# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f7d274a8-8543-57f6-98f4-9cd936e6fd9f
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-11-14
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 14.11.2023 C-445/2021
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-445-2021_2023-11-14.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung III 

C-445/2021 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 4 .  N o v e m b e r  2 0 2 3  

Besetzung 
 Richterin Regina Derrer (Vorsitz), 

Richterin Caroline Bissegger, Richter Christoph Rohrer,    

Gerichtsschreiberin Helena Falk. 
 

 
 

Parteien 
 A._______, (Deutschland), 

vertreten durch MLaw Michael Keiser,  

Peyer Alder Keiser Lämmli Rechtsanwälte,  

Beschwerdeführer,  

  
 

 
gegen 

 
 

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,  

Vorinstanz.  

  
 

 
 

Gegenstand 
 Invalidenversicherung, Anspruch auf eine Rente,  

Verfügung der IVSTA vom 29. Dezember 2020. 

 

 

 

C-445/2021 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a A._______ (nachfolgend: Versicherter oder Beschwerdeführer), geb. 

1976, ist deutscher Staatsangehöriger, verheiratet und Vater zweier Kinder 

(geb. 2002, 2012). Er wohnt seit jeher in Deutschland. Von Februar 2014 

bis Ende 2019 war er als Grenzgänger in der Schweiz beschäftigt, und 

zwar als Exportfachmann für eine Firma im Kanton B._______ (Akten der 

IV-Stelle B._______ gemäss Aktenverzeichnis vom 12. März 2021 [nach-

folgend IV-act.] 2, 28.1, 34 [S. 2]). In dieser Zeit entrichtete er die obligato-

rischen Beiträge an die schweizerische Alters-, Invaliden- und Hinterlas-

senenversicherung (IV-act. 53 [S. 8]). Am 28. Februar 2018 erlitt der Versi-

cherte auf dem Weg zur Arbeit einen Unfall (IV-act. 9.111, 9.122). Dabei 

fuhr ein Personenwagen auf sein Fahrzeug auf, nachdem er an einer roten 

Ampel angehalten hatte. Der Kopf des Versicherten prallte nach den Akten 

an die Scheibe der Fahrertür (IV-act. 9.104, 9.100 [S. 5]), und dieser erlitt 

ein Distorsionstrauma der Halswirbelsäule (HWS; IV-act. 9.13, 9.92).  

A.b Ab dem 19. März 2018 arbeitete der Versicherte zunächst wieder zu 

50% am bisherigen Arbeitsplatz (IV-act. 9.113, 9.116). Nach einer Rücken-

operation vom 25. Januar 2019 konnte er keine Arbeit mehr aufnehmen 

(IV-act. 22 [S. 7], 28.3). Der Arbeitgeber löste das Arbeitsverhältnis infolge-

dessen per Ende 2019 auf (IV-act. 28.1 [S. 7], 28.2).  

B.  

Die G._______ leistete nach dem Unfall zunächst Unfalltaggelder (IV-

act. 9.120), bis sie diese mit Verfügung vom 18. Dezember 2018 per 

28. Oktober 2018 mangels Adäquanz einstellte (IV-act. 9.14, 9.29 - 9.31). 

In der Folge entrichtete die zuständige Krankenversicherung, die 

C._______, dem Versicherten Krankentaggelder. Diese wurden nach den 

Akten bis zum 27. Oktober 2020 ausbezahlt (IV-act. 40; vgl. aber auch das 

Schreiben vom 27. November 2019, wonach ab 1. Januar 2020 kein Tag-

geldanspruch mehr bestehe, da der Versicherte für körperlich leichte Tä-

tigkeiten im Büro wieder zu 100% arbeitsfähig sei [IV-act. 32 {S. 18}]).  

C.  

C.a Am 12. November 2018 (Posteingang: 22. November 2018) meldete 

sich der Versicherte bei der IV-Stelle B._______ (nachfolgend: IV-Stelle 

B._______) wegen seit dem Unfall bestehender starker bis sehr starker 

Kopf- und Nackenschmerzen sowie eines Bandscheibenvorfalls zum Leis-

tungsbezug an (IV-act. 2). 

C-445/2021 

Seite 3 

C.b Mit Vorbescheid vom 29. September 2020 stellte die IV-Stelle 

B._______ dem Versicherten ab 1. Mai 2019 die Ausrichtung einer ganzen 

Rente bei einem IV-Grad von 100% in Aussicht, wobei sie diese bis Ende 

März 2020 befristete (IV-act. 43). Sie begründete dies damit, ab Januar 

2020 sei dem Versicherten die bisherige Tätigkeit im Umfang von 100% 

wieder zumutbar. Zugleich beschied sie, die Voraussetzungen für berufli-

che Massnahmen seien nicht erfüllt, da der IV-Grad 0% betrage. Gegen 

den Vorbescheid erhob der Versicherte am 30. Oktober 2020 diverse Ein-

wände, wobei er insbesondere einen aktuellen Bericht der behandelnden 

Psychiaterin einreichte (IV-act. 45, 46). Am 29. Dezember 2020 erliess die 

IV-Stelle für Versicherte im Ausland (nachfolgend: IVSTA oder Vorinstanz) 

die angekündigte Verfügung, wobei sie dem Beschwerdeführer zugleich 

zwei (ebenfalls befristete) Kinderrenten zusprach (IV-act. 53).  

D.  

D.a Gegen die Verfügung vom 29. Dezember 2020 erhob der Versicherte 

am 1. Februar 2021 (Posteingang: 2. Februar 2021) Beschwerde beim 

Bundesverwaltungsgericht (BVGer-act. 1; vgl. auch die Beschwerdeergän-

zung vom 24. März 2021 in BVGer-act. 7). Er stellte folgende Anträge: 

1. Es sei die angefochtene Verfügung abzuändern. 

2. Es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, den Rentenanspruch des Be-

schwerdeführers neu zu prüfen und dem Beschwerdeführer auch ab dem 

1. April 2020 eine Rente zuzusprechen. 

3. Es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, die notwendigen Abklärungen 

durchzuführen. 

4. Es sei eventualiter direkt oder auf dem Wege der Rückweisung ein versiche-

rungsexternes psychiatrisches Gutachten einzuholen. 

5. Es seien die Verfahrenskosten der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen, und es 

sei diese zu verpflichten, den Beschwerdeführer prozessual zu entschädigen. 

D.b Der am 9. Februar 2021 eingeforderte Kostenvorschuss von Fr. 800.- 

ging rechtzeitig beim Bundesverwaltungsgericht ein (BVGer-act. 2 - 4).  

D.c Mit Vernehmlassung vom 15. März 2021 (Posteingang: 22. März 2021) 

beantragte die Vorinstanz, unter Hinweis auf die Stellungnahme der IV-

Stelle B._______ vom 8. März 2021, die Beschwerde sei abzuweisen und 

die angefochtene Verfügung sei zu bestätigen (BVGer-act. 6; vgl. auch die 

ergänzende Stellungnahme vom 26. April 2021 in BVGer-act. 9). 

C-445/2021 

Seite 4 

D.d Der Beschwerdeführer hielt in seiner Replik vom 1. Juni 2021 an sei-

nen Anträgen fest (BVGer-act. 11), desgleichen die Vorinstanz mit Duplik 

vom 18. Juni 2021 (BVGer-act. 13). Mit – unaufgefordert eingereichter – 

Eingabe vom 22. September 2021 legte der Beschwerdeführer weitere me-

dizinische Unterlagen ins Recht, wobei er ausführte, nach wie vor an sei-

nen Rechtsbegehren festzuhalten (BVGer-act. 15). Die Vorinstanz behielt 

ihre Anträge gemäss Schreiben vom 1. November 2021 ebenfalls bei 

(BVGer-act. 17).  

D.e Mit Zwischenverfügung vom 24. August 2023 bot das Bundesverwal-

tungsgericht dem Beschwerdeführer die Gelegenheit, sich zur Möglichkeit 

einer reformatio in peius (Aufhebung der angefochtenen Verfügung und 

Rückweisung an die Vorinstanz zur umfassenden Abklärung) zu äussern 

und die Beschwerde gegebenenfalls zurückzuziehen (BVGer-act. 22). Mit 

Eingabe vom 14. September 2023 erklärte dieser, an der Beschwerde fest-

halten zu wollen (BVGer-act. 23).  

E.  

Auf die weiteren Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird 

– soweit erforderlich – im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen einge-

gangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht ist zur Behandlung der vorliegenden 

Beschwerde zuständig (Art. 31, 32 und 33 Bst. d des Verwaltungsgerichts-

gesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG; SR 173.32]; Art. 69 Abs. 1 Bst. b des 

Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung [IVG; 

SR 831.20]). Der Beschwerdeführer ist als Adressat der angefochtenen 

Verfügung durch diese besonders berührt und hat ein schutzwürdiges In-

teresse an deren Aufhebung oder Abänderung, weshalb er zur Erhebung 

der Beschwerde legitimiert ist (Art. 48 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 

20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren [VwVG, SR 172.021]; 

Art. 59 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen 

Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Auf die im Übrigen 

frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist daher – nachdem der 

Kostenvorschuss rechtzeitig geleistet wurde – einzutreten (Art. 50 Abs. 1 

und Art. 52 Abs. 1 VwVG; Art. 60 ATSG). 

C-445/2021 

Seite 5 

1.2 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach 

dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (vgl. Art. 37 VGG). 

Gemäss Art. 3 Bst. dbis VwVG bleiben in sozialversicherungsrechtlichen 

Verfahren die besonderen Bestimmungen des ATSG vorbehalten. Laut 

Art. 2 ATSG sind die Bestimmungen dieses Gesetzes auf die bundesge-

setzlich geregelten Sozialversicherungen anwendbar, wenn und soweit die 

einzelnen Sozialversicherungsgesetze es vorsehen. Nach Art. 1 IVG finden 

die Bestimmungen des ATSG auf die IV Anwendung (Art. 1a - 26bis und 28 

- 70 IVG), sofern das IVG nicht ausdrücklich eine Abweichung vom ATSG 

anordnet. 

2.  

Gemäss Art. 40 Abs. 2 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die In-

validenversicherung (IVV, SR 831.201) ist für die Entgegennahme der An-

meldungen von Grenzgängern sowie die Durchführung und Prüfung der 

entsprechenden Abklärungen die kantonale IV-Stelle zuständig, in deren 

Tätigkeitsgebiet der Grenzgänger eine Erwerbstätigkeit ausübt (vgl. auch 

Rz. 4006 ff. des Kreisschreibens über das Verfahren in der Invalidenversi-

cherung [KSVI; gültig ab 1. Januar 2010, Stand: 1. Januar 2018]). Dies gilt 

auch für ehemalige Grenzgänger, sofern sie bei der Anmeldung ihren or-

dentlichen Wohnsitz noch in der benachbarten Grenzzone haben und der 

Gesundheitsschaden auf die Zeit ihrer Tätigkeit als Grenzgänger zurück-

geht. Die Verfügungen werden von der IVSTA erlassen. 

Der Beschwerdeführer war bei Eintritt des geltend gemachten Gesund-

heitsschadens als Grenzgänger im Kanton B._______ erwerbstätig und 

wohnte, namentlich auch im Zeitpunkt der Anmeldung, in Deutschland (im 

alten Grenzgebiet), wo er noch heute lebt. Unter diesen Umständen war 

die kantonale IV-Stelle zur Entgegennahme und Prüfung der Anmeldung 

zuständig, währenddessen die angefochtene Verfügung vom 29. Dezem-

ber 2020 zu Recht von der IVSTA erlassen wurde. 

3.  

Anfechtungsobjekt und damit Begrenzung des Streitgegenstandes des 

vorliegenden Beschwerdeverfahrens (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.1) bildet die 

Verfügung vom 29. Dezember 2020, mit welcher die Vorinstanz dem Be-

schwerdeführer ab 1. Mai 2019 eine ganze IV-Rente zusprach, diese Rente 

aber bis zum 31. März 2020 befristete.  

C-445/2021 

Seite 6 

4.  

4.1 Das Sozialversicherungsgericht stellt bei der Beurteilung einer Streit-

sache in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen 

Verwaltungsverfügung (hier den 29. Dezember 2020) eingetretenen Sach-

verhalt ab (BGE 132 V 215 E. 3.1.1). Tatsachen, die jenen Sachverhalt 

seither verändert haben, bilden demgegenüber im Regelfall Gegenstand 

einer neuen Verwaltungsverfügung (BGE 121 V 362 E. 1b). Indes sind Tat-

sachen, die sich erst später verwirklichen, soweit zu berücksichtigen, als 

sie mit dem Streitgegenstand in engem Sachzusammenhang stehen und 

geeignet sind, die Beurteilung im Zeitpunkt des Verfügungserlasses zu be-

einflussen (BGE 121 V 362 E. 1b; Urteil des BGer 8C_95/2017 vom 15. Mai 

2017 E. 5.1). Ferner hat das Gericht Unterlagen, die sich über den mass-

gebenden Zeitraum aussprechen, auch dann zu berücksichtigen, wenn sie 

auf einen Zeitpunkt nach dem Verfügungserlass datieren (Urteil des BGer 

9C_175/2018 vom 16. April 2018 E. 3.3.2 m.H.). 

4.2 In zeitlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechtssätze mass-

geblich, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechts-

folgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 148 V 174 E. 4.1; 146 

V 364 E. 7.1; 139 V 335 E. 6.2; 132 V 215 E. 3.1.1; 130 V 329 E. 2.2 f.). 

Deshalb sind vorliegend die Vorschriften, welche spätestens am 29. De-

zember 2020 (Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung) in 

Kraft standen, anwendbar. Nicht zur Anwendung gelangen demgegenüber 

insbesondere die im Rahmen der sogenannten «Weiterentwicklung der IV» 

erst per 1. Januar 2022 in Kraft getretenen Änderungen im IVG, in der IVV 

sowie im ATSG (AS 2021 705, BBl 2017 2535). 

4.3 Der Beschwerdeführer ist deutscher Staatsangehöriger, wohnt in 

Deutschland und war in der Schweiz erwerbstätig. Damit gelangen das 

Freizügigkeitsabkommen vom 21. Juni 1999 (FZA, SR 0.142.112.681) und 

die Regelwerke der Gemeinschaft zur Koordinierung der Systeme der so-

zialen Sicherheit gemäss Anhang II des FZA, insbesondere die für die 

Schweiz am 1. April 2012 in Kraft getretenen Verordnungen (EG) 

Nr. 883/2004 (SR 0.831.109.268.1) und Nr. 987/2009 (SR 

0.831.109.268.11), zur Anwendung. Seit dem 1. Januar 2015 sind auch die 

durch die Verordnungen (EU) Nr. 1244/2010, Nr. 465/2012 und Nr. 

1224/2012 erfolgten Änderungen in den Beziehungen zwischen der 

Schweiz und den EU-Mitgliedstaaten anwendbar. Das Vorliegen einer an-

spruchserheblichen Invalidität beurteilt sich indes auch im Anwendungsbe-

reich des FZA und der Koordinierungsvorschriften nach schweizerischem 

Recht (vgl. BGE 130 V 253 E. 2.4; Urteil des BGer 9C_573/2012 vom 

C-445/2021 

Seite 7 

16. Januar 2013 E. 4; Urteil des BVGer C-5368/2020 vom 14. Februar 

2023 E. 3.2). 

5.  

5.1 Das Bundesverwaltungsgericht prüft die Verletzung von Bundesrecht 

einschliesslich der Überschreitung oder des Missbrauchs des Ermessens, 

die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen 

Sachverhalts und die Unangemessenheit (Art. 49 VwVG). 

5.2 Das sozialversicherungsrechtliche Verfahren ist vom Untersuchungs-

grundsatz beherrscht (Art. 43 ATSG). Demnach hat die Verwaltung und im 

Beschwerdeverfahren das Gericht von Amtes wegen für die richtige und 

vollständige Abklärung des erheblichen Sachverhalts zu sorgen (vgl. BGE 

136 V 376 E. 4.1.1). Eine Bindung an die Vorbringen oder Beweisanträge 

der Parteien besteht nicht (vgl. auch Urteil des BVGer C-5608/2020 vom 

8. Juni 2022 E. 2.4). Der Untersuchungsgrundsatz gilt indessen nicht un-

beschränkt, sondern findet sein Korrelat in den Mitwirkungspflichten der 

Parteien (Art. 28 ff. ATSG; BGE 125 V 193 E. 2; 122 V 157 E. 1a; je m.H.). 

5.3 Sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, gilt im Sozial-

versicherungsrecht der Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlich-

keit (BGE 143 V 168 E. 2; 138 V 218 E. 6). Die blosse Möglichkeit eines 

bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen demnach 

nicht. Vielmehr gilt ein Beweis als erbracht, wenn für die Richtigkeit der 

Sachbehauptung nach objektiven Gesichtspunkten derart gewichtige 

Gründe sprechen, dass andere denkbare Möglichkeiten vernünftigerweise 

nicht massgeblich in Betracht fallen (BGE 140 III 610 E. 4.1). Gilt es, zwi-

schen zwei oder mehreren Möglichkeiten zu entscheiden, haben der Rich-

ter und die Richterin jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die sie von 

allen möglichen Geschehensabläufen für die wahrscheinlichste halten 

(BGE 144 V 427 E. 3.2; 138 V 218 E. 6; 126 V 353 E. 5b; Urteil des BVGer 

C-7332/2007 vom 6. März 2009 E. 3.3.3). 

6.  

6.1 Angefochten ist die Rentenverfügung vom 29. Dezember 2020, mit wel-

cher dem Beschwerdeführer für die Zeit vom 1. Mai 2019 bis zum 31. März 

2020 eine ganze, ordentliche Invalidenrente zugesprochen wurde. Der Be-

schwerdeführer verlangt, dass ihm die Rente ab April 2020 weiterhin aus-

gerichtet werde, da er nach wie vor zu 100% arbeitsunfähig sei. 

C-445/2021 

Seite 8 

6.2 Anspruch auf eine ordentliche Rente haben Versicherte, die bei Eintritt 

der Invalidität während mindestens drei Jahren Beiträge geleistet haben 

(Art. 36 Abs. 1 IVG). Für die Erfüllung der dreijährigen Mindestbeitrags-

dauer können Beitragszeiten, die in einem EU/EFTA-Staat zurückgelegt 

worden sind, mitberücksichtigt werden (Art. 6 und Art. 45 VO [EG] 

883/2004; vgl. auch BGE 131 V 390). Allerdings ist für die Ausrichtung ei-

ner ordentlichen IV-Rente in jedem Fall eine Beitragszeit von mindestens 

einem Jahr in der Schweiz zu erfüllen (vgl. Rz. 3005 des Kreisschreibens 

über das Verfahren zur Leistungsfestsetzung in der AHV/IV/EL [KSBIL; gül-

tig ab 4. April 2016, Stand: 1. Januar 2020]; Rz. 3004.3 der Wegleitung 

über die Renten der Eidgenössischen Alters-, Hinterlassenen- und Invali-

denversicherung [RWL; gültig ab 1. Januar 2003, Stand: 1. Januar 2020]). 

Die Anspruchsvoraussetzung der Mindestbeitragsdauer für eine ordentli-

che Invalidenrente ist vorliegend offensichtlich erfüllt (vgl. Versicherungs-

zeiten in IVSTA-act. 53 [S. 8]). 

6.3 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde 

ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Sie kann 

Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 

IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, 

geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer 

Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust 

der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche-

nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung einer Erwerbs-

unfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein-

trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur 

vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 

ATSG). Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Beeinträchtigung der körperli-

chen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teil-

weise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare 

Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in 

einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Art. 6 ATSG). 

6.4 Anspruch auf eine Invalidenrente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG 

Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare Eingliede-

rungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können 

(Bst. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durch-

schnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind 

(Bst. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 

ATSG) sind (Bst. c). Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% be-

steht Anspruch auf eine Viertelsrente, bei mindestens 50% auf eine halbe 

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Seite 9 

Rente, bei mindestens 60% auf eine Dreiviertelsrente und bei mindestens 

70% auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG [in der bis zum 31. Dezem-

ber 2021 geltenden Fassung]). 

6.5 Gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG entsteht der Rentenanspruch sodann frü-

hestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leis-

tungsanspruchs nach Art. 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, 

der auf die Vollendung des 18. Lebensjahres folgt (zum Verhältnis zwi-

schen Art. 28 Abs. 1 und Art. 29 Abs. 1 IVG vgl. BGE 142 V 547 E. 3.2). 

6.6 Bei der rückwirkenden Zusprechung einer abgestuften und/oder befris-

teten Rente sind die Revisionsbestimmungen (Art. 17 Abs. 1 ATSG; 

Art. 88a Abs. 1 IVV) analog anwendbar, weil noch vor Erlass der ersten 

Rentenverfügung eine anspruchsbeeinflussende Änderung eingetreten ist 

mit der Folge, dass dann gleichzeitig die Änderung mitberücksichtigt wird 

(vgl. Urteile des BGer 8C_87/2009 vom 16. Juni 2009 E. 2.2; 8C_71/2017 

vom 20. April 2017 E. 3 m.H.; Urteil des BVGer C-3033/2021 vom 19. Ja-

nuar 2023 E. 4.3). Revisionsbegründend kann unter anderem eine Ände-

rung des Gesundheitszustandes oder der erwerblichen Auswirkungen sein 

(BGE 141 V 9 E. 2.3). Ist eine anspruchserhebliche Änderung des Sach-

verhalts nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, bleibt es nach 

dem Grundsatz der materiellen Beweislast beim bisherigen Rechtszustand 

(vgl. Urteil des BGer 9C_273/2014 vom 16. Juni 2014 E. 3.1.1 m.H.). 

Wird rückwirkend eine abgestufte oder befristete Rente zugesprochen, 

sind die Sachverhalte im Zeitpunkt des Rentenbeginns mit dem Zeitpunkt 

der Rentenherabsetzung oder -aufhebung zu vergleichen (BGE 125 V 413 

E. 2d; Urteile des BGer 9C_320/2021 vom 1. September 2021 E. 2.2; 

8C_87/2009 vom 16. Juni 2009 E. 2.2; Urteil des BVGer C-3811/2018 vom 

14. Januar 2020 E. 3.7). Dabei besagt Art. 88a Abs. 1 resp. Abs. 2 IVV, 

dass bei einer Verbesserung bzw. Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit 

oder der Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, die anspruchs-

beeinflussende Änderung für die Herabsetzung oder Aufhebung resp. Er-

höhung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen ist, in dem 

angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit andauern 

wird; sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentli-

che Unterbrechung drei Monate angedauert hat und voraussichtlich wei-

terhin andauern wird (vgl. dazu BGE 133 V 67 E. 4.3.3). 

C-445/2021 

Seite 10 

7.  

7.1 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und 

im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche 

und gegebenenfalls andere Fachleute zur Verfügung stellen. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und 

dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tä-

tigkeiten die versicherte Person arbeitsfähig ist (BGE 132 V 93 E. 4; 125 V 

256 E. 4). Die ärztlichen Auskünfte sind sodann eine wichtige Grundlage 

für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten 

Person noch zugemutet werden können (BGE 140 V 193 E. 3.2 m.H.; Urteil 

des BVGer C-4564/2020 vom 2. Juni 2022 E. 4.6).  

Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob die-

ser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchun-

gen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis 

der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der 

medizinischen Zusammenhänge sowie der medizinischen Situation ein-

leuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertinnen und Experten be-

gründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a). Zudem muss der 

Arzt oder die Ärztin über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfü-

gen (Urteil des BGer 9C_555/2017 vom 22. November 2017 E. 3.1 m.H.; 

Urteil des BVGer C-4822/2020 vom 24. August 2022 E. 4.5). Der Beweis-

wert eines zwecks Rentenrevision bzw. Neuanmeldung erstellten Arztbe-

richts hängt sodann wesentlich davon ab, ob dieser sich ausreichend auf 

das entsprechende Beweisthema – die erhebliche Änderung des Sachver-

halts bzw. die effektive Veränderung des Gesundheitszustandes – bezieht 

(Urteil des BGer 8C_703/2020 vom 4. März 2021 E. 5.2.1.1 m.H.; Urteile 

des BVGer C-3679/2021 vom 5. September 2023 E. 7.2.2; C-924/2020 

vom 31. Oktober 2022 E. 5.7.2). 

7.2  

7.2.1 Das Bundesrecht schreibt nicht vor, wie die einzelnen Beweismittel 

zu würdigen sind. Vielmehr gilt für das gesamte Verwaltungs- und Be-

schwerdeverfahren der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach 

haben Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte die Beweise 

frei, das heisst ohne förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflicht-

gemäss zu würdigen. 

7.2.2 Die Feststellungen ausländischer Versicherungsträger, Krankenkas-

sen, Behörden und Ärzte sind bezüglich Invaliditätsgrad und Anspruchsbe-

ginn für die rechtsanwendenden Behörden in der Schweiz nicht 

C-445/2021 

Seite 11 

verbindlich; vielmehr unterstehen auch aus dem Ausland stammende Be-

weismittel der freien Beweiswürdigung des Gerichts (vgl. dazu z.B. Urteile 

des BVGer C-6073/2020 vom 4. August 2022 E. 3.7.2; C-5049/2013 vom 

13. Februar 2015 E. 3.2 m.H.). 

7.2.3  

7.2.3.1 Gleichwohl erachtet es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 

freien Beweiswürdigung als vereinbar, Richtlinien für die Beweiswürdigung 

in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten auf-

zustellen (vgl. hierzu BGE 125 V 351 E. 3b; Urteil des EVG I 128/98 vom 

24. Januar 2000 E. 3b). 

7.2.3.2 So sind Berichte der behandelnden Ärztinnen und Ärzte aufgrund 

deren auftragsrechtlicher Vertrauensstellung zum Patienten mit Vorbehalt 

zu würdigen (BGE 135 V 465 E. 4.5; 125 V 351 E. 3b/cc; Urteil des BVGer 

C-6073/2020 vom 4. August 2022 E. 3.7.4 m.H.). Dies gilt für den allge-

mein praktizierenden Hausarzt wie auch für den behandelnden Spezialarzt 

(Urteil des EVG I 655/05 vom 20. März 2006 E. 5.4 m.H.). In diesem Zu-

sammenhang gilt es allerdings zu beachten, dass auch die Einschätzun-

gen von behandelnden Hausärzten und Spezialisten nicht von vornherein 

unbeachtlich sind. Vielmehr sind diese im Rahmen der freien Beweiswür-

digung zu berücksichtigen, zumal die einen längeren Zeitraum abdeckende 

und umfassende Betreuung durch behandelnde Ärzte oft wertvolle Er-

kenntnisse hervorzubringen vermag (vgl. Urteile des BGer 4A_526/2014 

vom 17. Dezember 2014 E. 2.4; 9C_468/2009 vom 9. September 2009 

E. 3.3; 9C_24/2008 vom 27. Mai 2008 E. 2.3.2). 

7.2.3.3 Von Versicherungsträgern im Verfahren nach Art. 44 ATSG einge-

holten Gutachten von medizinischen Sachverständigen, die den Anforde-

rungen der Rechtsprechung entsprechen, darf das Gericht vollen Beweis-

wert zuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässig-

keit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 E. 1.3.4; 135 V 465 E. 4.4 

m.H.). 

7.2.3.4 Die Stellungnahmen des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) 

oder des medizinischen Dienstes der IVSTA, welche nicht auf eigenen Un-

tersuchungen beruhen, können wie Aktengutachten beweiskräftig sein, so-

fern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die 

fachärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sach-

verhalts geht, mithin die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten 

Person in den Hintergrund rückt (vgl. Urteile des BGer 9C_524/2017 vom 

C-445/2021 

Seite 12 

21. März 2018 E. 5.1; 9C_28/2015 vom 8. Juni 2015 E. 3.2; 9C_196/2014 

vom 18. Juni 2014 E. 5.1.1; je m.H.). Die Aufgabe der versicherungsinter-

nen Fachpersonen besteht insbesondere darin, aus medizinischer Sicht – 

gewissermassen als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Verwal-

tung und Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu 

entscheiden haben – den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen 

und versicherungsmedizinisch zu würdigen (vgl. Urteile des BGer 

9C_692/2014 vom 22. Januar 2015 E. 3.3; 8C_756/2008 vom 4. Juni 2009 

E. 4.4 m.H.). Dazu gehört auch, bei widersprüchlichen medizinischen Ak-

ten eine Wertung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die 

andere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vor-

zunehmen ist (BGE 142 V 58 E. 5.1). Enthalten die Akten für die streitigen 

Belange keine beweistauglichen Unterlagen, kann die Stellungnahme ei-

ner versicherungsinternen Fachperson in der Regel keine abschliessende 

Beurteilungsgrundlage bilden, sondern nur zu weitergehenden Abklärun-

gen Anlass geben (vgl. zum Ganzen: Urteile des BVGer C-6073/2020 vom 

4. August 2022 E. 3.7.4; C-2463/2021 vom 15. März 2022 E. 4.5). Beste-

hen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der 

RAD-Berichte, kann darauf nicht abgestellt werden (vgl. BGE 135 V 465 

E. 4.4; Urteile des BGer 9C_730/2018 vom 27. März 2019 E. 5.1.2; 

9C_743/2015 vom 19. September 2016 E. 4.1 in fine; 9C_196/2014 vom 

18. Juni 2014 E. 5.1.2; 9C_58/2011 vom 25. März 2011 E. 3.3; Urteil des 

BVGer C-4822/2020 vom 24. August 2022 E. 4.6). 

7.3 In medizinischer Hinsicht liegen folgende massgebende Unterlagen im 

Recht, wobei diese nachfolgend in chronologischer Reihenfolge und aus-

zugsweise aufgeführt werden: 

7.3.1 Dr. D._______, behandelnder Facharzt für Chirurgie, Orthopädie und 

Unfallchirurgie, stellte dem Beschwerdeführer am 16. April 2018 die Diag-

nosen einer HWS-Distorsion und einer Bandscheibenvorwölbung am Hals-

wirbelkörper (HWK) 5/6 (IV-act. 9.106). Beim Beschwerdeführer bestünden 

anhaltende Beschwerden im Bereich der HWS, nach bekanntem Unfall. 

Die Prognose sei gut.  

7.3.2 Der Allgemeinmediziner Dr. E._______ führte am 30. Mai 2018 aus, 

trotz intensiver Physiotherapie (vgl. dazu den Bericht in IV-act. 9.94) per-

sistierten die Beschwerden (IV-act. 9.103). Es fänden sich folgende Diag-

nosen: 

- Segmentdegeneration der Segmente HWK 5/6 und Brustwirbelkörper (BWK) 

2/3 mit: 

C-445/2021 

Seite 13 

- deutlicher, breitbasiger Diskushernie HWK 5/6 mit Ausladen in beide Neurofo-

ramina, mit: 

- rechts mässiger und links etwas deutlicherer Einengung der Neuroforamina 

sowie 

- mässiger Einengung des Spinalkanals ohne Myelopathie 

- links paramedianer flacher Diskusprotrusion BWK 2/3 ohne Kompromittierung 

von neuronalen Strukturen. 

7.3.3 Am 8. Juni 2018 stellte Dr. D._______ fest, beim Beschwerdeführer 

bestehe weiterhin eine Cervicobrachialgie links sowie eine Ausstrahlung 

C5 und C6 links mit Hyposensibilität (IV-act. 9.90). Der Patient leide bereits 

an Panikattacken. Es werde Psychotherapie, eine Magnetresonanztomo-

graphie (MRT) und Krankengymnastik empfohlen. 

7.3.4 Die F._______ Klinik diagnostizierte dem Beschwerdeführer am 

18. Juni 2018 was folgt (IV-act. 9.78): 

Zustand nach (Z. n.) Auffahrtskollision mit:  

- zervikospondylogenen Schmerzen 

- Zervikobrachialgie links bei breitbasiger Diskushernie sowie neuroforaminaler 

Stenose C5/C6 

- linksseitiger Zervikobrachialgie. 

Die Klinik führte aus, der Beschwerdeführer zeige hartnäckige zervikale 

Schmerzen nach einem Beschleunigungstrauma der HWS. AktuelI sei das 

Auftreten einer Zervikobrachialgie links C6 (am ehesten entsprechend) zu 

verzeichnen. Diese sei durch die Unkovertebralarthrose und breitbasige 

Diskusprotrusion C5/C6 beidseits erklärbar. Da die physikalische Therapie 

aktuell keine Fortschritte mache, werde zusätzlich eine periradikuläre Infilt-

ration C6 links vorgeschlagen.  

Die erste Infiltration wurde am 6. Juli 2018 durchgeführt (IV-act. 9.54), eine 

zweite erfolgte am 29. August 2018 (IV-act. 9.36). Am 2. Oktober 2018 be-

richtete die F._______ Klinik, die erste Infiltration habe eine Woche gut ge-

holfen, die zweite habe nur noch einen Tag eine Beschwerdelinderung be-

wirkt (IV-act. 9.44). Eventuell sei an eine operative Massnahme zu denken 

(vgl. dazu auch Operationsempfehlung in IV-act. 9.32 und 9.42). Die Kor-

relation zwischen Unfall und aktueller Schmerzsituation sei eindeutig (IV-

act. 9.43). Die empfohlene Operation fand am 25. Januar 2019 statt (IV-

act. 22 [S. 17]). 

C-445/2021 

Seite 14 

7.3.5 Der Versicherungsmediziner der G._______ stellte Mitte Oktober 

2018 fest, unfallbedingte organisch-strukturelle Folgen seien nicht doku-

mentiert (IV-act. 9.33; vgl. auch die Beurteilung vom 17. Dezember 2018 in 

IV-act. 9.13). Hingegen seien vorbestehende, teils schwere degenerative 

Veränderungen ausgewiesen. 

7.3.6 Mit Bericht vom 11. März 2019 stellte die F._______ Klinik dem Be-

schwerdeführer die folgenden Diagnosen (IV-act. 14.1 [S. 4 ff.]): 

- Status nach (St. n.) Mikrochirurgischer ventraler Diskektomie und Fusion mit 

Cage und Platte C5/C6 mit Dekompression der C6 Wurzel beidseits (bds.)  

- bei persistierenden Nackenschmerzen mit linksseitigen Brachialgien und St. n. 

Schleudertrauma am 28. Februar 2018 und traumatischer Diskushernie C5/C6 

- Schleudertrauma WAD Klassifikation Typ 3. 

Am 17. April 2019 gab die Klinik an, der Beschwerdeführer berichte weiter-

hin von ausgeprägten Schmerzen (IV-act. 14.1 [S. 2 f.]). Die Belastung im 

Alltag sei sehr reduziert. Deutlich verbessert habe sich hingegen die 

Schlafqualität. Im Vordergrund stehe die Schleudertraumasymptomatik, 

welche sich sehr hartnäckig bezüglich der konservativen Therapie zeige. 

Auch deren psychologische Aspekte seien besprochen worden. 

Vom 13. Mai 2019 bis zum 7. Juni 2019 besuchte der Beschwerdeführer 

eine medizinische Rehabilitation in der Klinik H._______ in (…), aus der er 

als weiterhin arbeitsunfähig entlassen wurde (IV-act. 14.1 [S. 1], 19 

[S. 4 ff.]). 

7.3.7 Am 5. Juli 2019 diagnostizierte die F._______ Klinik, Abteilung Neu-

rologie (IV-act. 27.8 [S. 3 ff.]), dem Beschwerdeführer was folgt: 

- Chronisches, belastungsbetontes zerviko-zephales und -brachiales Schmerz-

syndrom bei/mit 

- Ätiologisch: Differentialdiagnose (DD) myofascial, spondylogen 

- Klinisch-neurologisch: Ausgeprägte myogelotische Veränderungen im Na-

cken-Schultergürtelbereich beidseits, keine Hinweise für eine myeläre, zer-

viko-radikuläre oder periphere Neuropathie an den oberen Extremitäten (Un-

tersuchung vom 3. Juli 2019) 

- Elektrophysiologisch: Normale Neurographie Nn. medianus und ulnaris im 

Seitenvergleich, normale Nadel-elektromyographische Untersuchung Mm. 

deltoideus, brachio-radialis und pronator teres rechts (Untersuchung vom 

3. Juli 2019) 

- Status nach mikrochirurgischer ventraler Diskektomie und Fusion mit Cage 

und Platte C5/6 mit Dekompression Wurzel C6 beidseits vom 25. Januar 2019. 

C-445/2021 

Seite 15 

Gemäss der F._______ Klinik bestehe postoperativ ein günstiger Verlauf 

hinsichtlich der belastungsbetonten Brachialgien, die nicht mehr aufgetre-

ten seien. Die stationäre Rehabilitation in Süddeutschland habe nur kurz-

fristig bei manual-therapeutischen Behandlungen eine leichte Linderung 

der Nacken-Kopfschmerzen gebracht, ohne anhaltende Wirkung. Der Be-

schwerdeführer sei seit der Operation arbeitsunfähig. Er sei freundlich, all-

seits orientiert, kooperativ und psychisch sowie neuropsychologisch unauf-

fällig. Aus neurologischer Sicht zeigten sich klinisch wie auch elektrophysi-

ologisch keine Hinweise für eine periphere Neuropathie an den oberen Ext-

remitäten, eine zerviko-radikuläre Ausfallsymptomatik oder ein myeläres 

Ausfallssyndrom. Ätiologisch seien die Beschwerden zumindest einer aus-

geprägten myofascialen Komponente zuordbar mit spannungstypähnli-

chen Kopfschmerzen. Differentialdiagnostisch komme eine mögliche spon-

dylogene Mitbeteiligung in Frage. Aus therapeutischer Sicht empfehle sich 

ein Weiterführen der physiotherapeutischen Behandlung, zusätzlich die 

Gabe hochdosierten Magnesiums und allenfalls eine schmerzdistanzie-

rende Basistherapie. 

7.3.8 Mit Bericht vom 23. August 2019 (IV-act. 27.4) stellte das I._______ 

dem Beschwerdeführer folgende Diagnosen: 

- Persistierendes myofaszial-spondylogenes zervikozephales und -brachiales 

Syndrom bei: 

- HWS-Distorsion (QTF 3) und Verdacht auf Commotio cerebri (Kopfanprall 

links) nach Auffahrunfall am 28. Februar 2018 und traumatischer Diskushernie 

C5/C6 

- St. n. Mikrochirurgischer ventraler Diskektomie und Fusion mit Cage und 

Platte C5/C6 mit Dekompression der C6 Wurzel bds am 25. Januar 2019 

(Dr. J._______, WS-Chirurgie, Orthopädie und Neurochirurgie F._______ Kli-

nik) 

aktuelle Symptome: 

- Verdacht auf Medikamentenübergebrauch-Kopfschmerz, zugrundeliegender 

posttraumatischer Kopfschmerz offen (DD zervikogen, DD Spannungstyp) 

- Zervikozephales und -brachiales Syndrom mit myofaszialer und biomechani-

scher Komponente 

- Konzentrations-, Aufmerksamkeitsstörungen, verminderte Merkfähigkeit 

- Ein- und Durchschlafstörungen, allgemeine Ermüdbarkeit, Antriebslosigkeit, 

Erschöpfung. 

Das I._______ empfahl, den Schwerpunkt der multimodalen Therapie auf 

die Verbesserung der Schmerzsituation zu legen. Das bedeute eine kon-

sequente Reduktion des Akutanalgetika-Gebrauchs, das Weiterführen der 

C-445/2021 

Seite 16 

Kopfschmerzbasisprophylaxe mit Amitriptylin, die Weitergabe des hochdo-

sierten Magnesiums und des Mydocalms sowie das konsequente Umset-

zen nicht-medikamentöser Massnahmen wie Entspannungsverfahren, 

Ausdauersport, kognitive Verhaltenstherapie und Biofeedback sowie eine 

muskuloskelettale HWS/BWS-fokussierte sportphysiotherapeutische Be-

handlung. 

Im Bericht vom 21. November 2019 führte das I._______ aus, die Na-

ckenverspannungen mit Kopfschmerzen könnten in der Arbeitstätigkeit be-

lastend sein (IV-act. 36 [S. 17; Bericht nur teilweise in den Akten enthal-

ten]). Vor allem gebe es Probleme mit der Konzentration, langen stehen-

den oder sitzenden Tätigkeiten oder langen Computerarbeiten. Wün-

schenswert wäre eine langsame Integration in das Arbeitsumfeld mit initial 

zwei Stunden am Tag und langsamer Steigerung der Aufgaben, abhängig 

von der Konzentrationsfähigkeit und der Schmerzsymptomatik. Es lägen 

keine nicht-medizinischen Probleme vor. 

7.3.9 Dr. K._______, Fachärztin für Orthopädie und Traumatologie des Be-

wegungsapparates, stellte dem Beschwerdeführer in der medizinischen 

Beurteilung vom 22. November 2019 zuhanden des Krankenversicherers 

folgende Diagnosen (IV-act. 32 [S. 12 f.]): 

- Status nach Operation am 25. Januar 2019; bei Diskushernie in Höhe HWK 

5/6 erfolgte eine ventrale Diskektomie mit Implantation Cage/Platte; gutes 

postoperatives Ergebnis, kein neurologisches Defizit 

- Status nach Auffahrunfall am 28. Februar 2018 mit Distorsion der HWS, Fall-

abschluss durch die Unfallversicherung per 28. Oktober 2018 

- Fehlstatik der Wirbelsäule, Haltungsinsuffizienz, muskulärer Hartspann und 

verschmächtigte Rumpfmuskulatur; beidseits erheblich verkürzte lschiokrural-

muskulatur 

- Aufhebung der Aussenrotation linke Schulter bei ansonsten freien Funktionen 

nach Entfernung eines Lipoms 

- Status nach Arthroskopie rechtes Kniegelenk 

- Status nach Bandnaht rechtes Oberschenkelgelenk (OSG). 

Die Fachärztin hielt fest, der Beschwerdeführer sei bisher nicht in psychi-

atrischer Therapie gestanden (S. 6). In der kommenden Woche habe er 

einen ersten Vorstellungstermin. Unter Vorgabe von Beschwerden wie 

Ängste, Depressionen, Schlafstörungen, Nervosität und/oder Traurigkeit, 

berichte der Beschwerdeführer, dass er seit der Kündigung seiner Arbeits-

stelle irritiert sei. Es stünden Beschwerden des neurologischen Fachgebie-

tes im Vordergrund (S. 12 - 14). Aus orthopädischer Sicht sei per 1. Januar 

C-445/2021 

Seite 17 

2020 eine volle Arbeitsfähigkeit für körperlich leichte Tätigkeiten im Büro 

zu erwarten (S. 14). Die subjektiv geklagten Beschwerden könnten objek-

tiviert werden. Die Prognose sei gut. 

7.3.10 Im Bericht des behandelnden Psychiaters Dr. L._______, Gemein-

schaftspraxis M._______, vom 18. Dezember 2019 heisst es (zitiert in IV-

act. 35 [S. 5 f.]), die Schlussfolgerungen im Gutachten von Dr. K._______ 

erschienen nicht konsistent und vor allem hinsichtlich der Prognostik und 

Umsetzbarkeit der therapeutischen Ratschläge nicht realistisch. Der Be-

schwerdeführer sei seit dem 18. November 2019 in der Gemeinschaftspra-

xis in Behandlung, und er werde weiterhin zu 100% arbeitsunfähig ge-

schrieben, wegen einer depressiven Störung, gegenwärtig mittelschwere 

Episode (ICD-10 F32.1).  

7.3.11 Dr. N._______, Facharzt für Psychiater und Psychotherapie, stellte 

in der bidisziplinären medizinischen Kurzbeurteilung vom 14. Januar 2020 

(IV-act. 35) insbesondere fest, der Beschwerdeführer erzähle nachvollzieh-

bar, ohne Aggravationsneigung und ohne Verdacht auf eine somatoforme 

Schmerzverarbeitungsstörung von seinen anhaltenden körperlichen Be-

schwerden (S. 15). Er sei seit November 2019 in ambulanter psychiatri-

scher-psychotherapeutischer Behandlung. Der Beschwerdeführer berichte 

mit gutem affektivem Rapport und deutlichem, aber adäquatem Leidens-

druck (sowohl psychisch als auch somatisch [S. 16]). Es bestehe ein aus-

geprägtes depressives somatisches Syndrom. Der Beschwerdeführer 

habe keine Lebensfreude mehr und ziehe sich sozial zurück. In der Hamil-

ton Depressionsskala erreiche der Beschwerdeführer eine Punktzahl, die 

einer schweren Depression gleichkomme und mit dem klinischen Eindruck 

übereinstimme (S. 17). Dabei sei allerdings zu berücksichtigen, dass diese 

Punktzahl den schlechteren Tagen des Beschwerdeführers entspreche 

und es auch bessere gebe, mit etwas leichterer Symptomatik. Somit sei 

der Beschwerdeführer nur mittelschwer depressiv. Dessen Zustand 

schwanke demnach zwischen mittelschwerer und schwerer Depression 

und die Leistungs- bzw. Arbeitsfähigkeit sei dementsprechend einge-

schränkt. Es bestünden folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Ar-

beitsfähigkeit: 

- Anhaltende depressive Episode, gegenwärtig zwischen mittelschwer und 

schwergradig schwankend, mit ausgeprägtem somatischem Syndrom, aber 

ohne psychotische Symptome (ICD-10 F32.11/F32.2) 

- im Sinne einer emotionalen bzw. depressiven Reaktion / Anpassungsstörung 

auf die psychischen, körperlichen und sozialen Unfallfolgen mit negativen 

Rechtsentscheiden, anhaltender Arbeitsunfähigkeit, Stellenverlust und 

C-445/2021 

Seite 18 

beruflicher Perspektivlosigkeit mit Existenz- und Zukunftsängsten (ICD-10 

F43.21, Z56, Z59) bei  

- St. n. Auffahrunfall am 29. Oktober 2018 mit Schleudertraumafolgen und 

HWS-Verletzung mit operativer Sanierung in der F._______ Klinik am 25. Ja-

nuar 2019 und anschliessender Reha in Deutschland im Mai 2019 (vgl. dies-

bezüglich das orthopädische Gutachten von Dr. K._______ vom 22. Novem-

ber 2019). 

Der Gutachter schilderte, der Beschwerdeführer habe nach dem Auffahr-

unfall ein Schleudertrauma 3. Grades erlitten (S. 19). Später sei ein Band-

scheibendefekt im Bereich C5/C6 festgestellt worden, der operativ saniert 

und mit einem Rehaaufenthalt im Mai 2019 in Deutschland behandelt wor-

den sei. In der Folge hätten weiterhin anhaltende Nacken- und Kopf-

schmerzen bestanden, sobald der Beschwerdeführer länger als eine halbe 

bis Dreiviertelstunde am Computer gearbeitet oder TV geschaut habe. Fer-

ner hätten sich anhaltende Konzentrationsstörungen sowie zunehmend 

auch eine depressive Entwicklung ergeben. Psychiatrisch-diagnostisch 

handle es sich bei der vorliegenden depressiven Symptomatik primär um 

eine emotionale Reaktion / Anpassungsstörung auf die vorgenannten Un-

fallfolgen, mit anhaltenden somatischen und kognitiven Beschwerden und 

Defiziten sowie dem Verlust der Arbeitsstelle und der damit verbundenen 

aktuellen Arbeitslosigkeit mit Existenz- und Zukunftsängsten, bei persistie-

render Unfallfolgesymptomatik (mit Nacken- und Kopfschmerzen, Kon-

zentrationsstörungen und depressiver Entwicklung [S. 20]). Die Leistungs- 

und Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers sei aufgrund der vorliegenden 

ausgeprägten depressiven Symptomatik, der anhaltenden Konzentrations-

störungen sowie der Nacken- und Kopfschmerzen nach wie vor in erhebli-

chem Masse eingeschränkt. Die vom behandelnden Psychiater attestierte 

Arbeitsunfähigkeit von 100% sei somit begründet und ausgewiesen. The-

rapeutisch bestehe Handlungsbedarf (regelmässige ambulant-psychiatri-

sche Begleitung und Therapie, antidepressive Psychopharmakatherapie, 

Schlafmedikation). Alle subjektiv beklagten Beschwerden könnten objekti-

viert werden (S. 22). Es liege eine zumindest mittelschwere, teilweise sogar 

schwergradige depressive Störung mit ausgeprägten somatischen Symp-

tomen, aber ohne psychotische Symptome, vor. Grundsätzlich sei die 

Prognosen mittelfristig gut, und es sei von einer vollständigen Wiederher-

stellung auszugehen. Aufgrund seiner (ausgeprägten) depressiven Symp-

tomatik sei der Beschwerdeführer in seinen emotionalen Funktionen (Stim-

mung, Stabilität, Flexibilität, Anpassungsfähigkeit und Ausdauer), den kog-

nitiven Funktionen (Merkfähigkeit, Konzentration, Aufmerksamkeit) wie 

auch den somatischen Funktionen (Antrieb, Tatkraft, Energie, Vitalgefühl) 

C-445/2021 

Seite 19 

und damit in seiner Leistungsfähigkeit und der Belastbarkeit zurzeit erheb-

lich eingeschränkt, und zwar aktuell zu 100% (S. 23). Dem Beschwerde-

führer sei derzeit keine Tätigkeit zumutbar. 

7.3.12 Der Psychiater des regionalen ärztlichen Dienstes der IV-Stelle 

(RAD) erklärte am 20. April 2020, das Gutachten von Dr. N._______ sei 

mehrheitlich nachvollziehbar (IV-act. 39). Die Schwere der depressiven 

Symptome, von denen Dr. N._______ ausgehe, könne er aber nicht ohne 

weiteres stützen. Aus Sicht des RAD liege beim Beschwerdeführer (ledig-

lich) ein mittelschweres depressives Syndrom vor. Diese Einschätzung 

werde unter anderem durch die Tatsache unterstützt, dass der Beschwer-

deführer weiterhin Auto fahre. Das Autofahren im Strassenverkehr erfor-

dere eine relativ hohe Aufmerksamkeit und Konzentration, zudem einen 

gewissen Antrieb, eine gewisse Motivation, ein Durchhaltevermögen, Vo-

rausplanung und Koordination und sei daher nicht mit einem schwer de-

pressiven Zustand vereinbar. Die Annahme, die Arbeitsfähigkeit des Be-

schwerdeführers sei vollumfänglich aufgehoben, sei versicherungsmedizi-

nisch im vorliegenden Fall nicht haltbar. Der RAD gehe davon aus, dass 

beim Beschwerdeführer ein reaktives depressives Geschehen vorliege. 

Das heisse, die depressive Entwicklung sei massgeblich von psychosozial 

belastenden Umständen (IV-fremden Gründen) getriggert und aufrecht-

erhalten worden. Es liege kein Gesundheitsschaden mit Krankheitswert 

vor, der längerdauernd oder dauerhaft eine wesentliche Arbeitsunfähigkeit 

begründe. Dennoch sei aber festzuhalten, dass der Beschwerdeführer seit 

November 2019 aufgrund seiner depressiven Reaktion (nach Erhalt der 

Kündigung der Arbeitsstelle) arbeitsunfähig geschrieben werde. 

Die Orthopädin des RAD legte, ebenfalls am 20. April 2020, dar, aus ortho-

pädischer Sicht sei per 1. Januar 2020 eine volle Arbeitsfähigkeit für kör-

perlich leichte Tätigkeiten im Büro zu erwarten (IV-act. 38). Aus psychia-

trischer Sicht liege IV-medizinisch gesehen kein Gesundheitsschaden mit 

Krankheitswert vor, der längerdauernd oder dauerhaft eine wesentliche Ar-

beitsunfähigkeit begründe. Laut orthopädischem Gutachten sei die ange-

stammte Tätigkeit als angepasst zu bezeichnen. Die depressive Entwick-

lung sei massgeblich von psychosozial belastenden Umständen (IV-frem-

den Gründen) getriggert und aufrechterhalten worden. 

7.3.13 Die behandelnde Psychiaterin, Dr. O._______, gab am 29. Oktober 

2020 an, der Beschwerdeführer sei von November 2019 bis September 

2020 bei ihr (bzw. in ihrer (Praxis) M._______) in fachärztlich-psychiatri-

scher ambulanter Behandlung gestanden (IV-act. 46). Es hätten 

C-445/2021 

Seite 20 

psychotherapeutische Gespräche stattgefunden, unterstützt von einer me-

dikamentösen Einstellung mit Antidepressiva und Neuroleptika. Der Be-

schwerdeführer habe über Ein- und Durchschlaf-Störungen, Grübeln, Ge-

dankenkreisen, Gefühle der Rat- und Hilflosigkeit, der Wut, Niedergeschla-

genheit, des sozialen Rückzugs, Konzentrationsstörungen, Energieverlust 

sowie Schmerzen im Rücken und in den Extremitäten geklagt. Bewer-

bungs-Versuche nach dem Verlust des Arbeitsplatzes seien frustrierend 

gewesen, was zusätzlich zu Konflikten in der Familie und Selbstzweifeln 

geführt habe. Von einer Stabilisierung von Stimmung und Affekten lasse 

sich noch nicht sprechen. Ende August 2020 sei dem Beschwerdeführer 

dringend empfohlen worden, sich stationär fachpsychiatrisch und psycho-

somatisch behandeln zu lassen; die entsprechende Zuweisung in die Klinik 

P._______ sei bereits ausgestellt worden. Aufgrund einer fehlenden Kos-

tenzusage habe die Therapie in der M._______ leider beendet werden 

müssen; die Kostenübernahme für die stationäre Therapie sei aufgrund 

dessen auch abgelehnt worden. Aus fachärztlicher Sicht sei mit Blick auf 

die ausgeprägten psychischen und psychovegetativen Symptome im Zeit-

punkt der Beendigung der Therapie eine Arbeitstätigkeit weder auf dem 

allgemeinen Arbeitsmarkt noch im erlernten Beruf zumutbar gewesen. Es 

bestünden folgende Diagnosen:  

- Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psy-

chotische Symptome (ICD-10 F33.2)  

- chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren nach 

dem Arbeitsunfall 2018 und Arbeitsverlust 2019 (ICD-10 F45.41). 

7.3.14 Der Psychiater des RAD meinte in der Folge am 6. November 2020, 

im Bericht von Dr. O._______ würden Symptome bzw. Beschwerden oder 

Auffälligkeiten aufgeführt, welche nicht die Kernsymptome einer schweren 

depressiven Erkrankung darstellten, sondern vielmehr Begleitbeschwer-

den bzw. Nebensymptome seien, wobei zudem nicht alle genannten Symp-

tome als depressionstypisch gälten (IV-act. 50). Auch was die Diagnose 

der chronischen Schmerzstörung anbelange, werde diese nicht differen-

ziert und nachvollziehbar hergeleitet. Ein möglicher Zusammenhang bzw. 

ein möglicher Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit werde ebensowenig aufge-

zeigt. Schliesslich lasse sich nicht erkennen, ob die psychische Sympto-

matik sich verselbstständigt habe bzw. inzwischen von einem eigenständi-

gen Krankheitsbild, losgelöst von psychosozial belastenden Umständen, 

auszugehen sei. Insofern liefere der Bericht keine neuen wesentlichen In-

formationen, die zu einer Änderung der Stellungnahmen des RAD vom 

20. April 2020 führen würden. 

C-445/2021 

Seite 21 

7.3.15 Die neu behandelnde Q._______ stellte dem Beschwerdeführer am 

2. Dezember 2020 die (Verdachts-)Diagnosen einer anhaltenden depres-

siven Symptomatik, mit Zusammenhang zum Wegeunfall im Februar 2018 

(ICD-10 F33.2 G, ICD-10 F45.41 V; IV-act. 52 [S. 3]). Es werde eine am-

bulante Psychotherapie, eine fachärztliche Abklärung in den Bereichen 

Psychiatrie und Neurologie sowie eine stationäre Rehabilitation empfohlen.  

Am 3. Dezember 2020 diagnostizierte die Q._______ dem Beschwerde-

führer was folgt (BVGer-act. 1 [Beilage 3]): 

- Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psy-

chotische Symptome (ICD-10 F33.2 G)  

- chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-

10 F45.41 V).  

Es sei von einer depressiven Störung und einer wahrscheinlich psychisch 

mitbedingten Schmerzsymptomatik auszugehen. Die Depression habe 

sich etwas gebessert, sei aber noch nicht als remittiert einzuschätzen. Die 

ambulante Psychotherapie sei weiterzuführen, die antidepressive Medika-

tion fortzusetzen, und es habe eine fachärztlich neurologische Mitbehand-

lung zu erfolgen. Die voraussichtliche Wartezeit für die Psychotherapie be-

trage 11 Monate. 

7.3.16 Am 23. Februar 2021 berichtete der Hausarzt Dr. R._______, Fach-

arzt für Allgemeinmedizin, beim Beschwerdeführer liege eine psychische 

Erkrankung im Sinne einer mittelschweren bis schweren Depression vor 

(BVGer-act. 7 [Beilage 5]). Bezüglich der dringend notwendigen Behand-

lung warte der Patient bisher nach wie vor vergeblich auf einen Therapie-

platz. Die Erkrankung bedinge schwere bis schwerste Einschränkungen in 

allen Bereichen des täglichen Lebens. 

Am 10. Mai 2021 bestätigte die Q._______ die bisherigen Diagnosen, wo-

bei bezüglich depressiver Störung gegenwärtig von einer mittelgradigen 

Episode ausgegangen werde (BVGer-act. 11 [Beilage 7]). Der Beschwer-

deführer sei für die ambulante Behandlung hoch motiviert. Aufgrund der 

geschilderten Beschwerden und Belastungen sei eine ambulante Psycho-

therapie dringend indiziert. 

Mit Bericht vom 19. Juli 2021 bestätigte die Q._______ weiterhin die bis-

herigen Diagnosen (BVGer-act. 15 [Beilage 9]). Es werde ein stationärer 

Aufenthalt bzw. eine psychosomatische Rehabilitationsbehandlung befür-

wortet, zu welcher der Beschwerdeführer sich ausgesprochen motiviert 

C-445/2021 

Seite 22 

und ausreichend belastbar zeige. Die ambulante Psychotherapie soll an-

schliessend fortgesetzt werden. Am 18. August 2021 wurde dem Be-

schwerdeführer eine fünfwöchige stationäre Rehabilitation in der 

S._______ bewilligt (BVGer-act. 15 [Beilage 10]). 

Der RAD äusserte sich zu diesen Berichten inhaltlich nicht mehr (BVGer-

act. 6, 9, 13, 17 [Beilagen]). 

7.4  

7.4.1 Die Vorinstanz stützte sich bei ihrer Beurteilung vornehmlich auf die 

Stellungnahmen der RAD-Ärzte vom 20. April 2020 und 6. November 2020, 

wonach eine massgebende Arbeitsunfähigkeit seit Januar 2020 nicht mehr 

ausgewiesen sei (IV-act. 38, 39, 50). 

Der Beschwerdeführer macht demgegenüber geltend, er sei Vater von zwei 

Kindern, habe eine glückliche Ehe geführt, mit seiner Familie in einem ei-

genen Haus gewohnt und sei beruflich erfolgreich gewesen (BVGer-act. 1, 

11, 15). Durch den Auffahr-Autounfall vom 28. Februar 2018 sei er aus dem 

Leben gerissen worden. Seither sei er arbeitsunfähig, wodurch er die Ar-

beitsstelle verloren habe. Die IV habe ohne weitere Abklärungen, insbe-

sondere ohne persönliche Untersuchung und ohne Beizug eines Berichts 

der behandelnden Psychiaterin, sowie gestützt auf längst überholte Beur-

teilungen einen ablehnenden Vorbescheid erlassen. Die Beurteilungen des 

RAD-Arztes seien sodann nicht schlüssig, umfassten nur knapp eine Seite 

und widersprächen den Einschätzungen von Dr. N._______, Dr. 

O._______ und der Q._______, obwohl diese diagnostisch weitgehend 

übereinstimmten. Zudem führe der RAD-Arzt die gesundheitliche Proble-

matik des Beschwerdeführers ohne Begründung auf IV-fremde Ursachen 

zurück. Dieser habe sich bis zum (relativ leichten) Auffahrunfall sehr erfolg-

reich im Leben bewegt. Er habe keinen Grund, dies aufs Spiel zu setzen, 

wenn er nicht wirklich schwerwiegend erkrankt wäre. Zusammenfassend 

habe die IV-Stelle den Untersuchungsgrundsatz missachtet und halte die 

Beurteilung des RAD-Arztes den strengen Anforderungen an die Beweis-

würdigung nicht stand. Es bestünden mehr als nur geringe Zweifel an de-

ren Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit. Vielmehr vermöchten die oben ge-

nannten Ausführungen erhebliche Zweifel an der RAD-Beurteilung zu er-

wecken. Die vorliegende Problematik sei, in Verletzung von Art. 43 ATSG, 

weder in tatsächlicher noch in medizinischer Hinsicht rechtsgenüglich ab-

geklärt worden. Namentlich sei in Verletzung der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung kein strukturiertes Beweisverfahren durchgeführt worden. 

Der Beschwerdeführer sei daher zwingend versicherungsextern 

C-445/2021 

Seite 23 

psychiatrisch zu begutachten. Im Zeitpunkt des Verfügungserlasses habe 

kein medizinischer Endzustand vorgelegen, und ein solcher liege immer 

noch nicht vor. Ob und wann der Beschwerdeführer wieder arbeiten könne, 

sei offen. Er sei anhaltend arbeitsunfähig.  

7.4.2 Die RAD-Ärzte haben den Beschwerdeführer nicht persönlich unter-

sucht. Ferner fehlt eine umfassende, sorgfältige Würdigung der gesamten 

Aktenlage und eine einlässliche Auseinandersetzung mit dem medizini-

schen Sachverhalt. Dabei ist offensichtlich, dass eine ausreichende medi-

zinische Beurteilung, mit Blick auf ein IV-Dossier von nahezu 800 Seiten, 

welches nicht nur IV-Akten, sondern auch Unterlagen der Unfallversiche-

rung und der Krankenversicherung enthält, und in der psychische wie auch 

somatische Leiden zu würdigen sind, in den wenige Zeilen umfassenden, 

sich teilweise wiederholenden Stellungnahmen (vgl. IV-act. 38, 39, 50) gar 

nicht erfolgen kann. Ausserdem lassen sich die Beurteilungen der RAD-

Ärzte in weiten Teilen nicht nachvollziehen. So führte der RAD-Psychiater 

am 20. April 2020 aus, der Einschätzung des Gutachters Dr. N._______ 

könne ‘mehrheitlich gefolgt werden’. Er wich dann aber – ohne zureichende 

Begründung – doch von dessen Beurteilung betreffend die Schwere der 

depressiven Symptome und der Einschätzung, wonach der Beschwerde-

führer zu 100% arbeitsunfähig sei, ab. Dies lässt sich nicht rechtfertigen. 

Ohnehin erscheint die Argumentation des RAD-Psychiaters, wonach eine 

schwere Depression nicht vorliegen könne, weil der Beschwerdeführer 

noch Auto fahre (vgl. dazu IV-act. 39), als offensichtlich zu kurz gefasst und 

unzureichend. Diese Begründung erweist sich als umso fehlerhafter, als 

der Beschwerdeführer zur Begutachtung bei Dr. K._______ von seinem 

Vater chauffiert werden musste, also gar nicht selber fuhr (vgl. dazu IV-

act. 32 [S. 5 und 7]). Der RAD-Arzt führte sodann die Problematik des Be-

schwerdeführers auf invaliditätsfremde Ursachen zurück. Dabei handelt es 

sich aber um eine blosse Behauptung, begründete der RAD-Arzt doch 

seine Einschätzung nicht. Ferner ist festzustellen, dass sowohl der begut-

achtende Psychiater Dr. N._______ als auch die behandelnde Psychiaterin 

Dr. O._______ dem Beschwerdeführer eine Arbeitsunfähigkeit von 100% 

bescheinigen und dies auch – weitgehend im Einklang mit der Beurteilung 

der aktuell behandelnden Q._______ – begründeten. Der RAD-Arzt teilte 

diese Beurteilung nicht, unterliess es aber wiederum, seine abweichende 

Haltung (nachvollziehbar und einlässlich) zu begründen. Nicht gewürdigt 

wurde ferner, dass sich der Beschwerdeführer seit dem Unfall zahlreichen 

Behandlungen, Eingriffen und Therapien unterzog und weiterhin unterzieht 

(z.B. Infiltrationen, Rückenoperation, Physiotherapie, Psychotherapie, me-

dikamentöse Behandlungen), die bislang aber allesamt nicht nachhaltig 

C-445/2021 

Seite 24 

erfolgreich waren. Wenn der RAD-Arzt schliesslich ausführt (vgl. dazu IV-

act. 50), ‘es lasse sich nicht erkennen, ob die psychische Symptomatik sich 

verselbstständigt habe bzw. ob inzwischen von einem eigenständigen 

Krankheitsbild, losgelöst von psychosozial belastenden Umständen, aus-

zugehen sei’ und ‘ein Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit werde nicht aufge-

zeigt’, scheint er – in Missachtung des Untersuchungsgrundsatzes – davon 

auszugehen, der Beschwerdeführer müsse seine Invalidität vollumfänglich 

selber beweisen. Die IV-Stelle trifft aber eine Prüfungs- wie auch eine Ab-

klärungspflicht (ULRICH MEYER/MARCO REICHMUTH, Rechtsprechung zum 

IVG, 4. Aufl. 2022, Art. 28a Rz. 182 ff.). Bestehen Anhaltspunkte, z.B. dass 

eine verselbständigte psychische Symptomatik oder eine relevante Beein-

trächtigung der Arbeitsunfähigkeit vorliegen könnte, ist es Aufgabe der IV-

Stelle (und nicht des Beschwerdeführers), dies einlässlich abzuklären. Zu-

sammenfassend bleibt festzustellen, dass (wie auch nachfolgend in 

E. 7.4.3 f. aufgezeigt wird) weder ein feststehender medizinischer Sach-

verhalt vorliegt, noch beweistaugliche Unterlagen vorhanden sind, noch die 

RAD-Berichte als zuverlässig und schlüssig eingestuft werden können. Auf 

diese darf im vorliegenden Verfahren daher nicht abgestellt werden (vgl. 

dazu E. 7.2.3.4 hiervor). Vielmehr sind ergänzende Abklärungen erforder-

lich (vgl. z.B. BGE 135 V 465 E. 4.4; Urteil des BGer 9C_524/2017 vom 

21. März 2018 E. 5.1; Urteil des BVGer C-4822/2020 vom 24. August 2022 

E. 4.6). 

7.4.3 Auch anderweitig finden sich in den Akten keine medizinischen Un-

terlagen, die eine zuverlässige Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Be-

schwerdeführer zuliessen.  

So ist der Einschätzung von Dr. K._______, wonach aus orthopädischer 

Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestehe, entgegen zu hal-

ten, dass die Ärztin selber ausführt, beim Beschwerdeführer stünden neu-

rologische Beschwerden im Vordergrund (IV-act. 32 [S. 12]; so auch Dr. 

N._______ in IV-act. 35 [S. 7]). Eine neurologische Abklärung wurde aber 

nicht veranlasst. Ebenso erhob die Ärztin keine vollständige Anamnese, 

sondern beschränkte sich (ohne Begründung) auf eine Auswahl an medi-

zinischen Unterlagen (vgl. IV-act. 32 [S. 2]). Insbesondere fehlen die Be-

richte von Dr. D._______, diverse Berichte der F._______ Klinik bis Ende 

2018 und neuere Unterlagen des I._______. Um eine umfassende medizi-

nische Beurteilung handelt es sich mithin nicht. 

Zum Gutachten von Dr. N._______ ist erstens anzumerken, dass dieses 

zwar auf einer persönlichen Untersuchung, aber ebenfalls auf einer 

C-445/2021 

Seite 25 

unvollständigen Anamnese beruht, schreibt der Arzt doch selber, dass di-

verse Akten fehlten bzw. lediglich zwei Dokumente vorlägen (IV-act. 35 [S. 

5]). Zweitens leuchtet seine Einschätzung, wonach der Beschwerdeführer 

– entgegen der in der Hamilton Depressionsskala erreichten Punktzahl und 

des damit übereinstimmenden klinischen Eindrucks – an keiner schweren 

Depression leide, allein in der Annahme, dieser habe ‘auch bessere Tage’ 

(S. 17), nicht ein bzw. erscheint die Begründung als zu wenig substantiiert. 

Drittens fehlt eine Auseinandersetzung mit den bereits im Jahr 2018 ge-

schilderten Panikattacken (vgl. IV-act. 9.90); solche werden vom Gutachter 

nicht einmal erwähnt. Viertens finden sich im Gutachten keine ausführli-

chen Darlegungen zur Frage, ob der Beschwerdeführer an einer Anpas-

sungsstörung nach ICD-10 F43.2 leidet, welche keiner invalidisierenden 

Krankheit entsprechen würde, oder ob beim Beschwerdeführer eine ver-

selbständigte depressive Entwicklung bzw. allenfalls eine Anpassungsstö-

rung mit längerer depressiver Reaktion nach ICD-10 F43.21 besteht, wel-

che durchaus eine rechtserhebliche Gesundheitsschädigung bewirken 

könnte (vgl. dazu Urteil des BGer 9C_436/2022 vom 26. Januar 2023 

E. 3.2.1, in: SVR 7/2023 IV Nr. 31 S. 103 [soweit der Gutachter dem Be-

schwerdeführer die Diagnose ICD-10 F43.21 stellt, wäre nach der Recht-

sprechung jedenfalls ein potentiell invalidisierendes Leiden gegeben]). 

Dr. N._______ bezeichnet seinen Bericht fünftens als ‘bidisziplinäre’ Beur-

teilung (IV-act. 32); eine Konsiliarbeurteilung ist darin aber nicht enthalten. 

Insgesamt erweist sich das Gutachten bzw. die Kurzbeurteilung als unvoll-

ständig und nicht schlüssig (wobei schon die Bezeichnung ‘Kurzbeurtei-

lung’ auf keine umfassende Begutachtung hindeuten dürfte), womit auf 

diese ebenfalls nicht abgestellt werden kann. 

Nicht (einlässlich) geklärt wurden in den vorliegenden medizinischen Un-

terlagen sodann die Wechselwirkungen zwischen den körperlichen und 

psychischen Beschwerden. So lässt sich den Akten eindrücklich entneh-

men, wie der Beschwerdeführer anfänglich als kooperativ, freundlich und 

psychisch unauffällig beschrieben wurde (IV-act. 27.8 [vgl. aber die bereits 

in IV-act. 9.90 beschriebenen Panikattacken]), und davon berichtet wurde, 

dass er sich in einem guten Allgemeinzustand befand (IV-act. 9.36, 9.54, 

32 [S. 8]), wobei das Bestehen nichtmedizinischer Probleme verneint 

wurde (IV-act. 36 [S. 18]). Mit der Zeit traten dann aber, bei – trotz zahlrei-

cher Behandlungen und hoher Therapiemotivation (IV-act. 32 [S. 8]; 

BVGer-act. 11 [Beilage 7], 15 [Beilage 9]) – persistierenden Beschwerden, 

zunehmend behandlungsbedürftige psychische Symptome wie beispiels-

weise Ängste, der Verlust der Lebensfreude, Schlafstörungen oder Kon-

zentrationsstörungen auf (IV-act. 32 [S. 6], 35 [S. 9]; BVGer-act. 15 

C-445/2021 

Seite 26 

[Beilage 9]). Schliesslich geriet das Leben des Beschwerdeführers voll-

ends aus den Fugen. So verlor er, der vor dem Unfall einen angesehenen 

Beruf ausgeübt, gut verdient und nach den Akten ein intaktes Familienle-

ben geführt hatte, seine Arbeitsstelle und es entwickelten sich finanzielle 

Probleme sowie partnerschaftliche Konflikte (BVGer-act. 1 [Beilage 3], 15 

[Beilage 9]), wobei sich der Beschwerdeführer weiterhin, aber erfolglos, um 

neue Arbeitsstellen bemühte (vgl. IV-act. 32 [S. 5], 35 [S. 11]). Wie ein-

gangs festgestellt, lässt sich den Akten keine Auseinandersetzung mit den 

Fragen entnehmen, ob und inwiefern sich die körperlichen und psychi-

schen Leiden des Beschwerdeführers beeinflussten. Insbesondere mit 

Blick auf die in den Akten festgehaltene chronische Schmerzstörung (vgl. 

IV-act. 46; BVGer-act. 1 [Beilage 3]) wäre eine eingehende Würdigung die-

ser Wechselwirkungen aber zwingend notwendig gewesen (vgl. Urteil des 

BVGer C-1250/2020 vom 19. November 2021 E. 7.5.3). Der Sachverhalt 

erweist sich mithin auch in dieser Hinsicht als unzureichend abgeklärt. 

Schliesslich fehlen Unterlagen, die sich nachvollziehbar und ausführlich 

zum Beweisthema der erheblichen Änderung des Sachverhalts (bzw. der 

effektiven Verbesserung des Gesundheitszustandes des Beschwerdefüh-

rers per Anfang 2020) äussern (vgl. dazu E. 7.1 hiervor). 

7.4.4  Geht es – wie hier – um psychische Erkrankungen, sind für die Be-

urteilung der Arbeitsfähigkeit systematisierte Indikatoren beachtlich, die es 

unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren 

einerseits und Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderseits erlau-

ben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (vgl. 

BGE 143 V 409 E. 4.2 ff.; 143 V 418 E. 6 ff.; Urteil des BVGer C-3253/2019 

vom 15. Dezember 2022 E. 3.6). Ausgangspunkt der Prüfung und damit 

erste Voraussetzung bildet eine lege artis gestellte, psychiatrische Diag-

nose (vgl. BGE 141 V 281 E. 2.1; 143 V 418 E. 6 und E. 8.1). Im Übrigen 

systematisierte das Bundesgericht die für die Beurteilung der Arbeitsfähig-

keit erwähnten Indikatoren wie folgt (BGE 141 V 281 E. 4.1.3): Kategorie 

«funktioneller Schweregrad» (mit den Komplexen Gesundheitsschädigung 

[Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde und Symptome; Behand-

lungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz; Komorbiditäten], Persön-

lichkeit [Persönlichkeitsentwicklung und -struktur, grundlegende psychi-

sche Funktionen] und sozialer Kontext) und Kategorie «Konsistenz»/«Ge-

sichtspunkte des Verhaltens» (mit den Komplexen gleichmässige Ein-

schränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleichbaren Lebens-berei-

chen sowie behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiese-

ner Leidensdruck).  

C-445/2021 

Seite 27 

Aus Gründen der Verhältnismässigkeit kann ausnahmsweise dort von ei-

nem strukturierten Beweisverfahren abgesehen werden, wo es nicht nötig 

oder auch gar nicht geeignet ist (vgl. Urteil des BVGer C-3780/2020 vom 

24. Januar 2023 E. 3.4.4 m.H.). Entbehrlich bleibt es beispielsweise, wenn 

im Rahmen beweiswertiger fachärztlicher Berichte eine Arbeitsunfähigkeit 

in nachvollziehbar begründeter Weise verneint wird (vgl. BGE 143 V 418 

E. 7.1). Namentlich in Fällen, bei denen von einer bloss leichtgradigen, 

nicht chronifizierten depressiven Störung (ohne Komorbiditäten) auszuge-

hen ist, bedarf es in aller Regel keiner Weiterungen in Form eines struktu-

rierten Beweisverfahrens (BGE 143 V 409 E. 4.5.3). Vorliegend lässt sich 

ein Verzicht mit Blick auf die diagnostizierten Leiden und die fehlenden be-

weiskräftigen medizinischen Unterlagen nicht begründen. Folglich wird das 

strukturierte Beweisverfahren noch nachzuholen sein. 

8.  

8.1 Insgesamt ist festzustellen, dass keine beweiskräftigen medizinischen 

Unterlagen vorliegen, die eine Beurteilung der Leistungsfähigkeit des Be-

schwerdeführers erlauben. Vielmehr erweisen sich die im Recht liegenden 

medizinischen Akten als lückenhaft und lassen insbesondere eine verläss-

liche Einschätzung des psychischen Beschwerdebilds nicht zu. Es sind da-

her weitere medizinische Abklärungen erforderlich. 

8.2 Die Vorinstanz hat mithin, bevor sie neu entscheidet, nach Aktualisie-

rung und Vervollständigung der medizinischen Akten (u.a. Beizug aktueller 

Berichte der behandelnden Ärzte) insbesondere ein Gutachten einzuholen, 

welches zumindest psychiatrische (unter Berücksichtigung der Standardin-

dikatoren gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung [vgl. dazu E. 7.4.4 

hiervor]), orthopädische und neurologische Abklärungen enthält, wobei der 

Beizug weiterer Gutachter in das pflichtgemässe Ermessen der Vorinstanz 

respektive der Experten gestellt wird (Art. 43 ff. ATSG; Urteile des BGer 

8C_277/2014 vom 30. Januar 2015 E. 5.2; 8C_780/2014 vom 25. März 

2015 E. 5.1). 

8.3 Die Begutachtung hat vorliegend in der Schweiz zu erfolgen, zumal die 

Abklärungsstelle mit den Grundsätzen der schweizerischen Versiche-

rungsmedizin vertraut sein muss (vgl. dazu Urteil des BGer 9C_235/2013 

vom 10. September 2013 E. 3.2; Urteil des BVGer C-4677/2011 vom 

18. Oktober 2013 E. 3.6.3). Der entsprechende Auftrag ist einer Gutachter-

stelle zu erteilen, mit welcher das Bundesamt für Sozialversicherungen 

eine Vereinbarung getroffen hat (Medizinische Abklärungsstellen [Medas] 

im Sinne von Art. 59 Abs. 3 IVG), wobei die Vergabe des entsprechenden 

C-445/2021 

Seite 28 

Auftrags nach dem Zufallsprinzip gemäss dem Zuweisungssystem „Suis-

seMED@P“ zu erfolgen hat (vgl. Art. 72bis Abs. 1 und 2 IVV; BGE 139 V 

349 E. 2.2) und für eine einvernehmliche Benennung der Experten (BGE 

140 V 507 E. 3.1 und E. 3.2.1) kein Raum bleibt. Dem Beschwerdeführer 

ist dazu das rechtliche Gehör zu gewähren, und es ist ihm Gelegenheit zu 

geben, Zusatzfragen zu stellen (BGE 137 V 210 E. 3.4.2.9; Urteil des 

BVGer C-3910/2021 vom 6. Februar 2023 E. 10.3). Hinweise, dass es dem 

Beschwerdeführer nicht möglich oder zumutbar wäre, zwecks Begutach-

tung in die Schweiz zu reisen, lassen sich den Akten nicht entnehmen. 

9.  

Da die angefochtene Verfügung vom 29. Dezember 2020 gestützt auf eine 

unvollständige Abklärung der vorliegend relevanten Tatsachen, insbeson-

dere gestützt auf eine unvollständige Abklärung des medizinischen Sach-

verhalts, erging, ist sie aufzuheben. Die Beschwerde ist in diesem Sinne 

gutzuheissen und die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen, damit 

diese nach Durchführung der erforderlichen zusätzlichen Abklärungen im 

Sinne der Erwägungen über den Anspruch des Beschwerdeführers auf 

Leistungen der schweizerischen Invalidenversicherung neu verfüge. 

10.  

Abschliessend bleibt darauf hinzuweisen, dass die vorzunehmende Rück-

weisung die Gefahr einer reformatio in peius beinhaltet, da die von der Vor-

instanz mit Verfügung vom 29. Dezember 2020 zugesprochene befristete, 

ganze Rente in Frage gestellt wird (vgl. BGE 137 V 314 E. 3.2.4). Dem 

Beschwerdeführer wurde daher vorgängig am 24. August 2023 das recht-

liche Gehör gewährt (BVGer-act. 22). Mit Eingabe vom 14. September 

2023 hielt dieser an seiner Beschwerde fest (BVGer-act. 23). 

11.  

Der Vollständigkeit halber ist darauf hinzuweisen, dass das von der Vor-

instanz beim Gericht eingereichte Schreiben und die Todesfall-Liste, je da-

tierend vom 1. November 2019 (IV-act. 31 [S. 8 und 9]), offenkundig andere 

versicherte Personen als den Beschwerdeführer betreffen und daher aus 

den Akten des vorliegenden Verfahrens zu entfernen sind. 

12.  

Zu befinden bleibt über die Verfahrenskosten und eine allfällige Parteient-

schädigung.  

C-445/2021 

Seite 29 

12.1 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig (Art. 69 Abs. 1bis und 2 

IVG), wobei die Verfahrenskosten gemäss Art. 63 Abs. 1 VwVG in der Re-

gel der unterliegenden Partei auferlegt werden. Da eine Rückweisung pra-

xisgemäss als Obsiegen der Beschwerde führenden Partei gilt (BGE 141 

V 281 E. 11.1; 132 V 215 E. 6), sind im vorliegenden Fall dem Beschwer-

deführer keine Kosten aufzuerlegen. Der Vorinstanz sind ebenfalls keine 

Verfahrenskosten zu überbinden (Art. 63 Abs. 2 VwVG).  

Dem Beschwerdeführer wird der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 800.- 

nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückzuerstatten 

sein.  

12.2 Der obsiegende, anwaltlich vertretene Beschwerdeführer hat gemäss 

Art. 64 Abs. 1 VwVG in Verbindung mit Art. 7 des Reglements vom 21. Feb-

ruar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwal-

tungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) Anspruch auf eine Parteientschädi-

gung zu Lasten der Vorinstanz. Dabei steht dem Gericht bei der Festset-

zung der Parteientschädigung ein weites Ermessen zu (Urteil des BGer 

9C_637/2013 vom 13. Dezember 2013 E. 5.2). 

Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers macht, bei einem Stundenan-

satz von Fr. 250.-, einem Zeitaufwand von 870 Minuten (14.5 Stunden), 

pauschalen Barauslagen von Fr. 108.75 (in casu 3% des beantragten Ho-

norars) und einer Mehrwertsteuer von Fr. 2.85, insgesamt ein Honorar von 

Fr. 3'736.60 geltend (BVGer-act. 23, Beilage). Mit Blick darauf, dass der 

Stundenansatz mindestens Fr. 200.- und höchstens Fr. 400.- beträgt (Art. 

7 ff. VGKE), wobei er praxisgemäss in vergleichbaren Fällen bei Fr. 250.- 

liegt (vgl. z.B. Urteile des BVGer C-1700/2021 vom 27. April 2023 E. 7.2.2; 

C-3033/2021 vom 19. Januar 2023 E. 10.2.2; C-1132/2018 vom 2. Novem-

ber 2022 E. 9.2 und 9.3; C-810/2022 vom 8. August 2022), ist der in Rech-

nung gestellte Stundenansatz zu akzeptieren. Der geltend gemachte Auf-

wand von 14.5 Stunden gilt, unter Berücksichtigung des gebotenen und 

aktenkundigen Aufwands (Beschwerdeschrift von 7 Seiten, ergänzende 

Eingaben von insgesamt ca. 6 Seiten [mit zahlreichen Beilagen]; mehrfa-

cher Schriftenwechsel), der Bedeutung der Streitsache, des Umfangs der 

Akten, der Dauer des Verfahrens (von beinahe drei Jahren) und der 

Schwierigkeit des vorliegend zu beurteilenden Verfahrens als angemes-

sen. Bezüglich der Spesen ist darauf hinzuweisen, dass gemäss Art. 11 

Abs. 1 VGKE die tatsächlichen Auslagen zu vergüten sind (vgl. dazu auch 

Urteile des BVGer C-45/2014 vom 26. Juli 2016 E. 9.2.2 m.H. auf A-

4556/2011 vom 27. März 2012 E. 3.1.3; C-1015/2018 vom 18. Juli 2018), 

C-445/2021 

Seite 30 

weshalb die in Rechnung gestellten pauschalen Spesen von 3% des Ho-

norars grundsätzlich nicht zulässig sind, sofern – wie hier – keine beson-

deren Verhältnisse vorliegen (vgl. Art. 11 Abs. 3 VGKE). Mit Blick auf die 

umfangreichen Akten und die detaillierte Honorarnote, welche den ange-

fallenen Aufwand nachvollziehbar macht, ist jedoch davon auszugehen, 

dass die geltend gemachten Auslagen für Porto, Telefon und Fotokopien in 

der Höhe von Fr. 108.75 in etwa den tatsächlichen Kosten entsprechen 

dürften, sodass sie in dieser Höhe zu entschädigen sind. Zur Mehrwert-

steuer ist anzufügen, dass die Entschädigung ohne dieselbe zuzusprechen 

ist, da der Beschwerdeführer im Ausland wohnt und es sich um keine Ent-

schädigung aus unentgeltlicher Rechtspflege handelt (vgl. dazu z.B. Urteile 

des BVGer C-2823/2022 vom 26. Mai 2023 E. 7.3 f.; C-1741/2014 vom 28. 

April 2016 E. 8.3; C-6173/2009 vom 29. August 2011). Mithin ist dem Be-

schwerdeführer eine Parteientschädigung von Fr. 3'733.75 zuzusprechen. 

Die (unterliegende) Vorinstanz hat keinen Anspruch auf eine Parteient-

schädigung (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG in Verbindung mit Art. 7 VGKE). 

(Für das Dispositiv wird auf die nächste Seite verwiesen.) 

  

C-445/2021 

Seite 31 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, als die Verfügung vom 

29. Dezember 2020 aufgehoben und die Sache zur weiteren Abklärung im 

Sinne der Erwägungen und anschliessenden Neuverfügung an die Vorin-

stanz zurückgewiesen wird. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Dem Beschwerdeführer wird 

der Kostenvorschuss von Fr. 800.- nach Eintritt der Rechtskraft des vorlie-

genden Urteils zurückerstattet. 

3.  

Die Vorinstanz wird verpflichtet, dem Beschwerdeführer eine Parteient-

schädigung von Fr. 3'733.75 zu bezahlen. 

4.  

Das von der Vorinstanz beim Gericht eingereichte Schreiben vom 1. No-

vember 2019 und die Todesfall-Liste vom 1. November 2019 werden aus 

den Akten des vorliegenden Verfahrens entfernt. 

5.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, die Vorinstanz und das Bun-

desamt für Sozialversicherungen. 

(Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.) 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Regina Derrer Helena Falk 

 

 

C-445/2021 

Seite 32 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten geführt werden, sofern die Voraussetzungen 

gemäss Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG gegeben sind. Die Frist ist gewahrt, 

wenn die Beschwerde spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundes-

gericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder 

einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung 

übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die Rechtsschrift hat die Be-

gehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unter-

schrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel 

sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizulegen 

(Art. 42 BGG). 

 

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