# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9fc343bb-ccdc-5ce1-bc32-085bdf67aa85
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-01-04
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 04.01.2023 E-4261/2018
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-4261-2018_2023-01-04.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-4261/2018 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  4 .  J a n u a r  2 0 2 3  

Besetzung 
 Richterin Constance Leisinger (Vorsitz), 

Richterin Esther Marti,  

Richterin Gabriela Freihofer,    

Gerichtsschreiberin Claudia Jorns Morgenegg. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Sri Lanka,   

vertreten durch MLaw Linda Spähni,  

(…),  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 21. Juni 2018 / N (…). 

 

 

 

E-4261/2018 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer suchte am 8. Januar 2018 im Empfangs- und Ver-

fahrenszentrum B._______ (EVZ) um Asyl in der Schweiz nach und wurde 

dem Testbetrieb in C._______ zugewiesen. Am 12. Januar 2018 wurde die 

Personalienaufnahme durchgeführt. Am 19. März 2018 fand die Erstbefra-

gung statt; am 16. April 2018 erfolgte die Anhörung zu den Asylgründen. 

Am 19. April 2018 wurde der Beschwerdeführer dem erweiterten Verfahren 

zugewiesen.  

Zur Begründung seines Asylgesuchs machte der Beschwerdeführer gel-

tend, er sei Angehöriger der tamilischen Ethnie aus D._______ (Jaffna). Er 

entstamme einer Familie, die die Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) 

unterstützt habe. Sein Bruder sei Mitglied bei den LTTE gewesen und im 

Jahr (…) umgekommen. Auch eine Schwester habe ab 1993 die LTTE un-

terstützt, jedoch nach ihrer Heirat mit diesen Unterstützungsleistungen auf-

gehört. Die Familie sei im Zuge des Bürgerkrieges im Jahre 1995 nach 

E._______ (Vanni-Gebiet) gezogen. Ein anderer Bruder habe ab dem Jahr 

1998 für die (…)abteilung der LTTE gearbeitet und in der Folge Probleme 

mit den Behörden bekommen; er sei deshalb vor einigen Jahren nach 

F._______ ausgereist. 

Im Jahre 1999 habe er – der Beschwerdeführer – zuerst für kurze Zeit an 

einem (…)stand Gebühren für die LTTE einkassiert, dann in einer (…) ge-

arbeitet. Im Jahre (…) habe er geheiratet. Im Frühling 2008 habe er ein 

einmonatiges militärisches Training bei den LTTE absolvieren müssen. Da-

nach habe er auf einer (…)basis der LTTE (…) repariert. Von Februar bis 

April 2009 habe er in einem Spital Kriegsversehrte betreuen müssen. Mitte 

Mai 2009 habe er sich den sri-lankischen Truppen ergeben. Er habe zuge-

geben, dass er für die LTTE im Spital gearbeitet habe, nicht jedoch, dass 

er auch auf der (…)basis tätig gewesen sei. Er sei daraufhin ins Lager von 

G._______ gebracht und inhaftiert worden. Anschliessend sei er ins 

H._______ verlegt und dort während sechs Monaten inhaftiert gewesen. 

Er sei verhört und schwer misshandelt worden. Von den Misshandlungen 

habe er sichtbare Narben davongetragen und auch gesundheitliche Prob-

leme. Im Januar 2010 sei er ins I._______-Gefängnis in J._______ trans-

feriert worden. Dort sei er jeden Monat einem Richter vorgeführt worden. 

Ende des Jahres 2011 sei er zum Criminal Investigation Department (CID) 

in J._______ gebracht worden. Dort sei er von zwei ihm namentlich be-

kannten Männern befragt worden. Diese hätten ihm gegen Zahlung einer 

E-4261/2018 

Seite 3 

hohen Summe die Freilassung angeboten. Im (…) 2012 sei er nach der 

Zahlung dieser Summe freigelassen worden. Er habe ein Gerichtsdoku-

ment erhalten.  

Nach seiner Freilassung habe er mit seiner Ehefrau, dem gemeinsamen 

Kind und der Schwiegermutter in D._______ (Jaffna) gelebt. Er habe sich 

jede Woche im Camp melden und Unterschrift leisten müssen. Anfang (…) 

2012 sei er wieder zur Leistung der Unterschrift ins Camp gegangen. Dort 

habe ein ehemaliger Mitarbeiter der (…)basis, der nunmehr für die Behör-

den gearbeitet habe, ihn erkannt und offenbar verraten. Er sei in der Folge 

aufgefordert worden, am nächsten Tag im Camp zu erscheinen. Dieser Auf-

forderung sei er nachgekommen und im Camp verhört worden. Das Ge-

richtsdokument, welches er anlässlich seiner Freilassung im (…) 2012 er-

halten habe, sei ihm abgenommen worden. Anschliessend sei er nach 

Hause gegangen und habe sich von dort zu einem Freund begeben. Am 

nächsten Tag sei er zu Hause gesucht worden. Einige Tage später habe er 

sich mit seiner Ehefrau und dem Kind nach K._______ begeben. Von dort 

aus sei er mit der Familie in einem Boot nach L._______ ausgereist und im 

Februar 2015 sei er mit der Familie nach M._______ geflogen, von wo aus 

sie in einem Boot nach F._______ gelangt seien. Dort sei er vom Flücht-

lingshochkommissariat (UNHCR) registriert worden. Im November 2017 

sei er allein von F._______ nach M._______ gereist und von dort Anfang 

Januar 2018 über N._______ in ein europäisches Land geflogen. Am 

7.  Januar 2018 sei er in die Schweiz gekommen. 

Der Beschwerdeführer reichte verschiedene Ausweispapiere und Beweis-

mittel ein, namentlich seine Geburtsurkunde, die Kopie seiner Identitäts-

karte, die Kopie des Todesscheins seines Bruders sowie diverse Originale 

und Kopien von Ausweisen seiner Familienangehörigen. Ausserdem 

reichte er Fotos, welche seine Tätigkeiten zugunsten der LTTE in 

F._______ dokumentieren sollen, sowie einen ärztlichen Bericht ein. 

B.  

Mit Verfügung vom 21. Juni 2018 verneinte die Vorinstanz die Flüchtlings-

eigenschaft des Beschwerdeführers, lehnte sein Asylgesuch ab und ord-

nete die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug der Wegweisung 

an. 

Auf die Begründung wird – sofern von Relevanz – in den nachfolgenden 

Erwägungen eingegangen.  

E-4261/2018 

Seite 4 

C.  

Gegen diese Verfügung erhob der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 

23. Juli 2018 – handelnd durch seine mandatierte Rechtsvertreterin – Be-

schwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Darin beantragte er die Aufhe-

bung der angefochtenen Verfügung und die Asylgewährung, eventualiter 

die Anordnung der vorläufigen Aufnahme. Sodann beantragte er die Ge-

währung der unentgeltlichen Prozessführung einschliesslich des Verzichts 

auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und die Beiordnung seiner 

Rechtsvertreterin als amtliche Rechtsbeiständin. Unter dem Titel Verfah-

rensanträge ersuchte er um Erteilung der aufschiebenden Wirkung der Be-

schwerde und Feststellung der Verletzung des rechtlichen Gehörs. 

