# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ec8063a3-908d-5e1d-a880-616336e90577
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-02-09
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 09.02.2012 725 11 287 / 40 (725 2011 287 / 40)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_725-11-287---40_2012-02-09.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom  9. Februar 2012 (725 11 287 / 40) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Unfallversicherung 

 

 

Voraussetzungen zur Leistungseinstellung 

 

 
Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichterin Elisabeth Berger Götz, 

Kantonsrichter Daniel Noll, Gerichtsschreiber Daniel Scheuner 
 
 

Parteien M.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Dr. Patrick Somm, 
Advokat, Steinenvorstadt 73, Postfach, 4002 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 Vaudoise Allgemeine Versicherungs-Gesellschaft AG, Place de 
Milan, Case postale 120, 1001 Lausanne, Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff Leistungen 
 
 
 
A. Die 1954 geborene M.____ war als Sachbearbeiterin bei der Vaudoise Versicherungen 
AG angestellt und in dieser Funktion bei der Vaudoise Allgemeine Versicherungs-Gesellschaft 
AG (Versicherung) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten versi-
chert. Gemäss Unfallmeldung vom 3. Februar 2009 zog sich die Versicherte am 31. Januar 
2009 eine Verletzung am linken Fuss zu, als sie beim Aussteigen aus ihrem Auto ausrutschte. 
Im Rahmen der medizinischen Erstuntersuchung wurde eine nicht dislozierte Fraktur der Basis 
des Malleolus medialis links diagnostiziert und im späteren Verlauf radiologisch bestätigt (vgl. 

 
 
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Bericht Dr. X.____ vom 14. März 2009 und Institut Dr. G.____ vom 5. Februar 2009). In der 
Folge erbrachte die Versicherung die gesetzlichen Leistungen. Am 3. September 2009 unterzog 
sich die Versicherte aufgrund persistierender Fussgelenksschmerzen einer Osteosynthese des 
medialen Malleolus. Am 15. September 2010 erfolgte ein erneuter operativer Eingriff am betrof-
fenen linken Fuss (vgl. Operationsberichte des Kantonsspitals Y.____ vom 4. September 2009 
und vom 16. September 2010). Mit Verfügung vom 3. März 2011 stellte sich die Versicherung 
auf den Standpunkt, dass die Fussbeschwerden der Versicherten spätestens seit dem 
30. November 2010 nicht mehr auf das Unfallgeschehen, sondern auf unfallfremde, degenerati-
ve Veränderungen zurückzuführen seien. Dementsprechend stellte sie die weitere Ausrichtung 
von Versicherungsleistungen ein. Die von M.____, vertreten durch die O.____ Rechtsschutz-
versicherung, am 4. April 2011 gegen die Einstellungsverfügung gerichtete Einsprache wies die 
Versicherung mit Entscheid vom 29. Juli 2011 ab.  
 
B. Am 23. August 2011 reichte M.____, vertreten durch Dr. Patrick Somm, Advokat, beim 
Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht), Be-
schwerde gegen den Einspracheentscheid der Versicherung ein. Sie beantragte, es sei der 
Einspracheentscheid aufzuheben und die Versicherung sei zu verpflichten, weiterhin die ge-
setzlichen Leistungen (Taggelder, Behandlungskosten) zu erbringen.  
 
C. In ihrer Vernehmlassung vom 4. November 2011 hielt die Versicherung an ihrem Ent-
scheid fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde. Auf die Ausführungen der Parteien 
wird - soweit erforderlich - in den nachstehenden Erwägungen einzugehen sein. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1. Die Sachurteilsvoraussetzungen sind erfüllt, sodass auf die Beschwerde einzutreten ist. 
Streitig und zu prüfen ist nachstehend, ob die Versicherung mit Verfügung vom 3. März 2011 
die Versicherungsleistungen per 30. November 2011 einstellen durfte. Zwischen den Parteien 
ist unbestritten, dass die Beschwerdeführerin unter einem Status nach Poliomyelitis mit Rest-
lähmung und Restathropie der linken unteren Extremität leidet. Die Versicherung stellt sich auf 
den Standpunkt, dass die heute noch bestehenden Beschwerden am linken Fuss auf diese 
Grunderkrankung und nicht mehr auf die Folgen des Unfalls vom 31. Januar 2009 zurückzufüh-
ren seien. Demgegenüber vertritt die Beschwerdeführerin die Ansicht, dass die heute noch be-
stehenden Beeinträchtigungen am linken Fuss - zumindest teilweise - in einem Kausalzusam-
menhang mit dem vorgenannten Schadenfall stünden, weshalb die Versicherung nach wie vor 
eine Leistungspflicht treffe.  
 
2.1 Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) vom 
20. März 1981 hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversicherung, soweit das 
Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberuf 
sunfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten 
Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehandlung). Dabei 
hat der Unfallversicherer die Pflegeleistungen so lange zu erbringen, als davon eine namhafte 

 
 
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Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann (vgl. Art. 19 Abs. 1 Satz 1 UVG). 
Ist die versicherte Person infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie ge-
mäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. Dieses beträgt bei voller Arbeitsunfähigkeit 
80 % des versicherten Verdienstes. Bei teilweiser Arbeitsunfähigkeit wird es entsprechend ge-
kürzt (vgl. Art. 17 Abs.1 UVG). Der Anspruch entsteht gemäss Art. 16 Abs. 2 UVG am dritten 
Tag nach dem Unfalltag und er erlischt mit der Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit, mit 
dem Beginn einer Rente oder mit dem Tod der versicherten Person. Art. 18 Abs. 1 UVG ge-
währt der versicherten Person Anspruch auf eine Invalidenrente, wenn sie infolge des Unfalles 
zu mindestens 10 % invalid ist. Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der 
ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der versicherten 
Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenver-
sicherung (IV) abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die 
Taggeldleistungen dahin (vgl. Art. 19 Abs. 1 UVG). Erleidet die versicherte Person durch den 
Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen In-
tegrität, so hat sie nach Art. 24 Abs. 1 UVG Anspruch auf eine angemessene Integritätsent-
schädigung. Diese wird mit der Invalidenrente festgesetzt oder, falls kein Rentenanspruch be-
steht, bei der Beendigung der ärztlichen Behandlung gewährt (vgl. Art. 24 Abs. 2 UVG). 
 
2.2  Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen 
dem versicherten Ereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Arbeitsunfähigkeit, Inva-
lidität, Integritätsschädigung) ein natürlicher und ein adäquater Kausalzusammenhang besteht 
(vgl. BGE 129 V 181 E. 3.1 und 3.2). Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammen-
hangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als einge-
treten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht 
werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal-
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache ge-
sundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen 
Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, 
das Ereignis mit anderen Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetre-
tene gesundheitliche Störung entfiele (vgl. BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). Ob zwischen 
einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzu-
sammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die rechtsanwendende Behörde - die Verwal-
tung oder im Streitfall das Gericht -  im Rahmen der ihr obliegenden Beweiswürdigung nach 
dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 
zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung ei-
nes Leistungsanspruches nicht (vgl. BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). 
 
2.3 Ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, 
entfällt die deswegen anerkannte Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn der Unfall 
nicht die natürliche und adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, wenn also Letz-
terer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn 
entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden 
hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen 
Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte 

 
 
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(Status quo sine), erreicht ist. Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusam-
menhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines 
Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der 
überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit nunmehr gänz-
lich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Da es sich hierbei um eine 
anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast - anders als bei der Frage, ob ein 
leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht bei der versicher-
ten Person, sondern beim Unfallversicherer (vgl. Urteile Bundesgerichts vom 4. November 
2004, U 183/04, E. 3.2 und vom 25. Mai 2004, U 123/03, E. 2, je mit weiteren Hinweisen). Diese 
Regel greift allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersu-
chungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zu-
mindest die überwiegende Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wahrheit zu entsprechen (vgl. 
BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen). Der Beweis des Wegfalls des natürlichen Kausalzusam-
menhangs muss dabei nicht durch den Nachweis unfallfremder Ursachen erbracht werden. 
Ebenso wenig geht es darum, vom Unfallversicherer den negativen Beweis zu verlangen, dass 
kein Gesundheitsschaden mehr vorliegt oder die versicherte Person nun bei voller Gesundheit  
ist. Entscheidend ist allein, ob die unfallbedingten Ursachen des Gesundheitsschadens ihre 
kausale Bedeutung verloren haben, also dahingefallen sind (vgl. Urteile des Bundesgerichts 
vom 7. November 2005, U 274/05, E. 1.3., vom 17. März 2005, U 287/04, E. 3 und vom 30. No-
vember 2004, U 222/04, E. 1.3 mit Hinweisen). 
 
2.4  Zur Abklärung medizinischer Sachverhalte - wie der Beurteilung des Gesundheitszu-
standes und insbesondere auch der Feststellung natürlicher Kausalzusammenhänge im Be-
reich der Medizin - ist die rechtsanwendende Behörde regelmässig auf Unterlagen angewiesen, 
die ihr in erster Linie von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind (vgl. BGE 122 V 
158 f. E. 1b mit zahlreichen weiteren Hinweisen). Das Gericht hat diese medizinischen Unterla-
gen nach dem für den Sozialversicherungsprozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdi-
gung (vgl. Art. 61 lit. c des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversiche-
rungsrechts [ATSG] vom 6. Oktober 2000) - wie alle anderen Beweismittel - frei, d.h. ohne Bin-
dung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeu-
tet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig, von wem sie stammen, 
objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuver-
lässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einan-
der widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte 
Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf 
die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist 
also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Un-
tersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten 
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und 
in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der 
Expertin oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grund-
sätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten 
oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (vgl. BGE 125 V 352 
E. 3a, 122 V 160 E. 1c). Beurteilungen von angestellten versicherungsinternen Arztpersonen 

 
 
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soll jedoch bereits dann kein Beweiswert im vorbeschriebenen Sinne mehr zukommen, wenn 
auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Angaben be-
stehen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 27. Juli 2009, 8C_113/2009 E. 3.2 mit Verweis auf 
BGE 122 V 157 E. 1d). 
 
3.1 Aus den in den Verfahrensakten befindlichen Unterlagen der behandelnden Ärzte geht 
hervor, dass die Beschwerdeführerin vor dem Unfallgeschehen vom 31. Januar 2009 unter kei-
ner Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aufgrund der vorbestehenden Poliomyelitis zu leiden 
hatte. Sowohl die sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirkenden Beschwerden am linken Fuss als 
auch die Fussheberparese sind nach dem Schadenereignis aufgetreten. Auf Anfrage der 
O.____ Rechtsschutzversicherung, welche die Versicherte im Rahmen des Einspracheverfah-
rens rechtlich beraten hat, äusserte sich der behandelnde Arzt der Beschwerdeführerin, 
Dr. med. X.____, FMH für Allgemeine Medizin, mit Bericht vom 25. März 2011 zu deren ge-
sundheitlichem Zustand. Demnach habe aufgrund von Restbeschwerden der Poliomyelitis eine 
leichte Gehbehinderung bestanden, welche im Alltag aber vollumfänglich habe kompensiert 
werden können. Zur Erhaltung der Beweglichkeit an der linken unteren Extremität und zur Ver-
meidung muskulärer Verspannungen sei die Versicherte in physiotherapeutischer Behandlung 
gewesen. Die Tatsache, dass sich der Heilungsverlauf nach dem Unfallgeschehen vom Januar 
2009 verzögert habe, könne - mindestens teilweise - mit der Poliomyelitis in Zusammenhang 
stehen. Jedoch sei der Endzustand nicht erreicht und die attestierte Arbeitsunfähigkeit sei ein-
deutig auf den Unfall zurückzuführen. Dementsprechend bestehe seit 29. November 2009 eine 
Arbeitsunfähigkeit von 50 % in Bezug auf das von der Beschwerdeführerin vor dem Unfall er-
brachte Pensum von 90 %. Mit Bericht vom 9. September 2009 wies Dr. X.____ zudem auf eine 
neu aufgetretene Fussheberparese hin, welche - mindestens in diesem Ausmass - nicht vorbe-
stehend sein könne. Mit Schreiben vom 14. Januar 2010 äusserte sich die orthopädische Klinik 
des Kantonsspitals Y.____, zuhanden von Dr. X.____ zum gesundheitlichen Zustand der Versi-
cherten. Diagnostisch liege ein Status nach Korrekturosteotomie nach Lambrinudi mit Transfer 
der FDL-Sehne nach lateral und varisierender supramalleolärer Osteotomie der Tibia links am 
3. September 2009 bei posttraumatischen Schmerzen nach Avulsionsfraktur des linken Malleo-
lus medialis am 31. Januar 2009 vor. Im Rahmen der klinisch-radiologischen Untersuchung 
habe die Versicherte über nach wie vor bestehende Schmerzen im Bereich des medialen Mal-
leolus beziehungsweise der Tibia geklagt. Die Extension sei nach wie vor nur sehr einge-
schränkt möglich und ohne Verwendung des Vacopeds sei eine Belastung des Fusses kaum 
möglich. Die Arbeitsfähigkeit betrage bis auf weiteres 100 %. In Kenntnis dieser Unterlagen 
gelangte der Vertrauensarzt der Versicherung, Dr. med. Daniel P.____, FMH für orthopädische 
Chirurgie, zum Schluss, dass aufgrund seiner Eindrücke die ein Jahr nach dem Unfall fortbe-
stehenden Beschwerden am linken Fuss nicht mehr mit dem Unfallgeschehen in Verbindung 
gebracht werden könnten. Diese stünden vielmehr im Zusammenhang mit der vorbestehenden 
Poliomyelitis und dem nach dem Unfallgeschehen vorgenommenen Sehnentransfer.  
 
3.2 In seinem Bericht zuhanden der O.____ Rechtsschutzversicherung vom 25. März 2011 
diagnostizierte der Chefarzt der orthopädischen Klinik des Kantonsspitals Y.____, Prof. H.____, 
eine komplexe Verletzung des oberen Sprunggelenks (OSG) mit einem Abriss des medialen 
Malleolus links bei inkomplettem Lähmungsfuss links. Aufgrund seiner Untersuchungsergebnis-

 
 
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se gelangte er zum Schluss, dass die heute noch bestehenden Beschwerden ausschliesslich im 
Zusammenhang mit dem Unfallgeschehen vom 31. Januar 2009 stünden. Die Beschwerdefüh-
rerin habe seit der im Kindesalter erlittenen Poliomyelitis gut mit dem linken Fuss gelebt und 
glaubhaft sowie nachweislich nie diesbezügliche Probleme gehabt. Weiter führte Prof. H.____ 
aus, dass aufgrund der vorbestehenden Poliomyelitis ein massiv erhöhter Rehabilitationsbedarf 
hinsichtlich von Fussverletzungen bestehe, wie sie die Beschwerdeführerin erlitten habe, da die 
Muskulatur im betroffenen Fuss nur teilweise arbeite. Die aktuell noch bestehende teilweise 
Arbeitsunfähigkeit könne deshalb zumindest teilweise mit diesem erhöhten Zeitbedarf in Bezug 
auf die Rehabilitation erklärt werden. Der Anteil dieses aufgrund der Vorerkrankung allenfalls 
bestehenden zusätzlichen Rehabilitationsbedarfes wirke sich bei dieser willensstarken Patientin 
nur minimal in einer Grössenordnung von maximal 20 % aus. Abschliessend führte 
Prof. H.____ aus, dass der Endzustand nicht erreicht sei. Es sei mit einer weiteren Verbesse-
rung der Situation allenfalls sogar dem Erreichen des Vorzustandes zu rechnen.  
 
3.3 Ebenfalls mit Bericht vom 25. März 2011 nahm Dr. X.____ zuhanden der O.____ 
Rechtsschutzversicherung zum Zustand der Versicherten Stellung, wobei er im Wesentlichen 
die selben Diagnosen stellte wie Prof. H.____. Weiter führte er aus, dass sowohl die nach wie 
vor bestehenden linksseitigen Fussschmerzen als auch die Fussheberparese im Anschluss an 
das Unfallgeschehen aufgetreten seien. Laut Dr. X.____ habe die vorbestehende Poliomyelitis 
eine leichte, aber im Alltag kompensierte, Gehbehinderung zur Folge gehabt. Ebenso stellte er 
sich auf den Standpunkt, dass sich der Heilungsverlauf der beim Unfall erlittenen Fussverlet-
zung möglicherweise - wenigstens teilweise - aufgrund der Poliomyelitis verzögere. Zudem kam 
er zum Schluss, dass kein Endzustand erreicht sei und eine Zustandsverbesserung zu erwarten 
sei.  
 
3.4 Nachdem die Beschwerdeführerin am 23. August 2011 Beschwerde gegen den Einspra-
cheentscheid der Versicherung vom 29. Juli 2011 erhoben hatte, wandte sich die Versicherung 
erneut an ihren Vertrauensarzt, Dr. P.____, welcher am 11. Oktober 2011 seine Stellungnahme 
abgab. Darin kritisierte er über weite Strecken die Behandlung durch die beteiligten Fachärzte. 
Seiner Ansicht seien die nach dem Unfall vom 31. Januar 2009 durchgeführten operativen Ein-
griffe nicht aufgrund der unfallbedingten Malleolusfraktur, sondern wegen der vorbestehenden 
Poliomyelitis erforderlich gewesen. Die beim Unfallgeschehen erlittene Fraktur sei konsolidiert 
und nach der Metallentfernung vom 15. September 2010 könne noch eine unfallkausale Ar-
beitsunfähigkeit während maximal zweieinhalb Monaten angenommen werden. Die nach die-
sem Zeitpunkt noch bestehende Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit sei vollumfänglich krank-
heitsbedingt.  
 
4. Vor Erlass der Einstellungsverfügung verfügte die Versicherung zur Begründung ihres 
Standpunktes, wonach die weiterhin bestehenden Beeinträchtigungen an der linken unteren 
Extremität der Versicherten auf die vorbestehende Poliomyelitis zurückzuführen sei, lediglich 
über eine undatierte handschriftliche und äusserst kurz gehaltene Stellungnahme (vgl. ac-
tum 73) sowie das vorstehend genannte (vgl. E. 3.1 in fine) Kurzschreiben ihres Vertrauensarz-
tes vom 9. Februar 2010. Erst nach Beschwerdeerhebung äusserte sich der Vertrauensarzt 
etwas umfassender im Rahmen eines vierseitigen Berichtes. Die von der Versicherung zur Be-

 
 
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gründung ihres Standpunktes vorgelegten Unterlagen, wonach die bei der Beschwerdeführerin 
im Verfügungszeitpunkt bestandenen Beschwerden am linken Fuss auf eine vorbestehende 
Poliomyelitis zurückzuführen und somit unfallfremd seien, erweisen sich als ungenügend. Zu-
nächst ist zu den vor Verfügungserlass vorhandenen Berichten von Dr. P.____ zu sagen, dass 
dieser lediglich ausgeführt hat, er "habe den Eindruck, dass der jetzige Zustand nicht mehr mit 
dem Unfall vom 31.01.2009 im Kausalzusammenhang steht". Diese Sicht wird in keiner Art und 
Weise begründet und taugt offensichtlich nicht als Grundlage zur Leistungseinstellung.  
 
Der von der Versicherung erst im Vorfeld der Einreichung der Vernehmlassung im Beschwer-
deverfahren eingeholte Bericht von Dr. P.____ vom 11. Oktober 2011 umfasst vier Seiten. Da-
bei handelt es sich um eine Stellungnahme aufgrund der Akten, eine Untersuchung der Versi-
cherten durch Dr. P.____ hat nicht stattgefunden und es wurden dementsprechend kein klini-
scher Befund sowie keine Anamnese erhoben. Im Wesentlichen äussert Dr. P.____ Kritik an 
der Behandlung der beteiligten Ärzte. In seiner Beurteilung übersieht er die Tatsache, dass die 
Malleolusfraktur am vorgeschädigten linken Fuss und die nach dem Unfall eingetretene Ent-
wicklung nicht völlig losgelöst vom Vorzustand bewertet werden kann. Vielmehr stützt der Ver-
trauensarzt seine Einschätzungen vorwiegend auf unbegründete und nicht nachvollziehbare 
Annahmen. Er beschränkt sich einzig auf die isolierte Betrachtungsweise, dass eine unfallbe-
dingte Verletzung wie die vorliegende innert einer bestimmten Zeit als abgeheilt zu gelten hat 
und dementsprechend weiterhin verbleibende Restbeschwerden nicht unfallkausal sein können. 
Er erklärt somit insbesondere nicht, aus welchem Grund er vom Erreichen des Status quo sine 
ausgeht. Allein der Umstand, dass die Versicherte vor dem Unfall wegen der Poliomyelitis wie-
derholt Physiotherapien durchgeführt hat, lässt nicht schon darauf schliessen, dass die heute 
noch fortbestehenden Beschwerden ausschliesslich krankheitsbedingt sind. Vor dem Unfall hat 
nachweislich keinerlei Arbeitsunfähigkeit der Versicherten bestanden. Es liegt auf der Hand, 
dass der Unfall zu einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes geführt hat. Dr. P.____ 
setzt sich aber gerade nicht mit der Frage auseinander, ob der Status quo ante vel sine bereits 
erreicht worden ist, sodass auf seine Beurteilung nicht abgestellt werden kann. Demgegenüber 
haben die Dres. X.____ und H.____ in ihren Berichten vom 25. März 2011 durchaus nachvoll-
ziehbar den Standpunkt vertreten, dass die heute noch bestehenden Beschwerden ausschliess-
lich im Zusammenhang mit dem Unfallgeschehen vom 31. Januar 2009 zu sehen seien und 
auch noch kein Endzustand erreicht sei. Will die Versicherung dementsprechend ihre Leistun-
gen einstellen, muss sie im Rahmen einer unabhängigen Beurteilung mit dem Beweisgrad der 
überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachweisen, dass und wann der Gesundheitszustand, wie 
er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, 
wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf des krankhaften Vorzustandes auch ohne 
Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht worden ist und aus welchen 
Gründen und in welchem Ausmass die Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist. Erbringt die Versiche-
rung diesen Nachweis wie vorliegend nicht, besteht ihre Leistungspflicht fort und sie hat der 
Beschwerdeführerin weiterhin die gesetzlichen Leistungen auszurichten. Die Beschwerde er-
weist sich demgemäss als begründet, weshalb sie gutzuheissen ist.  
 
5.1 Gestützt auf Art. 61 lit. a ATSG sind keine Verfahrenskosten zu erheben. 
 

 
 
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5.2 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person An-
spruch auf angemessenen Ersatz ihrer Parteikosten. Nachdem die Beschwerdeführerin obsiegt, 
hat sie Anspruch auf eine Parteientschädigung. Der vom Rechtsvertreter in dessen Honorarno-
te vom 3. Januar 2012 ausgewiesene Aufwand von 12,71 Stunden ist angemessen. Die Versi-
cherung hat der Beschwerdeführerin demgemäss auf der Basis des geltend gemachten Stun-
denansatzes von Fr. 230.-- eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 3'251.90 (inkl. Ausla-
gen und 8 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen.  
 
 
Demgemäss wird  e r k a n n t : 
 

://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird der Einspracheentscheid der 
Beschwerdegegnerin vom 29. Juli 20111 aufgehoben und diese ange-
wiesen, der Beschwerdeführerin über den 30. November 2010 hinaus 
die gesetzlichen Leistungen auszurichten. 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteient-
schädigung in der Höhe von Fr. 3'251.90 (inkl. Auslagen und 8 % 
Mehrwertsteuer) zu bezahlen. 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
        http://www.bl.ch/kantonsgericht