# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ee62934f-8d20-57ac-b458-500998e1f20d
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-11-17
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 17.11.2021 SK 2021 70
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2021-70_2021-11-17.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

2. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

2e Chambre pénale

Urteil
SK 21 70

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 17. November 2021 

Besetzung Oberrichter Schmid (Präsident i.V.) 
Obergerichtssuppleantin Meyes
Oberrichterin Friederich Hörr
Gerichtsschreiberin Hebeisen

Verfahrensbeteiligte A.________
a.v.d. Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

Anschlussberufungsführerin

Gegenstand mehrfache Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, 
Geldwäscherei, Widerhandlung gegen das Ausländer- und Inte-
grationsgesetz

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-
Seeland (Kollegialgericht) vom 9. Juni 2020 (PEN 20 58/59)

2

Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Das Regionalgericht Berner Jura-Seeland (Kollegialgericht in Fünferbesetzung; 
nachfolgend Vorinstanz) fällte gegen den Beschuldigten und Berufungsführer 
A.________ (nachfolgend Beschuldigter) am 9. Juni 2020 folgendes Urteil 
(pag. 1045 ff., Ziff. I des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs; Hervorhebungen im 
Original): 

A.

I.

A.________ wird schuldig erklärt:

1. der Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, mengenmässig qualifiziert, ge-
werbsmässig und bandenmässig begangen

1.1. durch Veräusserung einer Menge von 2’036.87g Kokaingemisch (Annahme Reinheitsgrad: 
59%, insgesamt 1‘201.76g reines Kokain) in der Zeit vom 01.01.2018 bis 25.06.2019 in 
E.________ und anderswo in der Schweiz 

1.2. durch Besitz und Anstalten treffen zur Veräusserung von 886.4g Kokaingemisch (Annahme 
Reinheitsgrade: 107.4g zu 59%; 11g zu 63%; 768g zu 70%, insgesamt 607.8g reines Ko-
kain), am 25.06.2019 an der F.________ (Strasse) in E.________

2. der Geldwäscherei, mehrfach und bandenmässig begangen in der Zeit vom 01.01.2018 bis 
25.06.2019 in E.________ im Umfang von CHF 35‘401.56

3. der Widerhandlungen gegen das Ausländer- und Integrationsgesetz, begangen in 
E.________ in der Zeit vom 13.06.2019 bis 25.06.2019 (13 Tage) durch rechtswidrigen Aufenthalt 
in der Schweiz

und in Anwendung der
Art. 19 Abs. 1 lit. c, d, g i.V.m. Art. 19 Abs. 2 lit. a, b, c BetmG (Schuldspruch gem. Ziff. 1 hiervor), 
Art. 305bis Ziff. 1 und Ziff. 2 lit. b StGB (Schuldspruch gem. Ziff. 2 hiervor),
Art. 115 Abs. 1 lit. b AIG (Schuldspruch gem. Ziff. 3 hiervor),
Art. 40, 47, 49 Abs. 1, 51, 66a lit. o StGB,
Art. 426 ff. StPO

verurteilt:

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 5 Jahren und 9 Monaten.

Die Untersuchungs- und Sicherheitshaft von 253 Tagen (25.06.2019 bis 03.03.2020) wird auf die 
Freiheitsstrafe angerechnet und es wird festgestellt, dass die Strafe am 04.03.2020 vorzeitig an-
getreten worden ist.

2. Zu einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu CHF 30.00, ausmachend insgesamt CHF 900.00.

3

Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.

3. Zu einer Landesverweisung von 10 Jahren.

4. Zu den Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus Gebühren von 19‘042.55 und Auslagen 
(bestehend aus den Kosten für die amtliche Verteidigung) von CHF 15‘728.20, insgesamt be-
stimmt auf CHF 34‘770.75 (ohne Kosten für die amtliche Verteidigung CHF 19‘042.55).

Die Vorinstanz bestimmte zudem die Entschädigung für die amtliche Verteidigung 
des Beschuldigten durch Rechtsanwalt B.________ (pag. 1046, Ziff. II des erstin-
stanzlichen Urteilsdispositivs) und traf die weiteren Verfügungen (pag. 1049 f., 
Ziff. C.1., 3., 4.1 und 4.2, 5., 6., 7.1 und 8.1 des erstinstanzlichen Urteilsdisposi-
tivs).

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldete Rechtsanwalt B.________ mit Eingabe vom 18. Juni 
2020 namens und im Auftrag des Beschuldigten fristgerecht Berufung an 
(pag. 1065). Mit Verfügung vom 3. Februar 2021 wurde den Parteien die schriftli-
che Urteilsbegründung zugestellt (pag. 1164 ff.). Die Berufungserklärung des Be-
schuldigten wurde am 25. Februar 2021 form- und fristgerecht der Post übergeben 
und langte am 26. Februar 2021 beim Obergericht des Kantons Bern ein 
(pag. 1175 f.).

Die Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern erhob am 8. März 2021 fristge-
recht Anschlussberufung (pag. 1181 f.). 

3. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Im Hinblick auf die oberinstanzliche Verhandlung wurde über den Beschuldigten 
von Amtes wegen ein aktueller Führungsbericht der Justizvollzugsanstalt 
G.________, datierend vom 11. November 2021, eingeholt (pag. 1266 f.).

Mit Eingabe vom 12. November 2021 reichte Rechtsanwalt B.________ namens 
des Beschuldigten folgende Unterlagen ein (pag. 1269 ff.), die an der oberinstanzli-
chen Hauptverhandlung zu den Akten erkannt wurden (pag. 1315 f.):

- Dokumente betreffend den Export von Handelswaren (Ass. Nr. 8 und 12, in den 
Akten bereits vorhanden)

- Dokumente des nigerianischen Zolls (Ass. Nr. 8 und 12, in den Akten bereits 
vorhanden)

- eine vom Beschuldigten handgeschriebene Liste (Ass. Nr. 8 und 12, in den Ak-
ten bereits vorhanden)

- Quittung vom 20. Mai 2016 (Ass. Nr. 8 und 12, in den Akten bereits vorhanden)

- eine mit Computer geschriebene Liste mit Kleidern (Ass. Nr. 8 und 12, in den 
Akten bereits vorhanden)

- eine mit Computer geschriebene Liste sowie Fotos von Waschmitteln (Ass. 8 
und 12, in den Akten bereits vorhanden)

4

- verschiedene Zahlungsanweisungen des Beschuldigten aus dem Gefängnis 
heraus 

Im Rahmen der oberinstanzlichen Verhandlung wurde D.________

4. Anträge der Parteien

Für den Beschuldigten stellte und begründete Rechtsanwalt B.________ an der 
oberinstanzlichen Verhandlung folgende Anträge (pag. 1329 f.):

Plaise à la 2' Chambre pénale de la Cour suprême du canton de Berne:

1. En modification du chiffre A.I.1 du dispositif du jugement de première instance du 9 juin 2020:

 libérer le prévenu des faits retenus sous chiffre 1.1 et, partant prononcer son acquittement;

 reconnaître le prévenu coupable de la simple possession de 562.4 grammes de cocaïne pure 
s'agissant des faits retenus sous chiffre 1.2;

 pour le surplus, libérer le prévenu des qualifications de bande et métier retenues;

2. En modification du chiffre A.I.2 et A.I.3 du dispositif du jugement de première instance du 9 juin 
2020, libérer le prévenu de la prévention de blanchiment d'argent et d'infraction à la LEI, partant, 
prononcer son acquittement sur ces points;

3. En modification du dispositif du jugement de première instance du 9 juin 2021, condamner le 
prévenu à une peine privative de liberté ne dépassant pas 15 mois et mettre le prévenu au 
bénéfice d'un sursis complet avec un délai d'épreuve de 2 ans;

4. En modification du dispositif du jugement de première instance du 9 juin 2021, renoncer à 
prononcer l'expulsion pénale du prévenu, subsidiairement, abaisser la durée de l'expulsion pénale 
à 5 ans;

5. Prendre acte que le jugement de première instance est entré en force de chose jugée au sujet de 
l'indemnité du mandataire d'office, du sort des objets séquestrés, de l'effacement du profil ADN et 
des données signalétiques;

6. Statuer sur les frais judiciaires de première instance et leur répartition en tenant compte des 
modifications requises au points 1 et 2 susmentionnés;

7. Mettre les frais de seconde instance à la charge de l'Etat;

8. Allouer au prévenu une indemnité pour détention injustifiée d'un montant à dire de justice mais 
d'au moins CHF 41'800.00;

9. Taxer les honoraires du soussigné pour la procédure de seconde instance selon la note 
d'honoraires remise ce jour.

Für die Generalstaatsanwaltschaft beantragte und begründete der stellvertretende 
Generalstaatsanwalt was folgt (pag. 1333 f., Hervorhebungen im Original):

I.

Es sei festzustellen, dass das Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-Seeland vom 9. Juni 2020 in 
Rechtskraft erwachsen ist bezüglich Einziehung und Vernichtung von Drogen, Drogenutensilien und 
Gegenständen (Ziff. C/3, 4.2) sowie der Einziehung von Vermögenswerten (Ziff. C/6).

II.

5

A.________ sei schuldig zu sprechen:

1. der Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, mengenmässig qualifiziert, gewerbs-
mässig und bandenmässig begangen
1.1 durch Veräusserung einer Menge von 2036.87g Kokaingemisch (Annahme Reinheitsgrad: 

59%, insgesamt 11201.76g reines Kokain) in der Zeit vom 01.01.2018 bis 25.06.2019 in 
E.________ und anderswo in der Schweiz

1.2 durch Besitz und Anstalten treffen zur Veräusserung von 886.4g Kokaingemisch (An-
na/einheitsgrade: 107.4g zu 59%; 11g zu 63%; 768g zu 70%, insgesamt 607.8g reines Ko-
kain), am 25.06.2019 an der F.________(Strasse) in E.________;

2. der Geldwäscherei, mehrfach und bandenmässig begangen in der Zeit vom 01.01.2018 bis 
25.06.2019 in E.________ im Umfang von CHF 35'401.56;

3. der Widerhandlungen gegen das Ausländer- und lntegrationsgesetz, begangen in E.________ in 
der Zeit vom 13.06.2019 bis 25.06.2019 (13 Tage) durch rechtswidrigen Aufenthalt in der Schweiz

und in Anwendung der einschlägigen Bestimmungen

zu verurteilen zu:

1. einer Freiheitsstrafe von 6 Jahren, unter Anrechnung der ausgestandenen Untersuchungs-und Si-
cherheitshaft;

2. einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen von Fr. 30.00, ausmachend total Fr. 2700.00. Der Vollzug 
der Geldstrafe sei aufzuschieben mit einer Probezeit von 2 Jahren.;

3. einer Landesverweisung von 10 Jahren (inkl. Ausschreibung im SIS).
4. Zu der Bezahlung der anteilmässigen erst- und gesamten oberinstanzlichen Verfahrenskosten 

(zzgl. Gebühr gemäss Art. 21 VKD von Fr. 600.00).

III.

Es seien die üblichen Verfügungen zu treffen (Honorar amtliche Verteidigung etc.).

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer 

Der Beschuldigte beschränkte seine Berufung mit Berufungserklärung vom 25. Fe-
bruar 2021 auf Ziff. A.I.1.1, Ziff. A.I.1.2. soweit das Anstalten treffen betreffend, Ziff. 
A.I.2. und Ziff. A.I.3. (Schuldsprüche wegen mengenmässig qualifizierter, ge-
werbsmässig und bandenmässig begangener Widerhandlungen gegen das Betäu-
bungsmittelgesetz, Geldwäscherei und Widerhandlungen gegen das Ausländer- 
und Integrationsgesetz), Ziff. A.I.1. und Ziff. A.I.2. (Verurteilung zu einer Freiheits-
strafe von 5 Jahren und 9 Monaten sowie zu einer bedingten Geldstrafe von 
30 Tagessätzen à CHF 30.00) und Ziff. A.I.3. (Anordnung einer Landesverweisung 
von 10 Jahren) des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs (vgl. zum Ganzen 
pag. 1175 f.).

Die Anschlussberufung der Generalstaatsanwaltschaft beschränkt sich demge-
genüber auf den Sanktionenpunkt, mithin Ziff. A.I.1. und Ziff. A.I.2. des erstinstanz-
lichen Urteilsdispositivs (Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von 5 Jahren und 
9 Monaten bzw. Verurteilung zu einer Geldstrafe von 30 Tagen à CHF 30.00; vgl. 
zum Ganzen pag. 1181 f.).

Von der Kammer zu überprüfen sind somit Ziff. A.I.1.1. (Schuldspruch wegen Wi-
derhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz durch Veräusserung von Ko-

6

kain), Ziff. A.I.1.2. (Schuldspruch wegen Anstalten treffen zur Veräusserung von 
Kokain), Ziff. A.I.2. und Ziff. A.I.3. (Schuldsprüche wegen Geldwäscherei und Wi-
derhandlungen gegen das Ausländer- und Integrationsgesetz), Ziff. A.I.1. und 
Ziff. 2. (Sanktionenpunkt) sowie Ziff. A.I.3. (Anordnung einer Landesverweisung). 
Dasselbe gilt in Bezug auf Ziff. A.I.4. (erstinstanzliche Verfahrenskosten) sowie 
Ziff. A.II. (amtliche Entschädigung inkl. Rückzahlungspflicht). Neu zu befinden hat 
die Kammer auch über Ziff. C.7. und Ziff. 8. (Löschung des erstellten DNA-Profils 
bzw. der erhobenen erkennungsdienstlichen Daten), da diese praxisgemäss nicht 
der Rechtskraft zugänglich sind.

Demgegenüber sind unangefochten geblieben und damit in Rechtskraft erwachsen 
Ziff. A.I.1.2 (Schuldspruch wegen Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittel-
gesetz durch Besitz von 886,4 Gramm Kokaingemisch) und Ziff. C.3. - 6. (Einzie-
hung der beschlagnahmten Gegenstände gestützt auf Art. 69 bzw. Art. 70 StGB 
[Ziff. C.3., 4. und 6.] sowie die Belassung diverser Dokumente als Beweismittel bei 
den amtlichen Akten [Ziff. C.5.]).

Die Kammer verfügt bei der Überprüfung der angefochtenen Punkte über volle Ko-
gnition (Art. 398 Abs. 3 StPO). Aufgrund der Anschlussberufung der General-
staatsanwaltschaft hinsichtlich Ziff. A.I.1. und Ziff. A.I.2. des erstinstanzlichen Ur-
teilsdispositivs (Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von 5 Jahren und 9 Monaten 
und Verurteilung zu einer Geldstrafe von 30 Tagen à CHF 30.00) darf das Urteil in 
Bezug auf die Höhe der Freiheitsstrafe bzw. die Anzahl der Tagessätze der Gelds-
trafe auch zum Nachteil des Beschuldigten abgeändert werden; das Verschlechte-
rungsverbot gilt insoweit nicht (Art. 391 Abs. 2 StPO e contrario). Vom Verschlech-
terungsverbot grundsätzlich nicht erfasst ist die Höhe des Tagessatzes, zumal all-
fällig verbesserte finanzielle Verhältnisse nach bundesgerichtlicher Rechtspre-
chung Tatsachen im Sinne von Art. 391 Abs. 2 Satz 2 StPO darstellen, die einem 
erstinstanzlichen Gericht zum Zeitpunkt seines Urteils allenfalls noch nicht bekannt 
waren (BGE 144 IV 198 E. 5.4.3). Will die Berufungsinstanz die Höhe des Tages-
satzes zu Ungunsten des Beschuldigten abändern, hat sie diesem jedoch das 
rechtliche Gehör zu gewähren. Das ist vorliegend nicht geschehen, weshalb die 
Kammer die Höhe des Tagessatzes nicht zu Ungunsten des Beschuldigten abän-
dern darf (vgl. Ziff. 19.4 hiernach).

Zu beachten ist ferner, dass die Generalstaatsanwaltschaft ihre Berufung vom 
8. März 2021 wie bereits erwähnt auf den Sanktionenpunkt beschränkte. Die 
Schuldsprüche blieben von ihr demgegenüber unangefochten (pag. 1181 f.). Das 
Verschlechterungsverbot ist damit auch hinsichtlich der im erstinstanzlichen Dispo-
sitiv festgehaltenen Mengen sowie Reinheitsgrade zu beachten; diese dürfen eben-
falls nicht zu Ungunsten des Beschuldigten abgeändert werden. 

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

6. Vorwürfe gemäss Anklageschrift

Dem Beschuldigten wird mit Anklageschrift vom 23. Januar 2020 folgendes Verhal-
ten vorgeworfen (pag. 817 ff.; Hervorhebungen im Original):

7

1. Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, mengenmässig qualifiziert, gewerbs-
mässig und evtl. bandenmässig begangen in der Zeit von 01.01.2018 bis 25.06.2019 in 
E.________ und anderswo, wobei der Beschuldigte zusammen mit D.________ und anderen un-
bekannt gebliebenen Personen Betäubungsmittelhandel betrieb, bei dem sich der Beschuldigte 
und D.________ in ihrer Tätigkeit und Anwesenheit in der Schweiz ergänzten und den Handel in 
der Zeit der Landesabwesenheit des anderen weiterverfolgt wurde (Bandenmässigkeit),

im Einzelnen

1.1 in der Zeit von 01.01.2018 bis 25.06.2019, durch Veräusserung von Kokaingemisch,

indem der Beschuldigte im erwähnten Zeitraum zusammen mit D.________ eine Menge von 
insgesamt rund 5580 Gramm Kokaingemisch (Annahme Reinheitsgrad 59% Cocain Base) 
an verschiedene Abnehmer veräusserte und die beiden dadurch einen Gewinn von mindes-
tens CHF 46'330 erzielten;

insgesamt: rund 5580 Gramm Kokaingemisch
insgesamt: rund 3292 Gramm reines Kokain

1.2 am 25.06.2019, durch Besitz und Anstalten treffen zur Veräusserung von Kokaingemisch,

1.2.1 indem der Beschuldigte 320 Gramm Kokaingemisch (Reinheitsgrad 70% Cocain Base) in 
dem von ihm und D.________ bewohnten Zimmer an der F.________(Strasse) in 
E.________ aufbewahrte, welches zur Weiterveräusserung bestimmt war;

1.2.2 indem der Beschuldigte 98 Gramm Kokaingemisch (Reinheitsgrad 59% Cocain Base) in 
dem von ihm und D.________ bewohnten Zimmer an der F.________(Strasse) in 
E.________ aufbewahrte, welches zur Weiterveräusserung bestimmt war;

1.2.3 indem der Beschuldigte 448 Gramm Kokaingemisch (Reinheitsgrad 70% Cocain Base) in 
dem von ihm und D.________ bewohnten Zimmer an der F.________(Strasse) in 
E.________ aufbewahrte, welches zur Weiterveräusserung bestimmt war;

1.2.4 indem der Beschuldigte 11 Gramm Kokaingemisch (Reinheitsgrad 63% Cocain Base) in 
dem von ihm und D.________ bewohnten Zimmer an der F.________(Strasse) in 
E.________ aufbewahrte, welches zur Weiterveräusserung bestimmt war;

1.2.5 indem der Beschuldigte 9,4 Gramm Kokaingemisch (Reinheitsgrad unbestimmt, Annah-
me Reinheitsgrad 59% Cocain Base) in dem von ihm und D.________ bewohnten Zim-
mer an der F.________(Strasse) in E.________ aufbewahrte, welches zur Weiterveräus-
serung bestimmt war;

insgesamt: 886,4 Gramm Kokaingemisch,
insgesamt: 607,8 Gramm reines Kokain

2. Geldwäscherei, mehrfach, evtl. bandenmässig begangen in der Zeit von 01.01.2018 bis 
25.06.2019 in E.________,

indem der Beschuldigte und D.________ das aus dem Drogenhandel stammende Geld einerseits 
in Euro und Naira wechselten und ins Ausland brachten bzw. sandten und andererseits das aus 
dem Drogenhandel stammende Geld über unterschiedliche Anbieter in kleinen Beträgen 
(CHF 13.68 bis CHF 2'010) an verschiedene Empfänger ins Ausland überwiesen, wodurch die 
Einziehung von insgesamt mindestens CHF 46'330 vereitelt wurde;

8

3. Widerhandlungen gegen das Ausländer- und Integrationsgesetz, begangen in der Zeit von 
ca. 01.01.2019 bis 15. März 2019 und 28.05.2019 bis 25.06.2019 in E.________,

indem der Beschuldigte sich über die bewilligungsfreie Zeit hinweg in der Schweiz aufhielt, ohne 
über die entsprechend erforderliche Bewilligung zu verfügen.

7. Sachverhalt

Auf die vorinstanzlichen Ausführungen zum unbestrittenen und bestrittenen Sach-
verhalt kann vorab verwiesen werden (pag. 1104 f., S. 34 f. der erstinstanzlichen 
Urteilsbegründung). 

Der Schuldspruch wegen des bereits vor erster Instanz unbestrittenen Besitzes von 
886,4 Gramm Kokaingemisch ist in Rechtskraft erwachsen und daher nicht mehr 
Gegenstand des oberinstanzlichen Verfahrens. Demgegenüber werden vom Be-
schuldigten sämtliche weiteren Vorwürfe gemäss Anklageschrift vom 23. Januar 
2020 bestritten. Namentlich bestreitet er, in der Zeit vom 1. Januar 2018 bis am 
25. Juni 2019 insgesamt rund 5'580 Gramm Kokaingemisch veräussert (Ziff. 1.1. 
der Anklageschrift), am 25. Juni 2019 Anstalten zur Veräusserung von 886,4 
Gramm Kokaingemisch getroffen (Ziff. 1.2 der Anklageschrift) sowie in der Zeit vom 
1. Januar 2018 bis am 25. Juni 2019 das aus dem Drogenhandel stammende Geld 
einerseits in Euro und Naira gewechselt, ins Ausland verbracht bzw. gesandt und 
andererseits das aus dem Drogenhandel stammende Geld an unterschiedliche An-
bieter in kleinen Beträgen an verschiedene Empfänger ins Ausland überwiesen zu 
haben (Ziff. 2 der Anklageschrift). 

Weiter bestreitet der Beschuldigte, sich in der Zeit vom 1. Januar 2019 bis am 
15. März 2019 und vom 28. Mai 2019 bis am 25. Juni 2019 über die bewilligungs-
freie Zeit hinweg in der Schweiz aufgehalten zu haben, ohne über die entspre-
chende Bewilligung zu verfügen (Ziff. 3 der Anklageschrift; vgl. auch die Aus-
führungen der Verteidigung im Rahmen des oberinstanzlichen Plädoyers, 
pag. 1327).

8. Beweiswürdigung

8.1 Allgemeine Grundlagen

Für die allgemeinen Grundlagen zur Beweiswürdigung kann auf die Erwägungen 
der Vorinstanz verwiesen werden (pag. 1103 f., S. 33 f. der erstinstanzlichen Ur-
teilsbegründung). 

8.2 Objektive und subjektive Beweismittel

Auch für die objektiven Beweismittel kann vorab auf die umfassenden, sorgfältigen 
und zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (pag. 1077 ff., 
S. 7 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung).

Ergänzend zu den vorinstanzlichen Ausführungen zum Kommunikationsrapport 
vom 25. Juni 2019 (pag. 6 ff.) hält die Kammer fest, dass gemäss diesem an der 
F.________(Strasse) in E.________, mithin dem Domizil des Beschuldigten und 
D.________, mehrere Überwachungen stattfanden. Der Beschuldigte und 
D.________ verhielten sich, so der Rapport, zurückhaltend und verliessen das 

9

Haus abwechslungsweise für kurze Zeit am Morgen oder am Abend. Dabei trafen 
sie andere Afrikaner und kehrten daraufhin wieder an ihr Domizil zurück (pag. 7). 
Das von der Vorinstanz bzw. im Kommunikationsrapport erwähnte und anlässlich 
der Hausdurchsuchung am 25. Juni 2019 aufgefundene Kokaingemisch von rund 
einem Kilogramm wurde in Form von zylinderförmigen Fingerlingen in drei Socken 
verpackt aufgefunden (pag. 8). 

Zum Protokoll der Hausdurchsuchung vom 25. Juni 2019 am Domizil des Beschul-
digten sowie D.________ führte die Vorinstanz aus, diesem sei zu entnehmen, 
dass im Zimmer des Beschuldigten sowie von D.________ rund 1'030 Gramm 
weisses und in Fingerlinge verpacktes Pulver sichergestellt worden sei, wovon sich 
rund 1'020 Gramm in zwei Weinkartons am Boden (Ass. 003 und 004) und rund 
zehn Gramm auf dem Bürotisch (Ass. 005) befunden hätten (pag. 1078, S. 8 der 
erstinstanzlichen Urteilsbegründung mit Verweis auf pag. 562 ff.). Präzisierend da-
zu hält die Kammer fest, dass das im Protokoll erwähnte Pulver wie folgt aufgefun-
den wurde: In einem schwarzen, zugeknoteten Socken befanden sich 27 Fingerlin-
ge (pag. 216), in einem weiteren schwarzen und zugeknoteten Socken sechs Fin-
gerlinge sowie ein Säcklein (pag. 217) und in einem dritten Socken der Marke «La-
coste» 38 Fingerlinge (pag. 218). Ferner wurden ein Fingerling, eine Kugel und ein 
Säcklein «sockenlos» aufgefunden (pag. 218).

Zur rückwirkenden Teilnehmeridentifikation ist zusätzlich zu den Ausführungen der 
Vorinstanz Folgendes festzuhalten: Die zum Beschuldigten gehörende und im App-
le iPhone 6 eingesetzte Rufnummer ________ wurde am 1. Juni 2019 in Betrieb 
genommen. Bis am 27. Juni 2019 resultierten insgesamt 3201 Verbindungen. Die 
Rufnummer ________, ebenfalls dem Beschuldigten zugehörig und eingesetzt im 
TJ Mobile, wurde am 8. Juni 2019 in Betrieb genommen. Bis zum 22. Juni 2019 er-
folgten insgesamt 18 Verbindungen. Die Rufnummer ________, bei der Anhaltung 
eingesetzt im Samsung ________ von D.________, wurde am 11. Juni 2019 in Be-
trieb genommen. Bis zum 4. Juli 2019 wurden 1058 Verbindungen getätigt. Die 
Rufnummer ________ wurde am 6. Juni 2019 in Betrieb genommen. Bis am 3. Juli 
2019 erfolgten 143 Verbindungen. Besagte Rufnummer war bei der Anhaltung im 
Alcatel Onetouch eingesetzt, welches D.________ gehörte. Die Nummer ________ 
war vom 8. bis am 11. Juni 2019 im Alcatel Onetouch von D.________, anschlies-
send im TJ Mobile des Beschuldigten eingesetzt. Die Nummer ________ war vom 
11. Juni 2019 bis zur Anhaltung am 25. Juni 2019 im Alcatel von D.________ ein-
gelegt. Vorgängig befand sie sich im Samsung von D.________ sowie in zwei wei-
teren unbekannten Mobiles (vgl. pag. 278). Wie Beilage 6 zum Anzeigerapport vom 
27. November 2019 zu entnehmen ist und die Generalstaatsanwaltschaft im Rah-
men der oberinstanzlichen Verhandlung zu Recht vorbrachte, waren diese Ruf-
nummern stets nur für kurze Zeit in Gebrauch (vgl. pag. 278 sowie pag. 1330). 
Vom Alcatel Onetouch von D.________ erfolgten 12 Verbindungen zu 
«C.________», 45 Verbindungen zu einem «H.________» (abgespeichert unter 
dem Namen «I.________», vgl. pag. 242) sowie 63 Verbindungen zu einem 
«J.________» (abgespeichert unter dem Namen «K.________», vgl. ebenfalls 
pag. 242). Nach der Anhaltung von D.________ am 25. Juni 2019 erkundigten sich 
«C.________», «H.________» und «J.________» mehrmals per SMS nach des-
sen Verbleib (vgl. pag. 273 ff.).

10

Der Vollständigkeit halber sei an dieser Stelle zudem nochmals auf die korrekten 
Ausführungen der Vorinstanz hinsichtlich des Geldversandes sowie der Geldwech-
sel des Beschuldigten und D.________ hingewiesen (pag. 1085 ff., S. 15 ff. der 
erstinstanzlichen Urteilsbegründung; Hervorhebungen im Original):

Da im Rahmen der polizeilichen Ermittlungen diverse Geldwechsel- sowie Geldversandbelege festge-
stellt bzw. gesichert werden konnten, verfügte die Staatsanwaltschaft bei den in E.________ bekann-
ten Geldüberweisungsdiensten die Edition sämtlicher von den beiden Beschuldigten getätigten 
Transaktionen. Die Abfrage bei den Geldtransferanbieter RIA Money Transfer (pag. 315) und Small 
World Swiss Transfers (pag. 316 f.) verlief positiv, wobei insbesondere bei letzterer auffiel, dass beide 
Beschuldigten kleinere Beträge an sich selbst oder die eigene Lebenspartnerin, und grössere Beträge 
an den Empfänger "L.________" in Nigeria, dessen Identität unbekannt geblieben ist, versendet hat-
ten (pag. 313, 316 f.). Wie aus den nachfolgenden Tabellen hervorgeht, hat der Beschuldigte 1 [Anm. 
Kammer: der Beschuldigte] in den Jahren 2018 und 2019 insgesamt CHF 14'143.21 (pag. 313) und 
der Beschuldigte 2 [Anm. Kammer: D.________] insgesamt CHF 9'647.62 (vgl. pag. 312) ins Ausland 
überwiesen (ergibt addiert CHF 23'790.83). Der Beschuldigte 2 hat im Zeitraum vom 16.07.2018 bis 
24.06.2019 ausserdem unter fünf Malen CHF in EUR in Höhe von insgesamt CHF 22'540.10 gewech-
selt, wobei auffällt, dass die durch die Geldwäschereiverordnung der FINMA festgelegte Freigrenze 
von CHF 5'000.00 bei Geldwechselgeschäften (vgl. Art. 51 GwV-FINMA) jeweils knapp nicht über-
schritten wurde.

Umgekehrt wurde in den Jahren 2018 und 2019 gemäss Auskunft von CashXpress aber auch Geld 
an die Beschuldigten überwiesen: An den Beschuldigten 1 insgesamt CHF 1'547.00 (Transaktionen 
vom 17.05.2018 und 04.02.2019) und an den Beschuldigten 2 total CHF 2'397.00 (21 Transaktionen 
im Zeitraum vom 22.03.2018 bis 28.01.2019; pag. 212).

Für die subjektiven Beweismittel kann ebenfalls auf die sorgfältigen vorinstanzli-
chen Ausführungen verwiesen werden (pag. 1088 ff., S. 18 ff. der erstinstanzlichen 
Urteilsbegründung). Nebst den bereits vor erster Instanz vorhandenen subjektiven 
Beweismitteln liegen der Kammer neu auch die Aussagen von D.________ sowie 
des Beschuldigten anlässlich der oberinstanzlichen Verhandlung vor (pag. 1317 ff. 
bzw. pag. 1321 ff.). Auf eine zusammengefasste Wiedergabe der Aussagen wird 
an dieser Stelle verzichtet und direkt im Rahmen der nachfolgenden Beweiswürdi-
gung darauf eingegangen.

8.3 Vorbemerkungen

Nach Ansicht der Kammer ist die vorinstanzliche Beweiswürdigung überzeugend 
ausgefallen, wurden doch sämtliche objektiven und subjektiven Beweismittel sorg-
fältig und umfassend gewürdigt. In weiten Teilen kann deshalb darauf verwiesen 
werden.

Im Sinne einer Vorabwürdigung weist die Kammer auf das geradezu absurde und 
unglaubhafte Aussageverhalten des Beschuldigten sowie D.________ hin, so bei-
spielsweise hinsichtlich der Frage, was sie in E.________ gemacht haben. Es gilt 
sich dabei vor Augen zu halten, dass sowohl der Beschuldigte als auch 
D.________ aus M.________ (Bundesstaat N.________, Nigeria) stammen und 
unbestrittenermassen im gleichen Zimmer in E.________ wohnten. Bei einem heh-
ren Aufenthaltszweck in einem fremden Land wäre zu erwarten, dass die beiden 
aus dem gleichen Dorf Stammenden viel miteinander gesprochen und so gegenü-

11

ber den Strafverfolgungsbehörden allenthalben detailliert Auskunft über den jeweils 
anderen hätten geben können. Der Beschuldigte und D.________ waren sich in-
dessen bereits nicht einig, wer wen in der Wohnung in E.________ aufgenommen 
haben will. Während D.________ zu Protokoll gab, er habe zuerst dort gewohnt 
(pag. 387 Z. ff.) bzw. er habe den Beschuldigten schon gekannt, bevor er nach Ni-
geria gegangen sei und habe ihm gesagt, er solle in der Wohnung bleiben, damit 
sie nach seiner Rückkehr in die Schweiz wieder zur Verfügung stehe (pag. 398 Z. 
55 ff.), gab der Beschuldigte an, als D.________ in die Schweiz gekommen sei, 
habe er eine Wohnung gesucht. Er habe ihn [D.________] gesehen und er habe 
einen Ort gesucht, worauf er [der Beschuldigte] ihm gesagt habe, er dürfe dort [an 
der F.________ in E.________] bleiben, bis er eine Wohnung gefunden habe 
(pag. 495, Z. 243 ff.; s. auch pag. 479 Z. 137 f.). Bereits diese Widersprüche spre-
chen gegen die Glaubwürdigkeit des Beschuldigten und D.________. In diesem 
Zusammenhang müssen auch die Aussagen von O.________ – die Mieterin der 
Wohnung in E.________ – als absurd abgetan werden. Sie gab zu Protokoll, sie 
lebe mit P.________ (gemeint ist der Beschuldigte, pag. 361 Z. 174 i.V.m. pag. 
366) und niemand anderem zusammen (pag. 358 Z. 19 ff.). Wie ihr Freund heisse, 
wisse sie nicht. Wo er in Spanien wohne, wisse sie ebenfalls nicht (pag. 358 Z. 56 
ff. und Z. 61 ff.). Entgegen den Aussagen von D.________ und des Beschuldigten 
beschrieb O.________, in welchem Zimmer sie und P.________ geschlafen hätten 
(pag. 359 Z. 89). Der Kollege von P.________, Q.________, komme ab und zu 
zum Essen vorbei, sonst nichts (pag. 360 Z. 120 ff.). Q.________ habe nicht bei ihr 
gewohnt (pag. 370 Z. 75 ff.). Ihre Aussagen widersprechen diametral jenen des 
Beschuldigten und D.________, die beide aussagten, an der F.________ in 
E.________ gewohnt zu haben. 

Uneinigkeit herrschte zwischen dem Beschuldigten und D.________ sodann auch 
beim Umstand, ob und wie lange sie sich bereits kannten. Im Rahmen der ersten 
Einvernahme bei der Polizei gab der Beschuldigte an, D.________ nicht zu ken-
nen, sondern nur zu wissen, dass er ________ heisse (pag. 479 Z. 141). Anlässlich 
der Hafteröffnung bei der Staatsanwaltschaft einen Tag später führte er dann plötz-
lich aus, D.________ aus Spanien zu kennen. Er wisse nicht, seit wann genau, 
aber schon lange (pag. 495 Z. 238 ff.). Auch D.________ wollte anlässlich seiner 
ersten Einvernahme bei der Polizei den Beschuldigten nicht kennen und seinen 
Namen noch nie gehört haben (pag. 387 Z. 33 f.; pag. 389 Z. 151). Bei der Haf-
teröffnung einen Tag später führte er dann aber aus, er habe den Beschuldigten in 
der Schweiz kennengelernt. Er komme auch aus Nigeria und spreche Ibo. Er habe 
ihn schon gekannt, bevor er nach Nigeria gegangen sei (pag. 398 Z. 50 ff.). Im 
Rahmen der delegierten Einvernahme bei der Polizei am 19. September 2019 äus-
serte D.________, der Beschuldigte habe ihm gesagt, er kenne ihn bereits aus 
Spanien. Er [D.________] gehe oft nach R.________ in die Kirche, vielleicht kenne 
er ihn von da, aber er habe den Beschuldigten nicht erkannt. Gleichzeitig führte 
aber auch er aus, er stamme aus einem Dorf in Nigeria, wo man sich kenne. Man 
sei eine Community und auch auf Facebook befreundet, auch wenn dies nicht 
heisse, dass man sich wirklich kenne (pag. 406 Z. 25 ff.). Dass sich der Beschul-
digte und D.________ gar nicht kannten, ist vor dem Hintergrund, dass beide aus 
dem gleichen Dorf in Nigeria stammen, wo man sich gemäss eigenen Angaben of-

12

fenbar kennt, nicht sehr wahrscheinlich. Selbst wenn sich die beiden in ihrer Hei-
mat tatsächlich noch nie begegnet sein sollten, steht für die Kammer dennoch fest, 
dass sie sich spätestens ab dem ersten Treffen in der Schweiz bzw. in ihrem Zim-
mer an der F.________ besser kennenlernten als angegeben.

Uneinig waren sich die beiden Zimmergenossen schliesslich auch darüber, wer die 
Bügeleisen gekauft hatte, die sich in der Wohnung an der F.________ in 
E.________ befanden. D.________ erklärte am 25. Juni 2019, die Bügeleisen wür-
den ihm gehören und er wolle diese exportieren (pag. 388 Z. 79 f.). Der Beschul-
digte, der sein Geld ebenfalls mit dem Export von Waren verdienen wollte, gab auf 
Frage, ob er in der Wohnung an der F.________ in E.________ Ware für den Ex-
port gelagert gehabt habe, ebenso an, er habe dort unter anderem die Bügeleisen 
gelagert (pag. 500 Z. 80). Auch ihm sollten somit die Bügeleisen, die anlässlich der 
Hausdurchsuchung gefunden wurden, gehören. Als unglaubhaft muss das Aussa-
geverhalten des Beschuldigten und D.________ auch im Zusammenhang mit dem 
angeblichen Exportgeschäft, welchem beide nachgegangen sein wollen, qualifiziert 
werden. Weder der Beschuldigte noch D.________ wollten wissen, womit der an-
dere seinen Lebensunterhalt verdient. Der Beschuldigte gab erst an, nicht zu wis-
sen, was D.________ den ganzen Tag mache (pag. 479 Z. 147). An einer späteren 
Einvernahme führte er aus, er denke, dass D.________ sein Geld ebenfalls mit 
dem Export von Dingen verdiene (pag. 501 Z. 144 f.). D.________ dagegen gab zu 
Protokoll, er kenne die Geschäfte des Beschuldigten nicht (pag. 387 Z. 33 f.). Auch 
später wies er darauf hin, nicht zu wissen, wie dieser seinen Lebensunterhalt ver-
diene. Er wisse nur, dass er [der Beschuldigte] rausgegangen sei, und wenn er 
zurückgekommen sei, habe er ihm die Türe geöffnet (pag. 409 Z. 178 ff.). Dass 
weder der Beschuldigte noch D.________ wusste, wie der jeweils andere seinen 
Lebensunterhalt verdient, ist wiederum angesichts der Tatsache, dass sich die bei-
den aus demselben Dorf in Nigeria Stammenden ein (kleines) Zimmer in 
E.________ teilten und auch die gleiche Sprache sprechen, schlicht abwegig.

Der Beschuldigte leistete sich in seinen Einvernahmen weitere grobe Wider-
sprüche. So führte er beispielsweise hinsichtlich der Frage, wie er das Kokain in 
Empfang genommen hatte, an seiner Ersteinvernahme aus, er habe das Kokain in 
Socken verpackt erhalten (pag. 477 Z. 60 und pag. 478 Z. 93 f.). Er habe nicht ge-
wusst, was er mit diesen Socken anstellen sollte, weshalb er sie in die Kartons ge-
packt habe (pag. 478 Z. 97 f.). Er habe die Socken geöffnet um zu sehen, was drin 
sei (pag. 479 Z. 114 f.). Anlässlich der Einvernahme vom 18. September 2019 bei 
der Polizei will er das Kokain dann in einem kleinen Sack erhalten haben. Die Fin-
gerlinge seien in einem Plastiksack gewesen. Er habe das Kokain anschliessend in 
die Socke gepackt (pag. 504 Z. 298 ff.). Nach Überzeugung der Kammer deutet die 
eigenartige Stückelung in den Socken – 8, 27 und 38 Fingerlinge – jedoch auf ein 
zielgerichtetes Handeln hin und macht vor allem bei einem Kokainverkäufer Sinn, 
zumal dieser oft mehrere bzw. unterschiedliche Abnehmer beliefert und die Men-
gen aufteilen muss. Eine derartige Aufteilung macht jedoch keinen Sinn, wenn man 
wie der Beschuldigte die Fingerlinge zufällig eingepackt haben will. Zu Beginn gab 
der Beschuldigte auch an, die Fingerlinge vorerst unberührt gelassen zu haben 
(pag. 327; pag. 335), nur um später auszusagen, einen bzw. nur denjenigen Fin-
gerling geöffnet zu haben, der offen gewesen sei (pag. 524 Z. 105 ff. bzw. Z. 115). 

13

Nicht kohärente bzw. abstruse Aussagen machte der Beschuldigte schliesslich 
auch zu seinem Auftraggeber «S.________», von welchem er das Kokain erhalten 
haben will: Erst wollte er diesen angerufen und ihm gesagt haben, er solle das Ko-
kain wieder abholen kommen (pag. 479 Z. 114 f.). Später gab der Beschuldigte an, 
er habe «S.________» mangels Rufnummer nicht kontaktieren können (pag. 494 
Z. 200 f) bzw. er [S.________] habe ihn [den Beschuldigten] angerufen (pag. 503 
Z. 251). Letztlich führte er dann aus, er habe «S.________» kontaktieren können, 
wobei dieser jedoch das Telefon nicht abgenommen und auch nicht zurückgerufen 
habe (pag. 541 Z. 246 ff.). Dass der Beschuldigte «S.________» nicht hätte kon-
taktieren können, ist bereits aufgrund der Tatsache, dass dieser ihn mehrmals an-
gerufen haben soll, absurd, hätte der Beschuldigte doch einfach zurückrufen kön-
nen. Aber auch angesichts dessen, dass «S.________» dem Beschuldigten Kokain 
im Wert von mehreren tausend Franken zur Aufbewahrung übergeben haben soll, 
ist nicht davon auszugehen, dass dieser für ihn nicht erreichbar gewesen wäre. 

Auf weitere Aussagen des Beschuldigten sowie D.________ wird in den nachste-
henden Erwägungen – sofern relevant – einzugehen sein. 

Als Quintessenz dieser Vorabwürdigung kann festgehalten werden, dass sowohl 
der Beschuldigte als auch D.________ es mit der Wahrheit nicht genau nahmen 
und diese oft zurückhielten. In Anbetracht der Tatsache, dass am 25. Juni 2019 
über ein Kilogramm Kokaingemisch in der Wohnung an der F.________ aufgefun-
den wurde, erstaunt dies nicht weiter. Das impertinente Unwissen des Beschuldig-
ten und D.________ über den jeweils anderen gibt Zeugnis, dass die beiden sehr 
wohl wussten, wer der andere war und was er jeweils tat. Bereits das in einer nicht 
unwesentlichen Menge aufgefundene Kokain legt den Schluss nahe, dass der Be-
schuldigte und D.________ im Kokaingeschäft tätig waren und dabei zusammena-
rbeiteten. Davon zeugt nicht zuletzt auch die Akzeptanz des Urteils durch 
D.________. Anlässlich der oberinstanzlichen Verhandlung gab dieser zwar an, 
das Urteil nur aufgrund seines hohen Blutdrucks akzeptiert zu haben (pag. 1317 
Z. 25 f.). In Anbetracht dessen, dass D.________ zu einer empfindlichen Freiheits-
strafe von fünf Jahren und zehn Monaten verurteilt wurde (pag. 1047), ist nicht da-
von auszugehen, dass er das Urteil einfach so bzw. lediglich wegen seiner Ge-
sundheit akzeptiert hat. Der Verzicht auf einen Weiterzug seines Urteils darf entge-
gen der Ansicht der Verteidigung des Beschuldigten (pag. 1328) im vorliegenden 
Verfahren als Indiz dafür gewertet werden, dass die Vorwürfe gegen ihn zutrafen, 
was auch den Beschuldigten belastet. 

8.4 Beweiswürdigung in concreto

8.4.1 Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz

8.4.1.3 Vorwurf gemäss Ziff. 1.1 der Anklageschrift

Die Vorinstanz führte zum Drogenhandel des Beschuldigten im Allgemeinen 
zunächst aus, dieser sei nicht geständig, werde jedoch durch zahlreiche objektive 
Beweismittel belastet, welche für sich allein schon den Beweis für den ihm zur Last 
gelegten Drogenhandel zu erbringen vermöchten. Sie hielt sodann Folgendes fest 
(pag. 1105 ff., S. 35 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung): 

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Wie dem Berichtsrapport der Kantonspolizei Bern vom 25.06.2019 zu entnehmen ist, gingen der poli-
zeilichen Intervention und Festnahme der Beschuldigten mehrere polizeiliche Observationen voraus, 
welche zur Erkenntnis führten, dass zwei dunkelhäutige Männer von der Liegenschaft 
F.________(Strasse) in E.________ aus Drogenhandel betrieben. Am 25.06.2019 konnte dann im 
Rahmen der Hausdurchsuchung in dem von den beiden Beschuldigten bewohnten Zimmer u.a. rund 
1 kg Kokaingemisch, CHF 1'170.00 in bar sowie eine Mini-Waage sichergestellt werden (pag. 198, 
pag. 562 ff.). Von dem sichergestellten Kokain – insgesamt etwa 70 zylinderförmige Fingerlinge – be-
fand sich der grösste Teil in zwei Weinkartons auf dem Boden und eine vergleichsweise geringe 
Menge auf dem Bürotisch. Der Reinheitsgrad des Kokains variierte und lag zwischen 59% und 70% 
(Kokainbase). Die Fingerlinge in den Weinkartons waren in Socken verpackt, wobei ab zwei der drei 
verknoteten Socken DNA-Spuren des Beschuldigten 1 gesichert werden konnten. Zudem konnte auf 
einem der in den Socken verpackten Fingerlingen ein Fingerabdruck des Beschuldigten gefunden 
werden, wobei sich dieser auf der innenliegenden Seite und in der Mitte des ca. 50 cm langen Folien-
streifens, mit welchem der Fingerling umwickelt war, befand. Zweifellos ist damit ein objektiver Bezug 
des Beschuldigten 1 zum Drogenhandel erstellt.

Die Polizei fand auf dem Handy des Beschuldigten 1 zwei Fotos von Notizen, welche als Drogen-
buchhaltung gelesen werden müssen. Die Aufnahmen, die mit dem Handy des Beschuldigten ge-
macht worden waren, wurden zwar anschliessend gelöscht, konnten von der Polizei aber wiederher-
gestellt werden. In den Buchhaltungen werden zunächst jeweils die Ausgaben inkl. Ankaufspreis der 
Drogen aufgeführt. Dann werden die Einnahmen angegeben, d.h. die verkaufte Drogenmenge – unter 
Beifügung von Streckmitteln – multipliziert mit dem entsprechenden Verkaufspreis. Zur Berechnung 
des erzielten Gewinns werden Ausgaben und Einnahmen einander gegenübergestellt. Schliesslich 
wird der erzielte Gewinn im Verhältnis von 60% zu 40% auf zwei Personen verteilt (pag. 276 f.). Auf 
Vorhalt der erwähnten Buchhaltungen konnte der Beschuldigte keine Erklärung dafür liefern, um was 
es sich bei diesen Notizen handeln könnte und machte ausweichend geltend, sich nicht erinnern zu 
können (pag. 334, 557). Vor Gericht bestritt der Beschuldigte weiterhin, die Buchhaltungen zu kennen 
und diese fotografiert zu haben, und brachte dann erstmals vor, immer wieder solche Fotos aus Nige-
ria zugeschickt erhalten zu haben (Protokoll S. 6). Diese Aussage lässt sich dadurch widerlegen, dass 
die Aufnahmen mit seinem Handy gemacht und ihm eben gerade nicht zugesandt wurden. Gestützt 
auf die schlüssigen und plausibel begründeten Ausführungen im Polizeirapport ist somit davon aus-
zugehen, dass es sich bei den Notizen um detaillierte Drogenbuchhaltungen handelt, was als sehr 
starkes Indiz für eine Beteiligung am Drogengeschäft des Beschuldigten spricht.

Diesen korrekten Ausführungen kann sich die Kammer in weiten Teilen anschlies-
sen. Die Notiz kann nicht anders als als Drogenbuchhaltung gelesen werden; dies-
bezüglich wird auf die nachvollziehbaren Ausführungen im Polizeirapport verwiesen 
(pag. 276 f.). Dass der Beschuldigte, wie von der Vorinstanz festgehalten, auf Vor-
halt dieser Buchhaltung keine Angaben machen konnte, ist nur bedingt richtig. Viel 
eher ist davon auszugehen, dass er keine Angaben machen wollte, fielen seine 
Antworten dazu mit «Ich weiss es nicht», «Ich kann mich nicht erinnern» und «Ich 
weiss gar nichts darüber» doch sehr pauschal und wenig überzeugend aus 
(pag. 506 Z. 373 ff.). Auch im Rahmen der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme 
vom 11. Dezember 2019 gab der Beschuldigte auf Vorhalt der Buchhaltung ledig-
lich zu Protokoll, er könne sich nicht erinnern. Als ihm anschliessend vorgehalten 
wurde, die Notizen seien auf seinem Mobiltelefon gespeichert gewesen und dass 
es sich zudem um Fotos handle, die mit seinem Telefon gemacht worden seien, 
behauptete der Beschuldigte, dies sei nicht wahr. Die Wahrheit sei, dass er sich an 

15

nichts solches erinnern könne, so dass es nicht wahr sei (pag. 557 Z. 336 ff.). An-
lässlich der oberinstanzlichen Einvernahme mit der Buchhaltung konfrontiert, gab 
der Beschuldigte an, die Polizei habe gesagt, man habe diese auf seinem Telefon 
gefunden. Wenn er Geschäfte mit Afrika mache, dann würden ihm die Leute nor-
malerweise solche Sachen schicken (pag. 1323 Z. 31 ff.). Auch diese wenig über-
zeugenden Aussagen des Beschuldigten zur Buchhaltung widersprechen – wie die 
Vorinstanz zu Recht ausführte – diametral Beilage 6 zum Anzeigerapport vom 
27. November 2019, welchem zu entnehmen ist, dass auf dem iPhone 6 des Be-
schuldigten sowohl am 12. wie auch am 19. Juni 2019 eine Aufnahme einer Buch-
haltung erstellt und anschliessend wieder vom Telefon gelöscht wurde (pag. 241). 
Dass der Beschuldigte die Notiz von einem Geschäftsmann aus Afrika erhalten ha-
ben soll, erweist sich schlicht als falsch; die Aufnahme stammt im Lichte des Vor-
stehenden vom Beschuldigten selber. 

Im Rahmen des oberinstanzlichen Plädoyers rügte die Verteidigung, die Vorinstanz 
habe die aufgefundene Liste als Buchhaltung interpretiert und diese gebraucht, um 
sowohl den Drogenhandel als auch den –verkauf zu beweisen, zumal sie davon 
ausgegangen sei, die Zahlen «40» und «60» würden die Aufteilung zwischen zwei 
Personen zeigen. Die Liste beweise jedoch nichts. Sie enthalte auch keine Hinwei-
se hinsichtlich des Zeitraums. Die aufgefundenen Dokumente würden somit insge-
samt keine Hinweise für den Drogenhandel darstellen. Der Beschuldigte habe stets 
zu Protokoll gegeben, im Import und Export tätig zu sein, was auch von 
D.________ bestätigt worden sei, indem er angegeben habe, er habe den Be-
schuldigten Bügeleisen kaufen sehen. Auch die Vermieterin habe angegeben, dass 
er im Import und Export tätig sei, was letztlich auch durch zahlreiche Dokumente, 
die zeigen würden, dass der Beschuldigte Wein nach Afrika verschifft habe, belegt 
werde (pag. 1327). Diese Auffassung teilt die Kammer nicht. Zwar trifft zu, dass 
den Buchhaltungen selber keine Angaben zum Zeitraum des Drogenhandels zu 
entnehmen sind. Fest steht hingegen, wann die Buchhaltungen mit dem Telefon 
des Beschuldigten festgehalten und wieder gelöscht wurden, was im Zusammen-
spiel mit allen anderen Indizien auf den fraglichen Zeitraum schliessen lässt. Dass 
der Beschuldigte im Import und Export tätig sein will, muss sodann als reine 
Schutzbehauptung abgetan werden, konnte er doch dazu zu keinem Zeitpunkt de-
taillierte oder nachvollziehbare Aussagen machen (vgl. dazu die nachfolgenden 
Ausführungen). Hätte die aufgefundene Notiz einen Zusammenhang mit den an-
geblichen Exportgeschäften des Beschuldigten gehabt, so wäre auch zu erwarten 
gewesen, dass er sie ohne Weiteres hätte erklären können, was vorliegend jedoch 
nicht der Fall war. Die sichergestellte Buchhaltung gibt nach Überzeugung der 
Kammer ferner nicht nur darüber Auskunft, zu welchem Preis die Drogen einge-
kauft und schliesslich wieder verkauft wurden, sondern – wie von der Vorinstanz 
ebenfalls festgehalten – auch, dass die Drogen jeweils gestreckt wurden. Letzteres 
wird durch die anlässlich der Hausdurchsuchung vom 25. Juni 2019 aufgefundene 
Waage und die Aussage von D.________, (eine kleine Menge) Kokain gestreckt zu 
haben (pag. 430 Z. 43 ff.), denn auch untermauert.

Auf dem Telefon des Beschuldigten konnte weiter ein Foto jener Weinkiste gefun-
den werden, in welcher sich auch die anlässlich der Hausdurchsuchung aufgefun-
denen Drogen befunden haben. Die Vorinstanz führte dazu aus, die Aufnahme sei 

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bereits am 15. März 2019 gemacht und gleichentags an «T.________» per Whats-
App verschickt worden. Die Erklärung des Beschuldigten, er habe einem Interes-
senten diesen Wein offerieren wollen und die Aufnahme aus «Marktforschungs-
zwecken» gemacht, erachtete sie als «an den Haaren herbeigezogen und wenig 
glaubhaft» (pag. 1106, S. 36 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). 

Diese Einschätzung teilt die Kammer vollumfänglich. Am 11. Dezember 2019 gab 
der Beschuldigte bei der Staatsanwaltschaft zu Protokoll, er habe das Foto ge-
macht, weil sich jemand für den Wein interessiert habe und er ihm habe zeigen 
wollen, dass der Preis so und so viel koste. Er habe den Wein gekauft, weil er ihn 
gerne habe. Er habe das Foto an die Person gesendet und gesagt, so und so. Das 
Foto sei an seine Leute in Afrika gesendet worden. Er habe ihnen das Foto gesen-
det und habe gesagt, er werde ihnen einige Muster schicken. Dort würden die Leu-
te überprüfen, ob der Preis in Ordnung sei und dann, wenn es ok sei, schicke er 
mehr (pag. 556 Z. 297 ff.). Bezeichnenderweise versteckte sich der Beschuldigte 
hinter seiner Aussage «so und so»; eine konkrete Preisangabe, mithin, zu welchem 
Preis er den fraglichen Wein verkaufen wollte, konnte er während des gesamten 
Verfahrens nicht sagen, was angesichts dessen, dass es sich um sein alltägliches 
Business gehandelt haben soll, nicht nachvollziehbar ist. Eine kurze Internetre-
cherche zeigt, dass der fragliche Wein (La Tabarde Vin d'Espagne Cabernet Sau-
vignon) in der Schweiz im Jahr 2021 zu einem Preis von CHF 34.00 für 12 Liter ge-
kauft werden konnte. Dass sich der Export eines solchen Weines nach Afrika unter 
keinen Umständen rechnet, ist selbstredend. Entsprechend versandte der Be-
schuldigte auch keine Muster, wie er in Aussicht gestellt hatte, was eine Überprü-
fung, ob der Preis in Ordnung ist, verunmöglichte. Dass sich das fragliche Kokain 
am 25. Juni 2019, als die polizeiliche Intervention an der F.________ in 
E.________ erfolgte, in derjenigen Weinkiste befand, die der Beschuldigte Monate 
vorher fotografiert und die Aufnahme an einen «T.________» geschickt hatte, kann 
nach Überzeugung der Kammer kein Zufall gewesen sein. Vielmehr legt dieser 
Umstand nahe, dass der Beschuldigte bereits Monate vor seiner Anhaltung am 
25. Juni 2019 im Drogenhandel tätig war (vgl. dazu auch die Übersicht gemäss 
pag. 1085 f. betreffend die vom Beschuldigten getätigten Geldtransfers sowie die 
Ausführungen hiernach). Daran vermag auch die vom Beschuldigten anlässlich der 
oberinstanzlichen Verhandlung eingereichte Liste mit diversen Weinmarken nichts 
zu ändern (vgl. pag. 1283), beweist diese doch nicht, dass auch tatsächlich Wein 
nach Afrika exportiert wurde. Zu seinen Gunsten kann der Beschuldigte daraus je-
denfalls nichts ableiten.

Der Beschuldigte vermochte sodann auch nie Angaben dazu machen, wieviel Ein-
kommen er mit seinem angeblichen Import- und Exportgeschäft generiert haben 
will. Die Vorinstanz führte dazu treffend aus, der Beschuldigte habe diesbezüglich 
im ganzen Verfahren nur sehr vage und detailarme Aussagen gemacht. Er habe 
keine konkreten Beträge nennen können, ausser, dass er im Mai 2019 angeblich 
bereits mit rund EUR 4'000.00 in die Schweiz eingereist sei. Die wenigen Angaben 
des Beschuldigten würden denn auch in keiner Weise mit den Überweisungen in 
der Höhe von rund CHF 14'143.00 korrespondieren, die in der Zeit von Januar 
2018 bis Juni 2019 in seinem Namen getätigt worden seien. In der Schlusseinver-
nahme habe der Beschuldigte eingangs bestritten, die erwähnten Überweisungen 

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gemacht zu haben, mit der Begründung, er wisse genau, an wen er Geld überwei-
se und es nicht möglich sei, dass er anderen Personen als seiner Familie Geld ge-
schickt habe. Später habe er dann geltend gemacht, bei den Überweisungen hand-
le es sich um Geld, welches er mit seinem Exportgeschäft erwirtschaftet habe, so-
fern er die Überweisungen tatsächlich getätigt habe. Immerhin habe der Beschul-
digte mehrmals bestätigt, seit seiner Einreise in die Schweiz im Mai 2019 mit sei-
nem Exportgeschäft kein Geld verdient zu haben. Für den behaupteten Export, so 
die Vorinstanz weiter, bestünden keinerlei objektive Anhaltspunkte, insbesondere 
fehle es an Dokumenten, die bei einer Verschiffung von Waren ins Ausland vor-
handen sein müssten. Nachdem der Beschuldigte zu Beginn noch behauptet habe, 
die Papiere würden sich in seinen von der Polizei beschlagnahmten Sachen befin-
den, habe er später ausgesagt, dass nicht er, sondern die Behörden in Spanien die 
«Bill of lading» hätten. Abklärungen hätten jedoch ergeben, dass sowohl der Name 
des Beschuldigten als auch jener seiner Schwester, welchen er bei den Exportge-
schäften ebenfalls verwendet haben will, bei den Zollbehörden unbekannt sei. An-
derweitige Einkommensquellen seien vom Beschuldigten weder dargetan noch er-
sichtlich. Demzufolge müsse davon ausgegangen werden, dass der Beschuldigte 
sein Einkommen in der Schweiz im Wesentlichen mit dem Handel von Betäu-
bungsmitteln generiert habe (pag. 1106 f., S. 36 f. der erstinstanzlichen Urteilsbe-
gründung).

Die erstinstanzliche Urteilsbegründung ist auch unter diesem Gesichtspunkt nicht 
zu beanstanden. Der Beschuldigte konnte sein Import- und Exportgeschäft zu kei-
ner Zeit erklären bzw. detaillierte Angaben dazu machen, was in Anbetracht des-
sen, dass es sich um seine einzige Einkommensquelle in der Schweiz gehandelt 
haben soll, keineswegs nachvollziehbar ist. Es wäre – würden seine Angaben zum 
Einkommen denn auch tatsächlich stimmen – zu erwarten gewesen, dass der Be-
schuldigte zumindest gewisse Eckpunkte (z.B. den Preis seines angeblich expor-
tierten Weins) hätte vorbringen können. Seine Aussagen blieben jedoch, wie von 
der Vorinstanz zu Recht festgehalten, äusserst vage. Mit welchen Exporten der 
Beschuldigte seinen Lebensunterhalt verdient haben will, konnte beispielsweise 
nicht eruiert werden. Von Elektronikartikeln wie gebrauchte Notebooks, Handys 
und Fernseher (pag. 481 Z. 231) bzw. Artikel zum Kaufen über Auto- bzw. Busteile, 
Bügeleisen (pag. 500 Z. 69), Autos und Occasion-Sachen (pag. 499 Z. 53) will er 
alles eingekauft haben. Auch hinsichtlich des Modus operandi blieb der Beschuldig-
te äusserst oberflächlich. So gab er an, er gehe von Shop zu Shop, in Second-
handshops und Flohmärkte und kaufe dort Sachen. Er kaufe viele Sachen und 
sende diese manchmal in Container nach Afrika. Oft fahre er auch nach Spanien 
und sende sie von dort aus nach Afrika. Manchmal verschiffe er die Sachen auf 
seinen Namen, manchmal auf den Namen seiner Schwester U.________ (pag. 480 
Z. 204 ff.). Als der Beschuldigte rund zwei Monate nach seiner Ersteinvernahme 
ein weiteres Mal einvernommen wurde, gab er zu Protokoll, er kaufe Autos und an-
dere Occasion-Sachen, die er nach Afrika verschicke. Die Sachen würden dort ver-
kauft und die Leute würden ihm das Geld schicken. Manchmal verschicke er die 
Sachen mit dem Container, manchmal bringe er sie persönlich nach Afrika. Bis jetzt 
habe er noch nichts verdient, er müsse auf den Verkauf der Waren in Afrika warten 
(pag. 499 f. Z. 52 ff.). Als die Fragen konkreter wurden und er gefragt wurde, wel-

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che Güter genau er verschickt habe, sagte der Beschuldigte postwendend, man 
würde ihn immer dasselbe fragen. An dieser Einvernahme brauchte es letztlich drei 
Fragen, bis er antwortete, er habe Laptops verschickt (pag. 500 Z. 88 ff.). Insge-
samt ist festzustellen, dass sich der Beschuldigte hinsichtlich seiner Einkommens-
quelle sehr bedeckt hielt, was angesichts seines angeblich redlichen Verhaltens 
keineswegs nachvollziehbar ist. Überdies lässt sich gestützt auf diese spärlichen 
Angaben auch kaum bzw. nicht erklären, wie der Beschuldigte in den Jahren 2018 
und 2019 eine Summe von insgesamt CHF 14'143.21 auf ausländische Konti 
überweisen konnte (vgl. pag. 1085, S. 15 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung), 
erweist sich dieser Betrag doch als deutlich höher, als der Beschuldigte aus dem 
Verkauf von Laptops und Ähnlichem hätte generieren können (vgl. diesbezüglich 
auch die Ausführungen der Generalstaatsanwaltschaft im oberinstanzlichen Plä-
doyer, pag. 1331).

Das angebliche Exportgeschäft vermochte der Beschuldigte schliesslich auch nicht 
mit Dokumenten zu belegen. Es trifft zwar zu, dass im Rahmen der Hausdurchsu-
chung am 25. Juni 2019 Verschiffungsdokumente gefunden und sichergestellt wer-
den konnten. Diese datieren jedoch aus dem Jahr 2015 und vermögen höchstens 
zu belegen, dass der Beschuldigte allenfalls in der Vergangenheit einmal dem Ex-
portgeschäft nachgegangen war. Für den fraglichen Zeitraum gemäss Anklage-
schrift, mithin Januar 2018 bis Juni 2019, konnte der Beschuldigte allerdings keine 
einschlägigen Dokumente zum angeblichen Exportgeschäft vorweisen, was uner-
klärlich wäre, wenn die Dokumente existierten. Daran vermögen – wie die General-
staatsanwaltschaft zu Recht monierte (pag. 1330) – auch die kurz vor der oberin-
stanzlichen Verhandlung eingereichten Unterlagen (pag. 1271 ff.) nichts zu ändern, 
zumal daraus wiederum nur ersichtlich wird, dass der Beschuldigte offenbar in den 
Jahren 2014 und vor allem 2015 im Exportgeschäft tätig war (vgl. pag 1272 bis 
pag. 1288). Oberinstanzlich darauf angesprochen, dass es keine Beweise über die 
Exportgeschäfte im Jahr 2019 gebe, gab der Beschuldigte an, es gebe sicher Be-
weise, die belegen würden, dass er sowohl im Jahr 2015 wie auch im Jahr 2019 
Export betrieben habe (pag. 1322 Z. 29 f.). Auf Frage, wo sich diese Beweise denn 
befinden würden, brachte er vor, er könne nicht mit all diesen Papieren herumrei-
sen, weshalb sie in Spanien in seinem Haus seien (pag. 1322 Z. 34 f.). Auch hier 
ist jedoch davon auszugehen, dass der Beschuldigte – gerade im Hinblick auf eine 
drohende, empfindliche Freiheitsstrafe – längstens versucht hätte, diese angebli-
chen Beweise zum Export im Jahr 2019 einzureichen; dass er dies nicht tat, lässt 
sich einzig damit erklären, dass die Beweise eben nicht existieren. Im Übrigen be-
weist auch der Umstand, dass die Abklärungen bei den Zollbehörden weder einen 
Treffer hinsichtlich des Namens des Beschuldigten noch hinsichtlich jenem seiner 
Schwester ergaben, dass der Beschuldigte im fraglichen Zeitraum keine Container 
von der Schweiz aus verschickt hatte. Seine Erklärung dazu, er habe die Exporte in 
der Schweiz nicht angemeldet, sondern die Sachen einfach so nach Afrika ver-
schickt (pag. 523 Z. 61), überzeugt wenig. Und schliesslich ist auch nicht davon 
auszugehen, dass der Beschuldigte die Ware von Spanien aus nach Afrika ver-
schickte, zumal es dafür eines Lagers in der Schweiz und eines nachvollziehbaren 
Transports nach Spanien benötigt hätte. Solches erwähnte der Beschuldigte in kei-
ner seiner Einvernahmen. Mit der Vorinstanz sind die angeblichen Exporte des Be-

19

schuldigten auch nach Überzeugung der Kammer als reine Schutzbehauptungen 
zur Verbergung seiner wahren Tätigkeit in der Schweiz zu qualifizieren.

Weitere Hinweise auf die Tätigkeit des Beschuldigten im Drogenhandel erblickte 
die Vorinstanz ferner in den Ergebnissen der rückwirkenden Teilnehmeridentifikati-
on. Sie führte dazu zutreffend aus, gemäss dieser habe der Beschuldigte häufig 
seine Rufnummer gewechselt und die Nummern jeweils auf Fake-Identitäten oder 
andere ausländische Staatsangehörige eingelöst. Es handle sich hierbei um be-
kannte Vorgehensweisen von Kriminaltouristen, insbesondere von Drogenhänd-
lern, um die Nachverfolgung von Kontakten zu erschweren bzw. gar zu verunmög-
lichen. Auch habe festgestellt werden können, dass zumindest eine der vier Ruf-
nummern unter dem Beschuldigten und D.________ ausgetauscht worden sei. Aus 
welchem Grund dieser Tausch erfolgt sei, habe der Beschuldigte trotz Nachfrage 
nicht plausibel erklären können. Ebenso wenig habe er nachvollziehbar begründen 
können, zu welchem Zweck er zwei Handys benötigt habe; seine Antwort sei ge-
wesen, dass er keine Anrufe aus Afrika verpassen wolle (pag. 1107, S. 37 der erst-
instanzlichen Urteilsbegründung).

Dass der Beschuldigte nicht erklären konnte, wieso er und D.________ mindestens 
eine Rufnummer untereinander ausgetauscht hatten, erstaunt nicht nur vor dem 
Hintergrund, dass es sich dabei um eine sehr simple Frage handelte, sondern auch 
deshalb, weil – wie bereits ausgeführt – beide Beteiligten im Rahmen ihrer Einver-
nahmen jeweils bestritten, den jeweils anderen überhaupt gekannt zu haben, ge-
schweige denn befreundet gewesen zu sein. Die Erklärung des Beschuldigten, wo-
nach er mehrere Telefone gebraucht habe, um keinen Anruf aus Afrika zu verpas-
sen, muss entgegen der Ansicht der Verteidigung (vgl. pag. 1328) schlicht als le-
bensfremd abgetan werden. Damit lässt sich nämlich keineswegs erklären, wieso 
die Rufnummern jeweils an unterschiedlichen Tagen eingelöst wurden. Hätte der 
Beschuldigte tatsächlich keinen Anruf aus Afrika verpassen wollen, hätte dies auch 
bedingt, dass sämtliche Nummern zur gleichen Zeit in Betrieb genommen worden 
wären, was nicht der Fall war (pag. 278; vgl. dazu auch die Ausführungen in 
Ziff. 8.2 hiervor). Zudem lässt sich mit der Erklärung des Beschuldigten auch kaum 
in Einklang bringen, dass die Rufnummern gemäss der rückwirkenden Teilnehme-
ridentifikation nur für kurze Zeit in Gebrauch und überdies auf wildfremde Namen 
eingelöst waren. Hinzu kommt, dass die Rufnummer ________ erst im einen Tele-
fon von D.________ und dann ins andere eingesetzt wurde. Vorab war die Num-
mer jedoch auch noch in zwei weiteren Telefonen eingelegt worden, was ebenfalls 
einer bekannten Vorgehensweise im Drogenhandel entspricht. Diese Umstände 
dürfen somit als weiteres Indiz dafür gewertet werden, dass der Beschuldigte im 
Drogenhandel tätig war.

Gestützt auf die vorangehenden Erwägungen ergeben die objektiven Beweismittel 
auch für die Kammer im Ergebnis ein schlüssiges Gesamtbild. Wie die Vorinstanz 
zu Recht festhielt, vermögen daran weder die im Vor- bzw. Hauptverfahren ge-
machten noch die oberinstanzlichen Aussagen des Beschuldigten etwas zu än-
dern. Diesbezüglich kann auf die Ausführungen in der erstinstanzlichen Urteilsbe-
gründung (pag. 1107 f., S. 37 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung) sowie die 
Vorbemerkungen unter Ziff. 8.3. hiervor verwiesen werden. Mit der Generalstaats-

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anwaltschaft erweisen sich die Aussagen des Beschuldigten auch für die Kammer 
insgesamt als wenig überzeugend, vage und widersprüchlich, mithin unglaubhaft 
(vgl. pag. 1331 sowie pag. 1332).

Die Kammer erachtet gestützt auf diese Ausführungen als beweismässig erstellt, 
dass der Beschuldigte während seines Aufenthaltes in der Schweiz dem illegalen 
Handel mit Betäubungsmitteln wie in Ziff. 1.1 der Anklageschrift umschrieben 
nachging.

8.4.1.3 Vorwurf gemäss Ziff. 1.2 der Anklageschrift

Mit Ziff. 1.2 der Anklageschrift wird dem Beschuldigten sodann das Anstalten tref-
fen zur Weiterveräusserung von 886,4 Gramm Kokaingemisch vorgeworfen. Dazu 
kann vorab auf die ausführlichen, nachvollziehbaren und schlüssigen Ausführun-
gen der Vorinstanz verwiesen werden (pag. 1108 f., S. 38 f. der erstinstanzlichen 
Urteilsbegründung). Sie hielt zutreffend fest, der Beschuldigte habe bereits in der 
ersten Einvernahme gestanden, das anlässlich der Haudurchsuchung vom 25. Juni 
2019 sichergestellte Kokain von einem «S.________» entgegengenommen zu ha-
ben, um es vorübergehend aufzubewahren. Oberinstanzlich hielt der Beschuldigte 
an dieser Version fest, indem er ausführte, eine Person namens «S.________» 
habe ihn gefragt, ein Paket bei jemandem abzuholen und es für ihn dann aufzube-
wahren. Er habe nicht gewusst, was damit machen, weshalb er es [die Drogen] 
dort [in die Weinkiste] im Zimmer hingetan habe (pag. 1323 Z. 13 ff.). Es [die ihm 
überreichte Ware] sei nicht das gewesen, was er erwartet gehabt habe (pag. 1323 
Z. 19 f.). Der Beschuldigte stellte damit im Berufungsverfahren nach wie vor in Ab-
rede, die Drogen zwecks Weiterveräusserung bei sich aufbewahrt zu haben. Mit 
der Vorinstanz erweist sich seine Begründung, die Drogen lediglich aufbewahrt zu 
haben, auch für die Kammer als reine Schutzbehauptung. In erster Linie spricht – 
wie von der Vorinstanz zu Recht festgehalten – gegen diese Version, dass vom 
Beschuldigten ein Fingerabdruck auf einem (ungeöffneten) Fingerling gefunden 
werden konnte, was beweist, dass der Beschuldigte die Fingerlinge nicht nur auf-
bewahrte (vgl. pag. 205). Eine nachvollziehbare Erklärung dafür, wie der Fingerab-
druck auf die innenliegende Folie gelangen konnte, konnte der Beschuldigte zu 
keiner Zeit liefern. Gegen ein blosses Aufbewahren spricht denn auch, dass der 
Beschuldigte die Fingerlinge gemäss eigenen Angaben in Socken verpackte. An 
der oberinstanzlichen Einvernahme führte er dazu aus, er habe dies getan, weil er 
sich in einem «state of shock» befunden habe und nichts anderes zu tun gewusst 
habe, als das (pag. 1323 Z. 19 f.). Auf konkretere Nachfrage hin, wieso er die Fin-
gerlinge nicht gleichmässig auf die Socken verteilt habe, wollte er sich nicht erin-
nern, wie das dort genau war und konnte somit keine plausible Antwort liefern. Für 
die Kammer deutet jedoch genau dieser Umstand darauf hin, dass der Beschuldig-
te beabsichtigte, die erhaltenen Drogen weiterzuveräussern; anders lässt sich die 
penible Aufteilung in die Socken – 27 Fingerlinge, sechs Fingerlinge und ein Fall-
schirm sowie 38 Fingerlinge in je einem Socken (pag. 216 ff.) – denn auch kaum 
erklären. Überhaupt wäre naheliegender gewesen, dass der Beschuldigte – hätte 
er sich denn tatsächlich in einem «state of shock» befunden – die Drogen einfach 
im Paket belassen und versucht hätte, sie so schnell wie möglich wieder loszuwer-
den. Zu Letzterem betonte die Vorinstanz zu Recht, es sei widersprüchlich, wenn 

21

der Beschuldigte ausführe, er habe keine Möglichkeit gehabt, «S.________» zu 
kontaktieren, um das Kokain wieder loszuwerden (vgl. pag. 1109, S. 39 der erstin-
stanzlichen Urteilsbegründung). Dass der Beschuldigte nicht im Besitz der Ruf-
nummer von «S.________» war, erweist sich schlicht als wahrheitswidrig, zumal er 
selbst wiederholt ausgesagt hatte, von diesem kontaktiert worden zu sein (pag. 477 
Z. 17 ff., pag. 493 f., pag. 179 ff., pag. 503 Z. 250 f.; vgl. auch Ziff. 8.3 hiervor). 
Auch der spätere Vorwand, wonach «S.________» das Telefon nicht abgenommen 
habe (pag. 541 Z. 247 ff.), erscheint vor dem Hintergrund, dass dieser ihm eben 
erst rund ein Kilogramm Kokain zur Aufbewahrung überreicht hatte, unlogisch und 
schlicht absurd.

Die Kammer folgt sodann der vorinstanzlichen Haltung, wonach auch die Buchhal-
tungen, die auf dem Handy des Beschuldigten gefunden werden konnten, und die 
anlässlich der Hausdurchsuchung gefundenen Utensilien wie das Verpackungsma-
terial sowie eine Waage nicht anders denn als weitere Indizien für die Veräusse-
rungsabsicht gewertet werden können. D.________ gab immerhin zu, eine kleine 
Menge an Drogen selbst gestreckt zu haben (pag. 430 Z. 43 ff.). 

Gestützt auf diese Ausführungen ist der Schluss der Vorinstanz, wonach das Be-
weisergebnis gemäss Ziff. 1.2 der Anklageschrift als erwiesen zu erachten sei, 
nicht zu beanstanden. Der Beschuldigte traf hinsichtlich der aufgefundenen Menge 
Kokaingemischs, mithin 886,4 Gramm (vgl. dazu nachfolgende Ziff. 8.4.1.3), An-
stalten zur Veräusserung.

8.4.1.3 Drogenmenge und Reinheitsgrad

Was die Drogenmenge und den Reinheitsgrad anbelangt, kann den Schlussfolge-
rungen der Vorinstanz nicht gänzlich gefolgt werden. Konkret ging sie zu Gunsten 
des Beschuldigten davon aus, dass dieser mit EUR 4'000.00 in die Schweiz ein-
reiste und zog diesen Betrag vom Gesamtdeliktsbetrag (CHF 14'143.21, vgl. 
Ziff. 8.2 hiervor) ab mit der Begründung, es könne nicht davon ausgegangen wer-
den, dass es sich dabei um Geld deliktischen Ursprungs handle. Dasselbe gelte 
sodann in Bezug auf die Beträge, die dem Beschuldigten während seines Aufent-
haltes in der Schweiz zugegangen seien, insgesamt also CHF 1'547.00; auch diese 
seien von der Gesamtsumme in Abzug zu bringen. In Bezug auf D.________ führte 
die Vorinstanz aus, dieser habe insgesamt CHF 32'187.72 überwiesen bzw. ge-
wechselt (vgl. ebenfalls Ziff. 8.2 hiervor), wovon zu seinen Gunsten Einkünfte von 
CHF 1'800.00 und EUR 800.00 sowie Überweisungen von insgesamt 
CHF 2'397.00 abzuziehen seien (pag. 1113 ff., S. 43 ff. der erstinstanzlichen Ur-
teilsbegründung). Die Gesamtdeliktssumme gemäss Vorinstanz beträgt demnach 
CHF 35'401.56.

Nach Auffassung der Kammer hätten die von der Vorinstanz abgezogenen Beträge 
ebenso zum Gesamtdeliktsbetrag hinzugezählt werden können, zumal weder der 
Beschuldigte noch D.________ eine (plausible) Einkommensquelle aufzuzeigen 
vermochten, mit welcher sie auf legalem Weg ihren Lebensunterhalt mit (aufwändi-
gen) Aufenthalten in Spanien (inkl. Mietwohnung), Nigeria und der Schweiz auch 
nur ansatzweise hätten bestreiten können. Hinzu kommen beim Beschuldigten Un-
terhalts- und Unterstützungsbeiträge, die er offenbar zu Gunsten seiner vier Kinder 

22

und anderer Familienmitglieder geleistet haben bzw. nach wie vor leisten will 
(pag. 1325 Z. 18 ff.). Vor diesem Hintergrund wäre der Schluss, dass auch diese 
(in Abzug gebrachten) Beträge auf dem Kokainhandel fussten und somit die ge-
samte Summe als Gelder deliktischen Ursprungs zu qualifizieren gewesen wäre, 
zumindest nicht unhaltbar gewesen. Die Abzüge erfolgten im Ergebnis jedenfalls 
nicht zu Ungunsten des Beschuldigten (und D.________). 

Zur detaillierten Berechnung hielt die Vorinstanz fest, was folgt (pag. 1114, S. 44 
der erstinstanzlichen Urteilsbegründung):

Der Polizei zufolge gibt es von diesen Geldbeträgen ausgehend nun zwei verschiedene Arten von 
Rückrechnungen: Entweder geht man davon aus, dass der errechnete Betrag den Gewinn aus dem 
Drogenhandel darstellt, oder, dass das Geld in den Drogenhandel reinvestiert wird. Dabei ist zu 
beachten, dass bei Variante 1 eine wesentlich grössere Menge resultiert als bei Variante 2. 
Unabhängig von der Rückrechnungsmethode ist zu Gunsten der Beschuldigten der tiefste 
Reinheitsgrad (59%) anzunehmen. Anders als die Staatsanwaltschaft ist das Gericht der Auffassung, 
dass nicht einfach auf die Variante 1 abgestellt werden kann, bei welcher eine Menge von rund 5 kg 
resultieren würde, sondern die Rückrechnung detailliert zu erfolgen hat: Konkret sind die Beträge, 
welche ins Ausland überwiesen wurden, als Reingewinn zu betrachten; dieses Geld wurde – 
zumindest in der Schweiz – nicht für die Reinvestition für Drogenkäufe verwendet. Soweit die Beträge 
der Geldwechsel betreffend, kann hingegen nicht ausgeschlossen werden, dass diese wieder für den 
Kauf von Drogen investiert wurden. Somit ist in Bezug auf CHF 22'540.00 die Ankauf-Methode 
anzuwenden.

Wie der nachfolgenden Darstellung zu entnehmen ist, ergibt diese "gemischte" 
Rückrechnungsmethode in Bezug auf Ziff. 1.1. der Anklageschrift eine umgesetzte Drogenmenge von 
insgesamt 1'201.76 g reinem Kokain. Bei Ziff. 1.2. entspricht die massgebende Drogenmenge der bei 
den Beschuldigten aufgefundenen Menge 607.8 g reinem Kokain. Die Gesamtmenge an reinem 
Kokain beträgt somit 1'809.56 g.

Da – wie bereits eben erwähnt – keinerlei Anhaltspunkte dafür bestehen, dass der 
Beschuldigte oder D.________ ihr Einkommen aus einer legalen Tätigkeit generier-
ten, hätte nach Auffassung der Kammer auch kein Raum dafür bestanden, die Be-
träge prozentual in «Geldwechsel» und «Überweisungen» aufzuteilen, zumal auch 
die reinvestierten Erträge aus dem Kauf und Verkauf von Kokain stammten. Da die 
Kammer aufgrund des Verschlechterungsverbots indessen an die im vorinstanzli-
chen Dispositiv bestimmte Drogenmenge gebunden ist (vgl. Ziff. 5 hiervor), sind die 
von der Vorinstanz errechneten Beträge und Mengen zu bestätigen. Insgesamt re-
sultiert aufgrund der Rückrechnung gestützt auf die getätigten Geldwechsel und 
Geldüberweisungen somit eine Menge von rund 2'036 Gramm Kokaingemischs, 
die vom Beschuldigten sowie D.________ verkauft wurde. Unter Annahme des von 
der Vorinstanz angewendeten und nicht zu beanstandenden Reinheitsgrades von 
59% resultiert eine Menge von insgesamt rund 1'200 Gramm reinen Kokains. 

Hinzu kommen 668,4 Gramm Kokaingemisch bzw. 607,8 Gramm reines Kokain, 
welches anlässlich der Hausdurchsuchung vom 25. Juni 2019 beim Beschuldigten 
und D.________ sichergestellt werden konnte (pag. 204). Dazu machte die Vertei-
digung im oberinstanzlichen Verfahren geltend, das Bundesgericht habe in seinem 
Urteil 6B_632/2019 vom 20. August 2019 festgehalten, der Richter habe sich am 

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unteren Rand der Toleranz zu orientieren, wenn in der Analyse des Reinheitsgra-
des der sichergestellten Drogen eine Fehlertoleranz angegeben werde. Dies habe 
die Vorinstanz nicht getan. Vorliegend sei von einer Kokainmenge von 568 Gramm 
Kokaingemisch auszugehen, wovon noch 11 Gramm abzuziehen seien, da 
D.________ bei diesen angegeben habe, sie würden ihm gehören. Der Beschuldig-
te habe somit unter Berücksichtigung der Fehlertoleranz eine Menge von maximal 
562,4 Gramm reinen Kokains besessen (pag. 1328). 

Das anlässlich der Hausdurchsuchung vom 25. Juni 2019 sichergestellte Kokain 
wies gemäss Laboranalyse eine mögliche Abweichung von 4 bzw. 4,5% auf 
(pag. 259). Umstritten ist diesbezüglich, ob in Anwendung des Grundsatzes in du-
bio pro reo diese Abweichung mit einem Abzug von 4 bzw. 4,5% zu berücksichti-
gen wäre. Ein solcher Abzug wurde im von der Verteidigung erwähnten Urteil vom 
20. August 2019 (E. 1.2.1 und 1.3) vorgenommen, da sich die fragliche Menge ge-
nau an der Grenze zur qualifizierten Menge gemäss Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG be-
fand und der Abzug damit eine direkte Auswirkung auf die rechtliche Würdigung 
des Sachverhalts hatte. Für den vorliegenden Fall kann dieser Entscheid jedoch 
nicht herangezogen werden, zumal die hier zu beurteilende Menge weit über der 
Grenze zur mengenmässigen Qualifikation von 18 Gramm reinen Kokains liegt. Im 
Unterschied zum zitierten Urteil ist ein Abzug der möglichen Abweichung demnach 
nicht angezeigt. Im Übrigen handelt es sich bei den vom Labor analysierten Werten 
um eine objektive Rechnung, die nicht von einem individuellen Abbau abhängig ist, 
wie es beispielsweise bei einer Blutalkoholauswertung bei einem Fahrzeuglenker 
der Fall sein kann. Zudem sind dem Beschuldigten auch jene 11 Gramm Kokain-
gemisch anzurechnen, die D.________ gehörten. Wie sich nachfolgend noch zei-
gen wird, sind bei Bandenmässigkeit die jeweiligen Handlungen bzw. der jeweilige 
Besitz auch dem andern anzurechnen (vgl. dazu die Ausführungen unter 
Ziff. 8.4.1.5 hiernach).

Alles in allem haben der Beschuldigte und D.________ somit 1'807,8 Gramm rei-
nes Kokain besessen und verkauft bzw. Anstalten zum Verkauf getroffen. 

8.4.1.5 Zum Zusammenwirken des Beschuldigten und D.________

Die vorinstanzlichen Ausführungen zum Zusammenwirken des Beschuldigten und 
D.________ finden sich ab pag. 1115 ff. bzw. S. 45 ff. der erstinstanzlichen Urteils-
begründung. 

Die Vorinstanz legte in ihrer Urteilsbegründung vorab ausführlich und zutreffend 
dar, der Beschuldigte habe von Anfang an angegeben, D.________ schon lange zu 
kennen, während Letzterer sein tatsächliches Verhältnis zum Beschuldigten nicht 
offenlegen wollte. Anfänglich habe D.________ behauptet, den Beschuldigten nicht 
bzw. nur flüchtig zu kennen. Er habe sich in der Wohnung befunden, als er selbst 
aus dem Ausland zurück in die Schweiz gekommen sei. Später habe er dann er-
klärt, er habe dem anderen Mann [dem Beschuldigten] die Wohnung übergeben, 
damit diese für ihn selbst reserviert bleibe. Anlässlich der Hafteinvernahme habe 
D.________ angegeben, den Beschuldigten von der Strasse her zu kennen; dies 
sei aber bereits vor seiner letzten Reise nach Nigeria gewesen. Später wollte 
D.________ den Beschuldigten plötzlich aus Spanien und der Schweiz gekannt 

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haben. Und schliesslich habe er angegeben, den Beschuldigten in der Schweiz 
wiedererkannt zu haben; der Beschuldigte habe in R.________ gewohnt und er 
[D.________] in V.________, wobei er jeweils nach R.________ gegangen sei 
(pag. 1115 f., S. 45 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Oberinstanzlich gab 
D.________ erneut zu Protokoll, den Beschuldigten nicht aus Nigeria, sondern aus 
R.________ zu kennen (pag. 1317 Z. 13 ff.). Mit der Vorinstanz sind die wider-
sprüchlichen und ständig geänderten Aussagen von D.________ auch für die 
Kammer unglaubhaft; es kann auf die Ausführungen unter Ziff. 8.3. hiervor verwie-
sen werden. Vor dem Hintergrund, dass der Beschuldigte und D.________ aus 
dem gleichen Dorf in Nigeria stammen und in E.________ zudem gemeinsam ein 
Zimmer bewohnten, sind die widersprüchlichen und zurückhaltenden Aussagen 
beider ein gewichtiges Indiz dafür, dass sie beim Verkauf von Kokain zusammen-
wirkten.

Die Vorinstanz führte weiter zusammengefasst aus, dass sowohl beim Beschuldig-
ten wie auch bei D.________ Verbindungen zu Personen bestanden hätten, die im 
Drogenhandel tätig seien, so etwa zu W.________, X.________ und Y.________. 
Alle erwähnten Personen würden wie der Beschuldigte und D.________ aus dem-
selben Dorf in Nigeria bzw. aus Spanien stammen. Dass es sich dabei um einen 
reinen Zufall handle, sei äusserst unwahrscheinlich (pag. 1116, S. 46 der erstin-
stanzlichen Urteilsbegründung). Auch für die Kammer sind diese Verflechtungen al-
les andere als zufällig. Insbesondere ist in diesem Zusammenhang auf das äus-
serst unglaubhafte Aussageverhalten von D.________ betreffend X.________ hin-
zuweisen. Anlässlich seiner Einvernahme vom 25. Juni 2019 sowie vom 19. Sep-
tember 2019 wollte er X.________ nicht kennen (pag. 390 Z. 187 f. und pag. 414 
Z. 437 ff.). Rund einen Monat später sagte er erst aus, er kenne X.________ nicht 
(pag. 432 Z. 139), um schliesslich auszuführen, er hätte ihn kennenlernen sollen, 
es sei um eine Wohnung gegangen (pag. 432 Z. 145 ff.). Etwas später korrigierte 
D.________ seine Aussagen dahingehend, dass er X.________ persönlich kenne, 
aber nicht mit ihm in Verbindung gebracht habe werden wollen (pag. 433 Z. 173 
ff.). Am 4. Dezember 2019 brachte D.________ schliesslich vor, geschäftlich mit 
X.________ in Verbindung gestanden zu haben; es sei um Getränke gegangen 
(pag. 471 Z. 129 ff.). Fakt ist, dass D.________ X.________ an dem Tag, als die-
ser angehalten wurde und im Rahmen dieser Anhaltung Kokain sichergestellt wer-
den konnte, besuchen wollte und sofort kehrtmachte, als er die polizeiliche Inter-
vention bei X.________ bemerkte (vgl. pag. 203). Gestützt darauf und in Anbe-
tracht dessen, dass D.________ seine Bekanntschaft mit X.________ nur zögerlich 
preisgeben wollte, ist nicht davon auszugehen, dass die beiden lediglich wegen 
Getränken oder einer Wohnung in Kontakt standen (vgl. dazu auch die unglaubhaf-
ten Aussagen anlässlich der oberinstanzlichen Verhandlung, pag. 1318 f. Z. 36 ff.). 
Andernfalls hätte weder Grund dazu bestanden, X.________ als Unbekannten dar-
zustellen, noch vor der polizeilichen Intervention zu flüchten. 

Für ein Zusammenwirken spricht auch die gemeinsame Verbindung des Beschul-
digten und D.________ zu Z.________ (vgl. dazu vorab die Ausführungen der Vor-
instanz gemäss pag. 1116, S. 46 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). An der 
oberinstanzlichen Verhandlung auf diesen angesprochen führte D.________ aus, 
Z.________ habe für ihn ein Flugticket gekauft und er habe ihm das Geld überwie-

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sen (pag. 1319 Z. 33 ff.). Auf Nachfrage, wieso er sein Flugticket nicht selber ge-
kauft habe, gab D.________ an, dies sei sein [Z.________] Geschäft. Wenn man 
ihn nicht berücksichtige, bedeute dies, dass man ihn nicht möge und ihn übergehe. 
Es sei das, was er [Z.________] mache und jeder, der ein Flugticket benötige, rufe 
ihn an und sage ihm, er brauche ein Ticket (pag. 1319 Z. 38 ff.). Der Beschuldigte 
demgegenüber gab an, Z.________ sei ebenfalls im Import und Export tätig; dies 
sei jedenfalls das, wovon er wisse (pag. 1324 Z. 9 f.). Dass es sich bei diesen – 
sich widersprechenden Versionen – um reine Schutzbehauptungen handelt, liegt 
auf der Hand. Aktenkundig ist nämlich, dass Z.________ in der Schweiz mit knapp 
CHF 15'000.00 Bargeld (EUR 14'730.00 [in der Tasche einer in seinem Rucksack 
zusammengerollten Jeans] und CHF 1'118.20 [in seinem Portemonnaie], pag. 322) 
angehalten wurde, was zumindest nicht für den Verkauf von Flugtickets spricht. Er 
selber gab am Tag seiner Anhaltung an, seine Arbeit bestehe darin, Autos zu kau-
fen (pag. 323). Da Z.________ aber ebenfalls zu Protokoll gab, noch nie mit Kokain 
in Berührung gekommen zu sein, die durchgeführten Tests an Händen, Stirn und 
Fusssohlen allerdings ein positives Resultat auf Kokain anzeigten (pag. 322), ist 
auch seinerseits von reinen Schutzbehauptungen auszugehen und anzunehmen, 
dass er ebenfalls im Drogenhandel tätig war.

Von gewichtiger Bedeutung ist schliesslich, dass sowohl der Beschuldigte als auch 
D.________ Kontakt zu einer Person namens L.________ pflegten bzw. (hohe) 
Geldüberweisungen an sie tätigten. Zwar stellt dieser Umstand alleine – wie von 
der Verteidigung zu Recht angetönt – nicht das alles entscheidende Indiz für ein 
Zusammenwirken des Beschuldigten und D.________ dar, darf gleichzeitig aber 
auch nicht unerwähnt bleiben. Denn insbesondere der Beschuldigte wollte sich per 
se nicht den (einfachen) Fragen zu L.________ stellen, sondern wurde wütend 
oder frech, wenn man ihn darauf ansprach (vgl. bspw. pag. 552 Z. 130 ff. oder 
pag. 1325 Z. 15 f.). Die Generalstaatsanwaltschaft führte dazu und mit Verweis auf 
das Urteil des Bundesgerichts 6B_1009/2017 vom 26. April 2017 E. 1.4.2 aus, an-
gesichts der belastenden Beweislage hätte seitens des Beschuldigten eine Er-
klärung zu L.________ erwartet werden dürfen. Dass dies nicht der Fall gewesen 
sei, dürfe – trotz Aussageverweigerungsrechts des Beschuldigten – mitberücksich-
tigt werden (pag. 1332). Diese Auffassung teilt die Kammer. Gemäss den Aussa-
gen des Beschuldigten handelt es sich bei L.________ um ein Familienmitglied 
(pag. 1325 Z. 15). Vor diesem Hintergrund leuchtet nicht ein, wieso der Beschuldig-
te während des gesamten Verfahrens keine Angaben zu ihr machen wollte. 

Die Verteidigung ihrerseits machte im Rahmen des oberinstanzlichen Plädoyers 
geltend, L.________ bzw. die an sie getätigten Überweisungen könnten nicht als 
Beweis für das Vorliegen einer organisierten Bande herangezogen werden, weil 
der Beschuldigte auch aus dem Gefängnis heraus noch Überweisungen an sie 
getätigt habe, was untermaure, dass sie nichts mit dem Drogenhandel zu tun habe 
(pag. 1328). Es trifft zwar zu, dass der Beschuldigte auch aus dem Gefängnis her-
aus noch Geld an L.________ überwies, was die von ihm bzw. seiner Verteidigung 
an der oberinstanzlichen Verhandlung eingereichten Unterlagen auch beweisen 
(vgl. pag. 1289 ff.). Gleichzeitig ist aber auch festzustellen, dass der Beschuldigte 
vor seiner Inhaftierung am 25. Juni 2019 merklich höhere Beträge an L.________ 
überwies, als dies während seiner Zeit im Gefängnis der Fall war, was zumindest 

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auffällig erscheint. Aus den Überweisungen an L.________ aus dem Gefängnis 
heraus kann der Beschuldigte deshalb nichts zu seinen Gunsten ableiten. Dass 
zudem auch D.________ Geld an L.________ überwies, kann kein Zufall sein. 
Oberinstanzlich behauptete D.________ auf Frage, wieso er L.________ Geld 
überwiesen habe erst, er habe ihr nie Geld überwiesen. Auf Vorhalt eines Auszugs 
der von ihm getätigten Überweisungen, worunter sich auch eine Überweisung in 
der Höhe von CHF 1'500.00 an L.________ befand, führte er aus, er erinnere sich, 
der Beschuldigte habe ihm gesagt, er solle dieses Geld seiner Schwester schicken 
(pag. 1320 Z. 26 ff.). Vor dem Hintergrund, dass sich D.________ und der Be-
schuldigte – zumindest aus Sicht des Ersteren – nicht gekannt haben wollen, er-
weist sich diese Erklärung als absolut unglaubhaft, ist doch kaum anzunehmen, 
dass D.________ einfach so der Schwester eines Fremden CHF 1'500.00 über-
wiesen hätte. 

Insgesamt kann festgehalten werden, dass sich das Zusammenwirken des Be-
schuldigten und D.________ aus der Vielzahl der obgenannten Verflechtungen er-
gibt. Hinzu kommt, dass anlässlich der Hausdurchsuchung in deren gemeinsamem 
Zimmer eine nicht unerhebliche Menge an Kokain gefunden werden konnte. Dass 
sodann beide anfangs Juni 2019 vom selben Benutzer per WhatsApp eine Will-
kommens-Nachricht erhielten («Wlc bck»; der Beschuldigte am 1. Juni 2019 und 
D.________ am 11. Juni 2019, vgl. pag. 250 und pag. 266), sie ihre SIM-Karten un-
tereinander austauschten, die Erträge gemäss Drogenbuchhaltung im Verhältnis 
40:60 aufgeteilt wurden und sowohl der Beschuldigte als auch D.________ von ei-
ner Person namens «S.________» Kokain erhalten haben wollen (vgl. die Aus-
führungen in Ziff. 8.3 hiervor betreffend den Beschuldigten; pag. 389 Z. 113 ff. und 
pag. 430 f. Z. 29 ff. betreffend D.________), rundet das Gesamtbild ab. Mit der 
Vorinstanz ist als erwiesen zu erachten, dass der Beschuldigte und D.________ 
bei gemeinsamer Anwesenheit in der Schweiz betreffend den Kokainhandel zu-
sammenwirkten. Gestützt auf die Aussagen des Beschuldigten und D.________, 
wonach der Beschuldigte in der Wohnung geblieben sei, als D.________ abgereist 
sei (pag. 550 Z. 53 ff.) bzw. D.________ dem Beschuldigten gesagt habe, er solle 
in der Wohnung bleiben, damit diese bei seiner Rückkehr wieder zur Verfügung 
stehe (pag. 17 Z. 50 ff.) hat auch als erstellt zu gelten, dass der jeweils in der 
Schweiz Anwesende den Handel mit Kokain auch stellvertretend für den Abwesen-
den betrieb. Dafür spricht, wie bereits hiervor erwähnt, auch die Akzeptanz des Ur-
teils durch D.________.

8.4.1.5 Zum Zweck des Kokainhandels

Was den Zweck des Kokainhandels anbelangt, kann integral auf die korrekten Aus-
führungen der Vorinstanz verwiesen werden (pag. 1117, S. 47 der erstinstanzlichen 
Urteilsbegründung). Dass der Beschuldigte sich mit dem Handel von Drogen sei-
nen Lebensunterhalt und jenen seiner Familie(n) im Ausland finanzieren wollte, hat 
als erstellt zu gelten, hätte mit dem Export von Gebrauchtwaren – wenn überhaupt 
– doch nur ein bescheidenes Einkommen erzielt werden können (vgl. Ziff. 8.4.1.3 
hiervor).

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8.4.2 Geldwäscherei

Was Anklagepunkt Ziff. 2 anbelangt kann einerseits vollumfänglich auf die Aus-
führungen der Vorinstanz und andererseits auf jene unter vorangehender Ziff. 8.4.1 
zum Drogenhandel verwiesen werden (vgl. pag. 1117 f., S. 47 f. der erstinstanzli-
chen Urteilsbegründung). Zur Geldwäscherei brachte die Verteidigung anlässlich 
der oberinstanzlichen Verhandlung (einzig) vor, es sei nicht abwegig, mit 
EUR 4'000.00 einzureisen und davon 18 Monate zu leben (pag. 1328 f.). Dem ist 
vorab entgegenzuhalten, dass der Beschuldigte gemäss eigenen Aussagen zwar 
keine Miete für seinen Aufenthalt an der F.________ in E.________ bezahlt haben 
will (pag. 479 Z. 152 ff.), ein monatliches Budget von knapp EUR 220.00 aber den-
noch nicht realistisch ist, um in der Schweiz leben zu können. Die EUR 4’000.00 
wurden dem Beschuldigten zudem auch gar nicht angelastet: Die Vorinstanz be-
zweifelte in ihrer Urteilsbegründung zwar (berechtigterweise), dass der Beschuldig-
te mit EUR 4'000.00 in die Schweiz eingereist sei, nur um kurze Zeit später wieder 
einen Teil davon nach Nigeria zurückzuschicken, zog den Betrag aber dennoch zu 
seinen Gunsten von der Gesamtsumme ab (vgl. pag. 1113, S. 43 der erstinstanzli-
chen Urteilsbegründung und Ziff. 8.4.1.3 hiervor).

Es hat gestützt auf die objektiven und subjektiven Beweismittel als erwiesen zu gel-
ten, dass der Beschuldigte gemeinsam mit D.________ sein Einkommen aus dem 
Drogenhandel generierte und im Anschluss jeweils kleinere Beträge an verschie-
dene Empfänger ins Ausland überwies. Was die Gesamtsumme anbelangt, kann 
auf die erstinstanzliche Urteilsbegründung sowie Ziff. 8.4.1.3 hiervor verwiesen 
werden (pag. 1113 f., S. 43 f. f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung i.V.m. der 
Übersicht gemäss pag. 1115, S. 45 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Die 
Gesamtsumme beläuft sich auf rund CHF 35'400.00. 

8.4.3 Widerhandlungen gegen das Ausländer- und Integrationsgesetz

In Bezug auf diesen Anklagepunkt verweist die Kammer integral auf die detaillier-
ten und zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz (vgl. pag. 1118, S. 48 der erstin-
stanzlichen Urteilsbegründung). Die von der Verteidigung anlässlich der oberin-
stanzlichen Verhandlung vorgebrachten Einwände, die Anklageschrift halte nicht 
fest, wann der Beschuldigte in die Schweiz eingereist und wann er wieder ausge-
reist sei, in welchem Umfang Art. 115 Abs. 1 AIG somit verletzt sei und dass die 
Vorinstanz ohne jeglichen Beweis davon ausgehe, der Beschuldigte sei am 1. Ja-
nuar 2019 in die Schweiz gekommen, treffen nicht zu (vgl. pag. 1325). Die Ankla-
geschrift vom 23. Januar 2020 wirft dem Beschuldigten vor, er habe sich vom 
1. Januar 2019 bis am 15. März 2019 und vom 28. Mai 2019 bis am 25. Juni 2019 
in der Schweiz aufgehalten (pag. 819), woraus sich die mit Blick auf die rechtliche 
Würdigung relevante Aufenthaltsdauer ergibt. Wie die Vorinstanz zutreffend fest-
hielt, konnten die angeklagten Zeitfenster anhand der Akten denn auch wie folgt 
verifiziert werden (pag. 1118, S. 48 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung):

Gemäss den Auskünften der Geldüberweisungsinstitute hat der Beschuldigte 1 am 07.01.2019, 
29.01.2019, 21.02.2019 sowie am 26.02.2019 von der Schweiz aus Geld ins Ausland verschickt 
(pag. 313). Hierfür muss sich der Beschuldigte 1 zweifellos in der Schweiz aufgehalten haben. Aus-
serdem konnte die Polizei auf dem Handy des Beschuldigten 1 eine Aufnahme desselben Weinkar-

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tons sichern, in welchen am 25.06.2019 der grosse Drogenfund gemacht wurde (pag. 254). Diese 
Aufnahme datiert auf den 15.03.2019, wobei der Beschuldigte 1 gegenüber der Staatsanwaltschaft 
bestätigte, sich zum Zeitpunkt dieser Aufnahme in der Schweiz befunden zu haben (pag. 557). Weiter 
konnten auf dem Mobiltelefon des Beschuldigten 1 mehrere Aufnahmen des Displays eines unbe-
kannten Telefons gesichert werden, auf welchen ein Flugticket für den Flug von R.________ nach 
Zürich für den 28.05.2019 zu sehen war. Die Aufnahmen wurden mit dem Mobiltelefon des Beschul-
digten 1 gemacht (pag. 241).

Vorliegend vermag die Tatsache, dass nicht explizit festgehalten wurde, wann der 
Beschuldigte ein- und ausgereist war, sondern vielmehr, wann er sich in der 
Schweiz aufgehalten hatte, das Anklageprinzip nicht zu verletzen. Die angeklagten 
Zeiträume decken sich wie erwähnt allesamt mit objektiven Beweismitteln in den 
Akten. Für die Kammer ist gestützt auf die Aussagen des Beschuldigten, anfangs 
2019 in der Schweiz gewesen zu sein, gestützt auf die von ihm vorgenommenen 
Geldüberweisungen, die Fotoaufnahme des Weinkartons am 15. März 2019 sowie 
das Flugticket von R.________ nach Zürich am 28. Mai 2019 erstellt, dass sich der 
Beschuldigte im angeklagten Zeitraum in der Schweiz aufhielt. 

Dem Beschuldigten war sodann bewusst, dass er sich über die bewilligungsfreie 
Zeit von 90 Tagen hinaus in der Schweiz aufhielt: Bemühungen seinerseits, einen 
legalen Status zu erwerben, waren zu keiner Zeit ersichtlich. Zudem kann ein Auf-
enthalt von mehr als drei Monaten in der Schweiz lediglich zum Zweck des Dro-
genhandels a priori nicht erlaubt sein, was auch dem Beschuldigten (als angebli-
chen Tourist) klar gewesen sein muss. Der Sachverhalt gemäss Ziff. 3 der Ankla-
geschrift vom 23. Januar 2020 ist erstellt.

III. Rechtliche Würdigung

9. Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz

9.1 Art. 19 Abs. 1 lit. c und lit. g i.V.m. Art. 19 Abs. 2 lit. a, b und c BetmG

Für die theoretischen Grundlagen zum objektiven und subjektiven Tatbestand von 
Art. 19 Abs. 1 lit. c und g sowie zur Qualifikation gemäss Art. 19 Abs. 2 lit. a, b und 
c BetmG kann auf die ausführlichen vorinstanzlichen Erwägungen verwiesen wer-
den (pag. 1119 ff., S. 49 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung).

9.2 Subsumtion

Auch für die Subsumtion kann vorab auf die zutreffenden Ausführungen in der vor-
instanzlichen Urteilsbegründung verwiesen werden (pag. 1120, S. 50 der erstin-
stanzlichen Urteilsbegründung). Das Beweisergebnis hat ergeben, dass der Be-
schuldigte in der Zeit vom 1. Januar 2018 bis am 25. Juni 2019 gemeinsam mit 
D.________ eine Menge von rund 2'036 Gramm Kokaingemisch bzw. rund 1’200 
Gramm reinen Kokains (Reinheitsgehalt von 59%) an unbekannte Abnehmer ver-
äusserte. Damit erfüllte er den objektiven Tatbestand von Art. 19 Abs. 1 lit. c 
BetmG. Objektiv ebenso erfüllt ist sodann Art. 19 Abs. 1 lit. g BetmG: Indem der 
Beschuldigte gemeinsam mit D.________ für eine Menge von 886,4 Gramm Ko-
kaingemisch, ausmachend 607,8 Gramm reinen Kokains, Anstalten zur Veräusse-
rung traf, erfüllte er auch diesen Tatbestand.

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Die subjektiven Tatbestandsmerkmale sind ebenfalls erfüllt. Der Beschuldigte han-
delte direktvorsätzlich, mithin mit Wissen und Willen.

Zur Qualifikation ist festzuhalten, dass die Gesamtmenge von insgesamt 1'807,8 
Gramm reinen Kokains den durch die bundesgerichtliche Rechtsprechung festge-
legten Grenzwert von 18 Gramm um das 100-fache überschreitet und damit ohne 
Weiteres die Anforderungen an die mengenmässige Qualifikation gemäss Art. 19 
Abs. 2 lit. a BetmG erfüllt. Gemäss dem als erwiesen erachteten Sachverhalt arbei-
teten der Beschuldigte und D.________ bei gemeinsamer Anwesenheit in 
E.________ betreffend Kokainhandel zusammen. Sodann betrieb der jeweils allei-
ne in der Schweiz Anwesende den Handel mit Kokain auch stellvertretend für den 
Abwesenden. Der Beschuldigte und D.________ handelten somit bandenmässig 
im Sinne von Art. 19 Abs. 2 lit. b BetmG. Ferner ergab die Beweiswürdigung, dass 
der Handel mit Kokain auch im Sinne eines Berufes ausgeübt wurde: Der Verkauf 
des Kokains stellte die Haupteinnahmequelle des Beschuldigten dar. Der Beschul-
digte erwirtschaftete gemeinsam mit D.________ rund CHF 34'500.00 und damit 
einen gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung erheblichen Gewinn (zur An-
rechnung des gesamten Umsatzes der Bande vgl. den von der Generalstaatsan-
waltschaft erwähnten Entscheid des Bundesgerichts 147 IV 167 vom 11. März 
2021 [pag. 1333]). Der Beschuldigte handelte dabei direktvorsätzlich, bestand doch 
das einzige Ziel darin, mit dem Handel von Kokain möglichst viel Geld verdienen zu 
können.

Rechtfertigungs- oder Schuldausschliessungsgründe sind vorliegend keine ersicht-
lich. Der Beschuldigte ist somit der Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittel-
gesetz, mengenmässig qualifiziert, gewerbs- und bandenmässig begangen durch 
Veräusserung einer Menge von rund 2'036 Gramm Kokaingemischs (Reinheitsgrad 
von 59 %, ausmachend rund 1'200 Gramm reines Kokain) in der Zeit vom 1. Janu-
ar 2018 bis am 25. Juni 2019 in E.________ sowie durch Anstalten treffen zur Ver-
äusserung von 886.4 Gramm Kokaingemischs (ausmachend 607.8 Gramm reines 
Kokain), begangen am 25. Juni 2019 in E.________, schuldig zu erklären.

10. Geldwäscherei

10.1 Art. 305bis Ziff. 1 und 2 lit. b StGB

Für die theoretischen Grundlagen zum Tatbestand der Geldwäscherei sowie zur 
Konkurrenz zu den Betäubungsmitteltatbeständen kann wiederum auf die korrekten 
vorinstanzlichen Ausführungen verwiesen werden (pag. 1123, S. 53 der erstin-
stanzlichen Urteilsbegründung).

10.2 Subsumtion

Im angeklagten Zeitraum wechselte der Beschuldigte bzw. D.________ gemäss 
Beweisergebnis Gelder in der Höhe von rund CHF 34'500.00 entweder in ausländi-
sche Währung und versandte diese ins Ausland oder überwies Gelder direkt an 
Personen im Ausland. Dadurch, dass es sich dabei um Vermögenswerte handelte, 
die aus dem Handel mit Kokain stammten und diese Handlungen zudem geeignet 
waren, die Herkunft, die Auffindung oder die Einziehung zu vereiteln, ist der objek-
tive Tatbestand der Geldwäscherei erfüllt. Der Beschuldigte handelte direktvorsätz-

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lich, mithin wissentlich und willentlich, womit er auch den subjektiven Tatbestand 
erfüllte.

Der Beschuldigte und D.________ handelten wiederum gemeinsam. Wie die Vor-
instanz zutreffend festhielt, kümmerten sich die beiden arbeitsteilig um den Geld-
fluss und halfen sich gegenseitig aus, indem D.________ (auch) für den Beschul-
digten Geldwechsel und Überweisungen tätigte (pag. 1124, S. 54 der erstinstanzli-
chen Urteilsbegründung). Der Beschuldigte handelte somit als Mitglied einer Bande 
und erfüllt die Qualifikation gemäss Art. 305bis Ziff. 2 lit. b StGB.

Rechtfertigungs- oder Schuldausschliessungsgründe sich keine ersichtlich.

Der Beschuldigte ist in Anwendung von Art. 305bis Ziff. 1 und 2 lit. b StGB der 
Geldwäscherei, begangen in der Zeit vom 1. Januar 2018 bis am 25. Juni 2019 in 
E.________ im Umfang von rund CHF 35'400.00, schuldig zu erklären.

11. Widerhandlungen gegen das Ausländer- und Integrationsgesetz

11.1 Art. 115 Abs. 1 lit. b AIG

Die Kammer schliesst sich hinsichtlich der theoretischen Grundlagen den zutref-
fenden Ausführungen in der vorinstanzlichen Urteilsbegründung an (vgl. pag. 1124, 
S. 54 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung).

11.2 Subsumtion

Gestützt auf das Beweisergebnis und wie von der Vorinstanz richtig erwogen, hielt 
sich der Beschuldigte ein erstes Mal vom 1. Januar 2019 bis am 15. März 2019 in 
der Schweiz auf, mithin 74 Tage. Am 28. Mai 2019 reiste der Beschuldigte via 
Flugzeug von R.________ nach Zürich. Am 25. Juni 2019 wurde er im Rahmen der 
Hausdurchsuchung vorläufig festgenommen. In einer zweiten Phase befand sich 
der Beschuldigte somit während 29 Tagen in der Schweiz. Im Zeitraum von Januar 
bis Juni 2019 hielt sich der Beschuldigte damit insgesamt 103 Tage in der Schweiz 
auf. Ausländer mit Touristenstatus, zu welchen der aus Nigeria stammende Be-
schuldigte mit spanischer Aufenthaltsbewilligung zweifellos zählt, dürfen sich von 
Gesetzes wegen maximal während 90 Tagen bzw. drei Monaten in der Schweiz 
aufhalten. Da der Beschuldigte mit seinem Aufenthalt diese gesetzliche Maximal-
dauer um 13 Tage überschritt und sich damit seit dem 13. Juni 2019 rechtswidrig in 
der Schweiz aufgehalten hatte, erfüllte er den objektiven Tatbestand von Art. 115 
Abs. 1 lit. b AIG. 

Der Beschuldigte handelte in dieser Hinsicht wissentlich und willentlich, mithin vor-
sätzlich. Er unternahm keine Bemühungen, einen legalen Status zu erlangen. Ihm 
war auch bewusst, dass ein Aufenthalt von mehr als drei Monaten einzig zum 
Zweck des Drogenhandels nicht legal sein kann. Der subjektive Tatbestand ist da-
mit ebenfalls erfüllt. 

Rechtfertigungs- oder Schuldausschliessungsgründe sind keine ersichtlich.

Der Beschuldigte ist der Widerhandlung gegen das Ausländer- und Integrationsge-
setz im Sinne von Art. 115 Abs. 1 lit. b AIG, begangen in der Zeit vom 13. Juni 
2019 bis am 26. Juni 2019 (13 Tage) in E.________ durch rechtswidrigen Aufent-
halt, schuldig zu erklären.

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IV. Strafzumessung

12. Allgemeine Grundlagen der Strafzumessung

Für die allgemeinen Grundlagen der Strafzumessung kann auf die Ausführungen in 
der erstinstanzlichen Urteilsbegründung verwiesen werden (pag. 1125 f., S. 55 f. 
der erstinstanzlichen Urteilsbegründung).

13. Spezielles zur Strafzumessung bei Betäubungsmitteldelikten 

Hinsichtlich der Strafzumessung bei Betäubungsmitteldelikten ist festzuhalten, dass 
die Menge den Ausgangspunkt für die Ermittlung der Gefährdung des geschützten 
Rechtsguts bildet. Die Kammer zieht daher bei Betäubungsmitteldelikten praxis-
gemäss die sog. Tabelle Hansjakob (vgl. FINGERHUT/SCHLEGEL/JUCKER, in: OFK 
BetmG, N 45 zu Art. 47 StGB) als Orientierungshilfe bei, um basierend auf der so 
ermittelten, ungefähren Strafhöhe aufgrund weiterer strafzumessungsrelevanter 
Umstände des Einzelfalles zur verschuldensangemessenen Strafe zu gelangen 
(vgl. zur Zulässigkeit dieses Vorgehens das Urteil des Bundesgerichts 
6B_858/2016 vom 17. März 2017 E. 3.2). Einen anderen Ansatz verfolgt das Straf-
zumessungsmodell mit Hierarchiestufen (FINGERHUT/SCHLEGEL/JUCKER, a.a.O., 
N 32 ff. zu Art. 47 StGB). Hier kommt der Funktion der beschuldigten Person bzw. 
ihrer Stellung innerhalb einer im Betäubungsmittelhandel tätigen Organisation für 
das objektive Tatverschulden schwergewichtige Bedeutung zu. Die Kammer erach-
tet diesen Ansatz vor allem deshalb als problematisch, weil er losgelöst von allen 
Mengen erfolgt. Die Strafbestimmungen des Betäubungsmittelgesetzes sind jedoch 
nicht als Organisationsdelikte, sondern weitgehend als stoff- und damit auch men-
genbezogene Gefährdungsdelikte ausgestaltet. Überdies sind die genauen Struktu-
ren der kriminellen Organisationen oft nicht oder nur unvollständig bekannt, weil sie 
gar nicht oder nur unzuverlässig ausgeleuchtet werden können. Deswegen orien-
tiert sich die Kammer nach wie vor an einem an die Menge anknüpfenden Ver-
gleichsrahmen. Der hierarchischen Stellung kann im Rahmen der weiteren Prüfung 
angemessen Rechnung getragen werden, wobei hier das Hierarchiestufenmodell 
durchaus als Kontrollrechnung dienen kann. In der neusten Auflage des BetmG-
Kommentars von FINGERHUT/SCHLEGEL/JUCKER findet sich eine insofern von der 
Tabelle Hansjakob abweichende Tabelle, als die Strafen für die gehandelten Men-
gen ab 18 Gramm erst beim Verzehnfachen der Menge verdoppelt werden. Grös-
sere Mengen erfahren dann wieder eine Verdoppelung schon bei der Verachtfa-
chung der Menge, wie bei der Tabelle Hansjakob. Die Kommentatoren begründen 
diese Änderung mit «Anregungen von Praktikern aus Staatsanwaltschaft und Ge-
richten» und weil Hansjakob selber die Verdoppelung bei der zehnfachen Menge 
erwogen, aber verworfen habe, da dies für die grossen Mengen zu milde gewesen 
wäre (FINGERHUT/SCHLEGEL/JUCKER, a.a.O., N. 43 f. zu Art. 47 StGB). De facto 
wird damit eine Strafminderung für die Kategorien der kleinsten gehandelten quali-
fizierten Mengen eingeführt, während diese Unterschiede umso weniger stark ins 
Gewicht fallen, je höher die gehandelten Mengen sind. Nach dem Gesagten sieht 
sich die Kammer nicht veranlasst, von der bisherigen Praxis abzuweichen und ori-
entiert sich für die Strafhöhe an der ursprünglichen Tabelle Hansjakob.

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14. Anwendbares Recht, Strafrahmen und Methodik im vorliegenden Fall

Die Delikte wurden allesamt nach Inkrafttreten der revidierten Bestimmungen des 
allgemeinen Teils des Strafgesetzbuches am 1. Januar 2018 begangen, womit das 
neue Recht zur Anwendung gelangt.

Vorliegend sind Strafen wegen qualifizierter Widerhandlungen gegen das Betäu-
bungsmittelgesetz, wegen Geldwäscherei sowie wegen Widerhandlung gegen das 
Ausländer- und Integrationsgesetz auszufällen.

Für den Schuldspruch wegen mengen- und bandenmässig qualifizierter Wider-
handlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz gemäss Art. 19 Abs. 1 lit. c,