# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 52c0e26d-e92e-593c-b294-442fa248fdbb
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-07-05
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 05.07.2021 E-5827/2017
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-5827-2017_2021-07-05.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 
 

 

  

 

 Abteilung V 

E-5827/2017 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  5 .  J u l i  2 0 2 1  

Besetzung 
 Richterin Muriel Beck Kadima (Vorsitz), 

Richter David R. Wenger, Richter Markus König,    

Gerichtsschreiberin Patricia Petermann Loewe. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Iran,   

vertreten durch lic. iur. Monika Böckle, HEKS Rechtsbera-

tungsstelle für Asylsuchende SG/AI/AR, 

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung; 

Verfügung des SEM vom 12. September 2017 / N (…). 

 

 

 

E-5827/2017 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der iranische Beschwerdeführer – mit letztem offiziellen Wohnort in Tehe-

ran – hat sein Heimatland gemäss eigenen Angaben im (…) 2015 verlas-

sen und ist über die Türkei und verschiedene europäische Länder im Ok-

tober 2015 in die Schweiz eingereist. Den vorinstanzlichen Akten lässt sich 

entnehmen, dass er am 10. Oktober 2015 anlässlich einer Polizeikontrolle 

wegen Widerhandlung gegen das Ausländer- und Integrationsgesetz (AIG, 

SR 142.20) von der Kantonspolizei (…) verhaftet wurde; dabei sei unter 

anderem ein Strafbefehl respektive eine Gerichtsverfügung aus dem Iran 

sichergestellt worden (A1 S. 10 f., 19 ff. und 36 f.; A27). Am 13. Oktober 

2015 reichte er ein Asylgesuch ein. Am 19. Oktober 2015 wurde er dem 

Kanton B._______ zugewiesen. 

B.  

Am 16. Oktober 2015 fand die Befragung zur Person (BzP) des Beschwer-

deführers statt. Dabei brachte er im Wesentlichen vor, er hätte am (…) 

2015 in den Militärdienst einrücken müssen. Diesem Befehl habe er indes 

aus Angst nicht folgen wollen, weil er als Kind von (…), die Soldaten gewe-

sen seien, und anderen Personen mehrmals sexuell missbraucht worden 

sei. Ausserdem sei er im Jahr 2014 zum Christentum konvertiert. Vor seiner 

Ausreise habe er nach Abbruch seines Studiums im (…)-Bereich gearbei-

tet. 

C.  

Am 15. Dezember 2016 informierte seine neu mandatierte Rechtsvertre-

tung die Vorinstanz über die Betreuung des Beschwerdeführers durch das 

Zentrum für Psychotraumatologie der C._______ und dessen dort erstmals 

ausgesprochene Homosexualität, was der Grund für seine Ausreise aus 

dem Iran gewesen sei. Im Zeitpunkt der Befragung sei der Beschwerde-

führer noch nicht bereit gewesen, zu seiner sexuellen Orientierung zu ste-

hen. 

D.  

Am 21. Februar 2017 wurde ein Bericht der C._______ vom 20. Februar 

2017 (A21) eingereicht, in welchem eine Posttraumatische Belastungsstö-

rung (PTBS, ICD-10 F43.1) diagnostiziert wurde. Vom 11. April 2016 bis 

zum 23. Januar 2017 sei er in der Tagesklinik behandelt worden, wobei es 

zu mehreren Notfalleinsätzen aufgrund psychosomatischer Pa-nikattacken 

gekommen sei. Seit dem 23. Januar 2017 erhalte er eine ambulante psy-

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Seite 3 

chotherapeutische Behandlung, welche die Verarbeitung der traumati-

schen Erlebnisse und den Umgang mit seiner Homosexualität themati-

siere. 

Der Eingabe lagen verschiedene Fotos seines Oberkörpers bei, welche 

Misshandlungen belegen würden.  

E.  

An der Anhörung vom 11. Juli 2017 – an welche der Beschwerdeführer von 

einem Mitarbeiter der Organisation «D._______», die LGBTI-Sektion von 

E._______, begleitet wurde – brachte er im Wesentlichen zu Protokoll, er 

habe den Iran aufgrund seiner Homosexualität verlassen, weil er von allen 

Seiten – sei es von der Gesellschaft oder der Familie – misshandelt und 

verstossen worden sei. 

Er führte aus, dass – als er ungefähr (…) Jahre alt gewesen sei – sein Vater 

für (…) Monate inhaftiert worden sei. Der Beschwerdeführer, damals noch 

Schüler, sei mit seiner jüngeren Schwester öfters alleine zuhause gewe-

sen, weil seine Mutter gearbeitet habe. In diesen Monaten sei er von (…) 

mehrmals vergewaltigt, missbraucht und bedroht worden; seine Schwester 

habe aufgrund ihres (damals) jungen Alters nichts mitbekommen. Dies 

habe ihn sehr verändert. Später, in seiner Jugend, habe er gemerkt, dass 

er sich bei Männern wohler fühle und mehr für sie empfinde. Er sei ein 

«deprimierter, einsamer und zurückhaltender Mensch» (A26 F31) gewe-

sen. Er sei über eine (christliche) Fernsehsendung namens «F._______» 

auf das Christentum gestossen, was dazu geführt habe, dass er sich ver-

mehrt mit sich selber auseinandergesetzt habe. Damals sei er ungefähr 

(…) Jahre alt gewesen. Er sei im Iran nie offiziell konvertiert, erst in der 

Schweiz sei er kirchlich getauft worden. Der christliche Gedanke der Ver-

söhnung habe ihm den Sinn des Lebens zurückgegeben; er habe sich mit 

den Menschen, die ihn misshandelt hätten, versöhnen können. So habe er 

auch versucht, seine Zuneigung zu Männern zu akzeptieren. Er habe Kon-

takt zu ihnen gesucht und sich auf homosexuelle Abenteuer (meistens in 

Parkanlagen) eingelassen; seine Beziehung zu einem Freund namens 

G._______ habe den Blicken der anderen jedoch nicht standgehalten (A26 

F86f.). Nebenbei habe er auch ein sexuelles Verhältnis mit einer Frau ge-

habt. 

Vor seiner Familie, die sehr religiös gewesen sei, habe er seine Neigungen 

verheimlicht. Nachdem sie aufgrund seiner Kleidung und seines Verhaltens 

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Seite 4 

gemerkt hätten, dass er homosexuell sei, hätten ihn seine Eltern ausge-

schlossen, obwohl er alle (islamischen) Rituale – wie das tägliche Gebet – 

vollzogen habe (A26 F91 ff. und 100). Auch seine Arbeit habe er verloren, 

nachdem er vermutlich denunziert worden sei. Eines Tages habe sein Vater 

ihn in flagranti mit einem Mann erwischt und anschliessend körperlich – 

(…) – misshandelt. Danach habe er bei seinem Freund Unterschlupf ge-

funden. Er habe nur noch sporadisch mit seiner Mutter und Schwester Kon-

takte gepflegt. Schliesslich habe sein Vater ihn in den Militärdienst schicken 

wollen, um aus ihm "einen richtigen Mann" zu machen (A26 F125). Als er 

schliesslich im Jahr 2015 die Einberufung der Militärbehörden erhalten 

habe, habe er sich – aus Angst davor, was mit ihm dort geschehen könnte 

– entschlossen, den Iran zu verlassen. Als er versucht habe, die Grenzen 

zu überqueren, sei er aufgegriffen und für eine Woche auf der Polizeista-

tion im Landkreis H._______ (Provinz West-Aserbaidschan) festgehalten 

worden (vgl. Strafbefehl respektive Gerichtsverfügung mit einer Bewäh-

rungsstrafe, A27). Der zweite Versuch, das Land illegal zu verlassen, habe 

letztlich geklappt.  

An der Anhörung reichte der Beschwerdeführer ein Exemplar der Zeit-

schrift «I._______», ein (…)-Magazin für (…), vom (…) 2017 mit einem Be-

richt über ihn («[…]»; A26 F6 und 150 ff.), ein Strafbefehl respektive eine 

Gerichtsverfügung vom (…) 2015 (A26 F143 ff.), eine Bestätigung vom 

UNHCR Ankara vom (…) 2015 (A26 F135 f.) sowie eine Taufurkunde der 

Freien Evangelischen Gemeinde J._______ ([…], ohne Datum; A26 F171) 

zu den Akten (A27). Die am 21. Februar 2021 eingereichten Fotografien 

seines Rückens seien in Teheran (nach Misshandlungen durch den Vater) 

entstanden (A21; A26 F104 und 140 f.). 

F.  

Mit Verfügung vom 12. September 2017 lehnte das SEM das Asylgesuch 

des Beschwerdeführers ab, wies ihn aus der Schweiz weg und ordnete den 

Vollzug dieser Wegweisung an. Auf Details dieses Entscheides wird – so-

weit entscheidwesentlich – in den Erwägungen eingegangen. 

G.  

Mit Eingabe vom 13. Oktober 2017 reichte der Beschwerdeführer gegen 

diesen Entscheid durch seine Rechtsvertretung Beschwerde beim Bundes-

verwaltungsgericht ein. Dabei beantragte er, dass er nach Aufhebung der 

Verfügung als Flüchtling unter Asylgewährung (eventualiter mit einer vor-

läufigen Aufnahme) anzuerkennen sei. Subeventualiter sei er aufgrund ei-

nes Vollzugshindernisses vorläufig aufzunehmen. In prozessrechtlicher 

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Seite 5 

Hinsicht sei ihm die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren und die 

Rechtsvertreterin als amtliche Rechtsbeiständin zu bestellen. Auf die Erhe-

bung eines Kostenvorschusses sei ferner zu verzichten. Auf Details dieser 

Rechtsmitteleingabe wird – soweit entscheidwesentlich – in den Erwägun-

gen eingegangen. 

Zur Untermauerung seiner Vorbringen reichte er unter anderem verschie-

dene Kopien von Fotos ein, welche ihn an Aktivitäten im Zusammenhang 

mit seiner Homosexualität zeigen würden. Ferner lagen der Beschwerde 

eine Bestätigung von «D._______» per E-Mail vom 27. September 2017, 

dass er seit (…) 2016 Mitglied dieser Vereinigung sei, eine Fürsorgebestä-

tigung der Gemeinde K._______ vom 12. Oktober 2017 sowie eine Hono-

rarnote der Rechtsvertretung vom 13. Oktober 2017 bei. 

H.  

Am 27. Oktober 2017 hiess die zuständige Instruktionsrichterin das Ge-

such um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gut, bestellte die 

mandatierte Rechtsvertreterin als amtliche Rechtsbeiständin, verzichtete 

auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und lud das SEM ein, sich zur 

Beschwerdeeingabe vernehmen zu lassen. 

I.  

Im Rahmen seiner Vernehmlassung vom 7. November 2017 hielt das SEM 

an seinen Erwägungen vollumfänglich fest und beantragte die Abweisung 

der Beschwerde. Ein Doppel dieser Stellungnahme wurde am 9. Novem-

ber 2017 der Rechtsvertreterin zur Kenntnisnahme zugestellt. 

J.  

Mit Strafbefehl vom 6. Dezember 2017 erklärte die Staatsanwaltschaft (…) 

den Beschwerdeführer des Hausfriedensbruchs (Art. 186 des Schweizeri-

schen Strafgesetzbuches [StGB, SR 311.0]) für schuldig und bestrafte ihn 

mit einer Geldstrafe; dies, weil er unbefugterweise eine Asylunterkunft be-

treten habe. 

K.  

Am 28. August 2019 forderte die zuständige Instruktionsrichterin den Be-

schwerdeführer auf, einen aktuellen ärztlichen Bericht einzureichen. 

L.  

Mit Eingabe vom 2. Oktober 2019 wurde ein psychologischer Bericht vom 

L._______ (Gesundheitszentrum […]) vom 12. September 2019 (A45) ein-

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Seite 6 

gereicht. Dieser hielt als Diagnose eine PTBS sowie eine dauernde Per-

sönlichkeitsänderung fest. Im psychopathologischen Befund wird sodann 

«selbstschädigendes Verhalten im Sinne von ungeschütztem Sex mit Män-

nern und Frauen» festgehalten; er könne nicht einordnen, weshalb er dies 

tue. Gemäss seiner subjektiven Einschätzung sei er gewillt eine Trauma-

therapie zu machen; er sehe ein, dass er davon nicht mehr länger davon-

laufen könne, wenn er etwas für eine längerfristig stabilere Befindlichkeit 

investieren wolle. Er sei von diesen Erfahrungen jahrelang davongelaufen, 

habe sich mit diversen Substanzen betäubt und sich und anderen Men-

schen weh getan (Reinszenierung eigener Gewalterfahrungen). 

M.  

Am 31. Oktober 2019 wurde eine Honorarrechnung der Rechtsvertretung 

mit gleichem Datum und ein ambulanter Arztbericht von M._______ (Zent-

rum für […] in N._______, Dr. med. univ. O._______) vom 30. Oktober 

2019 zu den Akten gereicht. In den psychiatrisch-psychotherapeutischen 

Konsultationen (zwischen April 2017 und März 2019) wurden aufgrund der 

Schwere der erlebten Traumata in der Kindheit und Jugend eine PTBS und 

eine andauernde Persönlichkeitsveränderung nach Extrembelastung diag-

nostiziert. 

N.  

Am 12. November 2019 wurde ein Bericht der Sprechstunden mit dem Be-

schwerdeführer seit dem 19. September 2019 in der Klinik für Konsiliarpsy-

chiatrie und Psychosomatik des P._______ vom 6. November 2019 (A46) 

zu den Akten gereicht. Dabei wurde eine komplexe PTBS nach ICD-11 (an-

dauernde Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung und eine PTBS) 

sowie eine rezidivierende depressive Störung (gegenwärtig schwere Epi-

sode mit psychotischen Symptomen im Sinne einer Traumafolgestörung; 

ICD-10 F33.3) diagnostiziert und eine antidepressive Pharmakotheraprie 

verordnet. Der Beschwerdeführer wurde zur weiteren Stabilisierung in der 

Klinik Q._______ (Psychiatrische Dienste […]) stationär angemeldet. 

O.  

Am 23. Januar und 5. Februar 2020 wurde der Beschwerdeführer von der 

Stadtpolizei (…) einvernommen und am 5. Februar 2020 aufgrund des Ver-

dachts der Vergewaltigung (Art. 190 Abs. 1 StGB) sowie der sexuellen Nö-

tigung (Art. 189 Abs. 1 StGB) – begangen am 21. September 2019 – an 

seinem Wohnort verhaftet und inhaftiert. Sodann wurde ein Strafverfahren 

durch die Staatsanwaltschaft (…) gegen ihn eingeleitet. Am 29. Oktober 

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2020 erhob diese Anklage beim Bezirksgericht (…) bezüglich der erwähn-

ten Tatbestände sowie des mehrfachen Besitzes respektive Konsums von 

harter Pornografie (Art. 197 Abs. 5 StGB). 

P.  

Mit Verfügung vom 7. Dezember 2020 wurde der Beschwerdeführer unter 

Beilage einer Kopie des Einvernahmeprotokolls der Stadtpolizei (…) vom 

Bundesverwaltungsgericht aufgefordert, sich ausführlich zu seiner sexuel-

len Orientierung und seinem Beziehungsleben zu äussern. Ausserdem sei 

gestützt auf die Mitwirkungspflicht dem Gericht ein aktuelles Arztzeugnis 

einzureichen. 

Q.  

Mit Eingabe vom 11. Januar 2021 wurde eine diesbezügliche Stellung-

nahme eingereicht. Dabei wurde ausgeführt, dass sich der Beschwerde-

führer als Pansexuellen bezeichne. Am 19. Januar 2021 wurde ein Arztbe-

richt der Psychiatrischen Gefängnisversorgung (Justizvollzug und Wieder-

eingliederung der Justizdirektion des Kantons R._______) vom 12. Januar 

2021 nachgereicht, dem eine Diagnose der Anpassungsstörung mit de-

pressiven Symptomen sowie eine Behandlung mit Antidepressiva zu ent-

nehmen ist. 

R.  

Am 11. Februar 2021 reichte die Vorinstanz nach einer entsprechenden 

Einladung eine Vernehmlassung ein.  

S.  

Mit Eingabe vom 15. März 2021 wurde eine Replik samt Honorarrechnung 

der Rechtsvertretung mit gleichem Datum zu den Akten gereicht. 

T.  

Mit Urteil vom 19. April 2021 des Bezirksgerichts (…) wurde der Beschwer-

deführer der Vergewaltigung (Art. 190 Abs. 1 StGB) und sexuellen Nöti-

gung (Art. 189 Abs. 1 StGB) für schuldig gesprochen; bezüglich des Vor-

wurfs der Pornografie (Art. 197 Abs. 5 StGB) wurde er freigesprochen. Er 

wurde mit (…) Monaten Freiheitsstrafe – wovon bis zu diesem Tag (…) 

Tage durch Haft erstanden seien – bestraft. Der Vollzug der Freiheitsstrafe 

sei im Umfang von (…) Monaten aufzuschieben (mit einer Probezeit von 

[…] Jahren) und die restlichen (…) Monate (unter Anrechnung der bereits 

erstandenen Hafttage) seien zu vollziehen. Ferner wurde er gemäss 

Art. 66a StGB für (…) Jahre des Landes verwiesen. 

