# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 895cf1ad-0684-5556-bb7a-ae872c4deead
**Source:** Appenzell Ausserrhoden (AR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-01-01
**Language:** de
**Title:** Appenzell Ausserrhoden Kantonsgericht Sammlung ARGVP ARGVP 1992 1227
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AR_Gerichte/AR_KG_005_ARGVP-1992-1227_nodate.pdf

## Full Text

A. Entscheide des Regierunasrates 1227

1227

Verfahren. Mit dem Rekurs können alle Mängel des Verfahrens ein­
schliesslich Ermessungsüberschreltung genügt werden (Art 20 des 
Gesetzes über das Verwaltungsverfahren, bGS 143.5).

Der Rekurs ist ein ordentliches, vollkommenes, devolutives, reformato- 
risches und prinzipales Rechtsmittel. Es können damit alle Mängel des 
Verfahrens und der angefochtenen Verfügung gerügt werden. Dazu 
gehören die unrichtige Anwendung und die Nichtanwendung eines im 
Gesetz ausgesprochenen oder sich daraus ergebenden Rechtssatzes, 
jede für den Entscheid erhebliche unrichtige oder ungenügende Fest­
stellung des Sachverhaltes, die unrichtige rechtliche Beurteilung einer 
Tatsache, die Verletzung von Form- und Verfahrensvorschrift und die 
fehlerhafte Ermessensausübung. Der Rekursinstanz steht volle Über­
prüfungsbefugnis zu, sowohl in rechtlicher wie auch in tatsächlicher 
Hinsicht (A. Kölz, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des 
Kantons Zürich, N. 10 zu § 20; vgl. auch H.J. Schär, Erläuterungen 
zum Verwaltungsverfahrensgesetz, N. 1 zu Art. 20 sowie Vorbemer­
kungen zu Art. 18-29, N. 1 ff.)- Die Rekursinstanz ist nicht nur berech­
tigt, sondern auch verpflichtet, ihre Überprüfungsbefugnis voll auszu­
schöpfen (Kölz, a.a.O., N. 11 zu § 20; Schär, a.a.O., N. 2 zu Art. 20). 
Die Ermessensüberprüfung ist demzufolge grundsätzlich in vollem 
Umfange möglich, gewisse Einschränkungen ergeben sich zuweilen 
als Folge der Gemeindeautonomie (vgl. Schär, a.a.O., N 4 zu Art. 20). 
So auferlegt sich der Regierungsrat bei der Auslegung der Ästhetikvor­
schriften der kommunalen Bauregiemente eine gewisse Zurückhal­
tung; er hebt den Entscheid einer Gemeindebehörde nicht lediglich 
wegen einer anderen ästhetischen Wertung des Falles auf. Auch in an­
deren Fällen, wo es auf die besondere Kenntnis der örtlichen Gege­
benheiten ankommt, stellt der Regierungsrat in weitem Masse auf die 
Beurteilung der Gemeindebehörde ab und setzt nicht sein Ermessen 
an die Stelle des vorinstanzlichen. Bei Ermessensüberschreitung ist 
dagegen das Einschreiten der Rekursinstanz angezeigt (Schär, a.a.O.,
N. 5 Art. 20).

RRB 14.4.1992

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