# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 35140e2e-50c2-51c5-bd02-a02979c62825
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-01-06
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 06.01.2023 E-6013/2022
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-6013-2022_2023-01-06.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-6013/2022 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  6 .  J a n u a r  2 0 2 3  

Besetzung 
 Einzelrichter Lorenz Noli, 

mit Zustimmung von Richter Yanick Felley;   

Gerichtsschreiber Urs David. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Syrien,  

BAZ (…),   

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin- 

Verfahren); 

Verfügung des SEM vom 22. Dezember 2022 / N (…). 

 

 

 

E-6013/2022 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer ersuchte am 31. Oktober 2022 in der Schweiz um 

Asyl und wurde in der Folge dem Bundesasylzentrum (BAZ) B._______ 

zugewiesen. Ein Abgleich seiner Fingerabdrücke mit der europäischen Fin-

gerabdruck-Datenbank (Eurodac) ergab, dass er zum einen am (…) Juni 

2022 illegal in Spanien eingereist war und zum andern am (…) Juni 2022 

in C._______ um Asyl ersucht hatte. 

Am 3. November 2022 erfolgte im BAZ die Personalienaufnahme (PA) und 

am 21. November 2022 das Dublin-Gespräch mit Gewährung des rechtli-

chen Gehörs zu einem allfälligen Nichteintretensentscheid nach Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) mit Wegweisung nach Spanien, dessen 

Zuständigkeit gemäss Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen 

Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien 

und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung ei-

nes von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mit-

gliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist 

(nachfolgend: Dublin-III-VO), nach Auffassung des SEM gegeben sei. Da-

bei machte der Beschwerdeführer im Wesentlichen geltend, er sei am 

(…) Juni 2022 von Algerien herkommend nach Spanien gelangt. Auf der 

Reise habe er Schiffbruch erlitten, sei aber im Gegensatz zu zwei ertrun-

kenen Cousins gerettet worden. Am Folgetag sei er nach D._______ und 

später – in der Absicht in die Schweiz zu reisen – nach C._______ gelangt, 

wo er (am (…) Juni 2022) daktyloskopiert worden sei. Am 31. Oktober sei 

er in die Schweiz weitergereist. Als in Flüchtlingsfragen engagierter (…) 

möchte er lieber in der Schweiz verbleiben statt nach Spanien zurückkeh-

ren, zumal er schlimme Bilder von seinen dort ertrunkenen Cousins im Kopf 

habe, deshalb an Schlafstörungen leide und in diesem psychischen Zu-

stand in Spanien nicht überleben könnte. 

Als Beweismittel gab der Beschwerdeführer eine Doppelseite seines Rei-

sepasses und seine Identitätskarte (je in Kopie), einen originalen (…)aus-

weis (lautend auf einen anderen Namen), einen ärztlichen Kurzbericht vom 

(…) November 2022 (betr. […] und […]) sowie einen fotografierten Weg-

weisungsbeschluss der zuständigen spanischen Migrationspolizeibehörde 

vom (…) Juni 2022 zu den Akten. Aus letzterem leitete er im Begleitschrei-

ben eine drohende Verletzung des Refoulement-Verbots im Falle seiner 

Wegweisung nach Spanien ab. 

E-6013/2022 

Seite 3 

Am 22. Dezember 2022 hiess die zuständige spanische Dublin-Behörde 

ein vom SEM am 24. November 2022 gestelltes und auf Art. 18 Abs. 1 

Bst. b Dublin-III-VO gestütztes Gesuch um (Rück-)Übernahme des Be-

schwerdeführers gemäss Art. 13 Abs. 1 Dublin-III-VO gut.  

B.  

Mit Verfügung vom 22. Dezember 2022 – eröffnet am 23. Dezember 2022 

– trat das SEM in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG auf das 

Asylgesuch nicht ein, unter gleichzeitiger Anordnung der Wegweisung des 

Beschwerdeführers in den zuständigen Dublin-Staat Spanien und mit der 

Feststellung, dass einer allfälligen Beschwerde gegen diesen Entscheid 

keine aufschiebende Wirkung zukomme. Mit dem Entscheid wurden dem 

Beschwerdeführer die editionspflichtigen Akten ausgehändigt. 

