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**Case Identifier:** 314cf7b3-d1a0-5b07-9317-f205e70cbcdf
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-02-26
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Strafrecht 26.02.2013 460 2012 256 (460 12 256)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_004_460-2012-256_2013-02-26.pdf

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Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 

26. Februar 2013 (460 12 256) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Strafrecht 

 

 

mehrfacher, teilweise versuchter, banden- und gewerbsmässiger Diebstahl etc. 

 

 

 

Besetzung Präsident Dieter Eglin, Richter Beat Schmidli (Referent), Richter 
Beat Hersberger; Gerichtsschreiberin Manuela Illgen 
 

Parteien Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, Hauptabteilung Arlesheim, 
Kirchgasse 5, 4144 Arlesheim,  
Anklagebehörde und Anschlussberufungsklägerin 
 
A.____,  
Privatklägerin 
 
B.___,  
Privatklägerin 

  
gegen 
 
 

 C.____,  
vertreten durch Advokaten Christoph Dumartheray und Sonja Ryf, 
per Adr. Dornacherstrasse 192, Postfach, 4018 Basel,  
Beschuldigter und Berufungskläger 
 
 

Gegenstand mehrfacher, teilweise versuchter, banden- und gewerbsmässi-

ger Diebstahl, etc. 

Urteil des Strafgerichts vom 14. August 2012 
 

 

 

 
 
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A. Mit Urteil der Dreierkammer des Strafgerichts vom 14. August 2012 wurde C.____ des 
mehrfachen, teilweise versuchten bandenmässigen Diebstahls, der Sachbeschädigung sowie 
des mehrfachen Hausfriedensbruchs schuldig erklärt und zu einer unbedingt vollziehbaren Frei-
heitsstrafe von 2 Jahren verurteilt, unter Anrechnung der vom 22. Mai bis 14. August 2012 aus-
gestandenen Haft von insgesamt 85 Tagen (Ziff. 1 des Urteilsdispositivs). Demgegenüber wurde 
der Beurteilte von der Anklage des gewerbsmässigen Diebstahls freigesprochen (Ziff. 2 des 
Urteilsdispositivs). Die gegen den Beurteilten am 1. März 2011 von der Staatsanwaltschaft 
Limmattal/Albis wegen mehrfachen, teilweise versuchten Diebstahls, mehrfacher Sachbeschä-
digung und mehrfachen Hausfriedensbruchs bedingt ausgesprochene Geldstrafe von 130 Ta-
gessätzen zu je Fr. 30.--, wovon 14 Tagessätze durch Haft erstanden, bei einer Probezeit von 2 
Jahren, wurde in Anwendung von Art. 46 Abs. 1 StGB für vollziehbar erklärt. Für den Fall der 
Nichtbezahlung der Geldstrafe und deren Uneinbringlichkeit auf dem Betreibungsweg wurde 
eine Ersatzfreiheitsstrafe von 116 Tagen angedroht (Ziff. 3 des Urteilsdispositivs). Zudem wur-
den dem Beurteilten die Verfahrenskosten, bestehend aus den Kosten des Vorverfahrens von 
Fr. 4'731.20, den Kosten des Zwangsmassnahmengerichts von Fr. 350.-- und der Gerichtsge-
bühr von Fr. 4'500.--, somit insgesamt Fr. 9'581.20, auferlegt (Ziff. 7 des Urteilsdispositivs).  
 
Im Nachgang zum erwähnten Urteil bewilligte das Strafgericht dem Beurteilten am 31. August 
2012 den Antritt des vorzeitigen Strafvollzugs gemäss Art. 236 StPO. 
 
B. Gegen das obgenannte Urteil hat C.____ mit Eingabe vom 23. August 2012 seiner amtli-
chen Verteidigerin Sonja Ryf die Berufung angemeldet. Zusätzlich hat der frühere Wahlverteidi-
ger des Beschuldigten, Rechtsanwalt Joachim Lederle, mit undatiertem Schreiben, beim Straf-
gericht per Post am 27. August 2012 eingegangen, die Berufung angemeldet. Mit Eingabe vom 
26. November 2012 hat der Beschuldigte die Berufungserklärung eingereicht, welche bereits 
eine Begründung enthielt. In seiner Berufungserklärung beantragt der Beschuldigte, (1.) er sei 
vom Vorwurf des bandenmässigen Diebstahls freizusprechen, (2.) die unbedingt vollziehbar 
ausgesprochene Freiheitsstrafe von 2 Jahren sei angemessen zu reduzieren, (3.) die Gerichts-
gebühr von Fr. 4'500.-- sei angemessen herabzusetzen und (4.) es sei die amtliche Verteidigung 
mit Advokatin Sonja Ryf zu gewähren. 
 
C. Darüber hinaus hat die Staatsanwaltschaft mit Eingabe vom 18. Dezember 2012 die An-
schlussberufung gegen den vorinstanzlichen Richterspruch erklärt, und zwar ausschliesslich 
zugunsten des Beschuldigten. Auch die Anschlussberufungserklärung der Staatsanwaltschaft 
war bereits hinreichend begründet. Die Staatsanwaltschaft stellt die Rechtsbegehren, (1.) es sei 
der Beschuldigte vom Vorwurf des bandenmässigen Diebstahls freizusprechen und er sei statt-
dessen des mehrfachen, teilweise versuchten Diebstahls schuldig zu erklären und (2.) es sei die 
unbedingt ausgesprochene Freiheitsstrafe von 2 Jahren angemessen zu reduzieren. 
 
D. Aufgrund der aussergewöhnlichen Konstellation, dass der Beschuldigte und die Staatsan-
waltschaft praktisch gleichlautende Anträge stellten und in ähnlicher Weise gewisse prozessuale 
und ausserprozessuale Verhaltens- und Vorgehensweisen der Vorinstanz beanstandeten, er-
hielt die Dreierkammer des Strafgerichts mit Verfügung des Kantonsgerichts, Abteilung Straf-

 

 
 
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recht, vom 2. Januar 2013 die Gelegenheit zur fakultativen Äusserung. Mit Eingabe vom 17. 
Januar 2013 nahm die Dreierkammer des Strafgerichts Stellung zu den einzelnen Vorwürfen. 
 

E. Mit verfahrensleitender Verfügung des Kantonsgerichts, Abteilung Strafrecht, vom 
17. Dezember 2012 wurde das Haftentlassungsgesuch des Beschuldigten vom 6. Dezember 
2012 abgewiesen. Mit Verfügung vom 2. Januar 2013 wurde die Gegenstandslosigkeit der 
Mahnung der Justizverwaltung vom 5. Dezember 2012 an den Beschuldigten über den Betrag 
von Fr. 9'581.20 festgestellt, da das vorinstanzliche Urteil zufolge Berufung noch nicht in 
Rechtskraft erwachsen ist. Schliesslich wurde mit Verfügung vom 21. Januar 2013 dem Be-
schuldigten die amtliche Verteidigung für das zweitinstanzliche Verfahren mit Advokatin Sonja 
Ryf bewilligt. 
 
F. Anlässlich der Hauptverhandlung vor dem Kantonsgericht erscheinen der Beschuldigte 
C.____ mit seiner amtlichen Verteidigerin Sonja Ryf und mit seinem Wahlverteidiger Christoph 
Dumartheray sowie die Staatsanwaltschaft, vertreten durch Staatsanwältin D.____. Der Be-
schuldigte wird sowohl zur Person als auch zur Sache ausführlich befragt. Zudem wird dem 
Beschuldigten aufgrund dessen mangelnden Deutschkenntnisse eine Dolmetscherin für die 
französische Sprache beigegeben. Die Parteien wiederholen ihre Anträge gemäss den schriftli-
chen Eingaben (vgl. Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht S. 11 f.). 
 
 
 
Erwägungen 

I. Formelles 

Gemäss Art. 398 Abs. 1 StPO ist die Berufung zulässig gegen Urteile erstinstanzlicher Gerichte, 
mit denen das Verfahren ganz oder teilweise abgeschlossen worden ist. Laut Art. 398 Abs. 3 
StPO können mit der Berufung gerügt werden: Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschrei-
tung und Missbrauch des Ermessens, Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung (lit. a), die 
unvollständige oder unrichtige Feststellung des Sachverhalts (lit. b) sowie Unangemessenheit 
(lit. c), wobei das Berufungsgericht das Urteil in allen angefochtenen Punkten umfassend über-
prüfen kann (Art. 398 Abs. 2 StPO). Die Parteien rügen in erster Linie Rechtsverletzungen. 
Nach Art. 399 Abs. 1 und 3 StPO ist die Berufung zunächst dem erstinstanzlichen Gericht innert 
10 Tagen seit Eröffnung des Urteils schriftlich oder mündlich anzumelden und danach dem Be-
rufungsgericht innert 20 Tagen seit der Zustellung des begründeten Urteils eine schriftliche Be-
rufungserklärung einzureichen. Die anderen Parteien können innert 20 Tagen seit Empfang der 
Berufungserklärung schriftlich Anschlussberufung erklären (Art. 400 Abs. 3 lit. b StPO). Die An-
schlussberufung richtet sich sinngemäss nach Art. 399 Abs. 3 und 4 StPO (Art. 401 Abs. 1 
StPO). Aus den Akten (act. 1351) ergibt sich, dass das Urteilsdispositiv des Strafgerichts den 
Parteien am 16. August 2012 zugestellt wurde. Mit seiner Berufungsanmeldung am 23. August 
2012 (vgl. act. 1503, 1509) hat der Beschuldigte die zehntägige Frist gemäss Art. 399 Abs. 1 
StPO eingehalten. Auch die Frist zur Berufungserklärung gemäss Art. 399 Abs. 3 StPO wurde 
vorliegend gewahrt: Das begründete Urteil des Strafgerichts wurde den Parteien am 6. Novem-
ber 2012 zugestellt (vgl. act. 1435) und mit Datum vom 26. November 2012 reichte der Be-

 

 
 
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schuldigte die Berufungserklärung ein. Diese Berufungserklärung wurde der Staatsanwaltschaft 
am 29. November 2012 zugestellt. Mit ihrer Anschlussberufungserklärung vom 18. Dezember 
2012 hat auch die Staatsanwaltschaft die Rechtsmittelfrist eingehalten. Was die Form betrifft, so 
erfüllen die Eingaben des Beschuldigten und der Staatsanwaltschaft die Anforderungen gemäss 
Art. 385 Abs. 1 StPO. Die Zuständigkeit der Dreierkammer des Kantonsgerichts, Abteilung 
Strafrecht, als Berufungsgericht zur Beurteilung der vorliegenden Berufung und Anschlussberu-
fung ergibt sich aus Art. 21 Abs. 1 lit. a StPO sowie § 15 Abs. 1 lit. a EG StPO. Schliesslich wird 
die Legitimation der Staatsanwaltschaft und des Beschuldigten zur Ergreifung des Rechtsmittels 
in Art. 381 Abs. 1 und Art. 382 Abs. 1 StPO normiert.  
 
Da die Staatsanwaltschaft gemäss Art. 381 Abs. 1 StPO ein Rechtsmittel zugunsten oder zuun-
gunsten der beschuldigten Person ergreifen kann, steht es ihr grundsätzlich zu, eine Anschluss-
berufung zugunsten des Beschuldigten zu ergreifen. Die Regelung von Art. 381 Abs. 1 StPO ist 
ein Relikt des Postulats, dass der Anklägerin eine Pflicht zur Objektivität zukommt, d.h. sie auch 
zu intervenieren hat, wenn ein Urteil zulasten der angeklagten Person zu streng ausgefallen ist. 
Die Interventionspflicht spielt jedoch vor allem dann, wenn der Angeklagte nicht oder nicht hin-
reichend verteidigt ist (vgl. BSK StPO-MARTIN ZIEGLER, Art. 381 N 2). Im vorliegenden Fall ste-
hen dem Beschuldigten sowohl eine amtliche als auch eine private Verteidigung zur Verfügung, 
welche ihrerseits bereits Berufung erhoben haben. Angesichts dessen erscheint der Sinn einer 
Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft mit den praktisch gleichlautenden Anträgen wie die 
Berufung fraglich. Des Weiteren gilt es zu beachten, dass die Staatsanwaltschaft mit der An-
schlussberufung das Verbot der reformatio in peius aufheben und damit den Weg zu einer 
schärferen Bestrafung des Beschuldigten und Berufungsklägers öffnen kann. Damit dient die 
Anschlussberufung auch gerade dazu, den Angeklagten zum Rückzug seiner Berufung zu ver-
anlassen (ROBERT HAUSER / ERHARD SCHWERI / KARL HARTMANN, Schweizerisches Strafprozess-
recht, 6. Aufl., Basel 2005, § 99 N 14). Durch bestimmte Vorkehrungen hat der Gesetzgeber 
versucht, die Zahl der Anschlussberufungen zu beschränken: Auch in der Botschaft wird darge-
legt, dass seitens der Staatsanwaltschaft in der Praxis die Anschlussberufung nicht selten des-
halb eingelegt werde, um die beschuldigte Person zum Rückzug der eigenen Berufung zu be-
wegen (BSK StPO-LUZIUS EUGSTER, Art. 401 N 3, mit Hinweis auf die Botschaft zur Vereinheitli-
chung des Strafprozessrechts vom 21. Dezember 2005, BBl 2006, S. 1316). Das Kantonsge-
richt stellt fest, dass die in casu seitens der Staatsanwaltschaft zugunsten des Beschuldigten 
erhobene Anschlussberufung in der vorliegenden Konstellation kaum in der Intention des Ge-
setzgebers liegt. Da zumindest keine rechtlichen Gründe dagegen sprechen, ist gleichwohl ne-
ben der Berufung des Beschuldigten auch auf die zugunsten des Beschuldigten erhobene An-
schlussberufung der Staatsanwaltschaft einzutreten. 
 
 
II. Gegenstand der Berufung und der Anschlussberufung 

1. Die Berufung des Beschuldigten wie auch die Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft 
beinhalten mehrere Rügen prozessualer und ausserprozessualer Natur, welche nachfolgend 
vorfrageweise zu prüfen sind. 
 

 

 
 
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2. In materieller Hinsicht richten sich sowohl die Berufung als auch die Anschlussberufung 
gegen die seitens des Strafgerichts erfolgte Qualifikation der vom Beschuldigten begangenen 
Diebstähle als bandenmässig. Zudem beanstanden die Parteien die durch die Vorinstanz aus-
gesprochene, unbedingt vollziehbare Freiheitsstrafe von 2 Jahren. Der Beschuldigte und die 
Staatsanwaltschaft beantragen einen Schuldspruch wegen mehrfachen, teilweise versuchten 
(einfachen) Diebstahls sowie eine angemessene Herabsetzung der Strafe (vgl. Ziff. 1 des Ur-
teilsdispositivs). Zusätzlich erachtet der Beschuldigte die ihm vorinstanzlich auferlegte Gerichts-
gebühr von Fr. 4'500.-- als zu hoch (vgl. Ziff. 7 des Urteilsdispositivs). Demgegenüber bilden die 
Ziffern 2 bis 6 sowie 8 des Urteilsdispositivs nicht Gegenstand des kantonsgerichtlichen Verfah-
rens und es wird betreffend Sachverhaltsfeststellung und rechtliche Würdigung in den genann-
ten Punkten bereits an dieser Stelle auf die Ausführungen des Strafgerichts verwiesen. 
 
 
III. Vorbemerkungen 

1. Sowohl der Beschuldigte als auch die Staatsanwaltschaft machen geltend, die Vorinstanz 
sei in casu vorbefasst gewesen. Die Parteien rügen, es habe vorliegend ein ungewöhnlich enger 
Kontakt zwischen dem Strafgerichtspräsidenten und den Medien bestanden. Dabei wird ange-
führt, der Strafgerichtspräsident persönlich habe die Medien im Vorfeld der Hauptverhandlung 
auf den Fall aufmerksam gemacht. Auch soll der Strafgerichtspräsident auf Wunsch der Medien 
hin die Urteilseröffnung um eine halbe Stunde vorverlegt haben. Zudem sei es dem Strafgericht 
darum gegangen, vorliegend in aller Medienöffentlichkeit ein Exempel zu statuieren und beim 
Beschuldigten besonders hart durchzugreifen. Aus diesen Gründen erscheine das genannte 
Vorgehen im Hinblick auf den Anspruch auf einen unabhängigen, unbefangenen und unparteii-
schen Richter höchst bedenklich bzw. problematisch (vgl. S. 8 der Berufungserklärung des Be-
schuldigten vom 26. November 2012 ["Besonderes"]; S. 5-7 der Anschlussberufungserklärung 
der Staatsanwaltschaft vom 18. Dezember 2012 ["Besondere Vorkommnisse im Zusammen-
hang mit diesem Prozess"]; Plädoyer des Wahlverteidigers, Prot. Hauptverhandlung Kantonsge-
richt S. 11 f., sowie S. 2, 8 des Plädoyers der Staatsanwaltschaft). 
 
Das Kantonsgericht stellt zunächst in formeller Hinsicht fest, dass weder die Staatsanwaltschaft 
noch der Beschuldigte aus diesen Vorwürfen eine Befangenheit abgeleitet bzw. moniert hat. 
Ausstandsgründe sind nicht von Amtes wegen zu beachten. Vielmehr obliegt es gemäss Art. 58 
Abs. 1 StPO der betreffenden Partei, ein Ausstandsgesuch ohne Verzug zu stellen, sobald von 
einem Ausstandsgrund Kenntnis genommen wird. Die Ausführungen der Parteien enthalten 
zudem blosse Spekulationen und unklare Andeutungen, welche weder substantiiert noch kon-
kret dargetan wurden. So erachtet die Staatsanwaltschaft gewisse Vorgehensweisen zwar als 
"höchst bedenklich", ohne jedoch einen ausdrücklichen Antrag zu stellen. Auch die Formulie-
rung des Beschuldigten, das Urteil sei "politisch motiviert", ist äusserst vage. Schliesslich er-
scheinen die Anträge der Staatsanwaltschaft in prozessualer Hinsicht als widersprüchlich: Die 
Staatsanwaltschaft legt mit ihrer Anschlussberufungserklärung mehrere Zeitungsberichte, dar-
unter einen der Basler Zeitung vom 16. August 2012, ins Recht. Darin wird die Erste Staatsan-
wältin wie folgt zitiert: Fahre das Gericht eine härtere Linie, orientiere sich die Staatsanwalt-
schaft daran. Und wörtlich: "Es ist in unserem Interesse, dass Kriminaltouristen mit hohen Stra-

 

 
 
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fen belegt werden". Dies wiederum steht dem Antrag der Staatsanwaltschaft in ihrer Anschluss-
berufungserklärung entgegen. Dort kritisiert die Staatsanwaltschaft auf Seite 5 die vom Strafge-
richt verhängte Sanktion als "unangemessen hoch", vermerkt jedoch auf derselben Seite, dass 
die verschärfte Praxis des Strafgerichts bezüglich Strafen in Einbruchsfällen von der Staatsan-
waltschaft grundsätzlich begrüsst werde. 
 
Die Ausstandsgründe sind in Art. 56 StPO aufgeführt. Keiner der dort genannten Gründe wäre 
bei einer materiellen Prüfung eines Ausstandsgesuchs in der vorliegenden Konstellation auch 
nur ansatzweise ersichtlich. Es mangelt bereits an einem blossen Anschein der Befangenheit, 
selbst wenn die Schilderungen der Parteien zutreffen sollten: Wenn sich die Medien beim Straf-
gerichtspräsidenten erkundigen und dabei auf den Verhandlungskalender verwiesen werden, so 
ist an diesem Vorgehen nichts auszusetzen. Auch aus der seitens des Strafgerichtspräsidenten 
angeordneten Vorverlegung der Urteilseröffnung um eine halbe Stunde nach Abschluss der 
Beratung kann nichts Unrechtmässiges abgeleitet werden. Der Umstand, dass der Strafge-
richtspräsident der Basler Zeitung nach der Urteilseröffnung für ein Interview zur Verfügung 
stand, lässt ebenso wenig auf dessen Befangenheit schliessen. Hierbei gilt es zusätzlich zu 
beachten, dass in gewissen Fällen die Information der Öffentlichkeit durch die Gerichte vielmehr 
geboten sein kann. Denn gemäss Art. 74 Abs. 1 StPO können die Staatsanwaltschaft und die 
Gerichte sowie mit deren Einverständnis die Polizei die Öffentlichkeit über hängige Verfahren 
orientieren, wenn dies erforderlich ist. Des Weiteren ist darauf hinzuweisen, dass das Urteil vom 
14. August 2012 nicht durch den Strafgerichtspräsidenten allein, sondern durch die Dreierkam-
mer des Strafgerichts gefällt wurde. Dieser Spruchkörper konnte weder voraussehen, ob die 
Anklage um die Qualifikationsgründe der Banden- und Gewerbsmässigkeit erweitert noch wie 
der Antrag der Staatsanwaltschaft bezüglich Schuldspruch und Strafmass aussehen würde (vgl. 
Beweisverfügung des Strafgerichtspräsidenten vom 2. Juli 2012, act. 1235 ff.; Prot. Hauptver-
handlung Strafgericht, act. 1275 ff.). Ebenso wenig war für die Dreierkammer des Strafgerichts 
das Beratungsergebnis vorhersehbar. Somit war die Dreierkammer des Strafgerichts ganz of-
fensichtlich nicht in der Lage zu planen, beim Beschuldigten in aller Medienöffentlichkeit ein 
Exempel zu statuieren. Schliesslich erscheinen sowohl der Schuldspruch als auch das Straf-
mass im angefochtenen Urteil als juristisch korrekt und ohne sachfremde Motive begründet. 
 
Im Ergebnis erweisen sich daher die seitens der Parteien gemachten Ausführungen betreffend 
Befangenheit der Vorinstanz als nicht einmal im Ansatz begründet. Es handelt sich hierbei um 
Darlegungen, denen im weiteren Berufungsverfahren keinerlei Bedeutung zukommt. 
 
2. Ebenso beanstanden die Parteien, der Strafgerichtspräsident habe zusätzliche Ermittlun-
gen in Bezug auf die Echtheit der Wohnadresse, der Lohnabrechnungen, des angegebenen 
Arbeitgebers wie auch den Beweggrund der Einreise des Beschuldigten getätigt, welche sich im 
Ergebnis als unnötig erwiesen hätten bzw. zur Klärung des Sachverhalts in Bezug auf die Ban-
den- und Gewerbsmässigkeit nicht relevant seien (vgl. S. 2 f. der Anschlussberufung der 
Staatsanwaltschaft vom 18. Dezember 2012; S. 2 f. des Plädoyers der amtlichen Verteidigerin). 
Die Staatsanwaltschaft gibt zudem an, sie habe nur auf eindringliches Nachfragen des Strafge-

 

 
 
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richtspräsidenten hin die Anklage bezüglich Banden- und Gewerbsmässigkeit ergänzt (vgl. S. 6 
der Anschlussberufungserkärung der Staatsanwaltschaft vom 18. Dezember 2012). 
 
Den Akten ist zu entnehmen, dass mit Verfügung des Präsidenten des Strafgerichts vom 25. Juli 
2012 die Polizei Basel-Landschaft beauftragt wurde, via Verbindungsoffizierin der französischen 
Gendarmerie beim angegebenen französischen Arbeitgeber des Beschuldigten Erkundigungen 
betreffend dessen Lohn, Funktion und Arbeitspensum einzuholen (vgl. act. 1227 f.). Zudem tä-
tigte das Strafgericht eigene Abklärungen in Bezug auf die Wohnadresse des Beschuldigten 
(vgl. die entsprechende Google Street View-Aufnahme, act. 1335 f.). Schliesslich wurden die 
Parteien mit Verfügung des Strafgerichtspräsidenten vom 2. Juli 2012 darauf hingewiesen, dass 
sich das Gericht anlässlich der Hauptverhandlung vorbehalte, die Staatsanwaltschaft einzula-
den, den Sachverhalt der Anklage in Bezug auf die Qualifikationsmerkmale der Banden- und 
Gewerbsmässigkeit zu ergänzen (vgl. act. 1237 f.). Die Staatsanwaltschaft nahm diese Möglich-
keit anlässlich der Hauptverhandlung vor Strafgericht wahr und ergänzte ihre Anklage, indem 
sie zusätzlich Banden- und Gewerbsmässigkeit anklagte (vgl. Prot. Hauptverhandlung Strafge-
richt, act. 1307; Ergänzung zur Anklageschrift vom 27. Juni 2012, act. 1331 f.). 
 
Das Kantonsgericht konstatiert auch in diesem Punkt, dass die Parteien ihrer Rügeobliegenheit, 
welche im Rechtsmittelverfahren gilt, nur ungenügend nachgekommen sind: Weder monieren 
die Parteien substantiiert, welche Handlungen der Vorinstanz rechtlich unkorrekt gewesen sein 
sollen, noch stellen sie konkrete Anträge. Zudem ist ein inkonsequentes Vorgehen der Staats-
anwaltschaft darin zu erblicken, dass diese vor Strafgericht zwar ihre Anklageschrift um die 
Qualifikationsgründe der Banden- und Gewerbsmässigkeit erweitert, aber dennoch auf einen 
entsprechenden Freispruch plädiert hat (vgl. Ergänzung zur Anklageschrift vom 27. Juni 2012, 
act. 1331 f.; Prot. Hauptverhandlung Strafgericht, act. 1307-1311). Die Staatsanwaltschaft hätte 
ohne Weiteres die Möglichkeit gehabt, von einer entsprechenden Erweiterung der Anklage-
schrift abzusehen. 
 
Das Kantonsgericht hat auf die Rügen der Parteien in diesem Punkt nicht einzutreten. Selbst bei 
einer materiellen Prüfung der seitens der Parteien vorgebrachten Einwendungen können keiner-
lei Fehlleistungen oder verfahrensmässige Mängel seitens der Vorinstanz festgestellt werden. 
Vielmehr basieren die einzelnen Verfahrenshandlungen auf einer gesetzlichen Grundlage und 
erscheinen als angemessen, weshalb sie nicht zu beanstanden sind. Die Ausführungen der 
Parteien erweisen sich somit auch in diesem Punkt als unbegründet. 
 
 

IV. Die angefochtenen Punkte im Einzelnen 

1. Qualifikationsgrund der Bandenmässigkeit 

1.1 Das Strafgericht erachtete als erwiesen, dass sich der Beschuldigte und seine Mittäterin 
E.____ schon länger kannten. Am 22. Mai 2012 seien die Beiden mit der Absicht in die Region 
Basel eingereist, dort eine unbestimmte Anzahl an Einbruchdiebstählen zu begehen. In Basel 
hätten der Beschuldigte und seine Begleiterin einen versuchten Einbruchdiebstahl und in Mut-
tenz einen versuchten sowie einen vollendeten Einbruchdiebstahl verübt. Dabei habe das Duo 

 

 
 
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ein zu einem gewissen Grad fest verbundenes Team gebildet, welches professionell und orga-
nisiert vorgegangen sei. Zudem habe dieses Team ein arbeitsteiliges, vertrautes und eingespiel-
tes Verhalten an den Tag gelegt. Das Strafgericht äusserte auch die Vermutung, dass hinter 
dem Beschuldigten und seiner Begleiterin eine noch weit grössere Bandenstruktur stehen könn-
te. Aus den genannten Gründen erachtete die Vorinstanz den Qualifikationsgrund der Banden-
mässigkeit gemäss Art. 139 Ziff. 3 StGB als erfüllt und verurteilte den Beschuldigten wegen 
mehrfachen, teilweise versuchten bandenmässigen Diebstahls, Sachbeschädigung sowie mehr-
fachen Hausfriedensbruchs (vgl. S. 9-20 des Urteils). 
 
1.2 Der Beschuldigte bestreitet den mehrfachen, teilweise versuchten Einbruchdiebstahl nicht. 
Er vertritt in seiner Berufungserklärung vom 26. November 2012 jedoch die Auffassung, das 
Strafgericht habe lediglich die belastenden Aussagen von E.____ berücksichtigt, währenddem 
es die Aussagen des Beschuldigten als unglaubhaft gewertet habe. Der Beschuldigte rügt, dass 
es nicht zu einer Konfrontationseinvernahme zwischen den beiden Tätern gekommen sei. Der 
Beschuldigte sei seit Mitte Februar 2012 bei der Firma F.____ in FR-G.____ als Hilfsarbeiter 
fest angestellt und erziele ein regelmässiges Einkommen. Daher stelle es eine reine Hypothese 
dar, dass er nebst seiner Erwerbstätigkeit im Zusammenschluss mit E.____ eine Vielzahl von 
Einbruchdiebstählen im Ausland geplant und durchgeführt habe. In Anbetracht dessen sei der 
Beschuldigte vom Vorwurf des bandenmässigen Diebstahls freizusprechen (vgl. S. 3-5 der Be-
rufungserklärung). In ihrem Plädoyer vor dem Kantonsgericht macht die amtliche Verteidigerin 
des Beschuldigten geltend, die Idee zum Einbrechen sei von E.____ gekommen, welche den 
Beschuldigten schliesslich dazu überredet habe. Der Beschuldigte habe keineswegs die hierar-
chisch höhere Stellung inne gehabt, zumal E.____ über eine bessere Schulbildung verfüge und 
sehr selbstbewusst und im Milieu erfahren aufgetreten sei. E.____ sei wegen der vorliegenden 
Delikte bereits von der Jugendanwaltschaft Basel-Stadt verurteilt worden, wobei der Qualifikati-
onsgrund der Bandenmässigkeit nicht angenommen worden sei. Unter dem Aspekt des Gleich-
behandlungsgebotes und im Hinblick auf ein faires Verfahren sei es kaum möglich, die von den 
Beiden begangenen Delikte unterschiedlich zu qualifizieren (vgl. S. 3-5 des Plädoyers der amtli-
chen Verteidigerin).  
 
Auch die Staatsanwaltschaft ist der Ansicht, das Strafgericht habe die Aussagen von E.____ 
ausschliesslich zu Lasten des Beschuldigten gewürdigt. Gemäss übereinstimmenden Aussagen 
des Beschuldigten und von E.____ sei die Idee zu den Einbrüchen von Letzterer gekommen. 
Dem Beschuldigten könne lediglich ein versuchter Einbruchdiebstahl in Basel und ein vollende-
ter Einbruchdiebstahl in Muttenz nachgewiesen werden. Des Weiteren macht die Staatsanwalt-
schaft geltend, es könne aus widersprüchlichen Aussagen der Beteiligten nicht auf Bandenmäs-
sigkeit geschlossen werden. Zudem habe E.____ auch entlastende Aussagen gemacht. Dass 
der Beschuldigte zusammen mit E.____ bzw. anderen Bandenmitgliedern eine Vielzahl von 
Einbrüchen geplant habe, sei nicht erstellt, weshalb ein Freispruch vom Vorwurf der banden-
mässigen Begehung zu erfolgen habe (vgl. S. 2-4 der Anschlussberufungserklärung vom 18. 
Dezember 2012). In ihrem Plädoyer vor Kantonsgericht führt die Staatsanwaltschaft aus, das 
Strafgericht habe an den Nachweis des Qualifikationsmerkmals der Bandenmässigkeit im Ver-
gleich zu anderen ähnlichen Fällen auffallend geringe Anforderungen gestellt. Da E.____ durch 

 

 
 
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die Jugendanwaltschaft Basel-Stadt bereits rechtskräftig lediglich wegen einfachen Diebstahls 
verurteilt worden sei, sei eine Verurteilung des Beschuldigten wegen Bandenmässigkeit schon 
aus formellen Gründen fraglich (vgl. S. 2, 5 des Plädoyers der Staatsanwaltschaft). 
 
1.3.1 Gestützt auf die Akten steht unbestrittenermassen fest, dass der Beschuldigte und E.____ 
am 22. Mai 2012 von Frankreich herkommend nach Basel einreisten. Zunächst versuchten die 
Beiden, in das Einfamilienhaus an der N.____ in Basel einzubrechen, um zu stehlen. Als dies 
wegen der Anwesenheit der Bewohnerin nicht gelang, ergriffen die beiden Täter die Flucht und 
suchten direkt im Anschluss daran ein anderes Einbruchsobjekt. Sie brachen sodann beim Ein-
familienhaus am M.____ in Muttenz in beide darin befindliche Wohnungen ein und stahlen aus 
der Wohnung in der oberen Etage diverse Gegenstände (vgl. die entsprechenden Einvernah-
meprotokolle des Beschuldigten, act. 299 ff., 345 ff., von E.____, act. 321 ff., der Geschädigten 
B.____, act. 335 ff., Rapport der Kantonspolizei Basel-Stadt vom 22. Mai 2012, act. 225 ff., so-
wie Anzeige der Polizei Basel-Landschaft, Hauptposten Muttenz, vom 24. Mai 2012, act. 427 
ff.). 
 
1.3.2 Der Beschuldigte machte zur Frage nach dem Grund für seine Einreise am 22. Mai 2012 
in der Voruntersuchung verschiedene Angaben. So gab er anlässlich der Einvernahme vom 
23. Mai 2012 zunächst zu, er sei in die Schweiz gekommen, um zu stehlen, da er kein Geld 
gehabt habe (act. 301). Noch in derselben Einvernahme änderte der Beschuldigte seine Aussa-
ge dahingehend, dass er eigentlich eingereist sei, um zu betteln (act. 307). Demgegenüber gab 
der Beschuldigte anlässlich der Einvernahme vom 15. Juni 2012 zu Protokoll, er und E.____ 
hätten die Idee gehabt, in der Schweiz einzukaufen (act. 351). Vor dem Strafgericht gab der 
Beschuldigte an, er sei mit H.____  bzw. E.____ in Kleiderläden in Basel auf Shoppingtour ge-
gangen (act. 1287). Vor Kantonsgericht schliesslich führt der Beschuldigte aus, er sei mit 
E.____ in die Schweiz gekommen, um sich zu amüsieren, exakt um zu shoppen. Zudem sei er 
eingereist, um spazieren zu gehen. Er habe seine mitgeführten Euro in einem Kleidergeschäft in 
Schweizer Franken umgetauscht und dann sei er mit E.____ durch die Läden spaziert (Prot. 
Hauptverhandlung Kantonsgericht S. 8).  
 
Auf die Frage, wann der Beschuldigte E.____ kennen gelernt hat, gab jener vor Strafgericht an, 
dies sei zwei Tage vor den Einbrüchen an einem Fest gewesen (act. 1287). Dies bestätigt der 
Beschuldigte vor Kantonsgericht: Er habe H.____ bzw. E.____ einen, maximal zwei Tage vor 
der Tat kennen gelernt (Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht S. 9). Trotz der Namensgleich-
heit und der ebenfalls serbischen Herkunft sei der Beschuldigte mit E.____ nicht verwandt und 
auch nicht weiter befreundet (act. 305; Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht S. 4). Die Na-
mensgleichheit sei reiner Zufall, denn der Name K.____ sei ein weit verbreiteter Name, auch in 
Frankreich (Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht S. 5). Der Beschuldigte gehöre auch nicht 
der ethnischen Gruppe der Sinti oder Roma an, sondern sei Franzose mit serbischen Wurzeln 
(act. 307; bestätigt vor Kantonsgericht, Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht S. 4).  
 
Gemäss dem Beschuldigten habe E.____ die grundsätzliche Idee gehabt, Einbrüche zu bege-
hen (act. 351). Ebenso habe E.____ den Vorschlag gemacht, in die beiden Liegenschaften ein-

 

 
 
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zudringen (act. 353, 357). Diese Idee sei E.____ jedoch erst nach dem Besuch der Kleiderläden 
gekommen. Erst dann habe sie gesagt, sie brauche Geld und wolle, dass der Beschuldigte mit-
komme, um Einbrüche zu begehen (act. 1287 ff.). Auch vor Kantonsgericht bleibt der Beschul-
digte dabei, dass die Initiative zum Einbrechen von E.____ gekommen sei. Er sei ihr gefolgt, 
ohne zu wissen, dass sie die Absicht zur Begehung von Einbrüchen gehabt habe (Prot. Haupt-
verhandlung Kantonsgericht S. 8).  
 
Zum zeitlichen Ablauf befragt gab der Beschuldigte vor Strafgericht an, er und E.____ seien um 
ca. 10 Uhr mit dem Bus aus FR-J.____ in Basel angekommen und dann auf Shoppingtour ge-
gangen (act. 1287, 1293). Demgegenüber führt der Beschuldigte vor Kantonsgericht aus, er sei 
bereits um 08.58 Uhr in Basel eingetroffen; seine Aussage vor Strafgericht sei falsch protokol-
liert worden (Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht S. 8).  
 
Betreffend das mitgeführte Geld sagte der Beschuldigte in der Einvernahme vom 15. Juni 2012 
noch aus, er habe 150 bis 160 Euro sowie Fr. 90.-- auf sich getragen und dieses Geld habe ihm 
gehört (act. 353). Vor Kantonsgericht gibt der Beschuldigte zu Protokoll, er habe 220 Euro dabei 
gehabt (Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht S. 9). 
 
Der Tattag, der 22. Mai 2012, war ein gewöhnlicher Wochentag. Zur Vereinbarkeit mit seinen 
beruflichen Verpflichtungen befragt, sagte der Beschuldigte vor erster Instanz noch aus, er habe 
"vielleicht eine Woche Urlaub genommen" bzw. er habe "keinen Urlaub genommen, verlänger-
tes Wochenende, ohne meinen Arbeitgeber zu benachrichtigen" (act. 1297). Vor zweiter Instanz 
führt der Beschuldigte demgegenüber aus, er habe am Tattag krankheitshalber freigenommen 
und sei zuerst nach FR-L.____, nicht nach Basel gefahren. Nach Hinweis auf den Widerspruch 
zu früheren Aussagen gibt der Beschuldigte an, er habe "2 oder 3 Tage arbeitsfrei" genommen. 
Er habe gegenüber seinem Chef persönliche Gründe angegeben und dieser habe es akzeptiert 
(Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht S. 5).  
 
Was die Vorgehensweise beim Einbruch am M.____ in Muttenz betrifft, so gab der Beschuldigte 
in der Voruntersuchung an, nachdem er die Tür eingetreten habe, sei er im Erdgeschoss 
geblieben, während sich E.____ in den ersten Stock begeben habe; er habe unten gesucht und 
E.____ oben (act. 359). Der Beschuldigte bestätigte, nach der sog. "Klingeltaktik" vorgegangen 
zu sein. Auf die Frage, was der Beschuldigte und seine Begleiterin unternommen hätten, wenn 
nach dem Läuten jemand von den Hausbewohnern die Türe geöffnet hätte, gibt der Beschuldig-
te vor Kantonsgericht an, sie hätten dann um Wasser gebeten oder um Auskunft, zum Beispiel 
nach einem nicht existierenden Namen, gefragt. Das Benutzen einer codierten Sprache mit sei-
ner Mittäterin bestreitet der Beschuldigte (Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht S. 9 f.). Dafür, 
dass nur gerade fünf Tage nach dem misslungenen Einbruchsversuch an der N.____ in Basel 
erfolgreich eingebrochen wurde, hat der Beschuldigte keine Erklärung (Prot. Hauptverhandlung 
Kantonsgericht S. 10). Ebenso wenig will der Beschuldigte wissen, warum E.____ einen 
Schlüssel auf sich trug, der zu einem Schliessfach im Zürcher Hauptbahnhof gehört, in welchem 
nebst Damenwäsche und Hygieneartikel auch ein Paar Herrenjeans sowie ein Langarm-Shirt für 

 

 
 
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Herren in einer Grösse, die zum Beschuldigten passt, gefunden wurden (vgl. act. 983 f.; Prot. 
Hauptverhandlung Kantonsgericht S. 10).  
 
Auf die Frage, was die Pläne des Beschuldigten und seiner Begleiterin gewesen seien, was sie 
noch alles unternommen hätten, wenn sie am Tattag nicht um 11.30 Uhr von der Polizei verhaf-
tet worden wären, gibt der Beschuldigte vor Kantonsgericht an, sie wären zurück nach Frank-
reich gefahren. Der Beschuldigte habe zurück zum Bahnhof Basel SBB fahren wollen, um von 
dort mit dem Zug zurückzukehren. Man habe schnellstmöglich die Schweiz verlassen wollen. Da 
der Beschuldigte und seine Begleiterin auf dem Rückweg von Muttenz nach Basel die Polizei 
bereits am ersten Tatort an der N.____ in Basel gesehen hätten, hätten sie aus Angst sofort 
nach Frankreich zurückfahren wollen (Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht S. 9). Die Frage, 
wie viele Einbrüche der Beschuldigte und E.____ am 22. Mai 2012 oder zu einem späteren 
Zeitpunkt hätten begehen wollen, beantwortet der Beschuldigte vor Kantonsgericht dahinge-
hend, dass man nicht mehr als die zwei Einbrüche an dem Tag habe begehen wollen, auch 
nicht zu einem späteren Zeitpunkt. Die Tageskarte für die öffentlichen Verkehrsmittel im Raum 
Basel habe man nur gelöst, da man sich mit den verschiedenen Zonen nicht auskenne. Die 
Frage, ob die Täter bei einem erfolglosen Einbruchsversuch im zweiten Haus auch noch eine 
dritte Liegenschaft aufgesucht hätten, verneint der Beschuldigte mit der Erklärung, man hätte 
sich dann gefragt, ob es Sinn mache bzw. ob sich das Risiko noch lohne (Prot. Hauptverhand-
lung Kantonsgericht S. 9 f.). Bereits in der Voruntersuchung gab der Beschuldigte an, das Ziel 
der Einbrüche sei gewesen, das Deliktsgut auf dem Markt zu verkaufen; danach hätten er und 
E.____ den Erlös geteilt (vgl. Einvernahme vom 15. Juni 2012, act. 351). 
 
1.3.3 Den Aussagen des Beschuldigten stehen die Depositionen von E.____ in den wesentli-
chen Punkten entgegen. Demnach seien die Beiden mit der einzigen Absicht in die Schweiz 
eingereist, um Einbrüche (im Plural) zu begehen (vgl. Einvernahme vom 23. Mai 2012, act. 
329). In derselben Befragung sagte E.____ aus: "Dabei bin ich auf die Idee gekommen, dass wir 
es einmal versuchen könnten, Einbrüche zu begehen“ (act. 323). Ebenso erklärte E.____ am 
1. Juni 2012, sie und der Beschuldigte hätten bereits in FR-L.____ besprochen, in die Schweiz 
zu gehen und einzubrechen (act. 831). E.____, welche ebenfalls serbischer Herkunft ist, sagte 
in Bezug auf die Bekanntschaft mit dem Beschuldigten am 1. Juni 2012 aus, sie kenne den Be-
schuldigten schon länger: "Mit C.____ war ich manchmal im Camp zusammen gewesen" (act. 
831). Anlässlich der Einvernahme vom 7. Juni 2012 bestätigte E.____: "Wir haben uns im Camp 
getroffen, viele Jugendliche. Da kamen wir auf die Idee, hierherzukommen" (act. 1183). Zudem 
gab E.____ zu, zumindest teilweise von Einbrüchen zu leben (act. 329). In allen Befragungen 
erwähnte E.____ nie etwas von einer Shopping-Tour. Vielmehr gab sie am 23. Mai 2012 an, sie 
und der Beschuldigte hätten nach der Ankunft in Basel direkt das Tram Nummer 14 in Richtung 
Pratteln genommen (act. 407). Auch bezüglich des sichergestellten Geldes gab E.____ abwei-
chend zum Beschuldigten an, die bei ihr gefundenen 445 Euro würden ihr gehören (act. 331). 
E.____ führte am 7. Juni 2012 in Bezug auf die Vorgehensweise aus: "Normalerweise gehen wir 
beide rein und durchsuchen das Schlafzimmer und Badezimmer" (act. 1179). In ihrer Einver-
nahme vom 23. Mai 2012 gab E.____ auch an, dass jeweils gezielt nach Bargeld, Gold und 
Schmuck gesucht worden sei und das Durchsuchen einer Liegenschaft "sicher nicht länger als 

 

 
 
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10 oder 15 Minuten" gedauert habe (act. 325 ff.). Übereinstimmend mit dem Beschuldigten gab 
E.____ ausserdem zu Protokoll, dass sie auf ihrem Rückweg von Muttenz nach Basel am ersten 
Tatort bereits die Polizei wahrgenommen hätten (vgl. Einvernahme vom 23. Mai 2012, act. 325). 
 
Der Beschuldigte macht zwar zu Recht geltend, dass er während des gesamten Verfahrens 
nicht mit E.____ konfrontiert wurde. Auch ist nicht von der Hand zu weisen, dass E.____ ihre 
Aussagen als Beschuldigte und nicht als neutrale Zeugin gemacht hat, weshalb bei ihr ein ge-
wisses Eigeninteresse am Ausgang des Verfahrens bestanden haben dürfte. Gemäss Art. 146 
Abs. 2 StPO können die Strafbehörden Personen, einschliesslich solcher, die ein Aussagever-
weigerungsrecht haben, einander gegenüberstellen. Daneben garantiert bereits Art. 6 Ziff. 3 
lit. d EMRK als besonderer Aspekt des Rechts auf ein faires Verfahren und der Waffengleichheit 
einen Anspruch des Beschuldigten, mit Belastungszeugen konfrontiert zu werden, deren Aus-
sagen in Zweifel zu ziehen und (Ergänzungs-) Fragen zu stellen. Der Anspruch der Parteien auf 
Gegenüberstellung oder Konfrontation bzw. allgemein auf Teilnahme an der Beweiserhebung 
gilt grundsätzlich absolut. Wurde der Konfrontationsanspruch bzw. das Teilnahmerecht nicht 
gewährt, darf der erhobene Beweis nicht zulasten der betroffenen Partei verwertet werden 
(Art. 147 Abs. 4 StPO), jedenfalls dort nicht, wo es sich um den alleinigen oder ausschlagge-
benden Beweis handelte (BSK StPO-DANIEL HÄRING, mit Hinweis auf BGE 131 I 476, 125 I 
127). Wie nachfolgend (vgl. Ziff. 1.3.4) zu zeigen sein wird, liegen in casu neben den Aussagen 
von E.____ weitere wichtige objektive Anhaltspunkte vor, welche sich mit den Depositionen der 
Genannten decken und diese daher auch als glaubhaft erscheinen lassen. Leicht abweichend 
zur Vorinstanz (vgl. S. 17 f. des Urteils) misst das Kantonsgericht den Aussagen von E.____ 
nicht den alles entscheidenden bzw. wesentlichen Beweiswert, sondern lediglich indiziellen 
Charakter zu. Aus diesem Grund führt die fehlende Konfrontationseinvernahme mit dem Be-
schuldigten nicht zur Unverwertbarkeit der Aussagen von E.____, sondern es kann - zusätzlich 
zu den anderen Hinweisen - auf diese abgestellt werden. Schliesslich gilt es zu berücksichtigen, 
dass sich E.____ mit ihren Aussagen in erster Linie selbst belastet hat, was ebenfalls für die 
grundsätzliche Richtigkeit ihrer Depositionen spricht. 
 
1.3.4 Das Kantonsgericht stellt mit der Vorinstanz fest, dass sich der Beschuldigte während des 
gesamten Verfahrens bei seinen Aussagen in zahlreiche Ungereimtheiten und Widersprüche 
verstrickte, was seine Glaubwürdigkeit erheblich schmälert. Hinzu kommt die Tatsache, dass die 
grundlegenden Depositionen des Beschuldigten nicht mit denjenigen seiner Mittäterin E.____ 
übereinstimmen (vgl. dazu auch S. 17 f. des angefochtenen Urteils).  
 
Der Beschuldigte sagt in mehreren Punkten auch nachweislich die Unwahrheit. Wenn er be-
hauptet, er sei weder Roma- noch Sinti-Angehöriger, so steht dem entgegen, dass sein früherer 
Wahlverteidiger, Rechtsanwalt Joachim Lederle, in seiner Eingabe vom 29. Juni 2012 zuhanden 
der Staatsanwaltschaft ausdrücklich schrieb, der Beschuldigte sei "Landfahrer" (act. 621). Be-
kannterweise vertritt Rechtsanwalt Joachim Lederle vor allem Angehörige der Sinti und Roma 
vor Gericht. Wie bereits erwähnt, hat der Beschuldigte E.____ laut deren Aussagen im Camp 
kennen gelernt. Es ist kein Grund ersichtlich, warum E.____ in diesem Punkt gelogen haben 
soll.  

 

 
 
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Ebenso wenig kann den Ausführungen des Beschuldigten gefolgt werden, wonach er mit 
E.____ weder verwandt noch gut bekannt sei: Zugestandenermassen verübte der Beschuldigte 
bereits am 11./12. Februar 2010 zusammen mit seinem Verwandten O.____ Einbruchdiebstähle 
in der Ostschweiz (vgl. Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht S. 5). Dass seine neue Begleite-
rin ebenfalls den Nachnamen K.____ trägt, ebenso serbische Wurzeln hat und den Beschuldig-
ten im Camp kennen gelernt hat, spricht gegen die Version des Beschuldigten. Zudem wurde 
gemäss dem Rapport der Kantonspolizei Basel-Stadt vom 22. Mai 2012 (act. 227 f.) am Ae-
schenplatz in Basel beobachtet, wie sich der Beschuldigte und seine Begleiterin mit codierten 
und diskreten Zeichen und Blickkontakten verständigten. Auch diese Vorgehensweise spricht für 
ein eingespieltes und vertrautes Team, welches eine gute Bekanntschaft pflegt, und nicht dafür, 
dass sich der Beschuldigte und E.____ erst vor kurzer Zeit kennen gelernt haben und quasi auf 
"spontane" Einbruchstour gegangen sind. Auch antwortete der Beschuldigte aus der Untersu-
chungshaft auf einen Brief von E.____ in vertrauter Weise (vgl. Strafakten der Jugendanwalt-
schaft Basel-Stadt i.S. E.____, act. 1303). Dies wäre für eine erst zweitägige Bekanntschaft 
äusserst ungewöhnlich.  
 
Was den Grund für die Einreise in den Raum Basel am 22. Mai 2012 betrifft, so gestand der 
Beschuldigte zumindest in der ersten Einvernahme, er sei in die Schweiz gekommen, "um zu 
stehlen" (act. 301). E.____ bestätigte in ihrer Einvernahme ausdrücklich, sie sei mit dem Be-
schuldigten in der Absicht in die Schweiz eingereist, um Einbrüche zu begehen (vgl. act. 323, 
329). Gegen die erst später im Verfahren gemachte Behauptung des Beschuldigten, die Einbrü-
che seien eine "spontane Aktion" gewesen, spricht auch die Tatsache, dass der Beschuldigte 
zugestandenermassen Socken in der Tasche mit sich führte, um Spuren wie Fingerabdrücke 
damit zu verwischen (vgl. Einvernahme vom 15. Juni 2012, act. 349). Es ist als Schutzbehaup-
tung zu werten, dass der Beschuldigte im Raum Basel lediglich auf Shoppingtour gehen wollte. 
Dies wurde von E.____ bezeichnenderweise nie behauptet. Des Weiteren trugen die Täter laut 
deren eigenen Aussagen gar nicht genügend Geld auf sich (vgl. die entsprechende Aussage 
des Beschuldigten, act. 309), so dass eine Einkaufstour in der Schweiz wenig Sinn gemacht 
hätte. Schliesslich sind die Waren in der Schweiz wesentlich teurer als in Frankreich oder 
Deutschland, was die angebliche Shoppingtour in der Schweiz ebenso unplausibel erscheinen 
lässt.  
 
Des Weiteren erscheint es als realitätsfremd, dass, wie vom Beschuldigten behauptet, die min-
derjährige E.____ den um einiges älteren und im internationalen Umfeld mehrfach einschlägig 
vorbestraften Beschuldigten zur Begehung der Einbruchdiebstähle überredet haben sollte, 
nachdem sich die Beiden erst zwei Tage zuvor kennen gelernt hatten. Gemäss den entspre-
chenden Strafregisterauszügen (act. 34.1 ff.) weist der Beschuldigte zahlreiche Vorstrafen in 
Frankreich, Belgien und in der Schweiz für seit seinem 15. Altersjahr begangene einschlägige 
Delikte auf. Zudem wird der Beschuldigte in Deutschland von der Staatsanwaltschaft Köln we-
gen schweren Diebstahls gesucht und ist zur Verhaftung ausgeschrieben (vgl. act. a.a.O.). Auch 
wenn in casu die Mittäterin des Beschuldigten für ihr Alter durchaus reif und ebenfalls im Milieu 
erfahren aufgetreten ist, erscheinen die Ausführungen des Beschuldigten klarerweise als 

 

 
 
Seite 14   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Schutzbehauptung, denn es ist gerichtsnotorisch, dass in vielen Fällen die Hauptverantwortung 
aus strategischen Gründen bewusst auf minderjährige Mittäter geschoben wird, weil diese unter 
das erheblich mildere Jugendstrafrecht fallen. 
 
Zum zeitlichen Ablauf am Tattag liegen mehrere Versionen des Beschuldigten vor, wobei des-
sen erstaunliche zeitliche Präzision in Bezug auf die Busfahrt anlässlich der Befragung vor Kan-
tonsgericht (Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht S. 8) nicht nachvollziehbar ist. Den Akten 
ist zu entnehmen, dass der Beschuldigte und seine Begleiterin am Tattag um 10.21 und 10.22 
Uhr eine TNW-Tageskarte lösten (vgl. act. 151, 913, 1019). Es ist davon auszugehen, dass der 
Beschuldigte und seine Begleiterin erst gegen 10 Uhr in Basel eingetroffen sind, wie dies vom 
Beschuldigten selber mehrfach angegeben wurde (act. 1287, 1293). Daher erscheint die vom 
Beschuldigten behauptete Einkaufstour inklusive Geldwechsel in einem Zeitraum von lediglich 
21 bzw. 22 Minuten als realitätsfern. 
 
Die Vorgehensweise, Arbeitsteilung und Koordination des Beschuldigten wie auch von E.____ 
bei der Tatausführung wurden von diesen selbst übereinstimmend beschrieben. Der Beschul-
digte und E.____ gingen bei der Tatausführung koordiniert, zielstrebig und professionell vor. Ziel 
der Einbrüche war für beide Täter zugestandenermassen, die Deliktsbeute zu Geld zu machen.  
 
Schliesslich deuten in Bezug auf die Pläne des Beschuldigten und seiner Begleiterin allein 
schon deren Aussagen, man sei in die Schweiz gekommen, "um zu stehlen" (act. 301) bzw. "um 
Einbrüche zu begehen" (323, 329), auf eine Vielzahl von Einbrüchen hin. Auch das Lösen einer 
Tageskarte anstatt eines einfachen Trambillets stellt ein Indiz dafür dar, dass sich die beiden 
Täter auf eine längere, umfassende Einbruchstour eingerichtet hatten. Der Beschuldigte und 
E.____ waren zum Zeitpunkt ihrer Verhaftung dabei, in Basel am Aeschenplatz das Tram Nr. 8 
in Richtung Bahnhof SBB zu besteigen. Den Ausführungen des Beschuldigten, er habe von dort 
mit dem Zug nach Frankreich zurückfahren wollen, kann aus zwei Gründen nicht gefolgt wer-
den: Erstens wäre das Risiko einer Zoll- und Passkontrolle, zumal mit der Deliktsbeute, erheb-
lich grösser gewesen als bei einer Fahrt mit dem Bus über FR-J.____, welchen das Duo schon 
für den Hinweg gewählt hatte. Zweitens trug E.____ einen Schlüssel auf sich, der zu einem 
Schliessfach im Hauptbahnhof Zürich führte (vgl. act. 281), in welchem sich unter anderem dem 
Beschuldigten passende Herrenkleidung befand (vgl. act. 987). Aus den genannten Gründen ist 
vielmehr davon auszugehen, dass die beiden Täter entweder zum Hauptbahnhof Zürich gelan-
gen oder aber weitere geeignete Einbruchsobjekte suchen wollten. Dies führt zur plausiblen 
Annahme, dass die Verwirklichung der weiteren Pläne des Beschuldigten und seiner Begleiterin 
nur durch deren Verhaftung vereitelt wurde. Wie die Vorinstanz richtig ausführt, weist auch die 
Tatsache, dass am 27. Mai 2012, somit gerade einmal fünf Tage nach dem misslungenen Ein-
bruchsversuch an der N.____ in Basel, tatsächlich erfolgreich eingebrochen wurde (vgl. act. 
415), auf weitergehende Pläne des Beschuldigten und E.____ bzw. einer dahinter stehende 
Organisation hin. Zudem sagten sowohl der Beschuldigte als auch E.____ aus, dass sie auf 
ihrem Rückweg vom zweiten Tatort in Muttenz am ersten Tatort in Basel mit dem Tram vorbei-
fahren mussten und dabei wahrnahmen, wie bereits die Polizei vor Ort war. Dies könnte die 
beiden Täter zusätzlich davon abgehalten haben, zumindest sofort weitere Einbrüche zu bege-

 

 
 
Seite 15   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

hen. Das Strafgericht hat in diesem Zusammenhang des Weiteren zu Recht berücksichtigt, dass 
der Beschuldigte und E.____ mehrere einschlägige Vorstrafen (vgl. act. 34.1. ff.) bzw. Vorgänge 
(vgl. act. 239, 1015, 1183) aufweisen und damit Wiederholungstäter sind. Dazu gehört auch die 
Tatsache, dass der Beschuldigte bisher unter verschiedenen Identitäten wie P.____, geb. 
1. Januar 1991 (act. 27), Q.____, geb. 23. August 1994 (act. 47), R.____, geb. 23. August 1990 
(act. 69), und S.____, geb. 1. Januar 1991 (act. 37), auftrat. Die Mittäterin E.____ legitimierte 
sich bei der polizeilichen Anhaltung mit einer totalgefälschten italienischen Identitätskarte, lau-
tend auf T.____ (act. 229, 261). Bei E.____ kommt hinzu, dass diese laut eigenen Aussagen 
sogar teilweise von den Einbrüchen gelebt hat. Schliesslich steht - nicht zuletzt mit Blick auf die 
Depositionen des Beschuldigten vor Kantonsgericht, wonach sich das Risiko lohnen müsse (vgl. 
Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht S. 10) - die in casu erzielte geringe Deliktsbeute in kei-
nem Verhältnis zu dem seitens des Beschuldigten und seiner Begleiterin betriebenen Aufwand. 
Aus den genannten Gründen ist mit der Vorinstanz als erstellt zu erachten, dass der Beschuldig-
te und E.____ die Absicht hatten, über die zum Teil versuchten Einbrüche in Basel und Muttenz 
hinaus eine Vielzahl von Einbrüchen zu begehen, selbst wenn diese nicht alle am gleichen Tag 
und zur selben Zeit hätten stattfinden sollen. 
 
1.3.5 Gemäss Art. 139 Ziff. 3 StGB liegt eine qualifizierte Form des Diebstahls vor, wenn der 
Täter den Diebstahl als Mitglied einer Bande ausführt, die sich zur fortgesetzten Verübung von 
Raub oder Diebstahl zusammengefunden hat. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung 
liegt eine Bande dann vor, wenn mindestens zwei Personen ausdrücklich oder konkludent den 
Willen bekunden, mehrere (mehr als zwei) selbständige, im Einzelnen möglicherweise noch 
unbestimmte Delikte zu begehen (BGE 135 IV 158, 132 IV 137, 122 IV 265, 100 IV 219). Erfor-
derlich ist, dass ausdrücklich oder konkludent die Abrede getroffen wird, zukünftig eine unbe-
stimmte, jedenfalls aber grössere Anzahl von Taten auszuführen (BGE 132 IV 132; STEFAN 
TRECHSEL / MARK PIETH, Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 2. Aufl., Art. 139 
N 16). Der Umstand, dass die Täter sich "zur fortgesetzten Verübung von Raub oder Diebstahl" 
zusammengefunden haben müssen, und das für die qualifizierte Tat vorgesehene hohe Straf-
minimum weisen darauf hin, dass Bandenmässigkeit erst anzunehmen ist, wenn der Wille der 
Täter auf die gemeinsame Verübung einer Vielheit von Diebstählen und Raubtaten gerichtet ist. 
Die in der Bandenbildung liegende Gefährlichkeit äussert sich nämlich vor allem darin, dass der 
Zusammenschluss mehrerer jedem einzelnen die Begehung weiterer Straftaten erleichtert. Wo 
sich jedoch die Täter schon zum voraus auf die Begehung von bloss zwei Diebstählen oder 
Raubtaten beschränken, entfällt jene in der Bande liegende besondere Gefahr (BGE 100 IV 
219, m.w.H.). Im Übrigen sind die Anforderungen an die Annahme von Bandenmässigkeit nicht 
allzu hoch. So ist eine explizite Vereinbarung (BGE 72 IV 113, BJM 1973 188) oder Planung 
(BJM 1972 27) nicht erforderlich. Zudem genügt ein bis zu einem gewissen Grad fest verbunde-
nes und stabiles Team, auch wenn dieses allenfalls nur kurzlebig ist (vgl. SJZ 105 [2009] Nr. 15 
24/6). Vorausgesetzt wird dabei lediglich ein gewisses Mindestmass an Organisation und an der 
Intensität des Zusammenwirkens (BGE 135 IV 158, 132 IV 132, 124 IV 286). Die interne Hierar-
chie der Bande ist nicht massgebend. Ebenso muss die Verübung weiterer Delikte nicht der 
einzige oder der ursprüngliche Zweck des Zusammenschlusses sein. Die Bandenmitglieder 
können sich auch nachträglich auf den entsprechenden Zweck einigen und nebenbei weitere 

 

 
 
Seite 16   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Zwecke verfolgen (BGE 100 IV 219, m.w.H.). Auf der subjektiven Seite ist einzig erforderlich, 
dass der Täter die Umstände kennt, aus denen sich das Vorliegen der Bandenmässigkeit der 
Tat ergibt (BGE 122 IV 265 = Pra 86 [1997] Nr. 28). Bandenmitglied ist nur, wer den Willen hat, 
Delikte mit den anderen Mitgliedern zusammen zu begehen, und wer in dieser Rolle von den 
anderen Bandenmitgliedern akzeptiert wird. Vorausgesetzt ist der Wille zur mittäterschaftlichen 
Tatbegehung, wobei es auf die Rollenverteilung im konkreten Einzelfall nicht ankommt (BGE 78 
IV 227).  
 

Dass sich der Beschuldigte und E.____ durch ihr Verhalten des mehrfachen, teilweise versuch-
ten Diebstahls, der Sachbeschädigung und des mehrfachen Hausfriedensbruchs, begangen in 
Mittäterschaft, strafbar gemacht haben, ist unbestritten und es kann insofern auf die rechtlichen 
Ausführungen der Vorinstanz auf S. 10-15 des Urteils verwiesen werden. 
 
Zu prüfen bleibt, ob die Tathandlungen in casu als bandenmässig zu qualifizieren sind. Dies ist 
unter Berücksichtigung der für den Beschuldigten mehrheitlich belastenden Aussagen von 
E.____ (vgl. Ziff. 1.3.3) sowie der weiteren in Ziff. 1.3.4 aufgeführten inneren und äusseren Um-
stände klarerweise zu bejahen: Im vorliegenden Fall gingen der Beschuldigte und E.____ je-
weils zu zweit vor. In der Absicht, eine unbestimmte Anzahl von Delikten zu begehen, verübten 
sie am ersten Tatort in Basel einen versuchten und am zweiten Tatort in Muttenz einen versuch-
ten sowie einen vollendeten Einbruchdiebstahl. Mit der Vorinstanz (vgl. S. 14 des Urteils) ist 
eine mehrfache (zweifache) Tatbegehung in Muttenz anzunehmen, weil die Liegenschaft am 
M.____ über zwei Wohnungen, einerseits der Eigentümerin B.____, andererseits der Mieterin 
A.____, verfügt. Somit wurden in diesem Haus die Rechtsgüter verschiedener Rechtsgutträger 
tangiert und die Täter fassten dementsprechend zweimal den Entschluss, deren Rechtsgüter zu 
verletzen. Dies ist als echte Konkurrenz im Sinne von Art. 49 Abs. 1 StGB zu qualifizieren (vgl. 
BSK StGB I-JÜRG BEAT ACKERMANN, Art. 49 N 30, 34, m.w.H.; BGE 124 IV 124). Da somit zwei 
Personen mit dem entsprechenden Vorsatz mindestens drei Delikte begangen haben, sind die 
von der Rechtsprechung geforderten Mindestzahlen gegeben. Es ist zusätzlich als erstellt zu 
erachten, dass sich der Beschuldigte und seine Mittäterin, welche sich gut kannten, zumindest 
in konkludenter Form darauf geeinigt hatten, weitere, möglicherweise noch unbestimmte Delikte 
zu begehen. Darauf weisen insbesondere das Lösen einer TNW-Tageskarte, die zahlreichen 
einschlägigen Vorstrafen bzw. Vorgänge der Täter sowie deren beabsichtigte Fahrt zum Bahn-
hof Basel SBB hin. Wie konkret die Pläne des Beschuldigten und seiner Mittäterin waren, ist 
unerheblich. Ebenso ist für die Annahme der Bandenmässigkeit irrelevant, wer innerhalb des 
Duos die hierarchisch höhere Stellung inne hatte und wie die genaue Rollenverteilung aussah. 
Das Einbruchsduo ging jedenfalls als gut eingespieltes und vertrautes Team zielstrebig, arbeits-
teilig, koordiniert und professionell vor und es ist davon auszugehen, dass allein durch dessen 
Verhaftung weitere Delikte verhindert werden konnten. Dass die Jugendanwaltschaft Basel-
Stadt gemäss Strafbefehl vom 7. Juni 2012 bei E.____ keine Bandenmässigkeit, sondern ledig-
lich mehrfachen, teilweise versuchten (einfachen) Diebstahl annahm (vgl. act. 1191 ff.), ist bei 
der Beurteilung des vorliegenden Falles unbeachtlich: Gemäss BGE 135 IV 191 besteht kein 
Anspruch auf "Gleichbehandlung im Unrecht" unter Mittätern. Es wäre mit der richterlichen Un-
abhängigkeit unvereinbar, müsste sich das Gericht gegen seine Überzeugung einem anderen 

 

 
 
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Urteil anpassen. Die Rechtsprechung hat denn auch stets den Vorrang des Legalitätsprinzips 
vor dem Gleichheitsprinzip betont. Eine falsche Rechtsanwendung in einem Fall begründet 
grundsätzlich keinen Anspruch, seinerseits ebenfalls abweichend von der Norm behandelt zu 
werden (vgl. BGE 135 IV 191, Erw. 3.3; BGE 124 IV 44 Erw. 2c). 
 
1.4 Im Ergebnis erweisen sich die seitens des Beschuldigten und der Staatsanwaltschaft vor-
gebrachten Argumente als unbegründet. Die Erwägungen des Strafgerichts auf S. 16-20 des 
Urteils sind in jeder Hinsicht nachvollziehbar und dessen Annahme von Bandenmässigkeit stellt 
in keiner Weise eine Rechtsverletzung dar. In Abweisung der Berufung des Beschuldigten wie 
auch der Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft ist der vorinstanzlich gefällte Schuldspruch 
wegen mehrfachen, teilweise versuchten bandenmässigen Diebstahls, Sachbeschädigung und 
mehrfachen Hausfriedensbruchs folglich zu bestätigen. 
 
2. Strafzumessung 

2.1 Die Dreierkammer des Strafgerichts verurteilte den Beschuldigten wegen mehrfachen, 
teilweise versuchten bandenmässigen Diebstahls, Sachbeschädigung sowie mehrfachen Haus-
friedensbruchs zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von 2 Jahren, wobei es die vom 22. Mai bis 
14. August 2012 ausgestandene Haft von insgesamt 85 Tagen an diese Strafe anrechnete. Die 
gegen den Beurteilten am 1. März 2011 von der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis wegen 
mehrfachen, teilweise versuchten Diebstahls, mehrfacher Sachbeschädigung und mehrfachen 
Hausfriedensbruches bedingt ausgesprochene Geldstrafe von 130 Tagessätzen zu je Fr. 30.--, 
wovon 14 Tagessätze durch Haft erstanden, bei einer Probezeit von 2 Jahren, wurde in An-
wendung von Art. 46 Abs. 1 StGB vollziehbar erklärt und für den Fall der Nichtbezahlung der 
Geldstrafe und deren Uneinbringlichkeit auf dem Betreibungsweg eine Ersatzfreiheitsstrafe von 
116 Tagen angedroht. 
 
2.2 Demgegenüber beantragen sowohl der Beschuldigte als auch die Staatsanwaltschaft, die 
seitens der Vorinstanz ausgesprochene Freiheitsstrafe sei angemessen, d.h. auf maximal 
10 Monate zu reduzieren (vgl. S. 7 der Berufungserklärung des Beschuldigten vom 26. Novem-
ber 2012 sowie S. 5 der Anschlussberufungserklärung der Staatsanwaltschaft vom 18. De-
zember 2012). Zur Begründung machen beide Parteien geltend, mangels Vorliegens von Ban-
denmässigkeit sei von einem tieferen Strafrahmen auszugehen. Die intellektuellen Fähigkeiten 
des Beschuldigten seien eher gering und es könne im Vergleich zur Persönlichkeit von E.____ 
nicht von einer hierarchisch übergeordneten Stellung des Beschuldigten ausgegangen werden. 
Gewaltanwendung gegen Personen sei nicht in Betracht gezogen worden; vielmehr hätten der 
Beschuldigte und seine Begleiterin versucht, eine Konfrontation mit den Bewohnern der Liegen-
schaften zu vermeiden. Zugunsten des Beschuldigten sei zu berücksichtigen, dass dieser seit 
Beginn des Jahres 2012 einer regulären Erwerbstätigkeit nachgehe. Auch seien die Delikts-
summe und der angerichtete Schaden eher gering. Schliesslich sei die für den Beschuldigten 
auszusprechende Strafe in Relation zu derjenigen für E.____ zu setzen; diese sei bereits 
rechtskräftig zu einem Freiheitsentzug von lediglich 50 Tagen, davon 23 Tage unbedingt, verur-
teilt worden (vgl. S. 5-7 der Berufungsbegründung des Beschuldigten vom 26. November 2012; 

 

 
 
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Plädoyer des Wahlverteidigers, Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht S. 12, sowie S. 4-5 der 
Anschlussberufungserklärung der Staatsanwaltschaft vom 18. Dezember 2012). 
 
Die amtliche Verteidigerin des Beschuldigten weist in ihrem Plädoyer vor Kantonsgericht zusätz-
lich darauf hin, dass das entwendete Deliktsgut den Geschädigten vollständig habe ausgehän-
digt werden können. Der Beschuldigte anerkenne die Zivilforderung. Er habe sich für den seeli-
schen Schaden entschuldigt. Der unvorsichtige und ungeschickte Beschuldigte habe nicht ein 
derart gewichtiges Eigentumsdelikt begangen, dass sich eine Freiheitsstrafe von 2 Jahren recht-
fertigen würde (vgl. S. 5 f. des Plädoyers der amtlichen Verteidigerin). 
 
In ihrem Plädoyer vor Kantonsgericht bezeichnet auch die Staatsanwaltschaft die gegenüber 
dem Beschuldigten ausgesprochene Freiheitsstrafe als auffallend hart. Seit 2011 bestehe auf 
Seiten der Staatsanwaltschaft eine grosse Unsicherheit bezüglich des Strafmasses in Fällen 
von Einbruchdiebstählen. Die Staatsanwaltschaft vermöge keine deutliche Linie beim Strafge-
richt und beim Zwangsmassnahmengericht zu erkennen, weshalb sie sich Klarheit durch eine 
kantonsgerichtliche Entscheidung erhoffe. Die Staatsanwaltschaft begrüsse zwar härtere Stra-
fen gegenüber Einbrecher, müsse aber auch die Verfahrensgarantien einhalten (vgl. S. 2, 5, 7 
und 8 des Plädoyers der Staatsanwaltschaft). 
 
2.3.1 In Bezug auf den Grundsatz der Strafzumessung gemäss Art. 47 StGB, den ordentlichen 
und erweiterten Strafrahmen sowie die Einstufung des Verschuldens im Allgemeinen kann zu-
nächst auf die dogmatischen Ausführungen der Vorinstanz auf S. 23 f. des Urteils verwiesen 
werden.  
 
Der Beschuldigte hat sich des mehrfachen, teilweise versuchten bandenmässigen Diebstahls, 
der Sachbeschädigung sowie des mehrfachen Hausfriedensbruchs schuldig gemacht. Der ge-
setzliche Strafrahmen für die in casu schwerste Straftat des bandenmässigen Diebstahls ge-
mäss Art. 139 Ziff. 3 StGB beträgt 10 Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe nicht unter 180 Ta-
gessätzen. Aufgrund der mehrfachen Tatbegehung erfolgt gestützt auf Art. 49 Abs. 1 StGB 
(Konkurrenz) zwingend eine Strafschärfung, was zu einem erweiterten Strafrahmen von bis zu 
15 Jahren Freiheitsstrafe führt. 
 
2.3.2 Betreffend die Tatkomponenten ist dem Beschuldigten zwar zugute zu halten, dass die 
Deliktssumme wie auch der verursachte Sachschaden eher gering ausgefallen sind. Hingegen 
ist die mehrfache Tatbegehung erschwerend zu berücksichtigen. Der Beschuldigte und seine 
Mittäterin suchten sich nach dem zunächst misslungenen Einbruch in Basel unverzüglich das 
nächste Objekt in Muttenz aus, was von einer hohen kriminellen Energie zeugt. Ebenso fällt zu 
Lasten des Beschuldigten ins Gewicht, dass dieser zusammen mit seiner Begleiterin in bewohn-
te Privathäuser eingebrochen ist, weshalb jederzeit mit einer Konfrontation mit der Bewohner-
schaft zu rechnen war. Im Gegensatz zu Einbrüchen in leerstehende bzw. unbewohnte Gebäu-
de liegt hier ein massiver Eingriff in die Privatsphäre und damit ein stärkerer Eingriff in die 
Rechtsgüter der Geschädigten vor. Bereits mit Urteil vom 25. September 2012 i.S. L.M. (460 12 
108) hat das Kantonsgericht im Sinne einer grundsätzlichen Festlegung entschieden, dass bei 

 

 
 
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der Strafzumessung im Kontext mit Einbruchdiebstählen jeweils zwingend straferhöhend veran-
schlagt werden muss, wenn der Beschuldigte in Wohnliegenschaften eindringt (Urteil S. 15). 
Das Mitführen von Socken, um allfällige Spuren zu verwischen, spricht für ein geplantes und 
professionelles Vorgehen. Entgegen der Darstellung der Parteien stellen der ältere Jahrgang 
des Beschuldigten, dessen zahlreiche massive Vorstrafen (vgl. nachfolgenden Abschnitt) sowie 
die Beobachtungen der Polizei kurz vor der Verhaftung am Aeschenplatz in Basel ein gewichti-
ges Indiz dafür dar, dass der Beschuldigte gegenüber E.____ die hierarchisch höhere Stellung 
inne hatte. Straferhöhend wirkt sich zudem die Tatsache aus, dass der Beschuldigte und seine 
Begleiterin als sog. Kriminaltouristen ausschliesslich zum Zwecke der Begehung von Einbruch-
diebstählen in die Schweiz einreisten, um nach der Tatbegehung möglichst schnell und unbe-
merkt wieder nach Frankreich zurückzukehren. Gerade der Beschuldigte, welcher angeblich 
über eine feste Arbeitsstelle verfügt, befand sich in keinerlei finanzieller Not, welche die Bege-
hung von Einbruchdiebstählen in einem fremden Staat auch nur im Ansatz zu rechtfertigen ver-
mag bzw. als nachvollziehbar erscheinen lässt. Vielmehr verfolgte der Beschuldigte aus-
schliesslich eigene finanzielle Vorteile. Es wäre dem Beschuldigten jedoch ein Leichtes gewe-
sen, sich gegen das von ihm begangene Unrecht zu entscheiden. 
 
2.3.3 In Bezug auf die Täterkomponenten gibt der Beschuldigte anlässlich der Hauptverhand-
lung vor dem Kantonsgericht zu den aktuellen persönlichen Verhältnissen befragt an, der Alltag 
im Strafvollzug in der Strafanstalt Bostadel verlaufe gut. Der Beschuldigte arbeite, nehme 
Deutschstunden und treibe in der Freizeit Sport. Der Beschuldigte habe weder persönlichen 
noch brieflichen Kontakt nach aussen. Er telefoniere aber regelmässig mit seinen Eltern. Seit 
Ende 2001 lebe der Beschuldigte zusammen mit seinen Eltern, seinen drei Brüdern und seinen 
drei Schwestern an der U.____ in FR-G.____. Zuvor habe er bei seiner Grossmutter gewohnt. 
Eine Schwester des Beschuldigten sei verheiratet und ausgezogen, verbringe aber noch viel 
Zeit im Elternhaus. Der Beschuldigte bezeichnet seine Jugend als gut, wobei es aber wegen 
Cannabiskonsums und unregelmässigen Schulbesuchs manchmal zu Konflikten mit seinen El-
tern gekommen sei. Auf diese Weise sei der Beschuldigte in die Delinquenz abgerutscht. Zu 
den angegebenen Behinderungen seines jüngeren Bruders befragt gibt der Beschuldigte an, 
sein Bruder V.____ sei im August 2012 16 Jahre alt geworden. Der Beschuldigte fühle sich als 
ältester Sohn der Familie verpflichtet, Verantwortung für seinen behinderten Bruder zu über-
nehmen. Da der Beschuldigte Drogen konsumiert habe, habe er diese Aufgabe nicht immer 
wahrnehmen können, was ihn schwer belaste. Der Beschuldigte bezeichnet sich als Analphabe-
ten, wobei er darunter eine Person versteht, welche nur rudimentär lesen und schreiben kann. 
Der Beschuldigte wiederholt, weder den Sinti noch den Roma anzugehören; vielmehr sei er 
Franzose mit serbischen Wurzeln. Was seine Arbeitstelle angehe, so könne sich der Beschul-
digte an den Namen des Arbeitgebers nicht erinnern. Die dort zu verrichtenden Arbeiten hätten 
mit Beton und Böden zu tun; zudem sei der Beschuldigte für diverse weitere Arbeiten auf dem 
Bauplatz zuständig. Sein Bruttolohn betrage 1'400 Euro, der Nettolohn 1'100 bis 1'150 Euro. 
Bisher habe der Beschuldigte einen Nettolohn zwischen 600 und 750 Euro angegeben, weil er 
zwischen 400 und 500 Euro seinen Eltern abgeben müsse. Von seinem 16. bis zum 22. Alters-
jahr habe der Beschuldigte auf Märkten gearbeitet und sei wegen schlechten Freunden in die 
Kriminalität gelangt. Er habe bis Februar 2012 noch nie eine feste Arbeitsstelle inne gehabt. In 

 

 
 
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gesundheitlicher Hinsicht gehe es dem Beschuldigten gut; er leide nur moralisch unter dem Ver-
lust seiner Freiheit und der Trennung von seiner Familie. Die Verwendung von Aliasnamen bei 
früheren Straftaten gibt der Beschuldigte zu und fügt als Erklärung dafür an, er habe damit ver-
hindern wollen, dass seine Eltern von seiner Delinquenz erfahren. Der Beschuldigte erklärt, 
dass ihn frühere Strafen durchaus beeindruckt hätten. Als seine Zukunftspläne beschreibt er ein 
neues Leben mit einer geregelten Arbeit ohne Kriminalität, das Erlernen von Lesen und Schrei-
ben sowie das Zusammensein mit seinen Geschwistern. Der Beschuldigte habe erst jetzt begrif-
fen, was für Konsequenzen seine Straftaten hätten (vgl. Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht 
S. 3-7). 
 
Schwerer noch als die Vorinstanz wertet das Kantonsgericht die mehrfachen, einschlägigen und 
teilweise gravierenden Vorstrafen des Beschuldigten zu dessen Lasten. Wie den entsprechen-
den Auszügen aus den Strafregistern (act. 34/1 ff.) zu entnehmen ist, wurde der Beschuldigte in 
Frankreich mit Urteil des Tribunal pour Enfants de Rennes vom 19. April 2006 wegen zweifa-
chen schweren Diebstahls, mit Urteil des Tribunal pour Enfants de Bobigny vom 25. September 
2008 wegen dreifachen schweren Diebstahls, mit Urteil des Juge des Enfants du Tribunal pour 
Enfants de Bobigny vom 12. März 2009 wegen Hehlerei, mit Urteil der Chambre des Appels 
Correctionnels de Paris vom 2. Oktober 2009 wegen zweifachen schweren Diebstahls, mit Urteil 
des Tribunal Correctionnel de Bobigny vom 7. Oktober 2009 wegen zweifachen schweren Dieb-
stahls sowie mit Urteil des Tribunal Correctionnel de Meaux vom 10. März 2010 wegen mehrfa-
chen schweren Diebstahls zu mehreren Freiheitsstrafen, zuletzt zu einer solchen von 3 Jahren, 
verurteilt (vgl. act. 39-43). Zudem sprach die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis mit Strafbefehl 
vom 1. März 2011 gegen den Beschuldigten wegen mehrfachen Diebstahls, mehrfachen ver-
suchten Diebstahls, mehrfacher Sachbeschädigung, mehrfachen Hausfriedensbruchs sowie 
mehrfachen versuchten Hausfriedensbruchs eine bedingt vollziehbare Geldstrafe von 130 Ta-
gessätzen zu je Fr. 30.--, bei einer Probezeit von 2 Jahren, aus, wobei in diesem Entscheid 
fälschlicherweise von einer Ersttäterschaft ausgegangen wurde (vgl. act. 79-91). Ein weiteres 
Strafurteil liegt sodann aus Belgien vor, wonach der Beschuldigte am 21. September 2010 vom 
Tribunal Correctionnel de Dendermonde - wiederum wegen Einbruchdiebstahls - zu einer Ge-
fängnisstrafe von 1 Jahr sowie zu einer Busse von 150 Euro verurteilt wurde (vgl. act. 43). Des 
Weiteren wird der Beschuldigte in Deutschland von der Staatsanwaltschaft Köln wegen schwe-
ren Diebstahls gesucht und ist zur Verhaftung ausgeschrieben (vgl. act. 95). Damit ist dem Be-
schuldigten zunächst vorzuhalten, dass er seit seinem 15. Lebensjahr praktisch ohne Unterbrü-
che Einbrüche begeht und somit eine mehrjährige kriminelle Laufbahn aufweist. Überdies be-
ging der Beschuldigte die nunmehr zu beurteilenden Taten während der Probezeiten gemäss 
dem Urteil des Tribunal Correctionnel de Meaux vom 10. März 2010 und dem Strafbefehl der 
Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis vom 1. März 2011, was von einer ausgesprochenen Unbe-
lehrbarkeit und Uneinsichtigkeit zeugt. Der Beschuldigte trat bei seiner Delinquenz zudem unter 
verschiedenen falschen Identitäten auf (vgl. act. 45 ff.), womit er seine verbrecherischen Absich-
ten und seine Professionalität zusätzlich unter Beweis stellte. Die bisher ausgesprochenen und 
zum Teil auch verbüssten (Freiheits-)Strafen konnten den Beschuldigten offensichtlich nicht von 
der Begehung weiterer massiver Delikte abhalten. Schliesslich vermag der Beschuldigte bis vor 
Kantonsgericht keine echte Reue und Einsicht in das von ihm begangene Unrecht zu bekunden. 

 

 
 
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Vor zweiter Instanz beteuert der Beschuldigte in seinem letzten Wort zwar erneut, es sei das 
letzte Mal gewesen, dass er "so was" gemacht habe und er schwöre, nie mehr in die Schweiz zu 
kommen (vgl. Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht S. 12). Diese Versprechungen überzeu-
gen das Kantonsgericht nicht, zumal sie mit identischem Wortlaut bereits in früheren Verfahren 
gemacht (vgl. Befragungsprotokoll der Kantonspolizei Appenzell Ausserrhoden vom 13. Februar 
2010, S. 9), aber nachweisbar nicht eingehalten wurden. Hinzu kommt, dass der Beschuldigte 
die von ihm begangenen Taten bagatellisiert, indem er sie lediglich als "Dummheiten" bezeich-
net (vgl. act. 303, 307, 309, Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht S. 12).  
 
Für den Beschuldigten spricht lediglich die Tatsache, dass er über eine geringe schulische und 
berufliche Bildung verfügt. Im Gegensatz zur Vorinstanz wertet das Kantonsgericht hingegen die 
folgenden Komponenten nicht zu Gunsten des Beschuldigten: So darf dessen teilweise Gestän-
digkeit nicht allzu stark gewichtet werden, zumal sie nur unter der erdrückenden Beweislage 
zustande gekommen ist. Wenn ein Geständnis in einer derartigen Konstellation erfolgt, kann 
einem Täter nicht mehr attestiert werden, er habe mit seinem Geständnis zur Vereinfachung 
und Verkürzung des Verfahrens und zur Wahrheitsfindung beigetragen. Die vielfach taktisch 
geprägten Geständnisse sind in solchen Situationen in der Regel nicht mehr als Zeichen von 
Einsicht und Reue zu betrachten, weshalb eine Strafminderung nicht mehr oder höchstens noch 
in reduziertem Umfang in Betracht kommt (MARKUS HUG, Der Trend des Bundesgerichtes zu 
härteren Strafen, insbesondere im Lichte von BGE 136 IV 55 zur verminderten Schuldfähigkeit, 
in: forumpoenale 6/2011 vom 8. Dezember 2011, mit Hinweis auf BGer, Urteil 6B_974/2009 
vom 18. Februar 2010 und BGer Praxis 2011, Nr. 77). Ebenso wirkt sich die seitens des Be-
schuldigten eher vage bekundete Bereitschaft zur Wiedergutmachung ("Ich könnte nicht direkt 
für den Schaden aufkommen. Aber ich könnte arbeiten und Ende des Monats einen Check schi-
cken […] Ja, ich würde die Zivilforderung anerkennen. Ich weiss jedoch noch nicht, in welcher 
Höhe", act. 361) angesichts dessen Mittellosigkeit und Wohnsitzes im Ausland nicht zu seinen 
Gunsten aus. 
 
2.3.4 Unter Berücksichtigung sämtlicher obgenannter Tat- und Täterkomponenten attestiert das 
Kantonsgericht dem Beschuldigten ein schweres Verschulden. Wie bereits bei der Prüfung der 
Bandenmässigkeit ist betreffend die Strafzumessung der Strafbefehl der Jugendanwaltschaft 
Basel-Stadt vom 7. Juni 2012 in Sachen E.____ (act. 1191 ff.), wonach diese zu einem Frei-
heitsentzug von 50 Tagen, davon 23 Tage unbedingt, verurteilt wurde, für das Kantonsgericht 
nicht bindend. In der Zumessung der Strafe ist das Gericht frei, denn es besteht auch hier unter 
Mittätern kein Anspruch auf "Gleichbehandlung im Unrecht" (BGE 135 IV 191). Ist aus formellen 
Gründen nur über einen Mittäter zu urteilen, während die Strafe des anderen bereits feststeht, 
so geht es darum, einen hypothetischen Vergleich anzustellen. Der Richter hat sich zu fragen, 
welche Strafen er ausfällen würde, wenn er beide Mittäter gleichzeitig beurteilen müsste. Dabei 
hat er sich einzig von seinem pflichtgemässen Ermessen leiten zu lassen. Die Autonomie des 
Richters kann zur Folge haben, dass die Strafen zweier Mittäter in einem Missverhältnis stehen. 
Dies ist verfassungsrechtlich unbedenklich, solange die in Frage stehende Strafe als solche 
angemessen ist. Allerdings ist zu verlangen, dass in der Begründung auf die Strafe des Mittäters 
Bezug genommen und dargelegt wird, weshalb sich diese nicht als Vergleichsgrösse eignet (vgl. 

 

 
 
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BGE 135 IV 191, Erw. 3.3; BGE 124 IV 44 Erw. 2c). In casu lässt sich der Unterschied zwischen 
den beiden Strafen ohne Weiteres damit begründen, dass bei E.____ keine Bandenmässigkeit 
angenommen und diese zudem nicht nach dem Erwachsenen-, sondern nach dem Jugendstraf-
recht beurteilt wurde. Der vorliegende Fall lässt sich hingegen mit dem im Urteil des Strafge-
richts vom 19. April 2012 in Sachen M.R. behandelten vergleichen; dort wurde der Beschuldigte 
für zwei gewerbsmässig begangene Diebstähle und bei bisheriger Vorstrafenlosigkeit zu einer 
Freiheitsstrafe von 18 Monaten verurteilt. Das Strafgericht weist auf S. 27 des Urteils zutreffend 
auf diesen Vergleichsfall hin. 
 
Die seitens der Vorinstanz vorgenommene Strafzumessung gemäss S. 23-28 des Urteils er-
scheint als sachlich, objektiv und nachvollziehbar. Eine Freiheitsstrafe von 2 Jahren liegt in An-
betracht des anzuwendenden Strafrahmens (Geldstrafe von 180 Tagessätzen bis Freiheitsstrafe 
von 15 Jahren) im unteren Bereich der möglichen auszufällenden Strafen für vergleichbare Fäl-
le. Es ist festzustellen, dass sich das Strafgericht bei der Festsetzung dieser Strafe innerhalb 
seines Ermessens bewegt hat, so dass bei der vorinstanzlichen Strafzumessung weder eine 
Rechtsverletzung noch Unangemessenheit ersichtlich ist. Die Argumente sowohl des Beschul-
digten als auch der Staatsanwaltschaft, welche für eine Herabsetzung der Strafe sprechen sol-
len, gehen fehl. Auch nach Ansicht des Kantonsgerichts erscheint eine Freiheitsstrafe von 2 
Jahren als dem Verschulden und den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten angemes-
sen und keineswegs als überhöht. Das Kantonsgericht schliesst sich den Erwägungen und 
rechtlichen Folgerungen der Vorinstanz an und bestätigt in Abweisung der Berufung des Be-
schuldigten wie auch der Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft die Ausfällung einer Frei-
heitsstrafe von 2 Jahren. 
 

2.3.5 Bezüglich der Frage, ob diese Freiheitsstrafe bedingt, teilbedingt oder unbedingt auszu-
sprechen ist, die ausgestandene Haft anzurechnen und die Vorstrafe gemäss Strafbefehl der 
Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis vom 1. März 2011 zu widerrufen ist, kann vollumfänglich auf 
die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz auf S. 27 f. des Urteils verwiesen werden. Der 
Beschuldigte wurde innerhalb der letzten fünf Jahre vor der Tat bereits mehrfach wegen ein-
schlägigen Delikten verurteilt. Demnach kann mangels Vorliegens besonders günstiger Um-
stände im Sinne von Art. 42 Abs 2 StGB die Freiheitsstrafe klarerweise nicht bedingt ausge-
sprochen werden. Aufgrund des schweren Verschuldens sowie der äusserst negativen Progno-
se fällt ebenso ein teilbedingter Vollzug gemäss Art. 43 Abs. 1 StGB ausser Betracht. Die vom 
22. Mai bis 14. August 2012 ausgestandene Haft von insgesamt 85 Tagen ist in Anwendung von 
Art. 51 StGB an die Freiheitsstrafe anzurechnen. Schliesslich ist die bedingt vollziehbare Geld-
strafe von 130 Tagessätzen zu je Fr. 30.-- laut obgenanntem Strafbefehl gemäss Art. 46 Abs. 1 
StGB zu widerrufen, wobei gestützt auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung (vgl. BGE 137 
IV 249) keine Gesamtstrafe gebildet werden kann, sondern eine Zusatzstrafe auszusprechen 
ist. 
 

2.4 Zusammenfassend wird der Beschuldigte in Abweisung der Berufung des Beschuldigten 
und der Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft zu einer unbedingt vollziehbaren Freiheits-
strafe von 2 Jahren, unter Anrechnung der vom 22. Mai bis 14. August 2012 ausgestandenen 

 

 
 
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Haft von insgesamt 85 Tagen, verurteilt. Die gegen den Beurteilten am 1. März 2011 von der 
Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis wegen mehrfachen, teilweise versuchten Diebstahles, mehr-
facher Sachbeschädigung und mehrfachen Hausfriedensbruches bedingt ausgesprochene 
Geldstrafe von 130 Tagessätzen zu je Fr. 30.--, wovon 14 Tagessätze durch Haft erstanden 
sind, bei einer Probezeit von zwei Jahren, wird in Anwendung von Art. 46 Abs. 1 StGB vollzieh-
bar erklärt. Im Falle der Nichtbezahlung der Geldstrafe und deren Uneinbringlichkeit auf dem 
Betreibungsweg tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 116 Tagen. 
 
3. Kosten der Vorinstanz 

3.1 Das Strafgericht auferlegte dem Beschuldigten in Anwendung von Art. 426 Abs. 1 StPO 
die Verfahrenskosten, bestehend aus den Kosten des Vorverfahrens von Fr. 4'731.20, den Kos-
ten des Zwangsmassnahmengerichts von Fr. 350.-- und der Gerichtsgebühr von Fr. 4'500.--. 
 
3.2 Dagegen wendet der Beurteilte ein, die Gerichtsgebühr von Fr. 4'500.-- erscheine als zu 
hoch und beinhalte wohl die vom Gerichtspräsidenten vor der Verhandlung getätigten zusätzli-
chen Abklärungen, welche teilweise ohne konkretes Ergebnis ausgefallen seien. Diese Aufwen-
dungen dürften nicht dem Beschuldigten auferlegt werden. Zudem sei der vorliegende Fall kei-
neswegs komplex und schwierig zu beurteilen gewesen und der Beschuldigte habe von Beginn 
weg gestanden (vgl. S. 7 der Berufungserklärung vom 26. November 2012; S. 2 f. des Plädoy-
ers der amtlichen Verteidigerin). 
 
3.3 Bund und Kantone regeln die Berechnung der Verfahrenskosten und legen die Gebühren 
fest (Art. 424 Abs. 1 StPO). Gemäss § 52 Abs. 1 des kantonalen Gesetzes vom 22. Februar 
2001 über die Organisation der Gerichte (Gerichtsorganisationsgesetz, GOG) können die Ge-
richte für ihre Verrichtungen Gebühren bis 60'000 Franken erheben. Die Höhe der Gebühren 
richtet sich nach dem Wert und der Bedeutung der Sache sowie nach dem Arbeits- und dem 
Zeitaufwand (§ 52 Abs. 2 GOG). Nach § 3 Abs. 1 der Verordnung vom 15. November 2010 über 
die Gebühren der Gerichte (Gebührentarif, GebT) setzt das zuständige Gericht, wo ein Gebüh-
renrahmen mit einem Mindest- und einem Höchstbetrag vorgesehen ist, die Gebühr im konkre-
ten Fall nach dem Streitwert und der Bedeutung der Streitsache fest. Es berücksichtigt ferner 
die Schwierigkeit des Falles sowie den Arbeits- und Zeitaufwand. Gemäss § 10 Abs. 1 GebT 
beträgt die vom Präsidium, der Dreierkammer und der Fünferkammer des Strafgerichts für End-
entscheide festzulegende Gebühr 100 bis 30'000 Franken. Die seitens des Strafgerichts dem 
Beschuldigten auferlegte Gerichtsgebühr von Fr. 4'500.-- erscheint in Beachtung der Grundsät-
ze der Gebührenbemessung gemäss § 3 Abs. 1 GebT und damit unter Berücksichtigung der 
Schwierigkeit des Falles sowie des Arbeits- und Zeitaufwands der Vorinstanz als angemessen. 
Immerhin nahm die strafgerichtliche Hauptverhandlung einschliesslich der Urteilsberatung und 
Urteilseröffnung einen ganzen Tag in Anspruch. Ebenso bewegt sich die Höhe der auferlegten 
Gerichtsgebühr innerhalb des Rahmens von § 10 Abs. 1 GebT und ist daher nicht zu beanstan-
den. Die seitens der Vorinstanz getätigten Abklärungen waren als Beweisabnahme i.S.v. 
Art. 343 StPO geboten, auch wenn sich ein Teil des vorinstanzlichen Aufwandes im Nachhinein 
als unnötig erwiesen haben sollte. Korrekterweise wurde die Gerichtsgebühr dem Ausgang des 

 

 
 
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Verfahrens entsprechend dem Beschuldigten auferlegt (vgl. Art. 426 Abs. 1 StPO). Die Berufung 
des Beschuldigten ist daher auch in diesem letzten Punkt abzuweisen. 
 
 
V. Kosten des Kantonsgerichts 

1. Ordentliche Kosten 

Gestützt auf § 12 Abs. 1 GebT wird die Urteilsgebühr für das Berufungsverfahren auf Fr. 8'500.-- 
festgesetzt. Hinzu kommen Auslagen in der Höhe von Fr. 350.--, was zu Verfahrenskosten von 
insgesamt Fr. 8'850.-- führt. Diese Kosten folgen gemäss Art. 428 Abs. 1 StPO der Hauptsache. 
Da sowohl der Beschuldigte als auch die Staatsanwaltschaft vor Kantonsgericht unterliegen, 
tragen sie die Verfahrenskosten je zur Hälfte. 
 

2. Ausserordentliche Kosten 

Der amtlichen Verteidigerin, Advokatin Sonja Ryf, wird ein Honorar in der Höhe von Fr. 6'137.50 
(inkl. Auslagen) zuzüglich 8% MWSt (= Fr. 490.50), somit total Fr. 6'628.--, aus der Staatskasse 
ausgerichtet. 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 

 
 
Seite 25   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Demnach wird erkannt: 

 
://: I. Das Urteil der Dreierkammer des Strafgerichts vom 14. August 

2012, auszugsweise lautend: 
 
"1. C.____ wird des mehrfachen, teilweise versuchten banden-

mässigen Diebstahls, der Sachbeschädigung sowie des mehr-

fachen Hausfriedensbruchs schuldig erklärt und verurteilt 

 

 zu einer unbedingt vollziehbaren Freiheitsstrafe von 2 Jah-

 ren  

 

 unter Anrechnung der vom 22. Mai bis 14. August 2012 

 ausgestandenen Haft von insgesamt 85 Tagen, 

 

 in Anwendung von Art. 139 Ziff. 3 StGB (teilweise i.V.m. 

Art. 22 Abs. 1 StGB), Art. 144 Abs. 1 StGB, Art. 186 StGB, 

Art. 40 StGB, Art. 42 Abs. 2 StGB, Art. 49 Abs. 1 StGB sowie 

Art. 51 StGB. 

 

2. C.____ wird von der Anklage des gewerbsmässigen Dieb-

stahls freigesprochen. 

 

 3. Die gegen den Beurteilten am 1. März 2011 von der Staats-

 anwaltschaft Limmattal/Albis wegen mehrfachen, teilweise 

 versuchten Diebstahls, mehrfacher Sachbeschädigung und 

 mehrfachen Hausfriedensbruches bedingt ausgesprochene 

 Geldstrafe von 130 Tagessätzen zu je Fr. 30.--, wovon 14 Ta-

 gessätze durch Haft erstanden sind, bei einer Probezeit von 

 zwei Jahren, wird in Anwendung von Art. 46 Abs. 1 StGB voll-

 ziehbar erklärt. 

 

 Im Falle der Nichtbezahlung der Geldstrafe und deren 

 Uneinbringlichkeit auf dem Betreibungsweg tritt an deren 

 Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 116 Tagen. 

 

 4. Der Beurteilte wird gestützt auf Art. 231 Abs. 1 lit. a StPO in 

 Sicherheitshaft behalten. 

 

 5. Vom beschlagnahmten Bargeld werden € 30.--  B.____ 

 ausgehändigt. Das restliche beschlagnahmte Bargeld,         

 Fr. 90.-- und € 150.--, wird gemäss Art. 442 Abs. 4 in Verbin-

 dung mit Art. 268 StPO an die Verfahrenskosten gem. Ziff. 7 

 

 
 
Seite 26   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

 angerechnet. 

 

 6.  Der Beurteilte wird dazu verurteilt, B.____ Fr. 303.90 zu 

 bezahlen. Die Mehrforderung wird auf den Zivilweg verwie-

 sen. 

 

7. Die Verfahrenskosten bestehen aus den Kosten des Vor-

 verfahrens von Fr. 4'731.20, den Kosten des Zwangs-

 massnahmengerichts von Fr. 350.-- und der Gerichtsgebühr 

 von Fr. 4'500.--.  

 

 Der Beurteilte trägt die Verfahrenskosten in Anwendung von 

 Art. 426 Abs. 1 StPO. 

 

8. Die Kosten der amtlichen Verteidigung in Höhe von  

 

Honorar  Fr.  5'220.-- 

Auslagen Fr.    192.30 

8% MwSt. Fr.    431.60 

Total   Fr. 5'843.90 

 

 werden aus der Gerichtskasse entrichtet." 
 
wird in Abweisung der Berufung des Beschuldigten und der An-
schlussberufung der Staatsanwaltschaft vollumfänglich bestä-
tigt. 
 

  II. Die ordentlichen Kosten des Berufungsverfahrens in der Höhe von 
Fr. 8'850.--, beinhaltend eine Urteilsgebühr von Fr. 8'500.-- sowie 
Auslagen von Fr. 350.--, gehen je zur Hälfte zu Lasten des Beschul-
digten und zu Lasten des Staates. 
 
Die Kosten der amtlichen Verteidigung durch Advokatin Sonja Ryf in 
der Höhe von Fr. 6'137.50 (inkl. Auslagen), zuzüglich 8% MWSt     
(= Fr. 490.50), somit total Fr. 6'628.--, gehen zu Lasten des Staates. 
 
 
 

Präsident 
 
 
Dieter Eglin 

Gerichtsschreiberin 
 
 
Manuela Illgen