# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 31878f2d-6d8e-5572-b69a-0a52dbd02873
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-05-14
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 14.05.2024 ZK1 2024 54
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZK1-2024-54_2024-05-14.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Entscheid vom 14. Mai 2024

Referenz ZK1 24 54

Instanz I. Zivilkammer 

Besetzung Cavegn, Vorsitzender
Michael Dürst und Nydegger
Schuler, Aktuarin ad hoc

Parteien A._____ 
Beschwerdeführer

Gegenstand Behandlung ohne Zustimmung

Anfechtungsobj. Anordnung Psychiatrische Dienste Graubünden (PDGR) vom 
23.04.2024

Mitteilung 22. Mai 2024

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Sachverhalt

A. Mit ärztlich verfügter Einweisung vom 17. April 2024 wurde A._____ in der 
Klinik B._____ zur Behandlung fürsorgerisch untergebracht.

B. Am 23. April 2024 ordnete die Klinik B._____ eine Behandlung ohne Zu-
stimmung an. Hiergegen erhob A._____ (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 2. 
Mai 2024 Beschwerde beim Kantonsgericht von Graubünden.

C. Am 3. Mai 2024 ersuchte der Vorsitzende der I. Zivilkammer die Klinik 
B._____ um einen kurzen Bericht zum Gesundheitszustand des Beschwerdefüh-
rers, zur Art der Behandlung und insbesondere darüber, inwiefern die Vorausset-
zungen für eine Behandlung ohne Zustimmung aus ärztlicher Sicht gegeben sei-
en. Die Klinik B._____ reichte den angeforderten Bericht mitsamt den wesentli-
chen Klinikakten über den Beschwerdeführer am 6. Mai 2024 beim Kantonsgericht 
ein.

D. Mit prozessleitender Verfügung vom 7. Mai 2024 beauftragte der Vorsitzen-
de der I. Zivilkammer Dr. med. C._____, Facharzt für Psychiatrie und Psychothe-
rapie FMH, mit der Erstellung eines Gutachtens über den Gesundheitszustand des 
Beschwerdeführers und über die Notwendigkeit der Behandlung ohne Zustim-
mung. Das Gutachten ging innert Frist am 13. Mai 2024 beim Kantonsgericht ein.

E. Am 14. Mai 2024 fand die Hauptverhandlung statt, zu welcher mit Verfü-
gung vom 7. Mai 2024 vorgeladen worden war. Der Beschwerdeführer nahm an 
der Hauptverhandlung persönlich teil und wurde befragt. Nach durchgeführter Ur-
teilsberatung wurde das vorzeitige Entscheiddispositiv dem Beschwerdeführer 
sowie der Klinik B._____ noch gleichentags zugestellt.

Erwägungen

1. Gegenstand des Beschwerdeverfahrens bildet die Anordnung der Behand-
lung ohne Zustimmung vom 23. April 2024 (Art. 434 ZGB; act. 01.1). Für die Beur-
teilung der dagegen erhobenen Beschwerde ist das Kantonsgericht von Graubün-
den einzige kantonale Beschwerdeinstanz (Art. 439 Abs. 1 Ziff. 4 ZGB i.V.m. Art. 
60 Abs. 1 EGzZGB [BR 210.100]). Die Frist zur Anrufung des Gerichts beträgt 
gemäss Art. 439 Abs. 2 ZGB zehn Tage seit Mitteilung des Entscheids. Die Be-
schwerde vom 2. Mai 2024 erfolgte frist- und formgerecht (act. 01). Auf die Be-
schwerde ist einzutreten. Kein Thema des Beschwerdeverfahrens bildet die am 

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17. April 2024 ärztlich verfügte fürsorgerische Unterbringung, da gegen diese kei-
ne Beschwerde eingereicht wurde.

2. Bei der Behandlung einer psychischen Störung ohne Zustimmung richtet 
sich das Verfahren gemäss Art. 439 Abs. 1 Ziff. 4 und Abs. 3 ZGB sinngemäss 
nach den Bestimmungen über das Verfahren vor der gerichtlichen Beschwerdein-
stanz (Art. 450 ff. ZGB). Einschlägig ist ausserdem Art. 60 EGzZGB. Bei psychi-
schen Störungen muss gestützt auf das Gutachten einer sachverständigen Person 
entschieden werden (vgl. Art. 450e Abs. 3 ZGB). Dem Gericht liegt das Kurzgut-
achten von Dr. med. C._____, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, 
vom 9. Mai 2024 vor (act. 07). Art. 450e Abs. 4 ZGB statuiert, dass die gerichtliche 
Beschwerdeinstanz die betroffene Person in der Regel als Kollegium anhört. Die-
sem Erfordernis wurde mit der Anhörung des Beschwerdeführers im Rahmen der 
Hauptverhandlung Genüge getan (vgl. act. 09). Aus Art. 450a ZGB ergibt sich 
schliesslich, dass das Gericht Tat- und Rechtsfragen wie auch die Angemessen-
heit frei überprüft (vgl. Thomas Geiser/Mario Etzensberger, in: Gei-
ser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 7. Aufl., Basel 
2022, N 39 zu Art. 439 ZGB).

3.1. Wird eine Person zur Behandlung einer psychischen Störung in einer Ein-
richtung untergebracht, so erstellt die behandelnde Ärztin oder der behandelnde 
Arzt unter Beizug der betroffenen Person und gegebenenfalls ihrer Vertrauensper-
son einen schriftlichen Behandlungsplan (Art. 433 Abs. 1 ZGB). Der Behand-
lungsplan wird der betroffenen Person zur Zustimmung unterbreitet (Art. 433 Abs. 
3 ZGB). Fehlt die Zustimmung der betroffenen Person zur Behandlung, kann die 
Chefärztin oder der Chefarzt der Abteilung die im Behandlungsplan vorgesehenen 
medizinischen Massnahmen unter bestimmten, im Gesetz wiedergegebenen Vor-
aussetzungen (Art. 434 Abs. 1 Ziff. 1-3 ZGB) schriftlich anordnen. Die Anordnung 
wird der betroffenen Person und ihrer Vertrauensperson verbunden mit einer 
Rechtsmittelbelehrung schriftlich mitgeteilt (Art. 434 Abs. 2 ZGB).

3.2. Damit die Anordnung zur Behandlung einer psychischen Störung ohne Zu-
stimmung der betroffenen Person gemäss Art. 434 ZGB rechtmässig ist, müssen 
folgende allgemeinen Voraussetzungen erfüllt sein: (1.) Die betroffene Person 
muss fürsorgerisch in einer Einrichtung untergebracht worden sein (Art. 426 ZGB); 
(2.) die Unterbringung muss zur Behandlung einer psychischen Störung erfolgt 
sein; (3.) die betroffene Person hat der Behandlung nicht zugestimmt und (4.) die 
angeordnete Behandlung muss im Behandlungsplan vorgesehen sein (vgl. Gei-
ser/Etzensberger, a.a.O., N 13 ff. zu Art. 434 ZGB).

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3.3. Der Beschwerdeführer wurde aufgrund einer Fremdgefährdung sowie ei-
nem Verdacht auf eine drogeninduzierte Psychose fürsorgerisch untergebracht 
(vgl. act. 01.2). Die behandelnde Ärztin in der Klinik B._____ diagnostiziert beim 
Beschwerdeführer eine psychische und Verhaltensstörung durch multiplen Sub-
stanzgebrauch und Konsum anderer psychotroper Substanzen (ICD-10: F19.5; 
act. 04.3). Dr. med. C._____ kommt in seinem Gutachten ebenfalls zum Schluss, 
beim Beschwerdeführer liege eine psychische und Verhaltensstörung vor, und 
bestätigt die Diagnose der Klinik B._____ (act. 07). Der Behandlungsplan vom 17. 
April 2024 sieht eine psychopharmakologische Therapie mit Risperidon bis zu 12 
mg/d und/oder Haldol bis zu 30 mg/d sowie Valium/Psychopax bis zu 30 mg/d 
oral, alternativ die letzteren beiden Substanzen intramuskulär jeweils 2x10 mg/d 
oder Clopixol actuard bis zu 150 mg intramuskulär alle drei Tage vor mit einer 
sanften Steigerung der Ausgangsregelung in Abhängigkeit der psychischen Ver-
fassung (act. 04.4). Da der Beschwerdeführer die Medikation verweigert und dem 
Behandlungsplan nicht zugestimmt hatte, ordnete die Klinik am 23. April 2024 
schriftlich diejenige Behandlung an, welche im Behandlungsplan vom 17. April 
2024 vorgesehen wurde (act. 01.1). Die Anordnung wurde u.a. durch die Chefärz-
tin der Klinik B._____ unterzeichnet. Damit sind die allgemeinen Voraussetzungen 
für eine Behandlung ohne Zustimmung vorliegend gegeben.

4. Damit die medikamentöse Behandlung ohne Zustimmung zulässig ist, müs-
sen zusätzlich zu den vorstehend (E. 3.2) genannten allgemeinen Bedingungen 
die in Art. 434 Abs. 1 Ziff. 1–3 ZGB aufgeführten Voraussetzungen erfüllt sein, und 
zwar kumulativ (vgl. Geiser/Etzensberger, a.a.O., N 17 zu Art. 434 ZGB). Dem-
nach muss der betroffenen Person ohne Behandlung ein ernsthafter gesundheitli-
cher Schaden drohen oder das Leben oder die körperliche Integrität Dritter ernst-
haft gefährdet sein (Ziffer 1), die betroffene Person muss bezüglich ihrer Behand-
lungsbedürftigkeit urteilsunfähig sein (Ziffer 2) und es darf keine angemessene, 
weniger einschneidende Massnahme zur Verfügung stehen (Ziffer 3).

4.1. Laut der angefochtenen Verfügung erachtete die Chefärztin der Klinik 
B._____ im Zeitpunkt der Anordnung sämtliche Voraussetzungen gemäss Art. 434 
Abs. 1 ZGB als erfüllt (act. 01.1). In ihrem Bericht vom 23. April 2024 führte die 
Klinik B._____ ergänzend aus, der Beschwerdeführer verhalte sich psychisch auf-
fällig, er sei zunehmend aufdringlich, entkleide sich in Gegenwart von weiblichen 
Pflegefachpersonen und fordere in diesen Momenten in inadäquater Weise zur 
Befriedigung seiner sexuellen Bedürfnisse auf, wobei er sich auch aufdränge. Es 
bestünden zudem Verwahrlosungstendenzen. 

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4.2. Der Beschwerdeführer hat eine Beschwerde gegen die Anordnung der 
Zwangsbehandlung eingereicht (act. 01). Er beschreibt darin insbesondere, wie es 
zu der Situation mit der Pflegefachperson in der Klinik B._____ kam. Im Rahmen 
der Hauptverhandlung begründete der Beschwerdeführer seine Ablehnung ge-
genüber der angeordneten Medikation dann hauptsächlich damit, dass er die Me-
dikamente nun bereits einige Zeit einnehme und sie ihm nicht mehr guttäten. Er 
nennt dabei einige Nebenwirkungen wie Schlafstörungen sowie abwechselnd 
übermässiger bzw. verringerter Speichelfluss (act. 09, S. 4 f.).

4.3.1. Die Anordnung einer Behandlung ohne Zustimmung setzt zunächst eine 
ernsthafte Selbst- oder Fremdgefährdung im Sinne von Art. 434 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB 
voraus. Die Selbstgefährdung ist dann ausreichend, wenn ohne die Behandlung 
ein ernsthafter gesundheitlicher Schaden droht. Ernstlich ist ein gesundheitlicher 
Schaden dann, wenn er zu einer langen Beeinträchtigung wichtiger körperlicher 
oder psychischer Funktionen führt. Genügende Fremdgefährdung liegt vor, wenn 
das Leben oder die körperliche Integrität Dritter ernstlich gefährdet ist. Die Drittge-
fährdung ist regelmässig bereits durch die blosse Unterbringung der betroffenen 
Person in einer Anstalt abgewendet. Die Behandlung ohne Zustimmung soll hier 
jedoch eine reine Verwahrung des Patienten verhindern und ermöglichen, dass 
die betroffene Person aufgrund der Behandlung wieder in der Lage ist, ausserhalb 
der Anstalt ein (wenigstens teil-)autonomes Leben zu führen. Die Anordnung einer 
Behandlung rechtfertigt sich dann, wenn diese die Möglichkeit einer Entlassung 
aus der Klinik erheblich erhöht und beschleunigt, oder wenn es darum geht, ande-
re Personen innerhalb der Klinik zu schützen (Geiser/Etzensberger, a.a.O., N 19 
ff. zu Art. 434/435 ZGB; Botschaft zur Änderung des Schweizerischen Zivilgesetz-
buches [Erwachsenenschutz, Personenrecht und Kindesrecht] vom 28. Juni 2006, 
BBl 2006 7001 [zitiert Botschaft], S. 7069 f.).

4.3.2. Aus der angefochtenen Anordnung der Klinik B._____ ergeht, dass bei Un-
terbleiben der Behandlung mit einer Verschlechterung der bestehenden Psychose 
und der Gefahr von selbst- und fremdgefährdenden Handlungen zu rechnen sei 
(act. 01.1). Dr. med. C._____ bestätigt in seinem Kurzgutachten ebenfalls, dass 
bei Unterbleiben der Behandlung ein gesundheitlicher Schaden drohe. Ohne die 
Medikation sei der Beschwerdeführer seiner eingeschränkten Realitäts- und Kritik-
fähigkeit ausgeliefert, wobei in diesem Zustand seine Gesundheit gefährdet sei 
(act. 07, Fragenkatalog Behandlung ohne Zustimmung, Frage 3). In Bezug auf 
eine allfällige Fremdgefährdung hält der Gutachter fest, dass aus den gleichen 
Gründen auch eine akute Fremdgefährdung (sexuelle Belästigung) bestehe 
(act. 07, Fragenkatalog Behandlung ohne Zustimmung, Frage 4). Bei einer Ver-

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schlechterung des aktuellen psychischen Zustands des Beschwerdeführers, mit 
welcher bei ausbleibender Behandlung gerechnet werden müsse, sei die konkrete 
Gefahr von sexuellen Belästigungen stark erhöht und die Dauer des Klinik-
aufenthalts würde zudem verlängert werden (act. 07, Fragenkatalog Behandlung 
ohne Zustimmung, Frage 6). 

4.3.3. Das Kantonsgericht hat den Beschwerdeführer anlässlich der Hauptver-
handlung persönlich befragt. Der Beschwerdeführer beantwortete die Fragen des 
Kantonsgerichts ruhig. Er zeigte sich während der Verhandlung etwas logorrho-
isch, wobei seine Ausführungen mal klar und selbstreflektiert, mal inkohärent und 
etwas wirr erschienen. Namentlich schweifte er während der Hauptverhandlung 
regelmässig in Ausführungen zu seiner Rolle als Vaterfigur gegenüber Dritten und 
seiner grossen Bekanntheit als Strassenkünstler ab. 

Die Ausführungen der Klinik B._____ und des Gutachters zeigen klar auf, dass bei 
ausbleibender Medikation mit einer Verschlechterung des psychischen Zustands 
des Beschwerdeführers gerechnet werden müsste, was die Gefährdung Dritter, 
insb. vor sexuellen Belästigungen, stark erhöhen würde (act. 07, Fragenkatalog 
Behandlung ohne Zustimmung, Frage 6). So kam es während der Zeit, in der der 
Beschwerdeführer in der Klinik B._____ stationiert war, gegenüber dem Pflege-
fachpersonal zu unerwünschten Verhaltensweisen mit sexuellem Bezug. Der Be-
schwerdeführer beschrieb diese Situationen während der Verhandlung ausführ-
lich, wobei er davon überzeugt war, dass es die Pflegefachfrau als "lässig" emp-
fand, dass er sich im erigierten Zustand vor ihr entblösste (vgl. act. 09, S. 4). Be-
reits dieser Umstand bestätigt die bestehende Fremdgefährdung. Ebenso ist die 
Schlussfolgerung des Gutachters für das Kantonsgericht nachvollziehbar, dass 
sich der Zustand des Beschwerdeführers bei Unterbleiben der Behandlung ver-
schlechtern und dadurch die Dauer des Klinikaufenthalts verlängert werden würde. 

4.4.1. Als weitere Voraussetzung für die Anordnung einer Behandlung ohne Zu-
stimmung verlangt das Gesetz die Urteilsunfähigkeit der betroffenen Person (Art. 
434 Abs. 1 Ziff. 2 ZGB). In diesem Zusammenhang gilt es hervorzuheben, dass 
das Vorliegen einer psychischen Störung an sich nicht Urteilsunfähigkeit der be-
troffenen Person bedeutet, sondern mit der konkret zu beurteilenden Handlung in 
Beziehung zu setzen ist. Wie die höchstrichterliche Rechtsprechung festgehalten 
hat, ist eine Person nicht allein deswegen urteilsunfähig, weil sie ihre Meinung än-
dert oder eine medizinisch angezeigte Behandlung verweigert (BGE 127 I 6 E. 
7b). Erfüllt daher die betroffene Person die Voraussetzungen der Urteilsfähigkeit 
und verweigert sie die beabsichtigte Behandlung, ist ihr Wille zu respektieren, 
selbst wenn er objektiv schwer nachvollziehbar ist (siehe Olivier Guillod, in: Büch-

