# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8e54d061-f800-53b6-9250-3dc1fdd667f3
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2015-05-27
**Language:** de
**Title:** Eidgenössischer Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragter (EDÖB) Empfehlungen nach BGÖ 27.05.2015
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_EDOEB/CH_EDÖB_006_empfehlung-vom-27mai_2015-05-27.pdf

## Full Text

Eidgenössischer Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragter 

EDÖB  

 

 Feldeggweg 1, 3003 Bern 

Tel. 058 463 74 84, Fax 058 465 99 96 

www.edoeb.admin.ch 

 

 
 

Bern, 27. Mai 2015 

 
 
 

Empfehlung 
nach Art. 14 des Öffentlichkeitsgesetzes 

 
im Schlichtungsverfahren 

 
X 

(Antragsteller) 
 

und 
 

Wettbewerbskommission WEKO 
 

 

I. Der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte stellt fest: 

1. Der Antragsteller (Privatperson) hat am 3. Oktober 2013 gestützt auf das Bundesgesetz über 

das Öffentlichkeitsprinzip der Verwaltung (Öffentlichkeitsgesetz, BGÖ; SR 152.3) bei der 

Wettbewerbskommission WEKO Zugang verlangt zu „der kompletten wissenschaftlichen 

Arbeit“, welche zu einem Brief der WEKO an den Antragsteller vom 26. April 2012 geführt hatte. 

In besagtem Brief der WEKO war der Antragsteller über den Abschluss einer von ihm 

angeregten Marktbeobachtung informiert worden. 

2. Mit Schreiben vom 29. Oktober 2013 erklärte die WEKO dem Antragsteller, dass sie sein 

Gesuch dahingehend verstehen würde, dass er an Arbeitsdokumenten der damals zuständigen 

Sachbearbeiterin interessiert sei. Diese habe damals ein internes Memorandum verfasst, 

welches sie als Basis für den Brief an ihn genutzt habe. Bei diesem Memorandum handle es 

sich indes um eine nicht fertig gestellte, interne Arbeitsnotiz, deren Inhalt – soweit relevant – 

vollumfänglich in das an ihn gerichtete Schreiben eingeflossen sei. Diese Arbeitsnotiz sei 

zudem zum persönlichen Gebrauch bestimmt gewesen und gelte deshalb nicht als amtliches 

Dokument (Art. 5 Abs. 3 Bst. b und c BGÖ), weshalb das Öffentlichkeitsgesetz nicht anwendbar 

sei. Weitere wissenschaftliche Arbeiten im Sinne des Zugangsgesuches lägen nicht vor. 

Dementsprechend könne auf das Zugangsgesuch nicht eingetreten werden.  

3. Am 18. November 2013 reichte der Antragsteller beim Eidg. Datenschutz- und 

Öffentlichkeitsbeauftragten (Beauftragter) einen Schlichtungsantrag ein. Darin bezeichnete er 

die Stellungnahme der WEKO als unvollständig. Die Korrespondenz zwischen der WEKO und 

dem Bundesamt für Sozialversicherungen, dem zuständigen Berufsverband sowie ihm selbst 

sei ebenfalls Teil der wissenschaftlichen Arbeit und somit von seinem Zugangsgesuch umfasst. 

Diese Korrespondenz sei jedoch weder erwähnt noch ausgehändigt worden.  

4. Mit Schreiben vom 20. November 2013 bestätigte der Beauftragte gegenüber dem Antragsteller 

den Eingang seines Schlichtungsantrages und forderte gleichentags von der WEKO die 

Einreichung aller relevanten Dokumente sowie einer ausführlich begründeten Stellungnahme. 

 

 

 

 

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5. Am 29. November 2013 reichte die WEKO eine Stellungnahme, das Memorandum und weitere 

mit der Angelegenheit im Zusammenhang stehende Dokumente, insbesondere die 

Korrespondenz mit dem Antragsteller sowie dem involvierten Berufsverband, ein. Hinsichtlich 

des Memorandums führte die WEKO aus, dass es sich dabei um ein internes Arbeitspapier der 

damals zuständigen Sachbearbeiterin handle, die dieses Dokument in Begleitung der internen 

Diskussionen im Hinblick auf das besagte Schreiben vom 26. April 2012 an den Antragsteller 

erstellt habe. Da die darin enthaltene Argumentensammlung nicht zu Ende geführt worden sei, 

stelle das Memorandum ein nicht fertig gestelltes Dokument im Sinne von Art. 5 Abs. 3 Bst. b 

BGÖ dar. Der relevante Inhalt des Dokuments finde sich allerdings im Schreiben an den 

Antragsteller wieder, weshalb die WEKO davon ausgehe, dass der Antragsteller (zumindest 

inhaltlich) vollständigen Zugang erhalten habe. Die WEKO beantragte daher, auf den 

Schlichtungsantrag nicht einzutreten, da kein formeller Antragsgrund für eine Schlichtung 

gemäss Art. 13 Abs. 1 BGÖ vorliege. 

6. Auf die weiteren Ausführungen des Antragstellers und der WEKO sowie auf die eingereichten 

Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den folgenden Erwägungen eingegangen. 

II. Der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte zieht in Erwägung: 

A. Formelle Erwägungen: Schlichtungsverfahren und Empfehlung gemäss Art. 14 BGÖ 

7. Gemäss Art. 13 Abs. 1 BGÖ kann eine Person einen Schlichtungsantrag beim Beauftragten 

einreichen, wenn die Behörde den Zugang zu amtlichen Dokumenten, einschränkt, aufschiebt 

oder verweigert, oder wenn die Behörde innert der vom Gesetz vorgeschriebenen Frist keine 

Stellungnahme abgibt. 

8. Der Antragsteller reichte ein Zugangsgesuch nach Art. 10 BGÖ bei der WEKO ein. Diese 

verweigerte den Zugang zu den verlangten Dokumenten (Ziffer 1). Alleine der Umstand, dass 

der Inhalt eines Dokuments nach Einschätzung der Behörde weitgehend Eingang in ein 

anderes, dem Antragsteller bereits vorliegendes Dokument gefunden hat, lässt den Anspruch 

auf Zugang zu ersterem nicht bereits als erfüllt gelten. Der Antragsteller verlangte Zugang zu 

einem bestimmten Dokument, welcher ihm verweigert wurde, weshalb er zur Einreichung eines 

Schlichtungsantrags berechtigt ist (Art. 13 Abs. 1 Bst. a BGÖ). Der Schlichtungsantrag wurde 

formgerecht (einfache Schriftlichkeit) und fristgerecht (innert 20 Tagen nach Empfang der 

Stellungnahme der Behörde) beim Beauftragten eingereicht (Art. 13 Abs. 2 BGÖ).  

9. Das Schlichtungsverfahren findet auf schriftlichem Weg oder konferenziell (mit einzelnen oder 

allen Beteiligten) unter Leitung des Beauftragten statt, der das Verfahren im Detail festlegt.1 

Kommt keine Einigung zu Stande oder besteht keine Aussicht auf eine einvernehmliche 

Lösung, ist der Beauftragte gemäss Art. 14 BGÖ gehalten, aufgrund seiner Beurteilung der 

Angelegenheit eine Empfehlung abzugeben.  

B. Materielle Erwägungen  

10. Der Beauftragte prüft nach Art. 12 Abs. 1 der Verordnung über das Öffentlichkeitsprinzip der 

Verwaltung (Öffentlichkeitsverordnung, VBGÖ; SR 152.31) die Rechtmässigkeit und die 

                                                      
1 Botschaft zum Bundesgesetz über die Öffentlichkeit der Verwaltung (Öffentlichkeitsgesetz, BGÖ) vom 12. Februar 2003, 

BBl 2003 2024.  

 

 

 

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Angemessenheit der Beurteilung des Zugangsgesuches durch die Behörde. Er prüft damit im 

Schlichtungsverfahren einerseits beispielsweise, ob die für das Zugangsgesuch zuständige 

Behörde den Begriff des amtlichen Dokumentes (Art. 5 BGÖ) sowie die in Art. 7 f. BGÖ 

vorgesehenen Ausnahmeklauseln oder die Bestimmungen in Bezug auf den Schutz der 

Personendaten (Art. 9 BGÖ) rechtmässig angewendet hat. Andererseits prüft er in jenen 

Bereichen, in denen das Öffentlichkeitsgesetz der Behörde bei der Bearbeitung eines 

Zugangsgesuches einen gewissen Ermessensspielraum verleiht (z.B. Art der Einsichtnahme in 

amtliche Dokumente), ob die von der Behörde gewählte Lösung auf die Umstände des 

jeweiligen Falls abgestimmt und angemessen ist. Dabei kann der Beauftragte entsprechende 

Vorschläge im Rahmen des Schlichtungsverfahrens machen (Art. 12 Abs. 2 VBGÖ) oder 

gegebenenfalls eine entsprechende Empfehlung erlassen (Art. 14 BGÖ).2 

11. Hintergrund des Zugangsgesuchs ist eine von der WEKO auf Anregung des Antragstellers 

durchgeführte Marktbeobachtung, welche mit dem Schreiben vom 26. April 2012 an den 

Antragsteller ihren Abschluss fand. Daraufhin verlangte der Antragsteller Zugang zu „der 

kompletten wissenschaftlichen Arbeit“, die zu dem erwähnten Schreiben an ihn geführt hatte. 

Während die WEKO dies als Gesuch um Zugang zu Arbeitsnotizen (Memorandum) der 

zuständigen Sachbearbeiterin verstand, erachtete der Antragsteller noch weitere  

Dokumente – nämlich die Korrespondenz der WEKO mit den an der Marktbeobachtung 

beteiligten Akteuren – als Teil seines Zugangsgesuchs. Die WEKO reichte dem Beauftragten 

denn auch zusätzlich zum bereits erwähnten Memorandum ihre Korrespondenz mit dem 

Antragsteller sowie dem beteiligten Berufsverband ein. 

12. Gemäss Art. 10 Abs. 3 BGÖ muss ein Zugangsgesuch hinreichend genau formuliert sein. Es 

muss zumindest jene Angaben enthalten, die es der Behörde ermöglichen, das verlangte 

amtliche Dokument zu identifizieren (Art. 7 Abs. 2 VBGÖ).3 Gelingt dies der Behörde nicht, kann 

sie die Präzisierung des Zugangsgesuchs verlangen (Art. 7 Abs. 3 VBGÖ). Im Gegenzug ist die 

Behörde allerdings verpflichtet, dem Gesuchstellenden Auskunft über die verfügbaren amtlichen 

Dokumente zu geben und ihn bei seinem Vorgehen zu unterstützen (Art. 3 Abs. 1 VBGÖ).4 

Falls die Formulierung eines Zugangsgesuchs, wie vorliegend, einen gewissen 

Interpretationsspielraum lässt, empfiehlt sich im Rahmen der Unterstützungspflicht der Behörde 

eine Klärung des Gegenstands des Zugangsgesuchs, damit das Verfahren auf Zugang zu 

amtlichen Dokumenten für alle Beteiligten möglichst ressourcenschonend und informell ist.5 Die 

Behörde kann dem Antragsteller in einem solchen Fall beispielsweise eine Liste mit den 

vorhandenen Dokumenten zukommen lassen, damit dieser sein Zugangsgesuch konkretisieren 

kann.6 

13. Die WEKO hat sich einzig zur Zugänglichkeit des Memorandums geäussert. Dieses enthält eine 

Auflistung von anwendbaren rechtlichen Bestimmungen, kurzen Auszügen aus Gerichtsurteilen 

sowie einzelnen kurzen Kommentierungen. Die WEKO hat dem Antragsteller den Zugang mit 

der Begründung verweigert, es handle sich dabei um eine nicht fertig gestellte, interne 

Arbeitsnotiz, welche zudem zum persönlichen Gebrauch bestimmt gewesen sei (Art. 5 Abs. 3 

Bst. b und c BGÖ). Gegenüber dem Beauftragten führte die WEKO ergänzend aus, dass das 

Memorandum als internes Arbeitspapier erstellt worden sei, welches die internen Diskussionen 

                                                      
2 CHRISTINE GUY-ECABERT, in: Brunner/Mader (Hrsg.), Stämpflis Handkommentar zum BGÖ, Bern 2008 (zit. Handkommentar 

BGÖ), Art. 13, Rz 8. 
3  ISABELLE HÄNER, Handkommentar BGÖ, Art. 10, Rz 32. 
4 Bundesamt für Justiz, Verordnung über das Öffentlichkeitsprinzip der Verwaltung – Erläuterungen, 24. Mai 2006, S. 9. 
5  Vgl. Empfehlung EDÖB vom 10. Februar 2014: BLW / Bericht Selbsthilfemassnahmen der Branchenorganisation Milch,  

Ziff. II. B. 25. 
6  ISABELLE HÄNER, a.a.O., Art. 10, Rz 34. 

http://www.edoeb.admin.ch/oeffentlichkeitsprinzip/00889/01153/index.html?lang=de&download=NHzLpZeg7t,lnp6I0NTU042l2Z6ln1acy4Zn4Z2qZpnO2Yuq2Z6gpJCDdoF_e2ym162epYbg2c_JjKbNoKSn6A--

 

 

 

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im Hinblick auf das Schreiben vom 26. April 2012 an den Antragsteller begleitet habe. Da 

zudem die darin enthaltene Sammlung von Argumenten nicht zu Ende geführt worden sei, 

handle es sich im Sinne von Art. 5 Abs. 3 Bst. b BGÖ nicht um ein amtliches Dokument. 

Folglich gelange das Öffentlichkeitsgesetz nicht zur Anwendung.  

14. Zunächst ist zu prüfen, ob das Memorandum ein nicht fertig gestelltes Dokument gemäss Art. 5 

Abs. 3 Bst. b BGÖ darstellt. Nach Art. 1 Abs. 2 VBGÖ gilt ein Dokument als fertig gestellt, wenn 

es von der Behörde, die es erstellt hat, unterzeichnet ist (Bst. a) oder von der erstellenden 

Person dem Adressaten definitiv übergeben wurde, namentlich zur Kenntnis- oder 

Stellungnahme oder als Entscheidgrundlage (Bst. b). Wesentliches Kriterium ist demnach, ob 

ein Dokument in seiner Endfassung vorliegt, d.h. definitiven Charakter aufweist.7  

15. Den Ausführungen der WEKO ist zu entnehmen, dass das Memorandum der Vorbereitung 

eines anderen Dokumentes diente. Auch vorbereitende Dokumente sind fertig gestellt, nämlich 

wenn sie definitiven Charakter haben.8 Vorliegend bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass 

das Memorandum nicht in seiner Endfassung vorliegt. Selbst wenn – wie von der WEKO 

vorgebracht – die Sammlung der Argumente nicht zu Ende geführt worden ist, ändert dies 

nichts an seinem definitiven Charakter. Entscheidend für die Qualifikation als fertig gestelltes 

Dokument ist nicht seine inhaltliche Vollständigkeit, sondern ob es sich um ein in sich selber 

abgeschlossenes und nicht mehr in Bearbeitung stehendes Dokument handelt.9 Vorliegend 

wurde auch das auf dem Memorandum basierende Schreiben längst erstellt und dem 

Empfänger zugestellt. Folglich sind keine nachvollziehbaren Gründe ersichtlich, weshalb das 

Memorandum zum jetzigen Zeitpunkt noch einer weiteren Bearbeitung bedürfte.  

16. Demzufolge handelt es sich beim Memorandum um ein fertig gestelltes Dokument im Sinne von 

Art. 1 Abs. 2 VBGÖ. 

17. Die WEKO machte gegenüber dem Antragsteller weiter geltend, beim Memorandum handle es 

sich um ein zum persönlichen Gebrauch bestimmtes Dokument im Sinne von Art. 5 Abs. 3 

Bst. c BGÖ, ohne jedoch die Gründe dafür darzulegen. Auch gegenüber dem Beauftragten ging 

die WEKO nicht näher auf diese Ausnahme vom Begriff des amtlichen Dokuments ein.  

