# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 50872296-2e7b-5791-82f7-ad82807e163f
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-10-19
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 19.10.2022 LC220034
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LC220034_2022-10-19.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Zivilkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: LC220034-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. E. Lichti Aschwanden, Vorsitzende, 

Oberrichterin lic. iur. M. Stammbach und Oberrichterin lic. iur. 

R. Bantli Keller sowie Gerichtsschreiberin MLaw M. Schnarwiler 

Beschluss vom 19. Oktober 2022 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Gesuchstellerin, Klägerin und Berufungsklägerin 

 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 

B._____,  
Gesuchsteller, Beklagter und Berufungsbeklagter 

 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ 

 

betreffend Ehescheidung / Kinderunterhalt / Rückweisung  
 
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichtes (2. Abteilung) des Bezirksge-
richtes Zürich vom 17. Dezember 2020; Proz. FE180251 
Beschlüsse und Urteil der II. Zivilkammer des Obergerichtes des Kantons 
Zürich vom 25. Mai 2021; Proz. LC210002 
Urteil des Bundesgerichtes vom 5. September 2022; Proz. 5A_534/2021 
 
 

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Erwägungen: 

1.   Mit Urteil vom 25. Mai 2021 hiess die Kammer im Geschäft LC210002 die 

Berufung der Berufungsklägerin gegen das Scheidungsurteil des Bezirksgerichts 

Zürich vom 17. Dezember 2020 gut (act. 144 S. 39; Dispositiv-Ziff. 1) und aufer-

legte dem Berufungsbeklagten die Entscheidgebühr von Fr. 2'500.– (Dispositiv-

Ziff. 2). Zudem wies sie mit Beschluss vom gleichen Tag das Gesuch des Beru-

fungsbeklagten um unentgeltliche Rechtspflege ab (act. 144 S. 34, Dispositiv-

Ziff. 2). 

2.   Gegen das Urteil sowie die Abweisung des Gesuchs um unentgeltliche 

Rechtspflege führte der Berufungsbeklagte Beschwerde beim Bundesgericht. 

Dieses hiess die Beschwerde in Bezug auf die Abweisung des Gesuchs um un-

entgeltliche Rechtspflege gut, hob Ziff. 2 des Beschlusses vom 25. Mai 2021 auf 

und wies die Sache zu neuem Entscheid an die Kammer zurück (act. 144 Disposi-

tiv-Ziff.1). Im Übrigen wies es die Berufung ab, soweit es darauf eintrat (act. 144 

Dispositiv-Ziff.1). Das Bundesgericht begründete die Gutheissung damit, die 

Kammer habe beim Entscheid über die unentgeltliche Rechtspflege willkürlich 

nicht berücksichtigt, dass gegen den Beschwerdeführer in jüngster Vergangenheit 

gemäss Betreibungsregisterauszug vom 5. März 2021 vier Verlustscheine im Ge-

samtbetrag von über Fr. 200'000.– ausgestellt worden seien und sich aus der 

Pfändungsurkunde vom 2. Oktober 2020 sowie der Anzeige des Betreibungsamts 

Wädenswil vom 8. März 2021 eine stille Lohnpfändung ergebe (act. 144 S. 17 f.). 

3.  Aufgrund der Rückweisung ist über das Gesuch des Berufungsbeklagten um 

unentgeltliche Rechtspflege erneut zu befinden. Dafür wurde bei der Kammer das 

Verfahren LC220034 eröffnet. Die Erwägungen und das Dispositiv des Rückwei-

sungsentscheids sind für die Kammer bindend (BGE 135 III 334 E. 2.1). 

3.1.    Eine Person hat Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege, wenn sie nicht 

über die erforderlichen Mittel verfügt, um den Prozess zu finanzieren, und zu-

gleich ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 117 ZPO). Unter den 

gleichen Voraussetzungen wird ihr ein unentgeltlicher Rechtsbeistand bestellt, 

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wenn dies zur Wahrung der Rechte notwendig ist, insbesondere wenn die Ge-

genpartei anwaltlich vertreten ist (vgl. Art. 118 Abs. 1 lit. c ZPO). 

3.2.   Angesichts der gegen den Berufungsbeklagten bestehenden vier Verlust-

scheine aus den Jahren 2018 und 2019 sowie der ab März 2021 laufenden stillen 

Pfändung des sein monatliches Existenzminimum von Fr. 4'441.05.– überstei-

genden Nettoverdienstes (act. 121/1-3) ist seine prozessuale Mittellosigkeit zu be-

jahen. Es erübrigen sich somit eingehendere Ausführungen zu seiner wirtschaftli-

chen Situation und darüber, ob der Berufungsbeklagte seiner Mitwirkungspflicht 

im Sinne von Art. 119 Abs. 2 ZPO nachgekommen ist. Seine Anträge auf Abwei-

sung der Berufung und Kostenauflage zulasten der Berufungsklägerin (act. 120 

S. 1 f.) können aufgrund der Komplexität und Schwierigkeit der sich im Beru-

fungsverfahren stellenden Fragen zum Kinderunterhalt nicht als aussichtslos be-

zeichnet werden. Der Berufungsbeklagte war überdies zur Wahrung seiner Rech-

te im Prozess auf die rechtskundige Vertretung angewiesen, zumal auch die Be-

rufungsklägerin anwaltlich vertreten war. Die Voraussetzungen der unentgeltli-

chen Rechtspflege sind damit erfüllt. Das Gesuch des Berufungsbeklagten ist 

gutzuheissen und es ist ihm in der Person von Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ im 

Berufungsverfahren LC210002 ein unentgeltlicher Rechtsbeistand zu bestellen. 

4.    Nach Einsicht in die Kostennote von Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ vom 

13. Oktober 2022 (act. 146) erscheint folgende Entschädigung als angemessen 

(§§ 4 und 13 AnwGebV): 

 

     Honorar: Fr. 3'000.00 
  Barauslagen: Fr. 253.50 
  Zwischentotal: Fr. 3'253.50 
  Mehrwertsteuer (7,7 %): Fr. 250.50 

 Entschädigung total inkl. MWST: Fr. 3'504.00 

5.   Auf die Erhebung von Kosten für dieses Verfahren wird umständehalber 

verzichtet. 

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Es wird beschlossen: 

1. Dem Berufungsbeklagten wird im Berufungsverfahren LC210002 die unent-

geltliche Rechtspflege bewilligt und es wird ihm in der Person von Rechts-

anwalt lic. iur. Y._____ ein unentgeltlicher Rechtsbeistand bestellt. 

2. Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ wird für seine Bemühungen und Barauslagen 

als unentgeltlicher Rechtsbeistand des Berufungsbeklagten im Verfahren 

LC210002 aus der Gerichtskasse mit Fr. 3'504.– entschädigt. 

Die Nachzahlungspflicht des Berufungsbeklagten gemäss Art. 123 Abs. 1 

ZPO bleibt vorbehalten. 

3. Auf die Erhebung einer Gerichtsgebühr wird verzichtet. 

4. Schriftliche Mitteilung an Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ und den Berufungs-

beklagten, je gegen Empfangsschein, sowie an die Obergerichtskasse. 

5. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist 
innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesge-
richt, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen 

Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). 

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG.  
Es handelt sich um eine vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt 
Fr. 3'511.20. 
Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

II. Zivilkammer 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

MLaw M. Schnarwiler 
versandt am: 

	Beschluss vom 19. Oktober 2022
	Erwägungen:
	1.   Mit Urteil vom 25. Mai 2021 hiess die Kammer im Geschäft LC210002 die Berufung der Berufungsklägerin gegen das Scheidungsurteil des Bezirksgerichts Zürich vom 17. Dezember 2020 gut (act. 144 S. 39; Dispositiv-Ziff. 1) und auferlegte dem Berufungs...
	2.   Gegen das Urteil sowie die Abweisung des Gesuchs um unentgeltliche Rechtspflege führte der Berufungsbeklagte Beschwerde beim Bundesgericht. Dieses hiess die Beschwerde in Bezug auf die Abweisung des Gesuchs um unentgeltliche Rechtspflege gut, hob...
	3.  Aufgrund der Rückweisung ist über das Gesuch des Berufungsbeklagten um unentgeltliche Rechtspflege erneut zu befinden. Dafür wurde bei der Kammer das Verfahren LC220034 eröffnet. Die Erwägungen und das Dispositiv des Rückweisungsentscheids sind fü...
	3.1.    Eine Person hat Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege, wenn sie nicht über die erforderlichen Mittel verfügt, um den Prozess zu finanzieren, und zugleich ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 117 ZPO). Unter den gleichen Vor...
	3.2.   Angesichts der gegen den Berufungsbeklagten bestehenden vier Verlustscheine aus den Jahren 2018 und 2019 sowie der ab März 2021 laufenden stillen Pfändung des sein monatliches Existenzminimum von Fr. 4'441.05.– übersteigenden Nettoverdienstes (...
	4.    Nach Einsicht in die Kostennote von Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ vom 13. Oktober 2022 (act. 146) erscheint folgende Entschädigung als angemessen (§§ 4 und 13 AnwGebV):
	5.   Auf die Erhebung von Kosten für dieses Verfahren wird umständehalber verzichtet.

	Es wird beschlossen:
	1. Dem Berufungsbeklagten wird im Berufungsverfahren LC210002 die unentgeltliche Rechtspflege bewilligt und es wird ihm in der Person von Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ ein unentgeltlicher Rechtsbeistand bestellt.
	2. Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ wird für seine Bemühungen und Barauslagen als unentgeltlicher Rechtsbeistand des Berufungsbeklagten im Verfahren LC210002 aus der Gerichtskasse mit Fr. 3'504.– entschädigt.
	3. Auf die Erhebung einer Gerichtsgebühr wird verzichtet.
	4. Schriftliche Mitteilung an Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ und den Berufungsbeklagten, je gegen Empfangsschein, sowie an die Obergerichtskasse.
	5. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...