# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ae5bb6d0-5273-5824-8ac3-90713769f752
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-12-09
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 09.12.2014 S 2014 98
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2014-98_2014-12-09.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT
DES KANTONS GRAUBÜNDEN

S 14 98

3. Kammer als Versicherungsgericht

bestehend aus

Verwaltungsrichterin Moser als Vorsitzende, Verwaltungsrichter 

Stecher und Audétat, Aktuarin ad hoc Parolini

URTEIL
vom 9. Dezember 2014

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____,

Beschwerdeführerin

gegen 

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden, 

Beschwerdegegnerin

betreffend Versicherungsleistungen nach IVG

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1. A._____ (Jahrgang 1966) absolvierte eine Verkaufslehre, machte jedoch 

keinen Abschluss. Erstmals meldete sie sich nach einer Schilddrüsenope-

ration wegen psychischer Probleme im Februar 2001 bei der IV-Stelle des 

Kantons Graubünden (nachfolgend IV-Stelle) zum Bezug von IV-

Leistungen an. Mit Verfügung vom 15. Januar 2002 wurden ihr mit Wir-

kung ab dem 1. September 2001 eine monatliche Viertelsrente (IV-Grad 

40 %) sowie eine Kinderrente zugesprochen.

2. Mit Schreiben vom 28. Januar 2003 teilten die psychiatrischen Dienste 

Graubünden mit, der psychische Gesundheitszustand von A._____ habe 

sich verschlechtert, weshalb um Revision der IV-Rente ersucht wurde. Mit 

zwei Verfügungen, beide datiert vom 8. März 2004, wurde für die Zeit vom 

1. Februar 2003 bis zum 31. Juli 2003 eine ganze IV-Rente (IV-Grad 

100 %) sowie für die Zeit ab dem 1. August 2003 eine monatliche Vier-

telsrente (IV-Grad 48 %) zugesprochen.

3. Mit Schreiben vom 24. September 2004 teilte die Amtsvormundin von 

A._____ mit, deren psychischer Gesundheitszustand habe sich ver-

schlechtert und sie sei zu 100 % arbeitsunfähig. Sie stellte das Gesuch 

um Ausrichtung einer ganzen IV-Rente. Die Psychiatrischen Dienste 

Graubünden, nahmen am 8. März 2005 eine psychiatrische Begutachtung 

vor und hielten fest, dass bei A._____ seit dem 1. Februar 2004 eine Ar-

beitsunfähigkeit von 80 % in der bisherigen (Lebensmittelverkäuferin) 

bzw. in einer adaptierten Tätigkeit bestehe. Mit Verfügung vom 21. Okto-

ber 2005 verfügte die IV-Stelle für die Zeit ab dem 1. September 2004 ei-

ne ganze IV-Rente (IV-Grad 83 %).

4. Im Rahmen einer Rentenrevision in den Jahren 2010/2011 wurde 

A._____ vom RAD Ostschweiz (Regionaler Ärztlichen Dienst der Invali-

denversicherung AI, AR, GR, SG, TG) (Dr. med. B._____) psychiatrisch 

untersucht. Gemäss dessen Bericht vom 18. Januar 2012 sei es bei der 

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Versicherten in den letzten drei Jahren zu einer deutlichen Verbesserung 

des psychischen Zustands gekommen, sodass eine Hilfsarbeitertätigkeit 

im Umfang von fünf Stunden pro Tag zumutbar sei. Mit Vorbescheid vom 

28. Februar 2012 wurde die Herabsetzung der bisherigen Rente auf eine 

monatliche Viertelsrente in Aussicht gestellt. 

5. Aufgrund des dagegen am 27. März 2012 erhobenen Einwands mit dem 

Hinweis auf eine wegen starker Rückenbeschwerden bestehende 

100%ige Arbeitsunfähigkeit erfolgte am 15. Februar 2012 und am 5. April 

2012 eine weitere Beurteilung durch den RAD Ostschweiz 

(Dr. med. C._____). Diese bestätigte eine Arbeitsfähigkeit von fünf Stun-

den täglich in einer adaptierten Tätigkeit ab November 2010. Mit Verfü-

gung vom 26. April 2012 wurde die mit Vorbescheid vom 28. Februar 

2012 angekündigte Herabsetzung der IV-Rente auf eine Viertelsrente (IV-

Grad 40 %) bestätigt.

6. Dagegen liess A._____ am 11. Mai 2012 Beschwerde an das Verwal-

tungsgericht des Kantons Graubünden erheben (Verfahren S 12 62) und 

darauf hinweisen, dass am 10. Mai 2012 eine erneute Rückenoperation 

durchgeführt worden sei. Daraufhin zog die IV-Stelle die angefochtene 

Verfügung vom 26. April 2012 mit Schreiben vom 14. Juni 2012 in Wie-

dererwägung, worauf das Beschwerdeverfahren mit Verfügung vom 15. 

Juni 2012 abgeschrieben wurde. Mit erneuter Verfügung vom 2. Juli 2012 

stellte die IV-Stelle fest, dass es bei einem IV-Grad von 83 % bleibe, wo-

mit weiterhin ein Anspruch auf eine ganze IV-Rente bestehe.

7. In der Folge wurden beim RAD Ostschweiz erneut ein psychiatrischer 

(Bericht Dr. med. B._____ vom 16. November 2012) sowie ein rheumati-

scher (Bericht Dr. med. D._____ vom 19. November 2012) Untersu-

chungsbericht eingeholt. Dr. med. B._____ und Dr. med. D._____ hielten 

in ihrer Konsensbeurteilung vom 20. November 2012 fest, es habe keine 

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Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustands seit Januar 

2012 stattgefunden, eine Hilfsarbeitertätigkeit von fünf Stunden täglich sei 

aus psychiatrischer Sicht wieder möglich. Was den rheumatologisch-

orthopädischen Teil betreffe, so müsse von einem noch instabilen Ge-

sundheitszustand ausgegangen werden, weshalb das Resultat der vorge-

sehenen Abklärungen abgewartet werden solle.

8. Die rheumatologische Untersuchung beim RAD Ostschweiz (Dr. med. 

D._____) vom 6. Februar 2014 sowie die Evaluation der funktionellen 

Leistungsfähigkeit (EFL) der Kliniken Valens (Dr. med. E._____) vom 17. 

März 2014 ergaben eine Verbesserung des Gesundheitszustands per 

Ende August 2013 und eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten 

Tätigkeit. Im Abschlussbericht des RAD Ostschweiz (Dr. med. C._____) 

vom 14. April 2014 wird von einer Arbeitsfähigkeit von fünf Stunden pro 

Tag ab September 2013 ausgegangen.

9. Mit Vorbescheid vom 16. April 2014 wurde die Herabsetzung der bisheri-

gen Rente auf eine Viertelsrente (IV-Grad 45 %) in Aussicht gestellt. Mit 

Verfügung vom 12. Juni 2014 wurde die Herabsetzung der bisherigen 

ganzen IV-Rente (IV-Grad 83 %) auf eine monatliche Viertelsrente (IV-

Grad 43 %) für die Zeit ab dem 1. August 2014 bestätigt.

10. Dagegen erhob A._____ (nachfolgend Beschwerdeführerin) am 13. Au-

gust 2014 Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons Graubün-

den. Sie beantragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung vom 12. 

Juni 2014 und die ununterbrochene Ausrichtung einer ganzen IV-Rente. 

Sie legte einen Bericht des behandelnden Arztes, Dr. med. F._____, vom 

11. August 2014 bei, nach dessen Meinung eine 100%ige Arbeitsunfähig-

keit bestehe.

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11. Mit Vernehmlassung vom 2. September 2014 beantragte die IV-Stelle 

(nachfolgend Beschwerdegegnerin) die kostenfällige Abweisung der Be-

schwerde.

12. Nachdem es der Beschwerdeführerin freigestellt wurde, zur Vernehmlas-

sung der Beschwerdegegnerin Stellung zu nehmen, ging am 20. Oktober 

2014 beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden ein handschrift-

liches Schreiben ein, das am 17. Oktober 2014 abgeschickt worden war. 

Darin erläuterte die Beschwerdeführerin, wie es ihr persönlich gehe. Die-

ses Schreiben wurde der Beschwerdegegnerin zur Kenntnisnahme zuge-

stellt.

Auf die weiteren Ausführungen in der angefochtenen Verfügung und in 

den Rechtsschriften wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen einge-

gangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. a) Nach Art. 56 Abs. 1 i.V.m. Art. 58 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) kann 

die versicherte Person gegen Verfügungen, gegen die eine Einsprache 

ausgeschlossen ist, Beschwerde beim zuständigen Versicherungsgericht 

desjenigen Kantons erheben, in welchem sie zur Zeit der Beschwerdeer-

hebung Wohnsitz hat (vgl. Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über 

die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Die Beschwerdeführerin hat 

Wohnsitz in Graubünden, womit das Verwaltungsgericht des Kantons 

Graubünden zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde örtlich zustän-

dig ist.

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b) Die sachliche und funktionelle Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts er-

gibt sich aus Art. 57 ATSG i.V.m. Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über 

die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100), wonach das Verwal-

tungsgericht als kantonales Versicherungsgericht Beschwerden gegen 

Verfügungen in Sozialversicherungssachen beurteilt, die gemäss Bundes-

recht der Beschwerde unterliegen. Als formelle und materielle Adressatin 

der angefochtenen Verfügung ist die Beschwerdeführerin von dieser 

überdies berührt und sie weist ein schutzwürdiges Interesse an deren ge-

richtlichen Überprüfung auf (vgl. Art. 59 ATSG). Auf die frist- und formge-

recht eingereichte Beschwerde ist somit einzutreten.

2. a) Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 12. 

Juni 2104 (Akten der Beschwerdegegnerin [Bg-act.] 165 und 167 sowie 

E-Mail der Beschwerdegegnerin vom 14. August 2014). Strittig und zu 

prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin die bis anhin ausgerichtete ganze 

IV-Rente (IV-Grad 83 %) zu Recht mit Wirkung ab dem 1. August 2014 

auf eine Viertelsrente (IV-Grad 43 %) herabgesetzt hat oder nicht. Dabei 

sind das Vorliegen eines Revisionsgrundes, die Arbeitsfähigkeit in einer 

leidensangepassten Tätigkeit sowie das Invalideneinkommen zu beurtei-

len. Unbestritten ist das Valideneinkommen von Fr. 54‘754.75.

b) Anspruch auf eine Invalidenrente hat, wer im Sinne des Gesetzes invalid 

ist. Als Invalidität gilt bei erwerbstätigen Versicherten die durch einen kör-

perlichen, geistigen oder psychischen Gesundheitsschaden verursachte, 

voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde Erwerbsunfähigkeit 

(Art. 1 IVG i.V.m. Art. 8 Abs. 1 ATSG), welche die Folge von Geburtsge-

brechen, Krankheit oder Unfall sein kann (Art. 4 Abs. 1 IVG). Der renten-

begründende IV-Grad ist in diesem Fall aufgrund eines Einkommensver-

gleichs zu bestimmen (Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG). Dazu 

wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der 

Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und all-

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fälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit 

bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sogenanntes Invali-

deneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie 

erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sogenanntes Vali-

deneinkommen) (Art. 16 ATSG). Der Einkommensvergleich hat in der 

Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbs-

einkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander ge-

genüber gestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der 

IV-Grad bestimmen lässt (allgemeine Methode des Einkommensver-

gleichs; BGE 130 V 343 E.3.4.2, BGE 128 V 29 E.1). Ein rentenbegrün-

dender IV-Grad liegt vor, wenn eine versicherte Person ihre Erwerbs-

fähigkeit nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederher-

stellen, erhalten oder verbessern kann, während mindestens eines Jahres 

ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich zu mindestens 40 % im 

bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich eingeschränkt gewesen ist und 

nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid ist (Art. 28 Abs. 1 

IVG). Sind diese Voraussetzungen erfüllt, so steht der versicherten Per-

son nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des An-

spruchs (…) (Art. 29 Abs. 1 IVG), bei einem IV-Grad von mindestens 

40 % eine Viertelsrente, bei einem IV-Grad von mindestens 50 % eine 

halbe Rente, bei einem IV-Grad von mindestens 60 % eine Dreiviertels-

rente und bei einem IV-Grad von 70 % eine ganze Rente zu (Art. 28 Abs. 

2 IVG).

c) Ändert sich der IV-Grad einer Rentenbezügerin erheblich, wird die Rente 

von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend 

erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. 

Art. 17 Abs. 1 ATSG). Gemäss Art. 87 Abs. 1 lit. b der Verordnung über 

die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) wird eine Revision von 

Amtes wegen durchgeführt, wenn Tatsachen bekannt oder Massnahmen 

angeordnet werden, die eine erhebliche Änderung des IV-Grades als 

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möglich erscheinen lassen. Gemäss Art. 88bis Abs. 2 lit. a IVV erfolgt die 

Herabsetzung der Rente frühestens vom ersten Tag des zweiten der 

Zustellung der Verfügung folgenden Monats an. Die IV-Rente ist nicht nur 

bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, sondern 

etwa auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen ei-

nes an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verän-

dert haben oder eine andere Art der Bemessung der Invalidität zur An-

wendung gelangt (BGE 130 V 343 E.3.5, Urteil des Bundesgerichts 

8C_441/2012 vom 25. Juli 2013 E.3.1.1). Dagegen bildet nach der bun-

desgerichtlichen Rechtsprechung die unterschiedliche Beurteilung der 

Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund-

heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen 

Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG (Urteil des Bundesge-

richts 9C_552/2007 vom 17. Januar 2008 E.3.1.2).

Die zeitliche Vergleichsbasis für die Prüfung einer anspruchserheblichen 

Änderung im Rahmen einer Rentenrevision bildet gemäss 

bundesgerichtlicher Rechtsprechung die letzte, anspruchsändernde (der 

versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, die auf einer 

materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer 

Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines 

Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den 

erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht (vgl. BGE 

133 V 108 E.4.1 und 5.4, BGE 109 V 265 E.4a). Verfügungen, die eine 

laufende Rente bloss bestätigen, sind demgegenüber revisionsrechtlich 

unbeachtlich (BGE 133 V 108 E.4.1, BGE 125 V 36 E.2). Wird bei dieser 

Gegenüberstellung festgestellt, dass der IV-Grad im zur Beurteilung ste-

henden Zeitraum keine rechtserhebliche Änderung erfahren hat, bleibt es 

beim bisherigen Rechtszustand (Urteil des Bundesgerichts 8C_441/2012 

vom 25. Juli 2013 E.3.1.3). Andernfalls ist das Vorliegen eines Revisions-

grunds zu bejahen und die zugesprochene Rente entsprechend der fest-

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gestellten Sachverhaltsveränderung abzuändern (vgl. MEYER/REICHMUTH, 

in: STAUFFER/CARDINAUX [Hrsg.], Rechtsprechung des Bundesgerichts 

zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Invalidenversiche-

rung, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2014, Art. 30-31 N. 13).

3. a) Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung vom 12. 

Juni 2014 von einem medizinisch verbesserten Gesundheitszustand aus, 

der eine leichte einfache wechselbelastende Tätigkeit ohne Überkopfarb-

eiten und Arbeiten in der Hocke im Rahmen eines 60%-Pensums (fünf 

Stunden pro Tag) ermögliche.

Die Beschwerdeführerin macht geltend, dass sich ihre Rückenbeschwer-

den auch nach der letzten Rückenoperation nicht gebessert hätten. Die 

gesundheitliche Stabilität bestehe nur scheinbar und aus dem Grund, 

dass sie sehr zurückgezogen lebe und von ihrem Partner in allem unter-

stützt werde. Die zwei-tägige IV-Abklärung habe sie nur mit Schmerzmit-

teln durchgestanden, danach sei sie tagelang erschöpft gewesen und ha-

be zusätzliche starke Nacken- und Rückenschmerzen, die ins linke Bein 

ausstrahlten, gehabt. Es sei ihr völlig unmöglich, eine Arbeit von fünf 

Stunden täglich auszuführen. Sie leide, trotz Schmerzmitteln, unter stän-

digen Schmerzen im Nacken, Rücken und im linken Bein. Sie könne nur 

unregelmässig Arbeiten im Haushalt erledigen und könne nur noch kürze-

re Strecken - ca. 20 Minuten mit mehreren Pausen - zurücklegen. Seit der 

vierten Rückenoperation habe sie im linken grossen Zehen kein Gefühl 

mehr. Um nicht zu stürzen, benütze sie deshalb Krücken. Der Hausarzt 

habe sie beim Neurologen zur Abklärung angemeldet. Die ständigen 

Schmerzen wirkten sich auch auf ihre Psyche aus. Die Angstzustände 

hätten sich nicht verbessert.

Die Beschwerdegegnerin stellt sich auf den Standpunkt, der Gesund-

heitszustand der Beschwerdeführerin - zumindest der psychische - habe 

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sich im Vergleich zu demjenigen im Jahr 2005 (Zeitpunkt der Zusprache 

einer ganzen IV-Rente) seit September 2013 wesentlich verbessert, so-

dass ein Revisionsgrund vorliege. In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit könne 

im Wesentlichen abgestellt werden auf die rheumatologisch-psychiatri-

sche Konsensbeurteilung des RAD Ostschweiz vom 20. November 2012 

und auf den rheumatologischen Untersuchungsbericht des RAD Ost-

schweiz vom 6. Februar 2014. Diese würden durch die Vorbringen der 

Beschwerdeführerin und die von ihr eingereichte Beurteilung von Dr. med. 

F._____ vom 11. August 2014 nicht erschüttert. Aufgrund der Beurteilung 

des RAD Ostschweiz, dessen Ärzte auf eine objektive und rechtsgleiche 

Einschätzung spezialisiert seien, sei eine behinderungsgeeignete, näm-

lich eine körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeit von fünf Stunden 

pro Tag (60 %) seit September 2013 zumutbar. Weitere Abklärungen  

seien nicht erforderlich. Die Arbeitsfähigkeit von 60 % führe zu einem IV-

Grad von 43 % (Valideneinkommen von Fr. 54‘754.75, Invalideneinkom-

men von Fr. 31‘210.20), weshalb die Herabsetzung der bisherigen gan-

zen IV-Rente auf eine Viertels-Rente rechtens sei.

b) Um beurteilen zu können, ob sich der gesundheitliche Zustand der Be-

schwerdeführerin verbessert und sich dadurch die Arbeitsfähigkeit in einer 

ihr zumutbaren Tätigkeit derart verändert hat, dass ein tieferer Invali-

ditätsgrad resultiert und die Beschwerdeführerin infolgedessen eine Her-

absetzung der ihr zugesprochenen ganzen IV-Rente gewärtigen muss, 

sind die Verwaltung und das im Beschwerdefall angerufene Gericht auf 

Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls andere Fach-

leute zur Verfügung stellen. Dabei können sich die IV-Stellen und im 

Streitfall die Sozialversicherungsgerichte auf die Regionalen Ärztlichen 

Dienste (RAD; Art. 59 Abs. 2bis Satz 1 IVG), auf die Berichte der behan-

delnden Ärztinnen und Ärzte oder auf externe medizinische Sachverstän-

dige abstützen (Art. 59 Abs. 3 IVG). Die Aufgabe des Arztes besteht dar-

in, den Gesundheitszustand zu beurteilen und wenn nötig seine Entwick-

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lung im Laufe der Zeit zu beschreiben, d.h. mit den Mitteln fachgerechter 

ärztlicher Untersuchung unter Berücksichtigung der subjektiven Be-

schwerden Befunde zu erheben und gestützt darauf eine Diagnose zu 

stellen (BGE 140 V 193 E.3.2). Hiermit erfüllt der Arzt seine genuine Auf-

gabe, wofür die Verwaltung und im Streitfall das Gericht nicht kompetent 

sind (BGE 140 V 193 E.3.2). Bei der Folgeabschätzung der erhobenen 

gesundheitlichen Beeinträchtigungen für die Arbeitsfähigkeit kommt dem 

Arzt hingegen keine abschliessende Beurteilungskompetenz zu; vielmehr 

nimmt er zur Arbeitsunfähigkeit Stellung, d.h. er gibt eine Schätzung ab, 

die er aus seiner Sicht so substanziell wie möglich begründet (BGE 140 V 

193 E.3.2, BGE 125 V 256 E.4).

Gemäss Art. 59 Abs. 2bis Satz 2 IVG setzen die RAD’s die für die 

Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funktionelle 

Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit 

oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben (vgl. Art. 49 IVV), wobei sie 

in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig sind 

(Art. 59 Abs. 2bis Satz 3 IVG). Sinn und Zweck dieser Bestimmungen 

liegen darin, dass die IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen 

Anspruchsvoraussetzungen auf eigene Ärzte und Ärztinnen zurückgreifen 

können. Diese sollen aufgrund ihrer speziellen 

versicherungsmedizinischen Kenntnisse für die Bestimmung der 

funktionellen Leistungsfähigkeit der Versicherten verantwortlich sein. 

Damit soll eine konsequente Trennung der Zuständigkeiten zwischen 

behandelnden Ärzten (Heilbehandlung) und Sozialversicherung 

(Bestimmung der Auswirkungen des Gesundheitsschadens) geschaffen 

werden. Die RAD bezeichnen die zumutbaren Tätigkeiten und die 

unzumutbaren Funktionen unter Angabe einer allfälligen medizinisch 

begründeten zeitlichen Schonung. Damit soll im Hinblick auf eine 

erfolgreiche Eingliederung eine objektivere Festlegung der 

massgebenden funktionellen Leistungsfähigkeit der Versicherten 

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ermöglicht werden. Gestützt auf die Angaben des RAD hat die IV-Stelle 

und im Streitfall das Sozialversicherungsgericht zu beurteilen, was einer 

versicherten Person aus objektiver Sicht noch zumutbar ist und was nicht 

(Urteil des Bundesgerichts 9C_323/2009 vom 14. Juli 2009 E.4.2).

Die Stellungnahmen des RAD haben den allgemeinen beweisrechtlichen 

Anforderungen an einen ärztlichen Bericht zu genügen (BGE 137 V 210 

E.1.2.1, Urteil des Bundesgerichts 9C_323/2009 vom 14. Juli 2009 

E.4.3.2). Die RAD-Ärzte müssen sodann über die im Einzelfall gefragten 

persönlichen und fachlichen Qualifikationen verfügen. Bezüglich dieser 

materiellen und formellen Anforderungen sind die RAD-Berichte im Be-

schwerdefall gerichtlich überprüfbar (Urteil des Bundesgerichtes 

9C_323/2009 vom 14. Juli 2009 E.4.3.1). Hierbei hat das Sozialversiche-

rungsgericht einen strengen Massstab anzulegen. Zu berücksichtigen gilt, 

dass der RAD zur Verwaltung gehört, es sich bei ihm mithin um einen 

versicherungsinternen Dienst handelt (BGE 135 V 254 E.3.4.2 in fine). 

Das Bundesgericht hat in BGE 135 V 465 festgehalten, dass Berichten 

versicherungsinterner medizinischer Fachpersonen zwar stets Beweis-

wert zuzuerkennen ist, dass ihnen jedoch praxisgemäss nicht dieselbe 

Beweiskraft wie einem gerichtlichen oder einem im Verfahren nach Art. 44 

ATSG vom Versicherungsträger in Auftrag gegebenen Gutachten zu-

kommt. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und 

Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind 

ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 465 E.4.4, BGE 122 

V 157 E.1.d).

c) Bei der Würdigung der medizinischen Unterlagen ist das Versicherungs-

gericht frei (Art. 61 lit. c ATSG). Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arzt-

berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange um-

fassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abge-

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geben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge 

einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind 

(BGE 134 V 231 E.5.1). Bei der Würdigung eines Arztberichts hat das 

Verwaltungsgericht sodann rechtsprechungsgemäss der Erfahrungstatsa-

che Rechnung zu tragen, dass behandelnde Ärzte bisweilen im Hinblick 

auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu 

Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E.4.5, BGE 125 V 

351 E.3b/cc).

d) Vorliegend dient als Vergleichsbasis für die Prüfung, ob eine 

anspruchserhebliche Änderung des Gesundheitszustands eingetreten ist 

oder nicht, die rechtskräftige Verfügung der Beschwerdegegnerin aus 

dem Jahr 2005. In jener Verfügung vom 21. Oktober 2005 (Bg-act. 58) 

hatte die Beschwerdegegnerin wegen der bestehenden psychischen Lei-

den, basierend auf einer Arbeitsunfähigkeit von 80 % in der bisherigen 

Tätigkeit als Lebensmittelverkäuferin bzw. in einer adaptierten Tätigkeit 

einen IV-Grad von 83 % ermittelt und neu eine ganze IV-Rente ab dem 1. 

September 2004 zugesprochen. Massgebend dafür war die Einschätzung 

vom 8. März 2005 der Psychiatrischen Dienste Graubünden gewesen 

(Bg-act. 49, S. 14 f.), welche die Diagnosen „emotional instabile Persön-

lichkeitsstörung vom Borderline-Typus, rezidivierende depressive Störung 

(gegenwärtig leichte Episode), Dysthymia, Agoraphobie, schädlicher Al-

koholgebrauch und schädlicher Gebrauch von Cannabinoiden“ gestellt 

hatten. Die Gutachter führten damals aus, die genannten Störungen wür-

den die Arbeitsfähigkeit vorwiegend auf der psychischen-geistigen Ebene 

beeinträchtigen (Bg-act. 49, S. 16). Auf der körperlichen Ebene sei dies 

mit einer sehr raschen psycho-physischen Erschöpfbarkeit verbunden, 

wie es sich bereits bei der deutlich erschwerten Bewältigung alltäglicher 

Aufgaben im Haushalt zeige (Bg-act. 49, S. 16). Im sozialen Bereich er-

weise sich die Agoraphobie als grosses Hindernis, zumal die Explorandin 

trotz erheblicher Willensanstrengung kaum in der Lage sei, die dörfliche 

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Gemeinschaft zu verlassen (Bg-act. 49, S. 16). Die krankheitsbedingten 

Funktionseinbussen würden sich so auf die bisherige Tätigkeit in einem 

Lebensmittelgeschäft auswirken, dass sie einerseits kaum in der Lage 

sei, den Weg zur Arbeit allein zu bewältigen, und andererseits kaum mehr 

als 90 Minuten pro Tag arbeiten könne (Bg-act. 49, S. 16). Die Arbeitsun-

fähigkeit in der bisherigen Tätigkeit schätzten die Gutachter auf 80 % seit 

dem 1. Februar 2004, unterbrochen von tage- oder wochenweisen Pha-

sen 100%iger Arbeitsunfähigkeit in Episoden, in denen sich das depressi-

ve Syndrom verschlechtert habe (Bg-act. 49, S. 17).

In der angefochtenen Verfügung vom 12. Juni 2014 (Bg-act. 165 und 167 

sowie Mail der Beschwerdegegnerin vom 14. August 2014) ging die Be-

schwerdegegnerin von einem verbesserten Gesundheitszustand seit Sep-

tember 2003 und einer zumutbaren leichten, einfachen wechselbelasten-

den Tätigkeit ohne Überkopfarbeiten und Arbeiten in der Hocke im Rah-

men eines 60%-Pensums (nämlich fünf Stunden pro Tag) aus. Dieser 

Beurteilung lagen die Berichte des RAD Ostschweiz (Dr. med. B._____) 

vom 18. Januar 2012 (Bg-act. 98, S. 6 f.) und vom 16. November 2012 

(Bg.-act. 139) sowie die Konsensbeurteilung von Dr. med. B._____ und 

Dr. med. D._____ vom 20. November 2012 (Bg-act. 140) zugrunde. Nach 

der im Januar 2012 erfolgten Begutachtung bestanden nach wie vor ge-

sundheitliche Beeinträchtigungen mit den Diagnosen „emotional instabile 

Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typus, rezidivierende depressive 

Störung, gegenwärtig remittiert, Agoraphobie“. Die Dysthymie sowie der 

schädliche Gebrauch von Alkohol und Drogen wurden nicht mehr er-

wähnt. Die depressive Störung erwies sich als remittiert, das heisst, die 

Voraussetzungen für die Bejahung der im Jahr 2005 dokumentierten 

leichten Depression würden nicht mehr erfüllt. Dr. med. B._____ hielt im 

Bericht vom 18. Januar 2012 (Bg-act. 98) fest, dass es bei der Beschwer-

deführerin in den letzten drei Jahren zu einer deutlichen Verbesserung 

des psychischen Zustands gekommen sei, was die Versicherte auch 

- 15 -

selbst bestätige. Der psychische Gesundheitszustand sei deutlich besser 

als im Jahr 2005 und mindestens ebenso gut, eher besser, als 2001. Ak-

tuell verstärkt sei die Antriebsminderung mit erhöhter Ermüdbarkeit, was 

die Durchhaltefähigkeit beeinträchtige und eine vollschichtige Arbeits-

tätigkeit seines Erachtens weiterhin verunmögliche. Eine Hilfsarbeiter-

Tätigkeit von fünf Stunden täglich, wie 2001 als zumutbar erachtet, sei ab 

dem Zeitpunkt der Begutachtung aus psychiatrischer Sicht zumutbar. 

Wesentliche Leistungsminderungen würden keine bestehen. In seinem 

Bericht vom 16. November 2012 (Bg-act. 139) stellte Dr. med. B._____ 

dieselben Diagnosen und führte aus, es finde sich kein Hinweis auf eine 

Veränderung des psychischen Gesundheitszustands seit der Beurteilung 

im Januar 2012. Solches würden auch weder die Versicherte noch der 

Hausarzt geltend machen. Im Vordergrund würden die körperlichen Be-

schwerden stehen. Die psychiatrische Beurteilung wurde im Konsensbe-

richt von Dr. med. B._____ und Dr. med. D._____ vom 20. November 

2012 (Bg-act. 140) bestätigt (keine Verschlechterung des psychischen 

Gesundheitszustands seit Januar 2012). In rheumatologisch-

orthopädischer Hinsicht wurde jedoch ein noch instabiler Gesundheitszu-

stand festgestellt, weshalb das Resultat der vorgesehenen Abklärungen 

abgewartet werden solle. 

Diese medizinische Beurteilung, mit der eine wesentliche Verbesserung 

des psychischen Gesundheitszustands dokumentiert wird, erweist sich als 

schlüssig und nachvollziehbar. Immerhin bestätigte auch die Beschwerde-

führerin selbst gegenüber Dr. med. B._____, dass es ihr psychisch besser 

gehe. Die dagegen von der Beschwerdegegnerin ins Recht gelegte Ein-

schätzung ihres Hausarztes, Dr. med. F._____, vom 11. August 2014 

(Beilage Beschwerdeführerin [Bf-act.] 3) vermag die Einschätzung der 

RAD-Ärzte nicht zu erschüttern. Dr. med. F._____ führte aus, die festge-

stellte Verbesserung des psychischen Zustands hänge damit zusammen, 

dass die Patientin in ihrem Haus, mit ihrem Partner in einer stressfreien 

- 16 -

Umgebung leben könne. Das Gleichgewicht sei labil. Sobald schon nur 

kleine, unvorhergesehene Probleme aufträten, reagiere die Patientin un-

beholfen und oft inadäquat. Sie meide den Kontakt zu ihr fremden Leuten 

und Behörden, es sei denn, ihr Partner begleite sie. Dies habe sich deut-

lich gezeigt im Zusammenhang mit der angekündigten Kürzung der Ren-

te. Zum Teil aus Angst vor dem Kontakt mit den Behörden seien Fristen 

verpasst worden. Dies dürfe nicht als Nachlässigkeit, sondern müsse als 

Teil der Krankheit angesehen werden. Darüber hinaus beschrieb Dr. med. 

F._____ zahlreiche körperliche Beschwerden. Er erachtete die Patientin 

als nicht in die Arbeitswelt integrierbar und bezifferte die Arbeitsunfähig-

keit auf 100 %.

Bei dieser Beurteilung muss vorerst berücksichtigt werden, dass Dr. med. 

F._____ Facharzt für Allgemeine Medizin FMH und damit, im Gegensatz 

zum begutachtenden Arzt des RAD, Dr. med. B._____, kein Spezialist im 

Bereich Psychiatrie und Psychotherapie ist, und dass er als Hausarzt der 

Beschwerdeführerin näher steht und erfahrungsgemäss im Zweifelsfall 

eher zu ihren Gunsten aussagt (BGE 135 V 465 E.4.5, BGE 125 V 351 

E.3b/cc). Die Ausführungen von Dr. med. F._____ zum psychischen Ge-

sundheitszustand beschränken sich auf eine Beschreibung von alltägli-

chen Umständen, welche die Beschwerdeführerin als belastend erlebt 

und die sie aus dem Gleichgewicht bringen. Auch Dr. med. B._____ 

berücksichtigt die geklagten Beschwerden - diese stimmen durchaus im 

Kern mit den Angaben von Dr. med. F._____ überein -, nämlich eine ge-

wisse Stimmungsinstabilität mit gelegentlichen Stimmungseinbrüchen, ei-

ne weiterhin bestehende Agoraphobie sowie eine erhöhte Ermüdbarkeit 

als Restsymptome einer Antriebsminderung der rezidivierend depressiven 

Störung (gegenwärtig remittiert) (Bg-act. 98, S. 6). Er setzt diese aller-

dings, in Gegensatz zu Dr. med. F._____, in einen psychiatrischen Ge-

samtzusammenhang. Die Einschätzung von Dr. med. B._____ erweist 

sich dabei als schlüssig und überzeugend und es bestehen keine Hinwei-

- 17 -

se, die an der Zuverlässigkeit seiner ärztlichen Feststellungen zweifeln 

liessen (BGE 125 V 351 E.3a, BGE 122 V 157 E.1c). Sein Bericht ist um-

fassend, beruht auf allseitigen Untersuchungen und wurde in Kenntnis der 

Vorakten (Anamnese) abgegeben (vgl. BGE 134 V 231 E.5.1). In diesem 

Zusammenhang ist auch zu berücksichtigen, dass Dr. med. B._____ 

aufgrund seiner Stellung als RAD-Arzt und seiner speziellen 

versicherungsmedizinischen Kenntnisse beauftragt und gehalten ist, eine 

objektive Einschätzung abzugeben. Vorliegend kann auf diese 

Einschätzung abgestellt werden. Weitere ergänzende Abklärungen sind 

nicht erforderlich. Zusammenfassend kommt das Gericht zum Schluss, 

dass von einer wesentlichen Verbesserung des Gesundheitszustands der 

Beschwerdeführerin auszugehen ist, womit ein Revisionsgrund nach Art. 

17 IVG bzw. Art. 87 Abs. 1 lit. b IVV zu bejahen ist.

e) Bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin kann auf 

die Konsensbeurteilung des RAD Ostschweiz vom 20. November 2012 

(Bg-act. 140), die rheumatische Untersuchung von Dr. med. D._____ am 

29. Januar 2014 (Bg-act. 159), die EFL der Kliniken Valens vom 26./27. 

Februar 2014 (Bg-act. 160) sowie auf den Bericht von Dr. med. C._____ 

vom 14. April 2014 (Bg-act. 166) abgestellt werden.

In der Konsensbeurteilung des RAD Ostschweiz vom 20. November 2012 

(Bg-act. 140) diagnostizierten Dr. med. D._____ und Dr. med. B._____ 

(mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit) nach wie vor und wie bereits 

erwähnt in psychiatrischer Hinsicht eine „emotional instabile Persönlich-

keitsstörung vom Borderline-Typus, eine rezidivierende, gegenwärtig re-

mittierte, depressive Störung, eine Agoraphobie“ sowie darüber hinaus in 

rheumatologisch Hinsicht „ein lumbovertebrales Schmerzsyndrom und 

Leistenschmerzen rechts (in Abklärung)“. Mit Bericht vom 6. Februar 2014 

(Bg-act. 159), nach erfolgter Untersuchung der Beschwerdeführerin, unter 

Beizug des Arztberichts Orthopädie des Kantonsspitals Graubünden vom 

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7. Mai 2013, des Arztberichts Neurochirurgie Kantonsspital Graubünden 

vom 12. August 2013 und des EFL der Kliniken Valens vom 17. März 

2014 (Bg-act. 160) gab Dr. med. D._____ folgende Diagnosen (mit Aus-

wirkung auf die Arbeitsfähigkeit) ab:

1. Chronisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom mit/bei:
Status nach Mikrodiskektomie L4/5 und erweiterter dekompressiver 
Fenestration L4/5 links am 02.08.2010
Status nach Re-Mikrodiskektomie L4/L5 links bei Diskushernien-
Rezidiv am 14.03.2011
Status nach Foraminotomie L4/5 mit Sequesterentfernung am 
10.05.2012
Status nach Re-Mikrodiskektomie L4/5 links am 27.05.2013, Fehlstatik 
der Wirbelsäule sowie muskuläre Insuffizienz und Dysbalance

2. Status nach Hüftarthroskopie rechts mit Débridement im linken La-
brum-antero-cranial sowie Schenkelhalsplastik antero-cranial bei 
CAM-Impingement am 20.03.2013

3. Cerviko-spondylogenes Schmerzsyndrom
Status nach Traumatisierung der Halswirbelsäule am 22.12.2013

Er kam zum Schluss, dass die Beschwerdeführerin aus rheumatologi-

scher Sicht in der bisherigen bzw. in einer adaptierten Tätigkeit (leichte 

körperliche Tätigkeit, in Wechselbelastung und ohne Zwangshaltungen, 

mit Ausschluss von Überkopfarbeiten und Tätigkeiten im Knien und in der 

Hocke) 8 ½ Stunden pro Tag ohne Leistungseinbusse arbeiten könne, 

womit er die Arbeitsfähigkeit für die Zeit nach drei bis vier Monaten seit 

der letzten Rückenoperation am 27. Mai 2013 auf 100 % schätzte. Ge-

stützt darauf hielt Dr. med. C._____ in ihrem RAD-Abschlussbericht vom 

14. April 2014 (Bg-act. 166, S. 7 f.) fest, dass der Beschwerdeführerin un-

ter Berücksichtigung der psychischen und somatischen Beschwerden ab 

Ende August 2013 (drei Monate nach der letzten Operation) eine 

fünfstündige Arbeitstätigkeit in einer angepassten Tätigkeit zuzumuten 

sei.

Was die Beschwerdeführerin gegen diese Einschätzung anführt, dass 

nämlich eine Arbeit von fünf Stunden täglich wegen der täglichen 

Schmerzen im Nacken, Rücken und im linken Bein und der leichten Er-

- 19 -

müdbarkeit und der nach wie vor bestehenden Angstzustände nicht mög-

lich sei, vermag keine begründeten Zweifel an der Richtigkeit der RAD-

Einschätzungen zu wecken. Dasselbe gilt für die medizinische Stellung-

nahme des Hausarztes Dr. med. F._____ vom 11. August 2014 (Bf-act. 

3). Aus dessen Bericht sind keine Hinweise für eine Verschlechterung des 

Gesundheitszustands seit der letzten Untersuchung durch Dr. med. 

D._____ vom 29. Januar 2014 (Bg-act. 159) zu entnehmen. Die von ihm 

aufgeführten Einschränkungen wie z.B., dass die Patientin nur noch leich-

te Arbeiten ausführen könne, dabei rasch ermüde und einen eigenen Ar-

beitsrhythmus mit Pausen einhalten müsse, werden in den RAD-

Beurteilungen durchaus berücksichtigt. Insofern bringt Dr. med. F._____ 

nichts Anderes vor. Auch miteinbezogen sind in den RAD-Beurteilungen 

die Angstzustände (Agoraphobie). Der Beschwerdegegnerin ist somit zu-

zustimmen, dass es sich beim Bericht von Dr. med. F._____ vom 11. Au-

gust 2014 (Bf-act. 3) lediglich um eine andere Beurteilung des bereits im 

Januar 2014 vorgelegenen Gesundheitszustandes handelt. Zudem ist 

auch, wie bereits erwähnt, bei der Berücksichtigung von hausärztlichen 

Einschätzungen eine gewisse Zurückhaltung zu üben (BGE 125 V 351 

E.3b/cc). Das Verwaltungsgericht hat unter diesen Umständen keinen An-

lass, an der Richtigkeit der RAD-Berichte vom 20. November 2012 (Bg-

act. 140; Konsensbeurteilung Dr. med. B._____ und Dr. med. D._____) 

und vom 6. Februar 2014 (Bg-act. 159; rheumatologischer Bericht Dr. 

med. D._____) zu zweifeln, weshalb diesen voller Beweiswert zuzuerken-

nen ist. Weitere Abklärungen erscheinen unter diesen Umständen nicht 

angezeigt. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschwerdefüh-

rerin eine Arbeitstätigkeit von fünf Stunden pro Tag zuzumuten und somit 

von einer 60%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen ist. 

4. a) Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Invalideneinkommen 

(Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der 

Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und 

- 20 -

allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit 

bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte) in Beziehung 

gesetzt zum Valideneinkommen (Erwerbseinkommen, das sie erzielen 

könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre) (Art. 16 ATSG).

b) Vorliegend ist das Valideneinkommen von Fr. 54‘754.75, das auf der 

Grundlage der Schweizerischen Lohnstrukturerhebungen des 

Bundesamtes für Statistik (LSE) berechnet wurde (LSE 2010, Total aller 

Wirtschaftszweige, Anforderungsniveau 4 [einfache und repetitive 

Tätigkeiten], weiblich, Arbeitspensum 100 %, angepasst an die 

Nominallohnentwicklung), nicht umstritten.

c) Bei der Ermittlung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-

erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person 

konkret steht. Ist kein tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, 

namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheits-

schadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Er-

werbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der Rechtsprechung 

entweder die LSE-Tabellenlöhne oder die sogenannten DAP-Zahlen (Do-

kumentation von Arbeitsplätzen seitens der SUVA) herangezogen werden 

(BGE 135 V 297 E.5.2, BGE 129 V 472 E.4.2.1). Wird das Invalidenein-

kommen auf der Grundlage von statistischen Durchschnittswerten ermit-

telt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls durch einen sogenann-

ten  Leidensabzug zu kürzen, mit dem weiteren persönlichen und berufli-

chen Merkmalen der versicherten Person, die Auswirkungen auf die Höhe 

des Lohnes haben (wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationa-

lität, Aufenthaltskategorie oder Beschäftigungsgrad) Rechnung getragen 

werden kann. Dieser Leidensabzug soll nicht automatisch, sondern nur 

bei konkreten Anhaltspunkten für das Vorliegen eines oder mehrerer 

Merkmale, gewährt werden. Der Einfluss aller Merkmale auf das Invali-

deneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall ist bei der 

- 21 -

Bestimmung des Leidensabzugs massgebend, wobei der Abzug vom sta-

tistischen Lohn auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen ist (BGE 

134 V 322 E.5.2). 

Im vorliegenden Fall wurde das Invalideneinkommen auf der Basis der 

LSE 2010 (Total aller Wirtschaftszweige, Anforderungsniveau 4 [einfache 

und repetitive Tätigkeiten], weiblich, Arbeitspensum 60 %, angepasst an 

die Nominallohnentwicklung) unter Berücksichtigung eines 

Leidensabzugs von 5 % (Beschränkung auf leichte Tätigkeiten) ermittelt. 

Dabei resultierte ein Einkommen mit Behinderung von Fr. 31‘210.20. 

Gegen diese Berechnung wurden keine entscheidenden Einwände 

erhoben. Einzig zu beanstanden ist dem Grundsatz nach, dass lediglich 

ein Leidensabzug von 5 % zugestanden wurde, während dieser nach 

Lehre (MEYER-REICHMUTH, a.a.O., Art. 28a Rz. 104) und Rechtsprechung 

(vgl. Urteil des Verwaltungsgerichts S 14 60 vom 6. Januar 2015 mit 

Hinweisen) bei nur mehr leichten Tätigkeiten in der Regel bei 10 % fest-

zusetzen ist. Tatsächlich muss vorliegend jedoch nicht weiter darauf 

eingegangen werden, weil der IV-Grad selbst bei Gewährung eines 

Leidensabzugs von 10 % (oder gar 15 %) bei rund 46 % (oder gar 49 %) 

und somit unter einem IV-Grad von 50 %, der die Zusprechung einer 

halben IV-Rente nach sich ziehen würde, zu liegen käme. Somit könnte 

auch die Vornahme eines Leidensabzugs von 10 % bis 15 % nichts daran 

ändern, dass der IV-Grad weniger als 50 % beträgt und der Beschwerde-

führerin demnach lediglich eine Viertelsrente zusteht. Die Frage nach der 

Höhe des vorzunehmenden Leidensabzugs kann somit an dieser Stelle 

offen gelassen werden.

d) Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Ermittlung des IV-Grads von 

43 % und die Herabsetzung der bisherigen ganzen Rente auf eine Vier-

telsrente mit Wirkung ab dem 1. August 2014 nicht zu beanstanden ist. 

- 22 -

Die angefochtene Verfügung vom 12. Juni 2014 erweist sich damit als 

rechtens und die Beschwerde ist demnach abzuweisen.

5. Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkei-

ten um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen vor dem 

kantonalen Versicherungsgericht - in Abweichung von Art. 61 lit. a ATSG - 

kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und 

unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- fest-

gelegt. Vorliegend erscheint ein Kostenansatz von Fr. 700.-- angemes-

sen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens gehen die Kosten im 

Sinne von Art. 73 VRG zu Lasten der unterliegenden Beschwerdeführerin. 

Die obsiegende Beschwerdegegnerin hat keinen Anspruch auf eine aus-

sergerichtliche Entschädigung (Art. 61 lit. g ATSG e contrario).

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten von Fr. 700.-- gehen zulasten von A._____ und sind innert 30 

Tagen seit Zustellung dieses Entscheides an die Finanzverwaltung des 

Kantons Graubünden, Chur, zu bezahlen.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]