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Seite 8 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht 

vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG und das 

AsylG nichts anderes bestimmen (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des AsylG in Kraft getreten 

(AS 2016 3101); für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht 

(vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 

25. September 2015). 

1.4 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der 

Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung; er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und aArt. 108 

Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-

schwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

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Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Die Flüchtlingseigenschaft ist glaubhaft 

gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahr-

scheinlichkeit für gegeben hält (Art. 7 Abs. 1 und 2 AsylG). Glaubhaftma-

chung bedeutet im Gegensatz zum strikten Beweis ein reduziertes Beweis-

mass und lässt durchaus Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den 

Vorbringen. Eine Behauptung gilt bereits als glaubhaft gemacht, wenn das 

Gericht von ihrer Wahrheit nicht völlig überzeugt ist, sie aber überwiegend 

für wahr hält, obwohl nicht alle Zweifel beseitigt sind. Demgegenüber reicht 

es für die Glaubhaftmachung nicht aus, wenn der Inhalt der Vorbringen 

zwar möglich ist, aber in Würdigung der gesamten Aspekte wesentliche 

und überwiegende Umstände gegen die vorgebrachte Sachverhaltsdar-

stellung sprechen. Entscheidend ist im Sinne einer Gesamtwürdigung, ob 

die Gründe, die für eine Richtigkeit der Sachverhaltsdarstellung sprechen, 

überwiegen oder nicht; dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise abzustel-

len (vgl. BVGE 2015/3 E. 6.5.1). Unglaubhaft sind insbesondere Vorbrin-

gen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich wider-

sprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf 

gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 Abs. 3 

AsylG). 

3.3 Die Glaubhaftigkeit von Aussagen asylsuchender Personen kann im 

Rahmen eines inhaltsorientierten Ansatzes aufgrund sogenannter Real-

kennzeichen beurteilt werden. Diese ermöglichen eine Differenzierung zwi-

schen erlebnisbasierten und erfundenen respektive verfälschten Aussa-

gen. Je mehr Realkennzeichen eine Aussage enthält, desto grösser ist die 

Wahrscheinlichkeit, dass die Aussage auf eigenem Erleben beruht. Dabei 

sind immer die Fähigkeiten der aussagenden Person und die Komplexität 

des vorgebrachten Geschehens zu berücksichtigen. Zu den Realkennzei-

chen gehören insbesondere die logische Konsistenz, die ungeordnete, 

aber inhaltlich letztlich stimmige Darstellung, der quantitative Detailreich-

tum, raum-zeitliche Verknüpfungen, die Wiedergabe von Gesprächen, aus-

gefallene Einzelheiten, spontane Verbesserungen der eigenen Aussagen, 

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Seite 10 

das Eingeständnis von Erinnerungslücken sowie die Schilderung von In-

teraktionen, Komplikationen, Nebensächlichkeiten, unverstandenen Hand-

lungselementen und eigenen psychischen Vorgängen. Die Analyse von 

Realkennzeichen darf jedoch nicht zu einer «Checkliste» führen. Insbeson-

dere traumatisierten Gesuchstellenden wird eine undifferenzierte Anwen-

dung von Kriterienkatalogen, die Qualitätsmerkmale erlebnisfundierter 

Aussagen aus kognitionspsychologischer Sicht beinhalten, […] nicht ge-

recht (vgl. ANGELIKA BIRCK, Traumatisierte Flüchtlinge, Wie glaubhaft sind 

ihre Aussagen?, Heidelberg 2002, S. 82 ff. und 139 ff.; LUDEWIG/TAVOR/ 

BAUMER, Wie können aussagepsychologische Erkenntnisse Richtern, 

Staatsanwälten und Anwälten helfen?, in: AJP [Aktuelle Juristische Praxis] 

11/2011, S. 1423 ff.; BRIGGEN/MULLIS, Einbezug psychotraumatologischer 

Erkenntnisse in die Glaubhaftigkeitsprüfung im Asylverfahren, in: Asyl 

2/2021 S. 22 ff.; vgl. auch BGE 129 I 49 E. 5 sowie BVGE 2015/3 E. 6.5.1, 

2013/11 E. 5.1 und 2012/5 E. 2.2, jeweils m.w.H.). 

4.  

4.1 Das SEM erwog in seinem Entscheid, dass die Vorbringen des Be-

schwerdeführers teilweise unglaubhaft (Art. 7 AsylG) und teilweise asyl-

rechtlich irrelevant (Art. 3 AsylG) seien. 

4.1.1 Als nachgeschoben und damit zweifelhaft bezeichnete die Vorinstanz  

die angebliche Homosexualität des Beschwerdeführers, habe er es doch 

unterlassen, diese an der BzP zu erwähnen. Auch habe er nicht erzählt, 

dass er deswegen diskriminiert – Verweis von der Universität und Verlust-

seiner Arbeitsstelle – und von seinem Vater, nachdem dieser ihn in flagranti 

erwischt habe, misshandelt worden sei. Auch wenn er damals noch nicht 

in der Lage gewesen sei, über seine Homosexualität zu sprechen, hätte er 

zumindest seine psychischen Probleme und jene mit seinem Vater erwäh-

nen müssen, so wie es ihm mit dem ebenso schambehafteten sexuellen 

Missbrauch durch seine (…) möglich gewesen sei. Dass er sich nicht ge-

traut habe darüber zu sprechen und unsicher gewesen sei, lasse sich nicht 

mit seinem Auftreten an der Anhörung – er habe sehr selbstsicher gewirkt 

– in Übereinstimmung bringen. Auch sei an der Anhörung bezüglich seiner 

Homosexualität keine Unsicherheit respektive Scham erkennbar gewesen. 

Ferner habe er an der BzP sowie an der Anhörung keine gesundheitlichen 

Probleme geltend gemacht. 

Ferner seien die Schilderungen bezüglich dieser Vorbringen, die nicht im-

mer sehr plausibel erschienen seien, während der ganzen Anhörung über-

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Seite 11 

aus vage, substanz- und emotionslos geblieben; dies insbesondere im Ver-

gleich zu seinen Ausführungen bezüglich des Militärdienstes und der Fest-

nahme aufgrund der illegalen Ausreise. Einer Aufforderung, die Ausreise-

gründe detailliert zu umschreiben, sei er nicht nachgekommen (A26 

F26 ff.); nur mühsam hätten diese Stück für Stück erfragt werden müssen. 

Ferner habe er immer wieder unter Vorgabe, die Fragen nicht zu verstehen, 

Rückfragen gestellt oder ausweichend geantwortet. Auch würden die Ant-

worten auf die Fragen, wie er damit umgegangen sei, als er gemerkt habe, 

dass er homosexuell sei, jegliche Substanz und Tiefe vermissen lassen. 

Statt eines klaren Bildes sei schliesslich nur der Eindruck entstanden, er 

habe das Geschilderte nicht selber erlebt, zumal es den Aussagen an Re-

alkennzeichen mangle. Überdies seien an der Anhörung keinerlei Reflek-

tion seitens des Beschwerdeführers respektive Scham oder Unsicherheit – 

entgegen den entsprechenden Ausführungen im Arztbericht – erkennbar 

gewesen. Ferner habe er seine angebliche Homosexualität losgelöst vom 

soziokulturellen Kontext Irans erzählt; so sei nicht erkennbar, dass er sich 

auch nur annähernd Gedanken über die Bedeutung eines offenen homo-

sexuell gelebten Lebens im Iran, die damit verbundene Gefahr oder allfällig 

zu treffende Vorsichtsmassnahmen gemacht hätte. 

Das SEM hielt weiter fest, die Aussage des Beschwerdeführers, er habe 

zwar seine Stelle im (…)-Bereich (in einer Firma, in welcher Personen der 

Basij [Teil des iranischen Sicherheitsapparats, Anmerkung des Gerichts] 

gearbeitet hätten) verloren, was aber keine weiteren Konsequenzen ge-

habt habe, erscheine unplausibel. 

Überdies widerspreche das in der Zeitschrift «I._______» Geschilderte den 

Aussagen der Anhörung in vielerlei Hinsicht: beispielsweise bezüglich sei-

nes Alters, als er von den (…) missbraucht worden sei, des Ursprungs sei-

ner homosexuellen Entwicklung, seines Alters, als er Notiz von seiner Ho-

mosexualität genommen habe, seiner Beziehung zu G._______ sowie sei-

ner Zuwendung zum Christentum. Diese Widersprüche würden sich nicht 

durch seine diesbezügliche Erklärung, dass der Journalist des Artikels 

nicht alles so abgefasst habe, wie er es erzählt habe, erklären lassen. 

4.1.2 Ferner seien der Bericht der C._______ vom Februar 2017, die 

Flüchtlingsbescheinigung von UNHCR vom (…) 2015, die Gerichtsverfü-

gung vom (…) 2015 sowie die Taufbescheinigung vom Dezember 2015 

nicht tauglich, die Vorbringen zu belegen. 

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Seite 12 

4.1.3 Das SEM führte weiter aus, der vom Beschwerdeführer geschilderte 

Missbrauch durch seine (…) in seiner Jugend stehe zeitlich nicht in einem 

genügend engen Zusammenhang mit seiner Flucht, weshalb dieses Vor-

bringen nicht im Sinne von Art. 3 AsylG relevant sei. 

Weil die Vorbringen bezüglich der sexuellen Orientierung des Beschwer-

deführers unglaubhaft seien, sei auch die vorgebrachte Ursache der Miss-

handlung durch seinen Vater zweifelhaft. Wenn dieser ihn aus einem an-

deren Grund geschlagen respektive ausgepeitscht hätte, so hätte der Be-

schwerdeführer dies bei den zuständigen Stellen im Iran anzeigen müssen. 

Folglich entspreche auch dieses Vorbringen nicht den Anforderungen an 

Art. 3 AsylG. 

Die Festnahme nach der versuchten (ersten) illegalen Ausreise sowie die 

Verlängerung des Militärdienstes von 18 auf 24 Monate Dienstzeit (weil er 

der Aufforderung zum Militärdienst keine Folge geleistet habe) würden 

keine asylrelevanten Verfolgungen darstellen, weil diese staatlichen Mas-

snahmen rechtstaatlich legitimen Zwecken dienen würden. 

Weil im Artikel der Zeitschrift «I._______» der echte Name des Beschwer-

deführers nicht zu lesen sei, biete dieser Bericht – wie auch die in Zweifel 

zu ziehenden Ausführungen zur geltend gemachten «inneren» Konversion 

zum christlichen Glauben (respektive seine Taufe in der Schweiz) – kein 

Anlass zu begründeter Furcht vor künftiger Verfolgung durch die iranischen 

Behörden (Art. 3 AsylG). 

4.2 Der Beschwerdeführer hielt in seiner Beschwerde daran fest, dass 

seine sexuelle Orientierung glaubhaft sei. Die BzP habe nur sehr kurz ge-

dauert und sei nicht in einem reinen Frauenteam durchgeführt worden, 

weshalb er in seinen Aussagen gehemmt gewesen sei, zumal es ihm da-

mals psychisch nicht gut ergangen sei, was er bedauerlicherweise nicht 

erwähnt habe. Indes könne nicht erwartet werden, dass eine Person, wel-

che aus einem Land stamme, in welchem auf homosexuelle Handlungen 

die Todesstrafe stehe, kurz nach seiner Einreise in die Schweiz freimütig 

davon erzähle. Dies sei auch im Bericht der C._______ erwähnt worden. 

Anders als bei der Homosexualität handle es sich im Übrigen bei der Ver-

gewaltigung nicht um eine persönliche Eigenschaft, aufgrund welcher er 

verfolgt worden sei. Weiter sei der Beschwerdeführer psychisch beein-

trächtigt, was sich laut Arztbericht in emotional widersprüchlichem, nämlich 

teilweise in besonders extrovertiertem, gleichzeitig aber verschlossenem 

Verhalten äussere. Bezüglich der vorinstanzlichen Zweifel, dass sich der 

E-5827/2017 

Seite 13 

Beschwerdeführer an der BzP nicht gewagt habe, sich über gewisse Dinge 

zu äussern, weil er an der Anhörung selbstsicher aufgetreten sei, sei darauf 

hinzuweisen, dass diese fast zwei Jahre nach der BzP stattgefunden habe. 

In der Zwischenzeit habe er eine intensive therapeutische und über 

«D._______» auch eine soziale Betreuung erhalten, was ihm geholfen 

habe, über seine sexuelle Neigung zu sprechen. Trotz allem könne nicht 

von einer konstanten Entwicklung ausgegangen werden; in dieser Orien-

tierungsphase fänden immer wieder Umbrüche statt und es gebe auch 

emotionale und folglich instabile Zeiten. Dass er betreffend den Militär-

dienst respektive die Festnahme substantiierte Aussagen habe machen 

können, sei darauf zurückzuführen, dass sich diese Ereignisse im Gegen-

satz zur geltend gemachten allgemeinen Unterdrückung besser an Daten 

und Personen festmachen lassen würden. Ausserdem seien gewisse Dis-

kriminierungserlebnisse (abgesehen von den Misshandlungen durch sei-

nen Vater) wie die Entlassung durch den Arbeitgeber nicht explizit aufgrund 

seiner Homosexualität erfolgt; indes vermute er, dass ihm im Zusammen-

hang mit seinem Äussern und seinem Verhalten gekündigt worden sei. Be-

züglich der Widersprüche zwischen den Aussagen anlässlich der Anhörung 

und des Berichts in der Zeitschrift «I._______» erklärte der Beschwerde-

führer, er habe über die Schlussform des Artikels keine Kontrolle gehabt. 

Anders als im Asylverfahren sei er diesbezüglich auch keiner Wahrheits-

pflicht unterlegen gewesen. Folglich sei die sexuelle Orientierung des Be-

schwerdeführers als glaubhaft zu taxieren, weshalb ihm gemäss Praxis des 

Europäischen Gerichtshofs (EuGH) Asyl gewährt werden müsse (unter 

Hinweis auf Urteile EuGH Rs. C-199/12 bis C-201/12 vom 7. November 

2013). 

4.3 In ihrer Vernehmlassung vom 11. Februar 2021 hielt die Vorinstanz 

fest, dass die inzwischen erfolgte Anklage der Staatsanwaltschaft (…) ein 

weiterer klarer Hinweis für die Unglaubhaftigkeit der vom Beschwerdefüh-

rer geltend gemachten Vorbringen hinsichtlich seiner sexuellen Orientie-

rung sei. Es erstaune ferner, dass er sich nun plötzlich als pansexuell be-

zeichne, nachdem er sich bisher immer als homosexuelle Person definiert 

habe. 

4.4 Gegen diese Erwägungen führte der Beschwerdeführer in seiner Rep-

lik vom 12. März 2021 aus, dass er bereits in der Beschwerdeschrift auf 

seine schwierige psychologische Entwicklung hingewiesen habe, weshalb 

nicht von einem plötzlichen Umschwung gesprochen werden könne. Auch 

habe er immer offengelegt, dass er ebenso sexuelle Kontakte zu Frauen 

E-5827/2017 

Seite 14 

pflege, ja sogar eine feste Freundin gehabt habe. Aufgrund seiner Vergan-

genheit sei die fehlende Stabilität der sexuellen Orientierung nachvollzieh-

bar und aktenkundig. 

5.  

5.1 Das SEM hielt im vorliegenden Fall insbesondere die Vorbringen be-

züglich der sexuellen Orientierung des Beschwerdeführers als nicht glaub-

haft im Sinne von Art. 7 AsylG. Dieser Einschätzung kann sich das Bun-

desverwaltungsgericht nicht anschliessen. Es hält die entsprechenden 

Aussagen des Beschwerdeführers auch im Lichte der zahlreichen medizi-

nischen Berichte als überwiegend wahrscheinlich. 

5.2 Das Coming Out in Bezug auf die sexuelle Orientierung ist typischer-

weise im Wesentlichen von mehreren Phasen geprägt. Während der soge-

nannten Identitätskonfusion wird der betroffenen Person (meist im jugend-

lichen Alter) bewusst, dass sie homosexuelle Gefühle hat respektive hete-

rosexuelle Gefühle fehlen. In einer nächsten Phase beginnt die Person die 

Erkenntnis ihrer sexuellen Orientierung «zu ertragen» und sich selbst zu 

akzeptieren (inneres Coming Out). Darauf folgt der Schritt nach aussen, 

sich der Familie und Freunden zu erklären (äusseres Coming Out). Es gilt 

diesbezüglich stets zu beachten, dass die Bildung und Entdeckung der se-

xuellen Orientierung ein komplexer Prozess ist, der nur begrenzt einem 

typischen Muster folgt. Dies gilt insbesondere in Ländern mit einer staatli-

chen oder gesellschaftlichen Ächtung von Homo- oder Bisexualität (vgl. 

BERLIT/DÖRIG/STOREY, Glaubhaftigkeitsprüfung bei Asylklagen aufgrund 

religiöser Konversion oder Homosexualität: Ein Ansatz von Praktikern 

[Teil 2], in: ZAR [Zeitschrift für Ausländerrecht und Ausländerpolitik] 

10/2016, S. 332-336, S. 333).  

5.3 Zur Einschätzung des SEM, die Homosexualität des Beschwerdefüh-

rers und die deswegen erlittenen Nachteile seien zweifelhaft, weil er sie 

ohne zwingenden Grund erst im späteren Verlauf des Verfahrens geltend 

gemacht und an der BzP nicht erwähnt habe, ist vorab festzuhalten, dass 

gemäss Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts Vorbringen auch 

glaubhaft sein können, wenn sie erst verspätet im Laufe des Verfahrens 

vorgetragen werden und für das verspätete Geltendmachen nachvollzieh-

bare Gründe ersichtlich werden. Namentlich können Folteropfer oder Opfer 

von Vergewaltigungen bekanntermassen grosse Probleme haben, über die 

erlittenen Übergriffe zu reden; diese können – unter anderem auch abhän-

gig vom kulturellen Umfeld der Opfer – durch Gefühle von Schuld und 

E-5827/2017 

Seite 15 

Scham sowie durch die vom Opfer entwickelten Selbstschutzmechanis-

men erklärt werden (vgl. BVGE 2009/51 E. 4.2.3 m.w.H.). 

Gemäss den Aussagen des Beschwerdeführers an der BzP (A8 S. 6) und 

den in den Akten liegenden medizinischen Berichten (A21, A45 f. sowie 

Bericht vom 30. Oktober 2019) ist der Beschwerdeführer als Kind respek-

tive Jugendlicher, mithin als Minderjähriger, von verschiedenen (…) verge-

waltigt worden, was vom SEM nicht bestritten wird. Sechs Monate nach 

der BzP wurde der Beschwerdeführer für mehrere Monate (April 2016 bis 

Januar 2017) in die tagesklinische Behandlung der C._______ aufgenom-

men. Im Rahmen dieser intensiven psychotherapeutischen Behandlung 

habe nach und nach ein Vertrauen aufgebaut werden können, das 

schliesslich in ein (äusseres) Coming Out gemündet habe. Er habe – ohne 

Beisein der iranisch-stämmigen Übersetzerin – begonnen, über seine Ho-

mosexualität und die darauf gründenden Misshandlungen durch (…), die 

versucht hätten, seine Homosexualität «auszutreiben», zu sprechen. Da-

bei sehe er auch die schwierige Lage seines Vaters, der unter dem Druck 

der Gesellschaft die Homosexualität aufs Schärfste verurteile, bestrafe und 

sanktioniere, was für Betroffene und deren Familien ein unterdrücktes und 

gefährliches Leben bedeute. Im selben Bericht wird unter «Verlauf» aus-

geführt, der Beschwerdeführer zeige noch wenig geradlinige Kompetenz 

im Umgang und in der Ausgestaltung seines homosexuellen Lebens. Er 

befinde sich in einer anhaltenden Orientierungsphase, die viele Umbrüche 

und neue Erfahrungen mit sich bringen würde (A21). Mit Schreiben vom 

15. Dezember 2016, mithin vor der Anhörung im Juli 2017, wurde die Vo-

rinstanz gestützt auf die Mitwirkungspflicht (Art. 8 AsylG) von der Rechts-

vertretung darüber und über den Grund, weshalb der Beschwerdeführer an 

der BzP nichts über seine Homosexualität habe erzählen können, infor-

miert.  

Dass der Beschwerdeführer über die Vergewaltigungen durch die (…) – 

offensichtlich traumatische Erlebnisse – schon an der BzP hat sprechen 

können, im Gegensatz zu seiner sexuellen Orientierung und den damit kor-

relierenden Diskriminierungen und Vorfällen, ist nachvollziehbar und nicht 

zu seinem Nachteil auszulegen. Dabei geht es nämlich – wie von ihm in 

der Beschwerde zurecht angeführt – nicht um die Auseinandersetzung mit 

der eigenen sexuellen Orientierung – die im Iran zudem sowohl moralisch 

wie auch strafrechtlich sanktioniert wird, was die Hemmschwelle darüber 

zu sprechen wohl noch erhöht haben dürfte – als persönliche Eigenschaft, 

über welche er zunächst nicht hat sprechen können, sondern um konkrete 

Ereignisse, durch welche er als Opfer von Straftaten geschädigt wurde. An 

E-5827/2017 

Seite 16 

der Anhörung war es ihm offenbar wichtig, nicht als «Verbrecher», sondern 

als Opfer betrachtet zu werden (A26 F11), was ebenfalls für diese Ein-

schätzung seines Verhaltens spricht. 

Für das Gericht ist es folglich nachvollziehbar, dass es für ihn nicht möglich 

war, sofort nach seiner Einreise in die Schweiz über seine sexuelle Orien-

tierung, welche im Iran gesellschaftlich tabuisiert und zudem strafbar ist, 

zu sprechen (vgl. dazu auch seine Aussagen gemäss dem medizinischen 

Bericht vom Februar 2017 [A21] und der Zeitschrift «I._______» [A27]). Es 

ist plausibel, dass er erst durch die soziale und therapeutische Betreuung 

Vertrauen gefunden hat und sich öffnen konnte. Schliesslich erwähnte er 

auch spontan relativ zu Beginn der Anhörung, dass er – auch wegen der 

von ihm nicht als geeignet erachteten Stimmung – anlässlich der BzP nicht 

in der Lage gewesen sei, über alles offen zu sprechen (A26 F37). Auch ist 

davon auszugehen, dass er sich damals noch in der Phase des inneren 

Coming Out befand (A26 F119) und erst in der Schweiz langsam zum 

äusseren Coming Out fand (A26 F120; Aufenthalt in der Tagesklinik von 

April 2016 bis Januar 2017; Interview für das «I._______» von (…) 2017; 

Anhörung im Juli 2017). Auch wenn er bereits im Iran sexuelle Beziehun-

gen mit Männern gepflegt hat, ist dies nicht mit einem selbstbewussten 

freien Coming Out zu vergleichen, blieben diese doch im Versteckten.  

Folglich erachtet das Bundesverwaltungsgericht, dass die Schilderungen 

des Beschwerdeführers hinsichtlich seiner sexuellen Orientierung und den 

damit in Zusammenhang stehenden erlebten Behelligungen durch seinen 

Vater aus nachvollziehbaren Gründen verspätet vorgetragen worden sind. 

5.4 Ferner befand das SEM, die Vorbringen seien vage, substanz- und 

emotionslos geschildert worden. Zwar ist es zutreffend, dass der Be-

schwerdeführer seine Ausreisegründe nur knapp umschrieben hat (A26 

F26 ff.). Dazu ist darauf hinzuweisen, dass es nur wenige Vorfragen («ein-

leitende Fragen»), welche eine angenehme Atmosphäre schaffen sollen, 

gab. So wurde er nach Einreichung eines Beweismittels (Zeitschrift 

«I._______») nur wenig über seine Familie (A26 F13 bis F17) und über 

seine Ausbildung respektive seinen Beruf (A26 F18 bis F25) befragt. 

Dadurch bestand allenfalls bei Beginn der «Anhörung zur Sache» noch 

kein Klima des Vertrauens. Später wurde der Beschwerdeführer mitteilsa-

mer und seine Antworten wurden konkreter (z.B. A26 F32, 39, 53, 62 etc.) 

und persönlicher (z.B. A26 F44, 50, 52, 91 etc.). 

E-5827/2017 

Seite 17 

Rückfragen seitens der befragten Person sind in einer Anhörung erlaubt 

und sollten nicht zu ihrem Nachteil ausgelegt werden. Sie dienen der Klar-

stellung, damit Missverständnisse vermieden werden (z.B. A26 F55, 75, 

78, 85 und 92) oder können auch auf Unsicherheit (z.B. A26 F33 und 64) 

oder Höflichkeit (z.B. A26 F63) hinweisen. Ausweichende Antworten, so die 

unbegründete Formulierung des SEM, können auch als ausschweifende 

Antworten verstanden werden (beispielsweise bezüglich [...] [A26 F62 ff.] 

oder der Möglichkeit, mit anderen Männern in Kontakt zu kommen [A26 

F73 f. und 80 ff.]). Auch wäre möglich, dass die zu befragende Person die 

Frage – auch mit Blick auf ihren kulturellen Hintergrund – nicht erfasst hat 

(beispielsweise bezüglich des Zeitpunkts, wann das Umfeld seine Homo-

sexualität wahrgenommen habe [A26 F92 ff.]), weshalb es zu vagen Ant-

worten kommen kann. 