18. Als zum persönlichen Gebrauch bestimmt gilt gemäss Art. 1 Abs. 3 VBGÖ jede Information, die 

dienstlichen Zwecken dient, deren Benutzung aber ausschliesslich der Autorin, dem Autoren 

oder einem eng begrenzten Personenkreis als Arbeitshilfsmittel vorbehalten ist, wie Notizen 

oder Arbeitskopien von Dokumenten. Darunter fallen auch Dokumente, die als Arbeitsgrundlage 

oder Arbeitshilfsmittel dienen (z.B. Dispositionen, handschriftliche Notizen, Arbeitskopien von 

Dokumenten, Korrekturvorschläge, Gedankenstützen oder Begleitnotizen) und innerhalb eines 

Teams oder zwischen Mitarbeitenden und Vorgesetzten ausgetauscht werden.10 

19. Mangels detaillierter Informationen der WEKO ist für den Beauftragten nicht ersichtlich, welche 

Bedeutung dem Memorandum im Prozess dieser Marktbeobachtung effektiv zukam. Es ist 

jedoch davon auszugehen, dass es sich dabei um mehr als nur eine Gedankenstütze bzw. ein 

blosses Arbeitshilfsmittel gehandelt hat. Vielmehr enthält das Memorandum eine systematische 

Auflistung der im Laufe der Diskussionen zusammengetragenen Argumente auf dessen 

Grundlage die WEKO in einem nächsten Schritt ein Schreiben verfasst hat. Das Memorandum 

erweckt daher den Eindruck eines gedanklich weiterentwickelten, inhaltlich ausgereiften 

                                                      
7  Empfehlung EDÖB vom 10. November 2014: EDA / Korrespondenz, Ziff. II. B. 31; ROBERT BÜHLER, Basler Kommentar zum 

Öffentlichkeitsgesetz, 3. Aufl., Basel 2014, Art. 5 N 24. 
8  KURT NUSPLIGER, Handkommentar BGÖ, Art. 5, Rz 36; BVGE 2011/52 E. 5.1.1. 
9  Vgl. BVGE 2011/52 E. 5.1.2.  
10  Bundesamt für Justiz, Verordnung über das Öffentlichkeitsprinzip der Verwaltung – Erläuterungen, 24. Mai 2006, S. 3. 

http://www.edoeb.admin.ch/oeffentlichkeitsprinzip/00889/01153/index.html?lang=de&download=NHzLpZeg7t,lnp6I0NTU042l2Z6ln1acy4Zn4Z2qZpnO2Yuq2Z6gpJCDdoN2g2ym162epYbg2c_JjKbNoKSn6A--

 

 

 

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Dokuments, was gemäss Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts gegen die Annahme 

eines blossen „Arbeitshilfsmittels“ spricht.11 Daher kann vorliegend auch offen bleiben, ob das 

Kriterium des „eng begrenzten Personenkreises“ erfüllt ist. Somit stellt das Memorandum kein 

zum persönlichen Gebrauch bestimmtes Dokument dar (Art. 5 Abs. 3 Bst. c BGÖ i.V.m. 

Art. 1 Abs. 3 VBGÖ). 

20. Im Ergebnis handelt es sich beim Memorandum um ein amtliches Dokument im Sinne von Art. 5 

Abs. 1 BGÖ, welches grundsätzlich zugänglich ist.  

21. Dem Zugang zu einem amtlichen Dokument kann jedoch eine Ausnahmebestimmung nach 

Art. 7 oder ein besonderer Fall nach Art. 8 BGÖ entgegenstehen. Eine solche Ausnahme vom 

Anspruch auf Zugang zu amtlichen Dokumenten wurde von der WEKO jedoch nicht geltend 

gemacht und ist für den Beauftragten auch nicht erkennbar. 

22. Demzufolge kommt der Beauftragte zum Schluss, dass der Zugang zum Memorandum zu 

gewähren ist. 

23. Die WEKO hat dem Beauftragten im Weiteren die Korrespondenz zwischen ihr und dem in die 

Marktbeobachtung involvierten Berufsverband zukommen lassen. Diese umfasst vier Briefe 

sowie eine Telefonnotiz. Die WEKO hat sich zur Zugänglichkeit dieser fünf Dokumente nicht 

geäussert, da diese ihrer Auffassung nach nicht vom Zugangsgesuch des Antragstellers 

umfasst ist. Folglich ist das Zugangsgesuchsverfahren in Bezug auf diese Dokumente noch 

nicht abgeschlossen. Daher empfiehlt der Beauftragte der WEKO das Verfahren auf Zugang zu 

diesen Dokumenten gemäss den Vorgaben des Öffentlichkeitsgesetzes durchzuführen und 

insbesondere den Berufsverband nach Art. 11 BGÖ anzuhören. Soweit die in den Dokumenten 

enthaltenen Informationen nicht ohnehin bereits öffentlich zugänglich sind (bspw. 

Prüfungsreglemente), sind für den Beauftragten nach einer ersten summarischen Prüfung keine 

schützenwerten Inhalte im Sinne der Ausnahmebestimmungen des Öffentlichkeitsgesetzes 

erkennbar.  

24. Dasselbe Vorgehen empfiehlt der Beauftragte bezüglich allenfalls weiterer in dieser 

Angelegenheit vorhandener Dokumente. Soweit der Antragsteller mit seinem Gesuch ebenfalls 

Zugang zu der Korrespondenz zwischen der WEKO und ihm selbst und damit zu seinen 

eigenen Personendaten verlangt (vgl. Ziff. 3), gilt es Art. 3 Abs. 2 BGÖ zu beachten, wonach 

sich der Zugang in einem solchen Fall nach dem Bundesgesetz über den Datenschutz (DSG, 

SR 235.1), insbesondere nach Art. 8 DSG, richtet.12 

25. Zusammengefasst gelangt der Beauftragte damit zu folgendem Ergebnis:  

- Der Zugang zum Memorandum ist zu gewähren. 

- Bezüglich der Korrespondenz zwischen der WEKO und dem Berufsverband ist ein Verfahren 

auf Zugang zu amtlichen Dokumenten gemäss dem Öffentlichkeitsgesetz durchzuführen. 

- Der Zugang zu der Korrespondenz zwischen der WEKO und dem Antragsteller richtet sich 

grundsätzlich nach den Vorgaben des Datenschutzgesetzes.  

III. Aufgrund dieser Erwägungen empfiehlt der Eidgenössische Datenschutz- und 

Öffentlichkeitsbeauftragte:  

26. Die Wettbewerbskommission gewährt den Zugang zum Memorandum. 

27. Die Wettbewerbskommission gewährt den Zugang zu weiteren in dieser Angelegenheit 

                                                      
11  BVGE 2011/52 E. 5.2.2. 
12  AMMANN/LANG, in: Passadelis, Rosenthal/Thür [Hrsg.], Datenschutzrecht, Basel 2015, Rz 25.51 ff. 

 

 

 

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vorhandenen Dokumenten, insbesondere der Korrespondenz mit dem Berufsverband, gemäss 

den Vorgaben des Öffentlichkeitsgesetzes und hört gegebenenfalls betroffene Drittpersonen an. 

28. Die Wettbewerbskommission beachtet bei der Behandlung des Gesuchs um Zugang zu der 

Korrespondenz mit dem Antragsteller die Vorgaben von Art. 3 Abs. 2 BGÖ. 

29. Der Antragsteller kann innerhalb von 10 Tagen nach Erhalt dieser Empfehlung bei der 

Wettbewerbskommission den Erlass einer Verfügung nach Art. 5 des Bundesgesetzes über das 

Verwaltungsverfahren (Verwaltungsverfahrensgesetz, VwVG; SR 172.021) verlangen, wenn er 

mit der Empfehlung nicht einverstanden ist (Art. 15 Abs.1 BGÖ).  

30. Die Wettbewerbskommission erlässt eine Verfügung nach Art. 5 VwVG, wenn sie mit der 

Empfehlung nicht einverstanden ist (Art. 15 Abs. 2 BGÖ).  

31. Die Wettbewerbskommission erlässt die Verfügung innert 20 Tagen nach Empfang dieser 

Empfehlung oder nach Eingang eines Gesuches um Erlass einer Verfügung 

(Art. 15 Abs. 3 BGÖ). 

32. Diese Empfehlung wird veröffentlicht. Zum Schutz der Personendaten der am 

Schlichtungsverfahren Beteiligten wird der Name des Antragstellers anonymisiert (Art. 13 

Abs. 3 VBGÖ). 

33. Die Empfehlung wird eröffnet: 

 

- X 

 

- Wettbewerbskommission 

Monbijoustrasse 43 

3003 Bern 

 

 

 

 

 

Jean-Philippe Walter