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**Case Identifier:** eb4cf4ee-a2f2-5d5c-a10d-a705d2bbc1e9
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-02-25
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 25.02.2016 200 2015 855
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2015-855_2016-02-25.pdf

## Full Text

200 15 855 IV
SCJ/SCM/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 25. Februar 2016

Verwaltungsrichter Scheidegger, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Ackermann, Verwaltungsrichter Schütz
Gerichtsschreiberin Schädeli

A.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 26. August 2015

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Feb. 2016, IV/15/855, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1958 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
meldete sich am 3. bzw. 10. September 2012 unter Hinweis auf psychische 
Beschwerden sowie einen Herzinfarkt bei der IV-Stelle Bern (IVB bzw. Be-
schwerdegegnerin) zum Leistungsbezug an (Akten der Invalidenversiche-
rung [act. II] 1, 8). Nach Vornahme erster erwerblicher und medizinischer 
Abklärungen, insbesondere einer vierwöchigen beruflichen Abklärung 
(27. Mai bis 21. Juni 2013; act. II 25, 30) sowie einer nach Rücksprache mit 
dem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD; act. II 36, 45, 58) erteilten Kos-
tengutsprache für ein vorzeitig abgebrochenes Belastbarkeitstraining 
(24. März bis 15. Juni bzw. 6. Mai 2014; act. II 62, 68, 72), empfahl der 
RAD eine bidisziplinäre Begutachtung (act. II 74). 

Gestützt auf das am 11. November 2014 erstattete Gutachten der MEDAS 
(act. II 90.1) stellte die IVB mit Vorbescheid vom 10. März 2015 (act. II 97) 
bei einem Invaliditätsgrad von 31 % die Abweisung des Rentenbegehrens 
in Aussicht. Auf dagegen erhobenen Einwand des Versicherten (act. II 101) 
holte die IVB eine neuerliche Stellungnahme des RAD (act. II 104) sowie 
eine ergänzende Stellungnahme der psychiatrischen Gutachterin der ME-
DAS ein (act. II 106). Am 26. August 2015 verfügte die IVB wie vorbe-
scheidweise angekündigt (act. II 107).

B.

Hiergegen erhob der Versicherte am 23. September 2015 (Postaufgabe) 
Beschwerde. Unter Aufhebung der angefochtenen Verfügung beantragt er 
die Zusprache einer Invalidenrente, weiter stellt er ein Gesuch um unent-
geltliche Rechtspflege hinsichtlich der Verfahrenskosten. 

Am 30. September 2015 ging beim Gericht ein Schreiben des behandeln-
den Psychiaters Dr. med. B.________, Facharzt für Psychiatrie und Psy-
chotherapie FMH, ein.

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Im Nachgang zur prozessleitenden Verfügung vom 24. September 2015 
reichte der Beschwerdeführer am 6. Oktober 2015 (Postaufgabe) das aus-
gefüllte Gesuch um unentgeltliche Rechtpflege samt Beilagen ein.

Mit Beschwerdeantwort vom 6. November 2015 beantragt die Beschwer-
degegnerin die Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 26. August 2015 (act. II 
107). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf 
eine Rente der Invalidenversicherung.

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1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG).

2.2.1 Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und da-
mit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschränkun-
gen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung 
allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, ab-
wenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv 
bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353; SVR 
2014 IV Nr. 2 S. 5 E. 3.1). Entscheidend ist, ob und inwiefern es der versi-
cherten Person trotz ihres Leidens sozialpraktisch zumutbar ist, die Restar-
beitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgegli-
chenen Arbeitsmarkt zu verwerten, und ob dies für die Gesellschaft tragbar 
ist. Dies ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu prüfen 
(BGE 136 V 279 E. 3.2.1 S. 281).

2.2.2 Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG sowie 
Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Befund-

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lage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann an-
spruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchtigung 
ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 141 V 281 
E. 2.1 S. 285).

2.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

3.

3.1 Den Akten ist in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen das Fol-
gende zu entnehmen:

3.1.1 Im Bericht vom 23. September 2012 (act. II 11 S. 2 - 5) diagnosti-
zierte Dr. med. C.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH, 
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine koronare Eingefässerkran-
kung, einen Status nach Myokardinfarkt (16. Dezember 2011) sowie eine 
psychische Belastungsinsuffizienz. In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als 
... bestehe seit dem 16. Dezember 2011 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. 
Dem Beschwerdeführer sei gekündigt worden. Sofern die Belastungen und 
der Stress nicht wieder ähnlich gross seien und ohne extremen Leistungs-

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druck sei die bisherige Tätigkeit aus medizinischer Sicht noch zu 100 % 
(acht Stunden) zumutbar.

3.1.2 Dr. med. B.________ stellte im Bericht vom 8. Oktober 2012 (act. II 
12) die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: eine 
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradig (ICD-10 
F33.1), ein Ausgebranntsein (ICD-10 Z73.0) sowie einen Myokardinfarkt 
(ICD-10 I25.2). In welchem Ausmass und unter welchen Bedingungen die 
bisherige sowie eine angepasste Tätigkeit noch zumutbar seien, müsse 
durch einen Belastungsversuch abgeklärt werden. 

3.1.3 Zur Hospitalisation in der psychosomatischen Tagesklinik des Spi-
tals D.________ vom 5. September bis 1. November 2013 führte Dr. med. 
J.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, im Bericht 
vom 16. November 2013 (act. II 43) Nachstehendes aus: Es bestünden 
rezidivierende depressive Episoden, gegenwärtig mittelgradig mit somati-
schem Syndrom, ausgeprägte Körperängste bei Status nach Myokardin-
farkt (Dezember 2011) sowie ausgeprägte Persönlichkeitszüge mit erhöhter 
Kränkbarkeit und Einschränkung in Konfliktfähigkeit und sozialem Wahr-
nehmen / Handeln. Bei Austritt habe sich eine Entwicklung mit Verminde-
rung von Körperängsten und Anspannung, weniger Vermeidungsverhalten 
in der Öffentlichkeit, erhöhter Beteiligung in Gruppentherapien und Steige-
rung der Einfühlung in Sozialpartner gezeigt. Die körperliche und psychi-
sche Belastungsfähigkeit sei angestiegen.

3.1.4 Dr. med. E.________, Facharzt für Kardiologie und Allgemeine In-
nere Medizin FMH, hielt im Bericht vom 12. Mai 2014 (act. II 71) mit Aus-
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit die Diagnose einer schweren Depression 
fest. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit sei eine koronare Eingefässer-
krankung mit Status nach ST-Hebungsinfarkt posterior bei thrombotischem 
subtotalem Verschluss der Arteria cirumflexa in deren mittleren Anteil, wel-
che dilatiert und mit einem drug eluting-Stent im Dezember 2011 behandelt 
worden sei. Diese sei eventuell mitverantwortlich für die schwere Depressi-
on. Die bisherige Tätigkeit sei aufgrund der psychischen Einschränkungen 
– Antriebslosigkeit – eher nicht mehr zumutbar. Mittels einer guten psychia-
trischen Betreuung könne die Arbeitsfähigkeit eventuell wieder gesteigert 
werden, wobei der Umfang unklar sei. 

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3.1.5 Am 29. September und 3. Oktober 2014 wurde der Beschwerdefüh-
rer in der MEDAS psychiatrisch-kardiologisch exploriert. Im dazugehörigen 
Gutachten vom 11. November 2014 (act. II 90.1) wurden die folgenden 
bidisziplinären Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ausgeführt 
(S. 13 Ziff. 5.1):

1. Paranoid querulatorische Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.0)

2. Narzisstische Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.8)

3. Koronare 1-Ast-Erkrankung (ICD-10 I25.1)

- Status nach posteriorem STEMI bei thrombotischem Verschluss der RCX Mitte 

12/11

- Status nach PTCA/Stent RCX 16.12.2011

- kardiovaskuläre Risikofaktoren

o Dyslipidämie, medikamentös behandelt (ICD-10 E78.2)

o Verdacht auf arterielle Hypertonie, medikamentös behandelt (ICD-10 I10)

o Übergewicht, BMI 28,5 kg/m2 (ICD-10 E66.0)

Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit stellten die Gutachter keine Dia-
gnosen (S. 14 Ziff. 5.2).

Aus somatischer Sicht stehe die Evaluation des Herzens im Vordergrund. 
Beim Exploranden könne eine koronare Einast-Erkrankung festgestellt 
werden mit aktuell ordentlicher Leistungsfähigkeit in der Ergometrie, nor-
maler linksventrikulärer Funktion in der Echokardiographie. Kardiologisch 
bestehe für leichte bis mittelschwere Tätigkeiten – so auch für die früher 
durchgeführten im ... Breich – keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit.

Aus psychiatrischer Sicht sei beim Exploranden eine paranoid querulatori-
sche Persönlichkeitsstörung festzustellen, zudem eine narzisstische Per-
sönlichkeitsstörung. Beide Persönlichkeitsstörungen hätten dem Exploran-
den, da sie niedrigschwellig ausgebildet seien, lange Jahre erlaubt, im Ar-
beitsprozess voll mitzuwirken. In den letzten Jahren habe sich eine zuneh-
mende Akzentuierung eingestellt, sodass inzwischen vor allem qualitative 
Voraussetzungen an einen Arbeitsplatz zu formulieren seien. So sei keine 
Einordnung in bestehende feste Strukturen oder Hierarchien möglich, wei-
ter kein Publikumsverkehr und keine Anforderungen an soziale Kompetenz, 
Flexibilität oder Schnelligkeit. Ein Alleinarbeitsplatz, bei dem der Explorand 

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ein Arbeitsvolumen selber abarbeiten könnte, wäre psychiatrisch voll-
schichtig möglich, mit einer leichten Leistungseinbusse von 10 %.

Zusammenfassend resultiere aus bidisziplinärer Sicht, dass beim Explo-
randen somatisch für jegliche leichten bis mittelschweren Tätigkeiten – 
psychiatrisch allerdings adaptiert – eine 90%ige Arbeits- und Leistungs-
fähigkeit bestehe. In der letzten Tätigkeit als ... mit relativ erheblichen An-
forderungen an Teamfähigkeit, Hektik und Kompetenz könne von einer 
bleibenden Arbeitsunfähigkeit ausgegangen werden. Diese Einschätzung 
sei ab Dezember 2011 zu bestätigen. Die 90%ige Arbeits- und Leistungs-
fähigkeit in Verweistätigkeiten sei ab April 2012 anzunehmen, nachdem 
vorher nach dem Herzinfarkt, ab Dezember 2011, die Arbeitsfähigkeit vorü-
bergehend gänzlich aufgehoben gewesen sei (S. 14 f. Ziff. 6).

3.1.6 Auf Nachfrage der Beschwerdegegnerin (vgl. act. II 104) führte die 
psychiatrische Gutachterin der MEDAS mit ergänzender Stellungnahme 
vom 14. Juli 2015 (act. II 106) aus, die beschriebenen Verhaltensauffällig-
keiten könnten im Wesentlichen durch die vorhandene Persönlichkeitss-
törung erklärt werden. Es sei jedoch nicht auszuschliessen, dass in der 
psychiatrischen Untersuchung willensgesteuerte Äusserungen getätigt 
würden, wobei ein prozentualer Anteil nicht nachweisbar sei. Mit Wahr-
scheinlichkeit handle es sich vorliegend um ein gemischtes Geschehen. 
Der Explorand verfüge auch über Kontrollmechanismen, so dass aus 
psychiatrischer Sicht kein vollständiges psychopathologisch erklärbares 
Bild ohne Steuerungsfähigkeit vorliege (S. 1 Ziff. 1). Auf Frage, ob der Be-
schwerdeführer einem Arbeitgeber im ersten Arbeitsmarkt zumutbar sei 
bzw. ob er mit entsprechender Willensanstrengung im ersten / allgemeinen 
Arbeitsmarkt einsetzbar sei, führte die Gutachterin folgendes aus: Aufgrund 
der Persönlichkeitsstörung bestünden erhebliche qualitative Einschränkun-
gen. Es sei gutachterliche Aufgabe, ein medizinisch-theoretisches Leis-
tungsbild zu erstellen. Die praktische Verwertbarkeit eines derartigen Pro-
fils übersteige jedoch die ärztliche Aufgabenstellung. Sicherlich sei der Ex-
plorand bei den beschriebenen qualitativen Einschränkungen einem Ar-
beitgeber nur erschwert zumutbar. Auch hier sei jedoch eine saubere Tren-
nung zwischen den unsteuerbar der Krankheit unterliegenden Anteilen und 
den durchaus willensnahen Äusserungen und Verhaltensweisen nicht prä-

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zise zu ziehen. Ein „üblicher Arbeitsplatz“ auf dem allgemeinen Arbeits-
markt mit durchschnittlichen sozialen Gegebenheiten sei nicht ausführbar. 
Dies werde bereits aus den zahlreichen beschriebenen qualitativen Ein-
schränkungen deutlich. Der Explorand sei auf eine besondere Toleranz und 
eine wohlwollende Atmosphäre, dies unter sogenannten Alleinbedingun-
gen, angewiesen (S. 2 Ziff. 3).

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; SVR 2015 IV Nr. 28 S. 86 E. 4.1).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

3.3 Die Beschwerdegegnerin hat sich in der hier angefochtenen Verfü-
gung vom 26. August 2015 (act. II 107) massgeblich auf das psychiatrisch-
kardiologische Gutachten der MEDAS vom 11. November 2014 (act. II 
90.1) samt Nachtrag der psychiatrischen Gutachterin vom 14. Juli 2015 
(act. II 106) gestützt. Dieses erfüllt die von der höchstrichterlichen Recht-
sprechung an den Beweiswert eines derartigen Berichts gestellten Anforde-
rungen (vgl. E. 3.2 hiervor). Es ist für die streitigen Belange umfassend, 
berücksichtigt die geklagten Beschwerden sowie die erhobenen Befunde 

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und wurde in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben. Im Weiteren 
ist es in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge einleuchtend 
und die Schlussfolgerungen sind begründet. Aufgrund der erhobenen Be-
funde und Anamnese führten die Gutachter im bidisziplinären Konsens 
überzeugend aus, dass beim Beschwerdeführer eine paranoid querulatori-
sche Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.0), eine narzisstische Persönlich-
keitsstörung (ICD-10 F60.8) sowie eine koronare 1-Ast-Erkrankung (ICD-10 
I25.1) bestehen würde.

3.3.1 Es ist erstellt, dass der Beschwerdeführer nach seinem Herzinfarkt 
am 16. Dezember 2011 (act. II 11 S. 11) zunächst in jeglichen Tätigkeiten 
vollständig in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt war. Nachdem er ab 
Anfang Februar 2012 seine Arbeitstätigkeit wieder zu 50 % aufgenommen 
und dabei Limitationen wie thorakale Schmerzen oder Dyspnoe verneint 
hatte (act. II 11 S. 9) und auch der Klinik F.________, Abteilung Kardiolo-
gie, anlässlich der Kontrolle vom 4. Februar 2013 keine Arbeitsunfähigkeit 
bekannt war (act. II 39 S. 1 f.), ist die Einschätzung des kardiologischen 
MEDAS-Gutachters mit einer 100%igen Arbeitsfähigkeit seit 1. April 2012 
für sämtliche Tätigkeiten (act. II 90.1 S. 13 Ziff. 4.5 f.) grundsätzlich über-
zeugend. Auch der Hausarzt Dr. med. C.________ hielt am 23. September 
2012 fest, ohne extremen Leistungsdruck sei die bisherige Tätigkeit weiter-
hin zu 100 % zumutbar (act. II 11 S. 3 Ziff. 1.7).

3.3.2 Zum psychiatrischen Gesundheitszustand ist Nachstehendes zu 
beachten: Die Anamnese der psychiatrischen MEDAS-Gutachterin zeigt, 
dass der Beschwerdeführer langjährig querulatorische Tendenzen aufweist; 
so berichtete er, in den letzten Jahren zahlreichen Konflikten und auch 
Mobbing ausgesetzt gewesen zu sein (act. II 90.1 S. 7, 9 ff.). Dies ist denn 
auch weitgehend in Übereinstimmung mit den Angaben, die er gegenüber 
der RAD-Ärztin Dr. med. G.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psy-
chotherapie FMH, während der Kurzuntersuchung vom 26. Mai 2014 ge-
macht hatte (act. II 74). Die Gutachterin gelangte daher zum nachvollzieh-
baren Schluss, dass die Arbeitsfähigkeit durch die vorhandene sich stärker 
akzentuierende Persönlichkeitsstörung quantitativ um 10 %, jedoch qualita-
tiv deutlich eingeschränkt sei (act. II 90.1 S. 10 Ziff. 3.4 f.). Ihre medizini-
sche Einschätzung bestätigte sie denn auch mit ergänzender Stellungnah-

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me vom 14. Juli 2015 (act. II 106  bzw. E. 3.1.6 hiervor). An dieser gutach-
terlichen Einschätzung ändert das von Dr. med. B.________ zuhanden des 
Gerichts verfasste Schreiben vom 29. September 2015 (im Gerichtsdossi-
er) nichts. Die darin geltend gemachte mittelschwere bis schwere Depres-
sion scheint lediglich intermittierenden Charakter aufzuweisen, waren doch 
im psychiatrischen Untersuchungszeitpunkt bei der MEDAS (29. Septem-
ber 2014) keine depressiven Äquivalenzen auszumachen (act. II 90.1 S. 9 
Ziff. 3.2). Die psychiatrische MEDAS-Gutachterin führte vielmehr aus, die 
von Dr. med. B.________ bereits im Bericht vom 18. März 2014 (act. II 56) 
beschriebene schwere depressive Episode könne so nicht nachvollzogen 
werden. Die Strukturauffälligkeiten der Persönlichkeit stünden gänzlich im 
Vordergrund. Dr. med. B.________ habe denn auch eine Begutachtung 
empfohlen (act. II 90.1 S. 11 Ziff. 3.8). Der pauschale Hinweis von Dr. med. 
B.________, dass der Beschwerdeführer zurzeit nicht arbeitsfähig sei 
(Schreiben vom 29. September 2015 [im Gerichtsdossier]), vermag das 
umfassende Gutachten demnach nicht in Zweifel zu ziehen, dies umso 
mehr, als der Bericht nach Verfügungserlass datiert und deshalb im vorlie-
genden Verfahren unbeachtlich ist (SVR 2008 IV Nr. 8 S. 25 E. 3.4).

3.3.3 Soweit der Beschwerdeführer sinngemäss ausführt, dass ein dem 
psychiatrischen Zumutbarkeitsprofil entsprechender Arbeitsplatz nicht exis-
tiere (vgl. Beschwerde S. 1), kann dieser Auffassung nicht gefolgt werden. 
Auf dem hier massgebenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt sind an die 
Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten recht-
sprechungsgemäss keine übermässigen Anforderungen zu stellen (BGE 
138 V 457 E. 3.1 S. 459; SVR 2008 IV Nr. 62 S. 205 E. 5.1). Dies insbe-
sondere, weil das trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung zumutbarer-
weise erzielbare Einkommen bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeits-
markt zu ermitteln ist, der auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stel-
len- und Arbeitsangebote, bei welchen Behinderte mit einem sozialen Ent-
gegenkommen von Seiten des Arbeitgebers rechnen können, umfasst. 
Daraus folgt, dass für die Invaliditätsbemessung nicht darauf abzustellen 
ist, ob eine invalide Person unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen 
vermittelt werden kann, sondern einzig darauf, ob sie die ihr verbliebene 
Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn die verfügbaren Ar-
beitsplätze dem Angebot an Arbeitskräften entsprechen würden (vgl. Ent-

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scheide des Bundesgerichts [BGer] vom 28. November 2014, 
9C_485/2014, E. 2.2 und vom 9. Januar 2015, 8C_652/2014, E. 3.2.2.1). 
Es kann somit erst dann vom Fehlen einer Arbeitsgelegenheit gesprochen 
werden, wenn die zumutbare Tätigkeit nur in so eingeschränkter Form 
möglich ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt 
oder wenn sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durch-
schnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer entspre-
chenden Stelle daher von vornherein als ausgeschlossen erscheint (SVR 
2011 IV Nr. 6 S. 18 E. 4.2.4, 2008 IV Nr. 62 S. 205 E. 5.2). Vorliegend wur-
de das medizinische Zumutbarkeitsprofil nicht derart eingeschränkt formu-
liert, dass davon ausgegangen werden muss, auf dem ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt beständen keine Tätigkeiten mehr. Vielmehr existiert ein 
genügend breites Spektrum an zumutbaren Verweistätigkeiten, z.B. einfach 
strukturierte Heimarbeit, Vertragen von Werbematerial, Botengänge oder 
leichte Gärtnerarbeiten, die dem Fähigkeitsprofil des Beschwerdeführers 
ohne weiteres entsprechen. Entgegen der Auffassung des Beschwerdefüh-
rers (vgl. Beschwerde S. 1) lässt weder die berufliche Abklärung vom 
27. Mai bis 21. Juni 2013 im Programm «...» der Psychiatrischen Dienste 
H.________ (act. II 30) noch das vorzeitig abgebrochene Belastbarkeits-
training vom 24. März bis 6. Mai 2014 in der Abklärungsstelle I.________ 
(act. II 72), auf eine fehlende Verwertbarkeit der medizinisch attestierten 
Restarbeitsfähigkeit schliessen. Bei beiden Massnahmen handelte es sich 
nicht um solche, welche ohne weiteres mit dem gutachterlich formulierten 
Zumutbarkeitsprofil vereinbar wären, da eine Einordnung in bestehende 
Strukturen erforderlich war und es sich auch nicht um einen aus psychiatri-
scher Sicht am ehesten geeigneten Alleinarbeitsplatz (vgl. act. II 90.1 
S. 14) gehandelt hat. Zudem hat die psychiatrische Gutachterin in ihrer 
ergänzenden Stellungnahme vom 14. Juli 2015 ausgeführt, ein „üblicher 
Arbeitsplatz“ auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt mit durchschnittlichen so-
zialen Gegebenheiten sei vom Beschwerdeführer nicht ausführbar; er sei 
auf eine besondere Toleranz und eine wohlwollende Atmosphäre, dies un-
ter sogenannten Alleinbedingungen, angewiesen (act. II 106 S. 2 Ziff. 3 
bzw. E. 3.1.6 hiervor). Aus dem Scheitern der beruflichen Massnahmen 
kann deshalb nicht geschlossen werden, dass eine erwerbliche Verwert-
barkeit der Arbeitskraft überhaupt nicht mehr möglich sei. Dahingegen ist 
der Beschwerdegegnerin nicht zu folgen, wenn sie ausführt, der Beschwer-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Feb. 2016, IV/15/855, Seite 13

deführer sei in der Vergangenheit trotz den leicht ausgeprägten Persönlich-
keitsstörungen durchaus in der Lage gewesen, verschiedene Tätigkeiten 
auch langjährig auszuüben (act. II 107 S. 2). Die psychiatrische Situation 
hat sich eben gerade erst seit Auftreten des Herzinfarktes am 16. Dezem-
ber 2011 verschlechtert (act. II 90.1 S. 10 Ziff. 3.6).

3.3.4 Nach dem Dargelegten ist erstellt, dass dem Beschwerdeführer un-
ter Berücksichtigung der psychiatrischen Einschränkungen – keine Einord-
nung in bestehende feste Strukturen oder Hierarchien, kein Publikumsver-
kehr, keine Anforderungen an soziale Kompetenz, Flexibilität oder Schnel-
ligkeit, ein Alleinarbeitsplatz, bei dem ein Arbeitsvolumen selber abgearbei-
tet werden kann sowie besondere Toleranz und wohlwollende Atmosphäre 
– ab 1. April 2012 sämtliche körperlich leichten bis mittelschweren Tätigkei-
ten mit einer Leistungseinschränkung von 10 % vollschichtig zumutbar 
sind.

4.

Aufgrund des soeben ermittelten Zumutbarkeitsprofils (vgl. E. 3.3.4 hiervor) 
ist nachstehend der Invaliditätsgrad zu bestimmen.

4.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

4.2 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 
E. 4.1 S. 325).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Feb. 2016, IV/15/855, Seite 14

4.3 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2014 IV Nr. 37 
S. 133 E. 7.1). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheits-
schadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbs-
tätigkeit aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöh-
ne gemäss den vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstruk-
turerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; 
SVR 2014 IV Nr. 37 S. 133 E. 7.1).

Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, 
die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich 
zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurch-
schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit ei-
nem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 
S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass 
Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und 
beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Ein-
schränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Be-
schäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalidenein-
kommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wo-
bei der Abzug auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen ist (BGE 
135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2015 IV Nr. 1 S. 1 
E. 2.2).

4.4 Der hypothetisch frühest mögliche Rentenbeginn fällt unter Berück-
sichtigung der vorübergehenden vollständigen Arbeitsunfähigkeit ab 
16. Dezember 2011 (Herzinfarkt) sowie der Anmeldung zum Rentenbezug 
vom 10. September 2012 (act. II 8) auf das Jahr 2013 (Art. 28 Abs. 1 lit. c 
IVG i.V.m. Art. 29 Abs. 1 IVG). Auf diesen Zeitpunkt hin ist der Einkom-
mensvergleich vorzunehmen (vgl. BGE 129 V 222).

4.5

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Feb. 2016, IV/15/855, Seite 15

4.5.1 Hinsichtlich des hypothetischen Valideneinkommens ist davon aus-
zugehen, dass der Beschwerdeführer als Gesunder weiterhin die vom 
9. Dezember 2009 bis 30. Juni 2012 bei der ... ausgeübte Tätigkeit als ... 
innehätte, zumal die ehemalige Arbeitgeberin das Arbeitsverhältnis explizit 
unter Hinweis auf die seit Jahresende 2011 aufgetretenen gravierenden 
gesundheitlichen Probleme und die damit einhergehende fehlende Wieder-
erlangung der vollen Einsatzfähigkeit kündigte (act. II 15). Gemäss den im 
Recht liegenden Lohnangaben erzielte der Beschwerdeführer bis zur Kün-
digung Ende Juni 2012 ein Monatseinkommen von Fr. 6‘553.-- (act. II 15 
S. 4 Ziff. 2.12), was bezogen auf das Jahr 2012 ein Jahreseinkommen von 
Fr. 85‘189.-- (Fr. 6‘553.-- x 13) ergibt. Unter Berücksichtigung der statisti-
schen Lohnerhöhungen (Tabelle T1.1.10 des BFS, Nominallohnindex, 
Männer, 2011-2014, Abschnitt G-S, Sektor 3 / Dienstleistungen) resultiert 
per 2013 somit ein massgebliches Valideneinkommen von Fr. 85‘942.15 
(Fr. 85‘189.-- / 101.8 x 102.7).

4.5.2 Indem der Beschwerdeführer seine Restarbeitsfähigkeit nicht aus-
schöpft respektive keiner Erwerbstätigkeit mehr nachgeht, ist für die Ermitt-
lung des Invalideneinkommens auf statistische Werte gemäss LSE 2012 
abzustellen (vgl. E. 4.3 hiervor). Dabei ist nicht zu beanstanden, dass sich 
die Beschwerdegegnerin auf die Tabelle TA1, Kompetenzniveau 1 (einfa-
che Tätigkeiten körperlicher und handwerklicher Art), Totalwert, Männer, 
gestützt hat (act. II 107 S. 2). Unter Berücksichtigung der durchschnittlichen 
Wochenarbeitszeit (BFS, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabtei-
lungen, Abschnitt Total) sowie der statistischen Lohnerhöhungen (BFS, 
Tabelle T1.1.10 [vgl. E. 4.5.1 hiervor]) resultiert bei einer Arbeits- und Leis-
tungsfähigkeit von 90 % per 2013 ein massgebliches Invalideneinkommen 
von Fr. 59‘178.-- (Fr. 5‘210.-- x 12 Monate / 40 x 41.7 Wochenstunden / 
101.8 x 102.7 / x 0.9). Was einen allfälligen leidensbedingten Tabellen-
lohnabzug betrifft, so ist zu beachten, dass dem Beschwerdeführer die 
90%ige Leistungsfähigkeit im Rahmen einer ganztägigen Präsenz (voll-
schichtig) zumutbar ist (vgl. act. II 90.1 S. 14). In dieser Konstellation ist 
wegen Teilzeitarbeit kein Abzug vorzunehmen (Entscheid des BGer vom 
27. April 2015, 8C_7/2015, E. 5.2.3; SVR 2014 IV Nr. 37 S. 133 E. 9.2; 
MEYER/REICHMUTH, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung [IVG], 
3. Aufl. 2014, Art. 28a N. 112). Zudem ist der Beschwerdeführer darauf 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Feb. 2016, IV/15/855, Seite 16

hinzuweisen, dass eine psychisch bedingte verstärkte Rücksichtnahme 
seitens Vorgesetzter und Arbeitskollegen nicht als eigenständiger abzugs-
fähiger Umstand gilt (Entscheid des BGer vom 1. Juni 2015, 9C_191/2015, 
E. 3.2). Im Übrigen wurde die psychische Problematik bereits im Rahmen 
der Leistungseinschränkung von 10 % sowie mit Formulierung der weiteren 
qualitativen Einschränkungen berücksichtigt. Sodann zeitigt die koronare 
Herzkrankheit keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit mehr und schei-
det als Abzugsgrund aus. Schliesslich rechtfertigt auch das Alter (57 Jahre 
bei Erlass der angefochtenen Verfügung [act. II 2, 107]) keinen Tabellen-
lohnabzug. Die Beschwerdegegnerin hat einen solchen somit zu Recht 
verneint. Überdies würde sich auch bei einem Tabellenlohnabzug von ma-
ximal 10 % wegen der (jedoch bereits im Anforderungsprofil berücksichtig-
ten) fehlenden sozialen Kompetenz, Flexibilität und Schnelligkeit kein ren-
tenbegründender Invaliditätsgrad ergeben (Fr. 85‘942.15 – [Fr. 59‘178.-- x 
0.9] x 100 / Fr. 85‘942.15 = 38 %).

4.5.3 Bei einem Valideneinkommen von Fr. 85‘942.15 und einem Invali-
deneinkommen von Fr. 59‘178.-- beträgt die Erwerbseinbusse 
Fr. 26‘764.15, was einem rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von 
31 % entspricht (vgl. E. 2.3 hiervor; zur Rundung: BGE 130 V 121 E. 3.2 
und 3.3 S. 123).

4.6 Nach dem Dargelegten erweist sich die angefochtene Verfügung 
vom 26. August 2015 (act. II 107) als rechtmässig und die dagegen erho-
bene Beschwerde ist abzuweisen.

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, werden entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens dem unterliegenden Beschwerdefüh-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Feb. 2016, IV/15/855, Seite 17

rer auferlegt (Art. 108 Abs. 1 VRPG), unter Vorbehalt der nachfolgend zu 
prüfenden unentgeltlichen Rechtspflege.

5.2 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, 
wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechts-
begehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 111 Abs. 1 VRPG). Eine Person 
ist bedürftig, wenn sie nicht in der Lage ist, für die Prozesskosten aufzu-
kommen, ohne dass sie Mittel beanspruchen müsste, die zur Deckung des 
Grundbedarfs für sie und ihre Familie notwendig sind (BGE 128 I 225 
E. 2.5.1 S. 232). Massgebend sind die wirtschaftlichen Verhältnisse im 
Zeitpunkt der Gesuchseinreichung (BGE 122 I 5 E. 4a S. 6; SVR 2009 UV 
Nr. 12 S. 50 E. 4.1). 

Im vorliegenden Fall war das Verfahren nicht als von vornherein aussichts-
los zu bezeichnen. Aufgrund der eingereichten Unterlagen (vgl. Beschwer-
debeilagen [act. I] 2 - 18) hat die Bedürftigkeit des Beschwerdeführers als 
ausgewiesen zu gelten. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ist 
somit gutzuheissen und der Beschwerdeführer – unter Vorbehalt der Nach-
zahlungspflicht gemäss Art. 113 VRPG i.V.m. Art. 123 der Schweizerischen 
Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 (ZPO; SR 272), d.h. sobald 
er innert zehn Jahren nach Abschluss des Verfahrens zur Nachzahlung in 
der Lage ist – von der Pflicht zur Zahlung der Verfahrenskosten zu befrei-
en.

5.3 Vorliegend besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung 
(Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Feb. 2016, IV/15/855, Seite 18

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird hinsichtlich der Ver-
fahrenskosten gutgeheissen. 

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege wird 
der Beschwerdeführer – unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht 
gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht befreit.

4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

5. Zu eröffnen (R):
- A.________
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.