# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4323c404-8124-5013-88c9-219f24bb7629
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-06-11
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 11.06.2013 SB120327
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB120327_2013-06-11.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    
 
 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB120327-O/U/cs 
 

Mitwirkend: Die Oberrichter Dr. Bussmann, Präsident, lic. iur. Ruggli und lic. iur. 

et phil. Glur sowie die Gerichtsschreiberin lic. iur. Maurer 

 

Urteil vom 11. Juni 2013 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Privatklägerin und Erstberufungsklägerin 

 

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. X._____ 

 

sowie 

 

Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich,  

vertreten durch Staatsanwalt lic. iur. Scherrer,  

Anklägerin und Drittberufungsklägerin 

 

gegen 

 

B._____,  
Beschuldigter und Zweitberufungskläger 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ 

 

betreffend mehrfachen qualifizierten Raub etc.   
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Andelfingen vom 3. Februar 
2012 (DG110004) 

- 2 - 

 
Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 30. Sep-

tember 2011 (Urk. 27) ist diesem Urteil beigeheftet.  

Urteil der Vorinstanz: 

1. Der Beschuldigte B._____ ist schuldig  

− des mehrfachen qualifizierten Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 

Abs. 1 StGB in Verbindung mit Ziff. 3 Abs. 2 und Ziff. 4  

− der mehrfachen Widerhandlung gegen das Waffengesetz im Sinne von 

Art. 33 Abs. 1 lit. a WG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 lit. a, c, d und g 

und Abs. 5 WG sowie Art. 7 WG und Art. 12 Abs. 1 Waffenverordnung. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 7 Jahren Freiheitsstrafe, wovon 328 Tage 

durch Untersuchungshaft bereits erstanden sind. 

3. Auf die Anordnung einer Massnahme im Sinne von Art. 61 StGB wird ver-

zichtet. 

4. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber der Privatklägerin 

A._____ aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach schadener-

satzpflichtig ist. Zur genauen Feststellung des Umfanges des Schadener-

satzanspruches wird die Geschädigte A._____ auf den Weg des Zivilpro-

zesses verwiesen. 

5. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Geschädigten A._____ Fr. 500.– Um-

triebsentschädigung zu bezahlen. Er haftet dafür solidarisch mit C._____. 

6. Schliesslich wird der Beschuldigte verpflichtet, der Geschädigten A._____ 

eine Genugtuungsleistung von pauschal Fr. 8’000.– zu bezahlen, solidarisch 

haftend mit C._____. 

- 3 - 

7. Die Schadenersatzforderung der D._____ [Versicherung] für den Schaden 

der E._____ [Bank] … wird im Umfang von Fr. 29'886.– gutgeheissen und 

der Beschuldigte wird verpflichtet, diesen Betrag zu bezahlen, in solidari-

scher Haftbarkeit mit C._____. 

8. Die Zivilforderungen der übrigen Geschädigten werden auf den Weg des or-

dentlichen Zivilprozesses gewiesen.  

9. Die folgenden mit Verfügung vom 12. September 2011 beschlagnahmten 

Gegenstände werden eingezogen und nach Rechtskraft dieses Urteils ver-

nichtet: 

- 1 Paar Handschuhe 

- 1 Sturmhaube 

- 1 Elektroschockgerät "Great Power" 

- 4 Schachteln Munition 

10. Die mit Verfügung vom 29. September 2011 beschlagnahmten total Eu-

ro 520.– werden eingezogen und nach Rechtskraft dieses Urteils der Ge-

schädigten E._____ … ausbezahlt.  

11. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 4'000.  ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 30'947.5    Untersuchungskosten 

Fr.  4'376.    Kosten Kantonspolizei 

Fr. 8'000.    Gebühr Strafuntersuchung 

Fr. 23'974.2    amtliche Verteidigungskosten 

Fr. 71'298.1      

12. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem 

Beschuldigten im Ausmass von Fr. 10'000.– auferlegt. Im Restbetrag wer-

den sie auf die Staatskasse genommen. Die Kosten der amtlichen Verteidi-

gung werden auf die Gerichtskasse genommen; vorbehalten bleibt eine 

Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO. Die Kosten der unentgeltli-

- 4 - 

chen Geschädigtenvertretung werden ebenfalls auf die Staatskasse ge-

nommen. 

Beschluss der Vorinstanz: 

Der Beschuldigte B._____ verbleibt bis zur Rechtskraft des heutigen Urteils im 

vorzeitigen Strafvollzug. 

Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

 (Urk. 103 S. 2) 

1. Es sei die Berufung des Beschuldigten gutzuheissen und es sei das 

Urteil zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen.  

Eventualanträge: 

2. Es sei die Berufung gutzuheissen und es sei der Beschuldigte des 

mehrfachen Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 und Ziff. 3 

Abs. 3 StGB schuldig zu sprechen. 

Es sei der Beschuldigte mit einer Freiheitsstrafe von vier Jahren zu be-

strafen unter Anrechnung von 328 Tagen Untersuchungshaft. 

Im Weiteren sei das Urteil des Bezirksgerichts Andelfingen zu bestäti-

gen. 

3. Die Berufung der Anklägerin sei vollumfänglich abzuweisen.  

4. Schliesslich seien die Verfahrenskosten auf die Staatskasse zu neh-

men. Eventualiter seien die Verfahrenskosten dem Beschuldigten nach 

dem Ausgang des Verfahrens aufzuerlegen und unter Berücksichti-

gung seiner wirtschaftlichen Verhältnisse auf höchstens Fr. 5'000.00 

festzusetzen (Art. 425 StPO).  

- 5 - 

b) Der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich: 

(Urk. 102 S. 1) 

1. Die Urteile des Bezirksgerichtes Andelfingen vom 03.02.2012 seien im 

Schuldpunkt zu bestätigen.  

2. Im Strafpunkt seien die Urteile zu korrigieren und: 

a) der Beschuldigte B._____ sei mit einer Freiheitsstrafe von 13 Jah-

ren und 

b) der Beschuldigte C._____ sei mit einer Freiheitsstrafe von 9 Jah-

ren zu bestrafen, dies unter Einbezug und Widerruf der Vorstrafe 

gemäss Urteil vom Bezirksgericht Andelfingen vom 20.01.2010 im 

Sinne einer Gesamtstrafe. 

 

____________________________ 

 

Erwägungen: 

I.  Prozessgeschichte und Prozessuales 

 1. Der Beschuldigte wurde mit Urteil des Bezirksgerichts Andelfingen vom 

3. Februar 2012 des mehrfachen qualifizierten Raubes im Sinne von Art. 140 

Ziff. 1 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Ziff. 3 Abs. 2 und Ziff. 4 sowie der mehrfa-

chen Widerhandlung gegen das Waffengesetz im Sinne von Art. 33 Abs. 1 lit. a 

WG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 lit. a, c, d und g und Abs. 5 WG sowie Art. 7 

WG und Art. 12 Abs. 1 Waffenverordnung schuldig gesprochen. Er wurde mit ei-

ner unbedingten Freiheitsstrafe von 7 Jahren, wovon 328 Tage durch Untersu-

chungshaft erstanden waren, bestraft. Auf die Anordnung einer Massnahme im 

Sinne von Art. 61 StGB wurde verzichtet. Ausserdem wurde er verpflichtet, der 

- 6 - 

Privatklägerin A._____ eine Umtriebsentschädigung von Fr. 500.– und eine Ge-

nugtuung von Fr. 8'000.– sowie der D._____ Schadenersatz im Umfang von 

Fr. 29'886.– zu bezahlen, jeweils in solidarischer Haftbarkeit mit C._____. Die be-

schlagnahmten Gegenstände und das beschlagnahmte Bargeld wurden eingezo-

gen (HD Urk. 88). 

 Das vorinstanzliche Urteil wurde dem Beschuldigten, der Staatsanwaltschaft 

sowie der Privatklägerin A._____ anlässlich der Hauptverhandlung vom 

3. Februar 2012 mündlich eröffnet und im Dispositiv übergeben (Prot. I S. 38; 

HD Urk. 71). Die Privatklägerin A._____ liess mit Schreiben vom 6. Februar 2012 

rechtzeitig Berufung anmelden (HD Urk. 73). Die Berufungsanmeldung der 

Staatsanwaltschaft und des Beschuldigten erfolgten fristgerecht mit Eingaben 

vom 7. Februar 2012 (HD Urk. 75-76). Das schriftlich begründete Urteil 

(HD Urk. 88) wurde dem Beschuldigten, der Staatsanwaltschaft und der Privat-

klägerin A._____ am 13. Juli 2012 zugestellt (HD Urk. 84/1-3). 

