# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7c3c001b-7a02-5579-9b78-7f63f597045f
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-10-19
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 19.10.2016 200 2016 647
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2016-647_2016-10-19.pdf

## Full Text

200 16 647 IV
MAW/COC/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 19. Oktober 2016

Verwaltungsrichter Matti, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Scheidegger, Verwaltungsrichter Ackermann
Gerichtsschreiberin Collatz

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 6. Juni 2016

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Okt. 2016, IV/16/647, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1962 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich am 2. April 2003 unter Hinweis auf psychische und physische 
Folgen eines tätlichen Angriffs ihres Ehemannes vom 9. August 2000 bei 
der Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (Akten der IV 
[act. II] 1). Daraufhin führte die IV-Stelle Basel-Landschaft medizinische 
und erwerbliche Erhebungen durch. Dabei fand eine interdisziplinäre Be-
gutachtung durch die Fachärzte des C.________ (MEDAS C.________), 
statt (Gutachten vom 18. Juni 2007; act. II 82). Gestützt auf die Ergebnisse 
der getätigten Erhebungen sprach die IV-Stelle … mit Verfügung vom 
9. Januar 2008 (act. II 90) ab Januar 2004 bei einem Invaliditätsgrad (IV-
Grad) von 100% eine ganze IV-Rente und ab September 2006 bei einem 
IV-Grad von 41% eine Viertelsrente zu. Diese Verfügung blieb unangefoch-
ten. 

B.

Im weiteren Verlauf wurde das Dossier aufgrund eines Wohnsitzwechsels 
der Versicherten zur Bearbeitung an die IV-Stelle Bern (IVB bzw. Be-
schwerdegegnerin) überwiesen (act. II 93). Im Rahmen einer im Jahr 2012 
eingeleiteten Revision von Amtes wegen machte die Versicherte eine Ver-
schlechterung ihres Gesundheitszustandes geltend (act. II 110 S. 4). Nach 
durchgeführten medizinischen und erwerblichen Erhebungen stellte die IVB 
mit Vorbescheid vom 15. März 2013 (act. II 124) bei einem neu ermittelten 
IV-Grad von 35% die rückwirkende Aufhebung der bisherigen Viertelsrente 
per 1. Januar 2011 infolge Meldepflichtverletzung in Aussicht. Damit zeigte 
sich die Versicherte nicht einverstanden (act. II 130).

Nach weiteren Erhebungen und nach durchgeführtem Vorbescheidverfah-
ren (Akten der IV [act. IIA] 154, 162) verfügte die IVB am 26. September 
2014 die Weiterausrichtung der laufenden Viertelsrente (act. IIA 166). Hier-
gegen liess die Versicherte am 28. Oktober 2014 Beschwerde erheben 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Okt. 2016, IV/16/647, Seite 3

(act. IIA 170). Am 29. Oktober 2014 erklärte die IVB – ohne Kenntnis der 
Beschwerde vom 28. Oktober 2014 – die Verfügung vom 26. September 
2014 als nichtig, da auf die im Vorbescheidverfahren erhobenen Einwände 
nicht eingegangen worden sei (act. IIA 168). Mit Urteil vom 13. November 
2014, IV/2014/1028 (act. IIA 174), schrieb das Verwaltungsgericht das Be-
schwerdeverfahren als gegenstandslos geworden ab. 

Daraufhin führte die IVB weitere medizinische und erwerbliche Erhebungen 
durch. Dabei liess sie die Versicherte in der Medizinischen Abklärungsstelle 
D.________ (MEDAS D.________), interdisziplinär begutachten (Gutach-
ten vom 14. Oktober 2015; act. IIA 203.1). Mit Vorbescheid vom 21. April 
2016 (act. IIA 208) stellte die IVB mangels invalidisierenden Gesundheits-
schadens die Aufhebung der Viertelsrente nach Zustellung der Verfügung 
auf Ende des folgenden Monats in Aussicht. Damit zeigte sich die Versi-
cherte nicht einverstanden (act. IIA 211). Am 6. Juni 2016 (act. IIA 216) 
verfügte die IVB wie im Vorbescheid angekündigt und hob die bisher aus-
gerichtete Viertelsrente auf Ende des folgenden Monats (Ende Juli 2016) 
auf. 

C.

Hiergegen lässt die Versicherte am 6. Juli 2016 Beschwerde erheben und 
folgende Anträge stellen:

1. Die Verfügung vom 6. Juni 2016 sei aufzuheben und dementsprechend 

die Sache zur Durchführung eines ordentlichen Abklärungsverfahrens an 

die Vorinstanz zurückzuweisen.

