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**Case Identifier:** b92d01ee-b4a8-5ea7-84e8-79b57edbf063
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-12-15
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 15.12.2023 200 2022 463
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2022-463_2023-12-15.pdf

## Full Text

200 22 463 IV
MAK/COC/WSI

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 15. Dezember 2023

Verwaltungsrichterin Mauerhofer, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichter Ackermann, Verwaltungsrichter Kölliker
Gerichtsschreiberin Collatz

A.________
vertreten durch B.________ AG
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 17. Juni 2022

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Dez. 2023, IV/22/463, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1980 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich im Dezember 2017 unter Hinweis auf Schmerzen im Bereich 
der Halswirbelsäule (HWS) und der Lendenwirbelsäule (LWS) mit und ohne 
Ausstrahlung bei der Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an 
(Akten der IV; Antwortbeilage [AB] 2). Daraufhin führte die IV-Stelle Bern 
(IVB bzw. Beschwerdegegnerin) medizinische und erwerbliche Erhebungen 
durch und gewährte diverse Frühinterventions- resp. Eingliederungsmass-
nahmen (Computerkurs [AB 28], Arbeitsvermittlung [AB 37], Belastbarkeits-
training vom 3. Februar bis 2. Mai 2020 [AB 54]). Zudem veranlasste sie 
auf Anraten des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD; AB 82) eine bidiszi-
plinäre (psychiatrische und orthopädische) Begutachtung durch die 
Fachärzte der MEDAS C.________ (MEDAS; Expertise vom 19. April 
2021; AB 94.1) und liess einen Abklärungsbericht Haushalt/Erwerb erstel-
len (AB 108). Mit Vorbescheid vom 30. November 2021 (AB 109) stellte die 
IVB der Versicherten – ausgehend von einem Status 65 % Erwerb und 
35 % Haushalt – die Zusprache einer vom 1. Februar bis 31. August 2019 
befristeten ganzen IV-Rente in Aussicht. Damit zeigte sich die Versicherte 
nicht einverstanden (AB 114). Nach Einholung einer Stellungnahme des 
RAD (AB 118 f.) und des Bereichs Abklärungen (AB 121) verfügte die IVB 
am 17. Juni 2022 wie im Vorbescheid angekündigt und sprach eine vom 
1. Februar bis 31. August 2019 befristete ganze IV-Rente zu (AB 131).

B.

Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch die B.________ AG, am 
15. August 2022 Beschwerde mit folgenden Anträgen:

1. Es sei die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 17. Juni 2022 
aufzuheben.

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2. Es sei der Beschwerdeführerin ab 1. Januar 2018 bis am 31. Ja-
nuar 2019 und ab 1. September 2019, mit Unterbruch während 
den Eingliederungsmassnahmen, eine ganze Rente zuzusprechen.

3. Eventualiter sei der Beschwerdeführerin ab 1. September 2019 ei-
ne Rente gestützt auf einen Invaliditätsgrad von mindestens 40 % 
zuzusprechen.

Mit Beschwerdeantwort vom 7. September 2022 schloss die Beschwerde-
gegnerin auf Abweisung der Beschwerde. 

Am 2. Dezember 2022 ging eine Stellungnahme der Beschwerdeführerin 
beim Gericht ein.

Mit prozessleitender Verfügung vom 13. September 2023 orientierte die 
Instruktionsrichterin aufgrund einer summarischen Prüfung der Sach- und 
Rechtslage über eine möglicherweise drohende Schlechterstellung (refor-
matio in peius) und bot der Beschwerdeführerin Gelegenheit zur Stellung-
nahme resp. zum Rückzug der Beschwerde. Mit Eingabe vom 26. Septem-
ber 2023 hielt die Beschwerdeführerin an ihrer Beschwerde fest.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 

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zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 17. Juni 2022 
(AB 131). Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch der Beschwerde-
führerin. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Am 1. Januar 2022 sind die Änderungen vom 19. Juni 2020 des IVG 
(Weiterentwicklung der IV) und weiterer Erlasse (insbesondere des ATSG) 
in Kraft getreten (AS 2021 705). In zeitlicher Hinsicht sind – vorbehältlich 
besonderer übergangsrechtlicher Regelungen – grundsätzlich diejenigen 
Rechtssätze massgeblich, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden 
oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 148 V 
162 E. 3.2.1 S. 166, 144 V 210 E. 4.3.1 S. 213). Zwar datiert die angefoch-
tene Verfügung vom 17. Juni 2022 (AB 131), womit sie nach dem Inkrafttre-
ten der IVG-Änderung vom 19. Juni 2020 erging. Indessen liegen der 
frühestmögliche Zeitpunkt der potentiellen Entstehung des Rentenan-
spruchs sowie sämtliche Revisionsgründe (vgl. E. 3, 4.5 und 6.2 hiernach) 
vor dem 1. Januar 2022, weshalb die Bestimmungen des IVG und diejeni-
gen der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung 
(IVV; SR 831.201) in der bis 31. Dezember 2021 gültigen Fassung (fortan: 
aArt.) massgebend sind (Rz. 9100 - 9102 des Kreisschreibens des Bun-

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desamtes für Sozialversicherungen [BSV] über Invalidität und Rente in der 
Invalidenversicherung [KSIR]; zur Bedeutung von Verwaltungsweisungen 
vgl. BGE 147 V 79 E. 7.3.2 S. 82, 146 V 224 E. 4.4.2 S. 228).

2.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 

2.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss aArt. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad (IV-Grad) von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe 
Rente und bei einem IV-Grad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.4 Für die Bestimmung des IV-Grades wird bei einer erwerbstätigen 
versicherten Person das Erwerbseinkommen, das sie nach Eintritt der Inva-
lidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausge-
glichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Er-
werbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden 
wäre (Art. 16 ATSG). Bei nicht erwerbstätigen Versicherten, die im Aufga-
benbereich tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht 
zugemutet werden kann, wird für die Bemessung der Invalidität in Abwei-
chung von Art. 16 ATSG darauf abgestellt, in welchem Mass sie unfähig 

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sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen (aArt. 28a Abs. 2 IVG; spezifi-
sche Methode [Betätigungsvergleich]; BGE 142 V 290 E. 4 S. 293).

Nach aArt. 28a Abs. 3 IVG wird bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbs-
tätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegat-
tin mitarbeiten, für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. 
Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität 
für diese Tätigkeit gestützt auf einen Betätigungsvergleich ermittelt 
(aArt. 28a Abs. 2 IVG). In diesem Falle sind der Anteil der Erwerbstätigkeit 
oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehe-
gattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der 
IV-Grad in beiden Bereichen zu bemessen (sog. gemischte Methode; BGE 
145 V 370 E. 4.1 S. 373, 144 I 21 E. 2.1 S. 23).

2.5 Um den IV-Grad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und 
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu be-
urteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 
welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind 
ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, 
welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können 
(BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2021 IV Nr. 54 
S. 181 E. 2.3). 

2.6

2.6.1 Bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten 
IV-Rente sind die für die Rentenrevision geltenden Bestimmungen analog 
anzuwenden, weil noch vor Erlass der ersten Rentenverfügung eine an-
spruchsbeeinflussende Änderung eingetreten ist mit der Folge, dass dann 
gleichzeitig die Änderung mitberücksichtigt wird. Wird rückwirkend eine 
abgestufte oder befristete Rente zugesprochen, sind einerseits der Zeit-
punkt des Rentenbeginns und anderseits der in Anwendung der Dreimo-
natsfrist von Art. 88a IVV festzusetzende Zeitpunkt der Anspruchsänderung 
die massgebenden Vergleichszeitpunkte (BGE 133 V 263 E. 6.1 S. 263; 
SVR 2020 IV Nr. 70 S. 244 E. 4.2.2).

