# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 07c9a87c-b690-593f-9ea2-567e823ef9f1
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-08-14
**Language:** de
**Title:** Das psychiatrische Gutachten erweist sich als beweiskräftig. Demnach war die Beschwerdeführerin bereits nach wenigen Monaten nicht mehr in invalidenversicherungsrechtlich relevanter Weise in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. Abweisung der Beschwerde. UP/URV ohne HoNo.
**Docket/Reference:** IV.2016.00068
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2016.00068.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2016.00068
I. Kammer
Sozialversicherungsrichterin Grünig, Vorsitzende
Sozialversicherungsrichter Spitz
Ersatzrichter Wilhelm
Gerichtsschreiberin Widmer
Urteil
vom
14. August 2017
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwalt Thomas Häusermann
walder
anwaltskanzlei
Forchstrasse
33, Postfach 1012, 8032 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
Die 1966 geborene
X.___
erlernte keinen Beruf und
betrieb
gemäss ihren Angaben
bis ins
Jahr
2004
mit
ihrem damaligen Ehemann
einen
Restau
rationsbetrieb
und
hernach alleine von 2007 bis 2008
eine Boutique
(Urk.
6
/13,
Urk.
6
/
17/4, Urk.
6
/18/5
, Urk. 6/31/6
, Urk. 6/35/3
).
Anschliessend betrieb sie in ihrem H
erkunfts
land ein Café (Urk.
6
/17/3).
Am
13.
Oktober 2013
meldete sie sich
unter
sinngemässem
Hinweis auf seit 1997 bestehende psychische Prob
leme bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an
(Urk. 6/8). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte daraufhin medizinische Berichte der behandelnden Ärzte ein (Urk.
6
/17-18
,
6
/31
), liess Auszüge aus dem individuellen Konto der Versicherten erstellen (IK-Auszüge; Urk.
6
/1-2,
6
/3-7,
6
/13) und
befragte die Versicherte zu ihrem Status (Urk.
6
/19)
. Hernach
liess
sie
die Versicherte durch
Dr.
med.
Y.___
, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie
, psychiatrisch begutachten
und legte dieses
Gutachten vom 13. November 2014
(
Urk.
6
/35)
ihrem
Regio
nalen Ärztlichen Dienst (RAD) zur Prüfung vor (Stellungnahme vom 2
7.
November 2014,
Urk.
6
/36/5)
.
Mit Vorbescheid vom 2
2.
Januar 2015 stellte sie der Versicherten die Abweisung ihres Leistungsbegehrens in Aussicht (Urk.
6
/37).
Dagegen erhob diese am 2
3.
Februar 2015 (Urk.
6
/41), ergänzt am 3.
Juli 2015 (Urk.
6
/53)
und
unter Beilage
des Berichts von
Dr.
med.
Z.___
, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie
, vom 2.
März 2015
(Urk.
6
/52), Einwand.
Am 18. August 2015
nahm
Dr.
Y.___
zum im
Rahmen des
Vorbe
scheid
verfahren
s
eingereichten
Bericht von Dr.
Z.___
Stellung (Urk.
6
/59), wozu
am
4.
September 2015 der RAD (Urk.
6
/71/4) und
am 19.
November 2015 die Versicherte Stellung nahm (Urk.
6
/70). Mit Verfügung vom 30. November 2015 verneinte die IV-Stelle - wie im Vorbescheid in Aussicht gestellt - den Anspruch der Versicherten auf Leistungen der Invalidenversicherung (Urk.
6
/72 = Urk. 2).
2.
Gegen die Verfügung vom 3
0.
November 2015 erhob die Versicherte am
18. Januar 2016 Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihr eine ganze Invalidenrente zuzusprechen, welche rückwirkend per 1
7.
Oktober 2013 korrekt festzulegen sei. Eventualiter sei zur weiteren Abklärung beziehungsweise einer unabhängigen medizinischen Begut
achtung ein weiteres ärztliches Gutachten über ihren psychischen Gesundheits
zustand einzuholen und es sei ihr vorab aufgrund ihres rechtlichen Gehörs die Möglichkeit einzuräumen, einen geeigneten Gutachter mitzubestimmen. Nach Vorliegen dieses Gutachtens sei die Sache zur Festsetzung einer Invalidenrente an die Vorinstanz zurückzuweisen
. In prozessualer Hinsicht ersuchte sie um
Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und Rechtsvertretung (Urk. 1 S. 2). Die Beschwerdegegnerin schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom
5.
Februar 2016 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 5). Mit Gerichtsverfügung vom 1
5.
Februar 2016 wurde der Beschwerdeführerin die unentgeltliche
Pro
zessführung
gewährt und es wurde ihr Rechtsanwalt Thomas Häusermann, Zürich, als unentgeltlicher Rechtsvertreter für das vorliegende Verfahren bestellt. Sodann wurde ihr die Beschwerdeantwort zugestellt (Urk. 8). Am 2
9.
Februar 2016 nahm die Beschwerdeführerin zur Beschwerdeantwort Stel
lung (Urk. 10), was der Beschwerdegegnerin am
1.
März 2016 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 11).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den
nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts; ATSG
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung; IVG)
.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Zur Annahme der Invalidität nach
Art.
8 ATSG ist – auch bei psychischen Erkran
kungen – in jedem Fall ein medizinisches Substrat unabdingbar, das (fach-)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je stärker psychosozi
ale und soziokulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zukunftsängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vordergrund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vor
handen sein. Das bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträchtigungen, welche von den belastenden soziokulturellen Faktoren herrühren, bestehen darf, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Befunde zu umfassen hat, zum Beispiel eine von depressiven
Verstimmungs
-
zu
ständen klar unterscheidbare andauernde Depression im fachmedizinischen Sinne oder einen damit vergleichbaren psychischen Leidenszustand. Solche von der soziokulturellen Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne verselbständigte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invali
dität gesprochen werden kann. Wo die begutachtende Person dagegen im Wesentlichen nur Befunde erhebt, welche in den psychosozialen und soziokul
turellen Umständen ihre hinreichende Erklärung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein invalidisierender psychischer Gesundheitssc
haden gegeben (BGE 127 V 294 E.
5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009 E. 2).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
1.
3
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den Vorakten abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebenenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversiche
rung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gut
achten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich in der angefochtenen Verfügung gestützt auf das Gutachten von
Dr.
Y.___
sowie dessen Ergänzung
auf den Stand
punkt,
dass keine Erkrankung mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vorliege und seit dem Austritt aus der
A.___
am 1
4.
November 2013 wieder eine volle Arbeitsfähigkeit vorliege, weshalb kein Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung bestehe (Urk. 2).
In der Beschwerdeantwort
begründete sie ausführlicher, weshalb sie das Gutach
ten von
Dr.
Y.___
sowohl in formeller als auch in materieller Hinsicht für beweiskräftig halte
,
und nahm zu den beschwerdeweise gemachten Einwendun
gen Stellung
. Namentlich führte sie aus, dass die Diagnose einer
Persönlich
keitsstörung
bei jahrelang problemloser Erwerbstätigkeit der Beschwerdeführe
rin nicht überzeuge
(Urk. 5).
2.2
Die Beschwerdeführerin
beanstan
d
e
te in ihrer Beschwerde
das Abstellen auf das Gutachten von
Dr.
Y.___
, da es sämtlichen anderen fachärztlichen Berichten widerspreche. So hätten sowohl
Dr.
Z.___
als auch die
A.___
und das
B.___
eine Persönlichkeitsstörung und eine rezidivierende depressive Störung diagnostiziert und würden von einer mindes
tens 80%igen Arbeitsunfähigkeit mit negativer Prognose ausgehen (Urk. 1 S. 5).
Diese Ärzte hätten die Beschwerdeführerin über Jahre hinweg betreut,
während
dem
Dr.
Y.___
aufgrund seiner inklusive Übersetzung eine Stunde dauern
den Untersuchung das Vorliegen einer Persönlichkeitsstörung verneint habe (Urk. 1 S. 8). Hinzu komme, dass die Beschwerdegegnerin den Gutachter selber ausgewählt habe (Urk. 1 S. 8-9). Sodann beanstandete die Beschwerdeführerin, dass
Dr.
Y.___
seine Annahme einer vollen Arbeitsfähigkeit mit der Fähig
keit, öffentliche Verkehrsmittel zu benützen und einkaufen zu gehen sowie mit ihrer modisch-eleganten Kleidung und den blondierten Haaren begründet habe
(Urk. 1 S. 9 und S. 11)
. Auch die Behauptung, sie weise eine regelmässige Tagesgestaltung
auf, treffe nicht zu. Dass
Dr.
Y.___
den Umgang der Beschwerdeführerin mit „ihrem Engel“ (ihrer Puppe) nicht als psychopatholo
gisch beurteilt habe, entbehre jeder Logik (Urk. 1 S. 9). Stutzig mache weiter, dass
Dr.
Y.___
ihr während des Klinikaufenthaltes nur eine 50%ige Arbeits
unfähigkeit
attestiert habe. Offensichtlich handle es sich beim Gutachten von
Dr.
Y.___
um ein reines Gefälligkeitsgutachten
(Urk. 1 S. 10
und S. 12
).
In ihrer Stellungnahme vom 2
9.
Februar 2015 führte sie
zudem
an, die
Beschwer
degegnerin
habe sich bei der Verneinung des Vorliegens einer
Persön
lichkeitsstörung
medizinische Kenntnisse angemasst.
Ferner betonte sie, es lägen keine Anhaltspunkte dafür vor, dass die behandelnden Ärzte absichtlich zu ihren Gunsten berichtet hätten, und es handle sich bei
ihnen
um verschie
dene Fachpersonen (Urk. 10).
3.
3.1
Dem Bericht der
A.___
vom 1
3.
November 2013 ist zu entnehmen,
die Beschwerde
führerin halte sich seit dem 2
4.
September 2013 und voraussichtlich bis am 1
4.
November 2013 stationär bei ihnen auf. Sie leide an einer kombi
nierten und anderen Persönlichkeitsstörung mit narzisstischen und emotional-instabilen Zügen (ICD-10: F61), an einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig schwere E
pi
sode mit psychotischen Symptomen und
Suizidgedan
ken
(ICD-10: F33.3)
,
sowie an einer psychischen
-
und Verhaltensstörung durch Sedativa oder Hypnotika (
Xanax
): „
low
-
dose“-Abhängigkeitssyndrom (ICD-10: F13.2; Urk.
6
/17/2). Die Ärzte der
A.___
gingen von einer stark eingeschränkten
Arbeitsfähigkeit aus, wiesen jedoch darauf hin, dass die Arbeitsfähigkeit wegen der schlechten Compliance der Beschwerdeführerin schwer zu beurteilen sei. Die schlechte Compliance sei am ehesten auf die bekannte Persönlichkeitsstörung zurückzuführen (Urk.
6
/17/1
und Urk.
6
/17/6
).
Beim Eintritt in die Klinik sei sie im interpersonellen Kontakt nicht kooperativ und bizarr gewesen und der affektive Rapport sei kaum herstellbar gewesen. Sie sei psychomotorisch unru
hig, mit gesteigertem Antrieb und reduzierter Impulskontrolle gewesen. Es hät
ten keine offensichtlichen Störungen von Auffassung, Aufmerksamkeit, Kon
zentration oder der mnestischen Funktionen vorgelegen (Urk.
6
/17/3). Vom 2
4.
September bis am 3
0.
November 2014 habe eine 100%ige Arbeitsunfähig
keit vorgelegen. Ansonsten könne nicht Stellung genommen werden zur Zumutbarkeit der bisherigen oder einer anderen Tätigkeit. Bezüglich der depressiven Störung sei die Prognose unter Therapie voraussichtlich günstig (Urk.
6
/17/4-5).
Laut dem Bericht über die während des stationären Aufenthalts durchgeführte Arbeitstherapie wurde die Beschwerdeführerin zunehmend schwingungsfähiger und aktiver in der Kommunikation und im Ausdruck
. Eine deutliche Verbesse
rung habe sich auch im Antrieb gezeigt. Eine Arbeitsaufnahme sei zum aktuel
len Zeitpunkt eher nicht realistisch und eine Reintegration in den allgemeinen Arbeitsmarkt werde wahrscheinlich schwierig sein, sofern die Beschwerdeführe
rin weiterhin kein Interesse an einer Arbeitstätigkeit zeige
beziehungs
-
weise entsprechenden Massnahmen für einen Aufbau nicht zustimme
(Urk.
6
/17/9
-10
).
3.2
Dr.
Z.___
berichtete am 1
8.
Januar 2014, die Beschwerdeführerin befinde sich seit dem 2
0.
Juni 2012 in seiner ambulanten Behandlung (Urk. 6/18/1
, Urk. 6/18/5
).
Sie leide an einer rezidivierenden depressiven Episode, gegenwär
tig mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10: F33.11), sowie an einer kombinierten und anderen Persönlichkeitsstörung mit narzisstischen und emotional instabilen Zügen (ICD-10: F61; Urk. 6/18/5). Der Krankheitsverlauf habe sich chronifiziert und sie sei aus psychiatrischer Sicht mindestens zu 80
%
arbeitsunfähig, wobei die Prognose nicht gut sei (Urk. 6/18/6).
3.3
Dem im Juli 2014
zu den Akten der IV-Stelle gereichten
Bericht des
B.___
ist zu entnehmen, man habe die Beschwerdeführerin vom 1
6.
Dezember 2013 bis am 1
4.
März 2014
behandelt (Urk. 6/31/1).
Sie leide nach wie vor an
Aktivitätsein
schränkungen
, oft nach nur kleinen Anstrengungen, an starker Depression, Interessenverlust und Freudlosigkeit. Die Beschwerdeführerin habe sich zurück
gezogen und leide an andauernden und quälenden Schmerzen. Während vier
wöchiger tagesklinischer Therapie sei es nicht gelungen, sie wieder in ein geordnetes Leben zu bringen. Längeres Sitzen und Stehen löse bei ihr Unruhe und Nervosität aus. Aufgrund dieses Leistungsprofils und wegen ihrer mittel
gradigen depressiven Episode (ICD-10: F32.1) sei sie für sämtliche Tätigkeiten in der freien Marktwirtschaft auf längere Sicht zu 100
%
arbeitsunfähig (Urk. 6/31/5).
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte das
B.___
die laut
A.___
-Bericht vom November 2013 bestehende
Persönlich
keitsstörung
sowie eine Störung durch Tabak (ICD-10: F17.2; Urk. 6/31/6).
Das
B.___
führte weiter aus, die Beschwerdeführerin habe angegeben, seit 1997 unverändert an Depressionen zu leiden. Zudem habe sie über Schmerzen am ganzen Körper geklagt (Urk. 6/31/6).
Wegen der momentanen Ausprägung der Depression sei sie seit Juni 2012 für jede Tätigkeit vollumfänglich arbeitsun
fähig (Urk. 6/31/7).
3.4
Dr.
Y.___
untersuchte
die Beschwerdeführerin
am 2
7.
Oktober
2014 und erstattete am
1
3.
November
2014 in Kenntnis der medizinischen Vorakten sein
Gutachten (Urk.
6/35
). Darin diagnostizierte er eine
rezidivierende depressive Störung, seit November 2013 leichtgradige Episode
(ICD-10: F
3
3.
0)
,
sowie eine schwierige familiäre und finanzielle Situation
(ICD-10: Z63, Z5
9
), wobei er diesen Diagnosen keine anhaltende Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zumass (Urk. 6/35/7).
Dr.
Y.___
schilderte eine aus psychiatrischer Sicht wenig auffällige Vorge
schichte
(Urk. 6/
35/7). Er führte aus, die Beschwerdeführerin habe mehrmals Lebenskrisen mit depressiven Verstimmungen durchgemacht. Dabei
hätt
en
wohl
vor allem
reaktive Momente im Vordergrund gestanden (massive Eheprobleme, aggressiver Ehemann, wirtschaftlicher Kollaps ihres während 13 Jahren gemeinsam geführten Restaurants, misslungener Geschäftsversuch mit eigener Boutique, Probleme mit den Kindern usw.). Die letzte Krise sei im Sommer 2013 aufgetreten und im September 2013 eskaliert, was eine Hospitalisation zur Folge gehabt habe. Beim Eintritt in die Klinik habe sie eine schwere depressive Epi
sode mit psychotischen Symptomen gezeigt, beim Austritt noch eine leicht
-
gra
dige
.
Nach kurzer
tagesklinischer Behandlung steh
e sie nun in ambulanter psy
chiatrischer Behandlung, wobei sie ihren Psychiater etwa alle vier Wochen aufsuche und mit nur partiell genügender Compliance Psychopharmaka ein
nehme
. Zu nächtlichem Stimmenhören komme es nicht mehr und die Depres
sion habe sich deutlich
ge
bessert. Dass sie seit November 2013 wieder Kontakt zu ihren Kindern pflege,
habe
massgeblich zur Besserung bei
getragen
(Urk. 6/
35/8
, vgl. auch
Urk.
6/35/3-4
).
Dr.
Y.___
berichtete, die Beschwer
deführerin sei anlässlich der Untersuchung nur phasenweise verstimmt, oft gut gestimmt und - insbesondere im Gespräch mit der Übersetzerin
(Urk. 6/
35/6) - sogar fröhlich gewesen. Sie habe eine gute Konzentration und eine stabile Gefühlslage gezeigt. Sie leide nicht an grundlosen Ängsten. Ihr Umgang mit „ihrem Engel“
(von dem sie an der linken Schulter eine Tätowierung trage)
sei nicht psychopathologisch zu verstehen, sondern ein religiöses Phänomen. Die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung könne weder anamnestisch noch befundmässig nachvollzogen werden. Sie sei gefühlsmässig ruhig und stabil
gewesen
(Urk. 6/
35/8-9)
,
ohne Ausbrüche von Ärger, ohne impulsive Handlun
gen, ohne mangelnde Selbstkontrolle und bei ruhiger Affektlage sowie ohne Anzeichen für eine narzisstische Persönlichkeit wie Grössengefühle, Phantasien über Erfolg, ein Gefühl der Einmaligkeit, eine unbegründete Anspruchshaltung oder hochmütiges Verhalten
(Urk. 6/
35/6). Die Beschwerdeführerin leide öfters an Schmerzen, sei aber nicht auf diese fixiert und habe auch keine hypochond
rischen Befürchtungen geäussert. Nach der Hospitalisation respektive seit November 2013 liege nur noch eine leichtgradige depressive Episode vor, wel
che keine relevante
Arbeitsunfähigkeit
zur Folge habe
(Urk. 6/
35/9-11). Die
schlechte Compliance könne keinesfalls auf eine Persönlichkeitsstörung zurück
geführt werden und bei der Prognose würden gewichtige krankheitsfremde Faktoren eine Rolle spielen. Beispielsweise sei sie nach einer v
orübergehenden Rückzugstendenz
nicht mehr gewöhnt, regelmässig mit den Mitmenschen umzugehen
,
und es liege eine Dekonditionierung vor
. Es seien vorwiegend psy
chosoziale Faktoren massgebend
(Urk. 6/
35/10
-1
2
).
Derartige Faktoren seien in erheblichem Ausmass vorhanden,
unter anderem
in Form von eher reduzierten Sprachkenntnissen, der längeren Phase von Arbeitsuntätigkeit sowie der fehlen
den Motivation zur Aufnahme einer beruflichen Tätigkeit
(Urk. 6/
3
5
/14).
Der psychische Gesundheitszustand könne mittels einer Weiterführung der bishe
rigen Behandlung und einer Anpassung der Medika
tion
zusätzlich gebessert werden, was auch zumutbar sei
(Urk. 6/
35/11).
Eine mindestens 20%ige
Arbeitsunfähigkeit
sei im September 2013 eingetreten
(Urk. 6/
35/14). Die rezidi
vierende depressive Störung habe sich während der
Hospitalisation
in der
A.___
deutlich verbessert
(Urk. 6/
35/13). Seit dem Klinikaufenthalt sei sie weitgehend arbeitsfähig
(Urk. 6/
35/15).
RAD-Arzt PD
Dr.
med. univ.
C.___
,
Facharzt
für Neurologie, hielt das Gutachten von
Dr.
Y.___
in seiner Stellungnahme vom 2
7.
November 2014 für beweiskräftig
(Urk. 6/
36/5).
3.5
In seinem Bericht vom
2.
März 2015 gab
Dr.
Z.___
die gleichen Diagnosen an wie in seinem Bericht vom 1
8.
Januar 2014 (E. 3.2 vorstehend
;
Urk.
6/52/1
). Er führte aus,
d
ie Beschwerdeführerin erleide immer wieder psychogene Ohn
machtsanfälle mit starken Muskelkrämpfen und benötige deshalb regelmässige Kriseninterventionen. Die Benützung der öffentlichen Verkehrsmittel, das Ein
kaufen sowie der Verwandtenbesuch per Flugzeug hätten nur dank seiner wie
derholten Ermunterung der Beschwerdeführerin stattfinden können. Ferner gebe die Beschwerdeführerin an, ihre Medikamente immer
regelmässig
einzunehmen, und erkläre sich bereit, sich erneut Blut abnehmen zu lassen
(Urk. 6/
52/2).
4.
4.1
Das Gutachten
von
Dr.
Y.___
, auf welches die IV-Stelle abstellte,
basiert auf
einer fachärztlichen Untersuchung
der Beschwerdeführerin
(Urk. 6/
35/1)
,
e
s
wurde in Kenntnis der
medizinischen Vorakten erstattet
(Urk. 6/
35/1-3)
, es beantwortet d
ie gestellten
Fra
ge
n umfassend
(Urk. 6/35/10-16)
und setzt sich
eingehend
mit anderslau
tenden Beurteilungen
auseinander
(Urk. 6/35/13)
. Somit
erfüllt
es
die von der Recht
sprechung gestellten formellen Voraussetzungen an ein beweiskräftiges Gutachten (vgl. vorstehende E. 1.3).
In formeller Hinsicht
beanst
and
e
te die Beschwerdeführerin
,
dass die Beschwerdegegnerin das Gut
achten selber in Auftrag gegeben habe (Urk. 1 S. 9
Ziff.
33).
Dies entspricht jedoch dem üblichen Vorgehen und
der
Pflicht
der IV-Stelle
zur
Sachverhalts
abklärung
(vgl.
Art. 43
Abs.
1
ATSG, Art. 57
Abs.
3
IVG in Verbindung mit Art. 69
Abs.
2
IVV
).
4.2
4.2.1
Dass
Dr.
Y.___
aus psychiatrischer Sicht keine
relevante
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit postulierte (
Urk.
6/35/
10-11,
Urk.
6/35/15
)
respektive keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit stellte
(Urk. 6/
35/7), über
zeugt bei den weitge
hend unauffälligen erhobenen Befunden mit namentlich
voller Kon
zentration
, ohne Gedächtnisstörungen, ohne Zwänge und Ängste, mit nur leicht bedrückter Stimmungslage, normalem Antrieb, lebhafter Mimik und Gestik, gut herstellbarem affektivem Rapport, ohne für eine narzisstische
Per
sönlichkeitsstörung
sprechende Verhaltensauffälligkeiten, ohne Ausbrüche von Ärger, ohne mangelnde
Selbstkontrolle, ohne impulsive
Handlungen und mit ruhiger Affektlage
(Urk. 6/
35/6).
Die noch bestehenden leichten Einschränkun
gen begründete er in nachvollziehbarer Weise mit dem Vorhandensein ungüns
tiger krankheitsfremder Faktoren wie finanzielle
n
Schwierigkeiten, mehrmals gescheiterte
r
selbständige
r
Geschäftsführung,
einer
längere
n Phase von
Arbeits
untätigkeit
, einem
subjektive
n
Gefühl der
Arbeitsunfähigkeit
,
eher reduzierten Sprachkenntnissen sowie der fehlenden Motivation zur Aufnahme einer beruf
lichen Tätigkeit
(Urk. 6/
35/9-10
, Urk.
6/35/12
und
Urk.
6/35/14
).
4.2.2
Zur
Diagnose einer nur
leichtgradig ausgeprägten Depression passt neben der nur phasenweisen Verstimmung, der guten Konzentration und der stabilen Gefühlslage auch der
Tagesablauf
der Beschwerdeführerin
mit erhaltenen Akti
vitäten, sozialen Kontakten
zu ihren Kindern
und erhaltener Reisefähigkeit (
Urk.
6/35/8-9
).
Über eine erhebliche Besserung
in psychischer Hinsicht
berich
tete denn anlässlich der Begutachtung durch
Dr.
Y.___
auch die Beschwer
deführerin selber
(Urk. 6/
35/3-5)
.
Beispielsweise
gab sie an, dank der seit November 2013 wieder gepflegten Kontakte zu ihren Kindern sei sie nur noch
selten depressiv
(Urk. 6/
35/3,
Urk.
6/35/4
), was Dr.
Y.___
bestätigte (
Urk.
6/35/7
-8
).
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtes fallen leichte bis mittelgradige depressive Störungen, seien sie im Auftreten rezidivierend oder episodisch, ein
zig dann als invalidisierende Krankheiten in Betracht, wenn sie
erwiesenermas
sen
therapieresistent sind (statt vieler:
BGE 140 V 193
E.
3.3 mit Hinweis). Nur in einer solchen - seltenen, da nach gesicherter psychiatrischer Erfahrung Depressionen im Allgemeinen therapeutisch gut
angehbar
sind - gesetzlich ver
langten Konstellation ist den no
rmativen Anforderungen des Art. 7 Abs.
2 zweiter Satz ATSG für eine objektivierende Betrachtungs- und Prüfungsweise Genüge getan (
BGE 141 V 281
E. 3.7.1 bis 3.7.3
). Ein solcher Sachverhalt muss überwiegend wahrscheinlich und darf nicht lediglich nicht
auszuschliessen
sein. Es kommt dazu, dass die Therapie in dem Sinne konsequent gewesen sein muss, dass die aus fachärztlicher Sicht indizierten zumutbaren (ambulanten und stati
onären) Behandlungsmöglichkeiten in kooperativer Weise optimal und nach
haltig ausgeschöpft wurden (
BGE 140 V 193
E. 3.3
;
BGE
137 V 64
E.
5.2 mit Hinweis; vgl. Urteile des Bun
desgerichts 9C_13/2016 vom 14. April 2016
,
E. 4.2 und 9C_89/2016 vom 12. Mai 2016
,
E.
4.1).
Abgesehen davon, dass es gemäss der überzeugenden Beurteilung durch Dr.
Y.___
an der nötigen Schwere
der Depression respektive an relevanten Auswirkungen der Depression auf die Arbeitsfähigkeit
fehlt, wäre auch eine Therapieresistenz zu verneinen, zumal die Beschwerdeführerin ihren Psychiater nur alle vier Wochen aufsucht (Urk. 6/35/5), die Laboruntersuchung des Blutes der Beschwerdeführerin vom 2
7.
Oktober 2014 eine
nicht konsequente
Medika
menteneinnahme
ergab (Urk. 6/35/7) und
der behandelnde
Dr.
Z.___
die
Medi
kamentenspiegel
nicht kontrolliert, sondern diesbezüglich auf die Angaben sei
ner Patientin verweist (Urk. 6/52/2). Ferner weist die bereits eingetretene Ver
besserung auf das A
nsprechen auf
die Behandlung
hin, wobei auch Dr.
Y.___
von einem Therapieerfolg berichtete (Urk. 6/35/8).
Nach dem Gesagten liegt
entsprechend dem Gutachten von
Dr.
Y.___
keine depressive Störung mit dauerhafter Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vor.
4.2.3
Dass
Dr.
Y.___
keine
Persönlichkeitsstörung diagnostizierte, begründete er in nachvollziehbarer Weise mit dem Fehlen der
für eine narzisstische
Persönlich
keitsstörung
sprechende
n
Verhaltensauffälligkeiten
(keine Grössengefühle, keine Phantasien über Erfolg, kein Gefühl der Einmaligkeit, keine unbegründete Anspruchshaltung, kein hochmütiges Verhalten) und unter Hinweis auf die fehlende emotionale Instabilität (keine
Ausbrüche von Ärger,
keine
mangelnde
Selbstkontrolle,
keine
impulsiven Handlungen und
ruhige Affektlage;
Urk. 6/
35/6)
.
4.3
Die Beschwerdeführerin wandte ein,
die von
Dr.
Y.___
für die Untersuchung aufgewendete Zeit von einer guten Stunde inklusive Übersetzung sei nicht aus
reichend gewesen für die Beurteilung
der Frage
, ob eine Persönlichkeitsstörung vorliege (Urk. 1 S. 8).
Dr.
Z.___
stützte diesen Einwand, indem er ausführte,
dass
Dr.
Y.___
keine Persönlichkeitsstörung diagnostiziert habe, müsse an der kurzen Dauer der Begutachtung liegen. Bei längerer Beobachtung der Beschwerdeführerin sowie bei Kenntnis und Verständnis ihrer Familienverhält
nisse sowie ihres Umfelds werde die Persönlichkeitsstörung klar ersichtlich
(Urk. 6/52/2)
.
Dr.
Y.___
gab eine Dauer
der Begutachtung
von einer Stunde und zehn Minuten an (Urk. 6/35/1) und
wies darauf hin,
dass er nebst der Begutachtung selber auch aufwändige Aktenstudien betrieben habe und dass auch den Akten keine eindeutigen, auf eine Pers
önlichkeitsstörung hinweisen
den
Befunde zu entnehmen gewesen seien. Ein
e
derart gewichtige Diagnose sei nicht auf vage Befunde bei einer erschwerten Beurteilbarkeit zu stützen (Urk. 6/59/2-3).
Zu
m
Einwand der Beschwerdeführerin
ist
sodann
festzuhalten, dass
es
in der Natur der Sache
liegt
, dass eine psychiatrische Begutachtung sich nicht auf einen gleich langen Beobachtungszeitraum stützen kann wie die Berichte behandelnder Fachleute. Dies allein vermag den Beweiswert einer Expertise nicht zu schmälern
(Urteil des Bundesgerichts 9
C_228/2013
vom
2
6.
Juni 2013
,
E. 4.1.5
mit Hinweis).
Den Ausführungen von Dr.
Y.___
lässt sich
ent
nehmen, dass
die Beschwerdeführerin ihre
aktuellen Beschwerden und deren Behandlung,
ihre sozialen Verhältnisse und
ihren
Tagesablauf
schil
derte.
Sodann
fand eine ausführliche Anamnese
-
und Befunderhebung statt (vgl. Urk.
6/35/3-7
). Unter diesen Umständen
steht die Dauer der Begutachtung der Beweiskraft des Gutachtens von Dr.
Y.___
nicht entgegen
.
4.4
Des Weiteren kritisierte die Beschwerdeführerin, dass
Dr.
Y.___
im Wider
spruch zu sämtlichen übrigen fachärztlichen Berichten eine
Persönlichkeits
störung
und eine Arbeitsunfähigkeit verneint habe (Urk. 1 S. 5 N 15 f.).
Dr.
Y.___
setzte sich ausführlich mit den abweichenden ärztlichen Beurtei
lungen auseinander (Urk. 6/35/13 und Urk. 6/59). Bezüglich der Diagnostik durch die
A.___
wies er auf die Vagheit der Befunde und die erschwerte
Beurteil
barkeit
hin (Urk. 6/59/2-3).
Tatsächlich gaben die Ärzte der
A.___
an, eine abschliessende Beurteilung sei aufgrund der Kürze der Hospitalisation und der Malcompliance der Beschwerdefüh
rerin nicht möglich (Urk. 6/17/1
und Urk. 6/17/
6
).
Hinzu kommt, dass die
A.___
von einer „bekannten
Persönlich
keitsstörung
“ berichtete (Urk. 6/17/1), mithin die Diagnose nicht selbst herleitete (vgl. den Rest des Berichtes).
Betreffend de
n Bericht von Dr.
Z.___
vom 18.
Januar 2014 führte
Dr.
Y.___
aus,
Dr.
Z.___
habe keine relevanten pathologischen Befunde erhoben und die Diagnose von der
A.___
übernommen.
Effektiv
ist
dem genannten Bericht keine Herleitung der Persönlichkeitsstörung anhand von Befunden
zu entnehmen
(Urk. 6/
18/6)
.
Zudem wies
Dr.
Y.___
darauf hin, dass das
B.___
der
Persön
lichkeitsstörung
keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zugemessen habe (Urk. 6/35/13), was zutrifft, wobei das
B.___
die Diagnose von der
A.___
über
nommen hatte (Urk. 6/31/6).
Vor diesem Hintergrund ist nicht zu beanstanden, dass
Dr.
Y.___
keine Persönlichkeitsstörung diagnostizierte und dement
sprechend auch zu einer anderen Beurteilung der Arbeitsfähigkeit gelangte.
4.5
Ferner machte die Beschwerdeführerin geltend,
dass
Dr.
Y.___
den
Umgang mit „ihrem Engel“ in Form von einer Puppe nicht als psychopathologisch beur
teilt habe, entbehre jeder Logik (Urk. 1 S. 9). Die Beschwerdeführerin hatte
Dr.
Y.___
angegeben, sie sei sehr religiös und glaube stark an Engel. Der auf ihre linke Schulter tätowierte Engel habe ihr geholfen, die nächtlichen Stimmen zum Verschwinden zu bringen und sie auch sonst geschützt
(Urk. 6/35/4). Dass Dr.
Y.___
diesem für die Beschwerdeführerin auch im Zeitpunkt der Begut
achtung noch hilfreichen Glauben keinen Krankheitswert zumass (Urk. 6/35/9 und Urk. 6/35/13), überzeugt bei fehlenden negativen Auswirkungen dieses Glaubens.
4.6
Sodann kritisierte die Beschwerdeführerin, dass
Dr.
Y.___
ihr selbst
für die
Dauer der stationären Behandlung in der
A.___
nur eine 50%ige Arbeitsunfähig
keit attestiert hatte (Urk. 1 S. 10).
Abgesehen davon, dass eine Arbeitstätigkeit bei einem stationären Aufenthalt aus praktischer Sicht kaum realisierbar ist, ist es nicht ausgeschlossen, dass namentlich
infolge der
Abgrenzung psychosozia
le
r
Belastungsf
aktoren
aus rein
versicherungs
medizini
scher
Sicht eine
Rest
arbeitsfähigkeit
besteht. Daraus kann nicht auf einen Mangel des Gutachtens von
Dr.
Y.___
respektive auf ein
Gefälligkeits
gutachten
geschlossen werden.
4.7
Die psychogenen
Oh
n
machtsanfälle
hatte die Beschwerdeführerin
nur be
i Dr.
Z.___
erwähnt
(Urk. 6/
18/6,
Urk.
6/52/2). Während des mehr als anderthalb Monate dauernden Aufenthalts in der
A.___
kam es offenbar trotz der damals schlechten psychischen Verfassung nicht zu solchen Anfällen (vgl.
Urk.
6/17) und die Beschwerdeführerin klagte auch bei Dr.
Y.___
nicht über solche
(Urk. 6/
35/4-5), was gegen eine ein relevantes Ausmass annehmende Häufigkeit dieser Anfälle spricht.
Dr.
Z.___
erwähnte sie bei den Diagnosen nicht und mass ihnen auch nicht explizit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zu
(Urk. 6/
18/6,
Urk.
6/52/2).
Vor diesem Hintergrund ist nicht davon auszugehen, dass diese
von der Beschwerdeführerin angegebenen Anfälle einen andauernden Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit haben.
4.8
Aus dem Gesagten folgt, dass nichts vorgetragen wurde, was das Gutachten von Dr.
Y.___
als
nicht schlüssig erschei
nen liesse oder sonst in Zweifel zu ziehen vermöchte. Ebenso wenig ist etwa
s Derartiges aus den Akten ersichtlich. Viel
me
hr erfüllt das Gutachten sämtli
che von der Rechtsprechung statuierten Anforderungen an ein
medizini
sches Gutachten (vgl.
vorstehende E. 1.3
). Es ist daher nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin darauf abgestellt hat.
Demnach ist
ausgewiesen, dass
die Beschwerdeführerin seit Mitte November 2013
an keinem psychischen Gesundheitsschaden
leidet
, der
sie in invaliden
versicherungsrechtlich relevanter Weise in
ihrer
Arbeits
fä
higkeit einschränk
en würde
(Urk. 6/
35/10-11)
.
Da zuvor ab September 2013 eine relevante Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit bestand
(Urk. 6/
35/11)
, welche folglich nicht ein Jahr andauerte
, wie
Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG
dies
für das Entstehen eines Rentenanspruchs
voraussetzt
,
hat
die Beschwerdegegnerin einen Rentenan
spruch
der Beschwerdeführerin zu Recht
verneint.
Hinzu kommt, dass die sechsmonatige Karenzfrist (
Art.
29 Abs. 1 IVG) nach der Anmeldung zum
Leis
tungsbezug
vom Oktober 2013
(Urk. 6/
8) erst im April 2014 ablief, als die Beschwerdeführerin bereits wieder voll arbeitsfähig war. Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.
5.
5.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen der gesetzlichen Vorgabe (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) auf
Fr.
800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie de
r
unterliegenden Beschwerdeführer
in
aufzuerlegen, zufolge der ih
r
gewährten unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen, dies unter Hinweis auf
§
16
Abs.
4 des Geset
zes über das Sozialversicherungsgericht (GSVGer).
5.2
Wird eine Entschädigung beansprucht, reicht die Partei dem Gericht vor dem Endentscheid eine detaillierte Zusammenstellung über ihren Zeitaufwand und ihre Barauslagen ein. Im Unterlassungsfall setzt das Gericht die Entschädigung nach Ermessen fest (§ 8 in Verbindung mit § 9 der Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht;
GebV
SVGer
). Trotz der gerichtlichen Aufforderung vom
15. Februar 2016
(Urk.
8
) hat der Rechtsvertreter keine Kostennote eingereicht. Die Entschädigung des unentgeltlichen Rechtsvertreters ist daher von Amtes wegen festzusetzen.
Unter Berücksichtigung
der
Bedeutung der Streitsache und
de
r Schwierigkeit des Prozesses
ist er mit Fr.
2‘4
00.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse zu entschädigen. D
ies unter Hinweis auf die
Nachzah
lungspflicht
gemäss
§
16
Abs.
4 GSVGer
.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
800
.-- werden
der Beschwerdeführerin
auferlegt
, zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichts
kasse genommen.
Die Beschwerdeführerin wird
auf die Nachzahlungspflicht gemäss § 16 Abs. 4 GSVGer hingewiesen.
3.
Der unentgeltliche Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin, Rechtsanwalt Thomas Häusermann, Zürich,
wird mit
Fr.
2'400
.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) aus der Gerichtskasse entschädigt.
Die Beschwerdeführerin wird
auf die Nachzahlungspflicht gemäss § 16 Abs. 4 GSVGer hingewiesen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Thomas Häusermann
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse
5.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Die VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
GrünigWidmer