# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9a7b1bb0-7008-5c06-b94c-5660de3a9b22
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2009-10-09
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 09.10.2009 IV 2008/209
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2008-209_2009-10-09.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2008/209

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 02.07.2020

Entscheiddatum: 09.10.2009

Entscheid Versicherungsgericht, 09.10.2009
Art. 8 ATSG, Art. 16 ATSG, Art. 28 IVG. Invaliditätsbemessung mittels 
Einkommensvergleich (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons 
St. Gallen vom 9. Oktober 2009, IV 2008/209). Bestätigt durch Urteil des 
Bundesgerichts 9C_957/2009.

Präsident Franz Schlauri, Versicherungsrichterin Monika Gehrer-Hug, 

Versicherungsrichter Martin Rutishauser; Gerichtsschreiber Ralph Jöhl

Entscheid vom 9. Oktober 2009

in Sachen

L.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Stefan Gnädinger, c/o Glaus & Partner,

Obergasse 28, Postfach 133, 8730 Uznach,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Rente

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Sachverhalt:

A.   

L.___ (Jg. 1950) meldete sich am 2. Mai 2007 zum Bezug von IV-Leistungen 

(Arbeitsvermittlung, Rente) an. Im Gesuchsformular gab sie u.a. an, die habe in ihrem 

Herkunftsland ein pädagogisches Studium absolviert. Von 2000 bis 2007 sei sie als 

Produktionsmitarbeiterin in einer Bäckerei tätig gewesen. Im Fragebogen für die 

berufliche Integration gab die A.___ AG am 11. Mai 2007 an, die Versicherte würde 

aktuell Fr. 44'200.- verdienen. Dr. med. B.___ berichtete am 16. Mai 2007, die 

Versicherte leide an einem Panvertebralsyndrom links, an Osteopenie und 

wahrscheinlich an einer sekundären Fibromyalgie bestehend seit Frühjahr 2006. Die 

Versicherte sei in ihrer bisherigen Tätigkeit halbtags zu 100% arbeitsfähig. Die 

Eingliederungsberatung der IV-Stelle hielt am 26./27. Juni 2007 fest, die Versicherte 

fühle sich subjektiv nicht mehr arbeitsfähig. Da sie bei der aktiven Stellensuche durch 

das RAV optimal betreut werde, sei der Fall abzuschliessen. Die Versicherte selbst 

hatte am 20. Juni 2007 angegeben, dass sie nur einen Rentenentscheid wünsche. Dr. 

med. C.___ berichtete am 4. Juli 2007, die Versicherte leide an einem 

Panvertebralsyndrom (momentan lumbospondylogen linksbetont), wahrscheinlich an 

einer sekundären Fibromyalgie und an einem Verdacht auf eine beginnende 

Gonarthrose links. Die Versicherte habe acht Stunden lang in nach vorn gebückter 

Haltung arbeiten müssen. Dabei habe sie gegen Nachmittag intensive Schmerzen 

lumbal und zervikal bekommen. Diese Arbeit sei nicht mehr zumutbar. Körperlich 

leichte Arbeiten im Wechsel zwischen Sitzen, Stehen und Gehen ohne Heben von 

Lasten über 5 kg seien zu 50% zumutbar.

B.   

Dr. med. D.___ vom RAD Ostschweiz empfahl eine bidisziplinäre (rheumatologische 

und psychiatrische) Begutachtung. Dr. med. E.___ führte in seinem psychiatrischen 

Untergutachten vom 15. November 2007 aus, die Versicherte habe angegeben, das 

zweijährige Studium habe einer Primarlehrerausbildung entsprochen. Sie habe in ihrem 

Herkunftsland während 23 Jahren als Lehrerin in einem Dorf gearbeitet. Als der Krieg 

ausgebrochen sei, sei sie mit den beiden Kindern zu ihrem Ehemann in die Schweiz 

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gekommen. Sie habe versucht, Deutsch zu lernen. Nach verschiedenen 

Aushilfsarbeiten habe sie die Stelle bei A.___ AG gefunden. Ab 2005 habe sie 

zunehmend unter der sitzend/stehend ausgeübten Tätigkeit gelitten. Dr. med. E.___ 

berichtete weiter, die Versicherte habe sich bewusstseinsklar und allseits orientiert 

gezeigt. Konzentration, Aufmerksamkeit und Auffassung seien intakt gewesen. Formal-

gedanklich habe die Versicherte über nächtliches Gedankenkreisen mit Zukunftssorgen 

berichtet. Es habe keine Hinweise auf Wahn, Sinnestäuschungen oder Ich-Störungen 

gegeben. Insbesondere bei Schmerzexazerbation sei die Versicherte dysthym 

verstimmt. Ausserdem sei sie zunehmend anhedon und perspektivelos mit 

ausgeprägten Zukunftssorgen und Existenzängsten, psychomotorisch eher 

antriebsarm mit beginnendem sozialem Rückzug. Die Versicherte leide an einer 

Verhaltensauffälligkeit bei andernorts klassifizierten Erkrankungen (ICD-10 F54). Um 

einer dysthymen/depressiven Entwicklung vorzubeugen, wäre es wichtig, die 

Versicherte im Arbeitsprozess zu reintegrieren. Die berechtigten Existenzängste und 

Zukunftssorgen seien in der Diagnose berücksichtigt. Dabei handle es sich um eine 

verständliche Reaktion. Eine Tendenz zu einer somatoformen Schmerzausweitung sei 

nicht feststellbar. Aus psychiatrischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt.

C.   

Der Rheumatologe Dr. med. F.___ berichtete im Gutachten vom 27. Dezember 2007, es 

bestehe ein chronisches lumbal und zervikothorakal akzentuiertes 

Panvertebralsyndrom bei/mit Wirbelsäulenfehlform und –fehlhaltung, muskulärer 

Dysbalance, Osteopenie, Fehlstatik bei Übergewicht (BMI 28) und Dekonditionierung. 

Die Osteopenie könne nur schwerlich für die geklagten Beschwerden verantwortlich 

gemacht werden. Im Rahmen der Arbeitskarenz habe sich eine fibromygieforme 

Generalisationstendenz der Beschwerden mit Ausdehnung zur ganzen Wirbelsäule 

gezeigt. Zeichen für eine periphere oder spinale Kompression neuromeningealer 

Strukturen fehlten. Das arbeitsmedizinische Problem bestehe in einer primär durch die 

Dekonditionierung und die Fehlstatik bei Übergewicht erklärbare Minderung der 

Belastbarkeit des Rumpfes sowie des Achsenorgans für alle Tätigkeiten mit Heben und 

Tragen von schweren Lasten sowie für Arbeiten in wirbelsäulenbelastenden 

Zwangspositionen längerdauernd rein stehend, in vornübergeneigter Körperhaltung, 

mit repetitiv rumpfrotierenden Stereotypien und im Überkopfbereich. Zumutbar seien 

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alle körperlich leicht belastenden Tätigkeiten in wirbelsäulenadaptierten 

Wechselpositionen. Die Osteopenie habe bis zu körperlich mittelschwer belastenden 

Tätigkeiten keine Arbeitsunfähigkeit zur Folge. Es bestehe eine Reihe von IV-fremden 

Cofaktoren (fortgeschrittenes Lebensalter, zunehmende Selbständigkeit der Kinder, 

abnehmender Bedarf nach Zusatzverdienst), die eine Chronifizierung begünstigten. In 

angepassten Tätigkeiten sei die Versicherte zu 100% arbeitsfähig. Dr. med. D.___ vom 

RAD gab folgende Bedingungen einer adaptierten Tätigkeit an: leichte 

Wechselbelastung mit Handhaben von Gewichten bis 10 kg ohne 

Bewegungsstereotypien und ohne Zwangspositionen.

D.   

Mit einer Verfügung vom 22. Januar 2008 schloss die IV-Stelle die Arbeitsvermittlung 

ab. Mit einem Vorbescheid vom 23. Januar 2008 teilte sie der Versicherten mit, dass 

sie beabsichtige, das Rentenbegehren abzuweisen, da keine Invalidität vorliege. Dr. 

med. B.___ wandte am 3. Februar 2008 für die Versicherte ein, auch für eine adaptierte 

Erwerbstätigkeit bestehe eine Arbeitsfähigkeit von lediglich 50%. Durch ihren 

Rechtsvertreter liess die Versicherte am 25. März 2008 einwenden, eine Stellungnahme 

von Dr. med. B.___ vom 10. März 2008 zeige, dass das Gutachten in mehreren 

Punkten unrichtig sei. Dr. med. B.___ hatte in dieser Stellungnahme angegeben, er 

könne keine IV-fremden Cofaktoren erkennen. Die Versicherte sei sehr gut integriert, 

willig, arbeitsam und sehr kooperativ. Die A.___ AG habe die Versicherte in die 

Sozialversicherung entsorgt. In der wahren Welt gebe es keine adaptierten Tätigkeiten. 

Mit einer Verfügung vom 31. März 2008 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren ab. Sie 

ging davon aus, dass die Versicherte nicht invalid sei, weil das zumutbare 

Invalideneinkommen dem Valideneinkommen entspreche. Den Ausführungen von Dr. 

med. B.___ hielt sie entgegen, es gebe keine Hinweise auf eine Verschlechterung des 

Gesundheitszustandes seit der Begutachtung. Das Ergebnis der bidisziplinären 

Begutachtung sei weit überzeugender als die Einschätzung durch Dr. med. B.___.

E.  

Die Versicherte liess durch ihren Rechtsvertreter am 30. April 2008 Beschwerde gegen 

diese Abweisungsverfügung erheben und sinngemäss beantragen, der Invaliditätsgrad 

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sei auf mindestens 50% festzusetzen. Eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an 

die IV-Stelle zurückzuweisen. Der Beschwerde lag ein Bericht von Dr. med. G.___ vom 

4. April 2008 an Dr. med. B.___ bei. Laut diesem Bericht konnte die Versicherte ihre 

bisherige Tätigkeit nicht mehr zu 100% ausführen. Eine 50%ige angepasste Tätigkeit 

könnte jedoch sehr gut bewältigt werden. Der Rechtsvertreter der Versicherten führte 

sinngemäss aus, die Versicherte könnte nur als Hilfskraft eine neue Stelle finden. Bei 

solchen Stellen handle es sich aber in aller Regel um körperliche Arbeiten, die aufgrund 

der übermässigen Belastung nur zu 50% zumutbar wären. Trotz guten Willens und 

tadelloser Motivation werde die Versicherte in ihrem Alter weder eine Arbeit mit 

geringer körperlicher Belastung zu 100% noch eine körperliche Arbeit zu 50% finden 

können. Auch bei der Haushaltsarbeit sei die Versicherte stark eingeschränkt. Nach 

einem Rehabilitationsaufenthalt anfangs 2006 habe die Erwerbstätigkeit wieder 

aufgenommen und schrittweise bis auf 70% erhöht werden können. Ab anfangs 2007 

habe wieder auf 50% reduziert werden müssen, worauf es zur Kündigung gekommen 

sei. Demzufolge bestehe ein Anspruch auf eine Rente, denn die durchschnittliche 

Arbeitsunfähigkeit habe während eines Jahres durchschnittlich 50% betragen. Dr. med. 

G.___ und der Hausarzt seien beide der Meinung, dass ein Invaliditätsgrad von 50% 

vorliege.

F.  

Die IV-Stelle beantragte am 2. Juli 2008 die Abweisung der Beschwerde. Sie führte 

aus, sie habe die Versicherte als vollerwerbstätig qualifiziert. Demnach spiele die 

Einschränkung im Haushalt für die Invaliditätsbemessung keine Rolle. Da die Invalidität 

anhand der Arbeitsfähigkeit in einer dem Leiden angepassten Tätigkeit ermittelt werden 

müsse, sei auch die Arbeitsfähigkeit an der angestammten Arbeitsstelle in der Bäckerei 

nicht massgebend. Das Gutachten habe überzeugend eine Arbeitsfähigkeit von 100% 

in einer angepassten Tätigkeit ergeben. Es könne keine Rede davon sein, dass 

Hilfsarbeiten regelmässig körperlich schwere Arbeiten seien und dass die Versicherte 

deshalb keine Stelle finden würde.

G.   

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Die Versicherte liess am 10. Oktober 2008 einwenden, am 24. Juni 2008 seien 

Röntgenbilder erstellt worden, welche die Ursache des schweren Rückenleidens 

erklärten. Es sei eine rechtsseitige Spondylolyse L5 diagnostiziert worden, die zu einer 

Instabilität im Segment L5/S1 führe. Die Belastbarkeit sei stark eingeschränkt. Es 

dürften noch Gewichte bis maximal 10 kg gehoben werden, längerfristig gar nur noch 

von 2 kg. Sie sei deshalb weiterhin nicht in der Lage, schwerere Arbeiten zu verrichten. 

Gemäss dem beiliegenden Bericht von Dr. med. G.___ bestand eine verminderte 

Belastbarkeit des Achsenorgans für alle Tätigkeiten mit Heben oder Tragen von 

schweren Lasten, Zwangshaltungen, langdauerndem reinen Stehen insbesondere in 

vornübergeneigter Haltung, Arbeit mit repetitiven Rumpf- oder HWS-rotierenden 

Stereotypien und im Überkopfbereich.

H.   

Die IV-Stelle wies am 21. Oktober 2008 darauf hin, dass sich die Befunde im Gutachten 

weitgehend mit denjenigen von Dr. med. G.___ deckten. Dr. med. G.___ halte eine 

angepasste Tätigkeit offenbar für zu 100% zumutbar.

Erwägungen:

1.  

1.1  Gemäss Art. 16 ATSG ist das Einkommen, das die versicherte Person nach dem 

Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der medizinischen Behandlung und 

allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei 

ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung 

zu setzen zum Erwerbseinkommen, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn 

sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Ausgangspunkt der Ermittlung 

des zumutbaren Invalideneinkommens ist die Arbeitsfähigkeit der versicherten Person. 

Dr. med. C.___ hat am 4. Juli 2007 eine Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in 

einer körperlich leichten, wechselnd im Sitzen, im Stehen oder im Gehen 

auszuübenden Erwerbstätigkeit von "sicherlich" 50% angegeben. Sie hat die bisherige 

Tätigkeit als unzumutbar bezeichnet. Warum die Beschwerden (Rückenschmerzen 

aktuell intensiv lumbal, Nackenschmerzen vor allem bei der früher ausgeübten 

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Tätigkeit) auch in einer leidensadaptierten Tätigkeit eine erhebliche Arbeitsunfähigkeit 

zur Folge haben sollten, hat sie nicht erklärt. Möglicherweise ist die Verwendung des 

Wortes "sicherlich" so zu verstehen, dass die Beschwerdeführerin mindestens zu 50% 

arbeitsfähig sein soll, dass der Arbeitsfähigkeitsgrad also auch mehr als 50% betragen 

kann. Angesichts dieser Unsicherheit und angesichts des Fehlens einer medizinischen 

Begründung vermag die Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. med. C.___ nicht zu 

überzeugen.

1.2  Die Beschwerdeführerin interpretiert die Ausführungen von Dr. med. B.___ und Dr. 

med. G.___ so, dass für eine leidensadaptierte Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 50% 

angenommen worden sei. Tatsächlich hat Dr. med. B.___ aber in seinen 

Stellungnahmen vom 3. Februar und vom 10. März 2008 nicht auf eine 

leidensadaptierte, sondern auf die zuletzt bei A.___ AG ausgeübte Tätigkeit Bezug 

genommen. Er hat nämlich unterstellt, dass es gar keine Arbeitsplätze gebe, an denen 

die Beschwerdeführerin in einer ihrem leiden adaptierten Art und Weise tätig sein 

könnte, so dass auch keine Arbeitsfähigkeitsschätzung bezogen auf eine solche 

Tätigkeit abgegeben werden müsse. Dr. med. B.___ hat also keine 

Arbeitsfähigkeitsschätzung vorgenommen, die der Bemessung des 

Invalideneinkommens dienen könnte. Dr. med. G.___ hat am 4. April 2008 zwar eine 

Arbeitsfähigkeit von 50% angegeben, aber er hat nicht klargestellt, ob sich diese 

Einschätzung auf die frühere Tätigkeit bei der A.___ AG oder auf eine leidensadaptierte 

Tätigkeit beziehe. Wenn sie sich auf eine leidensadaptierte Erwerbstätigkeit bezogen 

hat, dann fehlt jede Begründung dafür, dass hauptsächlich belastungsabhängige 

Beschwerden die Ausübung einer nicht belastenden Tätigkeit nur zu 50% zulassen 

sollten. Im übrigen dürfte auch die Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. med. G.___ 

durch die äusserst pessimistische Einstellung von Dr. med. B.___ betreffend die 

Chancen der Beschwerdeführerin, eine leidensadaptierte Arbeitsstelle zu finden, 

beeinflusst sein. Die unter diesen Umständen abgegebenen 

Arbeitsfähigkeitsschätzungen vermögen nicht zu überzeugen. Sie belegen weder eine 

vollständige Arbeitsunfähigkeit noch eine 50%ige Arbeitsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin in einer leidensadaptierten Erwerbstätigkeit.

1.3  Trotzdem ist zu beachten, dass Dr. med. B.___ als Hausarzt keine Zweifel an der 

Einschätzung des begutachtenden Psychiaters Dr. med. E.___ geäussert hat. Hätte Dr. 

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med. B.___ eine für die Arbeitsfähigkeit erhebliche Beeinträchtigung der psychischen 

Gesundheit der Beschwerdeführerin festgestellt oder vermutet, so hätte er sicher nicht 

gezögert, dies mitzuteilen. Auch auf Dr. med. B.___ hat die Beschwerdeführerin also 

nicht den Eindruck gemacht, dass sie durch eine Beeinträchtigung ihrer psychischen 

Gesundheit in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sei. Die Ausführungen von Dr. med. 

E.___ in dessen Gutachten vom 15. November 2007 entfalten aber auch ohne eine 

indirekte Bestätigung durch Dr. med. B.___ ausreichenden Beweiswert, denn die für 

eine über die Verhaltensauffälligkeit hinausgehende psychische Erkrankung typischen 

Symptome fehlen. Es steht deshalb mit dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit fest, dass die Beschwerdeführerin jedenfalls nicht aus psychischen 

Gründen in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist.

1.4  Dr. med. F.___ hat im Gutachten vom 27. Dezember 2007 unter Verweis auf das 

Ergebnis der klinischen und der bildgebenden Untersuchungen festgestellt, dass die 

Beschwerdeführerin in einer körperlich leichten Tätigkeit in wirbelsäulenadaptierten 

Wechselpositionen uneingeschränkt arbeitsfähig sei. Die im Lauf des Jahres 2008 

erstellten Röntgenbilder, die offenbar eine präzisere Diagnose ermöglicht haben, 

bestätigen nur das Ergebnis der Abklärung durch Dr. med. F.___ und damit auch 

dessen Arbeitsfähigkeitsschätzung. Dr. med. F.___ hat zwar auf die Existenz "IV-

fremder Cofaktoren" hingewiesen, aber er hat das nicht auf die Arbeitsfähigkeit, 

sondern auf die medizinische Prognose bezogen. Er hat nämlich die Auffassung 

geäussert, dass diese Cofaktoren die Chronifizierungsgefahr erhöhten. Im Gegensatz 

zu Dr. med. F.___, der die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin als unabhängiger 

und erfahrener Sachverständiger beurteilt hat, haben die behandelnden Ärzte die 

Arbeitsfähigkeit hauptsächlich aus therapeutischer Sicht abgegeben. Besonders 

ausgeprägt ist das bei derjenigen von Dr. med. B.___ der Fall gewesen. Er behandelt 

die Beschwerdeführerin schon seit Jahren, so dass die Möglichkeit nicht von der Hand 

gewiesen werden kann, dass er die Selbstdarstellung der Beschwerdeführerin als willig, 

arbeitsam und sehr kooperativ, aber durch die körperlichen Beschwerden an der 

Umsetzung dieser Eigenschaften in einer Erwerbstätigkeit verhindert, unkritisch 

übernommen und gar nicht geprüft hat, ob die Beschwerdeführerin sich bei ihrer 

Selbstdarstellung allenfalls ausschliesslich an der bisherigen Tätigkeit bei der A.___ AG 

orientiert hat. Dafür spricht auch, dass die Möglichkeit einer verbesserten 

Schmerzmitteltherapie und damit einer Erhöhung der Arbeitsfähigkeit für die 

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behandelnden Ärzte nie ein Thema gewesen ist. Dr. med. B.___ scheint ohne weiteres 

akzeptiert zu haben, dass die Beschwerdeführerin die entsprechenden Möglichkeiten 

nicht hat ausnützen wollen. Seine Arbeitsfähigkeitsschätzung beruht demnach auf 

einem Gesundheitszustand, der zumutbarerweise im Hinblick auf die Arbeitsfähigkeit 

verbessert werden könnte. Zusammenfassend ist festzustellen, dass die 

Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. med. F.___ überzeugt. Das bedeutet, dass die 

Beschwerdeführerin mit überwiegender Wahrscheinlichkeit in einer leidensadaptierten 

Erwerbstätigkeit zu 100% arbeitsfähig ist.

1.5  Dr. med. B.___ und diesem folgend auch der Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin machen im Ergebnis geltend, die Arbeitsfähigkeit sei wirtschaftlich 

nicht verwertbar, weil es keine Stellen gebe, an denen die Beschwerdeführerin in 

leidensadaptierter Weise tätig sein könnte. Alle Hilfsarbeiten seien nämlich körperlich 

belastend. Die Beschwerdegegnerin hat zu Recht darauf hingewiesen, dass es auf dem 

allgemeinen und ausgeglichenen Arbeitsmarkt durchaus Stellen für Hilfsarbeiterinnen 

gebe, die nicht körperlich belastend seien und die in wechselnden Positionen (stehend, 

sitzend, gehend) ohne Einnahme von Zwangshaltungen ausgeübt werden könnten. Es 

handelt sich dabei oft um Stellen, die (wie z.B. Überwachungstätigkeiten) besondere 

Anforderungen an die Konzentration, die Aufmerksamkeit, die Zuverlässigkeit usw. der 

Hilfsarbeiterin stellen. Derartige Stellen rechtfertigen einen Lohn, der jedenfalls nicht 

tiefer ist als jener, mit dem körperlich belastende Hilfsarbeiten entschädigt werden. Der 

Beschwerdeführerin würde es leicht fallen, sich in einer solchen Hilfsarbeit zu 

bewähren, denn sie verfügt über ein für eine Hilfsarbeiterin überdurchschnittliches 

Bildungsniveau und dementsprechend wohl auch über überdurchschnittliche 

intellektuelle Fähigkeiten, die es ihr erlauben würden, Arbeiten auszuführen, die viele 

andere Hilfsarbeiterinnen überfordern würden. Die für leidensadaptierte Tätigkeiten 

vollumfänglich erhaltene Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin ist also auf dem 

allgemeinen und ausgeglichenen Arbeitsmarkt verwertbar.

2.  

Gemäss den Angaben von der A.___ AG vom 11. Mai 2007 hätte die 

Beschwerdeführerin im Jahr 2007 in ihrer angestammten Tätigkeit Fr. 44'200.- verdient. 

Dabei handelt es sich nicht um das Einkommen, das die Beschwerdeführerin im 

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hypothetischen Gesundheitsfall bei Ausschöpfung ihrer erwerblichen Leistungsfähigkeit 

erzielen könnte. Sie wäre nämlich ohne weiteres in der Lage, einer Hilfsarbeit 

nachzugehen, die durchschnittlich entlöhnt wäre. Eigentlich wäre ihr 

Erwerbseinkommen deshalb anhand des statistischen Durchschnittslohns der 

Hilfsarbeiterinnen zu ermitteln, denn auch das zumutbare Invalideneinkommen ist 

praxisgemäss ausgehend von diesem Durchschnittslohn zu ermitteln. Die 

Beschwerdegegnerin hat die andere Variante gewählt. Sie hat auf den bei der A.___ AG 

erzielbaren Lohn von Fr. 44'200.- abgestellt, um das Valideneinkommen zu definieren. 

Damit ist sie gezwungen gewesen, auch zur Ermittlung des zumutbaren 

Invalideneinkommens von diesem Lohn und nicht vom Durchschnittseinkommen aller 

Hilfsarbeiterinnen auszugehen. Andernfalls hätte nämlich ein IV-fremder Faktor auf den 

Einkommensvergleich eingewirkt, diesen verfälscht und damit zu einem unbrauchbaren 

Ergebnis geführt. Bei einem Valideneinkommen von Fr. 44'200.- und einem 

Ausgangseinkommen zur Ermittlung des zumutbaren Invalideneinkommens von knapp 

über Fr. 50'000.- (vgl. die vom Bundesamt für Statistik herausgegebene 

Lohnstrukturerhebung 2006, Tabelle TA1, Anforderungsniveau 4, Zentralwert aller 

Branchen) wäre es wohl zu einer "negativen" Invalidität gekommen, d.h. die 

Beschwerdeführerin wäre mit der Gesundheitsbeeinträchtigung erwerbsfähiger 

gewesen als ohne die Gesundheitsbeeinträchtigung. Um dieses paradoxe und damit 

gesetzwidrige Ergebnis zu vermeiden, ist die Beschwerdegegnerin bei der Ermittlung 

des zumutbaren Invalideneinkommens statt vom Durchschnittseinkommen von einem 

Einkommen von ebenfalls Fr. 44'200.- ausgegangen. Die Beschwerdeführerin weist 

gegenüber gesunden Konkurrentinnen für Stellen auf dem allgemeinen und 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt, an denen leidensadaptiert gearbeitet wird, einen 

spürbaren Nachteil auf. Mit ihrer Anstellung wäre nämlich das Risiko 

überdurchschnittlicher Krankheitsabsenzen verbunden, die Beschwerdeführerin wäre 

nicht flexibel einsetzbar, weil sie nicht vorübergehend an einem ungeeigneten 

Arbeitsplatz für eine kranke Kollegin einspringen könnte, und sie wäre wohl auch nicht 

in der Lage, bei Bedarf längere Zeit Überstunden zu leisten. Diese Nachteile sind als 

zusätzliche Lohnkosten zu qualifizieren, die von der Beschwerdeführerin zur Erhaltung 

der Konkurrenzfähigkeit dadurch kompensiert werden müssten, dass ein 

unterdurchschnittlicher Lohn verlangt würde. Der Abzug ist ermessensweise auf 5% 

festzusetzen. Das zumutbare Invalideneinkommen beträgt somit Fr. 41'990.-. Die 

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Beschwerdeführerin ist also zu 5% invalid. Die Beschwerdegegnerin hat das 

Rentenbegehren im Ergebnis zu Recht abgewiesen.

3.  

Im Sinne der vorstehenden Ausführungen ist die Beschwerde abzuweisen. Das 

Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Gerichtsgebühr richtet sich nach dem 

Verfahrensaufwand (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Dieser rechtfertigt eine Gebühr von Fr. 

600.-. Sie ist durch den von der Beschwerdeführerin geleisteten Vorschuss in gleicher 

Höhe gedeckt. Die vollumfänglich unterliegende Beschwerdeführerin hat keinen 

Anspruch auf eine Parteientschädigung, weshalb das entsprechende Begehren 

abzuweisen ist.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Beschwerdeführerin bezahlt eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-; diese Gebühr ist 

durch den in gleicher Höhe geleisteten Vorschuss gedeckt.

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