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2.6.2 Ändert sich der IV-Grad einer Rentenbezügerin oder eines Renten-
bezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch 
hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben 
(aArt. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche 
Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den IV-Grad 
und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist 
deshalb nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszu-
standes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Aus-
wirkungen (oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufga-
benbereich) des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheb-
lich verändert haben. Dazu gehört die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit 
aufgrund einer Angewöhnung oder Anpassung an die Behinderung. Ein 
Revisionsgrund ist ferner unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine 
andere Art der Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine 
Wandlung des Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 144 I 103 E. 2.1 
S. 105, 141 V 9 E. 2.3 S. 10; SVR 2021 IV Nr. 36 S. 110 E. 3.1).

3.

Umstritten ist vorliegend der Status der Beschwerdeführerin resp. der Um-
fang, in welchem sie als Gesunde erwerbstätig wäre. Im Abklärungsbericht 
Haushalt/Erwerb vom 29. November 2021 (AB 108) wurde die Beschwer-
deführerin bis zur Trennung von ihrem Ehemann im April 2021 als Erwerbs-
tätige zu 65 % und als Hausfrau zu 35 % resp. ab der Trennung von ihrem 
Ehemann im April 2021 als Erwerbstätige zu 85 % und als Hausfrau zu 
15 % eingestuft (S. 3 f. Ziff. 3.4 und 4). 

Mit dieser Beurteilung zeigt sich die Beschwerdeführerin insofern nicht ein-
verstanden, als sie geltend macht, als Gesunde wäre sie bereits seit dem 
Jahr 2016 zu 85 % "ausser Haus" tätig (Beschwerde S. 7 Ziff. 26). Dieser 
Auffassung kann jedoch nicht gefolgt werden. Entgegen der Darstellung 
der Beschwerdeführerin ist es nicht überwiegend wahrscheinlich, dass sie 
im Gesundheitsfall bereits vor ihrer Trennung im April 2021 ein Arbeitspen-
sum von 85 % ausgeübt hätte. Dies insbesondere unter Berücksichtigung 
des Umstandes, dass sie seit Juli 2012 ein Pensum von 65 % als ... inne 

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hatte. Dass sie sich um eine Erhöhung ihrer Teilzeitstelle oder um eine 
zusätzliche Teilzeitstelle bemüht hätte, geht aus den Akten nicht hervor. 
Entsprechendes machte sie gegenüber der Abklärungsfachperson auch 
nicht geltend. Diese sogenannte spontane "Aussage der ersten Stunde" ist 
in der Regel unbefangener und zuverlässiger als spätere Darstellungen, die 
bewusst oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungs-
rechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein können (BGE 143 V 168 E. 
5.2.2 S. 174, 121 V 45 E. 2a S. 47), weshalb sie höher zu gewichten ist als 
die Vorbringen in der Beschwerde. Daran ändert – entgegen der Auffas-
sung der Beschwerdeführerin – nichts, dass sie im Jahr 2016 neben ihrer 
bisherigen Tätigkeit einen Arbeitsversuch zu einem Pensum von 20 % un-
ternommen hat (AB 108 S. 4 Ziff. 3.2 f.). Denn aus diesem Arbeitsversuch 
kann nicht ohne weiteres geschlossen werden, dass die Beschwerdeführe-
rin beabsichtigte, ihr Arbeitspensum zu steigern. Da es sich explizit um 
einen Arbeitsversuch handelte, ist zudem auch nicht überwiegend wahr-
scheinlich erstellt, dass diese Stelle zusätzlich ordentlich besetzt worden 
wäre. 

Weiter ist nicht zu beanstanden, dass die Abklärungsfachperson davon 
ausgegangen ist, dass die Beschwerdeführerin ihr Arbeitspensum mit der 
Trennung von ihrem Ehemann im April 2021 aus finanziellen Gründen auf 
85 % (ausgehend von der Aussage der Beschwerdeführerin, sie würde 
sieben Stunden am Tag arbeiten) gesteigert hätte (S. 5 Ziff. 3.4). Gegentei-
liges wird denn auch nicht geltend gemacht. Diese Statusänderung stellt 
einen Revisionsgrund dar (vgl. E. 2.6.2 hiervor).

Nach dem Dargelegten ist bis März 2021 von einem Status 65 % Erwerbs-
tätigkeit und 35 % Haushalt resp. ab April 2021 von einem Status 85 % 
Erwerbstätigkeit und 15 % Haushalt auszugehen. Damit findet für die Inva-
liditätsbemessung die gemischte Methode Anwendung (vgl. E. 2.4 hiervor).

4.

4.1 Zum Gesundheitszustand und zur Arbeitsfähigkeit der Beschwerde-
führerin finden sich in den Akten insbesondere folgende Angaben: 

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4.1.1 Dr. med. D.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates, diagnostizierte im zuhanden der 
Krankentaggeldversicherung der Beschwerdeführerin erstellten Gutachten 
vom 14. März 2018 (AB 29) mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein 
failed back surgery syndrome im Bereich der HWS bei Zustand nach ALIF 
C5/6 im Jahr 2013. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit führte er ei-
nen Status nach Hemithyreoidektomie auf (S. 4). Die gesamte Wirbelsäule 
sei durch muskulären Hartspann deutlich steif mit Myogelosen der Nacken-
/Schulterpartie beidseits. MR-tomografisch lägen Diskushernien der HWS 
vor, welche auf die entsprechenden Nervenwurzeln drückten und die in die 
Arme ausstrahlenden Schmerzen inkl. der Hypersensibilität erklärten (S. 4 
Ziff. 4). Eine Arbeitswiederaufnahme im angestammten Beruf und Arbeits-
pensum sei nicht realistisch bei schlechter Prognose (S. 5 Ziff. 7). In Folge 
der Diskushernien zervikal seien Arbeiten oberhalb der Horizontalen mit 
den Armen sowie Arbeiten, welche Schieben, Stossen, Tragen, Heben von 
Gewichten beinhalten würden, nicht möglich. Im Rahmen der aktuellen 
Medikation mit muskelrelaxierenden Medikamenten sei die Konzentrations- 
und Leistungsfähigkeit stark reduziert, das Führen von Maschinen und akti-
ve Verkehrsteilnahme sei nicht möglich. Betreffend die schmerzhafte Ein-
schränkung der Wirbelsäulenbeweglichkeit seien Positionsänderungen, 
Aufstehen, Absitzen, nach vorne beugen oder Aufrichten ebenfalls stark 
eingeschränkt (Ziff. 8). Höchstwahrscheinlich sei eine Wiedereingliederung 
in den Arbeitsprozess nicht mehr möglich. Diesbezüglich wäre eine IV-
Abklärung zu erwägen (Ziff. 10). 

4.1.2 Im Bericht der Klinik E.________ vom 17. Mai 2019 (AB 47) wurde 
namentlich ein Status nach Revision mit Osteosynthesematerialentfernung 
und Revisionsspondylodese C5/6 und C6/7 mit Sky-Line Platte am 27. Fe-
bruar 2019 diagnostiziert (S. 1). Insgesamt zeige sich drei Monate postope-
rativ ein regelrechter Verlauf, wenngleich noch keine Beschwerdefreiheit 
erreicht sei. Die Beschwerdeführerin leide aktuell insbesondere noch an 
Nackenbeschwerden, welche nun physiotherapeutisch angegangen wür-
den. Die Beschwerdeführerin habe in der Vergangenheit physisch sehr 
belastende Tätigkeiten durchgeführt (..., ...). Für eine derart belastende 
Tätigkeit sei sie in Zukunft nicht mehr einsetzbar. Die IV-Stelle werde des-

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halb gebeten, die Beschwerdeführerin bei einer Umschulungsmassnahme 
in einen weniger belastenden Beruf zu unterstützen (S. 2). 

4.1.3 Im bidisziplinären Gutachten der MEDAS vom 19. April 2021 
(AB 94.1) wurden mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit chronische 
Schmerzen der HWS mit deutlicher multidirektionaler Bewegungsein-
schränkung diagnostiziert. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wur-
den leichte degenerative Veränderungen T7-T12 ohne zu objektivierende 
Funktionsstörung der Brustwirbelsäule (BWS), leichte degenerative Verän-
derungen der LWS L4/5 und L5/S1 ohne zu objektivierende Funktionsein-
schränkung der LWS, ohne neurologische Auffälligkeiten, ohne muskuläre 
Auffälligkeiten, ohne Hinweise für eine radikuläre oder pseudoradikuläre 
Symptomatik sowie eine Anpassungsstörung (ICD-10 F43.0) festgehalten 
(S. 5 f. Ziff. 4.2).

Aus orthopädischer Sicht wurde ausgeführt, ein nachvollziehbares Wurzel-
reizsyndrom sei anlässlich der Untersuchung nicht nachzuweisen, keine 
signifikanten muskulären Auffälligkeiten der paravertebralen Muskulatur, 
neurologisch keine Auffälligkeiten, keine Hinweise für eine radikuläre oder 
pseudoradikuläre Symptomatik. Die Beweglichkeit der HWS habe letztend-
lich nicht aussagekräftig untersucht werden können durch das doch deutli-
che muskuläre Gegenspannen bei der Untersuchung, es sei jedoch davon 
auszugehen, dass es zu einer weitgehenden Einsteifung der Segmente 
C5/6 und C6/7 gekommen sei. Insofern sei sicher eine Bewegungsein-
schränkung der HWS vorliegend, die jedoch üblicherweise auch durch die 
oberen Segmente der HWS und der BWS gut kompensiert werden könne. 
Chronische Schmerzen seien ebenfalls nachvollziehbar, jedoch nicht im 
Umfang und nicht in der Intensität wie von der Beschwerdeführerin ange-
geben (AB 94.3 S. 13 Ziff. 7.3). Die bisherige Tätigkeit als ... sei dauerhaft 
nicht mehr zumutbar (S. 14 Ziff. 7.4). Aufgrund der orthopädisch-
traumatologischen Gesundheitsstörungen seien der Beschwerdeführerin 
nur leichte Tätigkeiten zumutbar, überwiegend im Sitzen mit der Möglich-
keit der eigengewählten Positionswechsel; keine Gerüst- und Leitertätigkei-
ten, keine Überkopftätigkeiten, keine Zwangshaltungen für die oberen Ex-
tremitäten oder der Wirbelsäule. Nach dem Eintritt der Arbeitsunfähigkeit im 
Februar 2017 sei auch eine angepasste Tätigkeit nur zu 50 % zumutbar 

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gewesen. Nach der Revisionsoperation am 27. Februar 2019 habe eine 
Arbeitsunfähigkeit von drei Monaten, d.h. bis zum 30. Mai 2019, bestanden. 
Dann könne die Arbeitsfähigkeit von 100 % in optimal angepasster Tätig-
keit zu Grunde gelegt werden (S. 16 Ziff. 1).

Aus psychiatrischer Sicht wurde ausgeführt, im Querschnitt des erhobenen 
psychopathologischen Befundes hätten keine Symptome identifiziert wer-
den können, die nach dem ICD-10 und dem entsprechenden Algorithmus 
einer psychischen Erkrankung entsprächen. Die Beschwerdeführerin ma-
che sich insgesamt Sorgen um ihre Zukunft, über die Schwierigkeiten, die 
innerhalb der Ehe entstanden seien und sie eventuell auch an eine Schei-
dung denken liessen. Diese belasteten sie psychisch, dies jedoch im Rah-
men des Normalen. Auch die Gedanken, die sich die Beschwerdeführerin 
mache, seien im Sinne der Folgen der langen Arbeitsunfähigkeit und der 
Schwierigkeiten, eine neue Arbeit, angepasst an ihre Schmerzen, zu finden 
(AB 94.4 S. 8 Ziff. 6). Aus psychiatrischer Sicht bestehe eine 100 %-ige 
Arbeitsfähigkeit (S. 9 Ziff. 7.4).

Aus bidisziplinärer Sicht kamen die Gutachter zum Schluss, dass die ange-
stammte Tätigkeit als ... seit Februar 2017 nicht mehr zumutbar sei 
(AB 94.1 S. 7 Ziff. 4.7). In einer angepassten Tätigkeit habe ab Februar 
2017 eine 50 %-ige Arbeitsunfähigkeit resp. nach der Revisionsoperation 
vom 27. Februar 2019 eine 100 %-ige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Seit 
dem 1. Juni 2019, d.h. drei Monate nach der besagten Operation (30. Mai 
2019), bestehe in einer angepassten Tätigkeit eine 100 %-ige Arbeitsfähig-
keit (S. 8 Ziff. 4.8). 

4.1.4 Dr. med. F.________, Facharzt für Anästhesiologie, zeigte sich im 
Bericht vom 1. Juni 2021 (AB 102) mit der Beurteilung der Gutachter der 
MEDAS nicht einverstanden. Im MRI vom Februar 2021 werde eine Pro-
gredienz der Befunde beschrieben. Die Beschwerdeführerin sei auch aus 
Sicht der Kollegen der Klinik E.________ nicht in der Lage, in ihrer ange-
stammten Tätigkeit oder anderen Tätigkeiten mit körperlicher Belastung zu 
arbeiten. Eine erneute Operation komme nicht in Frage, da die bisherigen 
Operationen einerseits keine Verbesserung der Situation gebracht hätten 
und andererseits keine Verbesserung zu erwarten sei, bei einem nicht zu 
vernachlässigenden Risiko einer Verschlechterung. Offensichtlich sei der 

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Kollege der Psychiatrie nicht zu einer gravierenden Pathologie gelangt, so 
dass bei der Beschwerdeführerin insbesondere morphologische Einschrän-
kungen bestünden (S. 1).

4.1.5 Im Rahmen des Vorbescheidverfahrens nahm Dr. med. F.________ 
nochmals Stellung (AB 113). Der Zustand der Beschwerdeführerin habe 
sich im Laufe der Jahre trotz der stattgehabten Eingriffe weiter verschlech-
tert, insbesondere habe sich die Mobilität stark reduziert und der durch-
schnittliche pain score erhöht. Nach der letzten Operation sei der Be-
schwerdeführerin ein IV-Grad von 100 % für drei Monate zugebilligt wor-
den. Obwohl sich ihre Beschwerden in den folgenden Monaten in keiner 
Weise verbessert hätten, sei danach ein IV-Grad von 17.42 % ausgespro-
chen worden. Dies sei unverständlich und nicht nachvollziehbar. Weder die 
Funktionalität noch die Schmerzsymptomatik hätten sich nach der OP posi-
tiv verändert (S. 2). Die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit wer-
de (im Gutachten der MEDAS) mit achteinhalb Stunden Präsenzzeit ange-
geben. Hier müsse angeführt werden, dass der Arbeitsversuch bei 
G.________ und die Beurteilung dort ganz anders ausgefallen sei und eine 
massive Einschränkung der Arbeitsfähigkeit festgestellt worden sei (kein 
längeres Sitzen und Stehen, selbstgewählte Pausen mit Liegemöglichkeit, 
etc.). Dieser Einschätzung schliesse er (Dr. med. F.________) sich aus 
medizinischer Sicht an. Natürlich sei ihm bekannt, dass Wiedereingliede-
rungsmassnahmen eigentlich absolut sinnlos seien, da die Aussagekraft 
und Relevanz gegen den Wert Null tendierten. Fakt sei allerdings, dass bei 
der Beschwerdeführerin während der Zeit bei G.________ verschiedene 
Probleme beobachtet worden seien, die ebenfalls ihre Alltagstauglichkeit in 
Frage stellten. So z.B. die Inkontinenz, welche medizinisch nie gewürdigt 
worden sei und auch als medizinischer Fakt an sich kaum eine Einschrän-
kung darstelle, im Arbeitsalltag aber eine massive Störung des Ablaufs 
verursache. Es stelle sich die Frage, ob eine Vermittelbarkeit im ersten 
Arbeitsmarkt überhaupt gegeben sei (S. 3). 

4.1.6 Am 23. März 2022 nahm der RAD-Arzt Dr. med. H.________, 
Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, Stellung (AB 118). Das Gutachten 
der MEDAS sei umfassend, berücksichtige die geklagten Beschwerden, sei 
in Kenntnis der Vorakten und der Anamnese abgegeben worden, beruhe 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Dez. 2023, IV/22/463, Seite 13

auf allseitigen Untersuchungen und sei in der Beurteilung einleuchtend. Die 
getroffenen Schlussfolgerungen seien begründet. Somit werde am Gutach-
ten festgehalten (S. 11).

Der RAD-Arzt Dr. med. I.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie 
und Traumatologie des Bewegungsapparates, hielt am 23. März 2022 zu-
sätzlich fest, der orthopädische Gutachter habe einen sehr ausführlichen 
klinischen (körperlichen) Befund erhoben. Dabei habe er Selbstlimitierun-
gen der Beschwerdeführerin bei einigen kooperationsabhängigen Untersu-
chungsgängen aufgezeigt und folgerichtig bewertet. Wo ein Ermessens-
spielraum bestanden habe, habe er zu Gunsten der Beschwerdeführerin 
entschieden. Entgegen der Stellungnahme von Dr. med. F.________ finde 
sich im MRI vom Februar 2021 keine versicherungsmedizinisch relevante 
Verschlechterung (AB 119).

4.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352). 

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Dez. 2023, IV/22/463, Seite 14

4.3 Vorliegend hat sich die Beschwerdegegnerin in medizinischer Hin-
sicht massgebend auf das Gutachten der MEDAS vom 19. April 2021 
(AB 94.1) – samt den diesbezüglichen Teilgutachten – gestützt. Dieses 
Gutachten erfüllt die von der höchstrichterlichen Rechtsprechung an den 
Beweiswert einer Expertise gestellten Anforderungen und überzeugt. Ins-
besondere basiert die Beurteilung auf umfassenden Untersuchungen, 
berücksichtigt die geklagten Beschwerden und wurde in Kenntnis und nach 
Auseinandersetzung mit den Vorakten erstattet. Sie leuchtet in der Darle-
gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medi-
zinischen Situation ein. Folglich kommt dem Gutachten voller Beweiswert 
zu (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/bb S. 353 sowie E. 4.2 hiervor). Die Gutach-
ter haben ausführlich begründet, dass die Beschwerdeführerin mit Auswir-
kung auf die Arbeitsfähigkeit an chronischen Schmerzen der HWS mit deut-
licher multidirektionaler Bewegungseinschränkung leidet (S. 5 Ziff. 4.2) und 
dass die bisherige Tätigkeit als ... seit Februar 2017 nicht mehr zumutbar 
ist (S. 7 Ziff. 4.7). Weiter haben sie schlüssig dargelegt, dass in einer an-
gepassten Tätigkeit (körperlich leicht, überwiegend sitzend mit der Mög-
lichkeit der eigengewählten Positionswechsel, ohne Gerüst- und Leiter-
tätigkeiten, ohne Überkopfarbeiten, ohne Zwangshaltungen für die oberen 
Extremitäten und Wirbelsäule) ab Februar 2017 eine 50 %-ige und ab der 
Revisionsoperation am 27. Februar 2019 eine 100 %-ige Arbeitsunfähigkeit 
bestanden hat. Seit 1. Juni 2019 (drei Monate nach der besagten Operati-
on) besteht in einer angepassten Tätigkeit eine 100 %-ige Arbeitsfähigkeit 
(S. 8 f. Ziff. 4.8 f. und Ziff. 1 - 3). Dabei haben die Gutachter die Einschrän-
kung der Arbeitsfähigkeit plausibel mit der bestehenden Bewegungsein-
schränkung der HWS und den chronischen Schmerzen erklärt (S. 7 
Ziff. 4.6). Diese Einschätzung ist nicht nur in sich nachvollziehbar und 
überzeugend, sondern sie steht – zumindest bezüglich der Arbeitsfähigkeit 
in der angestammten Tätigkeit – im Einklang mit der Einschätzung von 
Dr. med. D.________ im Gutachten vom 14. März 2018 (AB 29 S. 5 Ziff. 7) 
und der behandelnden Ärzte der Klinik E.________ im Bericht vom 17. Mai 
2019 (AB 47 S. 2). Darauf ist abzustellen.

Die gegen die Einschätzung der Gutachter beschwerdeweise vorgebrachte 
Kritik verfängt nicht. In formeller Hinsicht wird zumindest implizit eine Ver-
letzung des Untersuchungsprinzips geltend gemacht, da die Beschwerde-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Dez. 2023, IV/22/463, Seite 15

gegnerin es unterlassen habe, das Gutachten der MEDAS vom 19. April 
2021 (AB 94.1) vor Erlass des Rentenentscheides dem RAD zur Stellung-
nahme zu unterbreiten (Beschwerde S. 4 Ziff. 13). Diesbezüglich ist her-
vorzuheben, dass gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung kein unbe-
dingter gesetzlicher Anspruch besteht, dass ein Gutachten dem RAD vor-
gelegt wird (Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 3. Mai 2023, 
9C_389/ 2022, E. 5.3.2 betreffend Parteigutachten). Gründe für eine Aus-
nahme (BGer 9C_389/2022, E. 6.2) sind hier nicht gegeben, zumal im vor-
liegenden Fall nicht von den gutachterlichen Schlüssen abgewichen wurde. 
Ausserdem wurde das Gutachten – auf Einwand der Beschwerdeführerin 
hin – im Vorbescheidverfahren dem RAD vorgelegt (AB 118 f.). Dabei ka-
men die RAD-Ärzte Dres. med. H.________ und I.________ zum Schluss, 
dass am Gutachten der MEDAS festgehalten werden könne. Weiter stan-
den den Gutachtern – entgegen der Auffassung in der Beschwerde (S. 4 f. 
Ziff. 15 f.) – die vollständigen medizinischen Akten zur Verfügung (vgl. 
AB 94.2). Diese wurde von den Gutachtern auch gewürdigt. Welche Berich-
te den Gutachtern nicht zur Verfügung gestanden haben sollten, wurde 
beschwerdeweise im Übrigen nicht dargelegt.

Am Beweiswert des Gutachtens der MEDAS vom 19. April 2021 (AB 94.1) 
ändert ferner nichts, dass Dr. med. D.________ im Gutachten vom 
14. März 2018 (AB 29) zum Schluss kam, dass eine Wiedereingliederung 
in den Arbeitsprozess höchstwahrscheinlich nicht mehr möglich sei (S. 5 
Ziff. 10). Der orthopädische Gutachter hat sich mit dieser Beurteilung aus-
einandergesetzt und dabei aufgezeigt, dass es Dr. med. D.________ unter-
lassen hat, eine Arbeitsfähigkeit in einer optimal angepassten Tätigkeit zu 
definieren resp. zu diskutieren (AB 94.3 S. 13 Ziff. 7.3). Damit kann dessen 
Einschätzung vorliegend auch nicht gefolgt werden. 

Auch die Berichte von Dr. med. F.________ vom 1. Juni 2021 (AB 102) 
und vom 7. Januar 2022 (AB 113) vermögen das Gutachten der MEDAS 
nicht in Zweifel zu ziehen. Soweit Dr. med. F.________ geltend gemacht 
hat, dass sich der Zustand der Beschwerdeführerin in den letzten Jahren 
verschlechtert habe und sich weder die Funktionalität noch die Schmerz-
symptomatik nach der Operation (vom 27. Februar 2019) verbessert hätten 
(AB 113 S. 2), kann ihm nicht gefolgt werden. Der orthopädische Gutachter 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Dez. 2023, IV/22/463, Seite 16

wies zu Recht darauf hin, dass die behandelnden Ärzte der Klinik 
E.________ im Bericht vom 17. Mai 2019 (AB 47) drei Monate postoperativ 
von einem regelrechten Verlauf sprachen (S. 2). Eine Verschlechterung 
stellten die Ärzte nicht fest. Darüber hinaus ist hervorzuheben, dass der 
orthopädische Gutachter anlässlich seiner Untersuchung eine Selbstlimitie-
rung der Beschwerdeführerin feststellte (AB 94.3 S. 13 Ziff. 7.3). Und 
schliesslich hat sich der RAD-Orthopäde Dr. med. I.________ mit der Aus-
sage von Dr. med. F.________, dass im MRI vom Februar 2021 eine Pro-
gredienz der Befunde beschrieben werde (AB 102 S. 1), auseinanderge-
setzt und schlüssig dargelegt, dass sich im besagten MRI keine versiche-
rungsmedizinisch relevante Verschlechterung finde (AB 119). Damit ist es 
auch nicht zu beanstanden, dass die Ergebnisse der offenbar durchgeführ-
ten neurologischen Untersuchung nicht abgewartet wurden (Beschwerde 
S. 5 Ziff. 18). Dass im Rahmen der beruflichen Eingliederung festgestellt 
wurde, dass eine Tätigkeit im ersten Arbeitsmarkt unrealistisch sei (AB 77 
S. 3), ändert vorliegend ebenfalls nichts (Beschwerde S. 3 Ziff. 6 und S. 6 
Ziff. 20). Denn diese Beurteilung basiert auf dem realen (und nicht auf den 
für die Invaliditätsbemessung massgebenden ausgeglichenen) Arbeits-
markt. Die Gutachter hatten im Übrigen durchaus Kenntnis vom Ergebnis 
des Belastbarkeitstrainings (vgl. AB 94.2 S. 11). Und schliesslich wurde die 
bestehende Inkontinenz – entgegen der Auffassung der Beschwerdeführe-
rin (Beschwerde S. 6 Ziff. 21) – durch die Gutachter thematisiert (AB 94.3 
S. 4).

Im Zusammenhang mit dem erhobenen psychischen Gesundheitsschaden 
(Anpassungsstörung; AB 94.1 S. 6 Ziff. 4.2) ist ein gesondertes strukturier-
tes Beweisverfahren (BGE 143 V 418 E. 7 S. 427, 141 V 281 E. 4.1 S. 296) 
durch das Gericht nicht nötig (anders die Auffassung in der Beschwerde 
S. 5 Ziff. 19). Ein solches bleibt entbehrlich, wenn – wie hier – im Rahmen 
beweiswertiger fachärztlicher Berichte eine Arbeitsunfähigkeit in nachvoll-
ziehbar begründeter Weise verneint wird und allfälligen gegenteiligen Ein-
schätzungen mangels fachärztlicher Qualifikation oder aus anderen Grün-
den kein Beweiswert beigemessen werden kann (vgl. BGE 143 V 409 
E. 4.5.3 S. 417). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Dez. 2023, IV/22/463, Seite 17

4.4 Zusammenfassend ist demnach festzuhalten, dass in der ange-
stammten Tätigkeit seit Februar 2017 keine Arbeitsfähigkeit mehr gegeben 
ist. In einer angepassten Tätigkeit bestand ab Februar 2017 eine 50 %-ige 
und ab der Revisionsoperation am 27. Februar 2019 eine 100 %-ige Ar-
beitsunfähigkeit. Seit 1. Juni 2019 besteht in einer angepassten Tätigkeit 
eine 100 %-ige Arbeitsfähigkeit. Diese Veränderungen stellen Revisions-
gründe dar (vgl. E. 2.6.2 hiervor).

Der Sachverhalt ist – entgegen der Auffassung in der Beschwerde (S. 4 
Ziff. 11) – gestützt auf vorliegenden Akten hinreichend erstellt, weshalb auf 
weitere Beweiserhebungen zu verzichten ist (antizipierte Beweiswürdigung; 
BGE 144 V 361 E. 6.5 S. 368, 124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 157 E. 1d 
S. 162; SVR 2019 IV Nr. 50 S. 163 E. 4).

5.

Sodann sind die Einschränkungen im Bereich Haushalt zu prüfen (vgl. 
E. 2.4 hiervor). 

5.1 Für den Beweiswert eines Abklärungsberichts sind verschiedene 
Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer 
qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis der örtlichen und räumli-
chen Verhältnisse sowie der aus den medizinischen Diagnosen sich erge-
benden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Anga-
ben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Mei-
nungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext 
schliesslich muss plausibel begründet und bezüglich der einzelnen Ein-
schränkungen angemessen detailliert sein und in Übereinstimmung mit den 
an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Ab-
klärungsbericht voll beweiskräftig. Das Gericht greift in das Ermessen der 
die Abklärung tätigenden Person nur ein, wenn klar feststellbare Fehlein-
schätzungen vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, dass die 
fachlich kompetente Abklärungsperson näher am konkreten Sachverhalt ist 
als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (BGE 140 V 543 E. 3.2.1 
S. 547, 130 V 61 E. 6.2 S. 63; SVR 2018 IV Nr. 69 S. 224 E. 3.2).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Dez. 2023, IV/22/463, Seite 18

5.2 Der Abklärungsbericht Haushalt/Erwerb vom 29. November 2021 
(AB 108) erfüllt die Anforderungen der Rechtsprechung gemäss E. 5.1 
hiervor und überzeugt. Die Feststellungen der fachkundigen Abklärungs-
person basieren auf in der Praxis von Dr. med. F.________ erhobenen 
Angaben der Beschwerdeführerin, da sich diese einer Abklärung vor Ort 
widersetzte (S. 1). Dass keine Abklärung vor Ort stattfand, ist hier nicht zu 
beanstanden, zumal die Beschwerdeführerin das (damals bewohnte) Haus 
zwei Monate nach den Erhebungen gemäss der Trennungsvereinbarung 
verlassen und sich eine eigene Wohnung suchen musste (S. 2 Ziff. 2.1) 
und die persönlichen Verhältnisse gestützt auf die Akten genügend bekannt 
waren. Ferner wurden die im bidisziplinären Gutachten der MEDAS vom 
19. April 2021 (AB 94.1) festgestellten gesundheitsbedingten Einschrän-
kungen resp. das entsprechende Zumutbarkeitsprofil berücksichtigt 
(AB 108 S. 5 f. Ziff.). Der Abklärungsbericht ist zudem hinsichtlich der Ge-
wichtung der Tätigkeitsbereiche ausreichend detailliert und den Einschrän-
kungen sowie den Angaben der Beschwerdeführerin wurde angemessen 
Rechnung getragen (S 9 ff. Ziff. 7.2). Dass bei zahlreichen Aufgaben im 
Haushalt die Hilfe des im gleichen Haushalt lebenden Ehemannes resp. 
der beiden Kinder (Jahrgang ... und ...; S. 3 Ziff. 2.1) im Rahmen der Scha-
denminderungspflicht berücksichtigt worden ist (AB 53 S. 8 ff. Ziff. 7.2), ist 
grundsätzlich nicht zu beanstanden. Der Beschwerdeführerin ist jedoch 
darin beizupflichten, dass die Mithilfe des Ehemannes infolge der Trennung 
per April 2021 wegfällt. Die dadurch eingetretene marginale Erhöhung der 
Einschränkungen im Haushalt vermag jedoch (bei einem Status 85 % Er-
werb und 15 % Haushalt; vgl. E. 3 hiervor) am Ergebnis nichts zu ändern. 
Ferner beanstandet die Beschwerdeführerin (Beschwerde S. 7 Ziff. 27), 
dass der Betreuungsaufwand für ihre Tochter mit Lernbehinderung nicht 
berücksichtigt worden sei. Diesbezüglich wies die Abklärungsfachperson zu 
Recht darauf hin, dass die Unterstützung eines Kindes mit Lernbehinde-
rung einen vermehrten Zeitaufwand bedeutet und dass die Beschwerdefüh-
rerin bei einem Arbeitspensum von 85 %, dem Haushalt und der Kinderbe-
treuung stark ausgelastet wäre, weshalb sie auch im Gesundheitsfall über-
wiegend wahrscheinlich auf Unterstützung angewiesen wäre, abgesehen 
davon, dass sie im Rahmen der Abklärung gar keinen entsprechenden 
Aufwand erwähnt hat (AB 108/12) resp. nicht klar ist, inwiefern in dieser 
Hinsicht eine behinderungsbedingte Einschränkung der Beschwerdeführe-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Dez. 2023, IV/22/463, Seite 19

rin bestünde. Diese wäre somit auch aus invaliditätsfremden Gründen an-
gezeigt (AB 121 S. 4). Es besteht somit kein Anlass, in das Ermessen der 
Verwaltung einzugreifen. Auf die Ergebnisse der Haushaltsabklärung ist 
deshalb beweisrechtlich abzustellen.

5.3 Damit ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin im Be-
reich Haushalt zu 8.4 % eingeschränkt ist (AB 108 S. 12), was – ausge-
hend von einem Status 65 % Erwerbstätigkeit und 35 % Haushalt – einer 
gewichteten Einschränkung von 2.95 % (8.4 % x 0.35 [Status]) resp. – aus-
gehend von einem Status 85 % Erwerbstätigkeit und 15 % Haushalt ab 
April 2021 – einer gewichteten Einschränkung von 1.26 % (8.4 % x 0.15 
[Status]) entspricht.

Ferner hat die Abklärungsfachperson die Einschränkungen im Haushalt 
während der nach der Revisionsoperation vom 27. Februar 2019 für drei 
Monate bestehenden 100 %-igen Arbeitsunfähigkeit auf pauschal 30 % 
(resp. gewichtet auf 10.5 % [30 % x 0.35 {Status}]) festgelegt (AB 108 S. 13 
Ziff. 8). Dies ist nicht zu beanstanden und wird denn auch nicht bestritten.

6.

6.1 Weiter ist zu prüfen, wie es sich mit der Einschränkung im Erwerbs-
bereich verhält, was nach der allgemeinen Methode des Einkommensver-
gleichs zu bestimmen ist (vgl. E. 2.4 hiervor).

6.1.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft. Die Ermittlung des Valideneinkommens hat 
so konkret wie möglich zu erfolgen (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 
322 E. 4.1 S. 325; SVR 2022 UV Nr. 4 S. 12 E. 3.2). 

6.1.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Dez. 2023, IV/22/463, Seite 20

Person konkret steht (BGE 148 V 174 E. 6.2 S. 181, 143 V 295 E. 2.2 
S. 296). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens 
keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit 
aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne 
gemäss den vom Bundesamt für Statistik (BFS) herausgegebenen Lohn-
strukturerhebungen (LSE) herangezogen werden. Dabei wird in der Regel 
der Totalwert angewendet. Praxisgemäss ist beim anhand der LSE vorge-
nommenen Einkommensvergleich sodann von der Tabellengruppe A (stan-
dardisierte Bruttolöhne) auszugehen, wobei üblicherweise auf die Tabelle 
TA1_tirage_skill_level, privater Sektor, abgestellt wird. Bei der Verwendung 
der standardisierten Bruttolöhne ist gemäss Rechtsprechung jeweils vom 
sogenannten Zentralwert (Median) auszugehen (BGE 148 V 174 E. 6.2 
S. 181, 143 V 295 E. 2.2 S. 297). Es gilt zu berücksichtigen, dass gesund-
heitlich beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätig-
keiten behindert sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und entspre-
chend einsetzbaren Arbeitnehmern lohnmässig benachteiligt sind und des-
halb in der Regel mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müs-
sen. Diesem Umstand ist mit einem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu 
tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Fra-
ge, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt 
von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkreten 
Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Natio-
nalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad). Der Einfluss sämtli-
cher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem Er-
messen gesamthaft zu schätzen, wobei der Abzug auf insgesamt höchs-
tens 25 % zu begrenzen ist (BGE 148 V 174 E. 6.3 S. 182, 135 V 297 
E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2018 IV Nr. 46 S. 148 E. 3.3). 
Zu beachten ist, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen 
Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht zusätz-
lich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu 
einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (BGE 
148 V 174 E. 6.3 S. 182, 146 V 16 E. 4.1 S. 20).

6.2 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Dez. 2023, IV/22/463, Seite 21

ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 
bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3 
S. 300, 129 V 222). Vorliegend besteht in der bisherigen Tätigkeit als ... seit 
Februar 2017 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit (AB 94.1 S. 7 Ziff. 4.7). 
Damit ist der frühest mögliche Rentenbeginn unter Berücksichtigung des 
Wartejahres und der Anmeldung im Dezember 2017 (AB 2) in Anwendung 
von Art. 28 Abs. 1 i.V.m. Art. 29 Abs. 1 IVG auf 1. Juni 2018 festzulegen 
(und nicht wie von der Beschwerdeführerin angenommen auf 1. Januar 
2018; Beschwerde S. 8 Ziff. 28). Auf diesen Zeitpunkt hin ist ein Einkom-
mensvergleich durchzuführen. 

6.3

6.3.1 Es ist unbestritten, dass die Beschwerdeführerin bei guter Gesund-
heit weiterhin als ... arbeiten würde. Da sie selbst angegeben hat, dass sie 
auch im Gesundheitsfall nicht mehr ihre zuletzt ausgeübte Tätigkeit bei der 
J.________ inne hätte (AB 108 S. 4 f. Ziff. 3.4), hat die Beschwerdegegne-
rin das Valideneinkommen zu Recht gestützt auf die Tabellenlöhne ermittelt 
(AB 108 S. 6 Ziff. 5.2). Dies wird denn auch nicht bestritten. Ferner ist es 
angesichts der abgeschlossenen und in der Schweiz anerkannten Berufs-
ausbildung zur ... (AB 108 S. 3 Ziff. 3.1) und der mehrjährigen Berufserfah-
rung als ... (seit 2012; AB 108 S. 4 Ziff. 3.2) nicht zu beanstanden, dass die 
Beschwerdegegnerin das Valideneinkommen gestützt auf die Ziff. 77 - 82 
(sonst. wirtschaftliche Dienstleistungen), Kompetenzniveau 2 der Tabelle 
TA1 ermittelt hat (AB 108 S. 6 Ziff. 5.2). Die Heranziehung des Kompe-
tenzniveaus 2 fällt zudem zu Gunsten der Beschwerdeführerin aus. Ein 
Abstellen auf das "privater Sektor Total" ist – entgegen der Auffassung in 
der Beschwerde (S. 6 Ziff. 23) – vorliegend nicht gerechtfertigt, da hier auf 
den spezifischen Lohn als ... abzustellen ist.

Der massgebliche monatliche Bruttolohn für Frauen beträgt gemäss LSE 
2018 (Ziff. 77 - 82, Kompetenzniveau 2) Fr. 4'770.--. An die betriebsübliche 
Wochenarbeitszeit von 41.9 Stunden (Bundesamt für Statistik [BFS], Be-
triebsübliche Wochenarbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen [BUA], Ziff. 77 
- 82 [Erbringung von sonstigen wirtschaftliche Dienstleistungen], 2018) an-
gepasst resultiert daraus ein jährliches Valideneinkommen von 
Fr. 59'958.90 (Fr. 4'770.-- : 40 x 41.9 x 12).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Dez. 2023, IV/22/463, Seite 22

6.3.2 Die Beschwerdeführerin hat keine Verweistätigkeit im zumutbaren 
Rahmen aufgenommen, weshalb das Invalideneinkommen gestützt auf die 
Tabellenlöhne zu ermitteln ist. Ausgehend von der Tatsache, dass die Be-
schwerdeführerin in einer angepassten Tätigkeit zu 50 % arbeitsfähig ist 
(vgl. E. 4.3 und 4.4 hiervor), ist es vorliegend nicht zu beanstanden, dass 
die Beschwerdegegnerin das Invalideneinkommen gestützt auf das Total 
des Kompetenzniveaus 1, Tabelle TA1, festgelegt hat (AB 108 S. 6 
Ziff. 5.2), zumal der Beschwerdeführerin verschiedene Verweistätigkeiten in 
diversen Tätigkeitsgebieten offen stehen. Gegenteiliges wird denn auch 
nicht geltend gemacht. 

Der massgebliche monatliche Bruttolohn für Frauen beträgt Fr. 4'371.--. An 
die betriebsübliche Wochenarbeitszeit von 41.7 Stunden (BFS, BUA, Total) 
angepasst und unter Berücksichtigung der 50 %-igen Arbeitsfähigkeit resul-
tiert daraus ein Invalideneinkommen von Fr. 27'340.60 (Fr. 4'371.-- : 40 x 
41.7 x 12 x 0.5) im Jahr. Der von der Beschwerdegegnerin zugestandene 
behinderungsbedingte Abzug von 10 % (AB 108 S. 6 Ziff. 5.2) trägt den 
einkommensbeeinflussenden Aspekten – und dabei auch den aufgrund der 
bestehenden Inkontinenz notwendigen Pausen (Beschwerde S. 7 Ziff. 25) – 
genügend Rechnung. Ein anderweitiger persönlicher oder beruflicher Um-
stand, der einen höheren Abzug rechtfertigte (vgl. E. 6.1.2 hiervor), ist nicht 
ersichtlich, zumal die behinderungsbedingten Einschränkungen bereits mit 
der verminderten Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 50 % berücksichtigt 
wurden. Zudem ist kein Abzug wegen Teilzeit zu gewähren, da sich Teil-
zeitbeschäftigung zwischen 50-74 % bei Frauen ohne Kaderfunktion 
gemäss LSE 2018, T18 (bezüglich der Heranziehung der Tabelle T18 vgl. 
Entscheid des BGer vom 15. April 2020, 9C_782/2019, E. 3.2), sogar loh-
nerhöhend auswirkt (Fr. 5'487.-- [bei 100 %] versus Fr. 6'000.-- [bei 50-
74 %]). Damit resultiert ein Invalideneinkommen von Fr. 24'606.55 
(Fr. 27'340.60 x 0.9) im Jahr.

Die Differenz zu dem von der Beschwerdegegnerin per 1. Juni 2018 fest-
gesetzten Invalideneinkommen von Fr. 49'213.-- (AB 108 S. 6 Ziff. 5.2) ist 
im Übrigen damit zu erklären, dass diese die bestehende Arbeitsunfähigkeit 
von 50 % in einer angepassten Tätigkeit nicht berücksichtigt hat. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Dez. 2023, IV/22/463, Seite 23

6.3.3 Bei einem Valideneinkommen von Fr. 59'958.90 und einem Invali-
deneinkommen von Fr. 24'606.55 resultiert eine Einschränkung von 
58.96 % resp. gewichtet von 38.32 % (58.96 % x 0.65 [Status]). 

Nach dem Dargelegten ergibt die Invaliditätsbemessung einen IV-Grad von 
gerundet 41 % (38.32 % [Erwerb] + 2.95 % [Haushalt; vgl. E. 5.3 hiervor] = 
41.27 %; zur Rundung: BGE 130 V 121 E. 3.2 und 3.3 S. 123; SVR 2019 IV 
Nr. 61 S. 198 E. 7.1), womit ab 1. Juni 2018 – entgegen der Auffassung der 
Beschwerdegegnerin (AB 108/13) – ein Anspruch auf eine Viertelsrente 
besteht (vgl. E. 2.3 hiervor).

6.4 Ab 27. Februar 2019 ist aufgrund der eingetretenen Verschlechte-
rung des (somatischen) Gesundheitszustandes (Revisionsoperation vom 
27. Februar 2019; AB 92 und 94.1 S. 8 Ziff. 1,) ein Revisionsgrund gege-
ben (vgl. 2.6.2 hiervor), welcher – entgegen dem Vorgehen der Beschwer-
degegnerin (vgl. AB 108 S. 14 f. Ziff. 9 f.) – nach drei Monaten (1. Mai 
2019) zu berücksichtigen ist (Art. 88a Abs. 2 IVV). Ab diesem Zeitpunkt ist 
eine weitere Invaliditätsbemessung durchzuführen.

Bei einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit in sämtlichen Tätigkeiten (vgl. 
E. 4.3 und 4.4 hiervor) besteht ab 1. Mai 2019 eine erwerbliche Einschrän-
kung von 100 % resp. gewichtet von 65 % (100 % x 0.65 [Status]). 

Damit ergibt die Invaliditätsbemessung einen IV-Grad von gerundet 76 % 
(65 % [Erwerb] + 10.5 % [Haushalt; vgl. E. 5.3 hiervor] = 75.5 %), womit ab 
1. Mai 2019 ein Anspruch auf eine ganze IV-Rente besteht (vgl. E. 2.3 hier-
vor). 

6.5 Ab 1. Juni 2019 besteht (in einer angepassten Tätigkeit) eine 
100 %-ige Arbeitsfähigkeit (vgl. E. 4.3 und 4.4 hiervor). Diese gesundheitli-
che Verbesserung stellt einen nach drei Monaten zu berücksichtigenden 
(Art. 88a Abs. 1 IVV) Revisionsgrund dar (vgl. 2.6.2 hiervor). Damit ist ab 
diesem Zeitpunkt eine weitere Invaliditätsbemessung vorzunehmen.

6.5.1 Das Valideneinkommen ist auf Fr. 60'196.60 festzulegen 
(Fr. 59'958.90 [vgl. E. 6.3.1 hiervor] : 100.9 x 101.3 [BFS, Nominallohnin-
dex Frauen 2016 - 2022, Tabelle T1.2.15, lit. N {sonstige wirtschaftliche 
Tätigkeiten}]).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Dez. 2023, IV/22/463, Seite 24

6.5.2 Das Invalideneinkommen ist auf Fr. 49'697.-- festzusetzen 
(Fr. 4'371.-- : 40 x 41.7 x 12 x 0.9 [vgl. E. 6.3.2 hiervor] : 101.7 x 102.7 
[BFS, Nominallohnindex Frauen 2016 - 2022, Tabelle T1.2.15, Total]).

Der von der Beschwerdegegnerin zugestandene Abzug von 10 % ist wei-
terhin nicht zu beanstanden (vgl. E. 6.3.2 hiervor).

6.5.3 Bei einem Valideneinkommen von Fr. 60'196.60 und einem Invali-
deneinkommen von Fr. 49'697.-- resultiert eine Einschränkung von 17.44 % 
resp. gewichtet von 11.33 % (17.44 % x 0.65 [Status]). 

Nach dem Dargelegten ergibt die Invaliditätsbemessung einen IV-Grad von 
gerundet 14 % (11.33 % [Erwerb] + 2.95 % [Haushalt; vgl. E. 5.3 hiervor] = 
14.28 %). Folglich besteht ab 1. September 2019 kein Anspruch mehr auf 
eine IV-Rente (vgl. E. 2.3 hiervor), weshalb der Rentenanspruch auf Ende 
August 2019 zu befristen ist.

6.6 Mit der Statusänderung per April 2021 (vgl. E. 3 hiervor) liegt ein 
neuer Revisionsgrund vor (vgl. E. 2.6.2 hiervor), womit auf diesen Zeitpunkt 
hin eine weitere Invaliditätsbemessung vorzunehmen ist.

6.6.1 Das Valideneinkommen ist auf Fr. 62'647.30 festzulegen 
(Fr. 4'966.-- [LSE 2020, TA1, Ziff. 77 - 82 {sonstige wirtschaftliche Dienst-
leistungen}, Kompetenzniveau 2; vgl. E. 6.3.1 hiervor] : 40 x 41.8 [BFS, 
BUA, lit. N {sonstige wirtschaftliche Tätigkeiten}] x 12 : 100 x 100.6 [BFS, 
Nominallohnindex Frauen 2020 - 2022, Tabelle T1.2.20, lit. N {sonstige 
wirtschaftliche Tätigkeiten}]).

6.6.2 Das Invalideneinkommen ist auf Fr. 48'432.35 festzusetzen 
(Fr. 4'276.-- [LSE 2020, Total, Kompetenzniveau 1; vgl. E. 6.3.2 hiervor] : 
40 x 41.7 [BFS, BUA, Total] x 12 x 0.9 [Abzug] : 100 x 100.6 [BFS, Nomi-
nallohnindex Frauen 2020 - 2022, Tabelle T1.2.20, Total]).

Der von der Beschwerdegegnerin zugestandene Abzug von 10 % ist wei-
terhin nicht zu beanstanden (vgl. E. 6.3.2 hiervor).

6.6.3 Bei einem Valideneinkommen von Fr. 62'647.30 und einem Invali-
deneinkommen von Fr. 48'432.35 resultiert eine Einschränkung von 
22.69 % resp. gewichtet von 19.28 % (22.69 % x 0.85 [Status]). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Dez. 2023, IV/22/463, Seite 25

Nach dem Dargelegten ergibt die Invaliditätsbemessung per April 2021 
einen IV-Grad von gerundet 21 % (19.28 % [Erwerb] + 1.26 % [Haushalt; 
vgl. E. 5.3 hiervor] = 20.54 %), weshalb weiterhin kein Anspruch auf eine 
IV-Rente besteht (vgl. E. 2.3 hiervor),

7.

Nach dem in den E. 6.3.3, 6.4, 6.5.3 und 6.6.3 hiervor Dargelegten besteht 
ab 1. Juni 2018 ein Anspruch auf eine Viertelsrente und vom 1. Mai bis 
31. August 2019 ein Anspruch auf eine ganze IV-Rente. 

Das Versicherungsgericht kann eine Verfügung oder einen Einspracheent-
scheid zu Ungunsten der Beschwerde führenden Person ändern oder die-
ser mehr zusprechen, als sie verlangt hat, wobei den Parteien vorher Gele-
genheit zur Stellungnahme sowie zum Rückzug der Beschwerde zu geben 
ist (sog. reformatio in peius; Art. 61 lit. d ATSG; BGE 144 V 153 E. 4.1.1 f. 
S. 155; SVR 2007 AHV Nr. 15 S. 42 E. 3.1). Mit prozessleitender Verfü-
gung vom 13. September 2023 wurde der Beschwerdeführerin das rechtli-
che Gehör in Bezug auf die Möglichkeit einer (allfälligen) Schlechterstellung 
gewährt, womit die Voraussetzungen einer reformatio in peius erfüllt sind.

Demnach sind die Beschwerdeanträge abzuweisen und die Verfügung vom 
17. Juni 2022 insofern abzuändern, als die Beschwerdeführerin vom 1. Juni 
2018 bis 30. April 2019 Anspruch auf eine Viertelsrente und vom 1. Mai bis 
31. August 2019 Anspruch auf eine ganze IV-Rente hat.

8.

8.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Dez. 2023, IV/22/463, Seite 26

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, werden entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens der Beschwerdeführerin zur Bezah-
lung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe ent-
nommen. 

8.2 Vorliegend besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung 
(Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die angefochtene Verfügung der IV-Stelle Bern vom 17. Juni 2022 wird 
insofern abgeändert, als der Beschwerdeführerin vom 1. Juni 2018 bis 
30. April 2019 eine Viertelsrente und vom 1. Mai bis 31. August 2019 
eine ganze IV-Rente zugesprochen wird.

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

5. Zu eröffnen (R):
- B.________ AG z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Die Kammerpräsidentin: Die Gerichtsschreiberin:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Dez. 2023, IV/22/463, Seite 27

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.