# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9f54105d-6d02-5fe5-bb5d-3e90049452d5
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-09-22
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 22.09.2008 D-5755/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5755-2006_2008-09-22.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-5755/2006
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 2 .  S e p t e m b e r  2 0 0 8

Richter Hans Schürch (Vorsitz), 
Richter Jean-Pierre Monnet, Richter Martin Zoller;
Gerichtsschreiberin Eva Zürcher.

Z._______, geboren _______, Türkei,
vertreten durch lic. iur. Nicolas Proschek, _______,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 
13. Januar 2006 / N _______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-5755/2006

Sachverhalt:

A.
Der Beschwerdeführer verliess den Heimatstaat nach eigenen Anga-
ben am 16. Dezember 2005 und gelangte über ihm unbekannte Län-
der am 21. Dezember 2005 in die Schweiz, wo er am gleichen Tag ein 
Asylgesuch stellte. Am 28. Dezember  2005 fand im Verfahrens-  und 
Empfangszentrum A._______ die Erstbefragung statt und am 9. Janu-
ar 2006 führte das BFM eine direkte Anhörung durch. Mit  Verfügung 
vom 13. Januar 2006 wurde der Beschwerdeführer für die Dauer des 
Asylverfahrens dem Kanton B._______ zugeteilt.

B.
Im Wesentlichen machte der Beschwerdeführer geltend, er sei Kurde 
aus  C._______  in  der  Provinz  D._______  und  habe  seit  seinem 
12. Lebensjahr bis im Herbst 2005 in E._______ gelebt. Während der 
Schulzeit habe er Zeitschriften und Plakate der Kurdischen Partei des 
Volkes (HADEP) verteilt und sei einmal festgenommen worden. Er sei 
noch  nie  im Ausland  gewesen. Vor Jahren,  eventuell  im  Jahr  2003, 
habe er versucht, mit einem Visum in die Schweiz zu gelangen, weil er 
sich dem Druck, der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei (PKK) bei-
treten zu müssen, habe entziehen wollen. Der Visumsantrag sei indes-
sen abgelehnt worden. Ein Mitglied der PKK, das mit  seinem Bruder 
verschwägert  sei,  habe  im  Jahr  2004  unter  dem  Namen  des  Be-
schwerdeführers  ein  fingiertes  Immobilien-Makler-Büro  eröffnet.  Der 
Beschwerdeführer habe über dieses Büro Spendengelder für die PKK 
entgegengenommen  und  einem  Goldschmied  weitergeleitet,  der  sie 
anschliessend der HADEP übergeben habe. Nach zwei bis drei Tagen 
respektive nach drei oder vier Monaten sei das Geschäft von den Be-
hörden  durchsucht  und  der  Beschwerdeführer  festgenommen,  wäh-
rend zwei Tagen festgehalten und dank dem Anwalt seines Vaters wie-
der  freigelassen  worden.  Später  habe  er  unter  dem  Namen  eines 
Rentners ein Geschäft für Kohle und Brennholz eröffnet. Eines Tages 
habe er zusammen mit einem Mann im Auftrag des mit seinem Bruder 
verschwägerten PKK-Mitglieds mit dem Traktor seines Onkels Lebens-
mittel für die PKK transportiert. Nachdem gegen Ende 2005 ein Mann 
unter dem Vorwurf der Hilfeleistung und Beherbergung festgenommen 
worden sei und ihn verraten habe, sei auch nach dem Beschwerdefüh-
rer gesucht worden. Er habe sich indessen in F._______ aufgehalten 
und sei am Tag nach der Festnahme des Kameraden von Angehörigen 
gewarnt worden. Für kurze Zeit habe die  Polizei seinen Vater festge-

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halten. 

Der Beschwerdeführer reichte im erstinstanzlichen Verfahren eine tür-
kische Identitätskarte und die Kopie seines Führerscheins zu den Ak-
ten. Seinen eigenen Reisepass habe er an seinem Wohnort gelassen, 
weil  er  mit  einem gefälschten Reisepass in  die  Schweiz  gekommen 
sei.

Das BFM verzichtete auf weitere Abklärungen.

C.
Das BFM stellte mit Verfügung vom 13. Januar 2006 – eröffnet am glei-
chen  Tag –  fest,  der  Beschwerdeführer  erfülle  die  Flüchtlingseigen-
schaft nicht, lehnte das Asylgesuch ab und ordnete die Wegweisung 
aus der Schweiz sowie den Vollzug an. Es begründete seinen ableh-
nenden Entscheid im Wesentlichen damit, dass die Vorbringen des Be-
schwerdeführers den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit  nicht  ge-
nügten. Insbesondere  würde die PKK für  die vom Beschwerdeführer 
vorgebrachte Tätigkeit eine absolut vertrauenswürdige Person benöti-
gen, was sich mit seinen Aussagen, er habe mit der PKK nichts zu tun 
haben  wollen,  nicht  vereinbaren  lasse  und  unplausibel  erscheine. 
Darüber hinaus habe er keine Frage zum eigentlichen System des fin-
gierten Unternehmens nachvollziehbar beantworten können und sich 
über den Zeitpunkt der Festnahme, die Dauer des Geschäftsbetriebes 
und  Schliessung  des  Geschäfts  in  widersprüchliche  Angaben  ver-
strickt, welche er nicht plausibel habe erklären können. Zudem könne 
nicht  nachvollzogen  werden,  dass  er  das  Geschäft  an  ein  PKK-Mit-
glied,  das  er  eigentlich  hätte  schützen  sollen,  verkauft  habe,  zumal 
das dubiose Geschäft  den Verdacht der Behörden erregt habe. Dem 
Beschwerdeführer könne darüber hinaus nicht geglaubt werden, dass 
er einzig wegen des Transports von Lebensmitteln zwischen verschie-
denen Dörfern zur Fahndung ausgeschrieben worden sei, weil  er die 
Lebensmittel nicht der PKK persönlich geliefert habe. Auch die unter-
schiedlichen Angaben über den Namen der festgenommenen Person 
vermöchten nicht zu überzeugen. Dass die Familie informiert darüber 
sei,  in  welchem  Zusammenhang  nach  ihm  gesucht  werde,  könne 
ebenso wenig nachvollzogen werden wie die Aussage, das mit seinem 
Bruder  verschwägerte  PKK-Mitglied  habe sich  durch  die  Festnahme 
des Milizionärs nicht gefährdet gefühlt und weiterhin in seiner Papete-
rie gearbeitet. Den Wegweisungsvollzug erachtete das BFM als zuläs-
sig, zumutbar und möglich. 

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D.
Mit Beschwerde vom 13. Februar 2006 an die Schweizerische Asylre-
kurskommission  (ARK)  beantragte  der  Beschwerdeführer  die  Aufhe-
bung der vorinstanzlichen Verfügung vom 13. Januar 2006, die Aner-
kennung als Flüchtling und evenualiter die Gewährung der vorläufigen 
Aufnahme infolge  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs. In  ver-
fahrensrechtlicher  Hinsicht  wurde  um  vollständige  unentgeltliche 
Rechtspflege und Erlass des Kostenvorschusses ersucht. Im Wesentli-
chen legte der Beschwerdeführer dar, dass das fingierte Immobilien-
Makler-Büro unter seinem Namen im Jahr 2001 und nicht – wie in der 
angefochtenen Verfügung dargestellt  – im Jahr 2004 eröffnet worden 
sei. Ferner habe er entgegen den Ausführungen in der angefochtenen 
Verfügung in beiden Befragungen ausgesagt, dass er zwei bis drei Mo-
nate  später  festgenommen  worden  sei.  Die  von  der  Vorinstanz  ge-
machte Aussage,  für  ein Unternehmen, wie es von ihm beschrieben 
worden  sei,  würde  die  PKK  eine  absolut  vertrauenswürdige  Person 
aussuchen,  sei  zu bestätigen,  zumal  er  nur der  Strohmann des Ge-
schäfts gewesen sei,  während die wirklich vertrauenswürdige Person 
das mit seinem Bruder verschwägerte PKK-Mitglied gewesen sei. Die-
se Person sei  als  Organisator  aufgetreten,  was jedoch nicht  zu  Un-
gunsten  des  Beschwerdeführers  ausgelegt  werden  könne.  Zudem 
müsse beachtet werden, dass der Beschwerdeführer schon zu Schul-
zeiten unter Beobachtung gestanden sei, da er im Versteckten Flyers 
und Zeitungen verteilt habe. Aus diesem Grund sei er von E._______ 
nach G._______ versetzt  worden,  was vor allem Schülern mit  kurdi-
sche Abstammung, welche an Propagandaaktionen beteiligt gewesen 
seien, passiere. Die Vorinstanz sei von einem unrichtigen Sachverhalt 
ausgegangen  und  habe  vermeintlich  widersprüchliche  Aussagen  zur 
Begründung ihres Entscheides gebraucht. Da auf dem zweiten Proto-
koll  weder  die  Unterschrift  des  Befragers  noch die  Zeit  festgehalten 
worden sei und es überdies zum Teil suggestive Fragen aufweise, sei 
es als ungültig zu bezeichnen. Der Beschwerdeführer müsse nochmals 
befragt werden. Damit sei die Verfolgung durch die PKK nachgewiesen 
respektive dargelegt. 

Der Beschwerde lagen Kopien der angefochtenen Verfügung und von 
drei türkischsprachigen Dokumenten bei.

E.
Mit Zwischenverfügung der ARK vom 17. Februar 2006 wurde dem Be-
schwerdeführer mitgeteilt, er könne den Entscheid in der Schweiz ab-

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warten. Ausserdem wurde er aufgefordert, innert Frist eine Fürsorge-
bestätigung einzureichen und die eingereichten Beweismittelkopien zu 
übersetzen,  deren  Originale  und  das  Zustellcouvert  nachzureichen. 
Das Gesuch um Einräumung einer Frist zur Einreichung weiterer Be-
weismittel wurde unter Hinweis auf Art. 32 Abs. 2 des Bundesgesetzes 
vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG, 
SR 172.021)  abgewiesen.  Der  Entscheid  über  das  Gesuch  um 
unentgeltliche Rechtspflege i.S.v. Art. 65 Abs. 1 VwVG wurde auf einen 
späteren Zeitpunkt verschoben und das Gesuch um Beiordnung eines 
unentgeltlichen  Rechtsbeistandes  nach  Art.  65  Abs.  2  VwVG 
abgewiesen.  Auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  wurde 
verzichtet. 

F.
Mit  Eingabe  vom 22. März  2006  reichte  der  Beschwerdeführer  eine 
Fürsorgebestätigung, ein Zustellcouvert, ein Original eines eingereich-
ten Beweismittels sowie weitere Kopien der bereits eingereichten Be-
weismittel ein. Für die Übersetzung der Dokumente wurde eine ange-
messene Fristerstreckung beantragt.

G.
Mit  Eingabe vom 29. März 2006 wurden drei  Übersetzungen zu den 
Akten gegeben und mit Eingabe vom 30. März 2006 erneut zugestellt. 

H.
Mit Zwischenverfügung vom 6. April 2006 wurden dem Zivilstandsamt 
A._______ auf  dessen Verlangen Kopien der  ersten vier  Seiten  des 
Protokolls  der  Erstbefragung  und eine  Kopie  der  Identitätskarte  des 
Beschwerdeführers zugestellt. 

I.
Mit Zwischenverfügung vom 21. Juni 2006 wurde der Beschwerdefüh-
rer aufgefordert, innert Frist die eingereichten türkischsprachigen Do-
kumente und deren separat nachgereichte Übersetzungen zusammen-
zuheften und der ARK zu retournieren.

J.
Mit  Eingabe  vom 29. Juni  2006 wurden  die  Beweismittel  und  deren 
Übersetzungen retourniert. Es handelt sich um einen Brief des Anwalts 
H._______  vom  22.  März  2006,  einen  „Steuerschild“  vom  15. Mai 
2002, eine undatierte Schulbestätigung, eine Bestätigung der Steuer-
verwaltung D._______ vom 30. Januar 2006, einen Überprüfungsbeleg 

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des Finanzamtes D._______ vom 13. Januar 2003 und einen Überprü-
fungsbeleg der Steuerverwaltung E._______ vom 13. Januar 2003. 

K.
Am 4. April 2006 überwies das BFM ein Schreiben des Zivilstandsam-
tes A._______, den Reisepass des Beschwerdeführers, Kopien einer 
Geburtsurkunde und eines Familienregisterauszuges.

L.
Das BFM hielt in der Vernehmlassung vom 7. Juli 2006 vollumfänglich 
an  seinen  Erwägungen  fest  und  beantragte  die  Abweisung  der  Be-
schwerde. In seiner Begründung legte es dar, dass die in den im Be-
schwerdeverfahren nachgereichten Dokumenten enthaltenen zeitlichen 
Angaben  über  die  Geschäftseröffnung  mit  den  Aussagen  des  Be-
schwerdeführers  im erstinstanzlichen Verfahren nicht  vereinbart  wer-
den könnten. Zudem könne den Dokumenten nicht  entnommen wer-
den, dass das Geschäft dem mit dem Bruder des Beschwerdeführers 
verschwägerten PKK-Mitglied übergeben worden sei. Die im nachge-
reichten  Anwaltsschreiben  erwähnten  Festnahmen des  Beschwerde-
führers aus den Jahren 1997 und 2002 könnten nicht in einen zeitli-
chen und kausalen Zusammenhang mit der Ausreise gebracht werden. 
Die eingereichte Schulbestätigung vermöge keinen asylrelevanten Tat-
bestand zu begründen. 

M. In seiner Replik vom 7. August 2006 bemängelte der Beschwerde-
führer, dass die Vorinstanz auf die in der Beschwerdeschrift dargelegte 
zeitliche Richtigstellung der Ereignisse nicht  näher eingegangen sei. 
Auch zum Vorwurf, sie habe vermeintlich widersprüchliche Aussagen 
des  Beschwerdeführers  zur  Grundlage  des  Entscheides  verwendet, 
weshalb  eine  erneute  Befragung  des  Beschwerdeführers  notwendig 
sei, habe sich die Vorinstanz nicht vernehmen lassen. Zudem habe der 
Beschwerdeführer die von ihm geltend gemachte Verfolgung durch die 
PKK in rechtsgenüglicher Weise glaubhaft dargestellt. Die letzte der im 
nachgereichten  Anwaltsschreiben  erwähnten  Festnahmen  aus  dem 
Jahr  2002  stehe  im  Zusammenhang  mit  dem fingierten  Immobilien-
Makler-Büro. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

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1.

1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt  das Bundesverwaltungsge-
richt  Beschwerden gegen Verfügungen nach  Art. 5  VwVG. Das BFM 
gehört  zu  den  Behörden  nach  Art. 33  VGG und  ist  daher  eine  Vor-
instanz des Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet  betref-
fende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bun-
desverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vor-
liegenden  Beschwerde und  entscheidet  in  diesem Bereich  endgültig 
(Art. 105  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni 1998  [AsylG,  SR 142.31]; 
Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 17. Juni 2005 
[BGG, SR 173.110]).

1.2 Das Bundesverwaltungsgericht hat am 1. Januar 2007 die Beurtei-
lung der bei der ARK hängigen Rechtsmittel übernommen. Das neue 
Verfahrensrecht ist anwendbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VGG).

1.3 Die  Beschwerde  ist  form-  und  fristgerecht  eingereicht.  Der  Be-
schwerdeführer ist durch die angefochtene Verfügung berührt und hat 
ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung.  Der  Beschwerdeführer  ist  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert  (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 50 
und 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.  

3.1 Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person aner-
kannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt 
wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu ei-
ner  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen  An-
schauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder 
Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen  psychischen 
Druck bewirken (Art. 3 AsylG).

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3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachwei-
sen oder zumindest  glaubhaft  machen. Diese ist  glaubhaft  gemacht, 
wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit  für  gegeben hält. Unglaubhaft  sind insbesondere Vorbringen, 
die in  wesentlichen Punkten zu wenig begründet  oder in sich wider-
sprüchlich  sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder  massgeblich 
auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 
AsylG).

3.3 Vorbringen sind grundsätzlich dann glaubhaft, wenn sie genügend 
substanziiert, in sich schlüssig und plausibel sind; sie dürfen sich nicht 
in vagen Schilderungen erschöpfen, in wesentlichen Punkten nicht wi-
dersprüchlich sein oder der inneren Logik entbehren und auch nicht 
den Tatsachen oder der allgemeinen Erfahrung widersprechen. Darü-
ber hinaus muss die asylsuchende Person persönlich glaubwürdig er-
scheinen, was insbesondere dann nicht der Fall ist, wenn sie ihre Vor-
bringen  auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abstützt,  aber 
auch  dann,  wenn  sie  wichtige  Tatsachen  unterdrückt  oder  bewusst 
falsch darstellt, im Laufe des Verfahrens Vorbringen auswechselt oder 
unbegründet  nachschiebt,  mangelndes  Interesse  am Verfahren  zeigt 
oder  die  nötige  Mitwirkung  verweigert.  Glaubhaftmachung  bedeutet 
ferner – im Gegensatz zum strikten Beweis – ein reduziertes Beweis-
mass und lässt durchaus Raum für gewisse Einwände und Zweifel an 
den Vorbringen. Eine Behauptung gilt  bereits  als glaubhaft  gemacht, 
wenn der Richter von ihrer Wahrheit nicht völlig überzeugt ist, sie aber 
überwiegend für wahr hält, obwohl nicht alle Zweifel beseitigt sind. Für 
die Glaubhaftmachung reicht  es demgegenüber nicht  aus,  wenn der 
Inhalt der Vorbringen zwar möglich ist, aber in Würdigung der gesam-
ten Aspekte wesentliche und überwiegende Umstände gegen die vor-
gebrachte Sachverhaltsdarstellung sprechen. Entscheidend ist im Sin-
ne einer Gesamtwürdigung, ob die Gründe, die für die Richtigkeit der 
Sachverhaltsdarstellung sprechen, überwiegen oder nicht; dabei ist auf 
eine objektivierte Sichtweise abzustellen (vgl. die diesbezüglich auch 
heute  zutreffende  Rechtsprechung  der  ARK in  Entscheidungen  und 
Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK] 
2005 Nr. 21 E. 6.1 mit weiteren Hinweisen). 

4.

4.1 Die Vorinstanz erachtete die Vorbringen des Beschwerdeführers, 
wonach er im Jahr 2004 ein fingiertes Immobilien-Makler-Büro eröffnet 

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und geleitet habe, um Spendengelder für die PKK entgegen zu neh-
men und weiterzuleiten, als unglaubhaft. Auch die in der Folge geltend 
gemachte Razzia durch die Behörden und die vorgebrachte zweitägige 
Festnahme des Beschwerdeführers seien somit nicht glaubhaft. Sie ar-
gumentierte dahingehend, dass die PKK für ein solches Unternehmen 
eine  absolut  vertrauenswürdige  Person  ausgesucht  hätte,  der  Be-
schwerdeführer indessen deutlich gemacht habe, dass er mit der PKK 
nichts zu tun haben wolle, weshalb seine Rekrutierung nicht nachvoll-
zogen werden könne. Zudem sei es ihm nicht gelungen, zu diesem fin-
gierten  Unternehmen  plausible  Angaben  zu  machen  und  über  den 
Zeitpunkt und die Schliessung des Geschäfts habe er sich in Wider-
sprüche verstrickt, die er nicht habe plausibel erklären können. 

4.2 Demgegenüber  legte  der  Beschwerdeführer  in  der  Beschwerde-
schrift  dar, das fingierte Immobilien-Makler-Büro habe er – entgegen 
den  Angaben  in  der  angefochtenen  Verfügung  –  im  Jahr  2001  und 
nicht im Jahr 2004 eröffnet. Ferner bestritt er, widersprüchliche Anga-
ben zu Protokoll gegeben zu haben. Vielmehr habe er in beiden Befra-
gungen dasselbe ausgesagt. Es treffe zwar zu, dass die PKK für ein 
solches Unternehmen eine absolut vertrauenswürdige Person benöti-
ge; indessen sei diese nicht im Beschwerdeführer, der nur als Stroh-
mann fungiert  habe, sondern vielmehr im PKK-Mitglied, mit welchem 
er zu tun gehabt  habe, zu sehen. Zudem bestätige die von der Ge-
meinde eingeholte Bestätigung vom 30. Januar 2006, dass das Immo-
bilien-Makler-Geschäft  am  15. September  2001  eröffnet  und  am 
31. Dezember  2002  übergeben  worden  sei.  Auch  der  ebenfalls 
beigelegte Steuerbeleg vermöge die Geschäftstätigkeit  im Jahr 2001 
zu belegen.

4.3 Die Argumentation in der Beschwerde vermag nicht zu überzeu-
gen, wie die nachfolgenden Erwägungen zeigen. 

4.3.1 Mit  der  Vorinstanz ist  übereinzustimmen,  dass die PKK darauf 
angewiesen ist, ihre illegalen Tätigkeiten von Personen ausführen zu 
lassen, zu welchen sie das Vertrauen haben kann und von welchen sie 
mit gutem Grund annehmen kann, sie seien der Organisation gegen-
über loyal verpflichtet. Der Beschwerdeführer indessen will – gestützt 
auf seine Aussagen – mit der PKK nichts zu tun gehabt haben und ihr 
ausgewichen sein. Seine fehlende Loyalität der PKK gegenüber kommt 
auch in seiner Angabe, er habe, um dem ihm gegenüber ausgeübten 
Druck seitens der PKK zu entgehen, im Hinblick auf einen Auslandauf-

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enthalt einen Visumsantrag gestellt. Nur weil dieser abgelehnt worden 
sei,  sei  er  im  Land  geblieben.  Mitgemacht  habe  er  nur,  weil  er  als 
Kurde  eben  dazu  verpflichtet  gewesen  sei.  Diese  vom 
Beschwerdeführer  vorgetragene  Einstellung  zeugt  nicht  von  einer 
grossen  Loyalität  der  illegalen  Organisation  gegenüber.  Sie  ist 
vielmehr  Ausdruck  einer  wenig  Vertrauen  erweckenden  Haltung  der 
PKK  gegenüber.  Unter  diesen  Umständen  kann  in  der  Tat  nicht 
nachvollzogen  werden,  warum  er  als  fingierter  Immobilienmakler  im 
Auftrag  der  PKK  hätte  Spendengelder  entgegen  nehmen  und 
weiterleiten  sollen. Der  Einwand  in  der  Beschwerdeschrift,  nicht  der 
Beschwerdeführer  sei  die  aus  der  Sicht  der  PKK vertrauenswürdige 
Person  gewesen,  sondern  das  mit  ihm  zusammenarbeitende  PKK-
Mitglied,  vermag  nicht  zu  überzeugen.  Auch  wenn  der 
Beschwerdeführer  nur  als  „Handlanger“  oder  „Strohmann“  für  die 
Abwicklung von Geldgeschäften im Auftrag der PKK eingesetzt worden 
wäre,  müsste  sich  die  PKK  auf  seine  absolute  Treue  und  Loyalität 
verlassen  können,  zumal  andernfalls  das  Risiko  eines  Verrats  oder 
einer Veruntreuung der anvertrauten Gelder viel zu gross wäre. Somit 
spricht  bereits  die  Haltung  des  Beschwerdeführers  der  PKK 
gegenüber  gegen  den  von  ihm  geltend  gemachten  Einsatz  als 
Übermittler von Spendengeldern. 

4.3.2 Als unglaubhaft sind die Aussagen des Beschwerdeführers auch 
zu werten, weil er nicht in der Lage war, substanzielle Angaben über 
die Geschäftsgründung und -führung sowie über die Auflösung respek-
tive den Übertrag des Geschäfts zu Protokoll zu geben. Seine Aussa-
gen, er habe nur eine Vollmacht geben müssen, den Rest habe das 
PKK-Mitglied erledigt, er habe sich einfach im Geschäft aufhalten und 
keine Buchführung erledigen müssen, sind pauschal und ohne jegliche 
Details  ausgefallen.  Zudem  entbehren  sie  der  Realität,  da  die  Ge-
schäftstätigkeit  in  irgend  einer  Form  festgehalten  werden  muss,  um 
sich später den Behörden gegenüber ausweisen zu können. Der Be-
schwerdeführer  als  angeblicher  Inhaber  des  Geschäfts  wäre  dazu 
nicht in der Lage gewesen, was nicht realistisch ist. Der Beschwerde-
führer  vermochte  auch  nicht  darzustellen,  warum  für  die  illegalen 
Geldüberweisungen der PKK ein Immobilien-Makler-Geschäft eröffnet 
wurde und wie er sich hätte verhalten sollen, um nicht den Verdacht 
der Behörden zu erregen. Seine Ausführungen über die Art und Weise, 
wie er diese Geschäftstätigkeit ausgeführt haben will, sind durchwegs 
pauschal  und  realitätsfremd  ausgefallen. Die  Angaben  darüber,  was 
mit dem Geschäft nach der Festnahme geschehen sein soll, sind nicht 

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übereinstimmend ausgefallen. Während er in einer ersten Variante dar-
legte, er habe das Geschäft ab Anfang 2004 während etwa drei Mona-
ten geführt (Akte A1/9 S. 2), legte er in einer zweiten Version dar, nach 
seiner Festnahme sei das Geschäft noch etwa ein Jahr lang weiterge-
führt  worden (Akte A6/17 S. 7). Gemäss einer dritten Variante will  er 
das Geschäft nach der Festnahme verkauft haben (Akte A6/17 S. 7). 
Wie die Vorinstanz zutreffend feststellte, vermochte er die unterschied-
lichen Angaben nicht überzeugend zu erklären (Akte A6/17 S. 8).

4.3.3 Entgegen den Ausführungen in der Beschwerdeschrift  sind zu-
dem die Aussagen des Beschwerdeführers hinsichtlich der von ihm in 
diesem Zusammenhang geltend gemachten Festnahmen widersprüch-
lich  ausgefallen. So  sagte  er  anlässlich  der  Erstbefragung  zunächst 
aus, er sei das zweite Mal zwei bis drei Monate nach der Geschäftser-
öffnung festgenommen worden,  während er  unmittelbar  danach vor-
brachte, die zweite Festnahme habe zwei oder drei Tage nach der Ge-
schäftseröffnung stattgefunden (vgl. Akte 1/9 S. 5 f.). Entgegen diesen 
beiden Versionen will er gemäss der direkten Anhörung  - in einer wei-
teren Variante – drei  oder  vier  Monate  nach der  Eröffnung des Ge-
schäfts festgenommen worden sein (vgl. Akte A6/17 S. 7). 

4.3.4 Die miteinander  nicht  übereinstimmenden und realitätsfremden 
Angaben sind auch mit den erst im Beschwerdeverfahren zu den Ak-
ten gegebenen Beweismitteln nicht erklärbar. Vielmehr geben der Be-
leg der Steuerverwaltung vom 30. Januar 2006 und der Überprüfungs-
beleg der Steuerverwaltung E._______ vom 13. Januar 2003 zu weite-
ren Zweifeln Anlass. Gemäss dem erstgenannten Beweismittel soll das 
Immobiliengeschäft  des  Beschwerdeführers  zwischen  dem  15. Sep-
tember 2001 und dem 21. Dezember 2002 betrieben worden sein, was 
mit  seinen bisherigen Angaben nicht  zu  vereinbaren ist. Dem Beleg 
kann auch nicht – wie der Beschwerdeführer vorbrachte – entnommen 
werden, dass er das Geschäft nach drei oder vier Monaten einer an-
dern  Person,  nämlich  dem  mit  ihm zusammenarbeitenden  PKK-Mit-
glied, übertragen hat. Gemäss dem Überprüfungsbeleg der Steuerver-
waltung E._______ vom 13. Januar 2003 ist nicht der Beschwerdefüh-
rer, sondern eine andere Person steuerpflichtig, was mit der Angabe 
des Beschwerdeführers, er sei Inhaber des Geschäfts gewesen, nicht 
in Einklang zu bringen ist. In der Beschwerdeschrift wurde zudem vor-
gebracht,  dass  das  Immobilien-Makler-Geschäft  nicht  –  wie  von der 
Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung aufgeführt – im Jahr 2004, 
sondern im Jahr 2001 eröffnet worden sei. Indessen hat sich aufgrund 

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der  Aktenlage  gezeigt,  dass  nicht  die  Vorinstanz,  sondern  der  Be-
schwerdeführer  selber in  beiden Befragungen die Eröffnung des Im-
mobiliengeschäfts ins Jahr 2004 datierte (vgl. Akte A1/9 S. 2 und 6 so-
wie Akte A6/17 S. 7),  weshalb der in der Beschwerdeschrift  sinnge-
mäss erhobene Vorwurf,  die  Vorinstanz sei  von einem falschen Jahr 
ausgegangen,  nicht  der  Realität  entspricht.  Die  Angaben  des  Be-
schwerdeführers können somit mit den nachgereichten, von den Steu-
erbehörden ausgestellten Beweismitteln nicht in Übereinstimmung ge-
bracht werden, was deren Unglaubhaftigkeit bestätigt.

4.3.5 Insgesamt kann dem Beschwerdeführer aufgrund der mehrfach 
unglaubhaften Angaben grundsätzlich nicht geglaubt werden, dass er 
im Auftrag der PKK unter  dem Deckmantel  eines von ihm geführten 
Immobilien-Makler-Geschäft Spendengelder eingesammelt und weiter-
geleitet  hat. Damit  ist  indessen auch die  in  diesem Zusammenhang 
geltend gemachte kurzzeitige Festnahme nicht glaubhaft. 

4.4 Wie die Vorinstanz darüber hinaus zutreffend feststellte, sind auch 
die Aussagen des Beschwerdeführers über den von ihm geltend ge-
machten Transport  von Lebensmitteln im Auftrag der PKK mit  einem 
Traktor  und die in  diesem Zusammenhang vorgebrachte  behördliche 
Suche nach ihm nicht glaubhaft. 

So legte der Beschwerdeführer unterschiedlich dar, was die türkischen 
Behörden zu einer Suche nach seiner Person veranlasst haben soll. 
Während er in der Erstbefragung angab, es sei ein Kamerad namens 
I._______,  dem  man  Hilfeleistung  und  Beherbergung  vorgeworfen 
habe, festgenommen worden (Akte A1/9 S. 5), sagte er in der direkten 
Anhörung aus, ein Mann, dessen Namen er nicht kenne, sei verhaftet 
und nach Malatya überführt  worden, was seine Familie erfahren und 
ihm daraufhin telefonisch mitgeteilt habe (Akte A6/17 S. 10). Im Rah-
men der Konfrontation mit diesen unterschiedlichen Aussagen meinte 
er, den Namen I._______ anlässlich der Erstbefragung nur angegeben 
zu haben, um nicht das mit ihm zusammenarbeitende PKK-Mitglied zu 
gefährden (Akte A6/17 S. 10), was indessen nicht nachvollziehbar und 
somit nicht glaubhaft ist. Auch die in der Beschwerde vorgebrachte Er-
klärung, der Beschwerdeführer habe geglaubt, er könne anlässlich der 
Zweitanhörung  den  Namen geheim halten,  überzeugt  nicht.  Ausser-
dem war der Beschwerdeführer nicht in der Lage, plausibel zu schil-
dern, wie er vor der behördlichen Suche gewarnt werden konnte. Ins-
besondere kann nicht nachvollzogen werden, wie seine Mutter erfah-

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ren haben soll,  dass ein Mann, den der Beschwerdeführer nicht  na-
mentlich gekannt haben will, ihren Sohn in J._______ verraten haben 
soll. Die Angabe des Beschwerdeführers, seine Mutter habe Verdacht 
geschöpft  und  ihm deshalb  diese  Information  telefonisch  übermittelt 
(Akte A6/17 S. 11), vermag angesichts des fehlenden Bezugs zur Rea-
lität nicht zu überzeugen. Insgesamt kann dem Beschwerdeführer auf-
grund seiner Angaben nicht geglaubt werden, dass er von seiner Mut-
ter über eine bevorstehende Suche nach seiner Person gewarnt wor-
den sei. Gegen eine solche Suche spricht  im Übrigen die Tatsache, 
dass der Beschwerdeführer sein Heimatland am 25. März 2005 legal 
mit seinem Reisepass verlassen hat.  

4.5 Schliesslich kann dem Beschwerdeführer infolge der unglaubhaf-
ten  Angaben  auch  nicht  geglaubt  werden,  dass  er  eine  Verfolgung 
durch Angehörige der PKK erlitten hat, die ein asylrelevantes Ausmass 
erreicht haben soll. An dieser Einschätzung vermag die in Kopie einge-
reichte Faxeingabe des Anwalts des Beschwerdeführers in der Türkei 
nichts zu ändern. Das Beweismittel kann auch aus Gefälligkeit ausge-
stellt worden sein, weist als kopiertes Beweismittel ohnehin einen ge-
ringen Beweiswert auf und will überdies einen Sachverhalt bestätigen, 
der  vom Beschwerdeführer  nicht  übereinstimmend  vorgetragen  wor-
den ist. Somit ist es nicht zum Beweis geeignet.

4.6 Aufgrund der  vorstehenden Erwägungen kommt das  Bundesver-
waltungsgericht  zum Schluss,  dass die  Vorbringen des Beschwerde-
führers als unglaubhaft zu qualifizieren sind. An dieser Einschätzung 
vermögen  die  im  Beschwerdeverfahren  nachgereichten  Beweismittel 
(Schulzeugnis,  Gemeindebestätigung,  Steuerbeleg,  Bestätigung  des 
Geschäfts, Anwaltsschreiben) nichts zu ändern. Vielmehr bestätigt der 
im Rahmen des Ehevorbereitungsverfahrens in der Schweiz abgege-
bene türkische Reisepass, dass der Beschwerdeführer den Asylbehör-
den  gegenüber  hinsichtlich  seiner  Auslandaufenthalte  unglaubhafte 
Angaben zu Protokoll gab, zumal aufgrund der Einträge im Pass der 
Aufenthalt  des  Beschwerdeführers  in  K._______  am  25. März  2005 
feststeht, was mit seinen Angaben, er sei noch nie im Ausland gewe-
sen und habe sein Heimatland erstmals am 16. Dezember 2005 ver-
lassen, nicht zu vereinbaren ist. Diesbezüglich verschwieg er auch den 
Erhalt eines Schengenvisum und die legale Ausreise aus seinem Hei-
matland.

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4.7 Insgesamt ist somit der Sachverhalt – entgegen der Argumentati-
on  in  der  Beschwerdeschrift  –  rechtsgenüglich  festgestellt  worden, 
weshalb  der  Antrag  auf  eine  erneute  Befragung  des 
Beschwerdeführers  abzuweisen  ist.  Entgegen  der  Argumentation  in 
der  Beschwerdeschrift  ist  sodann  das  Befragungsprotokoll  vom 
9. Januar 2006 vom Befrager unterzeichnet worden (s. 16) und weist 
ein Datum auf (S. 1). 

4.8 Zusammenfassend  kann  festgehalten  werden,  dass  gestützt  auf 
die Akten und die nicht überzeugenden Angaben des Beschwerdefüh-
rers das Vorliegen einer begründeten Furcht vor zukünftiger Verfolgung 
zu verneinen ist. Somit ist die angefochtene Verfügung der Vorinstanz 
zu bestätigen. Der Beschwerdeführer konnte keine Gründe nach Art. 3 
AsylG  nachweisen  oder  glaubhaft  machen.  Die  Vorinstanz  hat  sein 
Asylgesuch zu Recht abgelehnt. 

5.  

5.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 
ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Ein-
heit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

5.2 Der  Beschwerdeführer  verfügt  weder  über  eine  ausländerrechtli-
che Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung ei-
ner solchen. Zwar ist der Aufenthalt seiner Ehefrau in der Schweiz mit 
einer Aufenthaltsbewilligung B geregelt. Indessen handelt es sich bei 
diesem Aufenthaltsrecht nicht um ein gefestigtes im Sinne der bundes-
gerichtlichen Praxis zu Art. 8 der Konvention vom 4. November 1950 
zum  Schutze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK, 
SR 0.101; zur Bundesgerichtspraxis vgl. BGE 130 II 281 E. 3.1 S. 285 
f.,  BGE 129 II  193 E. 5.3.1 S. 211, BGE 126 II  335 E. 2a S. 339 f., 
BGE 126  II  377  E.  2b  S.  382 mit  weiteren  Hinweisen).  Bei  dieser 
Sachlage  hat  der  Beschwerdeführer  grundsätzlich  keinen  Anspruch 
auf  Erteilung  einer  aus  Art.  8  EMRK  fliessenden 
Aufenthaltsbewilligung  (vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der 
Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK]  2001 Nr. 21 E. 11a 
S.  177).  Er  kann  im  Weiteren  auch  aus  dem  Grundsatz  der 
Berücksichtigung der Einheit der Familie gemäss Art. 44 Abs. 1 AsylG 
nichts  zu  seinen  Gunsten  ableiten,  da  seine  Ehefrau  lediglich  über 
eine  fremdenpolizeiliche  Aufenthaltsbewilligung  verfügt  und  es  den 
Eheleuten daher grundsätzlich offen steht, sich in ihrem gemeinsamen 

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Heimatland wieder zu vereinigen (vgl. EMARK 1995 Nr. 24 E. 11b S. 
231 f.). Über  ein allfällig  zu stellendes Gesuch um Familiennachzug 
hätten die zuständigen kantonalen Behörden zu befinden (vgl. Art. 44 
des  Bundesgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die 
Ausländerinnen  und  Ausländer  [AuG,  SR 142.20]).  Die  Wegweisung 
wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG; EMARK 
2001 Nr. 21). 

6.

6.1 Ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar 
oder  nicht  möglich,  so  regelt  das  Bundesamt  das  Anwesenheitsver-
hältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Auf-
nahme von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG).

6.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtun-
gen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Auslän-
ders in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat entgegenste-
hen (Art. 83 Abs. 3 AuG). 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus ei-
nem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Ge-
fahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 
5  Abs.  1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK, 
SR 0.142.30]).

Gemäss  Art.  25  Abs.  3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Über-
einkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grau-
same,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. No-
vember 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten 
(EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder 
erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.

6.3 Die Vorinstanz wies in  ihrer  angefochtenen Verfügung zutreffend 
darauf hin, dass der Grundsatz der Nichtrückschiebung nur Personen 
schützt,  die  die  Flüchtlingseigenschaft  erfüllen  (vgl.  MARIO GATTIKER, 
Das Asyl- und Wegweisungsverfahren, 3. Aufl., Bern 1999, S. 89). Da 
es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erheb-

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liche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann das 
in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Re-
foulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine 
Rückkehr  des  Beschwerdeführers  in  den  Heimatstaat  ist  demnach 
unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdefüh-
rers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall ei-
ner  Ausschaffung  in  den  Heimatstaat  dort  mit  beachtlicher  Wahr-
scheinlichkeit  einer  nach  Art.  3  EMRK  oder  Art.  1  FoK  verbotenen 
Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäi-
schen  Gerichtshofes  für  Menschenrechte  (EGMR)  sowie  jener  des 
UN-Anti-Folterausschusses  müsste  der  Beschwerdeführer  eine  kon-
krete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm 
im Fall  einer  Rückschiebung Folter  oder  unmenschliche Behandlung 
drohen würde (vgl. EMARK 2001 Nr. 16 S. 122, mit weiteren Hinwei-
sen;  EGMR,  Bensaid  gegen  Grossbritannien,  Urteil  vom 6.  Februar 
2001, Recueil des arrêts et décisions 2001-I, S. 327 ff.). Dies ist ihm 
indessen  aufgrund  der  fehlenden  Glaubhaftigkeit  seiner  Vorbringen 
nicht gelungen. Auch die allgemeine Menschenrechtssituation im Hei-
matstaat  lässt  den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt  kla-
rerweise  nicht  als  unzulässig  erscheinen. Eine  von  der  Ehefrau  ge-
trennte Wegweisung des Beschwerdeführers ist zudem – gestützt auf 
die vorangehenden Erwägungen unter Ziff. 5.2 sowohl unter dem As-
pekt von Art. 8 EMRK als auch unter demjenigen von Art. 44 Abs. 1 
AsylG zulässig. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung 
sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmun-
gen zulässig.

6.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 
und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunfts-
staat  auf  Grund von Situationen wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner 
Gewalt  und medizinischer Notlage konkret  gefährdet  sind. Wird eine 
konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter  Vorbehalt  von  Art.  83 
Abs. 7  AuG –  die  vorläufige  Aufnahme  zu  gewähren  (vgl.  Botschaft 
zum  Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom  8. 
März 2002, BBl 2002 3818).

6.4.1 Der  Beschwerdeführer  stammt  aus  C._______  in  der  Provinz 
E._______ und hat seit  seinem 12. Lebensjahr in E._______ gelebt, 

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wohin gemäss geltender Praxis eine Rückkehr als zumutbar erachtet 
wird, da sich die Sicherheitslage im Südosten oder im Süden der Tür-
kei in den letzten Jahren stark entspannt hat (vgl. EMARK 2004 Nr. 8).

6.4.2 In  seinem  Heimatland  leben  gemäss  den  Aussagen  des  Be-
schwerdeführers seine Eltern und ein Bruder, weshalb er sich bei sei-
ner Rückkehr auf ein familiäres Beziehungsnetz stützen kann. Der kur-
disch und türkisch sprechende Beschwerdeführer  verfügt  über  einen 
für türkische Verhältnisse guten Schulabschluss und einige berufliche 
Erfahrungen als Elektriker. Aus den Akten sind zudem keine gesund-
heitlichen Probleme ersichtlich. Damit dürfte die Wiedereingliederung 
in seinem Heimatstaat – auch mit der Möglichkeit einer anfänglichen 
Unterstützung durch Familienangehörige  –  möglich  sein. Eine Rück-
kehr in die Türkei ist unter diesen Umständen zumutbar. 

6.4.3 Nach dem Gesagten erweist  sich der Vollzug der Wegweisung 
auch als zumutbar.

6.5 Schliesslich  obliegt  es  dem  Beschwerdeführer,  sich  bei  der  zu-
ständigen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwen-
digen Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG), weshalb 
der  Vollzug  der  Wegweisung  auch  als  möglich  zu  bezeichnen  ist 
(Art. 83 Abs. 2 AuG).

7.
Insgesamt ist die durch die Vorinstanz verfügte Wegweisung zu bestä-
tigen. Die Vorinstanz hat deren Vollzug zu Recht als zulässig, zumut-
bar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt  eine Anordnung 
der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AuG).

8.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Be-
schwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen. 

9.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Beschwer-
deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG). Indessen hat sich 
die  vorliegende  Beschwerde  nicht  als  zum vorneherein  aussichtslos 
erwiesen,  weshalb  in  Gutheissung  des  Gesuchs  um  unentgeltliche 
Rechtspflege nach Art. 65 Abs. 1 VwVG keine Verfahrenskosten zu er-

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heben sind.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  nach 
Art. 65 Abs. 1 VwVG wird gutgeheissen.

3.
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers (Einschreiben)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt und Rückkehrförderung, mit den Ak-

ten Ref.-Nr. N _______ und dem türkischen Reisepass No. _______ 
(per Kurier; in Kopie)

- _______ (in Kopie)

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Hans Schürch Eva Zürcher

Versand: 

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