# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 32803592-4e90-56d2-8e40-7701f7f5381d
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-10-16
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 16.10.2023 F-4076/2022
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-4076-2022_2023-10-16.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-4076/2022 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 6 .  O k t o b e r  2 0 2 3  

Besetzung 
 Richterin Susanne Genner (Vorsitz), 

Richter Daniele Cattaneo,  

Richterin Claudia Cotting-Schalch,    

Gerichtsschreiberin Selina Schmid. 
 

 
 

Parteien 
 A._______,  

Beschwerdeführer,  

  
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM,  

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

  
 

 
 

Gegenstand 
 Schengen-Visum zugunsten von B._______, C._______ und 

D._______. 

 

 

 

F-4076/2022 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Am 19.  Juli 2022 ersuchten die pakistanischen Staatsangehörigen (und 

Geschwister) B._______ (geb. 2007; Gesuchstellerin), C._______ 

(geb. 2010; Gesuchsteller) und D._______ (geb. 2011; Gesuchsteller), ge-

setzlich vertreten durch den Inhaber der elterlichen Sorge (E._______; Va-

ter der Gesuchsteller), bei der Schweizerischen Auslandsvertretung in Is-

lamabad je um Ausstellung eines Schengen-Visums für einen einmonati-

gen Besuchsaufenthalt bei ihrem im Kanton Aargau lebenden Onkel 

A._______ (Beschwerdeführer) (Akten der Vorinstanz [SEM-act.] 5, 6 

und 7). 

B.  

Mit Formularverfügung vom 19. Juli 2022 wies die Schweizerische Vertre-

tung im Namen des SEM die Gesuche mit der Begründung ab, die vorge-

legten Informationen zur Begründung des Zwecks und der Bedingungen 

des geplanten Aufenthalts seien nicht vertrauenswürdig (SEM-act. 5, 

pag. 59-60, SEM-act. 6, pag. 87-88, SEM-act. 7, pag. 103-104). 

C.  

Gegen diese Entscheide erhob der Beschwerdeführer am 27. Juli 2022 

Einsprache beim SEM (SEM-act. 11, pag. 111, 114 und 117), worauf dieses 

die Gesuchsunterlagen zwecks Durchführung ergänzender Abklärungen 

und Stellungnahme an den Migrationsdienst des Kantons Aargau 

übermittelte (SEM-act. 3). 

D.  

Am 6. September 2022 wies die Vorinstanz die Einsprache ab (SEM-

act. 2). 

E.  

Gegen den Einspracheentscheid gelangte der Beschwerdeführer mit 

Rechtsmitteleingabe vom 15. September 2022 an das Bundesverwal-

tungsgericht. Die Eingabe des Beschwerdeführers enthielt weder ein 

Rechtsbegehren noch eine Begründung.  

F.  

Mit Zwischenverfügung vom 22. September 2022 forderte das Bundesver-

waltungsgericht den Beschwerdeführer auf, eine Beschwerde mit Rechts-

begehren und einer rechtsgenüglichen Begründung einzureichen. 

 

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Seite 3 

G.  

Dieser Aufforderung kam der Beschwerdeführer mit Eingabe vom  

7. Oktober 2022 nach und ersuchte sinngemäss um die Aufhebung der 

Verfügung der Vorinstanz und die Erteilung der beantragten Visa. 

 

H.  

Mit Vernehmlassung vom 15. November 2022 beantragte die Vorinstanz 

die Abweisung der Beschwerde. Diese enthalte keine neuen erheblichen 

Tatsachen oder Beweismittel, welche eine Änderung ihres Entscheids 

rechtfertigen könnten. 

I.  

Die Vernehmlassung wurde dem Beschwerdeführer am 17. November 

2022 zur Kenntnisnahme zugestellt. 

J.  

Mit Schreiben vom 20. November 2022 reichte der Beschwerdeführer wei-

tere Unterlagen ein. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Einspracheentscheide des SEM bezüglich Schengen-Visa sind mit Be-

schwerde beim Bundesverwaltungsgericht anfechtbar (vgl. Art. 112 

Abs. 1 AIG i.V.m. Art. 31 ff. VGG). Das Rechtsmittelverfahren richtet sich 

nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG).  

1.2 Der Beschwerdeführer hat am vorangegangenen Einspracheverfahren 

teilgenommen und ist als Gastgeber der Gesuchsteller durch den ange-

fochtenen Entscheid besonders berührt. Obwohl der ursprünglich ange-

strebte Besuchszeitraum inzwischen abgelaufen ist, kann auf ein fortbe-

stehendes Rechtsschutzinteresse geschlossen werden. Der Beschwerde-

führer ist daher zur Erhebung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 48 Abs. 1 

VwVG). Auf die im Übrigen fristgerecht und mit Nachbesserung vom 7. Ok-

tober 2022 auch formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten 

(Art. 50 Abs. 1 und 52 Abs. 1 VwVG). 

1.3 In der vorliegenden Beschwerdeangelegenheit entscheidet das Bun-

desverwaltungsgericht endgültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 BGG). 

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Seite 4 

2.  

Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 

von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Er-

messens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheb-

lichen Sachverhalts und – sofern nicht eine kantonale Behörde als Be-

schwerdeinstanz verfügt hat – die Unangemessenheit gerügt werden 

(Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Beschwerde-

verfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist gemäss Art. 62 

Abs. 4 VwVG nicht an die Begründung der Begehren gebunden und kann 

die Beschwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen 

gutheissen oder abweisen. Massgeblich ist grundsätzlich die Sachlage 

zum Zeitpunkt seines Entscheids (vgl. BVGE 2014/1 E. 2). 

3.  

Dem angefochtenen Entscheid liegen die Gesuche dreier pakistanischer 

Staatsangehöriger um Erteilung eines Visums zu Besuchszwecken in der 

Schweiz zugrunde. Da sich die Gesuchsteller nicht auf die EU/EFTA-Per-

sonenfreizügigkeitsabkommen berufen können und die beabsichtigte Auf-

enthaltsdauer 90 Tage nicht überschreitet, fällt die vorliegende Streitsache 

in den persönlichen und sachlichen Anwendungsbereich der Schengen-

Assoziierungsabkommen, mit denen die Schweiz den Schengen-Besitz-

stand und die dazugehörigen gemeinschaftsrechtlichen Rechtsakte über-

nommen hat (BVGE 2014/1 E. 3; 2011/48 E. 3). Das Ausländer- und Integ-

rationsgesetz (AIG, SR 142.20) und dessen Ausführungsbestimmungen 

gelangen nur soweit zur Anwendung, als die Schengen-Assoziierungsab-

kommen keine abweichenden Bestimmungen enthalten (Art. 2 Abs. 2-5 

AIG). 

4.  

4.1 Die Schweiz ist – wie andere Staaten auch – grundsätzlich nicht ver-

pflichtet, ausländischen Personen die Einreise zu gestatten und entschei-

det darüber, vorbehältlich völkerrechtlicher Verpflichtungen, autonom (vgl. 

BVGE 2009/27 E. 3). Das Schengen-Recht schränkt die nationalstaatli-

chen Befugnisse insoweit ein, als es einheitliche Voraussetzungen für Ein-

reise und Visum aufstellt und die Mitgliedstaaten verpflichtet, die Einreise 

bzw. das Visum zu verweigern, wenn die Voraussetzungen nicht erfüllt 

sind. Einen Anspruch auf Einreise vermittelt auch das Schengen-Recht 

nicht (vgl. BVGE 2014/1 E. 4.1.5).  

4.2 Drittstaatsangehörige dürfen über die Aussengrenzen des Schengen-

Raums für einen Aufenthalt von höchstens 90 Tagen innerhalb eines 

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Seite 5 

Zeitraums von 180 Tagen einreisen, wenn sie im Besitz gültiger Reisedo-

kumente sind, die zum Grenzübertritt berechtigen. Ferner benötigen sie ein 

Visum, sofern dieses gemäss der Verordnung (EU) 2018/1806 des Euro-

päischen Parlaments und des Rates vom 14. November 2018 zur Aufstel-

lung der Liste der Drittländer, deren Staatsangehörige beim Überschreiten 

der Aussengrenzen im Besitz eines Visums sein müssen, sowie der Liste 

der Drittländer, deren Staatsangehörige von dieser Visumpflicht befreit sind 

(ABl. L 303/39 vom 28.11.2018) erforderlich ist. Im Weiteren müssen Dritt-

staatsangehörige den Zweck und die Umstände ihres beabsichtigten Auf-

enthalts belegen und hierfür über ausreichende finanzielle Mittel verfügen. 

Sie dürfen nicht im Schengener Informationssystem (SIS II) zur Einreise-

verweigerung ausgeschrieben sein und keine Gefahr für die öffentliche 

Ordnung, die innere Sicherheit, die öffentliche Gesundheit oder die inter-

nationalen Beziehungen eines Mitgliedstaats darstellen (vgl. zum Ganzen: 

Art. 5 Abs. 1 und 2 AIG; Art. 3 Abs. 1 der Verordnung vom 15. August 2018 

über die Einreise und die Visumerteilung [VEV, SR 142.204] i.V.m. Art. 6 

Abs. 1 und 2 der Verordnung [EG] Nr. 2016/399 des Europäischen Parla-

ments und des Rates vom 9. März 2016 [kodifizierter Text] über einen Ge-

meinschaftskodex für das Überschreiten der Grenzen durch Personen 

[Schengener Grenzkodex, SGK, ABl. L 77/1 vom 23.03.2016]; Art. 14 

Abs. 1 und Art. 21 Abs. 1 der Verordnung [EG] Nr. 810/2009 des Europäi-

schen Parlaments und des Rates vom 13. Juli 2009 über einen Visakodex 

der Gemeinschaft [Visakodex, VK, Abl. L 243 vom 15.9.2009]).  

4.3 Eine drittstaatsangehörige Person muss für die fristgerechte Wieder-

ausreise Gewähr bieten (Art. 5 Abs. 2 AIG). Wenn sie nicht bereit ist, das 

Hoheitsgebiet des Schengen-Raums fristgerecht wieder zu verlassen, ist 

eine Gefahr für die öffentliche Ordnung im Sinne von Art. 6 Abs. 1 Bst. e 

SGK anzunehmen (BVGE 2014/1 E. 4.3 in fine; 2011/48 E. 4.5). Die Be-

hörden haben daher unter Mitwirkung der drittstaatsangehörigen Person 

zu prüfen, ob diese für die gesicherte Wiederausreise Gewähr bietet (vgl. 

Art. 14 Abs. 1 Bst. d VK; Art. 21 Abs. 1 VK; BVGE 2014/1 E. 4.4). Das Vi-

sum wird verweigert, wenn begründete Zweifel an der Echtheit der von dem 

Antragsteller vorgelegten Belege oder am Wahrheitsgehalt ihres Inhalts, 

an der Glaubwürdigkeit seiner Aussagen oder der von ihm bekundeten Ab-

sicht bestehen, das Hoheitsgebiet der Mitgliedstaaten vor Ablauf der Gül-

tigkeit des beantragten Visums zu verlassen (Art. 32 Abs. 1 Bst. b VK). 

4.4 Sind die erwähnten Voraussetzungen nicht erfüllt, kann in Ausnahme-

fällen ein Visum mit räumlich beschränkter Gültigkeit erteilt werden, das 

nur für das Hoheitsgebiet des betreffenden Mitgliedstaats gilt. Von dieser 

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Möglichkeit kann der betreffende Mitgliedstaat unter anderem Gebrauch 

machen, wenn er es aus humanitären Gründen, aus solchen des nationa-

len Interesses oder aufgrund internationaler Verpflichtungen für erforder-

lich hält (vgl. Art. 3 Abs. 4 und 5 VEV; Art. 25 Abs. 1 Bst. a Visakodex; Art. 

6 Abs. 5 Bst. c SGK). 

5.  

Aufgrund ihrer Staatsangehörigkeit unterliegen die Gesuchsteller der Vi-

sumspflicht. Bei der Prüfung der Einreisevoraussetzungen nach Art. 6 

Abs. 1 SGK ist die Frage der gesicherten Wiederausreise zentral. 

5.1 Die Vorinstanz zweifelt die anstandslose Wiederausreise der Gesuch-

steller an. Zurzeit sei das Risiko einer nicht fristgerechten Wiederausreise 

von Besuchern aus Pakistan allgemein als hoch einzuschätzen, insbeson-

dere, wenn durch die Anwesenheit von Bekannten oder Verwandten be-

reits ein minimales soziales Beziehungsnetz in der Schweiz bestehe. Im 

Hinblick auf die persönlichen Lebensumstände der Gesuchsteller sei be-

kannt, dass diese 11, 12 und 14 Jahre alt seien, die Nichten und Neffen 

des Beschwerdeführers seien und zusammen mit ihren Eltern in Suk-

kur/Pakistan leben würden. Der Beschwerdeführer wolle diese ohne die 

Eltern über Weihnachten/Neujahr 2022/23 für 30 Tage zu sich nach Hause 

einladen. Aus den Akten gehe nicht hervor, weshalb die Eltern der Gesuch-

steller nicht mit einreisen möchten. Weitere Angaben über die familiäre Si-

tuation im Heimatland würden nicht vorliegen. Es könne nicht davon aus-

gegangen werden, dass im persönlichen oder familiären Umfeld Verpflich-

tungen oder Abhängigkeiten bestünden, die besondere Gewähr für eine 

Rückkehr der Gesuchsteller ins Heimatland bieten könnten. In Situationen 

angespannter wirtschaftlicher und/oder politischer Verhältnisse könnten 

selbst Zurückbleibende nahe Angehörige regelmässig nicht verlässlich da-

von abhalten, den Entscheid für eine Emigration zu fällen. Entsprechend 

grosse Bedeutung komme deshalb den wirtschaftlichen Verhältnissen zu, 

in denen sich die Gesuchsteller befinden würden. Die Gesuchsteller seien 

alle sehr jung und würden die Schule besuchen. Weitere Auskünfte zur fi-

nanziellen Situation würden nicht vorliegen. Es könne somit nicht von wirt-

schaftlich vorteilhaften Verhältnissen ausgegangen werden, die nachhaltig 

von einer allfälligen Emigration abzuhalten vermöchten.  

5.2 Demgegenüber entgegnet der Beschwerdeführer, die Gesuchsteller 

gingen in Pakistan zur Schule und würden nach den Ferien ihr Studium in 

Pakistan fortsetzen. Sie könnten zudem nicht ohne ihre Eltern bleiben und 

würden daher nach den Ferien nach Pakistan zurückkehren. Die finanzielle 

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Situation der Eltern der Gesuchsteller in Pakistan sei sehr gut; der Vater 

besitze ein Autogeschäft und sein Verdienst würde in etwa schweizeri-

schen Verhältnissen entsprechen. Sie hätten ein gutes Lebensumfeld in 

Pakistan und würden nicht in «schlechten Verhältnissen» leben. Die Gross-

mutter der Gesuchsteller sei eine Demenzpatientin, die 24 Stunden Über-

wachung brauche, weshalb die Eltern der Gesuchsteller nicht mit in die 

Schweiz reisen könnten. Er habe bereits in den letzten 5-7 Jahren mehrere 

Gäste in die Schweiz eingeladen, welche alle nach Pakistan zurückgekehrt 

seien, namentlich seine Mutter, seine Schwiegermutter, seine Schwester, 

seinen Bruder und seinen Schwager.  

6.  

6.1 In der Regel lassen sich keine gesicherten Feststellungen darüber tref-

fen, ob eine drittstaatsangehörige Person tatsächlich beabsichtigt, vor Ab-

lauf des Visums den Schengen-Raum zu verlassen, weshalb darüber eine 

Prognose zu erstellen ist. Hierzu sind alle Umstände des Einzelfalls zu wür-

digen. Die Beweisführungslast obliegt dabei der drittstaatsangehörigen 

Person (Art. 14 Abs. 1 Bst. d VK; Art. 14 Abs. 3 i.V.m. Anhang II VK; Art. 6 

Abs. 1 Bst. c SGK; Art. 5 Abs. 2 AIG; BVGE 2014/1 E. 4.4 und E. 6.1). 

Anhaltspunkte zur Beurteilung der Gewähr für eine fristgerechte Wieder-

ausreise können sich zunächst aus der allgemeinen Situation im Herkunfts-

land der drittstaatsangehörigen Person ergeben. Namentlich bei Einreise-

gesuchen von Personen aus Staaten bzw. Regionen mit politisch, wirt-

schaftlich und sozial ungünstigen Verhältnissen rechtfertigt sich eine 

strenge Praxis, da die persönliche Interessenlage in solchen Fällen erfah-

rungsgemäss häufig nicht mit dem Ziel und Zweck einer zeitlich befristeten 

Einreisebewilligung im Einklang steht (BVGE 2014/1 E. 6.1). 

6.2 In Pakistan bestehen hohe politische und soziale Spannungen, und 

das Land leidet unter einer schweren Wirtschafts- und Finanzkrise. Ebenso 

bestehen Spannungen zwischen verschiedenen muslimischen Glaubens-

richtungen oder zwischen extremistischen religiösen Gruppierungen und 

dem Staat. Politisch-religiös motivierte Gewalttaten und Unruhen können 

jederzeit unvermittelt ausbrechen. Bei Unruhen kann die Regierung kurz-

fristig den Ausnahmezustand über einzelne Gebiete verhängen. Dieser be-

rechtigt die Behörden u.a., die Versammlungs- oder Bewegungsfreiheit 

einzuschränken und Ausgangssperren zu verhängen. Im ganzen Land be-

steht jederzeit die Gefahr von Terroranschlägen. Mögliche Ziele sind Be-

hörden, staatliche Einrichtungen, religiöse Minderheiten und belebte Orte 

wie Märkte, Einkaufszentren, öffentlicher Verkehr, etc. (vgl. < https://www. 

eda.admin.ch > Reisehinweise und Vertretungen > Reisehinweise für 

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Pakistan, abgerufen am 14.09.2023). Pakistan verfügt über erhebliche wirt-

schaftliche Potenziale. Dazu zählen reichhaltige Ressourcen, niedrige 

Lohnkosten, eine junge Bevölkerung und eine wachsende Mittelschicht. 

Das Wirtschaftswachstum lag 2021 und 2022 bei etwa sechs Prozent. Für 

2023 erwartet der Internationale Währungsfonds jedoch nur noch ein 

Wachstum um 0.5 Prozent. Pakistans Wirtschaftsdynamik wurde durch die 

unsichere politische und wirtschaftliche Situation, die schwierigen Rah-

menbedingungen für ausländische Investoren und die verheerenden Über-

schwemmungen im Sommer 2022 deutlich gedämpft. Das Land steht wei-

terhin vor umfassenden strukturellen Problemen. Die Staatsschulden stei-

gen, die Währung verliert an Wert, die Inflationsrate ist hoch und es man-

gelt an Reserven in ausländischer Währung. Rund 40 Prozent der staatli-

chen Einnahmen werden für die Tilgung von Krediten benötigt (vgl. 

< https://www.bmz.de > Länder > Pakistan > Aktuelle Situation > Wirt-

schaftliche Situation, abgerufen am 14.09.2023). Auf dem aktuellen Index 

der menschlichen Entwicklung, der durch das Entwicklungsprogramm der 

Vereinten Nationen im Sinne eines Wohlstandsindikators erstellt wird, be-

legt Pakistan sodann lediglich Platz 161 von 191 gelisteten Staaten (vgl. 

< https://hdr.undp.org > Data Center ˃ Country Insights > Pakistan, 

abgerufen am 14.09.2023).  

6.3 Vor diesem Hintergrund ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz 

das Risiko einer nicht fristgerechten Wiederausreise von Besucherinnen 

und Besuchern aus Pakistan allgemein als hoch einschätzt.  

7.  

7.1 Bei der Risikoanalyse sind allerdings nicht nur solch allgemeine Um-

stände und Erfahrungen, sondern auch sämtliche Gesichtspunkte des kon-

kreten Einzelfalls zu berücksichtigen. Dabei sind in die Prognose über die 

Absicht einer gesuchstellenden Person, den Schengen-Raum fristgerecht 

zu verlassen, deren persönliche, familiäre und berufliche bzw. wirtschaftli-

che Situation sowie deren Interessenlage miteinzubeziehen (BVGE 2014/1 

E. 6.3.1). Obliegt einer gesuchstellenden Person im Heimatland beispiels-

weise eine besondere berufliche, gesellschaftliche oder familiäre Verant-

wortung, kann dies die Prognose für eine anstandslose Wiederausreise 

begünstigen. Umgekehrt muss bei Personen, die in ihrer Heimat keine be-

sonderen Verpflichtungen haben, das Risiko eines ausländerrechtlich nicht 

regelkonformen Verhaltens nach einer bewilligten Einreise als hoch einge-

schätzt werden (BVGE 2014/1 E. 6.3.1; 2009/27 E. 8). Zudem ist ein im 

Zielland Schweiz bestehendes, minimales soziales Beziehungsnetz aus 

Verwandten oder Freunden ein wichtiges Element, das den Entscheid, 

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dorthin auszuwandern, erleichtern kann. Angesichts der restriktiven Zulas-

sungsregelung führt dies nicht selten zur Umgehung von ausländerrechtli-

chen Bestimmungen, indem die Gesuchstellenden – einmal eingereist – 

versuchen, den Aufenthalt auf eine andere rechtliche Basis abzustützen 

(BVGE 2014/1 E. 6.2.2).  

7.2 Bei den Gesuchstellern handelt es sich um die mittlerweile 16-, 13- und 

12-jährigen Nichten und Neffen des Beschwerdeführers. Gemäss Be-

schwerdeeingabe vom 7. Oktober 2022 besuchen sie in Pakistan die 

Schule und leben bei ihren Eltern. Das eigene Verbleiben im Heimatland 

hindert Eltern regelmässig nicht daran, die Emigration der eigenen Kinder 

in die Wege zu leiten, denn ein solcher Entschluss ist oft mit der Hoffnung 

verbunden, den Kindern im Ausland eine bessere und stabilere Zukunft zu 

ermöglichen. Die Gesuchsteller verfügen in der Schweiz durch ihren hier 

lebenden Onkel und dessen Familie über ein vorbestehendes familiäres 

Beziehungsnetz, was das Emigrationsrisiko erhöht (vgl. E. 7.1 am Ende). 

Sodann kann aufgrund der Entlöhnung des Beschwerdeführers von jähr-

lich brutto CHF 155’000.– (vgl. Anpassung Arbeitsvertrag vom 26. April 

2022) angenommen werden, dass dieser finanziell in der Lage wäre, län-

gerfristig für die Unterhaltskosten der Gesuchsteller in der Schweiz aufzu-

kommen. Die Eltern der Gesuchsteller scheinen gemäss Ausführungen 

des Beschwerdeführers sowie ärztlicher Bestätigung beträchtlich an der 

Betreuung der demenzkranken Grossmutter der Gesuchsteller beteiligt zu 

sein (vgl. Beschwerdeeingabe vom 7. Oktober 2022 sowie Beilage dazu, 

wonach die Eltern der Gesuchsteller aufgrund der Betreuung der demenz-

kranken Grossmutter nicht in die Schweiz reisen könnten). Zwar sind die 

Eltern der Gesuchsteller aufgrund der Betreuung der demenzkranken 

Grossmutter örtlich an Pakistan gebunden. Die Gesuchsteller haben je-

doch in ihrem Onkel einen nahen Verwandten, der eine Erzieherrolle bzw. 

Elternrolle übernehmen könnte, zumal er finanziell für sie aufkommen 

könnte. Angesichts des in der Schweiz lebenden Onkels ergibt sich aus 

dem Verbleib der Eltern in Pakistan sowie dem Schulbesuch der Gesuch-

steller ebendort keine hinreichende Gewährleistung für eine fristgerechte 

Wiederausreise.  

7.3 Da die Gesuchsteller minderjährig sind, ist in Bezug auf die wirtschaft-

lichen Verhältnisse auf deren Eltern abzustützen. Der Beschwerdeführer 

bringt diesbezüglich zwar vor, die finanzielle Situation der Eltern sei sehr 

gut; der Vater besitze ein Autogeschäft in Pakistan und sein Verdienst 

würde in etwa schweizerischen Verhältnissen entsprechen. Diese Behaup-

tung belegt der Beschwerdeführer einzig mit einem selbst verfassten 

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Seite 10 

Schreiben des Vaters der Gesuchsteller, wonach dieser bestätigt, im Auto-

verkauf tätig zu sein, und Neu- und Gebrauchtwagen zu kaufen und an-

schliessend zu verkaufen (Beilage zur Beschwerdeeingabe vom 7. Okto-

ber 2022). Es bleibt dabei unbelegt und unklar, was für ein Einkommen der 

Vater der Gesuchsteller dabei erzielt und wie die finanzielle Situation der 

Familie in Pakistan aussieht. Einen hinreichenden Beleg einer sicheren 

wirtschaftlichen Existenz der Eltern in Pakistan, welche die Gesuchsteller 

von einer Emigration abhalten könnte, bleibt der Beschwerdeführer jeden-

falls schuldig. 

8.  

8.1 Unter Berücksichtigung der allgemeinen Situation im Herkunftsland 

und vor dem dargelegten persönlichen Hintergrund durfte die Vorinstanz 

davon ausgehen, dass keine hinreichende Gewähr für eine fristgerechte 

und anstandslose Wiederausreise der Gesuchsteller nach einem Besuchs-

aufenthalt besteht. Zwar ist der infrage stehende Aufenthaltszweck zeitlich 

und inhaltlich klar umrissen – nämlich ein rund einmonatiger Familienbe-

such bei ihrem in der Schweiz lebenden Onkel –, dennoch lassen die per-

sönlichen Lebensumstände der Gesuchsteller in Pakistan – soweit bekannt 

– nicht auf eine ausreichende Gewähr für die fristgerechte Wiederausreise 

schliessen.  

8.2 An dieser Einschätzung vermag die vom Beschwerdeführer unterzeich-

nete Verpflichtungserklärung nichts zu ändern. Auch der Einwand des Be-

schwerdeführers, dass er bereits mehrere Verwandte und Verschwägerte 

in die Schweiz eingeladen habe und diese allesamt nach Pakistan zurück-

gekehrt seien, ist nicht weiter beachtlich. Zudem ist der hier beantragte Be-

such der minderjährigen Nichten und Neffen nicht vergleichbar mit den er-

wähnten bisherigen Besuchen erwachsener Personen. Demnach wurde 

den Gesuchstellern das Visum für den gesamten Schengen-Raum zu 

Recht verweigert. Gründe humanitärer oder anderer Art, welche die Ertei-

lung eines Visums mit räumlich beschränkter Gültigkeit rechtfertigen wür-

den, wurden nicht geltend gemacht und sind auch nicht ersichtlich. 

9.  

Die angefochtene Verfügung erweist sich somit im Lichte von Art. 49 VwVG 

als rechtmässig und die Beschwerde ist abzuweisen. 

10.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerdefüh-

rer aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 1 ff. des Reglements 

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Seite 11 

vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-

desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Sie sind durch den am 

17. Oktober 2022 in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss gedeckt. 

 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 800.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Sie sind durch den am 17. Oktober 2022 in gleicher Höhe geleisteten 

Kostenvorschuss gedeckt. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer und die Vorinstanz. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Susanne Genner Selina Schmid 

 

 

 

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