# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7c8decd3-398e-51d6-815b-25b4a113ee5b
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-03-08
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 08.03.2010 D-1185/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-1185-2010_2010-03-08.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-1185/2010/dcl
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  8 .  M ä r z  2 0 1 0

Einzelrichter Bendicht Tellenbach, 
mit Zustimmung von Richterin Nina Spälti Giannakitsas;
Gerichtsschreiber Jürg Hünerwadel.

A._______, dessen Lebenspartnerin B._______, und das 
Kind C._______, Kolumbien,
c/o schweizerische Vertretung in Bogotá,
Beschwerdeführende,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; 
Verfügung des BFM vom 14. Januar 2010.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-1185/2010

Sachverhalt:

A.
Mit an die schweizerische Vertretung in Bogotá gerichteten Eingaben 
vom 28. Mai  2008 und vom 2. Juni  2008 ersuchte  der  Beschwerde-
führer  – ein kolumbianischer  Staatsangehöriger aus D._______ (De-
partement E._______) mit aktuellem Wohnsitz in F._______ – für sich, 
seine  Lebenspartnerin  und  den  gemeinsamen  minderjährigen  Sohn 
um Gewährung von Asyl in der Schweiz. Zur Begründung machte er im 
Wesentlichen  geltend,  sie  hätten  ihren  Herkunftsort  D._______  ver-
lassen müssen, nachdem er dort  einerseits selber Opfer von Gewalt 
und von Drohungen  geworden sei  und  andererseits  zwei  Verwandte 
umgebracht worden seien. So sei zunächst am 6. Oktober 2000 sein 
Bruder  G._______ und in  der  Folge am 26. Januar  2004 sein  Neffe 
H._______  von  extralegalen  Gruppierungen  ermordet  worden.  Er 
selber  sei  in  D._______  Opfer  eines  Attentatsversuchs  geworden, 
welchen  er  glücklicherweise  überlebt  habe,  und  zudem  habe  er 
Morddrohungen  erhalten,  worauf  er  sich  mit  seiner  Familie  nach 
F._______  begeben  habe.  Dort  seien  nach  etwa  einem  Monat  ver-
dächtige Personen aufgetaucht und hätten sich nach ihm und seiner 
Familie erkundigt, weshalb sie in ein anderes Stadtviertel hätten um-
ziehen müssen.

Zur  Stützung  seiner  Vorbringen  reichte  der  Beschwerdeführer  zahl-
reiche  Beweismittel  zu  den  Akten,  so  Zeitungsartikel  und  staats-
anwaltliche  Bestätigungsschreiben  betreffend  die  Ermordung  von 
G._______  und  H._______,  ein  Schutzersuchen  des 
Beschwerdeführers  vom  27.  März  2008  an  die  Procuraduría,  ein 
Schreiben  der  Acción  Social  vom  21.  April  2008,  ein  Urteil  des 
Familiengerichts F._______ vom 24. April 2008 mit der Anweisung an 
die  Acción  Social  zur  Unterstützung  der  Beschwerdeführenden  (mit 
Nahrungsmitteln,  Unterkunft  und  Hygienekits),  eine  Mitteilung  des 
Kommandanten  der  3.  Brigade  der  kolumbianischen  Armee  vom 
12. Mai 2008 an [...] betreffend die von der Armee zum Schutz des Be-
schwerdeführers  getroffenen  Massnahmen  und  schliesslich  diverse 
Unterlagen  zu  den  Personalien  der  Beschwerdeführenden 
(Geburtsregisterauszüge,  Kopien  der  Identiätskarten  und  der 
Reisepässe,  einen  Eheregisterauszug,  Strafregisterauszüge  sowie 
eine Schulbestätigung betreffend den Sohn).

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B.
Die  schweizerische  Vertretung  in  Bogotá  forderte  die  Beschwerde-
führenden  mit  Schreiben  vom  23.  Juni  2008  zur  schriftlichen  Be-
antwortung  spezifischer  Fragen  im  Zusammenhang  mit  ihrem  Asyl-
gesuch  und  zur  Einreichung  entsprechender  Beweismittel  auf.  Die 
Beschwerdeführenden reagierten auf  dieses Schreiben nicht,  worauf 
die Botschaft die Akten am 29. Juli 2008 zuständigkeitshalber an das 
BFM  übermittelte;  sie  führte  dabei  aus,  dass  eine  persönliche  Be-
fragung der Beschwerdeführenden aus Kapazitätsgründen nicht mög-
lich sei.

C.
Mit  an  die  schweizerische  Vertretung  in  Bogotá  gerichteter  Eingabe 
vom 14. September  2009  ersuchte  der  Beschwerdeführer  um einen 
Entscheid über sein Asylgesuch.

D.
Mit  Zwischenverfügung  vom  28.  Oktober  2009  –  eröffnet  am 
9. November 2009 – teilte das BFM den Beschwerdeführenden mit, es 
erachte  den  entscheidrelevanten  Sachverhalt  aufgrund  der  schrift-
lichen Begründung des Asylgesuches und der eingereichten ausführ-
lichen  Dokumentation  als  erstellt,  weshalb  eine  Anhörung  auf  der 
Botschaft  nicht  notwendig  erscheine.  Im  Weiteren  erwäge  das 
Bundesamt – unter Berücksichtigung der Akten, der zu beachtenden 
Aspekte und des ihm zukommenden weiten Ermessensspielraumes – 
das Asylgesuch der Beschwerdeführenden abzuweisen und ihnen die 
Einreise in  die Schweiz zu verweigern. Insbesondere erachte es die 
Möglichkeit  einer anderweitigen Schutzsuche als gegeben. Das BFM 
gab den Beschwerdeführenden Gelegenheit, sich innert  30 Tagen ab 
Erhalt  der  Zwischenverfügung  dazu  zu  äussern.  Die  Beschwerde-
führenden machten davon keinen Gebrauch.

E.
Mit Verfügung vom 14. Januar 2010 – eröffnet am 26. Januar 2010 – 
wies  das  BFM  das  Asylgesuch  der  Beschwerdeführenden  ab  und 
verweigerte ihnen die Einreise in die Schweiz. Zur Begründung führte 
das  Bundesamt  zunächst  in  formeller  Hinsicht  aus,  dass  im  vor-
liegenden  Fall  die  Voraussetzungen  für  ein  Absehen  von  einer  An-
hörung  der  Beschwerdeführenden  gegeben  seien  und  sie  die 
Möglichkeit erhalten hätten, sich dazu zu äussern. In materieller Hin-
sicht  hielt  das  BFM  im  Wesentlichen  dafür,  eine  landesweite  Ge-

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fährdung der Beschwerdeführenden sei  aus den Akten nicht  ersicht-
lich, da sich die konkreten Ereignisse – ein missglückter Attentatsver-
such auf den Beschwerdeführer und Drohungen gegen die Familie – in 
D._______  zugetragen  hätten;  aus  der  blossen  Tatsache,  dass  sich 
unbekannte Personen nach ihrem Wegzug nach F._______ dort nach 
ihnen erkundigt  hätten,  könne eine akute Gefährdungssituation nicht 
abgeleitet werden. Da es sich bei den Beschwerdeführenden nicht um 
landesweit  bekannte  Personen  handle,  sei  davon auszugehen,  dass 
ihnen  zumindest  mittelfristig  innerstaatliche  Fluchtalternativen  offen-
stünden.  Ferner  bestünden  gewisse  Zweifel  am  Ausmass  der  Be-
drohung,  da  die  Angaben  der  Beschwerdeführenden  überaus  vage 
und  lückenhaft  seien  und  sie  zudem  trotz  der  angeblich  auch  in 
F._______  erfolgten  Drohungen  lediglich  in  ein  anderes  Quartier 
umgezogen  seien.  Schliesslich  sei  es  den  Beschwerdeführenden 
möglich und zumutbar, gegebenenfalls in einem anderen Land als der 
Schweiz  um  Schutz  nachzusuchen,  beispielsweise  in  einem  der 
Nachbarstaaten  Kolumbiens,  welche  sowohl  das  Abkommen  vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  (FK, 
SR 0.142.30) als auch das entsprechende Zusatzprotokoll vom 31. Juli 
1967  ratifiziert  hätten;  besonders  nahe  Beziehungen  zur  Schweiz 
hätten  die  Beschwerdeführenden  in  ihrem  Asylgesuch  nicht  geltend 
gemacht.

