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**Case Identifier:** 77cb0942-f009-58ac-80bd-37d2c53e170e
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-10-25
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 25.10.2021 200 2020 545
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2020-545_2021-10-25.pdf

## Full Text

200 20 545 IV
KNB/SCM/WSI

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 25. Oktober 2021

Verwaltungsrichter Knapp, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Ackermann, Verwaltungsrichter Schwegler
Gerichtsschreiberin Schädeli

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 8. Juni 2020

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Okt. 2021, IV/20/545, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1964 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
meldete sich im Januar 2013 unter Hinweis auf verschiedene gesundheitli-
che Beeinträchtigungen bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung 
(IV) zum Leistungsbezug an (Akten der IV, Antwortbeilage [AB] 1). Nach 
Vornahme von erwerblichen und medizinischen Abklärungen verneinte die 
IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) mit Verfügung vom 6. März 
2014 (AB 51) bei einem Invaliditätsgrad von 37 % einen Rentenanspruch. 
Diese Verfügung blieb unangefochten.

Im Juli 2017 ersuchte der Versicherte abermals um Leistungen der IV 
(AB 110). Nach neuerlicher Durchführung erwerblicher und medizinischer 
Erhebungen verneinte die IVB mit Verfügung vom 11. Dezember 2018 
(AB 153) einen Rentenanspruch erneut und führte aus, es sei keine erheb-
liche und lang andauernde Verschlechterung eingetreten, weshalb der Ein-
kommensvergleich gemäss Verfügung vom 6. März 2014 (AB 51) unverän-
dert Gültigkeit habe. In Gutheissung der dagegen erhobenen Beschwerde 
(AB 161) hob das Verwaltungsgericht des Kantons Bern mit Urteil vom 
11. Juni 2019 (VGE IV/2019/36; AB 164) die Verfügung vom 11. Dezember 
2018 (AB 153) auf und wies die Sache zur Vornahme weiterer Abklärungen 
an die IVB zurück. Massgeblich gestützt auf das hierauf eingeholte bidiszi-
plinäre Gutachten vom 16. Dezember 2019 (AB 195.1-195.3) sowie nach 
Durchführung des Vorbescheidverfahrens (AB 196, 200) sprach die IVB 
dem Versicherten mit Verfügung vom 8. Juni 2020 (AB 206) bei einem In-
validitätsgrad von 57 % ab 1. Januar 2018 eine halbe Rente zu. Dabei er-
wog sie insbesondere, spätestens im Februar 2017 sei eine gesundheitli-
che Verschlechterung eingetreten (AB 206/5).

B.

Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________, am 13. Juli 2020 Beschwerde. Er liess beantragen, die ange-

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fochtene Verfügung sei aufzuheben und der Invaliditätsgrad des Be-
schwerdeführers sei auf mindestens 60 % anzusetzen.

In der Beschwerdeantwort beantragt die Beschwerdegegnerin die Abwei-
sung der Beschwerde. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 8. Juni 2020 (AB 206). 
Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

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1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 
80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.3 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG).

2.3.1 Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung oder das Revisionsge-
such ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewis-
sern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung 
des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist. Stellt sie fest, dass 

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der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine 
Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls 
hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, 
um nunmehr eine rentenbegründende (bzw. anspruchsrelevant höhere) 
Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall 
obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 
117 V 198 E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

2.3.2 Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invali-
ditätsgrad erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuan-
meldungsverfahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG 
– durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten mate-
riellen Beurteilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit 
demjenigen zur Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 
S. 112; 130 V 71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

2.3.3 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-
gebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invali-
ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b 
S. 200; SVR 2019 IV Nr. 39 S. 124 E. 5).

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV 
Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1).

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3.

3.1 Die Verwaltung ist auf die Neuanmeldung vom Juli 2017 (AB 110) 
eingetreten und hat den Leistungsanspruch materiell geprüft, womit die 
Eintretensfrage vom Gericht nicht zu beurteilen ist (BGE 109 V 108 E. 2b 
S. 114). Indes ist zu prüfen, ob im massgebenden Vergleichszeitraum zwi-
schen der rentenablehnenden Verfügung vom 6. März 2014 (AB 51) und 
der angefochtenen Verfügung vom 8. Juni 2020 (AB 206) eine Verände-
rung in den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten ist und falls ja, ob diese 
geeignet ist, den Invaliditätsgrad in einer für den Rentenanspruch erhebli-
chen Weise zu beeinflussen (vgl. E. 2.3 hiervor).

3.2 Der Verfügung vom 6. März 2014 (AB 51) lag insbesondere der Be-
richt des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) vom 6. Januar 2014 
(AB 40) zugrunde. Darin führte Dr. med. C.________, Fachärztin für Allge-
meine Innere Medizin, die folgende Diagnose mit Auswirkung auf die Ar-
beitsfähigkeit auf: Diabetes mellitus mit hoher Komplikationsrate: Status 
nach Mal perforans, diabetische Vaskulopathie, diabetische Retinopathie 
(fast sicher auch Nephropathie) und Polyneuropathie (AB 40/3). Für die 
bisherige Tätigkeit als ... (AB 40/3) bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähig-
keit. Sitzende Tätigkeiten mit gelegentlichem Aufstehen und Umhergehen 
bzw. wechselbelastende Tätigkeiten mit deutlich mehr Sitzen als Stehen 
bzw. Gehen, mit gröberen Arbeiten und ohne Feinarbeiten seien bei einer 
Präsenz von 100 % mit einer Leistungsfähigkeit von 85 % bis 90 % zumut-
bar (AB 40/4).

3.3 Die angefochtene Verfügung vom 8. Juni 2020 (AB 206) basiert im 
Wesentlichen auf dem im Nachgang zu VGE IV/2019/36 (AB 164) einge-
holten bidisziplinären Gutachten der MEDAS D.________ (D.________; 
MEDAS) vom 16. Dezember 2019 (AB 195.1-195.3). Nach einer internisti-
schen (AB 195.2) und einer ophthalmologischen (AB 195.3) Untersuchung 
stellten die Fachärzte im Rahmen der interdisziplinären Gesamtbeurteilung 
die folgenden Diagnosen (AB 195.1/7-8 Ziff. 4.2):

Mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
- Diabetes mellitus Typ II
- Polyarthrose
- Rechtes Auge: nicht-proliferative diabetische Retinopathie, diabetisches Ma-

kulaödem, St. nach intravitrealer VEGF-Therapie, zuletzt 10/2019

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- Linkes Auge: hypotones, amaurotisches Auge
Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
- Arterielle Hypertonie
- Adipositas Grad I
- Übermässiger Alkoholgebrauch anamnestisch bis vor zwei Monaten, aktuell 

nicht nachweisbar
- Cataracta nuclearis incipiens rechts
- Hyperopie, Presbyopie rechts
- Status nach Nikotinabusus, über 20 py
- Status nach metacarpophalangealer Schaftfraktur IV rechts 11/2016
- Status nach lateraler mehrfragmentärer Patellalängsfraktur links 02/2019
- Prurigo

In der bisherigen Tätigkeit als ... könne der Beschwerdeführer nicht mehr 
eingesetzt werden (AB 195.1/10 Ziff. 4.7). In einer optimal angepassten 
körperlich leichten Tätigkeit (im Sitzen, ohne feinmechanische Arbeiten 
respektive Arbeiten, bei denen das Stereosehen oder ein guter Nahvisus 
wichtig seien, ohne hohe visuelle Anforderungen, ohne Tätigkeiten, die ein 
gutes räumliches Sehen erforderten, ohne Arbeiten an gefährdenden Ma-
schinen sowie auf Leitern oder Gerüsten, ohne Schichtarbeit, ohne rezidi-
vierende Drehbewegungen des Rumpfes, ohne repetitives Bücken und 
ohne Arbeiten in Zwangshaltungen, ohne repetitives Fassen mit den Hän-
den von Gewichten über 5 kg, mit der Möglichkeit, sich regelmässig zu er-
heben und sich zu bewegen [AB 195.1/8-11 Ziff. 4.3 und 4.9]) bestehe seit 
der Ausheilung der Patellafraktur ca. Mitte April 2019 eine Arbeitsfähigkeit 
von 70 % mit einer zusätzlichen Leistungsverminderung von 30 % 
(AB 195.1/10 Ziff. 4.8). Die funktionellen Einschränkungen seien sowohl 
durch die orthopädischen Probleme (Polyarthrose, insbesondere Gonar-
throse rechts mit Streckdefizit, bei Belastung symptomatisches Lumbover-
tebralsyndrom und Arthrose der Metocarpophalangealgelenke II bis V beid-
seits [AB 195.1/6]) als auch durch die diabetischen Komplikationen (Status 
nach Grosszehenamputation bei diabetischer Polyneuropathie, diabetische 
Makro- und Mikroangiopathie, Hyperkeratose mit fraglicher zentraler Ne-
krose am linken Fuss [AB 195.2/9 Ziff. 7.1]), die lnsulinbedürftigkeit und die 
Einäugigkeit bedingt (AB 195.1/8-10 Ziff. 4.3 und 4.9). Der Gesundheitszu-
stand habe sich seit März 2014 wesentlich verschlechtert, indem sich seit-
her hauptsächlich ein Unfall mit Totalverlust der Sehfähigkeit des linken 
Auges (Februar 2017) ereignet habe. Zudem seien die degenerativen Ver-
änderungen an den Gelenken naturgemäss weiter fortgeschritten 
(AB 195.1/12 Ziff. 4.11.1 und 4.11.2). Die fortgeschrittene Polyarthrose sei 

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nunmehr in den Händen, lumbal und im rechten Knie bei Belastungen 
symptomatisch (AB 195.1/12 Ziff. 4.11.2).

3.4 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

3.5 Das MEDAS-Gutachten vom 16. Dezember 2019 (AB 195.1-195.3) 
erfüllt die von der höchstrichterlichen Rechtsprechung an den Beweiswert 
einer Expertise gestellten Anforderungen (vgl. E. 3.4 hiervor), weshalb ihm 
volle Beweiskraft zukommt. Die darin enthaltenen Ausführungen und Fest-
stellungen beruhen auf eingehenden fachärztlichen Abklärungen und sind 
in Kenntnis der Vorakten sowie unter Berücksichtigung der geklagten Ein-
schränkungen getroffen worden. Gestützt darauf haben die Gutachter die 
medizinischen Zusammenhänge einleuchtend und die daraus gezogenen 
Schlussfolgerungen zum Gesundheitszustand sowie zur medizinisch-
theoretisch zumutbaren Arbeitsfähigkeit nachvollziehbar begründet sowie 
überzeugend dargestellt. Sie setzten sich zudem mit der Frage einer revisi-
onsrechtlich relevanten Veränderung des Gesundheitszustandes im mass-

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gebenden Zeitraum (vgl. E. 3.1 und 3.4 hiervor) auseinander (vgl. 
AB 195.1/12 Ziff. 4.11.1 und 4.11.2; SVR 2018 IV Nr. 13 S. 41 E. 4.2.2). Mit 
Blick auf die Akten überzeugt, wenn die Gutachter ausführten, der Ge-
sundheitszustand habe sich seit März 2014 hauptsächlich aufgrund des 
Totalverlustes der Sehfähigkeit des linken Auges wie auch der degenerati-
ven Gelenksveränderungen wesentlich verschlechtert (AB 195.1/12 
Ziff. 4.11.1). 

In ophthalmologischer Hinsicht ereignete sich – nach mehreren in den Jah-
ren 2012 und 2013 bei beidseitigem diabetischen Makulaödem stattgehab-
ten operativen Eingriffen an den Augen (Lucentis-Injektionen [AB 31/7-10, 
31/12-14, 31/17-21, 31/35-36]) – im Februar 2017 ein Unfall mit Schlag auf 
das linke Auge (AB 195.3/1 Ziff. 3.2). Es folgten zwei operative Eingriffe 
(AB 134/12-14), jedoch stellten die Behandler der Klinik E.________ eine 
seit dem 4. Februar 2017 bestehende funktionelle Einäugigkeit bzw. keine 
Lichtwahrnehmung mehr auf dem linken Auge fest (AB 134/6, 134/10 
Ziff. 2). Dies steht mit den Feststellungen der ophthalmologischen Gutach-
terin in Einklang (AB 195.3/2-3 Ziff. 4.3). Weiter überzeugen bei auch be-
züglich dem rechten Auge vorhandenen Einschränkungen (nicht-
proliferative diabetische Retinopathie mit diabetischem Makulaödem 
[AB 195.3/3-4 Ziff. 6 und 7.1]; zu den Untersuchungsbefunden AB 195.3/2-
3 Ziff. 4) die von der Expertin getroffenen Feststellungen hinsichtlich Ar-
beitsfähigkeit mit einem erhöhten Zeitbedarf (AB 195.3/5 Ziff. 8.1), Ein-
schränkungen des Nahvisus sowie einer Vermeidung von Tätigkeiten mit 
hohen visuellen Anforderungen, von Tätigkeiten mit Gefährdungspotential 
(in grosser Höhe und an gefährlichen Maschinen) und Tätigkeiten, die ein 
gutes räumliches Sehen voraussetzen (AB 195.3/5 Ziff. 8.2).

Hinsichtlich der internistischen Beurteilung ereigneten sich seit 2012 meh-
rere Komplikationen im Zusammenhang mit dem Diabetes mellitus Typ II. 
Zum einen wurde nach Grosszehenamputation rechts mit anschliessender 
Entwicklung eines Vorfussabszesses sowie Amputation des zweiten 
Strahls im Jahr 2012 (vgl. AB 7.2/8-14, 7.2/17-19, 15/3-5), im März 2014 
bei diabetischem Fusssyndrom eine IP-Resektion durchgeführt (AB 78/7). 
Bei diesen Gegebenheiten sowie mit Blick auf die vom MEDAS-Gutachter 
festgestellten Untersuchungsbefunde (AB 195.2/7) sind die erhobenen Ein-

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schränkungen bezüglich Besteigen von Leitern und Gerüsten sowie Gehen 
auf unebenem Grund (AB 195.1/8 Ziff. 4.3, vgl. auch AB 195.2/9 Ziff. 7.1) 
schlüssig dargetan. Weiter wurde im Rahmen der Behandlung einer im 
August 2016 erlittenen Mittelhandknochenfraktur als Nebendiagnose eine 
Arthrose der MCP-Gelenke II, III und IV festgestellt (AB 121/11-18). Über-
zeugend sind die diesbezüglich vom Gutachter festgestellten funktionellen 
Einschränkungen, wonach mit den Händen keine schweren Gegenstände 
mehr gefasst werden könnten (AB 195.1/9 Ziff. 4.3, 195.2/9 Ziff. 7.1) und 
bei Gefühlsstörungen an den Händen resp. gestörtem Tastempfinden auch 
einfache manuelle Tätigkeiten nur verlangsamt möglich seien (AB 195.1/10 
Ziff. 4.9). Ebenso schlüssig und nachvollziehbar ist mit Blick auf die Gonar-
throse rechts (vgl. zu den Befunden AB 195.2/7 [Streck- und Beugedefizit 
mit Endphasenschmerz]) und das bei Belastung symptomatische Lumbo-
vertebralsyndrom (vgl. hierzu auch die 2014 festgestellte Lumboischialgie 
bzw. Bandscheibenprotrusion [AB 118/7-8]), dass eine stehende Tätigkeit 
nicht mehr möglich sei (AB 195.2/9 Ziff. 7.1) bzw. nur eine leichte Tätigkeit 
im Sitzen mit regelmässigem Aufstehen und Bewegen, ohne repetitive 
Drehbewegungen des Rumpfes, ohne wiederholtes Bücken und ohne Ar-
beiten in Zwangshaltungen in Frage komme (AB 195.1/9-10 Ziff. 4.3 und 
4.9).

3.6 Nach dem Ausgeführten ist mit den vorstehend dargelegten ge-
sundheitlichen Veränderungen (E. 3.5 hiervor) ein Neuanmeldungsgrund 
ohne Weiteres ausgewiesen, was zwischen den Parteien denn auch nicht 
(mehr) umstritten ist. Folglich ist der Rentenanspruch allseitig frei zu prüfen 
(vgl. E. 2.3.4 hiervor). Zu Recht ebenfalls nicht bestritten wird das medizini-
sche Zumutbarkeitsprofil (vgl. Beschwerde S. 5; Beschwerdeantwort S. 2 
Ziff. C.3). Es ist erstellt, dass der Beschwerdeführer in der bisherigen 
Tätigkeit als ... nicht mehr arbeitsfähig ist (AB 195.1/10 Ziff. 4.7). In einer 
angepassten Tätigkeit (AB 195.1/8-11 Ziff. 4.3 und 4.9) besteht demge-
genüber seit Ausheilung der im Februar 2019 erlittenen lateralen Patel-
lafraktur links (vgl. AB 177/12), mithin seit Mitte April 2019, eine Arbeits-
fähigkeit von 70 %, dies bei einer zusätzlichen Leistungsverminderung von 
30 %, ausmachend eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 49 % (70 % ./. 
30 %; AB 195.1/10 Ziff. 4.8). Da auch im Zeitpunkt des hypothetischen 
Rentenbeginns (vgl. E. 4.4 hiernach) ein im Wesentlichen gleicher Ge-

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sundheitszustand wie im Februar 2019 (vor dem Unfall) bzw. seit Mitte April 
2019 vorlag, ist auf dieses Zumutbarkeitsprofil bereits ab Januar 2018 – mit 
einer vorübergehenden vollständigen Arbeitsunfähigkeit von Mitte Februar 
2019 bis Mitte April 2019 (vgl. AB 177/10-13, 195.1/20 Ziff. 4.8; E. 4.7 hier-
nach) – abzustellen. Hinweise für eine abweichende Einschätzung ergeben 
sich weder aus den Akten noch machen die Parteien entsprechende Vor-
bringen.

Auf dieser Grundlage ist nachstehend die Invaliditätsbemessung vorzu-
nehmen.

4.

4.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

4.2 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325; SVR 2017 IV Nr. 52 S. 157 E. 5.1). Lässt sich aufgrund der 
tatsächlichen Verhältnisse das ohne gesundheitliche Beeinträchtigung rea-
lisierbare Einkommen nicht hinreichend genau beziffern, ist auf statistische 
Werte wie die Lohnstrukturerhebungen (LSE) abzustellen. Auf sie darf je-
doch im Rahmen der Invaliditätsbemessung nur unter Mitberücksichtigung 
der für die Entlöhnung im Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen 
und beruflichen Faktoren abgestellt werden (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110; 
SVR 2019 UV Nr. 40 S. 153 E. 6.2.3).

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4.3 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Hat die versicherte 
Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine 
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können 
nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für 
Statistik (BFS) herausgegebenen LSE herangezogen werden (BGE 
143 V 295 E. 2.2 S. 297; SVR 2019 IV Nr. 28 S. 88 E. 5.1.3). Es gilt zu 
berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, die selbst 
bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu voll leis-
tungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern lohnmässig 
benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurchschnittlichen 
Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit einem Abzug vom 
Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 S. 327, 129 V 
472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöh-
ne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen 
Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, 
Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungs-
grad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist 
nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wobei der Ab-
zug auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen ist (BGE 135 V 297 E. 
5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2018 IV Nr. 46 S. 148 E. 3.3). Zu 
beachten ist, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen 
Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht zusätz-
lich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu 
einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (BGE 
146 V 16 E. 4.1 S. 20).

Das trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung zumutbarerweise erzielba-
re Einkommen ist bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu er-
mitteln. Dieser theoretische und abstrakte Begriff dient dazu, den Leis-
tungsbereich der Invalidenversicherung von jenem der Arbeitslosenversi-
cherung abzugrenzen. Ein ausgeglichener Arbeitsmarkt ist gekennzeichnet 
durch ein gewisses Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage nach 
Arbeitskräften und weist einen Fächer verschiedenster Tätigkeiten auf und 
zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Okt. 2021, IV/20/545, Seite 13

Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes. Er um-
fasst auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeitsan-
gebote, bei welchen Behinderte mit einem sozialen Entgegenkommen von 
Seiten des Arbeitgebers rechnen können. Dabei ist nicht von realitätsfrem-
den Einsatzmöglichkeiten auszugehen. Es können nur Vorkehren verlangt 
werden, die unter Berücksichtigung der gesamten objektiven und subjekti-
ven Gegebenheiten des Einzelfalles zumutbar sind. An die Konkretisierung 
von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten sind jedoch rechtspre-
chungsgemäss keine übermässigen Anforderungen zu stellen (BGE 138 V 
457 E. 3.1 S. 459; SVR 2019 IV Nr. 21 S. 66 E. 4.2). Nach diesen Ge-
sichtspunkten bestimmt sich im Einzelfall, ob die invalide Person die Mög-
lichkeit hat, ihre restliche Erwerbsfähigkeit zu verwerten und ob sie ein ren-
tenausschliessendes Einkommen zu erzielen vermag oder nicht (BGE 110 
V 273 E. 4b S. 276; ZAK 1991 S. 320 E. 3b). Daraus folgt, dass für die In-
validitätsbemessung nicht darauf abzustellen ist, ob eine invalide Person 
unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann, 
sondern einzig darauf, ob sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirt-
schaftlich nutzen könnte, wenn die verfügbaren Arbeitsplätze dem Angebot 
an Arbeitskräften entsprechen würden (SVR 2016 IV Nr. 2 S. 6 E. 4.4).

4.4 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-
ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 
bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3 
S. 300, 129 V 222), was vorliegend nicht der Fall ist (vgl. E. 4.7 hiernach). 
Im Zeitpunkt der Neuanmeldung vom Juli 2017 (AB 110) war das Wartejahr 
bereits abgelaufen (vgl. auch AB 40/4), so dass der frühestmögliche Ren-
tenbeginn auf den 1. Januar 2018 fällt (Art. 28 Abs. 1 lit. b sowie Art. 29 
Abs. 1 und 3 IVG). Auf diesen Zeitpunkt hin ist der Einkommensvergleich 
durchzuführen.

4.5 Der Beschwerdeführer absolvierte in seiner Heimat eine Ausbildung 
zum ... (1979-1982; vgl. AB 7.3, 24/2, 195.2/2). Im Jahr 2011 besuchte er 
gemäss eigenen Angaben in der Schweiz einen ...kurs ... (AB 24/2). In er-
werblicher Hinsicht war er als ... (1996-1998; AB 25/6), als Allrounder 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Okt. 2021, IV/20/545, Seite 14

(1996-2000; AB 25/5), als Hilfs... bzw. ... (2000-2007; AB 25/4) und als Be-
triebsmitarbeiter in einer ... (2007-2011; AB 25/3) tätig. Die zuletzt bis 2011 
innegehabte Anstellung (Betriebsmitarbeiter in einer ...) wurde durch die 
Arbeitgeberin aus wirtschaftlichen und damit invaliditätsfremden Gründen 
aufgelöst (AB 25/3), so dass der Beschwerdeführer diese Tätigkeit auch im 
Gesundheitsfall nicht mehr ausüben würde. Unter diesen Umständen ist 
von statistischen Werten gemäss LSE 2018 (vgl. zur Anwendung der im 
Zeitpunkt des angefochtenen Verwaltungsaktes aktuellsten statistischen 
Daten BGE 143 V 295 E. 2.3 S. 297; Entscheid des Bundesgerichts [BGer] 
vom 27. November 2019, 8C_64/2019, E. 6.2.1), Tabelle TA1, Ziff. 24-25, 
Metallerzeugung, Herst. v. Metallerzeugnissen, Kompetenzniveau 1, Män-
ner (Fr. 5'455.--), auszugehen. Soweit der Beschwerdeführer vorbringt, es 
sei das Kompetenzniveau 2 oder 3 heranzuziehen (Beschwerde S. 4), kann 
ihm nicht gefolgt werden. Die Berücksichtigung des Kompetenzniveau 3 
(komplexe praktische Tätigkeiten, welche ein grosses Wissen in einem 
Spezialgebiet voraussetzen) fällt hier von vornherein ausser Betracht. Auch 
das Kompetenzniveau 2 ist nicht einschlägig. Der Beschwerdeführer ver-
fügt über keine in der Schweiz anerkannte Berufsausbildung (vgl. hierzu 
Beschwerde S. 4). Ausserdem war er zwar mehrjährig in den Bereichen der 
... und ... tätig, dabei aber auch als Allrounder (1996-2000; mit den Berei-
chen ..., ..., ..., ..., ...; AB 25/5), als Hilfs... (und ...; 2000-2007; AB 25/4) und 
als Betriebsmitarbeiter in einer ... (2007-2011; AB 25/3). Dabei erzielte er 
gemäss dem bei den Akten liegenden Auszug aus dem individuellen Konto 
(IK-Auszug; AB 14) zwischen 2002 und 2010 Einkommen von Fr. 60'325.-- 
(2002) bis höchstens Fr. 68'334.-- (2006), was monatlichen Einkünften von 
Fr. 5'027.-- (Fr. 60'325.-- / 12) bis maximal Fr. 5'694.50 (Fr. 68'334.-- / 12) 
entsprach (zuletzt 2010: Fr. 62'043.-- bzw. monatlich Fr. 5'170.25 
[Fr. 62'043.-- / 12]). Bei diesen Gegebenheiten ist der Ausnahmefall, wo-
nach der effektiv erzielte Verdienst derart hoch gewesen wäre, als dass 
sich die Heranziehung des Kompetenzniveaus 2 rechtfertigen würde, nicht 
gegeben (vgl. hierzu Entscheid des BGer vom 4. März 2015, 8C_842/2014, 
E. 2.4.3.1). Vielmehr resultiert ausgehend von LSE 2018, Tabelle TA1, 
Ziff. 24-25, Metallerzeugung, Herst. v. Metallerzeugnissen, Kompetenzni-
veau 1, Männer, aufgerechnet auf ein Jahr sowie angepasst an die be-
triebsübliche Arbeitszeit (BFS, betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirt-
schaftsabteilungen, Ziff. 24-25, Herstellung von Metallerzeugnissen, 2018) 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Okt. 2021, IV/20/545, Seite 15

ein im Jahr 2018 massgebliches Valideneinkommen von Fr. 67'751.10 
(Fr. 5'455.-- x 12 / 40 x 41.4).

4.6 Hinsichtlich des Invalideneinkommens ist vorab die Frage der Ver-
wertbarkeit der vorhandenen Restarbeitsfähigkeit auf dem ersten Arbeits-
markt zu klären (vgl. Beschwerde S. 5-6). Das eng formulierte Zumutbar-
keitsprofil (AB 195.1/8-11 Ziff. 4.3 und 4.9) spricht für das Erfordernis eines 
Arbeitsplatzes, bei welchem der gesundheitlich eingeschränkte Beschwer-
deführer mit einem gewissen Entgegenkommen seitens des Arbeitgebers 
bzw. der Arbeitgeberin rechnen kann. In einem solchen Rahmen wird auf 
die Besonderheiten des Beschwerdeführers gerade Rücksicht genommen. 
Der ausgeglichene Arbeitsmarkt umfasst auch solche Arbeitsplätze (vgl. 
E. 4.3 hiervor), was der Beschwerdeführer denn auch selbst einräumt (Be-
schwerde S. 5). Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers ist das gut-
achterlich formulierte Zumutbarkeitsprofil sicherlich nicht derart einge-
schränkt, dass es auf dem ersten Arbeitsmarkt gar nicht umgesetzt werden 
könnte.

Da der Beschwerdeführer die noch vorhandene Restarbeitsfähigkeit nicht 
verwertet, ist das Invalideneinkommen ebenfalls anhand statistischer Werte 
zu bestimmen. Ausgehend von der LSE 2018, Tabelle TA1, Total, Kompe-
tenzniveau 1, Männer (Fr. 5'417.--), ergibt sich wiederum angepasst an die 
betriebsübliche Arbeitszeit (BFS, betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirt-
schaftsabteilungen, Total, 2018) sowie unter Berücksichtigung einer ver-
bliebenen Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 49 % (70 % ./. 30 %; E. 3.6 
hiervor) ein Betrag von Fr. 33'205.65 (Fr. 5'417.-- x 12 / 40 x 41.7 x 0.49). 
Mit der ausgewiesenen Arbeitsfähigkeit von 70 % sowie der zusätzlichen 
Leistungsminderung von 30 %, mithin einer Arbeits- und Leistungsfähigkeit 
von gesamthaft 49 %, wurde den gesundheitlichen Einschränkungen 
Rechnung getragen. Da diese indessen umfangreich sind, ist der von der 
Beschwerdegegnerin vorgenommene Tabellenlohnabzug von 10 % 
(AB 206/5) gerechtfertigt bzw. gibt zu keinem Eingriff in das der Verwaltung 
zustehende Ermessen Anlass. Sonstige Gründe für einen (höheren) Tabel-
lenlohnabzug liegen nicht vor (vgl. Beschwerde S. 5-6). Weil die beiden 
Vergleichseinkommen anhand statistischer Daten erhoben werden, fällt 
insbesondere ein Abzug wegen allfälliger invaliditätsfremder Gründe (Alter, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Okt. 2021, IV/20/545, Seite 16

Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie, Beschäftigungsgrad) ausser 
Betracht, wäre doch ein solcher bei beiden Einkommen zu berücksichtigen 
und damit von vornherein ohne Einfluss auf den Invaliditätsgrad (Entscheid 
des BGer vom 19. Januar 2009, 8C_42/2008, E. 5; vgl. E. 4.3 hiervor). 
Damit ergibt sich ein massgebliches Invalideneinkommen von Fr. 29'885.10 
(Fr. 33'205.65 x 0.9).

4.7 Bei Gegenüberstellung der beiden Vergleichseinkommen (E. 4.5 
und 4.6 hiervor) resultiert ein Invaliditätsgrad von gerundet 56 % 
([{Fr. 67'751.10 ./. Fr. 29'885.10} x 100 / Fr. 67'587.45]; vgl. zur Rundung 
BGE 130 V 121 E. 3.2 und 3.3 S. 123; SVR 2019 IV Nr. 61 S. 198 E. 7.1). 
Demnach besteht ab Januar 2018 Anspruch auf eine halbe Rente (E. 2.2 
und 4.4 hiervor).

Die im Zusammenhang mit der Mitte Februar 2019 erlittenen Patellalängs-
fraktur (vgl. AB 177/10-13) stehende vorübergehende vollständige Arbeits-
unfähigkeit ist mit Blick auf den Rentenanspruch unbeachtlich, dauerte die-
se doch gemäss gutachterlicher Einschätzung lediglich bis Mitte April 2019 
(vgl. AB 195.1/20 Ziff. 4.8) und damit weniger als drei Monate (vgl. Art. 88a 
Abs. 2 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversiche-
rung [IVV; SR 831.201]). 

5.

Nach dem Dargelegten ist die angefochtene Verfügung vom 8. Juni 2020 
(AB 206) nicht zu beanstanden, womit die dagegen erhobene Beschwerde 
abzuweisen ist.

6.

6.1 Gemäss aArt. 69 Abs. 1bis IVG in der bis 31. Dezember 2020 gültig 
gewesenen und hier anwendbaren Fassung (vgl. Art. 82a ATSG) ist das 
Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitig-
keiten um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen kosten-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Okt. 2021, IV/20/545, Seite 17

pflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig 
vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende Beschwerdefüh-
rer die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss 
gleicher Höhe entnommen.

6.2 Es besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 1 
Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG [Umkehrschluss]).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

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Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.