# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 257c864a-290b-5bf6-9ad0-99a0e2d95d3a
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-01-05
**Language:** de
**Title:** Validen- und Invalideneinkommen strittig. Invalideneinkommen anhand des tatsächlich erzielten Verdienstes, Valideneinkommen anhand LSE-Tabellenlöhne, da keine verlässlichen Angaben hinsichtlich Pensum und Einkommen vorhanden. Abweisung.
**Docket/Reference:** IV.2015.01100
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2015.01100.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2015.01100
II. Kammer
Sozialversicherungsrichter Mosimann, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Sager
Ersatzrichterin Romero-Käser
Gerichtsschreiberin Schucan
Urteil
vom
5. Januar 2017
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwältin Noëlle
Cerletti
Leimbacher
Cerletti
,
Advokatur
Marktgasse 34, Postfach 456, 8180 Bülach
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
X.___
, geboren 1963
,
meldete sich am 1
2.
Juli 2005
unter Hinweis auf
e
inen am 2
1.
April 2004 erlittenen
Bruch des linken Handgelenkes
bei der Invalidenversicherun
g zum Leistungsbezug an (Urk. 5/3
Ziff.
7.2-3
). Die Sozial
versicherungsanstalt des Ka
ntons Zürich, IV-Stelle, sprach
ihr mit Verfügung vom
9.
November 2006
b
ei einem Invaliditätsgrad von
78
%
respektive 100
%
eine
vom
1.
April
bis 3
1.
Oktober 2005 befristete ganze
R
ente
zu (Urk.
5/20 und
Urk.
5/26
).
Erneut meldete sich die Versicherte am
3
0.
Juli 2011
unter Hinweis
auf
eine undifferenzierte Polyarthritis und eine
Hyperlaxizität
bei der Invalidenversi
cherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
5/37
Ziff.
6.2). Die IV-Stelle klärte in der Folge den medizinischen und de
n
beruflich-erwerblichen Sachverhalt ab
, auf
erlegte der Versicherten am 1
3.
September 2013 eine Schadenminderungspflicht (
Urk.
5/105)
und sprach
ihr
mit Verfügung vom 5.
Dezember 2013 eine
Vier
telsrente
rückwirkend ab
1.
April 2012 zu (Urk.
5/
111 und
Urk.
5/118
)
.
1.2
Nach Eingang eines am
7.
Januar 2015
ausgefüllt
en Revisionsfragebogens (Urk. 5/130
)
klärte die IV-Stelle den medizinischen und de
n
beruflich-erwerbli
chen Sachverhalt ab
und teilte der Versicherte am 2
6.
Mai 2015 mit, dass der Anspruch auf die Invalidenrente unverändert sei (
Urk.
5/139).
Im Rahmen einer internen Quali
tätskontrolle erfolgte die Überp
rüfung des
Ein
kommensvergleichs
(
Urk.
5/140-142) mit der F
olge, dass die IV-Stelle - nach
durch
geführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
5/143
-144,
Urk.
5/150
)
-
di
e bisher
ausgerichtete Rente
mit Verfügung vom 22. September 2015
ein
stellte
(Urk. 5/151
= Urk. 2).
2.
Die Versicherte erhob am 2
3.
Oktober 2015
Beschwerde gegen d
ie Verfügung vom 2
2.
September 2015
(
Urk.
2) und beantragte,
es sei ihr
weiterhin eine
Viertelsrente
auszur
ichten (
Urk.
1 S. 2
).
Die IV-Stelle beantra
gte mit Beschwerdeantwort vom 1
9.
November 2015 (
Urk.
4
) die Abwei
sung der Beschwerde, was
der Beschwerdeführerin am 2
3.
No
vember 2015 zur Kenntnis gebracht
wurde
(
Urk.
6
).
Mit Gerichtsverfügung vom
4.
Februar 2016 wurden ein Auszug aus dem individuellen Konto und ein Lohnausweis für das Jahr 2015 von den
Parteien eingefordert (
Urk.
7), welche
nach deren Eingang (
Urk.
10 und
Urk.
12)
jeweils
der
anderen Partei zur Kenntnis zugestellt
wurden
(
Urk.
13).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die
Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine
Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über
windbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversi
cherung (IVG)
aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Ein
gliederungsmassnahmen durch eine
ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Inva
lideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erz
ielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen
Erwerbsein
kommen
ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenüberge
stellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.3
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 %
besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG).
Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer
wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben
(BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revi
sionsgrund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9
C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 2.
1 mit Hin
weisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete d
ie verfügte Einstellung der
Viertelsrente
in ihrer Verfügung (
Urk.
2) damit, zur Berechnung des
Valideneinkommens
könne
nicht auf die Einkommen gemäss
dem
Auszug
aus dem individuellen Konto (IK-Auszug)
abgestellt werden, da die Beschwerdeführerin schon in den Jahren 2005 bis 2009 aus gesundheitlichen Gründen in reduziertem Pensum gearbeitet habe und heute
zu 100
%
erwerbstätig wäre
. Heute sei sie bei guter Gesundheit als Hilfsarbeiterin zu qualifizieren. Das
Valideneinkommen
sei anhand der Lohnstrukturerhebungen des Bundesamtes für Statistik
(LSE)
zu berechnen,
entsprechend einem
Lohn für Reinigungspersonal und Hilfskräfte
für das Jahr 201
5.
Das Invalideneinkommen sei anhand des effektiv erzielten durchschnittlichen Verdienstes im Jahr 2013 und 2014 zu berechnen,
womit
ein
rentenanspruchsauschliessender
Invaliditätsgrad von 30
%
resultiere
(S. 2 f.).
2.2
Dagegen machte die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde (
Urk.
1) geltend, die Berechnung des
Valideneinkommens
gestützt auf die LSE-Zahlen
sei falsch.
D
ie Tätigkeit im Familienunternehmen habe sie nur deshalb reduziert und schlussendlich aufgegeben, weil ihr Gesundheitszustand sich bereit
s
ab 2005 immer weiter verschlechtert habe.
S
ie sei für die angestammte und jede ange
passte Tätigkeit lediglich noch zu 50
%
arbeitsfähig (S.
8
Ziff.
1).
Der Verkauf
der Firma im Jahr 2012 habe nichts mit der ursprünglichen Erkrankung des Ehemannes zu tun.
Sie sei auch Jahre nach dessen Erkrankung noch im Unter
nehmen tätig gewesen, jedoch eingeschränkt, aufgrund ihrer Beschwerden.
Sie wäre
mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit auch heute als Leiterin der Reini
gungen und im Büro für die Firma tätig, genau wie sie dies vor ihrer
Gesu
n
d
heitsverschlechterung
im Jahr 2011 gewesen
sei
(S. 8
Ziff.
2)
.
Das
Valideneinkommen
sei demnach anhand der letzten drei Jahre vor Eintritt der zur Invalidität führenden Arbeitsunfähi
gkeit im Jahr 2011 zu bestimmen und auf ein Pensum von 100
%
aufzurechnen
(S. 8
Ziff.
3). Das
Invalidenein
kommen
sei aus dem Durchschnitt des aktuellen Einkommens der Jahre 2013 bis und mit der ersten Hälfte
des Jahres
2015
zu ber
echnen,
wodurch sich
ein
Invaliditätsgrad von 45
%
ergebe (S. 8 f.
Ziff.
4-
5).
3.
3.1
Unbestritten blieben der medizinische Sachverhalt und das seit
Zusprache
der
Viertelsrente
mit Verfügung vom
5.
Dezember 2013 (
Urk.
5/111 und
Urk.
5/118) festgelegte noch mögliche Arbeitspensum in angepasster Tätigkeit von 50
%
.
Insbesondere bestätigte die behandelnde Rheumatologin
Dr.
Y.___
, Fachärztin für Rheumatologie, im
Rahmen der im Januar 2015 eingeleiteten Rentenrevision (
Urk.
5/130) eine unveränderte Arbeitsfähigkeit von 50
%
in der derzeit ausgeübten
Tätigkeit im Fahrdienst
. Eine mehr als 50%ige Arbeitsfähigkeit sei nicht denkbar
(vgl.
Urk.
5/134
/5-7
Ziff.
2.1 und
Ziff.
4.2)
. Darauf ist im Folgenden abzustellen.
3.2
Weiter unbestritten blieb die Qualifikation der Beschwerdeführerin als zu 100
%
Erwerbstätige
, welche sich ebenfalls aus den Akten ergibt
(vgl. auch
Urk.
5/99
Ziff.
2.5), weshalb nicht weiter darauf einzugehen ist.
3.3
Strittig und zu prüfen ist im Folgenden die Invaliditätsbemessung namentlich die Höhe des Validen- und des Invalideneinkommens.
Im Gegensatz zur
Ren
tenzusprache
im Jahr
2013
(
Urk.
5/111 und
Urk.
5/118)
bezifferte die
Beschwer
degegnerin
in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2)
sowohl das Validen- wie auch das Invalideneinkommen anders.
Während
dem
sie
im Dezember 2013
noch
kein effektives Invalideneinkommen, sondern ein hypothetisches berück
sichtigt
e
(vgl.
Urk.
5/103 S. 2),
stellte sie anlässlich der hier angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) auf das tatsächlich erzielte Invalideneinkommen
,
berechnet aus dem durchschnittlich erzielten Einkommen der Jahre 2013 und 2014
,
ab.
Dabei stellt - wie bereits
ausgeführt (vgl. vorstehend E. 1.4)
-
die
veränderte erwerbliche Situation ein Revisionsgrund dar.
4.
4.1
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
ein
kommens
entscheidend
, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Einkommens
entwicklung
angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt wor
den wäre.
Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BG
E 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis
).
4.2
Gemäss
dem
Verlaufsprotokoll
der Eingliederungsberatung
vom 2
1.
Februar 2012 wurde
das Anstellungsverhältnis
der Beschwerdeführerin
bei der
Z.___
GmbH
per 2
8.
Februar 2012 aus wir
tschaftlichen Gründen gekündigt
(
Urk.
5/55 S. 1).
Bereits im Rahmen des Erstgespräches vom
7.
November 2011 äusserte sich die Beschwerdeführerin dahingehend,
dass d
i
e Arbeitgeber
in
sie
als zu teuer
empf
and und
die Geschäfte nicht so gut liefen (
Urk.
5/55 S. 3
Ziff.
2-3). Dies
e Aussagen
bestätigte
sie
auch
am
2
1.
November 2011 (
Urk.
5/55 S. 4
Ziff.
4).
Am 2
0.
Dezember 2011 teilte die Beschwerdeführerin telefonisch mit, sie habe mittlerweile und nicht unerwartet die Kündigung ihres Arbeitgebers erhalten. Er habe die Kündigung so begründet
, dass die Arbeitsauslastung und damit die wirtschaftliche Situation ungenügend seien (vgl.
Urk.
5/55 S. 4
Ziff.
4).
Dass die Kündigung aus wirtschaftlichen Gründen erfolgt sei, bestätigte die Beschwerdeführerin erneut
im Rahmen der Abklärung der Qualifikation vom 1
9
.
Juni
2013 (vgl.
Urk.
5/99
Ziff.
2.4) und geht so auch aus dem Arbeitszeugnis vom 2
9.
Februar 2012 (vgl.
Urk.
5/148) hervor.
Bereits dieser Umstand lässt es
nicht überwiegend wahrscheinlich
erscheinen
,
dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall noch ihre Anstellung bei der
Z.___
GmbH
im Rahmen des seit 2005 im Wesentlichen stetig steigenden Ausmasses (vgl.
Urk.
12 S. 1-3)
innehätte, weshalb sich die Bestimmung des
Valideneinkommens
anhand der
LSE-
Tabellenlöhne rechtfertigt.
Das Abstellen auf die
LSE-
Tabellenlöhne erscheint auch aufgrund der nachfol
gend dargelegten Überlegungen
als
gerechtfertigt. So bestand seit dem ersten Kontakt der Beschwerdeführerin mit der Unfallversicherung oder der Invaliden
versicherung nie wirklich Klarheit darüber
,
in welchem Pensum und zu wel
chem Lohn die Besc
hwerdeführerin bei der
Z.___
GmbH, einst die Einzelfirma ihres Ehemannes, denn angestellt war.
I
n der Unfallmeldung betreffend den am 2
1.
April 2004 erlittenen Bruch des Handgelenkes
wurde
angegeben, die Arbeitszeit der
Beschwerdeführerin
betrage einen Tag pro Woche und sie arbeite 4.5 Stunden pro Woche bei einer
betriebs
üblichen
Arbeitszeit von 45 Stunden (vgl.
Urk.
5/6/27
Ziff.
14
). Diesen Umstand erklärte die Beschwerdeführerin damals
bei der kreisärztlichen Untersuchung
damit
, dass sie in Abhängi
gkeit vom Arbeitsanfall arbeite
(vgl.
Urk.
5/6/14).
Am 2
3.
August 2005 teilte Frau
A.
___
für die
Z.___
GmbH der Sozialversicherungsanstalt mit, dass die Beschwerdeführerin keiner Pensionskasse angeschlossen sei, da ihr jährlicher Verdienst nicht ausreichend hoch sei (
Urk.
5/11).
Am
2.
September 2005
führte
Frau
A.___
in einem Schreiben zuhanden der Sozialversicherungsanstalt
einerseits aus, die Firma sei rückwirkend per
1.
Januar 2005 von der Einzelunternehmung
B.___
,
C.___
,
in die
Z.___
GmbH überführt worden
und
andererseits,
dass
entgegen der Aussage im Schreiben vom 2
3.
August 2005 die Beschwerdeführerin nun BVG
pflichtig sei und in eine Pensionskasse aufgenommen werde. Zudem führte Frau
A.___
aus,
die Beschwerdeführerin
habe
tatsächlich in einem Pensum von 50
%
gearbeit
et
(
Urk.
5/13
)
.
In einem ebenfalls
von Frau
A.___
am
2.
September 200
5 verfassten
an die
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (
Suva
)
gerichteten
Schreiben
(
Urk.
5/17/15)
führte
sie
aus,
mit Gründung der GmbH habe auch das Salär der Beschwerdefü
hrerin angepasst werden müssen.
Es sei deshalb rückwirkend per
1.
Januar 2005 auf
Fr.
2‘250.-- pro Monat erhöht worden (ihr Arbeitspensum betrage rund 50
%
) zuzüglich der Auszahlung eines 1
3.
Monatslohnes. In diesem Zusammenhang wurde
die Suva
darum ersucht, die bereits ausgestellten Taggeldabrechnungen an die veränderten Gegeben
heiten anzupassen.
Im
Gegensatz dazu wurde in dem
am
1.
November 2005
vom Ehemann der Beschwerdeführerin
unterzeichneten Arbeitgeberbericht
wieder
eine Arbeitszeit der Beschwerdeführerin von 1.5 Tagen pro Woche seit 1996 angegeben, ent
sprechend einem
Pensum von
nun
30
%
(vgl.
Urk.
5/15
Ziff.
9-10
).
Im
Rahmen der Anmeldung zum Leistungsbezug bei der Invalidenversic
herung vom
Juli 2011
wurde angegeben, die Beschwerdeführerin arbeite seit dem
1.
Januar 2005 in einem
Pensum von 40
%
als Büroangestellte
und erziele damit ein Einkommen von
Fr.
2‘180.--
monatlich
. Weiter habe sie vom
1.
Januar 2005 bis 1
1.
April 2011 in einem Pensum von
20
%
Reinigungsarbei
ten
verrichtet, wodurch sie ein Einkommen von
Fr.
1‘320.-- monatlich erzielt habe
(vgl.
Urk.
5/37
Ziff.
5.4).
I
n dem von
Frau
A.___
unterzeichneten
Arbeitgeberbericht vom 3
0.
August 2011 wurde
angegeben, die Beschwerdeführerin habe bis zum Eintritt des Gesund
heitsschadens am 1
0.
April 2011
Büroarbeiten und
Wohnungs
reinigungen
durchgeführt
,
und seither führe sie nur noch Büroarbeiten aus (vgl.
Urk.
5/42
Ziff.
2.7-8). Vor Eintritt
des Gesundheitsschadens (1
1.
April 2011)
habe
sie
eine Arbeitszeit von
25.5
Stunden pro Woche
verrichtet und hernach eine von 17 Stunden pro Woche (
Urk.
5/42
Ziff.
2.9).
Abgesehen davon, dass sich die Einstellung der Reinigu
ngstätigkeit
aus gesund
heitlichen Gründen
per 1
1.
April 2011
so nicht aus den Lohnabrechnungen ent
nehmen lässt, welche im April 2011 sogar im Vergleich zu den vorangegangen Monaten eine deutliche Steigerung verzeichneten (vgl.
Urk.
5/97), führte die Beschwerdeführerin
darauf angesprochen
anlässlich der Abklärung ihrer Quali
fikation am 1
9.
Juni 2013 gegenüber der Abklärungsperson
aus
, die Angaben im Arbeitgeberbericht würden nicht stimmen, sie habe vor Eintritt des
Gesund
heitsschadens
mit Büro- und Reinigungstätigkeit ein deutlich höheres Pensum, nämlich annähernd eines von 100
%
ausgeübt (vgl.
Urk.
5/99
Ziff.
2.2).
In der Folge
wi
derrief Frau
A.___
anlässlich des Telefonates
mit der
Abklä
rungsperson
vom
2.
Juli 2013 ihre im Arbeitgeberbericht getätigten Angaben insofern, als sie erklärte, die Auskünfte bezüglich der Arbeitszeit
der Beschwerdeführerin
im Arbeitgeberfragebogen hätten sich nur auf die Reini
gungstätigkeit bezogen, denn die Büroarbeit sei von der Arbeitsunfähigkeit ja nie betroffen gewesen. Es habe sich bei allen Versicherungsangelegenheiten immer nur um die Reinigungstätigkeit gehandelt, weshalb die Bürotätigkeit ausser Acht gelassen worden sei.
Mit den 25.5 Stunden vor Eintritt des
Gesund
heitsschadens
sei die Reinigungstätigkeit gemeint gewesen und mit 17
Stunden seit Eintritt des Gesundheitsschadens die Bürotätigkeit. Genaue Angaben könne sie jedoch nicht machen (vgl.
Urk.
5/99 S. 2
Ziff.
2.2). Schriftlich bestätigte Frau
A.___
wiederum am
2.
Juli 2013 mit Einreichen der Lohnabrechnungen für die Zeit von April 2010 bis April 2011
(
Urk.
5/97)
, dass sich der dort aufgeführte Monatslohn auf ein Pensum von einer Bürotätigkeit von etwa 50
%
beziehe
(
Urk.
5/98)
.
Dass die Beschwerdeführerin vor Eintritt des Gesundheitsschadens
,
wie gegen
über der Abklärungsperson am
2.
Juli 2013 ausgeführt
,
im Umfang von 25.5
Stunden pro Woche entsprechend einem Pensum von
rund
60
%
Reinigungstätigkeiten ausgeübt hätte, lässt sich den eingereichten Lohn
abrechnungen von April 2010 bis April 2011
(vgl.
Urk.
5/97) respektive der
eingereichten Lohnabrechnung
für das Jahr 2010
(
Urk.
5/42/
7) so nicht ent
nehmen. V
ielmehr geht daraus eine im Jahr 2010
zusätzlich zum festen
Monatslohn geleistete Reinigungstätigkeit in einem Pensum von
durch
schnittlich
etwa 20
%
hervor.
Aufgrund der
genannten
widersprüchlichen Angaben hinsichtlich des tatsäch
lich geleisteten Pensums, lässt sic
h somit der Einkommensa
nsti
e
g
von 2005
bis ins Jahr 2011
gemäss Auszug aus dem individuellen Konto (
vgl.
Urk.
12)
, wel
cher im Widerspruch steht zur geltend gemachten stetigen Verschlechterung des Gesundheitszustands ab 2005 (vgl. Urk. 1 S. 8),
nicht nachvollziehen
und auch keinem Pensum zuordnen.
Zudem ste
hen sowohl der
Einkommensanstie
g gemäss IK-Auszug als
auch die Ausführungen der Beschwerdeführerin anläss
lich der Qualifikationsabklärung im Jahr 2013, sie habe eigentlich fast zu 100
%
gearbeitet (
vgl
.
Urk.
5/99
Ziff.
2.2
)
,
im Widerspruch zu den beschwerdeweise vorgebrachten Ausführungen, sie habe ihre Tätigkeit im Familienunternehmen nur deshalb reduziert und schlussendlich aufgegeben, weil
sich ihr Gesundheits
zustand
bereit
s
ab 2005 immer weiter verschlechtert habe (vgl. vorstehend E.
2.2)
.
Aufgrund dieser durchwegs uneinheitlichen Angaben zum tatsächlich ausgeüb
ten Pensum
sowie der nicht nachvollziehbaren Lohnsteigerungen
rechtfertigt es sich daher ebenfalls,
das
Valideneinkommen
anhand der
LSE-
Tabellenlöhne zu berechnen
.
4.3
D
ie Beschwerdeführerin
hat
eine Lehre als Modis
tin abgeschlossen
und war
her
nach als Hilfsarbeiterin in der Plastikfabrikation, dann im
Reinigungsmittelver
trieb
, wo sie sich um das Abfüllen und Verpacken der Haushalt-Reinigungs- und Pflegemittel kümmerte, und zuletzt im familieneigenen Umzugs-Unter
nehmen in
der Reinigung und im Büro tätig (vgl. auch
Urk.
5/67). Letztere Tätigkeit wurde mehrfach auch als Allrounderin beschrieben (vgl. 5/6/21,
Urk.
5/84/4
Ziff.
1.5) und eine Bürotätigkeit, welche einer solchen auf dem ersten Arbeitsmarkt entsprechen würde
,
kann darin nicht gesehen werden.
So führte die Beschwerdeführerin
auch im Rahmen von beruflichen
Inte
grationsabklärungen
aus, Empfangstätigkeiten mit leichteren administrativen Aufgaben kämen für sie nicht in Frage, da sie Legasthenikerin sei und die administrativen Tätigkeiten nicht ausüben könne (
Urk.
5/62
Ziff.
4). Auch gab sie an, dass sie den PC für die Termineinträge mehr schlecht als recht mit einem Finger bediene wegen der Legasthenie. Sie könne zwar Lesen und Schreiben, brauche jedoch viel Zeit dafür und vergesse oft relevante Buchstaben (
Urk.
5/55 S. 3
Ziff.
2).
Es
rechtfertigt
sich
daher
vorliegend,
f
ür
die Bemessung des
Valideneinkom
mens
auf den standardisierten Durchschnittslohn für einfache und repetitive Tätigkeiten in sämtlichen Wirtschaftszweigen des privaten Sektors abzustellen.
Das im Jahr
2012
von
Frauen
im Durchschnitt aller einfachen und repetitiven Tätigkeiten erzielte Einkommen betrug Fr. 4‘112.-- (
LSE
2012
, S. 35, Tabelle TA1, Total, Niveau 1). Dies ergibt umgerechnet auf ein Jahr bei einer durch
schnittlichen Wochenarbeitszeit von 41.7 Stunden (www.bfs.admin.ch) und unter der
Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung von 0.7 % im Jahr 2013
, von
0.8 % im Jahr 2014
und von
0.4
%
im Jahr 2015
(www.bfs.admin.ch) ein
Valideneinkommen
von rund
Fr. 52‘425
.-- im
Jahr 2015
(Fr. 4'112.-- x 12 : 40 x 41.7 x 1.007 x 1.008
x 1.004
).
4.4
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-er
werblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebun
gen
(LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 75 E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1).
4.5
Wie au
sgeführt (vgl. vorstehend E. 4.4
) ist zur
Bestimmung des
Invaliden
einkommens
- sofern vorhanden -
vom tatsächlich erzielten
Erwerbseinkommen
auszugehen
. Da aus den Akten hervorgeht, dass die Beschwerdeführerin mit ihrer Tätigkeit bei
D.___
ihr noch mögliches Arbeitspensum ausreichend ausfüllt (vgl. vorstehend E. 3
.1
), ist vorliegend zur Ermittlung des
Invalideneinkommens grundsätzlich auf das
dort von ihr
aktuell erwirt
schaftete Einkommen abzustellen
.
Aus den Lohnabrechnungen aus dem Jahr 2015 geht hervor, dass
der Lohn Schwankungen unterlag
(vgl.
Urk.
5/149). Es erscheint daher als gerechtfertigt, zur Ermittlung d
es Invalideneinkommens auf das d
urchschnittliche Einkommen der Jahre
2013 bis 2015 abzustellen. Dem
eingeholten IK-Auszug (
Urk.
12) lässt sich entnehmen, dass die Beschwerdeführerin im Jahr 2013 ein Einkommen von
Fr.
35‘871.--, im Jahr 2014 eines von
Fr.
37‘730.-- und im Jahr 2015 ein Ein
kommen von
Fr.
37‘760.-- erzielte, was ein durchschnittliches
Invalidenein
kommen
von
rund
Fr.
37‘120.-- ergibt.
4.6
Demnach resultiert bei einem
Valideneinkommen
von
rund
Fr. 52‘425.--
und einem Invalideneinkommen von rund
Fr.
37‘120.-- ein
e Einkommenseinbusse von
Fr.
15‘305.--
was einem Invaliditätsgrad von
rund 29
%
entspricht, bei welchem Ergebnis
die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine Invaliden
rente hat.
Die angefochtene Verfügung vom 2
2.
September 2015 (
Urk.
2) erweist sich damit als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
5.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
7
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie der
unterliegenden Beschwerdeführer
in aufzuerlegen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
700
.-- werden
der Beschwerdeführerin
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwältin Noëlle
Cerletti
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu ent
halten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
MosimannSchucan