# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2fdf99e0-a59b-5f2d-87f0-09ceeff6754b
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2015-05-18
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 18.05.2015 B-6465/2013
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_B-6465-2013_2015-05-18.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 
 

 

 

  

 
 Abteilung II 

B-6465/2013 

 

  U r t e i l  v o m  1 8 .  M a i  2 0 1 5  

Besetzung 

 
Richterin Maria Amgwerd (Vorsitz), 

Richter Jean-Luc Baechler, 

Richter Marc Steiner, 

Gerichtsschreiber Urs Küpfer. 

 
 
 

 

 

 

 
 

Parteien 

 
X._______, 

Beschwerdeführer, 

 
 

 
gegen 

 

 
Staatssekretariat für Bildung, 

Forschung und Innovation SBFI, 

Vorinstanz, 

 

Prüfungskommission Höhere Fachprüfung für 

Marketingleiter mit eidg. Diplom, 

Erstinstanz. 

 

Gegenstand 

 
Höhere Fachprüfung für Marketingleiter 2012. 

 

B-6465/2013 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

X._______ (Beschwerdeführer) absolvierte im Spätsommer 2011 die aus 

schriftlichen und mündlichen Teilen bestehende höhere Fachprüfung für 

Marketingleiter mit eidgenössischem Diplom (Prüfung). Weil er Umfang 

und Inhalt der schriftlichen Fallstudie "Unternehmensrechnung" beanstan-

dete, veranlasste die Prüfungskommission "Höhere Fachprüfung für Mar-

ketingleiter mit eidgenössischem Diplom" (Prüfungskommission, Erstin-

stanz) diesbezüglich eine externe Qualitätskontrolle. Sie ergab, wie die 

Erstinstanz in einem Brief an den Beschwerdeführer vom 13. September 

2011 darlegte, dass der Umfang der Prüfung zu gross gewesen war und 

ein Teil der Prüfungsaufgaben nicht der Wegleitung entsprochen hatte. 

Deshalb wurden die betreffenden Aufgaben von der Bewertung ausgenom-

men, und die Maximalpunktzahl für die Fallstudie "Unternehmensrech-

nung" wurde von 100 auf 60 herabgesetzt. 

B.  

Am 12. Oktober 2011 verfügte die Prüfungskommission, der Beschwerde-

führer habe die Prüfung nicht bestanden. Hiergegen gelangte dieser mit 

Eingabe vom 9. November 2011 an das damalige Bundesamt für Berufs-

bildung und Technologie BBT (heute: Staatssekretariat für Bildung, For-

schung und Innovation SBFI; Vorinstanz), welches in seinem Urteilsdispo-

sitiv vom 14. Juni 2012 Folgendes bestimmte: 

"1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen und die Verfügung der 

Prüfungskommission vom 12. Oktober 2011 wird aufgehoben. 

2. Die Prüfungskommission wird angewiesen: 

a) dem Beschwerdeführer Gelegenheit zu einer gebührenfreien 

Wiederholung des Prüfungsteils „Unternehmensrechnung“ zu 

geben; 

b) dem Beschwerdeführer umgehend die Anmeldeunterlagen für 

die Prüfung „Unternehmensrechnung“ vom 16. August 2012 

zuzustellen; 

c) auf Grund des Ergebnisses dieser Nachprüfung über die Beur-

teilung des Prüfungsteils „Unternehmensrechnung“ neu Be-

schluss zu fassen und gestützt darauf über das Bestehen oder 

Nichtbestehen der Prüfung neu zu entscheiden. 

3. Der Beschwerdeführer hat sich bis Ende Juni für die Nachprüfung an-

zumelden. 

B-6465/2013 

Seite 3 

4. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der Kostenvorschuss im 

Betrag von CHF 860.- ist dem Beschwerdeführer zurückzuerstatten." 

C.  

Am 16. August 2012 wiederholte der Beschwerdeführer den Prüfungsteil 

"Unternehmensrechnung". Mit Schreiben vom 18. Oktober 2012 orientierte 

ihn die Erstinstanz, dass die von ihm erzielten Ergebnisse zum Bestehen 

der Prüfung nicht ausreichten. 

D.  

Diesen Entscheid focht der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 14. No-

vember 2012 und Beschwerdeergänzung vom 4. Dezember 2012 wiede-

rum bei der Vorinstanz an. Dabei rügte er Fehlbeurteilungen im Fach "Un-

ternehmensrechnung" und beantragte eine Neubewertung der Prüfung. 

Der zuständige Examinator kam in seiner (letzten) Stellungnahme an die 

Vorinstanz vom 8. Juni 2013 zum Schluss, dem Beschwerdeführer könne 

bei der Aufgabe 1a des Fachs "Unternehmensrechnung" die volle Punkt-

zahl erteilt werden, da der Kerngehalt seiner Antwort, trotz Unschärfe, rich-

tig sei. Dadurch würde sich die Gesamtpunktzahl um 0.5 Punkte erhöhen, 

was aber weiterhin nicht für eine höhere Note im Fach "Unternehmens-

rechnung" ausreiche. 

In ihrer Vernehmlassung vom 10. Juni 2013 beantragte die Prüfungskom-

mission gegenüber der Vorinstanz, am ursprünglichen Prüfungsergebnis 

sei in allen Punkten festzuhalten. 

E.  

Mit Entscheid vom 16. Oktober 2013 wies die Vorinstanz die Beschwerde 

unter Berücksichtigung der Grenzfallregelung ab. Sie befand, der Be-

schwerdeführer habe im Prüfungsteil "Unternehmensrechnung" zu Recht 

die Note 4 erhalten. 

F.  

Den vorinstanzlichen Entscheid vom 16. Oktober 2013 focht der Beschwer-

deführer mit Eingabe vom 18. November 2013 sowie Ergänzungen vom 

20. und 25. November 2013 beim Bundesverwaltungsgericht an. Er bean-

tragt die Aufhebung des Entscheides und die Erteilung des Diploms. Einer-

seits verweist er auf die Stellungnahme des Examinators im Fach "Unter-

nehmensrechnung" gegenüber der Vorinstanz, wonach bei Aufgabe 1a die 

volle Punktzahl erteilt werden könnte, da der Kerngehalt der Antwort trotz 

Unschärfe richtig sei. Andererseits beruft sich der Beschwerdeführer auf 

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Seite 4 

den Gleichbehandlungsgrundsatz, weil Aufgabe 1b des Prüfungsteils "Un-

ternehmensrechnung" weitgehend aus einem Lehrmittel abgeschrieben 

worden sei. Ferner sieht er bei dieser Aufgabe Interpretationsspielraum, 

welcher eine Höherbewertung erlauben würde. 

Mit Vernehmlassung vom 17. Dezember 2013 beantragt die Vorinstanz die 

Abweisung der Beschwerde unter Kostenfolge, während die Erstinstanz 

keine Stellungnahme eingereicht hat. 

In seiner Replik vom 21. Januar 2014 macht der Beschwerdeführer zusätz-

lich geltend, der vorinstanzliche Entscheid vom 14. Juni 2012 zur gebüh-

renfreien Wiederholung des Prüfungsteils "Unternehmensrechnung" sei 

ihm nicht fristgemäss mitgeteilt worden. 

G.  

Auf die entscheidwesentlichen Vorbringen der Verfahrensbeteiligten wird 

in den nachfolgenden Erwägungen näher eingegangen. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

  

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht ist für die Beurteilung der vorliegenden 

Streitsache zuständig (Art. 61 Abs. 2 des Berufsbildungsgesetzes vom 

13. Dezember 2002 [BBG, SR 412.10] i.V.m. Art. 31 f. sowie Art. 33 Bst. d 

des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.3] und 

Art. 5 Abs. 2 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom  

20. Dezember 1968 [VwVG, SR 172.021]). 

1.2 Nach Art. 48 Abs. 1 VwVG ist zur Beschwerde berechtigt, wer vor der 

Vorinstanz am Verfahren teilgenommen oder keine Möglichkeit zur Teil-

nahme erhalten hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 

ist und an deren Aufhebung oder Änderung ein schutzwürdiges Interesse 

hat. Der Beschwerdeführer war Partei des vorinstanzlichen Verfahrens und 

ist als Adressat durch die angefochtene Verfügung besonders berührt. Ein 

hinreichendes Rechtsschutzinteresse an der Überprüfung des Schlusser-

gebnisses eines Gesamtexamens und einer diesem Ergebnis zugrundelie-

genden Einzelnote existiert nach der Rechtsprechung namentlich dann, 

wenn es um das Nichtbestehen geht (BGE 136 I 229 E. 2.6; Urteile des 

BVGer B-2613/2012 vom 15. März 2013 E. 1.2 und  

B-6666/2010 vom 12. Mai 2011 E. 1.2 m.H.). 

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Seite 5 

Gemäss Ziff. 6.41 der Prüfungsordnung "Höhere Fachprüfung für Marke-

tingleiterinnen und Marketingleiter" vom 10. Oktober 2008 (Prüfungsord-

nung) ist die Prüfung bestanden, wenn a) in der Gesamtnote mindestens 

eine 4.0 erreicht und in keinem Prüfungsteil die Note 3.0 unterschritten wird 

sowie b) nicht mehr als zwei Prüfungsnoten unter 4.0 liegen. Nach der 

Grenzfallregelung der Prüfungskommission für die Jahre 2011 und 2012 

galt die Prüfung als bestanden, wenn ein Gesamtschnitt von mindestens 

4.0 erzielt wurde, maximal drei Noten unter 4.0 lagen, wovon eine mindes-

tens eine 3.5 sein musste und wenn keine Note weniger als 3.0 betrug; 

möglich war eine Anhebung um höchstens eine halbe Note. 

Der Beschwerdeführer hat die Bedingungen für das Bestehen gemäss Ziff. 

6.41 der Prüfungsordnung mit seiner Gesamtnote (Schlussnote) von 3.9 

und drei Fächern unter 4.0 (zweimal 3.5, einmal 3.0) nicht erfüllt. Sinnge-

mäss verlangt er eine Bewertung des Fachs "Unternehmensrechnung" mit 

der Note 4.5 (statt 4.0 gemäss Prüfung 2012). Würde dies gutgeheissen, 

hätte er die Prüfung nach der Grenzfallregelung bestanden. Deshalb ver-

fügt er über ein schutzwürdiges Interesse im Sinne von Art. 48 Abs. 1 

VwVG und ist damit beschwerdeberechtigt. 

1.3 Die Eingabefrist sowie die Anforderungen an Form und Inhalt der Be-

schwerdeschrift sind erfüllt (Art. 50 und 52 VwVG), der Kostenvorschuss 

wurde fristgerecht bezahlt (Art. 63 Abs. 4 VwVG), und die übrigen Sach-

urteilsvoraussetzungen (Art. 44 ff. VwVG) liegen ebenfalls vor. 

1.4 Auf die Beschwerde ist daher einzutreten. 

  

Nach Art. 49 VwVG können mit der Beschwerde die Verletzung von Bun-

desrecht, einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens 

(Bst. a), die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserhebli-

chen Sachverhalts (Bst. b) sowie Unangemessenheit (Bst. c) gerügt wer-

den. 

  

3.1 Das Bundesverwaltungsgericht kann Entscheide über die Ergebnisse 

von Berufsprüfungen grundsätzlich frei überprüfen. Ebenso wie das Bun-

desgericht (BGE 131 I 467 E. 3.1 und 121 I 225 E. 4b m.H.), der Bundesrat 

(Verwaltungspraxis der Bundesbehörden, VPB 62.62 E. 3 und VPB 56.16 

E. 2.1) sowie die ehemaligen Rekurs- und Schiedskommissionen des Bun-

des (VPB 66.62 E. 4 und 64.122 E. 2) auferlegt es sich dabei aber nach 

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ständiger Rechtsprechung Zurückhaltung, indem es in Fragen, die seitens 

der Justizbehörden naturgemäss schwer überprüfbar sind, nicht ohne Not 

von den Beurteilungen der erstinstanzlichen Prüfungsorgane und Experten 

abweicht. 

3.2 Der Grund dafür liegt darin, dass der Rechtsmittelbehörde zumeist 

nicht alle massgebenden Faktoren der Bewertung bekannt sind und es ihr 

in der Regel nicht möglich ist, sich ein zuverlässiges Bild von der Gesamt-

heit der Leistungen des Beschwerdeführers sowie der übrigen Kandidaten 

zu machen. Hinzu kommt, dass Prüfungen Spezialgebiete zum Gegen-

stand haben, in denen die Rechtsmittelbehörde in der Regel über keine 

eigenen Fachkenntnisse verfügt. Eine umfassende Überprüfung der Exa-

mensbewertung in materieller Hinsicht würde zudem die Gefahr von Unge-

rechtigkeiten und Ungleichheiten gegenüber anderen Kandidaten in sich 

bergen. Die Rechtsmittelbehörden überprüfen die Bewertung von akade-

mischen Leistungen und Fachprüfungen daher nur mit Zurückhaltung 

(BVGE 2010/10 E. 4.1 und 2010/11 E. 4.1, je m.H.). 

3.3 Die beschriebene Zurückhaltung gilt jedoch nur für die materielle Be-

wertung der Prüfungsleistungen. Sind demgegenüber Auslegung und An-

wendung von Rechtsvorschriften streitig oder werden Verfahrensmängel 

im Prüfungsablauf gerügt, hat die Rechtsmittelbehörde die erhobenen Ein-

wände umfassend selber zu prüfen (BVGE 2010/10 E. 4.1 und 2010/11 

E. 4.1, je m.H.; Urteile des BVGer B-4685/2013 vom 25. Februar 2014 E. 

4.1, B-1253/2013 vom 12. September 2013 E. 3, B-1352/2010 vom 12. 

Dezember 2011 E. 2.1 und B-1353/2010 vom 12. Dezember 2011 E. 2.1). 

  

Zunächst ist auf die formellen Rügen des Beschwerdeführers einzugehen. 

4.1 Der Beschwerdeführer beanstandet, er sei erst im Juni 2012 orientiert 

worden, dass er das Fach "Unternehmensrechnung" am 16. August 2012 

wiederholen könne. Für die Vorbereitung seien ihm, bei einer Berufstätig-

keit von 100 %, gerade zwei Monate geblieben. Die Prüfungsordnung be-

stimme aber, dass dem Bewerber der Entscheid über die Zulassung zur 

(Wiederholungs-) Prüfung mindestens drei Monate vor Beginn der Prüfung 

schriftlich mitgeteilt werde. 

4.1.1 Diesbezüglich muss vorab untersucht werden, ob der Beschwerde-

führer seine Rüge nicht schon früher hätte erheben müssen, zumal er die 

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Seite 7 

Wiederholungsprüfung am 16. August 2012 tatsächlich absolvierte und da-

bei seine Note im Fach "Unternehmensrechnung" von 3.5 auf 4.0 verbes-

serte. 

4.1.2 Nach dem Grundsatz von Treu und Glauben (Art. 5 Abs. 3 der Bun-

desverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 

1999, BV, SR 101) und dem Verbot des Rechtsmissbrauchs (Art. 2 Abs. 2 

des Schweizerischen Zivilgesetzbuches vom 10. Dezember 1907, ZGB, 

SR 210) ist es unzulässig, formelle Rügen, die in einem früheren Verfah-

rensstadium hätten geltend gemacht werden können, später noch vorzu-

bringen (vgl. BGE 135 III 334 E. 2.2 und Urteil des BGer 5A_837/2012 vom 

25. Juni 2013 E. 5, je m.H.). Insbesondere widerspricht es dem Prinzip von 

Treu und Glauben, Verfahrensmängel im Prüfungsablauf erst nach negati-

vem Prüfungsbescheid, im Rechtsmittelverfahren, zu rügen, obwohl es zu-

mutbar gewesen wäre, sie sofort geltend zu machen (Urteile des BVGer A-

3274/2012 vom 25. März 2013 E. 1.5.1 und B-772/2012 vom 21. Januar 

2013 E. 2.6, je m.H.). 

4.1.3 Den Akten lässt sich entnehmen, dass der Beschwerdeführer frühes-

tens im Rechtsmittelverfahren, nämlich in einer Eingabe an das SBFI vom 

3. Mai 2013, rügte, er sei "extrem kurzfristig", d.h. weniger als zwei Monate 

vor der Prüfung, eingeladen worden, diese erneut zu schreiben. Von der 

Möglichkeit, die Prüfung im Fach "Unternehmensrechnung" zu wiederho-

len, hatte er durch den vorinstanzlichen Entscheid vom 14. Juni 2012 er-

fahren. Am 16. August 2012 repetierte er diese Teilprüfung und bestand sie 

mit der Note 4.0. Wenn er der Auffassung gewesen sein sollte, die Zeit für 

die entsprechende Prüfungsvorbereitung sei eigentlich zu knapp, hätte er 

das der Prüfungskommission nach Erhalt des Beschwerdeentscheides 

vom 14. Juni 2012 ohne Verzug kundtun können und müssen. Er hätte 

auch damals schon einen Blick in die Prüfungsordnung werfen können. Es 

ist ferner nicht ersichtlich, weshalb es ihm nicht zumutbar gewesen sein 

sollte, den behaupteten Verfahrensfehler frühzeitig geltend zu machen. 

4.1.4 Mithin kann auf die Rüge betreffend Vorbereitungszeit für die Wieder-

holung der Prüfung "Unternehmensrechnung" nicht eingegangen werden, 

denn nach der oben dargestellten Praxis widerspricht es Treu und Glau-

ben, sie erst anlässlich des Beschwerdeverfahrens zu erheben. Materiell-

rechtlich dürfte sich im Übrigen die Frage stellen, ob für die Wiederholung 

einer (einzelnen) Teilprüfung gleich früh eingeladen werden muss wie für 

eine Gesamtprüfung. Unter den gegebenen Umständen braucht diese 

Frage jedoch nicht beantwortet zu werden. 

B-6465/2013 

Seite 8 

4.2 Sodann moniert der Beschwerdeführer, die Vorinstanz habe die Mei-

nung des von ihm für eine fachliche Beurteilung beigezogenen langjähri-

gen Dozenten, welcher im Verfahren vor dem SBFI habe anonym bleiben 

wollen, nicht berücksichtigt. 

4.2.1 Im angefochtenen Entscheid vom 16. Oktober 2013 legte das SBFI 

dar, die Meinung vom Beschwerdeführer beigezogener Fachleute sei ers-

tens nicht belegt, und zweitens handle es sich dabei um persönliche Stel-

lungnahmen von Privaten ausserhalb des Prüfungs- und Beschwerdever-

fahrens. Als solche verfügten die betreffenden Fachpersonen nicht über 

den Anforderungs- und Bewertungsmassstab, den die Experten in der frag-

lichen Prüfung angelegt hätten. Ein losgelöst von diesen Kriterien abgege-

benes Urteil könne für die Bewertung der Leistung nicht massgebend sein. 

4.2.2 Zwar hat der Beschwerdeführer Namen und Funktion des seiner Aus-

sage zufolge von ihm konsultierten Fachmannes nunmehr gegenüber dem 

Bundesverwaltungsgericht genannt. Ein (unterzeichnetes) Gutachten die-

ses Dozenten liegt aber nicht vor. In seinen Eingaben an die  

Vorinstanz vom 23. Februar 2013 und vom 3. Mai 2013 hatte der Be-

schwerdeführer festgehalten, er habe die Antworten des Prüfungsexperten 

zu Handen der Vorinstanz mit einem Team von Fachpersonen begutachtet. 

Deren Namen hatte er jedoch nicht angegeben. Ausserdem hat er anfangs 

von mehreren, später nur noch von einem Experten gesprochen. Vor die-

sem Hintergrund drängen sich Zweifel an der Darstellung des Beschwer-

deführers auf. 

4.2.3 Was die Nichtberücksichtigung angeblicher Expertenmeinungen be-

trifft, hat es der Beschwerdeführer jedenfalls unterlassen, seine Rüge ge-

nügend zu substantiieren, weswegen auf sie nicht eingegangen werden 

kann. 

4.3 Weiter bemängelt der Beschwerdeführer, weder die Erst- noch die  

Vorinstanz sei auf seine Rüge eingegangen, dass diejenigen Kandidaten, 

welche allenfalls mit dem Fachbuch "Das Rechnungswesen als Führungs-

instrument" von Jürg Leimgruber und Urs Prochinig ausgebildet worden 

seien, einen klaren Vorteil gehabt hätten, weil die letzten vier von insge-

samt sechs Aussagen in Prüfungsaufgabe 1b aus diesem Fachbuch abge-

schrieben worden seien und die Prüfungskommission keine Lehrmittel-

empfehlung abgegeben habe. Somit stelle sich grundsätzlich die Frage der 

Gleichbehandlung aller Prüfungskandidaten. 

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Seite 9 

4.3.1 Sinngemäss rügt der Beschwerdeführer unter formellen Gesichts-

punkten eine Verletzung seines Anspruchs auf rechtliches Gehör. Nach 

dem durch Art. 29 Abs. 2 BV gewährleisteten und in den Art. 29 ff. VwVG 

für das Verwaltungsverfahren des Bundes konkretisierten Grundsatz des 

rechtlichen Gehörs muss die Behörde die Vorbringen der Parteien tatsäch-

lich zur Kenntnis nehmen, prüfen und bei der Entscheidfindung berücksich-

tigen. In der Begründung muss sie zumindest kurz die wesentlichen Über-

legungen nennen, auf die sie ihren Entscheid stützt. Freilich muss sich die 

Begründung nicht mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinanderset-

zen und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen (BGE 137 II 

266 E. 3.2 m.H.). 

4.3.2 Der Anspruch auf rechtliches Gehör ist formeller Natur. Daher führt 

seine Verletzung grundsätzlich ungeachtet der Erfolgsaussichten der Be-

schwerde in der Sache selbst zur Aufhebung der angefochtenen Verfü-

gung. Eine Verletzung des Gehörsanspruchs kann jedoch dann geheilt 

werden, wenn sie nicht besonders schwer wiegt und die Gehörsgewährung 

in einem Rechtsmittelverfahren nachgeholt wird, in welchem die Beschwer-

deinstanz mit der gleichen Prüfungsbefugnis entscheidet wie die untere In-

stanz. Von der Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur Gewährung 

des rechtlichen Gehörs ist – ebenfalls im Sinn einer ausnahmsweisen Hei-

lung des Mangels – selbst bei einer schwerwiegenden Gehörsverletzung 

abzusehen, sofern die Rückweisung zu einem formalistischen Leerlauf und 

damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem (der Anhö-

rung gleichgestellten) Interesse der betroffenen Partei an einer beförderli-

chen Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wären (BGE 132 V 387 

E. 5.1, 127 V 431 E. 3d/aa und 126 V 130 E. 2b je m.H.; vgl. Urteil des 

BVGer B-312/2014 vom 14. August 2014 E. 2.3 f. m.H.). 

4.3.3 In der Begründung des angefochtenen Entscheides vom 16. Oktober 

2013 finden sich keine Erwägungen zur Frage, ob die Kandidaten wegen 

der Verwendung von Passagen aus einem Fachbuch als Prüfungsaufga-

ben ungleich behandelt wurden. Läge effektiv eine solche Ungleichbe-

handlung vor, müsste eventuell eine mindestens teilweise Wiederholung 

der Prüfung ins Auge gefasst werden. Angesichts dessen könnte die vom 

Beschwerdeführer aufgeworfene Gleichbehandlungsthematik durchaus 

entscheidrelevant sein. Die Vorinstanz hätte sich deshalb in der Begrün-

dung ihres Entscheides wenigstens kurz dazu äussern müssen. Insofern 

lässt sich eine Verletzung des Anspruchs des Beschwerdeführers auf 

rechtliches Gehör feststellen. 

B-6465/2013 

Seite 10 

4.3.4 Allerdings konnte sich der Beschwerdeführer im vorliegenden Verfah-

ren, in welchem das Bundesverwaltungsgericht sowohl den Sachverhalt 

als auch die Rechtslage frei überprüfen kann, in Kenntnis der Vorakten ein-

lässlich zum angefochtenen Entscheid äussern. Unter diesen Umständen 

und unter Berücksichtigung des Beschleunigungsgebots käme eine Rück-

weisung einem formalistischen Leerlauf und einer Verzögerung des Ver-

fahrens gleich, die nicht mit dem prozessökonomischen Interesse (auch) 

des Beschwerdeführers an einer beförderlichen Beurteilung der Sache zu 

vereinbaren wäre. Von einer Rückweisung derselben an die  

Vorinstanz zur Gewährung des rechtlichen Gehörs hinsichtlich der Rüge 

der Ungleichbehandlung ist somit entsprechend der oben dargestellten 

Praxis abzusehen. 

4.4 Ferner macht der Beschwerdeführer geltend, das Bestehen der Prü-

fung sei ihm zugesichert worden. 

4.4.1 Er bringt vor, der Präsident der Prüfungskommission habe ihm am 

13. September 2011 geschrieben, er dürfe davon ausgehen, dass er die 

Fallstudie "Unternehmensrechnung" bestehen werde, wenn er das Fach 

gemäss Wegleitung beherrsche. In der Nachprüfung vom August 2012 

habe er dann eine genügende Note erzielt und damit bewiesen, dass er 

das Fach gemäss Wegleitung beherrsche. Trotz der Zusicherung, dass 

man die Prüfung beim Beherrschen des Faches bestehe, sei ihm das Be-

stehen verwehrt worden. 

4.4.2 Im erwähnten Schreiben an den Beschwerdeführer vom 13. Septem-

ber 2011 hielt die Prüfungskommission namentlich Folgendes fest: 

"Im Anschluss an die schriftliche Marketingleiterprüfung in Basel haben wir 

Sie darüber informiert, dass die Prüfungskommission Ihre kritischen Be-

merkungen zum Umfang und Inhalt der Fallstudie 'Unternehmensrech-

nung' sehr ernst nimmt. Dies hat uns veranlasst, die Fallstudie einer ex-

ternen Qualitätsprüfung zu unterziehen. 

Diese Prüfung ist erfolgt, und wir haben nun von unabhängiger Stelle die 

Bestätigung dafür, dass Ihre Kritik berechtigt war. Der Umfang der Prüfung 

war zu gross, und ein Teil der Prüfungsaufgaben entspricht nicht den Vor-

gaben der Wegleitung. […] 

[…] 

Bei der Korrektur werden die nicht wegleitungskonformen Aufgaben nicht 

bewertet, und es wird bei der Bewertung dem Zeitaspekt angemessen und 

grosszügig Rechnung getragen. Konkret bedeutet dies, dass die maximal 

erreichbare Punktzahl für diese Fallstudie auf der Basis von 60 statt den 

ursprünglich 100 Punkten angesetzt wird. […] 

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Seite 11 

[…] 

Wir hoffen, Sie mit dieser Orientierung entlasten zu können. Sie dürfen 

nämlich davon ausgehen, dass Sie die Fallstudie 'Unternehmensrech-

nung' bestehen werden, wenn Sie das Fach gemäss Wegleitung beherr-

schen. Konzentrieren Sie sich deshalb jetzt voll und ganz auf die anste-

henden mündlichen Prüfungen, zu denen wir Ihnen viel Erfolg wünschen." 

4.4.3 Eine Zusicherung, wonach der Beschwerdeführer unter den genann-

ten Voraussetzungen die (gesamte) Prüfung bestehen würde, lässt sich 

aus dem Brief der Erstinstanz nicht herauslesen. Auf die entsprechende 

Rüge ist daher nicht weiter einzugehen. 

  

In materieller Hinsicht rügt der Beschwerdeführer einerseits eine zu tiefe 

Benotung seiner Lösung zu Aufgabe 1b im Fach "Unternehmensrech-

nung", andererseits eine Ungleichbehandlung der Prüfungskandidaten 

durch die Verwendung von Fragestellungen aus einem Fachbuch bei eben-

dieser Aufgabe. 

5.1 Was den Vorwurf der Ungleichbehandlung angeht, so lässt sich nicht 

eruieren, ob einzelne Prüfungskandidaten die betreffenden Fragen und 

Antworten aus dem Lehrbuch "Das Rechnungswesen als Führungsinstru-

ment" von Jürg Leimgruber und Urs Prochinig schon kannten, als sie zum 

Examen antraten. Der Beschwerdeführer untermauert seine Rüge auch 

nicht mit entsprechenden Hinweisen. Abgesehen davon sind das Lehrmit-

tel (Theorie und Aufgaben) sowie der zugehörige Lösungsband im Buch-

handel und gewiss auch in Bibliotheken erhältlich. Alle Kandidaten hätten 

sie also konsultieren und sich Aufgaben und Lösungen daraus einprägen 

können. Aber selbst wenn jemand vor der Prüfung Zugriff auf das Lehrbuch 

und die Lösungen gehabt haben sollte, wäre nicht garantiert, dass er in der 

Prüfung davon profitieren konnte, zumal es nicht leichtfallen dürfte, sich 

alle einschlägigen Fragen und Antworten zu merken. Schliesslich mussten 

die Kandidaten ohnehin in der Lage sein, die Prüfungsaufgaben anhand 

des im Lehrgang "Marketingleiter" erworbenen Wissens korrekt zu lösen, 

unabhängig davon, ob ihnen die fraglichen Passagen des genannten Fach-

buches geläufig waren oder nicht. Vor diesem Hintergrund ist nicht ersicht-

lich, inwiefern der Beschwerdeführer auf unstatthafte Weise anders behan-

delt worden sein sollte als andere Prüfungskandidaten. 

5.2 Mit Blick auf die Benotung von Aufgabe 1 im Fach "Unternehmensrech-

nung" verlangt der Beschwerdeführer sinngemäss eine Erhöhung der 

Punktzahl um 1 ½. 

B-6465/2013 

Seite 12 

5.2.1 Dabei bezieht er sich zum einen auf die Stellungnahme des verant-

wortlichen Prüfungsexperten vom 8. Juni 2013 im vorinstanzlichen Be-

schwerdeverfahren, worin dieser bei Aufgabe 1a die Anhebung der Punkt-

zahl um ½ befürwortete, weil der Kerngehalt der Antwort, trotz Unschärfe, 

richtig sei, was für eine höhere Note aber nicht ausreiche. Zum andern ver-

weist er auf E. 9 des Beschwerdeentscheides des BBT vom 14. Juni 2012, 

wo erwogen worden war, sofern der Beschwerdeführer in der Wiederho-

lungsprüfung die Note 4.5 erziele, erreiche er damit die Gesamtnote 4.0, 

was in Anwendung der Grenzfallregelung das Bestehen der Prüfung zur 

Folge hätte. Da die Höherbewertung von Aufgabe 1a des Fachs "Unter-

nehmensrechnung" weder im angefochtenen Beschwerdeentscheid vom 

16. Oktober 2013 noch in den Eingaben des Beschwerdeführers an das 

Bundesverwaltungsgericht überhaupt materiell thematisiert wurde, bleibt 

nur die Benotung von Aufgabe 1b dieses Fachs strittig. 

5.2.2 Aufgabe 1b des Fachs "Unternehmensrechnung" war im Multiple-

Choice- bzw. Wahlantwortverfahren zu lösen, d.h. pro Aussage war jeweils 

nur eine der Antwortoptionen "richtig" oder "falsch" korrekt. Bei der Aus-

sage "Die Methode des internen Ertragssatzes und die Kapitalwertme-

thode führen immer zum selben Investitionsentscheid." lautete die korrekte 

Antwort gemäss Lösungsschlüssel der Erstinstanz "falsch". Der Beschwer-

deführer kreuzte bei dieser Aussage indessen das Feld "richtig" an. 

5.2.3 In seiner Vernehmlassung an die Vorinstanz vom 8. Juni 2013 legte 

der Examinator dar, die strittige Aussage der Aufgabe 1b sei falsch, da es 

nachgewiesenermassen Fälle gebe, bei welchen beide Berechnungsme-

thoden auf ein unterschiedliches Ergebnis kämen. In der Aufgabenstellung 

sei nicht aufgeführt, dass es sich dabei um die Beurteilung eines einzelnen 

Projektes handle. Man könne beim Lösen dieser Aufgabe somit nicht da-

von ausgehen, dass es sich lediglich um die Prüfung einer einzelnen In-

vestition handle. Auch die Variante mit mehreren zu vergleichenden Pro-

jekten müsse in Betracht gezogen werden. Die beiden Methoden "Kapital-

wert" bzw. "interner Ertragssatz" könnten beim Vergleich mehrerer Investi-

tionsgüter durchaus zu unterschiedlichen Ergebnissen bzw. Investitions-

entscheiden führen. Schon in seiner Stellungnahme an die Vorinstanz vom 

26. März 2013 hatte der Examinator die selbe Meinung vertreten, wobei er 

als Nachweis eine Aufgabe mit Lösung aus dem oben erwähnten Lehrbuch 

"Das Rechnungswesen als Führungsinstrument" herangezogen hatte. 

5.2.4 Der Beschwerdeführer stellt sich auf den Standpunkt, neben der Al-

ternative "falsch" sei auch die Alternative "richtig" vertretbar. Er beruft sich 

B-6465/2013 

Seite 13 

auf eine E-Mail-Korrespondenz vom 11./12. November 2013 zwischen 

Y._______, einem ihm offenbar persönlich bekannten Dozenten für Rech-

nungswesen, sowie Z._______, einem der beiden Verfasser des Lehr-

buchs "Das Rechnungswesen als Führungsinstrument", aus dessen Auf-

gabe 44.17 die letzten vier von insgesamt sechs Aussagen in die hier zur 

Diskussion stehende Prüfungsaufgabe 1b übernommen worden waren. 

Am 11. November 2013 schrieb Y._______ Folgendes an Z._______ [Fett-

schrift gemäss Originaltext]: 

"Im Fach Investitionsrechnung vertrete ich die Meinung, dass bezogen auf ein 

zu beurteilendes Projekt alle Methoden der dynamischen Verfahren zu dem-

selben Entscheid führen. 

[…] 

In der Aufgabe 44.17 im Lehrbuch müssen die Aussagen angekreuzt werden, 

welche richtig sind. 

Unter m) steht: 'Die Methode des internen Ertragssatzes und die Kapitalwert-

methode führen immer zum selben Investitionsentscheid.' 

Im Lösungsbuch wird der Buchstabe m) als nicht richtig aufgeführt, folglich ist 

Ihrer Ansicht nach diese Aussage falsch. 

Bezogen auf zwei Projekte mit unterschiedlichen Cashflows und Kapitalein-

sätzen würde ich die Aussage ebenfalls als falsch beurteilen. 

Die Formulierung der zu beurteilenden Aussage lässt meiner Meinung nach 

jedoch offen, ob zwei unterschiedliche oder ein Projekt gemeint sind." 

Z._______ antwortete am 12. November 2013 – laut Beschwerdeführer 

ohne Wissen um die eingereichte Beschwerde – wie folgt: 

"Im vorliegenden Fall ist Ihre Argumentation natürlich richtig. Wir sind still-

schweigend von einem Entscheid beim Vorliegen von Investitionsalternativen 

ausgegangen und nicht von einem Ja/Nein-Entscheid bei einem einzigen In-

vestitionsobjekt. 

Obwohl die Frage im Lehrbuch wegen des Wortes 'immer' genau genommen 

schon richtig gestellt und beantwortet ist (immer bedeutet ja, dass auch das 

Vorliegen mehrerer Investitionsalternativen in Betracht zu ziehen ist), finde ich 

die von Ihnen aufgeführten methodischen Überlegungen sinnvoll, sodass wir 

die betreffende Frage in der nächsten Auflage abändern oder durch eine an-

dere Frage ersetzen werden." 

Dieser Korrespondenz entnimmt der Beschwerdeführer, es sei nicht abwe-

gig, die fragliche Aufgabenstellung aus der Optik eines einzelnen Investiti-

onsprojekts zu beurteilen, da die Verfasser stillschweigend vom Vorliegen 

von Investitionsalternativen ausgegangen seien. Auch zeige die Tatsache, 

B-6465/2013 

Seite 14 

dass die Lehrbuchautoren die betreffende Frage in der Folgeauflage än-

dern oder ersetzen wollten, dass die Argumente des beigezogenen Fach-

dozenten korrekt seien. Rein rechnerisch – dieses Wort fehle zwar in der 

Formulierung, könne aber unter dem Titel Investitionsrechnung mitverstan-

den werden – führten wirklich beide Methoden immer zu demselben Ent-

scheid. 

5.2.5 In ihrer Vernehmlassung argumentiert die Vorinstanz, den Ausführun-

gen des Fachbuchautors könne entnommen werden, dass die Lösung des 

Beschwerdeführers falsch sei. Nur wenn die Aufgabe 1b abgeändert bzw. 

präzisiert werde, könne die Lösung des Beschwerdeführers als richtig be-

trachtet werden. Aufgabe 1b sei nun aber nach dem Multiple-Choice-Ver-

fahren zu beantworten. Das Wesensmerkmal des Multiple-Choice-Verfah-

rens liege darin, dass die Prüfungsleistung nur aus einem Ankreuzen oder 

Nichtankreuzen der Antworten bestehe. Der Prüfling habe keine Möglich-

keit, die von ihm gewählte Antwort zu begründen und so zusätzliche Grund-

lagen für die Bewertung seiner Prüfungsleistung durch die Experten zu 

schaffen. Alle prüfungsrechtlich relevanten Entscheidungen müssten also 

schon bei der Fragestellung bzw. den vorgegebenen Antworten getroffen 

werden. Die Vorinstanz schliesst daraus, es sei nicht zulässig, die Frage-

stellung in Aufgabe 1b abzuändern bzw. die vorgegebene Antwort zu er-

gänzen. Dies gelte umso mehr auch im Rahmen eines Beschwerdeverfah-

rens. Aufgrund des Gesagten sei es daher ohne Weiteres gerechtfertigt, 

die Lösung des Beschwerdeführers bei Aufgabe 1b als falsch zu qualifizie-

ren. Im Übrigen verweist die Vorinstanz auf ihren angefochtenen Ent-

scheid. 

5.2.6 Gestützt auf Art. 49 Bst. c VwVG kann der Beschwerdeführer unter 

anderem rügen, die von der Erstinstanz innerhalb ihres Ermessensspiel-

raums vorgenommene Beurteilung sei nicht richtig, also unangemessen. 

Nach konstanter Praxis des Bundesverwaltungsgerichts ist allerdings auf 

die Erklärungen der Prüfungskommission bzw. der für sie handelnden Ex-

perten abzustellen, falls deren Einschätzungen insofern vollständig sind, 

als darin die substantiierten Rügen des Beschwerdeführers beantwortet 

werden und falls die Bewertung nicht als fehlerhaft oder offensichtlich un-

angemessen erscheint und auch keine Anzeichen dafür vorliegen, dass 

sich die Examinatoren von sachfremden Kriterien haben leiten lassen. Die 

Auffassung der Experten muss nachvollziehbar und einleuchtend sein, ins-

besondere soweit sie von derjenigen des Beschwerdeführers abweicht 

(vgl. zum Ganzen BVGE 2010/21 E. 5.1, 2010/11 E. 4.2 f. und 2010/10 

E. 4.1). 

B-6465/2013 

Seite 15 

In Wahlantwortverfahren im Speziellen müssen die Prüfungsfragen zuver-

lässige Ergebnisse ermöglichen, weshalb sie verständlich, widerspruchs-

frei und eindeutig zu formulieren sind (Urteil des BVGer B-5503/2010 vom 

11. Mai 2012 E. 5.5 m.H.). Beim Lesen und Beantworten der Fragen muss 

der Kandidat grundsätzlich vom Normal- bzw. Regelfall des in der Aufgabe 

dargestellten Sachverhalts ausgehen und sich an den genauen Wortlaut 

der Frage halten (Urteil des BVGer B-5503/2010 E. 5.4 m.H.). 

5.2.7 Aus dem oben (E. 5.2.4) zitierten E-Mail des Fachbuchautors 

schliesst die Vorinstanz, dass die Lösung des Beschwerdeführers falsch 

sei und nur durch eine Präzisierung der Aufgabenstellung als richtig taxiert 

werden könnte. Implizite nimmt sie an, dass der Fachbuchautor die Ant-

wortoption "richtig" für nicht vertretbar hält. In der Tat erklärte dieser, die 

Frage im Lehrbuch sei wegen des Wortes "immer" genau genommen 

schon richtig gestellt und beantwortet, denn "immer" bedeute ja, dass auch 

das Vorliegen mehrerer Investitionsalternativen in Betracht zu ziehen sei. 

Gleichzeitig kündigte er aber an, die betreffende Frage werde in der Folge-

auflage des Lehrmittels geändert oder ersetzt. 

5.2.8 Der verantwortliche Examinator setzte sich in seinen Stellungnah-

men an die Vorinstanz vom 11. Januar 2013, 26. März 2013 und 8. Juni 

2013 einlässlich mit der Kritik des Beschwerdeführers an der strittigen Prü-

fungsaufgabe sowie an der Bewertung seiner Lösung auseinander. Im 

Kern dreht sich diese Kritik um die Frage, ob die Aufgabenstellung eindeu-

tig genug formuliert war. Hält man sich exakt an deren Wortlaut, erscheint 

das Argument des Examinators, die Variante mit mehreren zu vergleichen-

den Projekten müsse ebenfalls in Betracht gezogen werden, überzeugend. 

Gestützt wird diese Sichtweise durch die Äusserung des Fachbuchautors, 

wegen des Wortes "immer" sei das Vorliegen mehrerer Investitionsalterna-

tiven mitzuberücksichtigen, weshalb die Frage im Lehrbuch genau genom-

men schon richtig gestellt sei. 

Als nicht stichhaltig entpuppt sich allerdings die Bemerkung des Examina-

tors, in der Aufgabenstellung sei nicht angeführt, dass es um ein einzelnes 

Projekt gehe. Ebensowenig findet sich dort nämlich ein Hinweis, wonach 

verschiedene Investitionsmöglichkeiten zur Debatte standen. Entspre-

chend konstatierte der Fachbuchautor in seinem oben wiedergegebenen 

E-Mail vom 12. November 2013, sie [die Verfasser des Lehrbuches "Das 

Rechnungswesen als Führungsinstrument"] seien stillschweigend von ei-

nem Entscheid beim Vorliegen von Investitionsalternativen ausgegangen. 

Selbst die Autoren des Lehrmittels zogen bei der Formulierung der Aufgabe 

B-6465/2013 

Seite 16 

also nicht in Betracht, dass der Investitionsentscheid neben mehreren al-

ternativen auch nur ein einzelnes Projekt zum Gegenstand haben kann. 

Offenkundig existiert für den der Aufgabenstellung zugrundeliegenden 

Sachverhalt auch kein Normal- oder Regelfall, von dem der Prüfungskan-

didat vermutungsweise auszugehen hatte, denn ein Investitionsentscheid 

in einem Unternehmen kann sich naturgemäss auf ein einzelnes oder auf 

mehrere alternative Projekte beziehen. Berücksichtigt man ferner die An-

kündigung des Buchautors, die strittige Frage werde in der Folgeauflage 

des Lehrmittels abgeändert oder ersetzt, ergibt sich insgesamt der 

Schluss, dass die Aufgabenstellung nicht eindeutig genug formuliert war. 

5.2.9 In seiner Stellungnahme zu Handen der Vorinstanz vom 8. Juni 2013 

erklärte der Examinator, wie er in seiner Antwort vom 26. März 2013 aus-

geführt habe, könnten die beiden Methoden "Kapitalwert" und "interner Er-

tragssatz" beim Vergleich mehrerer Investitionsgüter [Kursivsetzung nur im 

vorliegenden Urteil] durchaus zu unterschiedlichen Ergebnissen bzw. In-

vestitionsentscheiden führen. Mithin vertrat er nicht den Standpunkt, die 

Antwortoption "richtig" wäre auch dann fehlerhaft, wenn man nur von einem 

einzelnen Investitionsgut ausginge. Aus der oben wiedergegebenen E-

Mail-Korrespondenz zwischen dem vom Beschwerdeführer konsultierten 

Dozenten und dem Fachbuchautor lässt sich sodann folgern, dass die Ant-

wort des Beschwerdeführers als korrekt zu werten ist, wenn die Aufgabe 

auch im Sinne der Beurteilung nur einer einzelnen Investition verstanden 

werden darf. Weil dies mangels Eindeutigkeit der Aufgabenstellung zutrifft, 

ist die Beschwerde insofern gutzuheissen, was dem Beschwerdeführer bei 

der aus sechs Positionen bestehenden Aufgabe 1b einen zusätzlichen 

Punkt und damit die Maximalpunktzahl von 6 einbringt. 

5.2.10 Bezüglich Aufgabe 1a im Fach "Unternehmensrechnung" sprach 

sich der Examinator in seiner Stellungnahme an die Vorinstanz vom 8. Juni 

2013 für eine Erhöhung der Punktzahl des Beschwerdeführers um 0.5 auf 

Total 13 aus (vgl. oben E. 5.2.1). Vor diesem Hintergrund ist die Punktzahl 

des Beschwerdeführers bei Aufgabe 1a um 0.5 auf 13 anzuheben. 

  

Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerde gutzuheissen ist. Der 

angefochtene Entscheid des SBFI vom 16. Oktober 2013 sowie der Be-

schluss der Prüfungskommission über das Nichtbestehen der höheren 

Fachprüfung für Marketingleiter 2012 durch den Beschwerdeführer sind 

B-6465/2013 

Seite 17 

aufzuheben. Die Sache ist zwecks Neubewertung dieser und der gesam-

ten Prüfung des Beschwerdeführers im Sinne der Erwägungen, unter Be-

rücksichtigung der Grenzfallregelung, sowie zu anschliessender Neueröff-

nung des Ergebnisses an die Erstinstanz zurückzuweisen. 

  

Die Kosten des Verfahrens vor dem Bundesverwaltungsgericht werden in 

der Regel der unterliegenden Partei auferlegt; Vorinstanzen werden keine 

Verfahrenskosten auferlegt (Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG). Da das SBFI un-

terliegt, sind keine Verfahrenskosten zu erheben. Der Kostenvorschuss 

von Fr. 1'000.– ist dem Beschwerdeführer zurückzuerstatten. 

  

Eine Parteientschädigung (Art. 64 Abs. 1 VwVG) zu Gunsten des Be-

schwerdeführers fällt ausser Betracht, da dieser nicht anwaltlich vertreten 

ist und kein erheblicher Aufwand geltend gemacht wurde. 

  

Gemäss Art. 83 Bst. t des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 

(BGG, SR 173.110) können Entscheide über das Ergebnis von Prüfungen 

nicht mit Beschwerde beim Bundesgericht angefochten werden, weshalb 

das vorliegende Urteil endgültig ist. 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

  

Die Beschwerde wird gutgeheissen. Der angefochtene Beschwerdeent-

scheid vom 16. Oktober 2013 und der Beschluss der Prüfungskommission 

über das Nichtbestehen der höheren Fachprüfung für Marketingleiter 2012 

durch den Beschwerdeführer werden aufgehoben. Die Sache wird zwecks 

Neubewertung der Prüfung des Beschwerdeführers im Sinne der Erwägun-

gen, unter Berücksichtigung der Grenzfallregelung, sowie zu anschliessen-

der Eröffnung des korrigierten Ergebnisses an die Erstinstanz zurückge-

wiesen. 

  

Verfahrenskosten werden keine erhoben. Der Kostenvorschuss von  

Fr. 1'000.– wird dem Beschwerdeführer zurückerstattet. 

B-6465/2013 

Seite 18 

  

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

  

Dieses Urteil geht an: 

– den Beschwerdeführer; 

– die Vorinstanz; 

– die Erstinstanz. 

 

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Maria Amgwerd Urs Küpfer 

 

Versand: 21. Mai 2015