# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** debb926b-9d2e-5e98-973c-d3b8f37f52b5
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-02-23
**Language:** de
**Title:** Einschätzung 2007 und Direkte Bundessteuer 2007
**Docket/Reference:** ST.2010.5
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_ST_2010_5_tz.pdf

## Full Text

STEUERREKURSKOMMISSION I 
DES KANTONS ZÜRICH 

1 ST.2010.5 
1 DB.2010.4 

Entscheid 

23. Februar 2010 

Mitwirkend: 

Präsident A. Tobler, Mitglied M. Ochsner, Ersatzmitglied A. Widlund Sekretärin 
N. Obreschkow 

In Sachen 

1.  A,    

2.  B,    

Nr. 1 vertreten durch ORACO AG,  
Schärenmoosstrasse 52, 8052 Zürich,  

Nr. 2 vertreten durch Nr. 1,  

gegen 

Rekurrenten/ 
Beschwerdeführer,  

1.  S t a a t   Z ü r i c h ,    

2.  S c h w e i z e r i s c h e   E i d g e n o s s e n s c h a f t ,    

Rekursgegner,  

Beschwerdegegnerin,  

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Dienstleistungen,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

betreffend 

Einschätzung 2007 und Direkte Bundessteuer 2007 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A.  A  (nachfolgend  der  Pflichtige  bzw.  zusammen  mit  seiner  Ehefrau  B  die 

Pflichtigen)  betreibt  in  C  eine  Arztpraxis  für  Gynäkologie.  In  der  Steuerklärung  2007 

deklarierte  er  einen  damit  erzielten  Reingewinn  gemäss  Hilfsblatt  A  bzw.  Abschluss 

von  Fr. 83'071.-.  Darin  enthalten  war  als  Aufwand  eine  Wertberichtigung  auf  Wert-

schriften von Fr. 100'000.-.  

Mit Einschätzungsvorschlag vom 6. Mai 2009 zeigte der Steuerkommissär an, 

diese  Wertberichtigung  beim  steuerbaren  Einkommen  2007  aufzurechnen,  da  davon 

auszugehen sei, dass es sich um eine private Kapitalanlage und damit um einen priva-

ten  Kapitalverlust  handle.  Dem  widersprachen  die  Pflichtigen  mit  dem  Hinweis,  die 

Geldanlage  sei  von  einem  Praxiskonto  aus  getätigt  worden  und  daher  geschäftlicher 

Natur.  Die  mit  der  Geldanlage  beauftragte  Gesellschaft  habe  die  Fr. 100'000.-  verun-

treut,  sodass  das  Geld  verloren  sei.  Mit  Auflage  und  Mahnung  vom  22. Mai  bzw. 

26. Juni 2009 untersuchte der Steuerkommissär den diesbezüglichen Sachverhalt. Die 

Pflichtigen reichten am 2. Juli und 28. August 2009 entsprechende Unterlagen ein. Mit 

Einschätzungsentscheid  bzw.  Hinweis  vom  4. September  2009  schätzte  er  sie  unter 

Aufrechnung der streitigen Wertberichtigung für die Steuerperiode 2007 wie folgt ein: 

Staats- und Gemeindesteuer  Direkte Bundessteuer 

steuerbares Einkommen 

satzbestimmendes Einkommen 

steuerbares Vermögen 

satzbestimmendes Vermögen 

Fr. 

225'500.- 

225'500.- 

83'000.- 

160'000.-. 

Fr. 

224'100.- 

Die  Veranlagung  der  direkten  Bundessteuer  wurde  mit  Steuerrechnung  vom 

2. Oktober 2009 formell eröffnet. 

B.  Gegen  die  Einschätzung  der  Staats-  und  Gemeindesteuern  liessen  die 

Pflichtigen  am  2. Oktober  2009  Einsprache  erheben  und  beantragen,  die  fragliche 

Wertberichtigung als geschäftsmässig begründeten Praxisaufwand zu berücksichtigen. 

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Das kantonale Steueramt nahm diese Einsprache auch als solche gegen die 

direkte  Bundessteuer  entgegen  und  wies  beide  Rechtsmittel  am  26. November  2009 

ab. 

C. Mit Rekurs bzw. Beschwerde vom 24. Dezember 2009 liessen die Pflichti-

gen den Einspracheantrag erneuern. 

Das  kantonale  Steueramt  schloss  am  18. Januar  2010  auf  Abweisung  der 

Rechtsmittel. Die Eidgenössische Steuerverwaltung liess sich nicht vernehmen. 

Auf  die  Ausführungen  der  Parteien  in  diesen  Rechtsschriften  sowie  auf  die 

Begründung  der  Einspracheentscheide  wird – soweit  erforderlich – in  den  nachfolgen-

den Erwägungen eingegangen. 

Die Rekurskommission zieht in Erwägung: 

1. a)  Steuerbar  sind  laut  Art. 18  Abs. 1 des  Bundesgesetzes über  die direkte 

Bundessteuer  vom  14. Dezember  1990  (DBG)  und  § 18  Abs. 1  des  Steuergesetzses 

vom 8. Juni 1997 (StG) alle Einkünfte aus einem Handels-, Industrie-, Gewerbe-, Land- 

und  Forstwirtschaftsbetrieb,  aus  einem  freien  Beruf  sowie  aus  jeder  anderen  selbst-

ständigen Erwerbstätigkeit. Von diesen Einkünften werden nach Art. 27 DBG und § 27 

StG die geschäfts- oder berufsmässig begründeten Kosten abgezogen (je Abs. 1). Da-

zu  gehören  namentlich  Abschreibungen  und  Rückstellungen  (je  Abs. 2  lit. a).  Unter 

Rückstellungen  versteht  der  Gesetzgeber  nicht  nur  Rückstellungen  im  eigentlichen 

(engeren)  Sinn,  sondern  auch  Wertberichtigungen  auf  dem  Umlaufvermögen  (Art. 29 

Abs. 1  lit. b  DBG;  Reich/Züger,  in:  Kommentar  zum  Schweizerischen  Steuerrecht, 

Band I/2a, 2. A., 2008, Art. 29 N 2, 4 und 25 ff. DBG).  

b)  Der  Wert  eines  Aktivpostens  (in  der  Bilanz)  kann  mittels  Abschreibungen 

oder Wertberichtigungen  herabgesetzt  werden.  In  beiden  Fällen  wird  die  Verbuchung 

erfolgswirksam  über  die  Gewinn-  und  Verlustrechnung  vorgenommen,  wodurch  der 

ausgewiesene  Gewinn  vermindert  wird.  Unter  einer  Abschreibung  ist  damit  die  ge-

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winnmindernde  Herabsetzung  des  Ertragssteuerwerts  eines  Aktivums  auf  den  mass-

gebenden  Bilanzwert  zu  verstehen  (RB 1986  Nr. 40  =  StE 1987  B 23.43.2  Nr. 4).  Sie 

ist dazu bestimmt, Wertminderungen auszugleichen, wobei angenommen wird, die Ent-

wertung  sei  bis  zum  Bilanzstichtag  tatsächlich  eingetreten,  und  hat  damit  definitiven 

Charakter.  Mit  der  Wertberichtigung  wird  demgegenüber  lediglich  vorübergehenden 

Wertveränderungen auf Anlage- und Umlaufvermögen Rechnung getragen (Zum Gan-

zen: VGr, 25. Juni 2008, SB.2007.00084; StE 2004 B 72.14.1 Nr. 22). 

Für  die  Beurteilung,  ob  eine  verbuchte  Abschreibung  bzw.  Wertberichtigung 

im  Einzelfall  geschäftsmässig  begründet  ist,  sind  grundsätzlich  die  Verhältnisse  am 

Bilanzstichtag massgebend (Art. 958 Abs. 1 i.V.m. Art. 960 Abs. 2 OR). Indessen kön-

nen alle bis zum Zeitpunkt der Bilanzerrichtung erhaltenen Informationen in der Jahres-

rechnung  verwendet  werden,  sofern  dadurch  Verhältnisse  des  Bilanzstichtags  offen-

kundig  werden,  die  Auswirkungen  auf  Bilanz  und  Erfolgsrechnung  haben  (Karl  Käfer, 

in:  Berner  Kommentar,  1981,  Art. 960  N 332;  RB 1986  Nr. 41  =  StE 1987  B 23.43.2 

Nr. 4). 

c)  Die  Zulassung  einer  Abschreibung  oder  Wertberichtigung  setzt  voraus, 

dass  das  Aktivum,  dessen  Ertragssteuerwert  gewinnmindernd  herabgesetzt  werden 

soll,  dem  Geschäftsvermögen  angehört.  Als  Geschäftsvermögen  gelten  laut  Art. 18 

Abs. 2 DBG bzw. § 18 Abs. 2 StG alle Vermögenswerte, die ganz oder vorwiegend der 

selbstständigen Erwerbstätigkeit dienen. Bei der Abgrenzung des Geschäfts- vom Pri-

vatvermögen  wird  unterschieden  zwischen  Wirtschaftsgütern,  die  ihrer  äusseren  Be-

schaffenheit  nach  eindeutig  als  Geschäfts-  oder  Privatvermögen  erkennbar  sind,  und 

Wirtschaftsgütern,  die  ihrem  Wesen  und  ihrer  Funktion  nach  alternativ  sowohl  ge-

schäftlichen  als  auch  privaten  Zwecken  dienen  können.  Wertschriften  und  Geldmittel 

zählen zu den alternativen Wirtschaftsgütern. 

Ob  ein Wertgegenstand  dem  Privat-  oder  dem  Geschäftsvermögen  zuzuord-

nen  ist,  entscheidet  sich  aufgrund  einer  Würdigung  aller  in  Betracht  kommenden  tat-

sächlichen  Umstände.  Ausschlaggebendes  Zuteilungskriterium  ist  dabei  die  aktuelle 

technisch-wirtschaftliche  Funktion  des  fraglichen  Vermögensgegenstands;  massge-

bend ist in erster Linie, ob der Gegenstand tatsächlich dem Geschäft dient. Die buch-

mässige  Behandlung  eines  Gegenstands  ist  im  Rahmen  der  Gesamtwürdigung  als 

Indiz zu werten. Vermag auf der einen Seite die Aufnahme in die Buchhaltung für sich 

allein die Zuteilung  eines  Vermögensobjekts  zum  Geschäftsvermögen  nicht  zu bewir-

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ken,  so  kann  auf  der  anderen  Seite  ein  Gegenstand – aufgrund  seiner  technisch-

wirtschaftlichen Funktion – auch dann Geschäftsvermögen darstellen, wenn er nicht in 

die Buchhaltung aufgenommen worden ist. Zu berücksichtigen ist also nicht die formel-

le  Aufnahme  (oder  Nichtaufnahme)  des  Gegenstands  in  die  Bilanz,  sondern  die  kon-

krete buchhalterische Behandlung insgesamt. Von Bedeutung kann ebenfalls die Qua-

lität der Buchführung des Steuerpflichtigen sein (BGE 133 II 420 E. 3.2). 

Ob  ein  Vermögensgegenstand  aufgrund  seiner  technisch-wirtschaftlichen 

Funktion der  selbstständigen  Erwerbstätigkeit  dient,  bestimmt  sich zwar  grundsätzlich 

nach dem Willen der steuerpflichtigen Person. Allerdings muss sich der Widmungswille 

in  den  tatsächlichen  Verhältnissen  manifestieren;  massgebend  ist  eine  objektivierte 

Willenskundgebung. Dies gilt auch für den in der buchmässigen Behandlung des Ver-

mögensgegenstands zum Ausdruck gebrachten Widmungswillen des Steuerpflichtigen. 

Daraus  ergibt  sich  zum  einen,  dass  der  fragliche  Gegenstand  effektiv  geschäftlichen 

Zwecken dienen muss, um Geschäftsvermögen zu sein. Zum anderen ist eine selbst-

ständige  Erwerbstätigkeit  vonnöten,  mit  welcher  der  fragliche  Gegenstand  in  Zusam-

menhang steht (vgl. dazu Martin Arnold, Geschäfts- und Privatvermögen im schweize-

rischen  Einkommenssteuerrecht,  ASA  75,  265 ff.,  278 f.).  Der  Mittelherkunft  für  die 

Anschaffung  des  betreffenden  Aktivums  kommt  ein  geringeres  Gewicht  zu  als  seiner 

Zweckbestimmung im Betrieb. Geschäftsvermögen ist regelmässig dann anzunehmen, 

wenn  ein  Vermögensobjekt  für  Geschäftszwecke  erworben  worden  ist  und  dem  Ge-

schäft auch tatsächlich (mittelbar oder unmittelbar) dient.  

d) Nach  Art. 123 ff.  DBG  bzw.  § 132  ff.  StG  haben  die  Steuerbehörden  zu-

sammen mit dem Steuerpflichtigen die für eine vollständige und gerechte Besteuerung 

massgebenden tatsächlichen  und  rechtlichen  Verhältnisse festzustellen.  Dabei  haben 

sie  in  sinngemässer  Anwendung  von  Art. 8  ZGB die  steuerbegründenden  Tatsachen 

nachzuweisen, der Steuerpflichtige dagegen jene Tatsachen, welche die Steuerschuld 

mindern oder aufheben (statt vieler: RB 1994 Nr. 33). 

Tatsachen, die Abschreibungen und Rückstellungen bzw. Wertberichtigungen 

als  geschäftsmässig  begründet  erscheinen  lassen,  sind  steuermindernd  und  deshalb 

von  der  steuerpflichtigen  Person  nachzuweisen.  Zu  diesen  Tatsachen  gehören  einer-

seits  die  Umstände,  welche  zur  (vorübergehenden)  Entwertung  des  betroffenen  Akti-

vums  beigetragen  haben,  sowie  andrerseits  die  Verhältnisse,  welche  auf  dessen  Zu-

gehörigkeit  zum  Geschäftsvermögen  schliessen  lassen.  Um  die  Beurteilung  der 

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geschäftsmässigen  Begründetheit  von  geltend  gemachten  Wertberichtigungen  zu  er-

möglichen, sind die Steuerpflichtigen kraft der sie treffenden gesetzlichen Obliegenheit 

gehalten, an der Abklärung der solchen Aufwendungen zugrunde liegenden Tatsachen 

mitzuwirken,  wobei  sie  für  deren  Verwirklichung  beweisbelastet  sind.  Insbesondere 

haben sie spätestens vor Rekurskommission binnen der Rekursfrist eine substanziierte 

Sachdarstellung  vorzutragen  und  die  Beweismittel  für  deren  Richtigkeit  beizubringen 

oder  zumindest  unter  genauer  Bezeichnung  anzubieten.  Substanziiert  ist  eine  Sach-

darstellung  dann,  wenn  aus  ihr  im  Einzelnen  Art,  Motiv  und  Rechtsgrund  der  geltend 

gemachten Entwertung bzw. Zugehörigkeit zum Geschäftsvermögen in der Weise her-

vorgehen,  dass  bereits  gestützt  darauf – aber  unter  Vorbehalt  der  Beweiserhebung –

 die rechtliche  Beurteilung  der geschäftsmässigen  Begründetheit  möglich ist.  Fehlt  es 

an einer in diesem Sinn genügenden Substanziierung, hat die Rekurskommission von 

sich aus keine Untersuchung zu führen, um sich die erforderlichen Grundlagen zu be-

schaffen. Diesfalls hat eine Beweisabnahme zu unterbleiben mit der Wirkung, dass der 

Nachweis der geschäftsmässigen Begründetheit von Wertberechtigungen zu Unguns-

ten der hierfür beweisbelasteten Steuerpflichtigen als misslungen zu betrachten ist. Nur 

ausnahmsweise können sich diese, wenn ihnen die Substanziierung und/oder Beweis-

leistung  aus  Gründen,  die  sie  nicht  zu  vertreten  haben,  unmöglich  oder  unzumutbar 

sind,  auf  Schätzungen  berufen,  sofern  ihre  Sachdarstellung  wenigstens  hinreichende 

Schätzungsgrundlagen enthält (zum Ganzen: RB 2002 Nr. 110, mit Hinweisen). 

2. a)  Der  Pflichtige  ist  als  freiberuflicher  Arzt  (Gynäkologe)  selbstständig  er-

werbstätig  und  hat  über  den  Geschäftsgang  der  Arztpraxis  nach  kaufmännischer  Art 

Buch geführt. 

Es  ist  streitig,  ob  eine  im  Geschäftsjahr  2007  vorgenommene  Wertberichti-

gung auf einer Geldanlage für die Steuerperiode 2007 zu Recht erfolgt ist. Somit ist zu 

klären,  ob  die  fragliche  Geldanlage  dem  Geschäfts-  oder  dem  Privatvermögen  zuzu-

ordnen  ist,  da  Abschreibungen  und  Wertberichtigungen  nach  dem  Gesagten  nur  auf 

dem Geschäftsvermögen zulässig bzw. (einkommens-)steuerwirksam sind. 

b) aa) Der Pflichtige erhielt die finanziellen Mittel für die Tätigung der Geldan-

lage  von  Fr. 100'000.-  von  seiner  Vorsorgeeinrichtung  H,  indem  ihm  diese  am  2. Mai 

2007  im  Alter  von  65  Jahren  Altersleistungen  in  Form  eines  Kapitalbezugs  von 

Fr. 304'368.-  auf  das  Konto  der  Arztpraxis  bei  der  Bank  überwies.  Die  Herkunft  der 

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Mittel ist damit dem privaten Bereich des Pflichtigen zuzuordnen, da die Altersvorsorge 

des selbstständig Erwerbenden stets dessen eigene, private Angelegenheit darstellt. 

bb)  Von  den  erhaltenen  Fr. 304'368.-  hat  der  Pflichtige  am  1. Juni  2007  die 

streitigen Fr. 100'000.- der D überwiesen und in der Bilanz der Arztpraxis als "Geldan-

lage" aktiviert. Er erblickt die geschäftliche Verwendung dieser Geldanlage darin, dass 

er sich damit eine Bargeldreserve geschaffen habe, um bestimmte künftige Investitio-

nen  in  der  Arztpraxis  zu  tätigen.  Um  trotz  Erreichen  des  Rentenalters  noch  bis  zum 

70. Altersjahr weiterhin als Arzt tätig zu sein, habe er Apparate und Einrichtungen der 

Praxis,  welche  schon  ziemlich alt  gewesen seien,  erneuern wollen.  Geplant  gewesen 

sei  die  Anschaffung  eines  neuen  Ultraschallgeräts  von  Fr. 150'000.-  und  der  Ersatz 

des Cardiotopographen von Fr. 30'000.- sowie die Sanierung der elektrischen Einrich-

tungen  samt  Beleuchtung  im  Umfang  von  Fr. 10'000.-  bis  Fr. 15'000.-. Weil  die  D  die 

für  diese  Investitionen  reservierten  Fr. 100'000.-  unterschlagen  bzw.  veruntreut  habe, 

hätten die Investitionen nicht mehr wie vorgesehen getätigt werden können. Stattdes-

sen  sei  die  Renovation  in  der  Praxis  zeitlich  verschoben,  auf  die  Ersatzbeschaffung 

des Cardiotopographen verzichtet und ein neues Ultraschallgerät nur gemietet/geleast 

worden,  wobei  Letzteres  keine  technischen  Neuerungen  und  nur  einen  Neupreis  von 

Fr. 30'000.- aufweise. 

Der  Steuerkommissär  hat  den  Pflichtigen  mit  Auflage  und  Mahnung  vom 

22. Mai  bzw.  26. Juni  2009  u.a.  aufgefordert,  die  Motive  der  Geldanlage,  deren  Ge-

schäftszweck bzw. Zugehörigkeit zum Geschäftsvermögen nicht nur substanziiert dar-

zulegen,  sondern  auch  mit  geeigneten  Unterlagen  nachzuweisen.  Es  wäre  daher  an 

diesem  gelegen,  spätestens  im  Rekurs-/Beschwerdeverfahren  die  behauptete  beab-

sichtigte Verwendung der fraglichen Summe von Fr. 100'000.- zu den besagten Investi-

tionszwecken in irgendeiner Form zu belegen. Das hat er jedoch in keiner Art und Wei-

se  getan,  indem  er  weder  diesbezügliche  Unterlagen  eingereicht  noch  andere 

Beweismittel auch nur schon genannt hat. Er hätte z.B. die nach seiner Darstellung in 

der Auflagebeantwortung vom 2. Juli 2009 erwähnten Verhandlungen mit den Geräte-

lieferanten und dem Hauseigentümer sowie die in der Rekurs/Beschwerdeschrift ange-

führte Besprechung mit dem Elektroinstallateur E über die Sanierung der elektrischen 

Einrichtungen  samt  Beleuchtung  von  diesen  Personen  zumindest  bestätigen  lassen 

können. Dergestalt wäre es ihm entgegen seinem Dafürhalten in der Einsprache sehr 

wohl  möglich  gewesen,  den  vorgesehenen  Verwendungszweck  der  Geldanlage  zu 

belegen, auch wenn – wie er weiter einwendet – noch keine Offerten eingeholt worden 

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waren. Ohne solche (minimen) Beweisleistungen ist die Steuerrekurskommission nicht 

in der Lage, die Richtigkeit seiner Vorbringen zu überprüfen.  

Die  Sachdarstellung  des  Pflichtigen  überzeugt  aber  ohnehin  nicht.  So  will  

er ein neues Ultraschallgerät nur deshalb gemietet/geleast statt gekauft sowie in einer 

einfacheren Version und zum wesentlich günstigeren Preis von Fr. 30'000.- ausgewählt 

haben,  weil  die  dafür  vorgesehenen  Fr. 100'000.-  von  der  D  veruntreut  bzw.  unter-

schlagen worden seien. Indessen wurde dieses Gerät von ihm bereits am 22. Novem-

ber 2007 bestellt und noch im Dezember 2007 ausgeliefert (Lieferantenrechnung der F 

vom 18. Dezember 2007), obwohl er die Geldanlage bei der D nach seinen Angaben 

erst mit Wirkung nach diesem Zeitpunkt, nämlich ein Festgeld mit  einjähriger Laufzeit 

vom  28. Dezember  2007  bis  27. Dezember  2008,  getätigt  hat.  Das  schädigende  Ver-

halten der D bei Tätigung der Geldanlage kann damit erst nach Anschaffung des Ge-

räts erfolgt sein und diese Anschaffung daher nicht beeinflusst haben. Damit erscheint 

aber  die  Behauptung  des  Pflichtigen,  er  habe  mit  den  fraglichen  Fr. 100'000.-  

ursprünglich  ein  Ultraschallgerät  für  Fr. 150'000.-  anschaffen  wollen,  nicht  als  glaub-

würdig.  

cc)  Dergestalt  hat  der  Pflichtige  seine  Vorbringen  über  den  vorgesehenen 

geschäftlichen Zweck  der  streitigen Geldanlage weder  hinreichend  substanziiert  noch 

in irgendeiner Form belegt. Da zudem schon die Herkunft der Mittel privater Natur ist, 

ist ihm der Nachweis, dass es sich dabei um ein Geschäftsaktivum handelt, nicht ge-

lungen. Die Aktivierung der Geldanlage in der Praxisbuchhaltung ändert daran nichts, 

da  die  buchmässige  Behandlung  im  Rahmen  der  anzustellenden  Gesamtwürdigung 

zwar als Indiz zu werten ist, jedoch für sich allein die Zuteilung zum Geschäftsvermö-

gen nicht zu bewirken vermag.  

Dies  hat  zur  Folge,  dass  die  Abschreibung  von  Fr. 100'000.-  schon  mangels 

Zugehörigkeit der Geldanlage zum Geschäftsvermögen nicht geschäftsmässig begrün-

det ist. 

c)  Selbst  wenn  die  Geldanlage  Geschäftsvermögen  des  Pflichtigen  bildete, 

änderte sich daran nichts: 

aa) Bei den aktivierten Fr. 100'000.- soll es sich gemäss den Vorbringen des 

Pflichtigen um eine Festgeldanlage handeln. Indessen ist dies keineswegs gesichert.  

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So schloss der Pflichtige mit der D am 24. Mai 2007 einen Vermögensverwal-

tungsvertrag, worin Betreuung und Verwaltung der eingebrachten Vermögenswerte nur 

allgemein umschrieben sind und festgehalten wird, die D vertrete ausschliesslich eine 

dynamische  bis  progressive  Anlagepolitik,  welche  sie  mit  alternativen  Anlageinstru-

menten  verfolge  (Ziff. 1  und  2).  Eine  konkrete  Geldanlage  wird  nicht  erwähnt.  Auch 

stellt  eine  Festgeldanlage  kein  alternatives  Anlageinstrument  dar  und  widerspräche 

eine solche Anlage der statuierten, ausschliesslich verfolgten dynamisch/progressiven 

Anlagepolitik.  Bei  den  "persönlichen  Angaben"  (S. 4  des  Vermögensverwaltungsver-

trags) ist sodann neben der ungefähren Höhe des Gesamtvermögens nur die Summe 

der  geplanten  Vermögenseinlage  von  Fr. 100'000.-  aufgeführt,  jedoch  ohne  Angabe 

zur Art der beabsichtigten Anlage.  

Der  Pflichtige  hat  im  bisherigen  Verfahren  wiederholt  geltend  gemacht,  die 

Festgeldanlage  mit  der  D  "vereinbart"  zu  haben. Wie  und  wann  dies  neben  dem  Ab-

schluss des Vermögensverwaltungsvertrags geschehen sein soll, erwähnt er indessen 

nicht, ganz abgesehen davon, dass er hierfür trotz Auflage und Mahnung jeden Beweis 

schuldig  geblieben  ist.  Lediglich  im  Steuerauszug  per  Ende  2007  führt  die  D  u.a.  ein 

Festgeld  auf,  jedoch  nur  mit  Fr. 60'000.-.  Diese  Abweichung  von  der  vereinbarten 

Summe  von  Fr. 100'000.-  versucht  der  Pflichtige  damit  zu  erklären,  dass  sämtliche 

Bescheinigungen  der  D erfunden seien,  weil  zu  keiner  Zeit  auch nur  ein  Franken  tat-

sächlich  im  Sinn  des  Vermögensverwaltungsvertrags  angelegt  worden  sei.  Für  diese 

Behauptung fehlt erneut jeglicher Beweis. 

bb) Den Verlust der Geldanlage begründet der Pflichtige damit, dass die Anla-

ge  von  der  D  unterschlagen  bzw.  veruntreut  worden  sei. Wiederum  hat  er  jedoch  für 

diese  Behauptung  im  bisherigen  Verfahren  keinerlei  Beweismittel  vorgelegt  und  auch 

keine solchen angeboten. Hierzu hätte er aber Anlass genug gehabt, forderte ihn der 

Steuerkommissär  doch  im  Auflageverfahren  auch  auf,  den  geschäftsmässigen  Nach-

weis der Wertberichtigung per Ende 2007 mit beweiskräftigen Unterlagen zu erbringen.  

Schliesslich bleibt trotz Auflage und Mahnung auch ungeklärt, ob eine Gefähr-

dung der Geldanlage im massgeblichen Zeitpunkt per 31. Dezember 2007 tatsächlich 

schon  gegeben  war.  Diese  Frage  ist  aufgrund  der  Akten  zudem  eher  zu  verneinen, 

wurde die Geldanlage gemäss den Angaben des Pflichtigen doch erst per 28. Dezem-

ber 2007, d.h. nur zwei  Tage vor dem Bilanzstichtag, getätigt und sollen die Geschä-

digten über das strafrechtliche Verhalten der D erst viel später, im Mai 2008, informiert 

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worden  sein.  Wenn  überhaupt,  liesse  sich  eine  Wertberichtigung  bzw.  Abschreibung 

der Geldanlage somit erst im Geschäftsjahr 2008 rechtfertigen. 

d)  Nach  alledem  erweist  sich  die  streitige Wertberechtigung  nicht  nur  wegen 

mangelnder  Zugehörigkeit  der  Geldanlage  zum  Geschäftsvermögen,  sondern  auch 

deshalb als geschäftsmässig nicht begründet, weil sowohl die Gefährdung der Anlage 

selber  als  auch  deren  zeitliche  Manifestation  am  Bilanzstichtag  nicht  nachgewiesen 

wurden. Die Vorinstanz hat die Wertberichtigung daher zu Recht aufgerechnet. 

4. Diese  Erwägungen  führen  zur  Abweisung  der  Rechtsmittel.  Ausgangsge-

mäss  sind  die  Kosten  des  Verfahrens  den  Pflichtigen  aufzuerlegen  (Art. 144  Abs. 1 

DBG,  § 151  Abs. 1  StG).  Eine  Parteientschädigung  ist  nicht  zuzusprechen  (Art. 144 

Abs. 4 DBG i.V.m. Art. 64 Abs. 1 - 3 des Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfah-

ren vom 20. Dezember 1968). 

Demgemäss erkennt die Rekurskommission: 

1.  Der Rekurs wird abgewiesen. 

2.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 

[…] 

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