# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 26518092-bbb8-508d-9d20-f1b162e965cd
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-03-04
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 04.03.2010 D-7322/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-7322-2007_2010-03-04.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-7322/2007/wif
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  4 .  M ä r z  2 0 1 0

Richterin Nina Spälti Giannakitsas (Vorsitz), 
Richter Daniel Schmid, Richter Hans Schürch, 
Gerichtsschreiberin Sara Steiner.

A._______, geboren (...),
Sri Lanka,
vertreten durch Barbara Frei-Koller,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM 
vom 28. September 2007 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-7322/2007

Sachverhalt:

A.
Der  Beschwerdeführer,  aus  Z._______/Jaffna  stammend mit  letztem 
Wohnsitz  in  Y._______/Kilinochichi,  verliess  seinen  Heimatstaat  ei-
genen Angaben zufolge am 3. August 2007 und gelangte über Katar 
und Italien am 5. August 2007 in die Schweiz, wo er am Tag darauf ein 
Asylgesuch stellte. Am 10. August 2007 wurde er durch das BFM im 
Empfangs-  und  Verfahrenszentrum  X._______  summarisch  befragt 
und  am  11. September 2007  einlässlich  zu  seinen  Asylgründen 
angehört.

Zur Begründung seines Asylgesuches machte er im Wesentlichen gel-
tend,  als Sohn eines Tamilen und einer Singhalesin sei er immer von 
beiden Seiten eingeschüchtert worden. Im Jahre 1991 habe er  wegen 
des  Bürgerkriegs  von  Z._______  nach  Y._______  flüchten  müssen. 
Neben seiner Tätigkeit in der Landwirtschaft habe er in seinem Last-
wagen Waren zwischen dem von der LTTE kontrollierten Norden und 
dem staatlich kontrollierten Süden des Landes transportiert. Im Süden 
sei  er  jeweils  der  Mitgliedschaft  in  der  LTTE, im Norden der  Militär-
spionage verdächtigt worden. Um sich dieser Verdächtigungen zu ent-
ziehen, sei er nach W._______ geflüchtet und habe schliesslich seine 
Arbeit  im Transportgeschäft  aufgegeben. Eines  Nachts  im Mai  2004 
seien fünf schwarz gekleidete Personen in einem weissen Kleinbus bei 
ihm zu Hause vorgefahren und hätten ihn in  ein Camp gebracht. Er 
wisse nicht, von wem dieses Camp geführt worden sei, vermute aber, 
es sei die Gruppe um Karuna gewesen. Er sei zwei bis drei Wochen 
von verschiedenen Personen befragt und dabei auch gefoltert worden. 
Er sei einerseits der Unterstützung der LTTE andererseits der Armee-
unterstützung beschuldigt worden. Danach sei er zwei bis drei  Jahre 
festgehalten worden und habe mit  zwei anderen Personen an einem 
Ort ausserhalb des Camps für dessen Bewohner kochen müssen. Als 
es in der Nähe zu Kämpfen gekommen sei, sei ihm die Flucht gelun-
gen. Danach habe er bis zu seiner Ausreise etwa einen Monat in Co-
lombo  im  Restaurant  eines  Geschäftsfreundes  und  entfernten  Ver-
wandten gewohnt und gearbeitet. Von Colombo aus habe er vergebens 
versucht, seine ins Ausland geflüchtete Familie zu kontaktieren. Es sei 
Zufall, dass er sie nun in der Schweiz wiedergefunden habe.

B.
Die Ehefrau und die Kinder des Beschwerdeführers hatten bereits am 

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30. März 2005 ein Asylgesuch in  der  Schweiz eingereicht. Das BFM 
wies dieses mit Verfügung vom 12. April 2005 ab und ordnete die Weg-
weisung sowie den Vollzug an. Eine gegen den Wegweisungsvollzug 
erhobene  Beschwerde  wird  im  gleichzeitig  ergehenden  Urteil 
D-4655/2006 behandelt.

C.
Mit Verfügung vom 28. September 2007 – eröffnet am 2. Oktober 2007 
– lehnte das BFM das Asylgesuch des Beschwerdeführers ab und ord-
nete dessen Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug an.

D.
Am 1. Oktober 2007 wurde der  Beschwerdeführer  für  die Dauer  des 
Verfahrens dem Kanton V._______ zugewiesen.

E.  
Mit Eingabe vom 29. Oktober 2009 (Poststempel) erhob der Beschwer-
deführer – handelnd durch seine Rechtsvertreterin – gegen den Ent-
scheid des BFM vom 28. September 2007 beim Bundesverwaltungs-
gericht Beschwerde und beantragte die Aufhebung der angefochtenen 
Verfügung und die Asylgewährung sowie eventualiter  die Anordnung 
der vorläufigen Aufnahme wegen Unzumutbarkeit  des Wegweisungs-
vollzuges. In formeller Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unent-
geltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Bundesgeset-
zes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, 
SR  172.021)  und  den  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvor-
schusses. Darüber hinaus sei er einer psychiatrischen Untersuchung 
zu unterziehen.

Zur Stützung seiner Beschwerde reichte der Beschwerdeführer diverse 
Dokumente  in  Kopie  ein.  Auf  diese  wird,  soweit  für  den  Entscheid 
wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

F.  
Mit  Verfügung  vom  2. November 2007  hiess  die  Instruktionsrichterin 
das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  gut, 
verzichtete  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  und  forderte 
den  Beschwerdeführer  auf,  die  mit  der  Beschwerde  eingereichten 
Dokumente im Original  nachzureichen. Den Entscheid über  das Ge-
such um die Anordnung einer psychiatrischen Untersuchung verschob 
sie auf einen späteren Zeitpunkt.

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G.
Mit Schreiben vom 30. November 2007 reichte der Beschwerdeführer 
die eingeforderten Originaldokumente nach.

H.
In seiner Vernehmlassung vom 20. August 2008 hielt das BFM an sei-
nen Erwägungen fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde.

I.
Mit Verfügung vom 22. August 2008 gab die Instruktionsrichterin dem 
Beschwerdeführer Gelegenheit, zur Vernehmlassung des BFM bis zum 
8. September 2008 Stellung zu nehmen.

J.
Nach einer  einmaligen Fristerstreckung  nahm der  Beschwerdeführer 
mit  Eingabe vom 24. September 2008 zur Vernehmlassung des BFM 
Stellung.

K.
Mit Schreiben vom 24. Oktober 2008 ersuchte die Instruktionsrichterin 
die schweizerische Botschaft in Colombo um zusätzliche Abklärungen 
bezüglich des Beschwerdeführers.

L.
Die schweizerische Botschaft  in  Colombo übermittelte  mit  Schreiben 
vom 15. Oktober 2009 die Ergebnisse der im Rahmen der Botschafts-
anfrage  getätigten  Abklärungen  und  stellte  weitere  Informationen  in 
Aussicht.  Auf  den  Inhalt  der  Botschaftsantwort  wird,  soweit  für  den 
Entscheid wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

M.
Mit Verfügung vom 28. Oktober 2009 gab die Instruktionsrichterin dem 
Beschwerdeführer  Gelegenheit,  zur  Botschaftsanfrage  und  -antwort 
bis zum 12. November 2009 Stellung zu nehmen.

N.
Nach einer  einmaligen Fristerstreckung  nahm der  Beschwerdeführer 
am 18. November 2009 zur Botschaftsanfrage und -antwort Stellung.

O.
Mit  Schreiben vom 19. November 2009 teilte  die Instruktionsrichterin 
der schweizerischen Botschaft in Colombo mit, dass sich weitere Ab-

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klärungen nicht als angezeigt erwiesen, und forderte diese auf, die im 
Original übermittelten Dokumente zu retournieren.

P.
Am 25. Februar 2010 trafen die rückgeforderten Dokumente beim Bun-
desverwaltungsgericht ein.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Ju-
ni 2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht 
Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört 
zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des 
Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende  Aus-
nahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwal-
tungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden 
Beschwerde  und  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig 
(Art. 105  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni 1998  [AsylG,  SR 142.31]; 
Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 17. Juni 2005 
[BGG, SR 173.110]).

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem 
BGG,  soweit  das  AsylG  nichts  anderes  bestimmt  (Art. 37  VGG, 
Art. 105 AsylG, Art. 6 AsylG).

1.3 Die  Beschwerde  ist  frist-  und  formgerecht  eingereicht  (Art. 108 
Abs. 1 AsylG, Art. 52 VwVG). Der Beschwerdeführer ist durch die an-
gefochtene Verfügung besonders berührt  und hat ein schutzwürdiges 
Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise  Änderung;  er  ist 
daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  (Art. 48  Abs. 1 
VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.
Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

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sätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person anerkannt, 
wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohn-
te,  wegen ihrer  Rasse,  Religion,  Nationalität,  Zugehörigkeit  zu einer 
bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen ihrer  politischen  Anschau-
ungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt  ist  oder  begründete Furcht 
hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt  zu werden. Als  ernsthafte Nach-
teile gelten namentlich die Gefährdung von Leib, Leben oder Freiheit 
sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck be-
wirken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen 
(Art.  3  AsylG).  Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigen-
schaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen (Art. 7 AsylG).

4.  
4.1 Das BFM führte zur Begründung seines Entscheides im Wesent-
lichen aus, die Vorbringen des Beschwerdeführers seien nicht glaub-
haft. Es seien diverse Ungereimtheiten aufgetreten. So erstaune, dass 
er in zwei Jahren Gefangenschaft nicht erfahren habe, von wem er ge-
fangen gehalten worden sei. Zwar habe er auf Nachfrage angegeben, 
sie  könnten der Karuna-Gruppe angehört  haben,  doch widerspreche 
dies den Angaben seiner Ehefrau, die in ihrer Anhörung noch gesagt 
habe, ihr Mann habe für Karuna gearbeitet. Zudem habe sie auch zu 
Protokoll  gegeben,  ihr  Mann  sei  früher  schon  mehrmals  festgenom-
men,  jedoch  immer  wieder  freigelassen  worden. Aufgefordert,  diese 
krassen  Widersprüche  zu  erklären,  habe  der  Beschwerdeführer  un-
plausibel angegeben, die Ehefrau könnte gemeint haben, er sei ver-
haftet  worden,  als  er  längere  Zeit  auf  Geschäftsreise  weggeblieben 
sei. Schliesslich habe der Beschwerdeführer auch nicht nachvollzieh-
bar darlegen können, warum er nicht in Colombo geblieben sei, wenn 
er nicht gewusst habe, wo die Familie sei. Angesichts der zahlreichen 
Tamilen, die in Colombo lebten, genüge seine Erklärung nicht, wonach 
sein Verwandter  ihm gesagt  habe,  es sei  gefährlich für  Tamilen,  die 
neu nach Colombo kämen. Zu wenig detailliert und realitätsnah schil-
dere der Beschwerdeführer die Ereignisse im Camp. Er habe die Män-
ner, die ihn festgenommen hätten, äusserst stereotyp beschrieben und 
nicht den Eindruck zu vermitteln vermocht, im Zentrum des Gesche-
henen gestanden zu sein, als er über die Folterungen berichtet habe. 
Gleiches gelte für seine Schilderungen des Angriffs, den die Männer, 
die ihn festgehalten hätten, erlitten hätten.

4.2 In der Beschwerde ergänzte der Beschwerdeführer seine Asylvor-
bringen  mit  folgenden  Elementen:  Im  Rahmen  seiner  Tätigkeit  als 

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Händler  habe er  auch für  die  involvierten  Konfliktparteien  verbotene 
Güter wie Kommunikationsmittel, Batterien und Medikamente transpor-
tiert.  Er  sei  allerdings  niemals  offizielles  Mitglied  einer  tamilischen 
Gruppierung gewesen. Am 5. Juli 2007 sei er von der Polizei aufgrund 
des Verdachts auf terroristische Aktivitäten und gestützt auf Art. 133 
des  srilankischen  Anti-Terrorismus-Gesetzes  in  Gewahrsam  genom-
men worden. Am 20. Juli 2007 seien die Ermittlungen gegen ihn abge-
schlossen worden. In der Folge habe man ihn gegen Kaution freige-
lassen, wobei zugleich angeordnet worden sei, er habe jeden Sonntag 
um  12  Uhr  mittags  beim  U._______  Polizeiposten  vorzusprechen, 
dürfe das Land nicht verlassen, keinen Pass besitzen und müsse sich 
am 25. September 2007 nochmals beim Gericht melden. Am 22. Juli 
2007  habe  eine  Untersuchung  wegen  Halluzinationen  und 
Kopfschmerzen im Spital der T._______ ergeben, dass er Schläge auf 
den Kopf  erhalten habe,  möglicherweise  mit  groben Waffen. Am 28. 
September 2007, als er bereits in der Schweiz geweilt habe, sei vom 
Magistrate's  Court  in  Colombo  gegen  ihn  ein  Haftbefehl  wegen 
Nichterscheinens vor Gericht erlassen worden. Er habe es bisher ge-
genüber den schweizer Behörden und insbesondere vor den srilanki-
schen Dolmetschern nicht gewagt, über die behördliche Verfolgung in 
Colombo auszusagen, da er befürchtet habe, dies könne ihn einer zu-
sätzlichen Gefahr aussetzen. Seine Unsicherheit und die Unfähigkeit, 
das Erlebte vollständig zu schildern, verdeutlichten auch, dass er auf 
ärztliche Unterstützung angewiesen sei.

Zur  Stützung dieser  neuen Vorbringen reichte der  Beschwerdeführer 
auf  Beschwerdeebene  unter  anderem die  Originale  einer  Verfügung 
vom  6. Juli 2007  bezüglich  seiner  Festnahme,  eines  am  22. Ok-
tober 2007 erstellten Auszuges aus dem Gerichtsprotokoll vom 20. Ju-
li 2007, eines Arztberichtes vom 28. Juli 2007, eines Haftbefehls vom 
28. September 2007  und  eines  Schreibens  seines  Anwaltes  vom 
20. Oktober 2007 ein. Zu seiner Wohnadresse in diesen Dokumenten 
gab  er  an,  es  handle  sich  dabei  um  die  Privatadresse  seines  Ge-
schäftsfreundes, welche er bis anhin nicht angegeben habe, da er sich 
immer noch unsicher und verfolgt fühle. 

Bezüglich der Glaubhaftigkeit seiner Vorbringen hielt der Beschwerde-
führer den Argumenten des BFM entgegen, er habe ausgeschlossen, 
dass es sich um ein Lager der Armee gehandelt habe und schlüssig 
gemutmasst, dass er in einem Lager der Karuna-Gruppe festgehalten 
worden sei, indem er auf die von der Lagerbesatzung benutzten Spra-

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chen (singhalesisch und tamilisch) hingewiesen habe. Auch wiesen die 
Ausführungen zu den schwarz gekleideten Entführern eher auf Anhän-
ger von Karuna, denn der LTTE hin. Aus den erwähnten Gründen habe 
er  bisher  verschwiegen,  dass  er  sicher  sei,  von der  Karuna-Gruppe 
festgehalten worden zu sein. Da er nicht eigentliches Mitglied einer der 
involvierten Konfliktparteien sowie Angehöriger beider sich streitenden 
Ethnien gewesen sei und somit für Spionagetätigkeiten bestens geeig-
net, sei nachvollziehbar, dass er im Machtkampf aller Konfliktparteien, 
gerade auch von der Gruppe um Karuna festgenommen worden sei. 
Somit seien keine Widersprüche zu den Aussagen seiner Ehefrau zu 
erkennen. Nachdem diese ihre Aussagen vor zwei Jahren gemacht ha-
be,  könne  nicht  verlangt  werden,  dass  sie  mit  seinen  Aussagen 
deckungsgleich seien. Zudem habe er seiner Ehefrau zu ihrem Schutz 
nie  von  seinen  Diensten  für  die  tamilischen  Organisationen  erzählt. 
Die  neu  eingereichten  Beweismittel  gäben  klar  Aufschluss  darüber, 
dass  er  Sri  Lanka  habe  verlassen  müssen,  auch  wenn  er  nicht 
gewusst habe, wo seine Familie sei, weil er von der Polizei in Colombo 
wegen Terrorismusverdacht gesucht worden sei. Zu betonen sei auch, 
dass es für neu angekommene Tamilen in Colombo tatsächlich beson-
ders gefährlich sei. Schliesslich seien den Protokollen der Anhörungen 
diverse Schilderungen der Folterungen, des Lagerlebens und der Mit-
gefangenen zu entnehmen.  Als Folge der Folter trage er heute noch 
Narben und leide  an  Schmerzen und Gedächtnisverlust. Ausserdem 
sei es ihm schwer gefallen, die dreijährige Lagerhaft innert kürzester 
Zeit  zu schildern. Dies insbesondere vor dem Hintergrund, dass ihm 
die vielen traumatisierenden Erlebnisse zurzeit noch verunmöglichten, 
einen  vollständigen  und  geordneten  Ablauf  zu  skizzieren. Ein  abge-
stumpftes, gleichgültiges und eher regungsloses Schildern scheine in 
dieser  Situation  viel  eher  schlüssig  und  nachvollziehbar. Dies  gelte 
auch für  die Befreiung aus dem Lager. Für einen Gefangenen redu-
zierten sich die relevanten Geschehnisse auf die überlebensnotwen-
digen Fragestellungen wie,  ob die Bewacher noch existieren und ob 
die Flucht zu ergreifen sei.

4.3 In seiner Vernehmlassung hielt das BFM fest, die Vorbringen des 
Beschwerdeführers wirkten nachgeschoben. Unplausibel sei,  dass er 
zwar alles andere habe zu Protokoll geben können, aber „nicht gewagt 
habe“,  die  behördliche  Verfolgung  in  Colombo  darzulegen.  Nicht  zu 
überzeugen vermöge insbesondere, dass er gegenüber den schweizer 
Behörden und den Dolmetschern Angst gehabt habe, derartige Aussa-
gen zu machen. Bestätigt würden die entstandenen Zweifel durch eine 

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interne  Analyse  der  mit  der  Beschwerde  eingereichten  Dokumente. 
Dabei  sei  festgestellt  worden,  dass  der  Haftbefehl  eine  Blankofäl-
schung sei, weil ein Original vorliege, das Angeschuldigten nicht aus-
gehändigt werde. Zudem lägen auch beim Gerichtsprotokoll Hinweise 
auf eine Totalfälschung vor, da die Bezugnahme auf einen angeblichen 
"Terrorists  Act"  formal  falsch  sei.  Des  Weiteren  sei  der  Name  des 
Richters auf beiden Dokumenten kaum lesbar. Vor diesem Hintergrund 
komme dem Arztbericht  keine Beweiskraft  zu, zumal  es sich um ein 
leicht zu fälschendes oder verfälscht erhältliches Dokument handle.

4.4 In seiner Replik führte der Beschwerdeführer aus, es komme im-
mer wieder vor, dass Asylsuchende aus Sri Lanka, wo in der Bevölke-
rung eine allgemeine Misstrauensstimmung vor allem gegenüber Be-
hörden herrsche, zu eingeschüchtert seien, um den schweizer Behör-
den vollumfänglich Auskunft zu geben. Unzählige identische Berichte 
von Flüchtlingen aus Colombo würden zudem bestätigen, dass die Po-
lizei üblicherweise bei nicht auffindbaren Personen die Haftbefehle hin-
terlege. Zum Gerichtsprotokoll gelte es festzuhalten, dass dieses vom 
bereits erwähnten Geschäftspartner beim Gericht in Colombo bestellt 
worden sei und es lebensgefährlich wäre, einen neuen Auszug zu be-
schaffen,  der  den  formalen  Anforderungen  der  Vorinstanz  genügen 
würde.  Inzwischen  seien  ein  ehemaliger  Mithäftling  und  am  8. Feb-
ruar 2008 ein früherer Geschäftspartner, mit dem er die LTTE beliefert 
habe,  ermordet  worden. Für  die  Entführung  im Jahre  2004 gebe  es 
keine Beweismittel. Dies hänge insbesondere damit zusammen, dass 
die  Entführung,  die  Gefangenschaft  und  die  Folterungen  in  einem 
extralegalen Rahmen stattgefunden hätten. Im derzeitigen politischen 
Umfeld  im Osten Sri  Lankas sei  die  Beschaffung von Beweismitteln 
unmöglich. Bezüglich seiner psychischen Verfassung sei festzuhalten, 
dass bisher keine ärztliche Untersuchung stattgefunden habe. Er sei 
immer noch stark traumatisiert und leide an Angstzuständen und Ver-
folgungswahn.  In  einem  Anfall  plötzlicher  Panik  habe  er  am 
2. März 2008 seine Ehefrau und seine Tochter angegriffen. Seine Ehe-
frau habe bei der Polizei angegeben, er sei „nicht mehr er selbst“ und 
„an einem ganz anderen Ort“ gewesen, hätte in panischer Angst ge-
schrien und um sich geschlagen.

5.
Zunächst ist zu prüfen, ob die vorgetragenen Fluchtumstände, die zum 
Entschluss  der  Ausreise  aus  dem  Heimatstaat  geführt  haben,  ge-
samthaft als glaubhaft gemacht zu erachten sind.

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5.1 Vorbringen sind dann glaubhaft, wenn sie genügend substanziiert, 
in  sich  schlüssig  und  plausibel  sind;  sie  dürfen  sich  nicht  in  vagen 
Schilderungen erschöpfen, in wesentlichen Punkten nicht widersprüch-
lich sein oder der inneren Logik entbehren und auch nicht den Tatsa-
chen oder der allgemeinen Erfahrung widersprechen. Darüber hinaus 
muss  die  asylsuchende  Person  persönlich  glaubwürdig  erscheinen, 
was insbesondere dann nicht der Fall ist, wenn sie ihre Vorbringen auf 
gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abstützt  (vgl.  Art.  7  Abs. 3 
AsylG), aber auch dann, wenn sie wichtige Tatsachen unterdrückt oder 
bewusst falsch darstellt, im Laufe des Verfahrens Vorbringen auswech-
selt oder unbegründet nachschiebt, mangelndes Interesse am Verfah-
ren zeigt oder die nötige Mitwirkung verweigert. Glaubhaftmachung be-
deutet ferner – im Gegensatz zum strikten Beweis – ein reduziertes 
Beweismass  und  lässt  durchaus  Raum  für  gewisse  Einwände  und 
Zweifel an den Vorbringen des Beschwerdeführers. Eine Behauptung 
gilt bereits als glaubhaft gemacht, wenn das Gericht von ihrer Wahrheit 
nicht völlig überzeugt ist, sie aber überwiegend für wahr hält, obwohl 
nicht  alle  Zweifel  beseitigt  sind. Für die Glaubhaftmachung reicht  es 
demgegenüber nicht aus, wenn der Inhalt der Vorbringen zwar möglich 
ist,  aber in Würdigung der gesamten Aspekte wesentliche und über-
wiegende Umstände gegen die vorgebrachte Sachverhaltsdarstellung 
sprechen. Entscheidend ist im Sinne einer Gesamtwürdigung, ob die 
Gründe, die für die Richtigkeit der Sachverhaltsdarstellung sprechen, 
überwiegen oder nicht; dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise ab-
zustellen (vgl. die weiterhin gültige Rechtsprechung der ARK in Ent-
scheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskom-
mission [EMARK] 2005 Nr. 21 E. 6.1 S. 190 f. mit weiteren Hinweisen).

5.2 Erste Zweifel an der Glaubhaftigkeit der Angaben des Beschwer-
deführers  entstehen aufgrund  der  Schilderungen seiner  angeblichen 
Verhaftung im Jahre 2004. Der Beschwerdeführer führte dazu aus, die 
Männer hätten bei seiner Festnahme mit  seiner Ehefrau gesprochen 
und diese und die Kinder hätten geheult und geschrien (B9 S. 7 f.). Im 
Gegensatz dazu sagte seine Ehefrau, sie sei in einem Zimmer gewe-
sen und ihr Mann habe draussen mit den Männern gesprochen (A10 
S. 3). Auf die Aussagen seiner Ehefrau angesprochen, stimmte der Be-
schwerdeführer dem zwar zu, sagte aber aus, seine Ehefrau sei in ein 
Zimmer gesperrt  worden, aber sie hätten ihr gesagt,  dass er befragt 
und  wieder  freigelassen  werde  (B9  S. 8).  Dieser  Erklärungsversuch 
vermag den Widerspruch zwischen  den Aussagen des Beschwerde-
führers und seiner Ehefrau indes nicht aufzulösen. Seine Ehefrau sag-

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te nämlich nicht aus, dass sie in ein Zimmer gesperrt worden sei. Aus 
ihren Aussagen lässt  sich  vielmehr  ableiten,  dass  sie  sich  aufgrund 
dieses als routinemässig empfundenen Vorgangs gar keine Sorgen ge-
macht habe. Es ist aber davon auszugehen, dass der Beschwerdefüh-
rer und seine Ehefrau übereinstimmend angeben könnten, ob die Ehe-
frau in  einer emotionalen oder  in  einer  eher  ruhigen und bedachten 
Weise auf die Verhaftung reagiert  habe, hätte diese tatsächlich statt-
gefunden.  Der  Beschwerdeführer  und  seine  Ehefrau  widersprachen 
sich sodann auch in weiteren Punkten. So gab sie an, er sei vor der 
Lagerhaft schon mehrere Male verhaftet worden (A10 S. 3), während 
er dies explizit verneinte (B9 S. 6 f.). Das BFM liess sich zu Recht nicht 
von der  diesbezüglichen Erklärung des Beschwerdeführers  überzeu-
gen, wonach er ihr manchmal nicht gesagt habe, wenn er nach Colom-
bo gegangen sei, sodass seine Ehefrau dann vielleicht gemeint habe, 
er sei verhaftet worden. Es wäre zwar nachvollziehbar, wenn er ihr – 
wie er in der Beschwerde ausführte – zu ihrem Schutz seine Arbeit für 
tamilische Organisationen verschwiegen hätte. Dass er sie aber über-
haupt  nicht  informiert  haben  will,  wenn  er  sich  auf  Geschäftsreise 
nach Colombo begab, scheint tatsächlich unplausibel, zumal er ihr ja 
nicht hätte sagen müssen, um was für Geschäftsreisen es sich jeweils 
handelte. Zumindest ist aber davon auszugehen, dass er seiner Ehe-
frau bei seiner Rückkehr berichtet hätte, wo er gewesen war. Zuletzt 
gab die Ehefrau des Beschwerdeführers an, ihr Mann habe für Karuna 
gearbeitet (A10 S. 3 f.), während er dies im Laufe des Verfahrens expli-
zit verneinte (B9 S. 6). Wenn er nun auf Beschwerdeebene vorbringt, 
er habe tatsächlich für Karuna gearbeitet, wirkt dies nachgeschoben. 
Daran vermag auch seine Argumentation, er habe den schweizer Be-
hörden  und  insbesondere  dem Dolmetscher  nicht  getraut,  nichts  zu 
ändern (vgl. E. 5.4).

5.3 Bestätigt werden diese Zweifel durch die unplausiblen Angaben zu 
der  dreijährigen  Haft.  Zum einen erscheint  es  nicht  nachvollziehbar, 
wieso die Küche, wie vom Beschwerdeführer angegeben, ausserhalb 
des Lagers gelegen haben soll. Vielmehr ist davon auszugehen, dass 
diese im Lager integriert worden wäre, damit die Lagerbesatzung nicht 
extra eigene Wachen und einen Bus organisieren muss, um Material 
zur Küche hin und Essen ins Lager zurück zu transportieren. Zum an-
deren ist es sehr unwahrscheinlich, dass der Beschwerdeführer – wie 
er während des Verfahrens angab – auch nach einer derart langen Zeit 
der Lagerhaft nicht herausfand, von wem das Lager geführt worden ist. 
Wenn er nun auf Beschwerdeebene angibt, es sei ein Lager der Karu-

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na-Gruppe  gewesen,  so  wirkt  dies  nachgeschoben.  Daran  vermag 
auch die Begründung, er habe sich aus Angst vor dem Dolmetscher 
bis anhin nicht getraut,  dies zu erwähnen, nicht zu überzeugen (vgl. 
E. 5.4). Weitere Zweifel entstehen durch die unsubstanziierten Anga-
ben zum Leben in der Lagerhaft und den angeblich erlebten Folterun-
gen. Zwar ist  das Argument in  der Beschwerde nachvollziehbar, wo-
nach eine abgestumpfte Erzählweise zur Beschreibung einer dreijäh-
rigen  monotonen  Lagerhaft  passe.  Der  Beschwerdeführer  erzählte 
aber nicht einfach nur in einer monotonen Weise, sondern er liess nä-
here Ausführungen zum Leben im Lager gänzlich missen. Auf Fragen 
des BFM antwortete er stets in kurzen und allgemein gehaltenen Sät-
zen. Hätte er aber die Lagerhaft tatsächlich erlebt, wäre davon auszu-
gehen,  dass  er  ausführlicher  in  freier  Rede  darüber  hätte  berichten 
können. Auch lässt die Art  und Weise, wie er die angeblich erlebten 
Folterungen  beschrieb,  –  wie  vom BFM  richtigerweise  ausgeführt  – 
nicht den Eindruck entstehen, er hätte sie wirklich erlebt. Zwar zählte 
er einige allgemein bekannte Foltermethoden auf, ohne jedoch auf die 
dadurch bei ihm persönlich ausgelösten Gefühle und Ängste einzuge-
hen. Bei der Erzählung derart intensiver Erlebnisse kann dies aber er-
wartet  werden. Zuletzt  beschreibt  er auch die Flucht  aus dem Lager 
nur ganz allgemein und kurz. Zwar trifft es zu, dass sich in diesem Mo-
ment  für  den  Flüchtenden  alles  auf  existenzielle  Fragen  reduziert. 
Doch  auch  angesichts  dessen  wäre  zu  erwarten,  dass  der  Be-
schwerdeführer diese für ihn so wichtigen Ereignisse ausführlicher in 
freier  Rede  beschriebe.  Die  Aussagen  des  Beschwerdeführers  be-
schränken  sich  aber  auf  vier  kurze  Abschnitte  und  zwischen  jedem 
dieser Abschnitte war das Nachhaken des Befragers nötig.

5.4 Des  Weiteren  ist  auch  die  auf  Beschwerdeebene  vorgebrachte 
Verhaftung  in  Colombo unglaubhaft. Zunächst  ist  nicht  nachvollzieh-
bar, dass der Beschwerdeführer diese Ereignisse in Colombo anläss-
lich der Anhörungen mit keinem Wort erwähnt hat. Das Argument, er 
habe aus Furcht insbesondere vor dem Dolmetscher nichts über diese 
Haft gesagt, vermag in keiner Weise zu überzeugen, zumal er bei der 
Berichterstattung über  die  Haft  durch  srilankische  Behörden von ei-
nem allfällig für eine tamilische Organisation tätigen Dolmetscher we-
niger  zu  befürchten  hätte,  als  bei  seinen  Berichten  über  die  Men-
schenrechtsverletzungen  von  tamilischen  Organisationen.  Demnach 
erscheint  es nicht  nachvollziehbar, wieso er  sich getraut  haben soll, 
die Lagerhaft zu erwähnen, nicht aber die Verfolgung durch die srilan-
kischen Behörden. Hätte er den Dolmetscher tatsächlich nicht vertrau-

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enswürdig gefunden, hätte er dies ausserdem während den Befragun-
gen anmerken müssen. Aus den Protokollen ergeben sich aber insge-
samt keine Hinweise, dass zwischen ihm und dem  Dolmetscher eine 
Stimmung des Misstrauens herrschte. Zudem gab er bei der einlässli-
chen Anhörung zu Protokoll, alle seine Asylgründe genannt zu haben 
und  bekräftigte  dies  sowie  auch  die  Kenntnisnahme  seiner  Mitwir-
kungspflicht  und der Verschwiegenheitspflicht  aller  bei  der Anhörung 
anwesenden Personen, mithin auch des Dolmetschers, mit seiner Un-
terschrift. Schliesslich ist es – wie in der Botschaftsantwort ausgeführt 
– absolut  ungewöhnlich, dass das Terrorist  Investigation Department 
jemanden,  der  aufgrund  des  Verdachts  auf  Mitwirkung  bei  terroristi-
schen Handlungen festgenommen worden war, nach zwei Wochen auf 
Kaution frei lässt, in der Hoffnung, er melde sich auf den Gerichtster-
min.  Der  Einwand  in  der  Stellungnahme zur  Botschaftsantwort,  wo-
nach in Sri Lanka Korruption gang und gäbe sei, vermag in Anbetracht 
der Schwere der vorgeworfenen Taten, nicht zu überzeugen.

5.5 Die eingereichten Beweismittel vermögen an diesen Erwägungen 
nichts zu ändern. Vorab gilt  es dazu festzuhalten,  dass sich der Be-
schwerdeführer bereits bezüglich der Adresse des Absenders auf dem 
Briefumschlag widersprach, mit dem die Dokumente aus Sri Lanka ge-
schickt worden seien. So gab er einmal an, diese Adresse sei frei er-
funden und ein andermal, er habe dort  ein Zimmer gemietet gehabt. 
Sodann  ergab  eine  interne  Dokumentenanalyse  des  BFM,  dass  der 
Haftbefehl  und  das  Gerichtsprotokoll  gefälscht  seien.  Die  vom Bun-
desverwaltungsgericht  in  Auftrag  gegebenen  Nachforschungen  der 
schweizerischen  Botschaft  in  Colombo  ergaben  keine  gegenteiligen 
Erkenntnisse. Vielmehr werden die Zweifel an der Echtheit der Doku-
mente in der Botschaftsantwort bestätigt. So sei der Verweis auf den 
Terrorist Act tatsächlich formal falsch. Zudem sei der Beschwerdefüh-
rer nicht beim IKRK registriert, dessen Mitarbeiter regelmässig die Po-
lizeistationen besuchten und Personen registrierten, die unter der De-
tention Order  aufgrund des Prevention of  Terrorism Act  festgehalten 
würden. Der  Beschwerdeführer  wandte  in  seiner  Stellungnahme zur 
Botschaftsantwort diesbezüglich ein, das IKRK könne nicht sämtliche 
Gefangenen registrieren und deren Liste sei somit kein Beweis, dass 
die Haft nicht stattgefunden habe. Dem ist zwar insofern zuzustimmen, 
als dass diese Liste für sich alleine keinen Beweis gegen die Haft dar-
stellt. Im vorliegenden Fall stellt sie jedoch lediglich ein Glied in einer 
Kette von zahlreichen Unglaubhaftigkeitselementen dar. Des Weiteren 
gilt  es festzuhalten, dass der Haftbefehl vom 28. September 2007 im 

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Brief des Anwaltes vom 20. Oktober 2007 nicht erwähnt wurde. Auch 
scheint es ungewöhnlich, dass der Auszug aus dem Gerichtsprotokoll 
vom Geschäftsfreund  des  Beschwerdeführers  und  nicht  vom Anwalt 
bestellt worden sein soll und die srilankischen Behörden diesen einem 
unbeteiligten  Dritten  ausgehändigt  haben  sollen.  Zudem  wäre  auf-
grund  der  Tatsache,  dass  der  Beschwerdeführer  zum Zeitpunkt,  als 
der  Auszug erstellt  wurde (22. Oktober 2007),  bereits  per  Haftbefehl 
gesucht  war,  davon  auszugehen,  die  Behörden  hätten  seinen 
Geschäftsfreund zumindest verhört. Aus der Beschwerde geht dazu je-
doch nichts hervor. Gegen die Echtheit  der Dokumente spricht  auch 
die Tatsache, dass der Beschwerdeführer in der Beschwerde angab, 
die  darauf  vermerkte  Adresse  sei  die  Privatadresse  des  Geschäfts-
freundes, in der Replik aber ausführte, es sei die Adresse eines Be-
kannten  des  Geschäftsfreundes  und  in  der  Stellungnahme zur  Bot-
schaftsantwort schrieb, es sei eine fiktive Adresse. Schliesslich qualifi-
zierte  die  schweizerische  Botschaft  in  Colombo  auch  das  ärztliche 
Attest  als  Fälschung. Es komme wohl  vor,  wie im vorliegenden Fall, 
dass ein Arzt sowohl in einer staatlichen als auch gleichzeitig in einer 
privaten Klinik arbeite. Dabei dürfe er  jedoch nicht  den Amtsstempel 
des  anderen  Spitals  verwenden.  Ausserdem  habe  das  Spital 
T._______, das sich an der (...) befunden habe, seine Türen vor fünf 
Jahren  geschlossen  und  sei  vom  S._______  Spital  übernommen 
worden.  Dr.  B._______  (Anmerkung:  Verfasser  des  eingereichten 
Arztberichtes)  habe gemäss Aussage des Spitals nur bis etwa 2003 
dort  gearbeitet. Es gebe zudem ein Spital T._______ an der (...),  wo 
ein  Dr. B._______ aber  unbekannt  sei.  Der  diesbezügliche Einwand 
des  Beschwerdeführers  in  seiner  Stellungnahme  zur 
Botschaftsantwort, wonach er das Attest von einem Kollegen erhalten 
habe, welcher ihn aufgrund seines angeschlagenen gesundheitlichen 
Zustands  ins  Spital  begleitet  habe,  und  er  deshalb  keinen  Grund 
gehabt habe, an der Echtheit des Dokumentes zu zweifeln, vermag die 
Zweifel nicht zu relativieren. Nach dem Gesagten entstehen insgesamt 
gewichtige  Zweifel  an  der  Echtheit  der  vom  Beschwerdeführer 
eingereichten  Dokumente,  sodass  sie  nicht  geeignet  sind,  zur 
Glaubhaftigkeit seiner Vorbringen beizutragen, sondern vielmehr deren 
Unglaubhaftigkeit bestätigen.

5.6 Zuletzt sprechen auch die unplausiblen und widersprüchlichen An-
gaben des Beschwerdeführers, zu seinem Aufenthalt in Colombo und 
seiner Abreise aus Sri Lanka gegen seine Glaubwürdigkeit. So gab er 
einerseits an, er habe in Colombo während zwei bis drei Jahren nach 

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seiner Familie gesucht (B9 S. 4), andererseits will er Colombo bereits 
nach  einem  Monat  wieder  verlassen  haben  (B9  S.  4).  Sodann  er-
scheint es unplausibel, dass der Beschwerdeführer Sri Lanka, ohne zu 
wissen wo seine Familie war, verlassen hat und dann aus Zufall aus-
gerechnet in dem Land gelandet ist, wohin die Familie geflüchtet war. 
Vielmehr ist davon auszugehen, dass er wusste, wo seine Familie sich 
aufhielt, und ihr dorthin gefolgt ist.

6.
Nach den vorstehenden Erwägungen hat die Vorinstanz zu Recht fest-
gestellt,  dass  der  Beschwerdeführer  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht 
erfüllt, und das Asylgesuch abgelehnt. Demnach erübrigt es sich, auf 
die weiteren Ausführungen des Beschwerdeführers einzugehen, da sie 
zu keinen anderen Schlüssen führen können.

7.
Der  Beschwerdeführer  beantragte  in  seiner  Eingabe  vom  29. Okto-
ber 2007 die Anordnung einer psychiatrischen Untersuchung. Hierfür 
sei  ihm  genügend  Zeit  einzuräumen,  damit  er  sich  von  seiner 
Traumatisierung durch die langjährigen Verdächtigungen, Folterungen 
und Inhaftierungen erholen könne, welche es ihm bisher verunmöglicht 
habe,  das  Erlebte  zu  schildern.  Angesichts  der  bisherigen 
Erwägungen  ist  im  Sinne  einer  antizipierten  Beweiswürdigung  das 
Gesuch  um  psychiatrische  Begutachtung  abzuweisen.  Es  kann 
ausgeschlossen werden, dass ein solcher Arztbericht die zahlreichen 
Widersprüche  und  Ungereimtheiten  insbesondere  auch  der  als 
gefälscht erkannten Beweismittel zu relativieren vermöchte.

8.  
8.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 
ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und 
ordnet  den  Vollzug  an;  es  berücksichtigt  dabei  den  Grundsatz  der 
Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

8.2 Der  Beschwerdeführer  verfügt  weder  über  eine  ausländerrecht-
liche Aufenthaltsbewilligung noch über  einen Anspruch auf  Erteilung 
einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet 
(Art. 44 Abs. 1 AsylG; EMARK 2001 Nr. 21). 

9.

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9.1 Ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar 
oder  nicht  möglich,  so  regelt  das  Bundesamt  das  Anwesenheitsver-
hältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Auf-
nahme von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]).

9.2 Diese Bedingungen für  einen Verzicht  auf  den Vollzug der Weg-
weisung  (Unmöglichkeit,  Unzulässigkeit,  Unzumutbarkeit)  sind  alter-
nativer Natur. Sobald eine von ihnen erfüllt ist, ist der Vollzug der Weg-
weisung als undurchführbar zu betrachten und die weitere Anwesen-
heit  in  der  Schweiz  gemäss  den  Bestimmungen  über  die  vorläufige 
Aufnahme zu regeln (vgl. EMARK 2006 Nr. 6 E. 4.2 S. 54 f., 2001 Nr. 1 
E. 6a S. 2).

10.
10.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 
und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunfts-
staat  auf  Grund von Situationen wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner 
Gewalt  und medizinischer Notlage konkret  gefährdet  sind. Wird eine 
konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 
7  AuG –  die  vorläufige  Aufnahme zu  gewähren  (vgl.  Botschaft  zum 
Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom 8. März 
2002, BBl 2002 3818).

10.2 Die Vorinstanz hielt in ihrem Entscheid fest, vor dem Hintergrund 
der allgemeinen Situation in Sri Lanka sei zwar eine Rückkehr in den 
Norden und Osten für  den Beschwerdeführer  nicht  zumutbar. Vorlie-
gend  sprächen  aber  individuelle  Gründe  für  die  Zumutbarkeit  der 
Wohnsitznahme des Beschwerdeführers und seiner Familie in einem 
anderen Teil des Landes – beispielsweise im Grossraum Colombo. Der 
Beschwerdeführer habe vor der Ausreise bei einem Verwandten in Co-
lombo gelebt und gearbeitet. Mit  diesem Mann habe er früher schon 
Geschäfte betrieben und er sei auf früheren Reisen immer wieder län-
gere Zeit in Colombo geblieben. Zudem sei die Mutter des Beschwer-
deführers  Singhalesin  und  er  des  Singhalesischen  mächtig.  Zuletzt 
habe er für die Reise rund Fr. 20'000.– bezahlt, weshalb auch anzu-
nehmen sei, dass er sich in Colombo eine wirtschaftliche Existenz er-
arbeiten könne.

10.3 Der Beschwerdeführer hielt dem BFM entgegen, er und seine Fa-
milie  stammten  aus  Jaffna  und  seien  überwiegend  in  Kilinochichi 

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wohnhaft gewesen. Insbesondere für die Kinder, welche in ihren jewei-
ligen  Schulklassen  in  der  Schweiz  bestens  integriert  seien,  sei  der 
Wegweisungsvollzug unzumutbar. Zudem spreche auch seine psychi-
sche Verfassung dagegen.

10.4 Das Bundesverwaltungsgericht hat in BVGE 2008/2 eine umfas-
sende Beurteilung der Situation in Sri Lanka vorgenommen. Es hat da-
bei unter anderem festgestellt, dass die Rückschaffung abgewiesener 
Asylgesuchsteller  aus  Sri  Lanka  in  die  Nordprovinz  (die  Distrikte 
Killinochchi, Mannar, Vavuniya, Mullaitivu und Jaffna) und in die Ost-
provinz (Distrikte Trincomalee, Batticaloa und Ampara) angesichts der 
dort  herrschenden allgemeinen Lage unzumutbar ist. Bei rückkehren-
den Tamilen, die aus der Nord- oder Ostprovinz stammen, kann zudem 
nicht mehr von der generellen Zumutbarkeit der Inanspruchnahme ei-
ner innerstaatlichen Aufenthaltsalternative im Süden des Landes, na-
mentlich  im  Grossraum  Colombo,  ausgegangen  werden.  Damit  die 
Rückkehr abgewiesener tamilischer Asylsuchender in den Grossraum 
Colombo als zumutbar qualifiziert  werden kann, bedarf es besonders 
begünstigender,  das  heisst  positiver  individueller  Umstände  wie  na-
mentlich ein tragfähiges Familien- oder sonstiges Beziehungsnetz, die 
konkrete Möglichkeit  der Sicherung des Existenzminimums und eine 
gesicherte Wohnsituation.

Seit  Erlass  des  vorstehend zitierten  Grundsatzurteils  haben die  Be-
hörden – namentlich im Grossraum Colombo – die Sicherheitsmass-
nahmen auch nach der Niederlage der LTTE nicht gelockert. Das Ri-
siko, als Tamile willkürlichen Verhaftungen und Ausweisungen ausge-
setzt zu sein, ist unverändert hoch. Ausserdem haben die Behörden in 
Bezug auf Personen tamilischer Ethnie offenbar neue Formen der Re-
gistrierung eingeführt, da namentlich aus dem Norden und Osten zu-
gezogene Tamilen in Colombo als ernsthaftes Sicherheitsrisiko ange-
sehen werden. Auch nach dem militärischen Sieg über die tamilischen 
Rebellen  im  Mai  2009  ist  nicht  klar,  ob  sich  die  Situation  nach  26 
Jahren  Bürgerkrieg  nachhaltig  verbessert.  Ebenfalls  offen  ist  die 
Frage, was der militärische Sieg der Regierung für die Tamilen konkret 
bedeutet  und  wie  sich  die  allgemeine  Sicherheits-  und 
Menschenrechtslage in Sri Lanka in Zukunft entwickeln wird (vgl. dazu 
Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  E-8381/2007  vom  21.  April 
2009,  D-7027/2006  vom  20. Oktober 2009  und  D-4125/2006  vom 
16. Februar 2010).

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10.5 Die Ehefrau und die Kinder des Beschwerdeführers befinden sich 
seit dem 25. März 2005 in der Schweiz und die Zumutbarkeit des Voll-
zugs der Wegweisung hat für die Familie als Gesamtheit zu erfolgen. 
Die weiteren Verwandten des Beschwerdeführers und auch diejenigen 
seiner Ehefrau halten sich allesamt im Norden des Landes auf oder 
sind in die Schweiz ausgereist. Es gibt keinerlei konkrete Hinweise für 
ein tatsächlich bestehendes familiäres oder soziales Beziehungsnetz 
des  Beschwerdeführers  und  seiner  Familie  im  Grossraum Colombo. 
Der Geschäftsfreund des Beschwerdeführers, bei welchem er vor sei-
ner Ausreise einen Monat gewohnt und gearbeitet hat, erfüllt  die An-
forderungen an ein tragfähiges Beziehungsnetz nicht, zumal nicht als 
gesichert  gelten kann,  dass  dieser  immer noch dort  wohnt  und den 
Beschwerdeführer  zusammen mit  seiner Familie bei  sich aufnehmen 
könnte.  Die  Ehefrau  des  Beschwerdeführers  wohnte  zwar  vor  ihrer 
Ausreise acht Monate in Colombo und kochte für verschiedene Res-
taurants. Es ist jedoch nicht davon auszugehen, dass sie sich in dieser 
kurzen Zeit, in der sie überdies  mehrere Male umziehen musste und 
neben der Arbeit drei Kinder zu versorgen hatte, ein tragfähiges Bezie-
hungsnetz  aufbauen  konnte.  Zudem  haben  sie  und  die  Kinder  sich 
während bald fünf Jahren nicht mehr im Heimatland aufgehalten. Hin-
zu kommt,  dass die aus dem Krisengebiet stammende Familie  einer 
erhöhten Gefahr behördlicher Behelligungen ausgesetzt  wäre,  zumal 
davon auszugehen ist, dass sie aus Sicht der Behörden keinen valab-
len Grund für einen Aufenthalt im Süden des Landes vorweisen kön-
nen. Tamilen, welche wie der Beschwerdeführer und seine Ehefrau ur-
sprünglich aus Jaffna stammen, sind diesen behördlichen Behelligun-
gen in besonderem Masse ausgesetzt. Es kann somit in keiner Weise 
von  besonders  begünstigenden  Umständen  für  eine  Rückkehr  nach 
Colombo ausgegangen werden.

10.6 Nach dem Gesagten kommt das Bundesverwaltungsgericht zum 
Schluss, dass der Vollzug der Wegweisung als unzumutbar im Sinne 
von Art. 83 Abs. 4 AuG zu qualifizieren ist. 

11.
Ein Verfahren gegen den Beschwerdeführer wegen häuslicher Gewalt 
wurde am 2. Oktober 2008 eingestellt. Da sich ansonsten aus den Ak-
ten  keine  Hinweise  auf  allfällige  Ausschlussgründe  im  Sinne  von 
Art. 83  Abs.  7  AuG  ergeben,  ist  die  vorläufige  Aufnahme  des  Be-
schwerdeführers anzuordnen.

Seite 18

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12.
Zusammenfassend ergibt sich, dass das Bundesamt zu Unrecht fest-
gestellt hat, der Vollzug der Wegweisung sei zumutbar. Die Beschwer-
de ist daher gutzuheissen, soweit darin die Anordnung der vorläufigen 
Aufnahme beantragt wird. Die Verfügung der Vorinstanz vom 28. Sep-
tember 2007 ist betreffend die Ziffern 4 und 5 des Dispositivs aufzu-
heben.  Das  BFM  ist  anzuweisen,  den  Beschwerdeführer  in  der 
Schweiz vorläufig aufzunehmen. Im Übrigen ist die Beschwerde abzu-
weisen.

13.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären dem Beschwerdeführer re-
duzierte Kosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Nachdem das mit 
der Beschwerde gestellte Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege im 
Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG mit Verfügung vom 2. November 2007 
gutgeheissen wurde und aufgrund der Akten keine Gründe ersichtlich 
sind,  um auf  diesen Entscheid  zurückzukommen,  sind  keine Verfah-
renskosten aufzuerlegen.

14.
Teilweise  obsiegende  Parteien  haben  Anspruch  auf  eine  reduzierte 
Parteientschädigung für die ihnen erwachsenen notwendigen und ver-
hältnismässig hohen Kosten (Art. 64 Abs. 1 VwVG). Die Rechtsvertre-
tung des Beschwerdeführers hat es bisher unterlassen, eine Kosten-
note  einzureichen.  Der  Aufwand  für  das  Beschwerdeverfahren  lässt 
sich  jedoch  hinreichend  zuverlässig  abschätzen.  Die  von  der  Vorin-
stanz  zu  entrichtende  reduzierte  Parteientschädigung  wird  auf 
Fr. 750.– (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) festgesetzt (Art. 14 des 
Reglements  vom 21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädi-
gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird  gutgeheissen,  soweit  darin  die Anordnung der 
vorläufigen Aufnahme beantragt wird. Im Übrigen wird die Beschwerde 
abgewiesen.

2.
Die  Ziffern  4  und  5  der  angefochtenen  Verfügung  vom 28. Septem-
ber 2007 werden aufgehoben und das BFM wird angewiesen, den Be-
schwerdeführer in der Schweiz vorläufig aufzunehmen.

3.
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.

4.
Das BFM hat  dem Beschwerdeführer  für  das  Verfahren  vor  der  Be-
schwerdeinstanz eine reduzierte Parteientschädigung in der Höhe von 
Fr. 750.– zu entrichten.

5.
Dieses Urteil geht an: 

- die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers (Einschreiben)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N (...)  (per 

Kurier; in Kopie)
- C._______ (in Kopie)

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Nina Spälti Giannakitsas Sara Steiner

Versand:

Seite 20