In der Begründung verweist das SEM auf die erfolgte Zustimmung Spani-

ens betreffend Zuständigkeit und Übernahme des Beschwerdeführers 

nach Art. 13 Abs. 1 Dublin-III-VO. Dessen im Rahmen des rechtlichen Ge-

hörs deponierten Einwände und der vorgelegte, auf dessen illegaler Ein-

reise basierende spanische Wegweisungsbeschluss seien irrelevant. Wei-

ter verneint es systemische Schwachstellen im spanischen Asylverfahren 

und erkennt Spanien als Signatarstaat des Abkommens vom 28. Juli 1951 

über die Rechtstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) und der EMRK. 

Es bestünden auch keine anderen Gründe (insb. Selbsteintritt, Souveräni-

tätsklausel, humanitäre Gründe) für die Anhandnahme des Asylverfahrens 

durch die Schweiz, zumal es den medizinischen Sachverhalt als genügend 

abgeklärt erachte und die medizinische Versorgung (inkl. Behandlung psy-

chischer Störungen) in Spanien gewährleistet und zugänglich sei. Die Rei-

sefähigkeit sei im Übrigen erst kurz vor der Überstellung definitiv zu beur-

teilen. Für die weitere Begründung wird auf die Akten und, soweit wesent-

lich, auf die nachfolgenden Erwägungen verwiesen.  

Noch am Eröffnungstag erklärte die Rechtsvertretung das Vertretungsman-

dat als beendet. 

C.  

Mit Beschwerde vom 24. Dezember 2022 (Poststempel vom 27. Dezember 

2022) an das Bundesverwaltungsgericht beantragt der Beschwerdeführer 

sinngemäss die Aufhebung des Nichteintretensentscheids vom 22. De-

zember 2022 und den Verzicht auf seine Wegweisung nach Spanien. 

E-6013/2022 

Seite 4 

Auf die Begründung wird, soweit wesentlich, in den nachfolgenden Erwä-

gungen eingegangen. 

D.  

Am 28. Dezember 2022 ordnete der Instruktionsrichter einen superprovi-

sorischen Vollzugsstopp an. 

E.  

Die vorinstanzlichen Akten lagen dem Bundesverwaltungsgericht am 

28. Dezember 2022 in elektronischer Form vor (vgl. Art. 109 Abs. 3 AsylG). 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – und so auch vorliegend – 

endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).  

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der 

Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 

Abs. 3 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist 

einzutreten. 

2.  

2.1 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige oder 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

E-6013/2022 

Seite 5 

2.2 Die Beschwerde erweist sich – wie im Folgenden zu zeigen ist – als 

offensichtlich unbegründet, weshalb sie im Verfahren einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung einer zweiten Richterin beziehungsweise ei-

nes zweiten Richters (Art. 111 Bst. e AsylG) ohne Durchführung eines 

Schriftenwechsels und mit summarischer Begründung zu behandeln ist 

(Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 

3.  

3.1 Auf Asylgesuche wird in der Regel nicht eingetreten, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG). In diesem Fall verfügt das SEM in der Regel die Weg-

weisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an (Art. 44 AsylG). 

3.2 Gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO wird jeder Asylantrag von einem 

einzigen Mitgliedstaat geprüft, der nach den Kriterien des Kapitels III als 

zuständiger Staat bestimmt wird. Das Verfahren zur Bestimmung des zu-

ständigen Mitgliedstaates wird eingeleitet, sobald in einem Mitgliedstaat 

erstmals ein Asylantrag gestellt wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO). Im Fall 

eines sogenannten Aufnahmeverfahrens (engl.: take charge) sind die in 

Kapitel III (Art. 8–15 Dublin-III-VO) genannten Kriterien in der dort aufge-

führten Rangfolge (Prinzip der Hierarchie der Zuständigkeitskriterien; vgl. 

Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO) anzuwenden.  

Wenn eine antragstellende Person, aus einem Drittstaat kommend, die 

Land-, See- oder Luftgrenze eines Mitgliedstaates illegal überschritten hat, 

ist dieser Mitgliedstaat gemäss Art. 13 Abs. 1 Dublin-III-VO für die Prüfung 

des Antrags auf internationalen Schutz zuständig.  

4.  

Der Beschwerdeführer bestreitet nicht, in Spanien illegal in das Hoheitsge-

biet der Dublin-Staaten eingereist zu sein. Nachdem die spanischen Be-

hörden innerhalb der in Art. 22 Abs. 1 Dublin-III-VO festgelegten Frist dem 

Aufnahmegesuch der Vorinstanz zugestimmt haben, ist die grundsätzliche 

Zuständigkeit Spaniens gestützt auf Art. 13 Abs. 1 Dublin-III-VO gegeben. 

Dies wird in der Beschwerde substanziell auch nicht bestritten. 

5.  

5.1 Erweist es sich als unmöglich, einen Antragsteller an den zunächst als 

zuständig bestimmten Mitgliedstaat zu überstellen, da es wesentliche 

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Seite 6 

Gründe für die Annahme gibt, dass das Asylverfahren und die Aufnahme-

bedingungen für Antragsteller in diesem Mitgliedstaat systemische 

Schwachstellen aufweisen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder 

entwürdigenden Behandlung im Sinne des Artikels 4 der EU–Grund-

rechtecharta mit sich bringen, so setzt der die Zuständigkeit prüfende Mit-

gliedstaat die Prüfung der in Kapitel III vorgesehenen Kriterien fort, um fest-

zustellen, ob ein anderer Mitgliedstaat als zuständig bestimmt werden 

kann. Kann keine Überstellung gemäss diesem Absatz an einen aufgrund 

der Kriterien des Kapitels III bestimmten Mitgliedstaat oder an den ersten 

Mitgliedstaat, in dem der Antrag gestellt wurde, vorgenommen werden, so 

wird der die Zuständigkeit prüfende Mitgliedstaat der zuständige Mitglied-

staat (Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO). 

5.2 Abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO kann jeder Mitgliedstaat 

beschliessen, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder Staa-

tenlosen gestellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch wenn 

er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die Prü-

fung zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 erster Satz Dublin-III-VO). Dieses soge-

nannte Selbsteintrittsrecht wird im Landesrecht durch Art. 29a Abs. 3 der 

Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) konkreti-

siert. Gemäss dieser Bestimmung kann das SEM das Asylgesuch «aus hu-

manitären Gründen» auch dann behandeln, wenn dafür gemäss Dublin-III-

VO ein anderer Staat zuständig wäre. Liegen individuelle völkerrechtliche 

Überstellungshindernisse vor, ist der Selbsteintritt zwingend (vgl.  

BVGE 2015/9 E. 8.2.1). 

6.  

6.1 Gemäss konstanter Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts 

weist das Asylverfahren in Spanien keine systemischen Schwachstellen im 

Sinne von Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO auf (vgl. anstelle vieler: Urteile des 

BVGer E-1691/2022 vom 12. April 2022 E. 4.2 und F-21/2022 vom 6. Ja-

nuar 2022 E. 5.2, bestätigt in E-4295/2022 vom 4. Oktober 2022). Der Be-

schwerdeführer bringt denn auch nichts vor, was Anlass zu einer Änderung 

der Rechtsprechung geben könnte. Die Anwendung von Art. 3 Abs. 2 Dub-

lin-III-VO ist daher nicht gerechtfertigt.  

