# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 216cb222-bf46-51c1-9227-a62c8d1ad6fb
**Source:** Schwyz (SZ)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-02-03
**Language:** de
**Title:** Schwyz Kantonsgericht 2. Zivilkammer 03.02.2025 ZK2 2024 8
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SZ_Gerichte/SZ_KG_002_ZK2-2024-8_2025-02-03.pdf

## Full Text

Kantonsgericht Schwyz

Verfügung vom 3. Februar 2025
ZK2 2024 8

Mitwirkend Kantonsgerichtsvizepräsident Stefan Weber,
Gerichtsschreiber Mathis Bösch.

In Sachen A.________,
Gesuchsgegnerin und Berufungsführerin,

gegen

1. B.________,
Gesuchstellerin und Berufungsgegnerin,
vertreten durch Rechtsanwalt C.________,

2. D.________,
3. E.________,
4. F.________,
5. G.________,
2-5 Weitere Verfahrensbeteiligte (beklagtische Seite),

betreffend Anordnung Erbschaftsverwaltung
(Berufung gegen die Verfügung des Erbschaftsamtes Gersau vom 29. Januar 
2024, ZET 2024 1);-

hat der Kantonsgerichtsvizepräsident,

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nachdem sich ergeben und in Erwägung:

1. Laut Erbbescheinigung des Einzelrichters am Bezirksgericht Gersau 
12. April 2023 hinterlässt der am ________ verstorbene H.________ neben der 
überlebenden Ehegattin D.________, die Kinder E.________, B.________, 
F.________ und A.________ (KG-act. 1/2). Am 12. Dezember 2023 und auf-
forderungsgemäss präzisiert am 11. Januar 2024 ersuchte B.________ das 
Erbschaftsamt Gersau um die Anordnung einer Erbschaftsverwaltung. Mit Ver-
fügung vom 29. Januar 2024 „erkannte“ das Erbschaftsamt, dass über den 
Nachlass von H.________ mit sofortiger Wirkung die Erbschaftsverwaltung an-
geordnet wird und ernannte als Erbschaftsverwalter die I.________ AG, Herr 
Rechtsanwalt G.________. Das Erbschaftsamt gab als Rechtsmittel die Beru-
fung binnen 10 Tagen seit der Zustellung beim Kantonsgericht an. Am 6. Fe-
bruar 2024 legte A.________ beim Kantonsgericht Berufung ein, wonach sie 
die Erbschaftsverwaltung als rechtlich nicht erforderlich und auch nicht als eine 
Lösung für die als Alleinerbin D.________ anerkannte überlebende Ehegattin 
erachte. In der Eingabe vom 7. Februar 2024 beantragt sie zusammenfassend 
unter Kostenfolgen zulasten der Gesuchstellerin, der Verfügung des Erb-
schaftsamtes nicht stattzugeben, Bankkonti zu entsperren und die Gesuchstel-
lerin zu Rückerstattungen zu verpflichten (KG-act. 2). Das Erbschaftsamt ver-
zichtete auf eine Vernehmlassung (KG-act. 8). Die Gesuchstellerin und Beru-
fungsgegnerin beantragt mit Berufungs-antwort vom 22. Februar 2024, die Be-
rufung abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei (KG-act. 11). Ausserhalb des 
Schriftenwechsels erfolgten weitere Eingabe der Parteien bis zuletzt am 20. Ja-
nuar 2025 (KG-act. 69).

2. Die zuständige Behörde hat von Amtes wegen die zur Sicherung des Erb-
ganges nötigen Massregeln zu treffen (Art. 551 Abs. 1 ZGB). Solche Massre-
geln sind insbesondere in den vom Gesetz vorgesehenen Fällen die Siegelung 
der Erbschaft, die Aufnahme des Inventars, die Anordnung der Erbschaftsver-
waltung und die Eröffnung der letztwilligen Verfügungen (ebd. Abs. 2). Die Erb-

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schaftsverwaltung wird insbesondere angeordnet, wo das Gesetz sie für beson-
dere Fälle vorsieht (Art. 554 Abs. 1 Ziff. 4 ZGB). Mit Beschluss vom 24. Oktober 
2024 erwog die 2. Zivilkammer des Kantonsgerichts (ZK2 2024 51 E. 2):

a) Wo das ZGB von einer zuständigen Behörde spricht, bestimmen die 
Kantone, welche bereits vorhandene oder erst zu schaffende Behörde zu-
ständig sein soll (Art. 54 Abs. 1 SchlT ZGB). Sie bestimmen, ob eine ge-
richtliche oder eine Verwaltungsbehörde zuständig ist, und regeln das Ver-
fahren, soweit die Zivilprozessordnung nicht anwendbar ist (ebd. Abs. 2 
und Abs. 3). Im Unterschied zur örtlichen bestimmt sich die sachliche Zu-
ständigkeit der Behörde im Sinne von Art. 551 Abs. 1 ZGB daher nach kan-
tonalem Recht (Emmel/Ammann, PK Erbrecht, 4. A. 2023, Vorbem. zu 
Art. 551 ff. N 9 f.). Weil die Anordnung einer ordentlichen Erbschaftsver-
waltung nicht zwingend einem Gericht obliegt, sondern der Kanton in der 
Bezeichnung der zuständigen Behörde frei ist, handelt es sich nicht um 
eine gerichtliche Angelegenheit der freiwilligen Gerichtsbarkeit im Sinn von 
Art. 1 lit. b ZPO und die ZPO findet von Bundesrechts wegen folglich keine 
Anwendung, sondern das Verfahren richtet sich nach kantonalem Recht 
(BGer 5A_852/2023 vom 26. März 2024 E. 2 m.H. u.a. auf BGE 139 III 225 
E. 2). Falls das kantonale Recht ein Gericht für sachlich kompetent erklärt, 
ohne das Verfahren und die Rechtsmittel zu regeln, findet die ZPO als kan-
tonales Recht Anwendung (Art. 1 lit. b ZPO analog). Ist hingegen nach 
kantonalem Recht eine Verwaltungsbehörde zuständig, so ist kantonales 
Verwaltungsverfahrensrecht mit den entsprechenden Rechtsmitteln an-
wendbar (Leu/Gabrieli, BSK, 7. A. 2023, Vor Art. 551-559 ZGB N 10 f. 
m.H.; Emmel/Ammann, ebd. N 10 und 12 m.H.). 

b) In der Umsetzung des neuen Erwachsenenschutzrechts wurden die 
Aufgaben im Bereich des Erbrechts der früheren kommunalen Vormund-
schaftsbehörden, deren Entscheide an den Regierungsrat bzw. das Ver-
waltungsgericht weitergezogen werden konnten (Huwyler, Gemeindeorga-
nisation des Kantons Schwyz, S. 156 f.), den Bezirken übertragen. Das 
gemäss § 38 Abs. 1 EGzZGB durch den Bezirksrat bezeichnete Erb-
schaftsamt trifft die zur Sicherung des Erbganges erforderlichen Massnah-
men (Art. 490, Art. 546, Art. 548 und Art. 551-556 ZGB; § 38a Abs. 1 EGz-
ZGB). Davon ausgenommen sind die richterlichen Angelegenheiten 
gemäss § 2 lit. c EGzZGB, wie etwa die Eröffnung der eingereichten Ver-
fügungen von Todes wegen und der Eheverträge (§ 41 EGzZGB), die Aus-
stellung der Erbbescheinigung (§ 41a EGzZGB) und die Anordnung des 
öffentlichen Inventars nach Art. 580 ff. ZGB (§ 42 EGzZGB). Die Anord-
nung der Erbschaftsverwaltung gemäss Art. 554 f. ZGB fällt jedoch in die 
Kompetenz des Erbschaftsamtes (schon ZK2 2019 41 vom 19. Februar 
2020 E. 2.a m.H.). (…).

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Mithin betrifft der Entscheid über die Anordnung einer Erbschaftsverwaltung 
eine Massnahme für die Sicherung des Erbganges, für die das Erbschaftsamt 
zuständig ist (vgl. auch angef. Verfügung E. 10). Deshalb richten sich Verfahren 
und Rechtsmittel nach dem Verwaltungsrechtspflegegesetz (§1 lit. a und §§ 35 
ff. VRP; SRSZ 234.110) und ist die Verwaltungsbeschwerde an den Bezirksrat 
gegeben (§ 45 Abs. 1 lit. a VRP, s. auch Verfahren in VGE III 2024 19 vom 
29. Mai 2024; ZK2 2024 51 vom 24. Oktober 2024 E. 2.d).

3. Aus diesen Gründen gelangen nicht die Rechtsmittel der ZPO als subsi-
diäres kantonales Recht, sondern diejenigen der kantonalen Verwaltungs-
rechtspflegeordnung zur Anwendung. Demnach ist entgegen der Rechtsmittel-
belehrung der angefochtenen Verfügung auf die Berufung präsidial (§§ 40 
Abs. 2 und 41 Abs. 1 JG) nicht einzutreten. Das Bezirksamt ist kein anderes 
Gericht, weshalb die Eingaben der Berufungsführerin nicht von Amtes wegen 
weiterzuleiten sind (Art. 143 Abs. 1bis ZPO). Es ist Sache der Berufungsführerin, 
ob sie eine Verwaltungsbeschwerde innert 20 Tagen erheben will (§ 47 Abs. 1 
VRP). Der allfällig im Anschluss an diesen Entscheid angegangene Bezirksrat 
wird beurteilen, ob sich die Berufungsführerin nach Treu und Glauben auf die 
fehlerhafte Rechtsmittelbelehrung des angefochtenen Entscheids berufen 
kann. Diese veranlasste indes die Berufungsführerin zur Erhebung eines fal-
schen Rechtsmittels. Deshalb erscheint die Auferlegung von Prozesskosten im 
Sinne von Art. 95 Abs. 1 ZPO in dem mit Nichteintreten zu erledigenden Beru-
fungsverfahren zumindest aufgrund besonderer Umstände als unbillig (Art. 107 
Abs. 1 lit. f ZPO). Demnach gehen die Gerichtskosten zulasten des Kantons 
(Art. 107 Abs. 2 ZPO) und Parteientschädigungen entfallen;-

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verfügt:

1. Auf die Berufung wird nicht eingetreten.

2. Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 2’000.00 gehen zulasten 
des Kantons. Der geleistete Vorschuss von Fr. 2’000.00 wird der Beru-
fungsführerin zurückerstattet.

3. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung nach 
Art. 72 ff. des Bundesgerichtsgesetzes (BGG) Beschwerde in Zivilsachen 
beim Bundesgericht in Lausanne eingereicht werden; die Beschwerde-
schrift muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen; es können 
verfassungsmässige Rechte gerügt werden (Art. 98 BGG).

4. Zufertigung an die Berufungsführerin (1/R), den Rechtsvertreter der Be-
rufungsgegnerin (2/R; unter Beilage einer Kopie von act. 69), die weiteren 
Verfahrensbeteiligten (je 1/R) und die Vorinstanz (2/R mit den Akten) und 
nach definitiver Erledigung an die Kantonsgerichtskasse (1/ü im Disposi-
tiv).

Der Kantonsgerichtsvizepräsident Der Gerichtsschreiber

Versand 3. Februar 2025  amu