# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 30ac72ed-aab6-51b9-a173-8b6f5f1f5d20
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-01-14
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 14.01.2022 F-5567/2020
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-5567-2020_2022-01-14.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-5567/2020 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 4 .  J a n u a r  2 0 2 2  

Besetzung 
 Richterin Regula Schenker Senn (Vorsitz), 

Richter Fulvio Haefeli, Richterin Claudia Cotting-Schalch,    

Gerichtsschreiberin Anna-Barbara Adank. 
 

 
 

Parteien 
 A._______,  

(…),   

Beschwerdeführerin,  

 
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM,  

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Schwerwiegender persönlicher Härtefall. 

 

 

 

F-5567/2020 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die 1995 geborene Beschwerdeführerin tibetischer Ethnie reiste im Feb-

ruar 2014 illegal in die Schweiz ein und ersuchte um Asyl nach. Ihr Asylge-

such wurde mit Verfügung vom (…) April 2015 abgewiesen, nachdem ihre 

Asylvorbringen als unglaubhaft erkannt worden waren, da mit überwiegen-

der Wahrscheinlichkeit davon auszugehen sei, dass sie vor ihrer Einreise 

in die Schweiz nicht in der Volksrepublik China sondern in der exiltibeti-

schen Diaspora gelebt habe. Auf eine dagegen beim Bundesverwaltungs-

gericht eingereichte Beschwerde trat dieses mit Urteil D-3080/2015 vom 

16. Juni 2016 nicht ein. In der Folge wurde der Beschwerdeführerin mehr-

mals Frist  zum Verlassen der Schweiz gesetzt.  

B.  

Die Beschwerdeführerin ersuchte mit Eingabe vom 28. Oktober 2019 den 

Kanton (…) um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung zufolge Vorliegens 

eines schwerwiegenden persönlichen Härtefalls im Sinne von Art. 14 

Abs. 2 AsylG (SR 142.31). Am 4. Mai 2020 unterbreitete das kantonale Amt 

für Migration das Gesuch dem SEM zur Zustimmung.  

C.  

Nach Gewährung des rechtlichen Gehörs mit Stellungnahme der Be-

schwerdeführerin vom 10. August 2020, verweigerte das SEM mit Verfü-

gung vom 22. Oktober 2020 seine Zustimmung zur Erteilung einer Aufent-

haltsbewilligung. Es hielt namentlich fest, dass die Beschwerdeführerin 

ihre Identität und tatsächliche Herkunft nicht offengelegt habe. Zudem be-

stehe keine fortgeschrittene Integration in der Schweiz. Die erlernten 

Deutschkenntnisse (A2), die freiwilligen Einsätze und die diversen Weiter-

bildungskurse seien hierfür nicht ausreichend. Die ledige und kinderlose 

Beschwerdeführerin habe nicht eine derart enge Verbundenheit mit der 

Schweiz, dass von ihr nicht verlangt werden könnte, ihr Leben in ihrem 

Herkunftsland weiterzuführen, wo sie ihre prägenden Kinder- und Jugend-

jahre verbracht habe. 

D.  

Mit Eingabe vom 7. November 2020 reichte die Beschwerdeführerin Be-

schwerde beim Bundesverwaltungsgericht ein. Sie warf dem SEM vor, sich 

nur ungenügend mit ihren Vorbringen auseinandergesetzt zu haben. Zu-

dem argumentierte sie, der Asylentscheid könne nicht als Grundlage für 

das vorliegende Verfahren herangezogen werden, da die Annahme, sie sei 

nicht in China sozialisiert worden, auf mangelhaften LINGUA-Gutachten 

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beruhe. In formeller Hinsicht ersuchte sie um Gewährung der unentgeltli-

chen Rechtspflege.  

E.  

Mit Zwischenverfügung vom 18. November 2020 wurde das Gesuch um 

unentgeltliche Rechtspflege bewilligt.  

F.  

Mit Vernehmlassung vom 9. Dezember 2020 machte das SEM namentlich 

geltend, dass die auf Beschwerdeebene genannten Vergleichsfälle als pra-

xiswidrig zu beurteilen seien und die Beschwerdeführerin keine Gleichbe-

handlung in Unrecht verlangen könne. Zudem seien die Ausführungen zu 

den mangelhaften LINGUA-Gutachten irrelevant, da im vorliegenden Asyl-

verfahren keine LINGUA-Analyse durchgeführt worden sei. 

G.  

Mit Replik vom 5. Januar 2021 warf die Beschwerdeführerin dem SEM –  

unter Bezugnahme auf aus ihrer Sicht gleichgelagerte Fälle – Rechtsun-

gleichheit und Willkür vor. Zudem betonte sie in einer Partnerschaft mit 

Heiratswunsch zu leben und wiederholte die objektive Unmöglichkeit einer 

legalen Ausreise aus der Schweiz. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Verfügungen des SEM betreffend Zustimmung zur Erteilung einer Auf-

enthaltsbewilligung nach Art. 14 Abs. 2 AsylG sind mit Beschwerde beim 

Bundesverwaltungsgericht anfechtbar (Art. 112 Abs. 1 AIG i.V.m. Art. 31 ff. 

VGG). Dieses entscheidet endgültig (Art. 1 Abs. 2 VGG i.V.m. Art. 83 Bst. c 

Ziff. 2 BGG). 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG (vgl. BVGE 2020 VII/4 

E. 4.3). Die Beschwerdeführerin ist zur Erhebung der Beschwerde legiti-

miert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte 

Beschwerde ist einzutreten (Art. 50 Abs. 1 VwVG; Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

2.  

Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 

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von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Er-

messens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheb-

lichen Sachverhaltes und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 49 

VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Beschwerdeverfahren 

das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG 

nicht an die Begründung der Begehren gebunden und kann die Be-

schwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheis-

sen oder abweisen. Massgebend ist grundsätzlich die Sachlage zum Zeit-

punkt des Entscheids (BVGE 2014/1 E. 2 ; BGE 139 II 534 E. 5.4.1). 

3.  

Die Beschwerdeführerin rügte eine Verletzung des rechtlichen Gehörs, in-

dem sie der Vorinstanz vorwirft, nicht genügend auf ihre Vorbringen vom 

10. August 2020 eingegangen zu sein, namentlich bezüglich der geltend 

gemachten schwerwiegenden Mängel im Asylverfahren (BVGer-act. 1 

S. 3). 

3.1 Der in Art. 29 Abs. 2 BV garantierte und in Art. 29 ff. VwVG für das 

Bundesverwaltungsverfahren konkretisierte Grundsatz des Anspruchs auf 

rechtliches Gehör umfasst eine Reihe von Verfahrensrechten. So haben 

die Parteien das Recht, vor Erlass einer Verfügung angehört zu werden 

(Art. 30 Abs. 1 VwVG). Die Behörde hat die Pflicht, alle erheblichen und 

rechtzeitigen Vorbringen der Parteien zu würdigen, bevor sie verfügt 

(Art. 32 Abs. 1 VwVG). 

3.2 Aus dem angefochtenen Entscheid ist ersichtlich, dass die Eingabe der 

Beschwerdeführerin vom 10. August 2020 als dessen Grundlage diente. 

So hielt das SEM ausdrücklich fest, dass die Beschwerdeführerin ihm Sym-

pathien zu China nachsagte und setzte sich mit ihrem Argument betreffend 

Beschaffung von Reisedokumenten auseinander (S. 4 des angefochtenen 

Entscheides). Entgegen der Meinung der Beschwerdeführerin, musste das 

SEM nicht näher auf die vorgebrachte Bemängelung der LINGUA-Exper-

ten eingehen, da in ihrem Asylverfahren gar keine LINGUA-Analyse durch-

geführt worden war (vgl. E. 5.2 hiernach). Eine diesbezügliche Erklärung 

in der angefochtenen Verfügung wäre jedoch wünschenswert gewesen, 

war es doch eines der Hauptargumente der Beschwerdeführerin. In der 

Eingabe vom 10. August 2020 sind keine rechtlich erheblichen Punkte er-

sichtlich, mit denen sich das SEM explizit hätte auseinandersetzen müs-

sen, was die Beschwerdeführerin auch nicht substanziiert aufzeigt.  

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Seite 5 

Überdies stellt das Gericht fest, dass, entgegen den Behauptungen der 

Beschwerdeführerin, das SEM ihr Arbeitsverbot berücksichtigt hat (S. 7 

des angefochtenen Entscheides und BVGer-act. 1 S. 10). Gleiches gilt be-

treffend ihrer behaupteten Partnerschaft mit einem in der Schweiz leben-

den tibetischen Asylsuchenden (S. 8 des angefochtenen Entscheides und 

BVGer-act. 1 S. 10).  

Zusammenfassend ist somit keine Verletzung des rechtlichen Gehörs 

durch das SEM festzustellen. 

4.  

4.1 Das SEM kann gestützt auf Art. 99 Abs. 2 AIG und Art. 86 Abs. 1 VZAE 

die Zustimmung zum Entscheid einer kantonalen Verwaltungsbehörde         

oder einer kantonalen Rechtsmittelinstanz betreffend Erteilung oder Ver-

längerung einer Aufenthaltsbewilligung verweigern, zeitlich begrenzen        

oder mit Bedingungen und Auflagen verbinden. Der Entscheid des SEM 

über die Erteilung oder Verweigerung seiner Zustimmung ergeht rechtspre-

chungsgemäss ohne Bindung an die Beurteilung durch den Kanton (vgl. 

Urteile des BVGer F-5416/2016 vom 7. Juli 2020 E. 4.3; F-6099/2016 vom 

5. Oktober 2019 E. 4). 

4.2 Gemäss Art. 14 Abs. 2 AsylG kann der Kanton mit Zustimmung des 

SEM einer ihm nach dem Asylgesetz zugewiesenen Person eine Aufent-

haltsbewilligung erteilen, wenn sich die betroffene Person seit Einreichung 

des Asylgesuchs mindestens fünf Jahre in der Schweiz aufhält (Bst. a), ihr 

Aufenthaltsort den Behörden immer bekannt war (Bst. b), wegen der fort-

geschrittenen Integration ein schwerwiegender persönlicher Härtefall vor-

liegt (Bst. c) und keine Widerrufsgründe nach Art. 62 AIG bestehen (Bst. d). 

Gemäss Art. 31 Abs. 2 der Verordnung vom 24. Oktober 2007 über Zulas-

sung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit (VZAE, SR 142.201) muss die ge-

suchstellende Person ihre Identität offenlegen. Die Verletzung dieser zwin-

genden Vorschriften kann den Widerrufsgrund nach Art. 62 Abs. 1 Bst. a 

AIG erfüllen, wonach die Bewilligungen widerrufen werden, wenn der Aus-

länder im Bewilligungsverfahren falsche Angaben gemacht oder wesentli-

che Tatsachen verschwiegen hat, und somit der Erteilung einer Aufent-

haltsbewilligung nach Art. 14 Abs. 2 AsylG entgegenstehen. 

4.3 Bei der Beurteilung eines Härtefalles müssen sämtliche Umstände des 

jeweiligen Einzelfalles berücksichtigt werden. Die Anerkennung als Härte-

fall setzt nicht zwingend voraus, dass die Anwesenheit in der Schweiz das 

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einzige Mittel zur Verhinderung einer persönlichen Notlage darstellt. Auf 

der anderen Seite reichen eine lang dauernde Anwesenheit und eine fort-

geschrittene soziale und berufliche Integration sowie klagloses Verhalten 

für sich alleine nicht aus, um einen schwerwiegenden persönlichen Härte-

fall zu begründen. Vielmehr wird vorausgesetzt, dass die ausländische Per-

son so enge Beziehungen zur Schweiz unterhält, dass von ihr nicht ver-

langt werden kann, in einem anderen Land, insbesondere in ihrem Heimat-

staat zu leben. Berufliche, freundschaftliche und nachbarschaftliche Bezie-

hungen, welche die betroffene Person während ihres Aufenthaltes in der 

Schweiz knüpfen konnte, genügen normalerweise nicht für eine Abwei-

chung von den Zulassungsvoraussetzungen (vgl. BVGE 2017 VII/6 E. 6.3 

m.H.). 

5.  

5.1 Vor Bundesverwaltungsgericht ist einerseits streitig, ob die Beschwer-

deführerin ihre Pflicht zur Offenlegung ihrer Identität nachgekommen ist 

(E. 5.2) und ob ihre Integration in der Schweiz als dermassen fortgeschrit-

ten zu gelten hat, dass ihr deswegen eine Aufenthaltsbewilligung zu ge-

währen ist (E. 5.3). 

5.2 Die Vorinstanz führt aus, die Beschwerdeführerin habe unter Verlet-

zung ihrer Mitwirkungspflicht weder im Asylverfahren noch im Wegwei-

sungsvollzugsverfahren ihre Identität und ihre tatsächliche Herkunft offen-

gelegt. Die Beschwerdeführerin bringt vor, es könne aufgrund der mangel-

haften Arbeitsweise der LINGUA-Experten und der Asylabteilung nicht auf 

den Asylentscheid abgestellt werden. So stehe die sachverständige Per-

son für Tibeter unter dem Einfluss Chinas. Sie verwies diesbezüglich auf 

einen von einem internationalen Tibetologen verfassten Bericht vom Sep-

tember 2020, der ein vertrauliches LINGUA-Gutachten über einen tibeti-

schen Asylsuchenden überprüft und erhebliche fachliche und qualitative 

Mängel festgestellt hatte. Zudem hege das SEM Sympathien zu China. In 

ähnlich gelagerten Fällen seien die Bemühungen der Beschwerdeführerin 

zur Papierbeschaffung als genügend erachtet worden, was unter dem 

Blickwinkel der Rechtsgleichheit problematisch sei. Zudem müsse gemäss 

Art. 8 VZAE kein gültiges Ausweispapier vorliegen, wenn dessen Beschaf-

fung unmöglich sei.  

Das Bundesverwaltungsgericht nimmt dazu wie folgt Stellung: Die Be-

schwerdeführerin konnte im Asylverfahren ihre Geburt und Sozialisierung 

in der Volksrepublik China nicht glaubhaft darlegen. Das SEM befand in 

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jenem Verfahren, sie habe ihre Mitwirkungspflicht verletzt und ihre wahre 

Identität verheimlicht. Aufgrund der fehlenden Identitätspapiere und ihrer 

Ausführungen sei nicht davon auszugehen, dass sie in der von ihr ange-

gebenen Region geboren und sozialisiert worden sei. Folglich handle es 

sich bei ihr nicht um eine Staatsangehörige der Volksrepublik China. Indi-

zien würden auf eine Herkunft aus einer exiltibetischen Gemeinschaft aus-

serhalb der Volksrepublik China, insbesondere Nepal oder Indien, hinwei-

sen. Der Asylentscheid des SEM vom 8. April 2015 ist in Rechtskraft er-

wachsen (Urteil des BVGer D-3080/2015 vom 16. Juni 2015). Darauf ist 

demnach abzustellen (vgl. Urteil des BVGer F-5830/2020 vom 15. April 

2021 E. 6). Die geltend gemachten angeblichen Mängel am Asylverfahrens 

ändern daran nichts. Überdies wurde im Asylverfahren der Beschwerde-

führerin gar keine LINGUA-Analyse durchgeführt, womit ihre Bemängelung 

des LINGUA-Experten irrelevant ist (vgl. BVGE-act. 4 S. 3).  

Auch hat die Beschwerdeführerin seit dem Asylentscheid – und insbeson-

dere im vorliegenden Verfahren – ihre wahre Identität und ihre Sozialisie-

rung nicht in überprüfbarer Weise offengelegt. Sie hat im Gegenteil seither 

keine weiterführenden Angaben gemacht oder Beweise vorgelegt 

(vgl. ZEMIS-act. 42 und 14 sowie BVGer-act. 1 und 7). Ihre vermeintlichen 

Bemühungen von der indischen und nepalesischen Vertretung in der 

Schweiz Reisepapiere zu erhalten (s. ZEMIS-act. 42 S. 126) erweisen sich 

als ungenügend (vgl. Urteil des BVGer F-5830/2020 vom 15. April 2021 

E. 6). Im Übrigen verkennt die Beschwerdeführerin, dass es im vorliegen-

den Verfahren nicht um die Beurteilung der Möglichkeit der Beschaffung 

von Ausweispapieren geht, sondern einzig um die Offenlegung ihrer Iden-

tität. Das von ihr namentlich angeführte Urteil des Bundesverwaltungsge-

richts F-2100/2018 vom 7. Oktober 2020 (BVGer-act. 1 S. 6) ist für das 

vorliegende Verfahren nicht massgebend, da es sich dabei um ein Verfah-

ren betreffend Ausstellung von Reisedokumenten handelt und der Sach-

verhalt – in jenem Fall wurde die chinesische Staatsbürgerschaft ange-

nommen – nicht vergleichbar ist. Es muss daher festgestellt werden, dass 

die Beschwerdeführerin ihrer Pflicht zur Offenlegung ihrer Identität (Art. 31 

Abs. 2 VZAE) nicht nachgekommen ist, womit ein Widerrufsgrund nach  

Art. 62 Abs. 1 Bst. a AIG erfüllt ist.  

Überdies ist festzustellen, dass die Integration der Beschwerdeführerin in 

der Schweiz unter dem Blickwinkel von Art. 14 Abs. 2 AsylG nicht ausrei-

chend ist. Sie nahm zwar namentlich im Jahre 2014 während 4 Monaten 

an einem Beschäftigungsprogramm für Asylsuchende teil (ZEMIS-act. 1/42 

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Seite 8 

S.156), erwarb A2-Deutschkentnisse (ZEMIS-act. 1/42 S.143ff.), über-

setzte im Jahre 2019 während 9 Tagen mündlich an Kursen der Kultur-

schule in (…), die sie selber auch besucht hatte (ZEMIS-act. 1/42 S. 

147ff.), gab Vorträge in ihrer Pfarrei (ZEMIS-act. 1/42 S. 154) und wirkt seit 

2018 wöchentlich in der Küche im Solidaritätshaus (…) mit, wo sie eigent-

lich wegen der Eingrenzung auf den Kanton (…) gar nicht verweilen dürfte 

(ZEMIS-act. 1/22,26,29 und 42 S.132 und ZEMIS-act. 1/42 S. 171). Sie 

wurde zudem als zuverlässige, verantwortungsbewusste und eigenstän-

dige Persönlichkeit beschrieben (ZEMIS-act. 1/42 S. 170f.). Die besuchten 

Kurse und die geleistete ehrenamtliche Arbeit bleiben jedoch, selbst unter 

Berücksichtigung des zu beachtenden Arbeitsverbotes, welchem die Be-

schwerdeführerin unterliegt, in einem relativ bescheidenen Rahmen und 

vermögen nicht eine überdurchschnittliche Integration in der Schweiz zu 

begründen (vgl. mit Urteil des BVGer F-599/2018 vom 12. Februar 2019 

E. 9).  

Überdies verbrachte die Beschwerdeführerin die prägenden Kindes- und 

Jugendjahre nicht in der Schweiz, wo sie seit 2015 einem Wegweisungs-

entscheid unterliegt und nur seit November 2019 aufgrund ihres Aufent-

haltsbewilligungsgesuch vom Kanton (…) geduldet wird (vgl. ZEMIS-

act.1/43). 

Mit den überzeugenden Ausführungen der Vorinstanz setzt sich die Be-

schwerdeführerin im Rechtsmittelverfahren nicht näher auseinander. So 

macht sie insbesondere im Hinblick auf Art. 8 EMRK keine weiterführenden 

und überprüfbaren Angaben zur Partnerschaft, die sie mit einem auf [einen 

anderen] Kanton (…) eigegrenzten und ebenfalls abgewiesenen tibeti-

schen Asylsuchenden zu unterhalten behauptet (ZEMIS-act.14 S. 254 und 

BVGer-act. 7 S. 11).  

Ferner bleibt anzufügen, dass Probleme im Zusammenhang mit der Durch-

führbarkeit des angeordneten Wegweisungsvollzugs nicht im vorliegenden 

Aufenthaltsbewilligungsverfahren zu prüfen sind, sondern Gegenstand des 

Asylverfahrens bzw. eines Verfahrens zur vorläufigen Aufnahme bilden  

(s. Urteil des BVGer F-6053/2017 vom 13. Februar 2020 E. 1.3; vgl. auch 

ZEMIS 1/19 S. 51, wo sie schon 2015 sich bereit erklärte, nach Tibet zu-

rückzukehren).  

5.3 Aus den vorstehenden Erwägungen ergibt sich, dass die Vorinstanz zu 

Recht die Zustimmung zur Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung gemäss 

Art. 14 Abs. 2 AsylG verweigert hat.  

F-5567/2020 

Seite 9 

6.  

Die angefochtene Verfügung ist im Lichte von Art. 49 VwVG nicht zu bean-

standen. Die Beschwerde ist demnach abzuweisen. 

7.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten der Beschwerde-

führerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Angesichts der Gewährung 

der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG ist auf die 

Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

F-5567/2020 

Seite 10 

 

 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Dieses Urteil geht an: 

– die Beschwerdeführerin (Einschreiben); 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. […]) retour; 

– die Migrationsbehörde des Kantons Aargau (in Kopie). 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Regula Schenker Senn Anna-Barbara Adank 

 

 

 

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