# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ce3e704f-d2d6-5ed5-9b4b-a9cb2f16ef0a
**Source:** Glarus (GL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-08-21
**Language:** de
**Title:** Glarus Verwaltungsgericht 21.08.2025 VG.2025.00030 (VG.2025.1491)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GL_Omni/GL_VG_001_VG-2025-00030_2025-08-21.html

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GLARUS

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Urteil vom 21. August 2025

  
	
   

  
	
   

  
	
  II. Kammer

  
	
   

  
	
   

  
	
  Besetzung:
  Gerichtspräsident MLaw Colin Braun, Verwaltungsrichterin Olivia Lattmann,
  Verwaltungsrichter Lukas Wunderle und Gerichtsschreiberin MLaw Paula Brändli

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  in Sachen

  
	
  VG.2025.00030

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    A.______AG

    	
    Beschwerdeführerinnen

    

  

  
	
   

  
	
  	
    B.______AG

    

  

  
	
   

  
	
  	
    beide vertreten durch Dr.
    iur. Andreas Tinner,

    
	
    Rechtsanwalt

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  gegen

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    Gemeinde Glarus Süd

    	
    Beschwerdegegnerin

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
  betreffend

  
	
   

  
	
   

  
	
  Staatshaftung

  
	
   

  
	
  Die Kammer zieht in Erwägung:

  
	
  I.

  
	
  1.

  
	
  1.1 Infolge eines Erdrutsches im Dezember 2020 musste
  die Niederentalstrasse in der Ortsgemeinde Schwanden von Frühling bis Herbst
  2021 saniert und gesichert werden. Trotz dieser Massnahme reaktivierte sich
  die Rutschung in der Folge mehrfach spontan, worauf Ende August 2023 ein Teil
  der Lockergesteinsrutschung als grosser Murgang ausbrach und sich im
  Siedlungsgebiet Grüt/Plattenau ablagerte (nachfolgend: Schadenereignis).

  
	
   

  
	
  1.2 Die A.______AG und die B.______AG gelangten mit
  Staatshaftungsbegehren vom 26. August 2024 an die Gemeinde Glarus Süd und
  beantragten in der Hauptsache den Ersatz für die Schäden, welche ihnen durch
  das Schadensereignis entstanden seien und weiter entstehen würden. Die
  Gemeinde Glarus Süd trat am 6. Februar 2025 nicht auf das Begehren ein.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  Die A.______AG und die
  B.______AG gelangten mit Beschwerde vom 7. März 2025 ans
  Verwaltungsgericht und beantragten umfassende Informationen über die
  relevanten Vorgänge im Vorfeld des Schadensereignisses und über die laufenden
  sowie noch geplanten Massnamen. Sodann ersuchten sie um Akteneinsicht in
  spezifische Unterlagen, wobei in der Folge ein Gutachten durch einen
  unabhängigen Geologen bzw. Ingenieur einzuholen sei. Die Gemeinde Glarus
  Süd sei schliesslich zu verpflichten, ihnen Schadenersatz in einem nach
  Erfüllung des Informationsanspruchs im Einzelnen noch zu beziffernden Betrag
  zu leisten; alles unter Kosten und Entschädigungsfolge zu Lasten der Gemeinde
  Glarus Süd. Letztere schloss am 5. Juni 2025 auf Abweisung der
  Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. Die Informationsbegehren der
  A.______AG und der B.______AG seien überdies abzuweisen; unter Kostenfolge zu
  Lasten der A.______AG und der B.______AG. Letztere hielten am 20. Juni
  2025 ebenso an ihren Anträgen fest wie die Gemeinde Glarus Süd am 3. Juli
  2025 an den ihrigen.

  
	
   

  
	
  II.

  
	
  1.

  
	
  1.1 Das Verwaltungsgericht ist gemäss Art. 105
  Abs. 1 lit. c des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom
  4. Mai 1986 (VRG) i.V.m. Art. 12 Abs. 1 des Gesetzes über die
  Haftung der Gemeinwesen und ihrer Amtsträger vom 5. Mai 1991
  (Staatshaftungsgesetz) zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig.
  Da auch die übrigen Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf die Beschwerde
  grundsätzlich einzutreten (vgl. aber nachstehende E. II/1.3).

  
	
   

  
	
  1.2 Ist ein Nichteintretensentscheid angefochten, so hat
  das Gericht neben einer Prüfung der Eintretensvoraussetzungen im
  Rechtsmittelverfahren darüber zu befinden, ob die Prozessvoraussetzungen
  (vgl. Art. 70 VRG) von der Vorinstanz richtig geprüft wurden. Hat diese
  zu Unrecht auf ein Nichteintreten geschlossen, hebt das angerufene Gericht
  diesen Entscheid auf und weist die Sache zur materiellen Beurteilung an die
  Vorinstanz zurück. Andernfalls bestätigt es den Nichteintretensentscheid in
  Abweisung der dagegen erhobenen Beschwerde (vgl. VGer-Urteil VG.2023.00034
  vom 29. Juni 2023 E. II/1.2).

  
	
   

  
	
  1.3 Die Beschwerdegegnerin ist auf das
  Staatshaftungsbegehren der Beschwerdeführerinnen nicht eingetreten. Im
  vorliegenden Verfahren ist demnach lediglich zu prüfen, ob dies zu Recht
  erfolgt ist. Die von der Beschwerdeführerin erhobene Schadenersatzforderung
  ist dabei (materiell) nicht Gegenstand des verwaltungsgerichtlichen
  Verfahrens, sondern wäre nach einer allfälligen Gutheissung der vorliegenden
  Beschwerde noch von der Beschwerdegegnerin zu beurteilen. Das geltend
  gemachte Akteneinsichtsrecht sowie der Antrag auf Einholung eines Gutachtens
  sind sodann allenfalls Gegenstand des Haftungs- bzw. Klageverfahrens,
  weshalb dies durch die Beschwerdegegnerin ebenfalls nur im Falle eines
  unrechtmässigen Nichteintretens noch von dieser zu beurteilen wäre. Soweit
  die Beschwerdeführerinnen schliesslich Informationen über Vorgänge im Vorfeld
  des Schadensereignisses sowie über laufende und noch geplante Massnamen
  beantragen, ist ferner darauf hinzuweisen, dass dies nicht Gegenstand der
  vorliegend angefochtenen Verfügung ist, weshalb hierauf ebenso nicht
  einzutreten ist. Zu bemerken gilt diesbezüglich lediglich, dass das
  Verwaltungsgericht entsprechende Fragen in anderen Verfahren bereits
  behandelt hat (vgl. VGer-Urteil VG.2025.00038 vom 5. Juni 2025
  sowie VG.2025.00039 vom 23. Juni 2025). Damit hat es an dieser Stelle
  sein Bewenden.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  2.1 Die Beschwerdeführerinnen machen geltend, das
  kantonale Staatshaftungsgesetz regle die Haftung des Gemeinwesens für den
  Schaden, den seine Amtsträger in Ausübung ihres Amtes Dritten widerrechtlich
  zufügten. Dass die Sanierung und Verbesserung der Niederentalstrasse in den hoheitlichen
  Aufgabenbereich der Beschwerdegegnerin falle, werde nicht bestritten.
  Entsprechendes gelte auch für die Überwachung des Hangs, die erforderlichen
  Massnahmen zur Sicherung der Hangstabilität sowie die im Anschluss an den
  Schadensfall getroffenen Massnahmen. Dass Art. 58 des Obligationenrechts
  vom 30. März 1911 (OR) und Art. 679 des Schweizerischen
  Zivilgesetzbuches vom 10. Dezember 1907 (ZGB) als lex specialis den
  kantonalen Staatshaftungsgesetzen vorgehen würden, schliesse entgegen der
  Ansicht der Beschwerdegegnerin nicht aus, dass Haftungsansprüche auch
  gestützt auf das Staatshaftungsgesetz möglich seien. So sehe Art. 6
  Staatshaftungsgesetz eine Haftung aus widerrechtlichem Verhalten nämlich
  explizit vor, was wiederum eine Normverletzung voraussetze. Verletze ein
  Gemeinwesen die aus Art. 58 OR oder Art. 679 ZGB entspringenden
  Verpflichtungen, sei die Haftungsvoraussetzung der Widerrechtlichkeit zu
  bejahen. Regelungen in kantonalen Haftungsgesetzen, welche eine Haftung des
  Gemeinwesens bei vorliegender Haftungsvoraussetzungen gemäss Art. 58 OR
  und Art. 679 ZGB verneinen würden, wären bundesrechtswidrig. Hingegen
  stehe es in der Kompetenz der Kantone, Haftungsansprüche gegenüber dem
  Gemeinwesen umfassend dem Staatshaftungsgesetz zu unterstellen. Andernfalls
  liesse sich die Zielsetzung gemäss Art. 6 Abs. 3
  Staatshaftungsgesetz, wonach fehlbare Amtsträger vor Direktklagen
  geschädigter Dritter zu schützen seien, nicht erreichen. Es sei letztlich
  auch nicht praktikabel, Haftungsklagen gegen das Gemeinwesen je nach
  Haftungsgrundlage im Verfahren nach Staatshaftungsgesetz zu beurteilen, oder
  aber sie in die Zuständigkeit der Zivilgerichte zu stellen, was der
  vorliegende Fall fast schon exemplarisch zeige. In Frage stehe nicht, ob die
  Beschwerdegegnerin bei der Sanierung und Verbesserung der Niederentalstrasse
  sachgerecht und unter Beachtung der Regeln der Baukunde vorgegangen sei. Es
  bestünden vielmehr gewichtige Anhaltspunkte dafür, dass sie den Hang entgegen
  den Forderungen und Empfehlungen der Experten nicht bzw. zumindest
  ungenügend überwacht habe. Aufgrund des heutigen Informationsstands sei davon
  auszugehen, dass die Beschwerdegegnerin entgegen ihren Verpflichtungen die
  Bevölkerung unzureichend vor dem Schadensereignis geschützt habe. Es müsse ihr
  höchstwahrscheinlich zudem vorgeworfen werden, auf das Schadensereignis nicht
  adäquat reagiert zu haben. Eine Gabelung des Rechtswegs je nach
  Haftungsgrundlage sei den Beschwerdeführerinnen dabei nicht zumutbar.
  Unhaltbar sei der Nichteintretensentscheid der Beschwerdegegnerin jedenfalls
  insoweit, als damit auch auf ihre Verfahrensanträge nicht eingetreten worden
  sei, da auf diese Weise eine Klärung der Haftungsgrundlagen verunmöglicht
  werde. Ob sich die Schadenersatzforderungen der Beschwerdeführerinnen auf Art. 58
  OR, Art. 679 ZGB oder aber eine andere Haftungsgrundlage stütze, lasse
  sich abschliessend erst entscheiden, wenn die Beschwerdegegnerin im Sinne
  ihrer Verfahrensanträge endlich Transparenz geschaffen habe. Letztere sei
  offensichtlich nicht gewillt, ihren Informationsansprüchen zu entsprechen und
  vollumfängliche Akteneinsicht zu gewähren.

  
	
   

  
	
  2.2 Die Beschwerdegegnerin führt aus, sie sei gestützt
  auf ein früheres Urteil des Verwaltungsgerichts nicht auf das
  Staatshaftungsbegehren der Beschwerdeführerinnen eingetreten, wobei sich die
  Rechtslage seitdem nicht geändert habe. Nach wie vor gingen die
  bundesrechtlichen Haftungsvorschriften dem kantonalen Staatshaftungsgesetz
  vor. Die Beschwerdeführerinnen machten im Grundsatz einen
  Schadenersatzanspruch geltend, weil die Niederentalstrasse unsachgemäss
  erstellt und der darüber liegende Hang unsachgemäss gesichert worden sei, was
  beides bestritten werde. Entsprechend handle es sich einzig um einen
  Schadenersatzanspruch gestützt auf Art. 58 OR oder allenfalls auf
  Art. 679 ZGB. Diese Bestimmungen hätten Vorrang vor kantonalem Recht und
  würden die Anwendbarkeit des Staatshaftungsgesetzes ausschliessen. Es spiele
  letztlich denn auch keine Rolle, ob eine Handlungspflicht ihrerseits geboten
  gewesen wäre oder nicht. Verursache ein Werk im Zusammenhang mit einem
  Naturereignis einen Schaden, beurteile sich die Haftung des Staats nach
  Privatrecht. Dies gelte auch, wenn Kanton und Gemeinde verpflichtet seien,
  Massnahmen zum Schutz der Menschen und Umwelt zu treffen. Weder Art. 22
  Abs. 2 der Verfassung des Kantons Glarus vom 1. Mai 1988 (KV) noch
  das Gesetz über den Bevölkerungsschutz vom 6. Mai 2012
  (Bevölkerungsschutzgesetz) enthielten spezifische Rechtspflichten zu einem
  Handeln. Folglich komme ihr denn auch keine Garantenstellung zu, welche sie
  zu einem Handeln veranlasst hätte. Vielmehr wäre dies bereits mit Blick auf
  Art. 58 OR oder Art. 679 ZGB geboten gewesen. Die ihr obliegenden
  Pflichten erschöpften sich damit in ihrer Aufgabe als Werk- und
  Grundeigentümerin, weshalb die Beschwerdeführerinnen für ihr Anliegen den
  Zivilweg zu beschreiten hätten. Entsprechend sei sie, die Beschwerdegegnerin,
  zu Recht nicht auf das Haftungsgesuch eingetreten.

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  Gemäss Art. 6
  Abs. 1 Staatshaftungsgesetz haftet die Gemeinde für den Schaden, den
  ihre Amtsträger in amtlicher Tätigkeit einem Dritten rechtswidrig zufügen,
  ohne Rücksicht auf ein Verschulden. Für rechtmässiges amtliches Verhalten
  haftet sie demgegenüber nur, soweit dies ein Gesetz vorsieht (Art. 7
  Abs. 1 Staatshaftungsgesetz). Tätigt das Gemeinwesen nach Privatrecht
  gewerbliche Verrichtungen und tritt es nicht hoheitlich auf, findet das
  Staatshaftungsgesetz keine Anwendung (Art. 4 Staatshaftungsgesetz i.V.m.
  Art. 61 Abs. 2 OR). Die Aufgaben im Zusammenhang mit
  Gemeindestrassen, konkret dem Neubau, Belagseinbau, Unterhalt, der
  Korrektion, Belagsänderung und anderen Verbesserungen fallen in den
  hoheitlichen Aufgabenbereich der Gemeinde (vgl. Art. 28 i.V.m.
  Art. 45 des Strassengesetzes vom 2. Mai 1971; vgl. Martin
  A. Kessler, in Corinne Widmer Lüchinger/David Oser [Hrsg.], BSK OR I,
  7. A., Basel 2020, Art. 61 N. 6), worauf grundsätzlich
  kantonales Haftungsrecht anwendbar ist. Steht hingegen das vorgeworfene
  Verhalten im Zusammenhang mit einem fehlerhaften Werk in Frage, ist die Sache
  im Lichte von Art. 58 OR zu prüfen. Dies ist dann der Fall, wenn das für
  das fehlbare Verhalten des Beamten haftende Gemeinwesen mit dem
  Werkeigentümer identisch ist. Die obligationenrechtliche
  Werkeigentümerhaftung geht dem kantonalen Staatshaftungsrecht als
  spezielleres Recht in diesem Fall vor (BGE 108 II 184
  E. 1a, mit Hinweisen; BGer-Urteil 2C_901/2022 vom 31. Mai 2023
  E. 4.2, 4A_235/2009 vom 13. Oktober 2009 E. 3.1, je mit
  Hinweisen; Kessler, Art. 58 N. 1). Ebenfalls nach privatrechtlichen
  Regeln beurteilt sich die Verantwortlichkeit des Staates für die
  Überschreitung seiner Befugnisse als Grundeigentümer. Die Haftung bestimmt
  sich grundsätzlich nach der allgemeinen Kausalhaftungsvorschrift von
  Art. 679 ZGB (vgl. zum Ganzen das nicht publizierte VGer-Urteil
  VG.2011.00098 vom 22. Februar 2012 E. II/3a ff., mit Hinweisen).

  
	
   

  
	
  4.

  
	
  4.1 Vorliegend steht eine Haftung der Beschwerdegegnerin
  im Zusammenhang mit den Schadenereignissen betreffend Niederentalstrasse und
  dem darüber liegenden Hang zur Diskussion. Dabei ist unbestritten, dass die
  Beschwerdegegnerin diesbezüglich als Grundstückeigentümerin bzw.
  Werkeigentümerin zu qualifizieren ist. Aus dem oben Dargelegten (vgl.
  vorstehende E. II/3) folgt damit grundsätzlich, dass die
  Beschwerdeführerinnen im Hinblick auf das streitbetroffene Anliegen den
  Zivilrechtsweg beschreiten müssen.

