# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b47c5de2-cd9c-57de-bba8-b2e0bf7f0fec
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2008-04-30
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsgericht 30.04.2008 B 2008/22
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VG_001_B-2008-22_2008-04-30.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: B 2008/22

Stelle: Verwaltungsgericht

Rubrik: Verwaltungsgericht

Publikationsdatum: 30.04.2008

Entscheiddatum: 30.04.2008

Urteil des Verwaltungsgerichts vom 30. April 2008
Verfahrensrecht, Einsprache gegen Steuerveranlagung, Art. 180 Abs. 1 StG 
(sGS 811.1), Art. 8 ZGB (SR 210). Wird eine Veranlagungsverfügung 
uneingeschrieben versandt, so trägt die Behörde die Beweislast für die 
Zustellung. Eine Verspätung von 17 Tagen liegt bei B-Post-Sendungen nicht 
ausserhalb jeder Wahrscheinlichkeit, weshalb ohne zusätzliche Indizien ein 
früherer Empfang nicht nachgewiesen ist (Verwaltungsgericht, B 2008/22).

Anwesend: Präsident Prof. Dr. U. Cavelti; Verwaltungsrichter Dr. E. Oesch-Frischkopf, 

lic. iur. A. Linder, Dr. B. Heer, lic. iur. A. Rufener; Gerichtsschreiber lic. iur. Th. Vögeli

_______________

 

In Sachen

D.S.,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. F.,

gegen

 

Verwaltungsrekurskommission des Kantons St. Gallen,Abteilung I/1, Unterstrasse 28, 

9001 St. Gallen,

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Vorinstanz,

und

Kantonales Steueramt,Davidstrasse 41, 9001 St. Gallen,

Beschwerdegegner,

 

betreffend

Staats- und Gemeindesteuern 2005

Nichteintreten

 

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:

A./ Der Steuerpflichtige D.S. wohnt in St. Gallen. Er wurde für die Staats- und 

Gemeindesteuern 2005 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 102'600.--, ohne 

steuerbares Vermögen, und für die direkte Bundessteuer 2005 mit einem steuerbaren 

Einkommen von Fr. 101'600.-- veranlagt. Die Veranlagungsverfügungen datieren vom 

7. März 2007 und wurden dem Steuerpflichtigen uneingeschrieben zugestellt.

Mit Schreiben vom 24. April 2007 erhob D.S. beim Steueramt der Stadt St. Gallen 

Einsprache gegen die Veranlagungsverfügungen für die Staats- und Gemeindesteuern 

2005 und die direkte Bundessteuer 2005.

Am 30. April 2007 entschied das kantonale Steueramt, auf die Einsprachen wegen 

Verspätung nicht einzutreten.

B./ Gegen die Nichteintretensentscheide des kantonalen Steueramts vom 30. April 

2007 erhob D.S. durch seinen Rechtsvertreter Rekurs bzw. Beschwerde bei der 

Verwaltungsrekurskommission. Er machte geltend, die Veranlagungsverfügungen seien 

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erst am 2. April 2007 beim Steuerpflichtigen eingegangen. Gegenteiliges sei nicht 

erwiesen, weshalb auf dieses Datum abzustellen sei.

Die Verwaltungsrekurskommission wies den Rekurs und die Beschwerde mit 

Entscheiden vom 13. Dezember 2007 ab. Sie erwog, es sei nicht glaubhaft dargetan, 

dass die vom Steuerpflichtigen behauptete Zustellung der angefochtenen 

Veranlagungsverfügungen erst am 2. April 2007 erfolgt sei. Daher sei davon 

auszugehen, dass eine Verzögerung der Zustellung von mehr als zehn Tagen aufgrund 

der allgemeinen Erfahrung jenseits jeder Wahrscheinlichkeit bleibe, weshalb das 

kantonale Steueramt zu Recht auf die Einsprachen zufolge Verspätung nicht 

eingetreten sei.

C./ Mit Eingaben seines Rechtsvertreters vom 21. Januar 2008 erhob der 

Steuerpflichtige Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem Antrag, die 

Nichteintretensentscheide des kantonalen Steueramtes vom 30. April 2007 betreffend 

Staats- und Gemeindesteuern 2005 sowie direkte Bundessteuern 2005 seien 

aufzuheben, auf die Sache sei einzutreten und diese sei zur Neubeurteilung an die 

Vorinstanz zurückzuweisen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Ausserdem 

beantragte er, die bisher separat laufenden Verfahren betreffend Staats- und 

Gemeindesteuern sowie direkte Bundessteuern seien zu vereinigen, da sich in beiden 

Verfahren die nämlichen Rechtsfragen stellten. Die zur Begründung vorgebrachten 

Ausführungen werden, soweit wesentlich, in den nachstehenden Erwägungen 

dargelegt und gewürdigt.

Die Vorinstanz beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 1. Februar 2008 unter Hinweis 

auf die Erwägungen der angefochtenen Entscheide die Abweisung der Beschwerden.

Das kantonale Steueramt verzichtete mit Schreiben vom 12. Februar 2008 auf eine 

Vernehmlassung und verwies auf die begründeten Entscheide vom 13. Dezember 

2007.

Darüber wird in Erwägung gezogen:

1. Der Beschwerdeführer beantragt, die bisher separat laufenden Verfahren betr. 

Staats- und Gemeindesteuern und betr. direkte Bundessteuern seien zu vereinigen. In 

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beiden Rechtsmittelverfahren stellen sich dieselben Tatsachen- und Rechtsfragen, 

wobei allerdings die gesetzlichen Grundlagen für die beiden Steuerarten nicht 

dieselben sind. Vorliegend sind zwei Entscheide angefochten; der eine betrifft die 

Staats- und Gemeindesteuern und der andere die direkte Bundessteuer. Daher sind 

zwei Urteile zu fällen, die zwar in einem einzigen Akt ergehen können, aber separate 

Begründungen und Dispositive für die kantonalen Steuern und die direkte 

Bundessteuer aufweisen müssen (vgl. U. Cavelti, in: Zweifel/Athanas, Kommentar zum 

Schweizerischen Steuerrecht, I/2b, 2. Aufl., Basel 2008, Art. 143 N 10b mit Hinweis auf 

BGE 130 II 509 E. 8). Dies schliesst zwar Verweisungen nicht aus, doch erscheint die 

Vereinigung der Verfahren und die Entscheidung in einem einzigen Akt namentlich 

aufgrund der verschiedenartigen gesetzlichen Vorschriften nicht zweckmässig. Dem 

Antrag auf Vereinigung der Verfahren ist daher nicht stattzugeben.

Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59 Abs. 1 des 

Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP; Art. 196 

Abs. 1 des Steuergesetzes, sGS 811.1, abgekürzt StG). Der Beschwerdeführer ist zur 

Ergreifung der Rechtsmittel legitimiert (Art. 196 Abs. 1 StG).

Die Rechtsbegehren des Beschwerdeführers lauten, die Nichteintretensentscheide des 

kantonalen Steueramtes vom 30. April 2007 seien aufzuheben, auf die Sache sei 

einzutreten und diese sei zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen, unter 

Kosten- und Entschädigungsfolge. Anfechtungsobjekt im Beschwerdeverfahren kann 

aber ausschliesslich der Entscheid der Verwaltungsrekurskommission vom 

13. Dezember 2007 betr. Staats- und Gemeindesteuern sein. Beim Rechtsbegehren 

des Beschwerdeführers handelt es sich offenbar um eine versehentliche Bezeichnung 

des Anfechtungsobjekts, da in Ziff. II/2 der Eingaben ausdrücklich auf die Entscheide 

der Vorinstanz vom 13. Dezember 2007 hingewiesen wird. Da die Beschwerdeschriften 

ausserdem eine Darstellung des Sachverhalts und eine Begründung enthalten, ist auf 

die Rechtsmittel einzutreten (Art. 196 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 161 StG und Art. 48 

Abs. 1 in Verbindung mit Art. 64 Abs. 1 StG).

Streitgegenstand im Beschwerdeverfahren kann einzig die Frage sein, ob das 

kantonale Steueramt die Einsprache des Steuerpflichtigen zu Recht als verspätet 

betrachtet hat und nicht darauf eingetreten ist. Auf den Antrag, auf die Sache sei 

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einzutreten und diese sei zur Neubeurteilung zurückzuweisen, kann daher nur insoweit 

eingetreten werden, als bei Gutheissung der Beschwerde das kantonale Steueramt 

anzuweisen wäre, die Einsprache materiell zu behandeln.

2. Nach Art. 180 Abs. 1 StG kann der Steuerpflichtige gegen eine 

Veranlagungsverfügung innert 30 Tagen seit der Eröffnung bei der 

Veranlagungsbehörde schriftlich Einsprache erheben. Die Einsprachefrist von 30 Tagen 

ist eine gesetzliche Frist. Sie hat daher grundsätzlich Verwirkungsfolge (Art. 77 Abs. 2 

des Gerichtsgesetzes, sGS 941.1, abgekürzt GerG). Diese Vorschrift ist aufgrund der 

Verweisung von Art. 161 StG und Art. 30 Satz 1 VRP im Verfahren vor der 

Steuerveranlagungsbehörde betreffend kantonale Steuern grundsätzlich anwendbar.

2.1. Nach Art. 180 Abs. 1 StG in Verbindung mit Art. 82 GerG beginnt die 

Einsprachefrist an dem der Eröffnung der Veranlagungsverfügung folgenden Tag zu 

laufen.

Im vorliegenden Fall wurde die Veranlagungsverfügung, wie dies üblich ist, 

uneingeschrieben und mittels B-Post versandt. Die Verfügung wurde vom 

Verwaltungsrechenzentrum St. Gallen (abgekürzt VRSG) erstellt und von diesem der 

Post zum Versand übergeben. Die Vorinstanz hat darüber einen Amtsbericht eingeholt.

2.2. Nach dem Grundsatz von Art. 8 ZGB trägt die Steuerbehörde die Beweislast für 

die Zustellung (BGE 114 III 54; BGE 2A.495/2003 vom 26. Mai 2004, E. 2.2 und BGE 

2A.494/2005 vom 7. Februar 2006, E. 2.1; vgl. auch Richner/ Frei/Kaufmann, 

Handkommentar zum DBG, Zürich 2003, Art. 133 N 16). Erfolgt die Zustellung wie im 

vorliegenden Fall mit uneingeschriebener Post, so hat demnach die Steuerbehörde auf 

geeignete Art den Beweis dafür zu erbringen, dass und wann die Zustellung erfolgt sei. 

Dabei ist kein strikter Beweis vorausgesetzt; im Rahmen der Beweiswürdigung genügt 

es, dass aufgrund der konkreten Umstände der Zeitraum hinreichend bestimmt werden 

kann, in dem die Sendung in den Machtbereich des Empfängers gelangt sein muss 

(vgl. BGE  2A.494/2005 vom 7. Februar 2006, E. 2.1; BGE 2A.271/1999 vom 

17. November 1999). Das Bundesgericht hat zur Beweislast beim Versand 

uneingeschriebener Briefpostsendungen festgehalten, der Beweis dafür, dass es 

überhaupt zur Zustellung der Verfügung gekommen sei, obliege der Behörde, die allein 

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in der Lage sei, sich den Beweis dafür zu sichern. Wer die Beweislast trage, wann die 

Zustellung erfolgte, hänge davon ab, ob der Versand des Aktes durch die Behörde 

oder der Empfang durch die Partei die Frist auslöse. Für den Fall, dass die 

Rechtsmittelfrist durch den Empfang der Verfügung ausgelöst werde, falle der Behörde 

die Beweislast für das Datum zu, da sie die Beweislosigkeit durch den 

uneingeschriebenen Versand verursacht habe (BGE 114 III 53 f.; vgl. J. Stadelwieser, 

Die Eröffnung von Verfügungen, Diss. St. Gallen 1994, S. 90 mit Hinweisen).

Im vorliegenden Fall ist die Zustellung im Grundsatz nicht bestritten; der 

Beschwerdeführer gelangte in den Besitz der Veranlagung. Streitig ist hingegen, wann 

die Zustellung erfolgt war. Für diese Tatsache ist nach den dargelegten Grundsätzen 

die Steuerbehörde beweispflichtig; diese hat demzufolge nachzuweisen, dass der 

Beschwerdeführer die Einsprache verspätet erhob (BGE 114 III 54). Die Einsprache 

wurde am 24. April 2007 versandt. Damit hat die Behörde nachzuweisen, dass die 

Zustellung spätestens am 24. März 2007 (Samstag) erfolgte. Es ist nicht erforderlich, 

dass ein genaues Datum strikte nachgewiesen wird. Es genügt, wenn aufgrund der 

konkreten Umstände des einzelnen Falles der Zeitraum bestimmt werden kann, in 

welchem die Sendung den Empfänger erreicht haben muss.

2.3. Bestreitet der Betroffene die Zustellung einer uneingeschriebenen Postsendung, 

dann genügt eine Aufgabebescheinigung nicht als Nachweis der Zustellung. Der 

Nachweis kann nach der Praxis des Bundesgerichts jedoch gestützt auf die gesamten 

Umstände erbracht werden. Die Postaufgabe beweist indes nicht zwingend, dass der 

Betroffene den Brief auch empfangen hat, denn ein Fehler der Postzustellung liegt 

nicht derart ausserhalb jeder Wahrscheinlichkeit, dass mit der Möglichkeit einer 

grösseren Verspätung nicht gerechnet werden müsste. Wenn aber eine 

aussergewöhnliche Verspätung der Zustellung geltend gemacht wird, so trägt derjenige 

die Beweislast, der eine solche behauptet. Dass ein B-Post-Brief innerhalb des 

Kantonsgebietes rund einen Monat bzw. über drei Wochen unterwegs ist, wurde vom 

Verwaltungsgericht in seiner bisherigen Praxis als unwahrscheinlich betrachtet, 

weshalb der Betroffene zumindest glaubhaft machen musste, dass solche 

aussergewöhnlichen Umstände vorlagen (vgl. VerwGE vom 6. Juli 2000 i.S. W.B. und 

vom 24. August 2000 i.S. M.G.; Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton 

St. Gallen, St. Gallen 2003, Rz. 888 mit Hinweisen). Demgegenüber erachtete es das 

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Bundesgericht in einem später publizierten Urteil aber nicht für ausserhalb jeder 

Wahrscheinlichkeit, dass zwischen der Aufgabe eines Briefes als B-Post und der 

Zustellung 22 Tage verstreichen können (vgl. BGE 2P.54/2000 vom 5. Juli 2000, in: StE 

2001 B 93.6 Nr. 22). Diesem Urteil lag eine Verfügung zugrunde, die das Datum 7. 

September trug und nach Darstellung der Steuerbehörde am 8. September per B-Post 

(mit 92 anderen Veranlagungen) versandt wurde, wobei die Pflichtigen am 30. Oktober 

Einsprache erhoben und geltend machten, die Verfügung am 30. September erhalten 

zu haben. Das Bundesgericht erwog, selbst wenn die Veranlagungsverfügung 

tatsächlich am 8. September bei der Post aufgegeben worden sei, sei damit nicht 

bewiesen, dass die Pflichtigen den Brief innerhalb eines bestimmten Zeitraums 

empfangen hätten, denn ein Fehler bei der Postzustellung liege nicht derart ausserhalb 

jeder Wahrscheinlichkeit, dass mit der Möglichkeit einer grösseren Verspätung nicht 

gerechnet werden müsse. Daraus folge, dass mit der Bescheinigung des Versands 

allein weder das genaue Datum noch ein bestimmter Zeitraum der Zustellung einer 

Veranlagungsverfügung bewiesen werden könne. Es bestünden auch keine Indizien für 

eine vor dem 30. September erfolgte Zustellung noch könne aufgrund der gesamten 

Umstände auf eine solche geschlossen werden.

2.4. Das Urteil des Bundesgerichts wurde erst nach den Urteilen des 

Verwaltungsgerichts vom 6. Juli 2000 i.S. W.B. und vom 24. August 2000 i.S. M.G. 

publiziert. Das Bundesgericht erachtet jedenfalls beim uneingeschriebenen Versand 

einer Massensendung durch B-Post eine Verspätung im Bereich von 22 Tagen nicht 

ausserhalb jeder Wahrscheinlichkeit, weshalb ohne hinreichende Indizien ein früherer 

Zustellungszeitpunkt nicht als erwiesen angenommen werden kann.

Im vorliegenden Fall datiert die Veranlagungsverfügung vom 7. März 2007. Aufgrund 

der Einsprache vom 24. April 2007 müsste die Verfügung spätestens am 24. März 

zugestellt worden sein, damit der Nachweis der Verspätung erbracht ist. Dies wäre eine 

Verspätung von 17 Tagen, die erheblich weniger lange dauerte als jene, die dem Urteil 

des Bundesgerichts vom 5. Juli 2000 zugrundelag.

2.5. Es liegen nicht genügend Indizien vor, um eine Zustellung der 

Veranlagungsverfügung vor dem 24. März 2007 als erwiesen oder überwiegend 

wahrscheinlich anzunehmen. Der Beschwerdeführer wies in seiner Einsprache darauf 

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hin, dass er nach dem Vorfinden der Verfügung in seiner Post am 2. April 2007 

telefonisch um eine Erklärung für die abweichende Veranlagung nachgesucht und um 

Fristerstreckung für die Zeit nach seinem Urlaub ersucht habe. Daraus lässt sich aber 

nicht mit hinreichender Wahrscheinlichkeit die Schlussfolgerung ziehen, die Verfügung 

sei vor dem 24. März 2007 zugestellt worden. Aus der Darstellung des 

Beschwerdeführers lässt sich auch nicht zwingend die Folgerung ziehen, er habe die 

Post bereits in einem vor dem 24. März 2007 liegenden Zeitraum dem Briefkasten 

entnommen und sie erst zu einem späteren Zeitpunkt durchgesehen und geöffnet. 

Dieser Sachverhalt scheint zwar möglich, aber wenig wahrscheinlich.

Die Vorinstanz hat wie erwähnt einen Amtsbericht über den Versand der 

Veranlagungsverfügung eingeholt. Danach wurde diese vom VRSG am 8. März 2007 

zwischen 16.30 und 17.00 zum Versand mittels B-Post der Post übergeben. Die 

Massensendung wurde von der Postlogistics bei der VRSG abgeholt. Der 

anschliessende Weg des Briefes lässt sich nicht rekonstruieren. In der Vernehmlassung 

des kantonalen Steueramtes an die Vorinstanz wird ausgeführt, dass die in der Nacht 

von Mittwoch auf Donnerstag erstellten Sendungen die Stadt St. Gallen betreffen. 

Wohin die bei der VRSG abgeholte Sendung gebracht wurde, ist indessen offen. Fest 

steht immerhin, dass der Briefversand der Post seit längerem reorganisiert wird und 

künftig gesamtschweizerisch nur noch drei Briefversandzentren betrieben werden. Ob 

die Couverts, unter denen sich die vorliegend streitige Sendung befand, den Raum St. 

Gallen verliessen und in einem auswärtigen Verteilzentrum verarbeitet wurden oder ob 

die gesamte Sendung, in der sich die Veranlagung des Beschwerdeführers befand, für 

die Stadt St. Gallen bestimmt war und von der Postlogistics auf dem kürzesten Weg 

vom VRSG nach der Bestimmungspoststelle gebracht wurde, ist nicht bekannt.

Nicht überzeugend ist sodann das Argument der Vorinstanz, dem Beschwerdeführer 

sei die ungewöhnliche Diskrepanz zwischen dem Veranlagungsdatum und dem 

Zeitpunkt, in dem er den Brief in der Post gefunden habe, bewusst gewesen. Selbst 

wenn die ordentliche Einsprachefrist bis nach den Ferien gelaufen wäre, würde eine 

Erkundigung nach einer Fristerstreckungsmöglichkeit nicht zwingend auf einen 

früheren Zeitpunkt der Zustellung deuten. Nach den obigen Ausführungen hat nicht der 

Beschwerdeführer den Nachweis für die Zustellung am 2. April oder einem nach dem 

24. März liegenden Datum zu erbringen, sondern der Beschwerdegegner hat 

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nachzuweisen, dass die Zustellung vor dem 24. März erfolgte. Da der 

Beschwerdegegner beweispflichtig ist, sind die Vorbringen des Beschwerdeführers zur 

möglicherweise irrtümlichen Zustellung im Briefkasten eines Nachbarn irrelevant. Es ist 

dem Beschwerdeführer grundsätzlich unbenommen, mögliche Gründe der Verspätung 

vorzutragen.

Fehl gehen auch die Ueberlegungen der Vorinstanz, dass es dem Beschwerdeführer 

zuzumuten gewesen wäre, die Einsprache noch vor Beginn des Urlaubs zu erklären. 

Wohl ist es nach den gesetzlichen Vorschriften ausreichend, eine Einsprache lediglich 

zu "erklären". Allerdings trifft den Einsprecher eine gewisse Substantiierungspflicht (vgl. 

Richner/Frei/Kaufmann, a.a.O., Art. 132 N 40), weshalb es einem Pflichtigen nicht zum 

Vorwurf gemacht werden kann, wenn er für das Verfassen einer Einsprache von einem 

erheblichen Zeitbedarf ausgeht.

Fehl geht auch der Hinweis der Vorinstanz, es wäre dem Beschwerdeführer zuzumuten 

gewesen, den Briefumschlag aufzubewahren, auf welchem das Versanddatum 

ersichtlich gewesen wäre. Im vorliegenden Fall wurde die Veranlagungsverfügung, wie 

dies üblich ist, uneingeschrieben und mittels B-Post versandt. Die Verfügung wurde 

vom VRSG erstellt und von diesem der Post zum Versand übergeben. 

Erfahrungsgemäss werden bei dieser Versandart die Briefumschläge nicht gestempelt. 

Bei Sendungen des VRSG für die Steuerbehörden mit Veranlagungen und Rechnungen 

verhält es sich jedenfalls häufig so.

2.6. Zusammenfassend ergibt sich aus den vorstehenden Erwägungen, dass keine 

hinreichenden Indizien für eine vor dem 24. März 2007 erfolgte Zustellung vorliegen 

und aufgrund der Bescheinigung des Versands weder das genaue Datum noch ein 

bestimmter Zeitraum der Zustellung der Veranlagungsverfügung bewiesen werden 

kann. Somit durften Vorinstanz und Beschwerdegegner nicht davon ausgehen, dass 

die Veranlagung vor dem 24. März 2007 zugestellt wurde. Dementsprechend ist die 

Beschwerde gutzuheissen und der angefochtene Entscheid der Vorinstanz vom 13. 

Dezember 2007 aufzuheben. Die Angelegenheit ist gestützt auf Art. 64 Abs. 1 in 

Verbindung mit Art. 56 Abs. 2 VRP zur Durchführung des Einspracheverfahrens an das 

kantonale Steueramt zurückzuweisen.

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3. Dem Verfahrensausgang entsprechend gehen die amtlichen Kosten des 

Beschwerdeverfahrens zulasten des Staates (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine 

Entscheidgebühr von Fr. 1'000.-- ist angemessen (Ziff. 382 Gerichtskostentarif, 

sGS 941.12). Auf die Erhebung ist zu verzichten (Art. 95 Abs. 3 VRP).

Der Beschwerdeführer hat Anspruch auf eine ausseramtliche Entschädigung (Art. 98bis 

VRP). Sein Rechtsvertreter hat keine Kostennote eingereicht, weshalb die 

Entschädigung ermessensweise festzusetzen ist (Art. 6 und 19 der Honorarordnung für 

Rechtsanwälte und Rechtsagenten, sGS 963.75, abgekürzt HonO). Für das Rekurs- 

und das Beschwerdeverfahren ist eine reduzierte Entschädigung von Fr. 1'000.-- 

zuzügl. MWSt angemessen (Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO). Die Reduktion gründet darin, 

dass sowohl für die Staats- und Gemeindesteuern als auch für die direkte 

Bundessteuer eine weitgehend identische Beschwerdeschrift eingereicht wurde (Art. 3 

HonO).

                                                                       Demnach hat das Verwaltungsgericht

zu Recht erkannt:

1./    Die Beschwerde wird gutgeheissen und der Entscheid der Vorinstanz vom 

13. Dezember 2007 aufgehoben.

2./    Die Angelegenheit wird zur Durchführung des Einspracheverfahrens an das 

kantonale Steueramt zurückgewiesen.

3./    Die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 1'000.-- trägt der Staat; 

auf die Erhebung wird verzichtet. Dem Beschwerdeführer wird der geleistete 

Kostenvorschuss von Fr. 1'000.-- zurückerstattet.

4./    Der Staat hat den Beschwerdeführer für das Rekurs- und das 

Beschwerdeverfahren mit Fr. 1'000.-- zuzügl. MWSt ausseramtlich zu entschädigen.

V.          R.           W.

 

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Der Präsident:                                                                                                      Der 

Gerichtsschreiber:

Versand dieses Entscheides an:

-       den Beschwerdeführer (durch Rechtsanwalt lic. iur. F.)

-       die Vorinstanz

-       den Beschwerdegegner

 

am:

 

Rechtsmittelbelehrung:

Sofern eine Rechtsverletzung nach Art. 95 ff. BGG geltend gemacht wird, kann gegen 

diesen Entscheid gestützt auf Art. 82 lit. a BGG und Art. 73 StHG innert 30 Tagen nach 

Eröffnung beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde 

erhoben werden.

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