# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ce82976b-0c3d-5f13-8468-230d30509961
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-10-24
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Strafrecht 24.10.2023 460 2023 18 (460 23 18)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_004_460-2023-18_2023-10-24.pdf

## Full Text

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Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom  

24. Oktober 2023 (460 23 18) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Strafrecht 

 

 

Qualifizierte Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz 

 

 
Besetzung Präsident Dieter Eglin, Richter Daniel Häring (Ref.),  

Richter Daniel Noll; Gerichtsschreiberin Ilona Frikart 

 

Parteien Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft,  

Hauptabteilung Besondere Delikte,  

Rheinstrasse 27, Postfach, 4410 Liestal,  

Anklagebehörde 

  

 

gegen 

 

 

 A.____, 

vertreten durch Advokat Alain Joset,  

Gitterlistrasse 8, Postfach 215, 4410 Liestal, 

Beschuldigter und Berufungskläger 

 

 

Gegenstand Qualifizierte Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz 

Berufung des Beschuldigten gegen das Urteil des Strafgerichts  

Basel-Landschaft vom 22. November 2022 

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A. Mit Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft (nachfolgend: Strafgericht) vom 22. Novem-

ber 2022 wurde A.____ (nachfolgend: Beschuldigter) der mehrfachen qualifizierten Widerhand-

lung gegen das Betäubungsmittelgesetz (BetmG, SR 812.121) schuldig erklärt und zu einer be-

dingt vollziehbaren Freiheitsstrafe von 20 Monaten, unter Anrechnung der vom 26. Mai 2021 bis 

zum 12. Juli 2021 ausgestandenen Untersuchungshaft von 48 Tagen sowie bei einer Probezeit 

von zwei Jahren, verurteilt; dies in Anwendung von Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG, Art. 40 des Schwei-

zerischen Strafgesetzbuches (StGB, SR 311.0), Art. 42 Abs. 1 StGB, Art. 44 Abs. 1 StGB, Art. 49 

Abs. 1 StGB und Art. 51 StGB (vgl. Dispositiv-Ziffer 1). Ferner wurde der Beschuldigte für die 

Dauer von sechs Jahren des Landes verwiesen, wobei auf einen Eintrag der angeordneten Lan-

desverweisung im Schengener Informationssystem (SIS) verzichtet wurde (vgl. Dispositiv-Ziffer 

2). Sodann befanden die Vorderrichter über die diversen während des Verfahrens beschlagnahm-

ten Gegenstände (vgl. Dispositiv-Ziffer 3). Schliesslich wurden dem Beschuldigten die Verfah-

renskosten von insgesamt Fr. 17'792.--, bestehend aus den Kosten des Vorverfahrens von 

Fr. 11'295.--, den Kosten des Zwangsmassnahmengerichts von Fr. 1'500.-- und der Gerichtsge-

bühr von Fr. 5'000.--, auferlegt. Die Kosten des vormaligen amtlichen Verteidigers, Advokat Pablo 

Arnaiz, in der Höhe von Fr. 4'106.20 (inkl. Auslagen und MwSt.) wurden unter Vorbehalt der 

Rückzahlungsverpflichtung des Beschuldigten aus der Gerichtskasse entrichtet (vgl. Dispositiv-

Ziffer 4). 

 

Auf die Begründung dieses Urteils sowie der nachfolgenden Eingaben der Parteien wird, soweit 

erforderlich, im Rahmen der Erwägungen eingegangen. 

 

B. Gegen das Urteil des Strafgerichts vom 22. November 2022 meldete der Beschuldigte, ver-

treten durch Advokat Alain Joset, mit Eingabe vom 9. Dezember 2022 die Berufung an. In seiner 

Berufungserklärung vom 7. Februar 2023 stellte er folgende Rechtsbegehren: Es sei das erstin-

stanzliche Urteil vom 22. November 2022 dahingehend abzuändern, als der Beschuldigte der 

einfachen qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz schuldig zu erklären 

und zu einer bedingt vollziehbaren Freiheitsstrafe von höchstens 12 Monaten zu verurteilen sei. 

Zudem richte sich die Berufung gegen die ausgefällte Landesverweisung von sechs Jahren, wes-

halb im vorliegenden Berufungsverfahren die Ziffern 1 und 2 (Lemma 1) des vorinstanzlichen 

Urteils vom 22. November 2022 aufzuheben bzw. abzuändern seien. Der Beschuldigte hielt wei-

ter fest, das strafgerichtliche Urteil werde vollumfänglich angefochten.  

 

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C. Mit Eingabe vom 24. Februar 2023 erklärte die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, 

Hauptabteilung Besondere Delikte (nachfolgend: Staatsanwaltschaft), weder Antrag auf Nichtein-

treten, noch Anschlussberufung zu erheben.  

 

D. Mit Verfügung vom 27. Februar 2023 wurde dem Beschuldigten die Eingabe der Staatsan-

waltschaft vom 24. Februar 2023 zur Kenntnisnahme übermittelt. Sodann wurde mit selbiger Ver-

fügung festgestellt, dass die Staatsanwaltschaft weder Berufung noch Anschlussberufung erklärt 

hat. 

 

E. Mit Eingabe vom 1. Juni 2023 teilte der Beschuldigte mit, dass der vorinstanzliche Schuld-

spruch sowie die ausgesprochene Sanktion akzeptiert würden und sich die Berufung nunmehr 

einzig auf die strafgerichtlich angeordnete Landesverweisung von sechs Jahren beschränke. Mit 

nämlicher Eingabe verzichtete der Beschuldigte zudem darauf, eine schriftliche Begründung der 

Berufungserklärung einzureichen. 

 

F. Mit Verfügung vom 2. Juni 2023 wurde festgestellt, dass der Beschuldigte den Gegenstand 

seiner Berufung auf die von der Vorinstanz ausgesprochene Landesverweisung für die Dauer 

von sechs Jahren beschränkt hat. Mit erwähnter Verfügung wurde weiter festgehalten, dass der 

Beschuldigte vorläufig auf eine schriftliche Berufungsbegründung verzichtet hat. Ferner wurden 

die Parteien zur kantonsgerichtlichen Hauptverhandlung geladen. 

 

 

Erwägungen 

I. Formelles 

1. Die Berufung ist gemäss Art. 398 Abs. 1 der Schweizerischen Strafprozessordnung 

(StPO, SR 312.0) zulässig gegen Urteile erstinstanzlicher Gerichte, mit denen das Verfahren 

ganz oder teilweise abgeschlossen worden ist. Gemäss Art. 398 Abs. 3 StPO können mit Beru-

fung gerügt werden: Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung und Missbrauch des Er-

messens, Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung (lit. a), die unvollständige oder unrichtige 

Feststellung des Sachverhaltes (lit. b) sowie Unangemessenheit (lit. c), wobei das Berufungsge-

richt das Urteil in allen angefochtenen Punkten umfassend überprüfen kann 

(Art. 398 Abs. 2 StPO). Jede Partei, die ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung 

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oder Änderung des Entscheides hat, kann ein Rechtsmittel ergreifen (Art. 382 Abs. 1 StPO). Ge-

mäss Art. 399 Abs. 1 und Abs. 3 StPO ist zunächst die Berufung dem erstinstanzlichen Gericht 

innert zehn Tagen seit Eröffnung des Urteils schriftlich oder mündlich anzumelden und danach 

dem Berufungsgericht innert 20 Tagen seit der Zustellung des begründeten Urteils eine schriftli-

che Berufungserklärung einzureichen. 

 

2. Angefochten wird das Urteil des Strafgerichts vom 22. November 2022, welches ein 

taugliches Anfechtungsobjekt darstellt. Aus den Akten ergibt sich, dass das entsprechende Ur-

teilsdispositiv dem Beschuldigten am 29. November 2022 zugestellt worden ist (act. S155). Mit 

schriftlicher Berufungsanmeldung vom 9. Dezember 2022 (act. S235) und mit Eingabe vom 

7. Februar 2023 (Berufungserklärung) resp. 1. Juni 2023 hat der Beschuldigte die Rechtsmittel-

frist gewahrt und ist seiner Erklärungspflicht nachgekommen. Als beschuldigte Person hat er ein 

rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung und Änderung des erstinstanzlichen Entschei-

des im Sinne seiner Anträge. Was die Form betrifft, so erfüllen alle Eingaben des Beschuldigten 

die Anforderungen von Art. 385 Abs. 1 StPO. Die Zuständigkeit der Dreierkammer des Kantons-

gerichts, Abteilung Strafrecht, als Berufungsgericht zur Beurteilung der vorliegenden Berufung 

ergibt sich aus Art. 21 Abs. 1 lit. a StPO sowie aus § 15 Abs. 1 lit. a des Einführungsgesetzes zur 

Schweizerischen Strafprozessordnung (EG StPO, SGS 250). Es ist demnach auf die Berufung 

des Beschuldigten einzutreten. 

 

II. Gegenstand des Berufungsverfahrens 

1. Aufgrund der im Rechtsmittelverfahren geltenden Dispositionsmaxime kann die Beru-

fung auf die blosse Anfechtung von Teilen des Urteils beschränkt werden (Art. 399 Abs. 3 lit. a 

und Abs. 4 StPO). Gestützt auf Art. 404 Abs. 1 StPO überprüft das Berufungsgericht das erstin-

stanzliche Urteil nur in den angefochtenen Punkten. Erfolgt eine Teilanfechtung, erwachsen die 

nicht angefochtenen Punkte in Rechtskraft. Die Rechtsmittelinstanz darf Entscheide nicht zum 

Nachteil der beschuldigten oder beurteilten Person abändern, wenn das Rechtsmittel nur zu de-

ren Gunsten ergriffen worden ist (Art. 391 Abs. 2 Satz 1 StPO). Dieses Verschlechterungsverbot 

(sog. "reformatio in peius") gilt stets nur zugunsten der beschuldigten Person (DANIEL 

JOSITSCH/NIKLAUS SCHMID, Praxiskommentar StPO, 4. Aufl. 2023, Art. 391 N 5).  

 

 

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2. Angesichts der seitens des Beschuldigten eingereichten Schriften sowie seiner anläss-

lich der kantonsgerichtlichen Hauptverhandlung getätigten Ausführungen zeigt sich, dass er das 

Urteil des Strafgerichts bloss hinsichtlich der verfügten Landesverweisung für die Dauer von 

sechs Jahren anficht. Im Berufungsverfahren bilden somit der Schuldspruch wegen mehrfacher 

qualifizierter Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, die Strafzumessung, die Nicht-

eintragung der Landesverweisung im SIS sowie die Auferlegung der Verfahrenskosten zu Lasten 

des Beschuldigten nicht Gegenstand der richterlichen Überprüfung. Ebensowenig ist erneut über 

das Schicksal der diversen beschlagnahmten Gegenstände zu befinden. Diese Bestandteile des 

erstinstanzlichen Urteils sind folglich bereits in Rechtskraft erwachsen (Art. 437 Abs. 1 lit. b StPO 

i.V.m. Art. 437 Abs. 2 StPO). Zufolge des Schlechterstellungsverbots, der sogenannten "reforma-

tio in peius", kann der angefochtene Entscheid aufgrund des Umstandes, dass nur der Beschul-

digte ein Rechtsmittel ergriffen hat, nicht zu dessen Nachteil abgeändert werden (Art. 391 Abs. 2 

StPO). Das Kantonsgericht kann das vorinstanzliche Urteil betreffend die Landesverweisung so-

mit entweder bestätigen oder zugunsten des Beschuldigten mildern.  

 

III. Materielles 

1. Ausgangslage und Parteistandpunkte 

1.1 Die Vorinstanz erwog in ihrem Urteil vom 22. November 2022, der Beschuldigte sei am 

tt.mm.jjjj in seinem Heimatstaat Albanien zur Welt gekommen, wo er zusammen mit seinem Bru-

der und seiner Schwester bei seinen Eltern aufgewachsen sei. Nach der Schule sei er in Albanien 

unter anderem als Kellner tätig gewesen, wobei er indes keine regelmässigen Anstellungen ge-

funden habe. Im Jahr 2019 sei der Beschuldigte in die Schweiz eingereist, um hier ein besseres 

Leben zu führen, nachdem er seine Ehefrau in deren Heimatstaat Ungarn geheiratet habe. Hier-

zulande habe er eine Festanstellung als Chauffeur erhalten. Die Eltern des Beschuldigten sowie 

seine Schwester wohnten in Italien und sein Bruder lebe nach wie vor in Albanien. In Albanien 

lebe auch die Familie eines Onkels des Beschuldigten, zu welcher er Kontakt pflege. Infolge der 

Verurteilung wegen mehrfacher qualifizierter Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz 

sei der Beschuldigte grundsätzlich obligatorisch des Landes zu verweisen. Weil er weder in der 

Schweiz geboren noch aufgewachsen sei, bestehe keine besondere Situation im Sinne von 

Art. 66a Abs. 2 StGB. Die prägendsten Jahre seines Lebens habe er folglich in seiner Heimat 

verbracht. Er sei als 23-jähriger Mann in die Schweiz gekommen und lebe erst seit rund dreiein-

halb Jahren hier, wobei er kurze Zeit nach der Einreise in die Schweiz die besagten Betäubungs-

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mitteldelikte begangen habe. Eine tiefergreifende Verwurzelung in der Schweiz sei nicht erkenn-

bar und der Umstand, dass er über eine Festanstellung verfüge, gelte als Normalfall. Ein schwe-

rer Härtefall sei gestützt auf diese Situation jedenfalls nicht gegeben. Zwar führe eine Landesver-

weisung zum Verlust seiner Festanstellung, allerdings könne er als Chauffeur auch andernorts 

wieder eine Arbeit finden. Ein Landesverweis würde keine bedeutenden Auswirkungen auf das 

Familienleben des Beschuldigten zeitigen, zumal seine aus Ungarn stammende Ehefrau nicht 

ständig in der Schweiz lebe, hier über keine Anstellung verfüge und ihre Kinder, deren Vater nicht 

der Beschuldigte sei, in Ungarn lebten. Zudem hielten sich weder die Eltern des Beschuldigten 

noch seine Geschwister in der Schweiz auf. Die Lebenssituation des Beschuldigten sei somit weit 

davon entfernt, einen schweren persönlichen Härtefall darzustellen. Aufgrund der nicht negativen 

Kriminalprognose sei die Dauer des Landesverweises im unteren Bereich anzusetzen, aufgrund 

der Begehung eines Verbrechens mit qualifizierter Strafandrohung jedoch nicht am untersten 

Rand. Eine Landesverweisung für die Dauer von sechs Jahren erscheine daher angemessen 

(vgl. E. III.1 und E. II.3. des strafgerichtlichen Urteils vom 22. November 2022). 

 

1.2 Anlässlich der kantonsgerichtlichen Berufungsverhandlung brachte der Beschuldigte, 

vertreten durch Advokat Alain Joset, vor, er sei ein "Fan" der Schweiz. Er arbeite und lebe sehr 

gerne hier, weshalb er sich an den Strohhalm dieser Berufung klammere. In rechtlicher Hinsicht 

sei klar, dass Art. 19 Abs. 2 BetmG eine Katalogtat darstelle, welche eine obligatorische Landes-

verweisung nach sich ziehe. Es müsste in casu ein Härtefall geltend gemacht werden, damit von 

der Anordnung eines Landesverweises abgesehen werden könne. In Anbetracht der bundesge-

richtlichen Rechtsprechung könne ein solcher Härtefall vorliegend nicht präsentiert werden. Es 

gebe indes ein richterliches Ermessen sowie Argumente, die gegen eine Landesverweisung spre-

chen würden. Der Beschuldigte sei beispielsweise gut in der Schweiz integriert, spreche fliessend 

Italienisch – was immerhin eine Landessprache sei – und lerne Deutsch. Die Familiensituation 

des Beschuldigten sei ferner deshalb speziell, weil mit dem Nachzug der Kinder seiner Ehefrau 

aufgrund seiner Verurteilung und der damit einhergehenden ungewissen Zukunft abgewartet 

werde. Darüber hinaus arbeite er seit vier Jahren hierzulande, habe gute Referenzen und nehme 

am Wirtschaftsleben teil. Die im Sommer 2019 begangenen Betäubungsmittelstraftaten seien ein 

"Ausrutscher" gewesen, und seither habe er sich nichts mehr zu Schulden kommen lassen. Die 

Anordnung einer Landesverweisung erscheine in Anbetracht des Anlassdelikts somit als über-

trieben, weshalb von einer solchen abzusehen sei; eventualiter sei diese auf die Dauer von fünf 

Jahren zu reduzieren (vgl. S. 11 f. Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht). 

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1.3 Im Rahmen ihres Parteivortrags vor Kantonsgericht legte die Staatsanwaltschaft dar, es 

liege in keiner Art und Weise ein Härtefall vor. Der Beschuldigte sei weder in der Schweiz geboren 

noch hier aufgewachsen und befinde sich erst seit vier Jahren im Land. Er sei ein Drittstaatsan-

gehöriger, habe in der Schweiz keine Familie und sei – was angesichts seines kurzen Aufenthalts 

nicht verwunderlich erscheine – nicht integriert. Die Tatzeit betreffend die mehrfache qualifizierte 

Widerhandlung gegen das BetmG liege zwischen dem 21. Juli 2019 und dem 23. August 2019 

und sei somit zeitlich nahe am Einreisedatum des Beschuldigten am 6. Juni 2019. Hinzu komme, 

dass die Rolle der Ehefrau während des Verfahrens unklar geblieben sei. Sie habe sich beispiels-

weise während der gesamten Untersuchungshaftdauer nie gemeldet, was auffällig sei. Es be-

stehe der Verdacht auf eine Scheinehe, welcher sich indes nicht objektiv habe erhärten lassen. 

Die Dauer der Landesverweisung von sechs Jahren erweise sich insgesamt als angemessen. 

Das strafgerichtliche Urteil vom 22. November 2022 sei somit vollumfänglich zu bestätigen (vgl. 

Beilage 3 zum Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht).  

 

2. Obligatorische Landesverweisung 

2.1 Dogmatische Ausführungen 

2.1.1 Begeht ein Ausländer eine qualifizierte Widerhandlung gemäss Art. 19 Abs. 2 BetmG, 

ist gemäss Art. 66a Abs. 1 lit. o StGB eine obligatorische Landesverweisung von einer Dauer von 

fünf bis 15 Jahren anzuordnen. Die obligatorische Landesverweisung wegen einer sogenannten 

Katalogtat im Sinne von Art. 66a Abs. 1 StGB greift grundsätzlich unabhängig von der konkreten 

Tatschwere. Sie muss zudem unabhängig davon ausgesprochen werden, ob es beim Versuch 

geblieben ist und ob die Strafe bedingt, unbedingt oder teilbedingt ausfällt (BGE 146 IV 105 

E. 3.4.1; BGE 144 IV 332 E. 3.1.3; BGE 144 IV 168 E. 1.4.1).  

 

2.1.2 Von der Anordnung der Landesverweisung kann indes bloss ausnahmsweise unter den 

kumulativen Voraussetzungen abgesehen werden, sofern sie (1.) einen schweren persönlichen 

Härtefall bewirken würde und (2.) die öffentlichen Interessen an der Landesverweisung gegen-

über den privaten Interessen des Ausländers am Verbleib in der Schweiz nicht überwiegen. Dabei 

ist der besonderen Situation von Ausländern Rechnung zu tragen, die in der Schweiz geboren 

oder aufgewachsen sind (Art. 66a Abs. 2 StGB; sog. Härtefallklausel). Die Härtefallklausel dient 

der Umsetzung des Verhältnismässigkeitsprinzips (Art. 5 Abs. 2 der Bundesverfassung der 

Schweizerischen Eidgenossenschaft, BV, SR 101) und ist restriktiv anzuwenden (BGE 146 IV 

105 E. 3.4.2). Das Bundesgericht nimmt in seiner Rechtsprechung zur Landesverweisung nicht 

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schematisch ab einer gewissen Aufenthaltsdauer eine Verwurzelung in der Schweiz an (BGer 

6B_300/2020 vom 21. August 2020 E. 3.4.1; BGer 6B_15/2020 vom 5. Mai 2020 E. 1.4.4; BGer 

6B_1417/2019 vom 13. März 2020 E. 2.1.2). Die längere Aufenthaltsdauer ist zusammen mit ei-

ner guten Integration zwar in aller Regel als relevantes Indiz für das Vorliegen von genügend 

starken privaten Interessen und damit für die Bejahung eines (nur restriktiv anzunehmenden) 

Härtefalls zu werten. Dies ist aber in jedem Fall anhand der gängigen Integrationskriterien zu 

beurteilen (BGE 146 IV 105 E. 3.4.4; BGE 144 IV 332 E. 3.3.2). Eine lange Anwesenheit und die 

damit verbundene normale Integration genügen hierzu nicht; erforderlich sind vielmehr besonders 

intensive, über eine normale Integration hinausgehende private Beziehungen beruflicher oder 

gesellschaftlicher Natur (BGer 6B_627/2018 vom 22. März 2019 E. 1.4). Für die Prüfung des 

Härtefalls können die Kriterien zur Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung bei Vorliegen eines 

schwerwiegenden persönlichen Härtefalls gemäss Art. 31 VZAE herangezogen werden. Zu be-

rücksichtigen sind namentlich der Grad der persönlichen und wirtschaftlichen Integration, zu wel-

cher die Beachtung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung, die Respektierung der Werte der 

Bundesverfassung, die Sprachkompetenz, die Teilnahme am Wirtschaftsleben oder am Erwerb 

von Bildung sowie die familiären Bindungen des Ausländers in der Schweiz bzw. in der Heimat 

zählen (BGE 146 IV 105 E. 3.4.2; BGE 144 IV 332 E. 3.3.2, jeweils mit Hinweisen). Ebenso ist 

der Rückfallgefahr und wiederholter Delinquenz Rechnung zu tragen. Zu beachten sind ferner die 

Verbindungen zum Herkunftsland, wobei die Folgen einer Ausreise in das Land der Staatsange-

hörigkeit zu prüfen sind. Zu berücksichtigende Faktoren bilden dabei bestehende verwandtschaft-

liche Beziehungen, regelmässige Ferienaufenthalte, Kenntnisse der Sprache und Kultur, die 

Möglichkeit zur Integration in den Arbeitsmarkt, die Aussichten auf soziale Wiedereingliederung 

sowie das Alter und die Gesundheit. Irrelevant ist jedoch eine allfällige schlechtere Wirtschafts-

lage als in der Schweiz (BGer 6B_759/2021 vom 16. Dezember 2021 E. 4.3.3.). Art. 66a StGB 

ist jeweils EMRK-konform auszulegen. Die Interessenabwägung im Rahmen der Härtefallklausel 

von Art. 66a Abs. 2 StGB hat sich daher an der Verhältnismässigkeitsprüfung nach Art. 8 Ziff. 2 

EMRK zu orientieren (BGE 145 IV 161 E. 3.4; BGer 6B_69/2021 vom 30. Juni 2021 E. 3.4; BGer 

6B_1077/2020 vom 2. Juni 2021 E. 1.2.3; jeweils mit Hinweisen). Von einem schweren persönli-

chen Härtefall ist bei einem Eingriff von einer gewissen Tragweite in den Anspruch des Auslän-

ders auf das in Art. 13 BV und Art. 8 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und 

Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) verankerte Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens 

auszugehen (BGer 6B_552/2021 vom 9. November 2022 E. 2.3.5). Das durch Art. 8 EMRK bzw. 

Art. 13 BV geschützte Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens ist berührt, wenn eine 

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staatliche Entfernungs- oder Fernhaltemassnahme eine nahe, echte und tatsächlich gelebte fa-

miliäre Beziehung einer in der Schweiz gefestigt anwesenheitsberechtigten Person beeinträch-

tigt, ohne dass es dieser ohne Weiteres möglich bzw. zumutbar wäre, ihr Familienleben andern-

orts zu pflegen (BGE 144 I 266 E. 5.3).  

 

2.2 In concreto 

2.2.1 Tatsächliches 

2.2.1.1 Der Beschuldigte (geb. am tt.mm.jjjj) ist albanischer Staatsangehöriger und reiste am 

6. Juni 2019 im Rahmen des Familiennachzugs in die Schweiz ein (act. 000039). Er ist seit dem 

8. April 2019 mit der ungarischen Staatsangehörigen B.____ (geb. am tt.mm.jjjj) verheiratet 

(act. 000035 und act. 000043). Der Beschuldigte verfügt über die Aufenthaltsbewilligung B, wel-

che von der Aufenthaltsbewilligung seiner Ehefrau abhängig ist (act. S89 und act. 0000039). Ge-

mäss Ausführungen des Beschuldigten habe er seine Frau als Tourist in Ungarn kennengelernt 

(act. 000275), wobei sie sich beide lediglich auf Englisch etwas unterhalten könnten. Die Ehefrau 

des Beschuldigten ist Mutter dreier Kinder aus früheren Beziehungen, welche gemäss Angaben 

des Beschuldigten in Ungarn lebten. Seine Ehefrau habe letztmals im Jahr 2019, als sie bei der 

C.____ GmbH in D.____ als Hilfsmalerin angestellt gewesen sei, hierzulande gearbeitet – seither 

sei sie in der Schweiz keiner Erwerbstätigkeit mehr nachgegangen (act. 89 und S. 7 Prot. Haupt-

verhandlung Kantonsgericht). Er selbst und seine Ehefrau würden in E.____ gemeinsam in einer 

Wohnung leben, wobei seine Ehefrau regelmässig zwischen Ungarn und der Schweiz hin- und 

herpendle (act. 89 und S. 5 Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht). In Zusammenhang mit dem 

Eheleben des Beschuldigten sind sodann einige Besonderheiten festzustellen: Einerseits konnte 

sich der Beschuldigte weder bei der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme noch vor Kantonsge-

richt an das genaue Hochzeitsdatum erinnern (act. 000115 und S. 4 Prot. Hauptverhandlung 

Kantonsgericht). Andererseits konnte er vor Kantonsgericht keine schlüssigen Angaben dazu ma-

chen, wie oft und wie lange seine Ehefrau jeweils in der Schweiz und in Ungarn verweilt (vgl. S. 5 

Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht). Danach gefragt, weshalb sich seine Ehefrau seit seiner 

Festnahme nie gemeldet habe, erklärte der Beschuldigte, sie sei so lange "in den Ferien" gewe-

sen (act. 000115 und S. 5 Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht). Ausserdem war anlässlich 

der mit diesem Strafverfahren zusammenhängenden Hausdurchsuchung am Wohnort des Be-

schuldigten in E.____ seine "Freundin", eine gewisse F.____, vor Ort (act. 000961). Der Beschul-

digte führte diesbezüglich aus, dies sei ein Fehler in der entsprechenden Aktennotiz und die Ge-

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nannte sei bloss eine Bekannte und Kollegin von ihm, welche auf Besuch gewesen und ansons-

ten in Italien wohnhaft sei (act. 000275). In Anbetracht all dieser Auffälligkeiten erscheint höchst 

fraglich, in welchem Ausmass und wie intensiv die Ehe der Genannten tatsächlich gelebt wird. 

 

2.2.1.2 Zu den verwandtschaftlichen Verhältnissen des Beschuldigten ist weiter festzuhalten, 

dass seine Eltern und seine Schwester in H.____ (ITA) leben und sein Bruder sowie sein Onkel 

in G.____ (Albanien) (act. 000117 und S. 8 Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht). Mit der Fa-

milie seines Onkels pflege er wegen seinen Eltern und seiner Schwester viel Kontakt. Wenn er 

jeweils Ferien habe, besuche er seine Eltern und die Familie (vgl. S. 9 Prot. Hauptverhandlung 

Kantonsgericht). In der Schweiz verfüge er über keinen Freundeskreis, sondern habe lediglich 

Arbeitskollegen und einen Onkel in I.____. In einem Schweizer Verein oder dergleichen enga-

giere er sich zurzeit nicht (vgl. S. 10 Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht).  

 

2.2.1.3 In Albanien habe der Beschuldigte acht Jahre lang die "Elementarschule" absolviert und 

sei als Kellner tätig gewesen. In der Schweiz arbeite er nun als Chauffeur bei der Firma J.____ 

AG. In Albanien sei er ebenfalls bereits als Chauffeur tätig gewesen, aber "halt ohne Vertrag und 

nicht angemeldet" (act. 000117). Ausserdem sei der Lohn in Albanien nicht der Gleiche wie in der 

Schweiz (vgl. S. 9 Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht). Sein Erwerbseinkommen hierzu-

lande betrage bei seinem 100%-Pensum monatlich netto ca. Fr. 4'300.-- (act. 000127, act. S87 

und S. 8 Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht). Gemäss dem anlässlich der Berufungsver-

handlung eingereichten Zwischenzeugnis der J.____ AG vom 17. Oktober 2023 ist es die Auf-

gabe des Beschuldigten, Medikamente auszuliefern. Diese Tätigkeit erfülle er äusserst zuverläs-

sig und gewissenhaft; er zeige eine hohe Einsatzbereitschaft sowie Belastbarkeit und sei ein en-

gagierter Mitarbeiter, der durch seinen freundlichen Umgangston sowie seine positive Einstellung 

auffalle (vgl. Zwischenzeugnis vom 17. Oktober 2023). Zu den Hobbies des Beschuldigten zählen 

gemäss seinen Angaben "schlafen" und ins Kino gehen (act. 000119 und S. 10 Prot. Hauptver-

handlung Kantonsgericht). Gesundheitlich gehe es ihm ausserdem gut. 

 

2.2.1.4 Der Beschuldigte erachtet sich selbst zu 50% als in der Schweiz integriert, weil Corona 

vieles "kaputt gemacht" habe. Er spreche Albanisch, Italienisch, ein bisschen Englisch und lerne 

dazu Deutsch. Wegen der Corona-Pandemie sei ihm indes der Besuch von Deutschkursen ver-

wehrt geblieben. Bei einer Rückkehr nach Albanien würde alles, was er sich in der Schweiz auf-

gebaut habe, zerstört werden. Er habe in Albanien keine Zukunft (act. 000119). Ein Verbleib in 

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der Schweiz sei für ihn persönlich deshalb von besonderer Wichtigkeit, weil er arbeiten und seine 

Familie (seine Ehefrau und deren Kinder) in die Schweiz holen wolle. Das primäre Motiv am Ver-

bleib in der Schweiz stelle aber seine Arbeit dar (vgl. S. 9 Prot. Hauptverhandlung Kantonsge-

richt). 

 

2.2.1.5 Am 6. Januar 2021 wurde gegen den Beschuldigten wegen Überscheitens der allgemei-

nen Höchstgeschwindigkeit um 21 km/h innerorts ein Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Solo-

thurn erlassen (vgl. Art. 90 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 4a Abs. 1 lit. a VRV und Art. 32 Abs. 2 SVG). 

Er wurde zu einer Busse von Fr. 600.-- sowie zur Bezahlung der Verfahrenskosten von Fr. 400.- 

verurteilt. Der Strafregisterauszug des Beschuldigten enthält indes keinerlei Einträge (vgl. Straf-

registerauszug vom 12. Oktober 2023). 

 

2.2.2 Würdigung 

2.2.2.1 Dem Beschuldigten sind zwar insbesondere seine wirtschaftlichen Integrationsleistun-

gen durchaus positiv anzurechnen, allerdings genügt einzig dieser Umstand in Anbetracht des 

vorstehend Dargelegten – und wie vom Beschuldigten selbst unbestritten – klarerweise nicht, um 

einen schweren persönlichen Härtefall zu begründen. Dem Berufungsgericht verbleibt in casu 

angesichts der zitierten bundesgerichtlichen Rechtsprechung und der tatsächlichen Verhältnisse 

des Beschuldigten kein entsprechender Ermessensspielraum. Der Beschuldigte spricht wohl Ita-

lienisch und somit eine Landessprache, was ihm zu Gute zu halten ist, anlässlich seiner Befra-

gung durch die Berufungsinstanz war es indes nicht möglich, auch nur teilweise auf einen Dol-

metscher zu verzichten (vgl. S. 2 Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht). Zwar mag es sein, 

dass es dem Beschuldigten aufgrund der Corona-Pandemie zunächst nicht möglich war, 

Deutschkurse zu besuchen – seit Pandemieende ist allerdings genügend Zeit vergangen, innert 

welcher der Beschuldigte seine Deutschkenntnisse hätte verbessern können. Dass er offensicht-

lich nicht fähig ist, auch nur die einfachsten Fragen auf Deutsch zu beantworten, kann nicht an-

ders als Ausdruck mangelnder Integration gewertet werden, zumal er sich während seiner Auf-

enthaltsdauer überwiegend im deutschsprachigen Raum der Schweiz aufgehalten hat. Auch un-

ter Beachtung seiner erfolgten wirtschaftlichen Integrationsbestrebungen kann sodann keine 

enge Verbundenheit zur Schweiz erkannt werden. Der Beschuldigte reiste erst vor rund vier Jah-

ren in die Schweiz ein, womit eine äusserst kurze Anwesenheitsdauer vorliegt. Zudem beging er 

die besagten Betäubungsmitteldelikte unmittelbar nach seiner Einreise in die Schweiz im Juni 

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Seite 12  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

2019, was nicht für ihn spricht. Angesichts seiner kurzen Aufenthaltsdauer in der Schweiz er-

staunt es auch nicht, dass es ihm misslungen ist, sich namentlich in persönlicher Hinsicht (z.B. 

durch Aktivitäten in Vereinen und dergleichen) hierzulande zu integrieren. Zu bemerken ist in 

diesem Zusammenhang aber auch, dass der Beschuldigte nur in begrenztem Ausmass dazu be-

reit war, sich – beispielsweise im Rahmen seiner Freizeit – aktiv ein Hobby zu suchen, durch 

welches er Freundschaften zu Schweizern hätte schliessen können. Vielmehr gab er selbst an, 

seine Freizeitaktivitäten seien "schlafen" und ins Kino gehen.  

 

Im Weiteren ist der Beschuldigte in der Schweiz zwar mit einem Pensum von 100% als Chauffeur 

arbeitstätig. Hinsichtlich dieser Tätigkeit ist jedoch festzuhalten, dass er diese Arbeit bereits in 

Albanien erfolgreich ausgeführt hat. Damit sind einerseits die wirtschaftlichen Wiedereingliede-

rungsmöglichkeiten in den Arbeitsmarkt in Albanien als durchaus intakt zu bezeichnen. Mithin ist 

bei einer Rückkehr in sein Heimatland anzunehmen, dass er aufgrund seiner bisherigen berufli-

chen Tätigkeit als Chauffeur ohne Weiteres beruflich wieder Fuss fassen kann. Andererseits er-

weist sich seine wirtschaftliche Integration in der Schweiz nicht als derart fortgeschritten, als von 

einer engen, über das normale Mass hinausgehenden Bindung zur Schweiz auszugehen wäre. 

Im Übrigen reicht eine blosse bessere Wirtschaftslage im Aufenthaltsland für die Bejahung eines 

persönlichen Härtefalls gerade nicht aus. Der Beschuldigte vermag folglich mit allgemeinen Hin-

weisen (Arbeiten ohne Vertrag und Anmeldung) auf die angeblich schlechteren Zustände in Al-

banien nichts zu seinen Gunsten abzuleiten. Zu betonen ist in diesem Zusammenhang ferner, 

dass die generellen wirtschaftlichen (und auch sozialen) Nachteile, welche mit einer Rückkehr in 

das Herkunftsland allenfalls einhergehen und im Rahmen der Landesverweisung typischerweise 

vorkommen, von der betroffenen Person hinzunehmen sind (vgl. BGer 6B_1474/2019 vom 

23. März 2020 E. 1.4).  

 

Schliesslich verfügt der Beschuldigte nach wie vor über enge Beziehungen zu seinem Herkunfts-

land. Insbesondere zu seinem Onkel und dessen Familie in G.____, von wo auch der Beschul-

digte stammt, hat er gemäss eigenen Angaben viel Kontakt, sodass von intakten familiären Be-

ziehungen zu Albanien und einem dort vorhandenen sozialen Netz auszugehen ist. Sein gesell-

schaftliches Umfeld beschränkt sich zudem aktuell nach wie vor auf seine Verwandten in Alba-

nien und seine Familie in Italien, womit er primär mit dem albanischen Kulturkreis verbandelt ist. 

Einzig ein Onkel des Beschuldigten lebt gemäss seinen Ausführungen in I.____, womit er indes 

in der Schweiz über keinen stabilen sozialen Kreis verfügt. Es spricht im Übrigen auch gegen die 

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Seite 13  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Annahme einer hinreichenden Integration, wenn sich das gesellschaftliche Leben einer ausländi-

schen Person in erster Linie mit Angehörigen des eigenen Landes abspielt (BGer 6B_690/2019 

vom 4. Dezember 2019 E. 3.4.4; BGer 6B_689/2019 vom 25. Oktober 2019 E. 1.7.2 mit Hinwei-

sen). Eine Resozialisierung des Beschuldigten im Heimatland erweist sich daher ohne Weiteres 

als möglich. Zuletzt ist auch keine eigentliche Einschränkung seines Familienlebens auszu-

machen. Seine ungarische Ehefrau ist gemäss eigenen Angaben nur sporadisch in der Schweiz 

anwesend, verfügt über keine Anstellung hier, und der Beschuldigte ist nicht der Vater ihrer in 

Ungarn lebenden Kinder. In Anbetracht der widersprüchlichen Aussagen des Beschuldigten zu 

seinem Eheleben zweifelt das Kantonsgericht zudem an einer tatsächlich gelebten Beziehung zu 

einer in der Schweiz (gefestigten) anwesenheitsberechtigten Person. Der Schutzbereich von 

Art. 8 EMRK bzw. Art. 13 BV ist überdies vorliegend nicht berührt, da die angeordnete Landes-

verweisung rechtskräftig nicht im SIS eingetragen wird und es dem Beschuldigten somit freisteht, 

nach Ungarn einzureisen, um sein Eheleben ungeschmälert wiederaufzunehmen bzw. fortzuset-

zen.  

 

2.2.2.2 In einer Gesamtbetrachtung bewirkt die Landesverweisung für den Beschuldigten – ins-

besondere mit Blick auf seine ergangenen Integrationsleistungen in wirtschaftlicher Hinsicht – 

zwar durchaus eine gewisse Strenge. Diese geht allerdings fraglos nicht über jenes Mass hinaus, 

das der Verfassungs- und Gesetzgeber mit der Einführung der obligatorischen Landesverwei-

sung bewusst in Kauf nahm oder sogar explizit wollte. Hervorzuheben ist in diesem Zusammen-

hang ferner, dass sich das Bundesgericht bei Straftaten gegen das Betäubungsmittelgesetz – wie 

dies vorliegend der Fall ist – hinsichtlich der Ausweisung zwecks Verhinderung neuer Straftaten 

zur Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit stets besonders streng gezeigt hat, zumal "Dro-

genhandel" gemäss Art. 121 Abs. 3 lit. a BV von Verfassungs wegen in der Regel zur Landes-

verweisung führt (vgl. dazu BGer 6B_371/2018 vom 21. August 2018 E. 3.3 sowie 6B_48/2019 

vom 9. August 2019 E. 2.4.1). Ein schwerer persönlicher Härtefall ist nach dem Gesagten in casu 

klarerweise zu verneinen. Damit erübrigt sich die Vornahme einer Interessenabwägung zwischen 

den privaten Interessen des Beschuldigten am Verbleib in der Schweiz und den öffentlichen Fern-

halteinteressen. Die Berufung des Beschuldigten ist in diesem Punkt somit abzuweisen und das 

vorinstanzliche Urteil zu bestätigen. 

 

 

 

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Seite 14  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

2.2.3 Dauer der obligatorischen Landesverweisung 

2.2.3.1 Es bleibt zu prüfen, für welche Dauer die obligatorische Landesverweisung anzuordnen 

ist. Die Vorinstanz hat dieselbe mit der Begründung, dem Beschuldigten sei aufgrund seiner Vor-

strafenlosigkeit eine positive Kriminalprognose zu stellen, auf sechs Jahre festgesetzt. Ferner 

hielten die Vorderrichter fest, eine Landesverweisung für die Dauer von fünf Jahren falle deshalb 

ausser Betracht, weil es sich um die Begehung eines Verbrechens mit qualifizierter Strafandro-

hung handle (vgl. E. III.1 und E. II.5 des vorinstanzlichen Urteils vom 22. November 2022). 

 

2.2.3.2 Die Festlegung der Dauer des obligatorischen Landesverweises auf sechs Jahre und 

damit am unteren Rand erweist sich unter Berücksichtigung der positiven Kriminalprognose des 

Beschuldigten (keine Vorstrafen) sowie seiner vorstehend dargelegten persönlichen Verhältnisse 

als angemessen. Insbesondere kommt die Herabsetzung dieser Dauer auf fünf Jahre nach Auf-

fassung des Kantonsgerichts nicht in Frage, weil diese für klarerweise leichtere Fälle (z.B. eine 

qualifizierte Widerhandlung gegen das BetmG anstelle einer mehrfachen Tatbegehung) vorbe-

halten bleiben muss. Der Beschuldigte dringt mit seiner Berufung somit auch in diesem Punkt 

nicht durch. 

