# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4496c4a2-896b-5cab-897e-00cef5bebd7e
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-01-21
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 21.01.2022 SK 2021 158
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2021-158_2022-01-21.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

2. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

2e Chambre pénale

Urteil
SK 21 158

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 21. Januar 2022 

Besetzung Obergerichtssuppleantin Schär (Präsident i.V.), 
Oberrichter Zbinden, Oberrichter Schlup
Gerichtsschreiber Stähli

Verfahrensbeteiligte A.________
a.v.d. Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

und

C.________

Strafklägerin

Gegenstand Brandstiftung, einfache Körperverletzung, Nötigung, etc.

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Emmental-
Oberaargau (Einzelgericht) vom 13. Januar 2021 (PEN 20 233)

2

Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Das Regionalgericht Emmental-Oberaargau (Einzelgericht; nachfolgend Vor-
instanz) fällte betreffend A.________ (nachfolgend Beschuldigter) am 13. Januar 
2021 folgendes Urteil (pag. 1080 ff.):

I.

Das Strafverfahren gegen A.________

1. wegen Drohung, angeblich begangen am 06.06.2019 in AA.________ z.N. von D.________;

2. wegen Tätlichkeiten, angeblich begangen am 06.06.2019 in AA.________ z.N. von 
D.________;

3. wegen einfacher Körperverletzung, evtl. Tätlichkeiten, angeblich begangen am 28.08.2019 in 
AB.________ z.N. von E.________;

4. wegen Tätlichkeiten, angeblich begangen ca. Anfang August 2019 in AB.________ z.N. von 
E.________;

5. der Übertretung gegen das Betäubungsmittelgesetz, angeblich begangen am 27.05.2020 
und zuvor in AC.________ und evtl. anderswo, durch Besitz zum Eigenkonsum und Konsum 
von Amphetamin, LSD, MDMA und Methamphetamin;

wird eingestellt,

ohne Ausrichtung einer Entschädigung und ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten.

II.

A.________ wird schuldig erklärt:

1. der Brandstiftung, begangen am 27.05.2020 in AC.________ z.N. von F.________;

2. der einfachen Körperverletzung, mehrfach begangen,

2.1 in der Zeit von April 2015 bis Mitte August 2015 in AF.________ z.N. von C.________ 
(mehrfach);

2.2 am 23.10.2018 in AD.________, z.N. von D.________;

2.3 am 08.01.2019 in AD.________ z.N. von D.________;

3. der Nötigung, mehrfach und teilweise versucht begangen,

3.1 am 09.01.2019 in AD.________ z.N. von D.________;

3.2 in der Zeit vom 26.01.2019 bis 29.01.2019 in AE.________ z.N. von C.________ (mehr-
fach und teilweise Versuch);

3.3 am 13.07.2019 an einem unbekannten Ort z.N. von D.________ (Versuch);

3.4 am 15.09.2019 in AB.________ z.N. von E.________ (Versuch);

4. der Drohung, mehrfach begangen,

3

4.1 in der Zeit vom 15.10.2018 bis 31.10.2018 in AD.________ z.N. von D.________;

4.2 am 28.12.2018 in AD.________ z.N. von D.________;

4.3 in der Zeit vom 26.01.2019 bis 29.01.2019 in AE.________ z.N. von G.________;

4.4 in der Zeit vom 26.01.2019 bis 29.01.2019 in AE.________ z.N. von C.________;

4.5 am 26.06.2019 an einem unbekannten Ort bzw. in AD.________ z.N. von D.________;

5. der Sachentziehung, mehrfach begangen,

5.1 am 08.01.2019 in AD.________ z.N. von D.________;

5.2 in der Zeit vom 26.01.2019 bis 29.01.2019 in AE.________ z.N. von C.________;

6. der Sachbeschädigung, begangen in der Zeit vom 26.01.2019 bis 29.01.2019 in AE.________ 
z.N. von C.________;

7. des Hausfriedensbruchs, begangen am 08.01.2019 in AD.________ z.N. von D.________;

8. der Beschimpfung, mehrfach begangen,

8.1 in der Zeit vom 26.01.2019 bis 29.01.2019 in AE.________ z.N. von G.________;

8.2 in der Zeit vom 26.01.2019 bis 29.01.2019 in AE.________ z.N. von C.________;

9. der Tätlichkeiten, mehrfach begangen in der Zeit ab 15.10.2018 bis Anfang Januar 2019 in 
AD.________ z.N. von D.________;

10. der Widerhandlungen gegen das Waffengesetz, mehrfach begangen,

10.1 festgestellt am 27.05.2020 in AC.________ und evtl. anderswo, durch Erwerb und Besitz 
einer mit Feuerwaffen verwechselbaren CO2-Waffe ohne Abschluss eines schriftlichen 
Vertrags;

10.2 festgestellt am 27.05.2020 in AC.________ und evtl. anderswo, durch Erwerb und Besitz 
einer verbotenen Waffe (Messer mit integriertem Schlagring) ohne Ausnahmebewilligung;

und in Anwendung der 
Art. 22 Abs. 1, 34, 40, 47, 49 Abs. 1, 51, 106, 123 Ziff. 1 und 2, 126 Ziff. 1, 141, 144 Abs. 1, 177 
Abs. 1, 180 Ziff. 1 und 2, 181, 186, 221 Abs. 1 StGB, 
Art. 4 Abs. 1 lit. d und f, 5 Abs. 2 lit. b, 10 Abs. 1 lit. d, 11, 28b, 33 Abs. 1 lit. a, 34 Abs. 1 lit. d WG,
Art. 426 ff. StPO

verurteilt:

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 23 Monaten.

Die Untersuchungs- und Sicherheitshaft von 232 Tagen wird im vollen Umfang auf die Freiheits-
strafe angerechnet.

Die Ersatzmassnahmen (Annäherungsverbot und Kontaktsperre gegenüber D.________ vom 
21.08.2019 bis 20.08.2020) werden im Umfang von 28 Tagen auf die Freiheitsstrafe angerech-
net.

2. Zu einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu CHF 30.00, ausmachend total CHF 600.00.

3. Zu einer Übertretungsbusse von CHF 1'100.00. Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter 
Nichtbezahlung wird auf 11 Tage festgesetzt.

4

4. Zu den Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus Gebühren von CHF 15'935.00 und Aus-
lagen von CHF 3'026.10, insgesamt bestimmt auf CHF 18'961.10 (ohne Kosten für die amtliche 
Verteidigung).

[…]

III.

1. Die amtliche Entschädigung und das volle Honorar für die amtliche Verteidigung von 
A.________ durch Rechtsanwalt B.________ werden wie folgt bestimmt:

[…]

Der Kanton Bern entschädigt Rechtsanwalt B.________ für die amtliche Verteidigung von 
A.________ mit CHF 22'438.95. 

A.________ hat dem Kanton Bern die ausgerichtete amtliche Entschädigung zurückzuzahlen, 
sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO).

2. Die amtliche Entschädigung und das volle Honorar für die unentgeltliche Rechtsvertretung von 
D.________ durch Rechtsanwalt Dr. H.________ werden wie folgt bestimmt:

[…]

Der Kanton Bern entschädigt Rechtsanwalt Dr. H.________ für die unentgeltliche Rechtsvertre-
tung von D.________ mit CHF 13'343.70. 

Der Kanton Bern kann von A.________ die Erstattung der amtlichen Entschädigung für die un-
entgeltliche Rechtsvertretung von D.________ verlangen, wenn er sich in günstigen wirtschaftli-
chen Verhältnissen befindet (Art. 138 Abs. 2 i.V.m. Art. 426 Abs. 4 StPO). 

A.________ wird verpflichtet, D.________ zuhanden von Rechtsanwalt Dr. H.________ als Dif-
ferenz zwischen der amtlichen Entschädigung für die unentgeltliche Rechtspflege und dem vol-
len Honorar CHF 3'231.00 zu bezahlen (Art. 433 Abs. 1 StPO). Rechtsanwalt Dr. H.________ 
hat in diesem Umfang gegenüber seiner Klientschaft ein Nachforderungsrecht (Art. 42a KAG). 

IV.

Im Zivilpunkt wird verfügt:

1. A.________ wird verurteilt zur Bezahlung von CHF 2'000.00 Genugtuung zuzüglich 5 % Zins seit 
dem 09.01.2019 an die Straf- und Zivilklägerin D.________.

Soweit weitergehend wird die Zivilklage abgewiesen.

2. Für den Zivilpunkt werden keine Verfahrenskosten und keine Entschädigungen ausgeschieden.

V. 

Weiter wird verfügt:

1. A.________ wird in Sicherheitshaft belassen und die Sicherheitshaft wird vorerst für 3 Monate 
verlängert, d.h. bis am 12.04.2021 (Art. 231 i.V.m. Art. 227 StPO).

Die Begründung dieser Verfügung erfolgt mit separater Ausfertigung.

5

2. A.________ wird gestützt auf Art. 67b Abs. 2 lit. a und b StGB ein Kontakt- und Annäherungs-
verbot in Bezug auf D.________ und für die Dauer von 3 Jahren auferlegt, indem A.________ 
untersagt wird,

a. sich dem (jeweiligen) Domizil von D.________ auf weniger als 100 Meter anzunähern 
oder sich dort aufzuhalten;

b. sich D.________ auf weniger als 20 Meter zu nähern;

c. mit D.________ in jeglicher Form direkt oder indirekt in Kontakt zu treten. 

3. Folgende Gegenstände werden eingezogen (Art. 69 StGB):

- 1 Baseballschläger (Marke Razor)

- 3 A5-Blätter mit Notizen

4. Folgender Gegenstand wird A.________ nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils 
zurückgegeben:

- 1 kurze Hose, olivgrün

5. Dem zuständigen Bundesamt wird die Zustimmung zur Löschung des erstellten DNA-Profils 
(PCN.________) nach Ablauf der gesetzlichen Frist erteilt (Art. 16 Abs. 4 DNA-ProfilG).

6. Dem für die Führung von AFIS zuständigen Dienst wird die Zustimmung zur Löschung der erho-
benen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten nach Ablauf der gesetzlichen Frist erteilt 
(Art. 17 Abs. 4 i.V.m. Art. 19 Abs. 1 Verordnung über die Bearbeitung biometrischer erken-
nungsdienstlicher Daten).

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldete der Beschuldigte, nach wie vor amtlich verteidigt 
durch Rechtsanwalt B.________, mit Schreiben vom 25. Januar 2021 fristgerecht 
die Berufung an (pag. 1108). Die schriftliche Urteilsbegründung datiert vom 
31. März 2021 (pag. 1115 ff.). Mit Eingabe vom 15. April 2021 erklärte Rechtsan-
walt B.________ für den Beschuldigten form- und fristgerecht Berufung (pag. 1274 
ff.). 

Bezugnehmend auf die Verfügung vom 19. April 2021 (pag. 1287 f.) teilte die Ge-
neralstaatsanwaltschaft mit Schreiben vom 21. April 2021 mit, dass auf eine An-
schlussberufung verzichtet und kein Nichteintreten geltend gemacht wird 
(pag. 1291 f.). 

Die Strafklägerin C.________ liess sich auf die Verfügung vom 19. April 2021 nicht 
vernehmen. 

Mit Verfügung vom 6. Juli 2021 wurde die Straf- und Zivilklägerin D.________ aus 
dem Verfahren entlassen (pag. 1336 f.). Per 12. Juli 2021 wurde der Beschuldigte 
aus der Sicherheitshaft entlassen. 

Am 20./21. Januar 2022 fand vor der 2. Strafkammer die Berufungsverhandlung 
statt (pag. 1417 ff.). 

6

3. Oberinstanzliche Beweisergänzungen und Würdigungsvorbehalte

Im Hinblick auf die oberinstanzliche Hauptverhandlung wurde von Amtes wegen 
über den Beschuldigten ein aktueller Strafregisterauszug (datierend vom 21. De-
zember 2021; pag. 1383 ff.), ein aktueller Leumundsbericht samt Erhebungsformu-
lar wirtschaftliche Verhältnisse (datierend vom 16. Dezember 2021; pag. 1377 ff.) 
sowie das Urteil des Regionalgerichts Emmental-Oberaargau vom 14. März 2017 
(PEN 16 295; pag. 1393 ff.) eingeholt. Den Parteien wurde an der oberinstanzli-
chen Hauptverhandlung weiter mitgeteilt, dass die Kammer sich gestützt auf die 
Anträge der Verteidigung vorbehält, den Vorwurf der Brandstiftung (Ziff. I.E.7. AKS) 
auch unter dem Gesichtspunkt von Art. 221 Abs. 3 StGB und die Vorwürfe der 
Sachbeschädigung (Ziff. I.D.4 AKS) sowie der Sachentziehung (Ziff. I.D.5. AKS) 
auch unter dem Gesichtspunkt der Geringfügigkeit nach Art. 172ter StGB zu prüfen 
(Würdigungsvorbehalt; Art. 344 Schweizerische Strafprozessordnung [StPO; 
SR 312.0]).

Ferner wurden die von Rechtsanwalt B.________ mit Eingabe vom 18. Januar 
2022 eingereichte Email der I.____GmbH sowie ein Dokument betreffend Ersta-
larmierung der Kantonspolizei Bern anlässlich der oberinstanzlichen Hauptverhand-
lung zu den Akten erkannt. 

Der Beschuldigte wurde an der oberinstanzlichen Hauptverhandlung zur Person 
und zur Sache befragt (pag. 1420 ff.).

4. Anträge der Parteien

An der oberinstanzlichen Hauptverhandlung bestätigte Rechtsanwalt B.________ 
die nachfolgenden, mit Eingabe vom 18. Januar 2022 gestellten Anträge 
(pag. 1401 ff.):

A.

Es sei festzustellen, dass das Urteil des Regionalgerichts Emmental-Oberaargau, Einzelgericht, vom 
13. Januar 2021 insoweit in Rechtskraft erwachsen ist, als

1. das Verfahren gegen A.________ eingestellt wurde:
1.1 wegen Drohung, angeblich begangen am 06. Juni 2019 in AA.________ z.N. von 

D.________ (Ziff. I./1.);
1.2 wegen Tätlichkeiten, angeblich begangen am 06. Juni 2019 in AA.________ z.N. von 

D.________ (Ziff. I./2.);
1.3 wegen einfacher Körperverletzung, evtl. Tätlichkeiten, angeblich begangen am 28. Au-

gust 2019 in AB.________ z.N. von E.________ (Ziff. I./3.);
1.4 wegen Tätlichkeiten, angeblich begangen ca. Anfang August 2019 in AB.________ z.N. 

von E.________ (Ziff. I./4.);
1.5 der Übertretung gegen das Betäubungsmittelgesetz, angeblich begangen am 27. Mai 

2020 und zuvor in AC.________ und evtl. anderswo, durch Besitz zum Eigenkonsum und 
Konsum von Amphetamin, LSD, MDMA und Methamphetamin (Ziff. I./5.);

2. A.________ schuldig gesprochen wurde (vorbehalten die damit verbundene Strafzumessung 
und Sanktion)

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2.1. der einfachen Körperverletzung, begangen am 23. Oktober 2018 in AD.________, zum 
Nachteil von D.________ (Ziff. II./2.2);

2.2. der einfachen Körperverletzung, begangen am 08.01.2019 in AD.________ zum Nachteil 
von D.________ (Ziff. II./2.3);

2.3. der Nötigung, begangen am 09. Januar 2019 in AD.________, zum Nachteil von 
D.________ (Ziff. II./3.1.);

2.4. der versuchten Nötigung, begangen am 09. Januar 2019, an einem unbekannten Ort, 
zum Nachteil von D.________ (Ziff. II./3.3.);

2.5. der Drohung, begangen in der Zeit vom 15. Oktober 2018 bis 31. Oktober 2018 in 
AD.________, zum Nachteil von D.________ (Ziff. II./4.1.);

2.6. der Drohung, begangen am 28. Dezember 2018 in AD.________, zum Nachteil von 
D.________ (Ziff. II./4.2.);

2.7. der Drohung, begangen am 26. Juni 2019 an einem unbekannten Ort, zum Nachteil von 
D.________ (Ziff. II./4.5.);

2.8. der Sachentziehung, begangen am 08. Januar 2019 in AD.________, zum Nachteil von 
D.________ (Ziff. II./5.1.);

2.9. des Hausfriedensbruchs, begangen am 08. Januar 2019 in AD.________, zum Nachteil 
von D.________ (Ziff. II./7.);

2.10. der Beschimpfung, begangen in der Zeit vom 26. Januar 2019 bis 29. Januar 2019 in 
AE.________, zum Nachteil von G.________ (Ziff. II./8.1.);

2.11. der Beschimpfung, begangen in der Zeit vom 26. Januar 2019 bis 29. Januar 2019 in 
AE.________, zum Nachteil von C.________ (Ziff. II./8.2.);

2.12. der Tätlichkeiten, mehrfach begangen in der Zeit ab 15. Oktober 2018 bis Anfang Januar 
2019 in AD.________, zum Nachteil von D.________ (Ziff. II./9.);

2.13. der Widerhandlung gegen das Waffengesetz, festgestellt am 27. Mai 2020 in 
AC.________ und evtl. anderswo, durch Besitz und Erwerb einer mit Feuerwaffen ver-
wechselbaren CO2-Waffe ohne Abschluss eines schriftlichen Vertrages (Ziff. II./10.1.);

2.14. der Widerhandlung gegen das Waffengesetz, festgestellt am 27. Mai 2020 in 
AC.________ und evtl. anderswo, durch Besitz und Erwerb einer verbotenen Waffe ohne 
Ausnahmebewilligung (Ziff. II./10.2.);

2.15 der versuchten Nötigung, begangen am 15. September 2019 in AB.________, zum 
Nachteil von E.________ (Ziff. II./3.4.);

3. A.________ zur Bezahlung von CHF 2'000.00 Genugtuung zuzüglich 5% Zins seit dem 09. Ja-
nuar 2019 an die Straf- und Zivilklägerin D.________ verurteilt wurde, die Zivilklage soweit wei-
tergehend abgewiesen wurde und für den Zivilpunkt keine Verfahrenskosten und Entschädigun-
gen ausgeschieden wurden (Ziff. IV/1. und 2.);

4. gegen A.________ ein Kontakt- und Annäherungsverbot gestützt auf Art. 67b Abs. 2 lit. a und b 
StGB ausgesprochen wurde (Ziff. V./2.);

5. die Gegenstände gemäss Ziff. V./3. Eingezogen und die kurze Hose gemäss Ziff. V./4. uurück-
gegeben wird;

6. dem zuständigen Bundesamt die Zustimmung zur Löschung des DNA-Profil Nr. 15 574410 29 
nach Ablauf der gesetzlichen Frist erteilt wurde (Ziff. V./5.); 

8

7. dem für die Führung des AFIS zuständigen Dienst die Zustimmung zur Löschung der erhobenen 
biometrischen erkennungsdienstlichen Daten nach Ablauf der gesetzlichen Frist erteilt worden 
ist (Ziff. V./6.). 

B.

A.________ beantragt folgende Abänderung des Urteils vom 13. Januar 2021 des Regionalgerichts 
Emmental-Oberaargau

1. A.________ sei freizusprechen von
1.1. der Anschuldigung der Brandstiftung nach Art. 221 Abs. 1 StGB, angeblich begangen am 

27. Mai 2020 in AC.________ (Ziff. II./1.);
1.2. der Anschuldigung der einfachen Körperverletzung, angeblich mehrfach begangen in der 

Zeit von April 2015 bis Mitte August 2015 in AF.________, zum Nachteil von C.________ 
(Ziff. II./2.1.);

1.3. der Anschuldigung der mehrfachen und teilweise versuchten Nötigung, angeblich began-
gen in der Zeit vom 26. Januar 2019 bis 29. Januar 2019 in AE.________, zum Nachteil 
von C.________ (Ziff. II./3.2.);

1.4. der Anschuldigung der Drohung, angeblich begangen in der Zeit vom 26. Januar 2019 bis 
29. Januar 2019 in AE.________, zum Nachteil von G.________ (Ziff. II./4.3.);

1.5. der Anschuldigung der Drohung, angeblich begangen in der Zeit vom 26. Januar 2019 bis 
29. Januar 2019 in AE.________ zum Nachteil von C.________ (Ziff. II./4.4.);

1.6. der Anschuldigung der Sachentziehung, in der Zeit vom 26. Januar 2019 bis 29. Januar 
2019 in AE.________, zum Nachteil von C.________ (Ziff. II./5.2.);

1.7. der Anschuldigung der Sachbeschädigung, angeblich begangen in der Zeit vom 26. Ja-
nuar 2019 bis 29. Januar 2019 in AE.________, zum Nachteil von C.________ 
(Ziff. II./6.);

unter Ausscheidung von anteilsmässigen, darauf entfallenden Verfahrenskosten an den Kanton Bern 
sowie unter Ausrichtung einer anteilsmässigen Parteientschädigung. 

2. A.________ sei vor Obergericht schuldig zu sprechen:

2.1. der Brandstiftung nach Art. 221 Abs. 3 StGB, begangen am 27. Mai 2020 durch Inbrand-
setzung eines vorgängig demolierten Fahrzeuges (Änderung der rechtlichen Qualifikati-
on);

2.2 der geringfügigen Sachbeschädigung, begangen in der Zeit vom 26. Januar 2019 bis 29. 
Januar 2019 in AE.________, zum Nachteil von C.________;

2.3 der geringfügigen Sachentziehung, in der Zeit vom 26. Januar 2019 bis 29. Januar 2019 
in AE.________, zum Nachteil von C.________.

3. A.________ sei zu verurteilen

3.1. zu einer Freiheitsstrafe von 12 Monaten, unter vollumfänglicher Anrechnung der bisher 
ausgestandenen Untersuchungs- und Sicherheitshaft sowie unter Anrechnung von 28 
Tagen für die Ersatzmassnahmen;

3.2. zu einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu CHF 20.00, ausmachend total CHF 400.00;

3.3 zu einer Übertretungsbusse von CHF 1'500.00. Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter 
Nichtbezahlung sei auf 15 Tage festzusetzen;

9

3.4 zu den auf die Schuldsprüche entfallenden erstinstanzlichen Verfahrenskosten;

3.5 zu den auf die Schuldsprüche entfallenden oberinstanzlichen Verfahrenskosten.

4. Die Parteikosten für die angemessene Ausübung der Verfahrensrechte von A.________ (erstin-
stanzliches und oberinstanzliches Verfahren) seien gemäss noch einzureichender Honorarnote 
festzulegen. 

5. A.________ sei eine Entschädigung nach Art. 431 Abs. 2 StPO in der Höhe von CHF 15'800.00 
zuzüglich Zins von 5% seit dem 27. Mai 2021 für die über den Schuldspruch hinausgehende 
Haft zu sprechen. 

6. Die gemäss Ziff. I./B./5. beantragte Entschädigung sei in der Höhe der gesprochenen Genugtu-
ung gemäss Ziff. IV/1. und 2. des Urteils direkt an die Berechtigte zu überweisen und der darü-
ber hinausgehende Betrag sei mit den auf A.________ anfallenden Verfahrenskosten zu ver-
rechnen. 

Die Generalstaatsanwaltschaft beantragte an der oberinstanzlichen Hauptverhand-
lung was folgt (pag. 1437 f.).

I.

Es sei festzustellen, dass das Urteil des Regionalgerichts Emmental-Oberaargau (Einzelgericht) vom 
13. Januar 2021 neben den mit Beschluss vom 23. Juni 2021 in Ziff. 3 festgestellten Punkten weiter in 
Rechtskraft erwachsen ist, als A.________ schuldig erklärt wurde der Nötigung, versucht begangen 
am 15. September 2019 in AB.________ z.N. von E.________.

II.

A.________ sei darüber hinaus schuldig zu erklären:

1. der Brandstiftung, begangen am 27. Mai 2020 in AC.________ z.N. von F.________,

2. der einfachen Körperverletzung, mehrfach begangen in der Zeit von April 2015 bis Mitte Au-
gust 2015 in AF.________ z.N. von C.________,

3. der Nötigung, mehrfach und teilweise versucht begangen in der Zeit vom 26. Januar 2019 bis 
29. Januar 2019 in AE.________ z.N. von C.________,

4. der Drohung, mehrfach begangen

4.1 in der Zeit vom 26. Januar 2019 bis 29. Januar 2019 in AE.________ z.N. von 
G.________;

4.2 in der Zeit vom 26. Januar 2019 bis 29. Januar 2019 in AE.________ z.N. von 
C.________,

5. der Sachentziehung, mehrfach begangen in der Zeit vom 26. Januar 2019 bis 29. Januar 2019 
in AE.________ z.N. von C.________,

6. der Sachbeschädigung, mehrfach begangen in der Zeit vom 26. Januar 2019 bis 29. Januar 
2019 in AE.________ z.N. von C.________,

und er sei in Anwendung der einschlägigen Gesetzesbestimmungen, insb. Art. 221 Abs. 1 StGB

zu verurteilen:

10

1. zu einer Freiheitsstrafe von 23 Monaten, teilweise als Zusatzstrafe zum Urteil des Regionalge-
richt Emmental-Oberaargau vom 14. März 2017 und unter Anrechnung der ausgestandenen Un-
tersuchungs- und Sicherheitshaft von 412 Tagen sowie der Ersatzmassnahme im Umfang von 
28 Tagen;

2. zu einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu CHF 70.00, wobei die Ersatzfreiheitsstrafe bei 
schuldhafter Nichtbezahlung auf 11 Tage festzusetzen sei;

3. zu einer Übertretungsbusse von CHF 1'100.00, wobei die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter 
Nichtbezahlung auf 11 Tage festzusetzen sei;

4. zur Bezahlung der erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten (inkl. eine angemessene 
Gebühr gemäss Art. 21 VKD).

III.

Im Weiteren sei zu verfügen:

1. Die Zustimmung zur Löschung des erstellten DNA-Profils (PCN.________) nach Ablauf der ge-
setzlichen Frist sei vorzeitig zu erteilen (Art. 16 Abs. 4 i.V.m. Art. 17 Abs. 1 DNA-Profil-Gesetz).

2. Die Zustimmung zur Löschung der erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten 
nach Ablauf der gesetzlichen Frist sei vorzeitig zu erteilen (Art. 17 Abs. 4 i.V.m. Art. 19 Abs. 1 
Verordnung über die Bearbeitung biometrischer erkennungsdienstlicher Daten).

3. Das Honorar des amtlichen Verteidigers sei gerichtlich zu bestimmen (Art. 135 StPO). 

Der Strafklägerin wurde das Erscheinen an der oberinstanzlichen Hauptverhand-
lung freigestellt, blieb dieser fern und stellte keine Anträge. 

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Die Berufung ist beschränkt (pag. 1275). Angefochten und durch die Kammer zu 
überprüfen sind die Schuldsprüche wegen Brandstiftung (Ziff. II.1.), mehrfacher ein-
facher Körperverletzung zum Nachteil der Strafklägerin (Ziff. II.2.1.), mehrfacher 
und teilweise versuchter Nötigung zum Nachteil der Strafklägerin (Ziff. II.3.2.), Dro-
hung zum Nachteil von G.________ (Ziff. II.4.3.) und der Strafklägerin (Ziff. 4.4.), 
der Sachentziehung zum Nachteil der Strafklägerin (Ziff. II.5.2.) sowie der Sachbe-
schädigung (Ziff. II.6. des erstinstanzlichen Urteils). Ferner ist eine neue Strafzu-
messung vorzunehmen und die Kosten- und Entschädigungsfolge für das erst- und 
oberinstanzliche Verfahren zu bestimmen. Nicht der Rechtskraft zugänglich und 
daher ebenfalls neu zu überprüfen sind die vorinstanzlichen Verfügungen betref-
fend Zustimmung zur Löschung des vom Beschuldigten erstellten DNA-Profils und 
der erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten (Ziff. V.5. und V.6. des 
erstinstanzlichen Urteils).

Somit ist das erstinstanzliche Urteil insoweit in Rechtskraft erwachsen, als das 
Strafverfahren wegen Drohung, Tätlichkeiten, einfacher Körperverletzung, evtl. Tät-
lichkeiten zum Nachteil von E.________, Tätlichkeiten zum Nachteil von 
E.________ sowie Übertretung gegen das Betäubungsmittelgesetz eingestellt wur-
de (Ziff. I. des erstinstanzlichen Urteils). Ferner rechtskräftig sind die Schuld-
sprüche wegen mehrfacher einfacher Körperverletzung zum Nachteil von 
D.________ (Ziff. II.2.2. und II.2.3.), mehrfacher und teilweise versuchter Nötigung 

11

zum Nachteil von D.________ (Ziff. II.3.1. und II.3.3.) und zum Nachteil von 
E.________ (Ziff. II.3.4.), mehrfacher Drohung zum Nachteil von D.________ (Ziff. 
II.4.1., II.4.2. und II.4.5.), Sachentziehung zum Nachteil von D.________ (Ziff. 
II.5.1.), Hausfriedensbruchs (Ziff. II.7.), mehrfacher Beschimpfung (Ziff. II.8.), mehr-
facher Tätlichkeiten (Ziff. II.9.) sowie mehrfacher Widerhandlungen gegen das Waf-
fengesetz (Ziff. II.10.). Ebenfalls rechtskräftig sind die erstinstanzlichen Verfügun-
gen im Zivilpunkt (Ziff. IV. des erstinstanzlichen Urteils), betreffend Kontakt- und 
Annäherungsverbot gegenüber D.________ (Ziff. V.2.) sowie hinsichtlich der Ein-
ziehung bzw. Rückgabe beschlagnahmter Gegenstände (Ziff. V.3 und V.4. des 
erstinstanzlichen Urteils).  

Die Kammer verfügt bei der Überprüfung der angefochtenen – und/oder der 
Rechtskraft nicht zugänglichen – Punkte über volle Kognition (Art. 398 Abs. 2 
StPO). Aufgrund der alleinigen Berufung des Beschuldigten darf das Urteil nicht zu 
seinem Nachteil abgeändert werden; es gilt das Verschlechterungsverbot (Art. 391 
Abs. 2 StPO).

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

6. Allgemeine Grundlagen

Für die allgemeinen Grundlagen der Beweiswürdigung wird auf die zutreffenden 
Ausführungen der Vorinstanz verwiesen (Ziff. III.1. des erstinstanzlichen Urteilsmo-
tivs; pag. 1128 ff.). 

7. Vorwurf der Brandstiftung (Ziff. I.E.7. AKS)

7.1 Vorwurf gemäss Anklageschrift

Dem Beschuldigten wird in der Anklageschrift folgendes vorgeworfen (pag. 788 f.):

7. Brandstiftung, begangen am 27. Mai 2020 in AC.________ z.N. F.________, indem der Be-
schuldigte den vor der Liegenschaft K.___-strasse parkierten Personenwagen Mercedes Benz 
(Kontrollschild J.________) mit Motorenöl oder einem ähnlichen Öl übergoss und in Brand 
steckte. Das Auto geriet in Vollbrand, wobei am Fahrzeug ein Totalschaden, ausmachend ca. 
CHF 5'000.00, entstand, und es musste durch die von einer Mitbewohnerin alarmierten Feuer-
wehr gelöscht werden. Der Beschuldigte schuf mit dem Anstecken des Fahrzeugs überdies eine 
Gemeingefahr, indem er wissentlich in Kauf nahm, dass sich das Feuer durch die Verbreitung 
von Glimmpartikeln durch die Luft und die daraus resultierende Entstehung von Glimmbränden 
an brennbaren Materialien auf umliegende Gebäude, Fahrzeuge und andere Objekte ausbreitet 
und dass durch die starke Rauch-, Russ- und Schadstoffbildung die Gesundheit der Menschen 
in der näheren und weiteren Umgebung des Schadfeuers geschädigt wird. 

7.2 Urteil der Vorinstanz

Die Vorinstanz würdigte den Anzeigerapport der Kantonspolizei Bern, Videoauf-
nahmen des Vorfalls, den Berichtsrapport des Dezernats Brände und Explosionen 
(nachfolgend BEX) und diverse Aussagen. Sie erwog, dass der vom Beschuldigten 
angezündete Mercedes Benz einen Sachwert von rund CHF 4'000.00 gehabt habe, 
vom Brand grosse Mengen toxischer Rauchgase hätten ausgehen und glimmende 

12

Partikel hätten aufsteigen können und deshalb die Gefahr bestanden habe, dass 
das Feuer sich ausbreiten würde (zum Ganzen Ziff. III.4.3. des erstinstanzlichen 
Urteilsmotivs; pag. 1136 ff.). 

7.3 Vorbringen der Parteien

Dagegen wendete die Verteidigung im oberinstanzlichen Parteivortrag ein, die 
vorinstanzlichen Erwägungen zum Wert des Autos und zur Gemeingefahr seien 
unzutreffend. Von den Baumaterialien eines Autos könnten keine Glimmpartikel 
entstehen. Ohnehin hätten die umstehenden brennbaren Objekte kein Feuer fan-
gen können, da sie sich in grossem Abstand zum ausgebrannten Auto befunden 
hätten. Gemäss der Abrechnung der Feuerwehr handle es sich beim Brand eines 
freistehenden Autos um einen einfach zu löschenden Brand, der laut einem Doku-
ment betreffend Erstalarmierung im Brandfall mit einem brennenden Container zu 
vergleichen sei. Im Zeitpunkt der Inbrandsetzung habe das Fahrzeug ausserdem 
aufgrund der vorausgegangenen Demolierungen bereits einen deutlich geringeren 
Wert gehabt (pag. 1427 f.). 

Die Generalstaatsanwaltschaft brachte dagegen vor, die Herleitung des Fahrzeug-
werts durch die Vorinstanz sei plausibel und nachvollziehbar. Daraus, dass das Au-
to zunächst demoliert worden sei, könne der Beschuldigte nichts für sich ableiten. 
Der ganze Vorfall habe auf einem einzigen Willensakt beruht, das Auto zu zer-
stören, sodass zeitlich nicht zwischen dem Wert vor und nach dem Demolieren zu 
differenzieren sei. Ferner gehe aus dem BEX-Bericht klar hervor, dass das Feuer 
auch auf umliegende Objekte hätte übergreifen können, wobei die Kritik der Vertei-
digung am BEX-Bericht nicht überzeuge (zum Ganzen pag. 1432 f.).  

7.4 Bestrittener und unbestrittener Sachverhalt

Der bestrittene und unbestrittene Sachverhalt gestaltet sich vor oberer Instanz 
gleich wie vor der Vorinstanz. Es ist unbestritten, dass der Beschuldigte am 27. Mai 
2020 mit einem Baseballschläger auf den vor seiner Wohnung parkierten Mercedes 
Benz einschlug und den Motor durch Hochdrehen zu zerstören versuchte, bevor er 
Motorenöl oder ein ähnliches Öl im Fahrgast- und Motorenraum verteilte und das 
Fahrzeug mithilfe eines Feuerzeugs und eines Textiltuchs anzündete (pag. 569, 
Z. 168 ff.). Während das Fahrzeug brannte, gab der Beschuldigte seiner Mitbe-
wohnerin den Auftrag, den Vorfall auf Video festzuhalten (pag. 571, Z. 254 f.; 
pag. 390). Anschliessend alarmierte letztere die Feuerwehr (pag. 570, Z. 220). 

Bestritten und zu untersuchen sind der Wert des Fahrzeugs und, ob sich das Feuer 
auf umliegende Gebäude, Fahrzeuge und andere Objekte hätte ausbreiten sowie 
die Gesundheit der Menschen in der näheren und weiteren Umgebung schädigen 
können. 

7.5 Beweiswürdigung

Die Ermittlung des Werts des ausgebrannten Mercedes Benz durch die Vorinstanz 
ist nachvollziehbar und schlüssig. Das Auto war dem Beschuldigten von 
F.________, dem Eigentümer, zur Verfügung gestellt worden; der Beschuldigte 
musste lediglich für den Unterhalt aufkommen (pag. 575, Z. 32 ff. und Z. 37; über-
einstimmend pag. 443, Z. 38 f. und pag. 398, Z. 51 ff.). Laut F.________ habe das 

13

Auto bei der Übergabe einen Wert von ca. CHF 3'000.00 gehabt und der Beschul-
digte habe zwecks Immatrikulation CHF 2'500.00 investiert (pag. 446, Z. 186 ff.). 
Der Verkaufswert im Zeitpunkt der Übergabe erscheint stimmig, vereinbarte doch 
F.________ mit dem Beschuldigten, dass dieser infolge Zerstörung des Autos 
CHF 3'000.00 an ihn bezahlen muss (pag. 1000, Z. 26 ff.). Indem der Beschuldigte 
anschliessend die zur erfolgreichen Fahrzeugprüfung nötige Instandhaltung bzw. -
stellung veranlasste, erhöhte sich der ursprüngliche Verkehrswert des Autos. Der 
Vorinstanz ist zuzustimmen, dass die getätigten Investitionen von CHF 2'500.00 
nicht vollumfänglich an den Verkehrswert angerechnet werden können, insbeson-
dere weil es sich um ein älteres Fahrzeug mit einem Zählerstand von rund 220'000 
km handelte (pag. 406, Z. 466 f.). Indes entspricht es allgemeiner Lebenserfah-
rung, dass die Verkehrszulassung erhebliche Auswirkungen auf den Verkehrswert 
eines Motorfahrzeugs hat, sodass die getätigten Investitionen den Wert des Fahr-
zeugs nicht unwesentlich erhöhten. Eine Berücksichtigung der Investitionen im Um-
fang von rund CHF 1'000.00 – womit das Auto einen Verkehrswert von rund 
CHF 4'000.00 erreichte – erscheint angemessen. 

Damit ist erstellt, dass der fast vollständig ausgebrannte (pag. 395) Mercedes Benz 
am 27. Mai 2020 einen Verkehrswert von rund CHF 4'000.00 hatte. Entgegen der 
Verteidigung entspricht dies dem durch Inbrandsetzung verursachten Schaden. Die 
Motivation des Beschuldigten zu seinem Handeln war seinen Angaben zufolge 
darauf gerichtet, Dampf abzulassen, indem er das Fahrzeug zerstörte (pag. 569, 
Z. 163; pag. 1039). Diesen Entschluss fällte er auf dem Nachhauseweg, wobei er 
aber noch nicht gewusst habe, dass das Fahrzeug später brennen würde 
(pag. 571, Z. 281 f.). Innert kurzer Zeit schlug er mit einem Baseballschläger auf 
das parkierte Auto ein, versuchte, den Motor durch Hochdrehen zu zerstören, und 
zündete das Fahrzeug letztlich an (pag. 569, Z. 171 ff.). Dieses Vorgehen bildet ein 
einheitliches Tatgeschehen mit der Absicht, das Auto zu zerstören, wobei die ver-
wendeten Mittel wahllos und zufällig erscheinen. Eine Unterscheidung seiner Ab-
sichten anhand der verwendeten Mittel, womit laut der Verteidigung eine Bewer-
tung des Fahrzeugs zwischen dem Demolieren und dem Inbrandsetzen einherge-
hen müsse, wirkt hingegen künstlich. Das Auto wurde durch den Brand zwar nicht 
vollständig zerstört (pag. 395), jedoch wurde es unbrauchbar. Der Schaden am 
Fahrzeug entspricht einem Totalschaden. Daher wurde durch das Feuer der ge-
samte Verkehrswert des Autos vernichtet. 

Zu überprüfen bleibt das Potenzial des Brandes, auf andere Objekte überzugreifen, 
und dessen Gefahr für die Gesundheit anderer Menschen. Die zum Tatort aus-
gerückten Polizeibeamten des BEX berichteten, dass der ausgebrannte Mercedes 
Benz auf einem freiliegenden, zur Liegenschaft K.___-strasse in AC.________ 
gehörenden Kiesparkplatz stand (zum Ganzen pag. 395). Beim Brandfall wurden 
weder Mensch noch Gut unmittelbar gefährdet. Hätte die Feuerwehr jedoch nicht 
rasch interveniert, wäre das Fahrzeug komplett zerstört worden. Ein direkter Über-
griff der Flammen auf umliegende Objekte hätte aufgrund der dazwischenliegenden 
Distanz nicht stattfinden können. Hingegen produziert ein derartiger Brand grosse 
Mengen an toxischen Rauchgasen sowie glimmende Partikel, die in die unmittelba-
re Umgebung verfrachtet werden könnten. Dies birgt die Gefahr, in brennbarem 

14

Material einen Glimmbrand zu initiieren, womit auch in weiterer Entfernung liegen-
de Objekte Feuer fangen könnten. 

Die Schlussfolgerung des BEX erscheint der Kammer angesichts der örtlichen Ge-
gebenheiten und des Ausmasses des Brandes nachvollziehbar. Auf den verfügba-
ren Videoaufnahmen des Brandes ist zu sehen, dass das Auto (spätestens) bei der 
Intervention der Feuerwehr in Vollbrand stand, die Flammen mehrere Meter in die 
Höhe reichten und eine schwarze, den Bildrahmen übersteigende Rauchsäule 
senkrecht davon aufstieg (zum Ganzen pag. 390). Wenige Meter neben dem bren-
nenden Mercedes Benz ist ein weiteres parkiertes Auto zu sehen (vgl. auch 
pag. 980, Z. 33 f.). Unmittelbar an den Kiesparkplatz angrenzend befindet sich ein 
Feld, das durch eine Holzschwelle von den Parkfeldern abgegrenzt wird. Der bren-
nende Mercedes Benz befand sich mit dem Vorderrad quasi im Feld. Die Schluss-
folgerung des BEX, wonach die Verfrachtung von Glutpartikeln bei umliegenden 
Objekten einen Glimmbrand hätte verursachen können, ist nicht zu beanstanden. 

Was die Verteidigung dagegen vorbringt, vermag diese Schlussfolgerungen nicht 
umzustossen. Die Polizeibeamten des BEX differenzierten in ihrem Bericht klar 
zwischen dem direkten Übergreifen der Flammen auf andere Objekte, was indes 
ausgeschlossen werden konnte, und der Entstehung weiterer Brände durch die 
Verfrachtung von Glimmpartikeln. Dadurch zeigten sie entgegen der Verteidigung 
konkret auf, wie eine Ausweitung des Brandes hätte vonstatten gehen können. Es 
ist auch nicht einzusehen, woraus die Verteidigung herleiten will, dass bei einem 
Autobrand keine in die Luft aufsteigenden Glimmpartikel entstünden. Diese Hypo-
these der Verteidigung ist kein Grund, an der fachkundigen Einschätzung des BEX 
zu zweifeln. Dass es an diesem Tag gemäss der Verteidigung keinen Wind gege-
ben habe, ändert daran nichts. Einerseits sind die verfügbaren Videoaufnahmen zu 
kurz, um das Windaufkommen anhand der Rauchsäule abschliessend beurteilen 
zu können. Andererseits ist fraglich, ob für die Verfrachtung von Glimmpartikeln 
starker Wind überhaupt erforderlich ist. Auch das ins Recht gelegte Dokument be-
treffend Erstalarmierung im Brandfall (pag. 1409), demzufolge Brände von freiste-
henden Autos in der leichtesten Kategorie «A1» eingestuft werden, entkräftet die 
Feststellungen des BEX nicht. Dabei handelt es sich lediglich um generelle Ein-
schätzungen möglicher Gefahrenlagen, mutmasslich zur Priorisierung von Res-
sourcen, woraus keine individuell-konkrete Einschätzung einzelner Brände möglich 
ist. Die Mutmassung des BEX über mögliche Hintergründe des Vorfalls entkräften 
die Expertise ebenfalls nicht, zumal diese klar als solche gezeichnet ist und der Be-
richt einräumt, dass keine eindeutigen Hinweise auf ein Motiv gefunden wurden. 
Insgesamt ist die appellatorische Kritik der Verteidigung am BEX-Bericht unbe-
gründet. Die Kammer sieht sich – nicht zuletzt aufgrund der verfügbaren Videoauf-
nahmen – nicht veranlasst, an deren fachkundigen Einschätzung zu zweifeln. 

Damit ist erstellt, dass der ausgebrannte Mercedes Benz einen Verkehrswert von 
CHF 4'000.00 hatte, der durch den Brand vollständig vernichtet wurde, und das 
Feuer sich durch das unkontrollierbare Verfrachten von Glimmpartikeln auf umlie-
gende Objekte hätten ausbreiten können, wobei aus Sicht der Kammer das wenige 
Meter daneben parkierte Auto dieser Gefahr besonders ausgesetzt war. Im Sinne 
allgemeiner Lebenserfahrung muss dem Beschuldigten klar gewesen sein, dass 

15

Feuer bzw. daraus entstehende Glimmpartikel das Potenzial haben, auf andere 
Objekte überzugreifen; ebenso, dass bei einem Feuer, insbesondere einem öl- und 
kunststoffgespeisten, Rauch, Russ und Schadstoffe entstehen, welche die Ge-
sundheit von Menschen in der unmittelbaren Nähe schädigen können. 

7.6 Beweisergebnis

Der Beschuldigte steckte am 27. Mai 2020 den sich im Eigentum von F.________ 
befindlichen und ihm zur Verfügung gestellten Mercedes Benz mit einem Motorenöl 
oder einem ähnlichen Öl in Brand. Das Auto geriet in Vollbrand und erlitt einen To-
talschaden. Der dem Eigentümer erwachsene Schaden beläuft sich auf rund 
CHF 4'000.00. Das Fahrzeug wurde durch die Feuerwehr gelöscht, die von der 
Mitbewohnerin des Beschuldigten alarmiert wurde. Er wusste, dass das Feuer sich 
durch die Verbreitung von Glimmpartikeln durch die Luft und die daraus resultie-
rende Entstehung von Glimmbränden an brennbaren Materialien auf umliegende 
Gebäude, Fahrzeuge und andere Objekte ausbreiten und dass durch die starke 
Rauch-, Russ- und Schadstoffbildung die Gesundheit der Menschen in der näheren 
Umgebung des Schadfeuers geschädigt werden könnte. 

