# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f6ba81ab-6309-5aec-a254-26e28c1dccb3
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-04-11
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 11.04.2025 E-1208/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-1208-2025_2025-04-11.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-1208/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  11 .  A p r i l  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichter Mathias Lanz, 

mit Zustimmung von Richterin Giulia Marelli; 

Gerichtsschreiber Kevin Schori. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Türkei,  

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 22. Januar 2025 / N (…). 

 

 

 

E-1208/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Der Beschwerdeführer suchte am 4. September 2023 in der Schweiz 

um Asyl nach und wurde dem Bundesasylzentrum (BAZ) der Region 

B._______ zugewiesen. Anlässlich der Anhörung vom 14. November 2023 

machte er im Wesentlichen Folgendes geltend: 

Er sei kurdischer Ethnie und im Dorf C._______, in der Kreisstadt 

D._______ in der Provinz Bitlis geboren. In den Jahren 2006 und 2008 sei 

er jeweils aufgrund der Teilnahme an Newroz-Feierlichkeiten kurzzeitig in 

Gewahrsam genommen worden. Seit dem Jahr 2009 sei er verheiratet und 

habe inzwischen (…) Kinder. Im Jahr 2012 sei er nach Istanbul gezogen, 

wo er neben seinem Studium der (…) als (…) im Justizgebäude beim Staat 

angestellt gewesen sei. Ab dem Jahr 2015 sei die Regierung zunehmend 

gegen kurdische Anwälte vorgegangen. Da er und andere kurdische Ar-

beitskollegen sich geweigert hätten, sich am gewaltsamen Vorgehen ge-

gen diese Anwälte zu beteiligen, sei er im Jahr (…) suspendiert worden. 

Zusammen mit anderen Betroffenen habe er dagegen Berufung eingelegt 

und erfahren, dass ihm die Mitgliedschaft in der HDP (Halkların Demokratik 

Partisi, Demokratische Partei der Völker) beziehungsweise die finanzielle 

Unterstützung der PKK (Partiya Karkerên Kurdistanê, Arbeiterpartei Kur-

distans) vorgeworfen worden sei. Nachdem die Berufung abgelehnt wor-

den sei, habe er im Jahr 2019 eine (…) mit Verkaufsrecht für (…) eröffnet. 

Am (…) 2023 hätten Angehörige der ultranationalistischen Gruppierung TiT 

(Türk İntikam Tugayı, Türkische Rachebrigade) auf sein Geschäft geschos-

sen und er habe Drohnachrichten auf sein Mobiltelefon bekommen. Weiter 

sei beim Schulgebäude gegenüber seinem Geschäft die Parole «Der beste 

Kurde ist ein toter Kurde», unterzeichnet mit «TiT», auf die Mauer geschrie-

ben worden. Zudem seien den Schülern Zettel mit der Aufschrift «Kauft 

nicht bei Kurden ein» verteilt worden. Er habe diese Organisation zuvor 

nicht gekannt und durch Recherche erfahren, dass es sich dabei um eine 

nationalistische Gruppierung handle, die gewaltsame Anschläge gegen 

Kurden verübe. Am (…) 2023 habe er die Vorfälle bei der Polizei angezeigt 

und sein Mobiltelefon für die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft überge-

ben. Ohne sein Wissen seien daraufhin zwei Artikel in zwei unterschiedli-

chen Zeitungen über diese Vorfälle erschienen. Zwei Tage nach Erstattung 

der Anzeige sei er mit seinem Sohn im Auto unterwegs gewesen, als von 

Unbekannten auf sein Auto geschossen worden sei. In der Folge habe er 

erneut mit seiner Anwältin Kontakt aufgenommen, welche ihm zur Ausreise 

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Seite 3 

geraten habe, da diese Organisation in der gesamten Türkei gefährlich sei. 

Am (…) 2023 sei er mit seinem Reisepass nach E._______ geflogen und 

schliesslich mit Hilfe von Schleppern, die seinen Pass zerrissen hätten, 

illegal in die Schweiz gereist.  

Nach seiner Einreise in die Schweiz habe seine Anwältin ihm mitgeteilt, 

dass sein Verfahren nur langsam vorangehe, sie jedoch ein Referenz-

schreiben für ihn ausstellen könne. Bei einer Rückkehr befürchte er, in Un-

tersuchungshaft zu kommen und allenfalls gefoltert und zu einer Strafe ver-

urteilt zu werden. Seine Ehefrau und die Angestellten führten seit seiner 

Ausreise sein Geschäft weiter. 

A.b Der Beschwerdeführer reichte seine Identitätskarte und seinen Führer-

schein, die Identitätskarten seiner Ehefrau und seiner Kinder, sein Famili-

enbüchlein, Zivilregisterauszüge, diverse Ausbildungs- und Kompetenz-

nachweise, eine Polizeianzeige betreffend die Drohungen per Telefon vom 

(…) 2023 (datiert auf den […] 2023), einen Artikel eines türkischen Men-

schenrechtsvereins vom (…) 2023, einen Zeitungsartikel vom (…) 2023, 

ein Referenzschreiben seiner Anwältin vom 12. November 2023, diverse 

Dokumente betreffend seine Suspendierung vom (…) (drei verwaltungsge-

richtliche Urteile/Beschlüsse vom (…) 2019, (…) 2019 und (…) 2020 mit 

dazugehöriger Korrespondenz, worin der Beschwerdeführer als Kläger 

auftrat), eine Steuerbescheinigung sowie eine Bestätigung über die Mit-

gliedschaft in der HDP ein (jeweils in Kopie und ohne Übersetzung). 

B.  

Am 16. November 2023 verfügte die Vorinstanz, das Asylverfahren des Be-

schwerdeführers werde im erweiterten Verfahren behandelt, und wies ihn 

am Folgetag dem Kanton F._______ zu. 

C.  

Mit Verfügung vom 22. Januar 2025 – eröffnet tags darauf – verneinte das 

SEM die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers und lehnte sein 

Asylgesuch ab. Gleichzeitig verfügte es seine Wegweisung aus der 

Schweiz, ordnete den Vollzug an und händigte ihm die editionspflichtigen 

Akten aus.  

D.  

D.a Gegen diese Verfügung erhob der Beschwerdeführer am 24. Februar 

2025 eine in französischer Sprache abgefasste Beschwerde beim Bundes-

verwaltungsgericht und beantragte die Aufhebung der Verfügung, die 

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Seite 4 

Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft und die Gewährung des Asyls. 

Eventualiter sei festzustellen, dass der Vollzug der Wegweisung unzuläs-

sig sei und es sei die vorläufige Aufnahme anzuordnen. In prozessualer 

Hinsicht beantragte er die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung. 

D.b Als Beweismittel lagen der Beschwerde zwei staatsanwaltschaftliche 

Einstellungsverfügungen vom (…) und (…) 2024, ein Polizeirapport vom 

(…) 2023, ein Handelsregisterauszug, ein Schreiben der türkischen Anwäl-

tin des Beschwerdeführers vom 12. Februar 2025, ein Auszug aus einem 

türkischen Forum sowie zwei Zeitungsartikel vom 23. Juli 2012 und vom 

18. Oktober 2024 bei (jeweils in Kopie und – mit Ausnahme der Zeitungs-

artikel – mit Übersetzung). 

E.  

Mit Zwischenverfügung vom 4. März 2025 hielt das Bundesverwaltungsge-

richt fest, der Beschwerdeführer dürfe den Ausgang des Verfahrens in der 

Schweiz abwarten, wies das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen 

Prozessführung unter Hinweis auf die Aussichtslosigkeit der Rechtsbegeh-

ren ab und erhob einen Kostenvorschuss, welcher fristgerecht bezahlt 

wurde. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls – in der Regel und auch vorliegend – end-

gültig (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der 

Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 

Abs. 2 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-

schwerde ist einzutreten. 

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Seite 5 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

3.1 Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterli-

cher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungs-

weise einer zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie 

nachstehend aufgezeigt wird, handelt es sich um ein solches Rechtsmittel, 

weshalb das Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 

AsylG). 

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines 

Schriftenwechsels verzichtet. 

3.2 Das Urteil ergeht in deutscher Sprache, da im Beschwerdeverfahren 

die Sprache des angefochtenen Entscheids massgebend ist (vgl. Art. 33a 

Abs. 2 VwVG). 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

4.2 Nichtstaatliche Verfolgung durch Drittpersonen ist flüchtlingsrechtlich 

nur dann relevant, wenn dieser ein Motiv im Sinne von Art. 3 Abs. 2 AsylG 

zugrunde liegt und keine staatlichen Schutzinfrastruktur besteht, die in der 

Lage und willens ist, der betroffenen Person Schutz zu gewähren. Zu be-

rücksichtigen ist dabei, dass die Gewährung absoluten Schutzes vor Ver-

folgung durch Privatpersonen nicht erforderlich ist, entscheidend ist viel-

mehr, dass die betroffene Person effektiven Zugang zu einer vorhandenen 

Schutzinfrastruktur hat und ihr zugemutet werden kann, diese in Anspruch 

zu nehmen (vgl. dazu BVGE 2011/51 E. 7, Entscheidungen und Mitteilun-

gen der [ehemaligen] Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 

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2006 Nr. 18 E. 7.5 ff.). Aufgrund der Subsidiarität des flüchtlingsrechtlichen 

Schutzes setzt die Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft ausserdem vo-

raus, dass die betroffene Person in ihrem Heimat- oder Herkunftsstaat kei-

nen ausreichenden Schutz finden kann (vgl. BVGE 2008/12 E. 5.1). 

4.3 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). Das Bundesverwaltungsge-

richt hat die Anforderungen an das Glaubhaftmachen von Asylvorbringen 

in verschiedenen Entscheiden dargelegt und folgt dabei ständiger Praxis. 

Darauf kann hier verwiesen werden (vgl. BVGE 2015/3 E. 6.5.1, 2013/11 

E. 5.1 und 2010/57 E. 2.3, je m.w.H.). 

5.  

5.1 Nach Ansicht des SEM genügen die Vorbringen des Beschwerdefüh-

rers den Anforderungen von Art. 3 AsylG an die Flüchtlingseigenschaft 

nicht.  

Die geschilderten fluchtauslösenden Vorfälle (Schüsse auf Geschäft und 

Auto, Drohungen) hätten erst am (…) 2023 begonnen, zuvor sei er in keiner 

Weise von derartigen Problemen betroffen gewesen. Ihm sei sodann auch 

nicht bekannt, weshalb es genau zu diesem Zeitpunkt zu den genannten 

Vorfällen und Drohungen gekommen sei. Demnach habe er sich nach den 

Angriffen und Drohungen folgerichtig an die türkischen Behörden gewandt 

und Anzeige erstattet, damit die entsprechenden Untersuchungen hätten 

aufgenommen werden können. Gemäss seinen Aussagen und der einge-

reichten Anzeige seien die türkischen Behörden ihrer Verantwortung nach-

gekommen und hätten die Anzeige entgegengenommen sowie sein Mobil-

telefon für die Ermittlungen durch die Staatsanwaltschaft eingezogen. 

Dass er schliesslich drei Tage nach dem Vorfall vom (…) 2023, bei dem auf 

sein Auto geschossen worden sei, ausgereist sei, sei angesichts der damit 

verbundenen Furcht zwar menschlich nachvollziehbar, genüge den flücht-

lingsrechtlichen Anforderungen indes nicht. Nach gefestigter Rechtspre-

chung sei die Schutzbereitschaft und Schutzfähigkeit des türkischen Staa-

tes im Umgang mit Personen, die von Dritten verfolgt würden, grundsätz-

lich gewährleistet. In der Türkei, und insbesondere in Istanbul, bestünden 

funktionierende und wirksame Polizei- und Justizorgane zur Ermittlung, 

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Strafverfolgung und Ahndung von Verfolgungshandlungen. In Anbetracht 

dessen, dass er die Polizei habe hinzuziehen und Anzeige erstatten kön-

nen und nachweislich Ermittlungen aufgenommen worden seien, müsse 

sein Zugang zu den entsprechenden staatlichen Institutionen als gewähr-

leistet betrachtet werden.  

Dass es infolge der Anzeige zu einem weiteren Vorfall gekommen sei, 

könne den türkischen Behörden nicht als fehlender Schutzwille angelastet 

werden. Es gelinge keinem Staat, jegliche kriminellen Vorfälle während lau-

fenden Ermittlungen zu unterbinden. Ob die Behörden ihm weitergehende 

Schutzmassnahmen zur Verfügung gestellt hätten, wenn er diesen erneu-

ten Vorfall angezeigt und um Schutz ersucht hätte, müsse aufgrund seiner 

vorzeitigen Ausreise offengelassen werden. Demnach habe er keine Be-

mühungen um behördlichen Schutz geltend gemacht, denen der türkische 

Staat willentlich nicht nachgekommen wäre. Die von ihm genannte Be-

fürchtung, dass er bei einer Rückkehr von den türkischen Behörden in Un-

tersuchungshaft genommen, gefoltert und verurteilt werden könnte, ent-

behre angesichts der vorliegenden Aktenlage jeglicher Grundlage. Ein der-

artiges Interesse an seiner Person vonseiten des türkischen Staates sei 

nicht ersichtlich.  

Darüber hinaus habe er für die Zeit vor seiner Ausreise keine Versuche 

geltend gemacht, sich durch andere Massnahmen – beispielsweise durch 

einen Umzug in einen anderen Landesteil – der Bedrohung zu entziehen. 

Es lägen schliesslich keine Hinweise darauf vor, dass es sich bei diesen 

Vorfällen in Istanbul, sollten sich diese so zugetragen haben, um eine lan-

desweite, systematische und gezielte Verfolgung seiner Person handle. 

Dass er unmittelbar und alleine ausgereist sei, während er seine Frau und 

seine Angestellten das Geschäft habe weiterführen lassen, erscheine an-

gesichts der zu diesem Zeitpunkt unklaren Hintergründe der Angriffe als 

zweifelhaft. Darüber hinaus habe er die vorhandenen Möglichkeiten des 

behördlichen Schutzes nicht ausgeschöpft. Ebenso lägen keine Hinweise 

darauf vor, dass ihm bei einer Rückkehr in die Heimat behördlicher Schutz 

verwehrt bliebe. Die von ihm geltend gemachten Ereignisse seien somit 

flüchtlingsrechtlich nicht relevant, weshalb auf eine Prüfung der Glaubhaf-

tigkeit seiner Angaben verzichtet werden könne. Beispielhaft könne hierzu 

dennoch darauf hingewiesen werden, dass die eingereichte Anzeige auf 

den (…) 2023 und damit auf einen Zeitpunkt nach seiner Ausreise datiert 

sei und nicht, wie von ihm dargelegt, zwei Tage vor dem vermeintlichen 

Angriff auf sein Auto.  

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5.2 Hiergegen brachte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde vor, er 

habe infolge des Stresses während der Anhörung die Chronologie der Er-

eignisse versehentlich falsch wiedergegeben. Das erste Ereignis im Zu-

sammenhang mit seiner Ausreise sei der Angriff auf sein Auto gewesen, 

welcher – entgegen seinen Angaben an der Anhörung – bereits am (…) 

2023 stattgefunden habe. Hierzu könne er auch ein neues Beweismittel – 

eine Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft vom (…) 2024 – einrei-

chen. Er habe keine Informationen über den aktuellen Stand der Ermittlun-

gen gehabt, da sein Anwalt politische Probleme gehabt habe und verhaftet 

worden sei, wie eine Internetrecherche zeige. Nach diesem Angriff sei es 

am (…) 2023 zu den Schüssen auf seinen Laden, zum anti-kurdischen 

Graffiti sowie zur Verteilung der anti-kurdischen Zettel an die Schüler ge-

kommen. Nach diesen Ereignissen sei er sich der Schwere der Bedrohung 

bewusst geworden, weshalb er sich entschieden habe, seinen [Laden] zu 

schliessen. Entgegen den Ausführungen der Vorinstanz zeige der Auszug 

aus dem Handelsregister, dass er den Laden am (…) 2023 komplett ge-

schlossen habe. Der Laden sei seit dem Jahr 2021 unter dem Namen sei-

ner Frau gelaufen. Er habe denn auch beschlossen, seine Frau und die 

Kinder zur Sicherheit nach F._______ zu schicken, wo sie sich nach wie 

vor aufhielten. Die telefonischen Drohungen stellten das letzte Ereignis dar 

und hätten sich nach Aufgabe der zweiten Anzeige ereignet. Diese Ermitt-

lungen seien gemäss den beigelegten Beweismitteln indes ebenfalls ein-

gestellt worden.  

Weder seine Anzeige vom (…) 2023 noch diejenige nach den telefonischen 

Drohungen hätten zu Schutzgarantien der Behörden geführt. Die beiden 

Ermittlungen seien ohne weitere Abklärungen eingestellt worden. Aufgrund 

dessen sei nicht zu erwarten, dass die türkischen Behörden bei weiteren 

Angriffen auf ihn etwas unternehmen würden. Aufgrund der Angriffe und 

der erhaltenen Todesdrohungen habe er eine begründete Furcht vor neu-

erlichen Angriffen auf sein Leben. Diese Angriffe seien sodann politisch 

motiviert, da es sich bei den TiT um ultranationalistische Türken handle. 

Als Kurde, der die kurdische Kultur fördere ([…]) und aufgrund angeblicher 

Verbindungen zur PKK und zur HDP aus dem öffentlichen Dienst entlassen 

worden sei, sei er für diese Personen ein Ziel. Es bestünden sodann auch 

keine innerstaatlichen Aufenthaltsalternativen, da diese Personen in der 

ganzen Türkei aktiv seien und der türkische Staat nicht willens sei, diese 

zu bestrafen oder betroffene kurdische Personen zu schützen. Er habe auf-

zeigen können, dass die Behörden Istanbuls keinen Schutzwillen hätten, 

weshalb auch nicht davon auszugehen sei, die Behörden anderer Provin-

zen würden sich schutzwillig zeigen. Aufgrund dessen sei seine 

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Seite 9 

Flüchtlingseigenschaft oder zumindest die Unzulässigkeit des Wegwei-

sungsvollzugs festzustellen. 

6.  

6.1 Nach Prüfung der Akten gelangt das Bundesverwaltungsgericht zum 

Schluss, dass die angefochtene Verfügung zu stützen ist. Die Vorinstanz 

ist darin mit ausführlicher, auf die Rechtsprechung und die Akten abge-

stützter Begründung zum zutreffenden Schluss gelangt, dass die Vorbrin-

gen des Beschwerdeführers den Anforderungen von Art. 3 AsylG an die 

Flüchtlingseigenschaft nicht zu genügen vermochten. Der Beschwerdefüh-

rer vermag mit seiner knapp begründeten Beschwerde und den eingereich-

ten Beweismitteln nichts darzutun, was zu einer anderen Einschätzung füh-

ren könnte. Zur Vermeidung von Wiederholungen kann daher mit den 

nachfolgenden Erwägungen auf die zutreffenden Ausführungen in der an-

gefochtenen Verfügung (vgl. a.a.O. Ziff. II) verwiesen werden. 

6.2 Der Beschwerdeführer stellt mit der Beschwerde die Chronologie der 

Ereignisse diametral anders dar als an der Anhörung. So sei es am (…) 

2023 zuerst zum Angriff auf sein Auto, danach zum Angriff auf den [Laden] 

und schliesslich zu den Drohungen per Telefon gekommen. Demgegen-

über schilderte er an der Anhörung an verschiedenen Stellen in unmissver-

ständlicher Weise, dass es am (…) 2023 zunächst zum Angriff auf [seinen 

Laden], in der Folge bis am (…) 2023 zu den Drohungen per Telefon und 

zwei Tage später zum Angriff auf sein Auto gekommen sei (vgl. vorinstanz-

liche Akten […]-16/9 [nachfolgend: act. 16] F13, F26, F28 ff., F38, F40 f., 

F54). Dass diese Widersprüche auf die Stresssituation an der Anhörung 

zurückzuführen seien, erscheint nicht nachvollziehbar, zumal es sich beim 

Ablauf der fluchtauslösenden Ereignisse um ein zentrales Sachverhalts-

element und insbesondere beim Angriff auf ihn und seinen Sohn im Auto 

um ein sehr einschneidendes und prägendes Ereignis handelt. Es kann 

daher grundsätzlich erwartet werden, dass derartige Ereignisse ungeach-

tet der Stresssituation an der Anhörung chronologisch korrekt wiedergege-

ben werden. Da im Nachhinein nun der Ablauf der Ereignisse gänzlich an-

ders geschildert wird, bestehen Vorbehalte hinsichtlich der mit der Be-

schwerde eingereichten Beweismittel, welche den nun geltend gemachten 

Ereignisablauf scheinbar bestätigen. Darüber hinaus erstaunt, dass die 

Schussabgabe auf ihn und seinen Sohn – welche der Beschwerde zufolge 

bereits im (…) 2023 stattgefunden habe – weder im Anwaltsschreiben vom 

12. November 2023 (vgl. a.a.O. act. 3 ID-009) noch in der Anzeige vom 

(…) 2023 (vgl. a.a.O. ID-006) oder in den eingereichten Zeitungsartikeln 

(vgl. a.a.O. ID-007, ID-008), welche auf die Schussabgabe auf sein 

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Seite 10 

Geschäft und die Drohungen per Telefon Bezug nahmen, erwähnt wurde. 

Aufgrund der nachfolgenden Ausführungen kann auf eine ausführliche Prü-

fung der Glaubhaftigkeit der Vorbringen indes verzichtet werden. 

6.3 Ungeachtet der Frage nach dem vorliegend korrekten Ablauf der flucht-

auslösenden Ereignisse ist mit der Vorinstanz festzustellen, dass die Vor-

bringen des Beschwerdeführers den Anforderungen von Art. 3 AsylG an die 

Flüchtlingseigenschaft nicht zu genügen vermögen. So ist auch bei Wahr-

unterstellung der Vorbringen im vorliegenden Fall von der Schutzfähigkeit 

und vom Schutzwillen der türkischen Behörden auszugehen. Der Um-

stand, dass die Staatsanwaltschaft die beiden Ermittlungen bezüglich des 

Angriffs auf das Auto und die Telefondrohungen eingestellt hat, vermag 

diese Einschätzung nicht umzustossen. Den eingereichten Beweismitteln 

lässt sich nicht entnehmen, dass die türkischen Behörden die Ermittlungen 

nicht mit der gebotenen Ernsthaftigkeit und Sorgfalt geführt hätten. So lässt 

sich den Einstellungsbeschlüssen beispielsweise entnehmen, dass um-

fangreiche ballistische Untersuchungen der auf das Auto des Beschwerde-

führers abgefeuerten Kugeln durchgeführt wurden (vgl. Einstellungsbe-

schluss vom […] 2024). Hinsichtlich der Drohungen per Telefon wurden 

ebenso umfangreiche Ermittlungen aufgenommen und Personen befragt 

(vgl. Einstellungsbeschluss vom […] 2024). Die Urheber des Angriffs und 

der Drohung konnten jedoch nicht identifiziert werden, weshalb die Staats-

anwaltschaft die Ermittlung mangels Beweise eingestellt hat. Dem Einstel-

lungsbeschluss vom (…) 2024 lässt sich sodann entnehmen, dass der Be-

schwerdeführer gegenüber den Untersuchungsbehörden angab, keine 

Feinde zu haben. Dem mit der Beschwerde eingereichten Schreiben seiner 

türkischen Rechtsvertreterin – welches sich im Wesentlichen in Ausführun-

gen zur Entstehung der TiT erschöpft – lassen sich ebenfalls keine stich-

haltigen Hinweise auf einen fehlenden Schutzwillen der türkischen Behör-

den entnehmen.   

Die türkischen Behörden sind im vorliegenden Fall somit als schutzfähig 

und schutzwillig zu betrachten. Sollte der Beschwerdeführer nach seiner 

Rückkehr in die Türkei von Drittpersonen behelligt oder bedroht werden, ist 

ihm zuzumuten, diesbezüglich erneut um Schutz bei den türkischen Behör-

den zu ersuchen.  

Dem Beschwerdeführer gelingt es im Übrigen mit dem pauschalen Hinweis 

darauf, dass die TiT auf dem gesamten türkischen Staatsgebiet aktiv sei, 

nicht, eine innerstaatliche Schutzalternative auszuschliessen. Darüber hin-

aus sind den Akten keine Hinweise auf ein Verfolgungsinteresse der 

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Seite 11 

türkischen Behörden an seiner Person zu entnehmen. Insbesondere ist 

weder ersichtlich noch macht der Beschwerdeführer geltend, dass er in-

folge der angeblich auf einem Vorwurf der Mitgliedschaft in der HDP res-

pektive der finanziellen Unterstützung der PKK beruhenden Suspendie-

rung im Jahr 2018 und der anschliessend von ihm (erfolglos) angestrebten 

Beschwerdeverfahren seitens der Behörden flüchtlingsrechtlich relevante 

Nachteile erfahren hätte oder ein Verfahren gegen ihn eingeleitet worden 

wäre. 

6.4 Nach dem Ausgeführten hat das SEM zu Recht die Flüchtlingseigen-

schaft des Beschwerdeführers verneint und sein Asylgesuch abgelehnt. 

7.  

Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt 

es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug 

an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 

AsylG). Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder über eine aus-

länderrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Er-

teilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht 

angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4, 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

8.  

8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

8.2 Das SEM befand den Vollzug der Wegweisung in der angefochtenen 

Verfügung mit zutreffender Begründung für zulässig, zumutbar und möglich 

(vgl. a.a.O. Ziff. III). Die Beschwerde vermag an dieser Einschätzung nichts 

zu ändern, zumal der Beschwerdeführer zur Begründung seines Eventu-

albegehrens (Feststellung der Unzulässigkeit des Wegweisungsvollzugs 

und Gewährung der vorläufigen Aufnahme) lediglich pauschal auf seine 

Asylgründe respektive den seiner Ansicht nach fehlenden Schutzwillen der 

türkischen Behörden verwies, welcher vorstehend (vgl. E. 6) bejaht wurde. 

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Seite 12 

Mangels entsprechender Beschwerdevorbringen kann daher auf weiterge-

hende Ausführungen verzichtet und stattdessen auf die Begründung der 

Vorinstanz verwiesen werden.  

8.3 Der Vollzug der Wegweisung ist somit als zulässig, zumutbar und mög-

lich zu bezeichnen. Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt ausser 

Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

9.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt und – soweit diesbezüglich überprüfbar – ange-

messen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

10.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt 

Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[VGKE, SR 173.320.2]). Der am 18. März 2025 in gleicher Höhe geleistete 

Kostenvorschuss ist zur Bezahlung der Verfahrenskosten zu verwenden. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

E-1208/2025 

Seite 13 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Der in gleicher Höhe geleistete Kostenvorschuss wird zur Bezahlung 

der Verfahrenskosten verwendet. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Mathias Lanz Kevin Schori 

 

 

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