# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0ebfee9f-f5c3-5abe-986e-76b439768913
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-04-02
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 02.04.2015 200 2013 517
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2013-517_2015-04-02.pdf

## Full Text

200 13 517 IV
KNB/ABE/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 2. April 2015

Verwaltungsrichter Knapp, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Ackermann, Verwaltungsrichter Schütz
Gerichtsschreiberin Abenhaim

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 13. Mai 2013

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. April 2015, IV/13/517, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Mit Verfügung vom 4. August 2004 sprach die IV-Stelle des Kantons 
L.________ dem 1956 geborenen A.________ (Versicherter bzw. Be-
schwerdeführer) mit Wirkung ab dem 1. September 2003 eine ganze Inva-
lidenrente (Invaliditätsgrad: 80%) zu (Antwortbeilage [AB] 5.2/282). Nach 
Durchführung einer im April 2005 angehobenen Rentenrevision (AB 
5.2/316) verfügte die IV-Stelle des Kantons L.________ am 25. August 
2008 die Aufhebung der Invalidenrente aufgrund einer Verbesserung des 
Gesundheitszustands (AB 5.2/782). Die dagegen erhobene Beschwerde 
(AB 5.2/807) wies das Kantonsgericht L.________ am 22. Juli 2010 mit der 
substituierten Begründung einer ursprünglich zweifellos zu Unrecht zuge-
sprochenen Invalidenrente ab (AB 5.2/1174). Mit Urteil vom 10. November 
2010 (…) wurde dieser Entscheid vom Bundesgericht geschützt (AB 
5.2/1214).

B.

Bereits am 29. September 2009 bzw. am 30. November 2010 (AB 
5.2/1093, 1220) beantragte der Versicherte eine „Rentenrevision“. Die neu 
zuständige (AB 19, 22) IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) 
nahm das Gesuch als Neuanmeldung entgegen und tätigte diverse Ab-
klärungen (AB 23 ff.). Insbesondere ordnete sie eine psychiatrische Begut-
achtung an (AB 47 [Expertise vom 13. Februar 2012, AB 50.1]). Nachdem 
die IVB mit Vorbescheid vom 6. März 2012 (AB 53) die Abweisung des 
Leistungsgesuchs in Aussicht gestellt hatte, beantragte der Versicherte die 
unentgeltliche Verbeiständung durch Rechtsanwalt B.________ im Verwal-
tungsverfahren (AB 54, 59). Mit Verfügung vom 27. Juni 2012 (AB 68) ent-
schied die IVB über das entsprechende Gesuch mangels Erforderlichkeit 
abschlägig. Die dagegen erhobene Beschwerde (AB 71/2) wies das Ver-
waltungsgericht des Kantons Bern mit unangefochten gebliebenem Urteil 
vom 19. Dezember 2012 (VGE IV/2012/685 [AB 79]) ab.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. April 2015, IV/13/517, Seite 3

Auf die materiellen Einwände hin (AB 59) holte die IVB beim Gutachter eine 
zusätzliche Stellungnahme zu einem Arztbericht ein (AB 64, 66). Nach wei-
teren Abklärungen (AB 80 ff.) erliess die IVB am 18. März 2013 einen neu-
en Vorbescheid, mit welchem wiederum eine Abweisung des Leistungsge-
suchs angekündigt wurde (AB 83). Der Versicherte erklärte sich damit nicht 
einverstanden (AB 84). Mit Verfügung vom 13. Mai 2013 (AB 86) verneinte 
die IVB sowohl einen Rentenanspruch als auch einen Anspruch auf berufli-
che Eingliederungsmassnahmen, da kein Gesundheitsschaden mit Einfluss 
auf die Arbeitsfähigkeit vorliege.

C.

Hiergegen erhob der Versicherte, weiterhin vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________, am 13. Juni 2013 Beschwerde. Er beantragt, es sei ihm unter 
Aufhebung der angefochtenen Verfügung eine ganze Invalidenrente ab 
dem 29. September 2009, eventuell eine solche geringeren Grades, zuzu-
sprechen. Subeventualiter sei ein neutrales interdisziplinäres Obergutach-
ten einzuholen. Sodann wird um Gewährung der unentgeltlichen Rechts-
pflege und Beiordnung von Rechtsanwalt B.________ als amtlicher Anwalt 
ersucht.

Mit Beschwerdeantwort vom 19. September 2013 beantragt die Beschwer-
degegnerin die Abweisung der Beschwerde.

Am 17. Juli bzw. 14. Oktober 2013 verbesserte der Beschwerdeführer sein 
Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege. Am 26. Januar 2015 gingen die 
vom Gericht beim Beschwerdeführer einverlangten Arztberichte ein.

Erwägungen:

1.

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1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 13. Mai 2013 (AB 86). 
Streitig und zu prüfen ist (einzig) der Rentenanspruch. Hinsichtlich der Ver-
neinung eines Anspruchs auf Eingliederungsmassnahmen wurde die Ver-
fügung nicht angefochten, womit diese insoweit in Teilrechtskraft erwach-
sen ist. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

In formeller Hinsicht macht der Beschwerdeführer vorab eine Verletzung 
des Anspruchs auf rechtliches Gehör geltend. Die Beschwerdegegnerin 
habe beim Gutachter, Dr. med. C.________, Facharzt für Psychiatrie und 

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Psychotherapie FMH, eine zusätzliche Stellungnahme eingeholt, ohne dass 
er (vorgängig) davon Kenntnis gehabt habe oder ihm (nachträglich) Gele-
genheit gegeben worden sei, sich dazu zu äussern; er hätte dem Gutachter 
gerne Ergänzungsfragen gestellt (Beschwerde, S. 5).

2.1 Im Verwaltungsverfahren gilt das Mitwirkungs- und Äusserungsrecht 
der betroffenen Person namentlich im Zusammenhang mit der Durch-
führung eines Augenscheins, der Befragung von Zeugen sowie bezüglich 
eines Expertengutachtens. Auf diese Beweismittel darf im Verwaltungsver-
fahren nicht abgestellt werden, ohne den Betroffenen Gelegenheit zu ge-
ben, an der Beweisabnahme teilzunehmen oder wenigstens nachträglich 
zum Beweisergebnis Stellung zu nehmen (BGE 125 V 332 E. 3a S. 335). 
Insbesondere hat der Versicherungsträger, der einem Gutachter Erläute-
rungs- oder Ergänzungsfragen zu stellen gedenkt, die versicherte Person 
vorgängig darüber zu informieren und ihr Gelegenheit zu geben, auch ih-
rerseits solche Fragen zu stellen (BGE 136 V 113 E. 5.4 S. 116). Das 
Recht, angehört zu werden, ist formeller Natur. Die Verletzung des An-
spruchs auf rechtliches Gehör führt ungeachtet der Erfolgsaussichten der 
Beschwerde in der Sache selbst zur Aufhebung des angefochtenen Ent-
scheids (BGE 127 V 431 E. 3d aa S. 437). Nach der Rechtsprechung kann 
eine nicht besonders schwerwiegende Verletzung des rechtlichen Gehörs 
ausnahmsweise als geheilt gelten, wenn die betroffene Person die Mög-
lichkeit erhält, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu äussern, die sowohl 
den Sachverhalt wie die Rechtslage frei überprüfen kann (BGE 137 I 195 
E. 2.3.2 S. 197).

2.2 Der Einwand des Beschwerdeführers, er hätte dem Gutachter gerne 
Ergänzungsfragen gestellt, erweist sich als nicht stichhaltig. Denn der Be-
schwerdeführer hätte allfällige Fragen nach Zustellung der Expertise 
(AB 51 f.) einreichen können und müssen, was jedoch unterblieb. Abgese-
hen davon erscheinen die erwähnten Fragen (Beschwerde, S. 5) konstru-
iert: Da es bei im Gesundheitsfall voll Erwerbstätigen um die Arbeits- und 
Leistungsfähigkeit im erwerblichen Bereich geht, d.h. die „Leistungsfähig-
keit im Rahmen des gewöhnlichen Lebens“ nicht massgebend ist, und all-
fällige fachfremden Aussagen des Gutachters nicht entscheidwesentlich 

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sind, hätten die genannten Fragen dem Experten gar nicht unterbreitet 
werden müssen (vgl. BGE 122 V 157 E. 1d S. 162). 

Hinzu kommt, dass es dem Beschwerdeführer nach Erhalt des Vorbe-
scheids vom 18. März 2013 (AB 83) ohne weiteres offen gestanden wäre, 
die Zustellung der Verwaltungsakten zu verlangen. Dies hat er trotz Kennt-
nis von weiteren Abklärungen (vgl. AB 67) unbestrittenermassen nicht ge-
tan, wobei weder die Gründe hierfür dargelegt werden noch Umstände er-
sichtlich sind, welche ein entsprechendes Gesuch verunmöglicht hätten. 
Ebenso wenig hat sein Rechtsvertreter gegen den neuen Vorbescheid 
Einwand erhoben; vielmehr hat der Beschwerdeführer selber – trotz Vertre-
tungsmandat – mit pauschalem Hinweis auf die Einschätzung seiner be-
handelnden Ärzte dagegen opponiert („mehr zu schreiben bringt eh nichts“ 
[AB 84]). Im neuen Vorbescheid wurde die zusätzliche Stellungnahme des 
Gutachters zwar nicht explizit erwähnt; immerhin wurde aber auf die Beur-
teilung von Dr. med. C.________ hingewiesen (vgl. demgegenüber noch 
AB 53/2). Ob die angefochtene Verfügung (auch) gestützt auf die zusätzli-
che Stellungnahme von Dr. med. C.________ erging, das Beweisergebnis 
mithin geeignet war, den Entscheid zu beeinflussen (BGE 117 V 282 E. 4a 
S. 283), braucht nicht abschliessend geklärt zu werden. Da das angerufene 
Gericht über volle Kognition verfügt (vgl. auch E. 1.4 hiervor) und dem 
rechtskundig vertretenen Beschwerdeführer die vollständigen Verwaltungs-
akten – inklusive die zur Diskussion stehende Stellungnahme des Gutach-
ters – vor der Einreichung der Beschwerde zur Verfügung standen (Be-
schwerde, S. 3; AB 87), ihm es damit ohne weiteres möglich war, den ab-
schlägigen Entscheid sachgerecht anzufechten, hätte eine allfällige Verlet-
zung des Anspruchs auf rechtliches Gehör, die jedenfalls als nicht beson-
ders schwerwiegend einzustufen wäre, als geheilt zu gelten (E. 2.1 hier-
vor). 

3.

3.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 

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oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

3.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und 
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Vier-
telsrente.

3.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

3.4 Wurde eine Rente wegen eines fehlenden oder zu geringen Invali-
ditätsgrades bereits einmal verweigert, so wird eine neue Anmeldung nur 
geprüft, wenn die versicherte Person glaubhaft macht, dass sich der Grad 
der Invalidität in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat 
(Art. 87 Abs. 2 und 3 der Verordnung über die Invalidenversicherung vom 
17. Januar 1961 [IVV; SR 831.201]; bis 31. Dezember 2011 Art. 87 Abs. 3 
und 4 IVV). Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die 
Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versi-
cherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades 
auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei 
einem Revisionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (SVR 2011 IV 
Nr. 2 S. 8 E. 3.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der 
früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so 
weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zusätzlich noch zu prü-
fen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine rentenbe-

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gründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Be-
schwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Ge-
richt (BGE 117 V 198 E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1). Ob 
eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invaliditätsgrad er-
heblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuanmeldungsver-
fahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG – durch Ver-
gleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten materiellen Beur-
teilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit demjenigen zur 
Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 S. 112; 130 V 
71 E. 3.2.3 S. 77).

4.

Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung (AB 5.2/1093, 1220) 
eingetreten, womit diese Frage nicht zu beurteilen ist (BGE 109 V 108 
E. 2b S. 114). Zu prüfen ist, ob im Vergleichszeitraum zwischen der Ren-
tenaufhebung vom 25. August 2008 (AB 5.2/782 bzw. 1174) und der vorlie-
gend angefochtenen Verfügung (AB 86) eine wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen eingetreten ist (vgl. E. 3.4 hiervor).

4.1 Der Rentenaufhebung (AB 5.2/782 bzw. 1174) lagen im Wesentli-
chen folgende medizinischen Beurteilungen zugrunde:

4.1.1 Dr. med. D.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie 
FMH, nannte im Gutachten vom 7. August 2003 (AB 5.2/184) als Diagnose 
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein Remissionsstadium einer An-
passungsstörung (ICD-10 F43.23; aktuell fassbar als leichte Angst und 
leichte depressive Störung gemischt [ICD-10 F41.2]). Ohne Auswirkung auf 
die Arbeitsfähigkeit beständen akzentuierte Persönlichkeitszüge narzissti-
scher, expansiv-sensitiver und histrionischer Art, ein Status nach Entlas-
tungs-Aethylismus (ICD-10 F10.1) sowie eine Symptom-Aggravation. 
Wahrscheinlich sei der Explorand durch die Kündigung in eine ängstlich-
depressiv-dysphorische Krisensituation geraten, die degressiv verlaufen sei 
resp. bei der es sich keineswegs um eine schwere chronifizierende De-
pression handle. Die Restsymptomatik beeinträchtige die Arbeitsfähigkeit 
höchstens noch zu 20% in der bisherigen oder einer anderen Tätigkeit. Es 

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gebe klare Anzeichen für eine erhebliche Aggravation und es bestehe ein 
dringender Verdacht auf ein bewusstes Rentenbegehren.

4.1.2 Dr. med. E.________, Facharzt für Neurologie und für Psychiatrie 
und Psychotherapie, hielt im Gutachten vom 27. April 2007 (AB 5.2/496) 
als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit Angst und depressive 
Störung gemischt (ICD-10 F41.2) fest (S. 14), da das Zeitkriterium für eine 
Anpassungsstörung mittlerweile überschritten sei (S. 17). Keine Auswir-
kung auf die Arbeitsfähigkeit hätten insbesondere ein Alkoholabusus (ICD-
10 F10.1) und akzentuierte Persönlichkeitszüge (S. 15). Das Zustandsbild 
sei darüber hinaus geprägt von multiplen Symptomen des gesamten Spek-
trums der psychoneurotischen Störungen, insbesondere einer Stimmungs-
labilität mit verminderter Impulskontrolle, innerer Anspannung, Suizid-
drohungen, gestörtem Essverhalten, Alkohol- und massivem Nikotinabusus 
(S. 17). Die geklagte psychiatrische Symptomatik, die teilweise bewusst 
aggraviert und demonstrativ vorgetragen werde, sei bei Aufbringen von 
gutem Willen und ehrlicher Kooperationsbereitschaft zu einem Grossteil 
überwindbar (S. 19). Die bisherige Tätigkeit sei vollzeitlich mit einer maxi-
mal um 20% verminderten Leistungsfähigkeit zumutbar; eine angepasste 
Tätigkeit sei ohne Minderung der Leistungsfähigkeit möglich (S. 20 ff.).

4.1.3 Im Gutachten der Abklärungsstelle M.________ vom 21. Mai 2008 
(AB 5.2/666) wurde nach internistischen, psychiatrischen und neuro-
psychologischen Untersuchungen das Vorliegen von Diagnosen mit Aus-
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit verneint. Keine entsprechenden Auswir-
kungen hätten ein Status nach abgelaufener Anpassungsstörung, ein ob-
struktives Schlafapnoesyndrom (kompensiert unter c-PAP-Therapie), eine 
mittelschwere Adipositas (BMI 38 kg/m2), ein langjähriger chronischer Al-
koholabusus (aktuell eingestellt; beginnende periphere Neuropathie), leich-
te altersentsprechende degenerative Veränderungen an der Lendenwir-
belsäule sowie ein Verdacht auf kompensierte Herzinsuffizienz (S. 14). 
Aufgrund der anamnestischen Angaben könne eine eingeschränkte Ar-
beitsfähigkeit von 2002 bis ungefähr anfangs 2006 angenommen werden. 
Aktuell fänden sich keine psychischen oder somatischen Erkrankungen, die 
zu einer relevanten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit führten; sowohl für 

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die bisherige wie auch für andere Tätigkeiten bestehe eine volle Arbeits-
fähigkeit ohne Leistungseinbusse (S. 16 ff.). 

4.2 Im weiteren Verlauf ergingen im Wesentlichen folgende medizini-
sche Beurteilungen:

4.2.1 Der behandelnde Psychiater, Dr. med. F.________, Facharzt für 
Psychiatrie und Psychotherapie, nannte im Bericht vom 10. Mai 2011 
(AB 24/3) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: Er-
schöpfungsdepression, mittelgradige bis schwere depressive Episode 
(ICD-10 F32.1-2), ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung 
[ICD-10 F90.0]) und Schlafapnoe. Der Zustand habe sich verschlechtert. 
Seit August 2010 bestehe eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit. 

4.2.2 Im Gutachten vom 13. Februar 2012 (AB 50.1) verneinte Dr. med. 
C.________ das Vorliegen psychiatrischer Diagnosen mit Einfluss auf die 
Arbeitsfähigkeit. Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 
nannte er einen Status nach Anpassungsstörung bei längerer depressiver 
Reaktion (ICD-10 F43.21), einen Status nach vorübergehender Alkoholab-
hängigkeit (ICD-10 F10.2) sowie narzisstische und histrionische Persön-
lichkeitszüge (ICD-10 Z73.1). Der Explorand sei nach der Kündigung in 
eine Krise gestürzt; er sei depressiv geworden und habe einen mässigen, 
vorbestehenden Alkoholkonsum vorübergehend gesteigert. Von 2002 bis 
2009 sei er keiner beruflichen Tätigkeit nachgegangen (S. 17). Er leide 
unter dem „massiven sozialen Abstieg“. Es sei verständlich, dass er nach 
der Kündigung verunsichert sei und sich aufgrund der jahrelangen Absti-
nenz von der Arbeitswelt nicht mehr viel zutraue. Die fortlaufenden Enttäu-
schungen bei der Arbeitssuche belasteten ihn ebenfalls. Diese Reaktionen 
seien nachvollziehbar, begründeten jedoch keine psychiatrische Diagnose. 
Der Explorand leide weder unter Schlaf-, Antriebs- oder Konzentrations-
störungen noch unter ausgeprägten depressiven Verstimmungen (S. 18). 
Die in den Akten erwähnte Anpassungs- resp. die depressive Störung sei 
nicht mehr vorhanden; ebenso wenig fänden sich Zeichen für eine Auf-
merksamkeitsstörung. Aus psychiatrischer Sicht bestehe in den bisher 
ausgeübten Tätigkeiten keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Auch in 
jeder anderen Tätigkeit bestehe aus psychiatrischer Sicht eine volle Ar-
beits- und Leistungsfähigkeit (S. 19). Im Rahmen einer Stellungnahme zu 

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früheren ärztlichen Einschätzungen (S. 20) führte Dr. med. C.________ 
aus, die Diagnose eines die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigenden ADHS 
könne nicht nachvollzogen werden: Der Explorand mache einen etwas hy-
perthymen, redseligen, kumpelhaften Eindruck, habe aber erfolgreich eine 
berufliche Ausbildung abschliessen können, sei während Jahren in leiten-
den Positionen tätig gewesen und habe auch eine eigene Unternehmung 
geführt. Daraus könne geschlossen werden, dass er nicht an einem die 
Arbeitsfähigkeit beeinträchtigenden Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom leide. 
Denn ein ADHS sei angeboren und würde die Arbeitsfähigkeit ab Eintritt in 
das Erwerbsleben beeinträchtigen, nicht erst nach 20 Jahren. Auch eine 
posttraumatische Belastungsstörung oder eine andauernde Persönlich-
keitsänderung könne in keiner Weise diagnostiziert werden; weder die 
Symptome noch die (weiteren) Voraussetzungen seien gegeben. Es könne 
höchstens während einigen Monaten nach der Entlassung (April 2002) eine 
vorübergehende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit attestiert werden. Der 
Explorand sei einem potentiellen Arbeitsumfeld zumutbar. Die narzissti-
schen und histrionischen Persönlichkeitsanteile schränkten die Arbeits-
fähigkeit nicht ein. Eine eigentliche Persönlichkeitsänderung liege nicht vor 
(S. 21). Die ambulante psychiatrische Behandlung und die medikamentöse 
Therapie seien adäquat; weitere medizinische Massnahmen seien nicht 
notwendig. Spätestens seit Anfang 2003 sei die Arbeitsfähigkeit aus psych-
iatrischer Sicht nicht mehr eingeschränkt (S. 22).

In der Stellungnahme vom 14. Juni 2012 (AB 66) führte Dr. med. 
C.________ aus, es hätten sich – wie schon im Gutachten erwähnt – an-
lässlich der psychiatrischen Exploration keine Hinweise für eine manifeste 
depressive Störung gefunden. Er halte daran fest, dass sich keinerlei Hin-
weise für eine Verschlechterung des Gesundheitszustands seit August 
2010 gefunden hätten. Aus psychiatrischer Sicht könne keine Einschrän-
kung in der Arbeitsfähigkeit attestiert werden.

4.2.3 Dr. med. G.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, nannte im Bericht vom 25. 
März 2013 (AB 84/2) folgende sein Fachgebiet betreffende Diagnosen: 

• Persistierende Instabilität und Schmerzen linkes Knie
- Status nach Kniedistorsion links (9. Mai 2012)

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- Ruptur des medialen Kollateralbandes am proximalen Ansatz, Ausriss-
Fraktur am medialen Epikondylus

- Zerrung des lateralen Kollateralbandes, Sub-Totalruptur des hinteren 
Kreuzbandes

- Bone bruise am medialen Femurkondylus und am medialen Tibiaplateau, 
kleine subchondrale Osteonekrose am medialen Femurkondylus mit 1cm 
grossem lokoregionären Knorpeldefekt. Knorpelfissur im lateralen Tibiapla-
teau. Partialruptur des medialen Retinakulums, kleiner Einriss im medialen 
Hinterhorn des Aussenmeniskus, Lateralkippung der Patella mit kleiner 
Knorpeldefektbildung in der medialen Facette

• Moderate OSG-Arthrose mit anteriorem tibiotalaren Impingement, Osteophyten
• Status nach mehreren OSG-Distorsionen
• Status nach OSG-Operation vor 40 Jahren

Der Patient klage über starke Schmerzen und Instabilität am linken Knie bei 
Belastung. Ruheschmerz bestehe nicht. Die Indikation zur operativen Ver-
sorgung sei gegeben.

4.2.4 Im Bericht des Spitals N.________, vom 3. Juli 2013 (AB 95/3) wur-
den ein schweres obstruktives Schlafapnoe-Syndrom und eine chronisch 
obstruktive Pneumopathie diagnostiziert. Mit dem CPAP-Gerät habe der 
Patient eine gute Schlafqualität; am Morgen fühle er sich ausgeruht, habe 
ein gutes Tagesbefinden und keine Tagesschläfrigkeit. In der Blutgasana-
lyse zeigten sich keine Hinweise auf eine respiratorische Insuffizienz, somit 
bestehe aus pneumologischer Sicht kein erhöhtes Operationsrisiko. Ein 
Rauchstopp wäre idealerweise innert 8 Wochen oder mindestens 48 Stun-
den vor der Operation umzusetzen; auch die bronchodilatatorische Thera-
pie sollte regelmässig angewandt werden.

4.2.5 Am 6. November 2014 berichtete Dr. med. G.________, der Patient 
klage nun schon über Knieschmerzen in Ruhe, stark verstärkt durch Belas-
tung. Beklagt würden zudem ein rezidivierendes „giving way“ und verstärk-
te Schmerzen am linken OSG. Die einzige sinnvolle operative Therapie 
wäre die Implantation einer Knie-Totalprothese. Es bestehe aber nach wie 
vor ein deutlich erhöhtes Operationsrisiko aufgrund der Komorbiditäten und 
insbesondere des Alkoholkonsums (Beschwerdebeilage [BB] 8).

4.3 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 

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medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 125 V 351 E. 3a S. 352). 
Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass das 
Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, unab-
hängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

4.4 Gegenüber dem Vergleichszeitpunkt im August 2008 ist in diagnos-
tischer Hinsicht (mindestens) insofern eine Änderung erstellt, als sich der 
Beschwerdeführer am 9. Mai 2012 eine Kniedistorsion mit mehreren Band-
läsionen zugezogen hat (AB 72/3 ff.). Damit liegt eine anspruchsrelevante 
Veränderung des Sachverhalts im Sinne ihrer Eignung, zu einer abwei-
chenden Beurteilung des Rentenanspruchs zu führen, vor. Folglich ist eine 
freie Anspruchsprüfung vorzunehmen (zur Publikation vorgesehener Ent-
scheid des Bundesgerichts [BGer] vom 21. Januar 2015, 8C_237/2014, 
E. 5.2 ff.).

4.5

4.5.1 In psychiatrischer Hinsicht stützte sich die Beschwerdegegnerin 
beim Erlass der angefochtenen Verfügung (AB 86) im Wesentlichen auf 
das psychiatrische Gutachten von Dr. med. C.________ vom 13. Februar 
2012 (AB 50.1). Dieses erfüllt die von der höchstrichterlichen Rechtspre-
chung an den Beweiswert medizinischer Gutachten gestellten Anforderun-
gen (E. 4.3 hiervor) und überzeugt. Es beruht auf einer persönlichen Unter-
suchung, wurde unter Berücksichtigung der geklagten Beschwerden, in 
Kenntnis der Vorakten (S. 2-12) und nach einlässlicher Auseinanderset-
zung mit diesen („Stellungnahme zu früheren ärztlichen Einschätzungen“ 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. April 2015, IV/13/517, Seite 14

[S. 20 ff.]) erstattet. Ferner ist es in der Darlegung der medizinischen Situa-
tion widerspruchsfrei und die Schlussfolgerungen sind nachvollziehbar be-
gründet (vgl. Stellungnahme vom 30. Juli 2013 von Dr. med. H.________, 
Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, Regionaler Ärztlicher Dienst 
[RAD] der IV-Stellen Bern/Freiburg/Solothurn [in den Gerichtsakten]). Damit 
kommt der Expertise von Dr. med. C.________ voller Beweiswert zu (vgl. 
BGE 125 V 351 E. 3b/bb S. 253). 

Was der Beschwerdeführer dagegen vorbringt, verfängt nicht. Entgegen 
den Ausführungen in der Beschwerde (S. 3) sind die im Vorfeld der Unter-
suchung geäusserten Bedenken gegenüber dem Gutachter (AB 40) nicht 
„ungehört verhallt“. Vielmehr hat die Beschwerdegegnerin das für solche 
Konstellationen vorgesehene Prozedere (BGE 139 V 349 E. 5.2.2.3 S. 356) 
eingehalten resp. eine anfechtbare Verfügung erlassen (AB 47). Diese 
blieb unangefochten (vgl. AB 48). Weiter schlägt der Einwand fehl, bei der 
Expertise von Dr. med. C.________ müsse es sich um ein „Kurzgutachten“ 
handeln (Beschwerde, S. 4). Die Beurteilung vom 13. Februar 2012 um-
fasst 24 Seiten und wurde in Kenntnis und nach Würdigung der medizini-
schen Vorakten sowie gestützt auf eine eingehende persönliche Explorati-
on erstattet. Was sodann die Rüge anbelangt, der Gutachter habe sich 
nicht im Einzelnen mit den Ausführungen des behandelnden Psychiaters 
Dr. med. F.________ detailliert auseinandergesetzt (Beschwerde, S. 4), ist 
Folgendes festzuhalten: Es gehört durchaus zur Pflicht eines Gutachters, 
sich kritisch mit dem Aktenmaterial auseinanderzusetzen (BGE 132 V 93 E. 
7.2.2 S. 110). Dabei ist indessen nicht erforderlich, dass sich der Gutachter 
mit jedem einzelnen in den Akten liegenden medizinischen Bericht glei-
chermassen detailliert auseinandersetzt; dies wäre schon aus Praktikabi-
litätsgründen nicht zu bewerkstelligen. Vielmehr liegt es im Ermessen des 
beigezogenen Experten, anlässlich der Würdigung der medizinischen Un-
terlagen einer ärztlichen Beurteilung mehr Gewicht beizumessen als einer 
anderen. Abgesehen davon fand – entgegen anderslautenden Ausführun-
gen (AB 59/8) – eine Auseinandersetzung mit dem Bericht des behandeln-
den Psychiaters Dr. med. F.________ vom 10. Mai 2011 (AB 24) explizit 
statt (AB 50.1/2, 50.1/21 oben); insofern hätte gar keine weitere Stellung-
nahme des Gutachters eingeholt werden müssen. Dr. med. C.________ 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. April 2015, IV/13/517, Seite 15

konnte seiner Beurteilung denn auch nach erneuter Vorlage des entspre-
chenden Berichts nichts Neues hinzufügen (AB 66). 

Der Gutachter gelangte nach ausführlicher Diskussion der Vorakten und in 
sorgfältiger Würdigung der anlässlich der Exploration erhobenen psychopa-
thologischen Befundlage (keine Konzentrationsschwäche, guter Bezug zur 
Realität, keine Zwangsgedanken, kein Bericht über Angst oder Phobien, 
keine Hinweise auf Stimmungs- oder Antriebsveränderungen im Laufe des 
Tages, Distanzierung von Suizidgedanken u.a. [S. 16]) zum Schluss, dass 
keine psychische Störung vorliege, die sich auf die Arbeitsfähigkeit auswir-
ke. Ausserdem legte er nachvollziehbar und überzeugend dar, aus welchen 
Gründen die von Dr. med. F.________ genannten psychiatrischen Diagno-
sen nicht (mehr) vorhanden sind: Die für eine Anpassungsstörung resp. 
depressive Episoden typischen Symptome lägen nicht vor (S. 18 f.) und ein 
ADHS hätte sich schon früher auf die Erwerbstätigkeit auswirken müssen 
(S. 21). Ferner zeigte er einleuchtend auf, dass die im Privatgutachten von 
Dr. med. I.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, 
erwähnte posttraumatische Dynamik mit andauernder Persönlichkeitsände-
rung (AB 5.2/932) „in keiner Weise“ diagnostiziert werden könne. Ein dafür 
vorausgesetztes belastendes Ereignis katastrophenartigen Ausmasses 
(DILLING/MOMBOUR/SCHMIDT [Hrsg.], Internationale Klassifikation psychi-
scher Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnostische Leitlinien, 
8. Aufl. 2011, S. 207, 286) sei hier nicht auszumachen (S. 21).

Da es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeu-
tisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und Begutachtungsauftrag des amt-
lich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits nicht zulässt, ein 
medizinisches Administrativgutachten stets in Frage zu stellen und zum 
Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu 
anderslautenden Einschätzungen gelangen, und hier keine Aspekte er-
sichtlich sind, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewür-
digt geblieben wären (SVR 2008 IV Nr. 15 S. 44 E. 2.2.1), vermag die ab-
weichende Einschätzung des behandelnden Psychiaters das Gutachten 
von Dr. med. C.________ nicht in Zweifel zu ziehen. Soweit Dr. med. 
F.________ ausführte, die depressiven Symptome könnten nicht durch 
eine Willensanstrengung gebessert werden (AB 24/6), ist festzuhalten, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. April 2015, IV/13/517, Seite 16

dass hier kein Beschwerdebild zur Diskussion steht, in dessen Rahmen 
sich die Frage nach der zumutbaren Willensanstrengung zur Überwindbar-
keit stellt. Wie dargelegt hat vielmehr als erstellt zu gelten, dass keine psy-
chische Störung vorliegt, welche die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt (AB 
66/3). Hinzuweisen bleibt jedoch immerhin auf das aktenkundige aggrava-
torische Verhalten resp. die bewusste Rentenbegehrlichkeit des Beschwer-
deführers (AB 5.2/1188). Unberücksichtigt zu bleiben haben schliesslich die 
invaliditätsfremden Faktoren (u.a. Alter, Arbeitslosigkeit, „sozialer Abstieg“ 
[AB 50.1/18]). Als Zwischenergebnis ist somit festzuhalten, dass sich die 
Beschwerdegegnerin zu Recht auf das Gutachten von Dr. med. 
C.________ stützte. Demnach ist nach dem massgebenden Beweisgrad 
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 138 V 218 E. 6 S. 221) er-
stellt, dass aus psychiatrischer Sicht eine uneingeschränkte Arbeits- und 
Leistungsfähigkeit besteht. 

4.5.2 In somatischer Hinsicht leidet der Beschwerdeführer insbesondere 
unter Lungen- und Knieproblemen. Was das obstruktive Schlafapnoe-
Syndrom anbelangt, legte der RAD-Arzt Dr. med. J.________, Facharzt für 
Allgemeine Innere Medizin FMH, in der Stellungnahme vom 15. August 
2013 (in den Gerichtsakten) dar, dass dieses mit der CPAP-Therapie er-
folgreich behandelt werde. Dies deckt sich mit den Angaben der behan-
delnden Ärzte des Spitals N._______, welche „ein sehr gutes Resultat“ mit 
Korrektur der schlafgebundenen Atemstörung attestierten (AB 95/4). Die 
chronisch obstruktive Pneumopathie befindet sich formal im Stadium 1 
nach GOLD und bewirkt eine leichtgradige Ventilationsstörung (AB 95/4). 
Der RAD-Arzt Dr. med. J.________ verneinte einen Einfluss der Lungen-
problematik auf die Arbeitsfähigkeit in einer sitzenden Tätigkeit; dies ist zu 
Recht unbestritten. 

Betreffend die Situation am Knie links legte der RAD-Arzt Dr. med. 
K.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 
Bewegungsapparates FMH, in der Stellungnahme vom 4. Juli 2013 (in den 
Gerichtsakten) dar, die Kniebeschwerden beständen gemäss dem behan-
delnden Kniespezialisten nur beim Gehen, jedoch nicht in Ruhe bzw. beim 
Sitzen. Aufgrund der angestammten Tätigkeit des Beschwerdeführers in 
einem „...-Beruf“ resp. weil sich die Knieproblematik in sitzender Tätigkeit 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. April 2015, IV/13/517, Seite 17

nicht auswirke, sei keine Arbeitsunfähigkeit attestiert worden. Nur nebenbei 
sei im Übrigen erwähnt, dass Dr. med. G.________ bereits im Juli 2012 ein 
operatives Vorgehen in Betracht zog (AB 72/3) und ein solches spätestens 
seit September 2012 als indiziert erachtete (AB 81/6). Die geplante Opera-
tion wurde vom Beschwerdeführer in der Folge jedoch immer wieder ver-
schoben (vgl. AB 81/3). Soweit der behandelnde Psychiater (BB 3) und der 
Kniespezialist (BB 8) aufgrund der Lungenfunktion ein Komplikations- bzw. 
ein „erhöhtes Operationsrisiko“ postulieren, ist darauf nicht abzustellen. 
Massgebend ist vielmehr die fachärztliche Einschätzung der Lungenspezia-
listen, welche ein erhöhtes Operationsrisiko aus pneumologischer Sicht 
explizit verneinten (AB 95/4). Soweit neuerdings sogar schon ein Ruhe-
schmerz im linken Knie besteht (Bericht von Dr. med. G.________ vom 6. 
November 2014 [BB 8]) resp. sich diesbezüglich allenfalls eine Verschlech-
terung manifestiert haben sollte, betrifft dies einen nach Erlass der ange-
fochtenen Verfügung (13. Mai 2013 [AB 86]) eingetretenen Sachverhalt, 
welcher aufgrund des zeitlichen Überprüfungshorizontes des Gerichts vor-
liegend nicht zu berücksichtigen ist (BGE 130 V 138 E. 2.1 S. 140; SVR 
2008 IV Nr. 8 S. 25 E. 3.4). Sollte nach erfolgter Operation – entgegen der 
Prognose von Dr. med. K.________, der in der RAD-Stellungnahme vom 
4. Juli 2013 von einer vollen Belastbarkeit drei Monate postoperativ aus-
geht – ein Gesundheitsschaden in möglicherweise anspruchsrelevantem 
Ausmass resultieren, steht es dem Beschwerdeführer frei, sich erneut zum 
Leistungsbezug anzumelden.

4.6 Nach dem Dargelegten liegt für die angepasste bisherige …-
Tätigkeit (weiterhin) kein invalidenversicherungsrechtlich relevanter Ge-
sundheitsschaden vor. Aus psychiatrischer Sicht und unter Berücksichti-
gung des somatischen Zumutbarkeitsprofils hätte die frühere Tätigkeit im 
Verfügungszeitpunkt ohne Einschränkungen wieder ausgeführt werden 
können. Damit hat die Beschwerdegegnerin einen Leistungsanspruch zu 
Recht verneint (AB 86). Die mit der Beschwerde erhobenen Rügen erwei-
sen sich als unbegründet, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.

5.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. April 2015, IV/13/517, Seite 18

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten, ge-
richtlich bestimmt auf Fr. 700.--, sind entsprechend dem Ausgang des Ver-
fahrens – unter Vorbehalt der unentgeltlichen Rechtspflege – dem Be-
schwerdeführer aufzuerlegen.

5.2 Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf eine Par-
teientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG [Umkehrschluss]). 

5.3 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, 
wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechts-
begehren nicht aussichtslos erscheint. Unter den gleichen Voraussetzun-
gen kann überdies einer Partei eine Anwältin oder ein Anwalt beigeordnet 
werden, wenn die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse es rechtferti-
gen (Art. 61 lit. f ATSG sowie Art. 111 Abs. 1 und 2 VRPG; SVR 2011 IV 
Nr. 22 S. 61 E. 2, 2011 UV Nr. 6 S. 22 E. 6.1).

5.3.1 Die Bedürftigkeit im Sinne der Prozessarmut ist aufgrund der Akten 
(BB/A 2) ausgewiesen. Zudem kann das Verfahren nicht als von vornherein 
aussichtslos bezeichnet werden und die Verhältnisse rechtfertigen (vgl. 
demgegenüber Art. 37 Abs. 4 ATSG; AB 79) eine Verbeiständung. Das 
Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung von Rechtsanwalt 
B.________ ist demnach gutzuheissen. Somit ist der Beschwerdeführer – 
unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 der Schweizeri-
schen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 (Zivilprozessordnung, 
ZPO; SR 272) – von der Zahlungspflicht betreffend die Verfahrenskosten 
zu befreien. Festzusetzen bleibt das amtliche Honorar von Rechtsanwalt 
B.________.

5.3.2 Gemäss Art. 42 des kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 
2006 (KAG; BSG 168.11) bezahlt der Kanton den amtlich bestellten Anwäl-
tinnen und Anwälten eine angemessene Entschädigung, die sich nach dem 
gebotenen Zeitaufwand bemisst und höchstens dem Honorar gemäss der 
Tarifordnung für den Parteikostenersatz entspricht. Bei der Festsetzung 
des gebotenen Zeitaufwandes sind die Bedeutung der Streitsache und die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. April 2015, IV/13/517, Seite 19

Schwierigkeit des Prozesses zu berücksichtigen. Auslagen und Mehrwert-
steuer werden zusätzlich entschädigt (Abs. 1). Die Aufwendungen für die 
Erlangung des Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege sind nach den glei-
chen Regeln zu entschädigen (Abs. 3). Nach Art. 42 Abs. 4 KAG i.V.m. 
Art. 1 der Verordnung über die Entschädigung der amtlichen Anwältinnen 
und Anwälte vom 20. Oktober 2010 (EAV; BSG 168.711) beträgt der Stun-
denansatz Fr. 200.--.

Entsprechend der angemessenen Kostennote vom 26. Oktober 2013 wird 
das amtliche Honorar von Rechtsanwalt B.________ auf Fr. 1‘460.-- (7.3 
Std. à Fr. 200.--) zuzüglich Auslagen von Fr. 56.30 und Mehrwertsteuer von 
Fr. 121.30 (8% auf Fr. 1‘516.30), somit auf total Fr. 1‘637.60, festgesetzt. 
Auch diese Kosten hat der Beschwerdeführer dem Kanton Bern entspre-
chend den Voraussetzungen von Art. 123 ZPO nachzuzahlen.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung von 
Rechtsanwalt B.________ als amtlicher Anwalt wird gutgeheissen.

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden dem Beschwerdeführer 
auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege wird 
der Beschwerdeführer – unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht 
gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht befreit.

4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

5. Dem amtlichen Anwalt, Rechtsanwalt B.________, wird nach Eintritt 
der Rechtskraft dieses Urteils ein auf Fr. 1‘637.60 festgesetztes amtli-
ches Honorar (inkl. Auslagen und MWSt.) aus der Gerichtskasse ver-
gütet. Vorbehalten bleibt die Nachzahlungspflicht nach Art. 123 ZPO.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. April 2015, IV/13/517, Seite 20

6. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt lic. iur. B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.