# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9effea87-fcc4-5987-b8aa-a0912e1f65ce
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-06-19
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht 19.06.2024 810 2024 55 (810 24 55)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_003_810-2024-55_2024-06-19.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und 

Verwaltungsrecht 

 

vom 19. Juni 2024 (810 24 55) 

____________________________________________________________________ 

 

 

 

Kindes- und Erwachsenenschutzrecht  

 

 

Prüfung von Erwachsenenschutzmassnahmen / Vertretungsbeistandschaft mit Vermö-

gensverwaltung  

 

 
 

Besetzung Vizepräsident Daniel Ivanov, Kantonsrichter Stefan Schulthess, Hans 
Furer, Niklaus Ruckstuhl, Kantonsrichterin Ana Dettwiler, Gerichts-
schreiber Sandro Jaisli 
 
 

Beteiligte A.____, Beschwerdeführer,  
  

 
gegen 
 
 

 Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde B.____, Vorinstanz 
 

  
  

 

Betreff Prüfung von Erwachsenenschutzmassnahmen (Entscheid der  
Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde B.____  
vom 23. Januar 2024) 

 

  

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A. Mit Schreiben vom 12. April 2023 reichte die Polizei Basel-Landschaft (Polizei) eine Ge-

fährdungsmeldung betreffend A.____ (geb. am XX. XX. 1950) bei der Kindes- und Erwachse-

nenschutzbehörde B.____ (KESB) ein. Darin führte die Polizei aus, dass sie durch die Sanität 

aufgeboten worden sei. Sie habe A.____ in einem angeschlagenen Gesundheitszustand und 

seine Wohnung in einem desolaten Zustand vorgefunden. Es könne davon ausgegangen wer-

den, dass A.____ nicht mehr in der Lage sei, den Haushalt alleine zu bewältigen, weshalb eine 

Begutachtung respektive Unterstützung durch die KESB dringend angezeigt sei. Mit Bericht 

vom 8. Juni 2023 empfahl der interne Abklärungsdienst der KESB die zeitnahe Überprüfung 

und Anordnung einer Vertretungsbeistandschaft mit Vermögensverwaltung. Nach telefonischer 

Anhörung von A.____ vom 22. Juni 2023 verzichtete die KESB unter Berücksichtigung des Au-

tonomiewillens von A.____ vorerst auf die Anordnung einer Erwachsenenschutzmassnahme, 

hielt das Verfahren aber pendent, damit bei einer Verschlechterung der Situation zeitnah rea-

giert werden kann.  

 

B. Mit E-Mail vom 4. Januar 2024 leitete der Sozialdienst der Gemeinde C.____ der KESB 

eine Gefährdungsmeldung für A.____ aus seinem privaten Umfeld weiter und informierte die 

KESB darüber, dass die Hilflosigkeit inzwischen gegeben sein dürfte. Gestützt auf diese Mel-

dung wurde eine zusätzliche Kurzabklärung zur Überprüfung der aktuellen Lebensumstände 

von A.____ vorgenommen, welche gemäss Abklärungsbericht vom 12. Januar 2023 im Wesent-

lichen ergab, dass es A.____ gesundheitlich deutlich schlechter gehe.  

 

C. Mit Mail vom 16. Januar 2024 teilte der Sozialdienst des Kantonsspitals Baselland 

(KSBL) der KESB mit, dass eine Anschlusslösung im D.____ in E.____ habe gefunden werden 

können, welches jedoch nur dann zur Aufnahme von A.____ bereit sei, wenn sofort eine An-

sprechperson betreffend die finanziellen Angelegenheiten installiert werde. 

 

D. Nachdem A.____ am 17. Januar 2024 angehört worden war, errichtete die KESB für ihn 

mit Entscheid vom 23. Januar 2024 per sofort eine Vertretungsbeistandschaft mit Vermögens-

verwaltung gemäss Art. 394 Abs. 1 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB) vom 

10. Dezember 1907 in Verbindung mit Art. 395 Abs. 1 ZGB und ernannte F.____, G.____ 

GmbH, per sofort zur Mandatsperson. Die KESB übertrug der Mandatsperson zudem insbe-

sondere die Aufgaben, A.____ beim Erledigen der finanziellen Angelegenheiten zu vertreten, 

ihn beim Erledigen der notwendigen administrativen Angelegenheiten soweit nötig zu vertreten 

sowie stets für eine geeignete Wohnsituation und Unterkunft beziehungsweise das gesundheit-

liche Wohlergehen von A.____ besorgt zu sein und ihn diesbezüglich soweit nötig zu vertreten. 

Zudem ermächtigte die KESB die Mandatsperson, die an A.____ gerichtete Post zu öffnen, zu 

sichten und umzuleiten sowie dessen Wohnräume zu betreten. Einer allfälligen Beschwerde 

wurde die aufschiebende Wirkung entzogen.  

 

E. Gegen diesen Entscheid erhob A.____ mit Schreiben vom 20. Februar 2024 

ʺBeschwerde und Einspracheʺ bei der KESB, welche diese mit Schreiben vom 22. Februar 

2024 zuständigkeitshalber an das Kantonsgericht, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungs-

recht (Kantonsgericht), weiterleitete. In seiner Beschwerde beantragt A.____ sinngemäss die 

Aufhebung des angefochtenen Entscheides, da er mit der durch die KESB errichteten Vertre-

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tungsbeistandschaft mit Vermögensverwaltung mit F.____ als Mandatsperson nicht einverstan-

den sei. Auf die weiteren Ausführungen wird soweit erforderlich in den nachfolgenden Erwä-

gungen eingegangen.  

 

F. Mit Schreiben vom 15. März 2024 beantragt F.____ in seiner Funktion als Beistand die 

unentgeltliche Rechtspflege für den Beschwerdeführer, da Letzterer nicht in der Lage sei, den 

Kostenvorschuss für das vorliegende Verfahren zu bezahlen.  

 

G. Mit Verfügung vom 21. März 2024 wird dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Pro-

zessführung für das vorliegende Verfahren bewilligt.  

 

H. Mit Eingabe vom 27. März 2024 lässt sich die KESB vernehmen und beantragt die kos-

tenfällige Abweisung der Beschwerde.  

 

 

Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g : 

 

1. Gemäss Art. 450 Abs. 1 ZGB kann gegen Entscheide der Erwachsenenschutzbehörde 

Beschwerde beim zuständigen Gericht erhoben werden. Zuständiges Gericht im Sinne dieser 

Bestimmung ist nach § 66 Abs. 1 des Gesetzes über die Einführung des Zivilgesetzbuches (EG 

ZGB) vom 16. November 2006 das Kantonsgericht, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungs-

recht. Das Verfahren richtet sich vorab nach Art. 450 ff. ZGB. Im Übrigen sind die Bestimmun-

gen des kantonalen Verwaltungsprozessrechts anwendbar (§ 66 Abs. 2 EG ZGB). Gemäss 

Art. 450 Abs. 2 ZGB sind Personen zur Beschwerde befugt, die am Verfahren beteiligt sind 

(Ziff. 1), die der betroffenen Person nahestehen (Ziff. 2) oder die ein rechtlich geschütztes Inte-

resse an der Aufhebung oder Änderung des angefochtenen Entscheids haben (Ziff. 3). Der Be-

schwerdeführer ist als Verfahrensbeteiligter ohne weiteres zur Beschwerde legitimiert. Da auch 

die übrigen formellen Voraussetzungen erfüllt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 

 

2. Gemäss Art. 450a Abs. 1 ZGB können mit der Beschwerde Rechtsverletzungen (Ziff. 1), 

die unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhalts (Ziff. 2) sowie die Unange-

messenheit (Ziff. 3) gerügt werden. Dem Kantonsgericht kommt bei der Beurteilung der vorlie-

genden Beschwerde somit volle Kognition zu. 

 

3.1 Die Vorinstanz kommt in ihrem Entscheid vom 23. Januar 2024 unter Verweisung auf 

den aufgezeigten Sachverhalt zum Schluss, dass beim Beschwerdeführer offensichtlich ein 

Schwächezustand im Sinne des Gesetzes vorliege. Einerseits bestünden auf der gesundheitli-

chen Ebene verschiedene Beschwerden und andererseits sei seine Wohnsituation offenkundig 

nicht haltbar. Trotz behördlichem Zuwarten habe sich keine Verbesserung, sondern gegenteilig 

eine Verschlechterung seiner Wohnlage und Gesundheitssituation eingestellt. Zudem weiche 

seine Selbsteinschätzung und -wahrnehmung deutlich von derjenigen der involvierten Fachper-

sonen ab. Diese Entwicklung werde durch die ablehnende Haltung des Beschwerdeführers ge-

genüber Hilfestellungen begünstigt. Daraus resultiere, dass in den Bereichen Administration, 

Finanzen, Wohnen und Gesundheit ein Schutz- und Unterstützungsbedarf eindeutig gegeben 

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sei und gleichzeitig keine genügenden subsidiären Hilfestellungen bestünden, auf welche der 

Beschwerdeführer zurückgreifen könnte. 

 

3.2 Die Vernachlässigung des Haushaltes (die Wohnung sei praktisch unbewohnbar gewe-

sen) sei schon im April 2023 bekannt gewesen. Aufgrund der Verwahrlosung der Wohnung und 

der mangelnden Körperpflege habe der Beschwerdeführer Hautausschläge bekommen. Eben-

falls sei bereits bei der ersten Abklärung bekannt gewesen, dass er an diversen psychischen 

und physischen Problemen leide. So habe der Beschwerdeführer aufgrund von emotionalen 

Belastungsfaktoren Schlafstörungen und Depressionen entwickelt. Zudem zeige er eine schi-

zoide Akzentuierung und Wahnvorstellungen sowie Verhaltensstörungen durch Hypnotika und 

Sedativa mit Abhängigkeitssyndrom. Weitere Untersuchungen hätten ergeben, dass er schwere 

Aufmerksamkeitsstörungen sowie eine mittelschwere bis schwere verbale Gedächtnisstörung 

im Sinne einer Speicherstörung habe. Die Untersuchungen im KSBL hätten zudem gezeigt, 

dass der Beschwerdeführer einen Schlaganfall erlitten und während seines Spitalaufenthalts an 

einer ausgeprägten Gangstörung gelitten habe. Die Abklärungen aufgrund der erneuten Ge-

fährdungsmeldung vom 4. Januar 2024 hätten ergeben, dass es dem Beschwerdeführer im 

Vergleich zur ersten Abklärung gesundheitlich deutlich schlechter gehe und er verstärkt pflege-

bedürftig sei. Auch seine Wohnung sei weiterhin verwahrlost und chaotisch. Zudem hätten zum 

Zeitpunkt der ergänzenden Abklärungen offene Rechnungen bei der Krankenkasse bestanden, 

was zur Folge gehabt habe, dass ein Platz in der Rehabilitation nicht finanziert worden sei.  

 

4. Der Beschwerdeführer spricht sich in seiner Eingabe insbesondere gegen die Einset-

zung von F.____ als Beistand aus. Sinngemäss wehrt er sich gegen die Einmischung der  

Vorinstanz und damit gegen die Errichtung einer Beistandschaft. Als Kurzbegründung führt er 

aus, dass er trotz seiner gesundheitlichen Altersgebrechen in der Lage sei, seine privat not-

wendigen administrativen Angelegenheiten selbst zu erledigen. Dabei werde er von seiner 

ʺBegleit-Beiständinʺ Frau H.____ unterstützt. 

 

5.1 Nach Art. 390 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB errichtet die Erwachsenenschutzbehörde eine Bei-

standschaft, wenn eine volljährige Person wegen einer geistigen Behinderung, einer psychi-

schen Störung oder eines ähnlichen in der Person liegenden Schwächezustands ihre Angele-

genheiten nur teilweise oder gar nicht besorgen kann. Schwächezustände sind keineswegs per 

se mit Urteilsunfähigkeit gleichzusetzen, weshalb die Urteilsunfähigkeit für die Errichtung einer 

Beistandschaft auch keine zwingende Voraussetzung darstellt (YVO BIDERBOST, in: Konferenz 

der Kantone für Kindes- und Erwachsenenschutz [Hrsg.], Praxisanleitung Erwachsenenschutz-

recht, Zürich/St. Gallen 2012, N 5.9). Liegt ein Schwächezustand vor, braucht es zusätzlich ein 

daraus resultierendes teilweises oder gänzliches Unvermögen, die eigenen Angelegenheiten 

hinreichend zu besorgen oder jemanden damit rechtsgenügend zu beauftragen oder zu bevoll-

mächtigen (YVO BIDERBOST, in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar zum Zivilge-

setzbuch, 7. Auflage, Basel 2022, N 2 zu Art. 390 ZGB). Die blosse Möglichkeit, einen privaten 

Vertreter zu bezeichnen reicht jedoch nicht, sondern die betroffene Person muss die Fähigkeit 

haben, den von ihr ernannten Stellvertreter zu überwachen, zu instruieren und aus seiner Funk-

tion zu entlassen (PHILIPPE MEIER, in: Büchler/Häfeli/Leuba/Stettler [Hrsg.], FamKomm Erwach-

senenschutz, Bern 2013, N 24 zu Art. 390 ZGB). Die subjektiven Voraussetzungen für die An-

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ordnung einer Beistandschaft umfassen somit einerseits das Vorliegen eines Schwächezu-

stands sowie andererseits das Unvermögen, die eigene Angelegenheit zu besorgen oder die 

erforderlichen Vollmachten zu erteilen.  

 

5.2 Zweck der behördlichen Massnahmen des Erwachsenenschutzes ist nach Art. 388 

Abs. 1 ZGB, das Wohl und den Schutz hilfsbedürftiger Personen sicherzustellen. Basis ist stets 

das Selbstbestimmungsrecht der betroffenen Person, welches soweit wie möglich erhalten und 

gefördert werden soll (Art. 388 Abs. 2 ZGB). Das Gesetz verzichtet daher weitgehend auf ge-

setzlich umschriebene, starre Massnahmen zum Schutz hilfsbedürftiger Menschen. In Art. 389 

ZGB unterstellt der Gesetzgeber alle behördlichen Massnahmen des Erwachsenenschutzes 

den beiden Maximen der Subsidiarität und der Verhältnismässigkeit (BGE 140 III 49 E. 4.3.1; 

Urteil des Kantonsgerichts, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht [KGE VV], vom 

9. November 2022 [810 22 89] E. 4.2). Subsidiarität bedeutet, dass behördliche Massnahmen 

nur dann anzuordnen sind, wenn die Betreuung der hilfsbedürftigen Person auf andere Weise 

nicht angemessen sichergestellt ist (Botschaft vom 28. Juni 2006 zur Änderung des Schweize-

rischen Zivilgesetzbuches [Erwachsenenschutz, Personenrecht und Kindesrecht], Bundesblatt 

[BBl] 2006 S. 7042, Ziff. 2.2.1). Ist die gebotene Unterstützung der hilfsbedürftigen Person an-

derweitig – durch die Familie, andere nahestehende Personen oder private oder öffentliche 

Dienste – gewährleistet, ordnet die Erwachsenenschutzbehörde keine Massnahme an, weil für 

eine behördliche Massnahme diesfalls kein Raum besteht (Art. 389 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB; 

BGE 140 III 49 E. 4.3.1). Der Grundsatz der Subsidiarität betrifft somit das Verhältnis der er-

wachsenenschutzrechtlichen Massnahmen zu – sofern zielführend – vorrangig zu verwirkli-

chenden alternativen Lösungen.  

 

5.3 Kommt die Erwachsenenschutzbehörde zum Schluss, die vorhandene Unterstützung 

der hilfsbedürftigen Person sei nicht ausreichend oder von vornherein ungenügend, so muss 

ihre behördliche Massnahme zudem verhältnismässig, das heisst erforderlich und geeignet sein 

(BGE 140 III 49 E. 4.3.1). Das Verhältnismässigkeitsprinzip als Verfassungsgrundsatz gilt im 

ganzen Kindes- und Erwachsenenschutzrecht (YVO BIDERBOST, a.a.O., N 10 zu Art. 389 ZGB; 

für den Kindesschutz RUTH REUSSER, in: Fountoulakis/Affolter-Fringeli/Biderbost/Steck [Hrsg.], 

Fachhandbuch Kindes- und Erwachsenenschutzrecht, Zürich/Basel/Genf 2016, S. 28 N 2.16). 

Dieser Grundsatz ist zwar schon in Art. 5 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen 

Eidgenossenschaft (BV) vom 18. April 1999 verankert, wird aber wegen seiner zentralen Be-

deutung im Erwachsenenschutz nochmals besonders hervorgehoben, indem das Gesetz in 

Art. 389 Abs. 2 ZGB ausdrücklich festhält, dass jede behördliche Massnahme erforderlich und 

geeignet sein muss. Grundsätzlich gilt "so viel staatliche Fürsorge wie nötig, so wenig staatli-

cher Eingriff wie möglich". Die Erwachsenenschutzbehörde hat dabei nicht gesetzlich fest um-

schriebene, starre Massnahmen, sondern "Massnahmen nach Mass" zu treffen, also solche, die 

den Bedürfnissen der betroffenen Person entsprechen (BGE 140 III 49 E. 4.3.1 m.w.H.).  

 

6.1 Wie den vorliegenden Akten zu entnehmen ist, hatte der interne Abklärungsdienst der 

KESB bereits mit Bericht vom 8. Juni 2023 die Anordnung einer Vertretungsbeistandschaft mit 

Vermögensverwaltung empfohlen. Aufgrund des ausdrücklichen Wunsches des Beschwerde-

führers wurde dagegen zugunsten der Autonomie des Betroffenen vorerst auf die Errichtung 

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https://app.legalis.ch/legalis/document-view.seam?documentId=m5pwe5s7obpwc4tul42q
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einer Beistandschaft verzichtet, um zu schauen, wie sich die Situation entwickeln wird. Die  

Vorinstanz hielt das Verfahren dagegen ausdrücklich pendent, damit sie bei einer Verschlechte-

rung der Situation zeitnah reagieren kann. Eine solche Verschlechterung der Situation ist an-

schliessend tatsächlich auch eingetreten. So kam es zu einer erneuten Gefährdungsmeldung, 

und zwar aus dem privaten Umfeld des Beschwerdeführers. Diese Gefährdungsmeldung wurde 

der KESB anfangs Januar 2024 vom Sozialdienst der Gemeinde C.____ weitergleitet, worauf-

hin die Vorinstanz zusätzliche Abklärungen zur Überprüfung der aktuellen Lebensumstände des 

Beschwerdeführers vorgenommen hatte. Dem daraus resultierenden Abklärungsbericht vom 

12. Januar 2024 ist zu entnehmen, dass es dem Beschwerdeführer gesundheitlich deutlich 

schlechter gehe. Er mache regelmässige Pausen beim Sprechen und könne sich an bestimmte 

Wörter nicht mehr erinnern. Das Fachpersonal sei der Ansicht, dass er vermehrt pflegebedürftig 

sei. Zudem weise seine Wohnung, in welcher er trotz erhaltener Kündigung noch immer wohne, 

weiterhin einen verwahrlosten und chaotischen Zustand auf.  

 

6.2.1 Im vorinstanzlichen Abklärungsverfahren hat der Beschwerdeführer ausgeführt, dass er 

durch sein Umfeld unterstützt werde, was sich aber im Verlaufe der Abklärung durch die KESB, 

welche mit den vom Beschwerdeführer angegebenen Personen Gespräche geführt hatte, als 

falsch herausgestellt hat. Darüber hinaus hat der Beschwerdeführer während des Verfahrens 

verwirrende Aussagen gemacht. Beispielsweise hat er behauptet, sich selbst beim Notfalldienst 

im Spital gemeldet zu haben, was aber nachweislich nicht stimmt, da er in einem reduzierten 

Allgemeinzustand mit der Sanität eingewiesen wurde. Zudem kann sich der Beschwerdeführer 

an gewisse Geschehnisse nicht mehr erinnern. Dies zeigt sich insbesondere darin, dass er 

nach Angabe seiner ʺBegleit-Beiständinʺ H.____ eine neue Wohnung gesucht habe, was er 

aber später nicht mehr gewusst hat. Auch wenn er von H.____ unterstützt wurde, hat sich die 

Situation des Beschwerdeführers seit der ersten Abklärung im Sommer 2023 nicht verbessert, 

sondern verschlechtert. Zu seiner eigenen ʺBegleit-Beiständinʺ führt die KESB aus, dass deren 

Nutzen in Frage zu stellen sei. Frau H.____ sei bereits im Telefonat vom 16. Mai 2023 darüber 

informiert worden, dass sie in der Rolle als Bekannte den Beschwerdeführer weiterhin begleiten 

dürfe. Ein solcher Ansatz sei auch seitens der Mandatsperson verfolgt worden. Generell schei-

ne sie eine adäquate Unterstützung des Beschwerdeführers zu erschweren, was sich unter an-

derem darin ausdrücke, dass sie sich fälschlicherweise als Beiständin ausgebe oder der eigent-

lichen Mandatsperson die Übergabe von Rechnungen verweigere. Zudem scheine sie den Be-

schwerdeführer in seinem unkooperativen Verhalten gegenüber Hilfestellungen zu bestärken 

respektive zu beeinflussen. Diesen vorinstanzlichen Erwägungen ist beizupflichten und es ist 

nicht ersichtlich, inwiefern H.____ objektiv gesehen im wohlverstandenen Interesse des Be-

schwerdeführers handelt. Auf jeden Fall ist die Ansicht der Vorinstanz, eine Einsetzung von 

H.____ als Beiständin komme aus behördlicher Sicht zum jetzigen Zeitpunkt nicht in Betracht, 

nicht zu beanstanden.  

 

6.2.2 Einer Aktennotiz der KESB vom 26. März 2024 ist zu entnehmen, dass der Beschwerde-

führer – organsiert durch H.____ – vom D.____ auf den I.____ umgezogen ist. Aus der Akten-

notiz ergibt sich weiter, dass der Beistand mit der Heimleitung I.____ in Kontakt ist und sich um 

die Finanzierung kümmert. Schliesslich wird daraus ersichtlich, dass sich der Beschwerdeführer 

gut in die Alltagsabläufe integriert hat, was erfreulich ist. Unabhängig von der Organisation des 

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aktuellen Aufenthaltsortes ist der Beschwerdeführer darauf hinzuweisen, dass sein offizieller 

Beistand F.____ ist. Diesem kommt gemäss der Ernennungsurkunde vom 24. Januar 2024 un-

ter anderem auch die Aufgabe zu, stets für eine geeignete Wohnsituation und Unterkunft des 

Beschwerdeführers besorgt zu sein. Damit der Beistand seine Aufgaben effizient und wirkungs-

voll wahrnehmen kann, ist er auf eine gute Zusammenarbeit mit dem Beschwerdeführer ange-

wiesen. Wie bereits durch die Vorinstanz festgehalten, spricht nichts dagegen, dass Frau 

H.____ den Beschwerdeführer in der Rolle als Bekannte weiterhin begleiten darf. Die offizielle 

Zuständigkeit für die von der KESB angeordnete Vertretungsbeistandschaft mit Vermögensver-

waltung kommt dagegen ausschliesslich F.____ zu. Sollte dies zukünftig – sei es vom Be-

schwerdeführer oder von H.____ – nicht respektiert werden, müsste die Vorinstanz weitere 

Massnahmen zur Durchsetzung der behördlich angeordneten Beistandschaft prüfen und gege-

benenfalls anordnen.  

 

6.3 Nach dem Gesagten ist festzuhalten, dass entgegen der Ansicht des Beschwerdefüh-

rers sein Hilfsbedarf in unverändertem Umfang fortbesteht, da er nicht in der Lage ist, seine 

aktuelle Situation richtig einzuschätzen oder selbstständig zu wohnen. Diese Einschätzung wird 

durch das Schreiben des Beistandes an die KESB vom 14. März 2024 bestätigt. Daraus wird 

ersichtlich, dass der Beistand mit dem Beschwerdeführer Kontakt aufnehmen und die Post um-

leiten konnte. Zudem erhellt daraus, dass die Mandatsperson die dringendsten Pendenzen (Er-

wirkung der Wiederausrichtung der Ergänzungsleistungen, Bereinigung des alten Mietverhält-

nisses, Bezahlung der offenen Rechnungen etc.) in Angriff nehmen konnte und gleichzeitig aus-

führt, dass es einige Baustellen gebe, die dringend der Bearbeitung bedürften, was unter den 

aktuellen Verhältnissen sehr schwierig bis unmöglich sei. Diese aktuellen Ausführungen des 

Beistandes bestätigen, dass der Beschwerdeführer von sich aus bisher nach wie vor nichts un-

ternommen hat, um seinen zahlreichen administrativen Verpflichtungen auch nur ansatzweise 

nachzukommen, sondern er es vielmehr soweit hat kommen lassen, dass ihm die Sozialversi-

cherungsanstalt die Auszahlung von Ergänzungsleistungen gestoppt hatte. Bereits daraus wird 

die Erforderlichkeit der Beistandschaft beispielhaft und unmissverständlich ersichtlich. Aus die-

sem Schreiben geht weiter hervor, dass der Beschwerdeführer F.____ nicht als seinen Beistand 

akzeptiert, weil er meint, dass ihn seine Bekannte (H.____) unterstützen solle. Wie hiervor auf-

gezeigt, funktioniert diese Unterstützung aktenkundig nicht, weshalb zurzeit aus behördlicher 

Sicht nicht darauf aufgebaut werden kann. Auch die Kontaktaufnahmen des Beistandes mit 

H.____ blieben bisher erfolglos. Die vorliegende Bestätigung der Beistandschaft mit F.____ soll 

deshalb Klarheit schaffen und es dem Beistand (unabhängig vom Entzug der aufschiebenden 

Wirkung der Beschwerde) ermöglichen, seine Unterstützungsarbeit nachhaltig zu planen und 

umzusetzen.  

 

6.4 Nicht nur in den administrativen Belangen ist es wichtig, dass der Beistand nun mit Ge-

wissheit seiner Zuständigkeit im Interesse des Beschwerdeführers tätig werden kann, sondern 

auch die professionelle Organisation der medizinischen Behandlung seiner gesundheitlichen 

Probleme, welche sich seit der ersten Abklärung durch die KESB im letzten Sommer verschärft 

haben, hat oberste Priorität. Denn auch die gesundheitliche Unterstützung sowie die Überwa-

chung seines Sozialverhaltens erweisen sich als erforderlich, weil die Selbstwahrnehmung des 

Beschwerdeführers stark von den tatsächlichen Verhältnissen sowie den Einschätzungen der 

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medizinischen Fachpersonen abweicht und er sich über das ganze Verfahren hinweg wenig 

kooperativ gezeigt hat. Mangels hinreichender subsidiärer Hilfsangebote durch das private Um-

feld sowie aufgrund des fehlenden Einverständnisses des Beschwerdeführers in jegliche be-

hördliche Massnahme erweist sich die Vertretungsbeistandschaft mit Vermögensverwaltung 

ebenfalls als die mildeste mögliche und damit auch als verhältnismässige Massnahme. Dies gilt 

umso mehr unter Berücksichtigung der Tatsache, dass die KESB nach den ersten Abklärungen 

und trotz gegenteiliger Empfehlungen zuerst ganz auf die Anordnung von Erwachsenenschutz-

massnahmen verzichtet hatte und sich die Situation seither nicht verbessert, sondern im Ge-

genteil offensichtlich stark verschlechtert hat. 

 

7. Gestützt auf die vorstehenden Ausführungen ist festzuhalten, dass der Beschwerdefüh-

rer an einem Schwächezustand leidet, seine Angelegenheiten nicht selber besorgen kann und 

seine Betreuung ohne behördlichen Eingriff nicht anderweitig sichergestellt ist. Die von der  

Vorinstanz angeordnete Beistandschaft mit den verfügten Aufgabenbereichen ist deshalb un-

umgänglich. Damit wird der Schwächezustand des Beschwerdeführers in geeigneter Weise 

aufgefangen. Wie die Vorinstanz zu Recht festhält, kann H.____ nicht als Beiständin eingesetzt 

werden. Trotz der schwierigen Umstände hat der Beistand bereits wichtige unaufschiebbare 

Pendenzen gemäss den ihm übertragenen Aufgaben erledigen können. Zudem ist keine milde-

re Massnahme zur Erreichung des angestrebten Zwecks ersichtlich. Nachdem die Vorinstanz 

dem Beschwerdeführer vergeblich sehr lange Zeit gelassen hatte, um seine Belange selber zu 

organisieren, kann nunmehr von einer unverhältnismässigen Massnahme keine Rede sein. 

Gleichsam ist es mit Blick auf die Verweigerungshaltung des Beschwerdeführers verhältnis-

mässig, dem Beistand die Befugnis zu erteilen, dessen Wohnräume zu betreten und die Post zu 

öffnen bzw. umzuleiten. Ferner ist der eingesetzte Beistand persönlich sowie fachlich geeignet. 

Der angefochtene Entscheid der Vorinstanz erfüllt deshalb den Grundsatz der Subsidiarität und 

ist auch verhältnismässig, weshalb er nicht zu beanstanden ist. Die Beschwerde ist somit voll-

umfänglich abzuweisen.  

 

8.1 Nach § 20 Abs. 1 und 3 VPO ist das Verfahren vor Kantonsgericht kostenpflichtig und 

die Verfahrenskosten werden in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Aus-

mass auferlegt. Im vorliegenden Fall sind die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'200.-- 

dem Ausgang des Verfahrens entsprechend dem Beschwerdeführer aufzuerlegen. Zufolge Be-

willigung der unentgeltlichen Prozessführung gehen die Verfahrenskosten in der Höhe von 

Fr. 1'200.-- zulasten der Gerichtskasse. Die Parteikosten sind wettzuschlagen (§ 21 Abs. 1 

VPO). 

 

8.2 Der Beschwerdeführer wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass er zur Nachzahlung 

der in diesem Verfahren infolge Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege der Gerichtskasse 

belasteten Kosten verpflichtet ist, sobald er dazu in der Lage ist (§ 53a Abs. 1 des Gesetzes 

über die Organisation der Gerichte [Gerichtsorganisationsgesetz, GOG] vom 22. Februar 2001).  

 

  

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Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

   

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'200.-- werden dem Be-

schwerdeführer auferlegt und gehen zufolge Bewilligung der unentgeltli-

chen Prozessführung zu Lasten der Gerichtskasse. 

   

 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. 

 

 

 

 

 

Vizepräsident 
 
 
 
 
 
 

Gerichtsschreiber 
 
 
 
 
 
 

 

 

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