# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4d49306b-cc38-52ce-b283-3269137f91f9
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-02-24
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 24.02.2015 200 2013 1036
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2013-1036_2015-02-24.pdf

## Full Text

200 13 1036 IV
SCP/RUM/JAA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 24. Februar 2015

Verwaltungsrichter Schütz, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Knapp, Verwaltungsrichter Schwegler
Gerichtsschreiber Rüfenacht

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 22. Oktober 2013

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Feb. 2015, IV/13/1036, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1963 geborene A.________ (fortan Versicherter bzw. Beschwerdefüh-
rer) meldete sich am 11. August 2011 unter Angabe einer schwergradigen 
Depression mit somatischem Syndrom und rezidivierenden Panikattacken 
bei der IV-Stelle Bern (fortan IVB bzw. Beschwerdegegnerin) zum Bezug 
von IV-Leistungen an (Dossier der IVB, Antwortbeilage [AB] 2). Die IVB hol-
te erwerbliche und medizinische Unterlagen ein und liess den Versicherten 
bei Dr. med. C.________, Fachärztin für Neurochirurgie FMH, und Dr. med. 
D.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, bidiszi-
plinär begutachten (Gutachten vom 7. Juni und 27. August 2013 inkl. bidis-
ziplinärer Beurteilung; AB 30.1/2 ff., 33.1, 33.2). Nach vorgängigem Erlass 
eines entsprechenden, seitens des Versicherten unbeantworteten Vor-
bescheids vom 10. September 2013 (AB 34) lehnte die IVB mit Verfügung 
vom 22. Oktober 2013 einen Rentenanspruch ab (AB 35).

B.

Mit Eingabe vom 22. November 2013 liess der Versicherte, vertreten durch 
Rechtsanwalt B.________, Beschwerde erheben. Er beantragt:

1. Die Verfügung vom 22. Oktober 2013 sei aufzuheben.

2. Dem Beschwerdeführer sei rückwirkend auf den 1. August 2011 ei-
ne ganze Invalidenrente auszurichten.

3. Eventualiter: Die Verfügung vom 22. Oktober 2013 sei aufzuheben 
und die Sache sei an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen mit 
der Anweisung, eine neue Verfügung im Sinne der Beschwerde zu 
erlassen.

In der Begründung wird im Wesentlichen eine unvollständige Feststellung 
bzw. unrichtige Würdigung des medizinischen Sachverhalts gerügt.

Gleichzeitig ersucht der Beschwerdeführer für das verwaltungsgerichtliche 
Verfahren um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und Beiord-
nung von Rechtsanwalt B.________ als amtlicher Anwalt.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Feb. 2015, IV/13/1036, Seite 3

Mit Beschwerdeantwort vom 17. Dezember 2013 beantragt die Beschwer-
degegnerin die Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des Ver-
waltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über den 
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist ge-
geben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversiche-
rung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Angefochten ist die Verfügung vom 22. Oktober 2013 (AB 35). Um-
stritten ist der Rentenanspruch.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

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2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauern-
de ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbs-
unfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder 
psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung 
und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbs-
möglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeits-
markt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG).

Zur Annahme einer Invalidität braucht es in jedem Fall ein medizinisches 
Substrat, das (fach)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachge-
wiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträch-
tigt. Je stärker psychosoziale oder soziokulturelle Faktoren im Einzelfall in 
den Vordergrund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto aus-
geprägter muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von 
Krankheitswert vorhanden sein. Das bedeutet, dass das klinische Be-
schwerdebild nicht einzig in Beeinträchtigungen, welche von den belasten-
den soziokulturellen und psychosozialen Faktoren herrühren, bestehen 
darf, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Befunde zu umfas-
sen hat, zum Beispiel eine von depressiven Verstimmungszuständen klar 
unterscheidbare andauernde Depression im fachmedizinischen Sinne oder 
einen damit vergleichbaren psychischen Leidenszustand. Solche von der 
soziokulturellen oder psychosozialen Belastungssituation zu unterscheiden-
de und in diesem Sinne verselbständigte psychische Störungen mit Auswir-
kungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit sind unabdingbar, damit über-
haupt von Invalidität gesprochen werden kann. Wo der Gutachter dagegen 
im Wesentlichen nur Befunde erhebt, welche in den psychosozialen und 
soziokulturellen Umständen ihre hinreichende Erklärung finden, gleichsam 
in ihnen aufgehen, ist kein invalidisierender psychischer Gesundheitsscha-
den gegeben. Ist anderseits eine psychische Störung von Krankheitswert 
schlüssig erstellt, kommt der Frage zentrale Bedeutung zu, ob und inwie-
fern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versi-

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cherten Person trotz des Leidens willensmässig erwartet werden kann, zu 
arbeiten (eventuell in einem geschützten Rahmen) und einem Erwerb 
nachzugehen (SVR 2012 IV Nr. 52 S. 189 E. 3.2).

2.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, 
das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durch-
führung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmass-
nahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeits-
marktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, 
das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 
ATSG). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfol-
gen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig 
möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf 
sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt. 
Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermit-
telt werden können, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten 
Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte mitein-
ander zu vergleichen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; 
BGE 128 V 29 E. 1 S. 30, 104 V 135 E. 2b S. 136).

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99). Der Beweis-
wert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht für die streiti-

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gen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch 
die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Ana-
mnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu-
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein-
leuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlaggebend 
für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Be-
weismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gege-
benen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen Inhalt 
(BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 E. 3a 
S. 352).

Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass das So-
zialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, unabhän-
gig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, ob die 
verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

3.

3.1 In medizinischer Hinsicht ergibt sich aus den Akten im Wesentlichen 
Folgendes:

3.1.1 Im Austrittsbericht des Spitals E.________ vom 6. Juli 2011 wurden 
als Diagnosen eine Depression- und Angststörung gemischt (ICD-10 
F41.2), eine somatoforme autonome Funktionsstörung mit vorwiegend tho-
rakalen Sensationen (ICD-10 F45.3) und ein Verdacht auf Prostahyperpla-
sie aufgeführt (AB 13/2).

Im Schreiben vom 7. September 2011 wurde darauf hingewiesen, dass die 
stationäre Massnahme (vom 15. Juni bis 1. Juli 2011) in erster Linie dia-
gnostischen Zwecken gedient habe. Es handle sich um ein komplexes psy-
chosomatisch-psychiatrisches Zustandsbild, das langjährig bestehe und er-

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hebliche Fluktuationen zeige. Es habe zumindest zum Eintrittszeitpunkt ein 
Medikamentenübergebrauch bestanden, welcher ebenfalls komplexe Aus-
wirkungen auf die Symptomatik habe. Vor diesem Hintergrund sei die Ein-
schätzung der Arbeits- bzw. Leistungsfähigkeit nicht möglich. Für eine se-
riöse Beurteilung werde eine Begutachtung als unumgänglich betrachtet 
(AB 13/1).

3.1.2 Im Arztbericht vom 18. Dezember 2012 hielt der behandelnde 
med. pract. F.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie 
FMH, als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine mittlere 
bis schwere Depression mit gelegentlich suizidalen Phasen, somatischem 
Syndrom und psychotischen Symptomen (ICD-10 F33.11, F33.3) sowie ge-
legentliche Panikattacken (ICD-10 F41.0) fest. Es bestünden Einschrän-
kungen in Form von schneller Ermüdbarkeit und Adynamie, massiven Ein- 
und Durchschlafstörungen, Appetits- und Gewichtsverlust im Zusammen-
hang mit häufiger Übelkeit, Reizbarkeit, Nikotinabusus, Konzentrations-
störungen, Gedankeneinengung, Ermüdbarkeit, Konfliktscheu und -unfähig-
keit, Stressintoleranz, anfallsartiger Angst verbunden mit Kontrollzwängen 
bzw. Ordnungsritualen, innerer Unruhe und Unsicherheit, allgemeiner Ner-
vosität, Entscheidungsunfähigkeit, Unflexibilität, Blockierungen (sprachlich, 
Denken), mangelnder Initiative und Ausdauer. Diese Einschränkungen 
wirkten sich derart negativ aus, dass der Beschwerdeführer in absehbarer 
Zeit nicht als arbeitsfähig gelte. Zurzeit seien keinerlei erwerbsmässige Tä-
tigkeiten zumutbar. Ein Eingliederungsversuch im geschützten Rahmen 
wäre erwägenswert (AB 24/1-5).

3.1.3 Im Arztbericht vom 20. Februar 2013 führte der Hausarzt, Dr. med. 
G.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH, als Diagnosen 
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine mediane Diskushernie L4/5 
und L5/S1, eine ISG-Pathologie links und eine Depression- und Angst-
störung gemischt mit psychotischen Symptomen, rezidivierenden Panikat-
tacken und Hyperventilation auf. Mit der Wiederaufnahme einer Erwerbs-
tätigkeit könne nicht gerechnet werden (AB 25/2).

3.1.4 Im neurochirurgischen Gutachten vom 7. Juni 2013 hielt Dr. med. 
C.________, Fachärztin für Neurochirurgie FMH, als Diagnose mit Auswir-
kung auf die Arbeitsfähigkeit ein chronifiziertes lumbales und lumboischial-

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gieformes Schmerzsyndrom, aktuell rechtsbetont, bei Vorliegen einer Fehl-
form- bzw. -haltung der Lendenwirbelsäule (LWS) und degenerativen LWS-
Veränderungen, fest. Die vom Beschwerdeführer berichteten körperlichen 
Beeinträchtigungen könnten qualitativ und quantitativ mit den, insbesonde-
re bildgebend, objektivierbaren Befunden erklärt werden. Es resultiere eine 
verminderte Belastbarkeit der LWS (AB 30.1/15 ff.).

Dr. med. D.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, 
vermochte im Gutachten vom 27. August 2013 aus psychiatrischer Sicht 
keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit festzuhalten. Oh-
ne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit und diskussionsbedürftig seien die 
vordiagnostizierten rezidivierenden Panikattacken bzw. Depression- und 
Angststörung gemischt (ICD-10 F41.2). Weiter seien die vordiagnostizier-
ten deskriptiven mittleren bis schweren Depressionen mit gelegentlichen 
suizidalen Phasen und somatischem Syndrom sowie psychotischen Sym-
ptomen (ICD-10 F33.11, F33.3) nicht nachvollziehbar. Aus der aktuellen 
psychiatrischen Einschätzung werde abgeleitet, dass beim Beschwerdefüh-
rer eine eigenständige Angsterkrankung vorliegen möge, die jedoch im 
Verlauf nicht als ungünstig angesehen werde und ihn in den Aktivitäten des 
täglichen Lebens nicht wesentlich einschränkten. Deshalb sei ihm auch die 
Aufnahme einer normalen Arbeitstätigkeit zumutbar. Eine krankheitswertige 
depressive Symptomatik liege aktuell nicht vor. Insbesondere könnten die 
Anmerkungen, früher hätten zusätzlich psychotische Symptome bestanden, 
nicht nachvollzogen werden. Auch für das Vorliegen einer anhaltenden 
somatoformen Schmerzstörung hätten sich in der aktuellen psychiatrischen 
Untersuchung keine Hinweise ergeben. Beim Beschwerdeführer seien in 
früheren Jahren Ansätze zu einer selbstständigen beruflichen Tätigkeit 
nicht erfolgreich gewesen. Sodann habe er als Angestellter Tätigkeiten 
womöglich auch wegen Rückenbeschwerden nicht weitergeführt. Daneben 
hätten die Belastungen im häuslichen Alltag einer kinderreichen Familie 
bestanden sowie zuletzt auch krankheitsfremde und motivationale Faktoren 
eines durchaus intelligenten Mannes mit Migrationshintergrund und Vaters 
einer grossen Familie. Diese Umstände hätten eine gewichtige Rolle dafür 
eingenommen, dass keine Erwerbstätigkeit ausgeübt werde. Es sei ein 
Zustand nach Arbeitslosigkeit, anschliessender Aussteuerung und Sozi-
alhilfebedürftigkeit der grossen Familie zu beschreiben. Jedoch liege keine 

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psychische Symptomatik einer derartigen psychiatrischen Erkrankung vor, 
dass dadurch eine beliebige Arbeitstätigkeit verunmöglicht würde. Vielmehr 
sei dem Beschwerdeführer die Aufnahme einer Arbeitstätigkeit zumutbar; 
es bestehe eine annähernd normale medizinisch-theoretische Arbeitsfähig-
keit. Durch etwaig auftretende einzelne paroxysmale Ängste wäre diese Ar-
beitsfähigkeit nicht einmal um 10 % gemindert, ausserdem wäre hier eine 
weitere psychiatrisch-psychotherapeutische, verhaltenstherapeutische Be-
handlungsmöglichkeit gegeben (AB 33.1/10 ff.).

In der bidisziplinären (neurochirurgischen und psychiatrischen) Beurteilung 
hielten die Gutachter fest, zumutbar seien körperlich leichte bis (mit einem 
Anteil von höchstens 50 %) mittelschwere, konsequent wechselbelastende 
Tätigkeiten in einem zeitlichen Rahmen von 8.5 Stunden pro Tag an fünf 
Tagen pro Woche bei einer dabei um 10-20 % verminderten Leistungs-
fähigkeit. Ausgeschlossen seien körperlich schwere und ständig, häufig 
bzw. überwiegend mittelschwere Tätigkeiten sowie die LWS statisch oder 
infolge von Haltungs-, Positionsmonotonien, Zwangshaltungen oder repeti-
tiven Rotationsbewegungen belastende Tätigkeiten. Das Heben, Tragen 
und Bewegen von Lasten sei mit 15 kg, repetitiv mit 10 kg limitiert (AB 
33.2/3).

3.1.5 Im Schreiben vom 21. November 2013 zuhanden des Beschwerde-
führers führte der behandelnde Psychiater med. pract. F.________ aus, 
während er den Beschwerdeführer seit 29. Dezember 2008 regelmässig zu 
therapeutischen Zwecken gesehen habe und auf nicht absehbare Zeit wei-
ter betreuen werde, habe der Gutachter den Beschwerdeführer einige 
Stunden interviewt und einige Stunden auf das Studium der Akten verwen-
det. Zwar könne aus dieser Begutachtung ein wortgewaltiges Schriftstück 
erstellt werden; ob man damit aber dem Leiden des Beschwerdeführers 
gerecht werde, bezweifle er. Das beiliegende Formular eines strukturierten 
Interviews zur Hamilton-Depression-Scale mit einem Wert von 31 (zum 
wiederholten Mal) sei Zeichen einer schweren Depression. Zudem sei der 
Beschwerdeführer oft in dissimulatorischer Weise erlebt worden, d.h. er 
habe die Krankheitssymptome verstecken wollen. Dieses Verhalten zeige 
er bekanntlich oft zuhause vor Frau und Kindern. Andererseits könne ihm 
das zum Verhängnis geworden sein, als er dem Gutachter ein falsch-

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gesundes Bild von sich geboten habe. Es werde überzeugt weiterhin von 
einer erheblichen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen. Da der Beschwerdefüh-
rer oft betone, wie gern er wieder arbeiten würde, wenn er könnte, und wie 
er zwischen den depressiven Phasen viele Bewerbungen geschrieben ha-
be, allerdings vergeblich, wäre es gerechtfertigt, wenn er Mithilfe der IV 
eine Umschulung machen könnte – wie er ja auch im Erstantrag geschrie-
ben habe (AB 39/20).

3.2

3.2.1 Die Gutachten der Dres. med. C.________ und D.________ vom 
7. Juni und 27. August 2013 inkl. deren interdisziplinären Einschätzung (AB 
30.1, 33.1 u. 33.2) sind umfassend, beruhen auf einlässlichen anamnesti-
schen Erhebungen sowie eigenen, in den Fachbereichen der Neurochirur-
gie und Psychiatrie durchgeführten Untersuchungen, berücksichtigen die 
geklagten Beschwerden und wurden in Kenntnis sowie unter Würdigung 
der Vorakten erstellt. Die in der Darlegung der Befunde, der Diagnosen und 
der Einschätzung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit widerspruchsfrei und 
nachvollziehbar begründeten Gutachten erfüllen die vom Bundesgericht an 
den Beweiswert von solchen gestellten Anforderungen (vgl. E. 2.4 hiervor) 
und sind damit voll beweiskräftig.

Im Einzelnen ist Folgendes festzuhalten:

3.2.2 Der psychiatrische Gutachter legt nachvollziehbar dar, dass die vom 
Beschwerdeführer geklagten psychischen Beeinträchtigungen auf – invali-
denversicherungsrechtlich nicht relevante (vgl. E. 2.2 hiervor) – psychoso-
ziale Belastungsfaktoren zurückzuführen sind (berufliches Scheitern mit an-
schliessender Arbeitslosigkeit und Sozialhilfeabhängigkeit, wobei bei Letz-
terer vom Gutachter zu Recht die Frage gestellt wird, ob der Beschwerde-
führer in Anbetracht der häuslichen Verpflichtungen zufolge der Mit-Betreu-
ung von … Kindern überhaupt noch in der Lage ist, einer Erwerbstätigkeit 
nachzugehen). Insoweit stimmt die Beurteilung des Gutachters mit derjeni-
gen der Ärzte des Spitals E.________ überein, welche bereits im Mai 2011 
auf eine dysfunktionale Entwicklung mit einer Angst- und Depressions-
störung aufgrund psychobiographischer Belastungen im Sinne von berufli-
chen und sozialen Misserfolgen, Arbeitsplatzverlust, Aussteuerung und 

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Verantwortung für eine Grossfamilie hingewiesen haben (AB 24/15; vgl. 
auch der Austrittsbericht vom Juli 2011 [AB 13/3]).

Soweit der behandelnde Psychiater, med. pract. F.________, demgegenü-
ber von einer therapieresistenten schweren Depression ausgeht (zuletzt im 
Schreiben vom November 2013; AB 39/20), ist dies nicht nur aus den vom 
Gutachter ausgeführten Gründen – einerseits diskrepante bzw. in sich wi-
dersprüchliche Angaben in der Berichterstattung des behandelnden Arztes 
[AB 33.1/14], andererseits wortwörtliche Wiederholung von Anamnese, Be-
fund und Diagnosen in den Berichten vom 6. Mai 2011 (AB 25/20) und vom 
18. Dezember 2012 (AB 24/1 f.), sodass daraus bezüglich der Entwicklung 
einer allfälligen eigenständigen psychiatrischen Erkrankung nichts gewon-
nen werden kann (AB 33.1/17) –, sondern auch aufgrund des Umstandes 
nicht nachvollziehbar, dass der Beschwerdeführer keine Psychopharmaka 
einnimmt (AB 33.1/9). Gegen die Zuverlässigkeit der Berichterstattung von 
med. pract. F.________ spricht schliesslich auch, dass der Arzt im Bericht 
vom November 2013 die Diagnose einer schweren Depression erneut wie-
derholt, gleichzeitig aber auch ausführt, der Beschwerdeführer wolle arbei-
ten und eine Umschulung machen (AB 39/20), wozu allerdings eine Person 
mit einer schweren depressiven Störung nicht in der Lage sein dürfte (vgl. 
DILLING/MOMBOUR/SCHMIDT, Internationale Klassifikation psychischer 
Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnostische Leitlinien, 9. Aufl. 
2014, S. 174).

Was die vor allem früher (AB 24/14) ins Feld geführten Panikattacken an-
betrifft, ist festzustellen, dass diese hypochondrisch auftretenden Ängste im 
Rahmen des stationären Aufenthaltes im Spital E.________ erfolgreich 
therapiert werden konnten (AB 13/3) und – gemäss Angaben des psychia-
trischen Gutachters – nach wie vor gut therapierbar sind, sodass selbst im 
Fall von erneut auftretenden Ängsten die Arbeits- und Leistungsfähigkeit 
dadurch nicht eingeschränkt würde (AB 33.1/18 f.).

Was schliesslich vorab vom behandelnden Psychiater aus formellen Grün-
den gegen die Begutachtung eingewendet wird, überzeugt deshalb nicht, 
da die Begutachtungsdauer keine Rückschlüsse auf die Zuverlässigkeit der 
vorliegend gewissenhaft und schlüssig begründeten gutachtlichen Ausein-
andersetzung mit den medizinischen Akten und psychopathologischen Be-

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funden zulässt (Entscheid des BGer vom 29. März 2010, 8C_942/2009, 
E. 5.2). Ebenso verhält es sich mit den vom behandelnden Psychiater ins 
Recht gelegten standardisierten Tests, wird doch bei solchen vor allem das 
subjektive Befinden erhoben. Dass der Beschwerdeführer zu „katastrophi-
sierenden Selbsteinschätzungen“ neigt, ergibt sich denn auch aus den me-
dizinischen Vorakten (AB 13/3).

Nach dem Gesagten kann auf die Einschätzungen des behandelnden 
Psychiaters zum Leistungsvermögen der Beschwerdeführerin nicht abge-
stellt werden und auch der Bericht vom 6. Juli 2012 der Ärzte des Spitals 
E.________ – welche sich zur Arbeits- und Leistungsfähigkeit im Übrigen 
gar nicht geäussert haben (AB 13/1) – vermögen die gutachtlichen 
Schlussfolgerungen nicht in Zweifel zu ziehen. Entgegen der Auffassung 
des Beschwerdeführers ist mit dem Gutachten von Dr. med. D.________ 
aus versicherungspsychiatrischer Sicht – unter Ausblendung von IV-
fremden Faktoren – eine normale psychische Belastbarkeit, welche die 
Arbeits- und Leistungsfähigkeit nicht einzuschränken vermag, erstellt. Im 
Übrigen überzeugt die gutachterliche Beurteilung, wonach die Beschwer-
desymptomatik von invalidenversicherungsrechtlich nicht relevanten Fakto-
ren unterhalten wird, auch vor dem Hintergrund, dass ein zu erzielendes 
Erwerbseinkommen weit unter den Sozialhilfebeiträgen läge (vgl. E. 4.3 u. 
E. 5.3.2 [BB 2 S. 2]), woraus sich auch auf eine nicht vorhandene Motivati-
on zur beruflichen Wiedereingliederung schliessen lässt.

Damit bleibt es bei der aus somatischer Sicht von der Gutachterin Dr. med. 
C.________ nachvollziehbar – vom Beschwerdeführer an sich auch nicht 
bestrittenen – attestierten vollen Arbeitsfähigkeit in einer dem objektivierba-
ren Rückenleiden bzw. den Beeinträchtigungen an der Lendenwirbelsäule 
angepassten Tätigkeit, wobei (aus somatischer Sicht) eine Einschränkung 
der Leistungsfähigkeit von 10-20 %, d.h. von durchschnittlich 15 %, auftre-
ten kann (AB 30.1/19 ff., 33.2/3).

4.

Auf dieser Basis ist nachfolgend die Invaliditätsbemessung zu prüfen (vgl. 
E. 2.3 hiervor).

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4.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nöti-
genfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepass-
ten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 E. 4.1 
S. 325). Lässt sich aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse das ohne ge-
sundheitliche Beeinträchtigung realisierbare Einkommen nicht hinreichend 
genau beziffern, ist auf Erfahrungs- und Durchschnittswerte gemäss Tabel-
lenlohn abzustellen. Auf sie darf jedoch im Rahmen der Invaliditätsbemes-
sung nur unter Mitberücksichtigung der für die Entlöhnung im Einzelfall ge-
gebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren abgestellt 
werden (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30; Entscheid des Eidgenössischen Ver-
sicherungsgerichts [EVG] vom 30. Oktober 2002, I 517/02, E. 1.2).

Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-
erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person kon-
kret steht (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2014 IV Nr. 37 S. 133 
E. 7.1). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens 
keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit 
aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne 
gemäss den vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstruktur-
erhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; 
SVR 2014 IV Nr. 37 S. 133 E. 7.1). Dabei gilt es zu berücksichtigen, dass 
gesundheitlich beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten Hilfsarbei-
tertätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und ent-
sprechend einsetzbaren Arbeitnehmern lohnmässig benachteiligt sind und 
deshalb in der Regel mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen 
müssen. Diesem Umstand ist mit einem Abzug vom Tabellenlohn Rech-
nung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). 
Die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, 
hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkre-
ten Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Na-
tionalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad). Der Einfluss sämt-
licher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem Er-
messen gesamthaft zu schätzen, wobei der Abzug auf insgesamt höchs-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Feb. 2015, IV/13/1036, Seite 14

tens 25 % zu begrenzen ist (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 
E. 5.2 S. 327; SVR 2011 IV Nr. 31 S. 91 E. 4.1.1).

4.2 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-
ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 
bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 129 V 222).

Frühestmöglicher hypothetischer Rentenbeginn ist vorliegend der 1. Febru-
ar 2012 (Art. 29 Abs. 1 u. 3. IVG; die IV-Anmeldung erfolgte am 11. August 
2011 [AB 2/1]), womit der Einkommensvergleich auf der Basis der Zahlen 
für das Jahr 2012 vorzunehmen ist.

4.3 In Anbetracht der häufigen Tätigkeitswechsel (AB 13/6, 24/2) sowie 
der vor Beginn der gesundheitlichen Beschwerden eingetretenen, nach wie 
vor andauernden Arbeitslosigkeit hat die Beschwerdegegnerin beim Ein-
kommensvergleich zu Recht auf Tabellenlöhne gemäss der Schweizeri-
schen Lohnstrukturerhebung (LSE) abgestellt. Dass die Beschwerdegegne-
rin dabei auch beim Valideneinkommen von einem Gehalt als Hilfsarbeiter 
ausgegangen ist (AB 35/1), ist mit Blick auf die überwiegend ausgeführten 
Hilfsarbeitertätigkeiten (AB 13/6) nicht zu beanstanden. Zudem wirkt sich 
dies nicht zum Nachteil des Beschwerdeführers aus, zumal er in der zuletzt 
ausgeübten Tätigkeit als … gemäss LSE 2012, Tabelle TA1, Kompetenzni-
veau 1: Einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art, Männer, 
Ziff. 53 (Fr. 3‘328.--) ein weit unter dem Totalwert (Fr. 5‘210.--) liegendes 
Einkommen erzielt hätte. Sind Validen- und Invalideneinkommen – wie hier 
– ausgehend vom gleichen Tabellenlohn zu berechnen, erübrigt sich deren 
genaue Ermittlung. Diesfalls entspricht der Invaliditätsgrad dem medizi-
nisch-theoretischen Grad der Arbeitsunfähigkeit (Entscheid des EVG vom 
15. April 2003, I 1/03, E. 5.2) von vorliegend durchschnittlich 15 % 
(AB 33.2/3, vgl. E. 3.2.2 hiervor). Bei diesem Ergebnis braucht der vom 
Psychiater aufgeworfenen Frage, ob der Beschwerdeführer als Vater von 
… minderjährigen Kindern überhaupt in der Lage ist, einer Vollzeitbeschäf-
tigung nachzugehen, an sich nicht weiter nachgegangen zu werden. Fest-
zustellen bleibt aber, dass er gemäss seinen Angaben seit 2004 bloss ei-
nen Beschäftigungsgrad von 50% aufwies (AB 12/2) und seine Ehefrau mit 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Feb. 2015, IV/13/1036, Seite 15

der Kinderbetreuung als völlig überlastet gilt (AB 25/20), was in Anbetracht 
der familiären Verhältnisse nachvollziehbar ist.

Anspruch auf berufliche Eingliederungsmassnahmen hat der Beschwerde-
führer nicht. Dessen Motivation vorausgesetzt und soweit es die familiären 
Rahmenbedingungen überhaupt ermöglichen, ist er in Anbetracht der ge-
ringgardigen Einschränkungen auf die Selbsteingliederung zu verweisen.

4.4 Nach dem Gesagten beträgt der Invaliditätsgrad 15 % und liegt un-
terhalb der rentenerheblichen Schwelle von 40 %, womit die Beschwerde-
gegnerin zu Recht einen Rentenanspruch verneint hat. Die Beschwerde er-
weist sich als unbegründet und ist abzuweisen.

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. Der unterliegende Beschwerdeführer 
hat damit grundsätzlich die Verfahrenskosten zu bezahlen, die gerichtlich 
auf Fr. 700.-- festgesetzt werden.

5.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 61 lit. g ATSG).

5.3

5.3.1 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, 
wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechts-
begehren nicht aussichtslos erscheint. Unter den gleichen Voraussetzun-
gen kann überdies einer Partei eine Anwältin oder ein Anwalt beigeordnet 
werden, wenn die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse es rechtferti-
gen (Art. 61 lit. f ATSG sowie Art. 111 Abs. 1 und 2 VRPG; SVR 2011 IV 
Nr. 22 S. 61 E. 2, 2011 UV Nr. 6 S. 22 E. 6.1). Ob und unter welchen Vor-
aussetzungen ein Anspruch auf unentgeltliche Verbeiständung besteht, be-

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urteilt sich nach Bundesrecht; die Bemessung der Entschädigung der amtli-
chen Anwältin bzw. des amtlichen Anwalts richtet sich nach kantonalem 
Recht (BGE 110 V 360 E. 1b S. 362).

5.3.2 Die Prozessarmut des Beschwerdeführers ist gestützt auf die Verfü-
gung des Sozialamts … vom 20. November 2013 (Unterstützungsbudget 
November 2013) bei einem Fehlbetrag von Fr. 7‘218.15 erstellt (AB 39/32; 
BGE 128 I 225 E. 2.5.1 S. 232). Da weiter das Beschwerdeverfahren nicht 
als von vornherein aussichtslos zu betrachten ist und sich die Verbeistän-
dung durch einen Anwalt als geboten erweist, ist das am 22. November 
2013 gestellte Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege für das Verfahren 
vor dem Verwaltungsgericht gutzuheissen und dem Beschwerdeführer 
Rechtsanwalt B.________ als amtlicher Anwalt beizuordnen.

5.3.3 Der Beschwerdeführer ist damit – unter Vorbehalt der Nachzah-
lungspflicht gemäss Art. 113 VRPG i.V.m. Art. 123 der Schweizerischen Zi-
vilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 (ZPO; SR 272), d.h. sobald er 
innert zehn Jahren nach Abschluss des Verfahrens zur Nachzahlung in der 
Lage ist – vorläufig von der Bezahlung der Verfahrenskosten zu befreien.

5.3.4 Gemäss Art. 42 des kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 
2006 (KAG; BSG 168.11) bezahlt der Kanton den amtlich bestellten Anwäl-
tinnen und Anwälten eine angemessene Entschädigung, die sich nach dem 
gebotenen Zeitaufwand bemisst und höchstens dem Honorar gemäss der 
Tarifordnung für den Parteikostenersatz entspricht. Bei der Festsetzung 
des gebotenen Zeitaufwandes sind die Bedeutung der Streitsache und die 
Schwierigkeit des Prozesses zu berücksichtigen. Auslagen und Mehrwert-
steuer werden zusätzlich entschädigt (Abs. 1). Die Aufwendungen für die 
Erlangung des Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege sind nach den glei-
chen Regeln zu entschädigen (Abs. 3). Nach Art. 42 Abs. 4 KAG i.V.m. 
Art. 1 der Verordnung über die Entschädigung der amtlichen Anwältinnen 
und Anwälte vom 20. Oktober 2010 (EAV; BSG 168.711) beträgt der Stun-
denansatz Fr. 200.--.

Mit Kostennote vom 3. Januar 2014 wird eine Parteikostenentschädigung 
von insgesamt Fr. 5‘377.95, ausgehend von einem Zeitaufwand von 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Feb. 2015, IV/13/1036, Seite 17

18.08 Stunden bei einem Honoraransatz von Fr. 270.-- und Auslagen in der 
Höhe von Fr. 98.-- geltend gemacht.

Im Vergleich mit ähnlich gelagerten Fällen erweist sich der geltend ge-
machte Zeitaufwand als zu hoch. Gegenstand des Prozesses bilden weder 
komplexe Sachverhalts- noch ungeklärte Rechtsfragen, die Aktenlage ist 
leicht überblickbar und das Verfahren blieb auf einen einfachen Schriften-
wechsel beschränkt. Demgemäss ist der mit der Kostennote geltend ge-
machte Zeitaufwand nach richterlichem Ermessen auf das im Vergleich zu 
ähnlich gelagerten Fällen gebotene Mass herabzusetzen. Als angemessen 
erweist sich in diesem Sinne ein Zeitaufwand von maximal 12 Stunden, wo-
mit das amtliche Anwaltshonorar auf Fr. 2‘400.-- festzusetzen ist.

Unter Berücksichtigung der geltend gemachten Auslagen und der Mehr-
wertsteuer (MWSt.) ist der tarifmässige Parteikostenersatz des amtlichen 
Anwalts auf Fr. 3‘605.05 (Fr. 3‘240.-- [12 x Fr. 270.--; Honorar] + Fr. 98.-- 
[Auslagenersatz] + Fr. 267.05 [8 % von Fr. 3‘338.--]) festzusetzen. Die amt-
liche Entschädigung beträgt somit Fr. 2‘697.85 (Fr. 2‘400.-- [12 x Fr. 200.--; 
Honorar] + Fr. 98.-- [Auslagenersatz] + Fr. 199.85 [8 % von Fr. 2‘498.--]). 
Der Beschwerdeführer hat dem Kanton Bern diese Kosten gemäss den 
Voraussetzungen von Art. 123 ZPO (vgl. E. 5.3.3 hiervor) nachzubezahlen.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung von 
Rechtsanwalt B.________ als amtlicher Anwalt wird gutgeheissen.

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden dem Beschwerdeführer 
auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege wird 
der Beschwerdeführer – unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht ge-
mäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht befreit.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Feb. 2015, IV/13/1036, Seite 18

4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

5. Der tarifmässige Parteikostenersatz des amtlichen Anwalts wird auf 
Fr. 3‘605.05 (inkl. Auslagen und MWSt.) festgesetzt. Davon wird 
Rechtsanwalt B.________ nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils 
aus der Gerichtskasse eine auf Fr. 2‘697.85 festgesetzte Entschädi-
gung (inkl. Auslagen und MWSt.) vergütet. Vorbehalten bleibt die 
Nachzahlungspflicht nach Art. 123 ZPO.

6. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.