# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 72d68bd9-5050-5913-8227-ed627b461f89
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-01-31
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 31.01.2018 SK 2017 54
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2017-54_2018-01-31.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

1. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

1re Chambre pénale

Urteil
SK 17 54

Hochschulstrasse 17
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 31. Januar 2018 

Besetzung Oberrichter Guéra (Präsident i.V.), 
Oberrichter Vicari und Oberrichter Zihlmann
Gerichtsschreiberin Segessenmann

Verfahrensbeteiligte A.________
verteidigt durch Rechtsanwältin B.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Maulbeerstras-
se 10, Postfach 6250, 3001 Bern

Staatsanwaltschaft/Anschlussberufungsführerin

und

C.________

Straf- und Zivilkläger

Gegenstand Gefährdung des Lebens, Nötigung, Widerhandlungen gegen das 
Strassenverkehrsgesetz, Sachbeschädigung

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland 
(Einzelgericht) vom 28. Oktober 2016 (PEN 2016 392)

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Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Das Regionalgericht Bern-Mittelland (Einzelgericht) sprach A.________ (im Fol-
genden: Beschuldigter) mit Urteil vom 28. Oktober 2016 frei von der Anschuldigung 
der Gefährdung des Lebens, angeblich begangen am 18. August 2015 auf der Au-
tobahn A1/A6 zwischen Schüpfen und der Raststätte Grauholz durch Nichtwahren 
des ausreichenden Abstands beim Hintereinanderfahren; ohne Ausrichtung einer 
Entschädigung und ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten. Es erklärte den Be-
schuldigten hingegen der Gefährdung des Lebens, der qualifizierten groben Ver-
kehrsregelverletzung, der zweifachen groben Verkehrsregelverletzung, der Nöti-
gung und der Sachbeschädigung schuldig, und verurteilte ihn dafür zu einer be-
dingten Freiheitsstrafe von 22 Monaten mit einer Probezeit von zwei Jahren sowie 
zur Bezahlung der Verfahrenskosten von CHF 5‘345.00 (zusätzlich CHF 1‘000.00 
bei schriftlicher Begründung). Im Zivilpunkt verurteilte es den Beschuldigten zur 
Bezahlung von CHF 1‘039.80 Schadenersatz an C.________ (Straf- und Zivilklä-
ger, im Folgenden: Privatkläger) (pag. 178 ff.). 

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldete der Beschuldigte, verteidigt durch Rechtsanwältin 
B.________, am 4. November 2016 fristgerecht Berufung an (pag. 219). Die 
Staatsanwaltschaft Region Bern-Mittelland meldete am 7. November 2016 eben-
falls fristgerecht Berufung an (pag. 221). Nach Zustellung der schriftlichen Urteils-
begründung mit Verfügung vom 3. Februar 2017 (pag. 225 f.) reichte die General-
staatsanwaltschaft am 22. Februar 2017 form- und fristgerecht ihre Berufungser-
klärung ein (pag. 231 ff.). Sie beschränkte die Berufung auf den erfolgten Frei-
spruch bzw. die Qualifikation der fraglichen Handlung als grobe Verkehrsregelver-
letzung sowie auf das Strafmass (pag. 233). Am 27. Februar 2017 erfolgte eben-
falls form- und fristgerecht die Berufungserklärung des Beschuldigten (pag. 234 f.). 
Dieser ficht das Urteil vollumfänglich an (pag. 234). Mit Eingabe vom 3. März 2017 
machte der Privatkläger insbesondere auf kleine Fehler in Bezug auf Daten in den 
Berufungserklärungen aufmerksam, ohne ein Nichteintreten zu beantragen oder 
Anschlussberufung zu erheben (pag. 248 f.). Die Generalstaatsanwaltschaft ver-
zichtete mit Eingabe vom 20. März 2017 auf einen Nichteintretensantrag in Bezug 
auf die Berufung des Beschuldigten. Gleichzeitig wandelte sie ihre eigenständige 
Berufung in eine Anschlussberufung um und unterbreitete dem Gericht den Vor-
schlag, ein schriftliches Verfahren durchzuführen (pag. 256 f.). Der Beschuldigte 
liess sich zur Eintretensfrage innert Frist nicht vernehmen (pag. 258). Nachdem 
sich auch der Privatkläger (pag. 262) und der Beschuldigte (pag. 264) mit der 
Durchführung eines schriftlichen Verfahrens einverstanden erklärt hatten, ordnete 
die Verfahrensleitung dieses mit Verfügung vom 24. April 2017 gestützt auf 
Art. 406 Abs. 2 der Schweizerischen Strafprozessordnung (StPO; SR 312.0) an 
(pag. 266). Am 9. Juni 2017 reichte der Beschuldigte die schriftliche Berufungsbe-

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gründung ein (pag. 281 ff.). Der Privatkläger verzichtete mit Eingabe vom 20. Ju-
ni 2017 sinngemäss auf eine Stellungnahme (pag. 296). Die Generalstaatsanwalt-
schaft nahm mit Eingabe vom 11. Juli 2017 Stellung zur Berufungsbegründung des 
Beschuldigten und begründete ihre Anschlussberufung (pag. 298 ff.). Am 18. Au-
gust 2017 reichte der Beschuldigte seine Stellungnahme/Replik ein (pag. 315 ff.). 
Mit Verfügung vom 29. August 2017 stellte die Verfahrensleitung fest, dass sich der 
Privatkläger nicht hat vernehmen lassen und erachtete den Schriftenwechsel vor-
behältlich einer weiteren substanziellen Stellungnahme der Generalstaatsanwalt-
schaft und/oder des Privatklägers als geschlossen (pag. 324 f.). 

3. Anträge der Parteien

Rechtsanwältin B.________ stellte und begründete im Namen und im Auftrag des 
Beschuldigten folgende Anträge (pag. 281):
a) Freisprüche von sämtlichen Tatvorwürfen
b) Kostentragung der unter- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten durch den Staat
c) Ausrichtung einer angemessenen Entschädigung 

Die von der Generalstaatsanwaltschaft gestellten und begründeten Anträge laute-
ten folgendermassen (pag. 299):
1. A.________ sei schuldig zu erklären
1.1 der Gefährdung des Lebens, begangen am 18.08.2015 auf der Autobahn A1/A6 zwischen 

Schüpfen und der Raststätte Grauholz durch Nichtwahren des ausreichenden Abstands beim 
Hintereinanderfahren;

1.2 der Gefährdung des Lebens, begangen am 18.08.2015 auf der Autobahn A6 zwischen Schüp-
fen und Schönbühl durch Nichtwahren des ausreichenden Abstandes bei Nebeneinanderfahren 
(Abdrängen);

1.3 der Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz, mehrfach begangen am 
18.08.2015 auf der Autobahn A6/A1 zwischen Schüpfen und Bern (Verzweigung Wankdorf) 
durch
1.3.1 qualifiziert grobe Verkehrsregelverletzung, durch Nichtwahren des ausreichen-

den Abstandes beim Nebeneinanderfahren (Abdrängen);
1.3.2 qualifiziert grobe Verkehrsregelverletzung, durch Nichtwahren des ausreichen-

den Abstandes beim Hintereinanderfahren;
1.3.3 grobe Verkehrsregelverletzung, durch Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer 

bei ordnungsgemässer Benützung der Strasse;
1.4 der Nötigung, begangen am 18.08.2015 auf der Autobahn A6 Schüpfen-Schönbühl;
1.5 der Sachbeschädigung, begangen am 18.08.2015 auf der Autobahn A1 in Bern (bei der Ver-

zweigung Wankdorf);
2. A.________ sei zu verurteilen:
2.1 zu einer Freiheitsstrafe von 23 Monaten. Der Vollzug der Freiheitsstrafe sei aufzuschieben 

und die Probezeit auf 2 Jahre festzusetzen.
2.2 zu einer Verbindungsbusse von CHF 1‘500.00. Dier Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter 

Nichtbezahlung sei auf 30 Tage festzusetzen.
2.3 zu den erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten (inkl. einer Gebühr von CHF 300.00 

nach Art. 21 VKD).

Der Privatkläger stellte keine förmlichen Anträge.

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4. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Die Rechtsmittelinstanz verfügt im Berufungsverfahren über volle Kognition 
(Art. 398 Abs. 3 StPO). Sie hat das erstinstanzliche Urteil im Rahmen der ange-
fochtenen Punkte umfassend zu überprüfen (Art. 398 Abs. 2 StPO). Der Beschul-
digte hat das erstinstanzliche Urteil, soweit es ihn belastet, vollumfänglich ange-
fochten. Die Generalstaatsanwaltschaft beanstandet mit ihrer Anschlussberufung 
den Freispruch, die rechtliche Qualifikation und das Strafmass. Die Kammer ist im 
Umfang der Anschlussberufung nicht an das Verschlechterungsverbot nach 
Art. 391 Abs. 2 StPO gebunden.

5. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Mit Berufungserklärung vom 27. Februar 2017 ersuchte der Beschuldigte darum, 
sein Arbeitsvertrag vom 16. Oktober 2016 und die Arbeitsbestätigung vom 13. Fe-
bruar 2017 seien zu den Akten zu erkennen (pag. 234 f.). Mit Verfügung vom 
29. März 2017 wurde der Beweisantrag gutgeheissen und die beiden Dokumente 
zu den Akten erkannt (pag. 259). Von Amtes wegen wurden ein aktueller Strafre-
gisterauszug sowie ein aktueller Bericht über die wirtschaftlichen Verhältnisse des 
Beschuldigten eingeholt (pag. 267, 272, 275 f.). Mit Verfügung vom 13. Juni 2017 
wurde von Amtes wegen zusätzlich ein aktueller ADMAS-Auszug über den Be-
schuldigten eingeholt (pag. 288, 293).

6. Amtliche Verteidigung

Am 9. Juni 2017 beantragte der Beschuldigte die Einsetzung von Rechtsanwältin 
B.________ als amtliche Verteidigerin für das Verfahren vor oberer Instanz 
(pag. 281). 

Eine beschuldigte Person muss verteidigt werden, wenn ihr eine Freiheitsstrafe von 
mehr als einem Jahr oder eine freiheitsentziehende Massnahme droht 
(Art. 130 Bst. b StPO). Die Verfahrensleitung ordnet eine amtliche Verteidigung an, 
wenn die beschuldigte Person nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und die 
Verteidigung zur Wahrung ihrer Interessen geboten ist (Art. 132 Abs. 1 
Bst. b StPO). Die amtliche Verteidigung wird von der im jeweiligen Verfahrenssta-
dium zuständigen Verfahrensleitung bestellt (Art. 133 Abs. 1 StPO). Die Verfah-
rensleitung berücksichtigt bei der Bestellung der amtlichen Verteidigung nach Mög-
lichkeit die Wünsche der beschuldigten Person (Art. 133 Abs. 2 StPO). 

Der Beschuldigte wurde erstinstanzlich zu einer Freiheitsstrafe von 22 Monaten 
verurteilt. Angesichts der erstinstanzlich ausgesprochenen Strafe und des Um-
stands, dass die Generalstaatsanwaltschaft eine zusätzliche Verurteilung wegen 
Gefährdung des Lebens bzw. ein Strafmass von 23 Monaten Freiheitsstrafe bean-
tragt, erachtet die Kammer die Verteidigung des rechtsunkundigen Beschuldigten 
zur Wahrung seiner Interessen als geboten. Der Beschuldigte erzielt ein monatli-
ches Nettoeinkommen von rund CHF 3‘900.00 (pag. 271), womit es ihm zum jetzi-
gen Zeitpunkt nicht möglich ist, die Kosten seiner Verteidigung zeitnah aufzubrin-
gen. Rechtsanwältin B.________ hat den Beschuldigten bereits vor erster Instanz 
vertreten und ist mit dem Fall vertraut. Sie ist daher rückwirkend für das oberin-
stanzliche Verfahren als amtliche Verteidigerin einzusetzen. 

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II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

7. Vorwurf gemäss Anklage

Dem Beschuldigten werden gemäss Anklageschrift vom 13. Mai 2016 folgende 
Handlungen vorgeworfen:

- Gefährdung des Lebens und Verletzung der Verkehrsregeln (Art. 90 Abs. 3 des 
Strassenverkehrsgesetzes [SVG; SR 741.01]), angeblich begangen am 18. Au-
gust 2015 ca. 16.30 Uhr auf der Autobahn A1 zwischen der Einfahrt Schüpfen 
und der Raststätte Grauholz durch zu nahes Auffahren. Dadurch soll der Be-
schuldigte in besonders rücksichtsloser Weise eine Situation geschaffen haben, 
in der nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge direkt die Wahrscheinlichkeit ei-
nes schweren Unfalls mit Todesfolge für D.________ und E.________ – dem 
Fahrer und der Beifahrerin im Fahrzeug G.________ (Fahrzeugmarke) – be-
standen habe, wobei der Beschuldigte mit direktem Vorsatz gehandelt habe. 
Weiter soll der Beschuldigte damit auch eine unmittelbare Lebensgefahr für die 
Insassen des Fahrzeugs G.________ (Fahrzeugmarke) geschaffen haben. 
(pag. 88 f.).

- Gefährdung des Lebens, Nötigung und Verletzung der Verkehrsregeln 
(Art. 90 Abs. 3 SVG), angeblich begangen am 18. August 2015, ca. 16.30 Uhr 
auf der Autobahn A1 zwischen der Einfahrt Schüpfen und der Raststätte Grau-
holz, indem der Beschuldigte vorsätzlich ungenügenden Abstand beim Fahren 
neben dem G.________ (Fahrzeugmarke) eingehalten haben und damit vor-
sätzlich das hohe Risiko eines Unfalls mit Todesopfern oder Schwerverletzten 
eingegangen sein soll. Weiter soll der Beschuldigte damit auch eine unmittelba-
re Lebensgefahr für die Insassen des Fahrzeugs G.________ (Fahrzeugmarke) 
geschaffen haben. Zudem soll der Beschuldigte damit D.________ zum teilwei-
sen Befahren des Pannenstreifens genötigt haben (pag. 89 f.). 

- Verletzung der Verkehrsregeln (Art. 90 Abs. 2 SVG), angeblich begangen am 
18. August 2015, ca. 16.30 Uhr auf der Autobahn A1 zwischen der Raststätte 
Grauholz und der Verzweigung Wankdorf, indem der Beschuldigte einen klei-
nen harten Gegenstand aus dem Beifahrerfenster gegen den Personenwagen 
G.________ (Fahrzeugmarke) geworfen haben soll. Durch dieses Vorgehen 
soll er den Fahrer des G.________ (Fahrzeugmarke)s im ordnungsgemässen 
Benutzen der Strassen behindert und gegen das Verbot, Gegenstände aus 
dem Fahrzeug zu werfen, verstossen haben (pag. 90 f.).

- Sachbeschädigung, angeblich begangen am 18. August 2015 ca. 16.30 Uhr auf 
der Autobahn A1 bei der Verzweigung Wankdorf, indem der Beschuldigte einen 
kleinen harten Gegenstand aus dem Beifahrerfenster geworfen haben und da-
mit die linke Beifahrertüre des G.________ (Fahrzeugmarke)s getroffen und 
beschädigt haben soll (Schaden ca. CHF 1‘039.80, pag. 91).

8. Unbestrittener und bestrittener Sachverhalt

Die Vorinstanz hat den unbestrittenen Sachverhalt zutreffend und ausführlich wie-
dergegeben, weswegen auf die entsprechenden Ausführungen verwiesen werden 

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kann (pag. 188 f., S. 6 f. der Entscheidbegründung). Kurz zusammengefasst ist von 
folgendem unbestrittenen Sachverhalt auszugehen. Am 18. August 2015 fuhren 
D.________ (Fahrer) und seine damalige Freundin E.________ mit dem 
G.________ (Fahrzeugmarke) von E.________s Vater von Biel herkommend auf 
der A6 und A1 Richtung F.________. Der Beschuldigte fuhr mit seinem 
H.________ (Fahrzeugmarke) auf der gleichen Strecke. Es herrschte zwar reger 
Verkehr, jedoch kein Kolonnenverkehr. Ungefähr auf der Höhe der Einfahrt Mün-
chenbuchsee fuhr der Beschuldigte auf der Überholspur hinter dem G.________ 
(Fahrzeugmarke) her, welcher die Überholspur nicht freigab. Der Beschuldigte 
betätigte die Lichthupe, damit D.________ ihm Platz machen würde.

Der weitere Sachverhalt ist bestritten und durch die Kammer zu klären. Zu prüfen 
ist der dem Beschuldigten gemäss Anklage vorgeworfene Sachverhalt. Es ist zu 
klären, ob der Beschuldigte zwischen Schüpfen und der Verzweigung Schönbühl 
dem G.________ (Fahrzeugmarke) nahe auffuhr, und falls ja, welchen Abstand er 
bei welcher Geschwindigkeit wahrte. Weiter ist die Frage zu klären, ob der Be-
schuldigte den auf der Normalspur fahrenden G.________ (Fahrzeugmarke) auf 
den Pannenstreifen abdrängte und ob der Beschuldigte bei der Verzweigung 
Wankdorf links neben dem G.________ (Fahrzeugmarke) fuhr, einen kleinen har-
ten Gegenstand aus dem Beifahrerfenster gegen die linke hintere Tür des 
G.________ (Fahrzeugmarke) warf und diesen damit beschädigte. 

9. Objektive Beweismittel

Die Vorinstanz hat die objektiven Beweismittel zutreffend wiedergegeben, darauf 
kann verwiesen werden, wobei anzumerken ist, dass die Würdigung dieser Be-
weismittel erst weiter hinten erfolgen wird (pag. 190 f., S. 8 f. der Entscheidbegrün-
dung). Zu erwähnen ist, dass den objektiven Beweismitteln vorliegend ohnehin nur 
eine untergeordnete Bedeutung zukommt. 

10. Subjektive Beweismittel

10.1 Einleitende Bemerkung

Die Vorinstanz hat darauf verzichtet, die Aussagen der beteiligten Personen zu-
sammengefasst wiederzugeben. Gerade angesichts der Bedeutung der subjektiven 
Beweismittel im vorliegenden Fall ist es jedoch nach Ansicht der Kammer unerläss-
lich, diese wiederzugeben. Die Zusammenfassung der folgenden Aussagen be-
schränkt sich jedoch konkret auf den strittigen und durch die Kammer zu prüfenden 
Sachverhalt. Es wird darauf verzichtet, die weitergehenden Aussagen zusammen-
zutragen. 

10.2 Aussagen D.________

D.________ wurde erstmals am 19. August 2015 als Auskunftsperson durch die 
Kantonspolizei Freiburg einvernommen (pag. 15 f.). Dabei gab er an, dass er am 
18. August 2015 mit dem Fahrzeug G.________ (Fahrzeugmarke) in Begleitung 
seiner Freundin E.________ auf der Autobahn von Münchenbuchsee Richtung 
Bern gefahren sei. Auf der Höhe Münchenbuchsee habe er im Rückspiegel ein 
Fahrzeug bemerkt, welches mit hoher Geschwindigkeit auf das hinter ihm fahrende 

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Fahrzeug aufgefahren sei und dieses bedrängt habe. Als der Automobilist das an-
dere Fahrzeug überholt habe, habe er sich seinem Fahrzeug auf ca. einen halben 
Meter genähert. Es sei so nahe gewesen, dass bei einem Tempo von ca. 130 km/h 
nur noch die Frontscheibe des Fahrzeugs sichtbar gewesen sei. Vorerst habe er 
nicht ausweichen können, da der rechte Streifen besetzt gewesen sei. Der Fahrer 
habe daraufhin versucht, rechts zu überholen, was ihm jedoch auch nicht gelungen 
sei. Sobald die rechte Fahrspur frei gewesen sei, sei er auf diese ausgewichen. 
Das andere Fahrzeug habe ihn jedoch nicht überholt, sondern sei auf seine Höhe 
aufgefahren, habe rüber geschaut und sich dann wieder zurückfallen lassen. Er sei 
daraufhin wieder auf die linke Fahrbahn gefahren, um das vor ihm fahrende Fahr-
zeug zu überholen. Danach sei der Fahrer wieder sehr nahe aufgefahren, worauf-
hin er wieder auf die Normalspur ausgewichen sei. Daraufhin habe der Fahrer des 
andern Fahrzeugs versucht, ihn auf den Pannenstreifen abzudrängen. Anschlies-
send habe der Fahrer Gas gegeben und sei weggewesen. Bei der Raststätte 
Grauholz habe er ihn dann wieder gesehen. Er sei mit ca. 60 km/h auf dem rechten 
Fahrstreifen gefahren, wobei er selbst links auf der Überholspur gefahren sei. Er 
habe den Eindruck gehabt, der Fahrer habe auf ihn gewartet. Dieser habe sich 
dann hinter ihm eingespurt und sei ihm gefolgt. Bei der Wankdorf Verzweigung sei 
er Richtung Freiburg und der andere Fahrer Richtung Thun gefahren. Als sie sich 
auf gleicher Höhe befunden hätten, habe der andere Fahrer das Beifahrerfenster 
geöffnet und einen Stein in Richtung seines Fahrzeuges geworfen. 

Am 18. April 2016 wurde D.________ als Privatkläger durch die Staatsanwaltschaft 
des Kantons Bern einvernommen (pag. 17 ff.). Er bestätigte seine bisherigen Aus-
sagen und gab an, sich in der Zwischenzeit von E.________ getrennt zu haben. Er 
habe das Auto des Vaters seiner damaligen Freundin privat genutzt, da er gerne 
Auto fahre. Der Beschuldigte sei von Richtung Lyss hergekommen und habe be-
reits einen VW Sharan hinter ihm bedrängt. Er selbst habe nicht rechts rüber fahren 
können. Der Beschuldigte sei ihm recht nahe aufgefahren, wobei sie ca. 130 km/h 
gefahren seien. Sobald es möglich gewesen sei, sei er rechts in eine enge Lücke 
rein gefahren. Der Beschuldigte habe ihn daraufhin für ca. 10 Sekunden nicht 
überholt, woraufhin er wieder auf die Überholspur gewechselt sei. Daraufhin sei der 
Beschuldigte wieder nah aufgefahren. Er habe dann wieder auf die Normalspur 
gewechselt. Daraufhin habe der Beschuldigte ihn auf den Pannenstreifen abge-
drängt und sei dann weggefahren. Beim Grauholz seien sie wieder aufeinander ge-
troffen. Auf Frage gab D.________ an, dass der Beschuldigte bei 130 km/h bis auf 
einen Meter aufgefahren sei. Er hätte nicht vom Gas gehen wollen. Er wisse etwa, 
wie viel Abstand man nach hinten habe. Der Beschuldigte habe Zeichen gemacht, 
dass er überholen wollte. Er habe die Lichthupe betätigt und geblinkt, auch an-
fangs, als er noch gar nicht habe ausweichen können. D.________ verneinte auf 
Frage, dass er die Bremse angetippt habe. Er habe auf die Normalspur gewech-
selt, weil er mit seiner Freundin gefahren sei und er so jemanden nicht hinter sich 
haben wollte. Er gab auf Frage nach dem Abdrängen an, der Beschuldigte sei ex-
trem auf seine Seite rüber gefahren, also auf den rechten Fahrstreifen. Er selbst 
habe gezwungenermassen auf den Pannenstreifen ausweichen müssen. Er habe 
nicht gewollt, dass es zu einer Berührung komme. Er sei weiter auf die rechte Spur 
rüber gekommen. Er selbst sei etwa mit dem halben Auto auf dem Pannenstreifen 

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gefahren und der andere mit der Hälfte seines Fahrzeuges auf der rechten Normal-
spur. Es habe etwa 2 Sekunden gedauert, dann sei der andere weggefahren. Sie 
hätten Sichtkontakt gehabt, aber er habe keine Geste gegenüber dem Beschuldig-
ten gemacht. Auch dieser habe keine Gesten gemacht. Nach der Raststätte Grau-
holz hätten sie wieder Sichtkontakt gehabt. Er habe den Beschuldigten überholt. 
Bei der Verzweigung Thun/Freiburg habe der Beschuldigte die Scheibe runterge-
lassen und etwas gegen sie geworfen. Auf Frage konnte D.________ nicht ange-
ben, was es gewesen sei. Das Geräusch sei ziemlich gross gewesen, als ob je-
mand gegen die Türe des Autos knallen würde. Er hätte noch nie erlebt, dass je-
mand so nahe aufgefahren sei. Er wäre gerne rechts rüber gefahren. Es sei aber 
nicht gegangen. Man sei schon angespannt, wenn jemand einem so nahe auffahre 
und zeige, dass er überholen wolle. Weiter gab D.________ an, Herr C.________ 
sei nicht gross interessiert gewesen und habe die Meinung vertreten, dass man al-
les über die Versicherung regeln könne und nicht gross zur Polizei gehen müsse. 
E.________ habe jedoch mit ihrem Vater gesprochen, er selbst sei nicht gross da-
bei gewesen. D.________ zog sich zudem als Privatkläger zurück, ersuchte jedoch 
darum, dass ihm der Ausgang des Verfahrens gegen den Beschuldigten mitgeteilt 
werde. Auf Frage der Verteidigerin gab D.________ an, er habe gesehen, dass die 
Scheibe auf der Beifahrerseite unten gewesen sei, als der Beschuldigte sich ca. 5 
Meter hinter ihm befunden habe. Er habe einfach eine Wurfbewegung gesehen, je-
doch keinen Gegenstand. Der Beschuldigte habe den Arm nicht draussen gehabt. 
Auf Vorhalt, dass der Beschuldigte hinter ihm gefahren sei und auf Frage, wie er so 
die Wurfbewegung habe sehen können, gab D.________ an, der Beschuldigte sei 
nur ca. einen Meter hinter ihm gewesen und sie hätten Sichtkontakt über die Sei-
tenscheibe und seine Frontscheibe gehabt. Beim Verlesen ergänzte er, dass der 
Beschuldigte unmittelbar neben ihm gewesen sei, als dieser den Gegenstand ge-
worfen habe. Auf Frage der Verteidigung gab D.________ an, der Beschuldigte sei 
ca. 60 km/h gefahren, da ihn auch Lastwagen überholt hätten. Er selbst sei ca. 100 
km/h gefahren. 

Schliesslich wurde D.________ anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung 
noch einmal als Zeuge einvernommen (pag. 156 ff.). Er bestätigte seine bisherigen 
Aussagen und gab an, vorher kurz mit Frau E.________ im Hinblick auf die Haupt-
verhandlung über den Vorfall gesprochen zu haben. Sie seien auf der Autobahn 
von Lyss her Richtung Bern gefahren. Er habe gesehen, dass einer hinter ihnen 
ganz schnell habe fahren wollen. Er habe aber nicht nach rechts auf die Fahrbahn 
wechseln können, da bei der Einfahrt Münchenbuchsee viele Autos reingekommen 
seien. Als er dann nach rechts ausgewichen sei, habe der Beschuldigte nicht über-
holt. Dann sei er wieder auf den Überholstreifen gefahren, da er rechts in einer en-
gen Lücke gefahren sei und den Mindestabstand sonst nicht hätte einhalten kön-
nen. Als er das zweite Mal rechts gefahren sei, habe der Beschuldigte ihn überholt 
und auf den Pannenstreifen abgedrängt. Dann sei der Beschuldigte weggefahren. 
Sie hätten sich dann im Grauholz wieder gesehen, wo er gezwungen gewesen sei, 
den Beschuldigten zu überholen. Der Beschuldigte habe die Geschwindigkeit nicht 
eingehalten, die anderen hätten ihn mittels Hupen dazu aufgefordert, die Ge-
schwindigkeit einzuhalten. Bei der Verzweigung Thun/Freiburg sei er selbst rechts 
gefahren und der Beschuldigte links. Er habe dann gesehen, wie der Beschuldigte 

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etwas aus dem linken offenen Beifahrerfenster gegen ihn geworfen habe. Es habe 
dann einen Knall gegeben. Auf Frage bestätigte D.________, dass er ca. 130 km/h 
gefahren sei, danach 100 km/h. Als er den Beschuldigten überholt habe, sei dieser 
ca. 70-80 km/h gefahren. Beim Wurf des Gegenstandes sei er ca. 85-90 km/h ge-
fahren. Der Beschuldigte sei beim ersten Mal bis auf einen Meter aufgefahren. Er 
hätte nicht mehr vom Gaspedal gehen wollen. Es habe links einen weissen Streifen 
und der Beschuldigte sei auf diesen aufgefahren. Er sei etwas links versetzt gefah-
ren. Auf erneute Nachfrage gab D.________ an, es sei sicher nur einen halben Me-
ter bis einen Meter gewesen, mehr nicht. Der Beschuldigte sei ca. 100 bis 200 Me-
ter hinter ihm her gefahren und habe mehrfach auch die Lichthupe betätigt. Sie 
seien angespannt gewesen. Wäre er alleine im Auto gewesen, wäre er vielleicht 
vom Gas gegangen. Aber dann hätte es einen Unfall gegeben. Und es sei ja nicht 
sein Auto gewesen. Er hätte den Beschuldigten gerne vorbeifahren lassen wollen, 
dies sei aber nicht gegangen. Das zweite Mal sei es genau gleich abgelaufen. Der 
Beschuldigte habe ihn dann absichtlich nach rechts über den Pannenstreifen ab-
gedrängt. Er sei auf seinen Streifen gekommen und er selbst sei mehr als die Hälf-
te der Fahrzeugbreite im Pannenstreifen drin gewesen. Das Abdrängen habe bei 
einer Geschwindigkeit von 130 km/h vielleicht 5 Sekunden gedauert. Der Beschul-
digte sei bis auf 40 cm an ihn herangefahren. Weder er noch der Beschuldigte hät-
ten Gesten gemacht. Nach der Raststätte Grauholz habe er ihn wieder gesehen, in 
der 80er Zone habe er dann den Stein erhalten. Es sei für dieses Auto ein heftiger 
Aufprall gewesen. Das Auto sei nicht gut gedämpft. Der Zeuge bestätigte weiter, 
dass die auf pag. 13 sichtbare Delle vom Vorfall stammen würde. Es sei nur dieser 
weisse Tupf unterhalb der Scheibe. Er sei etwas schockiert gewesen, weil er nicht 
gedacht habe, dass es so ausarte. Es sei hart an der Grenze gewesen, aber wenn 
das mit dem Stein nicht gewesen wäre, hätten sie nichts gemacht. Er sei sicher, 
dass der Beschuldigte einen Gegenstand geworfen habe, könne aber nicht sagen, 
was es gewesen sei. Auf erneuten Vorhalt der Wahrheitspflicht als Zeuge blieb 
D.________ bei seinen Aussagen. 

10.3 Aussagen E.________

E.________ wurde am 1. Dezember 2015 von der Kantonspolizei Freiburg als 
Auskunftsperson einvernommen (pag. 24 ff.). Auf der Höhe Einfahrt Schüpfen habe 
D.________ sie darauf aufmerksam gemacht, dass ein Auto das hinter ihnen fah-
rende Fahrzeug bedrängt habe. Sie habe D.________ gebeten, auf die rechte 
Fahrspur zu wechseln. Nachdem das hinter ihnen fahrende Fahrzeug auf die 
rechts Spur gewechselt habe, sei das Fahrzeug ganz schnell zu ihnen aufge-
schlossen. Sie habe die Szene im rechten Rückspiegel verfolgt. Der Fahrer sei so 
nahe aufgeschlossen, dass man das Kontrollschild nicht mehr habe lesen können. 
Eigentlich sei nur noch die Frontscheibe sichtbar gewesen. Sie könne den Abstand 
nicht in Ziffern benennen, nur dass es ganz gefährlich nahe gewesen sei. Wäre 
D.________ vom Gas gegangen, hätte es einen Unfall gegeben. D.________ habe 
sich aber nicht provozieren lassen und auf die rechte Spur gewechselt. Dort habe 
er sich etwas eindrängen müssen. Der andere Lenker sei dann auf die gleiche 
Höhe aufgefahren und habe sie böse angeguckt. Anschliessend habe er sich wie-
der zurückfallen lassen. Kurz darauf, habe D.________ auf die linke Spur gewech-
selt, um das vordere Fahrzeug zu überholen. Daraufhin sei der andere Lenker wie-

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der ganz nahe aufgeschlossen. Bei der nächsten Gelegenheit hätten sie wieder auf 
die rechte Spur gewechselt. Der Fahrer sei erneut aufgeschlossen, habe rüber ge-
schaut und sie mit voller Absicht gegen den Pannenstreifen abgedrängt. Sie schät-
ze, dass sie mit Dreivierteln des Fahrzeuges auf dem Pannenstreifen gewesen sei-
en, als er dann endlich nach links gezogen und beschleunigt habe. Sie seien unge-
fähr 120-130 km/h gefahren. Der Lenker habe auch den Stinkefinger gezeigt. Auf 
der Höhe Grauholz hätten sie ihn wieder gesehen. Er sei recht langsam gefahren. 
Es habe den Eindruck erweckt, als hätte er auf sie warten wollen. Er sei schät-
zungsweise mit 80 km/h gefahren, die maximal erlaubte Höchstgeschwindigkeit sei 
aber 100 km/h. Bei der Verzweigung seien sie rechts Richtung Freiburg eingespurt 
und der andere Fahrer Richtung Ausfahrt Wankdorf. Der Fahrer habe dann plötz-
lich das rechte Beifahrerfenster runtergelassen und etwas aus dem fahrenden Auto 
gegen ihr Fahrzeug geworfen. Sie wisse nicht, was es gewesen sei, nehme aber 
an, dass es sich um einen Stein gehandelt habe. Das Objekt habe die linke hintere 
Türe ihres Autos getroffen. Erst dann habe sie die Autonummer notiert. Ihre Eltern 
hätten ihnen geraten, die Polizei zu verständigen und Anzeige zu erstatten. 
E.________ verneinte, dass sie den anderen Fahrer provoziert hätten. D.________ 
sei nicht längere Zeit auf der Überholspur gefahren. Ganz im Gegenteil habe er 
sich sogar auf die rechte Fahrspur gedrängt. 

Am 18. April 2016 wurde E.________ von der Staatsanwaltschaft des Kantons 
Bern als Zeugin einvernommen (pag. 28 ff.). Sie bestätigte ihre bisherigen Aussa-
gen und gab an, dass D.________ ihr Exfreund sei. Kurz vor der Auffahrt Mün-
chenbuchsee habe Herr D.________ gesehen, dass ein Fahrzeug dem Auto hinter 
ihnen sehr schnell aufgefahren sei. Sie habe gesagt, dass er rechts halten solle, 
was jedoch nicht gegangen sei, da von der Auffahrt Münchenbuchsee her Autos 
auf die Autobahn gefahren seien. Als das Fahrzeug hinter ihnen auf die rechte 
Spur gewechselt habe, sei ihnen das fragliche Fahrzeug sehr nahe aufgefahren, so 
dass sie nicht einmal mehr das Autokennzeichen gesehen hätten. Sie seien dann 
auf die rechte Spur gefahren. Es sei eine sehr knappe Lücke gewesen. Der Fahrer 
habe sich daraufhin zurückfallen lassen, weswegen sie wieder auf die Überholspur 
gewechselt hätten. D.________ habe das Auto überholt und sei dann wieder rechts 
gefahren. Der Fahrer habe sich wohl daran gestört und sie dann auf den Pannen-
streifen abgedrängt. Er habe zu ihnen rüber geschaut und sei immer mehr gegen 
sie gefahren. Sie seien dann auf dem Pannenstreifen gefahren, vielleicht sei noch 
ein Rad auf der Normalspur gewesen. Der Fahrer habe nicht reagiert und dann 
Gas gegeben und weiter gefahren. Auf Nachfrage gab E.________ an, dass er 
parallel zu ihnen gefahren, sie angeschaut und abgedrängt habe. Sie hätten aus-
weichen müssen, da er immer mehr auf ihre Seite gefahren sei. Anschliessend ha-
be er wieder auf die linke Spur gewechselt und sei weitergefahren. Der Abdräng-
vorgang habe etwa 10 Sekunden gedauert. Sie hätten den Fahrer erst wieder auf 
Höhe Grauholz gesehen. Er sei auf der rechten Spur deutlich langsamer als alle 
anderen gefahren. Sie seien dann Richtung Freiburg eingespurt und hätten an ihm 
vorbeifahren müssen. Herr D.________ habe sie darauf aufmerksam gemacht, 
dass er plötzlich viel langsamer fahre. Plötzlich sei er auf der linken Seite gewesen. 
Bei der Verzweigung Wankdorf Richtung Freiburg habe es eine Sperrfläche. Dort 
habe er die Scheibe runter gelassen und etwas geworfen, was ihrer Meinung nach 

11

ein Stein gewesen sei. Sie sei erschrocken und hätte nicht damit gerechnet. Es ha-
be ungefähr die Grösse eines 5 Franken Stücks gehabt. Der Beschuldigte habe die 
Scheibe runtergelassen und ihnen etwas angeworfen. Sie sei geschockt gewesen 
und habe gezittert. Sie hätte als Fahrerin nicht gewusst, wie reagieren. Zu Hause 
hätten sie den Schaden gesehen. Wenn kein Sachschaden entstanden wäre, hät-
ten sie keine Anzeige eingereicht. Sie sei jedoch dabei gewesen, das Auto abzu-
bezahlen. Auf Frage gab E.________ an, der Beschuldigte sei – als er sich habe 
zurückfallen lassen – auf der Überholspur geblieben. Sie seien nur auf die Normal-
spur gefahren, um ihn passieren zu lassen. Sie wisse nicht mehr, ob er die Licht-
hupe betätigt habe. Herr D.________ habe nicht gebremst, als der H.________ 
(Fahrzeugmarke) nahe aufgefahren sei. Dies hätte keinen Sinn gemacht. Sie hätte 
ihn gerügt, wenn er das gemacht hätte, ihr sei nicht wohl gewesen in dieser Situati-
on. Sie könne sich nicht erinnern, dass der Beschuldigte eine Geste gemacht habe, 
er habe aber böse geschaut. Auch Herr D.________ habe keine Geste gemacht. 
Das Geräusch, welches der Gegenstand verursacht habe, sei dumpf und laut ge-
wesen und von der Seite her gekommen. Sie hätte schon einmal einen Steinschlag 
beim alten Auto gehabt. Sie hätte noch nie erlebt, dass ein Auto so nahe aufgefah-
ren sei. E.________ bestätigte auf entsprechende Frage, dass sie die Halterabfra-
ge gemacht habe. Auf Frage der Verteidigung gab E.________ an, ihr Vater habe 
ihr geraten, Anzeige zu erstatten, da ein Sachschaden entstanden sei. Auch ihr 
damaliger Freund sei dieser Meinung gewesen. Der Beschuldigte habe den Ge-
genstand auf Höhe der Sperrfläche mit der rechten Hand geworfen. Er habe die 
Scheibe runter gelassen, auf den Beifahrersitz gegriffen und etwas rausgeworfen. 
Es sei etwas Kleines gewesen, da es in seiner geschlossenen Hand Platz gehabt 
habe. Der Schaden sei nicht gross gewesen und hätte den Durchmesser eines 1 
Franken Stücks gehabt. Auf Vorhalt des Fotos gab sie an, die entstandene Be-
schädigung sei nur der kleine Punkt unterhalb der Seitenscheibe. 

Anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung bestätigte E.________ als Zeu-
gin ihre bisherigen Aussagen. Auf Frage, ob sie mit D.________ über den Vorfall 
geredet habe, gab sie an, sie hätten nicht über den Inhalt gesprochen. Auf Vorhalt 
der anderslautenden Aussagen von D.________ gab sie schliesslich zu, sie hätten 
schon darüber geredet, da sie beide nervös gewesen seien. Zum Sachverhalt sag-
te E.________ aus, dass sich bei der Auffahrt Schüpfen ein Auto hinter ihnen be-
funden habe, welches von einem anderen bedrängt worden sei. Sie hätten dann 
nicht auf die Seite ausweichen können, weil von der Auffahrt her Autos reinge-
kommen seien. Sie hätten dann aber sobald es möglich gewesen sei auf die rechte 
Spur gewechselt. Das Auto, welches gedrängelt habe, habe dann aber nicht vor-
beifahren wollen. Da die Lücke sehr knapp gewesen sei und D.________ stark hät-
te bremsen müssen, seien sie wieder auf die linke Spur rübergefahren. Das andere 
Fahrzeug sei dann wieder aufgefahren. Sie hätten dann wieder auf die rechte Spur 
gewechselt und seien dann vom Beschuldigten bedrängt und auf den Pannenstrei-
fen gedrängt worden. Sie seien ca. zu ¾ auf dem Pannenstreifen gefahren. Dann 
sei er vorbeigefahren und sie hätten ihn bis auf Höhe Grauholz nicht mehr gese-
hen. Dort sei er D.________ wieder aufgefallen, weil er ganz rechts langsam ge-
fahren sei und ihn alle hätten überholen müssen. Das hätten sie dann auch ge-
macht. Da noch ein Auto zwischen ihnen gewesen sei, hätten sie nicht gedacht, 

12

dass er sie bemerkt habe. Bei der Verzweigung Freiburg/Wankdorf habe es eine 
grosse Sperrfläche. Dort habe er die rechte Scheibe runtergelassen und etwas aus 
dem Auto geworfen. Sie seien davon ausgegangen, dass es ein Stein gewesen sei, 
sie hätten ihn aber nicht gesehen, aber es hätte dementsprechend getönt. Auf Fra-
ge des Gerichtspräsidenten gab E.________ an, der Beschuldigte sei wohl bis we-
nige Meter aufgefahren, es sei jedoch schwierig zu sagen wie nahe. Sie hätten das 
Kontrollschild  und einen Teil der Motorhaube nicht mehr gesehen. Wäre 
D.________ vom Gas gegangen, hätte es geknallt. Auf Vorhalt eines Metermasses 
präzisierte sie, dass es wohl nicht viel mehr als einen Meter gewesen sei, wenn sie 
das Nummernschild nicht mehr sehen könne. Sie sei aber nicht gut im Schätzen. 
Der Beschuldigte sei ca. 5-10 Sekunden so gefahren. Der Beschuldigte habe die 
Lichthupe betätigt. Auf Vorhalt, dass sie sich gemäss früheren Aussagen daran 
nicht erinnern konnte, gab sie an, sie wolle es nicht behaupten und dem Beschul-
digten nichts unterstellen, es sei schon lange her. Herrn D.________ habe sie ge-
sagt, er solle aus dem Weg gehen, was er auch gemacht habe. Er sei ca. 120 bis 
130 km/h gefahren und habe dann eher etwas Gas geben müssen, wohl ca. 135 
km/h, als er in die Lücke gefahren sei. Als der Gegenstand gegen das Auto geflo-
gen sei, seien sie zwischen 80 und 90 km/h gefahren. Auf Frage gab sie an, der 
Beschuldigte sei beim zweiten Mal gleich nahe aufgefahren und er habe sie glaub-
lich absichtlich abgedrängt. Sie seien ca. 2/3 auf dem Pannenstreifen gefahren und 
das Abdrängen habe ca. 10 Sekunden gedauert. Es habe seitlich nicht mehr viel 
gefehlt. Sie hätte nicht mitbekommen, dass der Beschuldigte Gesten gemacht ha-
be. Ob Herr D.________ Gesten gemacht habe, habe sie nicht mehr in Erinnerung. 
Darauf habe sie nicht geachtet. Auf Vorhalt der Aussagen des Beschuldigten be-
stritt sie, dass D.________ gebremst habe. Er hätte nicht einmal vom Gas gehen 
können. Sie wüsste auch nicht, warum sie ihn nicht hätten vorbeilassen sollen, 
wenn sie gekonnt hätten. Sie hätten ihn erst auf Höhe Grauholz wieder wahrge-
nommen. D.________ habe sie darauf aufmerksam gemacht, dass er jetzt langsam 
fahre. Der Aufprall des Wurfgeschosses sei schon sehr laut gewesen, was bei die-
ser Geschwindigkeit nicht erstaune. Sie habe gefragt, wo es sie getroffen habe. Sie 
hätten dann gesehen, dass es keine Scheibe gewesen sei, woraufhin sie weiterge-
fahren seien. Auf Vorhalt von pag. 13 bestätigte sie, dass die kleine Delle vom Vor-
fall stamme. Sie hätte nicht gesehen, was der Beschuldigte gegen das Auto gewor-
fen habe. Es sei von der Grösse her ein kleiner Stein oder ein Fünfliber gewesen. 
Er habe die Beifahrerscheibe runtergelassen, sei auf den Beifahrersitz gelangt und 
habe etwas rausgeworfen. Nachdem die Zeugin erneut auf ihre Wahrheitspflicht 
hingewiesen wurde, bestätigte sie die Richtigkeit ihrer Aussagen. Auf Frage der 
Verteidigung, wie sie den Beschuldigten habe sehen können, wo er doch links ge-
fahren sei, gab sie an, dass das Auto vier Scheiben habe und man relativ gut raus 
sehe, auch wenn ein Sitz dazwischen gewesen sei. Im Zeitpunkt des Wurfs sei die 
Sperrfläche zwischen ihnen gewesen, sie könne aber nicht sagen, wie viel es ge-
wesen sei. Auf erneute Frage gab sie an, dass die Sperrfläche auseinander gehe 
und breiter werde. Die Zeugin benannte anhand des Gerichtssaales einen Abstand, 
welcher gemäss Protokoll etwa 2-3 Meter beträgt.

13

10.4 Aussagen des Beschuldigten

Der Beschuldigte wurde erstmals am 27. Oktober 2015 als beschuldigte Person po-
lizeilich einvernommen (pag. 36 ff.). Der Beschuldigte gab an, er sei auf der Auto-
bahn auf dem linken Fahrstreifen von Lyss nach Bern gefahren und habe einen 
Personenwagen überholen wollen. Er habe ca. 4 Minuten lang gewartet, da das 
Fahrzeug nicht habe zur Seite gehen wollen. Er habe mehrmals die Lichthupe 
betätigt. Daraufhin habe der Personenwagen mehrmals abgebremst. Der andere 
habe dann auf den rechten Fahrstreifen gewechselt und der Lenker habe ihm, als 
er auf gleicher Höhe gewesen sei, den Mittelfinger gezeigt. Er sei dann weiter ge-
fahren. Auf Vorhalt, dass er beschuldigt werde, den Mindestabstand bei ca. 130 
km/h nicht eingehalten zu haben, gab der Beschuldigte an, dass das Tempo nach 
Schönbühl reduziert sei, er sei ca. 110 km/h gefahren. Zudem habe Feieraben-
dverkehr geherrscht. Der eingehaltene Abstand sei normal gewesen. Den Vorwurf, 
dass er versucht habe, das Fahrzeug auf den Pannenstreifen abzudrängen, bestritt 
er. Auf Vorhalt, dass er langsam gefahren sei und ihn D.________ auf Höhe Grau-
holz wieder eingeholt habe, gab er an, dass es sein Recht gewesen sei, ihn zu 
überholen. Der Lenker des G.________ (Fahrzeugmarke) habe ihm den Mittelfin-
ger gezeigt. Er fahre grundsätzlich immer die angegebene Geschwindigkeit. Er sei 
weniger als 100 km/h gefahren, aber nicht weniger als 90 km/h. Er könne sich nicht 
erinnern, ob D.________ ihn wieder überholt habe. Den Vorwurf, dass er einen 
Stein aus dem Fenster geworfen habe, bestritt er. Er habe keinen Stein im Auto 
und wisse nicht, wieso er einen solchen herumführen sollte. Auf Frage der Vertei-
digung gab der Beschuldigte an, zwischen Münchenbuchsee und Schönbühl ca. 
100-110 km/h gefahren zu sein. D.________ sei 80 km/h gefahren oder weniger. 

Der Beschuldigte wurde am 18. April 2016 durch die Staatsanwaltschaft Bern-
Mittelland einvernommen (pag. 40 ff.). Auf Vorhalt des strafrechtlichen Vorwurfs 
gab er an, mit ca. 120 km/h auf der linken Seite hinter dem fraglichen Personenwa-
gen gefahren zu sein. Dieser habe ihn nicht überholen lassen, woraufhin er die 
Lichthupe betätigt habe. Daraufhin habe das Fahrzeug abgebremst und wieder be-
schleunigt, damit er reinfahre. Anschliessend sei er auf die rechte Spur gefahren. 
Er habe ihn jedoch nicht überholen können. Während des Überholens habe der 
andere ihm den Mittelfinger gezeigt. Er habe ihm darauf angezeigt, dass er mit ihm 
sprechen wolle, warum er dies tue. Anschliessend sei er weitergefahren. Er habe 
ihn anschliessend noch einmal gesehen, da sie auf der gleichen Autobahn gefah-
ren seien. Auf Vorhalt des Vorwurfs, dass er einen harten Gegenstand gegen den 
roten G.________ (Fahrzeugmarke) geworfen habe, gab er an, nichts gemacht und 
geworfen zu haben. Es sei eine dreispurige Autobahn, er sei ganz links und das 
andere Fahrzeug ganz rechts gefahren. Er habe gar nichts werfen können, da es in 
der Mitte ja noch andere Fahrzeuge gehabt habe. Auf Frage, wieso er die Lichthu-
pe betätigt habe, gab er an, dass der andere Fahrer ihn ca. während 4 Minuten 
nicht habe passieren lassen. D.________ habe ihn gar nicht gesehen, normaler-
weise lasse man andere Fahrzeuge passieren. Dies sei zwischen Schönbühl und 
Grauholz gewesen, ein bisschen vor dem Grauholz habe er dann überholen kön-
nen. Der Beschuldigte gab an, den beiden signalisiert zu haben, dass er mit ihnen 
sprechen wolle. Als er D.________ überholt habe, habe dieser ihm den Mittelfinger 
gezeigt. Er habe zuerst keinen Platz gemacht und gebremst. Nach den Motiven ei-

14

ner Falschbelastung gefragt, gab der Beschuldigte an, die beiden hätten eine 
schlechte Absicht, zuerst hätte D.________ ihn ausgebremst, anschliessend hätte 
er ihm den Mittelfinger gezeigt. Er habe einen Abstand von ca. 4 Sekunden einge-
halten und die Lichthupe nur einmal benutzt. Herr D.________ habe mehrmals ge-
bremst, obwohl kein Auto vor ihm gewesen sei; nur damit er in ihn reinfahre. Er ha-
be die Geschwindigkeit ca. auf 100 km/h reduzieren müssen. Beim ersten Bremsen 
sei er nahe auf Herrn D.________ aufgefahren, bei den weiteren Bremsmanövern 
habe er mehr Abstand gehabt, da er sofort gebremst habe. Die rechte Spur sei frei 
gewesen. Auf Frage der Verteidigung gab er an, D.________ habe von links in die 
Mitte gewechselt und anschliessend auf die rechte Spur und dann wieder in die 
Mitte. Er sei zwischen Münchenbuchsee und dem Wankdorf hinter Herrn 
D.________ auf der linken Spur hergefahren. Als er ihn habe überholen können, 
sei er auf der mittleren Spur gefahren und dann auf dieser Spur weitergefahren. Bei 
der Verzweigung Wankdorf sei er auf der rechten Spur der beiden Spuren Richtung 
Ostring gefahren. Das letzte Mal habe er das andere Fahrzeug im Grauholz gese-
hen, da sei es hinter ihm gefahren. 

Der Beschuldigte gab anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung an, dass 
seine Aussagen bei der Polizei und der Staatsanwaltschaft stimmen würden. Am 
fraglichen Tag sei er auf dem Heimweg gewesen und auf der linken Spur gefahren. 
Er habe ihm 10, 15 oder 20 Minuten Zeit gegeben, da er ihn habe überholen wol-
len. D.________ habe jedoch nicht bemerkt, dass er ihn habe überholen wollen, da 
er mit seiner Freundin am Sprechen gewesen sei. Er habe darum das Fernlicht 
mehrere Male betätigt. Dies habe D.________ gestört, weswegen dieser mehrmals 
versucht habe, zu bremsen. Deswegen habe er nun Rückenschmerzen. Er sei 
auch beim Arzt gewesen und habe sich behandeln lassen. Nur weil er ein erfahre-
ner Autofahrer sei, habe er einen Unfall verhindern können. Dann sei D.________ 
auf die rechte Spur ausgewichen und habe mit dem Mittelfinger auf ihn gezeigt. 
Dann sei er weiter Richtung Grauholz gefahren, wo stockender Verkehr geherrscht 
habe, weswegen er nicht schneller habe fahren können. D.________ sei auf der 
rechten Spur Richtung Freiburg gewesen. Er habe dann mit der Hand ein Zeichen 
gemacht zum Sprechen, er habe fragen wollen, was sein Problem sei. Dann sei 
D.________ weitergefahren. Auf Frage gab der Beschuldigte an, er sei ungefähr 
mit einem Abstand von 3-4 Sekunden hinter dem Fahrzeug gefahren. D.________ 
sei zwischen 100 und 120 km/h gefahren. Er habe ihn dann beim Grauholz über-
holt. Er wisse nicht, wieso die beiden ihn belasten würden. Sie hätten vielleicht 
Stress gehabt und deshalb nicht gut auf die Strasse geschaut. D.________ sei so 
110 km/h gefahren und habe auf 90 km/h abgebremst, was einen Unfall verursa-
chen könne. Auf Vorhalt, dass er früher ausgesagt habe, er habe die Lichthupe nur 
einmal betätigt, präzisierte er, dass er nicht mehr wisse, ob er einmal oder zweimal 
die Lichthupe betätigt habe. Auf Vorhalt, dass bei 100 km/h ein Abstand von 4 Se-
kunden rund 111 Meter betrage, gab er an, dass dies nicht stimme und es keine 
100 Meter gewesen seien. Zum Vorwurf hielt der Beschuldigte fest, wenn man Auto 
fahre, fahre man geradeaus. Man fahre nicht breit. Wenn er das gemacht hätte, 
hätte er auch die anderen Autos abgedrängt. Es könne nicht sein. Von München-
buchsee bis Grauholz sei er hinter D.________ gefahren. Als er ihn dann überholt 
habe, habe dieser ihm den Mittelfinger gezeigt. Erst bei der Verzweigung habe er 

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bemerkt, dass D.________ wieder neben ihm auf der rechten Spur sei. Die Delle 
könne von einer Person oder vom Rad kommen. Es könne auch sein, dass die Del-
le alt sei. Er sei auf der rechten Spur Richtung Ostermundigen gefahren und 
D.________ auf der linken Spur Richtung Freiburg. 

11. Beweisergebnis der Vorinstanz

Die Vorinstanz erachtet die Aussagen von D.________ als glaubhaft. Er habe den 
Ablauf farbig, originell, detailliert und nachvollziehbar geschildert und auch selbst-
belastende Momente geäussert (pag. 192 f., S. 10 f. der Entscheidbegründung). 
Auch E.________s Aussagen würden ein stimmiges und einheitliches Ganzes er-
geben. Sie schildere ihre Gefühle eindrücklich und nachvollziehbar und belaste den 
Beschuldigten nicht unnötig, auch wenn in wenigen Punkten Unregelmässigkeiten 
auszumachen seien (pag. 193 f., S. 11 f. der Entscheidbegründung). Der Beschul-
digte mache hingegen widersprüchliche Angaben zum Sachverhalt. An der Haupt-
verhandlung habe er erstmals vorgebracht, auf der ganzen Strecke von München-
buchsee bis Grauholz hinter D.________ gefahren zu sein. Er gehe zudem auch 
zum Gegenangriff über und schildere, dass er ausgebremst worden sei, was bei 
dem von ihm angegebenen Abstand von 4 Sekunden schwer möglich wäre. 
Schliesslich habe er auch über ein Jahr nach dem Vorfall ein Arztzeugnis einge-
reicht, welches keinen nachvollziehbaren Zusammenhang zum Vorfall aufweise 
(pag. 194 f., S. 12 f. der Entscheidbegründung). Aufgrund der glaubhaften Aussa-
gen der beiden Zeugen, welche im Übrigen mit den objektiven Beweismitteln über-
einstimmen würden, sei davon auszugehen, dass der Beschuldigte dem 
G.________ (Fahrzeugmarke) über mehrere Sekunden hinweg bis auf einen Meter 
Abstand aufgefahren sei. Er habe aus Rache respektive zur blossen Machtde-
monstration gehandelt, weil er zuvor nicht umgehend vorbeigelassen worden sei. 
Weiter sei davon auszugehen, dass der Beschuldigte den G.________ (Fahrzeug-
marke) während mehreren Sekunden bis mindestens zur Hälfte der Fahrzeugbreite 
auf den Pannenstreifen abgedrängt habe. Bei beiden Fahrmanövern seien die 
Fahrzeuge mit einer Geschwindigkeit von 130 km/h gefahren. Auch bezüglich des 
Wurfs des kleinen harten Gegenstands sei auf die glaubhaften Aussagen der Zeu-
gen abzustellen (pag. 196 f., S. 14 f. der Entscheidbegründung). 

12. Vorbringen der Parteien

12.1 Vorbringen der Verteidigung

Sachverhaltsmässig bringt die Verteidigung vor, bereits die Tatsache, dass reger 
Verkehr auf der Autobahn geherrscht habe und keine weiteren Fahrzeuge involviert 
worden seien, lasse Zweifel an den von den Zeugen geschilderten Ereignissen 
aufkommen. Als belastendes Beweismittel würden einzig die Aussagen der beiden 
Zeugen vorliegen, welche nicht kongruent seien. Zudem würden die beiden in ei-
nem engen Verhältnis zueinander stehen. Der Sachverhalt könne daher nicht als 
erwiesen betrachtet werden (pag. 282). 

Zum Vorwurf der Sachbeschädigung bringt die Verteidigung vor, dass die Verzwei-
gung Wankdorf insbesondere zu Stosszeiten eine der verkehrsreichsten Strassen 
von Bern sei. Es sei D.________ gar nicht möglich gewesen, den Beschuldigten 

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bzw. dessen Verhalten zu beobachten. Bei dichtem Verkehr sei es schwierig, durch 
den Rückspiegel eine offene Autoscheibe zu erkennen; zudem hätte sich das 
Fahrzeug des Beschuldigten ohnehin im toten Winkel befunden. Auch wenn 
D.________ den Kopf gedreht hätte, hätte er nichts beobachten können. Die breite 
B-Säule seines Fahrzeugs hätte ihm auch die Sicht auf eine allfällige Wurfbewe-
gung nehmen müssen. Die Aussagen von D.________ könnten auch darum nicht 
zutreffend sein, weil es nicht möglich sei, einen Gegenstand aus dem fahrenden 
Fahrzeug nach vorne zu werfen. Auch beim parallelen Fahren sei ein solches 
Manöver nicht vorstellbar. Noch unwahrscheinlicher erscheine diese Schilderung, 
wenn man bedenke, dass sich die Sperrfläche zwischen den beiden Autos befun-
den habe. Auch habe es sich gemäss den Aussagen von E.________ nur um ei-
nen kleinen Gegenstand gehandelt, was den Vorfall aus physikalischer Sicht als 
umso unwahrscheinlicher erscheinen lasse. Der Schaden erwecke vielmehr den 
Anschein eines klassischen Parkschadens (pag. 284). 

In ihrer Stellungnahme zur Anschlussberufung rügt die Verteidigung, dass der Be-
weisantrag auf Erstellung eines Gutachtens zum Schaden durch die Vorinstanz 
abgewiesen worden sei. Ein greifbarer Entlastungsbeweis sei nicht ergriffen wor-
den. Die Aussagen der Zeugen zum Wurf des Gegenstandes seien widersprüchlich 
und würden nicht mit den tatsächlichen Gegebenheiten übereinstimmen 
(pag. 316 f.). Der Beschuldigte habe insbesondere zum eingehaltenen Mindestabs-
tand gleichbleibende Aussagen gemacht und seine Angaben anlässlich der erstin-
stanzlichen Hauptverhandlung nachvollziehbar präzisiert (pag. 317). Die Annahme, 
dass der Beschuldigte zur blossen Machtdemonstration gehandelt habe, sei nicht 
haltbar. Angesichts des grossen Verkehrsaufkommens hätte es diesfalls zu mehre-
ren Vorfällen kommen müssen. Es sei auch nicht ersichtlich, wieso der Beschuldig-
te D.________ derart hätte bedrängen sollen, wenn es im Kolonnenverkehr gar 
keine Ausweichmöglichkeit auf die rechte Spur gegeben hätte und diesem ein 
Ausweichen unmöglich gewesen wäre. Vielmehr sei daher davon auszugehen, 
dass D.________ den Beschuldigten provoziert und ohne Grund die Überholspur 
blockiert habe (pag. 318). 

12.2 Vorbringen der Generalstaatsanwaltschaft

In sachverhaltsmässiger Hinsicht bringt die Generalstaatsanwaltschaft vor, dass 
der vorinstanzlichen Aussagenwürdigung vollumfänglich gefolgt werden könne. 
Dass die beiden Zeugen bezüglich gewisser Details wie Zeitdauer und Abstände 
nicht übereinstimmende Aussagen machen würden, vermöge keine Zweifel zu be-
gründen. Die Halterabfrage von E.________ weise vielmehr darauf hin, dass der 
Sachverhalt wie geschildert stattgefunden habe (pag. 300). Bezüglich des Vorwurfs 
der Sachbeschädigung sei festzuhalten, dass der geschilderte Sachverhalt zwar 
aussergewöhnlich, nicht jedoch unmöglich sei. Es sei durchaus möglich, dass 
D.________ die Wurfbewegung habe beobachten können. Insbesondere der Bei-
fahrerin sei dies ohne weiteres möglich gewesen. Dass nicht abschliessend geklärt 
werden könne, welcher Gegenstand geworfen worden sei, sei unerheblich 
(pag. 301 f.). 

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13. Beweiswürdigung der Kammer

13.1 Würdigung der Aussagen von D.________

Die Kammer erachtet zusammen mit der Vorinstanz die Aussagen von D.________ 
als glaubhaft. Sie sind genau, detailliert, nachvollziehbar und grundsätzlich in sich 
logisch (vgl. auch pag. 192 f., S. 10 f. der Entscheidbegründung). Seine Aussagen 
sind zudem durchaus differenziert und enthalten auch selbstbelastende Elemente. 
So hat D.________ bereits bei der ersten Einvernahme angegeben, mit einer Ge-
schwindigkeit von 130 km/h gefahren zu sein. Bei dieser Aussage ist er denn auch 
stets geblieben. D.________ gestand weiter auch ein, dass er – wäre seine Freun-
din nicht dabei gewesen und wäre er mit seinem eigenen Fahrzeug gefahren – sich 
durchaus hätte provozieren lassen und eventuell anders reagiert hätte. 
D.________ machte auch ehrliche Aussagen anlässlich der erstinstanzlichen 
Hauptverhandlung und gestand – im Gegensatz zu E.________ – ein, mit dieser 
vor der Verhandlung noch einmal über den Vorfall gesprochen zu haben. Die Aus-
sagen von D.________ enthalten zwar auch einige Ungenauigkeiten, diese sind je-
doch nachvollziehbar. Zum einen ist eine Schätzung des durch den Beschuldigten 
eingehaltenen Abstands in Metern schwierig. Zum anderen wurde der Abstand so-
wohl von ihm als auch von E.________ insofern gleichbleibend beschrieben, als 
sie beide angaben, dass der Beschuldigte derart nahe aufgefahren sei, dass das 
Nummernschild und ein Teil der Motorhaube nicht mehr erkennbar gewesen seien. 
Ihre Aussagen zum Mindestabstand sind damit stets gleich geblieben. Zwar sind 
bezüglich der Frage, wie der Abdrängvorgang vonstatten ging, gewisse Ungenau-
igkeiten vorhanden. Auch diese betreffen jedoch wiederum nur Schätzungen des 
Abstands und nicht das Kerngeschehen. So gab D.________ anfangs an, bis zur 
Hälfte der Fahrzeugbreite auf den Pannenstreifen abgedrängt worden zu sein. 
Später hielt er anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung fest, dass es ca. 
¾ gewesen seien. Dass hier – insbesondere auch mit Blick auf die gleichlautenden 
Aussagen von E.________ – eine gewisse Aggravierungstendenz vorliegen könn-
te, bleibt für die Frage nach dem Kerngeschehen ohne Belang. Gerade Fragen 
nach der Geschwindigkeit und nach (Zeit)abständen können oft nur schwer beant-
wortet bzw. geschätzt werden. Diese Schätzungen sind von persönlichen Einschät-
zungen geprägt, welche sich mit dem Zeitablauf bzw. in der Erinnerung auch leicht 
verändern können. Sind Widersprüche oder Ungenauigkeiten in solchen Angaben 
auszumachen, ist dem daher nach Ansicht der Kammer keine entscheidende Be-
deutung zuzumessen. 

13.2 Würdigung der Aussagen von E.________

Auch E.________ schilderte den Vorfall im Kerngeschehen gleichbleibend, detail-
liert und glaubhaft, weswegen ebenfalls auf die entsprechenden Ausführungen der 
Vorinstanz verwiesen werden kann (pag. 193 f., S 11 der Entscheidbegründung). 
Ihre Aussagen stimmen im Kern mit den Angaben von D.________ überein. In ge-
wissen Punkten sind jedoch auch Unterschiede auszumachen. So beispielsweise 
bezüglich der Frage, ob der Beschuldigte auch versucht habe, sie rechts zu über-
holen. Dies ist nach Ansicht der Kammer darauf zurückzuführen, dass E.________ 
als Beifahrerin ihren Fokus auf andere Punkte gerichtet und nicht denselben Blick-
winkel wie der Fahrer eingenommen hatte. Gerade diese Unterschiede sprechen 

18

jedoch dafür, dass es sich beim geschilderten Vorfall um tatsächlich Erlebtes han-
delt. Wäre der Vorfall von den beiden Zeugen erfunden worden, wäre davon aus-
zugehen, dass sie beide bezüglich des strafbaren Verhaltens des Beschuldigten 
deckungsgleiche Angaben gemacht hätten. Dies ist jedoch in Bezug auf den Ver-
such des Rechtsüberholens – welcher ohnehin nicht Gegenstand des vorliegenden 
Strafverfahrens ist – nicht der Fall. Nicht von der Hand zu weisen ist hingegen, 
dass in den Aussagen von E.________ auch gewisse Widersprüche auszumachen 
sind. So gab sie beispielsweise zuerst an, der Beschuldigte habe ihnen den Mittel-
finger gezeigt. Später wich sie von dieser Aussage wieder ab. Auch die Frage, ob 
der Beschuldigte die Lichthupe betätigt hatte, beantwortete sie widersprüchlich. 
Schliesslich wirft insbesondere ihre wahrheitswidrige (später korrigierte) Aussage 
an der erstinstanzlichen Hauptverhandlung Fragen auf, wonach sie sich mit ihrem 
Exfreund im Hinblick auf die Hauptverhandlung nicht über den Vorfall unterhalten 
habe. Festzuhalten ist jedoch, dass die Widersprüche nicht das vorliegend relevan-
te und zu prüfende Kerngeschehen betreffen. Wie bereits erwähnt, vermögen auch 
gewisse Aggravierungstendenzen bzw. Übertreibungen keine Zweifel am gleich-
bleibend geschilderten Kerngeschehen zu wecken. Ein vorsätzliches Kolludieren 
kann jedenfalls ausgeschlossen werden, zumal D.________ ihre vorgängige Dis-
kussion ansonsten kaum erwähnt haben dürfte. Zusammengefasst ist festzuhalten, 
dass die Kammer die Aussagen von E.________ betreffend das Kerngeschehen 
als glaubhaft erachtet und darauf abstellt.

13.3 Würdigung der Aussagen des Beschuldigten

Die Würdigung der Aussagen des Beschuldigten gestaltet sich schwierig, da der 
von den beiden Zeugen geschilderte Sachverhalt von ihm gänzlich bestritten wird. 
Dass der Beschuldigte den (nicht existenten) Vorfall nicht detailliert schildern kann, 
darf ihm nicht zum Vorwurf gemacht werden. Die Glaubhaftigkeit der Aussagen der 
Zeugen ist in dieser Konstellation daher von besonderer Bedeutung. 

Insgesamt sind die Aussagen des Beschuldigten eher knapp und unstrukturiert. 
Gerade seine Aussagen in der ersten Einvernahme wirken eher wirr und auswei-
chend. So ist aus dem Protokoll ersichtlich, dass der Beschuldigte den vom einver-
nehmenden Polizisten angesprochenen Sachverhalt nicht einordnen kann. Auf 
Frage nach seinem Tempo auf der Höhe Grauholz bezog sich der Beschuldigte auf 
das Überholmanöver, welches gemäss den Angaben der Zeugen bereits zwischen 
Münchenbuchsee und Schönbühl stattgefunden haben soll (vgl. pag. 38). Diese 
ausweichenden Angaben könnten jedoch durchaus auch so gedeutet werden, dass 
der Beschuldigte keine Kenntnis des ihm vorgeworfenen Sachverhalts hat, weil 
dieser gar nicht stattgefunden hat bzw. für ihn nicht von Bedeutung war. Aus sei-
nen teils sprunghaften und nicht chronologischen Angaben kann daher nicht ohne 
weiteres etwas zu seinen Ungunsten abgeleitet werden. Auch die unterschiedlichen 
Angaben des Beschuldigten bezüglich der gefahrenen Geschwindigkeit können 
nicht unbesehen als Lügensignal gewertet werden, zumal wie erwähnt in dieser 
Hinsicht ungenaue Angaben und falsche Einschätzungen, welche später dann wie-
derum korrigiert werden, erfahrungsgemäss recht häufig sind. Auffällig und belas-
tend ist jedoch, dass seine Aussagen zur Geschwindigkeit doch erheblich differie-
ren. Bezüglich der Frage des Abstands hat der Beschuldigte jedoch stets gleich-

19

bleibende Aussagen (4 Sekunden) gemacht. Erst auf Vorhalt der Umrechnung die-
ses Abstands in Metern hat der Beschuldigte seine Angaben korrigiert, was – wie 
die Verteidigung zutreffend darlegt – durchaus nachvollziehbar ist. Auch kann ihm 
nicht zum Vorwurf gemacht werden, dass er erstmals an der erstinstanzlichen 
Hauptverhandlung vorbrachte, er sei auf der gesamten Strecke zwischen Mün-
chenbuchsee und Schönbühl hinter D.________ hergefahren. Wie lange er sich 
hinter dem G.________ (Fahrzeugmarke) befunden hatte, wurde der Beschuldigte 
in den vorangehenden Einvernahmen nämlich nicht explizit gefragt. Befremdend 
wirken hingegen die erstmals an der erstinstanzlichen Hauptverhandlung vorge-
brachten Rückenbeschwerden, welche durch das angebliche Bremsmanöver von 
D.________ entstanden sein sollen. Ein Zusammenhang zwischen dem Vorfall und 
diesen Leiden ist offensichtlich nicht gegeben, zumal es zu keinem Zeitpunkt zu ei-
ner Kollision gekommen ist. Dieses Vorbringen des Beschuldigten kann sowohl als 
Lügensignal (unbelegter Gegenangriff), als auch als fehlgeleitete Verteidigungs-
strategie gedeutet werden. 

Ein deutlicher Widerspruch ist hingegen in den Aussagen des Beschuldigten zum 
Vorfall an der Verzweigung Wankdorf auszumachen. So gab der Beschuldigte am 
18. April 2016 an, er hätte gar nichts werfen können, da er ganz links und 
D.________ ganz rechts gefahren sei und es in der Mitte noch weitere Verkehrs-
teilnehmer gehabt habe (pag. 41). Anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhand-
lung gab er hingegen an, dass er auf der rechten Spur Richtung Ostermundigen 
und D.________ auf der linken Spur Richtung Freiburg gefahren sei (pag. 169), 
wobei sich in dieser Konstellation bei einer vierspurigen Autobahn kein weiterer 
Verkehrsteilnehmer zwischen den beiden Fahrzeugen hätte aufhalten können. 

Zusammengefasst ist festzuhalten, dass die Aussagen des Beschuldigten nicht als 
durchwegs unglaubhaft zu bezeichnen sind. Sie sind jedoch bei der Prüfung, ob 
der von den Zeugen vorgebrachte Sachverhalt oder derjenige des Beschuldigten 
als erwiesen anzusehen ist, jeweils im Kontext der gesamten Beweismittel und 
Umstände zu würdigen.

13.4 Beweiswürdigung des ersten Vorfalls / Tatkomplex 1 

Zunächst einmal ist in allgemeiner Weise festzuhalten, dass aufgrund der von 
E.________ getätigten Halterabfrage und der am nächsten Tag erfolgten Strafan-
zeige davon ausgegangen werden muss, dass es auf der Autobahn zu einem (oder 
mehreren) Vorfällen zwischen dem Fahrzeug der beiden Zeugen und demjenigen 
des Beschuldigten gekommen sein muss. Diese Vorfälle müssen im Wesentlichen 
entweder so wie vom Beschuldigten oder wie von den beiden Zeugen geschildert 
abgelaufen sein. Es ist daher zu prüfen, welche Schilderung wahrscheinlicher er-
scheint und insgesamt als erwiesen betrachtet werden kann. 

Einleitend ist weiter darauf hinzuweisen, dass die von E.________ und 
D.________ geäusserten Vorwürfe äusserst schwer wiegen und keine nachvoll-
ziehbaren Gründe für eine derart schwer wiegende Falschbelastung ersichtlich 
sind. Beide Zeugen wurden anlässlich der Hauptverhandlung wiederholt auf ihre 
Wahrheitspflicht und die Bedeutung ihrer Aussagen hingewiesen. Beide haben ihre 
Aussagen vollumfänglich bestätigt. Kommt hinzu, dass D.________ und 

20

E.________ bereits anlässlich der Einvernahme durch die Staatsanwaltschaft kein 
Paar mehr waren. Für das Aufrechterhalten einer falschen Aussage bestand damit 
für beide kein ersichtlicher Anlass mehr. 

Zunächst einmal ist auf den vom Beschuldigten geschilderten Sachverhalt einzu-
gehen. Der Beschuldigte brachte im Wesentlichen vor, D.________ habe gegen 
das Rechtsfahrgebot verstossen und zwischen Münchenbuchsee und Grauholz die 
linke Überholspur blockiert. Er habe zudem mehrere Schikanebremsstopps einge-
legt und ihn zum Abbremsen gezwungen. Zwar ist durchaus vorstellbar, dass 
D.________ den nahe auffahrenden Beschuldigten durch das Einlegen von 
Bremsmanövern provoziert haben könnte. Solche Bremsmanöver werden jedoch in 
der Regel durch zu nahes Auffahren provoziert. Die Aussagen der beiden Zeugen, 
wonach der Beschuldigte ihrem Fahrzeug gefährlich nahe aufgefahren sei, vermag 
diese Behauptung des Beschuldigten daher nicht zu entkräften. Sowohl 
D.________ als auch E.________ legten glaubhaft dar, dass der Beschuldigte sehr 
nahe aufgeschlossen habe, so dass sein Kontrollschild und ein Teil der Motorhau-
be nicht mehr sichtbar gewesen seien. Auf diese konstanten und glaubhaften Aus-
sagen der beiden Zeugen ist abzustellen. Davon ausgehend erscheint äusserst 
unwahrscheinlich, dass D.________ tatsächlich Schikanebremsungen eingeleitet 
hatte. Bei eher dichtem Verkehr und einem Tempo von 130 km/h wären solche 
Bremsmanöver äusserst gefährlich gewesen. Dass D.________ ein derartiges Ri-
siko eingegangen wäre, erachtet die Kammer mit Blick darauf, dass sich seine 
Freundin im (fremden) Fahrzeug befunden hatte, als unwahrscheinlich. So hat 
D.________ auch überzeugend und durchaus ehrlich dargelegt, dass er sich unter 
Umständen – wenn es sich um sein Fahrzeug gehandelt hätte – hätte provozieren 
lassen. Diese beiden Umstände – seine Freundin war anwesend und er fuhr das 
Auto des Vaters seiner Freundin – hielten ihn jedoch davon ab. E.________ versi-
cherte denn auch ebenso glaubhaft, ihren Freund dazu aufgefordert zu haben, auf 
die rechte Spur zu wechseln. Schliesslich ist nur schwer vorstellbar, dass 
D.________ wie vom Beschuldigten geschildert die Überholspur bei eher dichtem 
Verkehr über eine doch verhältnismässig lange Strecke (Münchenbuchsee bis 
Schönbühl) blockiert hatte. 

Für die Glaubhaftigkeit der Angaben der Zeugen spricht weiter auch die Komple-
xität des geschilderten Vorfalls. Hätte D.________ den Beschuldigten tatsächlich 
absichtlich provoziert und diesen anschliessend zu Unrecht eines Abdrängmanö-
vers beschuldigt, wäre nicht davon auszugehen, dass er zusammen mit 
E.________ einen derart aussergewöhnlichen Vorfall erfunden hätte. So gaben 
beide bekanntlich an, so rasch als möglich auf die Normalspur gewechselt zu ha-
ben und anschliessend – als der Beschuldigte nicht überholt hat – wieder auf die 
Überholspur zurück gewechselt zu haben, woraufhin der Beschuldigte sie erneut 
bedrängt habe. Dieses doch eher aussergewöhnliche und mehrphasige Vorgehen 
– sowohl des Beschuldigten als auch von D.________ – kann nach Ansicht der 
Kammer kaum erfunden sein. Das Gleiche hat für das Abdrängen des Fahrzeugs 
der Zeugen zu gelten. Dass zu diesem Zeitpunkt reger Verkehr herrschte, sich aber 
dennoch keine weitern Verkehrsteilnehmer bei der Polizei gemeldet haben, steht 
ihrer Schilderung nicht entgegen. Zum einen ist es durchaus denkbar, dass nur das 
Fahrzeug von D.________ bedrängt wurde – das Abdrängmanöver konnte sich 

21

schliesslich primär auch nur gegen ein Fahrzeug richten. Zum anderen ist ebenso 
gut möglich, dass auch andere Fahrzeuge bedrängt wurden, diese sich jedoch 
nicht bei der Polizei gemeldet haben. 

Ob, wann und von welcher Seite allfällige Gesten und Beleidigungen angedeutet 
wurden, kann offen bleiben. Anzumerken ist, dass gerade in diesem Punkt wider-
sprüchliche Aussagen seitens beider Parteien bestehen. Für die rechtliche Würdi-
gung des Sachverhalts ist diese Frage jedoch letztlich ohne Belang. 

Zusammengefasst ist festzuhalten, dass bezüglich des ersten Vorfalls auf die 
glaubhaften Aussagen der beiden Zeugen abgestellt werden kann. Demnach ist 
davon auszugehen, dass der Beschuldigte während einigen Sekunden mit rund ei-
nem Meter Abstand hinter D.________ herfuhr und auch die Lichthupe betätigte, 
um ihn zur Freigabe der Überholspur aufzufordern. Der Beschuldigte fuhr derart 
nahe auf, weil er sich durch das Versperren der Spur provoziert fühlte und 
D.________ bedrängen wollte. Als D.________ die linke Spur freigab, fuhr der Be-
schuldigte auf gleiche Höhe auf, liess sich jedoch wieder zurückfallen, woraufhin 
D.________ erneut auf die Überholspur wechselte. Durch dieses Vorgehen provo-
ziert, fuhr der Beschuldigte erneut während wenigen Sekunden bis auf einen Meter 
Abstand auf. Als D.________ die Spur erneut freigab, schloss der Beschuldigte 
wiederum auf gleiche Höhe auf und steuerte sein Fahrzeug nach rechts gegen das 
Fahrzeug von D.________, wobei ein seitlicher Abstand von knapp einem halben 
Meter zwischen den beiden Fahrzeugen bestand. Der Beschuldigte drängte den 
G.________ (Fahrzeugmarke) nach rechts ab, bis sich dieser ungefähr zur Hälfte 
auf dem Pannenstreifen befand. Dieser Vorgang dauerte wiederum mehrere Se-
kunden. Diese Manöver spielten sich bei einem Tempo von ca. 130 km/h ab. Da-
nach beschleunigte der Beschuldigte sein Fahrzeug und fuhr davon.

13.5 Beweiswürdigung des zweiten Vorfalls / Tatkomplex 2

Auch bezüglich des zweiten Vorfalls erachtet die Kammer die Aussagen der beiden 
Zeugen als glaubhaft. Beide schilderten, den Beschuldigten auf Höhe Grauholz er-
neut wahrgenommen zu haben. Auch die Beschreibung dieses Vorfalls ist derart 
aussergewöhnlich, dass er nach Ansicht der Kammer kaum erfunden sein kann. 
Der Beschuldigte bestreitet den Vorfall gänzlich, gab aber zu, den G.________ 
(Fahrzeugmarke) ebenfalls erneut wahrgenommen zu haben. In diesem Zusam-
menhang fällt auf, dass der Beschuldigte genaue Angaben darüber machen konn-
te, welche Spur der G.________ (Fahrzeugmarke) benutzt hatte (pag. 167). Er er-
klärt dies damit, dass er D.________ Zeichen gemacht habe, dass er mit ihm spre-
chen wolle. Ein solches Vorgehen ist jedoch schlicht nicht nachvollziehbar; dies 
umso weniger, als D.________ zu diesem Zeitpunkt bereits in eine andere Rich-
tung (Freiburg) eingespurt war und für ein persönliches Gespräch weder Anlass 
noch Gelegenheit bestand. Der Umstand, dass der Beschuldigte bei der Verzwei-
gung Wankdorf D.________ erneut wahrgenommen hat und sogar angeben konn-
te, welche Spur dieser benutzt hatte, weist darauf hin, dass es zu einem ausserge-
wöhnlichen Vorfall gekommen sein musste, welcher dem Beschuldigten ebenfalls 
gut in Erinnerung blieb. 

22

Auch die von der Verteidigung vorgebrachten physikalischen Gründe sprechen 
nicht dagegen, dass der von den Zeugen geschilderte Vorfall tatsächlich stattge-
funden hat. Es handelte sich um ein dynamisches Geschehen, welches bei hoher 
Geschwindigkeit stattgefunden hat. Die präzise Schilderung eines solchen Vorfalls 
verursacht erfahrungsgemäss eher Mühe. Auch die Einschätzung von Abständen 
dürfte den beiden Zeugen unter diesen Umständen verständlicherweise schwer ge-
fallen sein. In welchem Moment der Wurf des Gegenstandes genau erfolgt ist, war 
aufgrund der Fahrdynamik nur schwer nachvollziehbar. Die ungenauen Angaben 
der Zeugen zum Zeitpunkt, in dem der Wurf erfolgt sein soll, stellen für sich allein 
daher noch kein Lügensignal dar. 

Weiter erachtet es die Kammer als erwiesen, dass die beiden Zeugen den Be-
schuldigten beobachtet haben und ihre Schilderungen auf diesen Beobachtungen 
beruhen, wenn auch offen bleiben kann, in welchem Detailgrad. Sowohl 
D.________ als auch E.________ dürften aufgrund der vorherigen Ereignisse auf 
den Beschuldigten fokussiert gewesen sein. Dass sie ihn daher stets im Auge be-
hielten und D.________ auch den Rück- und die Seitenspiegel beobachtete, ist 
glaubhaft. Zwar ist durchaus zutreffend, dass sich das Fahrzeug des Beschuldigten 
zu einem gewissen Zeitpunkt im toten Winkel befunden haben dürfte. Sobald der 
Beschuldigte jedoch aufgeschlossen hatte, war er im Seitenspiegel wieder sichtbar. 
Die Problematik des toten Winkels dürfte zudem durch den Umstand, dass sich die 
breiter werdende Sperrfläche zwischen den beiden Fahrzeugen befand, entschärft 
worden sein. Dass – wie von der Verteidigung moniert – die B-Säule des 
G.________ (Fahrzeugmarke)s die Sicht auf das Fahrzeug des Beschuldigten 
gänzlich und zu jedem Zeitpunkt verdeckt hat, kann aufgrund der Dynamik des Ge-
schehens ausgeschlossen werden. Zudem war es E.________ als Beifahrerin oh-
ne weiteres möglich, sich zu bewegen und verschiedene Positionen einzunehmen, 
um den Beschuldigten besser beobachten zu können. Wie detailliert und genau die 
beiden Zeugen die Wurfbewegung des Beschuldigten wahrnahmen und inwiefern 
aufgrund der konkreten Ereignisse – es kam offenbar zu einem lauten Knall – auch 
eine gewisse Interpretation erfolgt ist, kann offen bleiben. Fest steht jedenfalls, 
dass beide Zeugen beobachtet haben, dass ein Gegenstand aus dem Fahrzeug 
des Beschuldigten geworfen wurde, welcher ihr Fahrzeug traf. 

Schliesslich ist entgegen den Ausführungen der Verteidigung das geschilderte Er-
eignis physikalisch durchaus möglich bzw. wahrscheinlich. Gerade ein eher schwe-
rer Gegenstand stösst kaum auf erheblichen Widerstand durch Gegenwind. Die ge-
fühlsmässige Einschätzung, dass ein Gegenstand, welcher aus dem Fenster eines 
rollenden Fahrzeugs geworfen wird, stets nach hinten fliegt, entsteht im Wesentli-
chen durch die Vorwärtsbewegung des Fahrzeugs. Zudem ist durchaus denkbar 
und steht auch im Einklang mit den Aussagen der Zeugen, dass der Wurf zu jenem 
Zeitpunkt erfolgt ist, als die beiden Fahrzeuge in etwa auf gleicher Höhe waren. Da 
sich beide Fahrzeuge zudem mit ungefähr gleichem Tempo bewegt hatten, war es 
nicht erforderlich, den Gegenstand nach vorne zu werfen. Dass der Beschuldigte 
schliesslich das nicht weit entfernte und verhältnismässig grosse Ziel traf, ist 
durchaus nachvollziehbar. Die Kammer erachtet den Vorfall aufgrund der glaubhaf-
ten und detaillierten Aussagen der beiden Zeugen als erwiesen. 

23

Die Kammer geht weiter davon aus, dass der von der Zeugin dokumentierte Scha-
den durch den Wurf des Gegenstandes verursacht wurde. Sowohl D.________ als 
auch E.________ legten überzeugend dar, dass der Gegenstand nur einen kleinen 
Schaden verursacht hatte, was mit ihrer Schilderung, dass der Beschuldigte einen 
kleinen aber festen Gegenstand geworfen habe, in Einklang steht. Gerade diesbe-
züglich sind ihre Aussagen für den Beschuldigten eher vorteilhaft und es sind auch 
keine Aggravierungstendenzen auszumachen, was für die Glaubhaftigkeit ihrer An-
gaben spricht. Daran vermag auch die Tatsache nichts zu ändern, dass die beiden 
Zeugen bezüglich der Frage, ob der Fahrzeughalter auf der Einreichung einer 
Strafanzeige bestand bzw. eine solche forcierte oder die Angelegenheit eher über 
die Versicherung regeln wollte, widersprüchliche Angaben machten. Inwiefern 
schliesslich eine Begutachtung des Schadens zu weiteren Erkenntnissen geführt 
hätte – wie dies die Verteidigung vorbringt – ist nicht ersichtlich. 

Zusammengefasst ist festzuhalten, dass die Kammer – wiederum den glaubhaften 
Aussagen der beiden Zeugen folgend – davon ausgeht, dass der Beschuldigte auf 
Höhe der Verzweigung Wankdorf das rechte Beifahrerfenster geöffnet und einen 
Gegenstand von der Grösse kleiner als seine Faust gegen den G.________ (Fahr-
zeugmarke) geworfen hat. Der Gegenstand hat eine kleine Delle am Fahrzeug ver-
ursacht, welche dokumentiert ist. 

III. Rechtliche Würdigung

14. Vorbringen der Parteien

14.1 Vorbringen der Verteidigung

In rechtlicher Hinsicht bringt die Verteidigung zum Tatbestand der Gefährdung des 
Lebens vor, die Gefährdung beim seitlichen Abdrängen habe nicht die geforderte 
Qualität erreicht. D.________ sei auf das Manöver gefasst gewesen. Dies zeige 
sich auch darin, dass D.________, obwohl er gesehen habe, wie sich das Fahr-
zeug des Beschuldigten genähert habe, nicht abgebremst habe, sondern ausgewi-
chen sei. Es sei nicht von einem Überraschungseffekt auszugehen und 
D.________ hätte zudem die Möglichkeit gehabt, einem Abdrängen durch Einlei-
tung der Bremsung zu entgehen (pag. 283). 

In ihrer Stellungnahme zur Anschlussberufung führt die Verteidigung in rechtlicher 
Hinsicht weiter aus, entgegen den Ausführungen der Generalstaatsanwaltschaft sei 
der Beschuldigte vom Vorwurf der qualifiziert groben Verkehrsregelverletzung 
durch Nichtwahren des ausreichenden Abstands beim Hintereinanderfahren freizu-
sprechen. Es habe kein hohes Risiko eines Unfalls mit Todesopfern oder Schwer-
verletzten bestanden. Auf der Autobahn sei nicht mit Gegenverkehr zu rechnen und 
die beiden Fahrzeuge hätten die Geschwindigkeit von 110 km/h nicht überschritten. 
D.________ habe den Beschuldigten bereits längere Zeit im Rückspiegel beobach-
ten können. Das Auffahren sei weder überraschend noch erschreckend gewesen. 
Nur eine ohnehin unwahrscheinliche Fehlreaktion von D.________ wie eine Voll-
bremsung oder das Herumreissen des Steuerrades hätte zu einem Unfall führen 
können (pag. 319). 

24

Der Beschuldigte sei weiter auch vom Vorwurf der Gefährdung des Lebens durch 
Nichtwahren des ausreichenden Abstands beim Hintereinanderfahren freizuspre-
chen. Der von der Generalstaatsanwaltschaft zitierte Bundesgerichtsentscheid zum 
Einsatz von Schusswaffen sei auf den vorliegenden Sachverhalt nicht übertragbar, 
da zur Schussabgabe der Abzug betätigt werden müsse und das Bundesgericht 
über äussere Einflüsse, welche auf diese Mechanik einwirken würden, zu befinden 
habe. Die Waffe sei ausserdem einzig dazu konstruiert, zu töten oder zu verletzen. 
Im Strassenverkehr müssten abgesehen von der Reaktion des Opfers zusätzlich 
weitere äussere Umstände vorliegen, welche eine unmittelbare Lebensgefahr zu 
begründen vermögen würden. In dem von der Generalstaatsanwaltschaft zitierten 
Bundesgerichtsentscheid sei das Fahrmanöver bei schlechten Witterungsverhält-
nissen und übersetztem Tempo von einem alkoholisierten Fahrer durchgeführt 
worden. Diese Qualität an Gefährlichkeit werde vorliegend nicht erreicht (pag. 320). 

14.2 Vorbringen der Generalstaatsanwaltschaft

Die Generalstaatsanwaltschaft bringt in rechtlicher Hinsicht vor, dass der Abdräng-
vorgang als Gefährdung des Lebens zu würdigen sei. Entgegen den Ausführungen 
der Verteidigung habe der Beschuldigte D.________ bei hohem Tempo abge-
drängt, was für diesen unvorhersehbar und überraschend gewesen sei. Letzterem 
sei es nicht möglich gewesen, abzubremsen, da genau ein solches Fehlverhalten 
ein hohes Unfallrisiko und damit unmittelbare Lebensgefahr mit sich gebracht hätte. 
Weiter sei das Manöver von der Vorinstanz auch zu Recht als Verletzung elemen-
tarster Verkehrsregeln gewürdigt worden. Durch das Abdrängen bei regem Ver-
kehrsaufkommen und hohem Tempo sei die hohe Gefahr eines Unfalls mit 
Schwerverletzten oder Todesopfern geschaffen worden. Der Beschuldigte habe 
vorsätzlich und in der Absicht gehandelt, seine Macht zu demonstrieren. Auch der 
Tatbestand der Nötigung sei erfüllt (pag. 301). 

Die Generalstaatsanwaltschaft richtet sich schliesslich gegen den vorinstanzlichen 
Freispruch vom Vorwurf der Gefährdung des Lebens durch Nichtwahren des aus-
reichenden Abstands beim Hintereinanderfahren sowie gegen die Qualifikation als 
grobe Verkehrsregelverletzung nach Art. 90 Abs. 2 SVG. Eine grobe Verkehrsre-
gelverletzung werde bereits dann angenommen, wenn der Abstand weniger als 0,6 
Sekunden betrage. Vorliegend habe der Abstand bloss 0,03 Sekunden betragen. 
D.________ sei es nicht möglich gewesen, auf die Normalspur auszuweichen. Wä-
re er nur schon vom Gaspedal gegangen, hätte es zu einem Unfall kommen kön-
nen. Damit habe ein hohes Unfallrisiko mit zumindest Schwerverletzten bestanden. 
Würde man den Tatbestand nach Art. 90 Abs. 3 SVG vorliegend verneinen, wäre 
eine qualifiziert grobe Verkehrsregelverletzung durch Einhalten von zu geringem 
Abstand gar nicht denkbar. Auch der subjektive Tatbestand sei erfüllt (pag. 302 f.). 

Bezüglich der Gefährdung des Lebens widerspreche die Argumentation der Vorin-
stanz, wonach D.________ nicht reagiert habe und darum nichts geschehen sei, 
der bundesgerichtlichen Rechtsprechung. Das Bundesgericht habe es in einem 
konkreten Fall genügen lassen, wenn sich ein Schuss erst durch die unvorherge-
sehene Reaktion des Opfers, die Intervention Dritter oder wegen einem Defekt an 
der Waffe gelöst habe. Auch im vorliegenden Fall müsse es genügen, dass der be-
drängte Fahrer ängstlich und unvernünftig reagieren könnte. Dass dies vorliegend 

25

zufälligerweise nicht geschehen sei, sei irrelevant. Weiter verwies die General-
staatsanwaltschaft auf einen bundesgerichtlichen Entscheid, mit welchem bestätigt 
wurde, dass eine Schreckreaktion eine unmittelbare Lebensgefahr zu begründen 
vermag (pag. 303). 

15. Konkurrenz Gefährdung des Lebens und qualifiziert grobe Verkehrsregelver-
letzung 

Das Bundesgericht hatte sich bereits mehrere Male mit dem Konkurrenzverhältnis 
zwischen Verkehrsregelverletzungen und Art. 129 StGB zu befassen (Urteile des 
Bundesgerichts 6B_794/2014 vom 9. Februar 2015, E. 5.2; 6B_876/20154 vom 
2. Mai 2016, E. 2; 6B_698/2017 vom 13. Oktober 2017, E. 6). Es hat sich insbe-
sondere im erwähnten Entscheid aus dem Jahr 2017 ausführlich zu Art. 129 StGB 
und Art. 90 Abs. 3 SVG geäussert. Auf diesen Entscheid kann verwiesen werden.

Die Kammer geht davon aus, dass bezüglich der Gefährdung der beiden Zeugen 
die qualifizierten Verkehrsregelverletzungen von der Gefährdung des Lebens kon-
sumiert werden. Bezüglich der anderen Verkehrsteilnehmer hat der Beschuldigte 
den Tatbestand der Gefährdung des Lebens nicht verwirklicht, weswegen 
Art. 90 Abs. 3 SVG zur Anwendung gelangt. Diese Auffassung steht im Einklang 
mit Teilen der Lehre und der erwähnten bundesgerichtlichen Rechtsprechung (PHI-
LIPPE WEISSENBERGER, Kommentar Strassenverkehrsgesetz und Ordnungsbus-
sengesetz, 2. Auflage 2015, N 181 zu Art. 90; FABIAN VOEGTLIN, Konkurrenz zwi-
schen einer qualifiziert groben Verletzung der Verkehrsregeln und der Gefährdung 
des Lebens, in: Strassenverkehr 3/2016, S. 20 ff.; GERHARD FIOLKA in: Basler 
Kommentar zum SVG, Niggli/Probst/Waldmann (Hrsg.), Basel 2014, N 192 zu Art. 
90). 

16. Rechtliche Grundlagen

Die Vorinstanz hat die rechtlichen Grundlagen zum Tatbestand der Gefährdung 
des Lebens sowie die bundesgerichtliche Rechtsprechung hierzu ausführlich und 
zutreffend wiedergegeben (pag. 197 ff., S. 15-18 der Entscheidbegründung). Auf 
diese Ausführungen kann vollumfänglich verwiesen werden. 

Weiter kann auch verwiesen werden auf die zutreffenden Ausführungen zu den 
Verkehrsregelverletzungen (pag. 202 f., S. 20 f. der Entscheidbegründung) und der 
Nötigung (pag. 207, S. 25 der Entscheidbegründung).

17. Subsumtion Gefährdung des Lebens

Zunächst ist zu prüfen, ob sich der Beschuldigte durch Nichtwahren des ausrei-
chenden Abstands beim Hintereinanderfahren der Gefährdung des Lebens der 
beiden Insassen des G.________ (Fahrzeugmarke)s schuldig gemacht hat. 

Mit Verweis auf die zutreffenden vorinstanzlichen Ausführungen (pag. 200 f., 
S. 19 f. der Entscheidbegründung) erachtet die Kammer den objektiven Tatbestand 
der Gefährdung des Lebens nicht als erfüllt. Der Tatbestand erfordert den Eintritt 
einer konkreten unmittelbaren Lebensgefahr. Das Verhalten des Täters muss nach 
dem gewöhnlichen Lauf der Dinge direkt die Wahrscheinlichkeit oder nahe Mög-

26

lichkeit der Todesfolge ergeben (Urteil des Bundesgerichts 6B_698/2017 vom 13. 
Oktober 2017, E. 4.2). 

Der Beschuldigte ist dem G.________ (Fahrzeugmarke) vorliegend zwar bei ho-
hem Tempo sehr nahe – konkret bis auf ungefähr einen Meter – aufgefahren. Der 
Vorfall fand jedoch auf einer geraden und übersichtlichen Autobahnstrecke tagsü-
ber und bei guten Sicht- und Witterungsverhältnissen statt. Zudem fuhr der Be-
schuldigte D.________ nicht überraschend derart nahe auf. D.________ konnte ihn 
bereits zuvor wahrnehmen, als er einem anderen Fahrzeug hinter ihm nahe auf-
fuhr, und war damit auf die Fahrweise des Beschuldigten vorbereitet. Die Situation 
war für ihn von Anfang an überblickbar. D.________ hatte Gelegenheit und Zeit, 
die Gefahr zu analysieren und dieser mit einer geeigneten Fahrweise zu begegnen. 
Eine unvorhergesehene Schreckreaktion wie ein Abbremsen, vom Gas gehen oder 
eine ungeschickte Lenkbewegung war damit nach dem gewöhnlichen Lauf der 
Dinge nicht derart wahrscheinlich, dass der objektive Tatbestand von Art. 129 StGB 
erfüllt wäre. Auch machte der Beschuldigte gemäss Beweisergebnis keine Anstal-
ten dazu, weiter aufzuschliessen oder das Fahrzeug von D.________ zu touchie-
ren. D.________ wurde damit auch nicht zu einem aktiven Handeln gezwungen, 
welches für den Beschuldigten nicht vorhersehbar gewesen wäre und die grössere 
Gefahr einer Fehlreaktion geborgen hätte. Ein Blick auf die bisherige bundesge-
richtliche Rechtsprechung bestätigt den Schluss, dass vorliegend keine konkrete 
und unmittelbare Lebensgefahr für D.________ und seine Beifahrerin vorlag. Die 
Fälle, in denen das Bundesgericht in vergleichbarer Konstellation von einer Ge-
fährdung des Lebens ausgegangen ist, weisen eine grössere Gefährlichkeit und ein 
noch rücksichtsloseres Verhalten des Automobilisten auf. Im Urteil des Bundesge-
richts 6B_698/2017 vom 13. Oktober 2017 war der Beschuldigte über eine Strecke 
von ca. 2 km Stossstange an Stossstange hinter der Geschädigten gefahren und 
hat deren Fahrzeug auch absichtlich touchiert, so dass das Auto einen kleinen Satz 
nach vorne nahm. Dies, um sie zur Freigabe der linken Fahrspur zu bewegen. Das 
Bundesgericht ging angesichts dieser aggressiven Fahrweise davon aus, dass der 
Beschuldigte damit rechnen musste, dass die Fahrerin in Panik geraten und die 
Herrschaft über ihr Fahrzeug verlieren würde. Die Vorinstanz hat auch weitere ver-
gleichbare Fälle dargelegt; auf diese Ausführungen kann verwiesen werden 
(pag. 199 f., S. 17 f. der Entscheidbegründung). All diesen Entscheiden, in denen 
der Tatbestand der Gefährdung des Lebens bejaht wurde, ist gemein, dass entwe-
der eine direkte (aggressive) Einwirkung bzw. Kollision oder ein zusätzliches Über-
holmanöver bei schlechten Sicht- und Witterungsverhältnissen stattgefunden hat. 
Diese Voraussetzungen sind vorliegend nicht erfüllt. Der Beschuldigte ist daher von 
der Anschuldigung der Gefährdung des Lebens durch Nichtwahren des ausrei-
chenden Abstandes freizusprechen. 

Hingegen ist der Schuldspruch wegen Gefährdung des Lebens durch seitliches 
Abdrängen mit Verweis auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz 
(pag. 201 f., S. 19 f. der Entscheidbegründung) zu bestätigen. Anders als beim ers-
ten Manöver hat der Beschuldigte aggressiv auf das Fahrzeug von D.________ 
eingewirkt und ihn zu einer Reaktion gezwungen. D.________ konnte sich einer 
Kollision nur dadurch entziehen, dass er auswich und aktiv handelte. Gerade bei 
einem aktiven Handeln eines unter Stress stehenden Lenkers besteht die erhebli-

27

che Gefahr, dass es zu einer Fehlreaktion kommt. Das Manöver war für 
D.________ zudem völlig überraschend erfolgt; er war auf ein solches Vorgehen 
des Beschuldigten nicht vorbereitet. Wäre D.________ angesichts des ausserge-
wöhnlichen Verhaltens des Beschuldigten erschrocken und hätte abgebremst oder 
eine Lenkbewegung gemacht, wäre eine Kollision und damit angesichts des Tem-
pos auch der Eintritt der Todesfolge wahrscheinlich gewesen. Schliesslich war 
auch nicht absehbar, wie die weiteren Verkehrsteilnehmer – insbesondere die dem 
Beschuldigten folgenden Fahrzeuge – auf das Fahrmanöver reagieren würden. 
Auch diese Verkehrsteilnehmer wurden überrascht, was die erhebliche Gefahr ei-
ner Fehlreaktion birgt und damit eine Kollision und den Eintritt der Todesfolge als 
wahrscheinlich erscheinen lässt. Der objektive Tatbestand ist erfüllt. Subjektiv hat 
der Beschuldigte vorsätzlich und rücksichtslos gehandelt. Er hat aus nichtigem An-
lass das Leben der beiden Zeugen gefährdet. Der Beschuldigte kannte die mit sei-
nem Handeln verbundenen Gefahren, vertraute jedoch darauf, dass sich diese 
nicht realisieren werden. Der subjektive Tatbestand ist damit ebenfalls erfüllt. Der 
Beschuldigte ist der Gefährdung des Lebens durch Nichtwahren des ausreichen-
den Abstands beim Nebeneinanderfahren (Abdrängen) schuldig zu sprechen. 

18. Subsumtion Verkehrsregelverletzung / Tatkomplex 1

Der groben Verkehrsregelverletzung macht sich schuldig, wer durch grobe Verlet-
zung der Verkehrsregeln eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervor-
ruft oder in Kauf nimmt (Art. 90 Abs. 2 SVG). 

Der qualifiziert groben Verkehrsregelverletzung macht sich schuldig, wer durch 
vorsätzliche Verletzung elementarer Verkehrsregeln das hohe Risiko eines Unfalls 
mit Schwerverletzten oder Todesopfern eingeht, namentlich durch besonders kras-
se Missachtung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit, waghalsiges Überholen 
oder Teilnahme an einem nicht bewilligten Rennen mit Motorfahrzeugen 
(Art. 90 Abs. 3 SVG). 

Vorerst ist festzuhalten, dass es sich bei Art. 34 Abs. 4 SVG, wonach gegenüber 
allen Strassenbenützern ausreichender Abstand zu wahren ist, um eine elementare 
Verkehrsregel handelt (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts BGer 6B_892/2009 
vom 15. Januar 2010 E. 3.2 und Urteil der 1. Strafkammer des Obergerichts des 
Kantons Bern SK 11 145 vom 21. November 2011, E. 4.1).

Indem der Beschuldigte mit einem Abstand von rund einem Meter hinter 
D.________ herfuhr, hat er eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit der Fahrzeug-
insassen geschaffen und den objektiven Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG 
gemäss konstanter bundesgerichtlicher Rechtsprechung erfüllt (zuletzt in Urteil des 
Bundesgerichts BGer 1C_250/2017 vom 7. September 2017, E. 3.2). Subjektiv 
handelte der Beschuldigte wissentlich und willentlich und damit vorsätzlich. Die 
ernstliche Gefahr, welche er mit seiner Fahrweise begründet hat, nahm er zumin-
dest in Kauf. Der Beschuldigte hat sich daher der groben Verkehrsregelverletzung 
schuldig gemacht. 

Zu prüfen ist, ob sein Verhalten auch den Tatbestand von Art. 90 Abs. 3 SVG er-
füllt, er also das hohe Risiko eines Unfalls mit Schwerverletzten oder Todesopfern 
eingegangen ist. Die Kammer verneint diese Frage, wiederum mit Verweis auf die 

28

zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz (pag. 204 f., S. 22 f. der Entscheidbe-
gründung). 

Bereits die beispielhafte Aufzählung in Art. 90 Abs. 3 SVG legt nahe, dass von ei-
ner hohen Unfallgefahr im Sinne des Tatbestands nur bei schwerwiegendsten, 
krass verantwortungslosen Regelverstössen mit den entsprechenden Gefahren für 
Leib und Leben anderer Personen auszugehen ist. Die im Gesetz genannten 
Sachverhalte sind von einer hohen Dynamik und einer Unberechenbarkeit geprägt. 
Werden bei krass übersetzten Geschwindigkeiten Rennen gefahren, ist sowohl ei-
ne Kontrolle über das eigene Fahrzeug als auch über das übrige Geschehen im 
Strassenverkehr nicht mehr möglich. Das Gleiche hat für waghalsige Überhol-
manöver zu gelten. Hier hängt die Möglichkeit eines Unfalleintritts nicht mehr vom 
Fahrer, sondern ausschliesslich vom Verhalten des entgegenkommenden Fahr-
zeuglenkers bzw. vom Zufall ab. In allen Fällen spielt zudem das Überraschungs-
moment eine entscheidende Rolle. Solche Fahrmanöver werden von den übrigen 
Verkehrsteilnehmern gerade aufgrund ihrer Dynamik bzw. der gefahrenen Ge-
schwindigkeit erst spät wahrgenommen und lösen aufgrund des Überraschungsef-
fekts unter Umständen eine Fehlreaktion mit weitreichenden Folgen aus. Die 
Wahrscheinlichkeit eines Unfalleintritts ist bei diesen Regelverstössen insbesonde-
re aufgrund der gänzlich fehlenden Kontrolle über die Abläufe sehr hoch. Dies war 
jedoch vorliegend nicht der Fall. Zwar hielt der Beschuldigte lediglich einen Ab-
stand von nur einem Meter ein. Sein Fahrmanöver bei guten Witterungs- und 
Sichtverhältnissen kam jedoch nicht überraschend und eine Schreckreaktion des 
Lenkers war nicht zu erwarten. Der Beschuldigte wirkte nicht auf das Fahrzeug von 
D.________ ein und zwang diesen auch nicht zu einer unmittelbaren und damit 
nicht vorhersehbaren Reaktion. Zudem behielt auch der Beschuldigte als Fahrer 
angesichts der nur wenig übersetzten Geschwindigkeit – anders als in den in Art. 
90 Abs. 3 SVG beispielhaft aufgezählten Fällen – insofern die Kontrolle über die Si-
tuation, als er nicht mit der unvorhergesehenen Involvierung weiterer Verkehrsteil-
nehmer rechnen musste. Zwar bestand durchaus die Gefahr eines Unfalls, nach 
Ansicht der Kammer kann jedoch noch nicht vom gesetzlich geforderten «hohen 
Risiko eines Unfalls mit Schwerverletzten oder Todesopfern» (Art. 90 Abs. 3 
SVG) gesprochen werden.

Die Generalstaatsanwaltschaft wendet ein, dass bei dieser Betrachtung und ange-
sichts des vorliegend eingehaltenen Abstands Art. 90 Abs. 3 SVG bei Nichtwahren 
des ausreichenden Abstands beim Hintereinanderfahren gar nicht zur Anwendung 
gelangen könne. Dem ist entgegenzuhalten, dass der Anwendungsbereich durch-
aus eingeschränkt ist. Die ist jedoch im Sinne des Gesetzgebers, welcher nur für 
krasse Fälle verantwortungsloser Fahrzeuglenker die Strafen empfindlich verschär-
fen wollte. Eine allgemeine Verschärfung der Strafe für andere Verkehrsdelikte war 
in der parlamentarischen Debatte hingegen nie ein Thema und wurde in der Bot-
schaft zur «Via Secura» auch nicht angesprochen (PHILIPP WEISSENBERGER, 
a.a.O., N 109 zu Art. 90 mit Verweis auf die Botschaft [BBI 2010 8449 ff.]). Dass 
Art. 90 Abs. 3 SVG in vergleichbaren Konstellationen verwirklicht werden kann, ist 
zudem durchaus denkbar. So beispielsweise in Fällen, in denen die Sicht-, Stras-
sen- oder Witterungsverhältnisse nicht wie vorliegend optimal waren oder zusätz-
lich weitere erschwerende Momente wie Überholmanöver oder deutlich übersetzte 

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Geschwindigkeit hinzukommen. Auch in der Literatur wird darauf hingewiesen, 
dass Art. 90 Abs. 3 SVG im Falle des Nichtwahrens des ausreichenden Abstands 
wohl ausschliesslich in Kombination mit weiteren Verkehrsregelverletzungen erfüllt 
sein dürfte (PHILIPP WEISSENBERGER, Kommentar Strassenverkehrsgesetz und 
Ordnungsbussengesetz, 2. Auflage 2015, N 178 zu Art. 90). Das Bundesgericht hat 
sich zu dieser konkreten Frage noch nicht explizit geäussert. 

Zusammengefasst ist festzuhalten, dass der objektive Tatbestand von 
Art. 90 Abs. 3 SVG vorliegend nicht erfüllt ist. Der Beschuldigte ist daher der gro-
ben Verkehrsregelverletzung durch Nichtwahren des ausreichenden Abstands 
beim Hintereinanderfahren im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG schuldig zu sprechen. 

Anders stellt sich die Situation hingegen bezüglich des Nichtwahrens des ausrei-
chenden Abstands beim Nebeneinanderfahren dar. Fraglich und zu prüfen ist, ob 
der Beschuldigte durch sein Verhalten eine hohe Unfallgefahr für die übrigen Ver-
kehrsteilnehmer geschaffen hat – sein Verhalten gegenüber den beiden Fahrzeug-
insassen des G.________ (Fahrzeugmarke) wurde bereits als Gefährdung des Le-
bens qualifiziert. Der Beschuldigte drängte das Fahrzeug von D.________ von der 
Normalspur ab. Dieses Fahrmanöver erfolgte nicht nur für D.________ unvermit-
telt, sondern auch das Fahrzeug hinter dem G.________ (Fahrzeugmarke) wurde 
dadurch überrascht. Eine Fehlreaktion erscheint angesichts dieses überraschen-
den und aussergewöhnlich rücksichtslosen Vorgehens überaus wahrscheinlich und 
ist nur zufälligerweise ausgeblieben. Auch eine Fehlreaktion von D.________, wel-
cher aufgrund des Abdrängens durch den Beschuldigten zu einer Reaktion ge-
zwungen wurde, erscheint – wie bereits ausführlich dargelegt – als wahrscheinlich. 
Hätte D.________ beispielsweise abgebremst, wäre er nicht oder schreckhaft aus-
gewichen, so hätte eine hohe Gefahr einer Kollision mit den nachfolgenden Fahr-
zeugen bestanden. Angesichts der gefahrenen Geschwindigkeiten hätte eine sol-
che Kollision auch die hohe Gefahr von Schwerverletzten oder Toten geborgen. 
Die Vermeidung des Unfalls war ausschliesslich auf die Reaktion von D.________ 
zurückzuführen, welche für den Beschuldigten nicht vorhersehbar war und auf wel-
che er nicht hoffen durfte. Der Beschuldigte hat damit ein hohes Unfallrisiko mit 
weiteren Schwerverletzten oder Toten geschaffen, welches gänzlich ausserhalb 
seiner Kontrolle lag. Der objektive Tatbestand von Art. 90 Abs. 3 SVG ist erfüllt. 
Auch der subjektive Tatbestand ist erfüllt. Der Beschuldigte handelte direktvorsätz-
lich. Er ist daher der qualifiziert groben Verkehrsregelverletzung durch Nichtwahren 
des ausreichenden Abstands beim Nebeneinanderfahren schuldig zu sprechen. 

19. Subsumtion Nötigung

Indem der Beschuldigte sein Fahrzeug wissentlich und willentlich gegen das paral-
lel neben ihm fahrende Fahrzeug von D.________ gelenkt hat, zwang er diesen 
dazu, bis zur Hälfte der Fahrzeugbreite auf den Pannenstreifen auszuweichen, um 
eine Kollision zu verhindern. Der Beschuldigte handelte aus Verärgerung darüber, 
dass D.________ die Überholspur nicht sogleich freigab. Das Nötigungsmittel barg 
eine hohe Unfallgefahr bzw. eine Gefährdung des Lebens der Insassen und wurde 
aus nichtigem Grund bzw. aus Rache eingesetzt. Die Rechtswidrigkeit ist damit 
ebenfalls gegeben und der Beschuldigte ist der Nötigung schuldig zu erklären.

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20. Subsumtion grobe Verkehrsregelverletzung / Tatkomplex 2

Gemäss Art. 26 Abs. 1 SVG muss sich jedermann im Verkehr so verhalten, dass er 
andere in der ordnungsgemässen Benützung der Strasse weder behindert noch 
gefährdet. Diese Grundregel wird – auf den vorliegenden Fall bezogen – in 
Art. 60 Abs. 6 der Verkehrsregelnverordnung (VRV; SR 741.11) konkretisiert. 
Demnach dürfen Führer und Mitfahrende keine Gegenstände zum Fahrzeug hin-
aushalten oder hinauswerfen, ausser bei Umzügen auf abgesperrten Strassen. Die 
in Art. 26 Abs. 1 SVG verankerte Grundregel, wonach andere im ordnungsgemäs-
sen Benutzen der Strasse nicht behindert oder gefährdet werden dürfen, ist von 
elementarer Bedeutung. 

Vorliegend hat der Beschuldigte einen kleinen harten Gegenstand aus seinem auf 
der Autobahn fahrenden Motorfahrzeug gegen dasjenige von D.________ gewor-
fen. Durch sein Verhalten hat der Beschuldigte die Verkehrssicherheit erheblich ge-
fährdet. Der Wurf des Gegenstandes erfolgte überraschend und bei hoher Ge-
schwindigkeit. Der laute Knall erschreckte die beiden Fahrzeuginsassen und hätte 
ohne weiteres zu einer spontanen gefährlichen Reaktion führen können, welche 
angesichts der Geschwindigkeit das Risiko eines schweren Verkehrsunfalls gebor-
gen hätte. Die abstrakte Gefährdung der beiden Fahrzeuginsassen sowie auch der 
weiteren Verkehrsteilnehmer und damit der Verkehrssicherheit war gegeben. Der 
Beschuldigte handelte bezüglich der Verletzung der Verkehrsregeln vorsätzlich und 
in der Absicht, D.________ zu provozieren bzw. zu bestrafen. Er kannte die mit 
seinem Verhalten verbundene Gefahr und nahm diese in Kauf. Er ist daher der 
groben Verkehrsregelverletzung schuldig zu erklären. 

21. Subsumtion Sachbeschädigung / Tatkomplex 2 

Wer eine Sache, an der ein fremdes Eigentums- oder Gebrauchs- oder Nutznies-
sungsrecht besteht, beschädigt, zerstört oder unbrauchbar macht, macht sich der 
Sachbeschädigung schuldig (Art. 144 Abs. 1 StGB). Der nötige Strafantrag liegt 
vor.

Indem der Beschuldigte wissentlich und willentlich einen harten kleinen Gegen-
stand gegen die linke hintere Türe des von D.________ gelenkten G.________ 
(Fahrzeugmarke)s geworfen und dadurch einen Schaden an der Autotüre verur-
sacht hat, hat er sich der Sachbeschädigung schuldig gemacht.

IV. Strafzumessung

22. Grundlagen der Strafzumessung

Die Vorinstanz hat die Grundlagen der Strafzumessung und der Asperation zutref-
fend wiedergegeben, darauf wird verwiesen (pag. 209, S. 27 der Entscheidbegrün-
dung). In einem ersten Schritt ist die Strafe für das konkret schwerste Delikt zu be-
stimmen und anschliessend – bei gleicher Strafart – in Anwendung von 
Art. 49 Abs. 1 StGB angemessen zu erhöhen. 

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23. Strafrahmen und Strafart

Die Gefährdung des Lebens wird mit Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu fünf 
Jahren bestraft (Art. 129 StGB). Der Strafrahmen der qualifiziert groben Verkehrs-
regelverletzung beträgt Freiheitsstrafe zwischen einem und vier Jahren 
(Art. 90 Abs. 3 SVG). Die grobe Verkehrsregelverletzung, die Nötigung und die 
Sachbeschädigung werden mit einer Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu drei 
Jahren geahndet (Art. 90 Abs. 2 SVG, Art. 144, 181 StGB). 

Mit der Vorinstanz erachtet die Kammer für sämtliche Delikte eine Freiheitsstrafe 
als angemessene und notwendige Sanktion (pag. 210 f., S. 28 f. der Entscheidbe-
gründung). Dies rechtfertigt sich insbesondere deshalb, weil die Delikte in einem 
engen sachlichen und zeitlichen Zusammenhang stehen. Gerade bezüglich des 
ersten Tatkomplexes ist von einer zusammenhängenden Handlung des Beschul-
digten auszugehen. Durch das seitliche Abdrängen hat der Beschuldigte mit einer 
Handlung zwei verschiedene Tatbestände erfüllt. Unterschiedliche Strafarten wür-
den hier kaum Sinn machen. Allenfalls könnte diskutiert werden, ob für den zweiten 
Tatkomplex (Sachbeschädigung und grobe Verkehrsregelverletzung) eine Gelds-
trafe auszusprechen wäre. Mit Blick darauf, dass auch die Handlungen des zweiten 
Tatkomplexes die gleiche Vorgeschichte und den gleichen Auslöser haben und im 
gleichen engen sachlichen und zeitlichen Zusammenhang stehen, erscheint dies 
weder angezeigt noch zweckmässig. Es ist daher für sämtliche Delikte auf eine 
Freiheitsstrafe zu erkennen.

Entgegen den Ausführungen der Vorinstanz erachtet die Kammer vorliegend die 
qualifiziert grobe Verkehrsregelverletzung als das schwerer wiegende Delikt, für 
welches die Einsatzstrafe zu bestimmen ist. Dies ergibt sich vorab aus der zwin-
genden Mindeststrafe von einem Jahr Freiheitsstrafe. Hinzu kommt, dass der Tat-
bestand der qualifiziert groben Verkehrsregelverletzung nicht nur das durch die 
Verkehrsregelverletzung konkret gefährdete Leben schützt, sondern zusätzlich 
auch die Verkehrssicherheit und damit das Leben und die Gesundheit weiterer 
Verkehrsteilnehmer (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts BGer 6B_794/2014 vom 
9. Februar 2015, E. 5.2 zur Konkurrenz). Der Unrechtsgehalt der qualifiziert groben 
Verkehrsregelverletzung überschneidet sich bei vorliegender Konstellation zu ei-
nem guten Teil mit demjenigen der Gefä