  
	
   

  
	
  4.2 Soweit die Beschwerdeführerinnen einerseits die
  Anwendung von Art. 58 OR und Art. 679 ZGB in Art. 6
  Staatshaftungsgesetz integriert sehen und aus diesem Umstand ein öffentlich-rechtliches
  Haftungsverfahren ableiten möchten, ist ihnen nicht zu folgen. Gemäss der
  oben wiedergegebenen und jüngst bestätigten Rechtsprechung
  (vgl. vorstehende E. II/3) sind diese Haftungsformen nämlich
  voneinander getrennt und je nach zugrundeliegendem Sachverhalt separat
  anzuwenden. Sodann bringen die Beschwerdeführerinnen zwar zu Recht vor, dass
  die Kantone die Möglichkeit haben, über die Haftung ihrer Beamten oder
  Angestellten für amtliche Verrichtungen abweichende Bestimmungen vom
  Bundeszivilrecht aufzustellen (vgl. Art. 61 Abs. 1 OR). Diese
  Möglichkeit wurde vom kantonalen Gesetzgeber aber nicht genutzt, wobei dies im Rahmen von Schäden aus Werk- oder
  Unterhaltsmängeln öffentlicher Werke und nicht direkt durch Ausübung
  hoheitlicher Befugnisse ohnehin stark eingeschränkt wäre, da die
  privatrechtliche Werkeigentümerhaftung höchstrichterlich als lex specialis
  betrachtet wird (vgl. Goran Seferovic, Die Haftung des Gemeinwesens für
  Schäden durch Naturgefahren auf Wanderwegen zwischen Werkeigentümer- und
  Staatshaftung, Sicherheit & Recht 1/2018, S. 48 ff.,
  50).

  
	
   

  
	
  4.3 Soweit die Beschwerdeführerinnen schliesslich
  vorbringen, Regelungen in kantonalen Haftungsgesetzen mit Ausschluss einer
  Haftung des Gemeinwesens bei vorliegenden Haftungsvoraussetzungen gemäss
  Art. 58 OR und Art. 679 ZGB wären bundesrechtswidrig, ist dies zwar
  dahingehend korrekt, als dass kantonale Regelungen dem Bundesprivatrecht
  weder vorgehen noch dagegen verstossen dürfen. Dies beschlägt jedoch nicht
  die vorliegend interessierende Frage. Das kantonale Haftungsrecht schliesst
  eine solche Haftung nämlich nicht aus, was auch von der Beschwerdegegnerin
  nicht geltend gemacht wird. Die Prüfung der Haftung erfolgt vielmehr auf
  zivilrechtlichem Weg und anhand der privatrechtlichen Bestimmungen gemäss
  Art. 58 OR bzw. Art. 679 ZGB. Eine andere dieser Haftungsart
  vorgehende öffentlich-rechtliche Haftungsgrundlage ist vor diesem Hintergrund
  nicht ersichtlich.

  
	
   

  
	
  5.

  
	
  Im Ergebnis ist das von
  den Beschwerdeführerinnen erhobene Begehren privatrechtlicher Natur und
  dementsprechend der zivilrechtliche Klageweg zu beschreiten, weshalb die
  Beschwerdegegnerin zu Recht nicht auf das Staatshaftungsbegehren eingetreten
  ist.

  
	
   

  
	
  Dies führt zur Abweisung
  der Beschwerde, soweit darauf einzutreten ist.

  
	
   

  
	
  III.

  
	
  Nach Art. 134
  Abs. 1 lit. c VRG hat die Partei, welche im Beschwerde-, Klage-
  oder Revisionsverfahren unterliegt, die amtlichen Kosten zu tragen. Da
  lediglich die Eintretensfrage zu prüfen war, sind die Gerichtskosten
  auf pauschal Fr. 2'000.- zu reduzieren und ausgangsgemäss den
  Beschwerdeführerinnen aufzuerlegen. Von dem
  von ihnen bereits geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von
  Fr. 5'000.- sind ihnen Fr. 3'000.- zurückzuerstatten. Mangels
  Obsiegens steht ihnen schliesslich keine Parteientschädigung zu (Art. 138
  Abs. 3 lit. a VRG e contrario).

  
	
  Demgemäss erkennt die Kammer:

  
	
  	
    1.

    	
    Die
    Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

    
	
    2.

    	
    Die
    pauschalen Gerichtskosten von Fr. 2'000.- werden den
    Beschwerdeführerinnen auferlegt. Von dem von Ihnen bereits geleisteten
    Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 5'000.- werden ihnen
    Fr. 3'000.- zurückerstattet.

    
	
    3.

    	
    Es
    wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

    
	
    4.

    	
    Schriftliche Eröffnung und Mitteilung an:

    
	
     

    	
    […]