# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f441f541-b2a0-590a-8a0d-95bfd0367878
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 1994-12-14
**Language:** de
**Title:** Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Rekurskommission Eidgenössisches Volkswirtschaftsdepartement 14.12.1994 JAAC 59.112
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_VB/CH_VB_028_JAAC-59-112--_1994-12-14.pdf

## Full Text

JAAC 59.112

Auszug aus dem Beschwerdeentscheid der
Rekurskommission EVD vom 14. Dezember

1994 in Sachen B. gegen T. und Bundesamt für
Landwirtschaft; 94/6K-011

Autorisation à la vente directe de lait de consommation «bio»; droit
applicable; conditions d’octroi d’une autorisation.

1. Modification de l’arrêté sur le statut du lait; droit applicable.

Les effets juridiques d’une décision autorisant la vente directe de lait
de consommation commencent à courir à partir du moment où débute
la vente; c’est pourquoi, si une modification légale intervient entre le
dépôt de la demande d’autorisation et la décision, celle-ci est soumise
au nouveau droit (consid. 2.2).

2. Art. 5 al. 3 ASL: vente directe de lait «bio»; interprétation des notions
de «besoin avéré des consommateurs» et «utilisation rationnelle du
lait».

- La modification de l’arrêté vise à faciliter la vente directe de lait
«bio»; justifications de l’exigence d’une exploitation «bio» reconnue
(consid. 4.2).

- La condition du besoin de la clientèle ne doit pas être trop stricte; il
suffit d’un petit cercle d’intéressés (consid. 4.3).

- L’utilisation rationnelle du lait n’est pas compromise par la vente
directe de lait «bio» étant donné que celle-ci se fait sous forme de lait
cru; l’ordre de priorité dans l’orientation de la mise en valeur du lait est
ainsi respecté (consid. 4.4).

3. Art. 26 al. 1 let. a ASL: le devoir de payer des taxes est maintenu.

Le producteur qui vend directement son lait «bio» continue à être
soumis à la réglementation liée au contingentement, de sorte qu’il est
toujours astreint à fournir des rapports et à verser d’éventuelles taxes;
de même, il demeure soumis à l’obligation de livrer au centre collecteur
compétent si le lait n’est pas vendu directement de la ferme (consid. 4.4).

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4. Art. 44 al. 3 de l’ordonnance sur les denrées alimentaires:
autorisation de vente.

Le producteur qui n’est plus tenu de livrer son lait au centre collecteur
compétent n’est pas pour autant délié de son obligation de demander à
la police des denrées alimentaires une autorisation de vente, laquelle
est sans rapport avec l’autorisation délivrée uniquement pour la vente
directe de lait (consid. 5.2).

Selbstausmessbewilligung für «Bio-Milch»; anwendbares Recht;
Voraussetzungen für die Bewilligungserteilung.

1. Änderung des Milchbeschlusses; anwendbares Recht.

Da sich beim Entscheid über eine Selbstausmessbewilligung der zu
Rechtsfolgen führende Tatbestand mit Beginn der Selbstausmessung
verwirklicht, findet die zwischen Gesuchseinreichung und
Entscheidfällung in Kraft getretene Gesetzesänderung Anwendung
(E. 2.2).

2. Art. 5 Abs. 3 MB: Direktverkauf von «Bio-Milch»; Auslegung der
Begriffe «nachweisbares Konsumentenbedürfnis» und «zweckmässige
Milchverwertung».

- Die Ermöglichung des Direktverkaufs von «Bio-Milch» entspricht dem
Zweck der Gesetzesänderung; Umstände, welche es rechtfertigen, von
einem anerkannten «Bio-Betrieb» auszugehen (E. 4.2).

- An die Voraussetzung des Kundenbedürfnisses können keine allzu
strengen Voraussetzungen geknüpft werden; es genügt bereits ein
kleiner Kreis von Interessenten (E. 4.3).

- Die zweckmässige Milchverwertung wird nicht in Frage gestellt,
weil der Verkauf von Konsummilch als Rohmilch erfolgt und dies
grundsätzlich der prioritätsgerechten Verkehrsmilchverwertung
entspricht (E. 4.4).

3. Art. 26 Abs. 1 Bst. a MB: Weiterbestehen der Abgabepflicht.

Der selbstausmessende Produzent untersteht weiterhin der
Milchkontingentierung, das heisst der Rapportierungs- und
Abgabepflicht; soweit die «Bio-Milch» nicht direkt ab Hof zum Verkauf
gelangt, auch weiterhin der Ablieferungspflicht (E. 4.4).

4. Art. 44 Abs. 3 Lebensmittelverordnung: Verkaufsbewilligung.

Die Befreiung von der Milchablieferungspflicht entbindet den
Produzenten nicht von der Einholung einer lebensmittelpolizeilichen
Verkaufsbewilligung, welche unabhängig von der Ausmessbewilligung
zu erwirken ist (E. 5.2).

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Autorizzazione alla vendita diretta di latte di consumo «bio»; diritto
applicabile; condizioni di rilascio di un’autorizzazione.

1. Modificazione del decreto sullo statuto del latte; diritto applicabile.

Gli effetti giuridici di una decisione che autorizza la vendita diretta
di latte di consumo cominciano a decorrere dal momento in cui inizia
la vendita; per questo motivo, se una modifica legale interviene fra
l’inoltro della domanda d’autorizzazione e la decisione, a quest’ultima
è applicabile il nuovo diritto (consid. 2.2).

2. Art. 5 cpv. 3 DSL: vendita diretta di latte «bio»; interpretazione delle
nozioni «bisogno comprovabile dei consumatori» e «utilizzazione
razionale del latte».

- La modificazione del decreto mira a facilitare la vendita diretta
del latte «bio»; giustificazioni dell’esigenza di un’azienda «bio»
riconosciuta (consid. 4.2).

- La condizione del bisogno della clientela non deve essere troppo
rigorosa; è sufficiente un piccola cerchia d’interessati (consid. 4.3).

- L’utilizzazione razionale del latte non è compromessa dalla vendita
diretta del latte «bio», in quanto questa avviene sotto forma di latte
crudo; l’ordine di priorità nell’orientamento dell’utilizzazione del latte
commerciale è pertanto rispettato (consid. 4.4).

3. Art. 26 cpv. 1 lett. a DSL: l’obbligo di pagare tasse è mantenuto.

Il produttore che vende direttamente il suo latte «bio» continua
ad essere sottoposto alla regolamentazione connessa con il
contingentamento, di modo che è sempre tenuto a fare rapporti e a
versare eventuali tasse; inoltre, esso rimane soggetto all’obbligo di
fornire il latte al centro di raccolta competente se esso non è venduto
direttamente dalla fattoria (consid. 4.4).

4. Art. 44 cpv. 3 dell’ordinanza sulle derrate alimentari: permesso di
vendita.

Il produttore che non è più tenuto a fornire il suo latte al centro di
raccolta competente non è esentato dal suo obbligo di chiedere un
permesso di vendita alla polizia delle derrate alimentari, in quanto
tale permesso non ha alcun rapporto con l’autorizzazione rilasciata
unicamente per la vendita diretta di latte (consid. 5.2).

Aus dem Sachverhalt:

B. beantragte am 28. Februar 1994 beim Bundesamt für Landwirtschaft eine
Selbstausmessbewilligung für den Verkauf von «Bio-Milch» direkt ab Hof. Am
25. April 1994 lehnte das Bundesamt das Gesuch ab.

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Gegen diesen Entscheid führt B. am 20. Mai 1994 Beschwerde bei
der Rekurskommission EVD und beantragt erneut eine generelle
Selbstausmessbewilligung. Das Bundesamt beantragt in seiner Stellungnahme
vom 21. Juni 1994, die Beschwerde sei unter Berücksichtigung der
Liberalisierungsbestrebungen im Milchbereich gutzuheissen.

Aus den Erwägungen:

1. (Zuständigkeit und Beschwerdelegitimation)

2. Zum Zeitpunkt der Gesuchstellung durch B. am 28. Februar 1994 galt noch
der Beschluss der Bundesversammlung vom 29. September 1953 über Milch,
Milchprodukte und Speisefette (Milchbeschluss [MB], SR 916.350) in der
Fassung vom 22. Juni 1979 (AS 1979 1414; soweit Art. 5 betreffend). Im Verlauf
des Beschwerdeverfahrens sind am 1. August 1994 die Änderungen vom
18. März 1994 in Kraft getreten (AS 1994 1648). Diese sehen, abgesehen von
Art. 50 Abs. 2 des Milchbeschlusses, welcher im vorliegenden Fall unerheblich
ist, keine besondere übergangsrechtliche Regelung vor.

2.1. In verfahrensrechtlicher Hinsicht ist nach neuem Milchbeschluss für
die Erteilung einer Selbstausmessbewilligung nicht mehr das Bundesamt
für Landwirtschaft (mangels einer kantonalen Zuständigkeitsvorschrift,
Art. 22 Abs. 3 MB, aufgehoben durch die Änderung vom 18. März 1994),
sondern der Zentralverband schweizerischer Milchproduzenten (hiernach:
Zentralverband) zuständig (Art. 5 Abs. 3 MB). Dessen Entscheid kann neu
an das Bundesamt für Landwirtschaft (hiernach: Bundesamt; Art. 36 Abs. 1
MB, AS 1994 1650) und anschliessend an die Rekurskommission EVD (Art. 37
Abs. 1 MB) weitergezogen werden. Da das Gesuch um Erteilung einer
Selbstausmessbewilligung beim Bundesamt vor Inkrafttreten der Änderungen
des Milchbeschlusses (1. August 1994, AS 1994 1651) anhängig gemacht wurde
und bezüglich der Zuständigkeit der Rekurskommission EVD als Beschwerde-
und des Bundesamtes als Vorinstanz keine Änderungen eingetreten sind,
haben die neuen Verfahrensbestimmungen keinen Einfluss mehr auf das
vorliegende Verfahren. Die Frage, ob die Sache zuständigkeitshalber an den
Zentralverband hätte überwiesen werden müssen, könnte sich nur stellen,
wenn das Gesuch nach Inkrafttreten der Änderungen des Milchbeschlusses
vom 18. März 1994 anhängig gemacht beziehungsweise erstinstanzlich
entschieden worden wäre. Es ist kein Grund ersichtlich, weshalb - wie der
Beschwerdegegner geltend macht - der vorinstanzliche Entscheid deswegen
nicht aufgehoben und die Bewilligung nicht erteilt werden könnte.

2.2. In bezug auf die materiellrechtlichen Änderungen des Milchbeschlusses
vom 18. März 1994 stellt sich die Frage, welche Bestimmungen gegolten haben,
als sich der rechtserhebliche Sachverhalt zugetragen hat, beziehungsweise,
ob für die Frage des anwendbaren Rechts der Zeitpunkt massgebend ist,
in welchem der für die Bewilligung relevante Sachverhalt eingetreten
ist, oder derjenige, in welchem die Bewilligung effektiv erteilt wird (Gygi
Fritz, Bundesverwaltungsrecht, Bern 1986, S. 113). In einem Entscheid
betreffend Erteilung der Betriebsbewilligung für eine Getreidesammelstelle
erklärte das BGer den Grundsatz für anwendbar, wonach diejenigen
Rechtssätze massgebend seien, die bei der Erfüllung des rechtlich zu
ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben.

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Ist über eine derartige Bewilligung zu entscheiden, so das BGer, erfülle
sich der rechtlich zu ordnende Tatbestand bei Betriebsbeginn, weshalb die
zwischen der Gesuchseinreichung und Bewilligungserteilung eingetretenen
Rechtsänderungen zu berücksichtigen seien. Mit Hinweis auf BGE 107 Ib
137/8 erklärte das BGer sodann, dass für die Bewilligungserteilung «die
Tatsachenlage bei Betriebsbeginn und nicht bei Einreichung des Gesuchs
massgebend» sei (BGE 113 Ib 246, vgl. auch Rhinow René A. / Krähenmann
Beat, Schweizerische Verwaltungsrechtsprechung, Ergänzungsband, Basel und
Frankfurt a. M. 1990, Nr. 15 B III h).

Im vorliegenden Fall stellt sich die übergangsrechtliche Frage in analoger
Weise. Der zu Rechtsfolgen führende Tatbestand verwirklicht sich auch
beim Entscheid über eine Selbstausmessbewilligung mit dem Beginn der
Selbstausmessung, weshalb die zwischen der Gesuchseinreichung und dem
rechtskräftigen Entscheid über die Bewilligungserteilung am 1. August 1994 in
Kraft getretene Änderung des Milchbeschlusses ohne weiteres zur Anwendung
gelangt. Daran kann auch die Tatsache nichts ändern, dass die mit der
Beschlussänderung verfolgte wirtschaftspolitische Zielsetzung der «Lockerung
des Milchverkaufs ab Bauernhof» und die damit zusammenhängende
Marktöffnung zugunsten von Produzenten von «Bio-Milch» (vgl. die
Botschaft über die Änderung des Milchwirtschaftsbeschlusses und des
Milchbeschlusses vom 21. April 1993, hiernach: Botschaft, BBl 1993 II 633 ff.)
gewisse Einschränkungen zum Nachteil der Milchkäufer zur Folge haben
könnte. Schliesslich wäre es auch verfahrensökonomisch unsinnig, noch
die alten Bestimmungen des Milchbeschlusses auf den vorliegenden Fall
anwenden zu wollen. Denn angenommen, der Beschwerdeführer würde
die Voraussetzungen für eine Bewilligungserteilung erst nach Inkrafttreten
von neuem Recht erfüllen können, bliebe es ihm unbenommen, alsdann
erneut ein Gesuch zu stellen. Schliesslich geht auch der Beschwerdegegner,
mindestens konkludent von der Anwendbarkeit der neuen Bestimmungen des
Milchbeschlusses aus, wenn er - zwar unbegründeterweise - verlangt, dass das
Gesuch durch den Zentralverband zu entscheiden sei. Somit wird festgehalten,
dass auf die vorliegend zu entscheidende Streitsache der Milchbeschluss mit
den Änderungen vom 18. März 1994 zur Anwendung kommt.

3. Nach Massgabe des Bundesgesetzes vom 3. Oktober 1951 über die
Förderung der Landwirtschaft und die Erhaltung des Bauernstandes
(Landwirtschaftsgesetz [LwG], SR 910.1) kann die Bundesversammlung
zur Sicherung einer geordneten Versorgung des Landes mit Milch und
Milchprodukten und zur Förderung des Absatzes von Milch zu Preisen, die
nach den Grundsätzen des Landwirtschaftsgesetzes angemessen sind, unter
Berücksichtigung der Interessen der Gesamtwirtschaft Anordnungen über
Erzeugung, Ablieferung und Verwertung von Milch und Milchprodukten
treffen und Vorschriften über die zweckmässige und kostensparende
Sammlung und Verteilung der Konsummilch erlassen, insbesondere auch
durch Verhinderung einer übersetzten Zahl von Milchgeschäften. Die
Vorschriften über die Milchgewinnung und die Verarbeitung gelten auch
für die Milchproduzenten, welche Milch oder Milcherzeugnisse direkt in den
Verkehr bringen (Art. 26 Abs. 1 Bst. a und b sowie Art. 26 Abs. 2 LwG).

3.1. Von der erwähnten Ermächtigung hat die Bundesversammlung mit
dem oben zitierten Milchbeschluss Gebrauch gemacht. Danach haben die
Milchproduzenten ihre Verkehrsmilch grundsätzlich der Milchsammelstelle

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http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE_107_Ib_137&resolve=1
http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE_107_Ib_137&resolve=1
http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE_113_Ib_246&resolve=1

abzuliefern (Art. 5 Abs. 1 MB). Von dieser Ablieferungspflicht kann der
Produzent auf Gesuch hin vom Zentralverband befreit werden, indem ihm
eine sogenannte Selbstausmessbewilligung ausgestellt wird. Diese kann
erteilt werden, wenn damit ein nachweisbares Konsumentenbedürfnis
abgedeckt und die zweckmässige Milchverwertung nicht in Frage gestellt wird
(Art. 5 Abs. 3 MB). Diese Regelung entspricht wie erwähnt der geänderten
Fassung von Art. 5 des Milchbeschlusses vom 18. März 1994, welche die
alte Fassung vom 22. Juni 1979 ablöste. Diese (alte) Fassung stellte in erster
Linie noch auf die Distanz zwischen Produzent und Milchsammelstelle und
zwischen Milchverkaufsstelle und Konsument oder auf das Einverständnis
der zuständigen Sammelstelle ab. Mit der auf den 1. August 1994 in Kraft
getretenen Änderung des Milchbeschlusses bezweckte der Gesetzgeber unter
anderem, «den direkten Verkauf von Milch und Milchprodukten, insbesondere
aus biologischem Landbau, ab Hof besser zu ermöglichen», indem die
«Direktvermarktung» zur besseren Ausnutzung solcher «Marktnischen»
gelockert wurde (vgl. Botschaft, a. a. O., S. 604 und 633 ff.).

3.2. Gemäss Wortlaut von Art. 5 Abs. 3 des Milchbeschlusses - «Der
Zentralverband kann einzelnen Produzenten auf Gesuch hin gestatten (...)» -
kommt der Behörde beim Entscheid, ob eine Selbstausmessbewilligung
gewährt werden soll, ein Entschliessungsermessen zu. Dieses hat sie
pflichtgemäss auszuüben und dabei zu beachten, dass eine Bewilligung nur
erteilt werden kann, wenn damit ein «nachweisbares Konsumentenbedürfnis»
abgedeckt und die «zweckmässige Milchverwertung» nicht in Frage gestellt
wird. Die zwei zuletzt genannten Begriffe stellen auslegungsbedürftige
unbestimmte Gesetzesbegriffe dar (Gygi, a. a. O., S. 146). Ob die damit
gemeinten Bewilligungsvoraussetzungen gegeben sind, ist somit eine
Rechtsfrage, die anhand der Auslegung im Einzelfall beantwortet werden kann.
Art. 5 Abs. 3 des Milchbeschlusses ist als sogenannte Koppelungsvorschrift
zu verstehen, bei welcher sowohl die Tatbestandsseite als auch die
Rechtsfolgeseite unbestimmt ist (Gygi, a. a. O., S. 154).

4. Es gilt im folgenden zu prüfen, ob der Beschwerdeführer und das
Bundesamt, welches heute die Bewilligungserteilung ebenfalls beantragt,
zu Recht von einem gegebenen Konsumentenbedürfnis und der Wahrung
einer zweckmässigen Milchverwertung ausgehen, sowie, ob eine
Bewilligungserteilung oder deren Verweigerung unter Würdigung der
konkreten Umstände als angemessen erscheint. Dabei ist zu beachten,
dass die Auslegung und Anwendung unbestimmter Gesetzesbegriffe zwar
grundsätzlich in freier Überprüfung erfolgt, es bei der Auslegung der Begriffe
des nachgewiesenen Konsumentenbedürfnisses und der zweckmässigen
Milchverwertung aber vorwiegend um die Würdigung und Einschätzung
örtlicher wirtschaftlicher und oder fachtechnischer Verhältnisse geht, bei
deren Beurteilung der verfügenden Verwaltungsbehörde ein Spielraum
zugebilligt werden muss. Die richterlichen Behörden auferlegen sich
bei der Überprüfung solcher Verhältnisse eine gewisse Zurückhaltung.
Solange die Auslegung der Verwaltungsbehörde als vertretbar erscheint,
erfolgt kein Eingriff (Rhinow/Krähenmann, a. a. O., Nr. 66 B II b; Kölz
Alfred / Häner Isabelle, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege
des Bundes, Zürich 1993, Rz. 277). Dies ist vor allem dann der Fall, wenn
die verfügende Verwaltungsbehörde den massgebenden örtlichen und
persönlichen Verhältnissen näher steht und/oder die Beschwerdeinstanz

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nicht über mindestens ebensoviel Information und Sachkenntnis verfügt. Ein
Beurteilungsspielraum darf jedoch bloss innerhalb enger, möglichst genau
umschriebener Grenzen anerkannt werden, ansonsten die Rechtskontrolle in
unzulässiger Weise beschränkt wird (BGE 96 I 369 ff.; zum Ganzen ausführlich:
Bertossa Francesco, Der Beurteilungsspielraum: zur richterlichen Kontrolle
von Ermessen und unbestimmten Gesetzesbegriffen im Verwaltungsrecht,
Bern 1984, S. 85 ff., insbesondere S. 87).

4.1. Im vorliegenden Fall verlangt der Beschwerdeführer eine
Selbstausmessbewilligung, um seine «Bio-Milch» direkt ab Hof verkaufen zu
können. Er verweist dabei auf die neuen, angeblich liberaleren Vorschriften
und die Tatsache, dass er momentan 14 an «Bio-Milch» interessierte Kunden
hätte, der Kundenkreis an «Bio-Produkten» insgesamt jedoch im Abnehmen
begriffen sei, solange er nicht gleichzeitig «Bio-Milch» ausmessen könne.
Dem Gesuch legte er unter anderem eine Liste von 38 Interessenten an
«Bio-Produkten» bei. Das Bundesamt verweist mit Hinblick auf die in Kraft
getretenen Änderungen des Milchbeschlusses auf seine geänderte Praxis,
wonach es den Kriterien des nachgewiesenen Konsumentenbedürfnisses und
der Frage der zweckmässigen Milchverwertung inskünftig eine bedeutend
grössere Gewichtung zukommen lässt als bisher. Der Beschwerdegegner
seinerseits bestreitet die Existenz von effektiv 14 an «Bio-Milch» interessierten
Kunden des Beschwerdeführers nicht. Er weist lediglich darauf hin, dass sich
unter diesen Kunden zum Teil auch Familien mit mehreren Kindern befänden
und dass die dem Gesuch beigelegte Kundenliste irreführend betitelt worden
sei.

4.2. Dazu kann festgehalten werden, dass die am 1. August 1994 in Kraft
getretene Liberalisierung der Bewilligungsvoraussetzungen gemäss der
bundesrätlichen Botschaft ausdrücklich dem «zunehmenden Direktverkauf
von «biologischer» Milch ab Betrieb des Produzenten» Rechnung tragen
wollte (BBl 1993 II 635). Auch wenn der Milchbeschluss selbst den Begriff
der «Bio-Milch» nicht explizit erwähnt - was an sich selbstverständlich
ist, da die Selbstausmessbewilligung nicht nur für den Direktverkauf von
«Bio-Milch» soll erteilt werden dürfen - ist doch anzumerken, dass der vom
Bundesrat vorgeschlagene Gesetzestext von Art. 5 des Milchbeschlusses
von der Bundesversammlung unverändert übernommen wurde und dass
der Direktverkauf von «Bio-Milch» ab Hof künftig, sofern die eigentlichen
Bewilligungsvoraussetzungen gegeben sind, an sich ermöglicht werden soll.

Der Betrieb des Beschwerdeführers wurde am 8. November 1993 von der
Vereinigung schweizerischer biologischer Landbau-Organisationen (VSBLO)
als Kontrollbetrieb für die Jahre 1993/94 anerkannt. Somit verpflichtete
sich der Beschwerdeführer zur Einhaltung der Richtlinien der VSBLO,
welche durch das Bundesamt zu genehmigen waren (Art. 16 Abs. 2 der
Verordnung über Beiträge für besondere ökologische Leistungen in der
Landwirtschaft vom 26. April 1993; Öko-Beitragsverordnung; OeBV, AS
1993 1581 und 1994 766). Das Bundesamt ist dieser Genehmigungspflicht
insofern auf etwas seltsamemWege nachgekommen, als es die Richtlinien
der VSBLO für die Erzeugung, Verarbeitung und den Handel von Produkten
aus biologischem (ökologischem) Anbau vom 8. Oktober 1992 heranzog, um
in seinen Weisungen vom 5. Januar 1994 die «Mindestanforderungen für die
Anerkennung von Regeln des Biologischen Landbaues» zu definieren. Die
VSBLO wurde im übrigen am 22. Dezember 1992 durch das Eidgenössische

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Amt für Messwesen für fünf Jahre als Zertifizierungsstelle von Folgeprodukten
des biologischen (ökologischen) Landbaus sowie als Überwachungsstelle
von Verarbeitungsbetrieben für biologische Produkte akkreditiert (gemäss
Verordnung über das schweizerische Akkreditierungssystem vom 30. Oktober
1991, SR 941.291). Die Kontrollen in bezug auf die Einhaltung der Richtlinien
der VSBLO erfolgen auf dem Betrieb des Beschwerdeführers durch das
Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FIBL), welches seinerseits durch
den zuständigen Kanton als Kontrollorganisation eingesetzt wird (Art. 31b
Abs. 6 LwG i.V.m. Art. 25 Abs. 2 OeBV). Daraus erhellt, dass der Betrieb des
Beschwerdeführers tatsächlich als «Bio-Betrieb» anerkannt ist und für sich
in Anspruch nehmen darf, eine Selbstausmessbewilligung für den direkten
Verkauf von «Bio-Milch» ab Hof zu verlangen.

4.3. Aus den bisherigen Ausführungen (E. 4.2) kann geschlossen werden,
dass an die Voraussetzung des Kundenbedürfnisses keine allzu strengen
Anforderungen geknüpft werden dürfen. Dieses Kriterium war bereits nach
der heute aufgehobenen Bestimmung von Art. 21 Abs. 2 des Milchbeschlusses
zu berücksichtigen. Nach bisheriger Praxis der Verwaltungsbehörden
wurde das Kundenbedürfnis bereits als ausgewiesen betrachtet, wenn - bei
gegebenen übrigen Voraussetzungen - der Bedarf eines einzigen Kunden
ausgewiesen war (unveröffentlichter Entscheid des EVD vom 27. April 1993
in Sachen S. gegen G. und Bundesamt für Landwirtschaft). Ob diese Praxis
übernommen werden kann, muss im vorliegenden Fall nicht entschieden
werden. Immerhin verfügte der Beschwerdeführer nach Angaben des
Beschwerdegegners mit Zustimmung der Käsereigenossenschaft vom
5. Mai 1992 bis zum 30. April 1994 über eine Selbstausmessbewilligung, die
ohne entsprechenden Kundenbedarf wohl kaum in Anspruch genommen
und zudem verlängert worden wäre. Der Beschwerdegegner bestreitet
zwar die Beweisqualität des vom Beschwerdeführer ins Recht gelegten
Kundenschreibens von X vom 15. Mai 1994, präzisiert aber nicht weiter,
inwiefern dem Verfasser dieses Schreibens «Parteistellung» zukomme
oder wie weit das Schreiben unzutreffende Angaben beinhalte. Der
Beschwerdegegner behauptet selbst nicht, «biologische» Produkte in
seinem Angebot zu haben - er macht lediglich geltend, die für eine (zeitlich)
getrennte Milchannahme notwendige Infrastruktur zu haben - weshalb
seine gegenüber den an «Bio-Produkten» interessierten Kunden abgegebene
und im Beschwerdeverfahren ausdrücklich bestätigte Erklärung, «dass
die anderen Landwirte ihre Milch ebenfalls «biologisch» produzieren»
würden, irreführend oder gar unlauter war. Bei dieser Sachlage darf dem
oben zitierten Kundenschreiben Rechnung getragen werden, wonach
selbst die Dorfkäserei von R., das nächstgelegene grössere Dorf, keine
«Bio-Produkte» im Angebot hat, was ebenfalls für die Existenz eines
entsprechenden Kundenbedarfs an «Bio-Milch» spricht. Dem Umstand, dass
die Versorgung der Bevölkerung mit konventioneller Milch sichergestellt ist,
kann keine vorrangige Bedeutung mehr zukommen, nachdem es vorliegend
ausschliesslich um den Verkauf von nach biologischen Gesichtspunkten
produzierter Milch geht. Schliesslich fällt auf, dass der Beschwerdegegner
nur einen sehr geringen Interessentenkreis von Abnehmern von «Bio-Milch»
des Beschwerdeführers anerkennen will, versucht selbst aber in recht
aufwendiger Weise darzutun, dass er über die notwendigen Installationen
einer zeitlich getrennten Milchannahme verfüge. Insoweit haftet seiner
Argumentationsweise eine gewisse Widersprüchlichkeit an.

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Als Zwischenergebnis wird festgehalten, dass für die Erteilung einer
Selbstausmessbewilligung zum Zwecke des Direktverkaufs ab Hof bereits
ein kleiner Kreis von Interessenten genügt, um ein Kundenbedürfnis als
nachgewiesen zu erachten. Im vorliegenden Fall, nach den bisherigen
Ausführungen, ist ein derartiges Kundenbedürfnis ohne weiteres als
nachgewiesen zu betrachten.

4.4. Als zweite Bewilligungsvoraussetzung nennt der Milchbeschluss die
Bedingung, dass die Selbstausmessung die zweckmässige Milchverwertung
nicht in Frage stellen darf (Art. 5 Abs. 3 Bst. a MB). Der Verkauf von
Konsummilch als Rohmilch entspricht grundsätzlich der prioritätsgerechten
Verkehrsmilchverwertung, wie sie in Art. 10bis und 11 des Milchbeschlusses
erwähnt und von der Verordnung vom 30. April 1957 über die Verwertung der
Verkehrsmilch (Verkehrsmilchverordnung [VmV], SR 916.353.1) vorgegeben
wird. Danach geht die Konsummilchversorgung grundsätzlich jeder
Milchverarbeitung vor (Art. 4 Abs. 1 VmV) beziehungsweise geniesst erste
Priorität, weil sie, wie vom Bundesamt im angefochtenen Entscheid zu
Recht erwähnt wird, die aufwendige Milchrechnung des Bundes nicht
belastet und kostendeckend ist (ähnlich die bundesrätliche Botschaft:
«Das öffentliche Interesse an einer kostensparenden Sammlung und
Verwertung der Verkehrsmilch wird durch die Änderung - gemeint
ist die Änderung des Milchbeschlusses vom 18. März 1994 - nicht
beeinträchtigt», BBl 1993 II 635). Die Gesamtmilchmenge würde durch eine
Bewilligungserteilung keine Änderung erfahren. Der Beschwerdeführer
unterläge als Verkehrsmilchproduzent weiterhin den Bestimmungen über
die Milchkontingentierung, der Rapportierungs- und Abgabepflicht (Art. 26
Abs. 1 lit. a MB). Soweit seine Milch nicht als «Bio-Milch» direkt ab Hof zum
Verkauf gelangt, unterstände der Beschwerdeführer auch weiterhin der
Ablieferungspflicht, in casu an die Käserei des Beschwerdegegners.

Im Zusammenhang mit der Auslastung des Käsereibetriebes gilt es
auch zu beachten, dass der Beschwerdeführer bis zum Frühjahr 1994
bereits seit knapp zwei Jahren selber ausmessen konnte, so dass eine
Bewilligungserteilung faktisch einer Weiterführung des bisherigen Zustandes
gleichkommt. Aufgrund der Akten ist zudem von einem relativ kleinen
Kundenkreis und somit von einer geringen Menge Milch, die als «Bio-Milch»
direkt zum Verkauf gelangt, auszugehen, so dass sich die Auswirkungen für
den Beschwerdegegner in einem zumutbaren Rahmen bewegen dürften.

4.5. Die Interessenabwägung zwischen dem Kundenbedürfnis und der
angestammten Milchverwertung in der Sammelstelle, wie sie von der
bundesrätlichen Botschaft vom 21. April 1993 postuliert wird (BBl 1993 II
636), führt nach dem bisher Gesagten nicht zur Bewilligungsverweigerung.
Auch der Umstand, dass der Milchbeschluss in Art. 5 Abs. 1 an sich eine
zwingendere Umschreibung der Milcheinlieferung («Die Milchproduzenten
müssen [...]» im Gegensatz zur alten Formulierung «Die Milchproduzenten
haben in der Regel [...]») vorsieht, kann die Verweigerung der Bewilligung
nicht rechtfertigen. Aus der Botschaft geht hervor, dass die Änderung des
gesamten Artikels keine zusätzliche Reglementierung, sondern vielmehr eine
Lockerung der bisherigen starren Vorschriften im Interesse einer zeit- und
sachgemässen Behandlung entsprechender Fälle bringt. «Konkret handelt es
sich bei der neuen Fassung des Art. 5 Abs. 1 lediglich um eine redaktionelle

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Vereinfachung» (BBl 1993 II 635 ). Aus der parlamentarischen Beratung, in
welcher dem Entwurf des Bundesrates diesbezüglich zugestimmt wurde, geht
nichts Gegenteiliges hervor (Amtl. Bull. N 1993 1671 ff., S 1993 924 f.).

Es ist somit nicht nur ein tatsächliches Kundenbedürfnis zu bejahen, sondern
auch, dass durch die Erteilung einer Selbstausmessbewilligung an den
Beschwerdeführer die zweckmässige Milchverwertung nicht in Frage
gestellt ist. Damit wären die nach Milchwirtschaftsbeschluss unabdingbaren
Voraussetzungen für die Erteilung einer Selbstausmessbewilligung
im vorliegenden Fall gegeben. Es bleibt zu prüfen, ob sich eine
Bewilligungserteilung aus anderen Gründen als unangemessen erweist.

5. Der Beschwerdegegner wendet ein, dass die Richtlinien «für die Erzeugung,
Verarbeitung und Handel von Produkten aus biologischem Anbau» - gemeint
sind die weiter oben zitierten Richtlinien der VSBLO vom 8. Oktober
1992 - die Milchwirtschaft nicht speziell behandeln würden und dass eine
lebensmittelpolizeiliche Bewilligung für den Milchverkauf fehle.

5.1. Dass die Richtlinien der VSBLO aber auch die Tierhaltung
mitumfassen, wird von ihm nicht bestritten. Immerhin verlangt auch
die Öko-Beitragsverordnung für eine Beitragsgewährung, dass der
gesamte Betrieb nach anerkannten Regeln für den «biologischen
Landbau einer Fachorganisation bewirtschaftet wird (Art. 16 Abs. 1
OeBV). Der Beschwerdegegner präzisiert jedoch nicht, weshalb und
wie weit die Richtlinien der VSBLO noch speziell milchwirtschaftliche
Bestimmungen aufweisen müssten, die nicht bereits in Form von öffentlichem
Landwirtschaftsrecht bestehen.

5.2. Die vom Beschwerdegegner angesprochene, angeblich fehlende
Bewilligung verfolgt einen rein lebensmittel- beziehungsweise
gesundheitspolizeilichen Zweck. Die Erteilung der Bewilligungen und
Überwachung der Bewilligungsverhältnisse erfolgt durch die örtlich
zuständigen Gesundheitsbehörden (Art. 44 der Verordnung vom 26. Mai 1936
über Lebensmittel und Gebrauchsgegenstände; Lebensmittelverordnung,
SR 817.02).

Die Bewilligung nach Art. 5 Abs. 3 Bst. a des Milchbeschlusses beinhaltet eine
Ausnahme zugunsten des Produzenten von der Milchablieferungspflicht
an eine Milchsammelstelle oder an einen Milchkäufer. Diese entbindet
den Produzenten nicht von der Einholung einer nach Art. 44 Abs. 3
der Lebensmittelverordnung vorgeschriebenen Verkaufsbewilligung.
Diese ist unabhängig von der Ausmessbewilligung nach Art. 5 Abs. 3 des
Milchbeschlusses zu erwirken. Die Verpflichtung zur Einholung dieser
lebensmittelpolizeilichen Bewilligung wird im übrigen in den «Auflagen und
Bestimmungen» der «Richtlinien» des Zentralverbandes vom 17. Oktober
1994 erwähnt, welche, worauf weiter unten noch zurückgekommen
wird, auch für den Beschwerdeführer gelten. Es ist Sache der örtlich
zuständigen Gesundheitsbehörden, einzuschreiten, wenn spezifisch
lebensmittelpolizeiliche Vorschriften - wie die Nichteinholung einer
Bewilligung oder die Missachtung von Installationsvorschriften - nicht
eingehalten werden. Somit bleibt es dabei, dass die Selbstausmessbewilligung

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trotz Fehlens einer lebensmittelpolizeilichen Bewilligung erteilt werden
kann. Der Beschwerdeführer bleibt verpflichtet, eine lebensmittelpolizeiliche
Verkaufsbewilligung einzuholen.

6. (...)

7. Schliesslich ist auf die «Richtlinien zur Erteilung von Bewilligungen
zum Verkauf von Milch oder Milchprodukten ab Hof beziehungsweise
zur Belieferung von gewerblichen Betrieben» des Zentralverbandes vom
17. Oktober 1994 zu verweisen. Diese stützen sich direkt auf Art. 5 Abs. 3
des Milchbeschlusses und tragen unter anderem der Rapportierungspflicht
des Selbstausmessers insoweit Rechnung, als das Total der ausgemessenen,
verkauften oder verarbeiteten Milch «jeweils unaufgefordert bis spätestens
am 4. Tage des nachfolgenden Monates an die zuständige Rapportstelle
(Sammelstelle, Milchkäufer, in Ausnahmefällen Milchverband) zu
melden ist». Weiter findet sich in diesen Weisungen ein Hinweis auf die
lebensmittelpolizeiliche Bewilligung. Diese «Auflagen und Bestimmungen»,
welche hier im einzelnen nicht alle wiederholt werden, gelten von ihrem
Inhalt her auch für den Beschwerdeführer. Da der Beschwerdeführer den
Bestimmungen über die Milchkontingentierung ohnehin unterworfen bleibt
und die Selbstausmessbewilligung lediglich eine partielle Befreiung von der
Ablieferungspflicht beinhaltet, kann darauf verzichtet werden, die in den
genannten Weisungen des Zentralverbandes aufgeführten Verpflichtungen
des Selbstausmessers als eigentliche Auflagen und Bedingungen in das
Entscheiddispositiv zu übernehmen. Der Zentralverband wird aber
aufgefordert, den Beschwerdeführer auf den neusten Stand der für ihn
geltenden Vorschriften zu bringen und entsprechend zu dokumentieren.

8. Zusammenfassend kann nach den vorstehenden Ausführungen
festgehalten werden, dass die Voraussetzungen für die Erteilung einer
Selbstausmessbewilligung im vorliegenden Fall, wo es um den Direktverkauf
von «Bio-Milch» ab Hof geht, gegeben sind und sich die Bewilligungserteilung
auch als angemessen erweist. Weitere Beweiserhebungen sind demnach
unnötig, weshalb den entsprechenden Begehren der Parteien keine Folge
gegeben wird. Die Beschwerde ist somit als begründet gutzuheissen.
Gleichzeitig ist jedoch nach dem Gesagten auch festzuhalten, dass die hier
zu erteilende Bewilligung an die Voraussetzung zu knüpfen ist, dass der
selbstausmessende Betrieb als «Bio-Betrieb» im Sinne der vorstehenden
E. 4.2 anerkannt ist. Sollte diese Voraussetzung wegfallen, so wäre die
Bewilligungserteilung erneut vom Zentralverband zu überprüfen.

(Die Rekurskommission EVD heisst die Beschwerde gut, hebt den
angefochtenen Entscheid des Bundesamtes auf und erteilt dem
Beschwerdeführer eine Selbstausmessbewilligung für den Verkauf von
«Bio-Milch»)

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Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften

Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées

Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

JAAC 59.112 - Auszug aus dem Beschwerdeentscheid der Rekurskommission EVD vom 14.

Dezember 1994 in Sachen B. gegen T. und Bundesamt für Landwirtschaft; 94/6K-011

In Verwaltungspraxis der Bundesbehörden
Dans Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération
In Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione

Jahr 1995
Année

Anno

Band 59
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	Auszug aus dem Beschwerdeentscheid der Rekurskommission EVD vom 14. Dezember 1994 in Sachen B. gegen T. und Bundesamt für Landwirtschaft; 94/6K-011
	Aus dem Sachverhalt:
	Aus den Erwägungen: