# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e6138874-f312-5294-9035-c8fbe9ea89ec
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-06-07
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 07.06.2019 SK 2018 431
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2018-431_2019-06-07.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

2. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

2e Chambre pénale

Urteil
SK 18 431

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 7. Juni 2019 

Besetzung Oberrichter Aebi (Präsident i.V.), Oberrichterin Bratschi, Oberrich-
ter Kiener
Gerichtsschreiberin von Teufenstein

Verfahrensbeteiligte A.________
amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
3013 Bern

und

C.________ AG (Versicherungsgesellschaft)

Zivilklägerin 1

und

D.________ (Bank)
vertreten durch Rechtsanwalt E.________

Zivilklägerin 2

und

F.________

Zivilkläger 3

und

2

N.________ (Bank) (ehemals G.________)

Strafklägerin 1

und

H.________
v.d. Rechtsanwalt I.________

Strafkläger 2

und

J.________ SA (Bank)

Straf- und Zivilklägerin 1

und

K.________
v.d. Rechtsanwalt I.________

Straf- und Zivilkläger 2

und

L.________
v.d. Rechtsanwalt I.________

Straf- und Zivilklägerin 3

Gegenstand Raub, Sachbeschädigung, Fälschung von Ausweisen, etc.

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Emmental-
Oberaargau (Kollegialgericht) vom 13. April 2018 (PEN 2017 197)

3

Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Das Regionalgericht Emmental-Oberaargau (Kollegialgericht in Fünferbesetzung) 
erkannte mit Blick auf A.________ (nachfolgend: Beschuldigter) mit Urteil vom 
13. April 2018 (pag. 2063 ff.) – berichtigt am 12. Oktober 2018 (pag. 2145 ff.) – 
Folgendes:

A. A.________

I.

Das Strafverfahren gegen A.________ 

wegen Widerhandlungen gegen das Abfallgesetz, angeblich begangen am 15.05.2015 in 
O.________ durch Wegwerfen von Abfällen ausserhalb von Abfallanlagen oder Sammelstellen,

wird eingestellt,

ohne Ausrichtung einer Entschädigung und ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten.

II.

A.________ wird freigesprochen:

von der Anschuldigung der Drohung, angeblich begangen am 12.04.2016 in P.________ z.N. von 
Q.________,

ohne Ausrichtung einer Entschädigung und ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten.

III.

A.________ wird schuldig erklärt:

1. des Raubes, mehrfach begangen wie folgt:

1.1. am 15.05.2015 in O.________ z.N. der R.________ (Bank) sowie S.________ und 
T.________;

1.2. am 08.03.2016 in U.________ z.N. der J.________ SA (Bank) U.________ sowie 
K.________, H.________ und L.________;

1.3. am 17.03.2016 in V.________ z.N. der D.________ (Bank) sowie W.________ und 
F.________;

1.4. am 12.04.2016 in P.________ z.N. der G.________ (Bank) sowie X.________ und 
Y.________;

2. der Sachbeschädigung, begangen zu einem nicht näher bestimmbaren Zeitpunkt kurz vor 
dem 12.04.2016 in Z.________ z.N. des Bundesamts für Strassen;

3. der Fälschung von Ausweisen, mehrfach begangen wie folgt:

3.1. kurz vor dem 17.03.2016 in AA.________ oder AB.________;

4

3.2. am 08.03.2016 in U.________;

4. der strafbaren Vorbereitungshandlungen sowie Anstiftung dazu, mehrfach begangen 
zwischen Herbst 2015 und ca. 07.04.2016 in AC.________ und AD.________;

5. der Widerhandlungen gegen das Ausländergesetz, mehrfach begangen in der Zeit vom 
14.05.2015 bis am 12.04.2016 in AE.________, O.________, U.________, AF.________, 
AD.________, V.________, AG.________, AC.________ und P.________ durch rechtswid-
rige Einreise und rechtswidrigen Aufenthalt;

6. der Widerhandlungen gegen das Waffengesetz, mehrfach begangen in der Zeit vom 
15.05.2015 bis am 12.04.2016 in AE.________, O.________, U.________, V.________ und 
P.________ durch Verbringung einer Waffe in das schweizerische Staatsgebiet ohne Be-
rechtigung und Tragen derselben an öffentlich zugänglichen Orten ohne Waffentragbewilli-
gung;

und in Anwendung der 
Art. 40, 47, 49 Abs. 1, 51, 140 Ziff. 1, 144 Abs. 1, 252, 260bis Abs. 1 lit. d (teilweise i.V.m. Art. 24 
Abs. 1) aStGB; 
Art. 5 Abs. 1 lit. d, 115 Abs. 1 lit. a und b AuG; 
Art. 4 Abs. 1 lit. g, 27 Abs. 1, 33 Abs. 1 lit. a WG; 
Art. 426 ff. StPO;

verurteilt:

7. Zu einer Freiheitsstrafe von 8 Jahren.
Die Untersuchungshaft von 204 Tagen wird vollumfänglich auf die Freiheitsstrafe angerech-
net und es wird festgestellt, dass die Strafe am 01.11.2016 vorzeitig angetreten worden ist.

8. Zu den Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus Gebühren von CHF 24‘825.00 und 
Auslagen (exkl. Kosten für die amtliche Verteidigung) von CHF 5‘239.50, insgesamt be-
stimmt auf CHF 30‘064.50.

[…]

9. A.________ hat dem Straf- und Zivilkläger K.________, der Straf- und Zivilklägerin 
L.________ und dem Strafkläger H.________, unter solidarischer Haftung mit M.________

[…]

IV.

Die amtliche Entschädigung für die amtliche Verteidigung von A.________ durch Rechtsanwalt 
B.________ wird wie folgt bestimmt:

[…]

Der Kanton Bern entschädigt Rechtsanwalt B.________ für die amtliche Verteidigung von 
A.________ mit CHF 33‘339.85.

A.________ hat dem Kanton Bern die ausgerichtete amtliche Entschädigung zurückzuzahlen, sobald 
es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO).

5

V.

Im Zivilpunkt wird verfügt:

1. A.________ wird in Anwendung von Art. 41 und 49 OR sowie Art. 126 Abs. 1 lit. a StPO ver-
urteilt:

1.1. zur Bezahlung von CHF 444‘000.00 Schadenersatz an die Zivilklägerin C.________ 
AG (Versicherungsgesellschaft);

1.2. zur Bezahlung von CHF 1‘500.00 Genugtuung an den Straf- und Zivilkläger 
K.________;
Soweit weitergehend wird die Zivilklage der Straf- und Zivilklägers K.________ in Anbe-
tracht der unzureichenden Begründung auf den Zivilweg verwiesen (Art. 126 Abs. 2 
lit. b StPO).

1.3. zur Bezahlung von CHF 1‘000.00 Genugtuung an die Straf- und Zivilklägerin 
L.________.
Soweit weitergehend wird die Zivilklage der Straf- und Zivilklägerin L.________ in An-
betracht der unzureichenden Begründung auf den Zivilweg verwiesen (Art. 126 Abs. 2 
lit. b StPO).

2. A.________ wird, unter solidarischer Haftung mit M.________, in Anwendung von 
Art. 41 OR sowie Art. 126 Abs. 1 lit. a StPO weiter verurteilt:

2.1. zur Bezahlung von CHF 19‘500.00 Schadenersatz an die Zivilklägerin C.________ AG 
(Versicherungsgesellschaft);

2.2. zur Bezahlung von CHF 500.00 Schadenersatz an die Zivilklägerin D.________ 
(Bank).

3. In Anbetracht der unzureichenden Begründung wird die Zivilklage der Straf- und Zivilklägerin 
J.________ SA (Bank) U.________ auf den Zivilweg verwiesen (Art. 126 Abs. 2 Bst. b 
StPO).

4. In Anbetracht der unzureichenden Begründung wird die Zivilklage des Zivilklägers 
F.________ auf den Zivilweg verwiesen (Art. 126 Abs. 2 Bst. b StPO).

5. Auf die Zivilklage des Strafklägers H.________ wird infolge rechtsgültigen Verzichts auf die 
adhäsionsweise Geltendmachung von Zivilansprüchen im Strafprozess und damit fehlender 
Prozessvoraussetzung nicht eingetreten (Art. 122 Abs. 4 StPO per Analogie).

6. Für den Zivilpunkt werden keine Verfahrenskosten und keine Entschädigungen ausgeschie-
den.

B. [M.________]

C.

Weiter wird verfügt:

1. A.________ geht in den Strafvollzug zurück.

2. […]

6

3. Folgende Gegenstände und Vermögenswerte werden gestützt auf Art. 69 StGB bzw. mit 
Einwilligung der Beschuldigten zur Vernichtung eingezogen:

[…]

4. Es wird festgestellt, dass folgende Gegenstände mit Einverständnis von A.________ bereits 
vernichtet wurden:

[…]

5. Folgende Gegenstände werden gestützt auf Art. 69 StGB eingezogen und der Kantonspolizei 
Bern, Kriminaltechnischer Dienst, Fachgruppe Urkunden und Schriften, zu Vergleichszwe-
cken überlassen:

[…]

6. Folgende Gegenstände und Vermögenswerte werden M.________ nach Eintritt der Rechts-
kraft des vorliegenden Urteils zurückgegeben:

[…]

7. […]

8. Die Zustimmung zur Löschung des erstellten DNA-Profils von A.________ (PCN-Nr. 
.________) ist nach Ablauf der Frist durch das zuständige Bundesamt einzuholen 
(Art. 16 Abs. 4 DNA-ProfilG).

9. […]

10. Die Zustimmung zur Löschung der erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten 
von A.________ ist nach Ablauf der Frist durch die auftraggebende Behörde einzuholen 
(Art. 17 Abs. 4 i.V.m. 19 Abs. 1 Verordnung über die Bearbeitung biometrischer erkennungs-
dienstlicher Daten).

11. [Eröffnungs- und Mitteilungsformel]

2. Berufung

Gegen das erstinstanzliche Urteil vom 12. Oktober 2018 meldete Rechtsanwalt 
B.________ (nachfolgend: Rechtsanwalt B.________) für A.________ (nachfol-
gend: Beschuldigter) fristgerecht Berufung an (pag. 2079).

Mit Eingabe vom 5. November 2018 erklärte Rechtsanwalt B.________ namens 
und im Auftrag des Beschuldigten form- und fristgerecht die Berufung 
(pag. 2274 f.). Er beantragte, die Ziffern A. III. 3.1, 3.2 und 4 des erstinstanzlichen 
Urteils sowie die Verurteilungen gemäss Ziffer 1 des erstinstanzlichen Urteils (be-
treffend das Strafmass), Ziffer 2 des erstinstanzlichen Urteils (betreffend die Verur-
teilung der Kostentragung) und Ziffer A. IV des erstinstanzlichen Urteils (betreffend 
die Verteilung der Kostentragung) seien aufzuheben. Der Beschuldigte sei von den 
Vorhalten der Fälschung von Ausweisen, angeblich mehrfach begangen und den 
strafbaren Vorbereitungshandlungen sowie der Anstiftung dazu freizusprechen. Die 
Freiheitsstrafe sei angemessen zu reduzieren. Weiter seien die Verfahrenskosten 
der ersten Instanz zu 1/5 vom Staat und zu 4/5 vom Beschuldigten zu tragen. Der 
Beschuldigte sei zu verurteilen, die ausgerichtete Entschädigung der amtlichen 
Verteidigung für das erstinstanzliche Verfahren im Umfang von 4/5 zurückzubezah-
len, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben. Weiter sei Rechtsan-

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walt B.________ als amtlicher Verteidiger des Beschuldigten für das Berufungsver-
fahren zu bestätigen. Beweisanträge würden derzeit keine gestellt. Der Form hal-
ber weise er ferner daraufhin, die von ihm beantragte Reduktion des Strafmasses 
werde nicht nur mit den beantragten Freisprüchen begründet, sondern auch durch 
die Anfechtung der Strafzumessung für die nicht angefochtenen Schuldsprüche. 

Mit Eingabe vom 20. November 2018 (pag. 2289 ff.) verzichtete der stellvertretende 
Generalstaatsanwalt AH.________ auf die Erklärung der Anschlussberufung und 
machte keine Gründe für das Nichteintreten auf die Berufung geltend. Mit Eingabe 
vom 16. November 2018 (pag. 2287) verzichteten ausserdem die Straf- resp. Straf- 
und Zivilkläger H.________, K.________ und L.________, alle vertreten durch 
Rechtsanwalt I.________ auf die Erklärung der Anschlussberufung sowie auf die 
Geltendmachung von Nichteintretensgründen. Die übrigen Parteien liessen sich 
nicht vernehmen (pag. 2293).

Die im Berufungsverfahren noch beteiligten Parteien wurden in der Folge auf den 
7. Juni 2019 zur oberinstanzlichen Hauptverhandlung vorgeladen (pag. 2295 ff.).

3. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Von Amtes wegen wurden ein aktueller Strafregisterauszug (datierend vom 
17. Mai 2019; pag. 2330 f.) sowie ein Vollzugsbericht der Justizvollzugsanstalt 
AJ.________ (datierend vom 16. Mai 2019; pag. 2327 f.), eingeholt. 

Die oberinstanzliche Hauptverhandlung fand am 7. Juni 2019 statt (pag. 2333 ff.). 
Der Beschuldigte wurde zur Person und Sache befragt (pag. 2336 ff.). 

4. Anträge der Parteien

Rechtsanwalt B.________ beantragte in der oberinstanzlichen Hauptverhandlung 
vom 7. Juni 2019 Folgendes (pag. 2342):

1. Die Ziffern A. III. 3.1, 3.2 und 4 sowie die Verurteilung gemäss Ziffer 1 (betreffend das Straf-
mass), Ziffer 2 (betreffend die Verurteilung der Kostentragung) und Ziffer A. IV (betreffend die 
Verurteilung der Kostentragung) seien aufzuheben.

2. Der Beschuldigte sei von den Vorhalten der Fälschung von Ausweisen, mehrfach begangen, 
und den strafbaren Vorbereitungshandlugen sowie Anstiftung dazu freizusprechen.

3. Der Beschuldigte sei zu einer Freiheitsstrafe von 60 Monaten zu verurteilen.

4. Die Verfahrenskosten der ersten Instanz seien zu 1/5 vom Staat und zu 4/5 vom Beschuldigten 
zu tragen.

5. Der Beschuldigte sei zu verurteilen, die ausgerichtete Entschädigung der amtlichen Verteidigung 
für das erstinstanzliche Verfahren im Umfang von 4/5 zurückzubezahlen, sobald es seine wirt-
schaftlichen Verhältnisse erlauben.

6. Der Unterzeichnete sei als amtlicher Verteidiger des Beschuldigten für das Berufungsverfahren 
zu bestätigen.

7. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen.

8

Für die Generalstaatsanwaltschaft stellte Staatsanwältin AI.________ die fol-
genden Anträge (pag. 2347 f. und 2357 f.).

I.

Es sei festzustellen, dass das erstinstanzliche Urteil des Regionalgerichts Emmental-Oberaargau 
(Kollegialgericht in Fünferbesetzung) vom 13. April 2018 in Rechtskraft erwachsen ist hinsichtlich

1. der Einstellung des Strafverfahrens wegen Widerhandlungen gegen das Abfallgesetz;

2. des Freispruchs von der Anschuldigung der Drohung;

3. der Schuldsprüche wegen mehrfachen Raubes, Sachbeschädigung, mehrfacher Widerhandlun-
gen gegen das Ausländergesetz und mehrfachen Widerhandlungen gegen das Waffengesetz;

4. der weiteren Verfügungen betreffend Einziehung der beschlagnahmten Gegenstände und Ver-
mögenswerte.

II.

A.________ sei zusätzlich schuldig zu erklären:

1. der Fälschung von Ausweisen, mehrfach begangen kurz vor dem 17. März 2016 in 
AA.________ oder AB.________ und am 8. März 2016 in U.________;

2. der strafbaren Vorbereitungshandlungen sowie Anstiftung dazu, mehrfach begangen zwischen 
Herbst 2015 und ca. 7 April 2016 in AC.________.

III.

A.________ sei geschützt hierauf sowie aufgrund der rechtskräftigen Schuldsprüche in Anwendung 
von [Art. ] 40, 47, 49 Abs. 1, 51, 140 Ziff. 1, 144 Abs. 1, 252, 260bis Abs. 1 lit. d (teilweise i.V.m. 
Art. 24 Abs. 1) aStGB; Art. 5 Abs. 1 lit. d, 115 Abs. 1 lit. a und b AuG; Art. 4 Abs. 1 lit. g, 27 Abs. 1, 33 
Abs. 1 lit. a WG; Art. 426 ff. StPO

zu verurteilen:

1. zu einer Freiheitsstrafe von 8 Jahren, unter Anrechnung der ausgestandenen Untersuchungshaft 
von 204 Tagen und mit vorzeitigem Strafantritt am 1. November 2016;

2. zur Bezahlung der erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten (inkl. eine angemessene Ge-
bühr gemäss Art. 21 VKD).

IV.

Im Weiteren sei zu verfügen:

1. A.________ sei in den vorzeitigen Strafvollzug zurück zu schicken.

2. Das Honorar des amtlichen Verteidigers sei gerichtlich zu bestimmen (Art. 135 StPO).

3. Die Zustimmung zur Löschung des erhobenen DNA-Profils (PCN-Nr. .________) sei nach Ab-
lauf der Frist durch das zuständige Bundesamt einzuholen (Art. 16 Abs. 4 DNA-ProfilG).

4. Die Zustimmung zur Löschung der erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten sei 
nach Ablauf der Frist durch die auftraggebende Behörde einzuholen (Art. 17 Abs. 4 i.V.m. Art. 19 
Abs. 1 Verordnung über die Bearbeitung biometrischer erkennungsdienstlicher Daten).

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5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Infolge der bloss beschränkten Berufung des Beschuldigten erwuchs das Urteil des 
Regionalgerichts Emmental-Oberaargau vom 13. April 2018 – berichtigt am 12. Ok-
tober 2018 – bereits teilweise in Rechtskraft. Rechtskräftig ist Folgendes: 

- die Verfahrenseinstellung wegen Widerhandlungen gegen das Abfallgesetz, 
angeblich begangen am 15. Mai 2015 in O.________ durch Wegwerfen von 
Abfällen ausserhalb von Abfallanlagen oder Sammelstellen, ohne Ausrichtung 
einer Entschädigung und ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten;

- der Freispruch von der Anschuldigung der Drohung, angeblich begangen am 
12. April 2016 in P.________ z.N. von Q.________, ohne Ausrichtung einer 
Entschädigung und ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten;

- die folgenden Schuldsprüche:

1. wegen Raubes, mehrfach begangen wie folgt:

1.1 am 15. Mai 2015 in O.________ z.N. der R.________ (Bank) sowie 
S.________ und T.________;

1.2 am 8. März 2016 in U.________ z.N. der J.________ SA (Bank) 
U.________ sowie K.________, H.________ und L.________;

1.3 am 17. März 2016 in V.________ z.N. der D.________ (Bank) sowie 
W.________ und F.________;

1.4 am 12. April 2016 in P.________ z.N. der G.________ (Bank) sowie 
X.________ und Y.________;

2. wegen Sachbeschädigung, begangen zu einem nicht näher bestimmbaren 
Zeitpunkt kurz vor dem 12. April 2016 in Z.________ z.N. des Bundesamts 
für Strassen;

3. wegen Widerhandlungen gegen das Ausländergesetz, mehrfach begangen 
in der Zeit vom 14. Mai 2015 bis am 12. April 2016 in AE.________, 
O.________, U.________, AF.________, AD.________, V.________, 
AG.________, AC.________ und P.________ durch rechtswidrige Einreise 
und rechtswidrigen Aufenthalt;

4. wegen Widerhandlungen gegen das Waffengesetz, mehrfach begangen in 
der Zeit vom 15. Mai 2015 bis am 12. April 2016 in AE.________, 
O.________ U.________, V.________ und P.________ durch Verbringung 
einer Waffe in das schweizerische Staatsgebiet ohne Berechtigung und 
Tragen derselben an öffentlich zugänglichen Orten ohne Waffentragbewilli-
gung;

- die Verurteilung des Beschuldigten zur Bezahlung einer Entschädigung von 
CHF 22‘008.75 an den Straf- und Zivilkläger K.________, die Straf- und Zivil-
klägerin L.________ und den Strafkläger H.________ für ihre Aufwendungen 
im Verfahren, unter solidarischer Haftung mit M.________;

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- die nachfolgenden Verfügungen im Zivilpunkt:

1. die Verurteilungen des Beschuldigten wie folgt:

1.1 zur Bezahlung von CHF 444‘000.00 Schadenersatz an die Zivilklägerin 
C.________ AG (Versicherungsgesellschaft);

1.2 zur Bezahlung von CHF 1‘500.00 Genugtuung an den Straf- und Zivil-
kläger K.________, wobei die Zivilklage des Straf- und Zivilklägers 
K.________ in Anbetracht der unzureichenden Begründung soweit wei-
tergehend auf den Zivilweg verwiesen wurde;

1.3 zur Bezahlung von CHF 1‘000.00 Genugtuung an die Straf- und Zivilklä-
gerin L.________, wobei die Zivilklage der Straf- und Zivilklägerin 
L.________ in Anbetracht der unzureichenden Begründung soweit wei-
tergehend auf den Zivilweg verwiesen wurde;

2. die weitere Verurteilung des Beschuldigten unter solidarischer Haftung mit 
M.________:

2.1 zur Bezahlung von CHF 19‘500.00 Schadenersatz an die Zivilklägerin 
C.________ (Versicherungsgesellschaft);

2.2 zur Bezahlung von CHF 500.00 Schadenersatz an die Zivilklägerin 
D.________ (Bank);

3. der Bst. A/Ziff. V/3 und der Bst. A/Ziff. V/4 des erstinstanzlichen Urteilsdis-
positivs betreffend die Verweisungen der Zivilklagen der Straf- und Zivilklä-
gerin J.________ SA (Bank) U.________ und des Zivilklägers F.________ 
auf den Zivilweg sowie der Bst. A/Ziff. V/5 des erstinstanzlichen Urteilsdis-
positivs bezüglich das Nichteintreten auf die Zivilklage des Strafklägers 
H.________ und der Bst. A/Ziff. V/6 des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs, 
wonach für den Zivilpunkt weder Verfahrenskosten noch Entschädigungen 
ausgeschieden wurden;

- soweit gemäss Bst. C des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs weiter Folgendes 
verfügt wurde:

1. die in Bst. C/Ziff. 3 des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs aufgeführten Ge-
genstände und Vermögenswerte werden gestützt auf Art. 69 StGB bzw. mit 
Einwilligung der beiden Beschuldigten zur Vernichtung eingezogen;

2. es wird festgestellt, dass folgende Gegenstände mit Einverständnis des Be-
schuldigten bereits vernichtet wurden (Bst. C/Ziff. 4 des erstinstanzlichen 
Urteilsdispositivs):
- 1 Integralhelm, schwarz, Marke «GREX», Modell G-06, Grösse XS; 
- 1 Jethelm, schwarz, Marke «AXO», Grösse S;
- 1 Motorrad Kawasaki KL500B, Rahmen-Nr. KL500B 000119;

11

3. die in Bst. C/Ziff. 5 des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs genannten Ge-
genstände soweit den Beschuldigten betreffend gestützt auf Art.  69 StGB 
eingezogen und der Kantonspolizei Bern, Kriminaltechnischer Dienst, Fach-
gruppe Urkunden und Schriften, zu Vergleichszwecken überlassen wurden.

Angefochten und von der Kammer zu beurteilen sind demgegenüber die Verurtei-
lung wegen mehrfacher Fälschung von Ausweisen (Bst. A./Ziff. III./3./3.1 und 3.2 
des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs) sowie die Verurteilung wegen strafbaren 
Vorbereitungshandlungen [zu Raub] und Anstiftung dazu (Bst. A./Ziff. III./4. des 
erstinstanzlichen Urteilsdispositivs). Weiter hat die Kammer die Sanktion inkl. Kos-
ten- und Entschädigungsfolgen zu überprüfen. Sie verfügt dabei über volle Kogniti-
on (Art. 398 Abs. 2 StPO), ist jedoch aufgrund der alleinigen Berufung des Be-
schuldigten an das Verschlechterungsverbot gemäss Art. 391 Abs. 2 StPO gebun-
den, d.h. sie darf das Urteil nicht zu Ungunsten des Beschuldigten abändern.

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

6. Vorbemerkungen

Betreffend die theoretischen Grundlagen der Beweiswürdigung wird auf die zutref-
fenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen (S. 11 ff. der erstinstanzlichen Ur-
teilsbegründung; pag. 2161 ff.). 

Soweit die erstinstanzlich erfolgten Schuldsprüche unangefochten und in Rechts-
kraft erwachsen sind, wird – mit Blick auf die Strafzumessung – von den durch die 
Vorinstanz als erwiesen erachteten Sachverhalten ausgegangen. Es kann auf die 
entsprechenden vorinstanzlichen Erwägungen zu den einzelnen Vorfällen verwie-
sen werden (vgl. S. 15-31 [betr. Raubüberfälle], S. 45 [betr. Sachbeschädigung] 
und S. 56-58 [betr. AuG- und WG-Widerhandlungen] der erstinstanzlichen Urteils-
begründung; pag. 2165-2177, pag. 2195 und pag. 2206-2208). Sofern relevant wird 
im Rahmen der Strafzumessung (unter Ziff. IV hiernach) näher darauf eingegan-
gen. 

7. Zum Vorwurf der mehrfachen Fälschung von Ausweisen 

Die dem Beschuldigten unter den Ziffern I./A./4.1 und I./A./4.2 der Anklageschrift 
vorgeworfenen Sachverhalte sind unbestritten. Es ist beweismässig erstellt, dass 
der Beschuldigte kurz vor dem 17. März 2016 in einem Hotel in AA.________ oder 
AB.________ beim Ausfüllen des Meldescheins einen von M.________ gefälsch-
ten, auf AK.________ lautenden Personalausweis vorwies. Weiter ist erwiesen, 
dass sich der Beschuldigte am 9. März 2016 im Rahmen des Überfalls auf die 
J.________ (Bank) in U.________ mit einem ebenfalls von M.________ gefälsch-
ten, auf AL.________ lautenden Ausweisdokument auswies (pag. 1752). 

In beiden Fällen ist die rechtliche Subsumtion strittig (vgl. Erwägung 9 hiernach).

12

8. Zum Vorwurf der strafbaren Vorbereitungshandlungen zu Raub und der An-
stiftung dazu 

8.1 Anklagesachverhalt 

Unter Ziffer I./A./5 der Anklageschrift wird dem Beschuldigten zusammengefasst 
vorgeworfen, zwischen Herbst 2015 und ca. dem 7. April 2016 in U.________ und 
AD.________ mehrfach strafbare Vorbereitungshandlungen zu Raub begangen 
sowie dazu angestiftet zu haben. Er habe einerseits diverse Banken selbst ausge-
kundschaftet und andererseits AM.________ und M.________ dazu angestiftet, 
insbesondere in den Banken in U.________, AC.________ und P.________ Geld 
zu wechseln und dabei die Sicherheitsvorkehrungen im Bankfoyer (Lichtschranken, 
Trennscheibe an Schalter usw.) auszuspionieren (pag. 1752).

8.2 Bemerkungen zum Anklagesachverhalt

Soweit es um den Vorwurf des eigenen Auskundschaftens geht, entfällt der Tatbe-
stand der strafbaren Vorbereitungshandlungen zu Raub hinsichtlich der in der An-
klageschrift genannten Banken in U.________ und P.________. Die Raubüberfälle 
auf diese beiden ausgekundschafteten Banken wurden durchgeführt. Der Tatbe-
stand von Art. 260bis Abs. 2 aStGB (vgl. zur Terminologie aStGB Erwägung 12 
hiernach) wird durch Art. 140 Ziff. 1 aStGB konsumiert. Was für die Haupttat gilt, 
muss auch für die Anstiftung dazu gelten, weshalb der Vorwurf der Anstiftung in 
den Fällen «U.________» und «P.________» ebenfalls entfällt. 

Einen Tatort AD.________ gab es des Weiteren nie. Es handelt sich dabei schlicht 
um einen Verschrieb in der Anklageschrift, der im erstinstanzlichen Dispositiv leider 
fortgeschrieben wurde. 
Wie die Verteidigung zu Recht geltend machte und auch die Vorinstanz feststellte, 
bleiben somit nur die Vorwürfe in Bezug auf den Tatort AC.________.

8.3 Bestrittener Sachverhalt und Beweisfragen
Der Beschuldigte bestreitet, selber in der Bank in AC.________ gewesen zu sein 
und dieselbe ausgekundschaftet zu haben. Zudem stellt er in Abrede, M.________ 
und/oder AM.________ dazu angestiftet zu haben, in dieser Bank Geld zu wech-
seln und dabei die Sicherheitsvorkehrungen im Foyer auszuspionieren. Nachfol-
gend ist somit zunächst zu klären, ob der Beschuldigte die Bank in AC.________ 
selber auskundschaftete. Sodann ist zu erörtern, ob er M.________ und/oder 
AM.________ dazu anstiftete. 
Ferner ist nicht restlos geklärt und daher kurz darauf einzugehen, aus welchen 
Gründen die Bank in AC.________ schlussendlich nicht überfallen wurde.
Schliesslich erfolgt unter Erwägung 8.6 ein Fazit.

8.4 Beweismittel
Zur Beantwortung dieser Fragen liegen dem Gericht die Aussagen des Beschuldig-
ten (pag. 281 ff. resp. pag. 849 ff.; pag. 854 ff.; pag. 910 ff.; pag. 917.1 ff.; 
pag. 1967 ff. und pag. 2336 ff.) und von M.________ (pag. 949 ff.; pag. 968.1 ff.; 
pag. 968.12 ff.; pag. 968.25 ff. und pag. 1959) zur Würdigung vor. Weiter finden 
sich in den Akten ein Schreiben von AM.________ an Gerichtspräsidentin 
AN.________ betreffend Teilnahme an der erstinstanzlichen Hauptverhandlung 

13

(pag. 1842 f.) sowie die gekürzte Urteilsausfertigung des Landesgerichts 
AP.________ vom 24. Mai 2017 (pag. 2000 ff.). Die Einvernahmen von 
AM.________ sowie die Aussagen, welche der Beschuldigte und M.________ auf 
Vorhalt ihrer Aussagen machten, wurden hingegen wegen Unverwertbarkeit aus 
den Akten gewiesen (Art. 1 i.V.m. Art. 147 Abs. 4 StPO; pag. 1945). Es wird darauf 
verzichtet, die vorhandenen Beweismittel zusammenzufassen. Soweit relevant wird 
im Rahmen der Würdigung (Erwägungen 8.5.1 und 8.5.2) darauf eingegangen. 
Ferner kann auf die amtlichen Akten verwiesen werden. 

8.5 Würdigung durch die Kammer 

8.5.1 Zur Frage, ob der Beschuldigte die Bank in AC.________ selber auskundschaftete
Der Beschuldigte bestritt in der oberinstanzlichen Hauptverhandlung erstmals aus-
drücklich, die Bank in AC.________ selber betreten und ausspioniert zu haben. 
Konkret erklärte er auf Frage, wer alles in diese Bank reingegangen sei: «Ich war 
da nicht drinnen. Das war der Herr M.________.» (pag. 2338 Z. 32 f.). Auf Nach-
frage teilte er zudem mit: «Ich war da nie drinnen. Hundert Prozent nicht. Ich war 
sicher nie in AC.________ in der Bank. Der M.________ ging nur rein und er hat 
mir dann gesagt, die Angestellte sei so freundlich. Ich war da aber hundertprozen-
tig nie drinnen. Ich habe die Bank nie von innen gesehen.» (pag. 2338 Z. 35 ff.). 

Bei isolierter Betrachtung dieser Aussagen fällt auf, dass der Beschuldigte fast 
übermässig stark dementiere, in der Bank in AC.________ gewesen zu sein. Dies 
spricht grundsätzlich nicht unbedingt für die Richtigkeit dieser Äusserungen. Je-
doch ist vorliegend zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte bis zur oberinstanzli-
chen Hauptverhandlung nie konkret auf das Ausspionieren der Bank in 
AC.________ angesprochen worden war. Es war jeweils vielmehr generell, d.h. 
nicht tatortspezifisch, vom Auskundschaften von Banken die Rede. In diesem Zu-
sammenhang gab der Beschuldigte nie an, er sei selber in der Bank in 
AC.________ gewesen, um diese auszuspionieren. Als ihm in der Schlusseinver-
nahme vorgehalten wurde, M.________ habe gesagt, er (der Beschuldigte) habe 
die Bank in AC.________ ausgekundschaftet, während er selber (M.________) 
darin nur Geld gewechselt habe, erklärte der Beschuldigte: «Es ist richtig, dass 
M.________ dort Geld gewechselt hat. […] Ich sagte ihm, er soll reingehen und 
schauen. Wenn es gepasst hätte, wäre es etwas gewesen […] M.________ war in 
der Bank.» (pag. 917.18 Z. 195 ff.). Ferner bestätigte der Beschuldigte, das «Geld-
wechseln» sei das von ihm ausgedachte Standardvorgehen für das Auskundschaf-
ten der Banken gewesen (pag. 917.18 Z. 205 ff.). 

Die Vorinstanz ging davon aus, der Beschuldigte habe die Bank in AC.________ 
selber ausgekundschaftet, weil er M.________‘s Aussage, wonach der Beschuldig-
te die Bank in AC.________ ausgekundschaftet habe, nicht bestritten habe 
(vgl. pag. 2201; S. 51 der Urteilsbegründung). 

Nach Ansicht der Kammer kann diesem – im Wesentlichen auf einem Umkehr-
schluss basierenden – Beweisergebnis aus den nachfolgenden Gründen allerdings 
nicht gefolgt werden. Der Beschuldigte wurde bis zur oberinstanzlichen Hauptver-
handlung nie ausdrücklich auf den Vorfall in AC.________ angesprochen. Sodann 
erklärte er im gesamten Verfahren nie, die Bank in AC.________ selber betreten 

14

und ausspioniert zu haben. M.________ ist der Einzige, der dies erwähnte. In An-
betracht der Gesamtumstände kann dem Beschuldigten aber nicht einzig gestützt 
auf diese Äusserung von M.________ angelastet werden, die Bank in 
AC.________ selber ausgekundschaftet zu haben. Bei M.________ handelt es sich 
nämlich um den Mitbeschuldigten, d.h. um den Komplizen des Beschuldigten. Die 
beiden kundschafteten gemeinsam mehrere Banken aus und begingen zusammen 
auch drei Banküberfälle (in U.________, in V.________ und in P.________, wobei 
M.________ in U.________ «nur» Gehilfe war). Es ist folglich durchaus möglich, 
dass sich M.________ nicht mehr haargenau an die Einzelheiten des Vorgehens 
an einem spezifischen Tatort erinnern kann resp. mit Blick auf die verschiedenen 
Tatorte gewisse Sachen unter Umständen verwechselt. Immerhin handelten die 
beiden – wie unter Erwägung 8.5.2 hiernach noch aufzuzeigen sein wird – nach 
Ansicht der Kammer gemeinsam, weshalb an einem Ort mutmasslich der Beschul-
digte in die Bank reinging und an einem anderen Ort wiederum M.________. 

Demzufolge kommt die Kammer zusammengefasst zum Schluss, dass dem Be-
schuldigten gestützt auf die vorliegenden Beweismittel nicht rechtsgenüglich nach-
gewiesen werden kann, dass er die Bank in AC.________ selber betrat und deren 
Sicherheitsvorkehrungen ausspionierte. Mit anderen Worten ist zumindest «in du-
bio pro reo» davon auszugehen, dass der Beschuldigte die Bank in AC.________ 
nicht selber auskundschaftete. Gerade an diesem Ort, war es – wie unter Erwä-
gung 8.5.2 hiernach noch dargetan wird – M.________, der zwecks Auskundschaf-
tens die Bank betrat.

8.5.2 Zur Frage, ob der Beschuldigte M.________ und/oder AM.________ dazu anstifte-
te, die Bank in AC.________ auszuspionieren
Der Beschuldigte bestreitet generell, M.________ und AM.________ dazu be-
stimmt zu haben, die Bank in AC.________ auszukundschaften. 

Was die Beteiligung von M.________ angeht, erklärte der Beschuldigte in der obe-
rinstanzlichen Hauptverhandlung, M.________ sei zwei Tage nachdem er (der Be-
schuldigte) wegen des Raubes in O.________ aus der zweitätigen Haft in 
AO.________ entlassen worden sei, zu ihm gekommen und habe ihm angeboten, 
ihn als Chauffeur in die Schweiz zu fahren. M.________ habe damals bereits seit 
vier Monaten keine Miete mehr bezahlt und in AO.________ nichts mehr zu verlie-
ren gehabt (pag. 2338 Z. 4 ff.). Er selber habe zudem gewusst, dass die «Schwei-
zer» ohnehin von seinem Raub in O.________ wussten und deswegen zu 
M.________ gesagt: «Komm wir fahren in die Schweiz.» (pag. 2338 Z. 21 f.). In der 
Schweiz habe er M.________ sodann unter anderem in die Bank in AC.________ 
geschickt, um Geld zu wechseln und sich umzuschauen (pag. 917.18 Z. 199 und 
Z. 207; pag. 1971 Z. 36 f.). Diesen nachvollziehbaren, widerspruchsfreien und ins-
gesamt glaubhaften Aussagen des Beschuldigten folgend ist grundsätzlich anzu-
nehmen, dass M.________ in der Bank in AC.________ war. 

M.________ bestätigte denn auch seinerseits, er habe insbesondere die Bank in 
AC.________ ausgekundschaftet und bei seiner Reise in die Schweiz gewusst, 
dass der Beschuldigte «neue» Banken haben auskundschaften wollen (pag. 783.2 
Z. 131 f.; pag. 874 Z. 192 ff.; pag. 933 F/A 19; pag. 939 F/A 72; pag. 953 Z. 164 ff. 
und Z. 202 f.; pag. 968.15 Z. 89 ff.). Er habe sich damals Ende 2015 in einer finan-

15

ziellen «Notsituation» befunden und deshalb den Beschuldigten aufgesucht, den er 
aus dem Gefängnis gekannt und von dem er gewusst habe, dass er früher in der 
Schweiz bereits Banken überfallen habe (u.a. pag. 1961 Z. 21 und Z. 44 sowie 
pag. 1962 Z. 2 und Z. 27). Er sei dann mit dem Beschuldigten in die Schweiz ge-
kommen und habe mit diesem Banken ausgekundschaftet, wobei das «Geldwech-
seln» das Standardvorgehen dafür gewesen sei (u.a. pag. 1961 Z. 24 ff. und 
pag. 968.18 Z. 197 ff.). Ab und zu habe ihn der Beschuldigte gefragt, ob er «Geld 
wechseln gehen könne», weil er (der Beschuldigte) wegen der früheren Überfälle 
bekannt gewesen sei und es folgedessen nicht mehr selber habe machen können. 
Er sei deswegen dann jeweils zum «Geldwechseln» in Banken gegangen und habe 
dabei gezählt, wieviele Angestellte dort arbeiteten (pag. 968.15 Z. 89 ff.). Vom Be-
schuldigten her habe er zudem gewusst, wie die Banken aussehen sollten resp. 
dass sie nach Banken mit einem offenen Schalter Ausschau halten würden 
(pag. 968.5 Z. 128 f.). Gestützt auf diese in sich stimmigen, plausiblen Aussagen 
steht für die Kammer fest, dass M.________ die Bank in AC.________ betrat und 
diese ausspionierte.

Weiter geht die Kammer in Würdigung der erwähnten Aussagen wie die Vorinstanz 
davon aus, dass der Beschuldigte M.________ sagte, er solle in der Bank in 
AC.________ Geld wechseln und «sich umschauen» resp. insbesondere prüfen, 
ob die Bank «offen» sei und wieviel Angestellte dort arbeiteten. Entgegen der Vor-
instanz und der Staatsanwaltschaft nimmt die Kammer – aus den nachfolgenden 
Gründen – allerdings an, dass M.________ im Zeitpunkt, in dem ihn der Beschul-
digte in die Bank in AC.________ schickte, bereits selber dazu entschlossen war, 
diese Bank im Hinblick auf einen allfälligen Überfall auszukundschaften:

M.________ befand sich Ende 2015 gemäss eigenen Aussagen in einer finanziel-
len «Notsituation», weshalb er den Beschuldigten, den er aus dem Gefängnis 
kannte und dessen deliktische Vergangenheit ihm bestens bekannt war, aufsuchte. 
Er reiste sodann (in den Monaten Februar, März und April 2016) wiederholt zu-
sammen mit dem Beschuldigten in die Schweiz und kundschaftete mit diesem 
Banken aus (pag. 1961 Z. 15 ff.). Dabei erklärte ihm der Beschuldigte das Stan-
dardvorgehen zum Auskundschaften der Banken («Geldwechseln») und wie ge-
eignete Banken «aussehen» mussten (pag. 968.5 Z. 128 f. und pag. 968.18 
Z. 197 ff). Am 8. März 2016 unterstützte M.________ den Beschuldigten schliess-
lich beim Raub in U.________ (pag. 2069), am 17. März 2016 begingen die beiden 
gemeinsam den Raub in V.________ und am 12. April 2016 denjenigen in 
P.________ (pag. 2069). Die Vorinstanz verurteilte M.________ in der Folge ins-
besondere wegen der beiden Raubdelikte in V.________ und in P.________, we-
gen Gehilfenschaft zum Raub in U.________ und wegen strafbarer Vorbereitungs-
handlungen [zu Raub] zwischen Februar 2016 und ca. dem 7. April 2016 in 
AC.________ (pag. 2069). 

Die Kammer ist aufgrund dieser Umstände überzeugt, dass M.________ im Zeit-
punkt, in dem ihm der Beschuldigte sagte, er solle in der Bank in AC.________ 
«Geld wechseln gehen und sich umschauen» längst (selbst) dazu entschlossen 
war, diese Bank mit Blick auf einen weiteren Überfall auszuspionieren. Mit anderen 
Worten ist nicht davon auszugehen, dass erst die erwähnte «Aufforderung» des 

16

Beschuldigten M.________ dazu bewog, die Bank in AC.________ auszukund-
schaften. Nach Ansicht der Kammer entschlossen sich der Beschuldigte und 
M.________ vielmehr gemeinsam, im Hinblick auf einen weiteren Raub die Bank in 
AC.________ auszukundschaften. In der Folge handelten sie zusammen, während 
es in AC.________ M.________ war, der die Bank selber betrat und ausspionierte 
und an einem anderen Ort mutmasslich wieder der Beschuldigte an der Reihe ge-
wesen wäre. Die Kammer erachtet die vom Beschuldigten an M.________ gerich-
tete Äusserung («geh in der Bank Geld wechseln und schau dich um») folgedessen 
vielmehr als gewissermassen organisatorische Abmachung in dem Sinne von: 
«diesmal gehst du in die Bank, das nächste Mal dann wieder ich». Zusammenge-
fasst entschlossen sich der Beschuldigte und M.________ gemeinsam, die Bank in 
AC.________ auszukundschaften und handelten in der Folge zusammen.

Somit bleibt im Hinblick auf den Tatort AC.________ noch die Rolle von 
AM.________ zu klären. 

Der Beschuldigte bestritt, AM.________ jemals gesagt zu haben, sie solle Banken 
auskundschaften. Bevor er mit ihr im Februar 2016 in die Schweiz gekommen sei, 
habe er das Auskundschaften zwar «für sich im Kopf» gehabt. AM.________ habe 
er aber nur mitgenommen, um Geld zu wechseln (pag. 291 Z. 306 ff.; pag. 917.13 
Z. 22; pag. 1971 Z. 36 f.) und damit sie mit M.________ – so zu sagen zwecks 
Tarnung – ein Paar vortäuschen könne (pag. 856 Z. 44 f. und Z. 53 ff.). Er habe sie 
zwar effektiv in Banken geschickt und in der Folge gefragt, ob die Bank «offen» sei. 
Danach sei er aber jeweils noch selber «vorbeigegangen», wobei er gesehen habe, 
ob die entsprechende Bank «offen» sei oder nicht (pag. 1972 Z. 2 ff. und Z. 6 f.; 
pag. 1971 Z. 32 ff.). Schliesslich habe er AM.________ 500 Euro gegeben und sie 
(im Februar 2016) nach Hause geschickt, weil er nicht gewollt habe, dass sie dabei 
war (u.a. pag. 1971 Z. 41 f.). Auf Frage, wieviel Banken die anderen ausgekund-
schaftet hätten, erklärte der Beschuldigte in der Schlusseinvernahme, «glaublich 
nur U.________». Auf Nachfrage sagte er sodann gar, er glaube nicht, dass sie ir-
gendetwas ausgekundschaftet hätten (pag. 917.15 Z. 85 ff.). Als er in der oberin-
stanzlichen Hauptverhandlung schliesslich konkret auf die Bank in AC.________ 
angesprochen wurde, gab er an, er wisse nicht, ob AM.________ mit M.________ 
in AC.________ in der Bank gewesen sei oder nicht. Er wisse nur, dass 
AM.________ in U.________ einmal alleine und einmal mit M.________ «drinnen» 
gewesen sei. «Andere Male auch, aber ob in AC.________, das weiss ich nicht.» 
(pag. 2338 Z. 44 f. und pag. 2340 Z. 1 ff.). Allein diese Aussagen des Beschuldig-
ten lassen nicht darauf schliessen, dass AM.________ die Bank in AC.________ 
auf Anstoss des Beschuldigten hin selber ausspionierte. 

Im Wesentlichen zum selben Ergebnis gelangt die Kammer bei der Analyse der 
Aussagen von M.________. Dieser erklärte auf Frage, ob beim Auskundschaften 
der Banken noch jemand anderes dabei gewesen sei: «Ja, AM.________ war da-
bei.» (pag. 1963 Z. 43 ff.). Sie sei eine professionelle Prostituierte und der Be-
schuldigte habe eine Frau dabeihaben wollen (pag. 1963 Z. 45 ff.). Er könne aber 
nicht sagen, was der Beschuldigte mit ihr gesprochen bzw. ob er sie konkret dazu 
bewegt habe, Banken auszuspionieren (pag. 1964 Z. 1 ff.). 

17

Die vorhandenen Aussagen betreffend die Frage, ob AM.________ die Bank in 
AC.________ auf Anstoss des Beschuldigten hin ausgekundschaftet hat, fallen 
demnach relativ vage aus und sprechen mit Blick auf den Tatort AC.________ ins-
gesamt gegen eine Beteiligung von AM.________. Es bleibt somit zu prüfen, was 
aus den objektiven Beweismitteln hervorgeht:

Am 8. Januar 2018 schrieb AM.________ der Gerichtspräsidentin, sie könne nicht 
an der erstinstanzlichen Hauptverhandlung vom 9. April 2018 teilnehmen, weil am 
7. April 2018 ihr Kind geboren werden sollte. Sie sei aber vom Landesgericht 
AP.________ im Mai 2017 zu einer bedingten Haftstrafe verurteilt worden und ha-
be in diesem gesonderten Strafverfahren insbesondere soweit ihre Person und ihre 
Rolle bei den Raubüberfällen in der Schweiz angehend, vollständige und wahr-
heitsgemässe Angaben gemacht (vgl. pag. 1842). Aus der gekürzten Urteilsausfer-
tigung des Landesgerichts AP.________ vom 24. Mai 2017 geht schliesslich her-
vor, dass AM.________ wegen «Verbrechen des Raubes als Beitragstäterin» ver-
urteilt wurde, weil sie «zu nicht näher bekannten Zeitpunkten zwischen Herbst 2015 
und Ende Februar 2016 in U.________/Schweiz» mit dem Beschuldigten und 
M.________ in die Schweiz gereist und in drei verschiedene Banken gegangen sei, 
um sich über die Gegebenheiten in der Bank (Lichtschranken oder eventuelle Gitter 
am Schalter) zu informieren und diese Informationen an den Beschuldigten und 
M.________ weiterzugeben (vgl. pag. 2001). Dieser Urteilsauszug weist zwar dar-
aufhin, dass AM.________ zwischen Herbst 2015 und Februar 2016 mit dem Be-
schuldigten und M.________ in der Schweiz war und drei Banken auskundschafte-
te. Allerdings spricht er nicht ansatzweise für eine Beteiligung von AM.________ 
am Tatort AC.________. Das Urteil des Landesgerichts AP.________ nimmt einzig 
Bezug auf den Tatort bzw. die Tatorte «U.________/Schweiz», von AC.________ 
oder AG.________ ist hingegen keine Rede. Hinsichtlich des Tatzeitpunkts ist 
schliesslich festzuhalten, dass AM.________ gemäss dem Urteilsauszug des Lan-
desgerichts AP.________ zwischen Herbst 2015 und Februar 2016 mit dem Be-
schuldigten und M.________ Banken auskundschaftete. Die Bank in AC.________ 
wurde zwischen Februar 2016 und ca. 7. April 2016 ausspioniert (pag. 2069). Der 
Beschuldigte erklärte schliesslich, AM.________ sei nur einmal im Februar 2016 
wenige Tage mit ihm und M.________ in der Schweiz gewesen (pag. 917 Z. 26 
und pag. 1972 Z. 10). Demzufolge ist durchaus möglich, dass AM.________ im 
Zeitpunkt, in dem der Beschuldigte und M.________ AC.________ auskundschaf-
teten, bereits wieder zuhause in AO.________ resp. nicht mehr mit diesen zusam-
men in der Schweiz war. Dies umso mehr, wenn die Bank in AC.________ kurz vor 
dem Überfall vom 12. April 2016 auf die Bank in P.________ ausgekundschaftet 
wurde, was nicht auszuschliessen ist, weil der Beschuldigten und M.________ ja 
eigentlich zunächst die Bank in AC.________ ausrauben wollen, sich – nachdem 
sie diese besichtigt hatten – allerdings aus unterschiedlichen Gründen dazu ent-
schieden, anstatt die Bank in AC.________ diejenige in P.________ zu überfallen 
(vgl. Erwägung 8.5.3 hiernach).

Insgesamt ist damit nach Ansicht der Kammer entgegen der Vorinstanz nicht er-
wiesen, dass der Beschuldigte AM.________ dazu bestimmte, in AC.________ die 
Bank zu betreten, dort Geld zu wechseln und dabei – im Hinblick auf einen allfälli-
gen Raubüberfall – die Sicherheitsvorkehrungen auszukundschaften. 

18

8.5.3 Zur Frage, weshalb die Bank in AC.________ nicht überfallen wurde 

Grundsätzlich stellt sich die Frage, aus welchen Gründen die Bank in AC.________ 
schlussendlich nicht überfallen wurde. Gemäss dem Beschuldigten hätten er und 
M.________ die Bank nicht überfallen, weil sie bereits einmal überfallen worden sei 
(pag 917.18 Z. 200 ff. und pag. 2340 Z. 1 ff.). M.________ erklärte demgegenüber, 
er habe dem Beschuldigten gesagt, die Bank in AC.________ sei «zu» und er habe 
ihn überredet, statt die Bank in AC.________ diejenige in P.________ zu überfal-
len, weil die Bankangestellte in AC.________ so nett gewesen sei (pag. 968.17 
Z. 169 ff. und pag. 1964 Z. 17 ff.). 

Vorweggenommen kann bei vorliegendem Ergebnis (vgl. die Erwägungen 8.6 und 
10 hiernach) grundsätzlich offen bleiben kann, weshalb der Beschuldigte und 
M.________ die Bank in AC.________ schlussendlich nicht überfielen. Der 
Vollständigkeit halber hält die Kammer fest, dass sie gestützt auf die vorliegenden 
Aussagen des Beschuldigten und von M.________ davon ausgeht, dass 
M.________ dem Beschuldigten mitteilte, die Bank sei «zu» und früher bereits 
einmal überfallen worden, worauf der Beschuldigte entgegnete, dass sie diesfalls 
die Bank in AC.________ sicher nicht überfallen würden. Mithin eignete sich die 
Bank in AC.________ aus Sicht des Beschuldigten (und von M.________) nicht für 
einen Überfall oder jedenfalls weniger, als diejenige in P.________.  

8.6 Fazit

Nach den obigen Erwägungen kommt die Kammer zunächst zum Ergebnis, dass 
der Beschuldigte die Bank in AC.________ nicht betrat und somit auch nicht selber 
auskundschaftete. Nach Würdigung dieses Beweisergebnisses ergibt sich somit 
keine rechtsgenügliche Grundlage für einen Schuldspruch des Beschuldigten be-
züglich des angeklagten Sachverhalts, wonach er die Bank in AC.________ aus-
gekundschaftet habe. Der Beschuldigte ist somit – in Abänderung des erstinstanzli-
chen Urteils – vom Vorwurf der strafbaren Vorbereitungshandlungen zu Raub, an-
geblich begangen zwischen Herbst 2015 und ca. 7. April 2016 in AC.________ 
freizusprechen. Angesichts der vergleichsweisen Geringfügigkeit dieses Frei-
spruchs werden hierfür weder Verfahrenskosten ausgeschieden noch wird dafür 
eine Entschädigung ausgerichtet.

Weiter kann dem Beschuldigten aus Sicht der Kammer nicht rechtsgenüglich nach-
gewiesen werden, dass er AM.________ dazu anstiftete, für ihn die Bank in 
AC.________ auszukundschaften resp. dort Geld wechseln zu gehen und die Si-
cherheitsvorkehrungen im Bankfoyer (Lichtschranken, Trennscheibe an Schalter 
etc.) auzuspionieren. Somit ist der Beschuldigte in Bezug auf AM.________ und in 
Abänderung des erstinstanzlichen Urteils vom Vorwurf der Anstiftung zu strafbaren 
Vorbereitungshandlungen zu Raub, angeblich begangen zwischen Herbst 2015 
und ca. 7. April 2016 in AC.________ freizusprechen. Dieser Freispruch erfolgt aus 
dem hiervor bereits erwähnten Grund ebenfalls ohne Ausscheidung von Verfah-
renskosten und ohne Ausrichtung einer Entschädigung.

Schliesslich geht die Kammer davon aus, dass sich M.________ mutmasslich be-
reits im Februar 2016, als er mit dem Beschuldigten erstmals in die Schweiz reiste, 
um Banken auszukundschaften, spätestens wohl aber nach dem Raub in 

19

U.________ am 8. März 2016, bei welchem er den Beschuldigten unterstützte, ent-
schloss, zusammen mit dem Beschuldigten Banken zu überfallen (was er in 
V.________ und P.________ schliesslich auch tat). Folgedessen entschied er sich, 
gemeinsam mit dem Beschuldigten die zu diesem Zwecke erforderlichen Vorkeh-
rungen zu treffen, insbesondere allenfalls in Frage kommende Banken auszukund-
schaften. M.________ war somit im Zeitpunkt als ihn der Beschuldigte zum «Geld-
wechseln» und «sich umschauen» in die Bank in AC.________ schickte bereits 
entschlossen, diese Bank resp. deren Sicherheitsvorkehrungen im Hinblick auf ei-
nen Überfall (zusammen mit dem Beschuldigten) auszuspionieren. Mit anderen 
Worten wurde sein Entschluss, Banken – resp. insbesondere die Bank in 
AC.________ – auszukundschaften nicht erst durch die «Aufforderung» des Be-
schuldigten hervorgerufen, sondern bestand bereits im Zeitpunkt, als ihn der Be-
schuldigte in die fragliche Bank schickte. Was dies in rechtlicher Hinsicht bedeutet, 
wird unter Erwägung 10 hiernach erläutert. 

III. Rechtliche Würdigung

9. Fälschung von Ausweisen (mehrfach)

9.1 Theoretische Grundlagen 

Nach Art. 252 aStGB macht sich der Fälschung von Ausweisen schuldig, wer in der 
Absicht, sich oder einem andern das Fortkommen zu erleichtern, Ausweisschriften, 
Zeugnisse, Bescheinigungen fälscht oder verfälscht, eine Schrift dieser Art zur 
Täuschung gebraucht oder echte, nicht für ihn bestimmte Schriften dieser Art zur 
Täuschung missbraucht.

Betreffend die theoretischen Grundlagen dieser Bestimmung wird vollumfänglich 
auf die korrekten vorinstanzlichen Erwägungen verwiesen (S. 47 f. der erstinstanz-
lichen Urteilsbegründung; pag. 2197 f.):

Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung wird die Erleichterung des Fortkommens als jede unmit-
telbare Verbesserung der persönlichen Lage umschrieben (BGE 98 IV 55 E. 2). Darunter fällt etwa 
auch die Erlangung sozialer Vorteile bzw. die Vergrösserung der gesellschaftlichen Bewegungsfrei-
heit, so etwa durch Zutritt zu dem Täter sonst verschlossenen Veranstaltungen oder Lokalen 
(BSK StGB II-BOOG, 3. Aufl. 2013, Art. 252 N 16). In Abgrenzung zu Art. 251 StGB verlangt jene Be-
stimmung zusätzlich einen unrechtmässigen Vorteil oder eine Vermögensschädigung (vgl. BGE 101 
IV 177 E. 2.6). Die angestrebte Besserstellung i.S.v. Art. 252 StGB darf demnach für sich betrachtet 
nicht unrechtmässig sein. Die Absicht, sich oder einem anderen das Fortkommen zu erleichtern, ist 
daher aufzufassen als Erstreben des Zugangs zu legalen Chancen (BSK StGB II-BOOG, 3. Aufl. 2013, 
Art. 252 N 16). Ferner ist Täuschungsabsicht erforderlich (BSK StGB II-BOOG, 3. Aufl. 2013, Art. 252 
N 15).

9.2 Subsumtion betreffend den Vorfall vom 17. März 2016 im Hotel in AA.________ 
oder AB.________

Die Vorinstanz subsumierte diesen Vorfall zu Recht unter den Tatbestand der Fäl-
schung von Ausweisen. Soweit sie erwog, der Beschuldigte habe durch das Vor-
weisen des gefälschten Ausweises beim Ausfüllen des Meldescheins über seine 
Identität getäuscht und sich damit Zugang zu einem Hotelzimmer – einer an sich 

20

legalen Sache – ermöglicht, überzeugt ihre Begründung. Wenn sie weiter annimmt, 
der Beschuldigte habe nur dank des gefälschten Ausweises ein Hotelzimmer mie-
ten können und somit einen Vorteil erwirkt, den er mit seinem eigenen Ausweis 
nicht erlangt hätte, kann ihr im Wesentlichen ebenfalls gefolgt werden 
(vgl. pag. 2198; S. 48 der Urteilsbegründung). Allerdings ist diesbezüglich ergän-
zend festzuhalten, dass sich der Beschuldigte, indem er sich nicht als A.________ 
sondern als AK.________ ausgab und damit entgegen der Auffassung der Vertei-
digung zweifelsohne über seine Identität täuschte, nicht nur ermöglichte, ein Hotel-
zimmer zu mieten, sondern primär insbesondere verhinderte, dass die Hotelange-
stellte seinen Namen erkennen und die Polizei avisieren könnte. Die Verteidigung 
wandte dagegen ein, der Beschuldigte hätte ohne Weiteres seine eigene Identi-
tätskarte (nachfolgend: ID) zeigen können, zumal diese seitens «des Hotels» aller 
Wahrscheinlichkeit nach nicht auf ihre Echtheit überprüft worden wäre, was jedoch 
nicht überzeugt. Immerhin machte sich der Beschuldigte in der Schweiz bereits ei-
nen Namen als Bankräuber, wovon mitunter der Bericht «Von einem der auszog» 
in der Januarausgabe .________ (Zeitschrift) zeugt (pag. 1184 ff.). Folgedessen ist 
gut möglich, dass die Hotelangestellte den Namen A.________ erkannt und die Po-
lizei alarmiert hätte. Schliesslich wurde im damaligen Zeitpunkt (März 2016) auch 
wegen des Raubes in O.________ nach dem Beschuldigten gefahndet. Unter die-
sen Umständen hätte er sich nicht, wie von der Verteidigung behauptet, «absolut 
problemlos» mit seiner eigenen ID ausweisen können. Vielmehr wäre er Gefahr ge-
laufen, erkannt zu werden. Insgesamt minimierte der Beschuldigte durch das Vor-
weisen eines gefälschten Ausweises massgeblich das Risiko, erkannt und in der 
Folge verhaftet zu werden, was entgegen der Verteidigung (vgl. pag. 2342) zwei-
felsohne eine Erleichterung des Fortkommens (Verbesserung der persönlichen La-
ge) darstellt. Der objektive Tatbestand von Art. 252 aStGB ist damit erfüllt.

Der Beschuldigte wusste, dass er ein Einreiseverbot hatte, sich in der Schweiz mit-
hin illegal aufhielt und hier wegen des Überfalls auf die Bank in O.________ nach 
ihm gesucht wurde (pag. 2337 Z. 33 f.). Bewusst und gezielt trat er deshalb als 
AK.________ auf, um über seine echte Identität zu täuschen und eine Verhaftung 
bestmöglich zu vereiteln. Er handelte damit direktvorsätzlich, mit der Absicht, sein 
Fortkommen zu erleichtern und mit Täuschungsabsicht. Damit ist der subjektive 
Tatbestand von Art. 252 aStGB erfüllt. 

Rechtfertigungs- und Schuldausschlussgründe liegen nicht vor.

Der Beschuldigte hat sich damit der Fälschung von Ausweisen, kurz vor dem 
17. März 2016 in einem Hotel in AA.________ oder AB.________, schuldig ge-
macht. Der erstinstanzliche Schuldspruch ist entsprechend zu bestätigen. 

9.3 Subsumtion betreffend den Vorfall in der Bank in U.________

Die Vorinstanz subsumierte auch diesen Vorfall unter den Tatbestand von 
Art. 252 aStGB. Ihre Begründung dazu mag indessen nicht vollständig zu überzeu-
gen. Sie hielt zwar insbesondere fest, der Vorwand des Beschuldigten, er wolle ein 
Bankkonto eröffnen, sei lediglich vorgeschoben gewesen, zog sodann aber trotz-
dem den Schluss, der Beschuldigte habe durch das Vorweisen eines gefälschten 
Ausweises versucht, den Zugang zu einer legalen Sache (der Eröffnung eines 

21

Bankkontos) zu erwirken und habe damit sein Fortkommen erleichtert 
(vgl. pag. 2198 f.; S. 48 f. der Urteilsbegründung). Nach Ansicht der Kammer be-
zweckte der Beschuldigte durch das Vorweisen des gefälschten Ausweises entge-
gen der Auffassung der Vorinstanz nicht, ein Bankkonto zu eröffnen (also eine an 
sich legale Sache zu erwirken), sondern vielmehr, im Rahmen des Banküberfalls 
Zeit zu gewinnen. Mit anderen Worten wollte er sich auf den ersten Blick zwar 
tatsächlich Zugang zu einer an sich legalen Sache verschaffen. Diese Sache war 
aber nur vorgeschoben. Gemäss seinen eigenen Aussagen ging es in Tat und 
Wahrheit darum, den Manager «hinauszulocken» und dadurch Zeit zu gewinnen 
resp. sich im Rahmen des Banküberfalls – einer ganz klar illegalen Sache – einen 
Vorteil zu verschaffen (pag. 2337 Z. 37 ff.). Die Kammer geht deshalb mit der Ver-
teidigung überein, dass sich der Beschuldigte durch das fragliche Verhalten nicht 
Zugang zu einer legalen Sache verschaffen resp. das Fortkommen erleichtern woll-
te, sondern sein Verhalten tatsächlich vielmehr ein Ablenkungsmanöver im Rah-
men des Banküberfalls darstellte und damit einer illegalen Sache diente 
(vgl. pag. 2342 f.). Somit ist der objektive Tatbestand von Art. 252 aStGB nicht er-
füllt und der Beschuldigte ist, wie von der Verteidigung zu Recht beantragt, in 
Abänderung des erstinstanzlichen Urteils von der Anschuldigung der Fälschung 
von Ausweisen, angeblich begangen am 8. März 2016 in U.________, freizuspre-
chen.

Angesichts der vergleichsweisen Geringfügigkeit dieses Freispruchs werden hierfür 
weder Verfahrenskosten ausgeschieden noch wird dafür eine Entschädigung aus-
gerichtet.

10. Anstiftung zu strafbaren Vorbereitungshandlungen zu Raub 

Nach Art. 260bis Abs. 1 Bst. d aStGB macht sich schuldig, wer planmässig konkre-
te technische oder organisatorische Vorkehrungen trifft, deren Art und Umfang zei-
gen, dass er sich anschickt, einen Raub (Art. 140 aStGB) auszuführen. Wer je-
manden vorsätzlich zu dem von diesem verübten Verbrechen oder Vergehen be-
stimmt hat, wird nach der Strafandrohung, die auf den Täter Anwendung findet, be-
straft (Art. 24 Abs. 1 aStGB). Wer jemanden zu einem Verbrechen zu bestimmen 
versucht, wird wegen Versuchs dieses Verbrechens bestraft (Art. 24 
Abs. 1 aStGB). 

Eine zur fraglichen Haupttat bereits entschlossene Person (ein sog. «omnimodo 
facturus») kann von einer Person, die um ihre Tatbereitschaft weiss, nicht mehr 
angestiftet werden. Handelt es sich bei der Haupttat des «omnimodo facturus» um 
ein Verbrechen, dann liegt beim Hintermann ein untauglicher Anstiftungsversuch 
vor (FORSTER, in: Basler Kommentar zum Schweizerischen Strafgesetzbuch, 
4. Aufl. 2019, N 35 ff. zu Art. 24 StGB).

In casu hat die Beweiswürdigung ergeben, dass M.________ bereits entschlossen 
war, die Bank in AC.________ auszukundschaften, als der Beschuldigte ihm sagte, 
er solle in diese Bank hineingehen, dort Geld wechseln und sich umschauen. Bei 
M.________ handelt es sich somit um einen klassischen «omnimodo facturus» (ei-
ne zur fraglichen Haupttat bereits entschlossene Person), der vom Beschuldigten, 
welcher als sein Komplize zweifelsohne um M.________ Tatbereitschaft wusste, 

22

gar nicht mehr angestiftet werden konnte. Bei Art. 260bis Abs. 1 Bst. d aStGB han-
delt es sich um ein Verbrechen (Art. 10 Abs. 2 aStGB), womit beim Beschuldigten 
grundsätzlich ein untauglicher Anstiftungsversuch vorliegt; M.________ war ein un-
taugliches Tatobjekt. Die Tatbestandsmerkmale des untauglichen Anstiftungsver-
suchs sind vom Sachverhalt in der Anklageschrift allerdings nicht umfasst 
(vgl. Ziff. 1/A/5 der Anklageschrift; pag. 1752).

Ferner handelten der Beschuldigte und M.________ dem voranstehenden Bewei-
sergebnis entsprechend grundsätzlich in Mittäterschaft. Sie entschlossen sich ge-
meinsam, im Hinblick auf allfällige Banküberfälle zusammen Banken auszukund-
schaften. Sodann begaben sie sich gemeinsam mit einem Fahrzeug zur fraglichen 
Bank, wo schliesslich einer von ihnen in die Bank hineinging, während der andere 
das Geschehnis von aussen beobachtete. Beide wirkten somit bei der Entschlies-
sung wie auch der Planung und Ausführung der Tat massgeblich mit. Der Beschul-
digte profitiert allerdings auch diesbezüglich von der Unvollständigkeit der Anklage-
schrift, weil die für die Begründung der Mittäterschaft erforderlichen Merkmale nicht 
im die strafbaren Vorbereitungshandlungen zu Raub betreffenden Sachverhalt ent-
halten sind (vgl. Ziff. 1/A/5 der Anklageschrift; pag. 1752). 

Im Ergebnis ist der Beschuldigte somit – in Abänderung des erstinstanzlichen Urteil 
– auch in Bezug auf M.________ von der Anschuldigung der Anstiftung zu strafba-
ren Vorbereitungshandlungen zu Raub, angeblich begangen zwischen Herbst 2015 
und ca. 7. April 2016 in AC.________ freizusprechen. In Anbetracht dieses insge-
samt vergleichsweise geringfügigen Verfahrensteils erfolgt auch dieser Freispruch 
ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten und ohne Ausrichtung einer Entschädi-
gung. 

IV. Strafzumessung

11. Vorbemerkungen sowie Anträge der Parteien und Ergebnis der Vorinstanz
Bei der Strafzumessung geht es hauptsächlich um die Frage, wie die vier Raubü-
berfälle gewichtet werden (d.h. um die Einsatzstrafe aufgrund der Tatkomponenten 
für das schwerste Delikt; die einzelnen Tatkomponentenstrafen für die drei weiteren 
Raubdelikte sowie den Asperationsfaktor) und in welchem Umfang sich die Täter-
komponenten unter dem Strich straferhöhend auswirken. Die übrigen Delikte (auch 
die oberinstanzlich noch umstrittenen) fallen nur marginal ins Gewicht. Zur besse-
ren Nachvollziehbarkeit der Anträge der Parteien im Sanktionspunkt werden nach-
folgend ihre Berechnungen dargestellt: 

Die Staatsanwaltschaft nahm bei den Raubüberfällen in V.________ und 
P.________ in erster Instanz noch Bandenmässigkeit an (pag. 1980) und ging bei 
der Bemessung der Einsatzstrafe vom Raub in V.________ aus, für welchen sie 
24 Monate veranschlagte (pag. 1980). Die Raubüberfälle in O.________, 
U.________ und P.________ sanktionierte sie insgesamt mit 72 Monaten, wovon 
sie im Rahmen der Asperation 47 Monate (Faktor 2/3) berücksichtigte (pag. 1980). 
Im Berufungsverfahren erachtete die Staatsanwaltschaft hingegen den Raub in 
O.________ als vorliegend schwerstes Delikt und die vorinstanzliche Sanktionie-
rung hierfür (48 Monate) als angemessen (pag. 2349 f.). Weiter folgte sie auch be-

23

züglich der Sanktionierung der weiteren Raubdelikte der Vorinstanz und asperierte 
für den Raub in U.________ 10 Monate (Faktor 2/3), für den Raub in V.________ 
13 Monate (Faktor 2/3) und für denjenigen in P.________ 16 Monate (ebenfalls 
Faktor 2/3 [pag. 2350 f.]). Für die restlichen Delikte asperierte die Staatsanwalt-
schaft in erster Instanz 10 Monate (pag. 1980) und oberinstanzlich – wie die Vorin-
stanz – 5 Monate (pag. 2351). Insgesamt kam die Staatsanwaltschaft damit in ers-
ter Instanz auf eine Tatverschuldensstrafe von 81 Monaten (pag. 1980) und im Be-
rufungsverfahren – in Übereinstimmung mit der Vorinstanz – auf 92 Monate 
(pag. 2351). Diese Tatverschuldensstrafe erhöhte sie aufgrund der Täterkompo-
nenten erstinstanzlich um 21 Monate (pag. 1981), wohingegen sie oberinstanzlich 
auch in diesem Punkt der Vorinstanz folgte und für die Täterkomponenten insge-
samt (Geständnis einerseits, Vorstrafen andererseits) eine Erhöhung um 4 Monate 
als «nicht zu beanstanden» bezeichnete (pag. 2351). Die Staatsanwaltschaft bean-
tragte dementsprechend erstinstanzlich eine Gesamtstrafe von 102 Monaten 
(8.5 Jahre [pag. 1981]). Oberinstanzlich kam sie zum gleichen Ergebnis wie die 
Vorinstanz und verlangte die Bestätigung der Freiheitsstrafe von 96 Monaten 
(8 Jahre [pag. 2347 und pag. 2351]).  

Die Verteidigung ging in erster Instanz bei ihren Überlegungen im Unterschied zur 
Staatsanwaltschaft von vier «einfachen», eng zusammenhängenden Raubüberfäl-
len aus und veranschlagte für alle vier Raubdelikte zusammen eine Einsatzstrafe 
von 48 Monaten (pro Raub 12 Monate [pag. 1987 f.]). Im Berufungsverfahren ging 
sie bei der Bemessung der Einsatzstrafe sodann vom Raub in O.________ aus, 
den sie mit 36 Monaten veranschlagte (pag. 2344 f.) und folgte hinsichtlich der üb-
rigen Raubdelikte, was die Einzelstrafen angeht, der Vorinstanz. Im Unterschied 
zur Vorinstanz hielt sie jedoch einen Asperationsfaktor ½ für angemessen und er-
höhte die Einsatzstrafe für den Raub in U.________ somit um 8 Monate, für denje-
nigen in P.________ um 12 Monate und für den Raub in V.________ um weitere 
10 Monate (pag. 2345). Betreffend die Anschuldigungen der mehrfachen Fäl-
schung von Ausweisen und der strafbaren Vorbereitungshandlungen zu Raub so-
wie der Anstiftung dazu ging die Verteidigung sowohl in erster als auch in oberer 
Instanz von Freisprüchen aus (pag. 1986 f. und pag. 2344). Die übrigen Delikte er-
achtete sie erstinstanzlich vermutlich noch als durch die Raubdelikte konsumiert, 
wohingegen sie im Berufungsverfahren diesbezüglich grundsätzlich der Vorinstanz 
folgte und dieselben asperierenderweise mit insgesamt 4 Monaten berücksichtigte 
(pag. 2345). Während die Verteidigung somit im erstinstanzlichen Verfahren noch 
auf eine Tatverschuldensstrafe von 48 Monaten kam (pag. 1988), ging sie im Beru-
fungsverfahren für das Tatverschulden bereits von 70 Monaten aus (pag. 2345). 
Für die Tatkomponenten erachtete die Verteidigung erstinstanzlich eine Strafer-
höhung von 6 Monaten als angemessen (pag. 1988), wobei sie zudem eine Reduk-
tion von 4 Monaten für die angebliche Verletzung des Beschleunigungsgebots be-
antragte (pag. 1989). Im Ergebnis kam sie in erster Instanz somit auf eine Ge-
samtstrafe von 50 Monaten. Im Berufungsverfahren beantragte die Verteidigung 
hingegen, die Tatverschuldensstrafe aufgrund der Vorstrafen um 10 Monate zu er-
höhen, für das Geständnis (insbesondere im Fall «O.________») hingegen einen 
Rabatt von 20 Monaten zu gewähren und die Tatverschuldensstrafe von 70 Mona-
ten wegen der Täterkomponenten auf insgesamt 60 Monate (Gesamtstrafe) zu re-

24

duzieren (pag. 2345 f.). Das Beschleunigungsgebot hielt sie oberinstanzlich nicht 
mehr für verletzt.

Die Vorinstanz ging wie die Verteidigung von vier «einfachen» Raubüberfällen aus. 
Sie erachtete – damals noch im Unterschied zur Staatsanwaltschaft und der Ver-
teidigung – den Raub in O.________ als das vorliegend schwerste Delikt und hielt 
dafür eine Einsatzstrafe von 48 Monaten als angemessen (S. 69 und 72 der erstin-
stanzlichen Urteilsbegründung; pag. 2219 und pag. 2222). Die anderen Raubüber-
fälle veranschlagte die Vorinstanz mit 16 Monaten (Raub in U.________), mit 
20 Monaten (Raub in V.________) und mit 24 Monaten (Raub in P.________), wo-
bei sie diese Einzelstrafen im Rahmen der Asperation je mit dem Faktor 2/3 
berücksichtigte, d.h. für den Raub in U.________ 10 Monate, für denjenigen in 
V.________ 13 Monate und für denjenigen in P.________ 16 Monate asperierte 
(S. 73 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 2223 ff.). Für die übrigen 
Delikte veranschlagte die Vorinstanz insgesamt 320 Strafeinheiten (je 30 SE für die 
Sachbeschädigung, die mehrfache Fälschung von Ausweisen und die strafbaren 
Vorbereitungshandlungen zu Raub sowie der Anstiftung dazu; 170 SE für die AuG-
Widerhandlungen und 60 SE für die WG-Widerhandlungen). Im Rahmen der Aspe-
ration berücksichtigte sie davon aufgrund des engen Zusammenhangs mit den 
Raubtaten «nur» die Hälfte, d.h. 160 Strafeinheiten (5 Monate) (S. 78 f. der erstin-
stanzlichen Urteilsbegründung; pag. 2228 f.). Im Zwischenergebnis kam die Vorin-
stanz mithin auf eine Tatkomponentenstrafe von 92 Monaten. Diese erhöhte sie für 
die Täterkomponenten um 4 Monate (S. 80 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegrün-
dung; pag. 2230 ff.), womit eine Gesamtfreiheitsstrafe von 96 Monaten bzw. 8 Jah-
ren resultierte (S. 85 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 2235).

12. Anwendbares Recht

Am 1. Januar 2018 sind die revidierten Bestimmungen des allgemeinen Teils des 
StGB in Kraft getreten. Hat der Täter ein Verbrechen oder Vergehen vor Inkrafttre-
ten des neuen Strafgesetzbuches begangen, erfolgt die Beurteilung aber erst 
nachher, so ist gemäss Art. 2 Abs. 2 StGB das neue Gesetz anzuwenden, wenn 
dieses für ihn das mildere ist. Der Vergleich der Schwere verschiedener Strafnor-
men ist nach der sogenannten konkreten Methode vorzunehmen, wonach sich um-
fassende Beurteilungen des Sachverhalts nach alten und nach neuem Recht ge-
genüberzustellen sind. Anzuwenden ist in Bezug auf ein und dieselbe Tat nur ent-
weder das alte oder das neue Recht. Eine kombinierte Anwendung der beiden 
Rechte ist ausgeschlossen. Hat der Täter mehrere selbständige strafbare Hand-
lungen begangen, so ist in Bezug auf jede einzelne Handlung gesondert zu prüfen, 
ob das alte oder das neue Recht milder ist. Gegebenenfalls ist eine Gesamtstrafe 
zu bilden (BGE 134 IV 82 E. 6.2.1 und 6.2.3). Ausschlaggebend ist, nach welchem 
der beiden Rechte der Täter für die gerade zu beurteilende Tat besser wegkommt 
(vgl. zum Ganzen STEFAN TRECHSEL / HANS VEST, in: TRECHSEL/PIETH [Hrsg.], 
Schweizerisches Strafgesetzbuch Praxiskommentar, 3. Aufl. 2018, N 11 zu 
Art. 2 StGB mit Hinweisen; ANDREAS DONATSCH, Schweizerisches Strafgesetzbuch, 
19. Aufl., Zürich 2013, S. 34 N 10 sowie BGE 126 IV 5 – je mit Hinweisen). Der 
Gesetzesvergleich hat sich ausschliesslich nach objektiven Gesichtspunkten zu 
richten (BGE 134 IV 82 E. 6.2.2). Massgebend ist dabei das Ausmass der mit einer 

25

Sanktion verbundenen Beschränkung der persönlichen Freiheiten, namentlich der 
Bewegungsfreiheit, des Eigentums, der Ehre, der Betätigungsfreiheit und der Be-
ziehungsfreiheit. Unter den möglichen Strafformen hat die Freiheitsstrafe als die 
strengste zu gelten, gefolgt von der Geldstrafe. Sind im Übrigen die Sanktionen im 
Einzelfall gleichwertig, so ist altes Recht anzuwenden (BSK StGB-
POPP/BERKEMEIER, Art. 2 N 20 mit weiteren Hinweisen). 

Der Beschuldigte hat sämtliche der zur Diskussion stehenden Taten vor Inkrafttre-
ten des Strafgesetzbuches in der Fassung vom 1. Januar 2018 begangen, die Be-
urteilung erfolgt aber erst nachher. Da die Fassung vom 1. Januar 2018 für den 
Beschuldigten nicht die mildere ist, ist in Anwendung von Art. 2 Abs. 2 StGB altes 
Recht anzuwenden.

13. Grundsätze der Strafzumessung 

Betreffend die theoretischen Grundlagen der Strafzumessung kann vorab auf die 
zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (S. 66 ff. der erstin-
stanzlichen Urteilsbegründung; pag. 2216 ff.). 

Ergänzend ist festzuhalten, dass die Straftatbestände des Besonderen Teils des 
StGB und des Nebenstrafrechts auf Fälle zugeschnitten sind, in denen ein Täter 
einen Tatbestand einmal erfüllt. Sie enthalten demgegenüber keine Regelung für 
die Sanktionierung mehrfacher Tatbestandsverwirklichung oder für das Zusammen-
treffen mit anderen Gesetzesverstössen (Konkurrenz). Art. 49 Abs. 1 aStGB regelt 
unter der Marginale «Konkurrenzen» die Rechtsfolgen, die einen Täter treffen, der 
denselben Tatbestand mehrfach oder mehrere verschiedene Tatbestände verletzt 
hat. Das methodische Vorgehen der Strafzumessung im Konkurrenzfall regelt diese 
Vorschrift allerdings nur rudimentär. So lässt sich ihr nicht entnehmen, wann die 
Voraussetzungen gleichartiger Strafen erfüllt sind, was die schwerste Straftat ist 
und wie diese zu ermitteln und zu erhöhen ist (BGE 144 IV 217 E. 3.2). 

In BGE 138 IV 120 hat das Bundesgericht erkannt, dass die Bildung einer Ge-
samtstrafe im Sinne von Art. 49 Abs. 1 aStGB nur bei gleichartigen Strafen möglich 
ist. Dass die anzuwendenden Strafbestimmungen abstrakt gleichartige Strafen an-
drohen, genügt dabei aber nicht (sog. konkrete Methode; BGE 142 IV 265 E. 2.3.2 
mit Hinweisen). Eine Gesamtstrafe in Anwendung des Asperationsprinzips setzt 
damit voraus, dass das Gericht die (hypothetischen) Einzelstrafen sämtlicher Delik-
te (zumindest gedanklich) gebildet hat. Die Ausfällung einer Einheitsstrafe im Sinne 
einer Gesamtbetrachtung aller zu beurteilenden Delikte ist nicht zulässig, wie das 
Bundesgericht zuletzt klargestellt hat (vgl. BGE 144 IV 217 E. 3.5 mit Hinweisen). 

Bei der Strafzumessung gemäss Art. 49 Abs. 1 aStGB ist vorab der Strafrahmen 
für die schwerste Straftat zu bestimmen. Alsdann hat das Gericht die Einsatzstrafe 
für die schwerste Straftat innerhalb des Strafrahmens festzusetzen, indem es alle 
diesbezüglichen straferhöhenden und strafmindernden Umstände berücksichtigt. 
Bei der Festsetzung der Einsatzstrafe sind zunächst alle (objektiven und subjekti-
ven) verschuldensrelevanten Umstände zu beachten. In einem weiteren Schritt 
sind die übrigen Delikte zu beurteilen. Auch insoweit muss das Gericht den jeweili-
gen Umständen Rechnung tragen (BGE 144 IV 217, BGE 142 IV 265, 
BGE 144 IV 313). In weiteren Schritten hat die Strafzumessung auch für die übri-

26

gen Delikte zu erfolgen. Liegt eine gleichartige Strafe vor, ist die Einsatzstrafe in 
einem weiteren Schritt unter Einbezug der anderen Straftaten angemessen zu er-
höhen, wobei in Anwendung des Asperationsprinzips aufzuzeigen ist, in welchem 
Ausmass die Einsatzstrafe erhöht wird. Das Gericht hat sämtliche Einzelstrafen für 
die von ihm zu beurteilenden Delikte festzusetzen und zu nennen, damit beurteilt 
werden kann, ob die einzelnen Strafen und deren Gewichtung bei der Strafschär-
fung bundesrechtskonform sind (BGE 142 IV 265 E. 2.4.3 mit Hinweisen, 
BGE 144 IV 313).

Erst nach der Festlegung der Gesamtstrafe für sämtliche Delikte sind endlich die 
allgemeinen Täterkomponenten zu berücksichtigen (Urteil des Bundesgerichts 
6B_466/2013 vom 25. Juli 2013 E. 2.3.2, Urteil des Bundesgerichts 6B_42/2016 
vom 26. Mai 2016 E. 5.1, Urteil des Bundesgerichts 6B_236/2016 vom 16. Au-
gust 2016 E. 4.2).

14. Zur Wahl der Sanktionsart 

14.1 Theoretische Ausführungen

Für Strafen von weniger als sechs Monaten bzw. bis zu 180 Tagessätzen ist 
grundsätzlich eine Geldstrafe oder gemeinnützige Arbeit auszusprechen (Art. 34 
Abs. 1, Art. 37 Abs. 1, Art. 40 und Art. 41 Abs. 1 aStGB). Für Strafen von sechs 
Monaten bis zu einem Jahr sieht das Gesetz sowohl Geld- als auch Freiheitsstra-
fen vor. Die Bildung einer Gesamtstrafe im Sinne von Art. 49 Abs. 1 aStGB ist wie 
bereits erwähnt nur dann möglich, wenn das Gericht für jedes zu beurteilende De-
likt an sich im konkreten Fall gleichartige Strafen ausfällen würde. Dass die anzu-
wendenden Strafbestimmungen abstrakt gleichartige Strafen androhen, genügt 
nicht (BGE 144 IV 217 E. 2.2; BGE 138 IV 120 E. 5.2). Das Bundesgericht befand, 
die Geldstrafe und die Freiheitsstrafe seien keine gleichartigen Strafen im Sinne 
von Art. 49 Abs. 1 aStGB (BGE 144 IV 217 E. 2.2; BGE 137 IV 57 E. 4.3.1). In 
BGE 144 IV 313 verwies das Bundesgericht auf seinen früheren Entscheid 
BGE 144 IV 217 (insbesondere auf die Erwägung 3.5.4), in welchem einerseits die 
für die Strafzumessung geltende «konkrete Methode» bestätigt wurde und ande-
rerseits unterstrichen wurde, dass Art. 49 Abs. 1 aStGB keinerlei Ausnahme vorsah 
(E. 1.1.2). Eine Gesamtbetrachtung aller Taten oder die Bildung von Deliktsgrup-
pen zur Strafartenbestimmung laufe im Ergebnis auf eine (selektive) Aufgabe der 
Gesamtstrafe nach dem Asperationsprinzip zugunsten der gesetzlich nicht vorge-
sehenen «Einheitsstrafe» hinaus. Ein derartiges Vorgehen bedeute gleichzeitig die 
Wiedereinführung der aufgegebenen Rechtsfiguren des fortgesetzten Delikts und 
der verjährungsrechtliche Einheit auf der Strafzumessungsebene, was das Bun-
desgericht explizit für unzulässig erklärt habe (zum Ganzen BGE 144 IV 217 
E. 3.5.4 mit Hinweisen). Die auszusprechende Gesamtstrafe basiere einzig auf den 
verschuldensangemessenen Einzelstrafen. Erst nachdem sämtliche Einzelstrafen 
gedanklich festgesetzt worden seien, könne das Gericht beurteilen, ob und welche 
Einzelstrafen gleichartig seien (zum Ganzen BGE 144 IV 217 E. 4.1). Dass die vom 
Gesetzgeber getroffene Konkurrenzregelung nicht in allen Konstellationen mehrfa-
cher Deliktsverwirklichung befriedige und insbesondere im Hinblick auf das seit 
dem 1. Januar 2018 reduzierte Höchstmass der Geldstrafe auf 180 Tagessätze, 

27

das auch im Rahmen der Gesamtstrafe zur Anwendung komme, bei mehrfach be-
gangener leichter Kriminalität zu unbilligen Ergebnissen führen werde, sei hinzu-
nehmen und rechtfertige kein systemwidriges und ergebnisorientiertes Abweichen 
vom Willen des Gesetzgebers und dem Wortlaut der Norm. Der Gesetzgeber habe 
– aus guten Gründen – im Rahmen der erneuten Revision des Sanktionenrechts 
entgegen der ursprünglichen Stossrichtung am Vorrang der Geldstrafe festgehalten 
(zum Ganzen BGE 144 IV 217 E. 3.6). Halte das Gericht für einzelne Delikte im 
konkret zu beurteilenden Fall unter Beachtung des Verhältnismässigkeitsprinzips 
eine Geldstrafe allerdings nicht mehr für schuldadäquat und zweckmässig, hindere 
Art. 41 Abs. 1 aStGB es nicht daran, auf Einzelfreiheitsstrafen von weniger als 
sechs Monaten zu erkennen, wenn die daraus zu bildende Gesamtstrafe sechs 
Monate übersteige. Das Gericht habe jedoch die Wahl der Sanktionsart im Urteil zu 
begründen (BGE 144 IV 313 E. 1.2; BGE 144 IV 217 E. 4.3).

Bei der Wahl der Sanktionsart ist als wichtiges Kriterium die Zweckmässigkeit einer 
bestimmten Sanktion, ihre Auswirkungen auf den Täter und sein soziales Umfeld 
sowie ihre präventive Effizienz zu berücksichtigen. Nach dem Prinzip der Verhält-
nismässigkeit soll bei alternativ zur Verfügung stehenden Sanktionen im Regelfall 
diejenige gewählt werden, die weniger stark in die persönliche Freiheit des Betrof-
fenen eingreift bzw. die ihn am wenigsten hart trifft. Kommen mithin sowohl eine 
Geld- als auch eine Freiheitsstrafe in Betracht und scheinen beide den begange-
nen Fehler angemessen zu sanktionieren, steht nach dem Verhältnismässigkeits-
prinzip grundsätzlich die Geldstrafe im Vordergrund, die in das Vermögen des Be-
troffenen eingreift und damit eine mildere Strafe als eine seine persönliche Freiheit 
treffende Freiheitsstrafe darstellt (vgl. zum Ganzen BGE 144 IV 313 E. 1.1.1; 
BGE 134 IV 97 E. 4.2.2; BGE 138 IV 120 E. 5.2; BGE 134 IV 82 E. 4.1). 

14.2 In concreto

In Übereinstimmung mit der Vorinstanz und den Parteien kommt die Kammer aus 
den nachfolgenden Gründen zum Schluss, dass für alle Delikte eine Freiheitsstrafe 
die einzig zweckmässige Sanktion darstellt:

Zunächst kommt bei jedem einzelnen Raubüberfall, wie unter Erwägung 16 am 
Beispiel des Überfalls von O.________ aufgezeigt wird, aufgrund des Tatverschul-
dens nur eine Freiheitsstrafe in Betracht. Der Beschuldigte weist zudem zahlreiche 
zum Teil einschlägige Vorstrafen auf (pag. 1878 ff. und pag. 1908 f.). Die vorlie-
gend zu beurteilenden Raubtaten erstreckten sich ausserdem über insgesamt rund 
ein Jahr und setzten bereits kurz nach der Entlassung des Beschuldigten aus dem 
Vollzug einer langjährigen Freiheitsstrafe wegen gleicher Delikte wieder ein. Der 
Beschuldigte beging damit über längere Zeit immer wieder gleiche Delikte, womit er 
eine erhebliche kriminelle Energie offenbarte. Sein Verhalten zeugt von fehlender 
Einsicht und Reue. Dem Beschuldigten muss deshalb betreffend Raub eine äus-
serst schlechte Prognose gestellt werden. 

Für die übrigen Delikte (Sachbeschädigung, Fälschung von Ausweisen, AuG-
Widerhandlungen und WG-Widerhandlungen) könnten in Anbetracht des jeweiligen 
Tatverschuldens zwar sowohl Geld- als auch Freiheitsstrafen ausgefällt werden. 
Auch hinsichtlich dieser Delikte gilt indessen, dass die Prognose schlecht ist und 

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unter dem Aspekt der präventiven Effizienz einzig eine Freiheitsstrafe Sinn macht. 
Der Beschuldigte zeigte durch die Vielzahl von Delikten eine kriminelle Veranla-
gung, die eine härtere Sanktion als eine Geldstrafe verlangt. Ferner lässt sich eine 
Freiheitsstrafe mit den Auswirkungen auf den Beschuldigten und auf sein soziales 
Umfeld vereinbaren. Schliesslich ist angesichts der zu verbüssenden langen Frei-
heitsstrafe und seiner Vergangenheit zu erwarten, dass eine Geldstrafe nicht voll-
zogen werden könnte. Der Beschuldigte war zu den Tatzeitpunkten und bis zu sei-
ner Verhaftung erwerbslos. Er lebte von der Sozialhilfe (pag. 1182). Der Beschul-
digte hat keine finanziellen Mittel, um eine Geldstrafe bezahlen zu können. Zudem 
ist nicht ersichtlich, wie er solche innert absehbarer Zeit auf legalem Weg erlangen 
könnte. Er wird das Land nach der Entlassung aus dem Strafvollzug verlassen 
müssen; eine Einreisesperre besteht bereits. Unter diesen Umständen würde die 
Durchsetzung einer Geldstrafe auch faktisch äusserst schwierig. 

Aus all diesen Gründen ist für sämtliche Delikte eine Freiheitsstrafe auszuspre-
chen, wie dies auch von allen Parteien übereinstimmend beantragt wurde 
(vgl. pag. 2055 ff., pag. 2059 f., pag. 2061 f., pag. 2274 f. und pag. 2357 f.). 

15. Strafrahmen und schwerstes Delikt

Betreffend den Strafrahmen wird auf die korrekten Ausführungen der Vorinstanz 
verwiesen (S. 68 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 2218 f.). Wie die 
Vorinstanz erachtet die Kammer – insbesondere aufgrund des mit Abstand höchs-
ten Deliktsbetrags – den Raub in O.________ als das vorliegend schwerste Delikt. 
Für die Bestimmung der Einsatzstrafe ist folglich von diesem Raub auszugehen. 

16. Strafzumessung für die Einsatzstrafe (Raub in O.________)

16.1 Objektive Tatkomponenten

Die Vorinstanz hielt zu den objektiven Tatkomponenten betreffend den Raub in 
O.________ Folgendes fest (S. 71 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; 
pag. 2221 f.):

Das Ausmass des verschuldeten Erfolgs ist mit Blick auf den Deliktsbetrag von CHF 445‘000.00 be-
reits als hoch zu werten. Zwar wurden die Bankangestellten nicht verletzt. Sie hatten jedoch während 
des Raubüberfalls grosse Angst, auch wenn sie einerseits nicht das Gefühl hatten, dass ihnen die 
Täter wirklich etwas antun wollten (T.________: p. 276 Z. 199 f.) und direkt nach dem Raubüberfall in 
relativ guter Verfassung waren (T.________: p. 276 Z. 204 ff.; S.________: p. 270 Z. 155 ff.). Eine 
Bankangestellte musste andererseits nach dem Vorfall aufgrund des Ereignisschocks ärztlich behan-
delt werden (vgl. p. 226). Der Raubüberfall dürfte deshalb für die Bankangestellten schlimm und trau-
matisierend gewesen sein. Das Gericht geht davon aus, dass der Vorfall bei ihnen bis heute Spuren 
hinterlassen hat.

Zur Art und Weise des Vorgehens ist Folgendes zu bemerken: Die Tat war eingehend geplant, vorbe-
reitet und organisiert. So wurde bereits in Ungarn für den Überfall die Rahmennummer des Motorrads 
herausgeschliffen und das Motorrad auf schwarz umgespritzt (p. 290 Z. 218 ff., p. 294.3 Z. 80 ff.). 
Auch wurden Softair-Pistolen beschafft. Zudem ging „AQ.________“ gemäss Aussage von 
A.________ vorgängig ins Foyer der Bank und teilte A.________ danach mit, dass die Bank offen sei 
(p. 287 Z. 62 ff., p. 913 Z. 109 ff.). Weiter war der Fluchtweg geplant, wobei nach dem Raubüberfall 

29

mit dem Motorrad bis zu einem Minibus gefahren wurde (p. 284 F/A 34), mit welchem A.________ 
und „AQ.________“ schliesslich flohen. Zudem wurden vorgängig die Rollen verteilt (p. 290 Z. 239 f.). 
Die Tat war also entgegen den Aussagen von A.________ (p. 290 Z. 226) keineswegs spontan. Auch 
die Tatbegehung selber war durchdacht und strukturiert. So betraten A.________ und „AQ.________“ 
gemeinsam die Bank in voller Motorradkleidung und mit einem aufgesetzten schwarzen Motorrad-
helm. Sie waren demnach stark vermummt und gingen zu zweit vor, was sie bedrohlicher machte. Die 
beiden waren zudem bewaffnet mit ungeladenen Softair-Pistolen, die wie echte Pistolen aussahen. 
Die vorgehaltenen Waffen stellten ebenfalls ein grosses, verstärktes Bedrohungspotential gegenüber 
den Angestellten dar. Der Raubüberfall selber dauerte zwar nur rund 5 Minuten (vgl. p. 226). Die 
Bankangestellten wurden jedoch durch A.________ und „AQ.________“ mit vorgehaltenen Softair-
Pistolen bedroht und damit erheblich in ihrer Freiheit beeinträchtigt und stark psychisch belastet. Die 
Bedrohung war aus Sicht der Opfer gross, zumal sie die Softair-Pistolen für echte Waffen hielten 
(S.________: p. 268 Z. 59; T.________: p. 276 Z. 174 ff.). A.________ selber ging während des 
Raubüberfalls relativ skrupellos, wenn auch nicht gänzlich rücksichtslos vor. Er wendete zwar keine 
Gewalt an und stiess keine verbalen Drohungen aus. Er bedrohte aber die Bankangestellten mit der 
Waffe und erteilte Befehle zur Geldausgabe, womit er starken psychischen Druck auf die Bankange-
stellten ausübte. Zudem hielt A.________ eine Bankangestellte am Arm fest und griff damit sogar 
auch physisch in deren Integrität ein. A.________ war sodann bei der Tatausführung klar der Chef 
und hatte den Lead. So war gemäss seiner eigenen Aussage abgesprochen, dass er zum Tresor geht 
und „AQ.________“ beim Schalter bleibt (p. 290 Z. 239 f.). Die Bankangestellten wurden folglich se-
pariert, was für sie noch belastender war. So musste eine der Angestellten mit A.________ alleine auf 
dessen Geheiss hin zum Tresor gehen. Sodann versuchten A.________ und „AQ.________“, die 
Bankangestellten in der Toilette einzusperren. Die Angestellten konnten sich danach aber selber be-
freien. Das Vorgehen und die Nötigungshandlungen bzw. die Einwirkung auf die Opfer hätten zwar 
schlimmer sein können, zumal die Opfer z.B. nicht gefesselt oder verletzt wurden. Sie sind aber auch 
nicht gerade als mild zu bezeichnen. Es lag somit eine doch recht erhebliche kriminelle Energie vor. 

Insgesamt ist somit von einem mittelschweren objektiven Tatverschulden auszugehen. 

Dieser Beurteilung schliesst sich die Kammer vollumfänglich an. Die körperliche In-
tegrität der Bankangestellten wurde massiv beeinträchtigt, das Vorgehen und die 
Vorbereitung waren – wie bei einem «Routinier» nicht anders zu erwarten – sehr 
professionell. Wenngleich die Höhe des Deliktsbetrages bis zu einem gewissen 
Grad zufällig war, hatten es der Beschuldigte und sein Komplize doch auf eine 
substanzielle Beute abgesehen. Mit fast einer halben Million Schweizerfranken fiel 
diese schliesslich enorm hoch aus. Insgesamt erscheint innerhalb des grossen 
Strafrahmens (und mit Blick auf vergleichbare Fälle aus der Praxis der Kammer 
[vgl. insb. Urteil des Obergerichts des Kantons Bern SK 15 221 vom 11. Dezem-
ber 2015]) eine Freiheitsstrafe von 42 Monaten als angemessen. 

16.2 Subjektive Tatkomponenten
Auch betreffend die subjektiven Tatkomponenten sei vorab auf die Erwägungen der 
Vorinstanz verwiesen (S. 72 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 2222):

In subjektiver Hinsicht handelte A.________ direktvorsätzlich. Sein Beweggrund für den Raubüberfall 
sei die Spielsucht seines Bruders gewesen (p. 294.1 Z. 30 ff.). Gemeint ist wohl die finanzielle Unter-
stützung seines Bruders für dessen Lebensbedarf, da dieser aufgrund seiner Sucht sein Geld ander-
weitig verschwendet hatte. Die Spielsucht von AT.________ ist durch ein psychiatrisches Gutachten 
belegt (vgl. p. 1451, p. 1187 f.). Es ist jedoch fraglich, ob ein solches Motiv als nicht egoistisch gelten 

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kann. Jedenfalls erscheint es sicherlich nicht sinnvoll, einem Spielsüchtigen noch Geld zu geben, da-
mit dieser weiterspielen kann. Von einem ehrenhaften Motiv kann daher gewiss nicht gesprochen 
werden. Es dürfte sich dabei aber nicht um den einzigen Beweggrund von A.________ gehandelt ha-
ben. So diente ihm der Raubüberfall auch für die einfache Geldbeschaffung zur Behebung seiner ei-
genen prekären finanziellen Situation (vgl. p. 1973 Z. 14 ff.). A.________ hat somit auch aus egoisti-
schen Motiven gehandelt. Das direktvorsätzliche Handeln und das finanzielle Motiv sind tatbestands-
immanent und wirken sich somit neutral aus. 

Die Tat war klar vermeidbar. A.________ befand sich nicht in einer Notsituation. Er hatte zwar keinen 
Job, erhielt aber Unterstützung in Form von Sozialhilfe (p. 1182).

Die Kammer schliesst sich auch diesen Ausführungen der Vorinstanz vollumfäng-
lich an. Von altruistischen Beweggründen (namentlich Bruderliebe) kann auch ihrer 
Ansicht nach nicht ernsthaft die Rede sein. Aus dem «Amtsvermerk» der Landes-
polizeidirektion AS.________ vom 4. April 2016 (pag. 215 ff.) geht jedenfalls her-
vor, dass der Beschuldigte, wenngleich er dies bestritt, im Nachgang zum Bankü-
berfall in O.________ auch für sich selber grössere Summen ausgab (insbesonde-
re für ein teures Auto sowie eine Reise nach Südafrika im Herbst 2015). Die sub-
jektiven Tatkomponenten wirken sich neutral aus.  

16.3 Gesamtverschulden / Bildung der Einsatzstrafe

Ausgehend von einem mittelschweren Verschulden ist gestützt auf die Tatkompo-
nenten eine Einsatzstrafe von 42 Monaten angemessen. 

17. Asperation für die weiteren Raubdelikte (in U.________, P.________ und 
V.________)

In einem nächsten Schritt sind die Strafen für die weiteren beurteilten Raubdelikte 
festzusetzen und die Einsatzstrafe ist angemessen zu erhöhen.

17.1 Vorbemerkungen

Die Vorinstanz hat die weiteren Raubtaten differenziert betrachtet und – wie unter 
Erwägung 11 hiervor dargelegt – folglich je unterschiedlich hohe hypothetische 
Einzelstrafen veranschlagt und dann asperierend berücksichtigt. 

Die Überlegungen der Vorinstanz sind im Grundsatz nachvollziehbar und es kann 
darauf verwiesen werden (S. 73 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; 
pag. 2223 ff.). Diskutabel ist allerdings, ob sich eine derart differenzierte Beurtei-
lung rechtfertigt. Es handelt sich letztlich nämlich in allen drei Fällen um Banküber-
fälle, welche sich vom Unrechtsgehalt her nicht extrem voneinander unterscheiden. 
Einzig der Raub in U.________, bei welchem der Beschuldigte allein in der Schal-
terhalle war und sich lediglich mit einer Perücke sowie einem falschen Schnurr- 
und Kinnbart verkleidet, aber nicht vermummt hatte (vgl. pag. 788), ist als weniger 
gravierend einzustufen. Die Deliktsbeträge waren in allen drei Fällen vergleichs-
weise gering: in U.________ erbeutete der Beschuldigte CHF 10‘000.00 
(pag. 788), in V.________ CHF 20‘000.00 (pag. 300) und in P.________ 
CHF 13‘750.00 (pag. 439). Bei all diesen Überfällen ging der Beschuldigte jedoch 
von einer Beute von rund CHF 100‘000.00 aus, verlangte er in U.________ doch 
explizit CHF 80'000.00 – 90‘000.00 (pag. 859 Z. 154), in V.________ 

31

CHF 96‘000.00 oder 98‘000.00 (pag. 399 F/A 51) und in P.________ denselben 
Betrag (pag. 671 F/A 54). Weiter wurden bei allen Überfällen Bankangestellte in 
Angst und Schrecken versetzt (vgl. pag. 833 Z. 75, pag. 1955 Z. 42 ff., pag. 821 
Z. 85 f., pag. 827 Z. 104 ff. und pag. 834 Z. 108 f. [betr. U.________]; pag. 374 
F/A 26 und pag. 380 F/A 19 [betr. V.________]; pag. 624 F/A 27, pag. 1947 
Z. 32 ff., pag. 640 F/A 29 ff., pag. 419 F/A 6, pag. 640 F/A 28 und pag. 1947 f. 
Z. 45 ff. [betr. P.________]). Die Delikte in U.________, V.________ und 
P.________ sind weiter sowohl hinsichtlich Vorbereitung und Durchführung sehr 
ähnlich und im Übrigen – abgesehen vom Deliktsbetrag – auch durchaus ver-
gleichbar mit dem Fall «O.________». So wurden in allen drei Fällen 
(«U.________», «V.________» und «P.________») im Vorfeld die Banken ausge-
kundschaftet (pag. 857 Z. 85 ff. und pag. 874 Z. 192 ff. [betr. U.________]; 
pag. 418 F/A 3 und pag. 1031 [betr. V.________]; pag. 966 Z. 17 [betr. 
P.________]) und danach beim jeweiligen Überfall ausser in U.________ zu zweit 
die Schalterhalle betreten und das Bankpersonal mit vorgehaltenen Softair-Pistolen 
eingeschüchtert (pag. 788 [betr. U.________]; pag. 297 ff. [betr. V.________]; 
pag. 435 f. [betr. P.________]). Leicht anders war jeweils einzig die Vermummung: 
in O.________ trugen die Täter (Beschuldigter und «AQ.________») die volle Mo-
torradbekleidung inkl. Helm (pag. 242); in P.________ waren die Täter (Beschul-
digter und M.________) mit Sturmhauben vermummt (pag. 455 ff.) und in 
V.________ trug M.________ eine Latexmaske, während der Beschuldigte bloss 
verkleidet war resp. Hut und Schnurrbart trug (pag. 309 ff.). Bei allen vier Raubü-
berfällen, d.h. sowohl in U.________ und V.________ wie auch in P.________ und 
zuvor in O.________ kam es zudem zu physischen Einwirkungen des Beschuldig-
ten auf das Personal: Berührung des Filialleiters mit der Pistole im Rücken in 
U.________ (vgl. u.a. pag. 796 und ferner pag. 2170 f.); Packen einer Angestellten 
am Handgelenk in V.________ (vgl. u.a. pag. 307 ff.); Berührung einer Bankange-
stellten mit der Pistole im Nacken in P.________ (pag. 708) und Festhalten am 
Arm in O.________ (vgl. u.a. pag. 268 Z. 34 ff.).   

15.2 Konkrete Einzelstrafen und Asperation

Nach dem Gesagten sind die Einzelstrafen für die Delikte in «U.________», 
«V.________» und «P.________» deutlich höher anzusetzen als von der Vorin-
stanz angenommen. Allein der massiv höhere Deliktsbetrag im Fall «O.________» 
rechtfertigt jedenfalls keine Einsatzstrafe, die doppelt so hoch ist wie die Einzelstra-
fe in den Fällen «V.________» oder «P.________». Es rechtfertigt sich allemal, 
diese beiden schweren Straftaten mit je 30 Monaten zu sanktionieren. Im Fall 
«U.________» ist von einer Einzelstrafe von 24 Monaten auszugehen, beging der 
Beschuldigte dieses Delikt doch alleine. Entgegen der Auffassung der Verteidigung 
ist es nicht angezeigt, diese Einzelstrafen ausnahmsweise «nur» mit dem Faktor ½ 
zu asperieren. Auch wenn die Banküberfälle in U.________, V.________ und 
P.________ in Bezug auf die Vorbereitung und Durchführung mit dem Raub in 
O.________ absolut vergleichbar sind, stellen all diese Taten – wie von der Staats-
anwaltschaft in der oberinstanzlichen Hauptverhandlung zu Recht vorgebracht – 
komplett eigenstände Delikte dar. Allen vier Banküberfällen liegt je ein eigener Ta-
tentschluss zugrunde. Sie sind separat zu betrachten, weshalb klarerweise ein As-
perationsfaktor von 2/3 gerechtfertigt ist. Folglich sind für den Raub in U.________ 

32

asperierenderweise 16 Monate und für die Banküberfälle in P.________ sowie 
V.________ je 20 Monate zu berücksichtigen. Addiert zur Einsatzstrafe für den 
Raub in O.________ (42 Monate) resultiert für die Raubdelikte demnach eine Ge-
samtfreiheitsstrafe von 98 Monaten. 

18. Zwischenfazit und Asperation für die weiteren Delikte

Im Sinne eines Zwischenfazits hält die Kammer fest, dass sie in casu – wie unter 
Erwägung 5 hiervor bereits erwähnt – an das Verschlechterungsverbot gebunden 
ist. Das vorinstanzlich ausgefällte Strafmass (96 Monate) ist gemäss den voranste-
henden Erwägungen bereits nach Berücksichtigung aller Raubdelikte überschritten. 
Die Täterkomponenten würden sich vorliegend, wie unter Erwägung 19 sogleich 
aufzuzeigen sein wird, angesichts der Vorstrafen (und ohne dass dies durch einen 
Geständnisrabatt und/oder eine erhöhte Strafempfindlichkeit kompensiert werden 
könnte) insgesamt straferhöhend auswirken. Deshalb verzichtet die Kammer dar-
auf, konkret darzulegen, inwiefern die weiteren Delikte (Sachbeschädigung, Fäl-
schung von Ausweisen in einem Hotel in AA.________ oder AB.________, Wider-
handlungen gegen das Ausländer- und das Waffengesetz) in casu im Einzelnen 
berücksichtigt würden und hält stattdessen zusammenfassend fest, dass die Aspe-
ration dieser Delikte – trotz der oberinstanzlich erfolgten Freisprüche – zu einer 
weiteren Erhöhung um mindestens 3 Monate führen würde (vgl. ferner die vorin-
stanzlichen Erwägungen zu diesen einzelnen Nebendelikten [S. 78 f. der erstin-
stanzlichen Urteilsbegründung; pag. 2228 f.]). Es resultierte somit eine hypotheti-
sche Tatverschuldensfreiheitsstrafe von (mindestens) 101 Monaten. 

19. Berücksichtigung der Täterkomponenten

Nachdem die Kammer bei der Bemessung der Gesamtfreiheitsstrafe rein aufgrund 
der Tatkomponenten zu einer Strafe gelangt, die das erstinstanzliche Strafmass 
übersteigt, sie aber ans Verschlechterungsverbot gebunden ist, erübrigen sich 
grundsätzlich auch umfassende Ausführungen zu den Täterkomponenten. Mit Blick 
auf die Vorstrafen sowie das von der Vorinstanz und der Verteidigung erwähnte 
Geständnis kann jedoch Folgendes festgehalten werden: 

Der Blick ins Strafregister des Beschuldigten (pag. 2330 f. [CH-Register]; pag. 1880 
[A-Register]) spricht Bände. Mit Blick auf Art. 369 Abs. 1 Bst. a und c aStGB müss-
ten in casu sowohl das Urteil des Bezirksstrafgerichts Sense vom 2. Septem-
ber 2003 (7 Jahre Zuchthaus) als auch das Urteil des Landgerichts für Strafsachen 
AS.________ vom 20. September 2007 (7 ½ Jahre Freiheitsstrafe als Zusatzstrafe 
zum Urteil des Bezirksstrafgerichts AR.________ vom 2. September 2003) und die 
knapp eineinhalb Jahre nach der letzten Entlassung aus einer mehrjährigen Zucht-
hausstrafe wieder einsetzende Delinquenz des Beschuldigten Berücksichtigung 
finden. 

Mithin ist kaum nachvollziehbar, dass die Vorinstanz zum Schluss kommen konnte, 
die mehrfachen einschlägigen Vorstrafen seien zwar «stark straferhöhend» zu ge-
wichten, für das Geständnis sowie die Einsicht und Reue habe aber eine Strafmil-
derung zu erfolgen und im Ergebnis seien die Vorstrafen nur «etwas mehr [mit ei-
ner Straferhöhung um 4 Monate]» zu gewichten als der Geständnisrabatt (S. 83 der 

33

erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 2233). Vor erster Instanz kam nämlich 
sogar die Verteidigung auf ein Delta von 6 Monaten bzw. erachtete in Verrechnung 
des Geständnisrabatts und des Vorstrafenzuschlags eine Straferhöhung um 6 Mo-
nate als angemessen (pag. 1988). Oberinstanzlich gewichtete sie den Geständnis-
rabatt (-20 Monate) zwar sodann deutlich mehr als den Zuschlag für die Vorstrafen 
(+10 Monate) und kam in ihrer Berechnung insgesamt auf eine Reduktion der Stra-
fe um 10 Monate (pag. 2345 f.). Nach den einleitenden Bemerkungen und vor dem 
Hintergrund, dass für ein volles Geständnis praxisgemäss höchstens ein Rabatt im 
Umfang von einem Drittel der Tatverschuldensstrafe gewährt wird und Vorstrafen 
demgegenüber eine Straferhöhung im Umfang von bis zu 50% nach sich ziehen 
können, kann auch der Berechnung der Verteidigung im Berufungsverfahren nicht 
gefolgt werden. 

Aus Sicht der Kammer messen sowohl die Vorinstanz als auch die Verteidigung (im 
Berufungsverfahren) dem vorliegend einzig massgebenden Geständnis im Fall 
«O.________» eine allzu grosse Bedeutung zu. Es ist zu berücksichtigten, dass im 
Fall «O.________» immerhin eine DNA-Spur auf die Täterschaft des Beschuldigten 
und/oder diejenige seines eineiigen Zwillingsbruders, AT.________, hinwies 
(vgl. pag. 242). Wenn die Vorinstanz und die Verteidigung also zum Schluss kom-
men, der Fall «O.________» wäre ohne das Geständnis des Beschuldigten «nie» 
aufgedeckt worden, kann ihnen nicht gefolgt werden. Es ist eher selten, dass von 
Anfang an nur zwei mögliche Täter in Frage kommen. Ausserdem ist davon auszu-
gehen, dass der Beschuldigte wegen des Raubes in O.________ höchstwahr-
scheinlich auch ohne sein Geständnis hätte überführt werden können, zumal unter 
anderem intensive Umfeldabklärungen und Alibiüberprüfungen gemacht worden 
wären, aufgrund derer der Beschuldigte als möglicher Täter (und nicht sein eineii-
ger Zwillingsbruder) ins Zentrum gerückt wäre. Aus diesen Gründen wäre in den 
Augen der Kammer für das einzig wesentliche Geständnis im Fall «O.________» 
eine Reduktion um 15 Monate angemessen. Demgegenüber würden das Vorleben 
und die Vorstrafen des Beschuldigten eine Erhöhung um gut und gerne 30 Monate 
rechtfertigen.

Zusammengefasst müsste die gestützt auf die Tatkomponenten für sämtliche Delik-
te auf 101 Monate festgesetzte Freiheitsstrafe aufgrund der grossmehrheitlich ne-
gativ ins Gewicht fallenden Täterkomponenten korrekterweise um 15 Monate auf 
insgesamt 116 Monate erhöht werden. Aufgrund des Verschlechterungsverbots 
darf die Kammer aber wie mehrfach erwähnt nicht über die von der Vorinstanz 
ausgesprochene Freiheitsstrafe von 96 Monaten bzw. 8 Jahren hinausgehen.

20. Verletzung Beschleunigungsgebot? 
Eine Verletzung des Beschleunigungsgebots liegt, wie die Vorinstanz zutreffend 
aufgezeigt hat (vgl. S. 83 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 2233 ff.), 
nicht vor. Dies erkannte im Berufungsverfahren offensichtlich auch die Verteidi-
gung, beantragte sie doch unter diesem Titel keine Strafminderung mehr. Ergän-
zend sei festgehalten, dass das Beschleunigungsverbot vorliegend auch aus Sicht 
der Kammer nicht verletzt ist. Zunächst sind keine längeren Phasen auszumachen, 
in welchen die Strafverfolgungsbehörden untätig gewesen wären. Weiter umfasst 
das erstinstanzliche Motiv 106 Seiten und die Vorinstanz hatte sich mit zahlreichen 

34

Straftaten zweier Beschuldigter auseinanderzusetzen. Sechs Monate für die Erstel-
lung der Urteilsbegründung (Eingang beim Obergericht 12. Oktober 2018) sind si-
cher lang, aber nicht völlig überrissen. Die oberinstanzliche Verhandlung wurde 
schliesslich mit Verfügung vom 7. Dezember 2018 angesetzt. Ein früherer Ver-
handlungstermin als der 7. Juni 2019 war angesichts der vollen Agenda der 
2. Strafkammer nicht möglich. 

21. Fazit

Unter Berücksichtigung der Tatkomponenten sämtlicher Delikte sowie der Täter-
komponenten wäre eine Freiheitsstrafe von 116 Monaten, d.h. von 9 Jahren und 
8 Monaten, angemessen. Die Kammer ist jedoch gemäss Art. 391 Abs. 2 StPO an 
das Verschlechterungsverbot gebunden. Damit ist die vorinstanzlich ausgefällte 
Strafe zu bestätigen und der Beschuldigte zu einer Freiheitsstrafe von 8 Jahren zu 
verurteilen. Die Untersuchungshaft von 204 Tagen wird vollumfänglich auf die Frei-
heitsstrafe angerechnet. 

V. Kosten und Entschädigung

22. Verfahrenskosten

22.1 In erster Instanz

Fällt die Rechtsmittelinstanz selber einen neuen Entscheid, so befindet sie darin 
auch über die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung (Art. 428 
Abs. 3 StPO). Die beschuldigte Person trägt die Verfahrenskosten, wenn sie verur-
teilt wird (Art. 426 Abs. 1 StPO).

In casu wird der Beschuldigte – obwohl er in oberer Instanz vom Vorwurf der Fäl-
schung von Ausweisen (angeblich begangen in U.________) und von der Anschul-
digung der strafbaren Vorbereitungshandlungen zu Raub sowie der Anstiftung dazu 
freigesprochen wird und auch in erster Instanz ein Freispruch und eine Einstellung 
erfolgten – verurteilt. Die erwähnten Freisprüche und die Einstellung stellen nur 
marginale Punkte dar und rechtfertigen daher wie bereits erwähnt keine Kosten-
ausscheidung. Die vorliegende Untersuchung wäre ebenso aufwendig gewesen, 
wenn es «bloss» um den mehrfachen Raub, die Sachbeschädigung sowie um die 
Widerhandlungen gegen das Ausländergesetz und gegen das Waffengesetz ge-
gangen wäre. Die Höhe der erstinstanzlich festgesetzten Verfahrenskosten bzw. 
deren Auferlegung an den Beschuldigten ist somit nicht zu beanstanden. Der Be-
schuldigte hat die gesamten erstinstanzlichen Gerichtskosten, sich belaufend auf 
CHF 30‘064.50 (exkl. amtlicher Entschädigung), zu tragen.

22.2 In oberer Instanz

Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe ihres 
Obsiegens bzw. Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Die Kosten werden für das 
oberinstanzliche Verfahren auf CHF 5‘000.00 festgelegt (Art. 24 Abs. 1 Bst. b des 
Verfahrenskostendekrets [VKD; BSG 161.12]). 

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Vorliegend ist der Beschuldigte oberinstanzlich mit seinen Anträgen – mit Blick 
darauf, dass der zentrale Punkt des Berufungsverfahrens in der Bemessung der 
Sanktion lag – im Wesentlichen unterlegen. Die in oberer Instanz erfolgten Frei-
sprüche rechtfertigen wie erwähnt keine Kostenausscheidung. Damit hat der Be-
schuldigte die gesamten oberinstanzlichen Verfahrenskosten von CHF 5‘000.00 zu 
bezahlen.

23. Amtliche Entschädigung

23.1 Allgemeines

Zu den Verfahrenskosten gehören grundsätzlich auch die Kosten der amtlichen 
Verteidigung (Art. 422 Abs. 2 Bst. a StPO). Diese werden von der Kammer jedoch 
praxisgemäss separat ausgewiesen.

Gemäss Art. 42 Abs. 1 des Kantonalen Anwaltsgesetzes (KAG; BSG 168.11) be-
zahlt der Kanton den amtlich bestellten Anwälten eine angemessene Entschädi-
gung, die sich nach dem gebotenen Zeitaufwand bemisst und höchstens dem Ho-
norar gemä