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**Case Identifier:** f144fe75-4105-53c4-a54a-4ce6ef85c068
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-11-24
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 24.11.2011 IV 2010/337
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2010-337_2011-11-24.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2010/337

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 05.11.2019

Entscheiddatum: 24.11.2011

Entscheid Versicherungsgericht, 24.11.2011
Art. 28 IVG. Beurteilung des Beweiswertes eines polidisziplinären 
Gutachtens (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen 
vom 24. November 2011, IV 2010/337).

Entscheid Versicherungsgericht, 24.11.2011

Vizepräsidentin Miriam Lendfers, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und 

Karin Huber-Studerus; Gerichtsschreiber Matthias Burri

Entscheid vom 24. November 2011

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt Stephan Jau, M.A. HSG, Advokatur Hubatka & Partner, 

Obere Bahnhofstrasse 24, 9500 Wil SG,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

und

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Kanton St. Gallen (Versicherungskasse für das Staatspersonal),  Davidstrasse 35, 9001 

St. Gallen,

Beigeladene,

vertreten durch Finanzdepartement des Kantons St. Gallen, Personalamt, 

Davidstrasse 35, 9001 St. Gallen,

betreffend

Rente

Sachverhalt:

A.     

A.a   A.___ meldete sich im Dezember 2007 zum Bezug von Leistungen der 

Invalidenversicherung (IV) an. Im Anmeldeformular gab sie an, sie leide seit ca. 2005 an 

einem "Schulter- sowie Halswirbel-Schmerzsyndrom" und sei daher seit Mai 2007 

arbeitsunfähig (IV-act. 2). Der Hausarzt der Versicherten, Dr. med. B.___, Allgemeinarzt 

und FMH Chirurgie, Wald-Schönengrund, nannte am 31. März 2008 auf Anfrage der IV-

Stelle der Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen (SVA) folgende Diagnosen 

mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: somatoforme Schmerzstörung mit linksseitigen 

Nacken-, Rücken- und Beinschmerzen; Tendinitis calcarea links mit Impingement; 

Depressionen. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestehe eine akute 

Cholezystitis bei Cholelytiasis Zustand nach OP sowie eine Nabelhernie Zustand nach 

OP. Die Versicherte sei in ihrer zuletzt mit einem Pensum von 60% ausgeübten 

Tätigkeit als Mitarbeiterin im Reinigungsdienst bei den Heimstätten I.___ seit 22. Juni 

2007 und bis auf weiteres zu 100% arbeitsunfähig. Sie habe sehr starke Rücken- und 

Schulterschmerzen. Den Gesundheitszustand erachte er als sich verschlechternd. Die 

Prognose sei sehr schlecht. Seinem Arztbericht legte er diverse Berichte 

spezialärztlicher Untersuchungen betreffend die somatischen Beeinträchtigungen bei 

(IV-act. 15-1 ff.).

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A.b   In der Folge liess die IV-Stelle weitere Abklärungen tätigen. Am 30. Oktober 2008 

fand eine Abklärung der Verhältnisse an Ort und Stelle statt (IV-act. 26-1). Zudem 

wurde auf Empfehlung des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) eine polidisziplinäre 

Begutachtung beim Begutachtungszentrum in Binningen BL (BEGAZ GmbH) veranlasst 

(IV-act. 16-2 f.; 28).

A.c   Im Rahmen der Abklärung an Ort und Stelle gab die Versicherte an, sie sei in 

psychiatrischer Behandlung (IV-act. 26-1.). Auf Anfrage der IV-Stelle erstatte die 

behandelnde Psychiaterin, Dr. med. C.___, FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, 

am 14. Dezember 2008 Bericht und stellte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit: schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen (ICD-10 

F32.3); posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1) sowie Tendintis calcarea 

linke Schulter. Die Versicherte sei seit 8. Februar 2008 bei ihr in Behandlung. Seit 

Behandlungsbeginn bis 5. Februar 2009 bestehe in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit 

eine Arbeitsunfähigkeit von 100% (IV-act. 31-2 ff.).

A.d   Anlässlich der polidisziplinären Begutachtung durch das BEGAZ wurde die 

Versicherte am 10. Februar 2009 von Dr. med. D.___, FMH für Allgemeinmedizin, am 

20. Februar von Dr. med. E.___, FHM für Psychiatrie und Psychotherapie, und am 16. 

März von Dr. med. F.___, FHM für Rheumatologie, untersucht. Mit Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit diagnostizierten die Gutachter eine redzidivierende depressive Störung 

mit gegenwärtig leichtgradiger Episode (ICD-10 F33.0). Ohne Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit bestünden folgende Diagnosen: akzentuierte (histrionische) 

Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1); progredientes Schmerzsyndrom lumbal mit 

pseudoradikulärer Ausstrahlung ins linke Bein, in die Nackenregion und in den Bereich 

der linken Schulter verbunden mit Hemihypästhesie links, diffus abgeschwächter Kraft 

und positiven psychosomatischen Überlagerungszeichen, nicht einem 

rheumatologischen Krankheitsbild entsprechend; geringradige degenerative 

Veränderungen an der Lendenwirbelsäule; geringradige degenerative 

Halswirbelsäulenveränderung, Periathropathia humero-scapularis links (radiologisch 

kleine Verkalkung im Bereich der Supraspinatussehne links sowie Spreizfüsse; IV-act. 

34-21). Aus rheumatologischer Sicht bestehe bei der Versicherten weder in ihrer 

angestammten Tätigkeit noch in einer alternativen vergleichbaren Tätigkeit eine 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Aus psychiatrischer Sicht bestehe aufgrund der 

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leichtgradigen depressiven Episode seit Mitte Dezember 2008 eine Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeübten sowie auch in einer alternativen 

vergleichbaren Tätigkeit von 20%. Von Oktober 2007 bis November 2008 müsse 

gesamtmedizinisch eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 80% attestiert werden. 

Für die Zeit ab Arbeitsniederlegung bis Oktober 2007 könne jedoch keine 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit retrospektiv nachvollzogen werden (IV-act. 34-22 

f.).

A.e   Am 2. März 2010 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass gemäss ihren 

Abklärungen keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich seien. Die 

Versicherte fühle sich nicht in der Lage, an Eingliederungsbemühungen aktiv 

mitzuwirken und wünsche die Rentenprüfung. Unter diesen Voraussetzungen könnten 

keine erfolgsversprechenden Massnahmen durchgeführt werden, sodass die 

beruflichen Massnahmen abgeschlossen würden (IV-act. 42).

A.f    Mit Vorbescheid vom 19. März 2010 stellte die IV-Stelle der Versicherten die 

Ablehnung des Rentengesuchs in Aussicht (IV-act. 45-2). Dagegen liess die 

Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Stephan Jau, Advokatur Hubatka & 

Partner, Wil, am 4. Mai 2010 Einwand erheben (IV-act. 51).

A.g   Mit Verfügung vom 6. August 2010 lehnte die IV-Stelle das Rentengesuch wie 

angekündigt ab. Die Versicherte sei seit Dezember 2008 in der bisherigen sowie in 

einer leidensangepassten Tätigkeit zu 80% arbeitsfähig. Bei einem Invaliditätsgrad von 

20% bestehe kein Anspruch auf eine Rente (IV-act. 54-1 ff.).

B.     

B.a   Gegen diese Verfügung richtet sich die Beschwerde der Versicherten vom 10. 

September 2010. Sie lässt unter Kosten- und Entschädigungsfolgen die Aufhebung der 

Verfügung und Rückweisung zu weiteren Abklärungen beantragen. Zudem sei eine 

mündliche Verhandlung mit Dolmetscher durchzuführen. Es sei klar ersichtlich, dass 

das polidisziplinäre Gutachten an schwerwiegenden Mängeln leide. (act. G 1).

B.b   Am 29. September 2010 ersuchte die Beschwerdeführerin um Sistierung des 

Verfahrens, damit sie dem Gericht ein von ihrer Rechtsschutzversicherung in Auftrag 

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gegebenes privates Gutachten betreffend ihre Arbeitsfähigkeit einreichen könne (act. G 

5, 11.1). Das Sistierungsgesuch wurde von der Gerichtsleitung mehrmals verlängert 

(act. G 7 ff.). Am 31. März 2011 reichte die Beschwerdeführerin dem Gericht ein 

Gutachten des Externen Psychiatrischen Dienstes Sirnach (Murg-Stiftung) ein und 

verwies im Übrigen auf ihre Anträge in der Beschwerde (act. G 13). Am 1. April 2011 

liess die Gerichtsleitung das Gutachten der Beschwerdegegnerin zukommen und 

ersuchte um Zustellung der Verfahrensakten sowie der Beschwerdeantwort (act. G 14).

B.c   Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 2. Mai 2011 

die Abweisung der Beschwerde. Dem Gutachten des BEGAZ sei in Bezug auf die 

medizinische Tatsachenfeststellung voller Beweiswert beizumessen. Sodann seien die 

rechtlichen Kriterien für eine Unüberwindbarkeit der im psychiatrischen Teil des 

Gutachtens festgestellten Arbeitsunfähigkeit von 20% nicht erfüllt, sodass kein Raum 

für die Annahme einer mit dem psychischen Leiden begründeten Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit bestehe. Für die Invaliditätsbemessung sei somit von einer 100%-igen 

Arbeitsfähigkeit für eine adäquate Erwerbstätigkeit als Hilfsarbeiterin auszugehen. Nach 

der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs resultiere ein 

rentenausschliessender Invaliditätsgrad von rund 17% (act. G 15).

B.d   Mit Replik vom 25. Mai 2011 lässt die Beschwerdeführerin ergänzend beantragen, 

die Beschwerdegegnerin sei anzuweisen, darüber Auskunft zu geben, bei welchen 

Begutachtungszentren sie in den letzten fünf Jahren Begutachtungsaufträge zur 

Abklärung des Invaliditätsgrades in Auftrag gegeben habe und wie viele Aufträge in den 

letzten drei Jahren auf jedes einzelne Begutachtungszentrum entfallen seien. In Bezug 

auf das BEGAZ sei eine detaillierte Liste zu edieren, welche den von den Parteien 

geltend gemachte IV-Grad dem vom BEGAZ attestierten IV-Grad gegenüberstelle. Es 

müsse davon ausgegangen werden, dass die Begutachtungszentren ein finanzielles 

Interesse daran hätten, die Gutachten nach Gefälligkeit der Auftraggeberin (der 

Beschwerdegegnerin) zu verfassen. Zudem habe die behandelnde Psychiaterin eine 

neue Zustandsbegutachtung vorgenommen. Danach habe sich der psychische 

Zustand der Beschwerdeführerin deutlich verschlechtert (act. G 17).

B.e   Die Beschwerdegegnerin hielt am 3. Juni 2011 an ihren Anträgen fest und 

verzichtete auf eine Duplik (act. G 19).

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B.f    Da der Beschwerdeführerin von der Versicherungskasse des Staatspersonals des 

Kantons St. Gallen eine Invalidenrente sowie eine Zusatzrente zugesprochen worden 

waren (IV-act. 60-7), wurde die Versicherungskasse am 7. Juni 2011 zum Prozess 

beigeladen. Diese verzichtete am 10. Juni 2011 auf eine Stellungnahme (act. G 20; 21).

C.     

C.a   Am 20. September 2011 teilte der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin mit, es 

werde an der beantragten mündlichen Verhandlung festgehalten (act. G 26).

C.b   Die Parteien sowie die beigeladene Versicherungskasse wurden am 19. Oktober 

2011 zur mündlichen Verhandlung geladen (act. G 27 ff.). Sowohl die 

Beschwerdegegnerin als auch die Versicherungskasse verzichteten auf die Teilnahme 

an der mündlichen Verhandlung (act. G 31 f.).

C.c   Die mündliche Verhandlung fand am 24. November 2011 statt. Daran nahmen die 

Beschwerdeführerin sowie ihr Rechtsvertreter teil. Die Verhandlung erfolgte im Beisein 

einer Dolmetscherin (act. G 30).

C.d   Die Beschwerdeführerin lässt anlässlich der Verhandlung vom 24. November 

2011 folgende Rechtsbegehren stellen (act. G 34):

Die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 6. August 2010 sei aufzuheben und der 

Beschwerdeführerin eine ganze, eventualiter eine halbe IV-Rente zuzusprechen 

Allenfalls sei die Sache zur weiteren Abklärung an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen; alles unter Kosten und Entschädigungsfolgen.

Zur Begründung hält die Beschwerdeführerin im Wesentlichen an ihren Vorbringen der 

Beschwerde fest. Das BEGAZ-Gutachten leide an zahlreichen Mängeln und 

Diskrepanzen. Demgegenüber sei das private Gutachten des Externen Psychiatrischen 

Dienstes Sirnach in sich selbst kohärent und widerspruchsfrei. Es könne vollumfänglich 

darauf abgestellt werden, sodass von einer 50%-igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen 

sei. Ergänzend wird ausgeführt, das private Gutachten des Externen Psychiatrischen 

Dienstes Sirnach sei entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin im 

Beschwerdeverfahren sehr wohl zu berücksichtigen. Neue Tatsachen und Beweismittel 

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könnten gemäss Art. 19 VRP SG bis zum Abschluss des Verfahrens vollumfänglich 

vorgebracht werden. Ausgehend von einem Valideneinkommen von Fr. 61'810.-- und 

einem Invalideneinkommen gemäss der LSE 2008 von Fr. 49'392.-- ergebe sich bei 

einer Arbeitsunfähigkeit von 50% ein Invaliditätsgrad von 60.5%. Bei zusätzlicher 

Gewährung eines Leidensabzugs von 15% ergebe sich ein Anspruch auf eine ganze 

Invalidenrente. Selbst wenn von einer Arbeitsunfähigkeit von 20% auszugehen wäre, 

würde nach Gewährung des Leidensabzugs von 15% ein Invaliditätsgrad von 51% 

erreicht. Im Eventualstandpunkt werde somit eine halbe Invalidenrente beantragt (act. 

G 34, S. 2 ff.).

Sollte das Gericht die Auffassung vertreten, dass das Gutachten des Externen 

Psychiatrischen Dienstes Sirnach nicht zu beachten und auch keine Rückweisung 

aufgrund eines unvollständig abgeklärten Sachverhalts angezeigt sei, müsse die 

Verfügung trotzdem aufgehoben werden. Die Beschwerdegegnerin habe in der 

angefochtenen Verfügung ausser Acht gelassen, dass gemäss BEGAZ-Gutachten von 

Oktober 2007 bis November 2008 eine 80%-ige Arbeitsfähigkeit vorgelegen habe (act. 

G 34, S. 8 f.).

Sodann sei zu beachten, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin 

massiv verschlechtert habe, sodass sie aktuell in der Tagesklinik des Psychiatrischen 

Zentrums Wattwil behandelt werde. Aufgrund des Novenrechts sei auch dies zu 

berücksichtigen (act. G 34, S. 7 f.).

Erwägungen:

1.      

1.1    Die Beschwerdeführerin beantragt in diesem Verfahren einzig Rentenleistungen. 

Gegen die Verfügung vom 13. April 2010 betreffend Abschluss der beruflichen 

Eingliederung hat die Beschwerdeführerin kein Rechtsmittel ergriffen (IV-act. 49-1; act. 

G 1).

1.2    Am 1. Januar 2008 sind die im Zuge der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen 

des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung 

über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den 

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Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. In 

materiellrechtlicher Hinsicht gilt jedoch der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz, 

dass der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des 

angefochtenen Entscheids respektive im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der zu den 

materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 467 

Erw. 1, 126 V 136 Erw. 4b, je mit Hinweisen). Die angefochtene Verfügung erging am 

6. August 2010 (act. G 1.2), wobei ein Sachverhalt zu beurteilen ist, der vor dem 

Inkrafttreten der revidierten Bestimmungen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 

begonnen hat. Daher und aufgrund dessen, dass der Rechtsstreit eine Dauerleistung 

betrifft, über welche noch nicht rechtskräftig verfügt wurde, ist entsprechend den 

allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln für die Zeit bis 31. Dezember 2007 auf die 

damals geltenden Bestimmungen und ab diesem Zeitpunkt auf die neuen Normen der 

5. IV-Revision abzustellen (vgl. zur 4. IV-Revision: BGE 130 V 445 ff.; Urteil des 

Bundesgerichts vom 7. Juni 2006, I 428/04, Erw. 1). Diese übergangsrechtliche Lage 

zeitigt indessen keine materiellrechtlichen Folgen, da die 5. IV-Revision hinsichtlich des 

Begriffs und der Bemessung der Invalidität keine substantiellen Änderungen gegenüber 

der bis Ende 2007 gültig gewesenen Rechtslage gebracht hat. Nachfolgend werden die 

seit 1. Januar 2008 gültigen Bestimmungen des ATSG und IVG wiedergegeben.

1.3    Unter Invalidität wird bei als Gesunden voll erwerbstätigen Personen die 

voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise 

Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist dabei der 

durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit verursachte 

und nach zumut-barer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder 

teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Der Grad der für einen allfälligen 

Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird gemäss Art. 16 ATSG durch einen 

Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das Einkommen, das die versicherte Person 

nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der notwendigen und 

zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen 

könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt wird zum Einkommen, 

das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Valideneinkommen).

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1.4    Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine Rente, die ihre 

Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch 

zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstelle, erhalten oder verbessern 

können (lit. a); während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 

mindestens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (lit. b); und nach Ablauf 

dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. c).

1.5    Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn 

die versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn 

sie wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrund von mindestens 50% vor, 

so besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von 

mindestens 40% auf eine Viertelsrente.

1.6    Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im 

Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeits-unfähig ist (BGE 125 V 261 Erw. 4). Das Versicherungsgericht hat die 

Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 

pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass es alle 

Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und 

danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige 

Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei 

einander sich widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 

ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es 

auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des 

Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen 

Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden 

ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 

medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten 

begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder 

die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 

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Auftrag gegebenen Stellungnahmen als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 

Erw. 3a).

2.      

2.1    Umstritten und zu prüfen ist, ob die medizinische Aktenlage die 

gesetzeskonforme Beurteilung des Leistungsanspruchs der Beschwerdeführerin 

zulässt.

2.2    Der Vertreter der Beschwerdeführerin macht sinngemäss geltend, das BEGAZ sei 

befangen. Es müsse davon ausgegangen werden, dass die Begutachtungszentren ein 

finanzielles Interesse daran hätten, die Gutachten nach Gefälligkeit der Auftraggeberin 

(der Beschwerdegegnerin) zu verfassen (act. G 17).

2.3    In BGE 137 V 210 wurde die Stellung der medizinischen Abklärungsinstitute 

(MEDAS) rechtlich genauer beleuchtet. Insbesondere prüfte das Bundesgericht, ob die 

von der Bundesverfassung (Art. 29 Abs. 1 und 2, Art. 30 Abs. 1 BV) und der 

Europäischen Konvention für Menschenrechte (Art. 6 Ziff. 1 EMRK) gestellten 

Anforderungen an ein faires Verfahren eingehalten sind und kam zum Schluss, dass der 

Einsatz von MEDAS grundsätzlich verfassungs- und EMRK-konform sei. Gleichzeitig 

stellte das Bundesgericht im Zusammenhang mit Administrativgutachten der MEDAS 

jedoch auch Defizite fest, welche auf verfahrensrechtlichem Weg zu korrigieren seien 

(Erw. 2; 3). Im Verwaltungsverfahren sei in Anlehnung an Art. 93 MVG die 

einvernehmliche Gutachtenseinholung verstärkt in den Vordergrund zu stellen. Die bei 

fehlendem Konsens zu treffende Anordnung, eine Expertise einzuholen, sei in 

Verfügungsform zu kleiden (Erw. 3.4.2.6). Dabei handle sich um eine 

Zwischenverfügung; der nicht wieder gutzumachende Nachteil sei zumindest für das 

kantonale Verfahren zu bejahen (Erw. 3.4.2.7). Die Anordnung habe direkt in 

Verfügungsform zu erfolgen, ohne Vorbescheid und nicht (zunächst) formlos, und zwar 

jedes Mal, wenn eine Festlegung getroffen werde, welche die Verfahrensrechte der 

versicherten Person zu berühren geeignet sei (insbesondere bei späterer Nennung der 

Gutachter; Erw. 3.4.2.8). Der versicherten Person sei ein Anspruch einzuräumen, sich 

vorgängig zu den Gutachterfragen zu äussern (Erw. 3.4.2.9). Sodann zeitigen die 

verfahrensrechtlichen Korrektive auch Auswirkungen auf der Ebene der gerichtlichen 

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Beurteilung streitiger Rentenansprüche. Gelangten die Gerichte bei der Würdigung 

eines Administrativgutachtens zum Schluss, weitere Abklärungen seien notwendig, 

hätten sie diese in der Regel selbst vorzunehmen (Erw. 4.2). Die Angelegenheit dürfe 

diesfalls nicht ohne Not an die Verwaltung zurückgewiesen werden (Erw. 4.4.1.1). Eine 

Rückweisung bleibe hingegen möglich, wenn sie allein in der notwendigen Erhebung 

einer bisher vollständig ungeklärten Frage begründet sei. Ausserdem bleibe es dem 

kantonalen Gericht unbenommen, eine Sache zurückzuweisen, wenn lediglich eine 

Klarstellung, Präzisierung oder Ergänzung von gutachtlichen Ausführungen erforderlich 

sei (Erw. 4.4.1.3). Es bestehe demnach ein Anspruch auf ein Gerichtsgutachten, wenn 

die Abklärungsergebnisse aus dem Verwaltungsverfahren in rechtserheblichen Punkten 

nicht ausreichend beweiswertig seien (Erw. 4.4.1.5). Der Umstand alleine, dass ein 

Administrativgutachtung aus Mitteln der Invalidenversicherung finanziert werde, bilde 

indessen kein genügendes Motiv, in jedem Beschwerdefall auf der Grundlage eines 

Gerichtsgutachtens zu urteilen (Erw. 4.4.1.4).

2.4    Die vom Bundesgericht in vorstehender Erw. 2.3 erwähnten Anpassungen des 

Verfahrens wirken sich auf den vorliegend zu beurteilenden Fall insoweit aus, dass 

gegebenenfalls die Veranlassung eines Gerichtsgutachtens in Betracht zu ziehen ist, 

sollte sich nach Prüfung der spezifischen Gegebenheiten und den erhobenen Rügen 

herausstellen, dass der relevante Sachverhalt nicht rechtsgenüglich erhoben wurde. 

Indessen bedeutet die Anwendbarkeit justiziabler Korrektive auf laufende Verfahren 

nicht, dass nach altem Verfahrensrecht eingeholte Gutachten ihren Beweiswert per se 

verlören (BGE 137 V 210 Erw. 6).

2.5    Somit ist insbesondere zu prüfen, ob das BEGAZ-Gutachten vor Bundesrecht 

standhält. Die Beschwerdeführerin rügt die Befangenheit des BEGAZ aufgrund der 

wirtschaftlichen Abhängigkeit von der Beschwerdegegnerin. Hinsichtlich einer 

allfälligen Befangenheit der MEDAS unter dem Gesichtspunkt der wirtschaftlichen 

Abhängigkeit hielt das Bundesgericht an seiner bisherigen Rechtsprechung fest, dass 

der regelmässige Beizug eines Gutachters oder einer Begutachtungsinstitution durch 

den Versicherungsträger, die Anzahl der beim selben Arzt in Auftrag gegebenen 

Gutachten und Berichte sowie das daraus resultierende Honorarvolumen für sich allein 

genommen nicht zum Ausstand führten (BGE 137 V 210 Erw. 1.3.3 m. H. auf SVR 2009 

UV Nr. 32 S. 111 Erw. 6, 8C_509/2008; SVR 2008 IV Nr. 22 S. 69 Erw. 2, 9C_67/2007; 

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RKUV 1999 Nr. U 332 S. 193 Erw. 2a/bb, U 212/97). Ein Ausstandsbegehren könne 

sich ohnehin stets nur gegen Personen und nicht gegen Behörden richten; nur die für 

eine Behörde tätigen Personen, nicht die Behörde als solche, könnten befangen sein 

(SVR 2010 IV Nr. 2 S. 3 Erw. 2.1, 9C_500/2009; Urteil 9C_603/2010 vom 6. Oktober 

2010 Erw. 5.2). Nach dem Gesagten ist der pauschale Vorwurf der Befangenheit des 

BEGAZ als Institution nicht zu hören. Die persönliche Befangenheit einer der BEGAZ-

Gutachter hat die Beschwerdeführerin nicht geltend gemacht. In den Akten finden sich 

auch keine Hinweise, die für eine Befangenheit der Gutachter sprechen würden. Somit 

erfüllt das Gutachten die formellen Anforderungen. Es besteht demnach im Rahmen 

des vorliegenden Beschwerdeverfahrens kein Anlass, die vom Rechtsvertreter 

beantragten statistischen Werte über die Abklärungsergebnisse des BEGAZ einzuholen 

(für eine Zusammenfassung der Auftraggeberschaft der MEDAS vgl. BGE 137 V 210 

Erw. 1.2.3).

3.      

Sodann stellt sich die Frage nach dem in zeitlicher Hinsicht für die gerichtliche 

Beurteilung massgebenden Sachverhalt. Rechtsprechungsgemäss hat das 

Sozialversicherungsgericht auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen 

Verfügung eingetretenen Sachverhalt abzustellen (BGE 132 V 220 Erw. 3.1.1 mit 

Hinweisen). Neue Tatsachen, die sich vor Erlass der streitigen Verfügung verwirklicht 

haben, die der Vorinstanz aber nicht bekannt waren oder von ihr nicht berücksichtigt 

wurden (unechte Noven), können im Verfahren vor Versicherungsgericht vorgebracht 

werden und sind zu würdigen. Später eingetretene Tatsachen, die zu einer Änderung 

des Sachverhalts geführt haben, sind grundsätzlich nicht im Rahmen des hängigen, 

sondern gegebenenfalls im Rahmen eines weiteren Verfahrens zu berücksichtigen 

(BGE 121 V 366 Erw. 1b mit Hinweisen). Indes sind Tatsachen, die sich erst später 

verwirklichen, im hängigen Verfahren soweit zu berücksichtigen, als sie mit dem 

Streitgegenstand in engem Sachzusammenhang stehen und geeignet sind, die 

Beurteilung im Zeitpunkt des Erlasses der Verfügung zu beeinflussen (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 9C_24/2008 vom 27. Mai 2008 Erw. 2.3.1). Sofern das Gutachten des 

Externen Psychiatrischen Dienstes Sirnach Tatsachen in vorstehendem Sinn zu Tage 

zu bringen vermag, kann es in vorliegendem Verfahren berücksichtigt werden.

4.      

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/27

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4.1    Die Beschwerdeführerin lässt geltend machen, das polidisziplinäre Gutachten des 

BEGAZ leide an schwerwiegenden Mängeln. In keinem der Teilgutachten sei der 

aktuelle Medikamenteneinfluss berücksichtigt worden. Die Beschwerdeführerin habe - 

um die Reise nach Binningen überhaupt antreten zu können - einiges mehr an 

Schmerzmitteln als üblich zu sich nehmen müssen. Die Feststellungen der Gutachter 

könnten daher nicht zutreffen, denn die Schmerzen seien mehr als üblich betäubt 

gewesen. Dementsprechend habe die Beschwerdeführerin die Schmerzen anlässlich 

der psychiatrischen Untersuchung auch erst auf Nachfrage hin und nicht spontan 

gezeigt. Sodann habe es bei der psychiatrischen Abklärung trotz Anwesenheit einer 

Dolmetscherin Verständigungsprobleme gegeben. Entgegen den Ausführungen im 

Gutachten werde die Beschwerdeführerin nicht von ihrem Lebenspartner geschlagen. 

Richtig sei, dass sie von ihrem ehemaligen Ehemann geschlagen worden sei. Zudem 

sei falsch festgehalten worden, dass der Lebenspartner nicht bei der 

Beschwerdeführerin wohne, sondern nur zweimal die Woche bei ihr vorbeikomme. 

Ebenfalls sei die Beschwerdeführerin entgegen dem Gutachten nicht mehr in der Lage, 

spazieren zu gehen. Sie treffe sich auch nicht mehr mit ihren Freundinnen zum Kaffee. 

Am deutlichsten seien die Verständigungsprobleme bei der Gesamtbewertung. Selbst 

die Gutachter hätten festgehalten, die Daten betreffend die Arbeitsniederlegung seien 

widersprüchlich. Gerade bei der psychiatrischen Beurteilung sei die Sprache 

entscheidend. Aufgrund von Verständigungsproblemen müsse davon ausgegangen 

werden, dass die Beurteilungen des behandelnden Psychiaters auf falschen Annahmen 

beruhten und dadurch falsche Schlüsse gezogen worden seien. Zudem sei 

unverständlich, dass die jahrelange häusliche Misshandlung nicht weiter thematisiert 

worden sei. Es werde lediglich erwähnt, dass die Beschwerdeführerin in den Jahren 

1986/87 zwei Suizidversuche unternommen habe. Betreffend die häusliche Gewalt 

seien weitere Abklärungen notwendig, denn solche Erlebnisse könnten zu 

posttraumatischen Belastungsstörungen führen (act. G 1).

4.2    Das BEGAZ-Gutachten stützt seine Beurteilung auf sämtliche Vorakten, die 

eigenen persönlichen Befragungen der Beschwerdeführerin und die eigenen 

internistischen, psychiatrischen und rheumatologischen Untersuchungen vom 10./20. 

Februar und 16. März 2009 (IV-act. 34-2 ff.). Die Begutachtungen erfolgten im Beisein 

professioneller Dolmetscher (IV-act. 34-8; 34-25; 34-38).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/27

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4.2.1           Betreffend die somatischen Beschwerden kam der Gutachter im 

rheumatologischen Teilgutachten des BEGAZ zum Schluss, dass aus 

rheumatologischer Sicht keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 

bestünden. Bei der Beschwerdeführerin seien anamnetisch schon seit über zehn 

Jahren Kreuzschmerzen bekannt, die einerseits in das linke Bein ausstrahlten, wobei 

diese Ausstrahlung aktuell durch Druck auf den medialen Beckenkamm links und nicht 

durch eine Irritationszone oder einen segmentalen Befund im Bereich der 

Lendenwirbelsäule habe ausgelöst werden können. Im Verlauf der Untersuchung 

hätten wiederholt Diskrepanzen zwischen den eingeschränkten Bewegungen unter 

Untersuchungsbedingungen im Vergleich zu den Spontanbewegungen beobachtet 

werden können. Zudem seien die sogenannten psycho-somatischen 

Überlagerungszeichen positiv gewesen (3 von 5 Waddell-Zeichen und 14 von 18 

Fibromyalgie Tender points in Kombination mit 2 von 3 Kontrollpunkten). Es handle 

sich also um ein diffuses Schmerzsyndrom (nicht um ein Fibromyalgie-Syndrom), das 

aufgrund der Untersuchungsbefunde nicht einem rheumatologischen Krankheitsbild 

zugeordnet werden könne. Typisch dafür seien auch die Therapieresistenz auf 

sämtliche durchgeführten Massnahmen und die progrediente Zunahme der Schmerzen 

trotz Arbeitsaufgabe, was zeige, dass nicht eine eigentliche Belastung zu einer 

Zunahme der Beschwerden geführt habe. Auch die neurologischen Symptome mit 

diffuser Abschwächung der Kraft resp. verminderter Sensibilität im Bereich der linken 

Körperhälfte entsprächen nicht den anatomischen Gegebenheiten. Schliesslich seien 

bildgebend nur geringgradige, nicht über das altersübliche Mass hinausgehende 

Veränderungen an der Hals- und Lendenwirbelsäule dargestellt worden. Auch die 

Befunde im Bereich der linken Schulter könnten die funktionellen Einschränkungen in 

der klinischen Untersuchung nicht erklären. Es sei insbesondere auch darauf 

hinzuweisen, dass trotz erheblicher Beschwerden und deutlicher 

Funktionseinschränkung keine Seitendifferenz bezüglich der Armmuskulatur habe 

gefunden werden können. Dies zeige, dass die Arme im Alltag offensichtlich 

symmetrisch gebraucht würden. Zusammenfassend seien weder aufgrund der 

klinischen Untersuchungsbefunde noch der radiologischen Daten Gründe aus dem 

rheumatologischen Fachbereich vorhanden, die eine Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit im Reinigungsdienst rechtfertigen 

würden (IV-act. 34-31 f.).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/27

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4.2.2           Aus dem rheumatologischen Teilgutachten ergibt sich, dass der Gutachter 

keine organischen Ursachen für die geklagten Schmerzen der Beschwerdeführerin 

feststellen konnte. Er führt die Beschwerden im Wesentlichen auf ein progredientes 

Schmerzsyndrom lumbal mit pseudoradikulärer Ausstrahlung ins linke Bein, in die 

Nackenregion und in den Bereich der linken Schulter zurück. Er berücksichtigte dabei 

zu Recht auch Befunde, welche er unter Ablenkung der Beschwerdeführerin erhoben 

hatte, sowie die festgestellten psychosomatischen Überlagerungszeichen. Sodann 

stimmt das Ergebnis der Untersuchung mit den vorangegangen spezialärztlichen 

Untersuchungen überein. Den Vorakten ist zu entnehmen, dass die geklagten 

Schmerzen sich auch neurologisch bzw. neurochirurgisch nicht erklären liessen und 

das Arthro-MRI der linken Schulter vom 26. Juli 2007 eine normale Darstellung des AC-

Gelenks ergab (IV-act. 15-10; 15-15 ff.). Dass der Gutachter sich nicht zu der vom 

Hausarzt attestierten 100%-igen Arbeitsunfähigkeit geäussert hat, vermag den 

Beweiswert des rheumatologischen Teilgutachtens nicht zu erschüttern, zumal der 

Hausarzt ebenfalls keine organische Ursache für die Schmerzen bescheinigen und er 

seine Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit - abgesehen von der Angabe, die 

Beschwerdeführerin habe starke Schmerzen - nicht substantiiert darlegen konnte (IV-

act. 15-1). In diesem Zusammenhang ist zu berücksichtigen, dass in Bezug auf 

Schmerzen mit den sich dabei naturgemäss ergebenden Beweisschwierigkeiten die 

subjektiven Schmerzangaben der versicherten Person für die Begründung einer 

(teilweisen) Arbeitsunfähigkeit allein nicht genügen; vielmehr muss im Rahmen der 

sozialversicherungsrechtlichen Leistungsprüfung verlangt werden, dass die 

Schmerzangaben durch damit korrelierende, fachärztlich schlüssig feststellbare 

Befunde hinreichend erklärbar sind. Die Schmerzangaben müssen also zuverlässiger 

medizinischer Feststellung und Überprüfung zugänglich sein (BGE 130 V 396 Erw. 

5.3.2). Dass die Feststellungen des Gutachters aufgrund einer erhöhten Dosierung der 

Schmerzmedikation am Tag der Begutachtung unzutreffend sein könnten, erscheint 

unwahrscheinlich. Anlässlich der Begutachtung hatte die Beschwerdeführerin trotz 

Befragung zur Medikation keine erhöhte Einnahme von Schmerzmitteln angegeben. 

Zudem äusserte sie, die medikamentöse Therapie habe ihre Schmerzen nicht 

wesentlich beeinflussen können (IV-act. 34-28). Sodann konnten anlässlich der 

Begutachtung wiederholt Diskrepanzen zwischen eingeschränkten Bewegungen unter 

Untersuchungsbedingungen im Vergleich zu Spontanbewegungen beobachtet werden 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/27

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(IV-act. 34-31). Wären die Schmerzen mehr als üblich betäubt gewesen, wie dies der 

Vertreter der Beschwerdeführerin geltend macht, wären die Bewegungen unter 

Untersuchungsbedingungen wohl auch nicht eingeschränkt gewesen, was jedoch bei 

der Begutachtung gerade nicht der Fall war. Überdies würde die Behauptung des 

Rechtsvertreters bedeuten, dass die Schmerzen der Beschwerdeführerin 

möglicherweise mittels medikamentöser Therapie wirksam gelindert werden könnten, 

was die Beschwerdeführerin selbst jedoch verneint hat. Doch selbst die Kenntnis der 

geltend gemachten erhöhten Schmerzmitteleinnahme würde überwiegend 

wahrscheinlich nicht zu einer anderen Beurteilung der Gutachter führen, zumal dadurch 

die Objektivierbarkeit der Schmerzen nicht beeinflusst wird. Insgesamt sind keine 

Gründe ersichtlich, weshalb nicht auf das rheumatologische Teilgutachten des BEGAZ 

abgestellt werden könnte.

4.3   

4.3.1           Betreffend die psychischen Beschwerden liegen neben dem 

psychiatrischen Teilgutachten des BEGAZ der Bericht der behandelnden Psychiaterin 

vom 14. Dezember 2008 sowie das im Auftrag der Rechtsschutzversicherung der 

Beschwerdeführerin veranlasste psychiatrische Gutachten des Externen 

Psychiatrischen Dienstes Sirnach vom 9. Dezember 2010 im Recht (IV-act. 31; act. G 

13.1.1). Wie die Beschwerdegegnerin zutreffend ausführt, ist letzteres nach Erlass der 

angefochtenen Verfügung vom 6. August 2010 ergangen und daher in vorliegendem 

Verfahren nur dann zu berücksichtigen, sofern es später eingetretene, mit dem 

Streitgegenstand in engem Sachzusammenhang stehende Tatsachen zu Tage bringt, 

die geeignet sind, die Beurteilung im Zeitpunkt des Erlasses der Verfügung zu 

beeinflussen (Urteil des Bundesgerichts 9C_24/2008 vom 27. Mai 2008 Erw. 2.3.1).

4.3.2           Die behandelnde Psychiaterin diagnostizierte eine schwere depressive 

Episode mit psychotischen Symptomen (ICD-10 F32.3), bestehend seit Februar 2008, 

sowie eine posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1), bestehend seit zehn 

Jahren. Die Beschwerdeführerin sei seit 8. Februar 2008 bis 5. Februar 2009 zu 100% 

arbeitsunfähig. Sie sei nicht mehr imstande, als Raumpflegerin in einer psychiatrischen 

Klinik zu arbeiten (IV-act. 31). Die Beschwerdeführerin sei mit einem Landsmann 

verheiratet gewesen. Diese Ehe sei unglücklich verlaufen. Sie sei vom alkoholkranken 

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Ehemann oft geschlagen und ständig gedemütigt worden. Da sie keinen Ausweg 

gesehen habe, habe sie zweimal in suizidaler Absicht Tabletten zu sich genommen. Mit 

ihrem jetzigen Partner habe sie anfänglich ein paar glückliche Jahre verbracht, 

besonders nach der Geburt ihres Sohnes (1999). Der Lebenspartner habe jedoch nach 

dem Tod seines Sohnes aus erster Ehe angefangen, sie zu tyrannisieren, sodass sie die 

Beziehung nur wegen ihres Sohnes aufrecht erhalte. Die Beschwerdeführerin habe 

massive Schlafstörungen und Albträume entwickelt. Sie träume häufig, dass sie von 

ihrem jetzigen Lebenspartner ebenfalls geschlagen werde. Aufgrund ihrer 

Arbeitslosigkeit und der körperlichen Beschwerden linksseitig mit ständigen 

Schmerzen habe sie massive Zukunftsängste um ihren Sohn entwickelt. Sie sei mit der 

jetzigen Beziehung vollkommen unzufrieden und habe deswegen und aufgrund der 

starken körperlichen Beschwerden eine schwere depressive Episode entwickelt. Es sei 

dabei zu ungewöhnlichen Wahrnehmungserlebnissen mit Körpergefühlsstörungen und 

anderen Illusionen (illusionäre Verkennung, Depersonalisations- und 

Derealisationsphänomene) gekommen. Die aktuelle Situation im Zeitpunkt der 

Berichterstattung beschrieb die behandelnde Psychiaterin dahingehend, dass 

inhaltliche Denkstörungen im Sinn von Beziehungs- und Beeinträchtigungsideen sowie 

die optischen und akustischen Halluzinationen bzw. Pseudohalluzinationen (illusionäre 

Verkennungen) langsam in den Hintergrund getreten seien. Es bestünden weiterhin 

fragliche Ich-Störungen im Sinn von Ich-Schwäche mit Depersonalisations- und 

Derealisationsphänomenen. Die Beschwerdeführerin sei in der Stimmung depressiv, 

nicht affizierbar, ängstlich, antriebsarm, psychomotorisch ruhig. Es bestehe keine 

Suizidalität oder Fremdgefährdung. Unter antidepressiver und antipsychotischer 

Medikation habe sich das depressive Zustandsbild stabilisiert. Die Prognose sei jedoch 

ungünstig. Es sei mit einer Chronifizierung bzw. Arbeitsinvalidisierung zu rechnen (IV-

act. 31-3).

4.3.3           Im psychiatrischen Teilgutachten des BEGAZ wurde demgegenüber eine 

rezidivierende depressive Störung mit gegenwärtig leichtgradiger Episode (ICD-10 

F33.0) diagnostiziert (IV-act. 34-40 f.). Bei der Beschwerdeführerin könnten 

anamnestisch die Symptome der schmerzbedingten Durchschlafstörung, der Müdigkeit 

und der verminderten Energie tagsüber, der zeitweise gereizt-aggressiven und 

hintergründig traurigen Stimmung, der Vergesslichkeit, der Konzentrationsstörung, des 

verminderten Selbstvertrauens sowie des zeitweiligen Gefühls der allgemeinen 

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Sinnlosigkeit festgestellt werden. Diese Symptome würden die zur Diagnosestellung 

einer depressiven Episode notwendigen Kriterien erfüllen. In der direkten 

Untersuchungssituation sei die Stimmung ernst, jedoch nicht bedrückt gewesen, beim 

Gespräch über den Tod der Familienangehörigen werde indes eine Trauer spürbar. 

Während der Untersuchung seien keine kognitiven Störungen zu erkennen gewesen. 

Zudem habe die Beschwerdeführerin über einen nahezu unauffälligen Tagesablauf 

berichtet. Eine Freudlosigkeit bestehe nicht. Offenbar sei auch die Beziehung zu ihrem 

Sohn ungetrübt. Als Ursache für die aktuelle Depression kämen die andauernden 

Schmerzen sowie Beziehungskonflikte mit ihrem Lebenspartner in Betracht. Sodann 

konnte die von der behandelnden Psychiaterin diagnostizierte posttraumatische 

Belastungsstörung vom Gutachter nicht bestätigt werden. Bei der Beschwerdeführerin 

hätten sich auch auf gezielte und direkte Befragung keine Intrusionen im Sinn von 

Nachhallerinnerungen oder Flashbacks nachweisen lassen. Ebenfalls wurde die 

Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung verneint. Bei der 

Untersuchung habe die Beschwerdeführerin die Schmerzen nicht spontan, sondern 

erst auf gezielte Befragung erwähnt. Zudem habe sie ruhig im Stuhl sitzen können, 

Mimik und Gestik hätten nur marginal ein Schmerzerleben angedeutet. Insgesamt habe 

die Beschwerdeführerin nicht den Eindruck hinterlassen, unter schweren und 

quälenden Schmerzen zu leiden (IV-act. 34-39 ff.). Die abweichende Einschätzung der 

Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht im BEGAZ-Gutachten im Vergleich zur 

Einschätzung der behandelnden Psychiaterin wird mit einer deutlichen Verbesserung 

der depressiven Symptomatik ab Dezember 2008 begründet. Die behandelnde 

Psychiaterin habe im Bericht vom 14. Dezember 2008 eine schwere depressive 

Episode mit psychotischen Symptomen diagnostiziert. Sie habe weiter ausgeführt, 

dass anfängliche inhaltliche Denkstörungen im Sinn von Beziehungs- und 

Beeinträchtigungsideen ebenso wie die optischen und akustischen Halluzinationen, 

welche sie als Pseudohalluzinationen beurteilt habe, langsam in den Hintergrund 

getreten seien. Anlässlich der psychiatrischen BEGAZ-Begutachtung vom 20. Februar 

2009 hätten sich anamnestisch lediglich optische und nicht akustische 

Pseudohalluzinationen sowie fragliche Beziehungs- und Beeinträchtigungsideen 

feststellen lassen. Diese Beschwerden seien aktuell als pseudopsychotisch zu 

beurteilen. Hinweise für eine Erkrankung aus dem schizophrenen Formenkreis könnten 

nicht nachgewiesen werden. Es sei am ehesten davon auszugehen, dass die 

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Beschwerden im Rahmen der von der behandelnden Psychiaterin anfänglich als 

schwer beurteilten Depression zu erklären gewesen seien. Im Vergleich zu den 

Befunden des Berichts der behandelnden Psychiaterin seien die Aufmerksamkeit und 

Konzentration nicht mehr stark herabgesetzt, sondern unauffällig, die Stimmung sei 

nicht mehr depressiv und es hätten sich auch keine ausgeprägten Antriebsstörungen 

ausmachen lassen. Die Tatsache, dass im Dezember 2008 die Sitzungsfrequenz wie 

auch die Psychopharmaka reduziert worden seien, sei als weiterer Hinweis für einen 

aktuell lediglich noch leichtgradigen Schweregrad der Depression zu betrachten. 

Sodann seien die nach wie vor geklagten pseudopsychotischen Symptome wohl am 

ehesten Ausdruck von akzentuierten histrionischen Persönlichkeitszügen (ICD-10 

Z37.1; IV-act. 34-40 f.).

4.3.4           Die Begutachtung durch den Externen Psychiatrischen Dienst Sirnach 

erfolgte am 23. November 2010 sowie am 13. Dezember 2010 und wurde in der 

Muttersprache der Beschwerdeführerin, durchgeführt (act. G 13.1.1). Im Gutachten 

vom 9. Dezember 2010 konnten Dr. med. G.___, Oberarzt, und Dr. med. H.___, 

Assistenzärztin, die Befunde, die Diagnosen und die Beurteilung des psychiatrischen 

Teilgutachtens des BEGAZ im Wesentlichen bestätigen (act. G 13.1.1, S. 6). Die 

Beschwerdeführerin leide an einer depressiven Störung mit gegenwärtig leichtgradiger 

Episode (ICD-10 F33.0). Sie zeige eine leicht gedrückte Stimmung und leicht 

verminderten Antrieb, Angst, Müdigkeit sowie Schlafstörungen. Aus der Anamnese 

gehe hervor, dass die Beschwerdeführerin immer wieder unter länger andauernden 

depressiven Verstimmungen gelitten und 1986/87 zwei Suizidversuche gemacht habe. 

Die Kriterien für eine Persönlichkeitsstörung seien nicht erfüllt, es bestehe aber eine 

akzentuierte Persönlichkeit mit histrionischen und emotional instabilen Anteilen (ICD-10 

Z73.1). Hinweise für eine Erkrankung aus dem schizophrenen Formenkreis ergäben 

sich nicht. Die Beschwerdeführerin hätte wohl in der Vergangenheit psychotische 

Symptome im Rahmen der depressiven Episode gezeigt. Die aktuell noch von der 

Beschwerdeführerin beschriebenen, sporadisch auftretenden taktilen Halluzinationen 

seien im Rahmen der akzentuierten Persönlichkeit und der psychotischen Erfahrungen 

in der Vergangenheit anzusehen. Da anlässlich der Begutachtung die Schmerzen nicht 

im Vordergrund gestanden hätten, die Beschwerdeführerin ruhig im Stuhl gesessen 

und ihre Mimik sowie Gestik nicht auf Schmerzen hingedeutet hätten, seien die 

anamnetisch vorhandenen Schmerzen im Rahmen einer 

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Schmerzwahrnehmungsstörung bei einer Depression anzusehen und damit sei die 

Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung auszuschliessen (act. G 

13.1.1, S. 5).

4.4    Was die Beschwerdeführerin gegen das psychiatrische Teilgutachten vorbringt, 

vermag nicht zu überzeugen.

4.4.1           Es ist der Beschwerdeführerin zwar zuzustimmen, dass insbesondere bei 

psychiatrischen Begutachtungen der bestmöglichen Verständigung zwischen 

Gutachter und Exploranden grosses Gewicht zukommt (Urteil des Bundesgerichtes I 

77/07 vom 4. Januar 2008, Erw. 5.1.1). Dass es anlässlich der psychiatrischen 

Begutachtung beim BEGAZ indessen zu relevanten Verständigungsproblemen 

zwischen der Beschwerdeführerin und dem Gutachter bzw. der Dolmetscherin 

gekommen sein sollte, geht aus dem psychiatrischen Gutachten nicht hervor. Die 

Beschwerdeführerin hatte keine Schwierigkeiten, sich mit der Dolmetscherin zu 

verständigen (IV-act. 51-3). Aus dem psychiatrischen Gutachten gehen die geklagten 

Beschwerden und Beeinträchtigungen der Beschwerdeführerin mit hinreichender 

Genauigkeit hervor. Gegen Verständigungsschwierigkeiten spricht zudem, dass die 

Sachverhaltsschilderung der Beschwerdeführerin, wie sie im BEGAZ-Teilgutachten 

wiedergegeben wurde, im Wesentlichen mit jener des Gutachtens des Externen 

Psychiatrischen Dienstes Sirnach übereinstimmt. Auch die Befunde und Diagnosen 

sind identisch. Es ist zudem fraglich, ob die in der Beschwerde exemplarisch 

aufgeführten Punkte, welche der Gutachter aufgrund von Verständigungsproblemen 

nicht richtig verstanden haben soll, überhaupt auf Missverständnisse zurückzuführen 

sind. So dürften beispielsweise die unterschiedlichen Angaben betreffend die 

Arbeitsniederlegung damit zu erklären sein, dass der Hausarzt der Beschwerdeführerin 

die Arbeitsunfähigkeit erst ab 22. Juni 2007 attestierte (IV-act. 15-3), währenddem 

sowohl die Beschwerdeführerin als auch die Arbeitgeberin angaben, die 

Arbeitsniederlegung sei im Mai 2007 erfolgt (IV-act. 2-5; 11-3; 26-2). Nach 

mehrwöchiger krankheitsbedingter Absenz ab dem 8. Mai 2007 hatte die 

Beschwerdeführerin gemäss Jahresdienstplan der Arbeitgeberin ab 18. Juni 2007 

nochmals für fünf Tage gearbeitet, bevor sie definitiv ausgefallen war (IV-act. 11-9). 

Sodann hat die Beschwerdeführerin betreffend ihre Wohnsituation - möglicherweise 

wegen der insgesamt unklaren Situation aufgrund von Beziehungsproblemen mit ihrem 

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Lebenspartner - mehrfach unterschiedliche Angaben gemacht. Anlässlich der 

Haushaltabklärung vom 30. Oktober 2008 gab sie an, der Vater ihres Sohnes wohne 

zur Zeit bei ihr, weil ihr Sohn Probleme in der Schule habe und es ihr nicht gut gehe. 

Manchmal sei er da und manchmal nicht (IV-act. 26-1). Die behandelnde Psychiaterin 

führte im Bericht vom 14. Dezember 2008 aus, die Beschwerdeführerin wohne mit 

ihrem Lebenspartner in der gleichen Wohnung, habe zu diesem in letzter Zeit jedoch 

kaum Kontakte gehabt (IV-act. 31-2). Anlässlich der Begutachtung durch den Externen 

Psychiatrischen Dienst Sirnach gab sie wiederum an, sie lebe seit 2001 ohne ihren 

Lebenspartner in Bronschhofen. Dieser lebe seit Jahren mit einer anderen Frau 

zusammen und komme wegen seines Sohnes sporadisch zu Besuch (act. G 13.1.1, 

Seite 2). Im Übrigen wären die vom Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin 

exemplarisch aufgeführten angeblichen Missverständnisse wohl nicht geeignet, den 

Beweiswert des psychiatrischen Teilgutachtens des BEGAZ zu beeinträchtigen. Es ist 

mithin nicht davon auszugehen, dass der Gutachter zu einer anderen Beurteilung 

gelangt wäre.

4.4.2           Sodann war dem psychiatrischen Gutachter des BEGAZ bekannt, dass die 

Beschwerdeführerin während der 1995 geschiedenen Ehe offenbar Opfer häuslicher 

Gewalt war und 1986/87 zwei medikamentöse Suizidversuche stattfanden (IV-act. 

34-35; 34-40). Wenn geltend gemacht wird, dies erfordere hinsichtlich einer 

posttraumatischen Belastungsstörung weitere Abklärungen, so ist darauf hinzuweisen, 

dass die Beschwerdeführerin anlässlich der Untersuchung keine typischen Merkmale 

einer posttraumatischen Belastungsstörung wie Nachhallerinnerungen und Flashbacks 

gezeigt hatte (IV-act. 34-41). Auch im Gutachten des Externen Psychiatrischen 

Dienstes Sirnach wurde die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung 

verneint. Die Beschwerdeführerin zeige zwar einige Symptome einer posttraumatischen 

Belastungsstörung, erfülle die ICD-10 Kriterien im Zeitpunkt der Untersuchung aber 

nicht vollständig (act. G 13, S. 5). Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass 

Belastungsstörungen, welche erst nach Jahren nach einem traumatisierenden Ereignis 

diagnostiziert werden, von der Rechtsprechung nicht als invalidisierend anerkannt 

werden (Ulrich Meyer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 2. Aufl., Zürich/

Basel/Genf 2010, S. 30 f. m. H. auf Urteil 9C_955/2008 vom 8. Mai 2009 Erw. 4.31 und 

4.3.2).

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4.5    Insgesamt sind keine Gründe ersichtlich, die gegen den Beweiswert des 

psychiatrischen Teilgutachtens sprechen würden. Es ist für die strittigen Belange 

umfassend, beruht auf allseitigen Untersuchungen, berücksichtigt die beklagten 

Beschwerden und ist in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden. Zudem sind die 

Ausführungen in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sowie der 

medizinischen Situation einleuchtend und beinhalten begründete Schlussfolgerungen. 

Schliesslich setzt sich das Gutachten auch mit den abweichenden Diagnosen und 

Einschätzung der behandelnden Psychiaterin in Bezug auf die Auswirkungen der 

gesundheitlichen Einschränkungen auf die Arbeitsfähigkeit auseinander. Die offenbar 

zu Beginn im Vordergrund gestandenen psychotischen Symptome scheinen im Verlauf 

der psychiatrischen Behandlung in den Hintergrund getreten zu sein. Im Zeitpunkt der 

Begutachtung werden die Symptome noch als pseudopsychotisch beurteilt (IV-act. 

34-40). Dass damit auch eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit eingetreten ist, 

erscheint plausibel, zumal die behandelnde Psychiaterin die 100%-ige 

Arbeitsunfähigkeit in der Tätigkeit im Reinigungsdienst der psychiatrischen Klinik im 

Bericht vom 12. Dezember 2009 insbesondere damit begründete, dass die 

Beschwerdeführerin aufgrund ihrer Ängste und illusionären Verkennungen nicht mehr 

im Stande sei, mit psychisch kranken Menschen in Kontakt zu kommen (IV-act. 31-4). 

Insgesamt konnte nachvollziehbar aufgezeigt werden, dass bei der Beschwerdeführerin 

keine krankheitswertige psychische Störung mehr vorliegt. Sodann konnte auch das 

Gutachten des Externen Psychiatrischen Dienstes Sirnach keine objektiv feststellbaren 

Gesichtspunkte vorbringen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt geblieben 

sind und sich eignen, zu einer abweichenden Beurteilung zu führen. Vielmehr wird 

explizit Stellung zur Begutachtung des BEGAZ genommen, wobei die Befunde, die 

Diagnosen und die Beurteilung des psychiatrischen Teilgutachtens des BEGAZ im 

Wesentlichen bestätigt wurden. Einzig in der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit weicht 

das Gutachten des Externen Psychiatrischen Dienstes Sirnach vom BEGAZ-Gutachten 

ab. Die Beschwerdeführerin sei ab Mitte Januar 2009 in ihrem angestammten Beruf zu 

50% arbeitsfähig. Bei einem beruflichen Wiedereinstieg mit höherer Belastung 

bestünde die Gefahr einer Überforderung und damit die Gefahr der 

Zustandsverschlechterung. Nach erfolgreichem beruflichem Wiedereinstieg sei eine 

behutsame weitere Steigerung des Arbeitspensums denkbar (act. G 13.1.1, S. 6). Diese 

Überlegungen beruhen auf dem Gedanken eines optimalen Wiedereinstiegs in den 

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angestammten Beruf mit der Gewährung einer Anpassungsphase und kontinuierlicher 

Steigerung des Arbeitspensums. Somit handelt es sich bei der Einschätzung des 

Externen Psychiatrischen Dienstes Sirnach nicht um die massgebende tatsächliche 

Unfähigkeit, die zuletzt ausgeübte Tätigkeit bzw. eine andere Arbeit auszuführen. 

Massgebend für die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit bleibt die vom BEGAZ attestierte 

80%-ige Arbeitsfähigkeit für jegliche Tätigkeit.

5.      

5.1    Nach dem Gesagten ist der Sachverhalt als ausreichend abgeklärt zu betrachten. 

Für eine ergänzende Begutachtung besteht kein Anlass.

5.2    Die Beschwerdegegnerin ist unter Verweis auf die Rechtsprechung von einer 

vollständigen Überwindbarkeit der 20%-igen Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit 

ausgegangen. Vorliegend resultiert jedoch selbst ohne Beantwortung der Frage, ob die 

psychisch bedingte Arbeitsunfähigkeit von 20% nach Massgabe der für anhaltende 

somatoforme Schmerzstörungen geltenden Rechtsprechung willensmässig 

überwindbar ist (vgl. statt vieler Urteil des Bundesgerichts 9C_1040/2010 vom 6. Juni 

2011 Erw. 3.3 ff.), ein nicht rentenbegründender Invaliditätsgrad von weniger als 40%, 

sodass sich weitere Ausführungen diesbezüglich erübrigen. Die Invaliditätsbemessung 

hat unbestritten nach der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs zu 

erfolgen.

5.2.1           Sowohl die Beschwerdegegnerin (vgl. die Beschwerdeantwort; act. G 15) 

als auch die Beschwerdeführerin gehen bei der Invaliditätsbemessung von einem 

Valideneinkommen von Fr. 61'810.- aus (Hochrechnung Bruttojahreseinkommen 2006 

von Fr. 35'766.- von einem Pensum von 60% auf 100% zuzügl. der 

Nominallohnentwicklung 2006-2008; IV-act. 11-5; act. G 34). Gemäss den Angaben der 

Arbeitgeberin, hat die Beschwerdeführerin in den Jahren 2005 bis 2007 jedoch 

teilweise Überstunden geleistet. Die Überstunden wurden offenbar nicht mit Freizeit 

kompensiert. Insbesondere im Jahr 2006 konnte sie daher ein Bruttojahreseinkommen 

erzielen, welches über dem vertraglich vereinbarten Bruttojahreseinkommen für ein 

60% Pensum lag (IV-act. 11-5). Es ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin 

bei einem 100%-igen Arbeitspensum mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht mehr 

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in der Lage wäre, die gleiche Anzahl Überstunden wie bei einem 60%-igen 

Arbeitspensum zu leisten, bzw. dass Überstunden weitgehend mit Freizeit kompensiert 

würden. Die Beschwerdeführerin hätte gemäss den Angaben ihrer Arbeitgeberin ab 1. 

Januar 2008 bei einer Arbeitszeit von 5.04 Stunden pro Tag (entspricht bei einer 

allgemeinen Arbeitszeit von 42 Stunden pro Woche einem Pensum von 60%) ein 

monatliches Bruttoeinkommen von Fr. 2'438.70 bzw. ein Bruttojahreseinkommen von 

Fr. 31'703.10 (inkl. 13. Monatslohn) erzielt (IV-act. 11-4). Hochgerechnet auf ein 100% 

Pensum ergibt sich somit ein Bruttojahreseinkommen Fr. 52'838.50.

5.2.2           Beim Invalideneinkommen ist auf auf die Tabellenlöhne der LSE 

abzustellen. Im Jahr 2008 lag der monatliche Durchschnittslohn für eine Hilfsarbeiterin 

(TA 1, Frauen im Anforderungsniveau 4) bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40 

Stunden bei Fr. 4'116.-- monatlich bzw. Fr. 49'392.-- jährlich. Dieses Einkommen kann 

jedoch entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin nicht unbesehen 

übernommen werden. Vielmehr ist vom Durchschnittseinkommen bei einer 

durchschnittlichen betriebsüblichen Arbeitszeit von 41.6 Wochenstunden und somit 

von Fr. 51'368.-- auszugehen. Die Beschwerdegegnerin macht einen Leidensabzug 

von 15% geltend. Gründe für einen Leidensabzug in dieser Höhe sind nicht ersichtlich. 

Einen gewissen sogenannten Konkurrenznachteil weist sie zwar sicherlich auf. Ein 

Teilzeitnachteil liegt statistisch gesehen aber eher nicht vor. Auch das Alter fällt nicht 

relevant ins Gewicht. Insgesamt erscheint ein Abzug von 10% gerechtfertigt. Das 

Invalideneinkommen beläuft sich daher auf Fr. 36'985.-- (Fr. 51'368.-- x 0.8 x 0.9).

5.2.3           Bei einem Valideneinkommen von gerundet Fr. 52'839.-- und einem 

Invalideneinkommen von Fr. 36'985.-- beläuft sich der Invaliditätsgrad auf 30%. Selbst 

wenn man das Valideneinkommen um den Lohn für eine hypothetische Anzahl 

Überstunden erhöhen würde (wobei wie erwähnt nicht wahrscheinlich ist, das beim 

hypothetischen Vollpensum eine beträchtliche Anzahl an Überstunden geleistet würde), 

wird doch keine rentenbegründende Invalidität erreicht.

5.3    Zu prüfen bleibt ein allfälliger Anspruch auf eine befristete Rente. Versicherte 

haben Anspruch auf eine Rente, wenn sie u.a. während eines Jahres ohne 

wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen 

sind (Art. 6 ATSG) und nach Ablauf des Wartejahres eine Arbeitsunfähigkeit von 

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mindestens 40% verbleibt (Art. 28 Abs. 1 lit. b und c IVG). Die Beschwerdeführerin hat 

ihre Arbeitstätigkeit im Mai 2007 (IV-act. 2-5; 11-3) niedergelegt. Der Hausarzt der 

Beschwerdeführerin attestierte im Bericht vom 31. März 2008 ab 22. Juni 2007 und bis 

auf weiteres eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit aufgrund einer somatoformen 

Schmerzstörung mit linksseitigen Nacken-, Rücken- und Beinschmerzen; Tendinitis 

calcarea links mit Impingement sowie Depressionen (IV-act. 15-1). Das BEGAZ-

Gutachten kam zum Schluss, dass eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vor 

Oktober 2007 retrospektiv nicht nachvollziehbar sei (IV-act. 34-23). Der Bericht des 

Hausarztes ist äusserst knapp und beinhaltet ausserhalb seines Fachgebiets liegende 

psychiatrische Diagnosen. Sodann konnte die diagnostizierte somatoforme 

Schmerzstörung weder von der behandelnden Psychiaterin noch von den Gutachtern 

bestätigt werden. Überdies ergeben sich aus dem Bericht auch keine Hinweise auf die 

im Zusammenhang mit der psychischen Beeinträchtigung zunächst im Vordergrund 

stehenden ungewöhnlichen Wahrnehmungserlebnisse. Die hausärztlich attestierte 

Arbeitsunfähigkeit von 100% kann somit nicht nachvollzogen werden. Eine 

Arbeitsunfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit von durchschnittlich 40% seit 

Mai/Juni 2007 ist aufgrund der Aktenlage - insbesondere dem Umstand, dass für die 

geklagten Schmerzen keine organische Ursache festgestellt werden konnte sowie der 

Tatsache, dass die Beschwerdeführerin sich erst im Februar 2008 in psychiatrische 

Behandlung begab - mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu verneinen. Im BEGAZ-

Gutachten wurde angenommen, die Arbeitsunfähigkeit habe ab Oktober 2007 bis 

Dezember 2008 im Umfang von 80% bestanden. Diese Annahme für den Beginn der 

Arbeitsunfähigkeit dürfte auf den Schilderungen der Beschwerdeführerin beruhen, sie 

hätte im Oktober 2007 am Flughafen erstmals das Gefühl gehabt, sie werde 

beobachtet (IV-act. 34-34). Andererseits konnte sie auf die anlässlich der 

neurochirurgischen Untersuchung vom 5. November 2007 gestellte Frage, ob sie an 

Depressionen leide, keine adäquate Antwort geben. Eine antidepressive Medikation 

erfolgte zu diesem Zeitpunkt offenbar noch nicht. Von dem Erlebnis auf dem Flughafen 

berichtete sie in jenem Zeitpunkt nicht (IV-act. 15-6). Die behandelnde Psychiaterin hat 

in ihrem Bericht vom 14. Dezember 2008 indessen das Datum des 

Behandlungsbeginns, also den 8. Februar 2008 als Beginn der Arbeitsunfähigkeit 

festgehalten (IV-act. 31-3). Mangels echtzeitlicher psychiatrischer Berichte über die Zeit 

vor Februar 2008 gelingt der Beschwerdeführerin der Nachweis nicht, dass sie bereits 

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vor dem Beginn der Behandlung bei Dr. C.___ aus psychischen Gründen relevant in der 

Arbeitsfähigkeit eingeschränkt gewesen wäre. Es ist nicht zu erwarten, dass weitere 

Abklärungen zu anderen Erkenntnissen führen würde, weshalb darauf verzichtet 

werden kann (antizipierter Beweiswürdigung vgl. BGE 124 V 90, Erw. 4b; Urteil 

9C_108/2010 vom 15. Juni 2010, Erw. 4.2.2). Die Folgen der Beweislosigkeit hat die 

Beschwerdeführerin zu tragen. Daher ist vom Beginn der Arbeitsunfähigkeit im Februar 

2008 auszugehen. Ob sich der Gesundheitszustand bereits im Dezember 2008 

verbessert hat, kann somit offen gelassen werden, denn spätestens ab Februar 2009 

(Zeitpunkt der psychiatrischen Begutachtung des BEGAZ) konnte eine Verbesserung 

des Gesundheitszustands festgestellt werden. Damit wäre im Februar 2009 zwar die für 

einen Rentenanspruch erforderliche durchschnittliche Arbeitsunfähigkeit von 

mindestens 40% während eines Jahres im Sinn von Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG (sog. 

Wartejahr) gegeben, mangels Invalidität von mindestens 40% nach Ablauf des 

Wartejahres (Art. 28 Abs. 1 lit. c IVG), ist jedoch auch ein Anspruch auf eine befristete 

Rente zu verneinen.

5.4    Aus dem Gesagten ergibt sich, dass die Beschwerdegegnerin den 

Rentenanspruch im Ergebnis zu Recht verneint hat.

5.5    Die von der Beschwerdeführerin geltend gemachte Verschlechterung des 

Gesundheitszustandes seit Januar 2011 (act. G 17.1.1; act. G 34) vermag die 

Beurteilung im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung nicht zu beeinflussen und ist 

daher für das vorliegende Beschwerdeverfahren unbeachtlich. Sollte in der 

Zwischenzeit jedoch eine erhebliche und dauerhafte Verschlechterung des 

Gesundheitszustandes eingetreten sein, bleibt es der Beschwerdeführerin 

unbenommen, sich bei der IV-Stelle erneut anzumelden und die Verschlechterung 

glaubhaft zu machen.

6.     

6.1    Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.

6.2    Nach Art. 69 Abs. 1  IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die 

Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen 

bis

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 27/27

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Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand 

und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. 

Als unter-liegende Partei hat die Beschwerdeführerin die Gerichtskosten zu bezahlen 

(vgl. Art. 95 Abs. 1 VRP). Diese sind unter Berücksichtigung, dass eine mündliche 

Verhandlung durchgeführt wurde, auf Fr. 1'000.-- zu veranschlagen. Der geleistete 

Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird an die Gerichtskosten angerechnet.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

entschieden:

1.       Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.       Die Beschwerdeführerin hat die Gerichtskosten von Fr. 1'000.-- zu bezahlen. Der 

geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird an die Gerichtskosten angerechnet.

 

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	Entscheid Versicherungsgericht, 24.11.2011
	Art. 28 IVG. Beurteilung des Beweiswertes eines polidisziplinären Gutachtens (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 24. November 2011, IV 2010/337).

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