# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6fc13210-7c27-595a-84f9-e67e047d4b30
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-04-25
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 25.04.2024 E-2416/2024
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-2416-2024_2024-04-25.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-2416/2024 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 5 .  A p r i l  2 0 2 4  

Besetzung 
 Einzelrichterin Esther Marti, 

mit Zustimmung von Richterin Daniela Brüschweiler;   

Gerichtsschreiberin Ulrike Raemy. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Afghanistan,  

(…),   

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(sicherer Drittstaat - Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG);  

Verfügung des SEM vom 16. April 2024 / N (…). 

 

 

 

E-2416/2024 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer suchte am 17. März 2024 in der Schweiz um Asyl 

nach. 

B.  

Ein Abgleich mit der europäischen Fingerabdruck-Datenbank (Eurodac) 

ergab, dass der Beschwerdeführer am 22. Dezember 2023 in Griechenland 

um Asyl ersucht hatte.  

C.  

Gestützt auf die Richtlinie 2008/115/EG des Europäischen Parlaments und 

des Rates vom 16. Dezember 2008 über gemeinsame Normen und Ver-

fahren in den Mitgliedstaaten zur Rückführung illegal aufhältiger Dritt-

staatsangehöriger (Rückführungsrichtlinie) und das Abkommen vom 

28. August 2006 zwischen dem Schweizerischen Bundesrat und der Re-

gierung der Hellenischen Republik über die Rückübernahme von Personen 

mit irregulärem Aufenthalt (SR 0.142.113.729) ersuchte das SEM die grie-

chischen Behörden am 19. März 2024 um Rückübernahme des Beschwer-

deführers. 

Die griechischen Behörden stimmten dem Ersuchen am 20. März 2024 zu, 

und teilten mit, dass der Beschwerdeführer am 26. Februar 2024 als 

Flüchtling anerkannt worden sei und er über eine bis am 25. Februar 2027 

gültige Aufenthaltsbewilligung verfüge. 

D.  

D.a Am 28. März 2024 wurde dem Beschwerdeführer anlässlich des per-

sönlichen Gesprächs das rechtliche Gehör zur Rückführung nach Grie-

chenland und zum medizinischen Sachverhalt gewährt. 

D.b Hierbei machte der Beschwerdeführer geltend, dass die Situation in 

Griechenland sehr schlecht gewesen sei. Die Unterbringung sei dort nicht 

menschenwürdig und die hygienischen Verhältnisse seien desolat gewe-

sen. Zudem habe er im Camp nur einmal am Tag etwas zu essen bekom-

men. Die Chefin des Camps habe eines Tages allen Bewohnern des 

Camps mitgeteilt, dass diejenigen, die bereits einen Reisepass erhalten 

hätten, das Camp innert zwei Tagen verlassen müssten. Nach dem positi-

ven Entscheid habe er nichts unternommen, um eine Wohnung zu bekom-

men. Er habe auch beim griechischen Staat, NGO, Kirchen oder Drittper-

sonen nicht um Unterstützung ersucht. Im Camp sei es nicht möglich 

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gewesen, die griechische Sprache zu erlernen. Dort seien nur Englisch-

Kurse angeboten worden, an denen er rund fünfzehn Mal teilgenommen 

habe. Vom Hellenic Integration Support for Beneficiaries of International 

Protection (HELIOS) habe er zwar gehört, aber keinen Kontakt dazu ge-

habt. Seine Familie – seine Ehefrau und seine fünf Söhne – seien momen-

tan im Iran und ebenfalls auf dem Weg nach Europa. Mit einer Familie in 

Griechenland zu leben sei sehr schwierig. Wegen der Zukunft seiner Kin-

der sei er in die Schweiz gekommen; sie hätten in Griechenland keine 

Chance, zumal die wirtschaftliche Lage dort sehr schlecht sei. Gesundheit-

lich sei bei ihm alles normal. Er habe auch in Griechenland keine (gesund-

heitlichen) Probleme gehabt. Dort sei er nur einmal eine Woche lang krank 

gewesen; er habe unter Schwindel und einer Erkältung gelitten. In der me-

dizinischen Einrichtung habe man ihm nur geraten, Wasser zu trinken. 

E.  

Aus den Medizinalakten geht hervor, dass der Beschwerdeführer am 3. Ap-

ril 2024 in zahnärztlicher Behandlung war. Eine Anfrage des SEM bei der 

Pflege im BAZ B._______ vom 11. April 2024 ergab, dass keine weiteren 

Arzttermine ausstehend seien. 

F.  

Mit Schreiben vom 15. April 2024 gewährte die Vorinstanz der Rechtsver-

tretung das rechtliche Gehör zum Entscheidentwurf und am Tag darauf 

reichte diese ihre Stellungnahme ein. 

G.  

Mit am 17. April 2024 eröffneter Verfügung vom 16. April 2024 trat das SEM 

in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG (SR 142.31) auf das Asyl-

gesuch des Beschwerdeführers nicht ein, verfügte die Wegweisung aus 

der Schweiz, forderte den Beschwerdeführer – unter Androhung von 

Zwangsmitteln im Unterlassungsfall – auf, die Schweiz am Tag nach Eintritt 

der Rechtskraft der Verfügung zu verlassen, beauftragte den zuständigen 

Kanton mit dem Vollzug der Wegweisung und händigte die editionspflichti-

gen Akten gemäss Aktenverzeichnis aus. 

H.  

Ebenfalls am 17. April 2024 teilte die zugewiesene Rechtsvertretung dem 

SEM die Niederlegung ihres Mandates mit. 

I.  

Der Beschwerdeführer erhob mit Eingabe 19. April 2024 beim 

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Seite 4 

Bundesverwaltungsgericht gegen die Verfügung des SEM Beschwerde. Er 

beantragt, es sei ihm die vorläufige Aufnahme in der Schweiz zu gewähren 

und von einer Rücküberstellung nach Griechenland sei abzusehen, da die 

Wegweisung (richtig: deren Vollzug) nach Griechenland unzumutbar und 

unzulässig sei. Gegebenenfalls sei vom SEM, wie im HELIOS-Programm 

vorgesehen, eine individuelle schriftliche Garantieerklärung der zuständi-

gen griechischen Behörden bezüglich der Mindestrechte einzuholen. In 

verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragt er die Gewährung der unentgeltli-

chen Prozessführung sowie der Verzicht auf die Erhebung eines Kosten-

vorschusses. 

J.  

Das Bundesverwaltungsgericht stellte mit Zwischenverfügung vom 23. Ap-

ril 2024 fest, der Beschwerdeführer könne den Ausgang des Verfahrens in 

der Schweiz abwarten. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung 

von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und 

entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend 

– endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG).  

1.2 Der Beschwerdeführer ist zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 105 

AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und form-

gerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 108 Abs. 3 AsylG; 

Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

1.3 Der Beschwerdeführer verzichtet auf die Anfechtung des Nichteintre-

tens auf sein Asylgesuch und die Wegweisung aus der Schweiz (Ziffern 1 

und 2 des Dispositivs der angefochtenen Verfügung). Diese sind demnach 

in Rechtskraft erwachsen und der Prozessgegenstand ist beschränkt auf 

die Frage, ob das SEM den Wegweisungsvollzug zu Recht angeordnet hat, 

oder ob entsprechende Hindernisse vorliegen (Ziffern 3 und 4 des Dispo-

sitivs der angefochtenen Verfügung).  

2.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise 

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Seite 5 

einer zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt wird, handelt es sich um eine solche, weshalb das Urteil 

nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG).  

Auf einen Schriftenwechsel wurde gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG ver-

zichtet. 

3.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Bereich des Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (Art. 112 

AIG [SR 142.20]; vgl. auch BVGE 2014/26 E. 5). 

4.  

4.1 Das SEM erachtet den Wegweisungsvollzug als zulässig, zumutbar 

und möglich. Dabei weist es ausdrücklich darauf hin, dass sich der Be-

schwerdeführer als Schutzberechtigter auf die Garantien der Richtlinie 

2011/95/EU des europäischen Parlaments und des Rates vom 13. Dezem-

ber 2011 (Qualifikationsrichtlinie) berufen könne – insbesondere auf die 

Regeln betreffend den Zugang zu Beschäftigung (Art. 26), Bildung (Art. 

27), Sozialhilfeleistungen (Art. 29), Wohnraum (Art. 32) und medizinischer 

Versorgung (Art. 30). Für die detaillierte Begründung kann auf die ange-

fochtene Verfügung verwiesen werden (Ziff. III, S.5 ff.). 

4.2 Der Beschwerdeführer macht in der Beschwerde im Wesentlichen gel-

tend, dass die Situation im Asylwesen in Griechenland notorisch prekär, 

wenn nicht ausser Kontrolle sei. Auch gemäss der Schweizerischen Flücht-

lingshilfe (SFH) gebe es in Griechenland kein funktionierendes Asylsystem. 

Für Personen mit Schutzstatus, zu denen auch der Beschwerdeführer ge-

höre, gebe es kaum staatliche Unterstützung. Die inakzeptable Situation in 

Griechenland habe laut Medienberichten dazu geführt, dass 12'000 aner-

kannte Flüchtlinge in Deutschland erneut Asyl erhalten hätten und die 

Schweiz mehreren in Griechenland anerkannten Flüchtlingen eine vorläu-

fige Aufnahme gewährt habe. Wie bereits in der Stellungnahme zum Ent-

scheidentwurf macht er geltend, dass HELIOS, das einzig verlässliche, 

strukturierte Programm in Griechenland, bereits mehrmals wegen finanzi-

eller Probleme sistiert worden sei, letztmals am 1. Januar 2024.  

5.  

5.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

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Seite 6 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

5.2  

5.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz (insbesondere Art. 5 Abs. 1 AsylG, Art. 33 Abs. 1 des Abkom-

mens über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30], Art. 25 

Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft 

vom 18. April 1999 [BV, SR 101], Art. 3 des Übereinkommens vom 10. 

Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder 

erniedrigende Behandlung oder Strafe [FoK, SR 0.105] und Art. 3 der Kon-

vention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und 

Grundfreiheiten [EMRK, SR 0.101]) einer Weiterreise der Ausländerin oder 

des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegen-

stehen (Art. 83 Abs. 3 AIG). 

5.2.2 Das Bundesverwaltungsgericht hat mit Referenzurteil E-3427/2021, 

E-3431/2021 vom 28. März 2022 festgehalten, dass der Vollzug der Weg-

weisung nach Griechenland für Personen, die dort einen Schutzstatus er-

halten haben, grundsätzlich zulässig ist (vgl. a.a.O. E. 11.2 und 11.4). Na-

mentlich wurde erwogen, dass nicht von einer Situation auszugehen sei, in 

der jeder Person mit Schutzstatus in Griechenland eine unangemessene 

und erniedrigende Behandlung im Sinne einer Verletzung von Art. 3 EMRK 

drohen würde. Trotz existierender Schwachstellen könne nicht von einem 

dysfunktionalen Aufnahmesystem gesprochen werden. Gewisse Ange-

bote, die auch für Schutzberechtigte offen stünden, würden existieren, 

wenn auch die Kapazitäten kaum ausreichend sein dürften und diese bis-

her vor allem von internationalen Akteuren in Zusammenarbeit mit der lo-

kalen Zivilgesellschaft erbracht und finanziert würden. Trotz dieser schwie-

rigen Verhältnisse sei davon auszugehen, dass schutzberechtigte Perso-

nen grundsätzlich in der Lage seien, ihre existenziellen Bedürfnisse abzu-

decken. Auch sei davon auszugehen, dass Rückkehrenden keine men-

schenunwürdige Behandlung drohe, weshalb für sie kein «real risk» einer 

völkerrechtswidrigen Behandlung bestehe.  

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Seite 7 

5.2.3 Das SEM hat in der angefochtenen Verfügung einlässlich begründet, 

weshalb dem Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers keine völ-

kerrechtlichen Verpflichtungen der Schweiz entgegenstünden, zumal Grie-

chenland, das ihn als Flüchtling anerkannt habe, ihm als sicherer Drittstaat 

Schutz vor Refoulement gebe und auch in Bezug auf Art. 3 EMRK seinen 

Verpflichtungen nachkomme. Darauf kann verwiesen werden. Der Be-

schwerdeführer, der sich nach der Schutzgewährung in Griechenland nur 

sehr kurz dort aufgehalten und von vornherein nicht versucht hat, Zugang 

zu den ihm zustehenden Leistungen zu erhalten, vermag mit der gleich-

bleibenden Behauptung, er werde in Griechenland in menschenunwürdige 

Lebensumstände geraten, nichts zu seinen Gunsten zu bewirken. 

5.2.4 Der Vollzug der Wegweisung ist demnach als zulässig zu qualifizie-

ren. 

5.3  

5.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

Gestützt auf Art. 83 Abs. 5 AIG besteht die Vermutung, dass eine Wegwei-

sung in einen EU- oder EFTA-Staat in der Regel zumutbar ist (vgl. Refe-

renzurteil E-3427/2021, E-3431/2021 vom 28. März 2022 E. 11.3). Diese 

Vermutung gilt in Bezug auf Griechenland grundsätzlich auch für vul-

nerable Personen, wie zum Beispiel Personen, die an gesundheitlichen 

Problemen leiden, die nicht als schwerwiegende Erkrankung einzustufen 

sind (vgl. a.a.O. E. 11.5.1). Es obliegt der betroffenen Person, diese Ver-

mutungen umzustossen. Dazu hat sie ernsthafte Anhaltspunkte dafür vor-

zubringen, dass die griechischen Behörden im konkreten Fall das Völker-

recht verletzten, ihr nicht den notwendigen Schutz gewährten oder sie 

menschenunwürdigen Lebensumständen aussetzten respektive, dass sie 

im Fall einer Rückkehr nach Griechenland dort aufgrund von individuellen 

Umständen sozialer, wirtschaftlicher oder gesundheitlicher Art in eine exis-

tenzielle Notlage geraten würde (vgl. Referenzurteil E-3427/2021, E-

3431/2021 vom 28. März 2022 E. 11.4). 

5.3.2 Nach Durchsicht der Akten und unter Berücksichtigung der Be-

schwerdevorbringen lassen sich keine Hinweise darauf finden, dass der 

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Seite 8 

Beschwerdeführer im Falle einer Rückführung nach Griechenland in eine 

existenzielle Notlage geraten würde. Auch wenn die Situation für Flücht-

linge in Griechenland schwierig ist, bestehen, wie bereits erwogen, keine 

stichhaltigen Hinweise darauf, dass der griechische Staat seinen völker-

rechtlichen Verpflichtungen nicht nachkommt. Der Beschwerdeführer hat 

eingeräumt, weder Bemühungen unternommen zu haben, in Griechenland 

eine Wohnung zu finden noch versucht zu haben, mit HELIOS in Kontakt 

zu treten, gegebenenfalls mit Unterstützung von in Griechenland tätigen 

NGO. Es ist demnach nicht davon auszugehen, er hätte nicht Zugang zu 

notwendigen Unterstützungsleistungen gehabt, respektive hätte dies künf-

tig nicht, entsprechende Bemühungen vorausgesetzt. Folglich kann davon 

ausgegangen werden, dass es ihm zuzumuten ist, sich bei der Rückkehr 

für eine Unterkunft und Sozialleistungen an die entsprechenden Stellen zu 

wenden und im Bedarfsfall seine Rechte einzufordern sowie nötigenfalls 

die unentgeltliche Hilfe der zahlreich vorhandenen Nichtregierungsorgani-

sationen zu beanspruchen. Diesbezüglich kann vollumfänglich auf die zu 

bestätigenden Ausführungen in der angefochtenen Verfügung verwiesen 

werden. Soweit in der Beschwerde erneut auf die finanziellen Probleme 

von HELIOS hingewiesen wird, kann ebenfalls auf die zutreffenden Aus-

führungen des SEM in der angefochtenen Verfügung verwiesen werden, 

wonach die HELIOS-Dienstleistungen nach einer kurzen Unterbrechung 

wieder aufgenommen wurden und das HELIOS-Projekt bis 30. Juni 2024 

verlängert wurde (ebd. Abschnitt III, Zif. 2). Der Einwand, auch dieses Mal 

sei HELIOS nur befristet verlängert worden, vermag daran nichts zu än-

dern. 

Festzustellen ist sodann, dass es sich beim Beschwerdeführer nicht um 

eine vulnerable Person im Sinne des massgeblichen Referenzurteils han-

delt, die an schweren Krankheiten im Sinne des erwähnten Referenzurteils 

leiden, bei denen der Vollzug der Wegweisung nur bei Vorliegen besonders 

günstiger Umstände zumutbar ist. Vielmehr ist er grundsätzlich gesund. Es 

ist in diesem Zusammenhang im Übrigen festzustellen, dass aus den grie-

chischen Medizinalakten hervorgeht, dass der Beschwerdeführer vom 

Pflegepersonal einer NGO gegen seine Knie- und Wadenschmerzen eine 

Bepanthen-Creme erhalten hat (A2 ID-004). Somit wusste er durchaus, wie 

er gegebenenfalls eine NGO um Unterstützung angehen kann. Folglich ist 

ihm auch zuzumuten, bei Bedarf nach seiner Rückkehr in Griechenland 

Anstrengungen zu unternehmen, um medizinische Hilfe zu erhalten. Auch 

ist er alleinstehend. Dass seine Familie ebenfalls unterwegs nach Europa 

sei und seine Kinder in Griechenland keine Zukunftschancen hätten, spielt 

vorliegend offenkundig keine Rolle. Der Beschwerdeführer verfügt sodann 

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Seite 9 

über eine zehnjährige Schulbildung sowie Berufserfahrung in verschiede-

nen Bereichen ([…]), weshalb es ihm auch zuzumuten ist, sich in Griechen-

land um eine Arbeitsstelle zu bemühen, gegebenenfalls ebenfalls mit ent-

sprechender Unterstützung. 

5.3.3 Der Beschwerdeführer vermag demnach die Vermutung, der Vollzug 

der Wegweisung nach Griechenland sei auch in seinem Fall zumutbar, 

nicht umzustossen. 

5.4 Der Vollzug der Wegweisung erweist sich schliesslich auch als möglich, 

zumal die griechischen Behörden am 20. März 2024 der Rückübernahme 

des Beschwerdeführers explizit zugestimmt haben und er über eine bis 

25. Februar 2027 gültige Aufenthaltsbewilligung verfügt. 

5.5  Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Bei dieser Sachlage 

besteht kein Raum zur Einholung individueller Garantien bezüglich der 

Mindestrechte. Der entsprechende Antrag ist abzuweisen. 

6.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und auch sonst nicht zu beanstanden ist (Art. 

Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist abzuweisen. 

7.  

7.1 Der Antrag auf Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses er-

weist sich mit vorliegendem Urteil als gegenstandslos.  

7.2 Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung ist 

abzuweisen, zumal sich die Beschwerde entsprechend den vorstehenden 

Erwägungen als aussichtlos im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG erwiesen 

hat. Demzufolge sind die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 750.– dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG, Art. 1‒3 des Reg-

lements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor 

dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

7.3 Nachdem der Beschwerdeführer nicht von der Bezahlung von Verfah-

renkosten befreit wurde, ist auch der Antrag um Beigabe einer amtlichen 

Rechtsvertretung abzuweisen (Art. 102m Abs. 1 AsylG). 

(Dispositiv nächste Seite)  

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab-

gewiesen. Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerde-

führer auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils 

zugunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 

3.  

Der Antrag um Beigabe einer amtlichen Rechtsvertretung wird abgewie-

sen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Esther Marti Ulrike Raemy 

 

 

Versand: