# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 58978647-8582-5eef-93a9-7da4b751e201
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-10-11
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 11.10.2011 D-4672/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4672-2011_2011-10-11.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung IV
D­4672/2011

U r t e i l   v om   1 1 .   O k t ob e r   2 0 1 1

Besetzung Einzelrichter Fulvio Haefeli,
mit Zustimmung von Richter François Badoud;
Gerichtsschreiberin Ulrike Raemy.

Parteien A._______, geboren am (…),
schweizerische Vertretung in Colombo,
Sri Lanka, 
  
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz.

Gegenstand Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; 
Verfügung des BFM vom 16. Juni 2011 / N _______.

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Sachverhalt:

A. 
Der  Beschwerdeführer,  ein  srilankischer  Staatsangehöriger  tamilischer 
Ethnie  aus  B._______,  Jaffna,  mit Wohnsitz  in  C._______,  D._______, 
suchte mit Schreiben vom 26. April 2010 bei der Schweizer Vertretung in 
Colombo  um  Asyl  nach.  Dem  Schreiben  waren  diverse  Dokumente  in 
Kopie beigelegt.

B. 

B.a.  Am  3.  Mai  2010  erkundigte  sich  die  Schweizer  Vertretung  in 
Colombo  nach  den  Ausreisegründen  und  spezifischen  Problemen  des 
Beschwerdeführers  sowie  deren  Ursache.  Ebenso  fragte  sie  nach, 
welche  Schritte  der  Beschwerdeführer  bisher  unternommen  habe,  um 
sich  zu  schützen  und  ob  ihm  eine  staatliche  Fluchtalternative  offen 
stünde. Der Beschwerdeführer wurde unter Hinweis auf die Säumnisfolge 
aufgefordert,  bis  zum  14.  Juni  2010  alle  Beweggründe  im  Detail  zu 
schildern sowie allfällige Beweismittel einzureichen. 

B.b.   Mit Schreiben vom 14. Mai 2010 (Eingangsstempel der Schweizer 
Vertretung in Colombo vom 26. Mai 2010) erteilte der Beschwerdeführer 
die  gewünschten Auskünfte.  In weiteren Eingaben  verwies  er  auf  seine 
gesundheitlichen  Probleme,  an  denen  er  aufgrund  der  erlittenen 
Misshandlungen leide. 

C. 

C.a. Am 23. Juni 2010 forderte die Schweizer Vertretung in Colombo den 
Beschwerdeführer  unter  Hinweis  auf  die  Säumnisfolge  auf,  bis  zum 
21. Juli  2010 die  nachfolgenden Fragen  zu beantworten: Ob er Mitglied 
der  Liberation  Tigers  of  Tamil  Eelam  (LTTE)  gewesen  sei,  und  welche 
Tätigkeiten  er  allenfalls  für  die  LTTE  ausgeführt  habe.  Ob  er  sonst 
irgendeine  politische  Mitgliedschaft  habe  oder  nach  seiner  Entlassung 
aus  dem  Gefängnis  im  Oktober  2009  irgendwelche  Probleme  gehabt 
habe.  Diese  solle  er  gegebenenfalls  konkret  schildern  und  datieren. 
Ebenso  erkundigte  sich  die  Schweizer  Vertretung,  ob  er  die  Polizei 
darüber informiert habe, und falls nicht, nach den Gründen dafür. Er solle 
die Bedingungen nennen,  unter  denen er  im Oktober 2009  freigelassen 
worden  sei  und  die  Orte,  an  denen  er  nach  seiner  Freilassung  gelebt 
habe,  chronologisch  aufführen,  auch  solle  er  darlegen,  welcher 

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Erwerbstätigkeit  er  nachgehe  beziehungsweise,  wie  er  seinen 
Lebensunterhalt bestreite.

C.b. Mit  Eingabe  vom  30.  Juni  2010  liess  sich  der  Beschwerdeführer 
fristgerecht vernehmen.

C.c. Mit  Eingabe  vom  23.  Juli  2010  verwies  der  Beschwerdeführer  auf 
seine Bedrohung und seine Not. Seine Mutter sei  in Jaffna vor ungefähr 
zwei Wochen von zwei unbekannten Männern bedroht und nach seinem 
Verbleib befragt worden. Das Haus, in dem er sich in B._______ aufhalte, 
sei  von  Hooligans  aus  der  Umgebung  zerstört  worden.  Auch  käme  es 
dort  oft  vor,  dass Steine geworfen werden. Während die Hooligans das 
Haus zerstört hätten, hätten sie gesagt, der Eigentümer beherberge einen 
Terrorist. Als dieser Anschlag stattgefunden habe, sei er weggerannt.

