# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a4ba5df3-d838-57e1-83d8-4f6a9eaca682
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-09-20
**Language:** de
**Title:** Direkte Bundessteuer 2008 (3. Rechtsgang) sowie Staats- und Gemeindesteuern 2008
**Docket/Reference:** DB.2011.102
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_DB_2011_102_vy.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

1. Abteilung 

1 DB.2011.102 
1 ST.2011.156 

Entscheid 

20. September 2011 

Mitwirkend: 

Einzelrichter Anton Tobler und Gerichtsschreiberin Nadja Obreschkow 

In Sachen 

A,    

vertreten durch RA lic.iur. Hermann Rüegg,  
Postfach 670, 8630 Rüti,  

gegen 

Beschwerdeführer/ 
Rekurrent,  

1.  S c h w e i z e r i s c h e   E i d g e n o s s e n s c h a f t ,    

2.  S t a a t   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Süd,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Beschwerdegegnerin,  

Rekursgegner,  

betreffend 

Direkte Bundessteuer 2008 (3. Rechtsgang) sowie  
Staats- und Gemeindesteuern 2008 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A. A (nachfolgend der Pflichtige) reichte am 4. Februar 2009 die Steuererklä-

rung 2008 ein. Darin deklarierte er bei den Berufsauslagen u.a. Autofahrkosten in der 

Höhe  von  Fr. 11'544.-,  entsprechend  240  Tage  x  74  km  (2  x  37  km)  x  Fr. -.65.  Am 

3. März  2009  schätzte  ihn  das  Gemeindesteueramt  B  für  die  Staats-  und  Gemeinde-

steuern 2008 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 148'000.- und einem steuer-

baren  Vermögen  von  Fr. 197'000.-  ein  und  stellte  ihm  für  die  direkte  Bundessteuer 

2008  die  Veranlagung  mit  einem  steuerbaren  Einkommen  von  Fr. 148'700.-  in  Aus-

sicht. Dabei hatte es für die Autofahrten zwischen Wohn- und Arbeitsort lediglich Kos-

ten  von  Fr. 8'736.-  zum  Abzug  zugelassen,  entsprechend  240  Tage  x  56  km  (2  x  28 

km, schnellster Weg gemäss Twixroute) x Fr. -.65. 

B.  Gegen  den  Einschätzungsentscheid  der  Staats-  und  Gemeindesteuern 

erhob  der  Pflichtige  am  17. März  2009  Einsprache  mit  dem  Antrag,  die  Fahrkosten 

gemäss Steuererklärung vollumfänglich zum Abzug zuzulassen. Mit Einschätzungsvor-

schlag  vom  27. August  2009  erhöhte  das  kantonale  Steueramt  das  steuerbare  Ein-

kommen  für  die  Staats-  und  Gemeindesteuern  2008  auf  Fr. 154'100.-,  indem  es  neu 

die Autofahrkosten gar nicht mehr berücksichtigte, sondern lediglich die Abonnements-

kosten  der 2. Klasse  des  öffentlichen  Verkehrs  zum  Abzug  zuliess.  Diesen  Vorschlag 

lehnte der Pflichtige am 28. August 2009 ab. Ebenfalls am 27. August 2009 stellte das 

kantonale Steueramt dem Pflichtigen für die direkte Bundessteuer 2008 neu die Veran-

lagung mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 154'800.- in Aussicht. Diese Veran-

lagung wurde dem Pflichtigen sodann mit Verfügung (Steuerrechnung) der Dienstabtei-

lung  Bundessteuer des kantonalen Steueramts vom 31. August 2009 formell eröffnet, 

worauf der Pflichtige hiergegen am 3. September 2009 ebenfalls Einsprache erhob. 

Mit Einspracheentscheiden vom 1. bzw. 14. Oktober 2009 (zwei Zustellungen) 

setzte  das  kantonale  Steueramt  das  steuerbare  Einkommen  des  Pflichtigen  auf 

Fr. 154'100.- (Staats- und Gemeindesteuern) bzw. Fr. 154'800.- (direkte Bundessteuer) 

sowie  das steuerbare Vermögen auf Fr. 197'000.- fest. Nachdem  diese Entscheide  in 

einem  vorangehenden  Verfahren  (1  DB.2011.51)  letztinstanzlich  als  nicht  zugestellt 

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erachtet  worden  waren,  versandte  das  kantonale  Steueramt  am  16. Mai  2011  neue 

Einspracheentscheide mit den vorerwähnten Steuerfaktoren. 

C. Mit Beschwerde bzw. Rekurs vom 16. Juni 2011 liess der Pflichtige seinen 

Einspracheantrag  wiederholen  und  eventualiter  beantragen,  es  seien  zumindest  die 

Abonnementskosten  der  1. Klasse  des  öffentlichen  Verkehrs  zum  Abzug  zuzulassen. 

Zudem liess er eine Parteientschädigung beantragen. 

Das kantonale Steueramt schloss am 1. Juli 2011 auf kostenfällige Abweisung 

der Rechtsmittel. Die eidgenössische Steuerverwaltung liess sich nicht vernehmen. 

Nachdem  die  Beschwerde-/Rekursantwort  dem  Pflichtigen  am  18. August 

2011  zur  Kenntnisnahme  zugestellt  worden  war,  nahm  er  hierzu  am  14. September 

2011 Stellung. 

Auf die Vorbringen der Parteien wird  – soweit rechtserheblich – in den nach-

folgenden Erwägungen eingegangen. 

Der Einzelrichter zieht in Erwägung: 

1. a)  Gemäss  Art. 26  Abs. 1  des  Bundesgesetzes  über  die  direkte  Bundes-

steuer vom 14. Dezember 1990 (DBG) bzw. § 26 Abs. 1 lit. a des Steuergesetzes vom 

8. Juni 1997 (StG) können unselbstständig Erwerbstätige u.a. die notwendigen Kosten 

für Fahrten zwischen Wohn- und Arbeitsstätte von den steuerbaren Einkünften  abzie-

hen. Laut Art. 26 Abs. 2 DBG werden für die Berufskosten gemäss Art. 26 Abs. 1 lit. a - 

c DBG Pauschalansätze festgelegt; im Fall von lit. a und c steht dem Steuerpflichtigen 

der Nachweis höherer Kosten offen. Eine analoge Regelung sieht § 26 Abs. 2 StG vor.  

b)  In  Bezug  auf  die  Staats-  und  Gemeindesteuern  enthält  die  Verfügung  der  

Finanzdirektion  vom  23. Oktober  2006  über  die  Pauschalierung  von  Berufsauslagen 

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Unselbstständigerwerbender  bei  der  Steuereinschätzung  (ZStB I  Nr. 17/202)  folgende 

Regelung:  

I.  Unselbstständigerwerbende  können  als  notwendige  Berufsauslagen  im  Sinn 
von § 26 StG ohne besondere Nachweise geltend machen:  

1. Für Fahrten zwischen Wohn- und Arbeitsstätte: 

a) bei ständiger Benützung öffentlicher Verkehrsmittel (Bahn, Schiff, Strassen-
bahn, Autobus) die notwendigen Abonnementskosten 

b) (…) 

c) bei ständiger Benützung eines Motorrades oder Autos die Abonnementskos-
ten des öffentlichen Verkehrsmittels  

Die Kosten für das private Motorfahrzeug können nur ausnahmsweise geltend 
gemacht werden:  

  wenn ein öffentliches Verkehrsmittel fehlt, d.h. wenn die Wohn- oder Ar-

beitsstätte von der nächsten Haltestelle mindestens 1 km entfernt ist oder 
bei Arbeitsbeginn oder -ende kein öffentliches Verkehrsmittel fährt; 

  wenn sich mit dem privaten Motorfahrzeug eine Zeitersparnis von über einer 
Stunde (gemessen von der Haustüre zum Arbeitsplatz und zurück) ergibt; 

  soweit der Steuerpflichtige auf Verlangen und gegen Entschädigung des 
Arbeitgebers das private Motorfahrzeug ständig während der Arbeitszeit 
benützt und für die Fahrten zwischen der Wohn- und Arbeitsstätte keine 
Entschädigung erhält; 

 

(…) 

In diesen Fällen können zum Abzug geltend gemacht werden: 
(…)  
für Auto 65 Rp. pro Fahrkilometer. 

c) Betreffend die direkte Bundessteuer hat das Eidgenössische Finanzdepar-

tement  gestützt  auf  Art. 26  Abs. 2  DBG  die  Verordnung  über  den  Abzug  von  Berufs-

kosten  der  unselbstständigen  Erwerbstätigkeit  bei  der  direkten  Bundessteuer  vom 

10. Februar  1993  (in  der  für  die  Steuerperiode  2008  geltenden  Fassung  vom  3.  No-

vember  2006,  nachfolgend  Berufskostenverordnung)  erlassen.  Gemäss  Art. 5  Abs. 2 

Berufskostenverordnung  sind  bei  Benützung  privater  Fahrzeuge  als  notwendige  Kos-

ten die Auslagen abziehbar, die bei Benützung der öffentlichen Verkehrsmittel anfallen 

würden.  Steht  kein  öffentliches  Verkehrsmittel  zur  Verfügung  oder  ist  dessen  Benüt-

zung  objektiv  nicht  zumutbar,  so  können  die  Kosten  des  privaten  Fahrzeugs  gemäss 

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den Pauschalen nach Art. 3 bzw. gemäss Anhang abgezogen werden (Abs. 3). Objek-

tive  Unzumutbarkeit  im  Sinn  dieser  Bestimmung  wird  namentlich  angenommen  bei 

einer  markanten  Zeitersparnis  durch  Benutzung  des  Privatfahrzeugs,  wobei  eine  

solche  in  der  Regel  mindestens  eine  Stunde  im  Tag  beträgt  (Richner/Frei/Kauf-

mann/Meuter,  Handkommentar  zum  DBG,  2.  A.,  2009,  Art. 26  N  123  mit  Hinweisen). 

Im Anhang der Berufskostenverordnung sind die pauschalierten Kosten bei Benützung 

privater Fahrzeuge auf Fr. -.65 pro Fahrkilometer festgesetzt worden. Damit entspricht 

die Regelung bei der direkten Bundessteuer im Wesentlichen derjenigen gemäss Ver-

fügung der Finanzdirektion bei den Staats- und Gemeindesteuern. 

d) Um den Abzug der privaten Fahrkosten wegen markanter Zeitersparnis bei 

Benützung des Privatfahrzeugs zu rechtfertigen, genügt es nicht, wenn zu bestimmten 

Saison-  oder  Tageszeiten,  d.h.  bei  besonders  günstigen  Fahrbedingungen  auf  den 

Strassen, rund eine Stunde eingespart werden kann. Notwendig ist vielmehr, dass der 

Steuerpflichtige  mit  dem  Privatfahrzeug  regelmässig  über  eine  Stunde  Fahrzeit 

einspart (StRK II, 27. Januar 2000, ST.1999.424). 

e) Bei der Berufskostenverordnung und der Verfügung der Finanzdirektion han-

delt  es  sich  um  Verwaltungsverordnungen.  Als  solche  stellen  sie  für  die  Steuerjustiz-

behörden  eine  nicht  verbindliche  Anweisung  zur  Auslegung  des  Steuergesetzes  dar. 

Sie  werden  vom  Richter  jedoch  berücksichtigt,  wenn  sie  im  konkreten  Einzelfall  eine 

sachgerechte  Auslegung  der  anwendbaren  gesetzlichen  Bestimmung  erlauben  (StRK 

II, 26. September 2000, ST.2000.209 mit Hinweis auf BGE 121 II 473 = ASA 65, 477 = 

StR 51, 542 = StE 1996 B93.1 Nr. 2). 

2.  a)  Der  Pflichtige  macht  geltend,  er  habe  aufgrund  einer  Zeitersparnis  

von  über  einer  Stunde  bei  Benützung  des  Privatfahrzeugs  Anspruch  auf  den  Abzug  

der  entsprechenden  Fahrkosten.  Er  gibt  an,  für  die  Fahrt  mit  dem  Auto  von  seinem 

Wohnort  in  B  zu  seinem  Arbeitsplatz  in  C  36  -  38  Minuten  zu  benötigen,  wobei  die 

schnellere Route 35.75  km und die langsamere 24.75  km  betrage.  Dies belegt er mit 

entsprechenden  Ausdrucken  von  Map24  (www.ch.map24.com).  Dagegen  betrage  die 

Fahrzeit  mit  dem  öffentlichen  Verkehr  gemäss  Angaben  im  Einspracheentscheid  zwi-

schen 67 und 80 Minuten, woraus sich eine Zeitersparnis von 31 - 44 Minuten pro Weg 

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und somit von mehr als einer Stunde pro Tag ergebe. Diese Behauptungen vermögen 

indes bei genauerer Betrachtung nicht zu überzeugen: 

aa) Sucht man auf Map24 (www.ch.map24.com) eine Route mit dem Abfahrt-

sort  "Wohnadresse,  B"  und  dem  Ziel  "Arbeitsplatzadresse,  C",  so  ergibt  sich  eine 

"schnellste  Route"  von  36.33  km,  Fahrdauer  38  Minuten,  und  eine  "kürzeste  Route" 

von 26.59 km, Fahrdauer 41 min. Wie der Pflichtige mit demselben Routenplaner auf 

die obgenannten und in den eingereichten Ausdrucken festgehaltenen Zahlen kommt, 

ist  nicht  ersichtlich.  Des  Weiteren  ergibt  sich  bei  einer  Suche  mit  dem  Routenplaner 

des TCS (www.tcs.ch) eine "schnellste Route" von 36 km, Fahrdauer 40 Minuten, und 

eine  "kürzeste  Route"  von  25  km,  Fahrdauer  46  Minuten.  Gemäss  Google  Maps 

(www.maps.google.ch) schliesslich  beträgt die Fahrzeit  je nach Route 42  oder 43 Mi-

nuten  bei  Strecken  zwischen  27.3  und  36.9  km.  Zusammengefasst  ergibt  sich  somit 

auf der schnellsten Route eine Fahrzeit zwischen 38 und 42 Minuten pro Weg, bzw. 76 

bis 84 Minuten pro Tag. Zu berücksichtigen ist zudem die Zeit von der Haustür bis zum 

Auto und vom Parkplatz an der Arbeitsstelle bis zu dieser. Es rechtfertigt sich ein Zu-

schlag  von  mindestens  drei  Minuten,  was  eine  Wegzeit  von  total  79  bis  87  Minuten 

ergibt. 

bb) Mit dem öffentlichen Verkehr benötigt der Pflichtige gemäss Google Maps 

(www.maps.google.ch)  58  Minuten  von  Tür  zu  Tür,  wobei  er  zunächst  zu  Fuss  zum 

Bahnhof B gehen und dort die S-Bahn nehmen soll. Der Routenplaner von "search.ch" 

(www.route.search.ch) gibt für die gleiche Verbindung eine Dauer von 63 Minuten an. 

Fährt der Pflichtige mit dem Bus ab der Haltestelle "D" zum Bahnhof B, so benötigt er 

laut SBB Fahrplan (www.sbb.ch) mit der schnellsten Verbindung 62 Minuten bis nach 

"E".  Hinzu  kommen  Fusswege  von  ca.  4  Minuten  bis  zur  Haltestelle  "D"  sowie  von 

ca. 2 Minuten ab der Haltestelle "E". Somit beträgt die Reisezeit mit dieser Verbindung 

insgesamt ca. 68 Minuten pro Weg. Im Ergebnis resultiert aus den genannten Quellen 

für den Arbeitsweg des Pflichtigen eine Reisezeit mit dem öffentlichen Verkehr von 58 - 

68 Minuten pro Weg, bzw. 116 - 136 Minuten pro Tag. Wie der Pflichtige auf eine Rei-

sezeit von 78 Minuten pro Weg kommt (vgl. Einsprache) legt er nicht substanziiert dar 

und ist daher nicht nachvollziehbar. 

cc)  Aus  dem  Gesagten  ergibt  sich  für  den  Pflichtigen  eine  Reisezeit  von  

79  -  87  Minuten  pro  Tag  mit  dem  Privatfahrzeug  (schnellste  Route)  gegenüber  einer 

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solchen von 116 - 136 Minuten mit dem öffentlichen Verkehr, mithin eine Zeitersparnis 

von wenigstens 29 und höchstens 57 Minuten. Im Durchschnitt der verwendeten Rou-

tenplaner resultiert damit eine Zeitersparnis von 43 Minuten, d.h. deutlich weniger als 

eine  Stunde.  Kommt  hinzu,  dass  die  Fahrzeit  mit  dem  Privatfahrzeug  aufgrund  von 

Verkehrsüberlastungen  zu  Stosszeiten  regelmässig  über  dem  tiefsten  Wert  von  38 

Minuten  pro  Weg  liegen  dürfte.  Mithin  fehlt  es  vorliegend  an  einer  markanten,  regel-

mässig zu erzielenden Zeitersparnis von mindestens einer Stunde bei Benützung des 

Privatfahrzeugs  gegenüber  dem  öffentlichen  Verkehr,  womit  die  Voraussetzungen  für 

den Abzug  der privaten Fahrkosten nicht  erfüllt sind. Der Pflichtige hat sich demnach 

mit dem Abzug der Abonnementskosten des öffentlichen Verkehrs zu begnügen.  

b)  An  diesem  Ergebnis  vermag  auch  die  Eingabe  des  Pflichtigen  vom 

14. September 2011 nichts zu ändern: 

aa)  Zunächst  ist  ohnehin  fraglich,  ob  die  Eingabe  überhaupt  zu  berücksichti-

gen  ist.  Nach  bundesgerichtlicher  Rechtsprechung  reicht  es  zur  Wahrung  des  rechtli-

chen  Gehörs  aus,  die  Beschwerde-/Rekursantwort  der  Steuerverwaltung  der  Gegen-

partei ohne ausdrücklichen Hinweis auf allfällige weitere Äusserungsmöglichkeiten zur 

Kenntnisnahme zuzustellen (BGE 133 I 98 E. 2.2., auch zum Folgenden). Der Gegen-

partei steht es in diesem Fall frei, von sich aus eine Replik einzureichen, sofern sie es 

für nötig hält, wobei dies nach Treu und Glauben umgehend zu erfolgen hat. Das Bun-

desgericht wartet bei der letztgenannten Vorgehensweise mit der Entscheidfällung zu, 

bis es annehmen darf, der Adressat habe auf eine weitere Eingabe verzichtet. Vorlie-

gend  wurde  die  Beschwerde-/Rekursantwort  des  kantonalen  Steueramts  vom  1. Juli 

2011 dem Pflichtigen am 18. August 2011 zur Kenntnisnahme zugesandt und von die-

sem  nach  eigenen  Angaben  am  19. August  2011  in  Empfang  genommen.  Somit  sind 

zwischen  der  Zustellung  der  Beschwerde-/Rekursantwort  und  der  Stellungnahme  des 

Pflichtigen ganze 26 Tage verstrichen, sodass nicht mehr von einer umgehenden Rep-

lik  im Sinn der  bundesgerichtlichen Rechtsprechung  die Rede sein kann und die Ein-

gabe vom 14. September 2011 aus dem Recht zu weisen ist. 

bb)  Selbst  unter  Berücksichtigung  der  Stellungnahme  vom  14. September 

2011  lässt  sich  jedoch  aus  den  darin  erstmals  vorgebrachten  Einwendungen  des 

Pflichtigen  nichts  zu  dessen  Gunsten  ableiten.  So  macht  dieser  nun  geltend,  er  sei 

regelmässig  um  06.00  Uhr  an  seinem  Arbeitsplatz  und  verlasse  diesen  in  aller  Regel 

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um 16.00 Uhr, weshalb er nie zu Stosszeiten mit dem Auto unterwegs sei. Ausserdem 

sei es ihm mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gar nicht möglich, so früh am Arbeits-

platz zu erscheinen und benötige er mit der frühesten Verbindung (Ankunft 06.09 Uhr) 

gemäss SBB Fahrplan ganze 84 Minuten. Einen Nachweis für seine Behauptung, wo-

nach  er  regelmässig  um  06.00  Uhr  am  Arbeitsplatz  sei,  reichte  der  Pflichtige  indes 

nicht ein. Zudem ist anzumerken, dass die vom Steuerrekursgericht ermittelten Reise-

zeiten mit dem Privatfahrzeug eben gerade nicht zu Stosszeiten sondern bei normalen 

Verkehrsverhältnissen  gelten  und  dass  die  früheste  Verbindung  mit  den  öffentlichen 

Verkehrsmitteln gemäss Google Maps (www.maps.google.ch) lediglich 70 und nicht 84 

Minuten  in  Anspruch  nimmt.  Wenn  man  nun  aber  davon  ausgeht,  dass  der  Pflichtige 

für  die  Hinfahrt  tatsächlich  die  erste  morgendliche  Verbindung  des  öffentlichen  Ver-

kehrs  nutzt  und  als  Reisezeit  mit  einem  Mittelwert  von  77  Minuten  rechnet  (Durch-

schnitt aus 84 und 70 Minuten), so beläuft sich die tägliche Reisezeit mit dem öffentli-

chen Verkehr neu auf 135 - 145 Minuten (77 Minuten am Morgen + 58 bzw. 68 Minuten 

am Abend) und somit die tägliche Zeitersparnis mit dem Privatfahrzeug auf wenigstens 

48 und höchstens 66 Minuten (135 - 87 und 145 - 79 Minuten). Im Durchschnitt ergibt 

sich sodann auch bei dieser Sachlage eine Zeitersparnis von lediglich 57 Minuten, mit-

hin weniger als einer Stunde pro Tag. Unter diesen Umständen dringt der Pflichtige mit 

seinen Vorbringen nicht durch, muss die Zeitersparnis doch über eine Stunde betragen 

und darf – entgegen dem Dafürhalten des Pflichtigen in der Eingabe vom 14. Septem-

ber  2011  –  nicht  darunter  liegen.  Das  Gleiche  gilt  im  Übrigen  hinsichtlich  des  Ein-

wands,  im  Jahr  2008  seien  die  Verbindungen  mit  dem  öffentlichen  Verkehr  noch 

schlechter  gewesen,  weil  es  damals  die  Buslinie  F  noch  nicht  gegeben  habe.  Denn 

gemäss Google Maps (www.maps.google.ch) führt die schnellste Verbindung mit dem 

öffentlichen  Verkehr  ohnehin  zu  Fuss  zum  Bahnhof  B  und  von  dort  weiter  mit  der  

S-Bahn. Somit benötigt der Pflichtige die Buslinie F (bzw. früher G) gar nicht zwingend. 

Der Fussmarsch von der Wohnadresse zum Bahnhof B, der gemäss Google Maps ca. 

14 Minuten dauert, ist dem Pflichtigen im Übrigen durchaus zuzumuten. 

cc)  Nach  dem  Gesagten  muss  es  auch  unter  Berücksichtigung  der  Eingabe 

vom 14. September 2011 dabei sein Bewenden haben, dass der Pflichtige lediglich die 

Abonnementskosten des öffentlichen Verkehrs zum Abzug bringen kann. 

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c)  Was  den  Eventualantrag  des  Pflichtigen  angeht,  es  seien  wenigstens  die 

Abonnementskosten der ersten Klasse des öffentlichen Verkehrs zum Abzug zuzulas-

sen, ist festzuhalten, dass grundsätzlich immer nur die Abonnementskosten der zwei-

ten Klasse abzugsfähig sind, es sei denn, die steuerpflichtige Person benütze die erste 

Klasse aus einem in der Berufsausübung liegenden Grund und erbringe den entspre-

chenden Nachweis (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Art. 26 N 121 DBG und Kommen-

tar zum harmonisierten Zürcher Steuergesetz, 2. A., 2006, § 26  N 119).  Demnach ist 

vorliegend  ein  Abzug  der  Abonnementskosten  der  ersten  Klasse  von  vornherein  aus-

geschlossen,  da  sie  mangels  tatsächlicher  Benützung  der  öffentlichen  Verkehrsmittel 

weder  berufsnotwendig  sind  noch  vom  Pflichtigen  überhaupt  bezahlt  wurden.  Die  für 

die  Benützung  der  ersten  Klasse  geltend  gemachten  Gründe  wären  zudem  ohnehin 

der Bequemlichkeit des Pflichtigen zuzuordnen und rechtfertigten die höheren Kosten 

daher nicht. 

Nichts  daran  zu  ändern  vermag  der  vom  Pflichtigen  in  der  Eingabe  vom 

14. September  2011  zitierte  Entscheid  des  Bundesgerichts  vom  24.  März  2011 

(2C_586/2010), da sich dieser Entscheid zur Frage des Abzugs der Abonnementskos-

ten der ersten Klasse gar nicht äussert. 

d) Unter diesen Umständen bleibt es dabei, dass der Pflichtige als Fahrkosten 

lediglich die Abonnementskosten der 2. Klasse in der Höhe von Fr. 2'676.- zum Abzug 

bringen kann. 

3.  Nach  alledem  sind  die  Einspracheentscheide  des  kantonalen  Steueramts 

vom  16.  Mai  2011  zu  bestätigen  und  die  Rechtsmittel  abzuweisen.  Ausgangsgemäss 

sind  die  Verfahrenskosten  dem  Pflichtigen  aufzuerlegen  (Art. 144  Abs. 1  DBG  und 

§ 151  Abs. 1  StG)  und  steht  diesem  keine  Parteientschädigung  zu  (Art.  144  Abs.  4 

DBG  i.V.m.  Art.  64  Abs. 1  des  Bundesgesetzes  über  das  Verwaltungsverfahren  vom 

20.  Dezember  1968;  §  152  StG  i. V.  m.  § 17  Abs. 2  des  Verwaltungsrechtspflege-

gesetzes vom 24. Mai 1959/8. Juni 1997). 

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Demgemäss erkennt der Einzelrichter: 

1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  Der Rekurs wird abgewiesen. 

[…] 

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