# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 83f98bc8-360c-5210-8162-765452848439
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-10-19
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht II. Strafkammer 19.10.2020 SK2 2020 43
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_005_SK2-2020-43_2020-10-19.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

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Beschluss vom 19. Oktober 2020

Referenz SK2 20 43

Instanz II. Strafkammer 

Besetzung Nydegger, Vorsitzender
Hubert und Brunner
Richter, Aktuarin

Parteien A._____, 
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Stephan Schlegel
Lutherstrasse 36, 8004 Zürich 

Gegenstand amtliche Verteidigung

Anfechtungsobj. Verfügung Staatsanwaltschaft Graubünden vom 03. August 2020, 
mitgeteilt am gleichen Tag (Proz. Nr. VV.2020.1839)

Mitteilung 20. Oktober 2020

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I. Sachverhalt

A. Die Staatsanwaltschaft Graubünden (fortan Staatsanwaltschaft) führt gegen 
A._____ eine Strafuntersuchung (VV.2020.1839) wegen des Verdachts auf Ver-
gehen gegen das Bundesgesetz über die Betäubungsmittel und die psychotropen 
Stoffe (Betäubungsmittelgesetz; SR 812.121) gemäss Art. 19 Abs. 1 BetmG.

B. Am 16. Juli 2020 hielt die Kantonspolizei Graubünden A._____ zusammen 
mit ihrem Freund B._____ im Fahrzeug an und unterzog sie einer Kontrolle. Dabei 
stellte die Kantonspolizei Graubünden bei A._____ mehrere Stromkabel, Ab-
zweigdosen, 285.8 Gramm Marihuana, ein Mobiltelefon sowie CHF 26'440.00 in 
bar sicher. Gleichentags ordnete der Pikettstaatsanwalt eine Hausdurchsuchung 
bei A._____ an. Im Zuge der Hausdurchsuchung stellte die Kantonspolizei 
Graubünden insbesondere 484.1 Gramm Marihuana, 87.9 Gramm Haschisch und 
Komponenten einer Indoor-Hanfanlage sicher.

C. Am 23. Juli 2020 fand eine delegierte polizeiliche Einvernahme von 
A._____ statt. Anlässlich der Einvernahme verlangte A._____ die Siegelung ihres 
sichergestellten Mobiltelefons. Im Nachgang zur Einvernahme beantragte A._____ 
mit Eingabe vom 24. Juli 2020 bei der Staatsanwaltschaft Akteneinsicht sowie die 
Bestellung von Rechtsanwalt Dr. iur. Stephan Schlegel als amtlicher Verteidiger.

D. Mit Schreiben vom 29. Juli 2020 wies die Staatsanwaltschaft das Gesuch 
um Akteneinsicht ab und forderte A._____ auf, ihren Antrag auf Bestellung einer 
amtlichen Verteidigung zu begründen und mit den notwendigen Unterlagen zu be-
legen. Gleichtags stellte die Staatsanwaltschaft zudem ein Entsiegelungsgesuch 
beim Zwangsmassnahmengericht des Kantons Graubünden in Bezug auf das si-
chergestellte Mobiltelefon von A._____.

E. Am 30. Juli 2020 liess sich A._____ gegenüber der Staatsanwaltschaft er-
neut zu ihren gestellten Anträgen auf Akteneinsicht und Bestellung einer amtlichen 
Verteidigung vernehmen.

F. Mit Verfügung vom 3. August 2020, gleichentags mitgeteilt, wies die 
Staatsanwaltschaft das Gesuch von A._____ um Bestellung eines amtlichen Ver-
teidigers in der Person von Rechtsanwalt Dr. iur. Stephan Schlegel ohne Kosten-
folge ab.

G. Dagegen erhob A._____ (fortan Beschwerdeführerin) mit Eingabe vom 
14. August 2020 (Datum Poststempel) Beschwerde an das Kantonsgericht von 
Graubünden und beantragte, was folgt:

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1. In Gutheissung der Beschwerde sei die Verfügung der Beschwerde-
gegnerin vom 3. August 2020 aufzuheben und der Unterzeichnende 
sei als amtlicher Verteidiger der Beschwerdeführerin zu bestellen.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens seien dem Kanton aufzuerle-
gen. Als Entschädigung für die Kosten der Rechtsvertretung im Be-
schwerdeverfahren sei der Beschwerdeführerin eine Entschädigung 
von CHF 1'500 zzgl. MWST von 8% zulasten der Kantonskasse zu 
zahlen.

Überdies stellte die Beschwerdeführerin folgenden Verfahrensantrag:

Die Akten der Vorinstanz seien beizuziehen und dem Unterzeichnen-
den im Wege der Akteneinsicht zugänglich zu machen.

H. Mit Stellungnahme vom 21. August 2020 schloss die Staatsanwaltschaft auf 
kostenfällige Abweisung der Beschwerde.

I. In der Folge machte die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 4. Septem-
ber 2020 (unaufgefordert) von ihrem Replikrecht Gebrauch. Die Staatsanwalt-
schaft erhielt die Replik am 7. September 2020 zur Kenntnis zugestellt.

J. Die Akten der Staatsanwaltschaft sind beigezogen. Das Verfahren erweist 
sich als spruchreif. Auf die Begründung der Anträge in den Rechtsschriften sowie 
auf die Ausführungen in der angefochtenen Verfügung ist, soweit zur Entscheid-
findung notwendig, in den nachstehenden Erwägungen einzugehen.

II. Erwägungen

1. Angefochten ist eine Verfügung der Staatsanwaltschaft, mit welcher das 
Gesuch der Beschwerdeführerin um Bestellung einer amtlichen Verteidigung ab-
gewiesen wurde. Dagegen ist die Beschwerde an das Kantonsgericht von 
Graubünden zulässig (Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO; Art. 22 des Einführungsgesetzes 
zur Schweizerischen Strafprozessordnung [EGzStPO; BR 350.100]). Die am 
14. August 2020 zur Post gegebene Beschwerde (KG act. A.1) erfolgte ohne wei-
teres innert der zehntägigen Beschwerdefrist (Art. 396 Abs. 1, Art. 90 f. StPO) und 
ist rechtzeitig. Die weiteren Eintretensvoraussetzungen geben zu keinen Bemer-
kungen Anlass. Auf die Beschwerde ist einzutreten. Deren Beurteilung fällt in die 
Zuständigkeit der II. Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubünden (Art. 22 
EGzStPO; Art. 10 Abs. 1 der Kantonsgerichtsverordnung [KGV; BR 173.110]), 
zumal keine Ausnahme im Sinne von Art. 395 StPO vorliegt.

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2. Die Staatsanwaltschaft lehnte das Gesuch der Beschwerdeführerin um Be-
stellung eines amtlichen Verteidigers ab. Zur Begründung führte sie zunächst aus, 
es liege kein Fall der notwendigen Verteidigung im Sinne von Art. 130 StPO vor 
(Art. 132 Abs. 1 lit. a StPO). Dies insbesondere nicht, weil Gegenstand des Straf-
verfahrens (lediglich) ein Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz gemäss 
Art. 19 Abs. 1 BetmG bilde (act. B.1, E. 3). Sodann seien auch die Voraussetzun-
gen von Art. 132 Abs. 1 lit. a [recte: lit. b] StPO nicht erfüllt. Zum einen werfe der 
gegenüber der Beschwerdeführerin erhobene Vorwurf, sie habe eine Indoor-
Hanfanlage betrieben, keine schwierigen rechtlichen oder tatsächlichen Fragen 
auf. Auch sonst erreiche der Fall kein Ausmass, welches von der Beschwerdefüh-
rerin – die von Beruf her Bauleiterin sei – nicht bewältigt werden könnte. Zum an-
deren sei auch die Mittellosigkeit der Beschwerdeführerin zu verneinen, zumal 
weder die Beschwerdeführerin noch ihr Verteidiger hierzu Unterlagen eingereicht 
hätten (act. B.1, E. 4).

3. Mit Beschwerde rügt die Beschwerdeführerin als Rechtsverletzung (Art. 393 
Abs. 2 lit. a StPO), dass ihr die Bestellung eines amtlichen Verteidigers trotz Vor-
liegens der gesetzlichen Voraussetzungen verweigert worden sei. Zudem rügt sie 
eine Verletzung des Anspruchs auf Akteneinsicht als Teilgehalt ihres Anspruchs 
auf rechtliches Gehör (Art. 107 Abs. 1 lit. a StPO), indem die Staatsanwaltschaft in 
der angefochtenen Verfügung auf Akten abstelle, deren Einsicht der Beschwerde-
führerin zu Unrecht verweigert worden sei (KG act. A.1).

4.1. Die Beschwerdeführerin beantragt im Sinne eines Verfahrensantrags im 
Beschwerdeverfahren, die Akten seien ihr (bzw. ihrem Rechtsvertreter) im Wege 
der Akteneinsicht zugänglich zu machen (KG act. A.1, S. 2). Zur Begründung führt 
sie hierzu aus, sie habe, nachdem am 23. Juli 2020 eine delegierte polizeiliche 
Einvernahme mit ihr stattgefunden habe, mit Eingabe vom 24. Juli 2020 bei der 
Staatsanwaltschaft Akteneinsicht verlangt. Dieses Gesuch sei von der Staatsan-
waltschaft mit Schreiben vom 29. Juli 2020 formlos abgelehnt worden. Die Staats-
anwaltschaft habe sich darauf berufen, dass noch keine staatsanwaltschaftliche 
Einvernahme stattgefunden habe und sich das Verfahren noch im polizeilichen 
Ermittlungsstadium befinden würde. Zu diesem Zeitpunkt habe ihr als einziges 
Aktenstück lediglich ein ihr anlässlich einer Hausdurchsuchung vom 16. Juli 2020 
ausgehändigter Durchsuchungsbefehl vorgelegen. Weitere Schriftlichkeiten habe 
sie nicht besessen. Sie habe die Staatsanwaltschaft daher nur auf die klare bun-
desgerichtliche Rechtsprechung hinweisen können, nach der das Verfahren auf-
grund der Hausdurchsuchung mitnichten mehr im Stadium der polizeilichen Ermitt-
lungen sei, bereits eine delegierte Einvernahme stattgefunden habe, die Aktenein-

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sicht nur aus sachlichen Gründen verweigert werden könne und solche nicht an-
gegeben seien. Akten habe sie aber gleichwohl nicht erhalten. Parallel zu diesen 
Vorgängen habe die Staatsanwaltschaft am 29. Juli 2020 ein Entsiegelungsge-
such gestellt, da sie, die Beschwerdeführerin, in der polizeilichen Einvernahme die 
Siegelung ihres sichergestellten Telefons verlangt habe. Über das Zwangsmass-
nahmengericht des Kantons Graubünden habe sie sodann zumindest einige Akten 
aus dem gegen sie geführten Verfahren erhalten, nämlich den Hausdurchsu-
chungsbefehl vom 16. Juli 2020, das anlässlich der Hausdurchsuchung erstellte 
Sicherstellungsverzeichnis sowie das Einvernahmeprotokoll der delegierten Ein-
vernahme vom 23. Juli 2020 (KG act. A.1, S. 4 f.; KG act. B.2 bis B.9).

Die Beschwerdeführerin stellt sich auf den Standpunkt, da die Einvernahme vom 
23. Juli 2020 delegiert im Auftrag der Staatsanwaltschaft erfolgt sei, sei die Ver-
weigerung des Akteneinsichtsrechts mit Blick auf Art. 101 Abs. 1 StPO nicht 
rechtmässig, zumal auch keine sachlichen Gründe für eine Einschränkung des 
rechtlichen Gehörs geltend gemacht worden seien. Trotz Verweigerung des Ak-
teneinsichtsrechts verweise die Staatsanwaltschaft in der angefochtenen Verfü-
gung wiederholt auf die Akten. Auch wenn mittlerweile Teile der Akten im Wege 
des Entsiegelungsverfahrens hätten erhältlich gemacht werden können, seien bei-
spielsweise die Eröffnungsverfügung oder die Aussagen des Partners der Be-
schwerdeführerin bis heute der Verteidigung nicht zugänglich gemacht worden. 
Indem die Staatsanwaltschaft sich auf Akten berufe, deren Einsicht sie dem Ver-
teidiger zu Unrecht verweigere, verunmögliche sie den Nachvollzug und die Über-
prüfung der Erwägungen und damit die sachgerechte Anfechtung ihres Ent-
scheids, womit eine Verletzung des rechtlichen Gehörs vorliege. Bereits diese 
Gehörsverletzung müsse zwingend zur Aufhebung der angefochtenen Verfügung 
führen (KG act. A.1, S. 9 f.).

4.2. Die Staatsanwaltschaft wendet dagegen zunächst ein, die verweigerte Ak-
teneinsicht sei im vorliegenden Verfahren gar nicht Thema (KG act. A.2, S. 3). 
Dem ist zwar grundsätzlich beizupflichten. Wie die Beschwerdeführerin selbst zu 
erkennen gibt, hat sie die durch die Staatsanwaltschaft verweigerte Akteneinsicht 
nicht angefochten. Letztere ist denn auch nicht Gegenstand der angefochtenen 
Verfügung, weshalb im Beschwerdeverfahren darauf grundsätzlich nicht weiter 
einzugehen ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_698/2016 vom 10. April 2017, 
E. 2.4.2; Beschluss des Kantonsgerichts SK2 18 8 vom 29. Juli 2019, E. 1.2 
m.w.H.). Da die Beschwerdeführerin jedoch im Beschwerdeverfahren (erneut) den 
Antrag auf Akteneinsicht stellt und eine allfällige, strafprozessual vorgesehene 
Einschränkung des Akteneinsichtsrechts nicht durch Anhebung einer Beschwerde 

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ausgehebelt werden könnte (vgl. hierzu Beschluss des Kantonsgerichts SK2 17 52 
vom 11. Juni 2018, E. 4.2; Beschluss des Obergerichts Zürich UH150363 vom 
22. April 2016, E. II.3.2), ist gleichwohl – im Sinne einer Vorfrage – zu prüfen, ob 
der Beschwerdeführerin gestützt auf Art. 101 Abs. 1 StPO ein Akteneinsichtsrecht 
zusteht. Im Bejahungsfall ist der Beschwerdeführerin dieses Recht im vorliegen-
den Beschwerdeverfahren (ebenfalls) zu gewähren.

4.3. Die gesetzliche Grundlage für die Gewährung der Akteneinsicht während 
hängigem Strafverfahren findet sich – wie bereits erwähnt – in Art. 101 Abs. 1 
StPO. Danach ist den Parteien spätestens nach der ersten Einvernahme der be-
schuldigten Person und der Erhebung der übrigen wichtigsten Beweise durch die 
Staatsanwaltschaft Akteneinsicht zu gewähren. Die Erfordernisse müssen kumula-
tiv erfüllt sein. Der Beschuldigte hat demzufolge vor der ersten Einvernahme und 
der Erhebung der übrigen wichtigsten Beweise grundsätzlich keinen Anspruch auf 
Akteneinsicht. Die Formulierung von Art. 101 Abs. 1 StPO ("spätestens") lässt in-
dessen vom Wortlaut her eine Akteneinsicht zu einem früheren Zeitpunkt zu und 
formuliert insofern (lediglich) eine Minimalgarantie. Eine frühere Akteneinsicht liegt 
im pflichtgemässen Ermessen der Verfahrensleitung (vgl. zum Ganzen BGE 137 
IV 172 E. 2.3; 137 IV 280 E. 2.3; Beschluss des Obergerichts Zürich UH120181 
vom 11. September 2012, E. III.3.1 f.; Felix Bommer, Parteirechte der beschuldig-
ten Person bei Beweiserhebungen in der Untersuchung, recht 2010, S. 196 ff., 
S. 206; Daniela Brüschweiler/Christa Grünig, in: Donatsch/Lieber/Summers/
Wohlers [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO], 
3. Aufl., Zürich 2020, N 3 zu Art. 101 StPO; Miriam Hans, Einsicht der Parteien in 
die Akten eines hängigen Straf-verfahrens, forumpoenale 4/2014, S. 233 ff., 
S. 233; Niklaus Schmid/Daniel Jositsch, Schweizerische Strafprozessordnung, 
Praxiskommentar, 3. Aufl., Zürich/St. Gallen 2018, N 2 zu Art. 101 StPO; Markus 
Schmutz, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizeri-
schen Strafprozessordnung, 2. Aufl., Basel 2014, N 13 zu Art. 101 StPO).

Als erste Einvernahme im Sinne von Art. 101 Abs. 1 StPO gilt jene der Staatsan-
waltschaft bzw. die von der Staatsanwaltschaft an die Polizei delegierte, anlässlich 
welcher die beschuldigte Person zu sämtlichen zu untersuchenden Sachverhalten 
erstmals befragt wird. Diese Einvernahme kann sich über mehrere Einvernahme-
termine erstrecken (Hans, a.a.O., S. 233 f.; Schmutz, a.a.O., N 14 zu Art. 101 
StPO; Beschluss des Obergerichts Zürich UH120181 vom 11. September 2012, 
E. III.4.1). Irrelevant dabei ist, ob die erste Einvernahme des Beschuldigten aus 
Sicht der Staatsanwaltschaft ergiebig verlief oder ob der Beschuldigte die Aussage 
verweigerte (BGE 137 IV 172 E. 2.4; Bommer, a.a.O., S. 206; Brüschwei-

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ler/Grünig, a.a.O., N 4 zu Art. 101 StPO; Hans, a.a.O., S. 233; Schmid/Jositsch, 
a.a.O., N 3 zu Art. 101 StPO; Schmutz, a.a.O., N 14 zu Art. 101 StPO). Das Aus-
sageverhalten des Beschuldigten kann jedoch Auswirkungen auf die zweite Vor-
aussetzung des Einsichtsrechts haben: Die Verweigerung der Aussage kann wei-
tere Beweiserhebungen notwendig machen und dadurch den Zeitraum für die Er-
hebung der übrigen wichtigsten Beweise ausdehnen, währenddem ein (vollum-
fängliches) Geständnis diesen Zeitraum allenfalls verkürzen kann (vgl. zum Gan-
zen Bommer, a.a.O., S. 206; Hans, a.a.O., S. 233; Beschluss des Obergerichts 
Zürich UH120181 vom 11. September 2012, E. III.4.2).

Unter die Erhebung der wichtigsten Beweise durch die Staatsanwaltschaft im Sin-
ne von Art. 101 Abs. 1 StPO fallen beispielsweise die Einvernahme der Hauptbe-
lastungszeugen, die Edition von relevanten Bankunterlagen, das Einholen krimi-
naltechnischer Berichte oder rechtsmedizinischer Gutachten über entscheid-
wesentliche Tatfragen oder die Durchführung einer Fotokonfrontation. Sofern Be-
weisabnahmen neue, für die Frage der Täterschaft relevante Sachverhaltselemen-
te an den Tag fördern, muss es möglich sein, die beschuldigte Person hierzu zu 
befragen, bevor sie vom Inhalt der entsprechenden Aktenteile Kenntnis erhält. Zur 
Erhebung der wichtigsten Beweise gehören daher auch weitere Einvernahmen der 
beschuldigten Person zu den neuen Beweismitteln (vgl. zum Ganzen Hans, 
a.a.O., S. 233 f.; Schmid/Jositsch, N 4 zu Art. 101 StPO; Schmutz, a.a.O., N 15 zu 
Art. 101 StPO). Ob in einem Verfahren die wichtigsten Beweise bereits erhoben 
worden sind, hängt vom Einzelfall und unter Zubilligung eines gewissen Ermes-
sens an die Verfahrensleitung ab (Schmid/Jositsch, a.a.O., N 4 zu Art. 101 StPO; 
Urteil des Bundesgerichts 1B_597/2011 vom 7. Februar 2012, E. 1.2).

Die Gewährung einer früheren Einsichtnahme liegt im pflichtgemässen Ermessen 
der Staatsanwaltschaft. In der Ausübung dieses Ermessens sind die Rechtsan-
wendungsbehörden nicht völlig frei; es ist verfassungs- und gesetzeskonform so-
wie angemessen wahrzunehmen (vgl. Jean-Pierre Greter, Die Akteneinsicht im 
Schweizerischen Strafverfahren, Zürich 2012, S. 123 f.). So erscheint es unter 
dem Gesichtspunkt der Verhältnismässigkeit unter Umständen angezeigt, Einsicht 
in zumindest einen Teil der Akten zu gewähren (vgl. Brüschweiler/Grünig, a.a.O., 
N 6 zu Art. 101 StPO; Schmid/Jositsch, a.a.O., N 4 zu Art. 101 StPO; Schmutz, 
a.a.O., N 15 zu Art. 101 StPO). Beim diesbezüglichen Entscheid sind namentlich 
das Einsichtsinteresse der Partei und das Strafverfolgungsinteresse gegeneinan-
der abzuwägen. Konkret stellt sich die Frage, ob und inwieweit die anbegehrte 
Akteneinsicht die Wahrheitsfindung beeinträchtigen könnte, etwa – aber nicht nur 
– durch Kollusions- bzw. Verdunkelungshandlungen (vgl. Greter, a.a.O., S. 124; 

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ähnlich auch Bommer, a.a.O., S. 206; Brüschweiler/Grünig, a.a.O., N 6 zu Art. 101 
StPO). Zu berücksichtigen ist ferner auch die Frage, ob einer Partei durch die 
verweigerte Akteneinsicht ein nicht (leicht) wiedergutzumachender Nachteil ent-
steht (vgl. Beschluss des Kantonsgerichts SK2 17 49 vom 11. Juni 2018, E. 3.9).

4.4. Während im (selbständigen) polizeilichen Ermittlungsverfahren kein Akten-
einsichtsrecht besteht (vgl. Schmutz, a.a.O., N 14 zu Art. 101 StPO), ist ein sol-
ches im staatsanwaltschaftlichen Untersuchungsverfahren nach Massgabe von 
Art. 101 Abs. 1 StPO zu gewähren. Als erste Einvernahme im Sinne von Art. 101 
Abs. 1 StPO gilt jene der Staatsanwaltschaft bzw. die von der Staatsanwaltschaft 
gestützt auf Art. 312 Abs. 2 StPO an die Polizei delegierte (Schmutz, a.a.O., N 14 
zu Art. 101 StPO). Dem Protokoll der Einvernahme der Beschwerdeführerin vom 
23. Juli 2020 ist diesbezüglich (lediglich) zu entnehmen, dass es sich um eine de-
legierte Einvernahme handelt. Daraus lässt sich nicht zwingend ableiten, dass sich 
die Delegation auf Art. 312 Abs. 2 StPO stützt, zumal Ermittlungsaufträge auch 
gestützt auf Art. 307 Abs. 2 StPO erteilt werden können. Die unterschiedliche 
Rechtsgrundlage für die Delegation ist vorliegend insofern von Bedeutung, als ein 
Ermittlungsauftrag im Sinne von Art. 307 Abs. 2 StPO nichts daran zu ändern 
vermag, dass entsprechende Einvernahmen noch im Rahmen des polizeilichen 
Ermittlungsverfahrens stattfinden, wo von vornherein kein Anspruch auf Aktenein-
sicht besteht, währenddem eine Delegation gestützt auf Art. 312 Abs. 2 StPO erst 
nach Eröffnung der Untersuchung im Sinne von Art. 309 StPO in Frage kommt 
(vgl. zum Ganzen Beschluss des Kantonsgerichts SK2 20 1 vom 10. Juni 2020, 
E. 3.2; Franz Riklin, StPO Kommentar, 2. Aufl., Zürich 2014, N 3 zu Art. 307 StPO; 
ferner Peter Rüegger, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, 
Schweizerische Strafprozessordnung, 2. Aufl., Basel 2014, N 8 zu Art. 307 StPO; 
Schmid/Jositsch, a.a.O., N 5 zu Art. 307 StPO). Bei den Akten befindet sich als-
dann kein (schriftlicher) Delegationsauftrag zur Einvernahme der Beschwerdefüh-
rerin. Namentlich lässt sich ein solcher auch nicht dem Durchsuchungs- und Si-
cherstellungsbefehl vom 16. Juli 2020 (StA act. 1.13) entnehmen. Im Rahmen ei-
ner Delegation gestützt auf Art. 312 Abs. 2 StPO hätte ein solcher Auftrag 
grundsätzlich schriftlich zu ergehen (vgl. Art. 312 Abs. 1 StPO). Selbst wenn die 
Delegation – etwa aufgrund zeitlicher Dringlichkeit – zunächst mündlich erfolgt 
wäre, hätte es einer nachträglichen Aktennotiz bedurft, damit die Delegation ak-
tenkundig ist (vgl. Nathan Landshut/Thomas Bosshard, in: Do-
natsch/Lieber/Summers/Wohlers [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Straf-
prozessordnung [StPO], 3. Aufl., Zürich 2020, N 7 zu Art. 312 StPO). Auch sol-
ches ist nicht geschehen. Diese Umstände legen deshalb nahe, dass sich die De-
legation der Einvernahme der Beschwerdeführerin vom 23. Juli 2020 nicht auf Art. 

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312 Abs. 2 StPO stützt, zumal bei einem Ermittlungsauftrag gestützt auf Art. 307 
Abs. 2 StPO eine schriftliche Abfassung der Anweisungen nicht nötig sein dürfte 
(vgl. hierzu Beschluss des Kantonsgerichts SK2 20 1 vom 10. Juni 2020, E. 3.2; 
a.M. Landshut/Bosshard, a.a.O., N 21a zu Art. 307 StPO). Dem steht indes entge-
gen, dass bei der Beschwerdeführerin am 16. Juli 2020 eine Hausdurchsuchung 
stattgefunden hat. Werden nämlich Zwangsmassnahmen angeordnet – worunter 
auch eine Hausdurchsuchung fällt –, so hat die Staatsanwaltschaft ein Verfahren 
zu eröffnen (Art. 309 Abs. 1 lit. b StPO). Die entsprechende Eröffnungsverfügung 
datiert zwar erst vom 29. Juli 2020 (vgl. StA act. 1.1), doch ist dies insofern nicht 
von Belang, als der Eröffnungsverfügung lediglich deklaratorische Bedeutung zu-
kommt und von einem materiellen Eröffnungsbegriff auszugehen ist (vgl. BGE 141 
IV 20 E. 1.1.4; Schmid/Jositsch, a.a.O., N 2 zu Art. 309 StPO). Die Strafuntersu-
chung galt daher spätestens am 16. Juli 2020 (Datum der Hausdurchsuchung) als 
eröffnet. Damit erweist sich zum einen die mit Schreiben vom 29. Juli 2020 kund-
getane Auffassung der Staatsanwaltschaft, wonach sich das Verfahren noch im 
polizeilichen Ermittlungsstadium befinde (vgl. KG act. B.3 bzw. StA act. 1.16), als 
klar falsch. Zum anderen erscheint fraglich, ob die Polizei vorliegend nach durch-
geführter Hausdurchsuchung befugt war, ohne entsprechenden (expliziten) Dele-
gationsauftrag im Sinne von Art. 312 StPO Einvernahmen durchzuführen (vgl. 
BGE 143 IV 397 E. 3.3.2; Landshut/Bosshard, a.a.O., N 1 zu Art. 312 StPO). Die 
Frage braucht jedoch, wie nachfolgend ersichtlich ist, nicht abschliessend geklärt 
zu werden. Jedenfalls im heutigen Zeitpunkt befindet sich die Angelegenheit nicht 
mehr im polizeilichen Ermittlungsverfahren. Davon scheint offenbar (mittlerweile) 
auch die Staatsanwaltschaft auszugehen, hat sie doch – wie erwähnt – mit Verfü-
gung vom 29. Juli 2020 formell ein Strafverfahren gegen die Beschwerdeführerin 
eröffnet.

4.5. Die Staatsanwaltschaft trägt in ihrer Stellungnahme vom 21. August 2020 
vor, selbst wenn es sich bei der Einvernahme der Beschwerdeführerin vom 23. Ju-
li 2020 um eine "erste Einvernahme" durch die Staatsanwaltschaft im Sinne von 
Art. 101 Abs. 1 StPO handeln sollte, so würde es an der kumulativen Vorausset-
zung der Erhebung der übrigen wichtigsten Beweise durch die Staatsanwaltschaft 
fehlen. Die wichtigsten Beweise, wie etwa auch die Ermittlung und Einvernahme 
von allfälligen Drogenabnehmern, hätten noch nicht abgenommen werden kön-
nen. Zurzeit sei noch das Entsiegelungsverfahren beim Zwangsmassnahmenge-
richt Graubünden hängig. Somit habe die Beschwerdeführerin (noch) keinen An-
spruch auf Akteneinsicht. Zudem sei festzuhalten, dass der Verteidiger der Be-
schwerdeführerin im Rahmen des Verfahrens vor dem Zwangsmassnahmenge-
richt Graubünden Akteneinsicht erhalten habe (KG act. A.2, S. 3).

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4.6. Wie den Ausführungen der Staatsanwaltschaft entnommen werden kann, 
dürfte es sich bei den erwähnten Drogenabnehmern um Hauptbelastungszeugen 
handeln. Damit kann mit der Staatsanwaltschaft festgehalten werden, dass die 
Erhebung der wichtigsten Beweise noch nicht (vollständig) stattgefunden hat. 
Kommt hinzu, dass durch die von der Beschwerdeführerin verlangte Siegelung 
ihres Mobiltelefons (vgl. StA act. 3.3) die sich darauf befindlichen Daten (noch) 
nicht ausgewertet werden konnten, was – jedenfalls in der vorliegenden Konstella-
tion – ebenfalls zur Erhebung der wichtigsten Beweise zu zählen ist (vgl. hierzu 
auch Urteil des Bundesgerichts 1B_4/2017 vom 3. März 2017, E. 4.3). Jedenfalls 
ist in das der Staatsanwaltschaft in dieser Hinsicht zuzubilligende Ermessen nicht 
einzugreifen, was zur Folge hat, dass auch bezüglich der Frage nach dem An-
spruch auf Akteneinsicht im Beschwerdeverfahren davon auszugehen ist, dass 
noch nicht sämtliche der wichtigsten Beweise erhoben worden sind. Damit bleibt 
zu prüfen, ob ausnahmsweise eine frühere Einsichtnahme in die Verfahrensakten 
zu gewähren ist. Dabei ist indes zu berücksichtigen, dass die Beschwerdeführerin 
zumindest teilweise Aktenkenntnis hat. So erhielt sie namentlich den Hausdurch-
suchungsbefehl vom 16. Juli 2020, das anlässlich der Hausdurchsuchung erstellte 
Sicherstellungsverzeichnis sowie das Einvernahmeprotokoll der delegierten Ein-
vernahme vom 23. Juli 2020 (vgl. KG act. A.1, S. 5). Sie moniert jedoch, bei-
spielsweise die Eröffnungsverfügung und die Aussagen des Partners der Be-
schwerdeführerin seien ihr bis heute nicht zugänglich gemacht worden (vgl. 
KG act. A.1, S. 10). Es ist jedoch nicht ersichtlich, inwiefern ohne diese Verfah-
rensakten eine sachgemässe Anfechtung der verweigerten Bestellung als amtli-
cher Verteidiger nicht hätte möglich sein sollen. Denn im Rahmen des vorliegen-
den Beschwerdeverfahrens ist nicht die Begründetheit der von der Staatsanwalt-
schaft erhobenen Vorwürfe zu prüfen, sondern lediglich, welche Art bzw. Schwere 
diese Vorwürfe aufweisen. Dafür reichen der Beschwerdeführerin die ihr vorlie-
genden Akten aus, sodass auch nicht ersichtlich wäre, inwiefern die Verweigerung 
einer (vorzeitigen) Akteneinsicht ihr einen nicht (leicht) wiedergutzumachenden 
Nachteil zufügen sollte. Ferner ist darauf hinzuweisen, dass es an der Beschwer-
deführerin ist, ihre Mittellosigkeit darzulegen, wofür sie ohnehin nicht auf Verfah-
rensakten der Staatsanwaltschaft angewiesen ist. Der – im vorliegenden Zusam-
menhang prozessuale – Antrag um Akteneinsicht ist deshalb abzuweisen.

5. Nach Art. 132 Abs. 1 lit. a StPO wird eine amtliche Verteidigung angeord-
net, wenn bei notwendiger Verteidigung (Art. 130 StPO) die beschuldigte Person 
trotz Aufforderung der Verfahrensleitung keine Wahlverteidigung bestimmt, oder 
der Wahlverteidigung das Mandat entzogen wurde, oder sie es niedergelegt hat 
und die beschuldigte Person nicht innert Frist eine neue Wahlverteidigung be-

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stimmt. Ein Fall notwendiger Verteidigung liegt namentlich vor, wenn der beschul-
digten Person eine Freiheitsstrafe von mehr als einem Jahr oder eine freiheitsent-
ziehende Massnahme droht (Art. 130 lit. b StPO), oder wenn sie wegen ihres kör-
perlichen oder geistigen Zustands oder aus anderen Gründen ihre Verfahrensin-
teressen nicht ausreichend wahren kann (Art. 130 lit. c StPO).

5.1. Für die notwendige Verteidigung gemäss Art. 130 lit. b StPO genügt, dass 
eine entsprechende Sanktion droht. Dies ist dann der Fall, wenn sie im Bereich 
des Möglichen liegt (vgl. Schmid/Jositsch, a.a.O., N 7 zu Art. 130 StPO; Viktor 
Lieber, in: Donatsch/Lieber/Summers/Wohlers [Hrsg.], Kommentar zur Schweize-
rischen Strafprozessordnung [StPO], 3. Aufl., Zürich 2020, N 16 zu Art. 130 StPO). 
Massgeblich ist nicht die abstrakte Strafdrohung des in Frage kommenden Straf-
tatbestandes; abzustellen ist vielmehr auf das konkret zu erwartende Strafmass 
(BGE 143 I 164 E. 2.4.3; 120 Ia 43 E. 2b; Urteil des Bundesgerichts 6B_441/2011 
vom 20. September 2011, E. 1.4.1; Lieber, a.a.O., N 16 zu Art. 130 StPO; 
Schmid/Jositsch, a.a.O., N 7 zu Art. 130 StPO). Die drohende Strafe bzw. deren 
Höhe sind nach objektiver und ausgewogener Beurteilung zu bestimmen (vgl. die 
Hinweise bei Niklaus Ruckstuhl, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kom-
mentar, Schweizerische Strafprozessordnung Jugendstrafprozessordnung, 2. 
Aufl., Basel 2014, N 18 zu Art. 130 StPO). Mit Blick auf die Wirkungen von Art. 
131 Abs. 3 StPO empfiehlt sich dabei jedoch eine vorsichtige Prognosestellung in 
dem Sinne, dass in Zweifelsfällen die notwendige Verteidigung anzunehmen ist 
(Schmid/Jositsch, a.a.O., N 7 zu Art. 130 StPO).

5.1.1. Die Staatsanwaltschaft führte in der angefochtenen Verfügung aus, dem 
Hausdurchsuchungsbefehl sei klar zu entnehmen, dass sich dieser auf Art. 19 
Abs. 1 BetmG – mithin auf ein Vergehen – stütze. Im Übrigen laute auch die Eröff-
nungsverfügung auf "Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz gemäss 
Art. 19 Abs. 1 BetmG". Demzufolge liege in casu kein Fall einer notwendigen Ver-
teidigung im Sinne von Art. 130 StPO vor (act. B.1, E. 3).

5.1.2. Die Beschwerdeführerin wendet dagegen ein, im ihr anlässlich der Haus-
durchsuchung vom 16. Juli 2020 ausgehändigten Durchsuchungsbefehl sei als 
einschlägiger Straftatbestand "Verbrechen [!] gegen das Betäubungsmittelgesetz 
gemäss Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG" aufgeführt. Bemerkenswerterweise befinde 
sich bei den Akten des Zwangsmassnahmengerichts ein ähnlich aussehender und 
auf den gleichen Tag datierter Hausdurchsuchungsbefehl, der als Straftatbestand 
"Vergehen [!] gegen das Betäubungsmittelgesetz gemäss Art. 19 Abs. 1 lit. a 
BetmG" angebe. Von einem Verbrechen bzw. einem Verstoss gegen Art. 19 
Abs. 2 BetmG sei in diesem Hausdurchsuchungsbefehl keine Rede mehr, ansons-

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ten entspreche er dem ihr ausgehändigten Dokument. Der Unterschied sei inso-
fern von Bedeutung, als ihr im Falle von Art. 19 Abs. 2 BetmG unzweifelhaft eine 
Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr drohe, womit ein Fall notwendiger Ver-
teidigung vorliege (KG act. A.1, S. 6 f.).

5.1.3. Es trifft zu, dass der Beschwerdeführerin anlässlich der Hausdurchsuchung 
vom 16. Juli 2020 ein Durchsuchungs- und Sicherstellungsbefehl ausgehändigt 
wurde, welcher als einschlägigen Tatbestand "Verbrechen [!] gegen das Betäu-
bungsmittelgesetz gemäss Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG" nennt (vgl. KG act. B.4). 
Die Staatsanwaltschaft liess sich zu den unterschiedlichen Befehlen wie folgt ver-
nehmen: Der damals zuständige Pikettstaatsanwalt habe dem polizeilichen Sach-
bearbeiter am 16. Juli 2020 vorab per E-Mail den Durchsuchungs- und Sicherstel-
lungsbefehl zukommen lassen. Darin sei fälschlicherweise Art. 19 Abs. 2 lit. a 
BetmG als Straftatbestand vermerkt gewesen. Nachdem dieser Fehler bemerkt 
worden sei, habe der zuständige Pikettstaatsanwalt dem polizeilichen Sachbear-
beiter einen korrigierten Durchsuchungs- und Sicherstellungsbefehl zugestellt, in 
dem als Straftatbestand Art. 19 Abs. 1 lit. a BetmG vermerkt worden sei. Ansons-
ten sei der Befehl unverändert gewesen. Der Beschwerdeführerin sei dann aber 
offenbar irrtümlicherweise die erste Version des "falschen" Befehls ausgehändigt 
worden, wo noch von "Verbrechen" die Rede sei (vgl. KG act. A.2).

Dies ist zwar unschön – bzw. aus Sicht der Beschwerdeführerin – zunächst irritie-
rend; dass es sich dabei indes um ein blosses Versehen der Staatsanwaltschaft 
bzw. der Polizei gehandelt haben dürfte, erscheint aufgrund ihrer soeben wieder-
gegebenen Schilderungen glaubhaft. Letztere wurden von der Beschwerdeführerin 
denn auch nicht bestritten (vgl. KG act. A.3). Der Fehler hat letztlich aber keine 
Auswirkungen auf die Frage der notwendigen Verteidigung. Wie dargelegt, be-
misst sich nach objektiver Beurteilung, ob die in Art. 130 lit. b StPO vorgesehene 
Strafe droht. Der Staatsanwaltschaft ist in diesem Zusammenhang darin bei-
zupflichten, dass bei einer Indoor-Hanfanlage – wie sie vorliegend zur Diskussion 
steht – von vornherein kein schwerer Fall im Sinne von Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG 
in Betracht fällt, da gemäss mehrfach bestätigter bundesgerichtlicher Rechtspre-
chung Cannabis bzw. Marihuana nicht dazu geeignet ist, die Gesundheit einer 
Vielzahl von Menschen in Gefahr zu bringen (vgl. statt vieler BGE 120 IV 256 E. 2; 
Urteil des Bundesgerichts 1B_538/2011 vom 17. Oktober 2011, E. 3.4). Wie der 
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin selbst angibt, sei ihm "natürlich klar ge-
wesen, dass ein Fall von Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG nicht vorliegen konnte" 
(KG act. A.3). Es ist zwar mit ihm einig zu gehen, dass es grundsätzlich nicht an 
den Parteien ist, darüber zu spekulieren, unter welchen Tatbeständen die Staats-

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anwaltschaft ermittelt oder nicht. Dafür bestand vorliegend indes aber auch kein 
Anlass. Denn die Staatsanwaltschaft wies nach der Hausdurchsuchung vom 
16. Juli 2020 fortan konsequent und einheitlich Art. 19 Abs. 1 lit. a BetmG (bzw. 
"Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz") als einschlägigen Straftatbestand 
aus (vgl. etwa StA act. 1.1; StA act. 1.19; StA act. 3.1). Davon hatte die Be-
schwerdeführerin im Zeitpunkt der Beschwerdeerhebung immerhin insofern 
Kenntnis, als die Staatsanwaltschaft in der angefochtenen Verfügung darauf hin-
wies, dass die Eröffnungsverfügung auf "Vergehen gegen das Betäubungsmittel-
gesetz gemäss Art. 19 Abs. 1 lit. a BetmG" laute (KG act. B.1, E. 3). Im Rahmen 
des Entsiegelungsverfahrens vor dem Zwangsmassnahmengericht erlangte die 
Beschwerdeführerin ausserdem bereits Kenntnis vom "korrigierten" Durchsu-
chungs- und Sicherstellungsbefehl, welcher als einschlägigen Tatbestand eben-
falls lediglich "Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz gemäss Art. 19 
Abs. 1 lit. a BetmG" auswies. Unter diesen Umständen kann nicht davon ausge-
gangen werden, dass bei der anwaltlich vertretenen Beschwerdeführerin noch 
Zweifel über den einschlägigen Tatbestand bestanden. Nur am Rande bleibt dabei 
zu erwähnen, dass von der Beschwerdeführerin bzw. – insbesondere – ihrem 
Rechtsvertreter im Falle nach wie vor bestehender Zweifel hätte erwartet werden 
können, dass er sich bei der Staatsanwaltschaft um entsprechende Klärung 
bemüht hätte. Dies ist offenbar nicht geschehen, was darauf schliessen lässt, dass 
sich die Beschwerdeführerin im Klaren darüber war, dass gegen sie wegen Art. 19 
Abs. 1 lit. a BetmG ermittelt wird. Jedenfalls aber kann zum heutigen Zeitpunkt 
klarerweise nicht mehr davon gesprochen werden, dass ein Fall notwendiger Ver-
teidigung gemäss Art. 130 lit. b StPO vorliegt.

5.2.1. Ein Fall notwendiger Verteidigung liegt – wie erwähnt – auch dann vor, 
wenn die beschuldigte Person wegen ihres körperlichen oder geistigen Zustandes 
oder aus anderen Gründen ihre Verfahrensinteressen nicht ausreichend wahren 
kann und die gesetzliche Vertretung dazu nicht in der Lage ist (Art. 130 lit. c 
StPO). Der entsprechende Zustand der beschuldigten Person muss eine zumin-
dest eingeschränkte Verhandlungsfähigkeit zur Folge haben; massgebend ist, ob 
sich eine allfällige Beeinträchtigung auf die Wahrnehmung der Verteidigungsrech-
te bzw. auf die Fähigkeit zur Selbstverteidigung auswirkt (vgl. Lieber, a.a.O., N 18 
zu Art. 130 StPO; ferner auch Schmid/Jositsch, a.a.O., N 9 zu Art. 130 StPO). 
Nicht erforderlich ist dabei, dass eine vorhandene Behinderung einer eigentlichen 
Geisteskrankheit im psychiatrischen Sinne entspricht; eine geistige Beeinträchti-
gung kann sich schon aus einer Abhängigkeit (Alkohol, Betäubungsmittel, Medi-
kamente) oder aus einem Verhalten ergeben, welches belegt, dass die beschul-
digte Person ausserhalb der allgemein anerkannten Wert- und Tatsachenvorstel-

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lungen lebt, sodass Zweifel bestehen, ob sie das Wesen eines Strafverfahrens 
überhaupt zu erkennen vermag (vgl. BGE 143 I 164 E. 2.3.3; Urteil des Bundesge-
richts 1B_318/2014 vom 27. Oktober 2014, E. 2.1; Lieber, a.a.O., N 19 zu Art. 130 
StPO). Die Verfahrensleitung verfügt bei der Beurteilung, ob die beschuldigte Per-
son fähig ist, ihre Verfahrensinteressen zu wahren, über einen Ermessensspiel-
raum. Von Prozessunfähigkeit aufgrund psychischer Leiden ist nur ausnahmswei-
se gestützt auf entsprechende Indizien auszugehen; etwa wenn eine beschuldigte 
Person nicht in der Lage ist, der Verhandlung zu folgen, die gegen sie erhobenen 
Vorwürfe zu verstehen und zu diesen vernunftgemäss Stellung zu nehmen (vgl. 
Urteile des Bundesgerichts 1B_245/2020 vom 23. Juli 2020, E. 2.3; 1B_314/2015 
vom 23. Oktober 2015, E. 2.2 und 1B_318/2014 vom 27. Oktober 2014, E. 2.1).

Der Tatbestand der "anderen Gründe" im Sinne von Art. 130 lit. c StPO ist in der 
bundesgerichtlichen Rechtsprechung bisher ohne Konturen geblieben (vgl. hierzu 
auch Beschluss des Kantonsgerichts SK2 19 70 vom 7. Mai 2020, E. 3.3.1). In der 
Lehre wird etwa die Fremdsprachigkeit genannt, sofern eine Übersetzung zur ef-
fektiven Wahrnehmung der Interessen der beschuldigten Person nicht ausreicht. 
Ebenso darunter fallen können körperliche oder geistige Beeinträchtigungen, die 
üblicherweise nicht zu einer notwendigen Verteidigung führen, nach den konkreten 
Umständen aber die genügende Interessenwahrung beeinträchtigen (Ruckstuhl, 
a.a.O., N 32 zu Art. 130 StPO). Ein anderer Grund im Sinne von Art. 130 lit. c 
StPO ist – sofern kein Zweifelsfall betreffend notwendiger Verteidigung vorliegt – 
nur mit Zurückhaltung anzunehmen und müsste objektiv betrachtet derart gewich-
tig erscheinen, dass es unerträglich wäre, bereits erfolgte Beweiserhebungen nicht 
zu wiederholen (BGE 143 I 164 E. 2.4.4).

5.2.2. Gemäss dem Bericht von Dr. med. C._____ vom 5. Juli 2020 (StA act. 2.8) 
leidet die Beschwerdeführerin am Asperger-Syndrom (ICD-10 F.84.5). Damit ein-
her gehen unbestrittenermassen gewisse Einschränkungen, welche die Bewälti-
gung des täglichen Lebens erschweren. Die entsprechende Beeinträchtigung dürf-
te jedoch nicht derart schwer wiegen, dass von einer (immerhin) eingeschränkten 
Verhandlungsfähigkeit im Sinne von Art. 130 lit. c StPO gesprochen werden könn-
te. Dies zeigt sich zunächst daran, dass die Beschwerdeführerin gemäss Bericht 
von Dr. med. C._____ zwar seit ihrer Geburt am besagten Syndrom leidet, dies sie 
aber nicht davor abhalten konnte, eine Ausbildung als Bauleiterin erfolgreich zu 
absolvieren. Sodann vermag auch das übrige Verhalten der Beschwerdeführerin 
im laufenden Strafverfahren keine Anhaltspunkte dafür zu liefern, dass die Be-
schwerdeführerin das Wesen eines Strafverfahrens überhaupt nicht zu erkennen 
in der Lage wäre. Schliesslich werden auch "andere Gründe" weder geltend ge-

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macht noch wären solche ersichtlich, die es gebieten würden, von einem Fall not-
wendiger Verteidigung auszugehen. 

Soweit sich die Beschwerdeführerin auf besondere Schwierigkeiten in tatsächli-
cher oder rechtlicher Hinsicht beruft, so ist dies allenfalls im Rahmen der Voraus-
setzungen einer amtlichen Verteidigung nach Art. 132 Abs. 1 lit. b StPO zu prüfen 
(vgl. nachstehend E. 6.3; Ruckstuhl, a.a.O., N 34 zu Art. 130 StPO). 

5.3. Nach dem Gesagten ist die Notwendigkeit einer Verteidigung im Sinne von 
Art. 130 lit. b oder lit. c StPO nicht gegeben und auch sonstige Gründe für eine 
notwendige Verteidigung sind nicht ersichtlich. Die Gewährung einer amtlichen 
Verteidigung gestützt auf Art. 132 Abs. 1 lit. a StPO ist damit nicht ausgewiesen.

6.1. Im Weiteren wird eine amtliche Verteidigung gemäss Art. 132 Abs. 1 lit. b 
StPO angeordnet, wenn die beschuldigte Person nicht über die erforderlichen Mit-
tel verfügt und die Verteidigung zur Wahrung ihrer Interessen geboten ist. Zur 
Wahrung der Interessen der beschuldigten Person ist die Verteidigung namentlich 
geboten, wenn es sich nicht um einen Bagatellfall handelt und (kumulativ) der 
Straffall in tatsächlicher oder rechtlicher Hinsicht Schwierigkeiten bietet, denen die 
beschuldigte Person alleine nicht gewachsen wäre (Art. 132 Abs. 2 StPO; vgl. 
BGE 143 I 164 E. 3.4 f.). Ein Bagatellfall liegt jedenfalls dann nicht mehr vor, wenn 
konkret eine Freiheitsstrafe von mehr als 4 Monaten, eine Geldstrafe von mehr als 
120 Tagessätzen oder gemeinnützige Arbeit von mehr als 480 Stunden zu erwar-
ten ist (Art. 132 Abs. 3 StPO; vgl. dazu BGE 143 I 164 E. 3.3 f.). Bei offensichtli-
chen Bagatellfällen (nur Busse oder geringfügige Freiheitsstrafe) besteht nach 
ständiger bundesgerichtlicher Praxis kein unmittelbarer verfassungsmässiger An-
spruch auf unentgeltliche Verteidigung (BGE 143 I 164 E. 3.5; 128 I 225 E. 2.5.2 
m.w.H.; Urteil des Bundesgerichts 1B_500/2012 vom 3. Dezember 2012, E. 2.2; 
Ruckstuhl, a.a.O., N 34, 42 zu Art. 132 StPO). Liegt die Strafandrohung höher als 
bei einem offensichtlichen Bagatellfall, ohne dass jedoch ein besonders schwerer 
Eingriff in die Rechte des Beschuldigten vorliegt, spricht das Bundesgericht von 
einem sogenannten relativ schweren Fall. Bei einem solchen ist eine amtliche Ver-
teidigung nur geboten, wenn zusätzlich besondere tatsächliche oder rechtliche 
Schwierigkeiten hinzukommen, denen der Beschuldigte nicht gewachsen wäre. 
Das Bundesgericht hat einen relativ schweren Fall etwa bei einer Strafdrohung 
von drei Monaten Gefängnis unbedingt, bei einer "empfindlichen Strafe von jeden-
falls mehreren Monaten Gefängnis" oder bei der Einsprache gegen einen Strafbe-
fehl von 40 Tagen Gefängnis bedingt angenommen (vgl. die Nachweise in 
BGE 143 I 164 E. 3.5).

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Nach dem Wortlaut von Art. 132 Abs. 2 StPO, wonach die amtliche Verteidigung 
zur Wahrung der Interessen der beschuldigten Person "namentlich" unter den 
Voraussetzungen von Art. 132 Abs. 2 und 3 StPO geboten ist, ist nicht ausge-
schlossen, dass die Gewährung der amtlichen Verteidigung zur Wahrung der In-
teressen der beschuldigten Person aus anderen als den in dieser Bestimmung 
genannten Gründen geboten sein kann (vgl. Urteile des Bundesgerichts 
1B_555/2012 vom 6. Dezember 2012, E. 2.1 und 1B_477/2011 vom 4. Januar 
2012, E. 2.2; ferner auch BGE 143 I 164 E. 3.6). Massgebend ist stets die Ge-
samtheit der konkreten Umstände, was eine strenge Schematisierung verbietet 
(vgl. BGE 143 I 164 E. 3.6; Urteil des Bundesgerichts 1B_210/2019 vom 29. Juli 
2019, E. 2.1). Besondere Schwierigkeiten können sowohl im Ablauf des Verfah-
rens als auch in der materiellrechtlichen Beurteilung der Tatvorwürfe begründet 
sein (vgl. hierzu die Übersicht bei Lieber, a.a.O., N 15 zu Art. 132 StPO). Sodann 
sind auch persönliche Umstände bzw. Eigenschaft der beschuldigten Person 
selbst (z.B. Intelligenz, Alter, Schulbildung, gesundheitliche Aspekte etc.) zu 
berücksichtigen (vgl. Lieber, a.a.O., N 15 zu Art. 132 StPO; ferner auch Ruckstuhl, 
a.a.O., N 36 zu Art. 132 StPO, welcher von "schwierige[n] persönliche[n] Verhält-
nisse[n]" spricht). Entscheidend sind die Verhältnisse im Zeitpunkt der Gesuchstel-
lung (vgl. Lieber, a.a.O., N 14 zu Art. 132 StPO m.w.H.).

6.2. Mit Blick auf die erste Voraussetzung für die Bestellung einer amtlichen 
Verteidigung – die Mittellosigkeit – ist vorauszuschicken, dass bei der Ermittlung 
der prozessualen Bedürftigkeit nicht schematisch auf das betreibungsrechtliche 
Existenzminimum abzustellen, sondern den individuellen Umständen Rechnung 
zu tragen ist (BGE 135 I 91 E. 2.4.3). Bedürftig ist eine Partei, welche die Leistung 
der erforderlichen Prozess- und Parteikosten nur erbringen kann, wenn sie die 
Mittel angreift, die sie zur Deckung des Grundbedarfs für sich und ihre Familie 
benötigt. Die prozessuale Bedürftigkeit beurteilt sich nach der gesamten wirt-
schaftlichen Situation des Rechtsuchenden im Zeitpunkt der Einreichung des Ge-
suchs. Dazu gehören einerseits sämtliche finanziellen Verpflichtungen, anderer-
seits die Einkommens- und Vermögensverhältnisse (BGE 124 I 1 E. 2a). Dabei 
obliegt es der Antrag stellenden Partei, ihre aktuellen Einkommens- und Vermö-
gensverhältnisse umfassend aufzuzeigen und ihre finanziellen Verpflichtungen zu 
belegen. Kommt sie dieser Obliegenheit nicht nach, ist der Antrag abzuweisen 
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 1B_332/2012 vom 15. August 2012, E. 2.5 
m.w.H.). Aufgrund des Gesuchs um öffentliche Unterstützung des Regionalen So-
zialdienstes
Prättigau/Herrschaft/Fünf Dörfer vom 5. August 2020 (KG act. B.11) bzw. der darin 
gemachten Angaben zur finanziellen Situation der Beschwerdeführerin kann Mit-

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tellosigkeit angenommen werden. Dass diese Unterlagen erst vor dem Kantonsge-
richt eingereicht worden sind, schadet grundsätzlich insofern nicht, als im strafpro-
zessualen Beschwerdeverfahren kein Novenverbot besteht (vgl. Urteil des Bun-
desgerichts 1B_768/2012 vom 15. Januar 2013, E. 2.1 m.w.H.; Beschluss des 
Kantonsgerichts SK2 16 6 vom 21. Juni 2016, E. 2a). Zudem ist die Beschwerde-
führerin schwanger, weshalb eine Wiederaufnahme der Arbeitstätigkeit in abseh-
barer Zeit kaum möglich sein dürfte. Nicht gefolgt werden kann der Staatsanwalt-
schaft, wenn sie Mittellosigkeit verneint mit dem Argument, die Beschwerdeführe-
rin habe anlässlich einer Polizeikontrolle rund CHF 25'000.00 Bargeld in ihrer 
Handtasche getragen, wobei es sich um eigenes Erspartes gehandelt haben soll 
(vgl. KG act. A.2, S. 2 f.). Dieses Geld wurde anschliessend sichergestellt (vgl. 
StA act. 3.3), sodass die Beschwerdeführerin keine Verfügungsmacht mehr darü-
ber hat. Die Staatsanwaltschaft kündigte denn auch nicht an, der Beschwerdefüh-
rerin das sichergestellte Geld in absehbarer Zeit zurückzugeben. Im Gegenteil: Im 
Antrag auf Entsiegelung und Durchsuchung vom 29. Juli 2020 wird angedeutet, 
dass das sichergestellte Geld beschlagnahmt werden soll (vgl. StA act. 3.1, S. 2 
["[…] weitere zu beschlagnahmende Gegenstände […]"]). Selbst wenn die Staats-
anwaltschaft davon absehen würde, änderte dies nichts daran, dass der Be-
schwerdeführerin das Geld derzeit nicht zur Verfügung steht. Bei einer Rückgabe 
das Geldes während des Verfahrens könnte die Verfahrensleitung immer noch 
entscheiden, ob und inwieweit die staatlich bevorschussten Verteidigungskosten 
an die Beschwerdeführerin zu überwälzen wären (vgl. Art. 135 Abs. 2 StPO i.V.m. 
Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO; Beschluss des Kantonsgerichts SK2 17 37 vom 9. Ja-
nuar 2018, E. 4.3). Denn weder das Gesetz noch die Bundesgerichtspraxis sehen 
vor, dass eine amtliche Verteidigung ohne weiteres zur definitiven Befreiung der 
beschuldigten Person von staatlich bevorschussten Anwaltskosten führen müsste 
(vgl. zum Ganzen BGE 139 IV 113 E. 4.1 f.). Mit anderen Worten vermag eine all-
fällige spätere Aushändigung des Geldes an der momentanen finanziellen Situati-
on nichts zu ändern. Somit ist von Mittellosigkeit im Sinne von Art. 132 Abs. 1 lit. b 
StPO auszugehen.

6.3. Die Staatsanwaltschaft bezeichnet das gegen die Beschwerdeführerin ge-
führte Strafverfahren als "Standard-Fall" einer vorgefundenen Indoor-Hanfanlage 
(vgl. KG act. A.2, S. 2). Dies mag aus der Sicht der Staatsanwaltschaft so sein, mit 
Bezug auf die Beschwerdeführerin ist jedoch zu berücksichtigen, dass diese bis-
lang – abgesehen von einer Übertretung nach Art. 19a BetmG – nie wegen 
schwerwiegenderer Betäubungsmitteldelikte verantwortlich gemacht wurde (vgl. 
StA act. 2.1). Vorliegend dürfte es sich um einen sogenannt relativ schweren Fall 
handeln; die Gebotenheit einer amtlichen Verteidigung ist daher nicht von vorn-

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herein ausgeschlossen. Im (für die Frage der Gebotenheit massgebenden) Zeit-
punkt der Gesuchstellung stand das Entsiegelungsverfahren vor dem Zwangs-
massnahmengericht (noch) bevor; zudem zieht die Staatsanwaltschaft eine rück-
wirkende Teilnehmeridentifikation in Erwägung (vgl. StA act. 3.1, S. 4). Zur Dis-
kussion standen bzw. stehen somit eine ganze Reihe von Zwangsmassnahmen 
(Hausdurchsuchung, Beschlagnahme, rückwirkende Teilnehmeridentifikation). 
Damit einher gehen zum einen nicht unerhebliche Eingriffe in die Rechtstellung 
der Beschwerdeführerin. Zum anderen machen diese Umstände auch das Verfah-
ren bzw. die Interessenwahrung der Beschwerdeführerin anspruchsvoller (vgl. 
hierzu auch Ruckstuhl, a.a.O., N 36 zu Art. 132 StPO, welcher das Verfahren vor 
dem Haftrichter als zu berücksichtigender Umstand ansieht). Kommt hinzu, dass 
die Staatsanwaltschaft offenbar gegen den Partner der Beschwerdeführerin den 
Verdacht hegt, dieser sei in den mutmasslichen Betäubungsmittelhandel involviert 
gewesen (vgl. etwa StA act. 3.6; StA act. 1.18). Somit stehen Fragen der Beteili-
gung (Täterschaft oder Teilnahme) im Raum, die den Fall rechtlich und tatsächlich 
komplizierter machen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 1B_195/2012 vom 7. Mai 
2012, E. 2.4; Lieber, a.a.O., N 15 zu Art. 132 StPO; Ruckstuhl, a.a.O., N 38 zu 
Art. 132 StPO). Die Beschwerdeführerin leidet zudem am Asperger-Syndrom, wo-
bei sie gemäss Bericht von Dr. med. C._____ vom 5. Juli 2020 in ihrer sozialen 
Kommunikation eingeschränkt ist und nicht immer die Aussagen von anderen 
Menschen nachvollziehen kann. Auch das Gesuch um öffentliche Unterstützung 
des Regionalen Sozialdienstes Prättigau/Herrschaft/Fünf Dörfer vom 5. August 
2020 (KG act. B.11) hält diesbezüglich fest, dass die Beschwerdeführerin auf-
grund des Asperger-Syndroms in der Alltagsbewältigung immer wieder vor grosse 
Herausforderungen gestellt sei und sie sich vor allem in administrativen Angele-
genheiten überfordert zeige und Unterstützung benötige. Schliesslich ist zu 
berücksichtigen, dass die Beschwerdeführerin schwanger ist (voraussichtlicher 
Geburtstermin 19. Dezember 2020; vgl. KG act. B.11), weshalb das gegen sie ge-
führte Strafverfahren unter gesundheitlichen Aspekten eine zusätzliche Belastung 
darstellt. Unter all diesen Umständen scheint es nach Ansicht der erkennenden 
Kammer zur Wahrung der Interessen der Beschwerdeführerin geboten, dass diese 
im gegen sie geführten Strafverfahren durch einen Rechtsvertreter verteidigt wird. 
Nur am Rande zu erwähnen bleibt, dass die Beschwerdeführerin bereits im von 
der Staatsanwaltschaft des Kantons O.1_____ geführten Verfahren 
SA.2013.00515, welches mit Strafbefehl vom 9. Oktober 2017 abgeschlossen 
wurde, amtlich verteidigt war (vgl. StA act. 2.4).

7. Demnach ist die Beschwerde in der Sache gutzuheissen. Ziffer 1 des Dis-
positivs der angefochtenen Verfügung ist aufzuheben. Rechtsanwalt Dr. iur. Ste-

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phan Schlegel ist (rückwirkend) ab dem Zeitpunkt der Gesuchstellung, das heisst 
mit Wirkung auf den 24. Juli 2020, für das hängige Strafverfahren VV.2020.1839 
gestützt auf Art. 132 Abs. 1 lit. b StPO als amtlicher Verteidiger der Beschwerde-
führerin zu bestellen. Abzuweisen ist hingegen der Antrag der Beschwerdeführerin 
auf Akteneinsicht im Beschwerdeverfahren.

8. Mit Bezug auf die Kosten- und Entschädigungsfolgen rechtfertigen sich 
zunächst folgende Vorbemerkungen: Die Beschwerdeführerin beantragte mittels 
Beschwerde, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und Rechtsanwalt Dr. 
iur. Stephan Schlegel sei als amtlicher Verteidiger zu bestellen. Durch die Bezug-
nahme auf die angefochtene Verfügung, welche die Bestellung einer amtlichen 
Verteidigung im Vorverfahren verweigerte, beschränkt sich der Antrag der Be-
schwerdeführerin streng betrachtet auf das Vorverfahren. Demgegenüber fehlt ein 
expliziter Antrag, wonach die unentgeltliche Verteidigung auch im Beschwerdever-
fahren zu gewähren sei. Dies schadet der Beschwerdeführerin vorliegend jedoch 
nicht, da die Voraussetzungen von Art. 132 Abs. 1 lit. b StPO, d.h. die Mittellosig-
keit und die Gebotenheit der Vertretung, bereits im Hinblick auf die angefochtene 
Verfügung zu prüfen waren und rückwirkend bereits ab Zeitpunkt der Gesuchstel-
lung bejaht wurden. Unter diesen Umständen ein separates Gesuch um Bestel-
lung der unentgeltlichen Verteidigung für das Beschwerdeverfahren zu verlangen, 
käme überspitztem Formalismus gleich und würde widersprüchliche Entscheide 
mit Bezug auf Vor- und Beschwerdeverfahren provozieren (in diesem Sinne auch 
Beschluss des Obergerichts Zug vom 20. Juli 2017, GVP 2017, S. 182 ff.). Dage-
gen liesse sich zwar einwenden, dass die unentgeltliche Verteidigung im Sinne 
von Art. 132 Abs. 1 lit. b StPO im Beschwerdeverfahren nur unter der zusätzlichen 
Voraussetzung gewährt werden könne, dass sich das Rechtsmittel als nicht aus-
sichtslos erweise (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 1B_732/2011 vom 19. Ja-
nuar 2012, E. 4.2 m.w.H.). Die beschwerdeführende Partei wird sich jedoch natur-
gemäss auf den Standpunkt stellen, dass ihr Rechtsmittel nicht aussichtslos sei, 
und sie wird hierzu als Beleg in der Regel nicht mehr vorbringen können, als sie 
bereits zur Begründung ihrer Beschwerde angeführt hat. Insoweit bedarf es im 
Beschwerdeverfahren auch nicht eines (namentlich mit Blick auf die Frage der 
Nicht-Aussichtslosigkeit) gesondert begründeten Antrages um Gewährung der 
unentgeltlichen Verteidigung, zumal die Erfolgschancen des Rechtsmittels durch 
das Gericht zu beurteilen sind, wofür es keiner zusätzlichen Beweismittel bedürfte, 
welche von der beschwerdeführenden Partei beizubringen wären.

Was den Umfang der Prozesskostenbefreiung betrifft, so gilt zu beachten, dass 
die StPO keinen Anspruch der beschuldigten Person auf unentgeltliche Prozess-

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führung vorsieht, soweit sie sich auf die (vorläufige) Befreiung von Gerichtskosten 
bezieht. Ein solcher ist einzig für die Privatklägerschaft normiert (Art. 136 Abs. 2 
lit. a und b StPO). Sodann bezieht sich auch der aus Art. 29 Abs. 3 BV abgeleitete 
Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege von vornherein nur auf die (einstweilige) 
Befreiung von Kosten, welche den Zugang zum Verfahren beschränken oder er-
schweren. Dazu zählt in erster Linie die Verpflichtung zur Leistung von Kostenvor-
schüssen oder anderer Sicherheitsleistungen, die vom Gesetz im Hinblick auf die 
weitere Durchführung des Verfahrens vorgesehen sind. Ist das Verfahren bzw. 
das Rechtsmittelverfahren indessen abgeschlossen, steht Art. 29 Abs. 3 BV einer 
Kostenauflage nicht entgegen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 6B_847/2017 vom 
7. Februar 2018, E. 5; 6B_923/2017 vom 27. Februar 2018, E. 2.4.2; ferner auch 
die Hinweise im Beschluss des Kantonsgerichts SK2 19 70 vom 7. Mai 2020, 
E. 4). Dies gilt umso mehr dann, wenn die Höhe der auferlegten Gerichtskosten 
(eher) gering ist (vgl. hierzu Urteil des Bundesgerichts 6B_380/2013 vom 16. Ja-
nuar 2014, E. 5.4).

8.1. Für die angefochtene Verfügung wurden keine Kosten erhoben. Mit Blick 
auf den Ausgang des Beschwerdeverfahrens erübrigt sich eine diesbezügliche 
Neuregelung der Kostenfolge.

8.2. Bei vorliegendem Ausgang des Verfahrens wird die Beschwerdeführerin 
nach Massgabe ihres Unterliegens kostenpflichtig (Art. 428 Abs. 1 StPO). Vorlie-
gend rechtfertigt es sich, ihr die Gerichtskosten im Umfang von einem Drittel auf-
zuerlegen. Die übrigen zwei Drittel werden auf die Staatskasse genommen. In 
Anwendung von Art. 8 der Verordnung über die Gerichtsgebühren in Strafverfah-
ren (VGS; BR 350.201) werden die Kosten des Beschwerdeverfahrens vorliegend 
auf CHF 1'500.00 festgesetzt, wovon die Beschwerdeführerin nach dem unter Er-
wägung 8 Ausgeführten CHF 500.00 zu bezahlen hat.

8.3. Der Kostenentscheid präjudiziert die Entschädigungsfrage (vgl. Urteil des 
Bundesgerichts 6B_876/2014 vom 5. Februar 2015, E. 1.3 m.w.H.). Im Rahmen 
ihres Obsiegens von zwei Dritteln ist die Beschwerdeführerin für ihre Aufwendun-
gen angemessen zu entschädigen. Der Anspruch der beschuldigten Person ist 
von Amtes wegen zu prüfen (Art. 429 Abs. 2 StPO). Der Rechtsvertreter der Be-
schwerdeführerin reichte im Beschwerdeverfahren keine Honorarnote ein, bean-
tragte in seiner Beschwerdeschrift jedoch eine Entschädigung von CHF 1'500.00 
zuzüglich 8 % MwSt. Ausgehend vom in Graubünden bei Nichtvorliegen einer Ho-
norarvereinbarung geltenden Stundenansatz in Höhe von CHF 240.00 (vgl. statt 
vieler Urteil des Kantonsgerichts von Graubünden SK1 14 18 vom 12. November 
2014, E. 20b m.w.H.), entspräche die beantragte Entschädigung einem Zeitauf-

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wand von gut sechs Stunden. Angesichts der sich stellenden Tat- und Rechtsfra-
gen scheint dies angemessen. Der Einfachheit halber – und zumal es sich man-
gels eingereichter Honorarnote um eine ermessensweise Festlegung handelt – ist 
im Betrag von CHF 1'500.00 die Mehrwertsteuer bereits mitberücksichtigt. Die 
Entschädigung geht zu einem Drittel, somit im Umfang von CHF 500.00, zulasten 
der Beschwerdeführerin und zu zwei Dritteln, somit im Umfang von CHF 1'000.00, 
zulasten des Kantons Graubünden.

8.4. Die Kosten der amtlichen Verteidigung für das Beschwerdeverfahren sind 
einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen. Die Beschwerdeführerin ersuchte 
im Beschwerdeverfahren zwar – wie unter Erwägung 8 ausgeführt – nicht aus-
drücklich um Gewährung der amtlichen bzw. unentgeltlichen Verteidigung, son-
dern lediglich um Auferlegung der Verfahrenskosten an den Staat und um Entrich-
tung einer Parteientschädigung. Dies schadet ihr jedoch nicht; der Antrag auf Kos-
tenbefreiung muss zumindest sinngemäss als solcher um unentgeltliche Verteidi-
gung (auch) im Beschwerdeverfahren verstanden werden. Alsdann erweist sich 
die Beschwerde als nicht aussichtslos. Rechtsanwalt Dr. iur. Stephan Schlegel ist 
daher für seine angemessenen und notwendigen Bemühungen im Beschwerde-
verfahren insgesamt mit CHF 1'500.00 zu entschädigen. Vorbehalten bleibt die 
Rückerstattungspflicht der Beschwerdeführerin gemäss Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO 
für die ihr auferlegten Kosten im Umfang von einem Drittel. 

Demgegenüber hat die Beschwerdeführerin die ihr im Umfang von einem Drittel 
auferlegten Gerichtskosten zu bezahlen (vgl. hierzu Erwägung 8), zumal auch die 
Voraussetzungen von Art. 425 StPO für eine Stundung bzw. einen Erlass der Ver-
fahrenskosten nicht erfüllt sind. So ist weder dargetan noch anderweitig ersicht-
lich, dass die wirtschaftlichen Verhältnisse der Beschwerdeführerin derart ange-
spannt wären, dass selbst eine (teilweise) Kostenauflage eine unzumutbare Härte 
darstellen bzw. unbillig erscheinen würde. Dies gilt umso mehr, als beim Kostener-
lass im Gegensatz zur amtlichen Verteidigung keine Möglichkeit einer späteren 
Nachforderung besteht. Ein Erlass der Kostenforderung führt zum endgültigen Un-
tergang der Forderung. Damit kann diese auch dann nicht mehr geltend gemacht 
werden, wenn die Beschwerdeführerin in der Folgezeit in günstige finanzielle Ver-
hältnisse gelangen würde. Aufgrund dieser weitreichenden Bedeutung sind beim 
Erlass von Verfahrenskosten für die Mittellosigkeit in zeitlicher und qualitativer 
Hinsicht strengere Massstäbe anzulegen als für die Mittellosigkeit im Rahmen der 
amtlichen Verteidigung. Ein Erlass der geschuldeten Kosten ist nur in ausgespro-
chenen Ausnahmefällen bei ausgewiesener sog. dauernder Mittellosigkeit zuläs-
sig. Allein die Tatsache, dass die Beschwerdeführerin zurzeit im Sinne von 

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Art. 132 Abs. 1 lit. b StPO mittellos ist, vermag keine dauernde Mittellosigkeit zu 
begründen. Vielmehr würde eine solche voraussetzen, dass die Beschwerdeführe-
rin selbst unter Berücksichtigung der künftigen Einkommens- und Vermögensent-
wicklung nicht fähig wäre, die Schuld zu begleichen (vgl. statt vieler Beschluss des 
Obergerichts Zürich VU160005 vom 21. April 2016, E. II.5.1 ff.). Die Beschwerde-
führerin hat eine abgeschlossene Ausbildung als Bauleiterin und ist erst 26 Jahre 
alt. Es ist daher zu erwarten, dass sie durch eigenen Arbeitserwerb in günstige(re) 
finanzielle Verhältnisse kommen wird. Ebenso ist nicht ausgeschlossen, dass die 
Beschwerdeführerin in den Genuss eines Vermögensanfalls sonstiger Art, bei-
spielsweise aus ehe- oder erbrechtlichen Ansprüchen, kommen könnte. Es kann 
daher nicht gesagt werden, es sei ausgeschlossen, dass sie in absehbarer Zeit in 
eine günstigere wirtschaftliche Situation kommen wird. Die Beschwerdeführerin im 
jetzigen Zeitpunkt von der Tragung der Verfahrenskosten definitiv zu entbinden, 
wäre daher nicht gerechtfertigt.

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III. Demnach wird erkannt:

1. Der Verfahrensantrag von A._____ auf Gewährung von Akteneinsicht im 
Beschwerdeverfahren wird abgewiesen.

2. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Ziffer 1 des Dispositivs der Verfügung 
der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 3. August 2020 (VV.2020.1839) 
wird aufgehoben. Rechtsanwalt Dr. iur. Stephan Schlegel wird gestützt auf 
Art. 132 Abs. 1 lit. b StPO als amtlicher Verteidiger von A._____ mit Wir-
kung auf den 24. Juli 2020 (Datum Gesuchstellung) für das Strafverfahren 
VV.2020.1839 bestellt.

3. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von CHF 1'500.00 gehen zu einem 
Drittel, das heisst im Umfang von CHF 500.00, zulasten von A._____ und 
zu zwei Dritteln, das heisst im Umfang von CHF 1'000.00, zulasten des 
Kantons Graubünden.

4. a) Rechtsanwalt Dr. iur. Stephan Schlegel wird als amtlicher Verteidiger von 
A._____ für das Beschwerdeverfahren mit CHF 1'500.00 (inkl. MwSt.) ent-
schädigt. Diese Entschädigung der amtlichen Verteidigung geht zu einem 
Drittel, das heisst im Umfang von CHF 500.00, zulasten von A._____ und 
zu zwei Dritteln, das heisst im Umfang von CHF 1'000.00, zulasten des 
Kantons Graubünden.

    b) Die Kosten der amtlichen Verteidigung im Beschwerdeverfahren von 
CHF 1'500.00 werden einstweilen aus der Gerichtskasse des Kantonsge-
richts von Graubünden bezahlt. Vorbehalten bleibt die Rückerstattungs-
pflicht von A._____ gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO für die ihr auferlegten 
Kosten im Umfang von CHF 500.00.

5. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 78 ff. BGG Beschwerde in 
Strafsachen an das Bundesgericht geführt werden. Die Beschwerde ist dem 
Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, schriftlich innert 
30 Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in 
der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 78 ff. und 90 ff. 
BGG.

6. Mitteilung an: