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**Case Identifier:** dd60576d-d4bb-5c90-94a1-3624b1d581a2
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-06-07
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Versicherungsgericht 07.06.2024 VBE.2024.59
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_007_VBE-2024-59_2024-06-07.pdf

## Full Text

Versicherungsgericht 

1. Kammer 

 

VBE.2024.59 / lm / GM 
Art. 82 

 

Urteil vom 7. Juni 2024 
 

 

Besetzung  Oberrichter Kathriner, Präsident  

Oberrichterin Gössi  

Oberrichterin Peterhans  

Gerichtsschreiberin i.V. Mary  

 

 
   

Beschwerde- 

führer  

 A._____  

vertreten durch Rechtsanwältin Dominique Horst, CAP Rechtsschutz, 

Münchensteinerstrasse 127, Postfach, 4002 Basel  

 

 
   

Beschwerde- 

gegnerin  

 Suva, Rechtsabteilung, Fluhmattstrasse 1, Postfach, 6002 Luzern  

 

 
 

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend UVG 

(Einspracheentscheid vom 11. Dezember 2023) 
 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

1.1. 

Der 1967 geborene Beschwerdeführer war seit 2013 als ungelernter "Be-

rufsarbeiter" angestellt und in dieser Eigenschaft bei der Beschwerdegeg-

nerin obligatorisch gegen die Folgen von Nichtberufs- und Berufsunfällen 

sowie Berufskrankheiten versichert, als er gemäss Schadenmeldung am 

2. April 2021 "beim vibrieren" gestolpert sei, sich mit dem rechten Arm an 

der Mauer gestützt und sich eine Quetschung des rechten Oberarmes 

zugezogen habe. In der Folge anerkannte die Beschwerdegegnerin ihre 

Leistungspflicht für das Ereignis vom 2. April 2021 und richtete die vorüber-

gehenden gesetzlichen Leistungen (Heilbehandlung und Taggeld) aus. 

Nach sachverhaltlichen Abklärungen und Rücksprachen mit dem Kreisarzt 

Dr. med. B._____, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 

Traumatologie des Bewegungsapparates, stellte die Beschwerdegegnerin 

die vorübergehenden gesetzlichen Leistungen mit Verfügung vom 

5. November 2021 per 30. Juni 2021 ein. Gegen diese Verfügung erhob 

der Beschwerdeführer Einsprache, welche die Beschwerdegegnerin mit 

Einspracheentscheid vom 18. März 2022 abwies. Die dagegen erhobene 

Beschwerde hiess das Versicherungsgericht mit Urteil VBE.2022.173 vom 

24. November 2022 teilweise gut, hob die Verfügung auf und wies die 

Sache zur weiteren Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurück.  

 

1.2. 

Die Beschwerdegegnerin tätigte in der Folge weitere Abklärungen und hielt 

Rücksprache mit dem Kreisarzt Dr. med. C._____, Facharzt für 

Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates. Mit 

Verfügung vom 7. März 2023 verneinte sie einen Anspruch des Beschwer-

deführers auf vorübergehende gesetzliche Leistungen über den 30. Juni 

2021 hinaus. Die dagegen erhobene Einsprache wies die Beschwerdegeg-

nerin mit Einspracheentscheid vom 11. Dezember 2023 ab.  

 

2. 

2.1. 

Mit Eingabe vom 26. Januar 2024 erhob der Beschwerdeführer fristgerecht 

Beschwerde und stellte folgende Rechtsbegehren:  

 

"1. Es sei der Einspracheentscheid vom 11.12.2023 aufzuheben. 
 
2. Die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, dem Beschwerdeführer 

die gesetzlichen Leistungen auszurichten. 
 
3. Eventualiter sei die Angelegenheit zur Vornahme weiterer medizini-

scher Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. 
 
4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerde-

gegnerin." 

 - 3 - 

 

 

2.2. 

Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Vernehmlassung vom 5. März 

2024 die Abweisung der Beschwerde. 

 

 
    

Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin mit Einsprache-

entscheid vom 11. Dezember 2023 (Vernehmlassungsbeilage [VB] 97) ihre 

vorübergehenden gesetzlichen Leistungen im Zusammenhang mit dem 

Ereignis vom 2. April 2021 zu Recht per 30. Juni 2021 eingestellt hat. 

 

2. 

2.1. 

Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, 

dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden 

(Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. 

Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Um-

stände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als 

eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit 

eingetreten gedacht werden kann (BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181 mit 

Hinweisen; vgl. auch BGE 134 V 109 E. 2.1 S. 111 f. und 129 V 402 

E. 4.3.1 S. 406). Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer 

gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, 

ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das 

Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im 

Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahr-

scheinlichkeit (vgl. BGE 134 V 109 E. 9.5 S. 125 mit Hinweis auf BGE 129 

V 177 E. 3.1 S. 181) zu befinden hat (BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181 mit 

Hinweisen). 

 

2.2. 

Die Anerkennung der Leistungspflicht durch den Unfallversicherer ist in 

rechtlicher Hinsicht von Belang. Ist die Unfallkausalität einmal mit der 

erforderlichen Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, entfällt die deswegen 

anerkannte Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn der Unfall 

nicht die natürliche und adäquate Ursache des Gesundheitsschadens 

darstellt, wenn also Letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfall-

fremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der (krank-

hafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden 

hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem 

schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne 

Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist. 

Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang 

muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten 

 - 4 - 

 

 

Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem Beweisgrad der über-

wiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit 

nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt 

nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, 

liegt die entsprechende Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein 

leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – 

nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (Urteil 

des Bundesgerichts 8C_734/2021 vom 8. Juli 2022 E. 2.2.2 mit 

Hinweisen). 

 

3. 

3.1. 

Mit Urteil VBE.2022.173 vom 24. November 2022 hat das Ver-

sicherungsgericht den Einspracheentscheid vom 18. März 2022 aufge-

hoben und die vorliegende Sache zur weiteren Abklärung und Neuver-

fügung an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen. Dies unter anderem 

deshalb, weil der Kreisarzt Dr. med. B._____ nicht über vollständige 

Aktenkenntnis verfügte und sich nicht ausreichend mit den divergierenden 

Auffassungen der behandelnden Spezialärzte auseinandergesetzt hat. 

Insbesondere die Berichte von Dr. med. D._____, Facharzt für Chirurgie 

sowie für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 

Bewegungsapparates, vom 9. Februar 2022, sowie von Dr. med. D._____, 

von Dr. med. E._____, Fachärztin für Anästhesiologie, und Assistenzarzt 

F._____ vom 23. November 2021 lagen diesem nicht vor (vgl. Urteil 

VBE.2022.173 vom 24. November 2022 E. 4.1 f. S. 8 f., VB 71 S. 8 f.). 

 

3.2. 

Den medizinischen Akten ist unter anderem Folgendes zu entnehmen:  

 

3.2.1. 

Die behandelnde Ärztin Dr. med. G._____, Fachärztin für Orthopädische 

Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates sowie für 

Chirurgie, hielt in ihrem Schreiben an die Rechtsvertreterin des Be-

schwerdeführers vom 26. Oktober 2021 im Wesentlichen fest, dass ihrer 

Meinung nach die im MRI vom 8. Juli 2021 dargestellten Verletzungen auf 

das Unfallereignis vom 2. April 2021 zurückzuführen seien. In der Bild-

gebung präsentierten sich keinerlei Verfettungen der Muskulatur, welche 

auf einen degenerativen und bereits länger vorliegenden Schaden hin-

weise. Einzige degenerative Veränderungen im Bereich des Schulter-

eckgelenkes, welche sich in der MRI-Untersuchung gezeigt hätten, hätten 

keinen Einfluss auf die Beschwerdesymptomatik. Bei hoher Prävalenz von 

alterungs- und verschleissbedingten Veränderungen der Sehne sei eine 

Abgrenzung zu rein degenerativen Rupturen häufig schwierig. Es könne 

gegebenenfalls von einem vorgeschädigten Sehnengewebe ausgegangen 

werden. In Zusammenschau des Unfallherganges und der daraus resul-

 - 5 - 

 

 

tierenden Klinik sehe sie den Unfall als eine überwiegend wahrscheinliche 

Ursache der Beschwerden (VB 50 S. 3 f.). 

 

3.2.2. 

Im Austrittsbericht von Dres. med. D._____, E._____ und F._____, Spital 

H._____, vom 23. November 2021 wurde als Diagnose eine "Traumatische 

Partialruptur Supraspinatus und Subscapularis rechte Schulter" 

festgehalten. Am 23. November 2021 sei eine operative Re-Fixation der 

rechten Supraspinatus- und der Subscapularissehne des 

Beschwerdeführers erfolgt (VB 59 S. 4 ff.; vgl. Operationsbericht vom 

23. November 2021, VB 74 S. 1 f.).  

 

3.2.3. 

In einem Schreiben an den kreisärztlichen Dienst der Beschwerdegegnerin 

vom 9. Februar 2022 hielt Dr. med. D._____ fest, der Beschwerdeführer 

habe eine Supraspinatussehnen- sowie eine Subscapularissehnen-

Teilruptur rechts erlitten. Diese Schulterverletzung sei die Folge eines 

Arbeitsunfalles, bei dem dieser gestürzt und auf die Schulter oder Hand 

gefallen sei. Direkt danach hätten einstechende Schmerzen mit 

entsprechendem Funktionsdefizit bestanden. Es liege aus seiner Sicht ein 

direkter, kausaler Zusammenhang zwischen Unfall und der 

Sehnenverletzung vor. Der bisherige Verlauf nach der im November 2021 

durchgeführten Rekonstruktion der Sehne sei normal; es könne mit einer 

Arbeitsfähigkeit in ca. sechs bis acht Wochen gerechnet werden (VB 63). 

 

3.2.4. 

Die Beschwerdegegnerin holte dazu eine kreisärztliche Stellungnahme von 

Dr. med. C._____ ein. Dieser führte in seiner Stellungnahme vom 

17. Februar 2023 aus, es liege eine SLAP-I Läsion am anterosuperioren 

Labrum vor. Die SLAP-I Läsion sei eindeutig als verschleissbedingt zu 

werten und es handle sich nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit um 

eine unfallbedingte strukturelle Läsion (VB 84 S. 8). Gemäss den MRI-

Bildern vom 8. Juli 2021 liege eine gelenkseitige Zusammenhangstrennung 

des unteren Blattes der Supraspinatussehne vor, wobei die Fasern des 

äusseren Blattes noch durchgehend seien (VB 84 S. 5). Die 

Subscapularissehne sei durchgehend (VB 84 S. 6). Sie sei nicht durch das 

Ereignis am 2. April 2021 beschädigt worden; es lägen höchstens 

degenerative Veränderungen vor (VB 84 S. 8). Soweit die Dres. med. 

D._____ und G._____ in ihren Stellungnahmen der Ansicht seien, die 

Schäden am rechten Schultergelenk seien durch das Unfallereignis 

hervorgerufen, lieferten beide keine stichhaltige Begründung dafür. 

Insgesamt würden sich keine Hinweise auf eine "richtunggebende 

traumatische Schädigung", d.h. eine Schlängelung der Sehnenfasern 

(Kinking) oder ein Ödem im Sehnenstumpf finden. Zusammengefasst 

würde der Verlauf beim Beschwerdeführer überwiegend wahrscheinlich 

einem degenerativen Schaden entsprechen; die vorbestehenden Schäden 

 - 6 - 

 

 

seien durch das Ereignis lediglich zu Tage getreten (VB 84 S. 8). Dr. med. 

C._____ stellte abschliessend fest, es könne an der kreisärztlichen 

Beurteilung von Dr. med. B._____ vom 2. November 2021, resp. 

24. August 2021 (vgl. VB 52 S. 2), festgehalten werden, in welcher dieser 

unter anderem ausführte, die Unfallfolgen im Bereich des rechten 

Schultergelenks würden spätestens ab Ende Juni 2021 keine Rolle mehr 

spielen (VB 38 S. 3; 84 S. 8). 

 

4. 

4.1. 

Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob 

dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unter-

suchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 

Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der 

Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen 

Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten 

begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 E. 3a S. 352). 

 

4.2. 

Auch wenn die Rechtsprechung den Berichten versicherungsinterner  

medizinischer Fachpersonen stets Beweiswert zuerkannt hat, kommt ihnen 

praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft wie einem gerichtlichen oder im 

Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger in Auftrag gegebe-

nen Gutachten zu (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352 ff.; 122 V 157 E. 1c 

S. 160 ff.). Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und 

Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind 

ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 465 E. 4.4 S. 469 f. 

und 122 V 157 E. 1d S. 162 f.).  

 

Beweistauglich kann auch eine reine Aktenbeurteilung sein, wenn es im 

Wesentlichen um die Beurteilung eines feststehenden medizinischen 

Sachverhalts geht und sich neue Untersuchungen erübrigen. Dies ist 

insbesondere der Fall, wenn genügend Unterlagen aufgrund anderer 

persönlicher Untersuchungen vorliegen, die ein vollständiges Bild über 

Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Status ergeben. Der medizinische 

Sachverständige muss sich insgesamt aufgrund der vorhandenen 

Unterlagen ein lückenloses Bild machen können (Urteile des Bundes-

gerichts 8C_46/2019 vom 10. Mai 2019 E. 3.2.1; 8C_641/2011 vom 

22. Dezember 2011 E. 3.2.2 mit Hinweisen). 

 

5. 

5.1. 

Der Beschwerdeführer bringt im Wesentlichen vor, dass der Sachverhalt 

unrichtig und unvollständig erstellt und die Abklärungen hinsichtlich des 

Kausalzusammenhangs nicht vollständig vorgenommen worden seien 

(vgl. Beschwerde S. 3). Er halte an der Beurteilung von Dr. med. G._____ 

 - 7 - 

 

 

vom 26. Oktober 2021 fest, in welcher diese zusammengefasst ausgeführt 

habe, dass die im MRI dargestellten Verletzungen auf das Unfallereignis 

vom 2. April 2021 zurückzuführen seien (Beschwerde S. 4).  

 

5.2. 

Kreisarzt Dr. med. C._____ sowie die behandelnden Ärzte des 

Beschwerdeführers sind sich grundsätzlich einig, dass beim 

Beschwerdeführer eine Ruptur der Supraspinatussehne, bei welcher 

einzelne Sehnenfasern noch intakt sind, sowie eine SLAP-Läsion vorliegt, 

nicht jedoch, ob der Unfall vom 2. April 2021 kausal für die Schädigung der 

rechten Schulter war (VB 23 S. 2; 28; 50 S. 1, 3; 63 S. 2; 75 S. 1; 84 S. 5). 

Dr. med. C._____ kam in Kenntnis und Würdigung der medizinischen 

Vorberichte, der angegebenen Beschwerden und der bildgebenden 

Befunde zur nachvollziehbaren Schlussfolgerung, dass beim 

Beschwerdeführer überwiegend wahrscheinlich ein degenerativer Schaden 

vorliege, welcher durch das Ereignis vom 2. April 2021 lediglich zu Tage 

getreten sei (VB 84 S. 8). Die Akten, auf die er sich stützte (VB 84 S. 1 ff.), 

beruhen auf verschiedenen persönlichen sowie bildgebenden 

Untersuchungen und ergeben ein vollständiges Bild betreffend den 

vorliegend relevanten medizinischen Sachverhalt (vgl. E. 4.2). Dr. med. 

G._____ begründete ihre Ansicht, dass eine traumatische Schädigung 

bestehe, im Wesentlichen damit, dass sich keinerlei Verfettungen der 

Muskulatur präsentierten, welche auf einen degenerativen und bereits 

länger vorliegenden Schaden hinweisen würden (VB 50 S. 4). Das Fehlen 

einer Muskelverfettung vermag jedoch degenerative Entwicklungen im 

Schulterbereich nicht zwangsläufig auszuschliessen (Urteil des 

Bundesgerichts 8C_645/2022 vom 16. Februar 2023 E. 4.2). Dr. med. 

G._____ erwähnte darüber hinaus, bei hoher Prävalenz von alterungs- und 

verschleissbedingten Veränderungen der Sehne sei eine Abgrenzung zu 

rein degenerativen Rupturen häufig schwierig und es könne vorliegend 

gegebenenfalls von einem vorgeschädigten Sehnengewebe ausgegangen 

werden (VB 50 S. 4). Daraus kann nicht bereits abgeleitet werden, es 

handle sich mit überwiegender Wahrscheinlichkeit (vgl. E. 2.1) um eine 

traumatische Schädigung. Auch führte Dr. med. C._____ in seiner 

Stellungnahme vom 17. Februar 2021 aus, auf den MRI-Bildern vom 8. Juli 

2021 (Radiologischer Bericht vom 10. Juli 2021, VB 28) finde sich eine 

Kontrastmittelunterminierung des ventralen superioren Labrums von ca. 

5 mm. Hierbei handle es sich angesichts des Lebensalters des 

Beschwerdeführers überwiegend wahrscheinlich um einen sogenannten 

sublabralen Recessus, der ebenfalls anlagebedingt oder durch 

Degeneration entstehe (VB 84 S. 6). Aus der intraoperativen 

Fotodokumentation (vgl. Operationsbericht vom 23. November 2021, 

VB 74 S. 1 f.) des Labrum glenoidale würden sich ebenfalls ausschliesslich 

randständige Degenerationen mit Auffaserungen des freien Randes 

zeigen. Daraus ergebe sich das Bild einer verschleissbedingten 

Veränderung, nicht jedoch einer frischen traumatischen Schädigung 

 - 8 - 

 

 

(VB 84 S. 7). Dahingegen stellten Dres. med. D._____, E._____ und 

F._____ in den Berichten vom 23. November 2021 und 9. Februar 2022 die 

Diagnose einer traumatischen Partialruptur Supraspinatus und 

Subscapularis rechte Schulter. Sie begründeten dies weitestgehend damit, 

dass nach dem Ereignis vom 2. April 2021 einstechende Schmerzen mit 

entsprechendem Funktionsdefizit bestanden hätten (VB 63; vgl. VB 59 

S. 4 f.). Dazu führte Dr. med. C._____ in der kreisärztlichen Stellungnahme 

vom 17. Februar 2023 schlüssig aus, die Subscapularissehne sei 

durchgehend und ein Abriss am Tuberculum minus sei auf der 

intraoperativen Fotodokumentation (vgl. Operationsbericht vom 

23. November 2021, VB 74 S. 1 f.) nicht zu erkennen (VB 84 S. 6). Die 

Eröffnung des Rotatorenintervalls bei der Operation lasse überdies nicht 

mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf eine Schädigung der 

Subscapularissehne am Tuberculum minus schliessen (VB 84 S. 7). Diese 

sei nicht durch das Ereignis am 2. April 2021 beschädigt worden, es lägen 

höchstens degenerative Veränderungen vor (VB 84 S. 8). Eine akute 

Zusammenhangstrennung der Supraspinatussehne würde sofort zu sehr 

starken Schmerzen führen, die sofort zur Einstellung körperlicher 

Aktivitäten, hier der Berufsausübung, führen würden (VB 84 S. 7; vgl. auch 

Urteile des Bundesgerichts 8C_43/2022 vom 24. Mai 2022 E. 5; 

8C_253/2021 vom 2. Juli 2021 E. 5.3). Bei traumatischen Schäden gehe 

der Schmerz dann innerhalb kurzer Zeit (ca. zwei Wochen) zurück, aber 

ein Funktionsverlust verbleibe. Bei degenerativen Schäden würden 

anhaltende Schmerzen verbleiben, welche in der Folge noch stärker 

würden, wohingegen der anfängliche schmerzhafte Funktionsverlust der 

Schulter regredient sei und die Beweglichkeit wieder (weitgehend) 

zurückkehre (VB 84 S. 7). Der Beschwerdeführer arbeitete nach dem 

Ereignis vom 2. April 2021 zunächst weiter und meldete sich erst zehn 

Tage später, am 12. April 2021, bei seinem Hausarzt Dr. med. I._____, 

Facharzt für Allgemeine Innere Medizin (vgl. VB 5 S. 2; 20 S. 2). Er war 

sodann auch in der Lage, vom 26. April 2021 bis zum 16. Juni 2021 zu 

arbeiten (VB 7 S. 1; 20 S. 1). Dr. med. C._____ führte schliesslich aus, 

dass die Dres. med. J._____ und G._____ beide keine stichhaltige 

Begründung für ihre Beurteilungen lieferten (VB 84 S. 8). Dies ist 

insbesondere auch deshalb nachvollziehbar, weil eine 

Kausalitätsbegründung mit dem Hinweis, dass die Beschwerden nach 

einem Unfallereignis aufgetreten seien (vgl. VB 63) nach der 

Rechtsprechung einem beweisrechtlich unzulässigen "Post-hoc-ergo-

propter-hoc"-Schluss gleichkäme (SVR 2021 UV Nr. 34 S. 154, 

8C_672/2020 E. 4.2; Urteil des Bundesgerichts 8C_281/2023 vom 

11. Januar 2024 E. 3. mit Hinweisen). Insgesamt ist vor diesem 

Hintergrund die Beurteilung von Dr. med. C._____ überzeugend, wonach 

der Verlauf des Beschwerdeführers überwiegend wahrscheinlich einem 

degenerativen Schaden entspreche und an der Beurteilung von Dr. med. 

B._____ festgehalten werden könne, welcher die Unfallfolgen ab Ende Juni 

 - 9 - 

 

 

2021 nicht mehr als relevant für die Beschwerden des Beschwerdeführers 

ansah (VB 84 S. 7 f.; vgl. VB 52 S. 2 und VB 38 S. 3). 

 

5.3. 

Zusammenfassend ergeben sich damit weder aus den Ausführungen des 

Beschwerdeführers noch den medizinischen Akten Hinweise, welche auch 

nur geringe Zweifel an der Beurteilung von Dr. med. C._____ vom 

17. Februar 2023 erwecken könnten. Die besagte Aktenbeurteilung erfüllt 

demnach die Anforderungen an eine beweiskräftige medizinische 

Stellungnahme (vgl. E. 4) und es ist darauf abzustellen. Der medizinische 

Sachverhalt erweist sich vor diesem Hintergrund als vollständig abgeklärt. 

Weitere Abklärungen sind in antizipierter Beweiswürdigung nicht 

vorzunehmen, da davon keine neuen Erkenntnisse betreffend die 

Unfallkausalität zu erwarten sind (BGE 136 I 229 E. 5.3 S. 236; 124 V 90 

E. 4b S. 94). Auf Grund der medizinischen Aktenlage ist davon 

auszugehen, dass die geltend gemachten Beschwerden über den 30. Juni 

2021 hinaus mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit (BGE 134 V 109 E. 9.5 S. 125 mit Hinweis auf BGE 129 

V 177 E. 3.1 S. 181) nicht in einem natürlichen Kausalzusammenhang zum 

Unfallereignis vom 2. April 2021 stehen.  

 

Die Beschwerdegegnerin hat demnach zu Recht ihre vorübergehenden 

gesetzlichen Leistungen per 30. Juni 2021 eingestellt. Der angefochtene 

Einspracheentscheid vom 11. Dezember 2023 (VB 97) ist folglich zu 

bestätigen. 

 

6. 

6.1. 

Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde abzuweisen.  

 

6.2. 

Das Verfahren ist kostenlos (Art. 61 fbis ATSG).  

 

6.3. 

Dem Beschwerdeführer steht nach dem Ausgang des Verfahrens (Art. 61 

lit. g ATSG) und der Beschwerdegegnerin aufgrund ihrer Stellung als 

Sozialversicherungsträgerin (BGE 126 V 143 E. 4 S. 149 ff.) kein Anspruch 

auf Parteientschädigung zu. 

 

 
   

Das Versicherungsgericht erkennt: 

 

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

 - 10 - 

 

 

2. 

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 

3. 

Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

 

 
    

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim 

Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung 

mit Art. 90 ff. BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom 

siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. 

Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. 

Januar (Art. 46 BGG).  

 

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 

6004 Luzern, zuzustellen. 

 

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 

der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines 

Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als 

Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie 

in Händen hat (Art. 42 BGG). 

 

 
   

Aarau, 7. Juni 2024 

 

Versicherungsgericht des Kantons Aargau 

1. Kammer 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin i.V.: 

 

 

 

Kathriner Mary