# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b5e42ab4-1701-5179-bef2-8817907b4086
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-03-27
**Language:** de
**Title:** Diagnose soziale Phobie ist nicht nachvollziehbar und wurde zudem nicht fachärztlich gestellt (Psychotherapeut). Kein Gesundheitsschaden ausgewiesen.  (BGE 8C_398/2018)
**Docket/Reference:** IV.2017.01281
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2017.01281.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2017.01281
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Arnold Gramigna
Sozialversicherungsrichter Vogel
Gerichtsschreiberin Muraro
Urteil
vom
27. März 2018
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch Departement Soziales der Stadt Winterthur
Y.___
, Soziale Dienste, Sozialversicherungsfachstelle
Pionierstrasse 5, 8403 Winterthur
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
Die 1994 geborene
X.___
, welche über keine
n Schulabschluss und keine
Berufsa
us
bildung verfügt, meldete sich
am 9. Februar 2017 (Ein
gangsdatum)
– unterstützt durch die Sozialversicherungsfachstelle der Sozialen Dienste der
Stadt
Winterthur
(Urk. 7/2) –
unter Hinweis auf
eine seit Januar 2008 bestehende soziale Phobie
bei der
Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
zum Leistungsbezug an (Urk. 7/3
).
Die IV-Stelle tätigte beruf
lich-erwerbliche und medizinische Abklä
rungen
. Nach durchgeführtem
Vorbe
scheidverfahren
(Vorbescheid vom 28. Juli 2017 [Urk. 7/28]; Einwand vom 16. August 2017 [Urk. 7/29]
mit Antrag und Begründung
vom 20. September 2017 [Urk. 7/32] beziehungsweise vom 28. September 2017 [Urk. 7/34]) ver
neinte sie mit Verfügung vom 3. Oktober 2017 einen Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung (Urk. 7/36). Nach einem Telefona
t
mit der Vertreterin der Versicherten der Sozialen Dienste
Winterthur
vom 5. Oktober 2017 (Urk. 7/37) hob die IV-Stelle die Verfügung vom 3. Oktober
2017 wiedererwä
gungsweise
auf
, da der Einwand vom 28. September 2017 darin
nicht berück
sichtigt worden sei
(Urk. 7/39). Mit Verfügung vom 26. Oktober 2017 wies sie das Leistungs
begehren
auch unter Berücksichtigung des Einwands vom 28. September 2017
ab (Urk. 2 [= Urk. 7/40]).
2.
Dagegen erhob die Sozialversicherungsfachstelle der Sozialen Dienste der Stadt
Winterthur
im Namen der Versicherten am
24. November 2017 Beschwerde und be
an
tragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und
es sei eine polydis
ziplinäre Begutachtung anzuordnen. Eventuell seien der Beschwerdeführerin berufli
che Massnahmen zuzusprechen oder es sei ihr eine ganze Rente zuzu
sprechen. In prozessualer Hinsicht
wurde die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung be
antragt
(Urk. 1).
Mit Beschwerdeantwort vom 15. Januar 2018 (Urk. 6) schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 17. Januar 2018 angezeigt wurde (Urk. 8).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
[
ATSG
]
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung
[
IVG
]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursach
te und nach zu
mutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1
ATSG
). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträch
tigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2
ATSG
).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1
IVG
in Ver
bindung mit Art. 8
ATSG
bewirken.
Rechtsprechungsgemäss
ist bei psy
chischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelisches Leiden mit Krank
heitswert besteht, welches die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hin
dert, ein
rentenausschliessendes
Erwerbseinkommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2
ATSG
;
BGE
139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130 V 352
E. 2.2.1).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1
IVG
sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6
ATSG
setzt grundsätzlich eine lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (
BGE
130 V 396; 141 V 281 E. 2.1). Eine fach
ärztlich festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleich
bedeutend mit dem Vor
liegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diag
nose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objekti
vierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (vgl.
BGE
143 V 409 E. 4.2.1,
127 V 294 E. 4c; 139 V 547 E. 5.2).
Gemäss der für somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psychosoma
tische Leiden entwickelten Rechtsprechung des Bundesgerichts ist die tatsächli
che Arbeits- und Leistungsfähigkeit der versicherten Person grundsätzlich in einem strukturierten, ergebnisoffenen Beweisverfahren anhand von auf den funktionellen Schweregrad bezogenen Standardindikatoren zu ermitteln (
BGE
141 V 281). Mit
BGE
143 V 418
hat das Bundesgericht erkannt, dass grundsätz
lich sämtliche psychischen Leiden einem strukturierten Beweisverfahren nach
BGE
141 V 281 zu
unterziehen seien, wobei es je nach Krankheitsbild allenfalls gewisser Anpassungen hinsichtlich der Wertung einzelner Indikatoren bedürfe. Diese Abklärungen enden laut Bundesgericht stets mit der Rechtsfrage, ob und in welchem Umfang die ärztli
chen Feststellungen anhand der nach
BGE
141 V 281 rechtserheblichen Indikatoren auf Arbeitsunfähigkeit schliessen lassen (E. 7).
Im Rahmen des strukturierten Beweisverfahrens sind als Standardindikatoren die folgenden Aspekte massgebend (
BGE
141 V 281 E. 4.1.3):
Funktioneller Schweregrad
-
Gesundheitsschädigung
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz
-
Komorbiditäten
-
Persönlichkeit: Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Ressourcen
-
sozialer Kontext
Konsistenz (Gesichtspunkte des Verhaltens)
-
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichba
ren Lebensbereichen
-
behandlungs- und eingliederungs
anamnestisch
ausgewiesener Leidens
druck
Diese
Standardindikatoren erlauben - unter Berücksichtigung leistungshindern
der
äusserer
Belastungsfaktoren einerseits und Kompensationspotenzialen (Res
sourcen) anderseits - das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschät
zen (
BGE
141 V 281 E. 3.4-3.6 und E. 4.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_2
60/2017 vom 1. Dezember 2017 E.
4.2.3).
Die Anerkennung eines renten
begründenden Invalidi
tätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Aus
wirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der Beweis
losigkeit (nach wie vor) die materiell beweisbe
lastete versicherte Person zu tragen (
BGE
141 V 281 E. 6;
BGE
141 V 547 E. 2).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
IVG
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare
Eingliederungsmassnahmen wieder
herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6
ATSG
) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8
ATSG
) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsren
te
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2
IVG
).
1.4
Invalide o
der von einer Invalidität (Art.
8
ATSG
) bedroht
e Versicherte haben gemäss Art.
8
IVG
Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit
(Abs. 1)
:
a.
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufga
benbereich zu betätigen, wieder
herzustellen, zu erhalten oder zu ver
bessern; und
b.
die Voraussetzungen
für den Anspruch auf die einzelne
n Massnahmen erfüllt sind
.
Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen besteht unabhängig von der Aus
übung einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Invalidität. Bei der Festlegung der Massnahmen ist die gesamte noch zu erwartende Dauer des Erwerbs
lebens zu be
rücksichtigen (Abs.
1
bis
). Nach Massgabe der Art.
13 und 21
IVG
besteht der An
spruch auf Leistungen unabhängig von der Möglichkeit einer Eingliede
rung ins Erwerbsleben oder in den Aufg
abenbereich (Abs.
2). Nach Massgabe von Art
.
16 Abs
.
2
lit
.
c
IVG
besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig davon, ob die Eingliederungsmassnahmen notwendig sind oder nicht, um die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, zu er
halten oder zu ver
bessern (Abs.
2
bis
).
Die Eingliederungsmassnahmen bestehen
gemäss Abs. 3 in
me
dizinischen Mass
nahmen (
lit
. a),
Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die
berufli
che Ein
gliederung (
lit
.
a
bis
),
Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erst
malige beruf
liche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsverm
ittlung, Kapitalhilfe;
lit
. b) und in
der Abgabe von Hilfsmitteln (
lit
.
d).
1.5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwer
defall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der
Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (
BGE
125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (
BGE
125 V 256 E. 4 mit Hin
weisen;
AHI
2002 S. 70 E.
4b/cc).
Für die verlässliche Beurteilung des psychischen Gesundheitszustandes und sei
ner Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit sind in der Regel psychiatrische Fachärzte beizuziehen (
BGE
130 V 352 E. 2.2.3; Urteil des Bundesgerichts 8C_989/2010 vom 16. Februar 2011 E. 4.4.2 mit weiteren Hinweisen; vgl. auch Urteil des Bundes
gerichts 8C_880/2015 vom 30. März 2016 E. 4.2.4). Wichtigste Grundlage gutachter
licher Schlussfolgerungen bildet – gegebenenfalls neben standardisierten Tests – die klinische Untersuchung mit Anamneseerhebung, Symptomerfassung und Verhal
tensbeobachtung (Urteil des Bundesgerichts 8C_47/2016 vom 15. März 2016 E. 3.2.2 mit Hinweis). Bezüglich der Wahl der Untersuchungsmethoden kommt der Expertin oder dem Experten ein weiter Ermessensspielraum zu, und es ist nicht zwingend notwendig, dass fremdanam
nestische Angaben eingeholt oder Zusatzuntersuchun
gen angeordnet werden (Urteile des Bundesgerichts 8C_660/2013 vom 15. Mai 2014 E. 4.2.3, 8C_602/2013 vom 9. April 2014 E. 3.2 und 9C_275/2014 vom 21. August 2014 E. 3). Rechtsprechungsgemäss gibt es keine verbindliche Mindestdauer für eine psychiatrische Exploration, sondern es wird lediglich verlangt, dass die Exper
tise in
haltlich vollständig und im Ergebnis schlüssig ist, wobei der für eine psy
chiatrische Untersuchung zu betreibende zeitliche Aufwand der Fragestellung und der zu beur
teilenden Psychopathologie angemessen sein muss (Urteile des Bundesgerichts 8C_660/2013 vom 15. Mai 2014 E. 4.2.3, 8C_602/2013 vom 9. April 2014 E. 3.2 und 8C_47/2016 vom 15. März 2016 E. 3.2.2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog im angefochtenen Entscheid
vom 26. Oktober 2017
, die Diagnose sei vage formuliert und nicht nachvollziehbar begründet. Aus Sicht des internen ärztlichen Dienstes seien die Therapieansätze nicht aus
geschöpft, es werde davon ausgegangen, dass der Leidensdruck dafür nicht erheblich sei (Urk. 2).
2.2
Demgegenüber brachte die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde vom 24. November 2017 im Wesentlichen vor (Urk. 1), es bestehe seit frühester Kindheit eine psychische Beeinträchtigung. Tatsache sei, dass der Beschwerde
führerin auf
grund ihrer Erkrankung eine reguläre schulische Ausbildung nicht möglich gewesen se
i. Sie sei vom regulären Unterr
icht dispensiert und zu Hause von der Mutter unter
richtet worden. Sie verfüge weder über einen Schulab
schluss noch über eine Berufs
ausbildung. Die sozialen Kontakte hätten sich aus
schliesslich auf die Familie (Mutter und Bruder) beschränkt. Bis 2014 habe sie weder öffentliche Verkehrsmittel noch das Fahrrad benutzen können. Seit 2016 habe sich der Gesundheitszustand minimal gebessert und die Beschwerdeführe
rin arbeite im Rahmen ihrer gesundheitlichen Möglichkeit als ungelernte Mitar
beiterin an einer Kinokasse, das Pensum betrage 20 %. Seit 2008 sei sie in regelmässiger psychotherapeutis
cher Behandlung bei Dr. phil.
Z.___
. Anfänglich sei sie nicht krankheitseinsichtig gewesen. Mittlerweile habe eine monatliche Psychotherapie installiert werden können. Die behandelnden Ärzte und die Beschwerdeführerin seien der Ansicht, dass nun eine IV-gestützte Ausbildung ins Auge gefasst werden könne. Die Beschwerdegegnerin sei ihrer Ab
klärungspflicht nicht nachgekommen.
3.
3.1
Der
Verfügung
der Kreisschulpflege
A.___
vom 28. Mai 2009 (Urk. 7/16/11-13) lässt sich folgender Sachverhalt entnehmen: Gemäss Schreiben der Lehrerin der Be
schwerdeführerin vom 26. September 2007 an die
A.___
seien bei der Beschwerde
führerin circa zwei Wochen nach Eintritt in die 1. Klasse der Sekundarstufe A die ersten Schwierigkeiten aufgetreten. Die Beschwerdeführerin habe sich wegen Übel
keit, drohender Ohnmacht und Erschöpfungszuständen ausserstande gefühlt, die Schule zu besuchen. Am darauffolgenden Gespräch mit der
A.___
-Präsidentin habe die Mutter mitgeteilt, dass die Beschwerdeführerin die Schule nicht mehr besuchen werde, und ein ärztliches Zeugnis eingereicht. Mit einer von der
A.___
vorgeschla
genen Abklä
rung beim
Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienst
KJPD
habe sich die Mut
ter einverstanden erklärt, die vereinbarte Anmeldung habe sie indessen nicht vorgenommen. Da die Mutter die Tochter bis Dezember 2007 auch nicht, wie verein
bart, beim
Schulpsychologischen Dienst
SPD angemeldet habe, habe die
A.___
die Anmeldung selbst vorgenommen. Aufgrund des Orientierungsberichts der Schul
psychologin vom 5. März 2008 habe die Präsidentin der
A.___
am 6. März 2008 Einzelunterricht angeordnet. Da die Beschwerdeführerin den Ein
zelunterricht von Anfang an nicht regelmässig besucht habe, sei die Vormund
schaftsbehörde Winterthur informiert worden. Bereits im April 2008 habe die Beschwerdeführerin den weiteren Besuch der Einzelunterrichtslektionen bei Frau
B.___
verweigert.
3.2
Dr.
med.
C.___
, Facharzt
FMH
für Psychiatrie und Psychotherapie, hielt in seinem Schreiben an das Jugendsekretariat Winterthur vom 2
9.
März 2009 fest, die Beschwerdeführerin leide unter einer chronischen Angstproble
matik (Agoraphobie, soziale Phobie) mit Panikattacken nach einem akuten Zusammenbruch im Sommer 200
7.
Der Gesundheitszustand sei jetzt deutlich verbessert verglichen mit dem Schweregrad nach dem Zusammenbruch im Jahr 2007 und der damaligen ausge
prägten Erschöpfung (
Urk.
7/16/19 f.).
3.3
Die
A.___
Töss
ordnete am 28. Mai 2009
für die Beschwerdeführerin
Einzelunter
richt
zu Hause
an
(Urk. 7/16/11-13; vgl. auch Urk. 7/16/14-19)
.
Mit der Begrün
dung, dass
die Beschwerdeführerin den weiteren Besuch der Einzelunter
richtslektionen bei Frau
B.___
b
ereits im April 200
8
verweigert habe,
wurde
d
ie Er
teilung des Einzelunterrichts
bei Frau
D.___
nur für eine kurze Dauer an
geordnet
und bis zu den Sommerferien beziehungsweise zur Abwesenheit von Frau
D.___
(ab 26. Juni) befristet
.
3.4
Frau
D.___
erstattete am 9. November 2009 einen Verlaufsbericht (Urk. 7/16/5-7) und hielt darin fest, die Beschwerdeführerin verfüge über eine überdurchschnittliche Auffassungsgabe. Sie müsse aber das Gefühl vermittelt bekommen, dass sie es sei, welche die Entscheidung bezüglich des „Lernens“ treffe, sonst könne passieren, dass sie sich total verweigere (so geschehen im Fach Englisch). Die Beschwerdeführerin mache in den Unterrichtsstunden meist einen fröhlichen und unbeschwerten Ein
druck. Wenn sie sich jedoch kritisiert fühle, habe sie grosse Mühe damit. Dann kön
ne es passieren, dass sie sich sofort in sich zurückziehe und es nicht mehr möglich sei, weiterzuarbeiten. Eine solche Situation sei aber bereits seit längerer Zeit nicht mehr vorgekommen, dies auch, weil sie (Frau
D.___
) versuche, diesem Umstand Rechnung zu tragen u
nd dementsprechend agiere. Sowohl für die Beschwerdeführe
rin als auch ihre Mut
ter sei es absolut undenkbar, dass die Beschwerdeführerin an die Volksschule zurückkehre. Sie (Frau
D.___
) habe auch Zweifel, ob eine Reintegra
tion machbar sei, und überle
ge sich, ob es andere Wege gebe
, dass die Beschwerde
führerin zu einem regulären Schulabschluss komme. Eine Möglichkeit wäre eine Fernmaturitätsschule, aber die Beschwerdeführerin habe kein Interesse, sich schu
lisch weiterzubilden. Alternativen könne sie jedoch auch nicht benennen, sodass bis zum jetzigen Zeitpunkt keine Perspektive für die Zeit nach der bewil
ligten Einzelbe
schulung angegeben werden könne.
3.5
Nachdem Frau
D.___
die Beschwerdeführerin noch bis zum 18. Dezember 2009 wei
terunterrichtet hatte, erstattete sie am 27. Februar 2010 den Abschlussbericht
(Urk. 7/16/8-9). Da eine Rückkehr an die Volksschule katego
risch abgelehnt werde, sei es nicht sinnvoll, eine Reintegration per Verfügung zu erzwingen. Es sei abseh
bar, dass dagegen rekurriert werde. Es sei von der Möglichkeit Gebrauch zu machen, die Beschwerdeführerin vorzeitig au
s der Schulpflicht zu entlassen (w
as bewilligt worden sei
)
. In den verbleibenden Wochen bis zu den Weihnachtsferien sei es bei der Beschwerdeführerin zu einem deutlichen Leistungsabfall gekommen, was aus ihrer Sicht (Frau
D.___
) einen unmittelbaren Zusammenhang damit gehabt habe, dass der mehr als zwei Jahre dauernde
„
Kampf
“
dem Ende zugegangen sei. Die Beschwerdeführe
rin habe starke physische und psychische Reaktionen gezeigt, die aber sowohl von ihr als auch von ihrer Mutter als
„
Heilungsprozess
“
gedeutet wor
den seien.
Da sie (Frau
D.___
) nach den Weihnachtsferien noch weitere fünf Wochen für den Einzelunterricht von
E.___
im Haus der Familie
F.___
gewesen sei, habe sie sich tatsächlich davon überzeugen können, dass die Beschwerdeführe
rin aus diesem Prozess gestärkt hervorgegangen sei.
Die Beschwerdeführerin sei überglücklich, die Schulpflicht hinter sich zu haben. Sie habe durch die Krise Ende Dezember 2009 sehr viel neue Energie gewonnen. Im Januar 2010 habe sie vor allem Kurzgeschich
ten verfasst, die sie auf einer Internetplattform veröf
fentlicht und mit anderen Schreibenden im Hinblick auf die Verbesserung ihres beachtlichen Talents diskutie
re. Daneben fahre sie im Selbststudium mit dem Mitte November begonnenen Englischunterricht fort und bilde sich in Mathe
matik im Selbststudium weiter. Die Beschwerdeführerin könne sich vorstellen, später eine Schauspiel-Ausbildung in Angriff zu nehmen. Sie habe diesbezüg
lich auch schon erste Kontakte geknüpft. Daneben wolle sie ihre schriftstelleri
sche Begabung weiter einsetzen und eventuell ein Buch schreiben.
3.6
Am 28. Dezember 2009 verfügte die
A.___
die vorzeitige Ausschulung der Beschwerdeführerin per 31. Dezember 2009 an. Es wurde darauf hingewiesen, dass die Beschwerdeführerin keinen Schulabschluss habe und dass die Mutter als Erzie
hungsberechtigte dafür verantwortlich sei, dass eine ausserschulische Beschäftigung gewährleistet sei (Urk. 7/16/10).
3.7
Dr.
phil.
Z.___
hielt in seinem Schreiben vom 23. Juni 2011 betreffend „Familienzu
lagen Familie
F.___
“ fest (Urk. 7/15), die Beschwerdeführerin leide an einer Angst
störung und einer sozialen Phobie, was ab 2008 eine normale Schullaufbahn ver
hindert habe. Die Mutter habe sich dementsprechend eingerichtet, sie betreue ihre Kinder – mit Einbezug von Lehrkräften und Fachkräften – sowohl schulisch als auch
psycho
logisch. Mit höchster Sorgfalt betreibe sie also Heimschulung und sozialpäda
gogische Betreuung.
3
.8
Dr.
phil.
Z.___
stellte in seinem Bericht vom 10. November 2016 zuhanden der Sozialversicherungsfachstelle
der Sozialen Dienste der Stadt
Winterthur (Urk. 7/1) die Diagnose einer sozialen Phobie gemäss ICD-10 F40.1, bestehend seit Januar 200
8.
Dr.
Z.___
hielt sodann fest, die Beschwerdeführerin leide nicht an einer depressiven Symptomatik. Die soziale Phobie habe die Beschwer
deführerin bis 2014 so stark eingeschränkt, dass sie sich sehr wenig aus dem Haus getraut habe, aus Angst, jemand würde sie sehen und Fragen stellen. Ab 2014 habe sie Fahrrad und Bus fahren können und auf einem Bauernhof und als Freiwillige für
ein Filmfestival
gearbeitet. Seit August 2016 arbeite sie zu 20 % in einem Kino. Die Beschwerde
führerin meide Situationen, in welchen Erwartungen an sie gestellt würden und Druck entstehen könnte. Jeglicher Druck von aussen bringe das Fass sofort zum Überlaufen. Der Gesundheitszu
stand sei sonst intakt und es bestehe keine Komorbidität. Die Beschwerdeführe
rin vermeide generell Kontakt mit anderen Men
schen. Sie komme einmal p
ro Monat in die Psychotherapie und sei noch nie stationär behandelt worden. Es bestünden persönliche Ressourcen, die Beschw
e
rde
führerin sei kreativ und inte
ressiert an Film, Illustration, Schreiben, Klettern, Kleider, Fahrrad, Hundehal
tung, Kochen und Musik. Sie habe viele Ideen für Projekte. Die Störung sei ich-
synton
, die Behandlungsmotivation sei entsprechend begrenzt. Die Beschwerde
führerin habe nicht den Eindruck, dass sie krank sei, und sie habe kein grosses Bedürfnis behandelt zu werden. Dennoch habe die Behandlungsintensität von
einer Sitzung im Jahr 2013 auf neun
Sitzungen im Jahr 2016 ausgebaut werden können. Die Beschwerdeführerin s
ei
nicht immer „krankheitseinsichtig“. Der Leidensdruck sei ihr nicht bewusst. Zu Hause sei das Leiden durch die Betreu
ung der Mutter und deren Interpretation der gesellschaftlichen Normen als
nicht zutreffend
abgefedert. Die Beschwerdeführerin wachse langsam aus der sozialen Phobie der Jugendzeit. Ihre psychosoziale
Entwicklung sei durch diese gesund
heitliche Ein
schränkung geprägt worden, was Spuren hinterlassen habe. Erst jetz
t mache sie Er
fahrungen, welche
das Bedürfnis nach Gruppenzugehörigkeit weckten. Diese Ent
wicklung solle unterstützt werden mit einer Arbeit, damit die Beschwerdeführerin zusätzliche Erfahrungen in verschiedenen Bereichen sam
meln könne. Für die nächsten 3-4 Jahre müsse sie diese Erfahrungen ohne Druck machen können, damit das Bedürfnis in ihr wachsen könne und entspre
chend gestärkt werde
. Die Beschwerdeführerin verfüg
e über ein gesundes unge
zwungenes Ich. Sie wisse, was
sie wolle. Auch wenn sie auf der einen Seite sehr scheu und zurückgezogen sei, könne sie dennoch sehr wohl für sich und ihre Überzeugungen einstehen. Auch wenn dies anfänglich nur in der ihr vertrauten Umgebung (Kernfamilie) der Fall gewesen sei, so lerne sie, dies nun vermehrt in jeder Situation zu tun. Dies sei zu
gleich das Mass, welches ihr wiederum ermög
liche, sich in eine Gruppe (zum Beispiel von Gleichaltrigen) einzulassen.
3.9
Dr.
phil.
Z.___
hielt in seinem Bericht vom 13. Juni 2017
(Urk. 7/25)
an der Diagnose einer sozialen Phobie (ICD-10: F40.1) fest. Er führte zum Befund aus, es bestünden keine Ich-Störung, keine depressive Symptomatik und keine Hin
weise auf Zwänge oder
Substanzabusus
. Sie habe Angst vor Kritik von anderen, sei ehrgeizig, habe hohe Ansprüche an sich, sei empfindlich gegenüber Druck und reagiere teil
weise mit somatischen Symptomen wie zum Beispiel Migräne. Sie könne die eigene Meinung der Mutter gegenüber behaupten, sei eher har
moniebedürftig und habe spürbare Verlustängste. Ihre Wortwahl sei intelligent, sie sei introspektiv, freundlich, lächelnd, an vielem interessiert und habe ein schwaches Durchhaltevermögen. Sie verfolge eine jugendlich wirkende Suche nach Identität und Sinnfindung.
3.10
Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) gelangte in der Sitzung vom 25. Juli 2017 zum Schluss, die gestellte Diagnose sei vage formuliert und nicht nachvollzieh
bar begründet. Die Beschwerdeführerin nehme nur homöopathische Mittel ein, die Therapiean
sätze seien nicht ausgeschöpft
(Urk. 7/27/3).
3.11
In seiner undatierten Stellungnahme zum Vorbescheid (Eingang: 22. September 2017) hielt
Dr.
phil.
Z.___
fest, die Diagnose sei nicht vage formuliert. Die Anamnese und der Befund würden die Diagnose ausführlich begründen. Die Therapie habe sehr vorsichtig vorgenommen werden müssen, weil die Beschwerdeführerin diese sonst als Druck erlebt hätte und
dadurch
eine schwere Depression hätte ausgelöst werden können (Urk. 7/31).
4.
4.1
Aktuell liegt keine fachärztlich gestellte psychiatrische Diagnose vor; der Bericht von Dr.
C.___
stammt au
s dem Jahr 2009 (E.
3.2) und ist daher nicht geeignet, über den aktuellen Gesundheitszustand Auskunft zu geben.
Die aktuelle Diagnose einer sozialen Phobie (ICD-10: F40.1) wurde vom seit Jahren (mehrheitlich sporadisch; vgl. E. 3.8) behandelnden Psychotherapeuten
Dr.
phil.
Z.___
gestellt
. Die Phobie soll sich dadurch äussern, dass die Beschwerde
führerin Angst vor Kritik von anderen
hat
(E. 3.9).
In Anbetracht dessen
,
dass die Beschwerdeführerin
seit
September
2016
an einer Kinokasse arbeitet
(Urk. 7/21/6)
– wenn auch nur zu 20 % – und dort dem
sozialen
Kontakt mit fremden Personen
und damit auch der Kritik von
fremden Per
sonen
ausgesetzt ist, erscheint die Diagnose einer sozialen Phobie
allerdings
nicht nachvollzieh
bar.
Aufgrund der
Ausführungen
von
Dr.
phil.
Z.___
im Bericht vom 10. November 2016 zuhanden der Sozialversicherungsfachstelle
der Sozialen Dienste der Stadt
Winterthur (E. 3.8
)
entsteht
vielmehr
der
Eindruck
,
die Beschwerdeführerin
versuche,
Versäumtes aus den vergangenen Jahren nach
zu
holen, wobei
aber
fraglich erscheint, ob
die von
ihr
auch
heute
noch
teilweise
gelebte
Isolation
Ausdruck einer
psychischen Symptomatik
und
nicht
viel eher
einer sozialen Prägung ist
(„
Zu Hause war das Leiden durch die Betreuung der Mutter und deren Interpretation der gesell
schaftlichen Normen als nicht zutref
fend abgefedert
", E. 3.8
).
Dass die Beschwerde
führerin Situationen meidet, in welchen Erwartungen an sie gestellt werden und Druck entstehen könnte
(E. 3.8
)
, ist daher in diesen sozial geprägten Kontext zu stel
len.
Bereits eine
Wiedereingliederung in die Schule (und damit eine Einbettung in ein grösseres soziales Umfeld)
war
kategorisch abgelehnt
worden
,
wobei auffällt, dass
nicht nur die Beschwerdeführerin zu Hause unterrichtet wurde, sond
ern auch ihr Bru
der
E.___
(E.
3.5). Kommt hinzu, dass die Beschwerdeführerin kein Interesse daran hatte, si
ch schulisch weiterzubilden (E.
3.4),
und dies
von der Mutter offen
sichtlich ohne Gegenmassnahmen toleriert wurde. Diese erarbeitete nie ernsthaft eine Zukunftsperspektive, obwohl die
A.___
Töss
sie in der Verfügung vom 2
8.
Dezember 2009 darauf hingewiesen hatte, sie sei als Erziehungsberech
tigte dafür verantwortlich, dass eine ausserschulische Besc
häftigung gewährleis
tet sei (E.
3.6). Stattdessen trug sich die Beschwerdeführerin mit dem Gedanken, eine Schauspiel-Ausbildung in Angriff zu nehmen oder schriftstellerisch tätig zu sein (E. 3.5).
An die Beschwerdeführerin
wurden
also seit Jahren
von aussen keine Erwartungen mehr an
sie
herangetragen oder Leistungen
mehr
verlangt
(auch Frau
D.___
trug dem Um
stand Rechnung, dass die Beschwerdeführerin Mühe mit Kritik hatte und passte ihr Verhalten dementsprechend an; vgl. E. 3.5)
, wodurch sich die Beschwerdeführerin diesbezüglich au
ch nicht
(wei
ter)
entwickeln konnte.
Es fand gewissermassen eine
Dekonditionierung
in sozia
ler Hinsicht statt.
4
.2
4.2
.1
Als Hausarzt, Homöopath und Vertrauensarzt gab die Beschwerdeführerin Dr.
G.___
, Homöopath
(
SVHA
)
, an (Urk. 7/3/7). Die von ihm geführte Krankenakte über die Beschwerdeführerin
(Urk. 7/20-24)
zeigt auf, dass
persönliche Kontakte
zwischen Arzt und Patientin praktisch nie
statt
fanden
.
Diese
Krankenakte
enthält
vorwiegend
Briefe
und
E-
Mails der Beschwerdeführerin oder
ihrer Mutter
sowie Pro
tokolle von Telefon
gesprächen mit Dr.
G.___
.
Die Kranken
akte
erinnert d
aher
eher
an
ein
Tage
buch
.
Angesichts der wenigen direkten Kontakte zwischen der Beschwer
defüh
rerin und Dr.
G.___
erstaunt es daher auch nicht, dass dieser – obwohl er die Beschwerdeführerin und ihre Mutter
über Jahre
hinweg
überwiegend aufgrund von schriftlichem und telefonischem Kontakt immer wieder mit hom
öopathi
schen Mitteln versorgt hatte
(vgl. Urk. 7/20-24) – der Beschwerdegegnerin am 28. Februar 2017 zur Auskunft erteilte, er fühle sich mit der Ausfüllung des ihm zugestellten Fragebogens der IV-Stelle überfordert, da er die Beschwerdeführe
rin schon lange nicht mehr persönlich gesehen habe. Er würde eine fachärztli
che Untersuchung für wichtig erachten (Urk. 7/9).
4.2
.2
Die
Krankenakte
bietet aber dennoch
einigen Aufschluss.
Es entsteht der Ein
druck, als
würde
sich
die Beschwerdeführerin – stark beeinflusst durch
die
Mut
ter –
auf die inneren Vorgänge des Körpers
und auch des Geistes
fokussieren und
in der Homöo
pathie eine heilbringende Erlösung suchen.
Ob die in der Ver
gangenheit
diffus
be
schriebenen Ängste
–
beispielsweise
Angst vor dem Sterben (
Brief vom
29. Dezember 2009, Urk. 7/24/29)
, Angst, dass die Welt
im Jahr 2012 untergehen könnte (
Brief vom 25. Oktober 2010, Urk
. 7/24/31),
Angs
t vor einer Bilddarment
zündung (
Brief vom 2. April 2012, Urk. 7/24/40)
–
tatsächlich Ausdruck einer psy
chischen Erkrankung waren, kann und muss hier nicht beur
teilt werden. Die Beschwerdeführerin bemerkte bereits im Jahr 2012, dass ihre
Ängste bei Ablenkung nicht mehr so stark waren („Die Übelkeit war sicherlich auch grösstenteils wegen meiner Angst da, und Angst war da anhand schlech
ter, angstvoller Gedanken. Je abgelenkter ich nämlich war, wie einen Film schauen, reden, schrei
ben, und [je mehr ich] mich auf etwas völlig a
nderes kon
zentrierte und nicht nachdachte, ging es mir plötzlich viel besser. Dadurch
habe ich dann auch je länger je mehr die Situation ‚durchschaut‘ und nach einigen Tagen begann sich immer mehr, alles zu beruhigen“
[
Urk. 7/24/40
]
).
Die
frühere
Angstproblematik hat sich gemäss eigenen Schilderungen der Beschwer
deführerin
bereits vor einiger Zeit wesentlich
abgeschwächt.
Im Brief vom 8. April 2012
berichtete
sie
, in den letzten Wochen sei es ihr sehr, sehr gut gegangen. Seit einiger Zeit gehe sie wieder alleine raus. Und alle Einschränkun
gen, unter denen sie die letzten Jahre (selbstgewählt) gelebt habe, begännen sich nun aufzulösen. Sie ha
be immer mehr und mehr Selbstvertrauen und fühle sich immer freier. Das sei wun
derbar. Trotzdem würden sich die Ängste, Zweifel und Sorgen nicht einfach von selbst verabschieden, sie seien immer ein wenig im Hintergrund vorhanden (Urk. 7/22/6). Die Beschwerdeführerin berichtet
e
auch später
in ihren Korresponden
zen
noch von Ängsten, so zum Beispiel von der Angst,
eine Krankheit zu bekommen
und
deshalb
das Leben nicht geniessen zu können (
Telefongespräch vom 10. März 2014,
Urk. 7/22/23)
. Im Brief vom 10. März 2014
beschrieb
sich die Beschwerde
führerin dann
aber eher als lebens
frohe Person
: Sie liebe es zu lachen, am liebsten, bis ihr die Tränen kämen. Ihre grösste Leidenschaft sei es, Geschichten zu erfinden und zu erzählen. Sie hör
e
die ganze Zeit Filmmusik und schaue unglaublich gerne Filme. Sie liebe es zu träumen, ob tagsüber in der Fantasie oder nachts. Sie wisse, was sie wolle oder nicht, könne Menschen und Dinge gut einschätzen. In einer neuen Umgebung beobachte sie genau und sei deshalb meistens sehr still und eher schüchtern. Aufgaben erledige sie zuverlässig. Sie sei sensibel, manchmal zu drama
tisch und eher einzelgängerisch. Es gehe ihr auf jeden Fall besser als früher. Sie gehe ja wieder raus und unternehme etwas. Gerade zum aktuellen Zeitpunkt, da es ihr wieder schlechter gehe, probiere sie, so gut es gehe, ihre Angst zu überwin
den
und trotzdem Dinge zu tun, die
ihr Freude bereiteten. Früher hätte sie sich verkrochen, wäre nicht mehr nach draussen gegangen und wäre vermutlich teilweise aus
lauter Angst in Panik geraten. S
ie kenne die Angst ja nun schon gut aus den letzten Jahren. Sie wisse eigentlich, wie sie bei ihr funktioniere, kenne das Muster und das Spiel, welches die Angst mit ihr treibe. Dies habe sie längstens begriffen. Insofern sei sie nie mehr in Panik geraten wie früher. Trotzdem glaube sie der Angst immer noch, höre ihr zu und näh
r
e sie mit ihren Gedanken (Urk. 7/22/25).
Im Mai 2014 flog die Beschwerdeführerin
dann aber
nach G
riechenland und ver
bra
chte dort ihre
Ferien. Im Brief vom 19. Mai 2014 schrieb sie Dr.
G.___
, sie sei noch nie zuvor geflogen, aber eigentlich sei sie gar nicht ängstlich, son
d
ern eher ge
spannt. Sie freue sich
. Was ihr eher Sorge
n
bereite, sei ihre Reise
übelkeit (Urk. 7/22/27).
Im Brief vom 25. November 2014 schrieb sie
dann
, see
lisch gehe es ihr eigentlich recht gut. Sie habe das Gefühl, im Vergleich zu frü
her recht stabil ge
worden zu sein. Das einzige, was sie für nennenswert halte, sei, dass sie seit einiger Zeit zu einer gewissen Nervosität neige. Diese sei eher positiv, verbunden mit Vor
freude. Sie denke auch generell zu viel nach und lebe nicht wirklich im jetzige
n Moment. Dies alles verhindere
, dass sie sich voll und ganz entspannen könne (Urk. 7/22/28).
In einem Brief im Februar 2016 be
richtete die Beschwerdeführerin
im Wesentli
chen
, sie habe in den letzten Monaten eine gute Phase gehabt. Damit meine sie, dass sie ihre Ängste gut auf der Seite habe lassen können. Es sei immer die eine
Grund-Urangst, die damals im Jahr 2011 bei der Diagnose
entmineralisierte
Zähne ausge
löst worden sei. Diese Angst rufe in ihr jegliche Art von Schre
ckensszenarien hervor. Es sei eine Selbstzerstörung und Sucht. Es lähme sie und sauge ihr alle Energie ab. Es schlage ihr auf den Appetit, sodass sie kaum essen könne, was bei ihr sehr aussergewöhnlich sei. Um einschlafen und schlafen zu können, benötige sie jeman
den der Familie, der bei ihr schlafe. Dann schlafe sie jedoch recht tief. Schlaf biete ihr eine Flucht. Sie bitte um ein Mittel, das sie stabilisiere. Ein Mittel, welches ihr ermögliche, aus ihrer Mitte in Gelassenheit zu schauen, und welches sie in der jetzigen Situation unterstütze (Urk. 7/21/5). In den zwei darauffolgenden E-Mails vom 27. Oktober und 2. November 2016 berichtete die Beschwerdeführerin
dann
aber nicht mehr von Ängsten, sondern von Schluckweh und Ohrenproblemen. Im
zweit
genannten E-Mail
schrieb sie zudem
, sie arbeite seit Ende September im Kino
(Urk. 7/21/6)
.
Mit E-Mail vom 8
. März 2017 wandte sich die Beschwerdeführerin erneut an Dr.
G.___
und führte aus (Urk. 7/21/6 f.):
„
Seit geraumer Zeit befinde ich mich in einer Identitätskrise. Ich habe mich in den vergangenen zehn Jahren mit all meinen niedrigen Gefühlen befassen müssen. Angst, Zweifel, Unsicherheiten, Befangenheit, Zurückhaltung, Sucht, Scham, Neid, V
erhaltensmuster, Boshaf
tigkeit &
Grobheiten, Selbstunterdrückung… Durch das Hinschauen und mich damit zu befassen, bin ich immer tiefer in diese Energien hineingeraten und habe, so stelle ich jetzt fest, die Achtung (bis zu einem gewissen Grade) vor mir selbst verloren. Seit einigen Wochen spüre ich ganz klar, ich habe die Nase voll, mich auf diese Qualitäten beschränkt zu sehen. Ich versuch
e schon seit länge
rem, mich auf zu
machen und das in mir zu fin
den, zu stärken, was mich auf
baut und was mich ebenso ausmacht: Grossmut und Grosszügigkeit, Fürsorge und Mütterlichkeit anderen und mir selbst gegenüber, Demut, die weichen, zar
ten und femininen Seiten an mir, den Mut und die Freude, mich zu zeigen. Ich habe mittlerweile eine gute Wahrnehmung und weiss genau, wie ich mir selber Gutes tun kann, was mir phasenweise auch immer wieder gelungen ist. Aber ich scheitere jedes Mal. Es ist, als würde ich es mir nicht erlauben, als
reisst
e
mich der Selbstzweifel immer wieder zurück ins Alte. Seit einigen Wochen fühle ich mich in mir selbst furchtbar. Hoffnungslos, dreckig und schmutzig. Unfä
hig. Müde und erschöpft von all den gestarteten Versuchen, endlich und für
alle Mal
eine Veränderung zu erzielen, und dennoch finde ich mich immer an diesem selben Punkt wieder. Dieses Mal kommt hinzu, dass mir die Motivation zu einem erneuten Aufbruch
abhanden gekommen
ist. Resignation macht sich breit. Das macht mir Angst, denn dann spüre ich in mir, wie meine Selbstzer
stö
rung (die ich zu gut ken
ne)
ü
berhand nehmen
kann. Ich fühle mich hilflos und ausgeliefert. So wie wenn ich niemals entrinnen werden kann. Es gibt kein Ent
kommen. Ich möchte den Aufbruch, ich möchte die Veränderung, das Aufbau
ende in mir nun endgültig entwickeln. Bitte schicken Sie mir ein Mittel, welches mich genau da abholt und unterstützt. Folgen
des kommt noch hinzu: Letztes Jahr im Juni habe ich gefastet und seither meine
Mens
nicht mehr bekommen. Ebenfalls habe ich seither meine Libido verloren. Ich hatte zu jeder Zeit ein normales Gewicht".
4.2.3
Es scheint, als befände sich die Beschwerdeführerin
in einer Sinnkrise
. Ein Hin
weis auf eine
soziale Phobie lässt sich der Krankenakte
aktuell
aber nicht
ent
nehmen
.
Es bestehen auch
keine klaren
Anhaltspunkte für eine sonstige psychi
sche Erkrankung, dürfte es der Beschwerdeführerin aufgrund des immer noch kaum
vorhandenen
sozialen Netzwerks doch vorwiegend an
normalem Umgang mit
Gleichaltrige
n
feh
len, was wiederum einen sozialen Faktor darstellt, welcher versicherungsrechtlich nicht relevant ist.
Dr. phil.
Z.___
erhob
übereinstim
mend damit
am
8. Juni 2017 (vgl. den B
ericht vom 13. Juni 2017
)
unter ande
rem den Befund „
jugendlich wirken
de Suche nach Identität und Sinnfindung
“
(Urk. 7/25/2). Er mass
diesem Befund
also
keinen Krankheitswert zu.
Dasselbe gilt in Bezug auf die
in der Krankenakte ge
nannten
diffusen Ängste der Beschwerdeführerin, welche er nicht einmal erwähnte. Er
erwähnte
einzig und alleine
eine
soziale
Phobie, deren Diagnosestellung
wie ge
sagt nicht nachvoll
zogen werden kann.
Wenn Dr. phil.
Z.___
schreibt, erst jetzt mache die Beschwerdeführerin Erfahrungen, die das Bedürfnis nach Gruppenzugehörigkeit weckten
,
und diese Entwicklung s
ollte unterstützt werden (E. 3.8
), dann ist ihm zuzustimmen. Doch dies kann nicht Aufga
be
der Invalidenversic
herung sein, wenn
gar
kein Gesundheitsschaden
(
mehr
)
aus
gewiesen ist.
4.3
Dass der RAD in seiner Stellungnahme vom 25. Juli 2017
zu
m
Schluss gelangte,
die Diagnose einer sozialen Phobie sei nicht nachvollziehbar,
ist
nach dem Gesagten
nicht zu beanstanden (E. 3.10).
Dr. phil.
Z.___
verneinte sodann
das Vorliegen einer depressiven Symptomatik und einer
psychische
n
Komorbi
dität.
Damit erübrigen sich weitere medizinische Abklärungen.
4.4
Selbst
wenn die Diagnose einer sozialen Phobie ausgewiesen wäre, ergäbe sich daraus noch keine rentenbegründende Invalidität.
Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswir
kungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrund
lage im Ein
zelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchs
frei mit (zumin
dest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der Beweislosigkeit (nach wie vor) die materiell beweisbelastete versicherte Person zu tragen (
E. 1.2
).
Vorliegend fehlt es an der notwendigen Konsistenz
im Verhalten der Beschwerdeführerin
. Eine gleichmäs
sige Einschränkung des Aktivi
tätsniveaus in allen vergleichbaren Lebensberei
chen liegt
nämlich
nicht vor. Trotz
der behaupteten,
seit Jahren bestehenden
sozialen Phobie
war beziehungsweise
ist die Beschwerdeführerin in der Lage,
sich sportlich im Schwimmbad zu ertüchtigen (Dezember 2012; Urk. 7/22/9), mit dem Hund der Familie jeden Tag 3-5 Mal spazie
ren zu gehen (Dezember 2013; Urk. 7/22/20), in die Ferien zu reisen (Mai 2014; Urk. 7/22/27)
und
an einer Kinokasse z
u arbeiten
(seit September 2016; Urk. 7/21/6)
. Diese sämtlichen Aktivitäten
führen beziehungsweise können z
u sozialen Kontakten
führen, was die Beschwerdeführerin aber nicht vermeidet
.
Es besteht
gemäss Dr.
phil
Z.___
sodann auch kein
Leidensdruck. Dass dies
durch eine fehlende
Krank
heitseinsicht
bedingt sein soll
(E. 3.8), vermag
indessen
nicht zu überzeugen, ent
steht aus der Krankenakte von Dr.
G.___
doch der Eindruck, die Beschwer
deführerin betrachte sich zeitweise in ausgeprägtem Mass als Opfer ihrer eige
nen Gemütsre
gungen
. Dennoch sieht sie selbst keinen weiteren Handlungsbe
darf, als sich homöo
pathisch behandeln zu lassen. Bei der IV-Stelle meldete sie sich auch bloss deshalb an, weil dies von ihr verlangt wurde, was aus ihrem E-Mail vom 3. März 2017 an Dr.
G.___
deutlich hervorgeht (Urk. 7/21/6 f.): „Seit meiner Volljährigkeit (18 Jahre) beziehe ich Geld vom Sozi
alamt. Wie
Sie viel
leicht wissen, habe
ich bis zum heuti
gen Zeitpunkt keine Ausbildung gemacht und es steht für mich auch in nächster Zeit nichts Konkretes auf dem Plan.
Da Sie meine Geschichte kennen, wissen Sie, dass es mir aus verschiedenen Grün
den nicht [möglich] war/ist. Seit dem vergange
nen September arbeite ich 20 % im Kino. Mehr ist im Moment nicht möglich. Nun hat es das Sozialamt für angebracht empfunden, dass ich mich bei der IV anmelden sollte. Diese (IV) ver
langt nun verschiedene Unterlagen, unter anderem, welche behandelnden Ärzte meinen Weg begleitet haben. Mit Sicherheit werden sie an Sie gelangen mit verschiedenen Fragen. Ich bin Ihnen sehr dankbar, wenn Sie in meinem Sinne schreiben. Ich habe das volle Vertrauen in Sie. Sie, Herr
G.___
,
Z.___
(Psychotherapeut) und vor allem auch meine Mutter waren/sind die einzi
gen Perso
nen, die mich durch diese schwierige Zeit begleitet haben. Wenn es Ihnen möglich ist, wäre ich Ihnen sehr dankbar, wenn Sie meine Mutter diesbe
züglich in ihrem Be
richt an die IV erwähnen würden. Denn meine Mutter war/ist meine wichtigste Begleitperson/Unterstützung in dieser Zeit. Sie gab/gibt mir eine Konstante und hilft mir nach wie vor, auf einen guten Weg zu finden. Sie ist es auch, welche mir er
möglicht hat, meine Erschöpfung zulassen zu dürfen. Falls Sie irgendwelche Fragen haben, bin ich natürlich jederzeit bereit dafür, ich danke Ihnen herzlich.“
Des Weiteren wäre der funktionelle Schweregrad der Erkrankung fraglich, denn es bestehen bei der Beschwerdeführerin gemäss Dr. phil.
Z.___
erhebliche persönliche Ressourcen
: die
Beschwerdeführerin sei kreativ und interessiert an Film, Illustration, Schreiben, Klettern, Kleider, Fahrrad, Hundehaltung, Kochen und Musik. Sie habe viele Ideen für Projekte
(E. 3.8; vgl. auch Urk. 7/26/3)
.
4
.5
Als Fazit ist festzuhalten, dass
kein
Gesundheitss
chaden ausgewiesen
ist und keine weiteren medizinischen Abklärungen vorzunehmen sind. Ein An
spruch auf Leistun
gen der Invalidenversicherung
ist damit zu verneinen, und
die Beschwerde
ist
abzu
weisen.
5.
5.1
Gestützt auf die eingereichte
n
Unterlagen (Urk. 3/9
-10
)
sind die Voraussetzun
gen für die unentgeltliche Rechtspflege gemäss § 16 Abs. 1 und 2 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) zu bejahen.
Der
Beschwerdefüh
rer
in
ist die un
entgeltliche Prozessführung
daher
zu gewähren.
5.2
Die Kost
en des Verfahrens sind auf Fr. 8
00.-- festzulegen.
Ausgangsgemäss sind sie der
Beschwerdeführer
in
aufzuerlegen, zufo
lge Bewilligung der unentgeltli
c
hen Pro
zessführung jedoch einstweilen auf
die Gerichtkasse zu nehmen. Die
Beschwerde
führer
in
ist auf die Nachzahlungspflicht gemäss § 16 Abs. 4
GSVGer
hinzuweisen.
Das Gericht beschliesst:
In Bewilligung des Gesuchs vom
24. November 2017 wird der Beschwerdeführerin
die un
entgeltliche Prozess
führung gewährt
,
und erkennt sodann:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
800
.-- werden
der Beschwerdeführerin
auferlegt
, zufolge Ge
währung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichts
kasse ge
nommen.
Die Beschwerdeführerin wird
auf die Nachzahlungspflicht gemäss § 16 Abs. 4
GSVGer
hingewiesen.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Departement Soziales der Stadt Winterthur
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Be
schwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthal
ten; der ange
fochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, so
weit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
HurstMuraro