# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8027d6d4-ac79-5ae8-a12f-efe1f6d43f0e
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-09-01
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 01.09.2008 C-2875/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-2875-2006_2008-09-01.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-2875/2006
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 .  S e p t e m b e r  2 0 0 8

Richterin Franziska Schneider (Vorsitz), 
Richterin Elena Avenati-Carpani, Richter Michael Peterli, 
Gerichtsschreiberin Susanne Genner.

G._______, 
vertreten durch Berufsbetreuer S._______, 
Beschwerdeführer,

gegen

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,
Vorinstanz.

Invalidenversicherung.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-2875/2006

Sachverhalt:

A.
Der am 14. August 1961 geborene Beschwerdeführer deutscher Natio-
nalität war von Herbst 1989 bis August 1993 als Lehrbeauftragter für 
Klavierimprovisation an der Jazzschule Luzern tätig (vgl. Formular  E 
207, act. 3 S. 2). Nach seiner Ausweisung aus der Schweiz (Datum un-
bekannt) arbeitete der Beschwerdeführer als freischaffender Musikleh-
rer in Deutschland (vgl. Fragebogen für den Versicherten [EU] vom 16. 
März 2004, unterzeichnet am 6. April 2004 [act. 19], sowie Fragebogen 
für  Selbständigerwerbende  vom 3.  Juni  2004,  unterzeichnet  am  11. 
Juni 2004 [act. 20]). Vom 15. September 1999 bis 9. November 1999 
wurde der Beschwerdeführer wegen Selbst- und Fremdgefährdung un-
ter  dem  Verdacht  auf  eine  akute  Psychose  im  Krankenhaus 
N._______,  Klinik  für  Psychiatrie  und  Psychotherapie  des  Klinikums 
K._______, stationär behandelt,  nachdem er eine ehemalige Klavier-
schülerin  belästigt  hatte. Im entsprechenden Austrittsbericht  vom 11. 
November  1999 (act. 26)  diagnostizierten  die  Dres. med. J._______ 
und U._______ eine wahnhafte Störung (ICD 10: F 22.0) und empfah-
len die weiterführende Behandlung in einer Tagesklinik. Ein beim Land-
gericht  K._______  eingeleitetes  Strafverfahren  wurde  mit  Verfügung 
vom 13. März 2000 wegen Schuldunfähigkeit des Beschwerdeführers 
eingestellt  (siehe Urteil  des Landgerichts W._______ vom 5. Februar 
2003, act. 33 S. 6). 

B.
Nach Angaben der Dres. F._______ und P._______, Klinik für Forensi-
sche Psychiatrie des Krankenhauses für  Psychiatrie,  Psychotherapie 
und Neurologie L._______, wurde der Beschwerdeführer am 2. März 
2002 wegen versuchter räuberischer Erpressung in Tateinheit mit Frei-
heitsberaubung in Tateinheit mit Nötigung in der Klinik für Forensische 
Psychiatrie des Bezirkskrankenhauses L._______ untergebracht (vgl. 
Fachärztliche Stellungnahme zu den Fragen des Gerichts vom 21. Fe-
bruar 2003, act. 16 S. 2). Mit Urteil des Landgerichts W._______ vom 
5. Februar 2003 (act. 33) wurde die Unterbringung des Beschwerde-
führers in einem psychiatrischen Krankenhaus als Massregelvollzugs-
behandlung  nach  §  63  des  deutschen  Strafgesetzbuchs  angeordnet 
bzw. die Rechtmässigkeit der am 2. März 2002 erfolgten Massnahme 
erkannt (vgl. act. 33 S. 13). Das Gericht erachtete die objektiven Tatbe-
stände des erpresserischen Menschenraubs in Tateinheit mit versuch-
tem schwerem Raub und gefährlicher Körperverletzung als erfüllt, er-

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kannte jedoch den Beschwerdeführer  als schuldunfähig im Zeitpunkt 
der Tatausführung, da dieser infolge einer Psychose aus dem schizo-
phrenen  Formenkereis  unfähig  gewesen sei,  das  Unrecht  seiner  Tat 
einzusehen (vgl. act. 33 S. 11).

C.
Mit Gesuch vom 24. Juni 2003 (act. 1), eingegangen beim deutschen 
Versicherungsträger am 14. Oktober 2003, beantragte der Beschwer-
deführer, vertreten durch seinen Betreuer S._______ (vgl. act. 2), eine 
Rente  der  Schweizerischen  Invalidenversicherung.  Dr.  med. 
O._______, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom medizi-
nischen Dienst der IV-Stelle für Versicherte im Ausland (nachfolgend: 
Vorinstanz) bestätigte mit Bericht vom 30. Juni 2004 (act. 22) und zu-
gehörigem Exposé vom 30. Juni 2004 (act. 21) eine Arbeitsunfähigkeit 
von 100% seit  dem 2. März 2002. Auf entsprechende Nachfrage der 
Vorinstanz gab er mit Bericht vom 22. Oktober 2004 (act. 29) an, be-
reits ab 1999 habe eine Teilarbeitsunfähigkeit von 20% bestanden. Er 
stützte sich dabei auf den von den Dres. F._______ und P._______ un-
terzeichneten Bericht der Klinik für Forensische Psychiatrie des Kran-
kenhauses für Psychiatrie, Psychotherapie und Neurologie L._______ 
vom 21. Februar 2003 (act. 16) sowie auf zwei Berichte des Kranken-
hauses N._______, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Kli-
nikums  K._______,  unterzeichnet  am  11.  November  1999  von  den 
Dres. med. J._______ und U._______ (act. 26) bzw. am 7. Dezember 
1999 von den Dres. med. J._______ und Y._______ (act. 27). 

D.
Am 25. April  2005 legte die Vorinstanz das Gutachten von Dr. med. 
T._______,  Arzt  für  Neurologie und Psychiatrie,  Psychoanalyse,  Ge-
sundheitsamt K._______, vom 7. März 2000 (act. 43) sowie das Gut-
achten von Dr. med. B._______, Facharzt für Psychiatrie und Psycho-
therapie,  Forensische  Psychiatrie  (DGPPN),  vom 27.  April  2002  Dr. 
med. O._______ vom medizinischen Dienst  zur  Beurteilung vor. Der 
Arzt äusserte sich mit Bericht vom 8. Mai 2005 (act. 46) dahingehend, 
aus den Unterlagen gehe hervor, dass der Versicherte zur Tatzeit nicht 
urteilsfähig gewesen sei; zur  Arbeitsunfähigkeit  würden sie  dagegen 
kaum etwas aussagen.

E.
Aufgrund der ärztlichen Stellungnahmen erachtete die Vorinstanz die 
Wartezeit am 15. September 1999 als eröffnet bei einem Grad der Ar-

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beitsunfähigkeit von 20% bzw. von 100% ab 2. März 2003 (vgl. act. 47). 
Mit Verfügung vom 24. Mai 2005 (act. 49) stellte sie den Anspruch auf 
eine  Viertelsrente  ab 1. Juni  2002  und  auf  eine  ganze Rente  ab 1. 
September 2002 fest und ordnete sinngemäss die Sistierung der Ren-
te seit Anspruchsbeginn an mit der Begründung, der Beschwerdefüh-
rer befinde sich seit dem 2. März 2002 in Haft.

F.
Gegen diese Verfügung liess der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 
10. Juni 2005 (act. 50), der Post übergeben am 12. Juni 2005, Einspra-
che  erheben  und  sinngemäss  beantragen,  die  Rente  sei  seit  An-
spruchsbeginn auszurichten, da zu keiner Zeit eine Inhaftierung, son-
dern  eine  Unterbringungsmassnahme  zur  Behandlung  der  psychi-
schen  Erkrankung  vorgelegen  habe.  Zum  Beweis  legte  er  eine  Be-
scheinigung des Krankenhauses für  Psychiatrie,  Psychotherapie und 
Neurologie L._______ vom 17. Mai 2004 betreffend die Unterbringung 
des Beschwerdeführers in  der Klinik für  Forensische Psychiatrie  vor. 
Zudem reichte er zwei Berichte der Dres. F._______, R._______ und 
H._______, Krankenhaus für Psychiatrie, Psychotherapie und Neuro-
logie L._______, vom 11. Mai 2004 und vom 9. Februar 2005 betref-
fend den Betreuungsbedarf des Beschwerdeführers ein.

G.
Mit  Einspracheergänzung  vom  8.  Juni  2006  (act.  53)  liess  der  Be-
schwerdeführer mitteilen, er sei am 14. April 2006 aus dem Kranken-
haus für  Psychiatrie,  Psychotherapie und psychosomatische Medizin 
entlassen worden. Zum Beweis legte er auszugsweise den Beschluss 
des Landgerichts W._______ vom 5. April 2006 vor, wonach die weite-
re Vollstreckung der Unterbringung in einem psychiatrischen Kranken-
haus  aus  dem  Urteil  des  Landgerichts  W._______  vom  5.  Februar 
2003 zur Bewährung ausgesetzt wurde.

H.
Mit Einspracheentscheid vom 11. August 2006 (act. 56) hiess die Vor-
instanz die Einsprache teilweise gut und verfügte die Auszahlung einer 
ganzen  Invalidenrente  mit  Wirkung  ab  1.  April  2006  (vgl.  Verfügung 
vom 27. Juli 2006, act. 55). 

I.
Gegen den Einspracheentscheid vom 11. August  2006 liess der  Be-
schwerdeführer,  wiederum  vertreten  durch  S._______,  mit  Eingabe 
vom 22. August 2006, der Post übergeben am 23. August 2006, bei der 

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Eidgenössischen Rekurskommission der Alters-, Hinterlassenen- und 
Invalidenversicherung  für  die  im  Ausland  wohnenden  Personen  Be-
schwerde erheben und vorbringen, zumindest ab 5. Februar 2003 sei 
der Beschwerdeführer nicht mehr in Haft, sondern in Heilbehandlung 
untergebracht  gewesen.  Neu  liess  er  eine  Aufenthaltsbescheinigung 
des  Einwohnermeldeamtes  der  Stadt  L._______  vom 19. November 
2004 einreichen.

J.
Mit  Vernehmlassung vom 5. Oktober  2006 beantragte die Vorinstanz 
die Abweisung der Beschwerde, während der Beschwerdeführer sich 
nicht mehr vernehmen liess.

K.
Mit Verfügung vom 22. Februar 2007 wurde den Parteien die Zusam-
mensetzung des Spruchkörpers bekannt gegeben. Die an den Vertre-
ter des Beschwerdeführers adressierte Verfügung wurde dem Bundes-
verwaltungsgericht  am 30. März 2007 mit  dem Vermerk "nicht  abge-
holt" retourniert.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Das  Bundesverwaltungsgericht  übernimmt,  sofern  es  zuständig 
ist, die Beurteilung der beim Inkrafttreten des Verwaltungsgerichtsge-
setzes bei Eidgenössischen Rekurs- oder Schiedskommissionen oder 
bei  Beschwerdediensten  der  Departemente  hängigen  Rechtsmittel. 
Die  Beurteilung  erfolgt  nach  neuem Verfahrensrecht  (Art.  53  Abs. 2 
des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverwaltungs-
gericht [Verwaltungsgerichtsgesetz, VGG, SR 173.32]).

1.2 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht un-
ter Vorbehalt der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen Beschwerden 
gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezem-
ber 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021). Beim 
angefochtenen Entscheid handelt es sich um eine Verfügung im Sinn 
von Art. 5 VwVG. Zulässig sind Beschwerden gegen Verfügungen von 
Vorinstanzen  gemäss  Art.  33  VGG. Die  IV-Stelle  für  Versicherte  im 
Ausland ist eine Vorinstanz im Sinn von Art. 33 Bst. d VGG. Gemäss 
Art. 69 Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die 

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Invalidenversicherung (IVG, SR 831.20) sind die Verfügungen der IV-
Stelle  für  Versicherte  im Ausland  direkt  beim Bundesverwaltungsge-
richt  anfechtbar. Das Bundesverwaltungsgericht  ist  somit  für  die Be-
handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig.

1.3 Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilge-
nommen. Er ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 
und hat an deren Aufhebung oder Änderung ein schutzwürdiges Inter-
esse (Art. 48 Abs. 1 VwVG, vgl. auch Art. 59 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-
rechts [ATSG, SR 830.1]). Er ist daher zur Beschwerdeführung legiti-
miert.

1.4 Die am 23. August 2006 der Post übergebene Beschwerde wurde 
fristgerecht  gemäss Art. 50 Abs. 1  VwVG bzw. Art. 60 ATSG einge-
reicht. Auch die Formerfordernisse im Sinn von Art. 52 Abs. 1 VwVG 
sind erfüllt, weshalb auf die Beschwerde einzutreten ist.

2.
2.1 Mit  der  Beschwerde an das  Bundesverwaltungsgericht  kann ge-
rügt  werden,  die angefochtene Verfügung verletze Bundesrecht  (ein-
schliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens), beruhe 
auf einer unrichtigen oder unvollständigen Feststellung des rechtser-
heblichen Sachverhalts oder sei unangemessen (Art. 49 VwVG).

2.2 Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  gemäss  dem  Grundsatz  der 
Rechtsanwendung von Amtes wegen nicht an die Begründung der Be-
gehren der Parteien gebunden (Art. 62 Abs. 4 VwVG). Es kann die Be-
schwerde  auch  aus  anderen  als  den  geltend  gemachten  Gründen 
gutheissen oder den angefochtenen Entscheid im Ergebnis mit  einer 
Begründung  bestätigen,  die  von  jener  der  Vorinstanz  abweicht  (vgl. 
FRITZ GYGI, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Auflage, Bern 1983, S. 
212).

3.
Streitig und zu prüfen ist im Folgenden, ob die Vorinstanz in ihrem Ein-
spracheentscheid vom 11. August 2006 zu Recht die Ausrichtung der 
Rente mit Wirkung ab 1. April 2006 und nicht, wie vom Beschwerde-
führer  mit  Beschwerde  vom 22.  August  2006  implizit  beantragt,  mit 
Wirkung ab 1. Juni 2002 verfügt  hat. Gemäss Lehre und Rechtspre-
chung umfasst der Streitgegenstand das durch die Verfügung geregel-
te  Rechtsverhältnis,  soweit  dieses  angefochten  wird  (ALFRED 

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KÖLZ/ISABELLE HÄNER, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege 
des Bundes, 2. Auflage, Zürich 1998, Rz. 403). Gemäss der Dispositi-
onsmaxime, welche im Verfahren auf Gesuch hin grundsätzlich zur An-
wendung kommt (ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER, Verwaltungsverfahren und 
Verwaltungsrechtspflege  des  Bundes,  2.  Auflage,  Zürich  1998,  Rz. 
103,  104),  wird  der  Streitgegenstand durch die Parteibegehren defi-
niert (a.a.O. Rz. 403, 405). Im vorliegenden Beschwerdeverfahren wur-
de  die  Sistierung  der  Rente,  nicht  jedoch  die  Höhe  des  Anspruchs 
oder der Zeitpunkt des Anspruchsbeginns angefochten. Das Begehren 
des Beschwerdeführers lautet sinngemäss auf Auszahlung der Rente, 
wie sie von der Vorinstanz berechnet worden ist, ab 1. Juni 2002. Der 
Anspruchsbeginn und die Höhe der Rente werden somit vom Streitge-
genstand nicht umfasst. Dies ergibt  sich auch daraus, dass sich der 
Streitgegenstand im Laufe des Rechtsmittelzuges nicht erweitern und 
qualitativ nicht verändern darf (ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER, Verwaltungs-
verfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Auflage, Zürich 
1998, Rz. 405). Da bereits im Einspracheverfahren weder der Beginn 
des  Anspruchs noch dessen Höhe vom Beschwerdeführer  bestritten 
wurde, würde eine Überprüfung dieser Punkte durch das Bundesver-
waltungsgericht den Streitgegenstand qualitativ verändern. Dieser um-
fasst somit lediglich die Frage der Rechtmässigkeit  der Rentensistie-
rung ab 1. Juni 2002.

Der mit Beschwerde vom 22. August 2006 vorgebrachte Einwand, der 
Beschwerdeführer  sei  zumindest  ab  5.  Februar  2003  nicht  mehr  in 
Haft, sondern zur Heilbehandlung untergebracht gewesen, wird vorlie-
gend als  Eventualantrag behandelt. Der  Streitgegenstand wird somit 
durch dieses Vorbringen nicht berührt.

4.
Vorab ist zu prüfen, welche Rechtsnormen im vorliegenden Verfahren 
zur Anwendung gelangen.

4.1 Nach  den  allgemeinen  intertemporalrechtlichen  Regeln  sind  in 
verfahrensrechtlicher  Hinsicht  diejenigen  Rechtssätze  massgebend, 
welche im Zeitpunkt der Beschwerdebeurteilung Geltung haben (BGE 
130 V 1 E. 3.2).

4.2 In  materiellrechtlicher  Hinsicht  sind  grundsätzlich  diejenigen 
Rechtssätze massgebend, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen 
führenden Sachverhalts Geltung haben (BGE 130 V 329 E. 2.3).

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4.2.1 Der Beschwerdeführer ist Staatsangehöriger eines Mitgliedstaa-
tes der Europäischen Union, so dass vorliegend das am 1. Juni 2002 
in  Kraft  getretene  Abkommen zwischen  der  Schweizerischen Eidge-
nossenschaft einerseits und der Europäischen Gemeinschaft anderer-
seits über die Freizügigkeit  vom 21. Juni 1999 (Freizügigkeitsabkom-
men,  nachfolgend  FZA,  SR 0.142.112.681)  anwendbar  ist  (Art.  80a 
IVG in der Fassung gemäss Art. 2 Ziff. 7 des Bundesratsbeschlusses 
vom 17. Dezember 2004 über die Genehmigung und Umsetzung des 
Protokolls über die Ausdehnung des Freizügigkeitsabkommens auf die 
neuen  EG-Mitgliedstaaten  zwischen  der  Schweizerischen  Eidgenos-
senschaft  einerseits  und  der  EG und  ihren  Mitgliedstaaten  anderer-
seits  sowie  über  die  Genehmigung  der  Revision  der  flankierenden 
Massnahmen zur Personenfreizügigkeit, in Kraft seit 1. April 2006, AS 
2006 979 994). Das Freizügigkeitsabkommen setzt die verschiedenen 
bis dahin geltenden bilateralen Abkommen zwischen der Schweizeri-
schen Eidgenossenschaft und den einzelnen Mitgliedstaaten der Euro-
päischen Union insoweit aus, als darin derselbe Sachbereich geregelt 
wird (Art. 20 FZA). Gemäss Art. 8 Bst. a FZA werden die Systeme der 
sozialen  Sicherheit  koordiniert,  um insbesondere  die  Gleichbehand-
lung aller Mitglieder der Vertragsstaaten zu gewährleisten.

4.2.2 Am 1. Januar 2003 sind das ATSG sowie die entsprechende Ver-
ordnung vom 11. September 2002 (ATSV, SR 830.11) in Kraft getreten. 
Da im vorliegenden Fall der Rentenanspruch des Beschwerdeführers 
ab 1. Juni 2002 strittig ist (vgl. E. 3 vorstehend), sind bis zum 31. De-
zember 2002 die Bestimmungen des IVG und der Verordnung über die 
Invalidenversicherung vom 17. Januar 1961 (IVV, SR 831.201) mass-
geblich.  Ab  1.  Januar  2003  sind  zusätzlich  die  Bestimmungen  des 
ATSG und der ATSV anwendbar. 

4.2.3 Am 1. Januar 2004 sind die Änderungen des IVG und des ATSG 
vom 21. März 2003 sowie der IVV vom 21. Mai 2003 in Kraft getreten 
(4. IV-Revision, AS 2003 3837 bzw. AS 2003 3859). Somit ist für den 
Rentenanspruch ab diesem Zeitpunkt die seit dem 1. Januar 2004 gül-
tige Fassung des IVG, vorbehältlich der Übergangsbestimmungen zur 
Änderung vom 21. März 2003 (AS 2003 3850), anwendbar. Die Ände-
rungen des IVG und des ATSG vom 6. Oktober 2006 sowie der IVV 
und der ATSV vom 28. September 2007 (5. IV-Revision, AS 2007 5129 
bzw. AS 2007 5155, in Kraft seit 1. Januar 2008) sind im vorliegenden 
Verfahren nicht anwendbar, da der angefochtene Entscheid vor Inkraft-

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treten der entsprechenden Bestimmungen ergangen ist (vgl. auch UELI 
KIESER, ATSG-Kommentar, Zürich Basel Genf 2003, Art. 82 Rz. 4).

5.
Die Vorinstanz begründete ihren Entscheid, die Rente ab 1. Juni 2002 
zu sistieren, im Einspracheentscheid vom 11. August 2006 folgender-
massen: Aufgrund einer  ausgesprochenen Haftstrafe im Sinne eines 
angeordneten Massnahmevollzugs in einer psychiatrischen Anstalt ab 
dem 2. März 2002 habe sie gestützt auf Art. 21 Abs. 5 ATSG in Verbin-
dung mit der höchstrichterlichen Rechtsprechung hinsichtlich der Ren-
tensistierung bei angeordnetem Massnahmevollzug die zugesproche-
nen Leistungen nicht ausbezahlt. In ihrer Vernehmlassung vom 5. Ok-
tober 2006 ergänzte sie ihre Begründung dahingehend, für die Ren-
tensistierung  im  Falle  eines  über  die  Dauer  der  ausgesprochenen 
Strafe  hinausgehenden  oder  ohne  eine  solche  angeordneten  Mass-
nahmevollzugs genüge es gemäss Urteil des EVG vom 30. Juni 1997 
in  Sachen  D. W.,  dass  die  Sozialgefährlichkeit  des  Betroffenen  die 
Massnahme notwendig mache.

5.1 Im Folgenden ist zu prüfen, auf welcher Grundlage die Vorinstanz 
allenfalls berechtigt war, die Rente mit Wirkung ab 1. Juni 2002 zu sis-
tieren. Da zu diesem Zeitpunkt  das ATSG noch nicht  in Kraft  stand, 
sind die Bestimmungen des IVG in der im betreffenden Zeitraum gültig 
gewesenen  Fassung  heranzuziehen. Das  IVG in  seiner  bis  zum 31. 
Dezember 2002 gültig  gewesenen Fassung enthält  jedoch keine Be-
stimmung betreffend die Sistierung von Geldleistungen. Nach einer äl-
teren Rechtsprechung bildete die Inhaftierung oder jede andere Form 
eines  durch  eine  Strafbehörde  angeordneten  Freiheitsentzugs  einen 
Revisionsgrund im Sinn von Art. 41 Abs. 1 IVG (in der Fassung vom 9. 
Oktober 1986, in Kraft vom 1. Januar 1988 bis 31. Dezember 2002). 
Da im Straf- oder Massnahmevollzug normalerweise keine Erwerbstä-
tigkeit ausgeübt werde, gelte der Versicherte als beruflich nicht aktiv, 
so dass der festgelegte Invaliditätsgrad auf seinen Status nicht mehr 
zutreffe (BGE 133 V 1 E. 3.1, BGE 113 V 273 E. 1). Mit BGE 113 V 273 
wurde  diese  Rechtsprechung  geändert,  indem  der  Freiheitsentzug 
nicht mehr Anlass für den Entzug der Rente, sondern lediglich für de-
ren Sistierung während der Zeit des Freiheitsentzugs bilden sollte. Das 
Eidgenössische Versicherungsgericht rechtfertigte die Zulässigkeit der 
Rentensistierung mit der Überlegung, dass die Allgemeinheit den Le-
bensunterhalt einer sich im Freiheitsentzug befindenden Person finan-
ziere und Letztere daher keinen wirtschaftlichen Vorteil aus der Durch-

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führung der  Strafe oder  Massnahme ziehen solle. Zudem verliere in 
der  Regel  auch  der  nicht  invalide  Gefangene  seine  Einkünfte  (BGE 
113 V 273 E. 2b). Nebst dem Hinweis auf verschiedene internationale 
Abkommen, deren Normen jedoch nicht direkt anwendbar seien, führte 
das Eidgenössische Versicherungsgericht auch Art. 43 des Bundesge-
setzes vom 20. September 1949 über die Militärversicherung (AS 1949 
1671, in Kraft bis 31. Dezember 1993, nachfolgend: aMVG) als Grund-
lage für die Rentensistierung an (BGE 113 273 E. 2b am Ende). Art. 43 
aMVG (AS 1949 1671 1686, in der im Zeitpunkt des zitierten Leitent-
scheids  BGE 113 V 273 redaktionell  angepassten Fassung [vgl. AS 
1964 253 263]) hatte folgenden Wortlaut :

"Die Auszahlung des Krankengeldes oder der Rente kann eingestellt wer-
den, wenn der Versicherte eine Freiheitsstrafe verbüsst oder gerichtlich in 
eine Verwahrungs- oder Arbeitserziehungsanstalt  eingewiesen wird. Hat 
er Angehörige, denen im Falle seines Todes ein Rentensanspruch zuste-
hen würde, so sind ihnen Krankengeld und Rente während der Internie-
rungszeit  ganz oder teilweise auszurichten, sofern sie ohne diese Leis-
tung in Not geraten würden."

Das Eidgenössische Versicherungsgericht kam zum Schluss, dass die 
Haft (oder jede andere von einer Strafbehörde angeordnete Form des 
Freiheitsentzugs, einschliesslich des Aufenthalts in einer Arbeitserzie-
hungsanstalt) von nun an Anlass zur Sistierung – und nicht mehr zur 
Revision  – des  Anspruchs auf  eine  Rente  der  Invalidenversicherung 
bilde (BGE 113 V 273 E. 2c). Das Gericht erachtete es als wünschens-
wert,  dass die Frage auf  dem Gesetzesweg beantwortet  werde, bei-
spielsweise im Rahmen des Entwurfs zu einem Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (BGE 113 V 273 E. 2e). Der Appell ans Par-
lament lässt den Schluss zu, dass die fehlende Regelung der Renten-
sistierung vom Eidgenössischen Versicherungsgericht als Gesetzeslü-
cke interpretiert  wurde  und  es  sich  einer  analogen  Anwendung  von 
Art. 43 aMVG in anderen Sozialversicherungszweigen nicht grundsätz-
lich verschliessen wollte.

Mit Inkrafttreten des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1992 über die Mili-
tärversicherung (MVG, SR 833.1)  am 1. Januar  1994 wurde Art. 43 
des  Bundesgesetzes vom 20. September  1949 über  die  Militärversi-
cherung als Art. 13 in das MVG übernommen. Art. 13 Abs. 1 MVG (in 
der bis am 31. Dezember 2002 gültig gewesenen Fassung) lautete: 

"Die Auszahlung des Taggeldes oder der Invalidenrente kann ganz oder 
teilweise  eingestellt  werden,  wenn  der  Versicherte  eine  Freiheitsstrafe 
oder eine Massnahme nach den Artikeln 42-44 oder 100bis des Schweize-
rischen Strafgesetzbuches verbüsst."

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Durch den Erlass des ATSG wurde die erwähnte Praxis des Eidgenös-
sischen Versicherungsgerichts (vgl. auch BGE 116 V 323) gesetzlich 
verankert.  Dabei  wurde  mit  Art.  21  Abs.  5  ATSG  nicht  eine  neue 
Rechtslage geschaffen, sondern eine gefestigte Rechtsprechung nach 
dem Vorbild von Art. 13 MVG (in der vom 1. Januar 1994 bis 31. De-
zember  2002  gültig  gewesenen  Fassung)  ins  Gesetz  überführt.  Der 
der  Rentensistierung  zugrundeliegende  Gedanke,  wonach  der  Er-
werbsersatzcharakter der Rente das Ruhen des Anspruchs zur Folge 
haben müsse, solange die versicherte Person nicht erwerbstätig sein 
könne, hat bereits in den Bericht der Kommission des Nationalrates für 
soziale Sicherheit und Gesundheit vom 26. März 1999 (Parlamentari-
sche  Initiative  Sozialversicherungsrecht,  BBl  1999  4523,  hier  4566) 
Eingang gefunden. Der Antrag der nationalrätlichen Kommission laute-
te: 

"Art. 27 Abs. 4 Befindet sich der Versicherte im Straf- oder Massnahme-
vollzug,  kann  während  dieser  Zeit  die  Auszahlung  von  
Geldleistungen mit Erwerbsersatzcharakter mit Ausnahme 
derjenigen für Ansprüche der Angehörigen im Sinne von 
Absatz 2bis ganz oder teilweise eingestellt werden." 

Nach  dem  Gesagten  kann  festgehalten  werden,  dass  sowohl  die 
Rechtsprechung als auch die Materialien zum ATSG eindeutige Hin-
weise enthalten, wonach die Sistierung einer Invalidenrente im Grund-
satz bereits vor der positivrechtlichen Verankerung im ATSG als recht-
mässige  Praxis  anerkannt  wurde,  zumal  die  vorhergehende  Recht-
sprechung im Fall des Straf- oder Massnahmevollzugs der versicher-
ten Person von der Revidierbarkeit  der Rente und damit  vom Unter-
gang des Anspruchs ausgegangen war. 

5.2 Nachdem  feststeht,  dass  die  Sistierung  der  Invalidenrente  im 
Grundsatz auch vor Inkrafttreten des ATSG statthaft war, bleibt festzu-
stellen, ob die Unterbringung des Beschwerdeführers in einem psychi-
atrischen  Krankenhaus  der  Bundesrepublik  Deutschland  dem  Straf- 
oder  Massnahmevollzug  des  schweizerischen  Strafrechts  entspricht. 
Dabei sind zwei Phasen der Unterbringung zu unterscheiden:

5.2.1 Vom 2. März 2002 bis zur Gerichtsverhandlung am 4./5. Februar 
2003 war der  Beschwerdeführer  nach § 126a Abs. 1  der  deutschen 
Strafprozessordnung (nachfolgend: StPO-DE) in der Klinik für Forensi-
sche Psychiatrie des Krankenhauses für  Psychiatrie,  Psychotherapie 
und Neurologie L._______ untergebracht. § 126 StPO-DE lautet:

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"(1)  Sind  dringende  Gründe  für  die  Annahme vorhanden,  daß  jemand 
eine rechtswidrige Tat im Zustand der Schuldunfähigkeit oder verminder-
ten Schuldfähigkeit (§§ 20, 21 des Strafgesetzbuches) begangen hat und 
daß seine Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus oder ei-
ner  Entziehungsanstalt  angeordnet  werden  wird,  so  kann  das  Gericht 
durch Unterbringungsbefehl die einstweilige Unterbringung in einer die-
ser Anstalten anordnen, wenn die öffentliche Sicherheit es erfordert.

(2) Für die einstweilige Unterbringung gelten die §§ 114 bis 115a, 116 
Abs. 3 und 4,§§ 117 bis 119,  123, 125 und 126 entsprechend. Die §§ 
121, 122 gelten entsprechend mit der Maßgabe, dass das Oberlandesge-
richt prüft, ob die Voraussetzungen der einstweiligen Unterbringung wei-
terhin vorliegen.

(3) Der Unterbringungsbefehl ist aufzuheben, wenn die Voraussetzungen 
der einstweiligenUnterbringung nicht mehr vorliegen oder wenn das Ge-
richt im Urteil die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus 
oder einer Entziehungsanstalt nicht anordnet. Durch die Einlegung eines 
Rechtsmittels darf die Freilassung nicht aufgehalten werden. § 120 Abs. 3 
gilt entsprechend. 

(4) Hat der Untergebrachte einen gesetzlichen Vertreter oder einen Be-
vollmächtigten im Sinne des § 1906 Abs. 5 des Bürgerlichen Gesetzbu-
ches, so sind Entscheidungen nach Absatz 1 bis 3 auch diesem bekannt 
zu geben."

Gemäss § 126a Abs. 1 StPO-DE ist die Unterbringung durch das Ge-
richt  anzuordnen. Aus den Akten geht  hervor,  dass  die  Massnahme 
von der Staatsanwaltschaft W._______ beim Gericht beantragt worden 
war  (vgl.  Fachärztliche  Stellungnahme  zu  den  Fragen  des  Gerichts 
vom 21. Februar 2003, act. 16 S. 2 oben). Somit ist die vom Eidgenös-
sischen Versicherungsgericht statuierte Voraussetzung, dass der Frei-
heitsentzug von einer Strafbehörde angeordnet sein muss (vgl. vorste-
hende E. 5.1), erfüllt. Es kann daher offenbleiben, ob es sich bei dieser 
Massnahme um Sicherheitshaft oder, wie vom Beschwerdeführer gel-
tend gemacht (vgl. act. 15), um Untersuchungshaft gehandelt hat, zu-
mal  nach  der  bundesgerichtlichen  Rechtsprechung  die  Untersu-
chungshaft  von  einer  gewissen  Dauer  in  gleicher  Weise  Anlass  zur 
Rentensistierung gibt wie jede andere Form des von einer Strafbehör-
de angeordneten Freiheitsentzugs (Urteil  8C_702/2007 vom 17. Juni 
2008 E. 3.1; a. M. jedoch UELI KIESER, ATSG-Kommentar, Zürich Basel 
Genf 2003, Art. 21 Rz. 79). Für die Sistierung der Rente im fraglichen 
Zeitraum war  die Tatsache ausreichend,  dass der  Beschwerdeführer 
sich auf Anordnung einer Strafbehörde im Straf- oder Massnahmevoll-
zug befand. Dass die einstweilige Unterbringung in einem psychiatri-
schen Krankenhaus eine strafrechtliche Massnahme darstellt, geht aus 
§ 126 a StPO-DE sowie aus dessen systematischer Stellung im Erlass 
("Neunter Abschnitt. Verhaftung und vorläufige Festnahme") unmittel-

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bar hervor. Für den Zeitraum vom 2. März 2002 bis 5. Februar 2003 ist 
somit von einem strafrechtlich angeordneten Freiheitsentzug auszuge-
hen. 

5.2.2 Mit  Urteil  des  Landgerichts  W._______  vom  5.  Februar  2003 
wurde die Unterbringung des Beschwerdeführers in einem psychiatri-
schen Krankenhaus gestützt auf § 63 des deutschen Strafgesetzbuchs 
(nachfolgend: StGB-DE) angeordnet, nachdem er verschiedene Delik-
te  begangen  hatte,  im  Zeitpunkt  der  Begehung  der  Tat  jedoch  für 
schuldunfähig erkannt worden war. § 63 StGB-DE lautet: 

"Hat  jemand  eine  rechtswidrige  Tat  im  Zustand  der  Schuldunfähigkeit 
(§ 20) oder der verminderten Schuldfähigkeit (§ 21) begangen, so ordnet 
das Gericht die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus an, 
wenn die  Gesamtwürdigung des  Täters  und seiner  Tat ergibt,  daß von 
ihm infolge seines Zustandes erhebliche rechtswidrige Taten zu erwarten 
sind und er deshalb für die Allgemeinheit gefährlich ist."

Die Unterbringung entspricht somit einer Massnahme im Sinn von Art. 
43  des  schweizerischen  Strafgesetzbuchs  vom  21.  Dezember  1937 
(StGB, SR 311.0) (in der hier massgeblichen Fassung vom 18. März 
1971, in Kraft vom 1. Juli 1971 bis 31. Dezember 2006). Die Vorausset-
zung der Rechtsprechung, wonach ein von einer strafrechtlichen Be-
hörde angeordneter Freiheitsentzug vorliegen muss, ist somit auch in 
der  zweiten  Phase  der  Unterbringung  erfüllt.  Der  Einwand  des  Be-
schwerdeführers, es habe zu keiner Zeit eine Inhaftierung vorgelegen, 
zumindest aber ab dem 5. Februar 2003 nicht mehr, ist  daher unbe-
achtlich. Entscheidend ist,  dass  sich  der  Beschwerdeführer  auch ab 
dem 5. Februar 2003 auf Anordnung einer Strafbehörde im Massnah-
mevollzug befunden hat. 

5.3 Aus den vorstehenden Überlegungen ergibt sich, dass vorliegend 
die Sistierung der Rente für den Zeitraum vom 2. März 2002 bis 31. 
Dezember 2002 auf die konstante höchstrichterliche Rechtsprechung 
und ab 1. Januar 2003 auf Art. 21 Abs. 5 ATSG gestützt werden kann. 
Die Voraussetzungen für die Sistierung der Rente waren bis zum Zeit-
punkt der Entlassung des Beschwerdeführers aus dem Vollzug erfüllt. 
Die Vorinstanz war daher im Ergebnis grundsätzlich befugt, die Sistie-
rung der Rente anzuordnen. 

5.4 Zu prüfen bleibt, ob die Vorinstanz das ihr zustehende Ermessen 
unterschritten hat, indem sie die Rente sistiert hat, obwohl Art. 21 Abs. 
5 ATSG als Kann-Bestimmung abgefasst ist. Nach der Lehre lässt die-

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ser Wortlaut zu, den besonderen Umständen Rechnung zu tragen. So 
ist  eine Sistierung dort  nicht vorzunehmen, wo eine gesunde Person 
trotz Straf- oder Massnahmevollzugs einer Erwerbstätigkeit nachgehen 
könnte,  wie  beispielsweise  beim Vollzug in  Halbgefangenschaft  oder 
Halbfreiheit  (UELI KIESER,  ATSG-Kommentar,  Zürich Basel  Genf 2003, 
Art. 21 Rz. 78, wobei dieser Autor die Untersuchungs- und Sicherheits-
haft als von der Norm des Art. 21 Abs. 5 ATSG nicht erfasst betrachtet 
[a.a.O. Rz 79], während das Bundesgericht ein qualifiziertes Schwei-
gen bezüglich Untersuchungs- und Sicherheitshaft verneint [BGE 133 
V 1 E. 4.3]). Somit ist für diese Frage massgeblich, ob die Art des Voll-
zugs eine Erwerbstätigkeit erlaubt (BGE 133 V 1 E. 4.2.4.1, Urteile des 
Bundesgerichts  8C_176/2007  vom  25.  Oktober  2007  E.  4.2  und 
8C_702/2007 vom 17. Juni 2008 E. 4). Im vorliegenden Fall war eine 
Erwerbstätigkeit des Beschwerdeführers sowohl durch die am 2. März 
2002 erfolgte Unterbringung in der Klinik für Forensische Psychiatrie 
des  Krankenhauses  für  Psychiatrie,  Psychotherapie  und  Neurologie 
L._______ als auch durch den regulären Vollzug in der gleichen Insti-
tution vom 5. Februar 2003 bis zur Entlassung am 14. April 2006 aus-
geschlossen. Es ist deshalb nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz 
die Sistierung der Rente trotz der als Kann-Vorschrift abgefassten Be-
stimmung des Art. 21 Abs. 5 ATSG, dessen Auslegung nach dem in E. 
5.1 Gesagten auch für die Zeit  vom 2. März 2002 bis 31. Dezember 
2002 gelten kann, angeordnet hat. Demnach sind der Haupt- und der 
Eventualantrag des Beschwerdeführers abzuweisen.

5.5 In teilweiser Gutheissung der Einsprache hat die Vorinstanz nach 
Kenntnisnahme der  Entlassung des Beschwerdeführers  am 14. April 
2006 die Wiederausrichtung der Rente mit  Wirkung ab 1. April  2006 
verfügt. Nach der Lehre ist die Rente, welche infolge strafrechtlichen 
Freiheitsentzugs sistiert  worden ist,  nach dem Ende des Vollzugs für 
den ganzen Monat,  in  welchem die  Entlassung erfolgt,  auszurichten 
(UELI KIESER, ATSG-Kommentar, Zürich Basel Genf 2003, Art. 21 Rz. 77 
mit  Hinweis). Die Vorinstanz hat somit das Wiederaufleben des Ren-
tenanspruchs zu Recht auf den 1. April 2006 festgesetzt.

6.
Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerde als unbegründet 
abzuweisen und der angefochtene Einspracheentscheid zu bestätigen 
ist.

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7.
7.1 Das Verfahren ist nach der Praxis des Bundesverwaltungsgerichts 
kostenlos  (Übergangsbestimmung  zur  Änderung  des  IVG  vom  16. 
Dezember 2005, Bst. b in Verbindung mit Art. 69 Abs. 1bis IVG bzw. mit 
Art. 69 Abs. 2 IVG).

7.2
Dem  unterliegenden  Beschwerdeführer  wird  keine  Parteientschädi-
gung zugesprochen (Art. 63 Abs. 1 VwVG e contrario).

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben, und es wird keine Partei-
entschädigung zugesprochen.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben mit Rückschein)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. ...)
- das Bundesamt für Sozialversicherungen

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Franziska Schneider Susanne Genner

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Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern,  Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. 
und 100 des Bundesgerichtsgesetzes  vom 17. Juni  2005 [BGG, SR 
173.110]). Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit 
Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der ange-
fochtene  Entscheid  und  die  Beweismittel  sind,  soweit  sie  die  be-
schwerdeführende  Partei  in  Händen  hat,  beizulegen  (vgl.  Art.  42 
BGG).

Versand: 

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