# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** eed5d7fc-cede-53cd-83b7-1747c49db525
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-07-11
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 11.07.2020 200 2020 174
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2020-174_2020-07-11.pdf

## Full Text

200 20 174 IV
ACT/REL/STA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 11. Juli 2020

Verwaltungsrichter Ackermann, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schütz, Verwaltungsrichterin Wiedmer
Gerichtsschreiberin Bischof

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 31. Januar 2020

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juli 2020, IV/20/174, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1972 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer), 
ausgebildeter … mit Fähigkeitszeugnis, meldete sich am 19. Januar 2000 
unter Hinweis auf einen Tumor in der Lendenwirbelsäule bei der Eidgenös-
sischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (Antwortbeilage 
der IV-Stelle Bern [IVB bzw. Beschwerdegegnerin; AB] 1). Das Leistungs-
begehren wurde mit Verfügung vom 12. April 2000 abgewiesen, da eine 
angepasste Tätigkeit in einem Vollpensum weiterhin zumutbar war (AB 11). 
Aufgrund eines erlittenen Kollapses mit nachfolgendem Drehschwindel, 
Übelkeit, Kraftlosigkeit und Erschöpfung meldete sich der Versicherte am 
7. Juni 2012 erneut zum Leistungsbezug an (AB 12). Die IVB nahm Ab-
klärungen in erwerblicher und medizinischer Hinsicht vor und liess den 
Versicherten insbesondere durch den Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) 
psychiatrisch untersuchen (AB 41). Gestützt darauf wies sie das Leistungs-
begehren mangels einer psychiatrischen Diagnose mit Verfügung vom 
23. April 2013 ab (AB 47). Auf ein weiteres Neuanmeldungsgesuch vom 
1. April 2018 (AB 48) trat die IVB am 24. August 2018 nicht ein (AB 65). 
Diese Verfügung blieb unangefochten.

Nachdem der Versicherte am 11. Januar 2019 (AB 69) eine Verschlechte-
rung seines Gesundheitszustandes geltend gemacht und am 5. März 2019 
(AB 74) eine neuerliche Anmeldung zum Leistungsbezug eingereicht hatte, 
führte die IVB medizinische und erwerbliche Abklärungen durch; insbeson-
dere liess sie ein bidisziplinäres (neurologisches und psychiatrisches) Gut-
achten erstellen (AB 103.1). Gestützt darauf stellte sie mit Vorbescheid 
vom 29. November 2019 (AB 116) die Abweisung des Leistungsbegehrens 
mangels eines invalidisierenden Gesundheitsschadens in Aussicht. Dage-
gen erhob der Versicherte – vertreten durch Rechtsanwalt B.________ – 
Einwand und beantragte die Ausrichtung von Leistungen der IV (AB 118 
und AB 121). Mit Verfügung vom 31. Januar 2020 (AB 122) verneinte die 
IVB den Anspruch.

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B.

Hiergegen erhob der Versicherte – weiterhin vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________ – am 28. Februar 2020 Beschwerde. Er beantragt die Aufhe-
bung der angefochtenen Verfügung und die Zusprache von IV-Leistungen, 
namentlich einer ganzen Invalidenrente (IV-Rente) ab dem 1. März 2019. 
Eventualiter sei die Angelegenheit an die Vorinstanz zurückzuweisen zur 
Gewährung des rechtlichen Gehörs. Subeventualiter sei die Sache zur 
Durchführung weiterer Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzu-
weisen.

Mit Beschwerdeantwort vom 1. April 2020 beantragt die Beschwerdegegne-
rin die Abweisung der Beschwerde. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-

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tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 31. Januar 2020 
(AB 122). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf Leistungen der IV. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG). 

2.

2.1 Der Beschwerdeführer macht im Eventualantrag geltend (Be-
schwerde S. 2 Rechtsbegehren 3 und S. 10 Ziff. 33 ff. "Eventualantrag"), 
sein Anspruch auf rechtliches Gehör sei verletzt worden, da die Beschwer-
degegnerin nicht auf seine Argumente eingegangen sei und sowohl der 
Vorbescheid vom 29. November 2019 (AB 116) wie auch die angefochtene 
Verfügung vom 31. Januar 2020 (AB 122) nicht ausreichend begründet 
habe. 

2.2 Die Parteien haben Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 
der Bundesverfassung [BV; SR 101] und Art. 42 Satz 1 ATSG). Die Verfü-
gungen sind zu begründen, wenn sie den Begehren der Parteien nicht voll 
entsprechen (Art. 49 Abs. 3 ATSG). Die Begründungspflicht ist wesentli-
cher Bestandteil des Anspruchs auf rechtliches Gehör im Sinne von Art. 29 
Abs. 2 BV. Sie soll verhindern, dass sich die Behörde von unsachlichen 
Motiven leiten lässt, und den Betroffenen ermöglichen, die Verfügung ge-
gebenenfalls sachgerecht anzufechten. Dies ist nur möglich, wenn sowohl 
die betroffene Person als auch die Rechtsmittelinstanz sich über die Trag-
weite des Entscheids ein Bild machen können. In diesem Sinne müssen 
wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die 
Behörde hat leiten lassen und auf welche sich ihre Verfügung stützt. Dies 
bedeutet indessen nicht, dass sie sich ausdrücklich mit jeder tatbeständli-

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chen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen 
muss. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Ge-
sichtspunkte beschränken (BGE 136 I 229 E. 5.2 S. 236, 124 V 180 E. 1a 
S. 181; in BGE 145 V 326 nicht publizierte E. 4 des Entscheids vom 
16. September 2019, 9C_494/2019; SVR 2017 KV Nr. 6 S. 30 E. 5).

2.3 Vorliegend hat die Beschwerdegegnerin die Verfügung vom 31. Ja-
nuar 2020 (AB 122 S. 1 f.) in der Tat nur wenig begründet und ist nicht auf 
sämtliche Einwände des Beschwerdeführers eingegangen. Sie hat jedoch 
knapp dargelegt, dass gestützt auf eine Indikatorenprüfung das Vorliegen 
eines invalidisierenden Gesundheitsschadens zu verneinen ist. Abgesehen 
davon, dass eine ausdrückliche und einlässliche Auseinandersetzung mit 
jedem einzelnen Einwand nicht erforderlich ist, sofern die für den Entscheid 
wesentlichen Gesichtspunkte behandelt wurden (E. 2.2 hiervor), was hier 
der Fall ist, vermochte der Beschwerdeführer die Verfügung ohne weiteres 
sachgerecht anzufechten. Dem Beschwerdeführer waren damit die Ent-
scheidgründe hinreichend bekannt, womit von einer Verletzung der Be-
gründungspflicht nicht die Rede sein kann. Das rechtliche Gehör ist nicht 
verletzt.

3.

3.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 

3.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG so-
wie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Be-
fundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann 
anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchti-

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gung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 
145 V 215 E. 5.1 S. 221).

3.2.1 Die Sachverständigen sollen die Diagnose so begründen, dass die 
Rechtsanwender nachvollziehen können, ob die klassifikatorischen Vorga-
ben tatsächlich eingehalten sind (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 
141 V 281 E. 2.1.1 S. 285). Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung 
erfolgt die Prüfung, ob ein psychischer Gesundheitsschaden eine renten-
begründende Invalidität zu bewirken vermag, schliesslich anhand eines 
strukturierten normativen Prüfungsrasters (BGE 143 V 418 E. 7 S. 427, 
141 V 281 E. 4.1 S. 296). Dies gilt für sämtliche psychischen Störungen 
(BGE 143 V 418 E. 7.2 S. 429).

3.2.2 Eine invalidenversicherungsrechtlich erhebliche Gesundheitsbeein-
trächtigung liegt nur vor, wenn die Diagnose im Rahmen einer Prüfung auf 
der ersten Ebene auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe 
nach BGE 131 V 49 standhält. Danach liegt regelmässig keine versicherte 
Gesundheitsschädigung vor, soweit die Leistungseinschränkung auf Ag-
gravation oder einer ähnlichen Erscheinung beruht (BGE 141 V 281 E. 2.2 
S. 287; SVR 2016 UV Nr. 25 S. 83 E. 6).

3.2.3 Liegt auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe eine 
versicherte Gesundheitsschädigung vor, erfolgt schliesslich auf der zweiten 
Ebene anhand eines normativen Prüfungsrasters mit einem Katalog von 
Indikatoren eine ergebnisoffene symmetrische Beurteilung des – unter 
Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer-
seits und Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderseits – tatsächlich 
erreichbaren Leistungsvermögens (BGE 141 V 281 E. 3.6 S. 294). Es gilt 
im Regelfall nach gemeinsamen Eigenschaften systematisierte Standardin-
dikatoren zu beachten (E. 4.1.3 S. 297), welche sich in die Kategorien 
„funktioneller Schweregrad“ (E. 4.3 S. 298) und „Konsistenz“ einteilen las-
sen (E. 4.4 S. 303). Der Prüfungsraster ist rechtlicher Natur (E. 5 S. 304). 
Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades (IV-
Grades) ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizi-
nisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall 
anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zu-
mindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es 

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daran, hat die Folgen der Beweislosigkeit die materiell beweisbelastete 
versicherte Person zu tragen (E. 6 S. 308).

3.3

3.3.1 Wurde eine Rente, eine Hilflosenentschädigung oder ein Assistenz-
beitrag wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades, wegen fehlender Hilflo-
sigkeit oder weil aufgrund des zu geringen Hilfebedarfs kein Anspruch auf 
einen Assistenzbeitrag entsteht, verweigert, so wird eine neue Anmeldung 
nur geprüft, wenn die Voraussetzung nach Art. 87 Abs. 2 der Verordnung 
vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) 
erfüllt ist (Art. 87 Abs. 3 IVV, vgl. auch BGE 130 V 343 E. 3.5.3 S. 351). 
Dies gilt analog, wenn die versicherte Person nach vorausgegangener 
rechtskräftiger Ablehnung erneut eine Eingliederungsmassnahme bean-
tragt (BGE 113 V 22 E. 3b S. 27; ZAK 1991 S. 262 E. 1a).

3.3.2 Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung oder das Revisionsge-
such ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewis-
sern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung 
des IV-Grades auch tatsächlich eingetreten ist. Stellt sie fest, dass der IV-
Grad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung 
erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zusätz-
lich noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr 
eine rentenbegründende (bzw. anspruchsrelevant höhere) Invalidität zu 
bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die glei-
che materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a 
S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

3.3.3 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den IV-Grad und damit den 
Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb nicht nur 
bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, sondern 
auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen
(oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) 
des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert 
haben. Dazu gehört die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit aufgrund einer 
Angewöhnung oder Anpassung an die Behinderung. Ein Revisionsgrund ist 

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ferner unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine andere Art der 
Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine Wandlung des 
Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 144 I 103 E. 2.1 S. 105, 141 V 9 
E. 2.3 S. 10; SVR 2018 UV Nr. 22 S. 79 E. 2.2.1).

3.3.4 Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den IV-Grad 
erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuanmeldungsver-
fahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG – durch Ver-
gleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten materiellen Beur-
teilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit demjenigen zur 
Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 S. 112; 130 V 
71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

3.3.5 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-
gebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invali-
ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b 
S. 200; SVR 2019 IV Nr. 39 S. 124 E. 5).

3.4 Um den IV-Grad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und 
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu be-
urteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 
welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind 
ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, 
welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können 
(BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV Nr. 27 
S. 87 E. 4.2.1).

4.

4.1 Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung vom 5. März 
2019 (AB 74) eingetreten und hat mit der angefochtenen Verfügung 
(AB 122) materiell über den Anspruch entschieden. Die Eintretensfrage ist 

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deshalb praxisgemäss vom Gericht nicht zu überprüfen (BGE 109 V 108 
E. 2b S. 114). 

Auf die Neuanmeldung vom 1. April 2018 (AB 48) war die Beschwerdegeg-
nerin nicht eingetreten und hat damit auch keine materielle Prüfung des 
Anspruchs vorgenommen, weshalb die entsprechende Verfügung vom 
24. August 2018 (AB 65) in revisionsrechtlicher Hinsicht unbeachtlich ist 
(BGE 133 V 108 E. 5.4 S. 114). Ob im massgeblichen Vergleichszeitraum 
zwischen der leistungsabweisenden Verfügung vom 23. April 2013 (AB 47) 
und der hier angefochtenen Verfügung vom 31. Januar 2020 (AB 122) eine 
revisionsrechtlich relevante Veränderung in den tatsächlichen Verhältnis-
sen eingetreten ist (vgl. E. 3.3.3 f. hiervor), kann vorliegend jedoch offen 
bleiben, da so oder anders – wie nachfolgend aufgezeigt wird – auch bei 
einer allseitigen Prüfung (vgl. E. 3.3.5 hiervor) kein Anspruch auf Leistun-
gen der IV besteht (vgl. E. 5.5 hiernach).

4.2 Bezüglich des Gesundheitszustandes sowie der Arbeits- und Leis-
tungsfähigkeit ist den medizinischen Akten im Wesentlichen das Folgende 
zu entnehmen:

4.2.1 Der behandelnde Psychiater Dr. med. C.________, Facharzt für 
Psychiatrie und Psychotherapie, hat in seinem Bericht vom 24. März 2019 
(AB 75 S. 1) festgehalten, dass es nach einer allmählichen Verbesserung 
der Befindlichkeit im Spätsommer 2018 wieder zu einer Verschlechterung 
gekommen sei, so dass aufgrund einer mittelgradigen depressiven Episode 
im Januar und Februar 2019 eine Hospitalisation erforderlich geworden sei. 
Aktuell habe sich die Befindlichkeit auf niedrigem Niveau stabilisiert.

4.2.2 Die Fachärzte der Interdisziplinären Schwindelsprechstunde am 
Spital D.________ diagnostizierten in ihrem Bericht vom 30. August 2019 
(AB 104) ein chronisches vestibuläres Syndrom sowie eine mittelgradige 
depressive Episode mit einem Verdacht auf eine Angststörung mit Panikat-
tacken. Die klinisch-neurologische Untersuchung inklusive Vestibularisprü-
fung habe erneut keine Hinweise auf eine zentrale oder periphere Vestibu-
lopathie gezeigt. Auch im MRI der Halswirbelsäule (HWS) hätten sich keine 
relevanten Pathologien gezeigt.

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4.2.3 Im bidisziplinären Gutachten vom 15. September 2019 (AB 103.1) 
diagnostizierten die Fachärzte für Neurologie und für Psychiatrie Schwin-
delbeschwerden im Sinne einer dissoziativen Störung (ICD-10: F44.8) oder 
differentialdiagnostisch eine Somatisierungsstörung (ICD-10: F45.0) bei 
akzentuierten ängstlich-unsicheren Persönlichkeitszügen (ICD-10: Z73.1), 
rezidivierender depressiver Störung, aktuell leichter Episode (ICD-10: 
F33.0), sowie einer Agoraphobie (ICD-10: F40.0 [S. 31]) 

Dr. med. E.________, Facharzt für Neurologie, konnte in seinem Teilgut-
achten (S. 7 ff.) keine Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit erhe-
ben (S. 14 Ziff. 5.1). Als Diagnose ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit 
hielt er einen Zustand nach Vestibulopathie für möglich (Ziff. 5.2). Es lasse 
sich aus neurologischer Sicht keine organisch abgrenzbare Ursache der 
beklagten Beschwerden objektivieren (S. 14 Ziff. 3). Aus rein neurologi-
scher Sicht bestehe keine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit (S. 18 
Ziff. 7) und eine solche habe auch nie bestanden; der Beschwerdeführer 
sei in der Lage, während 8 Stunden und 15 Minuten seine zuletzt ausgeüb-
te Tätigkeit auszuüben. 

Dr. med. F.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, nannte 
in seinem psychiatrischen Teilgutachten (S. 20 ff.) als Diagnosen mit Aus-
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit Schwindelbeschwerden im Sinne einer 
dissoziativen Störung (ICD-10: F44.8) oder differentialdiagnostisch eine 
Somatisierungsstörung (ICD-10: F45.0), akzentuierte ängstlich-unsichere 
Persönlichkeitszüge (ICD-10: Z73.1), eine rezidivierende depressive 
Störung, aktuell leichte Episode (ICD-10: F33.0), sowie eine Agoraphobie 
(ICD-10: F40.0 [S. 28]). Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähig-
keit konnte er keine erheben. Aufgrund der Erfahrungen sei anzunehmen, 
dass die bisherige Tätigkeit noch nicht durchgeführt werden könne (S. 29). 
Der Beschwerdeführer sei in keiner Weise belastbar und es drohe eine 
depressive Dekompensation mit Zunahme der verschiedenen psychischen 
Beschwerden. Er sei in keiner Weise in der Lage, Verantwortung überneh-
men zu können und auch nicht eine vernünftige verwertbare Leistung zu 
erbringen. In diesem Sinne bestehe eine volle Arbeitsunfähigkeit seit März 
2018 in der bisherigen Tätigkeit. Es könne keine angepasste Tätigkeit ge-

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nannt werden, in welcher der Beschwerdeführer eine verwertbare Leistung 
erbringen könne. 

Im Rahmen der bidisziplinären Konsensbesprechung kamen die Referen-
ten nach eingehender Diskussion zum Schluss, dass die in den Fachgebie-
ten begründeten Teil-Arbeitsunfähigkeiten nicht additiv verrechnet werden 
könnten und dass die psychiatrische Beurteilung hinsichtlich der Einschät-
zung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit massgebend sei (S. 31). Aus 
psychiatrischer Sicht sei anzunehmen, dass eine kombinierte Problematik 
eine Rolle spielen könne, wobei eine neurotische Hintergrundproblematik 
bei akzentuierten Persönlichkeitszügen sowie depressiver Symptomatik 
und phobischer Angstsymptomatik eine Somatisierungsstörung herbeiführ-
ten, die invalidisierend sei, weil der Beschwerdeführer nicht in der Lage sei, 
eine genügende Leistung im Alltag zu erbringen und dabei drohe, depres-
siv zu dekompensieren (Ziff. 1). Aus neurologischer Sicht könne keine or-
ganische Diagnose gestellt werden, das Zustandsbild sei durch die seeli-
sche Beeinträchtigung zu erklären. Aufgrund der Erfahrungen sei anzu-
nehmen, dass die bisherige Tätigkeit noch nicht durchgeführt werden kön-
ne (S. 32 Ziff. 1.6). Es könne auch keine Tätigkeit genannt werden, in wel-
cher der Beschwerdeführer zum jetzigen Zeitpunkt eine verwertbare Leis-
tung erbringen könne (Ziff. 1.7). Aus neurologischer Sicht bestehe keine 
Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit (Ziff. 1.6) und es seien 
alle Tätigkeiten zumutbar, welche seinem Bildungsniveau und seiner Kon-
stitution entsprächen (Ziff. 1.7).

4.3 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 

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beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

4.4 Das bidisziplinäre Gutachten der Dres. med. F.________ und 
E.________ vom 15. September 2019 (AB 103.1) erfüllt – was die erhobe-
nen Befunde und gestellten Diagnosen anbelangt – die vorerwähnten 
höchstrichterlichen Beweisanforderungen (vgl. E. 4.3 hiervor) und erbringt 
insoweit vollen Beweis. Die darin enthaltenen Feststellungen beruhen auf 
zwei einlässlichen fachärztlichen Abklärungen und sind in Kenntnis der 
Vorakten sowie unter Berücksichtigung der geklagten Beschwerden getrof-
fen worden. Die Ergebnisse der beiden fachärztlichen Untersuchungen 
fanden sodann Eingang in die umfassende bidisziplinäre Konsensbeurtei-
lung. Gestützt darauf haben die Sachverständigen die medizinischen Be-
funde, die Diagnosen und die daraus zu ziehenden Schlussfolgerungen zur 
medizinisch-theoretisch zumutbaren Arbeitsfähigkeit nachvollziehbar und 
überzeugend dargestellt. Das Gutachten und dessen Beweiskraft werden 
denn auch vom Beschwerdeführer weder in somatischer noch in psychi-
scher Hinsicht bestritten (Beschwerde S. 5 Ziff. 15). Auf das Gutachten der 
Dres. med. F.________ und E.________ vom 15. September 2019 
(AB 103.1) ist deshalb – jedenfalls in diagnostischer Hinsicht – grundsätz-
lich abzustellen.

4.4.1 In somatischer Hinsicht besteht kein Gesundheitsschaden mit Aus-
wirkung auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit, wie Dr. med. E.________ in 
seinem neurologischen Teilgutachten vom 16. September 2019 überzeu-
gend ausgeführt hat (AB 103.1 S. 14 und S. 18). Diese Einschätzung 
stimmt auch mit derjenigen der Ärzte des Spitals D.________ vom 30. Au-
gust 2019 (AB 104) überein, welche den Gutachtern im Zeitpunkt der Er-
stellung ihrer Expertise nicht zur Verfügung stand.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juli 2020, IV/20/174, Seite 13

4.4.2 Im ebenfalls auch für sich alleine überzeugenden psychiatrischen 
Teilgutachten vom 16. September 2019 (AB 103.1 S. 20 ff.) kam Dr. med. 
F.________ zum Schluss, dass der Beschwerdeführer aus psychiatrischer 
Sicht aufgrund der Schwindelbeschwerden im Sinne einer dissoziativen 
Störung bzw. Somatisierungsstörung, akzentuierten ängstlich-unsicheren 
Persönlichkeitszügen, einer gegenwärtig leichten rezidivierenden depressi-
ven Störung und einer Agoraphobie nicht mehr arbeitsfähig sei, weder in 
der angestammten noch in einer angepassten Tätigkeit (S. 28 f.). Die 
Schlussfolgerungen des psychiatrischen Gutachters korrelieren mit der 
Einschätzung des behandelnden Psychiaters Dr. med. C.________, der in 
seinem Bericht vom 24. März 2019 (AB 75 S. 1) ebenfalls eine Verschlech-
terung und danach eine Stabilisierung der Befindlichkeit "auf einem niedri-
gen Niveau" festgehalten hat. Es bestehen damit keine im Wesentlichen 
divergierenden ärztlichen Berichte, die Zweifel an der Beurteilung von 
Dr. med. F.________ zu begründen vermöchten.

5.

Zu klären bleibt die Relevanz der erhobenen psychischen Störungen 
(Schwindelbeschwerden im Sinne einer dissoziativen Störung bzw. Soma-
tisierungsstörung, akzentuierte ängstlich-unsichere Persönlichkeitszüge, 
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode, und Ago-
raphobie) und dabei insbesondere die Massgeblichkeit der aus rein medizi-
nisch-psychiatrischer Sicht gutachterlich attestierten vollständigen Arbeits-
unfähigkeit in der angestammten wie auch in einer leidensadaptierten 
Tätigkeit seit März 2018 (vgl. E. 3.2.3 und E. 4.2 hiervor). Die Beschwerde-
gegnerin ist von der gutachterlichen Einschätzung bezüglich der Arbeits-
fähigkeit abgewichen, weil die geltend gemachten funktionellen Auswirkun-
gen der medizinisch festgestellten psychischen Beeinträchtigungen anhand 
der Standardindikatoren nicht überwiegend wahrscheinlich erstellt seien 
(vgl. AB 122 S. 2).

5.1 Wie in der Beschwerde (S. 6 Ziff. 17 ff.) zu Recht vorgebracht wird, 
darf im Rahmen dieser Indikatorenprüfung keine von der ärztlichen 
Einschätzung losgelöste Parallelüberprüfung „nach besserem juristischen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juli 2020, IV/20/174, Seite 14

Wissen und Gewissen" stattfinden. Vielmehr ist im Rahmen der 
Beweiswürdigung zu fragen, ob die funktionellen Auswirkungen 
medizinisch im Lichte der normativen Vorgaben widerspruchsfrei und 
schlüssig mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen 
sind (145 V 361 E. 3.2.2 S. 364). Von einer lege artis – das heisst 
normorientierten, nach Massgabe von BGE 141 V 281 erfolgten – 
medizinischen Schätzung ist aus triftigen Gründen abzuweichen. Solche 
liegen vor, wenn die medizinisch-psychiatrische Annahme einer 
Arbeitsunfähigkeit unter dem entscheidenden Gesichtswinkel von 
Konsistenz und materieller Beweislast der versicherten, 
rentenansprechenden Person zu wenig gesichert ist und insofern nicht 
überzeugt (BGE 145 V 361 E. 4.3 S. 367 f.).

5.2 Die klassifikatorischen Vorgaben hinsichtlich Diagnosestellung sind 
im psychiatrischen Teilgutachten von Dr. med. F.________ vom 16. Sep-
tember 2019 (AB 103.1 S. 20 ff.) eingehalten (vgl. E. 3.2.1 hiervor). Der 
psychiatrische Sachverständige zeigt keine Diskrepanzen im Sinne eines 
Ausschlussgrundes auf (S. 32 Ziff. 1.5), insbesondere bestehen auch aus 
gesamtgutachterlicher Sicht keine Hinweise auf Selbstlimitierung, Verdeut-
lichung oder Aggravation. Lediglich sei der Beschwerdeführer etwas "dra-
matisierend", was allerdings auch ein Persönlichkeitszug sein könne (S. 29 
Ziff. 7.3). Die Prüfung der ersten Ebene schliesst damit einen invalidisie-
renden Gesundheitsschaden nicht aus. 

5.3 Im Rahmen der Kategorie „funktioneller Schweregrad“ (BGE 141 V 
281 E. 4.3 S. 298) ist zunächst der Komplex „Gesundheitsschädigung“ zu 
beurteilen (BGE 141 V 281 E. 4.3.1 S. 298): 

Zum Indikator „Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde und Sympto-
me“ ist festzuhalten, dass diese nicht besonders stark ausgeprägt sind 
(AB 103.1 S. 25 Ziff. 4.3). Der vom Beschwerdeführer hauptsächlich be-
klagte Drehschwindel (vgl. AB 69 S. 1) ist dabei kein psychiatrischer Be-
fund, sondern wurde als Diagnose einer dissoziativen Störung bzw. diffe-
rentialdiagnostisch einer Somatisierungsstörung festgehalten, die auf einer 
neurotischen Hintergrundsproblematik bei akzentuierten Persönlichkeitszü-
gen sowie depressiver Symptomatik und phobischer Angstsymptomatik 
basiert (AB 103.1 S. 27 unten).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juli 2020, IV/20/174, Seite 15

Hinsichtlich des Indikators „Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder
-resistenz“ (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2 S. 299 f.) steht fest, dass – entgegen 
der offenbar in der Beschwerde vertretenen Meinung (S. 7 Ziff. 21) – keine 
Behandlungsresistenz ausgewiesen ist. Zwar hat der Beschwerdeführer 
Therapien in Anspruch genommen, wie in der Beschwerde dargelegt wird 
(S. 9 Ziff. 30), doch der Gutachter weist auf noch vorhandene Therapieop-
tionen hin und legt dar, dass angesichts des Zustandsbefundes eine medi-
kamentöse antidepressive Therapie sinnvoll sein könne (AB 103.1 S. 29 
unten). Von einer Behandlungsresistenz ist damit nicht auszugehen. Nicht 
verkannt wird dabei, dass der Beschwerdeführer verschiedene Arbeitsver-
suche tätigte (Beschwerde S. 9 Ziff. 30).

Wesentliche Komorbiditäten, welche sich ressourcenhemmend auswirken 
könnten, bestehen nicht (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.3 S. 300 ff.).

Betreffend den Komplex Persönlichkeit (BGE 141 V 281 E. 4.3.2 S. 302) 
hat der psychiatrische Gutachter keine pathologischen Persönlichkeitsbe-
funde erheben können (AB 103.1 S. 28 Ziff. 7.1). Dieser Komplex spricht 
somit – anders als in der Beschwerde (S. 7 Ziff. 2.3) dargelegt – nicht ge-
gen die Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit.

Der soziale Kontext (BGE 141 V 281 E. 4.3.3 S. 303) zeigt, dass der Be-
schwerdeführer Kontakt zu einigen guten Freunden und Familienmitglie-
dern pflegt und mit seiner Frau in einer guten Beziehung lebt, welche er als 
sehr schön empfinde (vgl. AB 103.1 S. 23). Dieser Kontext hält damit ei-
nerseits Ressourcen bereit. Auf der anderen Seite wirkt sich der Konflikt mit 
dem im gleichen Haus lebenden Stiefsohn und dessen Frau (S. 29) res-
sourcenraubend aus.

5.4 Hinsichtlich der Kategorie "Konsistenz" (BGE 141 V 281 E. 4.4.1 
S. 303 f.) bestehen zwar Einschränkungen, wie der Gutachter ausführt 
(AB 103.1 S. 29 Ziff. 7.3 und Ziff. 7.4), doch sind diese nicht mit einer 
vollständigen Arbeitsunfähigkeit zu vereinbaren. Anders als in der Be-
schwerde vorgebracht (S. 8 f. Ziff. 26), lässt sich diese Inkonsistenz auch 
nicht dadurch erklären, dass der Beschwerdeführer zwar Ressourcen habe, 
diese aber wegen des psychischen Gesundheitsschadens nicht verwerten 
könne; denn wenn dem tatsächlich so wäre, bestünden diese Inkonsisten-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juli 2020, IV/20/174, Seite 16

zen – welche nicht etwa mit Aggravation oder gar Simulation zu verwech-
seln sind (vgl. E. 5.2 vorstehend) – in der Gesamtwürdigung gar nicht.

Schliesslich ist der ebenfalls zur Kategorie Konsistenz (BGE 141 V 281 
E. 4.4.2 S. 304) gehörende "behandlungs- und eingliederungsanamnes-
tisch ausgewiesene Leidensdruck" nicht ausgeprägt. Wie vorstehend be-
reits dargelegt wurde (vgl. E. 5.3 hiervor), befindet sich der Beschwerdefüh-
rer zwar in psychotherapeutischer Behandlung, doch weist der psychiatri-
sche Gutachter auf noch offenstehende Therapieoptionen hin (AB 103.1 
S. 29 unten).

5.5 Zusammenfassend lassen die zu berücksichtigenden Standardindi-
katoren nicht die Anerkennung eines rentenbegründenden IV-Grades im 
rechtlichen Sinne zu. Die insbesondere vom psychiatrischen Gutachter 
attestierte vollständige Arbeitsunfähigkeit ist als rechtlich nicht massgebend 
zu beurteilen, ohne dass das Gutachten vom 15. September 2019 
(AB 103.1) dadurch seinen Beweiswert verliert (vgl. Entscheid des Bun-
desgerichts vom 26. November 2018, 8C_480/2018, E. 5.2.2 mit Hinweis 
auf BGE 144 V 50 E. 4.3 S. 53 f.). Es besteht damit weder aus somatischer 
noch aus psychiatrischer Sicht ein invalidisierender Gesundheitsschaden 
und damit kein Anspruch auf Leistungen der IV.

6.

Nach dem Dargelegten ist die Verfügung vom 31. Januar 2020 (AB 122) 
nicht zu beanstanden. Die dagegen erhobene Beschwerde ist abzuweisen.

7.

7.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.– bis Fr. 1’000.– festzulegen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juli 2020, IV/20/174, Seite 17

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende Beschwerdefüh-
rer die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.–, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss 
gleicher Höhe entnommen. 

7.2 Es besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 1 
Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG [Umkehrschluss]).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.– werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.