Die Schilderungen des Beschwerdeführers enthalten zudem sowohl Emo-

tionen als auch weitere Realkennzeichen. So erwähnte er an verschiede-

nen Stellen, dass er sich – vermutlich in seiner Jugend während des inne-

ren Coming Out – einsam gefühlt habe (A26 F17, 27, 31, 52 und 100), dass 

er den Kontakt zu seiner Familie nie habe abbrechen wollen (A26 F112 f. 

und 116) und sich grosse Sorgen um seine Schwester mache (A21 und 

A46). Ferner fällt auf, dass er immer nur eine Schwester erwähnte, wenn 

er von den «dunklen (…) Monaten» (A26 F54), als er regelmässig verge-

waltigt worden sei (A26 F35 f., 39 und 46), gesprochen hat; dies fügt sich 

zeitlich in den Kontext der Vergewaltigungen ein, weil die jüngere Schwes-

ter S._______ (ungefährer Jahrgang […], A26 F13) damals vermutungs-

weise noch nicht auf der Welt (im Jahr 2009 war der Beschwerdeführer […] 

Jahre alt) oder sehr klein gewesen sein dürfte. Dass die Schwester 

T._______ in dieser Zeit noch nicht zur Schule gegangen sei (A26 F46 f. 

und 117) und der Beschwerdeführer sich später – vermutlich aus Scham 

oder Verwirrung – auch in der Schule zurückgezogen habe (A26 F52), sind 

weitere Realkennzeichen. Es ist sodann logisch konsistent, dass er erst 

dank der später entdeckten Fernsehsendung «F._______» mit der darin 

dargelegten christlichen Lehre der Versöhnung (im Gegensatz des von ihm 

als rachesüchtig dargestellten Islam) sich wieder Menschen zu nähern 

wagte, nachdem er sich selber besser verstehen und inneren Frieden mit 

der Gesellschaft habe schliessen können (A26 F32, 54, 65 und 69 f.).  

Weiter kann nicht gesagt werden, er habe seine angebliche Homosexuali-

tät vom soziokulturellen Kontext Irans losgelöst geschildert. Gestützt auf 

die Aussagen ist davon auszugehen, dass er sich – wie bereits erwähnt –  

im Iran noch in der Phase des inneren Coming Out befunden hat (A26 

E-5827/2017 

Seite 18 

F119) und sexuelle Abenteuer suchte. Seine Aussagen hinterlassen nicht 

den Eindruck, er habe sich bereits selbstbewusst nach Aussen geoutet. Er 

führte dazu aus, gleichgeschlechtliche sexuelle Abenteuer seien in Tehe-

ran nicht einfach gewesen (A26 F71), man habe sich bei einer Parkanlage 

bei «U._______» (A26 F73 und 82, vermutlich […] Square) getroffen (dort 

befindet sich der (…)park mit Namen V._______, der gemäss Kenntnissen 

des Gerichts bei homosexuellen Männern beliebt ist). Überdies werde man 

in Teheran ständig mit primitiven Wörtern beschimpft, wenn man auffällig 

sei (A26 F123). Des Weiteren kam an der Anhörung klar zum Ausdruck, 

dass die Beziehung zu G._______ keine partnerschaftliche Gemeinschaft 

war. Aus einer Freundschaft habe sich eine sexuelle Beziehung ergeben 

(A26 F81 ff., 107 und 157), sie hätten Sex beim Beschwerdeführer oder bei 

G._______ zuhause gehabt (A26 F89). Diese Beziehung habe schliesslich 

der Art, wie sie (der Beschwerdeführer und G._______) von anderen an-

geschaut worden seien, nicht standhalten können (A26 F86). Ob 

G._______ nun ein «Boyfriend» war oder nicht, ist wohl eine sprachliche 

Auslegungsfrage. Aber auch diese Schilderungen spiegeln den gesell-

schaftlichen Kontext wider, in dem keine offen gelebte homosexuelle Be-

ziehung möglich war. Sodann reflektieren die zu Protokoll gebrachten Hin-

weise auf das religiöse Umfeld (A26 F91) oder auf die Zerrissenheit der 

mütterlichen Gefühle (A26 F117) den iranischen soziokulturellen Kontext 

ebenfalls. 

Ferner erscheint der Umstand nicht unplausibel, dass dem Beschwerde-

führer aufgrund seines Stils und seines exzentrischen Auftretens nur seine 

Arbeitsstelle gekündigt worden war und er dort keine weiteren Nachteile 

erfahren hat (vgl. diesbezüglich der Bericht des UN-Sondergesandten zur 

Situation der Menschenrechte im Iran vom 11. Januar 2021, N. 28 m.w.H. 

[A/HRC/46/50]). Aus dem Anhörungsprotokoll geht nicht hervor, inwiefern 

er konkret mit Personen der Basij zu tun hatte (A26 F91 und 95 f.), respek-

tive ob seinem Arbeitgeber tatsächlich bekannt war, dass er homosexuell 

ist. Ausserdem gilt zu beachten, dass im Iran nicht die Homosexualität per 

se sondern die sexuelle Aktivität zwischen Personen gleichen Geschlechts 

mit dem Tod bestraft werden kann (vgl. Entscheid Committee against Tor-

ture [CAT] H.R.E.S. gegen die Schweiz vom 9. August 2018, Communica-

tion No. 783/2016). 

Zusammengefasst enthalten die Schilderungen des Beschwerdeführers 

zahlreiche Realkennzeichen, was für deren Glaubhaftigkeit spricht. Auch 

ist nicht auszuschliessen, dass sich gewisse verbleibende Inkonsistenzen 

E-5827/2017 

Seite 19 

durch seine traumatisierenden (nicht nur Kindheits-)Erlebnisse erklären 

liessen (vgl. BRIGGEN/MULLIS, a.a.O. S. 23 ff.).  

5.5 Auch das in der Zeitschrift «I._______» wiedergegebene Interview mit 

dem Beschwerdeführer spricht nicht gegen die Glaubhaftigkeit seiner Ho-

mosexualität beziehungsweise seiner Erlebnisse im Iran. Darin steht Fol-

gendes geschrieben: Der (…)-jährige W._______ – so wird der Beschwer-

deführer genannt – stamme aus einer religiösen Familie. Bereits mit (…) 

Jahren hätten Männer mit ihm sexuelle Spiele gemacht und er sei regel-

mässig vergewaltigt worden, wenn seine Eltern nicht zuhause gewesen 

seien. Auch als Schüler und Teenager habe er sexuelle Gewalt durch Sol-

daten – insbesondere als sein Vater (…) gewesen sei – erfahren. Mit (…) 

Jahren habe er herausgefunden, dass er homosexuell sei. Jedoch habe er 

sich nicht getraut, einen «Boyfriend» zu haben. Als die Eltern erfahren hät-

ten, dass ihr Sohn homosexuell sei, habe ihn sein Vater heftig b. In der 

gleichen Zeit habe er auch seine Arbeitsstelle ohne offensichtlichen Grund 

verloren. Er habe den Glauben verloren; jedoch habe ihn eine christliche 

Fernsehsendung aus den USA – ausgestrahlt im Satelliten-TV – wieder 

Hoffnung gegeben. Der Vater habe ihn schliesslich aufgefordert, seinen 

Militärdienst zu absolvieren; daraufhin habe er sich entschlossen, den Iran 

zu verlassen. 

Diese Darlegung entspricht in etwa den Aussagen der Anhörung, auch 

wenn die Ereignisse damals nicht in chronologischer Reihenfolge erfragt 

wurden: Er sei, als er vergewaltigt wurde, sehr jung gewesen (A26 F39 und 

44). Ungefähr mit (…) Jahren habe er bemerkt, dass er sich bei Männern 

wohler fühle als bei Frauen (A26 F35) – der Anfang seines inneren Coming 

Out. Später, mit ungefähr (…) Jahren habe er durch die Fernsehsendung 

vom Inhalt des christlichen Glaubens erfahren (A26 F30 und 53). Zwischen 

dem (…) und (…) Lebensjahr habe sich in seinem Leben sehr viel verän-

dert (A26 F56). Damit ergibt sich die gleiche Reihenfolge der Kerngesche-

hen: Missbrauch durch die (…), Auseinandersetzung mit der eigenen se-

xuellen Orientierung, Suche nach Versöhnung sowie Misshandlungen 

durch den Vater.  

Was an der Anhörung nicht zur Sprache kam und auch auf Beschwerde-

ebene nicht weiter ausgeführt wurde, war der angebliche Missbrauch im 

Kleinkindalter (A8 S. 6). Indes wurde in den medizinischen Berichten «se-

xueller Missbrauch und körperliche Gewalterfahrung seit der Kindheit 

durch (…)» sowie «physische Gewalt und emotionaler Missbrauch und 

Vernachlässigung durch die Eltern» festgehalten, wobei er sich an vieles 

E-5827/2017 

Seite 20 

nicht erinnern könne (vgl. medizinische Berichte vom September 2019 

[A45] und November 2019 [A46]). Die restlichen Aussagen über die Kern-

geschehen sind jedoch – auch wenn bezüglich der Altersangaben Differen-

zen bestehen – insbesondere aus einer subjektiven Sicht in sich stimmig. 

Die zeitlichen Abweichungen sind nicht als krass widersprüchlich zu wer-

ten, zumal eine Kohärenz der wichtigsten Passagen erkennbar ist. Bezüg-

lich den wohl nicht präzisen Aussagen in der Zeitschrift bleibt anzumerken, 

dass der Beschwerdeführer schon während der Anhörung darauf hinwies, 

dass das Gesagte schliesslich so formuliert werde, dass es der Leser auch 

interessant finde (A26 F156); ausserdem sei ihm wichtig gewesen, dass 

seine Familie «nicht schlecht wegkomme» (A26 F167). Dementsprechend 

können die Aussagen des Interviews nicht in der gleichen Form gewürdigt 

werden, wie diejenigen an der Anhörung. Dabei ist zu erwähnen, dass all-

fällige sexuelle Missbräuche im Kleinkindalter weder für das Coming Out 

noch für die Ausreise relevant waren, weshalb auch plausibel ist, dass der 

Beschwerdeführer diese anlässlich der Anhörung nicht mehr erwähnte. 

5.6 Die Glaubhaftigkeitsprüfung ist nicht eine blosse Beurteilung der Aus-

sagen an der Anhörung beziehungsweise Befragung. Es hat vielmehr eine 

gesamtheitliche Betrachtung sämtlicher Beweismittel zu erfolgen. In die-

sem Sinne ist bezüglich der Fotos (A21) zwar der Kontext, weshalb die 

Verletzungen entstanden sind, nicht ersichtlich. Indes gilt zu beachten, 

dass sie sich nachvollziehbar in die geschilderten Ereignisse einfügen. In 

den einzelnen medizinischen Berichten wurde jeweils eine komplexe PTBS 

(sowie teilweise eine Persönlichkeitsstörung und rezidivierende depressive 

Störung) festgehalten (vgl. medizinische Berichte vom Februar 2017 [A21], 

September 2019 [A45] und November 2019 [A46]). Auch kommt eine of-

fensichtliche Beschäftigung mit der Entwicklung seiner sexuellen Orientie-

rung als Teil seiner Identität zum Ausdruck – verbunden mit Zweifeln, Ängs-

ten und einer inneren Zerrissenheit. 

Dass sich der Beschwerdeführer als pansexuell bezeichnet, spricht eben-

falls nicht gegen die Glaubhaftigkeit seiner Schilderungen, sondern eher 

dafür, dass er sich weiterhin auf der Suche nach seiner sexuellen Orientie-

rung befindet. In diesem Zusammenhang wies er darauf hin, dass er auch 

schon früher sexuelle Affären mit Frauen hatte (z.B. A26 F76 und A45). 

5.7 Zusammenfassend sind die Aussagen – im Sinne einer Gesamtbe-

trachtung – betreffend sexuelle Ausbeutung durch die (…) des Beschwer-

deführers (die Soldaten), seine Auseinandersetzung mit seiner sexuellen 

E-5827/2017 

Seite 21 

Orientierung sowie die Misshandlungen durch den Vater aufgrund seiner 

Homosexualität glaubhaft. 

6.  

Es bleibt zu prüfen, ob der Beschwerdeführer aufgrund seiner sexuellen 

Orientierung in seiner Heimat ernsthaften Nachteilen im Sinne von Art. 3 

AsylG ausgesetzt war oder begründete Furcht hat, solchen Nachteilen aus-

gesetzt zu werden.  

6.1.1 Der Beschwerdeführer stellt sich auf den Standpunkt, dass die von 

ihm beschriebenen Vorkommnisse (Verweisung von der Universität, Stel-

lenverlust, Misshandlung durch den Vater) und der andauernde Zwang, die 

Homosexualität geheim halten zu müssen, eine asylrelevante Verfolgung 

darstelle. 

6.1.2 Die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG erfüllt eine asylsu-

chende Person nach Lehre und Rechtsprechung dann, wenn sie Nachteile 

von bestimmter Intensität erlitten hat beziehungsweise mit beachtlicher 

Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft befürchten muss, welche ihr 

gezielt und aufgrund bestimmter Verfolgungsmotive durch Organe des Hei-

matstaates oder durch nichtstaatliche Akteure zugefügt worden sind bezie-

hungsweise zugefügt zu werden drohen (vgl. BVGE 2008/4 E. 5.2). Auf-

grund der Subsidiarität des flüchtlingsrechtlichen Schutzes setzt die Zuer-

kennung der Flüchtlingseigenschaft ausserdem voraus, dass die be-

troffene Person in ihrem Heimatland keinen ausreichenden Schutz finden 

kann (vgl. BVGE 2011/51 E. 7, 2008/12 E. 7.2.6.2 und 2008/4 E. 5.2). Aus-

gangspunkt für die Beurteilung der Flüchtlingseigenschaft ist die Frage 

nach der im Zeitpunkt der Ausreise vorhandenen Verfolgung oder begrün-

deten Furcht vor einer solchen. Die Situation im Zeitpunkt des Asylent-

scheides ist jedoch im Rahmen der Prüfung nach der Aktualität der Verfol-

gungsfurcht ebenfalls wesentlich. Veränderungen der objektiven Situation 

im Heimatstaat zwischen Ausreise und Asylentscheid sind deshalb zuguns-

ten und zulasten der das Asylgesuch stellenden Person zu berücksichtigen 

(vgl. BVGE 2008/4 E. 5.4; WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebersax/Rudin/Hugi 

Yar/Geiser [Hrsg.], Ausländerrecht, 2009, Rz. 11.17 f.). 

7.  

7.1 Das Verfahren nach dem VwVG wird vom Untersuchungsgrundsatz 

(Art. 12 VwVG) beherrscht. Als Verfahrensmaxime besagt dieser, dass die 

Verwaltungsbehörden für die Beschaffung des die Urteilsgrundlage bilden-

den Tatsachenmaterials zuständig sind. Er auferlegt der Behörde die 

Pflicht, von Amtes wegen den rechtserheblichen Sachverhalt vollständig 

E-5827/2017 

Seite 22 

und richtig zu ermitteln und beinhaltet gewissermassen eine Art «behördli-

che Beweisführungspflicht» (vgl. KRAUSKOPF/EMMENEGGER/BABEY, in: Pra-

xiskommentar VwVG, Waldmann/Weissenberger [Hrsg.], 2. Auflage 2016, 

Art. 12 N. 16). Der Untersuchungsgrundsatz findet seine Grenze an der 

gesetzlichen Mitwirkungspflicht der Parteien (Art. 13 VwVG und Art. 8 

AsylG). 

7.2 Berichten zufolge wird Homosexualität im Iran kriminalisiert und es sind 

hohe Strafen bis hin zur Todesstrafe dafür vorgesehen (vgl. Urteil BVGer 

D-5961/2017 vom 27. Februar 2018 E. 5.1 m.w.H.). Die Zahl der Hinrich-

tungen von Homosexuellen seit der Islamischen Revolution im Jahre 1979 

wird auf 5'000 geschätzt – obwohl heutzutage wohl weniger, werden Exe-

kutionen immer noch vollzogen (vgl. UK Home Office, Country Policy and 

Information Note, Iran: Sexual orientation and gender identity or expres-

sen, Juni 2019, N. 4.1.4 m.w.H.). Aus Angst vor strafrechtlicher Verfolgung 

und sozialer Ausgrenzung ist ein öffentliches Coming Out grundsätzlich 

nicht möglich. Wegen der mangelnden Transparenz des iranischen Ge-

richtswesens ist keine eindeutige Aussage darüber möglich, in welchem 

Umfang und mit welcher Intensität strafrechtliche Verfolgungsmassnah-

men wegen Bi- oder Homosexualität tatsächlich betrieben werden. Kom-

plizierte Beweisregeln führen dazu, dass Verurteilungen auf Grundlage des 

Tatbestandes homosexueller Handlungen nur selten sind (vgl. Deutscher 

Bundestag [Drucksache 19/8169], Antwort der Bundesregierung auf die 

Kleine Anfrage der Abgeordneten Ulla Jelpke, Dr. André Hahn, Doris Achel-

wilm, etc. vom 6. März 2019, N. 24). Das Committee against Torture (CAT) 

hat sodann festgestellt (vgl. Entscheid H.R.E.S. gegen die Schweiz, 

a.a.O.), dass allein die Tatsache, dass Homosexualität im Iran generell ver-

boten ist, für einen in dieses Land zurückkehrenden homosexuellen Iraner 

noch nicht zu einem konkreten und ernsthaften Folterrisiko führe (vgl. Urteil 

BVGer D-6384/2019 vom 9. April 2020 E. 7.4.2 m.w.H.). UNHCR führte 

diesbezüglich aus, dass – auch wenn unklar ist, ob Strafbestimmungen be-

züglich Homosexualität durchgesetzt werden – eine solche Lage zu einer 

unerträglichen psychischen Situation für LGBTI-Personen führen kann 

(auch in psychologischer Hinsicht), welche einer Verfolgung gleichkommen 

kann, zumal sie Anfeindungen seitens Drittpersonen ohne Schutzmöglich-

keiten ausgesetzt sind (vgl. UNHCR-Guidelines No. 9 vom 23. Oktober 

2012, HCR/GIP/12/09, § 26 ff.). 

7.3 Homosexualität als Tabuthema ist jedoch mit der Situation im Irak (vgl. 

Referenzurteil BVGer D-6539/2018 vom 2. April 2019), in Äthiopien (vgl. 

E-5827/2017 

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Urteil BVGer E-2109/2019 vom 28. August 2020) sowie in Syrien (vgl. Ur-

teil BVGer D-6722/2017 vom 12. August 2020) vergleichbar, zumal im Iran 

auf gleichgeschlechtliche sexuelle Aktivitäten die Todesstrafe besteht. Auf-

grund der aktuellen Situation im Iran ist festzuhalten, dass die Verheimli-

chung von Homosexualität unter Umständen einen unerträglichen psychi-

schen Druck (Art. 3 Abs. 2 AsylG) verursachen kann, insbesondere auf-

grund der ständigen Gefahr eines unfreiwilligen Outings, der gesellschaft-

lichen und familiären Ablehnung sowie der Angst vor Bestrafung durch die 

Behörden oder andere Gruppierungen (vgl. Urteil BVGer D-6722/2017 vom 

12. August 2020 E. 6.8 und Referenzurteil BVGer D-6539/2018 vom 2. Ap-

ril 2019 E. 8.3). Das Vorliegen eines solchen Drucks ist aber jeweils im 

Einzelfall zu prüfen. 

7.4 In seinem Urteil B. und C. vs. Schweiz vom 17. November 2020 

(Nr. 889/19 und 43987/16) gibt der Europäische Gerichtshof für Menschen-

rechte (EGMR) zu Bedenken, dass unabhängig davon, ob die sexuelle Ori-

entierung einer Person im Herkunftsland aktuell bekannt ist, ihre Homose-

xualität bei ihrer Rückkehr jederzeit entdeckt und sie deswegen der Willkür 

ausgeliefert werden könnte (vgl. EGMR a.a.O. § 57). Die blosse Existenz 

einer Kriminalisierung von homosexuellen Handlungen im Herkunftsland 

bedeute nicht unbedingt eine Verletzung von Art. 3 EMRK. Massgebend 

ist, ob eine reale Gefahr besteht, dass diese Gesetze angewendet werden 

(vgl. Urteil EGMR a.a.O. § 59). Dabei ist zu beachten, dass, wenn die Ge-

fährdung von Drittpersonen ausgeht, zu prüfen ist, ob der Staat fähig oder 

willig ist, die betroffene Person zu schützen (vgl. Urteil EGMR a.a.O. 

§ 61 f.). Unter Berücksichtigung dieser Elemente gilt es zu entscheiden, ob 

die betreffende Person im konkreten Fall bei einer Rückkehr in ihr Heimat-

land ein reales Risiko einer Verfolgung unterliegt (vgl. Urteil EGMR a.a.O. 

§ 59), respektive diesbezüglich staatlicher Schutz vorliegt (vgl. Urteil 

EGMR a.a.O. § 62). Weil die schweizerischen Behörden dies im vom 

EGMR zu beurteilenden Fall unterlassen hätten, könnte dies («without 

fresh assessment of these aspects») zu einer Verletzung von Art. 3 EMRK 

führen (vgl. Urteil EGMR a.a.O. § 63). 

7.5 Zum heutigen – für den vorliegenden Entscheid massgeblichen Zeit-

punkt – muss festgestellt werden, dass der rechtserhebliche Sachverhalt 

hinsichtlich der Situation im Iran und der allfälligen Gefährdung des Be-

schwerdeführers bei einer Rückkehr nicht hinlänglich abgeklärt ist. Es gilt 

gestützt auf das erwähnte Urteil EGMR B. und C. vs. Schweiz vom 17. No-

vember 2020 zu klären, inwiefern der Beschwerdeführer bei einer Rück-

E-5827/2017 

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kehr gefährdet wäre und als homo- oder pansexuelle Person sich auf staat-

lichen Schutz berufen könnte (vgl. z.B. UK Home Office a.a.O., N. 4.1 

m.w.H.; ACCORD [Austrian Center for Country of Origin & Asylum Rese-

arch and Documentation], Iran: Women, children, LGBTI persons, persons 

with disabilities, «moral crimes», Dezember 2015, S. 69 ff. m.w.H.). Dabei 

gilt zu beachten, dass die Familie den Beschwerdeführer aus ihrem Ver-

band ausgeschlossen und ihn bezüglich seiner sexuellen Orientierung 

schon vor seiner Ausreise misshandelt hat. Aufgrund seiner langjährigen 

Landesabwesenheit müsste er zudem mit einer eingehenden Kontrolle bei 

der Wiedereinreise in den Iran rechnen (vgl. Urteil BVGer D-891/2013 vom 

17. Januar 2014 E. 8.3). 

7.6 Gemäss Art. 61 Abs. 1 VwVG entscheidet das Bundesverwaltungsge-

richt in der Sache selbst oder weist diese ausnahmsweise mit verbindlichen 

Weisungen an die Vorinstanz zurück. Eine Rückweisung kommt insbeson-

dere dann in Betracht, wenn weitere Sachverhaltsfeststellungen getroffen 

werden müssen und ein Beweisverfahren durchzuführen ist. Die Entschei-

dungsreife kann zwar grundsätzlich auch durch die Beschwerdeinstanz 

hergestellt werden, wenn dies aus prozessökonomischen Gründen ange-

bracht erscheint; sie kann und soll aber die Grundlagen des rechtserhebli-

chen Sachverhalts nicht gleichsam an Stelle der verfügenden Verwaltungs-

behörde erheben, zumal die Partei bei diesem Vorgehen eine Instanz ver-

löre (vgl. BVGE 2020 VI/1 E. 10.1.2 und 2015/30 E. 8.1, je m.w.H.). Unter 

den vorliegenden Umständen rechtfertigt sich gemäss Praxis des Bundes-

verwaltungsgerichts die Kassation der angefochtenen Verfügung. Die an-

gefochtene Verfügung ist demnach aufzuheben und die Vorinstanz ist an-

zuweisen, den Sachverhalt im Sinne der Erwägungen umfassend zu er-

stellen, allenfalls auch mittels Anhörung des Beschwerdeführers über die 

ihn zu erwartende Lage aus seiner Warte, und anschliessend rechtlich zu 

würdigen und neu zu verfügen. 

7.7 Bezüglich der vom Bezirksgericht (…) am 19. April 2021 ausgespro-

chenen obligatorischen Landesverweisung (Art. 66a StGB) ist zu beach-

ten, dass das SEM nur noch über die Flüchtlingseigenschaft  zu entschei-

den hat. Asyl wird bei einer Landesverweisung gemäss Art. 53 Bst. c AsylG 

(und Art. 64 Abs. 1 Bst. e AsylG) nicht gewährt und eine Wegweisung aus 

der Schweiz wird gemäss Art. 32 Abs. 1 Bst. d AsylV 1 nicht zu verfügen 

sein. Entsprechend muss das SEM auch keine Vollzugshindernisse (mehr)  

E-5827/2017 

Seite 25 

prüfen. Gemäss Art. 37 Abs. 6 AsylG und Art. 109 Abs. 7 AsylG entschei-

den das SEM und das Bundesverwaltungsgericht über die Flüchtlingsei-

genschaft einer Person, gegen die eine Landesverweisung ausgesprochen 

wurde, prioritär. 

8.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu erheben (Art. 63 

Abs. 1 und 2 VwVG). 

Dem vertretenen Beschwerdeführer ist angesichts seines Obsiegens in An-

wendung von Art. 64 VwVG und Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom 

21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-

verwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) eine Entschädigung für die ihm 

notwendigerweise erwachsenen Parteikosten zuzusprechen. Die bei den 

Akten liegende Kostennote vom 15. März 2021 erscheint den Verfahrens-

umständen als angemessen (11 Stunden Arbeitsaufwand à Fr. 200.–, inkl. 

Auslagen). Die von der Vorinstanz auszurichtende Parteientschädigung ist 

demnach auf insgesamt Fr. 2'270.– (inkl. Auslagen) festzusetzen.  

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

E-5827/2017 

Seite 26 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen, soweit die Aufhebung der angefochte-

nen Verfügung beantragt worden ist.  

2.  

Die angefochtene Verfügung wird aufgehoben und die Sache wird im Sinne 

der Erwägungen zur Erstellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 

zur neuen Entscheidung an die Vorinstanz zurückgewiesen. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

4.  

Das SEM wird angewiesen, dem Beschwerdeführer für das Verfahren vor 

dem Bundesverwaltungsgericht eine Parteientschädigung von insgesamt 

Fr. 2'270.– (inkl. Auslagen) auszurichten. 

5.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Muriel Beck Kadima Patricia Petermann Loewe 

 

 

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