# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 733590d9-1ef3-5756-ab04-a471cf49114d
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-12-20
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 20.12.2011 D-4109/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4109-2008_2011-12-20.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung IV
D­4109/2008

U r t e i l   v om   2 0 .   D e z embe r   2 0 1 1

Besetzung Richter Thomas Wespi (Vorsitz),
Richter Walter Lang, Richterin Nina Spälti Giannakitas,
Gerichtsschreiber Stefan Weber.

Parteien A._______, geboren X._______,
Kongo (Kinshasa), 
alias B._______, geboren X._______, 
Kongo (Kinshasa),
alias C._______, geboren X._______, 
Kongo (Kinshasa),
alias D._______, Geburtsdatum unbekannt, 
Kongo (Brazzaville),
und deren Tochter
E._______, geboren Y._______,
Portugal,
Beschwerdeführerinnen,
vertreten durch Alfred Ngoyi wa Mwanza, c/o BUCOFRAS,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz.

Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 20. Mai 
2008 / N_______.

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Sachverhalt:

A. 
Die  Beschwerdeführerin  verliess  Kongo  (Kinshasa)  eigenen  Angaben 
zufolge  am  14.  Oktober  2007  auf  dem  Landweg  und  gelangte  über 
F._______, G._______ und H._______ am 19. November 2007 illegal in 
die Schweiz, wo sie gleichentags im I._______ ein Asylgesuch stellte. Am 
3. Dezember 2007 wurde sie  im I._______ summarisch befragt und dort 
am  17.  Dezember  2007  einlässlich  zu  ihren  Asylgründen  angehört.  Am 
22. Februar 2008 wurde die Anhörung fortgesetzt.

Mit  Entscheid  des  BFM  vom  19.  Dezember  2007  wurde  die 
Beschwerdeführerin für die Dauer des Verfahrens dem Kanton J._______ 
zugewiesen.

Zur Begründung  ihres Asylgesuchs  führte sie  im Wesentlichen aus,  seit 
dem  Jahre  (...)  Mitglied  der  Partei  K._______  und  seit  dem  Jahre  (...) 
Mitglied der Organisation L._______ zu sein. Als Mitglied der L._______ 
habe  sie  die  K._______  jeweils  mit  Informationen  über  die  L._______ 
versorgt.  Auch  habe  sie  Informationen  von  der  M._______  an  die 
K._______ weitergeleitet.  Im  (...)  habe sie den Auftrag erhalten, bei der 
Tötung  von  Mitgliedern  der  M._______  –  deren  genaue  Bezeichnung 
kenne  sie  nicht,  es  handle  sich  aber  um  eine  Regierungspartei – 
mitzuwirken.  So  hätten  anlässlich  einer  Strasseneröffnungsfeier 
beziehungsweise  Grundsteinlegung  der  Strasse  (...)  einige 
Parteimitglieder der M._______ aus Rache wegen des Wahlbetrugs der 
Regierungspartei  mittels  30  vergifteten  Tellern,  welche  aus  N._______ 
gebracht worden  seien,  getötet werden  sollen.  Ihre Aufgabe habe darin 
bestanden,  die  vergifteten  Teller  an  Mitarbeiterinnen  der  L._______  zu 
verteilen,  welche  die  Teller  wiederum  den  Parteimitgliedern  vorgesetzt 
hätten.  Die  Teller  seien  jedoch  vorgängig  beschlagnahmt,  ihre 
Mitarbeiterinnen verhaftet und gefoltert worden. Diese hätten unter Folter 
ausgesagt,  von  wem  sie  die  Teller  erhalten  hätten.  Zwei  der 
Mitarbeiterinnen  seien  aufgrund  der  Folter  gestorben  und  die  anderen 
zwei  seien  verschwunden.  In der Folge  sei  sie  selbst  in der Nacht  vom 
(...)  von  Mitarbeitern  des  nationalen  Informationsdienstes  (ANR)  zu 
Hause  aufgesucht,  festgenommen  und  ins Gefängnis  gebracht  worden. 
Die  Mitarbeiter  hätten  Dokumente  von  ihr  betreffend  das  Attentat 
beschlagnahmt und sie der Spionage beschuldigt. Sowohl auf dem Weg 
zum  Gefängnis  nach  O._______  wie  auch  im  Gefängnis  selbst  sei  sie 
vergewaltigt und gefoltert worden. Nach zwei Wochen habe man sie  ins 

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Gefängnis  nach  P._______  verlegt,  wo  die  Folterungen  fortgesetzt 
worden seien. In der Nacht vom (...) respektive (...) habe die K._______ 
einen  Angriff  auf  ihr  Gefängnis  verübt,  um  sie  zu  befreien.  Bei  diesem 
Angriff,  der  einigen  Parteimitgliedern  der  K._______  sowie  einem 
Polizisten das Leben gekostet  habe,  sei  ihr  und weiteren Häftlingen die 
Flucht  gelungen.  Nachdem  sie  einige  Tage  nach  ihrer  Flucht  nach 
O._______ zurückgekehrt sei, habe sie sich ärztlich untersuchen und  in 
Q._______  therapieren  lassen. Mit Hilfe  eines Pfarrers  sei  sie  zunächst 
nach  F._______  gelangt  und  von  dort,  da  die  Situation  unter  anderem 
wegen  der  Anwesenheit  von  Leuten  der  ANR  für  sie  unsicher  und 
gefährlich  gewesen  sei,  nach  Europa  weitergereist.  Auf  die  weiteren 
Ausführungen wird, soweit wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen 
eingegangen.

B. 
Mit Verfügung vom 20. Mai 2008 – eröffnet am 23. Mai 2008 – lehnte das 
BFM  das  Asylgesuch  ab  und  ordnete  gleichzeitig  die  Wegweisung  der 
Beschwerdeführerin aus der Schweiz und den Vollzug an. Die Vorinstanz 
begründete  ihre  Verfügung  im  Wesentlichen  damit,  dass  die 
Schilderungen der Beschwerdeführerin die Anforderungen von Art. 7 des 
Asylgesetzes  vom  26.  Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31)  an  die 
Glaubhaftigkeit nicht erfüllten. Ferner sei der Vollzug der Wegweisung als 
zulässig, zumutbar und möglich zu erachten.

C. 
Mit  an  das  Bundesverwaltungsgericht  gerichteter  Rechtsmitteleingabe 
vom 19. Juni 2008 beantragte die Beschwerdeführerin die Aufhebung der 
vorinstanzlichen  Verfügung,  die  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  
und  die  Gewährung  von  Asyl,  eventualiter  die  Aufhebung  der 
vorinstanzlichen  Verfügung  und  die  Rückweisung  der  Sache  zur 
Neubeurteilung  durch  das  BFM,  subeventualiter  die  Feststellung  der 
Unzulässigkeit  und  der  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  und 
die Anordnung der vorläufigen Aufnahme. In prozessualer Hinsicht sei die 
unentgeltliche  Rechtspflege  im  Sinne  von  Art.  65  Abs.  1  des 
Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das 
Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021)  zu  gewähren  und  von  der 
Erhebung eines Kostenvorschusses sei abzusehen. Auf die Begründung 
wird, soweit entscheidwesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

D. 
Mit  Verfügung  des  Instruktionsrichters  vom  7.  Juli  2008  wurde  der 

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Beschwerdeführerin mitgeteilt,  dass sie den Ausgang des Verfahrens  in 
der  Schweiz  abwarten  könne.  Sie  wurde  aufgefordert,  innert  sieben 
Tagen  ab  Erhalt  der  Verfügung  eine  Bestätigung  über  die  geltend 
gemachte  Schwangerschaft  sowie  eine  Erklärung  über  die  Entbindung 
von  der  ärztlichen  Schweigepflicht  gegenüber  den  Asylbehörden 
einzureichen, wobei bei ungenutzter Frist aufgrund der Akten entschieden 
werde. Die Beurteilung des Gesuchs um Gewährung der unentgeltlichen 
Prozessführung  gemäss Art.  65 Abs.  1  VwVG  und  um Verzicht  auf  die 
Erhebung  eines  Kostenvorschusses  wurde  auf  einen  Zeitpunkt  nach 
Ablauf der eingeräumten Beweismittelfrist verwiesen.

E. 
Mit  Eingabe  vom  17.  Juli  2008  reichte  die  Beschwerdeführerin  eine 
Bestätigung  über  die  geltend  gemachte  Schwangerschaft  vom  11.  Juni 
2008  sowie  eine  Erklärung  über  die  Entbindung  von  der  ärztlichen 
Schweigepflicht vom 17. Juli 2008 zu den Akten.

F. 
Mit Verfügung vom 23. Juli 2008 wurde die Vorinstanz in Anwendung von 
Art. 57 VwVG zur Einreichung einer Stellungnahme eingeladen.

G. 
Die Vorinstanz beantragte  in  ihrer Vernehmlassung vom 6. August 2008 
die Abweisung der Beschwerde.

H. 
Am 12.  August  2008 wurde  der  Beschwerdeführerin  die  vorinstanzliche 
Vernehmlassung zur Kenntnis gebracht.

I.  
I.a  Am  Y._______  brachte  die  Beschwerdeführerin  Tochter  E._______ 
zur  Welt.  Die  Tochter  wurde  am  (...)  vom  Kindsvater,  einem  in  der 
Schweiz  lebenden  Staatsangehörigen  von  Portugal  und  damit  der 
Europäischen  Union  (EU)  mit  einer  Aufenthaltsberechtigung  gemäss 
Personenfreizügigkeitsabkommen (FZA, SR 0.142.112.681), anerkannt.

I.b  Mit  Verfügung  des  R._______  vom  (...)  wurde  das  Gesuch  der 
Beschwerdeführerin  A._______  vom  (...)  betreffend  Erteilung  einer 
Daueraufenthaltsbewilligung EU an  ihre Tochter E._______ gestützt  auf 
Art.  8  Abs. 1  der  Konvention  vom  4. November  1950  zum  Schutze  der 
Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) verweigert. Die 

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gegen  diese  Verfügung  erhobene  Beschwerde  vom  (...)  ist  gemäss 
Auskunft des S._______ vom 20. Oktober 2011 noch hängig.

J. 
Mit Eingabe vom 19. August 2011 (Poststempel: 22. August 2011) zeigte 
der Rechtsvertreter die Übernahme des Mandats per 25. Juli 2011 an und 
legte gleichzeitig ärztliche Unterlagen (Auflistung Beweismittel) ins Recht. 
Ferner wurden darin ergänzende Ausführungen zur Rechtsmitteleingabe 
vom 19. Juni 2008 gemacht.

K. 
Mit  Eingabe  vom  19.  August  2011  (Poststempel:  5.  September  2011) 
reichte  die  Beschwerdeführerin  ein  weiteres  Beweismittel  (Nennung 
Beweismittel) zu den Akten.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.  
1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen  Verfügungen  nach  Art.  5  VwVG.  Das  BFM  gehört  zu  den 
Behörden  nach  Art.  33  VGG  und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des 
Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme 
im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht 
ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und 
entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig,  ausser  bei  Vorliegen 
eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die 
beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d 
Ziff.  1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni  2005  [BGG,  SR 
173.110]). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG 
liegt  in  casu  nicht  vor.  Das  Bundesverwaltungsgericht  entscheidet 
demnach endgültig.

1.2.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Die 
Beschwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, 
ist  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein 
schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung. Sie  ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 
105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf 
die Beschwerde ist einzutreten.

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1.3. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

1.4. Das  nach  Einreichung  der  Beschwerde  geborene  Kind  E._______ 
wird in das vorliegende Verfahren einbezogen.

2.  
2.1. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in 
dem  sie  zuletzt  wohnten,  wegen  ihrer  Rasse,  Religion,  Nationalität, 
Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer 
politischen  Anschauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  sind  oder 
begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als 
ernsthafte Nachteile  gelten  namentlich  die Gefährdung  des  Leibes,  des 
Lebens  oder  der  Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen 
psychischen  Druck  bewirken.  Den  frauenspezifischen  Fluchtgründen  ist 
Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG).

2.2.  Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft 
nachweisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft 
gemacht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender 
Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere 
Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich 
widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich 
auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden  (Art.  7 
AsylG).

3.  
3.1.  Die  Vorinstanz  brachte  zur  Begründung  des  ablehnenden 
Asylentscheides im Wesentlichen vor, die Beschwerdeführerin habe sich 
bezüglich  ihres  angeblichen  Gefängnisaufenthaltes  mehrfach 
widersprochen und habe an der Anhörung nicht aussagen können, wann 
vor dem zur Frage stehenden Anlass  ihr die besagten Teller übergeben 
worden  seien.  Ihre  Schilderungen  hinsichtlich  der  Befreiung  aus  dem 
Gefängnis würden der allgemeinen Erfahrung widersprechen, zumal sich 
diese  mit  den  üblichen  behördlichen  Sicherheitsvorkehrungen  in 
Gefängnissen  der  vorgebrachten  Art  nicht  vereinbaren  liessen.  Es 
erstaune,  dass  die  Beschwerdeführerin  keine  Kenntnis  über  die 
Bedeutung  der  Abkürzung  "M._______"  beziehungsweise  über  den 
Namen  der  gegnerischen Partei  besitze.  Sie  habe  erklärt,  ihre Aufgabe 
sei  es gewesen, die  vergifteten Teller weiterzuleiten. Sie  sei  jedoch der 

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Frage ausgewichen respektive habe keine hinreichenden Angaben dazu 
machen können, wer  ihr den angeblichen Auftrag erteilt habe. Sie wolle 
auch  allgemein  Informationen  übermittelt  haben,  habe  aber  auch  dazu 
keine  substanziierten  Angaben  liefern  können.  Aus  diesen  Gründen 
vermöchten  die  Ausführungen  der  Beschwerdeführerin  den 
Anforderungen  an  die  Glaubhaftigkeit  gemäss  Art.  7  AsylG  nicht 
standzuhalten, so dass ihre Asylrelevanz nicht geprüft werden müsse. An 
dieser  Einschätzung  vermöge  auch  die  eingereichte  heimatliche 
Spitalbestätigung  nichts  zu  ändern.  So  sei  das  Beweismittel  als  Kopie 
eingereicht  worden,  weshalb  alle  Möglichkeiten  offenbleiben  würden. 
Gemäss dem Attest sei die Beschwerdeführerin im (...) behandelt und es 
sei  auf  eine  Vergewaltigung  geschlossen  worden.  Diesbezüglich  sei 
festzuhalten,  dass  die  von  der  Beschwerdeführerin  geltend  gemachten 
Verfolgungsmassnahmen und  folgerichtig die  in diesem Zusammenhang 
angeblich geschehene Vergewaltigung nicht glaubhaft seien.

3.2. Demgegenüber  hielt  die  Beschwerdeführerin  in  ihren  Eingaben  auf 
Beschwerdeebene  im  Wesentlichen  fest,  die  Vorinstanz  habe  den 
Sachverhalt  in  einem  entscheidenden  Punkt  ungenau  beziehungsweise 
falsch geschildert,  zumal es sich nicht um dreissig Teller mit  vergifteten 
Speisen  –  so  gemäss  der  Darstellung  des  BFM  –  gehandelt  habe, 
sondern die dreissig Teller seien mit einem Gift versehen gewesen. Die 
unkorrekte  Darstellung  des  BFM  in  einem  wesentlichen  Punkt  deute 
darauf  hin,  dass  der  angefochtene  Entscheid  insgesamt  mit  wenig 
Sorgfalt verfasst worden sei, was eine Verletzung des rechtlichen Gehörs 
bedeute.  Sie  habe  sich  hinsichtlich  des  Vorwurfs  widersprüchlicher 
Aussagen zum Zeitpunkt des Gefängnisaufenthaltes wohl aus Versehen 
oder  in  der  Aufregung  zunächst  um  einen Monat  verrechnet,  habe  den 
Fehler  dann  aber  selber  bemerkt  und  sich  dementsprechend  korrigiert, 
was  der  Glaubhaftigkeit  ihrer  diesbezüglichen  Aussage  jedenfalls  nicht 
abträglich sei. Ferner konstruiere die Vorinstanz betreffend die Orte ihrer 
Inhaftierung einen nicht haltbaren Widerspruch. So könne  ihre Aussage, 
sie  sei  nach  O._______  zurückgebracht  worden,  nicht  als  erneute 
Inhaftierung  in der erwähnten Ortschaft  interpretiert werden. Sie sei von 
Angehörigen  der  K._______,  die  ihre  Befreiung  aus  dem  Gefängnis 
organisiert hätten, zurückgebracht worden. Nach ihrer Rückkehr habe sie 
sich  im Spital  von O._______  behandeln  lassen  und  anschliessend  die 
Stadt  umgehend  verlassen,  um  nach  Q._______  zu  gehen.  Überdies 
ziehe  die  Vorinstanz  auch  aus  ihren  Angaben  zur  Übergabe  der 
vergifteten Teller die  falschen Schlüsse. Sie habe den Ablauf betreffend 
Eintreffen  und  Weitergabe  dieser  Teller  einleuchtend  wiedergeben 

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können.  Dass  sie  zunächst  die  Frage  zum  Austausch  der  Teller  nicht 
richtig  verstanden  habe,  vermöge  die  Glaubhaftigkeit  ihrer  Aussagen 
nicht  zu  untergraben. Nachdem  sie  die  Frage  verstanden  gehabt  habe, 
habe sie geantwortet, dass sie die Teller (...) Tage vor dem (...) erhalten 
habe.  Zudem  sei  in  diesem  Zusammenhang  die  für  sie  sehr 
anstrengende  Bundesanhörung  vom  12. Dezember  2007  zu  erwähnen, 
da sie einige Tage vorher eine Operation habe durchstehen müssen und 
noch  unter  dem  Einfluss  von  Medikamenten  gestanden  habe.  Sie  sei 
denn auch an der erwähnten Anhörung sehr schläfrig gewesen, weshalb 
die  Befragerin  die  Anhörung  unterbrochen  habe.  Der  Vorhalt,  ihre 
Schilderungen der Befreiung aus dem Gefängnis  seien unglaubhaft,  sei 
nicht nachvollziehbar. So handle es sich beim Gefängnis von O._______ 
nicht um ein Hochsicherheitsgefängnis und überdies habe sie ausgesagt, 
dass die Befreier auch bewaffnet gewesen seien und es beim Vorfall Tote 
gegeben  habe.  Ferner  habe  sie  hinsichtlich  der M._______  anzugeben 
vermocht,  dass es sich dabei um die Partei  des Regierungspräsidenten 
handle.  Sie  würden  ständig  Abkürzungen  verwenden,  die  durch  deren 
ausschliesslichen  Gebrauch  zu  Eigennamen  würden.  Deshalb  sei  sie 
anlässlich  der  Erstbefragung  nicht  in  der  Lage  gewesen,  die 
ausgeschriebene Bedeutung der M._______ wiederzugeben. In späteren 
Anhörungen  sei  sie  dazu  nicht  mehr  befragt  worden.  Überdies  sei  der 
Vorwurf  der  Vorinstanz,  wonach  sie  nicht  in  der  Lage  gewesen  sei, 
Angaben über den Auftraggeber hinsichtlich Weiterleitung der vergifteten 
Teller  zu  machen,  angesichts  der  in  den  Befragungen  gemachten 
Äusserungen  nicht  nachvollziehbar.  Auch  ihre  Verhaftung  in  der  Nacht 
des  (...)  und  die  anschliessenden  Vergewaltigungen  habe  sie  detailliert 
geschildert,  obwohl  es  ihr  sehr  schwer  gefallen  sei,  in  der  geforderten 
Ausführlichkeit darüber zu sprechen. Sodann reiche sie das Original der 
Spitalbestätigung vom (...) zu den Akten, gemäss welcher bei ihr auf eine 
Vergewaltigung geschlossen worden sei. Zudem rüge sie die mangelnde 
Beweiswürdigung des BFM  in Bezug auf dieses wichtige Dokument, die 
einer  Verletzung  des  rechtlichen  Gehörs  gleichkomme.  Aus  all  den 
erwähnten  Gründen  seien  ihre  Vorbringen  nachvollziehbar  und  würden 
die Voraussetzungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG erfüllen.

4. 
4.1. Vorweg ist die Rüge der Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes 
(Abklärungs­ und Begründungspflicht) respektive des rechtlichen Gehörs 
zu  prüfen,  da  ein  allenfalls  ungenügend  abgeklärter  Sachverhalt  eine 
materielle Behandlung verunmöglichen würde.

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4.1.1.  Der  Untersuchungsgrundsatz  gehört  zu  den  allgemeinen 
Grundsätzen des Asylverfahrens (vgl. Art. 12 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG). 
Demnach  hat  die  Behörde  von  Amtes  wegen  für  die  richtige  und 
vollständige  Abklärung  des  rechtserheblichen  Sachverhaltes  zu  sorgen. 
Sie  muss  die  für  das  Verfahren  notwendigen  Sachverhaltsunterlagen 
beschaffen  und  die  rechtlich  relevanten  Umstände  abklären  sowie 
ordnungsgemäss  darüber  Beweis  führen  (beispielsweise  durch  die 
Einholung  eines  Gutachtens).  Dieser  Grundsatz  gilt  indes  nicht 
uneingeschränkt,  er  findet  sein  Korrelat  in  der  Mitwirkungspflicht  des 
Asylsuchenden  (vgl.  Art.  13  VwVG  und  Art.  8  AsylG).  Trotz  des 
Untersuchungsgrundsatzes  kann  sich  nämlich  die  entscheidende 
Behörde  in  der  Regel  darauf  beschränken,  die  Vorbringen  eines 
Gesuchstellers  zu  würdigen  und  die  von  ihm  angebotenen  Beweise 
abzunehmen,  ohne  weitere  Abklärungen  vornehmen  zu  müssen.  Eine 
ergänzende Untersuchung kann sich  jedoch aufdrängen, wenn aufgrund 
dieser  Vorbringen  und  Beweismittel  berechtigte  Zweifel  oder 
Unsicherheiten  bestehen,  die  voraussichtlich  nur  mit  Ermittlungen  von 
Amtes  wegen  beseitigt  werden  können  (vgl.  Entscheidungen  und 
Mitteilungen  der Schweizerischen Asylrekurskommission  [EMARK]  1995 
Nr. 23 E. 5a S. 222).

4.1.2. Aufgrund der Aktenlage kommt das Bundesverwaltungsgericht zum 
Schluss,  dass  das  BFM  den  Sachverhalt  vollständig  erstellte  und  zu 
Recht  keine  weitergehenden  Abklärungen  veranlasste.  Das  BFM  ging 
aufgrund  der  Parteiauskünfte  und  der  Aktenlage  (vgl.  Art.  12  VwVG) 
davon  aus,  dass  der  rechtserhebliche  Sachverhalt  als  erstellt  gelten 
könne und keine weiteren Beweismassnahmen zu ergreifen seien. So gilt 
ein  Sachverhalt  erst  dann  als  unvollständig  festgestellt,  wenn  in  der 
Begründung  des  Entscheides  ein  rechtswesentlicher  Sachumstand 
übergangen  beziehungsweise  überhaupt  nicht  beachtet  wird  (vgl.  FRITZ 
GYGI, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Aufl., Bern 1983, S. 286).

4.1.3. Die  Vorinstanz  gelangte  nach  einer  gesamtheitlichen  Würdigung 
der  aktenkundigen  Parteivorbringen  und  der  Beweismittel  zu  einem 
anderen Schluss als die Beschwerdeführerin, was  jedenfalls weder eine 
Verletzung  des  Untersuchungsgrundsatzes  noch  eine  unvollständige 
Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhaltes  darstellt.  Dabei  ist 
hinsichtlich  der  gerügten  Verletzung  der  Abklärungs­  und 
Begründungspflicht  anzuführen,  dass  die  Vorinstanz  in  Beachtung  des 
Grundsatzes  des  rechtlichen  Gehörs  (Art.  29  Abs.  2  der 
Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 

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1999 [BV, SR 101], Art. 29 VwVG, Art. 32 Abs. 1 VwVG) die Vorbringen 
der Beschwerdeführerin  tatsächlich  hörte,  sorgfältig  und ernsthaft  prüfte 
und  in  der  Entscheidfindung  berücksichtigte,  was  sich  entsprechend  in 
den  betreffenden  Erwägungen  niederschlug.  Insbesondere  legte  die 
Vorinstanz  im  angefochtenen  Entscheid  in  schlüssiger  Weise  dar, 
aufgrund  welcher  Überlegungen  die  Asylvorbringen  als  unglaubhaft  zu 
erachten  seien  und  der  eingereichten  (...)  insgesamt  keine 
rechtserhebliche  Beweiskraft  zuerkannt  werden  könne,  weshalb  eine 
weitergehende  Abklärung  als  nicht  nötig  erachtet  wurde.  Zwar  hielt  die 
Vorinstanz – wie die Beschwerdeführerin in ihrer Rechtsmitteleingabe zu 
Recht  bemerkte  –  im  Sachverhalt  der  angefochtenen  Verfügung  fest, 
dass es sich um dreissig Teller mit vergifteten Nahrungsmitteln gehandelt 
habe. Jedoch  ist aus der Begründung des Entscheides ersichtlich, dass 
das BFM bei  seinen Erwägungen korrekterweise von vergifteten Tellern 
ausging  (vgl.  act.  A30/7,  S.  3,  Ziffer  3).  Bezüglich  der  eingereichten 
Arztbestätigung  äusserte  sich  die  Vorinstanz  in  ihren  Erwägungen 
zunächst in grundsätzlicher Weise zum Beweiswert des Dokumentes und 
hielt  danach  fest,  dass die  vorgebrachten Verfolgungsmassnahmen und 
daher  folgerichtig  die  in  diesem  Zusammenhang  geltend  gemachten 
Vergewaltigungen nicht glaubhaft seien. Zudem ist festzuhalten, dass die 
Beschwerdeführerin  ihre  Asylgründe  nach  Abbruch  der  vorinstanzlichen 
Anhörung  vom  17. Dezember  2007  an  der weiteren Anhörung  vom  22. 
Februar  2008  erneut  darlegen  und  im  Rahmen  einer  Vielzahl  von 
Nachfragen  ergänzen  und  vertiefen  konnte  (vgl.  act.  A14/18,  S. 16; 
A25/16, S. 3 ff.).

4.1.4.  Die  Rüge  der  Verletzung  des  Untersuchungsgrundsatzes 
(Abklärungs­  und  Begründungspflicht)  sowie  des  rechtlichen  Gehörs 
erweist sich demnach als unbegründet, weshalb dem Eventualantrag, es 
sei  die  Verfügung  der  Vorinstanz  aufzuheben  und  die  Sache  zur 
Neubeurteilung an das BFM zurückzuweisen, nicht stattzugeben ist.

4.2.  In materieller  Hinsicht  führt  eine Gesamtbeurteilung  aller  Elemente 
der  Glaubhaftmachung  zur  Überzeugung,  dass  die  Schilderungen  der 
Beschwerdeführerin  bezüglich  ihres  vorgebrachten  Engagements 
innerhalb  der  L._______  und K._______  und  der  daraus  resultierenden 
Repression  der  kongolesischen  Behörden  als  überwiegend  unglaubhaft 
zu  erachten  sind,  weshalb  sie  den  gemäss  Art.  7  AsylG  reduzierten 
Beweisanforderungen nicht genügen. Der Beschwerdeführerin gelingt es 
weder im vorinstanzlichen Verfahren noch in ihren auf Beschwerdeebene 
eingereichten  Eingaben,  ihre  diesbezüglichen  Schilderungen  in  sich 

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stimmig, widerspruchsfrei  und den Tatsachen entsprechend darzulegen, 
aufgrund  derer  auf  einen  tatsächlich  erlebten  Sachverhalt  geschlossen 
werden  könnte.  Die  von  ihr  auf  Beschwerdeebene  gemachten 
Ausführungen  und  Entgegnungen  sowie  im  Verfahren  eingereichten 
Beweismittel  vermögen  die  von  der  Vorinstanz  im  angefochtenen 
Entscheid  aufgezeigten  Unstimmigkeiten  im  Sachverhaltsvortrag  nicht 
plausibel  aufzulösen  und  die  dementsprechenden  Schlussfolgerungen 
des BFM umzustossen.

So  ist  festzustellen,  dass  die  Vorbringen  der  Beschwerdeführerin 
bezüglich  des  Giftanschlags  und  der  Befreiungsaktion  durch  die 
K._______  nicht  durch  öffentlich  zugängliche  Quellen  gestützt  werden. 
Die  Beschwerdeführerin war  nicht  imstande,  in  diesem Zusammenhang 
irgendwelche aufschlussreiche Unterlagen zu den Akten zu  reichen. Auf 
wiederholte  Nachfrage  nach  entsprechenden  Zeitungsmeldungen  zum 
angeblichen Vorfall  vom (...) wich die Beschwerdeführerin entweder aus 
oder schob Zeitmangel vor, der es ihr verunmöglicht habe, Näheres über 
die Geschehnisse  zu erfahren  (vgl.  act. A14/18, S.  12). Demgegenüber 
wäre es jedoch bei einer tatsächlich verfolgten Person nahegelegen und 
– nicht  zuletzt  mit  Blick  auf  allenfalls  zu  treffende 
Sicherheitsvorkehrungen  –  in  ihrem  Interesse  gewesen, möglichst  viele 
Informationen  zum  verfolgungsauslösenden  Zwischenfall  erhältlich  zu 
machen, was ihr angesichts der angeführten Parteibeziehungen und ihrer 
universitären Ausbildung möglich und zumutbar gewesen wäre. Weiter ist 
anzumerken,  dass  sich  öffentlichen  Quellen  zufolge  zwischen  lokalen 
respektive  staatlichen Sicherheitskräften des Kongo und der K._______ 
in  den  vergangenen  Jahren  in  der  Tat  diverse  heftige 
Auseinandersetzungen  ereigneten,  wobei  auch  wiederholt  Personen 
umkamen.  Auch  erwirkten Angehörige  der  K._______  in  einem Fall  die 
Freilassung  von  verurteilten  Gefangenen  im  Gebiet  von  T._______. 
Jedoch lassen sich diese Ereignisse weder in inhaltlicher, zeitlicher noch 
örtlicher Hinsicht mit  den Schilderungen  der Beschwerdeführerin  ([...]) – 
die  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  ihren  Niederschlag  in  der 
öffentlichen  Berichterstattung  gefunden  hätten  –  in  Übereinstimmung 
bringen,  weshalb  die  angeblich  fluchtauslösenden 
Verfolgungsmassnahmen  (Verhaftung  und  Inhaftierung  der 
Beschwerdeführerin verbunden mit Vergewaltigung und Folter; Befreiung 
der  Beschwerdeführerin  durch  Angehörige  der  K._______  am  [...])  als 
nicht  den  Tatsachen  entsprechend  und  somit  als  unglaubhaft  zu 
qualifizieren sind.

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Diese Einschätzung wird durch verschiedene weitere Ungereimtheiten im 
Sachverhaltsvortrag der Beschwerdeführerin gestützt. So ist zunächst der 
Vorinstanz beizupflichten, dass es als überwiegend unwahrscheinlich zu 
erachten  ist,  es  wäre  Angehörigen  der  K._______,  die  lediglich  mit 
Steinen  und  Macheten  bewaffnet  gewesen  seien,  gelungen,  die 
Gefängniswärter in einer Weise zu bedrohen, dass sich diese zum Öffnen 
des  Haupttores  gezwungen  gesehen  hätten.  Ebenso  wenig  vermag  zu 
überzeugen,  dass  den  das  Gefängnis  stürmenden  Angehörigen  der 
K._______  die  Freilassung  der Gefangenen  gelungen  sein  soll,  obwohl 
bei  der  Auseinandersetzung  auf  Seiten  der  K._______  ganze  zwei 
Einheiten ihr Leben verloren hätten, auf Seiten der Sicherheitskräfte aber 
nur ein einziger Polizist getötet worden sei (vgl. act. A1/13, S. 6). Ferner 
vermag  die  Beschwerdeführerin  nicht  plausibel  zu  machen,  wieso  die 
vergifteten  Teller  überhaupt  entdeckt  worden  seien,  sollen  diese  doch 
ihren Angaben zufolge genau gleich wie die normalen Teller ausgesehen 
haben (vgl. act. A25/16, S. 14). In diesem Zusammenhang erstaunt, dass 
die Beschwerdeführerin  im Rahmen  der  zweiten BFM­Anhörung  explizit 
gewusst  haben  will,  dass  die  übrigen  Teller  gleich  wie  die  vergifteten 
Teller  ausgesehen  haben  sollen  (vgl.  act.  A25/16,  S.  14),  um 
demgegenüber anlässlich der ersten BFM­Anhörung vom 17. Dezember 
2007 anzuführen, sie sei nicht am Ort des Anschlags gewesen und  ihre 
dort arbeitenden Leute hätten die Art Teller gekannt, die man gebraucht 
habe, und auch gewusst, welchen Leuten man die vergifteten Teller habe 
vorsetzen wollen (vgl. act. A14/18, S. 11).

Angesichts  obiger  Schlussfolgerungen  vermag  auch  die  eingereichte 
ärztliche  Bestätigung  vom  (...),  deren  Original  mit  der 
Rechtsmitteleingabe  nachgereicht  wurde  und  gemäss  welcher  die 
Beschwerdeführerin im (...) wegen Schmerzen untersucht, behandelt und 
gestützt darauf auf eine Vergewaltigung geschlossen worden sei, nichts 
zu  ändern.  In  diesem  Zusammenhang  ist  festzuhalten,  dass  für  die 
Beschwerdeführerin  gemäss  den  in  der  Bestätigung  enthaltenen 
Angaben  eine  Behandlung  eingeleitet  worden  sei  und  sich  der 
Gesundheitszustand günstig entwickle. Demgegenüber gab sie anlässlich 
der  Befragungen  vor,  sie  habe  nach  dem Arztbesuch  am  gleichen  Tag 
O._______  verlassen  und  die  ihr  verschriebenen  Medikamente  in 
Q._______ gekauft und dort auch ihre Therapie gemacht (vgl. act. A1/13, 
S. 6  und  9;  A14/18,  S. 7).  Es  bleibt  in  diesem Zusammenhang  fraglich, 
wie  der  untersuchende  Arzt  in  der  Folge  vom  sich  bessernden 
Gesundheitszustand  der  Beschwerdeführerin  hätte  erfahren  können, 
zumal sich diese zur Behandlung an einen gänzlich anderen Ort begeben 

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haben  will.  Ausserdem  ist  anzumerken,  dass  die  Beschwerdeführerin 
eigenen Angaben zufolge am (...) auf dem Weg ins Gefängnis und nach 
ihrer Ankunft  im Gefängnis  jeweils  vergewaltigt worden sei,  später nicht 
mehr  (vgl.  act.  A25/16,  S. 11).  Die  ärztliche  Untersuchung  fand  jedoch 
gemäss  der  Bestätigung  vom  (...)  erst  (...) Wochen  später,  nämlich  am 
(...)  statt,  weshalb  infolge  Zeitablaufs  und  der  damit  verbundenen 
körperlichen Regeneration zu bezweifeln ist, dass der untersuchende Arzt 
mit  solcher  Klarheit  zu  der  in  der  Bestätigung  enthaltenen 
Schlussfolgerung  der  Vergewaltigung  gelangen  konnte.  Auch  der 
nachgereichte Ausweis  der K._______,  ausgestellt  im  Jahre  (...),  belegt 
als  solcher  lediglich,  dass  die  Beschwerdeführerin  dieser  Partei  in  den 
Jahren  (...)  bis  (...)  angehörte  und  ihr  regelmässig  Geldbeiträge 
zukommen liess.

4.3.  Zusammenfassend  ist  festzuhalten,  dass  die  Beschwerdeführerin 
und ihre Tochter keine Verfolgung gemäss Art. 3 AsylG nachweisen oder 
glaubhaft machen konnten. Das BFM hat  ihr Asylgesuch demzufolge zu 
Recht abgelehnt.

5. 
5.1. Lehnt  das Bundesamt  das Asylgesuch  ab  oder  tritt  es  darauf  nicht 
ein,  so  verfügt  es  in  der  Regel  die Wegweisung  aus  der  Schweiz  und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit 
der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

5.2. Die Beschwerdeführerin verfügt weder über eine ausländerrechtliche 
Aufenthaltsbewilligung  noch  über  einen  Anspruch  auf  Erteilung  einer 
solchen.  Sie  ist  mit  dem  Vater  ihrer  Tochter  E._______,  der  in  der 
Schweiz  eine  Daueraufenthaltsbewilligung  besitzt,  nicht  verheiratet  und 
lebt  mit  diesem  auch  nicht  in  einer  eheähnlichen  Gemeinschaft 
zusammen.  Gestützt  auf  die  Akten  liegt  damit  ein  Anspruch  der 
Beschwerdeführerin  auf  Aufenthalt  in  der  Schweiz  aufgrund  der  FZA­
Normen jedenfalls nicht klarerweise vor, weshalb es sich an dieser Stelle 
nicht  rechtfertigt,  die  angeordnete  Wegweisung  aufzuheben 
beziehungsweise  vorgängig  die  Beschwerdeführerin  aufzufordern,  bei 
den  kantonalen  Behörden  ein  Gesuch  um  Aufenthaltsbewilligung  zu 
stellen.  Die Wegweisung wurde  demnach  zu Recht  angeordnet  (Art. 44 
Abs. 1 AsylG; vgl. BVGE 2009/50 E. 9 S. 733 mit weiteren Hinweisen). 

5.3.  In  Bezug  auf  ihre  Tochter  E._______  ist  bei  den  kantonalen 
Behörden  ein Verfahren  um Erteilung  einer Daueraufenthaltsbewilligung 

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hängig  (vgl.  oben  Bst.  I).  Bei  einer  definitiven  Ablehnung  des 
diesbezüglichen Gesuches  liegt  es  somit  an  den  kantonalen  Behörden, 
über eine Wegweisung von Tochter E._______ zu befinden (vgl. EMARK 
2001  Nr.  21  E.  8d).  Die  Frage  einer  asylrechtlichen Wegweisung  stellt 
sich  deshalb  nicht.  Es  ist  somit  festzustellen,  dass  die  kantonalen 
Migrationsbehörden über die Wegweisung und deren Vollzug betreffend 
E._______  zu  befinden  haben  und  sich  die  Beschwerde  insoweit  als 
gegenstandslos erweist.

6. 
6.1.  Ist  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  möglich,  nicht  zulässig  oder 
nicht  zumutbar,  so  regelt  das  Bundesamt  das  Anwesenheitsverhältnis 
nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von 
Ausländern  (Art.  44  Abs.  2  AsylG  i.V.m.  Art.  83  Abs.  1  des 
Bundesgesetzes  vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und 
Ausländer  [AuG, SR 142.20]). Dabei  ist der Vollzug nicht möglich, wenn 
die ausländische Person weder in den Herkunfts­ oder in den Heimatstaat 
noch in einen Drittstaat verbracht werden kann (Art. 83 Abs. 2 AuG). Der 
Vollzug  ist  ferner  nicht  zulässig,  wenn  völkerrechtliche  Verpflichtungen 
der  Schweiz  einer  Weiterreise  des  Ausländers  in  seinen  Heimat­, 
Herkunfts­  oder  einen  Drittstaat  entgegenstehen  (Art.  83  Abs.  3  AuG). 
Der Vollzug der Wegweisung ist schliesslich nicht zumutbar, wenn er für 
die ausländische Person eine konkrete Gefährdung darstellt (Art. 83 Abs. 
4 AuG).

6.2. Die erwähnten drei Bedingungen für einen Verzicht auf den Vollzug 
der  Wegweisung  (Unzulässigkeit,  Unzumutbarkeit  und  Unmöglichkeit) 
sind  alternativer Natur:  Sobald  eine  von  ihnen  erfüllt  ist,  ist  der Vollzug 
der  Wegweisung  als  undurchführbar  zu  betrachten  und  die  weitere 
Anwesenheit  in  der  Schweiz  gemäss  den  Bestimmungen  über  die 
vorläufige Aufnahme zu regeln  (vgl. BVGE 2009/51 E. 5.4 S. 748). Weil 
sich  vorliegend  der  Vollzug  der  Wegweisung  aus  den  nachfolgend 
aufgezeigten Gründen als unzumutbar erweist, kann auf eine Erörterung 
der beiden anderen Kriterien verzichtet werden.

6.3.  Wie  dargelegt,  ist  das  Verfahren  um  Erteilung  einer 
Daueraufenthaltsbewilligung für die Tochter der Beschwerdeführerin noch 
hängig.  Sollte  das  Gesuch  um  Erteilung  einer  solchen  Bewilligung 
rechtskräftig  abgewiesen  werden,  hätten  in  der  Folge  die  kantonalen 
Migrationsbehörden  die  Wegweisung  und  deren  Vollzug  zu  prüfen. 
Unabhängig vom Ergebnis dieser Prüfung ist vorliegend zu beurteilen, ob 

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es der Beschwerdeführerin überhaupt zumutbar wäre, mit einem (...) Kind 
in ihr Heimatland zurückzukehren.

6.4. Gemäss Art.  83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug der Wegweisung  für 
Ausländerinnen  und  Ausländer  unzumutbar  sein,  wenn  sie  im  Heimat 
oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg, 
allgemeiner  Gewalt  und  medizinischer  Notlage  konkret  gefährdet  sind. 
Wird  eine  konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter  Vorbehalt  von 
Art. 83  Abs.  7  AuG  –  die  vorläufige  Aufnahme  zu  gewähren  (vgl. 
Botschaft  zum  Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer 
vom 8. März 2002, BBl 2002 3818).

6.5. Die damals zuständige Schweizerische Asylrekurskommisson (ARK) 
hat in einem Entscheid im Jahre 2004 eine umfassende Lagebeurteilung 
in Bezug auf die Frage der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs nach 
Kongo (Kinshasa) vorgenommen, welche grundsätzlich nach wie vor ihre 
Gültigkeit  hat.  Dabei  wurde  ausgeführt,  dass  das  Land  in  den  1990er­
Jahren  durch  ethnische  Spannungen  und  Konflikte  mit  den 
Nachbarstaaten, insbesondere Ruanda, geprägt war und sich schliesslich 
ein  Bürgerkrieg  über  das  ganze  Land  ausbreitete.  Die  über  Jahre 
dauernden,  vielmals  wechselnden  Konflikte  führten  zu  einer  fast 
vollständigen Zerrüttung des Landes. Erst nach dem Tod des vormaligen 
Rebellenchefs  und  späteren  Präsidenten  Laurent­Désiré  Kabila  am 
16. Januar 2001 beruhigte sich die Lage im Lande unter der Führung von 
Joseph  Kabila  (dem  Sohn  des  vormaligen  Präsidenten)  zunehmend, 
zumal  sich  Letzterer  bemüht  zeigte,  dem  durch  den  langjährigen 
Bürgerkrieg zerrütteten Land eine gewisse Stabilität zu verleihen und den 
Friedensprozess voranzutreiben  (vgl.  zum Ganzen EMARK 2004 Nr. 33 
E. 8.2. S. 233 ff.).  In Würdigung der beschriebenen Umstände erachtete 
die  ARK  den  Wegweisungsvollzug  nach  Kongo  (Kinshasa)  nur  unter 
bestimmten  Voraussetzungen  als  zumutbar,  nämlich  dann,  wenn  der 
letzte  Wohnsitz  der  betroffenen  Person  die  Hauptstadt  Kinshasa  oder 
eine  andere,  über  einen  Flughafen  verfügende  Stadt  im  Westen  des 
Landes  war,  oder  wenn  die  Person  in  einer  dieser  Städte  über  ein 
gefestigtes  Beziehungsnetz  verfügt.  Die  ARK  hielt  weiter  fest,  dass – 
nach  sorgfältiger  Prüfung  und  Abwägung  der  individuellen  Umstände – 
der Vollzug der Wegweisung  trotz Vorliegens der vorstehend genannten 
Kriterien  in  aller  Regel  als  nicht  zumutbar  erscheint,  wenn  die 
zurückzuführende  Person  (kleine)  Kinder  in  ihrer  Begleitung  hat,  für 
mehrere  Kinder  verantwortlich  ist,  sich  bereits  in  einem 
vorangeschrittenen  Alter  oder  in  einem  schlechten  gesundheitlichen 

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Zustand  befindet  oder  wenn  es  sich  bei  der  Person  um  eine 
alleinstehende,  nicht  über  ein  soziales  oder  familiäres  Netz  verfügende 
Frau  handelt  (vgl.  dazu  EMARK  2004  Nr.  33.  E.  8.3  [erster  Absatz]  S. 
237). 

6.6. Die Beschwerdeführerin wuchs eigenen Angaben zufolge zusammen 
mit  ihren Eltern und Geschwistern  in U._______ auf und hatte seit dem 
Jahre  (...)  ihren  letzten Wohnsitz  in O._______.  Im Jahre  (...) erhielt sie 
ihren Universitätsabschluss  in  (...)  (vgl.  act.  A1/13,  S.  2  ff.).  Den  Akten 
zufolge  sind  ihre  Eltern  und  Geschwister  noch  immer  in  Kinshasa  und 
Umgebung  wohnhaft.  Aufgrund  des  vorstehend  Gesagten  besitzt  die 
Beschwerdeführerin  zum heutigen Zeitpunkt  noch  immer ein gefestigtes 
familiäres  oder  soziales  Netz  in  Kinshasa.  Jedoch  brachte  sie  am 
Y._______  in  der  Schweiz  ihre  Tochter  E._______  zu  Welt.  Diese  ist 
mittlerweile  (...)  Jahre  alt.  Den  Akten  zufolge  besteht  zwischen  ihr  und 
ihrem  in  der  Schweiz  lebenden  Vater  kein  Kontakt.  Die 
Beschwerdeführerin  ist  somit mit Bezug auf die Frage der Zumutbarkeit 
einer  Rückkehr  in  das  Heimatland  als  alleinstehende  Mutter  eines 
Kleinkindes zu betrachten. Der Wegweisungsvollzug erweist sich daher – 
im Sinne der vorerwähnten Praxis zu Kongo (Kinshasa) – bereits deshalb 
als  unzumutbar.  Auf  die  auf  Beschwerdeebene  vorgebrachten 
psychischen Probleme der Beschwerdeführerin  braucht  daher an dieser 
Stelle nicht näher eingegangen zu werden.

6.7. Nach  dem Gesagten  und  nachdem  den  Akten  keine  Hinweise  auf 
Ausschlussgründe im Sinne von Art. 83 Abs. 7 AuG entnommen werden 
können,  ist  die  Beschwerdeführerin  in  der  Schweiz  vorläufig 
aufzunehmen.

6.8.  Die  Beschwerde  ist  somit,  soweit  den  Wegweisungsvollzug  von 
A._______ betreffend,  gutzuheissen,  die Verfügung der Vorinstanz  vom 
20. Mai 2008 hinsichtlich der Dispositiv­Ziffern 4 und 5 aufzuheben und 
das  BFM  anzuweisen,  die  Beschwerdeführerin  A._______  wegen 
Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  vorläufig  in  der  Schweiz 
aufzunehmen. Weitergehend  ist die Beschwerde abzuweisen, soweit sie 
sich nicht als gegenstandslos erweist.

7. 
7.1. Mit dem Entscheid in der Hauptsache ist das Gesuch um Verzicht auf 
die Erhebung eines Kostenvorschusses gegenstandslos geworden.

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7.2. Mit Zwischenverfügung vom 7.  Juli  2008 wurde der Entscheid über 
die  Gesuche  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Prozessführung  im 
Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG und um Verzicht auf die Erhebung eines 
Kostenvorschusses auf einen späteren Zeitpunkt verwiesen.

7.3. Gemäss  Art.  65  Abs.  1  VwVG wird  eine  Partei,  die  nicht  über  die 
erforderlichen  Mittel  verfügt,  auf  Antrag  hin  von  der  Bezahlung  der 
Verfahrenskosten  befreit,  sofern  ihr  Begehren  nicht  aussichtslos 
erscheint.  Es  ist  von  der  Bedürftigkeit  der  Beschwerdeführerinnen 
auszugehen.  Zudem  waren  die  Beschwerdebegehren  nicht  als 
aussichtslos  zu  erachten.  Das  Gesuch  um  Gewährung  der 
unentgeltlichen  Prozessführung  im  Sinne  von  Art.  65  Abs.  1  VwVG  ist 
somit gutzuheissen, weshalb keine Verfahrenskosten aufzuerlegen sind.

7.4.  Da  die  vertretene  Beschwerdeführerin  teilweise  –  hinsichtlich  der 
Frage  des  Wegweisungsvollzuges  –  mit  ihrer  Beschwerde 
durchgedrungen  ist,  wäre  ihr  für  die  ihr  erwachsenen  notwendigen  und 
verhältnismässig  hohen  Kosten  eine  um  die  Hälfte  reduzierte 
Parteientschädigung zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 ff. 
des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 
173.320.2]). Die Beschwerdeführerin erhob zunächst  in eigenem Namen 
Beschwerde  und  reichte  Beweismittel  ein.  Erst  am  25.  Juli  2011 
beauftragte  sie  einen Rechtsvertreter mit  der Wahrung  ihrer  Interessen. 
Dieser setzte sich mit Eingaben vom 22. August und 5. September 2011 
– unter  Beilage  ärztlicher  Unterlagen  –in  überwiegender Weise mit  den 
gesundheitlichen Problemen der Beschwerdeführerin auseinander. Diese 
Ausführungen  sind  vorliegend  jedoch  für  die  teilweise  Gutheissung  der 
Beschwerde  unerheblich  (vgl.  Ziffer  6.6)  und  erscheinen  deshalb  auch 
nicht  als  notwendig  im  Sinne  von  Art.  64  VwVG.  Insgesamt  ist  daher 
keine Parteientschädigung auszurichten.

(Dispositiv nächste Seite)

D­4109/2008

Seite 18

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Es  wird  festgestellt,  dass  die  kantonalen  Migrationsbehörden  über  die 
Wegweisung  und  deren  Vollzug  betreffend  E._______  zu  befinden 
haben.

2. 
Die  Beschwerde  wird  hinsichtlich  des  Wegweisungsvollzugs  von 
A._______  gutgeheissen.  Im  Übrigen  wird  sie  abgewiesen,  soweit  sie 
sich nicht als gegenstandslos erweist.

3. 
Die Ziffern 4 und 5 des Dispositivs der Verfügung des Bundesamtes vom 
20.  Mai  2008  werden  aufgehoben.  Das  BFM  wird  angewiesen, 
A._______ vorläufig aufzunehmen.

4. 
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Prozessführung  im 
Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird gutgeheissen.

5. 
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.

6. 
Eine Parteientschädigung wird nicht entrichtet.

7. 
Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführerin,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Thomas Wespi Stefan Weber

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