# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f1c6c34e-25b7-55ea-9edf-54db37cdb39a
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-07-31
**Language:** de
**Title:** Rentenrevision, rückwirkende Rentenbefristungen
**Docket/Reference:** IV.2012.00473
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2012.00473.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2012.00473
III. Kammer
Sozialversicherungsrichter Gräub, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Daubenmeyer
Sozialversicherungsrichterin Fehr
Gerichtsschreiber Sonderegger
Urteil
vom
31. Juli 2014
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch TCL Treuhand Consulting Liegenschaften AG
Rautistrasse
33, 8047 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
Mit Verfügung vom
5.
September 2007 sprach die IV-Stelle
des Kantons Zürich
X.___
, Jahrgang 1957, mit Wirkung ab
1.
August 2005 bis 3
1.
März 2006 eine ganze
(befristete)
Invalidenrente zu. In seiner Beschwerde an das hie
sige
Gericht
(Verfahren
Nr. IV.2007.012
24
)
verlangte
X.___
die
Wei
ter
ausrichtung
der Invalidenrente über den
1.
April 2006 hinaus, eventualiter nach erneuter medizinischer und ber
uflicher Abklärung. Im Laufe des
Be
schwerde
ver
fahrens
reichte die IV-Stelle
dem Gericht ihre
n
Wiedererwägungs
entscheid
vom 2
4.
Januar 2008 ein und ersuchte sinngemäss um Abschreibung des Verfahrens zu
folge Gegenstand
slosigkeit.
Sie begründete ihren Antrag da
mit, dass, um die
strittige Rentenbefristung schlüssig beurteilen zu können, eine ergänzende rhe
u
matologische Abklärung erforderlich sei.
X.___
war mit diesem Vor
gehen einverstanden. Mit Verfügung vom 3
1.
Januar 2008 schrieb das Gericht da
raufhin den Prozess als gegenstand
s
los geworden ab (
Urk.
13/63).
2.
2.1
In der Folge holte die IV-Stelle
-
n
ebst B
erichten vom Hausarzt des Versicher
ten
,
Dr.
med.
Y.___
, FMH Allgemeinmedizin
(1
9.
März 2008,
Urk.
13/66)
,
von
Dr.
phil
.
Z.___
, Klinischer Psychologe und Supervisor
,
A.___
(
A.___
;
3
0.
April 2008
,
Urk.
13/71
)
, und von
Dr.
med.
B.___
, Spezialarzt FMH für Chirurgie, spez. Handchirurgie
(1
0.
Juni 2008
,
Urk.
13/72) – ein polydisziplinä
r
es medizinisches Gutachten beim C.___
,
vom 1
2
.
Janua
r 2009 ein (
Urk.
13/
77
/1-44)
.
Mit Vorbescheid vom 1
6.
März 2009 sprach sie
daraufhin
wiederum die befris
tete
ganze Rente
für die Zeit
vom
1.
August 2005 bis 3
0.
März 2006
zu, ver
neinte jedoch
erneut einen Rentenanspruch
ab
1.
April 2006, weil
nur no
ch ein
In
va
li
ditätsgrad
von 33
%
vorliege
(
Urk.
13/80).
2.2
X.___
liess seinem Einwand vom 2
3.
April 2009
(
Urk.
13/87)
gegen diesen
Vorbescheid
einen
Operationsbericht der Universitätsklinik
D.___
vom 2
7.
Februar 2009 sowie einen
Hospitalisationsbericht
desselben Spital
s
vom
3.
März 2009 (
Urk.
13/84/1-4) beilegen.
Die IV-Stelle holte daraufhin dort ei
nen Arztbericht ein
. Gemäss
Bericht von
Dr.
med.
E.___
, Assistenz
arzt,
vom 1
4.
September 2009
war
der „Endzustand nach Operation“
noch nic
ht er
reicht
und d
eshalb keine abschliessende Beurteilung d
er Einschränkungen mög
lich
;
es wurde
dafür
eine Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit
(EFL)
im Rahmen eines rheumatologischen Gutachtens empfohlen (
Urk.
13/
90/
1-7).
In der Folge liess die IV-Stelle den Versich
erten bei
Dr.
med.
F.___
, FMH In
nere Medizin und Rheumaerkrankungen, Manuelle Medizin SAMM und
Neu
ral
therapie
ÖÄK,
rheumatologisch abklären (
Auftrag im Oktober 2009 erteilt;
Gut
achten vom 2
9.
März 2010,
Urk.
13/9
6/1-27; siehe auch
Urk.
13/95).
Inzwischen hatte
Dr.
Y.___
ein
Arbeitsassessment
am
G.___
,
Rheumaklinik und Institut für Physikalische Medizin
,
veranlasst
. Den entspre
chenden Bericht vom
1
0.
September 2009 (
Urk.
13/91/1-5) überwies die
Rechts
vertreterin
des Versicherten als Ergänzung zu ihrem Einwand
der IV-Stelle
am
2.
Oktober 20
09 (
Urk.
13/92)
.
2.3
A
m 2
9.
Juli 2009 teilte die SUVA der IV-Stelle mit, dass gestützt auf ihre Ab
klärungen ihre Rente nicht geändert werde (
Urk.
13/89). Die SUVA hatte mit Ver
fügung vom 1
6.
Mai 2007
X.___
ab
1.
April 2006 eine Invali
denrente
wegen unfallbedingter Erwerbsunfähigkeit von 39
%
zugesprochen (
Urk.
13/49/1-4).
2
.4
Mit Schreiben vom
1.
April 2010 gab die IV-Stelle der Rechtsvertreterin von
X.___
Gelegenheit zur Stellungnahme zu den von ihr im Rahmen des
Ein
wandverfahrens
getätigten weiteren Abklärungen (
Urk.
13/9
7). In der Folge reichte diese ein
en Bericht der Neuroradiologie Schanze,
H.___
, vom
3.
N
ovember 2010 ein (
Urk.
13/101).
Die IV-Stelle holte schliesslich weitere B
erichte ein, so beim
A.___
(Bericht vom
3.
Januar 2011, visiert von
Dr.
phil.
Z.___
und
Dr.
med.
I.___
,
Fach
ärztin
für Allgemeine Medizin FMH,
Urk.
13/104/1-8)
,
bei
Dr.
Y.___
(Bericht vom
27. Januar
201
1
,
Urk.
13/105/1-11)
sowie bei
Dr.
med.
J.___
, Spe
zialarzt FMH für orthopädische Chirurgie (Bericht vom
4.
Juli 2011,
Urk.
13/109/1-3 =
Urk.
110/1-8).
Der Versicherte liess zudem der IV-Stelle den Beric
ht des
A.___
vom 1
4.
Juni 2011
betreffend
„
Interdisziplin
äre Schmerzbehandlung
“
einreichen (
Urk.
13/107/1-7 und
Urk.
13/
108).
2.5
Am 2
2.
März 2012
(
Urk.
2)
verfügte
die IV-Stelle
schl
iess
lich Folgendes:
„Ab August 2005 bis 3
0.
März 2006
hat Herr
X.___
Anspruch auf eine befristete ganze IV-R
ente
(Zahlungen bereits erfolgt).
Ab April 2006 besteht bei einem IV-Grad von 33% kein Rentenanspruch mehr.
Ab
1.
Mai 2009 (drei Monate nach Verschlechterung) bis 3
0.
September 2009 ha
t Herr
X.___
Anspruch auf eine befristete ganze IV-Rente. Ab Oktober 2009 (drei Monate nach Verbesserung) besteht kein Anspruch mehr auf eine IV-Rente.“
3.
3.1
X.___
liess gegen diese Verfügung
-
unter Beilage diverser
Arztbe
richte
-
mit folgenden Anträ
gen
Beschwerde erheben
(
Urk.
1 und
Urk.
3/3-6)
:
„
1.
Es
sei
die angefochtene Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 2
2.
März
2012 teilweise aufzuheben.
2.
Es sei dem Beschwerdeführer beginnend nach dem
1.
April 2006 auf
unbe
grenzte Zeit eine ganze Rente auszurichten.
3.
Eventuell sei der Beschwerdeführer nochmals medizinisch oder beruflich von
der
Medas
abzuklären, bevor neu
über eine Rente befunden wird.
4.
Dies unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der
Sozialversiche
rungsanstalt
.“
Mit Schreiben vom 1
6.
Mai 2012 wurde dem Gericht eine ergänzende Begrün
dung und ein weiterer Arztbericht eingereicht (
Urk.
7 und
8).
3.2
Die IV-Stelle stellte in ihrer Vernehmlassung vom 1
4.
Juni 2012 (
Urk.
12) den An
trag auf Abweisung. Der Beschwerdeführer verzichtete im Rahmen des vom
Ge
richt angeordneten zweiten Schriftenwechsels (
Urk.
14) auf eine Replik (
Urk.
15), worüber die
Beschwerdegegnerin am
5.
September 2
012 orientiert
wurde
(
Urk.
16).
4.
Auf die Vorbringen der Parteien und die umfangreiche
n
medizinische
n Akten
wird
, soweit für das Urteil entscheidend, in den nachfolgenden Erwägungen ein
ge
gangen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1
.
1.1
Am 1. Januar 2008 sind die im Zuge der 5. IV-Revision revidierten Bestimmun
gen des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 6. Oktober 2006
, der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 28. September 2007, des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungs
rechts
(ATSG) sowie das Bundesgesetz über die Schaffung und die Änderung von Erlassen zur Neugestaltung des Finanzausgleichs und der Aufgabenteilung
zwischen Bund und Kantonen (NFA) vom 6. Oktober 2006 in Kraft getreten, und
am
1.
Januar 2012 folgte die Inkraftsetzung des ersten Massnahmenpakets der
6.
IV-Revision. In
materiellrechtlicher
Hinsicht gilt der allgemeine
über
gangs
rechtliche
Grundsatz, dass der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E.
1, 126 V 134 E.
4b, je mit Hinweisen). Deshalb gelangen im vorliegenden Fall so
wohl die Fassungen des IVG, der IVV und des ATSG, wie sie bis Ende 2007 in
Kraft gewesen sind, als auch die im Zuge der
5.
IV-Revision und des ersten
Mass
nahmenpakets
der
6.
IV-Revision revidierten gesetzlichen Bestimmungen zur An
wendung. Die angefochtene Verfügung datiert vom 2
2.
März 201
2.
Im Fol
gen
den
werden deshalb - soweit hier
materiellrechtlich
nicht von Belang und soweit
nichts anderes vermerkt wird – die ab
1.
Januar 2012 gültigen Gesetzes- und
Ver
ordnungsbestimmungen
zitiert.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 ATSG). Die Invalidität kann Folge
von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1 IVG).
Er
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder
psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Ein
gliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmög
lichkeiten
auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG).
Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind aus
schliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berück
sich
ti
gen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
Beeinträchtigungen der psychi
schen Gesundheit können in gleicher Weise wie
körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von
Art.
4 Abs. 1 IVG)
in Verbindung mit
Art.
8 ATSG bewirken. Nicht als Fol
gen eines psychischen
Gesundheitsschadens und damit
invalidenversiche
rungsrechtlich
nicht als rele
vant
gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verblei
bende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forder
baren
wird dabei weitgehend ob
jek
tiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psy
chi
schen Beeinträchtigung vereinbar ist. Ein psychi
scher Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (
Art.
7 ATSG), als angenommen wer
den kann, die Verwertung der Arbeitsfähig
keit (
Art.
6 ATSG) sei der ver
si
cherten Person so
zial-praktisch nicht mehr zu
mutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.3
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent besteht Anspruch auf
eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent auf eine
halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent auf eine
Drei
viertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu
bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
),
in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander ge
gen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Invaliditäts
grad
bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.5
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zu
kunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG)
. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen
Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E.
3.5 mit Hin
weisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich
gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in sei
nen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
des
ge
richts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E.
1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003
E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswir
kung
en eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar
(BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hin
weisen).
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Re
duk
tion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leis
tung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung. Letztere setzt voraus, dass Revisionsgründe (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen) vorliegen, wobei der Zeitpunkt der Aufhebung oder Herabsetzung nach Massgabe des ana
log anwendbaren (AHI 1998 S. 121 E. 1b mit Hinweisen)
Art.
