# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2910140f-d391-5bbe-a137-facb47455780
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-03-02
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 2. Kammer 02.03.2010 S 2009 171
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_002_S-2009-171_2010-03-02.pdf

## Full Text

S 09 171

2. Kammer als Versicherungsgericht

URTEIL
vom 2. März 2010

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Versicherungsleistungen nach UVG

1. … wurde am 3. August 1957 geboren und arbeitete vom 3. Mai 1990 bis Ende 

Dezember 1991 bei der … AG in ... Am 16. Juli 1990 glitt der Versicherte beim 

Eindecken eines ca. 80 cm tiefen Grabens auf der Böschung aus und fiel in 

den Graben, wobei er sich das rechte Fussgelenk verdrehte. Der Versicherte 

war vom 24. Juli 1990 bis zum 31. Juli 1990 im Krankenhaus … hospitalisiert, 

wo eine Distorsion des rechten oberen Sprunggelenkes (OSG) mit einer 

Ruptur des Ligamentum talofibulare anterius diagnostiziert wurde. Am 25. Juli 

1990 wurde der Versicherte an der Bandnaht operiert. Gemäss dem 

Operationsbericht war die Bandruptur unvollständig, ein Hämathros war nicht 

vorhanden. Vom 20. November bis zum 14. Dezember 1990 war der 

Versicherte in der Rehabilitationsklinik … hospitalisiert. Im Austrittsbericht 

vom 17. Dezember 1990 wurde festgehalten, dass sich die Mobilisation 

wegen persisitierenden belastungsabhängigen Fussschmerzen rechts mit 

Schonhinken und maximaler Gehstrecke von ca. 10 Minuten ungewöhnlich 

verzögert habe. Die Beweglichkeit im oberen Sprunggelenk sei geringgradig 

eingeschränkt. Klinisch und radiologisch bestünden keine Anhaltspunkte für 

eine Algodystrophie, ebenso bestehe keine fassbare Instabilität. Die 

Beweglichkeit im unteren Sprunggelenk und im Bereich des Vorfusses sei 

normal. Ab dem 1. März 1991 sei der Versicherte wiederum zu 100% 

arbeitsfähig.   

2. Am 24. Juli 1991 erlitt der Versicherte einen weiteren Unfall. Beim Abladen 

von 200-Liter-Dieselfässern wurde er durch ein rollendes Fass umgestossen 

und fiel gegen eine Ladebrücke. Dr. med. … diagnostizierte am 26. Juli 1991 

Prellungen am linken Ellbogen und in der Lendengegend. Am 12. September 

1991 wurde ein Röntgenbild der Lendenwirbelsäule erstellt, welches den 

Verdacht auf eine Fraktur des rechten Processus articularis inferior L2 

aufkommen liess. Eine tomographische Untersuchung ergab keine Fraktur, 

jedoch die Diagnose einer Ossifikationsvariante ohne klinisch-pathologische 

Relevanz. Am 24. September 1991 wurde der Versicherte vom Kreisarzt Dr. 

med. … untersucht, welcher eine Physiotherapie und – falls die Beschwerden 

persistieren sollten – eine frontale konventionelle Tomographie der 

Lendenwirbelsäule empfahl. Die Physiotherapien und die Sitzungen beim 

Chiropraktiker waren erfolglos und zwei Arbeitsversuche scheiterten. Die 

geplante orthopädische Untersuchung konnte nicht durchgeführt werden, weil 

der Versicherte am 11. Dezember 1991 ins damalige Jugoslawien 

zurückgekehrt war.

3. Am 23. Februar 2009 meldete der Versicherte einen Rückfall bzw. Spätfolgen. 

Sein Gesundheitszustand habe sich seit seiner Ausreise aus der Schweiz 

unfallbedingt verschlechtert. Es wurde ein Arztbericht von Dr. med. …, 

Orthopädie und Traumatologie, …, vom 21. April 2009 in serbokroatischer 

Sprache eingereicht, welcher am 25. Mai 2009 vom Kreisarzt Dr. med. … 

beurteilt wurde. 

4. Mit Verfügung vom 3. Juni 2009 lehnte die Suva Chur eine Leistungspflicht 

ab. Gemäss dem Kreisarzt bestehe kein sicherer oder wahrscheinlicher 

Kausalzusammenhang zwischen den Ereignissen vom 16. Juli 1990 und 24. 

Juli 1991 einerseits und den gemeldeten Beschwerden gemäss dem 

übersetzten Bericht von Dr. med. … andererseits. Die gegen diese Verfügung 

erhobene Einsprache wurde mit Entscheid vom 28. Oktober 2009 

abgewiesen.

5. Am 11. November 2009 erhob der Versicherte frist- und formgerecht 

Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden und 

beantragte die Aufhebung des Einspracheentscheides vom 28. Oktober 2009. 

Es seien ihm SUVA-Leistungen zuzusprechen oder die Sache erneut 

abzuklären. Der Kreisarzt und Dr. med. … beurteilten die unfallbedingten 

Leiden des Beschwerdeführers unterschiedlich, weshalb vorgeschlagen 

werde, den Beschwerdeführer für eine Untersuchung in der Schweiz 

aufzubieten. Er habe die Schweiz nach Ablauf seiner Saisonbewilligung im 

Dezember 1991 verlassen müssen. Zu diesem Zeitpunkt sei er wegen seiner 

unfallbedingten Beschwerden zu 100% arbeitsunfähig gewesen. Einzig aus 

diesem Grund habe sein damaliger Arbeitgeber kein Visum für ihn für die 

folgende Saison mehr beantragt. Gemäss dem Bericht von Dr. med. … seien 

die heutigen Beschwerden Folge der Verletzung vor 20 Jahren. Dieser Arzt 

weise auch darauf hin, dass ein EMNG-Befund der unteren Extremitäten 

gemacht werden sollte. Die Vorinstanz hätte Röntgenbilder und einen EMNG-

Befund verlangen müssen oder den Beschwerdeführer für eine Untersuchung 

in der Schweiz aufbieten müssen.

6. In ihrer Vernehmlassung vom 11. Januar 2010 beantragte die Suva die 

Abweisung der Beschwerde. Die Darstellung des vom Beschwerdeführer 

dargestellten Sachverhaltes enthalte unzutreffende Angaben. Er sei nicht bis 

zu seiner Ausreise im Dezember 1991 zu 100% arbeitsunfähig gewesen. 

Sodann sei er aus eigenem Entschluss in das damalige Jugoslawien 

zurückgekehrt, obwohl noch Abklärungen im Gange gewesen seien. Der 

Beschwerdeführer melde einen Rückfall zu vor 18 bzw. 19 Jahren 

stattgefundenen, eher bagatellären Unfällen. Der Beschwerdeführer vermöge 

die Kausalität der Beschwerden zu den Grundfällen nicht zu erbringen. 

Zwischen den Unfällen und dem gemeldeten Rückfall bestünden keinerlei 

Brückensymptome. Beim Beschwerdeführer habe gemäss Röntgen kein 

pathologischer Befund an der Lendenwirbelsäule bestanden, weshalb davon 

auszugehen sei, dass die Beschwerden an der Lendenwirbelsäule spätestens 

3-4 Monate nach dem Unfall vom 24. Juli 1991 nicht mehr auf diesen zurück 

zu führen gewesen seien. Die vom Beschwerdeführer der Suva am 25. 

November 2009 eingereichten Röntgenbilder vermöchten lediglich zu 

belegen, ob die von Dr. med. … angegebenen degenerativen Veränderungen 

bestehen, jedoch könnten diese nichts in Bezug auf die Ätiologie aussagen. 

Die vorgeschlagene neue Beurteilung mache daher keinen Sinn.

7. In seiner Replik vom 14. Januar 2010 brachte der Beschwerdeführer vor, Dr. 

med. … hätten die medizinischen Unterlagen der SUVA zugestellt und 

anhand eines Fragenkatalogs hätte von ihm ein vollständiger Bericht verlangt 

werden müssen. Die am 25. September 2009 der Vorinstanz zugestellten 

Röntgenbilder hätten dem Kreisarzt zu erneuten Beurteilung vorgelegt 

werden sollen.

8. Die Suva verzichtete auf eine Duplik.

Auf weitere Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften wird, soweit 

erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt im vorliegenden Beschwerdeverfahren bildet der 

vorinstanzliche Einspracheentscheid vom 28. Oktober 2009 samt der diesem 

zugrunde liegenden Verfügung vom 3. Juni 2009. Streitig und zu prüfen ist, 

ob die Vorinstanz zu Recht ihre Leistungspflicht verneint hat.

2. a) Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers setzt nach dem Bundesgesetz 

über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) 

sowie der Spezialgesetzung im Unfallversicherungsrecht (UVG; SR 832.20) 

zunächst voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem geklagten 

Gesundheitsschaden ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang 

besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhanges sind 

alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als 

verwirklicht gedacht werden kann. Ob zwischen einem schädigenden Ereignis 

und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang 

bestehe, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung und im Beschwerdefall der 

Richter nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit 

eines Sachzusammenhanges genügt für die Begründung eines 

Leistungsanspruches noch nicht (BGE 129 V 181 E. 3.1, 123 V 138 E. 3a, 119 

V 138 E. 1, 118 V 289 E. 1b; Pra 3/2004 Nr. 45 E. 2.2.2 S. 235; SVR-

Rechtsprechung [SVR] 8-9/2003 UV Nr. 11 E. 3.1 S. 32, Nr. 12 UV E. 3.1.1 

S. 35; PVG 2000 Nr. 26, 1994 Nr. 65).

b) Als adäquate oder rechtserhebliche Ursache eines Erfolges hat ein Ereignis 

dann zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach 

der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg  von der 

Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch 

das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 181 E. 3.2, 125 

V 461 E. 5a, 123 V 141 E. 3d, 122 V 416 E. 2a, 121 V 49 E. 3a; SVR 8-9/2003 

UV Nr. 11 E. 3.2 S. 32). Der Voraussetzung des     adäquaten 

Kausalzusammenhanges kommt die Funktion einer Haftungsbegrenzung zu 

(BGE 125 V 462 E. 5c, 123 V 102 E. 3b). Sie hat bei allen 

Gesundheitsschädigungen, die aus ärztlicher Sicht mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit als natürliche Unfallfolgen gelten, Platz zu greifen. Die 

Frage der Adäquanz ist eine Rechtsfrage, sie ist nicht von medizinischen 

Sachverständigen, sondern vom Richter zu beurteilen (SVR 8-9/2003 UV Nr. 

12 E. 3.2.1 S. 36, 9/2002 UV Nr. 11 E. 2b S. 31).

c) Gemäss Art. 11 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV; SR 

832.202) werden die Versicherungsleistungen auch für Rückfälle und 

Spätfolgen gewährt. Laut Rechtsprechung handelt es sich bei einem Rückfall 

um das Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten Verletzung, sodass es 

zu ärztlicher Behandlung, möglicherweise zu weiterer Arbeitsunfähigkeit 

kommt. Von Spätfolgen spricht man, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im 

Verlaufe längerer Zeit organische oder psychische Veränderungen bewirkt, 

die zu einem anders gearteten Krankheitsbild führen können. Rückfälle und 

Spätfolgen schliessen somit begrifflich an ein bestehendes Unfallereignis an. 

Entsprechend können sie eine Leistungspflicht des Unfallversicherers nur 

auslösen, wenn zwischen den erneut geltend gemachten Beschwerden und 

der seinerzeit beim versicherten Unfall erlittenen Gesundheitsschädigungen 

ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang bejaht werden kann 

(SVR 8-9/2003 UV Nr. 14 E. 4 S. 43; BGE 118 V 296 E. 2c; RKUV 1994 Nr. 

U 206 S. 326 E. 2). Bei Rückfällen und Spätfolgen obliegt es der versicherten 

Person, das Vorliegen eines natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen 

dem neuen Beschwerdebild und dem Unfall mit dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachzuweisen. Je grösser der zeitliche 

Abstand zwischen dem Unfall und dem Auftreten der gesundheitlichen 

Beeinträchtigung ist, desto strengere Anforderungen sind an den 

Wahrscheinlichkeitsbeweis des natürlichen Kausalzusammenhangs zu 

stellen (RKUV 1997 Nr. U 275 S. 191 E. 1c in fine). Bei Beweislosigkeit fällt 

der Entscheid zu Lasten der versicherten Person aus (RKUV 1994 Nr. U 206 

S. 328 E 3b). Werden durch den Unfall Beschwerden verursacht, übernimmt 

die Unfallversicherung den durch das Unfallereignis verursachten Schaden, 

spätere Gesundheitsstörungen dagegen nur, wenn eindeutige 

Brückensymptome gegeben sind (Urteil des Bundesgerichts U 293/01 vom 

17. Mai 2002 E. 1, mit Hinweisen auf die Literatur). 

3. a) Zur Beurteilung der im vorliegenden Fall umstrittenen und daher zu prüfenden 

Frage, ob zwischen den Unfallereignissen vom 16. Juli 1990 und 24. Juli 1991 

einerseits und der neuerdings geklagten gesundheitlichen Beschwerden 

andererseits ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, sind der 

Versicherungsträger und das Gericht auf ärztliche Unterlagen angewiesen. 

Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der 

Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen 

Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 

Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung 

der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 

Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet 

sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die 

Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 

Auftrag gegebenen Stellungnahmen als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 

351 E. 3a). Weil die SUVA in beweisrechtlicher Hinsicht ein zur Objektivität 

verpflichtetes gesetzesvollziehendes Organ ist, kann auch den Berichten und 

Gutachten versicherungsinterner Ärzte Beweiswert beigemessen werden, 

sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich 

widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen 

(BGE 122 V 157 E. 1c).

b) Konkret sind für die Frage des natürlichen Kausalzusammenhanges zwischen 

den beiden Unfällen vom 16. Juli 1990 und 24. Juli 1991 und den neuerdings 

geklagten Beschwerden insbesondere der in die deutsche Sprache 

übersetzte Arztbericht von Dr. med. … vom 21. April 2009 sowie der Bericht 

des Kreisarztes Dr. med. … vom 25. Mai 2009 massgebend: 

 Dr. med. …, Spezialarzt für Orthopädie und Traumatologie, führte in 
seinem Arztbericht aus, der Beschwerdeführer leide an einer Verletzung 
im Bereich des rechten Sprunggelenkes wie auch des linken Oberarmes 
Ilia. Nach der Verletzung sei er in der Schweiz behandelt worden. Es sei 
ihm geraten worden, eine Operation der Wirbelsäule in der Schweiz zu 
machen. Im jetzigen Zustand laufe er erschwert, ziehe das rechte Bein 
nach, welches in der Schweiz operiert worden sei. Eine Dokumentation sei 
nicht vorhanden. Die paravertebrale Muskulatur sei normotropfisch 
normotonisch. Der Lasègue sei negativ, es bestünden keine sphinkterale 
Störung und keine neurologischen Ausfälle. Das Laufen auf der Ferse und 
den Zehen sei erschwert. Das Röntgen der Weichenwirbelsäule zeige eine 
Veränderung im Sinne von subchondraler Sklerose, an den kleineren 
Gelenken träten Randosteophyten und Arthrose auf. Im Bereich des 
rechten Sprunggelenkes bestehe eine betonte subchondrale Skleose mit 
Randosteophyten wie auch Anzeichen einer degenerativen Veränderung. 
Der Arzt diagnostizierte eine Spondylosis lumbalis, eine Osteoarthritis art. 
TCI. Dex. sowie eine Lumboischialgia I. dex. Es sei notwendig, eine 
EMNG-Untersuchung der unteren Extremitäten durchzuführen. Der 
Zustand sei definitiv. Die Verletzung sei vor 20 Jahren erfolgt.    

 Der Kreisarzt äusserte sich zum (natürlichen) Kausalzusammenhang. 
Aufgrund der vorhandenen Unterlagen sei kein zumindest 
wahrscheinlicher Kausalzusammenhang zwischen den beiden 
Unfallereignissen und den Diagnosen von Dr. … vom 21. April 2009 
erkennbar. Das Unfallereignis im Jahre 1990 im Bereich des rechten 
oberen Sprunggelenkes müsse als einfaches Distorsionstrauma beurteilt 
werden. Dies, weil lediglich ein einziges Band (unvollständig) gerissen 
worden sei und auch im Inneren des Gelenkes keine Hinweise auf 
Zusatzverletzungen vorgelegen hätten. Es sei auch darauf hingewiesen 
worden, dass dieses Gelenk bereits früher Verletzungen erlitten habe. Der 
etwas schwierige postoperative Verlauf erlaube keine Rückschlüsse auf 
den Schweregrad der Verletzung. Im März 1991 habe die Behandlung 
ohne Restfolgen abgeschlossen werden können. Aufgrund dieser 
Unterlagen bei höchstens mittelschwerer Distorsionsverletzung des 
Sprunggelenkes sei nach allgemeiner Erfahrung keine unfallverursachte 
Arthrose zu erwarten. Dies umso weniger, als mehrfach beschrieben 
worden sei, dass nach der Operation eine gute Gelenkstabilität gegeben 
gewesen sei. Bezüglich der Rückenverletzung vom 24. Juli 1991 sei 
festzuhalten, dass anlässlich dieses Unfalles keine strukturellen Läsionen 
nachgewiesen worden seien. Es habe sich deshalb nur um eine 
Kontusionsverletzung gehandelt. Eine solche sei nicht geeignet, 
Spätfolgen im Sinne einer Arthrose zu verursachen. Ferner sei 

festzuhalten, dass keinerlei Beschwerde bzw. Behandlungen in den 
Folgejahren dokumentiert seien. 

c) Im vorliegenden Fall kann auf den Bericht des Kreisarztes Dr. med. … vom 

25. Mai 2009 abgestellt werden. Dieser Arztbericht behandelt in umfassender 

Weise die streitige Frage des natürlichen Kausalzusammenhanges und nimmt 

eingehend Bezug auf den Arztbericht von Dr. med. ... Zudem erfolgte die 

Beurteilung des Kreisarztes in voller Kenntnis der Vorakten. Es erscheint auch 

nachvollziehbar, dass der erste Unfall vom 16. Juli 1990, nachdem im März 

1991 die Behandlung des Beschwerdeführers ohne Restfolgen 

abgeschlossen worden war, nicht wahrscheinlich zu einem Rückfall im Jahre 

2009 führte oder zu dieser Zeit Spätfolgen nach sich zog. Ebenso ist 

einleuchtend, dass eine im Jahr 2009 diagnostizierte Arthrose an den 

Gelenken der Wirbelsäule keinen Zusammenhang hat mit dem Arbeitsunfall 

vom 24. Juli 1991, nach welchem aufgrund der bildgebenden Untersuchung 

keine strukturellen Läsionen nachweisbar waren. Es ist nicht zu beanstanden, 

dass der Beschwerdeführer vom Kreisarzt nicht persönlich untersucht worden 

ist. Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung kann auch einem 

Aktengutachten wie dem vorliegenden voller Beweiswert zukommen, sofern 

ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die ärztliche 

Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhaltes geht 

(Urteil des Bundesgerichts 8C_540/2007 vom 27. März 2008; RKUV 1993 Nr. 

U 167 S. 95; 1988 Nr. U S. 366). Der Arztbericht des Kreisarztes ist für die 

Frage der natürlichen Kausalität – um deren ärztliche Beurteilung es einzig 

geht – lückenlos. Hingegen kann nicht auf den Arztbericht von Dr. … vom 21. 

April 2009 abgestellt werden. In diesem Arztbericht wird erwähnt, dass dem 

Beschwerdeführer in der Schweiz geraten worden sei, eine Operation der 

Wirbelsäule durchzuführen. Hierüber finden sich jedoch in den Akten keinerlei 

Hinweise, weshalb der Vorinstanz beizupflichten ist, wenn sie vorbringt, dass 

Dr. med. … diesfalls von falschen Grundlagen ausgeht. Dieser Arztbericht 

wurde auch nicht in Kenntnis der Vorakten abgegeben, wie ausdrücklich aus 

diesem hervorgeht. Schliesslich kann der Bericht von Dr. med. … – im 

Gegensatz zum Bericht des Kreisarztes – nicht als umfassende Beurteilung 

des streitigen (natürlichen) Kausalzusammenhanges gewürdigt werden. Zwar 

wird eine „Verletzung vor zwanzig Jahren“ am Schluss des Arztberichtes 

festgehalten, jedoch stellt dies eine vollständig isolierte Aussage dar, die 

eines konkreten Zusammenhanges mit den gestellten Diagnosen entbehrt. 

Der Arztbericht von Dr. med. … stellt keine rechtsgenügliche ärztliche 

Beurteilung des Kausalzusammenhanges zwischen den beiden erlittenen 

Unfällen in der Schweiz und den neuerdings geklagten Beschwerden dar. Die 

Vorinstanz hat somit zu Recht auf den widerspruchsfrei und schlüssig 

erstellten Bericht des Kreisarztes Dr. med. … abgestellt. Daran vermögen die 

der Vorinstanz am 25. November 2009 eingereichten Röntgenbilder nichts zu 

ändern, zumal mit der Vorinstanz festgestellt werden kann, dass diese 

Röntgenbilder nichts über die Ursache der von Dr. med. … angegebenen 

degenerativen Veränderungen auszusagen vermögen, sondern lediglich die 

Überprüfung deren Bestandes erlauben. Aus diesem Grund mussten die 

nachgereichten Röntgenbilder auch nicht dem Kreisarzt zur neuen 

Beurteilung vorgelegt werden.

d) Die Behandlung nach dem ersten Unfall vom 16. Juli 1990 verzögerte sich 

ungewöhnlich, jedoch wurde dem Beschwerdeführer in dem Austrittsbericht 

der Rehabilitationsklinik … vom 17. Dezember 1990 eine volle Arbeitsfähigkeit 

ab dem 1. März 1993 attestiert. Aus den Akten geht sodann hervor, dass der 

Beschwerdeführer nach seinem zweiten Unfall vom 24. Juli 1991 ab dem 7. 

November 1991 und – entgegen seiner Vorbringen – auch bei seiner Ausreise 

im Dezember 1991 wiederum zu 100% arbeitsfähig war. In der Zeit zwischen 

der Ausreise des Beschwerdeführers im Dezember 1991 und der 

Rückfallmeldung vom 23. Februar 2009 liegen keinerlei Hinweise auf 

Beschwerden, Behandlungen oder Arbeitsunfähigkeiten vor. Von eindeutigen 

Brückensymptomen im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung kann 

daher keine Rede sein, der Beschwerdeführer behauptet denn auch keine 

solchen. Es wäre aber am Beschwerdeführer gelegen, solche 

Brückensymptome nachzuweisen. Dies umso mehr, als zwischen den 

Unfällen vom 16. Juli 1990 und 24. Juli 1991 einerseits und den seit dem Jahr 

2009 neu geklagten Beschwerden andererseits 18 bzw. 19 Jahre verstrichen 

sind. Dabei ist darauf hinzuweisen, dass nach der Rechtsprechung 

Beschwerden allein nicht als für das Bestehen der Kausalität beweiskräftige 

Brückensymptome gelten, wenn sie weder zu Behandlungsbedürftigkeit noch 

zu Arbeitsunfähigkeit führen (Urteil des Bundesgerichts U 458/00 vom 24. 

Oktober 2001 E. 4b). Sodann kann bei posttraumatischen Lumbalgien und 

Lumboischialgien das Erreichen des Status quo sine nach drei bis vier 

Monaten erwartet werden, wogegen eine allfällige richtungsgebende 

Verschlimmerung röntgenologisch ausgewiesen sein und sich von der 

altersüblichen Progression abheben muss. Überdies entspricht es einer 

medizinischen Erfahrungstatsache, dass eine traumatische Verschlimmerung 

eines (klinisch stummen) degenerativen Vorzustandes an der Wirbelsäule in 

der Regel nach sechs bis neun Monaten, spätestens aber nach einem Jahr 

als abgeschlossen zu betrachten ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_17/2007 

vom 17. Juni 2008). Vorliegendenfalls ergab jedoch die im Anschluss an den 

Unfall vom 24. Juli 1991 durchgeführte tomographische Untersuchung, dass 

die Beschwerden an der Lendenwirbelsäule gerade ohne klinisch-

pathologische Relevanz waren, womit ein Kausalzusammenhang zwischen 

dem Unfall vom 24. Juli 1991 und der von Dr. med. … diagnostizierten 

Lumboischialgie nicht überwiegend wahrscheinlich ist. Zusammenfassend 

kann somit festgehalten werden, dass dem Beschwerdeführer der ihm 

obliegende Beweis des natürlichen Kausalzusammenhanges zwischen den 

mit der Rückfallmeldung geltend gemachten Beschwerden und den Unfällen 

vom 16. Juli 1990 und 24. Juli 1991 nicht gelungen ist. Im Übrigen geht aus 

dem Bericht des Kreisarztes Dr. med. … hervor, dass aufgrund der beim 

ersten Unfall vom 16. Juli 1990 erlittenen höchstens mittelschweren 

Distorsionsverletzung des Sprunggelenkes nach allgemeiner medizinischer 

Erfahrung keine unfallverursachte Arthrose zu erwarten ist. Ebensowenig sei 

die beim zweiten Unfall vom 24. Juli 1991 erlittene Kontusionsverletzung 

geeignet, Spätfolgen im Sinne einer Arthrose zu verursachen. 

4. a) Der Beschwerdeführer bringt in Anlehnung an den Bericht von Dr. med. … 

vor, es sei ein EMNG-Befund der unteren Extremitäten zu machen. Die 

Vorinstanz hätte vom Beschwerdeführer Röntgenbilder und einen EMNG-

Befund verlangen oder ihn für eine Untersuchung in die Schweiz aufbieten 

müssen. Dr. med. … hätten die medizinischen Unterlagen der Suva zugestellt 

und anhand eines Fragenkatalogs ein vollständiger Bericht verlangt werden 

müssen. 

b) Es liegt im Ermessen des Rechtsanwenders, darüber zu befinden, mit 

welchen Mitteln der Sachverhalt abzuklären ist und ob im Einzelfall ein 

einfacher Arztbericht genügt, ergänzende Untersuchungen anzuordnen sind 

oder ein förmliches Gutachten einzuholen ist (vgl. SVR 1998 IV Nr.1 E. 3 b; 

BGE 122 V 160 E. 1 b in fine). Führen die von Amtes wegen vorzunehmenden 

Abklärungen die Verwaltung oder das Gericht bei pflichtgemässer 

Beweiswürdigung zur Überzeugung, ein bestimmter Sachverhalt sei als 

überwiegend wahrscheinlich zu betrachten und es könnten weitere 

Beweismassnahmen an diesem feststehenden Ergebnis nichts mehr ändern, 

so ist auf die Abnahme weiterer Beweise zu verzichten (antizipierte 

Beweiswürdigung; Kieser, Das Verwaltungsverfahren in der 

Sozialversicherung, S. 212, Rz 450; Kölz/Häner, Verwaltungsverfahren und 

Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Auflage, S. 39, Rz 111 und S. 117, 

Rz 320; Gygi, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Auflage, S. 274; vgl. auch 

BGE 122 II 469 Erw. 4a, 122 III 223 Erw. 3c, 120 Ib 229 Erw. 2b, 119 V 344 

Erw. 3c mit Hinweis). In einem solchen Vorgehen liegt kein Verstoss gegen 

das rechtliche Gehör gemäss Art. 29 Abs. 2 BV vor (SR 2001 IV Nr. 10 S. 28 

Erw. 4b; zu Art. 4 Abs. 1 aBV ergangene, weiterhin geltende Rechtsprechung: 

BGE 124 V 94 Erw. 4b, 122 V 162 Erw. 1d mit Hinweis).

c) Nach dem Ausgeführten ist es nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz auf 

weitere Röntgenbilder, einen EMNG-Befund sowie eine Abklärung in der 

Schweiz verzichtet hat. Ebenso kann vorliegendenfalls auf einen 

umfassenden Bericht von Dr. med. …, welcher sich auf sämtliche Vorakten 

stützt, verzichtet werden. Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers führt 

der für die Beurteilung des natürlichen Kausalzusammenhanges 

rechtsungenügliche Arztbericht von Dr. med. … nicht dazu, dass zwingend 

ein umfassender Bericht dieses Arztes eingeholt werden müsste. Im 

vorliegenden Fall durfte die Vorinstanz ohne weiteres auf den 

widerspruchsfrei und schlüssig erstellten Bericht des Kreisarztes Dr. med. … 

abstellen (vorstehend Ziffer 3c) und im Rahmen der antizipierten 

Beweiswürdigung auf die Einholung weiterer Beweismittel verzichten.

5. a) Der angefochtene Entscheid vom 28. Oktober 2009 ist damit rechtmässig, war 

die Vorinstanz mangels Nachweises des natürlichen Kausalzusammenhangs 

zwischen den Unfällen in den Jahren 1990 und 1991 und den im Jahre 2009 

geklagten Beschwerden anhand der bezeichneten Fakten doch berechtigt, 

einen Rückfall bzw. Spätfolgen zu verneinen und UVG-Leistungen 

abzulehnen. Die Beschwerde ist somit abzuweisen und der streitige Entscheid 

samt der ihm zugrunde liegenden Verfügung zu bestätigen.

b) Gerichtskosten werden nicht erhoben, da das kantonale 

Beschwerdeverfahren laut Art. 61 lit. a ATSG, ausser hier nicht zutreffender 

Ausnahmen, kostenlos ist. Eine aussergerichtliche Entschädigung steht der 

Vorinstanz nicht zu (Umkehrschluss aus Art. 61 lit. g ATSG).  

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Es werden keine Kosten erhoben.