# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 21f5fb65-8245-503d-9322-0feca31c59f5
**Source:** Appenzell Ausserrhoden (AR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-01-01
**Language:** de
**Title:** Appenzell Ausserrhoden Obergericht 4. Abteilung O4V-20-4
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AR_Gerichte/AR_OG_004_O4V-20-4_nodate.pdf

## Full Text

Beschwerdeführer A. 

 

vertreten durch: RA AA.  

 

 

 

Vorinstanz Departement Inneres und Sicherheit, Schützenstrasse 1, 

9100 Herisau 

 

 

 

Vorvorinstanz   Amt für Inneres, Abteilung Migration, Landsgemeindeplatz 2, 

9043 Trogen 

 

 

 

Gegenstand Widerruf der Niederlassungsbewilligung  

Beschwerde gegen den Rekursentscheid des Departements 

Inneres und Sicherheit vom 24. Dezember 2019 

 

 

 

 

 

 

  

Obergericht Appenzell Ausserrhoden  
 

Zirkular-Urteil vom 12. Februar 2021 
 

Mitwirkende Obergerichtsvizepräsident W. Kobler 

Oberrichterinnen D. Cadosch Autolitano, M. Gasser Aebischer  

Oberrichter E. Graf, P. Louis 

Obergerichtsschreiber D. Hofmann 

 

 

 

Verfahren Nr. O4V 20 4 

 

 

Seite 2 

Rechtsbegehren 

 

a) des Beschwerdeführers: 

 1. Der Rekursentscheid des Departements Inneres und Sicherheit vom 24. Dezember 

2019 sei aufzuheben, und es sei dem Beschwerdeführer weiterhin die Niederlassungs-

bewilligung zu erteilen. 

 2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge. 

 

b) der Vorinstanz: 

 1. Die Beschwerde sei vollumfänglich abzuweisen. 

 2. Unter Kostenfolge zulasten des Beschwerdeführers. 

 

c) der Vorvorinstanz 

 Die Beschwerde sei abzuweisen, unter Kostenfolge zulasten des Beschwerdeführers. 

 

 

 

Sachverhalt 

 

A. A., geboren am XX.XX.1984, ist türkischer Staatsangehöriger. Am 13. August 1994 zog er 

zu seinen Eltern nach F., welche in der Schweiz niederlassungsberechtigt sind. Am 

15. August 1994 erhielt er zwecks Verbleibs bei den Familienangehörigen die Nieder-

lassungsbewilligung (act. 8/290). Am 20. Januar 2006 zog er zu seiner damaligen Freundin 

nach B. (act. 8/187), mit welcher er eine gemeinsame Tochter hat. In der Folge verstiess A. 

mehrfach gegen die öffentliche Ordnung, weshalb er vom Migrationsamt von Appenzell 

Ausserrhoden mit Schreiben vom 12. Dezember 2008 (act. 8/285) verwarnt wurde. Am 

19. Juli 2016 heiratete er in der Türkei die türkische Staatsangehörige C. (act. 8/165). Die 

Ehe wurde am 30. Mai 2019 geschieden (act. 8/50). Seit dem 17. Januar 2008 bezieht A. 

beim Sozialamt D. Sozialhilfe. Die bisherigen Unterstützungsleistungen belaufen sich per 

21. Dezember 2020 auf insgesamt Fr. 275‘135.15 (act. 16). Im Weiteren geht aus dem 

aktuellen Betreibungsregisterauszug vom 15. Dezember 2020 (act. 17) hervor, dass er 

hochverschuldet ist (5 offene Betreibungen im Gesamtbetrag von Fr. 1‘838.85, 

3 Pfändungen im Gesamtbetrag von Fr. 1‘352.50 und 92 Verlustscheine im Gesamtbetrag 

von 170‘225.10).  

 

B. Mit Verfügung vom 4. Juli 2019 (act. 8/44) widerrief das Amt für Inneres, Abteilung Migra-

tion (im Folgenden: Vorvorinstanz), die Niederlassungsbewilligung von A. nach vorgängiger 

Gewährung des rechtlichen Gehörs. Gleichzeitig ordnete es die Wegweisung von A. aus 

Seite 3 

der Schweiz an. Begründet wurde die Verfügung u.a. damit, dass A. seit mehreren Jahren 

arbeitslos sowie fortdauernd und in erheblichem Mass auf Sozialhilfe angewiesen sei. Im 

Weiteren habe er durch sein Verhalten gegen die öffentliche Sicherheit verstossen.  

 

C. Gegen diese Verfügung liess A. (vertreten durch RA AA.) mit Eingabe vom 19. Juli 2019 

(act. 8/30) beim Departement Inneres und Sicherheit Rekurs erheben mit dem Antrag, die 

Verfügung aufzuheben und dem Rekurrenten weiterhin die Niederlassungsbewilligung zu 

erteilen. 

 

D. Mit Entscheid vom 24. Dezember 2019 (act. 2.2) wies das Departement Inneres und 

Sicherheit den Rekurs ab und setzte A. eine Ausreisefrist bis zum 29. Februar 2020 an.  

 

E. Dagegen liess A. (im Folgenden: Beschwerdeführer), vertreten durch RA AA., mit Eingabe 

vom 6. Februar 2020 (act. 1) beim Obergericht Beschwerde erheben, wobei er die 

eingangs erwähnten Rechtsbegehren stellte.  

 

F. Mit Schreiben vom 19. Februar 2020 (act. 5) liess sich das Departement Inneres und 

Sicherheit (im Folgenden: Vorinstanz) mit eingangs erwähnten Rechtsbegehren zur 

Beschwerde vernehmen. Das Amt für Inneres, Abteilung Migration, beantragte mit 

Schreiben vom 24. Februar 2020 (act. 7) die Beschwerde abzuweisen. 

 

G. Mit Eingabe vom 12. Mai 2020 (act. 11) liess der Beschwerdeführer unter Aufrechterhaltung 

der Anträge eine Replik einreichen, wozu sich die Vorinstanz mit Duplik vom 18. Mai 2020 

(act. 14) vernehmen liess. Mit Schreiben vom 22. Juni 2019 (act. 15) reichte die Mutter der 

gemeinsamen Tochter des Beschwerdeführers eine Stellungnahme ein.  

 

H. Auf die Begründung der gestellten Anträge wird - soweit erforderlich - in den Erwägungen 

näher eingegangen. 

 

 

 

Erwägungen 

 

1. Gestützt auf Art. 2 der Verordnung über COVID-19-Massnahmen: Gerichte (bGS 113.2) 

kann das Obergericht zur Bewältigung der aktuell ausserordentlichen Lage in allen Fällen 

auf dem Zirkularweg entscheiden, wenn das Gesetz keine Verhandlung vorschreibt. Zirku-

lar-Urteile bedürfen der Einstimmigkeit (Art. 52 Abs. 2 des Justizgesetzes, bGS 143.51). Da 

Seite 4 

im vorliegenden Verfahren keine Verhandlung vorgeschrieben ist, hat das Obergericht das 

vorliegende Urteil einstimmig auf dem Zirkularweg gefällt. 

 

2. Die von Amtes wegen vorzunehmende Prüfung der Prozessvoraussetzungen ergibt, dass 

diese sowohl hinsichtlich der Beschwerdeberechtigung als auch hinsichtlich der Form- und 

Fristerfordernisse erfüllt sind. Die sachliche bzw. funktionale Zuständigkeit des Oberge-

richts ergibt sich aus Art. 54 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 

(VRPG, bGS 143.1), wonach das Obergericht zur Behandlung von Beschwerden gegen 

letztinstanzliche Verfügungen der Verwaltungsbehörden zuständig ist. Auf die Beschwerde 

ist damit einzutreten. 

 

3. Bei der Beurteilung der hier vorliegenden Beschwerde ist die Kognition des Obergerichts 

gemäss Art. 56 Abs. 1 VRPG darauf beschränkt, den angefochtenen Entscheid hinsichtlich 

allfälliger Rechtsverletzungen zu überprüfen, wozu auch eine rechtsfehlerhafte Ausübung 

des Ermessens zählt. Im Weiteren kann beurteilt werden, ob die Vorinstanzen den Sach-

verhalt unrichtig oder unvollständig festgestellt haben. Die Überprüfung der Angemessen-

heit ist dem Obergericht jedoch verwehrt (Art. 56 Abs. 1 VRPG e contrario).  

 

4. Gemäss Art. 63 Abs. 1 lit. c des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer 

und über die Integration (AIG, SR 142.20) kann die Niederlassungsbewilligung widerrufen 

werden, wenn die Ausländerin oder der Ausländer oder eine Person, für die sie oder er zu 

sorgen hat, dauerhaft und in erheblichem Mass auf Sozialhilfe angewiesen ist. Normzweck 

dieser Bestimmung ist in erster Linie, eine zusätzliche Belastung der öffentlichen Wohlfahrt 

zu vermeiden (Urteil des Bundesgerichts 2C_98/2018 vom 7. November 2018 E. 4.1). Ein 

Widerruf fällt grundsätzlich in Betracht, wenn eine Person hohe finanzielle Unterstützungs-

leistungen erhalten hat und nicht damit gerechnet werden kann, dass sie in Zukunft für 

ihren Lebensunterhalt sorgen wird (Urteile des Bundesgerichts 2C_98/2018 vom 7. Novem-

ber 2018 E. 4.1; 2C_120/2015 vom 2. Februar 2016 E. 2.1). Vorausgesetzt ist damit, dass 

konkret die Gefahr einer fortgesetzten Sozialhilfeabhängigkeit besteht; blosse finanzielle 

Bedenken genügen nicht (Urteil des Bundesgerichts 2C_120/2015 vom 2. Februar 2016 E. 

2.1). Für die Beurteilung der Gefahr der Sozialhilfeabhängigkeit ist von den aktuellen 

Verhältnissen auszugehen, die finanzielle Entwicklung ist aber auf längere Sicht prospektiv 

abzuschätzen (Urteil des Bundesgerichts 2C_268/2011 vom 22. Juli 2011 E. 6.2.3). Aus-

schlaggebend ist die vorauszusehende Entwicklung der finanziellen Situation in Berück-

sichtigung der realisierbaren Einkommensaussichten sämtlicher Familienmitglieder (Urteile 

des Bundesgerichts 2C_98/2018 vom 7. November 2018 E. 4.1; 2C_120/2015 vom 2. Feb-

ruar 2016 E. 2.1). Eine Sozialhilfeabhängigkeit erfüllt in der Regel die Kriterien der Erheb-

lichkeit und Dauerhaftigkeit, wenn die Leistungen Fr. 80‘000.-- übersteigen und während 

Seite 5 

eines Zeitraums von mehr als zwei Jahren bezogen wurden (CARONI/SCHEIBER/PREISIG/ 

ZOETEWEIJ, Migrationsrecht, 4. Aufl. 2018, S. 249).  

