# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 34c83a4f-97c2-562e-bcc0-effddeefc133
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-11-24
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 24.11.2011 C-6172/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-6172-2010_2011-11-24.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung III
C­6172/2010

U r t e i l   v om   2 4 .   No v embe r   2 0 1 1

Besetzung Richter Antonio Imoberdorf (Vorsitz),
Richter Blaise Vuille, Richter Andreas Trommer,   
Gerichtsschreiberin Mirjam Angehrn.

Parteien A.________, 
A.________,
Beschwerdeführerin, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Verweigerung der Zustimmung zur Verlängerung der 
Aufenthaltsbewilligung und Wegweisung.

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Sachverhalt:

A.
Die  Beschwerdeführerin,  geboren  1985,  ist  türkische  Staatsangehörige. 
Mit einer befristeten Aufenthaltsbewilligung für Schülerinnen reiste sie am 
11. Juli 2003 in die Schweiz ein und besuchte Deutschkurse an privaten 
Bildungsinstitutionen in C._______. Am 1. Juli 2005 heiratete sie einen in 
der Schweiz eingebürgerten Landsmann, woraufhin ihr das Migrationsamt 
des Kantons Z.________ eine Aufenthaltsbewilligung erteilte.

B.
Im  Juli  2007  reichten  die  Eheleute  beim  Zivilgericht  X.________  ein 
gemeinsames Scheidungsbegehren  ein. Ein  halbes  Jahr  später  zog  die 
Beschwerdeführerin  zu  ihrer  Zwillingsschwester,  die  ebenfalls  in 
C.________ wohnt.

C.
Mit  Urteil  des  Zivilgerichts  X._______  vom  14.  Mai  2008  wurden  die 
Eheleute geschieden.

D.
Das  Migrationsamt  des  Kantons  Z.________  legte  der 
Beschwerdeführerin  am  19.  August  2008  zur  Abklärung  ihres  weiteren 
Aufenthalts Fragen insbesondere zur Trennung und Scheidung sowie zu 
ihrer  aktuellen  Lebenssituation  vor.  Die  entsprechende  Antwort  erfolgte 
am 4. September 2008.

E.
Am 30. April 2009 stellte die Beschwerdeführerin beim Migrationsamt des 
Kantons  Z.________  ein  Gesuch  um  Verlängerung  der 
Aufenthaltsbewilligung.

F.
Das Migrationsamt des Kantons Z.________ legte dem Ex­Ehemann der 
Beschwerdeführerin  am  7. Mai  2009  zur  Sachverhaltsabklärung  Fragen 
insbesondere  zur  Trennung  und  zur  Scheidung  vor.  Die  entsprechende 
Antwort erfolgte am 20. Mai 2009.

G.
Am  31.  Mai  2010  bat  das  Migrationsamt  des  Kantons  Z.________  die 
Beschwerdeführerin  insbesondere  zu  Fragen  zum  Zivilstand  sowie  zur 

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Ausbildung und Arbeitssituation Stellung zu nehmen. Die entsprechende 
Antwort erfolgte am 3. Juni 2010.

H.
Das Migrationsamt des Kantons Z.________ reichte dem BFM am 9. Juni 
2010  ein  Gesuch  um  Zustimmung  zur  Verlängerung  der 
Aufenthaltsbewilligung der Beschwerdeführerin ein.

I.
Mit Schreiben vom 23. Juni 2010 teilte das BFM der Beschwerdeführerin 
mit,  es  beabsichtige  die  Zustimmung  zur  Verlängerung  der 
Aufenthaltsbewilligung  zu  verweigern und die Wegweisung zu  verfügen. 
Die  ihr  eingeräumte  Möglichkeit  dazu  Stellung  zu  nehmen,  nahm  die 
Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 13. Juli 2010 wahr.

J.
Die  Vorinstanz  verweigerte  mit  Verfügung  vom  16.  Juli  2010  die 
Zustimmung  zur  Verlängerung  der  Aufenthaltsbewilligung.  Gleichzeitig 
wurde  die  Wegweisung  verfügt,  und  der  Beschwerdeführerin  eine 
Ausreisefrist von acht Wochen ab Eintritt der Rechtskraft der Verfügung 
eingeräumt.  Zur  Begründung  führte  die  Vorinstanz  aus,  die  eheliche 
Gemeinschaft  habe  weniger  als  drei  Jahre  gedauert.  Somit  fehle  es 
bereits an der ersten Anspruchsvoraussetzung von Art. 50 Abs. 1 Bst. a 
des Ausländergesetzes  vom 16. Dezember 2005  (AuG, SR 142.20).  Im 
vorliegenden  Fall  würden  zudem  keine  wichtigen  persönlichen  Gründe 
gemäss Art. 50 Abs. 1 lit. b und Art. 50 Abs. 2 AuG vorliegen, die einen 
Aufenthalt  in  der  Schweiz  erforderlich  machen  könnten.  Unter 
Berücksichtigung  der  kurzen  Ehedauer  und  des  insgesamt  noch  nicht 
überaus  langen  Aufenthalts  in  der  Schweiz  könne  nicht  von  einer 
Verwurzelung  in  der  Schweiz  und  einer  Entfremdung  von  den  früheren 
Lebensverhältnissen  ausgegangen  werden.  Die  prägenden  Jahre  der 
Persönlichkeitsbildung habe die Beschwerdeführerin in ihrem Heimatland 
verbracht. Aufgrund ihres Beziehungsnetzes sowie ihrer Berufserfahrung 
dürfe es  ihr nicht  schwer  fallen,  sich  in  ihrem Heimatland zu  integrieren 
und  eine  unabhängige  Existenz  aufzubauen.  Die  geltend  gemachte 
Beziehung  zu  ihrer  Zwillingsschwester  und  ihrem  Vater  würde  die 
Voraussetzungen von Art. 8 der Konvention vom 4. November 1950 zum 
Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) nicht 
erfüllen,  da  die  Beschwerdeführerin  gesund  und  volljährig  sei  und  zu 
ihren Verwandten  in  keinem Abhängigkeitsverhältnis  stehe. Der Vollzug 
der Wegweisung sei möglich, zulässig und zumutbar.

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K.
Gegen  diese  Verfügung  erhob  die  Beschwerdeführerin  am  29.  August 
2010  Beschwerde  beim  Bundesverwaltungsgericht  und  beantragt 
sinngemäss  die  Aufhebung  der  vorinstanzlichen  Verfügung  und  die 
Verlängerung  der  Aufenthaltsbewilligung.  Zur  Begründung  wird  im 
Wesentlichen vorgebracht, sie halte sich mittlerweile seit sieben Jahren in 
der  Schweiz  auf.  Hier  habe  sie  gelernt,  ein  unabhängiges  Leben  zu 
führen und  für  ihren Lebensunterhalt selbst aufzukommen, was  in  ihrem 
Heimatland nicht möglich wäre. Sie komme aus einer kleinen Stadt und 
höre  immer  wieder  von  Frauen,  die  keine  oder  wenig  Chancen  hätten 
einer  Arbeit  nachzugehen.  Sie  wolle  ihren  Beruf  als  Pflegeassistentin, 
ihre  Arbeitskolleginnen  und  Freundinnen  nicht  verlieren.  In  der  Türkei 
würde sie nicht arbeiten können und wäre von einem Mann abhängig. Die 
Beschwerdeführerin spricht von Furcht  ("das Leben zur Hölle gemacht") 
und  Nötigungsversuchen.  Sie  habe  die  Wahl  gehabt  zwischen 
"Scheidung  oder  sich  umbringen".  Obwohl  sie  gewusst  habe,  dass  sie 
ihre Aufenthaltsbewilligung verlieren würde, habe sie noch vor Ablauf von 
drei Jahren Ehe in die Scheidung eingewilligt.

L.
In ihrer Vernehmlassung vom 13. Oktober 2010 beantragt die Vorinstanz 
die Abweisung der Beschwerde.

M.
Auf  den  weiteren  Akteninhalt  wird  –  soweit  rechtserheblich  –  in  den 
Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG,  SR  173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht,  unter 
Vorbehalt  der  in  Art.  32  VGG  genannten  Ausnahmen,  Beschwerden 
gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 
20. Dezember 1968  (VwVG, SR 172.021), die von einer  in Art. 33 VGG 
aufgeführten  Behörde  erlassen  wurden.  Darunter  fallen  Verfügungen  des 
BFM,  welche  sowohl  die  Zustimmung  zur  Erteilung  bzw.  Verlängerung  einer 
Aufenthaltsbewilligung  als  auch  die  Wegweisung  betreffen.  Das 
Bundesverwaltungsgericht entscheidet endgültig, soweit nicht die Beschwerde in 
öffentlich­rechtlichen  Angelegenheiten  an  das  Bundesgericht  offen  steht  (vgl. 

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Art.  83  Bst.  c  Ziff.  2  und  4  des Bundesgerichtsgesetzes  vom   17.  Juni  2005 
[BGG, SR 173.110]).

1.2  Gemäss  Art.  37  VGG  richtet  sich  das  Verfahren  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht  nach  dem  VwVG,  soweit  das  Gesetz  nichts 
anderes bestimmt. 

1.3 Die Beschwerdeführerin ist als Verfügungsadressatin zur Beschwerde 
legitimiert  (Art.  48  Abs.  1  VwVG).  Auf  die  frist­  und  formgerechte 
Beschwerde ist daher einzutreten (Art. 49 ff. VwVG).

2.
Mit  Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht  kann  die  Verletzung 
von  Bundesrecht  einschliesslich  Überschreitung  oder  Missbrauch  des 
Ermessens,  die  unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des 
rechtserheblichen  Sachverhalts  und  –  soweit  nicht  eine  kantonale 
Behörde  als  Beschwerdeinstanz  verfügt  hat  –  die  Unangemessenheit 
gerügt werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im 
Beschwerdeverfahren  das  Bundesrecht  von  Amtes  wegen  an.  Es  ist 
gemäss  Art.  62  Abs.  4  VwVG  an  die  Begründung  der  Begehren  nicht 
gebunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend 
gemachten  Gründen  gutheissen  oder  abweisen.  Massgebend  ist 
grundsätzlich die Sachlage zum Zeitpunkt seines Entscheides (vgl. BVGE 
2011/1 E. 2 mit Hinweis).

3.
3.1 Am 1. Januar 2008 traten die neuen gesetzlichen Bestimmungen des 
AuG und seine Ausführungsbestimmungen  in Kraft – unter anderem die 
Verordnung  vom  24. Oktober  2007  über  Zulassung,  Aufenthalt  und 
Erwerbstätigkeit  (VZAE,  SR  142.201).  In  Verfahren,  die  vor  diesem 
Zeitpunkt  anhängig  gemacht  wurden,  bleibt  nach  der 
übergangsrechtlichen  Ordnung  des  AuG  das  alte  materielle  Recht 
anwendbar, wobei es ohne Belang ist, ob das Verfahren auf Gesuch hin – 
so explizit Art. 126 Abs. 1 AuG – oder von Amtes wegen eröffnet wurde 
(vgl. BVGE 2008/1 E. 2). 

3.2  Der  Beschwerdeführerin  ist  zwar  noch  unter  dem  Geltungsbereich 
des  Bundesgesetzes  vom  26. März  1931  über  Aufenthalt  und 
Niederlassung  der  Ausländer  (ANAG,  BS  1  121)  eine  erstmalige 
Aufenthaltsbewilligung erteilt worden; da sie  jedoch mit Gesuch vom 30. 

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April  2009  die  Verlängerung  dieser  Bewilligung  beantragt  hat,  ist  im 
vorliegenden Verfahren neues Recht anwendbar. 

3.3 Gemäss Art. 40 AuG sind die Kantone zuständig für die Erteilung und 
Verlängerung  von  Bewilligungen.  Vorbehalten  bleibt  jedoch  die 
Zustimmung durch das BFM. Dessen Zustimmungserfordernis ergibt sich 
im vorliegenden Fall aus Art. 99 AuG i.V.m. Art. 85 Abs. 1 Bst. a VZAE. 
Letztgenannte Bestimmung wird präzisiert durch die Weisungen des BFM 
im  Ausländerbereich  in  der  Fassung  vom  30.  September  2011 
(www.bfm.admin.ch>Dokumentation>Rechtliche  Grundlagen>Weisungen 
und  Kreisschreiben>I.  Ausländerbereich>1  Verfahren  und 
Zuständigkeiten).  Sie  sehen  in  Ziffer  1.3.1.4  Bst. e  vor,  dass  die 
Verlängerung  der  Aufenthaltsbewilligung  nach  der  Auflösung  der 
ehelichen  Gemeinschaft  mit  dem  schweizerischen  oder  ausländischen 
Ehegatten  oder  nach  dessen  Tod  dem  BFM  zur  Zustimmung  zu 
unterbreiten ist, falls die betroffene ausländische Person nicht aus einem 
Mitgliedstaat  der  EFTA  oder  der  EG  stammt.  Die  Vorinstanz  hat  eine 
umfassende  originäre  Sachentscheidskompetenz  (zum  alten,  aber  gleich 
ausgestalteten Recht: BGE 127 II 49 E. 3a S. 51 f. und BGE 120 Ib 6 E. 3a S. 9 
f.). Dass  die  dafür  notwendigen Sachverhaltsabklärungen  in der Regel  von den 
antragstellenden Kantonen durchgeführt werden, vermag daran nichts zu ändern 
(siehe Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C­4655/2009 vom 5. Oktober 2011 
E. 3.3). Weder das BFM noch das Bundesverwaltungsgericht sind mithin an die 
Einschätzung der kantonalen Behörde gebunden.

4.
Gemäss  Art.  42  Abs.  1  AuG  haben  ausländische  Ehegatten  von 
Schweizerinnen  und  Schweizern,  wenn  sie  mit  diesen 
zusammenwohnen,  Anspruch  auf  Erteilung  und  Verlängerung  der 
Aufenthaltsbewilligung  und  –  nach  einem  ordnungsgemässen  und 
ununterbrochenen  Aufenthalt  von  fünf  Jahren  –  Anspruch  auf  Erteilung 
einer  Niederlassungsbewilligung  (Art.  42  Abs.  3  AuG).  Nach  Auflösung 
der Ehe, wie  in  casu,  oder Familiengemeinschaft  – mitgemeint  ist  auch 
die  eheliche  Gemeinschaft  –  besteht  der  Anspruch  auf  Erteilung  und 
Verlängerung  der  Aufenthaltsbewilligung  weiter,  wenn  die 
Ehegemeinschaft  mindestens  drei  Jahre  bestanden  hat  und  eine 
erfolgreiche  Integration  besteht  (Art.  50  Abs.  1  Bst.  a  AuG)  oder  wenn 
wichtige  persönliche  Gründe  einen  weiteren  Aufenthalt  in  der  Schweiz 
erforderlich machen (Art. 50 Abs. 1 Bst. b AuG).

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5.
Das  zeitliche  Kriterium  der  dreijährigen  Dauer  der  Ehegemeinschaft  ist 
nicht  gleichbedeutend  mit  der  Dauer  der  Haushaltsgemeinschaft.  Von 
einer  bestehenden  Ehegemeinschaft  kann  grundsätzlich  –  und 
vorbehältlich  offenkundiger  Missbrauchsabsichten  –  ausgegangen 
werden,  solange  die  Ehegatten  zusammen  leben.  Der  Fortbestand  der 
Ehegemeinschaft  kann  aber  auch  im  Fall  ihres  Getrenntlebens 
angenommen  werden,  nämlich  dann,  wenn  für  das  Getrenntleben 
objektivierbare  Gründe  bestehen  (vgl.  MARC  SPESCHA  in: 
Spescha/Thür/Zünd/Bolzli  [Hrsg.],  Kommentar  Migrationsrecht,  2. 
aktualisierte Auflage, Zürich 2009, Art. 50 AuG N 4). Art. 49 AuG spricht 
insoweit  von wichtigen Gründen,  die  in  der  Botschaft  zum AuG  vom  8. 
März  2002  (BBl  2002  3753  f.)  zum  einen  als  berufliche  Gründe,  zum 
anderen  auch  als  andere  wichtige  und  nachvollziehbare  Gründe 
bezeichnet werden. Zu  letzteren zählt – so explizit Art.  76 VZAE – eine 
vorübergehende Trennung wegen erheblicher familiärer Probleme, womit 
der  Gesetzgeber  insbesondere  Fälle  häuslicher  Gewalt  im  Auge  hatte 
(vgl. ESTHER S. AMSTUTZ  in: Caroni/Gächter/ Thurnherr [Hrsg.], Stämpflis 
Handkommentar  zum  Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG], Art. 49 N 24; Urteile des Bundesgerichts 2C_314/2010 
vom 26. Juli 2010 E. 2.2 und 2C_544/2010 vom 23. Dezember 2010 E. 
2.3.1). Hält  im Falle erheblicher Eheprobleme das Getrenntleben an, so 
stellt  sich  die  Frage,  ob  die  Trennung  als  definitiv  und  die 
Familiengemeinschaft damit als aufgelöst zu betrachten ist (vgl. SPESCHA, 
a.a.O. Art. 49 AuG N 3).

5.1 Gemäss Aussagen der Beschwerdeführerin wurde das gemeinsame 
Scheidungsbegehren im Juli 2007 eingereicht und der eheliche Haushalt 
ein  halbes  Jahr  später  aufgehoben.  Der  Ex­Ehemann  bestätigte  den 
Zeitpunkt der Einreichung des gemeinsamen Scheidungsbegehrens und 
fügte hinzu, die Beschwerdeführerin sei ab Januar 2007 nur noch selten 
nach  Hause  gekommen.  Die  Scheidung  wurde  am  14.  Mai  2008 
rechtskräftig.  Demzufolge  hat  die  Hausgemeinschaft  höchstens  zwei 
Jahre  und  sechs  Monate  und  die  Ehe  zwei  Jahre  und  zehn  Monate 
gedauert  (zur  Bedeutung  dieser  zeitlichen  Grenzen  vgl.  BGE 
2C_784/2010 vom 26. Mai 2011 E. 3.1.3). 

5.2  Im  Ergebnis  steht  damit  fest,  dass  die  eheliche  Gemeinschaft  der 
Beschwerdeführerin  vor  Ablauf  von  drei  Jahren  beendet  war.  Art.  50 
Abs. 1  Bst.  a  AuG  findet  in  ihrem  Fall  somit  keine  Anwendung.  Im 

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Rahmen dieser Bestimmung  kommt es auf  die  behauptete  Integration – 
die ein kumulatives Kriterium wäre – nicht mehr an. 

6.
Gemäss  Art.  50  Abs.  1  Bst.  b  AuG  besteht  –  unabhängig  von  der 
bisherigen Dauer der Familien­ bzw. Ehegemeinschaft – auch dann der 
Anspruch  auf  Verlängerung  der  Aufenthaltsbewilligung  weiter,  wenn 
wichtige  persönliche  Gründe  einen  weiteren  Aufenthalt  in  der  Schweiz 
erforderlich machen. Solche Gründe können namentlich – so explizit Art. 
50  Abs.  2  AuG  –  vorliegen,  wenn  der  betreffende  Ehegatte  Opfer 
ehelicher  Gewalt  wurde  und  seine  soziale  Wiedereingliederung  im 
Herkunftsland  stark  gefährdet  erscheint;  beide  Bedingungen  müssen 
jedoch  nicht  kumulativ  erfüllt  sein  (BGE  136  II  1  E.  5  S.  3  ff.). Weitere 
wichtige  –  und  im  Zusammenhang  mit  der  Ehe  stehende  Gründe – 
können  sich  auch  daraus  ergeben,  dass  der  in  der  Schweiz  lebende 
Ehepartner gestorben  ist  oder gemeinsame Kinder  vorhanden sind  (vgl. 
SPESCHA, a.a.O. Art. 50 AuG N 7 sowie  CARONI, a.a.O., Art. 50 N 23 f.). 

6.1.  Im Falle der Beschwerdeführerin  sind  jedoch keine  spezifischen,  auf  ihrer 
Ehe  bzw.  deren  Auflösung  beruhenden  Gründe  ersichtlich,  die  ihr  einen 
Anspruch  auf weiteren Verbleib  in  der  Schweiz  verschaffen  könnten.  Insoweit 
die  Beschwerdeführerin  geltend  macht,  von  ihrem  Ex­Ehemann  und  dessen 
Familie  bedroht  worden  zu  sein,  ist  festzustellen,  dass  ihre  Angaben 
diesbezüglich  widersprüchlich  und  vage  sind.  So  teilte  sie  den  kantonalen 
Behörden mit Schreiben vom 4. September 2008 einerseits mit, sie hätte sich mit 
ihrem Ex­Ehemann täglich gestritten. Alles sei ihr immer mehr "wie eine Folter 
vorgekommen".  Die  Trennung  sowie  die  anschliessende  Scheidung  seien  ihr 
"auch  sehr  recht  gewesen".  Andererseits  liess  sie  die  Behörden  im  selben 
Schreiben  wissen,  eine  Trennung  wäre  für  sie  vorteilhafter  gewesen  als  eine 
Scheidung.  Die  "Unterdrückung"  des  Ex­Ehemannes  und  dessen  Familie  sei 
jedoch  zu  gross  gewesen.  Im  vorinstanzlichen  Verfahren  –  die 
Beschwerdeführerin  war  durch  einen  Rechtsanwalt  vertreten  –  war  die  zuvor 
geltend  gemachte  "Unterdrückung"  kein  Thema  mehr.  In  der  Beschwerde 
beschreibt  die  Beschwerdeführerin  das  Zusammenleben  mit  dem  Ex­Ehemann 
und dessen Familie sodann mit dem Wort "Hölle". Sie hätte  lediglich die Wahl 
gehabt zwischen Scheidung oder sich "umbringen". Somit mutieren die bei den 
kantonalen  Behörden  vorgebrachte  Unterdrückung  und  die  Streitereien  auf 
Beschwerdeebene zu einer schwerwiegenden Bedrohungssituation. Die Aussagen 
der Beschwerdeführerin sind demzufolge unglaubhaft. Objektiv nachvollziehbare 
Ereignisse, Begebenheiten oder Umstände für das vorliegen ehelicher Gewalt im 
Sinne  der  bundesgerichtlichen  Rechtsprechung  (vgl.  z.B.  Urteil  des 

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Bundesgerichts  2C_155/2011  vom  7.  Juli  2011  E.  4.3  –  4.7),  vermag  die 
Beschwerdeführerin weder zu belegen noch aufzuzeigen.

6.2 Die  Beschwerdeführerin  bringt  vor,  als  geschiedene  Frau  sei  ihre  soziale 
Wiedereingliederung  im  Heimatland  gefährdet.  Die  Frage  der 
Wiedereingliederung  ist  aufgrund der  gesellschaftlichen, wirtschaftlichen  sowie 
familiären Situation der betroffenen Person zu beurteilen (vgl. CARONI, a.a.O., 
Art. 50 N 38 mit Hinweis). 

6.3  Bezüglich  der  Situation  der  Beschwerdeführerin  hält  das 
Bundesverwaltungsgericht  Folgendes  fest:  Allfällige  wirtschaftliche 
Schwierigkeiten, von denen die Beschwerdeführerin nach der Rückkehr betroffen 
zu sein glaubt, stellen grundsätzlich keine die Existenz bedrohende Situation dar, 
welche  den  Vollzug  der  Wegweisung  in  den  Heimatstaat  als  unzumutbar 
erscheinen lassen (vgl. EMARK 1994 Nr. 19 S. 149). Indessen ist der Lage 
geschiedener  Frauen  insbesondere  in  muslimisch  geprägten  Ländern 
besondere Beachtung zu schenken. Die Beschwerdeführerin verfügt zwar 
im Heimatstaat mit  ihrer Mutter  und  zwei  Brüdern  über  ein weitläufiges 
Beziehungsnetz. Diese Tatsache allein lässt jedoch nicht den Schluss zu, 
sie könne dank diesem Beziehungsnetz ihren Lebensunterhalt bestreiten; 
dies  hängt  in  casu  davon  ab,  ob  die  Gründe,  die  zur  Scheidung  der 
Beschwerdeführerin  führten,  von  ihren  eigenen  Familienangehörigen 
gebilligt werden. Die Beschwerdeführerin brachte nicht vor, aufgrund der 
Scheidung  Probleme mit  Familienangehörigen  gehabt  zu  haben.  Es  ist 
daher  davon  auszugehen,  dass  die  Scheidung  für  die 
Familienangehörigen kein Problem darstellt und das Verhältnis zu diesen 
gut ist.

Die  Beschwerdeführerin  ist  in  der  Hauptstadt  A.________  der  Provinz 
B.________  aufgewachsen.  Dass  dort  tatsächlich  derart  rigide 
Moralvorstellungen  herrschen  sollen,  wie  sie  die  Beschwerdeführerin 
behauptet, erscheint fraglich, denn diese Stadt ist touristisch erschlossen. 
So  findet  im Juli  jeweils ein Tourismus­ und Kulturfest statt. Die Provinz 
B.________  verfügt  auch  über  einen  Flughafen,  der  sich  25  Kilometer 
von A.________ entfernt befindet. Deshalb  ist  davon auszugehen, dass 
eine  Wiedereingliederung  nicht  nur  in  familiärer,  sondern  auch  in 
gesellschaftlicher Hinsicht möglich ist.

Die  Beschwerdeführerin  hat  in  der  Schweiz  eine  Ausbildung  zur 
Pflegeassistentin  absolviert  und  arbeitet  seit  Dezember  2009  in  einem 
Alters­ und Pflegeheim. Die hier erworbenen Fähigkeiten werden  ihr bei 

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der  beruflichen  Wiedereingliederung  von  Nutzen  sein.  Aufgrund  dieser 
Erfahrungen  müsste  es  ihr  möglich  sein,  eine  wirtschaftliche  Existenz 
aufzubauen.  Es  kann  deshalb  davon  ausgegangen  werden,  dass  eine 
Wiedereingliederung  auch  in wirtschaftlicher  Hinsicht  möglich  ist.  Zudem 
pflegt  die  Beschwerdeführerin  enge  Kontakte  mit  ihren  in  der  Schweiz 
lebenden  Familienangehörigen,  die  sie  bei  ihrer  Wiedereingliederung 
sicherlich  unterstützen  werden.  Überdies  ist  beizufügen,  dass  es  der 
Beschwerdeführerin  aufgrund  ihrer  beruflichen  Fähigkeiten  und  ihres 
Alters  freisteht,  sich  in  einer  anderen  Grossstadt,  wie  beispielsweise 
Istanbul, niederzulassen.

6.4  Bei  dieser  Sachlage  und  in  Abwägung  der  gesamten  Umstände 
kommt das Bundesverwaltungsgericht zum Schluss, dass der Umstand, dass die 
Ehe der Beschwerdeführerin gescheitert ist, nicht erkennen lässt, dass ihre soziale 
Wiedereingliederung im Herkunftsland Türkei stark gefährdet wäre. Da aus ihrer 
Ehe  mit  dem  in  der  Schweiz  eingebürgerten  Landsmann  keine  Kinder 
hervorgegangen  sind,  können  auch  keine  entsprechend  engen  familiären 
Beziehungen  einen  wichtigen  Grund  für  die  Verlängerung  ihrer 
Aufenthaltsbewilligung darstellen (vgl. dazu auch E. 7.4 f.). 

7.
Anspruchsbegründend  können  auch  sonstige  wichtige  persönliche 
Gründe  sein,  da  Art.  50  Abs.  1  Bst.  b  AuG  bewusst  auf  eine 
abschliessende  Aufzählung  der  Gründe  verzichtet  (vgl.  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts  C­4625/2009  vom  31.  März  2011  E.  7.2). 
Entscheidend ist hierbei die persönliche Situation des Betroffenen. Die in 
Art.  31  Abs.  1  VZAE  aufgelisteten,  aber  nicht  erschöpfenden  Kriterien 
können  für  die Beurteilung  eines Härtefalles  herangezogen werden  und 
eine  wesentliche  Rolle  spielen,  auch  wenn  sie  einzeln  betrachtet 
grundsätzlich  noch  keinen  Härtefall  zu  begründen  vermögen  (vgl.  BGE 
2C_784/2010  vom  26. Mai  2011  E.  3.2.3).  Ausdrücklich  aufgeführt 
werden  dort  die  Integration  (Bst.  a),  die  Respektierung  der 
Rechtsordnung (Bst. b), die Familienverhältnisse (Bst. c), die finanziellen 
Verhältnisse sowie der Wille zur Teilhabe am Wirtschaftsleben und zum 
Erwerb  von  Bildung  (Bst.  d),  die  Dauer  der  Anwesenheit  (Bst.  e),  der 
Gesundheitszustand  (Bst.  f)  und  die  Möglichkeiten  der 
Wiedereingliederung  im Herkunftsland  (Bst.  g;  zum Ganzen  siehe  auch 
CARONI, a.a.O., Art. 50 N 23 f.).

7.1  Im  ersten  Jahr  ihres  Aufenthaltes  in  der  Schweiz  besuchte  die 
Beschwerdeführerin eine Sprachschule in C.________ und erzielte in der 

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Abschlussprüfung  im  Juni  2004  die Noten  gut  (mündliche Prüfung)  und 
ausreichend (schriftliche Prüfung). Anschliessend besuchte sie an einem 
anderen  Bildungsinstitut  einen  knapp  dreimonatigen  Deutschkurs  für 
Fremdsprachige  der Grundstufe  2,  den  sie mit  der Note  5,5  abschloss. 
Danach  arbeitete  sie  bis Mitte  Januar  2006  als Reinigungskraft  bei  der 
D.________ AG in C.________. Am 1. September 2006 trat sie eine 60­
Prozent  Stelle  als  Kassierin  bei  der  E.________ GmbH  an.  Ende  2007 
absolvierte  sie  den  Kurs  Pflegehelferin  des  Schweizerischen  Roten 
Kreuzes,  den  sie  am  17.  Januar  2008  erfolgreich  abschloss.  Beim 
gemeinnützigen  Verein  F.________  besucht  sie  seit  März  2008 
wöchentlich ein bis zwei Stunden den Kurs Konversation auf Deutsch bei 
einer  freiwilligen Mitarbeiterin. Anfang August  desselben Jahres begann 
sie  eine  Ausbildung  zur  Pflegeassistentin  beim  Kantonsspital 
G.________, die sie am 30. Juni 2009 mit dem Titel Pflegeassistentin mit 
Ausweis  abschlossen  hat.  Seit  dem  1.  Dezember  2009  arbeitet  sie  in 
einem  Alters­  und  Pflegeheim  als  Pflegeassistentin.  Aus  dem 
Arbeitszeugnis  und  einem  weiteren  Schreiben  ihres  Arbeitgebers  geht 
hervor,  dass  die Beschwerdeführerin  sehr  geschätzt wird.  In  beruflicher 
und  wirtschaftlicher  Hinsicht  hat  sie  sich  offenbar  gut  und  rasch  in  die 
hiesigen Verhältnisse eingelebt. Zudem besitzt sie verhältnismässig gute 
Deutschkenntnisse.

7.2 Die Beschwerdeführerin hält sich seit dem Jahre 2003 in der Schweiz 
auf; zunächst mit einer Kurzaufenthaltsbewilligung, seit dem 1. Juli 2005 
mit  einer  ordentlichen  Aufenthaltsbewilligung  aufgrund  der 
Eheschliessung  mit  einem  in  der  Schweiz  eingebürgerten  Landsmann. 
Die Ehe wurde nach zwei Jahren und zehn Monaten geschieden und die 
eheliche Gemeinschaft dauerte höchstens zwei Jahre und sechs Monate. 
Angesichts des Alters der Beschwerdeführerin, die mit 18 Jahren, also als 
Erwachsene,  in  die  Schweiz  gekommen  ist,  sind  die  hier  verbrachten 
Jahre als  relativ  kurze Aufenthaltsdauer einzustufen;  zudem können die 
letzten rund 16 Monate, während denen die Beschwerdeführerin aufgrund 
des vorliegenden Verfahrens von den Behörden in der Schweiz  lediglich 
geduldet  wurde,  bei  der  Beurteilung  der  Dauer  des  Aufenthaltes  nicht 
berücksichtigt werden. 

Die Beschwerdeführerin  ist mit den Verhältnissen  in der Türkei noch gut 
vertraut,  hat  sie  doch  den  weitaus  grössten  und  für  die  Persönlichkeit 
prägenden Teil  ihres  Lebens  in  der Heimat  verbracht  und weilte  in  den 
letzten  Jahren  jeweils  drei  Monate  am  Stück  bei  ihrer  Familie  in  der 
Türkei, was auf einen guten Kontakt hindeutet. 

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7.3  Insgesamt  unterscheidet  sich  der  Integrationsgrad  der 
Beschwerdeführerin nicht von dem, was von einer ausländischen Person 
nach  vergleichbarem  Aufenthalt  verlangt  werden  kann.  Daran  können 
auch die Empfehlungsschreiben des Arbeitgebers und einer Privatperson 
nichts  ändern.  Sie  zeigen  zwar  ein  gewisses  Beziehungsnetz  der 
Beschwerdeführerin  in  der  Schweiz  auf,  lassen  jedoch  nicht  auf  enge 
persönliche und affektive Beziehungen  schliessen. Sie  beinhalten  damit 
keine  hinreichenden  Nachweise  für  eine  aussergewöhnliche  soziale 
Integration,  welche  über  die  während  des  mehrjährigen  Aufenthalts 
geknüpften freundschaftlichen Beziehungen hinaus gehen würde.

7.4  Soweit  die  Beschwerdeführerin  geltend  macht,  dass  sie  zu  ihrer 
Zwillingsschwester und ihrem Vater sowie weiteren Verwandten engen 
Kontakt pflege, ist festzuhalten, dass sich der Härtefall grundsätzlich in 
der gesuchstellenden Person selber verwirklichen muss (vgl. Urteil des 
Bundesgerichts  2A.89/2000  vom  21.  März  2000  E.  1a).  Von  dieser 
Regel  wird  praxisgemäss  –  in  analoger  Anwendung  der  aus  Art.  8 
EMRK abgeleiteten Kriterien – nur dann ausnahmsweise abgewichen, 
wenn  in  der  Schweiz  lebende  Angehörige  in  einem  besonderen 
Abhängigkeitsverhältnis  zur  gesuchstellenden  Person  stehen  bzw. 
eine  besonders  enge  persönliche  und  affektive  Beziehung  zu  dieser 
unterhalten  (vgl. Urteile des Bundesgerichts 2A.92/2007 vom 21. Juni 
2007 E.  4.3,  2A.76/2007  vom  12.  Juni  2007 E.  5.1  und  2A.627/2006 
vom 28. November 2006 E. 4.2.1). 

Art. 8 EMRK schützt in erster Linie die Kernfamilie, d.h. die Gemeinschaft 
der Ehegatten mit  ihren minderjährigen Kindern  (vgl. BGE 135  I  143 E. 
1.3. S. 145 oder BGE 127 II 60 E. 1d/aa S. 64f.). Geht es um Personen, 
die  nicht  der  eigentlichen  Kernfamilie  zuzurechnen  sind,  setzt  eine 
schützenswerte  familiäre  Beziehung  voraus,  dass  die  um  eine 
ausländerrechtliche  Bewilligung  ersuchende  ausländische  Person  vom 
hier  Anwesenheitsberechtigten  abhängig  ist.  Die  Abhängigkeit  eines 
Menschen von einem andern kann sich unabhängig vom Alter ergeben, 
namentlich aus besonderen Betreuungs­ und Pflegebedürfnissen wie bei 
körperlichen  oder  geistigen  Behinderungen  und  schwerwiegenden 
Krankheiten (BGE 120 Ib 257 E. 1/d­e S. 260 ff. oder BVGE 2007/45 E. 
5.3,  je mit Hinweisen). Eine solche Konstellation  liegt hier nicht vor. Bei 
der Beschwerdeführerin handelt es sich um eine junge gesunde Frau, die 
weder  pflege­  noch  betreuungsbedürftig  ist,  sondern  eher  auf 
wohlwollende  moralische  Unterstützung  durch  ihre  Verwandten 
angewiesen  ist.  Der  Kontakt  kann  jedoch  anders  als  mit  einer 

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Aufenthaltsbewilligung  aufrechterhalten  werden  (Briefverkehr, 
Videotelefonie,  Telefonate  oder  durch  Reisen  in  den  Aufenthaltsstaat  der 
Beschwerdeführerin). 

7.5  Da  die  Beschwerdeführerin  offensichtlich  keine  gesundheitlichen 
Probleme  hat,  ergeben  sich  insgesamt  gesehen  auch  keine  wichtigen 
persönlichen Gründe, die eine Verlängerung  ihrer Aufenthaltsbewilligung 
erfordern würden. 

8.
Die Beschwerdeführerin  besitzt  somit weder  gestützt  auf Art.  50 Abs.  1 
Bst. a  AuG  (dreijährige  Ehegemeinschaft  und  erfolgreiche  Integration) 
noch gestützt auf Art. 50 Abs. 1 Bst. b AuG (wichtige persönliche Gründe) 
einen  Anspruch  auf  Verlängerung  der  Aufenthaltsbewilligung. 
Insbesondere wäre in diesem Rahmen auch keine Härtefallregelung nach 
Art. 30 Abs. 1 Bst. b AuG in Betracht gekommen. Dass die Vorinstanz die 
Zustimmung zur Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung verweigert hat, 
kann daher nicht beanstandet werden.

9.
Als gesetzliche Folge der nicht mehr verlängerten Aufenthaltsbewilligung 
hat die Beschwerdeführerin die Schweiz zu verlassen (vgl. Art. 64 Abs. 1 
Bst. c AuG in der Fassung gemäss Art. 2 Ziff. 1 des Bundesbeschlusses 
vom  18.  Juni  2010  betreffend  die  Übernahme  der  EG­Rückführungs­
richtlinie  [Richtlinie 2008/115/EG],  in Kraft  seit  1.  Januar 2011, der dem 
zeitgleich  aufgehobenen  Art.  66  Abs.  1  AuG  in  der  Fassung  vom  16. 
Dezember  2005  [AS  2007  5437]  entspricht).  Es  bleibt  zu  prüfen,  ob 
Hinderungsgründe  für  den  Vollzug  der  Wegweisung  anzunehmen  sind 
(Art.  83  Abs.  2  –  4  AuG)  und  das  BFM  gestützt  hierauf  die  vorläufige 
Aufnahme hätte verfügen müssen. 

9.1 Die Möglichkeit und Zulässigkeit des Wegweisungsvollzugs stehen im 
vorliegenden Fall ausser Frage. Demzufolge wäre allenfalls  relevant, ob 
die  zwangsweise  Rückkehr  für  die  Beschwerdeführerin  eine  konkrete 
Gefährdung mit sich brächte und damit nicht zumutbar wäre. 

9.2 Der Wegweisungsvollzug kann für die betroffene Person unzumutbar 
sein,  wenn  sie  in  ihrem  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  Situationen  wie 
Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt oder einer medizinischen Notlage 
ausgesetzt  wäre.  Wirtschaftliche  Schwierigkeiten,  von  welchen  die 
ansässige Bevölkerung regelmässig betroffen ist, wie Wohnungsnot oder 

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ein  schwieriger  Arbeitsmarkt,  vermögen  jedoch  keine  konkrete 
Gefährdung  zu  begründen.  Dagegen  ist  der  Vollzug  der  Wegweisung 
nicht  zumutbar,  wenn  dieser  für  die  ausländische  Person 
höchstwahrscheinlich  zu  einer  existenziellen  Bedrohung  führen  würde, 
beispielsweise  dann,  wenn  sie  sich  nach  ihrer  Rückkehr  mit  völliger 
Armut,  Hunger,  Invalidität  oder  Tod  konfrontiert  sähe  (vgl.  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgericht C­4625/2009 vom 31. März 2011 E. 10.2 mit 
Hinweis). 

9.3  Aus  den  Akten  ergeben  sich  keine  Anhaltspunkte,  die  gegen  die 
Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  in  das  Heimatland  der 
Beschwerdeführerin  sprechen.  Bezüglich  des  Vorbringens  der  starken 
Gefährdung der sozialen Wiedereingliederung im Heimatland wird auf E. 
6.2 verwiesen. 

10.
Demzufolge ist die angefochtene Verfügung im Lichte von Art. 49 VwVG 
nicht zu beanstanden. Die Beschwerde ist deshalb abzuweisen.

11.
Entsprechend  dem  Ausgang  des  Verfahrens  wird  die  unterliegende 
Beschwerdeführerin  kostenpflichtig  (Art.  63  Abs.  1  VwVG).  Die 
Verfahrenskosten sind auf Fr. 800.­­ festzusetzen (Art. 1, Art. 2 und Art. 3 
Bst.  b  des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 
173.320.2])

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr.  800.­­  werden  der  Beschwerdeführerin 
auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  in  gleicher 
Höhe verrechnet.

3.
Dieses Urteil geht an:

– die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde)
– die Vorinstanz (Akten Ref­Nr. […])
– das Migrationsamt des Kantons Z.________ (Akten 

Ref.­Nr. […])

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Antonio Imoberdorf Mirjam Angehrn

Rechtsmittelbelehrung:
Gegen  diesen  Entscheid  kann  innert  30  Tagen  nach  Eröffnung  beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich­rechtlichen 
Angelegenheiten geführt werden, sofern die Voraussetzungen gemäss den Art. 82 
ff.,  90  ff.  und  100  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni  2005  (BGG,  SR 
173.110)  gegeben  sind. Die Rechtsschrift  hat  die Begehren,  deren Begründung 
mit  Angabe  der  Beweismittel  und  die  Unterschrift  zu  enthalten.  Der 
angefochtene  Entscheid  und  die  Beweismittel  sind,  soweit  sie  der 
Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). 

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