# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ccdbbccc-6ce4-51e0-9418-fa02c8db405d
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-03-15
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 15.03.2016 SK 2015 164
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2015-164_2016-03-15.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

2. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

2e Chambre pénale

Urteil
SK 15 164+165

Hochschulstrasse 17
Postfach 7475
3001 Bern
Telefon 031 635 48 08
Fax 031 635 48 15
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 15.3.2016

Besetzung Oberrichter Weber (Präsident i.V.), Oberrichterin Bratschi, Ober-
richter Aebi
Gerichtsschreiberin Thomet

Verfahrensbeteiligte A.________

Beschuldigte/Berufungsführerin

B.________
verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. C.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Maulbeerstras-
se 10, Postfach 6250, 3001 Bern

und

D.________
E.________
vertreten durch Rechtsanwalt F.________

Straf- und Zivilkläger

Gegenstand Rassendiskriminierung

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland 
(Einzelgericht) vom 30.4.2015 (PEN 14 950/951)

2

Inhaltsverzeichnis

I. FORMELLES .............................................................................................................4

1. Erstinstanzliches Urteil ...........................................................................................4

2. Berufung ...................................................................................................................6

3. Oberinstanzliche Beweisergänzungen ..................................................................6

4. Anträge der Parteien................................................................................................6

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer.............................................7

II. SACHVERHALT UND BEWEISWÜRDIGUNG .........................................................7

6. Anklage .....................................................................................................................7

7. Unbestrittener Sachverhalt .....................................................................................9

8. Bestrittener Sachverhalt........................................................................................10

8.1 Beweismittel ......................................................................................................10

8.2 Anklagegrundsatz .............................................................................................11

8.3 Präzisierungen zum Tatablauf ..........................................................................12

8.4 Vorgefertigtes Layout der Kampagne ...............................................................13

8.5 Problemlose Publikation von weiteren Inseraten zur Massen-
einwanderungsinitiative.....................................................................................13

8.6 Weigerung der Verlagshäuser, das inkriminierte Inserat zu drucken ...............14
8.6.1 Ausführungen der Vorinstanz ....................................................................14

8.6.2 Vorbringen der Verteidigung......................................................................14

8.6.3 Vorbringen der Privatkläger .......................................................................16

8.6.4 Ausführungen der Kammer........................................................................16

III. RECHTLICHE WÜRDIGUNG ..................................................................................17

9. Meinungsäusserungsfreiheit versus Menschenwürde ......................................17

10. Allgemeines zu Art. 261bis StGB............................................................................18

10.1 Rechtsgut..........................................................................................................18

10.2 Verletzung der Menschenwürde .......................................................................19

10.3 Öffentlichkeit der Handlung...............................................................................19

10.4 Geschütze Personengruppe «Kosovaren» .......................................................19
10.4.1 Ausführungen der Vorinstanz ....................................................................19

10.4.2 Ausführungen der Verteidigung .................................................................21

10.4.3 Ausführungen der Privatkläger ..................................................................24

10.4.4 Ausführungen der Kammer........................................................................25

11. Herabsetzung (Art. 261bis Abs. 4 erster Teilsatz StGB).......................................26

11.1 Anklage .............................................................................................................26

3

11.2 Objektiver Tatbestand.......................................................................................27
11.2.1 Grundlagen ................................................................................................27

11.2.2 Ausführungen der Vorinstanz ....................................................................29

11.2.3 Vorbringen der Verteidigung......................................................................30

11.2.4 Vorbringen der Privatkläger .......................................................................34

11.2.5 Ausführungen der Kammer........................................................................38

11.3 Subjektiver Tatbestand .....................................................................................41

12. Aufruf zu Hass und Diskriminierung (Art. 261bis Abs. 1 StGB) ..........................43

12.1 Objektiver Tatbestand.......................................................................................43

12.2 Subjektiver Tatbestand .....................................................................................43

13. Mittäterschaft..........................................................................................................44

14. Konkurrenz zwischen Art. 261bis Abs. 1 und Abs. 4 erster Teilsatz StGB ........44

15. Mehrfachbegehung / Zustandsdelikt....................................................................44

16. Zusammenfassung ................................................................................................45

IV. STRAFZUMESSUNG ..............................................................................................45

17. Allgemeines ............................................................................................................45

18. Strafrahmen ............................................................................................................45

19. Tatkomponenten ....................................................................................................45

19.1 Objektive Tatschwere .......................................................................................45

19.2 Subjektive Tatschwere......................................................................................45

19.3 Fazit ..................................................................................................................46

20. Täterkomponenten.................................................................................................46

21. Fazit .........................................................................................................................46

22. Tagessatzhöhe .......................................................................................................46

23. Bedingter Vollzug der Strafe.................................................................................47

24. Konkretes Strafmass .............................................................................................47

V. KOSTEN UND ENTSCHÄDIGUNGEN....................................................................47

25. Verfahrenskosten...................................................................................................47

25.1 Erste Instanz .....................................................................................................47

25.2 Obere Instanz ...................................................................................................48

26. Entschädigung Straf- und Zivilkläger ..................................................................48

VI. DISPOSITIV .............................................................................................................49

4

Regeste

Zu beurteilen war das Inserat der SVP «Kosovaren schlitzen Schweizer auf!». Die Men-
schenwürde geht der Meinungsäusserungsfreiheit vor. Die in der Schweiz lebenden Koso-
varen sind eine Ethnie im Sinne von Art. 261bis StGB. Das Inserat als Ganzes erscheint 
einem unbefangen Durchschnittsleser als rassendiskriminierender Akt. Die Beschuldigten 
handelten eventualvorsätzlich. Teilfreispruch weil Rassendiskriminierung ein Zustandsde-
likt ist (Urteil des BGer 6B_473/2015 vom 2.12.2015).

Erwägungen

I. FORMELLES

1. Erstinstanzliches Urteil
Das Regionalgericht Bern-Mittelland (Einzelgericht) hat mit Urteil vom 30.4.2015 
Folgendes erkannt (pag. 663 ff.):

«A. Betreffend A.________

I.

A.________ wird freigesprochen:

von der Anschuldigung der Rassendiskriminierung nach Art. 261bis Abs. 3 (Propagandaaktion), 
angeblich mehrfach begangen in der Zeit vom 19.08.2011 bis 27.08.2011 sowie von September 2011 
bis Dezember 2013 in Bern

ohne Ausrichtung einer Entschädigung und ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten.

II.

A.________ wird hingegen schuldig erklärt:

der Rassendiskriminierung, begangen in der Zeit vom 19.08.2011 bis 27.08.2011 sowie von Sep-
tember 2011 bis Dezember 2013 in Bern

und in Anwendung der Art. 34, 42 Abs. 1, 44, 47, 261bis Abs. 1 StGB

verurteilt:

Zu einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu CHF 390.00, ausmachend total CHF 23‘400.00.

Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf zwei Jahre festgesetzt.

B. Betreffend B.________

I.

5

B.________ wird freigesprochen:

von der Anschuldigung der Rassendiskriminierung nach Art. 261bis Abs. 3 (Propagandaaktion), 
angeblich mehrfach begangen in der Zeit vom 19.08.2011 bis 27.08.2011 sowie von September 2011 
bis Dezember 2013 in Bern

ohne Ausrichtung einer Entschädigung und ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten.

II.

B.________ wird hingegen schuldig erklärt:

der Rassendiskriminierung, begangen in der Zeit vom 19.08.2011 bis 27.08.2011 sowie von Septem-
ber 2011 bis Dezember 2013 in Bern

und in Anwendung der Art. 34, 42 Abs. 1, 44, 47, 261bis Abs. 1 StGB

verurteilt:

Zu einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu CHF 290.00, ausmachend total CHF 17‘400.00.

Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf zwei Jahre festgesetzt.

C. Betreffend beide beschuldigten Personen

I.

1. Die auf den Schuldspruch entfallenden Verfahrenskosten, setzen sich zusammen aus:

Gebühren

CHF 5'150.00

Kosten des Gerichts (exkl. schriftl. Begründung) CHF 2'000.00

Total CHF 7'150.00

Auslagen

Übrige Kosten der Bew eiserhebung StA CHF 80.00

Allgemeine Kanzleiauslagen Gericht CHF 100.00

Total CHF 180.00

Total Verfahrenskosten CHF 7'330.00

Eine schriftliche Begründung kostet zusätzlich CHF 600.00

Gebühren Untersuchung

2. Die Verfahrenskosten von CHF 7‘330.00 werden je zur Hälfte, d.h. je CHF 3‘665.00, 
A.________ und B.________ auferlegt. Sie haften dem Kanton Bern für die Erfüllung ihrer 
Kostenpflicht solidarisch (Art. 418 Abs. 1 und 2 i.V.m. Art. 426 Abs. 1 StPO).

3. A.________ und B.________ haben den Privatklägern D.________ und E.________ eine 
pauschale Entschädigung von CHF 13‘500.00 (entsprechend: Honorar, Auslagen und MWSt) 

6

für ihre angemessenen Aufwendungen im Verfahren zu bezahlen. Sie stehen für die Erfüllung 
dieser Schuld unter solidarischer Haftbarkeit (Art. 418 Abs. 2 i.V.m. Art. 433 StPO).

(…)».

2. Berufung
2.1 Gegen dieses Urteil meldeten sowohl Rechtsanwalt C.________ namens des Be-

schuldigten B.________ am 4.5.2015 (pag. 715) wie auch die Beschuldigte 
A.________ am 6.5.2015 (pag. 717) form- und fristgerecht Berufung an (pag. 715). 

2.2 In seiner Berufungserklärung vom 12.6.2015 (pag. 740 ff.) hielt Rechtsanwalt 
C.________ namens des Beschuldigten B.________ fest, das erstinstanzliche Ur-
teil werde vollumfänglich angefochten, soweit im erstinstanzlichen Verfahren nicht 
Freisprüche ergangen seien. Er stellte folgende Anträge:
«a) Der Beschuldigte sei von der Anklage der Rassendiskriminierung vollumfänglich (mit Bezug auf 

alle Tatbestandsvarianten) freizusprechen.

b) Die Kosten der Vorinstanz sowie des Berufungsverfahrens seien auf die Staatskasse zu nehmen.

c) Die Verpflichtung des Beschuldigten zur Bezahlung einer Prozessentschädigung an die Privat-
klägerin sei aufzuheben.

d) Dem Beschuldigten sei sowohl für das erstinstanzliche Verfahren als auch für das Berufungsver-
fahren je eine angemessene Entschädigung auszusprechen».

2.3 Mit Eingabe vom 12.6.2015 focht die Beschuldigte A.________ das erstinstanzliche 
Urteil vollumfänglich an, soweit im erstinstanzlichen nicht Freisprüche ergangen 
seien. Sie beantragte, dass im Falle eines Freispruches die Kosten- und Entschä-
digungsfolgen neu zu regeln seien und gab bekannt, dass sie mit gleicher Begrün-
dung die gleichen Anträge stelle, wie B.________ in seiner Berufungserklärung 
(pag. 738).

2.4 Die Generalstaatsanwaltschaft hat auf die Teilnahme am oberinstanzlichen Verfah-
ren verzichtet. Innert Frist ist seitens der Straf- und Zivilklägerin keine Stellung-
nahme ergangen (pag. 749 f.)

3. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Im Hinblick auf die oberinstanzliche Verhandlung wurden von Amtes wegen 
Strafregisterauszüge (datierend vom 15.2.2016) und Berichte über die wirtschaftli-
chen Verhältnisse (datierend vom 26.1.2016) über die Beschuldigten eingeholt.

4. Anträge der Parteien
4.1 Rechtsanwalt C.________ stellte und begründete für den Beschuldigten 

B.________ an der oberinstanzlichen Verhandlung folgende Anträge (Plädoyerno-
tizen, pag. 873):
«1. Das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 30.4.2015 sei vollumfänglich aufzuheben 

und der Beschuldigte B.________ sei von der Anklage der Rassendiskriminierung vollumfäng-
lich, mit Bezug auf alle Tatbestandsvarianten, freizusprechen.

2. Die Kosten der Vorinstanz sowie des Berufungsverfahrens seien auf die Staatskasse zu neh-
men.

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3. Die Verpflichtung des Beschuldigten zur Bezahlung einer Prozessentschädigung an die Privat-
kläger sei aufzuheben.

4. Dem Beschuldigten B.________ sei sowohl für das erstinstanzliche Verfahren als auch für das 
Berufungsverfahren je eine angemessene Entschädigung zuzusprechen. Es werden folgende 
Entschädigungen geltend gemacht:

Für das erstinstanzliche Verfahren CHF 27‘000.00 und für das Berufungsverfahren ebenfalls 
CHF 27‘000.00».

4.2 Die Beschuldigte A.________ schloss sich den Ausführungen von Rechtsanwalt 
C.________ an. Sie stellte dieselben Anträge wie der Beschuldigte B.________ 
(Protokoll Berufungsverhandlung, pag. 831).

4.3 Rechtsanwalt F.________ stellte und begründete für die Straf- und Zivilkläger an 
der oberinstanzlichen Verhandlung folgende Anträge (Plädoyernotizen, pag. 839):
«1. Es sei das Urteil vom 30.4.2015 des Regionalgerichts Bern-Mittelland vollumfänglich zu bestäti-

gen und die beiden Beschuldigten mithin schuldig zu sprechen.

2. Die beiden Beschuldigten seien solidarisch zu verpflichten, der Privatklägerschaft für das Beru-
fungsverfahren eine Prozessentschädigung in der Höhe von rund CHF 5‘000.00 zu bezahlen.

3. Die Verfahrenskosten seien ausgangsgemäss den beiden Beschuldigten aufzuerlegen».

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer
Aufgrund der alleinigen und vollumfänglichen Berufungen der Beschuldigten sind 
nur die Freisprüche von den Anschuldigungen der Rassendiskriminierung nach Art. 
261bis Abs. 3 StGB, angeblich mehrfach begangen in der Zeit vom 19.8.2011 bis 
27.8.2011 sowie von September 2011 bis Dezember 2013, in Bezug auf die Be-
schuldigte A.________ (Ziff. A.I. des erstinstanzlichen Urteils) sowie in Bezug auf 
den Beschuldigten B.________ (Ziff. B.I. des erstinstanzlichen Urteils) in Rechts-
kraft erwachsen.
Von der Kammer zu überprüfen sind damit der Vorwurf der Rassendiskriminierung 
nach Abs. 261bis Abs. 1 StGB (Ziff. A.II. und B.II. des erstinstanzlichen Urteils), die 
Sanktion in Bezug auf die ausgefällten Geldstrafen sowie die Kosten- und Ent-
schädigungsfolgen betreffend beide Beschuldigten. Die Kammer verfügt hierzu 
über volle Kognition (Art. 398 Abs. 2 StPO) und ist aufgrund der alleinigen Beru-
fungen der Beschuldigten an das Verschlechterungsverbot gemäss Art. 391 Abs. 2 
StPO gebunden.

