# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a1eb21f2-e7fb-5d88-89e5-dccf06138729
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-05-23
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 23.05.2012 BB.2012.36
**Docket/Reference:** BB.2012.36
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_BB-2012-36_2012-05-23

## Full Text

Ausstand der Bundesanwaltschaft (Art. 59 Abs. 1 lit. b i.V.m. Art. 56 StPO).;;Ausstand der Bundesanwaltschaft (Art. 59 Abs. 1 lit. b i.V.m. Art. 56 StPO).;;Ausstand der Bundesanwaltschaft (Art. 59 Abs. 1 lit. b i.V.m. Art. 56 StPO).;;Ausstand der Bundesanwaltschaft (Art. 59 Abs. 1 lit. b i.V.m. Art. 56 StPO).

Beschluss vom 23. Mai 2012 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Stephan Blättler, Vorsitz, 
Tito Ponti und Patrick Robert-Nicoud,  
Gerichtsschreiberin Sarah Wirz  

   
 
Parteien 

  
A., vertreten durch Rechtsanwalt Florian Baumann, 
 

Gesuchsteller 
 

 gegen 
   

B., Staatsanwalt des Bundes, 
 
C., Staatsanwalt des Bundes, 

 
Gesuchsgegner 

  
Gegenstand  Ausstand der Bundesanwaltschaft (Art. 59 Abs. 1 

lit. b i.V.m. Art. 56 StPO) 
 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: BB.2012.36 
 
 
 

- 2 - 

 

 

 
Die Beschwerdekammer hält fest, dass: 
 

- die Bundesanwaltschaft mit Strafbefehl vom 22. November 2011 gegen die 
D. AG einen Strafbefehl erliess, worin A. namentlich als Empfänger von 
Bestechungszahlungen genannt wurde (act. 2, S. 2);  

 
- A. mit Eingabe vom 6. März 2012 gegen B. und C., beides Staatsanwälte 

des Bundes ein Ausstandsgesuch stellt (act.1); 
 

- A. in dieser Eingabe zudem beantragt, es seien alle Verfahrenshandlun-
gen, an welchen B. und seine Kollegen beteiligt waren, insbesondere die 
Verfügung betreffend Verweigerung der Akteneinsicht vom 8. Februar 
2012, aufzuheben, eventualiter in Wiedererwägung zu ziehen und es sei 
dem Gesuchsteller umgehend vollumfängliche Akteneinsicht zu gewähren 
(act. 1, S. 2); 

 
- die Bundesanwaltschaft in ihrer Stellungnahme vom 20. März 2012 auf 

Abweisung des Gesuches schliesst, soweit darauf eingetreten werden kön-
ne (act. 2); 

 
- A. mit Eingabe vom 29. März 2012 an seinen gestellten Anträgen festhält 

(act. 4), was der Bundesanwaltschaft am 30. März 2012 zur Kenntnisnah-
me mitgeteilt wurde (act. 5). 

 
 
 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass: 
 

- gemäss Art. 58 Abs. 1 StPO eine Partei, die den Ausstand einer in einer 
Strafbehörden tätigen Person verlangen will, der Verfahrensleitung ohne 
Verzug ein entsprechendes Gesuch zu stellen hat, sobald sie vom Aus-
standsgrund Kenntnis hat; 

 
- der Gesuchsteller die Befangenheit des Gesuchsgegners durch seine na-

mentliche Nennung im Strafbefehl vom 22. November 2011 begründet sieht 
(act. 1 und act. 4); 

 
- er von dieser Nennung bereits seit längerer Zeit Kenntnis hat; er sich je-

doch erst aufgrund des Entscheides der Beschwerdekammer des Bundes-
strafgerichts, worin in der namentlichen Nennung von mutmasslichen Be-
stechungsgeldempfängern für ihre Verfahren eine Befangenheit der betrof-
fenen Staatsanwälte des Bundes erblickt wurde (Entscheid des Bundes-

- 3 - 

 

 

strafgerichts BB.2011.135 und BB.2011.136 vom 14. Februar 2012), zur 
Stellung des Ausstandsgesuches veranlasst sah; 

 
- das Ausstandsgesuch so früh wie möglich, d.h. in den nächsten Tagen 

nach Kenntnisnahme des Ausstandsgrundes, zu stellen ist (BOOG, Basler 
Kommentar, Basel 2011, Art. 58 N.5 mit weiteren Hinweisen); 

 
- vorliegend das Ausstandsgesuch erst mehrere Wochen nach Kenntnis-

nahme der namentlichen Nennung des Gesuchstellers im Strafbefehl vom 
22. November 2011 erfolgte und deswegen als verspätet zu qualifizieren 
ist; 

 
- das Begehren um Akteneinsicht, bzw. deren Verweigerung bereits beim 

Bundesverwaltungsgericht hängig ist und eine mögliche Beschwerde bei 
der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts gemäss Art. 396 StPO 
ohnehin verspätet erfolgt wäre (act. 1.2); 

 
- nach dem Gesagten auf das Gesuch nicht einzutreten ist; 

 
- bei diesem Ausgang des Verfahrens die Gerichtskosten dem Gesuchsteller 

aufzuerlegen sind (Art. 428 Abs. 1 StPO); 
 

- die Gerichtsgebühr auf Fr. 500.-- festzusetzen ist (Art. 73 StBOG sowie 
Art. 5 und Art. 8 Abs. 1 des Reglements des Bundesstrafgerichts vom 
31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und Entschädigungen in Bun-
desstrafverfahren, BStKR; SR 173.713.162). 

- 4 - 

 

 

Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 
 
1. Auf das Gesuch wird nicht eingetreten. 
 
2. Die Gerichtsgebühr in Höhe von Fr. 500.-- wird dem Gesuchsteller auferlegt. 

 
 

Bellinzona, 23. Mai 2012 
 
Im Namen der Beschwerdekammer 
des Bundesstrafgerichts 
 
Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:  
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Zustellung an 
 
- Rechtsanwalt Florian Baumann, 
- B., Staatsanwalt des Bundes, 
- C., Staatsanwalt des Bundes, 
 
 
Rechtsmittelbelehrung 

Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.