Auf die Beschwerdebegründung wird – sofern entscheidwesentlich – in den 

nachfolgenden Erwägungen eingegangen.  

D.  

Mit Verfügung vom 25. Juli 2018 wurde der Eingang der Beschwerde be-

stätigt und festgestellt, dass der Beschwerdeführer den Ausgang des Ver-

fahrens in der Schweiz abwarten könne. 

E.  

Mit Verfügung vom 6. August 2018 setzte die zuständige Instruktionsrich-

terin dem Beschwerdeführer Frist zum Beleg seiner Mittellosigkeit und lud 

die Vorinstanz zur Vernehmlassung ein. Der Entscheid über die weiteren 

prozessualen Anträge wurde auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Auf 

die Erhebung eines Kostenvorschusses wurde verzichtet.  

F.  

Mit Vernehmlassung vom 22. August 2018 hielt das SEM an seinen Erwä-

gungen fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde. 

G.  

Die Vernehmlassung wurde dem Beschwerdeführer am 24. August 2018 

zur Kenntnis gebracht und ihm Frist zur Einreichung einer Replik gesetzt. 

H.  

Die entsprechende Replik sowie eine Kostennote reichte der Beschwerde-

führer am 10. September 2018 ein. 

I.  

Am 30. August 2019 wurden weitere Beweismittel eingereicht, namentlich 

die UNHCR-Ausweise der Ehefrau und Kinder des Beschwerdeführers.  

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Seite 5 

J.  

Am 31. Mai 2022 zeigte die Rechtsvertreterin Cora Dubach an, dass sie 

ihre Anstellung bei der (…) gekündigt habe und MLaw Linda Spähni ihre 

Mandate übernehme. Sie ersuchte um entsprechende Berücksichtigung.   

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinn von 

Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zu-

ständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet 

auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend – endgültig 

(Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des AsylG in Kraft getreten 

(AS 2016 3101); für das vorliegende Verfahren gilt das frühere Recht (vgl. 

Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 

25. September 2015). 

1.4 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der 

Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und aArt. 108 

Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-

schwerde ist somit einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

 

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Seite 6 

3.  

3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

4.  

4.1 Das SEM stellt sich in der angefochtenen Verfügung auf den Stand-

punkt, die vom Beschwerdeführer dargelegten Fluchtvorbringen seien zu-

folge widersprüchlicher, unsubstantiierter und nicht nachvollziehbarer An-

gaben als nicht glaubhaft im Sinne von Art. 7 AsylG zu erachten. In der 

Beschwerde wird dem widersprochen und ausserdem auf Übersetzungs-

probleme während der Erstbefragung hingewiesen. Der Sachverhalt sei 

daher nicht richtig erstellt worden, weswegen die Sache eventualiter zur 

Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen sei.  

4.2 Gemäss Art. 12 VwVG stellt die Behörde den Sachverhalt von Amtes 

wegen fest und bedient sich nötigenfalls der unter Buchstaben a bis e auf-

gelisteten Beweismittel. Die unrichtige oder unvollständige Feststellung 

des rechtserheblichen Sachverhalts in Verletzung der behördlichen Unter-

suchungspflicht bildet einen Beschwerdegrund (Art. 106 Abs. 1 Bst. b 

AsylG). Unrichtig ist die Sachverhaltsfeststellung, wenn der Verfügung ein 

falscher und aktenwidriger Sachverhalt zugrunde gelegt wird oder Beweise 

falsch gewürdigt worden sind; unvollständig ist sie, wenn nicht alle für den 

Entscheid rechtswesentlichen Sachumstände berücksichtigt werden (vgl. 

Kölz/Häner/Bertschi, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege 

des Bundes, 3. Aufl. 2013, Rz. 1043).  

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Seite 7 

Der Untersuchungsgrundsatz findet seine Grenze an der Mitwirkungs-

pflicht der Asylsuchenden (Art. 8 AsylG; Art. 13 VwVG). Dazu gehört, die 

Identität offenzulegen und vorhandene Identitätspapiere abzugeben, an 

der Feststellung des Sachverhaltes mitzuwirken und in der Anhörung die 

Asylgründe darzulegen, allfällige Beweismittel vollständig zu bezeichnen 

und unverzüglich einzureichen sowie bei der Erhebung der biometrischen 

Daten mitzuwirken (vgl. BVGE 2011/28 E. 3.4). 

4.3  

4.3.1 Der Beschwerdeführer hat das Protokoll der Erstbefragung vom 

19. März 2018 unterschrieben und damit genehmigt. Es wurde von ihm be-

stätigt, dass eine Rückübersetzung "Satz für Satz" stattgefunden habe (vgl. 

SEM-Akte A21/11 S. 11). Er gab zu Beginn der Befragung zudem an, er 

verstehe den Dolmetscher sehr gut (vgl. a.a.O. S. 1). Dem Protokoll sind 

auch keine Korrekturen zu entnehmen, was ebenfalls darauf hindeutet, 

dass die Befragung regelkonform und ohne Verständigungsschwierigkei-

ten erfolgte.  

4.3.2 Hinsichtlich der Dauer der Befragung ist indes – so auch der Einwand 

auf Beschwerdeebene (vgl. Beschwerde S. 5, Replik S. 1) – festzustellen, 

dass diese aus dem Protokoll nicht ersichtlich ist. So wurde zwar im Proto-

koll der Beginn der Befragung (13.00 Uhr) auf Seite 1 des Protokolls und 

die Pause (14.40 bis 15.00 Uhr) auf Seite 8, nicht aber die Uhrzeit und 

damit das Ende der Befragung – vermerkt (vgl. SEM-Akte A21/11, S. 1, 

S. 8, S. 11). Darin liegt wohl ein Versehen des SEM. Aus der Gesamtdauer 

der Befragung liesse sich aber – wie in der Replik zu Recht argumentiert 

wird (vgl. Replik S. 2) – zumindest ungefähr abschätzen, wieviel Zeit die 

Rückübersetzung in Anspruch genommen hat. Dies könnte als Grundlage 

dienen, eine Einschätzung darüber vorzunehmen, ob die Rückübersetzung 

vorliegend tatsächlich Satz für Satz oder aber – wie dies auf Beschwerde-

ebene geltend gemacht wird (vgl. Beschwerde S.  4, Replik S. 1) – lediglich 

zusammenfassend erfolgt ist. Das SEM äussert sich in der Vernehmlas-

sung zum Vorwurf der verkürzten Rückübersetzung nicht explizit. Es er-

wähnt diesbezüglich, dem Befrager wäre es aufgefallen, wäre das Proto-

koll durch den Dolmetscher, der eher langsam gesprochen habe, nicht kor-

rekt rückübersetzt worden. Inwiefern der Befrager als nicht Tamilisch spre-

chende Person eine genaue Beurteilung der korrekten Rückübersetzung 

deutscher Sätze in die tamilische Sprache vornehmen kann, ist damit je-

doch – wie in der Replik zutreffend eingewandt wird (vgl. Replik S. 1) – 

nicht dargetan. Der Einwand des Beschwerdeführers, ihm sei das Protokoll 

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Seite 8 

lediglich zusammengefasst rückübersetzt worden, scheint damit nicht auf-

gelöst. Allfällige Mängel in der Übersetzung könnten damit während der 

Erstbefragung allenfalls vorhanden gewesen sein, zumal dieser Eindruck 

dadurch verstärkt wird, dass der Beschwerdeführer bereits an der zwei Mo-

nate später erfolgten Anhörung auf Verständnisprobleme während der 

Erstbefragung verwies und auf eine angeblich anderslautende Aussage 

von ihm anlässlich der Erstbefragung vehement und – wie nachstehend 

dargelegt – glaubwürdig reagierte (vgl. SEM-Akte A22/11 F62, F137).  

4.3.3 Bei Durchsicht der Protokolle fällt zudem auf, dass dem Beschwer-

deführer anlässlich der vertieften Anhörung – im Gegensatz zur Erstbefra-

gung – nicht die Gelegenheit erteilt wurde, sich zu seinen Fluchtgründen in 

freier Erzählung (nochmals) zu äussern (vgl. SEM-Akte A23/11 S. 1 ff.), 

was unüblich ist. Insbesondere ist aber das Vorgehen des SEM zu bemän-

geln, dass der Beschwerdeführer in der einlässlichen Anhörung nicht ein-

gehend zu den von ihm dargelegten Misshandlungen, die seinen Angaben 

zufolge offensichtlich eine sexuelle Komponente hatten (vgl. a.a.O. F32, 

F38, F59, F139), befragt wurde.  

4.4 Trotz der festgestellten Mängel bei der Feststellung des Sachverhalts 

ist eine Rückweisung des Verfahrens an die Vorinstanz im Sinne eines kas-

satorischen Entscheids vorliegend nicht angezeigt. Dies vor allem, weil das 

Gericht im vorliegenden Verfahren aus den nachfolgenden Gründen von 

einer Glaubhaftmachung der relevanten Fluchtgründe ausgeht.  

5.  

5.1 Glaubhaftmachung im Sinne des Art. 7 Abs. 2 AsylG bedeutet – im Ge-

gensatz zum strikten Beweis – ein reduziertes Beweismass und lässt 

durchaus Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen ei-

ner asylsuchenden Person. Entscheidend ist, ob die Gründe, die für die 

Richtigkeit der Sachverhaltsdarstellung der asylsuchenden Person spre-

chen, überwiegen oder nicht. Dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise 

abzustellen. Eine wesentliche Voraussetzung für die Glaubhaftmachung ei-

nes Verfolgungsschicksals ist eine die eigenen Erlebnisse betreffende, 

substantiierte, im Wesentlichen widerspruchsfreie und konkrete Schilde-

rung der dargelegten Vorkommnisse. Die wahrheitsgemässe Schilderung 

einer tatsächlich erlittenen Verfolgung ist gekennzeichnet durch Korrekt-

heit, Originalität, hinreichende Präzision und innere Übereinstimmung. Un-

glaubhaft wird eine Schilderung von Erlebnissen insbesondere bei wech-

selnden, widersprüchlichen, gesteigerten oder nachgeschobenen Vorbrin-

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Seite 9 

gen. Bei der Beurteilung der Glaubhaftmachung geht es um eine Gesamt-

beurteilung aller Elemente (Übereinstimmung bezüglich des wesentlichen 

Sachverhaltes, Substantiiertheit und Plausibilität der Angaben, persönliche 

Glaubwürdigkeit usw.), die für oder gegen die asylsuchende Person spre-

chen (vgl. BVGE 2015/3 E. 6.5.1 sowie 2012/5 E. 2.2).  

5.2 Zunächst ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer anlässlich der 

Erstbefragung seine Fluchtgründe in freier Erzählung substantiiert, in sich 

logisch und mit Realkennzeichen versehen darlegte (vgl. SEM-Akte A21/11 

F52).  

Die Vorbringen zur Zwangsrekrutierung durch die LTTE und als Folge die-

ser Zugehörigkeit seine Inhaftierungen und die Meldepflicht nach Kriegs-

ende weisen insgesamt einen grossen Detaillierungsgrad auf, obschon sie 

teilweise Jahre zurückliegen, so beispielsweise seine Angaben zur Dauer 

des Trainings bei den LTTE, zum Standort und zu baulichen Gegebenhei-

ten der (…)basis sowie die Angaben zu den Vorgesetzten. Er beschreibt 

sodann seine Inhaftierung substantiiert und berichtet über die Art und Um-

stände der gegen ihn angewendeten Gewalt. Diese Vorbringen weisen Re-

alkennzeichen auf. Er erwähnt zudem, dass er durch die in Haft erlittenen 

Misshandlungen psychisch angeschlagen gewesen sei. Zudem erklärt er 

das Prozedere der richterlichen Legitimation betreffend die Befragungen 

durch Angehörige des CID. Er beschreibt das Gericht, welches im (…)Ge-

fängnis existiert habe und benennt, wie dieses durch die Insassen bezeich-

net wurde. Als er weiter über die ihm vorgehaltenen Verdächtigungen sei-

tens der Angehörigen des CID sowie von seiner Freilassung berichten 

wollte, wurde er durch den Befrager unterbrochen (vgl. a.a.O. in fine).  

5.3  

5.3.1 Nach Auffassung des Gerichts und entgegen der Ansicht des SEM 

(vgl. Verfügung S. 5, Vernehmlassung S. 2) beschreibt der Beschwerde-

führer im Rahmen der vertieften Anhörung die Orte, in denen er inhaftiert 

war und seine Erlebnisse dort nicht "klischeehaft", sondern vielmehr hin-

reichend substantiiert und mit Details behaftet:  

5.3.2 So erklärt er auf Frage hin, wie der Monat in G._______ verlaufen 

sei: "Ich wurde die ganze Zeit nur gequält. Ich kann es kaum in Worten 

zusammenfassen. Darf ich Ihnen meinen Rücken zeigen? Mir wurde alles 

Mögliche angetan. Mir wurden im (…) diverse Rohre reingesteckt, mein 

(…) kam sogar raus. Mir wurde mit dem Messer auf den (…) gestochen, 

ich wurde mit irgendwelchen Gegenständen am Rücken geschlagen. Ich 

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Seite 10 

musste mich zweimal am (…) nähen lassen (vgl. SEM-Akte A23/21 F 32)." 

Auf Aufforderung des Befragers hin, er solle abgesehen von den Misshand-

lungen seine Erlebnisse in G._______ schildern, erklärt er, dass er die 

ganze Zeit eingesperrt gewesen und nie nach draussen mitgenommen 

worden sei. Er habe zwei Mal pro Tag zu Essen erhalten, nämlich halbge-

kochten Reis mit Chutney. Das WC sei drinnen gewesen, sie hätten nichts 

zu Trinken bekommen respektive aus dem WC-Hahn trinken müssen. Den 

Ort habe man "…" genannt, was auf Singhalesisch (…) bedeute, da er wie 

ein (…) sei, weil es dort die ganze Zeit nach (…) gerochen habe. Er sei 

zudem die ganze Zeit nackt gewesen (vgl. a.a.O. F 33). Im Weiteren ver-

mag er den Raum dort zu beschreiben (vgl. a.a.O. F 34) und ergänzt auf 

Frage hin, dass er nicht realisiert habe, wann es Tag und Nacht gewesen 

sei, sie hätten nicht einmal eine Decke zum zudecken gehabt und es sei 

nachts sehr kalt gewesen. Sie hätten alle nebeneinander geschlafen, damit 

sie etwas warm bekommen hätten. Ausserdem erwähnt er, dass er zwei 

der Gefangenen gekannt habe, und benennt diese namentlich und erklärt, 

wenn jemand gesprochen habe, sei man zusammengeschlagen worden 

(vgl. a.a.O. F36 f.).  

Aufgrund dieser Aussagen kann nicht davon gesprochen werden, der Be-

schwerdeführer habe – wie vom SEM erwogen (vgl. Verfügung S. 5) – 

bloss sagen können, es sei in erwähntem Camp kalt und dunkel gewesen, 

er sei zusammengeschlagen worden und nicht im Stande gewesen, Na-

men von anderen Gefangenen zu benennen.  

5.3.3 Zudem sei vermerkt, dass die angewandte Befragungstaktik des 

SEM hinsichtlich der Erlebnisse des Beschwerdeführers im Camp 

G._______ nicht nachvollziehbar ist. So wurde der Beschwerdeführer, 

nachdem er bereits ziemlich eingehend zu seinem Aufenthalt im Camp von 

G._______ befragt wurde (vgl. F32 ff.), noch weitere Male danach gefragt, 

wie sich diese Zeit gestaltet habe und aufgefordert, Tag für Tag seines ein-

monatigen Aufenthalts in diesem Lager zu beschreiben (vgl. a.a.O. F36 

und F38). Das SEM verkennt damit, dass es für niemanden möglich sein 

dürfte, sich an Erlebnisse jedes einzelnen Tages eines gesamten Monats 

genau zu erinnern. Dies gilt vorliegend umso mehr, als erwähnte Ereig-

nisse im Zeitpunkt der Anhörung des Beschwerdeführers bereits Jahre zu-

rücklagen. Gleichzeitig erscheint unverständlich, dass das SEM etliche 

Fragen zu diesem Aufenthalt stellte, indes dabei Fragen zu den vom Be-

schwerdeführer erwähnten Misshandlungen bewusst ausklammerte (vgl. 

a.a.O. F33).  

E-4261/2018 

Seite 11 

5.3.4 Die Schilderungen des Beschwerdeführers zu seinem Aufenthalt im 

H._______ können – entgegen der Auffassung des SEM (vgl. Verfügung 

S. 5) – ebenfalls nicht als "klischeehaft" und unsubstantiiert erachtet wer-

den. Seine diesbezüglichen Darlegungen sind vielmehr mit Details verse-

hen und beschränken sich auch nicht bloss – wie vom SEM erwogen – 

darauf, dass der Beschwerdeführer erklärt habe, er habe immer wieder ge-

weint, die Wächter seien betrunken, schikanös und willkürlich gewesen und 

er habe diese angefleht. Vielmehr erwähnt er nämlich auch Befragungen 

und Verhöre, erklärt deren Ablauf, erzählt von der Vorführung beim Richter, 

von den Mahlzeiten, die er erhalten habe und beispielsweise auch von He-

likoptern, die er gehört habe (vgl. SEM-Akte A 23/21 F 40 ff., F53 ff.). Ins-

besondere erinnert er sich mit Bezug auf dieses Camp daran, dass er dort 

die ganze Zeit geschlagen worden sei, indessen sei dies nicht auf die Art 

und Weise geschehen, wie in G._______ (vgl. a.a.O. F59).  

5.3.5 Inwiefern die Darstellung des Beschwerdeführers hinsichtlich der 

Haft im I._______ als substanzlos zu erachten ist, kann vom Gericht 

ebenso wenig nachvollzogen werden. So beschreibt er detailliert wie die-

ses Gefängnis aussah und erwähnt etwa, wie viele Personen dort zugegen 

gewesen seien. Er gibt die Anzahl der Badezimmer an und erwähnt auch, 

dass es dort einen Tempel gehabt habe (vgl. SEM-Akte A23/22 F70 ff.).  

5.3.6 Entgegen der Ansicht des SEM (vgl. Verfügung S. 5) kann in der Aus-

sage des Beschwerdeführers, die beiden Beamten hätten ihm gegenüber 

erklärt, man würde ihm die Hände abschneiden oder die Nägel herausreis-

sen (vgl. SEM-Akte A23/22 F 57), ebenfalls keine "klischeehafte" Aussage 

erblickt werden. Vor allem aber bezieht sich diese Angabe nicht etwa, wie 

dies aus der Verfügung des SEM hervorgeht (vgl. a.a.O.), auf den Aufent-

halt des Beschwerdeführers im I._______, sondern er macht diese Angabe 

in Zusammenhang mit seiner Haft im H._______ (vgl. SEM-Akte A23/22 

F54, F57).  

5.4  

5.4.1 Die Aussagen des Beschwerdeführers erweisen sich demnach als 

substantiiert und zudem in den wesentlichen Punkten weitgehend überein-

stimmend:  

5.4.2 Auf den Einwand des SEM in der Anhörung, dass der Beschwerde-

führer an der Erstbefragung angegeben habe, die schweren Misshandlun-

gen hätten im H._______ und nicht wie von ihm nunmehr dargelegt im 

Camp G._______ stattgefunden, erwidert er: "Das kann ja gar nicht sein. 

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Seite 12 

Ich bin zu hundert Prozent überzeugt, dass ich gesagt habe, dass ich im 

H._______ geschlagen wurde. Ich wurde mit dem Kopf hinunterhängend 

aufgehängt und geschlagen (vgl. a.a.O. F62)." Diese Antwort erscheint an-

gesichts seiner ansonsten – wie dargelegt – substantiierten Angaben 

glaubwürdig, zumal – wie besehen – die von ihm erhobenen Vorwürfe in 

Zusammenhang mit der Rückübersetzung nicht ganz auszuräumen sind. 

Dass der Übersetzer, wie in der Beschwerde zudem geltend gemacht wird, 

allenfalls auch die Orte G._______ und H._______ schlicht verwechselt 

haben könnte (vgl. Beschwerde S. 14), erscheint ebenfalls möglich. 

