# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 980f879b-0378-5de8-a75b-7037ea49567e
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-04-12
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 12.04.2024 UE230180
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_UE230180_2024-04-12.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
III. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: UE230180-O/HON

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. B. Stiefel, Präsident i.V.,

sowie Gerichtsschreiberin lic. iur. R. Linder

Verfügung vom 12. April 2024

in Sachen

A._____,
Beschwerdeführerin

vertreten durch Rechtsanwalt MLaw X._____

gegen

1. B._____,
2. Statthalteramt Bezirk Bülach, 
Beschwerdegegner

1 vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____

betreffend Einstellung 

Beschwerde gegen die Einstellungsverfügung des Statthalteramts Bezirk 
Bülach vom 4. Mai 2023, ST.2023.1947

- 2 -

Erwägungen:

I.

1.

Am 30. Januar 2023 stellte A._____ (fortan Beschwerdeführerin) bei der Kantons-

polizei Zürich Strafantrag gegen ihren Ehemann B._____ (fortan Beschwerdegeg-

ner) wegen Tätlichkeiten (Urk. 3/2/2). Der Beschwerdegegner soll der Beschwer-

deführerin anlässlich einer Auseinandersetzung am 3. Dezember 2022 in der (da-

mals noch) gemeinsamen Wohnung an der C._____-strasse … in D._____ ins Ge-

sicht gespuckt, sie mit beiden Händen nach hinten geschubst und ihr mit der fla-

chen rechten Hand ins Gesicht (gegen die linke Wange) geschlagen haben 

(Urk. 3/2/1 S. 2). In der Folge wurden sowohl die Beschwerdeführerin wie auch die 

Beschwerdegegner polizeilich befragt (Urk. 3/2/1 S. 2 f.). Weiter wurde ein Kurzbe-

richt einer ärztlichen Konsultation der Beschwerdeführerin vom 13. Januar 2023 zu 

den Akten genommen (Urk. 3/2/4, datierend vom 25. Januar 2023). Die Polizei ver-

fügte daraufhin diverse Gewaltschutzmassnahmen gegen den Beschwerdegegner 

(Urk. 3/2/3/1) und rapportierte den mutmasslichen Vorfall von häuslicher Gewalt 

schliesslich an das Statthalteramt des Bezirks Bülach (fortan Statthalteramt; vgl. 

Urk. 3/2/1 S. 1).

2.

Mit Verfügung vom 4. Mai 2023 stellte das Statthalteramt die Strafuntersuchung 

gegen den Beschwerdegegner wegen Tätlichkeiten ein und begründete dies im 

Wesentlichen damit, dass sich die widersprechenden Aussagen der beschuldigten 

Person einerseits und der Geschädigten andererseits gegenüberstehen würden, 

wobei die Darstellungen des Hergangs des angezeigten Sachverhalts offenkundig 

auseinandergingen. Die anlässlich der ärztlichen Konsultation vom 13. Januar 

2023 bei der Geschädigten festgestellten Verletzungen würden sich sodann nicht 

mit deren Schilderungen zum mutmasslichen Tathergang decken; zudem sei die 

Konsultation erst geraume Zeit später erfolgt, so dass ein Zusammenhang zwi-

schen dem fraglichen Vorfall und den Verletzungen der Geschädigten nicht rechts-

genügend erstellt werden könne (Urk. 6 S. 2).

- 3 -

3.

Gegen diese Einstellungsverfügung liess die Beschwerdeführerin mit Eingabe ihres 

Rechtsvertreters vom 19. Mai 2023 innert Frist Beschwerde erheben und folgende 

Anträge stellen (Urk. 2 S. 2): 

1. Die Einstellungsverfügung des Statthalteramts Bülach vom 4. Mai 
2023 im Verfahren ST.2023.1947 sei aufzuheben, insbesondere 
Dispositivziffer 1 sei aufzuheben und das Statthalteramt anzuwei-
sen, die Strafuntersuchung wieder an die Hand zu nehmen. 

2. Es sei das Statthalteramt Bülach anzuweisen, die Geschädigte zu 
befragen. 

Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich Mehrwertsteuer zu-
lasten des Staates. 

Mit Präsidialverfügung vom 25. Mai 2023 wurde der Beschwerdeführerin Frist an-

gesetzt zur Leistung einer Prozesskaution von einstweilen Fr. 2'500.– (Urk. 7). Mit 

Stellungnahme vom 29. Juni 2023 erklärte die Beschwerdeführerin, finanziell nicht 

in der Lage zu sein, die auferlegte Prozesskaution zu leisten (Beilagen gem. 

