# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 05c1243e-a864-5190-afed-c233b85558da
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-03-30
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 30.03.2016 PF160010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_PF160010_2016-03-30.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Zivilkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: PF160010-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. A. Katzenstein, Vorsitzende, Oberrichterin 

lic. iur. E. Lichti Aschwanden und Ersatzrichter lic. iur. H. Meister 

sowie Gerichtsschreiberin lic. iur. K. Würsch 

Urteil vom 30. März 2016 

in Sachen 

 

A._____,  

Beschwerdeführer, 

 

betreffend 
Testamentseröffnung und Erbausschlagung / Kosten 

 
 

im Nachlass von B._____, geboren am tt. Dezember 1939, von C._____ SG, 
gestorben am tt.mm.2016, wohnhaft gewesen … [Adresse], 
 
 
Beschwerde gegen ein Urteil des Einzelgerichtes in Erbschaftssachen des Be-
zirksgerichtes Zürich vom 9. März 2016 (EL160149) 

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Erwägungen: 

1. 

1.1. Am tt.mm.2016 verstarb B._____, geboren am tt. Dezember 1939 (Erblas-

ser), mit letztem Wohnsitz in Zürich (vgl. act. 3). Am 11. Februar 2016 reichte das 

Notariat D._____ ein Testament des Erblassers vom 5. August 2014 – offen – zur 

Eröffnung beim Bezirksgericht Zürich, Einzelgericht Erbschaftssachen (fortan Vo-

rinstanz), ein (act. 1).  

1.2. Mit Urteil vom 9. März 2016 (act. 10 = act. 12 S. 3 f.) ordnete die Vorinstanz 

an, dass den Beteiligten je eine Fotokopie des Testaments zugestellt und das 

Originaltestament im Gerichtsarchiv aufbewahrt werde (Dispositiv-Ziffer 1). Die 

Ausschlagungserklärung von E._____ (eingesetzte Erbin) wurde zu Protokoll ge-

nommen (Dispositiv-Ziffer 2). Es wurde festgehalten, dass A._____ (einziger ge-

setzlicher und pflichtteilsgeschützter Erbe) berechtigt sei, die Ausstellung eines 

auf ihn lautenden Erbscheines zu verlangen (Dispositiv-Ziffer 3). Weiter wurde 

festgehalten, dass E._____ das Mandat als Willensvollstreckerin abgelehnt habe 

(Dispositiv-Ziffer 4). Im Übrigen wurde das Verfahren als erledigt abgeschrieben, 

die Regelung des Nachlasses sei Sache von A._____ (Dispositiv-Ziffer 5). Die 

Entscheidgebühr wurde auf Fr. 550.00 festgesetzt und als Barauslagen wurden 

Fr. 101.00 aufgeführt. Insgesamt beliefen sich die Kosten auf Fr. 651.00 (Disposi-

tiv-Ziffer 6). Die Vorinstanz entschied, dass die Entscheidgebühr im Umfang von 

Fr. 150.00 der ausschlagenden Erbin auferlegt werde. Die übrigen Kosten seien 

zu Lasten des Nachlasses mit separater Rechnung von A._____ zu beziehen 

(Dispositiv-Ziffer 7). 

2. 

2.1. Mit Eingabe vom 23. März 2016 (Datum Poststempel) erhob A._____ gegen 

das vorinstanzliche Urteil vom 9. März 2016 rechtzeitig ein mit "Berufung" betitel-

tes Rechtsmittel. Er erklärt, Dispositiv-Ziffer 7 des vorinstanzlichen Urteils anzu-

fechten, und er beantragt, es sei von ihm lediglich die Gebühr für die Erbaus-

schlagung zu erheben (act. 11 S. 1).  

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2.2. Die Eingabe von A._____ an die Kammer richtet sich einzig gegen die Kos-

tenauflage im Urteil vom 9. März 2016. Der Kostenentscheid (Entscheid über die 

Verteilung der Prozesskosten nach Art. 95 Abs. 1 ZPO) ist selbständig und unab-

hängig vom Streitwert nur mit Beschwerde anfechtbar (Art. 110 ZPO; Art. 319 

lit. b Ziff. 1 ZPO). Eine falsche Rechtsmittelbezeichnung schadet grundsätzlich 

nicht. Nach der Praxis der Kammer wird ein unrichtig bezeichnetes Rechtsmittel 

ohne Weiteres mit dem richtigen Namen bezeichnet und nach den richtigen Re-

geln behandelt (vgl. OGer ZH NQ110026 vom 23. Juni 2011, Erw. 2.2). Demnach 

ist die von A._____ (fortan Beschwerdeführer) als Berufung bezeichnete Eingabe 

als Beschwerde entgegenzunehmen.  

2.3. Das Beschwerdeverfahren richtet sich nach den Art. 319 ff. ZPO. Mit der 

Beschwerde können die unrichtige Rechtsanwendung und die offensichtlich un-

richtige Sachverhaltsfeststellung geltend gemacht werden (Art. 320 ZPO).  

2.4. Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (Art. 327 Abs. 1 ZPO; act. 1-

8). Auf weitere prozessleitende Schritte wurde verzichtet. 

3. 

3.1. Der Beschwerdeführer führt zur Begründung seiner Beschwerde aus, er sei 

als Kleinkind zur Adoption freigegeben worden. Er habe den Erblasser nie gese-

hen, er habe nie mit ihm Kontakt gehabt und ihn nicht gekannt. Seine Abklärun-

gen hätten ergeben, dass die Erbschaft zur Deckung der zu erwartenden Kosten 

nicht ausreiche. Die Entscheidgebühr könne daher nicht zu Lasten des Nachlas-

ses entrichtet werden. Eine derartige Inanspruchnahme (von ihm) wäre nach heu-

te geltendem Adoptionsrecht gar nicht mehr möglich, weshalb er die Erbschaft 

ausgeschlagen habe (act. 11). 

3.2. Die Kosten der Testamentseröffnung sind – wie die Vorinstanz zutreffend 

erwog (act. 12 S. 3) – Erbgangsschulden, für welche die Erben (solidarisch) haf-

ten (BSK ZGB II-Karrer/Vogt/Leu, 5. A., Basel 2015, Art. 557 N 18; BSK ZGB II-

Schaufelberger/Keller Lüscher, 5. A., Basel 2015, Art. 603 N 8). Vorbehalten sind 

allfällige rechtsgültige Ausschlagungserklärungen der Erben (vgl. OGer ZH 

LF120068 vom 30. Oktober 2012). Eine Ausschlagung hat binnen gesetzlicher 

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Frist unbedingt und vorbehaltlos zu erfolgen (Art. 566, Art. 567, Art. 570 Abs. 2 

ZGB). Zuständige Behörde für die Entgegennahme der Ausschlagung des Nach-

lasses ist nicht das Obergericht, sondern das Einzelgericht im summarischen Ver-

fahren des Bezirksgerichtes (Art. 570 ZGB i.V.m. § 24 lit. c GOG). Das Einzelge-

richt des Bezirksgerichtes hat über die Ausschlagung ein Protokoll zu führen 

(Art. 570 Abs. 2 ZPO). 

3.3. Die gemäss Testament eingesetzte Alleinerbin hat das Erbe vorliegend aus-

geschlagen. Das Adoptionsrecht vor der Gesetzesrevision im Jahr 1972 sah eine 

Aufrechterhaltung der erbrechtlichen Bindung an die bisherige Familie vor. Ohne 

ein gemeinsames Begehren der Adoptiveltern und des Adoptivkindes innert fünf-

jähriger Übergangsfrist, die unter bisherigem Recht ausgesprochene Adoption 

dem neuen Recht unterstellen zu wollen, gilt die genannte altrechtliche Regelung 

und damit die Erbberechtigung des Kindes gegenüber der Ursprungsfamilie weiter 

(Art. 12a und Art. 12b SchlT ZGB; BSK ZGB I-Breitschmid, 5. A., Basel 2014, 

Art. 267 N 1 und 21). Der Beschwerdeführer bestreitet nicht, aufgrund der Weiter-

geltung der altrechtlichen Bestimmungen über die Wirkungen der Adoption ge-

setzlicher Erbe des Erblassers zu sein. Der Beschwerdeführer reichte der Kam-

mer sodann zusammen mit seiner Beschwerde ein von ihm ausgefülltes und auf 

den 23. März 2016 datiertes Formular "Erbausschlagung" ein. Dass er am 9. März 

2016, dem Datum des angefochtenen vorinstanzlichen Entscheides, die Erbschaft 

(bereits) ausgeschlagen hatte, ist nicht ersichtlich und wurde vom Beschwerde-

führer nicht geltend gemacht. Der Vorinstanz kann folglich weder eine unrichtige 

Rechtsanwendung noch eine offensichtlich unrichtige Sachverhaltsfeststellung 

vorgeworfen werden. Der Kostenbezug vom Beschwerdeführer gemäss dem vor-

instanzlichen Urteil vom 9. März 2016 erfolgte daher zu Recht. Dies führt zur Ab-

weisung der Beschwerde. Ergänzend ist allerdings auf Folgendes hinzuweisen: 

Das der Kammer eingereichte Formular "Erbausschlagung" des Beschwerdefüh-

rers ist der Vorinstanz zur Behandlung zu überweisen; das Einzelgericht wird über 

die Protokollierung der Ausschlagungserklärung des Beschwerdeführers zu ent-

scheiden haben. Bei Protokollierung der Erbausschlagung wird der Beschwerde-

führer die Kosten zu tragen haben. Denn mit der Erbausschlagung hat er die Be-

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hörden im eigenen Interesse angerufen und zum handeln veranlasst (vgl. zum 

Ganzen OGer ZH PF130062 vom 10. Dezember 2013 m.w.H.). Die rechtsgültige 

Ausschlagung würde im Weiteren dazu führen, dass der Beschwerdeführer seine 

Stellung als gesetzlicher Erbe verlieren und er als Folge nicht mehr für die Kosten 

der Testamentseröffnung haften würde. Das Einzelgericht hätte somit in Abände-

rung von Dispositiv-Ziffer 7 des Urteils vom 9. März 2016 einen neuen Entscheid 

über den Kostenbezug zu erlassen. Bereits heute, im vorliegenden Beschwerde-

verfahren, die beantragte Korrektur vorzunehmen, ist nicht möglich. Erstens ist 

die Ausschlagung von der zuständigen Behörde noch nicht protokolliert, zweitens 

würden die Ausschlagungserklärung vom 23. März 2016 und deren Protokollie-

rung unzulässige Noven darstellen (vgl. Art. 326 Abs. 1 ZPO).  

4. 

Umständehalber sind für das Beschwerdeverfahren keine Kosten zu erheben. Ei-

ne Entschädigung ist nicht zuzusprechen. 

Es wird erkannt: 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Der Vorinstanz wird das vom Beschwerdeführer ausgefüllte Formular "Er-

bausschlagung" zur Behandlung überwiesen. 

3. Für das Beschwerdeverfahren werden keine Kosten erhoben. 

4. Es wird keine Entschädigung zugesprochen. 

5. Schriftliche Mitteilung an den Beschwerdeführer sowie an das Bezirksgericht 

Zürich, Einzelgericht Erbschaftssachen, unter Beilage von act. 13 und der 

erstinstanzlichen Akten, je gegen Empfangsschein. 

6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 

30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

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Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). 

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG.  

Es handelt sich um eine vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt 
Fr. 501.00. 

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 
 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

II. Zivilkammer 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. K. Würsch 
 
 
versandt am: 

	Urteil vom 30. März 2016
	Erwägungen:
	Es wird erkannt:
	1. Die Beschwerde wird abgewiesen.
	2. Der Vorinstanz wird das vom Beschwerdeführer ausgefüllte Formular "Erbausschlagung" zur Behandlung überwiesen.
	3. Für das Beschwerdeverfahren werden keine Kosten erhoben.
	4. Es wird keine Entschädigung zugesprochen.
	5. Schriftliche Mitteilung an den Beschwerdeführer sowie an das Bezirksgericht Zürich, Einzelgericht Erbschaftssachen, unter Beilage von act. 13 und der erstinstanzlichen Akten, je gegen Empfangsschein.
	6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...