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ler et al. [Hrsg.], FamKomm Erwachsenenschutz, Bern 2013, N 21 zu Art. 434 
ZGB m.w.H.). Da die Urteilsfähigkeit immer bezüglich des konkreten Rechtsge-
schäftes zu beurteilen ist, kann die Urteilsfähigkeit nicht für jede Behandlung 
gleich beurteilt werden. Es kann der betroffenen Person als Folge ihrer Krankheit 
an den notwendigen kognitiven Fähigkeiten fehlen, um in eine Behandlung einwil-
ligen oder sie ablehnen zu können. Denkbar ist aber auch, dass die Krankheit die 
Wahrnehmungsfähigkeit beeinträchtigt oder die Entschlussfähigkeit lähmt, so dass 
die betroffene Person zwar merkt, worum es geht, einer angepassten Behandlung 
aber nicht zustimmen kann, weil sie in ihrer die ganze Persönlichkeit erfassenden 
Schwäche ihre Situation nicht vernunftgemäss einschätzen kann. Erfasst werden 
von daher auch Personen, die einen Willen ausdrücken können, dieser aber nicht, 
wie in Art. 16 ZGB gefordert, auf einem Mindestmass an Rationalität beruht (Bot-
schaft, a.a.O., S. 7069; Geiser/Etzensberger, a.a.O., N 18 zu Art. 434/435 ZGB).

4.4.2. Die Klinik B._____ hielt in der Anordnung zur Behandlung ohne Zustim-
mung fest, der Beschwerdeführer sei in Bezug auf dieselbe urteilsunfähig und leh-
ne die Behandlung trotz intensiver Aufklärung über die Notwendigkeit aus krank-
heitsbedingten Gründen ab (act. 01.1). Auch gemäss dem Gutachter ist die Ur-
teilsfähigkeit des Beschwerdeführers im Hinblick auf seine Behandlungsbedürftig-
keit nicht gegeben. Er sei nicht dazu fähig, die Lage, Konsequenzen und Tragwei-
te seiner Entscheidung einzusehen und sich um seine persönlichen Belange zu 
kümmern (act. 07, Fragenkatalog Behandlung ohne Zustimmung, Frage 5). Der 
Beschwerdeführer hielt während der Hauptverhandlung selbst jedoch fest, dass 
die medikamentöse Behandlung notwendig gewesen sei, um eine Verschlechte-
rung seines Zustands und eine Verlängerung des Klinikaufenthalts zu verhindern. 
Ab heute sei dies aber nicht mehr der Fall. Zudem betont er selbst, dass er froh 
sei, in den vergangenen Wochen mit Medikamenten therapiert worden zu sein, da 
er daraus vieles habe lernen können. Er habe seinen sexuellen Trieb insbesonde-
re durch die Therapie bereits sehr gut in den Griff bekommen können. Er wolle 
nun aber gerne die Medikamente absetzen, um zu sehen, wie sein Körper ohne 
die Medikamente reagiere (act. 09, S. 7). Diese Ausführungen müssen differen-
ziert betrachtet werden. Denn der Beschwerdeführer erklärt im Rahmen der 
Hauptverhandlung ebenfalls, dass die Gefahr für eine sexuelle Belästigung in be-
stimmten Situationen nach wie vor bestehe. Er beteuert aber zugleich, dass er 
nicht befürchte, dass es zu weiteren sexuellen Belästigungen kommen werde, da 
er niemals eine Frau angreifen oder berühren würde (act. 09, S. 6). Damit wider-
spricht sich der Beschwerdeführer im Rahmen der Hauptverhandlung selbst und 
die Glaubhaftigkeit seiner Ausführungen muss in Frage gestellt werden. Insoweit 
sind für das Kantonsgericht keine Gründe ersichtlich, um von der Einschätzung 

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der behandelnden Ärzte der Klinik B._____ und dem Gutachter betreffend Urteils-
unfähigkeit abzuweichen.

4.5.1. Das Gesetz verlangt schliesslich, dass die vorgesehene Massnahme ver-
hältnismässig ist. Für die Zulässigkeit der Anordnung einer Behandlung ohne Zu-
stimmung darf somit keine andere, weniger einschneidende, angemessene Mass-
nahme zur Verfügung stehen (Art. 434 Abs. 1 Ziff. 3 ZGB; vgl. auch Art. 389 Abs. 
2 ZGB). Weniger einschneidend sind Massnahmen, die dem tatsächlichen oder 
mutmasslichen Willen des Patienten mehr entsprechen als die vorgeschlagene. 
Die Beurteilung, welche Massnahme angemessen ist, muss nach dem neuesten 
Stand der Wissenschaft erfolgen. Damit eine alternative Behandlung in Frage 
kommt, muss diese selbstverständlich wirksam und zweckmässig sein (Gei-
ser/Etzensberger, a.a.O., N 22 und N 24 zu Art. 434/435 ZGB; Botschaft, a.a.O., 
S. 7069 f.).

4.5.2. Die Klinik B._____ kam in ihrer Anordnung zum Schluss, dass ein reiner 
Aufenthalt in der Klinik ohne entsprechende Behandlung zu einer deutlichen ge-
sundheitlichen Verschlechterung des Beschwerdeführers führen würde und ande-
re weniger einschneidende Massnahmen nicht ersichtlich seien (act. 01.1). Auch 
der Gutachter bestätigt, dass derzeit keine weniger einschneidende Massnahme 
als die medikamentöse Behandlung im stationären Rahmen möglich sei (act. 07, 
Fragenkatalog Behandlung ohne Zustimmung, Frage 8). Der Beschwerdeführer 
schlägt in diesem Zusammenhang vor, unter Fortsetzung der Therapie das Rispe-
ridon abzusetzen, um zu beobachten, wie sich das auf sein Verhalten auswirke 
(act. 09, S. 6). Diese Variante stellt allerdings angesichts der akuten Psychose des 
Beschwerdeführers keine wirksame Alternative dar. Der Beschwerdeführer war 
bereits zuvor für den Zeitraum vom 31. Juli 2023 bis 19. August 2023 in der Klinik 
B._____ hospitalisiert, wobei er sich gegenüber dem Pflegefachpersonal ebenfalls 
sexuell aufdringlich zeigte (act. 04). Da der Beschwerdeführer nur wenige Monate 
später erneut, und dieses Mal unfreiwillig, in der Klinik B._____ untergebracht 
wurde, scheint eine Behandlung ohne jegliche Medikation nicht erfolgsverspre-
chend. Für das Kantonsgericht ist mithin keine mildere Massnahme ersichtlich als 
die zwangsweise Anordnung der medikamentösen Behandlung gemäss Behand-
lungsplan.

5. Im Ergebnis sind sämtliche Voraussetzungen für die Anordnung einer Be-
handlung ohne Zustimmung erfüllt. Die Beschwerde ist daher abzuweisen.

6. Da der Beschwerdeführer vollumfänglich unterlegen ist, wären ihm die Kos-
ten des Beschwerdeverfahrens aufzuerlegen (vgl. Art. 60 Abs. 5 EGzZGB i.V.m. 

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Art. 106 Abs. 1 ZPO). Es ist jedoch offensichtlich, dass der Beschwerdeführer – 
welcher keine IV-Rente erhält – nicht über die finanziellen Mittel zur Kostentra-
gung verfügt. Unter Berücksichtigung der finanziellen Verhältnisse des Beschwer-
deführers rechtfertigt es sich vorliegend, im Sinne von Art. 63 Abs. 3 EGzZGB auf 
die Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten. Daher verbleiben die Kosten 
des Beschwerdeverfahrens in der Höhe von CHF 3'500.00 (Gerichtsgebühr von 
CHF 1'500.00 und Gutachterkosten von CHF 2'000.00, vgl. zu letzteren act. 07.1) 
beim Kanton Graubünden.

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Demnach wird erkannt:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von insgesamt CHF 3'500.00 (CHF 
1'500.00 Gerichtsgebühr und CHF 2'000.00 Gutachterkosten) gehen zu 
Lasten des Kantons Graubünden.

3. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 72 BGG Beschwerde in Zivil-
sachen an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, geführt 
werden. Die Beschwerde ist dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 Tagen 
seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der 
gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff. und Art. 90 
ff. BGG.

4. Mitteilung an: