# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ec824740-8320-5caf-8e78-9184be38ca0b
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-06-26
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 26.06.2024 UE230324
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_UE230324_2024-06-26.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
III. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: UE230324-O/U/GRO

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. D. Oehninger, Präsident, und lic. iur. B. Stiefel, 

Oberrichterin lic. iur. K. Eichenberger sowie Gerichtsschreiber 

Dr. A. Brüschweiler

Beschluss vom 26. Juni 2024

in Sachen

A._____, 
Beschwerdeführerin

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. X1._____

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur., LL.M. X2._____

gegen

1. B._____,
2. Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich,
Beschwerdegegner

betreffend Nichtanhandnahme  

Beschwerde gegen die Nichtanhandnahmeverfügung der Staatsanwalt-
schaft III des Kantons Zürich vom 21. August 2023, A-3/2022/10036469

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Erwägungen:

I.

A._____ (nachfolgend Beschwerdeführerin) liess mit Eingabe an die Staatsanwalt-

schaft III des Kantons Zürich (nachfolgend Staatsanwaltschaft) vom 30. September 

2022 Strafanzeige gegen B._____ (nachfolgend Beschwerdegegner 1) wegen Ver-

untreuung, ungetreuer Geschäftsbesorgung und Geldwäscherei erstatten (Urk. 

22/1). Die Staatsanwaltschaft nahm mit Verfügung vom 21. August 2023 eine Un-

tersuchung nicht an Hand (Urk. 5). Gegen diese Nichtanhandnahmeverfügung liess 

die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 8. September 2023 innert Frist Be-

schwerde erheben und die folgenden Anträge stellen (Urk. 2 S. 2): 

1. Die Nichtanhandnahmeverfügung der Staatsanwaltschaft III des Kan-

tons Zürich vom 21. August 2023 (ref. A-3/2022/10036469) sei aufzuhe-

ben und die Sache zur Durchführung einer Strafuntersuchung (Art. 309 

StPO) gegen B._____, geb. tt. Juli 1948, sowie allfällige weitere Betei-

ligte, insbesondere wegen Veruntreuung (Art. 138 StGB), qualifizierter 

ungetreuer Geschäftsbesorgung (Art. 158 StGB) sowie qualifizierter 

Geldwäscherei (Art. 305bis StGB) an die Staatsanwaltschaft III des Kan-

tons Zürich zurückzuweisen. 

2. In diesem Sinne sei die Staatsanwaltschaft anzuweisen, insbesondere 

die in Kapitel C. IV. der vorliegenden Beschwerde dargelegten Untersu-

chungshandlungen anzuordnen bzw. durchzuführen.   

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Staatskasse.

Mit Verfügung vom 31. Oktober 2023 wurde der Beschwerdeführerin Frist zur Nach-

reichung von Übersetzungen der mit der Beschwerdeschrift eingereichten fremd-

sprachigen Beilagen angesetzt; im Weiteren wurde ihr aufgegeben, eine Prozess-

kaution von einstweilen Fr. 8'000.- zu leisten (Urk. 6), worauf am 23. November 

2023 eine entsprechende Geldzahlung einging (Urk. 10) und die Beschwerdefüh-

rerin mit Eingabe vom 4. Dezember 2023 die entsprechenden Übersetzungen ein-

reichte (Urk. 11 und Urk. 12). Nachdem der Staatsanwaltschaft und dem Beschwer-

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degegner 1 mit Verfügung vom 3. Januar 2024 Frist zur Stellungnahme angesetzt 

worden war (Urk. 14), liess die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 11. Januar 

2024 um Wiedererwägung ersuchen bzw. beantragen, es sei von einer Mitteilung 

der Verfügung vom 3. Januar 2024 an den Beschwerdegegner 1 (durch Publikation 

im Amtsblatt) abzusehen (Urk. 18 S. 1), worauf dieses Wiedererwägungsgesuch 

mit Verfügung vom 23. Januar 2024 abgewiesen wurde (Urk. 23 S. 4). Die Staats-

anwaltschaft beantragte mit Eingabe vom 16. Januar 2024 (unter Verzicht auf eine 

Stellungnahme und unter Verweis auf die Begründung der angefochtenen Nichtan-

handnahmeverfügung) die Abweisung der Beschwerde (Urk. 20). Der Beschwer-

degegner 1 liess sich innert angesetzter Frist nicht vernehmen. Das Verfahren er-

weist sich damit als spruchreif.

II. 

1. Begründung der Staatsanwaltschaft zur Nichtanhandnahmeverfügung

Die Staatsanwaltschaft begründete ihre Nichtanhandnahmeverfügung im Wesent-

lichen damit, dem Beschwerdegegner 1 werde im Wesentlichen zur Last gelegt, 

das ihm seit 2002 anvertraute Vermögen der Familie A._____C._____I._____ ver-

untreut zu haben; die Familienmitglieder hätten einen ihnen zustehenden Erlös aus 

dem Verkauf von Öl-Lizenzrechten im Betrag von insgesamt 900 Millionen USD 

bloss teilweise erhalten. Der Beschwerdegegner 1 halte noch immer einen Betrag 

von mindestens 330 Millionen USD ohne Rechtsgrundlage und entgegen seiner 

vertraglichen Pflichten zurück, habe inzwischen diverse (aus Sicht der Beschwer-

deführerin haltlose) Gegenforderungen gestellt und sich zudem eines komplizierten 

Offshore-Konstruktes zur Verschleierung bedient. 

Zwischen der Familie A._____C._____I._____ und dem sich in Zürich sowie in Sin-

gapur aufhaltenden Beschwerdegegner 1 habe seit Anfang der 2000er-Jahre ein 

Treuhandverhältnis bestanden. Die Familie A._____C._____I._____ - darunter die 

Beschwerdeführerin - hätten daraufhin diverse Vermögenswerte auf den Be-

schwerdegegner 1 bzw. auf von ihm kontrollierte Gesellschaften übertragen. Zu-

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nächst habe die Zusammenarbeit auf keiner schriftlichen Grundlage beruht. Auf 

Ersuchen von C._____ habe der Beschwerdegegner 1 am 22. Mai 2012 einen "Let-

ter of Wishes" aufgesetzt und unterzeichnet. Darin habe der Beschwerdegegner 1 

bestätigt, welche Vermögenswerte er von der Familie A._____C._____I._____ er-

halten und wie er diese verwendet habe. Der Zweck der Treuhandvereinbarung sei 

in erster Linie gewesen, das Familienvermögen für Investitionen in die D._____ 

Corporation und in bestimmte von D._____ betriebene Gasfelder in Papua-Neugui-

nea zu bündeln und diese Investitionen gewinnbringend zu veräussern. Zu diesem 

Zweck habe der Beschwerdegegner 1 mit dem anvertrauten Vermögen der Familie 

A._____C._____I._____ unter anderem indirekte Beteiligungsrechte (sog. IPI) von 

total 17.955% an einem Gasfeld namens E._____ in Papua-Neuguinea erworben. 

Die IPI seien anschliessend in direkte Lizenzanteile von E._____ umgewandelt 

worden. Der Beschwerdegegner 1 habe diese Anteile durch ihm zugehörige Unter-

nehmen (F._____-Gruppengesellschaften) gehalten, die ihrerseits offenbar weitere 

Anteile an E._____ erworben hätten. Im Februar 2014 seien sämtliche von den 

F._____-Gruppengesellschaften gehaltenen E._____-Anteile (insgesamt 22.835%) 

für total 900 Millionen USD veräussert worden. Von diesem Verkaufspreis stünden 

der Familie A._____C._____I._____ total USD 707'663'647 zu. Bislang hätten sie 

indes erst USD 376'946'397 erhalten. Der Beschwerdegegner 1 enthalte ihnen da-

her aktuell noch rund 330 Millionen USD (zuzüglich allfälliger "Earn-Out-Pay-

ments") vor, obwohl sie das Treuhandverhältnis im Jahr 2016 beendet und die Rü-

ckzahlung verlangt hätten. Der Beschwerdegegner 1 habe dies namentlich zu ver-

hindern versucht, indem er in den USA und in Singapur Klagen gegen die Famili-

enmitglieder eingeleitet habe, wonach diese ihm noch Geld schulden würden. 

Als massgebend zu erachten sei jedenfalls der vom Beschwerdegegner 1 ausge-

stellte "Letter of Wishes" vom 22. Mai 2012. Darin habe er bestätigt, gemeinsam 

mit Gesellschaften, die er direkt oder indirekt kontrolliert habe, ab 2002 Vermögens-

werte der Familie A._____C._____I._____ verwaltet zu haben. Er habe in diesem 

"Letter of Wishes" die Vermögenswerte in einer nicht abschliessenden Aufzählung 

wie folgt ausgewiesen [sinngemässe Übersetzung der Staatsanwaltschaft]: "Unge-

fähr 1,25 Millionen ursprüngliche D._____ Corporation-Aktien wurden verkauft und 

Bargeld von G._____ und H._____ übertragen, zusätzliche Aktien und Bargeld von 

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A._____, I._____ und Bargeld und Aktien von Herrn C._____ übertragen." Eben-

falls werde darin festgehalten, dass die D._____-Aktien und weitere Vermögens-

werte im Zeitpunkt der Unterzeichnung des "Letter of Wishes" bereits veräussert 

worden seien und dass damit total 11.125% IPI-Beteiligungen erworben worden 

seien.

Es gelte zu berücksichtigen, dass im Umstand, dass ein Treuhänder ihm anver-

traute Vermögenswerte nicht zurückgebe (zum Beispiel wegen eines geltend ge-

machten Verrechnungsanspruches), noch keine Veruntreuung zu erblicken sei. Die 

Familie A._____C._____I._____ habe als Folge des "J._____ Deals" erhebliche 

Zahlungen durch den Beschwerdegegner 1 bzw. durch von ihm kontrollierte Ge-

sellschaften erhalten. Zu weiteren Auszahlungen sei es nicht gekommen, da bis-

lang offenbar unvereinbare Standpunkte zwischen den Beteiligten darüber bestün-

den, in welchem Umfang noch offene Forderungen des Beschwerdegegners 1 bzw. 

der von ihm kontrollierten Gesellschaften gegen die Familie 

A._____C._____I._____ bestünden, zumal offensichtlich lange Vergleichsgesprä-

che im Jahr 2016 zu keiner Einigung geführt hätten. Die Beteiligten würden zu die-

sem Zweck eine komplexe zivilrechtliche Streitigkeit vor dem zuständigen Gericht 

in den USA führen. Es möge naheliegend sein, dass die Beschwerdeführerin von 

haltlosen Forderungen seitens des Beschwerdegegners 1 spreche. Es scheine al-

lerdings gemäss der eingereichten Dokumentation aus dem amerikanischen Ver-

fahren durchaus so gewesen zu sein, dass es (zusätzlich bzw. nach dem "J._____ 

Deal") noch weitere Geschäfte zwischen den Parteien gegeben habe, unter ande-

rem Darlehen im Zusammenhang mit der "K._____"-Gruppe (was durch die Be-

klagten im texanischen Verfahren teilweise anerkannt worden sei), und dass die 

Auseinandersetzung mit diesen Forderungen zivilrechtlich anspruchsvoll sei. Die 

Beurteilung, in welchem Umfang der Beschwerdegegner 1 Forderungen aus ande-

ren Geschäften verrechnen dürfe, sei eine rein zivilrechtliche Angelegenheit, die 

mit entsprechend harten Bandagen vor dem zuständigen Gericht in Texas geführt 

werde. Eine Begleitung dieses Zivilverfahrens durch ein parallel laufendes Straf-

verfahren in der Schweiz sei weder sachgerecht noch rechtlich angezeigt, gerade 

auch angesichts des Umstands, dass das Zivilverfahren seit 2017 anhängig sei, 

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während die Strafanzeige erst im Oktober 2022 eingereicht worden sei (Urk. 5 S. 1 

ff.). 

2. Begründung der Beschwerde

Zur Begründung ihrer Beschwerde liess die Beschwerdeführerin im Wesentlichen 

vorbringen, die aktuelle Sachverhaltslage weise deutlich auf ein strafbares Verhal-

ten des Beschwerdegegners 1 hin. Der Umfang des treuhänderisch für die Familie 

A._____C._____I._____ gehaltenen Vermögens sei im Schreiben der Beschwer-

deführerin an die Staatsanwaltschaft vom 7. August 2023 näher ausgeführt worden. 

Darin sei die Zusammensetzung der bereits in der Strafanzeige geltend gemachten 

Beteiligung von 17.955% IPI präzisiert worden. Es sei darin aufgezeigt worden, 

dass im "Letter of Wishes" ein IPI-Anteil von 17,355% (und nicht von 11.125%, wie 

es die Staatsanwaltschaft in der Begründung der angefochtenen Nichtanhandnah-

meverfügung dargestellt habe) festgelegt werde, wobei weitere 0,6% versehentlich 

nicht erwähnt worden seien. Der Beschwerdegegner 1 habe noch andere Vermö-

genswerte der Familie A._____C._____I._____ verwaltet, die nicht in IPI umge-

wandelt worden seien. In den Jahren 2014 und 2015 hätten mehrere Treffen zwi-

schen beteiligten Mitgliedern der Familie A._____C._____I._____ und dem Be-

schwerdegegner 1 stattgefunden. C._____ habe dem Beschwerdegegner 1 vorge-

schlagen, ihre verschiedenen Geschäftsbeziehungen in einem Bericht beurteilen 

zu lassen und anschliessend einen Betrag zu ermitteln, den der Beschwerdegegner 

1 und seine Unternehmen schulden würden. Am Ende dieses Prozesses würden 

dann die beteiligten Mitglieder der Familie A._____C._____I._____ und der Be-

schwerdegegner 1 ihre Geschäftsbeziehungen in einem Vergleich abschliessend 

bereinigen. Im Zuge dieses Vergleichs würden sowohl der Beschwerdegegner 1 

als auch seine Unternehmen klaglosgestellt werden, und zwar in Bezug auf alle 

Cash-Zahlungen, Kostenaufwendungen, Darlehen und Investitionen. Insgesamt 

habe sich C._____ mehr als zwei Jahre (von 2014 bis 2016) um eine einvernehm-

liche Lösung im Namen der Familie A._____C._____I._____ bemüht. Aufgrund von 

Streitigkeiten über die Zahlung des noch immer bestehenden Restbetrages hätten 

die Geschädigten das Treuhandverhältnis im Jahr 2016 beendet. Der Beschwerde-

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gegner 1 habe sich seither unter Verletzung seiner Pflichten als Treuhänder gewei-

gert, die verbleibenden, von ihm treuhänderisch gehaltenen Vermögenswerte zu-

rückzugeben, die sich aufgrund einer erfolgreichen Entwicklung der genannten In-

vestitionen auf mindestens 330 Millionen USD belaufen würden. Er habe am 16. 

Juli 2018 in den USA eine "Plaintiffs' First Amended Complaint" eingereicht, worauf 

die Familie A._____C._____I._____ die "A._____C._____I._____ Defendants' 

Amendes Answer to Plaintiffs' Amended Complaint (ECF No. …) and Counter-

claims" eingereicht habe. Inzwischen habe der Beschwerdegegner 1 seine Position 

im US-Verfahren massgeblich geändert und mache in diesem Sinne abgeänderte 

Ansprüche im US-Verfahren geltend. Die auf die Einleitung des Zivilverfahrens fol-

gende "pre-trial discovery" im US-Verfahren laufe mittlerweile bereits seit mehr als 

fünf Jahren. Letztlich sei die Klage in Texas eingebracht worden, ohne irgendwel-

che Beweismittel vorzulegen. Diese Beweise sollten dann im Rahmen der Disco-

very erst aufgefunden werden. Bei dieser Klage handle es sich nicht nur um eine 

"Nebelpetarde", weil die behaupteten Ansprüche schlicht nicht bestünden, sondern 

auch um eine "fishing expedition", weil die Beweise für den angeblichen Anspruch 

des Beschwerdegegners 1 erst in diesem Verfahren aufgefunden werden sollten. 

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass er bisher auch nach fünf Jahren Dis-

covery nichts habe finden können, was seinen Klageanspruch untermauere. Die 

Beschwerdeführerin habe bereits mehrfache Anträge beim texanischen Gericht ge-

stellt, um den Fall zeitnah vor Gericht zu bringen (Urk. 2 S. 5 ff.). 

3. Rechtliches und Folgerungen

a) Gemäss Art. 309 Abs. 1 StPO verfügt die Staatsanwaltschaft die Eröff-

nung einer Untersuchung, wenn sich aus den Informationen und Berichten der Po-

lizei, aus der Strafanzeige oder aus ihren eigenen Feststellungen ein hinreichender 

Tatverdacht ergibt, wenn sie Zwangsmassnahmen anordnet sowie wenn sie von 

der Polizei über schwere Straftaten oder andere schwerwiegende Ereignisse infor-

miert wurde. Gelangt sie hingegen zum Schluss, dass die fraglichen Straftatbe-

stände oder die Prozessvoraussetzungen eindeutig nicht erfüllt sind, Verfahrens-

hindernisse bestehen oder gemäss Art. 8 StPO aus Opportunitätsgründen auf eine 

Strafverfolgung zu verzichten ist, verfügt sie die Nichtanhandnahme (Art. 310 

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Abs. 1 StPO). Die Staatsanwaltschaft darf dann die Untersuchung - z.B. aufgrund 

einer Anzeige - nicht an Hand nehmen, wenn mit Sicherheit feststeht, dass der zur 

Beurteilung vorliegende Sachverhalt unter keinen Straftatbestand fällt oder wenn 

mit anderen Worten eine Anzeige von vornherein aussichtslos ist, weil offensicht-

lich keine Straftatbestände oder Prozessvoraussetzungen erfüllt sind. Ebenso ist 

keine Untersuchung an Hand zu nehmen, wenn Prozesshindernisse, wie z.B. Ver-

jährung, gegeben sind. Eine Nichtanhandnahmeverfügung darf jedoch nicht erge-

hen, wenn es bloss zweifelhaft ist, ob ein Straftatbestand vorliegt (vgl. zum Ganzen: 

Jositsch/Schmid, Handbuch des schweiz. Strafprozessrechts, 4. Aufl., Zürich/       

St. Gallen 2023, N 1231; Jositsch/Schmid, StPO Praxiskommentar, 4. Aufl., Zü-

rich/St. Gallen 2023, N 3 f. zu Art. 309 StPO, N 1 ff. zu Art. 310 StPO; Nathan 

Landshut/Thomas Bosshard, in: Donatsch/Lieber/Summers/Wohlers, Kommentar 

zur StPO, 3. Auflage, Zürich 2020, N 11-14 und N 19-23 zu Art. 309 StPO, N 2 ff. 

zu Art. 310 StPO).

b) Den von der Beschwerdeführerin gegen den Beschwerdegegner 1 erho-

benen Vorwürfen liegen sehr komplexe und langjährige Geschäftsbeziehungen 

zwischen Mitgliedern der Familie A._____C._____I._____ und dem Beschwerde-

gegner 1 zugrunde. Nach der Sachverhaltsdarstellung der Beschwerdeführerin 

habe der Beschwerdegegner 1 noch andere Vermögenswerte der Familie 

A._____C._____I._____ verwaltet, die nicht in IPI umgewandelt worden seien; in 

den Jahren 2014 und 2015 hätten mehrere Treffen zwischen beteiligten Mitgliedern 

der Familie A._____C._____I._____ und dem Beschwerdegegner 1 stattgefunden, 

und C._____ habe dem Beschwerdegegner 1 vorgeschlagen, ihre verschiedenen 

Geschäftsbeziehungen in einem Bericht beurteilen zu lassen und anschliessend 

einen Betrag zu ermitteln, den der Beschwerdegegner 1 und seine Unternehmen 

schulden würden. Nachdem die entsprechenden Bemühungen um eine einver-

nehmliche Lösung gescheitert waren, erhoben der Beschwerdegegner 1 und die 

L._____ S.A. mit Eingabe an das Bezirksgericht der Vereinigten Staaten für den 

südlichen Bezirk von Texas (Abteilung Houston) vom 16. Juli 2018 Zivilklage ins-

besondere gegen die Beschwerdeführerin (Urk. 12/65), wobei der Streitwert im 

neunstelligen Bereich liegt (Urk. 12/65 S. 36).

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Ein Zivilprozess mit einem Streitwert im neunstelligen Bereich, dem sehr komplexe 

und langjährige Geschäftsbeziehungen zwischen mehreren Personen und Gesell-

schaften zugrunde liegen, ist mit einem extrem hohen Kostenrisiko und einem enor-

men Aufwand für die Sammlung von Beweisen verbunden. Es ist nicht Aufgabe der 

Strafverfolgungsbehörden bzw. der Strafgerichte, einer Partei im Hinblick auf einen 

Zivilprozess die Mühen und das Kostenrisiko der Sammlung von Beweisen abzu-

nehmen (BGE 137 IV 246 E. 1.3.1; Urteil des Bundesgerichts 6B_1053/2020 vom 

19. November 2020 E. 1.2), und es ist auch nicht Aufgabe der Strafverfolgungsbe-

hörden (sondern der auf solche Fälle spezialisierten Zivilgerichte), über die Zivilfor-

derungen, denen derart komplexe und langjährige Geschäftsbeziehungen zu-

grunde liegen, rechtsverbindlich zu entscheiden, nachdem in derselben Sache be-

reits eine Zivilklage erhoben wurde. Vor diesem Hintergrund hat die Staatsanwalt-

schaft in der Begründung ihrer Nichtanhandnahmeverfügung zu Recht festgehal-

ten, dass eine Begleitung des hängigen Zivilprozesses durch ein parallel laufendes 

Strafverfahren in der Schweiz weder sachgerecht noch rechtlich angezeigt sei. 

Selbst im Fall, dass ein hinreichender Tatverdacht betreffend Veruntreuung, unge-

treuer Geschäftsbesorgung und Geldwäscherei zu bejahen und eine Untersuchung 

zu eröffnen wäre, wäre gestützt auf Art. 314 Abs. 1 lit. b StPO die Voraussetzung 

für eine Sistierung des Strafverfahrens (bis zum Vorliegen eines rechtskräftigen Zi-

vilurteils) erfüllt. Aus den folgenden Gründen ist im gegenwärtigen Verfahrenssta-

dium ein hinreichender Tatverdacht jedoch zu verneinen: Wie die Staatsanwalt-

schaft in der Begründung ihrer Nichtanhandnahmeverfügung in zutreffender Weise 

ausgeführt hat, ist im Umstand, dass ein Treuhänder ihm anvertraute Vermögens-

werte wegen eines geltend gemachten Verrechnungsanspruches nicht zurückgibt, 

noch keine Veruntreuung zu erblicken. In subjektiver Hinsicht erfordert der Tatbe-

stand der Veruntreuung insbesondere die Absicht unrechtmässiger Bereicherung. 

Aus Sicht der Beschwerdeführerin handelt es sich bei der Zivilklage des Beschwer-

degegners 1 und der L._____ S.A. zwar lediglich um eine "Nebelpetarde" und um 

eine "fishing expedition", doch solange in diesem Zivilverfahren nicht rechtsverbind-

lich entschieden wurde, dass die vom Beschwerdegegner 1 geltend gemachten 

Gegenforderungen tatsächlich einer Grundlage entbehren, besteht bezüglich des 

subjektiven Tatbestandsmerkmals der unrechtmässigen Bereicherung aus zwei 

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Gründen kein hinreichender Tatverdacht: Erstens reichte der Beschwerdegegner 1 

zusammen mit der L._____ S.A. eine Zivilklage mit einem Streitwert im neunstelli-

gen Bereich ein und ging damit ein sehr hohes Kostenrisiko ein, woraus ersichtlich 

ist, dass er selbst von einem Verrechnungsanspruch überzeugt ist, und zweitens 

hat die Staatsanwaltschaft im Zusammenhang mit dem von der Beschwerdeführe-

rin erhobenen Vorwurf, der Beschwerdegegner 1 habe die Vermögenswerte der 

Familie A._____C._____I._____ geschickt versteckt, indem er Special Purchase 

Vehicles verwendet und die Vermögenswerte in verschiedene Jurisdiktionen ver-

teilt habe, zu Recht darauf hingewiesen, dass die Familie A._____C._____I._____ 

ihre Vermögenswerte doch gerade auf Konten solcher Offshore-Gesellschaften 

überwiesen und sie ihre Vermögenswerte teilweise eigens in derartigen Offshore-

Konstrukten gehalten habe. Bei dieser Sachlage kann im gegenwärtigen Verfah-

rensstadium davon ausgegangen werden, dass die vom Beschwerdegegner 1 bei 

seinen Finanztransaktionen gewählten Vorgehensweisen grundsätzlich Bestandteil 

seiner vertraglich vereinbarten Aufgaben war, weshalb im gegenwärtigen Verfah-

rensstadium kein begründeter Anlass besteht, diese Vorgehensweisen als einen 

Verdachtsmoment einer unrechtmässigen Bereicherungsabsicht zu qualifizieren. 

Zusammenfassend erweist sich die angefochtene Nichtanhandnahmeverfügung als 

rechtmässig, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist. 

III. Kosten- und Entschädigungsfolgen

Ausgangsgemäss sind die Kosten für das Beschwerdeverfahren der Beschwerde-

führerin aufzuerlegen (Art. 428 Abs. 1 StPO). Diese sind in Anwendung von § 2 

Abs. 1 lit. b-d und gestützt auf § 17 Abs. 1 der Gebührenverordnung des Oberge-

richts vom 8. September 2010 (GebV OG) auf Fr. 2'000.– festzusetzen und mit der 

geleisteten Prozesskaution von Fr. 8'000.– zu verrechnen. 

Dem Beschwerdegegner 1 ist mangels erheblicher Umtriebe keine Entschädigung 

zuzusprechen.

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Es wird beschlossen:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Gerichtsgebühr für das Beschwerdeverfahren wird auf Fr. 2'000.– festge-

setzt, der Beschwerdeführerin auferlegt und mit der geleisteten Prozesskau-

tion von Fr. 8'000.– verrechnet.

Der Restbetrag der Kaution (Fr. 6'000.–) wird der Beschwerdeführerin unter 

Vorbehalt des Verrechnungsrechts des Staates zurückerstattet.

3. Dem Beschwerdegegner 1 wird keine Entschädigung zugesprochen.

4. Schriftliche Mitteilung an:

 RA Dr. iur. X1._____ und RA lic. iur., LL.M. X2._____, in dreifacher 
Ausfertigung, für sich und zuhanden der Beschwerdeführerin (per Ge-
richtsurkunde)

 den Beschwerdegegner 1 (durch Publikation im Amtsblatt)
 die Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich (gegen Empfangsbestäti-

gung)

sowie nach Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. nach Erledigung allfälliger 

Rechtsmittel an:

 die Zentrale Inkassostelle der Gerichte (elektronisch) 

5. Rechtsmittel:

Gegen diesen Entscheid kann Beschwerde in Strafsachen erhoben wer-
den.

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an gerechnet, bei der ge-

mäss Art. 35 und 35a BGerR zuständigen strafrechtlichen Abteilung des Bun-

desgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgeset-

zes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen.

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichtsge-

setzes.

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Hinweis: Eingaben müssen spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht 
eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder einer schweizerischen 

diplomatischen oder konsularischen Vertretung übergeben werden.

Zürich, 26. Juni 2024

Obergericht des Kantons Zürich
III. Strafkammer

Präsident:

lic. iur. D. Oehninger

Gerichtsschreiber:

Dr. iur. A. Brüschweiler