# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a39d1f53-ddbf-5f8e-8f9a-d9e71089b915
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-10-29
**Language:** de
**Title:** Auf das von der Beschwerdegegnerin eingeholte Gutachten kann abgestellt werden. Abweisung. (BGE 8C_778/2020)
**Docket/Reference:** IV.2019.00916
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2019.00916.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2019.00916
III. Kammer
Sozialversicherungsrichter Gräub, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Daubenmeyer
Ersatzrichterin Curiger
Gerichtsschreiberin Schucan
Urteil
vom
29. Oktober 2020
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Stadt Zürich Soziale Dienste
MLaw
Y.___
, Sozialversicherungsrecht
Hönggerstrasse
24, 8037 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
X.___
,
geboren 19
71
,
reiste am 1. Juli 2014 von Spanien in die Schweiz ein (Urk. 7/14 Ziff. 1.4
, Urk. 7/15
)
und
war
vom 17. Juli 2014 bis 30.
September 2015
als K
och
im
Restaurant Z.___
angestellt und bezog danach Arbeitslosenentschädigung
(Urk.
7/12
, Urk.
7
/
14
Ziff.
5.4
, Urk. 7/17
), als
er
sich am
6
.
März
201
8
unter Hinweis auf eine
seit dem Jahr 2015 bestehende psychische Beeinträchtigung (nervös, Schlaflosigkeit, „Lärm im Kopf“)
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug anmeldete (Urk.
7
/
14
Ziff. 6.
1
).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizi
nische und erwerbliche Situation ab und holte
bei
Dr. med.
A.___
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, ein psychiatrisches
Gutachten ein, das am
7. August 2019
erstattet wurde (Urk.
7/57
).
Nach
durchgeführtem
Vor
bescheidverfahren
(Urk.
7/59, Urk. 7/66
, Urk. 7/72
)
verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 27. November 2019 einen Anspruch auf eine Invalidenrente (Urk. 7/75 = Urk. 2).
2.
D
er
Versicherte erhob am 19. Dezember 2019 Beschwerde gegen die Verfügung vom 27. November 2019 (Urk. 2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei eine neue Begutachtung vorzunehmen
und ihm die unentgeltliche Prozess
führung zu gewähren
(Urk. 1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 31. Januar 2020 (Urk. 6) beantragte die IV-Stelle
,
die Beschwerde sei abzuweisen, was dem Beschwerdeführer am 4. Februar 2020 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 8).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit
liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf die Vorgaben eines aner
kannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 145 V 215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 15. März 2018 E. 7.4).
1.4
Zur Annahme einer Invalidität aus psychischen Gründen bedarf es in jedem Fall eines medizinischen Substrats, das (fach-)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und
nachgewiesenermassen
die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt. Bestimmen psy
chosoziale oder soziokulturelle Faktoren das Krankheitsgeschehen mit, dürfen die Beeinträchtigungen nicht einzig von den belastenden invaliditätsfremden Faktoren herrühren, sondern das Beschwerdebild hat davon psychiatrisch zu unterscheidende Befunde zu umfassen. Solche von der soziokulturellen oder psy
chosozialen Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne ver
selbständigte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann (BGE 141 V 281 E. 4.3.3; 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 9C_543/2018 vom 21. November 2018 E. 2.2).
Somit sind psychosoziale und soziokulturelle Faktoren nur mittelbar invaliditäts
begründend, wenn und soweit sie den Wirkungsgrad der unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden Folgen des Gesundheitsschadens beeinflussen. Zeitigen soziale Belastungen direkt negative funktionelle Folgen, bleiben sie bei der Beurteilung der Gesundheitsbeeinträchtigung ausgeklammert (Urteil des Bundesgerichts 8C_717/2018 vom 22. März 2019 E. 3). In einer ver
sicherungsmedizinischen Begutachtung, welche sich nach den normativen Vor
gaben der Rechtsprechung orientiert, ist es daher nicht nur zulässig, sondern sogar geboten, solche invalidenversicherungsrechtlich nicht relevanten Umstände aufzuzeigen und gegebenenfalls bei der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit aus
zuklammern (Urteil des Bundesgerichts 9C_740/2018 vom 7. Mai 2019 E. 5.2.1).
1.5
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.6
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
vergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommens
vergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
1.
7
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihre Verfügung (Urk. 2) damit, dass die erfolgten Abklärungen keine Diagnose
n
ergeben hätten, welche Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit hätten. Es lägen diverse Belastungsfaktoren vor, welche die gesundheitliche Situation beeinflussten. Diese Faktoren seien jedoch aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht unbeachtlich und könnten nicht berück
sichtigt werden. Aus medizin-theoretischer Sicht könne der Beschwerdeführer ein rentenausschliessendes Einkommen erzielen. Für die Unterstützung bei der Stellensuche sei das Regionale Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) zuständig. Zur Verbesserung der gesundheitlichen Situation werde die Fortführung der ärzt
lichen Behandlung empfohlen. Neue medizinische Tatsachen seien durch den Ein
wand nicht vorgebracht worden,
und
auf das Gutachten könne weiterhin abge
stellt werden (S. 1 f.).
2.2
Dagegen machte der
Beschwerdeführer in seiner Beschwerde (Urk.
1
) geltend,
dass das psychiatrische Gutachten von Dr.
A.___
vom 7. August 2019 nicht
beweis
kräftig sei
(S. 3 Ziff. 1).
Die
Diagnosestellung von Dr.
A.___
erweise sich
als nicht
schlüssig, indem f
älschlicherweise die Diagnose einer sc
hizoaffektiven Störung verneint
und stattdessen der Verdacht auf eine hyperkinetische Störung des Sozialverhaltens diagnostiziert werde, obschon
die
wichtige Voraussetzung des Auftretens der Störung in der Jugendzeit nicht erfüllt sei
. Dieser Mangel
sei
in
unzutreffender Weise mit seiner fehlenden Motivation während der Begut
achtung begründet
worden
(S. 3 f. Ziff. 2
-3
).
Die festgestellte motorische Unruhe sei im Zusammenhang mit seiner psychischen Erkrankung vor wenigen Jahren aufgetreten, und die
funktionellen Einschränkungen dieser Störung sei
en
als massiv zu beurteilen
und erforderten weitere Abklärungen
(S. 4
f.
Ziff. 4).
Obschon seine Einschränkungen, namentlich d
ie
motorische Unruhe, die exzes
sive
Ruhelosigkeit, seine I
mpulsivität und Nervosität
, welche immer wieder zu Konflikten und
zur
Arbeit
s
unfähigkeit geführt sowie
ein
e
psychiatrische Behand
lung erforderlich
ge
macht
hätten
,
ausgewiesen seien, seien sie
durch dieses Vor
gehen in einer blossen Verdachtsdiagnose eingeordnet
worden
.
Auf die erho
benen Einwände sei nicht eingegangen worden (S. 5 Ziff. 5-6).
2.3
Strittig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine In
vali
denrente.
3.
3.1
Pract
. med.
B.___
, Assistenzärztin,
K
lini
k C.___
, nannte in ihrem Bericht vom 3. Juli 2017 (Urk. 7/
28
/
8-10
) als Diagnose eine mittelgradige bis schwere depressive Episode
ohne psycho
tische Symptome,
ICD-10 F32.1/2
(S. 2 oben).
Pract
. med.
B.___
führte aus, dass sich der Patient vom 23. Februar 2016 bis 28. Juni 2017
bei ihnen
in ambulanter psychiatrischer Behandlung befunden habe.
Er
sei im Verlauf der Behandlung zunehmen
d
depressiv geworden und hab
e
es schliesslich nicht mehr geschafft, seine Kinder adäquat zu betreuen. Am 28. Oktober 2016 sei er im Rahmen einer Krisenintervention per
fürsorgerische Unterbringung
(
FU
)
aufgrund von Selbst
gefährdung in die
p
sychiatrische
K
linik
D.___
eingewiesen worden
. Von der stationären Behandlung habe
er
deutlich profitieren können (S.
1
Mitte
).
Aufgrund der komplexen psychosozialen Belastungsfaktoren im Umfeld des Patienten seien nur kleine Fortschritte in der Behandlung ersichtlich.
Die seit Jahren anhaltenden psychosozialen Belastungsfaktoren (Migration, finanzielle Schwierigkeiten, fehlender Job, erschwerte Integration in der Schweiz, allein
erziehender Vater von drei minderjährigen Kindern) mit schwerer depressiver Epi
sode erlaubten keine positive Prognose,
jedenfalls nicht in kurzer Zeit (S. 2 oben).
Der Patient sei geschieden und habe drei Kinder
. Er erhalte wirtschaftliche Sozialhilfe und wohne mit den Kindern in einem Einzelzimmer in der Familien
herberge
(S. 2 Mitte). Zur Krankheitsentwicklung führte
pract
. med.
B.___
aus, dass der Patient durch seinen Arbeitgeber ein Personalzimmer neben dem Arbeitsplatz erhalten habe. Er sei immer ausgenutzt worden und habe viele unbezahlte Überstunden gemacht
. Er habe im September 2015 um wenige freie Tage gebeten, um an der Beerdigung seines Vaters teilnehmen zu können, woraufhin er die Kün
digung sowohl der Arbeitsstelle
als auch des Personal
zimmers
per
Ende Oktober 2015 erhalten habe
(S. 2 unten). Zum Befund hielt
pract
. med.
B.___
fest, dass der Beschwerdeführer altersgerecht und sehr gepflegt erscheine. Er sei wach und orientiert. Die Auffassung und Konzentration seien vermindert. Er sei unruhig, nervös und spreche schnell mit unregel
mässigem Atem. Der formale Gedankengang sei logisch und kohärent
,
und es bestünden
keine Hinweise
auf
Sinnestäuschungen oder Ich-Störungen
. Im Affekt sei der Beschwerdeführer niedergeschlagen,
verzweifelt und ratlos. Er mache sich viele Sorgen um die Zukunft und um seine Kinder. Der Antrieb sei leicht gestei
gert be
i innerer Unruhe und Nervosität (S. 3 oben).
3.
2
Dr.
med.
E.___
,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
nannte in seinem
Bericht vom 10. Oktober 2018 (Urk. 7/28/1-7)
als Diagnose eine schizoaffektive Störung, gegenwärtig depressive Episode (ICD-10 F25.1), beste
hend seit Oktober 2015 (Ziff. 2.5).
Dr.
E.___
führte aus, dass der Beschwerdeführer seit dem 4. Juli 2017 bei ihm in Behandlung sei und die letzte Kontrolle am 10. Oktober 2018 erfolgt sei (Ziff. 1.1
). In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Koch habe vom 29. Juli 2017 bis 30. April 2018 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Seit dem 1. Mai 2018 bestehe eine Arbeits
unfähigkeit von 50 %
(Ziff. 1.3).
Der Patient sei
für die
Tätigkeit als Koch nicht arbeitsfähig, da er psychisch dafür zu labil sei. Eine Tätigkeit ohne Stress und ohne hohe Anforderung an die Konzentration und Aufmerksamkeit wäre zu 50 % möglich (Ziff. 2.7
, Ziff. 4.2
).
Der Patient sei bis September 2018 einer Tätigkeit als Kochaushilfe nachgegangen und seit
Oktober 2018 arb
eitslos (Ziff. 3.1-3)
.
Zur aktuellen medizinischen Symptomatik und Situation führte Dr.
E.___
aus, dass die Stimmung des Beschwerdeführers depressiv und gereizt und er psychomotorisch stark unruhig sei. Er sehe keine Zukunft für sich und habe Suizidgedanken. Er sorge sich um den älteren Sohn, der seine Arbeitsstelle ver
loren habe und wieder Cannabis rauche (Ziff. 2.2). Die Bewusstseinslage
des Beschwerdeführers
sei klar und wach, die Stimmung sei depressiv und der Affekt sei labil und angespannt.
Unter anderem
best
ünden
akustische (kommentierende und imperative Stimmen) und optische (Mutter und Familienangehörige, die eigentlich nicht da seien) Halluzinationen
sowie
Ängste vor anderen Leuten. Der Schlaf sei gestört. Latent
leide der Beschwerdeführer an
Suizidgedanken, von welchen
er sich
wieder distanzieren könne (Ziff. 2.4).
3.3
Dr.
A.___
stellte in seinem psychiatrischen
Gutachten vom 7. August 2019 (Urk. 7/57)
nach Untersuchung des Beschwerdeführers am 26. April 2019 (S. 10 Mitte)
folgende Diagnosen (S. 39 Ziff. 6):
-
Verdacht auf hyperkinetische Störung des Sozialverhaltens (ICD-10 F90.1)
-
anamnestisch schädlicher Gebrauch von
Z-Substanzen (Zolpid
em, ICD-10 F13.1) mit
Verdacht auf ein (früheres)
ärztlich substituiertes Abhängig
keitssyndrom (ICD-10 F13.22)
-
Verdacht auf Tinnitus
-
sprachlich bedingte Schwierigkeiten bei der kulturellen Eingewöhnung
-
anamnestisch Zustand nach Arbeit
s
platzkonflik
t
-
aktenanamnestisch Zustand nach mittelg
radiger depressiver Episode (ICD-10 F32.1) im Jahr 2016
Dr.
A.___
führte zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in der zuletzt aus
geübten Tätigkeit aus, dass aktuell aufgrund der beobachtbaren funktionellen Einschränkungen (motorische Unruhe) sowie
dekonditionierender
und selbst
limitierender
Effekte nach mehrjähriger Beschäftigungslosigkeit von einer leich
ten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit als Hilfskoch
auf dem
ersten Arbeits
markt, entsprechend rund 20 % oder 1.5 Stunden täglich
,
auszugehen
sei
. Dem Beschwerdeführer sei demnach eine tägliche Präsenzzeit von 6.5 Stunden in seiner angestammten Tätigkeit als Hilfskoch medizinisch zumutbar. Eine aus heutiger Sicht nachvollziehbare Leistungseinschränkung während einer 80%igen Präsenzzeit lasse sich aufgrund der Untersuchung vom 26. April 2019 nicht begründen. Die aktuell beobachtbaren Beeinträchtigungen der Psychomotorik und Affektivität begründeten ausschliesslich eine leichte Beeinträchtigung der Dauerleistung (maximal 6.5 Stunden täglich; S. 49 Ziff. 8).
Zum Verlauf
der
Entwicklung der Arbeitsfähigkeit
in der angestammten Tätigkeit
führte Dr.
A.___
aus, dass sich zum Zei
tpunkt der Begutachtung leichte arbeitsrelevante
psychiatrisch bedingte Einschränkungen h
ätten
definieren las
sen, welche eine Wiedereingliederung mit reduziertem Pensum (80 %) in den angestammten Tätigkeitsbereich als Hilfskoch rechtfertigten. Retrospektiv sei
davon auszugehen, dass in der Zeitspanne von 2016 bis heute wiederholt
von einer leichten Leistungseinbusse von rund 20 % auszugehen
sei
(motorische Unruhe, Beeinträchtigungen der Affektivität im Sinne eines
Habitualzustande
s
). Gleichzeitig sei festzustellen, dass die seit dem 1. Februar 2016 attestierte
n
100%ige
n
und 50%ige
n
Arbeitsunfähigkeit
en
aus heutiger Sicht
nicht na
chvoll
ziehbar sei
en
. Während der aktenkund
igen
stationären Behandlung in der
D.___
mit Beginn am
28. Oktober 201
6
sei wiederum eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit begründbar (S. 50 Mitte).
Die Frage nach einer angepassten Tätigkeit im Sinne eines Branchenwechsels stelle sich grundsätzlich
nicht.
Eine Leidensanpassung sei lediglich im
Sinne
einer ausschliesslich ausführenden Tätigkeit zu begründen.
Im Rahmen von aus
führenden Tätigkeiten bestünden keine Einschränkungen des Stellenprofils (S. 50 Mitte)
.
Zur
Diagnostik
hielt Dr.
A.___
fest, dass
der geforderte frühe Beginn der hyperkinetischen Störung des Sozialverhaltens (ICD-10 F90.1)
durch den Explo
randen bei submaximaler Anstrengung der Darlegung seiner Vorgeschichte nicht zu bestätigen gewesen und eine daher erforderliche familiäre Fremdanamnese derzeit nicht verfügbar gewesen sei. Hingegen sprächen eine Impulsivität mit der Tenden
z zum vorzeitigen Abbruch von Tä
tigkeiten sowie eine exzessive Ruhe
losigkeit vor
allem in Situationen, welche eine relative Ruhe forderten (Begut
achtungssituation)
,
für die Diagnose einer hyperkinetischen Störung des Sozial
verhaltens (ICD-10 F90.1).
Ebenso vereinbar mit der Diagnose (ICD-10 F90.1) seien die kurzzeitige Unterdrückbarkeit der motorischen Unruhe, die teils ober
flächlichen Antworten, das gelegentliche Unterbrechen der Dolmetscherin sowie der Ausschluss eines agitierten depressiven Syndroms (ICD-10 F3) und einer Angststörung (ICD-10 F4, S. 39 unten, S. 40 Mitte). Dr.
A.___
führte weiter aus, dass
er die
aktenkundige
Diagnose einer depressiven schizoaffektiven Stö
rung (ICD-10 F25.1) weder durch die geschilderte Beschwerdelage (keine depres
siven oder psychotische
n Symptome)
einschliesslich
Anamnese (blander Zustand vor 2015, kein
episodischer Krankheitsverlauf)
noch durch die Verhaltens
beob
achtung (keine Minussymptomatik,
keine
massge
blichen
formalen Denk
störungen)
bestätigen könne (S.
40 oben).
3.
4
Dipl. med.
F.___
, Facharzt für Neurologie und für Psychiatrie und Psy
chotherapie
sowie zertifizierter medizinischer Gutachter SIM
,
Regionaler Ärzt
licher Dienst (
RAD
)
, führte in seiner Stellungnahme vom 15. August 2019
(Urk. 7/58/5-6)
aus, dass das Gutachten von Dr.
A.___
vom 7. August 2019
beweis
kräftig sei
. Es werde auf den ausführlichen Gutachtenstext verwiesen. Im Rahmen des Gutachtens
,
aber auch in der Interaktion mit Behörden
,
habe sich
häufig eine submaximale Anstrengungsbereitschaft
des Beschwerdeführers
gezeigt.
Infolge
dessen hätten sich einige Verdachtsdiagnosen nicht weiter vertieft explorieren lassen
. Die Medikation werde vom
Kunden nicht eingenommen
,
und es bestehe eine verminderte Compliance
. Es fänden sich zahlreiche Inkonsistenzen.
Zum Schweregrad des Gesundheitsschadens führte Dipl. med.
F.___
aus, dass mit überwiegender Wahrscheinlichkeit aufgrund der mangelnden Anstrengungs
bereitschaft und Mitwirkung des Beschwerdeführers keine anhaltenden medizi
nischen Gesundheitsschäden gegenwärtig und auch rückblickend attestiert wer
den könnten. Es bestünden zudem erhebliche psychosoziale Belastungsfaktoren und
eine
Abhängigkeit vom Sozialdienst. Der Kunde habe auch wenig Bereit
schaft gezeigt, sich im Arbeitsmarkt integrieren zu wollen.
3.
5
G.___
, Oberarzt, Zentrum
für Akute Psychische Erkrankungen,
D.___
, nannte in
seinem
Bericht vom 6. August 2019 (Urk. 7/60) als Diagnose
eine mit
telgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1), bestehend seit Herbst 2016
(Ziff. 2.5).
Der Beschwerdeführer sei vom
28. Oktober bis 18. November 201
6
bei ihnen in Behandlung gewesen, und die letzte Kontrolle sei am 18. November 2016 erfolgt (Ziff. 1.1). Vom 28. Oktober bis 18. November 2016 habe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden (Ziff. 1.3).
Der Eintritt sei per FU bei Selbst
gefährdung vor dem Hintergrund einer schweren depressiven Störung erfolgt (Ziff. 2.1). Der
Beschwerdeführer sei im Rahmen einer depressiven Krise und bei einem drohendem
Obhutsentzug
der Kinder in die Klinik eingetreten. Unter anti
depressiver Medikation habe sich die Stimmung rasch gebessert (Ziff. 2.2).
Zur beruflichen Situation wurde ausgeführt, dass der
Beschwerdeführer zuletzt als Koch gearbeitet
habe
.
Als er wegen des Todes seines Vaters nach Spanien habe abreisen müssen, sei ihm die Stelle
im September 2015 gekündigt
worden.
Seither sei er keiner Arbeit mehr nachgegangen. In den letzten Monaten habe
der Beschwerdeführer
an Antriebslosigkeit und Vergesslichkeit gelitten. Seit der Medikamentenumstellung gehe es ihm gut. Er sei seit November 2015 beim RAV gemeldet und lebe seit dem Zeitpunkt der Erkrankung im Februar 2016 von der Sozialhilfe (Ziff. 3.2).
Bei der Ausübung der bisherigen Tätigkeit bestünden als Funktionseinschränkungen
Störungen der Konzentration,
vermehrte
r
Antrieb
und
Nervosität (Ziff. 3.4). Bei entsprechender Unterstützung und mit einer schritt
weisen Steigerung der Anforderungen sei mit einer langsamen Steigerung der Leistungsfähigkeit zu rechnen (Ziff.
2.7, Ziff.
4.3).
3.
6
Dr.
E.___
führte in seiner Stellungnahme vom 1. Oktober 2019
(Urk. 7/68/1-2)
zum Gutachten von Dr.
A.___
vom 7. August 2019 aus, dass
er zu den von
Dr.
H.___
genannten Inkonsistenzen, wonach der Explorand eine Angst vor Menschen beschreibe und gleichzeitig ein kontaktfrohes Verhalten während der Exploration zeige
,
ausführen wolle, dass die
s
keine Inkonsistenz sei. Der Beschwerdeführer habe diese Angst nur vor unbekannten und für ihn fremden Menschen in der Öffentlichkeit. Er habe nicht vor allen Menschen Angst. In der Begutachtungssituation sei der Gutachter für ihn keine fremde Person gewesen, da er schliesslich auf die Situation vorbereitet gewesen sei und seine Unsicherheit mit einem übertriebenen kontaktfrohen Verhalten überspielt habe.
Auch seien die A
ngst
beim Einkaufen und
bei der Benützung öffentlicher Verkehrsmittel als gelegentlich
e,
je nach Tagesform und Stimmung überwindbare Ängste zu quali
fizieren, so dass dann ein unwohles Gefühl bestehen bleibe
(S. 1
lit
a und b)
.
Weiter habe der Beschwerdeführer ihm gegenüber nie angegeben, dass er sofort bei der Einreise in die Schweiz an einer Nervosität gelitten habe.
Erst mit der Zeit hätten sich seine Beschwerden und psychisch auffälligen Symptome entwickelt. Ein
e Stelle als Küchenaushilfe beim Restaurant
Z.___
in einem Pensum von 50 % habe er erst
im Mai 2018
erhalten, also nicht nach der Einreise in die Schweiz. Dort sei es dem Beschwerdeführer auch zunächst gut gegangen, da er sich gefreut habe, nach längerer Arbeitsunfähigkeit und dem Verlust seiner vor
herigen Beschäftigung als Koch
,
nun eine Stelle gefunden zu haben. Doch er habe dann schnell wieder
de
kompensiert (S. 1
lit
. c).
Dr.
E.___
führte weiter aus, dass f
ür den Beschwerdeführer eine Beschäftigu
n
g auf dem ersten Arbeitsmarkt immer wichtig gewesen
sei
(S. 1
lit
. d
unten f.).
Was den von Dr.
A.___
geäusserten Verdacht auf eine hyperkinetische Störung des Sozialverhaltens (ICD-10 F90.19
)
anbel
angte, so sei ein früher Beginn
meist in den ersten fünf Lebensjahren ein wesentliches Kriterium. Der Beschwerdeführer habe jedoch im Kindesalter keine Auffälligkeiten des Verhaltens oder kognitive Beeinträchtigungen gezeigt. Vielmehr bestehe beim Versicherten
eine depressiv bedingte geringe Frustrationstoleranz, welche zur Impulsivität und zum schnellen Abbruch
von Tätigkeiten führe
(S. 2 oben).
Dr.
E.___
hielt
die
bestehende schizoaffektive Störung, gegenwärtig depressiv (ICD-10 F25.1) auf den Beschwerdeführer
für
zutreffen
d
.
Noch bis Oktober 2015 habe er
gut als Koch
arbeiten können, doch dann habe er die Arbeitsstelle verloren, da seine psychischen Beschwerden angefangen hätten. Der Beschwerdeführer habe berichtet, dass er ab Oktober 2015 erstmals psychotische Symptome gehabt habe. Er habe Stimmen gehört, welche er deutlich als die seines Vaters erkannt habe und habe Angst vor Menschen bekommen. Von diesen habe er sich beobachtet gefühlt und stä
ndig mit sich selbst gesprochen,
um sich vom psychotischen Erleben abzulenken.
Hinzu seien eine depressive Stimmung, eine Antriebs- und Lustlosigkeit sowie Suizidgedanken gekommen
(S. 2 Mitte)
.
Als der Beschwerdeführer am 4. Juli 2017 in seine Behandlung gekommen sei, habe er erstmals über die psychotischen Symptome, welche er neben den depressiven gehabt habe, gesprochen. Er habe sich zuvor nicht öffnen können und seine psy
chotischen Symptome verschwiegen, sie aber auch für real gehalten.
I
m Verlauf
habe
es auch kurzfristi
ge Remissionen gegeben,
und
die schizoaffektiven Symp
tome
hätten
nicht fortwährend bestanden. Es sei somit beim Beschwerdeführer von einer episodenhaften schizoaffektiven Störung, gegenwärtig depressiv
,
nach I
CD-10 F25.1 auszugehen
. Der Beschwerdeführer sei aus psychiatrischer Sicht zu 100 % arbeitsunfähig (S. 2 unten).
3.
7
Dipl. med.
F.___
, RAD, führte in seiner Stellungnahme vom 26. November 2019 (Urk. 7/74/4)
zur im Rahmen des
Einwandverfahrens
gestützt auf den Bericht von Dr.
E.___
geäusserte
Kritik
am Gutachten von Dr.
A.___
aus
,
dass ihm die Argumentation des Gutachte
r
s plausibel und medizinisch nachvoll
ziehbar erschienen sei. Im Einwand würden keine neuen medizinischen Sach
verhalte geltend gemacht, welche nicht bereits von Dr.
A.___
gewürdigt wor
den seien.
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin ging gestützt auf das psychiatrische Gutachten von Dr.
A.___
vom 7. August 2019 (vorstehend E. 3.
3
) respektive gestützt auf die Stel
lungnahme
n
des RAD-Arztes Di
pl. med.
F.___
vom 15. August und vom
26.
November 2019
(vorstehend E. 3
.4 und E. 3.7
)
davon aus, dass kein invalidi
sierender Gesundheitsschaden vorliege (vorstehend E. 2.1). Dagegen machte der Beschwerdeführer unter Hinweis auf
die Ausführungen
seine
s
behandelnden Psy
chiater
s
Dr.
E.___
(vorstehend E. 3.
2
und E.
3.
6
) geltend, dass das Gutachten von Dr.
A.___
nicht beweiskräftig sei (vorstehend E. 2.2).
4.
2
Das
Gutachten von Dr.
A.___
vom
7
.
August
201
9
(vorstehend E.
3
.
3
) erfüllt die formalen Beweiswert-Anforderungen (vorstehend E. 1.
7
) ohne weiteres, ist es doch für die streitigen Belange umfassend, beruht auf allseitigen Untersuchungen des Beschwerdeführers, berücksichtigt auch die geklagten Beschwerden
und sein Verhalten
und wurde in Kenntnis
und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
(Anamnese) abgegeben.
Darüber hinaus leuchtet es auch in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situ
ation ein und enthält nachvollziehbar
begründete Schlussfolgerungen
. Die
Beur
teilung der funktionellen Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers erfolgte
sodann
rechtsprechungsgemäss
unter Berücksichtigung
der
Standardindikatoren
(
Urk. 7/57 S. 39 ff. Ziff. 6-7;
vorstehend E. 1.2-3)
.
Als vorrangiges psychopathologisches Merkmal stellte Dr.
A.___
anlässlich der Untersuchung des Beschwerdeführers vom 26. April 2019
eine motorische Unruhe fest
(Urk. 7/57 S. 27 Mitte, S. 28 Mitte, S. 32 Mitte, S. 33 Mitte). Diese motorische Unruhe konnte Dr.
A.___
mangels hinreichend zu erhebenden Anhaltspunkten in der Vorgeschichte des Beschwerdeführers lediglich unter eine Verdachts
diagnose subsumieren.
Dass Dr.
A.___
lediglich eine Verdachtsdiagnose stellte, erweist sich in Anbetracht der hinreichenden Begründung entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers (vorstehend E. 2.2) als legitim und vermag den Beweiswert des Gutachtens nicht zu schmälern. Insbesondere äusserte sich Dr.
A.___
auch
unabhängig von der Diagnosestellung
zu
m
funktionellen Schweregrad der aus der motorischen Unruhe resultierenden Beeinträchtigungen und befand diese als leichtgradig (Urk. 7/57 S. 40 unten).
Detailliert
legte
Dr.
A.___
weiter
dar
, weshalb er die vom behandelnden Psy
chiater Dr.
E.___
gestellte Diagnose einer
seit Oktober 2015 beste
henden
schizoaffektiven Störung
(ICD-10 F25.1)
verneinte.
Ins Gewicht fällt
dies
bezüglich,
dass
,
wie Dr.
A.___
ausführte (Urk. 7/57 S. 13
Mitte
),
vorliegend
im Bericht der
K
linik
C.___
vom 3. Juli 2017 (vorstehend E. 3.
1
), wo der Beschwerdeführer vom 23. Februar 2016 bis 28.
Juni 2017 in ambulanter Behandlung war,
keine psychotischen Symptome beschrie
ben respektive solche ausdrücklich verneint wurden. Auch im Bericht der
D.___
vom 23. September 2016 wurde nach stationärem Aufenthalt des Beschwerde
führers vom 28. Oktober bis 18. November 2016 das Vorliegen von Sinnes
täuschungen verneint (Urk. 7/57/59-63 S. 2, vgl. auch vorstehend E. 3.5). Viel
mehr war von einem depressiven Geschehen
im Wesentlichen
vor dem Hinter
grund der bestehenden
komplexen
psychosozialen Belastungssituation die Rede, welche ihren Ursprung im Job- und Wohnungsverlust sowie in der schwierigen Situation als alleinerziehender Vater v
on drei Kindern hatte.
Dass
dies
es N
icht
erwähnen der Halluzination
en
daran
gelegen haben soll,
dass sich der Beschwer
deführer bis zum Behandlungsbeginn am 4. Juli 2017 bei Dr.
E.___
nicht habe öff
n
en können
(vorstehend E. 3.
6
),
erweist sich
indes
als wenig
plau
sibel.
H
insichtlich der Ausführungen des
seit
Juli 2017
behandelnde
n
Psychiaters
Dr.
E.___
vom
10. Oktober 2018
und vom
1. Oktober 2019
(vgl. vor
stehend E.
3
.2
und E. 3.
6
) gilt es
überdies
zu
berücksichtigen, dass
seine
auf
trags
rechtliche
Vertrauensstellung
zumindest als hausarztähnlich bezeichnet werden muss, weshalb hier eine gewisse Zurückhaltung bei der Würdigung
seiner
Berichte angebracht ist
(vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/cc).
Dass Dr.
E.___
sich eher zu Gunsten seines Patienten
äusserte
respektive dessen subjektiver Beschwerdeschilderung mehr Gewicht verlieh, geht klar aus seiner Stellungnahme vom 1. Oktober 2019 (vorstehend E. 3.6) insbeson
dere zu den von Dr.
A.___
aufgeführten Inkonsistenzen (Urk. 7/57 S. 25 f., S. 44 f.) hervor.
Auch stimmen die Ausführungen
von
Dr.
E.___
, wonach der Beschwerdeführer aufgrund seiner psychischen Probleme seine Stelle als Küchen
chef verloren habe (vorstehend E. 3.
6
),
nicht mit der Aktenlage überein.
So lässt
sich de
n
Bericht
en
der
D.___
vom 23. Dezember 2016 und vom
6. August
2019 hierzu entnehmen, dass er nach dem Tod des Vaters nach Marokko gereist sei, weshalb er seine Stelle verloren habe (Urk. 7/57/59-62, vorstehend E. 3.
5
). Auch im Bericht von
pract
. med.
B.___
vom 3. Juli 2017 (vorstehend E. 3.
1
) wurde hierzu festgehalten, dass der Beschwerdeführer vom damaligen Arbeitgeber massiv ausgenutzt worden sei
,
und als er
diesen
im September 2015 um wenige freie Tag gebeten habe, um an der Beerdigung d
es Vaters teilnehmen zu können,
die Kündigung erhalten
habe
.
Vor diesem Hi
ntergrund
erweist es sich
weder
als nachvollziehbar
noch als
erfolgsversprechend, dass der Beschwerdeführer im Jahr 2018 beim gleichen Arbeitgeber erneut eine Stelle als Hilfskoch angenommen hatte (vorstehend E. 3.
6
)
.
Überdies attestierte Dr.
E.___
dem Beschwerdeführer in seiner Stellungnahme vom 1. Oktober 2019 (vorstehend E. 3.
6
) ohne dies weiter
zu begründen, erneut eine
100%i
ge Arbeitsunfähigkeit, obwohl er in seinem Vorbericht vom 10. Oktober 2018 (vorst
ehend E. 3.2)
zumindest in einer behinderungsangepassten Tätigkeit von einer Arbeitsfähigkeit von 50 % ausging.
Ein
e
Abgrenzung der zweifelsohne bestehenden psycho
sozialen Belastungsfaktoren, bei deren Vorliegen
b
ei der Annahme einer renten
begründenden Invalidität ohnehin Zurückhaltung geboten
ist
(vgl. vorstehend E. 1.4
),
nahm Dr.
E.___
zu keinem Zeitpunkt vor.
Zusammenfassend vermag die anderslautende Einschätzung der gesundheitlichen Situation sowie der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers durch Dr.
E.___
keine hinreichenden Zweifel am Gutachten von Dr.
A.___
zu begrün
den.
4.3
Aufgrund des Gesagten ist der medizinische Sachverhalt als dahingehend erstellt zu erachten, dass gestützt auf das
Gutachten
vo
n
Dr.
A.___
vom 7. August 2019 (vorstehend E. 3.3)
davon auszugehen ist, dass d
er
Beschwerdeführer in
seiner
angestammten und in jeder behinderungsangepassten Tätigkeit mindestens zu 80 % arbeitsfähig ist.
5.
Da die medizinischen Abklärungen
demnach
ergeben haben, dass d
er
Beschwer
deführer sowohl in
seiner
angestammten Tätigkeit als
Koch
als auch in jeder angepassten Tätigkeit maximal zu 20 % eingeschränkt ist, erübrigt sich ein Ein
kommensvergleich, da kein rentenbegründender Invaliditätsgrad vorliegt (vgl. vorstehend E. 1.
5
-6).
Die angefochtene Verfügung (Urk. 2) erweist sich demnach als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
6.
6.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das
Verfahren kostenpflichtig und
die Gerichtskosten
sind
gemäss
Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ermessensweise auf Fr. 800.-- festzusetzen und
ausgangsgemäss
dem Beschwerdeführer aufzuerlegen. Da die Voraussetzungen für die unent
geltliche Prozessführung
gemäss
§ 16 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozial
versicherungsgericht (
GSVGer
) erfüllt sind (vgl.
Gesuch in Urk. 1 S. 2 und
Urk.
3
), sind sie jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
6.2
Der Beschwerdeführer ist auf § 16 Abs. 4
GSVGer
hinzuweisen, wonach er zur Nachzahlung der Gerichtskosten verpflichtet werden kann, sofern er dazu in der Lage ist.
Das Gericht beschliesst:
In Bewilligung des Gesuches vom 19. Dezember 2019 wird dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Prozessführung gewährt,
und erkennt sodann:
1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von Fr.
800
.-- werden
dem Beschwerdeführer
auferlegt
, zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichts
kasse genommen.
Der Beschwerdeführer wird
auf die Nachzahlungspflicht gemäss § 16 Abs. 4
GSVGer
hingewiesen.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Stadt Zürich Soziale Dienste
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind bei
zulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
GräubSchucan