# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5ac4edba-8ce0-53e4-8542-238209294858
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-03-29
**Language:** de
**Title:** Direkte Bundessteuer 2016 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2016
**Docket/Reference:** DB.2020.14
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/2-db.2020.14--2-st.2020.20.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

2. Abteilung 

2 DB.2020.14 
2 ST.2020.20 

Entscheid 

29. März 2022 

Mitwirkend: 

Abteilungsvizepräsident Hans Heinrich Knüsli, Steuerrichter Walter Balsiger, Steuer-
richter Christian Griesser und Gerichtsschreiberin Verena Bieri 

1.  A ,    
2.  B ,    

vertreten durch C,  

In Sachen 

gegen 

Beschwerdeführer/ 
Rekurrenten,  

K a n t o n   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Süd,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Beschwerde-/ 
Rekursgegner,  

Direkte Bundessteuer 2016 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2016 

betreffend 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A.1. A und B (nachfolgend der bzw. die Pflichtige, zusammen die Pflichtigen) 

wohnen mit ihren drei Kindern D (Jg. 2006), E (Jg. 2013) und F (Jg. 2015) in der eige-

nen Wohnung in G. Der Pflichtige, von Beruf nach eigener Bezeichnung "Banker" bzw. 

"Bankangestellter",  arbeitet  zu  100%  im  Bereich  "Alternative  Investments,  Hedge 

Funds sowie Private Equity" für die Bank H in der Stadt Zürich, im Jahr 2016 zu einem 

Nettolohn von Fr. 273'569.-. Die Pflichtige, US-amerikanische Staatsbürgerin, gründete 

in  den  Jahren  2013  bis  2016  im  US-Bundesstaat  I  insgesamt  fünf  Limited  Liability 

Companies (Gesellschaften mit beschränkter Haftung, LLCs) und  liess diese im dorti-

gen  Handelsregister  eintragen  (J  LLC,  Gründung  am  … 2013;  K  LLC,  Gründung 

am… 2014;  L  LLC,  Gründung  am  … 2014;  M  LLC,  Gründung  am  … 2014;  N  LLC, 

Gründung  am  … 2016).  Vier  der  fünf  Gesellschaften  kauften  in  den  Jahren  2013  bis 

Ende  2016  in  eigenem  Namen  insgesamt  27  Liegenschaften  (Einfamilienhäuser)  in 

den beiden Städten O und P, I, USA, und vermieteten diese in der Folge an Dritte (Pri-

vatpersonen).  Die  Kaufpreise  für  die  Immobilien  bewegten  sich  zwischen  $ 5'000.- 

(… Street,  P)  und  $ 49'500.-  (… Place,  I)  und  betrugen  im  Durchschnitt  knapp 

$ 26'000.-.  Die  Firmen  investierten  in  die  Liegenschaften  kurz  nach  dem  jeweiligen 

Kauf  insgesamt  rund  $ 112'000.-  (wertvermehrende,  so  genannte  Anfangsinvestitio-

nen,  "initial  investments").  Die  konsolidierte  Erfolgsrechnung  der  fünf  Gesellschaften 

wies  für  das  Geschäftsjahr  2016  einen  Verlust  von  umgerechnet  Fr. 13'144.- 

(= $ 13'344.50) aus, bei Erträgen (ausschliesslich Mieteinnahmen)  von Fr. 129'172.88 

(= $ 131'134.-) und Ausgaben (u.a. Abschreibungen, Verwaltungskosten, Reisekosten, 

Zinsen) von Fr. 142'318.- (= $ 144'479.-). Die Bilanz per 31. Dezember 2016  bestand 

aktivseitig  aus  Immobilien  (Kaufpreise  zzgl.  wertvermehrende  Investitionen)  im  Wert 

von  $ 808'137.-.  Die  Passiven  bestanden  aus  Hypothekardarlehen  in  Höhe  von 

$ 637'896.-.  Das  Eigenkapital  betrug  Ende  2016  konsolidiert  $ 170'240.50.  Insgesamt 

fünf  durch  die  LLCs  beauftragte  und  lokal  verankerte  Immobilienverwaltungsfirmen 

("property manager"; konkret: Q, R, S, T, U) kümmern sich um die Liegenschaften und 

stellen dem Buchhalter  V monatliche Abrechnungen zu, welche sämtliche Kosten und 

Erträge der jeweiligen Liegenschaften enthalten. Die Verbuchung durch den Buchhalter 

erfolgt jeweils nach Genehmigung durch die Firmeninhaberin bzw. die Pflichtigen.  

Für  die  Geschäfte  und  Verbindlichkeiten,  welche  die  Firmen  in  eigenem  Na-

men eingehen, haften letztere – wie bereits aus der Bezeichnung "limited liability" her-

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vorgeht – ausschliesslich selber. Steuerrechtlich werden die fünf LLCs, obwohl sie im 

Rahmen  der  Zivilrechtsordnung  in  eigenem  Namen  Verträge  abschliessen,  Eigentum 

erwerben  und  Verpflichtungen  eingehen,  in  den  USA  transparent  behandelt:  Sie  rei-

chen  keine  eigene  Steuererklärung  ein  und  schulden  demnach  auch  keine  Körper-

schaftssteuern. Die Pflichtige deklariert und versteuert die Erträge und Aufwendungen 

im  Zusammenhang  mit  den  27  Liegenschaften  in  den  USA  bzw.  im  Bundesstaat  I  in 

ihrer persönlichen Steuererklärung, wie wenn die Firmen nicht vorhanden wären. Nach 

Aussage der Pflichtigen stand den LLCs ein gesetzlich verankertes Wahlrecht hinsicht-

lich deren steuerrechtlichen Qualifikation als eigene Rechtssubjekte zu. Hiervon mach-

ten  die  Firmen  indessen keinen Gebrauch;  sie  erhielten  deshalb automatisch  von  der 

Gründung an den steuerrechtlichen Status "transparent".  

2.  Die  Pflichtigen  reichten  die  hiesige  Steuererklärung  für  die  Steuerperio-

de 2016  am  29. Oktober 2017  ein.  Neben  einem  minimalen  Wertschriftenertrag 

(Fr. 150.-)  führten  sie  bei  den  Einkünften  den  Eigenmietwert  (abzüglich  pauschaler 

Unterhaltskosten  von  1/5)  der  selbstbewohnten  Wohnung  in  G  von  Fr. 19'280.-,  den 

erwähnten Lohn des Pflichtigen von Fr. 273'569.- sowie einen Ertrag aus anderen Lie-

genschaften  von  umgerechnet  Fr.  10'312.-  an.  Bei  letzterem  handelt  es  sich  betrags-

mässig um  den konsolidierten  Verlust  der fünf LLCs, korrigiert  um  die  Hypothekarzin-

sen  (Verlust  von  Fr. 13'144.-  zzgl.  die  im  konsolidierten  Abschluss  der  LLCs 

enthaltenen  Hypothekarzinsen  von  Fr. 23'457.-).  Die  Schuldzinsen  für  die  amerikani-

schen  Liegenschaften  zogen  die  Pflichtigen  im  Schuldenverzeichnis  in  der  entspre-

chenden  Spalte  wieder  ab,  was  im  Ergebnis  dem  Abzug  des  vollständigen  ausländi-

schen  (US-amerikanischen)  Geschäftsverlusts  (nach  Abschreibungen,  Reisekosten, 

Drittverwaltungskosten, werterhaltenden Aufwendungen, Strom-, Wasser- und Abwas-

sergebühren,  Liegenschaftensteuern  etc.) gleichkam.  Das steuerbare  Einkommen  be-

zifferten  die  Pflichtigen  dergestalt  auf  Fr.  209'499.-  (direkte  Bundessteuer)  bzw. 

Fr. 201'099.- (Staats- und Gemeindesteuern).  

Mit  Auflage  vom  14.  September  2018  untersuchte  der  Steuerkommissär  u.a. 

die Umstände rund um den Ankauf und die Verwaltung der Liegenschaften in den USA 

durch  die  erwähnten  LLCs  bzw.  die  Pflichtigen  sowie  die  steuerliche  Behandlung  der 

entsprechenden  Tätigkeit  durch  den  US-amerikanischen  Fiskus.  Zudem  verlangte  er 

Belege betreffend den Abzug von Fr. 10'100.-, welchen die Pflichtigen im Zusammen-

hang mit der Fremdbetreuung ihrer Kinder in der Steuererklärung aufgeführt hatten. In 

ihrer Auflageantwort vom 31. Dezember 2018 beschrieben die Pflichtigen ihre Tätigkei-

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ten  rund  um  den  Immobilienerwerb  bzw.  die  Immobilienverwaltung  in  den  USA  und 

nahmen insbesondere zur Frage Stellung, ob die Unternehmung(en) – bei Anwendung 

des  Bundesgesetzes  über  die  direkte  Bundessteuer  vom  14.  Dezember  1990  (DBG), 

des  Steuergesetzes  vom  8.  Juni  1997  (StG)  und  des  Abkommens  zwischen  der 

Schweizerischen  Eidgenossenschaft  und  den  Vereinigten  Staaten  von  Amerika  zur 

Vermeidung  der  Doppelbesteuerung  auf  dem  Gebiete  der  Steuern  vom  Einkommen 

vom 2. Oktober 1996 (DBA-USA) – zu einer durch die Pflichtigen persönlich ausgeüb-

ten  selbständigen  Erwerbstätigkeit führte(n),  oder  ob  ein Gewinn  bzw.  ein Verlust  der 

mit  eigenständiger  Rechtspersönlichkeit  ausgestatteten  LLCs  allein  letzteren  zuzu-

rechnen  sei.  Zur  Erhellung  des  Sachverhalts  reichten  die  Pflichtigen  die  US-

amerikanische  Steuererklärung  2016,  eine  als  "general  ledger"  bezeichnete  konsoli-

dierte,  detaillierte  Aufstellung  über  die  Ein-  und Ausgaben  der  LLCs  sowie den durch 

die  Pflichtige als  Alleininhaberin  unterzeichneten  Betriebsvertrag  (so genanntes  "ope-

rating  agreement")  der  J  LLC  ins  Recht.  Mit  Auflage  vom  29.  Januar  bzw.  Mahnung 

vom  6.  Mai  2019  stellte  der  Steuerkommissär  weitere  Fragen  zu  den  Tätigkeiten  der 

Pflichtigen  und  der  LLCs  in  den  USA.  Die  Pflichtigen  nahmen  dazu  mit  E-Mail  vom 

7. Juni 2019 Stellung.  

3. Am 11. Juli 2019 veranlagte das kantonale Steueramt die Pflichtigen für die 

Steuerperiode 2016 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 232'700.- (direkte Bun-

dessteuer)  bzw.  Fr.  224'300.-  (Staats-  und  Gemeindesteuern),  bei  einem  steuerbaren 

Vermögen von Fr. 0.- (nur Staats- und Gemeindesteuern). Die Behörde rechnete dabei 

im  Ergebnis  den  mit  den  Immobilien  in  O  und  P  zusammenhängenden,  in  den  USA 

erlittenen  Geschäftsverlust  in  der  Höhe  von  Fr. 13'144.-  auf,  mit  der  Begründung,  es 

handle  sich  bei  den  LLCs  um  eigenständige,  mit  einer  schweizerischen  GmbH  ver-

gleichbare  juristische  Personen:  Nur  deren  Ausschüttungen  seien  von  den  Inhabern 

bzw. (vorliegend) von der Inhaberin zu versteuern. Schon gar nicht seien die Verluste 

bzw.  Schuldzinsen  der  LLCs  bei  den  Pflichtigen  selber  abzugsfähig.  Der  Steuerkom-

missär strich den Pflichtigen des Weitern den geltend gemachten Fremdbetreuungsab-

zug von Fr. 10'100.-, welcher die Betreuung der Tochter E durch die Tagesstätte "W" 

betraf. Die Kosten hierfür hatten sich im besagten Jahr auf insgesamt Fr. 12'054.- be-

laufen. 

B. Die gegen die Veranlagung bzw. Einschätzung erhobene Einsprache wies 

das kantonale Steueramt mit separaten Entscheiden vom 11. Dezember 2019 ab.  

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C. Mit Beschwerde und Rekurs vom 13. Januar 2019 beantragten die Pflichti-

gen, die Tätigkeit der LLCs in den USA sei als durch die Pflichtigen persönlich ausge-

übte selbständige Erwerbstätigkeit zu werten. Dies führe dazu, dass der im konsolidier-

ten Jahresabschluss ausgewiesene Geschäftsverlust bei den Pflichtigen vollumfänglich 

von den – allesamt in der Schweiz erzielten – Einkünften in Abzug zu bringen sei. Dar-

über hinaus seien die Voraussetzungen für die Gewährung des Drittbetreuungskosten-

abzugs erfüllt, weil beide Elternteile einer Erwerbstätigkeit nachgingen. Das steuerbare 

Einkommen  sei  aus  diesen  Gründen  deklarationsgemäss  auf  Fr.  209'400.-  (direkte 

Bundessteuer) bzw. Fr. 201'000.- (Staats- und Gemeindesteuern) festzusetzen.  