5.4.3 Ein zentraler Widerspruch, wie vom SEM in der Verfügung erwogen, 

lässt sich auch deshalb nicht erkennen, da die Befragung zu den Asylgrün-

den anlässlich der Erstbefragung in der Regel bloss summarisch erfolgt. 

Im Rahmen jener Befragung hatte der Beschwerdeführer zwar – wie dar-

gelegt – bereits von seinen Fluchtgründen zu erzählen begonnen, dabei 

auch von seinem Aufenthalt im H._______, er wurde dann aber in seiner 

Erzählung unterbrochen und nicht weiter zu seinen Erlebnissen während 

der Haft befragt (vgl. SEM-Akte A 21/11 F52 ff.). Den Aussagen der Erst-

befragung kann vor diesem Hintergrund nicht die Tragweite zukommen, 

wie ihnen das SEM beimisst.  

5.4.4 Gleiches gilt für die Vorbringen des Beschwerdeführers hinsichtlich 

des LTTE-Kameraden, der ihn im Camp, in welchem er die Unterschrift 

habe leisten müssen, erkannt haben soll.  Den Ausführungen an der Erst-

befragung kann auch hier kein derartiges Gewicht zukommen, da der Be-

schwerdeführer zu der in diesem Zusammenhang von ihm erwähnten Fol-

ter nicht weitergehend befragt wurde. Zudem erklärt er dazu im Rahmen 

der Anhörung ausdrücklich, er habe dies (anlässlich der Erstbefragung) 

nicht so ausgesagt, sondern, dass er nicht noch einmal dazu bereit gewe-

sen wäre, gefoltert zu werden und er daher zugegeben habe, bei der ([…]-

Einheit gewesen zu sein (vgl. SEM-Akte A23/22 F137). Angesichts der an-

sonsten detaillierten und schlüssigen Aussagen sowie des Umstands, dass 

allfällige Mängel in der Rückübersetzung an der Erstbefragung nicht aus-

zuschliessen sind, ist daher kein zentraler Widerspruch in den erwähnten 

Vorbringen zu erblicken.  

5.4.5 Der Argumentation der Vorinstanz, der Beschwerdeführer habe sich 

hinsichtlich der Person widersprochen, welche die Wunde an seinem Kopf 

genäht habe (vgl. Verfügung S. 4), kann nicht gefolgt werden. Vielmehr 

sind seine Aussagen hierzu – wie in der Beschwerde geltend gemacht (vgl. 

Beschwerde S. 15) – nachvollziehbar:  

E-4261/2018 

Seite 13 

So bringt er vor: "Ich wurde am Kopf verletzt, und er selber hat mich dann 

genäht (vgl. SEM-Akte A23/22 F143)." Auf die Frage, wie ein Soldat seine 

Wunde habe nähen können, erklärt er: "Sie haben ihren eigenen Arzt im 

Camp, ich glaube, er war Armee-Arzt (vgl. a.a.O. F145)." Den nachfolgen-

den Vorhalt des SEM, dass gemäss seinen vorherigen Angaben dieselbe 

Person, die ihn misshandelt habe, ihn genäht haben müsste, erklärt der 

Beschwerdeführer nachvollziehbar, indem er antwortet: "Ich meine damit, 

dass ich von der Armee geschlagen wurde und die Armee mich verarztet 

hat. Nicht diese Person selber (vgl. a.a.O. F146)."  

Aus dieser präzisierenden Erklärung wird klar, dass es sich nicht um wider-

sprüchliche Vorbringen handelt.  

5.4.6 Das SEM hält dem Beschwerdeführer sodann seine Aussagen, er 

habe einmal dargelegt, nicht genau zu wissen, wie viele Personen zwi-

schen den Lagern transportiert worden seien, da seine Augen verbunden 

gewesen seien, und ein andermal gebe er an, ihm sei nach dem Transport 

die Augenbinde abgenommen worden und er habe die Gefangenen sehen 

können, als widersprüchlich vor (vgl. Verfügung S. 4 f.).  

Darin lässt sich – einhergehend mit der Argumentation in der Beschwerde 

(vgl. Beschwerde S. 15) – ebenfalls kein Widerspruch erkennen, zumal das 

SEM in seiner Beurteilung offenbar die Aussagen des Beschwerdeführers 

unberücksichtigt lässt, die er in diesem Zusammenhang auch zu Protokoll 

gegeben hat: "Ich glaube wir waren fünf oder sechs Personen. Dann wur-

den wir gefragt, wer bei der Bewegung war (vgl. SEM-Akte A23/22 F 47)." 

Im Weiteren führt er auf entsprechende Nachfrage hin aus: "Wie gesagt, 

es war eine Schätzung von mir, dass wir circa fünf bis sechs Personen 

waren. Das habe ich ja gesagt (vgl. a.a.O. F51)."  

Die Anzahl der Personen wurde somit vom Beschwerdeführer sehr wohl 

genannt und es ist nicht ersichtlich, weshalb erwähnte Angaben als wider-

sprüchlich zu qualifizieren sind.  

5.4.7 Der Beschwerdeführer spricht im Rahmen der Anhörung einerseits 

davon, dass er nach seiner Freilassung wöchentlich im Armeecamp habe 

Unterschrift leisten müssen. Es seien acht Mal gewesen respektive es 

habe ungefähr acht Wochen gedauert, bis ein LTTE-Kollege ihn im Camp 

erkannt habe (vgl. SEM-Akte A23/11 F110, F 115, F117). Demnach hätte 

er insgesamt zwei Monate Unterschrift leisten müssen, was sich mit seinen 

Angaben im Rahmen der Erstbefragung, in welcher er von ungefähr zwei 

E-4261/2018 

Seite 14 

Monaten sprach, in denen er sich ins Camp zwecks der Unterschrift habe 

begeben müssen (vgl. SEM-Akte A21/11 F54), deckt. Andererseits legt er 

während der Anhörung dar, er habe von anfangs (…) bis anfangs (…) im 

Camp vorstellig werden müssen. Damit hätte er drei Monate lang seine 

Unterschrift erbringen müssen (vgl. SEM-Akte A23/11 F125).  

Ein relevanter Widerspruch kann darin indes nicht – wie vom SEM dahin-

gehend erwogen (vgl. Verfügung S. 5) –  erkannt werden. Bei einer Ge-

samtbetrachtung handelt es sich nämlich lediglich um minime Unter-

schiede in seinen Aussagen. Denn das SEM berücksichtigt bei seiner Wür-

digung nicht sämtliche Angaben des Beschwerdeführers. So hat er im Rah-

men der Anhörung auch erwähnt, dass er die erste Woche bis zehn Tage 

(nach seiner Freilassung) nicht in das Camp gegangen sei, bis sie ihn zu 

Hause gesucht hätten. Ausserdem gab er an, er sei im (…) 2012 ausgereist 

und habe vielleicht 20 Tage vor seiner Ausreise die letzte Unterschrift ge-

leistet, denn er habe ja in K._______ auf das Boot nach L._______ warten 

müssen (vgl. a.a.O. F131, vgl. SEM-Akte 16/4 Ziffer 5.0). Mit diesen zu-

sätzlichen Angaben werden die zeitlichen Unterschiede nahezu aufgelöst.  

5.4.8 Zu seinen familiären Verhältnissen und der Zugehörigkeit seiner Ver-

wandten zu den LTTE befragt, bestätigt der Beschwerdeführer im Rahmen 

der Anhörung nicht nur seine in der Erstbefragung gemachten Aussagen 

(sein Vater und der Bruder, der bei den LTTE gewesen sei, und auch seine 

Schwester seien verstorben; seine Frau, sein Kind, seine Mutter und ein 

älterer Bruder seien nun in F._______), sondern er ergänzt die entspre-

chenden Vorbringen während der Anhörung (vgl. SEM-Akte A21/11 F21 f., 

F27 f., F32, und  F35 ff. und A23/22 F7 ff.).  

Von ungereimten Angaben zu den familiären Verhältnissen, wie das SEM 

in der angefochtenen Verfügung moniert (vgl. Verfügung S. 9), kann damit 

nicht gesprochen werden. Der entsprechende Vorhalt bezieht sich denn 

auch bloss auf die eine Aussage des Beschwerdeführers hinsichtlich seiner 

Tanten. Dabei handelt es sich nicht um einen diametralen Widerspruch, 

wenn er zunächst aussagt, keine Tanten zu haben und sich später korri-

giert, indem er darlegt, er habe (…) Tanten, er habe zuvor gemeint, seine 

Mutter habe keine Geschwister, sein Vater habe jedoch (…) Schwestern 

(vgl. SEM-Akte A23/11 F40, F46). 

5.4.9 Im Übrigen erweisen sich die Angaben des Beschwerdeführers be-

züglich seiner Tätigkeiten für die LTTE (Arbeiten beim (…)stand respektive 

E-4261/2018 

Seite 15 

Einkassieren von Gebühren, anschliessende (…)arbeit und Zwangsrekru-

tierung sowie das darauffolgende einmonatige Training und die Arbeit bei 

den O._______) als übereinstimmend. Ebenso verhält es sich mit seinen 

Angaben zu den Inhaftierungsorten und deren Dauer. So erklärt er an der 

Erstbefragung, er habe 2009 zirka sieben Monate lang in G._______ und 

H._______ P._______ gelebt. Von Januar 2010 bis (…) 2012 sei er im 

I._______ Gefängnis gewesen. Im (…) 2012 sei er freigelassen und seiner 

Schwiegermutter übergeben worden. Er habe zirka einen Monat in 

G._______ verbracht. Nach einem Monat sei er zum H._______ transfe-

riert worden. Er habe sechs Monate im H._______ verbracht (vgl. SEM-

Akte A21/11 F23, F52). An der Anhörung antwortet er auf die Frage, wie 

lange er in Q._______ gewesen sei, zirka einen Monat lang, dann sei er 

ins H._______ transferiert worden, wo er sechs Monate verbracht habe 

(vgl. SEM-Akte A23/22 F31, F40, F42). Danach, ab Anfang des Jahres 

2010, sei er im Gefängnis gewesen, das man (…) genannt habe. Er erklärt 

zudem erneut, dass er im (…) 2012 freigelassen worden sei (vgl. a.a.O. 

F42, F63). 

5.5  

5.5.1 Das SEM vertritt zudem die Ansicht, dass gewisse Aussagen des Be-

schwerdeführers als realitätsfremd zu bezeichnen seien. Diese Auffassung 

lässt sich nicht bestätigen. 

5.5.2 So erscheint im sri-lankischen Kontext nicht unwahrscheinlich, dass 

ein LTTE-Häftling mehrmals pro Tag verhört wird. Weshalb dies unrealis-

tisch sein soll, begründet das SEM – wie zu Recht eingewandt wird (vgl. 

Beschwerde S. 18) – denn auch nicht (vgl. Verfügung S. 6).  

5.5.3 Im Weiteren erkennt das SEM, es erscheine nicht möglich, dass der 

Beschwerdeführer, wie von ihm dargelegt, zusammen mit anderen Perso-

nen verhört worden sei (vgl. Verfügung S.  6). Aus der vom SEM zitierten 

Protokollstelle ergibt sich jedoch, dass es sich nicht um ein Verhör im ei-

gentlichen Sinn gehandelt hat, sondern vielmehr um erste Fragen an die 

Gefangenen allgemeiner Natur, da gemäss Angaben des Beschwerdefüh-

rers die Gefangen nach dem Transport gefragt worden seien, wer von 

ihnen bei der Bewegung gewesen sei, bei welcher Einheit sie gewesen 

seien und woher sie stammten (vgl. A23/11 F48 ff.).  

5.5.4 Sofern in der angefochtenen Verfügung sodann ausgeführt wird, es 

sei als ungewöhnlich zu qualifizieren, dass eine Person, die wie der Be-

schwerdeführer der Zugehörigkeit zu den LTTE verdächtigt wurde, im Mai 

E-4261/2018 

Seite 16 

2009 in ein unterirdisches Camp verbracht worden sei, bleibt die Vorinstanz 

hierzu weitere Ausführungen schuldig (vgl. Verfügung S. 6). Das Gericht 

erkennt in diesem Vorbringen kein Unglaubhaftigkeitselement. Vielmehr 

entsprechen die Vorbringen des Beschwerdeführers den Erkenntnissen 

des Gerichts zur Situation im Jahr 2009.    

5.5.5 Das SEM beurteilt sodann die Angabe des Beschwerdeführers, dass 

er einmal dem Richter in dessen zu Hause vorgeführt worden sei, als zwei-

felhaft (vgl. Verfügung S. 6). Diese Beurteilung greift vor dem Hintergrund 

der ausführlichen Erklärung des Beschwerdeführers zu diesem Aspekt zu 

kurz, zumal seine entsprechenden Ausführungen offensichtlich nicht be-

rücksichtigt werden (vgl. SEM-Akte A22/11 F74).  

5.5.6 Hinsichtlich der vom Beschwerdeführer erwähnten Verletzungen ist 

darauf hinzuweisen, dass er gemäss ärztlichem Bericht vom 25. Mai 2018 

über (…) Narben im Bereich der (…), mehrere Narben im Bereich der (…) 

beidseits, Narben über dem (…) und über Narben (…) verfügt (vgl. SEM-

Akte A29/7 S. 2). Im Bericht wird zudem von Misshandlungen durch die sri-

lankische Armee berichtet und erklärt, der Beschwerdeführer habe von 

Schlägen mit Holz mit inneren Verletzungen und (…) Misshandlungen mit 

diversen Gegenständen (Messer, Flaschen) berichtet (vgl. a.a.O. S. 1).  

Die vom Beschwerdeführer an der Anhörung dargelegten Misshandlungen 

an den von ihm erwähnten Körperstellen werden damit durch das ärztliche 

Zeugnis – entgegen der Auffassung des SEM (vgl. Verfügung S. 8) – zu-

sätzlich gestützt.  

5.5.7 Die Angaben des Beschwerdeführers hinsichtlich der von ihm be-

schriebenen Reise nach F._______, wo er mit der Familie im März 2015 

angekommen und wo seine (…) Tochter geboren sei, insbesondere aber 

der Aufenthalt seiner Mutter, der Ehefrau, des Kindes, und des Bruders dort 

(vgl. SEM-Akte A21/11 F6, F11, F23, F32, F36), werden mittels Zertifikaten 

des UNHCR, gemäss denen erwähnte Personen als Asylsuchende respek-

tive als Flüchtlinge beim UNHCR in F._______ registriert wurden (vgl. 

SEM-Akte A19), untermauert.  

5.6 Gesamthaft ist festzustellen, dass die vom Beschwerdeführer darge-

legten Fluchtgründe als glaubhaft gemacht im Sinne von Art. 7 AsylG zu 

erachten sind.  

 

E-4261/2018 

Seite 17 

6.  

6.1 Es bleibt somit zu prüfen, ob die als glaubhaft befundenen Vorbringen 

flüchtlingsrechtlich relevant im Sinne des Asylgesetzes sind. 

6.2 Die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG erfüllt eine asylsu-

chende Person nach Lehre und Rechtsprechung dann, wenn sie Nachteile 

von bestimmter Intensität erlitten hat beziehungsweise mit beachtlicher 

Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft begründeterweise befürch-

ten muss, welche ihr gezielt und aufgrund bestimmter Verfolgungsmotive 

durch Organe des Heimatstaates oder durch nichtstaatliche Akteure zu-

gefügt worden sind beziehungsweise zugefügt zu werden drohen (vgl. 

BVGE 2008/4 E. 5.2 S. 37), ohne dass die betroffene Person in ihrem Hei-

mat- oder Herkunftsstaat ausreichenden Schutz finden kann (vgl. BVGE 

2008/12 E.7.2.6.2, BVGE 2008/4 E. 5.2).  

6.3 Massgeblich für die Beurteilung der Flüchtlingseigenschaft ist die Situ-

ation im Zeitpunkt des Entscheides. Die Verfolgung muss grundsätzlich 

auch im Zeitpunkt des Asylentscheides noch aktuell sein, wobei erlittene 

Verfolgung oder im Zeitpunkt der Ausreise bestehende begründete Furcht 

vor Verfolgung auf eine andauernde Gefährdung hinweisen kann. Verän-

derungen der Situation im Heimat- oder Herkunftsstaat zwischen Ausreise 

und Asylentscheid sind zu Gunsten und zu Lasten der asylsuchenden Per-

son zu berücksichtigen (vgl. zum Ganzen BVGE 2011/51 E. 6, 2011/50 

E. 3.1.1 und 3.1.2, 2010/57 E. 2, 2008/34 E. 7.1, 2008/12 E. 5.2 und 

2008/4 E. 5.2, jeweils m.w.H.; WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebersax / Ru-

din  / Hugi Yar / Geiser [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., 2009, Rz. 11.17 

und 11.18). Eine Person, die bereits einmal staatlicher Verfolgung ausge-

setzt war, hat objektive Gründe für eine ausgeprägtere (subjektive) Furcht 

als eine Person, bei der dies nicht der Fall ist (vgl. BVGE 2011/50 E. 3.1.1 

und 2010/57 E. 2) 

6.4 Der Beschwerdeführer hat glaubhaft dargelegt, dass Angehörige seiner 

Familie (Schwester, Bruder und Vater) bei den LTTE tätig waren, er selbst 

von den LTTE zwangsrekrutiert wurde und bei deren (…)einheit tätig war. 

Ebenfalls glaubhaft gemacht hat er, dass er nach Kriegsende deswegen in 

Haft genommen und verhört und dabei unter anderem auch zu seinem Bru-

der (einem ehemaligen LTTE-Mitglied) befragt sowie in der Haft schwer 

misshandelt wurde. Überwiegend wahrscheinlich erscheint ebenfalls, dass 

er nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis jeweils in einem Camp hat 

Unterschrift leisten müssen und dabei durch einen Angehörigen der LTTE 

E-4261/2018 

Seite 18 

als Zugehöriger der (…)einheit erkannt wurde. Auch dass der Beschwer-

deführer, nachdem er sich im Camp nicht mehr gemeldet hatte, zu Hause 

gesucht und seine Frau zu seinem Verbleib befragt und dabei von den Be-

hörden behelligt wurde, scheint wahrscheinlich. Die ihm vor der Ausreise 

zugefügten Verfolgungsmassnahmen erfüllen hinsichtlich des Motivs, der 

Intensität sowie der betroffenen Rechtsgüter die Anforderungen, um als 

ernsthafte Nachteile im Sinne von Art. 3 AsylG qualifiziert zu werden. Dem-

nach ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer im Zeitpunkt sei-

ner Ausreise einer flüchtlingsrechtlich relevanten Verfolgung ausgesetzt 

war. 

6.5  

6.5.1 Das Bundesverwaltungsgericht hat im Referenzurteil E-1866/2015 

vom 15. Juli 2016 eine Analyse der Situation von Rückkehrenden nach Sri 

Lanka vorgenommen und festgestellt, dass aus Europa respektive der 

Schweiz zurückkehrende tamilische Asylsuchende nicht generell einer 

ernstzunehmenden Gefahr von Verhaftung und Folter ausgesetzt seien 

(vgl. dort E. 8.3). Das Gericht orientiert sich bei der Beurteilung des Risikos 

von Rückkehrenden, Opfer ernsthafter Nachteile in Form von Verhaftung 

und Folter zu werden, an verschiedenen Risikofaktoren. Dabei handelt es 

sich um das Vorhandensein einer tatsächlichen oder vermeintlichen, aktu-

ellen oder vergangenen Verbindung zu den LTTE, um die Teilnahme an 

exilpolitischen regimekritischen Handlungen, und um das Vorliegen frühe-

rer Verhaftungen durch die sri-lankischen Behörden, üblicherweise im Zu-

sammenhang mit einer tatsächlichen oder vermuteten Verbindung zu den 

LTTE (sogenannte stark risikobegründende Faktoren, vgl. a.a.O., E. 8.4.1– 

8.4.3). Einem gesteigerten Risiko, genau befragt und überprüft zu werden, 

unterliegen ausserdem Personen, die ohne die erforderlichen Identitätspa-

piere nach Sri Lanka einreisen wollen, die zwangsweise zurückgeführt wer-

den, oder die über die Internationale Organisation für Migration (IOM) nach 

Sri Lanka zurückkehren, sowie Personen mit gut sichtbaren Narben (soge-

nannte schwach risikobegründende Faktoren, vgl. ebd. E. 8.4.4 und 8.4.5). 

Das Gericht wägt im Einzelfall ab, ob die konkret glaubhaft gemachten Ri-

sikofaktoren eine asylrechtlich relevante Gefährdung der betreffenden Per-

son ergeben. Dabei zieht es in Betracht, dass insbesondere jene Rückkeh-

renden eine begründete Furcht vor ernsthaften Nachteilen im Sinne von 

Art. 3 AsylG haben, denen seitens der sri-lankischen Behörden zugeschrie-

ben wird, dass sie bestrebt seien, den tamilischen Separatismus wieder-

aufleben zu lassen (vgl. ebd., E. 8.5.1). 

E-4261/2018 

Seite 19 

6.5.2 Der Beschwerdeführer hatte aufgrund des glaubhaft gemachten 

Sachverhalts im Zeitpunkt der Ausreise begründete Furcht vor Verfolgung. 

Zu berücksichtigen ist sodann, dass die Anforderungen an die Erfüllung 

einer im heutigen Zeitpunkt objektiv begründeten Furcht vor künftiger Ver-

folgung aufgrund der bereits erlittenen Verfolgung herabgesetzt sind. Beim 

Beschwerdeführer liegen mehrere der genannten Risikofaktoren vor. Er 

geriet bereits vor seiner Ausreise in den Fokus der sri-lankischen Behör-

den. Dabei spielte sein familiärer Hintergrund ebenso eine Rolle wie sein 

eigenes Engagement für die LTTE. Damit ist davon auszugehen, der Be-

schwerdeführer stehe bei einer heutigen Rückkehr nach Sri Lanka – nach 

(…)jähriger Landesabwesenheit – unter Verdacht, ernstzunehmende Ver-

bindungen zu den LTTE zu haben. Angesichts dieser Faktoren ist anzu-

nehmen, dass er bei einer Rückkehr nach Sri Lanka erneut die Aufmerk-

samkeit der Behörden auf sich ziehen würde und eine begründete Furcht 

vor künftiger Verfolgung ist auch heute zu bejahen. 

6.5.3 Von einer verbesserten Lage in Sri Lanka seit der illegalen Ausreise 

des Beschwerdeführers und seiner Familie aus dem Heimatstaat ist im 

heutigen Zeitpunkt nicht auszugehen. Denn seither war die Lage in Sri 

Lanka verschiedenen Veränderungen unterworfen, wobei namentlich poli-

tische Spannungen, die verheerenden Terroranschläge an Ostern 2019, 

die Wahl von Gotabaya Rajapaksa am 16. November 2019 zum (ehemali-

gen) Präsidenten von Sri Lanka sowie die jüngsten Begebenheiten, welche 

zum Rücktritt einzelner Regierungsmitglieder und des Präsidenten Raja-

paksa führten, zu erwähnen sind (vgl. statt vieler: Urteil des BVGer 

E- 6428/2019 vom 6. Oktober 2022 E. 8.3.2 m.w.H.). Das Gericht ging in 

seiner Rechtsprechung aufgrund der seit dem Referenzurteil erfolgten Ver-

änderungen in Sri Lanka – insbesondere im Zusammenhang mit dem 

Machtwechsel nach den Präsidentschaftswahlen im November 2019 – viel-

mehr von einer möglichen Akzentuierung der Gefährdungslage für Perso-

nen, die bestimmte Risikofaktoren erfülle, aus (ebd.). Die Wahl am  20. Juli 

2022 von Ranil Wickremesinghe zum Nachfolger des abgetretenen Gota-

baya Rajapaksa als neuer Staatspräsident ändert vorerst nichts an der bis-

herigen Lageeinschätzung, ist dieser doch Teil der alten politischen Elite. 

6.6 Zusammenfassend ergibt sich, dass die Vorbringen im Sinne von Art. 7 

AsylG glaubhaft sind und der Beschwerdeführer die Voraussetzungen der 

Flüchtlingseigenschaft nach Art. 3 AsylG erfüllt. Von einer innerstaatlichen 

Fluchtalternative ist nicht auszugehen. Aus den Akten ergeben sich keine 

Anhaltspunkte für eine Asylunwürdigkeit im Sinne von Art. 53 AsylG. Dem-

nach hat der Beschwerdeführer Anspruch auf Asyl. 

E-4261/2018 

Seite 20 

7.  

Die Beschwerde ist demzufolge gutzuheissen. Die angefochtene Verfü-

gung des SEM vom 21. Juni 2018 ist aufzuheben, der Beschwerdeführer 

ist als Flüchtling anzuerkennen und das SEM ist anzuweisen, ihm Asyl zu 

gewähren. 

8.  

8.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens werden die Gesuche um Gewäh-

rung der unentgeltlichen Prozessführung und Rechtsverbeiständung ge-

genstandslos. Das Gesuch der früheren Rechtsvertreterin Cora Dubach 

(ehemals tätig bei der R._______) um Einsetzung von MLaw Linda Spähni 

(R._______) als amtliche Rechtsvertreterin wird damit ebenfalls gegen-

standlos.  

8.2 Der Beschwerdeführer hat im vorliegenden Verfahren obsiegt, weshalb 

ihm keine Verfahrenskosten aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Dem 

SEM als Vorinstanz sind ebenfalls keine Verfahrenskosten aufzuerlegen 

(Art. 63 Abs. 2 VwVG).  

8.3 Dem vertretenen Beschwerdeführer ist angesichts des Obsiegens in 

Anwendung von Art. 64 Abs. 1 VwVG und Art. 7 Abs. 1 des Reglements 

vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-

desverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) eine durch das SEM auszu-

richtende Entschädigung (Art. 64 abs. 2 und 3 VwVG) für die ihm notwen-

digerweise erwachsenen Parteikosten zuzusprechen.  

Mit der Replik wurde eine Honorarnote eingereicht. Darin wird ein zeitlicher 

Aufwand von 17 Stunden zu einem Stundenansatz von Fr. 150.– geltend 

gemacht. Der veranschlagte Stundenansatz bewegt sich im nach Art. 10 

Abs. 2 VGKE vorgesehenen Rahmen. Der darin aufgeführte Aufwand er-

scheint zudem angemessen. Die in der Kostennote veranschlagten Ausla-

gen von Fr. 120.00 sowie die aufgeführten Spesen von Fr. 14.– erscheinen 

verhältnismässig. Die durch die Vorinstanz auszurichtende Parteientschä-

digung wird demzufolge insgesamt auf Fr. 2734.– festgesetzt.   

E-4261/2018 

Seite 21 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen. 

2.  

Die Verfügung des SEM vom 21. Juni 2018 wird aufgehoben. Der Be-

schwerdeführer erfüllt die Flüchtlingseigenschaft. Das SEM wird angewie-

sen, dem Beschwerdeführer in der Schweiz Asyl zu gewähren. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

4.  

Das SEM wird angewiesen, dem Beschwerdeführer für das Verfahren vor 

dem Bundesverwaltungsgericht eine Parteientschädigung von insgesamt 

Fr. 2734.– auszurichten. 

5.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Constance Leisinger Claudia Jorns Morgenegg 

 

 

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