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**Case Identifier:** a01b6786-b9f9-53fc-899b-5812d621f4f5
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-04-01
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 01.04.2022 IV 2021/43
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_IV-2021-43_2022-04-01.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2021/43

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 11.08.2022

Entscheiddatum: 01.04.2022

Entscheid Versicherungsgericht, 01.04.2022
Art. 7, 8 und 16 ATSG. Art. 28 und 28a IVG. Rückweisung zur weiteren 
Abklärung der Erwerbsquote und des medizinischen Sachverhalts in der 
Form einer internen Begutachtung durch den RAD oder durch eine externe 
Begutachtung sowie zur Durchführung einer Haushaltabklärung an Ort und 
Stelle (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 1. 
April 2022, IV 2021/43).

Entscheid vom 1. April 2022

Besetzung

Präsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und Karin Huber-

Studerus; Gerichtsschreiberin Viviane Kull

Geschäftsnr.

IV 2021/43

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Robert Baumann, Advokatur Robert Baumann 

AG, Waisenhausstrasse 17, Postfach 223, 9001 St. Gallen,

gegen

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IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ meldete sich im Januar 2019 wegen Schmerzen beim Gehen nach einer 

Versteifung des Sprunggelenks/Arthrose zum Bezug von Leistungen der 

Invalidenversicherung (IV) an (IV-act. 4). Sie gab an, dass sie mit B.___ verheiratet sei, 

ein eigenes Kind (Jahrgang 199_) und drei Pflegekinder (Jahrgänge 198_, 198_ und 

199_) habe und seit dem 1. Mai 2007 bei B.___ Hauswartungen/Gartenunterhalt 

arbeite. Sie sei zu 50% als Reinigungsangestellte und zu 20% als Büroangestellte tätig. 

Das Bruttoeinkommen als Reinigungsangestellte betrage Fr. 1'700.-- pro Monat; die 

Tätigkeit als Büroangestellte erfolge unentgeltlich. Der erlernte Beruf sei Bäckerin-

Konditorin (Ausbildung von 19__ bis 19__). Seit dem 16. Juli 2018 sei sie vollständig 

arbeitsunfähig. Sie reichte das Fähigkeitszeugnis als Bäckerin-Konditorin (IV-act. 6), ein 

Arbeitsunfähigkeitszeugnis von Dr. med. C.___, FHM Orthopädie und Traumatologie, 

vom 12. Juli 2018 betreffend eine vollständige Arbeitsunfähigkeit vom 16. Juli 2018 bis 

19. August 2018 (IV-act. 7) und eine Krankenkarte des Taggeldversicherers mit 

Einträgen des Hausarztes Dr. med. D.___ betreffend eine vollständige 

Arbeitsunfähigkeit ab dem 13. August 2018 bis 14. Februar 2019 (IV-act. 7) ein. Im 

gleichen Monat meldete sie sich zum Bezug von Hilfsmitteln, eines 

knöchelstabilisierenden Schuhs mit einer Abrollrampe, an (IV-act. 1).

A.a. 

B.___ gab am 12. Februar 2019 im Fragebogen für Arbeitgebende an (IV-act. 14), 

die Versicherte sei seit dem 1. Mai 2007 angestellt. Sie habe verschiedene 

Treppenhäuser gereinigt. Der letzte Arbeitstag sei am 14. Juli 2018 gewesen. Sie habe 

zwischen 18 und 22 Stunden pro Woche bei einer Wochenarbeitszeit im Betrieb von 

42.5 Stunden gearbeitet. Nebst der Reinigung der Treppenhäuser (Staubsaugen, feucht 

A.b. 

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wischen, Glasreinigungen) seien auch Lampen zu ersetzen, Unrat wegzuräumen und im 

Winter evtl. zu salzen gewesen. Der Monatslohn habe seit dem 1. Januar 2017 

Fr. 1'700.-- betragen.

Der Hausarzt Dr. D.___ berichtete am 23. Februar 2019 (IV-act. 22), es sei offen, 

ob die Fussoperation gelungen sei oder ob weitere Massnahmen erfolgen müssten. Er 

legte einen Austrittsbericht der K.___ vom 30. November 2018 und einen Bericht von 

Dr. C.___ vom 14. Februar 2019 bei (IV-act. 20, 21). Gemäss dem Bericht der K.___ war 

die Versicherte vom 18. bis 29. November 2018 in der Klinik E.___ hospitalisiert 

gewesen. Am 24. November 2018 war sie einer laparoskopischen Hemikolektomie 

links, einer Bypass-Revision und einer Rectoskopie unterzogen worden. Folgende 

Diagnosen waren angegeben worden: Gedeckt perforierte Descendens-Divertikulitis 

mit Konglomerat am Beckeneingang bei elongiertem linkem Hemicolon, Super 

Adipositas (156.5 cm, initial 164 kg, aktuell 93 kg, BMI 34.0 kg/m2; bei St. n. Anlage 

eines offenen distalen Magenbypasses 10/2007, St. n. Narbenhernienplastik, 

Bauchdeckenrekonstruktion und Hysterektomie 12/2008, St. n. dorsalem Bodylift, 

Bauchnabelrekonstruktion und medialer Oberschenkelstraffung bds. 12/2009), St. n. 

Rückfuss-Arthrodese rechts 08/2018, Komorbiditäten: Arterielle Hypertonie, 

Prädiabetes, St. n. Dyslipoproteinämie, St. n. obstruktivem Schlafapnoesyndrom 

(CPAP-Therapie sistiert), St. n. EPG-Gestose, St. n. Depression. Dr. C.___ hatte 

folgende Diagnosen angegeben: Implantat-Irritation distales OSG rechts, St. n. 

Rückfuss-Nagelarthrodese rechts (08/2018), St. n. rezidivierenden oberflächlichen 

Thrombophlebitiden linker US (aktuell unter NOAK), St. n. Hemikolektomie links 

(11/2018), St. n. symptomatischer Divertikulitis (11/2018), Lymphödem, Adipositas 

WHO Grad II, Chopart-Arthrose mit akzentuierter talonavicularer Gelenkdestruktion, 

fortgeschrittene OSG-Arthrose rechts, Tibialis posterior Sehneninsuffizienz Grad 4, 

Fibulafraktur rechts unter konservativer Behandlung (11/2017), Diskushernie L4/5 links 

(04/2017), St. n. Magenbypassoperation (2007). Dr. C.___ hatte festgehalten, ein CT 

habe eine Schraubenlockerung der distalsten Verriegelungsschrauben gezeigt. Die 

operative Schraubenentfernung sei geplant. Am 12. März 2019 wurde die Versicherte 

operiert (Bolzenentfernung laterales OSG rechts, IV-act. 31). Am 28. April 2019 

berichtete Dr. C.___ (IV-act. 35), die Mobilisationen seien gebessert. Er gab als neue 

Diagnose eine muskuläre Dysbalance der Sehnenrekonstruktion Fuss rechts an.

A.c. 

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Die IV-Stelle erteilte am 13. März 2019 eine Kostengutsprache für orthopädische 

Serienschuhe ab dem 5. Dezember 2018 bis zum 31. Dezember 2021 (IV-act. 28).

A.d. 

Am 28. Mai 2019 hielt ein Sachbearbeiter der IV-Stelle in einer Telefonnotiz fest 

(IV-act. 36-3), die Versicherte habe angegeben, sie habe jeweils an vier Tagen pro 

Woche von 7.30 Uhr bis ca. 11.30 Uhr, manchmal bis 12.30 Uhr, gearbeitet. An 

manchen Samstagen habe sie den Schlüsseldienst übernommen. Die einfachen 

Bürotätigkeiten habe sie nachmittags erledigt (Pläne ausarbeiten usw.). Die "richtigen" 

Bürotätigkeiten würden durch einen Treuhänder erledigt. Sobald eine Möglichkeit 

bestehe, werde sie die Arbeit wieder aufnehmen. Eine Anstellung ausserhalb des 

Familienbetriebes sei nicht vorgesehen. Sie könne beispielsweise nicht in einem Büro 

arbeiten, da ihr das Wissen fehle. Die Versicherte sei mit der Abweisung der beruflichen 

Massnahmen einverstanden. Aufgrund der Sachlage seien solche nicht angezeigt. Mit 

einer Mitteilung vom 18. Juli 2019 wies die IV-Stelle das Begehren um berufliche 

Massnahmen ab (IV-act. 38).

A.e. 

Dr. D.___ berichtete am 20. September 2019 (IV-act. 40), der Gesundheitszustand 

der Versicherten sei stationär (schlecht). Eine second opinion sei ausstehend. Die 

Tätigkeit als Raumpflegerin sei nicht möglich. Eine reine Bürotätigkeit sei der 

Versicherten zumutbar, doch dafür fehle ihr die Ausbildung. Dr. C.___ teilte am 

23. September 2019 mit (IV-act. 45), der Gesundheitszustand der Versicherten habe 

sich verbessert. Er gab die Diagnosen eines St. n. Rückfuss-Arthrodese rechts und 

eine rezidivierende Weichteilschwellung bei Lymphadenopathie an. Zur Vermeidung 

von Anschluss-Degenerationen seien die Schuhe anzupassen. In der bisherigen 

Tätigkeit bestehe eine reduzierte Belastbarkeit mit einer eingeschränkten Mobilität. 

Diese Tätigkeit sei der Versicherten zu maximal zwei bis drei Stunden pro Tag 

zumutbar. Eine wechselnde, mehrheitlich sitzende Tätigkeit sei der Versicherten zu 

maximal vier Stunden pro Tag zumutbar. Die Versicherte benötige Ruhezeiten zur 

Schmerzbehandlung.

A.f. 

Die Versicherte gab am 25. September 2019 im Fragebogen zur Rentenabklärung 

betreffend Erwerbstätigkeit/Haushalt an (IV-act. 42), seit dem 1. Juli 2019 arbeite sie 

vier bis fünf Stunden pro Woche. Ohne eine gesundheitliche Einschränkung wäre sie in 

einem 50%-Pensum in der Treppenhausreinigung erwerbstätig. Sie habe sich nicht um 

A.g. 

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Stellen beworben, da sie im Geschäft ihres Ehemannes arbeite. Sobald es ihr besser 

gehe, werde sie das Pensum erhöhen. Den Zeitaufwand im Haushalt bezifferte sie auf 

4.58 Stunden pro Tag. Sie kreuzte bei allen Verrichtungen an, dass sie diese 

selbstständig erledigen könne. Bei den Verrichtungen Vorrat, Garten- und 

Umgebungspflege, Haustierhaltung und Einkauf gab sie an, dass ihre Tochter/ihr 

Ehemann helfe. Das Reinigen der Fenster und der Vorhänge sowie der Frühjahrsputz 

würden von Familienangehörigen erledigt.

Am 26. November 2019 berichtete Dr. med. F.___, leitende Ärztin Fusschirurgie 

der Klinik G.___ (IV-act. 47), die Versicherte habe sich zur Einholung einer 

Zweitmeinung vorgestellt, da sie unter Belastung immer noch Schmerzen am rechten 

Fuss habe. Die beschriebenen Beschwerden am distalen lateralen Unterschenkel 

gingen sehr wahrscheinlich von der kaudalen der beiden Verriegelungsschrauben aus. 

Die Belastungs- bzw. Entlastungsschmerzen am rechten Fuss lateral könnten schwer 

zugeordnet werden; möglicherweise hätten sie mit dem gelockerten Arthrodesenagel 

zu tun. Dieser sollte entfernt werden.

A.h. 

Dr. med. J.___ vom IV-internen Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) notierte am 

6. Dezember 2019 (IV-act. 49), der linke (gemeint wohl: rechte) Fuss sei dauerhaft nur 

noch eingeschränkt belastbar. Auch die vorgeschlagene Entfernung des Nagels werde 

daran nichts ändern. Die angestammte Tätigkeit sei versicherungsmedizinisch 

dauerhaft nicht zumutbar. Adaptiert könne vorbehaltlich allfälliger weiterer Abklärungen 

der Einschätzung von Dr. C.___ im Bericht vom 23. September 2019 gefolgt werden. 

Der Gesundheitszustand sei stabil. Im Haushalt seien Einschränkungen bei Tätigkeiten 

mit längerem Stehen und Gehen sowie beim Besteigen von Leitern und Treppen 

möglich. In der angestammten Tätigkeit bestehe eine vollständige und in einer 

adaptierten Tätigkeit eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit.

A.i. 

Mit einem Vorbescheid vom 11. Dezember 2019 teilte die IV-Stelle der Versicherten 

mit (IV-act. 52), sie sehe vor, das Gesuch um eine Invalidenrente abzuweisen. Zur 

Begründung gab sie an, gemäss den Angaben der Versicherten und der bisherigen 

Erwerbskarriere würde die Versicherte ohne Gesundheitsschaden in einem 50%-

Pensum arbeiten. Sie werde deshalb als Teilerwerbstätige qualifiziert. Zur Klärung des 

Rentenanspruchs sei die gemischte Methode anzuwenden. Im Erwerbsteil werde zur 

A.j. 

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Bemessung des Valideneinkommens auf den zuletzt abgerechneten Lohn gemäss IK-

Auszug abgestützt. Nach der Rechtsprechung werde das erzielte Einkommen auf ein 

100%-Pensum hochgerechnet (Fr. 20'400.-- bei 50%-Pensum). Die bisher ausgeübte 

Tätigkeit als Reinigungsangestellte könne die Versicherte gesundheitsbedingt 

dauerhaft nicht mehr ausführen. Eine körperlich leichte, wechselbelastende, 

überwiegend im Sitzen ausgeübte Tätigkeit sei ihr zu 50% zumutbar. Zur Ermittlung 

des Invalideneinkommens werde der Medianlohn der Lohnstrukturerhebung des 

Bundesamts für Statistik (Frauen, Niveau 1, 2017) zu Hilfe genommen. Bei einem 

Valideneinkommen von Fr. 40'800.-- und einem Invalideneinkommen von Fr. 27'392.-- 

resultiere ein Teil-Invaliditätsgrad im Erwerbsteil von 32.86%. Im Haushalt sei die 

Versicherte in ihren täglichen Arbeiten eingeschränkt. Gewisse Aufgaben könne sie nur 

mit Hilfe ihrer Tochter oder ihres Ehemannes vollständig ausführen. Die 

Einschränkungen im Haushalt seien mittels dem eingereichten Fragebogen überprüft 

worden. Täglich fielen Arbeiten im Umfang von 4.69 Stunden an. Davon könne die 

Versicherte gemäss ihren eigenen Angaben 4.05 Stunden selber erledigen. Dies 

entspreche einem Teil-Invaliditätsgrad im Haushaltsbereich von 13.6%. Bei einem 

Anteil von 50% im Erwerb und 50% im Haushalt resultiere ein Invaliditätsgrad von 

23%.