8. Vorwurf der mehrfachen einfachen Körperverletzung zum Nachteil der Straf-
klägerin (Ziff. I.D.1. AKS)

8.1 Vorwurf gemäss Anklageschrift

Dem Beschuldigten wird in der Anklageschrift folgendes zum Vorwurf gemacht 
(pag. 786):

1. Einfache Körperverletzung, mehrfach begangen in mindestens drei Fällen in der Zeit von April 
2015 bis Mitte August 2015 und evtl. auch später in AF.________, L.____-strasse. 

1.1 A.________ hat C.________ umgestossen und sie mehrfach bei mindestens zwei Begebenhei-
ten mit beiden Händen von hinten gewürgt. Er hat sich dabei auf die wesentlich leichtere 
C.________ gelegt. Am Hals spürte sie dann eine Quetschung, hatte Hämatome und Schluck-
beschwerden. 

1.2 A.________ legte im Schlafzimmer eine Schranktüre auf C.________ und hat diese von vorne 
mit beiden Händen gewürgt. Dabei wurde ihr die Luft komplett abgestellt und sie fiel in Ohn-
macht. Am Hals spürte sie dann eine Quetschung, hatte Hämatome und Schluckbeschwerden. 

8.2 Urteil der Vorinstanz

Die Vorinstanz würdigte die Aussagen der Strafklägerin eingehend und benannte 
zahlreiche Realitätskriterien, zog weiter die Aussagen von G.________ bei und fol-
gerte letztlich, dass die Aussagen der Strafklägerin glaubhaft seien und der zur An-
klage gebrachte Sachverhalt erstellt sei (Ziff. III.9.4. des erstinstanzlichen Urteils-
motivs; pag. 1158 ff.). 

8.3 Vorbringen der Parteien

Die Verteidigung brachte im oberinstanzlichen Parteivortrag vor, schon aus dem 
Polizeirapport ergebe sich, dass die Kooperation der Strafklägerin zu wünschen üb-
rig lasse und sie die Polizeimeldung als Druckmittel zu verwenden versucht habe, 
wie sie es bereits in der Vergangenheit getan habe. So habe sie keine Auflistung 

16

sämtlicher Vorfälle mit dem Beschuldigten und keine Arztberichte eingereicht, wie 
sie in Aussicht gestellt habe. Es sei auch bekannt, dass sie zu dieser Zeit häufig 
Alkohol getrunken habe, weshalb ihre Aussagen besonders kritisch zu würdigen 
seien. Sie habe denn auch oftmals Erinnerungslücken gehabt, ihre Aussagen seien 
jeweils kurzgehalten und weder detailliert noch konstant. Sie habe mehrmals über-
trieben und den Beschuldigten über Gebühr belastet. Zu den konkreten Vorwürfen 
habe die Strafklägerin ausgesagt, der Beschuldigte habe sie mit beiden Händen 
von hinten gewürgt. Vor der Vorinstanz habe sie dann behauptet, er habe sie von 
vorne gewürgt. Ihre Schilderung über den angeblichen Vorfall mit der Schranktür 
sei zudem realitätsfern. G.________ sei bekanntlich ihr Sprachrohr; seine Aussa-
gen würden daher nichts zur Feststellung des Sachverhalts ergeben. Im Übrigen 
seien die Vorwürfe bereits rechtskräftig eingestellt. Darüber hinaus hätte die Polizei 
im damaligen Verfahren bereits Kenntnis von den vorliegenden Vorwürfen gehabt, 
wenn sie der Wahrheit entsprechen würden (pag. 1429 f.). 

Die Generalstaatsanwaltschaft brachte hingegen vor, es könne auf die zutreffenden 
vorinstanzlichen Erwägungen verwiesen werden. Die Strafklägerin habe realitäts-
nah und detailliert ausgesagt, wie der Beschuldigte sie umgestossen und gewürgt 
habe. Sie habe Erinnerungslücken unumwunden eingestanden. Ihre Schilderungen 
würden zudem glaubhaft wirken, da sie auch die Folgen der Vorfälle beschrieben 
habe; so etwa, dass sie nicht mehr habe schlucken können. Ausserdem sei der be-
schriebene Vorfall mit der auf sie gelegten Schranktüre originell und sicherlich nicht 
erfunden. Ferner habe sie die Vorfälle zeitlich eingeordnet. Aus den Akten sei auch 
bekannt, dass es auch in anderen Beziehungen zu häuslicher Gewalt gekommen 
sei, mithin habe der Beschuldigte auch D.________ gewürgt. Entgegen der Vertei-
digung seien die vorliegenden Vorwürfe nicht Gegenstand des älteren Verfahrens 
gewesen. Daher seien sie auch nicht rechtskräftig eingestellt worden (zum Ganzen 
pag. 1433 f.). 

8.4 Bestrittener und unbestrittener Sachverhalt

Der Beschuldigte bestreit die zur Anklage gebrachten Vorwürfe vollumfänglich. 

8.5 Beweiswürdigung

Hinsichtlich des von der Verteidigung aufgeworfenen Verfahrenshindernisses wird 
auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen (Ziff. III.9.2. des erstin-
stanzlichen Urteilsmotivs; pag. 1157 f.):

Zunächst ist zu bemerken, dass das Verfahren EO 16 3918 wegen wiederholten Tätlichkeiten in der 
Zeit vom 05.06.2015 und 16.04.2016 zwischen den Parteien mit Verfügung vom 27.02.2017 einge-
stellt wurde (p. 282 f.). Die entsprechenden Akten wurden ediert (p. 599 f.). Dabei handelt es sich 
nach Ansicht des Gerichtes um andere Vorfälle als jene gemäss Ziff. D.1 der Anklageschrift:

Dem Anzeigerapport vom 06.07.2016 lässt sich entnehmen, dass es um Vorfälle vom 05.06.2015, 
16.08.2015 und 27.03.2016 ging. Gemäss Meldeformular Häusliche Gewalt vom 22.06.2015 waren 
am 05.06.2015 das Aussperren aus der Wohnung, Tätlichkeiten und Drohungen Thema. Betreffend 
den 16.08.2015 ist im Meldeformular Häusliche Gewalt vom 17.08.2015 vermerkt, dass es um Sach-
beschädigungen in der Wohnung, ein Umstossen und gegenseitige Bedrohung mit dem Messer ge-
gangen sei. Entsprechend äusserte C.________ in ihrer Einvernahme vom 25.04.2016 auch, dass 
der Beschuldigte ihr ein Küchenmesser an ihren Hals gehalten habe. Der Vorfall vom 27.03.2016 fällt 

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sodann nicht mehr in den vorliegend zu beurteilenden Tatzeitraum, zudem wurde seitens C.________ 
in ihrer Einvernahme vom 25.04.2016 ein Schubsen und Schlagen geltend gemacht. Es gibt folglich 
keinen Hinweis, dass die vorliegend zu beurteilenden Würgevorfälle damals zur Diskussion standen. 
Die Polizei rückte wegen Akutereignissen aus. Es erscheint denn auch nachvollziehbar, dass keine 
Schilderungen zu den Würgevorfällen erfolgten, gaben doch konkrete andere Vorfälle Anlass zum 
Ausrücken der Polizei und standen im Mittelpunkt. Zudem wäre bei deren Schilderung wohl klar ge-
wesen, dass es sich nicht um Tätlichkeiten handeln würde und [es] wären explizit einfache Körperver-
letzungen aufgeführt worden. 

Diesen Ausführungen schliesst sich die Kammer vollumfänglich an. Eine rechts-
kräftige Einstellung hinsichtlich der vorliegenden Vorwürfe liegt nicht vor. 

Die Strafklägerin begab sich am 30. Januar 2019 zur Polizei und erstatte Anzeige 
gegen den Beschuldigten (pag. 262 ff.). Auslöser der Polizeimeldung waren offen-
sichtlich die Ereignisse der Tage zuvor (dazu E. 9 unten). In der polizeilichen Be-
fragung vom 27. Februar 2019 sagte sie aus, es habe bereits seit dem Jahr 2015 
Vorfälle mit dem Beschuldigten gegeben. Sie könne nicht alle beschreiben, es sei 
etwa jeden zweiten Tag zu einem Problem gekommen und die Polizei habe oft aus-
rücken müssen (pag. 468, Z. 233 f.). Im damaligen Verfahren habe sie nicht alles 
erzählt; der Beschuldigte habe sie immer wieder von hinten gewürgt, das habe sie 
nicht erzählt (pag. 468, Z. 244 f.). Sie habe nicht gezählt, wie oft das vorgefallen 
sei; er habe sie jeweils zuerst umgestossen, sich mit seinem Gewicht auf sie gelegt 
und sie dann meistens mit beiden Händen von hinten gewürgt (pag. 468, 
Z. 250 ff.). Einmal sei sie aber im Schlafzimmer von vorne gewürgt worden; das sei 
speziell gewesen, weil der Beschuldigte eine Schranktür auf sie gelegt und sich auf 
diese draufgelegt habe (pag. 468, Z. 250 ff.). Gewürgt habe er sie jeweils mit blos-
sen Händen, wobei er ihr die Luft vollständig abgestellt habe (pag. 468, Z. 259). In-
folge des Würgens sei sie einmal ohnmächtig geworden, nämlich damals, als sie 
von vorne gewürgt worden sei (pag. 469, Z. 288 f.). Sie habe jeweils unter Schock 
gestanden und dies nie jemandem gemeldet und sich auch nie wegen des Wür-
gens in ärztliche Behandlung begeben (pag. 469, Z. 304). Sie habe jeweils Mühe 
beim Schlucken gehabt (pag. 469, Z. 310). Anlässlich einer weiteren Einvernahme 
bei der Polizei gab die Strafklägerin an, der erste Würgevorfall habe sich bereits 
vier Tage nach der Hochzeit ereignet (pag. 485, Z. 381 ff.). 

An der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 5. Dezember 2019 präzisierte 
die Strafklägerin, dass sich die Würgevorfälle in AF.________ ereignet hätten 
(pag. 508, Z. 244). Sie habe immer Angst und Druck verspürt und habe mit nie-
manden über die Vorfälle gesprochen (pag. 508, Z. 248 f.). Der erste Vorfall sie vier 
Tage nach der Hochzeit gewesen und in der Folge sei es sehr oft, sicher mehr als 
fünf Mal, vorgekommen (pag. 508, Z. 264 f.). Auf Frage sagte sie aus, sie sei ein 
paar Mal ohnmächtig geworden, relativierte diese Aussage aber sogleich wieder 
(pag. 509, Z. 279 und Z. 286 f.). Im Übrigen bestätigte sie, dass sie wegen des 
Würgens nie beim Arzt gewesen sei und sie Schmerzen beim Schlucken gehabt 
habe (pag. 508, Z. 291 und Z. 298 ff.). 

Vor der Vorinstanz erklärte die Strafklägerin, sie habe die Vorfälle bis jetzt nie ge-
meldet, weil sie Angst gehabt habe (pag. 991, Z. 21 f.). Es habe mehr als fünf Vor-

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fälle gegeben, aber sie habe nie nachgerechnet (pag. 991, Z. 33). Sie sei von vor-
ne und von hinten gewürgt worden (pag. 991, Z. 37 ff.). 

Der Beschuldigte verweigerte zu diesem Vorwurf hingegen die Aussage 
(pag. 537 ff.; pag. 553 ff.; pag. 979, Z. 4 ff.; pag. 1424, Z. 1 f. und Z. 6 f.). 

Die Kammer schliesst sich dem vorinstanzlichen Beweisergebnis vollumfänglich 
an. Die Aussagen der Strafklägerin blieben im Kern konstant und es sind entgegen 
der Verteidigung trotz des vergleichsweise langen Zeitablaufs keine nennenswer-
ten Widersprüche erkennbar. So sagte sie von Anfang an aus, sie sei wegen des 
Würgens nie in ärztlicher Behandlung gewesen, sodass auch keine Arztberichte 
vorliegen können (pag. 469, Z. 304; pag. 508, Z. 291). Ferner stellte die Strafkläge-
rin klar, dass sie meistens von hinten gewürgt worden sei (pag. 468, Z. 244 f.). 
Damit schloss sie keinesfalls aus, dass sie auch vereinzelt von vorne gewürgt wor-
den sei, wie sie später vor der Vorinstanz aussagte (pag. 991, Z. 37 ff.). Es ist ge-
richtsnotorisch, dass es Opfern wiederholter häuslicher Gewalt üblicherweise 
schwerfällt, einzelne Vorfälle detailliert zu beschreiben. Bei einer Vielzahl von Vor-
fällen kann daher keine einlässliche Schilderung jedes einzelnen Vorfalls erwartet 
werden. In diesem Sinne bemerkte die Strafklägerin selbst treffend, sie könne nicht 
auf jeden einzelnen Vorfall mit dem Beschuldigten eingehen (pag. 468, Z. 233). 
Hingegen beschrieb sie den musterhaften Ablauf der Vorfälle relativ detailliert. Sie 
sei jeweils umgestossen worden, der Beschuldigte habe sich mit seinem Gewicht 
auf sie gelegt, sie gewürgt und ihr die Luft vollständig abgedrückt, habe aber immer 
gewusst, wann er aufhören müsse. Ferner vermochte sie die Vorfälle im Ansatz 
räumlich und zeitlich glaubhaft einzuordnen; es habe vier Tage nach der Hochzeit 
angefangen und sei immer in der damaligen Wohnung in AF.________ passiert. 
Besonders glaubhaft wirkt sodann, dass die Strafklägerin einen Einzelvorfall, den 
sie als speziell empfunden habe, zu Protokoll gab. Es erscheint originell, dass der 
Beschuldigte die Strafklägerin mithilfe einer Schranktür am Boden festgesetzt und 
sie dann gewürgt habe. Eine derartige Schilderung wäre nicht zu erwarten, wenn 
die Vorwürfe erfunden wären. Derartige originelle Schilderungen werden 
grundsätzlich zugunsten der Glaubhaftigkeit gewertet. Die Verteidigung zeigte hin-
gegen nicht auf, weshalb die Schilderung lebensfremd sei und ein Lügensignal 
darstelle.  

Soweit die Verteidigung vorbringt, die Strafklägerin habe in anderen Bereichen 
nicht immer die Wahrheit gesagt und in der fraglichen Zeit Alkohol getrunken, zielt 
ihre Argumentation auf die Glaubwürdigkeit der Strafklägerin als Person ab. Damit 
verkennt die Verteidigung, dass der allgemeinen Glaubwürdigkeit im Sinne einer 
dauerhaften personalen Eigenschaft einer Person nach der Rechtsprechung kaum 
mehr relevante Bedeutung zukommt (BGE 147 IV 534 E. 2.3.3; 133 I 33 E. 4.3 mit 
weiteren Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 6B_257/2020, 6B_298/2020 vom 
24. Juni 2021 E. 5.4.3). Weitaus bedeutender ist die Glaubhaftigkeit der konkreten 
Aussagen, woran vorliegend aus den aufgezeigten Gründen keine Zweifel beste-
hen. 

Weiter ist zu bemerken, dass die von der Strafklägerin beschriebenen Gewaltan-
wendungen keinen Einzelfall darstellen. Die Vorinstanz erachtete es als erstellt, 
dass der Beschuldigte auch D.________ bei mehreren Gelegenheiten würgte 

19

(Ziff. III.5.3. und Ziff. III.7.3. des erstinstanzlichen Urteilsmotivs; pag. 1141 ff. bzw. 
pag. 1147 ff.) – wobei der Beschuldigte die entsprechenden Schuldsprüche akzep-
tierte. Wenn die Strafklägerin ihre Vorwürfe erfunden hätte, dann wäre es ein aus-
sergewöhnlicher Zufall, dass sie spezifische Gewaltanwendungen beschrieb, die 
der Beschuldigte gegenüber einer anderen Beziehungspartnerin erstelltermassen 
anwendete. Ein derartiger Zufall kann indessen mit Blick auf das Aussageverhalten 
der Strafklägerin ausgeschlossen werden. 

