# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9dccebea-7613-59fb-b753-72d64e60f349
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-03-19
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 2. Kammer 19.03.2024 S 2023 51
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_002_S-2023-51_2024-03-19.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 23 51

2. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz Moser

Richterinnen von Salis und Zanolari Hasse

Aktuarin Kuster

URTEIL

vom 19. März 2024

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____, 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. et oec. Christian Thöny, 

Beschwerdeführer

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), 

Beschwerdegegnerin

betreffend Versicherungsleistungen nach UVG

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I. Sachverhalt:

1. A._____, Jahrgang 1970, ist seit Juni 2020 bei der B._____ als 

Zimmermann angestellt und dadurch bei der Schweizerischen 

Unfallversicherungsanstalt (Suva) obligatorisch gegen Unfälle versichert. 

Am 7. Juni 2022 stürzte er – auf dem Weg zur Garage, um das Auto zu 

holen und zur Arbeit zu fahren – vom Fahrrad. Gemäss Unfallmeldung 

vom 30. Juni 2022 riss er sich dabei eine Sehne an der linken Schulter. 

Die Suva erbrachte die gesetzlichen Versicherungsleistungen.

2. Im seinem Bericht vom 27. Juni 2022 diagnostizierte Dr. med. C._____, 

Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 

Bewegungsapparates, einen Verdacht auf Rotatorenmanschettenläsion 

Schulter links. In anamnestischer Hinsicht hielt er fest, A._____ sei am 

7. Juni 2022 mit dem Velo auf die linke Schulter gestürzt. Seitdem 

bestünden ein Bewegungsschmerz, eine Bewegungseinschränkung 

sowie ein Kraftverlust über der Horizontalen. Er empfahl die Durchführung 

einer MRT-Untersuchung.

3. Am 29. Juni 2022 führte Dr. med. D._____, Facharzt für Radiologie, ein 

MRI der linken Schulter durch. In seiner Beurteilung hielt er was folgt fest: 

Bursaseitige Partialruptur der Subscapularissehne. Kleine interstitielle 

Partialruptur der Supra- und Infraspinatussehne. Tendinose der langen 

Bizepssehne. Posttraumatische Bursitis subacromialis. Aktivierte / 

traumatisierte AC-Arthrose.

4. Im Bericht vom 29. Juni 2022 diagnostizierte Dr. med. C._____ eine 

frische Ruptur der Subscapularissehne sowie eine interstitielle Ruptur der 

Supraspinatussehne Schulter links. In seiner Beurteilung hielt er fest, 

A._____ arbeite als Schreiner. Er habe ihm eine transarthroskopische 

Rekonstruktion der Subscapularissehne, +/- Rekonstruktion der 

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Supraspinatussehne empfohlen. Der Eingriff werde am 7. Juli 2022 
durchgeführt.

5. Im Operationsbericht vom 8. Juli 2022 diagnostizierte Dr. med. C._____ 

eine posttraumatische Ruptur der Subscapularissehne Schulter links. Den 
durchgeführten Haupteingriff beschrieb er wie folgt: Diagnostische 

Arthroskopie, transarthroskopische Rekonstruktion der 

Subscapularissehne, subacromiale Dekompression, partielle 

Bursektomie/Synovektomie Schulter links (vgl. auch den Austrittsbericht 

von Dr. med. C._____ vom 14. Juli 2022 sowie die Verlaufsberichte vom 

24. August 2022 und 2. September 2022).

6. Mit Schreiben vom 8. September 2022 teilte die Suva A._____ mit, 

aufgrund der Beurteilung des Kreisarztes (Dr. med. E._____; Anmerkung 

des Gerichts) seien die heute bestehenden Beschwerden an der linken 

Schulter nicht mehr unfallbedingt. Der Zustand, wie er sich auch ohne den 

Unfall vom 7. Juni 2022 eingestellt hätte, sei gemäss medizinischer 

Beurteilung spätestens 6 Wochen nach dem Unfall erreicht. Die Sachlage 

verpflichte sie, den Fall per 15. September 2022 abzuschliessen und den 

Anspruch auf weitere Versicherungsleistungen abzulehnen. Die 

Versicherungsleistungen (Taggeld und Heilkosten) stelle sie auf diesen 

Zeitpunkt ein.

7. Hierzu nahmen sowohl A._____ als auch der behandelnde Orthopäde Dr. 

med. C._____ mit Schreiben vom 13. September 2022 Stellung. Letzterer 

hielt unter anderem fest, die Verletzung – posttraumatische Ruptur der 

Subscapularissehne Schulter links – sollte durch die Unfallversicherung 

abgedeckt werden.

8. In der Folge holte die Suva beim Versicherungsmediziner Dr. med. 

E._____, Facharzt für Chirurgie, speziell Allgemeinchirurgie und 

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Traumatologie, eine ausführliche Beurteilung ein. Letzterer gelangte darin 

mit Datum vom 22. September 2022 zum Schluss, dass der Unfall vom 

7. Juni 2022 überwiegend wahrscheinlich zu keinen zusätzlichen 

strukturellen Läsionen, welche objektivierbar seien, geführt habe und mit 

der Operation überwiegend wahrscheinlich vorbestehende, degenerativ 

bedingte Läsionen adressiert worden seien. Die Unfallfolgen im 

Beschwerdebild spielten überwiegend wahrscheinlich 6 Wochen nach 

dem Unfallereignis keine Rolle mehr.

9. Mit Verfügung vom 20. Oktober 2022 stellte die Suva die 

Versicherungsleistungen (Taggeld und Heilkosten) per 15. September 

2022 ein. Der Zustand, wie er sich auch ohne den Unfall vom 7. Juni 2022 

eingestellt hätte, sei gemäss medizinischer Beurteilung spätestens 

6 Wochen nach dem Unfall erreicht.

10. Hiergegen erhob A._____ am 14. November 2022 Einsprache, welche er 

am 21. November 2022 ergänzte. Er beantragte was folgt: Die 

angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die Leistungen gemäss UVG 

seien auch nach dem 15. September 2022 weiterhin auszurichten. 

Eventuell sei die Frage der Unfallkausalität der Schulterbeschwerden 

durch ein externes ärztliches Gutachten zu beurteilen und anschliessend 

über den Leistungsanspruch neu zu entscheiden. Begründend hielt er u.a. 

fest, Dr. med. C._____ bleibe auch in Kenntnis der Auffassung des Suva 

Unfallmediziners Dr. med. E._____, der eine traumatische Ursache der 

Schulterverletzung verneine, im Schreiben vom 13. September 2022 bei 

seiner Auffassung der traumatischen Ursache und begründe sie 

entsprechend.

11. Am 15. März 2023 nahm der Versicherungsmediziner Dr. med. E._____ 

Stellung zum Schreiben von Dr. med. C._____ vom 13. September 2022 

und bestätigte seine Beurteilung vom 22. September 2022.

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12. Mit Einspracheentscheid vom 17. März 2023 wies die Suva die Einsprache 

ab.

13. Hiergegen erhob A._____ (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 12. April 

2023 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden. Er 

beantragte was folgt:

1. Der angefochtene Einspracheentscheid sei aufzuheben und die 
Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem Beschwerdeführer die UVG-
Leistungen für die Folgen des Unfalles vom 7. Juni 2022 auch seit dem 
15. September 2022 auszurichten. 

2. Eventuell sei die Angelegenheit zur externen medizinisch-gutachterlichen 
Beurteilung und zum neuen Entscheid an die Beschwerdegegnerin 
zurückzuwiesen.

3. Unter Entschädigungsfolge zulasten der Beschwerdegegnerin.

In seiner Begründung hielt er unter anderem fest, Dr. med. C._____ bleibe 

auch in seinem jüngsten Bericht vom 29. März 2023 bei seiner 

Einschätzung, die Subscapularis-Sehnenruptur sei traumatischen 

Ursprungs. 

14. Mit Beschwerdeantwort vom 26. April 2023 beantragte die Suva 

(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde. 

Dabei reichte sie eine weitere Beurteilung des Versicherungsmediziners 

Dr. med. E._____ vom 20. April 2023 ein.

15. Mit Schreiben vom 23. Mai 2023 verzichtete der Beschwerdeführer auf 

die Einreichung einer Replik.

16. Auch die Beschwerdegegnerin verzichtete mit Schreiben vom 2. Juni 

2023 auf die Einreichung einer Duplik.

Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften, den angefochtenen 

Einspracheentscheid sowie die übrigen Akten wird, soweit erforderlich, in 

den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

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II. Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen den Einspracheentscheid 

der Beschwerdegegnerin vom 17. März 2023. Gemäss Art. 1 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) i.V.m. 

Art. 56 Abs. 1 und Art. 58 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) kann 

gegen einen Einspracheentscheid innert 30 Tagen seit seiner Eröffnung 

Beschwerde an das Versicherungsgericht desjenigen Kantons erhoben 

werden, in welchem die versicherte Person im Zeitpunkt der 

Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat. Der Beschwerdeführer wohnt 

im Kanton Graubünden, womit die örtliche Zuständigkeit des 

Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden gegeben ist. Dessen 

sachliche Zuständigkeit ergibt sich aus Art. 57 ATSG i.V.m. Art. 49 Abs. 2 

lit. a des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; 

BR 370.100). Als formeller und materieller Adressat des angefochtenen 

Einspracheentscheids ist der Beschwerdeführer davon überdies berührt 

und er weist ein schutzwürdiges Interesse an dessen Überprüfung auf (vgl. 

Art. 59 ATSG). Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte 

Beschwerde ist somit einzutreten (vgl. Art. 60 und 61 ATSG).

2. Streitig und nachfolgend zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin ihre 

Leistungen im Zusammenhang mit dem Unfallereignis vom 7. Juni 2022 

(Sturz vom bzw. mit dem Fahrrad auf die linke Schulter) zu Recht per 

15. September 2022 eingestellt hat oder ob sie verpflichtet gewesen wäre, 

diese Leistungen (Taggeld und Heilkosten) über den 15. September 2022 

hinaus zu erbringen. Dabei gilt es vorab festzuhalten, dass sich der 

gerichtliche Überprüfungszeitraum grundsätzlich auf den Sachverhalt, wie 

er sich bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung bzw. des 

angefochtenen Einspracheentscheids – vorliegend also bis zum 17. März 

2023 – verwirklicht hat, beschränkt. Spätere Berichte und Dokumente sind 

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jedoch in die Beurteilung miteinzubeziehen, soweit sie Rückschlüsse auf 

die im Zeitpunkt des Abschlusses des Verwaltungsverfahrens gegebene 

Situation erlauben (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_37/2023 vom 

12. Oktober 2023 E.4.2.2, 9C_529/2021 vom 26. Juli 2022 E.3.2.1, 

8C_503/2021 vom 18. November 2021 E.4.1 m.w.H.). Dies trifft vorliegend 

sowohl auf die Beurteilung von Dr. med. C._____ vom 29. März 2023 (vgl. 

beschwerdeführerische Akten [Bf-act.] 3) als auch auf jene des 

versicherungsinternen Arztes Dr. med. E._____ vom 20. April 2023 (vgl. 

Beilage 1 der Beschwerdegegnerin zu ihrer Vernehmlassung) zu, weshalb 

diese Dokumente zu berücksichtigen sind.

3. Gemäss Art. 10 Abs. 1 UVG hat der Versicherte Anspruch auf die 

zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehandlung). Zudem hat 

er Anspruch auf ein Taggeld, wenn er infolge eines Unfalles voll oder 

teilweise arbeitsunfähig ist (Art. 16 Abs. 1 UVG). Als Unfall gilt die 

plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines 

ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine 

Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen 

Gesundheit oder den Tod zur Folge hat (Art. 6 UVG i.V.m. Art. 4 ATSG). 

Dass das Ereignis vom 7. Juni 2022 (Sturz vom bzw. mit dem Fahrrad auf 

die linke Schulter) als Unfall i.S.v. Art. 6 UVG i.V.m. Art. 4 ATSG zu 

qualifizieren ist, ist vorliegend unbestritten. Umstritten ist demgegenüber 

das Erreichen des Status quo sine per 15. September 2022 (vgl. dazu 

nachstehende Erwägungen 3.1 f.).

3.1. Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers setzt unter anderem einen 

natürlichen Kausalzusammenhang zwischen Unfallereignis und 

eingetretenem Schaden voraus. Ursachen im Sinne des natürlichen 

Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein 

der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen 

Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. 

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Entsprechend ist für die Bejahung des natürlichen 

Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige 

oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, 

dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die 

körperliche oder geistige Integrität des Versicherten beeinträchtigt hat, der 

Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch 

die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele. Ob zwischen einem 

schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher 

Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber im 

Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der freien Beweiswürdigung nach 

dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse 

Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines 

Leistungsanspruchs nicht (BGE 147 V 161 E.3.2, 142 V 435 E.1, 129 V 

177 E.3.1).

3.2. Hat ein Unfallversicherer die Unfallkausalität bejaht und Leistungen 

erbracht, entfällt seine Leistungspflicht erst, wenn der gesundheitliche 

Schaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. 

Dies trifft dann zu, wenn entweder der "krankhafte" Gesundheitszustand, 

wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante), oder 

aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf 

eines krankhaften Vorzustands auch ohne Unfall früher oder später 

eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist. Ebenso wie der 

leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das 

Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen 

eines Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht 

allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

nachgewiesen sein. Da es sich um eine anspruchsaufhebende Tatfrage 

handelt, liegt die Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein 

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leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – 

nicht beim Versicherten, sondern beim Unfallversicherer. Dabei muss 

nicht etwa der Beweis für unfallfremde Ursachen erbracht werden. Welche 

Ursachen ein nach wie vor geklagtes Leiden hat, ob es 

Krankheitsursachen, ein Geburtsgebrechen oder degenerative 

Veränderungen sind, ist unerheblich. Entscheidend ist allein, ob die 

unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens ihre kausale 

Bedeutung verloren haben, ob diese also dahingefallen sind. Ebenso 

wenig muss der Unfallversicherer den negativen Beweis erbringen, dass 

kein Gesundheitsschaden mehr vorliege oder dass die versicherte Person 

nun bei voller Gesundheit sei (vgl. BGE 146 V 51 E.5.1; Urteile des 

Bundesgerichts 8C_727/2022 vom 16. März 2023 E.3.2.4, 8C_68/2020 

vom 11. März 2020 E.3.2, 8C_840/2019 vom 14. Februar 2020 E.3.2, 

8C_17/2017 vom 4. April 2017 E.2.2, 8C_570/2014 vom 9. März 2015 

E.6.2).

4.1. Das sozialversicherungsrechtliche Verfahren wird vom 

Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 61 ATSG). Das Gericht hat den 

rechtserheblichen Sachverhalt von Amtes wegen, aus eigener Initiative 

und ohne Bindung an die Vorbringen oder Beweisanträge der Parteien 

abzuklären und festzustellen. Aus der Untersuchungsmaxime folgt auch 

das Prinzip der freien Beweiswürdigung, wonach das Gericht an keine 

förmlichen Beweisregeln gebunden ist (Art. 61 lit. c ATSG). Das gesamte 

Beweismaterial ist unvoreingenommen und sorgfältig auf dessen 

Stichhaltigkeit zu prüfen. Die Verwaltung als verfügende Instanz und im 

Beschwerdefall das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen 

annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im 

Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das 

Gesetz nichts Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines 

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bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das 

Gericht hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von 

allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste erachtet 

(BGE 144 V 427 E.3.2, 138 V 218 E.6; Urteile des Bundesgerichts 

8C_745/2020 vom 29. März 2021 E.1.3, 9C_439/2020 vom 18. August 

2020 E.1.3).

4.2.1. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob 

dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen 

Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, 

in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der 

Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung 

der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen 

des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E.5.1, 125 V 351 E.3a, 122 

V 157 E.1c; vgl. auch Urteile des Bundesgerichts 9C_529/2021 vom 

26. Juli 2022 E.3.2.1, 9C_528/2021 vom 11. Februar 2022 E.4.1).

4.2.2. Gemäss Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten 

versicherungsinterner Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig 

erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind 

und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache 

allein, dass der befragte Arzt in einem Anstellungsverhältnis zum 

Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität 

und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer 

Umstände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung 

objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche 

Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht 

zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters allerdings ein strenger 

Massstab anzulegen (BGE 125 V 351 E.3b/ee). Soll ein Versicherungsfall 

ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind 

an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen 

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auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der 

versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende 

Abklärungen vorzunehmen (BGE 145 V 97 E.8.5, 142 V 58 E.5.1, 139 V 

225 E.5.2, 135 V 465 E.4.4 und E.4.6 f., 125 V 351 E.3b/ee; vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 8C_740/2020 vom 7. April 2021 E.2.2).

4.2.3. Auch ein reines Aktengutachten ist gemäss Rechtsprechung 

beweiskräftig, wenn die Akten ein vollständiges Bild über Anamnese, 

Verlauf und gegenwärtigen Status ergeben und diese Daten unbestritten 

sind; der Untersuchungsbefund muss lückenlos vorliegen, damit der 

Berichterstatter imstande ist, sich aufgrund der vorhandenen Unterlagen 

ein vollständiges Bild zu verschaffen (Urteil des Bundesgerichts 

8C_397/2019 vom 6. August 2019 E.4.3 m.w.H.). Dabei geht es im 

Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich 

feststehenden medizinischen Sachverhalts, mithin rückt die direkte 

ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund (vgl. 

Urteile des Bundesgerichts 8C_527/2020 vom 2. November 2020 E.3.2, 

8C_322/2020 vom 9. Juli 2020 E.3, 8C_780/2016 vom 24. März 2017 

E.6.1, je m.w.H.).

4.2.4. In Bezug auf behandelnde Ärztinnen und Ärzte, insbesondere Hausärzte, 

ist schliesslich zu beachten, dass sie in einem auftragsrechtlichen 

Verhältnis zur versicherten Person stehen. Da sie sich zudem in erster 

Linie auf die Behandlung zu konzentrieren haben, verfolgen deren 

Berichte nicht den Zweck einer den abschliessenden Entscheid über die 

Versicherungsansprüche erlaubenden objektiven Beurteilung des 

Gesundheitszustandes und erfüllen deshalb kaum je die materiellen 

Anforderungen an ein Gutachten gemäss BGE 125 V 351 E.3a. Aus 

diesen Gründen und aufgrund der Erfahrungstatsache, dass behandelnde 

Ärztinnen und Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche 

Vertrauensstellung im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten 

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aussagen, wird im Streitfall eine direkte Leistungszusprache einzig 

gestützt auf die Angaben der behandelnden Ärztinnen und Ärzte kaum je 

in Frage kommen. Diese Erfahrungstatsache befreit das Gericht indessen 

nicht von seiner Pflicht zu einer korrekten Beweiswürdigung, bei der auch 

die von der versicherten Person aufgelegten Berichte 

mitzuberücksichtigen sind. Diese sind daraufhin zu prüfen, ob sie auch nur 

geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der 

Feststellungen versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte wecken (vgl. 

BGE 135 V 465 E.4.5 f.; Urteile des Bundesgerichts 8C_301/2021 vom 

23. Juni 2021 E.5.2.2, 8C_160/2012 vom 13. Juni 2012 E.3.1.2, 

8C_245/2011 vom 25. August 2011 E.5.3, 8C_907/2009 vom 12. Februar 

2010 E.1.1).

5. Vorliegend gelangte die Beschwerdegegnerin gestützt auf die 

Beurteilungen des versicherungsinternen Arztes Dr. med. E._____ vom 

22. September 2022 und 15. März 2023 zum Schluss, dass zwischen den 

geklagten Schulterbeschwerden und dem Unfall vom 7. Juni 2022 über 

den 15. September 2022 hinaus kein überwiegend wahrscheinlicher 

Kausalzusammenhang bestand bzw. dass der Status quo sine, d.h. der 

Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf des 

krankhaften Vorzustands auch ohne Unfall früher oder später eingestellt 

hätte, spätestens sechs Wochen nach dem Unfallereignis erreicht war 

(vgl. beschwerdegegnerische Akten [Bg-act.] 75 S. 5 ff. und Bg-act. 56 

S. 1). Nachfolgend gilt es somit zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin zu 

Recht auf die Beurteilungen von Dr. med. E._____ abgestellt hat oder ob 

auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit dieser 

Beurteilungen bestehen.

5.1. In seiner Beurteilung vom 22. September 2022 hielt der 

versicherungsinterne Arzt Dr. med. E._____ fest, aufgrund der klinischen 

Untersuchung, die an eine Läsion der Supraspinatus-, nicht aber der 

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Subscapularissehne denken lasse (vgl. dazu auch Bg-act. 21 S. 2), der 

MRI-Untersuchung mit der bereits eingetretenen leichten Atrophie des 

Subscapularismuskels im kranialen Bereich sowie der intraoperativen 

Bilder mit dem entrundeten Stumpf der Subscapularissehne ohne 

Blutauflagerungen und ohne blutigen Erguss vier Wochen nach dem 

Unfallereignis könne gefolgert werden, dass durch das Unfallereignis vom 

7. Juni 2022 überwiegend wahrscheinlich keine zusätzlichen strukturellen 

Läsionen entstanden und mit der Operation überwiegend wahrscheinlich 

vorbestehende, degenerativ bedingte Läsionen adressiert worden seien. 

Unfallfolgen im Beschwerdebild spielten sechs Wochen nach dem 

Unfallereignis mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keine Rolle mehr 

(Kontusion; vgl. Bg-act. 37), wobei der Einfluss der Operation ausser Acht 

zu lassen sei (vgl. Bg-act. 46 S. 2 f.). Im Einzelnen führte er was folgt aus 

(vgl. Bg-act. 46 S. 2): 

5.1.1. "Sturz mit dem Velo auf die linke Schulter am 7. Juni 2022. In der Folge 

werden Bewegungseinschränkungen sowie ein Bewegungsschmerz 

angegeben. Bei der klinischen Untersuchung wird ein Painful arc über 

60 Grad sowie eine Innenrotation bis LWK5 angegeben. Der Jobe-Test 

wird mit +/- beschrieben, was nicht zu interpretieren ist. Der Impingement-

Test ist positiv. Drei Wochen nach dem Ereignis wird eine MRI-

Untersuchung durchgeführt. Hier kommt eine interstitielle Partialruptur der 

Supraspinatussehne zur Darstellung, die gemäss meiner Beurteilung einer 

CID-Läsion entspricht und damit klar degenerativer Art ist. Zudem wird 

eine bursaseitige Partialruptur der Subscapularissehne gesehen und eine 

fettige Infiltration des Musculus teres minor. Gemäss meiner Beurteilung 

ist zudem der Supraspinatusmuskel leicht volumengemindert, ebenso der 

Subscapularismuskel im kranialen Bereich. Diese Volumenminderungen 

können nicht binnen dreier Wochen seit Unfallereignis entstanden sein."

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5.1.2. "Operativ versorgt wird am 7. Juli 2022 dann eine Läsion der 

Subscapularissehne, das heisst des Innenrotators, dies bei einem 

klinischen Befund einer Innendrehung bis LWK5 ohne Angaben der 

Innendrehung der Gegenseite und ohne Angaben über die Kraft 

(Bellypress Test, LAG-sign, Bearhug-Test). Dies passt ebenso wenig zu 

einer traumatischen Subscapularissehnenläsion wie der klinisch 

diagnostizierte Kraftverlust über der Horizontalen, welcher aber die 

Indikation zur Operation begründet.

Im Bericht über die Operation, die einen Monat nach dem Unfallereignis 

durchgeführt wird, wird nicht von einem blutigen Erguss berichtet und die 

intraoperativen Bilder zeigen keine Blutspuren am abgelösten 

Subscapularissehnenrand, Befunde, die vorhanden sein müssten, falls 

eine unfallbedingte Zerreissung der Subscapularissehne stattgefunden 

hätte. Der Subscapularissehnenstumpf präsentiert sich zudem entrundet 

(Bild 2) und nicht ausgefranst, was nach einer vier Wochen 

zurückliegenden Zerreissung aber gefordert werden müsste, was einen 

klaren Vorschaden nahelegt. Operationstechnisch wird dann der 

Subscapularissehnenstumpf angefrischt, was bei einer vier Wochen alten 

Ruptur nicht zwingend notwendig wäre."

5.2.1. Demgegenüber ist der behandelnde Orthopäde Dr. med. C._____ der 

Ansicht, dass die Schulterverletzung – posttraumatische Ruptur der 

Subscapularissehne Schulter links – durch die Unfallversicherung 

abgedeckt werden sollte; der Befund des Beschwerdeführers sei Ursache 

des Traumas vom 7. Juni 2022. Begründend hielt er in seiner Beurteilung 

vom 13. September 2022 im Wesentlichen was folgt fest: Isolierte 

Subscapularissehnenrupturen seien in der Regel traumatischer Natur; es 

finde sich – wie in der Arthroskopie gesehen und dargestellt – ein 

sichtbarer Sehnenstumpf, typisch nach einer traumatischen Ruptur; eine 

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Ausdünnung, wie häufig bei degenerativen Prozessen, sei nicht gesehen 

worden (vgl. Bg-act. 42 S. 2).

5.2.2. Hierzu nahm der versicherungsinterne Arzt Dr. med. E._____ am 15. März 

2023 Stellung (vgl. Bg-act. 73). Er hielt im Wesentlichen fest, er könne die 

Feststellung von Dr. med. C._____, dass isolierte 

Subscapularissehnenrupturen in der Regel traumatischer Natur seien, 

bestätigen. Dazu brauche es aber ein adäquates Trauma. Gemäss 

WELLMANN könnten zwei potenzielle Unfallmechanismen dazu führen: 

Einerseits die traumatische anteriore Erstluxation der Schulter und 

andererseits das Aussenrotationstrauma bei fixierter Hand (beispielsweise 

ein Sturz vom Gerüst nach vorn mit dem Versuch, den Fall durch 

Festhalten abzufangen, ein Treppensturz mit der Hand am Geländer, ein 

stehender Fahrgast bei abrupter Bremsung des Fahrzeugs). Meist handle 

es sich bei den traumatischen Verletzungen um Rupturen ≥ Typ 2 nach 

Lafosse (= komplette Läsion des oberen Sehnendrittels). Ein solcher 

Unfallmechanismus habe aber beim Versicherten (Sturz vom Fahrrad 

direkt auf die Schulter) nicht stattgefunden. Ebenso habe sich keine 

Lafosse 2 oder höhere Läsion gefunden, was aus den intraoperativen 

Bildern und dem MRI (bursaseitige Partialläsion) ersichtlich sei. Darüber 

hinaus sei der von Dr. med. C._____ festgestellte sichtbare Sehnenstumpf 

wohl vorhanden, er sei aber stark entrundet und vernarbt und nicht 

ausgefranst, wie er sich vier Wochen nach dem Unfallereignis noch 

präsentieren müsste. Zudem scheine die Subscapularissehne cranial 

noch regelrecht zu inserieren, was dazu führe, dass, wie im 

Operationsbericht beschrieben, die Bicepssehne im Sulcus noch gut 

geführt sei (Bestätigung auf Bild 3 der intraoperativen Videoprints). Bei 

einer vollständigen Ablösung der Subscapularissehne, die auch mit einer 

Zerstörung des Pulleys einhergehe, pflege die Bicepssehne nach medial 

- 16 -

zu luxieren, was nachweislich nicht der Fall sei. Im Übrigen hielt er an 

seiner Beurteilung vom 22. September 2022 fest. 

6.1. Nach Auffassung des streitberufenen Gerichts erscheinen die 

Beurteilungen von Dr. med. E._____ vom 22. September 2022 und 

15. März 2023, wonach durch das Unfallereignis vom 7. Juni 2022 

überwiegend wahrscheinlich keine zusätzlichen strukturellen Läsionen 

entstanden und mit der Operation überwiegend wahrscheinlich 

vorbestehende, degenerativ bedingte Läsionen adressiert worden seien 

bzw. Unfallfolgen im Beschwerdebild sechs Wochen nach dem 

Unfallereignis mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keine Rolle mehr 

spielten (Kontusion; vgl. Bg-act. 37), wobei der Einfluss der Operation 

ausser Acht zu lassen sei (vgl. Bg-act. 46 S. 2 f.), als schlüssig, 

nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei. Sie wurden in 

Kenntnis und unter Würdigung der Vorakten abgegeben (vgl. Bg-act. 46 

S. 1 f. und Bg-act. 73 S. 1), wobei der Umstand, dass es sich um reine 

Aktenbeurteilungen handelt, deren Beweiskraft nicht entgegensteht. So 

ergeben die im Recht liegenden Akten ein vollständiges Bild über 

Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Status, welche Daten zudem 

unbestritten sind. Bei den Beurteilungen von Dr. med. E._____ ging es im 

Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich 

feststehenden medizinischen Sachverhalts, womit die direkte ärztliche 

Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt. 

Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, die Details des Sturzes 

seien nicht bekannt und nicht eruiert worden (vgl. Beschwerde Rz. 8 und 

10), ist mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung festzuhalten, dass bei 

der Beurteilung der Unfallkausalität dem Kriterium des Unfallmechanismus 

keine übergeordnete Bedeutung mehr beizumessen ist. Es geht vielmehr 

darum, die einzelnen Kriterien, die für oder gegen eine traumatische 

Genese der Verletzung sprechen, aus medizinischer Sicht gegeneinander 

- 17 -

abzuwägen und den Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die 

Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wahrheit zu entsprechen. Dabei gilt 

es etwa die bildgebenden Befunde, die Vorgeschichte, den Unfallhergang, 

den Primärbefund und den Verlauf zu berücksichtigen (vgl. Urteile des 

Bundesgerichts 8C_167/2021 vom 16. Dezember 2021 E.4.1, 

8C_672/2020 vom 15. April 2021 E.4.1.3). Abgesehen davon ergibt sich 

aus den Akten, dass der Beschwerdeführer am 7. Juni 2022 – auf dem 

Weg zur Garage, um das Auto zu holen und zur Arbeit zu fahren – vom 

Fahrrad gestürzt ist (vgl. Bg-act. 1 [Unfallmeldung vom 30. Juni 2022]) 

bzw. mit dem Velo auf die linke Schulter gestürzt ist (vgl. Bg-act. 20 S. 2, 

Bg-act. 18 S. 1, Bg-act. 17 S. 2, Bg-act. 16 S. 2, Bg-act. 41 S. 1). Welche 

weiteren Details des Sturzes die Beschwerdegegnerin hätte eruieren 

sollen, ist nicht ersichtlich und wird vom Beschwerdeführer auch nicht 

dargetan.

6.2. Wie nachfolgend dargelegt wird, vermögen die Berichte von Dr. med. 

C._____ und die beschwerdeführerischen Vorbringen keine auch nur 

geringen Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der 

Feststellungen von Dr. med. E._____ zu wecken.

6.2.1. In seinem Bericht vom 29. März 2023 äusserte sich Dr. med. C._____ zur 

Stellungnahme von Dr. med. E._____ vom 15. März 2023 (vgl. dazu 

vorstehende Erwägung 5.2.2). Soweit er moniert, Dr. med. E._____ gehe 

nicht darauf ein, wie denn eine solche Verletzung (Ruptur der 

Subscapularissehne Schulter links) bei einem im Jahr 1970 geborenen 

Patienten, welcher keinerlei Beschwerden an der Schulter gehabt habe, 

hätte passieren können, verkennt er was folgt: Gemäss 

bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist es nicht Aufgabe des 

versicherungsinternen Arztes oder der Beschwerdegegnerin, den Beweis 

für unfallfremde Ursachen zu erbringen. Welche Ursachen ein nach wie 

vor geklagtes Leiden hat, ob es Krankheitsursachen, ein 

- 18 -

Geburtsgebrechen oder degenerative Veränderungen sind, ist 

unerheblich. Entscheidend ist allein, ob die unfallbedingten Ursachen 

eines Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeutung verloren haben, ob 

diese also dahingefallen sind (vgl. dazu vorstehende Erwägung 3.2; vgl. 

auch Beilage 1 der Beschwerdegegnerin zu ihrer Vernehmlassung 

[ärztliche Beurteilung von Dr. med. E._____ vom 20. April 2023]). 

Letzteres legte der versicherungsinterne Arzt schlüssig dar, nicht zuletzt 

unter Hinweis auf die intraoperativen Bilder mit dem entrundeten Stumpf 

der Subscapularissehne (vgl. dazu vorstehende Erwägungen 5.1.2 und 

6.1). Zwar hält Dr. med. C._____ fest, die abgerundeten Sehnenstümpfe 

seien nach vier Wochen häufig, da dies Teil des Heilungsprozesses in der 

Schulter sei (vgl. Bf-act. 3). Dabei liess er jedoch ausser Acht, dass Dr. 

med. E._____ auch dem Umstand Rechnung trug, dass vier Wochen nach 

dem Unfallereignis keine Blutspuren an den Sehnenstümpfen vorhanden 

waren, wie es bei einer frischen Läsion eigentlich noch der Fall sein 

müsste (vgl. vorstehende Erwägung 5.1.2 sowie Beilage 1 der 

Beschwerdegegnerin zu ihrer Vernehmlassung [ärztliche Beurteilung von 

Dr. med. E._____ vom 20. April 2023]). Sodann legte Dr. med. E._____ 

dar, es sei klar, dass der Heilungsprozess nach dem Unfallereignis 

einsetze. Eine Entrundung, wie sie sich auf dem Bild 2 der intraoperativen 

Bilder präsentiere, könne aber nicht innerhalb von vier Wochen erfolgen. 

Auch sei ein Anfrischen bei einer frischen Läsion der Sehne vor der 

Refixation nicht notwendig, bei einer Entrundung, die eben bereits älteren 

Datums ist, jedoch schon (vgl. vorstehende Erwägung 5.1.2 sowie 

Beilage 1 der Beschwerdegegnerin zu ihrer Vernehmlassung [ärztliche 

Beurteilung von Dr. med. E._____ vom 20. April 2023]). Soweit Dr. med. 

C._____ weiter geltend macht, seiner Meinung nach könne Dr. med. 

E._____ nicht schlüssig nachweisen, dass es sich um eine degenerative 

und nicht traumatische Verletzung handle, zumal bei einem Fahrradsturz 

die entsprechende Krafteinwirkung ausreiche, und Dr. med. E._____ ja 

- 19 -

selbst davon ausgehe, dass eine Subscapularisläsion bei einer Luxation 

stattfinden könne (vgl. Bf-act. 3), ist mit Dr. med. E._____ darauf 

hinzuweisen, dass gemäss den medizinischen Berichten Hinweise auf 

eine mögliche Subluxation fehlten. Strukturelle Hinweise, dass eine solche 

stattgefunden haben könnte, finden sich gemäss Dr. med. E._____ weder 

im MRI noch im Operationsbericht (vgl. Beilage 1 der 

Beschwerdegegnerin zu ihrer Vernehmlassung [ärztliche Beurteilung von 

Dr. med. E._____ vom 20. April 2023]). 

6.2.2. Soweit der Beschwerdeführer vorbringt, im Gegensatz zu Dr. med. 

C._____, welcher ihn operiert habe und erfahrener, praktizierender 

orthopädischer Chirurge ist, habe Dr. med. E._____ lediglich eine 

Aktenbeurteilung vorgenommen, vermag auch dies keine auch nur 

geringen Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der 

Feststellungen von Dr. med. E._____ zu wecken. Was die Beweiskraft von 

Aktengutachten anbelangt, kann auf vorstehende Erwägungen 4.2.3 und 

6.1 verwiesen werden. Sodann ist mit der Beschwerdegegnerin 

festzuhalten, dass auch Dr. med. E._____, welcher Facharzt für Chirurgie, 

speziell Allgemeinchirurgie und Traumatologie, ist, als Instruktor bei der 

Gesellschaft für Arthroskopie und Gelenkchirurgie (AGA) auf ein hohes 

Mass an praktischer Erfahrung zurückgreifen kann (vgl. darüber hinaus 

auch Urteil des Bundesgerichts 8C_59/2020 vom 14. April 2020 E.5.2). 

Das Vorbringen des Beschwerdeführers, wonach er vor dem Velounfall 

absolut beschwerdefrei gewesen sei und keine früheren Probleme und 

Behandlungen bezüglich der Schultern aktenkundig seien (vgl. 

Beschwerde Rz. 10), läuft sodann auf die blosse Formel "post hoc ergo 

propter hoc" hinaus, welche für den rechtsgenüglichen Nachweis eines 

Kausalzusammenhangs nicht ausreicht bzw. die Feststellungen von Dr. 

med. E._____ ebenfalls nicht in Zweifel zu ziehen vermag (vgl. Urteile des 

- 20 -

Bundesgerichts 8C_474/2022 vom 29. März 2023 E.5.2.3, 8C_495/2021 

vom 16. März 2022 E.4.3).

7. Nach dem Gesagten hat die Beschwerdegegnerin zu Recht auf die 

Beurteilungen des versicherungsinternen Arztes Dr. med. E._____ 

abgestellt. Auf die Einholung weiterer medizinischer Abklärungen, wie vom 

Beschwerdeführer eventualiter beantragt, kann in antizipierter 

Beweiswürdigung verzichtet werden (zur antizipierten Beweiswürdigung: 

BGE 141 I 60 E.3.3 m.w.H.). Der angefochtene Einspracheentscheid vom 

17. März 2023 und die Einstellung der Leistungen per 15. September 2022 

erweisen sich als rechtens, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.

8.1. Gemäss Art. 61 lit. fbis ATSG sind Verfahren vor dem kantonalen 

Versicherungsgericht bei Streitigkeiten über Leistungen kostenpflichtig, 

wenn dies im jeweiligen Einzelgesetz vorgesehen ist. Die 

Sonderbestimmungen zur Rechtspflege gemäss Art. 105 ff. UVG sehen 

keine generelle Kostenpflicht vor. Damit sind 

unfallversicherungsrechtliche Beschwerdeverfahren über Leistungen in 

der Regel kostenlos. Vorbehalten bleibt die Kostenauflage infolge – in 

casu nicht vorliegenden – mutwilligen oder leichtsinnigen Verhaltens 

(Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. fbis in fine ATSG). Für das vorliegende 

Beschwerdeverfahren sind daher keine Kosten zu erheben.

8.2. Der obsiegenden, mit öffentlich-rechtlichen Aufgaben betrauten 

Beschwerdegegnerin steht kein Anspruch auf Ersatz der Parteikosten zu 

(vgl. Art. 61 lit. g ATSG; vgl. KIESER, ATSG-Kommentar, 4. Aufl., 

Zürich/Basel/Genf 2020, Art. 61 Rz. 219).

III. Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

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2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilungen]