# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 238cf36e-22af-54d8-95ff-df08c752a72c
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-08-21
**Language:** de
**Title:** Rezidivhernie nach Auffahrunfall. Status quo sine bei krankhaftem Vorzustand ist nach mehr als einem Jahr nach dem Unfall erreicht. Kosten für stationären Aufenthalt aufgrund einer festgestellten Hepatopathie sind nicht zu übernehmen, da Unfallkausalität nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit feststeht.
**Docket/Reference:** UV.2018.00284
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2018.00284.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2018.00284
V. Kammer
Sozialversicherungsrichter Vogel, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Philipp
Sozialversicherungsrichterin Senn
Gerichtsschreiberin Muraro
Urteil
vom
21. August 2019
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwalt
Dr.
Volker
Pribnow
DFP & Z,
Advokatur
Stadtturmstrasse 10, Postfach 43, 5401 Baden
gegen
Suva
Rechtsabteilung
Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
Die 1978 geborene
X.___
war ab dem
17. April 2010
(nebst anderen Tätigkeiten)
bei
Y.___
als Elektro-Installateurin,
dipl.
HF,
mit
einem Beschäftigungsgrad von 20 %
angestellt und
dadurch
bei der Suva gegen die Folgen von Unfällen versichert. Am
15. März 2017
ereignete
sich eine Auffahrkollision
mit Beteiligung der Versicherten als Lenkerin eines Personen
wagens
(vgl. die Schadenmeldung vom
12. Mai 2017 [Urk. 9/5
]).
Im
Polizei
rap
port vom 23. März 2017
wurde folgender Unfallhergang beschrieben
: D
ie Versi
cherte
brachte
ihr Fahrzeug, einen BMW D, 525xd Touring, auf einer Hauptstrasse mit erlaubter Maximalgeschwindigkeit von 60 km/h verkehrsbedingt zum Still
stand. Ein nachfolgender
Mitsubishi NL, Colt
1.1 12V
,
prallte daraufhin
von hinten in das Heck des stehend
en Fahrzeugs der Versicherten
.
Kurz vor dem Auf
prall soll die Lenkerin des Mitsubishi eine Vollbremsung eingeleitet haben. Beim Aufprall
wurden beim Mitsubishi die Frontstossstange, die Motorhaube und die Beleuchtung vorne beschädigt und beim BMW die Heckstossstange sowie die elek
trisch be
triebene Anhängerkupplung. Keines
der Fahrzeuge musste
abge
schleppt werden (Urk. 9/24).
Der Versicherten wurde
ab dem Unfall
datum
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert (Urk. 9/25-27).
Am 8. Mai 2017 unterzog
sie
sich
in der Klinik
Z.___
einer Rückenoperation, da bei ihr eine Rezidiv-Diskushernie an der Lendenwirbelsäule LW
K 5/S1 diagnostiziert worden war
. Dabei erfolgte eine mikrochirurgische
Mikrosequestrektomie
und
Nucleotomie
LWK 5/S1
rechts
durch PD Dr. med.
A.___
, Facharzt für Neurochirurgie; dieser hatte
bei der Versicherten bereits vor dem Unfall am 1. Juli 2016 eine
Sequestrektomie
und
Mikrodisketomie
LWK 5/S1
rechts
vorgenommen (Urk. 9/34 f.
und Urk. 9/43 S. 1 f.
).
Gestützt auf die kreisärztliche Beurteilung vom 22. September 2017 (Urk. 9/54) teilte die Suva der Versicherten mit Schreiben vom 25. September 2017 mit, dass die Versicherungsleistungen für den Unfall vom
15. März 2017 zwar übernommen würden, d
er Fall
aber
per 29. März 2017 abgeschlossen
werde
(Urk. 9/56).
Mit Eingabe vom 21. Dezember 2017 brachte die Versicherte zum Ausdruck, dass sie mit der Leistungseinstellung nicht ein
ver
standen sei (Urk. 9/68). Daraufhin wurde eine neue kreisärztliche Beurteilung veranlasst, welche am 12. Januar 2018 erstattet wurde (Urk. 9/71). Mit Schreiben vom 16. Januar 2018 teilte die Suva der Versicherten mit, dass die formlose Ter
mi
nierung zurückgenommen werde und dass die gesetzlichen Versiche
rungs
leis
tungen erbracht würden (Urk. 9/73).
Nach einer erneuten kreisärztlichen Beur
teilung vom 3. Juli 2018 (Urk. 9/131) teilte die Suva der Versicherten mit Schreiben vom 11. Juli 2018 mit, dass der Zustand, wie er sich auch ohne den Unfall vom 15. März 2017 eingestellt hätte (
status
quo
sine
), gemäss medizi
ni
scher Beurteilung spätestens am 15. März 2018 erreicht worden sei.
Bei dieser
Sach- und Rechtslage werde der Fall per 18.
Juli 2018 abgeschlossen und ein
Anspruch auf weitere Versicherungsleistungen
werde verneint
(Urk. 9/137
S. 1-2
).
Damit erklärte sich die Versicherte mit Schreiben vom 26. Juli 2018 nicht ein
verstanden (Urk. 9/139).
Die Suva veranlasste daraufhin eine
weitere
ärztliche Beurteilung, welche am 31. Juli 2018
aufgrund der Akten
vorgenommen wurde (Urk. 9/148). Mit Verfügung vom 21. August 2018 stellte sie die Versiche
rungs
leistungen per 18. Juli 2018 ein und verneinte einen Anspruch auf weitere Ver
sicherungsleistungen. Sodann erklärte sie, für den stationären Aufenthalt
der Versicherten
in der Klinik
Z.___
vom 30. April 2017 bis 4. Mai 2017
zufolge
einer Hepatopathie nicht leistungspflichtig zu sein, da nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ein Kausalzusammenhang zwischen dem Ereignis vom 15. März 2017 und der Hepatopathie bestanden habe (Urk. 9/149). Die dagegen erhobene Einsprache der Versicherten vom 12. September 2018 (Urk. 9/152) wies die Suva mit Entscheid vom 26. Oktober 2018 ab (Urk. 2 [= Urk. 9/155]).
2.
Dagegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom 28. November 2018 Beschwerde
und beantragte, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und die Beschwer
degegnerin sei zu verpflichten, die gesetzlichen Versicherungsleistungen (Taggeld und Heilkosten) über den 18. Juli 2018 hinaus weiter auszurichten sowie die Kosten des stationären Aufenthaltes vom 30. April 2017 bis 4. Mai 2017 zu über
nehmen (Urk. 1). Mit Beschwerdeantwort vom 22. März 2019 schloss die Be
schwer
degegnerin auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 8), was der Beschwer
de
führerin mit Verfügung vom 25. März 2019 angezeigt wurde (Urk. 10).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25.
Septe
mber
2015 beziehungsweise am 9.
Novem
ber 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesge
setzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallver
sicherung (UVV) in Kraft getreten.
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich
am
15. März 2017 ereignet, weshalb die seit dem 1. Januar 2017 gültigen Normen auf
den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mässige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teil
weise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente, sofern sich der Unfall vor Erreichen des ordentlichen Rentenalters ereignet hat (Art. 18 Abs. 1 UVG). Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesund
heits
zustandes mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungs
mass
nahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG).
1.3
1.3.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidi
tät, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhanden
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
an
spruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3.2
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursa
chen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige
Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vor
zustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwie
gen
den Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
). Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchs
aufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76). Diese Beweisgrund
sätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten massgebend (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E. 2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der Status quo sine
vel
ante noch nicht wieder
erreicht
ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kostenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungskosten nach Art. 10 UVG fallen (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.3.3
Die Beweislastregel, wonach der Unfallversicherer und nicht der Versicherte die Beweislast für das überwiegend wahrsche
inliche Dahinfallen der natürli
chen Unfallkausalität trägt, greift erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes (Art. 61
lit
. c
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
) und der Beweis
wür
digung einen Sachverhalt zu er
mitteln, der zumindest die über
wie
gende Wahr
scheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit
zu entsprechen (BGE 117 V 261
E. 3b in
fine
S. 264 mit Hinweisen).
1.4
Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte kommt nach der Rechtsprechung Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 134 V 231 E. 5.1 mit Hinweis auf BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Trotz dieser grundsätzlichen Beweiseignung kommt den Berichten versicherungsinterner medizinischer Fachpersonen praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft zu wie einem gerichtlichen oder im Verfahren nach Art. 44
ATSG vom Versicherungsträger veranlassten Gutachten unabhängiger Sachver
ständiger. Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssig
keit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1; 139 V 225 E. 5.2; 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog im angefochtenen Entscheid
,
vor dem Eingriff vom 8. Mai 2017 – also präoperativ –
sei
bildgebend k
eine richtunggebende unfall
bedingte Verschlimmerung ausgewiesen. Das Unfallereignis habe nicht die erforderliche Schwere mit einer Krafteinwirkung auf die Wirbelsäule
erreicht, die geeignet gewesen wäre, eine Diskushernie zu verursachen.
Im Zeitpunkt des Fall
abschlusses am 18. Juli 2018 sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass der
status
quo, nach einer durch den Unfall verursachten Ver
schlimmerung des Vorzustandes, erreicht worden sei. Sodann sei festzuhalten, dass sich die Beschwerdeführerin beim Unfall nicht an der Leber verletzt habe. Deshalb könnten keine Leistungen für die Leberbeschwerden erbracht werden. Wenn festgehalten worden sei, die Hepatopathie sei am ehesten medikamentös bedingt, erreiche dies noch nicht den Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit (Urk. 2).
2.2
Demgegenüber brachte die Beschwerdeführerin vor,
ihre Ansprüche seien nicht nach medizinischen Erfahrungstatsachen zu beurteilen, sondern nach dem kon
kreten Verlauf im Einzelfall.
S
ie leide noch immer unter Schmerzen im Bereich des S1-Dermatoms sowie unter
Dys
- und
Hypästhesien
. Sie habe bis zum Zeit
punkt des
Einspracheentscheids
noch keine volle Arbeitsfähigkeit erlangt. Vor dem Unfall sei sie trotz des bekannten Vorzustandes monatelang beschwerdefrei, uneingeschränkt arbeitsfähig und in der Lage gewesen, dem Reitsport als Hobby nachzugehen
. Weshalb der
status
quo sine 1
bis 1 ¼ Jahre nach dem Unfall wieder erreicht worden sein soll
e
, habe die Beschwerdegegnerin medizinisch nicht begründen können. Sie berufe sich hierbei einzig auf eine medizinische Erfah
rungstatsache. Die Erholung eines geschädigten Nervs sei unvorhersehbar und müsse in regelmässigen Abständen beurteilt werden. Eine Prognose, zu welchem Zeitpunkt es zu einer vollständigen Erholung kommen werde, sei nicht möglich. Der Unfall vom 15. März 20
1
7 stelle daher auch weiterhin zumindest eine Teil
ursache der anhaltenden Beschwerde
n
dar, weshalb die Beschwerdegegnerin leistungspflichtig sei.
Letztere
sei für das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung
von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens beweispflichtig.
Ange
sichts der klar definierten medizinischen Situation rechtfertige es sich nicht, auf medizinische Erfahrungstatsachen zurückzugreifen. Sie habe die Schmerzmedi
kamente
zudem
wegen der Schmerzen nach dem Unfall eingenommen und diese hätten zur Hepatopathie geführt. Nach Absetzen der Schmerzmedikamente sei es zu einer deutlichen Verbesserung der Leberwerte, aber auch zu einer deutlichen Schmerzakzentuierung gekommen (Urk. 1).
3.
3.1
Im Bericht von PD Dr. med.
B.___
, Spezialarzt FMH für Physikalische Medizin und Rehabilitation, speziell Rheumatologie, vom 3. April 2017 über die Erstbehandlung vom 15. März 2017 wurde ein akutes
lumbospondylogenes
Syndrom bei
Rezidivhernie
L5/S1 rechts diagnostiziert.
Dr.
B.___
hielt sodann fest, unmittelbar nach dem Unfall seien deutliche Rückenschmerzen, ausstrahlend ins Gesäss, aufgetreten. Linkszervikal hätten leichte Schmerzen bestanden. Kopf
schmerzen seien nicht beklagt worden
und die Beine seien neurologisch unauf
fällig
. Die Beschwerdeführerin sei im Juni 2016 an der Diskushernie operiert worden und zum Zeitpunkt des Unfalls beschwerdefrei und voll arbeitsfähig gewesen.
Jetzt sei sie zu 100 % arbeitsunfähig und werde konservativ behandelt. Die Möglichkeit einer Re-Operation werde mit dem Chirurgen diskutiert
(Urk. 9/19
S. 2
).
3.2
Gemäss unfallanalytischem Gutachten der
C.___
vom 6. Juli 2017 kam es beim Unfall
vom 15. März 2017
zu einer kollisionsbedingten Geschwindig
keitsänderung (Delta-v) des BMW von 8.6-11.5 km/h beziehungsweise einem etwas tieferen Delta-v (bis zu 2 km/h), falls der BMW beziehungsweise beide Fahrzeuge in der Kollisionsphase gebremst hätten. Es könne also von einem Mittelwert von circa 10 km/h ausgegangen werden. Die Person im BMW habe sich infolge der Kollision in einem Winkel von circa 0° (zur Fahrzeuglängsachse) nach hinten bewegt (Urk. 9/50 S. 5-22).
3.3
In der biomechanischen Kurzbeurteilung (Triage) der
D.___
vom 18. Septem
ber 2017 wurde sodann festgehalten, ein Delta-v von 10-15 km/h sei im Normalfall der kritische Wert für nicht unerhebliche Halswirbelsäulen-Beschwerden. Für die Lendenwirbelsäule gälten
jedoch
deutlich höhere Werte, da
jene
wesentlich besser durch die Sitzlehne abgestützt werde. Wenn bei einer Heckkollision LWS-, aber keine HWS-Beschwerden vorlägen, sei dies aus bio
mechanischer Sicht bezogen auf den Normalfall nicht nachvollziehbar. Es müsse sich somit um eine individuelle gesundheitliche Abweichung vom Normalfall handeln, welche eine unüblich hohe Empfindlichkeit der LWS bewirke. Im vor
liegenden Fall sei dies
durch die vorbestehenden LWS-Beschwerden beziehungs
weise die vorbestehenden Pathologien und Eingriffe belegt (Urk. 9/53).
3.4
D
ie Kreisärztinnen
med.
pract
.
E.___
,
Fachärztin für Anästhesiologie,
und
Dr. med.
F.___
,
Fachärztin für Neurochirurgie,
hielten in ihrer ärzt
lichen Beurteilung vom 31. Juli 2018
zusammengefasst
fest,
die Beschwerde
führerin habe
unmittelbar nach dem Unfall unter starken Rückenschmerzen mit Ausstrahlung ins Gesäss und einer erheblichen Bewegungseinschränkung der Lendenwirbelsäule
gelitten. Wegen der Be
schwerden
habe PD Dr.
B.___
w
enige Tage nach dem Unfall (21. März 2017
, vgl. Urk. 9/3
) ein MRI der Len
den
wirbel
säule mit Nachweis eines
Rezidivbandscheibenvorfalls
L5/S1 rechts als bildge
bendes Korrelat der Beschwerden
veranlasst
. Begleitverletzung
en
an der Lenden
wirbelsäule wie beispielsweise Frakturen
hätten
keine nachgewiesen werden
können. Weder aufgrund des vorliegenden MRIs zeitnah zum Unfall vom 15. März
2017 noch aufgrund der bio
mechanischen Beurteilung könne
auf eine erhebliche Krafteinwir
kung auf die Lendenwirbelsäule durch den Unfall
vom
15.
März
2017 geschlossen werden. Klinisch
habe
jedoch gemäss Angaben
von PD Dr.
B.___
unmittelbar nach dem Unfall ein erhebliches
Lumbovertebralsyndrom
mit Aus
strahlung in das Gesäss
bestanden, das als beginnende S1
-Radikulopathie rechts interpretiert werden
könne
. Fokal-neurologische Defizite
hätten
zum Zei
tpunkt des Unfalls durch PD Dr.
B.___
nicht festgestellt werden
können
, sodass über
wiegend wahrscheinlich
durch den Unfall vom 15. März 2017 eine S1
-Radi
ku
lopathie rechts ausgelöst
worden sei ohne nachweisbare senso
motorische Defizite. Im weiteren Verlauf
hätten präoperativ von PD Dr.
A.___
eine Fusssenker- und
Fussheberparese
rechts festgestellt werden
können
, die dieser am ehesten als schmerzb
edingt überlagert interpretiert habe. Sen
sible Defizite
seien
vor der Operation im Mai 2017 nicht festgestellt
worden
. Nach der Operation am
8. Mai
2017
habe
sich die
Radikulopathie
rechts zunächst rasch zurück
gebildet. Weder
über neue neurologische Defizite
noch
von der präoperativ festgestellten Fuss
heber- und
Fusssenkerparese
rechts
sei in der Folge berichtet worden
. Erst im weiteren Verlauf
habe
PD
Dr.
A.___
ab August 2017 immer wieder von
Hypäs
thesien
und
Dysästhesien
im Verlauf des S1
-Derma
toms rechts bzw. Schmerzen im S1
-Dermatom bei Belastung
berichtet
. Dies
e hätten
sich im Verlauf bis Juni 2018 tendenziell zurück
gebildet
, sodass die Versicherte ihre Arbeitstätigkeit schrittweise wieder
habe
steigern
können
.
Zum
Zeitpunkt des Unfalls 2017
habe
ein Vorzustand mit degenerativen Veränderungen im Segment L5/S1 und
ein Status nach
Operation eines Bandscheibenvorfall
s
L5/S1 rechts 2016
bestanden
. Der im März 2017 diagnostiziert
e
Rezidivbandscheibenvorfall
sei
Folge der de
ge
nerativen Bandscheibenverände
rungen
L5/S
1.
Der Unfall sei
in seiner Schwere nicht geeignet
gewesen
, den
Rezidivbandscheibenvorfall
zu verursachen. Weder
am restlichen Köper noch speziell
an der LWS (vgl. MRI vom 21. März
2017)
hätten
irgendwelche Begleitverletzungen nachgewiesen werden
können
, die eine schä
dliche Krafteinwir
kung durch den PKW-Unfall auf die Versicherte und insbesondere auf die Lendenwirbelsäule der Versicherten
hätten
vermuten lassen.
Im
vorliegende
n
unfallanalytische
n
Gutachten vom August 2017
sei
die Be
schleunigung des Fahrzeugs der
Beschwerdeführerin
durch
den Heckaufprall mit dem 2- bis 4-fachen der
Be
- bzw. Entschleuni
gung
verglichen worden
, die bei einer Vollbremsung a
us langsamer Rückwärtsfahrt entstehe
. Es
sei
von einer Mit
wirkung des PKW-Unfalls vom 15.
März
2017 an den Beschwerden der Versi
cherten 2017 in dem
Sinne auszugehen, dass die S1
-Radikulopathie rechts durch den PKW-Unfall
ausgelöst worden sei. Es handle sich um eine vorübergehende
Ver
schlimmerung des vorbestehenden Bandscheibenleidens. Über 12 Monate nach der Operation
vom 8. Mai 2017
mit erneuter
Sequestrektomie
und
Nucleo
to
mie
im Segment LWK 5/SWK 1
rechts mi
t konsekutiver Entlastung der S1
-Wurzel rechts
müsse von einem
Übergang in den natürlichen, schicksalhaften Verlauf
der vorbestehenden Grunderkrankung (Bandscheibendegeneration LWK 5/SWK 1
) aus
gegangen werden. Der Status quo sine
sei 1
bis
1
1/4 Jahre nach dem Unfall wieder erreicht
gewesen
(Urk. 9/148)
.
4.
4.1
Der Unfall
vom 15. März 2017
erreichte
nicht den kritischen Wert, um
aus biomechanischer Sicht Beschwerden an einer gesunden LWS auslösen zu können
: D
as Delta-v bewegte sich gemäss unfallanalytischem Gutachten der
C.___
vom 6. Juli 2017 im Bereich von 8.6-11.5 km/h beziehungsweise jeweils
bis zu
2 km/h weniger, sofern der BMW beziehungsweise beide Fahrzeuge in der Kollisionsphase gebremst haben
(E. 3.2)
.
Da die Unfallverursacherin ausge
sagt hatte, vor dem Aufprall eine Vollbremsung eingeleitet zu haben (
[was von der Auskunftsperson als Möglichkeit in Betracht gezogen wurde]
Urk. 9/24 S. 4), und auch die Beschwerdeführerin anlässlich der Besprechung vom 16. Februar 2018 in der Kanzlei ihres Rechtsvertreters angab, ihren Fuss auf der Bremse gehabt zu haben (Urk. 9/100 S. 1),
ist davon auszugehen, dass
das Delta-v
unter dem
im Normalfall kritischen Wert von 10-15 km/h für nicht unerheblic
he Hals
wirbels
äulen-Beschwerden
lag
.
Weil
f
ür die Lendenwirbelsäule
, welche
wesent
lich besser durc
h die Sitzlehne abgestützt wird,
deutlich höhere Werte
gelten
(E.
3.3), wurde der im Normalfall kritische Wert für nicht unerhebliche LWS-Beschwerden nicht erreicht.
4.2
Zur Beurteilung des
Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfallereignis vom
15. März 2017 und den LWS
-Beschwerden ist die bundesgerichtliche Recht
sprechung zu den unfallbedingten Diskushernien heranzuziehen. Demnach ent
spricht es einer medizinischen Erfahrungstatsache, dass praktisch alle Diskus
hernien bei Vorliegen degenerativer Bandscheibenveränderungen entstehen und ein Unfallereignis nur ausnahmsweise, unter besonderen Voraussetzungen, als eigentliche Ursache in Betracht fällt. Als weitgehend unfallbedingt kann ein Bandscheibenvorfall betrachtet werden, wenn das Unfallereignis von besonderer Schwere und geeignet war, eine Schädigung der Bandscheibe herbeizuführen, und die Symptome der Diskushernie (vertebrales oder
radikuläres
Syndrom) unver
züglich und mit sofortiger Arbeitsunfähigkeit aufgetreten sind. In solchen Fällen hat die Unfallversicherung praxisgemäss auch für Rezidive und allfällige Opera
tion
en aufzukommen (SVR 2009 UV Nr. 1 S. 1 E.
2.3 [8C_677/2007]; Urteil des Bu
ndesgerichts 8C_209/2014 vom 3. September 2014 E.
5.2). Wird die Diskus
hernie bei degenerativem Vorzustand durch den Unfall lediglich aktiviert, nicht aber (weitgehend) verursacht, hat die Unfallversicherung nur Leistungen für das unmittelbar im Zusammenhang mit dem Unfall stehende Schmerzsyndrom zu erbringen. Nach derzeitigem Wissensstand ist eine traumatische Verschlimme
rung eines klinisch stummen degenerativen Vorzustandes an der Wirbelsäule in der Regel nach sechs bis neun Monaten, spätestens aber nach einem Jahr als abgeschlossen
zu betrachten (SVR 2009 UV Nr.
1
S. 1 E.
2.3.1 f.; Urteil des Bu
ndesgerichts 8C_326/2013 vom 4. Juni 2014 E.
2.3; vgl. auch Urteil des Bun
desgerichts 8C_795/2011 vom 20.
März 2012). Die blosse Möglichkeit einer richtunggebenden Verschlimmerung reicht nach dem im Sozialversicherungs
recht geltenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nicht aus, um einen Kausalzusammenhang zu begründen.
4.3
Die kreisärztliche Beurteilung vom 31. Juli 2018 erweist sich
in Bezug auf die
Ausführungen zum Erreichen des
status
quo sine
als schlüssig, nachvollziehbar begründet sowie
in sich widerspruchsfrei (E. 1.4
).
Es hat
als überwiegend wahr
scheinlich erstellt
zu gelten
, dass die
nach dem Unfall diagno
stizierte Diskus
hernie L5/S1 durch das Unfallereignis vom 15. März 2017
nur ausgelöst und nicht
verursacht wurde. Auch wenn die Beschwerdeführerin davor über mehrere Mon
ate keine
Rückenbeschwerden
mehr hatte
,
war ihre
Wirbelsäule
dennoch «
vorge
schäd
igt»
, hatte die Beschwerdeführerin
doch über Jahre hinweg Beschwerden
gehabt
, welche erst durch die Operation vom
1. Juli 2016
gelindert werden konnten
.
Wie im kreisärztlichen Bericht vom 31. Juli 2018 zutreffend festgehalten wurde, konnte PD Dr.
B.___
zum Zeitpunkt des Unfalls
keine f
okal-neurolo
gische
n
Defizite
feststellen
, sodass überwiegend wahrscheinli
ch durch den PKW-Unfall vom 15.
März 2017 eine S1-Radikulopathie rechts ohne nachweisbar
e
senso
motorische Defizite ausgelöst
wurde
(E. 3.4
; vgl. auch
Bericht von PD Dr.
B.___
vom 3. April 2017,
Urk. 9/19 S. 2)
.
Der postoperative Verlauf war
dann aber zunächst
unauffällig
(
vgl. Bericht von PD Dr.
A.___
vom 25. Mai 2017,
Urk. 9/34 S. 2)
.
Erst
a
b August 2017
wurde
wiederholt
von
Hypästhesien
und
Dysästhesien
im
Bereich
des S1
-Derma
toms rechts bzw.
von
Schmerzen im S1
-Dermatom bei Belastung
berichtet
. Zeitgleich kam es aber auch zu einer konti
nuierlichen Verbesserung der Schmerzsituation
(E. 3.4
; vgl. auch den
in den Sprechstundenberichten von PD. Dr.
A.___
vom 29. August, 28. September und 25. Oktober 2017 sowie vom 23. Januar und 28. Februar 2018 geschilderten Verlauf; Urk. 9/88-89, Urk. 9/91/92 und Urk. 9/103 S. 1). Vom 28. Februar 2018 bis am 16
. Juni 2018 nahm die Beschwerdeführerin keine
Sprechstundentermine
in der Klinik
Z.___
mehr in Anspruch und unternahm einen
(vollzeitlichen)
Arbeitsversuch.
Erst a
uf Rückfrage der Beschwerdegegnerin meldete sie sich wieder für eine Kontrolle
bei PD Dr.
A.___
an
(
vgl. Urk. 9/119-122 S. 1, Urk. 9/128, Urk. 9/132 und Urk. 9/141
)
.
Gemäss
dessen
Sprechstundenbericht vom 18. Juni 2018
persistierten lediglich noch Schmerzen unter Belastung. Die Be
schwerdeführerin gab an, in Ruhe sei sie nahezu schmerzfrei. Unter Belastung, das heisse beim längeren Bücken, Sitz
en
und Gehen komme es links im S1-D
er
matom zu
Dys
- und
Hypästhesien
und schmerzhaften Empfindungen.
PD Dr.
A.___
attestierte ihr aus diesem Grund eine Arbeitsunfähigkeit von 30 % (Urk. 9/132).
Vorliegend
handelt
es
sich
u
m einen klassischen Fall, bei dem der natürliche Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und den bleibenden Restbe
schwer
den
nur für einen begrenzten Zeitraum bejaht werden kann
(vgl. den
vergleich
baren Fall
im
Urteil des Bundesgerichts 8C_412/2008 vom 3. November 2008 E. 5.2)
.
Wie die Kreisärztinnen zutreffend ausführten, muss ü
ber
zwölf
M
onate nach der Operation vom 8.
Mai 2017 von einem Übergang in den natürlichen, schicksalhaften Verlauf der vorbestehenden Grunderkrankun
g (Bandscheibende
gene
ration LWK 5/SWK
1) ausgegangen werden.
Insbesondere d
ie
Dys
- und
Hypäs
thesien
(welche somatisch klar dem S1-
Dermatom zugeordnet werden konnten)
traten
nicht unmittelbar nach dem operativen Eingriff vom 8. Mai 2017 auf
, sondern erst später und können daher nicht in Zusammenhang mit der Operation oder dem Unfall vom 15. März 2017 gebracht werden. D
as Vorbringen der Beschwerdeführerin, der Eingriff habe erheblich auf den Nerv
eingewirkt (Urk. 1 S.
4),
findet
in den medizinischen Akten
denn auch
keine Stütze.
PD Dr.
A.___
hielt in seinem Schreiben an den Rechtsvertreter der Beschwerdefüh
rerin vom 30. Juli 2018 zwar fest, prinzipiell sei die Erholung eines geschädigten Nervs unvorhersehbar und müsse in regelmässigen Abständen beurteilt werden
(Urk. 9/145 S. 3). Damit brachte er aber nicht zum Ausdruck, dass bei der Ope
ration vom 8. Mai 2017
erheblich auf den Nerv eingewirkt worden sei oder dass die Beschwerden unfallkausal seien.
Schmerzen
vermö
gen für sich allein
sodann
kein klar fassbares organi
sches Korrelat eines Beschwerde
bildes zu begründen (vgl. etwa Urteil des
ehemaligen
Eidgenössisch
en Versicherungsgerichts
U 9/05
vom 3. August 2005 E. 4; Urteile des Bundesgerichts U 354/06 vom 4. Juli 2007 E. 7.2, U
328/06 vom 25.
Juli 2007 E. 5.2 sowie 8C_369/2007 vom 6. Mai 2008 E.
3).
Da der Unfall vom 15. März 2017
nach d
er einschlägigen Rechtsprechung
hin
sichtlich der Schwere des Ereignisses
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_811/2012 vom 4. März 2013 E. 6.2 und Urteil U 163/05 vom 3. Oktober 2005 E. 3.1)
offensichtlich nicht geeignet
war
, eine Schädigung der Bandscheibe herbeizu
führen
(
E. 4.1 und E. 4.2
)
,
ist
– entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin (Urk. 1 S. 4) –
nicht zu beanstanden, dass
sich
die Beschwerdegegnerin
bei ihrer Beurteilung auf eine
medizinische Er
fahrungstatsache
stützte (Urteil des Bundes
gerichts 8C_644/2
015 vom 11. November 2015 E. 5.3
mit Hinweisen)
.
Damit gelingt es der Beschwerdegegnerin
denn
auch,
im Rahmen des Untersuchu
ngs
grundsatzes (
Art.
43 Abs. 1 und
Art. 61
lit
. c ATSG) und der Beweiswür
digung einen Sachverhalt zu er
mitteln, der zumindest die überwiegende Wahr
schein
lichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen
.
Die Beweislastregel, wonach der Unfallversicherer und nicht d
i
e
v
ersicherte
Person
die Beweislast für das überwiegend wahrsche
inliche Dahinfallen der natürli
chen Unfallkausalität trägt, greift erst Platz, wenn
sich dies als
unmöglich erweist
(
E. 1.3.3).
4.4
Die
Argumentation nach de
r Beweismaxime «
post
hoc ergo
propter
hoc»
, wonach die gesundheitlichen Beeinträchtigungen unfallbedingt sein müssten, wenn eine vorbestehende Erkrankung der Wirbelsäule bis zum Unfall schmerzfrei
(bezieh
ungs
weise wie vorliegend nicht mehr schmerzhaft)
war
(vgl. Urk. 1 S. 4 und S. 6)
, ist unfallmedizinisch nicht haltbar und beweisrechtlich nic
ht zulässig, sofern der Unfall – wie hier –
keine strukturellen Läsionen an der Wirbelsäule und nament
lich keine Wirbelkörperfrakturen verursacht hat (
Urteil des Bundesgerichts 8C_644/2015 vom 11. November 2015 E. 5.4 mit Hinweisen
).
Kommt hinzu, dass eine Beschwerdefreiheit von
einigen
Monaten nach der ersten Operation vom 1. Juli 2016
noch nicht bedeutet, dass eine stabile Situation geschaffen wurde, «die aus eigener Dynamik ohne äussere Einflüsse innert absehbarer Zeit nicht wieder zu einer Arbeitsunfähigkeit, Behandlungs- und Operationsbedürftigkeit geführt hätte» (Urk. 1 S. 6 f.).
4.5
Nach dem Gesagten ist mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit erstellt, dass d
er Status quo sine
im Zeitpunkt des Fallabschlusses am
18. Juli 2018
erreicht
worden
war
und
die darüber hinaus geklagten Beschwerden nicht
mehr in einem natürlich-kausalen Zusammenhang zum Unfallereignis vom 15. März
2017 standen.
Dementsprechend ist es nicht zu beanstanden, dass die
Beschwerdegegnerin einen weitergehenden Leistungsanspruch verneint hat
(
E.
3.4
)
.
5.
5.1
Die Beschwerdeführerin beantragte
sodann
, es seien die Kosten des stationären Aufenthaltes vom 30. April 2017 bis 4. Mai 2017
zufolge einer festgestellten Hepatopathie
zu üb
ernehmen, da diese
unfallbedingt
aufgetreten
sei
(Urk. 1 S. 7 f.)
.
5.2
Aus den
Akten
ergibt sich
, dass die Beschwerdeführerin
vom 30. April 2017 bis 4. Mai 2017 aufgrund einer Hepatopathie
stationär
im Institut für A
llgemeine Innere Medizin und Neph
rologie
der Klinik
Z.___
hospitalisiert war.
Im dazu
gehörigen Austrittsbericht vom 11. Mai 2017 wurde festgehalten, der Eintritt der Beschwerdeführerin zur operativen Versorgung der Diskushernie habe auf
grund einer zunächst unklaren Hepatopathie vorerst storniert werden müssen. Eine extern durchgeführte Abdomen-Sonographie habe lediglich eine
Steatosis
hepatis
gezeigt. Die Leberw
erte seien deutlich erhöht gewesen. Nach Weglassen von
Dafalgan
und Reduzierung der Schmerztherapie sei es im Verlauf zu einer deut
lichen Verbesserung der Leberwerte gekommen, sodass von einer medika
men
tösen Ursache ausgegangen werde. Die
Hepatitisserologie
(A, B, C) habe sich negativ gezeigt. In Rücksprache mit den Chirurgen habe die Operation für den 8. Mai 2017 festgelegt werden können, und die Beschwerdeführerin sei auf eige
nen Wunsch bei guter Schmerzeinstellung nochmals nach Hause entlassen worden
(Urk. 9/37).
Im Austrittsbericht der Klinik
Z.___
vom 23. Mai 2017, wo sich die Be
schwerdeführerin notfallmässig wegen einer Eiterauflage an der Operations
wund
e vorstellte, wurde wieder ein Anstieg der Transaminasen (Leberwerte) festgestellt. Die behandelnden Ärzte hielten
zwar
fest, sie würden diesen Anstieg im Rahmen der
Zinateinnahme
werten. Differentialdiagnostisch sei eine ethyltoxische (alko
holbedingte) Genese jedoch grundsätzlich ebenfalls denkbar, da der De-
Ritis
Quotient
mehr als
zwei
betragen habe
. Anamnestisch lasse sich
dieser
Verdacht jedoch nicht eindeutig erhärten. Die
Beschwerdeführerin hab
e angegeben,
bis zu
viermal pro Woche jeweils ein Glas Weisswein oder Prosecco zu konsumieren (Urk. 9/36).
Aufgrund der vorstehend wiedergegebenen Berichte ist ein medikamentenin
du
zierter Anstieg der Leberwerte durchaus denkbar. Ebenso denkbar ist aber auch, dass der Konsum von alkoholhaltigen Getränken zu einem Anstieg der Leberwerte geführt
oder beigetragen
hat, wurde bei der
Beschwerdeführerin doch
eine
Stea
tosis
hepatis
diagnostiziert.
Weder die eine noch die andere Variante
hat gegen
über der anderen einen Anspruch auf Vorrang.
Damit
wird der erforderliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit für den Nachweis, dass
die Hepatopathie, welche zum
stationäre
n
Aufenthalt in der Klinik
Z.___
vom 30. April 2017 bis 4. Mai 2017
geführt hat,
unfallbedingt war, nicht erreicht.
6.
Nach dem Gesagten erweist sich die Beschwerde als unbegründet, weshalb sie abzuweisen ist.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt
Dr.
Volker
Pribnow
-
Suva
-
Bundesamt für Gesundheit
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
VogelMuraro