# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a66fda5d-92a2-5d9b-8923-7c809cb76b6a
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-08-18
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 18.08.2021 UV 2020/47
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_UV-2020-47_2021-08-18.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2020/47

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 13.01.2022

Entscheiddatum: 18.08.2021

Entscheid Versicherungsgericht, 18.08.2021
Art. 6 UVG. Bejahung des Dahinfallens der unfallkausalen Folgen zweier 
RQW und einer Commotio cerebri im Zeitpunkt der Leistungseinstellung. 
Verneinung des adäquaten Kausalzusammenhangs der organisch nicht 
objektivierbaren Beschwerden in Anwendung der Kriterien der sogenannten 
"Psycho-Praxis" (BGE 115 V 133). Abweisung der Beschwerde (Entscheid 
des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 18. August 2021, UV 
2020/47).

Entscheid vom 18. August 2021

Besetzung

Präsidentin Miriam Lendfers, Versicherungsrichter Joachim Huber und 

Versicherungsrichterin Corinne Schambeck; Gerichtsschreiberin Katja Blättler

Geschäftsnr.

UV 2020/47

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwältin Nathalie Glaus, MLaw, Glaus & Partner, Obergasse 28, 

Postfach 133, 8730 Uznach,

gegen

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Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 

4358, 6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Versicherungsleistungen

Sachverhalt

A.  

A.___ war bei der Gipsergeschäft B.___ AG als Gipser-Vorarbeiter tätig und 

dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) gegen die Folgen 

von Unfällen und Berufskrankheiten obligatorisch versichert. Am 29. August 2018 (in 

der Unfallmeldung und diversen Akten ist abweichend davon der 28. August 2018 als 

Unfalldatum erwähnt; vgl. u.a. Suva-act. 1, 45, 142) schlug er sich während der 

Fassadenarbeiten auf einem Gerüst ohne Helm den Kopf an einem Ausspeier an (Suva-

act. 1). Die gleichentags erstbehandelnden Ärzte des Spitals C.___ stellten eine 

Rissquetschwunde (RQW) parietal links (1cm) fest, welche sie desinfizierten und 

verbanden. Sie hielten fest, es sei weder zu Bewusstlosigkeit noch Übelkeit 

gekommen. Der Versicherte habe geringe Kopfschmerzen (Suva-act. 35). Tags darauf 

berichteten die behandelnden Ärzte des Spitals C.___ sodann, der Versicherte habe 

sich am 29. August 2018 abends erneut vorgestellt. Dies, nachdem er zu Hause 

unbeobachtet synkopiert sei und mit sehr starken Kopfschmerzen und einer ca. 1 cm 

grossen RQW an der Oberlippe wieder aufgewacht sei. Das durchgeführte CT des 

Schädels (vgl. Suva-act. 49) sei unauffällig gewesen (Suva-act. 36). Der Versicherte 

wurde vom 29. bis 31. August 2018 stationär im Spital C.___ behandelt und die 

zuständigen Ärzte attestierten ihm bis zum 10. September 2018 eine Arbeitsunfähigkeit 

von 100 %. Sie hielten in ihrem Austrittsbericht vom 31. August 2018 fest, der 

Versicherte habe eine leichte traumatische Hirnverletzung (Contusio capitis) erlitten. Die 

Commotio-Überwachung sei jederzeit unauffällig gewesen und der Versicherte stets 

A.a. 

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schmerzkompensiert (Suva-act. 37). Die Suva kam für die Folgen der Unfälle auf (Suva-

act. 3).

Die Gipsergeschäft B.___ AG kündigte das Arbeitsverhältnis per 12. Oktober 2018 

(Suva-act. 2).

A.b. 

Dipl. med. D.___, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, berichtete am 23. 

Oktober 2018, der Versicherte habe eine Commotio erlitten und es bestehe ein 

Verdacht auf ein postcommotionelles Syndrom. Der Versicherte habe weiterhin 

Schmerzen in der Halswirbelsäule (HWS), Konzentrationsstörungen und 

Kopfschmerzen. Er werde mit Physiotherapie und Analgetika behandelt, eine weitere 

neurologische Abklärung sei geplant. Der Versicherte habe durch die Commotio 

wahrscheinlich auch eine Anpassungsstörung erlitten und sich nun in psychologische 

Behandlung begeben (Suva-act. 13). Dr. D.___ hatte dem Versicherten ab 28. August 

2018 durchgehend eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % attestiert (Suva-act. 25).

A.c. 

PD Dr. med. E.___, Leitende Ärztin der Klinik für Innere Medizin des Spitals C.___, 

befand am 29. Oktober 2018, der Versicherte leide an einer posttraumatischen 

Zervikalgie mit im MRI der HWS (vgl. Suva-act. 51) bestätigtem Knochenmarksödem 

auf Niveau des fünften Halswirbels. Er sei klinisch weiterhin vor allem von einer 

psychischen Symptomatik betroffen, wofür er bereits eine ambulante Behandlung 

begonnen habe. Die neuropsychologische Beurteilung vom 1. Oktober 2018 habe 

einen kognitiven Normalbefund ergeben (Suva-act. 47, vgl. Suva-act. 111). Dr. med. 

F.___, Facharzt für Dermatologie und Venerologie FMH, berichtete am 5. November 

2018, der Versicherte sei ihm wegen eines Keloids an der Oberlippe, welches nach 

einem Unfall entstanden sei, zugewiesen worden. Er habe die Wulstnarbe am 23. 

Oktober 2018 exzidiert (Suva-act. 15).

A.d. 

Dr. D.___ berichtete am 27. November 2018, die Schmerzen an der HWS hätten 

sich deutlich gebessert. Es bestünden weiterhin Konzentrationsstörungen. Der 

Versicherte sei vermindert leistungsfähig, rasch ermüdbar und freudlos. Intermittierend 

habe er hartnäckige Kopfschmerzen. Er nehme derzeit keine Analgetika mehr ein, 

stattdessen aber Antidepressiva. Derzeit seien bei ihr keine Konsultationen mehr 

geplant (Suva-act. 32).

A.e. 

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Dr. med. G.___, Oberarzt, und Dr. med. H.___, Assistenzarzt, beide Psychiatrie-

Dienste I.___ berichteten am 3. Dezember 2018, der Versicherte sei seit 7. November 

2018 bei ihnen in Behandlung. Er habe seinen Arbeitsplatz verloren und zeige eine 

depressive Reaktion mit ausgeprägten Zukunftsängsten. Seit Mitte November 2018 sei 

er arbeitsunfähig, absehbar auf ca. drei Monate (Suva-act. 43, vgl. auch Suva-act. 27).

A.f. 

Suva-Kreisarzt Dr. med. J.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, 

beurteilte am 1. Februar 2019 gestützt auf die Akten, ein natürlicher, teilkausaler 

Zusammenhang zwischen den psychischen Beschwerden und den Unfallereignissen 

vom 29. August 2018 sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu bejahen. Es 

bestünden keine Hinweise auf relevante unfallfremde Faktoren, auch die Kündigung der 

Arbeitsstelle sei wahrscheinlich eine Folge der Unfälle gewesen (Suva-act. 45).

A.g. 

Wegen eines intermittierenden Schwankschwindels und eines passageren 

thorakalen Druckgefühls begab sich der Versicherte am 22. Februar 2019 notfallmässig 

ins Spital C.___. Die dort behandelnden Ärzte berichteten am 27. Februar 2019, 

elektrokardiographisch sowie laborchemisch hätten sich keine Hinweise auf eine 

Myokardischämie, eine Elektrolytstörung oder erhöhte Entzündungswerte ergeben. Im 

Röntgen des Thorax habe sich ein Normalbefund gezeigt. Das CT des Neurocraniums 

habe keine Hinweise auf eine Hämorrhagie oder Ischämie ergeben. Zur weiteren 

Ursachenabklärung der weiterhin unklaren Schwindelsymptomatik sei ein cMRI geplant 

(Suva-act. 58, vgl. Suva-act. 131 f.). Diese am 27. Februar 2019 durchgeführte 

Untersuchung ergab ein altersentsprechend normales kraniocerebrales 

Kernspintomogramm ohne ersichtliche Schwindelursache und eine unveränderte 

Darstellung der Signalalteration im fünften Halswirbelkörper (HWK) seit September 

2018 (Suva-act. 59).

A.h. 

Dr. G.___ und Dr. H.___ berichteten am 4. März 2019 über eine mittelschwere 

depressive Störung (ICD-10: F32.10). Ein direkter Zusammenhang mit dem 

Unfallereignis sei nicht ersichtlich. Die sozioökonomischen Konsequenzen nach 

Arbeitsverlust könnten jedoch als Auslöser und impliziter Faktor für die 

Aufrechterhaltung der Symptomatik gesehen werden. Tiefgreifende, seit früher Jugend 

bestehende gestörte innerfamiliäre Interaktionsmuster könnten die derzeitige Krise 

überwiegend erklären. Sie hätten dem Versicherten vom 15. November 2018 bis 28. 

A.i. 

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Februar 2019 eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % attestiert und eine intensive 

tagesklinische Behandlung für die Dauer von zirka drei bis sechs Monaten empfohlen 

(Suva-act. 62).

Kreisarzt Dr. J.___ untersuchte den Versicherten am 28. März 2019 und befand am 

8. Juli 2019, mögliche somatische Ursachen des vorliegenden Leidens sollten noch 

durch einen Neurologen der Suva beurteilt werden. Zudem sei es wünschenswert, dass 

die Synkopen am Abend des 29. August 2018 und die darauffolgenden somatischen 

Auffälligkeiten neurologisch beurteilt würden. Ein derartiger Zusammenhang habe bis 

anhin nicht nachgewiesen werden können und allenfalls liege eine somatoforme 

Störung vor. Hinweise auf andere psychiatrische Störungen bestünden nicht. Ohne die 

Ereignisse am 29. August 2018 hätten sich die aktuellen Beschwerden und 

Beeinträchtigungen nicht in dieser Zeit und Weise entwickelt. Ein diesbezüglicher 

natürlicher, teilkausaler Zusammenhang sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu 

bejahen. Die durch die behandelnden Ärzte attestierte volle Arbeitsunfähigkeit sei 

derzeit zu bestätigen (Suva-act. 82).

A.j. 

Dr. med. K.___, Facharzt für Neurologie, Kompetenzzentrum der Suva für 

Versicherungsmedizin, beurteilte am 19. August 2019 gestützt auf die Akten, eine 

kognitive Beschwerdesymptomatik mit zusätzlichen unspezifischen polytopen 

Beschwerden (Kopf- und Rückenschmerzen, Schwindel, Müdigkeit) sei nicht 

nachvollziehbar. Weitere neuropsychologische Untersuchungen seien neurologisch 

nicht indiziert. Aus neurologischer Sicht bestünden Inkonsistenzen in den Angaben des 

Versicherten zu einem zweizeitigen Geschehen am 29. August 2018 und die Traumata 

seien nicht geeignet, ein GCS von 4 hervorzurufen. Bei Ausschluss anderer organischer 

Ursachen sei differentialdiagnostisch eine funktionelle "dissoziative" Genese zu 

berücksichtigen (Suva-act. 102).

A.k. 

Der Versicherte befand sich vom 8. Juli bis 6. September 2019 in tagesklinischer 

Behandlung im Psychiatrie-Zentrum L.___. In ihrem Austrittsbericht vom 12. September 

2019 hielten die zuständigen medizinischen Fachpersonen fest, der Versicherte habe 

im Rahmen eines Arbeitsunfalles Anpassungsstörungen (ICD-10: F43.2) entwickelt. 

Nach Austritt aus der Tagesklinik werde er ambulant psychiatrisch-

A.l. 

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B.  

psychotherapeutisch weiterbehandelt. Sie attestierten dem Versicherten vom 8. Juli bis 

8. September 2019 eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % (Suva-act. 120).

Kreisarzt Dr. J.___ beurteilte am 26. November 2019, die neurologische 

Beurteilung von Dr. K.___ vermöge aus psychiatrischer Sicht wenig zu befriedigen. 

Immerhin sei nachvollziehbar, dass die weiterhin erheblichen psychischen 

Beschwerden am ehesten funktionell bedingt seien. Die Diagnose einer 

Anpassungsstörung werde der Schwere und der Dauer der psychiatrischen Störung 

nicht gerecht. Es liege am ehesten eine somatoforme Störung vor, ein 

postcommotionelles Syndrom sei unwahrscheinlich. Die persistierenden psychischen 

Beschwerden hingen überwiegend wahrscheinlich in einer natürlichen, teilkausalen 

Weise mit dem Ereignis vom 28. August 2018 zusammen. Überwiegend wahrscheinlich 

bestehe weiterhin eine ganz erhebliche Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit im 

allgemeinen Arbeitsmarkt (Suva-act. 125).

A.m. 

Nach Durchführung eines MRI der Wirbelsäule (vgl. Suva-act. 139) beurteilte med. 

pract. M.___, Fachärztin für Anästhesiologie, Suva Versicherungsmedizin, es lägen 

nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit strukturell objektivierbare Folgen des 

Unfalles vom 29. August 2018 vor. Von einer weiteren Behandlung könne mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit keine namhafte Besserung der somatischen 

Beschwerden erwartet werden. Die Arbeitsunfähigkeit bestehe jedoch aufgrund der 

psychischen Problematik (Suva-act. 140).

A.n. 

Mit Verfügung vom 16. Januar 2020 stellte die Suva die Versicherungsleistungen 

per 26. Januar 2020 ein und verneinte einen Anspruch auf weitere Geldleistungen in 

Form einer Invalidenrente und/oder einer Integritätsentschädigung (Suva-act. 142).

A.o. 

Dagegen erhob der Versicherte am 27. Januar 2020 Einsprache (Suva-act. 155) 

und begründete diese am 25. Februar 2020 (Suva-act. 163).

B.a. 

PD Dr. med. N.___, Facharzt für Neurologie FMH, hatte den Versicherten am 14. 

Januar 2020 untersucht und gleichentags über ein HWS-Syndrom und Kopfschmerzen 

bei Status nach Sturz vom 30. August (richtig: 29. August) 2018 mit leichter 

B.b. 

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C.  

traumatischer Hirnverletzung berichtet. Er erachte die Gabe eines Muskelrelaxanz als 

sinnvoll, da vor allem die Kopfschmerzen auch durch die Verspannung im 

Schulternackenbereich getriggert seien. Der Wiederbeginn der physiotherapeutischen 

Behandlung mit MTT-Training zum Aufbau der Schulternackenmuskulatur sei sinnvoll. 

Weitere Abklärungen seien geplant oder zumindest zu erwägen (Suva-act. 159). Am 4. 

Februar 2020 hatte er berichtet, der Versicherte habe das verschriebene Medikament 

(Sirdalud) wegen eines Ausschlags an den Händen wieder abgesetzt. Der Versicherte 

sei weiterhin arbeitsunfähig und habe vor allem starke Schmerzen, aber auch eine 

abnorme Erschöpfbarkeit in sämtlichen Muskeln (Suva-act. 163-5 f.).

Am 27. Mai 2020 reichte der Versicherte einen Bericht von Dr. med. O.___, 

Facharzt FMH Anästhesiologie / Interventionelle Schmerztherapie, Klinik P.___, vom 14. 

Mai 2020 ein (Suva-act. 172 f.).

B.c. 

Mit Entscheid vom 29. Mai 2020 wies die Suva die Einsprache ab (Suva-act. 174).B.d. 

Gegen den Einspracheentscheid vom 29. Mai 2020 erhob der Versicherte 

(nachfolgend: Beschwerdeführer) am 29. Juni 2020 Beschwerde. Er beantragte darin, 

dieser sei aufzuheben und die Suva (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) sei zu 

verpflichten, den Fall weiterzuführen und ihm weiterhin die gesetzlichen 

Versicherungsleistungen auszurichten. Eventualiter sei der Fall abzuschliessen und ihm 

eine Rente und/oder eine Integritätsentschädigung auszurichten. Eventualiter sei die 

Sache an die Beschwerdegegnerin zur Abklärung seines Gesundheitszustandes 

zurückzuweisen. Es sei ihm die unentgeltliche Prozessführung und 

Rechtsverbeiständung zu gewähren; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge (act. 

G1). Er reichte unter anderem Berichte von Dr. O.___ vom 20. Mai und 15. Juni 2020 

ein (act. G1.4 f.).

C.a. 

Die Suva beantragte am 29. Juli 2020 die Abweisung der Beschwerde (act. G4).C.b. 

Am 4. August 2020 entsprach die Verfahrensleitung dem Gesuch des 

Beschwerdeführers um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung (act. 

G5).

C.c. 

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Erwägungen

1.

Zwischen den Parteien umstritten und vorliegend zu prüfen ist der Anspruch des 

Beschwerdeführers auf vorübergehende Leistungen der Beschwerdegegnerin über den 

26. Januar 2020 hinaus sowie gegebenenfalls der Anspruch auf eine Invalidenrente und 

eine Integritätsentschädigung. 

Mit Replik vom 6. November 2020 hielt der Beschwerdeführer an seinen Anträgen 

fest (act. G11). Er reichte Berichte von Dr. O.___ vom 29. Juli, 23. September und 22. 

Oktober 2020 ein (act. G11.1 ff.).

C.d. 

Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 23. November 2020 auf die Einreichung 

einer umfassenden Duplik und hielt an ihrem Antrag fest (act. G13).

C.e. 

Ist die versicherte Person infolge des Unfalls voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 

6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 

[ATSG; SR 830.1]), so hat sie Anspruch auf ein Taggeld (Art. 16 Abs. 1 UVG). Sie hat 

zudem Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Art. 10 UVG). Ist 

die versicherte Person infolge des Unfalls mindestens zu 10 Prozent invalid, so hat sie 

Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Erleidet die versicherte Person 

durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder 

psychischen Integrität, so hat sie Anspruch auf eine angemessene 

Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG). Die vorübergehenden Leistungen 

(Heilbehandlung, Taggeld) sind einzustellen und der Anspruch auf eine Invalidenrente 

zu prüfen, wenn allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV) 

abgeschlossen sind und von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine 

namhafte Besserung des Gesundheitszustands der versicherten Person mehr erwartet 

werden kann (Art. 19 Abs. 1 UVG). Die Integritätsentschädigung wird mit der 

Invalidenrente festgesetzt oder, falls kein Rentenanspruch besteht, bei der Beendigung 

der ärztlichen Behandlung gewährt (Art. 24 Abs. 2 UVG). Das Erreichen des 

medizinischen Endzustands bildet demgemäss in Nachachtung des 

Eingliederungsgrundsatzes die Voraussetzung für die Prüfung der Rentenfrage und der 

Integritätsentschädigung.

1.1. 

Anspruchsvoraussetzung für jegliche Leistungen der Unfallversicherung bildet die 

Unfallkausalität. Eine Leistungspflicht besteht demnach nur für Gesundheitsschäden, 

1.2. 

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die natürlich und adäquat-kausal mit einem versicherten Unfallereignis 

zusammenhängen (BGE 129 V 181 E. 3.1 f.; André Nabold, N 48 ff. zu Art. 6, in: Marc 

Hürzeler/Ueli Kieser [Hrsg.], Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 

Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 2018, 

[nachfolgend zitiert: KOSS UVG]; Irene Hofer, N 66 zu Art. 6, in: Ghislaine Frésard-

Fellay/Susanne Leuzinger/Kurt Pärli [Hrsg.], Unfallversicherungsgesetz, Basler 

Kommentar, 2019, [nachfolgend zitiert: BSK UVG]; Alexandra Rumo-Jungo/André 

Pierre Holzer, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, in: Erwin Murer/Hans-Ulrich 

Stauffer [Hrsg.], Rechtsprechung zum Sozialversicherungsrecht, 4. Aufl. 2012, S. 53 ff.).

 1.3. 

Die Leistungspflicht des Unfallversicherers endet, wenn der Unfall nicht mehr 

eine natürliche und adäquate Ursache der fortdauernden Beschwerden darstellt, d.h. 

wenn die Beschwerden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen 

beruhen. Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang 

muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines 

Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit gänzlich 

fehlender Auswirkungen des Unfalls genügt nicht (Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 4; 

Thomas Locher/Thomas Gächter, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl. 

Bern 2014, § 70 N. 58). Da es sich dabei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage 

handelt, liegt die Beweislast - anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender 

natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht bei der versicherten Person, 

sondern beim Unfallversicherer (Urteil des Bundesgerichts vom 25. April 2017, 

8C_766/2016, E. 2.2). Allerdings greift die vorgenannte Beweisregel erst dann Platz, 

wenn die Verwaltung und - im Beschwerdefall - das Gericht dem 

Untersuchungsgrundsatz rechtsgenüglich nachgekommen sind bzw. es sich als 

unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer 

Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit 

für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 55; BGE 

117 V 264 E. 3b mit Hinweis; RKUV 1994 Nr. U 206 S. 327 E. 1).

1.3.1. 

Der Beweis des natürlichen Kausalzusammenhangs bzw. dessen Wegfall ist in 

erster Linie mit den Angaben medizinischer Fachpersonen zu führen (Urteil des 

Bundesgerichts vom 21. August 2015, 8C_331/2015, E. 2.2.3.1). Die Frage nach dem 

adäquaten Kausalzusammenhang ist demgegenüber eine Rechtsfrage, die vom Gericht 

nach den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln zu beurteilen ist (BGE 129 V 181 

1.3.2. 

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E. 3.1, 123 III 110, 112 V 30). Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist 

entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen 

Untersuchungen beruht, auch die beklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis 

der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen 

Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und 

ob die Schlussfolgerungen des Experten oder der Expertin begründet sind. 

Ausschlaggebend für den Beweiswert eines ärztlichen Gutachtens ist grundsätzlich 

weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder 

in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 232 E. 

5.1, 125 V 352 E. 3a mit Hinweis). Insofern sind auch Berichte und Gutachten, welche 

die Versicherungen während des Administrativverfahrens von ihren eigenen Ärzten und 

Ärztinnen einholen, beweistauglich. Bestehen indessen auch nur geringe Zweifel an der 

Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, 

so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 470 E. 4.4 mit Hinweis; 

bestätigt in Urteil des Bundesgerichts vom 23. November 2012, 8C_592/2012, E. 5.3; 

BGE 125 V 352 E. 3; RKUV 1991 Nr. U 133 S. 311 ff.).

Bei Unfällen mit klar ausgewiesenen organischen Unfallfolgen spielt die 

Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der aus dem natürlichen Kausalzusammenhang 

sich ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine Rolle. Sie ist bei 

ausgewiesener natürlicher Kausalität ohne weiteres sowohl bezüglich vorübergehender 

als auch dauerhafter Gesundheitsschäden zu bejahen (BGE 134 V 111 f. E. 2.1, 127 V 

103 E. 5b/bb; SVR 2000 UV Nr. 14 S. 45). Sind dagegen die Unfallfolgen organisch 

nicht (hinreichend) nachweisbar, ist betreffend Dauerschäden (Invalidität und 

Integritätsschaden) eine eigenständige Adäquanzbeurteilung durchzuführen, bei 

welcher wie folgt zu differenzieren ist: Es ist zunächst abzuklären, ob die versicherte 

Person beim Unfall ein Schleudertrauma der HWS, eine dem Schleudertrauma 

äquivalente Verletzung oder ein Schädel-Hirntrauma (vgl. dazu Urteil des 

Bundesgerichts vom 1. Juni 2016, 8C_12/2016, E. 7.1 mit Hinweisen; SVR 1995 UV Nr. 

23 S. 67 E. 2) erlitten hat. Ist dies nicht der Fall, gelangt die Rechtsprechung gemäss 

BGE 115 V 140 E. 6c/aa (sogenannte "Psycho-Praxis") zur Anwendung. Ergeben die 

Abklärungen dagegen, dass eine versicherte Person eine der erwähnten Verletzungen 

erlitten hat, muss geprüft werden, ob die zum typischen Beschwerdebild einer solchen 

Verletzung gehörenden Beeinträchtigungen zwar (teilweise) vorliegen, im Vergleich zur 

psychischen Problematik aber ganz in den Hintergrund treten. Trifft dies zu, sind für die 

Adäquanzbeurteilung ebenfalls die in BGE 115 V 140 E. 6c/aa für Unfälle mit 

psychischen Unfallfolgen aufgestellten Grundsätze massgebend (BGE 123 V 99 E. 2a), 

1.3.3. 

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2.

Vorerst ist zu prüfen, ob zum Zeitpunkt der Leistungseinstellung per 26. Januar 2020 

noch organisch objektivierbare Unfallfolgen vorhanden waren, welche die fortdauernd 

geklagten Beschwerden verursachen konnten.

andernfalls erfolgt die Beurteilung der Adäquanz gemäss den in BGE 117 V 359 

festgelegten und in BGE 134 V 109 präzisierten Kriterien (sogenannte 

"Schleudertrauma-Praxis").

Für die Annahme unfallkausaler somatischer Restfolgen wird grundsätzlich eine 

strukturelle Läsion bzw. eine schlecht verheilte strukturelle Läsion als objektivierbares 

Korrelat verlangt. Objektivierbar sind Ergebnisse, die reproduzierbar und von der 

Person des Untersuchenden und den Angaben des Patienten bzw. der Patientin 

unabhängig sind. Folglich kann von objektiv ausgewiesenen organisch-strukturellen 

Unfallfolgen dann gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde mit - 

wissenschaftlich anerkannten - apparativen/bildgebenden Abklärungen (wie Röntgen, 

MRT, CT, EEG) bestätigt werden (vgl. BGE 134 V 121 E. 9, 134 V 232 E. 5.1 mit 

Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts vom 28. Oktober 2009, 8C_216/2009, E. 2; SVR 

2007 UV Nr. 25 S. 81 E. 5.4 mit Hinweisen [U 479/05]).

2.1. 

Der Beschwerdeführer erlitt bei den Unfällen vom 29. August 2018 je eine rund 1 

cm lange Rissquetschwunden parietal und an der Oberlippe (vgl. Suva-act. 35 f.). 

Erstere heilte offenbar nach einer am Unfalltag erfolgten Wundversorgung folgenlos ab 

(vgl. Suva-act. 35). An der Oberlippe bildete sich nach der Erstversorgung (vgl. Suva-

act. 36) eine 0.7 cm grosse Wulstnarbe, welche Dr. F.___ am 23. Oktober 2018 

exzidierte. Der postoperative Verlauf gestaltete sich gemäss Angaben von Dr. F.___ 

problemlos (Suva-act. 15). Der Beschwerdeführer machte in seiner Beschwerde zwar 

Taubheitsgefühle in der Oberlippe geltend (vgl. act. G1), den aktenkundigen 

Arztberichten lassen sich jedoch keine entsprechenden Befunde oder auch nur Klagen 

des Beschwerdeführers entnehmen. Es ist davon auszugehen, dass keine objektiv 

nachweisbare Beeinträchtigung der Oberlippe besteht, insbesondere keine solche mit 

Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit oder die Integrität des Beschwerdeführers. Auch 

Hinweise auf einen entsprechenden weiteren Behandlungsbedarf bestehen nicht.

2.2. 

 2.3. 

Der Beschwerdeführer klagt weiter über Beschwerden an der HWS (act. G1). In 

ihrem Eintrittsbericht nach der zweiten notfallmässigen Konsultation im Spital C.___ am 

2.3.1. 

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Abend des 29. August 2018 hielten die zuständigen Ärzte unter anderem fest, die HWS 

sei dolent gewesen. Trotzdem veranlassten sie keine spezifischen Untersuchungen der 

HWS (Suva-act. 36). In ihrem Austrittsbericht vom 31. August 2018 erwähnten die 

behandelnden Ärzte des Spitals C.___ sodann keine Beschwerden bezüglich der HWS 

mehr (Suva-act. 37). Ein am 26. September 2018 durchgeführtes MRI der Wirbelsäule 

ergab ein minimales Knochenmarksödem in HWK 5 rechtsbetont (Differentialdiagnose: 

postkontusionell/Bonebruise). Im Übrigen waren das cervicovertebrale 

Kernspintomogramm normal und die ligamentären Strukturen intakt (Suva-act. 51). 

Nach einer Untersuchung vom 20. September und einer Verlaufskontrolle vom 26. 

Oktober 2018 berichtete PD Dr. E.___ am 29. Oktober 2018, der Beschwerdeführer 

habe seit dem Sturz persistierende Nackenschmerzen mit Ausstrahlung in beide 

Schultern. Er leide unter einer posttraumatischen Zervikalgie mit Knochenmarksödem 

auf Niveau des fünften HWK (Suva-act. 47). Am 27. November 2018 hielt Dr. D.___ 

sodann fest, die Schmerzen an der HWS hätten sich mittels Physiotherapie und 

Heimübungsprogramm deutlich gebessert (Suva-act. 32). Ein am 27. Februar 2019 

durchgeführtes MRI der Wirbelsäule zeigte eine unveränderte Darstellung der 

Signalalteration in HWK 5. Der untersuchende Dr. med. Q.___, Oberarzt mbF, Netzwerk 

Radiologie C.___, beurteilte, retrospektiv sei aufgrund der Lokalisation und des Verlaufs 

eher von einer vaskulären Genese (Wirbelkörperhämangiom - ohne klinische Relevanz) 

als von einem posttraumatischen Ödem/ Bonebruise auszugehen. Im Übrigen sei die 

Darstellung der HWS altersentsprechend (Suva-act. 59). Nach Durchführung eines MRI 

der HWS am 18. Dezember 2019 (vgl. Suva-act. 139) beurteilte med. pract. M.___ am 

9. Januar 2019, es seien keine traumatischen Läsionen nachgewiesen worden, 

überwiegend wahrscheinlich lägen keine strukturell objektivierbaren Unfallfolgen vor 

(Suva-act. 140). PD Dr. N.___ berichtete am 14. Januar 2020 über ein HWS-Syndrom 

und Kopfschmerzen bei Status nach Sturz vom 30. August 2018 mit leichter 

traumatischer Hirnverletzung. Es wäre sinnvoll, dem Beschwerdeführer ein 

Muskelrelaxanz zu geben, da vor allem die Kopfschmerzen auch durch die 

Verspannung im Schulternackenbereich getriggert seien (Suva-act. 159). Im Zeitpunkt 

des Fallabschlusses per 26. Januar 2020 waren damit noch Beschwerden betreffend 

die HWS vorhanden, dies jedoch lediglich noch im Sinne von Verspannungen und nicht 

durch nachweisbare strukturelle Unfallverletzungen verursacht.

An dieser Einschätzung ändert auch die Beurteilung von Dr. O.___ vom 14. Mai 

2020, welcher eine therapierefraktäre Zervikobrachialgie, Dorsalgie, Cephalgie mit 

Verdacht auf Whiplash Trauma der HWS diagnostizierte, nichts (vgl. Suva-act. 173). Dr. 

O.___ hatte erstmals im Mai 2020, mithin über eineinhalb Jahre nach dem Unfall, 

2.3.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 13/26

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Kontakt mit dem Beschwerdeführer. Bei seiner Beurteilung vom 14. Mai 2020 stützte er 

sich massgeblich auf die Angaben des Beschwerdeführers zum Geschehensablauf. 

Dieser schilderte gegenüber Dr. O.___, er habe am 29. August 2018 zu Hause einen 

Schwindelanfall gehabt, sei im Badezimmer gestürzt und habe das Bewusstsein 

verloren. Nach Wiedererlangen des Bewusstseins sei er aufgestanden, habe eine RQW 

an der Oberlippe bemerkt und sich ins Bett legen wollen. Auf dem Weg dorthin habe er 

erneut Schwindel verspürt, sei gestürzt und habe das Bewusstsein verloren (Suva-act. 

173). Diese Schilderung stimmt - wie in der nachfolgenden Erwägung 4.3 ausgeführt - 

nicht mit den früheren Angaben des Beschwerdeführers überein. Zudem vermutete Dr. 

O.___, der Beschwerdeführer habe einen orthostatischen Kollaps erlitten und habe sich 

dabei im Badezimmer den Kopf an der Badewanne angeschlagen und sich die RQW an 

der Oberlippe zugezogen. Danach sei er auf dem Weg ins Schlafzimmer erneut 

gestürzt. Beide Stürze liessen aufgrund der noch persistierenden Beschwerden, der im 

Vordergrund stehenden Zervikobrachialgie, Cephalgie, Dorsalgie und dem Tinnitus 

vermuten, dass es zu einem Distorsionstrauma der HWS gekommen sei (Suva-act. 

173). Diese Diagnose, rein gestützt auf Vermutungen und widersprüchliche Angaben 

des Beschwerdeführers, überzeugt jedoch nicht. Dr. O.___ führte am 14. Mai 2020 

weiter aus, konventionelle nichtinvasive Methoden der Diagnostik inkl. Bildgebung 

würden in der Regel versagen und liessen ein Distorsionstrauma sehr häufig nicht 

erkennen. Einzig die interventionelle infiltrative Diagnostik ermögliche es, ein 

Distorsionstrauma der Facettengelenke auszuschliessen bzw. nachzuweisen. Er 

verwies dabei auf einen wissenschaftlichen Beitrag (Suva-act. 173). Nach Durchführung 

mehrerer BV-gesteuerter diagnostischer Blockaden der medial branches C2 bis C5 

beidseits (vgl. act. G1.4 f.) beurteilte Dr. O.___ am 22. Oktober 2020, bei den beklagten 

Beschwerden handle es sich um Gelenkschmerzen der oberen Hälfte der 

Halswirbelsäule. Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen sei eine zweimalige positive 

diagnostische Intervention beweisführend für die nun gesicherte Diagnose einer 

zervikospondylogenen Schmerzerkrankung (act. G11.1). Wie die Beschwerdegegnerin 

zu Recht ausführt (act. G4), handelt es sich bei der Untersuchung von Dr. O.___ aber 

nicht um eine bildgebende Abklärung, sondern es wird aus einer allfälligen 

Schmerzausschaltung bei einer pharmakologischen Blockade (Anästhesie) mangels 

anderer plausibler Schmerzgenese auf einen facettären Schmerz geschlossen. Alleine 

aus dem Vorliegen eines solchen Schmerzes ist aber nicht mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit auf eine Unfallursache zu schliessen und der Nachweis einer 

unfallbedingten strukturellen Schädigung nicht erbracht. Dies insbesondere nicht im 

Sinne einer rechtsprechungsgemäss geforderten bildgebenden Objektivierung. Dr. 

O.___ befand am 22. Oktober 2020 ausserdem, der Beschwerdeführer verspüre seit 

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den drei Unfällen vom 28. (richtig: 29.) August 2018 erstmals anhaltende Beschwerden, 

davor sei er gesund gewesen. Es gebe keinerlei Veranlassung anzunehmen, dass er die 

derzeit geäusserten Beschwerden auch hätte, wenn er keinen Unfall erlitten hätte. Im 

Alter von 28 Jahren im Zeitpunkt des Unfalls sei dies unwahrscheinlich (act. G11.1). 

Diese Beurteilung ist insofern nicht überzeugend, als die Formel "post hoc ergo propter 

hoc" sich beweisrechtlich als untauglich erweist (vgl. Alfred Maurer, Schweizerisches 

Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl. Bern 1989, S. 460 FM 1205; BGE 119 V 341 f. E. 2b/

bb, SVR 2009 UV Nr. 13 S. 52, E. 7.2.4, sowie SVR 2008 UV Nr. 11 S. 34, E. 4.2.3, je 

mit Hinweisen).

Der Beschwerdeführer klagte im Zeitpunkt der Leistungseinstellung ausserdem 

über Kopfschmerzen und Konzentrationsstörungen.

2.4. 

Nach der notfallmässigen Erstkonsultation am 29. August 2018 nach Anschlagen 

des Kopfes an einem Gerüst oder einem Ausspeier berichteten die zuständigen Ärzte 

des Spitals C.___ lediglich über eine RQW parietal links und geringe Kopfschmerzen. 

Es habe weder eine Bewusstlosigkeit, noch eine Übelkeit vorgelegen. Bei Auftreten von 

Übelkeit oder Erbrechen, Sehstörungen, zunehmenden Kopfschmerzen oder 

Bewusstlosigkeit solle sich der Beschwerdeführer sofort wieder auf der Notfallstation 

vorstellen (Suva-act. 35). Gleichentags wurde der Beschwerdeführer bewusstlos und 

stürzte, worauf er sich mit sehr starken Kopfschmerzen und einer RQW an der 

Oberlippe erneut auf die Notfallstation des Spitals C.___ begab. Die behandelnden 

Ärzte hielten am 30. August 2018 als Diagnosen eine RQW (1 cm) an der Oberlippe 

mittig, eine RQW (1 cm) parietal links und eine Commotio Cerebri fest. Bei Eintritt ins 

Spital habe ein Glasgow Coma Score (GCS) von 15 vorgelegen, zeitweise sei dieser auf 

4 gesunken und der Beschwerdeführer sei soporös gewesen. Zeitweise seien die 

Pupillen rund und starr gewesen (Suva-act. 36). Das am 29. August 2018 nach den 

zuhause erlittenen Stürzen durchgeführte CT des Schädels war unauffällig, es zeigte 

sich abgesehen von der RQW kein Nachweis von Traumafolgen, insbesondere kein 

Nachweis einer intrakraniellen Hämorrhagie oder einer Fraktur (Suva-act. 49). In ihrem 

Austrittsbericht von 31. August 2018 diagnostizierten die behandelnden Ärzte des 

Spitals C.___ eine leichte traumatische Hirnverletzung nach Contusio capitis sowie 

einmaliger Synkope am 30. (richtig: 29.) August 2018. Die Commotio-Überwachung sei 

jederzeit unauffällig und der Beschwerdeführer stets schmerzkompensiert gewesen. 

Bei Persistenz von Symptomen empfahlen sie die Vorstellung bei einem Neurologen 

zum Ausschluss eines postcommotionellen Syndroms (Suva-act. 37). Dr. D.___ 

berichtete am 23. Oktober 2018 über eine erlittene Commotio und einen Verdacht auf 

ein postcommotionelles Syndrom. Der Beschwerdeführer klage weiterhin über 

2.4.1. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 15/26

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Schmerzen in der HWS, Konzentrationsstörungen und Kopfschmerzen. Eine weitere 

neurologische Abklärung sei geplant (Suva-act. 13). Am 22. Februar 2019 begab sich 

der Beschwerdeführer wegen eines intermittierenden Schwankschwindels und 

passageren thorakalen Druckgefühls ins Spital C.___. Die dort behandelnden Ärzte 

berichteten am 27. Februar 2019 unter anderem über eine posttraumatische 

Zervikalgie. Ein CT des Neurocraniums habe keine Hinweise auf eine Hämorrhagie oder 

Ischämie ergeben (Suva-act. 58). Ein gleichentags durchgeführtes MRI des 

Neurocraniums nativ war altersentsprechend normal, ohne ersichtliche 

Schwindelursache (Suva-act. 59). Dr. K.___ beurteilte am 19. August 2019 

überzeugend, eine kognitive Beschwerdesymptomatik mit zusätzlichen unspezifischen 

polytopen Beschwerden sei nicht nachvollziehbar. Aus neurologischer Sicht bestünden 

Inkonsistenzen in den Angaben des Versicherten zu einem zweizeitigen Geschehen am 

29. August 2018 und die Traumata seien nicht geeignet, ein GCS von 4 (wie in Suva-

act. 36 festgehalten) hervorzurufen. Bei fehlendem Nachweis einer substanziellen 

Hirnverletzungsfolge fehle die organische Grundlage für die geklagte kognitive und 

psychische Gesundheitsbeeinträchtigung aus somatischer Sicht. Aufgrund der 

dokumentierten Befunde sei die geschilderte Beschwerdesymptomatik aus 

neurologischer Sicht nicht nachvollziehbar. Bei Ausschluss anderer organischer 

Ursachen sei differentialdiagnostisch eine funktionelle "dissoziative" Genese zu 

berücksichtigen (Suva-act. 102). Auch med. pract. M.___ verneinte am 9. Januar 2020 

strukturell objektivierbare Unfallfolgen (Suva-act. 140).

Wie erwähnt, findet sich in den meisten vorliegenden medizinischen Akten die 

Diagnose einer Commotio cerebri (entspricht einem leichten Schädel-Hirntrauma), 

welche unstreitig eine organische Körperschädigung darstellt. Bei einer Commotio 

cerebri zeigt sich indes kein morphologisch fassbares Substrat, das heisst keine 

anatomische Veränderung. Es entspricht der medizinischen Erfahrung, dass eine 

Hirnfunktionsstörung infolge eines leichten Schädel-Hirntraumas voll reversibel ist 

(Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 267. Aufl. Berlin/Boston 2017, S. 351). Dass es 

zu keiner Besserung kommt, ist für eine traumatische Genese untypisch und weist auf 

andere Ursächlichkeiten hin (Gerhard Jenzer, Klinische Aspekte bei HWS-Belastungen 

durch Kopfanprall oder Beschleunigungsmechanismus; Grenzbereich zum leichten 

Schädel-Hirntrauma, SZS 1996, S. 469 mit Hinweis auf S. 463). Der vorgenannte 

Erfahrungssatz darf im Rahmen des Wahrscheinlichkeitsbeweises berücksichtigt 

werden (Locher/Gächter, a.a.O., § 70 N. 58 f.). Dies hat insbesondere für den Nachweis 

des Dahinfallens natürlich kausaler Unfallfolgen zu gelten, bei dem es sich um einen 

hypothetischen Zustand handelt, welcher sich häufig nur mit Erfahrungswerten 

2.4.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 16/26

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3.

Weiter bleibt zu prüfen, ob der Beschwerdeführer im Zeitpunkt der Leistungseinstellung 

noch unter natürlich und adäquat kausalen organisch nicht objektivierbaren 

Unfallfolgen litt. Dazu gehören rechtsprechungsgemäss nebst psychischen 

Beeinträchtigungen auch neuropsychologische Funktionsstörungen ohne organische 

Befunde (Urteil des EVG vom 25. April 2007, U 321/06, E. 4.1).

bestimmen lässt (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG] vom 18. 

September 2002, U 60/02, E. 2.2). Bezüglich einer Commotio cerebri wird von Seiten 

der medizinischen Forschung festgehalten, dass der typische posttraumatische Verlauf 

nach einer solchen Verletzung einer Erholung innert sechs bis zwölf Wochen 

entspreche (Jenzer, a.a.O., S. 462 ff., 467). Medizinische Erfahrungssätze beziehen 

sich auf den Regelfall, das heisst auf medizinische Sachverhalte, die sich im konkreten 

Fall gleich dargestellt haben. Eine Ausnahme von der Regel ist grundsätzlich nicht 

ausgeschlossen, doch muss sie sich eben als solche präsentieren. In den vorliegenden 

Akten finden sich keine Hinweise, welche bezüglich des Heilungsverlaufs der vom 

Beschwerdeführer erlittenen Commotio cerebri auf einen Ausnahmefall hindeuten. Die 

im Zeitpunkt der Leistungseinstellung - rund eineinhalb Jahre nach dem Unfall - 

geltend gemachten Beschwerden waren damit überwiegend wahrscheinlich nicht mehr 

auf die Commotio cerebri zurückzuführen.

Insgesamt sind die geklagten Beschwerden (insbesondere Kopf- und 

Nackenschmerzen, Konzentrationsstörungen) entsprechend den Beurteilungen von Dr. 

K.___ und med. pract. M.___ (vgl. Suva-act. 102, 140) spätestens seit dem Zeitpunkt 

der Leistungseinstellung vom 26. Januar 2020 nicht mehr mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit durch einen klar ausgewiesenen organischen Unfallschaden im Sinn 

einer nachweisbaren strukturellen Veränderung erklärbar.

2.5. 

 3.1. 

Nach den Ergebnissen der medizinischen Forschung ist bekannt, dass bei 

Schleudertrauma- sowie äquivalenten Verletzungen wie einer HWS-Distorsion oder 

einem Schädel-Hirntrauma auch ohne nachweisbare pathologische bzw. organische 

Befunde noch Jahre nach dem Unfall funktionelle Ausfälle verschiedenster Art auftreten 

können. Der Umstand, dass die für ein Schleudertrauma oder eine äquivalente 

Verletzung typischen Beschwerden nicht mit entsprechenden Untersuchungsmethoden 

(wie Röntgen, MRT, CT, EEG) objektivierbar sind, rechtfertigt für sich allein nicht, die 

diesbezüglichen Beschwerden in Abrede zu stellen (BGE 117 V 363 f. E. 5d/aa). Ist ein 

3.1.1. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 17/26

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Schleudertrauma oder eine dem Schleudertrauma äquivalente Verletzung diagnostiziert 

und liegt ein für diese Verletzung typisches Beschwerdebild mit einer Häufung von 

Beschwerden wie diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und 

Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit und Visusstörungen, Reizbarkeit, 

Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung usw. vor, so ist der natürliche 

Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und der danach eingetretenen Arbeits- 

und Erwerbsunfähigkeit in der Regel anzunehmen (BGE 117 V 360 E. 4b; vgl. auch 

BGE 117 V 379 f. E. 3e). Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts muss bei 

einem Schleudertrauma bzw. einer äquivalenten Verletzung das typische 

Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden nicht in seiner umfassenden 

Ausprägung innerhalb von 24 bis höchstens 72 Stunden nach dem Unfall auftreten. 

Vielmehr genügt es, wenn sich in diesem Zeitraum Beschwerden in der Halsregion oder 

an der HWS – bei einem Schädel-Hirntrauma in Form von Kopfschmerzen – 

manifestieren. Die andern im Rahmen eines Schleudertraumas oder einer äquivalenten 

Verletzung typischerweise auftretenden Beschwerden müssen sich jedoch immerhin in 

einem Zeitraum manifestieren, der es erlaubt, vom Vorhandensein eines natürlichen 

Kausalzusammenhangs auszugehen (vgl. u.a. Urteil des Bundesgerichts vom 15. März 

2007, U 258/06, E. 4.3).

Nach dem Arbeitsunfall mit Anschlagen des Kopfes (ohne Helm) an einem Gerüst 

oder einem Ausspeier am 29. August 2018 klagte der Beschwerdeführer gegenüber 

den Ärzten des Spitals C.___ lediglich über geringe Kopfschmerzen (Suva-act. 35). Am 

Abend des 29. August 2018 synkopierte der Beschwerdeführer zu Hause unbeobachtet 

und stürzte auf den Boden. Er begab sich danach mit einer 1 cm grossen RQW an der 

Oberlippe und sehr starken Kopfschmerzen erneut ins Spital C.___. In ihrem 

Eintrittsbericht vom 30. August 2018 hielten die zuständigen Ärzte - wie bereits 

erwähnt - fest, der Beschwerdeführer habe eine Commotio Cerebri erlitten. Die Pupillen 

seien zeitweise rund starr gewesen. Bei Eintritt habe ein GCS von 15 bestanden, 

zeitweise habe aber ein GCS von 4 vorgelegen und der Beschwerdeführer sei soporös 

gewesen (Suva-act. 36). Im Widerspruch dazu führten die behandelnden Ärzte des 

Spitals C.___ in ihrem Austrittsbericht vom 31. August 2018 aus, die stationäre 

Commotio-Überwachung vom 29. bis 31. August 2018 sei jederzeit unauffällig 

gewesen. Abgesehen von Schmerzen hielten sie keine weiteren Beschwerden fest 

(Suva-act. 37). Am 23. Oktober 2018, mithin rund zwei Monate nach den beiden 

Unfällen vom 29. August 2018, berichtete Dr. D.___, der Beschwerdeführer habe 

weiterhin Schmerzen in der HWS, Konzentrationsstörungen und Kopfschmerzen. Er sei 

nicht leistungsfähig (Suva-act. 13). Aus dem Bericht ergibt sich nicht, seit wann die 

3.1.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 18/26

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Konzentrationsstörungen bestanden, die Bezeichnung "weiterhin" lässt sich insofern 

anhand der aktenkundigen Arztberichte nicht nachvollziehen, als sich die Angabe von 

Konzentrationsstörungen erstmals im genannten Bericht von Dr. D.___ vom 23. 

Oktober 2018 findet. Eine neuropsychologische Untersuchung vom 1. Oktober 2018 

hatte zudem einen kognitiven Normalbefund ergeben, die Leistungen in sämtlichen 

Testverfahren waren normgerecht (Suva-act. 111). Nach Untersuchungen vom 20. 

September und 26. Oktober 2018 berichtete PD Dr. E.___ am 29. Oktober 2018, der 

Beschwerdeführer habe seit dem Sturz persistierende Nackenschmerzen mit 

Ausstrahlung in beide Schultern. Gefühlsstörungen, Gangprobleme sowie Probleme mit 

der Feinmotorik oder Gedächtnislücken würden verneint (Suva-act. 47). Dr. D.___ 

berichtete am 27. November 2018, die Schmerzen an der HWS hätten sich deutlich 

gebessert. Es bestünden weiterhin Konzentrationsstörungen, der Beschwerdeführer sei 

vermindert leistungsfähig, rasch ermüdbar und freudlos. Intermittierend träten 

hartnäckige Kopfschmerzen auf (Suva-act. 32). Diese Ausführungen zeigen, dass das 

initial aufgetretene Beschwerdebild in seiner Bedeutsamkeit wenig ausgeprägt 

beschrieben worden ist und lediglich Kopf- und Nackenschmerzen bestanden. Weitere 

charakteristische Beschwerden einer schleudertraumaähnlichen Verletzung traten erst 

rund zwei Monate nach dem Unfall in Erscheinung bzw. wurden zumindest in diesem 

Zeitpunkt erstmals ärztlich geschildert (vgl. Suva-act. 13). Über einen intermittierenden 

Schwankschwindel klagte der Beschwerdeführer gar erst am 22. Februar 2019 

gegenüber den behandelnden Ärzten im Spital C.___ (Suva-act. 58). Wie der 

Beschwerdeführer zu Recht vorbringt, finden sich auch im Bericht über das Gespräch 

mit der Beschwerdegegnerin am 8. August 2019 zahlreiche Beschwerden (Suva-act. 

97, vgl. act. G1). Dieser Bericht entstand jedoch erst rund ein Jahr nach dem Unfalltag. 

Diese Sachlage lässt es damit als zweifelhaft erscheinen, dass der Beschwerdeführer 

anlässlich des Unfalls vom 29. August 2018 eine schleudertraumaähnliche Verletzung 

erlitten hat. Daran ändert auch die Einschätzung von Dr. O.___, wonach es zu einem 

Distorsionstrauma der HWS gekommen sei, nichts. Dies insbesondere, zumal er sich 

dabei - wie bereits ausgeführt (vgl. E. 2.3.2) - auf widersprüchliche Angaben des 

Beschwerdeführers, einen nicht restlos geklärten und nicht durch Zeugen belegten 

vermutungsweisen Ablauf des zweiten Unfallereignisses vom 29. August 2018 sowie 

nicht auf bildgebende Untersuchungen stützte und erst rund eineinhalb Jahre nach 

dem Unfall erstmals mit dem Beschwerdeführer Kontakt hatte (vgl. E. 2.3.2, Suva-act. 

173, act. G11.1).

Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung genügt das vorliegend in Frage 

stehende leichte Schädel-Hirntrauma, welches höchstens den Schweregrad einer 

3.1.3. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 19/26

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4.  

Commotio cerebri (Gehirnerschütterung, Schädel-Hirntrauma 1. Grades) erreicht, 

zudem grundsätzlich nicht für die Anwendung der Schleudertrauma-Praxis (vgl. Urteile 

des Bundesgerichts vom 4. August 2008, E. 4 [publ. in: SVR 2008 UV Nr. 35 S. 133] 

und vom 14. August 2014, 8C_358/2014, E. 2.4.1; Urteil des EVG vom 13. Juni 2005, U 

276/04, E. 2.2). Dazu kommt, dass sich den Akten entnehmen lässt, dass der 

Beschwerdeführer bereits relativ kurz nach dem Unfall an psychischen Beschwerden 

litt. Nach der neuropsychologischen Untersuchung vom 1. Oktober 2018 hielt PD Dr. 

E.___ fest, anamnestisch sowie im Beck's Depression Inventory (BDI) hätten sich 

Hinweise auf eine leichte depressive Symptomatik ergeben (Suva-act. 111). Dr. D.___ 

berichtete am 23. Oktober 2018, der Beschwerdeführer habe durch die Commotio 

wahrscheinlich auch eine Anpassungsstörung erlitten und sich in psychologische 

Behandlung begeben (Suva-act. 13). Ab 7. November 2018 befand sich der 

Beschwerdeführer sodann in psychiatrischer Behandlung in den Psychiatrie-Diensten 

I.___ (Suva-act. 43). Die in der Folge erheblichen psychischen Beschwerden (vgl. Suva-

act. 45, 62, 120, 125) sprechen ebenfalls für die Anwendung der Kriterien nach BGE 

115 V 133 (Psycho-Praxis; vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 1. Juni 2012, 

8C_710/2011, E. 2.2).

Zusammengefasst hat im Folgenden die Adäquanzprüfung der im Zeitpunkt der 

Leistungseinstellung noch geklagten gesundheitlichen Beschwerden anhand der 

Psycho-Praxis (BGE 115 V 133) zu erfolgen.

3.2. 

Bei der Beurteilung des Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und einer 

anschliessend einsetzenden psychischen Fehlentwicklung mit Einschränkung der 

Arbeits- und Erwerbsfähigkeit ist nach der Rechtsprechung (BGE 115 V 133) vom 

Unfallereignis auszugehen. Bei der Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs 

ist im Hinblick auf die Gebote der Rechtssicherheit und der rechtsgleichen Behandlung 

der Versicherten eine objektivierte Betrachtungsweise angezeigt (BGE 115 V 139 E. 6 

mit Hinweisen). Ein adäquater Kausalzusammenhang zwischen den Beschwerden und 

dem Unfall besteht, wenn dem Unfall eine massgebende Bedeutung für die Entstehung 

der Beschwerden zukommt. In objektivierter Betrachtungsweise werden die Unfälle 

nach ihrer erfahrungsgemässen Eignung, psychische Beschwerden zu bewirken, 

eingeteilt in banale und leichte Unfälle einerseits, schwere Unfälle andererseits und in 

einen dazwischenliegenden Bereich der mittelschweren Unfälle. Bei banalen Unfällen 

kann der adäquate Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und psychischen 

Gesundheitsstörungen in der Regel ohne weiteres verneint werden, weil auf Grund der 

allgemeinen Lebenserfahrung davon ausgegangen werden kann, dass ein solcher 

4.1. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 20/26

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Unfall nicht geeignet ist, einen invalidisierenden psychischen Gesundheitsschaden zu 

verursachen. Bei schweren Unfällen dagegen ist der adäquate Kausalzusammenhang 

in der Regel zu bejahen, denn nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der 

allgemeinen Lebenserfahrung sind solche Unfälle geeignet, invalidisierende psychische 

Gesundheitsschäden zu bewirken.

Bei Unfällen im mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen dem Unfall und 

der psychisch bedingten Erwerbsunfähigkeit ein adäquater Kausalzusammenhang 

besteht, nicht aufgrund des Unfalls allein schlüssig beantworten. Vielmehr sind weitere, 

objektiv fassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang 

stehen oder als direkte bzw. indirekte Folge davon erscheinen, in eine 

Gesamtwürdigung einzubeziehen. Die wichtigsten Kriterien sind dabei besonders 

dramatische Begleitumstände oder eine besondere Eindrücklichkeit des Unfalls; die 

Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzung, insbesondere ihre 

erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen; eine 

ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung; körperliche Dauerschmerzen; 

eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert; ein 

schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen sowie der Grad und die 

Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit (BGE 115 V 139 ff. E. 6a-c). Um die 

adäquate Kausalität bejahen zu können, müssen nicht alle Umstände gegeben sein. 

Vielmehr genügt ein Kriterium, wenn es sich um einen schweren Unfall im mittleren 

Bereich handelt. Kommt keinem Einzelkriterium ein besonders bzw. 

ausschlaggebendes Gewicht zu, so müssen mehrere unfallbezogene Kriterien 

herangezogen werden. Dies gilt umso mehr, je leichter der Unfall ist. Diese Würdigung 

führt zur Bejahung oder Verneinung des adäquaten Kausalzusammenhangs, ohne dass 

nach weiteren Ursachen geforscht werden muss, die eine psychisch bedingte 

Erwerbsunfähigkeit begünstigt haben könnten (SVR 1999 UV Nr. 10 S. 32). Mit Urteil 

vom 29. Januar 2010 (8C_897/2009, E. 4.5) hat das Bundesgericht die Rechtsprechung 

zur Anzahl der zu erfüllenden Adäquanzkriterien bei mittelschweren Unfällen insofern 

präzisiert, als bei mittelschweren Unfällen im engeren Sinn drei Adäquanzkriterien 

genügen, auch wenn sie nicht in besonders ausgeprägter oder auffallender Weise 

vorliegen. Bei Unfällen im mittleren Bereich an der Grenze zu den leichten Unfällen sind 

hingegen vier Adäquanzkriterien zu erfüllen (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 7. 

Dezember 2009, 8C_487/2009 E. 5 mit Hinweis).

4.2. 

Vorliegend befand sich der Beschwerdeführer am 29. August 2018 für 

Fassadenarbeiten auf einem Gerüst, als er den Kopf am Gerüst oder an einem 

Ausspeier anschlug. Er trug dabei keinen Helm (Suva-act. 1). Bei diesem ersten 

4.3. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 21/26

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Unfallereignis handelt es sich grundsätzlich um einen banalen Unfall im Sinne der 

Rechtsprechung (vgl. Urteil des EVG vom 1. Juni 2006, U 83/05, E. 3.1). Selbst wenn 

zugunsten des Beschwerdeführers von einem mittelschweren Ereignis im Grenzbereich 

zu leichten Ereignissen ausgegangen würde, wäre jedoch - wie nachfolgend ausgeführt 

- der adäquate Kausalzusammenhang zu verneinen. Betreffend den zweiten Unfall vom 

29. August 2018 gab der Beschwerdeführer gegenüber den erstbehandelnden Ärzten 

des Spitals C.___ an, er sei zu Hause einmalig unbeobachtet synkopiert und mit sehr 

starken Kopfschmerzen sowie einer ca. 1 cm grossen RQW an der Oberlippe wieder 

aufgewacht (Suva-act. 36 f.). Im späteren Verlauf schilderte der Beschwerdeführer das 

zweite Ereignis vom 29. August 2018 sodann leicht abweichend. Unter anderem hielt 

PD Dr. E.___ in ihrem Bericht vom 29. Oktober 2018 anamnestisch fest, dem 

Beschwerdeführer sei es zu Hause bis zu dreimal "komisch schwindlig" geworden und 

dann schwarz vor Augen. Er sei dreimal synkopiert, dafür gebe es keine Zeugen (Suva-

act. 47). Gegenüber Dr. J.___ schilderte der Beschwerdeführer am 28. März 2019, ihm 

sei nach der Erstbehandlung im Spital C.___ zu Hause heiss und schwindlig geworden. 

Er sei dreimal ohnmächtig gewesen, schätzungsweise jeweils während rund einer 

Stunde. Er sei in einer Blutlache liegend aufgewacht und habe dann seinen Vater 

angerufen, der ihn ins Spital begleitet habe (Suva-act. 82). Anlässlich eines Gesprächs 

mit der Beschwerdegegnerin vom 8. August 2019 führte der Beschwerdeführer sodann 

aus, ihm sei am späteren Abend zu Hause heiss geworden und er habe 

Kopfschmerzen gehabt. Er habe sich ins Bett gelegt und sei dann irgendwann wieder 

erwacht. Er sei ins Bad gegangen, dort in Ohnmacht gefallen und auf den Boden 

gestürzt. Er wisse nicht, wie lange er ohnmächtig gewesen sei. Irgendwann sei er 

wieder aufgewacht und auf dem Badezimmerboden gelegen (Suva-act. 97). Gegenüber 

Dr. O.___ schilderte der Beschwerdeführer sodann nach dem Sturz im Badezimmer 

einen zweiten Sturz auf dem Weg ins Schlafzimmer (vgl. Suva-act. 173). Präsentiert 

eine versicherte Person während des Verwaltungsverfahrens widersprüchliche oder 

inhaltlich wechselnde Sachverhaltsdarstellungen, ist der Grundsatz zu berücksichtigen, 

dass die spontanen "Aussagen der ersten Stunde" in der Regel unbefangener und 

zuverlässiger sind als spätere Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von 

nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst 

sein können (BGE 121 V 47 E. 2a; RKUV 2004 2004 Nr. U 524 S. 546). Selbst wenn 

man den Geschehensablauf entsprechend den späteren Angaben des 

Beschwerdeführers als ausschlaggebend erachten würde, wäre jedoch höchstens von 

einem mittelschweren Ereignis im Grenzbereich zu leichten Ereignissen auszugehen.

Bei Unfällen im mittleren Bereich an der Grenze zu den leichten Unfällen müssen 

für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs mindestens vier der 

4.4. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 22/26

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relevanten Kriterien oder ein einzelnes Kriterium in besonders ausgeprägter Weise 

erfüllt sein. Bei der Prüfung dieser Kriterien sind psychische Aspekte ausser Acht zu 

lassen (BGE 115 V 140 E. 6c/aa, vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 7. Dezember 

2009, 8C_487/2009 E. 5 mit Hinweis).

Bei der Beurteilung des Kriteriums der dramatischen Begleitumstände oder der 

besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls sind objektive Massstäbe anzuwenden. Nicht 

was in der einzelnen betroffenen Person beim Unfall psychisch vorgeht, soll 

entscheidend sein, sondern die objektive Eignung solcher Begleitumstände, bei ihr 

psychische Vorgänge auszulösen (RKUV 1999 Nr. U 335 S. 209 E. 3b/cc). Zu beachten 

ist auch, dass jedem mindestens mittelschweren Unfall eine gewisse Eindrücklichkeit 

eigen ist, die noch nicht für die Bejahung dieses Adäquanzkriteriums ausreichen kann 

(vgl. SVR 2009 UV Nr. 41 S. 142). Es bestehen entgegen den Ausführungen des 

Beschwerdeführers (act. G1, G11, Suva-act. 163) keine Hinweise auf besonders 

dramatische Begleitumstände oder eine besondere Eindrücklichkeit des Unfalls. Der 

fehlende Helm und die Tatsache, dass er sich auf einem Gerüst befand, von dem er 

hätte stürzen können, reichen zur Bejahung des Kriteriums nicht aus (vgl. die 

diesbezüglichen Argumente des Beschwerdeführers in act. G1 und G11). Ebenso kann 

die plötzliche Bewusstlosigkeit zu Hause beim zweiten Ereignis nicht als besondere 

Eindrücklichkeit erachtet werden. Dies auch deshalb, weil die Bewusstlosigkeit dazu 

führte, dass der Beschwerdeführer den Unfall an sich gar nicht bewusst mitbekam.

4.4.1. 

Der Beschwerdeführer erlitt zwei je ca. 1 cm grosse RQW parietal links sowie an 

der Oberlippe und eine Commotio cerebri (Suva-act. 1, 36). Diese Verletzungen können 

weder als besonders schwer, noch als Verletzungen besonderer Art eingestuft werden. 

Auch sind derartige Verletzungen in der Regel nicht geeignet, psychische 

Fehlentwicklungen auszulösen.

4.4.2. 

Zur Beantwortung der Frage der Dauer der ärztlichen Behandlung ist nicht allein 

der zeitliche Massstab entscheidend. Ebenfalls in die Prüfung einzubeziehen sind die 

Art und Intensität der Behandlung sowie die Frage, inwieweit davon noch eine 

Besserung des Gesundheitszustands zu erwarten war (Urteil des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts [EVG] vom 20. Oktober 2006, U 488/05, E. 3.2.3; BGE 134 V 

128, E. 10.2.3). Eine Behandlung, die lediglich noch der Erhaltung des 

Gesundheitszustands und nicht der Heilung dient, ist im Rahmen der Adäquanzprüfung 

grundsätzlich nicht relevant. Abklärungsmassnahmen und blossen ärztlichen Kontrollen 

kommt nicht die Qualität einer regelmässigen, zielgerichteten Behandlung zu (Urteil des 

Bundesgerichts vom 27. Februar 2008, U 11/07, E. 5.3.1 mit Hinweisen). Am Unfalltag 

4.4.3. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 23/26

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wurden die RQW des Beschwerdeführers erstversorgt (Suva-act. 35 f.). In der Folge 

entstand ein Keloid an der Oberlippe, welches Dr. F.___ am 23. Oktober 2018 

exzidierte (Suva-act. 15). Weitere Behandlungen der RQW sind nicht aktenkundig. 

Betreffend die durch die Commotio bedingten Kopf- und Nackenschmerzen erfolgte 

vorerst eine analgetische Behandlung im Spital C.___ (Suva-act. 35 ff.). Ausserdem 

verordnete Dr. D.___ dem Beschwerdeführer ab 17. September 2018 Physiotherapie 

(Suva-act. 17, 124, 150 ff.). Daneben fand keine spezifische Behandlung der 

somatischen Beschwerden statt, der Beschwerdeführer unterzog sich lediglich 

diversen Abklärungen und Kontrolluntersuchungen (vgl. Suva-act. 47, 58 f., 139, 173). 

Die von Dr. O.___ im Jahr 2020 durchgeführte interventionelle Diagnostik sowie 

therapeutischen Eingriffe sind insofern nicht von Relevanz, als diese die nicht mehr 

organisch objektivierbaren HWS-Beschwerden betrafen (act. G1.4, G11.1 ff.). Das 

Kriterium ist damit zu verneinen.

Der Beschwerdeführer klagte in nahezu sämtlichen Arztberichten über Kopf- und 

Nackenschmerzen (vgl. Suva-act. 13, 32, 36, 58, 159, 173). Wie in E. 2.3 ff. ausgeführt, 

waren diese jedoch bereits seit längerer Zeit zumindest teilweise nicht mehr auf die 

unfallkausale Commotio cerebri zurückzuführen. Das Kriterium der Dauerschmerzen ist 

damit zwar als erfüllt zu erachten, jedoch nicht in besonders ausgeprägter Weise.

4.4.4. 

Hinweise auf eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich 

verschlimmert hätte, ergeben sich nicht aus den Akten. Soweit der Beschwerdeführer 

in seiner Einsprache (Suva-act. 163) unter anderem geltend machte, es sei erst über ein 

Jahr nach dem Unfall ein MRI der HWS gemacht worden, entspricht dies nicht den 

Tatsachen, zumal eine entsprechende Untersuchung vom 26. September 2018 

aktenkundig ist (vgl. Suva-act. 51). Auch aus den weiteren Vorbringen des 

Beschwerdeführers zu gewissen Verzögerungen in der Behandlung oder dem Vorwurf, 

ihm seien nicht genügend wirksame Medikamente verschrieben worden (vgl. Suva-act. 

163, act. G1), ist keine massgebliche ärztliche Fehlbehandlung ableitbar. Der 

Beschwerdeführer macht ausserdem geltend, die RQW an seiner Oberlippe sei im 

Spital C.___ unzureichend behandelt worden, weshalb er sich bei Dr. F.___ habe 

operieren lassen müssen und noch immer an einer tauben Stelle an der Oberlippe leide 

(act. G1, Suva-act. 97). Es ist zwar korrekt, dass der Beschwerdeführer sich wegen 

eines Keloids an der Oberlippe, welches nach dem Unfall entstanden war, einmalig bei 

Dr. F.___ in Behandlung begeben musste (vgl. Suva-act. 15). Es bestehen jedoch keine 

Hinweise darauf, dass dieses Keloid aufgrund einer fehlerhaften Erstbehandlung 

entstanden wäre. Ohnehin würde selbst das durch einen Ärztefehler bedingte Auftreten 

4.4.5. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 24/26

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eines Keloids nicht ausreichen, um das Kriterium der fehlerhaften ärztlichen 

Behandlung in ausgeprägter Weise zu bejahen.

Die Dauer der ärztlichen Behandlung und die geklagten Beschwerden deuten 

alleine nicht schon auf einen schwierigen Heilungsverlauf hin. Das entsprechende 

Kriterium erfordert besondere Gründe, welche die Heilung beeinträchtigt und verzögert 

haben (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 7. Februar 2008, U 590/06, E. 4.3.2, und 

vom 10. Juli 2008, 8C_61/2008, E. 7.6). Vorliegend liegen keine besonderen Gründe für 

einen schwierigen Heilungsverlauf im Sinne der Rechtsprechung vor. Entgegen der 

Ansicht des Beschwerdeführers (Suva-act. 163) sind bei der Prüfung im Sinne von BGE 

115 V 133 psychische Aspekte ausser Acht zu lassen (BGE 115 V 140 E. 6c/aa, vgl. 

auch Urteil des Bundesgerichts vom 7. Dezember 2009, 8C_487/2009 E. 5 mit 

Hinweis).

4.4.6. 

Die erstbehandelnden Ärzte des Spitals C.___ attestierten dem 

Beschwerdeführer vom 29. August bis zum 10. September 2018 eine 

Arbeitsunfähigkeit von 100 % (Suva-act. 37). Dr. D.___ attestierte ihm sodann weiterhin 

eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % bis mindestens zum 19. November 2018 (vgl. Suva-

act. 25). Am 27. November 2018 berichtete sie, der Beschwerdeführer sei vermindert 

leistungsfähig. Bei ihr seien keine Konsultationen mehr geplant, es finde eine 

regelmässige psychotherapeutische Behandlung statt (Suva-act. 32). Vom 1. bis 31. 

Mai 2019 attestierte Dr. D.___ dem Beschwerdeführer sodann wieder eine 

Arbeitsunfähigkeit von 100 % (Suva-act. 64, 74). Für den Zeitraum vom 1. Juni bis 8. 

Juli 2019 liegt ein Arbeitsunfähigkeitsattest von der in der gleichen Hausarztpraxis 

tätigen Dr. med. S.___ im Recht (Suva-act. 93). Der Beschwerdeführer reichte zudem 

mit seiner Beschwerde ein weiteres Attest der gleichen Hausarztpraxis ein, welches 

eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % ab 28. August 2018 sowie eine voraussichtlich 

dauernde Arbeitsunfähigkeit von 80 % ab 1. April 2020 ausweist (act. G1.6). Die 

Hausärzte begründeten ihre Atteste nicht. PD Dr. N.___ führte am 4. Februar 2020 aus, 

der Beschwerdeführer sei weiterhin arbeitsunfähig. Er habe vor allem starke 

Schmerzen, aber auch eine abnorme Erschöpfbarkeit in sämtlichen Muskeln, die ihn 

daran hindere, sich stärker zu belasten (Suva-act. 163-5 f.). Es ist davon auszugehen, 

dass die von den behandelnden Ärzten attestierte Arbeitsunfähigkeit mindestens 

teilweise nicht auf unfallkausale Beschwerden zurückzuführen war. Das Kriterium der 

langdauernden Arbeitsfähigkeit ist damit zumindest nicht in besonders ausgeprägter 

Weise erfüllt.

4.4.7. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 25/26

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5.

Zusammengefasst lagen damit spätestens per 26. Januar 2020 keine unfallkausalen 

Beschwerden mehr vor, weshalb die Leistungseinstellung auf diesen Zeitpunkt hin 

nicht zu beanstanden ist. Die weiter geplante Behandlung durch Dr. O.___ (vgl. act. 

G11.1) ändert daran nichts, zumal diese keine unfallkausalen Beschwerden adressierte. 

Zudem führte Dr. O.___ selbst aus, es sei davon auszugehen, dass die in der Schweiz 

anerkannten Massnahmen dem Beschwerdeführer keine Aussicht auf eine namhafte 

Verbesserung des Gesundheitszustandes garantieren könnten (act. G11.1). Vor diesem 

Hintergrund besteht ohnehin kein Anspruch auf eine Rente und eine 

Integritätsentschädigung, weshalb sich eine entsprechende Prüfung erübrigt.

6.  

Da somit höchstens drei der zu berücksichtigenden Kriterien erfüllt sind, keines 

jedoch in besonders ausgeprägter Weise, ist der adäquate Kausalzusammenhang 

zwischen den Unfällen vom 29. August 2018 und den organisch nicht objektivierbaren 

Beschwerden zu verneinen. Folglich erübrigt sich die Prüfung des natürlichen 

Kausalzusammenhangs (vgl. BGE 135 V 465 E. 5.1).

4.4.8. 

Im Sinne der Erwägungen ist der angefochtene Einspracheentscheid nicht zu 

beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde ist abzuweisen.

6.1. 

Gerichtskosten sind keine zu erheben (aArt. 61 lit. a ATSG in der bis 31. Dezember 

2020 gültigen, für das vorliegende Verfahren gemäss Art. 82a ATSG noch 

anwendbaren Fassung).

6.2. 

Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung die Kosten der 

Rechtsvertretung des Beschwerdeführers. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In 

der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach 

Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung (HonO; sGS 963.75; in der vorliegend 

anwendbaren, seit 1. Januar 2019 gültigen Fassung, siehe Art. 30  HonO) pauschal 

Fr. 1'500.-- bis Fr. 15'000.--. Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers hat am 18. 

Dezember 2020 eine Kostennote eingereicht und bei einem Aufwand von 27.65 

Stunden eine Parteientschädigung von insgesamt Fr. 6'194.05 geltend gemacht 

(Stundenansatz für unentgeltliche Rechtsverbeiständung von Fr. 200.--; act. G15.1). Mit 

Blick auf die bei einem durchschnittlichen Fall im Bereich der Unfallversicherung vom 

Versicherungsgericht praxisgemäss zugesprochene Parteientschädigung von Fr. 

6.3. 

bis

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 26/26

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Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.

Der Staat entschädigt die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers mit Fr. 3'200.-- 

(inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer).

4'000.-- und den vorliegend vergleichsweise geringen Aktenumfang erscheint der 

geltend gemachte Aufwand als übersetzt. In der Verwaltungsrechtspflege ist sodann 

grundsätzlich keine Entschädigung nach Stunden, sondern es sind Pauschalen 

vorgesehen. Der Bedeutung und der insgesamt als durchschnittlich zu bewertenden 

Schwierigkeit der Streitsache angemessen erscheint auch unter Berücksichtigung der 

sich stellenden Rechtsfragen eine Parteientschädigung von pauschal Fr. 4'000.-- 

(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen. Diese ist um einen 

Fünftel zu kürzen (Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes, sGS 963.70). Somit hat der 

Staat die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers pauschal mit Fr. 3'200.-- (inklusive 

Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.

Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur 

Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen 

Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).

6.4. 

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	Entscheid Versicherungsgericht, 18.08.2021
	Art. 6 UVG. Bejahung des Dahinfallens der unfallkausalen Folgen zweier RQW und einer Commotio cerebri im Zeitpunkt der Leistungseinstellung. Verneinung des adäquaten Kausalzusammenhangs der organisch nicht objektivierbaren Beschwerden in Anwendung der Kriterien der sogenannten "Psycho-Praxis" (BGE 115 V 133). Abweisung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 18. August 2021, UV 2020/47).

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