# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 76aeceae-c14a-5096-aad7-afa196fb4940
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2018-09-24
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 24.09.2018 B-4969/2017
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_B-4969-2017_2018-09-24.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung II 

B-4969/2017 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 4 .  S e p t e m b e r  2 0 1 8   

Besetzung 
 Richter Hans Urech (Vorsitz), 

Richter Marc Steiner, Richter Pascal Richard,    

Gerichtsschreiber Reto Finger. 
 

 
 

Parteien 
 X._______ AG,  

vertreten durch die Rechtsanwälte Dr. iur. Fritz Freyund Dr. 

iur. Markus Lanter, Wolfer & Frey, 

Nüschelerstrasse 35, Postfach 2474, 8021 Zürich 1,  

Beschwerdeführerin,  

 
 

 
gegen 

 
 

Bundesamt für Strassen ASTRA,  

Rechtsdienst und Landerwerb, 3003 Bern, 

Vergabestelle.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Öffentliches Beschaffungswesen – 120049 N01/36 WEST – 

Bauherrenvermessung 

(SIMAP-Meldungsnummer 979417; Projekt-ID 154689). 

 

 

B-4969/2017 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Am 20. April 2017 schrieb das Bundesamt für Strassen ASTRA (nachfol-

gend: Vergabestelle) auf der Internetplattform SIMAP (<www.simap.ch>) 

unter dem Projekttitel „120049 N01/36 WEST – Bauherrenvermessung“ 

Vermessungsarbeiten der Nationalstrasse 1 zwischen dem Anschluss 

Dietikon und der Verzweigung Limmattal im offenen Verfahren aus. 

B.  

Zu dieser Ausschreibung gingen fristgerecht sieben Angebote ein, darunter 

auch dasjenige der X._______ AG (nachfolgend: Beschwerdeführerin). 

C.  

Am 16. August 2017 publizierte die Vergabestelle den Zuschlag an die 

Y._______ AG (nachfolgend: Zuschlagsempfängerin) auf der Internetplatt-

form SIMAP. Gemäss Ziff. 4.4 der Zuschlagsverfügung wurden mit dem 

Zuschlag drei von sieben Angeboten ausgeschlossen, unter anderem das-

jenige der Beschwerdeführerin. Den Ausschluss der Beschwerdeführerin 

begründete die Vergabestelle mit Schreiben vom selbigen Tag mit formel-

len Fehlern des Angebotes: Die aufsteigenden Qualifikationskategorien der 

SIA Norm 103 mit absteigenden Honoraransätzen sowie die „Verschiebung 

von Leistungen zu tieferen Honorarkategorien mit höheren Ansätzen“ wür-

den zu versteckten Mehrkosten führen. Dieses Vorgehen sei als unzuläs-

sige finanzielle Variante zu betrachten. Die Vergleichbarkeit zu den übrigen 

Angeboten sei nicht gegeben. Ein Zuschlag an die Beschwerdeführerin 

würde das Gebot der Gleichbehandlung verletzen. 

D.  

Gegen diese Zuschlagsverfügung erhob die Beschwerdeführerin innert 

Frist Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht und stellte nachfol-

gende Anträge:  

„1. Die Zuschlagsverfügung vom 16. August 2017 sei aufzuheben und die 

Sache zur Neubeurteilung unter Berücksichtigung des Angebots der 

Beschwerdeführerin an die Vergabestelle zurückzuweisen.  

2. Der vorliegenden Beschwerde sei vorerst superprovisorisch und als-

dann definitiv die aufschiebende Wirkung zu erteilen. 

3. Der Beschwerdeführerin sei Einsicht in sämtliche Akten des Vergabe-

verfahrens zu gewähren, soweit dem nicht begründete Geheimhal-

tungsinteressen entgegenstehen.  

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Seite 3 

4. Es sei ein zweiter Schriftenwechsel anzuordnen und damit der Be-

schwerdeführerin die Gelegenheit zu geben, ihre Beschwerde nach 

Einsicht in die Beschwerdeantwort und die Vorakten zu ergänzen.  

5. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzügl. MwSt.) zulas-

ten der Vergabestelle.“ 

Zur Begründung ihrer Anträge trug die Beschwerdeführerin zusammenfas-

send aus, die Vergabestelle habe ohne jeglichen Anlass in die Kalkulati-

onsfreiheit der Beschwerdeführerin eingegriffen. Es könne weder von ver-

steckten Mehrkosten noch von unzulässigen finanziellen Varianten die 

Rede sein.  

Die Vergabestelle habe in den Ausschreibungsunterlagen unter Ziff. 2.1.3 

lediglich vorgeschrieben, dass die Leerstellen im Excel-Dokument „Leis-

tungstabelle“ ausgefüllt werden müssten, was auch geschehen sei. Wei-

tere Preisbildungsregeln habe die Vergabestelle nicht aufgestellt. Insbe-

sondere habe sie nicht festgelegt, dass die Honoraransätze für die Qualifi-

kationsstufen von A bis G absteigend sein müssten.  

Es sei deshalb auch nicht ersichtlich, wie es beim Angebot der Beschwer-

deführerin zu einer „Verschiebung von Leistungen“ gekommen sein soll. 

Eine solche Verschiebung sei nur denkbar, wenn gegen Preisbildungsre-

geln verstossen worden wäre, was bekanntlich nicht passiert sei. Wie und 

in welchen Positionen nicht stundenabhängige Kosten (Material, Instru-

mente, Fahrzeuge, Anfahrtswege etc.) eingerechnet werden sollten, habe 

die Vergabestelle offen gelassen. Die Beschwerdeführerin habe dies in ih-

rer Offerte konkretisiert und dort eingerechnet, wo die nicht stundenabhän-

gigen Kosten auch tatsächlich anfallen würden, nämlich in den untersten 

Qualifikationskategorien E, F und G. 

Wenn die Vergabestelle von „versteckten Mehrkosten“ spreche, fürchte sie 

mutmasslich, dass bei den unteren Qualifikationskategorien, bei denen die 

Beschwerdeführerin höhere Ansätze offeriert habe, schliesslich ein höhe-

rer Stundenaufwand anfallen werde als vorgegeben. Dieses Risiko, wel-

ches die Vergabestelle eingegangen sei, bedeute aber keinen Ausschluss-

grund, vielmehr liege es bei der Vereinbarung von Einheitspreisen in der 

Natur der Sache. Im Übrigen sei bei einem durch die Vergabestelle seriös 

geplanten Mengengerüst nicht davon auszugehen, dass es zu höheren 

Stundenaufwänden komme, weshalb der Ausschluss der Beschwerdefüh-

rerin unverhältnismässig erscheine.  

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Seite 4 

Ganz unabhängig davon, dass die Beschwerdeführerin keine Preisbil-

dungsregeln verletzt habe, fehle es damit an einer erheblichen Wahr-

scheinlichkeit, dass für die Vergabestelle negative Folgen mit Bezug auf 

die Gesamtvergütung zu erwarten seien. 

Sodann sei es Aufgabe der Vergabestelle, die Angebote vergleichbar zu 

machen. Wenn sie es den Anbietern offen lasse, auf welcher Stufe die nicht 

stundenabhängigen Kosten eingerechnet würden, könne es nicht sein, 

dass die Anbieter deswegen – ohne vorher Erläuterungen eingeholt zu ha-

ben – ausgeschlossen würden (Beschwerde S. 14). 

E.  

Mit Zwischenverfügung vom 5. September 2017 untersagte der Instrukti-

onsrichter der Vergabestelle superprovisorisch weitere Vollzugsvorkehrun-

gen, welche den Ausgang des hängigen Verfahrens präjudizieren könnten. 

Gleichzeitig wurde die Vergabestelle eingeladen, zu den prozessualen An-

trägen der Beschwerdeführerin Stellung zu nehmen. 

F.  

Mit Vernehmlassung vom 25. September 2017 stellte die Vergabestelle fol-

gendes Rechtsbegehren: 

„1. Das Gesuch um Gewährung der aufschiebenden Wirkung sei abzuwei-

sen.  

2.  Über das Gesuch sei ohne weiteren Schriftenwechsel und ohne Verzug 

zu entscheiden. 

3. Die Beschwerde sei abzuweisen.“     

Zur Begründung führte die Vergabestelle aus, sie habe gemäss Ziff. 3.3.1 

der vorgegebenen Vertragsurkunde Offerten mit Vergütungen nach Zeit-

aufwand inkl. Nebenkosten verlangt. In Ziff. 2.1.3 der Angebotsunterlagen 

werde auf das Excel-Dokument „Leistungstabelle“ verwiesen, welches von 

den Anbietern unter Berücksichtigung der Honoraransätze für die Qualifi-

kationskategorien A, B, C, D E, und F gemäss Art. 6.2.3 und 6.2.5 SIA 103 

auszufüllen sei. Aus dieser Aufstellung werde ersichtlich, dass je höher die 

Qualifikationskategorie ausfalle, desto höher müsse auch der Honoraran-

satz ausfallen. Daran habe sich die Beschwerdeführerin aber bekanntlich 

nicht gehalten. 

Wenn sich die Beschwerdeführerin auf ihre Kalkulationsfreiheit berufe, sei 

ihr grundsätzlich beizupflichten. Dies bedeute aber nicht, dass sie an dem 

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Seite 5 

von der Vergabestelle vorgegebenen Entlohnungssystem vorbei offerieren 

dürfe.  

Zudem falle auf, dass die am höchsten qualifizierten Personen – Projekt-

leiter und Stv. Projektleiter – beim Angebot der Beschwerdeführerin am 

niedrigsten entlohnt würden, was die „Logik des Systems“ auf den Kopf 

stelle. Insbesondere dann, wenn die Beschwerdeführerin in ihrer Aufga-

benanalyse (Ziff. 2.1.2.1 des Angebotes) darauf hinweise, die Gesamtstun-

denzahl erscheine ihr plausibel, jedoch sei erfahrungsgemäss der propor-

tionale Anteil an Stunden in den unteren Qualifikationskategorien E, F und 

G – welche aber beim Angebot der Beschwerdeführerin deutlich besser 

entlohnt würden als die Projektleitung selbst – erfahrungsgemäss deutlich 

höher. Basierend auf der angebotenen Preisstruktur bestehe die Gefahr für 

erhebliche Mehrkosten. Zudem werde dadurch auch deutlich, dass die Be-

schwerdeführerin entgegen den Vorgaben der Vergabestelle beabsichtige, 

vermehrt das Personal der niedriger qualifizierten Kategorien E, F und G 

einzusetzen. Die von der Beschwerdeführerin gewählten nicht absteigen-

den Honoraransätze für die Qualifikationskategorien A bis G seien mit den 

Grundsätzen der Honorierung nach Art. 6.4 SIA 103 nicht zu vereinbaren.  

Im Übrigen habe die Beschwerdeführerin gemäss ihren eigenen Angaben 

in die stundenabhängigen Honorarkosten nicht stundenabhängige Kosten 

(Material, Geräte etc.) eingerechnet, weshalb ein weiterer Verstoss gegen 

die Vorgaben der Vergabestelle vorliege, welcher ebenfalls zu einem Aus-

schluss führe. 

G.  

Mit Verfügung vom 27. September 2017 gab das Bundesverwaltungsge-

richt der Beschwerdeführerin Gelegenheit, ihre Beschwerde im Rahmen 

des Gesuches um aufschiebende Wirkung zu ergänzen. 

H.  

Mit Eingabe vom 16. Oktober 2017 hielt die Beschwerdeführerin an ihrem 

ursprünglichen Rechtsbegehren fest. Die SIA Norm 103 würde nicht zwin-

gend vorsehen, dass für höhere Qualifikationen auch höhere Stundenan-

sätze verlangt würden. Immerhin habe es die Vergabestelle selbst aus-

drücklich zugelassen, dass die Honorarhöhe für die Projektleitung tiefer zu 

liegen komme, als für das nachfolgende Personal. Da die Vergabestelle im 

Übrigen für zusätzliche Nebenkosten eine Pauschale von Fr. 5'000.– vor-

gegeben habe, sei davon auszugehen, dass sämtliche Offerten die Mate-

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Seite 6 

rialkosten eingerechnet hätten. Wie diese Kosten jedoch auf die verschie-

denen Ansätze zu verteilen gewesen wären, habe die Vergabestelle nicht 

vorgegeben, weshalb in diesem Punkt keine Kalkulationsfreiheit bestehe.  

I.  

Mit Verfügung vom 18. Oktober 2017 wurde die Vergabestelle eingeladen, 

ihre Vernehmlassung vom 25. September 2017 zu ergänzen.  

J.  

Mit Eingabe vom 7. November 2017 ergänzte die Vergabestelle ihre Ver-

nehmlassung. Die Beschwerdeführerin verkenne die Situation. Wenn eine 

niedriger qualifizierte Person eine teurer zu honorierende Arbeit ausführe, 

werde die Vergabestelle in doppelter Hinsicht benachteiligt. Dies sei nicht 

im Interesse der Vergabestelle und würde regelmässig dazu führen, dass 

sie, die Vergabestelle, ein Interesse daran hätten, Arbeiten in den Qualifi-

kationskategorien C und D hoch zu stufen. Eine Bezifferung der geltend 

gemachten Kostenanteile für Geräte etc. bei den tieferen Honorarkatego-

rien sei dem Angebot im Übrigen nicht beigelegt worden. Inwieweit es sich 

bei dem Argument um eine reine Schutzbehauptung handle bzw. es ein 

spekulatives Element sei, bleibe deshalb offen. 

K.  

Mit Verfügung vom 7. März 2018 ersuchte das Bundesverwaltungsgericht 

die Vergabestelle, den Verweis in Ziff. 1, Spiegelstrich 3, der Selbstdekla-

ration zu erläutern, was diese mit Schreiben vom 8. März 2018 auch tat. 

Der Verweis beziehe sich nicht auf die irrtümlich genannte „Vertragsur-

kunde Planerleistungen“, sondern auf die „Angebotsunterlagen für Dienst-

leistungen“ beziehungsweise die darin erwähnten Allgemeinen Geschäfts-

bedingungen. 

L.  

Mit Zwischenentscheid vom 28. März 2018 hiess das Bundesverwaltungs-

gericht das Gesuch der Beschwerdeführerin um Erteilung der aufschieben-

den Wirkung gut.  

M.  

Am 17. Mai 2018 ersuchte das Bundesverwaltungsgericht die Vergabe-

stelle zur Vernehmlassung in der Hauptsache innert Frist und um Einrei-

chung einer geschäftsgeheimnisbereinigten Darstellung der Honoraran-

sätze sämtlicher Anbieter. 

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Seite 7 

N.  

Mit Vernehmlassung in der Hauptsache vom 5. Juni 2018 beantragte die 

Vergabestelle die vollumfängliche Abweisung der Beschwerde. Die Offerte 

der Beschwerdeführerin entspreche nicht den in der Branche üblichen Ein-

stufungen der Entschädigung nach Qualifikation gemäss SIA Norm 103. 

Alle anderen Anbieter hätten Offerten eingereicht, in welchen die Entschä-

digungen der Qualifikation entsprechen würden. Dabei werde die höhere 

Qualifikation höher entschädigt, was nicht nur dem Sinne von SIA Norm 

103 entspreche, sondern grundsätzlich allen Lohn-, Entschädigungs- und 

Preisbildungssystemen. Zwar seien auch andere Anbieter der Meinung ge-

wesen, die vorgegebenen Stunden für die Projektleitung seien hoch ange-

setzt, jedoch hätten diese trotzdem absteigende Honorarkategorien ange-

setzt. Es ergebe sich auch aus anderen, stichprobeweise durchgeführten 

Verfahren der Vergabestelle, dass es in der Branche absolut üblich sei, 

eine höhere Kategorie gemäss SIA Norm 103 auch höher zu entschädigen. 

Ein Angebot, welches aber diese branchenübliche Praxis nicht einhalte, 

entspreche nicht den Vorgaben der SIA Norm 103 und sei deshalb ausge-

schlossen worden.  

O.  

Am 7. Juni 2018 erhielt die Beschwerdeführerin Einsicht in die geschäfts-

geheimnisbereinigten Akten sowie Gelegenheit zur Replik. 

P.  

Auch die Beschwerdeführerin hielt mit Eingabe vom 14. Juni 2018 an ihren 

bisherigen Anträgen fest. Der SIA Norm 103 liesse sich keine Pflicht zu 

absteigenden Honoraransätzen entnehmen, schon gar nicht nach dem all-

gemeinen Sprachverständnis und umso weniger nach der Intervention der 

WEKO betreffend die Honorarempfehlungen. Im Übrigen treffe es nicht zu, 

dass alle anderen Anbieter absteigende Ansätze offeriert hätten. So ergebe 

sich aus der Vernehmlassung der Vergabestelle, dass einzelne Anbieter für 

verschiedene Kategorien gleich hohe Ansätze offeriert hätten. Die Verga-

bestelle müsste gemäss ihrer eigenen Logik auch bei gleich hohen Ansät-

zen für verschiedene Kategorien die Befürchtung hegen, es würden An-

reize entstehen, weniger qualifiziertes Personal für die Ausführung an-

spruchsvoller Leistungen einzusetzen. Indem sie um einen Franken abstei-

gende oder sogar gleiche Ansätze für verschiedene Kategorien, nicht aber 

um einen Franken ansteigende Honorare zulasse, ziehe die Vergabestelle 

eine willkürliche Grenze, die das angebliche Problem nicht löse. Vor allem 

aber verkenne die Vergabestelle, dass nicht über die Honorierung sicher-

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Seite 8 

gestellt werde, dass die verschiedenen Arbeiten durch hinreichend qualifi-

ziertes Personal ausgeführt werde, sondern aufgrund der Funktion/Leis-

tung im Projekt. Die Vergabestelle vermische somit in unzulässiger Weise 

die Aspekte Preis und Qualität. Die Beurteilung der Qualität erfolge anhand 

der übrigen Zuschlagskriterien, im vorliegenden Fall insbesondere anhand 

des QM-Konzeptes, der Projektorganisation sowie der Referenzen der 

Projektleitung. Im Übrigen sei erneut darauf hinzuweisen, dass es sich bei 

dem Angebot der Beschwerdeführerin nicht um eine unzulässige Preisva-

riante handle. Die Vergabestelle befürchte offensichtlich, dass sich die vor-

gesehene Stundenverteilung als unrichtig erweisen könne. Diese Befürch-

tung werde nach Aussage der Vergabestelle auch dadurch genährt, dass 

andere Anbieter die vorgesehene Stundenzahl für die Projektleitung eben-

falls als zu hoch angesehen hätten. Das Risiko, dass der Zeitaufwand nicht 

den vorgängigen Schätzungen entspreche und sich damit auch das Hono-

rar verändere, bestehe immer. Im vorliegenden Fall sei dieses Risiko je-

doch mit einem maximalen Kostendach aufgefangen worden. Der Verga-

bestelle habe es im Übrigen freigestanden, die Stundenvorgaben zu über-

denken und anzupassen, was sie jedoch unterlassen habe. 

Q.  

Am 20. Juni 2018 erhielt die Vergabestelle Gelegenheit zur Duplik, auf die 

sie mit Schreiben vom 2. Juli 2018 verzichtete. 

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten 

wird, soweit erforderlich, in den rechtlichen Erwägungen Bezug genom-

men. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1  

Das Bundesverwaltungsgericht prüft von Amtes wegen und mit freier 

Kognition, ob die Prozessvoraussetzungen erfüllt sind und/oder ob auf eine 

Beschwerde einzutreten ist (vgl. BVGE 2007/6 E. 1, m.H.). 

1.2  

Gegen den Zuschlag in einem Vergabeverfahren ist im Anwendungsbe-

reich des Bundesgesetzes über das öffentliche Beschaffungswesen vom 

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Seite 9 

16. Dezember 1994 (BöB, SR 172.056.1) die Beschwerde an das Bundes-

verwaltungsgericht zulässig (Art. 29 Bst. a i.V.m. Art. 27 Abs. 1 BöB). 

1.2.1  

Das BöB erfasst nur Beschaffungen, welche dem GATT/WTO-Überein-

kommen vom 15. April 1994 über das öffentliche Beschaffungswesen 

(Government Procurement Agreement [GPA, SR 0.632.231.422]) unter-

stellt sind (BVGE 2008/48 E. 2.1 mit Hinweisen "Areal- und Gebäudeüber-

wachung PSI"). Es ist anwendbar, wenn die Auftraggeberin dem Gesetz 

untersteht (Art. 2 Abs. 1 BöB), wenn der Beschaffungsgegenstand sachlich 

erfasst wird (Art. 5 BöB), der geschätzte Wert des zu vergebenden öffent-

lichen Auftrages den entsprechenden Schwellenwert von Art. 6 Abs. 1 BöB 

erreicht und keiner der Ausnahmetatbestände von Art. 3 BöB gegeben ist. 

1.2.2  

Die Vergabestelle ist als Bundesamt Teil der allgemeinen Bundesverwal-

tung und untersteht damit dem BöB (Art. 2 Abs. 1 Bst. a BöB; vgl. Anhang 

1 Annex 1 zum GPA). 

1.2.3  

Die Vergabestelle hat die vorliegende Beschaffung als Dienstleistungsauf-

trag ausgeschrieben (vgl. Ziffer 1.8 der Ausschreibung). Nach Art. 5 Abs. 1 

Bst. b BöB bedeutet der Begriff "Dienstleistungsauftrag" ein Vertrag zwi-

schen der Auftraggeberin und einem Anbieter über die Erbringung einer 

Dienstleistung nach Anhang 1 Annex 4 GPA bzw. Anhang 1a zur Verord-

nung vom 11. September 1995 über das öffentliche Beschaffungswesen 

(VöB, SR 172.056.11). Hierfür wiederum massgeblich ist die Zentrale Pro-

dukteklassifikation der Vereinten Nationen (CPCprov; Urteil des BVGer 

B-1773/2006 vom 25. September 2008, auszugweise publiziert in BVGE 

2008/48, E. 3). Die Vergabestelle hat unter der Common Procurement Vo-

cabulary-Referenznummer (CPV-Nummer) 71541000 – Projektmanage-

ment im Bauwesen – aufgeführt (vgl. Ziffer 2.5 der Ausschreibung). Diese 

entspricht nach der Systematik der CPCprov der Referenznummer 867 (Ar-

chitectural, engineering and other technical services). Diese Gruppe wird 

von der Positivliste (vgl. Anhang 1 Annex 4) erfasst und fällt damit in den 

Anwendungsbereich des BöB (vgl. zum Ganzen auch die Urteile des 

BVGer B-2297/2017 vom 3. Juli 2017 E. 1.3 und BVGer B-4958/2013 vom 

30. April 2013 E. 1.5.2). 

B-4969/2017 

Seite 10 

1.2.4  

Der Zuschlag wurde zu einem Preis von Fr. 364'690.– exkl. MwSt. verge-

ben. Gemäss Art. 6 Abs. 1 Bst. b BöB bzw. Art. 6 Abs. 2 BöB in Verbindung 

mit Art. 1 Bst. a der Verordnung des Eidgenössischen Departements für 

Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) vom 23. November 2015 über 

die Anpassung der Schwellenwerte im öffentlichen Beschaffungswesen für 

die Jahre 2016 und 2017 (AS 2015 4743) beträgt der Schwellenwert für 

Dienstleistungen Fr. 230'000.–. Demzufolge ist der Schwellenwert erreicht. 

1.2.5  

Zusammenfassend ergibt sich, dass die vorliegende Beschaffung in den 

Anwendungsbereich des BöB fällt. Ausnahmen im Sinne von Art. 3 BöB 

sind nicht gegeben. Somit ist das Bundesverwaltungsgericht für die Beur-

teilung der vorliegenden Streitsache zuständig. 

2.  

2.1  

Für das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht sind die Vorschriften 

des VwVG massgebend, soweit des BöB und das Verwaltungsgerichtsge-

setz vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) nichts anderes bestimmen (Art. 

26 Abs. 1 BöB und Art. 37 VGG). Gemäss Art. 31 BöB kann die Unange-

messenheit vor Bundesverwaltungsgericht nicht gerügt werden. 

2.2  

Die Beschwerdeführerin beantragt namentlich, die Zuschlagsverfügung sei 

aufzuheben und zur Neubeurteilung unter Berücksichtigung des Angebo-

tes der Beschwerdeführerin an die Vergabestelle zurückzuweisen. Damit 

richtet sie ihre Beschwerde nicht nur gegen den Zuschlag, sondern auch 

gegen den Ausschluss (vgl. Ziff. 4.4 der Zuschlagsverfügung). Die Verga-

bestelle hat der Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 16. August 2017 

schriftlich mitgeteilt, dass ihr Angebot von der Bewertung ausgeschlossen 

worden sei. Für die Rechtsmittelbelehrung verwies sie auf die elektroni-

sche Publikation der Zuschlagsverfügung. Folglich ist das genannte 

Schreiben nicht als Verfügung, sondern als Orientierungsschreiben der 

Vergabestelle zu qualifizieren (Urteil des BVGer B-985/2015 vom 12. Juli 

2016 E. 1.4.1; vgl. dazu in Bezug auf den Fristenlauf GALLI/MO-

SER/LANG/STEINER, Praxis des öffentlichen Beschaffungsrechts, 3. Aufl. 

2013, Rz. 1271). 

B-4969/2017 

Seite 11 

2.3  

Die Beschwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vergabestelle teilge-

nommen (Art. 48 Abs. 1 Bst. a VwVG) und ist durch die angefochtene Ver-

fügung – sie wurde aus dem Verfahren ausgeschlossen und der Zuschlag 

wurde einer Mitbewerberin erteilt – besonders berührt (Art. 48 Abs. 1 Bst. b 

VwVG). Die Aufhebung der Zuschlagsverfügung bzw. die Aufhebung des 

Ausschlusses aus dem Vergabeverfahren und die Rückweisung der Sache 

zur Neubeurteilung an die Vergabestelle würde dazu führen, dass die 

Vergabestelle die Offerte der Beschwerdeführerin zu evaluieren hätte (vgl. 

zum Ausschluss im offenen Verfahren den Zwischenentscheid des BVGer 

B-504/2009 vom 3. März 2009 E. 3.2). Ausserdem ist der Offertpreis der 

Beschwerdeführerin gemäss dem Offertöffnungsprotokoll das günstigste. 

Damit kann im vorliegenden Fall offen bleiben, ob die neue bundesgericht-

liche Rechtsprechung (vgl. BGE 141 II 14 E. 4.4) so zu verstehen ist, dass 

die im offenen Verfahren im Rahmen des Zuschlags ausgeschlossene An-

bieterin geltend machen muss, dass sie für den Fall, dass ihre Offerte in 

die Bewertung einbezogen wird, eine reelle Chance auf den Zuschlag hat. 

Die Legitimation der Beschwerdeführerin ist jedenfalls gegeben. Die Be-

schwerdeführerin hat ausserdem keine Möglichkeit, den Zuschlag in Frage 

zu stellen, soweit sich der Ausschluss als rechtskonform erweist (vgl. Zwi-

schenentscheid des BVGer B-6327/2016 vom 21. November 2016 E. 1.4, 

Zwischenentscheid des BVGer B-985/2015 vom 25. März 2015 E. 1.3). 

2.4  

Frist (Art. 30 BöB) und Form (Art. 52 Abs. 1 VwVG) der Beschwerde sind 

gewahrt. Der Rechtsvertreter hat sich rechtmässig ausgewiesen (vgl. Art. 

11 VwVG). Der Kostenvorschuss wurde fristgerecht bezahlt (Art. 63 Abs. 4 

VwVG). 

3.  

3.1 Die Vergabestelle begründet den Ausschluss damit, beim Angebot der 

Beschwerdeführerin habe es sich um eine unzulässige finanzielle Variante 

mit einem Zeitmitteltarif gehandelt. Die angebotenen aufsteigenden Hono-

rarkategorien mit absteigenden Ansätzen sowie die Verschiebung von 

Leistungen zu tieferen Honorarkategorien mit höheren Ansätzen führten zu 

versteckten Mehrkosten. Die Vergleichbarkeit der Angebote könne nicht 

gewährleistet werden. 

3.2 Als Varianten gelten Angebote, mit welchen das Ziel der Beschaffung 

auf andere Art erreicht wird, als von der Auftraggeberin vorgesehen. Damit 

B-4969/2017 

Seite 12 

wird an die Rechtsauffassung angeknüpft, wonach nur eine leistungsbezo-

gene, inhaltliche Abweichung den Begriff der Variante erfüllt (Erläuternder 

Bericht zur Änderung der Verordnung über das öffentliche Beschaffungs-

wesen [VöB] vom 1. Januar 2010, S. 15, Urteil des Verwaltungsgerichts 

des Kantons Aargau vom 20. Oktober 2003, publiziert in: Aargauische Ge-

richts- und Verwaltungsentscheide [AGVE] 2003 S. 278 ff. E. 3 mit Hinwei-

sen). Nicht als Variante gelten demnach unterschiedliche Preisarten (Urteil 

des BVGer B-6123/2011 vom 6. Dezember 2011). Die Wahl einer anderen 

Preisart (z.B. Pauschalpreis anstelle des in der Ausschreibung vorgesehe-

nen Abrechnung nach Zeitaufwand) käme aber einem ausschreibungswid-

rigen Angebot gleich, welches ausgeschlossen werden müsste (Erläutern-

der Bericht VöB vom 1. Januar 2010, S. 15, vgl. auch GALLI/MO-

SER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 768 mit Hinweisen). 

3.3 Die Vergabestelle fragt in ihrem Excel-Dokument „Honorarkalkulation“ 

Stundenansätze in CHF/h für Projektleiter, Stv. Projektleiter sowie die Ho-

norarkategorien A, B, C, D, E, F und G ab. Die Beschwerdeführerin hat die 

abgefragten Stundenansätze geliefert. Eine unzulässige Variante nach 

Massgabe von Art. 22a Abs. 2 VöB liegt nicht vor (vgl. dazu Erläuternder 

Bericht VöB vom 1. Januar 2010, S. 15). 

3.4 Bleibt zu prüfen, ob die Offerte gegen Ziff. 2.11 der Ausschreibungsun-

terlagen verstiess, in dem die Beschwerdeführerin ein Angebot mit Zeitmit-

teltarif einreichte. Ausgehend vom allgemeinen Sprachgebrauch ist dann 

von einem Zeitmitteltarif auszugehen, wenn für mehrere verschiedene Ho-

norarkategorien durch Bildung von „Durchschnittswerten“, „Mittelwerten“ o-

der einem „arithmetischen Mittel“ einheitliche Stundenansätze offeriert 

werden (Zwischenentscheid des BVGer vom 3. Juli 2017, E. 5.6.3). Die 

Stundenansätze der Beschwerdeführerin lassen sich in absteigender Rei-

henfolge wie folgt auflisten: A > B > E > F > G > D > C = Projektleitung = 

Stv. Projektleitung, wobei für Projektleitung und Stv. Projektleitung keine 

Honorarkategorien vorgegeben waren. Die Kategorie A wurde mit dem 

höchsten Ansatz und die Kategorie C mit dem niedrigsten Ansatz offeriert. 

Für die ausgeschriebenen Honorarkategorien von A bis G hat die Be-

schwerdeführerin somit sieben verschiedene Stundenansätze offeriert. Ein 

Angebot mit Zeitmitteltarif ist nicht zu erkennen.  

3.5 Als Zwischenfazit ist festzuhalten, dass das Angebot der Beschwerde-

führerin weder eine unzulässige Variante nach Art. 22 Abs. 2 VöB darstellt, 

noch mit einem Zeitmitteltarif offeriert wurde.  

B-4969/2017 

Seite 13 

4.  

4.1 Die Vergabestelle stellt sich zusätzlich sinngemäss auf den Stand-

punkt, mit dem Verweis auf Art. 6.2 SIA 103 habe sie in den Ausschrei-

bungsunterlagen eine weitere Preisbildungsregel definiert, wonach degres-

sive Honorarsätze für die Honorarkategorien von A bis G zu offerieren 

seien. Dies ergebe sich aus der SIA Norm 103 selbst, auf welche in der 

Ausschreibung verwiesen werde, und sei auch branchenüblich. Der 

Verstoss dagegen entspreche einem wesentlichen Formfehler im Sinne 

von Art. 19 Abs. 3 BöB, weshalb das Angebot der Beschwerdeführerin aus-

zuschliessen sei.  

4.2 Die Beschwerdeführerin widerspricht dieser Darstellung und hält dem 

entgegen, der SIA Norm 103 könne keine Pflicht zu absteigenden Hono-

raransätzen entnommen werden.  

4.3 Zur Frage der möglichen Formfehler ist zunächst losgelöst vom zu be-

urteilenden Sachverhalt festzuhalten, dass sich Art. 19 Abs. 3 BöB auf 

Art. 19 Abs. 1 BöB bezieht, wonach die Anbieter ihr Angebot schriftlich, voll-

ständig und fristgerecht einzureichen haben. Dieser Regel liegt der Ge-

danke zugrunde, dass die Vergabestelle aufgrund der eingereichten Offer-

ten direkt zur Vergabe des Auftrags schreiten können soll (Zwischenent-

scheid des BVGer B-3644/2017 vom 23. August 2017 E. 6.4, BVGE 

2007/13 E.3.1 mit Hinweisen). Aus Art. 19 Abs. 3 BöB wird ersichtlich, dass 

den Formvorschriften im Submissionsrecht ein hoher Stellenwert zukommt 

(Zwischenentscheid des BVGer B-6876/2013 vom 20. Februar 2014 

E. 3.3.1; vgl. GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 456 mit Hinweisen 

auf die BRK-Rechtsprechung). Die Rechtsprechung hat stets betont, dass 

die Entgegennahme eines Angebots, das den Vorschriften der Ausschrei-

bung und der betreffenden Vergabeunterlagen nicht entspricht, im Hinblick 

auf das Gebot der Gleichbehandlung der Anbieter wie auch dasjenige der 

Transparenz problematisch ist (Zwischenentscheid des BVGer 

B-6123/2011 vom 8. Dezember 2011, E. 3.1; BVGE 2007/13 E. 3.1; Ent-

scheid der BRK vom 23. Dezember 2005, veröffentlicht in VPB 70.33, 

E. 2a/aa). Deshalb ist ein solches Angebot, unter dem Vorbehalt des Ver-

bots des überspitzten Formalismus, grundsätzlich auszuschliessen (Zwi-

schenentscheid B-6876/2013 E. 3.3.1; vgl. GALLI/MOSER/LANG/STEINER, 

a.a.O., Rz. 457 mit Hinweisen).  

4.4 Gemäss Art. 29 Abs. 1 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 

(BV, SR 101) liegt ein überspitzter Formalismus vor, wenn für ein Verfahren 

B-4969/2017 

Seite 14 

rigorose Formvorschriften aufgestellt werden, ohne dass die Strenge sach-

lich gerechtfertigt wäre, oder wenn die Behörde formelle Vorschriften mit 

übertriebener Schärfe handhabt. Durch ein derartiges Vorgehen wird die 

Formstrenge zum blossen Selbstzweck, womit die Verwirklichung des ma-

teriellen Rechts in unhaltbarer Weise erschwert oder gar verhindert werden 

kann (BGE 135 I 6 E. 2.1 und BGE 132 I 249 E. 5). Aus dem Verbot des 

überspitzten Formalismus wie auch aus Art. 9 BV kann die Verpflichtung 

der Behörde abgeleitet werden, den Privaten in gewissen Situationen von 

Amtes wegen auf Verfahrensfehler hinzuweisen, die er begangen hat oder 

im Begriffe ist zu begehen. Dies unter der Voraussetzung, dass der Fehler 

leicht zu erkennen ist und rechtzeitig behoben werden kann (BGE 125 I 

166 E. 3a mit Hinweisen, vgl. Entscheid der BRK 2005-017 vom 23. De-

zember 2005, publiziert in VPB 70.33, E. 2b mit Hinweisen). Der Offerent 

darf nicht schon wegen unbedeutender Mängel der Offerte oder eines Ver-

haltens mit Bagatellcharakter ausgeschlossen werden (BVGE 2007/13 E. 

3.3; GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 444 mit Hinweisen). Das 

Bundesverwaltungsgericht leitet aus dem Verbot des überspitzten Forma-

lismus ab, dass in vergaberechtlichen Verfahren dem Anbieter in bestimm-

ten Fällen Gelegenheit zu geben ist, um den ihm vorgehaltenen Formman-

gel zu beheben. In diesem Sinn kann der Ausschluss als unverhältnismäs-

sig erscheinen, wenn beispielsweise lediglich Bescheinigungen (etwa be-

treffend Bezahlung der Steuern) fehlen, deren Nachreichung sich nicht auf 

das Preis-/Leistungsverhältnis der Offerte auswirkt (Zwischenentscheid 

des BVGer B-3644/2017 vom 23. August 2017 E. 6.4.2, Urteil des BVGer 

B-985/2015 vom 12. Juli 2015 E. 4.3.2.3; GALLI/MOSER/LANG/STEINER, 

a.a.O., Rz. 447 mit Hinweisen). Demgegenüber sind Offerten, die unvoll-

ständig sind in Bezug auf Angaben, die sich auf das Preis-/Leistungsver-

hältnis auswirken, grundsätzlich auszuschliessen (vgl. zu den Grenzen der 

Offertbereinigung insbesondere BVGE 2007/13 E. 3.4). Von überspitztem 

Formalismus ist nur auszugehen, wenn der Mangel auf eine Unklarheit der 

Ausschreibungsunterlagen oder ein offensichtliches Versehen des Anbie-

ters zurückzuführen ist, nicht aber, wenn er von diesem bewusst in Kauf 

genommen wurde (Zwischenverfügung des BVGer B-82/2017 vom 24. Ap-

ril 2017 E. 11.10.5 mit Hinweisen; CLAUDIA SCHNEIDER HEUSI, Referenzen, 

Labels, Zertifikate, in: Zufferey/Beyeler/Scherler [Hrsg.], Aktuelles Verga-

berecht 2016, 1. Aufl. 2016, S. 393-427). 

4.5 Zusammenfassend lässt sich sagen, dass drei Kategorien von Offer-

ten, die den Anforderungen nicht entsprechen, zu unterscheiden sind: Eine 

erste Kategorie umfasst Angebote, welche die Vergabestelle aufgrund ihrer 

B-4969/2017 

Seite 15 

Mängel nicht ohne Verletzung des Transparenz- und Gleichbehandlungs-

gebots in die Bewertung einbeziehen kann, also ausschliessen muss. Eine 

zweite Kategorie von Offerten ist dadurch gekennzeichnet, dass die Verga-

bestelle sie durch Rückfragen auf den verlangten Stand bringen darf, aber 

nicht muss. Die Vergabestelle verfügt demnach in diesem Rahmen über 

einen gewissen Ermessensspielraum (BVGE 2007/13 E. 6.2). Die dritte 

und letzte Kategorie lässt sich so umschreiben, dass die Mängel des An-

gebots derart geringfügig sind, dass die Vergabestelle zur Bereinigung der-

selben Hand bieten muss (Zwischenentscheid des BVGer B-3644/2017 

vom 23. August 2017 E. 6.4.3; Zwischenentscheid des BVGer B-6123/2011 

vom 8. Dezember 2011 E. 3.2; Urteil des BVGer B-8061/2010 vom 18. April 

2011 E. 6.1). 

5.  

5.1 Die von der Vergabestelle zusätzlich geltend gemachte Preisbildungs-

regel knüpft ihrer Ansicht nach an Ziff. 2.1.3 der Ausschreibungsunterla-

gen. Darin wird für die Preis/Honorarkalkulation auf das Excel-Dokument 

„Honorarkalkulation“ verwiesen. Das Dokument „Honorarkalkulation“ be-

steht aus der Tabelle 1 (Stundenverteilung und Honorarabrechnung), der 

Tabelle 2 (Honorarzuschläge) sowie „Bemerkungen“. 

5.2 In Tabelle 1 sind Honoraransätze für die Qualifikationskategorien von A 

bis G in die jeweils grau markierten Felder einzufügen. Die Anzahl Stunden 

der jeweiligen Kategorien sind von der Vergabestelle vorgegeben:  

Tabelle 1 (Ausschnitt aus der Stundenverteilung und Honorarabrechnung): 

Funktion Name Kat. SIA Vorgabe in h Ansatz in CHF/h TOTAL 

Schlüsselpositionen 
Projektleiter 
Stv. Projektleiter 
 
Weiteres Personal 
Diverse 
Diverse 
Diverse 
Diverse 
Diverse 
Diverse 
Diverse 

 
_____ 
_____ 
 

 
_____ 
_____ 

 
 

A 
B 
C 
D 
E 
F 
G 

 
1000 
1000 

 
 

0 
10 

350 
550 
550 
190 
50 

 
_____ 
_____ 

 
 

_____ 
_____ 
_____ 
_____ 
_____ 
_____ 
_____ 

 
0 
0 
 
 

0 
0 
0 
0 
0 
0 
0 

Total   3700  0 

 

B-4969/2017 

Seite 16 

5.3 Die Stundenansätze haben nach Art. 6 SIA 103 zu erfolgen, wobei die 

Qualifikationskategorien in der SIA Norm von A (höchste Qualifikation) bis 

G (niedrigste Qualifikation) eingeteilt werden (Abbildung 2). 

Tabelle 2 (Zuordnung der Qualifikationskategorien nach Art. 6.2.5 SIA 103): 

SIA 103 Funktion Anforderung Stufe 
1 

Stufe 
2 

Stufe 
3 

Projekt Chefingenieur 
Experte 
Prüfungsingenieur 

Gesamtleitung und –koordination, 
löst Probleme mit hohen Anforde-
rungen 

- B A 

Leitender  
Ingenieur 

Verantwortlich für den Auftrag, löst 
anspruchsvolle Einzelprobleme 

-  C B 

Ingenieur Bearbeitet Teilaufträge bzw. Ein-
zelprobleme 

D D C 

Techniker, Zeichner-
Konstrukteur 

Löst konstruktive Aufgaben, fähig 
zu devisieren, Plan- und Sachbe-
arbeitung 

F E D 

Zeichner Planbearbeitung nach Vorlage G F E 

Bauleitung Chefbauleiter Gesamtleitung und –koordination 
einer umfangreichen Baustelle 

- C B 

Bauleiter Leiter einer Baustelle, für Aus-
mass und Abrechnung verantwort-
lich 

E D C 

Hilfsbauleiter, Bau-
aufseher 

Mitarbeiter des Bauleiters G F E 

Administra-
tion 

Leitendes Administ-
rationspersonal 

 F E D 

Sekretariatspersonal  G F E 

Hilfsfunktion Hilfspersonal  G F F 

Lehrling 3. u. 4. Lehrjahr 0.75 G  
1. u.2. Lehrjahr 0.5 G 
 

   

 

5.4 Neben dem eigentlichen Verweis auf Art. 103 SIA sind in der „Leis-

tungstabelle“ weitere „Bemerkungen“ aufgeführt, u.a. Ausführungen zu den 

Mitarbeiterlisten (Ziff. 3 der Bemerkungen zur „Leistungstabelle“): 

„Mitarbeiterlisten 

Dem Angebot sind aktuelle Mitarbeiterlisten beilzulegen (Stand 2017). Darauf 

sind die für diesen Auftrag zum Einsatz kommenden Mitarbeitenden aufzufüh-

ren. Es dürfen die firmeneigenen Dokumente verwendet werden. Sie sollen 

eine Firmenbezeichnung sowie eine tabellarische Aufstellung mit Kolonnen 

mindestens für folgende Angaben enthalten: 

B-4969/2017 

Seite 17 

a) Name, Vorname 

b) Jahrgang 

c) Berufsausbildung, Abschlussjahr  

d) Anzahl Praxisjahre (seit Berufsabschluss) 

e) Fachgebiet und Tätigkeit/Funktion 

f) Vorgesehene Funktion im Projekt  

g) Vorgesehene KBOB-Honorarkategorie 2017 (Einstufung gemäss SIA 103) 

Mit der Mitarbeiterliste abgegebene Einstufungen in Funktion/Kategorie sind 

nicht automatisch durch den Auftraggeber akzeptiert. Die Einstufung wird 

spätestens mit der Rechnung durch das ASTRA überprüft und abschliessend 

festgelegt. Die Einstufung erfolgt gemäss Ordnung SIA 103, Artikel 6, also 

explizit aufgrund der Funktion/Leistung im Projekt und nicht aufgrund der 

Funktion in der Stammunternehmung oder der möglichen Funktion gemäss 

Ausbildung oder Berufserfahrung. Bei Schlüsselpersonen besteht grundsätz-

lich kein Recht auf Hochstufung in eine höhere Kategorie aufgrund Erfah-

rungszuwachs. Die Angabe einer Honorarkategorie ist bei der Schlüsselper-

son nicht notwendig, da es sich beim offerierten Ansatz um einen Mischan-

satz handelt, der über die komplette Dauer des Projektes gültig ist. Da die 

Projektdauer mit Angebotsabgabe bekannt ist, ist der Erfahrungszuwachs im 

Ansatz zu berücksichtigen. Eine Hochstufung von Schlüsselpersonal ist nur 

in Verbindung mit einer Funktionsänderung möglich.“ 

Aus der „Leistungstabelle“, welche Bestandteil der Ausschreibungsunterla-

gen ist, geht hervor, dass nach effektivem Zeitaufwand entschädigt wird, 

wobei die Gesamtstundenzahl auf 3‘700 Stunden beschränkt ist. Davon 

sind 2‘000 Stunden durch die Schlüsselpersonen (Projektleiter und stell-

vertretender Projektleiter) zu leisten. Die weiteren Stundenzahlen sind den 

jeweiligen Qualifikationskategorien A (0 Stunden), B (10 Stunden), C (350 

Stunden), D (550 Stunden), E (550 Stunden), F (190 Stunden) und G (50 

Stunden) zugeteilt. Die Ausschreibung und die Ausschreibungsunterlagen 

sind unangefochten in Rechtskraft erwachsen. 

6.  

6.1 Die Beschwerdeführerin macht geltend, eine rechtliche Grundlage für 

absteigende Honoraransätze, wie das der Vergabestelle offensichtlich vor-

schwebe, sei nicht zu erkennen und als Preisbildungsregel auch nicht in 

den Ausschreibungsunterlagen oder in Art. 6 SIA 103 zu finden. Dieser an-

gebliche Sinn könne der SIA Norm 103 nicht beigemessen werden, schon 

gar nicht nach dem allgemeinen Sprachverständnis und umso weniger 

nach der Intervention der WEKO: Die Kalkulationsfreiheit ergebe sich ins-

besondere auch aus Art. 2.1 der mittlerweile auf Intervention der WEKO 

teilweise überarbeiteten Honorarempfehlung der KBOB (Koordinations-

konferenz der Bau und Liegenschaftsorgane der öffentlichen Bauherren). 

B-4969/2017 

Seite 18 

Demnach würden im offenen, selektiven sowie im Einladungsverfahren Ho-

norare ausschliesslich im wirtschaftlichen Wettbewerb unter den Anbietern 

ermittelt (KBOB, Empfehlung zur Honorierung von Architekten und Ingeni-

euren, revidiert: Stand Juli 2017, S. 5, <https://www.kbob.ad-

min.ch/kbob/de/home.html>, abgerufen am 26. Juli 2018). Die Vorinstanz 

verkenne, dass nicht über Honorierung, sondern über die Funktion/Leis-

tung im Projekt sichergestellt werde, dass die verschiedenen Arbeiten 

durch hinreichend qualifiziertes Personal geleistet würden. Zudem mache 

die Ausschreibung klar, dass die von den Anbietern vorgenommene Ein-

stufung der Mitarbeiter in Funktion/Kategorie vom Auftraggeber nicht auto-

matisch akzeptiert werde. Spätestens mit Stellung der Rechnung werde die 

Funktion/Kategorie überprüft und abschliessend festgelegt. Die Vergabe-

stelle vermische deshalb in unzulässiger Weise die verschiedenen Aspekte 

Qualität und Preis. Die Beurteilung der Qualität erfolge anhand anderer 

Zuschlagkriterien, im vorliegenden Fall über das QM-Konzept, die Projekt-

organisation sowie die Referenzen der Projektleitung. 

6.2 Die Vergabestelle vertritt den Standpunkt, ohne degressive Honoraran-

sätze könne nicht sichergestellt werden, dass die bestellten Leistungen 

durch das entsprechende Personal erfüllt würden. Wenn aber, wie im Fall 

der Beschwerdeführerin, eine niedrigere Qualifikationskategorie mit höhe-

ren Ansätzen entlohnt würde, entstünde der gegenteilige Anreiz, nämlich 

weniger qualifiziertes Personal – da höher entlohnt – für die Ausführungen 

der durch die Vergabestelle als anspruchsvoll eingeschätzte Leistungen 

einzusetzen. Der Hinweis der Beschwerdeführerin in Ziff. 2.1.2.1 ihrer Auf-

gabenanalyse konkretisiere diese Befürchtung. Demnach gehe sie, die Be-

schwerdeführerin, davon aus, dass bei den niedrigsten Kategorien E, F und 

G – welche gemäss der Offerte aber nicht die niedrigsten Honorare aufwei-

sen würden – deutlich mehr Stunden einzusetzen seien. Dadurch könnten 

anspruchsvollste Leistungen durch weniger qualifiziertes Personal er-

bracht werden, wodurch die von der Vergabestelle gewünschte Qualität 

gefährdet sei. 

6.3 Die Anbieter dürfen darauf vertrauen, dass die Vergabestelle die aus-

gewählten Beurteilungskriterien nach dem gewöhnlichen Sprachgebrauch 

versteht (GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 861 mit Hinweisen). 

Umgekehrt ist der Anbieter nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts 

verpflichtet, bei unklaren Ausschreibungsunterlagen bei der Vergabestelle 

nachzufragen (Urteil des Bundesgerichts 2P.1/2004 vom 7. Juli 2004 

E.3.3). In der Lehre ist dazu kritisch angemerkt worden, dass die Frage-

pflicht nicht so weit gehen darf, dass die Vergabestelle im Ergebnis von 

B-4969/2017 

Seite 19 

ihrer Pflicht entlassen wird, die Angaben in den Ausschreibungsunterlagen 

klar zu formulieren. Eine Fragepflicht kann nach dieser Auffassung nur 

dann bestehen, wenn der Anbieter bei Unterlassen der Anfrage und an-

schliessender Berufung auf den Mangel der Ausschreibungsunterlagen ge-

gen den Grundsatz von Treu und Glauben verstossen würde (GALLI/MO-

SER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 387 f.; vgl. dazu auch den Zwischenent-

scheid des Bundesverwaltungsgerichts B-369/2014 vom 10. Juni 2014 

E. 6.2.2).  

6.4 In Ziff. 3 der Bemerkungen der „Leistungstabelle“ wird sowohl unter 

lit. g („notwendige Angaben zu den einzelnen Mitarbeitern“) wie auch im 

Zusammenhang mit der Einstufung der vorgesehenen Mitarbeiter während 

der Rechnungsprüfung durch die Vergabestelle rechtsgültig auf die Norm 

SIA 103 verwiesen: Demnach hat die Einstufung „gemäss Art. 6 SIA 103 

explizit aufgrund der Funktion/Leistung im Projekt […] zu erfolgen.“  

6.4.1 In der Zuordnungstabelle nach Art. 6.2.5 SIA 103 (vgl. dazu E. 5.3 

hiervor) werden zahlreiche Funktionen in hierarchisch jeweils absteigender 

Reihenfolge aufgelistet: Für die Projektarbeit sind dies beispielsweise Che-

fingenieur, leitendender Ingenieur, Ingenieur, Zeichenkonstrukteur und 

Zeichner. Zusätzlich operiert die SIA 103 mit drei Stufen (1 als niedrigste, 

3 als höchste Stufe), welche der Gewichtung von Erfahrung und Können 

auf der jeweiligen Funktionsstufe Rechnung tragen. Jeder beruflichen 

Funktion sind somit zwei oder drei Honorarkategorien zugeordnet. So ste-

hen beispielsweise, in jeweils absteigender Reihenfolge, dem Chefingeni-

eur die Qualifikationskategorien A oder B und dem Zeichner die Qualifika-

tionskategorien E, F oder G zur Verfügung. Wer schlussendlich in welche 

Qualifikationskategorie fällt, hängt zunächst von der Funktion und inner-

halb der Funktion von der Erfahrung und dem Können des Funktionsträ-

gers ab (vgl. zum Ganzen ANTON EGLI/HUBERT STÖCKLI, Das Planerhono-

rar, Rz. 7.2, 7.82, 7.85, in STÖCKLI/THOMAS SIEGENTHALER [HRSG.], Die 

Planerverträge, Verträge von Architekten und Ingenieuren, Zürich, 2013).  

6.4.2 Weiter ist für die Funktion „Projektleitung/Stv. Projektleitung“ mit einer 

Gesamtstundenzahl von 2‘000 gemäss Ausschreibung keine Angabe einer 

Qualifikationskategorie notwendig (Ziff. 3 der „Leistungstabelle“). 

6.4.3 Schlussendlich wird in Ziff. 3.1 der Vertragsurkunde für Dienstleistun-

gen in Verbindung mit den AGB ein Kostendach als Maximalhonorar durch 

die Vergabestelle festgesetzt. Anders als bei einseitigen Honorarschätzun-

B-4969/2017 

Seite 20 

gen der Planer ist vorliegend von einer für den Anbieter verbindlichen Auf-

gabenverteilung innerhalb der verschiedenen Qualifikationskategorien und 

einem dafür zu entrichtenden Maximalhonorar auszugehen (vgl. zum Gan-

zen ANTON EGLI/HUBERT STÖCKLI, a.a.O., Rz. 7.21). 

6.5 Innerhalb dieser Vorgaben steht es der Beschwerdeführerin grundsätz-

lich zu, den Preis ihres Angebotes nach eigenem Gutdünken zu kalkulieren 

(BGer 2D_34/2010 E. 2.4 mit Hinweisen, vgl. zum Ganzen auch MARTIN 

BEYELER, a.a.O., S. 888 Rz. 1692 ff). Die Stundenansätze werden auch 

nach SIA Norm 103 im wirtschaftlichen Wettbewerb unter den Anbietern 

ermittelt (KBOB, Empfehlung zur Honorierung von Architekten und Ingeni-

euren, 2018, S. 5, https://www.kbob.admin.ch/kbob/de/home.html, abgeru-

fen am 29. Juli 2018). Selbst ein ungewöhnlich niedriges oder ein spekula-

tives Angebot ist dabei grundsätzlich zulässig (BVGE 2011 E. 4 und 5, vgl. 

zum Ganzen GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 1109 ff., DANIELA 

LUTZ, Angebotspreis: Kalkulationsfreiheit und die Schranken, in: Zuffe-

rey/Stöckli [Hrsg.], Aktuelles Vergaberecht 2014, S. 281 ff.). Bestehen am 

Angebot Zweifel, kann die Vergabestelle zusätzliche Abklärungen einholen 

(Artikel XV Absatz 6 GPA 2012, Art. 25 Abs. 4 VöB, Art. 38 Abs. 3 E-BöB). 

Sollte sich aufgrund dieser Abklärungen aber zeigen, dass das besonders 

niedrige Angebot tatsächlich Mängel aufweist, so wäre es wegen dieser 

Mängel und nicht aufgrund des niedrigen Preises auszuschliessen (BGE 

143 II 553 E. 7.1.). 

6.6 Darüber hinaus sind weder in den Ausschreiungsunterlagen noch in 

Art. 6.2.4 SIA 103 weiterführende Preisbildungsregeln für degressive Ho-

noraransätze vorgegeben. Vor diesem Hintergrund kann sich die Vergabe-

stelle nicht auf ein stillschweigendes und gemeinsames Verständnis in Be-

zug auf eine entsprechende branchenübliche Preisbildungsregel berufen. 

Eine solche Annahme steht im Widerspruch zum vergaberechtlichen 

Transparenzgebot nach Art. 1 lit. a BöB. 

6.7 Losgelöst von der Konstellation des vorliegenden Falls mag es gute 

Gründe geben, bei der Honorierung nach Qualifikationskategorien degres-

sive Honoraransätze als Preisbildungsregel zu verlangen. Dies umso 

mehr, als auch die Beschwerdeführerin darauf hinweist, dass die Vergleich-

barmachung von Offerten die Vergabestelle regelmässig vor eine schwie-

rige Aufgabe stellt (Beschwerde Rz. 36, mit Hinweis auf GALLI/MO-

SER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 678). Indessen sind entsprechende Vorga-

ben in der Ausschreibung bzw. zumindest in den Ausschreibungsunterla-

gen bekannt zu geben. 

B-4969/2017 

Seite 21 

7.  

7.1 Die Vergabestelle begründete den Ausschluss weiter damit, die Kalku-

lation der Beschwerdeführerin sei hinsichtlich der Honorarzuschläge nicht 

nachvollziehbar gewesen und hätte korrigiert werden müssen. Eine solche 

Korrektur wäre aber einem bedeutenden Eingriff in die Offerte gleichge-

kommen. 

7.2 Die Beschwerdeführerin bestreitet dies. Die Vergabestelle habe in ih-

ren Ausschreibungsunterlagen offen gelassen, wie die Anbieter Kosten für 

Instrumente, Anfahrtswege etc., unter den verschiedenen Stundenansät-

zen aufteilen würden. Es gehe nicht an, dass unklare Ausschreibungsun-

terlangten den Anbietern zum Nachteil reichen würden.  

7.2.1 Die Offerten der Anbieter müssen nach ihrem Eingang soweit nötig 

in technischer und gegebenenfalls in rechnerischer Hinsicht bereinigt wer-

den, so dass die verschiedenen Angebote vergleichbar und für die weitere 

Prüfung der Zuschlagskriterien bereit sind. Der Gleichbehandlungsgrund-

satz verbietet es, Angebote im Rahmen der Bereinigung zu ergänzen oder 

zu verändern. Die Durchführung einer genügenden Offertbereinigung ist 

eine Rechtspflicht der Vergabestelle nach Art. 25 Abs. 1 VöB (GALLI/MO-

SER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 663 ff., mit Hinweisen). 

7.2.2 Die Beschwerdeführerin hat für sämtliche Funktionen gemäss Ta-

belle 1 der „Leistungstabelle“ einen bestimmten Honoraransatz offeriert. 

Zusätzlich hat sie die Honorarzuschläge in Tabelle 2 (Abend-, Nacht- und 

Wochenendarbeit) vollständig ausgefüllt. Auch hält sie sich an den Maxi-

malbetrag von Fr. 5'000. Das Angebot der Beschwerdeführerin ist hinsicht-

lich Preis mit den anderen Angeboten vergleichbar.  

8.  

8.1 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass das Angebot der Beschwer-

deführerin weder eine unzulässige Variante, noch einen Zeitmitteltarif ent-

hält. Die nichtdegressiven Honoraransätze haben keine vorgegebene 

Preisbildungsregel der Ausschreibung bzw. der SIA Norm 103 verletzt. So-

weit die Vergabestelle ausschliesslich degressive Honoraransätze vor-

schreiben wollte, hätte sie dies mit einer klaren Preisbildungsregel in der 

Ausschreibung bzw. den Ausschreibungsunterlagen tun müssen. Die Be-

schwerde ist deshalb gutzuheissen. 

B-4969/2017 

Seite 22 

8.2  Gemäss Art. 32 Abs. 1 BöB entscheidet das Bundesverwaltungsge-

richt in der Sache selbst oder weist diese mit verbindlichen Weisungen an 

den Auftraggeber oder die Auftraggeberin zurück. Ersteres wäre vorliegend 

nur dann am Platz, wenn die Sache nach Aufhebung des angefochtenen 

Zuschlags als offenkundig spruchreif erschiene (vgl. Urteil des Bundes-ver-

waltungsgerichts B-6837/2010 vom 15. März 2011 E. 6.2; GALLI/MO-

SER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 1396). Dies ist jedoch zu verneinen, da die 

Vergabestelle die Offerte der Beschwerdeführerin bisher nicht vollständig 

evaluiert hat. Vor diesem Hintergrund ist die Sache zur Neubeurteilung un-

ter Berücksichtigung des Angebotes der Beschwerdeführerin an die Verga-

bestelle zurückzuweisen. 

9.  

9.1 Die Verfahrenskosten sind den Parteien nach Massgabe ihres Unter-

liegens aufzuerlegen (Art. 63 VwVG; Art. 1 ff. des Reglements über die 

Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht vom 

21. Februar 2008 [VGKE, SR 173.320.2]). Der Vergabestelle werden keine 

Verfahrenskosten auferlegt (Art. 63 Abs. 2 VwVG).  

Sowohl beim Entscheid in der Hauptsache als auch beim Zwischenent-

scheid über die Erteilung der aufschiebenden Wirkung hat die Beschwer-

deführerin obsiegt. Ihr sind deshalb keine Verfahrenskosten aufzuerlegen. 

Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 3'000.– ist ihr nach Eintritt der 

Rechtskraft aus der Gerichtskasse zurückzuerstatten. 

9.2 Die obsiegende, anwaltlich vertretene Beschwerdeführerin hat gemäss 

Art. 64 Abs. 1 VwVG in Verbindung mit Art. 7 VGKE Anspruch auf eine 

angemessene Parteientschädigung zu Lasten der Verwaltung. Da keine 

Kostennote eingereicht wurde, ist die Entschädigung aufgrund der Akten 

festzusetzen (Art. 14 Abs. 2 Satz 2 VGKE). Bei der Festlegung der Partei-

entschädigung sind der Verfahrensausgang, der gebotene und aktenkun-

dige Aufwand, die Bedeutung der Streitsache und die Schwierigkeit des 

vorliegend zu beurteilenden Verfahrens sowie die in vergleichbaren Fällen 

gesprochenen Entschädigungen zu berücksichtigen. Angesichts des voll-

ständigen Obsiegens der Beschwerdeführerin sowohl im Hauptverfahren 

als auch im Zwischenentscheid betreffend aufschiebende Wirkung er-

scheint daher eine Parteientschädigung in Höhe von Fr. 14'000.– (inkl. 

Auslagen und Mehrwertsteuer) als gerechtfertigt (Art. 9 Abs. 1 in Verbin-

dung mit Art. 10 Abs. 2 VGKE). 

B-4969/2017 

Seite 23 

Die Vergabestelle hat keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung 

(Art. 7 Abs. 3 VGKE). 

 

Demnach verfügt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen. 

2.  

Der am 16. August 2017 publizierte Zuschlag betreffend die Ausschreibung 

"120049 N01/36 WEST – Bauherrenvermessung" wird aufgehoben und die 

Sache zur Neubeurteilung unter Berücksichtigung des Angebotes der Be-

schwerdeführerin an die Vergabestelle zurückgewiesen. 

3.  

3.1 Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der einbezahlte Kosten-

vorschuss in Höhe von Fr. 3'000.– wird der Beschwerdeführerin nach Ein-

tritt der Rechtskraft dieses Urteils aus der Gerichtskasse zurückerstattet. 

3.2 Der Beschwerdeführerin wird zu Lasten der Vergabestelle eine Partei-

entschädigung in Höhe von Fr. 14'000.– zugesprochen. 

  

B-4969/2017 

Seite 24 

4.  

Dieses Urteil geht an: 

– die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde; Beilage: Rückerstattungs-

formular) 

– die Vergabestelle (Ref-Nr. SIMAP-Projekt-ID 154689; Gerichtsur-

kunde) 

– Zuschlagsempfängerin (Gerichtsurkunde) 

 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Hans Urech Reto Finger 

 

 

 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange-

legenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG). Die Rechts-

schrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. 

Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie die be-

schwerdeführende Partei in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). 

 

Versand: 27. September 2018