# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2e3275ad-7152-5d60-a053-a08fd8db4f17
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2020-07-16
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 16.07.2020 E-2432/2020
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-2432-2020_2020-07-16.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
   
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-2432/2020 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 6 .  J u l i  2 0 2 0  

Besetzung 
 Einzelrichterin Christa Luterbacher (Vorsitz), 

mit Zustimmung Richter Jürg Marcel Tiefenthal,   

Gerichtsschreiberin Sandra Bodenmann. 

   

Parteien 

 
A._______,  

geboren am (…), 

Sri Lanka,  

vertreten durch MLaw Roman Schuler, Rechtsanwalt,  

Advokatur Kanonengasse, 

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 7. April 2020 / N (…). 

 

 

 

E-2432/2020 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer – sri-lankischer Staatsagehöriger tamilischer Ethnie 

– verliess gemäss eigenen Angaben sein Heimatland unter Verwendung 

eines eigenen Reisepasses legal am 5. April 2017 auf dem Luftweg und 

gelangte über Thailand in die Türkei. Anschliessend reiste er mit der Bahn 

nach Europa und gelangte am 10. April 2017 in die Schweiz, wo er glei-

chentags ein Asylgesuch einreichte.  

B.  

Am 3. Mai 2017 wurde die Befragung zur Person (BzP) durchgeführt.  

Dabei trug der Beschwerdeführer vor, er sei in B._______, Distrikt Jaffna 

(Nord-Provinz), geboren. Er habe die 7. bis 13. Schulklasse im (…) College 

in C._______ besucht; die 13. Klasse habe er abgebrochen. Er habe vor 

seiner Ausreise zuletzt im Dorf D._______, E._______, Distrikt Jaffna, ge-

lebt. 

 

Zu seinen familiären Verhältnissen trug er vor, er habe nach seiner Geburt 

zusammen mit seinen Eltern, seinem Bruder und seiner Schwester im fa-

milieneigenen Haus in D._______ gelebt. Er sei ledig. In der Zeitspanne 

zwischen 2010 und 2017 habe er bei seiner Tante F._______ in 

G._______, Distrikt Jaffna, gelebt, sei während dieser Zeit jedoch regel-

mässig zu seinen Eltern zurückgekehrt. Einige weitere Verwandte würden 

in D._______ und in der Stadt H._______ leben.  

 

Er habe im Jahr 2015 einen Reisepass erhalten, als er etwa in der zehnten 

oder elften Schulklasse gewesen sei. Mit diesem Reisepass sei er aus Sri 

Lanka ausgereist; dieser Pass sei ihm dann bei seiner Weiterreise in Bang-

kok (Thailand) abgenommen worden. Seine sri-lankische Identitätskarte 

befinde sich bei seiner Schule in Sri Lanka. 

 

Er habe Sri Lanka verlassen, weil er vom CID (Criminal Investigation De-

partment) gesucht worden sei. Er habe in der Schule, im Club I._______, 

(…) gespielt. Am tamilischen Neujahresfest Mitte Januar 2016 habe seine 

Mannschaft ein Spiel gegen die Mannschaft von J._______ bestritten. 

Während des Spielverlaufs sei es zu einer zunächst sportlichen Streitigkeit 

gekommen. Die Schiedsrichter hätten die Teams getrennt. In der Folge 

habe ein Spieler der gegnerischen Mannschaft namens K._______ den 

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Seite 3 

Beschwerdeführer beschimpft und geschlagen, worauf sich der Beschwer-

deführer am nächsten Tag habe zur Wundpflege ins Spital (…) in 

B._______ begeben müssen. Nachdem er seinem Vater vom Vorfall be-

richtet habe, seien sie gemeinsam zur Polizeistation in L._______ gegan-

gen und hätten dort eine Anzeige aufgegeben. Die Polizei habe zugesi-

chert, sich der Angelegenheit anzunehmen, der Täter sei jedoch ver-

schwunden. Während des erneuten tamilischen Nationaltages im Jahr 

2017 habe der Beschwerdeführer bei einem Wettbewerb in M._______ sei-

nen Peiniger gesehen. Dieser habe ihn – den Beschwerdeführer – ange-

sprochen und gefragt, weshalb er ihn bei der Polizei angezeigt habe. Zu-

dem habe er gedroht, die Tante des Beschwerdeführers, die bei der «Be-

wegung» in einer Einrichtung für Kinder im Vanni-Gebiet tätig gewesen sei, 

bei der CID zu verraten. Wochen später seien zwei Personen nach 

G._______, zum Wohnsitz der Tante, gekommen. Seine Tante F._______ 

und deren Sohn sowie der bei der Tante lebende Grossvater seien anwe-

send gewesen. F._______ sei von den Vorsprechenden angehalten wor-

den, sich am nächsten Tag bei einem mutmasslichen Büro der Armee oder 

Polizei in N._______ zu melden. Sie sei dieser Aufforderung jedoch nicht 

gefolgt, weil sie Angst gehabt habe. Am nächsten Tag seien dieselben zwei 

Männer nachmittags wieder nach G._______ gekommen, als die Tante 

beim Einkaufen gewesen sei. Deren Sohn sowie der Beschwerdeführer 

seien zu Hause gewesen. Die Männer hätten zunächst auf die Rückkehr 

von F._______ gewartet. Danach sei der Beschwerdeführer von den Män-

nern geschlagen worden, bis der Grossvater dazwischengekommen sei. 

Als der Grossvater zugesichert habe, dass er seine Tochter – die Tante des 

Beschwerdeführers – zur Vorsprache anhalten werde, seien die beiden 

Männer wieder verschwunden. Am Folgetag sei F._______ wiederum nicht 

zur Vorsprache erschienen. Der Beschwerdeführer sei in der Folge bei ei-

nem (...)-Spiel im I._______-Club von den beiden Männern aufgesucht 

worden und geohrfeigt worden. Er sei nach dem Aufenthaltsort seiner Tante 

F._______ gefragt worden. Am Folgetag seien die Männer wieder beim 

(...)-Spielen erschienen und hätten den Beschwerdeführer aufgefordert, 

F._______ ihnen zu übergeben. Diese habe sich zur fraglichen Zeit ab-

wechselnd bei ihren Geschwistern aufgehalten. Der Beschwerdeführer 

habe seine Eltern über die Vorkommnisse informiert. Als er wieder in 

G._______ gewesen sei, hätten die Männer bei der Mutter des Beschwer-

deführers vorgesprochen und sie über den Beschwerdeführer und 

F._______ befragt. Weil sein Vater von früheren Arbeitsstellen eine Kon-

taktperson in Dubai gekannt habe, habe diese die Ausreise des Beschwer-

deführers organisieren können.  

 

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Seite 4 

Ansonsten habe der Beschwerdeführer keine Probleme mit der Armee, Po-

lizei oder sonstigen Behörden seines Heimatlandes gehabt. Abgesehen 

von Tempelbesuchen habe er sich auch nie politisch oder religiös betätigt 

und habe ein ruhiges Leben geführt.   

C.  

Am 23. Oktober 2019 wurde der Beschwerdeführer einlässlich zu den Asyl-

gründen angehört und trug Folgendes vor: 

Er habe bis 2017 den A-Level in der Schule besucht. Anfangs 2016 habe 

es bei einem (...)-Spiel in J._______ Auseinandersetzungen zwischen den 

beiden Mannschaften gegeben. Er sei im Rahmen dieser Auseinanderset-

zungen vom gegnerischen Spieler K._______ mit einer Metallstange am 

Fuss geschlagen worden. Am Folgetag habe der Beschwerdeführer diesen 

Spieler bei der Polizeibehörde angezeigt. Bei einem (...)-Spiel ein Jahr spä-

ter, im Januar 2017, sei er von K._______ nach den Gründen für seine 

Polizeianzeige gefragt worden. K._______ habe dann Rache geschworen 

und dabei auf die Vergangenheit der Tante des Beschwerdeführers verwie-

sen. Er – der Beschwerdeführer – vermute, dass K._______ sich bei der 

Nachbarschaft und der Umgebung entsprechend über die Tante erkundigt 

habe; K._______ habe gewusst, dass das (...)-Team des Beschwerdefüh-

rers von G._______ komme. Zu einem späteren Zeitpunkt sei der Be-

schwerdeführer von zwei Personen auf Motorrädern, mutmasslich Armee-

angehörige, aufgesucht und zu seinen Problemen mit K._______ gefragt 

worden. Einige Tage später seien wiederum zwei bewaffnete Personen bei 

seiner Tante zu Hause erschienen und hätten diese zu ihrer Tätigkeit für 

die Bewegung und zum Aufenthaltsort des Beschwerdeführers befragt. Als 

der Beschwerdeführer nach Hause gekommen sei, habe ihn seine Tante 

über das Vorgefallene unterrichtet. Seine Tante habe den Beschwerdefüh-

rer zum Vater geschickt, der anschliessend seine Ausreise aus Sri Lanka 

organisiert habe. Er habe sich in Sri Lanka nicht danach erkundigt, was die 

Polizei nach seiner dort deponierten Anzeige vorgenommen habe. Er habe 

sich auch nach der Vorsprache der Bewaffneten bei der Tante nicht an die 

Polizeibehörden gewandt. Nach seiner Ausreise sei der Beschwerdeführer 

ein- oder zweimal bei den Eltern in Sri Lanka gesucht worden.  

 

Im Verlauf der Anhörung wurde der Beschwerdeführer damit konfrontiert, 

dass er den geltend gemachten Sachverhalt bei der BzP divergierend ge-

schildert habe. Hierauf gab der Beschwerdeführer zu Protokoll, die Anga-

ben bei der BzP seien alle korrekt. Er sei bereits eine Weile in der Schweiz 

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Seite 5 

und habe mit vielen Leuten zu tun gehabt; er geniesse seine Freiheit und 

habe vieles vergessen.  

 

Zur Stützung seiner Vorbringen reichte der Beschwerdeführer drei Beweis-

mittel (einen beglaubigten Geburtsregisterauszug datiert vom 8. November 

2019, eine Bestätigung des […] College in E._______ vom 6. November 

2019 sowie ein Zertifikat des […] Center vom 3. Mai 2015) zu den Akten. 

 

D.  

Im Verlaufe des erstinstanzlichen Verfahrens wurde die sri-lankische Iden-

titätskarte des Beschwerdeführers zu den Akten gereicht.  

E.  

Mit Verfügung vom 7. April 2020 – eröffnet am 8. April 2020 – lehnte das 

SEM das Asylgesuch des Beschwerdeführers mangels Glaubhaftigkeit und 

Asylrelevanz seiner Vorbringen ab, ordnete seine Wegweisung aus der 

Schweiz an und verfügte den Wegweisungsvollzug. 

Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, die vom Beschwerde-

führer geltend gemachten Behelligungen im Nachgang zu Auseinanderset-

zungen mit einem gegnerischen (...)-Spieler seien widersprüchlich geschil-

dert worden. So habe er unterschiedliche Angaben dazu gemacht, wie oft 

und aus welchen Gründen er behördlich aufgesucht worden sei sowie zu 

den ihn aufsuchenden Personen. Es könne nicht geglaubt werden, dass 

der Beschwerdeführer im Heimatland von den sri-lankischen Behörden ge-

sucht worden sei. Im Weiteren habe er inkonsistente Angaben zu seinen 

Wohnorten zu Protokoll gegeben. Die von ihm eingereichten Beweismittel 

würden seine Herkunft und Schulbildung belegen; an der Einschätzung der 

Unglaubhaftigkeit der Asylvorbringen vermöchten diese nichts zu ändern.  

Es sei auch nicht davon auszugehen, dass beim Beschwerdeführer Risi-

kofaktoren im Sinne des Referenzurteils des Bundesverwaltungsgerichts 

E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 vorliegen würden. Der Beschwerdeführer 

habe keine Vorfluchtgründe glaubhaft gemacht. Vielmehr sei er bis April 

2017 in Sri Lanka wohnhaft gewesen und habe somit nach Kriegsende 

noch knapp acht Jahre lang im Heimatstaat gelebt. Aufgrund der Aktenlage 

sei nicht ersichtlich, weshalb er bei einer Rückkehr nach Sri Lanka in den 

Fokus der heimatlichen Behörden geraten und in asylrelevanter Weise ver-

folgt werden solle. Auch die im November 2019 erfolgte Präsidentschafts-

wahl vermöge an diesen Feststellungen nichts zu ändern.  

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Seite 6 

Schliesslich sei der Wegweisungsvollzug unter Verweis auf das Bezie-

hungsnetz des Beschwerdeführers sowie dessen Schulbildung und Berufs-

erfahrung als zulässig, zumutbar und möglich zu bezeichnen. 

F.  

Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 8. Mai 2020 liess der Beschwer-

deführer beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erheben und bean-

tragen, die Verfügung der Vorinstanz sei aufzuheben; es sei seine Flücht-

lingseigenschaft anzuerkennen und ihm Asyl zu gewähren; eventualiter sei 

die Vorinstanz anzuweisen, die vorläufige Aufnahme anzuordnen.  

In prozessualer Hinsicht wurde die unentgeltliche Prozessführung unter 

Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses sowie die unentgeltli-

che Rechtsverbeiständung unter Beiordnung des mandatierten Rechtsver-

treters als amtlicher Rechtsbeistand beantragt.  

Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, die politische Lage in 

Sri Lanka habe sich seit der Machtübernahme durch Präsident Gotabaya 

Rajapaksa erheblich verschlechtert. Insbesondere Personen mit Ausland-

bezug wie die Botschaftsangestellte der Schweizerischen Vertretung in Co-

lombo seien von der verstärkten Repression und willkürlichen, politisch mo-

tivierten Verhaftungen betroffen. Die neue Regierung habe beim jüngst be-

gangenen Unabhängigkeitstag das Singen der Nationalhymne in der tami-

lischen Sprache verweigert respektive angekündigt, dass sich Sri Lanka 

aus der UNO-Resolution zwecks Untersuchung der Kriegsverbrechen in 

Sri Lanka zurückziehen werde, wozu auf mehrere Medienberichte und Stel-

lungnahmen verwiesen wurde. Es sei deshalb von einer äusserst unsiche-

ren und gewichtigen Gefährdungslage für Angehörige der tamilischen Min-

derheit auszugehen, insbesondere solche, welche sich durch Vorbeziehun-

gen zu den LTTE (Liberation Tigers of Tamil Eelam) respektive durch Aus-

reiseversuche und Asylgesuche im Ausland verdächtigt gemacht hätten.  

Es seien zwischen den Angaben des Beschwerdeführers in der BzP vom 

3. März 2017 und der am 23. Oktober 2019 erfolgten Anhörung tatsächlich 

Unstimmigkeiten hinsichtlich der genauen Abfolge der behördlichen Besu-

chen erkennbar. Nachdem zwischen den beiden Befragungen eine Zeit-

spanne von fast zweieinhalb Jahren liege, gehe es jedoch nicht an, auf die 

Unglaubhaftigkeit der Asylvorbringen zu schliessen. Diesbezüglich falle 

auf, dass der Beschwerdeführer anlässlich der Anhörung bei seiner Erzähl-

struktur nicht chronologisch vorgegangen sei. Er habe zudem selbst ange-

geben, dass er sich nicht mehr an die exakte Abfolge der Ereignisse zu 

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erinnern vermöge und seit seiner Ankunft in der Schweiz mit der neu ge-

wonnenen Freiheit diese Erinnerungen ruhen lassen wolle. Es treffe auch 

nicht zu, dass er unterschiedliche Angaben zu den Gründen für die Vor-

sprachen der Männer gemacht habe. Es sei kein Widerspruch, wenn er 

vorgetragen habe, dass diese wegen seiner Tante, die früher für die LTTE 

tätig gewesen sei, vorgesprochen hätten und gleichzeitig ausgesagt habe, 

dass diese Vorsprachen wegen des Vorfalls mit K._______ erfolgt seien. 

Der Beschwerdeführer habe Erinnerungslücken eingestanden und sich 

dazu geäussert, wenn er Vermutungen ausgesprochen habe. Er habe je-

doch das Kerngeschehen konsistent und detailliert dargelegt. Er habe auch 

nicht inkonsistente Angaben zu seinen Wohnorten gemacht.  

Der Beschwerdeführer sei im Zusammenhang mit seiner Tante, die wäh-

rend des Bürgerkrieges ein aktives LTTE-Mitglied gewesen sei, in den Fo-

kus der heimatlichen Behörden geraten. Er habe einen grossen Teil seiner 

Jugend bei seiner Tante verbracht und in deren Haushalt gelebt. Es be-

stehe ein grosses Risiko, dass er aufgrund dieser verwandtschaftlichen 

Nähe zur Tante direkt bei seiner Rückkehr verhaftet und gefoltert werde. 

Zudem könne davon ausgegangen werden, dass sein Name auf der «Stop 

List» der heimatlichen Behörden aufgeführt sei. Es liege deshalb eine asyl-

relevante Verfolgungssituation vor.  

Es sei im Weiteren von einer illegal erfolgten Ausreise aus Sri Lanka aus-

zugehen. Wegen des Fehlens von Identitätsdokumenten in Verbindung mit 

den weiteren Risikofaktoren, namentlich den familiären Verbindungen zu 

den LTTE, bestehe ein grosses Risiko, dass er im Falle einer Rückkehr 

nach Sri Lanka eine flüchtlingsrelevante Verfolgung zu gewärtigen habe. 

Der Beschwerdeführer habe deshalb subjektive Nachfluchtgründe glaub-

haft dargelegt.  

Schliesslich sei der Wegweisungsvollzug unzulässig und – namentlich auf-

grund der aktuellen politischen Lage – unzumutbar.  

Zur Stützung der Beschwerdevorbringen wurden ein Unterstützungsschrei-

ben des (…) Centre vom 4. Mai 2020, ein Bericht der Schweizerischen 

Flüchtlingshilfe (SFH): «Sri Lanka: Aktuelle politische Situation, Überwa-

chung der Diaspora, Geldsammeln im Ausland für Kriegsopfer» vom 10. 

April 2020, vier Bestätigungen der Stadt O._______ betreffend den Besuch 

eines Deutschkurses und diesbezüglichen Prüfungen sowie eine Kosten-

note der Rechtsvertretung vom 8. Mai 2020 eingereicht.  

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Seite 8 

G.  

Mit Zwischenverfügung vom 12. Juni 2020 hielt das Bundesverwaltungs-

gericht fest, der Beschwerdeführer könne den Ausgang des Asylverfahrens 

in der Schweiz abwarten. Gleichzeitig wurde das Gesuch um Gewährung 

der unentgeltlichen Rechtspflege inklusive amtliche Verbeiständung abge-

wiesen, nachdem die Beschwerdevorbringen aufgrund der damaligen Ak-

tenlage als aussichtslos eingeschätzt wurden. Der Beschwerdeführer 

wurde aufgefordert, einen Kostenvorschuss von Fr. 750.– zu leisten.  

Dieser Kostenvorschuss wurde fristgerecht am 27. Juni 2020 geleistet. 

H.  

Mit Eingabe vom 29. Juni 2020 hielt der Beschwerdeführer fest, er sei be-

müht, mit Hilfe seiner Familie in Sri Lanka weitere Beweismittel aus Sri 

Lanka zu beschaffen.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des AsylG in Kraft getreten 

(AS 2016 3101); für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht 

(vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 

25. September 2015). 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG und das 

AsylG nichts anderes bestimmen (Art. 37 VGG, Art. 6 AsylG). 

1.3 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurtei-

lung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig 

und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorlie-

gend – endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG).  

1.4 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer-

deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die 

angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges In-

teresse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur 

Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und aArt. 108 Abs. 1 

AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist 

einzutreten.  

E-2432/2020 

Seite 9 

1.5 Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterli-

cher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungs-

weise einer zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie 

nachstehend aufgezeigt, handelt es sich um eine solche. 

1.6 Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines 

Schriftenwechsels verzichtet. 

1.7 Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rü-

gen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des 

Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

2.  

2.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als 

ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Le-

bens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psy-

chischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG).  

2.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen (Art. 7 Abs. 1 AsylG). Glaubhaft gemacht 

ist die Flüchtlingseigenschaft, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit für gegeben hält (Abs. 2). Unglaubhaft 

sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig be-

gründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen 

oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt 

werden (Abs. 3).  

Bei der Beurteilung der Glaubhaftigkeit wird eine Gesamtbeurteilung aller 

Elemente (Übereinstimmung bezüglich des wesentlichen Sachverhaltes, 

Substanziiertheit und Plausibilität der Angaben, persönliche Glaubwürdig-

keit usw.), die für oder gegen die gesuchstellende Person sprechen, vor-

genommen. Glaubhaftmachen im Sinne des Art. 7 Abs. 2 AsylG bedeutet 

‒ im Gegensatz zum strikten Beweis ‒ ein reduziertes Beweismass und 

lässt durchaus Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen 

der gesuchstellenden Person. Entscheidend ist, ob die Gründe, die für die 

Richtigkeit der gesuchstellerischen Sachverhaltsdarstellung sprechen, 

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Seite 10 

überwiegen oder nicht. Dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise abzustel-

len. Eine wesentliche Voraussetzung für die Glaubhaftigkeit eines Verfol-

gungsschicksals ist eine die eigenen Erlebnisse betreffende, substanti-

ierte, im Wesentlichen widerspruchsfreie und konkrete Schilderung der 

dargelegten Vorkommnisse. Unglaubhaft wird eine Schilderung von Erleb-

nissen insbesondere bei wechselnden, widersprüchlichen, gesteigerten  

oder nachgeschobenen Vorbringen (vgl. BVGE 2015/3 E. 6.5.1; 2013/11 

E. 5.1; 2012/5 E. 2.2; 2010/57 E. 2.3). 

2.3 Wer sich darauf beruft, dass durch sein Verhalten nach der Ausreise 

aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat – etwa durch ein illegales Verlassen 

des Landes – eine Gefährdungssituation erst oder zusätzlich geschaffen 

worden ist, macht sogenannte subjektive Nachfluchtgründe im Sinne von 

Art. 54 AsylG geltend. Subjektive Nachfluchtgründe begründen zwar die 

Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG, führen jedoch gemäss 

Art. 54 AsylG zum Ausschluss des Asyls, unabhängig davon, ob sie miss-

bräuchlich oder nicht missbräuchlich gesetzt wurden. Stattdessen werden 

Personen, welche subjektive Nachfluchtgründe nachweisen oder glaubhaft 

machen können, als Flüchtlinge vorläufig aufgenommen (vgl. BVGE 

2009/28 E. 7.1). 

3.  

Das SEM hat in der angefochtenen Verfügung ausführlich und mit zutref-

fender Begründung dargelegt, weshalb die Asylvorbringen des Beschwer-

deführers den Anforderungen an die Glaubhaftmachung und an die Asyl-

relevanz nicht genügen. 

3.1 Vorweg ist festzuhalten, dass das SEM in seiner Verfügung vom 7. April 

2020 korrekt dargelegt hat, weshalb der Sachverhaltsvortrag des Be-

schwerdeführers, namentlich die geltend gemachten behördlichen Behelli-

gungen im Nachgang zu Streitigkeiten mit einem (...)-Spieler sowie eine 

darauf folgende behördliche Reflexverfolgungssituation im Zusammen-

hang mit der angeblichen Zugehörigkeit seiner Tante zu den LTTE, den 

Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG be-

ziehungsweise Glaubhaftmachung im Sinne von Art. 7 AsylG nicht stand-

hält. 

3.1.1  Der Beschwerdeführer trug anlässlich der summarischen BzP vom 

3. Mai 2017 vor, mutmassliche Angehörige der sri-lankischen Armee oder 

Polizei seien nach seinen Streitigkeiten mit einem (...)-Spieler ein erstes 

Mal zum Wohnsitz seiner Tante gekommen, als diese anwesend gewesen 

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Seite 11 

sei; die Tante sei aufgefordert worden, sich am nächsten Tag in N._______ 

zu melden. Nachdem seine Tante zu diesem Termin nicht erschienen sei, 

seien die Sicherheitskräfte an nächsten Tag ein zweites Mal am Wohnort 

der Tante erschienen, als diese beim Einkaufen gewesen sei. 

Er trug bei der BzP weiter vor, dass die Sicherheitskräfte ihn – zu einem 

nach diesen behördlichen Vorsprachen bei der Tante liegenden Zeitpunkt 

– zweimal auf dem Spielfeld beim (...)spielen aufgesucht und zur Tante be-

fragt hätten, worauf sie die Eltern des Beschwerdeführers aufgesucht hät-

ten (vgl. Akte A7, Ziffer 7.01). Die ihn aufsuchenden Personen hätten ihn 

aufgefordert, ihnen seine Tante zu «übergeben» (vgl. A7, Ziffer 7.01). 

Bei der Anhörung vom 23. Oktober 2019 machte der Beschwerdeführer 

diesbezüglich geltend, die sri-lankischen Sicherheitskräfte hätten ihn – 

nach dem (...)match im Januar 2017, bei welchem es zum Streit mit einem 

gegnerischen Spieler gekommen sei – zunächst bei einem weiteren 

(...)spiel einmal aufgesucht und dabei zu den Streitigkeiten mit dem (...)-

Spieler und zu seinem eigenen Wohnort befragt; später hätten zwei Perso-

nen einmal bei der Tante vorgesprochen und sie nach dem Beschwerde-

führer als auch zu ihrer Tätigkeit bei der Bewegung befragt (vgl. A14, Ant-

wort 47). 

3.1.2 Diese Ungereimtheiten in der zeitlichen Abfolge der vom Beschwer-

deführer behaupteten Ereignisse und zum Inhalt der behördlichen Befra-

gungen lassen bereits erhebliche Zweifel am Wahrheitsgehalt dieser Vor-

bringen aufkommen lassen. 

Die diesbezüglichen Ausführungen in der Rechtsmitteleingabe, die unbe-

kannten Männer hätten zunächst zweimal die Tante an deren Wohnort auf-

gesucht und hätten erst danach zweimal beim Beschwerdeführer auf dem 

(...)feld vorgesprochen (vgl. S. 4), sind unbehelflich, denn sie vermögen die 

dargelegten Ungereimtheiten nicht auf plausible Weise aufzuklären.  

3.1.3 In diesem Zusammenhang ist zudem festzuhalten, dass die Vorbrin-

gen des Beschwerdeführers betreffend seiner angeblichen Verfolgungssi-

tuation in erheblichem Ausmass auf blossen Mutmassungen beruhen, 

nachdem dieser mehrfach zu Protokoll gab, es könne sein respektive er 

vermute, dass es sich bei den vorsprechenden Personen um Angehörige 

des CID respektive der Polizei oder der Armee gehandelt habe (vgl. A7, 

Ziffer 7.02, S. 9 sowie A14, Antworten 61-64). In der Beschwerdeschrift 

E-2432/2020 

Seite 12 

wird auch zugestanden, dass sich der Beschwerdeführer hierbei auf blosse 

Mutmassungen abstützt (vgl. Seite 10, 2. Textabschnitt). 

Diese blossen Mutmassungen innerhalb seiner Vorbringen sind als solche 

nicht geeignet, eine asylbeachtliche Verfolgung als überwiegend wahr-

scheinlich darzutun. 

3.1.4 Im Weiteren hat der Beschwerdeführer explizit zu Protokoll gegeben, 

er habe sich gegen die Drohungen des gegnerischen (...)-Spielers zur 

Wehr gesetzt und habe in Begleitung seines Vaters am 15. Januar 2016 

eine Polizeianzeige in L._______ erstattet (vgl. A7, Ziffern 7.01 und 7.02, 

S. 8 sowie A14, Antwort 47). Er trug weiter vor, er sei davon ausgegangen, 

dass die Polizei den betreffenden (...)-Spieler vorgeladen und gewarnt 

habe. Bei dieser Sachlage ist davon auszugehen, dass der Beschwerde-

führer nach den erlittenen Behelligungen seitens einer Drittperson entspre-

chenden Polizeischutz erhalten hat. Hieran vermag seine weitere Angabe, 

er habe sich betreffend seiner Anzeige bei der Polizei nicht mehr erkundigt 

und habe sich auch nicht mehr bei der Polizei gemeldet, nachdem er von 

bewaffneten Personen aufgesucht worden sei (vgl. A14, Antworten 58 und 

66), nichts zu ändern. Dieses Verhalten des Beschwerdeführers muss viel-

mehr als unplausibel und somit unglaubhaft eingestuft werden. Vom Be-

schwerdeführer wäre zu erwarten gewesen, dass er sich nach den weite-

ren Ermittlungsmassnahmen der Polizei erkundigt hätte, nachdem es sich 

bei den angeblichen behördlichen Vorsprachen um die für ihn ausreiseaus-

lösenden Ereignisse gehandelt haben soll.  

3.1.5 Zusammenfassend müssen die Vorbringen im Zusammenhang mit 

den Schwierigkeiten mit einem gegnerischen (...)-Spieler, insbesondere die 

angeblich anschliessend ausgelösten behördlichen Verfolgungsmassnah-

men gegen den Beschwerdeführer, als insgesamt nicht glaubhaft qualifi-

ziert werden.  

3.2 Der Beschwerdeführer wurde im Rahmen der Anhörung mit den diver-

gierenden Schilderungen seiner Asylgründe konfrontiert (vgl. A14, Fragen 

52 und 70). Seine diesbezüglichen zu Protokoll gegebenen und in der 

Rechtsmitteleingabe wiederholten Erklärungen, er sei bereits eine Weile in 

der Schweiz, habe mit vielen Personen zu tun gehabt und habe deshalb 

einiges vergessen (vgl. Antwort A14, Antwort 52), es sei zwischen der BzP-

Befragung und der Anhörung eine lange Zeitspanne vergangen (Be-

schwerde S. 9), müssen als nicht stichhaltig gewürdigt werden, denn sie 

vermögen die Divergenzen innerhalb seiner Kernasylvorbringen nicht 

E-2432/2020 

Seite 13 

schlüssig aufklären. Auch wenn zwischen der BzP und der Anhörung über 

zwei Jahre verstrichen sind, hätte vom Beschwerdeführer erwartet werden 

können, dass er die zeitliche Abfolge der wesentlichen Ereignisse, die ihn 

zur Ausreise veranlasst haben sollen, in den Grundzügen übereinstim-

mend schildert.  

3.3 Hinzu kommt, dass der Umstand, wonach die übrigen in Sri Lanka ver-

bliebenen Familienmitglieder nach der Ausreise des Beschwerdeführers 

persönlich keine Probleme gehabt haben sollen (vgl. A14, Antwort 8 und 9 

sowie 84), ebenfalls gegen die vom Beschwerdeführer behauptete Verfol-

gungssituation im Zusammenhang mit einem angeblichen behördlichen 

Verdacht wegen der angeblichen früheren LTTE-Angehörigkeit seiner 

Tante spricht. Wenn die sri-lankischen Behörden aufgrund einer angebli-

chen LTTE-Mitgliedschaft der Tante ein Reflexverfolgungsinteresse an der 

Person des Beschwerdeführers gehabt haben sollen, bleibt nicht nachvoll-

ziehbar, weshalb die nach wie vor in Sri Lanka lebenden übrigen Familien-

mitglieder – Vater, Mutter, Bruder und Schwester – persönlich unbehelligt 

geblieben und von der angeblichen Reflexverfolgung nicht miterfasst wor-

den sind.  

3.4 Wenn die sri-lankischen Sicherheitskräfte im Zusammenhang mit der 

angeblichen LTTE-Zugehörigkeit der Tante ein Verfolgungsinteresse am 

Beschwerdeführer gehabt hätten, muss angenommen werden, dass es 

diesen gelungen wäre, ihn am Wohnsitz seiner Eltern – oder bei den Ver-

wandten, wo er sich bis zur Ausreise aufgehalten haben will (vgl. A14, Ant-

worten 25 und 26) – respektive in der Schule, die er bis zur Ausreise be-

sucht haben will (vgl. A14, Antwort 32) – zu fassen. Zudem wären mit über-

wiegender Wahrscheinlichkeit weitere strafrechtliche Konsequenzen res-

pektive Ermittlungsmassnahmen gegen ihn eingeleitet worden, wenn die 

Behörden ihn tatsächlich im behaupteten Umfang und Ausmass im Zusam-

menhang mit den LTTE verdächtigt hätten.  

3.5 Dem Beschwerdeführer ist es nach dem Gesagten nicht gelungen, eine 

von seiner Tante abgeleitete Reflexverfolgung als überwiegend wahr-

scheinlich darzulegen.  

3.6 Die im vorinstanzlichen Verfahren eingereichten Beweismittel aus dem 

Ausland (Geburtsregisterauszug sowie Ausbildungs- und Schulzertifikate) 

betreffen lediglich die Herkunft des Beschwerdeführers und dessen Ausbil-

dung. Sie sind deshalb nicht geeignet, die behauptete Verfolgungssituation 

im Zusammenhang mit einem behördlichen LTTE-Verdacht zu stützen. 

E-2432/2020 

Seite 14 

3.7 Auch die auf Beschwerdeebene eingereichten Beweismittel (Bestäti-

gung des […] Community Centre und SFH-Bericht) vermögen an der vo-

rinstanzlichen Einschätzung nichts zu ändern. Im Bestätigungsschreiben 

des Community Centre wird zwar bestätigt, dass der Beschwerdeführer am 

14. Januar 2016 von einem gegnerischem (...)-Spieler angegriffen worden 

sein soll. Das Schreiben vermag jedoch die aus einem Sportwettkampf ent-

standenen Auseinandersetzungen respektive die darauf basierende be-

hördliche Verfolgungssituation nicht als überwiegend wahrscheinlich dar-

zutun. Zudem äussert sich der SFH-Bericht vom 10. April 2020 zur allge-

meinen Lage in Sri Lanka und lässt keine konkreten Schlüsse bezüglich 

der vom Beschwerdeführer behaupteten asylrechtlichen Gefährdungssitu-

ation zu.  

4.  

Das SEM hat insgesamt zutreffend festgestellt, dass es dem Beschwerde-

führer nicht gelungen ist, glaubhaft darzulegen, dass er im Zeitpunkt seiner 

Ausreise im April 2017 in asylbeachtlicher Weise gefährdet war. Die Aus-

führungen in der Beschwerde sind nicht geeignet, die vorinstanzlichen Er-

wägungen in einem anderen Lichte betrachten zu lassen.  

4.1 Die aktuelle Lage in Sri Lanka ist nach den Terroranschlägen im April 

2019 zwar als volatil zu beurteilen, es kann jedoch – entgegen den Ausfüh-

rungen in der Beschwerde (vgl. Seite 6 ff. und 14 ff.) – aufgrund dessen 

nicht auf eine generell erhöhte Gefährdung von zurückkehrenden tamili-

schen Staatsangehörigen geschlossen werden.  

4.2 Auch der Amtsantritt von Gotabaya Rajapaksa als Staatspräsident und 

die Ernennung seines Bruders als Premierminister ändert nichts an der 

Gesamteinschätzung. Das Bundesverwaltungsgericht ist sich der Verän-

derungen in Sri Lanka bewusst, beobachtet die Entwicklungen aufmerk-

sam und berücksichtigt diese bei seiner Entscheidfindung. Beim derzeiti-

gen Kenntnisstand ist zwar durchaus von einer möglichen Akzentuierung 

der Gefährdungslage auszugehen, welcher Personen mit einem bestimm-

ten Risikoprofil ausgesetzt sind beziehungsweise bereits vorher ausge-

setzt waren (vgl. Referenzurteil des Bundesverwaltungsgerichts  

E-1866/2015 vom 15. Juli 2016, HRW, Sri Lanka: Families of «Disap-

peared» Threatened, 16.02.2020), es gibt jedoch zum heutigen Zeitpunkt 

keinen Grund zur Annahme, dass seit dem Machtwechsel in Sri Lanka 

ganze Bevölkerungsgruppen kollektiv einer Verfolgungsgefahr ausgesetzt 

wären. Das Gericht prüft in jedem Einzelfall, ob ein persönlicher Bezug der 

asylsuchenden Personen zur Präsidentschaftswahl vom 16. November 

E-2432/2020 

Seite 15 

2019 respektive deren Folgen besteht. Ein solch konkreter Bezug ist im 

Fall des Beschwerdeführers nicht ersichtlich, da die von ihm behaupteten 

Risikofaktoren für eine asylbeachtliche Gefährdungslage nicht vorliegen. 

Die Zugehörigkeit zur tamilischen Ethnie genügt für sich alleine nicht, um 

ein Gefährdungspotenzial flüchtlingsrechtlich relevanten Ausmasses dar-

zutun.  

4.3 Andere Asylvorbringen hat der Beschwerdeführer nicht vorgetragen. Er 

war gemäss eigenen Angaben im Heimatland nie politisch oder religiös ak-

tiv. Abgesehen von den vorgetragenen Ereignissen hatte er gemäss eige-

nen Angaben nie Probleme mit den sri-lankischen Behörden (vgl. A7, Ziffer 

7.02 und A14, Antworten 74 und 75).  

4.4 Zusammenfassend ergibt sich, dass es ihm nicht gelungen ist, darzu-

legen, dass er mit überwiegender Wahrscheinlichkeit asylrelevanten Nach-

teilen ausgesetzt worden ist oder solche künftig befürchten müsste. Das 

SEM hat sein Asylgesuch zu Recht und mit zutreffender Begründung ab-

gewiesen.  

In der Eingabe vom 29. Juni 2020 stellt der Beschwerdeführer zwar in Aus-

sicht, weitere Beweismittel aus dem Ausland beizubringen. Nachdem er in 

keiner Art und Weise angibt, welche Beweismittel er zu beschaffen gedenkt 

und keine Spezifizierungen dazu macht, welche Sachverhaltselemente er 

mit diesen angeblichen Beweismittel zu belegen oder glaubhaft zu machen 

gedenkt, besteht keine Veranlassung, eine diesbezügliche Frist anzuset-

zen oder die Nachreichung entsprechender Beweismittel abzuwarten.  

5.  

5.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

5.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche 

Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-

chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 

AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

6.  

6.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

E-2432/2020 

Seite 16 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

6.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun-

gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund 

nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Aus-

reise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. 

ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechts-

stellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 

Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 

1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri-

gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 

EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender 

Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 

6.3 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend da-

rauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur 

Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Be-

schwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr-

dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG 

verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren 

keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in den 

Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers 

noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Aus-

schaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit ei-

ner nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung 

ausgesetzt wäre. Gemäss der Praxis des Europäischen Gerichtshofes für 

Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses 

E-2432/2020 

Seite 17 

müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr («real risk») nachwei-

sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter 

oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR 

Saadi gegen Italien vom 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, 

§§ 124–127 m.w.H.). Auch die allgemeine Menschenrechtssituation im 

Heimatstaat lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht 

als unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Weg-

weisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestim-

mungen zulässig. 

6.4  Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

6.5 Die allgemeine Situation im Heimatstaat des Beschwerdeführers ist 

nicht von einer landesweiten Situation von Krieg, Bürgerkrieg oder allge-

meiner Gewalt geprägt (vgl. Referenzurteil E-1866/2015, a.a.O.). An dieser 

Einschätzung vermögen auch die am Ostersonntag 2019 erfolgten An-

schläge auf Kirchen und Luxushotels oder die Ende 2019 erfolgten Präsi-

dentschaftswahlen nichts zu ändern.  

Auch in individueller Hinsicht sind keine Gründe ersichtlich, welche eine 

Wegweisung als unzumutbar erscheinen liessen. Der Beschwerdeführer 

hat bis zur 13. Klasse die Schule besucht. Er hat nach wie vor Kontakt zu 

seinen Eltern. Seine Familie gehört gemäss eigenen Angaben dem Mittel-

stand an und besitzt ein eigenes Wohnhaus (vgl. A14, Antworten 7, 17 und 

23). Der Beschwerdeführer verfügt in seiner Heimatregion Jaffna respek-

tive in Colombo über ein tragfähiges familiäres und soziales Beziehungs-

netz (Eltern, zwei Geschwister sowie mehrere weitere Verwandte; vgl. A7, 

Ziffern 3.01 und A14, Antworten 12-20). Es ist davon auszugehen, dass es 

ihm zumutbar sein sollte, nach seiner Rückkehr eine Erwerbstätigkeit auf-

zunehmen und dadurch seine Existenz zu sichern. Das Gericht verkennt 

die schwierige Situation im Norden Sri Lankas nicht. Den Angaben des Be-

schwerdeführers sind jedoch keine stichhaltigen Hinweise zu entnehmen, 

die konkret gegen die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges sprechen 

würden.  

E-2432/2020 

Seite 18 

6.6 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 

2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu 

bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

6.7 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

7.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

8.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Verfahrenskosten dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt 

Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[VGKE, SR 173.320.2]), nachdem mit Zwischenverfügung des Bundesver-

waltungsgerichts vom 12. Juni 2020 das Gesuch um Gewährung der un-

entgeltlichen Prozessführung inklusive Verbeiständung abgewiesen 

wurde. 

Der am 27. Juni 2020 einbezahlte Kostenvorschuss in der Höhe von  

Fr. 750.– ist zur Bezahlung der Verfahrenskosten in gleicher Höhe zu ver-

wenden.  

(Dispositiv nächste Seite)  

E-2432/2020 

Seite 19 

 
Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Der einbezahlte Kostenvorschuss in gleicher Höhe wird zur Bezahlung 

der Verfahrenskosten verwendet. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Christa Luterbacher Sandra Bodenmann 

 

 

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