2003 bis 

2005 ein. Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) der Invalidenversicherung (Dr. med. 

B.___) beurteilte die Einschätzung des Hausarztes am 28. April 2006 als 

nachvollziehbar und durch fachärztliche Daten untermauert (IV-act. 21). Der IV-

Fachmitarbeiter ermittelte am 10. Mai 2006 aufgrund eines Einkommensvergleichs eine 

invaliditätsbedingte Erwerbseinbusse von 6 % (Valideneinkommen gemäss dem 

Durchschnitt der im IK-Auszug ausgewiesenen Einkommen der Jahre 2000 bis 2003 

von Fr. 22'700.--, Invalideneinkommen nach Tabellenlöhnen, LSE 2006, Privater 

Sektor, Niveau 4, bei einer Arbeitsfähigkeit von 50 % für angepasste Tätigkeiten und 

einem Leidensabzug von 10 %, Fr. 21'357.--). Die Buchhaltungsunterlagen seien zu 

wenig aussagekräftig, da sie etwa 2003 kein ganzes Jahr umfassten oder weil 2004 

das Jahr der Erkrankung sei (vgl. IV-act. 23).

A.d Mit Verfügung vom 13. Juni 2006 wies die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des 

Kantons St. Gallen das Rentengesuch der Versicherten ab.

A.e Die Versicherte liess gegen diese Verfügung am 23. Juni 2006 Einsprache erheben 

und Zusprechung einer ganzen Rente beantragen. In der Ergänzung vom 11. Juli 2006 

beantragte ihre damalige Rechtsvertreterin für sie eine halbe Rente. Da die Versicherte 

zehn Jahre lang als Wirtin selbständig erwerbend gewesen sei, habe die 

ausserordentliche Bemessungsmethode Platz zu greifen. Die bisherigen 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

administrativen Tätigkeiten (Büroarbeit, Planungsaufgaben) würden rund 20 % 

ausmachen. Die übrigen 80 % entfielen auf körperlich anstrengende, ihr nicht mehr 

zumutbare Arbeiten wie Kochen, Servieren, Reinigen usw. Als nächstes seien die 

Tätigkeiten erwerblich zu gewichten (Führung, Organisation usw. Fr. 51'852.-- gemäss 

LSE 2006, Niveau 1 und 2; Service, Kochen usw. Fr. 41'592.--, Niveau 4). Die 

administrativen Arbeiten seien der Versicherten ferner noch an vier Stunden pro Tag 

zumutbar; es ergebe sich eine Verlagerung von bisher 20 % auf 50 %. Die schweren 

Arbeiten seien nicht mehr zumutbar. Anstelle von vorher Fr. 43'643.-- sei die 

Versicherte noch in der Lage Fr. 25'926.-- zu erreichen. Der Ausfall mache nach einem 

20-prozentigen Leidensabzug von letzterem Betrag 52.47 % aus. Der Abzug 

rechtfertige sich, weil die Versicherte 60 Jahre alt sei und nur noch eine 

Teilzeitanstellung möglich sei (IV-act. 31).

A.f Mit Entscheid vom 25. Oktober 2006 wies der Rechtsdienst der 

Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle die Einsprache ab. Im Rahmen der 

Schadenminderungspflicht könne von der Versicherten verlangt werden, dass sie ihre 

Resterwerbsfähigkeit von 50 % in unselbständiger Stellung verwerte. Gegenwärtig 

hätte sie so unter Berücksichtigung eines Leidensabzugs von 10 % ein 

Invalideneinkommen von Fr. 22'473.-- erzielen können. Die Versicherte sei gelernte 

Schneiderin, habe aber auch als Krankenpflegerin gearbeitet und als solche in den 

Jahren 1992 bis 1994, bevor sie sich selbständig gemacht habe, jeweils Einkommen 

von deutlich über Fr. 50'000.-- erzielt. Es seien keine Umstände dafür erkennbar, dass 

sie diese Tätigkeit aus gesundheitlichen Gründen aufgegeben haben sollte. Sie sei 

freiwillig Wirtin geworden und habe sich daher aus freien Stücken mit einem deutlich 

unterdurchschnittlichen Einkommen begnügt. In den vier Jahren vor Eintritt des 

Gesundheitsschadens am 5. Oktober 2004 habe sie im Durchschnitt Fr. 22'627.-- 

erzielt, gegenwärtig wären es wohl Fr. 24'700.--. Vom tatsächlichen Verdienst wäre nur 

abzuweichen, wenn konkrete Anhaltspunkte dafür vorlägen, dass sich die 

Einkommenssituation wahrscheinlich verändert hätte. Der Invaliditätsgrad belaufe sich 

daher auf rund 9 % (IV-act. 33).

B.  

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die von Fürsprecher Marco Büchel für 

die Betroffene am 27. November 2006 erhobene Beschwerde. Der Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin beantragt, der Einspracheentscheid sei aufzuheben und es sei der 

Beschwerdeführerin eine ganze Invalidenrente auszurichten. Die Beschwerdeführerin 

habe ihre Tätigkeit als Hilfspflegerin nicht freiwillig aufgegeben. Sie habe von 1983 bis 

1988 im Spital C.___ auf dem Notfall gearbeitet. Diese Arbeit sei für eine Person 

schlichtweg zu anstrengend gewesen. Nach dem Weggang der Beschwerdeführerin sei 

die Stelle durch zwei Personen besetzt worden. Die in der Folge am 9. Dezember 1988 

angetretene Anstellung auf der Intensivabteilung des Spitals E.___ habe sie schliesslich 

am 1. Dezember 1990 aufgeben müssen, weil sie eine Allergie auf Kinderviren 

entwickelt habe und stets chronisch erkältet gewesen sei. Vom 7. Dezember 1991 bis 

1. Dezember 1994 sei sie dann in einem Pflegeheim tätig gewesen. Auch diese Stelle 

habe sie aus gesundheitlichen Gründen aufgeben müssen. Die Rückenschmerzen 

hätten ein unerträgliches Mass angenommen, sie habe nicht mehr Treppensteigen 

können, sei mehrmals gestürzt und habe sich bei einem Sturz alle Rippen rechts 

gebrochen. Ihr Körper sei von der Arbeit und ihren Leiden geschwächt gewesen. Zu 

berücksichtigen sei, dass die Beschwerdeführerin an Lymphdrüsenkrebs erkrankt sei, 

dass ihr zwei Abszesse an der Schilddrüse hätten entfernt werden müssen und dass 

sie seit mindestens 2003 an verstopften Herzkranzgefässen gelitten habe, was 

schliesslich 2005 diagnostiziert worden sei. Heute sei sie vor allem durch die 

Herzkrankheit erheblich geschwächt. Um dennoch für sich selber sorgen zu können, 

habe die Beschwerdeführerin beschlossenen, ein Restaurant zu übernehmen. 

Gegenwärtig sei sie dazu schlichtweg nicht mehr in der Lage. Und es sei ihr auch nicht 

zumutbar, eine andere Tätigkeit anzunehmen bzw. auszuüben. Wenn die 

Beschwerdegegnerin von der Beschwerdeführerin eine halbtägige Hilfsarbeit in 

einfachen und repetitiven Tätigkeiten verlange, verkenne sie, dass 

Arbeitsmöglichkeiten, die mit der gesundheitlichen Beeinträchtigung vereinbar und 

objektiv und subjektiv zumutbar seien, nur dann den massgeblichen Arbeitsmarkt 

bildeten, wenn sie in verschiedenen Ausformungen und in hinreichender Zahl 

tatsächlich vorhanden seien. Die Beschwerdeführerin habe nie eine kaufmännische 

Grundausbildung absolviert, sodass ihr kein Arbeitgeber eine Büroarbeit anbieten 

werde. Die einfachen und repetitiven Tätigkeiten umfassten erfahrungsgemäss vor 

allem Tätigkeiten feinmotorischer Art. Diesbezüglich habe sich die Beschwerdeführerin 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

nie Vorkenntnisse aneignen können. Die nötige Einarbeitungs- und Angewöhnungszeit 

erscheine aus der Sicht eines potentiellen Arbeitgebers bei der im Verfügungszeitpunkt 

über 60 Jahre alten Beschwerdeführerin mit einer noch verbleibenden Aktivitätsdauer 

von vier Jahren und einem Arbeitsfähigkeitsgrad von 50 % nicht wirtschaftlich. Die 

Beschwerdegegnerin habe nie geprüft, welche Tätigkeiten in Frage kommen könnten. 

Die Beschwerdeführerin bringe aber ohnehin die für die Aufnahme einer neuartigen 

Beschäftigung erforderliche Flexibilität aufgrund ihres Alter nicht auf. Die 

Beschwerdeführerin werde ihre Restarbeitsfähigkeit mit Sicherheit nicht mehr 

verwerten können, mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auch nicht unter Vorgabe 

eines ausgeglichenen Arbeitsmarktes. Es liege deshalb volle Erwerbsunfähigkeit vor.

C.

In ihrer Beschwerdeantwort vom 11. Januar 2007 beantragt die Beschwerdegegnerin 

Abweisung der Beschwerde. Sie habe zur Klärung der in der Beschwerde neu 

vorgetragenen Behauptungen bei Dr. A.___ einen Arztbericht eingeholt. Die Stelle auf 

dem Notfall habe eine objektiv zumutbare Belastungsgrenze überschritten. Ein 

Gesundheitsschaden, der die Arbeitsfähigkeit damals eingeschränkt hätte, sei nicht 

erkennbar. Der Morbus Hodgkin sei jedenfalls seit Jahren überwunden gewesen. Die 

angebliche "Allergie auf Kinderviren", die Anlass zur Aufgabe der Stelle am Spital E.___ 

gewesen sein solle, sei medizinisch nicht dokumentiert und wohl auch anhand einer 

gängigen Diagnostik nicht nachvollziehbar. Die vom Hausarzt erwähnten 

rezidivierenden ORL-Infekte könnten allenfalls die damalige konkrete Stelle als 

ungeeignet erscheinen lassen. Eine invalidenversicherungsrechtlich relevante generelle 

Arbeitsunfähigkeit in Pflegeberufen könne daraus nicht abgeleitet werden. Die 

behauptete, durch Rückenbeschwerden bedingte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, 

die 1994 zum Wechsel in den Gastrobereich gezwungen haben solle, sei anhand der 

Akten in dieser Form nicht nachvollziehbar, ergebe sich doch aus dem Hausarztbericht 

von 2006, dass in erster Linie die Herzbeschwerden limitierend seien. Auch aus dem 

Bericht des Hausarztes vom 5. Januar 2007 ergäben sich keine Anhaltspunkte dafür, 

dass 1994 ein Berufswechsel notwendig gewesen wäre. Nach der Aufgabe der objektiv 

unzumutbaren Stelle auf der Notfallstation im Jahr 1988 habe die Beschwerdeführerin 

wieder Arbeit gefunden. Die genannte Überforderung könne nicht belegen, dass die 

Beschwerdeführerin aus invalidenversicherungsrechtlich relevanten Gründen Wirtin 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

geworden sei. Dr. A.___ hatte am 5. Januar 2007 auf die Frage, welche Diagnose im 

Dezember 1994 - beim behaupteten Berufswechsel - bestanden hätten, geantwortet, 

es hätten ein St. n. Morbus Hodgkin, rezidivierende Infekte der oberen Luftwege und 

eine unbedeutende Hüftproblematik vorgelegen. Er hatte des Weiteren dargelegt, er 

könne sich nicht mehr genau erinnern, was die Beschwerdeführerin damals gearbeitet 

habe, nehme aber an, sie sei auf der Notfallstation gewesen. Die Arbeit sei sehr 

hektisch gewesen und er habe ihr im Gespräch, wenn er sich richtig erinnere, 

empfohlen, den Arbeitsplatz zu verlassen. Die damalige Tätigkeit sei nicht mehr 

zumutbar gewesen.

D.  

Mit Replik vom 5. Februar 2007 weist der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin 

darauf hin, Dr. A.___ habe in seinem Bericht vom 5. Januar 2007 festgehalten, dass er 

der Beschwerdeführerin empfohlen habe, den Beruf aufzugeben, und dass die 

damalige Tätigkeit aus seiner Sicht nicht mehr zumutbar gewesen sei. Damit sei 

erwiesen, dass ein Berufswechsel indiziert gewesen sei.

E.  

Die Beschwerdegegnerin hält am 9. Februar 2007 an ihrem Antrag vollumfänglich fest.

Erwägungen:

1.   

1.1  Da ein Sachverhalt zu beurteilen ist, wie er sich bis zum Erlass des angefochtenen 

Einspracheentscheids vom 25. Oktober 2006 entwickelt hat, sind die auf den 1. Januar 

2008 in Kraft getretenen Rechtsänderungen nicht anwendbar.

1.2  Im Streit liegt der Entscheid, mit welchem die Beschwerdegegnerin die Einsprache 

gegen ihre einen Rentenanspruch ablehnende Verfügung abwies. Über berufliche 

Massnahmen ist keine Verfügung ergangen. Vorliegend stehen solche Massnahmen 

allerdings nach der Aktenlage, insbesondere wegen des Alters der Beschwerdeführerin 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

und der übrigen persönlichen Verhältnisse, nicht zur Debatte, selbst wenn der 

Grundsatz "Eingliederung vor Rente" zum Tragen kommen sollte.

2.   

2.1  Nach Art. 28 Abs. 1 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn 

die versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn 

sie mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % 

besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 

40 % Anspruch auf eine Viertelsrente.

2.2  Was die medizinisch zumutbare Arbeitsleistung betrifft, kann unbestrittenermassen 

davon ausgegangen werden, dass die Beschwerdeführerin in ihrer bisherigen Tätigkeit 

und in anstrengenden Arbeiten seit dem 5. Oktober 2004 zu 100 % arbeitsunfähig ist, 

andere Tätigkeiten (ohne Lastenheben) hingegen noch zu 50 % (halbtags mit voller 

Leistung) verrichten kann, wie es Dr. A.___ am 27. Januar 2006 bescheinigt hat.

3.   

3.1  Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird nach Art. 16 ATSG das 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei 

ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung 

gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 

geworden wäre (Valideneinkommen; sog. allgemeine Methode). Die Invalidität der 

Beschwerdeführerin ist grundsätzlich nach dieser und, da sie ihre selbständig 

erwerbende Tätigkeit bereits aufgegeben hat, nicht etwa nach der ausserordentlichen 

Methode zu bemessen.

3.2  Strittig sind die beiden Vergleichseinkommen. Die Beschwerdegegnerin hat der 

Beschwerdeführerin ein Invalideneinkommen angerechnet, das sie auf der Grundlage 

der Tabellenlöhne berechnet hat. Die Beschwerdeführerin verwertet ihre 

Restarbeitsfähigkeit nach der Aktenlage nicht. Sie lässt geltend machen, es sei ihr nicht 

mehr zumutbar, eine Tätigkeit anzunehmen. Ob die Aufnahme einer unselbständig 

erwerbenden Tätigkeit zumutbar ist, beurteilt sich nach den gesamten subjektiven und 

objektiven Gegebenheiten, etwa der verbliebenen Leistungsfähigkeit, dem Alter und 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

der beruflichen Stellung einerseits sowie dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt und der 

noch zu erwartenden Aktivitätsdauer (Entscheid des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts i/S R. vom 8. Juli 2004, I 365/03, mit Hinweisen). Die 

Beschwerdeführerin ist nach ärztlicher Beurteilung in einer angepassten Tätigkeit noch 

zur Hälfte, also noch in beachtlichem Ausmass, arbeitsfähig. Ihr Alter - sie war bei 

Eintritt der Arbeitsunfähigkeit 59, bei Erlass des angefochtenen Einspracheentscheids 

61 Jahre alt - schliesst die Annahme, eine Erwerbsaufnahme sei ihr grundsätzlich 

zumutbar, nicht aus. War sie zuletzt auch immerhin zehn Jahre lang als 

Selbständigerwerbende tätig, so ist doch des Weiteren festzustellen, dass sie davor 

auch als Angestellte an verschiedenen Stellen beschäftigt gewesen war. Der 

ausgeglichene Arbeitsmarkt schliesslich (eine Fiktion, vgl. BGE 129 V 480 E. 4.2.2), 

welcher bei der Invaliditätsbemessung massgebend ist, beinhaltet von seiner Struktur 

her sowohl bezüglich der beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen als auch 

hinsichtlich des körperlichen Einsatzes einen Fächer verschiedenartiger Stellen 

(Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S O. vom 22. November 2006, 

U 303/06). Er hat rein hypothetischen Charakter und dient dazu, die Risiken 

Arbeitslosigkeit und Invalidität voneinander abzugrenzen (vgl. Entscheid des 

Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S C. vom 16. Juli 2003, I 758/02; BGE 110 V 

276 E. 4b). Die gesundheitlichen Rahmenbedingungen für eine medizinisch zumutbare 

Arbeit, welche die Beschwerdeführerin einhalten muss, ergeben sich allein aus dem 

Vermeiden schwerer Arbeit und des Tragens von Lasten. Die Einschränkungen sind 

daher nicht so einengend, dass die Einsatzmöglichkeiten auf dem fiktiven Arbeitsmarkt 

als realitätsfremd zu betrachten wären. Es muss auch nicht angenommen werden, dass 

die Beschwerdeführerin für die in Frage kommenden Hilfstätigkeiten einer 

Einarbeitungszeit bedürfte, die ihr bei einer Arbeitsaufnahme als unverhältnismässiges 

Erfordernis im Weg stünde. Für die Invaliditätsbemessung ist ferner nicht darauf 

abzustellen, ob die Beschwerdeführerin unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen 

tatsächlich eine Anstellung in einer angepassten Tätigkeit wird finden können, sondern 

einzig darauf, ob und in welchem Rahmen sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch 

wirtschaftlich nutzen könnte, wenn die verfügbaren Arbeitsplätze dem Angebot an 

Arbeitskräften entsprächen (AHI 1998 S. 291 E. 3b). Es lässt sich demnach nicht 

beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin für die Bemessung des 

Invalideneinkommens auf die statistischen Durchschnittseinkommen abgestellt hat.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

3.3  Für die Vornahme des Einkommensvergleichs ist grundsätzlich auf die 

Gegebenheiten im Zeitpunkt des allfälligen Rentenbeginns abzustellen (BGE 129 V 

222), vorliegend somit auf das Jahr 2005. Frauen konnten im Jahr 2005 mit Tätigkeiten 

im Niveau 4 gemäss Anhang 2 zum IVG durchschnittlich Fr. 49'120.-- verdienen. Bei 

einer Arbeitsfähigkeit von 50 % wäre der Beschwerdeführerin ein Einkommen von 

Fr. 24'560.-- zu erzielen möglich. Ein Abzug von mehr als 10 % rechtfertigt sich 

vorliegend nicht. 

4.   

4.1  Umstritten ist im Weiteren das Valideneinkommen. Die Beschwerdeführerin hatte 

gemäss ihrem IK-Auszug im Lauf der Zeit verschiedene Anstellungsverhältnisse 

gehabt. In den letzten Jahren hatte sie von 1987 bis 1991 zwischen Fr. 38'216.-- (1987) 

und Fr. 44'112.-- (1990) Einkommen erzielt, bevor sie in den drei Jahren 1992 bis 1994 

in einem Pflegeheim einen Verdienst von zwischen Fr. 53'263.-- (1994; ohne 

Einkommen als Selbständigerwerbende) und Fr. 58'276.-- (1993) erzielte. Im November 

1994 nahm sie die zuletzt ausgeübte selbständig erwerbende Tätigkeit auf. Im Jahr 

1995 rechnete sie Fr. 9'900.-- Einkommen ab, dann während vier Jahren lediglich 

Fr. 7'623.--. Anschliessend stieg das Einkommen auf Fr. 29'200.-- im Jahr 2000. Dann 

wurden Fr. 25'500.-- (2001), Fr. 27'500.-- (2002) und Fr. 8'307.-- (2003) abgerechnet. 

Die Beschwerdegegnerin geht für die Beschwerdeführerin bei diesen Verhältnissen von 

einem Valideneinkommen von Fr. 24'700.-- (2006) aus, weil sie in den vier Jahren vor 

Eintritt des Gesundheitsschadens 2004 im Durchschnitt Fr. 22'627.-- Einkommen 

erzielt habe. Sie sei freiwillig Wirtin geworden und habe sich aus freien Stücken mit 

einem deutlich unterdurchschnittlichen Einkommen begnügt.

4.2  Nach Art. 16 ATSG ist als Valideneinkommen wie erwähnt das Einkommen zu 

betrachten, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 

geworden wäre. Es handelt sich in jedem Fall um eine Hypothese.