 

Gemäss Art. 63 Abs. 1 lit. b AIG kann die Niederlassungsbewilligung zudem widerrufen 

werden, wenn die Ausländerin oder der Ausländer in schwerwiegender Weise gegen die 

öffentliche Sicherheit und Ordnung in der Schweiz oder im Ausland verstossen hat oder 

diese gefährdet. Dieser Tatbestand ist in der Regel nur erfüllt, wenn besonders hochwertige 

Rechtsgüter wie namentlich die körperliche, psychische oder sexuelle Integrität eines 

Menschen verletzt oder gefährdet wurden. Vom Bundesgericht wurde ausserdem 

entschieden, dass bei mutwillig unbezahlten gebliebenen öffentlich- oder privatrechtlichen 

Schulden zwischen Fr. 170‘000.-- und 300‘000.--  ein schwerwiegender Ordnungsverstoss 

im Sinne von Art. 63 Abs. 1 lit. b AIG anzunehmen ist. Vorausgesetzt ist Mutwilligkeit der 

Verschuldung, d.h. diese muss selbst verschuldet und qualifiziert vorwerfbar sein (MARC 

SPESCHA, in: Spescha/Thür/Zünd/Bolzli/Hruschka/de Weck [Hrsg.], Migrationsrecht, 5. Aufl. 

2019, N. 18 zu Art. 63 AIG).  

 

Seit dem 1. Januar 2019 kann die Niederlassungsbewilligung im Weiteren widerrufen und 

durch eine Aufenthaltsbewilligung ersetzt werden, wenn die Integrationskriterien nach 

Art. 58a AIG nicht erfüllt sind (Art. 63 Abs. 2 AIG). Es handelt sich dabei um eine soge-

nannte Rückstufung von der Niederlassungsbewilligung auf die Aufenthaltsbewilligung. Sie 

kann gemäss Art. 62a der Verordnung über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit 

vom 24. Oktober 2007 (VZAE, SR 142.201) mit einer Integrationsvereinbarung oder 

Integrationsempfehlung nach Art. 58b AIG verbunden werden. Falls dies nicht geschieht, 

muss in der Rückstufungsverfügung festgehalten werden, welche Integrationskriterien der 

Betroffene nicht erfüllt hat, welche Gültigkeitsdauer die Aufenthaltsbewilligung hat, an 

welche Bedingungen deren Erteilung geknüpft wird und welche Folgen die Nichteinhaltung 

derselben für den Aufenthalt hat (Art. 62a Abs. 2 VZAE). Art. 58a Abs. 1 lit. d AIG nennt als 

Integrationskriterium die Teilnahme am Wirtschaftsleben oder am Erwerb von Bildung. Die 

Rückstufung kann – ähnlich der ausländerrechtlichen Verwarnung gemäss Art. 96 Abs. 2 

AIG – die mildere Massnahme sein als der Widerruf der Niederlassungsbewilligung. Sie 

kommt somit in Betracht, wenn ein Widerruf samt Wegweisung grundsätzlich möglich, aber 

(derzeit) unverhältnismässig und eine blosse Verwarnung nicht wirksam genug erscheint 

(vgl. zum Ganzen: SPESCHA, a.a.O., N. 23 zu Art. 63 AIG).  

 

4.1 Aktenkundig ist, dass der Beschwerdeführer seit dem Jahr 2008 auf die Unterstützung der 

öffentlichen Hand angewiesen ist. Gemäss Auskunft der für ihn zuständigen Sozialhilfebe-

hörde vom 21. Dezember 2020 (act. 15) bezog er zwischen 2006 bis 2020 rund 

Fr. 275‘135.-- Sozialhilfe. Eine Ablösung von der Sozialhilfe erscheint nicht absehbar, da 

Seite 6 

nicht ersichtlich ist, dass der Beschwerdeführer derzeit einer Arbeit nachgeht oder sich um 

Arbeit bemüht. Damit ist von einem erheblichen und dauerhaften Sozialhilfebezug auszu-

gehen. Der Widerrufsgrund von Art. 62 Abs. 1 lit. c AIG ist damit grundsätzlich erfüllt.  

 

4.2 Wie sich aus den offenen Verlustscheinforderungen und diversen Betreibungen erschliesst, 

ist der Beschwerdeführer auch seinen öffentlich- und privatrechtlichen Verpflichtungen nicht 

immer nachgekommen, was ihm insofern vorzuwerfen ist, als dass die von ihm bezogenen 

Sozialhilfeleistungen eigentlich seinen Existenzbedarf abdecken sollten. In Bezug auf die 

Schulden ergibt sich dabei Folgendes: Gemäss Betreibungsregisterauszug vom 15. De-

zember 2020 (act. 17) lagen zu jenem Zeitpunkt offene Betreibungen im Umfang von 

Fr. 1‘839.55, 3 Pfändungen im Gesamtbetrag von Fr. 1‘352.50 und Verlustscheine im 

Gesamtbetrag von Fr. 170‘225.10 vor (im Vergleich: Betreibungsregisterauszug vom 

3. April 2019, act. 8/84: 6 Betreibungen im Gesamtbetrag von Fr. 25‘812.50, 1 Pfändung 

von Fr. 335.--, 69 Verlustscheine im Gesamtbetrag von Fr. 168‘165.25). Damit lässt sich 

festhalten, dass der Beschwerdeführer zumindest seit dem Jahr 2019 keine neuen 

Schulden angehäuft hat, was insofern nicht auf Mutwilligkeit schliessen lässt. In strafrecht-

licher Hinsicht liegen seit dem Jahr 2012 (Strafbefehl wegen Betrugs) keine weiteren 

Verurteilungen vor. Verurteilungen wegen Verletzung der körperlichen, psychischen oder 

sexuellen Integrität sind zudem keine aktenkundig. Die Vorinstanz hat sich - im Gegensatz 

zur Vorvorinstanz - zum Widerrufsgrund von Art. 63 Abs. 1 lit. b AIG nicht geäussert, womit 

davon auszugehen ist, dass dieser in Bezug auf den Beschwerdeführer im vorliegenden 

Fall (noch) nicht gegeben ist. Es stellt sich somit nur die Frage, ob die Niederlassungs-

bewilligung des Beschwerdeführers zu Recht gestützt auf Art. 63 Abs. 1 lit. c AIG 

(dauerhafte und erhebliche Sozialhilfeabhängigkeit) widerrufen und dessen Wegweisung 

angeordnet wurde.  

 

5. Das Vorliegen eines Widerrufgrundes führt nicht zwingend zum Bewilligungswiderruf. Ein 

solcher kann nur erfolgen, wenn er unter Berücksichtigung der persönlichen und familiären 

Situation der ausländischen Person als verhältnismässig erscheint, was sich auch aus Art. 

8 Abs. 2 der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK, SR 0.101) ergibt. Landes- 

wie konventionsrechtlich sind hier namentlich die Natur des Fehlverhaltens der betroffenen 

Person, der Grad ihrer Integration bzw. die Dauer der bisherigen Anwesenheit in der 

Schweiz sowie die ihr und ihrer Familie drohenden Nachteile zu berücksichtigen und ist der 

Qualität der sozialen, kulturellen und familiären Beziehungen zum Gast- wie zum Heimat-

staat Rechnung zu tragen (Art. 96 Abs. 1 AIG; Urteil des Bundesgerichts 2C_81/2018 vom 

14. November 2018 E. 3.2.1; BGE 139 I 145 E. 2.4). Im Rahmen der Verhältnismässig-

keitsprüfung zur berücksichtigen sind namentlich die Ursachen, warum eine Person sozial-

hilfeabhängig geworden ist, ihre bisherige Aufenthaltsdauer sowie der Grad der Integration 

Seite 7 

in der Schweiz. Ob und inwieweit die betroffene Person ein Verschulden an der Sozialhilfe-

abhängigkeit trifft, bildet ebenfalls eine Frage der Verhältnismässigkeit (Urteil des Bundes-

gerichts 2C_1058/2013 vom 11. September 2014 E. 2.5). Allgemein gebietet der Grundsatz 

der Verhältnismässigkeit, dass die Aufenthaltsbeendigung im öffentlichen Interesse geeig-

net, erforderlich und zumutbar erscheint, d.h. es muss ein sachgerechtes Verhältnis von 

Mittel und Zweck bestehen (BGE 134 I 92 E. 2.2.2). Ist eine Massnahme begründet, aber 

den Umständen nicht angemessen, so kann die betroffene Person unter Androhung der 

Massnahme verwarnt werden (Art. 96 Abs. 2 AIG).  

 

5.1 Die Vorinstanz erwog, dass mit Inkrafttreten des AIG am 1. Januar 2019 auch die Bestim-

mung von Art. 63 des revidierten bzw. abgelösten AUG angepasst worden sei. Der ord-

nungsgemässe Aufenthalt des Niedergelassenen schliesse einen Widerruf bei einer 

Abhängigkeit von der Sozialhilfe nicht mehr aus. Der Beschwerdeführer könne sich, nach-

dem er auch 2019 weiterhin in hohem Masse von Sozialhilfe abhängig gewesen sei, 

faktisch nicht auf ein Rückwirkungsverbot berufen. Es sei unbestritten, dass der 

Beschwerdeführer seit Jahren arbeitslos und dauernd sowie in hohem Mass von Sozialhilfe 

abhängig sei. Auch müsse davon ausgegangen werden, dass er in der Schweiz nicht 

integriert sei, obwohl er seit 25 Jahren in der Schweiz lebe. Zudem sei er – wenn auch in 

bis jetzt überschaubarem Masse – straffällig geworden. Umgekehrt sei er bis am 30. Mai 

2019 verheiratet gewesen, wobei seine Frau in der Türkei lebe. Dies lasse den Schluss zu, 

dass der Beschwerdeführer in seiner Heimat ebenso gut integriert sei wie in der Schweiz. 

Eine Rückkehr in die Heimat sei durchaus zumutbar und führe in der konkreten Situation 

nicht zu einem Härtefall. Allein der Umstand, dass der Beschwerdeführer seit Jahren 

Sozialhilfe beziehe, seinen finanziellen Verpflichtungen nicht nachkomme und Schulden 

anhäufe, könne jedenfalls nicht als Begründung für eine Integration in der Schweiz 

angeführt werden. Ein Arztzeugnis, das Auskunft über seinen Gesundheitszustand und 

auch über die Notwendigkeit eines weiteren Aufenthalts in der Schweiz gebe, liege nicht 

vor. Die eingereichten Unterlagen bestätigten lediglich den Aufenthalt im psychiatrischen 

Zentrum in Wil und die Arbeitsunfähigkeit bis Ende November 2019.  

 

5.2 Der Beschwerdeführer lässt dagegen einwenden, dass man sich darauf verlassen dürfe, 

ein bestimmtes Verhalten werde nach Massgabe des geltenden Rechts beurteilt, nicht nach 

Rechtsnormen, die erst später in Kraft träten und rückwirkend auf dieses Verhalten ange-

wendet würden. Die Vorinstanz verweise aber im Wesentlichen auf Sozialhilfeschulden, 

Schulden, Verlustscheine und strafrechtliches Verhalten, die abschliessend vor dem 

1. Januar 2019 entstanden seien. Indem sie dies mache, setze sie sich in Widerspruch zu 

Gebot der Rechtssicherheit, gegen das in Art. 9 BV statuierte Vertrauensschutzprinzip und 

gegen das Gebot der Rechtsgleichheit (Art. 8 BV). Gemäss bundesgerichtlicher 

Seite 8 

Rechtsprechung würden bei Personen mit einer Niederlassungsbewilligung als Faustregel 

Sozialhilfeleistungen von Fr. 80‘000.-- während zwei bis drei Jahren vorausgesetzt. Ein 

solcher Betrag sei in den letzten dreizehn Monaten offensichtlich nicht zusammenge-

kommen. In Bezug auf die strafrechtlichen Verfehlungen handle es sich um eine einzige 

Verurteilung, welche der Vorinstanz seit 2012 bekannt sei. Eine 8 Jahre alte Vorstrafe im 

Bagatellbereich könne offensichtlich nicht genügen, um gestützt auf Art. 63 Abs. 1 lit. b und 

c AIG einen Widerruf der Niederlassungsbewilligung rechtfertigen zu können. 

 

Der Beschwerdeführer habe seit langer Zeit keiner geregelten Arbeit nachgehen können, 

weil er psychisch krank sei. Seine finanziellen Probleme seien deshalb direkte Folge seiner 

psychischen Erkrankung. Zu berücksichtigen sei insbesondere, dass der Beschwerdeführer 

vom 13. Februar bis 30. Juni 2019 in stationärer Behandlung gewesen sei. Seit 1. Juli 2019 

sei er nicht mehr in stationärer Behandlung, sei jedoch bis heute krankgeschrieben. So-

dann sei er per 10. Februar 2020 in die Tagesklinik des Psychiatrische Zentrums Herisau 

aufgenommen worden. Es sei deshalb festzustellen, dass ihm die Sozialhilfebedürftigkeit 

weitestgehend, sicher aber ab Februar 2019 nicht vorgeworfen werden könne. Vorliegend 

sei der Beschwerdeführer zwar noch arbeitsunfähig geschrieben, er hätte dennoch 

im November 2019 im E., vorläufig in einem 60%-Pensum zu einem Bruttolohn von 

Fr. 2‘400.--, nach der Probezeit – vorausgesetzt die Gesundheit hätte es zugelassen – mit 

einer Erhöhung auf 100% zu arbeiten beginnen können. Der Leiter des Restaurants wäre 

bereit gewesen, den Beschwerdeführer anzustellen, er hätte jedoch die Bestätigung des 

Migrationsamts erhalten müssen, dass der Beschwerdeführer bei einer Anstellung die 

Niederlassungsbewilligung behalten könne. Eine solche Bestätigung sei nicht erhältlich zu 

machen gewesen, weshalb er die Stelle nicht habe antreten können. Dieser Umstand 

zeige, dass der Beschwerdeführer sehr motiviert sei, eine Arbeit zu finden. Der 

Beschwerdeführer wohne seit 25 Jahren in der Schweiz und habe sich gut eingelebt. Er 

habe sehr gute Deutschkenntnisse und einen stabilen Bekanntenkreis. Mit der Türkei habe 

er nur noch lose Verbindungen. Mit seiner ehemaligen türkischen Ehefrau habe er nie 

zusammengelebt. Mit dem Scheidungsurteil sei die Verbindung in die Türkei endgültig 

abgebrochen. In der Türkei wäre er praktisch vollständig auf sich allein angewiesen. Unbe-

rücksichtigt sei zudem, dass der Beschwerdeführer ein sehr inniges Verhältnis zu seiner 

Tochter habe. Er besuche sie oder nehme sie viermal pro Woche zu sich nach Hause. 

Wenn er in die Türkei ausreisen müsste, wäre ein solcher Kontakt nicht mehr möglich.  

 

5.3 Soweit der Beschwerdeführer sich auf das Vertrauensschutzprinzip und das Gebot der 

Rechtssicherheit beruft, gilt es festzuhalten, dass sich Niedergelassene, die zum Zeitpunkt 

des Inkrafttretens des neugefassten Art. 63 AIG bereits seit über 15 Jahren ordnungsge-

mäss in der Schweiz lebten, gegen die Rechtswirkungen der Neuregelungen nicht auf Treu 

Seite 9 

und Glauben im Sinne eines Bestandesschutzes berufen können. Die Anwendung des 

neuen Rechts auf zeitlich offene Dauersachverhalte sowie die Mitberücksichtigung von 

Sachumständen, die sich vor dem Inkrafttreten des neuen Rechts ereignete haben, sind 

Anwendungsfälle der unechten Rückwirkung, die grundsätzlich zulässig ist (HÄFELIN/ 

MÜLLER/UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 8. Aufl. 2020, Rz. 279 ff.) Damit kommen 

sämtliche Widerrufsgründe von Art. 63 AIG im Gegensatz zur alten Fassung auch bei 

ausländischen Personen in Frage, welche sich seit mehr als 15 Jahren ununterbrochen und 

ordnungsgemäss in der Schweiz aufhalten. Nichtsdestotrotz darf die Nieder-

lassungsbewilligung bei Niedergelassenen nach einem Aufenthalt von 15 Jahren nament-

lich wegen Sozialhilfebezug nur mit grosser Zurückhaltung widerrufen werden (SPESCHA, 

a.a.O., N. 19 zu Art. 63 AIG).  

 

5.4 Der heute 37-jährige Beschwerdeführer hält sich seit fast 27 Jahren in der Schweiz auf. 

Aufgrund dieser langen Aufenthaltsdauer stellt der Widerruf der Niederlassungsbewilligung 

zweifellos eine besondere Härte dar. Aus den Akten lässt sich ableiten, dass der 

Beschwerdeführer bisher nicht wegen des Sozialhilfebezugs ausländerrechtlich verwarnt 

wurde, obwohl eine Verwarnung bei diesem Widerrufsgrund die Regel ist (vgl. dazu z.B. 

Urteile des Bundesgerichts 2C_1115/2018 vom 31. Oktober 2019; 2C_286/2017 vom 

29. Mai 2017; 2C_958/2011 vom 18. Februar 2013). Die Verwarnung aus dem Jahr 2008 

bezog sich auf geringfügige Strafdelikte, wobei sich der Beschwerdeführer - soweit ersicht-

lich - seit dem Jahr 2012 nichts mehr zuschulden kommen liess. Es ist zudem kein Schrei-

ben der Vorvorinstanz aktenkundig, in welcher der Beschwerdeführer darauf aufmerksam 

gemacht wurde, dass ab dem Inkrafttreten der Änderung von Art. 63 AIG am 1. Januar 

2019 der Widerruf der Niederlassungsbewilligung wegen Sozialhilfeabhängigkeit auch bei 

einer Aufenthaltsdauer von mehr als 15 Jahren möglich ist. Entsprechend hatte der 

Beschwerdeführer keine Kenntnis, dass der Widerruf geprüft wird, wenn er weiter nicht in 

der Lage ist, seinen Lebensunterhalt ohne Sozialhilfe zu bestreiten, was eine Verwarnung 

allenfalls ersetzt hätte. Aus den Akten geht vielmehr hervor, dass während 14 Jahren 

vorbehaltlos Sozialhilfe ausbezahlt wurde.  

 

5.5 Die langjährige Sozialhilfeabhängigkeit dürfte zwar hauptsächlich auf die Passivität und 

fehlende Motivation des Beschwerdeführers, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen, zurück-

zuführen und damit selbstverschuldet sein. Seine Sozialhilfeabhängigkeit ist jedoch in den 

letzten Jahren durch die aktenkundige psychische Erkrankung zu relativieren. Insofern 

kann man ihm die Sozialhilfeabhängigkeit zumindest während des Zeitraums 2019 bis 

Anfang 2020 nicht vorwerfen. Der heute 37-jährige Beschwerdeführer lebt seit dem 

13. Februar 1994 in der Schweiz und ist seit dem 15. August 1994 im Besitz der 

Niederlassungsbewilligung. Insbesondere aufgrund der langen Aufenthaltsdauer von 

Seite 10 

27 Jahren und der krankheitsbedingten Reduktion des Verschuldens an dem 

Sozialhilfebezug erscheint eine Verwarnung angezeigt, bevor der Widerruf der 

Niederlassungsbewilligung erfolgt. Dies ergibt sich auch aus übergangsrechtlichen 

Gesichtspunkten, konnte doch die Niederlassungsbewilligung bis Ende 2018 nicht wegen 

Sozialhilfebezugs widerrufen werden, wenn sich die betreffende Person seit mehr als 15 

Jahren ununterbrochen und ordnungsgemäss in der Schweiz aufhielt (Art. 63 Abs. 2 AIG in 

der Fassung vom 16. Dezember 2005). Die unmittelbare Anwendung der neuen, 

ungünstigeren Regelung auf den Beschwerdeführer, ohne dass dieser zuvor mit einer 

Verwarnung zur Verhaltensänderung aufgefordert wurde, erscheint nicht verhältnismässig 

(vgl. dazu auch Urteil des Bundesgerichts 2C_83/2018 vom 1. Februar 2019 E. 4.2.3). Als 

mildere Massnahme wäre vor einem Widerruf von der Vorvorinstanz in Anbetracht der 

aktuellen Umstände zudem eine Rückstufung im Sinne des neuen Art. 63 Abs. 2 AIG zu 

prüfen. Eine solche kommt dann zum Zug, wenn sie zur Erreichung des damit verfolgten, 

im öffentlichen Interesse liegenden Ziels, nämlich der Verbesserung von Integrations-

defiziten bei der betroffenen Person, auch tatsächlich geeignet und erforderlich erscheint 

(Urteil des Bundesgerichts 2C_1040/2019 vom 9. März 2020 E. 6.1). Im vorliegenden Fall 

bestehen keine Hinweise, dass eine Rückstufung diesen Zweck von vornherein nicht 

erfüllen könnte, zumal nicht ersichtlich ist, inwieweit die psychische Erkrankung des 

Beschwerdeführers diesen längerfristig im Erwerbsleben beeinträchtigt, was im Rahmen 

von Art. 58a Abs. 2 AIG zu beachten wäre. 

 

5.6 In Anbetracht dieser Umstände kommt das Obergericht zum Schluss, dass sich der Wider-

ruf der Niederlassungsbewilligung und die Ausweisung derzeitig für den Beschwerdeführer 

als unverhältnismässig erweisen. Dieser ist stattdessen zu verwarnen unter der Androhung, 

dass von der Vorvorinstanz der Widerruf der Niederlassungsbewilligung verbunden mit 

einer Ausweisung (Art. 63 Abs. 1 AIG) oder die Ersetzung der Niederlassungsbewilligung 

durch eine Aufenthaltsbewilligung (Art. 63 Abs. 2 AIG) geprüft und gegebenenfalls ange-

ordnet wird, wenn er nicht innerhalb eines Jahres nach Rechtskraft dieses Urteils einer 

Arbeit nachgeht oder ernsthafte Bemühungen nachweist, seinen Lebensunterhalt ohne 

Sozialhilfe zu bestreiten. Weil der weitere Verbleib des Beschwerdeführers durch die 

Verwarnung vorläufig nicht gefährdet ist, sind die allfälligen sozialen Kontakte des 

Beschwerdeführers im Heimatstaat und die Beziehung zu seiner Tochter derzeit nicht be-

achtlich. 

 

6. Zusammenfassend ergibt sich damit, dass die Beschwerde wie folgt gutzuheissen ist: Der 

angefochtene Rekursentscheid der Vorinstanz vom 24. Dezember 2019 sowie die 

zugrunde liegende Verfügung der Vorvorinstanz vom 4. Juli 2019 sind aufzuheben und die 

Niederlassungsbewilligung ist dem Beschwerdeführer wieder zu erteilen. Der Beschwer-

Seite 11 

deführer ist stattdessen zu verwarnen unter der Androhung, dass die Vorvorinstanz den 

Widerruf der Niederlassungsbewilligung (Art. 63 Abs. 1 AIG) oder deren Ersetzung durch 

eine Aufenthaltsbewilligung (Rückstufung, Art. 63 Abs. 2 AIG) zu prüfen und gege-

benenfalls anzuordnen hat, wenn der Beschwerdeführer nicht innerhalb eines Jahres nach 

Rechtskraft dieses Urteils einer Arbeit nachgeht oder ernsthafte Bemühungen nachweist, 

seinen Lebensunterhalt ohne Sozialhilfe zu bestreiten.  

 

7. Nach Art. 19 Abs. 3 i. V. m. Art. 53 Abs. 1 VRPG ist im Beschwerdeverfahren vor Oberge-

richt gebühren- und kostenpflichtig, wer ganz oder teilweise unterliegt oder auf dessen 

Rechtsmittel nicht eingetreten wird. Für dieses Verfahren wird eine Entscheidgebühr von 

Fr. 2‘000.-- erhoben, welche der Vorinstanz auferlegt wird, wobei in Anwendung von Art. 22 

Abs. 1 VRPG auf die Erhebung zu verzichten ist.  

 

8. Nach Art. 53 Abs. 3 VRPG hat die obsiegende Partei in der Regel Anspruch auf eine Ent-

schädigung für ihre notwendigen Kosten und Auslagen. Die Parteientschädigung geht 

zulasten der unterliegenden Partei. Ausgangsgemäss ist dem Entschädigungsbegehren 

des Beschwerdeführers im Beschwerdeverfahren zu entsprechen. Die Entschädigung setzt 

sich zusammen aus einem Honorar und den Barauslagen; die Mehrwertsteuer wird als 

Zuschlag in Rechnung gestellt (Art. 3 der Verordnung über den Anwaltstarif, AT, bGS 

145.53). In Verfahren vor dem Obergericht in Verwaltungssachen wird das Honorar 

pauschal festgelegt (Art. 13 Abs. 1 lit. c AT) und beträgt Fr. 1‘000.-- bis Fr. 10‘000.-- (Art. 16 

Abs. 1 AT). Innerhalb des für eine Pauschale gesetzten Rahmens richtet sich das Honorar 

nach den besonderen Umständen des Falles. In Betracht fallen namentlich Art und Umfang 

der Bemühungen, die Schwierigkeiten des Falles sowie die wirtschaftlichen Verhältnisse 

der Beteiligten (Art. 17 AT). Grundsätzlich kann die mögliche Bandbreite der Honorare un-

terteilt werden in  

 

a) einfache, unterdurchschnittlich aufwändige Fälle, in denen ein Honorar von 

Fr. 1‘000.-- bis zu Fr. 4‘000.-- zu sprechen ist;  

b) mittlere Fälle, die durchschnittlich schwierige Rechts- und/oder Sachverhaltsfragen 

betreffen und einen durchschnittlichen Aufwand benötigten, in denen ein Honorar in 

der Grössenordnung von Fr. 4‘000.-- bis Fr. 7‘000.-- angemessen erscheint; und  

c) schwierige Fälle sowohl bezüglich Sachverhalts- und/oder Rechtsfragen, in denen 

überdurchschnittlich umfangreiche Eingaben notwendig waren und umfangreiche 

Akten zu studieren waren, was ein Honorar von Fr. 7‘000.-- bis Fr. 10‘000.--, bzw. in 

aussergewöhnlichen Fällen bis zu Fr. 15‘000.-- rechtfertigt. 

 

Seite 12 

Vorliegend ist von einem einfachen Fall auszugehen, bei welchem keine schwierigen 

Rechtsfragen zu beantworten und keine umfangreichen Akten zu studieren waren. In Anbe-

tracht der Umstände erscheint eine Entschädigung von Fr. 2‘500.-- für das Beschwerde-

verfahren als angemessen, zuzüglich 4% Barauslagen sowie 7.7% für die MwSt. (total 

Fr. 2‘800.20). Diese Entschädigung hat die Vorinstanz zu bezahlen.  

 

9. Da der Beschwerdeführer durch die Aufhebung des Entscheids der Vorvorinstanz nachträg-

lich in die Position der Obsiegenden gelangt, sind auch die Kosten für das vorinstanzliche 

Rekursverfahren entsprechend neu zu verlegen.  

 Dem Beschwerdeführer steht für das Rekursverfahren ebenfalls eine Entschädigung zu. 

Deren Höhe ist seit der Revision von Art. 24 Abs. 1 VRPG (per 1. Januar 2020) auf 

Fr. 7‘000.-- begrenzt. Nach Art. 24 Abs. 1
bis

 VRPG sind bei der Bemessung der Parteient-

schädigung der Zeitaufwand und die Schwierigkeit der Sache, deren Bedeutung für die 

Beteiligten sowie die wirtschaftlichen Verhältnisse der Beteiligten zu berücksichtigen. In 

Anwendung dieser Kriterien erscheint für das Rekursverfahren eine Entschädigung von 

Fr. 1‘500.-- als angemessen. In diesem Betrag sind die Barauslagen sowie die Mehrwert-

steuer enthalten. Die Entschädigung geht ausgangsgemäss zulasten der Vorinstanz.  

 

Seite 13 

Das Obergericht erkennt: 

 
1. In Gutheissung der Beschwerde werden der Rekursentscheid des Departements Inneres 

und Sicherheit vom 24. Dezember 2019 sowie die Verfügung des Amts für Inneres, Abtei-
lung Migration vom 4. Juli 2019 aufgehoben und das Amt für Inneres, Abteilung Migration, 
angewiesen, dem Beschwerdeführer die Niederlassungsbewilligung wieder zu erteilen. 

 
 
2. A. wird im Sinne der Erwägungen verwarnt. 
 
 
3. Für das Beschwerdeverfahren wird eine Entscheidgebühr von Fr. 2'000.-- festgesetzt, wel-

che auf die Staatskasse genommen wird.  
 
 
4. Die Vorinstanz hat dem Beschwerdeführer für das Beschwerdeverfahren eine Partei-

entschädigung von Fr. 2800.20 (Barauslagen und Mehrwertsteuer inbegriffen) zu bezahlen.  
 
 
5. Die Vorinstanz hat dem Beschwerdeführer für das Rekursverfahren eine Parteientschädi-

gung von Fr. 1‘500.-- (Barauslagen und Mehrwertsteuer inbegriffen) zu bezahlen.  
 
 
6. Rechtsmittel: 
 Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit der Zustellung Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten erhoben werden. Die Zulässigkeit einer solchen Beschwerde 
richtet sich nach Art. 82 ff. Bundesgerichtsgesetz (BGG, SR 173.110). Die Beschwerde ist 
beim Schweizerischen Bundesgericht, Avenue du Tribunal fédéral 29, 1000 Lausanne 14, 
schriftlich einzureichen. Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit 
Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten; der angefochtene Entscheid 
sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind - soweit vorhanden - beizulegen 
(Art. 42 BGG). Die Beschwerde hat in der Regel keine aufschiebende Wirkung (Art. 103 
BGG). 

 
 
7. Zustellung an den Beschwerdeführer über dessen Anwalt, die Vorinstanz und die Vor-

vorinstanz. 
 
 
 

Im Namen der 4. Abteilung des Obergerichts 
 
 
Der Obergerichtsvizepräsident:  

 

 

lic. iur. Walter Kobler 

Der Gerichtsschreiber:   

 

 

lic. iur. Daniel Hofmann 

 
 
 
versandt am: 22. Februar 2021