Abschliessend  ersuchte  der  Beschwerdeführer  um  eine  rasche 
Behandlung seines Falles.

D. 
In  seiner  Eingabe  vom  26.  April  2010  an  die  Schweizer  Vertretung  in 
Colombo  sowie  in  seinen  weiteren  Eingaben  machte  der 
Beschwerdeführer  zur  Begründung  seines  Asylgesuches  im 
Wesentlichen  geltend,  von  1995  bis  1999  habe  er  für  das  srilankische 
Rote  Kreuz  und  zweitweise  als  Lehrer  gearbeitet.  Seit  2006  sei  er  bis 
zum 18. Mai 2009  für die NGO SOLIDAR  in E._______ und F._______ 
tätig  gewesen.  Anschliessend  habe  er  G._______  verlassen  und  sei  in 
das  von  der  Regierung  kontrollierte  Gebiet  gegangen.  Er  sei  durch  die 
srilankische  Armee  aufgegriffen  und  ins  Lager  für  intern  vertriebene 
Personen (IDP) in H._______ gebracht worden. Ihm sei  in der Folge die 
Flucht aus dem Lager gelungen. Am 24. September 2009 sei er indessen 
von  der  Polizei  in  I._______  festgenommen  worden,  da  er  verdächtigt 
worden sei, mit der LTTE  in Verbindung gestanden zu haben. Während 
seiner Haft sei er gefoltert worden. Am 7. Oktober 2009 sei er durch eine 
Delegation des Roten Kreuzes besucht worden. Am 26. Oktober 2009 sei 
er auf Anordnung des Gerichts freigelassen worden. Die Polizei habe ihn 
jedoch gewarnt, dass er  jederzeit wieder  festgenommen werden könnte. 
In  der  Folge  sei  er  durch  die  Polizei  in  I._______ weiterhin  beobachtet 
und  durch  paramilitärische  Gruppierungen  gesucht  worden.  Aufgrund 
dessen sei er nach C._______ gegangen, wo jedoch die Anwohner über 
seine  Anwesenheit  misstrauisch  geworden  seien.  Das  "Criminal 
Investigation Department" (CID) sei am 15. Juni 2010 und im November 

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2010  zu  seiner  Mutter  gegangen  und  habe  diese  bedroht,  da  es  den 
Beschwerdeführer  nicht  habe  finden  können.  Nachdem  er  zurück  zu 
seiner Familie in K._______, Jaffna, gegangen sei, seien zwei maskierte 
Personen zu seinem Haus gekommen und hätten nach  ihm gefragt. Da 
sie  ihn  nicht  gefunden  hätten,  hätten  sie  ein  Motorrad  mitgenommen. 
Anschliessend  sei  der  Beschwerdeführer  nach  D._______ 
zurückgegangen.

E. 

E.a.  Mit  Zwischenverfügung  vom  16.  Juni  2010  teilte  das  BFM  dem 
Beschwerdeführer  mit,  es  erachte  den  entscheidrelevanten  Sachverhalt 
aufgrund  der  schriftlichen  Begründung  des  Asylgesuches  und  der 
beigelegten Dokumentation als erstellt, weshalb  sich eine Anhörung auf 
der Botschaft nicht als notwendig erweise.  Im Weiteren erwäge es unter 
Berücksichtigung  der  konkreten  Umstände  –  namentlich  Fragen 
bezüglich  Beziehungsnähe  zur  Schweiz  und  hiesige 
Assimilationsmöglichkeiten,  aktuelle  Gefährdung  im  Heimatstaat, 
Möglichkeit  der  Schutzsuche  in  einem  anderen  Staat,  öffentliches 
Interesse  der  Schweiz  –  und  aufgrund  der  vorliegenden  Akten,  das 
Asylgesuch abzulehnen und die Einreise zu verweigern. Das BFM räumte 
dem  Beschwerdeführer  die  Gelegenheit  ein,  sich  dazu  innert  Frist  zu 
äussern und allfällige neue Gründe, die seit der Einreichung des Einreise­ 
und  Asylgesuchs  eingetreten  seien,  dazulegen,  verbunden  mit  dem 
Hinweis, dass bei ungenutzter Frist aufgrund der bestehenden Aktenlage 
entschieden werde.

E.b. Der Beschwerdeführer liess sich innert Frist vernehmen.

F. 
Mit Verfügung vom 16. Juni 2011 lehnte das BFM das Asylgesuch ab und 
bewilligte die Einreise in die Schweiz nicht. 

Zur  Begründung  führte  das  BFM  im Wesentlichen  aus,  angesichts  der 
politischen  Lage  in  Sri  Lanka  und  den  diversen  Übergriffen  der  letzten 
Jahre  seitens  der  Regierung,  von  der  auch  der  Beschwerdeführer 
persönlich betroffen gewesen sei, habe das BFM Verständnis dafür, dass 
er  Angst  vor  weiteren  Verfolgungsmassnahmen  habe  und  sein  Land 
verlassen wolle. Dennoch sei das BFM zum Schluss gelangt, dass er, bei 
einer objektivierten Betrachtungsweise, zum jetzigen Zeitpunkt nicht akut 
gefährdet sei. Obwohl er zeitweise festgehalten worden sei, sei er durch 

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das Obergericht I._______ am 26. Oktober 2009 freigesprochen worden. 
Aus den eingereichten Dokumenten sei ersichtlich, dass das Obergericht 
I._______  einem Antrag  des CID  gefolgt  sei,  welches  keine  Belege  für 
seine  Schuld  gefunden  habe  und  daher  das  Obergericht  I._______ 
ersucht  habe,  ihn  freizulassen.  Er  habe  erklärt,  ihm  sei  vorgeworfen 
worden,  Anführer  der  Charles  Antony  Brigade  gewesen  zu  sein.  Dabei 
könne es  sich  aber  um keinen begründeten Verdacht  gehandelt  haben, 
da er sonst nicht freigelassen worden wäre. Auch wenn er der Polizei  in 
I._______ wieder zur Verfügung habe stehen müssen, lasse sich daraus 
nicht  die  Annahme  ableiten,  dass  ihn  die  srilankischen  Behörden 
weiterhin verdächtigen würden, die LTTE unterstützt zu haben, zumal er 
nie Mitglied der LTTE gewesen sei. Ferner habe er erklärt, dass er durch 
unbekannte  Personen  auch  in  I._______  und  in  C._______  gesucht 
worden  sei.  Er  habe  indessen  keine  Angaben  zum  Zeitpunkt  und  –ort 
gemacht.  So  habe  er  keinen  erneuten  konkreten  Übergriff  durch 
unbekannte  Personen  in  C._______  geltend  gemacht.  Alleine  aufgrund 
von Verdächtigungen ihrer Nachbarn könne keine begründete Furcht vor 
einer allfälligen Verfolgungsmassnahme geschlossen werden.

In  Anbetracht  dieser  Ausführungen  sei  festzustellen,  dass  er  in  seinem 
Heimatland  Sri  Lanka  nicht  akut  gefährdet  sei.  Bei  den  erlittenen 
Repressalien  handle  es  sich  um  keine  asylbeachtliche  Gefährdung 
gemäss Art. 3 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31), 
welche zur Bewilligung der Einreise in die Schweiz führen würde.

Ferner sei festzuhalten, dass seine Ausführungen teilweise nicht mit den 
eingereichten Beilagen übereinstimmen würden. So habe er angegeben, 
er sei drei Monate lang durch das CID festgehalten worden. Gemäss dem 
eingereichten Untersuchungsbericht vom 1. Oktober 2009 sei er indessen 
lediglich  vom  14.  September  bis  zum  26.  Oktober  2009  inhaftiert 
gewesen. Auch habe er angegeben, dass er gegen die Erwartungen der 
Polizei freigelassen worden sei. Gemäss dem Untersuchungsbericht vom 
26. Oktober  2009  sei  er  indessen  auf  Antrag  des  CID  durch  das 
Obergericht  freigekommen. Seine Ausführungen zur Haft könnten daher 
nicht geglaubt werden. 

An  diesen  Erwägungen  könnten  auch  die  von  ihm  eingereichten 
Dokumente  nichts  ändern, würden  sie  doch  zum einen  teilweise  seinen 
Angaben  widersprechen  oder  jene  Vorbringen  belegen,  deren 
Glaubhaftigkeit vorliegend nicht in Frage gestellt werde.

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G. 
Mit  Beschwerde  vom  5.  August  2011  (Eingangsstempel  der  Schweizer 
Vertretung  in  Colombo  vom  17.  August  2011)  wiederholte  der 
Beschwerdeführer im Wesentlichen seine bisherigen Vorbringen und hielt 
an  deren  Asylrelevanz  fest.  Gleichzeitig  reichte  er  zur  Stützung  seiner 
Vorbringen mehrere Unterlagen in Kopie ein.

Im Weiteren  führte  der Beschwerdeführer  aus,  er  sei  am 17.  Juli  sowie 
am 18. Juli 2011 erneut von Unbekannten behelligt worden. Er habe sich 
am 21. Juli 2011  in Begleitung seiner Schwägerin an die Human Rights 
Commission gewandt. Dies gehe auch aus der beigelegten Bestätigung 
der Human Rights Commission vom 21. Juli 2011 hervor. Das BFM sei zu 
Unrecht davon ausgegangen, dass er  in Sicherheit sei, aber er sei noch 
immer  in  Gefahr.  Er  sei  ein  Folteropfer  gewesen  und  könne  jederzeit 
wieder ein Opfer von Entführung, Inhaftierung oder gar einer Ermordung 
werden. Er verwies zudem auf seine gesundheitlichen Probleme, so leide 
er gemäss dem beigelegten ärztlichen Bericht vom 1. September 2010 an 
einer körperlichen Versehrtheit von 20% beziehungsweise sei er zu 20% 
erwerbsunfähig ("loss of earning capacity of disability").

H. 
Mit  Eingabe  vom  14.  September  2011  an  die  Schweizer  Vertretung  in 
Colombo  (Eingangsstempel  der  Schweizer  Vertretung  vom  27. 
September 2011) machte der Beschwerdeführer eine weitere Behelligung 
vom 5. September 2011 geltend. An diesem Tag hätten vier unbekannte 
Männer  seine  Mutter  aufgesucht  und  sie  gefragt,  wo  sich  der 
Beschwerdeführer  aufhalte.  Sie  hätten  ihr  gesagt,  dass  er  ihnen  zwar 
habe entkommen können, aber ihnen inskünftig nicht ausweichen könne.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 

1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021).  Das  BFM 
gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz 

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des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende 
Ausnahme  im  Sinne  von  Art. 32  VGG  liegt  nicht  vor.  Das 
Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der 
vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls 
endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des 
Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht 
(Art. 105  AsylG;  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2. Das  Verfahren  richtet  sich  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem 
BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 
AsylG).

1.3.  Der  Beschwerdeführer  hat  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen,  ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt, 
hat ein schutzwürdiges  Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise 
Änderung und ist daher zur Einreichung einer Beschwerde legitimiert. Der 
genaue Zeitpunkt der Eröffnung der Verfügung des BFM  ist zwar weder 
durch  einen  Empfangsschein  noch  durch  eine  Empfangsbestätigung 
belegt, doch liegt in einem solchen Fall die Beweislast bei den Behörden 
(vgl.  ANDRÉ MOSER/MICHAEL  BEUSCH/LORENZ  KNEUBÜHLER,  Prozessieren  vor 
dem Bundesverwaltungsgericht, Handbücher für die Anwaltspraxis, Band 
X,  Basel  2008,  Rz.  3.  150,  S.  166  f.)  und  es  wird  demnach  von  der 
Rechtzeitigkeit  der  Beschwerdeeinreichung  ausgegangen.  Auf  die 
formgerecht  eingereichte  Beschwerde  ist  somit  einzutreten  (Art.  105 
sowie Art. 108 AsylG  i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 
VwVG).

2. 
Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3. 
Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise 
einer  zweiten  Richterin  entschieden  (Art. 111  Bst. e  AsylG).  Wie 
nachstehend  aufgezeigt,  handelt  es  sich  vorliegend  um  eine  solche, 
weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist 
(Art. 111a Abs. 2 AsylG).

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Gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  wurde  vorliegend  auf  die 
Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet.

4. 

4.1.  Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich  Asyl.  Flüchtlinge  sind  Personen,  die  in  ihrem Heimatstaat 
oder  im Land,  in dem sie zuletzt wohnten, wegen  ihrer Rasse, Religion, 
Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder 
wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt 
sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu 
werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich 
die  Gefährdung  des  Leibes,  des  Lebens  oder  der  Freiheit  sowie 
Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den 
frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG).

4.2.  Das  Bundesamt  kann  ein  im  Ausland  gestelltes  Asylgesuch 
ablehnen,  wenn  die  asylsuchende  Person  keine  Verfolgung  glaubhaft 
machen  oder  ihr  die  Aufnahme  in  einem  Drittstaat  zugemutet  werden 
kann (vgl. Art. 3, Art. 7 und Art. 52 Abs. 2 AsylG). Gemäss Art. 20 Abs. 2 
AsylG  bewilligt  das  Bundesamt  einem  Asylsuchenden  die  Einreise  zur 
Abklärung des Sachverhalts, wenn ihm nicht zu gemutet werden kann, im 
Wohnsitz­  oder  Aufenthaltsstaat  zu  bleiben  oder  in  ein  anderes  Land 
auszureisen. Gestützt auf Art. 20 Abs. 3 AsylG kann das Eidgenössische 
Justiz­  und  Polizeidepartement  (EJPD)  schweizerische  Vertretungen 
ermächtigen,  Asylsuchenden  die  Einreise  zu  bewilligen,  die  glaubhaft 
machen, dass eine unmittelbare Gefahr  für Leib und Leben oder  für die 
Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG bestehe. Hinsichtlich 
des  Verfahrens  bei  der  schweizerischen  Vertretung  im  Ausland  sieht 
Art. 10 der  Asylverordnung 1  vom  11. August  1999  über 
Verfahrensfragen  (AsylV 1,  SR 142.311)  vor,  dass  diese  mit  der 
asylsuchenden  Person  in  der  Regel  eine  Befragung  durchführt 
(Art. 10 Abs. 1 AsylV 1).  Ist dies nicht möglich, so wird die asylsuchende 
Person  aufgefordert,  ihre  Asylgründe  schriftlich  festzuhalten  (Art. 10 
Abs. 2 AsylV 1;  vgl.  hierzu  auch  Entscheide  des  Schweizerischen 
Bundesverwaltungsgerichts  [BVGE]  2007/30  E.  5.2  –  E. 5.3).  Eine 
Befragung beziehungsweise eine schriftliche Sachverhaltsabklärung kann 

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sich  auch  erübrigen,  wenn  der  Sachverhalt  bereits  aufgrund  des 
eingereichten  Asylgesuchs  als  entscheidreif  erstellt  scheint.  Bei 
Anhörungsverzicht  ist  jedoch  das  rechtliche  Gehör  zu  gewähren  (vgl. 
BVGE  2007/30  E.  5.7),  was  vorliegend  erfolgt  ist  (vgl.  Erwägung  D.a 
vorstehend).  Ausserdem hat  das BFM den Verzicht  auf  eine Befragung 
begründet (vgl. BVGE 2007/30 E. 5.6 – E. 5.7).

Für  die  Erteilung  einer  Einreisebewilligung  gelten  restriktive 
Voraussetzungen,  wobei  den  Behörden  ein  weiter  Ermessensspielraum 
zukommt.  Neben  der  erforderlichen  Gefährdung  im  Sinne  von 
Art. 3 AsylG  sind  namentlich  die  Beziehungsnähe  zur  Schweiz,  die 
Möglichkeit  der  Schutzgewährung  durch  einen  anderen  Staat,  die 
Beziehungsnähe  zu  anderen  Staaten,  die  praktische  und  objektive 
Zumutbarkeit zur anderweitigen Schutzsuche sowie die voraussichtlichen 
Eingliederungs­  und  Assimilationsmöglichkeiten  in  Betracht  zu  ziehen 
(vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen 
Asylrekurskommission [EMARK] 1997 Nr. 15 E. 2.e.­g. S. 131 ff., welcher 
angesichts bloss  redaktioneller Änderungen bei der  letzten Totalrevision 
des Asylgesetzes nach wie vor Gültigkeit hat).

5. 

5.1.  Die  Vorbringen  in  der  Rechtsmitteleingabe  vom  7.  Juni  2011 
(Eingangsstempel  der  Schweizer  Vertretung  in  Colombo  vom  30.  Juni 
2011)  sowie  in  der  Beschwerdeergänzung  vom  14.  September  2011 
(Eingangsstempel  der  Schweizer  Vertretung  in  Colombo  vom  27. 
September 2011) sind nicht geeignet, eine Änderung der vorinstanzlichen 
Verfügung  zu  bewirken.  Der  Argumentation  des  BFM  werden  keine 
stichhaltigen  und  substanziierten  Gründe  entgegengesetzt.  Eine 
diesbezügliche  Auseinandersetzung  unterbleibt  zwar  nicht  gänzlich.  Die 
Ausführungen  des  Beschwerdeführers  vermögen  jedoch  die 
nachvollziehbaren  Erwägungen  des  BFM  nicht  umzustossen.  Das  BFM 
hat  in  der  angefochtenen  Verfügung  zu  Recht  festgestellt,  dass  die 
Ausführungen  des  Beschwerdeführers  teils  asylirrelevant  sind  und  teils 
nicht  mit  den  eingereichten  Beilagen  übereinstimmen.  Auch  auf 
Beschwerdeebene hat der Beschwerdeführer darauf verzichtet, konkrete 
Angaben  zu  den  von  ihm  im  erstinstanzlichen  Verfahren  geltend 
gemachten  Behelligungen  durch  Unbekannte  in  I._______  und  in 
C._______ zu machen. Sein Vorbringen, er sei am 17. Juli sowie am 18. 
Juli 2011  erneut  von  Unbekannte  behelligt  worden  beziehungsweise 
seine  Familie  sei  am  5.  September  2011  wegen  ihm  von  vier 

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unbekannten  Männern  aufgesucht  worden,  erscheint  angesichts  des 
Umstandes,  dass  das BFM  in  der  angefochtenen Verfügung  ausgeführt 
hat,  er  habe  keinen  erneuten  konkreten  Übergriff  durch  Unbekannte 
geltend  gemacht  (vgl.  vorstehend  F.),  als  nachgeschobenes 
Sachverhaltskonstrukt.  Doch  selbst  bei  Wahrunterstellung  der  geltend 
machten  Behelligung,  kann  daraus  keine  begründete  Furcht  vor  einer 
asylrelevanten  Verfolgung  geschlossen  werden,  zumal  der 
Beschwerdeführer  sich deswegen an die Behörden wenden könnte. Bei 
dieser  Sachlage  kann,  um  Wiederholungen  zu  vermeiden  auf  die 
Ausführungen  in der angefochtenen Verfügung verwiesen werden. Nach 
dem  Gesagten  droht  dem  Beschwerdeführer  keine  asylrelevante 
Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG.

5.2.  Aufgrund  der  vorstehenden  Erwägungen  erübrigt  es  sich,  auf  die 
weiteren Ausführungen in der Eingabe des Beschwerdeführers sowie die 
eingereichten Beweismittel im Einzelnen einzugehen, da sie am Ergebnis 
der vorgenommenen Würdigung nichts zu ändern vermögen. Es  ist dem 
Beschwerdeführer  nicht  gelungen,  eine  Verfolgung  im  Sinne  von  Art.  3 
AsylG  nachzuweisen  oder  zumindest  glaubhaft  zu  machen.  Die 
Schutzbedürftigkeit  des  Beschwerdeführers  im  Sinne  von  Art.  20  i.V.m. 
Art.  3 AsylG  ist mithin als nicht  gegeben zu qualifizieren,  und es  liegen 
auch  keine  anderen  Gründe  vor,  welche  die  Erteilung  einer 
Einreisebewilligung indizieren würden.

6. 
Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung 
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und 
vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art. 106  AsylG).  Die 
Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

7. 
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten grundsätzlich dem 
Beschwerdeführer  aufzuerlegen  (Art. 63  Abs. 1  und  5  VwVG).  Aus 
verwaltungsökonomischen  Gründen  sowie  in  Anwendung  von  Art.  63 
Abs. 1  in  fine VwVG und Art. 2 und 6 des Reglements vom 21. Februar 
2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, SR 173.320.2])  ist  vorliegend auf  die 
Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten.

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(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3. 
Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die Schweizer 
Vertretung in Colombo.

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Fulvio Haefeli Ulrike Raemy

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