4.3  Rechtsprechungsgemäss ist bei der Ermittlung des Valideneinkommens 

entscheidend, was die versicherte Person im massgebenden Zeitpunkt nach dem 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdienen 

würde. Die Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen. Es ist in der 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Regel vom letzten Lohn, welchen die versicherte Person vor Eintritt der 

Gesundheitsschädigung erzielt hat, auszugehen (Entscheid des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts i/S S. vom 16. Mai 2001, I 42/01, mit Hinweisen etwa auf RKUV 

1993 Nr. U 168 S. 100 E. 3b, ZAK 1980 S. 593). Diese Praxis ist unter dem Aspekt des 

Beweises des massgeblichen Valideneinkommens zweckmässig, weil es gemäss der 

Rechtsprechung empirischer Feststellung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit im 

Gesundheitsfall in der Regel weitergeführt worden wäre (Entscheid des 

Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S S. vom 29. August 2002, I 97/2000). Für die 

Vornahme des Einkommensvergleichs sind wie erwähnt die hypothetischen 

Erwerbseinkommen im Zeitpunkt des Beginns eines allfälligen Rentenanspruchs 

massgebend (BGE 129 V 222; BGE 128 V 174), sodass allfällige bis dahin eingetretene 

relevante Sachverhaltsveränderungen zu beachten sind. Das Valideneinkommen ist 

nämlich nicht eine vergangene, sondern eine hypothetische Grösse (Entscheid des 

Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S M. vom 4. April 2002, I 696/01). Es geht um 

ein hypothetisches Einkommen, das prospektiv festzulegen ist; um die prospektive 

Schätzung der persönlichen wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des Invaliden ohne 

Gesundheitsschädigung (Franz Schlauri, SBVR Soziale Sicherheit, 2.A., N 142 und 

139). In diesem Sinn wohl hat das Bundesgericht etwa dort anstelle der Fortschreibung 

eines freiwillig über längere Zeit hinweg beibehaltenen, zuletzt erzielten tatsächlichen 

Einkommens ein Durchschnittseinkommen als Valideneinkommen bezeichnet, wo das 

erste nicht existenzsichernd war und neu neben der Invalidität auch ein Wegfall des 

Vermögens wegen eines Konkurses (ZAK 1992 S. 90) oder eine Halbierung der 

Einkünfte der Ehefrau zufolge ihrer Pensionierung (Entscheid des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts i/S G. vom 25. Oktober 2006, I 142/06) zu berücksichtigen 

waren.

5.   

5.1  Das Valideneinkommen ist das mutmassliche Einkommen in dem hypothetischen 

Fall, dass kein invalidisierender Gesundheitsschaden vorläge. Das bisherige 

Einkommen kann für diese Grösse nicht richtungweisend sein, wenn es bereits von 

einem Gesundheitsschaden beeinflusst ist (vgl. Rz 3024 KSIH; ZAK 1985 S. 632). Wenn 

anhand der Angaben von Dr. A.___ vom 5. Januar 2007 auch nicht ausreichend klar 

wird, ob es die Arbeit im Pflegeheim oder eine frühere Tätigkeit war, welche die 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Beschwerdeführerin medizinisch gesehen überforderte und ihr nicht mehr zumutbar 

war, so lässt sich daraus doch schliessen, dass sie aus medizinischen Gründen in der 

Wahl ihrer Erwerbsmöglichkeiten nicht mehr gänzlich uneingeschränkt war. Dass sie 

sich vollständig unabhängig von ihrer gesundheitlichen Situation dazu entschloss, die 

Anstellung mit einem durchschnittlichen Jahreseinkommen von rund Fr. 55'000.-- 

aufzugeben und in eine selbständige Erwerbstätigkeit zu wechseln, die zunächst kein 

auch nur annähernd existenzsicherndes Einkommen abwarf, ist nicht anzunehmen. 

Jedenfalls kann aber nicht davon ausgegangen werden, dass die Beschwerdeführerin 

als voll leistungsfähige Person aus freien Stücken weiterhin hierbei geblieben wäre, 

obwohl auch nach einer Anlaufzeit zwar eine Steigerung, aber noch kein 

durchschnittliches Einkommen erreicht werden konnte. Auch wenn die 

Beschwerdeführerin ihre Tätigkeit als Wirtin tatsächlich insgesamt etwa zehn Jahre 

lang ausgeübt hat, kann deshalb zur Bestimmung des Valideneinkommens nicht auf 

das in dieser Tätigkeit zuletzt erreichte Einkommensniveau abgestellt werden. Zur 

Ausschaltung des möglichen Einflusses des invaliditätsbedingten 

Gesundheitsschadens auf die tatsächliche Erwerbsgeschichte der Beschwerdeführerin 

hat ein durchschnittliches Einkommen massgeblich zu sein, wie es mit vollem 

Leistungsvermögen im Angestelltenverhältnis oder in einer durchschnittlich 

einträglichen Arbeit als Selbständigerwerbende hätte erreicht werden können.

5.2  Zu diesem Ergebnis führen aber auch weitere Gründe. Dass die 

Beschwerdeführerin nämlich über Jahre hinweg mit ihrer selbständig erwerbenden 

Tätigkeit als Wirtin lediglich bescheidene Einkommen erzielte, hat seine Ursache nach 

der Aktenlage seinerseits nicht etwa darin, dass sie ihr Arbeitspensum aus freien 

Stücken reduziert hätte, sei es um mehr Freizeit zu haben, sei es um einer 

(Weiter-)Ausbildung nachzugehen, oder dass ihr die Ausübung einer Ganztagestätigkeit 

aus Gründen des Arbeitsmarktes nicht möglich gewesen wäre, oder dass sie als 

Selbstständigerwerbende nur während einigen Monaten des Jahres eine 

Erwerbstätigkeit hätte ausüben wollen oder können, was alles nach der 

Rechtsprechung des Bundesgerichts Gründe sind, "für welche die 

Invalidenversicherung nicht einzustehen hat" (Entscheid des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts i/S B. vom 5. April 2006, I 750/04; BGE 131 V 53 E. 5.1.2; BGE 

125 V 157 E. 5c/bb). Vielmehr ist dieser Umstand darauf zurückzuführen, dass ihre 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Erwerbsarbeit wirtschaftlich nicht einträglich war, also auf einen invaliditätsfremden 

Grund.

5.3  Erzielte eine versicherte Person aus invaliditätsfremden Gründen nur ein erheblich 

unterdurchschnittliches Erwerbseinkommen, so ist diesem Umstand nach der 

Rechtsprechung im Rahmen der Invaliditätsbemessung entweder überhaupt nicht oder 

bei beiden Vergleichseinkommen Rechnung zu tragen (BGE 129 V 225 E. 4.4; I 750/04, 

I 643/03, I 219/02, I 738/01, U 493/05, U 306/99, ZAK 1989 S. 458 E. 3b, RKUV 1993 

Nr. U 168 S.104 E. 5b). Der mögliche Einfluss solcher von der Gesundheit 

unabhängiger Umstände wird bei der Invaliditätsbemessung zu Recht ausgeschaltet, 

sei es, indem bei der Bemessung des Invalideneinkommens das durchschnittlich 

erreichbare Lohnniveau zum Ausgangspunkt gewählt und als Folge das tiefe 

tatsächliche Einkommen auf ein durchschnittliches Valideneinkommen angehoben 

wird, oder sei es, indem einem konkreten tiefen Valideneinkommen ein um den Faktor 

der Unterdurchschnittlichkeit reduziertes Invalideneinkommen gegenübergestellt wird. 

Wird diesfalls beim Invalideneinkommen die der verbliebenen Leistungsfähigkeit 

entsprechende übliche Entlöhnung herangezogen, wie es vorliegend der Fall ist (vgl. 

oben E. 3.3), so darf das Valideneinkommen nicht nach Massgabe des vor Eintritt der 

Invalidität effektiv erzielten Lohnes ermittelt werden. Es ist vielmehr für die Ermittlung 

des Valideneinkommens auf die entsprechenden statistischen Tabellenlöhne und nicht 

auf das letzte Einkommen abzustellen (Entscheid des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts i/S B. vom 5. April 2006, I 750/04, Urteil B. vom 5. Mai 2000, 

I 224/99).

5.4  Das rechtfertigt sich, weil nur die gesundheitsbedingte Einschränkung in der 

wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit die Invalidität ausmacht; andere Faktoren sind als 

invaliditätsfremd ausser Acht zu lassen. Invalidität ist die Einschränkung des einem 

Gesunden zuzuordnenden, ihm gewissermassen "anhaftenden" mutmasslichen 

Potentials als Wirtschaftssubjekt auf dem Arbeitsmarkt. Die Entwicklungen im sozialen 

und wirtschaftlichen Umfeld dürfen als Risiko aller (auch der Gesunden) die Grösse der 

Invalidität grundsätzlich nicht beeinflussen. Das Handikap in der Realisierung des 

Potentials als solches ist in der Invalidität gefragt. Dieser Verlust an wirtschaftlichem 

Leistungsvermögen wird nicht grösser oder kleiner durch Veränderungen im sozialen 

oder wirtschaftlichen Umfeld, in dem sich der Invalide bewegt (Franz Schlauri, a.a.O., 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

N 136; vgl. auch Franz Schlauri, Wirtschaftliche Bewertung der Hausfrauen- und 

Hausmännerarbeit bei der Invaliditätsbemessung, in: René Schaffhauser/Franz 

Schlauri, Rechtsfragen der Invalidität in der Sozialversicherung, St. Gallen 1999, S. 161, 

Fn 11; vgl. auch Hardy Landolt, Invaliditätsbemessung bei Schlechtverdienenden - Ein 

Methoden- oder auch ein Gerechtigkeitsproblem?, in: René Schaffhauser/Franz 

Schlauri, Sozialversicherungsrechtstagung 2006, St. Gallen 2006, S. 56).

5.5  Wird der Beschwerdeführerin als invalider Person ein Berufswechsel in eine 

unselbständig erwerbende Tätigkeit (mit Einkommensbemessung anhand der 

tabellarischen Durchschnittseinkommen) zugemutet, so darf ihr die Möglichkeit eines 

solchen Wechsels auch im hypothetischen Verlauf ohne Gesundheitsschaden nicht 

vorenthalten werden, hätte sie doch auch als Gesunde diesen Wechsel jederzeit 

vornehmen können (so schon der nicht veröffentlichte Entscheid des 

Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen i/S J.S. vom 28. März 2002). Für das 

Valideneinkommen der Beschwerdeführerin ist demnach ebenfalls auf die statistisch 

erhobenen Durchschnittseinkommen abzustellen.

5.6  Das gerade zuletzt erzielte Einkommen repräsentiert also in keinem Fall das 

erwerbliche Leistungsvermögen der Beschwerdeführerin in ihren Verhältnissen im 

hypothetischen Fall, dass kein Gesundheitsschaden vorläge. Massgebend müssen die 

schon für das Invalideneinkommen herangezogenen Tabellenlöhne sein.

6.   

6.1  Die Beschwerdegegnerin beruft sich auf die Rechtsprechung, wonach in Fällen, da 

aufgrund der Umstände des Einzelfalls - insbesondere der Erfahrungswerte aus der 

Zeit vor Eintritt des Gesundheitsschadens - anzunehmen ist, dass sich eine versicherte 

Person als Gesunde voraussichtlich dauernd und aus freien Stücken mit einer 

bescheidenen Erwerbstätigkeit begnügt hätte, darauf abzustellen ist, auch wenn sie an 

sich besser entlöhnte Erwerbsmöglichkeiten hätte. Massgebendes Valideneinkommen 

ist nach der Rechtsprechung in solchen Fällen jener Verdienst, welchen sie im 

hypothetischen Gesundheitsfall tatsächlich erzielen würde, und nicht dasjenige, das sie 

bestenfalls verdienen könnte (Entscheide des Eidgenössischen Versicherungsgerichts 

i/S G. vom 25. Oktober 2006, I 142/06, i/S M. vom 4. April 2002, I 696/01; vgl. auch 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

BGE 125 V 157 E. 5c/bb). Indessen stellen nicht nur Alter, mangelnde Ausbildung, 

Verständigungsschwierigkeiten oder geringe berufliche Qualifikationen 

invaliditätsfremde Faktoren dar, sondern ein freiwilliges Nichtausnützen der vollen 

Arbeitskraft bildet genauso einen invaliditätsfremden, d.h. vom Gesundheitsschaden 

und den (allein) durch ihn verursachten erwerblichen Auswirkungen unabhängigen 

Umstand. Er ist wie jeder andere invaliditätsfremde Aspekt zu behandeln. Nach Hardy 

Landolt (a.a.O., S. 70 f. und 58 ff.) sollte die Abwertung des Invalideneinkommens (bzw. 

wohl auch die Aufwertung des Valideneinkommens) nicht vom Erfordernis der 

Unfreiwilligkeit abhängig gemacht sein. Die Erwerbsinvalidität hängt nur vom Ausmass 

der beeinträchtigten Gesundheit bzw. der gesundheitsbedingten Einbusse des 

funktionellen Leistungsvermögens in den Verweisungsberufen ab, weshalb nicht 

einzusehen ist, weshalb der Umstand eines unterdurchschnittlichen Einkommens 

invaliditätswirksam sein sollte (vgl. Hardy Landolt, a.a.O., S. 57 und S. 75 f.). Die 

methodische Ungleichbehandlung von schlechtverdienenden gegenüber anderen 

Erwerbstätigen, die sich darauf ergibt, dass sich der Umstand des nicht 

existenzsichernden oder branchenunterdurchschnittlichen Einkommens 

invaliditätssenkend auswirkt, ist mit dem verfassungsmässigen 

Gleichbehandlungsgebot nur vereinbar, wenn sie sachlich gerechtfertigt werden kann. 

Das ist nicht der Fall (vgl. Hardy Landolt, a.a.O., S. 74 ff.). Das wird deutlich, wenn 

beachtet wird, dass eine solche invaliditätssenkende Wirkung dann ausgeschaltet wird, 

wenn ein Prozentvergleich oder die ausserordentliche Bemessungsmethode am Platz 

sind. Misslingt einem Versicherten der (schwierig bis unmöglich zu erbringende) 

Nachweis, dass er unfreiwillig ein unterdurchschnittliches Einkommen erzielt hat oder 

inskünftig mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ein branchenübliches oder sogar 

höheres Einkommen erzielt hätte, und kann er sich nicht in den "geschützten Hafen" 

der Prozent- oder Betätigungsvergleichsmethode flüchten, wird er mit einem tieferen 

Invaliditätsgrad "bestraft". Diese Praxis ist diskriminierend (Hardy Landolt, a.a.O., 

S. 76). Indem einer vor Eintritt der Invalidität schlecht verdienenden versicherten 

Person nach diesem Eintritt die Aufnahme einer anderen, angepassten Tätigkeit mit 

durchschnittlicher Entlöhnung zugemutet wird, kann denn auch nicht bereits Invalidität 

überwunden werden.

6.2  Nicht nur für das Invalideneinkommen, wo das Kriterium eigens erwähnt ist, 

sondern auch für das Valideneinkommen gilt denn auch das Erfordernis der 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Zumutbarkeit der Einkommenserzielung (Ulrich Meyer, Rechtsprechung des 

Bundesgerichts zum IVG, Zürich 1997, S. 202). Das Eidgenössische 

Versicherungsgericht hat festgehalten, bei der Berechnung des Valideneinkommens 

seien grundsätzlich diejenigen Einnahmen heranzuziehen, deren Erzielung dem 

gesunden Versicherten zumutbar sei. Wenn der Versicherte vor Eintritt des 

Gesundheitsschadens unüblich tiefe Löhne erzielt habe, seien sie deshalb 

grundsätzlich aufzuwerten. Mit diesem Vorgang werde vom effektiv erzielten tieferen 

Einkommen abgewichen. Hierbei würden die gleichen Beweisanforderungen gelten, 

wie sie etwa bei Korrekturen des tatsächlich erzielten Verdienstes unter Annahme eines 

Soziallohnes gelten (I 42/01 mit Hinweis auf das unveröffentlichte Urteil W. vom 23. Juli 

1999, I 200/98, und Ulrich Meyer, a.a.O:, S. 202). Massgebend sind grundsätzlich das 

durchschnittliche Lohnniveau in der entsprechenden beruflichen Situation (ZAK 1980 

S. 590, betreffend einen Spitzenfussballer) oder der Durchschnittsverdienst aus einer 

längeren Zeitspanne bei sehr starken und verhältnismässig kurzfristig auftretenden 

Einkommensschwankungen (ZAK 1985 S. 464).

6.3  Auf das erwerbliche Potential im hypothetischen Gesundheitsfall abzustellen und 

vom konkreten, zuletzt erzielten Verdienst abzuweichen, falls er dieses Potential nicht 

zum Ausdruck bringt, bedeutet schliesslich nicht, den Invaliditätsgrad von den 

tatsächlichen erwerblichen Verhältnissen loszulösen, wie es das Eidgenössische 

Versicherungsgericht im Entscheid i/S G. vom 24. März 2005 (I 687/04, unter Hinweis 

auf Art. 1a lit. b IVG) annahm. Die konkret erzielten Einkommen sind für die 

Bestimmung des massgeblichen durchschnittlichen Jahreseinkommens bei der 

Rentenberechnung von Bedeutung und können dort als Korrektiv für eine 

gerechtfertigte Rentenhöhe fungieren, für die Invaliditätsbemessung aber sind sie nicht 

in jedem Fall massgebend. Nach Hardy Landolt (a.a.O., S. 58) ist die Gleichsetzung des 

beitragspflichtigen Einkommens mit dem Valideneinkommen abzulehnen. Das trifft wie 

erwähnt jedenfalls dann zu, wenn sie undifferenziert als Grundsatz gelten soll.

6.4  Sind als Ausgangspunkt sowohl für das Invaliden- wie für das Valideneinkommen 

die Tabellenlöhne massgebend, so ist - im Ergebnis - ein Prozentvergleich zu tätigen; 

der Invaliditätsgrad entspricht unter solchen Verhältnissen dem Grad der 

Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung des Abzuges vom Tabellenlohn (vgl. 

Entscheide des Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S S. vom 9. März 2007, 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

I 697/05, i/S Z. vom 19. November 2003, I 479/03 E. 3.1, und i/S M. vom 8. Juni 2005, 

I 552/04 E. 3.4). Vorliegend ergibt sich somit (mit 50 % bzw. höchstens 55 %) ein 

Invaliditätsgrad, der Anspruch auf eine halbe Rente begründet. 

7.   

7.1  Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung des 

angefochtenen Einspracheentscheids vom 25. Oktober 2006 teilweise zu schützen. Der 

Beschwerdeführerin ist im Sinne der Erwägungen eine halbe Rente der 

Invalidenversicherung zuzusprechen. Zur Festsetzung von Rentenbeginn und 

Rentenhöhe ist die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

7.2  Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG; massgebend ist die 

Rechtslage vor der Änderung des IVG vom 16. Dezember 2005, vgl. lit. b der 

betreffenden Übergangsbestimmungen). Hingegen hat die Beschwerdeführerin bei 

diesem Ausgang des Verfahrens Anspruch auf Ersatz der Parteikosten, die vom Gericht 

ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der 

Schwierigkeit des Prozesses bemessen werden (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. 

VRP/SG, sGS 951.1). Der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand erscheint eine 

Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) 

angemessen. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin angesichts des 

teilweisen Obsiegens zu ermessensweise zwei Dritteln eine Entschädigung von 

Fr. 2'333.35 zu leisten.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1.  In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird der angefochtene 

Einspracheentscheid vom 25. Oktober 2006 aufgehoben und der Beschwerdeführerin 

im Sinne der Erwägungen eine halbe Rente der Invalidenversicherung zugesprochen.

2.  Zur Festsetzung von Rentenbeginn und Rentenhöhe wird die Sache an die 

Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

3.  Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

4.  Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung von 

Fr. 2'333.35 zu bezahlen.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 13.05.2008
	Art. 28 IVG. Für das Invalideneinkommen ist nach den Umständen auf Durchschnittseinkommen abzustellen. Deshalb müssen solche auch für das Valideneinkommen massgebend sein, und zwar sowohl, wenn das bisherige tatsächliche, unüblich tiefe Einkommen bereits durch invaliditätsbedingte Gründe beeinflusst war, als auch wenn dieser Umstand auf invaliditätsfremde Faktoren zurückzuführen ist. Das gerade zuletzt erzielte Einkommen repräsentiert jedenfalls nicht das erwerbliche Leistungsvermögen der Beschwerdeführerin in ihren Verhältnissen im hypothetischen Fall ohne Gesundheitsschaden, welches das Valideneinkommen ausmacht. In der Invalidität ist das Handikap in der Realisierung des Potentials als solches gefragt (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 13. Mai 2008, IV 2006/254). Aufgehoben durch Urteil des Bundesgerichts 9C_560/2008.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T15:41:37+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen