# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5182eac7-fdb8-5ae2-8dda-bda5bc6ff9d8
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2020-06-15
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 15.06.2020 A-6474/2018
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-6474-2018_2020-06-15.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 

Entscheid bestätigt durch BGer mit  

Urteil vom 8.11.2021 (2C_660/2020) 

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung I 

A-6474/2018 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 5 .  J u n i  2 0 2 0  

Besetzung 
 Richterin Sonja Bossart Meier (Vorsitz), 

Richter Daniel Riedo, Richterin Annie Rochat Pauchard,    

Gerichtsschreiberin Dominique da Silva. 
 

 
 

Parteien 
 A._______ AG, 

(…),   

vertreten durch  

PricewaterhouseCoopers AG,  

(…),  

Beschwerdeführerin,  

 
 

 
gegen 

 
 

Eidgenössische Steuerverwaltung ESTV,  

Hauptabteilung Mehrwertsteuer,  

Schwarztorstrasse 50, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 MWST; Teakbauminvestment (2013). 

 

 

 

A-6474/2018 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die A._______ AG ist eine im schweizerischen Handelsregister eingetra-

gene Gesellschaft mit Sitz in Zürich, welche im Jahr 2007 gegründet wurde. 

Gemäss Handelsregistereintrag bezweckt die Gesellschaft namentlich den 

Kauf sowie den nachhaltigen Aufbau und Betrieb von land- und forstwirt-

schaftlichen Plantagen, die forstwirtschaftliche Nutzung von Waldflächen, 

insbesondere Tropenwald, den Weiterverkauf von Plantagen und Baumbe-

ständen, insbesondere den Handel von Holz und die Veredelung von land- 

und fortwirtschaftlichen Produkten im Zusammenhang mit Hart- und Edel-

hölzern. Die Haupttätigkeit der A._______ AG umfasst gemäss Angaben 

der Gesellschaft den Einkauf von Teakbäumen und anderen tropischen 

Baumarten im Ausland und den Weiterverkauf dieser Bäume an in- und 

ausländische Kunden. Die zum Verkauf angebotenen Bäume standen laut 

Gesellschaft im Jahr 2013 sowohl auf von brasilianischen Grundeigentü-

mern gepachtetem Land als auch auf gekauftem Grund und Boden, wobei 

über 6'000 Hektar Fläche bewirtschaftet worden seien (vgl. Beschwerde 

Ziff. 3.1 f.). 

B.  

Mit Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-545/2012 vom 14. Februar 

2013 wies das Gericht eine von der A._______ AG am 30. Januar 2012 

eingereichte Beschwerde ab. Die Beschwerdeführerin hatte bereits damals 

vertreten, sie übertrage den Käufern Eigentum an den Bäumen und es lä-

gen mehrwertsteuerliche Lieferungen vor. Das Bundesverwaltungsgericht 

hingegen kam zum Schluss, dass es sich nicht um mehrwertsteuerliche 

Lieferungen, sondern um ausgenommene Umsätze im Bereich des Geld- 

und Kapitalverkehrs handle. Dieses Urteil erwuchs mangels Anfechtung in 

Rechtskraft. 

C.  

Mit Schreiben vom 19. Dezember 2013 gelangte die A._______ AG erneut 

an die ESTV und ersuchte um Eintragung in das Mehrwertsteuerregister 

per 1. Januar 2013. Dabei wurden die Umsätze des Jahres 2013 auf ins-

gesamt Fr. 16’043'000.-- beziffert (Lieferungen und Dienstleistungen im In-

land: Fr. 35.000.-- / Ausland-Ausland-Lieferungen: Fr. 16'000'000.-- / aus-

genommene Umsätze: Fr. 8'000.--). Zum obgenannten Urteil des Bundes-

verwaltungsgerichts (vgl. Sachverhalt B hiervor) äusserte sich die 

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Seite 3 

A._______ AG dahingehend, dass sie in jenem Verfahren vor allem auf-

grund der ungenügenden Dokumentation ihrer Geschäftstätigkeit geschei-

tert sei (vgl. zum Ganzen Beschwerdebeilage Nr. 4, Ziff. 3.1). 

D.  

Mit Schreiben vom 27. Januar 2014 bestätigte die Eidgenössische Steuer-

verwaltung (nachfolgend: ESTV) die Eintragung der Gesellschaft per 1. Ja-

nuar 2013 im Mehrwertsteuerregister (vgl. Akten Vorinstanz Nr. 25). Am 

17. Februar 2014 beantwortete die ESTV aber das Anmeldeschreiben von 

der A._______ AG dahingehend, dass die Voraussetzungen für eine Erfas-

sung der Unternehmung im Mehrwertsteuerregister per 1. Januar 2013 

zwar gegeben seien, der Verkauf von Bäumen allerdings eine von der 

Steuer ausgenommene Finanzdienstleistung darstelle, bei welcher eine 

Option und infolgedessen die Vorsteuerdeklaration ausgeschlossen sei 

(vgl. Akten Vorinstanz Nr. 23). 

E.  

Die A._______ AG reichte eine auf den 13. Februar 2014 datierte Mehr-

wertsteuerdeklaration über die Steuerperiode vom 1. Januar 2013 bis 

31. Dezember 2013 ein. Sie deklarierte darin einen Totalumsatz von 

Fr. 16'834'281.32 und gab neben den überwiegend im Ausland erzielten 

Umsätzen von Fr. 16'830'900.27 einen steuerbaren Gesamtumsatz in der 

Höhe von Fr. 3'844.20 an (vgl. Akten Vorinstanz Nr. 24). 

F.  

Mit Schreiben vom 25. März 2014 bestritt die A._______ AG die Beurtei-

lung der ESTV vom 17. Februar 2014 und verlangte erstmals nach einer 

einlässlich begründeten Verfügung (vgl. Beschwerdebeilage Nr. 7). Dieses 

Schreiben wurde daraufhin mit Eingabe vom 19. November 2014 durch die 

A._______ AG ergänzt (vgl. Beschwerdebeilage Nr. 9).  

G.  

Im Folgenden wurden mehrere Schreiben zwischen der ESTV und der 

A._______ AG ausgetauscht, welche überwiegend die Einforderung bzw. 

Einreichung weiterer Unterlagen zum Gegenstand hatten. Am 7. August 

2017 erhob die A._______ AG eine Rechtsverzögerungsbeschwerde vor 

dem Bundesverwaltungsgericht und beantragte, die mit Schreiben vom 

25. März 2014 verlangte einlässlich begründete Verfügung sei unverzüg-

lich auszustellen (vgl. Beschwerdebeilage Nr. 20). Am 30. August 2017 er-

liess die ESTV eine Verfügung worin sie die Qualifikation der Teakbau-

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mumsätze als von der Steuer ausgenommen bestätigte und ihre Steuer-

forderung der Steuerperiode 2013 auf Fr. 32'437.95 festsetzte. Eine ein-

lässlich begründete Leistungsverfügung sei jedoch nicht möglich, da laut 

ESTV angefragte Unterlagen noch nicht vorlägen (vgl. Akten Vorinstanz 

Nr. 8). Mit Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-4401/2017 vom 6. Feb-

ruar 2018 wurde das Verfahren betreffend Rechtsverzögerung vom Bun-

desverwaltungsgericht als gegenstandslos geworden abgeschrieben, so-

weit darauf eingetreten wurde.  

H.  

Mit Eingabe vom 2. Oktober 2017 erhob die A._______ AG Einsprache ge-

gen die Verfügung der ESTV vom 30. August 2017 und beantragte im We-

sentlichen die Aufhebung der Verfügung vom 30. August 2017 sowie dass 

die realisierten Teakbaumverkäufe als (steuerbefreite) Lieferungen zu qua-

lifizieren seien. Des Weiteren sei die Steuerforderung für das Jahr 2013 

auf Fr. 126'792.26 zu ihren Gunsten festzusetzen und es sei ihr eine Gut-

schrift über den genannten Betrag zzgl. Vergütungszins ab dem 14. April 

2017 auszustellen (vgl. Beschwerdebeilage Nr. 26). 

I.  

Am 15. und 16. Januar 2018 führte die ESTV zur weiteren Sachverhalts-

abklärung und Überprüfung der Mehrwertsteuerdeklaration eine externe 

Kontrolle bei der A._______ AG durch. Gestützt auf die daraus gewonne-

nen Erkenntnisse informierte die ESTV die Gesellschaft über eine zu er-

wartende reformatio in peius (vgl. Akten Vorinstanz Nr. 2). Letztere verzich-

tete auf eine Stellungnahme hierzu. 

J.  

Mit Einspracheentscheid vom 11. Oktober 2018 erkannte die ESTV auf Ab-

weisung der Einsprache der A._______ AG vom 2. Oktober 2017. Die 

Steuerforderung der ESTV betrage für die Steuerperiode Kalenderjahr 

2013 Fr. 126'058.-- zzgl. 4% Verzugszins ab 15. Oktober 2013 (mittlerer 

Verfall). Dabei wurde die Umsatz- und Bezugsteuer auf Fr. 130'439.-- kor-

rigiert und der berechtigte Vorsteuerabzug auf Fr. 4'381.-- reduziert (Rz. 50 

des Einspracheentscheids, Akten der Vorinstanz Nr. 1). Die Vorinstanz ver-

trat die Ansicht, dass es sich bei den zu beurteilenden Transaktionen so-

wohl zwischen der Beschwerdeführerin und den «Baumkäufern» bzw. In-

vestoren als auch zwischen Landeigentümern/Plantagenbesitzern und der 

Beschwerdeführerin um keine Lieferungen im mehrwertsteuerrechtlichen 

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Sinn handle, sondern dass diese als ausgenommene Dienstleistungsum-

sätze im Finanzbereich entsprechend Art. 21 Abs. 2 Ziff. 19 i.V.m. Art. 3 

Bst. e Mehrwertsteuergesetz (MWSTG, SR 641.20) zu qualifizieren seien. 

K.  

Gegen diesen Einspracheentscheid erhebt die A._______ AG (nachfol-

gend auch: Beschwerdeführerin) am 12. November 2018 Beschwerde an 

das Bundesverwaltungsgericht und beantragt im Wesentlichen (und unter 

Kosten- und Entschädigungsfolgen) die Aufhebung des Einspracheent-

scheids sowie die Qualifikation der von der Beschwerdeführerin realisier-

ten Teakbaumverkäufe als (steuerbefreite) Lieferungen. Die Steuerforde-

rung für das Jahr 2013 sei auf Fr. 125'672.-- zu Gunsten der Beschwerde-

führerin festzusetzen. Demzufolge sei der Beschwerdeführerin für die 

Steuerperiode 2013 eine Gutschrift über Fr. 125'672.-- zzgl. Vergütungs-

zins ab dem 14. April 2014 auszustellen. 

Nach Auffassung der Beschwerdeführerin seien vorliegend die Tatbe-

standsvoraussetzungen von Art. 3 Bst. d Ziff. 1 MWSTG erfüllt und die 

Baumverkäufe folglich als Lieferungen im Ausland zu qualifizieren. Sie be-

gründet ihre Ansicht im Wesentlichen damit, dass die Baumkäufer nicht in 

Finanzprodukte, sondern in Sachwerte investieren würden. Die Käufer 

würden zivilrechtliche Eigentümer der Bäume und es werde ihnen im Sinn 

von Art. 3 Bst. d Ziff. 1 MWSTG die wirtschaftliche Verfügungsmacht über-

tragen, da sie individuell über die erworbenen Bäume verfügen könnten. 

Der Käufer habe zu 100% die Möglichkeit, während der Vertragsdauer auf 

das Schicksal der einzelnen Bäume Einfluss zu nehmen. Es stehe dem 

Baumkäufer frei, einen Servicevertrag mit der Beschwerdeführerin abzu-

schliessen. Die Kunden könnten den Servicevertrag auch kündigen und die 

Baumpflege selber vornehmen oder durch einen Dritten vornehmen las-

sen. Der Rahmenvertrag verpflichte den Baumkäufer gemäss Ziff. 10.2 ein-

zig, für den Unterhalt der Bäume zu sorgen und sich dabei an die lokalen 

Gesetze zu halten (vgl. zum Ganzen Beschwerde Ziff. IV/B/2.2). Dem 

Baumkäufer stehe auch ein Zutrittsrecht auf die Plantage zu. Lediglich als 

Sicherheitsmassnahme müsse die Beschwerdeführerin vorgängig infor-

miert werden. Dieses Zutrittsrecht gebe dem Baumkäufer die Möglichkeit, 

die Pflege seiner Bäume selber oder durch einen von ihm beauftragten 

Dritten vorzunehmen (Beschwerde Ziff. IV/B/2.2.c. mit Hinweis auf Rah-

menvertrag Ziff. 12.1). Der Käufer erhalte beim Kauf der Bäume auch einen 

Steckbrief zur jeweiligen Plantage, mit Beschrieb der Lage, Plotübersicht 

sowie GPS Daten; die Bäume könnten einem Käufer direkt zugeordnet 

werden und die Individualisierbarkeit sei von der Pflanzung bis zur Ernte 

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und zum Verkauf der Bäume gegeben (Beschwerde Ziff. IV/B/2.2.c/e). Der 

Umstand, dass die meisten Baumeigentümer auf diese direkte Pflege aus 

praktischen Gründen (etwa aufgrund der grossen geographischen Distanz) 

verzichten würden, sei dabei ohne Bedeutung. Der Baumkäufer könne ja 

schliesslich jederzeit einen lokalen Dritten seines Vertrauens beauftragen 

(vgl. Beschwerde Ziff. IV/B/2.2.c). Des Weiteren habe der Baumkäufer 

auch ein jederzeitiges Verkaufs- bzw. Übertragungsrecht (weiterführend 

Beschwerde Ziff. IV/B/2.2.d). Die Beschwerdeführerin habe den jeweiligen 

Baumkäufern/Baumeigentümern aufgrund der vertraglichen Vereinbarun-

gen auch das zivilrechtliche Eigentum an den jeweiligen Bäumen (nicht 

aber am Boden) übertragen. Sowohl nach brasilianischem als auch nach 

schweizerischem Recht sei es möglich, das (zivilrechtliche) Eigentum an 

Bäumen unabhängig vom Eigentum am Grund und Boden zu übertragen. 

Die Bäume seien als Fahrnispflanzen gemäss Art. 678 ZGB zu qualifizieren 

und seien damit sonderrechtsfähig (vgl. Beschwerde insbesondere 

Ziff. IV/B/2.3). Die hier zu beurteilende Konstellation unterscheide sich von 

derjenigen in Urteil des Bundesgerichts 2C_1002/2014 vom 28. Mai 2015 

und weiche in den entscheidrelevanten Kriterien davon ab (siehe dazu die 

Übersicht in Beschwerde Ziff. IV/B/2.4). Weiter legt die Beschwerdeführerin 

ausführlich dar, weswegen es sich ihrer Ansicht nach um keine von der 

Steuer ausgenommene Leistung handelt (vgl. Beschwerde Ziff. IV/B/3). 

L.  

Mit Vernehmlassung vom 9. Januar 2019 beantragt die ESTV (nachfolgend 

auch: Vorinstanz) die Abweisung der Beschwerde und hält dabei an ihrem 

bisherigen Rechtsstandpunkt fest. Sie wiederholt im Wesentlichen ihre Auf-

fassung, dass den Kunden der Beschwerdeführerin keine wirtschaftliche 

Verfügungsmacht übertragen werde. Was das Urteil des Bundesgerichts 

2C_1002/2014 vom 28. Mai 2015 anbelange, so könne die ESTV die 

Schlussfolgerungen des Bundesgerichts nachvollziehen. Die Einordnung 

der Umsätze unter Bst. e oder Bst. a des Art. 21 Abs. 2 Ziff. 19 MWSTG 

sei nicht entscheidend, namentlich, weil Verträge regelmässig Elemente 

verschiedener Vertragstypen beinhalten würden. Weiter sei es nicht Auf-

gabe der ESTV als Teil der Exekutive, ein höchstrichterliches Urteil in 

Frage zu stellen.  

M.  

Mit Eingabe vom 26. Februar 2019 nimmt die Beschwerdeführerin Stellung 

zur Vernehmlassung. Mit Schreiben vom 26. März 2019 reicht sie überdies 

eine Kopie einer Rechtsauskunft des Max-Planck-Instituts zur Eigentums-

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verschaffung nach brasilianischem Sachenrecht ein, welche im Zusam-

menhang mit einer Rechtssache in Deutschland angefertigt worden sei. 

Die Rechtsauskunft komme zum Schluss, dass das Eigentum an Bäumen 

vom Eigentum an Grund und Boden getrennt übereignet werden könne, 

wenn diese im Zeitpunkt der Übereignung zur Trennung von Grund und 

Boden bestimmt seien. Die Übereignung müsse zudem nicht in ein Regis-

ter eingetragen werden, um zwischen den Parteien wirksam zu sein.  

N.  

Auf weitere Vorbringen der Verfahrensbeteiligten und die vorliegenden Ak-

ten wird, soweit entscheidwesentlich, im Folgenden eingegangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG, sofern keine Ausnahme 

nach Art. 32 VGG vorliegt. 

1.2 Die Beschwerdeführerin ficht einen Einspracheentscheid der ESTV an. 

Der Einspracheentscheid stellt eine Verfügung im Sinne von Art. 5 VwVG 

dar. Eine Ausnahme in sachlicher Hinsicht nach Art. 32 VGG liegt nicht vor 

und die Vorinstanz ist eine Behörde im Sinne von Art. 33 VGG. Das Bun-

desverwaltungsgericht ist somit zur Beurteilung dieser Beschwerde sach-

lich und funktionell zuständig (Art. 31 VGG). Die Beschwerdeführerin ist 

zur Beschwerdeführung berechtigt (Art. 48 VwVG), hat die Beschwerde 

frist- und formgerecht eingereicht (Art. 50 und 52 VwVG) und den Kosten-

vorschuss rechtzeitig bezahlt (Art. 63 Abs. 4 VwVG), weshalb auf die Be-

schwerde einzutreten ist. 

1.3 Das Bundesverwaltungsgericht kann den angefochtenen Entscheid 

grundsätzlich in vollem Umfang überprüfen. Die Beschwerdeführerin kann 

neben der Verletzung von Bundesrecht (Art. 49 Bst. a VwVG) und der un-

richtigen oder unvollständigen Feststellung des rechtserheblichen Sach-

verhalts (Art. 49 Bst. b VwVG) auch die Rüge der Unangemessenheit er-

heben (Art. 49 Bst. c VwVG). Im Beschwerdeverfahren gelten die Untersu-

chungsmaxime, wonach der Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen 

ist (vgl. zum Ganzen: ULRICH HÄFELIN et al., Allgemeines Verwaltungsrecht, 

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7. Aufl. 2016, Rz. 1146 ff.; PIERRE TSCHANNEN et al., Allgemeines Verwal-

tungsrecht, 4. Aufl. 2014, § 30 Rz. 23), und der Grundsatz der Rechtsan-

wendung von Amtes wegen (Art. 62 Abs. 4 VwVG). 

1.4 Des Weiteren gilt im Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung (BGE 130 II 485 E. 3.2). Die Be-

weiswürdigung endet mit dem richterlichen Entscheid darüber, ob eine 

rechtserhebliche Tatsache als erwiesen zu gelten hat oder nicht. Der Be-

weis ist geleistet, wenn das Gericht gestützt auf die freie Beweiswürdigung 

zur Überzeugung gelangt ist, dass sich der rechtserhebliche Sachumstand 

verwirklicht hat. Gelangt das Gericht nicht zu diesem Ergebnis, kommen 

die Beweislastregeln zur Anwendung. Dabei ist – in analoger Anwendung 

von Art. 8 ZGB – im Fall der Beweislosigkeit zuungunsten jener Partei zu 

urteilen, welche die Beweislast trägt. Im Steuerrecht gilt, dass die Steuer-

behörde die Beweislast für die steuerbegründenden und -erhöhenden Tat-

sachen trägt, während die steuerpflichtige Person für die steueraufheben-

den und -mindernden Tatsachen beweisbelastet ist (statt vieler: BGE 140 

II 248 E. 3.5; Urteil des BGer 2C_353/2013 vom 23. Oktober 2013 E. 3.3; 

Urteil des BVGer A-4308/2015 vom 18. Februar 2016 E. 1.4.2 m.w.H.). 

2.  

2.1 Der Bund erhebt eine allgemeine Verbrauchssteuer nach dem System 

der Netto-Allphasensteuer mit Vorsteuerabzug (Mehrwertsteuer; Art. 130 

BV; Art. 1 Abs. 1 MWSTG). Die Steuer wird auf den im Inland von steuer-

pflichtigen Personen gegen Entgelt erbrachten Leistungen (Inlandsteuer), 

auf dem Bezug von Leistungen von Unternehmen mit Sitz im Ausland 

durch Empfänger und Empfängerinnen im Inland (Bezugssteuer) und auf 

Einfuhren von Gegenständen (Einfuhrsteuer) erhoben (Art. 1 Abs. 2 

MWSTG). Die Erhebung erfolgt nach den Grundsätzen der Wettbewerbs-

neutralität, der Wirtschaftlichkeit der Entrichtung und der Erhebung und der 

Überwälzbarkeit (Art. 1 Abs. 3 MWSTG; vgl. auch KLAUS A. VALLENDER, in: 

Bernhard Ehrenzeller et al. [Hrsg.], Die schweizerische Bundesverfassung, 

St. Galler Kommentar, 3. Aufl. 2014, Art. 130 Rz. 8 ff.; zum Ganzen anstelle 

vieler: Urteile des BVGer A-4610/2019 vom 11. März 2020 E. 2.1.1,  

A-3502/2016 vom 19. Dezember 2016 E. 2.1.1). 

2.2    

2.2.1 Der Mehrwertsteuer unterliegen die im Inland von steuerpflichtigen 

Personen gegen Entgelt erbrachten Leistungen; sie sind steuerbar, soweit 

das MWSTG keine Ausnahme vorsieht (Inlandsteuer, Art. 18 Abs. 1 

MWSTG).  

A-6474/2018 

Seite 9 

2.2.2 Steuerobjekt der Inlandsteuer bildet ein mehrwertsteuerliches Leis-

tungsverhältnis (bzw. nach altrechtlicher Terminologie: Leistungsaus-

tausch). Ein Leistungsverhältnis ist charakterisiert durch folgende Tatbe-

standsmerkmale, die kumulativ erfüllt sein müssen (vgl. Botschaft des Bun-

desrats zur Vereinfachung der Mehrwertsteuer vom 25. Juni 2008 [nach-

folgend: Botschaft zum MWSTG], BBl 2008 6885, 6939; ALOIS CAMENZIND 

et al., Handbuch zum Mehrwertsteuergesetz, 3. Aufl., 2012, S. 254 

Rz. 594 ff.; IVO BAUMGARTNER/DIEGO CLAVADETSCHER/MARTIN KOCHER, 

Vom alten zum neuen Mehrwertsteuergesetz, 2010, § 4 Rz. 3; ferner auch 

[mit teilweise abweichender Abgrenzung der einzelnen Elemente] FELIX 

GEIGER, in: Geiger/Schluckebier [Hrsg.], MWSTG Kommentar, 2. Aufl. 

2019 [nachfolgend: MWSTG-Kommentar 2019], Art. 18 N 2; SONJA BOSS-

ART/DIEGO CLAVADETSCHER, in: Zweifel/Beusch/Glauser/Robinson [Hrsg.], 

Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Bundesgesetz über die 

Mehrwertsteuer [nachfolgend: MWSTG-Kommentar 2015], 2015, Art. 18 

N 24 f.): 

– Es bedarf einer Leistung zwischen zwei Beteiligten (Leistungserbringer 

und Leistungsempfänger); 

– der erbrachten Leistung muss ein Entgelt als Gegenleistung gegen-

überstehen; 

– die Leistung und das Entgelt müssen miteinander innerlich wirtschaft-

lich verknüpft sein.  

Fehlt eine dieser Voraussetzungen, besteht in Bezug auf die Inlandsteuer 

kein Steuerobjekt und der Vorgang steht ausserhalb des Geltungsbereichs 

der (schweizerischen) Mehrwertsteuer (statt vieler: BGE 132 II 353 E. 4.3 

m.w.H.; Urteil des BVGer A-2798/2016 vom 30. Mai 2017 E. 3.2 m.w.H.). 

Dies ist namentlich der Fall bei den in Art. 18 Abs. 2 MWSTG (in nicht ab-

schliessender Weise) aufgezählten sog. Nicht-Entgelten (altrechtlich: 

Nicht-Umsätze, vgl. statt vieler: Urteil des BVGer A-5934/2018 und  

A-5937/2018 vom 4. Februar 2020 E. 2.3). 

2.2.3 Die Leistung umfasst als Oberbegriff sowohl Lieferungen (vgl. Art. 3 

Bst. d MWSTG) als auch Dienstleistungen (vgl. Art. 3 Bst. e MWSTG). Eine 

Dienstleistung ist jede Leistung, die keine Lieferung ist (Art. 3 Bst. e 

MWSTG). 

Als Lieferung gilt insbesondere das Verschaffen der Befähigung, im eige-

nen Namen über einen Gegenstand wirtschaftlich zu verfügen (vgl. Art. 3 

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Seite 10 

Bst. d Ziff. 1 MWSTG). Dieser Grundtatbestand der Lieferung bedingt so-

mit eine Verschaffung der wirtschaftlichen Verfügungsmacht. Die Übertra-

gung des zivilrechtlichen Eigentums ist zwar der Hauptanwendungsfall ei-

ner solchen Lieferung, aber dennoch nicht zwingend erforderlich und unter 

Umständen auch nicht genügend. Der Empfänger muss nicht als Eigentü-

mer, sondern wie ein Eigentümer wirtschaftlich über den Gegenstand ver-

fügen können. Dies ist der Fall, wenn er den Gegenstand brauchen oder 

verbrauchen, verändern, belasten und veräussern kann. Er muss Sub-

stanz, Wert und Ertrag des Gegenstands zugewendet erhalten. Wesentlich 

ist, dass der Empfänger die Verfügungsmacht durch eine entsprechende 

Zuwendung des leistenden Unternehmers – welcher seinerseits über die 

wirtschaftliche Verfügungsmacht verfügen muss – empfängt (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 2A.51/2005 vom 19. Mai 2006 E. 3 sowie statt vieler: Ur-

teile des BVGer A-545/2012 vom 14. Februar 2013 E. 3.5.1 m.w.H.;  

A-6828/2013 vom 8. Juli 2015 E. 3.1.2; ausführlich dazu auch: SONJA 

BOSSART/DIEGO CLAVADETSCHER, MWSTG Kommentar 2015, Art. 3 

N 61 ff.; FELIX GEIGER, MWSTG Kommentar 2019, Art. 3 N 22).  

Ebenfalls als Lieferung gilt das Abliefern eines Gegenstandes, an dem Ar-

beiten besorgt worden sind (sog. Bearbeitungslieferung; Art. 3 Bst. d Ziff. 2 

MWSTG) sowie das Überlassen eines Gegenstandes zum Gebrauch oder 

zur Nutzung (Art. 3 Bst. d Ziff. 3 MWSTG).  

2.2.4 Vom Anwendungsbereich der Mehrwertsteuer zufolge eines Leis-

tungsverhältnisses erfasst, jedoch von der Mehrwertsteuer ausgenommen 

sind die in Art. 21 MWSTG genannten Leistungen. Vorsteuern auf Ein-

gangsleistungen, welche für die Erbringung solcher ausgenommener Leis-

tungen verwendet werden, und für deren Versteuerung nicht optiert wurde, 

können nicht abgezogen werden (Art. 29 Abs. 1 MWSTG). 

Gemäss Art. 21 Abs. 2 Ziff. 19 MWSTG sind Umsätze im Bereich des Geld- 

und Kapitalverkehrs von der Besteuerung ausgenommen. Das Geld- und 

Kreditgeschäft ist dabei aus mehrwertsteuerlicher Sicht nicht an eine ein-

zelne Branche gebunden und der Anwendungsbereich dieser Norm infol-

gedessen auch nicht auf Banken im Sinne der Bankengesetzgebung be-

schränkt. Entscheidend ist vielmehr die Art der Umsätze und nicht die Ei-

genschaft des Leistungserbringers (vgl. Urteil des BVGer A-545/2012 vom 

14. Februar 2013 E. 3.5.2 m.w.H.).  

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Seite 11 

Für nach dieser Ziff. 19 von Art. 21 MWSTG von der Steuer ausgenomme-

nen Umsätze ist die Option für die Versteuerung ausgeschlossen (Art. 22 

Abs. 2 Bst. a MWSTG). 

Nach Art. 21 Ziff. 19 Bst. a MWSTG ist die Gewährung und Vermittlung von 

Krediten von der Steuer ausgenommen. Als Kreditgewährung wird her-

kömmlicherweise die Hingabe von Kapital zur Nutzung verbunden mit der 

Begründung eines Rückzahlungsanspruchs bezeichnet. Ein Umsatz kann 

systembedingt nur dann von der Steuer ausgenommen werden, wenn er 

zunächst der Steuer unterliegt, d.h. wenn grundsätzlich ein mehrwertsteu-

erlicher Leistungsaustausch gegeben ist. Ein solcher liegt bei Kreditge-

schäften vor, wenn die Nutzung von Kapital entgeltlich (z.B. gegen Zinsen) 

gewährt wird. Von der Steuer ausgenommen ist das Entgelt für die Kapital-

überlassung, also die Zinsen, Kosten und dergleichen. Der als steueraus-

genommen zu beurteilende Umsatz besteht nicht in der Auszahlung des 

Darlehens bzw. der späteren Rückzahlung des Kapitals. Die Hingabe der 

Darlehenssumme sowie deren Rückzahlung bilden nicht Entgelt, dieser 

Vorgang ist mehrwertsteuerlich nicht relevant (BGE 132 II 353 E. 6.1; Urteil 

des BGer 2A.526/2003 vom 1. Juli 2004 E. 3.1; Urteile des BVGer A-

1385/2006 vom 3. April 2008 E. 5.1; A-1380/2006 vom 27. September 2007 

E. 4.3.2).  

Gemäss Art. 21 Ziff. 19 Bst. e MWSTG sind von der Steuer ausgenommen 

"die Umsätze (Kassa- und Termingeschäfte), einschliesslich Vermittlung, 

von Wertpapieren, Wertrechten und Derivaten sowie von Anteilen an Ge-

sellschaften und anderen Vereinigungen". Der Gesetzgeber hat eine weite 

Umschreibung der von dieser Norm erfassten werthaltigen Rechte ge-

wählt. So gehören – neben jenen mit Wertpapieren im Sinne des Obligati-

onenrechts – ganz allgemein die Umsätze mit Wertrechten und Derivaten 

zu den von der Steuer ausgenommenen Umsätzen. Wertrechte sind nicht 

verurkundete Rechte mit gleicher oder zumindest ähnlicher Funktion wie 

Wertpapiere (etwa Urteil des BVGer A-545/2012 vom 14. Februar 2013 

E. 3.5.2). Wertrechte sind somit nicht wie Wertpapiere in einer Urkunde 

verkörpert und bedürfen daher gemäss Art. 973c OR des Eintrags in einem 

vom Schuldner geführten Wertrechtebuch. Wertrechte können definiert 

werden als Rechte, die gestützt auf eine gemeinsame rechtliche Grundlage 

(Statuten/Ausgabebedingungen) in einer Vielzahl ausgegeben bzw. be-

gründet werden und untereinander gattungsmässig identisch sind. Typi-

scherweise handelt es sich um vereinheitlichte und zum massenweisen 

Handel geeignete Rechte und damit um Effekten im Sinn von Art. 2 Bst. a 

A-6474/2018 

Seite 12 

des Bundesgesetzes vom 24. März 1995 über die Börsen und den Effek-

tenhandel (BEHG, SR 954.1) (zum Ganzen Urteil des BGer 2C_1002/2014 

vom 28. Mai 2015 E. 6.3 m.w.H.). Im Zusammenhang mit den in Art. 21 

Ziff. 19 Bst. e MWSTG ebenfalls genannten Derivaten wurde in der Recht-

sprechung festgehalten, dass darunter jedenfalls Derivate fallen, welche 

sich auf Wertpapiere, Gesellschaftsanteile usw. beziehen (Urteil des BGer 

2C_299/2009 vom 28. Juni 2010 E. 3.1). Was Derivate auf Waren oder 

Energie anbelange, deren zugrundeliegende Transaktion steuerbare Lie-

ferungen darstellen, ist nach der Praxis der ESTV, welche gerichtlich 

grundsätzlich geschützt wurde, hingegen zu unterscheiden, ob die Wert-

rechte und Derivate in einem Zusammenhang mit einer physischen Liefe-

rung stehen, oder ob sie losgelöst von einer physischen Lieferung (und 

somit aus spekulativen Gründen) eingegangen wurden. Nur im zweiten Fall 

lägen ausgenommene Leistungen im Sinn von Art. 21 Abs. 2 Ziff. 19 Bst. e 

MWSTG (bzw. der entsprechenden altrechtlichen Bestimmung) vor (vgl. 

MWST-Branchen-Info Nr. 14 Ziff. 5.8.2 [publiziert am 23. Februar 2015]; 

Urteil des BGer 2C_299/2009 vom 28. Juni 2010 E. 3.4; Urteil des BVGer 

A-1656/2006 vom 19. März 2009 E. 2.4.1 ff.).  

2.3 Die mehrwertsteuerliche Qualifikation von Vorgängen hat nicht in erster 

Linie aus einer zivil- und vertragsrechtlichen Sicht, sondern nach wirt-

schaftlichen, tatsächlichen Kriterien zu erfolgen (Urteil des BGer 

2A.304/2003 vom 14. November 2003 E. 3.6.1 m.w.H; BVGE 2007/23 

E. 2.3.2.). Der wirtschaftlichen Betrachtungsweise kommt im Bereich der 

Mehrwertsteuer nicht nur bei der rechtlichen Qualifikation von Sachverhal-

ten, sondern auch bei der Auslegung von zivilrechtlichen und von steuer-

rechtlichen Begriffen vorrangige Bedeutung zu (Urteil des BGer 

2A.43/2002 vom 8. Januar 2003, veröffentlicht in: ASA 73 S. 565 ff. E. 3.2; 

BVGE 2007/23 E. 2.3.2). Die zivil- bzw. vertragsrechtliche Sicht bzw. wie 

die Parteien ihr Vertragsverhältnis ausgestalten, ist nicht entscheidend, hat 

aber immerhin Indizwirkung (Urteil des BGer 2A.47/2006 vom 6. Juli 2006 

E. 3.2; zum Ganzen: Urteile des BVGer A-5769/2016 vom 11. April 2017 

E. 4.7, A-6537/2013 und A-7158/2013 vom 23. September 2014 E. 5.3,  

A-545/2012 vom 14. Februar 2013 E. 3.6, A-4011/2010 vom 18. Januar 

2011 E. 2.4). 

3.  

3.1 Im vorliegenden Fall ist zu beurteilen, wie die von der Beschwerdefüh-

rerin als «Baumverkäufe» bezeichneten Vorgänge zu qualifizieren sind. 

Hierzu soll zunächst einmal die Ausgangslage genauer betrachtet werden.  

A-6474/2018 

Seite 13 

3.1.1 Die Beschwerdeführerin ist die Muttergesellschaft diverser Tochter-

gesellschaften, welche ihren Sitz unter anderem in Brasilien haben. Die 

A._______-Gruppe und die Aufgaben der verschiedenen Gesellschaften 

im hier fraglichen Jahr 2013 werden in der Beschwerde (insbesondere 

S. 8) wie folgt geschildert: 

Die Beschwerdeführerin selbst übernehme das Marketing und den Verkauf 

der Bäume an Kaufinteressenten und die Vertragsabwicklung.  

Die Tochtergesellschaft B._______ GmbH übernehme ihrerseits  

– den Aufbau, die Bewirtschaftung, Durchforstung und Einbringung der 

Schlussernten der Plantagen der Beschwerdeführerin im Zusammen-

hang mit der Erfüllung der Serviceaufträge; 

– den Verkauf von Bäumen an die Beschwerdeführerin;  

– den Verkauf von geernteten Bäumen bzw. des geschlagenen Holzes 

an Dritte im Auftrag der Baumeigentümer oder der Kauf von geernteten 

Bäumen/geschlagenem Holz von den Baumeigentümern.  

Die zweite Tochtergesellschaft mit Sitz in Brasilien, C._______ GmbH, 

übernehme die Verarbeitung und Herstellung von Holzprodukten aus Teak-

holz in eigener Fabrik, hauptsächlich im Auftrag der B._______ GmbH.  

Die dritte Gesellschaft (Tochtergesellschaft der B._______ GmbH), 

D._______ GmbH, habe den Erwerb und Besitz von Grundstücken/Land 

für die Bepflanzung von Bäumen zum Zweck.  

Aktenkundig sind insbesondere folgende Verträge zwischen der Beschwer-

deführerin und ihrer Tochtergesellschaft B._______ GmbH:  

– Rahmenvertrag zum Baum-Kauf zwischen der Beschwerdeführerin 

und der B._______ GmbH (Beschwerdebeilagen Nr. 41 und 42.01); 

– Baum-Kaufvertrag zwischen der Beschwerdeführerin und der 

B._______ GmbH (Beschwerdebeilage Nr. 42.03); 

– Bewirtschaftungsvertrag zwischen der Beschwerdeführerin und der 

B._______ GmbH (Beschwerdebeilage Nr. 42.02). 

A-6474/2018 

Seite 14 

3.1.2 Des Weiteren existieren folgende Vertragsbeziehungen zwischen der 

Beschwerdeführerin und den Kunden (in den Verträgen [und auch im Fol-

genden teilweise] als «Baumkäufer» bezeichnet): 

– «Rahmenvertrag Holzinvestment» (Beschwerdebeilagen Nr. 43 und 

42.14); 

– daneben werden nach Angaben der Beschwerdeführerin Einzelver-

träge, nämlich Kaufverträge und Serviceverträge, abgeschlossen. Ak-

tenkundig ist ein Kundendossier in Beschwerdebeilage Nr. 42. Dieses 

enthält eine «Vertragsbestätigung» (vgl. Beschwerdebeilage 

Nr. 42.15), welche unter Ziff. 1 den «Kaufvertrag» beinhaltet und unter 

Ziff. 2 bestimmt, dass der Käufer einen Servicevertrag bei der Be-

schwerdeführerin abschliesse. Weiter sieht Ziff. 3 vor, dass der «vorlie-

gende Kauf- und Servicevertrag […] einen integralen Bestandteil zum 

Rahmenvertrag Holzinvestment» bilde.  

Ein separater Servicevertrag ist in diesem Kundendossier in Beschwerde-

beilage Nr. 42 nicht vorhanden. Soweit ersichtlich gelten diesbezüglich die 

Bestimmungen im Rahmenvertrag Ziff. 11 (in Beilage Nr. 12 zu Beschwer-

debeilage Nr. 4 findet sich hingegen ein separater Servicevertrag, welcher 

Ziff. 11 des Rahmenvertrags entsprechende Bestimmungen enthält). 

Nach den Angaben der Beschwerdeführerin erhalten die Interessenten 

überdies zunächst ein Verkaufsangebot. In diesem Rahmen habe der Käu-

fer die Möglichkeit, durch entsprechendes Ankreuzen den Servicevertrag 

mit der Beschwerdeführerin auszuschliessen (vgl. Beilage Nr. 10 zu Be-

schwerdebeilage Nr. 4).  

Diesen vorgenannten Verträgen kann Folgendes entnommen werden: 

In der Verkaufsbestätigung Ziff. 1 «Kaufvertrag» werden die Anzahl der 

Bäume und der Kaufpreis vereinbart. Die Bäume werden in der Verkaufs-

bestätigung sowie in der Baumurkunde (Beschwerdebeilage Nr. 42.20) ge-

nau bezeichnet (mit Nennung der Parzelle, Bezeichnung von Baumnum-

mern und GPS-Koordinaten).  

Der Abschnitt in Bst. B des Rahmenvertrags enthält Regeln zum «Kaufver-

trag». Der Käufer hat einen Kaufpreis zu entrichten und kauft damit eine 

bestimmte Anzahl Bäume (Ziff. 3 und 4 Rahmenvertrag). Gleichzeitig mit 

dem Kauf der Bäume pachtet der Käufer den entsprechenden Boden. Die 

Pacht umfasst einzig das Recht, die Bäume wachsen zu lassen (Ziff. 7 

A-6474/2018 

Seite 15 

Rahmenvertrag). Objekt des Kaufvertrags sind «Bäume» ohne Grund und 

Boden.  

Des Weiteren kann der Käufer die Bäume jederzeit mit oder ohne Service-

vertrag einem Dritten verkaufen und diesem das Eigentum übertragen 

(Ziff. 8 Rahmenvertrag).  

Der Abschnitt in Bst. C des Rahmenvertrags enthält Regeln zum «Service-

vertrag». So sieht Ziff. 9.2 des Rahmenvertrags vor, dass der Käufer für die 

Bewirtschaftung, Ausforstung und den Verkauf der Bäume entweder mit 

der A._______ AG einen Servicevertrag abschliessen kann, eine andere 

Firma beauftragen kann oder dies selbst durchführen kann.  

Für den Fall, dass kein Servicevertrag abgeschlossen wird, sieht Ziff. 10 

des Rahmenvertrags die Einzelheiten vor. In diesem Fall ist die A._______ 

AG weder für die Bewirtschaftung noch für die Ausforstung oder den Ver-

kauf der Bäume zuständig und verantwortlich (Ziff. 10.1). Der Käufer ver-

pflichtet sich, den Boden sorgfältig zu bewirtschaften und für nachhaltige 

Ertragsfähigkeit und für den Unterhalt zu sorgen. Er verpflichtet sich zu-

dem, sich an die lokalen Gesetze in Brasilien im Zusammenhang mit der 

Landbewirtschaftung zu halten (Ziff. 10.2). Weiter wird in Ziff. 10.3 be-

stimmt, dass die Benutzung der Plantagenstrasse alleine von der 

A._______ AG bestimmt und koordiniert wird und der Käufer vor jeder Be-

nutzung mit der A._______ AG Kontakt aufnehmen muss. Die Landpacht 

endet automatisch nach Ablauf der im Einzelvertrag spezifizierten Dauer 

und der Käufer muss die Bäume bis zu diesem Zeitpunkt ausgeforstet ha-

ben und den Boden zurückgeben (Ziff. 10.4).  

In Ziff. 11 des Rahmenvertrags werden demgegenüber die Einzelheiten 

festgehalten, wenn ein Servicevertrag abgeschlossen wird. In diesem Fall 

erteilt der Käufer der A._______ AG den Auftrag, die Bäume zu bewirt-

schaften, zu verwalten, zu pflegen, zu ernten, zu verkaufen und den Netto-

Holzerlös aus dem Verkauf dem Käufer auf sein angegebenes Konto zu 

bezahlen. Die A._______ AG übernimmt zudem sämtliche Verpflichtungen 

aus der Landpacht (Ziff. 11.1). Der Käufer beauftragt und ermächtigt die 

A._______ AG – unwiderruflich während der Dauer des Servicevertrags – 

alle Handlungen vorzunehmen, welche zur Erfüllung des Servicevertrags 

notwendig sind (Ziff. 11.4). Ziff. 11.3 sieht vor, dass der Servicevertrag je-

derzeit gekündigt werden kann. 

A-6474/2018 

Seite 16 

Gemäss Ziff. 11.8 des Rahmenvertrags sind die geplanten Ausforstungs-

jahre und das Jahr der Schlussernte im Einzelvertrag und in der Baumur-

kunde spezifiziert. In einem Beispiel einer Vertragsbestätigung sowie einer 

Baumurkunde ist entsprechend eine Rubrik «Ausforstung» enthalten, wel-

che drei bestimmte Jahre spezifiziert (also zwei periodische Ausforstungen 

und 20 Jahre nach Vertragsschluss das Jahr der Schlussernte; Beschwer-

debeilagen Nr. 42.15 und 42.20). Vor der Ernte informiert die A._______ 

AG den Käufer und die vorgeschlagene Ausforstung gilt als akzeptiert, 

wenn der Käufer nicht innerhalb von 10 Tagen die Ausforstung ablehnt 

(Ziff. 11.9 Rahmenvertrag; s.a. Beschwerdebeilage Nr. 42.21).  

Nach Verkauf der Bäume erhält der Käufer eine detaillierte Abrechnung 

sowie den Netto-Holzerlös (Ziff. 11.10 Rahmenvertrag). Bei jeder Ernte 

wird eine Servicegebühr fällig, welche einen im Einzelvertrag definierten 

Prozentsatz vom Brutto-Holzerlös beträgt (Ziff. 11.13 Rahmenvertrag). Im 

Beispiel einer Vertragsbestätigung wird die Servicegebühr mit 6% vom 

Bruttoerlös beziffert (Beschwerdebeilage Nr. 42.15). Der Netto-Holzerlös 

ergibt sich somit aus dem Brutto-Holzerlös abzüglich der Servicegebühr. 

Gemäss der Beschreibung in der Beschwerde diene die Servicepauschale 

der Refinanzierung der von der Beschwerdeführerin vorgeschossenen 

Servicekosten für die Bewirtschaftung (vgl. Beschwerde Ziff. IV/B/3.3.2). 

Das eingereichte Beispiel einer Vertragsbestätigung (Kauf von 225 Teak-

bäumen für Fr. 22'133) enthält zusätzlich «Holzerlös-Prognosen», wobei 

das schlechteste Szenario von einem Erlös von Fr. 45'507, das beste dem-

gegenüber von einem solchen in der Höhe von Fr. 77’750 ausgeht (Be-

schwerdebeilage Nr. 42.15). 

Der Käufer ist des Weiteren jederzeit berechtigt, die Bäume zu besichtigen 

und in die relevanten Unterlagen Einsicht zu nehmen (Ziff. 12.1 Rahmen-

vertrag). 

In Ziff. 14.1 des Rahmenvertrags wird präzisiert, dass der Kauf von Bäu-

men ein sachenrechtliches Geschäft mit Eigentumsübertragung darstelle 

und keine Investition in ein Finanzprodukt.  

Es wird zusätzlich im Rahmenvertrag vereinbart, dass die A._______ AG 

die Bäume (für sich selbst und für die Käufer) in den ersten vier Jahren 

gegen Unwetter versichert (Ziff. 15.1 Rahmenvertrag).  

Der Käufer kann den Rahmenvertrag nicht kündigen (Ziff. 17.1 Rahmen-

vertrag). 

A-6474/2018 

Seite 17 

3.2 Vorliegend ist zunächst die Frage zu klären, ob ein mehrwertsteuerli-

ches Leistungsverhältnis vorliegt. Die Parteien gehen zwar beide von ei-

nem solchen aus (nur der Inhalt der Leistung ist strittig), aber dennoch 

drängt sich die Beantwortung der Frage auf, weil sie vom Bundesgericht 

im hier einschlägigen Urteil 2C_1002/2014 vom 28. Mai 2015 in E. 6.7 (vgl. 

dazu auch sogleich E. 3.3.1.1) im Prinzip offengelassen wurde. Nach Auf-

fassung des Bundesverwaltungsgerichts kann diese Frage vorliegend je-

doch nicht unbeantwortet bleiben, hat sie doch Auswirkungen auf das Vor-

steuerabzugsrecht: Während ausgenommene Leistungen für die Steuer-

pflichtige hier negative Folgen auf den Vorsteuerabzug zeitigen würden 

(vgl. Art. 29 Abs. 1 MWSTG), wäre dies bei Annahme eines fehlenden Leis-

tungsverhältnisses (also bei einem sog. Nicht-Entgelt, vgl. Art. 18 Abs. 2 

MWSTG) grundsätzlich nicht der Fall (vgl. Art. 33 Abs. 1 MWSTG). Aus der 

Sicht der Investoren ist eindeutig, dass sie eine «Investition» tätigen wollen 

und erwarten, für ihre Investition eine Leistung zu erhalten, sei es – was 

noch zu entscheiden sein wird – nun Eigentum an Bäumen oder ein Recht 

an der Wertentwicklung bzw. am Erlös aus dem Verkauf derselben. Sie 

geben den als «Kaufpreis» bezeichneten Betrag nicht à fonds perdu hin, 

sondern in Erwartung einer Leistung. Dass es ein gewisses «Ausfallrisiko» 

gibt, ist Merkmal der vorliegenden Investitionsart und macht die Zahlung 

nicht zu einer à fonds perdu Zuwendung, denn es ist nicht von Anfang an 

beabsichtigt, den Betrag gegenleistungslos zu entrichten, im Gegenteil 

wird eine (beträchtliche) Rendite erwartet (vgl. dazu die Holzerlös-Progno-

sen in der Vertragsbestätigung; E. 3.1.2 hiervor). Aufgrund des Gesagten 

ist somit, in Übereinstimmung mit den beiden Parteien, ein Leistungsver-

hältnis zu bejahen.  

3.3 Als nächstes ist abzuklären, ob – wie von der Beschwerdeführerin gel-

tend gemacht – eine Lieferung im Sinn von Art. 3 Bst. d Ziff. 1 MWSTG 

vorliegt oder nicht.  

3.3.1 Die Gerichte haben diese Frage für zwei (mit der vorliegenden ver-

gleichbaren) Situationen bereits wie folgt beurteilt.  

3.3.1.1 Im Entscheid des Bundesgerichts 2C_1002/2014 vom 28. Mai 2015 

ging es zwar um einen eine andere Unternehmung betreffenden, aber sehr 

ähnlich gelagerten Fall. Dabei kam das Bundesgericht zum Schluss, dass 

der Vertrag, den die damalige Beschwerdeführerin ihren Kunden angebo-

ten hat, das Schicksal der Bäume in der Zeit von der Pflanzung bis zum 

Verkauf abschliessend regelt. Der Investor erhielt gemäss Bundesgericht 

im dortigen Fall keine wirtschaftliche Verfügungsmacht über die Bäume 

A-6474/2018 

Seite 18 

bzw. keine dem Eigentümer vergleichbare Stellung. Daran änderte sich 

auch aufgrund eines gegebenen Besichtigungsrechts auf der Plantage 

nichts. Mit dem Abschluss des «Kauf- und Dienstleistungsvertrages» 

wurde vielmehr ein Recht am Wert bzw. an den zukünftigen Erlösen aus 

dem Verkauf des geschlagenen Holzes erworben, ohne dass der Investor 

sich weiter mit den Bäumen auseinandersetzen muss. Dies schliesst – so 

folgert das Bundesgericht – die Annahme einer Lieferung aus (zum Gan-

zen E. 5.6 des Urteils; vgl. ebenso das Urteil des BVGer in gleicher Sache 

A-6537/2013 vom 23. September 2014 E. 6.6 ff.). 

3.3.1.2 Im Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-545/2012 vom 14. Feb-

ruar 2013, welches die vorliegende Beschwerdeführerin betraf, kam das 

Gericht für die damals strittige Periode zum Schluss, dass es zu keiner 

Übertragung der wirtschaftlichen Verfügungsmacht über die Teakbäume 

vom Grundeigentümer auf die Beschwerdeführerin gekommen war 

(E. 4.2.6 des Urteils). Auch der jeweilige Investor erwarb nach Auffassung 

des Gerichts nicht die tatsächliche Verfügungsmacht über die ausgewähl-

ten Bäume, sondern vielmehr ein standardisiertes Bündel von Leistungen, 

welches dem Investor ein Recht am Wert bzw. an den zukünftigen Ver-

kaufserlösen der Teakbäume sicherte, ohne dass er sich weiter mit den 

Bäumen auseinandersetzen musste (E. 4.3.3 des Urteils). 

3.3.2 Bezogen auf den vorliegenden Fall ist zunächst einzuräumen, dass 

gewisse Elemente zu Gunsten einer Übertragung der wirtschaftlichen Ver-

fügungsmacht im Sinn von Art. 3 Bst. d Ziff. 1 MWSTG auf die Investoren 

bzw. «Käufer» ins Feld geführt werden könnten. 

Dazu zählt zunächst die Bezeichnung der Verträge und die Ausgestaltung 

der Vertragsbestimmungen, welche von Verkauf und Eigentumsübergang 

sprechen (vgl. E. 3.1.2 hiervor). Zu nennen ist auch die Tatsache, dass sich 

das Recht der Investoren auf ganz bestimmte, einzeln ausgeschiedene 

Bäume bezieht (vgl. Kaufvertrag und Baumurkunde, siehe E. 3.1.2 hier-

vor), und sich nach den Angaben der Beschwerdeführerin entsprechend 

auch der Holzerlös bezogen auf diese ganz spezifischen Bäume berechnet 

(ausführlich dazu Beschwerde S. 14, 17). Jedoch handelt es sich bei den 

genannten Punkten nur um Indizien, welche für eine Verschaffung der wirt-

schaftlichen Verfügungsmacht und somit eine Lieferung nach Art. 3 Bst. d 

Ziff. 1 MWSTG sprechen, welche aber nicht allein entscheidend sind. 

Grundsätzlich ist bei der Beurteilung des Sachverhalts hinsichtlich der 

mehrwertsteuerrechtlichen Qualifikation die vertragliche Regelung denn 

auch nicht (allein) entscheidend. In erster Line ist auf die wirtschaftliche 

A-6474/2018 

Seite 19 

Betrachtungsweise bzw. das wirtschaftliche Ergebnis der Vertragsgestal-

tung und die tatsächlich gelebten Verhältnisse abzustellen (vgl. E. 2.3). 

Die Beschwerdeführerin verweist sodann auf die Beurteilung der Banken-

kommission (nachfolgend: EBK) (Schreiben vom 19. Oktober 2007, Be-

schwerdebeilage Nr. 48) und der eidgenössischen Finanzmarktaufsicht 

(nachfolgend: FINMA) (Schreiben vom 30. Juni 2016, Beschwerdebeilage 

Nr. 49). Was das Schreiben der EBK anbelangt, so datiert es aus dem Jahr 

2007, betrifft also nicht den hier strittigen Zeitraum. Abgesehen davon hat 

das Bundesverwaltungsgericht bereits festgestellt, dass die FINMA bzw. 

die EBK ihre Beurteilung aus der für sie relevanten Perspektive und nach 

den dafür massgebenden Gesetzen vornimmt und sich diese von den vor-

liegend einzig relevanten mehrwertsteuerrechtlichen Normen unterschie-

den, weswegen auch keine Bindungswirkung in Bezug auf eine mehrwert-

steuerliche Qualifikation gegeben ist und somit unterschiedliche Ergeb-

nisse denkbar bleiben (vgl. Urteile des BVGer A-545/2012 vom 14. Februar 

2013 E. 4.3.6, A-6537/2013 vom 23. September 2014 E. 6.8.1). Entspre-

chend kann die Beschwerdeführerin aus den Beurteilungen der EBK und 

der FINMA auch vorliegend nichts zu ihren Gunsten ableiten. 

Schliesslich ergibt sich aus den Verträgen, dass – wie die Beschwerdefüh-

rerin wiederholt hervorhebt – die Käufer den Servicevertrag von Anfang an 

ausbedingen oder auch später noch künden können (Ziff. 9.2, 10 und 11.3 

Rahmenvertrag, vgl. E. 3.1.2 hiervor). In solchen Fällen würde sich der 

Käufer selbst bzw. eine von ihm beauftragte Drittfirma um die Bewirtschaf-

tung der Bäume kümmern und diese schlagen sowie selbst verkaufen. 

Diese Konstellation würde sich erheblich von jener «mit Servicevertrag» 

unterscheiden und es wären zumindest gewisse Indizien für eine Befähi-

gung der Käufer, über die Bäume zu verfügen (z.B. sie zu brauchen und zu 

veräussern, vgl. E. 2.2.3) auszumachen. 

Es stellt sich jedoch die Frage, ob diese in den Verträgen theoretisch vor-

gesehene Konstellation in der Praxis überhaupt je vorkam. Wie erwähnt ist 

eine (theoretische) vertragliche Reglung nicht entscheidend, vielmehr sind 

die tatsächlich gelebten Verhältnisse zu berücksichtigen (vgl. soeben und 

E. 2.3). Die Beschwerdeführerin räumt zumindest ein, dass die «meisten» 

Baumeigentümer auf die direkte Pflege/Bewirtschaftung aus praktischen 

Gründen bewusst verzichteten (vgl. Beschwerde S. 23). Zudem wurde von 

der Beschwerdeführerin – obwohl es sich bei diesem Punkt um ein wesent-

liches Element ihrer Argumentation handelt – kein einziges Beispiel doku-

mentiert ins Recht gelegt, bei dem ein Kunde den Servicevertrag gekündigt 

A-6474/2018 

Seite 20 

bzw. nicht unterzeichnet und sich selbständig oder über einen beauftragten 

Dritten um die Bewirtschaftung, die Schlagung und den Verkauf «seiner» 

Bäume gekümmert hätte. Folglich ist anzunehmen, dass diese Konstella-

tion bei Vertragsschluss gar nicht als reelle Möglichkeit angesehen wurde 

und faktisch nicht vorkam. 

Zudem ist – wie die ESTV in der Vernehmlassung zutreffend erwähnt – 

diese Situation zwar im Rahmenvertrag vorgesehen, nicht aber in den wei-

teren eingereichten Verträgen. So wird im von der Beschwerdeführerin (im 

gerichtlichen Verfahren neu) eingereichten «Bewirtschaftungsvertrag für 

Teak-Plantagen F22 und F23» vom 21. Januar 2013 (Beschwerdebeilage 

Nr. 42.2) die Bewirtschaftung für die gesamte Fläche der Plantage geregelt 

und die Konstellation, dass die «Baumkäufer» ihre Bäume selbst pflegen 

oder den Service Dritten überlassen könnten, findet keinen Eingang in den 

genannten Vertrag (s.a. Vernehmlassung S. 5 unten). Das Gleiche gilt für 

die in Ziff. 5.11 des Rahmenvertrags zum Baum-Kauf zwischen der Be-

schwerdeführerin und der B._______ GmbH vorgesehene Bewirtschaftung 

für das Pflanzjahr (vgl. Beschwerdebeilage Nr. 42.1).  

Auffällig ist auch, dass diese Situation «ohne Servicevertrag» im Rahmen-

vertrag nur sehr knapp geregelt ist (unter Ziff. 10) und gewisse Bestimmun-

gen des Rahmenvertrags diese Möglichkeit darüber hinaus gar nicht be-

rücksichtigen. So sind etwa das Kontroll- und Besichtigungsrecht (Ziff. 12 

Rahmenvertrag) sowie die Pflicht, für die Auszahlung des «Netto-Holzerlö-

ses» ein Bankkonto anzugeben (Ziff. 13.4 Rahmenvertrag) lediglich auf die 

Konstellation «mit Servicevertrag» zugeschnitten. Weiter besteht eine ge-

wisse Unstimmigkeit zwischen der Bestimmung, dass die Pacht des Bo-

dens einzig das Recht umfasse, die «Bäume wachsen zu lassen» (vgl. 

Ziff. 7.1 Rahmenvertrag) und der Möglichkeit, die Bäume selbst zu bewirt-

schaften, wobei es in der Natur der Sache läge, dass der Boden dabei um-

fassender genutzt werden müsste, etwa für den Zugang zu den Bäumen 

durch die Arbeitskräfte inkl. dem Gebrauch von Fahrzeugen bzw. Maschi-

nen. Nicht explizit geregelt ist im Übrigen, wer in diesem Fall «ohne Ser-

vicevertrag» den Boden bewirtschaften soll (z.B. Düngung, Unkraut- und 

Ungrasbekämpfung). Aufgrund von Ziff. 7.1 (beschränkte Landpacht) und 

Ziff. 10 des Rahmenvertrags, wobei sich Letztere nur auf die Bewirtschaf-

tung «der Bäume» bezieht, ist anzunehmen, dass die Käufer auch in der 

Variante «ohne Servicevertrag» keine Möglichkeit hätten, den Boden zu 

bewirtschaften. Es wäre aber zu erwarten, dass die Zuständigkeit für die 

Bewirtschaftung des Bodens für die Konstellation «ohne Servicevertrag» 

explizit und klar geregelt würde.  

A-6474/2018 

Seite 21 

Zusammengefasst ergibt sich, dass selbst im Rahmenvertrag die Konstel-

lation «ohne Servicevertrag» nur oberflächlich und nicht konsequent gere-

gelt wurde und sie in den weiteren vertraglichen Regelungen gar nicht vor-

gesehen war. Dies erweckt den Anschein, dass diese Variante – im Gegen-

satz zu derjenigen «mit Servicevertrag» – weniger als realistisch durch-

führbare, denn vielmehr als lediglich theoretisch mögliche Vertragsvariante 

angesehen wurde. Unter Berücksichtigung der weiteren Tatsache, dass 

kein einziger Anwendungsfall dokumentiert wurde, gelangt das Gericht zur 

Überzeugung, dass diese Gestaltung nicht ernsthaft vorgesehen war und 

auch effektiv nicht vorkam. Zu prüfen ist somit im Folgenden einzig die 

nachweislich effektiv gelebte Konstellation «mit Servicevertrag» (Ziff. 11 

Rahmenvertrag). Wie die Fälle ohne Servicevertrag mit der A._______ AG 

zu beurteilen wären, muss hier in der Folge nicht geklärt werden. 

3.3.3 Der Rahmenvertrag sieht für diese hier massgebliche Konstellation 

«mit Servicevertrag» vor, dass der Käufer der A._______ AG den Auftrag 

erteilt, die Bäume zu bewirtschaften, zu verwalten, zu pflegen, zu ernten, 

zu verkaufen und den Netto-Holzerlös aus dem Verkauf dem Käufer auf 

sein angegebenes Konto zu zahlen (Ziff. 11.1). Der Käufer beauftragt und 

ermächtigt die A._______ AG – unwiderruflich während der Dauer des Ser-

vicevertrags – alle Handlungen vorzunehmen, welche zur Erfüllung des 

Servicevertrags notwendig sind (Ziff. 11.4 Rahmenvertrag; siehe zum Gan-

zen E. 3.1.2 hiervor).  

Wurde ein Servicevertrag abgeschlossen, nimmt der Investor somit keiner-

lei Handlungen in Bezug auf Bewirtschaftung und Schlagung des Holzes 

vor. Diese Tätigkeiten werden allein durch die Beschwerdeführerin (resp. 

durch ihre Tochtergesellschaft) ausgeführt. Die Möglichkeit der eigenen 

Pflege und Bewirtschaftung der Bäume ist dem Investor entzogen. Wäh-

rend der vereinbarten Zeitdauer bis zur Schlagung (im Vertragsbeispiel 

20 Jahre) muss bzw. kann sich der Investor nicht um die Bäume kümmern. 

Weiter sind der Zeitpunkt der Ausforstungen und der Schlussernte im Vo-

raus bestimmt (vgl. Ziff. 11.8 Rahmenvertrag und Vertragsbestätigung). 

Das bedeutet, dass der Investor nicht frei entscheiden kann, zu welchem 

Zeitpunkt er die Bäume fällen will und er somit vom Holzertrag profitieren 

kann (immerhin kann er aber «die Bäume» als solches jederzeit verkaufen, 

dazu auch noch sogleich).  

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Was die von der Beschwerdeführerin erwähnte Bestimmung, dass der 

«Baumkäufer» den unterbreiteten Durchforstungsvorschlag ohne Begrün-

dung ablehnen könne (vgl. Ziff. 11.9 des Rahmenvertrags, Beschwerdebei-

lage Nr. 42.21), anbelangt, so hat sie keine Belege für Beispiele einge-

reicht, in welchen Durchforstungsvorschläge abgelehnt worden wären. Es 

scheint sich also auch hier eher um eine theoretische Möglichkeit zu han-

deln. Des Weiteren hätte eine solche Ablehnung – soweit ersichtlich – ein-

zig zur Folge, dass die vorgesehene Durchforstung nicht stattfindet. Eine 

massgebliche Einflussmöglichkeit, indem etwa die Durchforstung zu einem 

vom Käufer gewünschten Zeitpunkt stattfinden würde, hat der Käufer zu-

mindest laut dem Rahmenvertrag nicht. Die Behauptung der Beschwerde-

führerin, der Investor könne jederzeit die Ernte seiner Bäume sowie den 

Verkauf des Holzes dieser Bäume verlangen und auch jederzeit alle seine 

Bäume schlagen lassen und das Holz zu sich nach Hause liefern lassen 

(vgl. Beschwerde S. 22), wurde von ihr nicht belegt und geht aus dem Rah-

menvertrag nicht hervor.  

Auch der Verkauf der geschlagenen Bäume bzw. des entsprechenden Hol-

zes erfolgt durch die Beschwerdeführerin (bzw. die durch sie beauftragte 

Tochtergesellschaft; s.a. Beschwerde S. 16). Nach der Durchforstung bzw. 

Schlussernte und dem Verkauf wird eine Abrechnung über die verkauften 

Bäume erstellt und der Erlös wird abzüglich einer Servicegebühr für die 

Bewirtschaftung dem Käufer überwiesen (vgl. Rahmenvertrag Ziff. 11.1, 

11.10, 11.13; s.a. Beschwerde S. 16 sowie E. 3.1.2 hiervor). Der Investor 

ist also auch in den Verkauf des geschlagenen Holzes nicht involviert, d.h. 

er kann namentlich nicht entscheiden, an wen und zu welchem Preis das 

geschlagene Holz verkauft wird.  

Die Möglichkeit der Einflussnahme auf die Pflege und Bewirtschaftung der 

Bäume, auf den Zeitpunkt der Schlagung und auf das Schicksal des ge-

schlagenen Holzes wären typische Befugnisse desjenigen, dem die wirt-

schaftliche Verfügungsmacht zukommt. Vorliegend ist jedoch keine dieser 

Befugnisse für die Investoren vollumfänglich vorhanden, womit eine wirt-

schaftliche Verfügungsmacht nicht bejaht werden kann.  

Das nach vorgängiger Anmeldung jederzeitige Recht der Besichtigung der 

Plantage sowie die Berechtigung, Einsicht in die Unterlagen zu nehmen, 

worauf die Beschwerdeführerin verweist, begründen demgegenüber keine 

«Befähigung, über den Gegenstand zu verfügen» (vgl. dazu E. 2.2.3) und 

stellen somit keine Indizien für eine wirtschaftliche Verfügungsmacht der 

Investoren dar.  

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Ebenfalls ändert sich nichts am Gesagten, wenn in Ziff. 8 des Rahmenver-

trags festgehalten ist, dass der Käufer die Bäume jederzeit einem Dritten 

«verkaufen» und diesem «das Eigentum übertragen» kann. Die Beschwer-

deführerin macht diesbezüglich geltend, zu solchen Eigentümer-Wechseln 

komme es laufend. Die Baumeigentümer würde sie darüber informieren 

und die Ausstellung von neuen Baumzertifikaten verlangen (vgl. Be-

schwerde S. 18 unten). Zunächst ist auch in diesem Zusammenhang er-

neut festzuhalten, dass die im Vertrag gewählte Terminologie (Verkauf der 

Bäume bzw. Eigentumsübertragung) nicht entscheidend ist, sondern viel-

mehr das wirtschaftliche Ergebnis einer solchen «Übertragung» (vgl. dazu 

E. 2.3). Mit der Veräusserung, geht nur das den Investoren zustehende 

Recht an den Bäumen über. Eine solche Übertragbarkeit der Rechte der 

Investoren ist bei anderen Vertragstypen genauso möglich (s.a. Urteil des 

BVGer A-545/2012 vom 14. Februar 2013 E. 4.3.2 in fine) und spricht somit 

nicht entscheidend für eine «Eigentumsübertragung» bzw. für die Übertra-

gung der wirtschaftlichen Verfügungsmacht im Sinn einer mehrwertsteuer-

lichen Lieferung (vgl. dazu E. 2.2.3 hiervor).  

Damit kommt man im vorliegenden Fall zum selben Ergebnis wie im eben-

falls die Beschwerdeführerin (aber frühere Steuerperioden) betreffenden 

Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-545/2012 vom 14. Februar 2013 

sowie im vorgenannten Bundesgerichtsentscheid 2C_1002/2014 vom 

28. Mai 2015 (vgl. dazu E. 3.3.1 ff. hiervor), dass den Kunden keine wirt-

schaftliche Verfügungsmacht eingeräumt und somit keine Lieferung nach 

Art. 3 Bst. d Ziff. 1 MWSTG erbracht wird. 

Das strittige Verhältnis zwischen der Beschwerdeführerin und den Kunden 

als Ganzes kann – was auch nicht geltend gemacht wird – ebensowenig 

als Lieferung im Sinn von Art. 3 Bst. d Ziff. 2 oder 3 MWSTG (vgl. E. 2.2.3 

in fine) qualifiziert werden. Nur wenn – was aufgrund des Gesagten aber 

nicht der Fall ist – in Bezug auf die Bäume eine Lieferung nach Art. 3 Bst. d 

Ziff. 1 MWSTG anzunehmen gewesen wäre, hätten allenfalls in Bezug auf 

Servicevertrag und Landpacht noch zusätzlich Lieferungen nach Art. 3 

Bst. d Ziff. 2 oder 3 MWSTG stattgefunden bzw. wären solche überhaupt 

näher zu prüfen gewesen.  

Aufgrund der fehlenden wirtschaftlichen Verfügungsmacht der Kunden 

kann (gleich wie in den beiden hiervor in E. 3.3. zitierten Urteilen des BGer 

2C_1002/2014 vom 28. Mai 2015 sowie des BVGer A-545/2012 vom 

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14. Februar 2013) offengelassen werden, ob zunächst die Beschwerdefüh-

rerin und sodann die Investoren zivilrechtlich Eigentümerin der Bäume wer-

den oder nicht (vgl. dazu E. 2.2.3).  

3.4 Liegt aufgrund des Gesagten keine mehrwertsteuerliche Lieferung vor, 

kann es sich nur um eine Dienstleistung handeln (vgl. E. 2.2.3, erster Ab-

satz). Als nächstes ist auf die Frage einzugehen, wie diese zu qualifizieren 

ist, namentlich ob es sich um eine steuerausgenommene Leistung handelt.  

3.4.1 Aus den hiervor dargestellten vertraglichen Bestimmungen ergibt 

sich rein wirtschaftlich betrachtet das Bild eines Investors, der einen be-

stimmten Betrag in einen bestimmten Sachwert investiert, in der Hoffnung, 

an dessen Wertentwicklung zu partizipieren und nach Ablauf einer be-

stimmten, im «Kaufvertrag» vorbestimmten Zeit (von z.B. 5 und 10 Jahren, 

vgl. E. 3.1.2 hiervor) erste Ausschüttungen aus Ausforstungen zu erhalten 

und zum vorgesehenen Zeitpunkt des Endschlags (z.B. nach Ablauf von 

20 Jahren; vgl. ebenfalls E. 3.1.2) den Netto-Erlös aus dem Verkauf des 

geschlagenen Holzes. Der Investor erhofft sich, dass die Ausschüttungen 

insgesamt den investierten Betrag (weit) übersteigen (vgl. vorn E. 3.1.2 zu 

den in der Vertragsbestätigung gemachten «Holzerlös-Prognosen»). Im-

merhin besteht auch ein (wohl eher geringes) Ausfallrisiko, zumindest nach 

Ablauf der ersten vier Jahre, in welchen eine Versicherung besteht (vgl. 

E. 3.1.2). Zentral ist somit vorliegend gleich wie in den gerichtlich beurteil-

ten Fällen (vgl. E. 3.3.1) das Recht am Wert bzw. an den zukünftigen Ver-

kaufserlösen der Teakbäume. Das Bundesverwaltungsgericht geht damit 

von einem Finanzumsatz im Sinn von Art. 21 Abs. 2 Ziff. 19 Bst. e MWSTG 

aus, dies in Übereinstimmung mit den Urteilen A-6537/2013 vom 23. Sep-

tember 2014 E. 6.10 und A-545/2012 vom 14. Februar 2013 E. 4.3.3, wo 

zwar Bst. e nicht genannt, aber von einem «Wertrecht» gesprochen wird 

(vgl. zudem E. 3.5.2 des Urteils, wo Bst. e thematisiert wird). Dies deckt 

sich auch mit der von der ESTV zunächst – zeitlich vor dem Urteil des Bun-

desgerichts 2C_1002/2014 vom 28. Mai 2015 – vertretenen Auffassung 

(vgl. Rz. 39 Einspracheentscheid). 

3.4.2 Ob allenfalls «eher» ausgenommene Umsätze nach Art. 21 Abs. 2 

Ziff. 19 Bst. a MWSTG (Umsätze aus Krediten) vorliegen, wie das Bundes-

gericht im Urteil 2C_1002/2014 vom 28. Mai 2015 in E. 6.7 angenommen 

hat, muss hier nicht abschliessend geprüft werden, da die Rechtsfolgen die 

gleichen wären. Das Bundesverwaltungsgericht hat jedoch zumindest 

Zweifel, ob im Verhältnis zwischen der Beschwerdeführerin und den Inves-

toren vorliegend ein (reines) Kredit- bzw. Darlehensverhältnis gegeben ist. 

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Zunächst wurde weder eine Rückzahlung des investierten Betrags noch 

ein Zins vereinbart (vgl. dazu E. 3.1.2). Aber selbst unter Annahme eines 

Darlehensverhältnisses könnte die Beschwerdeführerin – wie sie zu Recht 

ausführt – in diesem Verhältnis zwischen ihr und den Investoren gar keine 

ausgenommenen Umsätze nach Art. 21 Abs. 2 Ziff. 19 Bst. a MWSTG er-

bringen; vielmehr wären in diesem Verhältnis die Investoren Leistungser-

bringer, während die Beschwerdeführerin als Leistungsempfängerin anzu-

sehen wäre, welche das Entgelt – den Zins – erbringen würde. 

Wie bereits gesagt wären jedenfalls die Rechtsfolgen dieselben, ob nun ein 

Umsatz nach Bst. a oder Bst. e von Art. 21 Abs. 2 Ziff. 19 MWSTG vorliegt. 

Auf die weitere Kritik der Beschwerdeführerin am Urteil des Bundesgerichts 

2C_1002/2014 vom 28. Mai 2015 muss hier deshalb nicht weiter eingegan-

gen werden (vgl. aber die Präzisierungen zur Frage ob ein Leistungsver-

hältnis vorliegt in E. 3.2).  

3.4.3 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Leistungen, welche die 

Beschwerdeführerin erbringt, im Sinn von Art. 21 Abs. 2 Ziff. 19 MWSTG 

von der Steuer ausgenommen sind und der entsprechende (mit diesen 

Leistungen im Zusammenhang stehende) Vorsteuerabzug somit ausge-

schlossen ist. 

 

4.  

Nach dem Gesagten ist die Beschwerde vollumfänglich abzuweisen. 

Bei diesem Ausgang hat die Beschwerdeführerin als unterliegende Partei 

die Verfahrenskosten zu tragen (vgl. Art. 63 VwVG). Diese werden in An-

wendung von Art. 1 i.V.m. Art. 2 und Art. 3 Bst. b des Reglements vom 

21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-

verwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) auf insgesamt Fr. 8'500.-- fest-

gelegt. Dieser Betrag ist dem einbezahlten Kostenvorschuss in gleicher 

Höhe zu entnehmen.  

Eine Parteientschädigung kann der Beschwerdeführerin nicht zugespro-

chen werden (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG). 

  

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 8'500.-- werden der Beschwerdeführerin auf-

erlegt. Dieser Betrag wird dem in gleicher Höhe geleisteten Kostenvor-

schuss entnommen.  

3.  

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an: 

– die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Gerichtsurkunde) 

 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Sonja Bossart Meier Dominique da Silva 

 

  

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Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange-

legenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG). Die Frist ist 

gewahrt, wenn die Beschwerde spätestens am letzten Tag der Frist beim 

Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen 

Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Ver-

tretung übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die Rechtsschrift ist in 

einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung 

mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der ange-

fochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerde-

führende Partei in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). 

 

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