# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** db28ce28-42dc-5348-ab64-bf298fb5cd34
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-12-11
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsrekurskommission 11.12.2012 I/1-2012/123
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VWEK_001_I-1-2012-123_2012-12-11.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/10

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: I/1-2012/123

Stelle: Verwaltungsrekurskommission

Rubrik: Abgaben und öffentliche Dienstpflichten

Publikationsdatum: 11.12.2012

Entscheiddatum: 11.12.2012

Entscheid Verwaltungsrekurskommission, 11.12.2012
Art. 178bis Abs. 2 StG (sGS 811.1). Eine rechtskräftige amtliche 
Grundstückschätzung ist für die laufende Steuerperiode verbindlich, hat 
aber keine Rückwirkung auf die vorhergehende Steuerperiode.Art. 234 f. 
StG. Die interkommunale Steuerausscheidung darf nicht mit der 
Veranlagung vorgenommen werden. Erst nach Rechtskraft der Veranlagung 
ist sie vom Gemeindesteueramt der Wohnsitzgemeinde vorzunehmen, wobei 
sie auch der bzw. den anderen beteiligten Gemeinden zu eröffnen ist 
(Verwaltungsrekurskommission, Abteilung I/1, 11. Dezember 2012, I/
1-2012/123).

Präsident Thomas Vögeli, Mitglieder Fritz Achacher und Markus Frei; 

Gerichtsschreiberin Susanne Schmid Etter

X und YZ, Rekurrenten,

vertreten durch ACV Treuhand AG, Grünaustrasse 25, 9471 A,

gegen

Kantonales Steueramt, Davidstrasse 41, 9001 St. Gallen, Vorinstanz,

betreffend

Kantons- und Gemeindesteuer (Einkommen und Vermögen 2010)

Sachverhalt:

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A.- X und YZ sind verheiratet. XZ ist bei der D AG in C angestellt, während YZ als 

Inhaberin einer Bijouterie in A einer selbständigen Erwerbstätigkeit nachgeht. Die 

Eheleute wohnen in B in einem Einfamilienhaus. Dessen Mietwert wurde am 26. April 

2000 auf Fr. 13'200.-- und der Verkehrswert auf Fr. 340'000.-- geschätzt. Am 19. 

Januar 2011 erfolgte die periodische Neuschätzung mit einem Mietwert von Fr. 

19'278.-- und einem Verkehrswert von Fr. 463'000.--. In der Steuererklärung für 2010 

deklarierten die Steuerpflichtigen – ausgehend von der Grundstückschätzung aus dem 

Jahr 2000 – ein steuerbares Einkommen von Fr. 118'646.-- und ein steuerbares 

Vermögen von Fr. 26'412.--. Die Veranlagungsbehörde passte den Mietwert und den 

Verkehrswert des Grundstücks der Schätzung vom 19. Januar 2011 an und nahm noch 

weitere Änderungen vor (beim Wertschriftenertrag, bei den Berufskosten und bei den 

Liegenschaftsunterhaltskosten). X und YZ wurden für die Kantons- und 

Gemeindesteuern 2010 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 131'300.-- und 

einem steuerbaren Vermögen von Fr. 149'000.-- veranlagt. Bei der gleichzeitig mit der 

Veranlagung vorgenommenen Steuerausscheidung wurden die Einkünfte aus 

selbständiger Erwerbstätigkeit der Ehefrau je hälftig auf die Wohnsitzgemeinde B und 

den Geschäftsort A verteilt.

X und YZ erhoben mit Eingabe ihrer Vertreterin vom 24. Februar 2012 Einsprache. Sie 

beantragten, als Miet- und Verkehrswert der Liegenschaft sei jener der Schätzung vom 

26. April 2000 anzuwenden und die geltend gemachten Liegenschaftsunterhaltkosten 

seien vollumfänglich zum Abzug zuzulassen. Ferner sei das gesamte Einkommen aus 

selbständiger Erwerbstätigkeit dem Geschäftsort A zur Besteuerung zuzuweisen. Mit 

Entscheid vom 30. Mai 2012 wies das kantonale Steueramt die Einsprache ab.

B.- Gegen den Einsprache-Entscheid erhoben X und YZ mit Eingabe ihrer Vertreterin 

vom 29. Juni 2012 Rekurs bei der Verwaltungsrekurskommission mit dem Antrag, bei 

der Besteuerung des Miet- und Verkehrswerts sei auf die Schätzung vom 26. April 

2000 abzustellen und bei der Ausscheidung seien die Einkünfte aus selbständiger 

Erwerbstätigkeit vollumfänglich am Geschäftsort A zu versteuern. Die Vorinstanz 

beantragte mit Vernehmlassung vom 14. August 2012 die kostenfällige Abweisung des 

Rekurses. Die Rekurrenten erhielten Gelegenheit zur Stellungnahme, verzichteten 

jedoch darauf. Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer 

Anträge wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.

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Erwägungen:

1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die 

Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur 

Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 29. Juni 2012 ist rechtzeitig eingereicht 

worden. Er erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen 

(Art. 194 Abs. 1 des Steuergesetzes, sGS 811.1, abgekürzt: StG; Art. 48 des Gesetzes 

über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf den Rekurs ist 

einzutreten.

2.- Umstritten ist einerseits die Höhe des Miet- und des Verkehrswerts des im 

Eigentum des Rekurrenten stehenden Grundstücks Nr. 1719 (Grundbuch B) mit dem 

Gebäude Nr. 835.

a) Die Rekurrenten machen geltend, gemäss geltender Praxis würden die 

Liegenschaften im Kanton St. Gallen alle zehn Jahre neu geschätzt. Dass die 

Schätzung statt im Jahr 2010 erst im Jahr 2011 vorgenommen worden sei, habe die 

Vorinstanz zu verantworten. Der Turnus von zehn Jahren bringe eine gewisse 

Steuersicherheit für den Steuerpflichtigen mit sich. Unter dem Aspekt des 

Vertrauensschutzes sei es mehr als fragwürdig, wenn die Schätzung vom 19. Januar 

2011 rückwirkend auf die Steuerperiode angewendet werde.

Dem hält die Vorinstanz entgegen, mangels Vertrauensbetätigung seitens der 

Steuerpflichtigen sei nicht ersichtlich, inwiefern ein Anwendungsfall des 

Vertrauensschutzes vorliegen solle. Die Neuschätzung vom 19. Januar 2011 sei um 

46% (Eigenmietwert) bzw. 36% (Verkehrswert) höher als jene aus dem Jahr 2000. Im 

umgekehrten Fall (bei tieferer Schätzung) wäre ebenfalls der neue tiefere Wert zur 

Veranlagung herangezogen worden. Eine Ungleichbehandlung mit anderen 

Steuerpflichtigen liege sodann nicht vor. Bis zum 19. Januar würden jeweils noch keine 

Veranlagungen für das Vorjahr vorgenommen. Massgebend für die Schätzung der 

Grundstückwerte sei der Marktwert. Es treffe nicht zu, dass eine Schätzung zehn Jahre 

lang Gültigkeit entfalte. Aus dem Wortlaut "in der Regel" in Art. 6 GGS könne keine 

Verbindlichkeit der Schätzung abgeleitet werden. Vielmehr handle es sich beim 10-

Jahres-Turnus um die Vorgabe, dass Liegenschaften im Kanton St. Gallen alle zehn 

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Jahre neu geschätzt werden müssten. Lege man diesen Turnus streng aus, hätte die 

Neuschätzung der Liegenschaft des Rekurrenten ohnehin im Jahr 2010 vorgenommen 

werden müssen. Die Schätzung sei nur 19 Tage nach dem für die Veranlagung 2010 

massgebenden Stichtag vorgenommen worden. Es erscheine unwahrscheinlich, dass 

zwischen dem Stichtag 31.12.2010 und dem Schätzungsdatum 19.01.2011 massive 

wertvermehrende Investitionen getätigt worden seien. Es sei nicht erkennbar, weshalb 

diese Neuschätzung nicht marktgerecht für das Jahr 2010 sein solle. 

b) Das steuerbare Einkommen bemisst sich nach den Einkünften in der Steuerperiode 

(Art. 67 Abs. 1 StG). Steuerbar sind die Erträge aus unbeweglichem Vermögen, 

insbesondere der Mietwert von Grundstücken, soweit sie dem Steuerpflichtigen 

aufgrund von Eigentum oder aufgrund eines unentgeltlichen Nutzungsrechts für den 

Eigengebrauch zur Verfügung stehen (Art. 34 Abs. 1 lit. b StG). Der Mietwert entspricht 

dem mittleren Preis, zu dem Grundstücke gleicher oder ähnlicher Grösse, Lage und 

Beschaffenheit in der betreffenden Gegend vermietet werden (Art. 34 Abs. 2 StG). Der 

Mietwert nach Art. 34 Abs. 1 lit. b StG wird im Verfahren nach dem Gesetz über die 

Durchführung der Grundstückschätzung (sGS 814.1, abgekürzt: GGS) ermittelt (Art. 14 

Abs. 1 Satz 1 der Steuerverordnung, sGS 811.11, abgekürzt: StV).

Gemäss Art. 68 Abs. 1 StG bemisst sich das steuerbare Vermögen nach dem Stand 

am Ende der Steuerperiode. Das Vermögen wird gemäss Art. 54 StG grundsätzlich 

zum Verkehrswert bewertet, wobei der Verkehrswert von Grundstücken dem mittleren 

Preis entspricht, zu dem Grundstücke gleicher oder ähnlicher Grösse, Lage und 

Beschaffenheit in der betreffenden Gegend veräussert werden (Art. 57 Abs. 1 StG). Der 

Verkehrswert nach Art. 57 Abs. 1 StG wird gemäss Art. 30  Abs. 1 Satz 1 StV im 

Verfahren nach dem Gesetz über die Durchführung der Grundstückschätzung ermittelt. 

Die Regierung regelt die Schätzung des Verkehrswertes durch Verordnung (Art. 57 

Abs. 2 StG).

Nach Art. 7 der Verordnung über die Durchführung der Grundstückschätzung (sGS 

814.11, abgekürzt: VGS) werden die Steuerwerte, wozu bei nichtlandwirtschaftlichen 

Grundstücken der Miet- und der Verkehrswert im Sinn von Art. 34 Abs. 1 bzw. Art. 57 

Abs. 1 StG gehören, entsprechend den Verhältnissen im Zeitpunkt der 

Grundstückschätzung ermittelt. Rechtskräftige Grundstückwerte sind gemäss 

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Art. 178  Abs. 2 StG für die Veranlagung der laufenden Steuerperiode verbindlich (vgl. 

VRKE I/1-2012/149 vom 30. August 2012 in Sachen I.K., S. 3 f.).

c) Zwischen den Verfahrensbeteiligten ist unbestritten, dass sich der amtlich 

geschätzte Mietwert des Grundstücks Nr. 1719 (Grundbuch B) am 31. Dezember  2010 

entsprechend der Schätzung vom 26. April 2000 auf Fr. 13'200.-- und der amtlich 

geschätzte Verkehrswert auf Fr. 340'000.-- beliefen. Art. 14 Abs. 1 Satz 2 bzw. Art. 

30  Abs. 1 Satz 2 StV beschränken die Möglichkeit, vom amtlich geschätzten Miet- 

bzw. Verkehrswert ohne Neubeurteilung der Schätzung abzuweichen, auf die 

Anpassung an die Entwicklung der Marktpreise, wenn sich diese im Vergleich zum 

Stand der letzten Wertermittlung um mehr als zehn Prozent verändert haben. Ohne 

eine Neuschätzung kann zudem bei Neu-, Um- und Ausbauten beim Verkehrswert ein 

Zuschlag zur geltenden Schätzung in der Höhe von 80 Prozent der Kosten 

vorgenommen werden. Die Vorinstanz beruft sich zur Begründung der Erhöhung des 

Verkehrswertes per 31. Dezember 2010 zu Recht nicht auf Art. 14 Abs. 1 Satz 2 bzw. 

Art. 30  Abs. 1 Satz 2 StV; das Instrumentarium zur Bestimmung der Entwicklung der 

Marktpreise ist noch nicht geschaffen. Mangels Neu-, Um- und Ausbauten steht auch 

ein Baukostenzuschlag zur geltenden Schätzung nicht in Frage.

Die Vorinstanz stützt sich bei der Festlegung des Verkehrswertes zwar auf einen 

amtlich geschätzten Verkehrswert. Diese Schätzung wurde jedoch erst am 19. Januar 

2011 und damit nach dem für die Bemessung der Einkünfte bzw. des Vermögens 

massgebenden Zeitpunkt, der Steuerperiode 2010 bzw. dem Ende der Steuerperiode 

am 31. Dezember 2010, durchgeführt. Sie bezieht sich – entsprechend der Vorgabe in 

Art. 7 VGS, der keine Schätzung eines früheren Zustandes vorsieht – auf den Zeitpunkt 

der Schätzung, mithin nicht auf die Verhältnisse am Ende der Steuerperiode. Eine 

rückwirkende Anwendung des am 19. Januar 2011 geschätzten neuen amtlichen 

Mietwerts von Fr. 19'278.-- bzw. Verkehrswertes von Fr. 463'000.-- zur Ermittlung des 

steuerbaren Einkommens und Vermögens entspricht damit nicht den dargelegten 

Rechtsgrundlagen. Insbesondere steht ihr der klare Wortlaut von Art. 178  Abs. 2 StG 

entgegen. Die rückwirkende Berücksichtigung neuer amtlicher Schätzungen würde 

zudem in verschiedener Hinsicht Unsicherheiten schaffen. Insbesondere würde sich die 

Frage nach der zeitlichen Beschränkung der Rückwirkung stellen. Sodann wäre zu 

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berücksichtigen, ob zwischen der neuen Schätzung und dem Ende der Steuerperiode 

den Verkehrswert beeinflussende Änderungen am Grundstück eingetreten sind.

d) Da die Steuerrechtsordnung weder die Schätzung eines früheren Zustandes noch – 

umgekehrt – die rückwirkende Berücksichtigung eines späteren Miet- oder 

Verkehrswertes vorsieht, erweist sich der Rekurs in diesem Punkt als begründet. Der 

Ertrag aus Eigennutzung ist auf Fr. 9'240.-- herabzusetzen (Fr. 13'200.-- abzüglich 

30% [Fr. 3'960.--]), womit das steuerbare Einkommen für 2010 neu Fr. 127'000.-- 

beträgt. Unter Berücksichtigung des Verkehrswerts der Liegenschaft von Fr. 340'000.-- 

vermindert sich das steuerbare Vermögen auf Fr. 26'000.--.

3.- Weiter rügen die Rekurrenten die Steuerausscheidung zwischen den Gemeinden B 

und A.

a) Sie bringen vor, die Rekurrentin betreibe ihre Einzelfirma ausschliesslich in A. Ihr 

zivilrechtlicher Wohnsitz befinde sich in B. Nach geltender interkantonaler 

Rechtsprechung sei das Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit, das am 

Geschäftsort mit ständigen Einrichtungen erzielt werde, und das dieser Tätigkeit 

dienende bewegliche Vermögen ausschliesslich am Geschäftsort zu versteuern. Die 

selbständige Erwerbstätigkeit ausserhalb des Hauptsteuerdomizils begründe für das 

Geschäftseinkommen und das Geschäftsvermögen ein Spezialsteuerdomizil. Im 

Bundesgesetz über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und 

Gemeinden (abgekürzt: StHG, SR 642.14) seien die gesetzlichen Grundlagen geregelt. 

Nach Art. 1 Abs. 3 StHG sei insbesondere die Bestimmung der Steuertarife, 

Steuersätze und Steuerfreibeträge Sache der Kantone. Die in Art. 89 StV vorgesehene 

von der erwähnten Rechtsprechung abweichende Zuteilung des Einkommens aus 

selbständiger Erwerbstätigkeit falle nicht darunter. Es könne davon ausgegangen 

werden, dass interkantonales Steuerrecht dem interkommunalen vorgehe.

Die Vorinstanz macht geltend, die Zuteilung der selbständigen Erwerbseinkünfte sei 

nach Art. 89 Abs. 2 StV vorzunehmen, wonach bei Inhabern von Einzelunternehmungen 

die Hälfte der Einkünfte jener Gemeinde zugewiesen werde, in welcher diese kraft 

persönlicher Zugehörigkeit unbeschränkt steuerpflichtig seien.

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b) Nach Art. 234 Abs. 1 StG erfolgt eine Steuerausscheidung zwischen gleichartigen 

Gemeinden, wenn ein Steuerpflichtiger ausserhalb der Wohnsitzgemeinde 

Geschäftsbetriebe oder Betriebsstätten unterhält oder an Grundstücken Eigentum, 

dingliche Rechte oder diesen wirtschaftlich gleichkommende persönliche 

Nutzungsrechte hat. Die Steuerausscheidung wird durch Verordnung geregelt (Art. 234 

Abs. 2 StG). Das Steueramt der Wohnsitzgemeinde nimmt die Steuerausscheidung vor 

und eröffnet sie dem Steuerpflichtigen und den beteiligten Gemeinden (Art. 235 Abs. 1 

StG). Sowohl der Steuerpflichtige als auch die beteiligten Gemeinden können gegen 

die Ausscheidung innert 30 Tagen beim Gemeindesteueramt der Wohnsitzgemeinde 

Einsprache erheben (Art. 235 Abs. 2 StG).

c) Die Ausscheidung der Steuerfaktoren auf die beteiligten Gemeinden ist folglich 

Gegenstand einer besonderen Verfügung und nicht Bestandteil der Veranlagung. Die 

innerkantonale Steuerausscheidung kann erst vorgenommen werden, wenn das im 

Kanton steuerbare Einkommen und Vermögen feststehen. Zudem liegt die 

Zuständigkeit, über Einsprachen gegen die innerkantonale Steuerausscheidung zu 

entscheiden, beim Gemeindesteueramt und nicht bei der Vorinstanz bzw. der 

Veranlagungsbehörde.

Die Rekurrenten haben zusammen mit der Veranlagung die umstrittene 

Steuerausscheidung zwischen der Wohnsitzgemeinde B und dem Geschäftsort A 

erhalten (act. 6/II.14 und II.15). Im Veranlagungsprotokoll auf dem 

Steuererklärungsformular (S. 1 unten) ist sowohl beim Einkommen wie auch beim 

Vermögen nur der in der Wohnsitzgemeinde B steuerbare Anteil vermerkt, und zwar in 

der Rubrik der Veranlagung wie auch in jener des Einsprache-Entscheids. Im Dispositiv 

des Einsprache-Entscheids sind jedoch die gesamten im Kanton steuerbaren Faktoren 

aufgeführt. Die Ausscheidung wurde offenbar gleichzeitig mit der Veranlagung 

vorgenommen und eröffnet. In der Rechtsmittelbelehrung des Einsprache-Entscheids – 

jene der Veranlagung (act. 6/II.13) findet sich nicht in den Akten – ist festgehalten, die 

Berechnung der Einspracheveranlagung und eine allfällige Ausscheidung bildeten 

zusammen mit der Schlussrechnung Bestandteil des Einsprache-Entscheids. 

Zuständig zur innerkommunalen Ausscheidung ist allerdings nicht die 

Veranlagungsbehörde, sondern das Gemeindesteueramt der Wohnsitzgemeinde. Auch 

ist aus den Akten nicht ersichtlich, ob die Ausscheidung der davon betroffenen 

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Gemeinde A eröffnet wurde. Mit Eingabe vom 24. Februar 2012 haben die Rekurrenten 

Einsprache gegen die Veranlagung des steuerbaren Einkommens und Vermögens 

erhoben. Gleichzeitig haben sie auch Einsprache gegen die innerkantonale 

Steuerausscheidung zwischen Wohn- und Geschäftsort gemacht. Diese Einsprache 

gegen die Ausscheidung hat die Vorinstanz abgewiesen, obschon zum Entscheid 

darüber nicht die Veranlagungsbehörde, sondern das Gemeindesteueramt der 

Wohnsitzgemeinde zuständig ist. Auch in diesem Punkt ist der Rekurs daher 

gutzuheissen und der angefochtene Einsprache-Entscheid vom 30. Mai 2012 

aufzuheben. Zuständig für den Entscheid über eine allfällige Einsprache gegen die 

nach Rechtskraft des Entscheids der Verwaltungsrekurskommission vom 

Gemeindesteueramt neu vorzunehmende Steuerausscheidung ist nach Art. 235 Abs. 2 

StG das Gemeindesteueramt. Dessen Entscheid kann an die 

Verwaltungsrekurskommission weitergezogen werden (vgl. Art. 41 lit. h Ziff. 1 VRP).

d) Aus verfahrensökonomischen Gründen sind zur Frage der innerkantonalen 

Steuerausscheidung einige Ausführungen im Sinn eines obiter dictum zu machen. 

Steuerhoheit und Steuerpflicht werden grundsätzlich durch das Recht des 

steuerfordernden Gemeinwesens geregelt. Dieses bestimmt namentlich, wer als 

Steuersubjekt in Betracht kommt und umschreibt die sachlichen und örtlichen 

Voraussetzungen der steuerrechtlichen Zugehörigkeit. Als Folge der abgeleiteten 

Steuerhoheit regelt das kantonale Recht, in welchen Fällen die staatliche Besteuerung 

eine solche durch die Gemeinden ausschliesst (Prävalenz der Staatssteuer). Zudem 

grenzt es die Steuerhoheit und Steuerpflicht zwischen den einzelnen Gemeinden in 

örtlicher Beziehung ab (sog. innerkantonale Abgrenzung der Steuerhoheit). Nach 

beiden Richtungen hat der Kanton freie Hand, indem es ihm zusteht, Inhalt und 

Grenzen der abgeleiteten Steuerhoheit zu bestimmen. Anders liegt das Verhältnis 

zwischen Bund und Kantonen. Die Kantone besitzen ihre Steuerhoheit kraft eigenen 

Rechts. Der Bund kann abgrenzend in jene nur eingreifen, soweit er dazu durch eine 

ausdrückliche Vorschrift der Bundesverfassung ermächtigt wird. Dies geschieht in drei 

verschiedene Richtungen. Gewisse Steuerarten sind dem Bund verfassungsmässig 

ausschliesslich überlassen (Prävalenz der Bundessteuer). Wo dem Bund hingegen die 

Besteuerungsbefugnis nicht ausschliesslich zusteht, wie dies bei der direkten 

Bundessteuer der Fall ist, besteht nur aufgrund von Art. 129 der Bundesverfassung 

(SR 101, abgekürzt: BV) ein Harmonisierungsauftrag in vertikaler und horizontaler 

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Richtung. Nur in der Horizontalen wirkt sich demgegenüber Art. 127 Abs. 3 BV aus, der 

bestimmt, dass der Bund die erforderlichen Massnahmen gegen Doppelbesteuerungen 

treffen wird. Dadurch wird der Bund ermächtigt, eine Abgrenzung der Steuerhoheit 

zwischen den einzelnen Kantonen vorzunehmen (vgl. zum Ganzen Blumenstein/Locher, 

System des schweizerischen Steuerrechts, 6. Aufl. 2002, S. 50 und 87 ff.).

Wenn der Kanton seine Gemeinden ermächtigt, Steuern zu erheben, so ist er auch 

befugt, ihre Steuerhoheit in sachlicher und örtlicher Beziehung zu beschränken. Die 

örtliche Abgrenzung der Steuerhoheit zwischen den Gemeinden kann einzig durch das 

kantonale Recht erfolgen, da das Doppelbesteuerungsverbot gemäss Art. 127 Abs. 3 

BV darauf nicht anwendbar ist (Blumenstein/Locher, a.a.O., S. 91 mit Verweis auf BGE 

114 Ia 84; Höhn/Mäusli, Interkantonales Steuerrecht, 4. Aufl. 2000, § 1 Rz 7; M. Reich, 

in: Zweifel/Athanas [Hrsg.], Kommentar zum schweizerischen Steuerrecht, 2. Aufl. 

2002, Bd. I/1, N 9 f. zu den Vorbemerkungen zu Art. 1/2 StHG).

Nachdem es Sache des kantonalen Rechts ist, die innerkantonale Abgrenzung der 

Steuerhoheit zu bestimmen, ist Art. 234 StG in Verbindung mit Art. 89 StV auf den 

vorliegenden Fall anwendbar. Nach Art. 89 StV richtet sich die Steuerausscheidung der 

Einkommens- und Vermögenssteuern zwischen den politischen Gemeinden und den 

Kirchgemeinden, unter Vorbehalt von Abs. 2 dieser Bestimmung, nach den 

Grundsätzen der Bundesgesetzgebung über die Steuerharmonisierung und der 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung zum Doppelbesteuerungsverbot. Sie gilt 

sachgemäss auch für Nachsteuern (Art. 89 Abs. 1 StV). Inhaber von Einzelunternehmen 

und in der Geschäftsführung mitwirkende Gesellschafter von Kollektiv- und 

Kommanditgesellschaften sowie von einfachen Gesellschaften versteuern in der 

Gemeinde, in der sie kraft persönlicher Zugehörigkeit unbeschränkt steuerpflichtig 

sind, die Hälfte der Einkünfte aus selbständiger Erwerbstätigkeit (Art. 89 Abs. 2 StV). 

Die Rekurrentin ist in ihrer Wohnsitzgemeinde B unbeschränkt steuerpflichtig. In A 

betreibt sie ihr Juweliergeschäft. Art. 234 Abs. 2 StG in Verbindung mit Art. 89 Abs. 2 

StV ist daher auf sie anwendbar, weshalb sie die Hälfte der Einkünfte aus selbständiger 

Erwerbstätigkeit an ihrem Wohnort zu versteuern hat. 

4.- Der Rekurs ist folglich gutzuheissen. Der angefochtene Einsprache-Entscheid der 

Vorinstanz vom 30. Mai 2012 ist aufzuheben. Die Rekurrenten sind für die Kantons- 

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und Gemeindesteuern 2010 neu mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 127'000.-- 

und einem steuerbaren Vermögen von Fr. 26'000.-- zu veranlagen.

5.- Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die Kosten des Verfahrens vom Staat 

zu tragen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 800.-- ist angemessen 

(vgl. Art. 7 Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Die Finanzverwaltung 

ist anzuweisen, den Rekurrenten den Kostenvorschuss von Fr. 800.-- 

zurückzuerstatten.

Entscheid:

1.    Der Rekurs wird gutgeheissen und der angefochtene Einsprache-Entscheid vom

       30. Mai 2012 aufgehoben.

2.    Die Rekurrenten werden für die Kantons- und Gemeindesteuern 2010 mit einem

       steuerbaren Einkommen von Fr. 127'000.-- und einem steuerbaren Vermögen von

       Fr. 26'000.-- veranlagt.

3.    Der Staat trägt die amtlichen Kosten von Fr. 800.--.

4.    Die Finanzverwaltung wird angewiesen, den Rekurrenten Fr. 800.-- 

zurückzuerstatten.

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