Urk. 10: Dokumentation der finanziellen Verhältnisse), und stellte gleichzeitig die 

folgenden prozessualen Anträge (Urk. 9 S. 2): 

1. Der Beschwerdegegner sei zur Leistung der Prozesskaution zu 
verpflichten.

2. Der Beschwerdegegner sei zur Bezahlung eines Prozessvor-
schusses von vorerst Fr. 1'800.– zu verpflichten.

3. Eventualiter sei der Beschwerdeführerin die unentgeltliche 
Rechtspflege und -Vertretung zu gewähren und sie sei von den 
Verfahrenskosten zu befreien. 

4. Subeventualiter sei von der Leistung einer Prozesskaution abzu-
sehen. 

5. Subeventualiter sei der Beschwerdeführerin die Frist zur Leistung 
der Prozesskaution um 30 Tage zu erstrecken. 

Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich Mehrwertsteuer zu-
lasten des Staates.

Mit Präsidialverfügung vom 30. Juni 2023 wurde der Beschwerdeführerin unter Hin-

weis auf Art. 383 Abs. 1 StPO mitgeteilt, dass die beschuldigte Person, mithin der 

Beschwerdegegner, nicht zur Leistung einer Prozesskaution verpflichtet werden 

könne. Weiter wurde festgehalten, dass die Frist zur Leistung einer Prozesskaution 

abgelaufen sei; die Eingabe der Beschwerdeführerin (Urk. 9) gelte jedoch als recht-

- 4 -

zeitig eingereicht. Unter diesen Umständen erübrige es sich, der Beschwerdefüh-

rerin die Frist zur Leistung einer Prozesskaution abzunehmen. Über die weiteren 

prozessualen Anträge sei gegebenenfalls später zu entscheiden. Schliesslich 

wurde das Statthalteramt darum ersucht, einstweilen ohne Stellungnahme die Ak-

ten einzureichen (Urk. 13). In der Folge übermittelte das Statthalteramt die Akten 

im Original (Urk. 17). 

Da sich die Beschwerde – wie noch darzulegen sein wird – als offensichtlich unbe-

gründet erweist, wurde darauf verzichtet, weitere Stellungnahmen einzuholen (vgl. 

Art. 390 Abs. 2 StPO).

4.

Da ausschliesslich eine Übertretung Gegenstand des Verfahrens bildet, ist die Ver-

fahrensleitung der Beschwerdeinstanz zur Beurteilung der Beschwerde zuständig 

(Art. 395 lit. a StPO).

Infolge einer internen Reorganisation sowie infolge Neukonstituierung der Kammer 

wird der vorliegende Beschwerdeentscheid in Anwendung von § 12 der Verordnung 

über die Organisation des Obergerichts und entgegen der ursprünglichen Ankündi-

gung (vgl. Urk. 7 S. 3) unter Mitwirkung einer Stellvertretung des Kammerpräsiden-

ten gefällt. 

II.

1.

Angefochten ist eine Einstellungsverfügung des Statthalteramts. Dagegen ist die 

Beschwerde beim Obergericht zulässig (Art. 322 Abs. 2 i.V.m. Art. 393 Abs. 1 lit. a 

StPO und § 49 GOG).

2.

2.1 Die Beschwerdeführerin rügt zunächst, ihr Anspruch auf rechtliches Gehör sei 

verletzt worden, indem das Statthalteramt ihr den bevorstehenden Abschluss der 

Strafuntersuchung, mithin die Einstellung des Verfahrens, nicht angekündigt und 

ihr keine Frist zur Stellung von Beweisanträgen angesetzt habe (Art. 318 Abs. 1 

StPO; Art. 29 Abs. 2 BV). Dies könne auch nicht geheilt werden, da die Beschwer-

- 5 -

deführerin erst förmlich einvernommen werden müsste, bevor klar werde, welche 

Beweisanträge sinnvoll wären. Bereits deshalb sei die Sache an das Statthalteramt 

zurückzuweisen, um die Geschädigte zu befragen (Urk. 2 Rz. 12).

2.2 Bei den zur Anzeige gebrachten Tätlichkeiten handelt es sich um Übertretun-

gen (Art. 126 Abs. 1 i.V.m. Art. 103 StGB). Zur Verfolgung und Beurteilung von 

Übertretungen ist unbestritten das Statthalteramt als Verwaltungsbehörde im Sinne 

von Art. 357 Abs. 1 StPO zuständig (vgl. § 89 Abs. 1 GOG/ZH). 

Ist der Übertretungstatbestand nicht erfüllt, so stellt die Übertretungsstrafbehörde 

das Verfahren mit einer kurz begründeten Verfügung ein (Art. 357 Abs. 3 StPO). 

Sie ist den Parteien jedoch nicht vorab gemäss Art. 318 Abs. 1 StPO anzukündi-

gen, da diese Bestimmung (hinsichtlich der Ankündigung) auf das Übertretungs-

strafverfahren nicht anwendbar ist (SCHWARZENEGGER, in: Zürcher Kommentar 

StPO, 3. Aufl. 2020, N 13 zu Art. 357 StPO, mit Hinweis auf die Praxis der hiesigen 

Kammer).

Eine Verletzung des rechtlichen Gehörsanspruchs der Beschwerdeführerin beim 

Erlass der angefochtenen Einstellungsverfügung durch das Statthalteramt ist daher 

zu verneinen.

3.

3.1 Die Beschwerdeführerin macht mit der Beschwerde im Wesentlichen geltend, 

der von ihr eingereichte Arztbericht beziehe sich nicht auf den von ihr zunächst 

gemeldeten Vorfall häuslicher Gewalt vom 3. Dezember 2022, sondern betreffe ei-

nen weiteren Vorfall im Januar 2023, welcher aber im Polizeibericht keinen Eingang 

gefunden habe. Aus dem Arztbericht vom 25. Januar 2023 ergebe sich, dass die 

Beschwerdeführerin berichtet habe, "erneut" von ihrem Ehemann gewalttätig ange-

gangen worden zu sein. Er habe sie am Oberarm gepackt und geschüttelt. Weiter 

habe sie Schläge gegen das Bein erhalten. Das Ereignis liege "ein paar Tage" zu-

rück. Es sei ein Hämatom am Oberschenkel sowie eine Druckdolenz am Oberarm 

festgestellt worden. Der Patientin sei "erneut" zur Anzeige bei der Polizei geraten 

worden (Urk. 2 Rz. 8 mit Hinweis auf Urk. 3/2/4). 

- 6 -

Dem Polizeibericht (Urk. 3/2/1) sei zu entnehmen, dass der zuständige Sachbear-

beiter die Beschwerdeführerin offenbar so verstanden habe, dass sich der Arztbe-

richt auf die Ereignisse vom 3. Dezember 2022 beziehe. Dies sei falsch; die Be-

schwerdeführerin habe die ganze Gesichte inklusive den Vorfall vom Januar 2023 

erzählen wollen. Dies sei im Polizeibericht aber offenbar nicht festgehalten worden, 

was entweder auf Unwillen des polizeilichen Sachbearbeiters oder vielleicht auch 

auf sprachliche Schwierigkeiten bei der Beschwerdeführerin zurückzuführen sei, 

die nur gebrochen Deutsch spreche (Urk. 2 Rz. 10). 

Da sich der Arztbericht vom 25. Januar 2023 aufgrund von dessen Formulierung 

aber offensichtlich auf ein neues Ereignis im Januar 2023 beziehe, hätte dies auf-

horchen lassen müssen. Damit sei der Verdacht von wiederholten Tätlichkeiten in 

der Ehe nahegelegen, was von Amtes wegen zu verfolgen sei (Urk. 2 Rz. 11). 

3.2 Wer gegen jemanden Tätlichkeiten verübt, die keine Schädigung des Körpers 

oder der Gesundheit zur Folge haben, wird auf Antrag hin mit Busse bestraft 

(Art. 126 Abs. 1 StGB; gilt als Übertretung gem. Art. 103 StGB). Vorauszusetzen 

ist jedoch immer, dass die Einwirkung auf den Körper eines anderen Menschen 

mindestens eine bestimmte Intensität erreicht (ROTH/KESHELAVA, in: Basler Kom-

mentar StGB, 4. Auflage 2019, N 3 zu Art. 126 StGB). 

Der Täter wird von Amtes wegen verfolgt, wenn er die Tat wiederholt an seinem 

Ehegatten während der Ehe begeht (Art. 126 Abs. 2 lit. b StGB).

3.3 Die zur Verfolgung und Beurteilung von Übertretungen eingesetzte Verwal-

tungsbehörde – hier das Statthalteramt – hat die Befugnisse der Staatsanwaltschaft 

(Art. 357 Abs. 1 StPO). Das Verfahren richtet sich sinngemäss nach den Vorschrif-

ten über das Strafbefehlsverfahren (Art. 357 Abs. 2 StPO). 

Gemäss Art. 308 Abs. 1 StPO besteht der Zweck der Strafuntersuchung darin, den 

Sachverhalt in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht so weit abzuklären, dass das 

Vorverfahren abgeschlossen werden kann. Bei der Verfolgung dieses Zwecks hat 

die Untersuchungsbehörde diejenigen Vorkehrungen zu treffen, welche zur Klärung 

des Falles wesentlich beitragen können. Dabei ist sie gerade im Übertretungsstraf-

- 7 -

bereich nicht verpflichtet, alle erdenklichen Ermittlungshandlungen vorzunehmen 

(auch wenn die geschädigte Person solches erwartet). Nach Abschluss des Unter-

suchungsverfahrens entscheidet die zuständige Behörde, ob ein Strafbefehl zu er-

lassen oder das Verfahren einzustellen ist (vgl. Art. 318 Abs. 1 StPO).

Die Übertretungsstrafbehörde stellt das Verfahren mit einer kurz begründeten Ver-

fügung ein, wenn der Übertretungstatbestand nicht erfüllt ist (Art. 357 Abs. 3 StPO). 

Sinngemäss anzuwenden sind die in Art. 319 StPO genannten Einstellungsgründe. 

Das Verfahren ist daher unter anderem einzustellen, wenn kein Tatverdacht in dem 

Masse erhärtet ist, dass eine Anklage – bzw. in der Kompetenz der Übertretungs-

strafbehörde ein Strafbefehl – gerechtfertigt wäre, oder kein Tatbestand erfüllt ist 

(vgl. Art. 319 Abs. 1 lit. a und b StPO; SCHWARZENEGGER, a.a.O., N 13 zu Art. 357 

StPO). 

Die Übertretungsstrafbehörde hat bei Ihrem Entscheid, ob sie das Verfahren ein-

stellen will, einen grossen Ermessensspielraum (DAPHINOFF, in: Basler Kommentar 

StPO, 3. Auflage 2023, N 15 zu Art. 357 StPO). Auch der Grundsatz in dubio pro 

duriore ist hierbei (entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin, Urk. 2 Rz. 5, und 

anders als im Verfahren der Staatsanwaltschaft) nicht strikt anzuwenden. Schliess-

lich ist darauf hinzuweisen, dass bei geringfügigen Delikten eher eine Einstellung 

in Betracht fällt; dies ist bereits bei der Frage der gebotenen Untersuchungstiefe zu 

berücksichtigen (vgl. die Praxis der Kammer: u.a. Beschluss UE180161-O vom 

6. September 2016 Erw. III./4.1 mit weiteren Hinweisen).

3.4 Zunächst geht das Statthalteramt in der Einstellungsverfügung (Urk. 5 S. 2) 

zurecht davon aus, dass die Aussagen der Beschwerdeführerin einerseits sowie 

des Beschwerdegegners andererseits in Bezug auf den zur Anzeige gebrachten 

Vorfall vom 3. Dezember 2023 (vgl. vorangehend Ziff. I./1.) klar im Widerspruch zu 

einander stehen. Gemäss der Beschwerdeführerin soll der Beschwerdegegner an 

jenem Abend in der gemeinsamen Wohnung wegen einer kleinen Meinungsver-

schiedenheit ausgerastet sein. Dabei habe er sie geschubst, angespuckt und ihr 

mit der Hand ins Gesicht geschlagen (Polizeirapport Urk. 3/2/1 S. 2). 

- 8 -

Dahingegen sagte der Beschwerdegegner anlässlich der polizeilichen Tatbe-

standsaufnahme sinngemäss aus, die Vorwürfe würden überhaupt nicht stimmen. 

Da sie sich bereits in der Scheidungsphase befinden würden und Anwälte involviert 

seien, wolle er die weitere Aussage verweigern. Er wolle zudem nichts Falsches 

sagen, sondern vorsichtig sein (Urk. 3/2/1 S. 2 f.). 

Allein anhand dieser divergierenden Aussagen der Beteiligten kann bzw. konnte 

nicht auf einen hinreichenden Tatverdacht für ein strafbares Verhalten geschlossen 

werden. Ebenfalls ist zu berücksichtigen, dass die Beschwerdeführerin erst ge-

raume Zeit später – am 30. Januar 2023 – bei der Polizei erschien, um den mut-

masslichen Vorfall vom 3. Dezember 2022 zur Anzeige zu bringen. Nach einem 

Zeitablauf von rund zwei Monaten konnten bei der Beschwerdeführerin (selbstre-

dend) keine potentiellen Verletzungen mehr erkannt oder dokumentiert werden; 

das Erstellen eines Fotobogens durch die Polizei erübrigte sich ebenfalls (vgl. 

Urk. 3/2/1 S. 2). Die ärztliche Konsultation vom 13. Januar 2023 (Urk. 3/2/4) be-

zieht sich offenbar – so die Beschwerdeführerin – auf einen anderen (späteren) 

Vorfall, weshalb er in diesem Zusammenhang auch nicht weiter verwertbar er-

scheint. 

Folglich liegen hinsichtlich einer möglichen tätlichen Auseinandersetzung vom 

3. Dezember 2022 keine objektiven Beweismittel vor, auf welche sich das Statthal-

teramt im Rahmen einer fortzuführenden Untersuchung hätte stützen können. Es 

ist auch nicht ersichtlich, welche weiteren Erhebungen das Statthalteramt noch 

hätte tätigen sollen (nachdem eine kurze Befragung der Beteiligten durch die Poli-

zei anlässlich der Tatbestandsaufnehme bereits erfolgt war; dies hat angesichts 

des eher geringfügigen Vorwurfs von Tätlichkeiten auch zu genügen bzw. weitere 

Ermittlungen waren nicht geboten).

Auszugehen ist letztlich allenfalls davon, dass es am 3. Dezember 2022 zu einer 

Auseinandersetzung zwischen dem Beschwerdegegner und der Beschwerdefüh-

rerin gekommen war; dabei ist jedoch nicht rechtsgenügend nachweisbar, dass in 

der zu beurteilenden Situation eine Einwirkung auf den Körper der Beschwerdefüh-

rerin erfolgt sein soll, welche die bei Art. 126 StGB geforderte Mindestintensität auf-

weisen würde.

- 9 -

3.5 Die Beschwerdeführerin weist zurecht darauf hin, dass im fraglichen Polizei-

rapport lediglich der beanzeigte Vorfall vom 3. Dezember 2022 erfasst wurde 

(Urk. 3/2/1 S. 1). Hinweise auf weitere (spätere) Übergriffe des Beschwerdegeg-

ners gegen die Beschwerdeführerin sind dem Rapport hingegen nicht zu entneh-

men. In diesem Zusammenhang schliesst die Beschwerdeführerin jedoch nicht 

aus, dass dies "vielleicht" auf sprachliche Schwierigkeiten ihrerseits zurückzufüh-

ren sei. Sie habe die ganze Geschichte erzählen "wollen" (vgl. Urk. 2 Rz. 10).

Unter diesen Umständen ist nicht auszuschliessen, dass die Beschwerdeführerin 

gegenüber der Polizei gerade nicht die gesamten Umstände schilderte, sondern 

lediglich den im Rapport erfassten Vorfall vom 3. Dezember 2022 in nachvollzieh-

barer Weise darlegte. Dies kann nachträglich jedoch nicht als "Unwillen" der Polizei, 

den fraglichen Sachverhalt korrekt zu erfassen, gedeutet werden. Allein gestützt 

auf einen knappen Arztbericht, ohne entsprechende Aussage der Beschwerdefüh-

rerin, musste die Polizei jedenfalls nicht (von sich aus) auf einen weiteren Vorfall 

rapportieren. Vielmehr ist davon auszugehen, dass die Polizei die Äusserungen der 

Beschwerdeführerin – soweit wie möglich und verständlich – ganzheitlich festhielt 

und die von ihr geltend gemachte Bedrohungslage auch durchaus ernstnahm, in-

dem sie in der Folge diverse Gewaltschutzmassnahmen verfügte (vgl. hierzu 

Urk. 3/2/3/1-3). Von einem pflichtwidrigen Vorgehen der Polizei beim Erfassen des 

von der Beschwerdeführerin beanzeigten Vorfalls ist damit nicht auszugehen.

Aus den Akten ergibt sich weiter, dass die Beschwerdeführerin den Strafantrag vom 

30. Januar 2023 wegen Tätlichkeiten eigenhändig (persönlich) unterzeichnete; das 

Dokument bezieht sich dabei einzig und allein auf den Vorfall vom 3. Dezember 

2022 (vgl. Urk. 3/2/2). Sollte die Beschwerdeführerin das Strafantragsformular 

sprachlich oder inhaltlich nicht verstanden haben, durfte von ihr erwartet werden, 

sich entsprechend zu erkundigen, bevor sie das Dokument unterzeichnete.

Folglich bezieht sich die angefochtene Einstellungsverfügung lediglich auf den tat-

sächlich rapportierten Vorfall vom 3. Dezember 2022. Hinsichtlich möglicher weite-

rer Vorfälle von häuslicher Gewalt liegt somit – mangels einer diesbezüglichen 

Strafanzeige – auch keine anfechtbare Verfügung vor, die im hiesigen Verfahren 

beurteilt werden könnte. Insofern ist auf die Beschwerde nicht einzutreten. 

- 10 -

3.6 Das Statthalteramt durfte unter Berücksichtigung des vorangehend dargeleg-

ten Ermessensspielraums klarerweise zum Ergebnis gelangen, dass ein rechtsge-

nügender Nachweis eines strafbaren Verhaltens nicht erstellbar sei, und verfügte 

daher zu Recht die Einstellung der Strafuntersuchung. Somit ist die Beschwerde 

(dies betrifft die Anträge gem. Urk. 2) insgesamt abzuweisen. 

III.

1.

Ausgangsgemäss sind die Kosten des Beschwerdeverfahrens der Beschwerdefüh-

rerin aufzuerlegen (Art. 428 Abs. 1 StPO). Ihr Ersuchen um Gewährung der unent-

geltlichen Rechtspflege ist abzuweisen, da die Beschwerde als von vornherein aus-

sichtslos zu betrachten ist (vgl. Voraussetzungen gem. Art. 136 Abs. 1 StPO). 

Die Gerichtsgebühr ist angesichts der offenbar bescheidenen finanziellen Verhält-

nisse der Beschwerdeführerin (vgl. hierzu die Beilagen gem. Urk. 10) auf einen re-

duzierten Betrag von Fr. 500.– festzusetzen (Art. 425 StPO).

2.

Die Beschwerdeführerin hat bei diesem Verfahrensausgang keinen Anspruch auf 

Entschädigung. Da keine Stellungnahmen eingeholt wurden und dem Beschwer-

degegner somit keine Kosten entstanden sind, ist auch ihm keine Entschädigung 

zuzusprechen (eine solche hat er ohnehin nicht geltend gemacht). 

Es wird verfügt:
(Oberrichter lic. iur. B. Stiefel)

1. Das Gesuch der Beschwerdeführerin um unentgeltliche Rechtspflege wird 

abgewiesen.

2. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

3. Die Gerichtsgebühr für das Beschwerdeverfahren wird auf Fr. 500.– festge-

setzt und der Beschwerdeführerin auferlegt.

- 11 -

4. Für das Beschwerdeverfahren werden keine Entschädigungen zugespro-

chen.

5. Schriftliche Mitteilung an:

 Rechtsanwalt MLaw X._____, zweifach, für sich und die Beschwerde-
führerin (per Gerichtsurkunde)

 Rechtsanwalt lic. iur. Y._____, zweifach, für sich und den Beschwerde-
gegner 1 (per Gerichtsurkunde)

 das Statthalteramt Bezirk Bülach ad ST.2023.1947 unter Rücksendung 
der Akten gem. Urk. 17 (gegen Empfangsbestätigung)

sowie nach Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. nach Erledigung allfälliger 

Rechtsmittel an die zentrale Inkassostelle der Gerichte (elektronisch).

6. Rechtsmittel:

Gegen diesen Entscheid kann Beschwerde in Strafsachen erhoben wer-
den. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an gerechnet, bei 
der gemäss Art. 35 und 35a BGerR zuständigen strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesge-

richtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen.

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichtsge-

setzes.

Hinweis: Eingaben müssen spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht 
eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder einer schweizerischen 

diplomatischen oder konsularischen Vertretung übergeben werden.

Zürich, 12. April 2024

Obergericht des Kantons Zürich
III. Strafkammer

Der Präsident, i.V.:

lic. iur. B. Stiefel

Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. R. Linder