# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ff286a74-205b-54f4-928f-34a2e19ddb16
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-12-20
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 20.12.2012 LE120078
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LE120078_2012-12-20.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Zivilkammer    
 
 

Geschäfts-Nr.: LE120078-O/U.doc 

 

Mitwirkend: Oberrichter Dr. R. Klopfer, Vorsitzender, Oberrichter Dr. M. Kriech 

und Ersatzoberrichter Dr. S. Mazan sowie Gerichtsschreiberin 

lic. iur. S. Subotic 

Beschluss vom 20. Dezember 2012 

 

in Sachen 

 

A._____, 
Gesuchsteller und Berufungskläger 

 

gegen 

 

B._____, 
Gesuchsgegnerin und Berufungsbeklagte 

 

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. X._____ 

 

 

betreffend Eheschutz (vorsorgliche Massnahmen) 
 
Berufung gegen eine Verfügung des Einzelgerichts im summarischen  
Verfahren am Bezirksgericht Andelfingen vom 13. November 2012 
(EE120026) 

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Erwägungen: 

1. Die Parteien stehen vor Vorinstanz im Eheschutzverfahren. Mit Verfügung 

vom 13. November 2012 entschied diese im Sinne vorsorglicher Massnahmen 

über die Obhut über die Kinder C._____, geb. tt.mm.2003, D._____, geb. 

tt.mm.2005, und E._____, geb. tt.mm.2011, das jeweilige Besuchsrecht der Par-

teien, eine Beistandschaft für E._____, die Zuteilung der ehelichen Wohnung so-

wie die Leistung eines Prozesskostenvorschusses des Gesuchstellers (Klägers) 

und Berufungsklägers (fortan Gesuchsteller) an die Gesuchsgegnerin (Beklagte) 

und Berufungsbeklagte (fortan Gesuchsgegnerin) (vgl. Urk. 2). 

2. Gegen diesen Entscheid erhob der Gesuchsteller mit Eingabe vom 22. No-

vember 2012 (Datum des Poststempels: 23. November 2012) rechtzeitig Beru-

fung, beantragte sinngemäss die Aufhebung der Dispositiv-Ziffern 2-5, 7 und 9 

und stellte Anträge zu den durch die Vorinstanz in diesen Ziffern geregelten Punk-

ten (Urk. 1). 

3. Innert der ihr mit Verfügung vom 4. Dezember 2012 (Urk. 6) angesetzten 

Frist erstattete die Gesuchsgegnerin die Berufungsantwort, beantragte grundsätz-

lich die kostenpflichtige Abweisung der beklagtischen Berufung und die Erhöhung 

des Prozesskostenvorschusses auf Fr. 10'000.– (Urk. 7 S. 2). 

4.1. Unter den Voraussetzungen von Art. 239 Abs. 1 ZPO kann das Gericht sei-

nen Entscheid ohne schriftliche Begründung eröffnen, hat eine solche jedoch 

nachzuliefern, wenn eine Partei dies innert zehn Tagen seit der Eröffnung ver-

langt. Der angefochtene Entscheid wurde den Parteien jedoch nicht unbegründet 

im Sinne von Art. 239 Abs. 1 lit. b ZPO eröffnet, sondern enthält eine äusserst 

knappe Begründung, welche es den Parteien - wie auch der Berufungsinstanz - 

jedoch nicht erlaubt, sich mit den Beweggründen der Vorinstanz für die getroffe-

nen Regelungen auseinanderzusetzen. Dies stellt eine gravierende Verletzung 

des Anspruchs der Parteien auf rechtliches Gehör dar, wie er in Art. 29 Abs. 2 BV, 

Art. 6 Abs. 1 EMRK sowie Art. 53 Abs. 1 ZPO festgehalten ist, bildet das Recht 

auf Begründung des Entscheids doch Teilgehalt dieses Anspruchs (vgl. statt vie-

ler: ZPO-Kommentar Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, Zürich [etc.] 2010, 

- 3 - 

Sutter-Somm / Chevalier, N 4 zu Art. 53). Wird eine Verweigerung des rechtlichen 

Gehörs durch die Vorinstanz festgestellt, so leidet der Entscheid an einem schwe-

ren Mangel und wird aufgrund der sogenannten formellen Natur des Gehörsan-

spruch, unabhängig davon, ob der Entscheid ohne die Verletzung anders ausge-

fallen wäre, aufgehoben (ZPO-Kommentar Sutter-Somm/Hasenböhler/ Leuenber-

ger, a.a.o., Sutter-Somm/Chevalier, N 26 zu Art. 53). Ausnahmsweise kann die 

Verletzung von der Rechtsmittelinstanz geheilt werden. Die Heilung ist nur zuläs-

sig, wenn die Verletzung des rechtlichen Gehörs nicht gravierend ist und die 

Rechtsmittelinstanz die gleiche Kognition in Tat- und Rechtsfragen hat wie die  

Vorinstanz (ZPO-Kommentar Sutter-Somm/Hasen-böhler/Leuenberger, a.a.O., N 

27 zu Art. 53). 

4.2. Da es sich vorliegend - wie bereits ausgeführt - um eine gravierende Verlet-

zung des rechtlichen Gehörs handelt, ist eine Heilung im Berufungsverfahren 

nicht möglich, weshalb die angefochtenen Dispositiv-Ziffern 2-5, 7 und 9 des vor-

instanzlichen Entscheids in Gutheissung der Berufung aufzuheben und zur Be-

gründung an die Vorinstanz zurückzuweisen sind. Die Obhutsregelung bezüglich 

den Söhnen C._____ und D._____ (Dispositiv-Ziffer 1) wie auch die Dispositiv-

Ziffern 6 und 8 sind nicht angefochten und haben daher Bestand. 

5. Die Gerichtskosten des Berufungsverfahrens sind in Anwendung von 

Art. 107 Abs. 2 ZPO auf die Gerichtskasse zu nehmen. Mangels gesetzlicher 

Grundlage sind keine Parteientschädigungen zuzusprechen. 

Es wird beschlossen: 

1. In Gutheissung der Berufung werden die Dispositiv-Ziffern 2-5, 7 und 9 der 

Verfügung des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksge-

richt Andelfingen vom 13. November 2012 aufgehoben und die Sache zur 

Begründung im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurückgewiesen. 

2. Für das Berufungsverfahren werden keine Kosten erhoben und es wird kei-

ne Parteientschädigung zugesprochen. 

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3. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an den Berufungskläger unter Beilage 

des Doppels von Urk. 7 sowie Kopien der Urk. 8 und 9/1-3, sowie – unter 

Beilage der Akten – an das Bezirksgericht Andelfingen, je gegen Empfangs-

schein. 

4. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 

30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). 

Dies ist ein Entscheid über vorsorgliche Massnahmen im Sinne von Art. 98 BGG.  

Es handelt sich um eine nicht vermögensrechtliche Angelegenheit.  

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 

Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG. 
 
Zürich, 20. Dezember 2012 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

I. Zivilkammer 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic.iur. S. Subotic 
 
 
versandt am: 
se 

	Beschluss vom 20. Dezember 2012
	Erwägungen:
	Es wird beschlossen:
	1. In Gutheissung der Berufung werden die Dispositiv-Ziffern 2-5, 7 und 9 der Verfügung des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht Andelfingen vom 13. November 2012 aufgehoben und die Sache zur Begründung im Sinne der Erwägungen an...
	2. Für das Berufungsverfahren werden keine Kosten erhoben und es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.
	3. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an den Berufungskläger unter Beilage des Doppels von Urk. 7 sowie Kopien der Urk. 8 und 9/1-3, sowie – unter Beilage der Akten – an das Bezirksgericht Andelfingen, je gegen Empfangsschein.
	4. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...