# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5ebb09f8-9534-5a5f-a163-a47dd70b833f
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-08-20
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 20.08.2009 D-5194/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5194-2009_2009-08-20.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-5194/2009/dcl
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 0 .  A u g u s t  2 0 0 9

Einzelrichter Martin Zoller, 
mit Zustimmung von Richter Bendicht Tellenbach;
Gerichtsschreiberin Anna Dürmüller.

A._______, geboren (...), Irak,
(...),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 14. August 2009 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-5194/2009

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass  der  Beschwerdeführer,  ein  irakischer  Staatsangehöriger  kurdi-
scher  Ethnie  mit  letztem Wohnsitz  in  B.________  (Provinz  Ninawa), 
sein  Heimatland  eigenen  Angaben  zufolge  am  7.  April  2009  in 
Richtung Türkei verliess und am 13. Juli  2009 von ihm unbekannten 
Ländern herkommend illegal in die Schweiz gelangte,

dass er gleichentags im Empfangs- und Verfahrenszentrum C._______ 
um  Asyl  nachsuchte  und  dort  am  15.Juli  2009  summarisch  befragt 
wurde,

dass das Bundesamt den Beschwerdeführer  am 3. August  2009 ge-
stützt auf Art. 29 Abs. 1  des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, 
SR 142.31) ausführlich zu seinen Asylgründen anhörte,

dass  der  Beschwerdeführer  zur  Begründung  seines  Asylgesuchs  im 
Wesentlichen geltend machte, er sei in D._______ geboren und aufge-
wachsen,

dass es jedoch im Jahr 2007 wegen Ländereien zu einem Streit zwi-
schen seiner Familie und dem Stamm der Miziri gekommen sei,

dass  sein  Vater  beziehungsweise sein  Bruder  N. im  Juni  2007  eine 
Person dieses Stammes getötet habe,

dass N. danach nach Grossbritannien geflohen sei,  während er  und 
sein Vater ins Dorf E._______ umgezogen seien,

dass nach ungefähr 6-7 Monaten eines Tages auf sie geschossen wor-
den sei, worauf sie das Dorf verlassen hätten und nach F._______ ge-
gangen seien,

dass sie von dort im Dezember 2008 nach B.________ gezogen seien,

dass arabische Terroristen im März oder April 2009 seinen Vater getö-
tet  hätten,  worauf  eine  seiner  in  D._______  lebenden  Tanten  ihm 
geraten habe, ins Ausland zu flüchten,

dass er sein Heimatland aus diesen Gründen im April 2009 verlassen 
habe,

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dass er nach dem Tod seines Vaters mehrmals Briefe erhalten habe, 
jedoch weder deren Inhalt noch deren Absender oder Adressat genau 
kenne, da er die Briefe jeweils seiner Tante gegeben habe,

dass die Sicherheitslage in B.________ prekär sei,

dass er auch nicht in die Region D._______ zurückkehren könne, da er 
dort Übergriffe seitens des verfeindeten Stammes der Miziri befürchte,

dass für den weiteren Inhalt der Aussagen auf die Protokolle bei den 
Akten zu verweisen ist,

dass der  Beschwerdeführer  im Verlaufe des  vorinstanzlichen Verfah-
rens weder Identitäts-  oder Reisepapiere noch anderweitige Beweis-
mittel zu den Akten reichte,

dass das BFM auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers mit Verfü-
gung vom 14. August  2009 –  gleichentags eröffnet  – in  Anwendung 
von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG nicht eintrat und die Wegweisung aus 
der Schweiz sowie den Vollzug anordnete,

dass  das  BFM  zur  Begründung  seines  Entscheids  im  Wesentlichen 
ausführte, es lägen keine entschuldbaren Gründe für das Nichteinrei-
chen von Identitäts- oder Reisepapieren vor,

dass die Asylvorbringen widersprüchlich und unsubstanziiert ausgefal-
len und teilweise nachgeschoben worden seien,

dass der Beschwerdeführer daher die Flüchtlingseigenschaft nicht er-
fülle und auch keine zusätzlichen Abklärungen erforderlich seien,

dass für den weiteren Inhalt der vorinstanzlichen Verfügung auf die Ak-
ten zu verweisen ist,

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 17. August 2009 (Post-
stempel)  an  das  Bundesverwaltungsgericht  gegen  diesen  Entscheid 
Beschwerde erhob und dabei beantragte, die angefochtene Verfügung 
sei aufzuheben,

dass die Vorinstanz anzuweisen sei, auf das Asylgesuch einzutreten, 
die Flüchtlingseigenschaft  zu prüfen und eine neue Verfügung zu er-
lassen,

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dass  in  prozessualer  Hinsicht  um  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege und Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses 
ersucht wurde,

dass ausserdem beantragt wurde, die Vollzugsbehörden seien im Sin-
ne einer vorsorglichen Massnahme anzuweisen, die Kontaktaufnahme 
mit  dem Heimatstaat  des Beschwerdeführers sowie jede Weitergabe 
von Daten an denselben bis zum definitiven Verfahrensabschluss zu 
unterlassen,

dass  auf  die  Beschwerdebegründung  –  soweit  wesentlich  –  in  den 
nachfolgenden Erwägungen eingegangen wird,

dass die vorinstanzlichen Akten am 18. August 2009 beim Bundesver-
waltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 
über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR  172.021])  des  BFM  auf 
dem  Gebiet  des  Asylrechts  entscheidet  (Art. 105  AsylG  i.V.m. 
Art. 31-34 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, 
SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung beson-
ders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung be-
ziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass somit auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ein-
zutreten ist  (Art. 108 Abs. 2 AsylG sowie Art. 6  AsylG i.V.m. Art. 52 
VwVG),

dass mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht die Verletzung 
von Bundesrecht,  die unrichtige oder unvollständige Feststellung des 
rechtserheblichen  Sachverhalts  sowie  die  Unangemessenheit  gerügt 
werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

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dass die Beurteilung von Beschwerden gegen Nichteintretensentschei-
de praxisgemäss auf die Überprüfung der Frage beschränkt ist, ob die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass sich die Beurteilungszuständigkeit der Beschwerdeinstanz somit 
darin erschöpft, bei Begründetheit des Rechtsmittels die angefochtene 
Verfügung aufzuheben und die Sache zur neuen Entscheidung an die 
Vorinstanz zurückgehen zu lassen (vgl. Entscheidungen und Mitteilun-
gen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 
E. 21 S. 240 f.),

dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung sowie deren Vollzugs 
dagegen  bereits  materiell  geprüft  hat,  weshalb  dem  Bundesverwal-
tungsgericht diesbezüglich volle Kognition zukommt,

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli-
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung eines zweiten Richters entschie-
den wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfol-
gend aufgezeigt, um eine solche handelt, weshalb der Beschwerdeent-
scheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde,

dass  das  Gesuch  um Erlass  vorsorglicher  Massnahmen  im  Zusam-
menhang mit der vom Beschwerdeführer befürchteten Kontaktaufnah-
me  mit  dem  respektive  Datenweitergabe  an  den  Heimatstaat  ange-
sichts  des  vorliegenden,  direkten  Entscheids  in  der  Hauptsache  ge-
genstandslos wird,

dass auf  ein Asylgesuch nicht  eingetreten wird,  wenn Asylsuchende 
den Behörden nicht innert 48 Stunden nach Einreichung des Gesuchs 
Reise- oder Identitätspapiere abgeben (Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG),

dass diese Bestimmung jedoch keine Anwendung findet, wenn Asylsu-
chende glaubhaft machen können, sie seien dazu aus entschuldbaren 
Gründen nicht in der Lage (Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG), oder wenn auf 
Grund der Anhörung sowie gestützt auf Art. 3 und 7 AsylG die Flücht-
lingseigenschaft  festgestellt  wird (Bst. b),  oder  wenn sich auf  Grund 
der  Anhörung  die  Notwendigkeit  zusätzlicher  Abklärungen  zur  Fest-
stellung der Flüchtlingseigenschaft  oder eines Wegweisungsvollzugs-
hindernisses ergibt (Bst. c),

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dass das BFM in seinen Erwägungen zu den fehlenden Reise- oder 
Identitätspapieren  teilweise  unzutreffende  Aussagen  machte,  was  in 
der Beschwerde denn auch gerügt wurde,

dass das BFM indessen im Ergebnis zu Recht davon ausging, es lä-
gen keine entschuldbaren Gründe für das Nichteinreichen von Identi-
täts- oder Reisepapieren vor,

dass der Beschwerdeführer bis heute keine Identitäts- oder Reisepa-
piere zu den Akten gereicht hat,

dass er geltend machte, er sei mit seinem Reisepass ausgereist, habe 
diesen jedoch in der Türkei dem Schlepper abgegeben (vgl. A1, S. 4),

dass es sich dabei um ein stereotypes und wenig glaubhaftes Vorbrin-
gen handelt,

dass insbesondere nicht nachvollziehbar ist, weshalb der Beschwerde-
führer  dem Schlepper  seinen Reisepass aushändigte,  obwohl  er  da-
mals noch nicht im Zielland angekommen war,

dass der Beschwerdeführer im Weiteren erklärte, seine Identitätskarte 
sei bei seiner Tante in D._______ geblieben,

dass er jedoch bis heute keine ersichtlichen Anstrengungen unternom-
men hat, um diese Identitätskarte zu beschaffen,

dass der Beschwerdeführer ausserdem unsubstanziierte Angaben zu 
seiner Reise von der Türkei in die Schweiz machte, indem er die weite-
ren Transitländer nicht nennen konnte,

dass das Vorbringen, wonach er von der Türkei aus ohne Reisepapiere 
und ohne je kontrolliert worden zu sein in die Schweiz gereist sei, rea-
litätsfremd ist,

dass es dem Beschwerdeführer  aus diesen Gründen nicht  gelungen 
ist, entschuldbare Gründe für die Nichteinreichung von Identitäts- oder 
Reisepapieren glaubhaft zu machen,

dass demnach zu prüfen bleibt,  ob das BFM zu Recht davon ausge-
gangen ist, die Flüchtlingseigenschaft sei nicht gegeben und es beste-
he aufgrund der Anhörung keine Notwendigkeit zur Vornahme von wei-

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teren Abklärungen zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft oder ei-
nes Wegweisungsvollzugshindernisses,

dass  die  Auffassung  des  BFM,  wonach  die  Asylvorbringen  des  Be-
schwerdeführers unglaubhaft seien, zu bestätigen ist,

dass die Vorbringen des Beschwerdeführers widersprüchlich und un-
substanziiert ausgefallen sind und teilweise nachgeschoben wurden,

dass seine Aussagen im Zusammenhang mit  der angeblichen Stam-
mesfehde unsubstanziiert blieben,

dass er beispielsweise keine näheren Angaben zu deren Hintergründe 
machen konnte (vgl. A1, S. 6 und A8, S. 8 - 10),

dass er sich hinsichtlich der Frage, wer den Angehörigen des Miziri-
Stammes umgebracht habe, widersprochen hat,

dass er zunächst aussagte, sein Bruder N. habe diese Person umge-
bracht (vgl. A1, S. 5), in der Direktanhörung hingegen erklärte, sein Va-
ter habe die Tat begangen (vgl. A8, S. 9),

dass er diesen Widerspruch auf entsprechenden Vorhalt hin nicht plau-
sibel aufzulösen vermochte (vgl. A8, S. 9),

dass  er  ausserdem  widersprüchliche  Aussagen  darüber  machte,  ob 
sein Bruder deswegen ins Gefängnis verbracht worden oder geflüchtet 
sei (vgl. A8, S. 9),

dass er nicht wusste, wie der verstorbene Angehörige des Miziri-Stam-
mes hiess (vgl. A1, S. 6),

dass er in der Erstbefragung geltend machte, sein Vater sei im März 
2009 ungefähr um 16 Uhr in B.________ umgebracht worden (vgl. A1, 
S. 5 und 6),

dass  er  in  der  Direktanhörung im Widerspruch dazu  ausführte,  sein 
Vater sei im April 2009 umgebracht worden, und zwar vormittags (vgl. 
A8, S. 12 und 14),

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dass er die Zeitangabe "16 Uhr" in der Direktanhörung nicht mit  der 
Tötung  seines  Vaters  in  B.________,  sondern  mit  dem angeblichen 
Übergriff in G._______ in Verbindung brachte (vgl. A8, S. 11),

dass sein Einwand in der Beschwerde, er habe infolge seiner geringen 
Schulbildung und seiner  Lebensweise Mühe,  strukturierte  Antworten 
zu geben, nicht zu erklären vermag, weshalb er auf einfache und klare 
Fragen jeweils unterschiedliche Antworten gab,

dass der Beschwerdeführer im Weiteren erst gegen Ende der Direk-
tanhörung erwähnte, er habe Drohbriefe erhalten (vgl. A8, S. 16),

dass dieses grundsätzlich wesentliche Vorbringen ohne nachvollzieh-
baren Grund nachgeschoben wurde,

dass der Beschwerdeführer die angeblichen Drohbriefe weder in der 
Erstbefragung noch zu Beginn der Direktanhörung (vgl. A8, S. 8) er-
wähnte,

dass  seine  Angaben  zu  den  angeblichen  Drohbriefen  überdies  äu-
sserst vage geblieben sind (vgl. A8, S. 16) und er bezeichnenderweise 
auch keinen dieser Briefe als Beweismittel einreichte,

dass schliesslich das Vorbringen, wonach er lieber gleich sein Heimat-
land  verlassen  habe,  anstatt  zunächst  lokale  Behörden  und  Orga-
nisationen um Schutz  zu  ersuchen (vgl.  A8,  S. 17),  wenig  plausibel 
erscheint,

dass die Asylvorbringen des Beschwerdeführers aus diesen Gründen 
insgesamt als offensichtlich unglaubhaft zu erachten sind,

dass das Bestehen der Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers 
daher ohne weiteres ausgeschlossen werden kann und auch keine zu-
sätzlichen  Abklärungen hinsichtlich  der  Frage  des  Wegweisungsvoll-
zugs notwendig erscheinen (vgl. dazu auch nachfolgend),

dass darauf verzichtet werden kann, auf die weiteren Vorbringen in der 
Beschwerde  einzugehen,  da  sie  an  der  vorstehenden  Einschätzung 
nichts zu ändern vermögen,

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dass das BFM demnach zu Recht in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 
Bst. a AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht einge-
treten ist,

dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegwei-
sung aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend 
der Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein An-
spruch auf Erteilung einer solchen besteht (vgl. EMARK 2001 Nr. 21), 
weshalb  die  verfügte  Wegweisung im Einklang  mit  den gesetzlichen 
Bestimmungen steht und zu bestätigen ist,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzli-
chen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern re-
gelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar 
oder nicht möglich ist  (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]), 

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtli-
che  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK, 
SR 0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig 
ist, da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich 
erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, wes-
halb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet,

dass  überdies  keine  Anhaltspunkte  für  eine  menschenrechtswidrige 
Behandlung  im  Sinne  von  Art.  3  der  Konvention  vom  4. November 
1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, 
SR 0.101) oder Art. 1 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 

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gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigen-
de Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) ersichtlich sind, die dem 
Beschwerdeführer im Nordirak droht,

dass  die  allgemeine  Sicherheits-  und  Menschenrechtslage  im  kurdi-
schen Nordirak in BVGE 2008/4 E. 6.2 ff. und E. 6.6 umfassend analy-
siert  wurde, wobei  das Bundesverwaltungsgericht  zum Schluss kam, 
der Wegweisungsvollzug sei im heutigen Zeitpunkt nicht unzulässig,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizini-
scher Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass sich das Bundesverwaltungsgericht in BVGE 2008/5 ausführlich 
mit der Frage der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs in den kur-
disch verwalteten Nordirak befasste,

dass es dabei zum Schluss gelangte, in den drei kurdischen Provinzen 
im Nordirak (Dohuk,  Erbil  und Suleimaniya) herrsche keine Situation 
allgemeiner Gewalt,

dass der Vollzug der Wegweisung in der Regel zumutbar sei für allein-
stehende, gesunde und junge kurdische Männer, welche ursprünglich 
aus einer der drei nordirakischen Provinzen stammten und dort  nach 
wie vor über ein soziales Netz oder über Parteibeziehungen verfügten,

dass diese Lageanalyse nach wie vor Gültigkeit hat,

dass der heute 22-jährige Beschwerdeführer ethnischer Kurde ist und 
ursprünglich aus der Provinz D._______ stammt, wo er von Geburt bis 
ins Jahr 2007 lebte,

dass der Beschwerdeführer keine gesundheitlichen Probleme geltend 
gemacht hat, welche einem Vollzug der Wegweisung entgegenstehen 
könnten,

dass den Akten zufolge zumindest mehrere Tanten und Onkel des Be-
schwerdeführers in der Provinz D._______ leben (vgl. A8, S. 6), unter 
anderem  auch  seine  Tante  väterlicherseits,  zu  welcher  er  eigenen 
Angaben zufolge einen engen Kontakt pflegte,

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dass diese Tante ihm bei  der  Ausreise  geholfen hat  (vgl. A8,  S. 4), 
weshalb  entgegen  seinen  diesbezüglichen  Vorbringen  in  der  Be-
schwerde davon auszugehen ist,  er  habe mit  ihr  zumindest  im Zeit-
punkt seiner Ausreise im April 2009 noch Kontakt gehabt,

dass der Beschwerdeführer zwanzig Jahre lang in D._______ gelebt 
hat, weshalb er dort zudem über ein ausserfamiliäres Beziehungsnetz 
verfügen dürfte,

dass somit davon auszugehen ist, er werde bei seiner Rückkehr in die 
Provinz D._______ dort  ein soziales Netz vorfinden, welches ihn bei 
Bedarf  insbesondere  bei  der  Beschaffung  von Wohnraum sowie  bei 
der Stellensuche und der sozialen Reintegration unterstützen könnte,

dass der Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge im Heimatland 
vorübergehend als Bauschreiner arbeitete,

dass es ihm nach dem Gesagten voraussichtlich gelingen wird, sich in 
seiner Heimatregion innert nützlicher Frist erneut eine Existenzgrund-
lage aufzubauen,

dass der Vollzug der Wegweisung somit im heutigen Zeitpunkt sowohl 
in genereller als auch in individueller Hinsicht als zumutbar zu erach-
ten ist,

dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers in den Hei-
matstaat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse beste-
hen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerdeführer obliegt,  bei 
der  Beschaffung  gültiger  Reisepapiere  mitzuwirken  (Art. 8  Abs. 4 
AsylG),

dass  nach  dem Gesagten  der  vom Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist (vgl. Art. 83 Abs. 1-4 AuG),

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt 
oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde ab-
zuweisen ist,

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dass  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege 
(Art. 65 Abs. 1 VwVG) abzuweisen ist, da sich die Beschwerde nach 
dem Gesagten als aussichtslos erwies,

dass das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschus-
ses  angesichts  des  direkten  Entscheids  in  der  Hauptsache  gegen-
standslos geworden ist,

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens dessen Kosten von Fr. 600.- 
(Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2])  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  sind  (Art. 63 
Abs. 1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sin-
ne von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird abgewiesen.

3.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer  durch Vermittlung des Empfangs-  und Ver-
fahrenszentrums  C._______  (Einschreiben;  Beilage:  Einzahlungs-
schein)

- das BFM, Empfangs- und Verfahrenszentrum C._______ (vorab per 
Telefax zu den Akten Ref.-Nr. N (...), mit der Bitte um Eröffnung des 
Urteils an den Beschwerdeführer und um Zustellung der beiliegen-
den Empfangsbestätigung an das Bundesverwaltungsgericht)

- (...)

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Martin Zoller Anna Dürmüller

Versand:

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