# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1449bbf9-2424-5890-88ef-384e4c568cfb
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-09-15
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 15.09.2014 200 2014 171
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2014-171_2014-09-15.pdf

## Full Text

200 14 171 UV
SCJ/MAK/KRK

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 15. September 2014

Verwaltungsrichter Scheidegger, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schwegler, Verwaltungsrichter Schütz
Gerichtsschreiberin Mauerhofer

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführer

gegen

SUVA 
Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 15. Januar 2014

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Sept. 2014, UV/14/171, Seite 2

Sachverhalt:

A.

A.________ (Jg. 1984) war am 27. November 2007 an einem Verkehrs-
unfall beteiligt. Bei einer Frontalkollision des von ihm gelenkten Lieferwa-
gens mit einem Personenwagen erlitt er eine commotio cerebri, eine links-
seitige Rissquetschwunde am Kinn sowie eine oberflächliche Fraktur der 
Maxilla im Bereich des Olveolarkammes des Oberkiefers mit zwei gelocker-
ten Zähnen und einem fehlenden Zahn (Antwortbeilage [AB] 19/1). Zum 
Zeitpunkt des Unfalls war er als … erwerbstätig und bei der SUVA gegen 
die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert (vgl. AB 12). 
Diese kam für Taggelder und Heilbehandlungen auf.   

Die Heilung verlief protrahiert; die behandelnden Ärzte attestierten eine 
fortdauernde volle Arbeitsunfähigkeit (AB 26, 64/3, 71/1, 74, 146). Ein im 
Frühjahr 2008 aufgenommener Arbeitsversuch im bisherigen Betrieb schei-
terte (AB 31/1), ebenso ein Arbeitstraining, das die IV-Stelle Bern (IVB) 
initiiert hatte, bei welcher der Versicherte ebenfalls zum Leistungsbezug 
angemeldet war (AB 106 ff., 113). Schliesslich beauftragte die IVB die ME-
DAS mit einer interdisziplinären Begutachtung. Gestützt auf das resultie-
rende Gutachten vom 19. Mai 2010 (AB 193) sowie eine ergänzende Stel-
lungnahme der MEDAS vom 27. August 2010 (AB 204/4 f.) ermittelte sie 
einen IV-Grad von 19 % und erliess am 9. September 2010 eine rentenab-
weisende Verfügung (AB 204/1 ff.).

Seitens der SUVA erfolgten daraufhin weitere Abklärungen. Der Versicher-
te wurde namentlich am 14. Dezember 2010 und am 9. Oktober 2012 
durch den SUVA-Arzt Dr. med. C.________ (Facharzt für Psychiatrie und 
Psychotherapie) untersucht (AB 218, 301). Zudem holte die SUVA regel-
mässig Berichte des behandelnden Psychiaters, des schmerztherapeutisch 
tätigen Arztes, der Hausärztin sowie des SUVA-Kreisarztes ein (AB 210, 
231, 232, 245, 261 f., 268, 285). Schliesslich veranlasste sie zu diagnosti-
schen Zwecken einen stationären Aufenthalt in der Abteilung für psycho-
therapeutische Neurologie und Psychosomatik bei den Kliniken 
D.________ in Konstanz (BRD). Nachdem sich der Versicherte dort vom 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Sept. 2014, UV/14/171, Seite 3

13. März bis am 17. April 2013 aufgehalten hatte (AB 321/1), nahm Dr. 
med. C.________ am 5. Juni 2013 dahingehend Stellung, von einer weite-
ren Behandlung sei wahrscheinlich eine namhafte Besserung zu erwarten, 
wobei eine solche vorzugsweise in einem stationären Rahmen durchzu-
führen sei (AB 325/5). Demgegenüber erklärte der behandelnde Psychia-
ter, Dr. med. E.________ (Psychiatrie und Psychotherapie FMH) mit 
Schreiben vom 16. September 2013, von einer stationären Behandlung sei 
keine namhafte Besserung zu erwarten und er rate daher von der Anord-
nung einer solchen ab (AB 333/2).

B.

Mit Verfügung vom 1. November 2013 teilte die SUVA dem Versicherten 
mit, ausgehend von der geltenden Rechtsprechung sei die Unfalladäquanz 
der anhaltenden Beschwerden zu verneinen. Dementsprechend werde sie 
ihre Leistungen (Taggelder, Heilbehandlung) per 4. November 2013 ein-
stellen; ebenso wenig bestehe Anspruch auf eine Rente oder Integritäts-
entschädigung. Einer allfälligen Einsprache werde die aufschiebende Wir-
kung entzogen (AB 338). 

Am 3. Dezember 2013 ging bei der SUVA ein Bericht vom 7. August 2013 
über eine Observation ein, die vom Haftpflichtversicherer des Unfallverur-
sachers (F.________ Allgemeine Versicherungen) in Auftrag gegeben wor-
den war (AB 351). 

Gleichentags erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________, Einsprache. Zugleich ersuchte er um unentgeltliche Verbei-
ständung für das Einspracheverfahren (AB 361/2). Mit Entscheid vom 
15. Januar 2014 wies die SUVA sowohl die Einsprache als auch das ge-
nannte Gesuch vollumfänglich ab und entzog einer allfälligen Beschwerde 
die aufschiebende Wirkung (AB 370).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Sept. 2014, UV/14/171, Seite 4

C.

Weiterhin vertreten durch Rechtsanwalt G.________ focht der Versicherte 
den Einspracheentscheid der SUVA vom 15. Januar 2014 (AB 370) beim 
Verwaltungsgericht des Kantons Bern an. Mit Beschwerde vom 17. Februar 
2014 stellte er die folgenden Rechtsbegehren:

1. Das vorliegende Verfahren sei bis zum Abschluss eines allfälligen 
Strafverfahrens zu sistieren.

Eventualiter:

2. Der Einspracheentscheid vom 15. Januar 2014 sowie die Verfügung 
vom 1. November 2013 seien aufzuheben.

3. Es seien dem Beschwerdeführer die Leistungen nach UVG im Zu-
sammenhang mit dem Unfallereignis vom 27. November 2007 auch 
nach dem 3. November 2013 zu erbringen.

4. Dem Beschwerdeführer sei das Recht zur unentgeltlichen Prozess-
führung zu gewähren unter Beiordnung des Unterzeichneten als 
amtlicher Anwalt.

Subeventualiter:

5. Die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, den medizinischen 
Sachverhalt abzuklären.

Die SUVA schloss mit Beschwerdeantwort vom 5. Mai 2014 auf Abweisung 
der Beschwerde.

Mit prozessleitender Verfügung vom 13. Mai 2014 wies der Instruktionsrich-
ter den Sistierungsantrag ab. Zugleich hiess er das Gesuch um unentgeltli-
che Rechtspflege gut, unter Beiordnung von Rechtsanwalt B.________ als 
amtlicher Anwalt.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Sept. 2014, UV/14/171, Seite 5

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 
kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 23. Mai 1989 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid der SUVA vom 
15. Januar 2014 (AB 370). Streitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerde-
führer hinsichtlich des Ereignisses vom 27. November 2007 über den 
3. November 2013 hinaus Anspruch auf Leistungen der obligatorischen 
Unfallversicherung hat. Die im Einspracheentscheid ebenfalls angeordnete 
Abweisung des Gesuchs um unentgeltliche Verbeiständung für das Ein-
spracheverfahren wurde nicht angefochten und ist somit rechtskräftig ge-
worden.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Sept. 2014, UV/14/171, Seite 6

2.

2.1 In der Verfügung vom 1. November 2013 hat die Beschwerdegeg-
nerin die Einstellung der Versicherungsleistungen per 4. November 2013 
mit dem fehlenden adäquaten Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall 
vom 27. November 2007 und den anhaltenden Beschwerden begründet 
(AB 338). Daran hielt sie im angefochtenen Einspracheentscheid fest (AB 
370), weshalb diese Frage vorab zu prüfen ist. 

Der Beschwerdeführer macht auch im vorliegenden Beschwerdeverfahren 
geltend, die Adäquanzkriterien seien durchaus erfüllt (Beschwerde, Art. 6, 
S. 9 ff.). Ausserdem dürfe nicht auf die Ergebnisse der von der F.________ 
veranlassten Observation abgestellt werden, denn diese seien sowohl in 
formeller als auch in materieller Hinsicht unzulänglich.

2.2

2.2.1 Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursa-
che eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der 
Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, 
einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt die-
ses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint 
(BGE 129 V 177 E. 3.2 S. 181, 125 V 456 E. 5a S. 461; SVR 2010 UV Nr. 
30 S. 122 E. 5.2).

Ob beim Vorliegen eines natürlichen Kausalzusammenhanges zwischen 
dem versicherten Ereignis und der eingetretenen gesundheitlichen Schädi-
gung auch der erforderliche adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalzu-
sammenhang besteht, ist eine Rechtsfrage, die nach den von Doktrin und 
Praxis entwickelten Regeln zu beurteilen ist. Dabei hat die Beantwortung 
der Frage nach der Adäquanz von Unfallfolgen als einer Rechtsfrage – im 
Gegensatz zur Frage nach dem natürlichen Kausalzusammenhang – nicht 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu erfolgen 
(BGE 112 V 30 E. 1b S. 33). Dem Erfordernis eines adäquaten Kausal-
zusammenhanges zwischen dem versicherten Ereignis und der eingetrete-
nen gesundheitlichen Schädigung als Voraussetzung für die Leistungs-
pflicht der Versicherung kommt die Funktion einer Haftungsbegrenzung zu 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Sept. 2014, UV/14/171, Seite 7

(BGE 129 V 177 E. 3.3 S. 182, 125 V 456 E. 5c S. 462; SVR 2010 UV Nr. 
30 S. 121 E. 5.2).

2.2.2 Bei organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen deckt sich die 
adäquate Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die 
Adäquanz hat hier praktisch keine selbstständige Bedeutung (BGE 138 V 
248 E. 4 S. 250, 134 V 109 E. 2.1 S. 112).

Bei organisch nicht objektiv ausgewiesenen Beschwerden ist für die Beur-
teilung der Adäquanz vom augenfälligen Geschehensablauf auszugehen, 
und es sind je nachdem weitere unfallbezogene Kriterien einzubeziehen. 
Bei psychischen Fehlentwicklungen nach Unfall werden diese Adäquanzkri-
terien unter Ausschluss psychischer Aspekte geprüft (BGE 115 V 133 E. 6c 
aa S. 140), während bei Schleudertraumen und äquivalenten Verletzungen 
der Halswirbelsäule sowie Schädel-Hirntraumen auf eine Differenzierung 
zwischen physischen und psychischen Komponenten verzichtet wird (BGE 
134 V 109 E. 2.1 S. 112; SVR 2012 UV Nr. 2 S. 6 E. 3.1). Dabei ist wie 
folgt zu differenzieren: Es ist zunächst abzuklären, ob die versicherte Per-
son beim Unfall ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule, eine dem 
Schleudertrauma äquivalente Verletzung (SVR 1997 UV Nr. 95 S. 346 E. 
2a, 1995 UV Nr. 23 S. 67 E. 2) oder ein Schädel-Hirntrauma (BGE 117 V 
369 E. 4b S. 382; SVR 2001 UV Nr. 1 S. 2 E. 3) erlitten hat, wobei die 
Schleudertrauma-Praxis nur dann Anwendung findet, wenn sich innert der 
Latenzzeit von 24 bis 72 Stunden Beschwerden in der Halsregion und der 
Halswirbelsäule (HWS) manifestieren (SVR 2009 UV Nr. 30 S. 107 E. 5.2). 
Liegt keine der erwähnten Verletzungen vor, gelangt die Rechtsprechung 
gemäss BGE 115 V 133 für Unfälle mit psychischen Folgeschäden zur An-
wendung. Ergeben die Abklärungen indessen, dass die versicherte Person 
eine der soeben erwähnten Verletzungen erlitten hat, muss beurteilt wer-
den, ob die zum typischen Beschwerdebild einer solchen Verletzung 
gehörenden Beeinträchtigungen (diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Kon-
zentrations- und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit, Vi-
sus-störungen, Reizbarkeit, AffektlABIlität, Depression, Wesensverände-
rung usw.; BGE 119 V 335 E. 1 S. 338, 117 V 359 E. 4b S. 360) zwar teil-
weise vorliegen, im Vergleich zur psychischen Problematik aber bereits 
unmittelbar nach dem Unfall ganz in den Hintergrund treten oder die physi-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Sept. 2014, UV/14/171, Seite 8

schen Beschwerden im Verlaufe der ganzen Entwicklung vom Unfall bis 
zum Beurteilungszeitpunkt gesamthaft nur eine sehr untergeordnete Rolle 
gespielt haben und damit ganz in den Hintergrund getreten sind (vgl. RKUV 
2002 U 465 S. 438 E. 3a). Trifft dies zu, sind für die Adäquanzbeurteilung 
ebenfalls die in BGE 115 V 133 für Unfälle mit psychischen Folgeschäden 
aufgestellten Grundsätze massgebend; andernfalls erfolgt die Beurteilung 
der Adäquanz gemäss den in der Schleudertrauma-Praxis (BGE 134 V 
109, 117 V 359) festgelegten Kriterien, d.h. ohne Unterscheidung zwischen 
körperlichen und psychischen Beschwerden (BGE 134 V 109 E. 2.1 S. 112, 
127 V 102 E. 5b bb S. 103). Die Grundsätze gemäss BGE 115 V 133 sind 
auch anwendbar, wenn die im Anschluss an den Unfall auftretenden psy-
chischen Störungen nicht zum typischen Beschwerdebild eines HWS-
Traumas gehören. Erforderlichenfalls ist vorgängig der Adäquanzbeurtei-
lung zu prüfen, ob es sich bei den im Anschluss an den Unfall geklagten 
psychischen Beeinträchtigungen um blosse Symptome des erlittenen 
Traumas oder aber um eine selbstständige (sekundäre) Gesundheitsschä-
digung handelt, wobei für die Abgrenzung insbesondere Art und Pathoge-
nese der Störung, das Vorliegen konkreter unfallfremder Faktoren oder der 
Zeitablauf von Bedeutung sind (SVR 2007 UV Nr. 8 S. 28 E. 2.2).

2.2.3 Bei psychischen Unfallfolgen setzt die Bejahung des adäquaten 
Kausalzusammenhangs grundsätzlich voraus, dass dem Unfallereignis für 
die Entstehung einer psychisch bedingten Erwerbsunfähigkeit eine mass-
gebende Bedeutung zukommt. Das trifft dann zu, wenn es objektiv eine 
gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht 
fällt. Für die Beurteilung dieser Frage ist gemäss BGE 115 V 133 E. 6 S. 
138 an das objektiv erfassbare Unfallereignis anzuknüpfen, wobei – aus-
gehend vom augenfälligen Geschehensablauf mit den sich dabei entwi-
ckelnden Kräften (SVR 2013 UV Nr. 3 S. 8 E. 5.2) – eine Katalogisierung 
der Unfälle in leichte (banale), im mittleren Bereich liegende und schwere 
Unfälle vorzunehmen ist (BGE 129 V 177 E. 4.1 S. 183). Die erlittenen Ver-
letzungen können dabei Rückschlüsse auf die Kräfte, die sich beim Unfall 
entwickelt haben, gestatten (SVR 2011 UV Nr. 10 S. 36 E. 4.2.2). 

2.2.4 Bei banalen Unfällen wie z.B. bei geringfügigem Anschlagen des 
Kopfes oder Übertreten des Fusses und bei leichten Unfällen wie z.B. ei-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Sept. 2014, UV/14/171, Seite 9

nem gewöhnlichen Sturz oder Ausrutschen kann der adäquate Kausalzu-
sammenhang zwischen Unfall und psychischen Gesundheitsstörungen in 
der Regel ohne weiteres verneint werden, weil aufgrund der allgemeinen 
Lebenserfahrung, aber auch unter Einbezug unfallmedizinischer Erkennt-
nisse davon ausgegangen werden darf, dass ein solcher Unfall nicht ge-
eignet ist, einen erheblichen Gesundheitsschaden zu verursachen (BGE 
129 V 177 E. 4.1 S. 183, 115 V 133 E. 6a S. 139).

Bei schweren Unfällen dagegen ist der adäquate Kausalzusammenhang 
zwischen Unfall und psychisch bedingter Erwerbsunfähigkeit in der Regel 
zu bejahen. Denn nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der 
allgemeinen Lebenserfahrung sind solche Unfälle geeignet, invalidisierende 
psychische Gesundheitsschäden zu bewirken (BGE 129 V 177 E. 4.1 S. 
183, 115 V 133 E. 6b S. 140).

Bei Unfällen aus dem mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen 
Unfall und psychisch bedingter Erwerbsunfähigkeit ein adäquater Kausal-
zusammenhang besteht, nicht auf Grund des Unfalles allein schlüssig be-
antworten. Das Bundesgericht hat daher festgestellt, dass weitere, objektiv 
erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammen-
hang stehen oder als direkte bzw. indirekte Folgen davon erscheinen, in 
eine Gesamtwürdigung einzubeziehen sind. Als wichtigste Kriterien sind zu 
nennen (BGE 129 V 177 E. 4.1 S. 183, 115 V 133 E. 6c aa S. 140):

- besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrück-
lichkeit des Unfalles;

- die Schwere oder besondere Art der erlittenen (somatischen) Ver-
letzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychi-
sche Fehlentwicklungen auszulösen;

- ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung;

- körperliche Dauerschmerzen;

- ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich ver-
schlimmert;

- schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Sept. 2014, UV/14/171, Seite 10

- Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit.

Der Einbezug sämtlicher objektiver Kriterien in die Gesamtwürdigung ist 
jedoch nicht in jedem Fall erforderlich. Je nach den konkreten Umständen 
kann für die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhanges zwischen 
Unfall und psychisch bedingter Erwerbsunfähigkeit neben dem Unfall allen-
falls ein einziges Kriterium genügen. Dies trifft einerseits dann zu, wenn es 
sich um einen Unfall handelt, welcher zu den schwereren Fällen im mittle-
ren Bereich zu zählen ist oder sogar als Grenzfall zu einem schweren Un-
fall zu qualifizieren ist. Sowohl einem mittelschweren wie auch einem im 
Grenzbereich zu den leichten Unfällen liegenden Ereignis kommt nur dann 
im Sinne adäquater Kausalität massgebende Bedeutung für die aktuelle 
Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit zu, wenn ein einzelnes der unfallbezoge-
nen Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist oder aber diese in 
gehäufter oder auffallender Weise gegeben sind (RKUV 2005 U 548 S. 232 
E. 3.2.3). Liegt im eigentlichen mittleren Bereich keines der Einzelkriterien 
in besonders ausgeprägter oder auffallender Weise vor, so müssen für die 
Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs drei Kriterien erfüllt sein 
(SVR 2012 UV Nr. 2 S. 7 E. 3.5). Handelt es sich um einen mittelschweren 
Unfall im Grenzbereich zu den leichten Unfällen müssen für die Bejahung 
der Adäquanz vier Kriterien gegeben sein (SVR 2010 UV Nr. 25 S. 102 E. 
4.5). Diese Würdigung des Unfalles zusammen mit den objektiven Kriterien 
führt zur Bejahung oder Verneinung der Adäquanz (BGE 117 V 359 E. 6b 
S. 367, BGE 115 V 133 E. 6c bb S. 140; vgl. RKUV 1997 U 272 S. 174 E. 
4b).

2.3 Nach Angaben der behandelnden und begutachtenden Ärzte prä-
sentiert sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers wie folgt: 

2.3.1 Im interdisziplinären MEDAS-Gutachten vom 19. Mai 2010 (AB 193) 
nannten die begutachtenden Ärzte als Diagnosen mit Auswirkungen auf die 
Arbeitsfähigkeit eine leichte depressive Episode (ICD-10: F32.0), ein chro-
nisches zervikospondylogenes Schmerzsyndrom (ICD-10: M53.1), ein Be-
lastungsdefizit linke Schulter bei InstabIlität (ICD-10: M25.31) sowie ein 
Belastungsdefizit rechter Fuss (CD-10: M79.67), wobei hinsichtlich jeder 
der drei M-Diagnosen die bildgebenden Verfahren unauffällige Befunde 
ergeben hätten (AB 193/26). Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit seien 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Sept. 2014, UV/14/171, Seite 11

ferner eine Schmerzverarbeitungsstörung (ICD-10: F54), ein schädlicher 
Gebrauch von Benzodiazepin (ICD-10: F13.1), eine allgemeine Hypermobi-
lität (ICD-10: M35.7), arterielle Hypertonie (ICD-10: I10), Asthma bronchia-
le, anamnestisch (ICD-10: J45.9) sowie fortgesetzter Nikotinkonsum (ICD-
10: F17.1). Mit Stellungnahme vom 27. August 2010 führten die MEDAS-
Ärzte ferner aus, die von der Psychiatrischen Poliklinik des Universitätsspi-
tals H.________ (Sprechstunde für posttraumatische Belastungsstörungen) 
gelieferten testpsychologischen Untersuchungsbefunde aus dem Jahr 2010 
seien im Rahmen einer Begutachtung nicht verwertbar (AB 204/4 f.). 

2.3.2 Der Psychiater der Abteilung Versicherungsmedizin der SUVA, 
Dr. med. C.________, erklärte in seinem Untersuchungsbericht vom 
13. Januar 2011, unmittelbar nach dem Unfall sei eine akute Belastungsre-
aktion (ICD-10: F43.0) aufgetreten, die in eine posttraumatische Belas-
tungsstörung (ICD-10: F43.1) übergegangen sei (AB 218/27 f.). Die (zu 
erwartende) Besserung derselben sei bislang ausgeblieben. Hinzu komme 
eine psychiatrische Komorbidität mit chronischen Schmerzen, die einen 
somatischen Auslöser hätten, wobei aber zugleich psychische Faktoren 
vorrangig krankheits-aufrechterhaltend wirksam seien (ICD-10: F45.41); 
ausserdem auch ein selbstverletzendes Verhalten (ICD-10: Z72.8). Fraglich 
sei, ob ein Benzodiazepinabusus im Sinne eines schädlichen Gebrauchs 
(ICD-10: F13.1) vorliege. Die genannten psychischen Störungen würden 
offenbar durch eine Depressivität begleitet, die sich zeitweilig im Sinne ei-
ner depressiven Anpassungsstörung (ICD-10: F43.2) oder einer leichten 
depressiven Störung (ICD-10: F32.0) verdichtet haben könnte.

Im Anschluss an eine weitere Untersuchung diagnostizierte Dr. med. 
C.________ mit Bericht vom 13. November 2012 eine posttraumatische 
Belastungsstörung mit noch vorhandener Residualsymptomatik (ICD-10: 
F43.1), Störungen kognitiver Funktionen unklarer Ätiologie mit Schwierig-
keiten in Auffassung und Konzentration, sowie Aufmerksamkeit mit deutli-
chen Hinweisen auf vermehrt nach innen gerichteter Aufmerksamkeit (diffe-
rentialdiagnostisch in Richtung von Diagnose 1, Störung aus dem schizo-
phrenen Formenkreis, dissoziative Störung, andere Ursachen) sowie eine 
Bewegungsstereotypie unklarer Ursache, vor allem mit permanentem Wip-
pen beider Beine (AB 301/13).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Sept. 2014, UV/14/171, Seite 12

2.3.3 Die Hausärztin, Dr. med. I.________ (Innere Medizin FMH), nannte 
im ärztlichen Zwischenbericht vom 14. Oktober 2010 als unfallbedingte 
Verlaufsdiagnosen laterale, rechtsseitige Fussschmerzen, eine Subluxati-
onsneigung der linken Schulter, Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen, 
Vergesslichkeit, Schlafstörungen, rezidivierende Panikattacken und eine 
depressive Entwicklung sowie eine Anpassungsstörung mit depressiver 
Reaktion (AB 210/1).

2.3.4 Dr. med. J.________ (Allgemeine Medizin FMH), der zur Schmerz-
therapie zugezogen worden war, erklärte mit Schreiben vom 22. August 
2011, der Patient klage über Schlafstörungen, Ängste und Kopfschmerzen 
seit seinem Unfall im November 2007 (AB 245). Er sei unruhig und unkon-
zentriert, die geplanten Entspannungsübungen hätten nicht vollständig 
durchgeführt werden können. Mit Schreiben vom 24. November 2011 be-
schrieb Dr. med. J.________ eine weitgehend unveränderte Situation 
(AB 262).

2.3.5 Der behandelnde Psychiater, Dr. med. E.________, erklärt in sei-
nen Schreiben zuhanden der SUVA vom 7. November 2011 (AB 261) und 
vom 18. Juni 2012 (AB 285) Folgendes: Es bestehe eine PTBS-
Symptomatik, massive Unruhe, die einer ADHS-Symptomatik ähnlich sehe, 
Hyperarousal und Hypervigilanz und Konzentrationsstörungen sowie ein 
chronisches Schmerzsyndrom (AB 285/2). Es komme regelmässig zu In-
trusionen, Schlafstörungen und Albträumen, körperlichen und psychischen 
Belastungsreaktionen bei der Konfrontation mit Hinweisreizen, übertriebe-
nen Schreckreaktionen, es bestünden zudem eine eingeschränkter Band-
breite des Affektes und ein Gefühl der Losgelöstheit oder Entfremdung von 
anderen, ausserdem Reizbarkeit und Wutausbrüche sowie soziale Beein-
trächtigungen bei schwerem bis extremem subjektiven Leiden (AB 261). 

2.3.6 Mit Entlassungsbericht vom 15. Mai 2013 (AB 321/1) diagnostizier-
ten die Ärzte der Kliniken D.________ eine gemischte dissoziative Störung 
(ICD-10: F44.7), eine posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10: F43.1), 
eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Fakto-
ren (ICD-10: F45.41), eine Bewegungsstörung mit repetitivem Wippen bei-
der Füsse, am ehesten dissoziativer Genese (ICD-10: R25.8), eine kom-
plexe Anpassungsstörung (ICD-10: F43.8), arterielle Hypertonie (ICD-10: 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Sept. 2014, UV/14/171, Seite 13

I10.90) sowie ein vorwiegend allergisches Asthma bronchiale (ICD-10: 
J45.0).

2.4 Nach der übereinstimmenden – und auch seitens des Beschwerde-
führers unbestrittenen – Auffassung der genannten Ärzte standen zum 
Zeitpunkt der Leistungseinstellung einzig noch psychische Beschwerden 
zur Diskussion; organisch nachweisbare Beschwerden lagen nicht mehr 
vor (vgl. vorstehend E. 2.3). Die zum typischen Beschwerdebild eines 
Schleudertraumas bzw. einer äquivalenten Verletzung der Halswirbelsäule 
oder eines Schädel-Hirntraumas traten im Verlauf der Entwicklung vom 
Unfall bis zum Beurteilungszeitpunkt schon bald in den Hintergrund (vgl. 
AB 17, 44, 64, 130). Ob der Beschwerdeführer beim Unfall vom 27. No-
vember 2007 eine solche Verletzung erlitten hat, kann unter diesen Um-
ständen offen bleiben, da die Adäquanzbeurteilung so oder anders gemäss 
BGE 115 V 133 zu erfolgen hat, die psychischen Aspekte mithin auszu-
klammern und einzig die physischen Komponenten zu berücksichtigen sind 
(BGE 115 V 133 E. 6c aa S. 140, vgl. vorstehend E. 2.2.2). Letztere sind im 
Zeitpunkt zu beurteilen, in dem von einer Fortsetzung der auf die somati-
schen Leiden gerichteten ärztlichen Behandlung keine namhafte Besse-
rung mehr erwartet werden kann (BGE 134 V 109 E. 6.1 S. 116). Im vorlie-
genden Fall war dieser Zeitpunkt im November 2013, als die SUVA unter 
gleichzeitiger Prüfung der Ansprüche auf Rente und Integritätsentschädi-
gung den Fallabschluss verfügte (AB 338), schon lange erreicht. Daran 
ändert nichts, dass die Beschwerdegegnerin noch im Schreiben vom 
22. August 2013 (AB 331) die Auffassung vertrat, von einer fortgesetzten 
psychiatrischen Behandlung sei mit Wahrscheinlichkeit eine namhafte Bes-
serung zu erwarten, zumal eine Behandlung von somatischen Leiden – 
worauf es einzig ankommt – zu diesem Zeitpunkt klarerweise nicht mehr 
zur Diskussion stand. 

3. Zu prüfen ist somit, ob die für psychische Fehlentwicklungen nach 
einem Unfall entwickelten Adäquanzkriterien (BGE 115 V 140 E. 6c aa S. 
140; vgl. vorstehend E. 2.2.3 f.) erfüllt sind. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Sept. 2014, UV/14/171, Seite 14

3.1 Die Beschwerdegegnerin ordnet den Unfall vom 27. November 
2007 den mittelschweren Unfällen im Grenzbereich zu den leichten zu. 
Hierzu ist festzuhalten, dass es sich um eine Frontalkollision gehandelt hat, 
welche zu massiven Schäden an beiden Fahrzeugen geführt hat (AB 32, 
58), wobei in der biomechanischen Kurzbeurteilung vom 10. Oktober 2008 
eine kollisionsbedingte Geschwindigkeitsveränderung von 20 – 30 km/h 
(Delta-v im Bereich 20 bis 30 km/h) genannt wird (AB 68/2 f.). Beim Zu-
sammenprall wurden die im Fahrzeug mitgeführten Zementsäcke und 
Werkzeuge (AB 55/2) nach vorne geschleudert (AB 68/3). Der Beschwer-
deführer erlitt eine Hirnerschütterung, eine Rissquetschwunde am Kinn und 
mehrfache Zahnschäden. Im Rahmen der für die Belange der Adäquanz-
beurteilung vorzunehmenden Katalogisierung (BGE 115 V 133 E. 6 S. 138) 
kann die Frage, ob es sich bei diesem Geschehensablauf um einen Unfall 
im eigentlichen mittelschweren Bereich handelt, im Ergebnis offen bleiben, 
zumal zur Bejahung der Adäquanz in solchen Fällen praxisgemäss ein Ein-
zelkriterium in besonders ausgeprägter Weise oder zumindest drei Kriterien 
erfüllt sein müssen und vorliegend weder das eine noch das andere zutrifft, 
wie nachfolgend darzulegen ist.

3.2 Ob besonders dramatische Begleitumstände oder eine besondere 
Eindrücklichkeit des Unfalls vorliegen, beurteilt sich objektiv und nicht auf-
grund des subjektiven Empfindens bzw. Angstgefühls der versicherten Per-
son. Zu beachten ist, dass jedem mindestens mittelschweren Unfall eine 
gewisse Eindrücklichkeit eigen ist, welche somit noch nicht für eine Beja-
hung des Kriteriums ausreichen kann (Urteil des Bundesgerichts [BGer] 
vom 1. Juni 2011, 8C_100/2011 E. 3.5.1). Dem Unfallereignis vom 27. No-
vember 2007 kann eine gewisse Eindrücklichkeit nicht abgesprochen wer-
den. Da sich der Unfall nach einem gewissermassen voraussehbaren Ab-
lauf ereignete, hat dieses Kriterium jedoch – im für den Beschwerdeführer 
günstigsten Fall – in einfacher Weise als erfüllt zu gelten, mit Blick auf die 
diesbezügliche Praxis (vgl. beispielsweise Urteil des BGer vom 28. Oktober 
2013, 8C_372/2013 E. 7) jedoch keinesfalls in besonders ausgeprägter 
Weise, zumal aufgrund der Akten der Kantonspolizei feststeht, dass der 
Beschwerdeführer das Unfallfahrzeug ohne besondere Bergungsmass-
nahmen verlassen konnte (AB 30/9). 

http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=2&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=Frontalkollision+mittler&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F115-V-133%3Ade&number_of_ranks=0#page138

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Sept. 2014, UV/14/171, Seite 15

Zur Bejahung der Unfalladäquanz müssten demnach zwei weitere Kriterien 
aus dem Katalog gemäss BGE 115 V 133 E. 6c aa S. 140 erfüllt sein. Da 
es diesbezüglich einzig auf die physischen Unfallfolgen ankommt, steht 
jedoch ohne weiteres fest, dass dies nicht der Fall ist, zumal der Be-
schwerdeführer inzwischen – was unbestritten ist – primär an psychischen 
Beschwerden leidet (vgl. vorstehend E. 2.3). Unter diesen Umständen ist 
festzuhalten, dass sich die Einstellung der Leistungen per 4. November 
2013 zufolge des fehlenden adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen 
dem Unfall sowie den anhaltenden Beschwerden nicht beanstanden lässt. 
Ob der natürliche Kausalzusammenhang zwischen den psychischen 
Störungen sowie dem Unfall gegeben wäre, kann somit offen bleiben (BGE 
135 V 465 E. 5.1 S. 472). Die Beschwerde ist abzuweisen.

4. Was die vom Beschwerdeführer im Verlauf des gerichtlichen Ver-
fahrens aufgeworfene Frage nach der Zulässigkeit der von der F.________ 
veranlassten Observation angeht, kann auch diese mit Blick auf den Ver-
fahrensausgang offen bleiben. Ebenso wenig braucht die von der Be-
schwerdegegnerin im Einspracheentscheid (AB 370 Ziff. 9 und 10 b, S. 13) 
geäusserte Annahme geprüft zu werden, wonach angesichts der Ergebnis-
se der Observation davon auszugehen sei, dass im Zeitpunkt des Fallab-
schlusses möglicherweise gar keine Beschwerden mehr vorgelegen hätten. 

5.

5.1 Es sind keine Verfahrenskosten zu erheben (Art. 1 Abs. 1 UVG 
i.V.m. Art. 61 Bst. a ATSG).

5.2

5.2.1 Infolge seines Unterliegens hat der Beschwerdeführer zwar keinen 
Anspruch auf Parteientschädigung, der beigeordnete Anwalt jedoch unter 
Berücksichtigung der bewilligten unentgeltlichen Verbeiständung einen 
Honoraranspruch gegenüber dem Staat (Art. 61 lit. f ATSG). Dieser ist 
nach den folgenden Grundsätzen zu ermitteln: 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Sept. 2014, UV/14/171, Seite 16

Gemäss Art. 42 des kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 2006 
(KAG; BSG 168.11) bezahlt der Kanton den amtlich bestellten Anwältinnen 
und Anwälten eine angemessene Entschädigung, die sich nach dem gebo-
tenen Zeitaufwand bemisst und höchstens dem Honorar gemäss der Tarif-
ordnung für den Parteikostenersatz entspricht. Bei der Festsetzung des 
gebotenen Zeitaufwandes sind die Bedeutung der Streitsache und die 
Schwierigkeit des Prozesses zu berücksichtigen. Auslagen und Mehrwert-
steuer werden zusätzlich entschädigt (Abs. 1). Die Aufwendungen für die 
Erlangung des Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege sind nach den glei-
chen Regeln zu entschädigen (Abs. 3). Nach Art. 42 Abs. 4 KAG i.V.m. 
Art. 1 der Verordnung über die Entschädigung der amtlichen Anwältinnen 
und Anwälte vom 20. Oktober 2010 (EAV; BSG 168.711) beträgt der Stun-
denansatz Fr. 200.--.

5.2.2 Im vorliegenden Fall fand ein einfacher Schriftenwechsel statt, wo-
bei Rechtsanwalt G.________ über umfassende Vorkenntnisse verfügte. 
Dessen Kostennote vom 15. Mai 2014 ist angesichts der sich stellenden 
Fragen in tatbeständlicher und rechtlicher Hinsicht gerade noch angemes-
sen, dies vor allem mit Blick auf den erheblichen Aktenumfang. Sie nennt 
einen Zeitaufwand von 16 Stunden à Fr. 250.--, ausmachend Fr. 4‘000.-- 
sowie Auslagen von Fr. 34.-- und Mehrwertsteuer auf Fr. 4‘034.--, ausma-
chend Fr. 322.75. Der tarifmässige Parteikostenersatz wird demnach auf 
Fr. 4‘357.35 (inkl. Auslagen und MWSt) festgesetzt.

Das amtliche Honorar beträgt Fr. 3‘200.-- (16 Stunden x Fr. 200.--) zuzüg-
lich Auslagen in der Höhe von Fr. 34.-- und MWSt zu 8% auf Fr. 3‘234.--, 
ausmachend Fr. 258.70. Dies ergibt insgesamt einen Betrag von 
Fr. 3‘492.70, der dem Rechtsvertreter aus der Gerichtskasse zu vergüten 
ist. Der Beschwerdeführer hat seinem Anwalt bzw. dem Kanton Bern die 
Kosten entsprechend den Voraussetzungen von Art. 123 ZPO nachzuzah-
len (Art. 113 VRPG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Sept. 2014, UV/14/171, Seite 17

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3. Der tarifmässige Parteikostenersatz des amtlichen Anwalts wird 
auf Fr. 4‘357.35 (inkl. Auslagen und MWSt) festgesetzt. Davon wird 
Rechtsanwalt G.________ aus der Gerichtskasse eine auf Fr. 3‘492.70 
festgesetzte Entschädigung (inkl. Auslagen und MWSt) vergütet. Vor-
behalten bleibt die Nachzahlungspflicht nach Art. 123 ZPO.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- SUVA 
- Bundesamt für Gesundheit 
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.