# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f63e2e2c-773a-59f6-98c1-1599a923eb5a
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-05-11
**Language:** de
**Title:** Zürich Steuerrekursgericht 11.05.2021 ES.2021.1
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Steuerrekurs/ZH_SRK_001_ES-2021-1_2021-05-11.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

1. Abteilung 

1 ES.2021.1 
 
 
 

Entscheid 
 
 

11. Mai 2021 
 
 

 
Mitwirkend: 

Einzelrichterin Christina Hefti und Gerichtsschreiber Ricardo Marino 
 
 
 
 

In Sachen 
 
 
A,   
 Rekurrent,  
 
 
 

gegen 
 
 
 
Staat  Zür ich ,   
 Rekursgegner,  
vertreten durch das kant. Steueramt, 
Dienstabteilung Inventarkontrolle/Erbschaftssteuer,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

 
 
 
 

betreffend 

Erbschaftssteuer (2. Rechtsgang) 
 
 
 

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1 ES.2021.1 

hat sich ergeben: 
 

 

 A. Am … 2016 starb B, wohnhaft gewesen in C. In ihrem Testament setzte sie 

u.a. A (nachfolgend der Pflichtige) als Erbe ein. In der Folge erhielt dieser einen Erban-

teil von Fr. 624'564.- und auferlegte ihm das kantonale Steueramt, Dienstabteilung 

Inventarkontrolle/Erbschaftssteuer, am 9. März 2017 eine Erbschaftssteuer von 

Fr. 185'220.-.  

 

 

 B. Eine vom Pflichtigen hiergegen erhobenen Einsprache, womit er sinnge-

mäss die Gewährung des Lebenspartnerabzugs von Fr. 50'000.- und dementspre-

chend die Ermässigung der Steuer beantragt hatte, wies das kantonale Steueramt am 

2. Juni 2017 ab.  

 

 

 C. Mit Rekurs vom 1./3. Juli 2017 wiederholte der Pflichtige den im Ein-

spracheverfahren gestellten Antrag. Das Steuerrekursgericht hiess mit Urteil vom 

7. August 2018 das Rekursbegehren teilweise gut und wies die Angelegenheit an das 

kantonale Steueramt zur weiteren Untersuchung und zum Neuentscheid zurück.  

 

 

 D. Nach durchgeführtem Beweisverfahren wies das kantonale Steueramt die 

Einsprache mit Entscheid vom 6. Januar 2021 erneut ab.  

 

 

 E. Hiergegen erhob der Pflichtige am 4. Februar 2021 (Poststempel) Rekurs. 

Das kantonale Steueramt schloss mit Rekursantwort vom 19. März 2021 auf Abwei-

sung des Rechtsmittels. Der Pflichtige bezog am 22. April 2021 dazu Stellung und hielt 

an seinem Antrag fest. 

 

 Auf die weiteren Parteivorbringen wird – soweit rechtserheblich – in den nach-

folgenden Erwägungen zurückgekommen. 

 

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1 ES.2021.1 

Die Einzelrichterin zieht in Erwägung: 

 

 

 1. Gegen den Einspracheentscheid kann der Steuerpflichtige nach § 43 Abs. 1 

des Erbschafts- und Schenkungssteuergesetzes vom 28. September 1986 (ESchG) 

Rekurs beim Steuerrekursgericht erheben. Laut § 43 Abs. 3 ESchG sind die Bestim-

mungen über das Rekursverfahren bei Einschätzungen für die Staatssteuer sinnge-

mäss anwendbar (§§ 147 ff. des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997; StG). 

 

 

 2. Nach § 3 Abs. 1 ESchG unterliegen der Erbschaftssteuer alle Vermögens-

übergänge (Erbanfälle und Zuwendungen) kraft gesetzlichen Erbrechts oder aufgrund 

einer Verfügung von Todes wegen. Zu den steuerbaren Vermögensübergängen gehö-

ren insbesondere solche aufgrund von Erbeinsetzung, Vermächtnis, Erbvertrag, 

Schenkung auf Todesfall und Errichtung einer Stiftung auf den Todesfall. Steuerpflich-

tig ist der Empfänger des übergehenden Vermögens (§ 8 Abs. 1 ESchG). Unter dem 

Titel "Steuerfreie Beträge" gewährt § 21 ESchG verschiedene Abzüge von den steuer-

baren Vermögensübergängen, so Fr. 50'000.- für die Lebenspartnerin oder den Leben-

spartner, die oder der während mindestens fünf Jahren mit dem Erblasser oder Schen-

ker im gleichen Haushalt zusammengelebt hat, sofern kein weiterer Abzug im Sinn von 

lit. a–d geltend gemacht wird (Abs. 1 lit. e). Praxisgemäss verlangt der Kanton Zürich 

für diesen Abzug eine Anmeldung der Lebenspartner an der gleichen Wohnsitzadresse 

(Bader/Bloch-Riemer, Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Erbschafts- und 

Schenkungssteuerrecht, 2019, § 25 N 12). 

 

 Nach der im Steuerrecht allgemein geltenden Beweislastregel von Art. 8 ZGB 

hat der Steuerpflichtige die steuermindernden Sachumstände darzutun und nachzu-

weisen (Richner/Frei/Kaufmann/Rohner, Kommentar zum Zürcher Steuergesetz, 4. A., 

2021, § 132 N 90 ff.), so auch das Vorliegen der Voraussetzungen für die Gewährung 

des Abzugs für Lebenspartner.  

 

 

 3. Unbestritten ist, dass der Pflichtige und die Erblasserin in verschiedenen 

Wohnsitzgemeinden angemeldet waren, namentlich in D und C. Auf die Frage des kan-

tonalen Steueramts, weswegen keine gemeinsame Meldeadresse bestanden habe, 

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1 ES.2021.1 

antwortete der Pflichtige "wir konnten uns doch nicht an allen Orten anmelden. Ich war 

in D gemeldet und B in C". Objektive Gründe, weswegen ein gemeinsames Anmieten 

bzw. Kaufen einer Wohnung nicht möglich gewesen wäre, nennt er nicht und sind, wie 

das kantonale Steueramt richtigerweise ausführt, auch aus den Akten nicht ersichtlich, 

waren doch sowohl der Pflichtige als auch die Erblasserin nicht mehr erwerbstätig und 

somit örtlich auch nicht gebunden. 

 

 Der Pflichtige macht geltend, er und die Erblasserin hätten sich jeweils ge-

meinsam an einer der beiden Meldeadressen (oder ferien- bzw. besuchshalber an an-

deren Orten) aufgehalten, weswegen die Voraussetzung des Zusammenlebens im 

gleichen Haushalt erfüllt sei. Ob diese Aussage zutrifft, lässt sich im Nachhinein nur 

schwer überprüfen, weswegen schematische Abgrenzungen, wie es die Zürcher Praxis 

mit dem Erfordernis der gleichen Meldeadresse vorsieht, zulässig sein müssen. Diese 

Abgrenzung hat das Bundesgericht in einem neueren Entscheid als sachlich begründet 

erachtet (BGr, 6. Februar 2018, 2C_685/2017, E. 4.4.4, auch zum Folgenden), da bei 

einer Wohngemeinschaft in zwei komplett ausgestatteten Wohnungen das Leben je-

derzeit vollumfänglich auf die eigene Wohnung beschränkt werden könne. Dies ist of-

fenbar vorliegend auch geschehen, führt doch der Pflichtige aus: "Vor ihrem Ableben 

war B müder als sonst und brauchte mehr Ruhe, deshalb schlief ich bei uns zu Hause 

in D, unweit der Wohnung in C, und schaute dort meine TV-Sendungen". Zwar wird in 

§ 21 Abs. 1 lit. e ESchG das Zusammenleben "im gleichen Haushalt" und nicht ein 

"gemeinsamer Wohnsitz" verlangt, jedoch ist aus dieser Formulierung keine Differenz 

zum Erfordernis des gemeinsamen Wohnsitzes abzuleiten. So hat denn der Gesetzge-

ber bewusst nicht nur eine Lebenspartnerschaft vorausgesetzt, sondern zusätzlich das 

Zusammenleben im gleichen Haushalt zu einer Bedingung für den Freibetrag gemacht. 

Darüber hinaus kann nach Rechtsprechung des Bundesgerichts bei getrennten Wohn-

sitzen nicht davon ausgegangen werden, dass der Willen bestanden habe, als unge-

teilte Wohngemeinschaft in derselben Haushaltung zu leben (BGE 138 V 86, E. 5.1.2). 

 

 Damit sind die Voraussetzungen von § 21 Abs. 1 lit e ESchG mangels Zu-

sammenlebens im gleichen Haushalt während fünf Jahren nicht erfüllt.  

 

 Anzumerken ist noch, dass auch das Vorliegen einer Lebensgemeinschaft im 

Sinn des Gesetzes anzuzweifeln ist. Eine solche weist nach Bundesgericht regelmäs-

sig eine geistig-seelische, eine körperliche und eine wirtschaftliche Komponente auf 

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1 ES.2021.1 

(Wohn-, Tisch- und Bettgemeinschaft), wobei nicht allen Komponenten dieselbe Be-

deutung zukommt. Um das Bestehen einer Lebensgemeinschaft beurteilen zu können, 

sind alle Umstände des Zusammenlebens von Bedeutung, weshalb der Richter in je-

dem Fall eine Würdigung sämtlicher massgebender Faktoren vorzunehmen hat (Gall-

metzer/Spichiger/Wolf, die Lebensgemeinschaften in Italien und der Schweiz, AJP 

5/2018 S. 581 mit Hinweis auf BGr, 2. Juli 2002, 5C.135/2002, E. 2.5). Frau E, die die 

Erblasserin nach eigener Aussage seit 1999 zweimal wöchentlich für einige Stunden 

oder einen halben Tag betreute, gab an, dass der Pflichtige sich ein Zimmer in der 

Wohnung der Erblasserin eingerichtet und bewohnt habe, was gegen das Vorliegen 

einer körperlichen Komponente in der Beziehung spricht. Ferner sprechen der Um-

stand, dass keine gemeinsame Wohnung angemietet oder gekauft wurde und somit 

diesbezüglich finanzielle Unabhängigkeit (unter Inkaufnahme höherer Kosten) bewahrt 

wurde und die Tatsache, dass der Pflichtige im Rahmen eines Verfahrens betreffend 

Schenkungssteuer im Mai 2016 erklärte, es handle sich beim erstatteten Betrag nicht 

um eine Schenkung, sondern um einen Ausgleich der Leistungen, die er der Erblasse-

rin in Form von Einkauf, Reparaturen in deren Haushalt etc. erbracht habe für ein feh-

len der wirtschaftlichen Komponente in der Beziehung. Nicht anzuzweifeln ist, dass 

zwischen dem Pflichtigen und der Erblasserin eine enge geistig-seelische Bindung 

bestand. Es ist aber nach dem Gesagten dem beweisbelasteten Pflichtigen nicht ge-

lungen, das Vorliegen einer Lebensgemeinschaft im Sinne der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung nachzuweisen.  

 

 

 4. Diese Erwägungen führen zur Abweisung des Rekurses. Ausgangsgemäss 

sind die Kosten des Verfahrens dem Pflichtigen aufzuerlegen (§ 43 Abs. 3 ESchG 

i.V.m. § 151 Abs. 1 StG). 

 

 

 

Demgemäss erkennt die Einzelrichterin: 

 

 

1. Der Rekurs wird abgewiesen.  

 

[…]