 Mit Schreiben vom 18. Juli 2012 reichte die Staatsanwaltschaft fristgerecht 

die Berufungserklärung ein, mit welcher sie die Berufung auf die Bemessung der 

Strafe beschränkte (HD Urk. 89). Die Privatklägerin A._____ liess mit Eingabe 

vom 25. Juli 2012 innerhalb der Frist zur Einreichung der Berufungserklärung die 

Berufung zurückziehen (HD Urk. 91), wovon Vormerk zu nehmen ist. Mit Schrei-

ben vom 30. Juli 2012 reichte der Beschuldigte rechtzeitig die Berufungserklärung 

ein, woraus sich ergibt, dass sich seine Berufung gegen die Qualifikation des 

Raubes im Zusammenhang mit dem Raubüberfall auf die E._____ und die Quali-

fikation der Bandenmässigkeit, die Abweisung des Antrags auf Aufschub der Stra-

fe zu Gunsten einer Massnahme für junge Erwachsene sowie die Strafzumessung 

richtet (HD Urk. 93). Anschlussberufung wurde nicht erhoben. 

 Im Rahmen der heutigen Berufungsverhandlung liess der Beschuldigte die 

Berufung bezüglich Urteilsdispositivziffer 3 (Verzicht auf die Anordnung einer 

Massnahme) zurückziehen (HD Urk. 103 S. 4).  

 2. Die Berufung hat im Umfang der Anfechtung aufschiebende Wirkung 

(Art. 402 StPO). Die nicht von der Berufung erfassten Punkte erwachsen in 

- 7 - 

Rechtskraft (SCHMID, StPO Praxiskommentar, Zürich/St. Gallen 2009, N  1 zu 

Art. 402; Art. 437 StPO). 

 Damit ist festzustellen, dass das Urteil des Bezirksgerichts Andelfingen vom 

3. Februar 2012 bezüglich Dispositivziffern 1 teilweise (Schuldspruch wegen 

mehrfacher Widerhandlung gegen das Waffengesetz), 3 (Absehen von der An-

ordnung einer Massnahme), 4-8 (Zivilansprüche), 9 und 10 (Einziehungen) sowie 

11 und 12 (Kostendispositiv) sowie der gleichentags ergangene Beschluss 

rechtskräftig wurden. 

 3. Der Beschuldigte liess den Beweisantrag stellen, wonach ein ballisti-

sches Gutachten in Auftrag zu geben sei, welches sich darüber ausspreche, ob 

sich die Personen, die sich in der E._____ … befunden hätten, tatsächlich in einer 

sehr nahen Lebensgefahr im Sinne von Art. 140 Ziff. 4 StGB befunden hätten 

(HD Urk. 93 S. 3). Wie sich aus den nachstehenden Erwägungen (vgl. insbeson-

dere III.4.4) ergibt, besteht kein Anlass, ein solches Gutachten erstellen zu las-

sen. 

 4. Die Verteidigung des Beschuldigten brachte vor, das Urteil der Vor-

instanz sei im Sinne von Art. 409 StPO aufzuheben, da der Beschuldigte durch 

vorbefasste Richter in Verletzung seines Gehörsanspruchs verurteilt worden sei. 

Die Hauptverhandlung habe 2,5 Tage gedauert, unterbrochen nur von den Mit-

tagspausen. Für die Urteilsberatung habe das Gericht nur gerade eine Stunde 

verwendet. Die Verhandlung sei um 12.00 Uhr geschlossen, das Urteil bereits um 

13.30 Uhr verkündet worden. Es sei schlicht nicht möglich, in einer Stunde eine 

umfassende Beratung unter Einbezug aller Richter durchzuführen. Das Gericht 

habe zwei Täter, verschiedenste Delikte und schwierige Rechtsfragen zu beurtei-

len gehabt. In einer Stunde könne der sehr umfangreiche Sachverhalt nicht gehö-

rig im Gremium diskutiert, die einzelnen Rechtsfragen abgeklärt, eine Subsumie-

rung des Sachverhaltes erfolgen und im Rahmen der Strafzumessung die persön-

lichen Verhältnisse der Beschuldigten ausreichend gewürdigt werden. Damit sei 

das Gericht nicht ordnungsgemäss zusammengesetzt, voreingenommen und be-

fangen gewesen und habe den Anspruch des Beschuldigten auf rechtliches Ge-

hör verletzt (HD Urk. 103 S. 4 f.).  

- 8 - 

 Auf diesen Rückweisungsantrag des Beschuldigten kann bereits aus formel-

len Gründen nicht eingetreten werden, da der Antrag zu spät gestellt wurde. Die 

diesbezüglichen Vorbringen hätten spätestens als Vorfrage in den Berufungspro-

zess eingebracht werden müssen. Dies geschah nicht (vgl. Prot. II S. 7). Wäre 

dem Antrag nämlich stattgegeben worden, hätte sich die Durchführung der Beru-

fungsverhandlung erübrigt.  

 Auch in materieller Hinsicht erweist sich der Antrag auf Rückweisung wegen 

Befangenheit als unbegründet. Zwar ist der Verteidigung beizupflichten, dass die 

Verhandlung zweieinhalb Tage (Prot. I S. 11 ff.) und die Beratung (nur) von 11.50 

Uhr bis 13.30 Uhr – mithin eine Stunde und 40 Minuten – gedauert hat (Prot. I 

S. 34). Es gilt jedoch zu bedenken, dass der Urteilsfindungs- und Meinungsbil-

dungsprozess bereits während der Hauptverhandlung und nicht erst in der Bera-

tung einsetzt. Des Weiteren dauerte die erstinstanzliche Hauptverhandlung auch 

deshalb sehr lange, da über die Taten zweier Beschuldigter – mit den üblichen 

Folgen (zwei Einvernahmen, zwei Verteidigerplädoyers, längeres Plädoyer der 

Anklagebehörde) – zu befinden war. Indes deckten sich viele der sich stellenden 

Fragen. Aus diesen Gründen kann aus dem Umstand, dass die Beratung nur et-

was mehr als eineinhalb Stunden gedauert hat, keine Befangenheit abgeleitet 

werden. 

II.  Sachverhalt 

 1. Bezüglich des Raubüberfalles auf die F._____-Tankstelle in G._____ 

(Nebendossier 1) war der Beschuldigte auch anlässlich der Berufungsverhand-

lung weitestgehend geständig und bestritt lediglich, die Privatklägerin gewürgt zu 

haben (Prot. II S. 20 ff.; vgl. auch HD Urk. 103 S. 6). Der Sachverhalt kann somit, 

da er ansonsten mit dem übrigen Untersuchungsergebnis übereinstimmt, mit die-

ser Ausnahme als erstellt gelten, und es ist im Folgenden nur noch zu prüfen, ob 

der Beschuldigte die Privatklägerin gewürgt hat.  

 Der Beschuldigte bestätigte auf entsprechende Fragen des Präsidenten, 

dass er die Privatklägerin in einem Schwitzkasten gehabt habe, er stellte jedoch 

- 9 - 

in Abrede, sie mit beiden Händen gewürgt zu haben. Es stimme aber, dass er zu-

gedrückt habe (Prot. II S. 22). Der Sachverhalt lässt sich also insofern erstellen, 

als unter dem Begriff "Würgen" ein Würgen im Sinne von "dem Opfer von hinten 

den Arm um den Hals legen" zu verstehen ist. Zwar führte die Privatklägerin aus, 

der Beschuldigte habe ihr mit der rechten Hand an den Hals gegriffen und sie ge-

würgt (ND 1 Urk. 6 S. 2 Mitte; vgl. auch ND 1 Urk. 7 S. 4). Bereits in der darauf-

folgenden Antwort sprach sie aber davon, dass der Beschuldigte sie mit seinem 

rechten Unterarm in den Würgegriff genommen habe (ND 1 Urk. 6 S. 2 unten). 

Hinzu kommt, dass Opfer von Würgeangriffen selber nicht sehen können, wie sie 

gewürgt werden, sondern dies nur spüren. Der Sachverhalt kann daher insofern 

erstellt werden, als der Beschuldigte die Privatklägerin mit dem Unterarm würgte 

und den Druck dann noch verstärkte. Aufgrund der Aussagen C._____s, wonach 

die Privatklägerin so komische Geräusche gemacht habe, weil der Beschuldigte 

sie gewürgt habe (HD Urk. 2 S. 2), und der Privatklägerin, dass ihr schwarz vor 

Augen geworden sei und sie ihren Körper nicht mehr gespürt habe (ND 1 Urk. 7 

S. 5), ist auch davon auszugehen, dass es der Privatklägerin – wie in der Ankla-

geschrift formuliert – schwarz vor den Augen wurde und sie ihren Körper nicht 

mehr spürte.  

 Der Anklagesachverhalt gemäss Nebendossier 1 kann somit mit der er-

wähnten Konkretisierung betreffend das Würgen erstellt werden und ist dem Urteil 

zugrunde zu legen.  

 2. Hinsichtlich des Raubüberfalles auf die Firma H._____ AG bzw. deren 

Chef H1._____ (Nebendossier 2) zeigte sich der Beschuldigte vollumfänglich ge-

ständig (Prot. II S. 25 ff.), und auch der Verteidiger erhob betreffend diesen 

Schuldspruchs keine Einwendungen (HD Urk. 103 S. 6). Für die rechtliche Würdi-

gung bzw. die Strafzumessung den Beschuldigten betreffend kann an dieser Stel-

le offen gelassen werden, von wem er den Revolver erhielt, oder ob es sich allen-

falls um seine eigene Waffe handelte; beim Beschuldigten wurde zwar Munition 

sichergestellt, diese passt jedoch nicht zum beim Raubüberfall verwendeten Re-

volver (HD Urk. 13/4). Ebenfalls offen gelassen werden kann, ob der Beschuldigte 

mit C._____ in einem Personenwagen oder mit der S-Bahn vom Bahnhof Win-

- 10 - 

terthur nach Hause gefahren ist, und ob die Beute im Verhältnis 40% (C._____) 

zu 60% (Beschuldigter) geteilt wurde.  

 Der Anklagesachverhalt gemäss Nebendossier 2 ist somit – mit den soeben 

erwähnten Präzisierungen – als rechtsgenügend erstellt zu betrachten und dem 

Urteil zugrunde zu legen.  

 3. Auch der Anklagesachverhalt gemäss Nebendossier 3 ist vom Be-

schuldigten weitgehend anerkannt. Er gab im Rahmen der Berufungsverhandlung 

denn auch zu Protokoll, der Tatablauf sei genau so, wie er geschildert worden sei. 

Es stimme aber nicht, dass die Schussabgabe unkontrolliert gewesen sei und er 

die Leute absichtlich in Lebensgefahr gebracht habe (Prot. II S. 30). Dazu ist fest-

zuhalten, dass die Anklage die Schussabgabe nicht als unkontrolliert bezeichnet, 

sondern lediglich ausführt, von dort aus (dem Ein-/Ausgangsbereich) habe er (der 

Beschuldigte) aus seiner Waffe in flachem Winkel nach oben einen Schuss in 

Richtung des Büros des rechten Bankschalters abgefeuert, […] (HD Urk. 27 S. 9). 

Ob die Schussabgabe kontrolliert erfolgte, ist somit für die Sachverhaltserstellung 

nicht relevant.  

 Die Anklage wirft dem Beschuldigten weiter vor, durch die willentliche 

Schussabgabe die im geschlossenen Schalterraum anwesenden Personen in 

konkrete, unmittelbare und akute Lebensgefahr gebracht zu haben […] (HD 

Urk. 27 S. 9). Da die Beurteilung, ob eine konkrete, unmittelbare und akute Le-

bensgefahr bestanden hat, einen engen Zusammenhang mit der rechtlichen Wür-

digung des Sachverhaltes aufweist, ist sie an jener Stelle vorzunehmen (vgl. so-

gleich III.). 

 Der Anklagesachverhalt gemäss Nebendossier 3 kann deshalb mit den er-

wähnten Ausnahmen und Konkretisierungen als rechtsgenügend erstellt gelten 

und ist dem Urteil im Folgenden zu Grunde zu legen.  

- 11 - 

III.  Rechtliche Würdigung 

 1. Die Verteidigung beantragt, den Beschuldigten des mehrfachen Rau-

bes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 und Ziff. 3 Abs. 3 StGB schuldig zu spre-

chen. Sie macht geltend, der Sachverhalt bezüglich des Raubüberfalls auf die 

E._____ … vom 24. November 2010 sei nicht als qualifizierter Tatbestand im Sin-

ne von Art. 140 Ziff. 4 StGB zu würdigen. Sodann sei im Vorgehen der Täter kei-

ne Bandenmässigkeit zu sehen. Diese Qualifikation habe zu entfallen 

(HD Urk. 93; HD Urk. 103). 

 Die Staatsanwaltschaft beantragt, das vorinstanzliche Urteil im Schuldpunkt 

zu bestätigen (HD Urk. 102). 

 2. Raubüberfall auf die F._____-Tankstelle (Nebendossier 1) 

 Bezüglich des Raubüberfalls auf die F._____-Tankstelle in G._____ ist mit 

der Verteidigung und der Anklagebehörde festzustellen, dass das Verhalten des 

Beschuldigten unter den Tatbestand des (einfachen) Raubes im Sinne von 

Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB zu subsumieren ist. Ein qualifizierter Raub im Sinne 

von Art. 140 Ziff. 3 Abs. 3 StGB läge vor, wenn der Täter sonst wie durch die Art, 

wie er den Raub begeht, seine besondere Gefährlichkeit offenbart. Vorausset-

zung für die Bejahung der besonderen Gefährlichkeit bildet eine gegenüber dem 

Grundtatbestand erhebliche Erhöhung des Unrechtsgehaltes der Tat (DO-

NATSCH/FLACHSMANN/HUG/WEDER, Schweizerisches Strafgesetzbuch, 18. Aufl., 

Zürich 2010, N 16 zu Art. 140), was sich an einer Mindeststrafe von zwei Jahren 

Freiheitsstrafe zeigt. Der Beschuldigte hat die Privatklägerin am Abend nach Fei-

erabend abgepasst, sie in einen Würgegriff genommen und ihr eine Schreck-

schusswaffe an die Schläfe gehalten. Den Würgegriff hat er in der Folge noch-

mals verstärkt und sie durch die Lokalitäten der Tankstelle geschleift. Zudem war 

noch ein zweiter Räuber (C._____) zugegen. Dieses Vorgehen bewegt sich an 

der Grenze zum qualifizierten Raub im Sinne von Art. 140 Ziff. 3 Abs. 3 StGB, es 

vermag die Grenze allerdings noch nicht zu überschreiten. Denn auch der Grund-

tatbestand des Raubes beinhaltet ein gewisses Mass an Aggressivität und Ge-

walttätigkeit, die Gewalt muss nicht nur darauf gerichtet sein, den Widerstand des 

- 12 - 

Opfers zu brechen (BSK Strafrecht II-NIGGLI/RIEDO, 2. Aufl., Basel 2007, N 19 zu 

Art. 140). Das brutale, rücksichtslose und rabiate Verhalten des Beschuldigten 

gegenüber der Privatklägerin wird demzufolge im Rahmen der Strafzumessung 

verschuldenserhöhend zu beachten sein (vgl. hinten IV.). 

 3. Raubüberfall auf die Firma H._____ AG (Nebendossier 2) 

 Auch beim Überfall in … auf die Firma H._____ AG bzw. H1._____ stellt 

sich die Frage, ob ein (einfacher) Raub im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB 

oder ein qualifizierter Raub im Sinne von Art. 140 Ziff. 3 Abs. 3 StGB vorliegt. Der 

Beschuldigte verwendete eine zwar funktions- bzw. schussfähige, aber nicht ge-

ladene Waffe, mit der er sein über 60-jähriges Opfer einschüchterte; Munition hat-

te er nicht in Griffweite. Er versetzte H1._____ zusätzlich einen Stoss, so dass 

dieser über seinen Bürostuhl fiel und rücklings auf dem Boden lag, was auf ein 

gewisses Aggressionspotential schliessen lässt. Auf der anderen Seite ist zu be-

rücksichtigen, dass sich H1._____ gemäss Darstellung des Beschuldigten (Prot. II 

S. 26) heftig gewehrt hat. Mit der Staatsanwaltschaft und der Verteidigung ist da-

her davon auszugehen, dass die Voraussetzungen für einen qualifizierten Raub 

gemäss Art. 140 Ziff. 3 Abs. 3 StGB nicht gegeben sind und das Verhalten des 

Beschuldigten als (einfacher) Raub im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB zu 

beurteilen ist.  

 4. Raubüberfall auf die E._____ (Nebendossier 3) 

 4.1 In Bezug auf den Überfall auf die E._____ … beantragt die Staatsan-

waltschaft eine Bestrafung des Beschuldigten wegen qualifizierten Raubes (Le-

bensgefahr) im Sinne von Art. 140 Ziff. 4 StGB. 

 Die Qualifikation gemäss Art. 140 Ziff. 4 StGB ist gegeben, wenn der Täter 

das Opfer in Lebensgefahr bringt, ihm eine schwere Körperverletzung zufügt oder 

es grausam behandelt. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung setzt die 

Anwendbarkeit von Art. 140 Ziff. 4 StGB voraus, dass es sich um eine stark er-

höhte konkrete Gefahr oder um eine konkrete, sehr naheliegende Gefahr handelt, 

in die der Täter das Opfer bringt. Beim Einsatz von Schusswaffen gilt diese Vor-

- 13 - 

aussetzung als erfüllt, wenn die geladene Waffe entsichert und durchgeladen  

oder gespannt ist, so dass ein Schuss jederzeit ausgelöst werden oder sich un-

gewollt lösen und das Opfer töten kann. Zwar muss der Täter nicht den Vorsatz 

haben, das Opfer notfalls zu töten, doch muss sich dieser auf die Verwirklichung 

der Todesgefahr richten, d.h. der Räuber muss mit Wissen und Willen das Opfer 

in eine Lage versetzen, bei der eine sehr nahe Lebensgefahr ohne weiteres Zutun 

des Täters in einen Tötungserfolg umschlagen kann, wobei ein entsprechender 

Eventualvorsatz genügen soll. In concreto betrachtet das Bundesgericht den Qua-

lifikationsgrund des In-Lebensgefahr-Bringens etwa dann als erfüllt, wenn der Tä-

ter eine durchgeladene, ungesicherte Pistole auf sein Opfer richtet (NIGGLI/RIEDO, 

a.a.O., N 125 f. zu Art. 140; BGE 117 IV 419). Das Bundesgericht bestätigte so-

dann einen Entscheid der II. Strafkammer des Obergerichts Zürich vom 19. Mai 

2004 (SE040001), in welchem die Qualifikation des Raubes im Sinne von Art. 140 

Ziff. 4 StGB bejaht wurde, da der Täter die Waffe – in die Fluchtrichtung des zuvor 

von ihm bedrohten Verkäufers des überfallenen Ladenlokals zielend – geladen 

hatte, um seiner Drohung Nachachtung zu verschaffen und wobei sich bei der 

Ladebewegung ein Schuss gelöst und eine unmittelbar neben dem Verkäufer ste-

hende Person am Fuss getroffen hatte. Die erkennende Kammer hielt in ihrem 

Entscheid fest, dass im Anschluss durch die durch den Täter ausgeführte Lade-

bewegung für Personen im ungefähren Zielbereich der Waffe eine konkrete, sehr 

nahe Lebensgefahr bestanden habe, auch wenn es beim oder nach dem Lade-

vorgang zu keiner Schussauslösung gekommen wäre. Zu berücksichtigen sei da-

bei, dass bei geladenen Handfeuerwaffen bereits geringfügige Bewegungen der 

Hand, des Armes oder des Körpers ausreichten, um den Bereich der möglichen 

Trefferzone auszuweiten (Urteil 6S.262/2004 vom 10. August 2005). 

 In den vorstehend genannten Entscheiden ging es darum, dass ein Schuss 

jederzeit ausgelöst werden oder sich ungewollt lösen kann, wenn die geladene 

Waffe entsichert und durchgeladen oder gespannt ist, und diesfalls deshalb das 

Vorliegen einer stark erhöhten konkreten Gefahr oder einer konkreten, sehr nahe-

liegenden Gefahr angenommen werden muss. Vorliegend geht es jedoch nicht 

um die Gefahr, dass sich ein Schuss hätte lösen können. Vielmehr wurde vorsätz-

- 14 - 

lich geschossen, weshalb zu prüfen ist, ob durch die Schussabgabe eine Lebens-

gefahr für die in der Bank anwesenden Personen hervorgerufen wurde. 

 4.2 Es ist unbestritten, dass der Beschuldigte vor dem Verlassen der 

E._____ aus seiner Waffe einen Schuss in die Decke über dem rechten Bank-

schalter feuerte. Auf den Bildern der Fotodokumentation des Forensischen Insti-

tuts Zürich ist erkennbar, dass das Projektil aus dem Revolver in der Decke über 

dem Schalterpult stecken blieb und Deckenabsplitterungen auf die Oberfläche 

des Pults fielen (ND 3 Urk. 5). Kurz vor der Schussabgabe hatten sich die Bank-

angestellten I._____ und J._____ sowie die Kundin K._____ in der Nähe des 

Bankschalters befunden, wie sich aus den Bildern der Überwachungskamera 

ergibt (ND 3 Urk. 6). Die Kundin K._____ legte sich vor dem Bankschalter zu Bo-

den, die beiden Bankangestellten befanden sich im hinteren Teil der Bank. Der 

Beschuldigte schoss vom Ein-/Ausgangsbereich her in flachem Winkel gegen die 

Decke. Da es sich um eine Gipsdecke handelte (vgl. ND 3 Urk. 5 S. 18 f.), sind 

bzw. waren Abpraller (an der Decke) höchst unwahrscheinlich. Das Projektil hätte 

aber nicht nur an der Decke, sondern auch an der sich in der Nähe der Bank-

schalter befindlichen Säule abprallen können. Die Fotodokumentation zeigt indes, 

dass sich diese Säule doch relativ weit weg vom Einschussloch befindet (vgl. 

ND 3 Urk. 5). Kommt hinzu, dass, selbst wenn sich die Opfer im Rahmen des dy-

namischen Geschehens oder in einer Panikreaktion erhoben hätten, der Schuss 

deutlich über sie hinweggeflogen wäre.   

 Auf dem Video der Überwachungskamera ist zu sehen, wie der Beschuldigte 

hinausläuft, sich nochmals nach rechts umdreht und schiesst (ND 3 Urk. 6). Dar-

aus schliesst die Vorinstanz, dass unter diesen Umständen nicht von einem kon-

trollierten Schuss die Rede sein könne (HD Urk. 88 S. 26). Dieser Auffassung 

kann nicht beigepflichtet werden. Betrachtet man die Filmaufnahmen nämlich mit 

richtiger Geschwindigkeit, stellt man fest, dass der Beschuldigte den Schuss zwar 

in einer Drehbewegung abgegeben hat, er aber die Waffe auf die Decke richtete 

und kontrolliert gegen die Decke geschossen hat. Dass der Beschuldigte in der 

Lage ist, einen Schuss auch in einer Drehbewegung kontrolliert abzugeben, kann 

angesichts des Umstands, dass er im Umgang mit Waffen seit seiner Kindheit 

- 15 - 

vertraut ist und über entsprechende Erfahrung verfügt (Prot. II S. 26), voraus-

gesetzt werden. 

 4.3 Angesichts der hohen Mindeststrafe von fünf Jahren Freiheitsstrafe 

(analoge Strafandrohung wie für eine vorsätzliche Tötung gemäss Art. 111 StGB) 

drängt sich eine restriktive Auslegung des Begriffs der Lebensgefahr im Sinne von 

Art. 140 Ziff. 4 StGB auf. Gemäss Bundesgericht wird denn auch eine konkrete, 

naheliegende, unmittelbare, akute und hochgradige Lebensgefahr vorausgesetzt 

(Urteil 6B_756/2008 vom 20. Januar 2009). In objektiver Hinsicht hat der Be-

schuldigte durch die oben beschriebene, kontrollierte Schussabgabe in die Decke 

keine solche Lebensgefahr geschaffen, das Projektil blieb in der Gipsdecke ste-

cken, die Gefahr von Abprallern war wegen der Gipsdecke äusserst gering, die 

Säule war verhältnismässig weit weg und, selbst wenn sich die Opfer erhoben 

hätten, wären sie vom Schuss nicht getroffen worden.  

 Auch durch das Hantieren bzw. Herumfuchteln mit der Waffe vor der 

Schussabgabe schuf der Beschuldigte keine Lebensgefahr im Sinne von Ziff. 4 

von Art. 140 StGB. Da sich die Patrone gemäss den nicht widerlegbaren Aussa-

gen des Beschuldigten (damit er sich versehentlich nicht selbst verletzt) in der 

zweiten Kammer befand (Prot. II S. 36), hätte bzw. hat er zwei Mal abdrücken 

müssen, um einen Schuss auszulösen. Dadurch entstand somit auch keine Le-

bensgefahr im Sinne von Art. 140 Ziff. 4 StGB.  

 4.4 Die Verteidigung beantragte die Einholung eines ballistischen Gutach-

tens. Ein solches könnte indes nur Aussagen über die tatsächliche Situation, nicht 

aber über die Vorstellungen des Täters machen. Dass eine Gipsdecke einen 

Schuss auffängt und Abpraller höchst unwahrscheinlich sind, ist notorisch. Zudem 

befand sich – wie bereits ausgeführt – die Säule verhältnismässig weit vom Ein-

schussloch entfernt und selbst bei Aufstehen der Opfer wäre der Schuss über sie 

hinweggeflogen. Vor der Schussabgabe und insbesondere gegenüber dem Bank-

angestellten I._____, der vom Beschuldigten am Nacken gepackt und Richtung 

Tresor geführt wurde, bestand keine Lebensgefahr, da sich die Patrone in der 

zweiten Kammer befand und der Beschuldigte demzufolge zwei Mal hätte abdrü-

- 16 - 

cken müssen, um einen Schuss abzufeuern. Vor diesem Hintergrund kann von 

der Einholung eines ballistischen Gutachtens abgesehen werden.  

 4.5 Dass der Beschuldigte durch die Art, wie er den Raub begangen hat, 

seine besondere Gefährlichkeit im Sinne von Art. 140 Ziff. 3 Abs. 3 StGB offen-

barte, steht ausser Zweifel. Das Mitführen einer geladenen Waffe und deren Ein-

satz – Schussabgabe in einem geschlossenen Raum, in dem sich drei Personen 

befinden in deren Richtung – erhöht den Unrechtsgehalt einer Tat (gegenüber ei-

nem einfachen Raub) erheblich. Das Bundesgericht erblickte denn auch eine be-

sondere Gefährlichkeit darin, dass die Täterschaft eine gezogene Schusswaffe 

zur Bedrohung eines Opfers verwendet, ohne sie durchgeladen oder gespannt 

bzw. entsichert zu haben (BGE 117 IV 423). Dies muss umso mehr gelten, wenn 

gar ein Schuss abgegeben wird. Die Qualifikation der besonderen Gefährlichkeit 

im Sinne von Art. 140 Ziff. 3 Abs. 3 StGB ist daher gegeben. 

 5. Bandenmässigkeit (Art. 140 Ziff. 3 Abs. 2 StGB) 

 Ein qualifizierter Raub im Sinne von Art. 140 Ziff. 3 Abs. 2 StGB liegt vor, 

wenn der Täter den Raub als Mitglied einer Bande ausführt, die sich zur fortge-

setzten Verübung von Raub oder Diebstahl zusammengefunden hat. Nach der 

allgemeinen Formulierung des Bundesgerichts ist Bandenmässigkeit gegeben, 

wenn zwei oder mehrere Täter sich mit dem ausdrücklich oder konkludent geäus-

serten Willen zusammenfinden, inskünftig zur Verübung mehrerer selbständiger, 

im Einzelnen möglicherweise noch unbestimmter Straftaten zusammenzuwirken. 

Es macht hierbei keinen Unterschied, ob zwei oder mehrere Täter vorhanden 

sind; entscheidend ist einzig der ausdrücklich oder konkludent manifestierte Wille, 

im oben erwähnten Sinn zusammenzuwirken (NIGGLI/RIEDO, a.a.O., N 116a zu 

Art. 139). Bereits aus der Definition des Bundesgerichts lässt sich schliessen, 

dass zwei Täter genügen, um als Bande zu handeln (so auch TRECHSEL/CRAMERI, 

StGB PK, N 16 zu Art. 139; BGE 135 IV 158 E. 3.3). Im Weiteren kann auf die 

diesbezüglichen Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 

StPO; HD Urk. 88 S. 29 f.). 

- 17 - 

 Vor Vorinstanz führte der Mitbeschuldigte C._____ auf die Frage, wie sie auf 

die Idee gekommen seien, etwas Unsauberes zu machen, aus, er und der Be-

schuldigte seien in einer schwierigen finanziellen Situation gewesen und irgend-

wie dann auf dieses Thema gekommen. Der Beschuldigte bestätigte, dass beide 

Geldprobleme gehabt hätten. Irgendwie sei es dann dazu gekommen, dass sie 

auf diesen Weg gelangt seien (HD Urk. 62 S. 2). Weiter geht aus ihren Ausfüh-

rungen hervor, dass sie den Überfall auf die Tankstelle gemeinsam geplant hatten 

(HD Urk. 62 S. 4). Bezüglich des Raubes in der Reinigungsfirma führte C._____ 

aus, sie hätten darüber gesprochen, wo Geld zu holen sei und dann sei ihm diese 

Idee in den Sinn gekommen (HD Urk. 65 S. 2). Betreffend den dritten Raub erklär-

te C._____, als sie einmal zufällig bei der E._____ gewesen seien, seien sie auf 

das Thema zu sprechen gekommen, dass diese Filiale für einen Überfall geeignet 

wäre. Der Beschuldigte hingegen führte aus, dass C._____ gesagt habe, dass er 

einen Platz kenne, wo es bestimmt viel Geld habe, und er ihm dann die Bank ge-

zeigt habe (HD Urk. 65 S. 13 f.). Im Rahmen der Berufungsverhandlung erklärte 

der Beschuldigte, beide hätten die Idee zum Raub auf die Tankstelle gehabt, der 

Grund sei Geldnot bei ihm und C._____ gewesen (Prot. II S. 20 f.). Bezüglich des 

Raubes auf die Firma H._____ AG führte er aus, beide hätten die Idee gehabt, 

der Vorschlag sei aber von C._____ gekommen, der dort gearbeitet habe (Prot. II 

S. 25). Auch die Idee zum Raub auf die E._____ hätten beide gehabt (Prot. II 

S. 30). Auslöser für diese Überfälle sei eine Kombination von Geldnot, Naivität 

und falschen Vorstellungen gewesen (Prot. II S. 38). Auch C._____ gab an, aus 

finanziellen Gründen die Raubtaten begangen zu haben (Prot. II S. 44) und er be-

stätigte, dass die Idee zum Raubüberfall auf die E._____ von beiden gekommen 

sei; er habe zu jenem Zeitpunkt kein Geld gehabt, dies sei der Auslöser für die 

Überfälle gewesen (Prot. II S. 50 und S. 55). 

 Zwischen dem ersten und dem zweiten Raubüberfall vergingen über zwei 

Monate, was nicht dafür spricht, dass die Beschuldigten bereits beim ersten Raub 

geplant hätten, noch weitere Überfälle zu verüben. Zudem wurde das Vermum-

mungsmaterial nach dem ersten Raub entsorgt (Prot. II S. 24), was ebenfalls ge-

gen die Annahme von Bandenmässigkeit beim ersten Raubüberfall spricht. Dar-

über hinaus änderte sich ab dem zweiten Raub die Arbeitsteilung zwischen dem 

- 18 - 

Beschuldigten und C._____ massgeblich. Sie verstärkte und verfeinerte sich, in-

dem C._____ als Tippgeber und teilweise als Fahrer auftrat und der Beschuldigte 

die Aus- und Durchführung der geplanten Taten übernahm. Da dem zweiten Raub 

der dritte Überfall bereits innert Monatsfrist folgte, ist bezüglich dieser Taten von 

Bandenmässigkeit auszugehen, zumal der Beschuldigte zugegeben hat, dass es 

wahrscheinlich so weiter gegangen wäre, wäre er nicht ins Gefängnis gekommen 

(Prot. II S. 38). Selbst wenn die Beschuldigten nicht ausdrücklich vereinbart hat-

ten, nunmehr fortgesetzt weitere Straftaten zu verüben, so geht aus ihrem Verhal-

ten doch konkludent hervor, dass ein entsprechender Wille vorgelegen hat. Sie 

hatten im Herbst 2010 beide nach wie vor finanzielle Probleme und sie zogen, 

nachdem der erste Raub Geld gebracht hatte, offensichtlich in Betracht, gemein-

sam auch in Zukunft solche Straftaten zu verüben, um an weitere finanzielle Mittel 

zu gelangen. So führte in der Folge der eine Raub zum anderen, insbesondere 

auch weil beim zweiten Raub nicht der erhoffte Geldbetrag erbeutet werden konn-

te, ohne dass beide Male neu über das Zusammenwirken entschieden werden 

musste. Vielmehr bildete sich der Wille, gemeinsam weiter zu delinquieren im 

Verlaufe der Zeit wie von selbst und es ging nachher nur noch darum, jeweils ein 

neues Objekt zu bestimmen, bei welchem Geld zu holen war. Die von den Be-

schuldigten gestartete Deliktserie wurde jedoch bald durch ihre Verhaftung been-

det. Es kann demnach für den zweiten und den dritten Raubüberfall von Banden-

mässigkeit im Sinne von Art. 140 Ziff. 3 Abs. 2 StGB ausgegangen werden. 

 6. Fazit 

 Zusammenfassend ist der Beschuldigte B._____ des mehrfachen, teilweise 

qualifizierten Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB, teilweise in Ver-

bindung mit dessen Ziff. 3 Abs. 2 (ND 2 und ND 3) und teilweise in Verbindung 

mit dessen Ziff. 3 Abs. 3 (ND 3) schuldig zu sprechen. 

IV.  Strafe 

 1. Die Verteidigung beantragt, der Beschuldigte sei mit einer Freiheits-

strafe von vier Jahren, abzüglich 328 Tage Untersuchungshaft, zu bestrafen 

- 19 - 

(HD Urk. 93 S. 3; HD Urk. 103 S. 2). Die Staatsanwaltschaft fordert dagegen eine 

Erhöhung der Freiheitsstrafe auf 13 Jahre und macht geltend, die Vorinstanz ha-

be weder eine Einsatzstrafe definiert, noch allfällige Strafmilderungs-, Strafminde-

rungs-, Strafschärfungs-, bzw. Straferhöhungsgründe als solche diskutiert und zur 

Strafmassfestsetzung in nachvollziehbarer Weise herangezogen. Es sei nicht 

nachvollziehbar, wie die Vorinstanz – ohne Vorliegen von Strafmilderungsgründen 

zufolge voller Schuldfähigkeit des Beschuldigten – dafür halten könne, dass eine 

Strafe am unteren Bereich des Strafrahmens von 7 Jahren als angemessen er-

scheinen sollte. Dem Beschuldigten sei ein äusserst schweres Verschulden und 

eine mehrfache, massive Delinquenz inkl. Schussabgabe beim dritten Raub vor-

zuwerfen (HD Urk. 89 S. 2; HD Urk. 102 S. 2 f.). 

2. a) Hat der Täter durch eine oder mehrere Handlungen die Voraussetzun-

gen für mehrere gleichartige Strafen erfüllt, so verurteilt ihn das Gericht zu der 

Strafe der schwersten Straftat und erhöht sie angemessen. Es darf jedoch das 

Höchstmass der angedrohten Strafe nicht um mehr als die Hälfte erhöhen. Dabei 

ist es an das gesetzliche Höchstmass der Strafart gebunden (Art. 49 Abs. 1 

StGB). Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist bei der Bildung einer Ge-

samtstrafe nach Art. 49 Abs. 1 StGB vorab der Strafrahmen für die schwerste 

Straftat zu bestimmen und alsdann die Einsatzstrafe für die schwerste Tat inner-

halb dieses Strafrahmens festzusetzen. Schliesslich ist die Einsatzstrafe unter 

Einbezug der anderen Straftaten in Anwendung des Asperationsprinzips ange-

messen zu erhöhen. Das Gericht hat mithin in einem ersten Schritt gedanklich die 

Einsatzstrafe des schwersten Delikts festzulegen, indem es alle diesbezüglichen 

straferhöhenden und strafmindernden Umstände einbezieht. In einem zweiten 

Schritt hat es die Strafe zu erhöhen, um die weiteren Delikte zu sanktionieren. 

Auch dort muss es den jeweiligen Umständen Rechnung tragen (BGE 

6B_865/2009 vom 25. März 2010 E. 1.2.2). Als schwerste Tat gilt jene, die ge-

mäss abstrakter Strafdrohung des Gesetzes mit der höchsten Strafe bedroht ist 

(BGE 6B_885/2010 vom 7. März 2011 E. 4.4.1). 

 b) Qualifizierter Raub im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB in Verbin-

dung mit Ziff. 3 Abs. 2 StGB und in Verbindung mit Ziff. 3 Abs. 3 StGB ist mit 

- 20 - 

Freiheitsstrafe nicht unter zwei Jahren bedroht, womit der Raubüberfall auf die 

E._____ das schwerste vom Beschuldigten begangene Delikt ist. Der Strafrah-

men erstreckt sich somit von 2 Jahren Freiheitsstrafe bis zu 20 Jahren Freiheits-

strafe (Art. 40 StGB).  

Innerhalb des festgelegten Strafrahmens misst das Gericht die Strafe nach 

dem Verschulden des Täters zu. Es berücksichtigt das Vorleben und die persönli-

chen Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf dessen Leben (Art. 47 Abs. 1 

StGB). Das Verschulden wird nach der Schwere der Verletzung oder Gefährdung 

des betroffenen Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit des Handelns, den Beweg-

gründen und Zielen des Täters sowie danach bestimmt, wie weit der Täter nach 

den inneren und äusseren Umständen in der Lage war, die Gefährdung oder Ver-

letzung zu vermeiden (Art. 47 Abs. 2 StGB). Ausgangspunkt bei der Strafzumes-

sung ist die objektive Tatschwere, d.h. die Schwere der Verletzung oder Gefähr-

dung des betroffenen Rechtsguts bzw. der schuldhaft verursachte Erfolg. Ebenso 

massgeblich ist die subjektive Tatschwere, die sich aus der Intensität des delikti-

schen Willens sowie den Beweggründen für die Tat ergibt. Mit zu berücksichtigen 

sind schliesslich das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse des Täters. 

 Betreffend die objektive Tatschwere ist hervorzuheben, dass der Beschul-

digte durch den Einsatz des geladenen Revolvers, d.h. einerseits dadurch, dass 

er damit den Bankangestellten drohte, und andererseits durch die Schussabgabe, 

I._____, J._____ und K._____ in Todesangst versetzte. Zusätzlich packte er 

I._____ am Nacken und führte ihn zuerst Richtung Tresor und anschliessend wie-

der zum Schalterbereich. Der Beschuldigte handelte kühn, abgeklärt und überlegt. 

Sein Vorgehen war brutal und rücksichtslos und zeugt von einer erheblichen kri-

minellen Energie. Ausserdem handelte er dabei als Mitglied einer Bande. Weiter 

zu berücksichtigen ist, dass der Deliktsbetrag von Fr. 3'420.– und € 18'480.– nicht 

unerheblich ist. Sein Verschulden wiegt in objektiver Hinsicht im Rahmen des 

qualifizierten Raubes nicht mehr leicht. 

 Was die subjektive Tatschwere betrifft, so handelte der Beschuldigte direkt-

vorsätzlich. Seine Motive waren egoistisch, da er aus rein finanziellen Interessen 

delinquierte. Als er die Beute bereits ergattert hatte und er schon am Herausge-

- 21 - 

hen war, liess er noch einen Schuss zur Einschüchterung (vgl. Prot. II S. 36) fal-

len, was absolut unnötig war und von einem intensiven deliktischen Willen zeugt. 

In subjektiver Hinsicht wiegt das Verschulden daher recht schwer. 

Insgesamt erweist sich für den qualifizierten Raub im Sinne von Art. 140 

Ziff. 1 Abs. 1 in Verbindung mit Ziff. 3 Abs. 2 und Abs. 3 StGB zum Nachteil der 

E._____ eine Einsatzstrafe von 5 Jahren Freiheitsstrafe als angemessen. 

c) Straferhöhend wirken sich die weiteren Delikte d.h. der (einfache) Raub 

im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB zum Nachteil der F._____-Tankstelle, 

der bandenmässige Raub im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 in Verbindung mit 

Ziff. 3 Abs. 2 StGB zum Nachteil der H._____ sowie die mehrfache Widerhand-

lung gegen das Waffengesetz im Sinne von Art. 33 Abs. 1 lit. a WG in Verbindung 

mit Art. 4 Abs. 1 lit. a, c, d und g und Abs. 5 WG sowie Art. 7 WG und Art. 12 

Abs. 1 Waffenverordnung aus. Die mehrfache Widerhandlung gegen das Waffen-

gesetz tritt neben dem mehrfachen Raub in den Hintergrund. Dennoch fällt beim 

Waffendelikt nicht nur eine Geldstrafe, sondern eine Freiheitsstrafe in Betracht, da 

zwei der Waffen auch zur Ausübung der Straftaten benutzt wurden.  

Betreffend den Raubüberfall auf die F._____-Tankstelle wiegt das Verschul-

den des Beschuldigten in objektiver und subjektiver Hinsicht schwer. Zwar ver-

wendete der Beschuldigte nur eine Schreckschusspistole, aber er und C._____ 

passten die Privatklägerin nach Arbeitsschluss ab, der Beschuldigte nahm sie in 

den Schwitzkasten und würgte sie so stark, dass ihr schwarz vor den Augen wur-

de und sie ihren Körper nicht mehr spürte. Das Vorgehen des Beschuldigten (und 

C._____s) war auch bei dieser Tat zielgerichtet, abgeklärt und überlegt. Die Pri-

vatklägerin wurde durch die Drohung mit der Schreckschusspistole und die verba-

len Drohungen in Todesangst versetzt und litt nach dem Raubüberfall an einer 

posttraumatischen Belastungsstörung (HD Urk. 64/2). In einer Gesamtbetrach-

tung bewegt sich das Vorgehen beim Überfall der Tankstelle im Grenzbereich 

zum qualifizierten Raub wegen besonderer Gefährlichkeit im Sinne von Art. 140 

Ziff. 3 Abs. 3 StGB.  

- 22 - 

Den Geschädigten H1._____ überraschte der Beschuldigte frühmorgens als 

dieser allein im Büro war, er versetzte ihm zusätzlich einen Stoss, so dass dieser 

nach hinten fiel, und er bedrohte ihn mit einem – zwar nicht geladenen – Revolver 

und verbal, was den Geschädigten in Todesangst versetzte.  

Damit legte der Beschuldigte bezüglich der Raubüberfälle auf die F._____-

Tankstelle und die H._____ AG ein brutales und skrupelloses Verhalten an den 

Tag. Die Deliktsbeträge von Fr. 1'300.– bzw. ca. Fr. 2'450.– (plus den Wert des 

iPhones von Fr. 600.–) sind zwar nicht allzu hoch, der Beschuldigte war aber auf 

mehr aus (vgl. Prot. II S. 24 und S. 25). Er handelte direktvorsätzlich und aus rein 

finanziellen Motiven. 

Für den bandenmässigen Raub (Nebendossier 2) allein ist eine Freiheits-

strafe von mindestens zwei Jahren angedroht. Hinzu kommt der einfache Raub 

(Nebendossier 1). Zusammenfassend und unter Berücksichtigung des Asperati-

onsprinzips rechtfertigt es sich deshalb, die Einsatzstrafe von 5 Jahren um drei 

Jahre zu erhöhen, weshalb eine Strafe von 8 Jahren Freiheitsstrafe dem gesam-

ten Verschulden des Beschuldigten angemessen erscheint. 

d) Zum Vorleben und den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten 

kann vorab auf die Ausführungen im angefochtenen Entscheid verwiesen werden 

(HD Urk. 88 S. 34).  

Ergänzend (vgl. Prot. II S. 7 ff.; HD Urk. 21/10) ist festzuhalten, dass der Be-

schuldigte am tt.mm.1986 in …, Bosnien, geboren wurde und im Jahr 1990 als 

Asylbewerber in die Schweiz kam, wo er zusammen mit seinem jüngeren Bruder 

L._____ bei seinen Eltern an verschiedenen Orten in der Region Schaffhausen 

aufwuchs. Seine Eltern sind seit ca. drei bis vier Jahren geschieden. Der Be-

schuldigte gab an, die Beziehung zu seiner Familie (Eltern und Bruder) sei gut, 

auch zu seinem Vater, der immer noch in … in psychiatrischer Behandlung sei.  

Der Beschuldigte besuchte die Primar- und die Realschule und begann im 

Anschluss eine Lehre als Maler. Diese wandelte er in eine zweijährige Anlehre 

um, welche er erfolgreich abschloss. In der Folge arbeitete er bei verschiedenen 

- 23 - 

Firmen, gemäss seinen Aussagen überall, wo man Leute gesucht habe, wobei es 

vor allem Temporärstellen gewesen seien. Das letzte Einkommen des Beschuldi-

gen bei der M._____ AG betrug ca. Fr. 4'000.– brutto. Er hat kein Vermögen und 

Schulden von ca. Fr. 40'000.– bis Fr. 50'000.–, welche aus unbezahlten Mieten, 

offenen Krankenkassenrechnungen und Bussen stammen.  

Der Beschuldigte ist ledig und hat keine Kinder; er ist im Besitz der Nieder-

lassungsbewilligung C.   

Aus der Biographie und den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten 

ergeben sich keine Anhaltspunkte, die für die Strafzumessung von wesentlicher 

Bedeutung wären. 

 Allerdings weist der Beschuldigte drei nicht einschlägige Vorstrafen aus den 

Jahren 2008 und 2010 auf (HD Urk. 100). Dies wirkt sich straferhöhend aus. 

Ebenso straferhöhend ist zu berücksichtigen, dass er kurz nach der Verurteilung 

vom 13. August 2010 erneut delinquierte. Dass sich der Beschuldigte weitestge-

hend geständig zeigte und Reue erkennen liess, wirkt sich hingegen strafmin-

dernd aus. Das Geständnis kann jedoch angesichts der relativ deutlichen Beweis-

lage bloss leicht strafmindernd veranschlagt werden. 

 Weitere Straferhöhungs- oder -minderungsgründe sind nicht ersichtlich. Die 

gegebenen Straferhöhungs- und -minderungsgründe heben sich in einer Gesamt-

betrachtung etwa auf. 

 e) Damit bleibt es bei einer Freiheitsstrafe von 8 Jahren als angemesse-

ner Sanktion. Darauf anzurechnen sind bis und mit heute 923 Tage, die durch die 

Untersuchungshaft, welche am 1. Dezember 2010 begann, und den seit dem 

25. Oktober 2011 dauernden vorzeitigen Strafvollzug erstanden sind (Art. 51 

StGB; HD Urk. 18/7, HD Urk. 41, HD Urk. 82). Die Höhe der Freiheitsstrafe er-

laubt weder den bedingten noch den teilbedingten Strafvollzug (vgl. Art. 42 und 43 

StGB). Die Freiheitsstrafe ist deshalb zu vollziehen. 

- 24 - 

V.  Kosten 

 Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe 

ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Beschuldigte ob-

siegt mit seinen Anträgen insofern, als der Schuldspruch wegen qualifizierten 

Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 4 StGB nicht bestätigt wurde. Die Staatsan-

waltschaft obsiegt hingegen dahingehend, dass die Strafe um ein Jahr erhöht 

wurde. Der Rückzug der Berufung der Privatklägerin A._____ ging innerhalb der 

gesetzlichen Frist zur Einreichung der schriftlichen Berufungserklärung im Sinne 

von Art. 399 Abs. 3 StPO ein, weshalb ihr keine Kosten aufzuerlegen sind 

(ZR 110 [2011] Nr. 37). Demzufolge rechtfertigt es sich, die Kosten des Beru-

fungsverfahrens dem Beschuldigten zu zwei Dritteln aufzuerlegen. Aufgrund sei-

ner prekären finanziellen Lage und um die Resozialisierung nicht durch eine Ver-

grösserung des Schuldenbergs zu gefährden, sind ihm diese jedoch zu erlassen 

(Art. 425 StPO; vgl. auch SCHMID, a.a.O., N 4 zu Art. 425). Die übrigen Kosten 

sowie die Kosten der amtlichen Verteidigung sind auf die Gerichtskasse zu neh-

men, ebenso die Kosten der unentgeltlichen Geschädigtenvertretung (vgl. 

Art. 426 Abs. 4 StPO). 

Es wird beschlossen: 

1. Vom Rückzug der Berufung der Privatklägerin A._____ wird Vormerk ge-

nommen. 

2. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Andelfingen vom 

3. Februar 2012 bezüglich Dispositivziffern 1 teilweise (Schuldspruch wegen 

mehrfacher Widerhandlung gegen das Waffengesetz), 3 (Absehen von der 

Anordnung einer Massnahme), 4-8 (Zivilansprüche), 9 und 10 (Einziehun-

gen) sowie 11 und 12 (Kostendispositiv) sowie der gleichentags ergangene 

Beschluss in Rechtskraft erwachsen sind. 

3. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

- 25 - 

4. Rechtsmittel:  

Gegen diesen Entscheid (Ziff. 1) kann bundesrechtliche Beschwerde in 
Strafsachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesge-

richtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte B._____ ist ausserdem schuldig des mehrfachen teilweise 

qualifizierten Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB, teilweise in 

Verbindung mit dessen Ziff. 3 Abs. 2 (ND 2 und ND 3) und teilweise in Ver-

bindung mit dessen Ziff. 3 Abs. 3 (ND 3). 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 8 Jahren Freiheitsstrafe, wovon bis und 

mit heute 923 Tage durch Untersuchungshaft sowie vorzeitigen Strafvollzug 

erstanden sind. 

3. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 3'000.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr.     amtliche Verteidigung (ausstehend)  

Fr.     unentgeltliche Geschädigtenvertretung (ausstehend)  

 
4. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden dem Beschuldigten zu zwei 

Dritteln auferlegt, ihm jedoch erlassen. Im Übrigen werden die Kosten samt 

der Kosten der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Geschä-

digtenvertretung auf die Gerichtskasse genommen. 

- 26 - 

5. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Angeklagten (übergeben) 

− die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich (übergeben) 
− den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 

Vollzugsdienste (überbracht) 
− die Justizvollzugsanstalt … durch den zuführenden Polizeibeamten 

(übergeben) 
− die Vertreterin der Privatklägerin A._____ im Doppel für sich und zu-

handen der Privatklägerin A._____ (versandt) 
(Eine begründete Urteilsausfertigung - und nur hinsichtlich ihrer 
eigenen Anträge (Art. 84 Abs. 4 StPO) - wird den Privatklägern nur 
zugestellt, sofern sie dies innert 10 Tagen nach Erhalt des Dispositivs 
verlangen.) 

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Angeklagten 

− die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 

Vollzugsdienste 
− das Migrationsamt des Kantons Zürich 
− die KOST Zürich mit dem Formular "Löschung des DNA-Profils und 

Vernichtung des ED-Materials" zwecks Bestimmung der Vernichtungs- 
und Löschungsdaten 

− die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A. 

6. Rechtsmittel:  

Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang der vollständigen, be-
gründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung des 

- 27 - 

Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichts-

gesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer 

 
 

Zürich, 11. Juni 2013 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

Oberrichter Dr. Bussmann 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. Maurer 
 

 

	Urteil vom 11. Juni 2013
	Anklage:
	Urteil der Vorinstanz:
	1. Der Beschuldigte B._____ ist schuldig
	 des mehrfachen qualifizierten Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Ziff. 3 Abs. 2 und Ziff. 4
	 der mehrfachen Widerhandlung gegen das Waffengesetz im Sinne von Art. 33 Abs. 1 lit. a WG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 lit. a, c, d und g und Abs. 5 WG sowie Art. 7 WG und Art. 12 Abs. 1 Waffenverordnung.

	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 7 Jahren Freiheitsstrafe, wovon 328 Tage durch Untersuchungshaft bereits erstanden sind.
	3. Auf die Anordnung einer Massnahme im Sinne von Art. 61 StGB wird verzichtet.
	4. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber der Privatklägerin A._____ aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach schadenersatzpflichtig ist. Zur genauen Feststellung des Umfanges des Schadenersatzanspruches wird die Geschädigte A....
	5. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Geschädigten A._____ Fr. 500.– Umtriebsentschädigung zu bezahlen. Er haftet dafür solidarisch mit C._____.
	6. Schliesslich wird der Beschuldigte verpflichtet, der Geschädigten A._____ eine Genugtuungsleistung von pauschal Fr. 8’000.– zu bezahlen, solidarisch haftend mit C._____.
	7. Die Schadenersatzforderung der D._____ [Versicherung] für den Schaden der E._____ [Bank] … wird im Umfang von Fr. 29'886.– gutgeheissen und der Beschuldigte wird verpflichtet, diesen Betrag zu bezahlen, in solidarischer Haftbarkeit mit C._____.
	8. Die Zivilforderungen der übrigen Geschädigten werden auf den Weg des ordentlichen Zivilprozesses gewiesen.
	9. Die folgenden mit Verfügung vom 12. September 2011 beschlagnahmten Gegenstände werden eingezogen und nach Rechtskraft dieses Urteils vernichtet: - 1 Paar Handschuhe - 1 Sturmhaube - 1 Elektroschockgerät "Great Power" - 4 Schachteln Munition
	10. Die mit Verfügung vom 29. September 2011 beschlagnahmten total Euro 520.– werden eingezogen und nach Rechtskraft dieses Urteils der Geschädigten E._____ … ausbezahlt.
	11. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	12. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem Beschuldigten im Ausmass von Fr. 10'000.– auferlegt. Im Restbetrag werden sie auf die Staatskasse genommen. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse ...
	Beschluss der Vorinstanz:
	Der Beschuldigte B._____ verbleibt bis zur Rechtskraft des heutigen Urteils im vorzeitigen Strafvollzug.
	Berufungsanträge:
	1. Es sei die Berufung des Beschuldigten gutzuheissen und es sei das Urteil zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen.
	Eventualanträge:
	2. Es sei die Berufung gutzuheissen und es sei der Beschuldigte des mehrfachen Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 und Ziff. 3 Abs. 3 StGB schuldig zu sprechen.
	Es sei der Beschuldigte mit einer Freiheitsstrafe von vier Jahren zu bestrafen unter Anrechnung von 328 Tagen Untersuchungshaft.
	Im Weiteren sei das Urteil des Bezirksgerichts Andelfingen zu bestätigen.
	3. Die Berufung der Anklägerin sei vollumfänglich abzuweisen.
	4. Schliesslich seien die Verfahrenskosten auf die Staatskasse zu nehmen. Eventualiter seien die Verfahrenskosten dem Beschuldigten nach dem Ausgang des Verfahrens aufzuerlegen und unter Berücksichtigung seiner wirtschaftlichen Verhältnisse auf höchst...
	1. Die Urteile des Bezirksgerichtes Andelfingen vom 03.02.2012 seien im Schuldpunkt zu bestätigen.
	2. Im Strafpunkt seien die Urteile zu korrigieren und:
	a) der Beschuldigte B._____ sei mit einer Freiheitsstrafe von 13 Jahren und
	b) der Beschuldigte C._____ sei mit einer Freiheitsstrafe von 9 Jahren zu bestrafen, dies unter Einbezug und Widerruf der Vorstrafe gemäss Urteil vom Bezirksgericht Andelfingen vom 20.01.2010 im Sinne einer Gesamtstrafe.
	____________________________
	Erwägungen:
	I.   Prozessgeschichte und Prozessuales

	Damit ist festzustellen, dass das Urteil des Bezirksgerichts Andelfingen vom 3. Februar 2012 bezüglich Dispositivziffern 1 teilweise (Schuldspruch wegen mehrfacher Widerhandlung gegen das Waffengesetz), 3 (Absehen von der Anordnung einer Massnahme), ...
	II.   Sachverhalt
	III.   Rechtliche Würdigung
	IV.   Strafe
	V.   Kosten

	Es wird beschlossen:
	1. Vom Rückzug der Berufung der Privatklägerin A._____ wird Vormerk genommen.
	2. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Andelfingen vom 3. Februar 2012 bezüglich Dispositivziffern 1 teilweise (Schuldspruch wegen mehrfacher Widerhandlung gegen das Waffengesetz), 3 (Absehen von der Anordnung einer Massnahme), 4...
	3. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	4. Rechtsmittel:
	Gegen diesen Entscheid (Ziff. 1) kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte B._____ ist ausserdem schuldig des mehrfachen teilweise qualifizierten Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB, teilweise in Verbindung mit dessen Ziff. 3 Abs. 2 (ND 2 und ND 3) und teilweise in Verbindung mit dessen Ziff....
	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 8 Jahren Freiheitsstrafe, wovon bis und mit heute 923 Tage durch Untersuchungshaft sowie vorzeitigen Strafvollzug erstanden sind.
	3. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	4. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden dem Beschuldigten zu zwei Dritteln auferlegt, ihm jedoch erlassen. Im Übrigen werden die Kosten samt der Kosten der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Geschädigtenvertretung auf die Gerichtskass...
	5. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Angeklagten (übergeben)
	 die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich (übergeben)
	 den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und Vollzugsdienste (überbracht)
	 die Justizvollzugsanstalt … durch den zuführenden Polizeibeamten (übergeben)
	 die Vertreterin der Privatklägerin A._____ im Doppel für sich und zuhanden der Privatklägerin A._____ (versandt)
	(Eine begründete Urteilsausfertigung - und nur hinsichtlich ihrer eigenen Anträge (Art. 84 Abs. 4 StPO) - wird den Privatklägern nur zugestellt, sofern sie dies innert 10 Tagen nach Erhalt des Dispositivs verlangen.)
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Angeklagten
	 die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich
	 die Vorinstanz
	 den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und Vollzugsdienste
	 das Migrationsamt des Kantons Zürich
	 die KOST Zürich mit dem Formular "Löschung des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials" zwecks Bestimmung der Vernichtungs- und Löschungsdaten
	 die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A.

	6. Rechtsmittel:
	Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.