88a IVV fest
zu
setzen ist (vgl. BGE 121 V 264 E. 6b/
dd
mit Hinweis). Ob eine für den Renten
an
spruch erhebliche Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten und damit der für
die Befristung oder Abstufung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beur
teil
t
sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt der Rentenzusprechung ode
r
des Rentenbeginns mit demjenigen zur Zeit der Aufhebung beziehungs
weise
He
rabsetzung der Rente (BGE 125 V 413 E.
2d am Ende, 369 E.
2, 113 V 273 E.
1a,
109 V 262 E.
4a, je mit Hinweisen; vgl. BGE 130 V 343 E.
3.5). Spricht die Verwaltung der versicherten Person eine befristete Rente zu und wird
be
schwerdeweise
einzig die Befristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die unbestritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert bleiben (BGE 125 V 413 f. E. 2d mit Hinweisen). Die gerichtliche Prüfung hat vielmehr den Rentenanspruch für den gesamten
verfü
gungsweise
geregelten Zeitraum und damit sowohl die Zusprechung als auch die Aufhebung der Rente zu erfassen (Urteil des Bundesgerichts I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.6
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem
sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung de
s
strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorlie
gen ein
ander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledi
gen,
ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzugeben, wa
rum
es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK
1986 S.
188 E.
2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gut
achtens ist
im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beantwor
tung der ge
stellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Un
tersuchun
gen
beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem
Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt
was vor allem bei psy
chi
schen
Fehlent
O
.___
lungen
nö
tig ist
, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Dar
le
gung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schluss
folgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Ex
perte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten,
welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E.
5.1; 125 V 351 E.
3a, 122 V 157 E.
1c
; U. Meyer
Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
2
.
2
.1
Die angefochtene Verfügung
vom 2
2.
März 2012
(
Urk.
2)
betrifft die Zeit ab
1.
Aug
ust 2005
(
Urk.
2). Dabei ist die dem Beschwerdeführer von der IV-
Stelle
zu
gesprochene – und
bereits ausbezahlte
–
bis 3
1.
März 2006
befristete
ganze
Rente
zwischen den Parteien unbestritten
. Der Beschwerdeführer
ficht
aber
die Zu
lässigkeit der Befristung mit der Begründung
an
, er habe seit dem
1.
April 2006
durchgehend Anspruch auf eine ganze Invalidenrente (
Urk.
1 Anträge Ziffer
1
und 2). Auch wenn
damit
lediglich die Befristung
im Streit liegt
, hat d
as
Gericht rechtssprechungsgemäss
(E.
1.
5
)
dennoch den gesamten
verfü
gung
s
weis
e
geregelten Zeitraum und damit sowohl die Zusprechung als auch die Aufhebung der Rente zu überprüfen.
Für diese Prüfung
sind vorweg
die medizinischen Unterlagen aus der Zeit nach Erlass der ersten
(aufgehobenen)
V
erfügung vom
5.
September 2007 relevant, denn
die Parteien
haben
übereinstimmend den Sachverhalt
da
vo
r
al
s
zu wenig abgeklärt
erachtet
beziehungsweise
weitere medizinisch
e Abklärungen für not
wen
dig gehal
ten (
so dann auch die
Abschreibungsverfügung des Gerichts vom 3
1.
Januar 2008;
siehe
vorne Sachverhalt
Ziff.
1).
2
.2
Mit der Verfügung vom 2
2.
März
2012 hat die IV-Stelle
dem Beschwerdeführer
überdies
ab
1.
Mai 2009 („drei Monate nach Verschlechterung“) bis 3
0.
Septem
ber
2009 erneut eine ganze Rente zugesprochen; a
b Oktober 2009 („drei Monate nach
Verbesserung“) bestand
sodann ihrer Meinung nach
kein Anspruch mehr auf eine Invalidenrente (
Urk.
2).
2.3
Dementsprechend ist
in den nachfolgenden Erwägungen
zunächst
die medi
zin
i
sche Aktenlage zu präsentieren. Dann ist
die
per 3
1.
März 2006 erfolgte
Ren
ten
aufhebung
durch die IV-Stelle auf ihre Re
chtmässigkeit hin zu überprü
fen. An
schliessend ist über die Korrektheit der zwei
ten befriste
ten
Rentenzu
sprache
zu be
finden.
3.
3
.1
Im Bericht des
A.___
vom 3
0.
April 2008
(
Urk.
13/71/7-9
;
Bericht auch visiert durch
lic
. phil. I
K.___
, Psychologe FSP, sowie
L.___
, Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie FMH
)
stellte der behandelnde klinische Psycho
loge
Dr.
Z.___
die
Diagnosen (mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit) einer
anhaltenden
soma
toformen
Schmerzstörung (ICD-10
F45.4), einer mittelgradi
gen
depressiven Episode (F32.1) und eines Status nach Suizidversuch (X61
)
. Der Ver
sicherte
sei vom 2
8.
März bis 1
1.
Juni 2007 für acht Wochen in ihrer
tages
klini
schen
Rehabilitationsbehandlung gewesen. Die depressive Symptomatik habe
sich
während der Behandlung verbessert, die Schmerzen und die damit ver
bun
de
nen Schlafstörungen
hätten
jedoch nicht substantiell reduziert werden können
. Nach Beendigung der Intensivrehabilitation (Fortsetzung von der Krankenkasse abgelehnt) habe sich die Depression wieder verstärkt (bis heute). Auf dem Hin
tergrund der offensichtlichen
Chronifizierung
der Problematik hielten
die Ärzte
den Patienten
auch auf längere Sicht
für
100
%
arbeitsunfähig
, was sie im De
tail wie folgt begründeten:
„-
Der Grad der Schmerzbelastung und die anhaltende Schlafstörung übersteigt die Ressourcen des Pat. ganz offensichtlich. Trotz intensi
ver Bemühungen des Pat. ist eine Überwindung bzw. Integration miss
lungen.
-
Die anhaltende Belastung durch die chronischen Schmerzen und die chronische Schlafstörung haben zu einer depressiven Störung geführt.
-
Die Komorbidität der Depression ist inzwischen wie oben begründet als eigenständige Störung zu betrachten.
-
Die Depression und die damit verbundenen Symptome sind im Zu
nehmen begriffen.
-
Der Pat. regiert zunehmend mit sozialem Rückzug und
Selbstentwer
tung
.
-
Somatisch
gesehen haben weder operative, medikamentöse noch phy
sio
therapeutische Therapien nachhaltige Verbesserungen ge
bracht.“
3
.2
Dr.
B.___
diagnostizierte am 1
0.
Juni 2008 beim Beschwerdeführer eine post
trau
matische
scapholunäre
Dissoziation rechts, einen chronischen
Schmerzzu
stand
bei Distorsion MP-Gelenk V links und
Parästhesien
im Bereich der linken Hand, zervikaler Genese
,
und hielt ihn sowohl in der bishe
rigen Berufstätigkeit als auch
in einer behinderungs
angepassten
Tätigkeit seit dem 2
0.
Januar 2005 für 100
%
arbeitsunfähig (
Urk.
13/72/1+5).
3
.3
Das polydisziplinäre
(psychiatrische/orthopädische/internistische) medizinische
Gut
achten d
es
C.___
vom 1
3.
Januar 2009
(
Urk.
13/77/1-44)
enthielt folgende Diag
nosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
(
Urk.
13/77/25)
:
1.
Chronisches panvertebrales Schmerzs
yndrom ohne
radikuläre
Ausfälle
(ICD-10 M54.5)
-
anamnestisch
Status nach (nachfolgend:
St
. n.
)
Kontusion von
Rücken, Nacken und Gesäss 1996 (ICD-10 S30.0/S10.95)
-
foraminale
Diskushernie LWK5/SWK1 links mit Kontakt zur
Wurzel L5 links (MRI
20.9.2005
) (ICD-10 M51.8)
-
freie Beweglichkeit sämtlicher Wirbelsäulenabschnitt
e
2.
Chronische Schulterschmerzen beidseits unter Betonung d
er rechten
Seite (ICD-10 M79.61
)
-
Ruptur der
Subskapularissehne
, Signalalteration im Bereich des
Supraspinatussehnenansatzes
und der
Bizepssehne
sowie mässige
Arthrose des
Akromioklavikulargelenkes
rechts (MRI 2.12.2008)
(ICD-10 M75.1/M19.01
)
3.
Chronische Schmerzen im Bereich beider Hände (ICD-10 M79.63)
-
St. n.
Kontusion der Hände und Distorsion im MTP IV/V links am
30.4.2004 (ICD-10 S60
.2
/S63.6)
-
St. n. Arthroskopie des Handgelenkes,
Synovektomie
und Glättung
des TFCC rechts am 10.12.2004 (ICD-10 Z98.8)
-
St. n.
Synovektomie
,
Ganglionexzision
im Bereich des
skapho
lunä
ren
Überganges und Resektion des
Nervus
interosseus
posterior
rechts am 13.6.2005 (ICD-10 Z98.8)
-
posttraumatische
skapholunäre
Dissoziation mit beginnender
radiokarpaler Arthrose rechts (ICD-10 T92.3)
Als o
hne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit erwähnten die Gutachter
das
Über
gewicht mit BMI von 2
6
kg
/m
2
(ICD-10 E66.9). Zur Arbeitsfähig
keit in der an
ge
stammten und in anderen Tätigkeiten
führten sie aus (
Urk.
13/77/26), es
habe sich bei der orthopädischen Untersuchung
eine freie Beweglichkeit der Wirbel
säule in sämtlichen Abschnitten gezeigt. Die explizite Prüfung der Kopfrotation sei stark eingeschränkt gewesen, wogegen diese in abgelenkter Situation beid
seits aktiv frei bis in die Endstellung gelungen sei. An der rechten Schulter, we
ni
ger auch links, habe eine massive, völlig diffuse Schmerzhaftigkeit bestanden. Die Beweglichkeit sei rechts in sämtlichen Ebenen vermindert gewesen, woge
gen beim Entkleiden und Anziehen eine weitgehend freie Beweglichkeit möglich gewesen sei. An der rechten Hand habe eine völlig diffuse
Druckdolenz
in sämtlichen Fingerspitzen bestanden, links dagegen an der
ulnarseitigen
Mittel
hand. Die Beweglichkeit sei schmer
z
bedingt deutlich vermindert gewesen, bei feh
lender Atrophie und rechtsbetonter
Bes
c
h
w
ielu
ng
fänden
sich jedoch keine
Zeichen einer länger dauer
nden Schonung in diesem Bereich. Die gesamte Un
ter
suchung sei weitestgehend unabhängig von der ge
rade durchgeführten Prü
fung von einer unaufhörlichen Schmerzäusserung be
gleitet worden, auch seien 5 von 5
Waddell
-Zeichen positiv gewesen, beides als Zeichen für eine wesentliche
nicht-organische Komponent
e der Beschwerden. Neurologisch
hätten
eine spinale
Kompressionsproblematik oder Läsion eines grösseren peripheren Nervs klinisch weitestgehend ausgeschlossen werden
kön
nen
. Radiologisch bestünden
eine
Ruptur der
Subskapularissehne
und degene
rative Veränderungen an
Supra
spi
na
tus
- sowie
Bizepssehne
und
Akromioklavi
kulargelenk
rechts. Im Bereich der
Hals
wirbelsäule
(HWS)
lägen degenerative Veränderungen ohne Neurokompression vor und im Bereich der
Lendenwirbel
säule
(
LWS
)
eine Diskushernie im Bereich
lumbosakraler
Übergang
mit Kontakt zur Wurzel L5 links. Die MR-Tomo
gra
phien zeigten
leichtgradige
degenerative Veränderungen beidseits und Zei
chen einer traumatischen
skapholunären
Dis
soziation bei partieller Läsion des
ska
pho
lunären
Ligamentes
. Zusammenfassend könne aus orthopädischer Sicht ge
sagt werden, dass sich die vom Exploranden angegebenen diffusen Beschwer
den
durch die objektivierbaren Bef
unde und vorliegenden Bilddokume
nte kaum be
g
r
ünden liessen. An der rechten Schulter, dem rechten Handgelenk und im
Be
reich der lumbalen Wirbelsäule bestünden degenerative Veränderungen, welche
grundsätzlich bei körperlich hohen Belas
tungen zu Beschwerden
führen
könnten.
Insgesamt bestünden jedoch massive Anzeichen für eine Ausweitung der Schmerzproblematik. Aus orthopädischer Sicht bestehe für die als ange
stammt anzusehende Tätigkeit als Lampenmonteur eine volle Arbeitsun
fähig
keit. Auch für andere körperlich mittelschwer bis schwer belastende Tätigkeiten bestehe keine Arbeitsfähigkeit mehr. Körperlich leichte Tätigkeiten seien dem
Ex
plo
ran
den hingegen aus orthopädischer Sicht zeitlich und leistungsmässig un
einge
schränkt zumutbar unter folgenden Vo
raussetzungen: Es sollten das Heben und Tragen von Lasten über 3 kg mit der rechten sowie 5 kg mit der linken obe
ren Extremität und der Einsatz des rechten Armes oberhalb des
Schul
ter
niveaus
ver
mieden werden
.
Bei der psychiatrischen Untersuchung habe keine eigentliche psychiatrische Di
agnose gestellt w
e
rd
en können. Der psychi
atri
sche Befund
sei in allen Quali
tä
ten
regelrecht gewesen. Eine psychiatrische Morbidität als Grundlage für das ge
klagte Schmerzsyndrom habe vorwiegend ausgeschlossen werden können. Auch seien die
psychodynamischen Kriterien fü
r eine
somatoforme
Schmerzstörung nicht erfüllt.
Eine Depression sei nicht n
achweisbar. Aus psychiatrischer Sicht
h
a
ndle es sich um eine Beschwerdeausweitung und Selbstl
imitier
ung. Insofern be
stehe auch keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht.
Auch aus allgemein-internistischer
Sicht könne keine Diagnose mit Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit gestellt werden
(
Urk.
13/77/26)
.
In der Gesamtbeurteilung (Konklusion durch multidisziplinären Konsensus)
ka
men die Gutachter zum Schluss, dass beim Exploranden für die angestammte Tätigkeit als Lampenmonteur sowie für alle anderen mittelschwer bis schwer be
lastenden beruflichen Tätigkeiten eine bleibende, volle Arbeitsunfähigkeit be
stehe
. Körperlich leichte, angepasste Tätigkeiten seien dem Exploranden mit
einer Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 100
%
zumutbar. Aufgrund der anam
nestischen Angaben, ihrer Untersuchungsbefunde, der vorliegenden Do
kumente
sowie der früher attestierten Arbeitsunfähigkeiten gingen sie davon aus, dass di
e Arbeitsunfähigkeit in dem von ihnen festgestellten Ausmass seit April 2006 be
stehe. Aus ihrer Sicht könne nicht nachvollzogen werden, dass die Arbeitsfähig
keit seither länger dauernd und
höhergradig
eingeschränkt gewesen sei.
Med
i
zi
nische und berufliche
Massnahmen
empfahlen sie nicht (
Urk.
13/77/27).
3
.4
Dr.
med.
M.___
, praktische Ärztin FMH und Ver
trauensärztin SGV, Regionaler Ä
rztlicher
Dienst
(RAD)
der IV-Stelle
,
schrieb in ihrer Stellungnahme
vom
9.
Februar 2009 (
Urk.
13/81/4)
zum
C.___
Gutachten, dass dieses insgesamt schlüssig
und nachvollziehbar und in seinen Feststellungen plausibel sei und sie sich dieser Beurteilung vollumfänglich anschliessen sollten. Für die bisherige Tä
tigkeit (Lampenmonteur) sei von einer seit April 2006 bestehenden 100%igen
Arbeitsunfähigkeit auszugehen. In einer angepassten Tätigkeit (körperlich leich
te
Tätigkeiten, Vermeiden von Heben und Tragen von Lasten über 3 kg mit der rech
ten sowie 5 kg mit der
linken oberen Extremität und des
Einsatz
es
des rechten Armes oberhalb des Schulterniveaus) k
önne seit April 2006 von einer 100%
igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden
.
Die subjektiv geäusserten Beschwerden hätten keinen kongruenten objektiven Be
funden (wie zum Beispiel: Zehen- und Fersengang seien über mehre
re Meter beidseits durchführbar;
k
eine fassbare Atrophie an den
oberen und unteren Extremitäten;
leichte
Beschwielun
g
im Bereich der rechten Hand;
verminderter Finger-Boden-Abstand, der im
La
ngsitz
nicht mehr vorhanden sei;
Lasègue
po
sitiv im Liegen, der im Sitzen mit gestreckten Kniegelenken nicht mehr zu Sch
m
erzen geführt habe
) zugeordnet werden können. Das Fehlen einer psy
chia
trischen Komorbidität schliesse eine
somatoforme
Schmerzstörung aus. Die
Symp
tomausweitung
und die Selbstlimitierung würden als die Arbeitsfähigkeit
nicht beeinflussend eingeschätzt. In der Untersuchung würden des Weiteren ein
e Inkongruenz der Befunde, eine Selbstlimitierung und zeitweise demonstra
tive Tendenzen ersichtlich, welche im Gutachten beschrieben würden.
3
.5
Am 2
7.
Februar 2009 wurde der Versicherte
in der Uniklinik
D.___
operiert
(Schultera
rthroskopie,
Bicepstenotomie
,
Acromioplastik
, AC-Resektion und
Rota
to
renmanschettenrekonstruktion
rechts). Im entsprechenden
Operati
onsbericht
(
Urk.
13/84/1) sowie im Schreiben der Klinik vom
3.
März
2
009 zu Händen von Hausarzt
Dr.
Y.___
(
Urk.
13/84/4) ist von einer A
b
duktionsschiene die Rede, die Tag und Nacht getragen werden müsse
,
und von flankierender physiothera
peu
tischer Mobilisation des Schultergelenkes. Die klinische
Ver
laufskontrolle
in der Schultersprechstunde postoperativ wurde auf den 1
5.
April 2009 festgesetzt und bis zu dieser Konsultation eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt.
Im B
ericht der Klinik
vom 1
4.
September 2009
führte Assistenzarzt Dr.
E.___
in Beantwortung der Fragen der
IV-Stell
e
aus, dass zum jetzigen Zeitpunkt der Endzustand nach der Operation noch nicht erreicht sei, weshalb zur Prognose
noch keine Aussagen und zu den körperlichen Einschränkungen
auch keine
ab
schliessende Beurteilung
gemacht werden könnten.
Die Arbeitsunfähig
kei
t be
z
iffer
te er
mit
100
%
und
befand
die Absehbarkeit der Wiederaufnahme der be
rufli
chen Tätigkeit als im Moment nicht beurteilbar. Es sei eine EFL in Be
tracht zu ziehen (
Urk.
13/90/7).
3
.6
An den Untersuchungsdaten 1
9.
u
nd 2
8.
August sowie
9.
September 2009
wurd
e auf Zuweisung von
Dr.
Y.___
am
G.___
, Rheumaklinik und In
stitu
t für Physikalische Medizin, ein
Arbeitsassessment
mit dem Be
schwerde
füh
rer
durchgeführt.
In ihrer zusammenfassenden Beurteilung
vom 1
0.
September 2009
(
Urk.
13/91/2)
stellten die involvierten Ärzte
Dr.
med.
N.___
, Ober
arzt i.V., und
Dr.
med.
O.___
, Assistenzarzt, sowie Ergo/Ph
ysiotherapeut/in
P.___
die
arbeitsrelevante
n
(Haupt-)Diagnosen
:
C
hronisches
Panverte
bral
syndrom
, chronische Handgelenksschmerzen beidseits rechts deutlich ausge
prägter als links, eine
Periarthropathia
humeroscapularis
rechts sowie rezidi
vie
rende
depressive Episoden (aktuell mittelschwer ausge
prägt). Zu den „
arbeitsbe
zo
genen
Problemen
„ schrie
ben sie, ein allfälliges
ar
beitsrelevantes
Problem habe
nicht erhoben werden können, da während der Tests das Schmerzverhalten des Patienten mit ausgeprägter Selbstlimitierung im Vordergrund gestanden habe. Dieser habe bei den Tests eine schlechte
Leis
tungsbereitschaft
gezeigt. Die de
mon
strierte Belastbarkeit sei nur minimal ge
wesen und es sei eine deutliche Selbstlimitierung festgestellt worden. Als „bei
tragende Faktoren“ erwähnten sie Langzeitarbeitslosigkeit und eine mi
ttelgra
dige depressive Episode. Infolge er
heb
licher Selbstlimitierung un
d
Inkonsistenz seien die Resultate der ergono
mi
schen Tests für die Beurteilung der zumutbaren Belastbarkeit nicht verwertbar. Die demonstrierte funktionelle Leistungsfähig
keit liege bei weitem unter den
Be
lastungsanforderungen
der bisherigen Arbeit. Somit müsse die Beurteilung aus medizinisch-theoretischer Sicht unter Berück
sichtigung der objektivierbaren Befunde erfolgen.
Bezüglich Arbeitsfähigkeit kam
en sie
dann
zusammengefasst
zum Schluss
(
Urk.
8/91/3)
, dass
die ange
stammte Tätigkeit als Lampenmonteur
a
ufgrund der
objektivierbaren Beschwer
den vor allem im Bereich der rechten Schulter, in beiden Händen und im Rü
cken nicht mehr zumutbar sei. Leichte Ar
beit (Gewichtshantierung 5 bis maxi
mal 10
kg) mit Wechselbelastung sei ganz
tags, mit vermehrten Pausen von 1½ Std. über den Tag verteilt, zumutbar. Letztere begründeten sich durch eine
Be
schwerdekumulation
der diversen kör
per
lichen Beschwerden im Tagesverlauf. In der Gesamtbeurteilung gingen sie von einer umsetzbaren Arbeitsfähigkeit in ei
ner optimal leidensangepassten Tä
tigkeit von höchstens 60
%
aus, wobei die psychische Komponente allenfalls aus psychiatrischer Sicht genauer festgelegt werden müsste
(
Urk.
13
/91/4).
3
.7
Über die Verlaufskontrolle in der Schul
ter-S
prechstunde der Orthopädie,
Unikli
nik
D.___
, vom
3.
Februar 2010 nach beidseitiger
glenohumeraler
Infiltration
b
erichteten Oberarzt
Dr.
med.
Q.___
und Assistenzär
ztin
Dr.
med.
R.___
, dass ihrer Ansicht nach die
unaushaltbaren
subjektiven
Schmer
zen beidseits nicht mit der Klinik und der Bildgebung objektiviert wer
den
könnten (Beri
cht vom 1
5.
Februar 2010,
Urk.
13
/95). Ebenso habe die
glenohu
me
rale
Infiltration linksseitig keinerlei Beschwerdeverbesserung gezeigt, sei je
doch rechtsseitig von kurzer Dauer – nicht einmal einen Tag – von 10 auf 7
re
gre
dient
gewesen. Die im
Arthro
-MRI linksseitig beschriebene Partialläsion der
Supraspinatussehne
sowie AC-Gele
nks-Arthrose schienen klinisch nicht im Vor
dergrund zu stehen und es fänden sich rechtsseitig ebenso im klinischen Unter
such keine deutlichen Pathologien. Weitere Kont
r
ollen i
n der Schulter-Sprech
stunde
sei
en nicht vorgesehen; der Patient werde in die Schmerz-Sprechstunde des
G.___
überwiesen.
3
.8
Der von der IV-S
telle beauftragte
Dr.
F.___
erstattete sein Gutachten
am
2
9.
März 201
0.
Er stellte folgende Diagnosen
(
Urk.
13/96/
10)
:
-
m
it langdauernder Auswirkung auf die Arbeitsfäh
igkeit
1.
Periarthropathia
humeroscapularis
rechtsbetont
-
27.02.09 Schulterarthroskopie rechts mit
Acromioplastik
und AC
Re
sektion und
Rotatorenmanschettenrekonstruktion
(
Subsca
-
pularis
und
Supraspinatus
) mit Storz-Anker
2.
Handschmerzen rechtsbetont
-
10.12.04 Arthroskopie des Handgelenkes rechts,
Synovektomie
und Glättung des TFCC
-
30.06.05
Synovektomie
rechts,
Ganglionexzision
im Bereich des
scapholunären
Überganges und Resektion des
Nervus
interosseus
posterior
rechts
-
posttraumatische
scapholun
äre
Dissoziation mit beginnende
ra
dio
karpaler
Arthrose rechts
-
o
hne lan
gdauernde Auswirkung auf die Ar
beitsfähigkeit
3.
Chronisches, generalisiertes Schmerzsyndrom
-
nicht ausreichend somatisch abgestützt
-
primäres Fibromyalgie-Syndrom
-
aktuell betont im Bereich der oberen respektive der linken Körper
hälfte
-
Panalgie
-
nicht
dermatombezogene
Hyposensibilität für ausschliesslich tak
tile
Rei
z
e
ganzer linker Arm und ganzes linkes Bein bei allseits nor
malem Lage- und Vibrationssinn
-
nur phasenweise bestehende nicht
myotombezogene
Kraftab
schwächung
aller Extremitäten
-
diffuse Druckschmerzangabe
-
Polyarthralgien
-
Panvertebralsyndrom
-
multiple Beschwerden wie Schlafstörungen, Müdigkeit, Schmerzen im Bauchraum
4.
Übergewicht mit Body-Mass-Index von 26,9 kg/m2
5.
Panvertebralsyndrom
mit
spondylogener
Ausstrahlung
-
kein
radikuläres
Reiz- oder Ausfallsyndrom
6.
Allergische
Rhinokonjunktivitis
7.
Anamnestisch Reizmagen-Syndrom
Unter „Beurteilung“
(
Urk.
13/96/
11)
führte er aus, dass in der klinischen Un
ter
suchung eine schmerzvermittelnde Mimik und Gestik, diffuse Druckschmer
zen,
nicht
dermatombezogene
Sensibilitätsstörungen der linken
Extremitäten, nur pha
senweise bestehende Kraftabschwächungen aller Extremitäten und dar
über
hinaus, abgestützt auf objektivierbare Befunde, ein weitgehend normaler Habitus
imponiert hätten
– dies beschrieb
er in der Folge ausfüh
rlich:
So hätten Unter
suchungsbefunde, die abhängig seien von der Mitarbeit eines Versicherten (wie
Finger-Boden-Abstand), rasch wechselnde Werte aufgewiesen. Diese
schmerz
ver
mittelnde
Mimik und Gestik könne er vordergründig nicht auf ein bekanntes so
matisch-pathologisches Krankheitsbild abstützen. Dara
uf lasse sich auch
schliessen,
weil
der Versicherte bestätige, dass seit 1996 Schmerzen, egal wel
cher
Körperabschnitt betroffen sei und egal ob die Schmerzen spontan oder nach
Un
fällen aufgetreten seien, permanent, tags- wie nachtsüb
er bestünden,
the
ra
pie
refraktär
und mit Schlafstörungen verbunden seien und auf der visuel
len Ana
log-Skala (Minimum 0 und Maximum 10) um höchstens 2-3 Punkte fluk
tu
ieren würden – insbesondere wenn berücksichtigt werde, dass der
Place
boeffekt
4-
5 Punkte betragen könne. D
iese Angaben
, zusammen mit der
thera
piere
frak
tären
Situation auf mannigfaltige der bisher eingesetzten schmerz- und entzün
dungs
hemmend wirkenden Medikamente, auf die Physiotherapien und auch die ver
schie
denen Operationen würden ebenso
auf somatisch nicht
ab
stützbare
Be
schwer
den hinweisen, wie insbesondere auch, dass es dem Versi
cherten nicht
mög
lich sei, eindeutig schmerzverstärkende respektive schmerz
lindernde Me
cha
nis
men zu formulieren
. Zum gleichen
Resultat kam der Gut
achter
bezüglich
der nicht
dermatombezogenen
Hyposensibilität für aus
schliesslich taktile Reize des ganzen linken Armes und des ganzen linken Bei
nes, der nicht
myotom
be
zoge
nen
Kraftabschwächung aller Extremitäten sowie der diffusen Druck
schmerzen aller Fibromyalgie-Trigger-Punkte
wie auch der Kontrollpunkte (
Urk.
13/96/12 und
13).
An den oberen Extremitäten konnte
Dr.
F.___
, abgestützt auf objektivierbare Be
funde, keinen klinisch-pathologischen Befund und keine funktionelle Ein
schrän
kung objektivieren. Er sei sich bewusst, dass der Versicherte dies ganz anders einschätze, aber sämtliche Gelenke sei
e
n, passiv geprüft, frei, normal und
sym
metrisch beweglich gewesen.
Aufgrund der klinischen und der radiolo
gischen Be
funde im Bereich der Schultern habe er Mühe, sich derzeit vorzustel
len, dass
bei diesem Versicherten eine relevante Bewegungseinschränkung für die
Schul
ter
elevation
und die Schulterflexion beidseits vorliegen k
önnte, zumal auch keine
klinischen Hinweise auf eine Läsion der
Rotatorenmanschette
, auf eine
Mus
kel
hypotrophie
od
er auf
Myogelosen
bestünden (
Urk.
13/96/
14).
Der Gutachter fand
an den oberen
Extremitäten auch
keinen Hinweis auf eine peri
phere
Nerven
ein
k
l
emmungsproblematik
wie ein Karpaltunnelsyndrom, eine
Arthrosebildung
oder
eine entzündliche Veränderung
,
und er kam zum Schluss, dass
-
die objekti
vier
ten
Befunde verglichen mit den im
C.___
-
Gutachten vom 12.
Januar 20
09 be
schrie
benen
-
von einer Verbesserung des Gesundheitszustandes auszugehen sei.
So sei die Schulterbeweglichkeit links wieder frei, diejenige rechts sei passiv ge
prüft wieder frei und aktiv geprüft für die vom Versicherten demon
strierten
Be
wegungsausmasse
ebenfalls frei beweglich, die
Handgelenks
beweglichkeit
beid
seits wieder symmetrisch und normal und der Versicherte trage seinen rechten Arm n
icht mehr in einer Schlinge (
Urk.
13/96/15 und
16).
Auch im Bereich der Wirbelsäule schloss der Gutachter auf vordergründig nicht somatisch abstützbare Beschwerd
en. Denn
der Versicherte
habe
die Bewegungen
aller axialer Bewegungssegmente in allen Ebenen als
etwa
gleich schmerzhaft
ge
schildert, unabhängig davon, ob die Untersuchung in aufrechter, stehender oder sitzender Körperhaltung, in der die axialen Bewegungssegmente dur
ch das
Körpergewicht belastet wü
rden, oder in möglichst entspannter, liegender Kör
per
haltung erfolgt
sei. Dies berücksichtigte er in seiner anschliessend zu frühe
ren
Be
richten geführten Diskussion und wies auch darauf hin, dass die anläss
lich der aktuellen Begutachtung ergänzend durchgeführten konventionell-radi
olo
gi
schen Aufnahmen der Wirbelsäule weitgehend als altersentsprechende
Normal
b
e
funde
einzustufen seien
. Wiederum verglichen mit den Befunden ge
mäss
C.___
-
Gut
achten könne er von einer Verbesserung des Gesundheitszustan
des ausgehen;
so sei die Halswirbelsäule
wieder allseits frei beweglich
,
keine vermehrte Lordose
lumbal, weder klinisch noch radiologisch beurteilt, objekti
vierbar und weder kli
nisch noch radiologisch eine thoraka
le Hyperkyphose nachweisbar (
Urk.
13/96/16
und
17).
An den unteren Extremitäten (Hüft- und Kniegelenke) bestätigte er ebenfalls
eine Verbesserung des Gesundheitszustandes. Die Hüftbewegungen beidseits seie
n wieder frei und altersentsp
rechend symmetrisch möglich (
Urk.
13/96/
17).
Aus rein somatisch-rheumatologischer Sicht beurteilt sei die Arbeitsfähigkeit für die vom
Versicherten langjährig bis
2005 ausgeübte berufliche Tätigkeit in der
Leuchtenmontage
, bei der, gemäss dem Versicherten, unter anderem nicht repe
ti
tiv Arbeiten auf oder über Kopfhöhe auszuüben seien, derzeit zu 50
% einge
schränkt. Dieses zumutbare Arbeitspensum könne sowohl am Stück als auch, mi
t
vermindertem Tempo, über den Tag verteilt abgeleistet werden. Bezüglich
dem zeitlichen Beginn
der erwähnten Einschränkung sei ein Zeitpunkt nach dem
C.___
-
Gutachten, spätestens ab der ak
tuellen Begutachtung anzunehmen
. Für eine
angepasste Verweistätigkeit könne er derzeit keine Einschränkung der Arbeits
fähigkeit formulieren; damit bestätige er die Einschätzung im
C.___
-
Gut
achten. Eine zeitlich limitierte Einschränkung sei ausgewiesen im Zusammen
hang mit der Schulteroperation rechts
vom 27.
Februar 20
09
bis zum Abschluss der post
operativen Rehabilitationsphase
, die, bei grosszügiger Auslegung, höch
sten 4 Monate betragen habe (
Urk.
13/96/
19). Die angepasste Verweistätigkeit be
schränkte der Gutachter auf leicht- bis höchstens mittelgradig körperlich belas
tende Arbeiten mit der Möglichkeit zwischen sitzender, stehender und gehender Körperhaltung zu wechseln, dies in einem temperierten (Raumluft) Raum. Das Ein
halten der Rückenergonomie
sei wünschenswert, der repetitive Handeinsatz rechts oberhalb der Schulterhöhe, sofern der rechte Ellbogen nicht abgestützt werden könne, soll
te vermie
den werden, und die repetitiv zu bewegenden Ge
wichte vom Boden bis auf Brusthöhe sollten nicht schwerer als 7,5 kg und ober
halb der Brusthöhe
nicht schwerer als 5 kg sein (
Urk.
13/96/
20).
3
.9
Dr.
med.
S.___
von der Neuroradiologie Schanze,
H.___
, stellte beim Versicherten am
3.
November 2010 einen Befund fest, der vereinbar sei mit
einer geringfügigen, beginnenden Gon- und
Femoropatellararthrose
beid
seits (
Urk.
13/101).
3
.10
Dr.
I.___
und
Dr.
Z.___
vom
A.___
beantworteten die Fragen der IV-Stelle
am
3.
Januar 2011
dahingehend, dass der Versicherte seit den Unfällen 1996 und 2004
an chronischen Schmerzen leide
(
Urk.
13/104/6 und 7)
. Hinzu komme ein Rückenleiden, das heute ebenfalls chronische Schmerzen verursache (
Discushernie
L5/S1,
Impi
ngementsyndrom
rechte Schulter),
Schmerzen inguinal und linke Hüfte, rechte Schulter (Status n
ach Operation 2008);
eine Arthrosko
pie sei am linken Knie vorgesehen. Durch diese Schmerzen leide der Patient seit
4 Jahren unter chronischen Schlafproblemen. Diese und die anhaltenden Schmer
zen
seien Ausgangspunkt einer depressiven Störung, die heute mit ei
nem unab
hängigen Symptomkreis als eigenständige Krankheit zu sehen sei. Der Patient
sei
100
%
arbeitsunfähig. Weil verschiedene operative, medikamentöse und
phy
sio
-
beziehungsweise psychotherapeutische Massnahmen trotz hoher Motivation und viel Engagement des Patienten keine nachhaltigen Erfolge ge
bracht hätten, hielten sie
ihn auch auf längere Sicht
für 100
%
arbeitsunfähig
. Als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie:
1.
Anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)
2.
Mittelgradige depressive Episode (
ICD-10
F32.1)
3.
Status nach Suizidversuch (
ICD-10
X61,
ICD-10
X81)
4.
Panvertebralsyndrom
cervical
und lumbal mit/bei
-
Sta
t
us nach Unfall 1996 mit Sturz von der Leiter über 2.5 m
(Stadtspital
T.___
)
-
Hohlrundrücken
-
Discushernie
L5/S1 links
5.
Imp
ingementsyndrom
rechte
Schulter
mit/bei
-
knöchernem
Impingement
-Syndrom rechte Schulter bei Einengung
des
Subakromialraumes
mit Verdacht auf Os
akromiale
rechts
(Gutachten
Dr.
U.___
, Orthopädie vom 15.06.07)
6.
Schmerzen beide Hände mit/bei
-
Status nach Unfall 30.04.04
-
Status nach Arthroskopie 10.12.04
-
Status nach
Ganglionexzision
und
Synovektomie
am 13.06.05
-
triangulärem
fibrocartilaginärem
Complex
(TFCC)
-
b
eginnende
r
Arthrose rechtes Handgelenk
-
s
capholunäre
r
Dissoziation (Gutachten
Dr.
U.___
, Orthopädie vom
15.06.07)
-
Distorsion der Finger IV und V linke Hand (Gutachten
Dr.
U.___
,
Orthopädie vom 15.06.07)
7.
Schmerzen linkes Knie mit/bei
-
v
orgesehene
r
Arthroskopie
Dr.
J.___
17.01.11
.
3
.11
In seinem Bericht vom 2
7.
Januar 2011 (
Urk.
13/105
/2
)
zu
h
änden
der IV-Stelle
verwies Hausarzt
Dr.
Y.___
bezüglich Arbeitsunfähigkeit darauf, dass dies
e seit der
Übernahme
des Patienten
2005
von
Dr.
V.___
bestimmt werde
, und er legte
das
Arbeitsassessment
des
G.___
vom 1
0.
September 2009
bei
(
Urk.
13/105/7
; sie
he oben
E
.
3.6)
.
3.12
D
ie
an der interdisziplinären Schmerzbehandlung
beteiligten Ärzte
de
s
A.___
be
richtete
n
am 1
4.
Juni 2011 Hausarzt
Dr.
Y.___
über ihre Einschätzungen und Be
urteilungen des Versicherten,
und zwar „unter Einbezug der gesamten
IV-Akten/
SUVA“ (
Urk.
13/107/1
).
Sie wiederholten die im Bericht vom
3.
Januar 2011 (oben
vorstehende
E. 3.10) gestellten Diagnosen und ergänzten sie mit den Er
geb
nissen der am 1
7.
Januar 2011 von
Dr.
J.___
durchgeführten Arthros
ko
pie („
Chondromalazie
Grad III
Trochlea
remoris
, Grad II-III Patella, leicht gelo
ckertes VK
B links“)
. Bezüglich
der aktuellen Einschätzung der Arbeitsfähig
keit führten sie aus, der Patient brauche „eine wechselbelastende Tätigkeit zwi
schen sitzen und stehen, kein Stress, muss immer wieder liegen können, kann den Alltag nicht mehr alleine bewältigen. Die Arbeitsleistung ist daher nur noch unter 2 Std./die auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt, auch
[in]
angepasster Tätig
keit ve
r
wertbar. Der Pat. ist gegenwärtig und wohl seit dem Unfall 100% ar
beits
unfähig, u.a. aus somatischen, aber auch aus psychischen Gründen (
chro
ni
fizierte
Schmerzstörung, deutliche Depressionen). Eine Verbesserung des Zu
stan
des hat sich trotz Physiotherapie und fachär
ztlicher Behandlung nie erge
ben
“
.
In der Konsens-Beurteilung
(
somatisch und psychiatrisch
) schlossen sie auf eine 100
%
ige
Arbeitsun
fähigkeit im Beruf Bauarbeiter/
Elektriker
.
Weiter führten sie aus: „Objektivere Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in
angep
asste
r Tätigkeit
(von der IV vorgeschlagen
Überwachung von Bildschirmen in Gr
o
ss
gar
a
gen oder
Kaufhäusern oder als
Parkwächter,
A
rbeit am Fliessband, Tank
wart) sowie Zu
mut
barkeit: Der Pat. ist auch für angepasste T
ätigkeit
en 100
%
arbeitsunfähig, eine Arbeitstätigkeit ist dem Pat.
nicht zuzumuten
“
(
Urk.
13/107/
6).
3.13
Dr.
J.___
, d
er die erwähnte Kniearthroskopie durchgeführt und beim Be
richt über die interdisziplinäre Schmerzbehandlung mitgewirkt ha
tte (
vorsteh
ende
E.
3.12), stellte in seinem
Bericht für die IV
-Stelle vom
4.
Juli 2011
(
Urk.
13/109/1
) als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine
Chondromalazie
Grad III
Trochlea
femoris
und Grad II bis III
retropatellär
, leichte VKB und eine Insuffizienz Knie links. Als ohne Auswirkung auf die Ar
beitsfähigkeit
diagnosti
zierte er einen Status nach OSG Bandoperation links
etwa
1978, nach
Handge
lenksarthroskopie
und später
em
Eingriff im Bereich der
Streck
sehnen
etwa
2002 so
wie nach Schulteroperation
. Aus orthopädischer Sich
t
konnte
er
dem Versi
cherten
aufgrund des Knieleidens für eine vorwiegend sitz
end
zu verrichtende Arbeit - langes Gehen und Stehen sei nicht z
u
mutbar - keine anhaltende Ar
beitsunfähigkeit attestieren
(
Urk.
13/109/2 und 3)
.
4.
4.1
Im
Laufe des
vorliegenden Gerichtsverfahren
s
liess der Beschwerdeführer
noch
weitere Arz
tberichte zu den Akten reichen (
Urk.
3/3 =
Urk.
13/107,
Urk.
3/4-6 und
Urk.
8).
Dr.
Y.___
brachte
i
n seinem Bericht vom 1
8.
April 2012 (
Urk.
3/4) vor, die lange Beobachtungsperiode
(Hausarzt des Beschwerdeführers seit über zwanzig Jahren)
und die wiederholten erfolglosen Behandlungsversuche im
so
matopsychischen
Bereich würden es ihm erlauben zu behaupten, dass die
Schlussfolgerungen der interdisziplinären Schmerzbehandlung vom 1
4.
Juni 2011
absolut richtig seien.
4.
2
Dres
.
L.___
,
I.___
und
Z.___
vom
A.___
schrieben
am
8.
April 2
0
12 (
Urk.
3/5)
- in Beantwortung von Fragen der Helsana Versicherungen AG – dass
verschiedene operative, medikamentöse und physio-
beziehungsweise
psycho
the
rapeutische Massnahmen trotz hoher Motivation un
d
viel Engagement des Pa
tien
ten keine nachhaltigen Erfolge gebracht hätten. Im Gegenteil, die Opera
tio
nen hätten noch mehr Schmerzen verursacht. Diese Aussichtslosigkeit auf Ver
besserung und die nicht voraussehbare Intensität der Schmerzen bewirkten, dass
sie den Patienten auch auf längere Sicht für 100
%
arbeitsunfähig hielten. Wegen
Konzentrationsstörungen, Vergesslichkeit und Gedankenkreisen sowie
Chronifi
zierung
der Schmerzen und
der gesteigerten depressiven Sy
mptomatik (deut
liche Verlangsamung
; Schwierigkeiten, Instrukt
ione
n
zu befolg
en; Er
schöp
fung) könne dieser keine verwertbare Arbeitsleistung erbringen.
4.
3
A
uf die Frage
der Rechtsvertreterin
des Beschwerdeführers, ob dieser
aus
hand
chirurgischer
Sicht eine Erwerbsfähigkeit realisieren könne, stellte
Dr.
B.___
fol
gende Diagnosen
(Schreiben vom 1
7.
April 2012,
Urk.
3/6)
:
-
p
osttraumatische
scapholunäre
Dissoziation rechts (intercarpale
B
a
nd
läsio
n
)
-
Läsion
Meniscus
ulnoc
arpalis
links
-
Tendovaginitis
stenosans
D III links
-
t
herapieresistenter Schmerzzustand nach Ruptur des radialen
Kollateral
bandes
und der Gelenkkapsel am MP-Gelenk IV und V
links
-
t
herapieresistente Sensibilitätsstörungen D III – D V links
-
u
lnolunäres
Impactionssyndrom
links
Weiter führte er u.a. aus, e
r kenne den Versicherten seit dem
7.
April 2006; die
ser sei weder für leichte, mittlere oder schwere manuelle Arbeit
erwerbsfähig. Aus handchirurgischer Sicht könne er im Kontrollbereich Arbeiten durchführen, bei
welchen er seine Hände nicht einsetzen müsse.
„
Das
Bedienen von leicht ge
hende
(ohne repetitive Notwendigkeit) und visue
lle Kontrolle am Bildschirm sind
uneingeschränkt möglich.
“
4.
4
Der Bericht von
Dr.
med.
V.___
, Spezialarzt FMH für Chirurgie,
Wirbel
säulenleiden
, Schleudertrauma und orthopädische Traumatologie, vom 2
6.
April 2012
enthält folgende „Zusammenfassung“
(
Urk.
8
S.
2)
:
„Komplexe Problematik mit
Panvertebralsyndrom
cervikal
u
nd lumbal betont bei
St. n.
Trauma 1996 nach
Sturz von der Leiter mit über 2,
5 m.
Schulter
schmerz
syndrom
bds
. mit
Impingementsyndrom
bei St. n. Schulteroperation rechts
(2008
D.___
), komplexe Handproblematik rechts betont
bds
. bei St. n. Un
fall (30.04.2004)
mit konsekutiver zweimaliger Handoperation rechts, ferner anhal
tende
somatoforme
Schmerzstörung und mittelgradige depressive Episode
bei St. n. Suizidversuch. Ich beschränke mich hier auf die
Wirbelsäulenproble
ma
tik
mit
cervikal
und lumbal betontem, chronisch
rez
.
Panvertebralsyndrom
bei St. n.
Unfall 1996 mit Sturz von der Leiter mit über 2,5 m.“
Dr.
V.___
führte weiter
aus, der Verlauf bezüglich der Wirbelsäulen(WS)-Problematik sei protra
hiert, trotz konservativer Therapie sei keine wesentliche Besserung des
cervikal
- und lumbal betonten
Panvertebralsyndroms
eingetreten. Aus „WS-medizi
ni
scher Sicht“ beurteilte er die Arbeitsfähigkeit wie folgt: Da beim Versi
cherten eine verminderte Belastbarkeit des Achsenorgans bestehe, sei dieser für alle Tätig
keiten mit schwerem Heben oder Tragen von Lasten sowie in WS-be
las
ten
den Tätig
keiten und in Zwangshaltung für langandauerndes reines Stehen ins
be
son
dere in
vornübergeneigter
Körperhaltung, für alle Tätigkeiten mit repe
titi
ven Rumpf- oder Halswirbelsäule-rotierenden Stereotypien sowie Arbeiten überwie
gend im Überkopfbereich
nicht geeignet. Zumutbar würden körperlich leichte
Tä
tigkeiten in WS-adaptierten Wechselpositionen mit der Möglichkeit zum Wechseln zwischen Sitzen, Stehen und Gehen erscheinen; insbesondere aber kein
Heben von schweren Lasten und nicht mehr als 5 kg kurzfristig sowie 2 kg länger
fristig. Um die prozentuale Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers er
mitteln zu können, müsste bei ihm ein funktioneller Leistungstest durchge
führt werden, was am
b
esten in einer sogenannten Wiedereingliederungsstätte (z.B.
Appisberg
) geschehe.
5.
5.1
5.1.1
N
achdem die medizinische Aktenlage sowohl vo
m
Beschwerdeführer als auch
von
der
Beschwerdegegnerin
zur Beurteilung
de
s
Renten
anspruch
e
s
für
ungenü
gend befunden worden
war
, wurde - wie bereits ausgeführt (vorne
Sachverhalt
2.1)
- beim
C.___
ein Gutachten eingeholt
.
Vorweg ist festzuhalten, dass d
as
C.___
-
Gutachten für die streitigen Belange umfassend
ist
und auf allen nötigen Un
ter
su
chungen
beruht
. Die Gutachter gingen auf
sämtliche
vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden ein und gaben ihre Beurteilung in Kenntnis der
Vorak
ten
bezie
hungsweise
der Anamnese ab. Die medizinischen Zusammenhänge wie auch die medizinische Situation haben sie einleuchtend dargelegt und beurteilt und ihre Schlussfolgerungen einlässlich und überzeugend begründet. Damit er
füllt das
C.___
-
Gutachten sämtliche von der Rechtsprechung
(E.
1.6)
an den
Be
weis
wert
ei
nes medizinischen Gutachtens gestellte
n
Anforderungen.
5.1.2
Die Gutachter des
C.___
hielten
am 1
3.
Januar 2009 (siehe E.
3.3)
als
Haupt
diag
no
sen
mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches
panver
tebrales
Schmerzsyndrom ohne
radik
uläre
Ausfälle (ICD-10 M
54.5), chronische
Schulter
schmerzen
beidseits unter
Betonung der rechten Seite (ICD-10 M7
9.61) und chronische Schmerzen im Bereich beider Hände (ICD-10 M79.63) fest.
Weitere Diagnosen, die die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers beeinflussen
würden
, stellten sie nicht, auch
keine psychiatrische
n
.
Eine psychiatrische Morbi
dität als
Grundlage für die Schmerzproblematik schlossen sie aus, die psycho
dynami
sche
n Kriterien für eine
somatoforme
Schmerzstörung hielten sie für nicht erfüllt und eine Depression für nicht nachweisbar; es handle sich um eine
Beschwer
de
au
s
weitung
und Selbstlimitierung.
S
ie
hielten
den Be
schwerdeführer in ihrer Konsens-Gesamtbeurteilung für die an
gestammte Tätig
keit als Lampenmonteur wie für alle anderen mittelschweren bis
schweren Tä
tigkeiten als bleibend und voll arbeitsunfähig. Körperlich leichte, angepasste Tätigkeiten seien ihm
jedoch mit
einer Arbeits- und Leistungs
fähig
keit von 100
%
zumutbar.
5.2
5.2.1
Demgegenüber
wird im
zeitlich vor dem
C.___
-
Gutachten verfasste
n
Bericht
des
A.___
vom 3
0.
April 2008 (E.
3.
1)
dem Beschwerdeführer aufgrund einer anhal
tenden
somatoformen
Schmerzstörung (ICD-10
F45.4) und – als eigenständiger
Störung - einer mittelgradigen depressiven Episode (ICD-10 F32.1) eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit
attestiert
.
Aus der ausführlichen Begründung ist zu schliessen,
dass letztlich (allein) das Schmerzgeschehen der attestierten Ar
beitsunfähigkeit
zugrunde
liegt: Wegen des
Ausmass
es
der Schmerzen kann
der Versicherte nicht
schlafen;
Schmerzbelastung und Schlafstörung haben dann zur Depression ge
führt.
Die beklagten Schmerzen werden jedoch nicht hinter
fragt, obwohl auf
fällt
, dass sie weder durch eine achtwöchige tagesklinische Re
habilitation noch durch operative, medikamentöse noch physiotherapeutische Therapien nachhaltig ver
bessert werden konnten. Angesichts der Tatsache, dass das Gericht dem Um
stand
Rechnung zu tragen hat, dass behandelnde Ärzte die vorgetragenen Klagen über Schmerzen ihrer Patienten
mitunter
vorbehaltslos anzuneh
men haben, dies aber bei der Beweiswürdigung ihrer Berichte
rechtsprechungs
gemäss
(BGE 135 V 465 E. 4.5)
zu berücksichtigen ist, vermag der Bericht von
Dr.
Z.___
die
auf alle
Aspekte der Schmerzen eingehenden
medizinischen Schlussfolgerungen der
C.___
-
Gutachter nicht zu entkräften.
5.2.2
Dasselbe trifft
auch
auf den Bericht des behandelnden Handchirurgen
Dr.
B.___
vom 1
0.
Juni 2008 (E.
3.2) zu. Hinzu kommt, dass
dem Versicherten
gemäss
Dr.
B.___
„nie“ ein Heben und Tragen von Lasten – auch nicht leicht bis
Len
den
höhe
– sowie
„nie“
ein Hantieren mit Werkzeugen – auch nicht leicht/
fein
mo
to
risch
– zumutbar sein soll, gleichzeiti
g wird ihm aber eine
Fahr
tauglichkeit „für
kurze Strecken“ bescheinigt, was widersprüchlich erscheint. Die attestierte 100%ige
Arbeitsunfähigkeit für die bisherige wie auch für eine angepasste Tätig
keit aufgrund der Hand-/Handgelenksbeschwerden vermag dementsprechend nicht
zu überzeugen.
5
.3
5.3.1
Dr.
M.___
vom RAD wiederum beantwortete die ihr gestellte Frage, ob seit April 2006 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit vorliege, in ihrer Stellungnahme vom
9.
Februar 2009 (E. 3.4) mit „ja“
,
und schlug gleichzeitig vor, sich vollumfänglich der Beurteilung im
C.___
-
Gutachten anzuschliessen.
Gestützt auf ihre Einschätzung erliess die Beschwerdegegnerin daraufhin den Vor
bescheid vom 1
6.
März 2009
, in welchem sie das
C.___
Gutachten
vom
1
3.
Januar 2009 als insgesamt schlüssig und nachvollziehbar und in seinen Fest
stellungen plausibel bezeichnete. Weiter schrieb sie, dass ausgehend von den
Diagnosen eines chronischen panvertebralen Schmerzsyndroms, von chro
ni
schen
Schulterschmerzen und chronischen Schmerzen im Bereich beider Hände seit April 2006 von einer Verbesserung des Gesundheitszustandes ausge
gangen und
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit attestiert werde (
Urk.
13/80/2, siehe auch Sachverhalt E.
2.1).
Sie errechnete in der Folge eine
Er
werbseinbusse
beziehungsweise
einen Invaliditätsgrad von 33
%
und stellte fest, dass sich somit nichts am Rentenanspruch gemäss ihrer Verfügung vom
5.
September 2007 ändere: Der Versic
herte habe
von
August 2005 bis 3
1.
März 200
6
Anspruch auf eine befristete ganze IV-Rente; ab April 2006 be
stehe bei einem IV-Grad von 33
%
kein Rentenanspruch mehr.
5.3.2
D
ie
C.___
-
Gutachter
, die
dem Versicherten seit April 2006 eine 100%ige Arbeits
fähigkeit in behinderungsangepasster
Tätigkeit bescheinigten, führten
zum Be
ginn der Arbeitsunfähigkeit (Ziff.
6.3 des Gutach
tens,
Urk.
13/77/27) aus
,
aus ihrer Sicht könne nicht nachvollzogen werden, dass die Arbeitsfähigkeit seither länger dauernd und
höhergradig
eingeschränkt gewesen sei (E.
3.3). Entgegen dem, was die Beschwerdegegnerin anzunehmen scheint, ist mit dieser Formu
li
erung allein aber noch keine wesentliche Änderung
des Gesundheitszustand
s im revisionsrechtl
ichen Sinn
per 31. März 2006
ausgewiesen. N
achfolgend
ist deshalb noch einge
hender
zu prüfen, ob tatsächlich
von einer wesentlichen Ver
besserung
des Ge
sundheitszustandes – darunter fällt auch
eine allfällige Än
de
r
ung in der Inten
sität des Leidens (vorne E.
1.
5
) – ausgegangen werden kann oder
ob lediglich eine unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich
ge
bliebenen Gesundheitszustandes vorliegt. Für diese Prüfung
sind
sinnvoller
weise
auch
die echtzeitlichen, d.h.
um den Revisionszeitpunkt herum verfassten
medizinischen
Berichte
heranzuziehen,
auch wenn sie
vor dem
Wiedererwä
gungs
entscheid
der IV-Stelle
beziehungsweise
der Abschreibungsverfügung des
Sozialversiche
rungsgericht
s
verfasst wurden
(vgl.
E. 2.1
)
.
5.4
5.4.1
5.4.1.1
Den gesundheitlichen Beschwerden
d
es Beschwerdeführers liegt (vor allem
)
der
Unfall vom
3
0.
April 2004 zugrunde (vgl. Anmeldung zum Bezug von IV-Leis
tungen für Erwachsene vo
m
4.
Oktober 2005,
Urk.
13/3). Dies
er
führte
am 1
0.
Dezember
2004
zur
ersten
und am
1
3.
Juni 2005 zur zweiten Operation
an
der rechten Hand
(
Urk.
13/2/1). Beide Operationen wurden durch
Dr.
med.
W.___
, Chirurgie, spez. Handchirurgie FMH, durchgeführt.
Im Arztbericht für die Invalidenversicherung
vom 2
1.
Oktober 2005
attestierte
Dr.
W.___
eine Ar
beitsunfähigke
it von
u.a.
50
%
ab 1
7.
August 2005
und
bezeichnete den Ge
sund
heitszustand als
besserungsfähig
(
Urk.
13/8/
1-2
).
Er berichtete,
bei seiner letzten Untersuchung a
m
1.
September 2005
sei
das Han
dgelenk rechts über dem
sca
pholu
nären
Intervall
druckdolent
gewesen
, und
über dem MP V habe
links eine deutliche
Dolenz
ulnarseitig
bestanden
. Der Patient gebe an, mit die
sen Be
schwerden die täglich
e
Arbeit in der Fabrik nicht mehr ausführen zu
kön
nen.
Anam
nestisch erwähnte
Dr.
W.___
, dass
nach einem Trauma am 3
0.
April 2004
der Versicherte rechts eine TFCC-Läsion und links eine Distor
sion des MP IV und V erlitten habe. Am 1
0.
Dezember 2004
habe er die
TFCC-Läsion
arthros
kopisch
festgestellt, diese geglättet und die reaktive
Synovialitis
abgetragen. Diese Läsion sei ausgeheilt, in der Folge sei aber eine
Synovitis
im
radio
sca
pholunären
Intervall aufgetreten mit einem okkulten Ganglion; die
Sy
novek
to
mie
und die Ganglienexzision habe er am 1
3.
Juni 2005 durchgeführt. In der Folge habe der Versicherte immer wieder über belastungsabhängige Schmerz
en, nun auch an der linken Hand
geklagt, die intensive Ergotherapie habe aber nur
wenig Besserung gebracht. Auch die kreisärztliche Untersuchung der SUVA hab
e die Beschwerden nicht erklären können, die erhobenen Befunde hätten nach wie
vor
eine
Druckdolenz
rechts
radioscapholunär
sowie
belastungsab
hängige
Schmerzen am MP IV und V links gezeigt. Bei der letzten
spezialärztli
chen
Un
ter
suchung habe keine Notwen
d
igkeit bestanden, weitere
spezialärztli
che
Unter
suchungen durchzuführen. Prognostisch äusserte er die Meinung, die the
rapeu
tischen Möglichkeiten seien
ausgeschöpft, für die geäusserten
Restbe
schwerden
könne er kein pathologisches Korrelat finden
(
Urk.
13/8/
5
).
5.4.1.2
Die kreisärztliche Unte
rsuchung
der SUVA
vom 3
0.
November 2005
führte
schliesslich
dazu, dass der Versicherte ab
5.
Dezember 2005 zu 50
%
arbeitsfä
hig
geschrieben
wurde, mit der Bemerkung,
sollte dieser seine Arbeit als Elekt
ro
monteur nicht mehr machen können, so sei „eine Umschulung resp. eine Ein
setzung der Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt indiziert
“
(
Urk.
13/12/9).
Am
6.
Dezember 2005 wurde dem Beschwerdeführer
vom Ar
beit
geber
auf den 3
1.
März 2006 ge
kündigt
, weil der
tags zuvor
gemachte
Ar
beits
versuch
im Umfang von 50
%
misslungen war
und der Versicherte
im Be
trieb
nicht mehr eingesetzt werden konnte
(
Urk.
13/12/3).
Die
Absch
lussunter
such
ung
durch den
Kreisarzt fand am
4.
Januar 2006 statt (
Urk.
13/15/8).
Da
raufhin sc
hrieb die SUVA der IV-Stelle sowie
der Rechtsvertreterin des Be
schwerde
füh
rers am 1
8.
Januar 2006 (
Urk.
13/15/1), dass gestützt auf die
kreis
ärztliche
Be
ur
teilung dem Versicherten ein ganztägiger Arbeitseinsatz bei na
hezu voller
Leis
tungsfähigkeit zumutbar sei. Dies seien z.B.
Überwachungsar
beiten
oder Ar
bei
ten am
Fliessband
. Ungeeignet seien Arbeiten mit ständigem Heben von Ge
wichten
über 2 kg
. In diesem Sinne würden sie den Versicherten ab
1.
April 2006
als zu mindestens 75
%
arbeitsfähig erachten.
5.4.1.3
Im von der IV-Stelle eingeholten Arztbericht führte
Dr.
Y.___
auf seinen Beiblät
tern 1 und 2 am 1
4.
Februar 2006
(
Urk.
13/18/3 und 4)
unter anderem auch die Diagnose „Verdacht auf hypochondrische Persönlichkeitsstörung“ auf. Den Ge
sundheitszustand fand er eher stationär, berufliche Massnahmen wie Beratung und Stellenvermittlung („leichte Arbeit“) und eine medizinische Abklärung für
angezeigt
. Bei der Anamnese vermerkte er am Schluss: „Schlussendlich 1¼ Jahre
nach der ersten Überweisung kommt Herr
X.___
zum Hausarzt mit Verdacht auf Schmerzausweitung und der Kündigung per 1.4.06
zurück
.
“
5.
4
.1.4
Mit Bericht vom
8.
März 2006 des Zentrums für Wirbelsäulenleiden, Spital
XY.___
, unterschrieben durch
Dr.
V.___
(
Urk.
13/21 = 13/37)
,
stellte dieser
be
züglich der unfallfremden
gesundheitlichen Beschwerden des Versicherten
die
Diagnosen eines
P
anvertebralsyndroms
cervical
sowie
lumbal betont und bei Hoh
l
rundrücken sowie
im MRI nachgewiesener
Dicushernie
L5/S1 links, einer Haltungsinsuffiz
ienz und muskulärer
Dysbalance
sowie
eines
Impingementsyn
droms
an der
rechte
n
Schulter.
Weiter führte er aus: „Bezüglich der
Rücken
problematik
ist der Patient in seiner Tätigkeit stark eingeschränkt; für leichte wechselbelastende Tätigkeit mit wahlweise Sitzen od
er Stehen und insbesondere
kein
Heben von schweren Lasten, nicht mehr als 5 kg kurzfristig und 2 kg län
ger
fristig, sowie kein Überkopfarbeiten, keine Arbeiten in vornüber geneigter Hal
tung, keine grob manuelle
n
Arbeiten beziehungsweise Arbeiten mit s
chwe
ren Ge
räten oder Werkzeugen:
in einer solchen der Behinderung angepassten Tätig
keit ist der Patient zur Zeit und bis a
uf weiteres 50
%
arbeitsunfähig.
“
Ein Jahr später (Bericht vom 2
2.
März 2007,
Urk.
13/43)
gab er eine
wörtlich iden
tische
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
ab. Dazwischen (Arztbericht vom
9.
November
2011,
Urk.
13/32/1
,
Punkt
B.
) bescheinigte er zuha
nden der IV-Stelle eine Ar
beits
unfähigkeit von 50
%
lediglich für die Zeit vom
6.
bis 1
0.
März 200
6.
(Erst) a
b 1
7.
Mai bis
7.
Juni 2006 schrieb er den Versicherten erneut – diesmal zu
100
%
- arbeitsunfähig sowie ab
1.
Juli bis 2
3.
November 2006 wieder zu 50
%
.
Die Angaben von
Dr.
V.___
zur Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers
sind
demzufolge
- da in sich widersprüchlich -
nicht nach
vollziehbar,
und es kann auf sie nicht abgestellt werden.
5
.4.2
Zusammen
fassend ist
somit
festzuhalten
, dass der Unfall
im Jahr
2004
ab 22.
August 2004 (Urk. 13/8/1, Urk. 13/2 und Urk. 13/9/20)
eine monatelange
voll
ständige Arbeits
un
fähigkeit
des Beschwerdeführers
zur Folge hatt
e und diese
schliesslich
zum Anspruch auf eine ganze
Invalidenrente nach Ablauf der War
te
zeit – d.h. ab
1.
August 2005 – führte.
N
ach der zweiten Ope
ration der rechten Hand
(1
3.
Juni 2005) finden sich
in den Akten
jedoch bald schon Hinweise da
rauf
(E.
5.4.1
)
, dass den immer noch vorhandenen therapie
resistenten Beschwer
den kein pathologisches Korrelat (mehr) zugrunde
lag.
Durch den Kreisarzt der SUVA wieder zu 50
%
arbeitsfähig geschrieben unter
nahm der Beschwerde
führer
Anfang
Dezember 2005
einen Arbeitsversuch
beim früheren Arbeitgeber
in seinem
angestammten
Beruf als Lampenmonteur
, wel
cher jedoch scheiterte und damit aufzeigte, dass die angestammte Tätigkeit
gesundheitlich
nicht mehr zumutbar war. Infolgedessen
prüfte die
SUVA seine Arbeitsfähigkeit bezüglich einer behinderungsangepassten Tätigkeit
(zum Pr
ofil siehe ebenfalls E.
5.4.1
).
Die
(
zu berücksichtigenden
)
echtzeitlichen medizini
schen Abklärungen ergaben dafür eine nahezu volle Leistungsfähigkeit bei ganztägigem Einsatz
bezieh
ungs
weise
eine mindestens
75%ige Arbeitsfähigkeit.
Die SUVA erachtete den Ver
sicherten
ab diesem Zeitpunkt
als voll vermittelbar gegenüber dem Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum sowie die Arbeitslosenkasse als
zu
100
%
leistungs
pflichtig
(Schreiben vom 1
8.
Januar 2006,
Urk.
13/15/1)
, stellte ihre
Taggeld
zah
l
ungen per Ende März 2006 ein und richtete dem Versicherten ab
1.
April
2006
eine
Rente und eine Integritätsentschädigung aus
(SUVA-Verfügung vom 1
6.
Mai 2007,
Urk.
13/49
)
.
Die IV-Stelle lud den Versicherten zum Ge
spräch
zur
Abklärung seiner beruflichen Situation
auf den 2
8.
Februar 2006
ein
(
Urk.
13/17/1).
Wegen mangelnder Schulbildung,
fehlenden
schriftlichen Deutsch
kenntnissen sowie der subjektiv hohen Schmerz- und
Einschrän
kungs
wahr
neh
mun
g
wurde eine Umschulung aus
berufsberaterischer
Sicht als nicht
mach
bar eingestuft
,
und
in diesem Sinne ein
betreffende
s
Leistungsbegehren des
Versi
cherten
schliesslich
abgewiesen (mit dem Hinweis auf allfällige
Einarbei
tungstaggelder
im Rahmen von Arbeitsver
mi
ttlung
, Verfügung vom 3. Mai 2006,
Urk
13/25
).
Damit haben sich die erwerblichen
Auswirkungen des Gesundheits
zustandes
des Beschwerdeführers
im Sinne von
Art.
17 ATSG wesentlich geän
dert. Auch der Gesundheitszustand selber ist insofern nicht mehr der gleiche, als
er sich soweit verbesserte, dass es dem Beschwerdeführer jedenfalls spätestens ab
3
1.
März 2006 wieder zumutbar war, einer angepassten Tätigkeit nachzug
e
h
en.
5.4.3
Die für die Invaliditätsbemessung herangezogenen Erwerbseinkommen liess der Beschwerde
führer nie beanstanden.
Die Berechnung der IV-Stelle (
Urk.
13/78
)
er
scheint im Übrigen korrekt:
Gemäss
A
ngaben des Arbeitgebers
hätte der Be
schw
erdeführer 2005
Fr.
6
‘
145
.
--
pro Monat verdient (ein 1
3.
Monatslohn war nicht vorgesehen,
Urk.
13/10/2
), d.h. 73‘740
.
-- jährlich
, womit
sich
unter Be
rück
sichtigung der
Nominallohnentwickl
ung von 1.2
%
beziehungsweise
1.6
%
ein
Valideneinkommen
von
Fr.
75‘818.
90
für
2007 ergab;
gemäss
der Schwei
ze
rischen
Lohnstrukturerhebung
(
LSE
)
2006 (Tabelle
TA1,
Anforderungsniveau 4
)
, einer
betriebsübliche
n
wöchentliche
n
Arbeitszeit von 41.7 Stunden (Die Volks
wirt
schaft 4-2014
Tabelle B.9.2
) und der Nominallohnent
wick
lung von 1.6
%
er
gab sich für 2007
ein Invalideneinkommen
von
Fr.
60‘144.
--
. Unter
dem (ge
recht
fertigten)
Abzug von 15
%
- „da nur körperlich leichte Tätigkeiten, unter Ver
meiden von Heben und Tragen von Lasten über 3 kg mit der rechten sowie 5
kg
mit der linken oberen Extremität“
in Frage kamen
und der „Einsatz des
rech
ten Armes oberhalb des Schulterniveaus“ nicht mehr möglich war
(Ver
fü
gung vom 1
2.
März 2012,
Urk.
2 Verfügungsteil 2 S.
2)
- verringerte sich das
In
valideneinkommen
auf
Fr.
51‘122.
4
0
, sodass
schliesslich eine
Erwerbsein
busse
von
Fr.
2
4
‘
6
9
6
.
--
beziehungsweise
ein
–
nicht rentenbegründender -
In
validi
täts
grad
von 33
%
resultierte.
5.5
Bei dieser Sach- und Rechtslage
(vgl. E.
1.5
)
war die Befristung der mit Verfü
gung
vom
5.
September 2007 rückwirkend ab
1.
August 2005 gewährten gan
zen
Invalidenrente – unter Berücksichtigung von
Art.
88a
Abs.
1 Satz 1
I
VV
- auf 3
1.
März 2006 durch die
Be
schwerdegegnerin
rechtens.
6.
6.1
Es bleibt
d
ie Zeit ab
1.
April 2006 (siehe dazu E. 2
)
zu beurteilen
. Die für das polydisziplinäre
C.___
-
Gutachten vom 1
3.
Januar 2009 verantwortlichen Ärzte
stellten – wie bereits ausgeführt (E.
3.3) - nur somatische Diagnosen mit Ein
fluss
auf die Arbeitsfähigkeit.
Das Vorliegen einer eigentlichen psychiatrischen Diag
nose wurde
von ihnen
verneint (explizit auch die einer
somatoformen
Schmerz
störung
), eine Beschwerdeausweitung und Sel
bstlimitierung hingegen bejaht; s
ie attestierten eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in
behinderungsangepass
ter
Tätigkeit.
Das
Arbeitsassessment
am
G.___
, Rheumaklinik und Ins
titut
für Physikalische Medizin (Bericht vom 1
0.
September 2009;
E.
3.6)
, ergab eben
falls eine ausgeprägte
beziehungsweise
erhebliche
Selbstlimitierung. I
m ent
sprechenden Bericht
ist weiter
von schlechter Leistungsbereitschaft und Inkon
sistenz die Rede
,
und die Resultate der ergonomischen Test
s
waren des
halb für
die Beurteilung der zumutbaren Belastbarkeit nicht verwertbar.
Infol
ge
dessen er
folgte diese
aus medizinisch-theoretischer Sicht unter Berücksichti
gung der ob
jek
tivie
rbaren
Befunde. Für leichte, wechselbelastende Arbeit (
Ge
wichts
hantie
rung
5 bis maximal 10 kg, vermehrte Pausen von 1½
Std.
üb
er den Tag verteilt) schätzten d
ie
involvierten Fachpersonen
die Arbeitsfähigkeit de
s Be
schwer
deführers auf 60
%
. Ihr
e Einschätzung vermag aber d
iejenige der
C.___
-
Gutachter
nicht zu entk
räften, denn sie erwähnen ausdrücklich
„beitra
gende Faktoren“ wie Langzeitarbeitslosigkeit und mittelgr
adige depressive Epi
sode
und
weisen darauf
hin
, dass die psychische Komponente allenfalls
aus psychia
tri
scher Sicht genau
er festgelegt werden müsste. Somit ist davon auszu
gehen, dass die Einschätzung auch
invaliditätsfremde Aspekte (wie
Langzeitar
beitslosigkeit
) enthält
,
und
sie kann
überdies
nicht als umfassend und ab
sc
hliessend bezei
chnet
werden
.
Zu be
rücksichtigen ist weiter der zeitliche Um
stand, dass für die Zeit,
in der das
Ar
beitsassess
ment
durchgeführt worden ist (August/September 2009) die
IV-Stelle einen Anspruch des Beschwerdeführers
(sogar)
auf eine ganze In
va
li
den
rente bejaht
hat
(
Urk.
2).
6.2
A
m 2
7.
Februar 2009
wurde der Beschwerdeführer
in der Universitätsklinik
D.___
an der rech
ten
Schulter operiert
, was eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
nach sich zog
(E.
3.5)
. D
ie IV-Stelle
nahm deshalb zu Recht
eine
wesentliche
Ver
schlechterung d
er Erwerbsfähigkeit des Beschwerdeführers an und
sprach diese
m
– nach Ablauf von drei Monaten
(
Art.
88a
Abs.
2 IVV)
-
ab
1.
Mai 2009
rück
wirkend (und befristet, siehe nachfolgend E.
6.3)
erneut
eine gan
ze Invali
den
r
ente zu
.
6.3
6.3.1
Gemäss d
e
n
Bericht
en
der Klinik
D.___
(E. 3.5) war
der Beschwerdeführer
bis zur postoperativen Verlaufskontrolle
Mitte April
2009
zu
100% arbeitsunfähig. Weil d
er Endzustand nach der Operation
am
1
4.
September 2009
noch nicht er
reicht
war
, konnte
zu diesem Zeitpunkt
keine abschliessende Be
urteilung abge
geben wer
de
n; der zuständige Arzt fand, es sei
eine EFL in Betracht
zu
ziehen.
Dar
über
, dass gerade ein
Arbeitsassessment
stattgefunden hatte, war er anschei
nend
nicht informiert
.
Nach
der
weiteren
Verlaufskontrolle in der
Schulter
sprech
st
unde
am
3.
Februar 2010
wurde berichtet (E.
3.7), dass die
unaus
halt
ba
ren
subjektiven Schulterbeschwerden beidseits nicht mit der Klinik und der Bild
ge
bung objektiviert werden k
o
nnten
. Zwar wird im Bericht selber eine
Schmer
z
ausweitung
nicht direkt
erwähnt, aber angesichts der erwähnten Beurteilung, des
Um
stands, dass trotz der
glenohumeralen
Infiltration beidseits keine (nach
haltige) Beschwerdebesserung erreicht werden konnte und auch der
Anamnese
schi
lde
rung
(dazu:
Urk.
13/95/1), läs
st sich d
er Schluss
auf das Vorliegen einer
Be
schwerdeausweitung
d
urchaus ziehen, umso mehr als ein solcher
mit
den Fol
gerungen des Gutachters
Dr.
F.___
(E.
3.8) –
dieser führte
seine ambu
lanten Un
ter
suchungen
zur fast gleichen Zeit
,
nämlich
am 2
4.
März 2010 durch -
im Ein
klang
steht.
6
.3.2
So schrieb
Dr.
F.___
in seiner Beurteilung (E. 3.8), die schmerzvermittelnde Mimik und Gestik könne er vordergründig nicht auf ein bekanntes somatisch-patholo
gisches Krankheitsbild abstützen, was er in der Folge ausführlich und detailliert
mit eigenen Feststellungen wie auch mit Angaben des Versicherten untermau
erte.
Gerade der
Umstand, dass die Schmerzen immer, d.h. genese- und
tages
zeit
un
abhängig
etwa gleich und
ungeachtet der bisher eingesetzten (schmerz- und ent
zündungshemmend wirkenden) Medikamente,
der
Physiotherapien und
der
ver
schiedenen Operationen therapierefraktär blieben, bestätigte ihn in seiner Auf
fassung, dass „derzeit Hinweise auf vordergründig nicht-somatisch
abstütz
bare
Besch
w
erden bestehen“.
Damit war recht eigentlich wieder der Gesund
heits
zu
stand wie im Zeitpunkt
der Erstellung
des letzten Gutachtens (
C.___
-
Gut
achten vom
1
3.
Januar 2009, E. 3.
3
) erreicht.
Dr.
F.___
fand jedoch bezüglich der objek
ti
vier
ten Befunde gegenüber dem
C.___
-
Gutachten sogar
einen verbesserten Zu
stand vor (so
u.a.
wieder fr
eie Schulterbeweglichkeit links und
rechts passiv ge
prüft wie
der frei beweglich, Handgelenksbeweglichkeit beidseits wieder sym
metrisch und normal
, Halswirbelsäule wieder allseits frei beweglich,
Hüftbe
we
gungen
beid
seits ebenfalls wieder frei und altersentsprechend symmetrisch
) und
er
bestätigte die Einschätzung der
C.___
-
Gutachter bezüglich der angepassten Ver
weist
ätigkeit
(keine Einschränk
ung der Arbeitsfähigkeit
). Mit Bezug auf die
Schul
teroperation
rechts vom 2
7.
Februar 2009 attestierte er eine zeitlich limitierte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bis zum Abschluss der höchstens –
„
grosszügig ausgelegt
“
- viermonatigen postoperativen Rehabilitationsphase.
Die IV-Stelle übernahm in der Folge die Einschätzung von
Dr.
F.___
, was zur Be
fristung der mit Verfügung vom
2
2.
März
2012
rückwirkend
gewährten
ganzen
Rente
auf Ende September 2009 (Operationsdatum plus 4 Monate Rehabilitation = 2
7.
Juni 2009, plus 3 Monate
nach Verbesserung
,
Art.
88a
Abs.
1 Satz
2
IVV
)
führte. Nach dem Ge
sagten ist diese Befristung nicht zu beanstanden.
6.3.3
Die Einschätzungen der
Dres
.
I.___
und
Z.___
vom
A.___
vom
3.
Januar 2011 (E.
3.10), die den Beschwerdeführer für 100
%
arbeitsunfähig –
seit dem Unfall 2004 und
auch auf längere Sicht – halten,
überzeugen
demge
genüber
nicht. Denn i
hre Einschätzung
ein
er 100%igen Arbeitsunfä
higkeit be
ruht letztlich
darauf,
dass sämtliche medizinischen Massnahmen keine
n
nach
hal
tigen Erfolg
gebracht haben
. Dies, wie sie ausführen, „trotz hoher Motivation und viel Engagement des Patienten“, womit sie sich jedoch in klarem Wider
spruch zu
r übrigen medizinischen Aktenlage befinden. Definitionsgemäss liegt ein
e Erwerbsunfähigkeit
beziehungsweise
Invalidität
nur vor, wenn sie aus ob
jektiver Sich
t
nicht überwindbar ist (
Art.
7 ATSG).
Diese objektive Sicht lässt ihr Bericht jedoch vermissen. Dasselbe trifft auf den weiteren Bericht des
A.___
vom
1
4.
Juni 2011 über die interdisziplinäre Schmerzbehandlung zu (E.
3.12),
ge
mäss
welchem der Beschwerdeführer sogar den Alltag nicht mehr alleine bewältigen können soll. Deshalb soll eine Arbeitsleistung nur noch unter 2 Std. pro Tag in angepasster Tätigkeit möglich sein. Später wird jede Arbeitstätigkeit, auch die von der IV vorgeschla
genen Verweistätigkeiten,
als dem Versicherten nicht zu
mutbar bezeichnet
, was zumindest als
inkohärent
bezeichnet werden muss und überdies noch mit den Angaben von
Dr.
J.___
, welcher die
Kniearthros
kopie
im Januar 2011 durchführte, im Wide
rspruch steht. Dieser konnte dem
Be
schwerdeführer in seinem Bericht vom
4.
Juli 2011 (E.
3.13)
jedenfalls
für vor
wiegend sitzend zu verrichtende Arbeit keine anhaltende Arbeitsunfähigkeit attestieren. Im Übri
gen hat das Gericht
, wie bereits
erwähnt (
E. 5.2.1), der Erfah
rungstatsache Rechnung zu tragen,
dass behandelnde Ärzte
mitunter im Hin
blick
auf ihr
e a
uftrag
srechtliche Vertrauensstellung im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen
(BG
E 135 V 465 E. 4.5)
.
6.3.4
Dasselbe
ist auch bezüglich all
er in E.
4 aufgelisteten
– zeitlich ganz knapp
nach
Erlass der angefochtenen Verfügung
verfassten und
deshalb hier ebenfalls
be
rücksichtigten
– ärztlichen
Berichte a
nzumerken.
Dr.
Y.___
(E. 4.1)
und die Ärzte
des
A.___
(E.
4.2)
wiederholen überdies
lediglich ihre früheren Einschätzungen, ohne neue Erkenntnisse anzubringen. Dass auf diese nicht
abzustellen ist, wurde in den obigen Erwägungen bere
its
ausgeführt.
Dr.
B.___
geht
bei
seiner Beur
t
eilung
(E.
4.3)
von einem
komplexe
n
Schmerzsyndro
m
an beiden Händen
aus
und
kommt -
in Ver
wechslung des Begriffs erwerbsfähig mit arbeitsfähig
–
zum Schluss
, der Be
schwerdeführer
sei für keine manuelle Arbeit mehr erwerbsfähig
be
ziehungs
weise
er
könne
Arbeiten d
urchführen, bei welchen er die
Hände nicht
einsetzen müsse
. Seine Ausführungen überzeugen
mangels differenzierter Be
gründung in ihrer Absolutheit nicht, vor allem
auch
angesichts der übrigen me
dizinischen Aktenlage. Was
schliesslich die Meinung
von
Dr.
V.___
(E. 4.4) betrifft
, der
betreffend
der prozentualen Leistungsfähigkeit des Beschwerde
füh
rers für die ihm aus „WS-medizinischer Sicht“ noch zumutbaren Tätigkeiten die Durchfüh
rung eines funktionellen Leistungstests für nötig hält, ist
entgegenzu
halten, dass
ein solcher beziehungsweise ein Assessment
bereits
(siehe E.
3.6
) stattge
funden hat. Was eine neuerliche Durchführung nach weiterer
Chronifizie
rung
der
– gerade auch durch das Assessment
- dok
umentierten
Schmerzaus
weitung
und Selbstlimitierung des Versicherten bringen soll, ist nicht ersichtlich
(ant
izi
pi
erte Beweiswürdigung, BGE 134 I 140 E.
5.3
)
. Ausserdem ist zu berück
sichti
gen, dass das Gerichtsverfahren nach
Art.
61
lit
. a ATSG einfach und rasch zu sein hat, weshalb eine
neuerliche Abklärung der Wirbelsäulenproblematik
–
Dr.
V.___
erwähnt
einen Status nach Rückentrauma 1996
, der Beschwerde
führer war aber bis April 2004 immer voll Erwerbstätig
– zu einer klaren Ver
letzung dieser Verfahrensregeln führen würde, umso mehr als die gesamte me
dizinische Aktenlage
rechtsgenügend
für einen (abschliessenden) Entscheid
ist
.
Insofern ist auch dem Beschwerdeantrag Ziff. 1 (Sachverhalt 3.1) nicht stattzu
geben.
7
.
Zusammengefasst war die Befristung
/Aufhebung
der ab August 2005 zuge
sprochenen
ganzen Invalidenrente auf den 3
1.
März 2006 rechtens, und auch die erneut
e
Zusprache
einer befristeten ganzen Rente
für die Zeit
1.
Mai bis 3
0.
September 2009
erweist sich als korrekt. Demensprechend ist die Verfügung der IV-Stelle vom
2
2.
März 2012 zu bestätigen und die dagegen erhobene Be
schwerde abzuweisen.
8.
Die Kosten des Verfahrens sind auf
Fr.
1
‘
000
.--
festzulegen und
ausgangsge
mäss
vo
m
Beschwer
deführer zu tragen (
Art.
69
Abs. 1
bis
IVG).
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
1‘000
.-- werden
dem Beschwerdeführer
auferlegt.
Rech
nung
und Einzahlungsschein werden dem Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechts
kraft zu
g
estellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
TCL Treuhand Consulting Liegenschaften AG
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthal
ten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
GräubSonderegger