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**Case Identifier:** 400f126e-55be-5613-b380-c70b93681c12
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-04-03
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 03.04.2025 720 24 42 (720 2024 42)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-24-42_2025-04-03.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 3. April 2025 (720 24 42) 
 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

Zumutbarer Berufswechsel von einer selbstständigen zu einer unselbstständigen Er-

werbstätigkeit; Ermittlung des massgebenden Valideneinkommens einer selbstständiger-

werbenden Coiffeuse 

 

 
 
 
Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Kantonsrichter Andreas Blattner, Kan-

tonsrichter Christof Enderle, Gerichtsschreiberin Gisela Wartenweiler 
 
 

Parteien A.____, vertreten durch Daniel Altermatt, Rechtsanwalt, Neuarleshei-
merstrasse 15, Postfach 435, 4143 Dornach 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Be-
schwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente  

 
 
 
 
A.1 Die 1965 geborene A.____ arbeitete als selbstständige Coiffeuse sowie als Reinigungs-
mitarbeiterin im Nebenerwerb mit einem Pensum von 22 % bei der B.____. Im Rahmen der 

 

 
 
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unselbstständigen Erwerbstätigkeit war sie bei der SWICA Versicherung AG (SWICA) obligato-
risch unfallversichert. Am 20. Juli 2017 stürzte sie von ihrem Pferd und zog sich eine Beckenring-
fraktur Typ C mit aktueller Blutung und extraperitonealem Hämatom sowie Rippenfrakturen zu. 
Im weiteren Verlauf kam es zu einer sensiblen S1-Radikulopathie rechts. Gestützt auf das Gut-
achten der Ärztlichen Begutachtungsinstitut GmbH (ABI) vom 15. Juni 2020 samt Ergänzung vom 
13. Januar 2021 sprach die SWICA der Versicherten mit Verfügung vom 16. August 2022 ab 1. 
März 2020 eine Invalidenrente gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 32 % und eine Integritäts-
entschädigung in Höhe von Fr. 29'640.-- zu.  
 
A.2 Bereits am 27. November 2017 hatte sich A.____ unter Hinweis auf den Reitunfall vom 
20. Juli 2017 bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug angemel-
det. Im Rahmen der Abklärung des medizinischen Sachverhalts holte die IV-Stelle Basel-Land-
schaft (IV-Stelle) ein polydisziplinäres Gutachten bei der estimed AG vom 31. August 2020 ein. 
Mit Vorbescheid vom 1. Dezember 2021 stellte die IV-Stelle der Versicherten die Ausrichtung 
einer vom 1. Juli 2018 bis 30. November 2020 befristeten Viertelsrente in Aussicht. Gegen diesen 
Vorbescheid erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Daniel Altermatt, am 20. Januar 
2022 Einwände. Dabei beanstandete sie unter anderem die Beweistauglichkeit des Gutachtens 
der estimed AG vom 31. August 2020. Dr. med. K.____, Fachärztin für Physikalische und Reha-
bilitative Medizin, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), folgte in ihrer Stellungnahme vom 16. Feb-
ruar 2022 der Argumentation der Versicherten und empfahl, anstelle des mangelhaften Gutach-
tens der estimed AG auf das der IV-Stelle im September 2021 zugestellte Gutachten der ABI vom 
15. Juni 2020 abzustellen. In der Folge ging die IV-Stelle gestützt auf das Gutachten der ABI bei 
der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit davon aus, dass die Restarbeitsfähigkeit in der angestamm-
ten Tätigkeit als Reinigungskraft von 20 % nicht mehr verwertbar sei. Im angestammten Beruf als 
Coiffeuse sei sie ab 1. Juli 2018 zu 50 % arbeitsfähig. Die Arbeitsfähigkeit in einer leidensange-
passten Tätigkeit betrage vom 20. Juli 2017 bis 30. Juni 2018 0 %, vom 1. Juli 2018 bis 31. 
Dezember 2018 50 % und ab 1. Januar 2019 80 % (vgl. auch Aktennotiz von Dr. C.____ vom 1. 
November 2022). Mit Verfügung vom 11. Januar 2024 sprach sie der Versicherten – nach durch-
geführtem Vorbescheidverfahren – eine vom 1. Juli 2018 bis 31. März 2019 befristete Viertels-
rente zu. Danach bestehe aufgrund einer Arbeitsfähigkeit von 80 % in einer angepassten Ver-
weistätigkeit ab 1. Januar 2019 und eines Invaliditätsgrades von 17 % kein Anspruch mehr auf 
eine Invalidenrente.  
 
B. Dagegen erhob A.____, vertreten durch Rechtsanwalt Daniel Altermatt, mit Eingabe vom 
14. Februar 2024 Beschwerde ans Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kan-
tonsgericht). Sie beantragte, es sei ihr in Aufhebung der Verfügung vom 11. Januar 2024 ab 1. 
Juli 2018 bis 31. Januar 2019 eine ganze und ab 1. Februar 2019 eine unbefristete halbe Invali-
denrente zuzusprechen. Eventualiter sei die Sache zur Vornahme neuer medizinischer Abklärun-
gen an die IV-Stelle zurückzuweisen. Zur Begründung brachte sie im Wesentlichen vor, dass das 
Gutachten der estimed AG vom 31. August 2020, in welchem eine 80%ige Arbeitsfähigkeit in 
einer Verweistätigkeit attestiert werde, nicht verwertbar sei. Es sei ihr auch nicht zumutbar, ihren 
angestammten Beruf als Coiffeuse, in welchem sie derzeit im Umfang von 50 % arbeite, zuguns-
ten einer leidensangepassten Tätigkeit aufzugeben, zumal sie bald 60 Jahre alt sei und praktisch 
ihr gesamtes Berufsleben als Coiffeuse gearbeitet habe. Ausserdem sei die Invalidität aufgrund 

 

 
 
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eines Betätigungsvergleichs und nicht aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bemessen. Aus-
gehend von einer 50%igen Restarbeitsfähigkeit betrage der Invaliditätsgrad 50 %. Dabei sei ihr 
analog zum Entscheid der Unfallversicherung, die den Fall per 31. Januar 2019 abgeschlossen 
habe, bis zu diesem Zeitpunkt eine ganze und ab dem 1. Februar 2019 eine halbe Rente zuzu-
sprechen. 
 
C. In ihrer Vernehmlassung vom 2. Mai 2024 beantragte die IV-Stelle die Abweisung der 
Beschwerde. 
 
D. Mit Replik vom 20. September 2024 hielt die Versicherte daran fest, dass eine 80%ige 
Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit in Anbetracht der umfangreichen Einschränkungen nicht 
nachvollziehbar sei. Dazu komme, dass das Expertenteam der estimed AG die Handgelenksbe-
schwerden nicht berücksichtigt habe, weshalb dessen Gutachten auch infolge Unvollständigkeit 
nicht verwertbar sei. 
 
E. Die IV-Stelle beantragte in der Eingabe vom 1. Oktober 2024 weiterhin die Abweisung 
der Beschwerde. 
 
F. Mit Verfügung vom 3. Oktober 2024 wurde der Fall dem Gericht zur Beurteilung über-
wiesen.  
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) 
vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versicherungs-
gericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfah-
rens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, so dass die örtliche Zuständigkeit des 
Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die 
Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das 
Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwer-
den gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der 
vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die frist- und formgerecht erhobene Beschwerde der 
Versicherten vom 14. Februar 2024 ist demnach einzutreten. 
 
2. Am 1. Januar 2022 traten im Zuge der Weiterentwicklung der IV revidierte Bestimmungen 
des IVG, der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 und des 
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Ok-
tober 2000 in Kraft. Entsprechend den allgemeinen intertemporalrechtlichen Grundsätzen (BGE 
144 V 210 E. 4.3.1) ist nach der bis zum 31. Dezember 2021 geltenden Rechtslage zu beurteilen, 
ob bis zu diesem Zeitpunkt ein Rentenanspruch entstanden ist. Trifft dies zu, so erfolgt ein allfäl-
liger Wechsel zum neuen stufenlosen Rentensystem je nach Alter der Rentenbezügerin oder des 
Rentenbezügers gemäss lit. b und c der Übergangsbestimmungen des IVG zur Änderung vom 
19. Juni 2020. Gemäss lit. c gilt für Rentenbezügerinnen und -bezüger das bisherige Recht, 

 

 
 
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sofern der Rentenanspruch vor Inkrafttreten dieser Änderung entstanden ist und sie bei Inkraft-
treten dieser Änderung das 55. Altersjahr vollendet haben (vgl. auch Kreisschreiben des Bundes-
amtes für Sozialversicherungen [BSV] über Invalidität und Rente in der Invalidenversicherung 
[KSIR], gültig ab 1. Januar 2022, Rz. 9100 ff.). Vorliegend erging die angefochtene Verfügung 
nach dem 1. Januar 2022, zur Diskussion steht indessen der Rentenanspruch ab 1. Juli 2018. 
Überdies war die Versicherte am 1. Januar 2022 bereits 56 Jahre alt. Damit beurteilt sich die 
vorliegende Streitigkeit allein nach der bis zum 31. Dezember 2021 geltenden Rechtslage (Urteil 
des Bundesgerichts vom 2. März 2023, 8C_4/2023, E. 3). Die betreffenden Bestimmungen des 
IVG, der IVV und des ATSG werden im Folgenden jeweils in dieser Version wiedergegeben, zitiert 
und angewendet. 
 
3.1 Streitig und zu prüfen ist, ob die IV-Stelle der Versicherten zu Recht eine vom 1. Juli 
2018 bis 31. März 2019 befristete Viertelsrente zugesprochen hat. Anspruch auf eine Rente ha-
ben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im 
Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederher-
stellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unter-
bruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf die-
ses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c).  
 
3.2 Nach Art. 6 ATSG ist die Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung der körper-
lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bis-
herigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird 
auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt 
(Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebre-
chen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Be-
einträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach 
zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen 
(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach 
Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berück-
sichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht 
nicht überwindbar ist (Satz 2). 
 
3.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Grad der Invalidität wie folgt abgestuft: 
Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf 
eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindes-
tens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist.  
 
4.1 Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrades bildet die Frage, in welchem Aus-
mass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen arbeitsunfähig 
ist. 
 

 

 
 
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4.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und bei der Beurteilung der Arbeitsfä-
higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Un-
terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu 
stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen 
und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versi-
cherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grund-
lage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zuge-
mutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 
 
4.3  Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversiche-
rungsprozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle 
anderen Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 
pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit-
tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestat-
ten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess 
nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, wa-
rum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Be-
weiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange 
umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berück-
sichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der me-
dizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und 
ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 
E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c).  
 
4.4.  Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz 
der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Be-
richte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführlichen Zu-
sammenstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. 
dazu auch BGE 135 V 469 E. 4.4 und 4.5). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens 
eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Be-
obachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der 
Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle 
Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Exper-
tise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen).  
 
5.1 Die IV-Stelle holte im Rahmen der Abklärung des medizinischen Sachverhalts ein Gut-
achten bei der estimed AG ein. In ihrem Gutachten vom 31. August 2020 mit den Disziplinen 
Allgemeine Innere Medizin, Neurologie, Orthopädie und Psychiatrie kam das Expertenteam aus 
interdisziplinärer Sicht zum Schluss, dass die Versicherte aufgrund der lumbalen Wurzelreizung 
S1 links, der Panikstörung (ICD-10 F41.0) und der chronischen Schmerzstörung mit somatischen 
und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41) ab 31. August 2000 sowohl in ihren angestammten 
Berufen als Coiffeuse und als Reinigungsangestellte als auch in einer Verweistätigkeit jeweils zu 
20 % arbeitsfähig sei. Für die Zeit davor sei gemäss den hausärztlichen 

 

 
 
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Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen von einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit ab 1. Juli 2018 auszu-
gehen. Gestützt auf dieses Gutachten teilte die IV-Stelle der Versicherten mit Vorbescheid vom 
1. Dezember 2021 mit, dass sie beabsichtige, ihr in Anwendung von Art. 88a Abs. 1 IVV eine 
Viertelsrente für die Zeit vom 1. Juli 2018 bis 30. November 2020 zuzusprechen. 
 
5.2 Aufgrund der gegen diesen Vorbescheid erhobenen Einwände der Versicherten unter-
zog die RAD-Ärztin Dr. C.____ das Gutachten der estimed AG einer erneuten Prüfung. Sie ge-
langte in ihrer Stellungnahme vom 16. Februar 2022 zur Auffassung, dass die gutachterliche Be-
urteilung formale und inhaltliche Mängel aufweise, weshalb nicht darauf abgestellt werden könne. 
Demgegenüber erweise sich das von der Unfallversicherung in Auftrag gegebene ABI-Gutachten 
vom 15. Juni 2020 samt Ergänzung vom 13. Januar 2021 als beweistauglich. In der Folge stützte 
sich die IV-Stelle in der angefochtenen Verfügung vom 11. Januar 2024 bei der Beurteilung des 
Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit der Versicherten auf die Ausführungen des Ex-
pertenteams der ABI. Dieses nannte als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit 
chronische Beschwerden im dorsalen Beckenabschnitt links bei seit mehreren Jahren vorbeste-
henden lumbosakralen Rückenschmerzen, bei Status nach Beckenringfraktur Typ C, bei Status 
nach Anlage eines Beckenfixateurs am 20. Juli 2020, bei Status nach vorderer Beckenstabilisa-
tion und anschliessender Umplatzierung zweier Schrauben und CT-gesteuerter Verschraubung 
SKW1 sowie SWK2 links am 27. Juli 2017, bei Status nach Entfernung der beiden Schrauben 
iliosakral links am 7. November 2018, bei Status nach transforaminaler Infiltration der Nerven-
wurzel S1 links am 5. Februar 2019, bei Pseudoarthrose des oberen und Diskontinuität des un-
teren Schambeinastes links, bei Konsolidation der unteren Schambeinastfraktur rechts, bei Frak-
tur der Massa lateralis links mit leichtgradiger Verschmälerung des Foramen S1 links und Aufrei-
bung der Nervenwurzel S1 links, bei Druckdolenz sakral links, bei Fehlhaltung im Sinne eines 
Hohlrückens sowie bei persistierendem neuropathischem Schmerz radikulär S1 links. Die geklag-
ten persistierenden Beckenbeschwerden und die neuropathischen Beeinträchtigungen seien 
nachvollziehbar. Seit dem Unfall vom 20. Juli 2017 beständen bei der Versicherten orthopädische 
und neurologische Einschränkungen. Aus psychiatrischer Sicht liege eine adäquate Situation 
ohne wesentliche funktionelle Überlagerung vor. Die leichte depressive Episode beeinflusse die 
Arbeitsfähigkeit nicht. Nach dem Unfallereignis sei die Arbeitsfähigkeit bis Ende Juni 2018 aus 
somatischer Sicht vollständig eingeschränkt gewesen. Von Juli 2018 bis Ende Dezember 2018 
sei die Versicherte als Reinigungsangestellte zu 10 % und als Coiffeuse von 25 % arbeitsfähig 
gewesen. Die Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit habe während dieser Zeit 
50 % betragen. Ab Januar 2019 könne die Versicherte ihren angestammten Beruf als Reinigungs-
angestellte zu maximal 20 % und als Coiffeuse zu maximal 40 % – 50 % ausüben. Demgegenüber 
sei es ihr zumutbar, ab Januar 2019 einer körperlich sehr leichten, wechselbelastenden Tätigkeit, 
bei welcher sie immer wieder sitzen könne, keine Lasten von über 5 kg wiederholt heben und 
tragen sowie keine Zwangshaltungen einnehmen müsse, im Umfang von 80 % nachzugehen. Die 
20%ige Einschränkung sei auf den erhöhten Pausenbedarf zurückzuführen.  
 
5.3 Indem die IV-Stelle in der angefochtenen Verfügung auf das Gutachten der ABI und nicht 
auf dasjenige der estimed AG vom 31. August 2020 abstellte, folgte sie der Ansicht der Beschwer-
deführerin im Einwandverfahren (vgl. Einschwandschreiben vom 20. Januar 2022). Dieses Vor-
gehen ist nicht zu beanstanden, erweist sich doch das Gutachten der estimed AG als 

 

 
 
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unvollständig, weshalb ihm keine massgebende Beweiskraft zukommen kann. Die RAD-Ärztin 
Dr. C.____ wies in ihrer Stellungnahme vom 16. Februar 2022 zutreffend darauf hin, dass sich 
das Gutachten der estimed AG vom 31. August 2020 nicht zum retrospektiven Verlauf der zu-
mutbaren Arbeitsfähigkeit geäussert habe. Dazu komme, dass den Gutachtern die Beurteilung 
des ABI-Expertenteams vom 15. Juni 2020 und dessen Ergänzung vom 13. Januar 2021 nicht 
vorgelegen habe und sie sich deshalb nicht damit hätten auseinandersetzen können. Demgegen-
über ist das ABI-Gutachten für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend, beruht auf 
den erforderlichen allseitigen Untersuchungen, berücksichtigt die geklagten Beschwerden, ist in 
Kenntnis der gesamten Vorakten abgegeben worden und setzt sich mit ihnen auseinander. Zu-
dem leuchtet es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein und die 
Schlussfolgerungen sind sowohl nachvollziehbar als auch schlüssig. Es liegen keine konkreten 
Indizien vor, welche gegen die Zuverlässigkeit der Beurteilung durch das ABI-Gutachterteam 
samt Ergänzung vom 13. Januar 2021 sprechen, weshalb darauf abzustellen ist. 
 
5.4. In medizinischer Hinsicht beanstandete die Versicherte hauptsächlich das Gutachten der 
estimed AG. Dieses Gutachten ist jedoch – wie oben dargelegt – im vorliegenden Fall nicht mas-
sgebend. Es kann deshalb darauf verzichtet werden, auf die Einwände der Versicherten, welche 
sich gegen die Beurteilung des Gutachterteams der estimed AG richten, näher einzugehen. Es 
erstaunt ohnehin, dass sich die Versicherte in ihrer Beschwerde mit der Beurteilung der estimed 
AG auseinandersetzte, nachdem die IV-Stelle ihren Einwänden im Vorbescheidsverfahren gefolgt 
war und in der Folge bei der Beurteilung des Rentenanspruchs auf das ABI-Gutachten abgestellt 
hatte. Das Vorbringen der Versicherten in der Replik vom 20. September 2024, wonach die IV-
Stelle bzw. das ABI-Gutachterteam die ihr verbleibende Restarbeitsfähigkeit in einer Verweistä-
tigkeit zu hoch einschätze, erweist sich als nicht stichhaltig. Entgegen der Ansicht der Versicher-
ten berücksichtigte das Expertenteam der ABI die geklagten, sich über den Tag verstärkenden 
Beschwerden beim linken Fuss insofern, als es der Versicherten die Ausübung einer rein gehen-
den und stehenden Tätigkeit nicht mehr, sondern nur noch eine solche in Wechselbelastung mit 
einem Pausenbedarf von 20 % zumutete. Ebenso wenig liessen die ABI-Gutachter bei ihrer Be-
gutachtung die rechtsseitigen Handgelenksbeschwerden ausser Acht. Aus dem orthopädischen 
Teilgutachten der ABI geht hervor, dass die Hände untersucht wurden und dabei keine Auffällig-
keit festgestellt werden konnte (vgl. ABI-Gutachten, S. 46). Auch der begutachtende Neurologe 
stellte letztlich keine objektiven Befunde an der rechten Hand fest, welche die Arbeitsfähigkeit der 
Versicherten einschränken würden. Er erwähnte lediglich, dass die Versicherte aufgrund der Tat-
sache, dass sie im Jahr 2018 an den Stöcken gegangen sei, Missempfindungen an den Händen 
gehabt habe, was einem Karpaltunnelsyndrom zuzuordnen sei. Seit die Versicherte jedoch wie-
der stockfrei sei, hätten sich die Beschwerden vollständig zurückgebildet (vgl. ABI-Gutachten, S. 
64).  
 
5.5 Als Zwischenergebnis ist festzuhalten, dass dem Gutachten der ABI vom 15. Juni 2020 
samt Ergänzung vom 13. Januar 2021 volle Beweiskraft zukommt. Demnach ist davon auszuge-
hen ist, dass die Versicherte ihrer Tätigkeit als Reinigungskraft seit Juli 2018 nur noch im sehr 
geringen Umfang von 20 % und im angestammten Beruf als Coiffeuse im Umfang von 25 % 
nachgehen konnte. Ab Januar 2019 erhöhte sich die Arbeitsfähigkeit in der Tätigkeit als Reini-
gungsangestellte auf 20 % und im Beruf als Coiffeuse auf 40 % - 50 %. In einer 

 

 
 
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leidensangepassten, sehr leichten Tätigkeit war die Versicherte von Juli 2018 bis Dezember 2018 
zu 50 % arbeitsfähig und ab 1. Januar 2019 besteht eine zumutbare Arbeitsfähigkeit von 80 %.  
 
6.1 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist Art. 16 ATSG an-
wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Er-
werbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung 
der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumut-
bare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Be-
ziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid gewor-
den wäre (Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfol-
gen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt 
und einander gegenübergestellt werden. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditäts-
grad bestimmen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 30 E. 1). Insoweit 
die fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermittelt werden können, sind sie 
nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen und die so gewonnenen An-
näherungswerte sind miteinander zu vergleichen. 
 
6.2 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte Person 
im massgebenden Zeitpunkt aufgrund ihrer beruflichen Fähigkeiten und persönlichen Umstände 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdienen 
würde. Die Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen. Da nach empirischer 
Feststellung in der Regel die bisherige Tätigkeit im Gesundheitsfall weitergeführt worden wäre, 
ist Anknüpfungspunkt für die Bestimmung des Valideneinkommens grundsätzlich der letzte vor 
Eintritt der Gesundheitsschädigung erzielte, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkom-
mensentwicklung angepasste Verdienst (BGE 134 V 322 E. 4.2, 129 V 222 E. 4.3.1).  
 
6.3 Nach der Rechtsprechung ist für die Festsetzung des Invalideneinkommens primär von 
der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. 
Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders 
stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbleibende Ar-
beitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der 
Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte 
Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, 
weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine 
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der Rechtspre-
chung die Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik (BFS) periodisch herausge-
gebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 129 V 472 E. 4.2.1). 
 
6.4 Bei Selbstständigerwerbenden kann sich eine zuverlässige Ermittlung der beiden hypo-
thetischen Vergleichseinkommen als schwierig oder unmöglich erweisen. Lassen sich die beiden 
hypothetischen Erwerbseinkommen nicht zuverlässig ermitteln oder schätzen, so ist ausnahms-
weise in Anlehnung an Art. 27 IVV ein Betätigungsvergleich durchzuführen und der Invaliditäts-
grad nach Massgabe der erwerblichen Auswirkungen der verminderten Leistungsfähigkeit in der 
konkreten erwerblichen Situation zu bestimmen (sog. ausserordentliches Bemessungsverfahren; 

 

 
 
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BGE 104 V 136 E. 2c, SVR 2010 IV Nr. 11 S. 35, 9C_236/2009 E. 3 und 4). Eine gesetzliche 
Regelung, welche Bemessungsmethode bei Selbstständigerwerbenden anzuwenden ist, gibt es 
nicht. Welche Methode Anwendung findet, hängt in erster Linie davon ab, ob sich die hypotheti-
schen Erwerbseinkommen zuverlässig schätzen lassen (allgemeine Methode) oder nicht (aus-
serordentliche Methode). Anzufügen ist in diesem Zusammenhang, dass den Verwaltungsbehör-
den bezüglich der Auswahl der Methode ein gewisser Ermessensspielraum zusteht, in den das 
Gericht nicht ohne Not eingreift (Urteil des Bundesgerichts vom 7. November 2012, 9C_424/2012, 
E. 5.3). 
 
6.5 Bevor die versicherte Person Leistungen beanspruchen darf, hat sie in Berücksichtigung 
der Schadenminderungspflicht alles ihr Zumutbare selber vorzukehren, um die Folgen der Inva-
lidität bestmöglich zu mindern. Ein Rentenanspruch ist zu verneinen, wenn sie selbst ohne Ein-
gliederungsmassnahmen, nötigenfalls mit einem Berufswechsel, in der Lage ist, ein rentenaus-
schliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen. Für die Auslegung des unbestimmten Rechtsbe-
griffs der zumutbaren Tätigkeit im Allgemeinen, wie bei der Aufgabe der selbstständigen Erwerbs-
tätigkeit im Besonderen, sind die gesamten subjektiven und objektiven Gegebenheiten des Ein-
zelfalles zu berücksichtigen. Im Vordergrund stehen bei den subjektiven Umständen die verblie-
bene Leistungsfähigkeit sowie die weiteren persönlichen Verhältnisse, wie Alter, berufliche Stel-
lung, Verwurzelung am Wohnort etc. Bei den objektiven Umständen sind insbesondere der aus-
geglichene Arbeitsmarkt und die noch zu erwartende Aktivitätsdauer massgeblich. Eine Betriebs-
aufgabe ist nur unter strengen Voraussetzungen unzumutbar. Es kann ein Betrieb selbst dann 
nicht auf die Kosten der IV aufrechterhalten werden, wenn die versicherte Person darin Arbeit 
von einer gewissen erheblichen Bedeutung leistet (Urteil des Bundesgerichts vom 18. Januar 
2024, 8C_92/2023, E. 5.3.2 mit Hinweisen). Dies führt dazu, dass eine versicherte Person unter 
Umständen so zu behandeln ist, wie wenn sie ihre Tätigkeit als Selbstständigerwerbende auf-
gäbe, d.h. sie hat sich im Rahmen der Invaliditätsbemessung jene Einkünfte anrechnen zu las-
sen, welche sie bei Aufnahme einer leidensangepassten unselbstständigen Erwerbstätigkeit zu-
mutbarerweise verdienen könnte (Urteil des Bundesgerichts vom 17. November 2015, 
8C_492/2015, E. 2.2 mit Hinweisen). 
 
7.1  Zwischen den Parteien ist die Frage der Zumutbarkeit eines allfälligen Berufswechsels 
strittig. Die IV-Stelle erachtet einen Berufswechsel resp. die Betriebsaufgabe der Versicherten im 
Rahmen der Schadenminderungspflicht als zumutbar. Die Versicherte ist dagegen der Auffas-
sung, dass die Aufgabe ihrer angestammten selbstständigen Tätigkeit als Coiffeuse nicht von ihr 
verlangt werden könne. Sie arbeite praktisch ihr gesamtes Berufsleben als Coiffeuse und werde 
bald 60 Jahre alt. In ihrer Situation habe sie keine Chancen, in einer angepassten Tätigkeit eine 
Stelle zu finden. Dazu komme, dass das Arbeitspensum in einer Verweistätigkeit lediglich 30 % 
mehr betrage als dasjenige in ihrem angestammten Beruf, womit ein Berufswechsel als unzumut-
bar zu betrachten ist.  
 
7.2.1 Dieser Auffassung der Versicherten kann nicht beigepflichtet werden. Im Rahmen ihrer 
Schadenminderungspflicht hat sie sich grundsätzlich diejenige Tätigkeit anrechnen zu lassen, die 
zum höchsten Einkommen führt. Gemäss Zumutbarkeitsbeurteilung der ABI-Gutachter besteht 
bei der Versicherten seit Januar 2019 eine Restarbeitsfähigkeit von 50 % als Coiffeuse, was die 

 

 
 
Seite 10    

Versicherte in ihrer Beschwerde auch nicht bestreitet. Gestützt auf das hier massgebende Gut-
achten der ABI ist davon auszugehen, dass die Versicherte in der Lage ist, eine leidensadaptierte, 
körperlich leichte Verweistätigkeit im Umfang von 80 % auszuüben. Damit wäre es ihr möglich, 
die erwerbliche Verwertung ihrer Arbeitsfähigkeit im Vergleich zur ihrer aktuellen selbstständigen 
Arbeit deutlich zu verbessern. Die um 30 % erhöhte Leistungsfähigkeit der Versicherten in einer 
Verweistätigkeit sprechen für einen Berufswechsel.  
 
7.2.2 Die jahrzehntelange Ausübung ihres Berufes als Coiffeuse stellt keinen Grund dar, einen 
Wechsel in die unselbstständige Erwerbstätigkeit als unzumutbar zu bezeichnen. Auch in dieser 
Hinsicht ist die bundesgerichtliche Rechtsprechung streng. Selbst eine 30-jährige selbstständige 
Erwerbstätigkeit und ein damit verbundener spezieller Lebensstil (wie derjenige eines Marktfah-
rers, vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 30. Oktober 2017, 9C_525/2017, E. 3.3.3) vermögen 
nicht, eine Unzumutbarkeit der Aufgabe des eigenen Betriebes zu begründen.  
 
7.2.3 Was das vorgerückte Alter der Versicherten anbelangt, ist darauf hinzuweisen, dass es 
für die Invaliditätsbemessung nicht massgebend ist, ob eine invalide Person unter den konkreten 
Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann, sondern einzig, ob sie die ihr verbliebene Ar-
beitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn ein Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage 
nach Arbeitsplätzen bestände (BGE 138 V 457 E. 3.1). Die Möglichkeit, die verbliebene Arbeits-
fähigkeit in einer unselbstständigen Tätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, 
hängt unter anderem davon ab, welcher Zeitraum der Versicherten für eine berufliche Tätigkeit 
und vor allem für einen allfälligen Berufswechsel noch zur Verfügung steht. Massgebender Stich-
tag für die Beantwortung der Frage nach der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit bzw. des 
Berufswechsels ist der Tag, ab dem eine volle oder teilweise Erwerbstätigkeit medizinisch zumut-
bar ist (BGE 138 V 457 E. 3.3). Vorliegend stand mit dem Gutachten der ABI vom 15. Juni 2020 
fest, dass die Versicherte ab Januar 2019 in einer leidensangepassten Tätigkeit zu 80 % arbeits-
fähig ist. Im Juni 2020 war die Versicherte noch nicht ganz 55 Jahre alt. Bis zum Erreichen des 
ordentlichen AHV-Alters verblieben ihr damals noch rund 10 Jahre, was unter Berücksichtigung 
der strengen bundesgerichtlichen Rechtsprechung nicht gegen die Aufgabe des Coiffeursalons 
und den Wechsel in ein Angestelltenverhältnis spricht (Urteile des Bundesgerichts vom 13. Juni 
2019, 8C_759/2018, E. 7.4.2 [Zumutbarkeit der Betriebsaufgabe und ein Tätigkeitswechsel eines 
Zimmermannes im Alter von 60 ½ Jahre und 4 ½ Jahre bis zur Pensionierung], vom 23. Januar 
2018, 8C_645/2017, E. 4.2.2 und 4.3.2 [teilerwerbstätige versicherte Person im Alter von 61 ½ 
Jahren und einer verbleibenden Aktivitätsdauer von 2 ½ Jahren] und vom 31. August 2018, 
8C_117/2018, E. 3.3 [62-jährige versicherte Person mit einer Aktivitätsdauer von 2 Jahren sowie 
einer Restarbeitsfähigkeit von 80 %]).  
 
7.2.4 In Würdigung der Gesamtsituation ist der Versicherten ein Berufswechsel zuzumuten. 
Es ist nachvollziehbar, dass ihr die Aufgabe der selbstständigen Tätigkeit nicht leichtfällt, hat sie 
sich doch in ihrer Situation entsprechend in ihrem Coiffeursalon gut eingerichtet und eine Mitar-
beiterin angestellt. Es ist jedoch zu wiederholen, dass eine Betriebsaufgabe unter Beachtung der 
Schadenminderungspflicht nur unter strengen Voraussetzungen unzumutbar ist (Urteil des Bun-
desgerichts vom 18. Januar 2024, 8C_92/2023, E. 5.3.3). Auch Selbstständigerwerbende sind 
wie die Unselbstständigerwerbenden gehalten, ihre erwerbliche Beeinträchtigung in zumutbarer 

 

 
 
Seite 11    

Weise selber zu beheben (Urteil des Bundesgerichts vom 8. Februar 2024, 8C_738/2021, 
E. 3.6.2.3). Eine entsprechende leidensangepasste Tätigkeit würde der Versicherten die Mög-
lichkeit eröffnen, Einkünfte zu erzielen, die höher sind als das Einkommen, das sie als Coiffeuse 
verdienen könnte. Es ist deshalb bei objektiver Betrachtung nicht ersichtlich, weshalb die Auf-
nahme einer unselbstständigen Tätigkeit und die damit verbundene Umstellung der Lebensweise 
bei der Versicherten unzumutbar sein soll.  
 
8.1 Entgegen der Ansicht der Versicherten ist nicht zu beanstanden, dass die IV-Stelle das 
Validen- und das Invalideneinkommen nicht aufgrund eines Betätigungsvergleichs gemäss Art. 
27 IVV berechnet hat, lassen sich doch die beiden Vergleichseinkommen – wie die nachfolgen-
den Erwägungen aufzeigen werden – nach der allgemeinen Methode gemäss Art. 16 ATSG bzw. 
Art. 28a Abs. 1 IVG zuverlässig ermitteln (vgl. Erwägung 6.4).  
 
8.2 Aufgrund der zumutbaren Betriebsaufgabe und den Wechsel in ein Angestelltenverhält-
nis rechtfertigt es sich, das Invalideneinkommen gestützt auf die Tabellenlöhne gemäss den LSE 
zu ermitteln. Die IV-Stelle stellte für die Bestimmung des Invalideneinkommens korrekt auf den 
Totalwert der Tabelle der LSE 2018, TA1_tirage_skill_level, Total, Kompetenzniveau 1, Spalte 
Frauen, in Höhe von Fr. 4'371.-- ab. Unter Berücksichtigung der für das Jahr 2018 (Ablauf des 
Wartejahres = 19. Juli 2018) geltenden betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41,7 Stun-
den (vgl. BFS: Betriebliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, Total, Tabelle 
T 03.02.03.01.04.01) errechnete sie ein Jahreseinkommen von Fr. 54'681.-- (Fr. 4'371.-- x 12 x 
41,7 Stunden : 40). Bei einem für die Zeit vom 1. Juli 2018 bis 31. Dezember 2018 zumutbaren 
Pensum von 50 % ermittelte sie ein massgebendes Invalideneinkommen von Fr. 27'341.-- 
(Fr. 54'681.-- x 50 %). Davon ausgehend, dass ab 1. Januar 2019 eine Tätigkeit im Umfang von 
80 % zumutbar ist, ist das Invalideneinkommen von Fr. 54'681.-- ab diesem Zeitpunkt an die bis 
2019 erfolgte Nominallohnentwicklung von 1 % (vgl. BFS: Nominallohnindex Frauen, Total, Ta-
belle T1.2.10) anzupassen, was einen Betrag von Fr. 55'228.-- (Fr. 54'681.-- x 1 %) bzw. unter 
zusätzlicher Berücksichtigung eines zumutbaren Pensums von 80 % einen solchen von insge-
samt Fr. 44'182.-- (Fr. 55'228 x 80 %) ergibt.  
 
8.3 Das Valideneinkommen in der angestammten Tätigkeit als Coiffeuse berechnete die IV-
Stelle anhand der Geschäftsabschlüsse des Coiffeurbetriebs der Jahre 2013 bis 2016. Danach 
verdiente die Versicherte im Jahr 2013 Fr. 34'971.--, im Jahr 2014 Fr. 43'014.--, im Jahr 2015 Fr. 
24'193.-- und im Jahr 2016 Fr. 42'719.--. Den vor dem Unfall erzielten Lohn als Reinigungskraft 
ermittelte die IV-Stelle mittels der Angaben der B.____ (vgl. Persönliche Jahreskonti von 2014 – 
2016), wobei sie mangels Angaben für das Jahr 2013 auf das entsprechende im Auszug aus dem 
Individuellen Konto (IK) der Versicherten eingetragene Jahreseinkommen von Fr. 13'669.-- ab-
stellte. Unter Berücksichtigung der jeweiligen Nominallohnentwicklung bis 2018 ermittelte sie ein 
durchschnittliches Jahreseinkommen von Fr. 52'408.--.  
 
8.4.1 Nach einer Überprüfung der dem Valideneinkommen zugrunde gelegten Berechnungs-
grundlagen ist nicht zu bemängeln, dass sich die IV-Stelle in Bezug auf die unselbstständige 
angestammte Erwerbsarbeit auf die Angaben der B.____ gestützt hat. Dies wird von der Versi-
cherten auch nicht bestritten. Demgegenüber lässt sich das Valideneinkommen aus 

 

 
 
Seite 12    

selbstständiger Erwerbstätigkeit – entgegen Ansicht der IV-Stelle – nicht zuverlässig aufgrund 
der Geschäftsabschlüsse des Coiffeurbetriebs berechnen. So geht aus dem Abklärungsbericht 
Selbstständigerwerbende vom 3. September 2021 hervor, dass die Geschäftsabschlüsse des 
Coiffeurbetriebs nicht geeignet seien, um einen aussagekräftige Einkommensvergleich durchfüh-
ren zu können. Die zuständige Abklärungsperson empfahl deshalb, das Valideneinkommen be-
züglich der selbstständigen Tätigkeit anhand der Tabellenlöhne der LSE zu berechnen. Zur Be-
gründung ist dem Abklärungsbericht zu entnehmen, dass die Geschäftsabschlüsse bis zum Unfall 
im Jahr 2017 ein sehr unterschiedliches Bild abgeben würden. So sei z.B. nur in einem Jahr ein 
Fahrzeug über den Betrieb angemeldet. Dazu komme, dass die Versicherte nur zeitweise Mitar-
beitende angestellt habe. Aufgrund der unmissverständlichen Ausführungen im Abklärungsbe-
richt lässt sich die Berechnung des Valideneinkommens aufgrund der in den Geschäftsabschlüs-
sen ausgewiesenen Einkommen nicht rechtfertigen. Vielmehr ist vorliegend der Rechtsprechung 
zu folgen, wonach bei Selbstständigerwerbenden für die Ermittlung des Valideneinkommens in 
der Regel der IK-Auszug massgebend ist (Urteil des Bundesgerichts vom 14. August 2024, 
8C_172/2024, E. 4.4.1). 
 
8.4.2 Steht fest, dass das Valideneinkommen – wie hier – anhand des IK-Auszugs zu bestim-
men ist, bleibt die Frage zu beantworten, welche Zeitspanne für die Berechnung eines Durch-
schnittseinkommens zu berücksichtigen ist. Weist das bis Eintritt der Invalidität erzielte Einkom-
men starke und verhältnismässig kurzfristig in Erscheinung getretene Schwankungen auf, ist da-
bei auf den während einer längeren Zeitspanne erzielten Durchschnittsverdienst abzustellen (Ur-
teile des Bundesgerichts vom 14. August 2024, 8C_172/2024, 4.4.1, vom 18. April 2023, 
9C_311/2022, E. 3.2, vom 8. November 2022, 9C_341/2022, E. 4.3 und vom 27. Oktober 2021, 
8C_329/2021, E. 4.3.3). Vorliegend sind die im IK-Auszug eingetragenen Jahreseinkommen aus 
selbstständiger Tätigkeit der Versicherten ab dem Jahr 2012 genügend konstant, um gestützt 
darauf das Valideneinkommen hinreichend bestimmen zu können. Folgende Jahreseinkommen 
sind somit massgebend: 2012: Fr. 40'400.--, 2013: Fr. 34'800.--, 2014: Fr. 49'800.--, 2015: Fr. 
38'700.-- und 2016: Fr. 50'100.--.  
 
8.4.3 Mit Blick auf das Unfallereignis im Juli 2017 sind die Einkommen aus selbstständiger 
und unselbstständiger Erwerbstätigkeit bis 2016 mit 0,7 % (2013), 0,9 % (2014), 0,5 % (2015) 
und 0,9 % (2016) zu verzinsen (BFS: Nominallohnindex Frauen, Sektor 3 Dienstleistungen, Ta-
belle T1.2.10). 
 
 
 
 

Jahr selbstständiges 

Einkommen in Fr.  

unselbstständiges Einkom-

men in Fr. (gemäss IV-

Verfügung vom 11. Januar 

2024) 

Einkommen Total 

in Fr.  

Total Einkommen 

indexiert bis 2016 in 

Fr. 

2012  40'400  14'486*  54'886 56'551  

2013   34'800 13'669 48'469 49'592  

2014   49'800  13'907 63'707 64'602 

 

 
 
Seite 13    

2015  38'700  16'094 54'794 55'287 

2016   50'100  16'903 67'003 67'003 

Total    293'035 

Durch-

schnitt 

   58'607 

*Jahreseinkommen gemäss IK-Auszug 
 
Im Zeitpunkt des Rentenbeginns 2018 betrug der Durchschnittsverdienst unter Berücksichtigung 
der bis 2018 bzw. 2019 erfolgten Nominallohnentwicklung Fr. 59'136.-- (Fr. 58'607.-- x 0,4 % 
[2017] und 0,5 % [2018], BFS: Nominallohnindex Frauen, Sektor 3 Dienstleistungen, Tabelle 
T1.2.10). Per 1. Januar 2019 beläuft sich das Valideneinkommen auf Fr. 59'668.-- (Fr. 59'136.-- 
x 0,9 % [2019], BFS: Nominallohnindex Frauen, Sektor 3 Dienstleistungen, Tabelle T1.2.10).  
 
8.5 Die Gegenüberstellung von Validen- und Invalideneinkommen ergibt für die Zeit ab 
1. Juli 2018 einen Invaliditätsgrad von gerundet 54 % (Fr. 59'163.-- – Fr. 27'341.-- =  
Fr. 31'822.-- x 100 : Fr. 59'163.--) bzw. ab 1. Januar 2019 einen solchen von gerundet 26 % 
(Fr. 59'668.-- – Fr. 44'182.-- = Fr. 15'486.-- x 100 : Fr. 59'668.--). In Anwendung von Art. 88a Abs. 
1 IVV, wonach die anspruchsbeeinflussende Änderung für die Herabsetzung oder Aufhebung der 
Leistung von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen ist, in welchem sie ohne wesentliche Unter-
brechung drei Monate angedauert hat und voraussichtlich weiter andauern wird, hat die Versi-
cherte vom 1. Juli 2018 bis 31. März 2019 Anspruch auf eine halbe Invalidenrente. Für die Zeit 
danach ist ein Rentenanspruch mangels rentenbegründenden Invaliditätsgrades zu verneinen.  
 
8.6 Aus dem Gesagten ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung vom 11. Januar 2024 
aufzuheben und festzustellen ist, dass die Versicherte vom 1. Juli 2018 bis 31. März 2019 An-
spruch auf eine halbe Invalidenrente hat. Die Beschwerde ist in diesem Sinne teilweise gutzu-
heissen; im Übrigen ist sie abzuweisen. 
 
9.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Be-
willigung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert 
im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen 
ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskosten 
in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Vorlie-
gend dringt die Versicherte mit ihrem Rechtsbegehren insofern teilweise durch, als sie für die Zeit 
vom 1. Juli 2018 bis 31. März 2019 Anspruch auf eine halbe Invalidenrente anstelle einer Vier-
telsrente hat. Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist es ex aequo et bono angemessen, ihr Drei-
viertel der Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- aufzuerlegen und in diesem Umfang mit 
dem geleisteten Kostenvorschuss zu verrechnen. Der übrige Kostenvorschuss in der Höhe von 
Fr. 200.-- wird der Versicherten zurückerstattet. Gemäss § 20 Abs. 3 VPO sind die verbleibenden 
ordentlichen Kosten im Umfang von Fr. 200.-- der teilweise unterliegenden IV-Stelle aufzuerle-
gen. 
 

 

 
 
Seite 14    

9.2 Infolge teilweiser Gutheissung der Beschwerde hat die IV-Stelle der Versicherten ge-
mäss Art. 61 lit. g ATSG in Verbindung mit § 21 Abs. 1 VPO eine reduzierte Parteientschädigung 
im Umfang eines Viertels des geltend gemachten Aufwands auszurichten. Der Rechtsvertreter 
der Versicherten hat keine Honorarnote eingereicht, weshalb die Parteientschädigung gemäss 
Verfügung vom 3. Oktober 2024 nach richterlichem Ermessen festzusetzen ist. In Anbetracht der 
sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen erscheint es angemessen, das Honorar des 
Rechtsvertreters auf der Basis eines Zeitaufwands von insgesamt 8 Stunden zu berechnen. Da-
von ist ein Viertel zu dem in Sozialversicherungsprozessen praxisgemäss zur Anwendung gelan-
genden Stundenansatz von Fr. 250.-- zu entschädigen. Der Versicherten ist deshalb eine Partei-
entschädigung in der Höhe von Fr. 544.-- (2 Stunden à Fr. 250.-- zuzüglich 8,1 % Mehrwert-
steuer) zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Im Übrigen sind die ausserordentlichen Kosten 
wettzuschlagen.  
  

 

 
 
Seite 15    

Demgemäss wird  e r k a n n t : 
 

://: 1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfü-
gung der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 11. Januar 2024 aufgehoben 
und es wird festgestellt, dass die Beschwerdeführerin für die Zeit vom 
1. Juli 2018 bis 31. März 2019 Anspruch auf eine halbe Invalidenrente 
hat. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen.   

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- werden im Umfang von 
Fr. 600.-- der Beschwerdeführerin und im Umfang von Fr. 200.-- der IV-
Stelle Basel-Landschaft auferlegt. Der Beschwerdeführerin wird der zu 
viel geleistete Kostenvorschuss in Höhe von Fr. 200.-- zurückerstattet. 

 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat der Beschwerdeführerin eine redu-
zierte Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 544.-- (inkl. Auslagen 
und 8,1 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen. Im Übrigen werden die ausser-
ordentlichen Kosten wettgeschlagen.