Das  kantonale  Steueramt  schloss  mit  Beschwerde-  und  Rekursantwort  vom 

29.  Januar  2020  auf  Abweisung  der  Rechtsmittel.  Die  Eidgenössische  Steuerverwal-

tung (ESTV) nahm zu diesen am 9. März 2020 Stellung, wobei sie ausdrücklich auf die 

Stellung eines Antrags verzichtete.  

Die Pflichtigen reichten am 14. Oktober 2020 eine weitere Stellungnahme ein, 

unter  Beilage  von  zahlreichen  Unterlagen,  u.a.  Darlehens-  bzw.  Hypothekarverträgen 

mit  den  Finanzierern  der  LLCs  (Banken),  Einzelabrechnungen  der  US-Immobilien-

verwaltungsfirmen,  Mietverträgen  der  LLCs  mit  den  Bewohnerinnen  und  Bewohnern 

der  Häuser  per  31.  Dezember  2016,  Statuten  und  Betriebsverträgen  der  LLCs  sowie 

einzelnen Kaufverträgen.  

Das kantonale Steueramt  hielt  mit  Eingabe  vom 15.  September  2021 –  sinn-

gemäss – an seinem Antrag auf Abweisung fest.  

Die Kammer zieht in Erwägung: 

1. Eine Überprüfung der Praxis zur Parteibezeichnung der Steuerbehörden in 

Rechtsmittelverfahren  hat  ergeben,  dass  generell  der  Kanton  Zürich  und  nicht  die 

Schweizerische  Eidgenossenschaft  als  Beschwerdegegner  ins  Rubrum  aufzunehmen 

ist. Das Rubrum ist entsprechend anzupassen. 

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2.  a)  aa)  Steuerbar  sind  bei  natürlichen  Personen  alle  Einkünfte  aus  einem 

Handels-,  Industrie-,  Gewerbe-,  Land-  und  Forstwirtschaftsbetrieb,  aus  einem  freien 

Beruf  sowie  aus  jeder  anderen  selbständigen  Erwerbstätigkeit  (Art.  18  Abs.  1  DBG 

bzw. § 18 Abs. 1 StG). Bei selbständiger Erwerbstätigkeit werden die geschäfts- oder 

berufsmässig  begründeten  Kosten  abgezogen  (Art.  27  Abs.  1  DBG  bzw.  §  27  Abs. 1 

StG).  Das  Einkommen  von  Erbengemeinschaften  wird den einzelnen Erben,  das  Ein-

kommen  von  einfachen  Gesellschaften,  Kollektiv-  und  Kommanditgesellschaften  den 

einzelnen Teilhabern zugerechnet (Art. 10 Abs. 1 DBG bzw. § 8 Abs. 1 StG).  

bb)  Die  körperschaftlich  organisierten  Personenverbindungen  und  die  einem 

besonderen  Zweck  gewidmeten  und  selbständigen  Anstalten  erlangen  das  Recht  der 

Persönlichkeit  durch  die  Eintragung in das  Handelsregister (Art. 52  Abs. 1  ZGB).  Kei-

ner Eintragung bedürfen die öffentlich-rechtlichen Körperschaften und Anstalten sowie 

die  Vereine,  die  nicht  wirtschaftliche  Zwecke  verfolgen  (Art.  52  Abs.  2  ZGB).  Die(se) 

juristischen  Personen  sind  aller  Rechte  und  Pflichten  fähig,  die  nicht  die  natürlichen 

Eigenschaften des Menschen, wie das Geschlecht, das Alter oder die Verwandtschaft 

zur  notwendigen  Voraussetzung  haben (Art.  53  ZGB).  Die  juristischen  Personen  sind 

handlungsfähig, sobald die nach Gesetz und Statuten hierfür unentbehrlichen Organe 

bestellt sind (Art. 54 ZGB). Die Organe sind berufen, dem Willen der juristischen Per-

son Ausdruck zu geben. Sie verpflichten die juristische Person sowohl durch den Ab-

schluss von Rechtsgeschäften als durch ihr sonstiges Verhalten (Art. 55 Abs. 1 und 2 

ZGB). Das Bundesprivatrecht enthält nach Lehre und Rechtsprechung ein geschlosse-

nes System (Numerus clausus; Formenzwang) juristischer Personen. Vereine, Stiftun-

gen,  Aktiengesellschaften,  Kommanditaktiengesellschaften,  Gesellschaften  mit  be-

schränkter  Haftung  und  Genossenschaften;  andere  juristische  Personen  zu  schaffen, 

ist  den  Parteien  verwehrt  (Tuor/Schnyder/Schmid/Jungo,  Das  Schweizerische  Zivilge-

setzbuch, 4. A., 2015, § 15 N 23). Nicht unter das ZGB im engeren Sinn, sondern unter 

das  OR  fallen  alle  Personenverbindungen,  die  wirtschaftliche  Zwecke  verfolgen  (Tu-

or/Schnyder/Schmid/Jungo,  §  14  N  10;  konkret:  Aktiengesellschaft,  Gesellschaft  mit 

beschränkter Haftung, Genossenschaft).  

Juristische  Personen  als  Gebilde  mit  eigener  zivilrechtlicher  Rechtspersön-

lichkeit  werden  auch  steuerrechtlich  als  eigenständige  Steuersubjekte  behandelt 

(Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  Handkommentar  zum  DBG,  3. A.,  2016,  Art. 49  N 2 

DBG,  und  Richner/Frei/Kaufmann/Rohner,  Kommentar  zum  Zürcher  Steuergesetz, 

4. A.,  2021,  §  54  N  3  StG).  Anteile  an  juristischen  Personen  sind  für  die  Zwecke  der 

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Einkommenssteuer  als  bewegliches  Vermögen  zu  qualifizieren.  Die  Erträge  aus  sol-

chen  Beteiligungen  (Dividenden,  Gewinnanteile)  sind  nach  Art. 20  Abs. 1  lit. c  DBG 

bzw. § 20 Abs. 1 lit. c StG steuerbar. Jahresgewinn bzw. Jahresverlust der juristischen 

Person  betrifft  nur  diese  selber.  Der  einkommensmindernde  Abzug  von  Verlusten  der 

juristischen Person ist bei den Anteilsinhaberinnen und Anteilsinhabern hingegen aus-

geschlossen.  

b)  aa)  Bei  einem  ausländischen  Sachverhalt  beachtet  die  schweizerische 

Steuerbehörde  in  der  Regel  die  dadurch  herbeigeführten  Rechtswirkungen  bzw.  die 

vermögensrechtlichen  Folgen  nach  Sicht  des  anderen  Staates,  mit  welchem  der 

Sachverhalt  am  ehesten  zusammenhängt.  Bewegt  sich  ein  in  der  Schweiz  Steuer-

pflichtiger in einem fremden Rechtsraum, so hat er sich dem dort herrschenden Werte-

system unterzuordnen und die einschlägigen Gesetze zu beachten. Vermögenszu- und  

-abgänge  hängen  in  aller  Regel  von  den  im  anderen  Staat  herbeigeführten  und  dort 

gerichtlich durchsetzbaren (u.a. zivilrechtlichen) Ansprüchen zusammen. Ausländische 

juristische  Personen  werden  im  Einklang  mit  diesem  Grundsatz  nach  ausdrücklicher 

gesetzlicher Bestimmung den inländischen juristischen Personen gleichgestellt, denen 

sie rechtlich oder tatsächlich am ähnlichsten sind (Art. 49 Abs. 3 DBG bzw. § 54 Abs. 3 

StG). Diese Bestimmung ist auch dann auf ausländische juristische Personen anwend-

bar,  wenn  zwar  keine  Steuerpflicht  in  der  Schweiz  besteht,  die  Zuordnung  zu  einer 

inländischen Rechtsform aber aus anderen Gründen notwendig ist (Richner/Frei/Kauf-

mann/Meuter,  Art. 49  N 39  DBG  und  Richner/Frei/Kaufmann/Rohner, § 54  N 37  StG). 

Bei der Würdigung sind rechtliche und allenfalls tatsächliche Gesichtspunkte zu prüfen. 

Bei  den rechtlichen  Gesichtspunkten sind  die  typischen rechtlichen Merkmale auslän-

discher Erscheinungsformen mit denjenigen der inländischen juristischen Personen zu 

vergleichen.  Als  mögliche  zu  vergleichende  Kriterien  kommen  die  Gewinn-  und  Ver-

lustverteilung, die Art der Beschlussfassung, die Vertretung der Gesellschaft bzw. der 

Gesellschafter,  die  Zweckverfolgung,  die  Rechte  und  Pflichten  der  Gesellschafter  so-

wie der Erwerb, die Übertragung und der Verlust der Mitgliedschaftsrechte in Betracht 

(Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  Art. 49  N 38  DBG  und  Richner/Frei/Kaufmann/Roh-

ner, § 54 N 36 StG).  

bb) Zivilrechtlich hat eine LLC  nach dem Recht des US-Bundesstaats I – so-

fern die Statuten (articles of organization) es nicht anders bestimmen – im Rahmen der 

Verfolgung ihres Zwecks die gleichen Befugnisse wie eine natürliche Person, u.a. das 

Recht, in eigenem Namen vor Gericht zu klagen und verklagt zu werden, Mobilien und 

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Immobilien  zu  erwerben,  verkaufen  und  zu  besitzen,  Verträge  abzuschliessen,  Aktien 

und Anteile anderer juristischer Personen zu kaufen, verkaufen und zu besitzen, Geld 

auszuleihen  und  Investitionen  zu  tätigen,  u.s.w.  (vgl.  Titel  23  Art. 18  Kapitel  2  Abs. 2 

der Gesetzessammlung des Bundesstaats I). Die LLC wird durch mindestens eine na-

türliche Person gegründet, indem diese Statuten aufsetzt und sie im Büro des "Secre-

tary  of  State"  registrieren  lässt  (Titel  23  Art.  18  Kapitel  2  Abs. 4  lit. a).  Die  LLC  wird 

durch ihre Mitglieder vertreten und geleitet, es sei denn, die Statuten sehen die Ernen-

nung eines Direktors ("managers") vor (Titel 23 Art. 18 Kapitel 4 Abs. 1 lit. a). Die Mit-

glieder  ("members")  dürfen  einen  Betriebsvertrag  abschliessen,  mit  weitreichenden 

Bestimmungen über die Befugnisse des Direktors (vgl. Titel 23 Art. 18 Kapitel 4 Abs. 1 

lit. a), die Tätigkeit der LLC oder die Beziehung der LLC zu ihren Mitgliedern oder Di-

rektoren  (soweit  vorhanden;  vgl.  Titel  23  Art.  18  Kapitel  4  Abs.  5),  die  Finanzierung 

(Titel 23 Art. 18 Kapitel 5 Abs. 2 lit. a Ziff. 1), etc. Mitglieder und Direktoren, Agenten 

und  Angestellte  einer  LLC  sind  nicht  persönlich  haftbar  für  Schulden  der  LLC,  sei  es 

aus Vertrag oder ausservertraglicher Haftpflicht ("tort"; Titel 23 Art. 18 Kapitel 3 Abs. 3 

lit. a).  

c) Die zivilrechtliche Qualifikation im ausländischen Staat hat nach höchstrich-

terlicher Rechtsprechung indessen nicht in jedem Fall automatisch eine analoge steu-

erliche Qualifikation in der Schweiz zur Folge (BGr, 18. September 2015, 2C_894/2013 

und  2C_895/2013,  E.  3.1,  mit  zahlreichen  Hinweisen,  a.z.F.).  Dies  zeige  sich  insbe-

sondere  mit  Blick  auf  sogenannte  hybride  Gebilde,  welche  vielfach  nach  (ausländi-

schem) Zivilrecht als juristische Personen qualifiziert werden, jedoch steuerrechtlich – 

auch nach ausländischem Steuerrecht – als transparent behandelt werden.  So könne 

beispielsweise  eine  LLC,  obwohl  sie  zivilrechtlich  überwiegend  Charakteristiken  einer 

juristischen  Person  aufweist,  nach  amerikanischem  Steuerrecht  wählen,  ob  sie 

transparent  oder  intransparent  behandelt  werden  will.  In  Präzisierung  des  Urteils 

2C_664/2013 vom 28. April 2014 hält das Bundesgericht daher fest, dass dann, wenn 

bereits das Zivilrecht des Inkorporationsstaates die Qualifikation als juristische Person 

verneine,  eine  solche  nach  Schweizer  Steuerrecht  ebenfalls  nicht möglich sei.  In  den 

übrigen Fällen erscheine es als sachgerecht, nach einem pragmatischen Methodenmix 

vorzugehen,  welcher  einerseits  von  einem  Vergleich  der  ausländischen  Gesellschaft 

oder  Entität  mit  inländischen  Gebilden  ausgehe,  dabei  andererseits  aber  auch  die 

steuerliche  Behandlung  im  Ausland  als  entscheidendes  Element  mitberücksichtige. 

Doppelbesteuerungsrechtlich  lasse  sich  dieser  Ansatz  mit  dem  Methodenartikel  [des 

einschlägigen Doppelbesteuerungsabkommens, vorliegend Art. 23 DBA-USA] begrün-

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den.  Mit  dieser  Vorgehensweise  werde  eine  Doppelbesteuerung  oder  doppelte  Nicht-

besteuerung zufolge Zurechnungskonflikten vermieden. Internrechtlich stützt das Bun-

desgericht  den  Methodenmix  schliesslich  auf  die  Auslegung  von  Art.  10  und  Art. 49 

Abs. 3  DBG,  wobei  die  ausländische  steuerliche  Behandlung  "ein  wesentliches  Ele-

ment des aus Schweizer Sicht vorzunehmenden Vergleichs des Gebildes" darstellt. Zu 

einem  ganz  anderen  Schluss  kommt  hingegen  die  Schweizerische  Steuerkonferenz 

(Vereinigung  der  schweizerischen  Steuerbehörden,  SSK).  Gemäss  einem  vom  Vor-

stand  am  6.  September  2011  genehmigten  Papier  sei  aufgrund  des  internen  Rechts 

grundsätzlich davon auszugehen, dass eine amerikanische LLC – wie bereits der Na-

me  nahelegt  –  am  ehesten  mit  einer  schweizerischen  Gesellschaft  mit  beschränkter 

Haftung  (GmbH)  nach  Art. 772  ff.  OR  zu  vergleichen  sei.  Der  Vergleich  gemäss  dem 

Ähnlichkeitsgrundsatz  sei  allerdings  insofern  schwierig,  so  die  SSK,  als  das  Gesell-

schaftsrecht in den USA von den Bundesstaaten geregelt werde und die gesetzlichen 

Vorschriften zu einem grossen Teil dispositiver Natur seien, sodass die LLC in der Pra-

xis stark unterschiedlich ausgestaltet werden könne. 

3. a) LLCs sind, wie gesehen, im Bundesstaat I wie hiesige juristische Perso-

nen mit eigener Rechtspersönlichkeit ausgestattet.  

Die  Pflichtigen  haben  sich  erklärtermassen  aus  Haftungsgründen  dafür  ent-

schieden,  das  umfangreiche  Liegenschaftenportefeuille  in  den  Städten  O  und  P  nicht 

in  eigenem  Namen,  sondern  über  die  von  ihnen  beherrschten  Firmen  J  LLC,  K  LLC, 

N LLC und L LLC zu halten. Dieser Entscheid erstaunt keineswegs, denn das gewählte 

Geschäftsmodell – Erwerb von Liegenschaften unter hohem Einsatz von Fremdkapital 

auf  dem  notorischermassen  volatilen  US-amerikanischen  Markt  für  Niedrigpreis-

Immobilien  –  birgt  ein  ganz  erhebliches  Ausfallrisiko.  Nur  schon  die  Einstandspreise 

der  Immobilien  belaufen  sich  auf  kumuliert  $ 694'343.-  und  übersteigen  das  aufge-

nommene Fremdkapital in Höhe von $ 637'896.- nur ganz knapp (Fremdfinanzierungs-

grad  von fast  92%).  Soweit  aus  den  umfangreichen  Akten  ersichtlich,  handelt  es sich 

bei  den  Hypotheken  um  klassische  gesicherte  Darlehen  im  europäischen  Sinn  und 

nicht um so genannte "non recourse" Loans, bei welchen die Haftung des Hypothekar-

schuldners je nach Rechtslage im betroffenen Bundesstaat im Rahmen einer Zwangs-

verwertung  auf  den  dannzumaligen  Verkaufserlös  begrenzt  sein  könnte  (vgl.  diverse 

Darlehensverträge). Weiter fällt auf, dass die Pflichtigen aus ebendiesem Grund sorg-

fältig  darauf  geachtet  haben,  Unternehmens-  und  Privatsphäre  auseinanderzuhalten: 

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So  lauten  die  Immobilienkaufs-,  Miet-  sowie  Darlehensverträge  durchwegs  auf  den 

Namen  der  entsprechenden  LLC  (und  nicht  auf  die  Pflichtigen  persönlich).  Durch  die 

gewählte Vorgehensart waren die Pflichtigen haftungstechnisch gegen einen durchaus 

möglichen  (kurz-  oder  längerfristigen)  Preisrückgang  abgesichert.  Bei  steigenden  Im-

mobilienpreisen winkte dagegen ein mehr oder minder ansehnlicher Kapitalgewinn. Die 

Begrenzung der Haftung auf das durch die Anteilseigner eingebrachte Kapital ist eine 

logische  Folge  der  Ausstattung  der  juristischen  Person  mit  einer  eigenen  Rechtsper-

sönlichkeit.  In  der  Schweiz  ist  eine  umfassende  Haftungsbegrenzung  auf  das  zur 

Verfügung  gestellte  Kapital  für  natürliche  Personen  denn  auch  nicht  zu  haben,  es 

sei  denn,  letztere  gründen  eine  juristische  Person,  an  welcher  sie  sich  beteiligen 

und  welche  die  ins  Auge  gefassten  Geschäfte  in  eigenem  Namen  führt  (vgl. 

Meier-Hayoz/Forstmoser/Sethe,  Schweizerisches  Gesellschaftsrecht,  12.A.,  2018,  § 2 

N 113).  Eine  Ausnahme  von  diesem  Grundsatz  zeigt  sich  einzig  bei  der  (ansonsten 

vorwiegend  personenbezogenen)  Kommanditgesellschaft  in  Bezug  auf  die  an  dieser 

beteiligten Kommanditäre; indessen ist auch bei dieser Gesellschaftsform die Mitglied-

schaft  eines  unbeschränkt  haftenden  Komplementärs  notwendig  (Meier-Hayoz/Forst-

moser/Sethe,  § 14  N  5).  Im  vorliegenden Kontext kommt  im  Rahmen  der  Beurteilung 

der zivilrechtlichen Wesensart der LLCs aus Sicht der schweizerischen Rechtsordnung 

dem  Kriterium  der  Haftungsbegrenzung  neben  dem  Kriterium  der  eigenen Rechtsper-

sönlichkeit eine zentrale Rolle zu.  

Ins Auge springen weitere Merkmale, die vorliegend klar für die Einstufung der 

streitbetroffenen  LLCs  als  juristische  Personen  sprechen.  Die  Geschicke  der  LLCs 

werden ausser  bei  der J  nicht  etwa  –  was für  Personengesellschaften typisch  wäre  – 

durch  die  Mitglieder  selber  gelenkt,  sondern  grundsätzlich  statutarisch  angeordnet 

durch einen Direktor ("manager"; vgl. Titel 23 Art. 18 Kapitel 4 Abs. 1 lit. a der Geset-

zessammlung des Bundesstaats I i.V.m. mit den Statuten). Auffälligerweise sieht aller-

dings  auch  die  Betriebsvereinbarung  der  J LLC  einen  Manager  bzw.  eine  Managerin 

vor,  der  durch  die  Gesellschafterversammlung  abgesetzt  werden  kann.  Drittorgan-

schaft 

ist 

ein 

typisches  Merkmal 

einer 

Körperschaft 

(vgl.  Meier-

Hayoz/Forstmoser/Sethe, § 2 N 141). Die Anteilseigner stimmen gemäss den Betriebs-

verträgen  in  der  Gesellschafterversammlung  nicht  etwa  nach  Köpfen  sondern  nach 

Nominalkapital  ab  ("member's  interest").  Die  laufenden  Gewinne  und  Verluste  der 

LLCs werden, ausser bei der N LLC, zwar rechnerisch den Kapitalkonten der Anteils-

eigner (nota bene nach Kapitalanteil und nicht nach Köpfen) zugeschrieben, eine Aus-

zahlung  ("distribution")  erfolgt  indessen  erst  zu  einem  späteren  Zeitpunkt  durch  den 

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Direktor bzw. die Direktorin und überdies nur, wenn gewisse Bedingungen erfüllt sind. 

So  sind  Ausschüttungen  von  vornherein  ausgeschlossen,  solange  das  Verhältnis  der 

Verbindlichkeiten der Gesellschaft zum Eigenkapital weniger als 3:1 beträgt. Ausschüt-

tungen  haben  im Weitern  zu unterbleiben,  solange  der  Schuldendienst  nach  dem ge-

wöhnlichen Geschäftsverlauf gefährdet ist oder die Verbindlichkeiten  der Gesellschaf-

ten  grösser  sind  als  die  Aktiven.  Dieses  zweistufige  Verfahren,  welches  sicherstellt, 

dass Gewinne zunächst als Haftungssubstrat in der Firma verbleiben, stellt ein starkes 

körperschaftliches  Element  der  LLCs  dar.  Etwas  anders  präsentiert  sich  die  Situation 

interessanterweise bei der N LLC. Dort scheinen die Anteilseigner bis auf ihr Nominal-

kapital – ähnlich wie bei einem Bankkonto – ohne Zutun des Direktors bzw. der Direk-

torin  über  einen  allfälligen  positiven  Saldo  jederzeit  verfügen  zu  können.  Es  ist  dort 

auch keine Einschränkung im Hinblick auf die Sicherstellung des Schuldendiensts oder 

der  Eigenkapitalquote  statuiert.  Nicht  zuletzt  deshalb  dürften  die  Hypothekargläubiger 

bei  den  zehn  Liegenschaften,  welche  der  N LLC  gehören,  auf  persönliche  Garantien 

der  Pflichtigen  für  allfällige  ungedeckte  Hypothekarschulden  bestanden  haben.  Der 

Bestand  solcher  (ansonsten  nicht  aktenkundigen)  Garantien  und,  sollten  sie  in  An-

spruch genommen werden, die Haftung hierfür im internen Verhältnis der Gesellschaf-

ter untereinander, werden im Betriebsvertrag ausdrücklich behandelt. Die unterschied-

lichen  Regelungen  zu  den  Ausschüttungen  in  den  Betriebsverträgen  zeigen  den 

grossen  Spielraum  auf,  den  die  Gründer  und Gründerinnen  aufgrund  der  dispositiven 

Natur des Rechts in der konkreten Ausgestaltung einer LLC geniessen. Der Umstand, 

dass die Pflichtigen möglicherweise dritten Kreditgebern gegenüber separate, persönli-

che Garantien unterzeichnen mussten, unterstreicht letztlich den Respekt, den die Ei-

genständigkeit einer LLC im US-amerikanischen Rechtsverkehr offenbar geniesst. Die 

entsprechenden  Vereinbarungen  mit  Drittpersonen  betreffen  die  N LLC  jedenfalls  im 

Rahmen  der  US-amerikanischen  Zivilrechtsordnung  nicht  direkt.  Aus  zivilrechtlicher 

Sicht dürfte eine LLC – wie hier – aus den dargelegten Gründen im Einklang mit den 

oben erwähnten Feststellungen der SSK in den allermeisten Fällen einer Körperschaft 

und damit einer juristischen Person bzw. einer GmbH am nächsten kommen.  

b) Neben dem (zivilrechtlichen) Ähnlichkeitsgrundsatz ist nach oben erwähnter 

höchstrichterlicher  Rechtsprechung  auch  der  steuerrechtliche  Status  einer  LLC  im  In-

korporationsstaat  bedeutsam.  Unstreitig werden die LLCs  der  Pflichtigen  in den  USA, 

obwohl  sie  zivilrechtlich  eine  eigene  Rechtspersönlichkeit  aufweisen,  transparent  be-

steuert.  Etwas  anderes ergibt  sich  aus  den  aktenkundigen  US-Steuererklärungen  der 

Pflichtigen nicht. Gewinn und Verlust eines Geschäftsjahrs werden jenseits des Atlan-

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tiks  den  Inhabern  persönlich  zugerechnet,  wie  wenn  die  Gesellschaft  nicht  existieren 

würde.  Insbesondere  wird  nach  dortigem  Steuerrecht  nicht  darauf  Rücksicht  genom-

men, wann die Ausschüttungen ("distributions") der LLCs den steuerpflichtigen natürli-

chen Personen tatsächlich zuflossen (bzw. überwiesen, ausbezahlt wurden). 

Das  Bundesgericht  geht  nach  dem Wortlaut  des  bereits  weiter  oben  zitierten 

Urteils  ohne  vertiefte  weitergehende  Ausführungen  davon  aus,  dass  die  hiesige  Be-

handlung als juristische Person einer, in der USA steuerlich als transparent geltenden 

LLC,  in  genereller  Weise  zu  Doppelbesteuerungen  bzw.  doppelter  Nichtbesteuerung 

von Zuflüssen bei einer hier ansässigen natürlichen Person führen würde. Es ging da-

bei,  soweit  ersichtlich,  von  der  Prämisse  aus,  dass  ein  entsprechender,  durch  blinde 

Anwendung  innerstaatlichen  Schweizer  Rechts  entstehender  Konflikt,  trotz  der  um-

fangreichen einschlägigen Bestimmungen des DBA-USA, nicht dogmatisch korrekt erst 

in einem zweiten Schritt (auf)gelöst würde. Denkbar ist in diesem Zusammenhang etwa 

die Konstellation, in welcher eine hier aufgrund ihres Wohnsitzes ansässige natürliche 

Person eine Ausschüttung ("distribution") als Dividende zu versteuern hätte, welche bei 

derselben  Person  aufgrund  des  amerikanischen  Durchgriffs  auf  die  natürliche  Person 

(möglicherweise) bereits in der Vergangenheit als (US-amerikanischer Betriebsstätte-) 

Gewinn erfasst worden sein könnte. In der Tat liegt eine dogmatisch korrekte, einfache 

und  zufriedenstellende  Lösung  dieses  hypothetischen  Einzelfalls  auf  den  ersten  Blick 

nicht auf der Hand.  

In  der  zu  beurteilenden  konkreten  Fallkonstellation  sind  im  Gegensatz  zum 

zitierten  Präjudiz  indessen  lediglich  Unternehmensverluste  im  Spiel.  Das  Doppelbe-

steuerungsrecht teilt lediglich das Besteuerungsrecht zu, enthält dagegen keine Regeln 

zur  Bemessung. Wie  mit  Gewinnungskostenüberschüssen  zu  verfahren  ist,  lässt  sich 

deshalb  nur  dem  innerstaatlichen  Recht  entnehmen  (vgl.  etwa  Zweifel/Beusch/Matte-

otti, Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Internationales Steuerrecht, 2015, 

Art. 6 N 4 am Schluss). Dem Kriterium der Vermeidung einer Doppelbesteuerung auf-

grund  des  Methodenartikels  des  DBA-USA  kommt  bei  der  Auslegung  der  internen 

(schweizerischen) steuerrechtlichen Bestimmungen vorliegend im Vergleich zum (zivil-

rechtlichen)  Ähnlichkeitsgrundsatz  deshalb  nur  geringes  Gewicht  zu.  Bezeichnender-

weise  würde  eine  starke  Gewichtung  der  steuerlich  transparenten  Behandlung  der 

LLCs  bzw.  die  Missachtung  des  Ähnlichkeitsgrundsatzes  im  vorliegenden  Fall  dazu 

führen, dass die strittigen Verluste der LLCs im Kanton Zürich, wie von den Pflichtigen 

beantragt,  als  Verluste  aus  selbständiger  Erwerbstätigkeit  bzw.  Grundbesitz  bei  den 

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Staats- und Gemeindesteuern in voller Höhe vom steuerbaren Einkommen der Pflichti-

gen abzugsfähig wären, ohne dass der Kanton Zürich in Zukunft nach eigenem Recht 

von  allfälligen  Gewinnen  aus  selbständiger  Erwerbstätigkeit  bzw.  Grundbesitz  in  den 

USA  profitieren  würde.  Das  Steuergesetz  (StG)  sieht  in  der  im  fraglichen  Steuerjahr 

gültigen Fassung nämlich vor, dass ausländische Gewinnungskostenüberschüsse, wie 

interkantonale  Verluste,  voll  abzugsfähig  sind  (§  5  Abs.  3  StG).  Eine  Kompensation 

durch die Zuweisung zukünftiger ausländischer bzw. ausserkantonaler Gewinne ist im 

Gegenzug  nicht  vorgesehen.  Der  Kantonsrat  hat  diese  innerstaatliche  Gesetzeslücke 

erst  ab  Steuerperiode  2021  gestopft,  indem  er  bei  gewissen  ausländischen  Verlusten 

den Vorbehalt anbrachte, dass sie ausschliesslich satzbestimmend zu berücksichtigen 

seien. Das DBG enthält die entsprechende Regelung in Art. 6 Abs. 3 DBG schon län-

ger.  Die  durch  das  erwähnte  Präjudiz  vorgegebene  "entscheidende"  Gewichtung  des 

Umstands,  dass  die  USA  transparent  besteuert,  hätte  somit  unter  Ausblendung  des 

Ähnlichkeitsgrundsatzes  unter  Umständen  eine  doppelte  Nichtbesteuerung  zur  Folge, 

dann nämlich, wenn die Pflichtigen die bereits abgezogenen Verluste in den USA vor-

tragen  und  mit  zukünftigen  Gewinnen  verrechnen  könnten,  was  zumindest  vermu-

tungsweise der Fall sein dürfte. Eine solche, hier zumindest im Raum stehende doppel-

te  Nichtbesteuerung  trachtete  das  oberste  Gericht  durch  seine  Rechtsprechung  aber 

gerade zu vermeiden.  

Eine  Doppelbesteuerung  droht  den  Pflichtigen  mit  ihren  Immobiliengesell-

schaften in Zukunft nicht, auch wenn sich mit den Jahren statt den Verlusten die erhoff-

ten (Kapital-)gewinne aus dem Verkauf der erworbenen Liegenschaften einstellen soll-

ten. Zwar würden die entsprechenden Gewinne in der Schweiz nach innerstaatlichem 

Steuerrecht  bei  den  Pflichtigen  zunächst  als  Dividenden  einer  GmbH  erfasst  (Art.  20 

Abs. 1  lit.  c  DBG  bzw.  § 20  Abs.  1  lit.  c  StG).  Das  hiesige  Besteuerungsrecht  würde 

indessen durch das DBA-USA in einem zweiten Schritt umgehend wieder aufgehoben: 

Nach  Art.  10  Abs.  4  DBA-USA  bedeutet  der  Ausdruck  "Dividenden"  im  Sinn  des  Ab-

kommens  "Einkünfte  aus  Aktien  oder  anderen  Rechten  mit  Gewinnbeteiligung  sowie 

aus  sonstigen  Gesellschaftsanteilen",  die  nach  dem  Recht  des  Vertragsstaates,  aus 

dem sie stammen, den Einkünften aus Aktien steuerlich gleichgestellt sind. Dividenden 

stehen  aus  Sicht  des  Inkorporationsstaats  USA  aufgrund  der  transparenten  Besteue-

rung gerade nicht zur Diskussion, weshalb die entsprechenden Einkünfte abkommens-

rechtlich unter den Begriff der übrigen Einkünfte fielen (Art. 21 DBA-USA), die aufgrund 

der  Ansässigkeit  der  Pflichtigen  nur  in  der  Schweiz  besteuert  werden könnten.  Diese 

übrigen  Einkünfte  stellen  schliesslich  Einkünfte  aus  unbeweglichem  Vermögen  dar, 

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welche  abkommensrechtlich  gemäss  Art.  6  DBA-USA  auf  jeden  Fall  wiederum  (aus-

nahmsweise)  der  Besteuerung  am  Belegenheitsort  USA  unterliegen.  Wie  es  sich  bei 

anderen  Gesellschaften  verhält,  die  nicht  mit  Immobilien  handeln,  braucht  vorliegend 

nicht erörtert zu werden. Ob sich die vom Bundesgericht angeordnete "entscheidende" 

Gewichtung  der  steuerlichen  Behandlung  im  Inkorporationsstaat  in  dieser  Absolutheit 

halten lässt, erscheint indes mit Blick auf die Vielzahl von möglichen Sachverhaltsvari-

anten zumindest fraglich.  

c) Wie gesehen, sind die Verluste der LLCs im Rahmen der Veranlagung der 

Pflichtigen nicht zu berücksichtigen, da sie in Anwendung der schweizerischen Steuer-

rechtsordnung eine von den Pflichtigen unabhängige juristische Person bzw. juristische 

Personen  betreffen.  Die  Einspracheentscheide  erweisen  sich  damit  in  dieser  Hinsicht 

als richtig und sind zu bestätigen.  

4. a) Gemäss Art. 33 Abs. 3  DBG und § 31 Abs. 1 lit. j  StG werden von den 

Einkünften die nachgewiesenen Kosten, jedoch höchstens Fr. 10'100.- für die Drittbe-

treuung jedes Kindes, welches das 14. Altersjahr noch nicht vollendet hat und mit der 

steuerpflichtigen Person, die für seinen Unterhalt sorgt, im gleichen Haushalt lebt,  ab-

gezogen, soweit diese Kosten in direktem kausalem Zusammenhang mit der Erwerbs-

tätigkeit, Ausbildung oder Erwerbsunfähigkeit der steuerpflichtigen Person stehen.  Die 

entsprechenden Kosten mindern das steuerbare Einkommen. Nachdem das kantonale 

Steueramt eine Untersuchung durchgeführt hat, obliegt es den Pflichtigen,  die aus ih-

ren  Behauptungen  Rechte  ableiten,  den  Kausalzusammenhang  zwischen  Erwerbstä-

tigkeit  und  Drittbetreuungskosten  durch  eine  substanziierte  Sachdarstellung  darzutun 

und die Beweise hierfür beizubringen (allgemeine Beweislastregel).  

b)  Die  Zahlungsbestätigung  der  Kindertagesstätte  W  in  G  weist  für  das  Jahr 

2016  einen  Elternbeitrag  von  total  Fr.  12'054.-  für  die  Betreuung  der  Tochter  E  aus. 

Aufgrund  der  Tarifordnung,  welche  einen  Tagessatz  von  Fr.  120.-  nennt,  ist  davon 

auszugehen, dass E rund 100 Tage bzw. 200 Halbtage in der Kindertagesstätte weilte. 

Der Pflichtige arbeitete zu 100 Prozent für die Bank H sowie für die LLCs und konnte 

die Kinder zumindest teilweise während der Randzeiten, insbesondere am Abend und 

in die Nacht hinein, betreuen. Entscheidrelevant ist, ob die Pflichtige unter diesen Um-

ständen  aufgrund  ihrer  Tätigkeiten  für  die  LLCs  auf  die  Fremdbetreuung  von  E  tags-

über, d.h. zu den offiziellen Betreuungszeiten der Kinderkrippe, angewiesen war. 

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Die  Pflichtige  wendete  pro  2016  rund  300  Arbeitsstunden  für  die  LLCs  auf, 

wobei  viele  Arbeiten,  wie  z.B.  Kreditverhandlungen,  Besichtigungen  von  Liegenschaf-

ten, Treffen mit Immobilien-Vertretern sowie Behördengänge, vor Ort in den USA statt-

fanden.  Sie  hielt  sich  zu  diesem  Zweck  –  soweit  sich  die  Reise  aufgrund  der 

eingereichten  Quittungen  und  der  Parteibehauptungen  rekonstruieren  lässt  –  mit  den 

Kindern vom [Datum] (Flüge mit Zwischenhalt in X nach O) bis zum [Datum] (Rückga-

be eines Mietwagens am Flughafen O) rund zweieinhalb Monate an der Adresse ihrer 

Eltern in O auf. Eine substanziierte Aufteilung der Gesamtstunden auf die USA und auf 

die Schweiz liegt nicht vor. Allerdings ist davon auszugehen, dass in der Schweiz nur 

ein  geringer  Aufwand  anfiel,  prüft  die  Pflichtige  nach  eigener  Sachdarstellung  doch 

lediglich  die  Abrechnungen  der  Liegenschaftenverwalter  sowie  die  Handwerker-

Rechnungen und kommuniziert mit dem Buchhalter V. Weitere Arbeiten erwähnen die 

Pflichtigen in ihren Eingaben nicht. Als Beweismittel liegt ein E-Mail der Verwalterin Y 

der Firma Z vor, mit der Dezemberabrechnung 2016 betreffend sieben Liegenschaften.  

Die Tätigkeit der Pflichtigen in der Schweiz beschränkte sich auf Kontroll- und 

Aufsichtsfunktionen,  insbesondere gegenüber  den  Verwaltungsfirmen  und  dem  Buch-

halter,  die  vermutungsweise  hauptsächlich  mittels  E-Mail-Nachrichten  abgewickelt 

wurden. Die Pflichtige war in der Einteilung ihrer (wie gesehen, umfangmässig einge-

schränkten)  Tätigkeit  äusserst  flexibel.  Nur  die  Telefongespräche  mussten  aufgrund 

der  Zeitverschiebung  von  mehreren  Stunden  zu  amerikanischen  Bürozeiten  geführt 

werden.  Eine  allfällige  Entlastung  durch  die  Betreuung  in  der  Kinderkrippe  war  damit 

allerdings nur in den späten Nachmittagsstunden überhaupt denkbar. Das zeitintensive 

Tagesgeschäft im Zusammenhang mit der Verwaltung der Einfamilienhäuser der LLCs 

erledigten  dagegen  Verwaltungsfirmen  vor  Ort,  die  dafür  im  Geschäftsjahr  2016  im-

merhin mit insgesamt rund $ 21'000.- entschädigt wurden.  

Den beweisbelasteten Pflichtigen gelingt es jedenfalls mit Blick auf die dünne 

Faktenlage  –  insbesondere  mangels  substanziiertem  Nachweis  der  aufgewendeten 

Stunden  –  nicht,  die  Notwendigkeit  der  Betreuung  von  E  durch  die  Kinderkrippe  W 

nachzuweisen. Beschwerde und Rekurs sind  deshalb auch in diesem Punkt abzuwei-

sen.  

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5.  Gestützt  auf  diese  Erwägungen  sind  die  Rechtsmittel  abzuweisen.  Aus-

gangsgemäss  sind  die  Kosten  des  Verfahrens  den  Pflichtigen  aufzuerlegen  (Art. 144 

Abs. 1 DBG und § 151 Abs. 1 StG). 

Demgemäss erkennt die Kammer: 

1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  Der Rekurs wird abgewiesen. 

[…]  

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