 

2.2.3.3 Zusammengefasst ist der Vorinstanz folgend eine obligatorische Landesverweisung von 

sechs Jahren anzuordnen und die Berufung des Beschuldigten vollumfänglich abzuweisen.  

 

IV. Kosten 

(…) 

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Seite 15  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Demnach wird erkannt: 

 
://: I. Das Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 22. November 

2022, lautend: 

 

"1. A.____ wird der mehrfachen qualifizierten Widerhandlung ge-

gen das Betäubungsmittelgesetz schuldig erklärt und verurteilt 

zu einer bedingt vollziehbaren Freiheitsstrafe von 20 Monaten, 

unter Anrechnung der vom 26. Mai 2021 bis zum 12. Juli 2021 

ausgestandenen Untersuchungshaft von 48 Tagen, 

bei einer Probezeit von 2 Jahren, 

in Anwendung von Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG, Art. 40 StGB, Art. 

42 Abs. 1 StGB, Art. 44 Abs. 1 StGB, Art. 49 Abs. 1 StGB sowie 

Art. 51 StGB. 

 

2. A.____ wird in Anwendung von Art. 66a Abs. 1 StGB für die 

Dauer von 6 Jahren des Landes verwiesen. 

Die angeordnete Landesverweisung wird im Schengener Infor-

mationssystem nicht eingetragen. 

 

3.a) Das beschlagnahmte Mobiltelefon iPhone (Pos. A5; G89395) 

wird nach Rechtskraft unter Aufhebung der Beschlagnahme ge-

stützt auf Art. 267 Abs. 1 und Abs. 3 StPO an A.____ zurückge-

geben. 

 

b) Die beschlagnahmten 5 Schlüssel und 2 Briefkastenschlüssel 

(Pos. A1 und A2; G89390, G89391) werden nach Rechtskraft 

unter Aufhebung der Beschlagnahme gestützt auf Art. 267 Abs. 

1 und Abs. 3 StPO an K.____, herausgegeben. 

 

 

http://www.bl.ch/kantonsgericht

 
 
 

 
 
Seite 16  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

c) Folgende beschlagnahmten Gegenstände werden nach 

Rechtskraft in Anwendung von Art. 69 Abs. 1 und Abs. 2 StGB 

respektive mit dem Einverständnis von A.____ zur Vernichtung 

eingezogen: 

- Belege RIA und Western Union (Pos. A3 und A9; G89392, 

G89399) 

- Simcard-Grundkarte Swisscom (Pos. A4; G89394) 

- Mietvertrag lautend auf B.____ (Pos. A7; G89397) 

- Notizen mit Namen und Zahlen (Pos. A8; G89398) 

- SD Speicherkarte (Pos. A10; G89402) 

- Mobiltelefon Mini (Pos. A11; G89403) 

- Mobiltelefon Echo (Pos. A12; G89404) 

- Mobiltelefon Samsung (Pos. A13; G89405) 

- 4 Simcard-Grundkarten Lyca (Pos. A14, A15, A16 und A20; 

G89407, G89408, G89409, G89410) 

- Simcard-Grundkarte Mucho (Pos. A21; G89417) 

- Schriftsachen L.____ (Pos. A23; G89418) 

- Schriftsachen M.____ (Pos. A24; G89419) 

- Schriftsachen N.____ (Pos. A25; G89420) 

- Schriftsachen O.____ (Pos. A26; G89421) 

- Schriftsachen P.____ (Pos. A27; G89422) 

- Mobiltelefon Wiko (Pos. A28; G89423) 

- Röhrchen / Konsumutensil (Pos. A6; G91201) 

- 2 Hanfmühlen (Pos. A17 und A19; G91202, G91204) 

- 2 Digitalwaagen (Pos. A18 und B2; G91203, G89425) 

- 5 Gramm Marihuana (Pos. A22; G91205) 

- Minigrip/Plastikbeutel mit Laktose (Pos. B1; G89424) 

- Vakuumiergerät inkl. Plastikrolle für Säcke sowie weitere Va-

kuumiersäcke (Pos. B3 und B4; G89426, G89427) 

- 2 Zigarettenstummel (Pos. B5; G89428) 

- Zahnbürste (Pos. B6; G89429) 

 

 

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Seite 17  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

4.a) Die Verfahrenskosten bestehen aus den Kosten des Vorverfah-

rens von CHF 11'295.00, den Kosten des Zwangsmassnah-

mengerichts von CHF 1'500.00 und der Gerichtsgebühr von 

CHF 5'000.00. 

A.____ trägt die Verfahrenskosten in Anwendung von Art. 426 

Abs. 1 StPO.  

Wird kein Rechtsmittel ergriffen und kein begründetes Urteil 

verlangt (Art. 82 Abs. 2 StPO), wird die strafgerichtliche Gebühr 

auf CHF 2'500.00 ermässigt (§ 4 Abs. 1 GebT). 

 

b) Die Kosten des vormaligen amtlichen Verteidigers, Advokat 

Pablo Arnaiz, in Höhe von CHF 4'106.20 (inkl. Auslagen und 

MwSt.) werden unter Vorbehalt der Rückzahlungsverpflichtung 

von A.____ nach Art. 135 Abs. 4 StPO aus der Gerichtskasse 

entrichtet." 

 

wird in Abweisung der Berufung des Beschuldigten vollumfäng-

lich bestätigt und zum integralen Bestandteil dieses Urteils er-

klärt. 

 

 II. Die ordentlichen Kosten des Berufungsverfahrens in der Höhe von Fr. 

4'000.-- (beinhaltend eine Gebühr von Fr. 3'750.-- sowie Auslagen 

von Fr. 250.--) gehen zu Lasten des Beschuldigten. 

 

 III. Dem Beschuldigten wird keine Parteientschädigung ausgerichtet. 

 

 IV. [Mitteilungsziffer] 

 
 

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Präsident 
 
 
 
 
Dieter Eglin 

Gerichtsschreiberin 
 
 
 
 
Ilona Frikart 

 

Dieser Entscheid ist rechtskräftig. 

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