6.2 Auch die Ausübung des Selbsteintrittsrechts nach Art. 17 Abs. 1 erster 

Satz Dublin-III-VO sowie Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 fällt nicht in Betracht: Spa-

nien ist Signatarstaat der EMRK, des Übereinkommens vom 10. Dezember 

1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri-

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Seite 7 

gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der FK sowie des Zu-

satzprotokolls der FK vom 3. Januar 1967 (SR 0.142.301) und kommt sei-

nen diesbezüglichen völkerrechtlichen Verpflichtungen nach. Auch ist an-

zunehmen, Spanien anerkenne und schütze die Rechte, die sich für 

Schutzsuchende aus den Richtlinien des Europäischen Parlaments und 

des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 2013 zu gemeinsamen Verfahren für 

die Zuerkennung und Aberkennung des internationalen Schutzes (sog. 

Verfahrensrichtlinie, ABl. L 180/96 vom 29. Juni 2013) sowie 2013/33/EU 

vom 26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Aufnahme von Per-

sonen, die internationalen Schutz beantragen (sog. Aufnahmerichtlinie, 

ABl. L 180/96 vom 29. Juni 2013) ergeben. Die Vermutung, Spanien halte 

seine völkerrechtlichen Verpflichtungen ein, kann zwar im Einzelfall wider-

legt werden. Dafür braucht es indessen konkrete Indizien, die gegebenen-

falls von der gesuchstellenden Person glaubhaft darzutun sind (vgl. BVGE 

2010/45 E. 7.4 f.; Urteil des BVGer D-5698/2017 vom 6. März 2018 

E. 5.3.1). Solche sind weder den Akten noch der Beschwerde zu entneh-

men. Der Beschwerdeführer vermag kein konkretes und ernsthaftes Risiko 

darzutun, die spanischen Behörden würden sich weigern, ihn aufzuneh-

men und seinen Antrag auf internationalen Schutz unter Einhaltung der 

Regeln der Verfahrensrichtlinie zu prüfen. Es sind denn auch keine Gründe 

für die Annahme ersichtlich, Spanien werde in seinem Fall den Grundsatz 

des Non-Refoulement missachten und ihn zur Ausreise in ein Land zwin-

gen, in dem sein Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus einem Grund 

nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem er Gefahr laufen würde, 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden. Der vorgelegte 

spanische Wegweisungsbeschluss ist bloss die logische Konsequenz aus 

dem illegalen Aufenthalt (ohne Asylgesuch) in Spanien. Ausserdem 

vermag der Beschwerdeführer nicht darzutun, die ihn dort bei einer Rück-

führung erwartenden Bedingungen seien derart schlecht, dass sie zu einer 

Verletzung von Art. 4 der EU-Grundrechtecharta, Art. 3 EMRK oder Art. 3 

FoK führen könnten. Der Hinweis in der Beschwerde betreffend eine an-

geblich sehr schlechte Unterbringungssituation in Spanien ist eine blosse, 

unberechtigte und bezeichnenderweise unbelegte Behauptung. Weiter 

wird aus der Beschwerde nicht ersichtlich, weshalb die zwar nachvollzieh-

bar belastenden Erinnerungen an die Überfahrt nach Spanien einer Rück-

kehr in dieses Land zwecks Durchführung des Asylverfahrens im Weg ste-

hen sollten. Schliesslich besteht kein Grund zur Annahme, Spanien werde 

dem Beschwerdeführer eine allfällig notwendige medizinische und insbe-

sondere auch psychiatrische Behandlung seiner (…) und (…) Beschwer-

den verweigern. Wie das SEM erachtet auch das Bundesverwaltungsge-

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Seite 8 

richt den medizinischen Sachverhalt als genügend erstellt und einer Rück-

führung nach Spanien nicht entgegenstehend. Daran ändert der behaup-

tungsgemäss am (…) Dezember 2022 nach seiner Spitaleinweisung ärzt-

lich erkannte instabile psychische Gesundheitszustand nichts; immerhin 

war es ihm auch möglich, noch gleichentags – mithin bereits am Tag nach 

Eröffnung der angefochtenen Verfügung – die vorliegende Beschwerde zu 

verfassen, obwohl ihm hierfür die volle Beschwerdefrist von fünf Arbeitsta-

gen zur Verfügung gestanden hätte. Unbesehen dessen hat das SEM in 

der angefochtenen Verfügung (dort insb. S. 4 unten f.) eine zutreffende an-

tizipierte Würdigung betreffend den Gesundheitszustand des Beschwerde-

führers vorgenommen, die in der Beschwerde substanziell nicht bestritten 

wird. Es besteht nach dem Gesagten kein Anlass, dem in der Beschwerde 

mit Feiertagsabwesenheiten «vieler Leute» begründeten Wunsch nach 

Einräumung von mehr Zeit zwecks Einreichung eines «ausführlicheren Be-

schwerdebriefs mit zusätzlichen Unterlagen (Arztberichte etc.)» zu ent-

sprechen. Bis zum heutigen Zeitpunkt sind denn auch keine weiteren Un-

terlagen oder Ergänzungen irgendwelcher Art eingegangen. Der 

Beschwerdeführer konnte nicht darlegen, dass er über unbestimmte Zeit 

nicht reisefähig wäre oder eine Überstellung nach Spanien seine Gesund-

heit ernsthaft gefährden würde. Sein Gesundheitszustand vermag eine Un-

zulässigkeit im Sinne der restriktiven Rechtsprechung (vgl. BVGE 2011/9 

E. 7 mit Hinweisen auf die damalige Praxis des Europäischen Gerichtshofs 

für Menschenrechte [EGMR] sowie das Urteil des EGMR Paposhvili gegen 

Belgien 13. Dezember 2016, Grosse Kammer 41738/10, §§ 180–193 

m.w.H.) jedenfalls nicht zu rechtfertigen. Es ist zudem in aller Deutlichkeit 

festzuhalten, dass eine persönliche Präferenz für eine medizinische Be-

handlung in der Schweiz unerheblich ist. Die schweizerischen Vollzugsbe-

hörden werden den medizinischen Umständen bei der Bestimmung der 

konkreten Modalitäten der Überstellung des Beschwerdeführers Rechnung 

tragen und die spanischen Behörden im Bedarfsfall vorgängig in geeigne-

ter Weise über die spezifischen medizinischen Umstände informieren (vgl. 

Art. 31 f. Dublin-III-VO). 

Die Vorinstanz hat somit das Selbsteintrittsrecht gemäss Art. 17 Dublin-III-

VO sowie Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 zu Recht nicht ausgeübt. Weder ist die 

Schweiz völkerrechtlich verpflichtet, auf das Asylgesuch einzutreten, noch 

liegen humanitäre Gründe vor, welche einen Selbsteintritt nahelegen wür-

den. 

6.3 Somit bleibt Spanien der für die Behandlung des Asylgesuchs des 

Beschwerdeführers zuständige Mitgliedstaat gemäss Dublin-III-VO. 

E-6013/2022 

Seite 9 

7.  

Das SEM ist demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b 

AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten.  

Da der Beschwerdeführer nicht im Besitz einer gültigen Aufenthalts- oder 

Niederlassungsbewilligung ist, wurde die Wegweisung mit angedrohter 

Überstellung nach Spanien in Anwendung von Art. 44 AsylG ebenfalls zu 

Recht angeordnet (Art. 32 Bst. a AsylV 1). 

Da das Fehlen von Überstellungshindernissen bereits Voraussetzung des 

Nichteintretensentscheides gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG ist, sind 

allfällige Vollzugshindernisse gemäss Art. 83 Abs. 3 und 4 AIG (SR 142.20) 

unter diesen Umständen nicht mehr zu prüfen (vgl. BVGE 2015/18 E. 5.2 

m.w.H.). 

8.  

Nach dem Gesagten ist die Verfügung des SEM zu bestätigen und die Be-

schwerde abzuweisen. Mit dem vorliegenden Urteil fällt der am 28. Dezem-

ber 2022 superprovisorisch angeordnete Vollzugsstopp dahin. 

9.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerde-

führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– 

festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die 

Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]). 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen.  

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Lorenz Noli Urs David 

 

 

Versand: