# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 720b1175-e0c7-59c5-b550-23ab8cea4983
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-10-20
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsrekurskommission 20.10.2011 I/1-2010/171
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VWEK_001_I-1-2010-171_2011-10-20.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: I/1-2010/171

Stelle: Verwaltungsrekurskommission

Rubrik: Abgaben und öffentliche Dienstpflichten

Publikationsdatum: 20.10.2011

Entscheiddatum: 20.10.2011

Entscheid Verwaltungsrekurskommission, 20.10.2011
Art. 130 Abs. 2 DBG (SR 642.11), Art. 177 StG (sGS 811.1). Die 
Voraussetzungen einer Ermessensveranlagung waren mangels Androhung 
einer solchen EV nicht erfüllt. Im Einspracheverfahren konnte die Pflichtige 
dartun, dass die Ermessensveranlagung offensichtlich unrichtig ist. Die 
Vermögensentwicklung war aufgrund der konkreten Umstände 
nachvollziehbar und nicht auf den Zufluss undeklarierter steuerbarer 
Einkünfte zurückzuführen (Verwaltungsrekurskommission, Abteilung I/1, 20. 
Oktober 2011, I/1-2010/171).

Präsident Thomas Vögeli, Mitglieder Fritz Buchschacher und Markus Frei; 

Gerichtsschreiberin Susanne Schmid Etter

X, Beschwerdeführerin,

gegen

Kantonales Steueramt, Davidstrasse 41, 9001 St. Gallen, Vorinstanz,

und

Eidgenössische Steuerverwaltung, Hauptabteilung Direkte Bundessteuer, Abteilung 

Recht, Eigerstrasse 65, 3003 Bern, Beschwerdebeteiligte,

betreffend

Direkte Bundessteuer (Einkommen 2009)

Sachverhalt:

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A.- X ist alleinstehend und lebt bei ihren Eltern in A. Im Jahr 2009 war sie als 

Kosmetikerin selbständig erwerbstätig. Daneben ging sie einer unselbständigen 

Erwerbstätigkeit nach. In der Steuererklärung 2009 deklarierte sie für die Staats- und 

Gemeindesteuern ein steuerbares Einkommen von Fr. 5'807.-- und ein steuerbares 

Vermögen von Fr. 35'805.-- Das kantonale Steueramt tätigte zusätzliche Abklärungen 

zur Bestreitung des Lebensunterhalts und veranlagte X für die direkte Bundessteuer 

2009 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 23'100.--, wobei ihr ermessensweise 

Einkünfte von Fr. 15'000.-- aufgerechnet und Versicherungsprämien von Fr. 1'097.-- 

nicht als geschäftsmässig begründeter Aufwand anerkannt wurden.

B.- Mit Schreiben vom 26. April 2010 erhob X Einsprache gegen die Veranlagung. Sie 

beantragte den Verzicht auf die Aufrechnungen von insgesamt Fr. 16'097.--. Mit 

Entscheid vom 6. August 2010 wies das kantonale Steueramt die Einsprache ab.

C.- Gegen den Einsprache-Entscheid reichte X mit Eingabe vom 24. August 2010 

Beschwerde bei Verwaltungsrekurskommission ein mit dem sinngemässen Antrag, auf 

die Aufrechnung von Einkünften von Fr. 15'000.-- sei zu verzichten und die Prämien für 

die Unfall- und Krankentaggeldversicherungen seien zum Abzug zuzulassen. Mit 

Schreiben vom 25. Oktober 2010 beantragte die Vorinstanz die kostenfällige 

Abweisung der Beschwerde. Gleichzeitig verzichtete sie unter Verweis auf den 

Einsprache-Entscheid auf eine Vernehmlassung. Die Beschwerdebeteiligte liess sich 

nicht vernehmen.

Auf die von den Parteien zur Begründung ihrer Anträge gemachten Ausführungen und 

die Akten wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen 

eingegangen.

Erwägungen:

1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die 

Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur 

Beschwerdeerhebung ist gegeben. Die Beschwerde vom 24. August 2010 ist 

rechtzeitig eingereicht worden. Sie erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die 

gesetzlichen Anforderungen (Art. 140 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die direkte 

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Bundessteuer, SR 642.11, abgekürzt: DBG; Art. 7 der Verordnung zum Bundesgesetz 

über die direkte Bundessteuer, sGS 815.1; Art. 41 lit. h Ziff. 1 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf die Beschwerde ist 

einzutreten.

2.- Vorab ist zu prüfen, ob die Vorinstanz die Beschwerdeführerin zu Recht 

ermessensweise veranlagt hat.

a) Gemäss Art. 130 Abs. 2 Satz 1 DBG nimmt die Veranlagungsbehörde die 

Veranlagung nach pflichtgemässem Ermessen vor, wenn der Steuerpflichtige trotz 

Mahnung seine Verfahrenspflichten nicht erfüllt hat oder Steuerfaktoren mangels 

zuverlässiger Unterlagen nicht einwandfrei ermittelt werden können. In dieser 

Bestimmung werden zwei Fälle unterschieden. Einerseits berechtigt die Verletzung von 

Verfahrenspflichten zur Ermessensveranlagung, anderseits ist eine solche 

vorzunehmen, wenn keine zuverlässigen Unterlagen vorhanden sind.

Die Verfahrenspflichtverletzung kann darin bestehen, dass eine steuerpflichtige Person 

die Steuererklärung nicht einreicht, einem Auskunftsbegehren der 

Veranlagungsbehörde nicht nachkommt oder die eingeforderten Unterlagen nicht 

einreicht (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 2. Aufl. 2009, N 

32 zu Art. 130 DBG). Für den Fall des Fehlens zuverlässiger Unterlagen ist 

entscheidend, dass der Sachverhalt nicht abklärbar und daher ungewiss ist. Folglich 

darf der Steuerpflichtige nicht ohne vorgängige Untersuchung durch die 

Steuerbehörden ermessensweise veranlagt werden. Auch bei einer 

Ermessensveranlagung müssen alle Abklärungen getroffen werden, die sich aufgrund 

der Aktenlage aufdrängen und ohne grossen Aufwand durchführbar sind. Erst wenn 

sich die Ungewissheit im Sachverhalt trotz dieser Untersuchungen nicht beseitigen 

lässt, ist eine Ermessensveranlagung vorzunehmen (Zweifel/Athanas, Kommentar zum 

Schweizerischen Steuerrecht, Bd. I/2b, 2. Aufl. 2008, N 43 zu Art. 130 DBG). Eine 

Androhung der Veranlagung nach Art. 130 Abs. 2 DBG sowie ein Hinweis auf die 

Rechtsnachteile derselben gemäss Art. 132 Abs. 3 DBG (Nachweis der offensichtlichen 

Unrichtigkeit im Einspracheverfahren, „Umkehr der Beweislast“) müssen sowohl in der 

ersten Aufforderung als auch in der Mahnung enthalten sein (vgl. Richner/Frei/

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Kaufmann/Meuter, a.a.O., N 48 zu Art. 130 DBG; VRKE I/1-2009/70 vom 30. März 

2010, E. 2.b.cc).

b) Die Beschwerdeführerin reichte die Steuererklärung 2009 fristgerecht und mit den 

notwendigen Beilagen ein. Sie deklarierte darin Einkünfte aus unselbständiger 

Erwerbstätigkeit von Fr. 6'173.--, solche aus selbständiger Erwerbstätigkeit von 

Fr. 13'433.--, Wertschriftenerträge von Fr. 262.-- sowie ein Reinvermögen von 

Fr. 110'805.--. Aufgrund der Tatsache, dass das Reinvermögen gegenüber dem Vorjahr 

trotz niedriger Einkünfte um rund Fr. 12'000.-- zugenommen hatte, forderte der 

Steuerkommissär die Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 19. März 2010 auf, eine 

schriftliche Stellungnahme zur Finanzierung ihres Lebensunterhalts abzugeben und das 

Formular zu den Lebenshaltungskosten auszufüllen (act. 9/II.15). Ferner ersuchte er sie, 

weitere Unterlagen (Buchhaltungskontoblätter, Autokaufvertrag, Policen der Kranken- 

und Unfallversicherungen, Belege zu den Weiterbildungs- und Umschulungskosten, 

Belege zu den freiwilligen Zuwendungen) einzureichen. Die Beschwerdeführerin kam 

dieser Aufforderung vollumfänglich nach. Sie reichte die verlangten Belege ein und 

füllte das Formular zu den Lebenshaltungskosten aus. In ihrer Stellungnahme vom 

25. März 2010 führte sie aus, dass sie aufgrund von gesundheitlichen Beschwerden 

eine ihrer Teilzeitbeschäftigungen im Jahr 2008 habe aufgeben müssen. Sie könne 

jedoch gratis bei ihren Eltern wohnen und sich auch vorwiegend unentgeltlich bei 

diesen verpflegen. Von den Eltern habe sie Fr. 10'000.-- für den Kauf eines neuen 

Fahrzeugs erhalten, da ihre Mutter das Auto mitbenütze (act. 9/II.14). Die Vorinstanz 

nahm bei der Beschwerdeführerin in der Folge eine ermessensweise Aufrechnung von 

Fr. 15'000.-- vor, woraus ein steuerbares Einkommen von Fr. 23'100.-- resultierte. Es 

trifft zwar zu, dass die Veranlagungsbehörde vorgängig eine Untersuchung durchführte. 

Sie hat es jedoch unterlassen, die Ermessensveranlagung ordnungsgemäss 

anzudrohen und auf deren Folgen hinzuweisen. In der Aufforderung vom 19. März 2010 

fehlte ein entsprechender Hinweis. Die darin erwähnten gesetzlichen Bestimmungen 

von Art. 169 – 176 StG bzw. Art. 125 – 129 DBG bezogen sich lediglich auf die 

allgemeinen Verfahrenspflichten und -vorschriften. Dadurch wurde das rechtliche 

Gehör der Beschwerdeführerin verletzt.

c) Die formellen Voraussetzungen für eine ermessensweise Veranlagung des 

steuerbaren Einkommens für die direkte Bundessteuer 2009 waren damit nicht erfüllt.

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3.- Eine Ermessensveranlagung kann vom Steuerpflichtigen nur wegen offensichtlicher 

Unrichtigkeit angefochten werden. Die Einsprache ist zu begründen und muss allfällige 

Beweismittel nennen (Art. 132 Abs. 3 DBG). Erfolgte zu Recht eine 

Ermessensveranlagung, so hat der Einsprecher die Unrichtigkeit der Veranlagung 

nachzuweisen; es kommt zu einer Umkehr der Beweisführungspflicht zu Lasten des 

Steuerpflichtigen.

a) Die offensichtliche Unrichtigkeit der Ermessensveranlagung kann vom 

Steuerpflichtigen auf zwei Arten nachgewiesen werden. Zum einen kann er den 

wirklichen Sachverhalt dartun und beweisen. Damit entfallen die Voraussetzungen einer 

Ermessensveranlagung, weil die Steuerfaktoren im Rahmen einer ordentlichen 

Veranlagung einwandfrei ermittelt werden können. Als zweite Art des 

Unrichtigkeitsnachweises steht es dem Steuerpflichtigen auch offen zu beweisen, dass 

die Schätzung an sich offensichtlich unrichtig ist. Die Veranlagungsbehörde ist 

verpflichtet, die Höhe der Schätzung zu überprüfen (Zweifel/Athanas, a.a.O., N 39 und 

51 zu Art. 132 DBG).

Offensichtlich unrichtig ist eine Schätzung dann, wenn sie willkürlich ist (vgl. Entscheid 

des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich vom 21. Mai 2003, in: StE 2004 B 92.3 Nr. 

13, E 4c). Offensichtlich unrichtig sind jene Schätzungen, die sachlich nicht begründbar 

sind, insbesondere erkennbar pönal oder fiskalisch motiviert sind, sich auf sachwidrige 

Schätzungsgrundlagen, -methoden oder -hilfsmittel stützen oder sonst mit den 

aktenkundigen Verhältnissen des Einzelfalls aufgrund der Lebenserfahrung 

vernünftigerweise nicht vereinbart werden können (vgl. Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, 

a.a.O., N 68 zu Art. 132 DBG; Zweifel/Athanas, a.a.O., N 52 zu Art. 132 DBG). Dabei 

sind auch die Unterlagen, welche im Beschwerdeverfahren beigebracht werden, zu 

berücksichtigen.

Die Veranlagungsbehörde nimmt die Ermessensveranlagung nach pflichtgemässem 

Ermessen vor. Sie kann dabei Erfahrungszahlen, Vermögensentwicklung und 

Lebensaufwand des Steuerpflichtigen berücksichtigen (Art. 130 Abs. 2 DBG). Ziel der 

Ermessensveranlagung ist die bestmögliche Annäherung an den wirklichen 

Sachverhalt. Bei der Ermessensveranlagung hat die Behörde alle Unterlagen zu 

berücksichtigen, die ihr zur Verfügung stehen. Der Steuerpflichtige soll möglichst seiner 

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wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit entsprechend veranlagt werden. In aller Regel darf 

sich die Schätzung nur auf die Höhe der Steuerfaktoren beziehen. Nicht geschätzt 

werden darf im Allgemeinen dagegen der Grundsachverhalt, d.h. die 

steuerauslösenden Tatsachen (das Steuerobjekt) selbst. Erst wenn fest steht, dass 

Einkünfte vorhanden sind, von denen bloss die Höhe unbekannt ist, darf geschätzt 

werden. Eine Ausnahme davon ist jedoch zu machen, wenn nicht nur ein spezifisches 

Tatbestandsmerkmal, sondern das Steuerobjekt an sich ungewiss ist. In diesem Fall 

dürfen das gesamte Einkommen bzw. der gesamte Gewinn oder auch Teile davon 

geschätzt werden (Richner/Frei/Kaufmann/ Meuter, a.a.O., N 67 ff. zu Art. 130 DBG; 

vgl. auch GVP 1973 Nr. 5, 1987 Nr. 22). Die Veranlagungsbehörde ist gehalten, das 

vom Pflichtigen deklarierte Einkommen mit dessen Lebensaufwand zu vergleichen. Ein 

solcher Vergleich lässt Schlüsse auf die Richtigkeit der Deklaration zu. Ein vom 

Steuerpflichtigen nicht erklärter Widerspruch zwischen dem deklarierten Einkommen 

und dem Privatverbrauch erlaubt es, die Einschätzung des Einkommens nach dem 

Aufwand vorzunehmen (vgl. RB/ZH 1982 Nr. 71; KRKE SO 1983 Nr. 8). Im Fall einer 

Schätzung nach Lebensaufwand ist dieser nach dem beruflichen und 

gesellschaftlichen Stand des Steuerpflichtigen zu bestimmen. Soweit nicht auf 

Unterlagen abgestellt werden kann, ist der Aufwand zu schätzen, wobei vorerst im 

Auflageverfahren die Lebenshaltungskosten des Steuerpflichtigen festzustellen sind. 

Dabei braucht nicht untersucht zu werden, aus welchen Quellen die für den 

persönlichen Aufwand benötigten Einkünfte stammen. Dem Steuerpflichtigen bleibt 

aber der Nachweis vorbehalten, dass der Aufwand aus steuerfreien Einkünften oder 

aus Vermögensverzehr bestritten wurde (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., N 71 

zu Art. 130 DBG m.w.H.).

b) Die Beschwerdeführerin macht geltend, sie habe von ihren Eltern Barmittel von Fr. 

10'000.-- für den Kauf des neuen Geschäftsautos geschenkt erhalten. Im Gegenzug 

dürften diese das Auto mitbenützen. Leider hätten die Eltern es versäumt, dies in ihrer 

Steuererklärung 2009 entsprechend zu deklarieren. Was den Lebensunterhalt angehe, 

werde sie von ihren Eltern grosszügig unterstützt. Sie könne kostenlos bei diesen 

wohnen und essen. Von Freunden erhalte sie immer wieder unterstützende Geschenke 

wie Gutscheine, Kleider oder Naturalien.

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Die Vorinstanz hält dem entgegen, trotz eines deklarierten Reineinkommens von 

Fr. 5'807.-- sei die Beschwerdeführerin in der Lage gewesen, ihr Reinvermögen im Jahr 

2009 um Fr. 12'070.-- zu erhöhen. Nur schon daraus lasse sich ableiten, dass sie mit 

den deklarierten Einkünften ihre Lebenshaltungskosten unmöglich habe decken 

können. Die Eltern der Beschwerdeführerin hätten weder per 31. Dezember 2008 noch 

per 31. Dezember 2009 Barmittel deklariert, was im Widerspruch zur Behauptung der 

Mitfinanzierung des Autokaufs im Umfang von Fr. 10'000.-- stehe.

c) Die Vorinstanz ermittelte geschätzte Kosten der Beschwerdeführerin für deren 

Lebensaufwand im Jahr 2009 von Fr. 23'858.--. Unter Berücksichtigung der 

Vermögenszunahme von Fr. 11'344.-- ergaben sich notwendige Einkünfte von Fr. 

35'202.-- und damit eine Differenz zu den deklarierten Einkünften (Fr. 19'868.--) von Fr. 

15'344.--. Bereits im Einspracheverfahren bestätigten die Eltern der 

Beschwerdeführerin unterschriftlich, dass die Tochter bei ihnen gratis habe wohnen 

und sich auch vorwiegend unentgeltlich verpflegen können. In ihrer detaillierten 

Kostenaufstellung wies die Beschwerdeführerin für 2009 private Auslagen für 

Lebensmittel, Kosmetika, Coiffeur, Kleider, Bücher, Hobby und Gesundheitsartikel von 

knapp Fr. 3'000.-- aus (act. 2/4). Ohne nähere Angaben setzte die Vorinstanz dafür Fr. 

7'000.-- ein. Mangels begründeter Anhaltspunkte, die gegen die plausible Darstellung 

der Beschwerdeführerin sprechen, ist auf ihre Angaben abzustellen, woraus sich 

bereits eine Differenz zu ihren Gunsten von Fr. 4'000.-- ergibt. Am 20. Juli 2009 erwarb 

die Beschwerdeführerin einen VW Polo (Occasionsmodell) als neues Geschäftsauto für 

Fr. 18'300.--. Für das bisherige Geschäftsauto erhielt sie vom Verkäufer Fr. 2'000.--, 

woraus sich ein noch zu leistender Betrag von Fr. 16'300.-- ergab. Am 21. Juli 2009 

zahlte die Beschwerdeführerin Fr. 16'300.-- auf das Konto des Verkäufers ein. 

Fr. 6'000.-- davon hob sie am gleichen Tag von ihrem Bankkonto ab (act. 9/I-1.3). 

Fr. 10'000.-- erhielt sie angeblich bar von ihren Eltern. Diesen Sachverhalt bestätigten 

die Eltern der Beschwerdeführerin mehrmals schriftlich. Es habe sich bei diesem Geld 

um im Verlaufe der Zeit aus Haushaltgeld-Reserven und Kostgeld des Sohnes 

zusammengesparte Barmittel gehandelt (act. 2/6). Nachdem die Mutter das Auto im 

Gegenzug mitbenützen kann, erscheint die übereinstimmende Darstellung der 

Beschwerdeführerin und von deren Eltern unter Berücksichtigung des von der 

Beschwerdeführerin nachgewiesenen Bankbezugs der restlichen Fr. 6'000.-- 

nachvollziehbar, in sich schlüssig und deshalb glaubwürdig. Daran vermag die 

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Tatsache, dass die Eltern in ihrer Steuererklärung per 31. Dezember 2008 offenbar 

keine Barmittel deklariert haben, nichts zu ändern. Da der Kauf am 21. Juli 2009 

stattfand, kann dieses Geld im ersten Halbjahr 2009 ohne weiteres aus diversen 

Kontobezügen oder dem Kostgeld des Sohnes angespart worden sein. Der 

Beschwerdeführerin kann einzig der Vorwurf gemacht werden, dass sie die Schenkung 

ihrer Eltern im Wertschriftenverzeichnis nicht deklariert hat. Diese Unterlassung ist 

jedoch angesichts der Steuerfreiheit von Schenkungen an Nachkommen im kantonalen 

Recht (vgl. Art. 146 Abs. 1 StG) nicht allzu schwer zu gewichten. Sie vermag den von 

der Beschwerdeführerin erbrachten Schenkungsnachweis nicht umzustossen. Es ist 

deshalb davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin von ihren Eltern im Jahr 

2009 Fr. 10'000.-- für den Erwerb des neuen Geschäftsautos erhalten hat, womit die 

von der Vorinstanz ermittelte Differenz zwischen den notwendigen und deklarierten 

Einkünften von Fr. 15'000.-- unter Berücksichtigung des um Fr. 4'000.-- reduzierten 

Lebensaufwandes und der Schenkung von Fr. 10'000.-- lediglich noch Fr. 1'000.-- 

beträgt. Für eine ermessensweise Aufrechnung bleibt unter diesen Umständen kein 

Raum. Der Beschwerdeführerin ist es gelungen, den wirklichen Sachverhalt darzutun. 

Die Ermessensveranlagung erweist sich damit als offensichtlich unrichtig. In diesem 

Punkt ist die Beschwerde gutzuheissen, und die Aufrechnung von Fr. 15'000.-- ist 

fallen zu lassen.

4.- Streitig ist ferner, ob die Prämien für die betriebliche Kranken-, Unfall- und 

Erwerbsausfallversicherungen der Beschwerdeführerin geschäftsmässig begründeten 

Aufwand darstellen.

a) Die Beschwerdeführerin bringt vor, die Erwerbsausfallversicherungen dienten in 

ihrem Fall eindeutig betrieblichen Zwecken. Die Versicherungen hätten keinen 

Vorsorgecharakter. Wenn sie unfall- oder krankheitsbedingt arbeitsunfähig sei, habe sie 

ohne Versicherungen kein Einkommen. Die Wartefrist von 30 Tagen habe sie gewählt, 

um die Prämienbelastung möglichst gering zu halten.

b) Bei selbständiger Erwerbstätigkeit werden die geschäfts- oder berufsmässig 

begründeten Kosten abgezogen (Art. 27 Abs. 1 DBG). Das bedeutet, dass der Aufwand 

seinen Grund im Bereich der Erwerbstätigkeit des Steuerpflichtigen haben und 

demnach zwischen Aufwand und Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit ein 

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wirtschaftlicher Zusammenhang bestehen muss (Weidmann/Grossmann/Zigerlig, 

Wegweiser durch das st. gallische Steuerrecht, 6. Aufl. 1999, S. 70). Lehre und 

Rechtsprechung gehen davon aus, dass Versicherungsprämien als Gewinnungskosten 

abzugsfähig sind, sofern sie für berufsbedingte Personen- und Sachversicherungen 

geleistet werden. Prämien für Kranken- und Unfallversicherungen oder Risiko- und 

Lebensversicherungen für Selbständigerwerbende fallen in der Regel nicht darunter, da 

sie grundsätzlich nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit der Erzielung von 

Erwerbseinkommen stehen. Diese Regel erfährt Ausnahmen, soweit der Abschluss 

einer Versicherung für den Selbständigerwerbenden vorwiegend betrieblich bedingt ist. 

Unter diesem Gesichtspunkt werden Versicherungsprämien für 

Personenversicherungen als geschäftsbedingte Aufwendungen anerkannt, wenn und 

soweit sie der Sicherung eines bei Beginn der selbständigen Erwerbstätigkeit 

aufgenommenen Betriebskredites dienen und damit die Funktion einer 

Kreditversicherung übernehmen. In der Rechtsprechung wird zudem der 

Gewinnungskostencharakter von Unfallversicherungsprämien bejaht, wenn die 

Berufsausübung mit besonderen Unfallrisiken verknüpft ist und der 

Selbständigerwerbende eine Unfallversicherung abschliesst, um für sich selbst die 

wirtschaftlichen Folgen des Gefahreneintritts abzuwenden. Bei der Unfallversicherung 

werden ferner die gesetzlichen Bestimmungen über die obligatorische 

Unfallversicherung Unselbständigerwerbender (vgl. SR 832.30) sinngemäss 

angewendet und die Prämien analog zum Abzug zugelassen (SGE 1993 Nr. 5). Als 

Geschäftsaufwand können Versicherungsprämien auch anerkannt werden, soweit die 

Versicherung durch Zusicherung eines Taggelds hilft, den Betrieb bei ausfallbedingter 

Verhinderung des Betriebsinhabers durchzuhalten. Eine Erwerbsausfallversicherung 

kann also betrieblichen Zwecken dienen, wenn sie hilft, bei Verhinderung des 

Betriebsinhabers die laufenden Kosten während einer gewissen Frist zu tragen. Damit 

sie diese Funktion erfüllt, muss die Versicherungsleistung bei einem Erwerbsausfall 

rasch beginnen und auf eine gewisse Dauer (höchstens zwei Jahre) befristet sein (GVP 

2004 Nr. 28 mit zahlreichen Hinweisen).

c) In ihrer Jahresrechnung 2009 verbuchte die Beschwerdeführerin auf dem 

Aufwandkonto Nr. 4020 Fr. 1'126.40 für eine Erwerbsausfallversicherung, Fr. 793.-- für 

eine Krankentaggeldversicherung und Fr. 274.-- für eine Unfallversicherung. Die Hälfte 

dieser Aufwendungen (Fr. 1'096.70) grenzte sie als Privataufwand ab. Die Vorinstanz 

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erachtete sämtlichen Unfall- und Krankenversicherungsaufwand als privat und 

rechnete Fr. 1'097.-- auf. Die Prämie für die Unfallversicherung von Fr. 274.-- stellt 

jedoch geschäftsmässig begründeten Aufwand dar (vgl. SGE 1993 Nr. 5). Die 

Aufrechnung des erfolgswirksam verbuchten Prämienaufwands von Fr. 137.-- erweist 

sich daher als unbegründet. Die Krankentaggeldversicherung mit einem versicherten 

Lohn von Fr. 41'000.-- und einer Prämie von Fr. 793.-- hat für die Beschwerdeführerin 

hingegen hauptsächlich Lohnfortzahlungscharakter. Ihre Kosmetikdienstleistungen, die 

sie im Haus ihrer Eltern oder bei den Kunden vor Ort anbietet, verursachen keine hohen 

Fixkosten, welche es in einer Zeit ohne Erwerbseinkommen zu überbrücken gäbe. Es 

werden auch keine Angestellten beschäftigt. Diese Versicherung dient nicht 

betrieblichen Zwecken, sondern hat privaten Vorsorgecharakter. Die Prämie von Fr. 

793.-- stellt daher keinen geschäftsmässig begründeten Aufwand dar. Zur 

Erwerbsausfallversicherung mit einer verbuchten Prämie von Fr. 1'126.40 hat die 

Beschwerdeführerin keine näheren Angaben gemacht und auch keine Unterlagen 

eingereicht. Wahrscheinlich handelt es sich dabei um eine Lebensversicherung (vgl. die 

Angaben der Beschwerdeführerin zu ihren Lebenshaltungskosten, act. 9/II.14). 

Mangels Nachweises der betrieblichen Notwendigkeit wurde auch diese Prämie von 

der Vorinstanz zu Recht aufgerechnet.

d) Die veranlagten Einkünfte der Beschwerdeführerin aus selbständiger 

Erwerbstätigkeit reduzieren sich dadurch von Fr. 28'433.-- um Fr. 15'137.-- auf Fr. 

13'296.--. Das Total der Einkünfte beläuft sich auf Fr. 19'731.--. Die abzugsfähigen 

Krankheitskosten betragen Fr. 594.--, womit sich das steuerbare Einkommen auf Fr. 

7'400.-- reduziert.

5.- Die Beschwerde ist somit teilweise gutzuheissen, und der angefochtene 

Einsprache-Entscheid vom 6. August 2010 ist aufzuheben. Die Beschwerdeführerin ist 

für die direkte Bundessteuer 2009 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 7'400.-- 

zu veranlagen.

6.- Die Kosten des Verfahrens vor der kantonalen Steuerrekurskommission werden der 

unterliegenden Partei auferlegt; wird die Beschwerde teilweise gutgeheissen, so 

werden sie anteilmässig auferlegt (Art. 144 Abs. 1 DBG). Nachdem die 

Beschwerdeführerin beinahe vollständig obsiegt hat, rechtfertigt es sich, die 

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Verfahrenskosten vollumfänglich dem Staat aufzuerlegen. Angemessen ist eine 

Entscheidgebühr von Fr. 600.-- (Art. 144 Abs. 5 DBG in Verbindung mit Art. 7 Ziff. 122 

der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Die Finanzverwaltung ist anzuweisen, der 

Beschwerdeführerin den Kostenvorschuss von Fr. 400.-- zurückzuerstatten.

Entscheid:

1.    Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen, und der angefochtene

       Einsprache-Entscheid vom 6. August 2010 wird aufgehoben.

2.    Die Beschwerdeführerin wird für die direkte Bundessteuer 2009 mit

       einem steuerbaren Einkommen von Fr. 7'400.-- veranlagt.

3.    Der Staat trägt die Kosten des Verfahrens von Fr. 600.--.

4.    Die Finanzverwaltung wird angewiesen, der Beschwerdeführerin Fr. 400.--

       zurückzuerstatten.

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