# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b00c1461-f0ed-5d41-996e-98a1d22489e9
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-02-02
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 02.02.2022 E-399/2022
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-399-2022_2022-02-02.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-399/2022 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 .  F e b r u a r  2 0 2 2  

Besetzung 
 Einzelrichter Markus König, 

mit Zustimmung von Richter Gregor Chatton; 

Gerichtsschreiber Nicholas Swain. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Iran,   

vertreten durch MLaw Bülent Zengin,  

Rechtsschutz für Asylsuchende – Bundesasylzentrum, 

Beschwerdeführerin,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(Dublin-Verfahren);  

Verfügung des SEM vom 19. Januar 2022 / N (…). 

 

 

 

E-399/2022 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass die Beschwerdeführerin am 8. November 2021 in der Schweiz um 

Asyl nachsuchte, 

dass ihr am 18. November 2021 im Rahmen eines persönlichen Gesprächs 

im Sinne von Art. 5 der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen 

Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien 

und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung ei-

nes von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mit-

gliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist (Neu-

fassung) (ABl. L 180/31 vom 29.6.2013; nachfolgend: Dublin-III-VO) das 

rechtliche Gehör zu einer möglichen Zuständigkeit Italiens für ihr Asylge-

such gewährt wurde,  

dass die Beschwerdeführerin dabei unter anderem vorbrachte, ihr gehe es 

psychisch "nicht gut", sie sei seit sechs Monaten psychisch belastet und im 

Falle einer erzwungenen Rückkehr nach Italien werde sie sich "was antun", 

dass sie zudem darauf hinwies, dass ihre Schwester in der Schweiz lebe 

und sich um sie kümmern könne, und sie auch deswegen nicht nach Italien 

zurückkehren wolle, 

dass die Rechtsvertretung mit Eingabe vom 26. November 2021 einen 

ärztlichen Kurzbericht vom 24. November 2021 einreichte, 

dass das SEM mit Verfügung vom 19. Januar 2022 – eröffnet am 21. Ja-

nuar 2022 – in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) 

auf das Asylgesuch nicht eintrat, die Überstellung aus der Schweiz nach 

Italien anordnete und die Beschwerdeführerin aufforderte, die Schweiz am 

Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen, 

dass es gleichzeitig feststellte, einer allfälligen Beschwerde gegen den Ent-

scheid komme keine aufschiebende Wirkung zu, und die Aushändigung 

der editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis an die Beschwerde-

führerin verfügte, 

dass die Beschwerdeführerin mit Eingabe an das Bundesverwaltungs- 

gericht vom 26. Januar 2022 Beschwerde gegen diesen Nichteintretens-

entscheid erhob und dabei beantragte, die Sache sei zur vollständigen 

Feststellung des Sachverhaltes und zur Neubeurteilung an die Vorinstanz 

zurückzuweisen, 

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Seite 3 

dass eventualiter die Vorinstanz anzuweisen sei, von den italienischen  

Behörden individuelle Zusicherungen bezüglich des Zugangs der Be-

schwerdeführerin zum Asylverfahren sowie hinreichend konkrete Garan-

tien für eine adäquate Unterbringung einzuholen, 

dass die Beschwerdeführerin in verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte, 

es sei der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu gewähren und die 

Vorinstanz sowie die Vollzugsbehörden seien anzuweisen, bis zum  

Entscheid über das vorliegende Rechtsmittel von jeglichen Vollzugshand-

lungen abzusehen, 

dass ihr ferner die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren und auf die 

Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten sei, 

dass in der Beilage ein ärztliches Schreiben des Gesundheitsdienstes des 

Bundesasylzentrums B._______ vom 25. November 2021, ein Überwei-

sungsschreiben von (…), C._______, vom 19. Januar 2022, sowie ein  

Zuweisungsschreiben von Dr. med. D._______, E._______, vom 25. Ja-

nuar 2022 eingereicht wurden, 

dass die vorinstanzlichen Akten dem Bundesverwaltungsgericht am 27. Ja-

nuar 2022 in elektronischer Form vorlagen (vgl. Art. 109 Abs. 3 AsylG), 

dass der Instruktionsrichter mit Verfügung vom 27. Januar 2022 den Voll-

zug der Überstellung gestützt auf Art. 56 VwVG per sofort einstweilen aus-

setzte, 

 

und das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung, 

dass es auf dem Gebiet des Asyls – in der Regel und auch vorliegend – 

endgültig über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des SEM 

entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31‒33 VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 

BGG), 

dass die Beschwerdeführerin am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 

AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-

treten ist (Art. 108 Abs. 3 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), 

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Seite 4 

dass über offensichtlich begründete Beschwerden in einzelrichterlicher Zu-

ständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise einer 

zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich, wie 

nachfolgend aufgezeigt wird, um eine solche handelt, weshalb das Urteil 

nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), 

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel ver-

zichtet wurde (vgl. auch Art. 109 Abs. 3 AsylG), 

dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), 

dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG), 

dass diesbezüglich die Dublin-III-VO zur Anwendung kommt und gemäss 

Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO jeder Asylantrag von einem einzigen Mitglied-

staat geprüft wird, der nach den Kriterien des Kapitels III als zuständiger 

Staat bestimmt wird, 

dass das Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Mitgliedstaates ein-

geleitet wird, sobald in einem Mitgliedstaat erstmals ein Asylantrag gestellt 

wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO), 

dass im Fall eines sogenannten Aufnahmeverfahrens (engl.: take charge) 

die in Kapitel III (Art. 8–15 Dublin-III-VO) genannten Kriterien in der dort 

aufgeführten Rangfolge (Prinzip der Hierarchie der Zuständigkeitskriterien; 

vgl. Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO) anzuwenden sind, und dabei von der Situ-

ation in demjenigen Zeitpunkt auszugehen ist, in dem der Asylsuchende 

erstmals einen Antrag in einem Mitgliedstaat gestellt hat (Art. 7 Abs. 2 Dub-

lin-III-VO), 

dass im Rahmen eines Wiederaufnahmeverfahrens (engl.: take back) 

demgegenüber grundsätzlich keine (erneute) Zuständigkeitsprüfung nach 

Kapitel III stattfindet (vgl. zum Ganzen BVGE 2017 VI/5 E. 6.2 und 8.2.1 

m.w.H.), 

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dass gemäss Art. 3 Abs. 2 Sätze 2 und 3 Dublin-III-VO der die Zuständig-

keit prüfende Mitgliedstaat für die Durchführung des Asylverfahrens zu-

ständig wird, falls es sich als unmöglich erweist, einen Antragsteller in den 

eigentlich zuständigen Mitgliedstaat zu überstellen, weil es wesentliche 

Gründe für die Annahme gibt, dass das Asylverfahren und die Aufnahme-

bedingungen für Antragsteller in jenem Mitgliedstaat systemische 

Schwachstellen aufweisen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder 

entwürdigenden Behandlung im Sinne von Artikel 4 der Charta der Grund-

rechte der Europäischen Union (ABl. C 364/1 vom 18.12.2000, nachfol-

gend: EU-Grundrechtecharta) mit sich bringen, und nach den Regeln der 

Dublin-III-VO kein anderer zuständiger Mitgliedstaat bestimmt werden 

kann, 

dass der nach dieser Verordnung zuständige Mitgliedstaat verpflichtet ist, 

einen Antragsteller, der in einem anderen Mitgliedstaat einen Antrag ge-

stellt hat, nach Massgabe der Art. 21, 22 und 29 Dublin-III-VO aufzuneh-

men (Art. 18 Abs. 1 Bst. a Dublin-III-VO), 

dass jeder Mitgliedstaat abweichend von Art. 3 Abs. 1 beschliessen kann, 

einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen gestell-

ten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch wenn er nach den in 

dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die Prüfung zuständig ist 

(Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO; sog. Selbsteintrittsrecht), 

dass den vorliegenden Akten zu entnehmen ist, dass die Beschwerde-

führerin sich vor ihrer Einreise in die Schweiz in Italien aufgehalten hatte, 

dass das SEM die italienischen Behörden am 15. November 2021 um Auf-

nahme der Beschwerdeführerin gestützt auf Art. 21 Dublin-III-VO ersuchte, 

dass die italienischen Behörden das Übernahmeersuchen innert der in 

Art. 22 Abs. 1 Dublin-III-VO vorgesehenen Frist unbeantwortet liessen,  

womit sie die Zuständigkeit Italiens implizit anerkannten (Art. 22 Abs. 7 

Dublin-III-VO), 

dass die grundsätzliche Zuständigkeit Italiens somit gegeben ist, 

dass es keine wesentlichen Gründe für die Annahme gibt, das Asylverfah-

ren und die Aufnahmebedingungen für Antragsteller in Italien würden sys-

temische Schwachstellen aufweisen, die eine Gefahr einer unmenschli-

chen oder entwürdigenden Behandlung im Sinne des Artikels 4 der EU–

Grundrechtecharta mit sich bringen, 

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dass Italien Signatarstaat der EMRK, des Übereinkommens vom 10. De-

zember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder er-

niedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und des Abkommens 

vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 

0.142.30) sowie des Zusatzprotokolls der FK vom 31. Januar 1967 (SR 

0.142.301) ist und seinen diesbezüglichen völkerrechtlichen Verpflichtun-

gen nachkommt, 

dass auch davon ausgegangen werden darf, dieser Staat anerkenne und 

schütze die Rechte, die sich für Schutzsuchende aus den Richtlinien des 

Europäischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 2013 

zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aberkennung des in-

ternationalen Schutzes (sog. Verfahrensrichtlinie) sowie 2013/33/EU vom 

26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Aufnahme von Personen, 

die internationalen Schutz beantragen (sog. Aufnahmerichtlinie), ergeben, 

dass unter diesen Umständen die Anwendung von Art. 3 Abs. 2 Satz 2 

Dublin-III-VO nicht gerechtfertigt ist, 

dass die Beschwerdeführerin die Anwendung der Ermessensklausel von 

Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO respektive der – das Selbsteintrittsrecht im 

Landesrecht konkretisierenden – Bestimmung von Art. 29a Abs. 3 der Asyl-

verordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) fordert, gemäss 

welcher das SEM das Asylgesuch "aus humanitären Gründen" auch dann 

behandeln kann, wenn dafür gemäss Dublin-III-VO ein anderer Staat zu-

ständig wäre, 

dass in der Beschwerde in diesem Zusammenhang gerügt wurde, die Vor-

instanz habe hinsichtlich der ihr zur Kenntnis gebrachten schweren psychi-

schen Erkrankung der Beschwerdeführerin den Sachverhalt im Hinblick auf 

die Anwendung der Souveränitätsklausel nicht rechtsgenüglich abgeklärt 

und sei ihrer Pflicht zur gesetzeskonformen Ermessensausübung sowie 

der Begründungspflicht nicht nachgekommen, 

dass das SEM gehalten gewesen wäre, ihren gesundheitlichen Problemen 

Rechnung zu tragen und abzuklären, ob im Falle einer Überstellung nach 

Italien eine baldige und wesentliche Verschlechterung ihres Gesundheits-

zustandes drohe, 

dass überdies nicht ersichtlich sei, weshalb vorliegend von der gemäss der 

Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts bestehenden Anforde-

rung abgewichen worden sei, im Falle schwer erkrankter Asylsuchender 

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Seite 7 

individuelle Zusicherungen bei den italienischen Behörden betreffend die 

Unterbringung und Gewährleistung der notwendigen medizinischen Ver-

sorgung einzuholen,  

dass das Bundesverwaltungsgericht im Rahmen des Referenzurteils  

E-962/2019 vom 17. Dezember 2019 seine bisherige Praxis zu Italien res-

pektive zur Frage von Überstellungen dahingehend konkretisierte, dass es 

vor dem Hintergrund der dort für Asylsuchende herrschenden Verhältnisse 

bestimmte, dass das SEM im Falle von Familien und schwerkranken Per-

sonen, die auf eine lückenlose Versorgung angewiesen sind, bei den itali-

enischen Behörden vorgängig eine individuelle Zusicherung betreffend die 

Gewährleistung der nötigen Versorgung und Unterbringung einholen muss 

(vgl. dazu E. 6 insbesondere E. 6.2.9 des Referenzurteils), 

dass bereits den erstinstanzlichen Akten Hinweise auf eine erhebliche psy-

chische Beeinträchtigung der Beschwerdeführerin zu entnehmen waren 

(vgl. Protokoll des rechtlichen Gehörs vom 18. November 2021, Schreiben 

des Gesundheitsdienstes des BAZ B._______ vom 24. November 2021),  

dass gemäss den mit der Beschwerde eingereichten Dokumenten die Be-

schwerdeführerin am 19. Januar 2022 zur psychiatrischen Betreuung an 

Dr. med. D._______, E._______, überwiesen wurde (vgl. Überweisungs-

schreiben vom 19. Januar 2022), 

dass dieser eine Posttraumatische Belastungsstörung, eine Anpassungs-

störung sowie eine schwere depressive Episode mit suizidaler Äusserung 

diagnostizierte und die Beschwerdeführerin zur weiteren Behandlung an 

das Psychiatriezentrum F._______ überwies (vgl. Zuweisungsbericht vom 

25. Januar 2022), 

dass somit gemäss Aktenlage erhebliche Anhaltspunkte für ernstzuneh-

mende gesundheitliche Probleme der Beschwerdeführerin vorliegen, 

dass eine abschliessende Würdigung der Frage nach dem Umfang der  

Erkrankung und der Behandlungsbedürftigkeit gestützt auf die derzeit vor-

liegenden Kurzberichte (und vorläufigen Diagnosen) nicht möglich ist, 

dass sich demnach der medizinische Sachverhalt im Hinblick auf die An-

wendung der Souveränitätsklausel als nicht hinreichend abgeklärt erweist 

(vgl. Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 12 VwVG; Art. 106 Abs. 1 Bst. b AsylG), 

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dass es angezeigt ist, die Sache zur Durchführung der erforderlichen wei-

teren Abklärungen und zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuwei-

sen, 

dass diese dazu anzuhalten ist, umfassende medizinische Arztberichte  

einzuholen, aus denen hervorgeht, welche physischen und psychischen 

Beschwerden vorliegen und wie deren Behandlungsverlauf auszusehen 

hat, 

dass anhand der aktualisierten medizinischen Fakten von der Vorinstanz 

basierend auf der Rechtsprechung abzuklären sein wird, ob adäquate The-

rapiemöglichkeiten sowie angemessene Unterbringungsmöglichkeiten in 

Italien vorhanden sind, oder im Falle einer Überstellung mit einer baldigen 

und wesentlichen Verschlechterung des Gesundheitszustandes der Be-

schwerdeführerin zu rechnen wäre, 

dass das SEM im Falle einer bestehenden Vulnerabilität der Beschwerde-

führerin entweder Zusicherungen der italienischen Behörden hinsichtlich 

angemessener Unterbringung und medizinischer Versorgung einzuholen 

oder aber im Sinne von Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO einen Selbsteintritt auf 

der aktualisierten Aktengrundlage zu prüfen hätte (vgl. etwa Urteile des 

BVGer F-1968/2020 vom 4. August 2020 E. 4.4.6, F-2792/2020 vom 

5. Juni 2020 S. 5 ff. oder D-4228/2019 vom 30. März 2020 E. 6.4), 

dass nach dem Gesagten die angefochtene Verfügung vom 19. Januar 

2022 in Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und die Sache zur voll-

ständigen und richtigen Sachverhaltsabklärung sowie zur Neubeurteilung 

an die Vorinstanz zurückzuweisen ist,  

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens keine Verfahrenskosten zu erhe-

ben sind (Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG) und das Gesuch um unentgeltliche 

Prozessführung damit gegenstandslos wird (ebenso wie – aufgrund des 

Entscheids in der Sache – die Anträge auf Herstellung der aufschiebenden 

Wirkung und auf Befreiung von der Kostenvorschusspflicht),  

dass die Beschwerdeführerin auf Rechtmittelebene durch die ihr zugewie-

sene Rechtsvertretung im Sinne von Art. 102f Abs. 1 in Verbindung mit 

Art. 102h Abs. 3 AsylG vertreten war, deren Leistungen vom Bund nach 

Massgabe von Art. 102k AsylG entschädigt werden, weshalb keine Partei-

entschädigung zuzusprechen ist (vgl. auch Art. 111ater AsylG).   

  

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen. 

2.  

Die angefochtene Verfügung vom 19. Januar 2022 wird aufgehoben und 

die Sache im Sinne der Erwägungen zur vollständigen und richtigen Sach-

verhaltsabklärung sowie zur erneuten Beurteilung und Entscheidung an die 

Vorinstanz zurückgewiesen.  

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

4.  

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

5.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Markus König Nicholas Swain