# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** df090f97-e417-5ff5-aa47-d7d88abecbbc
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-04-13
**Language:** de
**Title:** Zug Obergericht Sonstiges 13.04.2022 BS 2021 84
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Obergericht/ZG_OG_999_BS-2021-84_2022-04-13.pdf

## Full Text

20220217_165901_ANOM.docx

I. Beschwerdeabteilung BS 2021 84
VA 2022 54

Oberrichter lic.iur. St. Scherer, Abteilungspräsident
Oberrichter lic.iur. F. Ulrich
Oberrichter lic.iur. St. Dalcher
Gerichtsschreiber lic.iur. C. Schwegler

Beschluss und Verfügung vom 13. April 2022 [rechtskräftig]

in Sachen

B.________, 
vertreten durch RA MLaw C.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Staatsanwaltschaft des Kantons Zug, I. Abteilung, An der Aa 4, Postfach, 6301 Zug,
vertreten durch STA lic.iur. E.________,
Beschwerdegegnerin,

betreffend

amtliche Verteidigung

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Sachverhalt

1. Mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft des Kantons Zug vom 18. August 2021 wurde 
B.________ der vorsätzlichen Verletzung der Einreisevorschriften gemäss Art. 115 Abs. 1 lit. 
a i.V.m. Art. 5 Abs. 1 lit. a AIG schuldig gesprochen und mit einer Geldstrafe von 40 
Tagessätzen zu CHF 30.00 bestraft, wovon zwei Tage als durch vorläufige Festnahme 
geleistet gelten. Der Vollzug der Geldstrafe wurde unter Ansetzung einer Probezeit von drei 
Jahren aufgeschoben. B.________ wird vorgeworfen, am 17. August 2021 von A.________ 
herkommend mit dem Zug in die Schweiz gereist zu sein, sich gleichentags als D.________ 
am Schalter der Zuger Polizei unter dem Namen G.________ gemeldet zu haben, wobei er 
keine Ausweispapiere bei sich gehabt habe. Um unter einer falschen Identität ein neues 
Asylverfahren zu beantragen, habe er sich vorgängig auf unbekannte Weise die 
Fingerkuppen ausgebrannt und die Handflächen orange gefärbt, um die Identifizierung zu 
erschweren. Gemäss Eurodac (zentrale Fingerabdruckdatenbank der Europäischen Union in 
Asylangelegenheiten) sei er unter dem Namen B.________ registriert (Vi act. 6/1). Am 23. 
August 2021 erhob B.________ gegen diesen Strafbefehl Einsprache (Vi act. 6/3).

2. Mit Eingabe vom 6. September 2021 stellte Rechtsanwältin C.________ im Auftrag von 
B.________ bei der Staatsanwaltschaft das Gesuch, als amtliche Verteidigerin von 
B.________ eingesetzt zu werden.

3. Mit Verfügung vom 5. Oktober 2021 wies die Staatsanwaltschaft das Gesuch um amtliche 
Verteidigung ab. 

4. Gegen diese Verfügung liess B.________ (nachfolgend: Beschwerdeführer) mit Eingabe vom 
13. Oktober 2021 Beschwerde bei der I. Beschwerdeabteilung des Obergerichts erheben und 
folgende Anträge stellen:

1. Die angefochtene Verfügung sei aufzuheben.

2. Dem Beschwerdeführer sei für das bei der Staatsanwaltschaft des Kantons Zug geführte 
Strafverfahren 1A 2021 1480 (Einsprache gegen Strafbefehl wegen Widerhandlung gegen das AIG 
vom 18. August 2021) mit Wirkung per 6. September 2021 in der Person der unterzeichnenden 
Rechtsvertreterin eine amtliche Verteidigung zu bestellen.

3. Eventualiter sei die Sache zur erneuten Prüfung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

4. Dem Beschwerdeführer sei für das vorliegende Beschwerdeverfahren die unentgeltliche 
Rechtspflege zu bewilligen und in der Person der unterzeichnenden Rechtsvertreterin eine 
unentgeltliche Rechtsbeiständin zu bestellen.

5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin.

5. Die Staatsanwaltschaft beantragte in der Vernehmlassung vom 20. Oktober 2021 die 
kostenfällige Abweisung der Beschwerde.

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Erwägungen

1. Soweit der Beschwerdeführer in der Beschwerdeschrift Ausführungen zur Gültigkeit der 
Einsprache gegen den Strafbefehl vom 18. August 2021 macht, ist darauf nicht weiter 
einzugehen. Diese Frage bildet Gegenstand eines weiteren Beschwerdeverfahrens (BS 2022 
13), in welchem der Beschwerdeführer eine Verfügung des Einzelrichters am Strafgericht 
vom 27. Januar 2022 (Verfahren SE 2021 53) angefochten hat.

2. Der Beschwerdeführer rügt zunächst eine Verletzung des rechtlichen Gehörs. Seine 
Rechtsvertreterin habe der Staatsanwaltschaft am 6. September 2021 die Mandatsaufnahme 
angezeigt und darum gebeten, dass ihr die vollständigen Akten zur Einsichtnahme zugestellt 
würden. Darüber hinaus habe sie ein Gesuch um Bestellung als amtliche Verteidigerin 
eingereicht und in Aussicht gestellt, das Gesuch nach Erhalt der Akten zu begründen. Die 
Akten seien seiner Rechtsvertreterin erst am 7. Oktober 2021 und gleichzeitig mit dem 
angefochtenen Entscheid über die Abweisung des Gesuchs um amtliche Verteidigung 
zugestellt worden.

2.1 Als Beschuldigter nach Art 111 StPO hat der Beschwerdeführer im Strafverfahren 
Parteistellung (Art. 104 Abs. 1 lit. a StPO). Als Partei hat er grundsätzlich Anspruch auf 
rechtliches Gehör (Art. 3 Abs. 2 lit. c, Art. 101 Abs. 1 und Art. 107 Abs. 1 lit. a StPO). Das 
Recht, angehört zu werden, ist formeller Natur. Dessen Verletzung führt ungeachtet der 
materiellen Begründetheit des Rechtsmittels zur Gutheissung der Beschwerde und zur 
Aufhebung des angefochtenen Entscheides (BGE 135 I 279 E. 2.6.1). 

2.2 Die Staatsanwaltschaft teilte der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers am 7. September 
2021 mit, dass die Voraussetzungen für eine amtliche Verteidigung nicht gegeben seien, 
stellte der Rechtsvertreterin den Strafbefehl mit der Empfangsbescheinigung und der 
Verzichtserklärung des Beschwerdeführers zu und stellte ihr in Aussicht, ihr die Originalakten 
der Zuger Polizei zukommen zu lassen, sobald diese der Staatsanwaltschaft zugegangen 
seien (Vi act. 9/3). Am 5. Oktober 2021 wies die Staatsanwaltschaft das Gesuch um amtliche 
Verteidigung ab und hiess am 6. Oktober 2021 das Gesuch der Rechtsvertreterin um 
Einsicht in die Untersuchungsakten gut (Vi act. 9/4 und 9/5). Der Erlass der angefochtenen 
Verfügung erfolgte somit bereits vor der Verfügung um Gutheissung des 
Akteneinsichtsgesuches, so dass sich die Rechtsvertreterin zur Begründung ihres Gesuches 
um amtliche Verteidigung nicht mehr dazu äussern konnte. Insofern hat die 
Staatsanwaltschaft das rechtliche Gehör des Beschwerdeführers verletzt. 

2.3 Somit wäre der angefochtene Entscheid grundsätzlich aufzuheben. Nach der 
Rechtsprechung kann jedoch eine - nicht besonders schwerwiegende - Verletzung des 
rechtlichen Gehörs ausnahmsweise geheilt werden, wenn der betroffenen Person die 
Möglichkeit gegeben wird, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu äussern und die 
Beschwerdeinstanz alle Mängel des Verfahrens bezüglich Sachverhalt und Rechtslage unter 
Berücksichtigung von Noven frei überprüfen kann. Von einer Rückweisung der Sache ist 
selbst bei einer schwerwiegenden Verletzung des rechtlichen Gehörs dann abzusehen, wenn 
und soweit die Rückweisung zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen 
Verzögerungen führen würde, die mit dem (der Anhörung gleichgestellten) Interesse der 

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betroffenen Partei an einer beförderlichen Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wären 
(Urteil des Bundesgerichts 8C_682/2020 vom 17. Februar 2021 E. 3.1 m.H.).

Im vorliegenden Fall ist eine Rückweisung an die Staatsanwaltschaft trotz des erwähnten 
formellen Mangels nicht gerechtfertigt. Der Beschwerdeführer hat die Möglichkeit, sich im 
vorliegenden Beschwerdeverfahren zu äussern, wovon er Gebrauch gemacht hat. Die 
Beschwerdeinstanz verfügt über volle Kognition. Eine Rückweisung an die 
Staatsanwaltschaft käme daher einem formalistischen Leerlauf gleich.

3. Liegt kein Fall notwendiger Verteidigung gemäss Art. 130 StPO vor, ordnet die 
Verfahrensleitung eine amtliche Verteidigung an, wenn die beschuldigte Person nicht über 
die erforderlichen Mittel verfügt und die Verteidigung zur Wahrung ihrer Interessen geboten 
ist (Art. 132 Abs. 1 lit. b StPO). Zur Wahrung der Interessen der beschuldigten Person ist die 
Verteidigung namentlich geboten, wenn es sich nicht um einen Bagatellfall handelt und der 
Straffall in tatsächlicher oder rechtlicher Hinsicht Schwierigkeiten bietet, denen die 
beschuldigte Person allein nicht gewachsen wäre (Art. 132 Abs. 2 StPO). Ein Bagatellfall 
liegt jedenfalls dann nicht mehr vor, wenn eine Freiheitsstrafe von mehr als vier Monaten 
oder eine Geldstrafe von mehr als 120 Tagessätzen zu erwarten ist (Art. 132 Abs. 3 StPO). 
Bei offensichtlichen Bagatelldelikten, bei denen nur eine Busse oder eine geringfügige 
Freiheitsstrafe in Frage kommt, hat das Bundesgericht einen bundesrechtlichen bzw. 
verfassungsmässigen Anspruch auf unentgeltliche Rechtsverbeiständung verneint (BGE 128 
I 225 E. 2.5.2 m.H.).

Mit Art. 132 StPO wurde die bisherige bundesgerichtliche Rechtsprechung zu Art. 29 Abs. 3 
BV und Art. 6 Ziff. 3 lit. c EMRK kodifiziert (BGE 139 IV 113 E. 4.3). Demnach hat die 
bedürftige Partei Anspruch auf unentgeltliche Verbeiständung, wenn ihre Interessen in 
schwerwiegender Weise betroffen sind und der Fall in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht 
Schwierigkeiten bietet, die den Beizug eines Rechtsvertreters erforderlich machen. Falls das 
in Frage stehende Verfahren besonders stark in die Rechtsposition des Betroffenen eingreift, 
ist die Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsvertreters grundsätzlich geboten. Droht zwar 
eine erhebliche, nicht aber eine besonders schwere Freiheitsbeschränkung, müssen zur 
relativen Schwere des Eingriffs besondere tatsächliche oder rechtliche Schwierigkeiten 
hinzukommen, denen der Betroffene – auf sich allein gestellt – nicht gewachsen wäre. Als 
besondere Schwierigkeiten, die eine Verbeiständung rechtfertigen können, fallen auch in der 
betroffenen Person liegende Gründe in Betracht, insbesondere deren Unfähigkeit, sich im 
Verfahren zurechtzufinden (vgl. BGE 128 I 225 E. 2.5.2 m.H.; Urteil des Bundesgerichts 
1B_416/2021 vom 27. Oktober 2021 E. 3.1 m.H.). Auch Sprachschwierigkeiten, mangelnde 
Vertrautheit mit dem schweizerischen Rechtssystem oder heikle Abgrenzungsfragen können 
tatsächliche oder rechtliche Schwierigkeiten begründen, welche, insgesamt betrachtet, für die 
sachliche Notwendigkeit einer amtlichen Verteidigung sprechen (Urteil des Bundesgerichts 
1B_66/2015 vom 12. August 2015 E. 2.2 m.H.).

4. Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft ist die amtliche Verteidigung zur Wahrung der 
Interessen des Beschwerdeführers nicht geboten, weil das Verfahren in tatsächlicher und 
rechtlicher Hinsicht keine Schwierigkeiten biete, denen der Beschwerdeführer alleine nicht 
gewachsen wäre, und es sich in keiner Weise um einen komplexen Fall, sondern um einen 
Bagatellfall handle.

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5. Dem Beschwerdeführer wurde im Strafbefehl vom 18. August 2021 vorgeworfen, vorsätzlich 
die Einreisevorschriften nach Art. 5 AIG verletzt zu haben, da er bei der Einreise in die 
Schweiz über kein für den Grenzübertritt anerkanntes Ausweispapier verfügte. Er wurde 
dafür mit einer Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu CHF 30.00 bestraft, somit einer Strafe, 
welche nach Art. 132 Abs. 3 StPO sowie unter Berücksichtigung der bundesgerichtlichen 
Praxis als Bagatellfall zu qualifizieren ist. Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist der 
Anspruch auf amtliche Verteidigung zudem unter Umständen zu bejahen, wenn die 
Interessen des Beschwerdeführers zwar nicht wegen der zu erwartenden strafrechtlichen 
Sanktion, aber aus anderen Gründen in schwerwiegender Weise unmittelbar betroffen sind 
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 1B_372/2011 vom 29. August 2011 E. 2.2.3).

Zu prüfen bleibt somit, ob das Verfahren in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht 
Schwierigkeiten bietet, denen der Beschwerdeführer alleine nicht gewachsen wäre und die 
den Beizug eines Rechtsvertreters erforderlich machen. 

6. Der Beschwerdeführer macht dazu im Wesentlichen Folgendes geltend: 

6.1 Der Fall sei in strafrechtlicher Hinsicht als äusserst komplex zu qualifizieren. Der 
Beschwerdeführer habe sich am Schalter der Polizei gemeldet, um ein Asylgesuch zu 
stellen. Es werde sich deshalb die Frage stellen, ob der in Frage stehende Strafbefehl mit 
der Flüchtlingskonvention zu vereinbaren sei. Darüber hinaus lägen nicht von der Hand zu 
weisende Indizien vor, dass das Staatssekretariat für Migration SEM die 
Flüchtlingseigenschaft bzw. die Zulässigkeit eines Wegweisungsvollzugs in Bezug auf den 
Beschwerdeführer, welcher D.________ Staatsangehöriger sei, vertieft abzuklären 
verpflichtet sei. Es drohe die Gefahr, dass die Verurteilung wegen illegaler Einreise einen 
Verstoss gegen die Flüchtlingskonvention darstelle. Ausserdem werde im Strafverfahren zu 
thematisieren sein, ob eine Bestrafung des Beschwerdeführers mit der EU-
Rückführungsrichtlinie, welche die Schweiz aufgrund des Schengen-Abkommens ebenfalls 
anzuwenden habe, vereinbart werden könne.

6.2 Das in Frage stehende Strafverfahren weise auch in strafprozessualer Hinsicht diverse 
komplexe rechtliche Fragen auf. Der Beschwerdeführer spreche kein Deutsch. Sämtliche 
Verfahrensschritte seien ohne Beizug eines Übersetzers vorgenommen worden. Auch sei der 
Strafbefehl dem Beschwerdeführer nicht in seine Muttersprache F.________ übersetzt 
worden. Der Beschwerdeführer habe angegeben, ein bisschen englisch zu sprechen. Einzig 
an zwei Stellen würden sich Hinweise darauf finden, dass der Polizist mit dem 
Beschwerdeführer englisch gesprochen habe. Es stelle sich die Frage, ob der 
Beschwerdeführer über ausreichende Englischkenntnisse verfüge, um rechtsgültig an 
Verfahrenshandlungen in englischer Sprache teilzunehmen. Unklar sei sodann, ob der 
zuständige Polizist über die nötigen Sprachkenntnisse verfügt habe, um als Englisch-
Übersetzer zu fungieren. Es könne den Akten nicht entnommen werden, dass er bei allen 
Verfahrenshandlungen unter Hinweis auf die Straffolgen bei vorsätzlich falscher Übersetzung 
in die Pflicht genommen worden wäre. Zweifelhaft sei sodann, ob dem Beschwerdeführer der 
Strafbefehl rechtsgültig eröffnet worden sei. 

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6.3 Es lägen sodann besondere Gründe in der Person des Beschwerdeführers vor, welche eine 
Verteidigung geboten erscheinen liessen. Der Beschwerdeführer sei Asylsuchender und mit 
dem Schweizer Rechtssystem nicht vertraut. Es spreche kein Deutsch und sei nicht in der 
Lage, seine Argumente selbständig vorzutragen. Aufgrund seines prekären Aufenthaltsstatus 
sei er als besonders verletzlich einzustufen. 

7. Gemäss dem Rapport der Zuger Polizei vom 13. September 2021 (Vi act. 1/1) meldete sich 
der Beschwerdeführer am 17. August 2021 am Schalter der Zuger Polizei, um einen 
Asylantrag zu stellen. Der Beschwerdeführer führte keine Ausweispapiere mit sich und gab 
an, G.________ zu heissen und aus D.________ zu stammen. Der Beschwerdeführer wurde 
vorläufig festgenommen und erkennungsdienstlich behandelt. Dabei stellte sich heraus, dass 
es sich beim Beschwerdeführer um B.________ handelt, er mit dem Zug von A.________ 
herkommend in die Schweiz einreiste, um einen Asylantrag zu stellen. Ausserdem hatte sich 
der Beschwerdeführer auf unbekannte Weise die Fingerkuppen ausgebrannt und die 
Handflächen in orange Farbe getaucht, um eine Identifizierung zu verunmöglichen und so mit 
einer neuen Identität (G.________) ein neues Asylverfahren zu erreichen. Abklärungen beim 
Amt für Migration des Kantons Zug ergaben sodann, dass der Beschwerdeführer über einen 
Asylstatus in H.________ verfügt und somit ohne gültige Ausweise widerrechtlich in die 
Schweiz eingereist ist (Vi act. 4/1).

An der Einvernahme vom 17. August 2021 gab der Beschwerdeführer gegenüber der Zuger 
Polizei an, F.________ sei seine Muttersprache. Ausserdem spreche er ein bisschen 
I.________ und ein bisschen Englisch. Auf Nachfrage des einvernehmenden Polizisten gab 
er an, es gehe, wenn er mit ihm auf Englisch spreche (Vi act. 2/1). Der Strafbefehl vom 
18. August 2021 wurde dem Beschwerdeführer gleichentags gegen Empfangsbescheinigung 
ausgehändigt. Der Beschwerdeführer bestätigte unterschriftlich, den Strafbefehl 
entgegengenommen zu haben, dass ihm der Inhalt übersetzt worden sei und er den Inhalt 
verstanden habe. Ausserdem erklärte er ausdrücklich den Verzicht, gegen den Strafbefehl 
Einsprache oder anderweitige Rechtsmittel einzulegen. Er habe verstanden, dass der 
Strafbefehl damit sofort zum rechtskräftigen und vollstreckbaren Urteil werde. Bestätigt 
wurde schliesslich vom Übersetzer, dass der Strafbefehl dem Beschwerdeführer übersetzt 
worden und die Übersetzung in englischer Sprache unter Hinweis auf Art. 307 StGB korrekt 
vorgenommen worden sei (Vi act. 6/2). Im Bericht der Zuger Polizei vom 20. Oktober 2021 
hielt der zuständige Sachbearbeiter zudem fest, dass er dem Beschwerdeführer sowohl den 
Strafbefehl als auch die Verzichtserklärung auf Englisch übersetzt habe (Vi act. 6/5). Art. 68 
Abs. 2 StPO schreibt eine Übersetzung in eine dem Beschwerdeführer verständliche 
Sprache vor. Eine Übersetzung in die Muttersprache des Beschwerdeführers war demnach 
entgegen seiner Auffassung nicht erforderlich, zumal der Beschwerdeführer ausdrücklich 
angab, ein bisschen Englisch zu verstehen, was sich auch aus den Antworten des 
Beschwerdeführers zu den verschiedenen Fragen des Einvernehmenden ergibt. Dem 
Einvernahmeprotokoll ist jedenfalls nicht zu entnehmen ist, dass Verständigungsprobleme 
aufgetaucht wären. Insofern bestehen jedenfalls auch keine Anhaltspunkte dafür, dass der 
einvernehmende Polizist nicht über ausreichende Englischkenntnisse verfügt hätte, um die 
Einvernahme durchzuführen und dem Beschwerdeführer den Strafbefehl und die 
Verzichtserklärung zu übersetzen. Sodann geht aus den Akten hinreichend klar hervor, dass 
der Beschwerdeführer in englischer Sprache durchaus in der Lage war, seine Argumente 
selbständig vorzutragen. Von Verständigungsproblemen, welche die Gewährung der 

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amtlichen Verteidigung zur Wahrung der Interessen des Beschwerdeführers geboten hätten, 
kann somit nicht gesprochen werden. 

Ebenso wenig kann gesagt werden, dass es sich vorliegend um einen rechtlich komplexen 
Fall handelt, der eine amtliche Verteidigung zur Wahrung der Interessen des 
Beschwerdeführers erfordern würde. Dem Beschwerdeführer wird, wie erwähnt, einzig 
vorgeworfen, ohne anerkannte Ausweispapiere in die Schweiz eingereist zu sein. Der 
Tatvorwurf ist damit weder als besonders schwer noch als besonders komplex anzusehen. 
Auch ist nicht ersichtlich, inwiefern der Straffall in beweisrechtlicher Hinsicht besondere 
Schwierigkeiten bieten soll. Es fand einzig eine Einvernahme durch die Zuger Polizei statt. 
Eine formelle Befragung oder weitere Untersuchungshandlungen erachtet die 
Staatsanwaltschaft nicht als erforderlich. Entsprechend ist auch der Aktenumfang äusserst 
gering. Ob der in Frage stehende Strafbefehl mit der Flüchtlingskonvention und eine 
Bestrafung des Beschwerdeführers mit der EU-Rückführungsrichtlinie vereinbar ist, wäre 
sodann von Amtes wegen zu klären, sofern die vom Beschwerdeführer dagegen erhobene 
Einsprache überhaupt als gültig erachtet wird. 

8. Der Beschwerdeführer stellt ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege für das 
Beschwerdeverfahren und die Bestellung seiner Rechtsvertreterin als unentgeltliche 
Rechtsbeiständin.

Gemäss Art. 29 Abs. 3 BV hat jede Person, die nicht über die erforderlichen Mittel verfügt, 
Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege, wenn ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos 
erscheint, wobei Art. 29 Abs. 3 BV nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung als 
verfassungsrechtliche Minimalgarantie neben der StPO Anwendung findet und der Anspruch 
nach dieser Bestimmung für jegliches staatliches Verfahren gilt, in das der Beschwerdeführer 
einbezogen wird (Urteil des Bundesgerichts 6B_1144/2016 vom 15. Juni 2017 E. 1.3 m.H.). 
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts ist ein Rechtsbegehren dann als aussichtslos 
anzusehen, wenn die Gewinnaussichten erheblich geringer sind als die Verlustgefahren und 
deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden können, wobei massgebend ist, ob eine 
Partei, die über die nötigen Mittel verfügt, sich bei vernünftiger Überlegung zu einem Prozess 
entschliessen würde (BGE 138 III 217 E. 2.2.4 m.H.).

Die Beschwerde gegen die Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 5. Oktober 2021 erweist 
sich ohne Weiteres als aussichtslos, da das Verfahren, welches zum Strafbefehl der 
Staatsanwaltschaft vom 18. August 2021 führte, unter Berücksichtigung der 
bundesgerichtlichen Praxis als Bagatellfall zu beurteilen ist und das Verfahren insbesondere 
auch nicht in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht Schwierigkeiten bietet, denen der 
Beschwerdeführer alleine nicht gewachsen wäre und die den Beizug eines Rechtsvertreters 
erforderlich machen würden. Entsprechend ist das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege 
abzuweisen.

9. Bei diesem Ausgang sind die Kosten des Beschwerdeverfahrens dem Beschwerdeführer 
aufzuerlegen (Art. 428 Abs. 1 StPO).

I. Verfügung des Abteilungspräsidenten

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1. Das Gesuch des Beschwerdeführers um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege für 
das Beschwerdeverfahren wird abgewiesen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

II. Beschluss der Beschwerdeabteilung

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die Kosten dieses Verfahrens betragen

CHF 500.00 Gebühren
CHF 25.00 Auslagen
CHF 525.00 Total

und werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

III. Rechtsmittel und Mitteilung

1. Gegen diese Entscheide ist die Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 78 ff. des 
Bundesgerichtsgesetzes (BGG) zulässig; die Beschwerdegründe richten sich nach Art. 95 ff. 
BGG. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen seit Zustellung des Entscheids schriftlich, 
begründet und mit bestimmten Anträgen sowie unter Beilage des Entscheides und der 
Beweismittel (vgl. Art. 42 BGG) beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, 
einzureichen.

2. Mitteilung an:
- Parteien 
- Rechtsanwältin MLaw C.________
- Gerichtskasse (im Dispositiv)

Obergericht des Kantons Zug 
I. Beschwerdeabteilung

lic.iur. St. Scherer lic.iur. C. Schwegler
Abteilungspräsident Gerichtsschreiber

versandt am: