# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ca5dc09b-d3f3-5d13-a545-c642775e9958
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-04-21
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 21.04.2016 200 2016 221
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2016-221_2016-04-21.pdf

## Full Text

200 16 221 IV
MAW/JAP/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 21. April 2016

Verwaltungsrichter Matti, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schütz, Verwaltungsrichter Kölliker
Gerichtsschreiber Jakob

A.________ 
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 13. Januar 2016

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. April 2016, IV/16/221, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1971 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich am 9. Dezember 2009 bei der IV-Stelle Bern (IVB bzw. Be-
schwerdegegnerin) zum Leistungsbezug an (Akten der IVB, Antwortbeilage 
[AB] 1). Diese verneinte gestützt auf ein polydisziplinäres Gutachten 
(AB 24) mangels eines invalidisierenden Gesundheitsschadens mit unan-
gefochten gebliebener Verfügung vom 9. Februar 2011 (AB 36) einen An-
spruch auf Invalidenversicherungsleistungen.

B.

Nachdem die IVB zunächst ein Nichteintreten auf eine Neuanmeldung vom 
24. Oktober 2011 (AB 37) angedroht hatte (AB 51), stellte sie basierend auf 
einer rheumatologischen Expertise (AB 61.1) mit Vorbescheid vom 29. Au-
gust 2013 (AB 64) die Abweisung des Leistungsgesuchs in Aussicht. Nach 
erhobenem Einwand (AB 67) sowie Rücksprache mit dem Regionalen Ärzt-
lichen Dienst (RAD; AB 70) veranlasste sie eine polydisziplinäre Verlaufs-
begutachtung (AB 80). Daraufhin holte sie weitere RAD-Stellungnahmen 
ein (AB 87 f.), ermittelte einen Invaliditätsgrad von 10 % und stellte mit 
neuem Vorbescheid vom 16. Dezember 2014 (AB 89) die Abweisung des 
Leistungsgesuchs hinsichtlich einer Invalidenrente in Aussicht. Die Versi-
cherte erklärte sich damit nicht einverstanden (AB 92), worauf die IVB 
zunächst eine berufliche Abklärung durchführte (AB 103, 109), alsdann die 
Akten erneut dem RAD unterbreitete (AB 114) und schliesslich mit Verfü-
gung vom 13. Januar 2016 (AB 116) entsprechend dem letzten Vorbe-
scheid einen Anspruch auf eine Invalidenrente verneinte.

C.

Mit Eingabe vom 15. Februar 2016 erhob die Versicherte, vertreten durch 
Rechtsanwalt B.________, Beschwerde und beantragte, die angefochtene 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. April 2016, IV/16/221, Seite 3

Verfügung sei kostenfällig aufzuheben und die Sache zur weiteren Ab-
klärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

In ihrer Beschwerdeantwort vom 17. März 2016 schloss die Beschwerde-
gegnerin auf Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Die angefochtene Verfügung ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Verfügun-
gen. Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren 
Anträgen nicht durchgedrungen, durch die angefochtene Verfügung berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung, weshalb sie zur 
Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gege-
ben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die 
Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über 
Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. 
Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungs-
rechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwer-
de einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 13. Januar 2016 
(AB 116). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Invalidenrente.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). In Streitigkei-
ten, die weder von grundsätzlicher Bedeutung noch von grosser Tragweite 

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sind, können sie auf dem Zirkulationsweg auch Mehrheitsbeschlüsse fas-
sen (Art. 56 Abs. 5 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.3 Wurde eine Rente oder eine andere Dauerleistung wegen eines 
fehlenden oder zu geringen Invaliditätsgrades bereits einmal verweigert, so 
wird eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die versicherte Person glaub-
haft macht, dass sich der Grad der Invalidität in einer für den Anspruch 
erheblichen Weise geändert hat (vgl. Art. 87 Abs. 2 und 3 der Verordnung 
vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]). 

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Diese Eintretensvoraussetzung soll verhindern, dass sich die Verwaltung 
immer wieder mit gleichlautenden und nicht näher begründeten, d.h. keine 
Veränderung des Sachverhalts darlegenden Rentengesuchen befassen 
muss (BGE 133 V 108 E. 5.3.1 S. 112).

Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache mate-
riell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Per-
son glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsäch-
lich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revi-
sionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (SVR 2011 IV Nr. 2 S. 8 
E. 3.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren 
rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das 
neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die fest-
gestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine rentenbegründende Inva-
lidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt 
die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 
E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invaliditätsgrad 
erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuanmeldungsver-
fahren – analog zur materiellen Revision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG – durch 
Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten materiellen 
Beurteilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit demjenigen 
zur Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 S. 112; 130 
V 71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

3.

3.1 Die Verwaltung ist auf die Neuanmeldung eingetreten, weshalb die 
Eintretensfrage praxisgemäss nicht zu überprüfen ist (BGE 109 V 108 
E. 2b S. 114). Streitig ist, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht zum 
Schluss gelangte, die Beschwerdeführerin habe keinen Anspruch auf eine 
Invalidenrente. Zu prüfen gilt es somit zunächst, ob im Vergleich zur Sach-
lage, wie sie der Verfügung vom 9. Februar 2011 (AB 36) zugrunde lag, im 
Zeitpunkt der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 13. Januar 2016 
(AB 116) in den tatsächlichen Verhältnissen eine erhebliche Änderung ein-

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getreten ist, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenan-
spruch zu beeinflussen (vgl. E. 2.3 hiervor). Gegebenenfalls ist anschlies-
send der Rentenanspruch allseitig frei zu beurteilen (vgl. BGE 117 V 198 
E. 4b S. 200; SVR 2011 IV Nr. 37 S. 109 E. 1.1).

3.2 Die rechtskräftige Verfügung vom 9. Februar 2011 (AB 36) basier-
te in medizinischer Hinsicht auf dem Gutachten der MEDAS C.________ 
des Spitals D.________ vom 26. November 2010 (AB 24). Darin wurden 
die folgenden Diagnosen vermerkt (AB 24.1/14 lit. B Ziff. 4):

Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit:

Keine

Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit

1. Chronisches zervikozephales und zervikobrachiales Schmerz-
syndrom links ausstrahlend ohne relevante krankhafte neuro-
orthopädische somatische Befunde, insbesondere ohne Hinweise 
auf radikuläre oder periphere neurologische Defizite, ohne Hin-
weise auf eine medulläre Störung und bei annähernd ungestörten 
Funktionen der Halswirbelsäule (HWS) bzw. der Extremitäten-
Gelenke des linken Armes

2. Subjektiv angegebenes lumbales Schmerzsyndrom, wiederum 
ohne relevante neuro-orthopädische somatische Pathologie, ins-
besondere ohne Hinweise auf nervenwurzelbezogene neurologi-
sche Ausfälle

3. Kortison-induzierter hauttrophischer Schaden linker Epicondylus 
humeri radialis

4. Status nach Autoselbstunfall am 5. Dezember 1998 mit Skapular-
kontusion (keine pathomorphologisch objektivierbaren Folgen)

5. Migräne

Zusammenfassend erklärten die Gutachter, weder der Umfang noch die 
Intensität der von der Beschwerdeführerin subjektiv vorgetragenen Be-
schwerden seien anhand objektivierbarer Befunde nachvollziehbar 
(AB 24.1/16 lit. B). Die Beschwerdeführerin sei für alle Tätigkeiten geeignet, 
die einer altersgleichen gesunden, weiblichen Person zumutbar seien 
(AB 24.1/17 f. lit. C Ziff. 3 und 10).

3.3 Die angefochtene Verfügung vom 13. Januar 2016 (AB 116) stützt 
sich hauptsächlich auf das Gutachten der MEDAS E.________ vom 
26. Mai 2014 (AB 80) sowie RAD-Stellungnahmen vom September 2014 
(AB 87 f.) und Januar 2016 (AB 114).

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3.3.1 Im Gutachten der MEDAS E.________ wurden die nachstehenden 
Diagnosen gestellt (AB 80.1/32 f. Ziff. 5):

Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit:

1. Brachialgie links, multifaktoriell bedingt (ICD-10: R52.2, M79.6)
 ursprünglich wahrscheinlich Epicondylopathia humeri radialis 

und geringer ulnaris
 Status nach Dekompression des Nervus radialis, Dekompres-

sion der Extensorenmuskeln und Denervation nach Wilhelm 
mit lokaler Fettlappenplastik und Arthrotomie des Ellenbogen-
gelenks am 21. Februar 2011
 postoperative Dysästhesie/Allodynie am dorsalen Vor-

derarm (in etwa dem Nervus cutaneus antebrachii poste-
rior entsprechend)

 Ellenbogenstreckdefizit unklarer Ursache, nicht somatisch
 aktuell keine eindeutig objektivierbaren pathologischen Be-

funde an Schulter, Handgelenk und Hand, insbesondere keine 
objektivierbaren Anhaltspunkte für ein CRPS (Komplexes re-
gionales Schmerzsyndrom)

 Zeichen einer funktionellen Überlagerung
2. Status nach Arthroskopie mit Resektion einer Plica mediopatella-

ris, retropatellarem Débridement und offenem lateral Release 
Knie links am 4. Dezember 2013 (ICD-10: Z98.8)
 leichtes Rehabilitationsdefizit im Sinne einer unvollständigen 

Flexion

Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit:

1. Status nach Arthroskopie mit subakromialer Kalkentfernung 
Schulter rechts bei Tendinitis calcarea am 24. Oktober 2012 (ICD-
10: Z98.8)
 aktuell unauffälliger Befund bei anamnestischer Beschwerde-

freiheit
2. Migräne ohne Aura (ICD-10: G43.0)
3. Rezidivierende gastritische Beschwerden (ICD-10: K29.7)

 Dauerbehandlung mit NSAID (nichtsteroidale Antiphlogistika)
 Dauertherapie mit PPI (Protonenpumpeninhibitoren)

Die Experten gaben insbesondere an, bezüglich der Armsituation hätten in 
den orthopädischen und neurologischen Untersuchungen – entgegen den 
subjektiven Beschwerden – kaum objektive Befunde nachgewiesen werden 
können. Objektivierbar sei letztlich die Tatsache der durchgeführten Opera-
tion im Februar 2011 mit entsprechenden Operationsverletzungen, welche 
allerdings schon lange abgeheilt seien. Klinisch bestehe kein CRPS, das 
Ellenbogenstreckdefizit sei funktionell einzustufen. Es sei schwierig nach-
zuweisen, ob die hohe Berührungsempfindlichkeit vorliege oder nicht; die 
Nichteinnahme der Schmerzmittel setze ein gewisses Fragezeichen 
(AB 80.1/33 Ziff. 6.2). Seit Februar 2011 bestehe für schwere und anhal-

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tend mittelschwere Tätigkeiten eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. Für 
körperlich leichte bis intermittierend mittelschwere, bezüglich der linken 
Hand leicht adaptierte Tätigkeiten (am besten nicht in Kälte und ohne 
Druck oder Schlagexposition des Armes von aussen, ohne repetitiven 
Hand-Einsatz) bestehe eine uneingeschränkte Arbeits- und Leistungsfähig-
keit (AB 80.133 f. Ziff. 6.2 f.).

3.3.2 Nachdem sich der behandelnde Dr. med. F.________, Facharzt 
für Chirurgie, in einem Bericht vom 16. Juli 2014 (AB 84/2-8) kritisch mit 
dem Gutachten der MEDAS E.________ (AB 80) auseinandergesetzt hat-
te, nahm der RAD-Arzt Dr. med. G.________, Facharzt für Allgemeine In-
nere Medizin, für physikalische Medizin und Rehabilitation sowie für Tro-
penmedizin und Reisemedizin, am 22. September 2014 (AB 87) hierzu 
Stellung. Er vertrat dabei die Auffassung, dass im besagten Verlaufsgut-
achten die Auswirkungen der objektiv nachweisbaren Einschränkungen auf 
die Arbeitsfähigkeit nachvollziehbar beschrieben worden seien und den 
Aussagen der Gutachter aus somatischer Sicht gefolgt werden könne 
(AB 87/3). Der RAD-Arzt Dr. med. H.________, Facharzt für Psychiatrie 
und Psychotherapie, gelangte in einer Stellungnahme vom 23. September 
2014 (AB 88) seinerseits zum Schluss, dass das psychiatrische Teilgutach-
ten der MEDAS E.________ (AB 80.1/14-17) schlüssig sei. Daran hielt er 
am 11. Januar 2016 – unter Berücksichtigung eines weiteren Berichts von 
Dr. med. F.________ vom 8. Januar 2015 (AB 92/3 f.) sowie der Erkennt-
nisse aus der vom 13. August bis 6. Oktober 2015 in der Stiftung 
I.________ durchgeführten beruflichen Abklärung (AB 109) – fest (AB 114).

3.4 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 

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dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

3.5 Die polydisziplinäre (allgemeininternistische, orthopädische, neuro-
logische und psychiatrische) Beurteilung der MEDAS E.________ vom 
26. Mai 2014 (AB 80) basiert unter anderem auf umfassenden klinischen 
Explorationen (AB 80.1/2) sowie labortechnischen Untersuchungen 
(AB 80.1/14 Ziff. 3.2.2). Die Gutachter hatten Kenntnis der vollständigen 
Vorakten, insbesondere des Vorgutachtens der MEDAS C.________ vom 
26. November 2010 (AB 24) sowie der rheumatologischen Expertise des 
Spitals D.________ vom 30. Mai 2013 (AB 61), und setzten sich mit diesen 
auch eingehend auseinander (AB 80.1/24 f. Ziff. 4.2.7, 80.1/26 f. Ziff. 
4.3.1.1, 80.1/32 Ziff. 4.3.7). Insoweit ist die Expertise nicht zu beanstanden.

3.5.1 Im Zentrum der subjektiv geklagten Symptomatik stehen die Be-
schwerden (Funktion, Kraft, Gefühl, Schmerzen, Schwellungen, Jucken) 
des linken Arms bzw. der linken Hand (AB 80.1/17 Ziff. 4.2.1.1, 80.1/28 
Ziff. 4.3.1.2, 80.1/33 Ziff. 6.2). Im Zusammenhang mit der von Dr. med. 
F.________ bereits im Jahr 2013 gestellten Diagnose eines linksseitigen 
Morbus Sudeck bzw. eines CRPS (AB 63/6, 67/4) wurde im Gutachten der 
MEDAS E.________ festgehalten, es seien diesbezüglich keine eindeuti-
gen objektivierbaren Befunde dokumentiert (AB 80.1/21 Ziff. 4.2.4). Insbe-
sondere wurde ausgeführt, dass am linken Arm zwar eine Schonhaltung zu 
erkennen sei, diese aber deutlich mit der symmetrisch entwickelten Musku-
latur kontrastiere und dass sich keine Hinweise auf eine organische Ursa-
che der von der Explorandin geäusserten Beschwerden am linken Arm 
finden liessen (AB 80.1/22 f. Ziff. 4.2.4). Diese Ausführungen korrelieren 
mit den Einschätzungen des Spitals D.________ (AB 61.1/16 Ziff. IV). Es 
ist zudem vorderhand prinzipiell nachvollziehbar, dass die Gutachter die 
Beschwerden mangels einer Muskelatrophie (AB 80.1/23 Ziff. 4.2.4, 
80.1/29 Ziff. 4.3.2.1, 80.1/30 Ziff. 4.3.4), bei negativen Zeichen für ein Kar-
paltunnel-Syndrom (AB 80.1/20 Ziff. 4.2.2.1), normalen elektrodiagnosti-
schen Untersuchungswerten (AB 63/2, 80.1/31 Ziff. 4.3.4) und fehlenden 
Befunden der früheren bildgebenden Untersuchungen (Röntgen, Knochen-
Szintigraphie [AB 61.1/15 Ziff. III Ziff. 2]) ätiologisch nicht zuordnen konnten 
und eine funktionelle Genese in Betracht zogen (AB 80.1/21 Ziff. 4.2.3 lit. a 

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Lemma 2, 80.1/32 Ziff. 5.1 Ziff. 1 Lemma 6). Dem stehen jedoch die Fest-
stellungen in der beruflichen Abklärung gegenüber, wonach – trotz aussch-
liesslich leichter Arbeit (AB 109/4) –«objektiv sichtbare Veränderungen» am 
linken Arm (Hautveränderungen, starkes Anschwellen und Erkalten) auftra-
ten (AB 109/2), welche allenfalls dem klinischen Befund bzw. den diagnos-
tischen Kriterien des CRPS (Typ 1) entsprechen (vgl. DENNIS NOWAK 
[Hrsg.], Handfunktionsstörungen in der Neurologie, 2011 S. 166; JÜRGEN 
HEISEL, Neurologische Differenzialdiagnostik, 2007, S. 198). Wohl konnten 
diese sichtbaren körperlichen Reaktionen anlässlich der Begutachtung 
(noch) nicht dokumentiert werden, sie traten indes offenbar im Rahmen 
einer Tätigkeit auf, welche die Experten der MEDAS E.________ als zu-
mutbar beschrieben (AB 80.1/33 f. Ziff. 6.2). Eine gutachterliche bzw. 
fachärztliche Stellungnahme hierzu fehlt; der RAD-Psychiater Dr. med. 
H.________ hat sich zu den Ergebnissen der beruflichen Abklärungen le-
diglich in allgemeiner Weise sowie aus fachfremder Perspektive geäussert 
(AB 114/2). Entgegen der Argumentation der Beschwerdegegnerin (Be-
schwerdeantwort S. 2 lit. C Ziff. 8) ist nicht erstellt, dass die körperlichen 
Reaktionen darauf zurückzuführen sind, dass die Beschwerdeführerin in 
der Abklärung Arbeiten ausführte, welche nicht dem medizinischen Zumut-
barkeitsprofil entsprachen. Zum einen wurden ihr lediglich leichte Tätigkei-
ten zugewiesen und zum andern weisen die festgestellten Veränderungen 
am Arm darauf hin, dass ein relevanter somatischer Gesundheitsschaden 
vorliegen könnte, der von den Gutachtern allein deshalb negiert wurde, weil 
die entsprechenden Reaktionen anlässlich der Exploration nicht ausgelöst 
werden konnten und deshalb als nicht vorhanden eingestuft wurden. 

3.5.2 Bei dieser Ausgangslage bestehen nach dem Dargelegten auf-
grund der im Nachgang zur Exploration dokumentierten Befunde konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise der MEDAS E.________ 
vom 26. Mai 2014 (AB 80), weshalb dieser (derzeit) keine volle Beweiskraft 
zuzuerkennen ist (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b bb S. 353; SVR 2009 IV Nr. 50 
S. 154 E. 4.3). Die begründeten Zweifel betreffen dabei nicht die blosse 
diagnostische Einordnung anerkannter Symptome, sondern stellen die für 
leidensadaptierte Tätigkeiten attestierte uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit 
in Frage. Die Arbeitsfähigkeit lässt sich auch nicht ohne weiteres medizi-
nisch-theoretisch unter der Prämisse einer funktionellen Einarmigkeit fest-

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legen, da die von der linken oberen Extremität ausgehenden Schmerzen – 
soweit sie hinreichend erklärbar sind (vgl. BGE 136 V 279 E. 3.2.1 S. 281) 
– allenfalls die Leistungsfähigkeit als Ganzes beeinflussen. Hinzu kommt, 
dass sich aufgrund der beweisrechtlichen Zweifel im Rahmen des revisi-
onsrechtlichen Beweisthemas – trotz der diversen stattgehabten operativen 
Eingriffe – auch nicht abschliessend beurteilen lässt, ob im Vergleichszeit-
raum tatsächlich eine relevante medizinische Veränderung eingetreten ist. 

Weil sich der rechtserhebliche medizinische Sachverhalt demzufolge als 
nicht hinreichend abgeklärt erweist, rechtfertigt sich die von der Beschwer-
deführerin explizit beantragte und zulässige (vgl. BGE 137 V 210 E. 4.4.1.4 
S. 264 f.) Rückweisung der Sache an die Verwaltung, damit sie in 
Nachachtung der Untersuchungsmaxime (Art. 43 Abs. 1 ATSG) das Erfor-
derliche nachholt. Dabei bleibt es der Beschwerdegegnerin überlassen, ob 
– allenfalls nach Rücksprache mit dem RAD – den bisherigen Gutachtern 
lediglich Ergänzungsfragen gestellt werden sollen oder ob eine Verlaufsbe-
gutachtung angezeigt erscheint. Allemal muss dabei gewährleistet sein, 
dass durch den Fragekatalog bei einem sich gegebenenfalls offenbarenden 
psychosomatischen Leiden auch die Standardindikatoren im Sinne von 
BGE 141 V 281 abgedeckt sind (Beschwerde S. 5 f. Ziff. III Ziff. 3; vgl. IV-
Rundschreiben Nr. 339). In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung 
oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach 
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). Der von der Beschwerde-
führerin geleistete Kostenvorschuss von Fr. 700.-- ist ihr zurückzuerstatten.

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4.2 Angesichts ihres Unterliegens hat die Beschwerdegegnerin der 
Beschwerdeführerin die Parteikosten zu ersetzen. Diese werden ohne 
Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach 
der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). 

In der Kostennote vom 5. April 2016 hat Rechtsanwalt B.________ ein Ho-
norar von Fr. 1‘832.50 sowie Auslagen von Fr. 26.-- und die Mehrwertsteu-
er von Fr. 148.70 geltend gemacht. Diese Beträge sind nicht zu beanstan-
den. Der gesamte Parteikostenersatz wird somit auf Fr. 2‘007.20 (inkl. Aus-
lagen und MWSt.) festgesetzt.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 13. Januar 2016 aufgehoben und die Sache an die 
Beschwerdegegnerin zurückgewiesen wird, damit sie – nach Vornah-
me der Abklärungen im Sinne der Erwägungen – neu verfüge.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt. Der von der Beschwerdeführerin geleistete 
Kostenvorschuss von Fr. 700.-- wird nach Rechtskraft des Urteils 
zurückerstattet.

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr.  2‘007.20 (inkl. Auslagen und MWSt.), zu 
ersetzen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. April 2016, IV/16/221, Seite 13

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.