# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 457ad866-5cff-53c4-9a03-3a02deaa9871
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-11-19
**Language:** de
**Title:** Zug Verwaltungsgericht Sozialversicherungsrechtliche Kammer 19.11.2021 S 2021 63
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Verwaltungsgericht/ZG_VG_001_S-2021-63_2021-11-19.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS ZUG

SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHE KAMMER

Mitwirkende Richter: lic. iur. Adrian Willimann, Vorsitz
lic. iur. Jacqueline Iten-Staub und MLaw Ines Stocker
Gerichtsschreiberin: lic. iur. Claudia Meier

U R T E I L  vom 19. November 2021 [rechtskräftig]
gemäss § 29 der Geschäftsordnung

in Sachen

A.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Zug, Baarerstrasse 11, Postfach, 6302 Zug
Beschwerdegegnerin 

betreffend

Invalidenversicherung 
(Zwischenverfügung betreffend Begutachtung)

S 2021 63

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Urteil S 2021 63

A. Die 1966 geborene und selbständig erwerbstätig gewesene A.________ meldete 
sich am 1. Dezember 2016 (Posteingang) unter Hinweis auf einen Erschöpfungszustand, 
Depression und seit der Kindheit bestehende Panik-Attacken bei der IV-Stelle Zug zum 
Leistungsbezug an (IV-act. 1). In der Folge tätigte diese Abklärungen in erwerblicher und 
medizinischer Hinsicht und liess die Versicherte ein erstes Mal psychiatrisch begutachten. 
Es folgten berufliche Eingliederungsmassnahmen, welche allerdings zu keiner 
Festanstellung führten (IV-act. 25 ff.). Mit Vorbescheid vom 17. September 2020 eröffnete 
die IV-Stelle der Versicherten die beabsichtigte Zusprache einer befristeten Invalidenrente 
(IV-act. 57). Am 15. Oktober 2020 erhob diese dagegen Einwand und beantragte die 
Zusprache einer unbefristeten Invalidenrente (IV-act. 60). Am 24. November 2020 meldete 
sie sich zum Bezug einer Hilflosenentschädigung an und machte unter Hinweis auf eine 
Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes einen Bedarf an persönlicher 
Überwachung, Hilfsmittel und lebenspraktischer Begleitung geltend und ersuchte um 
erneute psychiatrische Begutachtung (IV-act. 62 und 64/1). Daraufhin eröffnete die IV-
Stelle der Versicherten am 19. März 2021 ihre Absicht, eine im Kanton B.________ 
ansässige Psychiaterin mit einer Verlaufsbegutachtung zu beauftragen (IV-act. 69). Am 
29. März 2021 wandte die Versicherte dagegen ein, aufgrund der ausgeprägten 
Panikattacken sei für sie weder die Benutzung der öffentlichen Verkehrsmittel noch die 
Vornahme einer längeren Autofahrt möglich (IV-act. 70). Mit Zwischenverfügung vom 
9. April 2021 hielt die IV-Stelle Zug an der beabsichtigten Begutachtung fest (IV-act. 72).

B. Dagegen erhob A.________ am 20. April 2021 (Postaufgabe: 3. Mai 2021) 
Beschwerde mit dem Rechtsbegehren um Organisierung einer Begutachtung im näheren 
Umkreis (act. 1).

C. Mit Vernehmlassung vom 18. Juni 2021 schloss die Verwaltung auf Abweisung 
der Beschwerde (act. 5).

D. Am 9. Juli 2021 reichten die Psychotherapeuten der Beschwerdeführerin eine 
Stellungnahme ein (act. 8). Die Beschwerdegegnerin liess sich dazu nicht vernehmen.

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Urteil S 2021 63

Das Verwaltungsgericht erwägt:

1. Das Verwaltungsgericht beurteilt als einzige kantonale Instanz Beschwerden aus 
dem Bereich der Sozialversicherung (Art. 57 ATSG in Verbindung mit § 77 Abs. 1 des 
Verwaltungsrechtspflegegesetzes [VRG; BGS 162.1] und § 12 Abs. 1 lit. a des 
Einführungsgesetzes zu den Bundesgesetzen über die Alters- und 
Hinterlassenenversicherung und die Invalidenversicherung [EG AHVIVG; BGS 841.1]). Die 
örtliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts des Kantons Zug ist vorliegend gestützt auf 
Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) 
– Zuständigkeit am Ort der IV-Stelle – gegeben, stammt doch die angefochtene Verfügung 
von der IV-Stelle Zug. Die Verfügung datiert vom 9. April 2021 (BF-act. 1) und ist 
frühestens am Folgetag im Herrschaftsbereich der Beschwerdeführerin eingetroffen. In 
Anwendung von Art. 69 Abs. 1 lit. a IVG ist dagegen direkt Beschwerde beim zuständigen 
Versicherungsgericht einzureichen. Die Beschwerdeschrift wurde am 3. Mai 2021 der Post 
übergeben und ging am darauffolgenden Tag beim Verwaltungsgericht ein. Damit ist die 
30-tägige Frist gemäss Art. 60 Abs. 1 ATSG gewahrt. Die Beschwerdeführerin ist von der 
angefochtenen Verfügung direkt betroffen und zur Beschwerde legitimiert. Die 
Beschwerdeschrift enthält einen verständlichen Antrag und eine Begründung. Damit ist 
den formellen Anforderungen Genüge getan.

2.
2.1 Anfechtungsgegenstand in diesem Verfahren ist die Verfügung vom 9. April 2021 
(BF-act. 1), mit welcher die Beschwerdegegnerin an der beabsichtigten psychiatrischen 
Abklärung durch die im Kanton B.________ praktizierende Gutachterin med. pract. 
C.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, gemäss ihrer Mitteilung vom 
19. März 2021 festhielt. Hierbei handelt es sich um eine Zwischenverfügung im Sinne von 
Art. 55 Abs. 1 ATSG i.V.m. Art. 5 Abs. 2 und Art. 46 des Bundesgesetzes über das 
Verwaltungsverfahren (VwVG; SR 172.021), welche bei Bejahung des nicht wieder 
gutzumachenden Nachteils (Art. 46 Abs. 1 lit. a VwVG; BGE 132 V 93 E. 6.1) 
grundsätzlich selbständig mit Beschwerde angefochten werden kann.

2.2 Im Zusammenhang mit Entscheiden über die Einholung von Gutachten hat das 
Bundesgericht die Anfechtbarkeitsvoraussetzungen des nicht wieder gutzumachenden 
Nachteils für das erstinstanzliche Beschwerdeverfahren in IV-Angelegenheiten bejaht 

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Urteil S 2021 63

(BGE 141 V 330 E. 5.1 und 5.2; 139 V 339 E. 4.4; 138 V 271 E. 1.2.3). Somit ist auch 
diese weitere Eintretensvoraussetzung erfüllt, weshalb auf die Beschwerde einzutreten ist.

Die Beurteilung erfolgt auf dem Zirkulationsweg gemäss § 29 der Geschäftsordnung des 
Verwaltungsgerichtes (GO VG; BGS 162.11).

3.
3.1 Gemäss Art. 43 Abs. 1 ATSG prüft der Versicherungsträger die Begehren, nimmt 
die notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vor und holt die erforderlichen Auskünfte 
ein. Soweit ärztliche oder fachliche Untersuchungen für die Beurteilung notwendig und 
zumutbar sind, hat sich die versicherte Person diesen zu unterziehen (Art. 43 Abs. 2 
ATSG). Die Verfahrensleitung liegt dabei beim Versicherungsträger, dessen 
Ermessensspielraum in Bezug auf Notwendigkeit, Umfang und Zweckmässigkeit von 
medizinischen Erhebungen gross ist (BGer U 571/06 vom 29. Mai 2007 E. 4.1; in BGE 139 
V 585 nicht veröffentlichte E. 3.1 und BGer 8C_481/2013 vom 7. November 2013 E. 3.4).

3.2 Die kumulativ zu erfüllende Voraussetzung der Zumutbarkeit einer medizinischen 
Abklärung ist objektiv und subjektiv zu verstehen. Dabei ist die Frage der subjektiven 
Zumutbarkeit ebenfalls objektiv zu klären. Es geht mithin nicht etwa darum, ob die 
betreffende Person aus ihrer eigenen (subjektiven) Wahrnehmung heraus die 
Untersuchung als zumutbar betrachtet oder nicht, sondern darum, dass die subjektiven 
Umstände (etwa Alter der Person, Gesundheitszustand, bisherige Erfahrungen mit 
Abklärungen) in einer objektiven Betrachtung dahingehend gewürdigt werden, ob diese 
Umstände die Untersuchung zulassen oder nicht (Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 4. Aufl. 
2020, Art. 43 N 92).

Bei der Beurteilung der Zumutbarkeit hat die Verwaltung (oder das Gericht) die gesamten 
(objektiven und subjektiven) Umstände des Einzelfalles zu berücksichtigen (EVG I 214/01 
vom 25. Oktober 2001 E. 2b; BGer I 906/05 vom 23. Januar 2007 E. 6). Untersuchungen 
in einer Gutachterstelle sind ohne konkret entgegenstehende Umstände generell als 
zumutbar zu betrachten (BGer 8C_283/2020 vom 4. August 2020 E. 4.2.1). Es obliegt 
daher in erster Linie der versicherten Person, das Vorliegen einer Reiseunfähigkeit 
darzutun und zu begründen. Nach dem in Art. 43 Abs. 1 ATSG verankerten 
Untersuchungsgrundsatz hat jedoch auch die Verwaltung eine Verpflichtung zu 
Abklärungen hinsichtlich der Beurteilung, ob eine Reisefähigkeit vorliegt oder nicht. An ein 
Arztzeugnis betreffend die Reiseunfähigkeit werden hohe Anforderungen gestellt. Dieses 

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Urteil S 2021 63

muss hinreichend begründet sein (vgl. BVGer C-4166/2014 vom 1. Oktober 2015 E. 4.3.1 
mit Hinweisen; ferner BVGer C-7047/2016 vom 5. November 2018 E. 6.5 mit Hinweisen).

4. Während sich die Beschwerdeführerin die Fahrten von ihrem Wohnort in 
D.________ zur Praxis der Gutachterin med. pract. C.________ in E.________ und 
zurück nicht gewachsen fühlt (act. 1; IV-act. 70), erachtet die Beschwerdegegnerin diese 
Reise als in medizinischer Hinsicht zumutbar, zumal diese auch mit Hilfe einer 
Begleitperson erfolgen könne (BF-act. 1, act. 5).

5.
5.1 Anlässlich einer Besprechung mit einer Mitarbeiterin der 
Krankentaggeldversicherung gab die Beschwerdeführerin an, seit über 25 Jahren an 
Panikattacken und Angstzustände zu leiden. Sie könne Menschenansammlungen und 
geschlossene Räume nicht ausstehen. Sie habe Panik davor. So könne sie zum Beispiel 
nicht Zug fahren, nicht fliegen, nicht Tram und Bus fahren usw. Auch könne sie nicht ins 
Kino gehen. Diese Panikzustände habe sie seit Jahren. Sie habe dadurch ein stark 
beeinträchtigtes Privatleben. Daran habe sie sich zwischenzeitlich gewöhnt. Sie habe 
ihren Lebensstil angepasst und sei eigentlich immer nur zu Hause. Die Panikattacken 
seien aber nie der Grund für eine Arbeitsunfähigkeit gewesen. Sie könne mit diesen 
Attacken zwischenzeitlich einigermassen gut leben. Sie habe sich damit abgefunden bzw. 
respektiere sie (Besprechungsrapport vom 8. November 2016 [IV-act. 8/9–13]).

5.2 Seit Mitte Februar 2016 behandelt Dipl. med. F.________, Facharzt für Psychiatrie 
und Psychotherapie, die Beschwerdeführerin. Im Bericht vom 20. Februar 2017 (IV-
act. 12) stellte er folgende Diagnosen:

- Generalisierte Angststörung (ICD-10 F41.1), bestehend seit der Jugend

- Depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige bis schwere Episode mit somatischem 
Syndrom (ICD-10 F32.11), bestehend seit etwa 1 ½ Jahren

- Verdacht auf ADHS, bestehend seit der Jugend

Dazu führte er aus, die Beschwerdeführerin habe schon als Kind unter einer grossen 
Ängstlichkeit gelitten. Ab 2002 sei sie mit Unterbrüchen bei diversen Psychiatern in 
Behandlung gewesen. Seit über 15 Jahren habe sie Angst vor Menschenansammlungen, 
Bus-, Zug- und Autofahren. Aufgrund ihrer Angststörung halte sie sich fast ausschliesslich 

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in ihrem Geschäft oder zu Hause auf. Sie habe kaum soziale Kontakte und sei seit über 
zehn Jahren nicht in die Ferien gefahren.

5.3 Im Rahmen eines zweimonatigen Aufenthalts in der Klinik G.________ wurden 
folgende psychiatrische Diagnosen gestellt (vgl. IV-Bericht vom 9. März 2017 [IV-act. 13] 
und Austrittsbericht vom 20. März 2017 [IV-act. 55/11–16]):

- Rezidivierende depressive Störung (ICD-10 F33.1)

- spezifische Phobien (Emetophobie; ICD-10 F40.02)

- Panikstörung (episodisch paroxysmale Angst; ICD-10 F41.0)

Dem Bericht ist weiter zu entnehmen, dass bei der Beschwerdeführerin zahlreiche Ideen 
für den beruflichen Wiedereinstieg, bzw. für einen Neustart vorhanden seien. Sie wolle 
sich aber für ihre Rekonvaleszenz genügend Zeit geben, um vorerst genügend Energie 
und Antrieb zu gewinnen (IV-act. 55/13). Weiter gab die Beschwerdeführerin an, Angst vor 
Unerwartetem zu haben. Sie sei energielos. Eine Zeit lang habe sie das Haus nicht mehr 
verlassen und auch nicht mehr Auto fahren können. Dies sei mittlerweile etwas besser 
geworden. Eine Flugreise habe sie beispielsweise nie unternommen. Bis heute schaffe sie 
dies wegen den Angstzuständen nicht (IV-act. 55/15–16).

5.4 Im psychiatrischen Gutachten vom 25. November 2017 stellte Dr. med. 
H.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, folgende Diagnosen mit 
möglicher Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (IV-act. 20 S. 16):

- Status nach schwerer depressiver Episode mit berichteter Residualsymptomatik im 
Sinne einer erhöhten Ermüd- und Erschöpfbarkeit
DD: Atypische Depression (ICD-10 F32.8), Dysthymia (ICD-10 F34.1)

- Kombinierte Persönlichkeitsstörung mit u.a. ängstlich vermeidenden, emotional-
instabilen Persönlichkeitsanteilen (ICD-10 F61.0)

Weiter gab Dr. H.________ an, die Beschwerdeführerin sei leicht verspätet zum 
Konsultationstermin gekommen. Sie habe dies damit begründet, mit dem Auto im Stau 
gestanden zu sein. Vor einem Jahr wäre es ihr nicht möglich gewesen, mit dem Auto nach 
I.________ zu reisen. Seit sie nicht mehr erwerbstätig sei, gehe es ihr psychisch besser. 
Sie sei wieder in der Lage, mit dem Auto zu fahren. Selbst im Stau bekomme sie keine 
Panikattacken. Seit Jahren benutze sie keine öffentlichen Verkehrsmittel. Zum Zeitpunkt 
als sie als junge Frau die Gewerbeschule in J.________ besucht habe, sei es ihr äusserst 

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schwer gefallen, mit dem Zug nach J.________ zu fahren. Seit 20 Jahren nutze sie 
öffentliche Verkehrsmittel nicht mehr. Sie nutze auch die Stadtbusse nicht. In der Stadt 
fahre sie mit dem Velo. Zeitlebens sei sie noch nie mit dem Flugzeug in die Ferien verreist 
(IV-act. 20 S. 7). 

Sodann stellte Dr. H.________ fest, dass die Beschwerdeführerin in der sozialen 
Beziehungs- und Bezugsfähigkeit beeinträchtigt sei. Die eingeschränkte 
zwischenmenschliche Beziehungs- und Bezugsfähigkeit ziehe sich wie ein roter Faden 
durch ihr Leben und habe bereits vor der depressiven Dekompensation bestanden. Die 
Beschwerdeführerin habe immer wieder erklärt, wegen der Ängste ein sozial 
zurückgezogenes Leben geführt zu haben. Ihr Leben habe sich zwischen Arbeit und 
Wohnung abgespielt (IV-act. 20 S. 17). Sie lebe allein in einer eigenen Wohnung. 
Angeblich führe sie ein zurückgezogenes Leben (IV-act. 20 S. 22). Abschliessend hielt der 
Gutachter fest, dass es während der Untersuchung keine Hinweise auf eine willentliche 
Verdeutlichung, Aggravation oder gar Simulation gegeben habe, was sich mit den 
medizinischen Akten decke (IV-act. 20 S. 23).

5.5 Der Psychiater Dipl. med. F.________, die behandelnde Psychologin Dipl.-Psych. 
K.________ und die Hausärztin Dr. med. L.________, Fachärztin für Allgemeine Innere 
Medizin, gaben in dem der Beschwerde beigelegten Bericht vom 13. April 2021 (BF-act. 2) 
an, mit der Beschwerdeführerin alle möglichen Szenarien für die Wahrnehmung des 
Begutachtungstermins durchgedacht und besprochen zu haben. Eine einfache Fahrt nach 
E.________ mit den öffentlichen Verkehrsmitteln dauere etwa drei Stunden. Hin- und 
Rückfahrt würden also sechs Stunden Fahrzeit bedeuten. Die Beschwerdeführerin 
vermeide seit sehr vielen Jahren die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel. Eine Reise mit 
Zug und Bus sei für sie unter keinen Umständen vorstellbar. Mit dem Auto wäre sie bei 
guter Verkehrslage knapp 1 ¾ Stunden unterwegs. Die gesamte Fahrzeit betrüge, wenn 
alles gut ginge, 3 ½ Stunden. Die Beschwerdeführerin berichte, dass sie aber auch das 
Fahren auf Autobahnen so gut es gehe meide. Sie fahre im Alltag höchstens auf Strecken 
im Umkreis, die sie gut kenne. Sie könne sich eine derart weite Fahrt nur mit Temesta 
vorstellen. Sie lebe allein und recht zurückgezogen. Sie habe auch aus der Familie und 
dem Freundeskreis keine Begleitperson nennen können, von der sie sich vorstellen 
könnte, sie auf dieser Reise zu begleiten und die ihr bei dieser Fahrt Sicherheit geben 
könnte. Eine Begleitung verunsichere sie ausserdem noch mehr. Auch wenn sich die seit 
der Kindheit bestehende Angstsymptomatik unter der Medikation mit Venlafaxin seit 2016 
deutlich gebessert habe, so könne man nicht davon ausgehen, dass diese vollständig 

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remittiert sei. Sinnvollerweise vermeide die Beschwerdeführerin Situationen, die 
Panikattacken auslösen würden.

5.6 In seiner Stellungnahme vom 14. Juni 2021 (Beilage zur Vernehmlassung) gab 
med. pract. M.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, namens des 
Regionalen Ärztlichen Dienstes Zentralschweiz an, dass bei der Beschwerdeführerin 
gemäss der Argumentation der Therapeuten eine schwerste Angststörung mit einer 
grundsätzlichen Unfähigkeit zur Wahrnehmung ausserhäuslicher Aktivitäten vorliegen 
müsste. Damit wäre ihr auch eine Begutachtung in der näheren Umgebung ihres 
Wohnortes, also eine Begutachtung überhaupt und generell nicht möglich. Dies stehe 
nicht im Einklang mit dem Funktionsniveau gemäss der Aktenlage. Der therapeutische 
Ansatz, das Vermeidungsverhalten der Versicherten zu unterstützen, sei zudem aus 
psychiatrischer Sicht mehr als verwunderlich, da bei einer dann derart schwer 
ausgeprägten Angststörung eigentlich eine stationäre Behandlung angesagt wäre. Die 
Behandler hätten allerdings nach wie vor keine eigenständige (schwer) ausgeprägte 
Angststörung gemäss ICD-10 F40/41 dokumentiert, sondern begründeten dies mit der 
ängstlich-vermeidenden Persönlichkeitskomponente und Verhinderung von 
möglicherweise auftretenden Panikattacken. Insofern sei die fachliche Argumentation 
mehr als fraglich fundiert und das Argument Vermeidung, um keine Panikattacken 
auszulösen, käme einem therapeutischen Nihilismus gleich. Ausserdem sei bei der 
Diagnose einer Persönlichkeitsstörung mit ängstlich-vermeidenden Anteilen und auch im 
Falle, dass tatsächlich eine Panikstörung vorliegen sollte, eine Anreise zum Beispiel mit 
Begleitung einer Vertrauensperson oder unter medikamentöser Reservemedikation 
zumutbar. Ansonsten wäre [eine Abklärung] bei jeglicher psychischer Beeinträchtigung mit 
Angst, sich per öffentlichem Verkehr oder Auto zur Begutachtung zu begeben, per se 
ausgeschlossen, was der Praxis und Realität widerspräche.

5.7 Dem hielten der Psychiater Dipl. med. F.________ und die Psychologin Dipl.-
Psych. K.________ in einer Stellungnahme vom 9. Juli 2021 (act. 8) entgegen, nach 
Entlassung aus der Klinik G.________ im März 2017 habe die medikamentöse 
Behandlung mit Venlafaxin der Beschwerdeführerin geholfen. Die belastenden 
Panikattacken seien kaum noch aufgetreten. Allerdings habe die Beschwerdeführerin 
bereits damals ein gewisses Vermeidungsverhalten aufgebaut. Sie nutze seit vielen 
Jahren niemals mehr öffentliche Verkehrsmittel und bewege sich mit dem Personenwagen 
lediglich in einem für sie sicheren Radius ungefähr zwischen J.________ und I.________. 
Es habe für die eher zurückgezogen lebende Beschwerdeführerin auch kein Anlass 

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bestanden, weitere Reisen auf sich zu nehmen. In der folgenden Zeit der beruflichen 
Wiedereingliederung sei also nie das Thema Angst und Panik im Mittelpunkt der 
Psychotherapie gestanden. Vielmehr sei es in erster Linie um das Thema 
Selbstwertstabilisierung bei einer höchst labilen Patientin gegangen, die vor allem im 
Umgang mit anderen Menschen enorme Selbstzweifel hege. Ausserdem seien die starke 
Erschöpfung und Erschöpfbarkeit und immer wieder auftretende Blockaden deutlich 
geworden. Diese verunmöglichten es der Beschwerdeführerin, ihre Arbeitsfähigkeit weiter 
zu steigern. Die jahrelang erlittenen heftigen Angstzustände seien am aktuellen 
Erschöpfungssyndrom ursächlich mitbeteiligt.

Sodann hielten die Therapeuten fest, eine Begutachtung der Beschwerdeführerin in der 
näheren Umgebung sei sehr wünschenswert. Diese bewege sich vorwiegend im Kanton 
Zug. Es sei ihr aber durchaus möglich, nach I.________ oder J.________ zu fahren. Alle 
weiteren Strecken würden sie übermässig viel Anstrengung kosten. Sie absichtlich in eine 
Überforderungssituation zu bringen, sei aus ethischen Gründen nicht vertretbar. Eine 
Vertrauensperson, die sie begleiten würde, habe sie nicht benennen können. Für die 
behandelnde Psychologin selbst erscheine der sehr grosse Zeitaufwand zur Begleitung 
der Patientin unverhältnismässig. Da die Patientin mit dem Personenwagen fahren 
müsste, wäre auch eine Reservemedikation mit Temesta wegen der Einschränkung der 
Fahrtauglichkeit wohl eher nicht zu empfehlen.

6.
6.1 Zunächst ist festzuhalten, dass das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung 
einer Streitsache in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen 
Verwaltungsverfügung (hier: 9. April 2021) eingetretenen Sachverhalt abstellt (BGE 132 V 
215 E. 3.1.1). Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither verändert haben, sollen im 
Normalfall Gegenstand einer neuen Verwaltungsverfügung sein (BGE 121 V 362 E. 1b). 
Diese sind indessen soweit zu berücksichtigen, als sie mit dem Streitgegenstand in engem 
Sachzusammenhang stehen und geeignet sind, die Beurteilung im Zeitpunkt des Erlasses 
der Verfügung zu beeinflussen (vgl. BGer 9C_24/2008 vom 27. Mai 2008 E. 2.3.1).

Vorliegend ergingen sämtliche im Beschwerdeverfahren eingereichten Arztberichte erst 
nach Erlass der angefochtenen Verfügung vom 9. April 2021. Diese können nach dem 
Gesagten dennoch berücksichtigt werden, zumal sie sich zum Gesundheitszustand der 
Beschwerdeführerin – sowie namentlich der vorliegend streitigen Frage der Reisefähigkeit 
der Beschwerdeführerin – im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung äussern.

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6.2 Den oben wiedergegebenen Stellungnahmen der behandelnden Ärzte lässt sich 
entnehmen, dass die Beschwerdeführerin ihre Ängste und ihr im Verlauf der Jahre 
entwickeltes Vermeidungsverhalten konstant beschreibt. Kongruent mit der 
gutachterlichen Feststellung, dass bei der Beschwerdeführerin keine Hinweise auf eine 
willentliche Verdeutlichung, Aggravation oder gar Simulation bestehen (vgl. E. 5.4), lassen 
sich in den Akten denn auch keine Anhaltspunkte für ein der geklagten Angstsymptomatik 
widersprechendes (Reise-) Verhalten finden. Vielmehr scheint sich die 
Beschwerdeführerin überwiegend im näheren Umkreis ihres Wohnortes aufzuhalten und 
auf Reisen zu verzichten, weshalb in diesem Verfahrensstadium keine Gründe für 
berechtigte Zweifel an ihren Angaben bestehen. 

Als selbständig Erwerbende mit Einmannbetrieb unweit des Wohnortes konnte sich die 
Beschwerdeführerin einen das Aufkommen von Ängsten vermeidenden und damit dem 
angegebenen Vermeidungsverhalten entsprechenden Nischenarbeitsplatz gestalten, was 
ihr eine offenbar lange Zeit erfolgreiche Berufstätigkeit ermöglichte. Da sich bisher weder 
die Ängste noch das Vermeidungsverhalten auf die Arbeitsfähigkeit ausgewirkt hatten, 
stand diese Problematik nachvollziehbarerweise weder in der (ambulanten oder 
stationären) Behandlung noch anlässlich der Begutachtung durch Dr. H.________ im 
Vordergrund. Dies vermag zwar zu erklären, weshalb der Gutachter eine klinisch relevante 
Angststörung verneinte, erlaubt jedoch nicht den Schluss, dass die von der 
Beschwerdeführerin vorgebrachten Panikattacken, welche eine Anreise zur Gutachterin 
med. pract. C.________ verhinderten, nicht nachvollziehbar seien (vgl. dazu die RAD-
Stellungnahme vom 8. April 2021 [IV-act. 71] sowie die darauf beruhende Begründung der 
angefochtenen Verfügung vom 9. April 2021 [IV-act. 72]).

Sodann stellen weder die Beschwerdeführerin noch ihre Therapeuten die grundsätzliche 
Notwendigkeit und Zumutbarkeit einer Begutachtung in Frage. Dementsprechend konnte 
2017 die Begutachtung durch Dr. H.________ (in I.________) ohne Umstände 
durchgeführt werden.

6.3 Die obige Aspekte nicht berücksichtigende Argumentation des RAD (E. 5.6) 
vermag somit nicht zu überzeugen. Demgegenüber liefern die beiden im 
Beschwerdeverfahren eingereichten Stellungnahmen der Therapeuten der 
Beschwerdeführerin vom 13. April und 9. Juli 2021 (E. 5.5 und 5.7) eine differenzierte und 
einleuchtende Begründung für die von der Beschwerdeführerin geltend gemachte 

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Reiseunfähigkeit. Es bestehen daher keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit, weshalb 
sie geeignet sind, den Beweis für die Unfähigkeit der Beschwerdeführerin zur Reise nach 
E.________ zu erbringen und dadurch die Vermutung der Zumutbarkeit einer 
medizinischen Begutachtung (E. 3.2) umzustossen.

Im Übrigen erscheint es ohne weiteres machbar, eine geeignete Gutachterperson in der 
näheren Umgebung zu finden.

Aus diesen Gründen ist in Gutheissung der Beschwerde die angefochtene Verfügung vom 
9. April 2021 aufzuheben und die Sache an die IV-Stelle Zug zurückzuweisen, damit sie 
eine psychiatrische Begutachtung im näheren Umkreis in Auftrag gebe.

7. Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr. 500.– festzulegen und ausgangsgemäss 
von der Beschwerdegegnerin zu tragen (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Der anwaltlich nicht 
vertretenen Beschwerdeführerin ist keine Parteientschädigung nach Art. 61 lit. g ATSG 
zuzusprechen.

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Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:
__________________________________

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom 9. April 
2021 aufgehoben und die Sache an die IV-Stelle Zug zurückgewiesen, damit sie 
eine psychiatrische Begutachtung im näheren Umkreis in Auftrag gebe.

2. Es wird eine Spruchgebühr von Fr. 500.– erhoben, welche der 
Beschwerdegegnerin auferlegt wird. 

3. Eine Parteientschädigung wird nicht zugesprochen.

4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der schriftlichen Eröffnung 
beim Schweizerischen Bundesgericht in Luzern Beschwerde in öffentlich-recht-
lichen Angelegenheiten eingereicht werden.

5. Mitteilung an die Beschwerdeführerin (mit ausführlicher Rechtsmittelbelehrung), 
an die IV-Stelle des Kantons Zug (Rechnung folgt nach Rechtskraft des Urteils), 
an das Bundesamt für Sozialversicherungen, Bern, und zum Vollzug von Ziffer 2 
im Dispositiv an die Finanzverwaltung des Kantons Zug.

Zug, 19. November 2021

Im Namen der
SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHEN KAMMER
Der Vorsitzende

Die Gerichtsschreiberin

versandt am