# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4576a132-c21d-5b5f-add6-988397513a8f
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-02-10
**Language:** de
**Title:** Direkte Bundessteuer 2010 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2010
**Docket/Reference:** DB.2013.167
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_DB_2013_167_hi.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

2. Abteilung 

2 DB.2013.167 
2 ST.2013.186 

Entscheid 

10. Februar 2016 

Mitwirkend: 

Abteilungspräsident Christian Mäder, Steuerrichter Marcus Thalmann, Steuerrichter 
Alexander Widl und Gerichtsschreiber Hans Heinrich Knüsli 

A ,    

vertreten durch B AG,  

In Sachen 

gegen 

Beschwerdeführer/  
Rekurrent,  

1.  S c h w e i z e r i s c h e   E i d g e n o s s e n s c h a f t ,    

2.  S t a a t   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Dienstleistungen,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Beschwerdegegnerin,  

Rekursgegner,  

Direkte Bundessteuer 2010 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2010 

betreffend 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
- 2 - 

hat sich ergeben: 

A.  A  (nachfolgend  der  Pflichtige)  ist  seit  1992  als  selbstständiger  Rechtsan-

walt  auf  verschiedenen  Gebieten,  schwergewichtig  im  C-  und  D-Recht  tätig.  Im  Jahr 

2001 beteiligte er sich mit 20 Aktien  bzw. 20% an der E AG, F, welche im Jahr 2001 

mit einem Aktienkapital von Fr. 100'000.- gegründet wurde. Die Hälfte des Aktienkapi-

tals wurde erst im Jahr 2002 liberiert. Im Jahr 2004 verlegte die Gesellschaft ihren Sitz 

in  den  Kanton  Zürich  (G  später  H).  Anschliessend  wurde  sie  in  I  AG  (nachfolgend  I) 

umbenannt. Seit ihrer Gründung bezweckt die Gesellschaft den Import und Export von 

J und K einschliesslich L. Am …. … 2008 beschloss die Aktionärsversammlung, beste-

hend  aus  M  (Hauptaktionär),  N  und  dem  Pflichtigen,  eine  Kapitalerhöhung  auf 

Fr. 500'000.-.  Der  Pflichtige  zeichnete  113  Namenaktien,  wodurch  sich  seine  Beteili-

gung  auf  133  Namenaktien  bzw.  auf  26,6%  erhöhte.  Am  ...  …  2010  veräusserte  der 

Pflichtige sämtliche Aktien zum Preis von Fr. 1'500'000.- an M. 

In seiner Steuererklärung 2010 deklarierte der Pflichtige ein steuerbares Ein-

kommen  von  Fr. 321'100.-  für  die  direkte  Bundesteuer  bzw.  von  Fr. 320'400.-  für  die 

Staats- und Gemeindesteuern. Der Gewinn aus dem Verkauf seiner Beteiligung an der 

I  war  darin  nicht  enthalten.  Demgegenüber  qualifizierte  das  kantonale  Steueramt  die 

Beteiligung  an  der  I  als  Geschäftsvermögen  und  erfasste  den  aus  der  Veräusserung 

der  Aktien  erzielten  Gewinn  von  Fr. 1'367'000.-  als  Einkommen  aus  selbstständiger 

Erwerbstätigkeit.  Dementsprechend  veranlagte  es  den  Pflichtigen  am  12.  März 2013 

mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 831'700.- für die direkte Bundessteuer 2010 

bzw.  von  Fr. 1'687'400.-  für  die  Staats-  und  Gemeindesteuern 2010.  Das  steuerbare 

Vermögen wurde auf Fr. 1'727'000.- festgesetzt. 

B.  Die  dagegen  erhobenen  Einsprachen  wies  das  kantonale  Steueramt  mit 

Entscheiden  vom  1.  Juli  2013  ab.  Dabei  erhöhte  es  das  bundessteuerpflichtige  Ein-

kommen aufgrund einer Berichtigung des Beteiligungsabzugs auf Fr. 1'004'600.-. 

C.  Mit  Beschwerde  und  Rekurs  vom  30.  Juli  2013  liess  der  Pflichtige  dem 

Steuerrekursgericht  beantragen,  das  steuerbare  Einkommen  für  die  direkte  Bundes-

2 DB.2013.167 
2 ST.2013.186 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
- 3 - 

steuer  2010  auf  Fr. 321'100.-  und  für  die  Staats-  und  Gemeindesteuern  2010  auf 

Fr. 320'400.- herabzusetzen. Ferner beantragte er eine Parteientschädigung.  

In  der  Beschwerde-  und  Rekursantwort  vom  2.  September  2013  beantragte 

das kantonale Steueramt die Abweisung der Rechtsmittel. Die Eidgenössische Steuer-

verwaltung  schloss  sich  am  24./25.  September  2013 betreffend direkte Bundessteuer 

dem  Antrag  des  kantonalen  Steueramts  an.  Hinsichtlich  der  Staats-  und  Gemeinde-

steuern verzichtete sie auf die Stellung eines eigenen Rekursantrags. 

Mit Replik vom 21. Oktober 2013 und Duplik vom 30. Oktober 2013 hielten die 

Parteien an ihren Standpunkten und Anträgen fest. 

Auf  die  Parteivorbringen  wird,  soweit  rechtserheblich,  in  den  nachfolgenden 

Erwägungen eingegangen. 

Die Kammer zieht in Erwägung: 

1. Nach  der  Generalklausel  von  Art. 16  Abs. 1 des  Bundesgesetzes über  die 

direkte  Bundessteuer  vom  14. Dezember  1990  (DBG)  und § 16  Abs. 1 des  Steuerge-

setzes vom  8. Juni  1997  (StG)  unterliegen  der  Einkommenssteuer  alle  wiederkehren-

den und einmaligen Einkünfte. Gemäss Art. 18 DBG und § 18 StG sind insbesondere 

alle Einkünfte aus einem Handels-, Industrie-, Gewerbe-, Land- und Forstwirtschaftsbe-

trieb, aus einem freien Beruf sowie aus jeder anderen selbstständigen Erwerbstätigkeit 

steuerbar  (Abs. 1);  zu den Einkünften  aus  selbstständiger  Erwerbstätigkeit  zählen  so-

dann  auch  alle  Kapitalgewinne  aus  Veräusserung,  Verwertung  oder  buchmässiger 

Aufwertung von Geschäftsvermögen (Abs. 2). Steuerfrei sind nach Art. 16 Abs. 3 DBG 

und  § 16  Abs. 3  StG  – bei  der  Staats-  und  Gemeindesteuer  vorbehältlich  der  Grund-

stückgewinnsteuer – demgegenüber Kapitalgewinne aus der Veräusserung von Privat-

vermögen. 

2.  Der  Pflichtige  übt  als  Rechtsanwalt  eine  selbstständige  Erwerbstätigkeit 

aus. Damit ist die Voraussetzung, um überhaupt Geschäftsvermögen zu haben, erfüllt. 

2 DB.2013.167 
2 ST.2013.186 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
- 4 - 

Zufolge Veräusserung der Aktien der  I erzielte der Pflichtige unbestrittenermassen ei-

nen Kapitalgewinn von Fr. 1'367'000.-. Streitig ist einzig die Frage, ob die veräusserten 

Aktien der I zum Geschäftsvermögen des Pflichtigen gehörten und der erzielte Kapital-

gewinn bejahendenfalls als Einkommen aus selbstständiger Erwerbstätigkeit zu erfas-

sen ist.  

a)  Als  Geschäftsvermögen  gelten  sämtliche  Vermögenswerte,  die  ganz  oder 

vorwiegend  der  selbstständigen  Erwerbstätigkeit  dienen  (Art.  18  Abs.  2  DBG,  §  18  

Abs.  3  StG)  oder  damit  in  einem  unmittelbaren  Zusammenhang  stehen  (Nefz-

ger/Simonek/Wenk,  Kommentar  zum  Steuergesetz  des  Kantons  Basel-Landschaft, 

2004, N 72 zu § 24 StG BL). Geschäftsvermögen ist regelmässig dann anzunehmen, 

wenn  ein  Vermögensobjekt  für  Geschäftszwecke  erworben  worden  ist  und  dem  Ge-

schäft  auch  tatsächlich  mittelbar  oder  unmittelbar  dient  (Richner/Frei/Kaufmann/ 

Meuter,  Handkommentar  zum  DBG,  2.  A.,  2009,  Art. 18  N  97  DBG  und  Kommentar 

zum  Zürcher  Steuergesetz,  3.  A.,  2013,  § 18  N 81  StG).  Zum  Privatvermögen  zählen 

Wirtschaftsgüter, die nach ihrer äusseren Beschaffenheit oder ihrem Wesen nach der 

selbstständigerwerbenden  Person  nach  der  getroffenen  Organisation  nicht  als  Be-

standteile der eigenen Unternehmung dienen können. Dies ist zum Beispiel der Fall bei 

Gegenständen des persönlichen Gebrauchs wie Hausrat, Kleidern, Wohnungseinrich-

tung,  persönlichen  Schmuck-  und  Kunstgegenständen  etc.  (Reimann/Zuppinger/ 

Schärrer, Kommentar zum Zürcher Steuergesetz, 2. Band, 1963, § 19 lit. b N 23 aStG). 

Daneben gibt es Wirtschaftsgüter, die ihrem Wesen und ihrer Funktion nach alternativ 

sowohl  geschäftlichen  als  auch  privaten  Zwecken  dienen  können  (Richner/Frei/ 

Kaufmann/Meuter,  Art. 18  N  95  DBG  und  § 18  N 79  StG).  Dazu  gehören  u.a.  

Beteiligungen  an  Kapitalgesellschaften  (BGr,  8. Januar  2013,  2C_802+803/2012  =  

StE  2013  B  23.2  Nr.  42,  a.Z.F.).  Für  die  Zuordnung  solcher  Vermögensobjekte  zum 

Privat-  oder  Geschäftsvermögen  kommt  die  Präponderanzmethode  zur  Anwendung. 

Danach  wird  das  Objekt  jenem  Vermögensbereich zugeordnet,  dem  es überwiegend, 

d.h.  zu  mehr  als  50%  dient  (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  Art.  18  N  107  DBG  und 

§ 18 N 90 StG). 

b) Nach ständiger Rechtsprechung ist die  Zuordnung eines alternativen Wirt-

schaftguts nach objektiven Gesichtspunkten unter Würdigung der Gesamtheit der Um-

stände und der tatsächlichen Verhältnisse des Einzelfalls vorzunehmen. Dabei kommt 

der Mittelherkunft für die Anschaffung und der buchmässigen Behandlung des betref-

fenden Aktivums geringeres Gewicht zu als seiner Zweckbestimmung im Betrieb, d.h. 

2 DB.2013.167 
2 ST.2013.186 

 
 
 
 
 
 
 
- 5 - 

der  technisch-wirtschaftlichen  Funktion  (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  Art. 18  N 96 

DBG  und  § 18  N 80  StG,  je  mit  Hinweisen).  Gemäss  bundesgerichtlicher  Rechtspre-

chung gehören Aktien dann zum Geschäftsvermögen des Steuerpflichtigen, wenn eine 

enge wirtschaftliche Beziehung zwischen der Beteiligung an der Aktiengesellschaft und 

dem  Geschäft  des  Steuerpflichtigen  besteht  (BGr,  8.  Januar  2013,  StE  2013  B  23.2 

Nr. 42; BGr, 8. November 2011, 2C_361+364/2011, www.bger.ch; BGr, 22. April 2005, 

StE  2006  B  23.2  Nr. 1,  je  auch  zum  Folgenden;  ebenso  VGr,  19.  November  2008, 

SB.2007.00089, www.vgrzh.ch). Dabei ist für die Zuteilung zum Geschäftsvermögen – 

im Gegensatz zur früheren Rechtsprechung – nicht mehr erforderlich, dass es sich bei 

der Beteiligung um eine Mehrheitsbeteiligung handelt; vielmehr genügt auch eine Min-

derheitsbeteiligung.  Darüber  hinaus  hat  das  oberste  Gericht  in  den  genannten  Ent-

scheiden die für die Annahme von Geschäftsvermögen erforderliche enge wirtschaftli-

che  Beziehung  zwischen  der  Beteiligung  an  der  Kapitalgesellschaft  und  dem 

Steuerpflichtigen in der Weise verallgemeinernd definiert, dass eine solche Beziehung 

letztlich schon als gegeben erscheint, wenn der Steuerpflichtige die Beteiligung konkret 

dazu einsetzt, um das Geschäftsergebnis seines eigenen Unternehmens bzw. dessen 

Gewinnchancen zu verbessern. 

c) Nach Art. 123 Abs. 1 DBG bzw. § 132 Abs. 1 StG haben die Steuerbehör-

den  zusammen  mit  dem  Steuerpflichtigen  die  für  die  vollständige  und  gerechte  Be-

steuerung  massgeblichen  tatsächlichen  und  rechtlichen  Verhältnisse  festzustellen. 

Dabei gilt als allgemeine Regel der (objektiven) Beweislastverteilung, dass die Steuer-

behörde  die  steuerbegründenden  Tatsachen  nachzuweisen  hat,  der  Steuerpflichtige 

dagegen  diejenigen  Umstände,  welche  die  Steuerschuld  mindern  oder  aufheben 

(RB 1990 Nr. 36 = StE 1990 B 92.51 Nr. 3). 

Geht  es  um  die  Frage,  ob  der  bei  einer  Veräusserung  eines  Gegenstands 

bzw.  Rechts  erzielte Kapitalgewinn  steuerfrei  sei,  ist  hierfür grundsätzlich der  Steuer-

pflichtige beweisbelastet. Denn nach der Generalklausel von Art. 16 Abs. 1 DBG bzw. 

§ 16 Abs. 1 StG sind alle Einkünfte steuerbar und stellt die Steuerfreiheit von Kapital-

gewinnen  auf  beweglichem  Privatvermögen  gemäss  Art. 16  Abs. 3  DBG  bzw.  § 16 

Abs. 3  StG  eine  Ausnahme  davon  dar,  welche  die  Steuerschuld  mindert.  Behauptet 

jedoch die Steuerbehörde in diesem Zusammenhang, ein Kapitalgewinn sei nicht steu-

erfrei,  weil  der  Steuerpflichtige  eine  selbstständige  Erwerbstätigkeit  ausübe  und  der 

Kapitalgewinn  auf  einem  zu  dessen  Geschäftsvermögen  gehörenden  Aktivum  erzielt 

worden sei, so ist für das Vorliegen der selbstständigen Erwerbstätigkeit und die Zuge-

2 DB.2013.167 
2 ST.2013.186 

 
 
 
 
 
 
 
- 6 - 

hörigkeit des fraglichen Aktivums zum Geschäftsvermögen die Steuerbehörde beweis-

belastet. Denn dem Steuerpflichtigen kann für die negative Tatsache, dass keine sol-

che  Tätigkeit  vorliegt  und  das  Aktivum,  mit  dem  der  Kapitalgewinn  erzielt  worden  ist, 

nicht  dem  Geschäftsvermögen  angehört,  nicht  der  (Haupt-)Beweis  auferlegt  werden. 

Indessen obliegt dem Steuerpflichtigen der Gegenbeweis dafür, dass er (ausschliess-

lich)  unselbstständig  bzw.  überhaupt  nicht  erwerbstätig  und  das  Aktivum  somit  dem 

Privatvermögen zuzuordnen ist.  

3. a) Unbestritten ist, dass der Pflichtige seit 1992 als selbstständiger Rechts-

anwalt auf verschiedenen Rechtsgebieten tätig ist und er im Jahr 2001 zusammen mit 

zwei weiteren Beteiligten die E AG (später umfirmiert in I) gründete. Letztere Firma ist 

im Import und Export von J und K tätig. Die Beteiligung des Pflichtigen betrug zunächst 

20% des Aktienkapitals von Fr. 100'000.-. Von März 2007 bis August 2009 war er für 

die Gesellschaft kollektivzeichnungsberechtigt. Seine Beteiligung an der Firma erhöhte 

sich im Jahr 2008 zufolge Ausübung seines Bezugsrechts bei der Erhöhung des Akti-

enkapitals  auf  Fr. 500'000.-  bei  gleichzeitigem  Ausübungsverzicht  eines  weiteren  Mit-

aktionärs von 20% auf 26.5%. Einen massgeblichen oder gar beherrschenden Einfluss 

vermochte er mit dieser Beteiligung auf die Gesellschaft nie auszuüben. Der Pflichtige 

war jedoch in verschiedener Weise für die Firma tätig. Einerseits vermittelte er der I in 

den Jahren 2006 bis 2008 drei neue Geldgeber. Dafür erhielt er Provisionen, die ihm 

bis zum Ende der jeweiligen Laufzeiten monatlich zuflossen bzw. noch zufliessen wer-

den.  Deren Höhe war  von  den jeweiligen  Zinskonditionen  abhängig.  Ferner gewährte 

er dem Mehrheitsaktionär, M, in den Jahren 2001 bis 2003 und später der I ebenfalls 

Darlehen. Diese wurden bis Ende 2008 vollständig zurückbezahlt. Andererseits wurde 

er  von  der  I  verschiedentlich  auf  seinem  angestammten Tätigkeitsfeld  als  Anwalt  bei-

gezogen.  Die  erbrachten  Leistungen  stellte er  der  I  zu  Marktpreisen  in Rechnung.  Im 

vom  kantonalen  Steueramt  untersuchten  Zeitraum  von  2006  bis  2010  erzielte  er  mit 

seinen  Tätigkeiten  für  die  I  Einnahmen  von  insgesamt  Fr. 251'961.-,  was  rund  14% 

seiner  im  gleichen  Zeitraum  verbuchten  Honorareinnahmen  von  Fr. 1'804'516.-  ent-

spricht (siehe nachfolgende Tabelle): Weitere Provisionen im geschätzten Umfang von 

Fr. 109'600.- für Vermittlungstätigkeiten in den Jahren 2006 bis 2008 werden ihm auf-

grund der Vereinbarung, dass die Provisionen monatlich bis zum Ende der Laufzeit der 

Kredite zu leisten sind, in den Perioden 2011 bis 2015 zufliessen. 

2 DB.2013.167 
2 ST.2013.186 

 
 
 
 
 
 
 
 
- 7 - 

1 

2 

3 

4 

5 

Jahr  Honorare  Fr. 

   Provisionen  
               Fr. 

Summe der 
Spalten 2 + 3 

Gesamt-
umsatz     Fr. 

6 

%-
Verhältnis 
Spalte 4:5 

2006        11'691.35            4'882.80  

16'574.15  

234'409.19  

2007        20'078.15          35'081.20          55'159.35  

  306'689.90  

2008        23'323.45          44'525.00  

      67'848.45        383'600.45  

2009 

       8'705.80  

   53'165.40  

  61'871.20  

  431'917.70  

2010 

       50'507.60  

     50'507.60        447'898.65  

7.1% 

18.0% 

17.7% 

14.3% 

11.3% 

Total 

      63'798.75        188'162.00  

251'960.75      1'804'515.89  

14.0% 

Da  sich  die  langjährige,  seit  den  Neunzigerjahren  bestehende  persönliche 

Beziehung  zwischen  dem  Pflichtigen  und  dem  Mehrheitsaktionär  der  I,  M,  im  Verlauf 

des  Jahres  2008  abgekühlt  hatte,  erhielt  er  in den  darauf folgenden Jahren  von  der I 

keine Mandate mehr. Der Pflichtige vermittelte nach 2009 auch keine Kredite mehr. Die 

Provisionsvergütungen in den Jahren 2009 und 2010 stammen aus der früher ausge-

übten  Vermittlungstätigkeit.  Im  Jahr  2010  veräusserte  er  seine  Beteiligung  für 

Fr. 1'500'000.-  dem  Mehrheitsaktionär,  nachdem  ihn  dieser  dazu  gedrängt  hatte.  Der 

Pflichtige erzielte damit unbestrittenermassen einen Kapitalgewinn von Fr. 1'367'000.-. 

b)  Das  kantonale  Steueramt  ordnete  die  Beteiligung  des  Pflichtigen  an  der  I 

dem Geschäftsvermögen zu, weil die Beteiligung zu einem wichtigen Pfeiler der beruf-

lichen bzw. geschäftlichen Tätigkeit des Pflichtigen geworden sei. Er habe in den Jah-

ren 2007 bis 2010 für seine Tätigkeiten für die I jährliche Einnahmen von Fr. 55'159.-, 

Fr. 67'848.-,  Fr.  63'374.-  (recte  Fr.  61'871.20)  und  Fr. 51'007.60  (recte  Fr.  50'507.60) 

erzielt. In Relation zu den geschäftlichen Gesamtumsätzen belaufen sich die jährlichen 

Zahlungen  der  I  zwischen  14,7%  und  18%.  Die  enge  wirtschaftliche  Beziehung  zwi-

schen den geschäftlichen Aktivitäten des Pflichtigen und der I sei damit gegeben. Die 

bedeutende  Stellung  des  Pflichtigen  innerhalb  der  I  werde  zusätzlich  dadurch  doku-

mentiert,  dass  er  im  Jahr  2007  die  Kollketivprokura  zu  zweien  erhalten  habe.  Ferner 

habe er bei der Kapitalerhöhung im Jahr 2008 neue Aktien zum Nominalwert zeichnen 

können,  obwohl  der  Verkehrswert  der  Aktien  den  Nennwert  der  Aktien  schon  damals 

weit  übertroffen  habe.  Bei  dieser  Sachlage  könne  das  Engagement  des  Pflichtigen 

nicht bloss als reiner Freundschaftsdienst bzw. als ein Investment zur privaten Vermö-

gensanlage verstanden werden. 

2 DB.2013.167 
2 ST.2013.186 

 
 
 
        
      
 
      
 
 
 
 
 
- 8 - 

c)  Der  Pflichtige  hält  dem  entgegen,  dass  das Motiv  zum  Erwerb  der  Beteili-

gung privater Natur gewesen sei. Er habe den späteren Hauptaktionär der I, M, in den 

neunziger Jahren über einen gemeinsamen Bekannten kennen gelernt. Zu dieser Zeit 

sei  M  in  Jamaika  wohnhaft  und  jahrelang  erfolgreich  im  O  tätig  gewesen.  Auf  Grund 

verschiedener privater Ereignisse habe dieser fast sein gesamtes Hab und Gut verlo-

ren. Daraufhin sei er im Jahr 2000 praktisch mittellos in die Schweiz zurückgekehrt. In 

der  Überzeugung,  sich  auch  in  der  Schweiz  erfolgreich  im  O  etablieren  zu  können, 

habe er ursprünglich mit seinem Bruder eine neue Gesellschaft gründen wollen. Dieses 

Vorhaben  sei  jedoch  am Widerstand  der  Ehefrau  des  Bruders  gescheitert.  Anlässlich 

eines Mittagessens habe ihn M schliesslich gefragt, ob er allenfalls bereit wäre, sich als 

Minderheitsaktionär  an  der  neuen  Gesellschaft  zu  beteiligen.  Aufgrund  des  freund-

schaftlichen  Verhältnisses  habe  er  zugesagt.  Dies  habe  er  aber  in erster  Linie  getan, 

um  M  wirtschaftlich  wieder  auf  die Beine  zu  helfen.  Am  Charakter  eines  Privatinvest-

ments  habe  sich  auch  nichts  geändert,  als  M  Ende  2007  seine  Mitaktionäre  wissen 

liess,  dass  er  das  Aktienkapital  der  I  von  bisher  Fr.  100'000.-  auf  Fr.  500'000.-  durch 

Ausgabe von 400 Aktien à Fr. 1'000.-. erhöhe. Mit der Liberierung von 113 neuen Akti-

en  habe  er  lediglich  sein  gesetzliches  Bezugsrecht  gemäss  Art.  652b  OR  ausgeübt, 

das sich nach dem Verzicht von N von 20% auf 28,17% erhöht habe. Dies hätte jeder 

andere Privatinvestor auch getan. Damit habe er einerseits eine Verwässerung seines 

Anteils an der Gesellschaft vermieden. Andererseits habe er durch den Verzicht von N 

die Möglichkeit wahrgenommen, den Aktienbesitz zu erweitern.  

d) Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung liegt eine enge wirtschaftli-

che Beziehung zwischen der Beteiligung und dem Geschäft des Pflichtigen insbeson-

dere dann vor, wo die Beteiligung für Geschäftszwecke erworben wurde oder sie dem 

Inhaber einen massgeblichen Einfluss auf eine Gesellschaft verschafft, deren geschäft-

liche Tätigkeit seiner eigenen entspricht oder diese sinnvoll ergänzt, was ihm erlaubt, 

seine  ursprüngliche  Geschäftstätigkeit  auszudehnen.  Diese  Voraussetzung  ist  gege-

ben,  wenn  der  Pflichtige  die  Beteiligungsrechte  konkret  dazu  einsetzt,  um  das  Ge-

schäftsergebnis  seines  eigenen  Unternehmens  bzw.  dessen  Gewinnchancen  zu 

verbessern (BGr, 8. Januar 2013, 2C_802+803/2012, E. 2.4; BGr, 8. November 2011, 

2C_361+364/2011,  E.  2.4;  BGr,  25.  September  2012,  2C_115+116/2012,  E.  2.4.1; 

BGr, 6. Januar 2011, 2C_600/2010, E. 2.2; BGr, 17. Juli 2006, 2A.178/2006, E. 4.1, je 

www.bger.ch; BGr, 22. April 2005, E. 2.3, StE 2006 B 23.2 Nr. 1). 

2 DB.2013.167 
2 ST.2013.186 

 
 
 
 
 
 
 
- 9 - 

e) Gegen die Zuordnung zum Geschäftsvermögen spricht, dass der Pflichtige 

und die I in verschiedenen Branchen tätig sind und der Pflichtige nur über eine Minder-

heitsbeteiligung  verfügt,  die  ihm  keinen  massgebenden  Einfluss  auf  die  Gesellschaft 

verschaffte. Ferner beteiligte er sich – soweit erkennbar – auch nie am Tagesgeschäft 

dieser Gesellschaft und deklarierte die Beteiligung von Anfang an immer als Privatver-

mögen.  Bei  selbstständig  erwerbenden  Steuerpflichtigen,  die  nicht  ihr  gesamtes  Ver-

mögen in der Bilanz aufführen und so zwischen bilanziertem Geschäftsvermögen und 

nicht  bilanziertem  Privatvermögen  unterscheiden,  bildet  ferner  auch  die  buchmässige 

Behandlung  ein  gewichtiges  Indiz,  soweit  sie  den  tatsächlichen  Verhältnissen  nicht 

zuwiderläuft  (Markus  Reich,  in:  Kommentar  zum  Schweizerischen  Steuerrecht,  Band 

I/2a, 2. A., 2008, Art. 18 N 50 DBG).  

Kein taugliches Kriterium für die Abgrenzung zwischen Privat- und Geschäfts-

vermögen bildet die Erhöhung der Beteiligung von 20% auf 26,5% im Zuge der Kapi-

talerhöhung im Jahr 2008, da die Erhöhung der Beteiligung auf die Ausübung des ge-

setzlichen Bezugsrechts bzw. auf die Nichtausübung dieses Bezugsrechts durch einen 

anderen Minderheitsaktionär zurückzuführen war.  

f) Die von der Rechtsprechung geforderte enge Beziehung kann jedoch auch 

ohne  einen  massgeblichen  oder  beherrschenden  Einfluss  auf  die  Gesellschaft  beste-

hen (BGr, 8. November 2011, 2C_361+364/2011, www.bger.ch). Ferner kann eine Be-

teiligung auch dann zum Geschäftsvermögen gehören, wenn sie einem völlig anderen 

Tätigkeitsgebiet  zuzuordnen  ist  (VGr  AG,  19.  Dezember  2006,  StE  2007  B  23.2  

Nr.  35).  Entscheidend  ist  letztlich,  ob  die  Beteiligung  geeignet  ist,  dem  Geschäft  des 

Pflichtigen  zu  dienen,  und  ob  die  Beteiligung  tatsächlich  zu  einer  nicht  bloss  zu  ver-

nachlässigenden  Resultatverbesserung  des  eigenen  Unternehmens  geführt  hat  (BGr, 

8. November 2011, 2C_361+364/2011, www.bger.ch). 

g)  Erwirbt  ein  Rechtsanwalt  aufgrund  der  freundschaftlichen  Beziehung  zum 

Mehrheitsaktionär  der  Gesellschaft  eine  Beteiligung,  so  folgt  daraus  nicht  zwingend, 

dass  das  Motiv  zum  Erwerb  dieser  Beteiligung  rein  privater  Natur  war.  Im  Gegenteil 

sind Beziehungsnetze aller Art, auch auf freundschaftlicher Basis, dem Geschäft eines 

Rechtsanwalts dienlich, so dass die Vermutung nahe liegt, dass sich der Pflichtige mit 

der im Zeitpunkt der Gründung risikobehafteten Beteiligung  an einer O auch Aufträge 

für  sein  eigenes  Unternehmen  erhoffte,  zumal  er  dem  Hauptaktionär  in  den  Jahren 

2001 bis 2003 und später auch der I mehrere Darlehen gewährte. Diese Erwartungen 

2 DB.2013.167 
2 ST.2013.186 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
- 10 - 

trafen denn auch ein. Aufgrund der Abklärungen der Vorinstanz, die sich auf die Jahre 

2006 bis 2010 beschränkten, erzielte der Pflichtige für anwaltliche Tätigkeiten im Auf-

trag der I Honorare von insgesamt Fr. 63'798.75 (siehe Tabelle in E. 3a). Weiter flos-

sen  ihm  für  die  Vermittlung  von  drei  Kreditgebern  in  den  Jahren  2006  bis  2010  be-

trächtliche  Provisionen  von  insgesamt  Fr.  189'745.-  zu.  Weitere  Provisionen  von  ca. 

Fr. 109'600.-  (USD-Währung  paritätisch  in  Fr.  umgerechnet)  für  bereits  erfolgte  Ver-

mittlungstätigkeiten  hinsichtlich  der  Darlehen  von  P  (USD  800'000.-,  Zins  8%  p.a., 

Laufzeit  vom  ... Oktober  2006  bis  …. Oktober  2011,  Provision  p.a.  USD  24'000.-),  Q 

resp.  deren  Erbin  R  (Fr. 1'000'000.-  [in  drei  Raten  gewährt],  Zins  10%  p.a.,  Laufzeit 

vom  …. September  2008  bis  ….  September  2016,  Provision  ab  3.  Kreditrate  

Fr.  10'000.-  p.a.)  und  S  (Fr.  600'000.-,  Zins  8%,  Laufzeit  ab  ca.  September  2007  bis 

mutmasslich ca. September 2012, Provision Fr. 18'000.- p.a.) werden ihm in späteren 

Steuerperioden zufliessen, weil die Provisionen monatlich bis zum Ende der Laufzeiten 

der betreffenden Kredite zu vergüten sind. Die Einnahmen aus Geschäften mit der I im 

Betrag von Fr. 251'960.75 von 2006 bis 2010 machten rund 14% der gesamten Hono-

rareinnahmen von Fr. 1'804'515.89 im gleichen Zeitraum aus. Derartige Erträge stellen 

keineswegs  eine  zu  vernachlässigende  Verbesserung  des  eigenen  Geschäftsergeb-

nisses dar, zumal dem Pflichtigen nach 2010 für bereits abgeschlossene Vermittlungs-

tätigkeiten  noch  weitere  Provisionen  von  über  Fr. 100'000.-  zufliessen  werden,  was 

hier  ebenfalls  berücksichtigt  werden  muss.  Die  Provisionseinnahmen  verbuchte  der 

Pflichtige stets in seiner Erfolgsrechnung, was seiner Behauptung, dass es sich hierbei 

um  eine  nicht  mit  der  Anwaltstätigkeit  resp.  Beteiligung  zusammenhängende  Angele-

genheit handelte, widerspricht. Da die vereinbarten Provisionen von über Fr. 130'000.- 

(Darlehen  P),  Fr.  90'000.-  (Darlehen  S)  und  Fr.  76'000.-  (Darlehen  R),  entsprechend 

der  Differenz  zwischen  den  effektiv  vereinbarten  Zinssätzen  und  dem  Basiszinssatz 

von 11%, im Verhältnis zum erbrachten Aufwand ausserordentlich hoch sind, liegt die 

Vermutung nahe, dass diese vorteilhaften Konditionen massgeblich vom Beteiligungs-

verhältnis  abhingen,  welcher  Vorteil  einem  unbeteiligten  Dritten  nicht gewährt  worden 

wäre.  Jedenfalls  wurde  nicht  geltend  gemacht,  dass  unbeteiligten  Dritten  Provisionen 

zu  gleichen  Konditionen  bezahlt  worden  seien.  Schliesslich  hat  sich  der  Pflichtige, 

wenn auch nur vorübergehend, als Kollektivzeichnungsberechtigter im Handelsregister 

eintragen  lassen,  was  den  Rahmen  einer  blossen  privaten  Vermögensverwaltung 

sprengt.  

2 DB.2013.167 
2 ST.2013.186 

 
 
 
 
- 11 - 

h)  Aufgrund  der  genannten  Umstände  ordnete  das  kantonale  Steueramt  die 

Beteiligung  an  der  I  zu  Recht  dem  Geschäftsvermögen  zu,  was  zur  Abweisung  der 

Rechtsmittel führt. 

4.  Bei  diesem  Verfahrensausgang  sind  die  Gerichtskosten  dem  Pflichtigen 

aufzuerlegen (Art. 144 Abs. 1 DBG, § 151 Abs. 1 StG) und bleibt ihm die Zusprechung 

einer Parteientschädigung versagt (Art. 144 Abs. 4 DBG i.V.m. Art. 64 Abs. 1 des Bun-

desgesetzes über das Verwaltungsverfahren vom 20. Dezember 1968). 

Demgemäss erkennt die Kammer: 

1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  Der Rekurs wird abgewiesen. 

[…] 

2 DB.2013.167 
2 ST.2013.186