# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** edd187b8-86b6-5ebc-acf2-9a63d29fe449
**Source:** Freiburg/Fribourg (FR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-03-15
**Language:** de
**Title:** Freiburg Kantonsgericht Steuergerichtshof 15.03.2024 604 2023 109
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/FR_Gerichte/FR_TC_010_604-2023-109_2024-03-15.pdf

## Full Text

Tribunal cantonal TC
Kantonsgericht KG

Augustinergasse 3, Postfach 630, 1701 Freiburg

T +41 26 304 15 00

www.fr.ch/tc

—
Pouvoir Judiciaire PJ
Gerichtsbehörden GB

604 2023 109
604 2023 110

Urteil vom 15. März 2024

Steuergerichtshof

Besetzung Präsident: Marc Sugnaux
Richterinnen: Dina Beti, Daniela Kiener
Gerichtsschreiberin: Angélique Marro

Parteien A.________, Beschwerdeführer,

gegen

KANTONALE STEUERVERWALTUNG, Vorinstanz

Gegenstand Einkommens- und Vermögenssteuer der natürlichen Personen (Einsprache 
gegen Ermessensveranlagung: Begründungspflicht)

Beschwerde vom 7. November 2023 gegen den Einspracheentscheid vom 
6. Oktober 2023; direkte Bundessteuer und Kantonssteuer 2021

Kantonsgericht KG
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Sachverhalt

A. A.________ (nachfolgend: Steuerpflichtiger oder Beschwerdeführer) wurde am 16. Juni 2023 
für das Steuerjahr 2021 nach Ermessen veranlagt. Die Steuerverwaltung des Kantons Freiburg 
(nachfolgend: Steuerverwaltung oder Vorinstanz) setzte das steuerbare Einkommen auf 
CHF 99'956.- (direkte Bundessteuer; geschuldeter Steuerbetrag: CHF 2'867.40) resp. CHF 96'096.- 
(Kantonssteuer; geschuldeter Steuerbetrag: CHF 10'253.75) und das steuerbare Vermögen auf 
minus CHF 127'000.- (geschuldeter Steuerbetrag: CHF 0.-) fest.

Am 22. Juni 2023 erhob der Steuerpflichtige Einsprache gegen die Ermessensveranlagung und 
beantragte, er sei im Sinne der gleichentags elektronisch eingereichten Steuererklärung ordentlich 
zu veranlagen. In dieser deklarierte er ein steuerbares Einkommen von CHF 49'307.- und ein steuer-
bares Vermögen von CHF 0.- (Code 7.910). Ausserdem wies er darauf hin, dass sich seine Adresse 
geändert habe, da er die selbstbewohnte Liegenschaft per Ende 2022 verkauft habe.

Mit Schreiben vom 14. Juli 2023 verlangte die Steuerverwaltung vom Steuerpflichtigen zusätzliche 
Unterlagen zu den geltend gemachten Abzügen. Dieses Schreiben war an die in der Einsprache 
angegebene Anschrift (B.________) adressiert. Als der Steuerpflichtige auf dieses Schreiben nicht 
reagierte, wurde er am 8. September 2023 schriftlich gemahnt. Dieses Schreiben ging an die neue 
Wohnadresse des Steuerpflichtigen (C.________).

Am 20. September 2023 erklärte der Steuerpflichtige, dass er das Schreiben vom 14. Juli 2023 nie 
erhalten habe. Ausserdem habe er sämtliche Unterlagen bereits mit der Steuererklärung elektro-
nisch eingereicht. Auf Verlangen könne er diese aber gerne auch noch in Papierform einreichen.

Mit Einspracheentscheid vom 6. Oktober 2023 trat die Steuerverwaltung auf die Einsprache nicht 
ein mit der Begründung, dass der Steuerpflichtige innert Frist keine weiteren Unterlagen eingereicht 
habe.

B. Gegen den Einspracheentscheid erhob der Steuerpflichtige mit Eingabe vom 7. November 
2023 Beschwerde an den Steuergerichtshof des Kantonsgerichts. Er stellt den Antrag, es sei der 
angefochtene Einspracheentscheid aufzuheben und auf seine Einsprache einzutreten. Zur Begrün-
dung macht er im Wesentlichen geltend, er habe der elektronisch eingereichten Steuererklärung 
sämtliche Unterlagen beigelegt, auch solche, die nicht verlangt waren. Zusätzlich habe er der 
Vorinstanz die Steuererklärung in Papierform (per Einschreiben) eingereicht. Der Vorinstanz hätten 
somit alle, auch die einverlangten Belege vorgelegen. Ausserdem weist der Beschwerdeführer noch-
mals darauf hin, dass er das Schreiben vom 14. Juli 2023 nicht erhalten habe, und macht geltend, 
der Nichteintretensentscheid sei unverhältnismässig, da er bei ihm de facto zu einer dreimal höheren 
Steuerbelastung führe.

Der am 10. November 2023 auf CHF 400.- festgesetzte Kostenvorschuss wurde am 1. Dezember 
2023 geleistet.

Am 10. Januar 2024 reichte die Vorinstanz ihre Bemerkungen ein, in denen sie auf eine Abweisung 
der Beschwerde schloss.

Ein weiterer Schriftenwechsel wurde nicht durchgeführt.

Kantonsgericht KG
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C. Die weiteren Elemente des Sachverhalts ergeben sich, soweit für die Urteilsfindung wesent-
lich, aus den nachfolgenden rechtlichen Erwägungen.

Erwägungen

Prozessuales

1.

Gegen Einspracheentscheide der Veranlagungsbehörde kann die steuerpflichtige Person innert 
30 Tagen nach Zustellung beim Kantonsgericht schriftlich Beschwerde erheben (Art. 140 Abs. 1 des 
Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 über die direkte Bundessteuer [DBG; SR 642.11]; Art. 50 
Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 über die Harmonisierung der direkten Steuern 
der Kantone und Gemeinden [StHG; SR 642.14]; Art. 180 Abs. 1 des Gesetzes vom 6. Juni 2000 
über die direkten Kantonssteuern [DStG; SGF 631.1]). Die Beschwerdeschrift muss die Begehren 
der beschwerdeführenden Person und deren Begründung enthalten (vgl. Art. 140 Abs. 2 DBG; 
Art. 50 Abs. 2 StHG; Art. 180 Abs. 2 DStG). Mit der Beschwerde können alle Mängel des angefoch-
tenen Entscheids und des vorangegangenen Verfahrens gerügt werden (Art. 140 Abs. 3 DBG; 
Art. 50 Abs. 2 StHG; Art. 180 Abs. 3 DStG). Das Beschwerdeverfahren richtet sich nach dem Gesetz 
vom 23. Mai 1991 über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; SGF 150.1) (Art. 182 DStG).

Die Beschwerde vom 7. November 2023 gegen den Einspracheentscheid vom 6. Oktober 2023 ist 
durch den Beschwerdeführer frist- und formgerecht bei der sachlich und örtlich zuständigen 
Beschwerdeinstanz eingereicht worden. Der Beschwerdeführer ist als Steuerschuldner durch den 
angefochtenen Einspracheentscheid berührt und hat ohne weiteres ein schutzwürdiges Interesse 
an dessen Aufhebung oder Änderung (vgl. Art. 76 Bst. a VRG). Auch wurde der Kostenvorschuss 
rechtzeitig bezahlt (vgl. Art. 128 VRG).

Auf die Beschwerde ist einzutreten.

Direkte Bundessteuer (604 2023 109)

2.

Vorliegend ist streitig, ob die Vorinstanz zu Recht auf die am 22. Juni 2023 erhobene Einsprache 
nicht eingetreten ist.

2.1. Hat der Steuerpflichtige trotz Mahnung seine Verfahrenspflichten nicht erfüllt oder können 
die Steuerfaktoren mangels zuverlässiger Unterlagen nicht einwandfrei ermittelt werden, so nimmt 
die Veranlagungsbehörde die Veranlagung nach pflichtgemässem Ermessen vor. Sie kann dabei 
Erfahrungszahlen, Vermögensentwicklung und Lebensaufwand des Steuerpflichtigen berücksichti-
gen (Art. 130 Abs. 2 DBG). Der Steuerpflichtige kann eine Veranlagung nach pflichtgemässem 
Ermessen nur wegen offensichtlicher Unrichtigkeit anfechten. Die Einsprache ist zu begründen und 
muss allfällige Beweismittel nennen (Art. 132 Abs. 3 DBG).

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Bei der Ermessensveranlagung handelt es sich um eine besondere Art der Sachverhaltsermittlung 
durch Schätzung, welche zum Zuge kommt, wenn ein Untersuchungsnotstand besteht – d.h. wenn 
die Steuerfaktoren nicht nachgewiesen werden oder nicht nachgewiesen werden können (vgl. Urtei-
le BGer 2C_404/2019 vom 29. Januar 2020 E. 2.2; 2C_554/2013 und 2C_555/2013 vom 30. Januar 
2014 E. 2.3). Bei der Einsprache gegen eine Ermessensveranlagung sieht der Bundesgesetzgeber 
eine qualifizierte Begründungspflicht vor. Die Erfordernisse der Begründung und der Nennung der 
Beweismittel stellen bei der Einsprache gegen eine Ermessensveranlagung Prozessvoraussetzun-
gen dar (vgl. BGE 131 II 548 E. 2.3; 123 II 552 E. 4c; Urteile BGer 2C_295/2022 vom 17. November 
2022 E. 4.2.1; 2C_404/2019 vom 29. Januar 2020 E. 2.2; 2C_924/2016 und 2C_925/2016 vom 
20. März 2017 E. 3.2.3; 2C_554/2013 und 2C_555/2013 vom 30. Januar 2014 E. 2.5).

Die genannten erhöhten prozessualen Anforderungen finden ihre Erklärung in der besonderen Natur 
der Ermessensveranlagung. Da die Steuerbehörde mangels genügender Unterlagen nicht alle Steu-
erfaktoren genau ermitteln kann, muss sie diese schätzen. Dabei hat sie notwendigerweise auf 
Annahmen und Vermutungen abzustellen. Weil eine Ermessenseinschätzung somit naturgemäss 
eine gewisse Unschärfe aufweist, ist die Möglichkeit, sie anzufechten, entsprechend eingeschränkt. 
Unter Vorbehalt der Rüge, die verfahrensrechtlichen Voraussetzungen für eine Ermessensveranla-
gung seien nicht erfüllt gewesen, kann die steuerpflichtige Person sie nur wegen offensichtlicher 
Unrichtigkeit infrage stellen (vgl. Urteil BGer 2C_992/2021 vom 22. September 2022 E. 2.2). Sie hat 
nachzuweisen, dass die Ermessensveranlagung den tatsächlichen Verhältnissen nicht entspricht. 
Dieser Unrichtigkeitsnachweis ist nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung umfassend zu 
führen und kann nicht nur einzelne Positionen der Ermessensveranlagung betreffen; vielmehr ist 
mittels umfassendem Unrichtigkeitsnachweis die bisher vorhandene Ungewissheit bezüglich des 
Sachverhalts zu beseitigen; blosse Teilnachweise genügen demnach nicht (Urteil BGer 
2C_579/2008 vom 29. April 2009 E. 2.1). In der Begründung der Einsprache ist daher der Sachver-
halt in substanziierter Weise darzulegen, und es sind die Beweismittel für diese Sachverhaltsdar-
stellung zu nennen. Es reicht nicht aus, die Einschätzung bloss in pauschaler Weise zu bestreiten 
oder lediglich einzelne Positionen der Einschätzung als zu hoch zu bezeichnen. Vielmehr wird die 
steuerpflichtige Person, die ihre Mitwirkungspflichten im Veranlagungsverfahren nicht erfüllt und 
dadurch eine Ermessensveranlagung bewirkt hat, in der Regel die versäumten Mitwirkungshandlun-
gen nachholen müssen, um die Einsprache genügend begründen zu können (Urteil BGer 
2C_295/2022 vom 17. November 2022 E. 4.2.2 mit Verweis auf Urteile BGer 2C_404/2019 vom 
29. Januar 2020 E. 2.3; 2C_579/2008 vom 29. April 2009 E. 2.1).

Auf die Einsprache einer steuerpflichtigen Person, die nach Ermessen veranlagt worden ist und die 
mit der Einsprache die unterlassenen Mitwirkungshandlungen nicht nachholt, obschon ihr das 
möglich wäre, ist nicht einzutreten (Urteil BGer 2C_295/2022 vom 17. November 2022 E. 4.2.3; vgl. 
auch Urteile BGer 2C_404/2019 vom 29. Januar 2020 E. 2.3 in fine; 2C_924/2016 und 2C_925/2016 
vom 20. März 2017 E. 3.2.3 in fine; 2C_910/2016 und 2C_911/2016 vom 20. März 2017 E. 3.2.3 in 
fine; 2C_620/2007 und 2C_621/2007 vom 2. Juli 2008 E. 2.1).

Die Begründung einer Einsprache gegen eine Ermessensveranlagung ergibt sich in aller Regel aus 
der nachzureichenden Steuererklärung. Die Pflicht zur Einreichung der Steuererklärung besteht im 
Veranlagungsverfahren (vgl. Art. 124 Abs. 2 DBG), grundsätzlich aber auch im Verfahren der 
Einsprache gegen eine Veranlagungsverfügung nach pflichtgemässem Ermessen (BGE 131 II 548 
E. 2.3). Denn verfahrensrechtlich soll nicht besser dastehen, wer den Mitwirkungspflichten im Veran-
lagungsverfahren nicht nachgekommen ist (in diesem Sinne auch Botschaft vom 25. Mai 1983 zu 
den Bundesgesetzen über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden 
sowie über die direkte Bundessteuer, BBl 1983 III 1 ff., insbesondere S. 210 zu Art. 135 E-DBG). 

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Eine Ausnahme besteht, wenn das Nachholen fehlender Elemente oder das Ausfüllen der Steuerer-
klärung unzumutbar ist (Urteil BGer 2C_36/2017 und 2C_37/2017 vom 30. Januar 2017 E. 2.2.4). 
Sachurteilsvoraussetzung ist und bleibt aber nur die Einsprachebegründung, nicht die eingereichte 
Steuererklärung. Die Einsprache kann folglich auch auf andere Weise als durch Vorlage der Steu-
ererklärung rechtsgenüglich begründet werden (Urteile BGer 2C_741/2021 vom 11. Oktober 2021 
E. 3.3.2; 2C_36/2017 und 2C_37/2017 vom 30. Januar 2017 E. 2.2.4; 2C_579/2008 vom 29. April 
2009 E. 2.2; 2A.72/2004 vom 4. Juli 2005 E. 6 in StR 60/2005 973; 2C_620/2007 vom 2. Juli 2008 
E. 3.2).

2.2. Vorliegend ergibt sich aus den zu den Akten gereichten Unterlagen, dass der Beschwerde-
führer mit seiner Einsprache vom 22. Juni 2023 auch die Steuererklärung elektronisch einreichte 
(vgl. die Quittung, Beschwerdebeilage 3). Dies wird von der Vorinstanz nicht bestritten.

Auch nicht bestritten wird, dass der Steuererklärung verschiedene Belege beigelegt waren, die zwar 
im vorliegenden Beschwerdeverfahren vom Beschwerdeführer zu den Akten gereicht wurden 
(vgl. die Steuererklärung mitsamt Beilagen, Beschwerdebeilage 4), nicht aber von der Vorinstanz 
(vgl. die Vorakten), obschon von ihr das vollständige Dossier einverlangt wurde (act. 4). Mangels 
gegenteiliger Behauptungen ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer die Belege, die er 
im Beschwerdeverfahren einreichte (vgl. Beschwerdebeilage 4), auch der Vorinstanz vorlegte.

2.3. Mit Schreiben vom 14. Juli 2023 (vgl. Vorakten Dok. 3) wurden vom Beschwerdeführer 
zusätzliche Unterlagen einverlangt, namentlich Belege über Schulden und Zinsen per 31. Dezember 
2021 (2 x Cembra, Cornercard, UBS, FKB Studio) und die Steuerbescheinigung über Einzahlungen 
in die 3. Säule. Diese Unterlagen beschlagen die Codes 4.210 (Schuldzinsen und Schulden; geltend 
gemachter Abzug: CHF 15'849.- [beim Einkommen] resp. CHF 899'690.- [beim Vermögen]) sowie 
4.130 (Einzahlungen auf das Konto der Säule 3a; geltend gemachter Abzug: CHF 6'883.-).

Sowohl im Einsprache- als auch im Beschwerdeverfahren stellt sich der Beschwerdeführer auf den 
Standpunkt, sämtliche Belege vorgelegt zu haben. 

2.4. Eine Durchsicht der vom Beschwerdeführer zu den Akten gereichten Beilagen zur Steuerer-
klärung ergibt tatsächlich, dass die von der Vorinstanz einverlangten Unterlagen – zumindest teilwei-
se – bereits beigebracht worden waren:

So findet sich in den Beilagen zur Steuererklärung (vgl. Beschwerdebeilage 4) eine Bescheinigung 
der Cembra Money Bank vom 12. Januar 2023 über einen Saldo von CHF 34'616.75 und einen 
Sollzins von CHF 3'433.15 (Konto-Nr. ddd) resp. einen Saldo von CHF 9'718.15 und einen Sollzins 
von CHF 1'148.75 (Konto-Nr. eee), eine Bescheinigung von Cornercard vom 12. Januar 2023 über 
einen Saldo per 31. Dezember 2021 zu Gunsten der Bank von CHF 10'346.85 und Zinsen zu Lasten 
des Beschwerdeführers von CHF 1'158.49 sowie eine Bescheinigung der UBS vom 12. Januar 2023 
über einen Kontosaldo per 31. Dezember 2021 zu Gunsten der Bank von CHF 9'368.30 und verrech-
nete Sollzinsen von CHF 1'056.45. In Zusammenhang mit den unter Code 4.210 (Schuldzinsen und 
Schulden) geltend gemachten Abzügen ist damit einzig der Pfandbrief der Freiburger Kantonalbank 
auf dem Studio (geltend gemachte Zinsen: CHF 1'535.-) nicht beigebracht worden.

In Zusammenhang mit dem unter Code 4.130 (Einzahlungen auf das Konto der Säule 3a) geltend 
gemachten (Maximal-) Abzug von CHF 6'883.- ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer zwar 
eine Übersicht über die von ihm bei der Basler Leben AG abgeschlossenen Verträge der Säulen 3a 
(Versicherungsvertrag Nr. fff) und 3b (Versicherungsvertrag Nr. ggg) zu den Akten gelegt hat. Aus 
diesem Beleg lässt sich aber nicht entnehmen, ob und welcher Höhe der Beschwerdeführer im 

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Steuerjahr 2021 auch tatsächlich Einzahlungen auf das Konto der Säule 3a getätigt hat. Während 
er eine Bescheinigung über den steuerbaren Vermögenswert seines Kontos der Säule 3b vorgelegt 
hat, findet sich für das Konto der Säule 3a keine entsprechende Steuerbescheinigung in den Akten.

Damit ist festzustellen, dass von den geltend gemachten Abzügen, für welche die Vorinstanz mit 
Schreiben vom 14. Juli 2023 und Mahnung vom 8. September 2023 zusätzliche Unterlagen einver-
langt hat, nur die Zinsen für der Pfandbrief der Freiburger Kantonalbank auf dem Studio 
(CHF 1'535.-) und die Einzahlungen auf das Konto der Säule 3a (CHF 6'883.-) nicht belegt sind. 

2.5. Kommt hinzu, dass der Beschwerdeführer mit der am 22. Juni 2023 nachgereichten Steuer-
erklärung sowie den beigelegten Unterlagen die offensichtliche Unrichtigkeit der Ermessensveran-
lagung nachweisen konnte. So steht dem ermessensweise veranlagten steuerbaren Einkommen 
von CHF 99'956.- ein deklariertes steuerbares Einkommen von CHF 49'307.- gegenüber (Code 
7.910). Diese Differenz rührt daher, dass der Beschwerdeführer zwar ein deutlich höheres Erwerbs-
einkommen deklarierte (Codes 1.110 und 1.220: insgesamt CHF 105'768.- anstatt CHF 88'477.-), 
von diesem Einkommen aber höhere Berufsauslagen (Codes 2.110-2.130: insgesamt CHF 25'986.- 
anstatt CHF 2'654.-), die bereits erwähnten, aber nicht belegten Einzahlungen auf das Konto der 
Säule 3a (Code 4.130: CHF 6'883.- anstatt CHF 0.-), höhere Schuldzinsen (Code 4.210: 
CHF 15'849.- anstatt CHF 4'605.-) und höhere Liegenschaftsunterhaltskosten (Code 4.310: 
CHF 28'481.- anstatt CHF 5'110.-) zum Abzug brachte. 

Wie bereits gesagt sind von den deklarierten Abzügen, für welche die Vorinstanz zusätzliche Unter-
lagen einverlangte, nur gerade CHF 8'418.- (CHF 1'535.- + CHF 6'883.-) nicht belegt.

2.6. Unter den gegebenen Umständen kann der Vorinstanz nicht gefolgt werden, wenn sie sich 
auf den Standpunkt stellt, die gegen die Ermessensveranlagung erhobene Einsprache sei nicht 
rechtsgenüglich begründet worden. Vielmehr ist festzustellen, dass die Einsprache die erhöhten 
prozessualen Anforderungen an ihre Begründung (vgl. Art. 132 Abs. 3 DBG) ohne weiteres erfüllt, 
wurde doch mit der nachgereichten Steuererklärung und den vorgelegten Belegen die bisher 
vorhandene Ungewissheit über die Steuerfaktoren und damit der Untersuchungsnotstand beseitigt 
und die Vorinstanz in die Lage versetzt, die massgebenden Steuerfaktoren genau festzusetzen.

Eine andere (materielle) Frage ist, ob die vom Beschwerdeführer geltend gemachten Abzüge – da 
teilweise nicht belegt (vgl. namentlich vorstehende Erwägung 2.4) – gewährt werden können oder 
nicht.

2.7. Die Beschwerde ist somit gutzuheissen und der angefochtene Einspracheentscheid vom 
6. Oktober 2023 aufzuheben. Die Angelegenheit ist an die Vorinstanz zurückzuweisen, damit sie auf 
die Einsprache vom 22. Juni 2023 eintritt und den Beschwerdeführer ordentlich veranlagt.

604 2023 110 (Kantonssteuer)

3. 

Gemäss Art. 164 Abs. 2 DStG (vgl. Art. 46 Abs. 3 StHG) nimmt die Kantonale Steuerverwaltung die 
Veranlagung nach pflichtgemässem Ermessen vor, wenn die steuerpflichtige Person trotz Mahnung 
ihre Verfahrenspflichten nicht erfüllt oder die Steuerfaktoren mangels zuverlässiger Unterlagen nicht 
einwandfrei ermittelt werden können. Sie kann dabei Erfahrungszahlen, Vermögensentwicklung und 
Lebensaufwand der steuerpflichtigen Person berücksichtigen. Eine Veranlagung nach pflichtgemäs-

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sem Ermessen kann die steuerpflichtige Person nur wegen offensichtlicher Unrichtigkeit anfechten. 
Die Einsprache ist zu begründen und muss allfällige Beweismittel nennen (Art. 176 Abs. 3 DStG; 
Art. 48 Abs. 2 StHG).

Angesichts der mit dem Recht der direkten Bundessteuer übereinstimmenden gesetzlichen Rege-
lung kann für die Rechtsanwendung auf die Ausführungen in der Erwägung 2 verwiesen werden. 
Demzufolge ist auch die Beschwerde betreffend die Kantonssteuer gutzuheissen, der angefochtene 
Einspracheentscheid vom 6. Oktober 2023 aufzuheben und die Angelegenheit an die Vorinstanz 
zurückzuweisen, damit sie auf die Einsprache vom 22. Juni 2023 eintritt und den Beschwerdeführer 
ordentlich veranlagt.

Kosten- und Entschädigungsfolge

4.

Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend sind keine Kosten zu erheben (Art. 144 Abs. 1 und 3 
DBG; Art. 131 und Art. 133 VRG). Der bezahlte Kostenvorschuss von CHF 400.- ist dem Beschwer-
deführer zurückzuerstatten.

Da sich der Beschwerdeführer im Beschwerdeverfahren nicht vertreten liess, hat er keinen Anspruch 
auf eine Parteientschädigung.

(Dispositiv auf der folgenden Seite)

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Der Hof erkennt:

Direkte Bundessteuer (604 2023 109)

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen.

Der Einspracheentscheid der Kantonalen Steuerverwaltung vom 6. Oktober 2023 wird aufge-
hoben und die Angelegenheit an diese zurückgewiesen, damit sie auf die Einsprache vom 
22. Juni 2023 eintritt und A.________ ordentlich veranlagt.

Kantonssteuer (604 2023 110)

2. Die Beschwerde wird gutgeheissen.

Der Einspracheentscheid der Kantonalen Steuerverwaltung vom 6. Oktober 2023 wird aufge-
hoben und die Angelegenheit an diese zurückgewiesen, damit sie auf die Einsprache vom 
22. Juni 2023 eintritt und A.________ ordentlich veranlagt.

Kosten und Entschädigung

3. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

A.________ wird der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von CHF 400.- zurückerstattet. 

4. Es besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung.

Zustellung

Der vorliegende Entscheid kann gemäss Art. 82 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über 
das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) innert 30 Tagen seit Eröffnung mit einer Beschwerde in 
öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beim Bundesgericht in Luzern angefochten werden.

Freiburg, 15. März 2024/dki

Der Präsident Die Gerichtsschreiberin