Es kommt hinzu, dass die Schilderungen der Strafklägerin in glaubhafter Weise 
durch G.________ gestützt werden. Dieser sagte in freier Erzählung und ohne ent-
sprechenden Vorhalt aus, ein Schrank in der Wohnung der Strafklägerin habe kei-
ne Tür gehabt, weil der Beschuldigte die Strafklägerin damit «beschädigt» habe 
(pag. 455, Z. 84 f.). Vor der Vorinstanz erläuterte er auf Frage, dass sie ihm dies 
erzählt habe (pag. 1004, Z. 42 ff.). Er habe den Vorfall nicht selbst wahrgenommen 
und habe das auch nie behauptet (pag. 1005, Z. 1 f.). Es mag zutreffen, dass 
G.________ aufgrund seiner langjährigen freundschaftlichen Beziehung zur Straf-
klägerin grundsätzlich für sie Partei ergreifen würde, wie die Verteidigung impliziert. 
Jedoch ist nicht ersichtlich, dass die Beiden ihre Aussagen aufeinander abgestimmt 
haben. In diesem Fall wäre nämlich zu erwarten, dass G.________ präzisere An-
gaben über den konkreten Vorfall mit der Schranktüre gemacht hätte. Er gab je-
doch offensichtlich lediglich wieder, was er aus dem von der Strafklägerin seiner-
zeit Gehörten verstand bzw. woran er sich noch erinnern konnte. Dass die Straf-
klägerin ihrem Freund G.________ bereits früher von dem Vorfall berichtete, 
spricht ebenfalls für die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen. 

Aus diesen Gründen ist der zur Anklage gebrachte Sachverhalt erstellt. Im Sinne 
der Anklageschrift ist von mindestens zwei Würgevorfällen zusätzlich zum Vorfall 
mit der Schranktüre auszugehen. 

8.6 Beweisergebnis

Der Beschuldigte hat die Strafklägerin, seine Ehefrau, mit der er zu dieser Zeit in 
AF.________ zusammenlebte, im Zeitraum von April 2015 bis Mitte August 2015 
mindestens zwei Mal umgestossen, sich mit seinem Gewicht auf sie gelegt und sie 
von hinten mit beiden Händen gewürgt. Dadurch drückte er ihr die Luft jeweils 
vollständig ab, hörte aber mit dem Würgen auf, bevor die Strafklägerin das Be-
wusstsein verloren hätte. Sie verspürte in der Folge jeweils Schluckbeschwerden 
und hatte Hämatome am Hals. 

Weiter legte der Beschuldigte zu einem unbekannten Zeitpunkt innerhalb des er-
wähnten Zeitraums im Schlafzimmer eine Schranktür auf die Strafklägerin, legte 
sich auf die Schranktür und würgte sie mit beiden Händen von vorne. Auch nach 
diesem Vorfall verspürte die Strafklägerin Schluckbeschwerden und hatte Häma-
tome am Hals. 

20

9. Vorwürfe der Drohung, Nötigung, Sachbeschädigung und Sachentziehung 
zum Nachteil der Strafklägerin (Ziff. I.D.2. bis I.D.5. AKS)

9.1 Vorwurf gemäss Anklageschrift

Dem Beschuldigten wird in der Anklageschrift folgendes zum Vorwurf gemacht 
(pag. 786 f.):

2. Drohung, begangen am 28. Januar 2019 (oder kurze Zeit vor- oder nachher) in AE.________, 
M.____-weg.

A.________ äusserte sich anlässlich der Auseinandersetzung dahingehend, dass er 
C.________ «kaputt machen und ihre Erinnerung weg nehmen werde». Zudem drohte er an, sie 
zu schlagen. Diese Ausführungen versetzten C.________ in Angst und Schrecken. 

3. Nötigung, evtl. Versuch dazu, evtl. mehrfach begangen am 28. Januar 2019 (oder kurze Zeit 
vor- oder nachher) in AE.________, M.____-weg.

A.________ forderte C.________ laut und ultimativ auf, ihm ihr Handy auszuhändigen. Sie lehn-
te es ab. Er schrie sie dann weiter an, dass er das Handy wolle und fragte, ob er es ihr (mit Ge-
walt) nehmen solle. C.________ befürchtete (erneut) geschlagen zu werden und händigte ihm 
ihr Handy aus. A.________ sagte anlässlich der Auseinandersetzung zu C.________ auch, dass 
sie tot sei, falls sie die Polizei benachrichtigen werde. Er wollte sie damit von der Einreichung ei-
ner Anzeige abhalten.  

4. Sachbeschädigung, begangen am 28. Januar 2019 (oder kurze Zeit vor- oder nachher) in 
AE.________, M.____-weg.

A.________ zerstörte mit einem behändigten Baseballschläger einen wertvollen und grösseren 
Spiegel von C.________ im Wert von einigen Tausend Franken. Deliktsbetrag mindestens 
CHF 2'000.00.

5. Sachentziehung (evtl. teilweise Diebstahl), begangen am 28. Januar 2019 (oder kurze Zeit vor- 
oder nachher) in AE.________, M.____-weg.

A.________ behändigte in der Wohnung von C.________ diverse Kleider (insbesondere auch 
von der Hochzeit), Schmuck und insbesondere den PC, Laptop, enthaltend viele gespeicherte 
Bilder (Fotos), und auch das Handy. Der Wert der behändigten Sachen lag bei insgesamt 
CHF 5'000.00 bis CHF 7'000.00. 

9.2 Urteil der Vorinstanz

Die Vorinstanz erwog, dass die Aussagen der Strafklägerin zahlreiche Realitätskri-
terien enthalten würden, sie insbesondere detailreich ausgesagt und eine räumlich-
zeitliche Einordnung vorgenommen habe, und stufte die teilweisen Geständnisse 
des Beschuldigten als glaubhaft ein. Sie folgerte, dass die zur Anklage gebrachte 
Drohung und Nötigung auf unterschiedlichen Stockwerken stattgefunden hätten 
und nicht miteinander zusammenhängen würden, sowie dass der zerstörte Spiegel 
einen Wert von mehr als CHF 300.00 gehabt habe. Weiter habe der Beschuldigte 
der Strafklägerin diverse Kleider, darunter das Hochzeitskleid, Schmuck, den Lap-
top und ihr Mobiltelefon aus der Wohnung mitgenommen, wobei der Wert dieser 
Sachen über CHF 300.00 liege (zum Ganzen Ziff. III.10.3. des erstinstanzlichen Ur-
teilsmotivs; pag. 1162 ff.). 

21

9.3 Vorbringen der Parteien

Zu den Vorbringen der Verteidigung kann vorab auf die Ausführungen in E. 8.3 
oben verwiesen werden. Weiter machte die Verteidigung im oberinstanzlichen Par-
teivortrag betreffend die Vorwürfe der Drohung und der Nötigung geltend, die Straf-
klägerin habe zunächst ausgesagt, sie sei in der Wohnung oben bedroht worden 
(pag. 331, Z. 207). Vor der Vorinstanz habe sie hingegen behauptet, der Vorfall 
habe sich unten in der Garage abgespielt (pag. 992, Z. 5 f.), wobei sie ihre Version 
bei Verlesen des Protokolls erneut geändert habe (pag. 992, Z. 8 f.). Wenn sie be-
haupte, sie habe nach dem Vorfall sogleich den Schlüssel geholt und sich in der 
leerstehenden Wohnung eingeschlossen (pag. 290), bleibe für die behauptete Dro-
hung in der Küche kein Raum. Ausserdem habe sie vor der Vorinstanz ihrer an-
fänglichen Schilderung, wonach sie zunächst die Herausgabe des Mobiltelefons 
verweigert habe (pag. 290), ebenfalls widersprochen (pag. 992, Z. 20 ff.). Aufgrund 
dieser Widersprüche könne nicht auf ihre Aussagen abgestellt werden. Betreffend 
den Vorwurf der Sachbeschädigung sei lediglich der Wert des beschädigten Spie-
gels fraglich; eine Spiegelfläche dieser Grösse koste ca. CHF 250.00. Daher liege 
der verursachte Schaden unter dem Betrag von CHF 300.00 und sei geringfügig. 
Betreffend den Vorwurf der Sachentziehung habe der Beschuldigte lediglich die 
Mitnahme des Hochzeitskleids zugestanden. Die Behauptungen der Strafklägerin 
seien nicht stimmig; so sei nicht einzusehen, wozu der Beschuldigte beispielsweise 
Damenschuhe an sich hätte nehmen sollen. Die Strafklägerin habe keine Auflistung 
sämtlicher abhanden gekommener Gegenstände eingereicht, sodass auf die Aus-
sagen des Beschuldigten abzustellen sei (zum Ganzen pag. 1430 f.). 

Die Generalstaatsanwaltschaft brachte im oberinstanzlichen Parteivortrag vor, die 
Vorinstanz habe zurecht auf die Aussagen der Strafklägerin abgestellt. Diese habe 
die Vorfälle zeitlich und räumlich einordnen und an der erstinstanzlichen Hauptver-
handlung klären können, was in der Garage und was in der Küche vorgefallen sei. 
Dass der Beschuldigte den Schuldspruch wegen Beschimpfung akzeptiert habe, 
belege, dass es zu einer verbalen Auseinandersetzung mit der Strafklägerin ge-
kommen sei. Es sei nicht realistisch, dass die Strafklägerin sämtliche weiteren 
Vorwürfe erfunden habe. Ausserdem sei klar, dass der verursachte Schaden am 
Spiegel den Betrag von CHF 300.00 übersteige; gleichermassen übersteige die 
Sachentziehung diesen Deliktsbetrag, selbst wenn der Beschuldigte nur das Hoch-
zeitskleid an sich genommen hätte, wie er es eingestanden habe (zum Ganzen 
pag. 1434). 

9.4 Bestrittener und unbestrittener Sachverhalt

Hinsichtlich der Vorwürfe der Drohung und der Nötigung (Ziff. I.D.2. und I.D.3. 
AKS) ist der zur Anklage gebrachte Sachverhalt vollumfänglich bestritten. 

Betreffend den Vorwurf der Sachbeschädigung (Ziff. I.D.4 AKS) gestand der Be-
schuldigte ein, mit einem Baseballschläger auf einen Spiegel der Strafklägerin ein-
geschlagen und die Spiegelfläche zerstört zu haben (pag. 979, Z. 22; pag. 1035; 
pag. 1424, Z. 10 f.). Strittig ist hingegen die Höhe des verursachten Schadens. 
Zum Vorwurf der Sachentziehung (Ziff. I.D.5. AKS) gestand der Beschuldigte ein, 
das Hochzeitskleid der Strafklägerin behändigt zu haben (pag. 1035; pag. 1424, 

22

Z. 23). Strittig ist einerseits der Wert des Kleides sowie, ob der Beschuldigte auch 
weitere Gegenstände aus der Wohnung mitnahm. 

9.5 Beweiswürdigung

Die Vorwürfe beziehen sich allesamt auf den Zeitraum vom 26. Januar 2019 bis 
29. Januar 2019, während dem sich der Beschuldigte zeitweise in der Wohnung 
der Strafklägerin aufhielt, wie sich aus seiner schriftlichen Eingabe (pag. 1035) und 
seinen teilweisen Zugeständnissen ergibt. 

9.5.1 Vorwurf der Nötigung

Für die Kammer ist kein Grund ersichtlich, von den glaubhaften Aussagen der 
Strafklägerin zu diesem Vorwurf abzuweichen. Sie fasste anlässlich ihrer Erstaus-
sagen vom 27. Februar 2019 den mehrtägigen Aufenthalt des Beschuldigten in ih-
rer Wohnung in freier Erzählung zusammen (pag. 465 f., Z. 99 ff.). Nachdem er 
sich zwei oder drei Tage lang ruhig verhalten habe (pag. 465, Z. 102 ff.), habe er 
sie in der Garage angeschrien und von ihr verlangt, ihr Mobiltelefon auszuhändigen 
(pag. 466, Z. 118 ff.). Nachdem sie ihm «Nein» gesagt habe, habe er sie weiter an-
geschrien und ihr gesagt, sie solle es sofort aushändigen (pag. 465, Z. 119 ff.). Sie 
habe Angst gehabt und ihm das Mobiltelefon nicht aushändigen wollen; da habe er 
sie gefragt, ob sie es ihm gebe oder er es nehmen solle (pag. 466, Z. 120 ff.). Sie 
habe gewusst, was auf sie zukomme; weil sie nicht erneut ins Spital habe gehen 
wollen, habe sie das Mobiltelefon ausgehändigt (pag. 466, Z. 122 ff.). Ausserdem 
habe er ihr gesagt, sie sei tot, wenn sie die Polizei informieren würde (pag. 468, 
Z. 213 f.). Deshalb habe sie sich bislang nicht getraut, dies anzuzeigen (pag.  468, 
Z. 212 f.). 

In der Folge blieben ihre Aussagen konstant. Gegenüber der Staatsanwaltschaft 
bestätigte sie, dass sie dem Beschuldigten ihr Mobiltelefon ausgehändigt habe, 
nachdem er sie angeschrien habe; sie habe es ihm einfach gegeben, weil er ihr 
physisch überlegen sei (pag. 505, Z. 133 und Z. 136 f.). Vor der Vorinstanz präzi-
sierte sie auf Nachfrage, dass der Vorfall mit dem Mobiltelefon in der Garage, zeit-
lich vor der Drohung (dazu sogleich E. 9.5.2 unten) passiert sei (pag. 992, Z. 12 ff.). 
Sie habe nicht gewollt, dass er sie schlage (pag. 992, Z. 14 f.). Sie habe es ihm so-
fort gegeben; es sei auch eine andere Person anwesend gewesen, die diesen Vor-
fall bezeugen könne (pag. 992, Z. 20 ff.). Weiter bestätigte sie, dass der Beschul-
digte ihr gesagt habe, sie sei tot, wenn sie die Polizei informiere (pag. 992, Z. 31 f.). 

Die Aussagen der Strafklägerin erhellen, dass der beschriebene Vorfall Teil einer 
verbalen Auseinandersetzung war, die ein dynamisches Geschehen bildete und 
sich in ihrer Wohnung und der Garage abspielte. Bei diesen Gegebenheiten ist es 
möglich, dass nach einem Zeitablauf von rund 2 Jahren nicht mehr jede Aussage 
räumlich genau eingeordnet werden kann. Dass die Strafklägerin vor der Vor-
instanz zunächst aussagte, der Beschuldigte habe ihr Mobiltelefon oben in der 
Küche verlangt und ihr andernfalls mit Schlägen gedroht, tut der Glaubhaftigkeit ih-
rer Aussagen keinen wesentlichen Abbruch. Zudem kann angesichts der Überset-
zung verbunden mit der eher umständlich formulierten Frage (pag. 992, Z. 1 ff.) 
nicht ausgeschlossen werden, dass diese zunächst missverstanden wurde. In der 

23

Folge stellte die Strafklägerin jedenfalls klar, dass sie das Mobiltelefon in der Gara-
ge ausgehändigt habe.  

Zentral für die Glaubhaftigkeit dieser Ausführungen ist, dass die Strafklägerin in der 
Folge tatsächlich keinen Zugang zu ihrem Mobiltelefon mehr hatte. G.________, 
der bei diesem Vorfall nicht anwesend war, sagte aus, er sei an diesem Tag von 
der Strafklägerin über Facebook kontaktiert worden (pag. 450, Z. 71 f.). Dies sei 
ungewöhnlich gewesen, normalerweise würden weder er noch die Strafklägerin 
Facebook nutzen (pag. 450, Z. 72 ff.). Seine Vermutung, wonach die Strafklägerin 
ihn über Facebook kontaktiert habe, weil sie ihr Mobiltelefon nicht zur Hand hatte, 
erscheint überaus einleuchtend. Weiter enthalten die Aussagen der Strafklägerin 
zahlreiche Schilderungen über innere Vorgänge, was klassische Realitätskriterien 
sind. So habe sie beispielsweise gewusst, was bei einer Weigerung auf sie zu-
komme, habe Angst gehabt, nicht erneut ins Spital gewollt und das Mobiltelefon 
daher ausgehändigt. Die von der Verteidigung ins Feld geführten Widersprüche 
lassen aus diesen Gründen keine Zweifel an der Glaubhaftigkeit der Aussagen der 
Strafklägerin aufkommen. 

Der Beschuldigte verweigerte auch zu diesem Vorwurf die Aussage. Dabei wäre es 
ihm zumutbar gewesen, eine alternative Sachverhaltsdarstellung zu offerieren und 
so die Vorwürfe substantiiert zu bestreiten. An seinen schriftlich zu den Akten ge-
gebenen Ausführungen, wonach er sich am Abend des 28. Januar 2019 auf Einla-
dung der Strafklägerin zu ihr begeben habe, um über die beabsichtigte Scheidung 
zu diskutieren, muss gezweifelt werden (pag. 1035). Es scheint nicht schlüssig, 
dass die Strafklägerin – insbesondere nach den erstellten Vorfällen im Jahr 2015 
(E. 8.6 oben) – den Beschuldigten zu sich nach Hause einladen würde, nur um ihm 
mitzuteilen, dass sie kein Interesse an einer Scheidung habe. Darüber hinaus er-
gibt sich aus den Aussagen von G.________, N.________ und der Strafklägerin, 
dass sich der Beschuldigte mehrere Tage in der Wohnung aufhielt (pag. 449, 
Z. 35 ff.; pag. 437, Z. 67; pag. 465, Z. 99 ff.). Es versteht sich von selbst, dass ein 
blosser Besuch, um über eine Scheidung zu diskutieren, nicht mehrere Tage dau-
ern würde. 

Hinsichtlich der Vorbringen der Verteidigung zur Glaubwürdigkeit der Strafklägerin 
kann auf das bereits Ausgeführte verwiesen werden (E. 8.5 oben). Auch die übri-
gen Vorbringen überzeugen nicht. Die Strafklägerin sagte anlässlich ihrer Erstbe-
fragung in freier Erzählung klar aus, dass sie nach dem Vorfall in der Garage 
zunächst in ihrer Wohnung den Schlüssel für die leerstehende darunter liegende 
Wohnung, in der sie sich anschliessend einschloss, holen musste (pag. 466, 
Z. 124 ff.). Dieser Vorgang lässt entgegen der Verteidigung genügend Zeit für eine 
weitere verbale Auseinandersetzung mit dem Beschuldigten in der Küche (entspre-
chend pag. 994, Z. 32 ff.). 

Somit wird, wie eingangs erwähnt, auf die Aussagen der Strafklägerin abgestellt. 
Dass ihr Mitbewohner, N.________, der den Beschuldigten als aggressiv beschrieb 
(pag. 436, Z. 46 und Z. 49) und angab, sich vor ihm zu fürchten (pag. 438, Z. 109), 
keine Details zu Protokoll geben konnte oder wollte, steht dem nicht entgegen. Ei-
nerseits wurde er erst über ein Jahr nach dem Vorfall einvernommen. Andererseits 

24

ist denkbar, dass er aus Furcht vor dem Beschuldigten keine detaillierten Angaben 
machen wollte. So oder anders ist der zur Anklage gebrachte Sachverhalt erstellt. 

9.5.2 Vorwurf der Drohung 

Es gibt – auch bei diesem Vorwurf – keinen Grund, von den glaubhaften Aussagen 
der Strafklägerin abzuweichen. Vorab ist darauf hinzuweisen, dass der Beschuldig-
te den erstinstanzlichen Schuldspruch wegen Beschimpfung zum Nachteil der 
Strafklägerin akzeptiert hat. Dadurch gestand er eine verbale Auseinandersetzung 
mit der Strafklägerin implizit ein. Die Strafklägerin sagte während des gesamten 
Verfahrens konstant aus, der Beschuldigte habe ihr gesagt, dass er sie kaputt ma-
chen werde und ihr ihre Erinnerungen wegnehmen würde (pag. 467, Z. 208 ff.; 
pag. 507, Z. 214; pag. 991, Z. 45 f.). Auch habe er ihr bereits mehrmals mit Schlä-
gen gedroht (pag. 467 f., Z. 211 f.). Wegen seines Drogenkonsums wisse er selber 
nicht mehr, was er tue (pag. 468, Z. 219 ff.). Anlässlich ihrer Erstaussagen diffe-
renzierte sie klar zwischen diesen Äusserungen des Beschuldigten und dem Vorfall 
mit dem Mobiltelefon. Vor der Vorinstanz präzisierte sie auf Frage, dass der Be-
schuldigte diese Äusserungen in der Küche getätigt hatte (pag. 992, Z. 27 ff.). 

Die beschriebenen Drohungen, namentlich dass der Beschuldigte ihre Erinnerun-
gen wegnehmen und sie «kaputt» machen würde, erscheinen äusserst spezifisch 
und originell, was keinen Zweifel an der Glaubhaftigkeit belässt. Mit Verweis auf 
das bereits Gesagte (E. 9.5.1 oben) wird daher auf ihre Aussagen abgestellt. Darü-
ber hinaus besteht auch kein Zweifel, dass die Strafklägerin durch die Äusserun-
gen, wie sie aussagte, in Angst und Schrecken versetzt wurde und dem Beschul-
digten diese Auswirkungen bekannt gewesen sein müssen. 

9.5.3 Vorwurf der Sachbeschädigung

Der Beschuldigte bestreitet nicht, in der Wohnung der Strafklägerin mit einem Ba-
seballschläger einen Spiegel zerstört zu haben (pag. 979, Z. 22; pag. 1035; 
pag. 1424, Z. 10 f.; ebenso pag. 466, Z. 145). Strittig ist einzig der verursachte 
Schaden. Die Strafklägerin erklärte, dass sie den Spiegel nicht selbst gekauft, son-
dern erhalten habe und sie nicht genau wisse, was er gekostet habe (pag. 993, 
Z. 23 und Z. 32 f.). Ihre Schätzungen zum Kaufwert variieren von CHF 1'500.00 bis 
CHF 6'000.00 (pag. 446, Z. 152; pag. 99, Z. 39). 

Auf den von der Strafklägerin zu den Akten gegebenen Bildaufnahmen ist ersicht-
lich, dass der Spiegel eine beachtliche Grösse hat und lediglich die Spiegelfläche 
zerstört wurde, der Spiegelrahmen hingegen unversehrt blieb (pag. 491 ff.). Der 
entstandene Schaden ist daher primär anhand der Spiegelfläche zu bestimmen. 
Der Verteidigung kann zwar gefolgt werden, dass die Beschaffung einer neuen 
Spiegelfläche der entsprechenden Grösse alleine den Betrag von CHF 300.00 wohl 
nicht übersteigt. Allerdings entspricht es der allgemeinen Lebenserfahrung, dass 
die Montur einer neuen Spiegelfläche in den vorgesehenen Rahmen nicht unwe-
sentlichen Aufwand und mithin Kosten generieren würde. Dadurch überstiege die 
Reparatur des Spiegels den Betrag von CHF 300.00 ohne jeden Zweifel. 

Darüber hinaus ist nicht ersichtlich, dass der Wille des Beschuldigten spezifisch auf 
die Verursachung eines geringfügigen Schadens gerichtet war. Ein Schlag mit ei-
nem Baseballschläger gegen einen grossen Spiegel kann leichthin Schäden am 

25

Spiegelrahmen verursachen und die resultierenden Glasscherben können umlie-
gende Gegenstände und Möbel beschädigen, wodurch der Schaden die Grenze 
der Geringfügigkeit ohne weiteres überschritten hätte. Hätte der Beschuldigte spe-
zifisch beabsichtigt, einen geringfügigen Schaden zu verursachen, hätten sich ihm 
in der Wohnung geeignetere Ziele geboten. 

Damit ist der zur Anklage gebrachte Sachverhalt erstellt, wobei von einem verur-
sachten Schaden von mehr als CHF 300.00 ausgegangen wird. 

9.5.4 Vorwurf der Sachentziehung

Wie erwähnt, gestand der Beschuldigte ein, das Hochzeitskleid der Strafklägerin 
behändigt und aus der Wohnung geschafft zu haben (pag. 1035; pag. 1424, Z. 23). 
Die Strafklägerin sagte derweil aus, der Beschuldigte habe zusätzlich ihr Mobiltele-
fon, ihren Laptop mit Bildern und Aufzeichnungen, Schmuck sowie Kleider mitge-
nommen (pag. 465, Z. 105 ff.; pag. 504, Z. 103 f.; pag. 505, Z. 161). Prinzipiell wei-
sen die Aussagen der Strafklägerin auch in diesem Punkt mehrere Realitätskriteri-
en auf, wie die Vorinstanz zutreffend erkannte. Insbesondere die Priorisierung nach 
wichtigeren und weniger wichtigen Gegenständen wirkt lebensnah. Indes sind eini-
ge, nicht zu vernachlässigende Lücken in den verfügbaren Beweismitteln ersicht-
lich. So bleibt nach den Angaben der Strafklägerin unklar, wie sie, als sie sich zum 
Schutz vor dem Beschuldigten in einer leeren Wohnung eingeschlossen hatte, oh-
ne Mobiltelefon, das der Beschuldigte ihr nach dem oberinstanzlichen Beweiser-
gebnis abgenommen hatte, G.________ per Facebook kontaktieren konnte. Zu-
mindest ein elektronisches Gerät mit einer Internetverbindung muss ihr zur Verfü-
gung gestanden haben, wobei zumindest nicht ausgeschlossen werden kann, dass 
es sich dabei um ihren angeblich abhanden gekommenen Laptop handelte. Be-
zeichnenderweise erwähnte die Strafklägerin diesen an der staatsanwaltschaftli-
chen Einvernahme auch erst auf Nachfrage hin (pag. 505, Z. 158; pag. 506, 
Z. 163 f.). Über den abhanden gekommenen Schmuck machte sie keinerlei präzi-
sierende Angaben, ausser dass es sich um «nicht so viel», aber teilweise hochwer-
tigen Schmuck gehandelt habe (pag. 505, Z. 161). Indes müssen zur Erhärtung des 
Sachverhalts konkretere Angaben, vor allen Dingen eine Bezeichnung der abhan-
den gekommenen Schmuckstücke verlangt werden. Gleiches gilt in Bezug auf die 
Kleider; es ist auch hier nicht klar, welche Kleidungsstücke der Beschuldigte genau 
mitgenommen habe. 

Obwohl aus den verfügbaren Aussagen der Strafklägerin einige Realitätskriterien 
erkennbar hervorgehen, genügen sie nicht für einen lückenlosen Nachweis des zur 
Anklage gebrachten Sachverhalts. Daher muss in dubio auf die Aussagen des Be-
schuldigten abgestellt werden, wonach er lediglich das Hochzeitskleid an sich und 
mitgenommen hat. Der daraus folgende logische Widerspruch, nämlich dass der 
Beschuldigte der Strafklägerin ihr Mobiltelefon zwar ab- (E. 9.5.1 oben), es aber 
nicht mitgenommen hat, ist hinzunehmen. 

Somit ist der zur Anklage gebrachte Sachverhalt nur hinsichtlich des Hochzeits-
kleids erstellt. Der Wert des Hochzeitskleids geht aus den Akten nicht hervor. Zwar 
ist gerichtsnotorisch, dass traditionelle Hochzeitskleider einen sehr hohen Wert ha-
ben können. Vorliegend ist jedoch über die Art, den Zustand und das Alter des 

26

Kleids absolut nichts bekannt, ausser dass die Hochzeit im Jahr 2015 stattgefun-
den hat. Es muss daher – ebenfalls in dubio – von einem unter dem Betrag von 
CHF 300.00 liegenden Wert ausgegangen werden. Dem Beschuldigten ging es da-
bei nicht darum, das Hochzeitskleid zu behalten oder sonst wie darüber zu verfü-
gen. Er wollte es der Strafklägerin aus symbolischen Gründen wegnehmen. 

9.6 Beweisergebnis

Der Beschuldigte forderte die Strafklägerin in der Garage ihrer Wohnung in 
AE.________ zu einem unbestimmten Zeitpunkt in der Zeit vom 26. Januar 2019 
bis am 29. Januar 2019 laut und ultimativ auf, ihm ihr Mobiltelefon auszuhändigen. 
Auf ihre anfängliche Weigerung hin schrie er sie weiter an, dass er das Mobiltelefon 
wolle, und fragte, ob er es ihr nehmen solle. Die Strafklägerin befürchtete geschla-
gen zu werden und händigte ihm das Mobiltelefon aus. Im Zuge der Auseinander-
setzung sagte der Beschuldigte in der Küche zur Strafklägerin, dass sie tot sei, falls 
sie die Polizei benachrichtigen werde. Damit wollte er sie von der Einreichung einer 
Strafanzeige abhalten. 

Der Beschuldigte sagte in der Küche gegenüber der Strafklägerin während der 
Auseinandersetzung, dass er sie «kaputt machen und ihre Erinnerung wegnehmen 
werde». Zudem drohte er an, sie zu schlagen. Diese Äusserungen versetzten die 
Strafklägerin in Angst und Schrecken, was der Beschuldigte vorhersah und wollte. 

Der Beschuldigte schlug in der Wohnung der Strafklägerin mit einem Baseball-
schläger auf einen grossen Spiegel ein, wodurch er die Spiegelfläche zerstörte. Der 
Spiegel befand sich im Eigentum der Strafklägerin und der verursachte Schaden 
übersteigt den Betrag von CHF 300.00. 

Der Beschuldigte behändigte in der Wohnung der Strafklägerin ihr Hochzeitskleid 
und nahm es mit. Das Kleid hatte einen Wert von weniger als CHF 300.00. Der Be-
schuldigte beabsichtigte, es der Strafklägerin aus symbolischen Gründen wegzu-
nehmen.  

10. Vorwurf der Drohung zum Nachteil von G.________ (Ziff. I.B.1. AKS)

10.1 Vorwurf gemäss Anklageschrift

Dem Beschuldigten wird in der Anklageschrift folgendes zum Vorwurf gemacht 
(pag. 785 f.):

1. Drohung, begangen am 26. Januar 2019, um 22.00-23.00 Uhr, oder kurze Zeit davor oder 
nachher, in AE.________, M.____-weg. 

A.________ äusserte sich gegenüber G.________ – nachdem dieser in die Wohnung von 
C.________ zurückkehrte, was A.________ offenbar erzürnte – dahingehend, dass er in dem 
Moment, als er zurückgekehrt sei, Geschichte und ein toter Mann / Mensch sei und er werde ihn 
finden und töten. Das mit dem Töten sagte A.________ mehrfach. Zur Unterstützung der Dro-
hung behändigte A.________ in der Küche ein grösseres Messer. Diese Ausführungen und die 
Behändigung des Messers versetzten G.________ in Angst und Schrecken um sich, aber auch 
um C.________.  

27

10.2 Urteil der Vorinstanz

Die Vorinstanz erachtete den angeklagten Sachverhalt gestützt auf die Aussagen 
von G.________ und der Strafklägerin als erstellt. Sie erwog insbesondere, dass 
es G.________ schwerfalle, Angst zuzugeben, seine Äusserung an der erstinstanz-
lichen Hauptverhandlung indes belege, dass er in Angst und Schrecken versetzt 
gewesen sei. Weiter habe G.________ aufgrund der Äusserungen Angst um die 
Strafklägerin gehabt, auch wenn sich die geäusserten Drohungen nicht gegen die-
se gerichtet hätten (zum Ganzen Ziff. II.11.3. des erstinstanzlichen Urteilsmotivs; 
pag. 1169 ff.). 

10.3 Vorbringen der Parteien

Die Verteidigung machte im oberinstanzlichen Parteivortrag geltend, es könne 
grundsätzlich auf die Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden, jedoch mit 
einer Ausnahme. Nämlich sei G.________ durch die Äusserungen des Beschuldig-
ten offensichtlich nicht in Angst und Schrecken versetzt worden. Sogar als dieser 
ein Messer zur Hand genommen habe, habe G.________ ihn aufgefordert, ihn zu 
schlagen. Er habe sich somit offensichtlich nicht vor dem Beschuldigten gefürchtet 
und deutlich zum Ausdruck gebracht, dass er eine Auseinandersetzung mit ihm 
nicht scheue. Es sei nicht klar, woraus die Vorinstanz ihre Schlussfolgerung bezo-
gen habe, wonach G.________ keine Angst zugeben könne. Auch eine Drittdro-
hung zu konstruieren, sei verfehlt. Es sei in dieser Situation nicht um die Strafklä-
gerin gegangen und die Akten würden keine Hinweise enthalten, wonach sich 
G.________ um diese Sorgen gemacht habe. 

Die Generalstaatsanwaltschaft brachte dagegen vor, der Beschuldigte habe klare-
rweise Todesdrohungen geäussert, und G.________ sei davon ausgegangen, dass 
dieser die Drohung auch hätte wahrmachen können. Dass G.________ habe stark 
wirken wollen und den Beschuldigten sogar aufgefordert habe, mit ihm nach draus-
sen zu gehen, schliesse die Tatbestandsmässigkeit nicht aus. 

10.4 Bestrittener und unbestrittener Sachverhalt

Der Beschuldigte selbst machte keine Angaben zum Sachverhalt und verweigerte 
die Aussage. Obwohl die Verteidigung im oberinstanzlichen Parteivortrag 
grundsätzlich auf die Erwägungen der Vorinstanz verwies (E. 10.3 oben), muss der 
zur Anklage gebrachte Sachverhalt vollumfänglich als bestritten gelten.  

10.5 Beweiswürdigung

Entgegen der im Übrigen überzeugenden und zutreffenden Beweiswürdigung der 
Vorinstanz lässt sich anhand der Akten nicht erhärten, dass G.________ durch die 
Äusserungen des Beschuldigten in Angst und Schrecken versetzt wurde. Er erzähl-
te glaubhaft, lebensnah und in freier Schilderung, dass er sich auf Aufforderung der 
Strafklägerin in ihre Wohnung zurückbegeben habe, die er zuvor verlassen habe 
(zum Ganzen pag. 449, Z. 30 ff.). Sogleich sei der Beschuldigte auf ihn zugekom-
men und habe ihn gefragt, weshalb er zurückgekommen sei. Er habe viele Sachen 
gesagt und die Strafklägerin habe diese teilweise übersetzt. Unter anderem habe 
der Beschuldigte zu ihm gesagt, dass er ihn töten würde. Darauf habe G.________ 
erwidert: «Also, dann gehen wir hinunter» (pag. 449, Z. 57 f.). Während der folgen-

28

den ca. 5 bis 10 Minuten sei der Beschuldigte nervös hin- und hergegangen und 
habe ein Messer behändigt und wieder hingelegt. Als er sich hingesetzt habe, habe 
G.________ ihn aufgefordert, ihn zu schlagen. Er habe gewusst, dass er dann in 
Notwehr zurückschlagen dürfe. 

Zwar geht aus den Aussagen von G.________ hervor, dass er dem Beschuldigten 
in physischer Hinsicht Respekt zollte; mit einem 110kg schweren Mann verhalte 
man sich normal (pag. 449, Z. 33). Gleichermassen attestierte er dem Beschuldig-
ten ein gewisses Gewaltpotenzial (pag. 450, Z. 79 ff.). Auch gab er auf Frage, ob 
die Drohung hätte wahrgemacht werden können, an: «Eher ja als nein» (pag. 451, 
Z. 125). Hingegen verneinte er klar und bestimmt, dass er Angst gehabt habe 
(pag. 451, Z. 118 ff.). Vor der Vorinstanz erklärte G.________ zwar, der Beschul-
digte sei in dieser Situation gefährlich gewesen (pag. 1003, Z. 36 f.). Er erwähnte 
jedoch auch in dieser Einvernahme nicht, dass er Angst gehabt habe, und erklärte 
lediglich auf Frage hin, dass er ein «sehr ungutes Gefühl» gehabt habe (pag. 1004, 
Z. 2 ff.). 

Entgegen der Verteidigung schliesst das Verhalten von G.________, namentlich 
dass er die Konfrontation nicht scheute, sondern vielmehr suchte, nicht von vorn-
herein aus, dass er durch die Äusserungen verängstigt war. Eine schwere Drohung 
setzt keine Willensbeeinträchtigung voraus. Auch eine verängstigte Person kann 
couragiert agieren. Indes verneinte G.________ entsprechende Fragen mit Be-
stimmtheit. Das «sehr ungute Gefühl», auf das die Vorinstanz ihr Beweisergebnis 
stützte, kann nicht ohne Weiteres mit Angst und Schrecken gleichgesetzt werden 
und bedeutet nicht zwingend einen gänzlichen Verlust des Sicherheitsgefühls. Ins-
besondere kann nicht ausgeschlossen werden, dass G.________ damit seine Ein-
schätzung, ob die Drohung wahrgemacht werden könnte, meinte. Auch wenn das 
konkrete Verhalten des Beschuldigten zweifellos geeignet war, auch Personen mit 
überdurchschnittlicher Belastbarkeit zu verängstigen, lässt sich dies bei 
G.________ anhand der verfügbaren Beweismittel schlicht nicht erstellen. 

Gleichermassen geht aus den Akten – und auch aus der Anklageschrift – nicht her-
vor, dass der Beschuldigte gewusst hätte, dass seine Äusserungen G.________ in 
Angst um die Strafklägerin versetzen würden, und er dies gewollt hätte. Eine wei-
tergehende Beweiswürdigung erübrigt sich insoweit. 

10.6 Beweisergebnis

Der Beschuldigte sagte zu einem unbestimmten Zeitpunkt in der Zeit vom 26. Ja-
nuar 2019 bis 29. Januar 2019 in der Wohnung der Strafklägerin in AE.________ 
zu G.________, dass er in dem Moment, als er zurückgekehrt sei, Geschichte und 
ein toter Mann sei, und mehrfach, dass er ihn töten werde. Zum Unterstreichen 
seiner Äusserungen behändigte der Beschuldigte zusätzlich ein Messer. Diese 
Äusserungen versetzten G.________ jedoch nicht in Angst und Schrecken. 

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III. Rechtliche Würdigung

11. Brandstiftung (Ziff. I.E.7. AKS)

Hinsichtlich der theoretischen Ausführungen zum Tatbestand der Brandstiftung 
nach Art. 221 Abs. 1 und 3 Schweizerisches Strafgesetzbuch (StGB; SR 311.0) 
wird auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen (Ziff. IV.2.1. des 
erstinstanzlichen Urteilsmotivs; pag. 1175 ff.). 

Der Beschuldigte wäre klarerweise nicht in der Lage gewesen, den herbeigeführten 
Vollbrand des Mercedes Benz zu löschen oder unter Kontrolle zu halten. Gemäss 
den Videoaufzeichnungen erreichte der Brand ein Ausmass, dem mit einem han-
delsüblichen Feuerlöscher nicht mehr beizukommen war (pag. 980, Z. 23 f.). Die 
Bekämpfung ölgespeister Brände erfordert zudem besondere Brandlöschungsmittel 
und Fachkenntnisse, über die der Beschuldigte nicht verfügte. An der Brand-
bekämpfung bzw. -kontrolle hatte er offensichtlich auch kein Interesse, beobachtete 
er doch den Brand zunächst aus der Distanz und legte sich anschliessend Schla-
fen. Somit lag eine Feuersbrunst vor. 

Gemäss dem nachvollziehbaren und schlüssigen BEX-Bericht, auf den die Kam-
mer abstellt, barg die Feuersbrunst die Gefahr, durch das unkontrollierbare Ver-
frachten von Glimmpartikeln durch die Luft, brennbare Objekte in weiterer Entfer-
nung in Brand zu stecken bzw. Glimmbrände zu verursachen. Obwohl ein direktes 
Übergreifen des Feuers auf umliegende Objekte aufgrund der örtlichen Verhältnis-
se nicht möglich war, gefährdete der Brand auf diese Weise umliegende Objekte. 
Aus Sicht der Kammer war das wenige Meter daneben parkierte Auto, das angren-
zende Feld, in dem der brennende Mercedes Benz mit dem Vorderrad stand, und 
– im Weiteren – die umliegenden Gebäude dieser Gefahr ausgesetzt. Damit be-
stand nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge die nahe Möglichkeit der Verletzung 
weiterer, aus Sicht des Beschuldigten zufälliger Rechtsgüter. Die Feuersbrunst 
stellte eine Gemeingefahr dar. Hingegen dürften die Auswirkungen von Rauch-, 
Russ- und Schadstoffbildung auf die Gesundheit umstehender Menschen bei ei-
nem Brand dieser Grösse im Freien vernachlässigbar sein.

Zudem machte der Brand den Mercedes Benz unbrauchbar, wodurch seinem 
Eigentümer, F.________, ein Schaden erwuchs.

Der Beschuldigte handelte in der Absicht, durch die Zerstörung des Fahrzeugs 
Dampf abzulassen, unter anderem indem er es anzündete. Er unternahm mehrere 
Anläufe, den Vollbrand herbeizuführen, was seinen Willen dazu unter Beweis stellt. 
Im Sinne allgemeiner Lebenserfahrung war ihm klar, dass Brände dieses Ausmas-
ses das Potenzial haben, auf andere Objekte überzugreifen, sei es direkt oder 
durch das unkontrollierbare Verfrachten von Glimmpartikeln. Er handelte vorsätz-
lich. 

Der verursachte Schaden ist derweil nicht gering i.S.v. Art. 221 Abs. 3 StGB. 
Gemäss oberinstanzlichem Beweisergebnis hatte der Mercedes Benz einen Ver-
kehrswert von rund CHF 4'000.00, der durch den Brand vollends vernichtet wurde. 
Der verursachte Schaden beläuft sich somit auf CHF 4'000.00, was im Lichte der 
Rechtsprechung nicht mehr als gering bezeichnet werden kann. Zudem ist ein 

30

funktionsfähiges, immatrikuliertes Auto im allgemeinen Empfinden ein nicht unbe-
deutender Wert, von dem ein erheblicher Nutzen ausgeht. Die vollständige Zer-
störung eines solchen Werts kann nicht als gering i.S.v. Art. 221 Abs. 3 StGB be-
zeichnet werden. Die Privilegierung nach Art. 221 Abs. 3 StGB scheidet daher aus. 

Der Beschuldigte hat sich der einfachen Brandstiftung nach Art. 221 Abs. 1 StGB 
schuldig gemacht. 

12. Einfache Körperverletzung (Ziff. I.D.1. AKS)

Auch diesbezüglich wird auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz zum 
objektiven und subjektiven Tatbestand verwiesen (Ziff. IV.3.1.2. des erstinstanzli-
chen Urteilsmotivs; pag. 1181 ff.). 

Die Strafklägerin ist – im Zeitpunkt des Urteils – mit dem Beschuldigten verheiratet. 
Es liegt ein Offizialdelikt vor (Art. 123 Ziff. 2 Abs. 4 aStGB; vgl. zum anwendbaren 
Recht E. 15 unten). 

Der Beschuldigte stiess die Strafklägerin mindestens zwei Mal um, legte sich auf 
sie und würgte sie von hinten mit beiden Händen. Ihr wurde die Luftzufuhr vorüber-
gehend komplett abgedrückt, sie blieb jedoch bei Bewusstsein, weil der Beschul-
digte seinen Würgegriff löste. Dies verursachte nicht unerhebliche Schmerzen, ist 
doch die Strafklägerin bedeutend leichter als der Beschuldigte und diesem phy-
sisch unterlegen. Sie hatte in der Folge Hämatome am Hals und Schluckbe-
schwerden, was gerichtsnotorisch einige Zeit lang anhält. Ferner hat das Erleben 
eines Erstickungsgefühls nicht zu vernachlässigende psychische Auswirkungen. 
Aufgrund des Ausmasses der erlittenen Schmerzen und der einige Zeit anhalten-
den Folgen liegen keine Tätlichkeiten i.S.v. Art. 126 StGB, sondern einfache Kör-
perverletzungen i.S.v. Art. 123 StGB vor. 

Ferner legte der Beschuldigte bei einem zusätzlichen Vorfall eine Schranktüre auf 
die Strafklägerin und würgte sie mit beiden Händen von vorne. Dabei verlor die 
Strafklägerin das Bewusstsein. Sie erlitt auch bei diesem Vorfall nicht unerhebliche 
Schmerzen und trug Hämatome am Hals und Schluckbeschwerden davon. 

Bei der beschriebenen Vorgehensweise kann nicht bezweifelt werden, dass der 
Beschuldigte die Auswirkungen seines Handelns auf die Strafklägerin kannte. Ins-
besondere liess er, mit einer Ausnahme, jeweils von ihr ab, bevor diese das Be-
wusstsein verlor. Er handelte vorsätzlich. 

Der Beschuldigte hat sich der mehrfachen einfachen Körperverletzung zum Nach-
teil seiner Ehegattin, der Strafklägerin, i.S.v. Art. 123 Ziff. 1 und 2 schuldig ge-
macht. 

13. Drohung, Nötigung, Sachbeschädigung und Sachentziehung zum Nachteil 
der Strafklägerin (Ziff. I.D.2. bis I.D.5. AKS)

13.1 Vorbemerkungen

Es wird auf die korrekten Ausführungen der Vorinstanz hinsichtlich der objektiven 
und subjektiven Tatbestände der Drohung (Ziff. IV.3.5.2.; pag. 1187), der Nötigung 
(Ziff. IV.3.3.1.; pag. 1183 f.), der Sachbeschädigung (Ziff. IV.4.6.2.; pag. 1199 f.) 

31

sowie Sachentziehung (Ziff. IV.3.8.2 des erstinstanzlichen Urteilsmotivs; 
pag. 1190 f.) verwiesen.

13.2 Drohung

Der Beschuldigte sagte zur Strafklägerin, dass er sie kaputt mache, ihr ihre Erinne-
rung wegnehmen werde und er sie schlagen würde. Dadurch drohte er ihr physi-
sche Gewalt an, deren Ausmasse auch eine durchschnittlich belastbare Person in 
Angst und Schrecken versetzt hätten. Die Strafklägerin hatte denn auch Angst. 

Der Beschuldigte wusste, dass seine Androhungen die Strafklägerin in Angst und 
Schrecken versetzen würden, und wollte dies. Er handelte vorsätzlich. Mit diesen 
Äusserungen verfolgte der Beschuldigte nicht dieselben Ziele, wie mit den Nöti-
gungshandlungen (sogleich E. 13.3), sodass kein sachlicher Zusammenhang be-
stand. 

Somit hat er sich der Drohung zum Nachteil seiner Ehegattin, der Strafklägerin, 
i.S.v. Art. 180 Abs. 1 und Abs. 2 Bst. a StGB schuldig gemacht. 

13.3 Nötigung

Der Beschuldigte verlangte von der Strafklägerin laut und ultimativ die Herausgabe 
ihres Mobiltelefons. Auf ihre Weigerung hin, schrie er sie weiter an und fragte, ob 
sie ihm das Mobiltelefon herausgebe oder er es sich nehmen solle. Damit drohte 
der Beschuldigte die Wegnahme des Mobiltelefons unter Anwendung von Gewalt 
an. Die Drohung war geeignet, eine durchschnittlich belastbare Person in ihrer frei-
en Willensbildung und -ausübung einzuschränken, und erzielte bei der Strafkläge-
rin ebendiese Wirkung; sie händigte dem Beschuldigten ihr Mobiltelefon aus. 

Der Beschuldigte wusste, dass die Gewaltandrohung die Strafklägerin in ihrem Wil-
len einschränkte und wollte dies. Er handelte vorsätzlich. Er hatte jedoch keine Ab-
sicht, sich das Mobiltelefon dauernd anzueignen und sich dadurch zu bereichern. 

Weiter sagte der Beschuldigte – unabhängig vom vorstehenden Vorfall – zur Straf-
klägerin, dass sie tot sei, wenn sie die Polizei benachrichtige. Dadurch drohte er ihr 
Gewalt an, die auch eine durchschnittlich belastbare Person in ihrem Willen hätte 
einschränken können. Er beabsichtigte, die Strafklägerin dadurch von einer Straf-
anzeige abzuhalten, und wusste, dass die Gewaltandrohung zu diesem Zweck ge-
eignet war. Die Strafklägerin informierte jedoch kurze Zeit darauf die Polizei, wes-
halb ein vollendeter (tauglicher) Versuch i.S.v. Art. 22 Abs. 1 StGB vorliegt. 

Der Beschuldigte hat sich der mehrfachen und teilweise versuchten Nötigung i.S.v. 
Art. 181, teilweise in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB zum Nachteil der Strafklä-
gerin schuldig gemacht. 

13.4 Sachbeschädigung

Es liegt der nötige Strafantrag vor (pag. 267).  

Der Beschuldigte schlug in der Wohnung der Strafklägerin mit einem Baseball-
schläger gegen einen Wandspiegel, der sich im Eigentum der Strafklägerin befand, 
und zerstörte dadurch die Spiegelfläche. Er wusste, dass sich der Spiegel im Ei-
gentum der Strafklägerin befand und die Spiegelfläche durch einen Schlag mit ei-
nem Baseballschläger in die Brüche gehen würde, und wollte dies. 

32

Der verursachte Schaden beläuft sich auf mehr als CHF 300.00 und der Beschul-
digte nahm zumindest billigend in Kauf, dass durch den Schlag auch der Spiegel-
rahmen bzw. durch die umherfallenden Glassplitter weitere Gegenstände oder Mö-
bel beschädigt werden könnten. Die Privilegierung nach Art. 172ter Abs. 1 StGB ist 
daher nicht einschlägig. 

Der Beschuldigte hat sich der Sachbeschädigung i.S.v. Art. 144 Abs. 1 StGB zum 
Nachteil der Strafklägerin schuldig gemacht. 

13.5 Sachentziehung

Es liegt der nötige Strafantrag vor (pag. 267).  

Der Beschuldigte behändigte in der Wohnung der Strafklägerin ihr Hochzeitskleid 
und nahm es mit. Sie erhielt das Kleid nicht wieder zurück. Dadurch nahm er der 
berechtigten Eigentümerin das Kleid weg. Sie erlitt einen Schaden im Betrag des 
Verkehrswerts des Hochzeitskleids, der im Tatzeitpunkt in dubio weniger als 
CHF 300.00 betrug. 

Der Beschuldigte wusste, dass das Hochzeitskleid im Eigentum der Strafklägerin 
war und er keine Berechtigung daran hatte. Er wollte ihr das Kleid wegnehmen und 
nicht wieder zurückgeben. Der Beschuldigte hatte keine Absicht, sich das Kleid an-
zueignen oder sich daran zu bereichern. 

Somit hat sich der Beschuldigte der geringfügigen Sachentziehung i.S.v. Art. 141 
i.V.m. Art. 172ter Abs. 1 StGB zum Nachteil der Strafklägerin schuldig gemacht. 

14. Drohung zum Nachteil von G.________ (Ziff. I.B.1. AKS)

Der Beschuldigte äusserte gegenüber G.________, dass er in dem Moment, als er 
zurückgekehrt sei, Geschichte und ein toter Mann sei, und mehrfach, dass er ihn 
töten werde. Zum Unterstreichen seiner Äusserungen behändigte der Beschuldigte 
zusätzlich ein Messer. Diese Äusserungen versetzten G.________ nicht in Angst 
und Schrecken. 

Da der Beschuldigte von der Wirkung seiner Äusserungen und Handlungen auf ei-
ne durchschnittlich belastbare Person wusste und er alles zum Erfolgseintritt Erfor-
derliche vorgenommen hatte, wäre grundsätzlich ein Schuldspruch wegen vollen-
detem Versuch ins Auge zu fassen. Ohne einen entsprechenden Würdigungsvor-
behalt scheidet dies jedoch aus.  

Dass der Beschuldigte gewusst hätte, dass seine Äusserungen gegenüber 
G.________ bei diesem Angst um die Strafklägerin hervorrufen würden, ist nicht 
Gegenstand der Anklage. 

Somit ist der Beschuldigte vom Vorwurf der Drohung zum Nachteil von 
G.________ freizusprechen. 

33

IV. Strafzumessung

15. Anwendbares Recht

Am 1. Januar 2018 sind die revidierten Bestimmungen des allgemeinen Teils des 
StGB in Kraft getreten. Hat der Täter ein Verbrechen oder Vergehen vor Inkrafttre-
ten des neuen Strafgesetzbuches begangen, erfolgt die Beurteilung aber erst 
nachher, so ist gemäss Art. 2 Abs. 2 StGB das neue Gesetz anzuwenden, wenn 
dieses für ihn das mildere ist. Der Vergleich der Schwere verschiedener Strafnor-
men ist nach der sogenannten konkreten Methode vorzunehmen, wonach umfas-
sende Beurteilungen des Sachverhalts nach altem und nach neuem Recht einan-
der gegenüberzustellen sind. Anzuwenden ist in Bezug auf ein und dieselbe Tat 
nur entweder das alte oder das neue Recht. Eine kombinierte Anwendung der bei-
den Rechte ist ausgeschlossen. Hat der Täter mehrere selbständige strafbare 
Handlungen begangen, so ist in Bezug auf jede einzelne Handlung gesondert zu 
prüfen, ob das alte oder das neue Recht milder ist. Gegebenenfalls ist eine Ge-
samtstrafe zu bilden (BGE 134 IV 82, S. 88, E. 6.2.1 und 6.2.3). Ausschlaggebend 
ist, nach welchem der beiden Rechte der Täter für die gerade zu beurteilende Tat 
besser wegkommt (zum Ganzen TRECHSEL/VEST, in: Schweizerisches Strafgesetz-
buch Praxiskommentar, 3. Auflage, Art. 2 N 11 mit Hinweisen; BGE 126 IV 5 E. 2c). 
Der Gesetzesvergleich hat sich ausschliesslich nach objektiven Gesichtspunkten 
zu richten (BGE 134 IV 82 E. 6.2.2). Massgebend ist dabei das Ausmass der mit 
einer Sanktion verbundenen Beschränkung der persönlichen Freiheiten, namentlich 
der Bewegungsfreiheit, des Eigentums, der Ehre, der Betätigungsfreiheit und der 
Beziehungsfreiheit. Unter den möglichen Strafformen hat die Freiheitsstrafe als die 
strengste zu gelten, gefolgt von der Geldstrafe. Sind im Übrigen die Sanktionen im 
Einzelfall gleichwertig, so ist altes Recht anzuwenden (BSK StGB-POPP/BERKE-
MEIER, 4. Auflage, Art. 2 N 17). 

Der Beschuldigte beging sämtliche Delikte nach Inkrafttreten des StGB in der Fas-
sung vom 1. Januar 2018, mit Ausnahme der mehrfachen einfachen Körperverlet-
zung zum Nachteil der Strafklägerin (Ziff. I.D.1. AKS). Da für dieses Delikt eine 
Freiheitsstrafe ausgesprochen wird (dazu E. 19.5 unten), erweist sich das das neue 
Recht beim Vergleich nicht als das mildere, sodass auf diese Tat das Strafgesetz-
buch in seiner Fassung bis zum 31. Dezember 2017 (aStGB) zur Anwendung ge-
langen muss. Auf die übrigen Taten ist das aktuelle Strafgesetzbuch (StGB) an-
wendbar. 

16. Allgemeine Ausführungen

Für die allgemeinen Ausführungen zur Strafzumessung wird auf die Erwägungen 
der Vorinstanz verwiesen (Ziff. V.1. des erstinstanzlichen Urteilsmotivs; 
pag. 1206 ff.). 

17. Retrospektive Konkurrenz

Gemäss Art. 49 Abs. 2 StGB ist eine Zusatzstrafe auszusprechen, wenn das Ge-
richt eine Tat zu beurteilen hat, die der Täter begangen hat, bevor er wegen einer 
anderen Tat verurteilt worden ist (sog. retrospektive Konkurrenz). Durch Ausfällung 

34

der Zusatzstrafe soll der Täter insgesamt nicht schwerer bestraft werden, als wenn 
alle strafbaren Handlungen (die neuen und die bereits abgeurteilten) gleichzeitig 
beurteilt worden wären. Damit ist das Asperationsprinzip auch bei retrospektiver 
Konkurrenz gewährleistet (HANS MATHYS, Leitfaden Strafzumessung, 2. Auflage, 
N 542 ff.). 

Hat das Gericht mehrere Straftaten zu beurteilen, wovon mindestens eine Tat vor 
der Verurteilung wegen anderer Taten begangen wurde (sog. teilweise retrospekti-
ve Konkurrenz), ist für die neuen Taten – das heisst diejenigen, welche nach 
Rechtskraft der ersten Verurteilung begangen wurden – eine unabhängige Strafe 
festzulegen. Deshalb ist zwischen Taten, die vor, und solchen, die nach dem Er-
sturteil begangen wurden, zu unterscheiden. Gemäss der neuesten bundesgericht-
lichen Rechtsprechung ist in zwei (bzw. drei) Schritten vorzugehen: In einem ersten 
Schritt sind die Straftaten zu sanktionieren, die vor dem rechtskräftigen Ersturteil 
begangen wurden. Kommt dafür eine gleichartige Strafart wie beim Ersturteil in Be-
tracht, hat das Gericht in Anwendung von Art. 49 Abs. 2 StGB eine Zusatzstrafe zur 
Grundstrafe (Ersturteil) auszufällen (BGE 145 IV 1 E. 1.3 S. 8 und HANS MATHYS, 
a.a.O. N 550). Es ist demnach eine hypothetische Zusatzstrafe aus der Grundstrafe 
und der auszusprechenden Strafe für die vor dem Ersturteil begangenen Delikte zu 
bilden. Um bei der Zusatzstrafenbildung dem Prinzip der Strafschärfung gemäss 
Art. 49 Abs. 2 StGB Rechnung zu tragen, hat das Zweitgericht die rechtskräftige 
Grundstrafe und die von ihm für die neu zu beurteilenden Taten auszusprechenden 
Strafen nach den Grundsätzen von Art. 49 Abs. 1 StGB zu schärfen. Die Einsatz-
strafe bildet die Strafe der (abstrakt) schwersten Straftat sämtlicher Delikte. 
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung und herrschender Lehre ist die 
schwerste Tat im Sinne von Art. 49 Abs. 1 StGB die mit der schwersten Strafe be-
drohte und nicht die nach den Umständen des konkreten Falles verschuldensmäs-
sig am schwersten wiegende Tat (BGE 142 IV 265 E. 2.4.4.). Ist das bereits abge-
urteilte Delikt das schwerere, bestimmt das Gericht die Einsatzstrafe ausgehend 
von diesem Delikt und erhöht die Strafe gestützt auf die neu zu beurteilenden De-
likte. Wenn hingegen ein neu zu beurteilendes Delikt schwerer ist, dient dieses zur 
Festsetzung der Einsatzstrafe, welche gestützt auf die alten, bereits abgeurteilten 
Delikte erhöht werden muss. Von der so gebildeten hypothetischen Zusatzstrafe ist 
die bereits ausgesprochene Strafe (Grundstrafe) abzuziehen. Daraus resultiert die 
auszusprechende Gesamt- bzw. Zusatzstrafe (Urteil des Bundesgerichts 
6B_384/2009 E. 3.5.3 vom 05.11.2009 mit Hinweisen). 

In einem zweiten Schritt ist die Strafe für die Delikte nach dem Ersturteil festzuset-
zen. Bei mehreren Delikten kann es für die Taten, die mit der gleichen Strafart zu 
ahnden sind, zu einer Gesamtstrafe führen. Neu ist, dass diese Strafe unabhängig 
von der bereits ermittelten Zusatzstrafe ist, also dass eine eigenständige Strafe, 
gegebenenfalls unter Anwendung von Art. 49 Abs. 1 StGB, zu bilden ist (BGE 145 
IV 1 E. 1.3 S. 8 und HANS MATHYS, a.a.O. N 551). Anschliessend sind in einem drit-
ten Schritt gemäss neuester Rechtsprechung des Bundesgerichts (BGE 145 IV 1 
E. 1.3 S. 8) die ermittelten Strafen mit der eigenständigen Strafe zu kumulieren 
(Addition) und es ist nicht mehr wie bisher (BGE 116 IV 14 E. 2b S. 17) eine Ge-
samtstrafe nach Art. 49 Abs. 1 StGB zu bilden (HANS MATHYS, a.a.O. N 552).

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18. Methodik und Strafrahmen

Es ist vorwegzunehmen, dass für zahlreiche Vergehen und Verbrechen eine Frei-
heitsstrafe auszufällen ist (E. 19.5 unten). Die Kammer hat somit in Anwendung 
von Art. 49 StGB eine Gesamtstrafe zu bilden. Dabei ist zu beachten, dass der Be-
schuldigte mit Urteil des Regionalgerichts Emmental-Oberaargau vom 14. März 
2017 (PEN 16 295; pag. 1393 ff.) für Delikte, die er teilweise nach den vorliegen-
den begangen hatte, rechtskräftig zu einer Freiheitsstrafe verurteilt wurde. Es liegt 
somit ein Anwendungsfall teilweiser retrospektiver Konkurrenz vor. 

Die schwerste Straftat ist aufgrund des abstrakten Strafrahmens die Brandstiftung. 
Der Strafrahmen reicht von einem Jahr Freiheitsstrafe bis zu 20 Jahren Freiheits-
strafe (Art. 221 Abs. 1 i.V.m. Art. 40 Abs. 2 StGB). Ein Unterschreiten des ordentli-
chen Strafrahmens ist nicht angezeigt, ein Über