2 Es seien die Akten des sozialversicherungsrechtlichen Verfahrens 

IV/2014/1028 beizuziehen.

3. Der Beschwerdeführerin sei die vollständige unentgeltliche Rechtspflege 

mit Verbeiständung durch Rechtsanwalt B.________ zu bewilligen.

4. Alles unter o/eo- Kostenfolge.

Am 11. resp. 14. Juli 2016 gingen weitere Unterlagen beim Gericht ein.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Okt. 2016, IV/16/647, Seite 4

Mit Beschwerdeantwort vom 14. September 2016 schliesst die Beschwer-
degegnerin auf Abweisung der Beschwerde. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 6. Juni 2016 (act. IIA 
216). Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch der Beschwerdeführe-
rin. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Okt. 2016, IV/16/647, Seite 5

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 In formeller Hinsicht macht die Beschwerdeführerin eine Verletzung 
des rechtlichen Gehörs geltend (Beschwerde S. 11 ff.). Dabei beanstandet 
sie insbesondere, dass ihr „der Abschluss und der Inhalt der gutachterli-
chen Meinungen nie angezeigt und mitgeteilt“ worden sei und dass sie da-
mit keine Möglichkeit gehabt habe Ergänzungsfragen zu stellen (Be-
schwerde S. 11 f.).

2.2 Die Parteien haben Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 
der Bundesverfassung [BV; SR 101] und Art. 42 Satz 1 ATSG). Es gehört 
zum Kerngehalt des rechtlichen Gehörs, dass der Verfügungsadressat vor 
Erlass eines ihm nachteiligen Verwaltungsaktes zum Beweisergebnis Stel-
lung nehmen kann. Das Akteneinsichtsrecht ist eng mit dem Äusserungs-
recht verbunden, gleichsam dessen Vorbedingung. Die versicherte Person 
kann sich nur dann wirksam zur Sache äussern und geeignete Beweise 
führen oder bezeichnen, wenn ihr die Möglichkeit eingeräumt wird, die Un-
terlagen einzusehen, auf welche sich die Behörde bei ihrer Verfügung ge-
stützt hat (BGE 132 V 387 E. 3.1 S. 388, 115 V 297 E. 2e S. 302; RKUV 
1992 U 152 S. 198 E. 2c). 

Nach der Rechtsprechung kann eine nicht besonders schwerwiegende 
Verletzung des rechtlichen Gehörs als geheilt gelten, wenn die betroffene 
Person die Möglichkeit erhält, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu äus-
sern, die sowohl den Sachverhalt wie die Rechtslage frei überprüfen kann. 
Die Heilung eines allfälligen Mangels soll aber die Ausnahme bleiben (BGE 
137 I 195 E. 2.3.2 S. 197, 126 V 130 E. 2b S. 132; SVR 2013 IV Nr. 26 
S. 76 E. 4.2). Von einer Rückweisung der Sache zur Gewährung des recht-
lichen Gehörs an die Verwaltung ist im Sinne einer Heilung des Mangels 
selbst bei einer schwerwiegenden Verletzung des rechtlichen Gehörs ab-
zusehen, wenn und soweit die Rückweisung zu einem formalistischen 
Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Okt. 2016, IV/16/647, Seite 6

(der Anhörung gleichgestellten) Interesse der betroffenen Partei an einer 
beförderlichen Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wären (BGE 137 
I 195 E. 2.3.2 S. 197; SVR 2013 IV Nr. 26 S. 76 E. 4.2).

2.3 Zutreffend ist, dass die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin 
vor Erlass des Vorbescheids vom 21. April 2016 (act. IIA 208) das Gutach-
ten der MEDAS D.________ vom 14. Oktober 2015 (act. IIA 203.1) nicht 
zugestellt hat. Jedoch wurden dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin 
am 10. Mai 2016 (act. IIA 212, 213) die IV-Akten – und dementsprechend 
auch das besagte Gutachten – zur Einsichtnahme zugesendet. Damit hätte 
die Beschwerdeführerin vor Erlass der Verfügung vom 6. Juni 2016 (act. IIA 
216) die Möglichkeit gehabt, sich zu den IV-Akten und insbesondere zum 
Gutachten der MEDAS D.________ zu äussern. Ferner hätte sie auch im 
vorliegenden Beschwerdeverfahren die Gelegenheit gehabt, inhaltliche 
Kritik am Gutachten der MEDAS D.________ zu üben resp. allfällige Zu-
satzfragen zu stellen. Beides hat sie jedoch nicht getan. Eine Gehörsverlet-
zung ist unter diesen Umständen ohne weiteres zu verneinen (vgl. E. 2.2 
hiervor). 

Ob im Umstand, dass das MEDAS-Gutachten der Beschwerdeführerin 
nicht von Amtes wegen, sondern erst nach entsprechendem Antrag zuge-
stellt worden ist, überhaupt eine Gehörsverletzung zu erblicken wäre, kann 
vorliegend offen bleiben. Da die Beschwerdeführerin – wie zuvor dargelegt 
wurde – sowohl Einsicht in die IV-Akten als auch die Möglichkeit hatte, sich 
zu diesen zu äussern, wäre eine allfällige Verletzung des rechtlichen 
Gehörs jedenfalls als geheilt zu erachten (vgl. E. 2.2 hiervor).

3.

3.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Okt. 2016, IV/16/647, Seite 7

Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können auch 
solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und 
damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschrän-
kungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung 
allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, ab-
wenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv 
bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353; SVR 
2014 IV Nr. 2 S. 5 E. 3.1). 

3.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem IV-Grad 
von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem 
IV-Grad von mindestens 40% ein solcher auf eine Viertelsrente.

3.3 Für die Bestimmung des IV-Grades wird bei einer erwerbstätigen 
versicherten Person das Erwerbseinkommen, das sie nach Eintritt der Inva-
lidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausge-
glichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Er-
werbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden 
wäre (Art. 16 ATSG). 

3.4 Um den IV-Grad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und 
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu be-
urteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 
welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind 
ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, 
welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können 
(BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

3.5 Ändert sich der IV-Grad einer Rentenbezügerin oder eines Renten-
bezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Okt. 2016, IV/16/647, Seite 8

hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben 
(Art. 17 Abs. 1 ATSG). 

3.5.1 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den IV-Grad und damit den 
Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb nicht nur 
bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, sondern 
auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen (oder die 
Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) des an sich 
gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben. Da-
zu gehört die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit aufgrund einer Angewöh-
nung oder Anpassung an die Behinderung. Ein Revisionsgrund ist ferner 
unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine andere Art der Bemes-
sung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine Wandlung des Auf-
gabenbereichs eingetreten ist (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 10, 130 V 343 E. 3.5 
S. 349). 

3.5.2 Kann eine rentenberechtigte Person neu ein Erwerbseinkommen 
erzielen oder ein bestehendes Erwerbseinkommen erhöhen, so wird die 
Rente nur dann im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG revidiert, wenn die Ein-
kommensverbesserung jährlich mehr als Fr. 1'500.-- beträgt (Art. 31 IVG).

3.5.3 Als zeitliche Vergleichsbasis ist einerseits der Sachverhalt im Zeit-
punkt der ursprünglichen Rentenverfügung und anderseits derjenige zur 
Zeit der streitigen Revisionsverfügung zu berücksichtigen (BGE 130 V 343 
E. 3.5.2 S. 351, 125 V 368 E. 2 S. 369; SVR 2010 IV Nr. 53 S. 166 E. 3.1). 

4.

4.1 Vorab ist zu prüfen, ob zwischen der rentenzusprechenden Verfü-
gung vom 9. Januar 2008 (act. II 90) – anlässlich welcher die letzte materi-
elle Überprüfung des Rentenanspruchs stattfand – und der hier angefoch-
tenen Verfügung vom 6. Juni 2016 (act. IIA 216) eine wesentliche Ände-
rung in den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten ist, die geeignet ist, 
den IV-Grad und folglich den Rentenanspruch zu beeinflussen (vgl. E. 3.5 
hiervor).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Okt. 2016, IV/16/647, Seite 9

4.2 In der Verfügung vom 9. Januar 2008 (act. II 90) wurde das Invali-
deneinkommen pro 2006 auf Fr. 30‘608.-- festgelegt. Grundlage für dieses 
Invalideneinkommen bildeten Tabellenlöhne (S. 6). Um für die aktuelle Re-
vision eine Vergleichsbasis zu erhalten, ist dieses Einkommen auf den vor-
liegend massgeblichen Revisionszeitpunkt im Jahr 2012 (vgl. act. II 110; 
Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; heute BGer] 
vom 3. Juli 2006, I 86/06, E. 4; vgl. auch Art. 88bis der Verordnung über die 
Invalidenversicherung vom 17. Januar 1961 [IVV; SR 831.201]) zu indexie-
ren (Entscheid des BGer vom 12. Dezember 2012, 8C_554/2012, E. 3.2.1). 
Dies ergibt ein Invalideneinkommen von Fr. 33‘315.90 (Fr. 30‘608.-- : 101.3 
x 108.1 : 100 x 102; Bundesamt für Statistik [BFS], Nominallohnindex 
Frauen 2006-2010, Tabelle T1.2.05, Total; Nominallohnindex Frauen 2010-
2015, Tabelle T1.2.10, Total). Ab November 2008 arbeitete die Beschwer-
deführerin in der Klinik E.________ (act. II 115) und erzielte in den Jahren 
2011 und 2012 ein Einkommen von nunmehr Fr. 37‘387.-- resp. 
Fr. 39‘827.-- (act. IIA 205 S. 2). Die jährliche Einkommensverbesserung 
beträgt somit, wird das teuerungsbereinigte frühere Invalideneinkommen 
(Fr. 33‘315.90) mit dem im Jahr 2012 effektiv erzielten Einkommen 
(Fr. 39‘827.--) verglichen, mehr als Fr. 1'500.-- (Art. 31 IVG). 

Das ab 2011 bei der Klinik E.________ erzielte Einkommen kann jedoch 
nur dann als Revisionsgrund berücksichtigt werden, wenn dieses auch zu-
mutbar war. Dies wird von der Beschwerdeführerin bestritten. Soweit sie 
geltend macht, dass sie bei der Klinik E.________ aus betrieblich beding-
ten Gründen (Personalengpässen) zeitlich mehr als ursprünglich abge-
macht habe leisten müssen, was ihr auf die Dauer nicht zumutbar gewesen 
sei, weshalb sie das Arbeitsverhältnis aus gesundheitlichen Gründen per 
Ende 2012 habe auflösen müssen (act. IIA 170 S. 48), kann ihr nicht ge-
folgt werden. Im Jahr 2011 hat die Beschwerdeführerin 1‘300.25 Arbeits-
stunden absolviert (act. II 115 S. 3 Ziff. 2.12). Dieses tatsächlich geleistete 
Pensum liegt innerhalb des im Gutachten der MEDAS C.________ vom 
18. Juni 2007 erstellten Zumutbarkeitsprofils, gemäss welchem die Be-
schwerdeführerin als … wie auch als … zu 70% arbeits- und leistungsfähig 
ist (act. II 82 S. 21; vgl. auch act. II 90 S. 6). Zudem entsprach der bei der 
Klinik E.________ erzielte Lohn gemäss Angaben der Arbeitgeberin der 
Arbeitsleistung (act. II 115 S. 2). Darüber hinaus scheint das Arbeitsver-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Okt. 2016, IV/16/647, Seite 10

hältnis – entgegen der Darstellung der Beschwerdeführerin – nicht durch 
sie aufgelöst worden zu sein. Denn es findet sich eine Kündigung des Ar-
beitsvertrages vom 5. Oktober 2012 (act. IIA 136) durch die Arbeitgeberin 
in den Akten. Damit stammt das in den Jahren 2011 und 2012 erzielte Ein-
kommen bei der E.________ aus einer zumutbaren Leistung. Die Beendi-
gung dieser Tätigkeit per Ende 2012 stellt im Übrigen einen weiteren Revi-
sionsgrund dar. Ob im Zusammenhang mit der Tätigkeit für die Klinik 
E.________ von einer Meldepflichtverletzung auszugehen ist, was 
grundsätzlich eine rückwirkende Rentenaufhebung geboten hätte, kann 
bereits deshalb offen bleiben, weil die entsprechenden Rentenbetreffnisse 
von der Beschwerdegegnerin nicht innerhalb eines Jahres seit Kenntnis-
nahme des entsprechenden Revisionsgrundes zurückgefordert worden 
sind.

Nach dem Dargelegten ist in der Entwicklung des Invalideneinkommens ein 
erwerblicher Revisionsgrund im Sinne des Art. 17 Abs. 1 ATSG zu erbli-
cken (vgl. E. 3.5.2 hiervor). Ob sich auch in medizinischer Hinsicht Verän-
derungen eingestellt haben, muss somit unter dem Titel des Revisions-
grundes nicht näher geprüft werden. Der Rentenanspruch ist folglich in 
rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter Berücksichtigung 
des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlaggebenden Tatsa-
chenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invaliditätsschätzungen 
zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b S. 200; SVR 2011 IV 
Nr. 37 S. 109 E. 1.1).

5.

5.1 In medizinischer Hinsicht lassen sich den Akten im Wesentlichen 
die folgenden Angaben entnehmen:

5.1.1 Die Fachärzte der MEDAS C.________ diagnostizierten im Gutach-
ten vom 18. Juni 2007 (act. II 82) mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit 
eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS; ICD-10 F43.1) und eine 
anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F 45.4). Ohne Auswir-
kungen auf die Arbeitsfähigkeit wurden ein chronisches zervikozephales 
Schmerzsyndrom (ICD-10 M53.0) und ein Verdacht auf ein radikuläres 

http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=9C_721%2F2010&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F117-V-198%3Ade&number_of_ranks=0#page198

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Okt. 2016, IV/16/647, Seite 11

Reizsyndrom C7 rechts (ICD-10 M54.12) diagnostiziert (S. 20). Aus psych-
iatrischer Sicht wurde ausgeführt, die Beschwerdeführerin leide unter 
nächtlichen Angstträumen. Die Erinnerungen an den Überfall lösten Ängste 
und Unsicherheiten aus. Es bestehe ein gewisser sozialer Rückzug. Die 
geklagten Schmerzen seien somatisch nicht vollständig erklärbar, so dass 
eine psychische Überlagerung angenommen werden müsse. Diese sei vor 
dem Hintergrund der schweren Misshandlung und der seit Jahren beste-
henden PTBS zu sehen. Es bestehe eine Einschränkung der Arbeitsfähig-
keit von 30% (S. 16). Aus neurologischer Sicht seien die Beschwerden 
nicht schlüssig erklärbar. Sehr wahrscheinlich handle es sich um eine funk-
tionelle Symptomatik, welche im Rahmen der psychiatrischen Erkrankung 
zu sehen sei. Eine traumatische Hirnverletzung, die bleibende, alltagsrele-
vante neuropsychologische Störungen verursache, sei sehr wahrscheinlich 
nicht vorhanden. Unter der bestehenden antidepressiven Therapie sei es 
wahrscheinlich zu einer deutlichen Besserung der Hyperaktivitäts-
Symptomatik gekommen. Die heute feststellbaren Hinweise auf eine radi-
kuläre Reizsymptomatik C7 rechts stünden deutlich im Hintergrund und 
könnten die angegebene Einschränkung der Arbeitsfähigkeit nicht erklären. 
Eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestehe aus somatisch-
neurologischer Sicht nicht (S. 20). Aus interdisziplinärer Sicht kamen die 
Gutachter zum Schluss, die Beschwerdeführerin sei in der angestammten 
wie auch in jeder anderen ähnlich gelagerten Tätigkeit zu 70% arbeits- und 
leistungsfähig (S. 21).

5.1.2 Dr. med. F.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychothera-
pie FHM, diagnostizierte im Bericht vom 6. Dezember 2013 (act. IIA 140) 
mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit eine chronifizierte PTBS (ICD-10 
F43.1) mit Übergang in eine andauernde Persönlichkeitsstörung nach Ex-
trembelastung (ICD-10 F62.0), eine somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 
F45.4) und eine rezidivierende depressive Störung (ICD-10 F33), gegen-
wärtig remittiert. Der Gesundheitszustand sei stationär (S. 1). Die Be-
schwerdeführerin leide unter starken Konzentrationsstörungen, einer mas-
siven inneren Unruhe resp. Nervosität und Vigilanzsteigerung, einer erhöh-
ten Erschöpfbarkeit/Müdigkeit sowie unter Ängsten, depressiven Ein-
brüchen, Schlafstörungen mit Albträumen und Flashbacks sowie unter 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Okt. 2016, IV/16/647, Seite 12

starken Nackenschmerzen. Die bisherige Tätigkeit (…) sei zu einem Pen-
sum von 50% zumutbar (S. 2).

5.1.3 Dr. med. G.________, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin 
FMH, führte im Bericht vom 28. Juni 2014 (act. IIA 151) aus, die Beschwer-
deführerin sei seit Januar 2013 bei ihr in Behandlung. In dieser Zeit sei ein 
neurologisches Konsilium zur Re-Evaluation der Aspirin-Therapie nach 
wahrscheinlichem zerebro-vaskulärem Insult 2008 erfolgt. Gegen Ende 
2013 seien Beschwerden im Sinne eines Karpaltunnelsyndroms links auf-
getreten. Dieses sei am 11. Februar 2014 problemlos operiert worden. Aus 
somatischer Hinsicht habe sich bezüglich der Arbeitsfähigkeit keine Ände-
rung ergeben.

5.1.4 Auf Veranlassung der Beschwerdegegnerin wurde die Beschwerde-
führerin durch die Fachärzte der MEDAS D.________ interdisziplinär be-
gutachtet. Im Gutachten vom 14. Oktober 2015 (act. IIA 203.1) wurde keine 
Diagnose mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit aufgeführt. Ohne Aus-
wirkungen auf die Arbeitsfähigkeit wurden insbesondere eine nicht näher 
bezeichnete Angststörung (ICD-10 F41.9), eine sonstige Reaktion auf 
schwere Belastung (ICD-10 F43.8), eine Persönlichkeitsakzentuierung 
(ICD-10 Z73.1) und Spannungskopfschmerzen diagnostiziert (S. 41). Aus 
psychiatrischer Sicht habe die Beschwerdeführerin keine Symptome einer 
depressiven Störung gezeigt. Auch hätten sich keine Hinweise auf eine 
somatoforme Schmerzstörung ergeben. Bei der Schilderung des tätlichen 
Übergriffs vom 9. August 2000 sei noch ein Leidensdruck erkennbar. Re-
trospektiv sei es möglich, dass unmittelbar nach der Tat zumindest einzel-
ne Symptome einer PTBS bestanden hätten. Das Ereignis sei schwerwie-
gend genug gewesen, um diese für eine zeitlich begrenzte Zeit auszulösen. 
Gegenwärtig könne jedoch weder von einer PTBS noch von einer anhal-
tenden Persönlichkeitsänderung ausgegangen werden. Die bestehenden 
Schlafprobleme seien nicht versicherungsrelevant und könnten allenfalls 
durch schlafhygienische Massnahmen wirksam behandelt werden. Die ge-
schilderte Müdigkeit nach anstrengenden Tätigkeiten entspreche einer un-
spezifischen Befindlichkeitsstörung, die keiner definierten psychischen 
Störung zugeordnet werden könne. Ferner habe diese in der aktuellen 
psychiatrischen Untersuchung auch nicht nachvollzogen werden können. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Okt. 2016, IV/16/647, Seite 13

Die Beschwerdeführerin sei nicht ermüdet und der Antrieb sei nicht redu-
ziert gewesen. Diesbezüglich könnte allenfalls von einer unzureichenden 
Ausdauer im Rahmen einer Dekonditionierung, gegebenenfalls auch nicht 
ausreichender Motivation, ausgegangen werden (S. 35). Die im Gutachten 
der MEDAS C.________ vom 18. Juni 2007 (act. II 82) diagnostizierte 
chronische PTBS sei nicht überzeugend. Bei der Diagnosestellung einer 
somatoformen Schmerzstörung sei retrospektiv nicht nachvollziehbar, wel-
che ICD-10 Kriterien damals zugrunde gelegt worden seien. Auch die gut-
achterlich festgestellte Minderung der Arbeitsfähigkeit sei nicht mehr nach-
vollziehbar (act. IIA 203.1 S. 37). Sowohl in der angestammten Tätigkeit 
wie auch in einer Verweisungstätigkeit bestehe eine 100%-ige Arbeits-
fähigkeit (S. 38). Aus internistischer und neurologischer Sicht bestehe kei-
ne Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Die rezidivierenden, akuten Span-
nungskopfschmerzen seien nicht ständig vorhanden, sondern nur tagewei-
se, oft nur Stunden und hätten eine geringe Beschwerdeintensität. Eine 
Minderung der Arbeitsfähigkeit sei diesbezüglich nicht abzuleiten. Weiter 
bestehe ein Zustand nach fraglicher Hirnischämie links, möglicherweise im 
Sinne eines prolongierten, aber komplett reversiblen neurologischen Defizi-
tes mit einer passageren Armlähmung links. Diese Störung habe sich völlig 
zurückgebildet. Auch die bestehende HWS- und LWS-Degeneration hätten 
keine Auswirkungen auf neurologische Funktionen (S. 40). Aus interdiszi-
plinärer Sicht kamen die Gutachter zum Schluss, dass die Beschwerdefüh-
rerin spätestens seit Ende 2004 in der angestammten Tätigkeit zu 100% 
arbeitsfähig sei (S. 43 f.).

5.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; SVR 2015 IV Nr. 28 S. 86 E. 4.1).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Okt. 2016, IV/16/647, Seite 14

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

5.3 Die Gutachter der MEDAS D.________ haben sich in ihrer ärztli-
chen Beurteilung in Kenntnis der medizinischen Vorakten sorgfältig mit den 
gesundheitlichen Einschränkungen der Beschwerdeführerin auseinander-
gesetzt und ihre Schlussfolgerungen insbesondere gestützt auf ihre eige-
nen Untersuchungen getroffen. Die Ausführungen in der Beurteilung der 
medizinischen Zusammenhänge sind einleuchtend und die gezogenen 
Schlussfolgerungen zum Gesundheitszustand nachvollziehbar begründet. 
Somit erfüllt das Gutachten vom 14. Oktober 2015 (act. IIA 203.1) die von 
der höchstrichterlichen Rechtsprechung an den Beweiswert eines medizini-
schen Gutachtens gestellten Anforderungen (vgl. E. 5.2 hiervor), weshalb 
ihm volle Beweiskraft zukommt (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/bb S. 353). Die 
Gutachter haben unter Beizug der klassifikatorischen Vorgaben der ICD-10 
(BGE 141 V 281 E. 2.1 S. 285 f.) ausführlich begründet, dass bei der Be-
schwerdeführerin kein Gesundheitsschaden mit Auswirkungen auf die Ar-
beitsfähigkeit vorliegt und dass sie in der angestammten Tätigkeit – wie 
auch in einer Verweisungstätigkeit – zu 100% arbeits- und leistungsfähig ist 
(act. IIA 203.1 S. 41 – 44). Darauf ist abzustellen. Dass aus somatischer 
Sicht kein Gesundheitsschaden mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit 
vorliegt, steht im Einklang mit den Beurteilungen in den medizinischen Ak-
ten. Bereits die Gutachter der MEDAS C.________ attestierten (aus soma-
tischer Sicht) keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (act. II 82 S. 20). 
Ferner bestätigte Dr. med. G.________ im Bericht vom 28. Juni 2014 
(act. IIA 151), dass sich in somatischer Sicht bezüglich der Arbeitsfähigkeit 
keine Änderung ergeben hat. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Okt. 2016, IV/16/647, Seite 15

An der schlüssigen Einschätzung der Gutachter der MEDAS D.________ 
ändert nichts, dass Dr. med. F.________ im Bericht vom 6. Dezember 
2013 (act. IIA 140) aus psychiatrischer Sicht in der angestammten Tätigkeit 
eine 50%-ige Arbeitsunfähigkeit attestiert hat (S. 2). Denn eine nachvoll-
ziehbare Begründung der attestierten Arbeitsfähigkeit fehlt in diesem Be-
richt vollständig. Darüber hinaus wurde im Gutachten der MEDAS 
D.________ vom 14. Oktober 2015 einlässlich dargelegt, weshalb die von 
der behandelnden Psychiaterin – und den Gutachtern der MEDAS 
C.________ – gestellten Diagnosen einer PTBS und einer somatoformen 
Schmerzstörung nicht (mehr) erhoben werden können (act. IIA 201.3 S. 35 
und S. 37). 

Letztlich bleibt festzuhalten, dass die Akten verschiedene Hinweise auf 
eine objektive Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin enthalten, welche 
in Diskrepanz steht zu der von ihr teilweise gezeigten Leistungsbereit-
schaft: So leistete sie einen erheblichen Arbeitseinsatz (einschliesslich um-
fassender Haushaltsführung) auf dem Hof des Vaters des damaligen 
Freundes (act. II 47 S. 33 f.) und nahm ab November 2008 eine Tätigkeit in 
der Klinik E.________ an (act. II 115). 

5.4 Nach dem Dargelegten ist die Beschwerdegegnerin zu Recht davon 
ausgegangen, dass kein invalidisierender Gesundheitsschaden vorliegt. 

Bei dieser Sachlage erübrigt sich die Durchführung eines Einkommensver-
gleichs. Da keine Invalidität im Rechtssinne (vgl. E. 3.1 hiervor) vorliegt, 
besteht kein Anspruch (mehr) auf eine IV-Rente; der Zeitpunkt der Renten-
einstellung (Ende Juli 2016; vgl. act. IIA 216) ist nicht zu beanstanden 
(Art. 88bis Abs. 2 lit. a IVV). Die angefochtene Verfügung ist dementspre-
chend nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde als 
unbegründet abzuweisen.

6.

6.1 Zu prüfen bleibt das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Okt. 2016, IV/16/647, Seite 16

6.1.1 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, 
wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechts-
begehren nicht aussichtslos erscheint. Unter den gleichen Voraussetzun-
gen kann überdies einer Partei eine Anwältin oder ein Anwalt beigeordnet 
werden, wenn die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse es rechtferti-
gen (Art. 61 lit. f ATSG sowie Art. 111 Abs. 1 und 2 VRPG; SVR 2011 IV 
Nr. 22 S. 61 E. 2, 2011 UV Nr. 6 S. 22 E. 6.1).

6.1.2 Die Prozessarmut ist aufgrund der Akten ausgewiesen (Akten der 
Beschwerdeführerin [act. I] 5; Beschwerde S. 5 f.). Zudem kann das Ver-
fahren nicht als von vornherein aussichtslos bezeichnet werden und die 
Notwendigkeit einer Rechtsverbeiständung ist zu bejahen. Somit sind die 
Voraussetzungen für die Erteilung des Rechts auf unentgeltliche Rechts-
pflege vorliegend erfüllt. Das entsprechende Gesuch der Beschwerdeführe-
rin ist gutzuheissen und es ist ihr Rechtsanwalt B.________ als amtlicher 
Anwalt beizuordnen.

6.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Beim diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Beschwerde-
führerin die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, 
grundsätzlich zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Aufgrund der gewährten 
unentgeltlichen Rechtspflege wird sie – unter Vorbehalt der Nachzahlungs-
pflicht gemäss Art. 113 VRPG i.V.m. Art. 123 der Schweizerischen Zivilpro-
zessordnung vom 19. Dezember 2008 (ZPO; SR 272) – jedoch von der 
Zahlungspflicht befreit.

6.3 Vorliegend besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung 
(Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG). Festzu-
setzen bleibt indes das amtliche Honorar für Rechtsanwalt B.________.

6.3.1 Gemäss Art. 42 des kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 
2006 (KAG; BSG 168.11) bezahlt der Kanton den amtlich bestellten Anwäl-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Okt. 2016, IV/16/647, Seite 17

tinnen und Anwälten eine angemessene Entschädigung, die sich nach dem 
gebotenen Zeitaufwand bemisst und höchstens dem Honorar gemäss der 
Tarifordnung für den Parteikostenersatz entspricht. Bei der Festsetzung 
des gebotenen Zeitaufwandes sind die Bedeutung der Streitsache und die 
Schwierigkeit des Prozesses zu berücksichtigen. Auslagen und Mehrwert-
steuer werden zusätzlich entschädigt (Abs. 1). Die Aufwendungen für die 
Erlangung des Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege sind nach den glei-
chen Regeln zu entschädigen (Abs. 3). Nach Art. 42 Abs. 4 KAG i.V.m. 
Art. 1 der Verordnung über die Entschädigung der amtlichen Anwältinnen 
und Anwälte vom 20. Oktober 2010 (EAV; BSG 168.711) beträgt der Stun-
denansatz Fr. 200.--.

6.3.2 Mit Kostennote vom 26. September 2016 macht Rechtsanwalt 
B.________ einen Zeitaufwand von 14.58 Stunden geltend, was nicht zu 
beanstanden ist. Entsprechend wird das amtliche Honorar auf Fr. 2‘916.-- 
(14.58 Stunden x Fr. 200.-- [und nicht wie geltend gemacht Fr. 220.--; vgl. 
E. 6.3.1 hiervor]) zuzüglich Auslagen von Fr. 64.50 und Mehrwertsteuer 
von Fr. 238.45 (8% von Fr. 2‘980.50), somit auf total Fr. 3‘218.95, festge-
setzt und aus der Gerichtskasse vergütet. Vorbehalten bleibt die Nachzah-
lungspflicht der Beschwerdeführerin gegenüber dem Kanton Bern entspre-
chend den Voraussetzungen von Art. 123 ZPO (Art. 113 VRPG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung von 
Rechtsanwalt B.________ als amtlicher Anwalt wird gutgeheissen.

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen 
Rechtspflege wird die Beschwerdeführerin – unter Vorbehalt der Nach-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Okt. 2016, IV/16/647, Seite 18

zahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht 
befreit.

4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Okt. 2016, IV/16/647, Seite 19

5. Dem amtlichen Anwalt B.________ wird nach Eintritt der Rechtskraft 
dieses Urteils aus der Gerichtskasse eine auf Fr. 3‘218.95 festgesetzte 
Entschädigung (inkl. Auslagen und MWSt.) vergütet. Vorbehalten bleibt 
die Nachzahlungspflicht nach Art. 123 ZPO. 

6. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.