F.
Mit  an  die  schweizerische  Vertretung  in  Bogotá  gerichteter,  am 
15. Februar  2010  dort  eingegangener  Eingabe  erhoben  die  Be-
schwerdeführenden  gegen  die  Verfügung  des  BFM  vom  14.  Januar 
2010  Beschwerde,  welche in  der  Folge zuständigkeitshalber  an  das 
Bundesverwaltungsgericht  weitergeleitet  wurde  (Posteingang  beim 
Bundesverwaltungsgericht am 26. Februar 2010). Auf die Begründung 
wird, soweit entscheidwesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht  Be-
schwerden gegen Verfügungen nach  Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember 1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 
172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist 

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daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sach-
gebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. 
Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung 
der vorliegenden Beschwerde und entscheidet in diesem Bereich end-
gültig  (Art. 105  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni 1998  [AsylG,  SR 
142.31];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem 
BGG,  soweit  das  AsylG  nichts  anderes  bestimmt  (Art. 37  VGG und 
Art. 6 AsylG).

1.3 Die  Beschwerde ist  nicht  in  einer  Amtssprache des Bundes ab-
gefasst.  Auf  die  Ansetzung  einer  Frist  zur  Beschwerdeverbesserung 
kann indessen verzichtet werden, da der in Spanisch verfassten Be-
schwerdeeingabe genügend klare, sinngemässe Rechtsbegehren und 
deren Begründung zu entnehmen sind und ohne weiteres darüber be-
funden werden kann.

1.4 Die  Beschwerde  ist  frist-  und  –  mit  Ausnahme  des  genannten 
sprachlichen  Mangels  –  formgerecht  eingereicht  (Art. 108  Abs. 1 
AsylG,  Art. 6  AsylG i.V.m. Art. 52 VwVG). Die Beschwerdeführenden 
sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und haben 
ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung; sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert 
(Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist 
einzutreten.

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.
Über  offensichtlich  unbegründete  Beschwerden  wird  in  einzelrichter-
licher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  be-
ziehungsweise  einer  zweiten  Richterin  entschieden  (Art. 111  Bst. e 
AsylG). Wie  nachstehend aufgezeigt,  handelt  es  sich  vorliegend  um 
eine  solche,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG).

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Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durch-
führung des Schriftenwechsels verzichtet.

4.
4.1 In  formeller  Hinsicht  ist  zunächst  festzuhalten,  dass  gemäss 
Art. 19  AsylG ein  Asylgesuch  im Ausland bei  einer  schweizerischen 
Vertretung gestellt werden kann, welche es mit einem Bericht an das 
Bundesamt überweist (Art. 20 Abs. 1 AsylG). Die schweizerische Ver-
tretung  führt  mit  der  asylsuchenden  Person  in  der  Regel  eine  Be-
fragung  durch (Art.  10  Abs. 1  der  Asylverordnung 1  vom 11. August 
1999  über  Verfahrensfragen  [AsylV 1,  SR  142.311]).  Ist  dies  nicht 
möglich,  so  wird  die  asylsuchende  Person  von  der  Vertretung  auf-
gefordert, ihre Asylgründe schriftlich festzuhalten (Art. 10 Abs. 2 AsylV 
1).  Das  Bundesverwaltungsgericht  hat  in  Auslegung  dieser  Be-
stimmungen  in  BVGE 2007/30 erkannt,  dass  sich  die  Unmöglichkeit 
einer  Befragung  aus  organisatorischen  oder  kapazitätsmässigen 
Gründen bei der jeweiligen Vertretung, aus faktischen Hindernissen im 
betreffenden Land oder aus bei der asylsuchenden Person liegenden 
persönlichen Gründen ergeben kann (vgl. BVGE a.a.O. E. 5.2 und 5.3). 
Da  die  Anhörung  der  Sachverhaltserstellung  sowie  der  Gewährung 
des rechtlichen Gehörs dient  (vgl. BVGE a.a.O. E. 5.5),  ist  die asyl-
suchende Person bei gegebener Unmöglichkeit einer Anhörung unter 
Hinweis  auf  ihre  Mitwirkungspflicht  in  einem  individualisierten 
Schreiben  mittels  konkreter  Fragen  aufzufordern,  ihre  Asylgründe 
schriftlich festzuhalten; ein standardisiertes Schreiben vermag diesen 
Anforderungen damit in aller Regel nicht zu genügen (BVGE a.a.O. E. 
5.4).  Allerdings  kann  sich  eine  Befragung  beziehungsweise  eine 
schriftliche  Sachverhaltsabklärung  erübrigen,  wenn  der  Sachverhalt 
bereits aufgrund des eingereichten Asylgesuchs als entscheidreif  er-
stellt erscheint; der asylsuchenden Person ist aber diesfalls immerhin 
im Sinne des rechtlichen Gehörs die Gelegenheit  zu geben,  sich zu 
einem  abzusehenden  negativen  Entscheid  zumindest  schriftlich  zu 
äussern (BVGE a.a.O. E. 5.7). Schliesslich ist das Bundesamt in jedem 
Fall gehalten, das Absehen von einer Befragung in der Verfügung über 
das Asylgesuch zu begründen (BVGE a.a.O. E. 5.6 sowie 5.7).

4.2 Im  vorliegenden  Fall  wurden  die  Beschwerdeführenden  von  der 
schweizerischen  Vertretung  in  Bogotá  zu  ihrem  Asylgesuch  vom 
2. Juni  2008  nicht  befragt,  da  die  Botschaft  dazu  gemäss  Über-

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weisungsschreiben  vom  29. Juli  2008  aus  gerichtsnotorischen  und 
mithin nachvollziehbaren Kapazitätsgründen nicht in der Lage war; den 
Beschwerdeführenden  wurde  indessen  mittels  Schreiben  der 
schweizerischen Vertretung vom 23. Juni  2008 und danach auch mit 
Zwischenverfügung  des  BFM vom 28.  September  2009  Gelegenheit 
zur  weiteren  Konkretisierung  ihrer  Asylgründe  sowie  das  rechtliche 
Gehör  im  Hinblick  auf  die  in  Erwägung  gezogene  Abweisung  des 
Asylgesuches  gewährt.  Die  Beschwerdeführenden  haben  von  ihrem 
Recht  auf  Stellungnahme zwar  keinen Gebrauch gemacht,  doch der 
entscheidwesentliche  Sachverhalt  erscheint  –  wie  das  BFM  in  der 
angefochtenen  Verfügung  zu  Recht  ausführt  –  dessen  ungeachtet 
angesichts  der  schriftlichen  Ausführungen  des  Beschwerdeführers 
vom 28. Mai  2008 und vom 2. Juni 2008 sowie der von ihm zu den 
Akten gereichten Beweismittel als genüglich abgeklärt. Schliesslich hat 
das BFM in seiner Verfügung vom 14. Januar 2010 das Absehen von 
einer  persönlichen  Anhörung  einlässlich  begründet.  Bei  dieser 
Sachlage  ist  festzuhalten,  dass  das  BFM  den  verfahrensrechtlichen 
Anforderungen Genüge getan hat.

5.
5.1 Das BFM kann  ein  im Ausland gestelltes  Asylgesuch  ablehnen, 
wenn die asylsuchenden Personen keine Verfolgung glaubhaft machen 
können oder ihnen die Aufnahme in einem Drittstaat zugemutet wer-
den kann (vgl. Art. 3, Art. 7 und Art. 52 Abs. 2 AsylG). Gemäss Art. 20 
Abs. 2 AsylG bewilligt  das BFM Asylsuchenden die Einreise zur Ab-
klärung des Sachverhaltes, wenn ihnen nicht zugemutet werden kann, 
im  Wohnsitz-  oder  Aufenthaltsstaat  zu  bleiben  oder  in  ein  anderes 
Land auszureisen.

5.2 Bei diesem Entscheid sind die Voraussetzungen zur Erteilung ei-
ner Einreisebewilligung grundsätzlich restriktiv zu umschreiben, wobei 
den  Behörden  ein  weiter  Ermessensspielraum zukommt.  Neben  der 
erforderlichen Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG sind namentlich 
die  Beziehungsnähe  zur  Schweiz,  die  Möglichkeit  der  Schutz-
gewährung  durch  einen  anderen  Staat,  die  Beziehungsnähe  zu 
anderen Staaten, die praktische Möglichkeit und objektive Zumutbar-
keit  zur  anderweitigen  Schutzsuche  sowie  die  voraussichtlichen 
Eingliederungs- und Assimilationsmöglichkeiten in Betracht zu ziehen 
(vgl.  die  weiterhin  zutreffende  Praxis  gemäss  Entscheidungen  und 
Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK] 
1997  Nr.  15,  insbesondere  S.  131  ff.,  welche  angesichts  bloss 

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redaktioneller  Änderungen  bei  der  letzten  Totalrevision  des  Asyl-
gesetzes  nach  wie  vor  Gültigkeit  hat).  Ausschlaggebend  für  die  Er-
teilung  der  Einreisebewilligung  ist  dabei  die  Schutzbedürftigkeit  der 
betroffenen Personen (vgl. EMARK 1997 Nr. 15 E. 2c S. 130), mithin 
die Prüfung der Fragen, ob eine Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG 
glaubhaft gemacht wird und ob der Verbleib am Aufenthaltsort für die 
Dauer der Sachverhaltsabklärung zugemutet werden kann.

6.
6.1 Nach  Prüfung  der  Akten  gelangt  das  Bundesverwaltungsgericht 
zunächst zum Schluss, dass die Vorinstanz zutreffend festgestellt hat, 
die  Beschwerdeführenden  hätten  in  ihrem  Gesuch  keine  besonders 
nahen Beziehungen zur Schweiz geltend gemacht; die Tatsache, dass 
offenbar  eine  Cousine  der  Beschwerdeführerin  in  I._______  lebt, 
ändert  daran  nichts,  da  die  Beschwerdeführenden  in  keiner  Weise 
einen aktuellen Kontakt  zu dieser Person manifestieren. Im Weiteren 
hat  das  Bundesamt  zu  Recht  erwogen,  dass  es  den 
Beschwerdeführenden  zuzumuten  sei,  in  einem  anderen  Land  um 
Asylgewährung  nachzusuchen  (vgl.  Art.  52  Abs.  2  AsylG).  So  sind 
beispielsweise  die  Nachbarstaaten  Brasilien,  Ecuador,  Panama  und 
Peru  Vertragsparteien  sowohl  der  FK  als  auch  des  betreffenden 
Zusatzprotokolls vom 31. Januar 1967; Venezuela wiederum hat zwar 
das Abkommen selbst nicht ratifiziert, wohl aber das Protokoll. Diese 
Länder  verfügen  mit  Ausnahme  Venezuelas  über  ein  eigenes, 
gesetzlich  geregeltes  Verfahren  zur  Anerkennung  von  Flüchtlingen. 
Zudem  halten  sie  sich  gemäss  den  Erkenntnissen  des  Bundes-
verwaltungsgerichts grundsätzlich an das Gebot des Non-Refoulement 
von  Art.  33  FK,  auch  wenn  als  Einschränkung  festgestellt  werden 
muss,  dass  es in  den Grenzgebieten –  insbesondere  denjenigen zu 
Panama und  Venezuela  –  in  den  letzten  Jahren  zu  unkontrollierten 
Rückschiebungen  durch  die  Grenzbehörden  gekommen  ist.  Für  die 
praktische Möglichkeit und die Zumutbarkeit der anderweitigen Schutz-
suche spricht  im Weiteren die  Möglichkeit  der  visumsfreien Einreise 
nach Brasilien,  Ecuador  und Peru  sowie  der  Umstand,  dass  jährlich 
mehrere  tausend kolumbianische Staatsangehörige  in  den  Nachbar-
ländern – namentlich in Ecuador – um Asyl nachsuchen und dort  zu 
einem  beträchtlichen  Teil  auch  tatsächlich  als  Flüchtlinge  anerkannt 
werden.  Insgesamt  ergeben  sich  keine  Anhaltspunkte,  die  darauf 
schliessen  liessen,  es  sei  den  Beschwerdeführenden  praktisch 
unmöglich  oder  objektiv  unzumutbar,  sich  in  einen  anderen  Staat, 
insbesondere einen der Nachbarstaaten Kolumbiens, zu begeben (vgl. 

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EMARK 2004 Nr. 20 sowie 1997 Nr. 15, Erw. 2f, S. 132). Dies gilt umso 
mehr,  als  aus  den  Akten  ersichtlich  ist,  dass  es  sich  bei  den 
Beschwerdeführenden nicht um landesweit bekannte Persönlichkeiten 
handelt,  die  aufgrund ihrer  besonders exponierten Stellung auch bei 
einer Flucht ins nahe Ausland allenfalls befürchten müssten, weiterhin 
verfolgt zu werden.

6.2 Bei dieser Sachlage kann letztlich offen bleiben, ob sich die Be-
schwerdeführenden  den  geltend  gemachten  Bedrohungen  allenfalls 
durch eine innerstaatliche Wohnsitzverlegung entziehen könnten.

6.3 Nach dem Gesagten ist zusammenfassend festzuhalten, dass die 
Beschwerdeführenden aufgrund der Akten über keine konkrete Bezie-
hungsnähe zur Schweiz verfügen, hingegen die Möglichkeit der ander-
weitigen  Schutzsuche  haben.  Unter  diesen  Umständen  hat  die  Vor-
instanz  den  Beschwerdeführenden  zu  Recht  die  Erteilung  der  Ein-
reisebewilligung verweigert und das Asylgesuch abgewiesen.

7.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und vollständig feststellt und angemessen ist. Die Beschwerde ist nach 
dem Gesagten abzuweisen.

8.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten von Fr. 600.-- 
an  sich  den  Beschwerdeführenden  aufzuerlegen  (Art.  63  Abs.  1 
VwVG); aus verwaltungsökonomischen Gründen wird indessen in An-
wendung von Art. 6 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die 
Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht 
(VGKE,  SR  173.320.2)  auf  das  Erheben  von  Verfahrenskosten  ver-
zichtet.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Es werden keine Kosten erhoben.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- die  Beschwerdeführenden  durch  Vermittlung  der  schweizerischen 
Vertretung in Bogotá (per EDA-Kurier)

- die schweizerische Vertretung in Bogotá, mit der Bitte um Eröffnung 
des  Urteils  an  die  Beschwerdeführenden  und  um  Zustellung  der 
beiliegenden  Empfangsbestätigung  an  das  Bundesverwaltungs-
gericht (per EDA-Kurier; in Kopie)

- das  BFM,  Abteilung  Asylverfahren,  mit  den  Akten  (per  Kurier;  in 
Kopie)

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Bendicht Tellenbach Jürg Hünerwadel

Versand:

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