# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4565f37e-f218-56e5-bb02-56fe8c72fb32
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-11-25
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 25.11.2025 E-8873/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-8873-2025_2025-11-25.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-8873/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 5 .  N o v e m b e r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichter Mathias Lanz, 

mit Zustimmung von Richter Lukas Müller;   

Gerichtsschreiberin Nina Ermanni. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Afghanistan,   

vertreten durch Claudio Ludwig, (…),  

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(sicherer Drittstaat - Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG);  

Verfügung des SEM vom 10. November 2025 / N (…). 

 

 

 

E-8873/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer suchte am 23. September 2025 in der Schweiz um 

Asyl nach. 

B.  

Ein Abgleich seiner Fingerabdrücke mit der «Eurodac»-Datenbank ergab, 

dass er am 26. März 2025 in Griechenland ein Asylgesuch eingereicht 

hatte und ihm dort am 3. Juli 2025 internationaler Schutz gewährt worden 

war. 

C.  

C.a Am 29. September 2025 ersuchte das SEM die griechischen Behörden 

um Rückübernahme des Beschwerdeführers gestützt auf die Richtlinie 

2008/115/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. De-

zember 2008 über gemeinsame Normen und Verfahren in den Mitglied-

staaten zur Rückführung illegal aufhältiger Drittstaatsangehöriger (EU-

Rückführungsrichtlinie) sowie auf das bilaterale Abkommen vom 28. Au-

gust 2006 zwischen dem Schweizerischen Bundesrat und der Regierung 

der Hellenischen Republik über die Rückübernahme von Personen mit ir-

regulärem Aufenthalt (SR 0.142.113.729). 

C.b Mit Schreiben vom 2. Oktober 2025 stimmten die griechischen Behör-

den dem Rückübernahmeersuchen zu und teilten gleichzeitig mit, der Be-

schwerdeführer sei seit dem 3. Juli 2025 in Griechenland als Flüchtling an-

erkannt und verfüge über eine vom 3. Juli 2025 bis zum 2. Juli 2028 gültige 

Aufenthaltsbewilligung. 

D.  

D.a Das SEM gewährte dem Beschwerdeführer mit Schreiben vom 20. Ok-

tober 2025 das rechtliche Gehör zu einem möglichen Nichteintretensent-

scheid gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG (SR 142.31), einer Wegwei-

sung nach Griechenland sowie zum medizinischen Sachverhalt. 

D.b Der Beschwerdeführer nahm dazu mit Schreiben seiner zugewiesenen 

Rechtsvertretung vom 22. Oktober 2025 Stellung. 

E.  

Am 5. November 2025 erkundigte sich das SEM beim Gesundheitsdienst 

des zuständigen Bundesasylzentrums (BAZ) nach dem Gesundheitszu-

stand des Beschwerdeführers. Der Gesundheitsdienst meldete zurück, 

E-8873/2025 

Seite 3 

abgesehen von einem Konsilium zum psychischen Gesundheitszustand 

am 5. Dezember 2025 seien weder Arzttermine geplant noch ausstehend. 

F.  

F.a Am 6. November 2025 übermittelte das SEM den Entscheidentwurf in-

klusive sämtlicher entscheidrelevanter Akten der Rechtsvertretung zur 

Stellungnahme. 

F.b Die Rechtsvertretung reichte am 7. November 2025 ihre Stellung-

nahme ein. 

G.  

Mit Verfügung vom 10. November 2025 – gleichentags eröffnet – trat das 

SEM in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG auf das Asylgesuch 

des Beschwerdeführers nicht ein und ordnete die Wegweisung aus der 

Schweiz sowie den Vollzug nach Griechenland an. 

H.  

Mit Eingabe des rubrizierten Rechtsvertreters vom 17. November 2025 

liess der Beschwerdeführer beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde 

erheben und beantragen, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und 

die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen; eventualiter sei die Vor- 

instanz anzuweisen, ihn vorläufig aufzunehmen. 

In prozessualer Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen 

Prozessführung inklusive Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvor-

schusses. 

Zur Untermauerung seiner Vorbringen reichte er drei Fotos ein, die seine 

in Afghanistan erlittenen Verletzungen aufzeigten. 

I.  

Die vorinstanzlichen Akten lagen dem Bundesverwaltungsgericht am 

19. November 2025 in elektronischer Form vor (vgl. Art. 109 Abs. 3 AsylG). 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurtei-

lung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig 

E-8873/2025 

Seite 4 

und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls – in der Regel und auch vorlie-

gend – endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG). 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden; der Be-

schwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdeführung legiti-

miert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 3 AsylG; Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 

VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

3.1 Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das 

SEM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen 

(Art. 31a Abs. 1 - 3 AsylG), ist die Beurteilungskompetenz der Beschwer-

deinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt, ob die Vorinstanz zu 

Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1; 

2012/4 E. 2.2, je m.w.H.). 

3.2 Hinsichtlich der Frage der Wegweisung und des Wegweisungsvollzugs 

hat die Vorinstanz eine materielle Prüfung vorgenommen, weshalb das 

Bundesverwaltungsgericht diese Punkte insoweit ohne Einschränkung 

prüft. 

4.  

Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet. Sie ist im Ver-

fahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten 

Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin (Art. 111 Bst. e AsylG) 

ohne Durchführung eines Schriftenwechsels und mit summarischer Be-

gründung zu behandeln (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 

5.  

Der Beschwerdeführer wurde am 3. Juli 2025 in Griechenland als Flücht-

ling anerkannt und verfügt über eine gültige griechische Aufenthaltsbewilli-

gung. Zudem haben die griechischen Behörden seiner Rückübernahme 

vorbehaltlos zugestimmt (vgl. zum Ganzen SEM-Akte […]-17/2). Es ist 

ohne Weiteres davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer nach 

E-8873/2025 

Seite 5 

Griechenland zurückkehren und sich dort legal aufhalten kann. Etwas an-

deres wird in der Beschwerdeschrift denn auch nicht geltend gemacht. Ent-

sprechend ist das SEM in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG zu 

Recht auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten. 

6.  

6.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

6.2 Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder über eine auslän-

derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei-

lung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht 

angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

7.  

7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

7.2 In der Beschwerde wird im Wesentlichen – wie bereits im vorinstanzli-

chen Verfahren – geltend gemacht, der Beschwerdeführer sei in Afghanis-

tan gefoltert worden. Er habe aufgrund der erlittenen Verletzungen auch 

jetzt noch körperliche Schmerzen und benötige eine spezialisierte medizi-

nische Behandlung und eine kontinuierliche Nachsorge. Solche Dienstleis-

tungen seien in Griechenland schwer zugänglich und unzureichend. Er 

leide zudem häufig unter Albträumen und Flashbacks, welche wohl mit sei-

nen Traumata zusammenhingen, und sei derzeit wegen Angstzuständen, 

Depressionen, Schlaflosigkeit und einer posttraumatischen Belastungsstö-

rung (PTBS) in Behandlung. In Griechenland sei der Zugang zu psycholo-

gischer Betreuung eingeschränkt, was ihm – verbunden mit der stressigen 

und instabilen Lebenssituation in Griechenland – seine Genesung erheb-

lich erschwere. Gegenwärtig sei eine PTBS diagnostiziert sowie eine 

E-8873/2025 

Seite 6 

Untersuchung betreffend seinen psychischen Gesundheitszustand auf den 

5. Dezember 2025 angesetzt worden. Es sei noch nicht abschliessend ge-

klärt, ob seine psychische Gesundheit infolge der erlittenen Folterung in 

Afghanistan in besonders schwerwiegender Weise beeinträchtigt sei oder 

nicht. Entsprechend sei der rechtserhebliche Sachverhalt noch nicht voll-

ständig erstellt und es könne nicht abschliessend gesagt werden, ob es 

sich bei ihm nicht doch um eine besonders verletzliche Person handle. 

Hinzu komme, dass seine Arbeitsfähigkeit aufgrund seiner Handverletzung 

eingeschränkt sei und er keine körperliche Arbeit mehr verrichten könne. 

8.  

8.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz (insbesondere Art. 5 Abs. 1 AsylG, Art. 33 Abs. 1 des Abkom-

mens über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30], Art. 25 

Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen 

Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behand-

lung oder Strafe [FoK, SR 0.105] und Art. 3 EMRK) einer Weiterreise der 

Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen 

Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AIG). 

8.1.1 Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers erweist sich der 

Vollzug der Wegweisung nach Griechenland in Beachtung der vorstehend 

genannten völker- und landesrechtlichen Bestimmungen (vgl. E. 8.1) als 

zulässig. Bei Griechenland handelt es sich um einen sicheren Drittstaat, in 

welchem der Beschwerdeführer Schutz vor Rückschiebung im Sinn von 

Art. 5 Abs. 1 AsylG findet. Das Land ist sodann Signatarstaat der EMRK, 

der FoK und der FK sowie des Zusatzprotokolls der FK vom 31. Januar 

1967 (SR 0.142.301) und kommt seinen diesbezüglichen völkerrechtlichen 

Verpflichtungen grundsätzlich nach. Zwar anerkennt das Bundesverwal-

tungsgericht, dass die Lebensbedingungen in Griechenland für dort aner-

kannte Schutzberechtigte in fast allen Bereichen des täglichen Lebens 

schwierig sind und sich die Alltagsbewältigung beschwerlich gestaltet. Ge-

mäss koordinierter Praxis ist aber nicht von einer Situation auszugehen, in 

der jeder Person mit Schutzstatus eine unangemessene und erniedrigende 

Behandlung im Sinn einer Verletzung von Art. 3 EMRK drohen würde (vgl. 

das Referenzurteil des BVGer E-3427/2021, E-3431/2021 vom 28. März 

2022 E. 11.2). 

8.1.2 Eine zwangsweise Rückweisung von Personen mit gesundheitlichen 

Problemen kann nur ganz ausnahmsweise einen Verstoss gegen Art. 3 

EMRK darstellen (vgl. BVGE 2011/9 E. 7; Urteil des Europäischen 

E-8873/2025 

Seite 7 

Gerichtshofs für Menschenrechte [EGMR] Paposhvili gegen Belgien 

13. Dezember 2016, Grosse Kammer 41738/10, §§ 180–193 m.w.H.). 

8.1.3 Gemäss den medizinischen Akten wurden beim Beschwerdeführer 

eine Notwendigkeit der Impfung (Immunisierung) gegen Kombinationen 

von Infektionskrankheiten (ICD-10: Z27), eine PTBS (ICD-10: F43.1) und 

Folgen von Verletzungen mehrerer Körperregionen – Status nach Folte-

rung mit Säure und Waffen (ICD-10: T94.0) diagnostiziert (vgl. SEM-Akte 

[…]-29/3). Des Weiteren klagt er über Angstzustände, Depressionen, 

Schlaflosigkeit, Albträume, Flashbacks und eine Handverletzung. Die ge-

nannten gesundheitlichen Beschwerden stellen kein derart gravierendes 

Krankheitsbild dar, dass sich die Annahme der Unzulässigkeit des Vollzugs 

der Wegweisung im Sinn der zitierten Rechtsprechung rechtfertigen würde. 

Als anerkannter Schutzberechtigter wird der Beschwerdeführer in Grie-

chenland den gleichen Zugang zur Gesundheitsversorgung haben, wie 

griechische Staatsangehörige (vgl. Referenzurteil des BVGer D-2590/2025 

vom 11. September 2025 E. 9.4.1 und E. 9.7.1). Somit wird er nach der 

Rücküberstellung eine (trauma-)spezifische medizinische beziehungs-

weise psychiatrische Behandlung in Anspruch nehmen können (vgl. Urteil 

des BVGer E-6750/2025 vom 31. Oktober 2025 E. 5.5.7). Dass ihm eine 

solche in Griechenland verwehrt worden wäre, ist vorliegend nicht ersicht-

lich und wird vom Beschwerdeführer auch nicht behauptet. 

8.1.4 Festzuhalten ist zudem, dass der Beschwerdeführer gemäss Akten-

lage nie wegen seiner geltend gemachten Handverletzung respektive 

Problemen infolge dieser Verletzung vorstellig wurde. Aktuell befindet er 

sich auch nicht in ärztlicher Behandlung. Gemäss dem ärztlichen Kurzbe-

richt vom 25. Oktober 2025 ist auf Wunsch des Beschwerdeführers nach 

der psychiatrischen Begutachtung eine Verlaufskontrolle zur weiteren me-

dikamentösen Einstellung durchzuführen (vgl. SEM-Akte […]-26/2 – […]-

30/1). Entsprechend ist – entgegen den beschwerdeweisen Ausführungen 

– nicht zu erwarten, dass weitere medizinische Abklärungen neue, über-

stellungsrelevante Erkenntnisse zu Tage fördern würden. Die Vorinstanz 

durfte darauf in antizipierter Beweiswürdigung verzichten (vgl. BGE 141 I 

60 E. 3.3; 136 I 229 E. 5.3). Auch die auf Beschwerdeebene eingereichten 

Fotos vermögen an dieser Einschätzung nichts zu ändern. Der medizini-

sche Sachverhalt erweist sich mit Blick auf eine mögliche Verletzung von 

Art. 3 EMRK somit als hinreichend abgeklärt. Eine Rückweisung der Sache 

an die Vorinstanz ist nicht angezeigt. Das entsprechende Begehren ist ab-

zuweisen. 

E-8873/2025 

Seite 8 

8.1.5 Der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers ist zulässig. 

8.2 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. 

8.2.1 Gemäss Art. 83 Abs. 5 AIG ist eine Wegweisung in einen EU- oder 

EFTA-Staat vermutungsweise zumutbar. Diese Legalvermutung gilt mit Be-

zug auf Griechenland grundsätzlich auch für vulnerable Personen wie bei-

spielsweise Menschen, welche an gesundheitlichen Problemen leiden, die 

nicht als schwerwiegende Erkrankung einzustufen sind; hingegen erachtet 

das Gericht den Vollzug der Wegweisung von äussert vulnerablen schutz-

berechtigten Personen grundsätzlich als unzumutbar, ausser, es bestün-

den besonders begünstigende Umstände, aufgrund derer ausnahmsweise 

von der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs ausgegangen werden 

kann (vgl. zum Ganzen das oben zitierte Referenzurteil E-3427/2021,  

E-3431/2021 E. 11.5.1 und E. 11.5.3). Wird im konkreten Einzelfall festge-

stellt, dass die Legalvermutung der Zumutbarkeit des Wegweisungsvoll-

zugs besteht, hat die betroffene Person die Möglichkeit, diese umzustos-

sen. Dazu hat sie jedoch ernsthafte Anhaltspunkte dafür vorzubringen, 

dass sie in Griechenland aufgrund von individuellen Umständen sozialer, 

wirtschaftlicher oder gesundheitlicher Art in eine existenzielle Notlage ge-

raten würde (vgl. a.a.O. E. 11.4). 

8.2.2 Beim Beschwerdeführer handelt es sich nicht um eine äussert vul-

nerable Person im Sinn des Referenzurteils, deren psychische oder physi-

sche Gesundheit in besonders schwerwiegender Weise beeinträchtigt ist 

und bei welcher die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs nur bei Vor-

liegen besonders begünstigender Umstände anzunehmen wäre (vgl. 

a.a.O. E. 11.5.3 und statt vieler: Urteile des BVGer E-4761/2024 vom 

8. August 2024 E. 9.3.5 und E-2898/2023 vom 24. August 2023 E. 8.3.2 

und 8.4 je m.w.H.). Ausserdem liegen keine Anhaltspunkte dafür vor, dass 

der Beschwerdeführer in Griechenland keinen Zugang zur Gesundheits-

versorgung – beispielsweise zu einer allfälligen psychiatrischen Behand-

lung sowie Medikamenten – erhalten sollte. 

8.2.3 Der Beschwerdeführer hat im Weiteren keine ernsthaften Anhalts-

punkte dafür vorgebracht, dass er aufgrund von individuellen Umständen 

sozialer oder wirtschaftlicher Art bei einer Rückkehr nach Griechenland in 

eine existenzielle Notlage geraten würde. Zwar dürfte er bei einer Rückkehr 

nach Griechenland mit Hindernissen konfrontiert werden; diese erscheinen 

E-8873/2025 

Seite 9 

bei zumutbarer Eigeninitiative jedoch nicht unüberwindbar. Es ist darauf 

hinzuweisen, dass sich der Beschwerdeführer als anerkannter Flüchtling 

auf die Richtlinie 2011/95/EU des europäischen Parlamentes und des Ra-

tes vom 13. Dezember 2011 (sog. Qualifikationsrichtlinie) berufen kann. 

Kapitel VII dieser Richtlinie – zu deren Einhaltung Griechenland sich völ-

kerrechtlich verpflichtet hat – regelt die den Flüchtlingen und Personen mit 

subsidiärem Schutzstatus zu gewährenden Rechte (vgl. insb. Art. 26 [Zu-

gang zu Beschäftigung], Art. 29 [Sozialhilfe] und Art. 30 [medizinische Ver-

sorgung] i.V.m. Art. 20 Abs. 2). Es obliegt dem Beschwerdeführer, seine 

Rechte vor Ort bei den zuständigen Behörden geltend zu machen und nö-

tigenfalls auf dem Rechtsweg durchzusetzen. Im Übrigen ist diesbezüglich 

vollumfänglich auf die detaillierten Ausführungen in der angefochtenen Ver-

fügung zu verweisen (vgl. Verfügung des SEM vom 10. November 2025 

Ziff. III/2). 

8.2.4 Nach dem Gesagten bestehen keine konkreten und glaubhaften An-

haltspunkte dafür, dass der Beschwerdeführer in Griechenland aufgrund 

von individuellen Umständen in eine existenzielle Notlage geraten würde. 

Es ist ihm nicht gelungen, die Legalvermutung zugunsten der Zumutbarkeit 

des Wegweisungsvollzugs umzustossen. 

8.2.5 Der Vollzug der Wegweisung nach Griechenland ist als zumutbar zu 

qualifizieren. 

8.3 Der Vollzug der Wegweisung erweist sich schliesslich auch als möglich 

im Sinn von Art. 83 Abs. 2 AIG, zumal die griechischen Behörden einer 

Rückübernahme des Beschwerdeführers ausdrücklich zugestimmt haben 

(vgl. SEM-Akte […]-17/2). 

8.4 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Vorinstanz den Wegwei-

sungsvollzug nach Griechenland zu Recht als zulässig, zumutbar und mög-

lich bezeichnet hat. Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt damit 

ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1 - 4 AIG). Das entsprechende Eventualbe-

gehren ist dementsprechend abzuweisen. 

9.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt und – soweit diesbezüglich überprüfbar – ange-

messen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

  

E-8873/2025 

Seite 10 

10.  

10.1 Das mit der Beschwerde gestellte Gesuch um Gewährung der unent-

geltlichen Prozessführung ist abzuweisen, da die Begehren – wie sich aus 

den vorstehenden Erwägungen ergibt – von vornherein aussichtlos waren, 

weshalb die Voraussetzungen von Art. 65 Abs. 1 VwVG nicht erfüllt sind. 

Das Gesuch um Befreiung von der Kostenvorschusspflicht wird mit dem 

vorliegenden Entscheid in der Sache gegenstandslos. 

10.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt 

Fr. 1’000.– festzusetzen (Art. 1 - 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[VGKE, SR 173.320.2]). 

 

 

(Dispositiv nächste Seite)  

E-8873/2025 

Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird abge-

wiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 1'000.– werden dem Beschwerdeführer auf-

erlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Mathias Lanz Nina Ermanni 

 

 

Versand: