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**Case Identifier:** 404aad6b-35a1-5df7-8c95-f1f08f88e2fc
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-07-03
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht 03.07.2020 810 17 289
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_003_810-17-289_2020-07-03.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und 
Verwaltungsrecht 
 
vom 3. Juli 2020 (810 17 289) 
____________________________________________________________________ 
 
 
 
Staatshaftung 
 
 
Haftung aus fehlerhafter medizinischer Behandlung / Passivlegitimation des Kantonsspi-
tals Baselland / Ärztliche Aufklärungs- und Sorgfaltspflicht 
 
 
 
 
Besetzung Vizepräsident Daniel Ivanov, Kantonsrichter Hans Furer, Daniel  

Häring, Niklaus Ruckstuhl, Stefan Schulthess, Gerichtsschreiber Stefan 
Suter 
 
 

Beteiligte A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Markus Schmid, Rechts-
anwalt 

  
 
gegen 
 
 

 Kantonsspital Baselland, Mühlemattstrasse 26, 4410 Liestal, Be-
schwerdegegner, vertreten durch Prof. Dr. Andrea Eisner-Kiefer, Advo-
katin 
 

  
  
Betreff Haftung aus fehlerhafter medizinischer Behandlung  

(Verfügung des Kantonsspitals Baselland vom 18. Oktober 2017) 
 
  

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A. A.____, vertreten durch Markus Schmid, Rechtsanwalt, erhob mit Eingabe vom 25. Sep-
tember 2015 beim Kantonsgericht, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsge-
richt), verwaltungsgerichtliche Klage gegen das Kantonsspital Baselland und den Kanton Basel-
Landschaft. Er beantragte, die Beklagten seien in solidarischer Verbindung zu verpflichten, dem 
Kläger Fr. 190'000.-- zuzüglich Zins zu 5 % seit dem 1. Januar 2011 zu bezahlen. Dies habe 
unter o/e-Kostenfolge in solidarischer Verbindung zu Lasten der Beklagten zu geschehen. Der 
Kläger machte einen Haftpflichtanspruch aus einem medizinischen Behandlungsverhältnis gel-
tend, wobei er für die wegen ärztlicher Sorgfaltspflichtverletzung sowie Verletzung der ärztli-
chen Aufklärungspflicht erlittene materielle und immaterielle Unbill von den Beklagten Scha-
denersatz und Genugtuung forderte. Hintergrund der Forderung ist eine am 21. Dezember 2009 
in der Urologischen Universitätsklinik Basel-Liestal am damaligen Kantonsspital Liestal durch-
geführte Operation (End-zu-End-Anastomose der Urethra [offene Harnröhrenplastik] und Va-
sektomie beidseitig). Der Kläger behauptete, während der Operation, über deren Risiken er im 
Vorfeld nicht sachgerecht aufgeklärt worden sei, aufgrund sorgfaltswidriger Lagerung in der 
sog. Steinschnittlage (d.h. in Rückenlage mit hochgelagerten und im Hüft- und Kniegelenk ge-
beugten Beinen) eine schmerzhafte bleibende Nervenschädigung erlitten zu haben, welche in 
einer zusätzlichen Operation vom 30. Dezember 2009 habe behandelt werden müssen. Er führ-
te zur Passivlegitimation der Beklagten erläuternd aus, er fasse beide ins Recht, da sich die 
schädigende Handlung resp. unterlassene Aufklärung vor der Auslagerung der Spitäler aus der 
kantonalen Verwaltung ereignet habe. Das Kantonsspital Baselland sei erst mit Inkrafttreten des 
Spitalgesetzes am 1. Januar 2012 als selbständiges Rechtssubjekt entstanden. Im Gesetz fehl-
ten haftungsrechtliche Übergangsbestimmungen und es sei unklar, wer von den beiden Beklag-
ten hafte, zumal weder der Kanton Basel-Landschaft noch das Kantonsspital Baselland ihre 
Passivlegitimation anerkennen würden. In verfahrensrechtlicher Hinsicht stellte der Kläger den 
Antrag, die Streitsache an einen bundesrechtskonformen Spruchkörper zu überweisen. 
 
B. Das Kantonsgericht erwog in seinem Urteil vom 7. September 2016 (Verfahren Nr. 820 
15 278) zusammengefasst, dass das damals im kantonalen Haftungsgesetz vorgesehene Ver-
fahren mit dem Kantonsgericht, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht, als erster und 
einziger Instanz für die Beurteilung von Staatshaftungsklagen die bundesrechtliche Vorgabe 
eines doppelten kantonalen Instanzenzugs in Zivilsachen nicht erfülle. In richterlicher Lückenfül-
lung und unter Bezugnahme auf die in der Landratsvorlage 2016-072 vom 15. März 2016 zur 
Teilrevision des Haftungsgesetzes vorgesehene Abänderung der Verfahrensordnung bestimmte 
das Gericht für derartige Klagen eine abgeänderte Instanzenregelung, wonach die im Haf-
tungsgesetz für Vergleichsgespräche zuständige Behörde einen erstinstanzlichen Entscheid 
über die Haftungsforderung in der Form einer Verfügung zu erlassen habe, welche zweitin-
stanzlich mittels verwaltungsgerichtlicher Beschwerde an das Kantonsgericht, Abteilung Verfas-
sungs- und Verwaltungsrecht, weitergezogen werden könne. Dementsprechend trat das Gericht 
auf die Klage nicht ein und überwies die Angelegenheit zum Erlass einer Verfügung an die Be-
klagten. 
 
C. Mit Verfügung vom 18. Oktober 2017 wies das Kantonsspital Baselland die Schadener-
satz- und Genugtuungsforderung ab. Zur Begründung führte das Spital zusammengefasst aus, 
A.____ sei vor der Operation anhand des Formulars Aufklärung, Fragebogen und Einwilligung 

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zur Anästhesie, des Aufklärungsprotokolls über die Unterbindung (Vasektomie) und mittels des 
Aufklärungsprotokolls über die offene Harnröhrenoperation bei Harnröhrenengen (Urethraplas-
tik) ausführlich und sachgerecht über den Eingriff und die damit verbundenen möglichen Risi-
ken informiert worden, was er unterschriftlich bestätigt habe. Er habe nach Erhalt dieser Infor-
mation dem Eingriff unter Berücksichtigung von Alternativbehandlungen zugestimmt. Aufgrund 
der Tatsache, dass das Risiko eines Nervenschadens als Folge einer offenen Harnröhrenope-
ration in Steinschnittlage ein sehr geringes Risiko darstelle, sei das Kantonsspital Liestal nicht 
verpflichtet gewesen, über dieses spezifische Risiko aufzuklären. Die Operation sei professio-
nell in der dafür notwendigen Operationslagerung vorgenommen worden, weshalb dem behan-
delnden Arzt keine Sorgfaltspflichtverletzung vorgeworfen werden könne. Die Lagerungskontrol-
le sei dokumentiert, eine Umlagerung während der Operation sei weder möglich noch medizi-
nisch indiziert gewesen. Die als Folge der Operation vom 21. Dezember 2009 aufgetretenen 
starken Schmerzen im Oberschenkel seien sodann adäquat behandelt worden. Es seien zeit-
nah alle notwendigen Untersuchungen durchgeführt worden, um die Ursache der Schmerzen 
abzuklären. So seien eine Sonographie (24. Dezember 2009), eine Magnetresonanztomogra-
phie (MRI) der Wirbelsäule und des Beckens (28. Dezember 2009) und schliesslich eine zweite 
Weichteilsonographie der rechten Leiste (29. Dezember 2009) durchgeführt worden. Letztere 
habe einen eindeutigen Befund mit pseudoneuromartiger Auftreibung des Nervus cutaneus 
femoris lateralis proximal des Leistenbandes mit kerbenartigem Kalibersprung des Nervs ge-
zeigt, weshalb am 30. Dezember 2009 eine operative Dekompression des Nervus cutaneus 
femoris lateralis rechts im Leistenbereich durchgeführt worden sei. In der Folge hätten die 
Schmerzen kontinuierlich abgenommen und A.____ habe unter der bestehenden Analgesie am 
5. Januar 2010 entlassen werden können. Das ärztliche Vorgehen müsse nach dem damals 
geltenden, allgemeinen fachlichen Wissensstand als durchgehend korrekt beurteilt werden. Es 
sei nach der objektivierten ärztlichen Kunst vorgegangen worden, weshalb vorliegend keine 
Sorgfaltspflichtverletzung gegeben sei. 
 
D. Gegen die Verfügung des Kantonsspitals Baselland hat A.____, weiterhin vertreten 
durch Markus Schmid, Rechtsanwalt, mit Eingabe vom 30. Oktober 2017 beim Kantonsgericht 
Beschwerde erhoben. Er beantragt in der Sache, es sei festzustellen, dass die Verfügung vom 
18. Oktober 2017 nichtig sei. Eventualiter sei die Verfügung vom 18. Oktober 2017 aufzuheben 
und es sei die Haftung des Beschwerdegegners für die Folgen der Operation vom 21. Dezem-
ber 2009 festzustellen. Demgemäss sei die Streitsache an die Vorinstanz zurückzuweisen, da-
mit diese über die Höhe der bei ihr geltend gemachten Haftpflichtansprüche entscheide. Dies 
habe unter o/e-Kostenfolge zu Lasten des Beschwerdegegners zu geschehen. Der Beschwer-
deführer rügt zunächst eine Verletzung des bundesrechtlichen Prinzips des doppelten kantona-
len Instanzenzugs und des Gebots der Unabhängigkeit der Justiz dadurch, dass die mit Haft-
pflichtansprüchen befasste Partei selbst über diese ihr gegenüber erhobenen Ansprüche als 
erste Instanz befunden habe. Das Prinzip der Double Instance sei nur dann in gültiger Weise 
verwirklicht, wenn auch der erstinstanzliche Spruchkörper eine minimale Unabhängigkeit von 
den Parteien aufweise. Der Beschwerdegegner handle und agiere im ureigenen Interesse und 
begnüge sich damit, als Sprachrohr der im Hintergrund aktiven Haftpflichtversicherung zu am-
ten. Er habe nichts zur Sachverhaltsabklärung unternommen und gebe in der Verfügung einmal 
mehr bloss pauschale Bestreitungen wieder. Schon die ohne Begründung erfolgte Verweige-

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rung der anbegehrten Beweismassnahmen müsse zur Aufhebung der angefochtenen Verfü-
gung führen, sofern diese nicht ohnehin als nichtig zu betrachten sei. In der Sache rügt der Be-
schwerdeführer sodann eine Verletzung der Aufklärungspflicht, Sorgfaltswidrigkeiten im Rah-
men der operativen Lagerung in einer extremen Steinschnittlage sowie ein sorgfaltswidriges 
Nichterkennen bzw. zu spätes Erkennen der Ursache der postoperativen Schmerzen. Die mas-
siven Beschwerden im rechten Oberschenkel seien die Folge eines Lagerungsschadens und 
hätten zu einer bis zum 1. September 2010 andauernden (zunächst vollständigen und später 
teilweisen) Arbeitsunfähigkeit und damit zu einer Einkommenseinbusse des als Architekt selb-
ständigerwerbenden Beschwerdeführers geführt. Während der Operation von 3 Stunden und 15 
Minuten Dauer - weit länger als im Rahmen der Aufklärung angegeben - sei er in einer extre-
men Steinschnittlage gelagert worden, in welcher die Beine im Hüftgelenk um mindestens 90° 
gebeugt seien. Läsionen des Nervus femorolis würden zu den bekannten Komplikationen dieser 
Lagerung gezählt. Gleichwohl sei er präoperativ nicht über das Risiko einer Nervenverletzung 
im Zusammenhang mit der Steinschnittlage aufgeklärt worden. Die Ärzte hätten trotz der dras-
tisch verlängerten Operationsdauer nichts unternommen, um dieses Risiko zu minimieren. Eine 
Umlagerung zur Entlastung sei entgegen den Behauptungen des Beschwerdegegners nicht nur 
möglich, sondern im Rahmen der Sorgfaltspflicht sogar geboten gewesen. Wenn er, so der Be-
schwerdeführer weiter, gehörig aufgeklärt worden wäre, hätte er sich für die zur Diskussion ste-
hende alternative, weniger invasive Behandlungsmethode entschieden. Er sei zudem über die 
voraussichtliche Operationsdauer falsch orientiert worden. Eine rechtsgenügliche Einwilligung in 
die Heilbehandlung liege nicht vor, weshalb der Eingriff widerrechtlich gewesen sei und eine 
Haftung auch für sorgfaltsgemässes Verhalten bestehe. Des Weiteren müssten sich die Ärzte 
des Beschwerdegegners vorwerfen lassen, die Ursache der unmittelbar postoperativ aufgetre-
tenen Schmerzen zu lange verkannt zu haben. Angesichts der bekannten Tatsache, dass im 
Anschluss an eine Steinschnittlage gerade bei einer langen Operationsdauer Nervenkompres-
sionen vorkämen, hätte man die am 30. Dezember 2009 vorgenommene Neurolyse und De-
kompression des Nervs unverzüglich in Angriff nehmen müssen. Dadurch hätte der langwierige 
und mit Schmerzen einhergehende Heilungsverlauf wesentlich abgeschwächt werden können. 
Die unterlassene sofortig wirksame Behandlung sei kausal für den eingetretenen Gesundheits-
schaden. Auch unter diesem Gesichtspunkt sei eine Haftung gegeben. 
 
E. Das Kantonsgericht wies mit Verfügung vom 8. Januar 2018 die Verfahrensanträge des 
Beschwerdegegners auf Beschränkung des Verfahrens auf die Frage der Bundesrechtsmässig-
keit des vom Haftungsgesetz vorgesehenen Verfahrens sowie auf die Frage der Passivlegitima-
tion ab. Ebenso wurde der Antrag auf Beiladung des Kantons Basel-Landschaft abgewiesen. 
 
F. In der Vernehmlassung vom 17. Januar 2018 stellt das Kantonsspital Baselland, vertre-
ten durch Prof. Dr. Andrea Eisner-Kiefer, Advokatin, Antrag auf Nichteintreten, eventualiter auf 
Abweisung der Beschwerde unter o/e-Kostenfolge. Der Beschwerdegegner bestreitet seine 
Passivlegitimation, da das Kantonspital Liestal zum Zeitpunkt der streitgegenständlichen Be-
handlung eine Dienststelle des Kantons Basel-Landschaft gewesen sei und als öffentlich-
rechtliche Anstalt noch gar nicht existiert habe. Die Forderung sei auch nicht auf den Be-
schwerdegegner übergegangen. Somit liege die Passivlegitimation für die vorliegend geltend 
gemachte Haftpflichtforderung beim Kanton. Der Beschwerdegegner betont weiter, er habe den 

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entscheidrelevanten Sachverhalt in der angefochtenen Verfügung gestützt auf die vorhandenen 
Akten im Detail erhoben und sich mit den einzelnen sachverhaltlichen und rechtlichen Vorbrin-
gen des heutigen Beschwerdeführers eingehend auseinandergesetzt. Die Auseinandersetzung 
mit dem aus den Akten ausreichend ersichtlichen Sachverhalt habe klar gezeigt, dass im vorlie-
genden Fall weder der vom Beschwerdeführer behauptete Lagerungsfehler noch die angebli-
chen Aufklärungspflicht- oder weiteren Sorgfaltspflichtverletzungen gegeben gewesen seien. 
Vielmehr sei der Beschwerdeführer sowohl prä-, intra- als auch postoperativ nach dem im Jahr 
2009 geltenden allgemeinen fachlichen Wissensstand und nach der objektivierten ärztlichen 
Kunst durchgehend korrekt behandelt worden. Die Erfüllung der Haftungsvoraussetzungen sei 
bei dieser klaren Sach- und Rechtslage zu verneinen gewesen. Entgegen den Vorbringen in der 
Beschwerde sei der Beschwerdeführer im Vorfeld der geplanten Operation über das Risiko von 
Nervenschädigungen aufgeklärt worden, wie sich aus dem von ihm unterzeichneten Formular 
ergebe. Auch bezüglich der keineswegs unüblichen Operationsdauer sei er korrekt informiert 
worden, wobei es sich bei dieser Angabe naturgemäss um eine blosse Schätzung handle, die 
sich an Erfahrungswerten orientiere. Der Beschwerdeführer habe in Kenntnis der Sachlage und 
der Risiken sein Einverständnis zur Operation gegeben. Anders als er es vortrage, sei die Ver-
letzung des Nervus cutaneus femoris lateralis zudem eine äusserst selten auftretende Kompli-
kation, die eine Eintretenswahrscheinlichkeit von weit unter einem Prozent aufweise. Selbst 
wenn eine Verletzung der Aufklärungspflicht bejaht würde, sei von einer hypothetischen Einwil-
ligung des Beschwerdeführers auszugehen, zumal die Alternativbehandlung das gleiche, wenn 
nicht sogar höhere Gefährdungspotential aufgewiesen habe. Die Lagerung in der Steinschnitt-
lage sei für den vorgenommenen Eingriff zwingend notwendig gewesen und beinhalte grund-
sätzlich kein Risiko einer Schädigung des Nervus cutaneus femoris lateralis. Dass sorgfaltswid-
rig keine Umlagerung und somit keine Entlastung der Druckstellen vorgenommen worden sei, 
sei unzutreffend. Die vom Beschwerdeführer geforderte Umlagerung wäre vielmehr nicht nur 
nutzlos gewesen, sie hätte auch die ordnungsgemässe Durchführung der Operation gefährdet, 
die Narkosezeit verlängert und darüber hinaus auch noch weitere Risiken geborgen. Die Lage-
rung sei intraoperativ fortlaufend kontrolliert worden, wobei für eine korrekte Dokumentation 
kein detaillierter Bericht nötig gewesen sei. Auch die postoperative Behandlung des Beschwer-
deführers sei lege artis erfolgt. Die behandelnden Ärzte hätten die Verdachtsdiagnose einer 
Nervenschädigung bereits nach dem ersten Auftreten der Schmerzen am 22. Dezember 2009 
gestellt, was sich am 28. Dezember 2009 bestätigt habe. In einem erheblichen Anteil der Fälle 
würden die Symptome spontan remittieren. In der Regel würden die Beschwerden deshalb - wie 
dies auch vorliegend geschehen sei - zunächst mit Schmerzmitteln symptomatisch behandelt. 
Erst bei einer Persistenz der Beschwerden werde eine Dekompression in Betracht gezogen. 
Die beim Beschwerdeführer zunächst gewählten konservativen therapeutischen Massnahmen 
hätten somit dem üblichen Vorgehen nach dem im Jahr 2009 aktuellen Stand der medizini-
schen Wissenschaft entsprochen. 
 
G. Das Kantonsgericht führte in der Folge einen zweiten Schriftenwechsel durch. In der 
Replik vom 26. März 2018 und der Duplik vom 4. Juni 2018 hielten die Parteien in Bestreitung 
der Ausführungen der jeweiligen Gegenseite im Wesentlichen an ihren bereits geäusserten 
Standpunkten fest. 
 

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H. Mit Instruktionsverfügung vom 7. August 2018 ordnete das Kantonsgericht die Einholung 
eines medizinischen Gutachtens an und gewährte den Parteien das rechtliche Gehör zu den 
vorgesehenen Gutachtensfragen und zum vom Gericht vorgeschlagenen Gutachter. In der Fol-
ge wurde am 27. August 2018 PD Dr. med. Dr. iur. Antoine Roggo, Universität Bern, Institut für 
Rechtsmedizin, zum Gutachter mit Substitutionsbefugnis ernannt und ihm der Gutachtensauf-
trag erteilt. 
 
I. Am 25. Februar 2019 erstattete der Gutachter sein schriftliches Aktengutachten. Die 
Parteien nahmen mit Eingaben vom 3. Juni 2019 dazu Stellung und reichten am 14. August 
2019 jeweils Gegenbemerkungen ein. 
 
J. Mit Verfügung vom 29. Januar 2020 wurde der Fall der Kammer zur Beurteilung über-
wiesen und - einem Verfahrensantrag des Beschwerdeführers entsprechend - eine öffentliche 
Parteiverhandlung angeordnet. Für die mündliche Erläuterung des Gutachtens und für die Be-
antwortung von Ergänzungsfragen wurde der Gutachter an die Parteiverhandlung vorgeladen. 
Die weiteren Beweisanträge der Parteien auf Befragung von Zeugen, Einholung amtlicher Er-
kundigungen sowie Anordnung zusätzlicher Gutachten wurden abgewiesen. 
 
K. In Eingaben vom 11. März 2020 (Beschwerdeführer) und vom 20. März 2020 (Be-
schwerdegegner) äusserten sich die Parteien zur vom Beschwerdegegner geltend gemachten 
Parteientschädigung. 
 
L. An der Parteiverhandlung vom 3. Juni 2020 befragte das Kantonsgericht den Beschwer-
deführer und den Gutachter. In den Plädoyers hielten die Parteien an den schriftlich gestellten 
Anträgen und deren Begründungen fest. 
 
M. Das Kantonsgericht hat das Urteil am 3. Juni 2020 und am 3. Juli 2020 öffentlich bera-
ten. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g : 
 
1.1 § 7 Abs. 1bis des Gesetzes über die Haftung des Kantons und der Gemeinden (Haf-
tungsgesetz, HG) vom 24. April 2008 statuiert, dass Forderungen geschädigter Personen, die 
zu einer Beschwerde in Zivilsachen an das Bundesgericht gemäss Art. 72 Abs. 2 des Bundes-
gesetzes über das Bundesgericht (BGG) vom 17. Juni 2005 führen könnten, durch die zustän-
dige Stelle mittels Verfügung entschieden werden. Diese Verfügung ist mit Verwaltungsge-
richtsbeschwerde an das Kantonsgericht anfechtbar. Die streitbetroffene Forderung resultiert 
aus einer Behandlung in einem öffentlichen Spital. Der vorliegende Streitgegenstand wird vom 
Bundesgericht als unmittelbar mit dem Zivilrecht in Zusammenhang stehend betrachtet (vgl. 
Urteil des Kantonsgerichts, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht [KGE VV], vom 
7. September 2016 [820 15 278] E. 3). Mit der Verfügung des Beschwerdegegners vom 
18. Oktober 2017 liegt demnach eine direkt mit verwaltungsgerichtlicher Beschwerde beim Kan-
tonsgericht anfechtbare Verfügung vor (§ 7 Abs. 1bis HG i.V.m. § 43 Abs. 2 des Gesetzes über 

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die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung [VPO] vom 16. Dezember 1993). Ob mit 
dem Beschwerdegegner der richtige Träger von Rechten und Pflichten über die Forderung be-
funden hat, was dieser in der Verfügung vom 18. Oktober 2017 implizit bejahte und nunmehr im 
Beschwerdeverfahren bestreitet, ist im Rechtsmittelverfahren keine Frage der Sachurteilsvo-
raussetzungen und wird im Rahmen der materiellen Prüfung zu behandeln sein. 
 
1.2 Im als Eventualbegehren zu verstehenden Rechtsbegehren 2 verlangt der Beschwerde-
führer, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben, es sei die Haftung des Beschwerdegeg-
ners festzustellen und die Streitsache an die Vorinstanz zurückzuweisen. Die verwaltungsge-
richtliche Beschwerde nach §§ 43 ff. VPO ist ein reformatorisches Rechtsmittel, weshalb das 
Kantonsgericht nach Möglichkeit in der Sache selbst entscheidet. Deswegen ist ein klar um-
schriebenes Leistungsbegehren zu stellen (vgl. § 5 Abs. 1 VPO). Ein Beschwerdeführer darf 
sich dementsprechend grundsätzlich nicht darauf beschränken, die Aufhebung des angefochte-
nen Entscheids zu beantragen und - neben einem Feststellungsbegehren - einen Rückwei-
sungsantrag zu stellen (vgl. KGE VV vom 20. Mai 2020 [810 19 158] E. 1.2; KGE VV vom 
26. September 2018 [810 17 341] E. 1.2). Im vorliegenden Fall genügt der Eventualantrag indes 
den gesetzlichen Anforderungen, denn das Kantonsgericht könnte, sollte es die Rechtsauffas-
sung des Beschwerdeführers für begründet erachten, kein Sachurteil fällen, da das einerseits 
zu einer Verfahrensverkürzung führen würde und andererseits die Streitsache auch nicht liquid 
wäre. 
 
1.3 Der Beschwerdeführer ist durch die seine Schadenersatz- und Genugtuungsbegehren 
abweisende Verfügung berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Änderung (§ 47 
Abs. 1 lit. a VPO). Auf die form- und fristgerecht erhobene Beschwerde ist einzutreten. 
 
2. Verfügungen gemäss § 7 Abs. 1bis des Haftungsgesetzes beurteilt das Kantonsgericht 
mit voller Kognition (§ 45 Abs. 1 VPO). 
 
3. Die Parteien erheben eine Reihe von Einwänden, die vorab zu behandeln sind. 
 
3.1.1 Der Beschwerdegegner bestreitet in der Vernehmlassung seine Passivlegitimation. Die 
früheren Dienststellen der kantonalen Verwaltung "Kantonsspital Bruderholz", "Kantonsspital 
Liestal" und "Kantonsspital Laufen" seien mit dem Spitalgesetz vom 17. November 2011 neu in 
einer öffentlich-rechtlichen Anstalt mit dem Namen "Kantonsspital Baselland" mit Sitz in Liestal 
zusammengefasst worden. Die Anstalt sei im Jahr 2012 ins Handelsregister eingetragen wor-
den und stelle folglich erst ab diesem Zeitpunkt ein selbständiges Rechts- und Haftungssubjekt 
im Sinne von § 1 Abs. 1 des Haftungsgesetzes dar. Die im vorliegenden Fall geltend gemach-
ten Haftpflichtforderungen würden auf einer behaupteten Schadensverursachung im Jahr 2009 
basieren, lange bevor die öffentlich-rechtliche Anstalt "Kantonsspital Baselland" als selbständi-
ges Rechtssubjekt überhaupt existiert habe. Eine allfällige Haftung sei bei der kantonalen 
Dienststelle "Kantonsspital Liestal" entstanden. Somit liege auch die Passivlegitimation für die 
vorliegend geltend gemachte Haftpflichtforderung beim Kanton. Die Passivlegitimation sei nicht 
an den Beschwerdegegner übergegangen. Im Rahmen der Verselbständigung der Spitäler sei-
en die Spitalbauten gegen ein verzinsliches Darlehen an die Anstalt "Kantonsspital Baselland" 

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verkauft worden und das (bewegliche) Umlauf- und Anlagevermögen der drei Dienststellen mit-
tels Sacheinlage auf die übernehmende Anstalt übertragen worden. Sämtliche übrigen Bilanz-
positionen seien ebenfalls an die Anstalt übergegangen. Eine Universalsukzession, wie sie das 
Bundesgesetz über Fusion, Spaltung, Umwandlung und Vermögensübertragung (FusG) vom 
3. Oktober 2003 kennt, sei weder beabsichtigt gewesen noch erfolgt. Sämtliche Verbindlichkei-
ten, d.h. die Passiven, welche die kantonalen Spitäler betroffen hätten, seien beim Kanton ver-
blieben. Jegliche Ansprüche gegenüber dem Kanton, die vor dem 1. Januar 2012 entstanden 
seien, seien demgemäss nicht auf den Beschwerdegegner übergegangen. Der Haftungsan-
spruch richte sich nicht gegen ihn, er sei in materiellrechtlicher Hinsicht nicht passivlegitimiert. 
 
3.1.2 Dagegen wendet der Beschwerdeführer in der Replik ein, der Beschwerdegegner habe 
mit der materiellen Behandlung seiner Haftungsforderung und dem Erlass der hier angefochte-
nen Verfügung seine Passivlegitimation implizit anerkannt. Mit dem Inkrafttreten des Spitalge-
setzes seien die Rechtsverhältnisse des Kantonsspitals Liestal per Gesetz an die öffentlich-
rechtliche Anstalt "Kantonsspital Baselland" übertragen worden. Es habe eine Vermögensüber-
tragung mit Aktiven und Passiven stattgefunden. Dies könne nichts Anderes bedeuten, als dass 
die bisherigen Verpflichtungen unabhängig von ihrem Rechtsgrund und Gegenstand auf den 
Beschwerdegegner übergegangen seien. Dieser habe auch für Haftungsansprüche einzu-
stehen, welche vor seiner Existenz entstanden seien. 
 
3.1.3 Die Passivlegitimation ist eine grundlegende Haftungsvoraussetzung und dreht sich um 
die Frage, wer Träger einer allfälligen Entschädigungspflicht ist und vom Geschädigten in An-
spruch genommen werden kann. Passivlegitimiert ist der materiell Verpflichtete, gegen den sich 
das Recht richtet (vgl. FELIX UHLMANN, Schweizerisches Staatshaftungsrecht, Zürich 2017, 
Rz. 54). Sowohl der Kanton als auch juristische Personen des kantonalen öffentlichen Rechts 
wie der Beschwerdegegner gelten als Staat im Sinne des Haftungsgesetzes (§ 1 Abs. 1 HG) 
und kommen als Verpflichtete in Frage. Gegenüber den fehlbaren Mitarbeitenden steht der ge-
schädigten Person dagegen kein vermögensrechtlicher Anspruch zu (§ 3 Abs. 2 HG). Das Kan-
tonsgericht hat die Frage des Haftungssubjekts im vorliegenden Fall in seinem Urteil vom 
7. September 2016 ausdrücklich offengelassen. Sie ist hier zu entscheiden. Wie der Beschwer-
degegner in diesem Zusammenhang richtig ausführt, stellt die Frage der Aktiv- und Passivlegi-
timation im erstinstanzlichen Verwaltungsverfahren - im Gegensatz zum Klageverfahren - eine 
Verfahrensvoraussetzung (Sachentscheidungsvoraussetzung) dar und ist rein prozessual- und 
nicht materiellrechtlicher Natur (vgl. Urteil des BGer 2A.587/2003 vom 1. Oktober 2004 E. 4.2). 
Wenn der Beschwerdegegner der Auffassung gewesen wäre, der Haftungsanspruch richte sich 
gegen den Kanton Basel-Landschaft und nicht gegen ihn, hätte er auf die Forderungseingabe 
des Beschwerdeführers nicht eintreten dürfen. Für die Beurteilung einer gegen den Kanton ge-
richteten Forderung wäre er nicht die zuständige Instanz im Sinne von § 7 Abs. 3 HG (vgl. KGE 
VV vom 7. September 2016 [820 15 278] E. 5). Indem er die Forderung materiell beurteilte, an-
erkannte er implizit seine Passivlegitimation. Allerdings folgt aus der zwingenden Natur der öf-
fentlich-rechtlichen Vorschriften, dass ihm dieses Verhalten vorliegend nicht schadet, denn das 
Kantonsgericht prüft die Passivlegitimation im Rahmen der Rechtsanwendung von Amtes we-
gen frei. Eine allfällige Anerkennung der Haftung durch das in Anspruch genommene Subjekt 
bindet das Gericht nicht. Ebenso wenig kann dem Beschwerdegegner das Gebot von Treu und 

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Glauben entgegengehalten werden, wenn er seine fehlende Passivlegitimation erst im Rechts-
mittelverfahren geltend macht (vgl. ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER/MARTIN BERTSCHI, Verwal-
tungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl., Zürich 2013, Rz. 395). 
 
3.1.4 Es ist vorliegend unbestritten, dass die geltend gemachte Haftungsforderung entstanden 
ist, bevor der Beschwerdegegner die Rechtspersönlichkeit erlangt hat, und ursprünglich der 
Kanton Basel-Landschaft (potentiell) haftbar gewesen wäre. Im Streit steht die Frage, ob das 
Haftungsverhältnis auf der Passivseite im Zuge der rechtlichen Verselbständigung der kantona-
len Spitäler an den Beschwerdegegner übergegangen ist. Diese Verselbständigung wurde mit 
dem auf den 1. Januar 2012 rückwirkend in Kraft gesetzten totalrevidierten Spitalgesetz vom 
17. November 2011 realisiert. Gemäss § 8 Abs. 1 Spitalgesetz werden die kantonalen Spitäler 
"Kantonsspital Bruderholz", "Kantonsspital Liestal" und "Kantonsspital Laufen" in einer öffent-
lich-rechtlichen Anstalt mit Namen "Kantonsspital Baselland" mit eigener Rechtspersönlichkeit 
und Sitz in Liestal zusammengefasst. Die vom Beschwerdegegner herangezogenen Bestim-
mungen von § 13 und 14 des Spitalgesetzes betreffen die Sach- und Kapitalausstattung der 
neu gegründeten Anstalt. Der Übergang der Rechtsverhältnisse wird in den Übergangsbestim-
mungen geregelt. § 28 lit. a Spitalgesetz statuiert unter der Marginalie "Übergang der Rechts-
verhältnisse", dass mit dem Inkrafttreten dieses Gesetzes die Rechte und Pflichten und die 
Rechtsverhältnisse der Kantonsspitäler Bruderholz, Laufen und Liestal an die öffentlich-
rechtliche Anstalt "Kantonsspital Baselland" übergehen. Daraus lässt sich zwanglos folgern, 
dass vor der Vermögensübertragung begründete Schulden an den neuen Rechtsträger überge-
gangen sind. Wie der Beschwerdegegner selber festhält, handelt es sich bei der Haftpflichtfor-
derung um eine Verbindlichkeit. Dass deren Bestehen und bejahendenfalls deren Höhe zum 
Übergangszeitpunkt ungewiss waren, ändert daran nichts. Auch kommt es nicht darauf an, ob 
die (damals schon angemeldete) Forderung in der Bilanz passiviert worden war. Demnach ist 
der Beschwerdegegner vorliegend mit dem Inkrafttreten des Spitalgesetzes als Haftungssubjekt 
in das ursprüngliche Haftungsverhältnis eingetreten. Er ist im vorliegenden Verfahren passivle-
gitimiert. 
 
3.2.1 Der Beschwerdeführer erachtet die seit dem 1. Februar 2017 in Kraft stehende gesetzli-
che Regelung des Haftungsverfahrens für die Tätigkeit der in einem öffentlichen Spital beschäf-
tigten Ärzte für bundesrechtswidrig, was die Nichtigkeit der angefochtenen Verfügung zur Folge 
habe. Das in Art. 75 BGG statuierte Prinzip der Double Instance verlange, dass sich vor der 
Anrufung des Bundesgerichts zwei Behörden, davon eine als gerichtliche Rechtsmittelinstanz, 
mit der Streitsache befasst haben müssten. Es treffe zwar zu, dass als erste Instanz nicht un-
bedingt ein Gericht amten müsse, sondern hierfür auch eine Verwaltungsbehörde eingesetzt 
werden könne. Es verstosse aber gegen Art. 75 BGG wie auch das verfassungsmässige Gebot 
der Unabhängigkeit der Justiz, wenn die mit Haftpflichtansprüchen befasste Partei selber als 
erste Instanz über die gegenüber sie erhobenen Ansprüche befinden könne. Eine solche Ver-
fahrensordnung sei für die betroffenen Privaten unerträglich und verkomme in der Praxis zu 
einem vorprogrammierten Leerlauf. Das Prinzip des doppelten Instanzenzugs sei nur dann in 
gültiger Weise verwirklicht, wenn auch der erstinstanzliche Spruchkörper eine minimale Unab-
hängigkeit zu den Parteien aufweise. 
 

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3.2.2 Das Kantonsgericht überprüft im Anwendungsfall sämtliche kantonalen Erlasse von Am-
tes wegen vorfrageweise auf ihre Rechtmässigkeit (vgl. § 46 Abs. 2 VPO, inzidente bzw. ak-
zessorische Normenkontrolle). Das Gericht hat sich bereits in seinem den Beschwerdeführer 
betreffenden Urteil vom 7. September 2016 (Verfahren Nr. 820 15 278) mit der Frage der Ver-
einbarkeit der mittlerweile gesetzlich geregelten kantonalen Verfahrensordnung mit dem bun-
desrechtlichen Prinzip der Double Instance befasst und die Frage bejaht. Das Kantonsgericht 
erwog zusammengefasst, Art. 75 Abs. 2 BGG verpflichte die Kantone, für mit Beschwerde in 
Zivilsachen weiterziehbare Entscheide als letzte kantonale Instanzen obere Gerichte einzuset-
zen. Diese würden als Rechtsmittelinstanzen entscheiden. Mit dieser Bestimmung wolle der 
Bundesgesetzgeber das Prinzip des doppelten kantonalen Instanzenzugs gewährleisten. Als 
erste kantonale Instanz komme nicht nur ein unteres Gericht, sondern auch eine Verwaltungs-
behörde in Betracht. Die von der erstinstanzlichen Behörde erlassenen Entscheide müssten 
nicht ihrerseits Gerichtsurteile, sondern könnten auch Verfügungen sein (E. 4.3). Für die erstin-
stanzliche Beurteilung werde kein mit einem Gericht vergleichbares, institutionell unabhängiges 
Gremium verlangt. Auch vor Verwaltungsinstanzen habe ein Ansprecher nach Art. 29 Abs. 1 
der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV) vom 18. April 1999 An-
spruch auf gleiche und gerechte Behandlung durch unvoreingenommen und unparteiisch urtei-
lende Verwaltungsangestellte. Der heutige Beschwerdegegner habe umgekehrt die organisato-
rischen und personellen Vorkehrungen zu treffen, um eine in diesem Sinne rechtskonforme 
Entscheidfindung gewährleisten zu können. Die Wahrnehmung von Verwaltungsaufgaben brin-
ge es immer wieder mit sich, dass Behörden Entscheide treffen müssten, welche ihr Gemein-
wesen oder die Behörde selber beträfen. Ein Tätigwerden der Behörde in eigener Sache verlet-
ze dabei das Grundrecht auf unbefangene Entscheidträger der Verwaltung nicht (E. 4.5). 
 
3.2.3 Die vorstehend wiedergegebenen Ausführungen beanspruchen nach wie vor Gültigkeit. 
Was der Beschwerdeführer in der Beschwerde vorbringt, gibt keinen Anlass, darauf zurückzu-
kommen. Entgegen seiner Auffassung handelt es sich beim Beschwerdegegner wie soeben 
aufgezeigt um einen beim Gesetzesvollzug zu Neutralität und Objektivität verpflichteten Verwal-
tungsträger, wobei die für Richterinnen und Richter geltenden verfahrensrechtlichen Garantien 
betreffend Unabhängigkeit und Unbefangenheit nicht im gleichen Masse anwendbar sind (vgl. 
BGE 140 I 326 E. 5.2). Die vom Gemeinwesen errichteten Träger der dezentralen Verwal-
tung - so etwa rechtsfähige Anstalten des öffentlichen Rechts - wirken ebenso wie das Ge-
meinwesen mit seiner Zentralverwaltung als Verwaltungsträger (PIERRE TSCHANNEN/ULRICH 
ZIMMERLI/MARKUS MÜLLER, Allgemeines Verwaltungsrecht, 4. Aufl., Bern 2014, § 5 Rz. 5; KGE 
VV vom 7. September 2016 [820 16 31] E. 4.5.2). Der Umstand, dass das erstinstanzliche Ver-
fahren im vorliegenden Fall klare Mängel aufweist (vgl. nachfolgend E. 3.3), bedeutet nicht, 
dass die gesetzliche Verfahrensordnung im Kanton Basel-Landschaft per se bundesrechtswid-
rig wäre. Ergänzend kann angemerkt werden, dass das Bundesgericht in Bezug auf die ver-
gleichbare Verfahrensordnung des Kantons Bern (vgl. Art. 104a des Personalgesetzes [PG/BE] 
vom 16. September 2004) festgehalten hat, dass damit das in Art. 75 Abs. 2 BGG festgelegte 
Erfordernis der doppelten Instanz erfüllt werde (Urteil des BGer 4A_18/2015 vom 22. Septem-
ber 2015 E. 1.2.2). 
 

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3.2.4 Zumal ein bundesrechtswidriger Instanzenzug ohnehin keinen Nichtigkeitsgrund darstel-
len würde, ist der Antrag des Beschwerdeführers auf Feststellung der Nichtigkeit der Verfügung 
vom 18. Oktober 2017 abzuweisen. 
 
3.3 Der Beschwerdeführer rügt weiter eine Verletzung seines Anspruchs auf rechtliches Ge-
hör. 
 
3.3.1 Er wirft dem Beschwerdegegner vor, gar kein eigentliches Verwaltungsverfahren durch-
geführt zu haben. Der Beschwerdegegner habe keinerlei Sachverhaltsabklärungen unternom-
men und stütze sich nur auf die vorhandenen Akten. Er habe die in der ursprünglichen Klage 
gestellten Beweisanträge, insbesondere auf Einholung einer medizinischen Expertise im Zu-
sammenhang mit der im Raum stehenden Sorgfaltspflichtverletzung, überhaupt nicht behandelt. 
Er begnüge sich damit, als Sprachrohr der Haftpflichtversicherung zu amten, und gebe in der 
Begründung der Verfügung einzig pauschale Bestreitungen wieder. 
 
3.3.2 Der Beschwerdegegner verwahrt sich in der Vernehmlassung gegen die erhobene Kritik. 
Er habe das Verfahren nach den Vorgaben des Haftungsgesetzes pflichtgemäss durchgeführt. 
Er habe den Sachverhalt gestützt auf die umfangreichen vorhandenen Akten erhoben. Der 
Sachverhalt sei aus diesen Akten ausreichend ersichtlich gewesen. lm Rahmen der Erwägun-
gen habe er sich sodann mit den einzelnen sachverhaltlichen und rechtlichen Vorbringen des 
Beschwerdeführers auseinandergesetzt. Er habe dem Beschwerdeführer den Entwurf der vor-
gesehenen Verfügung zugestellt und ihm damit vor deren Erlass das rechtliche Gehör gewährt. 
 
3.3.3 Die Garantie des rechtlichen Gehörs gemäss Art. 29 Abs. 2 BV hat für das rechtsstaatli-
che Verfahren eine zentrale Bedeutung. Das rechtliche Gehör dient einerseits der Sachaufklä-
rung, andererseits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines 
Entscheids dar, welcher in die Rechtsstellung des Einzelnen eingreift. Dazu gehört insbesonde-
re das Recht des Betroffenen, sich vor Erlass eines Entscheids zur Sache zu äussern, erheb-
liche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweisanträgen 
gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder sich 
zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beein-
flussen. Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst als Mitwirkungsrecht somit alle Befugnis-
se, die einer Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt wirksam 
zur Geltung bringen kann (BGE 143 V 71 E. 4.1; BGE 135 I 279 E. 2.3; BGE 135 II 286 E. 5.1; 
BGE 132 V 368 E. 3.1, jeweils m.w.H.). 
 
3.3.4 Das Verfahren zur Geltendmachung von Haftungsansprüchen richtet sich bei Forderun-
gen gemäss § 7 Abs. 1bis HG nach dem Verwaltungsverfahrensgesetz Basel-Landschaft (VwVG 
BL) vom 13. Juni 1988. Die Leitung des Verfahrens obliegt dem Verwaltungsträger (Grundsatz 
des Amtsbetriebes). Gemäss § 9 Abs. 1 VwVG BL ermittelt die Behörde den Sachverhalt von 
Amtes wegen (Untersuchungsgrundsatz). Die Tatsachengewinnung hat stets dann im Rahmen 
eines Beweisverfahrens zu erfolgen, wenn die Tatsachen über das notorische Wissen (Wissen 
der Allgemeinheit, Fachwissen der Behörden) hinausgehen. Für die Beweisführung, d.h. die 
Entscheidung darüber, welche Tatsachen mit welchen Beweismitteln zu erheben sind, ist 

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grundsätzlich die Behörde zuständig (KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, a.a.O., Rz. 469). Das Verwal-
tungsverfahrensgesetz anerkennt ohne Rangfolge die Beweismittel der Urkunde, der Auskünfte 
der Parteien oder von Drittpersonen, der Auskünfte anderer Behörden im Rahmen der Rechts-
hilfe, des Augenscheins sowie des Gutachtens (§ 9 Abs. 3 VwVG BL), wobei auch weitere, im 
Gesetz nicht aufgeführte Beweismittel herangezogen werden können. Die Behörde nimmt die 
ihr angebotenen Beweise entgegen, wenn diese zur Ermittlung des Sachverhalts tauglich er-
scheinen (§ 9 Abs. 2 VwVG BL). Das rechtliche Gehör gewährt den Parteien einen Anspruch 
auf Abnahme ihrer rechtzeitig und formrichtig angebotenen entscheiderheblichen Beweismittel. 
Die Verweigerung einer gehörig beantragten Beweisabnahme ist zu begründen. 
 
3.3.5 Die Prüfung von Ansprüchen im Rahmen der medizinischen Staatshaftung setzt regel-
mässig die Beantwortung medizinischer Fragen voraus. Dabei kann es sich einerseits um die 
Beurteilung der Frage handeln, ob eine gesundheitliche Einbusse auf das Haftpflichtereignis 
zurückzuführen ist; anderseits stellen sich medizinische Fragen, wenn das Haftpflichtereignis 
als solches ein medizinisches Handeln betrifft. In der Regel geht es im Rahmen von haftpflicht-
rechtlichen Auseinandersetzungen um die Beantwortung der Fragen nach Fehler und Kausalität 
(UELI KIESER, Arzt als Gutachter, in: Kuhn/Poledna [Hrsg.], Arztrecht in der Praxis, 2. Aufl., Zü-
rich 2007, S. 427 f.). So präsentiert sich auch der vorliegende Fall. Zur Feststellung und Würdi-
gung dieser Sachverhaltselemente ist medizinisches Fachwissen erforderlich, das nur auf dem 
Wege eines Gutachtens Eingang in das Verfahren nehmen kann. Nun verfügt der Beschwerde-
gegner zweifellos über Personal mit besonderer Fachkenntnis. Personen wie die vom Be-
schwerdegegner beschäftigten Ärzte, die aufgrund ihrer besonderen Fachkenntnisse an der 
Vorbereitung von Verfügungen mitwirken, sind allerdings nicht als Sachverständige zu qualifi-
zieren. Auch wenn ihre Berichte Entscheidungsgrundlagen liefern und materiell allenfalls Gut-
achtenscharakter aufweisen mögen, handelt es sich nicht um Sachverständigengutachten (vgl. 
PATRICK KRAUSKOPF/KATRIN EMMENEGGER/FABIO BABEY, in: Waldmann/Weissenberger [Hrsg.], 
Praxiskommentar Verwaltungsverfahrensgesetz, 2. Aufl., Zürich 2016, Art. 12 Rz. 147; Urteil 
des BGer U.201/01 vom 11. Juni 2003 E. 4.1). Berichten dieser Art kann zwar nicht jeglicher 
Beweiswert abgesprochen werden, die volle Qualität eines Beweismittels kommt ihnen aber 
nicht zu. Sie lassen die Einholung eines Sachverständigengutachtens dementsprechend nicht 
hinfällig werden. Einem Gutachten kommt bei der Beweiswürdigung gegenüber internen Fach-
berichten insbesondere deswegen ein erhöhter Stellenwert zu, weil die Person des Sachver-
ständigen strenge Anforderungen an die Unabhängigkeit zu erfüllen hat, weil sie unparteilich 
sowie nach bestem Wissen und Gewissen zu handeln hat, und nicht zuletzt weil die Erstattung 
eines falschen Gutachtens mit Strafe bewehrt ist (vgl. auch KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, a.a.O., 
Rz. 473). 
 
3.3.6 Der Begründung des angefochtenen Entscheids lässt sich nicht entnehmen, dass im 
vorinstanzlichen Verfahren überhaupt Beweise erhoben wurden. Der Beschwerdegegner er-
wägt bezüglich der Frage, ob der Beschwerdeführer adäquat über die Operationsrisiken aufge-
klärt worden ist, die Wahrscheinlichkeit des Eintritts eines Nervenschadens als Folge einer of-
fenen Harnröhrenoperation sei äusserst gering. Zur vorgebrachten Verletzung der Sorgfalts-
pflicht erörtert er, die Operation sei professionell in der dafür notwendigen Operationslagerung 
in Steinschnittlage vorgenommen worden, weshalb dem behandelnden Arzt keine Sorgfalts-

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pflichtverletzung vorgeworfen werden könne. Eine Umlagerung während der Operation sei we-
der möglich noch medizinisch indiziert gewesen. Nach der Operation sei der Patient weiter nach 
den Regeln der ärztlichen Kunst behandelt worden. Das Vorgehen der Ärzte müsse nach dem 
im Jahr 2009 geltenden, allgemeinen fachlichen Wissensstand als durchgehend korrekt beur-
teilt werden. Der Beschwerdegegner beantwortet hierbei medizinische Fachfragen, ohne dass 
er ausführt, wie er zu diesen Erkenntnissen gelangt ist. Soweit ersichtlich stützt er sich einzig 
auf die in den Akten vorhandenen Berichte und Stellungnahmen der für die Operationen vom 
21. Dezember 2009 und 30. Dezember 2009 verantwortlichen Chirurgen. Deren Ausführungen 
stellen reine Parteibehauptungen dar, denen kein entscheidender Beweiswert beigemessen 
werden kann. Die Begründung der Verfügung erinnert denn auch mehr an einen Parteivortrag 
als an das Ergebnis einer umfassenden Beweiswürdigung. 
 
3.3.7 Der Beschwerdegegner verletzte den Untersuchungsgrundsatz, indem er den medizini-
schen Sachverhalt nicht von Amtes wegen beweismässig erstellte. Hierzu wäre angesichts der 
aufgeworfenen (entscheiderheblichen) wissenschaftlichen Fragestellungen zwingend die Einho-
lung eines medizinischen Gutachtens - unter Beachtung der diesbezüglichen Mitwirkungsrechte 
des Beschwerdeführers - erforderlich gewesen. Gleichzeitig bewirkt dieses Versäumnis eine 
Verletzung des rechtlichen Gehörs des Beschwerdeführers, der in seiner Forderungseingabe 
die Einholung einer medizinischen Expertise ausdrücklich beantragt hatte. Der Beschwerde-
gegner begründet mit keinem Wort, weshalb er die vom Beschwerdeführer anerbotenen Bewei-
se nicht abnimmt. Auch darin liegt eine Verletzung des Gehörsanspruchs. Nur nebenbei sei 
erwähnt, dass sich die Verfügung auch nicht zum Antrag auf Ausrichtung einer Parteientschädi-
gung äussert. 
 
3.3.8 Das Recht, angehört zu werden, ist formeller Natur. Die Verletzung des rechtlichen Ge-
hörs führt grundsätzlich ungeachtet der Erfolgsaussichten der Beschwerde in der Sache selbst 
zur Aufhebung der angefochtenen Verfügung. Nach der Rechtsprechung kann eine - nicht be-
sonders schwerwiegende - Verletzung des rechtlichen Gehörs ausnahmsweise als geheilt gel-
ten, wenn die betroffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor einer Rechtsmittelinstanz zu 
äussern, die sowohl den Sachverhalt wie die Rechtslage frei prüfen kann. Von einer Rückwei-
sung der Sache ist selbst bei einer schwerwiegenden Verletzung des rechtlichen Gehörs dann 
abzusehen, wenn und soweit die Rückweisung zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu 
unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem (der Anhörung gleichgestellten) Interesse 
der betroffenen Partei an einer beförderlichen Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wä-
ren (BGE 142 II 218 E. 2.8.1; BGE 137 I 195 E. 2.3.2; Urteil des BGer 8C_842/2016 vom 
18. Mai 2017 E. 3.1). Dem Beschwerdeführer ist darin beizupflichten, dass vorliegend von einer 
schweren Gehörsverletzung auszugehen ist. Dennoch erscheint eine Heilung des Mangels 
durch das Kantonsgericht als ausnahmsweise angezeigt. Das Kantonsgericht verfügt im vorlie-
genden Verfahren über volle Kognition (vgl. oben E. 2). Es hat im gerichtlichen Verfahren die 
erforderlichen Beweise selber erhoben und den Parteien dazu umfassend das rechtliche Gehör 
gewährt. Der Beschwerdegegner hat klar zu verstehen gegeben, dass er im Falle einer Rück-
weisung noch einmal gleich entscheiden würde. Dass eine Rückweisung an den Beschwerde-
gegner diesen hätte veranlassen können, materiell anders zu entscheiden, behauptet der Be-
schwerdeführer selbst nicht. Ist wie vorliegend trotz der Gehörsverletzung von Vornherein ab-

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sehbar, dass die untere Instanz nach nochmaliger Wahrung der Gehörsrechte wieder gleich 
entscheiden wird wie vorher, verkommt eine Rückweisung zum reinen Selbstzweck und zum 
formalen Leerlauf. In Anbetracht der seit der erstmaligen Geltendmachung der Haftungsforde-
rung verstrichenen Zeit muss dem Beschleunigungsgebot ein erhöhtes Gewicht beigemessen 
werden, so dass unter Berücksichtigung der konkreten Umstände im vorliegenden Einzelfall von 
einer Rückweisung abzusehen ist. Die Gehörsverletzung wird bei der Kostenverlegung ange-
messen zu berücksichtigen sein. 
 
4. In der Sache ist umstritten, ob die Schmerzsymptomatik des Beschwerdeführers im 
rechten Oberschenkel im Nachgang zur Operation vom 21. Dezember 2009 am damaligen Kan-
tonsspital Liestal natürlich wie auch adäquat kausal auf ärztliche Sorgfaltspflichtverletzungen 
(resp. die Verletzung der ärztlichen Aufklärungspflicht) zurückzuführen sind und ob der Be-
schwerdeführer deswegen für die erlittene materielle und immaterielle Unbill vom Beschwerde-
gegner Schadenersatz und Genugtuung fordern kann. 
 
4.1 Die streitbetroffene Forderung resultiert aus fehlerhafter Behandlung in einem öffentli-
chen Spital, das kraft hoheitlichen Aktes geführt wird. Mit einer solchen Behandlung wird nach 
bundesgerichtlicher Rechtsprechung und herrschender Lehre eine öffentliche Aufgabe wahrge-
nommen (BGE 139 III 252 E. 1.3; BGE 133 III 462 E. 2.1; MARTIN A. KESSLER, in: Honsell/Vogt/
Wiegand [Hrsg.], Basler Kommentar zum Obligationenrecht, 7. Aufl., Basel 2020, Rz. 8 zu 
Art. 61 OR; ROLAND BREHM, in: Hausheer/Walter [Hrsg.], Berner Kommentar zum schweizeri-
schen Privatrecht, 3. Aufl., Bern 2006, Rz. 22 ff. zu Art. 61 OR). Somit sind die Kantone nach 
Art. 61 Abs. 1 des Bundesgesetzes betreffend die Ergänzung des Schweizerischen Zivilgesetz-
buches (Obligationenrecht, OR) vom 30. März 1911 befugt, aber nicht verpflichtet, vom Bun-
deszivilrecht abweichende Bestimmungen zu erlassen und die Haftung für die Tätigkeit der in 
einem öffentlichen Spital beschäftigten Ärzte dem kantonalen öffentlichen Haftungsrecht zu 
unterstellen (fakultativer Vorbehalt zugunsten des kantonalen öffentlichen Rechts). Der Kanton 
Basel-Landschaft hat von dieser Möglichkeit mit dem Erlass des Haftungsgesetzes Gebrauch 
gemacht (vgl. KGE VV vom 13. Januar 2016 [820 15 44] E. 1). 
 
4.2 Gemäss § 3 Abs. 1 HG haftet der Staat nach den Bestimmungen des Haftungsgesetzes 
für den Schaden, den seine Mitarbeitenden in Ausübung ihrer amtlichen Tätigkeiten Dritten 
rechtswidrig verursachen. Voraussetzung für eine Haftung des Staates sind demnach die Exis-
tenz eines Schadens, die Rechtswidrigkeit der Schädigung, ein adäquater Kausalzusammen-
hang sowie eine amtliche Tätigkeit eines Mitarbeitenden des Staates. Die (ausschliessliche) 
Haftung des Gemeinwesens ist als verschuldensunabhängige Kausalhaftung ausgestaltet, 
weshalb kein Verschulden der verantwortlichen Mitarbeitenden vorausgesetzt ist (vgl. Landrats-
vorlage vom 17. April 2007 zur Totalrevision des Verantwortlichkeitsgesetzes [2007-082], 
S. 26 f.). Betreffend Genugtuung verweist das Gesetz auf die Bestimmungen des Schweizeri-
schen Obligationenrechts (§ 4 HG). Eine Genugtuung kann im hier zu beurteilenden Kontext 
folglich nur gesprochen werden, wenn sowohl die allgemeinen Voraussetzungen für eine Haft-
pflicht als auch weitere, sich aus Art. 47 OR direkt ergebende besondere Voraussetzungen er-
füllt sind. 
 

Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht 

4.3 Im Staatshaftungsrecht gilt der aus Art. 8 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB) 
vom 10. Dezember 1907 abgeleitete allgemeine Rechtsgrundsatz im öffentlichen Recht, dass 
diejenige Partei, die aus dem bewiesenen Sachverhalt Rechte ableiten will, die Nachteile der 
Beweislosigkeit zu tragen hat. Damit ist der Geschädigte beweispflichtig hinsichtlich der haf-
tungsbegründenden Tatsachen (vgl. JOST GROSS, Schweizerisches Staatshaftungsrecht, 
2. Aufl., Bern 2001, S. 370 [zit. Staatshaftungsrecht]; UHLMANN, a.a.O., Rz. 180; KÖLZ/HÄNER/
BERTSCHI, a.a.O., Rz. 115; BGE 120 Ib 411 E. 4a; KGE VV vom 9. Mai 2018 [810 17 218] 
E. 3.3). Abgesehen von Beweiserleichterungen in spezifischen Konstellationen gelangt das Re-
gelbeweismass der vollen richterlichen Überzeugung zur Anwendung. Ein Beweis gilt als er-
bracht, wenn das Gericht nach objektiven Gesichtspunkten von der Richtigkeit einer Sachbe-
hauptung überzeugt ist und ihm allfällige Zweifel als unerheblich erscheinen. 
 
5.1 Die Parteien gehen darin einig, dass die postoperative Schmerzsymptomatik des Be-
schwerdeführers auf eine sogenannte Meralgia paraesthetica (Nervenkompressionssyndrom) 
aufgrund einer Reizung des rechten Nervus cutaneus femoris lateralis zurückzuführen ist. Das 
gerichtliche Gutachten bestätigt diese Diagnose. Die Nervenkompression führte zu plötzlich und 
ohne Vorwarnung für Sekundenbruchteile bis Sekunden auftretenden stechenden Schmerzat-
tacken im rechten Oberschenkel. Die Beschwerden nahmen im Laufe der auf die chirurgische 
Revision des Nervs folgenden Monate kontinuierlich ab. Nach Angaben des Beschwerdeführers 
konnte er nach einem halben Jahr wieder durchschlafen und voll arbeiten, wobei die Gefühllo-
sigkeit im rechten Oberschenkel noch jahrelang andauerte. Heute sei er fast beschwerdefrei 
(vgl. Verhandlungsprotokoll, S. 2). 
 
5.2 In der angefochtenen Verfügung prüfte der Beschwerdegegner einzig, ob der Be-
schwerdeführer rechtsgenüglich aufgeklärt und nach den Regeln der ärztlichen Kunst behandelt 
worden war. Er gelangte zum Schluss, dass der ausreichend aufgeklärte Beschwerdeführer in 
den Eingriff eingewilligt habe und im Rahmen der Behandlung keine ärztliche Sorgfaltspflicht-
verletzung begangen worden sei, weshalb die Anspruchsvoraussetzung der Widerrechtlichkeit 
der Schädigung nicht gegeben sei. Der Beschwerdeführer widerspricht und rügt in diesem Zu-
sammenhang eine Verletzung der Aufklärungspflicht (nachfolgend E. 6), Sorgfaltswidrigkeiten 
im Rahmen der Lagerung während der Operation (E. 7) sowie ein sorgfaltswidriges Nichterken-
nen bzw. zu spätes Erkennen der Ursache der geklagten postoperativen Beschwerden (E. 8). 
 
6.1 Das Erfordernis der Widerrechtlichkeit ist eine zentrale Voraussetzung der Staatshaf-
tung. Die Rechtswidrigkeit staatlichen Handelns ergibt sich daraus, dass das Gemeinwesen in 
absolut geschützte Rechtsgüter wie Leib, Leben, Freiheit, Persönlichkeit und Eigentum eingreift 
(GROSS, Staatshaftungsrecht, a.a.O., S. 163 f.; UHLMANN, a.a.O., Rz. 117 ff.). Nach der Recht-
sprechung des Bundesgerichts ist jede ärztliche Behandlung im Grundsatz widerrechtlich, da 
sie in die persönliche Freiheit und die körperliche Integrität des Patienten eingreift. Ein solcher 
Eingriff bedarf deshalb einer Rechtfertigung. Im Vordergrund steht dabei die Einwilligung des 
Patienten in die Behandlung. Damit dieser gültig zustimmen kann, muss ihn der Arzt zuvor ge-
nügend über die beabsichtigte Behandlung aufgeklärt haben (BGE 133 III 121 E. 4.1.1; BGE 
123 II 577 E. 4d/ee; BGE 117 Ib 197 E. 2a). Hat der Patient nicht in die medizinischen Mass-
nahmen eingewilligt, dann gilt diese per se als widerrechtlich und der Arzt haftet für die daraus 

Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht 

sich ergebenden Folgen, selbst wenn er die Behandlung oder den Eingriff nach den Regeln der 
ärztlichen Kunst durchgeführt hat (BGE 108 II 59 E. 3). 
 
6.2 Der Beschwerdeführer moniert, er sei präoperativ nicht über mögliche Konsequenzen im 
Zusammenhang mit der Lagerung während der Operation aufgeklärt worden. Die stattgefunde-
ne Aufklärung habe sich lediglich auf die Anästhesie und die Harnröhrenoperation bezogen. Es 
gehe nicht darum, dass über die wahrscheinlichsten Risiken aufgeklärt werde, sondern der Pa-
tient habe über alle mit der Operation verbundenen Risiken aufgeklärt zu werden. Das Risiko 
einer Nervenschädigung im Zusammenhang mit der Steinschnittlage sei bekannt. Durch die 
extreme Steinschnittlage sei das Risiko einer Nervenläsion noch zusätzlich erhöht worden. Ent-
gegen den Ausführungen des operierenden Arztes handle es sich nicht um ein äusserst selte-
nes Ereignis. Aufklärungspflichtig seien auch mögliche Komplikationen, die nur selten auftreten 
würden, aber erheblich die körperliche Befindlichkeit des Patienten belasten könnten, wie dies 
bei der lang andauernden Phase intensivster Schmerzen beim Beschwerdeführer der Fall ge-
wesen sei. Gleichwohl sei der Beschwerdeführer über das mit der Operation einhergehende 
Risiko einer Nervenschädigung nicht aufgeklärt worden. Zudem sei er über die voraussichtliche 
Operationsdauer falsch orientiert worden. lm Aufnahmeblatt werde die Operationsdauer mit 2 
Stunden angegeben. Laut dem Operationsbericht habe die Operation aber 3 Stunden und 15 
Minuten gedauert, ohne dass eine Begründung dafür angegeben werde, weshalb die geplante 
Operationsdauer um mehr als 50 % überschritten worden sei. Auch dies stelle eine Verletzung 
der Aufklärungspflicht dar. 
 
6.3 Dem entgegnet der Beschwerdegegner, der Beschwerdeführer habe das Aufklärungs-
formular zu den Anästhesierisiken unterzeichnet. Darin werde ausdrücklich aufgeführt, dass 
unter anderem das Risiko von Nervenschäden bestehe. Zur Operationsdauer sei richtigzustel-
len, dass es sich bei dieser Angabe um eine Schätzung und nicht um eine verbindliche Aussa-
ge handle. Die vom Beschwerdeführer kritisierte Operationsdauer von 3:15 Stunden sei für eine 
End-zu-End-Anastomose keineswegs aussergewöhnlich. Vielmehr dauere diese Operation, je 
nach Komplexität des Eingriffs, normalerweise zwischen einer und vier Stunden. Die Angabe 
der Operationsdauer von zwei Stunden trage genau dieser Erfahrungstatsache Rechnung. Der 
Beschwerdeführer sei damit nachweislich korrekt über die Operationsdauer orientiert worden 
und habe in Kenntnis der Sachlage und insbesondere des Risikos einer Nervenschädigung sei-
ne Einwilligung zur Operation erteilt. 
 
6.4.1 Im Zentrum der Aufklärungspflicht des Arztes steht die Eingriffsaufklärung. Auch fehler-
frei durchgeführte medizinische Eingriffe und Behandlungen sind stets mit einem Schädigungs-
risiko behaftet, welches grundsätzlich der Patient zu tragen hat. Die Eingriffsaufklärung verfolgt 
das Ziel, den Patienten über die Diagnose und den Eingriff bzw. die Behandlung soweit zu un-
terrichten, dass er seine Einwilligung in Kenntnis der Sachlage geben kann (BGE 117 Ib 197 
E. 3b). Gemäss § 4 Abs. 1 der Verordnung über die Rechte und Pflichten der Patienten in den 
kantonalen Krankenanstalten (Patientenverordnung) vom 1. November 1988 (in der im Dezem-
ber 2009 in Kraft stehenden Fassung; die Verordnung wurde per 1. April 2013 aufgehoben) 
muss der Arzt den Patienten und seinen Vertreter mit der gebotenen Sorgfalt, in verständlicher 
und geeigneter Form sowie wahrheitsgetreu aufklären über die diagnostischen Untersuchungen 

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und die Diagnosen (lit. a), die vorgeschlagene sowie andere mögliche Therapien allenfalls der 
Erfahrungsmedizin (lit. b), die Risiken und die Nebenwirkungen (lit. c) sowie die voraussichtliche 
Entwicklung des Gesundheitszustandes mit oder ohne vorgeschlagene Therapie (lit. d). Die 
erhaltenen Informationen sollen dem Patienten ermöglichen, eine Abwägung zwischen Nutzen 
und Risiken der geplanten medizinischen Massnahme vorzunehmen, um so aus freiem Willen 
in die Behandlung einwilligen oder diese ablehnen zu können. Erst unter dieser Voraussetzung 
bildet die Zustimmung des Patienten eine rechtswirksame Einwilligung (sog. "informed 
consent") für den ärztlichen Eingriff in die körperliche Integrität (WALTER FELLMANN, Arzt und 
Rechtsverhältnis zu seinem Patienten, in: Arztrecht in der Praxis, a.a.O., S. 167). Im Rahmen 
der Verlaufsaufklärung ist die Ärztin gehalten, den Patienten über die beabsichtigte Therapie zu 
informieren. Dazu gehört die Schilderung des Therapieablaufs, der zu erwartenden Wirkungen 
und Nebenwirkungen sowie der mit der Behandlung verbundenen Risiken im Verhältnis zu den 
entsprechenden Heilungschancen (BGE 133 III 121 E. 4.1.2; Urteil des BGer 4A_483/2016 vom 
6. Februar 2017 E. 4.1). Massstab des Umfangs der Aufklärung sind auf der einen Seite die 
vom Arzt gestellte Diagnose und auf der anderen Seite die nach den medizinischen Kenntnis-
sen des damaligen Zeitpunktes mit dem Eingriff verbundenen Risiken. Allgemein gilt, dass der 
Arzt bei gewöhnlich mit grossen Risiken verbundenen Operationen, die schwerwiegende Fol-
gen haben können, den Patienten ausführlicher aufklären und informieren muss, als wenn es 
um einen im Allgemeinen unproblematischen Eingriff geht (BGE 117 Ib 197 E. 3b). Es handelt 
sich dabei aber nicht um einen konkreten Massstab, sondern bloss um einen abstrakten Grund-
satz. Gemäss Rechtsprechung und Lehre ergibt sich der Umfang der Risikoaufklärung aus der 
zentralen Frage, ob die Kenntnis des Risikos die Entscheidung des Patienten beeinflussen 
kann. Also muss der Arzt den Patienten über alle möglichen Risiken aufklären, die für dessen 
Meinungsbildung von Bedeutung sind. Abzustellen ist auf die konkreten Umstände des bevor-
stehenden Eingriffs und die individuellen Informationsbedürfnisse des Patienten (vgl. PASCAL 
PAYLLIER, Rechtsprobleme der ärztlichen Aufklärung, Zürich 1999, S. 75 f.). 
 
6.4.2 Der Beschwerdeführer führte am 18. Dezember 2009 je ein Aufklärungsgespräch mit der 
Anästhesieärztin und mit dem operierenden Arzt. Er unterzeichnete in deren Anschluss drei 
Aufklärungsprotokolle, jeweils eines zur Anästhesie, zur Vasektomie sowie zur Urethraplastik. 
Das Formular "Aufklärung, Fragebogen und Einwilligung zur Anästhesie" enthält einleitend kur-
ze Erläuterungen zu den wichtigsten Anästhesieverfahren. Zu Sicherheit und Nebenwirkungen 
der Anästhesie wird anschliessend ausgeführt, dass die Sicherheit heute sehr gross und die 
Risiken äusserst gering seien. Bedeutsame Zwischenfälle und Komplikationen seien heute bei 
allen modernen Anästhesieverfahren sehr selten. Trotzdem müsse die Klinik auf Nebenwirkun-
gen und Risiken hinweisen. In der nachfolgenden Aufzählung werden unter dem Titel "Allge-
meine Anästhesierisiken" die Gefahren aufgelistet, die allen Anästhesieverfahren - und damit 
auch der im Falle des Beschwerdeführers zum Einsatz gekommenen Vollnarkose - innewoh-
nen. Nach der Möglichkeit allergischer Reaktionen auf Medikamente werden dort an zweiter 
Stelle Nervenschäden erwähnt. Am Ende des Formulars bestätigte der Beschwerdeführer un-
terschriftlich, dass er über die gewählte Anästhesiemethode aufgeklärt worden sei, die Risiken 
kenne und dafür seine Einwilligung gebe. Somit kann festgehalten werden, dass der Beschwer-
deführer in Kenntnis der Möglichkeit von Nervenschäden in die bevorstehende Operation ein-
gewilligt hat. Bei der danach aufgetretenen Komplikation in der Form einer Meralgia paraesthe-

Seite 18 http://www.bl.ch/kantonsgericht 

tica handelt es sich um einen solchen Nervenschaden. Dass gemäss dem Beschwerdeführer 
unter Nervenschäden im Zusammenhang mit der Anästhesie nur solche Schädigungen des 
Nervensystems zu verstehen sein sollen, welche zufolge des gewählten Anästhesieverfahrens 
auftreten, nicht aber solche, die durch die operationsbedingte Lagerung entstehen, ist fachlich 
offenkundig unzutreffend, ergibt sich doch aus der bei den Akten liegenden Fachliteratur und 
den darin zitierten Studien, dass Lagerungsschäden unter anderem in Fachjournalen der Anäs-
thesie prominent diskutiert werden. Aus Sicht des Patienten macht es denn auch keinen Unter-
schied, welche Ursachen für Nervenschädigungen in Frage kommen. So oder anders handelt 
es sich um ein mit jeder Anästhesie verbundenes Risiko, über das der Beschwerdeführer vor-
liegend informiert wurde. Entgegen seiner Auffassung musste er im Rahmen der Aufklärung zur 
Vasektomie und zur Urethraplastik nicht nochmals auf die Gefahr von Nervenschäden hinge-
wiesen werden, zumal diese nicht ein eingriffsspezifisches Risiko darstellen. Das Risiko kann 
sich unabhängig vom konkreten chirurgischen Eingriff stets dann verwirklichen, wenn beim an-
ästhesierten und muskelrelaxierten Patienten durch eine bestimmte Lagerung Druck auf einen 
Nerv ausgeübt wird. Wie der Beschwerdeführer an anderer Stelle selber ausführt, ist es für das 
Risiko einer Nervenverletzung bei der Lagerung in Steinschnittlage unerheblich, welche Opera-
tion dabei durchgeführt wird (vgl. Beschwerdeschrift vom 30. Oktober 2017, Rz. 30). 
 
6.4.3 Der Beschwerdeführer wendet in der Replik ein, die Aufklärung sei ungenügend erfolgt. 
Das Aufklärungsformular betreffend Anästhesie erwähne in allgemeinster und letztlich nichtssa-
gender Weise Nervenschäden, ohne zu spezifizieren, um was für Nervenschäden es sich hand-
le und welche Konsequenzen damit für den Patienten verbunden seien. Über die gesundheitli-
chen Folgen einer Nervenschädigung sei er nicht aufgeklärt worden. Mit dieser Rüge überdehnt 
der Beschwerdeführer die Anforderungen an den Umfang der Eingriffsaufklärung. Der Arzt hat 
den Patienten in einfacher Weise mit klaren und verständlichen Worten über die Risiken des 
medizinischen Eingriffs aufzuklären (vgl. BGE 133 III 121 E. 4.1.2; BGE 105 II 284 E. 6.c). Die-
se Vorgabe würde verfehlt, wenn jedes nur erdenkliche Risiko mit allen denkbaren gesundheit-
lichen Folgen im Detail erläutert werden müsste. Es ist für den Arzt ohnehin faktisch unmöglich, 
den Patienten über alle möglichen Risiken aufzuklären, weil mit der Heilbehandlung häufig zahl-
reiche vielgestaltige Risiken verbunden sind (REGINA E. AEBI-MÜLLER ET AL., Arztrecht, Bern 
2016, § 4 Rz. 36). Dem Beschwerdegegner ist darin beizupflichten, dass eine allumfassende 
Aufklärung bis in die letzten Einzelheiten nicht möglich wäre, ohne den Patienten gleichzeitig zu 
überfordern und unnötig zu verunsichern, womit das Ziel der Eingriffsaufklärung letztlich unter-
laufen würde (Stichwort: "Desinformation durch Überinformation") und den Interessen des Pati-
enten nicht gedient wäre (vgl. ANTOINE ROGGO, Aufklärung des Patienten, Bern 2002, S. 103). 
Vielmehr darf und soll sich die Aufklärung auf die wesentlichen Risiken beschränken, die für 
den Patienten bei der Abwägung von Nutzen und Risiken des ärztlichen Eingriffs bedeutsam 
sind. Der Detaillierungsgrad hat sich dabei an der Wahrscheinlichkeit und am Mass einer mögli-
chen Schädigung zu orientieren. Über relativ häufige Komplikationen mit schwerwiegenden 
Konsequenzen muss ausführlicher informiert werden als über seltene Risiken ohne bleibende 
Folgen, bei denen eine Aufklärung unter Umständen sogar gänzlich unterbleiben kann (vgl. 
FELLMANN, a.a.O., S. 181). 
 

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6.4.4 Im vorliegenden Fall verwendet das Aufklärungsformular das Wort "Nervenschäden" als 
Sammelbegriff für eine Vielzahl möglicher Nervenläsionen, für welche im Einzelnen eine ver-
schwindend geringe Eintrittswahrscheinlichkeit besteht. Die vorliegend vom Beschwerdeführer 
erlittene Störung am Nervus cutaneus femoris lateralis ist ein solch extrem selten auftretendes 
Ereignis (vgl. nachfolgend E. 6.6.3). Mit der allgemein gehaltenen Information über die Gruppe 
von Risiken, deren Teil das vorliegend eingetretene Risiko war, wurde der Aufklärungspflicht 
umfangmässig Genüge getan (vgl. BGE 133 III 121 E. 4.2, "le chirurgien était tenu de signaler 
de manière générale les risques de lésions nerveuses"). Soweit sich der Beschwerdeführer auf 
die angeblich besonders hohen Risiken einer Operation in "extremer" Steinschnittlage beruft, 
stützt er sich auf einen beweismässig nicht erstellten Sachverhalt (vgl. nachfolgend E. 7.6). 
Dass eine Operation unter Vollnarkose heutzutage zwar sicher, aber nicht gänzlich risikolos ist 
und dass sich Nervenschäden durch vielerlei Symptome wie Schmerzen, Kribbeln, Brennen 
oder Gefühllosigkeit bemerkbar machen können, darf im Übrigen als allgemein bekanntes me-
dizinisches Basiswissen vorausgesetzt werden. Ohne das erlittene Leid bagatellisieren zu wol-
len, handelt es sich bei der vom Beschwerdeführer erlittenen Nervenkompression nicht um eine 
derart einschneidende und endgültige Schädigung der körperlichen Integrität, dass er über de-
ren Möglichkeit und Auswirkungen auf die Lebensqualität unabhängig von der Eintrittswahr-
scheinlichkeit im Detail hätte informiert werden müssen. Es verwirklichte sich keine ungewöhnli-
che und überraschende Gefahr, mit der ein vernünftiger medizinischer Laie nicht rechnen muss. 
Vorliegend ist weiter zu berücksichtigen, dass sich der Beschwerdeführer bereits im Jahr 2001 
einer Leistenhernienoperation mit Netzeinlage unterziehen musste, ihm die allgemeinen Opera-
tionsrisiken deswegen aus der früheren Behandlung bekannt waren und er diese damals offen-
sichtlich akzeptiert hatte. Der Beschwerdeführer wusste, dass mit jeder Narkose ein unver-
meidbares Restrisiko verbunden ist. Dass eine genauere Kenntnis aller in Frage kommenden 
Komplikationen geeignet gewesen wäre, seinen Entscheid für oder gegen den medizinischen 
Eingriff zu beeinflussen, legt der Beschwerdeführer nicht plausibel dar. Nach einem objektiven 
Massstab wäre die Ablehnung des Eingriffs aufgrund dieser Gefahr vom Standpunkt eines ver-
nünftigen Patienten aus betrachtet jedenfalls nicht verständlich. 
 
6.4.5 Die Aufklärung ist ein Austausch zwischen Arzt und Patient, welcher einer beidseitigen 
Mitwirkung bedarf. Der Umfang der Aufklärung hat sich am Aufklärungsbedürfnis des einzelnen 
Patienten zu orientieren. In dieser Hinsicht sind die Patienten aufgefordert, ihre Ängste und Un-
sicherheiten bei den Vorbereitungsgesprächen zu äussern. Es ist ihre Pflicht, noch vorhandene 
Unklarheiten mittels eigener Fragen offenzulegen (HARDY LANDOLT/IRIS HERZOG-ZWITTER, Arzt-
haftungsrecht, Zürich 2015, Rz. 947; PAYLLIER, a.a.O., S. 76 f.; BGE 105 II 284 E. 6d). Die dem 
Beschwerdeführer unterbreiteten Aufklärungsprotokolle enthalten jeweils eine Rubrik, in wel-
cher der Patient seine Fragen notieren kann. Vom Beschwerdeführer sind dort keine Fragen 
verzeichnet. Dem Beschwerdeführer wurde somit die Gelegenheit geboten, allfällige offene 
Fragen hinsichtlich der im Aufklärungsformular zur Anästhesie aufgeführten potentiellen Ner-
venschäden zu stellen, was er unterliess. Aus den protokollierten Aufklärungsgesprächen erge-
ben sich keine Hinweise auf eine besondere Besorgnis über die genaue Art und Ausgestaltung 
der Restrisiken der Prozeduren, welche allenfalls ein diesbezüglich vertiefendes Gespräch er-
fordert hätten. Die aufklärenden Ärzte durften aus dem Verhalten des Beschwerdeführers 
schliessen, dass dessen individuelles Informationsbedürfnis nicht über das von den Aufklä-

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rungsformularen abgedeckte gewöhnlich zu erwartende Mass hinausging. Das in der Be-
schwerde behauptete Aufklärungsdefizit hat der Beschwerdeführer demnach selbst zu verant-
worten. 
 
6.5.1 Im Rahmen der Verlaufsaufklärung muss der Patient Informationen über die Art, den 
Umfang und die Durchführung der ärztlichen Heilbehandlung und damit auch eines geplanten 
Eingriffs erhalten. Bei operativen Eingriffen sind der Ablauf und die Auswirkungen zumindest in 
groben Zügen zu thematisieren. Technische Einzelheiten sind allerdings nur auf entsprechende 
Fragen hin zu erläutern (FELLMANN, a.a.O., S. 177 f.; ROGGO, a.a.O., S. 94 f.). In diesem Zu-
sammenhang darf erwartet werden, dass die ungefähre Operationsdauer angesprochen wird, 
was im vorliegenden Fall denn auch unbestrittenermassen geschah. Der Beschwerdeführer 
moniert in der Beschwerdeschrift indes, er sei über die Dauer der geplanten Operation falsch 
informiert worden. Anstelle der auf dem Aufnahmeblatt der Klinik angegebenen Operationsdau-
er von 2 Stunden habe der Eingriff gemäss dem Operationsbericht 3 Stunden und 15 Minuten 
gedauert, wobei er den behaupteten Zeitraum im späteren Laufe des Beschwerdeverfahrens 
auf bis zu 5 Stunden und 30 Minuten ausgedehnt hat. 
 
6.5.2 Auf dem am 14. Dezember 2009 ausgefüllten Aufnahmeblatt des Kantonsspitals Liestal 
wird die geplante Prozedur aufgeführt und die "geschätzte OP-Dauer" mit "120" (Minuten) an-
gegeben. Aus dem Narkoseprotokoll der Operation vom 21. Dezember 2009 geht hervor, dass 
die Operation ca. um 9:17 Uhr begann und um 12:32 Uhr endete, weshalb im Operationsbericht 
folgerichtig eine Operationsdauer von 3 Stunden und 15 Minuten ("OP-Dauer: 03:15 Std.") an-
gegeben wird. Von diesem Wert ist nachfolgend auszugehen, da die Vor- und Nachbereitung 
des Eingriffs entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers nicht zur eigentlichen Operation 
zu zählen sind. Damit trifft es zu, dass die Operation 1 Stunde und 15 Minuten länger dauerte 
als die vorgängige Zeitangabe. Daraus kann der Beschwerdeführer aber nichts zu seinen Guns-
ten ableiten. 
 
6.5.3 Wie die auf dem Formular gewählte Formulierung unterstreicht, handelte es sich bei der 
angegebenen Operationsdauer offenkundig um einen aus Erfahrungswerten gewonnenen 
Schätzwert, basierend einer durchschnittlichen Operationsdauer, und nicht etwa um eine ent-
sprechende Zusage, die Operation innerhalb von höchstens zwei Stunden abzuschliessen. Der 
Beschwerdegegner zeigt in der Vernehmlassung unter Verweis auf Angaben des Universitäts-
klinikums Heidelberg (Vernehmlassungsbeilage 4) auf, dass alleine die Harnröhrenplastik je 
nach Komplexität des Eingriffs zwischen einer und vier Stunden dauern kann. Der Beschwerde-
führer musste aufgrund der verwendeten Formulierung davon ausgehen, dass es sich bei der 
ihm mitgeteilten Operationsdauer um einen durchschnittlichen Schätzwert handelt und die Ope-
ration sowohl weniger als auch mehr Zeit in Anspruch nehmen konnte. Der Gutachter betont, 
dass die Fachliteratur keine verbindlichen Zeitangaben zu Operationen - nicht nur der hier vor-
genommenen - nenne. Zu unterschiedlich seien die zeitlichen Vorgehensweisen der einzelnen 
Operateure. Der beim Beschwerdeführer vorgenommene kombinierte Eingriff von Vasektomie 
mit anschliessender End-zu-End Anastomose der Urethra falle offensichtlich nicht aus dem zeit-
lichen Rahmen anderer Operateure (vgl. Gutachten, S. 28). Mündlich erläutert der gerichtliche 
Sachverständige hierzu zusätzlich, dass die Chirurgie eine ganze Entourage benötige. Der 

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Operateur sei im Operationssaal auf die Mithilfe weiterer spezialisierter Akteure angewiesen, 
die zusammen ein mehr oder weniger eingespieltes Team bilden könnten. Die Operationsdauer 
sei im Einzelfall auch stark von der Agilität und Flexibilität des gesamten Teams abhängig. 
 
6.5.4 Es leuchtet ohne Weiteres ein, dass die Dauer einer konkreten Operation von zahlrei-
chen Faktoren abhängig ist und sich naturgemäss einer genauen Vorhersage entzieht. Dies 
musste auch dem Beschwerdeführer bewusst sein. Dass die ärztliche Sorgfaltspflicht die Be-
kanntgabe einer zeitlichen Bandbreite erheischen würde, bleibt eine unbelegte Behauptung des 
Beschwerdeführers, dem es im Übrigen freigestanden wäre, sich vorgängig nach dieser zeitli-
chen Dimension zu erkundigen. Der Schätzwert von zwei Stunden entspricht der ungefähren 
zeitlichen Grössenordnung der durchgeführten Operation und war damit korrekt. Von einer ei-
gentlichen Falschinformation könnte a priori nur ausgegangen werden, wenn die ursprüngliche 
Schätzung von Anfang an deutlich erkennbar ausserhalb jedes realistischen Zeitrahmens gele-
gen hätte und damit bereits der falsche Schätzwert an sich wie ein ärztlicher Kunstfehler zu 
behandeln wäre. Dies ist vorliegend nicht der Fall. Würde der Arzt quasi minutengenau auf der 
von ihm geschätzten Operationsdauer behaftet, wäre den Interessen der Patienten nicht ge-
dient: Dies würde einerseits dazu führen, dass zur Vermeidung von Haftungsrisiken nicht mehr 
ein Durchschnittswert, sondern das obere Ende der zeitlichen Bandbreite einer Operation an-
gegeben würde. Andererseits könnten Operateure bei einer während des Eingriffs unerwartet 
auftretenden Komplexität unter unnötigen Zeitdruck geraten, wodurch das Risiko von Fehlern 
ansteigen würde. 
 
6.5.5 Der Beschwerdeführer misst der Angabe der Operationsdauer deshalb eine für den Ent-
scheid des Patienten hohe Bedeutung zu, weil nach der von ihm vertretenen These das Risiko 
einer Nervenverletzung am Nervus cutaneus femoris lateralis in der Steinschnittlage mit der 
Dauer des Eingriffs stark ansteige und Umlagerungen erforderlich mache. Letztere Auffassung 
trifft allerdings nach dem Beweisergebnis nicht zu (vgl. nachfolgend E. 7.7). Zwar darf gemäss 
dem Gutachter vermutet werden, dass mit einer längeren Operationsdauer auch das Risiko, 
eine Nervenpathologie zu erleiden, zunehmen könne, dies müsse aber nicht zwingend der Fall 
sein. Konkret breit abgestützte Studien mit verbindlichen Zahlenangaben des Risikos zu einzel-
nen Körperregionen bzw. Strukturen lägen bislang keine vor (Gutachten, S. 27). Auch nach 
dem vom Beschwerdeführer vertretenen Standpunkt gilt erst eine Operationsdauer von mehr 
als vier Stunden als Risikofaktor für die Entwicklung einer lagerungsbedingten Nervenschädi-
gung. Für die Abwägung von Nutzen und Gefahren des Eingriffs dürfte die Frage, ob dieser 
voraussichtlich zwei oder etwas mehr als drei Stunden dauern werde, jedenfalls vernünftiger-
weise keinen massgebenden Einfluss haben, wenn damit keine oder zumindest nur eine mini-
male Erhöhung des Risikos einherging. 
 
6.6 Würde entgegen den vorstehenden Ausführungen davon ausgegangen, dass der Be-
schwerdeführer ungenügend aufgeklärt wurde, würde sich am Resultat nichts ändern. 
 
6.6.1 Die bundesgerichtliche Rechtsprechung gesteht dem Arzt bzw. dem belangten Spitalträ-
ger bei gescheitertem Nachweis der ausreichenden Aufklärung den Einwand der hypotheti-
schen Einwilligung des Patienten zu, d.h. dass sich der Patient auch bei gehöriger Aufklärung 

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zur Operation entschlossen hätte (BGE 133 III 121 E. 4.1; BGE 117 Ib 197 E. 5; FELLMANN, 
a.a.O., S. 227). Die Beweislast für seine entsprechende Behauptung trägt der Arzt. Vom Patien-
ten kann allerdings verlangt werden, dass er glaubhaft macht oder wenigstens behauptet, wa-
rum er bei gehöriger Aufklärung die Einwilligung zur Vornahme des Eingriffs insbesondere aus 
persönlichen Gründen verweigert hätte. Insoweit ist ihm eine Mitwirkung bei der Feststellung 
des Sachverhaltes zuzumuten, weil es um Tatsachen geht, die im Allgemeinen aus seinem 
Wissensbereich stammen (BGE 133 III 121 E. 4.1; BGE 117 Ib 197 E. 5c; ROGGO, a.a.O., 
S. 226 ff.). Eine hypothetische Einwilligung kann umso eher angenommen werden, umso klei-
ner das Aufklärungsdefizit war: Hat der Arzt den Patienten über die Grundlagen des Eingriffs 
aufgeklärt, aber gewisse, nicht allzu schwerwiegende Einzelrisiken nicht erwähnt, liegt der 
Schluss auf eine hypothetische Einwilligung näher, als wenn er überhaupt nicht aufgeklärt hat 
(FELLMANN, a.a.O., S. 227). 
 
6.6.2 Der Beschwerdegegner beruft sich im Eventualstandpunkt auf eine hypothetische Ein-
willigung des Beschwerdeführers. Unter Verweis auf die von ihm im Beschwerdeverfahren ein-
geholte Stellungnahme eines Neurologen führt er aus, bei einer Verletzung des Nervus cuta-
neus femoris lateralis handle es sich um eine äusserst selten auftretende Komplikation. So er-
gebe sich insbesondere auch aus der vom Beschwerdeführer selber zitierten Leitlinie der Deut-
schen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe vom Februar 2015, dass gemäss Studien 
bei der Steinschnittlagerung das Risiko für postoperative Neuropathien der unteren Extremität 
ca. 0.7 % betrage (Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe vom 
Februar 2015, S. 29 f.). Darüber hinaus werde auch das Auftreten nicht kompressionsbedingter 
postoperativer Neuropathien unterschiedlicher Ursache, von denen entzündlich bedingte posto-
perative Neuropathien (postoperative Neuritiden) nur einen Teil der Nervenschädigungsätiolo-
gie ausmachen würden, in der Literatur mit einer sehr geringen Wahrscheinlichkeit von 0.03 % 
bis 0.11 % angegeben. Vorliegend sei somit das Risiko einer Nervenschädigung und insbeson-
dere einer Schädigung des Nervus cutaneus femoris lateralis weit unter einem Prozent zu ver-
orten (Parteigutachten von PD Dr. B.____, FMH Neurologie, vom 13. Januar 2018, S. 7, Ver-
nehmlassungsbeilage 8). 
 
6.6.3 Die gerichtliche Expertise bestätigt im Wesentlichen die Ausführungen des vorgenann-
ten Parteigutachtens. Ausgehend vom im Dezember 2009 bestehenden Wissensstand ergibt 
die vom gerichtlichen Gutachter vorgenommene Analyse der deutschsprachigen Fachliteratur 
zusammengefasst, dass die Inzidenz von Lagerungsschäden mit etwa 50 pro 10'000 Narkosen 
(=0.5 %) angegeben wird, wovon 6 - 12 auf Nervenläsionen entfallen würden (=0.06 %-0.12%). 
Die Übersichtsarbeiten würden über keine beobachteten Schädigungen am Nervus cutaneus 
femoris lateralis in Verbindung mit einer Steinschnittlage berichten. Englischsprachige Studien 
kämen auf vergleichbare Zahlen zur Inzidenz von Nervenschädigungen. Ein Autorenteam habe 
in einer retrospektiven Studie 380'680 Narkosesituationen aus einer 10-Jahresperiode analy-
siert und hierbei schliesslich 112 Fälle (=0.03 %) von perioperativ entstandenen Verletzungen 
am peripheren Nervensystem herausfiltern können. Eine prospektiv angelegte Studie berichte 
von einer Läsion des Nervus cutaneus femoris lateralis in 0.4 % der einbezogenen Operationen 
in Steinschnittlage. Zusammenfassend kommt der Gutachter zum Schluss, anhand der Fachli-
teraturanalyse lasse sich feststellen, dass bei einer Steinschnittlage eine Verletzung an einem 

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peripheren Nerven in der Beckenregion sehr selten zu beobachten sei (Gutachten, S. 3 ff.). Er 
beantwortet die ihm unterbreitete Frage, wie hoch das Risiko sei, im Rahmen einer Operation in 
Steinschnittlage eine Störung am Nervus cutaneus femoris lateralis zu erleiden, dahingehend, 
dass dieses deutlich unter einem Prozent, konkret in der Grössenordnung von wenigen Promil-
le, liege. Eine Nervenpathologie sei zwar möglich, trete aber extrem selten auf (Gutachten, 
S. 27). Diese Ausführungen erscheinen schlüssig und geben die Inhalte der dem Gutachten 
beigelegten Studien richtig wieder. Dass der Experte bei seiner Recherche massgebliche an-
derslautende Forschungserkenntnisse übersehen hätte, wird nicht geltend gemacht. Auf seine 
überzeugenden Risikoangaben kann abgestellt werden. 
 
6.6.4 Der operierende Chefarzt der Urologie untersuchte den Beschwerdeführer am 14. De-
zember 2009 ambulant und führte mit ihm ein Gespräch über die Behandlungsmöglichkeiten. 
Als Option wurde nebst der am 21. Dezember 2009 vorgenommenen End-zu-End-Anastomose 
auch eine Urethrotomia interna (endoskopisches Verfahren zur Behandlung von Harnröh-
renstrikturen) diskutiert. Die Urethrotomie wurde aber medizinisch als beschränkt erfolgverspre-
chend beurteilt. Bei dem noch recht jungen und aktiven Patienten habe eine primäre End-zu-
End-Anastomose bei nicht voroperierter Situation die beste definitive Heilungschance (vgl. 
Schreiben von Prof. C.____ an Dr. D.____ vom 14. Dezember 2009, Beschwerdebeilage 33). 
Diese Angaben decken sich mit den im Gutachten zitierten Ausführungen des Universitätsklini-
kums Heidelberg. Demnach eignet sich die Urethrotomia interna vor allem für ältere oder vorer-
krankte Patienten und hat nur begrenzte dauerhafte Erfolgsaussichten. Insgesamt wird die Er-
folgsrate der Urethrotomie auf ca. 50 % geschätzt, wobei mit wiederholter Durchführung die 
Rückfallquote zunimmt. Sinnvoller ist deshalb in aller Regel eine frühzeitige Sanierung durch 
End-zu-End-Anastomose, deren Erfolgsrate mit 80 % bis 95 % deutlich höher liegt als bei allen 
anderen Behandlungsmethoden (vgl. Gutachten, Fn. 26 und 27). Der Beschwerdeführer ent-
schied sich zu letzterer Prozedur. Wenn er nunmehr ausführen lässt, bei gehöriger Aufklärung 
hätte er eine Zweitmeinung eingeholt und die alternative Behandlungsmethode gewählt, er-
scheint dies wenig glaubhaft. Der Beschwerdeführer ist als Architekt mit Zahlen und Wahr-
scheinlichkeiten vertraut. Dass und weshalb er sich bei genauer Kenntnis der statistisch im 
Promillebereich liegenden Gefahr des Eintritts einer Nervenschädigung und einer geschätzten 
Operationsdauer von etwas mehr als drei Stunden für eine Behandlungsmethode mit wesentlich 
schlechterer Erfolgsprognose entschieden hätte, wird nicht substantiiert dargelegt und erscheint 
nicht plausibel. Dies muss umso mehr gelten, als für die Urethrotomie ebenfalls eine (Voll- oder 
Teil-)Narkose erforderlich ist und er die allgemeinen Anästhesierisiken so oder anders zu tragen 
gehabt hätte. Soweit der Beschwerdeführer darauf Bezug nimmt, dass die durchgeführte Ope-
ration nicht zum gewünschten Ergebnis geführt habe und er heute wiederum vor dem nahezu 
gleichen Problem wie vor der Behandlung stehe, ist er damit nicht zu hören. Für die Beurteilung 
der hypothetischen Einwilligung sind nicht ex post die konkret eingetretenen Folgen eines me-
dizinischen Eingriffs zu betrachten, sondern ist eine ex ante-Perspektive einzunehmen. Aus 
dieser war das Risiko der später eingetretenen Schädigung äusserst gering. Der Beschwerde-
führer vermag keine persönlichen Gründe anzuführen, welche es aus seiner subjektiven Sicht 
nachvollziehbar erscheinen liessen, dass er seine Einwilligung verweigert hätte. Nach der all-
gemeinen Lebenserfahrung wird ein Patient durch solche Restrisiken in der Regel nicht dazu 
veranlasst, von einem medizinisch indizierten Eingriff mit grosser Erfolgschance abzusehen. 

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Vom Standpunkt eines vernünftigen Patienten aus gesehen wäre die Ablehnung der End-zu-
End-Anastomose jedenfalls unverständlich gewesen. 
 
6.6.5 Aus dem Gesagten folgt, dass sich der Beschwerdeführer auch bei der von ihm in der 
Beschwerde verlangten vollständigen und detaillierten Aufklärung über das Risiko von Nerven-
schädigungen und bei exakter Information über die Operationsdauer zur am 21. Dezember 
2009 durchgeführten Operation entschlossen hätte. Es kann für den Fall einer ungenügenden 
Aufklärung von einem gelungenen Nachweis der hypothetischen Einwilligung ausgegangen 
werden. 
 
6.7 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer vor dem medizinischen 
Eingriff korrekt über das damit verbundene Risiko einer Nervenschädigung sowie über die un-
gefähre Operationsdauer orientiert wurde und in Kenntnis der Sachlage seine Einwilligung zur 
Operation erteilte. Der dadurch bewirkte Eingriff in seine körperliche Integrität war durch sein 
(tatsächliches oder allenfalls hypothetisches) Einverständnis gerechtfertigt, weshalb eine eo 
ipso greifende Widerrechtlichkeit der ärztlichen Behandlung zu verneinen ist. 
 
7.1 Im Bereich der medizinischen Staatshaftung kommt der Widerrechtlichkeit sodann in der 
Form der Sorgfaltspflichtverletzung des Arztes eine fundamentale Bedeutung zu. Jede medizi-
nische Massnahme muss sich nach den Grundsätzen der medizinischen Wissenschaft richten 
(§ 3 Abs. 3 Patientenverordnung). Der Arzt haftet zwar für jede Verletzung dieser Grundsätze, 
nicht jeder Fehler kommt aber einer Sorgfaltspflichtverletzung gleich. Der Mediziner übt eine 
gefahrengeneigte Tätigkeit aus, der auch haftpflichtrechtlich Rechnung zu tragen ist. Die im 
Zusammenhang mit einer ärztlichen Heilbehandlung verursachte Schädigung der körperlichen 
Integrität ist haftungsbegründend, wenn sie auf eine schwerwiegende ärztliche Sorgfaltspflicht-
verletzung zurückzuführen ist. Ein solcher ärztlicher Kunst- oder Behandlungsfehler wird in der 
schweizerischen Literatur und Rechtsprechung definiert als ein Verstoss gegen allgemein aner-
kannte Regeln der ärztlichen Wissenschaft und Praxis (Heilkunst) infolge eines Mangels an 
gehöriger Aufmerksamkeit oder Vorsicht (MORITZ W. KUHN, Arzt und Haftung aus Kunst- bzw. 
Behandlungsfehlern, in: Arztrecht in der Praxis, a.a.O., S. 605; JOST GROSS, Haftung für medi-
zinische Behandlung im Privatrecht und im öffentlichen Recht der Schweiz, Bern 1987, 
S. 164 ff. [zit. Haftung für medizinische Behandlung]; BGE 120 Ib 411 E. 4a). Die Anforderun-
gen an die ärztliche Sorgfaltspflicht lassen sich nicht ein für allemal festlegen; sie richten sich 
vielmehr nach den Umständen des Einzelfalles, namentlich nach der Art des Eingriffs oder der 
Behandlung, den damit verbundenen Risiken, dem Ermessensspielraum, den Mitteln und der 
Zeit, die dem Arzt im einzelnen Fall zur Verfügung stehen, sowie nach dessen Ausbildung und 
Leistungsfähigkeit. Nicht einzustehen hat der Arzt im Allgemeinen für jene Gefahren und Risi-
ken, die immanent mit jeder ärztlichen Tätigkeit und auch mit der Krankheit an sich verbunden 
sind. Der Begriff der Pflichtverletzung darf auch nicht so verstanden werden, dass darunter jede 
Massnahme oder Unterlassung fällt, welche bei nachträglicher Betrachtung den Schaden be-
wirkt hat oder vermieden hätte. Eine Pflichtverletzung ist nur dort gegeben, wo eine Diagnose, 
eine Therapie oder ein sonstiges ärztliches Vorgehen nach dem allgemeinen fachlichen Wis-
sensstand nicht mehr als vertretbar erscheint und damit ausserhalb der objektivierten ärztlichen 
Kunst steht. Das Vorliegen einer Sorgfaltspflichtverletzung hat der Geschädigte zu beweisen 

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(BGE 133 II 121 E. 3.1; BGE 130 IV 7 E. 3.3; BGE 120 Ib 411 E. 4; Urteil des BGer 
4A_679/2010 vom 11. April 2011 E. 6.2; BERNHARD STEHLE/SEBASTIAN REICHLE, Voraussetzun-
gen der Arzthaftung - Ein Überblick gestützt auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung, in: 
HAVE Arzthaftpflicht 2019, S. 42 ff.; LANDOLT/HERZOG-ZWITTER, a.a.O., Rz. 759 ff.). 
 
7.2 Der Beschwerdeführer erblickt eine Sorgfaltspflichtverletzung darin, dass die behan-
delnden Ärzte den eingetretenen Lagerungsschaden während der Operation nicht abgewendet 
hätten. Eingriffe an der Harnröhre würden eine extreme Steinschnittlagerung mit entsprechend 
starker Beugung der Beine im Hüftgelenk verlangen. lm vorliegenden Fall habe deswegen die 
Anwinkelung der Beine im Hüftgelenk weit mehr als 90° betragen mit der Konsequenz, dass der 
Druck auf das Gewebe äusserst gross gewesen sei. Damit sei das Risiko einer Nervenläsion 
erhöht worden. Die Ärzte hätten die notwendigen Massnahmen zur Vermeidung des ihnen be-
kannten erhöhten Risikos einer Nervenschädigung nicht ergriffen und es versäumt, eine wirk-
same Lagerungskontrolle vorzunehmen sowie den Patienten zeitweise umzulagern. Während 
der Operation hätte richtigerweise zur Entlastung der Nerven mindestens nach jeweils einer 
Stunde eine Umlagerung - bestehend aus dem Absenken der Beine und einer damit einherge-
henden Verringerung der Beugung mit der Entlastung von Druckstellen - vorgenommen werden 
müssen. In den Akten des Beschwerdegegners sei nichts dokumentiert, woraus sich ergeben 
würde, dass die Ärzte dem Risiko eines Lagerungsschadens Rechnung getragen hätten. Dass 
man sich auf Seiten des Beschwerdegegners des Risikos eines Lagerungsschadens bewusst 
gewesen sei, zeige im Übrigen der Blick ins Anästhesieprotokoll, wo zweimal von einer Lage-
rungskontrolle die Rede sei, jeweils aber unverständlicherweise keine Umlagerung und damit 
keine Entlastung der Druckstellen vorgenommen worden sei. Zudem sei die Lagerungskontrolle 
nicht genau dokumentiert worden. Insoweit liege auch eine ungenügende Dokumentation vor, 
deren Nachteile der Beschwerdegegner zu tragen habe. 
 
7.3 Die vom Beschwerdeführer behauptete Lagerung mit einer extremen Steinschnittlage 
wird vom Beschwerdegegner bestritten. Die Operation sei vielmehr in einer normalen Stein-
schnittlage erfolgt, welche bei einer End-zu-End-Anastomose zwingend notwendig sei. Bestrit-
ten werde auch, dass durch die Steinschnittlagerung das Risiko der behaupteten Nervenläsion 
erhöht worden sei oder dass als Hauptrisikofaktor einer Nervenschädigung, insbesondere des 
Nervus cutaneus femoris lateralis, eine mehr als zweistündige Operationsdauer in Frage kom-
me. Der Beschwerdeführer verwechsle in seiner Argumentation zwei völlig unterschiedliche 
Nerven. Eine lange Lagerungszeit und eine starke Beugung im Hüftgelenks gälten als Risiko-
faktoren für Läsionen des Nervus femoralis, nicht aber des Nervus cutaneus femoris lateralis. 
Eine Beugung im Hüftgelenk bewirke keine Belastung des letztgenannten Nervs, sondern des-
sen Entlastung. Die vom Beschwerdeführer angemahnte Umlagerung während der Operation 
sei weder erforderlich noch angezeigt gewesen. Da in der Steinschnittlage keine Kompression 
des Nervus cutaneus femoris lateralis erfolge, sei eine Druckentlastung mittels Umlagerung gar 
nicht möglich gewesen. Die geforderte Umlagerung wäre somit nicht nur nutzlos gewesen, sie 
hätte auch die ordnungsgemässe Durchführung der Operation gefährdet, die Narkosezeit ver-
längert und darüber hinaus auch noch die weitere Gefahr des Durchbrechens der Sterilität in 
sich geborgen. Der Verzicht auf eine Umlagerung habe somit dem medizinischen Standard ent-
sprochen. 

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7.4 Laut dem eingeholten Gutachten handelt es sich bei der "Steinschnittlage" um eine 
Standardlagerung mit hochgelagerten und im Hüft- und Kniegelenk gebeugten Beinen. Mit die-
ser Lagerung sei ein guter Zugang zum Operationsgebiet im Bereiche der Genitalien gewährt. 
Bei der extremen Steinschnittlage werde zusätzlich auch noch das Becken angehoben, d.h. in 
eine sogenannte Trendelenburg-Position gebracht. Diese extreme Steinschnittlage erleichtere 
in der Urologie den operativen Zugang zu den tiefen Strukturen in der Dammregion, beispiels-
weise an der Prostata, Samenblase oder Blasenhinterwand. Das konkrete Ausmass der in der 
streitgegenständlichen Operation vom 21. Dezember 2009 umgesetzten Steinschnittlage werde 
im Operationsbericht nicht näher umschrieben. Die Analyse der Akten und des hierin dokumen-
tierten klinischen Sachverhalts in Verbindung mit dem Eingriff vom 21. Dezember 2009 lasse 
bezüglich Lagerung während der Operation keine Abweichung von geltenden Sorgfaltsstan-
dards erkennen. In der Parteiverhandlung ergänzt der Gutachter mündlich, dass eine extreme 
Steinschnittlage für die vorliegende Operation nicht notwendig gewesen sei und auch nicht 
normal gewesen wäre. Er könne sich nicht vorstellen, dass der Chirurg so operiert habe. Der 
Lagerungspfleger müsse zu Beginn des Eingriffs prüfen, ob die Lagerung stimme. Danach wer-
de der Patient nicht mehr bewegt, ausser bei vorbestehenden Durchblutungsstörungen. Die 
Verletzung des Beschwerdeführers betreffe keinen bei der Steinschnittlagerung neuralgischen 
Punkt. Im Falle einer Umlagerung hätten sich namentlich Sterilitätsrisiken ergeben. Sie sei nicht 
notwendig gewesen. Er selber habe 12-Stunden-Operationen in Steinschnittlage ohne Umlage-
rung vorgenommen. 
 
7.5 Für den Nachweis eines Behandlungsfehlers trägt wie erwähnt der Beschwerdeführer 
die Beweislast und gilt das Regelbeweismass der vollen richterlichen Überzeugung. Der Be-
schwerdeführer nimmt vorliegend allerdings Beweiserleichterungen für sich in Anspruch. 
 
7.5.1 Er vertritt zunächst den Standpunkt, dass beim Eintritt eines Lagerungsschadens von 
einer natürlichen Vermutung dafür auszugehen sei, dass dieser Schaden auf eine Sorgfalts-
pflichtverletzung durch die behandelnden Ärzte zurückzuführen sei. Nach der bundesgerichtli-
chen Rechtsprechung in BGE 120 II 248 begründe eine durch die Behandlung verursachte 
neue gesundheitliche Beeinträchtigung eine widerlegbare Tatsachenvermutung, wonach nicht 
alle gebotenen Vorkehren getroffen worden seien und eine objektive Sorgfaltspflichtverletzung 
vorliege. Anders als der Beschwerdeführer meint, hat das Bundesgericht im von ihm angeführ-
ten BGE 120 II 248 indessen nicht entschieden, dass bei jeglicher Verschlechterung des Ge-
sundheitszustandes während einer ärztlichen Behandlung eine natürliche Vermutung für eine 
Sorgfaltswidrigkeit spreche und der Entlastungsbeweis dem Arzt obliege. Wie das Bundesge-
richt in Erwägung 2c des Urteils klarstellte und in späteren Entscheiden präzisierte, beschränkte 
sich die Tragweite des Entscheides ausdrücklich auf die im damaligen Verfahren konkret in 
Frage stehende Infektionsgefahr nach peri- und intraartikulärer Injektion (vgl. BGE 133 III 121 
E. 3.1; Urteil des BGer 4A_483/2016 vom 6. Februar 2017 E. 5.1; Urteil des BGer 4C.53/2000 
vom 13. Juni 2000 E. 2b). BGE 120 II 248 kann somit nicht tel quel auf jede Behandlung über-
tragen werden, auf die eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes folgt (HEINZ 
HAUSHEER/MARCEL JAUN, Unsorgfältige ärztliche Behandlung - Arzthaftung, in: Weber/Münch 
[Hrsg.], Haftung und Versicherung, 2. Aufl., Basel 2015, Rz. 19.82). Dementsprechend bleibt 

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der Beschwerdeführer im vorliegenden Fall voll beweispflichtig und kommt nicht in den Genuss 
einer Beweiserleichterung in Form der natürlichen Vermutung einer Sorgfaltspflichtverletzung. 
 
7.5.2 Der Beschwerdeführer macht weiter einen Dokumentationsmangel geltend, wodurch 
vorliegend das Regelbeweismass für den Nachweis einer Sorgfaltspflichtverletzung erheblich 
herabgesetzt werde. 
 
7.5.3 Über jeden Patienten ist eine Krankengeschichte zu führen (§ 10 Abs. 1 Patientenver-
ordnung). Diese Aufzeichnungspflicht ist Teil der Pflicht zur sorgfältigen Behandlung. In haft-
pflichtrechtlichen Streitigkeiten zum Arzthaftungsrecht ist die vollständige Dokumentation der 
Krankengeschichte das wichtigste Beweismittel (LAURA JETZER, Die ärztliche Dokumentations-
pflicht und der Beweis des Behandlungsfehlers, ZBJV 2012, S. 309). Der Umfang der Doku-
mentationspflicht ergibt sich aus ihrem Zweck (BGE 141 III 363 E. 5.1). Die Dokumentation soll 
die korrekte Behandlung sicherstellen, namentlich auch bei der Behandlung durch mehrere 
Personen oder bei einem Arztwechsel. Das Patientendossier muss deshalb Auskunft geben 
über alle wesentlichen, das Patientenverhältnis betreffenden Vorkommnisse. Es hat Angaben 
zu enthalten über die Sachverhaltsfeststellungen des Arztes samt Anamnese, Krankheitsver-
lauf, persönlichem Umfeld des Patienten und differenzierter Diagnose. Sodann ist Buch zu füh-
ren über den Ablauf und den Gegenstand der Aufklärung des Patienten. Schliesslich sind die 
angeordneten Therapieformen (zeitlich und quantitativ umschriebene Medikationen, Eingriffe 
und Operationsberichte, physikalische und andere Therapieformen) zu dokumentieren. Die Zu-
satzdokumente (Laborberichte, Röntgenbilder etc.) sind im Patientendossier aufzubewahren. 
Die schriftliche Dokumentation des Behandlungsverlaufs bezweckt darüber hinaus auch die 
Beweissicherung (FELLMANN, a.a.O., S. 136 ff.; LANDOLT/HERZOG-ZWITTER, a.a.O., Rz. 1065; 
JETZER, a.a.O., S. 312 f.). Die Dokumentationspflicht dient primär der Erfüllung des Behand-
lungsauftrags und hat sich auf die medizinische Üblichkeit und Erforderlichkeit auszurichten. 
Aufzeichnungspflichtig sind die aus medizinischer Sicht für die ärztliche Behandlung wesentli-
chen medizinischen Fakten. Gewöhnliche bzw. übliche Massnahmen sind nicht zwingend zu 
dokumentieren. Ebenfalls nicht dokumentationspflichtig sind medizinische Selbstverständlich-
keiten oder reine Routinemassnahmen (LANDOLT/HERZOG-ZWITTER, a.a.O., Rz. 1066; JETZER, 
a.a.O., S. 313). Die Dokumentationspflicht dient zwar auch der Beweissicherung, diese ist aber 
eine Folge daraus und nicht der primäre Zweck. Das Bundesgericht hat es abgelehnt, aus der 
Dokumentationspflicht eine selbständige Nebenpflicht des Arztes zur Beweissicherung zuguns-
ten des Patienten abzuleiten (BGE 141 III 363 E. 5.1). Bei fehlender oder mangelhafter Doku-
mentation werden der geschädigten Person nach Lehre und Rechtsprechung für den Nachweis 
des Behandlungsfehlers und der damit ursächlich zusammenhängenden Schädigung Beweiser-
leichterungen zugestanden in Form der Herabsetzung des Regelbeweismasses auf die über-
wiegende Wahrscheinlichkeit (HAUSHEER/JAUN, a.a.O., Rz. 19.83; JETZER, a.a.O., S. 328 ff.; 
BGE 141 III 363 E. 5.2; Urteil des BGer 4C.378/1999 vom 23. November 2004 E. 3.2). 
 
7.5.4 Nach Auffassung des Beschwerdeführers wird mit einer Operation in einer extremen 
Steinschnittlage die Eintrittswahrscheinlichkeit einer Nervenläsion erhöht. In den Akten sei die 
Steinschnittlage nicht näher beschrieben, was als Dokumentationsmangel zu werten sei. Eben-
falls fehle eine Schilderung der vorgenommenen Lagerungskontrolle. Diesbezüglich ist festzu-

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halten, dass die Operation vom 21. Dezember 2009 in einem Anästhesieprotokoll, das zusätz-
lich Angaben zur Lagerung und sonstige Beobachtungen während der Operation enthält, sowie 
im Operationsbericht dokumentiert wurde. Dem Beschwerdeführer ist darin zuzustimmen, dass 
aus dem Operationsbericht einzig hervorgeht, dass der Eingriff in Steinschnittlage vorgenom-
men wurde, nicht aber, wie stark die Beine gebeugt waren und ob das Becken angehoben wur-
de. Wie der Gerichtsgutachter aber klar festgehalten hat, war die genaue Art der Steinschnittla-
ge für die medizinische Behandlung ohne Belang. Wie die Steinschnittlage im Detail ausgese-
hen habe, sei unter medizinischen Gesichtspunkten nicht zu dokumentieren gewesen. Des Wei-
teren pflichtet der Gutachter dem Beschwerdegegner bei, dass die Dokumentation zur durchge-
führten Operation unter Einhaltung der objektiven Sorgfaltsstandards erstellt worden sei (Gut-
achten, S. 25). Seine Ausführungen decken sich mit der vom Beschwerdegegner in der Ver-
nehmlassung zitierten Fachpublikation, wonach die technisch richtige Lagerung sowie deren 
intraoperative Kontrollen als medizinische Selbstverständlichkeiten nicht im Detail dokumentiert 
werden müssten (vgl. ALEXANDRA PEYER, lntra-operative Lagerungsschäden, Diplomarbeit an 
der Höheren Fachschule Intensiv-, Notfall- und Anästhesiepflege Zürich [Z-INA], Zürich 2015, 
S. 11 f.). Wenn der Beschwerdeführer in der Stellungnahme vom 3. Juni 2019 moniert, das 
Ausmass der Hüftbeugung im Rahmen einer Steinschnittlagerung korreliere mit dem Risiko 
eines Lagerungsschadens und sei deshalb aufzeichnungspflichtig gewesen, rügt er im Grunde 
genommen eine unterlassene Beweissicherung. Ist die Dokumentation des Ausmasses der 
Steinschnittlagerung und der Art der Lagerungskontrolle aus medizinischen Gründen nicht not-
wendig und üblich, kann mit deren Fehlen nicht eine Beweiserleichterung begründet werden. 
Das Nichtdokumentieren eines detaillierten Behandlungsgeschehens indiziert vielmehr, dass 
eine standardgemässe Behandlung ohne Zwischenfälle stattgefunden hat (LANDOLT/HERZOG-
ZWITTER, a.a.O., Rz. 1071 f. [die deutsche Rechtsprechung wiedergebend]). Aus der unterlas-
senen Aufzeichnung der medizinisch nicht relevanten Tatsachen dürfen dem Beschwerde-
gegner keine Nachteile erwachsen (vgl. Urteil des BGer 4A_483/2016 vom 6. Februar 2017 
E. 5.1). 
 
7.6 Für seine Behauptung, er sei in einer extremen Steinschnittlage operiert worden, stützt 
sich der Beschwerdeführer auf ein Schreiben des operierenden Chirurgen vom 3. September 
2010 an