# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f321a61e-fd57-589a-8eac-0872d1f8ddd7
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-10-05
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 05.10.2016 AVI 2015/16
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_AVI-2015-16_2016-10-05.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: AVI 2015/16

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: AVI - Arbeitslosenversicherung

Publikationsdatum: 05.10.2016

Entscheiddatum: 05.10.2016

Entscheid Versicherungsgericht, 05.10.2016
Art. 23 Abs. 1 AVIG. Versicherter Verdienst. Ehefrau arbeitete in der 
Zahnarztpraxis ihres Ehemannes. Dabei wurde der Lohn jeweils 
buchhalterisch auf ein Eigenkapitalkonto gebucht. Zur Bestreitung des 
Lebensunterhalts tätigten die Ehegatten jeweils Bezüge vom 
Geschäftskonto bzw. vom Konto des Ehemannes. Eine klare Abtrennung 
eines der Beschwerdeführerin zustehenden und in ihrer alleinigen 
Verfügungsgewalt stehenden Lohnes ist damit nicht ausgewiesen, weshalb 
diese Tätigkeit keine Beitragszeiten bildet (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 5. Oktober 2016,AVI 
2015/16).Entscheid vom 5. Oktober 2016

Besetzung                                                                      

Vizepräsidentin Marie-Theres Rüegg Haltinner, Versicherungs-richterinnen Marie Löhrer 

und Lisbeth Mattle Frei; Gerichtsschreiber Jürg Schutzbach         

Geschäftsnr.                                                                                                                 

AVI 2015/16          

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Simon Näscher,

Alte Landstrasse 106, Postfach 101, 9445 Rebstein,

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gegen

Kantonale Arbeitslosenkasse, Geltenwilen-strasse 16/18, 9000 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand                                                                   

versicherter Verdienst (Lohnfluss)

Sachverhalt

A.   

A.a  A.___ meldete sich per 1. Juni 2014 zum Bezug von Arbeitslosentaggeldern und 

zur Stellenvermittlung an (act. G 3.1/125 und 131 ff.). Ihre Teilzeitbeschäftigung als 

Rezeptionistin in der Zahnarztpraxis ihres Ehemannes Dr. A.___ wurde von diesem 

infolge Praxisaufgabe per 30. Mai 2014 gekündigt (act. G 3.1/130). Der Arbeitgeber gab 

an, der ahv-pflichtige Gesamtverdienst habe in den Jahren 2012 und 2013 je Fr. 

36'000.--, im Jahr 2014 (bis Mai) Fr. 15'000.-- betragen (act. G 3.1/137). Am 18. 

September 2014 teilte die damalige Rechtsvertreterin von A.___, die B.___ Treuhand, 

auf Nachfrage der Kantonalen Arbeitslosenkasse mit, der geltend gemachte Lohn (von 

Fr. 3'000.-- pro Monat) sei bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen 

sowie bei den Steuerbehörden ordnungsgemäss abgerechnet worden. Da in einer 

Einzelfirma kein entsprechender Lohn bezogen werden könne, sondern der Gewinn der 

Einzelfirma schlussendlich das Einkommen aus der Einzelfirma widerspiegle, hätten die 

Eheleute A.___ von Barbezügen aus der Einzelfirma gelebt, welche am Ende des 

Jahres mit dem Gewinn der Einzelfirma verrechnet worden seien. Deshalb sei der Lohn 

von A.___ nicht monatlich ausbezahlt, sondern der Einzelfirma belastet und dem 

Eigenkapital gutgeschrieben worden (act. G 3.1/90).

A.b  Mit Verfügung vom 22. Oktober 2014 wies die Kantonale Arbeitslosenkasse den 

Antrag auf Arbeitslosenentschädigung ab, da die Antragstellerin den tatsächlich 

realisierten Lohn nicht nachweisen könne. Die Anstellung bei Dr. A.___ könne somit 

nicht als Beitragszeit angerechnet werden. Der Anspruch auf 

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Arbeitslosenentschädigung müsse infolge fehlender Beitragszeit abgewiesen werden 

(act. G 3.1/76 ff.).

A.c  Mit Einsprache vom 18. November 2014 liess die Versicherte geltend machen, das 

fragliche Arbeitsverhältnis sei effektiv gelebt worden. Dies könne ohne weiteres durch 

neutrale Drittpersonen bestätigt werden. Der jeweilige Jahres-Bruttolohn sei gemäss 

gängiger Praxis bei Einzelfirmen mit Lohnbezug der Ehefrau im Lohnkonto Nr. 5000 

verbucht und dem Eigenkapital, konkret den Konten Nr. 2820 und 2850, 

gutgeschrieben worden, die A.___ für entsprechende Gehaltsbarentnahmen auch 

mittels eigener Kontovollmacht jeweils zur Verfügung gestanden hätten (act. G 3.1/57 

ff.). Im Einspracheverfahren anerkannte die Arbeitslosenkasse, dass die Versicherte 

vom 1. September 2003 bis zum 30. Mai 2014 bei Dr. A.___ gearbeitet habe (act. G 

3.1/48). Nach weiteren Abklärungen verneinte sie jedoch mit Einspracheentscheid vom 

4. März 2015 einen nachweisbaren Lohnfluss. Aus den eingereichten Unterlagen gehe 

hervor, dass dem Sparkonto (lautend auf A.___) letztmals am 16. Mai 2013 ein Betrag 

von Fr. 40'000.-- gutgeschrieben worden sei, welcher von der Einsprecherin als 

Lohnzahlung angegeben worden sei. Die Zahlung liege jedoch ausserhalb des für den 

versicherten Verdienst massgebenden Bemessungszeitraums vom 2. Juni 2013 bis 

zum 1. Juni 2014. Im Jahr 2012 sei für die Einsprecherin ein Lohnaufwand von Fr. 

36'000.-- verbucht worden. Die Gegenbuchung sei sodann auf dem Konto 2850 

(Privatbezüge) erfolgt. Für das Jahr 2013 sei die Gegenbuchung sodann auf dem Konto 

2820, von welchem der Arbeitslosenkasse keine Unterlagen vorliegen, getätigt worden. 

Gegenüber der Steuerbehörde sei für 2012 ein Einkommen von Fr. 31'130.-- deklariert 

worden, für 2013 sei weder die Steuererklärung noch die definitive Steuerveranlagung 

eingereicht worden. Das vom 2. Juni 2014 datierende Lohnblatt für 2013 weise zwar 

ebenfalls einen Bruttolohn von Fr. 36'000.-- aus, daraus könne aber nicht gefolgert 

werden, dass der Lohn effektiv bezogen worden sei. Zusammenfassend sei 

festzuhalten, dass nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von einem tatsächlichen 

Lohnbezug des geltend gemachten Jahresbruttolohns von Fr. 36'000.-- im Zeitraum 

2013/2014 ausgegangen werden könne. Der geltend gemachte Jahreslohn sei damit 

nicht rechtsgenüglich nachgewiesen und die Voraussetzung des Mindestbezugs von 

effektiv Fr. 500.-- im Durchschnitt der letzten 12 Monate sei damit nicht erfüllt, weshalb 

kein Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung bestehe (act. G 3.1/34 ff.).

B.   

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B.a  Gegen diesen Entscheid richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 2. April 

2015 mit dem Antrag auf Aufhebung des angefochtenen Entscheids. Sodann sei der 

Antrag der Beschwerdeführerin auf Arbeitslosenentschädigung gutzuheissen. 

Vorliegend werde der Lohnbezug durch Lohnbuchungen auf das Konto 2820 

Kapitalbezüge/-einlagen bewiesen. Für das Jahr 2014 seien bis Mai Fr. 15'000.-- 

verbucht worden, monatlich somit Fr. 3'000.--. Im Jahr 2013 seien Fr. 36'000.-- 

verbucht worden, also ebenfalls monatlich Fr. 3'000.-- brutto. Mit den entsprechenden 

Buchungen sei der Lohnbezug verwirklicht, seien die entsprechenden Beiträge doch 

aus dem Verfügungsbereich des Betriebs des Ehemannes in den Verfügungsbereich 

der Beschwerdeführerin verschoben worden. Damit betrage der versicherte Verdienst 

gemäss Art. 23 Abs. 1 AVIG Fr. 3'000.-- brutto. Diese Form des Lohnbezugs sei bei 

einem mitarbeitenden Aktionär hinsichtlich der Überweisung des Verdienstes auf ein 

Aktionärsdarlehenskonto bereits vom Eidgenössischen Versicherungs¬gericht 

gutgeheissen worden (EVG C 258/04, Urteil vom 29. Dezember 2005, E. 3.3). Die 

Beschwerdeführerin sei von der Steuerbehörde für die Steuerperiode 2013 mit einem 

Einkommen aus unselbstständigem Haupterwerb von Fr. 30'778.-- veranlagt worden. 

Gleiches habe die Veranlagung für die Steuerperiode 2012 ergeben und werde die 

Veranlagung für die Steuerperiode 2014 ergeben, welche aber noch nicht vorliege. Die 

Differenz zum Bruttolohn von Fr. 36'000.-- ergebe sich daraus, dass in der 

Steuererklärung Nettolöhne auszuweisen seien. Ausserdem sei auch gegenüber der 

Sozialversicherungsanstalt St. Gallen für die Beschwerdegegnerin sowohl für das Jahr 

2013 als auch für das Jahr 2014 (Januar bis Mai) ein monatlicher Lohn von Fr. 3'000.-- 

brutto ausgewiesen (act. G 1).

B.b  Mit Beschwerdeantwort vom 13. Mai 2015 beantragt die Verwaltung Abweisung 

der Beschwerde. Nach wie vor müsse ein Lohn effektiv ausbezahlt worden sei, um als 

versicherter Verdienst in Betracht gezogen zu werden. Die Verbuchung von Löhnen 

bedeute noch nicht, dass sie effektiv überwiesen worden seien. In der Beschwerde 

werde ebenfalls ausdrücklich die Verbuchung erwähnt, womit ein Guthaben wohl 

vorliege. Eine effektive Zahlung werde jedoch damit weder belegt noch glaubhaft 

gemacht. Der Hinweis auf das Urteil EVG C 258/04 E. 3.3 sei unbehelflich, beziehe sich 

dieses auf einen anderen Sachverhalt. Da kein versicherter Verdienst belegt sei, sei der 

Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung wegen Nichterreichens der Mindestgrenze 

von Fr. 500.-- (Art. 40 AVIV) abzuweisen (act. G 3).

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B.c  Mit Replik vom 18. Juni 2015 lässt die Beschwerdeführerin nochmals ausführen, 

dass der Lohnbezug durch die Buchungen im Konto 2820 Kapitalbezüge/-einlagen 

bewiesen sei. Die Beschwerdeführerin habe auch nicht behauptet, dass der 

Sachverhalt von EVG C 258/04 dem vorliegenden entspreche. Sie habe lediglich 

ausgeführt, dass es eben nicht auf den Lohnfluss ankomme, sondern dass die Art der 

Lohnzahlung und der Verwendungszweck grundsätzlich frei seien. Diese Feststellung 

müsse auch im vorliegenden Fall gelten (act. G 5). Die Beschwerdegegnerin verzichtet 

auf eine Duplik (act. G 7).

Erwägungen

1.     

1.1  Die versicherte Person hat Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung wenn sie 

unter anderem die Beitragszeit erfüllt hat oder von der Erfüllung der Beitragszeit befreit 

ist (Art. 8 Abs. 1 lit. e in Verbindung mit Art. 13 und 14 des Bundesgesetzes über die 

obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung [AVIG; SR 

837.0]). Die Beitragszeit hat erfüllt, wer innerhalb der dafür vorgesehenen Rahmenfrist 

für die Beitragszeit (Art. 9 Abs. 3 AVIG) während mindestens zwölf Monaten eine 

beitragspflichtige Beschäftigung ausgeübt hat (Art. 13 Abs. 1 AVIG). Nach der 

Rechtsprechung ist einzig massgebend, dass eine solche Beschäftigung 

rechtsgenüglich dargetan ist. Dem Nachweis tatsächlicher Lohnzahlung kommt dabei 

nicht der Sinn einer selbstständigen Anspruchsvoraussetzung zu, sondern lediglich 

derjenige eines bedeutsamen, in kritischen Fällen unter Umständen 

ausschlaggebenden Indizes. Soweit eine beitragspflichtige Beschäftigung 

nachgewiesen, der exakte ausbezahlte Lohn jedoch unklar geblieben ist, hat eine 

Korrektur über den versicherten Verdienst zu erfolgen (EVG C 83/2006 E. 2.2 mit 

Hinweisen auf BGE 131 V 451 E. 3.2.3; Urteil N. vom 25. April 2006, C 284/05). Die 

Ausübung einer an sich beitragspflichtigen Beschäftigung ist jedoch nur Beitragszeiten 

bildend, wenn und soweit hierfür effektiv ein Lohn ausbezahlt wird (BGE 131 V 444 E. 

1.2 mit Hinweisen).

1.2  Als versicherter Verdienst nach Art. 23 Abs. 1 AVIG gilt der im Sinn der AHV-

Gesetzgebung massgebende Lohn, der während eines Bemessungszeitraums aus 

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einem oder mehreren Arbeitsverhältnissen normalerweise erzielt wurde; eingeschlossen 

sind die vertraglich vereinbarten regelmässigen Zulagen, soweit sie nicht 

Entschädigung für arbeitsbedingte Inkonvenienzen darstellen. Aus dieser gesetzlichen 

Umschreibung ergibt sich, dass der versicherte Verdienst an den massgebenden Lohn 

im Sinn von Art. 5 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Alters- und 

Hinterlassenenversicherung (AHVG; SR 831.10) anknüpft. Bei der Ermittlung des 

versicherten Verdiensts gemäss Art. 23 Abs. 1 AVIG ist der tatsächlich bezogene Lohn 

massgebend; eine davon abweichende Lohnabrede zwischen Arbeitgebenden und 

Arbeitnehmenden hat grundsätzlich unbeachtlich zu bleiben (BGE 131 V 450 f. E. 3.2.1 

mit Hinweisen). Für den Nachweis der Lohnbezüge trägt die versicherte Person die 

Beweislast. Sie hat darzutun, welchen Lohn sie erhalten hat. Als Beweis für den 

tatsächlichen Lohnfluss genügen Belege über entsprechende Zahlungen auf ein Post- 

oder Bankkonto der versicherten Person. Bei behaupteter Barzahlung fallen 

Lohnquittungen und Auskünfte von ehemaligen Mitarbeitenden in Betracht. 

Arbeitgeberbescheinigungen, unterzeichnete Lohnabrechnungen und 

Steuererklärungen sowie Eintragungen im individuellen Konto bilden blosse Indizien für 

tatsächliche Lohnzahlungen (BGE 131 V 447 E. 1.2 mit Hinweisen).

2.   

2.1  Mit Schreiben vom 23. Januar 2015 anerkannte die Beschwerdegegnerin zwar, 

dass die Beschwerdeführerin vom 1. September 2003 bis zum 30. Mai 2014 in der 

Praxis Dr. A.___ gearbeitet hat (act. G 3.1/48). Dies erscheint auf Grund der Aktenlage 

plausibel. Nachdem zumindest ab 2008 auch tatsächlich Sozialversicherungsbeiträge 

abgeführt und entsprechende Einträge im IK vorgenommen sowie von der 

Steuerbehörde ein Einkommen aus unselbstständiger Erwerbstätigkeit veranlagt 

worden sind (act. G 3.1/27 und 101 f.), ist grundsätzlich vom Vorliegen einer 

beitragspflichtigen Beschäftigung auszugehen. Die Beschwerdegegnerin stellt sich nun 

aber auf den Standpunkt, der tatsächlich erzielte Verdienst betrage mangels 

Nachweises eines höheren Einkommens weniger als Fr. 500.-- und sei deshalb nicht 

versichert (Art. 40 der Verordnung über die Arbeitslosenversicherung und die 

Insolvenzentschädigung [AVIV; SR 837.02]).

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2.2  Die Beschwerdeführerin macht einen Jahreslohn von Fr. 36'000.-- bzw. einen 

monatlichen Bruttolohn und damit einen versicherten Verdienst von Fr. 3'000.-- 

geltend. Sie führt dazu aus, mit der Gegenbuchung des Lohnaufwands im Konto 2820 

(Kapitalbezüge/-einlagen) bzw. 2850 (Privatbezüge) sei dieser Lohnbezug verwirklicht 

worden, seien doch die entsprechenden Beträge aus dem Verfügungsbereich des 

Betriebs des Ehemannes in jenen der Beschwerdeführerin übergegangen. Dem ist 

jedoch mit der Beschwerdegegnerin entgegen zu halten, dass allein auf Grund dieser 

Ausführungen nicht ohne weiteres auf einen effektiv bezogenen Lohn geschlossen 

werden kann. Wie auch die frühere Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin (B 

Treuhand) in ihrer Einsprache vom 18. November 2014 ausführte, erfolgte die 

Gegenbuchung des Lohnaufwandes (Konto 5000) im Jahr 2012 im Konto 2850 

(Privatbezüge). Für das Jahr 2010 erfolgte auf diesem Konto keine Gegenbuchung (act. 

G 3.1/42 f. und 106). Ab dem Jahr 2013 erfolgte die Gegenbuchung jeweils im Konto 

2820 (Kapitalbezüge/-einlagen [act. G 1.3 und 1.4] und G 3.1/96). Dabei handelte es 

sich - wie die Hasler Treuhand ebenfalls ausführte - um Eigenkapitalkonten (Konten 

2800 [vgl. Sterchi/Mattle/Helbling, Schweizer Kontenrahmen KMU]; vgl. auch act. G 

3.1/58). Damit verhält es sich anders als im genannten Beispiel des Entscheids des 

Eidgenössischen Versicherungsgerichts C 258/04 E. 3.3, erfolgte dort die 

Gegenbuchung des Lohnaufwands im Aktionärsdarlehenskonto, mithin in einem 

Fremdkapitalkonto. Die Lohnbetreffnisse wurden damit buchhalterisch aus dem 

Vermögen der AG ausgeschieden und bis zum effektiven Bezug durch den Aktionär als 

Schulden des Unternehmens geführt.

2.3  Vorliegend verblieben jedoch die Lohnbetreffnisse als Eigenkapital im Vermögen 

und unter der Verfügungsgewalt der Einzelunternehmung, sodass schon rein 

buchhalterisch keine Abtrennung des der Beschwerdeführerin zustehenden Lohnes 

vom Vermögen der Unternehmung erfolgte. Aber auch physisch erfolgte keine 

Trennung, tätigte die Beschwerdeführerin - wenn auch mit eigener Karte - offenbar 

jeweils Bezüge in unbekannter Höhe vom Geschäftskonto bzw. vom Konto ihres 

Ehemannes (Bank D.___ Kto . Nr. XXXXXX, lautend auf Dr. A.___ [act. G 3.1/107]). Die 

ehemalige Rechtsvertreterin führte dazu in ihrer Stellungnahme vom 18. September 

2014 aus, es seien in der Einzelfirma keine entsprechenden Löhne ausbezahlt worden. 

Vielmehr hätten die Eheleute A.___ von Barbezügen aus der Einzelfirma gelebt, die am 

Ende des Jahres mit dem Gewinn der Firma verrechnet worden seien (act. G 3.1/90). 

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Dafür spricht auch die Buchhaltung, sind doch im Konto 2820 (Kapitalbezüge/-

einlagen) in den Jahren 2013 und 2014 keine Gegenbuchungen in einem Kassa- oder 

Bankkonto (Kontonummern 1000 oder 1020 [vgl. Sterchi/Mattle/Helbling, a.a.O.]) 

ersichtlich, die einen Barbezug belegen würden. Vielmehr wurden von diesem Konto 

lediglich die Sozialversicherungsbeiträge abgebucht (auf die Konten 5700 bis 5740 

[diesbezüglich fällt auch auf, dass die Arbeitgeberbeiträge nicht als Lohnaufwand im 

Konto 5000 verbucht wurden]) und der Saldo auf das Eigenkapitalkonto 2800 

umgebucht (act. G 1.3 und 1.4). Beim Konto 2850 (Privatbezüge), auf welches im Jahr 

2012 auch das Lohnbetreffnis von Fr. 36'000.-- gebucht worden ist, sind zwar viele 

Privatbezüge mit Gegenkonto 1000 oder 1020 (Kassa oder Bank) ersichtlich. Indessen 

ergibt sich daraus wiederum nicht, dass nur die Beschwerdeführerin über diese 

Beträge verfügen konnte. In Anbetracht der Höhe der getätigten jährlichen Bezüge - 

selbst bei unvollständigen Kontoblättern 2012 und 2013 weit über Fr. 36'000.-- -  ist 

anzunehmen, dass auch ihr Ehemann solche vorgenommen hat (act. G 3.1/42 bis 44). 

Ein effektiver Lohnfluss lässt sich schliesslich auch nicht aus der Tatsache ableiten, 

dass der Beschwerdeführerin sporadisch grössere Beträge auf das auf ihren Namen 

lautende Sparkonto zu Lasten des genannten Kontos 2850 überwiesen wurden. So 

weisen weder die Überweisungsdaten (23. Dezember 2010, 16. August 2012 und 16. 

Mai 2013) noch die Beträge (Fr. 20'000.--, Fr. 10'000.-- und Fr. 40'000.--) auf einen 

Lohncharakter hin (act. G 3.1/41 - 44). Vielmehr ist der Rechtsgrund für diese 

Überweisungen völlig offen; es könnte sich ebenso gut um freiwillige Zuwendungen 

durch den Ehemann (Schenkungen) handeln.

2.4  Zusammenfassend ist davon auszugehen, dass die Eheleute A.___ das letztlich 

gemeinsam in der Praxis Dr. A.___ erwirtschaftete Einkommen auch gemeinsam 

verwaltet und bezogen bzw. für ihren Lebensunterhalt verwendet haben. Eine klare 

Abtrennung eines der Beschwerdeführerin zustehenden und in ihrer alleinigen 

Verfügungsgewalt stehenden Lohnes von monatlich Fr. 3'000.-- (brutto) ist jedenfalls in 

arbeitslosenversicherungsrechtlicher Sicht nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

ausgewiesen. Die Bezüge der Beschwerdeführerin vom Konto des Ehemannes 

unterscheiden sich denn wohl kaum von denen einer nicht mitarbeitenden Ehefrau. 

Daran ändert auch nichts, dass gegenüber Sozialversicherungsanstalt St. Gallen und 

BVG-Einrichtung ein Lohneinkommen von Fr. 36'000.-- deklariert und abgerechnet 

wurde. Sodann ist es steuerlich nicht von grossem Belang, ob das gesamte 

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Einkommen (Gewinn der Einzelunternehmung) als solches aus selbstständiger 

Erwerbstätigkeit des Ehemannes oder ob ein Teil davon als Einkommen aus 

unselbstständiger Erwerbstätigkeit der Ehefrau versteuert wird, wobei bei letzterer 

Variante zusätzlich die Sozialversicherungsbeiträge der Ehefrau abgezogen werden 

können. Anzumerken bleibt, dass die Beschwerdeführerin und ihr Ehemann keinen 

schriftlichen Arbeitsvertrag abgeschlossen haben (act. G 3.1/136). Damit muss offen 

bleiben, ob die Arbeitsleistung der Beschwerdeführerin überhaupt auf einem 

Arbeitsvertrag mit entsprechender Lohnvereinbarung beruht oder ob sie ihre Mitarbeit 

im Betrieb des Ehemannes auf der Basis von Art. 165 Abs. 1 ZGB - ohne vorgängige 

Lohnvereinbarung - erbracht hat. Im Ergebnis resultieren aus der Tätigkeit bei Dr. A.___ 

- selbst unter Annahme einer an sich beitragspflichtigen Beschäftigung - mangels 

Nachweises eines tatsächlich ausbezahlten Lohnes keine Beitragszeiten (vgl. 

Erwägung 1.1, letzter Satz). Mithin ist die Anspruchsvoraussetzung des Art. 8 Abs. 1 lit. 

e AVIG nicht erfüllt, weshalb die Beschwerdegegnerin den Anspruch auf 

Arbeitslosenentschädigung im Ergebnis zu Recht abgewiesen hat.

3.   

Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu 

erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.   

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.   

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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