# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5022c2ef-a118-591f-95db-de86908aba0d
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2018-06-18
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 18.06.2018 RR.2018.81
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_RR-2018-81_2018-06-18.pdf

## Full Text

Entscheid vom 18. Juni 2018  
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter 

Giorgio Bomio-Giovanascini, Vorsitz, 

Patrick Robert-Nicoud und Stephan Blättler,  

Gerichtsschreiberin Chantal Blättler Grivet Fojaja  

 

   
Parteien  1. A.,  

2. B., Türkei 

3. C. GmbH, Sitz in Potsdam 

4. D. AG,  

5. E. AG (vormals: H. AG),  

6. F. AG 

7. G. SA (liquidiert), Panama 

 

alle vertreten durch Rechtsanwälte Michael Kloter 

und Ninos Jakob,  

Beschwerdeführer 1-7 

 

 gegen 

   

STAATSANWALTSCHAFT I DES KANTONS 

ZÜRICH,  

Beschwerdegegnerin 

 

Gegenstand  Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an 

Deutschland 

 

Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG) 
  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: RR.2018.81-87 

 

 

 

- 2 - 
 
 

Sachverhalt: 

 

A. Die Staatsanwaltschaft Potsdam, Deutschland, führt gegen die Beschuldig-

ten A. (nachfolgend „A.“ oder „Beschwerdeführer 1“) und I. ein Strafverfahren 

wegen gemeinschaftlichen Subventionsbetrugs.  

 

 

B. Im Rahmen dieser Strafuntersuchung gelangte die Staatanwaltschaft Pots-

dam mit Rechtshilfeersuchen vom 28. Oktober 2013 an die Schweiz und er-

suchte um Edition von Unterlagen bezüglich der Kontobeziehungen Nr. 1, 

lautend auf A., Nr. 2, lautend auf B. (nachfolgend „B.“ oder „Beschwerdefüh-

rerin 2“), Nr. 3, lautend auf die C. GmbH, sowie allfälliger weiterer Konten, 

die auf die Beschuldigten lauten oder lauteten, bei der Bank J. in Zürich 

(act. 8/1). 

 

 

C. Mit Eintretensverfügung vom 26. März 2014 entsprach die Staatsanwalt-

schaft I des Kantons Zürich dem Ersuchen um Edition von Bankunterlagen 

und wies die Bank J. an, ihr im Zusammenhang mit den Kontobeziehungen 

Nr. 1, Nr. 2 und Nr. 3 sowie allfälliger weiterer Konten, die auf A. oder I. lau-

ten oder lauteten oder an denen sie zumindest wirtschaftlich berechtigt sind 

oder waren, die fraglichen Unterlagen zukommen zu lassen (act. 8/5).  

 

 

D. Dem kam die Bank J. am 10. April 2014 nach und stellte der Staatsanwalt-

schaft I des Kantons Zürich die Unterlagen der Kontobeziehungen Nr. 1, 

Nr. 2 und Nr. 3 sowie Nr. 4, lautend auf A., Nr. 5, lautend auf B., Nr. 6, lau-

tend auf E. AG (vormals: H. AG) (nachfolgend „E. AG“ oder „Beschwerde-

führerin 5“), Nr. 7, lautend auf F. AG (nachfolgend „F. AG“ oder „Beschwer-

deführerin 6“), Nr. 8, lautend auf G. SA (liquidiert) (nachfolgend „G. SA“ oder 

„Beschwerdeführerin 7“), Nr. 9, lautend auf D. AG (nachfolgend „D. AG“ oder 

„Beschwerdeführerin 4“) und Nr. 10, lautend auf L., der Staatsanwaltschaft I 

des Kantons Zürich zu (Verfahrensakten Urk. 1-10/3).  

 

 

E. Mit Schreiben vom 5. Juni 2014 ersuchte die Staatsanwaltschaft I des Kan-

tons Zürich die Bank J. um Herausgabe von Detailbelegen zu den bereits 

eingereichten Kontoauszügen (act. 8/8). Diese übermittelte die Bank J. am 

27. Juni 2014 (vgl. Schlussverfügung Ziff. 4).  

 

 

F. Mit Schreiben vom 18. November 2014 gelangte die Staatsanwaltschaft I 

des Kantons Zürich an die Staatsanwaltschaft Potsdam und ersuchte diese 

unter anderem um Zusicherung, dass die zu übermittelnden Bankakten 

- 3 - 
 
 

ausschliesslich im Strafverfahren verwendet würden und nicht an die Steu-

erbehörden weiter geleitet würden (act. 8/12). 

 

 

G. Die deutschen Behörden teilten daraufhin mit Schreiben vom 5. Januar 2015 

mit, dass gegen die Beschuldigten in Deutschland nicht nur wegen des Sub-

ventionsbetrugs ermittelt werde, sondern dass sich die Ermittlungen eben-

falls auf den Vorwurf des Steuerbetrugs im Bereich der indirekten Steuern 

(Umsatzsteuer) richte. Es werde daher darum ersucht, die erbetene Rechts-

hilfe auch für den Zweck der Verfolgung dieser Steuerstraftaten zu leisten 

(act. 8/13). 

 

 

H. Mit Schreiben vom 5. Februar 2015 ersuchte die Staatsanwaltschaft I des 

Kantons Zürich die Eidgenössische Steuerverwaltung um Stellungnahme, ob 

der im Schreiben der Staatsanwaltschaft Potsdam vom 5. Januar 2015 ge-

schilderte Sachverhalt einen Abgabegebetrug nach schweizerischem Recht 

darstelle bzw. ob das Ersuchen nach den Bestimmungen des SDÜ oder des 

BBA rechtshilfefähig sei (act. 8/14).  

 

 

I. Mit Schreiben vom 6. März 2015 teilte die Eidgenössische Steuerverwaltung 

mit, dass der Sachverhalt im Ersuchen ungenügend sei, um die Rechtshilfe-

fähigkeit zu prüfen und dass deshalb gestützt auf den bestehenden Sacher-

halt die Rechtshilfe für allfällige Steuerdelikte nicht genehmigt werden könne 

(act. 8/17). 

 

 

J. Die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich teilte den deutschen Behörden 

mit Schreiben vom 22. Dezember 2017 mit, dass sie die Verwendung der 

allenfalls zu übermittelnden Bankunterlagen in einem Steuerstrafverfahren 

untersagen werde, ohne dass zuvor eine Bewilligung des Bundesamtes für 

Justiz (nachfolgend „BJ“) eingeholt werde (act. 8/22).  

 

 

K. Mit Schlussverfügung vom 5. Februar 2018 verfügte die Staatsanwaltschaft I 

des Kantons Zürich die Herausgabe der am 10. April 2014 und 27. Juni 2014 

eingereichten Bankunterlagen der Bank J. bezüglich der vorgenannten Kon-

tobeziehungen an die ersuchende Behörde, mit Ausnahme der Kontobezie-

hungen Nr. 5, lautend auf B. und Nr. 10, lautend auf K. (act. 1.2). 

 

 

L. Gegen die Schlussverfügung vom 5. Februar 2018 gelangten die Beschwer-

deführer 1-7 mit Beschwerde vom 12. März 2018 an die Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts und stellen folgende Anträge (act. 1): 

- 4 - 
 
 

 
1. Die Schlussverfügung der Beschwerdegegnerin vom 5. Februar 2017 

[recte 2018] (B-3/2013/171600681) sei aufzuheben und es sei keine 
Rechtshilfe zu leisten. 

 
2. Eventualiter sei die Schlussverfügung der Beschwerdegegnerin vom 

5. Februar 2017 [recte 2018] (B-3/2013/171600681) in Bezug auf Dis-
positiv-Ziff. 2d – 2h aufzuheben und es sei in Bezug auf diese Bankdo-
kumente keine Rechtshilfe zu leisten. 

 
3. Subeventualiter sei die Schlussverfügung der Beschwerdegegnerin 

vom 5. Februar 2017 [recte 2018] (B-3/2013/171600681) in Bezug auf 
die Dispositiv-Ziff. 2b, 2e, 2f, 2g und 2h aufzuheben und es sei in Bezug 
auf diese Bankdokumente keine Rechtshilfe zu leisten. 
 

4. Die vorgenannten edierten Bankdokumente seien im Umfang der ver-
weigerten Rechtshilfe dem Beschwerdeführer 1 herauszugeben oder 
zu vernichten. 
  

5. Es seien die gesamten Vorakten / Verfahrensakten beizuziehen. 
  

6. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerde-
gegnerin. 

 

 

M. Das BJ beantragt in seiner Beschwerdeantwort vom 3. April 2018 die Abwei-

sung der Beschwerde, unter Kostenfolge zu Lasten der Beschwerdeführer 

(act. 7), während die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich mit Eingabe 

vom 29. März 2018 auf eine Beschwerdeantwort verzichtet (act. 8), was den 

Beschwerdeführern am 4. April 2018 zur Kenntnis gebracht wurde (act. 9).  

 

 

N. Mit Eingabe vom 26. April 2018 reichte der Rechtsvertreter der Beschwerde-

führer innert erstreckter Frist die vom Gericht geforderten Handelsregister-

auszüge nach (act. 10).  

 

Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit 

erforderlich, in den rechtlichen Erwägungen Bezug genommen. 

 

 

 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 

 

1. 

1.1 Für die Rechtshilfe zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der 

Schweiz sind in erster Linie massgebend die Bestimmungen des Europäi-

schen Übereinkommens vom 20. April 1959 über die Rechtshilfe in Strafsa-

chen (SR 0.351.1; EUeR), das Zweite Zusatzprotokoll vom 8. November 

2001 zum Europäischen Übereinkommen über die Rechtshilfe in Straf-

sachen (SR 0.351.12; Zweites Zusatzprotokoll) und der Vertrag vom 

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13. November 1969 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und 

der Bundesrepublik Deutschland über die Ergänzung des Europäischen 

Über-einkommens über die Rechtshilfe in Strafsachen vom 20. April 1959 

und die Erleichterung seiner Anwendung (SR 0.351.913.61; Zusatzvertrag). 

Im Verhältnis zu Deutschland sind ebenfalls in Kraft getreten die Bestimmun-

gen des Abkommens vom 26. Oktober 2004 über die Zusammenarbeit zwi-

schen der Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der Europäi-

schen Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten andererseits zur Bekämpfung 

von Betrug und sonstigen rechtswidrigen Handlungen, die ihre finanziellen 

Interessen beeinträchtigen (Betrugsbekämpfungsabkommen, BBA; SR 

0.351.926.81). Überdies gelangen die Bestimmungen der Art. 48 ff. des 

Übereinkommens vom 19. Juni 1990 zur Durchführung des Übereinkom-

mens von Schengen vom 14. Juni 1985 (Schengener Durchführungs-

übereinkommen, SDÜ; ABl. L 239 vom 22. September 2000, S. 19–62) zur 

Anwendung, wobei die zwischen den Vertragsparteien geltenden weiterge-

henden Bestimmungen aufgrund bilateraler Abkommen unberührt bleiben 

(Art. 48 Abs. 2 SDÜ; Art. 26 Absätze 2 und 3 EUeR; ZIMMERMANN, La 

coopération judiciaire internationale en matière pénale, 4. Aufl., 2014, N. 18-

21, 28-40, 77, 109). 

 

1.2  Soweit diese Staatsverträge bestimmte Fragen weder ausdrücklich noch 

stillschweigend regeln, bzw. das schweizerische Landesrecht geringere An-

forderungen an die Rechtshilfe stellt (sog. Günstigkeitsprinzip; BGE 142 IV 

250 E. 3; 140 IV 123 E. 2; 136 IV 82 E. 3.1; 135 IV 212 E. 2.3; ZIMMERMANN, 

a.a.O., N. 229), sind das Bundesgesetz vom 20. März 1981 über internatio-

nale Rechtshilfe in Strafsachen (IRSG; SR 351.1) und die dazugehörige Ver-

ordnung vom 24. Februar 1982 (IRSV; SR 351.11) anwendbar (Art. 1 

Abs. 1 IRSG; BGE 143 IV 91 E. 1.3; 136 IV 82 E. 3.2; 130 II 337 E. 1; vgl. 

auch Art. 54 StPO). Vorbehalten bleibt die Wahrung der Menschenrechte 

(BGE 139 II 65 E. 5.4 letzter Absatz; 135 IV 212 E. 2.3; 123 II 595 E. 7c; 

ZIMMERMANN, a.a.O., N. 211 ff., 223 ff., 681 ff.). 

 

Auf das vorliegende Beschwerdeverfahren sind zudem die Bestimmungen 

des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfah-

ren (Verwaltungsverfahrensgesetz, VwVG; SR 172.021; Art. 39 Abs. 2 lit. b 

i.V.m. Art. 37 Abs. 2 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. März 2010 über die 

Organisation der Strafbehörden des Bundes [Strafbehördenorganisations-

gesetz, StBOG; SR 173.71]; BGE 139 II 404 E. 6/8.2; ZIMMERMANN, a.a.O., 

N. 273) anwendbar. 

 

 

2.  

2.1 Die Verfügung der ausführenden kantonalen Behörde oder der ausführen-

den Bundesbehörde, mit der das Rechtshilfeverfahren abgeschlossen wird, 

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unterliegt zusammen mit den vorangehenden Zwischenverfügungen der Be-

schwerde an die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts (Art. 80e 

Abs. 1 IRSG i.V.m. Art. 37 Abs. 2 lit. a StBOG). 

 

2.2 Beim angefochtenen Entscheid handelt es sich um eine Schlussverfügung 

der ausführenden kantonalen Behörde in internationalen Rechtshilfeangele-

genheiten, gegen welche innert 30 Tagen ab der schriftlichen Mitteilung bei 

der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts Beschwerde geführt wer-

den kann (Art. 80e Abs. 1 i.V.m. Art. 80k IRSG; Art. 37 Abs. 2 Iit. a Ziff. 1 

StBOG). 

 

2.3 Die Schlussverfügung der Beschwerdegegnerin vom 5. Februar 2018 ging 

den Beschwerdeführern am 9. Februar 2018 zu (act. 8/25.1), sodass die Be-

schwerde vom 12. März 2018 fristgerecht erhoben wurde (vgl. Art. 20 Abs. 1 

und 3 VwVG).  

 

 

3.  

3.1  Zur Beschwerdeführung ist berechtigt, wer persönlich und direkt von einer 

Rechtshilfemassnahme betroffen ist und ein schutzwürdiges Interesse an 

deren Aufhebung oder Änderung hat (Art. 80h lit b. IRSG). Als persönlich 

und direkt betroffen wird im Falle der Herausgabe von Kontoinformationen 

an den ersuchenden Staat der jeweilige Kontoinhaber angesehen (Art. 9a 

lit. a IRSV). Im Beschwerdeverfahren ist darüber hinaus als Partei nur zuzu-

lassen, wer zum Zeitpunkt der Beschwerde partei- und prozessfähig ist (Ur-

teil des Bundesverwaltungsgerichts A-5410/2012 vom 28. Mai 2013 E. 2 

m.w.H.).  

 

3.2 Die Beschwerdeführer sind daher grundsätzlich insoweit zur Beschwerde 

gegen die angefochtene Schlussverfügung berechtigt, als sie sich damit je-

weils gegen die Herausgabe der sie selber betreffenden Kontounterlagen an 

die ersuchende Behörde richten. Auf die Beschwerde der Beschwerdeführer 

1-6 ist daher einzutreten.  

 

 Mit Bezug auf die Beschwerdeführerin 7 ist Folgendes festzuhalten: Der 

Rechtsvertreter führt aus, dass die Beschwerdeführerin 7 mit Beschluss vom 

29. Februar 2012 aufgelöst worden sei (act. 10 S. 4). Bei der Beschwerde-

führerin 7 handelt es sich um eine Gesellschaft mit Sitz in Panama. Wie dem 

eingereichten Gesellschaftsbeschluss vom 29. Februar 2012 zu entnehmen 

ist, wurde die Beschwerdeführerin am 7. März 2012 gelöscht (act. 10.3). Die 

Löschung führt zum Verlust der Rechtspersönlichkeit der Beschwerdeführe-

rin 7 und zum Untergang ihrer rechtlichen Existenz als Prozesspartei (BGE 

132 II 731 E. 3.1; Zirkulationsbeschluss des Kassationsgerichts des Kantons 

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Zürich AA090015 vom 2. Februar 2010, E. II.1.; MEIER-HAYOZ/FORSTMOSER, 

Schweizerisches Gesellschaftsrecht, 9. Aufl., 2004, N. 444). Auf die im Na-

men Beschwerdeführerin 7 erhobene Beschwerde ist daher nicht einzutre-

ten.  

 

 

4. 

4.1  Die Beschwerdekammer ist nicht an die Begehren der Parteien gebunden 

(Art. 25 Abs. 6 IRSG). Sie prüft die Rechtshilfevoraussetzungen mit freier 

Kognition, befasst sich jedoch nur mit Tat- und Rechtsfragen, die Streitge-

genstand der Beschwerde bilden (BGE 132 II 81 E. 1.4; 130 II 337 E. 1.4; 

Urteil des Bundesgerichts 1A.1/2009 vom 20. März 2009 E. 1.6; TPF 2011 

97 E. 5).  

 

4.2  Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung muss sich die urteilende In-

stanz sodann nicht mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinanderset-

zen und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen. Sie kann sich 

auf die für ihren Entscheid wesentlichen Punkte beschränken. Es genügt, 

wenn die Behörde wenigstens kurz die Überlegungen nennt, von denen sie 

sich leiten liess und auf welche sich ihr Entscheid stützt (Urteil des Bundes-

gerichts 1C_143/2016 vom 2. Mai 2016 E. 2 m.w.H.; BGE 141 IV 249 

E.  1.3.1 m.w.H.). 

 

 

5. 

5.1  Die Beschwerdeführer 1-6 rügen zunächst, die Sachdarstellung im Rechts-

hilfeersuchen sei offensichtlich fehler- und lückenhaft und entspreche somit 

nicht den Anforderungen von Art. 28 Abs. 3 lit. a IRSG. Zudem fehle es am 

Erfordernis der doppelten Strafbarkeit (act. 1). 

 

5.2 Gemäss Art. 14 EUeR müssen die Rechtshilfeersuchen insbesondere Anga-

ben über den Gegenstand und den Grund des Ersuchens enthalten (Ziff. 1 

lit. b). Ausserdem müssen sie in Fällen wie vorliegend die strafbare Handlung 

bezeichnen und eine kurze Darstellung des Sachverhalts enthalten (Ziff. 2). 

Art. 28 Abs. 2 und 3 IRSG und Art. 10 Abs. 2 IRSV stellen entsprechende 

Voraussetzungen an das Rechtshilfeersuchen. Diese Angaben müssen der 

ersuchten Behörde die Prüfung erlauben, ob die doppelte Strafbarkeit gege-

ben ist (Art. 5 Ziff. 1 lit. a EUeR), ob die Handlungen wegen denen um 

Rechtshilfe ersucht wird, nicht ein politisches oder fiskalisches Delikt darstel-

len (Art. 2 lit. a EUeR) und ob der Grundsatz der Verhältnismässigkeit ge-

wahrt wird (BGE 129 II 97 E. 3.1; TPF 2011 194 E. 2.1 S. 195 f.). 

 

Die Rechtsprechung stellt an die Schilderung des Sachverhalts im Rechts-

hilfeersuchen keine hohen Anforderungen. Danach kann von den Behörden 

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des ersuchenden Staates nicht verlangt werden, dass sie den Sachverhalt, 

der Gegenstand der Strafuntersuchung bildet, lückenlos und völlig wider-

spruchsfrei darstellen. Das wäre mit dem Sinn und Zweck des Rechtshilfe-

verfahrens unvereinbar, ersucht doch ein Staat einen anderen gerade des-

wegen um Mithilfe, damit er die bisher im Dunkeln gebliebenen Punkte auf-

grund von Unterlagen, die im Besitze des ersuchten Staates sind, klären 

kann. Die ersuchte Behörde hat sich beim Entscheid über ein Rechtshilfebe-

gehren nicht dazu auszusprechen, ob die darin angeführten Tatsachen zu-

treffen oder nicht. Sie hat somit weder Tat- noch Schuldfragen zu prüfen und 

grundsätzlich auch keine Beweiswürdigung vorzunehmen. Sie ist vielmehr 

an die Darstellung des Sachverhaltes im Ersuchen und dessen allfälligen 

Ergänzungen gebunden, soweit diese nicht durch offensichtliche Fehler, Lü-

cken oder Widersprüche sofort entkräftet wird (BGE 139 II 451 E. 2.2.1; 136 

IV 4 E. 4.1; 133 IV 76 E 2.2; TPF 2011 194 E. 2.1 S. 196). Einwände, die 

sich auf die Richtigkeit der Darstellung beziehen, Gegenbehauptungen, Be-

weiseingaben- oder Offerten, die nur das ausländische Sachurteil betreffen, 

sind vom Rechtshilfegericht nicht zu hören (BGE 132 II 81 E. 2.1).  

 

5.3 Die Vertragsparteien des EUeR können sich das Recht vorbehalten, die Er-

ledigung von Rechtshilfeersuchen um Durchsuchung oder Beschlagnahme 

von Gegenständen der Bedingung zu unterwerfen, dass die dem Ersuchen 

zugrunde liegende strafbare Handlung sowohl nach dem Recht des ersu-

chenden als auch nach dem des ersuchten Staates strafbar ist (Art. 5 Ziff. 1 

lit. a EUeR). Die Schweiz hat für den Vollzug von Rechtshilfeersuchen, mit 

welchen Zwangsmassnahmen beantragt werden, einen entsprechenden 

Vorbehalt angebracht. Art. 64 Abs. 1 IRSG bestimmt für die akzessorische 

Rechtshilfe, dass prozessuale Zwangsmassnahmen nur angewendet wer-

den dürfen, wenn aus der Sachverhaltsdarstellung im Ersuchen hervorgeht, 

dass die im Ausland verfolgte Handlung die objektiven Merkmale eines nach 

schweizerischem Recht strafbaren Tatbestandes aufweist.  

Für die Frage der beidseitigen Strafbarkeit ist der im Rechtshilfeersuchen 

dargelegte Sachverhalt so zu subsumieren, wie wenn die Schweiz wegen 

des analogen Sachverhalts ein Strafverfahren eingeleitet hätte (BGE 132 II 

81 E. 2.7.2 S. 90; 129 II 462 E. 4.4 S. 465). Zu prüfen ist mithin, ob der im 

Ausland verübte inkriminierte Sachverhalt, sofern er – analog – in der 

Schweiz begangen worden wäre, die Tatbestandsmerkmale einer schweize-

rischen Strafnorm erfüllen würde. Die Strafnormen brauchen nach den 

Rechtssystemen der Schweiz und des ersuchenden Staates nicht identisch 

zu sein (Urteil des Bundesgerichts 1A.125/2006 vom 10. August 2006 E. 2.1 

m.w.H.). Dabei genügt es, wenn der im Rechtshilfeersuchen geschilderte 

Sachverhalt unter einen einzigen Straftatbestand des schweizerischen 

Rechts subsumiert werden kann. Es braucht dann nicht weiter geprüft zu 

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werden, ob darüber hinaus auch noch weitere Tatbestände erfüllt sein könn-

ten (BGE 129 II 462 E. 4.6 S. 466). Ebenfalls nicht erforderlich ist, dass dem 

von der Rechtshilfemassnahme Betroffenen im ausländischen Strafverfah-

ren selbst ein strafbares Verhalten zur Last gelegt wird (Urteil des Bundes-

gerichts 1A.245/2006 vom 26. Januar 2007 E. 3). 

Nachfolgend ist somit zu prüfen, ob der Sachverhalt im Rechtshilfeersuchen 

und dessen Ergänzung genügend konkret dargestellt worden ist, damit eine 

Subsumtion unter einen schweizerischen Straftatbestand möglich ist.  

 

5.4 Dem Rechtshilfeersuchen vom 28. Oktober 2013 lässt sich folgender Sach-

verhalt entnehmen: 

 

 Die Beschwerdeführerin 3 (vormals G. International GmbH), vertreten durch 

den Beschwerdeführer 1, habe am 29. Januar 2009 bei der Bank L. in Bran-

denburg einen Antrag auf Gewährung öffentlicher Finanzierungshilfen für 

eine geplante Investition mit Gesamtkosten von rund EUR 2.9 Mio. gestellt. 

Grundlage dafür sei das Gesetz über die Gemeinschaftsaufgabe „Verbesse-

rung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GA-Gesetz). Die Bank L. habe mit 

Bescheid vom 16. Dezember 2010 der Beschwerdeführerin 3 öffentliche För-

dermittel in der Höhe von EUR 1.3425 Mio. bewilligt. Nach dem Finanzie-

rungsplan, der dem Antrag und dem Bescheid zugrunde gelegen sei, hätte 

die Beschwerdeführerin 3 EUR 1.45 Mio. Eigenmittel aufbringen sollen. Zu-

dem hätten ihr gemäss Finanzierungsplan im Übrigen GA-Mittel sowie In-

vestitionszulagen in der Höhe von EUR 107‘500 zur Verfügung stehen sol-

len. Es lägen allerdings erhebliche Anhaltspunkte dafür vor, dass der Be-

schwerdeführer 1 zu keiner Zeit Investitionen in Höhe der angegebenen 

EUR 2.9 Mio. und den Einsatz von Eigenmitteln geplant habe. Vielmehr habe 

gemäss einem gemeinsamen Tatplan des Beschwerdeführers 1 und I. das 

Sanierungsvorhaben nur einen Bruchteil dessen kosten sollen, was der Zu-

wendungsbescheid veranschlagt habe. Der die Investitionen überschrei-

tende Teil habe mit Scheinrechnungen belegt werden sollen, die I. über seine 

Gesellschaft M. GmbH ausgestellt habe. So hätten der Beschwerdeführer 

und I. im Zeitraum zwischen dem 14. Juni 2011 bis zum 23. Mai 2013 einen 

Teil der bewilligten Fördermittel, insgesamt EUR 711‘158.40, abgerufen, von 

denen EUR 293‘106.50 ausbezahlt worden seien. Die auf der Grundlage die-

ser Scheinrechnungen geleisteten Zahlungen der Beschwerdeführerin 3 hät-

ten absprachegemäss zu einem erheblichen Teil über Konten bei der Bank 

J. in Zürich an den Beschwerdeführer 1 oder die Beschwerdeführerin 3 zu-

rückfliessen sollen (act. 1.2; act. 8/2-3 ). 

 

5.5 Nach schweizerischem Recht erfüllt den Tatbestand des Betrugs, wer in der 

Absicht, sich oder einen andern unrechtmässig zu bereichern, jemanden 

durch Vorspiegelung oder Unterdrückung von Tatsachen arglistig irreführt 

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oder ihn in einem Irrtum arglistig bestärkt und so den Irrenden zu einem Ver-

halten bestimmt, wodurch dieser sich selbst oder einen andern am Vermö-

gen schädigt (Art. 146 Abs. 1 StGB). Als Täuschung gilt die unrichtige Erklä-

rung über Tatsachen, d.h. über objektiv feststehende, vergangene oder ge-

genwärtige Geschehnisse oder Zustände, die darauf gerichtet ist, bei einem 

andern eine von der Wirklichkeit abweichende Vorstellung hervorzurufen. 

Der Betrugstatbestand verlangt ferner einen Vermögensschaden, der auch 

bloss vorübergehend sein kann; ein späterer Ersatz schliesst den Betrug 

nicht aus (Urteil des Bundesgerichts 6B_173/2014 vom 2. Juli 2015 E. 2.3.1; 

TRECHSEL/CRAMERI, in: Trechsel/Pieth [Hrsg.], Schweizerisches Strafgesetz-

buch, Praxiskommentar, 3. Aufl., 2017, N. 26 zu Art. 146). Der Zeitpunkt der 

Schädigung ist der Abschluss des Verpflichtungsgeschäfts, es sei denn, die-

ses sei nichtig und es seien noch keine Leistungen erbracht worden 

(BGE 102 IV 89; 96 IV 148). Mit Eintritt des Schadens ist der Betrug vollendet 

(TRECHSEL/CRAMERI, a.a.O., N. 27 zu Art. 146, m.w.H.) 

 

 Die Schilderung des Sachverhalts im Rechtshilfeersuchen genügt den ge-

setzlichen Ansprüchen von Art 14 Ziff. 2 EUeR und erlaubt die Überprüfung 

der doppelten Strafbarkeit. Sie enthält keine offensichtlichen Fehler, Lücken 

oder Widersprüche, welche eine Überprüfung der Strafbarkeit verunmögli-

chen würden. Ihr ist zu entnehmen, gegen wen sich das deutsche Strafver-

fahren richtet, wie die Beschuldigten vorgegangen sein sollen, in welchem 

Zeitraum und in welcher Höhe sich der Schaden mindestens bewegt. Ebenso 

ist klar, welches Delikt den Beschuldigten vorgeworfen wird, nämlich Betrug. 

Die untersuchende Behörde verfügt über konkrete Hinweise, dass die Be-

schwerdeführer mit Scheinrechnungen Investitionen vorgetäuscht haben 

sollen, die nicht getätigt worden seien, um so die Bank L. dazu zu veranlas-

sen, den Beschwerdeführern entsprechende Fördermittel zukommen zu las-

sen. Dabei ist gestützt auf die oben zitierte Rechtsprechung davon auszuge-

hen, dass der Vermögenschaden mit dem Bescheid der Bank L. vom 16. De-

zember 2010 eingetreten und der Betrugstatbestand somit vollendet ist. Da-

ran ändert auch die später, am 7. Februar 2011, durch den Beschwerdefüh-

rer 1 abgegebene Bürgschaftserklärung der Bank L. gegenüber nichts 

(act. 1.4). Genau so wenig wie der Umstand, dass die Beschwerdeführerin 3 

zwischenzeitlich die erhaltenen Fördermittel vollumfänglich der Bank L. zu-

rückbezahlt hat (vgl. act. 8/13 S. 2).  

 

 Der Sachverhalt lässt sich damit ohne Weiteres unter den Tatbestand des 

Betrugs im Sinne von Art. 146 StGB subsumieren.  

 

 Die Beschwerde erweist sich somit in diesem Punkt als unbegründet. 

 

 

- 11 - 
 
 

6.  

6.1 Die Beschwerdeführer 1-6 bringen des Weiteren vor, die Herausgabe der 

Bankunterlagen sei unverhältnismässig und verletze das Übermassverbot 

(act. 1).  

 

6.2  Rechtshilfemassnahmen haben generell dem Prinzip der Verhältnismässig-

keit zu genügen (siehe statt vieler den Entscheid des Bundesstrafgerichts 

RR.2017.125 vom 30. Oktober 2017 E. 3.2). Die internationale Zusammen-

arbeit kann nur abgelehnt werden, wenn die verlangten Unterlagen mit der 

verfolgten Straftat in keinem Zusammenhang stehen und offensichtlich un-

geeignet sind, die Untersuchung voranzutreiben, so dass das Ersuchen nur 

als Vorwand für eine unzulässige Beweisausforschung („fishing expedition“) 

erscheint (BGE 139 II 404 E. 7.2.2 S. 424; 136 IV 82 E. 4.1 S. 85; 134 II 318 

E. 6.4). Ob die verlangten Auskünfte für das Strafverfahren im ersuchenden 

Staat nötig oder nützlich sind, ist eine Frage, deren Beantwortung grundsätz-

lich dem Ermessen der Behörden dieses Staates anheimgestellt ist. Da der 

ersuchte Staat im Allgemeinen nicht über die Mittel verfügt, die es ihm erlau-

ben würden, sich über die Zweckmässigkeit bestimmter Beweise im auslän-

dischen Verfahren auszusprechen, hat er insoweit die Würdigung der mit der 

Untersuchung befassten Behörde nicht durch seine eigene zu ersetzen und 

ist verpflichtet, dem ersuchenden Staat alle diejenigen Aktenstücke zu über-

mitteln, die sich auf den im Rechtshilfeersuchen dargelegten Sachverhalt be-

ziehen können; nicht zu übermitteln sind nur diejenigen Akten, die für das 

ausländische Strafverfahren mit Sicherheit nicht erheblich sind (sog. poten-

tielle Erheblichkeit; BGE 128 II 407 E. 6.3.1 S. 423; 122 II 367 E. 2c; 

TPF 2009 161 E. 5.1 S. 163 m.w.H.). Hierbei ist auch zu beachten, dass für 

das ausländische Strafverfahren nicht nur belastende, sondern auch entlas-

tende Beweismittel von Bedeutung sein können, um einen bestehenden Ver-

dacht allenfalls zu widerlegen (TPF 2011 97 E. 5.1 S. 106 m.w.H.). 

 

Dabei darf die ersuchte Rechtshilfebehörde über ein im Rechtshilfeersuchen 

gestelltes Begehren nicht hinausgehen (Übermassverbot; BGE 136 IV 82 

E. 4.1 S. 85 f.). Die Rechtsprechung hat diesen Grundsatz derweil insofern 

präzisiert, als das Rechtshilfeersuchen nach Massgabe des Zwecks der an-

gestrebten Rechtshilfe weit ausgelegt werden kann, solange alle Vorausset-

zungen für die Gewährung der Rechtshilfe erfüllt sind. Auf diese Weise kann 

eine andernfalls notwendige Ergänzung des Rechtshilfeersuchens vermie-

den werden (BGE 136 IV 82 E. 4.1 S. 86; vgl. zum Ganzen auch TPF 2009 

161 E. 5.1 S. 164). Zielt das Rechtshilfeersuchen auf die Ermittlung ab, auf 

welchem Weg Geldmittel möglicherweise strafbarer Herkunft verschoben 

worden sind, so sind die Behörden des ersuchenden Staates grundsätzlich 

über alle Transaktionen zu informieren, die von Gesellschaften und über 

- 12 - 
 
 

Konten getätigt worden sind, welche in die Angelegenheit verwickelt sind 

(BGE 129 II 462 E. 5.3 S. 468; TPF 2011 97 E. 5.1 S. 106 m.w.H.). 

 

6.3 Die Beschwerdegegnerin hat bereits im Rahmen der angefochtenen 

Schlussverfügung mit Hinweis auf in den Bankunterlagen selber enthaltene 

Buchungsvorgänge überzeugend dargelegt, es bestehe der Verdacht, dass 

die verschiedenen Geschäftsbeziehungen einen objektiven Zusammenhang 

mit den zu untersuchenden Straftaten hätten (vgl. Schlussverfügung Ziff. 6). 

Darauf kann ohne Weiteres verwiesen werden. Die deutschen Behörden er-

suchten insbesondere um Herausgabe Unterlagen zu den Kontobeziehun-

gen Nr. 1, Nr. 2, und Nr. 3 auch um Übermittlung allfälliger weiterer Konten-

unterlagen, die auf den Beschwerdeführer 1 oder I. lauten oder lauteten. In 

diesem Sinne rechtfertigt sich – entgegen der Ansicht der Beschwerdeführer 

– auch die Herausgabe von Kontounterlagen, die zwar nicht auf den Be-

schwerdeführer 1 lauten (i.c. die Konten der Beschwerdeführerinnen 2, 4-6), 

an denen aber der Beschwerdeführer 1 jeweils der wirtschaftlich Berechtigte 

ist. Es ist nicht ausgeschlossen, dass auch auf diesen Konten Überweisun-

gen getätigt worden sind, die im Zusammenhang mit dem zu untersuchen-

den Sachverhalt stehen. Damit ist es vorliegend gerechtfertigt, sämtliche in 

der Schlussverfügung vom 5. Februar 2018 aufgeführten Bankunterlagen 

herauszugeben. An der potentiellen Erheblichkeit der herauszugebenden 

Bankunterlagen für das deutsche Strafverfahren ändert auch die angeblich 

durchgeführte Hauptverhandlung vom 2. März 2018 nichts, zumal auch die 

Beschwerdeführer nicht behaupten, das Strafverfahren sei rechtskräftig ab-

geschlossen. Im Übrigen ist das Rechtshilfeersuchen – solange es nicht for-

mell zurückgezogen worden ist – zu vollziehen (vgl. Urteile des Bundesge-

richts 1C_559/2009 vom 11. Februar 2010 E. 1; 1A.218/2003 vom 17. De-

zember 2003 E. 3.5). 

 

 Die Beschwerde erweist sich auch in diesem Punkt als unbegründet 

 

 

7.  

7.1 Die Beschwerdeführer 1-6 rügen in einem weiteren Punkt, die ersuchende 

Behörde beabsichtige, die Bankunterlagen für ein Verfahren im Bereich der 

Steuern zu benutzen und somit das Spezialitätsprinzip nicht einzuhalten. Die 

Staatsanwaltschaft Potsdam habe vorliegend ein fiskalisches Interesse an 

den Unterlagen (act. 1).  

 

7.2 Nach dem Grundsatz der Spezialität dürfen rechtshilfeweise erhaltene Aus-

künfte und Schriftstücke im ersuchenden Staat in Verfahren, bei denen 

Rechtshilfe nicht zulässig ist, weder für Ermittlungen benützt noch als Be-

weismittel verwendet werden. Eine weitere Verwendung bedarf grundsätz-

lich der Zustimmung des zuständigen Bundesamtes (Art. 67 Abs. 1–2 IRSG). 

- 13 - 
 
 

Keine Rechtshilfe gewährt die Schweiz namentlich für rein fiskalische Ver-

fahren, nämlich wenn die verfolgte Tat auf die blosse Verkürzung von Fiskal-

abgaben (Steuerhinterziehung) gerichtet erscheint (Art. 3 Ziff. 1 lit. c Rechts-

hilfevertrag; Art. 3 Abs. 3 IRSG). Die Beschwerdegegnerin hat in der ange-

fochtenen Schlussverfügung den üblichen Spezialitätsvorbehalt angebracht. 

Nach dem völkerrechtlichen Vertrauensprinzip wird die Einhaltung des Spe-

zialitätsprinzips durch die Vertragsstaaten des Rechtshilfevertrags als 

selbstverständlich vorausgesetzt (BGE 143 II 136 E. 5.2.1; 142 II 161 

E. 2.1.3; 121 I 181 E. 2c/aa; 107 Ib 264 E. 4b S. 271; zum Spezialitätsprinzip 

selbst: BGE 139 IV 137 E. 5.2.3; TPF 2008 68 E. 2.3). Gründe um zu be-

zweifeln, dass der ersuchende Staat den Spezialitätsvorbehalt beachten 

wird, sind keine ersichtlich.  

 

 Die Beschwerde erweist sich damit auch in diesem Punkt als unbegründet. 

 

 

8.  

8.1 In einem letzten Punkt rügen die Beschwerdeführer eine Verletzung des Be-

schleunigungsgebots. Das Rechtshilfeersuchen datiere vom 28. Okto-

ber 2013. Das Ermittlungsverfahren sei längst abgeschlossen und am 

9. März 2014 sei Anklage erhoben worden. Die Hauptverhandlung habe am 

2. März 2018 stattgefunden (act. 1 S. 17). 

 

8.2 Art. 17a IRSG enthält das Gebot der raschen Erledigung. Danach erledigt 

die zuständige Behörde die Ersuchen beförderlich und entscheidet ohne 

Verzug (Abs. 1).  

 

 Das deutsche Rechtshilfeersuchen ging bei der Beschwerdegegnerin am 

11. November 2013 ein. Bis zur angefochtenen Verfügung dauerte es über 

4 Jahre. Diese Zeitspanne ist als lange zu beurteilen. Nicht ersichtlich ist 

insbesondere, weshalb seit dem 6. März 2015, als die Eidgenössische Steu-

erverwaltung der Beschwerdegegnerin ein Schreiben betreffend Einschät-

zung der Rechtslage zukommen liess, und dem 22. Dezember 2017, als die 

Beschwerdegegnerin sich mit einem Schreiben an die ersuchende Behörde 

richtete mehr als 2 ½ Jahre verstrichen, ohne dass das Rechtshilfeverfahren 

vorangetrieben worden wäre.  

 

 In Anbetracht der Verfahrensdauer von insgesamt mehr als 4 Jahren sowie 

der dargelegten Zeitspanne von 2 ½ Jahren, in der das Verfahren ruhte, ist 

hier eine Verletzung des Gebots der raschen Erledigung zu bejahen.  

 

8.3 Die Verzögerung des schweizerischen Rechtshilfeverfahrens hat nicht der 

ersuchende Staat zu vertreten. Sie darf deshalb nicht zu seinen Lasten ge-

hen. Die Voraussetzungen der Rechtshilfe sind hier erfüllt. Damit ist die 

- 14 - 
 
 

Schweiz staatsvertraglich zur Rechthilfe verpflichtet (Art. 1 Ziff. 1 EUeR). Die 

Verletzung des Gebots der raschen Erledigung stellt kein Rechtshilfehinder-

nis dar (Urteil des Bundesgerichts 1A.1/2009 vom 20. März 2009 E. 4.4), ihr 

kann jedoch bei der Bemessung der Gerichtsgebühr Rechnung getragen 

werden.  

 

 Im Übrigen erweist sich die Beschwerde als unbegründet und ist daher ab-

zuweisen, soweit darauf einzutreten ist. 

 

 

9. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten den Beschwer-

deführern aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Unter Berücksichtigung aller 

Umstände (vgl. E. 8.3) ist die Gerichtsgebühr ist auf Fr. 6'500.-- festzusetzen 

und den Beschwerdeführern unter solidarischer Haftung und unter Anrech-

nung des entsprechenden Betrags am geleisteten Kostenvorschuss von 

Fr. 7'000.-- aufzuerlegen (Art. 5 und 8 Abs. 3 BStKR). Die Bundesstrafge-

richtskasse ist anzuweisen, den Beschwerdeführern den Restbetrag von 

Fr. 500.-- zurückzuerstatten. 

 

- 15 - 
 
 

Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 

 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

 

2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 6'500.-- wird den Beschwerdeführern unter solida-

rischer Haftung auferlegt, unter Anrechnung des entsprechenden Betrags am 

geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 7‘000.--. 

 

3. Die Bundesstrafgerichtskasse wird angewiesen, den Beschwerdeführern den 

Restbetrag von Fr. 500.-- zurückzuerstatten.  

 

 

Bellinzona, 19. Juni 2018 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- Rechtsanwälte Michael Kloter und Ninos Jakob 

- Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich 

- Bundesamt für Justiz, Fachbereich Rechtshilfe 

 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen Entscheide auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen kann innert zehn 
Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde einge-
reicht werden (Art. 100 Abs. 1 und 2 lit. b BGG). 
 
Gegen einen Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen ist die Be-
schwerde nur zulässig, wenn er eine Auslieferung, eine Beschlagnahme, eine Herausgabe von Ge-
genständen oder Vermögenswerten oder eine Übermittlung von Informationen aus dem Geheimbe-
reich betrifft und es sich um einen besonders bedeutenden Fall handelt (Art. 84 Abs. 1 BGG). Ein 
besonders bedeutender Fall liegt insbesondere vor, wenn Gründe für die Annahme bestehen, dass 
elementare Verfahrensgrundsätze verletzt worden sind oder das Verfahren im Ausland schwere Män-
gel aufweist (Art. 84 Abs. 2 BGG).