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**Case Identifier:** 3315cfc0-1238-577a-8a6d-0771cadd9b9a
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-04-29
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 29.04.2025 IV 2024/118
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2024-118_2025-04-29.pdf

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© Kanton St.Gallen 2026 Seite 1/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2024/118

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 20.05.2025

Entscheiddatum: 29.04.2025

Entscheid Versicherungsgericht, 29.04.2025
Art. 17 IVG. Umschulung. Massgebende Erwerbseinbusse. „Höherwertige“ 
Umschulung, „annähernde Gleichwertigkeit“ (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 29. April 2025, IV 
2024/118).

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Kanton St.Gallen  
Gerichte 
 
 

 
 
 
 

 
 1/10 

 

 
 
Versicherungsgericht 

Abteilung II 

 

 

 

 

 

 

 Entscheid vom 29. April 2025 

Besetzung  Präsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Karin Huber-Studerus 
und Tanja Petrik-Haltiner; Gerichtsschreiber Tobias Bolt  

   

Geschäftsnr.   IV 2024/118 

   

Parteien 

 

 A.___,  

Beschwerdeführer,  

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Kreso Glavas,  

Advokatur Glavas AG, Dorfstrasse 33, 9313 Muolen,  
 
 

  gegen 

  I V - S t e l l e  d e s  K a n t o n s  S t .  G a l l e n ,  Postfach 368, 

9016 St. Gallen,  

Beschwerdegegnerin,  

 

 

 
  

Gegenstand  berufliche Eingliederungsmassnahmen 
 
 
 

 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

IV 2024/118 
 

 

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Sachverhalt 

A.  

A.a A.___ meldete sich im Dezember 2020 zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an 

(IV-act. 1). Er hatte eine Berufslehre zum Automechaniker abgeschlossen und den eidgenössischen 

Fachausweis als Automobildiagnostiker erlangt (IV-act. 15). Der Allgemeinmediziner Dr. med. B.___ 

berichtete im Februar 2021 (IV-act. 17), der Versicherte leide an einer Sarkoidose. Im Vordergrund des 

Beschwerdebildes stünden Gelenk- und Gliederschmerzen sowie eine körperliche Schwäche. Aktuell 

sei der Versicherte nicht arbeitsfähig. Gegenüber der zuständigen Eingliederungsverantwortlichen der 

IV-Stelle gab der Versicherte im Januar 2022 telefonisch an, er wolle seine selbständige 

Erwerbstätigkeit weiterführen, sobald es sein Gesundheitszustand wieder erlaube (IV-act. 72–5). Mit 

einer Mitteilung vom 22. Juni 2022 wies die IV-Stelle das Begehren um berufliche 

Eingliederungsmassnahmen ab (IV-act. 73). 

A.b Die Klinik für Immunologie des Universitätsspitals Zürich berichtete im Dezember 2022 (IV-act. 

97), nach einem Wechsel der Medikation habe sich ein erfreulicher Verlauf eingestellt. Seit September 

2022 seien die Manifestationen der Sarkoidose komplett regredient. Im Januar 2023 notierte Dr. med. 

C.___ vom IV-internen regionalen ärztlichen Dienst (RAD; IV-act. 99), der Gesundheitszustand des 

Versicherten sei seit September 2022 stabil. Aufgrund des Alters, der Hyperkalzämie und der langen 

Symptomdauer sei die Prognose allerdings „eingeschränkt“. Unter der Annahme, dass es sich bei der 

angestammten Tätigkeit als Werkstattleiter und Automobildiagnostiker um eine körperlich leichte bis 

mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeit mit erhöhten kognitiven Anforderungen handle, sei von 

einem Arbeitsfähigkeitsgrad von etwa 75 Prozent auszugehen. Für eine adaptierte Tätigkeit könne kein 

höherer Arbeitsfähigkeitsgrad attestiert werden. Mit einem Vorbescheid vom 9. Februar 2023 teilte die 

IV-Stelle dem Versicherten mit (IV-act. 102), dass sie die Abweisung seines Rentenbegehrens vorsehe. 

Zur Begründung führte sie an, die angestammte Tätigkeit sei ideal leidensadaptiert und zu 75 Prozent 

zumutbar. Der Invaliditätsgrad betrage folglich 25 Prozent. Ein Rentenanspruch bestehe aber erst bei 

einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent. Dagegen liess der Versicherte am 1. März 2023 

einwenden (IV-act. 104), er erfülle die Voraussetzungen für eine Umschulung in exemplarischer Weise. 

Bevor über sein Rentenbegehren entschieden werde, müsse folglich vorab eine Umschulung geprüft 

werden. Bereits Ende Februar 2023 hatte die Klinik für Immunologie des Universitätsspitals Zürich 

berichtet (IV-act. 120), der Versicherte sei wieder in einem Pensum von 50 Prozent erwerbstätig und 

gut eingestellt. In näherer Zukunft sei eine Steigerung des Pensums ausgeschlossen. Bei Sarkoidose-

Patienten verbleibe häufig trotz adäquater Therapie eine einschränkende Fatigue bestehen. Am 16. 

März 2023 liess der Versicherte eine Umschulung zum Metallbauplaner beantragen (IV-act. 121). Mit 

einer Verfügung vom 26. April 2023 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren ab (IV-act. 124). Der 

Versicherte liess am 8. Mai 2023 eine Beschwerde gegen diese Verfügung erheben (vgl. IV-act. 127). 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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Am 5. Juli 2023 widerrief die IV-Stelle die angefochtene Verfügung (IV-act. 132). Das 

Beschwerdeverfahren wurde in der Folge abgeschrieben (Entscheid IV 2023/79 vom 31. August 2023; 

vgl. IV-act. 149). 

A.c Im September 2023 teilte der Versicherte der IV-Stelle mit (IV-act. 153), dass er in der 

angestammten Tätigkeit den folgenden Belastungen ausgesetzt sei: Er führe körperliche Arbeiten aus, 

die körperlich anspruchsvoll sein könnten. Dazu gehörten das Heben schwerer Werkzeuge und Teile, 

das Kriechen unter Fahrzeuge, das Anheben von Fahrzeugen mit Hebebühnen und das Arbeiten in 

unbequemen Positionen. Oft herrsche Zeitdruck, was zu stressigen Situationen führen könne. 

Automobildiagnostiker seien Chemikalien, Hitze, Kälte, Lärm und Vibrationen ausgesetzt. Der 

Versicherte müsse komplexe Probleme in Fahrzeugen diagnostizieren und lösen. Das erfordere ein 

hohes Mass an technischem Verständnis, Konzentration und der Fähigkeit logischen Denkens. 

Automobildiagnostiker müssten sich ständig weiterbilden, um mit den neusten Technologien und 

Diagnosemethoden Schritt zu halten. Sie müssten oft flexibel sein und sie trügen eine hohe 

Verantwortung. Normalerweise würden die Arbeiten stehend verrichtet. Der Tätigkeitsbereich am 

konkreten Arbeitsplatz umfasse sämtliche Wartungs- und Reparaturarbeiten an Fahrzeugen, das 

Erstellen komplexer Diagnosen an Motoren, Getrieben und Elektronik, das Finden von Lösungen für 

anfallende Probleme in der Werkstatt, das Anfertigen von Einzelteilen, die Koordination der 

Werkstattarbeiten, den Einbau von Tuning- und Zubehörteilen, die Wartung von Rennfahrzeugen sowie 

die Entwicklung und Anfertigung von Teilen für Rennfahrzeuge. Die Klinik für Immunologie des 

Universitätsspitals Zürich berichtete im November 2023, der Gesundheitszustand des Versicherten sei 

seit Februar 2023 stabil; der Arbeitsfähigkeitsgrad betrage 50 Prozent (IV-act. 162). Im Februar 2024 

notierte die RAD-Ärztin Dr. C.___ (IV-act. 165), unter Berücksichtigung der Ausführungen des 

Versicherten könne die angestammte Tätigkeit nicht als ideal leidensadaptiert qualifiziert werden. Es 

handle sich nämlich um eine körperlich anspruchsvolle, häufig stehende Tätigkeit mit teilweise 

schwerem Heben und Tragen sowie Arbeiten in Zwangshaltungen. Unter leidensadaptierten 

Konditionen sei von einem Arbeitsfähigkeitsgrad von 60 Prozent auszugehen. Bereits im Juni 2023 

hatte ein Eingliederungsverantwortlicher der IV-Stelle berichtet (IV-act. 167), der Versicherte erledige 

de facto die Arbeiten eines Chefmechanikers, also Reparaturen auf hohem Niveau. Er sei 

ausschliesslich handwerklich tätig gewesen und habe sich nicht an den administrativen Arbeiten 

beteiligt. Im März 2024 notierte ein Berufsberater der IV-Stelle (IV-act. 171), Automobildiagnostiker 

stellten mithilfe von Prüfgeräten Fehler und Störungen an Fahrzeugen fest. Sie beaufsichtigten die 

Reparatur- und Wartungsarbeiten in der Werkstatt, berieten Kunden und verhandelten mit 

Versicherungsexperten. Sie seien die Schnittstelle zwischen dem Werkstattleiter und dem 

Werkstattpersonal. Der Versicherte habe diese Tätigkeit in den vergangenen Jahren zumindest 

teilweise ausgeübt. Trotzdem dürfte ein Auffrischungskurs oder eine kurze Einarbeitung für einen 

Wechsel in eine entsprechende Tätigkeit hilfreich sein. Das Lohnniveau bewege sich im Wohnkanton 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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bei 92’560 Franken (= 13 × 7’120 Franken) und am letzten Arbeitsort bei 97’370 Franken (= 13 × 7’490 

Franken). Eine Umschulung im Bereich „Tertiär B“ sei nicht sinnvoll, da sich die Verdienstmöglichkeiten 

nicht wesentlich erhöhen würden.  

A.d Mit einem Vorbescheid vom 4. April 2024 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit (IV-act. 175), 

dass sie die Abweisung seines Begehrens um eine „Umschulung und berufliche Massnahmen“ vorsehe. 

Zur Begründung führte sie an, die angestammte Tätigkeit sei als leidensadaptiert zu qualifizieren. Mit 

einer Umschulung lasse sich die Erwerbsfähigkeit folglich nicht wesentlich verbessern. Dagegen liess 

der Versicherte am 24. April 2024 einwenden (IV-act. 184), er sei gemäss den Berichten der 

behandelnden Ärzte nur zu 50 Prozent arbeitsfähig. Die angestammte Tätigkeit sei nicht 

leidensadaptiert. Er benötige eine Umschulung. Mit einer Verfügung vom 30. April 2024 wies die IV-

Stelle das Begehren um eine „Umschulung und berufliche Massnahmen“ ab (IV-act. 185). 

B.  

B.a Am 30. Mai 2024 liess der Versicherte (nachfolgend: der Beschwerdeführer) eine Beschwerde 

gegen die Verfügung vom 30. April 2024 erheben (act. G 1). Er liess die Aufhebung der angefochtenen 

Verfügung, die Zusprache einer Umschulung sowie der notwendigen beruflichen Massnahmen und 

eventualiter die Rückweisung der Sache an die IV-Stelle (nachfolgend: die Beschwerdegegnerin) zu 

weiteren Abklärungen beantragen. Zur Begründung liess er ausführen, die Arbeitsfähigkeitsschätzung 

der RAD-Ärztin Dr. C.___ überzeuge nicht. Er habe im Jahr 2022 ein Einkommen von 98’078 Franken 

und im Jahr 2023 ein solches von 97’500 Franken erzielt. Aktuell beziehe er teilweise einen Soziallohn. 

Sein Bruder, mit dem er den Betrieb führe, könne das bestätigen. Die Befragung sei anlässlich eines 

Augenscheins oder im Rahmen einer öffentlichen Verhandlung durchzuführen. Als gut ausgebildeter 

Berufsmann mit einer Einschränkung von mindestens 30 Prozent im erlernten Beruf erfülle er die 

Voraussetzungen für eine Umschulung in geradezu exemplarischer Weise. Die Tätigkeit als 

Automobildiagnostiker sei nur in Grösstbetrieben denkbar, weil nur diese eine Person rund um die Uhr 

ausschliesslich als Automobildiagnostiker beschäftigen könnten. Dem Beschwerdeführer sei kein 

einziger Betrieb bekannt, der jemanden ausschliesslich als Automobildiagnostiker beschäftige.  

B.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 23. August 2024 die Abweisung der Beschwerde (act. 

G 6). Zur Begründung führte sie an, das vom Berufsberater umschriebene Profil eines 

Automobildiagnostikers entspreche vollumfänglich dem von der RAD-Ärztin definierten 

Zumutbarkeitsprofil einer ideal leidensadaptierten Tätigkeit. Eine Umschulung erscheine zum Erhalt 

oder gar zur Verbesserung der Erwerbsfähigkeit nicht als notwendig. Überwiegend wahrscheinlich 

existierten auf dem allgemeinen und ausgeglichenen Arbeitsmarkt genügend Arbeitsstellen für 

Automobildiagnostiker, die den Adaptionskriterien entsprächen. Es sei weder ersichtlich noch vom 

Beschwerdeführer substantiiert dargetan, dass die von ihm anbegehrte Umschulung zum 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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Metallbauplaner geeignet und notwendig wäre, um seine Erwerbsfähigkeit zu erhalten oder zu 

verbessern. Weil der Beschwerdeführer ausserdem die ihm angebotene Unterstützung in der Form 

eines Job-Coachings (Art. 18 IVG) und eines Arbeitsversuchs (Art. 18a IVG) abgelehnt habe, fehle es 

hinsichtlich jener grundsätzlich in Frage kommender beruflichen Massnahmen an der 

Anspruchsvoraussetzung der subjektiven Eingliederungsfähigkeit. 

B.c Der Beschwerdeführer liess am 24. September 2024 an seinen Anträgen festhalten (act. G 8). 

Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 10). 

B.d Anlässlich der mündlichen Verhandlung vom 29. April 2025 liess der Beschwerdeführer 

ausführen, seine angestammte Tätigkeit sei ihm auf lange Sicht nicht zumutbar. Die Tätigkeit als 

Automobildiagnostiker sei nicht leidensadaptiert. In einem Stelleninserat der AMAG, die gewiss kein 

Kleinbetrieb sei, werde beispielsweise als erste Aufgabe die Reparatur an Fahrzeugen genannt. Der 

Beschwerdeführer benötige eine Umschulung. Diese müsse möglichst früh an die Hand genommen 

werden. In zehn Jahren sei es zu spät. Die von der Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort 

suggerierte Unterstellung, der Beschwerdeführer sei vom Rechtsvertreter zur beruflichen Eingliederung 

gezwungen worden, sei unzutreffend. 

B.e Die Beschwerdegegnerin führte an, die entscheidende Frage laute, ob die Tätigkeit als 

Automobildiagnostiker leidensadaptiert sei. Der berufsberaterische Sachverständige habe unter 

Berücksichtigung des vom RAD definierten Anforderungsprofils die begründete Auffassung vertreten, 

das sei der Fall. Der Arbeitsfähigkeitsgrad in einer adaptierten Tätigkeit sei im Übrigen nur geringfügig 

höher als jener in der angestammten Tätigkeit, denn eine adaptierte Tätigkeit sei dem 

Beschwerdeführer zu 60 Prozent zumutbar, die angestammte zu 50 Prozent. Der Unterschied betrage 

also nur zehn Prozent, was eine Umschulung als unverhältnismässig erscheinen lasse. Weshalb der 

Beschwerdeführer die Unterstützung durch einen Job Coach abgelehnt und sich auf eine Umschulung 

zum Metallbauplaner versteift habe, sei nicht nachvollziehbar. Die Beschwerdegegnerin hätte dem 

Beschwerdeführer durchaus eine Unterstützung in der Form von anderen beruflichen 

Eingliederungsmassnahmen geboten. 

B.f Der Beschwerdeführer liess festhalten, dass die medizinische Aktenlage eindeutig sei. Sie 

belege, dass eine Weiterführung der angestammten Tätigkeit nicht zumutbar sei. Ein Berufswechsel 

werde zu einer massiven Lohneinbusse führen. Ein Automobildiagnostiker müsse zupacken können. 

Da die Beschwerdegegnerin offenbar bereits eine Rentenprüfung eingeleitet habe, müsse betont 

werden, dass dies im jetzigen Zeitpunkt unprofessionell wäre. Die Beschwerdegegnerin entgegnete, 

dass ein ausgewiesener Fachmann (ihr Berufsberater) den Standpunkt vertreten habe, die Tätigkeit als 

Automobildiagnostiker sei leidensadaptiert. 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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B.g Auf entsprechende Fragen des Gerichtes hin führte der Beschwerdeführer aus, ein 

Automobildiagnostiker führe schwierigere Abklärungen durch, bei denen das Problem nicht 

offensichtlich oder bestens bekannt sei. Dafür müssten in der Regel verschiedene Bauteile 

ausgemessen werden, wofür diese aber ausgebaut werden müssten. Der Automobildiagnostiker könne 

keinen Mechaniker beiziehen, der ihm die Bauteile ausbaue; das müsse er selber machen. Nur grössere 

Arbeiten, wie etwas das Ausbauen eines kompletten Motors, übernähmen Mechaniker. Selbst in einem 

grossen Betrieb könne ein Automobildiagnostiker nicht mit rein diagnostischen Tätigkeiten voll 

ausgelastet werden. Folglich müsse ein Automobildiagnostiker immer wieder auch dort anpacken, wo 

gerade ein Bedarf bestehe. Üblicherweise führen Automobildiagnostiker deshalb auch gewöhnliche 

Services an Fahrzeugen durch, wechselten Reifen etc. In seinem Betrieb arbeite er mit zwei 

Mechanikern und einem Lehrling in der Werkstatt; sein Bruder und ein Teilzeitmitarbeiter mit einem 

Pensum von 60 Prozent erledigten die administrativen Aufgaben. Er könne sicherlich nicht weiter im 

eigenen Betrieb tätig sein. Das sei ihm klar. Er habe nie als Angestellter eine Führungsposition 

ausgeübt. Er traue sich zwar zu, als Werkstattchef mehrere Angestellte zu führen, aber die Frage sei, 

ob er nach über 20 Jahren selbständiger Tätigkeit eine entsprechende Stelle erhalten werde. Vielleicht 

könnte er ja als Berufsschullehrer arbeiten. Er sei allerdings kein „Bürolist“. Er müsse handwerklich 

etwas leisten, das Ergebnis seiner Arbeit sehen können. Seine Krankheit äussere sich im Moment vor 

allem durch Gliederschmerzen, eine ausgeprägte Kurzatmigkeit, durch Krämpfe und durch eine 

schnelle Erschöpfbarkeit. Zudem benötige er jeweils lange Erholungszeiten. 

Erwägungen 

1.  

1.1 Das mit der angefochtenen Verfügung abgeschlossene Verwaltungsverfahren hat berufliche 

Eingliederungsmassnahmen zum Gegenstand gehabt. Die Beschwerdegegnerin hatte das Begehren 

des Beschwerdeführers um berufliche Eingliederungsmassnahmen zwar bereits im Juni 2022 

abgewiesen, aber sie hatte diese Abweisung nicht verfügt, sondern in der Form einer Mitteilung im 

Sinne des Art. 51 ATSG eröffnet. Der Beschwerdeführer hatte im März 2023 eine Umschulung 

beantragt. Dieser Antrag kann nicht anders als eine Nichteinverständniserklärung betreffend die 

Mitteilung vom 22. Juni 2022 interpretiert werden. Da er weniger als ein Jahr nach der Eröffnung der 

Mitteilung vom 22. Juni 2022 erfolgt ist (vgl. dazu UELI KIESER, ASTG-Kommentar, 4. Aufl. 2020, Art. 51 

N 20 ff., mit Hinweisen) und da die Beschwerdegegnerin in der Folge das Verwaltungsverfahren 

betreffend berufliche Massnahmen wieder aufgenommen hat, muss sie ihre noch nicht verbindliche 

Mitteilung vom 22. Juni 2022 widerrufen haben. Den Gegenstand des hier massgebenden 

Verwaltungsverfahrens hat also das im Dezember 2020 eingereichte Begehren um berufliche 

Eingliederungsmassnahmen gebildet. 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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1.2 Mit der angefochtenen Verfügung hat die Beschwerdegegnerin sowohl einen Anspruch auf eine 

Umschulung als auch einen Anspruch auf (weitere) „berufliche Massnahmen“ abgewiesen. Das 

Verwaltungsverfahren hat folglich alle in Betracht fallenden beruflichen Eingliederungsmassnahmen 

umfasst. Im Fokus des mit der angefochtenen Verfügung vom 30. April 2024 abgeschlossenen 

Verwaltungsverfahrens haben eine Berufsberatung und eine Umschulung des Beschwerdeführers 

gestanden. 

2.  

2.1 Der Anspruch auf eine Umschulung setzt nach Art. 17 IVG voraus, dass eine solche infolge einer 

Gesundheitsbeeinträchtigung notwendig ist und dass dadurch die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich 

erhalten oder verbessert werden kann. Die Notwendigkeit einer Umschulung wird praxisgemäss bejaht, 

wenn eine versicherte Person eine Erwerbseinbusse von mindestens etwa 20 Prozent erleidet (vgl. 

ULRICH MEYER/MARCO REICHMUTH, Rechtsprechung des Bundesgerichtes zum IVG, 4. Aufl. 2022, Art. 

17 N 3, mit Hinweisen). Ein massgebender Umschulungserfolg liegt vor, wenn die Umschulung zu einer 

relevanten Reduktion der durch den Gesundheitsschaden bedingten Erwerbseinbusse führt, wenn sie 

also den Wechsel in einen anderen Beruf ermöglicht, für den entweder ein höherer 

Arbeitsfähigkeitsgrad besteht oder aber in dem das Lohnniveau deutlich höher als im erlernten Beruf 

ist (sog. „höherwertige“ Umschulung). Das praxisgemässe Erfordernis der „annähernden 

Gleichwertigkeit“ der neuen Ausbildung in Beziehung zum erlernten Beruf bezieht sich also nicht auf 

das Ausbildungsniveau, sondern auf die zu erwartenden Verdienstmöglichkeiten (MEYER/REICHMUTH, 

a.a.O., Art. 17 N 17, mit Hinweisen). 

2.2 Der Beschwerdeführer hat eine Ausbildung zum Automechaniker und eine Weiterbildung zum 

Automobildiagnostiker abgeschlossen. Er führt seit Jahren zusammen mit seinem Bruder eine 

Werkstatt, die nebst den gewöhnlichen Service- und Reparaturarbeiten an Personenwagen auch 

besonders anforderungsreiche Reparaturen und Umbauten an Personenwagen durchführt. Der 

Beschwerdeführer ist nicht administrativ, sondern ausschliesslich handwerklich tätig gewesen. Er hat 

die typischen Arbeiten eines Automobildiagnostikers und eines (besonders gut qualifizierten) 

Automechanikers ausgeführt, das heisst er ist hauptsächlich als Werkstattleiter und Chefmechaniker 

tätig gewesen. Diese Tätigkeit ist zumindest zeitweise körperlich schwer belastend und insgesamt 

überwiegend wahrscheinlich nicht ideal leidensadaptiert gewesen. Ein Berufsberater der 

Beschwerdegegnerin hat sich auf den Standpunkt gestellt, dass die ausschliessliche Tätigkeit als 

Automobildiagnostiker dem Anforderungsprofil einer ideal leidensadaptierten Tätigkeit entsprechen 

würde. Diese Behauptung hat er mit allgemeinen Ausführungen zu den typischen Tätigkeiten eines 

Automobildiagnostikers untermauert. Der Beschwerdeführer hat sich auf den Standpunkt gestellt, dass 

das vom Berufsberater im Internet gefundene generelle Tätigkeitsprofil eines Automobildiagnostikers 

nicht realistisch sei, weil es sich, wenn überhaupt, nur sehr grosse Betriebe leisten könnten, einen 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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Angestellten ausschliesslich mit diagnostischen Tätigkeiten zu beschäftigen. Effektiv führten 

Automobildiagnostiker nicht nur Diagnosen, sondern auch Reparaturen aus. Sie seien also immer 

teilweise als Diagnostiker und teilweise als Mechaniker tätig. Das vom Beschwerdeführer mit der Replik 

als Beispiel eingereichte Stelleninserat eines grösseren Betriebes (act. G 8.1) sowie der 

Tätigkeitsbeschrieb (act. G 8.2) untermauern diese Aussagen, denn sie sehen nicht allein 

diagnostische, sondern auch handwerkliche Tätigkeiten als zum Beruf des Automobildiagnostikers 

gehörend vor. Nach der allgemeinen Lebenserfahrung erscheint es als ausgeschlossen, dass ein 

Automobildiagnostiker rein diagnostische Tätigkeiten ausführen kann, ohne je selbst handwerklich tätig 

werden zu müssen, zumal der Beschwerdeführer überzeugend dargelegt hat, dass Bauteile für die 

Diagnose regelmässig ausgebaut werden müssten. Entgegen der von der Beschwerdegegnerin 

vertretenen Ansicht kann die Tätigkeit als Automobildiagnostiker deshalb überwiegend wahrscheinlich 

nicht als ideal leidensadaptiert qualifiziert werden. Dennoch übt der Beschwerdeführer diese Tätigkeit 

gemäss den Angaben der behandelnden Ärzte spätestens seit Februar 2023 wieder in einem Pensum 

von 50 Prozent aus. 

2.3 Gemäss den von der RAD-Ärztin Dr. C.___ als überzeugend qualifizierten Angaben der 

behandelnden Ärzte kann für eine ideal leidensadaptierte Tätigkeit kein wesentlich höherer 

Arbeitsfähigkeitsgrad attestiert werden, da sich das Hauptsymptom der Erkrankung des 

Beschwerdeführers, die ausgeprägte Fatigue, in sämtlichen Tätigkeiten gleichermassen auf die 

Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers auswirkt. Die RAD-Ärztin Dr. C.___ hat mit einer – 

notwendigerweise aus der Sicht eines medizinischen Laien – überzeugenden Begründung einen 

Arbeitsfähigkeitsgrad von 60 Prozent attestiert. Mit einem Wechsel in eine ideal leidensadaptierte 

Tätigkeit mit einem vergleichbaren Lohnniveau könnte der Beschwerdeführer seinen 

Arbeitsfähigkeitsgrad also lediglich um zehn Prozent steigern. Folglich stellt sich die Frage nach einer 

sogenannt „höherwertigen“ Umschulung in eine ideal leidensadaptierte Tätigkeit mit einem höheren 

Lohnniveau. Eine entsprechende Umschulung könnte die Erwerbseinbusse nämlich um mehr als zehn 

Prozent und damit möglicherweise sogar auf ein rentenausschliessendes Ausmass reduzieren. Der 

Berufsberater der Beschwerdegegnerin hat sich, ohne ernsthafte Abklärungen getätigt zu haben, auf 

den nicht begründeten und auch nicht überzeugenden Standpunkt gestellt, selbst eine Umschulung auf 

der Stufe „Tertiär B“ würde das Lohnniveau nicht wesentlich beeinflussen. Die Ergebnisse der 

Lohnstrukturerhebung zeigen, dass das Lohnniveau von Automobilfachleuten im Vergleich zu jenem in 

anderen Branchen tief ist. Nach der allgemeinen Lebenserfahrung dürften also durchaus Berufe 

existieren, die sowohl ideal leidensadaptiert sind als auch ein relevant höheres Lohnniveau aufweisen. 

Die Beschwerdegegnerin hätte folglich entsprechende Abklärungen tätigen müssen. Dabei hätte sie 

sich selbstverständlich nicht allein auf den Wunschberuf des Beschwerdeführers (Metallbauplaner) 

beschränken dürfen, sondern im gesamten Spektrum der in Frage kommenden Berufe prüfen müssen, 

ob ein geeigneter Beruf zu finden sei. Weiter hätte sie abklären müssen, ob der Beschwerdeführer mit 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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seiner Erkrankung, deren Leitsymptom in einer ausgeprägten Fatigue besteht, aus medizinischer Sicht 

in der Lage wäre, eine entsprechend anforderungsreiche Umschulung zu absolvieren. 

Zusammenfassend erweist sich der Sachverhalt bezüglich des Umschulungsanspruchs als 

ungenügend ermittelt. Die angefochtene Verfügung ist in Verletzung der Untersuchungspflicht (Art. 43 

Abs. 1 ATSG) ergangen und folglich als rechtswidrig aufzuheben. Die Sache ist zur Fortsetzung des 

Verwaltungsverfahrens an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Diese wird entweder einen 

eigenen oder aber einen externen Berufsberater anhalten, eingehend in Zusammenarbeit mit dem 

Beschwerdeführer (nicht nur mit Internetrecherchen, die wohl auch ohne jedes berufsberaterisches 

Wissen durchgeführt werden könnten) im Sinne einer Berufsberatung nach Art. 15 IVG abzuklären, ob 

ein geeigneter Beruf existiert, in den der Beschwerdeführer umgeschult werden könnte, sodass er 

anschliessend wesentlich mehr als 60 Prozent seines früheren Erwerbseinkommens erzielen könnte. 

Nötigenfalls wird die Beschwerdegegnerin zusätzlich zu diesen berufsberaterischen Abklärungen 

medizinische Abklärungen bezüglich der Frage tätigen müssen, ob der Beschwerdeführer in der Lage 

ist, eine entsprechende Umschulung zu bewältigen. 

3.  

Die Gerichtskosten sind angesichts des durchschnittlichen Verfahrensaufwandes praxisgemäss auf 

600 Franken festzusetzen. Sie sind von der Beschwerdegegnerin zu bezahlen; dem Beschwerdeführer 

wird der von ihm geleistete Kostenvorschuss von 600 Franken zurückerstattet. Der für die Bemessung 

der Parteientschädigung massgebende erforderliche Vertretungsaufwand ist als massiv 

unterdurchschnittlich zu qualifizieren, weil nur verhältnismässig wenige Akten haben studiert werden 

müssen. Für die mündliche Verhandlung ist allerdings ein Zusatzaufwand angefallen. Die 

Parteientschädigung wird deshalb auf 3’000 Franken (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) 

festgesetzt. 

  

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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Entscheid 

1.  

Die Sache wird zur Berufsberatung und für einen allfällige Umschulung im Sinne der Erwägungen an 

die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen. 

2.  

Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtskosten von 600 Franken zu bezahlen; dem Beschwerdeführer 

wird der von ihm geleistete Kostenvorschuss von 600 Franken zurückerstattet. 

3.  

Die Beschwerdegegnerin hat den Beschwerdeführer mit 3’000 Franken zu entschädigen. 

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 29.04.2025
	Art. 17 IVG. Umschulung. Massgebende Erwerbseinbusse. „Höherwertige“ Umschulung, „annähernde Gleichwertigkeit“ (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 29. April 2025, IV 2024/118).

		2026-01-28T04:29:37+0100
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen