# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7f644fc9-6c59-5f65-9a4a-5703dd57cc09
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-04-09
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 09.04.2014 UH140037
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_UH140037_2014-04-09.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
III. Strafkammer    
 
 

Geschäfts-Nr.: UH140037-O/U/br 

 

 

Mitwirkend: der Oberrichter lic. iur. Th. Meyer, Präsident, die Oberrichterin 

lic. iur. A. Meier und der Ersatzoberrichter lic. iur. A. Schärer sowie 

der Gerichtsschreiber Dr. iur. J. Hürlimann 

 

Beschluss vom 9. April 2014 
 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschwerdeführer 

 

verteidigt durch Rechtsanwältin lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland,  
Beschwerdegegnerin 

 

betreffend DNA-Profil   
 
 
Beschwerde gegen die Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur / Un-
terland vom 7. Februar 2014, A-2/2013/7291 

 

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Erwägungen: 

1. Am 2. August 2013 kontrollierte die Zollverwaltung im Postzentrum Zürich-

Mülligen eine an A._____ (Beschwerdeführer) gerichtete Postsendung aus den 

Niederlanden, welche Hanfsamen enthielt (Urk. 9/1). Am 3. Februar 2014 wurden 

anlässlich einer Hausdurchsuchung beim Beschwerdeführer zwei Einmachgläser 

mit Marihuana sichergestellt (Urk. 9/12/3). 

Mit Verfügung vom 7. Februar 2014 ordnete die Staatsanwaltschaft Winterthur/ 

Unterland die Erstellung eines DNA-Profils vom bereits abgenommenen Wangen-

schleimhautabstrich des Beschwerdeführers an (Urk. 3). Dagegen erhob der Be-

schwerdeführer mit Eingabe seiner Verteidigerin vom 13. Februar 2014 Be-

schwerde bei der III. Strafkammer des Obergerichts mit dem Antrag, die genannte 

Verfügung sei aufzuheben (Urk. 2). Die Staatsanwaltschaft beantragte in ihrer 

Vernehmlassung vom 18. Februar 2014, es sei die Beschwerde abzuweisen (Urk. 

8). Der Beschwerdeführer reichte innert einmal erstreckter Frist keine Replik ein 

(Präsidialverfügung vom 20. Februar 2014, Urk. 10; Fristerstreckung Urk. 11/1). 

2. Infolge einer Änderung in der Konstituierung des Obergerichts erfolgt der heuti-

ge Beschluss in teilweise anderer Besetzung als den Parteien in Aussicht gestellt. 

3. a) Die Staatsanwaltschaft begründet die Anordnung der Erstellung eines DNA-

Profils damit, diese sei zur Aufklärung der Anlasstat, insbesondere zur Identifizie-

rung der Täterschaft erforderlich, weil verschiedene Sicherstellungen an ver-

schiedenen Orten gemacht worden seien und noch nicht geklärt sei, wem diese 

Sicherstellungen zuzuordnen seien. Der Beschwerdeführer verweigere die Aus-

sage. Der Sachverhalt sei gleichwohl zu erstellen. Es seien Hanfsamen sicherge-

stellt worden, aber bislang keine Produktionsstätte aufgefunden worden, weshalb 

im Raum stehe, dass an einem anderen, bislang unbekannten Ort eine solche 

Produktionsstätte fort bestehe. Für die Klärung eines solchen Zusammenhangs 

sei das DNA-Profil des Beschwerdeführers erforderlich. Auch sei ein Zusammen-

hang mit früheren Fällen oder allenfalls mit einer alsbald bekannt werdenden Pro-

duktionsstätte ("Indoor-Anlage") nicht auszuschliessen (Urk. 3). 

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b) Der Beschwerdeführer hält dafür, die Begründung der angefochtenen Verfü-

gung stütze sich allein auf Hypothesen, aufgrund derer er vielleicht irgendwie in 

deliktische Angelegenheiten verwickelt sein sollte, die es erst noch zu ermitteln 

gelte. Er sei nicht vorbestraft. Auch bestehe aktuell kein hinreichender Tatver-

dacht hinsichtlich Art. 19 Abs. 2 BetmG. Für die Erstellung eines DNA-Profils 

brauche es einen aktuell bestehenden hinreichenden Tatverdacht. Es gehe nicht 

an, dass quasi sicherheitshalber erst einmal ein solches Profil erstellt werde, wo-

bei sich erst im Nachhinein aufgrund diverser, noch vorzunehmender Ermittlungs-

handlungen erweisen könne, ob davor bzw. zu Beginn auch wirklich ein hinrei-

chender Verdacht auf ein erforderliches Anlassdelikt bestanden habe. Es dürfe 

nicht angehen, dass eine Person eine bestimmte Zwangsmassnahme quasi auf 

Vorrat hinzunehmen habe. Dementsprechend bestehe aktuell lediglich der Ver-

dacht auf Widerhandlung gegen Art. 19 Abs. 1 BetmG, was kein Anlassdelikt dar-

stelle, aufgrund dessen die Erstellung eines DNA-Profils zulässig wäre (Urk. 2 S. 

2 - 4 Ziff. 3 und 4). 

3. a) Gemäss Art. 255 Abs. 1 lit. a StPO kann von der beschuldigten Person zur 

Aufklärung eines Verbrechens oder eines Vergehens eine Probe genommen und 

ein DNA-Profil erstellt werden. Die Abnahme eines Wangenschleimhautabstrichs 

(WSA) stellt insofern eine Zwangsmassnahme dar, die den Anforderungen von 

Art. 197 Abs. 1 StPO unterliegt (ZR 111 [2012] Nr. 52 E. 7.3 c). Danach können 

Zwangsmassnahmen nur ergriffen werden, wenn: a) sie gesetzlich vorgesehen 

sind; b) ein hinreichender Tatverdacht vorliegt; c) die damit angestrebten Ziele 

nicht durch mildere Massnahmen erreicht werden können; d) die Bedeutung der 

Straftat die Zwangsmassnahme rechtfertigt. 

Die Einschränkung "zur Aufklärung von Verbrechen oder Vergehen" in Art. 255 

StPO bedeutet jedoch nicht, dass einem Verdächtigen nur dann eine DNA-Probe 

abgenommen werden darf, wenn vom Anlassdelikt eine DNA-haltige Spur vor-

liegt, sondern nur, dass die Anlasstat ein Verbrechen oder Vergehen sein muss. 

Die DNA-Analyse als erkennungsdienstliche Massnahme soll ausdrücklich auch 

der Aufklärung bereits früher begangener Verbrechen und Vergehen dienen 

(Hansjakob, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber [Hrsg.], Kommentar zur Schweizeri-

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schen Strafprozessordnung, Zürich 2010, Art. 255 N 10 m.w.H.). Es kann auch 

eine Probe genommen werden, wenn im konkret zu untersuchenden Delikt keine 

verwertbaren Spuren vorliegen bzw. zur Aufklärung des fraglichen Delikts unge-

eignet sind, die Probe hingegen bei einem allenfalls begangenen oder künftigen 

Delikt der beschuldigten Person bedeutsam werden kann (Fricker/Maeder, in: 

Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Schweizerische Strafprozessordnung, Basler 

Kommentar, Basel 2011, [BSK StPO], Art. 255 N 8; Schmid, Handbuch des 

schweizerischen Strafprozessrechts, Zürich/St. Gallen 2009, N 1093 FN 323). Die 

Probenahme und Analyse wird in einem solchen Fall nämlich gerade deshalb an-

geordnet, weil bei Personen, die sich eines strafrechtlichen Delikts von einer ge-

wissen Schwere schuldig gemacht haben, gegenüber dem Durchschnittsbürger 

eine leicht erhöhte Wahrscheinlichkeit besteht, sie könnten auch in Zukunft in ein 

Delikt verwickelt werden oder bereits ein solches begangen haben, und eben ge-

rade nicht nur, um diese Anlasstat aufzuklären (Schmid, Schweizerische Strafpro-

zessordnung, Praxiskommentar, 2. Aufl., Zürich/St. Gallen 2013, N 2 zu Art. 255; 

Fricker/Maeder, a.a.O., Art. 255 N 8 m.w.H.). Daraus folgt, dass Proben auch bei 

Personen aufgrund einer bereits aufgeklärten Straftat entnommen werden kön-

nen, selbst wenn die Probenahmen zur Beweisführung bezüglich des konkreten 

Tatvorwurfs nicht (mehr) notwendig und bzw. oder nicht mehr tauglich sind. DNA-

Proben werden in der Regel sogar dann entnommen, wenn sich der Tatverdacht 

auf ein Delikt ohne DNA-Spuren bezieht. In der Lehre wird – unter Hinweis auf die 

Zielsetzung der Art. 255 ff. StPO und des DNA-Profil-Gesetzes sowie auf die bis-

herige Praxis und Lehre – ausdrücklich festgehalten, dass einzig hinsichtlich der 

"Anlasstat" ein hinreichender Tatverdacht Voraussetzung sei, nicht jedoch bezüg-

lich einer bereits begangenen oder zukünftigen Straftat (Fricker/Maeder a.a.O., 

Art. 255 N 8 m.w.H.). Die Abnahme von DNA zum Zeitpunkt, wo der Tatverdacht 

noch besteht, ist zulässig; die spätere Einstellung des Verfahrens oder der Frei-

spruch führen nicht zu einer nachträglichen Widerrechtlichkeit des rechtmässig 

erstellten DNA-Profils, sondern verleihen nur einen Anspruch auf Löschung im In-

formationssystem (Hansjakob, in: Donatsch/Hansjakob/ Lieber, Kommentar zur 

Schweizerischen Strafprozessordnung, Zürich/Basel/Genf 2010, Art. 255 N 11 

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m.w.H.; vgl. dazu auch den Beschluss der III. Strafkammer vom 6. Juli 2012, 

UH120024). 

b) Die Zollverwaltung hielt eine an den Beschwerdeführer gerichtete Postsendung 

aus den Niederlanden zurück, welche Hanfsamen enthielt. Die genauen Umstän-

de, welche zu dieser Postsendung führten, beispielsweise ob diese auf Bestellung 

oder andere Veranlassung durch den Beschwerdeführer hin erfolgte, sind noch 

nicht ermittelt. Doch besteht mindestens ein hinreichender Verdacht, dass der 

Beschwerdeführer Betäubungsmittel im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. b BetmG ein-

zuführen versuchte. Anlässlich der Hausdurchsuchung wurden beim Beschwerde-

führer zwei Einmachgläser mit Marihuana sichergestellt. Es besteht also auch der 

hinreichende Verdacht, dass der Beschwerdeführer im Sinne von Art. 19 Abs. 1 

lit. d BetmG besass und aufbewahrte. Auf Grund dieser Tatsachen ist die Frage 

realistisch und keineswegs rein hypothetisch, ob der Beschwerdeführer in weitere 

strafbare Handlungen gemäss Art. 19 Abs. 1 BetmG verwickelt sein könnte. Wer 

sich einer Handlung gemäss der genannten Bestimmung schuldig macht, ist mit 

Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe zu bestrafen, begeht also ein 

Vergehen (Art. 10 Abs. 3 StGB). Für die Zulässigkeit der Erstellung eines DNA-

Profils genügt es, wenn diese der Aufklärung eines Vergehens dient (Art. 255 

Abs. 1 StPO). Der Verdacht, es sei ein Verbrechen begangen worden, ist nicht 

gefordert. 

Die bereits erfolgte Abnahme eines Wangenschleimhautabstrichs zwecks Erstel-

lung eines DNA-Profils stellte einen leichten Eingriff in die Grundrechte des Be-

schwerdeführers dar (ZR 111/2012 Nr. 52 Erw. 7.3c; Bundesgerichtsurteil 

2C_257/2011 vom 25. Oktober 2011, Erw. 6.7.). Dasselbe gilt für die Erstellung 

eines solches Profils. Die Einfuhr und Aufbewahrung von Betäubungsmitteln und 

die allfällige Begehung weiterer Delikte im Sinne von Art. 19 Abs. 1 BetmG sind 

nicht zu bagatellisieren. Die Bedeutung der Straftat rechtfertigt im Sinne von Art. 

197 Abs. 1 lit. d StPO diese milde Zwangsmassnahme. Eine noch mildere Mass-

nahme im Sinne von Art. 197 Abs. 1 lit. c StPO ist nicht ersichtlich. 

Somit ist die Anordnung der Erstellung eines DNA-Profils nicht zu beanstanden. 

Die Beschwerde ist abzuweisen. 

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4. Ausgangsgemäss sind dem Beschwerdeführer die Kosten des Beschwerdever-

fahrens aufzuerlegen (Art. 421 Abs. 2 lit. a StPO, Art. 428 Abs. 1 StPO). Die Ge-

richtsgebühr ist in Berücksichtigung von Bedeutung, Aufwand und Schwierigkeit 

des Falles auf Fr. 500.-- festzusetzen (§ 17 Abs. 1 i.V.m. § 2 Abs. 1 GebV OG). 

 

Es wird beschlossen: 
 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die Gerichtsgebühr wird auf Fr. 500.-- angesetzt. 

3. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens werden dem Beschwerdeführer auf-

erlegt. 

4. Schriftliche Mitteilung an: 

− Rechtsanwältin lic. iur. X._____, zweifach, für sich und den Beschwer-
deführer (per Gerichtsurkunde) 

− die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland, ad A-2/2013/7291 unter 
gleichzeitiger Rücksendung der beigezogenen Akten [Urk. 9] (gegen 
Empfangsbestätigung)  

5. Rechtsmittel: 

Gegen diesen Entscheid kann unter den einschränkenden Voraussetzungen 

von Art. 93 des Bundesgerichtsgesetzes Beschwerde in Strafsachen er-
hoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an gerechnet, bei der 
Ersten öffentlich-rechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 

14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise 

schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
 

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Zürich, 9. April 2014 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
III. Strafkammer 

 
Präsident: 

 
 
 

lic. iur. Th. Meyer 

Gerichtsschreiber: 
 
 
 

Dr. iur. J. Hürlimann 
 

	Beschluss vom 9. April 2014
	
	Erwägungen:
	1. Die Beschwerde wird abgewiesen.
	2. Die Gerichtsgebühr wird auf Fr. 500.-- angesetzt.
	3. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens werden dem Beschwerdeführer auferlegt.
	4. Schriftliche Mitteilung an:
	 Rechtsanwältin lic. iur. X._____, zweifach, für sich und den Beschwerdeführer (per Gerichtsurkunde)
	 die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland, ad A-2/2013/7291 unter gleichzeitiger Rücksendung der beigezogenen Akten [Urk. 9] (gegen Empfangsbestätigung)

	5. Rechtsmittel: Gegen diesen Entscheid kann unter den einschränkenden Voraussetzungen von Art. 93 des Bundesgerichtsgesetzes Beschwerde in Strafsachen erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an gerechnet, bei der Ersten öffent...