# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 732137f9-db06-5c01-93ac-2a157b694b22
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-08-30
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 30.08.2010 D-6034/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6034-2010_2010-08-30.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-6034/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  3 0 .  A u g u s t  2 0 1 0  

Einzelrichterin Nina Spälti Giannakitsas, 
mit Zustimmung von Richter François Badoud;
Gerichtsschreiber Lorenz Mauerhofer.

A._______, geboren ..., Georgien,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung 
(Dublin-Verfahren);
Verfügung des BFM vom 12. August 2010 / N _______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-6034/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass der Beschwerdeführer – ein Staatsangehöriger von Georgien – 
gemäss den Akten bereits in mehreren europäischen Staaten als Asyl -
suchender in Erscheinung getreten ist,  wobei er – gemäss Verzeich-
nung in der Eurodac-Datenbank – seinen ersten Asylantrag im euro-
päischen Raum am 11. Juni 2009 in Österreich gestellt hat, 

dass er am 10. Juli 2010 auch in der Schweiz ein Asylgesuch einge-
reicht hat, worauf das BFM am 19. Juli 2010 mit ihm eine summarische 
Befragung durchführte, in deren Verlauf ihm das rechtliche Gehör zu 
einer Wegweisung nach Österreich gewährte wurde, 

dass er dabei im Wesentlichen vorbrachte, nach rund vier Monaten sei 
er in Österreich aus seiner Asylunterkunft gewiesen worden, worauf er 
das Land verlassen habe und in der Folge durch weitere europäische 
Staaten gereist sei (vgl. act. A1, Ziff. 16), 

dass  am 22.  Juli  2010  von  Seiten  der  zuständigen  Behörde  Öster-
reichs einem Ersuchen des BFM um Wiederaufnahme des Beschwer-
deführers ausdrücklich entsprochen wurde, 

dass das BFM in der Folge mit Verfügung vom 12. August 2010 – eröff-
net am 18. August 2010 – in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d des 
Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf  das Asylge-
such  des  Beschwerdeführers  nicht  eintrat  und  dessen  Wegweisung 
aus der Schweiz sowie den Wegweisungsvollzug nach Österreich an-
ordnete,

dass das BFM in seinem Entscheid – unter Verweis auf die einschlägi-
gen Bestimmungen zum Dublin-Verfahren,  die Verzeichnung des Be-
schwerdeführers  in  der  Eurodac-Datenbank  und  die  aus  Österreich 
eingelangte Erklärung betreffend seine Wiederaufnahme – auf die Zu-
ständigkeit von Österreich für die Behandlung des Asylgesuches vom 
10. Juli 2010 verwies, wobei es namentlich festhielt, vom Beschwerde-
führer  seien  keine  relevanten  Hindernisse  gegen  eine  Überstellung 
nach Österreich vorgebracht worden, 

dass  der  Beschwerdeführer  am 25. August  2010 gegen diesen  Ent-
scheid Beschwerde einreichte, wobei er in seiner Eingabe die Aufhe-
bung der angefochtenen Verfügung und Rückweisung der Sache ans 
BFM  zwecks  materieller  Prüfung  seines  Gesuches  respektive  Aus-

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übung des Selbsteintrittsrechtes durch das BFM beantragte sowie um 
Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ersuchte, 

dass das Bundesverwaltungsgericht  am 26. August  2010 vorsorglich 
vollzugshemmende Massnahmen angeordnet hat (per Telefax), 

dass die vorinstanzlichen Akten am 27. August 2010 beim Bundesver-
waltungsgericht eingetroffen sind (Art. 109 Abs. 2 AsylG), 

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgül-
tig  über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  des  BFM  entscheidet 
(Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31 und 33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bun-
desgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass sich das Verfahren nach dem Bundesgesetz vom 20. Dezember 
1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) richtet, so-
weit das VGG oder das AsylG nichts anderes bestimmen (Art. 6 und 
105 AsylG sowie Art. 37 VGG), 

dass mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht die Verletzung 
von Bundesrecht,  die unrichtige oder unvollständige Feststellung des 
rechtserheblichen  Sachverhalts  und  die  Unangemessenheit  gerügt 
werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass  auf  die  frist-  und  formgerechte  Eingabe  des  legitimierten  Be-
schwerdeführers  einzutreten  ist  (Art. 108  Abs.  2  AsylG  und  Art. 52 
VwVG sowie Art. 48. Abs. 1 VwVG), 

dass die vorliegende Beschwerde – wie nachfolgend aufgezeigt – of -
fensichtlich unbegründet ist, weshalb darüber in einzelrichterlicher Zu-
ständigkeit  mit  Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise 
einer zweiten Richterin zu entscheiden ist (Art. 111 Bst. e AsylG), 

dass auf einen Schriftenwechsel zu verzichten und der Entscheid nur 
summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG),

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dass Gegenstand des Verfahrens ein Nichteintretensentscheid gemäss 
Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG ist, weshalb sich das Bundesverwaltungs -
gericht – sofern es den Nichteintretensentscheid als unrechtmässig er-
achtet  –  einer  selbständigen  materiellen  Prüfung  des  Asylgesuches 
enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die Sache zu neuer 
Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist, 

dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asyl -
suchende in einen Drittstaat ausreisen können, welcher für die Durch-
führung  des  Asyl-  und  Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich  zu-
ständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG), 

dass aufgrund der Akten zweifelsfrei erstellt ist, dass der Beschwerde-
führer  am  11.  Juni  2009  in  Österreich  seinen  ersten  Asylantrag  im 
europäischen Raum eingereicht hat, und von Österreich mit der Abga-
be einer Erklärung betreffend die Wiederaufnahme des Beschwerde-
führers ausdrücklich akzeptiert wurde, 

dass bei dieser Sachlage – entsprechend den vom BFM angerufenen 
Bestimmungen zum Dublin-Verfahren, auf welche anstelle einer Wie-
derholung zu verweisen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG) – Österreich für 
die Prüfung seines Asylantrages zuständig ist, 

dass der Beschwerdeführer dem vorinstanzlichen Entscheid entgegen 
hält, aus der Rückübernahmeerklärung der österreichischen Behörden 
ergebe sich nicht, dass diese auch bereit seien, seinen Asylantrag ma-
teriell zu prüfen, weshalb sein Asylgesuch – im Rahmen der Ausübung 
des Selbsteintrittsrechts (nach den Bestimmungen zum Dublin-Verfah-
ren) – von der Schweiz zu prüfen sei, 

dass dieses Vorbringen ins Leere stösst, da kein Anlass zur Annahme 
besteht,  der  Beschwerdeführer  würde  im Falle  einer  Rückführung in 
sein Erstasylland ihm zustehender Rechte beraubt, 

dass  in  diesem Zusammenhang festzuhalten  bleibt,  dass  Österreich 
sowohl  Signatarstaat  des  Abkommens  vom  28. Juli  1951  über  die 
Rechtsstellung der  Flüchtlinge (FK,  SR 0.142.30)  als  auch der  Kon-
vention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und 
Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) ist und keine konkreten Hinweise 
darauf bestehen, Österreich würde sich  im Falle des Beschwerdefüh-
rers nicht an seine völkerrechtlichen Verpflichtungen halten, 

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dass im Übrigen – wie vom BFM zu Recht erkannt – aufgrund der Ak-
ten keine Gründe ersichtlich sind, welche im Falle des Beschwerdefüh-
rers  in  rechtserheblicher  Weise  gegen  eine  Rückführung  in  dessen 
Erstasylland sprechen würden, 

dass nach vorstehenden Erwägungen das BFM zu Recht auf das Asyl-
gesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist, 

dass die Anordnung der Wegweisung nach Österreich der Systematik 
des Dublin-Verfahrens entspricht  und von daher  im Einklang mit  der 
Bestimmung von Art. 44 Abs. 1 AsylG steht, 

dass  im  Rahmen  des  Dublin-Verfahrens  –  bei  dem es  sich  um ein 
Überstellungsverfahren in den für  die Behandlung des Asylgesuches 
zuständigen Staat  handelt  –  systembedingt  kein Raum bleibt  für  Er-
satzmassnahmen  im  Sinne  von  Art.  44  Abs. 2  AsylG  i.V.m. Art.  83 
Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Auslän-
derinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20), 

dass eine entsprechende Prüfung soweit  notwendig vielmehr  bereits 
im Rahmen des Nichteintretensentscheides stattfinden muss (vgl. vor-
stehende Erwägungen),

dass in diesem Sinne das BFM den Vollzug der Wegweisung nach Ös-
terreich zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erklärte,

dass nach den vorstehenden Erwägungen die angefochtene Verfügung 
zu bestätigen und die eingereichte Beschwerde als offensichtlich un-
begründet abzuweisen ist, 

dass das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ab-
zuweisen ist, da sich die Beschwerde von Anfang an als aussichts los 
erwiesen hat (vgl. dazu Art. 65 Abs. 1 VwVG), 

dass demzufolge dem Beschwerdeführer Kosten für das Verfahren auf-
zuerlegen sind (vgl. dazu Art. 63 Abs. 1 VwVG sowie Art. 1 - 3 des Re-
glements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen 
vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird ab-
gewiesen.

3.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.– werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben; Beilage: Einzahlungsschein)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N _______ 

(per Kurier; in Kopie)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  Dublin-Office,  Ref.-Nr. N _______ 

(per Telefax)
- ...

Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber:

Nina Spälti Giannakitsas Lorenz Mauerhofer

Versand: 

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