# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b9e30ce5-4d01-5a41-92b5-b9949ca92642
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-02-20
**Language:** de
**Title:** Aargau Spezialverwaltungsgericht Steuern 20.02.2025 3-RV.2023.13
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_SVWG_002_3-RV-2023-13_2025-02-20.pdf

## Full Text

Spezialverwaltungsgericht 

Steuern 

 

3-RV.2023.13       
P 19 
 

 

 

 

Urteil vom 20. Februar 2025 
 
 

 
 

Besetzung  Präsident Fischer  

Richter Loser  

Richter Schorno  

Gerichtsschreiber Fäs          

 

 
 

   

Rekurrent 1  A._____  

 

Rekurrentin 2  B._____  

 

beide vertreten durch BDO AG, Entfelderstrasse 1, 5001 Aarau   

   

 

 
 
 

Gegenstand  Einspracheentscheid der Steuerkommission Q._____ 

vom 6. Dezember 2022 

betreffend Kantons- und Gemeindesteuern 2021 

 

  

 - 2 - 

 

 

 
   

Das Gericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Mit Verfügung vom 20. Oktober 2022 wurden A._____ und B._____ von 

der Steuerkommission Q._____ für das Jahr 2021 zu einem steuerbaren 

Einkommen von CHF 352'700.00 veranlagt. In Abweichung von der Selbst-

deklaration wurde ein Forderungsverzicht der C._____ AG zugunsten von 

A._____ in Höhe von CHF 267'200.00 als Einkommen aufgerechnet.    

 

2. 

Gegen die Verfügung vom 20. Oktober 2022 liessen A._____ und B._____ 

mit Schreiben vom 14. November 2022 Einsprache erheben und die 

folgenden Anträge stellen:  

 

"1. Die definitive Steuerveranlagung 2022 der Kantons- und Gemeindesteu-

ern sei aufzuheben. 

 

2. Auf die Aufrechnung des Forderungsverzichtes sei auf maximal 

CHF 88'000 festzulegen oder gänzlich darauf zu verzichten." 

 

3. 

Mit Entscheid vom 6. Dezember 2022 wies die Steuerkommission Q._____ 

die Einsprache ab.        

 

4. 

Den Einspracheentscheid vom 6. Dezember 2022 (Zustellung am 8. De-

zember 2022) liessen A._____ und B._____ mit, unter Berücksichtigung 

der Gerichtsferien, rechtzeitigem Rekurs vom 13. Januar 2023 

(Postaufgabe gleichentags) an das Spezialverwaltungsgericht, Abteilung 

Steuern, weiterziehen. Sie lassen die folgenden Anträge stellen:  

 

"1. Der Einspracheentscheid vom 6. Dezember 2022 sei aufzuheben. 

 

2. Die Aufrechnung des Forderungsverzichtes sei auf maximal CHF 88'000 

zu begrenzen.  

 

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Staates." 

 

Auf die Begründung wird, soweit für die Entscheidung erforderlich, in den 

Erwägungen eingegangen. 

 

5. 

Die Steuerkommission Q._____ sowie das Kantonale Steueramt beantra-

gen die Abweisung des Rekurses. 

 

 

 - 3 - 

 

 

6. 

A._____ hat eine Replik erstattet.  

 

7. 

Das Spezialverwaltungsgericht hat vom Gemeindesteueramt Q._____ un-

ter anderem Auszüge aus den Steuererklärungen 2015 bis 2020 von 

A._____ und B._____ eingeholt.   

 

 

 

  

 - 4 - 

 

 

 
   

Das Gericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Der vorliegende Rekurs betrifft die Kantons- und Gemeindesteuern 2021. 

Massgebend für die Beurteilung ist das Steuergesetz vom 15. Dezember 

1998 (StG). 

 

2. 

2.1. 

Am 13. Dezember 2016 fand betreffend die Steuerperiode 2015 eine Be-

sprechung zwischen dem Rekurrenten und der Abteilung Steuern der Ge-

meinde Q._____ statt. Dabei reichte der Rekurrent zum einen den schrift-

lichen Darlehensvertrag vom 6. Januar 2005 

 zwischen der C._____ AG als Gläubigerin und ihm als Schuldner über 

CHF 225'000.00 und zum anderen eine von ihm unterzeichnete Aufstellung 

seiner Darlehensschuld gegenüber der C._____ AG der Jahre 2004 bis 

2015, jeweils per 31. Dezember, ein. Per 31. Dezember 2015 belief sich 

diese Darlehensschuld gemäss genannter Aufstellung auf 

CHF 317'200.00. 

 

2.2. 

Die Rekurrenten deklarierten in ihrer Steuererklärung 2015 eine Darlehens-

schuld gegenüber der C._____ AG von CHF 320'000.00 und in den Steu-

ererklärungen 2016 bis 2020 eine solche von CHF 317'200.00. 

 

2.3. 

Der Rekurrent schloss am 26. / 31. August 2021 mit der Konkursmasse der 

C._____ AG in Liquidation folgende Vereinbarung ab: 

 

"(…) 

 

Die Parteien schliessen folgenden Vergleich ab: 

 

I. Feststellungen 

 

1. 

Die C._____ AG gewährte 2003 A._____ ein Darlehen. 

 

2. 

Mit Entscheid der Einzelrichterin des Bezirksgerichts E._____ vom 

21. September 2020, ist über die C._____ AG mit Wirkung ab dem 21. Sep-

tember 2020, 14.00 Uhr, der Konkurs eröffnet worden. (…) 

 

3. 

Die Schlussbilanz der C._____ AG wurde per 28. September 2020 erstellt. 

Unter den Aktiven ist eine gegenüber A._____ ausstehende 

 - 5 - 

 

 

Darlehensforderung von Fr. 317'200.00 bilanziert. Die Forderung wird in der 

Höhe und der Durchsetzbarkeit (insb. Verjährung) von A._____ bestritten.  

 

(…) 

 

Die Parteien schliessen heute folgende Vereinbarung ab: 

 

II. Vereinbarung 

 

1. A._____ ist vergleichsweise bereit, der C._____ AG per Saldo aller 

Ansprüche einen Betrag von Fr. 50'000.00 zu bezahlen. 

 

(…)" 

 

2.4. 

Die Vorinstanz hat bei den Rekurrenten einen Forderungsverzicht der 

C._____ AG von CHF 267'200.00 (CHF 317'200.00 ./. CHF 50'000.00) als 

Einkommen aufgerechnet. 

 

2.5. 

Die Rekurrenten beantragen, dass die Aufrechnung des Forderungsver-

zichts als Einkommen auf maximal CHF 88'000.00 zu begrenzen sei. 

 

3. 

3.1. 

Die Rekurrenten bestreiten, dass zu Beginn des Steuerjahrs 2021 eine Dar-

lehensschuld des Rekurrenten gegenüber der C._____ AG in Höhe von 

CHF 317'200.00 bestanden habe, und dass Letztere im Steuerjahr 2021 in 

Höhe von CHF 267'200.00 auf ihre Darlehensforderung verzichtet habe. 

Der Vereinbarung zwischen der Konkursmasse der C._____ AG in Liqui-

dation und dem Rekurrenten könne entnommen werden, dass die Darle-

hensforderung von Letzterem in der Höhe und der Durchsetzbarkeit (insb. 

Verjährung) bestritten werde (E. 2.3.).  

 

3.2. 

Wie die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung zu Recht geltend macht, sind 

im Steuerverfahren nicht nur die Steuerbehörden, sondern auch die Steu-

erpflichtigen gehalten, sich nach Treu und Glauben zu verhalten (Art. 5 

Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft 

vom 18. April 1999 [BV]). Soweit ihr Verhalten missbräuchlich ist, verdienen 

sie deshalb keinen Rechtsschutz (Rechtsmissbrauchsverbot; Art. 2 Abs. 2 

des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs vom 10. Dezember 1907 [ZGB] 

analog). Ein Verhalten gilt namentlich dann als missbräuchlich, wenn es 

widersprüchlich ist (venire contra factum proprium; Bundesgerichtsurteil 

vom 2. März 2021 [2C_872/2020] E. 3.8.1. m.w.H.).  

 

 

 - 6 - 

 

 

3.3. 
Mit der Behauptung, dass die Darlehensschuld gegenüber der C._____ AG 

von CHF 317'200.00 schon vor dem Steuerjahr 2021 erloschen sei, setzen 

sich die Rekurrenten in Widerspruch zu ihren Steuererklärungen 2016 bis 

2020, in denen sie eine entsprechende Darlehensschuld geltend gemacht 

hatten und für welche sie gegebenenfalls zu Unrecht das Vertrauen der 

Steuerbehörden beansprucht haben (vgl. Bundesgerichtsurteil vom 2. März 

2021 [2C_872/2020] E. 3.8.2.; VGE vom 15. Juli 2009 [WBE.2008.292]). 

Das Verhalten der Rekurrenten bzw. deren entsprechende Behauptung 

erweist sich als missbräuchlich. Angesichts dessen steht fest, dass vor dem 

Vergleich vom 26. / 31. August 2021 (E. 2.3.) eine Darlehensschuld des 

Rekurrenten gegenüber der C._____ AG von CHF 317'200.00 bestand, 

und dass der Vergleich in Höhe von CHF 267'200.00 einen 

Forderungsverzicht der Konkursmasse der C._____ AG in Liquidation 

darstellt. 

 

4. 

4.1. 

Die Vertreterin der Rekurrenten (nachfolgend: Vertreterin) macht geltend, 

dass Letzteren der Forderungsverzicht der C._____ AG nur in Höhe von 

CHF 88'000.00 als Einkommen aufgerechnet werden könne, da die Darle-

hensforderung der C._____ AG aufgrund der Vermögenssituation des 

Rekurrenten nur in dieser Höhe werthaltig gewesen sei.    

 

4.2. 

4.2.1. 

§ 25 Abs. 1 StG und Art. 7 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Harmoni-

sierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden vom 14. Dezem-

ber 1990 (StHG; gleichlautend auch Art. 16 Abs. 1 des Bundesgesetzes 

über die direkte Bundessteuer vom 14. Dezember 1990 [DBG]) bringen im 

Bereich der Besteuerung des Einkommens natürlicher Personen das Kon-

zept der Reinvermögenszugangstheorie zum Ausdruck. Danach unterlie-

gen alle wiederkehrenden und einmaligen Einkünfte der Einkommens-

steuer. Von der generellen Einkommenssteuerpflicht ausgenommen sind 

die in § 33 StG (Art. 7 Abs. 4 StHG; Art. 24 DBG) abschliessend aufgezähl-

ten Fälle (VGE vom 5. November 2024 [WBE.2023.117]; BGE 140 II 353 

E. 2.). Der Reinvermögenszugang besteht in einer Nettogrösse. Er 

entspricht dem Überschuss aller Vermögenszugänge gegenüber den 

Vermögensabgängen derselben Steuerperiode. Einkommen ist 

demgemäss die Gesamtheit derjenigen Wirtschaftsgüter, die einem In-

dividuum während der massgeblichen Steuerperiode zufliessen, und die es 

ohne Schmälerung seines Vermögens zur Befriedigung seiner persönli-

chen Bedürfnisse und für seine laufende Wirtschaft verwenden kann (BGE 

140 II 353 E. 2.1).  

 

 

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4.2.2. 

Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung stellt der teilweise Forde-

rungsverzicht einer Bank zugunsten eines privaten Schuldners für diesen 

steuerbares Einkommen (Art. 16 Abs. 1 DBG) dar. Schliesslich ermöglicht 

der Schuldenerlass der betroffenen Person ihre Verbindlichkeiten im ent-

sprechenden Umfang zu reduzieren. Dieser Verbesserung der finanziellen 

Situation ist im Rahmen der Besteuerung Rechnung zu tragen, wobei die 

Anwendung von Art. 16 Abs. 1 DBG in diesem Zusammenhang in keiner 

Weise von der Bonität des Schuldners abhängig ist. Es mag zwar im Grund-

satz stimmen, dass die Liquidität des Steuerpflichtigen durch einen Schul-

denerlass nicht erhöht wird, trotzdem gilt der Schuldenerlass als Einkom-

men (Bundesgerichtsurteil vom 7. Oktober 2020 [2C_346/2020] E. 3.5.3. 

mit Verweis auf BGE 142 II 197 = Pra 106 [2017] Nr. 50 E. 5.4, E. 5.5.3 f. 

und  E. 6.3). § 25 Abs. 1 StG und Art. 7 Abs. 1 StHG stimmen vom Wortlaut 

und vom Normgehalt mit Art. 16 Abs. 1 DBG überein, weshalb diese bun-

desgerichtliche Rechtsprechung auch für das kantonale Recht mass-

gebend ist (VGE vom 5. November 2024 [WBE.2023.117]).  

 

4.3. 

Der vorliegende Forderungsverzicht der Konkursmasse der C._____ AG in 

Liquidation ist privat, da die entsprechende Darlehensschuld unstrittig nicht 

mit einer selbständigen Erwerbstätigkeit des Rekurrenten in einem 

Zusammenhang steht. Im Weiteren muss nach der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung ein Forderungsverzicht zugunsten eines privaten Schuld-

ners – unabhängig von der Frage, ob der Forderungsverzicht von einer 

Bank oder wie vorliegend von einer anderen Gläubigerin (Konkursmasse 

der C._____ AG in Liquidation) erfolgt – für diesen steuerbares Einkommen 

nach § 25 Abs. 1 StG, Art. 7 Abs. 1 StHG und Art. 16 Abs. 1 DBG darstellen. 

Denn von Relevanz ist einzig, dass ein steuerbarer Reinvermögenszugang 

stattgefunden hat: Durch die Verminderung der Darlehensschuld um 

CHF 267'200.00 wurde der Rekurrent in der Höhe desselben Betrags 

bereichert. Diese Verbesserung der finanziellen Situation ist im Rahmen 

der Besteuerung zu berücksichtigen (VGE vom 5. November 2024 

[WBE.2023.117]; Bundesgerichtsurteil vom 7. Oktober 2020 

[2C_346/2020] E. 3.5.3.; BGE 142 II 197 E. 5.4).   

 

4.4. 

4.4.1. 

Die Vertreterin der Rekurrentin verweist im Rekurs auf Rechtsprechung, 

Lehre und Praxis, wonach ein Forderungsverzicht bei Privatschulden nur 

dann zu einer Einkommensbesteuerung führen könne, wenn die Forde-

rung, auf welche verzichtet worden sei, noch werthaltig gewesen sei. An-

sonsten resultiere keine wirtschaftliche Besserstellung bzw. kein Vermö-

gensstandsgewinn.    

 

 

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4.4.2. 

Auf diese Meinungen, welche aufgrund der aktuellen bundes- und verwal-

tungsgerichtlichen Rechtsprechung als überholt gelten, kann nicht abge-

stellt werden. Wenn es auch richtig ist, dass im Allgemeinen der Wert einer 

Forderung sich aus dem Gesichtswinkel des Gläubigers und nicht aus je-

nem des Schuldners bestimmt, hängt dagegen die Feststellung, ob der For-

derungsverzicht die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Schuldners er-

höht oder nicht, nicht von der Frage ab, ob der Gläubiger eines Tages seine 

Forderung durch die Einleitung von Schuldbetreibungen decken können 

wird oder ob diese unter diesem Titel für ihn (noch) einen gewissen tat-

sächlichen Wert aufweist. Mit anderen Worten ist die Berücksichtigung der 

vorhandenen oder fehlenden Solvenz seines Schuldners durch den Gläu-

biger, um seine Forderung ganz oder teilweise als Nonvaleur zu qualifizie-

ren, nicht erheblich für die Frage der Besteuerung des zu Gunsten des ge-

nannten Schuldners gewährten Forderungsverzichts. Es ist im Gegenteil 

entscheidend, aus der Perspektive des Schuldners festzustellen, ob der 

Forderungsverzicht zu seinen Gunsten den finanziellen Handlungsspiel-

raum, über den er verfügt, erweitert; wobei es nicht darauf ankommt, was 

der frühere Stand seines Vermögens war beziehungsweise auf welche 

Höhe seine eventuellen Schulden sich beliefen. So bewirkt in jedem Fall 

der Forderungsverzicht durch den Gläubiger die Verbesserung der wirt-

schaftlichen Situation seines Schuldners. Daraus folgt, dass die in Art. 16 

Abs. 1 DBG (§ 25 Abs. 1 StG und Art. 7 Abs. 1 StHG) enthaltene General-

klausel in ihrer Systematik sich als dem Grundsatz der Besteuerung des 

gesamten Nettoeinkommens im Bereich der Steuer auf das Einkommen 

der natürlichen Personen konform erweist und dass sie den verfassungs-

mässigen Grundsatz der Besteuerung nach der wirtschaftlichen Leistungs-

fähigkeit konkretisiert (BGE 142 II 197 E. 5.5.3.; vgl. auch VGE vom 5. No-

vember 2024 [WBE.2023.117]). 

 

4.5. 

4.5.1. 

Der Rekurrent führt in der Replik aus, dass er über seinen guten Freund 

D._____ von der C._____ AG Darlehen erhalten habe. Die Mittel aus den 

Darlehenszahlungen seien für die Ausbildung und den Lebensunterhalt 

seiner kranken Tochter verwendet worden. Da er ein mündliches Kauf-

versprechen (ein Kaufvertragsentwurf sei vorgelegen) von der Gläubigerin 

für seine Liegenschaft in Q._____ mit einem anschliessenden 10-jährigen 

Mietvertrag gehabt habe, habe er seitens des Steueramtes keine Folgen 

erahnen können. Durch diesen Kauf der Liegenschaft wäre das seinerzei-

tige Darlehen verrechnet worden. Dass die Gläubigerschaft selbst in finan-

zielle Not geraten und sein Freund D._____ inzwischen verstorben sei, 

habe ihn in diese prekäre Lage versetzt. So sei er plötzlich mit einer ande-

ren Gläubigerschaft, vertreten durch das Konkursamt, konfrontiert gewe-

sen. Nach langen Verhandlungen habe er mit fremder Hilfe mit den Gläu-

bigern eine Einigung erzielen können und so seine unsichere Lage durch 

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einen Kompromiss bereinigt. Er habe so ein Problem lösen können, jedoch 

ein neues mit der Steuerbehörde geschaffen. Er frage sich, ob Schulden-

sanierungen im privaten Bereich wirklich dazu führten, dass erlassene 

Schulden am Schluss als normales Einkommen besteuert würden. Es hät-

ten schon viele Banken auf Forderungen verzichtet, um eine Kreditposition 

zu sanieren. Hier gehe es um die Existenzgrundlage einer ganzen Familie, 

die bisher versucht habe, alle Verpflichtungen zu erfüllen und dem Staat 

nicht zur Last zu fallen. 

 

4.5.2. 

Der vorliegende Forderungsverzicht ist aufgrund der bundes- und verwal-

tungsgerichtlichen Rechtsprechung als Einkommen zu besteuern. Dass 

dies für die Rekurrenten mit einer gewissen Härte verbunden ist, wird nicht 

verneint, jedoch durch die nachfolgenden bundesgerichtlichen Erwägun-

gen relativiert: 

 

Nach dem Grundsatz der Besteuerung nach der wirtschaftlichen Leistungs-

fähigkeit von Art. 127 Abs. 2 BV muss jede Person unter Berücksichtigung 

ihrer persönlichen Situation und im Verhältnis zu ihren Mitteln zur Deckung 

der öffentlichen Ausgaben beitragen; die Steuerlast muss den dem Steuer-

pflichtigen zur Verfügung stehenden wirtschaftlichen Mitteln angepasst 

werden. Die Grundsätze von Art. 127 BV, die eine Übernahme der Entwick-

lungen der Lehre und der Rechtsprechung in Bezug auf den sich aus 

Art. 4 aBV ergebenden Anspruch auf Gleichbehandlung darstellen, sind 

Grundrechte gleich wie das Grundrecht auf Gleichbehandlung (BGE 142 II 

197 E. 6.1).  

 

Auch wenn der Forderungsverzicht die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit 

des Schuldners erhöht, steigert er nicht gleichzeitig die flüssigen Mittel, 

über die der Steuerpflichtige verfügt. Je nach Massgabe der – aus seinem 

Einkommen, aus seinem Vermögen oder aus anderen Quellen stammen-

den – zu seiner Verfügung stehenden finanziellen Mittel ist es möglich, 

dass der Steuerpflichtige die sich aus dem erhaltenen Forderungsverzicht 

ergebende Steuerlast nicht bestreiten kann. Um, unter anderem in einer 

solchen Konstellation, die zu strengen Konsequenzen für den in die Mittel-

losigkeit geratenen Steuerpflichtigen zu vermeiden, sieht das Gesetz die 

Möglichkeit vor, um einen vollständigen oder teilweisen Erlass der geschul-

deten Steuern zu ersuchen (vgl. Art. 167 DBG). Eine solche Situation kann 

namentlich entstehen, wenn die Bezahlung des gesamten geschuldeten 

Betrages für den Steuerpflichtigen ein im Verhältnis zu seiner wirtschaftli-

chen Leistungsfähigkeit unverhältnismässiges Opfer darstellen würde. Das 

vom Bundesgesetzgeber eingeführte Steuersystem ist daher vollkommen 

mit den sich aus Art. 127 Abs. 2 BV ergebenden Grundsätzen vereinbar, 

weil es den Grundsatz der Besteuerung nach der wirtschaftlichen Leis-

tungsfähigkeit konkretisiert, dabei aber unter besonderen Bedingungen er-

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laubt, die persönliche Situation des Steuerpflichtigen zu berücksichtigen 

(BGE 142 II 197 E. 6.3).  

 

4.6. 

4.6.1. 

Die Vertreterin der Rekurrenten bringt weiter vor, dass jeder Steuererlass 

zu steuerbarem Einkommen führte, wenn der Argumentation der Vor-

instanz gefolgt würde.   

 

4.6.2. 

Bedeutet für eine steuerpflichtige Person infolge einer Notlage die Zahlung 

der Steuer, eines Zinses, einer Busse oder von Kosten eine grosse 

Härte, können die geschuldeten Beträge auf Gesuch hin ganz oder teil-

weise erlassen werden (§ 230 Abs. 1 StG; gleichlautend Art. 167 Abs. 1 

DBG). Beim Steuererlass handelt es sich um ein Institut des Steuerbezugs, 

das erst in Anspruch genommen werden kann, nachdem der geschuldete 

Steuerbetrag im Veranlagungsverfahren verbindlich festgesetzt wurde. Im 

Bezugsverfahren können keine Änderungen mehr an der Veranlagung vor-

genommen werden (Kommentar zum Aargauer Steuergesetz, 5. Auflage, 

Muri-Bern 2023, § 230 StG N 3).  

 

4.6.3. 

Der Steuererlass bezweckt, zur dauerhaften Sanierung der wirtschaftlichen 

Lage der steuerpflichtigen Person beizutragen. Er hat der steuerpflichtigen 

Person selbst und nicht ihren Gläubigerinnen oder Gläubigern zugutezu-

kommen (§ 230 Abs. 2 StG; gleichlautend Art. 167 Abs. 2 DBG). Dieser 

Zweck kann nur erreicht werden, wenn der Erlass zu keinem steuerbaren 

Einkommen führt (VGE vom 5. November 2024 [WBE.2023.117]).  

 

4.6.4. 

Der Steuererlass setzt sodann voraus, dass die zu bezahlende Steuer für 

die steuerpflichtige Person infolge einer Notlage eine grosse Härte bedeu-

tet. Der Steuererlass stellt daher im Ergebnis eine Unterstützung der steu-

erpflichtigen Person aus öffentlichen Mitteln dar, welche gemäss § 33 

Abs. 1 lit. d StG (ebenso Art. 24 lit. d DBG) ausdrücklich steuerfrei ist. Die 

in § 33 Abs. 1 lit. d StG enthaltene Voraussetzung, dass die Unterstützung 

der Bestreitung des Lebensunterhalts dienen muss, wird beim Steuererlass 

dadurch erfüllt, dass die steuerpflichtige Person Einkommen oder Vermö-

gen für ihren Lebensunterhalt einsetzen kann, das sie ohne Erlass zur Zah-

lung des geschuldeten Steuerbetrags hätte aufwenden müssen (VGE vom 

5. November 2024 [WBE.2023.117]).  

 

4.6.5. 

Ob die Rekurrenten die Voraussetzungen des Steuererlasses erfüllen, ist 

nach Rechtskraft der Steuerveranlagung auf entsprechendes Gesuch hin 

in einem separaten Verfahren zu prüfen.   

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4.7. 

Selbst wenn der Vergleich vom 26. / 31. August 2021 (E. 2.3.) rechtlich 

nicht als Forderungsverzicht der Konkursmasse der C._____ AG in Liqui-

dation von CHF 267'200.00 zu qualifizieren wäre, würde dies nichts daran 

ändern, dass eine Darlehensschuld des Rekurrenten von CHF 267'200.00 

in der Steuerperiode 2021 unterging (E. 3.3.). Einzig von Relevanz ist, dass 

in der Steuerperiode 2021 ein steuerbarer Reinvermögenszugang statt-

gefunden hat. Durch die Verminderung der Darlehensschuld um 

CHF 267'200.00 wurde der Rekurrent in der Höhe desselben Betrags be-

reichert. Diese Verbesserung der finanziellen Situation ist im Rahmen der 

Besteuerung zu berücksichtigen. Daran vermag auch der Umstand nichts 

zu ändern, dass das Darlehen für die Ausbildung und den Lebensunterhalt 

der kranken Tochter verwendet wurde.  

 

5. 

Der Rekurs erweist sich somit als unbegründet und ist abzuweisen. 

 

6. 

Bei diesem Verfahrensausgang haben die Rekurrenten die Kosten des Re-

kursverfahrens zu tragen (§ 189 Abs. 1 StG). Es ist keine Parteikostenent-

schädigung auszurichten (§ 189 Abs. 2 StG).  

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Das Gericht erkennt: 

 

1. 

Der Rekurs wird abgewiesen.  

 

2. 

Die Rekurrenten haben die Kosten des Rekursverfahrens, bestehend aus 

einer Staatsgebühr von CHF 3'000.00, der Kanzleigebühr von CHF 155.00 

und den Auslagen von CHF 100.00, zusammen CHF 3'255.00 unter solida-

rischer Haftbarkeit zu bezahlen. 

 

3. 

Es wird keine Parteikostenentschädigung ausgerichtet. 

 

 
 

   

Zustellung an: 

die Vertreterin der Rekurrenten (2) 

das Kantonale Steueramt  

das Gemeindesteueramt Q._____ 

 

 

 
 

   

Rechtsmittelbelehrung  

 

Dieser Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung mit Be-

schwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Aargau angefochten 

werden. Die Beschwerde ist in doppelter Ausfertigung beim Spezialver-

waltungsgericht, Obere Vorstadt 37, 5001 Aarau, einzureichen. Die 

Frist steht still vom 7. Tag vor bis und mit dem 7. Tag nach Ostern, vom 

15. Juli bis und mit 15. August und vom 18. Dezember bis und mit dem 

2. Januar. Die unterzeichnete Beschwerdeschrift muss einen Antrag, wie 

der Entscheid zu ändern sei, sowie eine Begründung enthalten. Der ange-

fochtene Entscheid und als Beweismittel angerufene Urkunden sind beizu-

legen (§§ 28 und 43 f. des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 

4. Dezember 2007 [VRPG] in Verbindung mit Art. 145 Abs. 1 der Schwei-

zerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 [ZPO]; §§ 187, 

196 und 198 des Steuergesetzes vom 15. Dezember 1998 [StG]). 

 

 

  

 - 13 - 

 

 

 

 
   

Aarau, 20. Februar 2025 

 

Spezialverwaltungsgericht 

Steuern 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Fischer Fäs