Die Versicherte liess am 8. Januar 2020/20. Februar 2020 einen Einwand erheben 

(IV-act. 53, 58). Ihr Vertreter (Mitarbeiter einer Rechtsschutzversicherung) beantragte 

die Aufhebung des Vorbescheids vom 11. Dezember 2019 und die Durchführung von 

weiteren medizinischen Abklärungen, insbesondere die Erstellung eines Gutachtens; 

hernach seien der Versicherten die ihr gesetzlich zustehenden Leistungen, 

insbesondere eine ganze Invalidenrente, eventualiter eine Dreiviertelsrente, 

zuzusprechen; eventualiter sei ihr eine Invalidenrente nach Massgabe eines neu 

berechneten Invaliditätsgrades zuzusprechen. Zur Begründung machte er im 

Wesentlichen geltend, die Versicherte sei am 10. Februar 2020 einer Darmoperation 

unterzogen worden. Der medizinische Sachverhalt sei zu wenig abgeklärt worden. Der 

Einkommensvergleich sei nicht korrekt durchgeführt worden. Indem bei der 

Festsetzung des Invalideneinkommens lediglich auf die Tabellenlöhne abgestellt 

worden sei, habe die IV-Stelle ausser Acht gelassen, dass die Tabellenlöhne 

A.k. 

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insbesondere auch die körperlich schweren Arbeitstätigkeiten umfassten, für welche 

praxisgemäss ein höherer Lohn ausgerichtet werde.

In einem Austrittsbericht der Klinik L.___ vom 4. März 2020 (IV-act. 60) gaben die 

Fachärzte die folgenden Diagnosen an: Condylome perianal, Mariskenkranz, Verdacht 

auf ODS (Obstruktives Defäkations-Syndrom; MR Defäkographie 15. Januar 2020: 

Deszensus des hinteren Kompartiments, Rektozele, intrarektale Intussuszeption), 

Narbenhernie Unterbauch (ca. faustgross), Adipositas WHO Grad II (BMI 35.5 kg/m2). 

Am 10. Februar 2020 war die Versicherte einer Mariskektomie, einer Laserevaporation 

und einer Botoxinjektion unterzogen worden (vgl. auch den Operationsbericht vom 

14. Februar 2020, IV-act. 59). Der RAD-Arzt Dr. J.___ notierte am 10. März 2020 (IV-

act. 61), der Gesundheitszustand sei nicht stabil. Die faustgrosse Narbenhernie müsse 

wahrscheinlich operiert werden; die beschriebenen Veränderungen des Enddarms 

müssten wahrscheinlich ebenfalls operiert werden.

A.l. 

Der Hausarzt Dr. D.___ berichtete am 5. Mai 2020 (IV-act. 63), der Gesundheits­

zustand der Versicherten sei stationär. Es bestünden drei Themen, welche einen 

Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hätten: Darm, OSG rechts, Bauchwand. Er reichte 

mehrere Arztberichte ein (IV-act. 64 ff.).

A.m. 

Am 1. Mai 2020 war die Versicherte am Unterbauch operiert worden (Narben­

hernienrepair mit Netzeinlage, Operationsbericht vom 5. Mai 2020, IV-act. 72; Austritts­

bericht der Klinik L.___ vom 8. Mai 2020, IV-act. 73). Dr. D.___ teilte am 21. Juli 2020 

mit (IV-act. 74), der Gesundheitszustand sei stationär (schlecht). Der Bauch sei operiert 

worden, nun sei der rechte Fuss dran. Er attestierte in einer adaptierten Tätigkeit eine 

vollständige Arbeitsunfähigkeit und merkte an, "man braucht für alles die Füsse". Er 

legte einen Bericht von Dr. F.___ vom 26. Juni 2020 bei (IV-act. 75). Dr. F.___ hatte 

angegeben, die Versicherte wünsche die Entfernung des Rückfussarthrodesnagels. Am 

19. Oktober 2020 berichtete Dr. D.___ (IV-act. 77), der Gesundheitszustand am Fuss 

habe sich verbessert, nachdem das Metall entfernt worden sei. Für Büroarbeiten im 

Betrieb des "Ex-Mannes" "kann es gehen". Für Reinigungs- oder sonstige Arbeiten mit 

viel Fussbelastung "wird es nie mehr gehen". Gemäss einem Operationsbericht der 

Klinik G.___ vom 4. August 2020 war der Versicherten am 3. August 2020 der 

Rückfussarthrodesenagel rechts vollständig entfernt worden (IV-act. 78).

A.n. 

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Die RAD-Ärztin Dr. med. M.___ notierte am 10. November 2020 (IV-act. 80), es 

lägen mehrere Diagnosen vor, die den Gesundheitszustand der Versicherten 

beeinträchtigten und sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirkten: Eine Adipositas und die 

mit der Adipositaschirurgie assoziierten Probleme (Narbenhernie, Stoffwechsel- und 

Verdauungsstörungen nach Bypassoperation und Hemikolektomie) sowie langwierige 

Fussschmerzen mit einer eingeschränkten Beweglichkeit und Mobilität. Für eine valide 

Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit sei eine polydisziplinäre 

Begutachtung notwendig. Vorgängig sei ein Bericht der Klinik G.___ betreffend den 

postoperativen Verlauf einzuholen.

A.o. 

Ein Facharzt der Fusschirurgie der Klinik G.___ berichtete am 14. Dezember 2020 

(IV-act. 83), gemäss den Angaben der Versicherten sei der plantare Fersenschmerz 

verschwunden, es persistiere jedoch der belastungsabhängig auftretende Schmerz am 

lateralen Fuss. Dieser schränke die Versicherte vor allem beim Treppensteigen ein. Das 

Röntgenbild habe soweit beurteilbar eine durchbaute Arthrodese OSG und USG 

gezeigt. Klinisch habe er am ehesten ein symptomatisches Sinus tarsi-Syndrom 

gesehen. Er habe eine Infiltration durchgeführt. Im Anschluss daran seien die 

Beschwerden gebessert gewesen. Am 29. Oktober 2020 hatte derselbe Facharzt 

mitgeteilt (IV-act. 84), die Versicherte habe berichtet, dass die präoperativen 

Beschwerden weitgehend abgeklungen seien. Die Röntgenbilder hätten eine stationäre 

Situation gezeigt. Die Orthese dürfe ab sofort weggelassen werden. Dr. M.___ vom 

RAD notierte am 4. Januar 2021 (IV-act. 87), die Berichte vom 29. Oktober 2020 und 

14. Dezember 2020 wiesen auf einen erfreulichen Rehabilitationsverlauf hin. Zuletzt sei 

ein neu aufgetretenes Sinus tarsi-Syndrom mit belastungsabhängigen Beschwerden 

am lateralen Fuss rechts mittels Infiltration behandelt worden. Da die Beschwerden 

prompt besserten und ohnehin nur bei Belastung aufträten, könne der 

Gesundheitszustand als ausreichend stabil bezeichnet werden, zumal überwiegend 

gehende und stehende Tätigkeiten versicherungsmedizinisch bereits ausgeschlossen 

worden seien (vgl. RAD-Stellungnahme vom 6. Dezember 2019). Nachdem auch die 

Rezidiv-Narbenhernie chirurgisch erfolgreich therapiert (vgl. Austrittsbericht der Klinik 

L.___ vom 8. Mai 2020) und keine gastrointestinale Passagestörung mehr 

nachgewiesen worden sei, sei auch hinsichtlich der abdominalen Symptomatik eine 

stabile Situation mit einer deutlichen Verbesserung eingetreten. Da eine Teil-

A.p. 

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Arbeitsfähigkeit unter adaptierten Konditionen medizinisch absolut plausibel sei, könne 

in Übereinstimmung mit der hausärztlichen Einschätzung gemäss Verlaufsbericht vom 

Oktober 2020 und der Selbstauskunft der Versicherten über ihre relativ geringen 

Einschränkungen im eigenen Haushalt auf eine Begutachtung verzichtet werden. In 

einer adaptierten Tätigkeit bestehe eine 50%ige Arbeitsfähigkeit. Körperlich leichte, 

wechselbelastende Tätigkeiten, überwiegend sitzend, ohne Treppensteigen, ohne 

Ersteigen von Leitern und Gerüsten, ohne regelmässiges Heben und Tragen, ohne 

Gewichtsbelastungen über zehn Kilogramm, seien der Versicherten zumutbar. Im 

Haushalt müssten Tätigkeiten, die ein längeres Stehen oder Gehen erforderten, 

etappenweise erledigt werden. Tätigkeiten, die mit den oben ausgeschlossenen 

Belastungen einhergingen (Treppenhausreinigung, Grossputz, Wocheneinkauf, 

Fensterreinigung etc.) seien nicht mehr möglich.

Die IV-Stelle teilte der Versicherten am 6. Januar 2021 im Rahmen einer zweiten 

Anhörung mit (IV-act. 88), sie halte am bisherigen Entscheid fest. Die Versicherte liess 

am 29. Januar 2021 dagegen einwenden (IV-act. 94), Dr. D.___ habe am 21. Juli 2020 

eine 100%ige verminderte Leistungsfähigkeit mit der Begründung, "man braucht für 

alles die Füsse", attestiert. Am 19. Oktober 2020 habe er die Arbeitsfähigkeit 

offengelassen, indem er ausgesagt habe, für Büroarbeiten im Betrieb des Ex-Mannes 

könne es gehen, jedoch für sonstige Arbeiten mit Fussbelastung werde es nie mehr 

gehen. Aufgrund der seit dem Einwand vom 8. Januar 2020/20. Februar 2020 

stattgefundenen medizinischen Eingriffe könne nicht mehr auf die in den Akten 

liegenden alten Berichte abgestellt werden. Der aktuelle Gesundheitszustand und die 

Arbeitsfähigkeit seien durch ein polydisziplinäres Gutachten festzustellen.

A.q. 

Mit einer Verfügung vom 10. Februar 2021 wies die IV-Stelle das Begehren um eine 

Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 23% ab (IV-act. 95). Zum Einwand hielt 

sie fest, es liege im pflichtgemässen Ermessen der IV-Stelle, darüber zu befinden, mit 

welchen Mitteln der Sachverhalt abzuklären sei. Die entsprechenden Berichte seien 

eingeholt, gesichtet und gewürdigt worden. Das Invalideneinkommen sei gestützt auf 

die Lohnstrukturerhebung des Bundeamts für Statistik errechnet worden. Da es sich 

bei den Tabellenlöhnen um Durchschnittseinkommen handle, sei der wichtige 

Gesichtspunkt der rechtsgleichen Behandlung aller Versicherten am besten 

gewährleistet (ZAK 1973, S. 581 f.). In Industrie und Gewerbe würden körperlich 

A.r. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 10/21

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B.  

schwere Arbeiten, welche die versicherte Person invaliditätsbedingt nicht mehr 

ausüben könne, zunehmend durch Maschinen verrichtet, während den 

Überwachungsfunktionen grosse und wachsende Bedeutung zukomme (ZAK 1991, 

S. 320 f.). Für die versicherte Person geeignete Tätigkeiten seien etwa leichtere 

Maschinenbedienungs-, Kontroll-, Sortier-, Prüf- sowie Verpackungsarbeiten sowie 

leichtere Arbeiten bei der Lager- und Ersatzteilbewirtschaftung.

Die nun anwaltlich vertretene Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin) liess 

am 8. März 2021 eine Beschwerde gegen die Verfügung vom 10. Februar 2021 

erheben (act. G 1). Ihr Rechtsvertreter beantragte die Aufhebung der angefochtenen 

Verfügung und die Zusprache ab wann rechtens, allerspätestens ab 1. Januar 2019, 

einer ganzen Invalidenrente. Eventualiter sei die Sache zur Vornahme weiterer 

medizinischer Abklärungen an die IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) 

zurückzuweisen. Im Weiteren ersuchte er um eine Nachfrist zur Beschwerdeergänzung. 

In seiner Beschwerdeergänzung vom 30. April 2021 (act. G 5) hielt er an den gestellten 

Anträgen fest, modizifierte den Antrag betreffend die Zusprache einer ganzen 

Invalidenrente aber in der Hinsicht, dass allerspätestens ab 1. Juli 2019 eine Rente 

zuzusprechen sei. Zur Begründung machte er im Wesentlichen geltend, die 

Beschwerdegegnerin habe unzutreffend angenommen, die Beschwerdeführerin würde 

ohne eine gesundheitliche Beeinträchtigung lediglich zu 50% einer Erwerbstätigkeit 

nachgehen. Die Beschwerdeführerin würde, wäre sie gesund, einer Vollerwerbstätigkeit 

nachgehen. Sie habe sich nach dem erfolgreichen Abschluss der Lehre als Bäckerin-

Konditorin zur Datatypistin/Datenerfasserin ausbilden lassen. In der Zeit danach sei sie 

meist zu 100% erwerbstätig gewesen. Im Jahr 1990 habe sie als Büroangestellte bei 

der H.___ AG ein Jahreseinkommen von Fr. 51'750.-- erzielt (vgl. IK-Auszug, IV-

act. 13), was heute einem Einkommen von rund Fr. 69'000.-- entspreche. Ab der 

Geburt ihrer Tochter im Jahr 199_ sei sie vorübergehend praktisch gar nicht 

erwerbstätig gewesen. Hinzu komme, dass sie ab ca. 1998/1999 bis ca. 2004/2005 

drei Pflegekinder aufgenommen habe. Vor rund zwei Jahrzehnten habe die 

Krankengeschichte der Beschwerdeführerin begonnen. Deshalb sei sie nie mehr einer 

vollen Erwerbstätigkeit nachgegangen. Wäre sie nicht krank geworden, würde sie heute 

zu 100% arbeiten und zwar im Bürobereich. Für eine Vollzeitbeschäftigung spreche 

B.a. 

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auch die Tatsache, dass ihr Ehegatte Teil-Invalidenrentner sei, das Ehepaar also auf 

zusätzliche Einkommenszuflüsse angewiesen sei. Im Fragebogen zur Rentenabklärung 

betreffend Erwerbstätigkeit/Haushalt habe die Beschwerdeführerin angegeben: "Ich 

arbeite im Geschäft meines Mannes. Wenn es mir besser geht, erhöhe ich das 

Pensum". Damit habe sie unmissverständlich zum Ausdruck gebracht, dass sie, wäre 

sie gesund, mehr als 70%, nämlich 100% einer Beschäftigung nachgehen würde. Die 

Frage betreffend das Ausmass der Erwerbstätigkeit habe sie offensichtlich falsch 

verstanden. Hinsichtlich der Abklärung Erwerbstätigkeit/Haushalt sei darauf 

hinzuweisen, dass die Angaben vom 25. September 2019 im Zeitpunkt des Erlasses 

der angefochtenen Verfügung nicht mehr aktuell gewesen seien. In der angefochtenen 

Verfügung habe sich die Beschwerdegegnerin insbesondere auf die RAD-

Stellungnahme vom 4. Januar 2021, in welcher eine 50%ige Arbeitsfähigkeit adaptiert 

als zumutbar erachtet worden sei, gestützt. Dr. D.___ habe am 5. Mai 2020 und 21. Juli 

2020 unmissverständlich zum Ausdruck gebracht, dass die Beschwerdeführerin in der 

bisherigen Tätigkeit als Raumpflegerin vollständig arbeitsunfähig sei, dies aber auch für 

adaptierte Tätigkeiten gelte. Die nun neu die Beschwerdeführerin behandelnde 

Hausärztin Dr. med. I.___, bei welcher die Beschwerdeführerin seit März 2021 in 

Behandlung sei, habe die vollständige Arbeitsunfähigkeit in der angestammten 

Tätigkeit bestätigt. Für eine adaptierte Tätigkeit habe sie erklärt, aufgrund der 

komplexen Situation mit mehreren betroffenen Organen sei eine 

Arbeitsfähigkeitsschätzung nur schwer vorzunehmen. Immerhin habe sie gemeint, 

aufgrund der nun ebenfalls vorhandenen chronischen Schulterläsionen links und der 

vermutlich persistierenden fehlenden Belastbarkeit beim Gehen werde die 

Beschwerdeführerin sicherlich zukünftig nicht mehr als zu 50% in den Arbeitsalltag zu 

integrieren sein. Eine vollständige Arbeitsunfähigkeit auch für adaptierte Tätigkeiten 

rechtfertige sich erst recht angesichts der überaus langen Diagnoseliste. Aus diesen 

zahlreichen Diagnosen seien zwingend zahlreiche Wechselwirkungen zwischen den 

einzelnen Beschwerden bzw. Diagnosen resultierend. Soweit eine andere Auffassung 

vertreten werde, würde höchstens ein polydisziplinäres Gutachten rechtsgenüglich 

Auskunft über die verbliebene Arbeitsfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten erteilen. Er 

beantrage die Einholung eines polydisziplinären Gutachtens. Auch in einem Bericht der 

Fusschirurgie der Klinik G.___ sei eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit in adaptierten 

Tätigkeiten bestätigt worden. Diese Arbeitsfähigkeitsschätzung beziehe sich nur auf die 

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Fussproblematik. Unter Berücksichtigung der weiteren Leiden und Diagnosen müsse 

die Arbeitsunfähigkeit weit höher als 50% sein. Gemäss dem Bericht von Dr. I.___ vom 

12. April 2021 seien zahlreiche medizinische Massnahmen und Behandlungen pendent. 

Diese beträfen die Zeit vor dem Erlass der angefochtenen Verfügung vom 10. Februar 

2021. Vor diesem Hintergrund könne die kurze RAD-Stellungnahme vom 4. Januar 

2021 nicht massgebend sein. Das Valideneinkommen sei zu tief veranschlagt worden. 

Beim Invalideneinkommen sei ein "Leidensabzug" von 25% vorzunehmen. Der 

Rechtsvertreter reichte einen Bericht von Dr. I.___ vom 12. April 2021 (act. G 5.2) und 

der Fusschirurgie der Klinik G.___ vom 19. März 2021 (act. G 5.3) ein.

Die Beschwerdegegnerin beantragte am 17. Juni 2021 die Abweisung der 

Beschwerde (act. G 7). Zur Begründung brachte sie im Wesentlichen vor, gemäss dem 

Arbeitgeberfragebogen sei die Beschwerdeführerin seit dem 1. Mai 2007 jeweils 18 bis 

22 Stunden pro Woche im Betrieb des Ehemannes tätig gewesen. Dies entspreche 

etwa einem Pensum von 50%. Dies stimme mit den Angaben der Beschwerdeführerin 

anlässlich des Telefonats vom 28. Mai 2019 überein, wonach sie an vier Tagen pro 

Woche etwa vier Stunden morgens gearbeitet und am Nachmittag Bürotätigkeiten 

erledigt habe. Damit könne nicht von einer Erwerbstätigkeit im Umfang von 70% 

ausgegangen werden. Die Beschwerdeführerin habe selber angegeben, dass sie ohne 

gesundheitliche Beeinträchtigung in einem 50%-Pensum im Betrieb ihres Ehemannes 

erwerbstätig wäre. Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit wäre die Beschwerdeführerin 

im fiktiven "Gesundheitsfall" also zu 50% erwerbstätig und zu 50% im Haushalt tätig. 

Die Angaben im Fragebogen zur Rentenabklärung betreffend Erwerbstätigkeit/Haushalt 

hätten nach wie vor Gültigkeit. Damit bestehe im Aufgabenbereich Haushalt eine 

Einschränkung von 13.6%. Unbestritten sei, dass die Beschwerdeführerin in der 

angestammten Tätigkeit als Reinigungsangestellte nicht mehr arbeitsfähig sei. Unter 

Berücksichtigung sämtlicher medizinischer Berichte liege ein lückenloser Befund vor. 

Im Wesentlichen gehe es vorliegend nur noch um die fachärztliche Beurteilung eines an 

sich feststehenden medizinischen Sachverhalts. Eine direkte ärztliche Befassung sei 

damit nicht notwendig und eine Aktenbeurteilung sei ausreichend (Urteil des 

Bundesgerichts vom 9. Juli 2020, 8C_322/2020 E. 3). Die RAD-Stellungnahme vom 

4. Januar 2021 sei schlüssig und die RAD-Ärztin Dr. M.___, Praktische Ärztin FMH und 

zertifizierte medizinische Gutachterin (SIM), verfüge über die notwendigen fachlichen 

B.b. 

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Erwägungen

1.

Die Beschwerdegegnerin hat mit der angefochtenen Verfügung vom 10. Februar 2021 

einen Rentenanspruch der Beschwerdeführerin bei einem Invaliditätsgrad von 23% 

verneint. Strittig ist somit, ob die Beschwerdeführerin einen Anspruch auf eine 

Invalidenrente hat.

Qualifikationen, womit auf ihre Stellungnahme abgestellt werden könne (Urteil des 

Bundesgerichts vom 9. April 2014, 9C_73/2014 E. 4.2). Überwiegend wahrscheinlich 

sei die Beschwerdeführerin in einer adaptierten Tätigkeit zu 50% arbeitsfähig. Im 

fiktiven "Gesundheitsfall" würde die Beschwerdeführerin weiterhin im Betrieb ihres 

Ehegatten arbeiten. Das Valideneinkommen sei damit nicht gestützt auf das im Jahr 

1990 erzielte Einkommen zu bemessen. Nicht ersichtlich sei, dass die 

Beschwerdeführerin aufgrund der leidensbedingten Einschränkungen weitere 

Lohneinbussen zu akzeptieren hätte. Ein "leidensbedingter" Abzug vom Tabellenlohn 

könne deshalb nicht vorgenommen werden. Damit bleibe es bei einer Einschränkung 

im Erwerb von 32.9%. Die Verfügung vom 10. Februar 2021 sei nicht zu beanstanden.

In einer Replik vom 2. November 2021 liess die Beschwerdeführerin an ihren An­

trägen festhalten (act. G 13). Ihr Rechtsvertreter machte ergänzend geltend, die 

Beschwerdegegnerin habe ausgeblendet, dass die Beschwerdeführerin im 

Anmeldeformular angegeben habe, dass sie zu 70% arbeite. Wegen eines sich 

verstärkten Schulterleidens rechts (Sturz vor eineinhalb Jahren) und der sich 

verschlechternden Situation am Rücken könne weder von einer stabilen 

Gesundheitssituation gesprochen werden noch eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in 

adaptierten Tätigkeiten bejaht werden. Eine Stellungnahme zu den übrigen im Recht 

liegenden medizinischen Berichten sei nicht erfolgt. Er reichte einen Bericht von 

Dr. I.___ vom 25. Oktober 2021 ein (act. G 13.1). Dr. I.___ hatte darin festgehalten, das 

Rücken- und Schulterleiden habe bereits vor dem 10. Februar 2021 bestanden. Neu sei 

ein Aortenvitium, das die Arbeitsfähigkeit jedoch (noch) nicht beeinflusse.

B.c. 

Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 3. Dezember 2021 auf eine Duplik (act. 

G 15).

B.d. 

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2.  

3.

Als erstes ist zu prüfen, ob die Bemessung des Invaliditätsgrades der 

Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die 

ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht 

durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder 

verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch 

durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses 

Jahres zu mindestens 40% invalid sind (Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung, IVG, SR 831.20). Invalidität ist die voraussichtlich bleibende 

oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG, 

SR 830.1). Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, 

geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung 

und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten 

auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.1. 

Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist die Invalidität grundsätzlich 

durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das Erwerbseinkommen, 

das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der 

medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 

zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares 

Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte, 

wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Bei nicht erwerbstätigen 

Versicherten, die im Aufgabenbereich tätig sind und denen die Aufnahme einer 

Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden kann, wird für die Bemessung der Invalidität 

in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abgestellt, in welchem Masse sie unfähig sind, 

sich im Aufgabenbereich zu betätigen (Art. 28a Abs. 2 IVG; sog. Betätigungsvergleich). 

Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb 

des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach 

Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird 

die Invalidität für diese Tätigkeit nach Absatz 2 festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil 

der Erwerbstätigkeit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder 

der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der 

Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen (sog. gemischte Methode; Art. 28a 

Abs. 3 IVG).

2.2. 

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Beschwerdeführerin anhand eines reinen Einkommensvergleichs (Art. 28a Abs. 1 IVG 

i.V.m. Art. 16 ATSG) oder anhand der sogenannten gemischten Methode mit einer 

Teilerwerbstätigkeit und einer Tätigkeit im Aufgabenbereich (Art. 28a Abs. 3 IVG i.V.m 

Art. 27  der Verordnung über die Invalidenversicherung, IVV, SR 831.201) zu erfolgen 

hat. Die Beschwerdegegnerin hat in der Verfügung vom 10. Februar 2021 die 

gemischte Methode angewandt und ist von einer Erwerbsquote von 50% und einer 

Tätigkeit im Haushalt von 50% ausgegangen. Sie hat sich dabei gemäss der 

Verfügungsbegründung auf die Angaben der Beschwerdeführerin (gemeint wohl: im 

Fragebogen zur Rentenabklärung betreffend Erwerbstätigkeit/Haushalt) und auf die 

bisherige Erwerbskarriere gestützt. Die Beschwerdeführerin hat im Anmeldeformular 

angegeben, dass sie zu 50% als Reinigungsangestellte und zu 20% als 

Büroangestellte, total also zu 70%, im Betrieb ihres Ehemannes gearbeitet habe. Die 

Bürotätigkeit hat die Beschwerdeführerin gemäss ihren eigenen Angaben unentgeltlich 

geleistet. Dies dürfte der Grund dafür gewesen sein, dass ihr Ehemann im Fragebogen 

für Arbeitgebende lediglich Auskunft betreffend die Tätigkeit der Beschwerdeführerin 

als Reinigungsangestellte, die entschädigt worden ist, erteilt hat. Gemäss dessen 

Angaben hat das Pensum als Reinigungsangestellte rund 50% betragen (18 bis 

22 Stunden pro Woche bei einer Wochenarbeitszeit im Betrieb von 42.5 Stunden). Dies 

stimmt auch mit der Angabe in der Telefonnotiz vom 28. Mai 2019, wonach die 

Beschwerdeführerin an vier Tagen pro Woche vier bis fünf Stunden pro Tag und 

gelegentlich am Samstag in der Reinigung gearbeitet habe, überein. Die Angabe eines 

20%-Pensums als Büroangestellte beruht dagegen allein auf der Angabe der 

Beschwerdeführerin im Anmeldeformular. Die Beschwerdegegnerin hat nicht weiter 

abgeklärt, ob das Pensum tatsächlich 20% betragen hat, beispielsweise durch eine 

Rückfrage beim Ehemann als Arbeitgeber. Vielmehr hat sie diese Erwerbstätigkeit bei 

der Festlegung der Erwerbsquote gar nicht berücksichtigt und sich auf die Angabe der 

Beschwerdeführerin im Fragebogen zur Rentenabklärung betreffend Erwerbstätigkeit/

Haushalt, dass sie ohne eine gesundheitliche Einschränkung zu 50% in der 

Treppenhausreinigung erwerbstätig wäre, abgestützt. Die Beschwerdeführerin dürfte 

die Frage nach einer Erwerbstätigkeit im fiktiven "Gesundheitsfall" aber auf eine 

entgeltliche Erwerbstätigkeit bezogen und damit die Frage falsch verstanden haben. 

Diese Antwort kann deshalb zur Bestimmung der Erwerbsquote nicht massgebend 

sein. Der Rechtsvertreter hat geltend gemacht, dass die Beschwerdeführerin ohne eine 

gesundheitliche Beeinträchtigung einer Vollerwerbstätigkeit nachgehen würde, da ihre 

Krankengeschichte vor rund zwei Jahrzehnten begonnen habe. Es bestehen jedoch 

keine objektiven Anhaltspunkte dafür, dass die Beschwerdeführerin seit dem Jahr 

199_, also seit der Geburt ihrer Tochter und der Betreuung der drei Pflegekinder, aus 

gesundheitlichen Gründen nie mehr einer Vollerwerbstätigkeit nachgegangen ist. Im 

bis

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Weiteren ist es nicht plausibel, dass die Beschwerdeführerin aus wirtschaftlichen 

Gründen einer Vollerwerbstätigkeit hätte nachgehen müssen. Denn wären die 

Beschwerdeführerin und ihr Ehemann auf zusätzliche Einnahmen angewiesen 

gewesen, wäre die Beschwerdeführerin seit dem 1. Mai 2007 einer besser bezahlten 

Erwerbstätigkeit nachgegangen, statt im Betrieb ihres Ehemannes (teilweise 

unentgeltlich) mitzuarbeiten (zur unterdurchschnittlichen Entlöhnung der 

Reinigungstätigkeit im Betrieb ihres Ehemannes vgl. E. 4). Die Angabe der 

Beschwerdeführerin im Fragebogen zur Rentenabklärung betreffend Erwerbstätigkeit/

Haushalt, dass sie im Geschäft ihres Mannes arbeite und das Pensum erhöhen werde, 

sobald es ihr besser gehe, hat sich auf die damals aktuelle Situation einer Erwerbs­

tätigkeit von vier bis fünf Stunden pro Woche bezogen. Daraus ist nicht zu schliessen, 

dass die Beschwerdeführerin, wäre sie gesund, einer Vollerwerbstätigkeit nachgehen 

würde. Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit wäre die Beschwerdeführerin ohne eine 

gesundheitliche Beeinträchtigung deshalb weiterhin einer Erwerbstätigkeit in dem 

Umfang nachgegangen, in welchem sie vor dem Eintritt des Gesundheitsschadens 

(16. Juli 2018) gearbeitet hat. Das Pensum der Tätigkeit als Büroangestellte im Betrieb 

des Ehemannes, das für den Einkommensvergleich zum 50%-Pensum als 

Reinigungsangestellte hinzuzuzählen ist (vgl. Art. 28a Abs. 3 IVG), steht jedoch noch 

nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest. Die Sache ist 

deshalb zur weiteren Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. 

Anschliessend wird sie die Erwerbsquote neu festzulegen haben.

4.

Die Beschwerdeführerin hat von 19__ bis 19__ eine Ausbildung zur Bäckerin-Konditorin 

absolviert. In ihrem erlernten Beruf hat sie nie gearbeitet, denn gemäss den Angaben 

ihres Rechtsvertreters hat sie sich nach dem Lehrabschluss zur Datatypistin/

Datenerfasserin ausbilden lassen und bis zur Geburt ihrer Tochter im Jahr 199_ als 

Büroangestellte gearbeitet. Seit dem 1. Mai 2007 hat sie im Betrieb ihres Ehegatten in 

der Reinigung und im Büro gearbeitet. Zur Bestimmung der Validenkarriere ist 

massgebend, mit welcher Erwerbstätigkeit die Beschwerdeführerin ihre 

Erwerbsfähigkeit bestmöglich verwerten könnte. Aufgrund der langen Zeitdauer seit 

dem Lehrabschluss und des Umstands, dass die Beschwerdeführerin nie in ihrem 

erlernten Beruf gearbeitet hat, ist davon auszugehen, dass sie nicht mehr in ihrem 

erlernten Beruf als Bäckerin-Konditorin arbeiten könnte. Ihre Validenkarriere besteht 

daher nicht in einer Tätigkeit als Bäckerin-Konditorin. Sie besteht auch nicht in einer 

Tätigkeit als Büroangestellte, da die Beschwerdeführerin in diesem Bereich keine 

Berufsausbildung absolviert hat (vgl. die Angaben im Anmeldeformular). Ebenso stellt 

die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Reinigungsangestellte nicht die Validenkarriere dar, 

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da es sich dabei um eine im Vergleich zu einer durchschnittlich entlöhnten Tätigkeit als 

Hilfsarbeiterin stark unterdurchschnittlich entlöhnte Tätigkeit gehandelt hat. Der im Jahr 

2017 erzielte Lohn hat bei einem 50%-Pensum nämlich nur Fr. 20'400.-- (Fr. 1'700.-- x 

12) bzw. bezogen auf ein Vollpensum Fr. 40'800.-- betragen, während der Zentralwert 

des Einkommens einer Hilfsarbeiterin gemäss der Lohnstrukturerhebung des 

Bundesamts für Statistik im Jahr 2017 Fr. 54'783.-- betragen hat (vgl. Anhang 2 der IV-

Ausgabe der Informationsstelle AHV/IV, Ausgabe 2019). Anhaltspunkte dafür, dass die 

Beschwerdeführerin vor dem Eintritt der Gesundheitsbeeinträchtigung nur 

unterdurchschnittlich leistungsfähig gewesen wäre, bestehen nicht. Die Validenkarriere 

besteht deshalb in einer Tätigkeit als ungelernte Hilfsarbeiterin, ebenso die 

Invalidenkarriere. Weil die Validen- und die Invalidenkarriere identisch sind, kann der 

Betrag der Vergleichseinkommen keine Rolle spielen. Der Teil-Invaliditätsgrad im 

Erwerbsteil ist deshalb durch einen sogenannten Prozentvergleich zu ermitteln.

5.  

Um den Prozentvergleich durchführen zu können, muss der verbliebene Arbeits­

fähigkeitsgrad der Beschwerdeführerin mit dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit feststehen. Die Beschwerdegegnerin hat der angefochtenen 

Verfügung vom 10. Februar 2021 in medizinischer Hinsicht die RAD-Stellungnahmen 

vom 6. Dezember 2019 und vom 4. Januar 2021 zugrunde gelegt. Zu prüfen ist, ob 

diesen Stellungnahmen ein voller Beweiswert zukommt.

5.1. 

Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob er für die 

streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die 

geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) 

abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sowie 

der medizinischen Situation einleuchtet und die Schlussfolgerungen des Experten 

begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a). Den Berichten und Gutachten 

versicherungsinterner Ärzte kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, 

nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien 

gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 353 E. 3b.ee). Bestehen auch nur 

geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit, sind weitere Abklärungen 

vorzunehmen (BGE 139 V 229 E. 5.2). In Bezug auf Berichte von behandelnden Haus- 

und Fachärzten darf und soll der Richter der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, 

dass behandelnde Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche 

Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten auszusagen 

pflegen (BGE 125 V 353 E. 3b.cc; Urteil des Bundesgerichts vom 8. Januar 2020, 

8C_653/2019 E. 4.2 m.w.H.).

5.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 18/21

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Der RAD-Arzt Dr. J.___ hat seine Beurteilung einer 50%igen Arbeitsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin in einer adaptierten Tätigkeit vom 6. Dezember 2019 auf den 

Bericht von Dr. C.___ vom 23. September 2019 gestützt (IV-act. 49). Dr. C.___ ist 

Facharzt für Orthopädie und Traumatologie und hat die Beschwerdeführerin bis im 

August 2019 bezüglich ihrer Beschwerden am rechten Fuss behandelt (IV-act. 45). In 

Anbetracht des Therapieauftrags und des damit verbundenen Vertrauensverhältnisses 

zwischen der Beschwerdeführerin und Dr. C.___ vermag dessen 

Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht zu überzeugen. Zu berücksichtigen ist ausserdem, 

dass Dr. C.___ lediglich die Funktionseinschränkungen bezüglich des rechten Fusses 

beurteilt hat. Die Beschwerdeführerin hat jedoch an weiteren gesundheitlichen 

Beeinträchtigungen gelitten (vgl. die Diagnoselisten in den Berichten von Dr. C.___ vom 

14. Februar 2019 und der K.___ vom 30. November 2018, IV-act. 20, 21). Ob sich 

daraus weitere Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit ergeben, lässt sich aus den dem 

Gericht vorliegenden Akten nicht entnehmen. Weil sich Dr. J.___ vom RAD bei seiner 

Arbeitsfähigkeitsschätzung lediglich auf den Behandlerbericht von Dr. C.___ gestützt 

hat, seine Beurteilung also nicht aufgrund einer eigenen Untersuchung abgegeben hat, 

und weil er sich nicht dazu geäussert hat, ob die weiteren Diagnosen eine 

Einschränkung des funktionellen Leistungsvermögens bewirken, bestehen nicht nur 

geringe, sondern erhebliche Zweifel an seiner Arbeitsfähigkeitsschätzung. Der RAD-

Stellungnahme vom 6. Dezember 2019 kommt damit kein ausreichender Beweiswert 

zu. Die RAD-Ärztin Dr. M.___ hat ihre Arbeitsfähigkeitsschätzung vom 4. Januar 2021 

(IV-act. 87) ebenfalls nicht aufgrund einer eigenen Untersuchung der 

Beschwerdeführerin abgegeben. Sie hat ihre Arbeitsfähigkeitsschätzung gestützt auf 

Behandlerberichte, insbesondere die Berichte der Fusschirurgie der Klinik G.___ vom 

29. Oktober 2020 und 14. Dezember 2020 betreffend einen positiven postoperativen 

Verlauf nach der Entfernung des Rückfussarthrodesenagels rechts (IV-act. 83, 84) 

sowie den Austrittsbericht der Klinik L.___ vom 8. Mai 2020 betreffend die chirurgisch 

therapierte Rezidiv-Narbenhernie (IV-act. 73), abgegeben. Im Weiteren hat sie auf den 

Bericht des Hausarztes Dr. D.___ vom 19. Oktober 2020, worin dieser über einen 

gebesserten Gesundheitszustand bezüglich des rechten Fusses berichtet und 

festgehalten hat, für Büroarbeiten im Betrieb des "Ex-Mannes" "kann es gehen" (IV-

act. 77), und die Angaben der Beschwerdeführerin im Fragebogen zur Rentenabklärung 

betreffend Erwerbstätigkeit/Haushalt, wonach relativ geringe Einschränkungen im 

Haushalt bestünden, verwiesen. Obwohl sich der Gesundheitszustand der 

Beschwerdeführerin im Verlauf also gebessert hat, hat Dr. M.___ – wie Dr. J.___ – eine 

50%ige Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit attestiert. Diese Angabe ist nicht 

schlüssig. Im Weiteren hat Dr. M.___ nicht begründet, weshalb die Beschwerdeführerin 

in ihrer Arbeitsfähigkeit zu 50% eingeschränkt sein soll. Eine aus medizinischer Sicht 

5.3. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 19/21

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6.

plausible Teil-Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit könnte auch einen höheren 

oder tieferen Arbeitsfähigkeitsgrad bedeuten. Die Attestierung einer 50%igen 

Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit ist damit nicht überzeugend. Schliesslich 

ist aus der Sicht eines medizinischen Laien nicht nachvollziehbar, weshalb Dr. M.___ 

am 10. November 2020 eine polydisziplinäre Begutachtung für notwendig erachtet hat, 

nach der Einholung der Berichte der Klinik G.___ vom 29. Oktober 2020 und 

14. Dezember 2020 aber mit der Begründung, es liege sowohl hinsichtlich des rechten 

Fusses als auch der abdominalen Symptomatik eine stabile Situation mit einer 

deutlichen Verbesserung vor, von einer Begutachtung abgesehen hat. Zwischen diesen 

beiden Stellungnahmen besteht ein Widerspruch, der nicht überzeugend erklärt worden 

ist, zumal Dr. M.___ trotz eines verbesserten Gesundheitszustands von einer 

erheblichen Teil-Arbeitsunfähigkeit ausgegangen ist. An der Arbeitsfähigkeitsschätzung 

von Dr. M.___ bestehen somit erhebliche Zweifel. Damit kann auch der RAD-

Stellungnahme vom 4. Januar 2021 kein ausreichender Beweiswert zukommen. In den 

beiden RAD-Stellungnahmen fehlt überdies eine retrospektive 

Arbeitsfähigkeitsschätzung. Der Auffassung der Beschwerdegegnerin, dass die 

Aktenbeurteilung durch den RAD ausreichend gewesen sei, ist in Anbetracht des oben 

Ausgeführten nicht zu folgen. Die Sache ist deshalb zur Vornahme weiterer 

medizinischer Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Sie wird den 

Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin und deren verbliebene Arbeitsfähigkeit im 

Rahmen einer internen Begutachtung durch den RAD oder durch eine externe 

Begutachtung abklären lassen. Dabei ist es dem RAD bzw. der von der 

Beschwerdegegnerin zu beauftragenden Begutachtungsstelle überlassen, die für eine 

umfassende Untersuchung erforderlichen medizinischen Fachdisziplinen festzulegen. 

Die Rückweisung ist vorliegend zulässig, da keine umfassende medizinische 

Untersuchung vorgelegen hat, es sich somit nicht um einen im Verwaltungsverfahren 

anderweitig erhobenen medizinischen Sachverhalt handelt (vgl. BGE 137 V 264 

E. 4.4.1.4, wonach die Beschwerdeinstanz im Regelfall ein Gerichtsgutachten einholt, 

wenn sie einen [im Verwaltungsverfahren anderweitig erhobenen] medizinischen 

Sachverhalt überhaupt für gutachtlich abklärungsbedürftig hält). Offenbleiben kann, ob 

die nach dem Erlass der angefochtenen Verfügung vom 10. Februar 2021 erstellten 

Berichte von Dr. I.___ vom 12. April 2021 (act. G 5.2) und vom 25. Oktober 2021 (act. 

G 13.1) sowie der Bericht der Fusschirurgie der Klinik G.___ vom 19. März 2021 (act. 

G 5.3) Zweifel an der Arbeitsfähigkeitsschätzung des RAD wecken. Die 

Beschwerdegegnerin wird diese Berichte bei den weiteren medizinischen Abklärungen 

aber berücksichtigen müssen.

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Die Beschwerdegegnerin hat die Einschränkungen der Beschwerdeführerin in der 

Fähigkeit, den Haushalt zu besorgen, einzig auf deren Angaben im Fragebogen zur 

Rentenabklärung betreffend Erwerbstätigkeit/Haushalt vom 25. September 2019 

gestützt. Abgesehen davon, dass diese Angaben im Zeitpunkt des Erlasses der 

angefochtenen Verfügung vom 10. Februar 2021 möglicherweise nicht mehr aktuell 

gewesen sind, können die Einschränkungen in der Fähigkeit, den Haushalt zu 

erledigen, ohne einen Augenschein und eine Befragung der Familienmitglieder der 

Beschwerdeführerin nicht objektiv beurteilt werden. Die Beschwerdegegnerin wird 

deshalb nach den weiteren medizinischen Abklärungen auch eine Haushaltabklärung 

an Ort und Stelle durchführen, um den Teil-Invaliditätsgrad im Haushalt festlegen zu 

können.

7.  

Entscheid

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erweist 

sich als angemessen. Praxisgemäss ist die Rückweisung an die Verwaltung zur 

weiteren Abklärung als volles Obsiegen der Beschwerdeführerin zu werten (vgl. BGE 

132 V 235 E. 6.1). Dementsprechend ist die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

vollumfänglich der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Der geleistete Kostenvorschuss 

in gleicher Höhe ist der Beschwerdeführerin zurückzuerstatten.

7.1. 

bis

Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Auch hier gilt, dass eine Rückweisung zur 

weiteren Abklärung als volles Obsiegen der Beschwerdeführerin zu betrachten ist. Die 

Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht 

auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des 

Prozesses bemessen. In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor 

Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung (sGS 963.75) 

pauschal Fr. 1'500.-- bis Fr. 15'000.--. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat 

keine Honorarnote eingereicht. In durchschnittlich aufwändigen Beschwerdeverfahren 

betreffend einen Rentenanspruch spricht das Versicherungsgericht eine pauschale 

Parteientschädigung von Fr. 4'000.-- zu. Da es sich bei diesem Beschwerdeverfahren 

um ein durchschnittlich aufwändiges handelt, erscheint eine pauschale 

Parteientschädigung von Fr. 4'000.-- als angemessen. Die Beschwerdegegnerin hat die 

Beschwerdeführerin deshalb mit Fr. 4'000.-- (inklusive Barauslagen und 

Mehrwertsteuer) zu entschädigen.

7.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 21/21

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im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. Die Verfügung vom 10. Februar 2021 wird aufgehoben und die Sache wird zur 

Weiterführung des Verwaltungsverfahrens im Sinne der Erwägungen an die 

Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2. Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen; der 

geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird der Beschwerdeführerin 

zurückerstattet.

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung 

von Fr. 4'000.-- zu bezahlen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 01.04.2022
	Art. 7, 8 und 16 ATSG. Art. 28 und 28a IVG. Rückweisung zur weiteren Abklärung der Erwerbsquote und des medizinischen Sachverhalts in der Form einer internen Begutachtung durch den RAD oder durch eine externe Begutachtung sowie zur Durchführung einer Haushaltabklärung an Ort und Stelle (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 1. April 2022, IV 2021/43).

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		2024-05-26T21:50:45+0200
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