II. SACHVERHALT UND BEWEISWÜRDIGUNG

6. Anklage
Gemäss Anklageschrift vom 15.12.2014 (pag. 515 ff.) wird den Beschuldigten Ras-
sendiskriminierung (Art. 261bis Abs. 1, 3 und 4 erster Teilsatz StGB), mehrfach be-
gangen, vorgeworfen:
«A.________ (StV Generalsekretär der SVP Schweiz) und B.________ (Generalsekretär der SVP 
Schweiz) verstiessen mehrfach und vorsätzlich, jedenfalls eventualvorsätzlich, sowie in Mittäterschaft, 
d.h. aufgrund gemeinsamer Planung und durch gleich massgebliches, arbeitsteiliges Zusammenwir-
ken bei der Tatausführung, wobei jeder mit den Tathandlungen des anderen einverstanden war, und 

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in verantwortlicher leitender Stellung gegen die Strafnorm der Rassendiskriminierung, indem sie in der 
Zeit vom 19.8.2011 (EV B.________, pag. 112.51 Z. 185) bis 27.8.2011 (Korrektur auf Singular im Ti-
tel, pag. 73) in Bern durch das Mitgestalten und Veröffentlichen des nachfolgend wiedergegebenen 
Inserats in der Presse (vgl. pag. 71.1, NZZ vom 25.8.2011 und pag. 508, St. Galler Tagblatt vom 
25.8.2011) sowie durch das Aufschalten und Belassen des nachfolgend wiedergegebenen Inserats 
mindestens von September 2011 bis Dezember 2013 auf der Homepage der SVP (www.svp.ch) und 
auf der Homepage der Initiative gegen die Masseneinwanderung (www.masseneinwanderung.ch, 
pag. 511, 512) folgendes Inserat mit dem Titel ‹Kosovaren schlitzen Schweizer auf!› öffentlich mach-
ten:

Durch die Formulierung des Titels ‹Kosovaren schlitzen Schweizer auf!› selber, sowie durch die direk-
te Verknüpfung dieses grafisch hervorgehobenen Titels mit der Masseneinwanderung bzw. den «Fol-
gen der unkontrollierten Masseneinwanderung» und mit dem Inseratbild, das eine Bedrohung der 
Schweiz bzw. der Schweizer ausdrückt, haben die Beschuldigten öffentlich sowie mit Wissen und Wil-
len zum Ausdruck gebracht, dass die im Titel genannten Kosovaren generell Schweizer aufschlitzen 
und auch weiterhin aufschlitzen werden, wenn die Masseneinwanderung nicht gestoppt wird. Im gra-
fisch hervorgehobenen schwarzen Titelbalken steht dementsprechend auf gleicher Höhe neben dem 
Titel ‹Kosovaren schlitzen Schweizer auf!›: ‹Wer das nicht will, unterschreibt jetzt die Volksinitiative 
ʻMasseneinwanderung stoppen!ʻ›. Durch den Titel, durch das Inseratbild und durch die Verknüpfung 
des Titels mit der Masseneinwanderung werden die Kosovaren generell mit Gewaltverbrechern, Mes-
serstechern und Messerschlitzern gleichgesetzt, also im Kollektiv kriminalisiert, und somit in einer ge-
gen die Menschenwürde verstossenden Weise herabgesetzt und dadurch als minderwertig bezeich-
net (Art. 261bis Abs. 4 erster Teilsatz StGB). Dieser Wille zur Herabsetzung der Kosovaren ist umso 
mehr belegt, als bereits am 18.8.2011, also zu einem Zeitpunkt, als das Inserat noch gar nicht publi-
ziert war, der Presse zu entnehmen war, dass beim Vorfall in Interlaken, auf den das Inserat Bezug zu 
nehmen vorgibt, nur ein einziger Kosovare gewaltsam am Geschehen beteiligt war und nur ein einzi-
ger Schweizer verletzt wurde (pag. 83, Anzeigebeilage 3/2/5).

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Mit dem Inserat betrieben die Beschuldigten Hetze gegen die Kosovaren und schürten Emotionen 
(Stimmungsmache), die geeignet sind, Hass und Diskriminierung gegenüber den Kosovaren hervor-
zurufen (Art. 261bis Abs. 1 StGB).

Das Inserat ist aber auch Teil einer ganzen Propagandaaktion gegen die Kosovaren (vgl. pag. 513, 
514, Art. 261bis Abs. 3 StGB).

Die beiden Beschuldigten, A.________ und B.________, wirkten beim Entschluss, der Planung, der 
Ausführung und der Veröffentlichung des Inserats zumindest eventualvorsätzlich und in massgeben-
der Weise mit dem Parteipräsidenten der SVP Schweiz, G.________, zusammen».

7. Unbestrittener Sachverhalt
Der Tatablauf ist grundsätzlich unbestritten (vgl. S. 689 f., S. 22 f. der erstinstanzli-
chen Urteilsbegründung). Am Montag, 15.8.2011, ereigneten sich in Interlaken und 
Pfäffikon ZH schwere Verbrechen, deren Urheber kosovarische Staatsangehörige 
waren. Beim Verbrechen in Interlaken wurde ein Mann bei einer Auseinanderset-
zung in einem Restaurant schwer verletzt. Im Verlauf der Auseinandersetzung 
zückte der kosovarischstämmige Täter ein Messer und stach damit auf den Hals 
des Opfers ein. In der Folge wurde der Täter wegen versuchter vorsätzlicher 
Tötung rechtskräftig zu 7 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt (Urteil der 2. Strafkammer 
des Obergerichts des Kantons Bern SK 13 77 vom 29.10.2013). 
Am 17.8.2011 wurde in der Tageszeitung Blick (nachfolgend Blick) über das Ver-
brechen von Interlaken berichtet. Die Schlagzeile im Blick lautete: «Interlaken – Koso-
vare schlitzt Schwinger Kehle auf» (pag. 218). Zum Geschehen erfuhr der Leser folgendes: 
«Sie sitzen beim Feierabend-Bier. Die Schwinger Freunde H.________ (39) und I.________ (45) sind 
am Montag um 21.30 Uhr die letzten Gäste auf der Gartenterrasse des Restaurants L.________ in In-
terlaken BE. Plötzlich hält ein Taxi. Zwei Kosovaren (33 und 31) steigen aus. Sie fangen an, die zwei 
Schweizer anzupöbeln. ‹Die Kosovaren riefen ʻScheiss-Schweizer!ʻ ʻDreckspack!ʻ›, sagt ein Augen-
zeuge. Der zwölffache Kranzschwinger und SVP-Politiker I.________ reagiert. ‹Er fragte: ʻWas soll 
das?ʻ Er nahm sein Bierglas und tat so, als wolle er sie anspritzen›, so der Zeuge. ‹Da zückte einer 
der Kosovaren sofort ein Messer, schlitzte I.________ die Kehle auf. Das Blut spritzte›. (…)» 
(pag. 219). 

G.________, A.________ und B.________ wollten am 17.8.2011 auf diese Ereig-
nisse reagieren, um ihre Kampagnen (Masseneinwanderungsinitiative und Umset-
zung der Ausschaffungsinitiative) voranzutreiben. Sie beabsichtigten, diese beiden 
Ereignisse in Form von Einzelfallschilderungen in Inseraten über die bestehende 
Medienberichterstattung hinaus bekannt zu machen und gaben am 17.8.2011 der 
Firma J.________ den Auftrag, passende Inserate zu kreieren. G.________ segne-
te das inkriminierte Inserat «Kosovaren schlitzen Schweizer auf!» in der Folge ab. 
Dieses wurde zur Schaltung in diversen Zeitungen während ca. zwei Wochen an 
die Firma J.________ zu Handen der Publicitas weitergeleitet. 
Am 18.8.2011 berichtete der Blick, dass der zweite Kosovare aus der Untersu-
chungshaft entlassen wurde.
Bis am Freitag, 19.8.2011 trafen diverse Rückmeldungen von Verlagshäusern ein, 
wonach diese das Inserat nicht annehmen würden, weil der gewählte und verkürzte 
Titel rassistisch sei. In diesen Fällen wurde der Titel auf den Singular angepasst 
(Inserat «Kosovare schlitzt Schweizer auf!»). Am 19.8.2011 kritisierte die SVP in 

10

einer Medienmitteilung die vermeintliche Zensur (vgl. unten). Weil das inkriminierte 
Inserat jedoch in den übrigen Fällen nicht gestoppt wurde, obwohl dies noch mög-
lich gewesen wäre, erschien dieses am 25.8.2011 in der Tageszeitung Neue Zür-
cher Zeitung (nachfolgend NZZ) und in der Tageszeitung St. Galler Tagblatt AG 
(nachfolgend St. Galler Tagblatt) sowie auf den Websites der SVP und des Komi-
tees gegen Masseneinwanderung. 
Am 29.5.2012 wurde über die Verfahrenseinstellung gegenüber dem zweiten Ko-
sovaren im Fall von Interlaken berichtet, das inkriminierte Inserat wurde aber da-
nach trotzdem noch bis im Dezember 2013 auf der Website der SVP und des Ko-
mitees gegen Masseneinwanderung belassen.
Ebenso unbestritten ist, dass die Beschuldigten A.________ und B.________ und 
G.________ für das Inserat verantwortlich waren und sie gemeinsam handelten. 
Die Aufhebung der parlamentarischen Immunität von G.________ wurde am 
13.8.2013 von der Immunitätskommission des Nationalrats und am 11.9.2013 von 
der Kommission für Rechtsfragen des Ständerates abgewiesen (pag. 202 ff., 232 
ff.). Entsprechend verfügte die Staatsanwaltschaft am 16.10.2013 die Nichtan-
handnahme des Verfahrens gegen G.________ (pag. 428 ff.) und erhob am 
15.12.2014 Anklage gegen die Beschuldigten.

8. Bestrittener Sachverhalt
Bestritten ist, ob die Beschuldigten die Kritik der Verlagshäuser zum Inserat ernst 
nehmen mussten. Weiter ist die Frage zu beantworten, ob das vorgefertigte Layout 
der Kampagne mitbeurteilt werden muss. Zudem wurde vorgebracht, dass nur ein 
einziges Inserat der ganzen Kampagne zur Masseneinwanderungsinitiative bestrit-
ten sei. Weiter wurde die Anklageschrift in Zweifel gezogen und es sind Präzisie-
rungen zum Tatablauf anzubringen.

8.1 Beweismittel
Die Vorinstanz fasste die zu diesem Fall vorhandenen wichtigsten Beweismittel zu-
sammen und würdigte diese (pag. 673 ff., S. 6 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbe-
gründung). Es wird an dieser Stelle darauf verwiesen: Aussagen des Beschuldigten 
B.________ (pag. 112.46 ff. und pag. 555 f.), Aussagen der Beschuldigten 
A.________ (pag. 112.65 ff. und pag. 552 ff.), Aussagen von G.________ 
(pag. 112.37 ff.), Berichterstattung vom 17.8.2011 (pag. 218 f.), 18.8.2011 (pag. 
112) und 29.5.2012 (pag. 111) in der Tageszeitung Blick, Medienmitteilung der 
SVP vom 17.8.2011 (pag. 112.61 und pag. 645), Medienmitteilung der SVP und 
des Komitees gegen Masseneinwanderung vom 19.8.2011 (pag. 112.92 f., 
pag. 216 f., pag. 646 f.), französische und italienische Version des inkriminierten 
Inserats (pag. 112.62 f.), Inserat «Kosovare erschiesst Leiterin des Sozialamtes!» 
(pag. 58), Publikation des inkriminierten Inserats am 25.8.2011 in der NZZ 
(pag. 71.1) und im St. Galler Tagblatt (pag. 508), E-Mail vom 17.8.2011 von 
A.________ an die Firma J.________ für Werbung und Public Relations 
(pag. 112.76 f.). Ebenso wird auf die erstinstanzliche Prozessgeschichte verwiesen 
(pag. 670 ff., S. 3 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung).
Das inkriminierte Inserat ist auch mit dem Titel im Singular «Kosovare schlitzt 
Schweizer auf!» erschienen (vgl. pag. 73/2).

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Wichtiges Beweismittel ist die Medienmitteilung der SVP vom 19.8.2011 
(pag. 112.92 f., 646 f.; 686 f., S. 19 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). 
Dieses lautete folgendermassen:
«Communiqués: 19. August 2011 – Der Bundesrat muss endlich gegen kriminelle Ausländer und 
Masseneinwanderung vorgehen

[Inserat «Kosovaren schlitzen Schweizer auf!»]

[Inserat «Kosovare erschiesst Leiterin des Sozialamtes!»]

Die untätige Haltung des Bundesrates gegenüber kriminellen Ausländern und der un-
kontrollierten Masseneinwanderung wird immer unerträglicher. Die Gewaltverbrechen 
von Pfäffikon und Interlaken von dieser Woche zeigen den dringenden Handlungsbe-
darf bezüglich der raschen Umsetzung der von Volk und Ständen angenommenen Aus-
schaffungsinitiative sowie bezüglich der Rückgewinnung der Steuerbarkeit bei der 
Einwanderung auf. Die Schweiz muss endlich wieder eigenständig bestimmen können, 
wer in unser Land kommen darf und wer nicht. Hier schafft die SVP-Volksinitiative „ge-
gen Masseneinwanderung" den dringend nötigen Handlungsspielraum. Und der Aus-
schaffungsartikel in der Bundesverfassung stellt sicher, dass kriminelle Ausländer das 
Land verlassen müssen. Mit einer neuen Inseratekampagne thematisiert die SVP die 
Missstände. 

Die SVP lässt sich den Mund nicht verbieten und prangert Missstände konsequent an. Das 
passt nicht allen. So lehnen einzelne Zeitungen SVP-Inserate ab und verweigern damit eine 
öffentliche Debatte zu den Gewaltverbrechen von dieser Woche. Dies, nachdem der Angriff 
von Interlaken von vielen Medien kaum beachtet oder sogar gänzlich verschwiegen wurde! 

Und der Bundesrat und die anderen Parteien unternehmen weiterhin alles, damit der von Volk 
und Ständen angenommene Ausschaffungsartikel in der Bundesverfassung nicht umgesetzt 
und die SVP-Volksinitiative «gegen Masseneinwanderung» verunglimpft wird. Dies zeigt umso 
mehr, wie wichtig das Engagement der SVP gegen kriminelle Ausländer und gegen die Mas-
seneinwanderung ist. 

Die SVP steht ein für die Schweiz und für ihre Bürgerinnen und Bürger».

8.2 Anklagegrundsatz
Die Verteidigung brachte vor, in der Anklageschrift fehle der Vorwurf, dass mit dem 
Begriff Kosovaren eine Ethnie gemeint sei, ebenso sei nicht von Kosovo-Albanern 
die Rede (Plädoyernotizen, pag. 886). Ebenso wenig werde behauptet, dass mit 
dem Begriff «Kosovaren» eine ethnische Sammelbezeichnung gemeint sei. Die 
Anklage sei diesbezüglich ungenügend (Plädoyernotizen, pag. 884). Der subjektive 
Tatbestand sei in der Anklageschrift ebenfalls nicht umschrieben (Protokoll Beru-
fungsverhandlung, pag. 833).
Der Anklagegrundsatz bestimmt den Gegenstand des Gerichtsverfahrens und be-
zweckt zugleich den Schutz der Verteidigungsrechte des Beschuldigten und dient 
dem Anspruch auf rechtliches Gehör (vgl. z.B. BGE 133 IV 235 E. 6.2 und 6.3). 
Diese doppelte Bedeutung dient einmal der Bestimmung des Prozessgegenstan-
des (Umgrenzungsfunktion) und vermittelt andererseits dem Beschuldigten die für 
die Durchführung des Verfahrens und die Verteidigung notwendigen Informationen 
(Informationsfunktion). Die Anforderungen ergeben sich aus Art. 325 Abs. 1 lit. f 
StPO, wonach insbesondere möglichst kurz, aber genau die der beschuldigten 

12

Person vorgeworfenen Taten mit Beschreibung von Ort, Datum, Zeit, Art und Fol-
gen der Tatausführung zu bezeichnen sind (BSK StPO-HEIMGARTNER/NIGGLI, 
3. Auflage, Basel 2014, N. 1 ff. zu Art. 325 StPO). Die Anklage hat grundsätzlich 
sämtliche Umstände anzuführen, die für eine Subsumtion unter die angeklagten 
Tatbestände unabdingbar sind (BSK StPO-HEIMGARTNER/NIGGLI, a.a.O., N. 28). 
Nach herrschender Lehre und Praxis genügt die Angabe, dass der Täter «vorsätz-
lich» die inkriminierte Tat begangen hat (NIKLAUS SCHMID, Schweizerische Straf-
prozessordnung, Praxiskommentar, 2. Auflage, St. Gallen 2013, N. 9 zu Art. 325 
StPO). Die Anklage hat dem Angeklagten die ihm zur Last gelegten Delikte in ih-
rem Sachverhalt so präzise zu umschreiben, dass die Vorwürfe genügend konkre-
tisiert sind. Es geht letztlich um den Schutz des Beschuldigten vor Überraschung 
und Überrumpelung, um die Garantie eines fairen Verfahrens sowie um die Ermög-
lichung einer effektiven Verteidigung. 
Dem Vorbringen der Verteidigung kann die Kammer nicht folgen. In der Anklage-
schrift wird der Vorwurf erhoben, die Beschuldigten hätten die Kosovaren im Kol-
lektiv kriminalisiert. Diese Angabe in der Anklageschrift genügt. Ob es sich bei den 
im Inserat genannten Kosovaren um eine Ethnie handelt, ist Sache der rechtlichen 
Subsumtion, diese muss nicht schon in der Anklageschrift erfolgen. Den Beschul-
digten wird Vorsatz, jedenfalls Eventualvorsatz vorgeworfen, damit ist auch der 
subjektive Tatbestand genügend umschrieben. Die Anforderungen von Art. 325 
Abs. 1 StPO sind vorliegend erfüllt. Für die Beschuldigten war in klarer Weise er-
sichtlich, welcher Vorwurf gegen sie erhoben wurde, und sie waren aufgrund dieser 
Darlegungen ohne weiteres in der Lage, sich angemessen zu verteidigen.

8.3 Präzisierungen zum Tatablauf
Wie es die Anklageschrift richtigerweise aufführte, erfolgte die Publikation des in-
kriminierten Inserats am 25.8.2011 in der NZZ (pag. 71.1) und im St. Galler Tag-
blatt (pag. 508). Die Vorinstanz ging fälschlicherweise davon aus, dass das Inserat 
am 26.8.2011 im St. Galler Tagblatt veröffentlicht wurde. Am 26.8.2011 erfolgte je-
doch bereits der entschuldigende Kommentar des Chefredaktors K.________ im 
St. Galler Tagblatt (pag. 509).
Aufgrund der Medienmitteilung vom 19.8.2011 (pag. 112.92 und pag. 645) ist da-
von auszugehen, dass das inkriminierte Inserat zusammen mit der Medienmittei-
lung am 19.8.2011 auf der Homepage der SVP (www.svp.ch) und der Homepage 
der Initiative gegen die Masseneinwanderung (www.masseneinwanderung.ch) auf-
geschaltet wurde. Die Medienmitteilung beinhaltet das inkriminierte Inserat bereits 
und im Text wird auf die Inseratenkampagne Bezug genommen: «Mit einer neuen Inse-
ratenkampagne thematisiert die SVP die Missstände». Ebenso weist die Überschrift, «Inserat-
kampagne – lesen Sie das Communiqué», oberhalb der abgedruckten Inserate auf pag. 58 
auf die Medienmitteilung vom 19.8.2011 hin. Anlässlich der Einvernahme vom 
23.9.2014 wurde dieser Tatablauf auch von B.________ bestätigt: « (…) Am 19.8.2011 
hatten wir dann die Sujets mit einem Communiqué publiziert» (pag. 112.51 Z. 185 f.). 

Somit können die Aussagen von B.________ in der erstinstanzlichen Hauptver-
handlung: «Erstens die Empörung hat nicht an jenem Freitag stattgefunden. Zweitens das Inserat 
haben wir einerseits mit dem Communiqué gemacht am Donnerstag, als wird das Inserat aufgeschal-
tet haben» (pag. 556 Z. 9 ff.), nicht zutreffen. 

13

8.4 Vorgefertigtes Layout der Kampagne
Die Verteidigung brachte vor, alle Inserate hätten im Rahmen der Unterschriften-
sammlung zur Volksinitiative gegen die Masseneinwanderung dasselbe vorgefertig-
te Layout (Anmerkung: Key Visual) gehabt, welches als Erkennungsmerkmal für 
die Initiative gebraucht worden sei. Das sei das Bild der schwarzen Füsse, die über 
die Schweizerfahne laufen. Dieses Bild sei nicht spezifisch für das hier zur Diskus-
sion stehende Inserat konzipiert worden, sondern das vorbestehende Bild sei ver-
wendet worden, weil das Werbekonzept für die Unterschriftensammlung zur Initiati-
ve dies damals für alle Inserate und Plakate so vorgesehen habe (Plädoyernotizen, 
pag. 875 f.). Anlässlich der Replik führte Rechtsanwalt C.________ aus, das Lay-
out (das Inseratbild, der Text «das sind die Folgen der unkontrollierten Masseneinwanderung» 
und der Text «Wer das nicht will, unterschreibt jetzt die Volksinitiative gegen Masseneinwande-
rung») sei vorgefertigt gewesen. Dieses vorgefertigte Layout habe schon vorher be-
standen und sei auf alle Inserate dieser Kampagne angewendet worden (Protokoll 
Berufungsverhandlung, pag. 832). 
Dazu hält die Kammer fest: Gegenstand der Anklage ist das gesamte Inserat, wie 
es eben in der Anklageschrift auch abgebildet wurde. Das Bild und der oben zitierte 
Text sind Teil des inkriminierten Inserats. Diese dienten als Key Visual der Kampa-
gne, hatten somit Wiederkennungswert, und sind nicht vom übrigen Text des Inse-
rats zu trennen. Auch dazu gehört der kleingedruckte Text über den Vorfall in Inter-
laken, was ja von den Beschwerdeführern immer wieder gefordert wurde. Der Ein-
wand der Verteidigung ist unbegründet.

8.5 Problemlose Publikation von weiteren Inseraten zur Masseneinwanderungsinitiative 

Die Verteidigung brachte vor, am selben Tag sei ein weiteres Inserat «Kosovare 
erschiesst Leiterin des Sozialamtes!» veröffentlicht worden, das sich auf ein 
Tötungsdelikt in Pfäffikon ZH bezogen habe. Dieses Tötungsdelikt habe sich am 
gleichen Tag wie der Vorfall in Interlaken ereignet. Es habe dieselbe Struktur wie 
das oben beschriebene Inserat gehabt (Plädoyernotizen, pag. 875). Wesentlich sei, 
dass nur von einem von einer Vielzahl von Inseraten im Rahmen einer öffentlichen 
politischen Diskussion zu den Initiativen der SVP gesprochen werde (Plädoyernoti-
zen, pag. 875). Weiter stehe lediglich eine von vier Versionen des Inserats zum 
Vorfall von Interlaken zur Diskussion. Drei der vier Versionen, nämlich das italieni-
sche, das französische sowie das deutsche Inserat mit dem Singular für Kosovare 
im Titel, seien unstrittig, obwohl sie gleichzeitig publiziert worden seien und aus 
Sicht der Beschuldigten den gleichen Inhalt transportieren würden (Plädoyernoti-
zen, pag. 876).
Es ist richtig, dass nur ein einziges Inserat Gegenstand der Anklage ist. Die übrigen 
Inserate enthalten keine Generalisierung im Titel. Sie sind differenzierter und be-
schreiben einen Einzelfall. Aufgrund des Titels im Singular resp. der anderen For-
mulierung des Plurals wurden diese Inserate von vorneherein anders gelesen und 
nicht als Pauschalisierung aufgefasst. Sodann löste lediglich das inkriminierte Inse-
rat die heftigen Reaktionen der Verlagshäuser und der Bischofskonferenz aus (vgl. 
pag. 73/2 bis 73/7). Es ist demnach kein Zufall, dass nur dieses Inserat Gegen-
stand der Anklage ist und sich das Gericht nur mit diesem Inserat befassen muss.

14

8.6 Weigerung der Verlagshäuser, das inkriminierte Inserat zu drucken

8.6.1 Ausführungen der Vorinstanz
Die Vorinstanz kam zum Schluss (pag. 687 f., S. 20 f. der erstinstanzlichen Urteils-
begründung), die Medienmitteilung vom 19.8.2011 möge unspektakulär wirken. Sie 
sei jedoch für die Beweisführung in Bezug auf die subjektiven Tatbestandselemen-
te entscheidend. Es sei dazu vorerst nochmals in Erinnerung zu rufen, dass die 
drei involvierten Personen, G.________, A.________ und B.________, bisher da-
mit zitiert worden seien, dass für sie ein strafbares Verhalten zu jedem Zeitpunkt 
ausser Frage gestanden sei. Gleichzeitig hätten sie sich aber bereits am Freitag, 
19.8.2011, offenbar damit konfrontiert gesehen, dass einzelne Zeitungen die Publi-
kation verweigert hätten. Der Grund werde denn auch aus den Einvernahmen er-
sichtlich (Aussagen von G.________, pag. 112.41 Z. 145 ff.; Aussagen von 
B.________, pag. 112.54 Z. 305 ff.; Aussagen von A.________, pag. 112.67 Z. 69 
ff.). Gerade die letzte Aussage von A.________ zeige, dass man sehr wohl von 
dritter Seite damit konfrontiert worden sei, dass der Titel des Inserats rassistisch 
sei. Mit anderen Worten hätten die Beschuldigten gewusst, dass ihr deutschspra-
chiges Inserat zum Fall Interlaken – und nur dieses – als rassistisch eingestuft 
werden könne. Die Reaktion darauf sei eine Anpassung des Titels auf den Singular 
gewesen, wo dies von den Verlagen gefordert worden sei. Hingegen sei das Inse-
rat nicht generell überarbeitet, sondern auch in der Version mit dem Plural geschal-
tet worden. Dabei zeige insbesondere die eben zitierte Medienmitteilung, dass man 
sich über diesen Umstand geärgert und bewusst auch an der alten Version festge-
halten habe. Dass A.________ und B.________ sehr wohl gewusst hätten, was sie 
machten, ergebe sich einerseits aus ihren Funktionen, andererseits aber auch aus 
dem beruflichen Werdegang und den absolvierten Ausbildungen (vgl. pag. 112.49 
Z. 95 ff., 112.67 Z. 80 ff.).

8.6.2 Vorbringen der Verteidigung
Die Verteidigung führte aus (Plädoyernotizen, pag. 879 ff.), die Beschuldigten hät-
ten konsequent und immer wieder klar ausgesagt, dass es im Rahmen der kurzen 
Inserate-Aktion vom August 2011 nur um die Darstellung der Einzelfälle von Pfäffi-
kon und Interlaken gegangen sei. Deshalb seien in all diesen Inseraten die Be-
schreibungen der Fallbeispiele immer mitgeliefert worden. Nur gerade der Titel ei-
nes einzigen Inserats, nicht einmal das Inserat als Ganzes, sei etwas doppeldeutig 
geraten. Auf diesen Titel hätten sich etliche Leute gestürzt, die offensichtlich mit 
der SVP politisch oder weltanschaulich schon seit langem auf Konfrontationskurs 
stehen würden. So sei unter anderem behauptet worden, dieser Titel sei bewusst 
generell gegen Kosovaren gerichtet und der Einzelfallbeschrieb, den ohnehin nie-
mand gelesen habe, sei nur angefügt, um einen Bezug zu einem Einzelfall vorzu-
gaukeln und dadurch strafrechtliche Sanktionen zu vermeiden. Derartige Unterstel-
lungen seien selbst strafrechtlich relevant. Sie würden der SVP Schweiz mehr oder 
weniger offen eine rassistische Gesinnung unterstellen. Betrachte man alle er-
wähnten Inserate zusammen, so werde die Absicht des Beschuldigten und von 
A.________ klar sichtbar. Der Fokus sei so offensichtlich auf den Einzelfallbe-
schrieben gelegen, dass auch der Blickwinkel der Beschuldigten und ihr Vorver-
ständnis dadurch geprägt worden sei. 

15

Die Vorinstanz sei hingegen davon ausgegangen, dass die Beschuldigten ganz 
genau gewusst hätten, welche Wirkung mit der doppeldeutigen Verkürzung des Ti-
tels habe erzielt werden können. Sie hätten spätestens nach der Rückmeldung von 
einzelnen Verlagshäusern, welche das Inserat als rassistisch eingestuft und des-
wegen nicht hätten publizieren wollen, ihr Handeln nochmals hinterfragen müssen. 
Diese Begründung greife zu kurz. Es könne nicht einfach auf die Ansichten einzel-
ner Verlagsmitarbeitender abgestellt werden. Jedenfalls könne daraus nicht ge-
schlossen werden, dass die SVP-Verantwortlichen eine Diskriminierung und Her-
absetzung von Personen wegen ihrer Ethnie in Kauf genommen hätten. Die SVP 
liege im Dauerclinch mit einigen Organisationen und bestimmten Medienhäusern, 
wenn es darum gehe, ihre politischen Meinungen kund zu tun. Die Anfeindungen 
würden regelmässig aus einer bestimmten politischen Ecke kommen. SVP-nahe 
Kreise seien schon öfter zu Unrecht der Rassendiskriminierung bezichtigt worden. 
Es sei beispielhaft auf die Diskussion um die Minarettinitiative oder auf die Plakat-
werbung der SVP Stadt Zürich zum Thema «Kontaktnetz für Kosovo-Albaner Nein» 
zu verweisen, wobei die SVP Schweiz und die Beschuldigten damit nichts zu tun 
gehabt hätten. Angesichts dieser Umstände seien die Beschuldigten nicht über-
rascht gewesen, dass von Seiten gewisser Medien bzw. Organisationen ein Auf-
schrei der Empörung gekommen sei. Überraschend sei höchstens die Argumenta-
tionslinie gewesen. Die Beschuldigten seien indessen aufgrund ihres Erfahrungs-
hintergrundes gewohnt gewesen, auf ihre eigene Intention und auf ihre eigene In-
terpretation der Texte zu vertrauen. Das hätten sie auch hier aus vollster Überzeu-
gung getan. Die Einzelfälle seien im Zentrum gestanden und Teil des Textes ge-
wesen. Darauf hätten die Beschuldigten umso mehr vertrauen dürfen, als die fragli-
chen Stimmen ja alleine mit dem Wortlaut des Titels argumentiert hätten, was nicht 
angehen könne. 
Die Tatsache, dass man eine zweite Version des Inserats akzeptiert habe, in wel-
cher der Begriff „Kosovare“ im Singular geschrieben worden sei, belege nichts an-
deres. Die Beschuldigten hätten die Inserate schnellstmöglich schalten wollen. Da 
einzelne Medienhäuser dies hätten verhindern wollen, seien die SVP-
Verantwortlichen gezwungen gewesen, sich auf die Forderungen der Medienhäu-
ser einzulassen. Da der Titel, wie er von den fraglichen Medienhäusern verlangt 
worden sei, aus Sicht der Beschuldigten ebenfalls in Ordnung gewesen sei, habe 
man diesen einfach abgenickt. Darin könne kein Schuldeingeständnis gesehen 
werden, sondern es sei ein pragmatischer Entscheid gewesen. In der NZZ sei das 
fragliche Inserat anstandslos publiziert worden. Die NZZ sei jedoch kein Provinz-
blatt und stehe der FDP nahe, deshalb sei die Annahme des Inserats durch den 
Verlag der NZZ von den Beschuldigten als Signal gedeutet worden, welches sie in 
ihrem Standpunkt bestätigt habe. Eine Diskriminierung sei auch deshalb für die 
Verantwortlichen nicht ersichtlich gewesen, weil an die Schilderung im Inserat kei-
ne Konsequenzen oder Forderungen geknüpft worden seien, welche die Kosova-
ren als Ethnie selektiv betroffen hätten. Die Beschuldigten hätten nicht an der 
Rechtmässigkeit des Inserats gezweifelt. Sie hätten die Unrechtmässigkeit des In-
serats nicht in Kauf genommen, weil sie von einer völlig anderen Wirkung des Inse-
rats ausgegangen seien. Die Beschuldigten hätten nie eine generell abstrakte Aus-

16

sage über eine Ethnie machen wollen. Vielmehr hätten sie anhand von konkreten 
Beispielen die Anliegen der SVP verdeutlichen wollen. 

8.6.3 Vorbringen der Privatkläger
Rechtsanwalt F.________ führte aus (Plädoyernotizen, pag. 861), die Täter hätten 
aus rassendiskriminierenden Beweggründen gehandelt. Die Darstellungen der 
Beschuldigten würden sich als Schutzbehauptungen erweisen. Die beiden 
Beschuldigten seien an der Planung und der Veröffentlichung des inkriminierten 
Inserats massgeblich beteiligt gewesen, wie sie das auch eingeräumt hätten. Auch 
hätten sie das Inserat auf den beiden Homepages belassen, obwohl spätestens die 
landesweite Empörung und die Weigerung diverser Medien, das Inserat 
abzudrucken, weil sie es als rassistisch empfanden, die Beschuldigten zum 
Umdenken hätten verleiten sollen. Damit hätten sie billigend in Kauf genommen, 
dass sie mittels fortgesetzter Aufschaltung des Inserats eine Gruppe von 
Menschen in ihrer Menschenwürde verletzen und diskriminieren würden.

8.6.4 Ausführungen der Kammer

Wie die Vorinstanz gelangt auch die Kammer nach Würdigung sämtlicher Aussa-
gen und unter Berücksichtigung der weiteren Umstände zum Ergebnis, dass die 
Beschuldigten genau wussten, dass das inkriminierte Inserat von gewissen Ver-
lagshäusern wegen des Titels als rassistisch eingestuft wurde; sie hielten aber be-
wusst auch an der ursprünglichen Version fest. Entgegen der Auffassung der Ver-
teidigung handelte es sich bei den Bedenken der Verlagshäuser um erstzuneh-
mende Kritik. Dies aus folgenden Gründen:

Die Aussagen der involvierten Personen zeigen, dass gewisse Verlagshäuser das 
inkriminierte Inserat wegen des Titels ablehnten und die Beschuldigen damit kon-
frontiert wurden. G.________ bestätigte, dass die Inserate beanstandet wurden 
(pag. 112.41 Z. 145 ff.). A.________ sagte folgendes: «Glaublich am Freitag kam dann 
die Rückmeldung, dass nicht alle Zeitungen das Inserat wollten. Zuerst war unklar warum. Dann kam 
eben, dass der Titel nicht gehe, da es Mehrzahl und somit rassistisch sei. Ich war dann erstaunt, es 
war ja einfach eine Fallschilderung. Sie schlugen dann vor, dass der Titel in Einzahl gedruckt werde, 
so würden sie es drucken und wir waren damit einverstanden. Im französischen und im italienischen 
ist es ja eigentlich noch prägnanter, da es eben heisst «des Kosovares» und «un Suisse», gleich im 
italienischen. Auf Frage kann ich sagen, für mich war es kein Problem, dies in Einzahl zu schalten. 
Zudem war ja nur geplant, das Inserat ein bis zweimal pro Zeitung zu schalten, nicht mehr. Der Hin-
tergrund der Inserate war ja die Masseneinwanderungsinitiative bekannt zu machen» (pag. 112.67 Z. 
69 ff.). 

B.________ führte aus: «Wir hielten dann Meldungen von Verlagen, die dieses Inserat teilweise 
nicht so schalten wollten. Diese hatten sich wohl am ehesten bei der Agentur gemeldet. Ich hatte 
Kenntnis gegen Ende der Woche, dass einzelne Verlage das Inserat nicht nahmen. Es ging dabei um 
das Kosovareninserat betreffend des Vorfalls in Interlaken, das andere war unbestritten, soviel ich 
weiss. Soweit ich das nachvollziehen kann, ging es dabei um den Titel. Es kam dann glaublich der 
Vorschlag eines Verlags, dass man den Titel ändert in Einzahl. Für uns war dies nicht relevant, son-
dern dass das Inserat geschaltet wird. Darum waren wir mit dieser Änderung auch einverstanden. 
Weil insbesondere über den Fall in Interlaken aus unserer Sicht nicht breit berichtet wurde» 
(pag. 112.54 Z. 305 ff.).

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Die SVP – und mithin die beiden Berufungsführer - monierte dies entsprechend in 
ihrer Medienmitteilung vom 19.8.2011 (pag. 112.92 und pag. 645): «(…) Die SVP lässt 
sich den Mund nicht verbieten und prangert Missstände konsequent an. Das passt nicht allen. So 
lehnten einzelne Zeitungen SVP-Inserate ab und verweigerten damit eine öffentliche Debatte zu den 
Gewaltverbrechen von dieser Woche. Dies, nachdem der Angriff von Interlaken von vielen Medien 
kaum beachtet oder sogar gänzlich verschwiegen wurde! (…)». 

Mehrere Verlagshäuser lehnten das Inserat ab (vgl. dazu pag. 506 ff.), nur die NZZ 
veröffentlichte das Inserat ohne weiteren Kommentar. Aufgrund der Akten ist un-
klar, ob die NZZ das Inserat vorbehaltlos akzeptierte oder ob nicht vielmehr die in-
terne Kontrolle versagte. Es spielt vorliegend keine Rolle, welcher Partei die Ver-
lagshäuser nahe stehen. Hätten die Verlagshäuser das inkriminierte Inserat auf-
grund einer SVP-feindlichen Haltung zurückgewiesen, so hätten sie wohl kaum das 
Inserat der SVP mit dem Titel im Singular akzeptiert. Es ist zudem gerichtsnoto-
risch, dass die Verlagshäuser finanziell am Limit stehen. Somit wird ein Inserat, für 
das gut bezahlt wird, nur im Ausnahmefall zurückgewiesen. Anders gesagt, können 
sich die Verlagshäuser eine grundsätzlich SVP-feindliche Haltung bei Annahme 
von Inseraten finanziell gar nicht leisten. Dies wird durch den Kommentar von 
Chefredaktor K.________ verdeutlicht, der sich nach der Veröffentlichung des in-
kriminierten Inserats im St. Galler Tagblatt bei seinen Lesern u.a. wie folgt ent-
schuldigte: «(…) Unsere Zeitung lässt die unterschiedlichsten politischen Aussagen zu – solange 
sie nicht offensichtlich unwahr, ehrverletzend oder etwa rassistisch sind. Diese Kriterien werden be-
wusst grosszügig angewandt, weil wir der Meinung sind, dass sich unsere Leserinnen und Leser 
selbst ein Urteil vom Stil und Inhalt dieser oder jener Partei bilden sollen. In der gestrigen Ausgabe al-
lerdings haben wir auf Seite 6 ein Inserat der SVP mit dem Titel ʻKosovaren schlitzen Schweizer auf!ʻ 
publiziert, das so nicht hätte verbreitet werden dürfen. Die Urheber dieses Sujets gingen bewusst über 
die bekannten provokativen Muster hinaus: Die SVP versucht, politisches Kapital aus Verbrechen zu 
schlagen, indem sie pauschal eine ganze Volksgruppe diffamiert. Verlag und Redaktion dieser Zei-
tung distanzieren sich ausdrücklich von der Aussage dieses Inserats, und wir entschuldigen uns 
dafür, dass dieses Hetz-Sujet unkontrolliert den Weg ins Blatt fand» (pag. 73/3/1, 509). 

Die Verlagshäuser wiesen das inkriminierte Inserat deshalb zurück, weil sie an-
nahmen, es sei rassistisch oder könne zumindest rassistisch sein. Dies wussten 
die Beschuldigten. Sie hätten nach der allerersten negativen Rückmeldung hellhö-
rig werden sollen. Die Beschuldigten setzten sich jedoch wider besseres Wissen 
über die ihnen entgegenschlagende Kritik hinweg. Dadurch, dass die Beschuldig-
ten das inkriminierte Inserat trotz ernstzunehmender Bedenken der Verlagshäuser 
nicht zurückzogen und vielmehr mit der Medienmitteilung vom 19.8.2011 reagier-
ten, zeigten sie, dass es sie nicht kümmerte, wenn das Inserat als rassistische 
Aussage verstanden wurde.

III. RECHTLICHE WÜRDIGUNG

9. Meinungsäusserungsfreiheit versus Menschenwürde
Vorliegend ist bestritten, ob ein Grundrechtskonflikt vorliegt oder ob die Men-
schenwürde der Meinungsäusserungsfreiheit grundsätzlich immer vorgeht (vgl. da-

18

zu die Ausführungen der Verteidigung, Plädoyernotizen, pag. 877 ff., und die Aus-
führungen der Privatklägerschaft, Plädoyernotizen, pag. 840 ff.).
Die Vorinstanz hat einleuchtend begründet, warum die Menschenwürde vorgeht 
(pag. 704, S. 37 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung): Die Menschenwürde ist 
im Grundrechtskatalog der Bundesverfassung an erster Stelle aufgeführt (Art. 7 
BV). Die Menschenwürde ist «oberstes Konstitutionsprinzip des Staates» und 
damit ein Zielwert, an dem sich die gesamte Rechtsordnung auszurichten hat. Vor 
diesem Hintergrund bildet die Menschenwürde den Ausgangspunkt und die Leitlinie 
für die Konkretisierung der übrigen Grundrechte, insbesondere für deren 
Kerngehalte (REGINA KIENER/WALTER KÄLIN, Grundrechte, 2. Auflage, Bern 2013, 
S. 129). 
Gemäss Art. 36 BV können Grundrechte eingeschränkt werden. Jedoch ist der 
Kerngehalt der Grundrechte unantastbar (Art. 36 Abs. 4 BV). Entsprechend kann 
es zwischen Rassendiskriminierung und der Meinungsäusserungsfreiheit prinzipiell 
keinen Grundrechtskonflikt geben, weil die Menschenwürde Vorbedingung und 
Wurzel der einzelnen Grundrechte darstellt und somit Vorrang hat (vgl. NIGGLI, 
Rassendiskriminierung, 2. Auflage, 2007, N 879; BSK StGB-SCHLEIMINGER METT-
LER, 3. Auflage, Basel 2013, N. 28 zu Art. 261bis StGB). 
Die Meinungsäusserungsfreiheit wird vorliegend nicht eingeschränkt, denn die SVP 
kann ihre Meinung weiterhin äussern, so wie sie es im Fall Pfäffikon («Kosovare 
erschiesst Leiterin des Sozialamtes!») oder im Fall Interlaken mit dem korrigierten 
Inserat («Kosovare schlitzt Schweizer auf!») getan hat.

10. Allgemeines zu Art. 261bis StGB
Gemäss Art. 261bis StGB wird wegen Rassendiskriminierung bestraft, wer öffentlich 
gegen eine Person oder eine Gruppe von Personen wegen ihrer Rasse, Ethnie 
oder Religion zu Hass oder Diskriminierung aufruft (Abs. 1); wer öffentlich 
Ideologien verbreitet, die auf die systematische Herabsetzung oder Verleumdung 
der Angehörigen einer Rasse, Ethnie oder Religion gerichtet sind (Abs. 2); wer mit 
dem gleichen Ziel Propagandaaktionen organisiert, fördert oder daran teilnimmt 
(Abs. 3); wer öffentlich durch Wort, Schrift, Bild, Gebärden, Tätlichkeiten oder in 
anderer Weise eine Person oder eine Gruppe von Personen wegen ihrer Rasse, 
Ethnie oder Religion in einer gegen die Menschenwürde verstossenden Weise 
herabsetzt oder diskriminiert (Abs. 4 erster Teilsatz) oder aus einem dieser Gründe 
Völkermord oder andere Verbrechen gegen die Menschlichkeit leugnet, gröblich 
verharmlost oder zu rechtfertigen sucht (Abs. 4 zweiter Teilsatz); wer eine von ihm 
angebotene Leistung, die für die Allgemeinheit bestimmt ist, einer Person oder 
einer Gruppe von Personen wegen ihrer Rasse, Ethnie oder Religion verweigert 
(Abs. 5).

Aufgrund des rechtskräftigen Freispruchs (Art. 261bis Abs. 3) sind nur noch die Tat-
bestandsvarianten von Art. 261bis Abs. 1 und 4 erster Teilsatz StGB zu prüfen.

10.1 Rechtsgut
Der Tatbestand von Art. 261bis StGB schützt unmittelbar die Würde des einzelnen 
Menschen in seiner Eigenschaft als Angehöriger einer Rasse, Ethnie oder Religion. 
Der öffentliche Friede wird mittelbar geschützt als Folge des Schutzes des Einzel-

19

nen in seiner Zugehörigkeit zu einer ethnischen oder religiösen Gruppe (BGE 133 
IV 308 E. 8.2 S. 311; BGE 131 IV 23 E. 1.1 S. 25; bestätigt im Urteil des Bundesge-
richts 6B_715/2012 vom 6. Februar 2014 E. 2.1.1).

10.2 Verletzung der Menschenwürde
Gemeinsame Voraussetzung der in Art. 261bis Abs. 1 – 5 StGB umschriebenen 
Tathandlungen ist eine Verletzung der Menschenwürde. Die Menschenwürde wird 
verletzt, wenn die Gleichberechtigung bzw. Gleichwertigkeit einer Person oder Per-
sonengruppe bestritten wird, indem ihnen entweder die Existenzberechtigung oder 
Qualität als Menschen abgesprochen wird, ihr Anspruch auf die Menschenrechte 
nur beschränkt anerkannt wird, oder indem sie als «unterwertig» dargestellt werden 
(NIGGLI, Rassendiskriminierung, 2. Aufl. 2007, N. 381 mit Hinweisen; BSK StGB-
SCHLEIMINGER METTLER, a.a.O., N. 9 f. zu Art. 261bis StGB).

10.3 Öffentlichkeit der Handlung
Rassendiskriminierung im Sinne von Art. 261bis StGB ist – mit Ausnahme der Leis-
tungsverweigerung gemäss Absatz 5 – nur strafbar, wenn sie öffentlich begangen 
wird (BGE 133 IV 308 E. 8.3 S. 311). Öffentlich sind Äusserungen und Verhaltens-
weisen, die nicht im privaten Rahmen erfolgen. Als privat sind Äusserungen und 
Verhaltensweisen anzusehen, die im Familien- und Freundeskreis oder sonst in ei-
nem durch persönliche Beziehungen oder besonderes Vertrauen geprägten Umfeld 
erfolgen (BGE 130 IV 111 E. 5.2.2 S. 119).
Mit der Veröffentlichung des Inserats am 19.8.2011 auf den Webseiten der SVP 
und der Initiative gegen Masseneinwanderung und am 25.8.2011 in den Zeitungen 
NZZ und St. Galler Tagblatt ist die Öffentlichkeit der angeklagten Handlungen of-
fensichtlich.

10.4 Geschütze Personengruppe «Kosovaren»
Ein zentraler Streitpunkt ist die Frage, ob es sich bei den «Kosovaren» um eine ge-
schützte Personengruppe im Sinne des Art. 261bis StGB handelt.

Auf die Zusammenfassung der Vorinstanz zu den Ausführungen der Staatsanwalt-
schaft, der Generalstaatsanwaltschaft, der Beschwerdekammer in Strafsachen des 
Obergerichts des Kantons Bern und denjenigen der Parteien anlässlich der erstin-
stanzlichen Verhandlung zu diesem Streitpunkt wird verwiesen (pag. 690 ff., S. 23 
ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung).

10.4.1 Ausführungen der Vorinstanz
Die Vorinstanz führte aus (pag. 692 ff., S. 25 der erstinstanzlichen Urteilsbegrün-
dung), dass die Argumentationslinien der Staatsanwaltschaft in der ersten Einstel-
lungsverfügung vom 5.12.2012 und jene der Verteidigung verkennen würden, dass 
ein Begriff wie jener der «Kosovaren» nicht akademisch abstrakt, d.h. allgemeingül-
tig, sondern bezogen auf den Kontext ausgelegt werden müsse, in welchem er 
verwendet und rezipiert werde. Die Aussagen ‚Kosovaren sind Menschen aus dem 
Kosovo‘ oder ‚Menschen, welche die Staatsbürgerschaft von Kosovo besitzen‘ sei-
en abstrakt betrachtet genau so richtig, wie wenn man sage, mit Kosovaren seien 
die Kosovo-Albaner gemeint. Natürlich sei es auch zutreffend, dass im Kosovo ver-
schiedene ethnische Gruppen leben würden. Vorliegend gehe es aber gerade nicht 

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um eine möglichst präzise ethnologische Begriffsbestimmung der heutigen Bevöl-
kerung des Kosovo. Vielmehr gehe es primär um jene rund 150‘000 bis 170‘000 
Personen kosovarischer Herkunft, welche in die Schweiz migriert seien. Es sei da-
her zu fragen, was in der Schweiz mit dem Begriff Kosovaren gemeint sei. Hierzu 
gebe die Studie «Die kosovarische Bevölkerung in der Schweiz» des Bundesamts 
für Migration aus dem Jahre 2010 eine umfassende Übersicht. Daraus erhelle, 
dass auch in dieser Population die Kosovo-Albaner vorrangig seien (vgl. S. 33 der 
Studie). Die Studie setze sich detailliert mit dem Umstand auseinander, dass Koso-
varen in der Schweiz seit den 1990er-Jahren ein schlechtes Image («Asylanten», 
«Drogendealer», «Machos vom Balkan») hätten (vgl. S. 41 f. der Studie). Die Stu-
die sei für den vorliegenden Fall deshalb bemerkenswert, weil sie genau jenes Bild 
wiedergebe, welches im fraglichen Tatzeitpunkt in der Schweizer Bevölkerung vor-
herrschend gewesen sei. Dabei habe diese unterstrichen, dass dieses negativ ge-
färbte Bild massgeblich durch die Medien mitgeprägt worden sei. Vor diesem Hin-
tergrund seien denn auch die Berichterstattungen des Blicks vom 16./17.8.2011 zu 
verstehen, in welchen erwähnt worden seien, dass die Täter Kosovaren gewesen 
seien. Genau um diesen Zusammenhang sei es auch den beiden Beschuldigten 
gegangen, als sie diese Berichterstattungen und dieses ihr zugrundeliegende Bild 
in ihr Inserat aufgenommen hätten. Thema sei nicht eine simple Herkunftsbezeich-
nung, sondern Thema seien die in der Schweiz lebenden kosovarischen Migranten, 
mehrheitlich bestehend aus Kosovo-Albanern, welche nach bundesgerichtlicher 
Rechtsprechung (BGE 131 IV 23 E. 1.2.) eine von Art. 261bis StGB geschützte 
Gruppe darstellen würden. Jede andere Interpretation entspreche reiner Wortklau-
berei, welche vom Verständnis eines Durchschnittsadressaten weit entfernt sei. 
Letzterer nehme zwischen den Begriffen «Einwanderer aus dem Kosovo», «Koso-
varen» oder «Kosovo-Albaner» keine Differenzierung vor. Mit der Differenzierung 
zwischen den Wahrnehmungen in den drei Sprachregionen (Deutschschweiz, Ro-
mandie und Tessin) erhelle aus der Studie auch, dass einerseits ein Begriff immer 
in den richtigen Kontext gestellt werden müsse, andererseits werde aber auch 
nachvollziehbar, weshalb man sich vorliegend nur in der deutschen Version zu ei-
ner Verallgemeinerung habe hinreissen lassen.

Als Eventualbegründung könne noch angefügt werden, dass das Gericht den Be-
griff Kosovaren selbst dann als tatbestandsmässig im Sinne von Art. 261bis StGB 
beurteile, wenn man zum Schluss käme, Kosovaren stellten im hier verstandenen 
Sinne keine Ethnie dar. Mit dem Inserat sei immer noch eine tatbestandsmässige 
ethnische Sammelkategorie von über 90% Kosovo-Albaner sowie 10% vor allem in 
der Schweiz lebenden Roma, Serben und slawischen Muslimen gemeint gewesen. 
Im Übrigen sei die Behauptung, der Begriff Kosovaren sei bloss stellvertretend für 
alle kriminellen Ausländer verwendet worden, unzulässig. Kriminologisch käme ein 
Freispruch mit diesem Argument einer sekundären Viktimisierung gleich, indem 
man eine pauschale Abwertung einer Personengruppe damit rechtfertigte, diese 
wären nur als Synonym oder Sinnbild für alle kriminellen Ausländer verwendet 
worden. Der Angriff habe sich gezielt gegen die Kosovaren gerichtet. Das ergebe 
sich insbesondere aus der E-Mail vom 17.8.2011 von A.________ an die Firma 
J.________, in welcher erwähnt worden sei, dass man noch einen dritten Fall aus 
der Westschweiz suchen wolle. 

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Im Sinne einer Subeventualbegründung sei anzufügen, dass selbst bei einer Um-
deutung des Begriffs Kosovaren in kriminelle «Ausländer» oder «Asylanten» die 
Tatbestandsmässigkeit gegeben sei. Dem Argument, wonach es sich bei «Auslän-
dern» nicht um eine nach Art. 261bis StGB geschützte Gruppe handle, sei entge-
genzuhalten, dass die Masseneinwanderungsinitiative sich nicht generell gegen 
Ausländer, sondern gegen eine bestimmte Kategorie von Ausländern, nämlich kri-
minelle Ausländer richte. So lasse sich auch sagen, dass das Inserat «Kosovaren 
schlitzen Schweizer auf» bestimmte Ausländer ins Visier fasse, unter anderem 
Leute aus dem ehemaligen Jugoslawien.

10.4.2 Ausführungen der Verteidigung 
Rechtsanwalt C.________ führte aus (Plädoyernotizen, pag. 880 ff.), Kosovaren 
seien nicht als Ethnie zu betrachten. Auf dem Gebiet der Volksrepublik Kosovo 
würden Angehörige verschiedener Ethnien leben, wie z.B. Albaner, Serben, Roma, 
Türken oder Goranen. Eine Ethnie, die Kosovaren heisse, gebe es nicht. Vielmehr 
stelle der Begriff eine Herkunftsbezeichnung oder eine Staatsangehörigkeit dar. 
Die Vorinstanz habe bei ihrer Begründung auf einen Bericht des Bundesamts für 
Migration vom August 2010 verwiesen. Damit habe sie das rechtliche Gehör des 
Beschuldigten verletzt. Dieser Bericht sei den Beschuldigten nie vorgelegt worden 
und sie hätten sich auch nicht dazu äussern können. Das vorinstanzliche Urteil sei 
mit einem Nichtigkeitsgrund behaftet und daher aufzuheben. Zudem ergebe sich 
aus diesem Bericht kein Nachweis dafür, dass der Durchschnittsschweizer Kosova-
re und Kosovo-Albaner gleichsetze. Die Aussagen, dass Kosovaren Menschen aus 
dem Kosovo seien oder Menschen, welche die Staatsbürgerschaft der Volksrepu-
blik Kosovo besässen, seien immer objektiv richtig. Die Aussage, mit Kosovaren 
seien die Kosovo-Albaner gemeint, sei hingegen grundsätzlich falsch. Es sei rich-
tig, dass mit Kosovo-Albaner immer auch Kosovaren gemeint seien, weil die Koso-
vo-Albaner eine Teilmenge der Kosovaren darstellen würden. Dass mit Kosovaren 
immer Kosovo-Albaner gemeint seien, sei hingegen unhaltbar, da etliche Ethnien 
auf dem Gebiet des Kosovo lebten. Zudem erscheine die Gleichsetzung von «Ko-
sovaren» und «Kosovo-Albanern» auch deshalb unbedarft, weil nicht zuletzt um die 
Frage, wer sich denn nun alleine und zu Recht als Kosovare bezeichnen dürfe, ein 
Krieg geführt worden sei. Es stehe keinem Schweizer Richter zu, diese Frage 
durch die Hintertür zu entscheiden. Die anderen im Kosovo lebenden Ethnien wür-
den sich bedanken. Die Behauptung, dass der Durchschnittsschweizer es halt nicht 
so genau nehme, dass mit Kosovaren im schweizerischen Umfeld in der Regel Ko-
sovo-Albaner gemeint seien, und dass diese Ausdrücke in der Umgangssprache 
synonym verwendet würden, sei eine Tatsachenbehauptung, die nicht einmal im 
Ansatz bewiesen worden sei. Sie stimme denn auch sicher nicht, und zwar auch 
nicht für die Jahre 2010 und 2011.
Die Schweiz habe den Kosovo bereits im Februar 2008 als souveränen Staat aner-
kannt. Zudem befänden sich Schweizer Soldaten im Rahmen von Swisscoy bereits 
seit 1999 im Kosovo, weil die Angehörigen verschiedener Ethnien – insbesondere 
Serben und Albaner – davon abgehalten werden müssten, aufeinander loszuge-
hen. Dies alles sei dem durchschnittlichen Leser bekannt. Die schweizerische Be-
völkerung habe sich also schon seit einiger Zeit vor dem Jahr 2011 mit dem Koso-

22

vo auseinandergesetzt. Der Kosovo sei dann auch in den Medien regelmässig prä-
sent gewesen und der durchschnittliche Schweizer Medienkonsument habe im Jah-
re 2011 bestens gewusst, dass der Kosovo einen souveränen, von der Schweiz 
anerkannten Vielvölkerstaat darstellen würde. Eine Gleichsetzung von Kosovaren 
mit Kosovo-Albanern gehe daher für das Jahr 2011 längst nicht mehr an. Die Vor-
instanz habe den durchschnittlichen Schweizer Medienkonsumenten dümmer dar-
gestellt als er sei.
Auch die Behauptung der Vorinstanz, wonach es im vorliegenden Zusammenhang 
nicht um eine simple Herkunftsbezeichnung gehe, sondern vielmehr die in der 
Schweiz lebenden kosovarischen Migranten, welche mehrheitlich aus Kosovo-
Albanern bestünden, Thema seien, gehe an der Sache vorbei. Mit dem Inserat sei 
Werbung für die Unterschriftensammlung zur Masseneinwanderungsinitiative ge-
macht worden. Wenn schon, wären Kosovaren als mögliche Einwanderer im Visier 
gewesen. Potentielle zukünftige Einwanderer wohnten aber offensichtlich nicht in 
der Schweiz.
Am Gesagten zur Unterscheidung zwischen «Kosovaren» und «Kosovo-Albanern» 
ändere auch BGE 131 IV 23 nichts. Die Wendung des Gerichts, «Einwanderer aus dem 
Kosovo, verstanden als Kosovo-Albaner», könne unmöglich eine generelle Gleichsetzung 
von Kosovaren und Kosovo-Albanern bedeuten. Nur wenn die Erklärenden und die 
Erklärungsempfänger diese Gleichstellung im vom Bundesgericht entschiedenen 
Fall tatsächlich gemacht hätten, wäre ausnahmsweise eine Ethnie betroffen gewe-
sen. Diese Frage habe das Bundesgericht aber gar nicht entscheiden müssen, es 
habe auf eine Tatsachenfeststellung der Vorinstanz abgestellt. Das Bundesgericht 
habe lediglich noch klargestellt, dass Kosovo-Albaner eine von Art. 261bis StGB ge-
schützte Gruppierung seien. Das sei sicher richtig, tue aber im vorliegenden Fall 
nichts zur Sache.
Kosovo-Albaner seien nie ein Thema gewesen, sondern es sei alleine ein Bezug zu 
den beiden vom Blick als «Kosovaren» bezeichneten Männern hergestellt worden, 
die in Interlaken das Restaurant gestürmt hätten. Hätte es sich um Nigerianer, Je-
meniten oder Afghanen gehandelt, hätte der Titel entsprechend anders gelautet. Es 
sei nur auf eine Herkunft Bezug genommen worden. Der genannte Bundesge-
richtsentscheid sei im Oktober 2004, lange vor der Anerkennung des Kosovo als 
souveräner Staat durch die Schweiz erlassen worden. Selbst wenn man davon 
ausgehe, dass im Jahr 2004 eine Gleichsetzung von Kosovaren und Kosovo-
Albanern umgangssprachlich in gewissen Kreisen noch vorgekommen sei, so sei 
das im Jahr 2011 beim Durchschnittsleser nicht mehr der Fall gewesen. Weiter 
werde der Begriff «Kosovaren» gemäss Wörterbuch mit der Umschreibung «Men-
schen, die aus dem Kosovo stammen» definiert. Kosovare bezeichne also eine 
Herkunft oder Staatsangehörigkeit. Insgesamt sei deshalb davon auszugehen, 
dass im Jahre 2011 im üblichen Sprachgebrauch des schweizerischen durch-
schnittlichen Medienkonsumenten eine allfällige Gleichsetzung von Kosovaren und 
Kosovo-Albanern längst passé gewesen sei. Kosovar und Kosovo-Albaner könnten 
nicht gleichgesetzt werden. Kosovaren seien entweder Staatsbürger der Volksre-
publik Kosovo oder Menschen, die aus dem Kosovo stammten. Angesichts der 
Multiethnizität werde mit Kosovare keine Ethnie bezeichnet.

23

Betreffend dem Argument der Vorinstanz, dass allenfalls von einer ethnischen 
Sammelbezeichnung auszugehen sei, sei anzumerken, dass im Gesetz Herkunfts-
bezeichnungen und Nationalitäten nicht erwähnt würden, die Rede sei nur von 
Rasse, Ethnie oder Religion. Die nationale Zugehörigkeit sei gemäss Botschaft des 
Bundesrates entfallen, dies sei von den Räten übernommen worden. Es handle 
sich um einen bewussten Entscheid des Gesetzgebers. Dies bedeute, dass sich 
niemand strafbar mache, wenn er Leute einer bestimmten geografischen Herkunft 
oder Nationalität schlecht darstellen würde. Dennoch würden in Lehre und Recht-
sprechung immer wieder mal derartige Bezeichnungen, die nicht tatbestandsmäs-
sig seien, umgedeutet in sogenannte ethnische Sammelbezeichnungen. Dabei 
werde aber die Büchse der Pandora geöffnet. Es gebe inzwischen Entscheide, bei 
denen selbst der Begriff «Ausländer» als Sammelbezeichnung für Ethnien betrach-
tet worden sei. Bei dieser Argumentationslinie gingen einigen Leuten offenbar die 
Ideen aus, wie man das Tatbestandselement Ethnie überhaupt noch einigermas-
sen sinnvoll einschränken könnte. Dem von verschiedenen Seiten als problema-
tisch bezeichneten Straftatbestand von Art. 261bis StGB müsse aber durch die 
Rechtsprechung Konturen gegeben werden, damit die Rechtsunterworfenen ver-
stehen könnten, was strafbar sei. Mit dem Verweis auf Sammelbezeichnungen 
werde aber das Gegenteil gemacht. 
Nach dieser Logik könne jemand, der Kosovare sage, zur Verantwortung gezogen 
werden, weil er damit eigentlich Albaner, Serben, Türken, Goranen und Roma und 
weitere gemeint habe. Das könne nicht sein. Rechtsanwalt C.________ stellten 
sich gleich mehrere Fragen: «Was für eine Bedeutung hätte dabei die Tatsache, dass diese 
beschuldigte Person vielleicht gar nicht gewusst hat, dass es Goranen überhaupt gibt und dass eine 
relativ starke türkische Minderheit in der Republik Kosovo lebt? Könnte sich ein Goran dann betroffen 
fühlen und sich als Privatkläger konstituieren? Er konnte ja gar nicht gemeint gewesen sein. Könnte 
sich ein Goran, der in Mazedonien lebt, aber ursprünglich in der Gegend um Pristina aufgewachsen 
ist, als Privatkläger konstituieren, wenn er im Internet auf das hier relevante Inserat stösst und sich 
betroffen fühlt? Müsste er da einen kosovarischen Pass haben? Wie lange muss eine Ethnie im Ko-
sovo ansässig sein, damit sie mitgemeint ist, wenn man Kosovare sagt? Wie viele Angehörige dieser 
Ethnie braucht es dazu? Reicht ein einzelner in der Republik Kosovo eingebürgerter Japaner, damit 
auch die japanische Ethnie mitgemeint ist? Könnte sich dieser japanisch-stämmige Kosovare sich als 
Privatstrafkläger konstituieren? Wie sieht es aus, wenn dieser Japaner sich zwar als Kosovare fühlt 
und in Pristina lebt, aber nicht eingebürgert ist?» Keiner von all den Schlaumeiern, die 
leichthin behaupteten, eine ethnische Sammelbezeichnung sei tatbeständlich (An-
merkung: tatbestandsmässig), habe sich wohl je mit derartigen Fragen ernsthaft 
auseinandergesetzt. Solche sogenannten Sammelbezeichnungen seien gar nicht 
sinnvoll abgrenzbar – es sei denn, man knüpfe an die Herkunft oder an die Staats-
bürgerschaft an. Wo liege dann aber am Schluss der Unterschied zur Nationalität 
oder der Herkunftsbezeichnung? Letztlich könne es gar keinen Unterschied zu die-
sen Begriffen geben. Die Behauptung, es sei eine ethnische Sammelbezeichnung 
gemeint, stelle eine Umgehung der Normen des Strafgesetzbuches dar. Es sei zu-
dem nicht begründet worden, weshalb eine Sammelbezeichnung gemeint gewesen 
sein soll. Der Bezug zu den beiden Kosovaren, die in Interlaken das Gartenrestau-
rant gestürmt hätten, sei viel zu eindeutig, als dass darüber hinweg gesehen wer-

24

den könne. Werde aber ein Bezug zu zwei konkreten Personen hergestellt, könne 
eine ethnische Sammelbezeichnung offensichtlich nicht gemeint gewesen sein.
Als Subeventualbegründung habe die Vorinstanz vorgebracht, dass selbst bei einer 
Umdeutung des Begriffs «Kosovaren» in «kriminelle Ausländer» oder «Asylanten» 
die Tatbestandsmässigkeit gegeben sei. Es gehe zu weit, unter dem Begriff Aus-
länder oder Asylanten eine Ethnie oder eine ethnische Sammelbezeichnung zu se-
hen. Würde man dies zulassen, dann wäre der Straftatbestand von Art. 261bis StGB 
völlig offen. Dann sei aber nicht einzusehen, weshalb zwar Leute geschützt wären, 
die über eine wie auch immer geartete Herkunftsbezeichnung identifizierbar ge-
macht würden, nicht aber Schwarzhaarige, Blauäugige, Modefreaks, Ländlerfreun-
de oder sonst wer. Dann wäre Ländlerfreunde auch eine ethnische Sammelbe-
zeichnung aller Ethnien, die sich dadurch kennzeichneten, dass sie als verbinden-
des kulturelles Element gemeinsam in Trachten Volksmusik machten. Das sei nicht 
weniger zwingend als jede Anknüpfung über eine geografische Herkunftsbezeich-
nung. Damit verkomme aber Art. 261bis StGB zu einem konturlosen Schwamm. Zu-
dem sei der Vorwurf, dass nicht Ausländer generell, sondern kriminelle Ausländer 
gemeint seien, absurd. Es sei legitim, kriminelle Ausländer anders zu behandeln 
als andere, dies sei gängige Gerichtspraxis im Migrationsrecht. Schliesslich stimme 
nicht einmal die Behauptung der Vorinstanz, wonach sich die Masseneinwande-
rungsinitiative gegen kriminelle Ausländer richte. Denn diese wolle die Zahl der 
Einwanderer insgesamt reduzieren, sie sei somit blind gegenüber Herkunft oder 
Ethnie von Einwanderern. Die Argumente im Rahmen des Abstimmungskampfes 
ab Dezember 2013 würden dies belegen.

Zusammengefasst sei mit Kosovaren keine von Art. 261bis StGB geschützte Grup-
pierung gemeint.

10.4.3 Ausführungen der Privatkläger 
Rechtsanwalt F.________ führte aus (pag. 851 ff.), die Frage, ob die Kosovaren 
eine Ethnie seien, sei längst beantwortet. Selbst die Generalstaatsanwaltschaft 
habe eingeräumt, dass die Kosovaren eine geschützte Ethnie im Sinne des 
Gesetzes seien. Zu demselben Ergebnis sei auch die Beschwerdekammer des 
Obergerichts des Kantons Bern gelangt. Auch das Bundesgericht habe bezüglich 
der Kosovaren festgehalten, es werde zu Recht nicht in Frage gestellt, dass die in 
der Medieninformation genannten Einwanderer aus dem Kosovo eine von Art. 
261bis StGB geschützte Gruppe darstellen würden (vgl. BGE 131 IV 23, 25 E. 1.2). 
In der im Bundesgerichtsentscheid erwähnten Medieninformation sei übrigens 
wörtlich die Rede von den «Einwanderern aus dem Kosovo» gewesen. 
Die Ansicht der Verteidigung, dass es keine Ethnie der Kosovaren gebe, dass aber 
alle Kosovaren einer Ethnie angehörten, sei dies die Ethnie der Albaner, Türken, 
Serben oder Roma, sei unhaltbar. Selbstverständlich stellten Ethnien nie religiös 
oder ethnisch homogene Gruppen dar. Die Vorstellung einer homogenen Ethnie sei 
durch Völkerwanderungen, Vertreibungen, Kriege und Verwüstungen ganzer 
Länder und Kontinente über Jahrzehnte und Jahrhunderte wissenschaftlich klar 
widerlegt. So weise auch NIGGLI darauf hin, dass eine Ethnie als Gruppe mit einer 
gemeinsamen Geschichte und einem gemeinsamen Schicksal verstanden werde, 
auch wenn dies nur auf Vorstellungen beruhe (NIGGLI, Rassendiskriminierung, 

25

S. 211 N 667-669). Dies sei ein wichtiger Nachsatz. Eine Ethnie werde durch das 
Selbstbild begründet, wie sich eine Gruppe von Menschen selber sehe. Gleichzeitig 
sei bei Ethnien die Verwendung von Sammelkategorien möglich und strafbar, 
sofern damit eine Mehrzahl von Ethnien gemeint sei (vgl. NIGGLI, a.a.O., N 673).
Die Verteidigung mache geltend, dass der Begriff «Kosovaren» mehrere Ethnien 
beherberge. Wenn aber alle Kosovaren einer Ethnie angehörten, so stelle dieser 
Begriff «Kosovaren» folglich auch eine Sammelkategorie von kosovarischen 
Ethnien dar. Dies ändere aber eben gerade nichts daran, dass alle kosovarischen 
Ethnien, seien es nun Albaner, Serben, Goranen, Türken oder Romas, sich von 
einer öffentlichen Hetze wie «Kosovaren schlitzen Schweizer auf!» diskriminiert 
fühlten. Es sei daher der Meinung von NIGGLI und RIKLIN beizupflichten, dass ein 
Verhalten nicht dadurch straflos werde, indem es sich gegen mehrere Ethnien bzw. 
Rassen gleichzeitig wende und die einzelnen Gruppen nicht gesondert aufgezählt 
würden (vgl. NIGGLI/RIKLIN, Skript Strafrecht BT, 10. Auflage, S. 258, Titel b.). Zu 
demselben Ergebnis gelangten übrigens auch TRECHSEL/VEST, denen zufolge für 
die Erfüllung des Tatbestandes nicht erforderlich sei, dass eine bestimmte Rasse 
oder Ethnie angeprangert werde. Es genüge bereits eine kollektive Schmähung 
aller Andersrassigen, sogar der Ausländer oder Asylanten schlechthin (vgl. 
TRECHSEL/PIETH, StGB-Praxiskommentar, 2. Auflage, N. 11 f.). In dieselbe 
Richtung zielten auch die Ausführungen von NIGGLI und FIOLKA, denen zufolge Art. 
261bis StGB auch dort erfüllt sei, wo die Nationalität oder die Begriffe «Ausländer» 
und «Asylbewerber» quasi zur Tarnung verwendet werden und nicht die 
Nationalität oder die Rechtskategorie gemeint seien, sondern als Synonym für 
Rasse, Ethnie oder Religion (vgl. NIGGLI/FIOLKA, Rassendiskriminierung im Sinne 
von Art. 261bis StGB – Eine Übersicht, 2004). 
Als aktenkundiges Beispiel sei der Kosovare M.________ zu erwähnen, der beim 
Inserat von einer Hetze gegen die Kosovaren gesprochen habe (pag. 87 f.). 
M.________ sei kaum gleichzeitig in allen Teilethnien der kosovarischen Albaner, 
Serben und Goraner beheimatet. Und trotzdem fühle er sich als Kosovare vom 
Inserat ethnisch herabgesetzt. 
Somit sei zweifelsfrei belegt, dass es sich beim Begriff der «Kosovaren» um eine 
Ethnie jedenfalls im Sinne der Sammelkategorie von kosovarischen Einzelethnien 
handle.

10.4.4 Ausführungen der Kammer
Angriffsobjekt von Art. 261bis StGB sind entweder einzelne Personen aufgrund ihrer 
Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe oder unmittelbar die Gruppe selbst. Von 
Art. 261bis StGB werden rassische, ethnische oder religiöse Gruppen erfasst. Diese 
Gruppen verstehen sich selbst (Selbstwahrnehmung) als anders als die anderen 
und werden auf Grundlage bestimmter konstanter Merkmale – ihrer Physiognomie, 
ihrer Kultur oder ihrer Glaubensorientierung – von den übrigen Gruppen (Fremd-
wahrnehmung) als anders empfunden und verstanden (BSK StGB-SCHLEIMINGER 
METTLER, 3. Auflage, Basel 2013, N. 13 zu Art. 261bisStGB). 
Ethnische Gruppen unterscheiden sich durch eine gemeinsame Geschichte und ein 
gemeinsames System von Einstellungen und Verhaltensnormen. Zum Beispiel: 

26

Norddeutsche, Tamilen, Sizilianer, Appenzeller etc. (BSK StGB-SCHLEIMINGER 
METTLER, a.a.O., N. 15 zu Art. 261bis StGB).
Ethnie im Sinne von Art. 261bis StGB ist ein Segment der Bevölkerung, das sich 
selbst als distinkte Gruppe versteht und das vom Rest der Bevölkerung als Gruppe 
verstanden wird, aufgrund folgender Kriterien: Die ethnische Gruppe muss
- eine gemeinsame Geschichte, ein gemeinsames Schicksal habe, auch wenn 

dies nur auf Vorstellungen beruht;
- ein gemeinsames zusammenhängendes System von Einstellungen und Verhal-

tensnormen haben (Tradition, Brauchtum, Sitte, Sprache etc.);
- wobei besagte gemeinsame Merkmale (ob traditional, verhaltens- oder brauch-

tumsspezifisch etc.) erst zum ethnischen Kriterium werden, wenn sie von der 
Gruppe selbst dazu verwendet werden, sich gegenüber anderen abzugrenzen, 
und von anderen dazu verwendet werden, eine Gruppe abzugrenzen (MARCEL 
ALEXANDER NIGGLI, Rassendiskriminierung, 2. Auflage, 2007, N. 667 ff.).

Gemäss EKR-Urteil 2000-1 (Prozessgeschichte EKR-Urteil 1999-29) stellen Portu-
giesen eine Ethnie dar. Der in jenem Fall Angeklagte hatte in einem Restaurant die 
Portugiesen mit Wort und Bild angegriffen; damit waren gemäss diesem Entscheid 
die in der Schweiz lebenden Portugiesen gemeint. Ebenso sind laut EKR-Urteil 
2004-4 in der Schweiz lebende Afrikaner («professionnels africains de haut niveau vivant en 
Suisse») eine Ethnie: Obwohl Afrika sich aus unterschiedlichen Ländern zusammen-
setzt, bilden Afrikaner in den Augen der Schweizer eine Ethnie im Sinne von Art. 
261bis StGB.
Mit der Formulierung im Inserat, «das sind die Folgen der unkontrollierten Massen-
einwanderung – Doppelpunkt – Kosovaren schlitzen Schweizer auf!», wird auf jene 
Kosovaren Bezug genommen, die in der Folge des Jugoslawien-Krieges und seit-
her aus einem Teilgebiet von Ex-Jugoslawien in die Schweiz gekommen sind. Die-
ser Gruppe von 150‘000 bis 170‘000 Menschen kosovarischer Herkunft hat das 
Bundesamt für Migration 2010 eine eigene Studie, «Die kosovarische Bevölkerung 
in der Schweiz», gewidmet (wie die Vorinstanz eine Studie zu zitieren, die unter 
www.admin.ch abgerufen werden kann, ist für die Kammer vielmehr gerichtsnoto-
risch als eine Verletzung des rechtlichen Gehörs). In den Augen der Schweizer bil-
den die hier lebenden Kosovaren eine Ethnie. Genauso wie auch die in der 
Schweiz lebenden Portugiesen und Afrikaner gemäss vorgängig zitierter Recht-
sprechung eine Ethnie bilden. Dabei spielt es keine Rolle, ob und wann der Kosovo 
als eigener Staat durch die Schweiz anerkannt worden ist. Die im Fallbeispiel des 
inkriminierten Inserats genannten kosovarischen Brüder sind übrigens bereits 1993 
in die Schweiz gekommen, sie sind in der Schweiz zur Schule gegangen und ver-
fügten über einen C-Ausweis. In der Schweiz lebende Kosovaren stellen somit eine 
von Art. 261bis StGB geschützte Gruppe dar.

11. Herabsetzung (Art. 261bis Abs. 4 erster Teilsatz StGB)

11.1 Anklage
Entgegen den Ausführungen der Vorinstanz (pag. 695, S. 28 der erstinstanzlichen 
Urteilsbegründung) ist nur die Tatbestandsvariante der Herabsetzung – jedoch 

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nicht die der Diskriminierung – nach Art. 261bis Abs. 4 erster Teilsatz StGB ange-
klagt (vgl. Anklageschrift, pag. 515 f.).

11.2 Objektiver Tatbestand

11.2.1 Grundlagen
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts bezweckt die Strafbestimmung der 
Rassendiskriminierung unter anderem, die angeborene Würde und Gleichheit aller 
Menschen zu schützen. Im Licht dieser Zielsetzung erscheinen als Herabsetzung 
oder Diskriminierung im Sinne von Art. 261bis Abs. 4 erster Teilsatz StGB alle Ver-
haltensweisen, durch welche den Angehörigen einer Bevölkerungsgruppe aufgrund 
ihrer Rasse, Ethnie oder Religion die Gleichwertigkeit als menschliche Wesen oder 
die Gleichberechtigung in Bezug auf die Menschenrechte abgesprochen oder zu-
mindest in Frage gestellt wird (BGE 133 IV 308 E. 8.2 S. 311; 131 IV 23 E. 3 S. 27; 
bestätigt in Urteil des Bundesgerichts 6B_715/2012 vom 6.2.2014 E. 2.1.1). Nicht 
«herabsetzend» im Sinne von Art. 261bis Abs. 4 StGB sind demgegenüber Behaup-
tungen, die nur Ungleichheiten in spezifischer Hinsicht ausdrücken (z.B. «alle X 
sind faul») und keine Behauptung des ungleichen Anspruchs auf die Menschen-
rechte enthalten. Dies gilt selbst dann, wenn die Behauptung als fremdenfeindlich, 
geschmacklos, ethisch oder moralisch anstössig oder unanständig und unzivilisiert 
erscheint. Solche Äusserungen können allerdings strafbare Handlungen im Sinne 
des Ehrverletzungsrechtes (Art. 173 ff. StGB) darstellen (NIGGLI, Rassendiskrimi-
nierung, a.a.O., N. 1299 mit Hinweisen). 
Eine Äusserung oder Verhaltensweise kann den Tatbestand von Art. 261bis Abs. 4 
erster Teilsatz StGB nur erfüllen, wenn sie von einem unbefangenen durchschnittli-
chen Dritten aufgrund der gesamten konkreten Umstände als rassendiskriminie-
render Akt erkannt wird. Dies ergibt sich aus dem Erfordernis der Öffentlichkeit 
(BGE 133 IV 308 E. 8.4 S. 312). Für die strafrechtliche Beurteilung einer Äusse-
rung ist nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichts grundsätzlich der 
Sinn massgebend, welchen ihr der unbefangene durchschnittliche Dritte unter den 
gesamten konkreten Umständen beilegt. Eine Äusserung in der Öffentlichkeit erfüllt 
den Tatbestand von Art. 261bis Abs. 4 erster Teilsatz StGB, wenn sie von einem 
unbefangenen durchschnittlichen Dritten unter den gesamten konkreten Umstän-
den in einem rassendiskriminierenden Sinne verstanden wird und der Beschuldigte 
eine Interpretation seiner Äusserung in diesem Sinne in Kauf genommen hat 
(BGE 133 IV 308 E. 8.5.1 S. 312; bestätigt im Urteil des Bundesgerichts 
6B_715/2012 vom 6.2.2014 E. 2.1.2).
Bei der Auslegung von Art. 261bis Abs. 4 StGB ist der Freiheit der Meinungsäusse-
rung (Art. 16 BV; Art. 10 EMRK; Art. 19 UNO-Pakt II) Rechnung zu tragen. Äusse-
rungen zu politischen Fragen und Problemen des öffentlichen Lebens kommt ein 
besonderer Stellenwert zu. In einer Demokratie ist es von zentraler Bedeutung, 
dass auch Standpunkte vertreten werden können, die einer Mehrheit missfallen 
und für viele schockierend wirken. Kritik muss dabei in einer gewissen Breite und 
bisweilen auch in überspitzter Form zulässig sein. Werden durch eine extensive 
Auslegung der Normen des Strafrechts zu hohe Anforderungen an kritische Äusse-
rungen gestellt, besteht die Gefahr, dass auch begründete Kritik nicht mehr vorge-
bracht wird. Eine Herabsetzung oder Diskriminierung im Sinne von Art. 261bis 

28

Abs. 4 StGB ist daher in der politischen Auseinandersetzung nicht leichthin zu be-
jahen. Jedenfalls erfüllt den Tatbestand nicht bereits, wer über eine von dieser 
Norm geschützte Gruppe etwas Unvorteilhaftes äussert, solange die Kritik insge-
samt sachlich bleibt und sich auf objektive Gründe stützt. Äusserungen im Rahmen 
der politischen Auseinandersetzung sind dabei nicht zu engherzig auszulegen, 
sondern immer in ihrem Gesamtzusammenhang zu würdigen (BGE 131 IV 23 
E. 3.1 S. 28 f. mit Hinweisen). 

Art. 261bis Abs. 4 erster Teilsatz StGB setzt voraus, dass der Täter eine Person 
oder eine Gruppe von Personen «in einer gegen die Menschenwürde 
verstossenden Weise» herabsetzt oder diskriminiert. Wird die Minderwertigkeit 
einer Gruppe behauptet, so muss damit eine grundsätzliche Minderwertigkeit der 
Gruppenangehörigen «als Mensch» zum Ausdruck gebracht werden. Eine 
qualifizierte Minderwertigkeit ist richtigerweise bei der uneingeschränkten 
Ablehnung einer Gruppe aufgrund ihrer Rasse, Ethnie oder Religion anzunehmen 
(BSK StGB-SCHLEIMINGER METTLER, a.a.O., N. 53 zu Art. 261bis StGB). 
Die Behauptung, die Angehörigen einer bestimmten Gruppe seien alle Verbrecher 
(bzw. eine bestimmte Gruppe von Rechtsbrechern wie Diebe, Mörder, Drogen-
händler etc.) ist herabsetzend im Sinne von Art. 261bis Abs. 4 StGB (NIGGLI, Ras-
sendiskriminierung, a.a.O., N. 1289 mit Hinweisen). Zwar stellen Rechtsbrecher 
nach den Vorstellungen moderner Demokratien keine «Unmenschen» oder min-
derwertige Menschen dar, doch wird bei Rechtsbrechern üblicherweise massiv in 
deren Grundrechte eingegriffen. Namentlich weil mit «Verbrecher» bei einem 
durchschnittlichen Publikum üblicherweise Menschen bezeichnet werden, die mit – 
womöglich langfristigen – Freiheitsstrafen zu belegen sind, besagt die Behauptung 
des Verbrechertums – basierend auf rassistischen, ethnischen oder religiösen Kri-
terien, und eben gerade nicht auf konkreten Rechtsbrüchen – damit im Kern nichts 
anderes, als dass die betreffende Gruppe nicht den gleichen Anspruch auf persön-
liche Freiheit habe wie andere Gruppen (NIGGLI, Rassendiskriminierung, a.a.O., 
N. 1289 mit Hinweis auf BSK StGB-SCHLEIMINGER METTLER, a.a.O., N. 53 zu 
Art. 261bis StGB).
In der Rechtsprechung wurden weder ein Wahlplakat der SVP, das vor dem Bun-
deshaus betende Muslime von hinten zeigte und mit der Parole «Utilisez vos têtes! Vo-
tez UDC. Suisse toujours libre!» überschrieben war (Urteil des Bundesgerichts 
6B_664/2008 vom 27.4.2009) noch die SVP-Plakatkampagne «Kontaktnetz für 
KOSOVO-ALBANER NEIN» (EKR-Urteil 2002-030N) noch das «Schäfchen-
Plakat» (das Plakat der Ausschaffungsinitiative; EKR-Urteil 2008-011N) als ras-
sendiskriminierend beurteilt. Bejaht wurde hingegen ein Verstoss gegen Art. 261bis 
Abs. 4 StGB bei Slogans auf der Parteihomepage der Partei X (EKR-Urteil 2013-
004N): «(…) Viele Schweizer habe ja DRECK am Stecken, aber wenn JUGOSlawen das auch ha-
ben, sollte man die viel härter bestrafen! (…)», sowie bei folgenden Aussagen in einem Zei-
tungsinterview (EKR-Urteil 2006-032N): «Die Kosovo-Albaner nehmen sich nicht die Mühe, 
sich anzupassen. Sie wollen uns ihre Gewaltbereitschaft aufzwingen». Nach dem Einwand, sie 
spräche von einer Minderheit, sagte die Beschuldigte: «Das glaube ich nicht».
In BGE 131 IV 23 E. 3.2 hielt das Bundesgericht bezüglich einer Medieninformation 
der Freiheits-Partei, bei der es einen Verstoss gegen Art. 261bis Abs. 4 StGB ver-

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neinte (kritisch dazu GERHARD FIOLKA, Keine illegale rassistische Medieninformati-
on, Anmerkungen zum Bundesgerichtsentscheid vom 6.10.2004, Medialex 2005, 
S. 51 f.), fest, in der Literatur werde anerkannt, dass in der Berichterstattung über 
den Anteil einer Bevölkerungsgruppe an der Kriminalität, ja über deren besondere 
Neigung zu Straftaten keine gegen die Menschenwürde verstossende Herabset-
zung liege, selbst wenn dadurch für deren Angehörige ein feindseliges Klima ge-
schaffen werde. Weiter führte es aus: «Anders zu beurteilen sind in der Regel Pauschalurtei-
le, die sich nicht auf sachliche Gründe stützen lassen. So erschiene die Aussage, die Flüchtlinge aus 
dem Kosovo seien generell kriminell und gewaltbereit, als unzulässige Herabsetzung dieser Gruppe 
(vgl. NIGGLI, Rassendiskriminierung, Zürich 1996, N 944)». Ähnlich sah dies auch das Zürcher 
Obergericht (EKR-Urteil 2002-030N): Sofern durch die Inserate die Aussage getrof-
fen werde, Kosovo-Albaner seien allesamt kriminell, so wäre ein Verstoss gegen 
Art. 261bis Abs. 4 StGB anzunehmen.

11.2.2 Ausführungen der Vorinstanz 
Die Vorinstanz führte aus (pag. 697 ff., S. 30 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbe-
gründung), das Abstellen auf den Durchschnittsadressaten sei problematisch, denn 
dieser könne je nach erwünschtem Ausgang entsprechend skizziert werden. Im 
Zusammenhang mit der Masseneinwanderungsinitiative zeige das knappe Ab-
stimmungsresultat vom 9.2.2014, dass es in Bezug auf die Einwanderungspolitik 
keinen Durchschnittsleser gebe. Das Bundesgericht habe im Fall der Medienmittei-
lung der Freiheits-Partei festgehalten, dass der Durchschnittleser klar verstehe, 
dass mit der Formulierung «u.a. die Einwanderer (so genannte Flüchtlinge) aus dem Kosovo 
haben einen unverhältnismässig hohen Anteil an der zunehmenden Gewaltbereitschaft und Krimina-
lität der Schweiz» weder gesagt noch angedeutet werde, dass alle Kosovo-Albaner 
gewaltbereit und kriminell seien, noch dass diese Menschen zweiter Klasse seien 
(BGE 131 IV 23 E. 2.2, 3.3). Die für den Fall zuständige Vorinstanz habe hingegen 
befunden, der Durchschnittsleser verstehe die Medienmitteilung der Freiheits-
Partei dahingehend, dass es sich bei den Kosovo-Albanern um eine «grundsätzlich 
zu kriminellen Handlungen und zur Gewaltanwendung neigenden Bevölkerungs-
gruppe handle» (BGE 131 IV 23 E. 2.2; kritisch zum Durchschnittsleser auch GER-
HARD FIOLKA, Keine illegale rassistische Medieninformation, Anmerkungen zum 
Bundesgerichtsentscheid vom 6.10.2004, Medialex 2005, S. 51 f.).
Die Aussage «Kosovaren schlitzen Schweizer auf» habe durchaus für die Ethnie 
herabsetzende Züge. Sie suggeriere, dass die Kosovaren ganz allgemein «Schlit-
zer» seien. Die Privatklägerschaft bringe dazu vor, dass durch das Wort «aufschlit-
zen», mit dem das Aufschneiden von Gegenständen und Tieren verbunden werde, 
die Ethnie «Kosovaren» als besonders brutal dargestellt werde, die Körperverlet-
zungen oder gar Tötungen an der Opferethnie «Schweizer» begehe. Somit würden 
die Kosovaren als «Barbaren» dargestellt. Dem sei anzufügen, dass zudem die 
verwendete Bildsprache Feindseligkeit schüren könne, da die Kosovaren als eine 
Gruppe von «Aufschlitzer» dargestellt würden, die mit grossen schweren Schuhen 
über die Schweizer Flagge, die Verbildlichung der Schweizer Nationalität, mar-
schierten und alles flach trampelten. Auch wenn das Inserat vor dem Hintergrund 
einer versuchten Tötung in Interlaken geschaltet worden sei, so werde mit der Aus-
sage «Kosovaren schlitzen Schweizer auf» eben gerade nicht dieser konkrete Fall 
abgebildet. Dies sei bereits aus der Verwendung des Präsens ersichtlich. Korrek-

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terweise hätte man stattdessen bei einer reinen Falldarstellung die Vergangenheit 
(schlitzten) verwenden müssen. Der Titel entbehre einer wahrheitsgetreuen, realen 
Grundlage, indem von Kosovaren und Schweizern und nicht von einem Kosovaren 
und einem Schweizer die Rede sei. Damit schiesse die Formulierung über das an-
gebliche Ziel – den konkreten Fall publik zu machen – hinaus. Es sei nicht erwie-
sen, dass Kosovaren resp. Kosovo-Albaner eine besonders hohe Gewalttätigkeit in 
Bezug auf Körperverletzungsdelikte aufweisen würden. So lasse sich denn auch 
beispielsweise aus den Jahresberichten des Bundesamts für Polizei (fedpol) einzig 
entnehmen, dass in den Bereichen des Heroinhandels und des Menschenschmug-
gels häufig Personen aus dem Kosovo tätig seien (Jahresbericht der fedpol 2013, 
S. 14). 
Kritische Aussagen, auch solche über einen konkreten Fall, müssten zugelassen 
werden. Dabei sollten auch Übertreibungen und Vereinfachungen toleriert werden. 
Allerdings bestünden Grenzen: Pauschalaussagen dürften nicht als Vereinfachun-
gen vertuscht werden. So sei eine Aussage, welche eine Bevölkerungsgruppe oder 
eine Ethnie pauschal als Kriminelle abstemple, keine kritische Aussage mehr. 
Vielmehr handle es sich um eine undifferenzierte und deshalb unzulässige Verall-
gemeinerung.
Erfahrungsgemäss lese der Durchschnittsleser das Kleingedruckte auf einem Pla-
kat oder Inserat nicht, sondern beschränke sich auf die Lektüre der Schlagzeile. Im 
Zusammenhang mit dem SVP Logo und der Masseneinwanderungsinitiative ziehe 
der Durchschnittsleser den Schluss, dass er diese Initiative zu unterschreiben ha-
be, um sich vor kriminellen Kosovaren zu schützen und insbesondere zu verhin-
dern, dass die Schweiz von diesen «überrannt und eingenommen» werde. Es sei 
davon auszugehen, dass ein durchschnittlicher Leser verstehe, dass es sich beim 
fraglichen Inserat um eine politische Kampagne handle und die Aussage in den 
Kontext des politischen Abstimmungskampfs setze. Dies vermöge jedoch nicht zu 
verhindern, dass diese Aussage beim durchschnittlichen Leser den Eindruck hinter-
lasse, dass es sich bei den Kosovaren um eine Ethnie mit einer besonders starken 
kriminogenen Tendenz handle, und folglich um eine Ethnie, die im Vergleich zu an-
deren Ethnien weniger wert sei.
Abschliessend sei festzuhalten, dass das Inserat eine herabsetzende und diskrimi-
nierende Handlung in sich darstelle. Es sei eine öffentliche Erklärung, die den Ko-
sovaren insgesamt und nicht nur vereinzelten Angehörigen dieser Personengruppe 
unterstelle, gewalttätig zu sein, und somit eine ihre Menschenwürde herabsetzte 
Aussage.

11.2.3 Vorbringen der Verteidigung
Die Verteidigung führte aus, die Vorinstanz habe, durchaus zu Recht, darauf hin-
gewiesen, dass das Abstellen auf einen Durchschnittsadressaten im vorliegenden 
Fall problematisch sei. Gerade im Zusammenhang mit den Inseraten betreffend der 
Masseneinwanderungsinitiative scheine fraglich, ob es überhaupt einen Durch-
schnittsadressaten geben könne, der einen klaren Standpunkt vertrete. Das Ab-
stimmungsresultat sei denkbar knapp gewesen. Wo wolle man also den Durch-
schnittsadressaten mit einer klaren Meinung ansiedeln, ohne eine politisch gefärbte 
Figur zu bemühen? Ungeachtet des erwähnten Hinweises auf diese Problematik 

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habe die Vorinstanz aber im begründeten Urteil ein bis zwei Seiten später dennoch 
mit einem Durchschnittleser argumentiert, den sie aber nie näher definiert habe 
und den sie ja offenbar selbst gar nicht einordnen könne. Diese Problematik sei 
aber gerade im vorliegenden Fall, bei dem es um politische Auseinandersetzungen 
und Publikationen einer der staatstragenden Parteien der Schweiz gehe, äusserst 
relevant. Die Vorinstanz habe den Durchschnittsadressaten vom Textverständnis 
her nun so positioniert, dass man ihn gerade als Erzfeind der SVP Schweiz be-
zeichnen könne. Dieser Durchschnittsleser habe den Titel als generelle Herabset-
zung von Kosovo-Albanern verstanden und habe keinen Hinweis auf den Vorfall 
von Interlaken erkannt, obwohl dieser Vorfall im gleichen Inserat beschrieben wer-
de und im Titel von Kosovaren und nicht von Kosovo-Albanern die Rede sei. Diese 
Auslegung gehe völlig an der Sache vorbei. Die aufgezeigte Problematik hinsicht-
lich des Durchschnittslesers sei im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung 
so zu lösen, dass ein solcher im Zweifel keine rassendiskriminierende Äusserung 
wahrnehme. Erst wenn eine Äusserung unabhängig von der politischen Positionie-
rung des Durchschnittslesers zwingend als rassendiskriminierend zu verstehen sei, 
könne der Vorwurf der Rassendiskriminierung – auch im Rahmen einer politischen 
Diskussion – gerechtfertigt sein. Dieser Standpunkt alleine gewährleiste die Mei-
nungsäusserungsfreiheit in angemessener Weise und verhindere den Missbrauch 
der Justiz für politische Abrechnungen, indem bei der Auslegung politisch gefärbte 
Durchschnittsleser herangezogen würden (Plädoyernotizen, pag. 879 f.).
Nur gerade der Titel «Kosovaren schlitzen Schweizer auf» sei von den Privatklä-
gern und der Vorinstanz als rassendiskriminierend eingestuft worden. Ob der Plural 
mit Bezug auf die Kosovaren vorliege oder nicht, sei eigentlich – per se – gar nicht 
relevant. Der Plural sei auch in den lateinischen Inseraten verwendet worden und 
dort habe es keinen Anlass zu Beanstandungen gegeben. Die Übersetzungen sei-
en von einem Übersetzungsbüro gemacht worden, welches den zu übersetzenden 
Text des deutschsprachigen Inserats offensichtlich von Beginn weg richtig verstan-
den habe. Der Text sei so übersetzt worden, wie ihn die Beschuldigten auch ver-
standen hätten. Im Zweifelsfall sei die deutsche Version analog wie die lateinischen 
Versionen zu lesen. Der Plural sei mit Bezug auf die zwei Angreifer in Interlaken zu 
verstehen und «Schweizer» sei mit Bezug auf das Opfer im Singular zu lesen. Der 
Titel mit Bezug auf das Substantiv «Schweizer» lasse verschiedene Interpretatio-
nen zu. Wenn man den Titel so verstehe: Kosovaren «Plural» schlitzen Schweizer 
«Singular» auf, gebe der Titel nicht zu Beanstandungen Anlass. Denn so verstan-
den werde – wie auch in den lateinischen Inseraten – ein Einzelfall angesprochen, 
was eine generelle Aussage über eine Ethnie ausschliesse. Wäre das Opfer eine 
Frau gewesen, würde es diesen Gerichtsfall gar nicht geben. Alleine, wenn man die 
Interpretationsvariante wähle, bei der sowohl Kosovaren wie auch Schweizer im 
Plural gelesen werden – und nur dann – ergebe sich aus dem Titel, wenn man die-
sen isoliert betrachte, eine generelle Aussage (Plädoyernotizen, pag. 886 ff.).
Das Bundesgericht sei in BGE 131 IV 23 zum Schluss gekommen, dass der Text 
der Freiheitspartei nicht rassendiskriminierend sei. Dieser Text könne aber sehr 
wohl so gelesen werden, dass alle Einwanderer aus dem Kosovo gemeint gewesen 
seien. Diese Interpretation sei sogar naheliegender als die Interpretation des Bun-
desgerichts. Sie sei aber nicht zwingend, und das sei relevant: Wenn ein Text 

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mehrdeutig sei, müsse im Zweifel jene Auslegung gewählt werden, die nicht tatbe-
standsmässig sei. Das gebiete die Meinungsäusserungsfreiheit im Rahmen des po-
litischen Diskurses (Plädoyernotizen, pag. 888 f.).
Der Beschrieb des Vorfalls von Interlaken sei immer integraler Bestandteil des In-
serats gewesen. Die Beschreibung des Vorfalls sei sodann unstrittig immer korrekt 
wiedergegeben worden. In diesem Beschrieb werde klargestellt, dass zwei Kosova-
ren ein Gartenrestaurant gestürmt hätten, und dass einer von ihnen einem Schwei-
zer den Hals aufgeschlitzt habe. Das Verb schlitzen nehme also direkt Bezug auf 
den darunter beschriebenen Vorfall. Dieser Bezug, mithin der Verweis auf den kon-
kreten Einzelfall, dürfe auf keinen Fall ausser Acht gelassen werden. Die Vorin-
stanz habe demgegenüber befunden, dass man den Titel völlig isoliert betrachten 
müsse, da der Durchschnittsadressat den Text gar nicht lese, weil er klein gedruckt 
sei. Das sei unhaltbar. Dieses Argument wäre allenfalls bei einem Plakat diskuta-
bel, jedoch nicht bei einem Printinserat oder einem Text auf einer Website. Es sei 
geradezu grotesk zu behaupten, dass der Durchschnittsadressat zwar den ganzen 
Text lese, nur gerade den Einzelfallbeschrieb aber nicht. Es sei von der Vorinstanz 
behauptet worden, dass der Durchschnittskonsument sowohl den Satz «Das sind 
die Folgen der unkontrollierten Einwanderung» wie auch den Satz «Wer das nicht 
will, unterschreibt jetzt die Volksinitiative Masseneinwanderung stoppen» lese, 
nicht aber den Beschrieb des Einzelfalles. Dies sei nur schon deshalb völlig unhalt-
bar, weil diese beiden genannten Sätze nicht grösser geschrieben seien, als der 
Beschrieb des Einzelfalles. Komme hinzu, dass die SVP im Inserat als Schlussfol-
gerung ganz unten rechts geschrieben habe, was die