# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 27d61d5f-8b70-5589-9a5a-c63428604ae2
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2001-03-01
**Language:** de
**Title:** Bundesgericht Eidgenössisches Versicherungsgericht 01.03.2001 U 431/99
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BGer/CH_BGer_016_U-431-99_2001-03-01.html

## Full Text

[AZA 7] 

U 431/99 Vr 

 

 

III. Kammer 

 

Bundesrichter Schön, Spira und Bundesrichterin Widmer; 

Gerichtsschreiberin Fleischanderl 

 

 

Urteil vom 1. März 2001 

 

in Sachen 

 

G.________, 1959, Beschwerdeführerin, vertreten durch 

Advokat Lukas Denger, Schwarztorstrasse 7, Bern, 

 

gegen 

 

"Winterthur" Schweizerische Versicherungs-Gesellschaft, 

General Guisan-Strasse 40, Winterthur, Beschwerdegegnerin, 

vertreten durch Rechtsanwältin Marianne I. Sieger-Giger, 

Kuttelgasse 8, Zürich, 

und 

 

Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Bern 

 

 

A.- Die 1959 geborene G.________ ist als Beraterin und 

Therapeutin bei der Q.________ AG tätig. Am 6. Januar 1994 

erlitt sie in Indien einen Verkehrsunfall, bei welchem sie 

sich Prellungen am rechten Schienbein, am Genick und an der 

linken Achsel zuzog (Arztzeugnis UVG des Dr. med. 

B.________ vom 19. Januar 1994). Die "Winterthur" Schweizerische 

Versicherungs-Gesellschaft (nachfolgend: "Winterthur"), 

bei der G.________ gegen die Folgen von Unfällen 

versichert war, anerkannte eine Leistungspflicht, übernahm 

die Heilungskosten und richtete Taggelder aus. 

Am 12. Dezember 1995 ersuchte G.________ um die Ausrichtung 

einer Rente sowie einer Integritätsentschädigung. 

Einen Tag später meldete sie sich bei der Invalidenversicherung 

zum Leistungsbezug an. Nachdem die Versicherte 

eine von der "Winterthur" vorgesehene Untersuchung durch 

Dr. med. K.________, Spezialarzt FMH für Neurologie, spez. 

Elektroencephalographie und Elektromyographie, abgelehnt 

hatte, stellte der Unfallversicherer mit Verfügung vom 

21. Dezember 1995 mangels Fortbestehens eines Kausalzusammenhanges 

zwischen den aktuellen Beschwerden und dem 

erlittenen Unfall seine Taggeldleistungen per Ende Januar 

1996 ein, lehnte die Übernahme von Heilungskosten über 

dasselbe Datum hinaus ab und verneinte einen Anspruch auf 

Invalidenrente sowie Integritätsentschädigung. Im Rahmen 

des Einspracheverfahrens erklärte G.________ sich mit einer 

medizinischen Begutachtung durch Dr. med. K.________ einverstanden 

(Gutachten vom 11. Juni 1996/Teilgutachten des 

PD Dr. med. R.________, stellvertretender Chefarzt der psychiatrischen 

Poliklinik, Spital X.________, vom 14. Mai 

1996). In der Folge zog die "Winterthur" das zuhanden der 

Invalidenversicherung erstellte Gutachten des Dr. med. 

I.________, Spezialarzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, 

vom 2. Juli 1996 sowie den Bericht des Dr. med. 

W.________, Psychiatrie und Psychotherapie FMH/Homöopathischer 

Arzt SAHP, vom 17. Oktober 1996 bei und holte vertrauensärztliche 

Stellungnahmen des Dr. med. C.________ vom 

5. März 1997 und des Dr. med. H.________ vom 15. August 

1997 ein. Gestützt auf diese Unterlagen hielt sie mit 

Einspracheentscheid vom 3. September 1997 an ihrer Verfügung 

fest. 

B.- Die hiegegen erhobene Beschwerde, mit welcher 

G.________ - u.a. mit Hinweis auf das Gutachten der Rehaklinik 

Y.________ vom 25. August 1997 - die Aufhebung des 

angefochtenen Einspracheentscheides, soweit die Ablehnung 

von Leistungen betreffend, und die Ausrichtung der gesetzlichen 

Leistungen nach UVG beantragen liess, wies das 

Verwaltungsgericht des Kantons Bern ab (Entscheid vom 

20. Oktober 1999). 

 

C.- G.________ lässt Verwaltungsgerichtsbeschwerde 

führen und ihr vorinstanzlich gestelltes Rechtsbegehren 

erneuern; ferner ersucht sie um unentgeltliche Verbeiständung. 

 

Während die "Winterthur" ausdrücklich und das kantonale 

Gericht sinngemäss auf Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde 

schliessen, hat sich das Bundesamt für Sozialversicherung 

nicht vernehmen lassen. 

 

 

Das Eidg. Versicherungsgericht zieht in Erwägung: 

 

1.- In formellrechtlicher Hinsicht macht die Beschwerdeführerin 

die Verletzung ihrer Mitwirkungs- und Parteirechte 

im Rahmen der durchgeführten medizinischen Untersuchungen 

geltend. 

 

a) Sie rügt namentlich, die "Winterthur" habe ihr hinsichtlich 

der Begutachtung durch die Dres. med. K.________ 

und R.________ (vom 14. Mai/11. Juni 1996) keine Gelegenheit 

gegeben, sich zur Person des Sachverständigen und zur 

Fragestellung zu äussern. 

Dieser Einwand ist mit Blick darauf, dass die damalige 

Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin in Kenntnis des an 

Dr. med. K.________ gesandten Fragenkatalogs, welcher ihr 

von der "Winterthur" zugestellt worden war, mit Schreiben 

vom 8. Februar 1996 keine Bedenken gegenüber der Person des 

Gutachters geäussert und ausdrücklich auf Ergänzungsfragen 

verzichtet hatte, unbegründet. 

 

b) Ferner wird vorgebracht, die Beauftragung des Dr. 

med. I.________ durch die IV-Stelle Bern sei ohne Gewährung 

des rechtlichen Gehörs erfolgt und auch die "Winterthur" 

habe es unterlassen, der Beschwerdeführerin die Möglichkeit 

einzuräumen, sich nachträglich zum betreffenden Gutachten 

(vom 2. Juli 1996) wie auch zum Experten zu äussern und 

Ergänzungsfragen zu stellen. 

Was das IV-Verfahren anbelangt, wären Mängel bei der 

Einholung oder beim Zustandekommen eines Beweismittels in 

diesem Verfahren geltend zu machen, da die Beachtung allfälliger 

Mitwirkungsrechte einzig von derjenigen Instanz 

oder Behörde erfolgen kann, welche das Gutachten selber 

einholt (BGE 125 V 337 Erw. 4b). Mit Blick auf das Einspracheverfahren 

der "Winterthur" ist darauf hinzuweisen, 

dass das rechtliche Gehör insbesondere das Recht beinhaltet, 

an der Erhebung wesentlicher Tatsachen mitzuwirken 

oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn 

dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen (BGE 125 

V 335 Erw. 3a, 124 V 181 Erw. 1a, je mit Hinweisen). Wie 

dem Einspracheentscheid vom 3. September 1997 zu entnehmen 

ist, stützte die "Winterthur" sich im Wesentlichen auf die 

Schlussfolgerungen der von ihr eingeholten Expertise der 

Dres. med. K.________ und R.________ (vom 14. Mai/11. Juni 

1996) sowie die vertrauensärztlichen Stellungnahmen des Dr. 

med. C.________ (vom 5. März 1997) und des Dr. med. 

H.________ (vom 15. August 1997) ab. Das Gutachten des Dr. 

med. I.________ (vom 2. Juli 1996) wurde zwar ebenfalls 

erwähnt, darauf aber nicht primär abgestellt, sondern in 

einem die genannten ärztlichen Auffassungen lediglich 

bestätigenden Sinne angeführt ("Auch dieser Mediziner kommt 

zum dem Ergebnis, dass im Falle Ihrer Mandantin keine 

unfallbedingte psychische Störung gegeben ist, [...]"). Es 

erscheint somit zumindest zweifelhaft, ob diesem Gutachten 

im Sinne der zitierten Rechtsprechung entscheidwesentliche 

Bedeutung beizumessen ist. Im Übrigen nahm der Rechtsvertreter 

der Beschwerdeführerin bereits in seiner Eingabe vom 

28. Oktober 1996 an die "Winterthur" Bezug auf die Ausführungen 

des Dr. med. I.________, woraus zu schliessen ist, 

dass beinahe ein Jahr vor Erlass des Einspracheentscheides 

(vom 3. September 1997) Kenntnis davon und mithin auch die 

Möglichkeit bestand, gegenüber der "Winterthur" zum betreffenden 

Gutachten Stellung zu nehmen. Hierin erschöpfte 

sich indes das Mitwirkungsrecht, sofern - wie dargelegt - 

ein derartiges Recht in Bezug auf das besagte Gutachten 

überhaupt zu bejahen ist. Ein anderes Ergebnis lässt sich 

entgegen den Vorbringen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde 

auch nicht aus BGE 125 V 337 Erw. 4b schliessen. 

 

2.- Die Beschwerdeführerin rügt im Weiteren, das kantonale 

Gericht habe ihren Anspruch auf rechtliches Gehör 

verletzt, da es in zentralen Punkten seiner Begründungspflicht 

nicht nachgekommen sei, sondern nur pauschal auf 

Ausführungen in den Rechtsschriften der "Winterthur" verwiesen 

habe. 

Die Begründungspflicht als wesentlicher Bestandteil 

des verfassungsrechtlichen Gehörsanspruches der entscheidenden 

Behörde soll verhindern, dass sich die Behörde von 

unsachlichen Motiven leiten lässt, und den Betroffenen ermöglichen, 

die Verfügung gegebenenfalls sachgerecht anzufechten. 

Dies ist jedoch nur möglich, wenn sowohl sie wie 

auch die Rechtsmittelinstanz sich über die Tragweite des 

Entscheides ein Bild machen können. In diesem Sinne müssen 

wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen 

sich die Behörde hat leiten lassen und auf welche sich ihre 

Verfügung stützt (BGE 124 V 181 Erw. 1a mit Hinweisen). Die 

Vorinstanz begründet ihren Entscheid hinsichtlich der 

Würdigung der medizinischen Erhebungen wie auch der Verneinung 

des adäquaten Kausalzusammenhanges in erster Linie 

durch Hinweise auf die Ausführungen in der Beschwerdeantwort 

der "Winterthur". Ob sie den Anspruch der Beschwerdeführerin 

auf rechtliches Gehör verletzt hat, kann offen 

bleiben. Da die Versicherte in der Lage war, den wesentlichen 

Inhalt der Begründung zu erkennen und ihr die Möglichkeit 

offen stand, sich zu demselben vor einer Beschwerdeinstanz 

zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie die 

Rechtslage frei überprüfen kann, wäre ein allfälliger 

Mangel als geheilt zu betrachten (BGE 126 I 72, 126 V 132 

Erw. 2b, je mit Hinweisen). 

 

3.- a) Materiellrechtlich streitig und zu prüfen ist, 

ob der Beschwerdeführerin über den 31. Januar 1996 hinaus 

Leistungen der "Winterthur" zustehen. 

 

b) Im Einspracheentscheid vom 3. September 1997, auf 

welchen das kantonale Gericht verweist, sowie im angefochtenen 

Entscheid werden die von der Rechtsprechung entwickelten 

Grundsätze zu dem für die Leistungspflicht des Unfallversicherers 

vorausgesetzten natürlichen Kausalzusammenhang 

(BGE 115 V 134 Erw. 3, 405 Erw. 3, 112 V 32 

Erw. 1a; vgl. auch BGE 119 V 337 Erw. 1 mit Hinweis) zwischen 

dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden 

(Krankheit, Invalidität, Tod), zur Adäquanzbeurteilung bei 

nach einem Unfall auftretenden psychischen Gesundheitsschäden, 

einschliesslich der dabei zu beachtenden Kriterien 

(BGE 115 V 138 ff. Erw. 6; siehe auch SVR 1999 UV Nr. 10 

S. 31 Erw. 2), sowie zu dem im Sozialversicherungsrecht 

allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

(BGE 115 V 142 Erw. 8b, 112 V 32 Erw. 1a; vgl. zudem 

BGE 125 V 195 Erw. 2 mit Hinweisen) zutreffend dargelegt. 

Darauf wird verwiesen. Zu ergänzen ist, dass in Fällen, 

in welchen die zum typischen Beschwerdebild eines 

Schleudertraumas der Halswirbelsäule (HWS) gehörenden Beeinträchtigungen 

zwar teilweise gegeben sind, im Vergleich 

zu einer ausgeprägten psychischen Problematik aber ganz in 

den Hintergrund treten, die Beurteilung praxisgemäss unter 

dem Gesichtspunkt einer psychischen Fehlentwicklung nach 

Unfall vorzunehmen ist (BGE 123 V 99 Erw. 2a; RKUV 1999 Nr. 

U 341 S. 409). 

 

4.- Die Beschwerdeführerin macht geltend, die Vorinstanz 

habe bezüglich des Gutachtens der Rehaklinik 

Y.________ vom 25. August 1997 keine "ernsthafte" Beweiswürdigung 

vorgenommen. 

 

Das kantonale Gericht ist in Nachachtung der vom Eidgenössischen 

Versicherungsgericht mit Urteil vom 10. September 

1998, I 146/98, im parallelen IV-Verfahren vorgenommenen 

Würdigung der entscheidrelevanten medizinischen Erhebungen 

zum Schluss gelangt, dass die Versicherte heute einzig 

noch unter psychischen Beschwerden leide. Im vorliegenden 

Verfahren stehen sich - wie bereits schon im IV-Prozess 

- wiederum die Aussagen der Gutachten und Stellungnahmen 

der Dres. med. K.________ und R.________ (vom 14. Mai/ 

11. Juni 1996), I.________ (vom 2. Juli 1996) sowie 

C.________ (vom 5. März 1997) und H.________ (vom 15. August 

1997) einerseits, welche die psychische Problematik in 

den Vordergrund rücken, und des Dr. med. W.________ (vom 

17. Oktober 1996) sowie der Rehaklinik Y.________ (vom 

25. August 1997) anderseits, die das Vorliegen von somatischen 

Restbeschwerden bejahen, gegenüber. Da bereits im 

besagten Urteil I 146/98 erkannt wurde, dass auf Grund 

ihrer Schlüssigkeit auf die Gutachten der Dres. med. 

K.________, R.________ und I.________ abzustellen ist, kann 

nicht von einer fehlerhaften Beweiswürdigung der Vorinstanz 

die Rede sein. 

 

5.- Nach den - vorliegend relevanten - medizinischen 

Akten, namentlich auch dem Arztzeugnis des Dr. med. 

A.________, Spezialarzt FMH für Chirurgie und Orthopädie, 

vom 7. März 1994 und dem Bericht des Dr. med. F.________, 

Spezialarzt für Neurologie FMH, vom 15. März 1994, welche 

die freie schmerzlose Beweglichkeit der HWS bescheinigten, 

kann als erstellt gelten, dass die Versicherte, sofern sie 

beim Unfallereignis vom 6. Januar 1994 ein Schleudertrauma 

der HWS erlitten haben sollte, sich jedenfalls von diesen 

Beschwerden rasch wieder erholt hat. Es ist ferner davon 

auszugehen, dass sich die gesundheitlichen Probleme der 

Beschwerdeführerin in psychischer Hinsicht verstärkt haben 

und diese zumindest teilweise auf den besagten Unfall 

zurückzuführen sind. Da dieser mithin eine massgebliche 

Teilursache der bestehenden Beschwerden bildet, ist der 

natürliche Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und der 

danach eingetretenen Arbeits- bzw. Erwerbsfähigkeit zu bejahen 

(BGE 121 V 329 Erw. 2a mit Hinweisen). 

 

6.- a) Die Vorinstanz hat die Adäquanzbeurteilung nach 

der für psychische Unfallfolgen in BGE 115 V 138 ff. Erw. 6 

entwickelten und seither ständig angewandten Rechtsprechung 

des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vorgenommen (vgl. 

BGE 124 V 44 Erw. 5c/bb und 213 f. Erw. 4b; SVR 1999 UV 

Nr. 10 S. 31 Erw. 2). Dies ist angesichts des Umstands, 

dass die psychische Auffälligkeit und die Persönlichkeitsstruktur 

der Versicherten - selbst bei Vorliegen von Beschwerden 

eines Schleudertraumas der HWS - klar im Vordergrund 

stehen, grundsätzlich korrekt (vgl. Erw. 3b in fine 

hievor). Nicht gefolgt werden kann dem kantonalen Gericht 

insoweit, als es die Auffassung vertreten sollte, falls 

lediglich noch psychische Beeinträchtigungen nach einem 

Schleudertrauma der HWS vorlägen, sei für die Frage nach 

dem adäquaten Kausalzusammenhang stets nach der in BGE 115 

V 138 ff. Erw. 6 festgehaltenen Rechtsprechung vorzugehen. 

Vielmehr geht die Praxis zur Adäquanzbeurteilung bei 

Schleudertraumen der HWS, nach welcher eben gerade nicht 

unterschieden wird, ob die Beschwerden mehr organischer 

und/oder psychischer Natur sind, davon aus, dass diese gesundheitlichen 

Störungen eng miteinander verwoben sind und 

eine Differenzierung angesichts des komplexen und vielschichtigen 

Beschwerdebildes in heiklen Fällen gelegentlich 

grosse Schwierigkeiten bereitet (BGE 117 V 364 Erw. 5d/aa). 

Damit deshalb die für psychische Unfallfolgen geltende 

Rechtsprechung Anwendung findet, muss eine psychische Besonderheit 

und Auffälligkeit vorliegen, welche die auf 

Grund des Schleudertraumas der HWS erlittenen Beschwerden 

in den Hintergrund drängt. 

 

b) Ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf hat 

das kantonale Gericht den Unfall vom 6. Januar 1994 im 

Rahmen der Einteilung, wie sie für die Belange der Adäquanzbeurteilung 

bei psychischen Unfallfolgen vorzunehmen 

ist (BGE 115 V 140 Erw. 6c/aa), angesichts der Rechtsprechung 

(dargestellt in RKUV 1999 Nr. U 330 S. 122 ff. 

Erw. 4b/bb sowie RKUV 1995 Nr. U 215 S. 91 Erw. b) zu Recht 

dem mittleren Bereich zugeordnet. Ob der adäquate Kausalzusammenhang 

gegeben ist, beurteilt sich mithin anhand der 

in BGE 115 V 140 Erw. 6c/aa aufgelisteten Kriterien. Im 

Lichte der genannten Rechtsprechung ist das besagte Unfallereignis 

auf Grund des Hergangs und der Verletzungen nicht 

als schwerer Fall im mittleren Bereich zu bezeichnen, sondern 

eher im Grenzbereich zu den leichten Ereignissen anzusiedeln. 

Der adäquate Kausalzusammenhang könnte daher nur 

bejaht werden, wenn ein einzelnes der einschlägigen Beurteilungskriterien 

in besonders ausgeprägter Form vorläge 

oder diese in gehäufter oder auffallender Weise gegeben 

wären (BGE 117 V 368 Erw. 6b, 115 V 140 f. Erw. 6c/bb). 

Die Versicherte erlitt anlässlich des Unfalles vom 

6. Januar 1994 keine schweren oder in ihrer Art besonderen 

Verletzungen, welche erfahrungsgemäss geeignet gewesen wären, 

psychische Fehlentwicklungen in invalidisierendem Ausmasse 

auszulösen. Was die ärztliche Behandlung anbelangt, 

welche hauptsächlich in der Verabreichung von homöopathischen 

Heilmitteln sowie in der Durchführung von Hydrotherapien 

bestand, lagen laut Zwischenbericht des Dr. med. 

A.________ vom 21. Juni 1994 bereits im damaligen Zeitpunkt 

keine objektivierbaren Beschwerden mehr vor. Eine "eigentliche 

Behandlung" fand nach seinen Angaben nicht mehr 

statt, vielmehr führte die Versicherte eine Selbstmedikation 

mit Mantra-Badekuren sowie homöopathischen Medikamenten 

durch. Eine ungewöhnliche lange Dauer der ärztlichen 

Behandlung ist gemäss ärztlichen Zwischenberichten des Dr. 

med. T.________, Allgemeine Medizin FMH, vom 21. Februar, 

19. Juni und 30. September 1995 lediglich insofern zu 

bejahen, als die subjektiv geklagten Beschwerden mit energetischen 

Aufbaubehandlungen (Prana-Katinka etc.) therapiert 

wurden. Es kann im Weiteren weder von einem schwierigen 

Heilungsverlauf mit erheblichen Komplikationen noch von 

einer ärztlichen Fehlbehandlung die Rede sein, welche die 

Unfallfolgen beträchtlich verschlimmert hätte. Auch das 

Kriterium von Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit 

ist angesichts des Umstands, dass das Beschwerdebild 

schon nach ungefähr fünf Monaten mehrheitlich 

durch das psychische Leiden bestimmt war, zu verneinen. Bezüglich 

der geklagten körperlichen Dauerschmerzen sind sodann 

Vorbehalte anzubringen, nachdem eine erhebliche Diskrepanz 

zwischen den subjektiven Angaben und den objektiven 

Befunden sowie eine Verselbstständigung des Schmerzbildes 

festgestellt wurden. Was schliesslich das Unfallereignis 

selbst betrifft, kann einer frontalen Kollision eines Busses 

mit einem anderen Bus eine gewisse Eindrücklichkeit 

nicht abgesprochen werden. Selbst wenn indes von besonders 

dramatischen Begleitumständen auszugehen wäre, käme dem Unfall 

vom 6. Januar 1994 mangels - auffälligen - Vorliegens 

der weiteren Kriterien keine massgebende Bedeutung für die 

Entstehung der psychisch bedingten Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit 

zu. Ob die Vorinstanz - wie in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde 

geltend gemacht - in Bezug auf die genauen 

Umstände des Unfallverlaufs zu Unrecht auf die Abnahme weiterer 

Beweise (Einvernahme offerierter Zeugen, Übersetzung 

des Polizeirapportes) verzichtet hat, kann angesichts dieses 

Ergebnisses offen bleiben. 

 

7.- Da es im vorliegenden Verfahren um Versicherungsleistungen 

geht, sind gemäss Art. 134 OG keine Gerichtskosten 

zu erheben. Die unentgeltliche Verbeiständung kann 

gewährt werden (Art. 152 in Verbindung mit Art. 135 OG), da 

die Bedürftigkeit aktenkundig ist, die Beschwerde nicht als 

aussichtslos zu bezeichnen und die Vertretung geboten war 

(BGE 125 V 202 Erw. 4a und 372 Erw. 5b, je mit Hinweisen). 

Es wird indessen ausdrücklich auf Art. 152 Abs. 3 OG aufmerksam 

gemacht, wonach die begünstigte Partei der Gerichtskasse 

Ersatz zu leisten haben wird, wenn sie später 

dazu im Stande ist. 

 

Demnach erkennt das Eidg. Versicherungsgericht: 

 

I. Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird abgewiesen. 

 

II. Es werden keine Gerichtskosten erhoben. 

 

III. Zufolge Gewährung der unentgeltlichen Verbeiständung 

wird Advokat Lukas Denger, Bern, für das Verfahren vor 

dem Eidgenössischen Versicherungsgericht aus der Gerichtskasse 

eine Entschädigung (einschliesslich Mehrwertsteuer) 

von Fr. 2500.- ausgerichtet. 

IV. Dieses Urteil wird den Parteien, dem Verwaltungsgericht 

des Kantons Bern, Sozialversicherungsrechtliche 

Abteilung, und dem Bundesamt für Sozialversicherung 

zugestellt. 

 

Luzern, 1. März 2001 

 

Im Namen des 

Eidgenössischen Versicherungsgerichts 

Der Präsident der III. Kammer: 

 

 

 

 

 

Die Gerichtsschreiberin: