# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ed6329ef-fd15-5a0f-b047-ffe418d6b69f
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-08-23
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht II. Strafkammer 23.08.2019 SK2 2018 55
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_005_SK2-2018-55_2019-08-23.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

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Beschluss vom 23. August 2019

Referenz SK2 18 55

Instanz II. Strafkammer 

Besetzung Hubert, Vorsitzender
Pritzi und Brunner
Guetg, Aktuar

Parteien X._____
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. Silvia Däppen
Bahnhofstrasse 8, 7000 Chur 

gegen

Dr. med. Y._____
Beschwerdegegner
vertreten durch Rechtsanwalt Oskar Gysler
Schweizergasse 8, Postfach 1472, 8021 Zürich 

Gegenstand Verletzung des Berufsgeheimnisses etc.

Anfechtungsobj. Einstellungsverfügung Staatsanwaltschaft Graubünden vom 
07.09.2018, mitgeteilt am 12.09.2018 (Proz. Nr. VV.2015.613)

Mitteilung 27. August 2019

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I. Sachverhalt

A. Mit Schreiben vom 18. Februar 2015 reichte X._____, vertreten durch 
Rechtsanwältin Dr. iur. Silvia Däppen, bei der Staatsanwaltschaft Graubünden 
gegen ihren ehemaligen Arzt, Dr. med. Y._____, Facharzt für Psychiatrie und 
Psychotherapie, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Pierre Heusser, eine Straf-
anzeige bzw. einen Strafantrag ein. Sie machte geltend, dass Dr. med. Y._____ 
gegenüber A._____ Informationen über ihre Diagnose sowie Behandlung gemacht 
habe, ohne sich zuvor vom Berufsgeheimnis entbinden zu lassen. In einer Email 
vom 29. Juli 2014 an A._____ habe er sich zudem ehrverletzend über sie geäus-
sert. Nach Abbruch der Therapie habe ihr Dr. med. Y._____ trotz wiederholter Auf-
forderung ihre Krankenakten nicht wie gefordert ausgehändigt. Schliesslich habe 
Dr. med. Y._____ in einer Meldung an das Strassenverkehrsamt von Graubünden 
wahrheitswidrige Angaben gemacht. 

B. Die Staatsanwaltschaft Graubünden eröffnete mit Verfügung vom 15. April 
2015 gegen Dr. med. Y._____ eine Strafuntersuchung wegen Verletzung des Be-
rufsgeheimnisses gemäss Art. 321 Ziff. 1 StGB etc. (VV.2015.613). Gleichentags 
wurde die Kantonspolizei Graubünden mit der Ermittlung des Sachverhalts und 
der Befragung des Beschuldigten, der Anzeigeerstatterin sowie allfälliger Drittper-
sonen beauftragt.

C. Mit Parteimitteilung vom 7. November 2015 teilte die Staatsanwaltschaft 
Graubünden den Parteien den Abschluss der Strafuntersuchung mit und stellte die 
Einstellung des Verfahrens (VV.2015.613) in Aussicht. Die Rechtsanwältin von 
X._____ beantragte mit Eingaben vom 19. November 2015, 18. November 2016 
sowie 15. Dezember 2016, die Krankengeschichte von X._____ beizuziehen und 
einem Experten die Frage zu unterbreiten, ob die einen Monat nach Therapieab-
bruch am 1. September 2014 erfolgte Meldung an das Strassenverkehrsamt 
Graubünden aus medizinischer Sicht zulässig gewesen sei. Weiter beantragte sie, 
ihre Töchter einzuvernehmen. Bezüglich der schleppend erfolgten Aktenedition sei 
Dr. med. Y._____ mit dem von ihr eingereichten chronologischen Verlauf zu kon-
frontieren. Schliesslich beantragte sie die Einholung eines Gutachtens darüber, ob 
der Emailverkehr zwischen Dr. med. Y._____ und A._____ als Supervision aufge-
fasst werden könne. Nach Einsichtnahme in die zwischenzeitlich eingeholten 
Krankenakten bestätigte Rechtsanwältin Dr. iur. Silvia Däppen mit Schreiben vom 
18. April 2018, dass sich aus diesen keine neuen Erkenntnisse ergeben hätten. An 
den gestellten Beweisanträgen werde festgehalten.

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D. Mit Verfügung vom 7. September 2018, mitgeteilt am 12. September 2018, 
erkannte die Staatsanwaltschaft Graubünden was folgt:

1. Das Strafverfahren gegen Dr. Y._____ wegen Verletzung des Be-
rufsgeheimnisses gemäss Art. 321 Ziff. 1 Abs. 1 StGB, Sachentzie-
hung gemäss Art. 141 StGB, übler Nachrede gemäss Art. 173 Ziff. 1 
StGB sowie falschen Zeugnisses gemäss Art. 307 Abs. 1 StGB in 
Verbindung mit Art. 309 lit. a StGB zum Nachteil von X._____ wird 
eingestellt. 

2. Die im Zusammenhang mit der vorliegenden Einstellungsverfügung 
aufgelaufenen Verfahrenskosten von CHF 740.00 werden auf die 
Staatskasse genommen. 

3. a) Dr. Y._____ wird im Zusammenhang mit der vorliegenden Einstel-
lungsverfügung eine Entschädigung von CHF 2'443.15, zuzüglich 
8% Mehrwertsteuer (CHF 195.45), total CHF 2'638.60 zugespro-
chen. 

b) Die Finanzverwaltung Graubünden wird angewiesen, die Dr. 
Y._____ zugesprochene Entschädigung von CHF 2'638.60 nach 
Rechtskraft dieser Verfügung an RA Dr. iur. HSG Andrea Cantieni, 
Bahnhofstrasse 8, 7000 Chur (Konto: IBAN _____) zu überweisen.

4. Eine weitere Entschädigung wird nicht zugesprochen. 

E. Gegen diese Verfügung liess X._____ (nachfolgend Beschwerdeführerin), 
vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. Silvia Däppen, mit Eingabe vom 24. Sep-
tember 2018 Beschwerde an das Kantonsgericht von Graubünden führen und das 
Folgende beantragen:

1. Es seien Dispositiv Ziff. 1 bis 4 der Einstellungsverfügung der Staats-
anwaltschaft Graubünden vom 7./12. September 2018 
(VV.2015.613/MA) aufzuheben.

2. Es sei die Staatsanwaltschaft Graubünden anzuweisen, den Sachver-
halt korrekt abzuklären und es sei ihr die verbindliche Weisung zu er-
teilen, von einer medizinischen Fachperson ein Gutachten zur Frage 
einzuholen, ob die ärztliche Meldung bei Zweifel an der Fahreignung 
aus medizinischer Sicht zulässig war.

3. Es sei die Staatsanwaltschaft Graubünden anzuweisen, die von der 
Beschwerdeführerin am 18. November 2016 (act. 1/19) beantragten 
Beweise zu erheben.

4. Es sei die Beschwerdeführerin für die ihr entstandenen Kosten zu ent-
schädigen. 

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F. In ihrer Vernehmlassung vom 8. Oktober 2018 beantragt die Staatsanwalt-
schaft Graubünden (nachfolgend Staatsanwaltschaft) die kostenfällige Abweisung 
der Beschwerde, soweit darauf überhaupt einzutreten sei. 

G. Mit Eingabe vom 30. Oktober 2018 teilte Rechtsanwalt Dr. iur. Andrea Can-
tieni dem Vorsitzenden der II. Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubünden 
mit, dass Dr. med. Y._____ (nachfolgend Beschwerdegegner oder Beschuldigter) 
neu von Rechtsanwalt lic. iur. Oskar Gysler vertreten werde. Dieser liess sich auch 
innert erstreckter Frist zur Beschwerde nicht vernehmen.

H. Mit Verfügung des Vorsitzenden der II. Strafkammer des Kantonsgerichts 
von Graubünden vom 14. Februar 2019 (SK2 18 58), gleichentags mitgeteilt, wur-
de das Gesuch der Beschwerdeführerin vom 8. Oktober 2018 um Gewährung der 
unentgeltlichen Rechtspflege und Verbeiständung abgewiesen und die Beschwer-
deführerin aufgefordert, dem Kantonsgericht bis zum 4. März 2019 eine Sicher-
heitsleistung von CHF 2'000.00 für Kosten und Entschädigungen zu überweisen. 
Die Zahlung erfolgte innert Frist. 

I. Auf die weiteren Ausführungen in den Akten, in der angefochtenen Einstel-
lungsverfügung und in den Eingaben wird, soweit erforderlich, in den nachstehen-
den Erwägungen eingegangen.

II. Erwägungen

1.1. Die Parteien können Einstellungsverfügungen, die von der Staatsanwalt-
schaft gestützt auf Art. 319 StPO erlassen wurden, innert 10 Tagen bei der Be-
schwerdeinstanz anfechten. Die Zulässigkeit der Beschwerde gegen Einstellungs-
verfügungen der Staatsanwaltschaft ergibt sich aus Art. 322 Abs. 2 StPO und 
Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO. Die vorliegend angefochtene Einstellungsverfügung 
vom 12. September 2018 wurde der Beschwerdeführerin am 13. September 2018 
zugestellt. Die Beschwerde vom 24. September 2018 ist folglich innert der 10-
tägigen Frist erfolgt. Überdies erfolgte die Beschwerde schriftlich und begründet 
(Art. 396 Abs. 2 StPO).

1.2. Gemäss Art. 382 Abs. 1 StPO ist jede Partei, die ein rechtlich geschütztes 
Interesse an der Aufhebung oder Änderung eines Entscheides hat, zur Ergreifung 
eines Rechtmittels legitimiert. Dabei hat sich die geschädigte Person insbesonde-
re im Strafpunkt zu konstituieren, andernfalls ihre Beschwerdelegitimation entfällt 
(Urteil des Bundesgerichts 1B_298/2012 vom 27. August 2012, E. 2.1). Vorliegend 
hat die Beschwerdeführerin am 18. Februar 2015 gegen den Beschwerdegegner 

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(Beschuldigter) Strafantrag bzw. Strafanzeige wegen mehrfacher Verletzung des 
Berufsgeheimnisses i.S.v. Art. 321 Ziff. 1 StGB, Ehrverletzung i.S.v. Art. 173 f. 
StGB, Sachentziehung i.S.v. Art. 141 StGB, Falschaussage i.S.v. Art. 307 i.V.m. 
Art. 309 lit. a StGB gestellt (vgl. StA act. 5/1) und sich so als Privatklägerin konsti-
tuiert (vgl. Art. 118 Abs. 1 und 2 StPO). Folglich tritt sie im fraglichen Strafverfah-
ren als Partei auf und ist − zumal sie offensichtlich über ein rechtlich geschütztes 
Interesse an der Aufhebung der Einstellungsverfügung besitzt − auch zur Erhe-
bung der Beschwerde legitimiert. 

1.3. Die Zuständigkeit der II. Strafkammer des Kantonsgerichts als Beschwer-
deinstanz zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde ergibt sich aus Art. 20 
Abs. 1 lit. b StPO in Verbindung mit Art. 22 EGzStPO in Verbindung mit Art. 10 
Abs. 1 der Verordnung über die Organisation des Kantonsgerichts (KGV; BR 
173.100). Die übrigen formellen Voraussetzungen geben zu keinen Bemerkungen 
Anlass. Damit sind die formellen Voraussetzungen erfüllt, sodass auf die Be-
schwerde eingetreten werden kann.

2.1. Die Beschwerde nach Art. 393 ff. StPO wird in einem schriftlichen Verfah-
ren behandelt. Heisst die Behörde die Beschwerde gut, so fällt sie einen neuen 
Entscheid oder hebt den angefochtenen Entscheid auf und weist ihn zur neuen 
Entscheidung an die Vorinstanz zurück (Art. 397 Abs. 1 und 2 StPO). Heisst sie 
die Beschwerde gegen eine Einstellungsverfügung gut, so kann sie der Staatsan-
waltschaft oder der Übertretungsstrafbehörde für den weiteren Gang des Verfah-
rens Weisungen erteilen (Art. 397 Abs. 3 StPO). Unter dem Gesichtspunkt der 
Gewaltentrennung bzw. der in Art. 4 StPO statuierten Unabhängigkeit der einzel-
nen Strafbehörden ist diese Weisungsbefugnis nicht unproblematisch (vgl. Patrick 
Guidon, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische 
Strafprozessordnung, 2. Auflage, Basel 2014, N 7 zu Art. 397 StPO), weswegen 
das Kantonsgerichtgericht von Graubünden Weisungen nur zurückhaltend erteilt 
(vgl. Urteil des Kantonsgerichts von Graubünden SK2 16 16 vom 9. August 2016 
E. 6a m.w.H.). Mit der Beschwerde können gemäss Art. 393 Abs. 2 StPO Rechts-
verletzungen, einschliesslich Überschreitung und Missbrauch des Ermessens, 
Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung (lit. a), die unvollständige oder un-
richtige Feststellung des Sachverhaltes (lit. b) sowie Unangemessenheit (lit. c) 
gerügt werden. Rechtsverletzungen liegen insbesondere in Verstössen gegen 
Bundes- und kantonales Recht (Andreas Keller, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber 
[Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO], 2. Auflage, 
Zürich 2014, N 38 zu Art. 393 StPO). Die Rechtsmittelinstanz verfügt über eine 
volle Kognition und kann die angefochtene Verfügung vollständig in allen Rechts- 

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und Tatfragen überprüfen (vgl. Patrick Guidon, a.a.O., N 15 f. zu Art. 393 StPO). 
Die Beschwerdeinstanz ist weder an die Begründung der Parteien noch – ausser 
bei der Beurteilung von Zivilklagen – an deren Anträge gebunden (vgl. Patrick 
Guidon, a.a.O., N 15 zu Art. 393 StGB). 

2.2. Die Beschwerde hat sich gegen konkrete Beschlüsse, Verfügungen und 
Verfahrenshandlungen zu richten. Auf eine Beschwerde mit bloss pauschaler Kri-
tik an der angeblich mangelhaften Untersuchungsführung und deren Einfluss auf 
die Qualität der Beweise, oder mit der abstrakte Fragen der Rechtsanwendung 
unterbreitet werden, ist nicht einzutreten. Die Beschwerdeinstanz ist keine Art "Er-
satz-Untersuchungsbehörde", welche gestaltend Einfluss auf die Untersuchung 
oder die Modalitäten der Untersuchungsführung nimmt (vgl. Andreas J. Keller, in: 
Donatsch/Hansjakob/Lieber [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Strafpro-
zessordnung [StPO], 2. Auflage, Zürich 2014, N 12a zu Art. 393 StPO; Niklaus 
Ober-holzer, Grundzüge des Strafprozessrechts, 3. Aufl., Bern 2012, N 1597). Der 
Gegenstand des Beschwerdeverfahrens wird damit durch den angefochtenen Be-
schluss bzw. die angefochtene Verfügung oder Verfahrenshandlung begrenzt; 
durch die Beschwerdeinstanz kann – abgesehen von Fällen der Rechtsverweige-
rung oder -verzögerung – grundsätzlich nur überprüft werden, was von der Vor-
instanz entschieden wurde.

3. Die Beschwerdeführerin führt mit Hinweis auf Art. 5 Abs. 1 StPO zutreffend 
aus, dass Strafverfahren unverzüglich an die Hand zu nehmen und ohne Verzöge-
rung zum Abschluss zu bringen seien. Worauf sie mit diesem Vorbringen abzielt, 
erschliesst sich der Beschwerdeinstanz indessen nicht. Zwar schildert die Be-
schwerdeführerin sodann den zeitlichen – durchaus eher schleppenden – Verfah-
rensgang, beginnend mit der Übermittlung ihrer Strafanzeige bzw. des Strafantra-
ges vom 18. Februar 2015 bis hin zur angefochtenen Einstellungsverfügung vom 
7. September 2018. Sie rügt jedoch weder eine Verletzung des vorgenannten 
Grundsatzes noch leitet sie gestützt darauf irgendwelche Rechte ab. Vor diesem 
Hintergrund braucht auf die entsprechende Thematik nicht weiter eingegangen zu 
werden, zumal konkrete Anträge fehlen. 

4. Gemäss Art. 308 Abs. 1 StPO besteht der Zweck der Untersuchung darin, 
den Sachverhalt in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht so weit abzuklären, dass 
das Vorverfahren abgeschlossen werden kann. Bei der Verfolgung dieses Zwecks 
steht der Untersuchungsbehörde ein gewisser Ermessensspielraum zu. Insbeson-
dere hat sie diejenigen Vorkehrungen zu treffen, die zur Klärung des Falles We-
sentliches beizutragen vermögen. Sie ist aber nicht verpflichtet, alle erdenklichen 
Ermittlungshandlungen vorzunehmen (vgl. Urteil Bundesgerichts 1B_372/2012 

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vom 18. September 2012 E. 2.7). Eine vollständige oder teilweise Einstellung er-
folgt nach Art. 319 Abs. 1 StPO unter anderem, wenn sich ein Tatverdacht nicht in 
einem Mass erhärten lässt, das eine Anklage rechtfertigt (lit. a), kein Straftatbe-
stand erfüllt ist (lit. b) oder Prozessvoraussetzungen definitiv nicht erfüllt werden 
können bzw. Prozesshindernisse aufgetreten sind (lit. d).

Eine Anklage ist in der Regel nur dann zu erheben, wenn genügend Anhaltspunk-
te vorliegen, welche es rechtfertigen, das Verfahren weiterzuführen, und die 
Staatsanwaltschaft die Tatbeteiligung sowie eine Sanktion im Zeitpunkt der Ankla-
geerhebung für wahrscheinlich hält. Keine Anklage ist zu erheben, wenn mit Si-
cherheit oder grosser Wahrscheinlichkeit mit einem Freispruch zu rechnen ist. Bei 
zweifelhafter Beweis- bzw. Rechtslage hat jedoch nicht die Untersuchungsbehör-
de über die Stichhaltigkeit des strafrechtlichen Vorwurfs zu entscheiden, sondern 
das für die materielle Beurteilung zuständige Gericht. Es gilt nach der bundesge-
richtlichen Rechtsprechung der Grundsatz in dubio pro duriore (BGE 138 IV 86 = 
Pra 101 [2012] Nr. 114 E. 4.1.1; BGE 137 IV 219, 226 f. E. 7). Die Möglichkeit ei-
ner Verfahrenseinstellung ist allerdings nicht auf die Fälle zu beschränken, in de-
nen eine Verurteilung mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausge-
schlossen erscheint. Eine zu restriktive Rechtsanwendung würde dazu führen, 
dass selbst bei geringer Wahrscheinlichkeit einer Verurteilung ein Anklagezwang 
bestünde. Der Grundsatz in dubio pro duriore verlangt lediglich bei Zweifeln (über 
die Straflosigkeit bzw. Prozesshindernisse) eine gerichtliche Beurteilung, wobei als 
praktischer Richtwert gelten kann, dass Anklage zu erheben ist, wenn eine Verur-
teilung wahrscheinlicher erscheint als ein Freispruch (BGE 138 IV 86 = Pra 101 
[2012] Nr. 114 E. 4.1.1; BGE 137 IV 219 E. 7; vgl. zum Ganzen auch: Nathan 
Landshut/Thomas Bosshard, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber, Kommentar zur 
Schweizerischen Strafprozessordnung, 2. Auflage, Zürich 2014, N 1 ff. zu Art. 308 
StPO und N 15 ff. zu Art. 319). Bei schweren Delikten kann sich bereits eine An-
klageerhebung aufdrängen, wenn sich die Wahrscheinlichkeiten eines Freispruchs 
oder einer Verurteilung in etwa die Waage halten (BGE 138 IV 186, 190 E. 4.1, m. 
w. H.).

Besonders schwierig sind erfahrungsgemäss jene Fälle, in denen ausser den sich 
widersprechenden Aussagen der Geschädigten und der beschuldigten Person 
keine wesentlichen Beweismittel vorhanden sind. Ein Einzelzeugnis kann dann als 
rechtsgenügender Beweis angesehen werden, wenn die Aussage in jeder Hinsicht 
als zuverlässig und unbefangen erscheint oder durch Indizien besonders gestützt 
wird. Belastet hingegen nach Ausschöpfung aller sachdienlichen Beweismöglich-
keiten einzig die Anschuldigung der Geschädigten den Beschuldigten und erweist 

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sich diese Anschuldigung als einziges Anklagefundament als zu wenig verlässlich 
oder tragfähig, hat eine Einstellung zu erfolgen (Nathan Landshut/Thomas Boss-
hard, a. a. O., N 17 zu Art. 319 StPO; Beschluss des Obergerichts Zürich 
UE170099 vom 23. August 2017 E. II/2, m. w. H.). Auch das Bundesgericht erach-
tet bei sich gegenüberstehenden gegensätzlichen Aussagen der Parteien dann 
eine Einstellung als zulässig, wenn es nicht möglich ist, die einzelnen Aussagen 
als glaubhafter oder weniger glaubhaft zu bewerten und keine weiteren Beweiser-
gebnisse zu erwarten sind (Urteile des Bundesgerichts 6B_918/2014 vom 2. April 
2015 E. 2.1.2 und 6B_856/2013 vom 3. April 2014 E. 2.2, je m. w. H.). Die Staats-
anwaltschaft tritt indes nicht selbst an die Stelle des Sachgerichts, sondern erwägt 
in Berücksichtigung der massgebenden Beweiswürdigungs- und Subsumtions-
grundsätze, welche Möglichkeiten für das Gericht offenstehen (vgl. Niklaus Ober-
holzer, Grundzüge des Strafprozessrechts, 3. Auflage, Bern 2012, N 1395).

5.1. Im Strafantrag vom 18. Februar 2015 wird dem Beschwerdegegner eine 
Verletzung von Art. 321 StGB vorgeworfen. Er habe am 28. Juli 2014 auf eine 
Email-Anfrage von A._____ um eine vertrauliche Rückmeldung ohne Schweige-
pflichtentbindung Angaben über die Diagnose und Behandlung der Beschwerde-
führerin gemacht (vgl. StA act. 5/1, Ziff. 9 und 11). Die Staatsanwaltschaft stellte 
das Verfahren in diesem Punkt ein. Sie führte aus, dass die Beschwerdeführerin 
A._____ mit Email vom 27. Juli 2014 über diverse Aspekte ihrer Behandlung ori-
entiert und diverse Anschuldigungen gegen den Beschwerdegegner erhoben ha-
be. Das Email sei an den Beschwerdegegner vertraulich weitergeleitet worden. 
Dieser habe sodann informell gegenüber A._____ mit Email vom 28. Juli 2014 
hinsichtlich der gegen ihn erhobenen Vorwürfe Stellung bezogen. Ein Vergleich 
des Inhaltes beider Emails zeige, dass der Beschwerdegegner in seinem Email 
vom 28. Juli 2014 A._____ gegenüber keine dieser nicht schon bekannte Tatsa-
chen mitgeteilt habe. Damit habe A._____ bereits verlässliches und vollständiges 
Wissen über die Diagnose und Therapie der Beschwerdeführerin sowie die aus 
ihrer Sicht daraus resultierenden Schwierigkeiten besessen. Folglich sei keine ge-
heime Tatsache offenbart worden. Es fehle am objektiven Tatbestand von Art. 321 
Ziff. 1 StGB. Die aufgeworfene Frage, ob die Kontakte zu A._____ den Anforde-
rungen einer Supervision genügen würden, könne offen gelassen werden (vgl. 
angefochtene Verfügung E. 7.).

5.2. Die Beschwerdeführerin trägt vor, dass sowohl die Standesregeln als auch 
die Berufsordnungen der Fachverbände der Psychologen festlegen würden, dass 
das Patientengeheimnis auch gegenüber Kollegen und Kolleginnen gelten würde. 
Der Austausch zwischen dem Beschwerdegegner und A._____ hätte entspre-

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chend anonymisiert erfolgen müssen, ohne dass Rückschlüsse auf die Patientin 
möglich gewesen wären. Der Staatsanwaltschaft fehle das nötige Fachwissen, um 
zu beurteilen, ob es sich bei der Email-Korrespondenz überhaupt um eine Super-
vision handeln würde. Die staatsanwaltschaftliche Feststellung, wonach der Be-
schwerdegegner in seiner Email vom 28. Juli 2014 "kurz" Stellung zu den gegen 
ihn erhobenen Vorwürfen erhoben habe, treffe nicht zu. Tatsächlich habe der Be-
schwerdegegner am 29. Juli 2014 eine dreiseitige Email an A._____ gesendet 
(StA act. 10/10), in welcher er den gesamten Therapieverlauf schildere. Damit ha-
be der Beschwerdegegner gegenüber A._____ dieser bislang nicht bekannte Tat-
sachen offenbart. Zur Veranschaulichung reichte die Beschwerdeführerin eine Ko-
pie der besagten Email ins Recht, in welcher die mutmasslich A._____ nicht be-
kannten Tatsachen gelb markiert sind (vgl. act. B.6). Weiter bestreitet die Be-
schwerdeführerin, dass A._____ aufgrund ihrer Email vom 27. Juli 2014 "verlässli-
ches noch vollständiges Wissen über die Diagnose und Therapie" erlangt habe. Im 
Ergebnis habe der Beschwerdegegner die Diagnose begründet und Einzelheiten 
aus der gesamten Therapiezeit bekanntgegeben. Hierfür bestehe kein Rechtferti-
gungsgrund. Die Staatsanwaltschaft habe den Sachverhalt falsch festgestellt. Sie 
hätte abklären müssen, ob die Korrespondenz zwischen dem Beschwerdegegner 
und A._____ eine Supervision darstellen würde. Auch hätte sie prüfen müssen, ob 
der Beschwerdegegner gegenüber einer der Supervisorin namentlich bekannten 
Patientin habe Angaben machen dürfen. Eine stillschweigende oder konkludente 
Einwilligung zur Geheimnisoffenbarung liege nicht vor. Schliesslich wirft die Be-
schwerdeführerin der Staatsanwaltschaft vor, dass A._____ nicht als Zeugin ein-
vernommen worden sei. Stattdessen habe sie sich auf eine vom Beschwerdegeg-
ner eingereichte Bescheinigung von A._____ gestützt, wodurch sie ihre Untersu-
chungspflichten verletzt habe (vgl. zum Ganzen act. A.1, S. 4., Ziff. 12. ff.).

5.3. Vorab ist festzustellen, dass die Staatsanwaltschaft in ihrer Einstellungsver-
fügung lediglich den Inhalt einer beschwerdegegnerischen Email vom 28. Juli 
2014 an A._____ (StA act. 5/17) auf eine mögliche Verletzung von Art. 321 Ziff. 1 
StGB hin überprüfte. Nur in diesem Punkt liegt ein bereits geprüfter Lebenssach-
verhalt vor, der Beschwerdegegenstand bilden kann. Wie erwähnt ist die Kognition 
der Beschwerdeinstanz auf und durch den angefochtenen Entscheid der Staats-
anwaltschaft beschränkt. Sie kann nicht über das hinausgehen, was die Staats-
anwaltschaft entschieden hat und entscheiden durfte (vgl. das Urteil des Bundes-
gerichts 6B_698/2016 vom 10. April 2017, E. 2.4.2.; vgl. vorstehend E. 2.2.). So-
fern die Beschwerdeführerin weitere Lebenssachverhalte in ihrer Beschwerde 
thematisiert – wie etwa die Übermittlung einer dreiseitigen beschwerdeführeri-
schen Email vom 29. Juli 2014 an A._____ (um 01:33 Uhr) (StA act. 10/10) sowie 

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die weitere Übermittlung einer Email vom 29. Juli 2014 des Beschwerdegegners 
an A._____ (um 14:55 Uhr) (StA act. 5/1, S. 4, Ziff. 10 und act. 5/14) –, geht dies 
über den Gegenstand des Beschwerdeverfahrens hinaus. Folglich ist darauf nicht 
einzutreten. Offenbleiben kann an dieser Stelle, ob die Staatsanwaltschaft alle zur 
Anzeige gebrachten Lebenssachverhalte einer gesetzlich vorgesehenen Erledi-
gung zugeführt hat. Es bleibt lediglich anzumerken, dass – sollte dem nicht so sein 
– bezüglich der zwar angezeigten, aber in der Einstellungsverfügung unerwähnt 
gebliebenen Lebenssachverhalte keine implizite Einstellung des Verfahrens vor-
liegt, gegen welche die Beschwerde zulässig wäre. Denn eine implizite Einstellung 
des Verfahrens steht nur dann zur Diskussion, wenn die Staatsanwaltschaft einen 
Strafbefehl erlassen oder Anklage beim Gericht erhoben hat (vgl. zum Ganzen 
den Beschluss des Kantonsgerichts von Graubünden SK2 17 50 vom 27. März 
2018, E. 1.2 m.w.H.), nicht aber, wenn eine Einstellungsverfügung nur bezüglich 
eines Teils der angezeigten bzw. untersuchten Lebenssachverhalte ergeht. In die-
sem Zusammenhang dürfte im Übrigen fraglich sein, ob der Sachverhalt im Zu-
sammenhang mit der um 01:33 Uhr versandten dreiseitigen Email vom 29. Juli 
2014 (StA act. 10/10) überhaupt zur Anzeige gebracht worden war, finden sich im 
Strafantrag vom 18. Februar 2014 doch keine entsprechenden Angaben (vgl. StA 
act. 5/1). Jedenfalls ist nach dem Gesagten in casu lediglich der Inhalt der Email 
des Beschwerdegegners vom 28. Juli 2014 (StA act. 5/17) an A._____ auf eine 
mögliche Verletzung von Art. 321 Ziff. 1 StGB hin zu überprüfen. 

5.4. Der Verletzung des Berufsgeheimnisses gemäss Art. 321 Ziff. 1 StGB ma-
chen sich unter anderem Ärzte sowie ihre Hilfspersonen strafbar, die ein Geheim-
nis offenbaren, das ihnen infolge ihres Berufs anvertraut worden ist oder das sie in 
dessen Ausübung wahrgenommen haben. Offenbaren bedeutet "jedes Verhalten, 
welches zur Kenntnisnahme der geheimen Tatsachen durch (mindestens) einen 
Aussenstehenden führt" (vgl. Karin Keller, Das ärztliche Berufsgeheimnis gemäss 
Art. 321 StGB, Zürich 1993, S. 110, m.w.H.). Die Art und Weise, auf welche die 
Geheimnisoffenbarung erfolgt, ist nicht massgeblich. Sie kann verbal oder nonver-
bal, mündlich oder schriftlich, explizit oder konkludent sowie durch Herausgabe 
von Schriftstücken erfolgen (Karin Keller, a.a.O., S. 112; BGE 75 IV 74). Ein Ge-
heimnis kann selbst dann offenbart werden, wenn der Empfänger die geheim zu 
haltende Tatsache bereits kennt oder vermutet, weil dadurch seine unsichere oder 
unvollständige Kenntnis ergänzt oder verstärkt wird (vgl. BGE 75 IV 71 E. 2.). Kein 
Offenbaren liegt jedenfalls dann vor, wenn der Adressat von der Tatsache bereits 
verlässliches und vollständiges Wissen hat (vgl. Stefan Trechsel/Hans Vest, in: 
Trechsel/Pieth [Hrsg.], Praxiskommentar, Schweizerisches Strafgesetzbuch, 3. 

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Auflage, Zürich 2018, N 24 m.w.H.). In subjektiver Hinsicht wird Vorsatz bzw. 
Eventualvorsatz verlangt (Art. 12 Abs. 1 und 2 StGB i.V.m. Art. 321 Ziff. 1 StGB). 

5.5. Wie die Staatsanwaltschaft in Erwägung 7 ihrer Einstellungsverfügung zu-
treffend erwog, wandte sich die Beschwerdeführerin mit Email vom 27. Juli 2014 
an A._____ (StA act. 5/16; vgl. auch Medizinalakten act. I 9/4-10). Besagte Email 
leitete A._____ an den Beschwerdegegner weiter und bat ihn um eine vertrauliche 
Rückmeldung (vgl. StA act. 5/16; Medizinalakten act. I 8/1). In der Folge nahm der 
Beschwerdegegner mit Email vom 28. Juli 2014 zu den Vorwürfen Stellung (vgl. 
StA act. 5/17). Weiter erwog die Staatsanwaltschaft zutreffend, dass ein Vergleich 
der bei den Krankenakten (Medizinalakten act. I 9/4-10) in vollständiger Fassung 
vorliegenden Email der Beschwerdeführerin vom 27. Juli 2014 an A._____ (vgl. 
die verkürzte Form in StA act. 5/16) und der Rückmeldung des Beschwerdegeg-
ners (Email vom 28. Juli 2019, StA act. 5/17) zeigen würde, dass A._____ mit letz-
terer Email keine weitergehenden Tatsachen vorgetragen worden seien. Der Inhalt 
der beschwerdegegnerischen Email vom 28. Juli 2014 wird vollständig von den 
Ausführungen in der beschwerdeführerischen Email vom 27. Juli 2014 an A._____ 
gedeckt (StA act. 5/16; Medizinalakten act. I 9/4-10). Jedenfalls sind der Be-
schwerdeinstanz bei einem Vergleich der beiden Emails keine ungedeckten Text-
passagen ersichtlich. Bezeichnenderweise unterlässt es die Beschwerdeführerin 
denn auch, auf angeblich neue und A._____ unbekannte Erläuterungen in der 
Email vom 28. Juli 2014 hinzuweisen. In Bezug auf die – freilich umfassendere 
dreiseitige Email des Beschwerdegegners vom 29. Juli 2014 (StA act. 10/10) – hat 
sie dies gemacht, indem sie die darin ihrer Ansicht nach neu vorgebrachten Fak-
ten gelb markierte (vgl. act. A.1, S. 5, Ziff. 17 und act. B.6). Auch der beschwerde-
führerische Einwand, A._____ habe keine verlässliche und vollständige Kenntnis 
ihrer Diagnose und Behandlung gehabt (act. A.1, S. 5, Ziff. 18), ist nicht stichhal-
tig. Zweifellos kann von einer verlässlichen Kenntnis gesprochen werden, war es 
doch die Beschwerdeführerin selbst – also die Geheimnisherrin –, welche A._____ 
über ihre Diagnose und Therapie informiert hatte. Ob A._____ hinsichtlich der 
Diagnose und Therapie vollständig in Kenntnis gesetzt worden war, bestimmt sich 
ebenfalls anhand des Vergleichs der beiden Emails (Email der Beschwerdeführe-
rin an A._____ vom 27. Juli 2014 [StA act. 5/16 sowie Medizinalakten act. I 9/4-10] 
und der Email des Beschwerdegegners vom 28. Juli 2014 an A._____ [StA act. 
5/17]). Wie bereits erläutert, offenbarte der Beschwerdegegner A._____ keine 
neuen Fakten, sodass ohne weiteres von einer vollständigen Kenntnis der Dia-
gnose und Therapie ausgegangen werden kann. Diesbezüglich sei denn auch auf 
die beschwerdeführerische Einvernahme vom 27. Juli 2015 hingewiesen, anläss-
lich welcher diese bestätigt hatte, dass A._____ bereits vollständig über ihren Ge-

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sundheitszustand orientiert gewesen sei (vgl. StA act. 6/8, Fragen Ziff. 9 ff., insbe-
sondere Fragen Ziff. 13 und 14). Hatte nun A._____ von den vom Beschwerde-
gegner mit Email vom 28. Juli 2014 (StA act. 5/17) mitgeteilten Fakten bereits si-
chere und vollständige Kenntnis, liegt keine Geheimnisoffenbarung vor. Das Ver-
halten ist folglich nicht i.S.v. Art. 321 Ziff. 1 StGB tatbestandsmässig. Die Einstel-
lung erfolgte in diesem Punkt korrekt. Dementsprechend ist denn auch nicht weiter 
auf das Vorbringen hinsichtlich der Gültigkeit der Supervision bei A._____ einzu-
gehen. Der in diesem Zusammenhang gestellte Beweisantrag ist abzuweisen (vgl. 
act. A.1, S. 5, Ziff. 20, sowie Beschwerdeantrag Ziff. 3 i.V.m. StA act. 1/19, S. 3, 
Abs. 4 und 5). 

6.1. Die Staatsanwaltschaft stellte das Verfahren auch hinsichtlich des Vorwurfs 
ein, der Beschwerdegegner habe Art. 173 Ziff. 1 StGB verletzt, indem er in der 
Email von 29. Juli 2014 (StA act. 5/18) A._____ mitgeteilt habe, er sehe eine "La-
wine" auf sich zukommen und "Frau L. laufe zur Hochform auf". Die Mitteilung sei 
zwar pointiert erfolgt, enthalte aber keine ehrverletzende Tatsachenbehauptungen. 
Die Befürchtungen des Beschwerdegegners hätten sich zudem im weiteren Ver-
fahrensgang als zutreffend erwiesen (vgl. die angefochtene Verfügung E. 8.).

6.2. Die Beschwerdeführerin kritisiert, dass der Beschwerdegegner anlässlich 
seiner Einvernahme vom 9. Juli 2015 selbst präzisiert habe, dass er die Aussage, 
sie würde zur Hochform auflaufen, dahingehend verstanden habe, dass sie anfan-
gen werde zu "stämpfelen, täubelen, ausrufen". Er habe ihr damit unterstellt, sie 
würde sich wie ein kleines Kind in der Trotzphase benehmen, was sie in ihrem 
Geltungsanspruch, ein charakterlich anständiger Mensch zu sein, tangieren würde 
(vgl. act. A.1, S. 6, Ziff. 24 f.). Die Ausführung der Staatsanwaltschaft, wonach sich 
die Befürchtung des Beschwerdegegners im weiteren Verfahrensgang als zutref-
fend erwiesen hätte, sei nicht stichhaltig. Die Beschwerdeführerin habe lediglich 
vom ihr zustehenden Recht Gebrauch gemacht und Strafantrag gegen diesen ge-
stellt, was nicht als "Auflaufen zu Hochform" bzw. "Auslösen einer Lawine" qualifi-
ziert werden könne. Die Annahme der Staatsanwaltschaft, der spätere Verfah-
rensgang zeige, dass die Befürchtungen des Beschwerdegegners zutreffend ge-
wesen seien, werde durch die Akten nicht gestützt (vgl. act. A.1, S. 6, Ziff. 25 ff.). 

6.3. Der üblen Nachrede macht sich schuldig, wer jemanden bei einem anderen 
eines unehrenhaften Verhaltens oder anderer Tatsachen, die geeignet sind, sei-
nen Ruf zu schädigen, beschuldigt oder verdächtigt sowie, wer eine solche Be-
schuldigung oder Verdächtigung weiterverbreitet (Art. 173 Ziff. 1 StGB). Beweist 
der Beschuldigte, dass die von ihm vorgebrachte oder weiterverbreitete Äusse-
rung der Wahrheit entspricht, oder dass er ernsthafte Gründe hatte, sie in guten 

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Treuen für wahr zu halten, so ist er nicht strafbar (Art. 173 Ziff. 2 StGB; vgl. aber 
auch Art. 173 Ziff. 3 StGB). Der subjektive Tatbestand verlangt Vorsatz. Eventual-
vorsatz genügt. Dieser muss sich auf den ehrverletzenden Charakter der Mittei-
lung, die Eignung zur Rufschädigung und die Kenntnisnahme der Äusserung 
durch einen Dritten, nicht aber auf die Unwahrheit, beziehen. Eine besondere Be-
leidigungsabsicht ist nicht erforderlich (Stefan Trechsel/Viktor Lieber, in: Trech-
sel/Pieth [Hrsg.], Praxiskommentar zum Schweizerischen Strafgesetzbuch, 3. Auf-
lage, Zürich 2018, N 11 zu Art. 173 StGB). 

Die Ehrverletzungstatbestände gemäss Art. 173 ff. StGB schützen den Ruf, ein 
ehrbarer Mensch zu sein, d.h. sich so zu benehmen, wie nach allgemeiner An-
schauung ein charakterlich anständiger Mensch sich zu verhalten pflegt. Äusse-
rungen, die sich lediglich eignen, jemanden in anderer Hinsicht, zum Beispiel als 
Geschäfts- oder Berufsmann, als Politiker oder Künstler in der gesellschaftlichen 
Geltung herabzusetzen, sind nicht ehrverletzend im Sinne von Art. 173 ff. StGB, 
vorausgesetzt, die Kritik an der strafrechtlich nicht geschützten Seite des Anse-
hens trifft nicht zugleich die Geltung der Person als ehrbarer Mensch (Urteile 
6B_318/2016 vom 13. Oktober 2016 E. 3; 6B_8/2014 vom 22. April 2014 E. 2.1). 
Um zu beurteilen, ob eine Äusserung ehrverletzend ist, ist nicht der Sinn massge-
bend, den ihr der Verfasser oder die von ihr betroffene Person gibt. Vielmehr ist 
auf eine objektive Auslegung gemäss der Bedeutung, die ihr der unbefangene 
durchschnittliche Dritte unter den gesamten konkreten Umständen beilegt, abzu-
stellen. Nach der Rechtsprechung ist ein Text nicht nur anhand der verwendeten 
Ausdrücke – je für sich allein genommen – zu würdigen, sondern auch nach dem 
allgemeinen Sinn, der sich aus dem Text als Ganzes ergibt. Entsprechend ist der 
Text im Gesamtkontext zu betrachten (BGE 128 IV 60, 124 IV 167). Die Bestim-
mung des Inhalts einer Aussage ist Tatfrage. Die Ermittlung des Sinns, den ein 
unbefangener Durchschnittsadressat den verwendeten Äusserungen und Bildern 
beilegt, ist dagegen Rechtsfrage (BGE 137 IV 313 E. 2.1.3 S. 316; 133 IV 308 E. 
8.5.1 S. 312; 131 IV 23 E. 2.1 S. 26).  

6.4. Bei der Prüfung einer möglichen Verletzung von Art. 173 Ziff. 1 StGB (üble 
Nachrede) ist auf den einschlägigen Text der Email vom 29. Juli 2014 des Be-
schwerdegegners an A._____ abzustellen (vgl. act. B.5). In der erwähnten Email 
findet sich die folgende Formulierung: "[…]. Ich sehe da eine ganze Lawine auf 
mich zukommen – oder sehe ich da zu schwarz?? Frau L wird kaum ruhiger wer-
den wie ich sie kenne, sie lauft ja jetzt schon zur Hochform auf. […]." (vgl. act. 
B.5). Ausschliesslich diese Formulierung bildet den auf eine allfällige strafrechtli-
che Relevanz hin zu prüfenden Lebenssachverhalt. Die Erläuterungen des Be-

14 / 26

schwerdegegners zu dieser Formulierung anlässlich seiner Einvernahme vom 9. 
Juli 2015, wonach er gemeint habe, dass die Beschwerdeführerin zu "stämpfelen 
und zu täubelen" anfangen werde (StA act. 6/7, S. 6, Frage 42) bzw. dass er die 
Aussage wertungsfrei und gestützt auf die Krankheitsgeschichte gemacht habe 
(StA act. 6/7, S. 6, Frage 43), können bei Prüfung nicht berücksichtigt werden. Wie 
dargelegt, ist nämlich nicht von Relevanz, welche Bedeutung der Verfasser seiner 
Aussage beimass bzw. beimisst. Vielmehr ist auf eine objektive Auslegung 
gemäss der Bedeutung, die ihr der unbefangene durchschnittliche Dritte unter den 
gesamten konkreten Umständen beilegt, abzustellen (vgl. E. 6.3.). Eine objekti-
vierte und nüchterne Lesart der erwähnten Passage zeigt nun aber, dass der Be-
schwerdegegner mit seiner Äusserung im Kern lediglich seine Befürchtungen 
kundtun wollte, die Beschwerdeführerin werde gegen ihn mobilisieren und vorge-
hen. Zugegebenermassen wäre eine weniger spitz formulierte Bemerkung ange-
bracht gewesen. Rechnung zu tragen ist dabei aber gleichzeitig der Tatsache, 
dass die strittige Textpassage nach Kenntnisnahme der von der Beschwerdefüh-
rerin erhobenen Vorwürfe, getätigt wurde. Angesichts dieser Ausgangslage er-
scheint eine eher spitz gewählte Formulierung durchaus nachvollziehbar. Aus der 
Textpassage lassen sich indessen nicht ansatzweise Rückschlüsse auf den Cha-
rakter der Beschwerdeführerin ziehen bzw. ableiten. Entsprechend kann auch 
nicht ihr Charakter bzw. ihr Anspruch auf Geltung ein ehrbarer Mensch zu sein, 
tangiert sein. Jedenfalls ist die Passage nicht genügend erheblich, um als Ehrein-
griff qualifiziert zu werden. Dies umso weniger, als unwesentliche und unbedeu-
tende Übertreibungen straflos zu bleiben haben (vgl. Franz Riklin, in: Nigg-
li/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Strafrecht II, 4. Auflage, Basel 2019, N 
32 zu Vor Art. 173 StGB). Vor dem Hintergrund des vorstehend Gesagten ist die 
Einstellungsverfügung auch in diesem Punkt korrekt erfolgt und nicht zu bean-
standen. 

7.1.1. In ihrer Strafanzeige bzw. in ihrem Strafantrag vom 18. Februar 2015 wirft 
die Beschwerdeführerin dem Beschwerdegegner Sachentziehung i.S.v. Art. 141 
StGB vor. Dieser habe Teile ihrer Krankenakten zurückbehalten bzw. ihr diese erst 
auf wiederholtes Drängen ediert. Die letzten Akten habe sie im Juni 2015 erhalten. 
Es würden indessen noch ein "Bild von Grossvater der Antragstellerin und von ihr 
erstelltes Bild, Darstellung Übergriff durch Ex-Mann, Flipcharts" fehlen (vgl. StA 
act. 5/1, S. 3, Ziff. 7).

7.1.2. Die Staatsanwaltschaft hielt in ihrer Einstellungsverfügung gestützt auf die 
von Rechtsanwältin Dr. iur Silvia Däppen eingereichte Chronologie zur Aktenediti-
on fest, dass die Beschwerdeführerin dem Beschwerdegegner den Therapieab-

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bruch am 27. Juli 2014 per Email mitgeteilt und ihn um Zustellung ihrer Kranken-
akten gebeten habe. Mit Schreiben vom 23. August 2014 habe der Beschwerde-
gegner der Beschwerdeführerin mitgeteilt, die verlangten Unterlagen nur gegen 
Unterschrift bei persönlicher Abholung auszuhändigen. Nach Erstreckung der Frist 
bis am 1. September 2014 und Intervention der Opferhilfe-Stelle Graubünden ha-
be die beschwerdeführerische Rechtsvertreterin dem Beschwerdegegner ihre 
Mandatierung angezeigt. Mit Schreiben vom 23. September 2014 habe Rechts-
anwältin Dr. iur. Silvia Däppen den Beschwerdegegner aufgefordert, die Akten zu 
edieren. Am 2. Oktober 2014 habe sich der damalige Rechtsvertreter des Be-
schwerdegegners, Rechtsanwalt Dr. iur. Pierre Heusser, mit der Anzeigeerstatte-
rin bzw. deren Rechtsvertreterin betreffend Aktenedition in Verbindung gesetzt 
und dieser einen Grossteil der Krankenakten zugestellt. Diese seien am 3. De-
zember 2014 der Opferhilfe-Stelle Graubünden ausgehändigt worden, wobei zwei 
Bilder (Bild mit Grossvater sowie ein von der Beschwerdeführerin erstelltes Bild), 
die Darstellung eines Übergriffs des geschiedenen Mannes der Antragstellerin 
sowie Flipcharts fehlen würden. Am 12. Juni 2015 habe die beschwerdeführeri-
sche Rechtsvertreterin den Empfang mehrerer Akten bestätigt, so des Bildes des 
Grossvaters sowie zweier Flipcharts im Original und entband den Beschwerde-
gegner von der gesetzlichen Aufbewahrungspflicht. Im Zusammenhang mit der 
Zustellung von Akten an Kantonsarzt Dr. med. B._____ am 24. Juni 2015 habe die 
Beschwerdeführerin erneut das Fehlen einzelner Akten bemängelt. Nach Zuzug 
und Prüfung der vollständigen Krankenakten der Beschwerdeführerin gelangte die 
Staatsanwaltschaft zum Schluss, dass es sich bei der fehlenden "dokumentierten 
Schilderung eines Übergriffes" um die handschriftliche Aufzeichnung vom 21. Juni 
2014 handeln dürfte (Medizinalakten act. I 4/7e). Die mutmasslich fehlenden wei-
teren Akten seien demgegenüber nicht aufgefunden worden. Die Staatsanwalt-
schaft gelangte sodann zum Schluss, dass aufgrund der über mehrere Male in 
einem Zeitraum von mehreren Monaten erfolgten Edition der Krankenakten, die 
spätestens ab dem 2. Oktober 2014 über die Parteivertreter erfolgt sei, kein Be-
weis mehr erbracht werden könne, dass der Beschwerdegegner die Verzögerung 
der Aktenedition zu verantworten habe. Eine gemäss Anzeige noch fehlende bzw. 
von Dr. med. Y._____ vorenthaltene "Schilderung des Übergriffs" sei denn auch in 
den Krankenakten gefunden worden. Das Tatbestandsmerkmal des Entziehens 
i.S.v. Art. 141 StGB sei somit nicht rechtsgenüglich ausgewiesen und das Verfah-
ren einzustellen. Abgesehen davon sei aus dem zur Verfügung stehenden Akten-
material ein erheblicher Nachteil nicht ersichtlich. Die Strafuntersuchung sei somit 
auch mit Bezug auf die vorgeworfene Sachentziehung einzustellen (vgl. zum Gan-
zen die angefochtene Verfügung, E. 9).

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7.1.3. Die Beschwerdeführerin rügt in ihrer Beschwerde, dass ihr nach wie vor 
nicht sämtliche Krankenakten zugestellt worden seien (vgl. act. A.1, Ziff. 30). Der 
Beschwerdegegner sowie dessen Rechtsvertreter seien mehrfach angeschrieben 
und um Herausgabe der Akten gebeten worden. Die Tatsache, dass erst ein Jahr 
nach Beendigung der Therapie (12. Juni 2015) – nur fast – alle Unterlagen aus der 
Krankengeschichte im Besitz der Beschwerdeführerin seien, schliesse den Tatbe-
stand der Sachentziehung nicht aus. Die Argumentation, es könne im Nachhinein 
nicht mehr festgestellt werden, dass der Beschwerdegegner für die zeitliche Ver-
zögerung und das Fehlen der Akten verantwortlich gewesen sei, treffe nicht zu. 
Der Beschwerdegegner habe in seiner Einvernahme (StA act. 6/11) selbst zuge-
geben, dass er die Akten nicht ausgehändigt, sondern fast ein Jahr damit zuge-
wartet habe. Angesichts der erfolgten Korrespondenz zwischen dem Beschwerde-
gegner und A._____ bzw. dem Strassenverkehrsamt sei fraglich, ob er sich bei 
der Beschwerdeführerin mit Zurückbehalten der Akten habe rächen wollen. Der 
Sachverhalt sei nicht derart eindeutig, dass sich eine Einstellung rechtfertigen 
würde. 

7.2.1. Gemäss Art. 141 StGB begeht eine Sachentziehung, wer dem Berechtigten 
ohne Aneignungsabsicht eine bewegliche Sache entzieht und ihm dadurch einen 
erheblichen Nachteil zufügt. Das tatbestandsmässige Verhalten besteht darin, 
dass jemand eine bewegliche Sache – die indessen für ihn nicht fremd zu sein 
braucht – einer daran berechtigten Person entzieht. Als Berechtigte kommen Leu-
te in Betracht, denen am betreffenden Gegenstand ein dingliches Recht zusteht. 
Rechtlich geschützt ist sodann derjenige, der Besitz bzw. Mitbesitz daran erlangt 
hat und darin nach Art. 926 ff. ZGB geschützt wird. Wer nur obligatorische An-
sprüche auf eine Sache hat, ohne bereits in ihren Besitz gelangt zu sein, gilt da-
gegen nicht als Berechtigter (vgl. BGE 99 IV 140 E. 2.a; Andreas Donatsch, 
a.a.O., Strafrecht III, § 10, S. 188; Philippe Weissenberger, in: Niggli/Wiprächtiger 
[Hrsg.], Basler Kommentar, Strafrecht II, 4. Auflage, Zürich 2019, N 7 zu Art. 141 
StGB). Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung fällt unter das Entziehungs-
tatbestandsmerkmal auch das Vorenthalten. Das Bundesgericht hat dies indes mit 
der wesentlichen Einschränkung bejaht, dass darunter nicht jede Verletzung einer 
vertraglichen Rückgabepflicht fallen dürfe, insbesondere nicht die verspätete 
Rückgabe (BGE 115 IV 207 E. 1.b.aa.; vgl. auch Andreas Donatsch, a.a.O., Straf-
recht III, § 10, S. 189). Erfasst werden demgegenüber Fälle der dauernden Ent-
eignung ohne gleichzeitige Zueignung und solche der vorübergehenden Enteig-
nung (vgl. BGE 115 IV 207 E. 1.b.aa., im Anschluss an Jachen Curdin Bonorand, 
Die Sachentziehung, Zürich 1987, S. 40), zu denen das Bundesgericht immerhin 
schon ein Verhalten rechnet, durch welches dem Berechtigten das Wiedererlan-

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gen des Gegenstands durch den Berechtigten erheblich erschwert oder verzögert 
wird (BGE 115 IV 207 E. 1.b.aa.). 

7.2.2. Zwischen behandelndem Arzt und Patient besteht ein auftragsrechtliches 
Vertragsverhältnis (Art. 394 ff. OR). Aus der auftragsrechtlichen Rechenschafts-
pflicht nach Art. 400 OR resultiert, dass der Arzt die Behandlung so durchführt, 
dass er in der Lage ist, jederzeit über den Stand seiner Tätigkeit Rechenschaft 
abzulegen. Aufgrund dieser vertraglichen Nebenpflicht schuldet er dem Patienten 
die ausführliche, sorgfältige und vollständige Dokumentation der ärztlichen Be-
handlung. Die Dokumentation ist schriftlich anzulegen. Die Aufzeichnungen müs-
sen lückenlos und wahr sein. Es ist daher nicht zulässig, die Krankengeschichte 
nachträglich abzuändern oder einzelne Eintragungen durch unwahre Angaben zu 
ersetzen. Die schriftliche Dokumentation der Behandlung dient schliesslich auch 
der Beweissicherung. In einem Prozess ist die Krankengeschichte als Urkunde ein 
Beweismittel (vgl. zum Ganzen Walter Fellmann, in: Kuhn/Poledna [Hrsg.], Arzt-
recht in der Praxis, Zürich 2007, S. 136 m.w.H.). Im Kanton Graubünden ist eine 
entsprechende Pflicht zur Dokumentation in Art. 29 des Gesetzes zum Schutz der 
Gesundheit im Kanton Graubünden (BR 500.000; GesG) vorgesehen. In dessen 
Abs. 1 wird ausdrücklich festgehalten, dass von jeder Patientin und jedem Patien-
ten eine laufend nachzuführende Dokumentation anzulegen ist. Die Dokumentati-
on kann dabei schriftlich oder elektronisch geführt werden (Abs. 2) und sie ist 
während mindestens zehn Jahren nach Abschluss der letzten Behandlung aufzu-
bewahren, sofern sie nicht vorzeitig der Patientin oder dem Patienten übergeben 
wird (Abs. 3). Über den Mindestinhalt der Krankengeschichte äussert sich weder 
Art. 400 OR noch das kantonale Gesundheitsgesetz. Art, Inhalt und Umfang der 
Dokumentation müssen daher aus dem Zweck der Dokumentation abgeleitet wer-
den: Therapiesicherung, Sicherung der Rechenschaftsablegung und Beweissiche-
rung (vgl. Walter Fellmann, a.a.O., S. 137 m.w.H.). Neben der fortlaufenden 
Führung des Textes der Krankengeschichte gehört zu ihrer ordnungsgemässen 
Dokumentation ferner die Aufbewahrung aller Zusatzdokumente (vgl. auch Wolf-
gang Wiegand, Die Aufklärungspflicht und die Folgen ihrer Verletzung, in: Hand-
buch des Arztrechts, Zürich 1994, S. 199; Walter Fellmann, a.a.O., S. 138). Bei 
der Krankengeschichte handelt es sich hauptsächlich um ein Arbeitsmittel des 
Arztes. Er muss sie dem Patienten daher auch nach Abschluss der Behandlung 
nicht aushändigen. Das Original bleibt bei ihm. Wie ausgeführt, wird auch die Zu-
satzdokumentation samt deren Beilagen von der Krankengeschichte erfasst. Der 
Arzt ist jedoch im Rahmen seiner Rechenschaftspflicht gehalten, dem Patienten 
auf Verlangen Kopien auszuhändigen und diese nötigenfalls zu erläutern (vgl. 
BJM 1986, S. 205; Walter Fellmann, in: Berner Kommentar, Obligationenrecht, Bd. 

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VI, Bern 1992, N 140 zu Art. 400 OR [zitiert: Walter Fellmann, Berner Kommen-
tar]). Insofern statuiert denn auch Art. 48 Abs. 1 GesG ein Recht des Patienten, in 
die ihn betreffende Dokumentation kostenlos Einsicht nehmen bzw. eine schriftli-
che oder elektronische Kopie verlangen zu können. Ein Recht auf Herausgabe der 
Dokumentation im Original besteht indes – aufgrund der zehnjährigen Dokumenta-
tionspflicht des Arztes (Art. 29 Abs. 3 GesG) – zumindest in grundsätzlicher Hin-
sicht nicht. Andernfalls wäre es dem Arzt verwehrt, eine adäquate und nachvoll-
ziehbare, beweissichere Dokumentation zu gewährleisten. Die Krankengeschichte 
samt den entsprechenden Beilagen sind erst im Original herauszugeben, wenn 
der Patient seinen Arzt mittels schriftlicher Verzichtserklärung von der Aufbewah-
rungspflicht gemäss Art. 29 Abs. 3 GesG entbindet (vgl. Art. 48 Abs. 1 GesG). Mit 
anderen Worten ist der Arzt solange nicht gehalten, die zur Krankengeschichte 
gehörenden Dokumente, d.h. Ergebnisse apparativer Untersuchungen und Ab-
klärungen, Auskünfte Dritter, eigene Notizen sowie für die Behandlung angefertig-
te Dokumente des Patienten etc. (vgl. Walter Fellmann, a.a.O., S. 137 m.w.H.) im 
Original herauszugeben, bis er von seiner Dokumentationspflicht entbunden wird. 

7.3. Zur Beurteilung des vorliegenden Falles hat man sich vorab den chronolo-
gischen Ablauf der Aktenedition zu vergegenwärtigen: Mit Email vom 27. Juli 2014 
teilte die Beschwerdeführerin dem Beschwerdegegner den Therapieabbruch mit 
und verlangte die postalische Zustellung ihrer Krankengeschichte (vgl. StA act. 
5/2). Mit einer zweiten Email des gleichen Tages teilte der Beschwerdegegner ihr 
mit, ihr die Akten zuzustellen (vgl. StA act. 5/6). Auf erneutes Ersuchen um Zustel-
lung der Akten mittels Email vom 22. August 2014 (Medizinalakten, act. 7/1) teilte 
der Beschwerdegegner der Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 23. August 
2014 mit, dass er ihr die Akten nur bei persönlicher Abholung in seiner Praxis und 
gegen Unterschrift aushändigen werde (vgl. StA act. 5/7). Nach Erstreckung der 
Zustellungsfrist bis am 1. September 2014 (vgl. StA act. 12/2) und Intervention der 
Opferhilfe-Stelle Graubünden, zeigte die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführe-
rin dem Beschwerdegegner am 12. September 2014 die Übernahme des Mandats 
an. Sodann übermittelte der damalige beschwerdegegnerische Rechtsvertreter, 
Rechtsanwalt Dr. iur. Pierre Heusser, der beschwerdeführerischen Rechtsanwältin 
am 2. Dezember 2014 einen Grossteil des Patientendossiers (vgl. StA act. 5/14). 
Diese leitete das Dossier zwecks gemeinsamer Sichtung mit der Beschwerdefüh-
rerin an die Opferhilfestelle Graubünden weiter. Offenbar stellte die Beschwerde-
führerin im Rahmen der Sichtung der Unterlagen am 4. Dezember die Unvollstän-
digkeit des übermittelten Dossiers fest (vgl. StA act. 5/1, S. 3, Ziff. 7). Mit Schrei-
ben vom 5. Januar 2015 wies die beschwerdeführerische Rechtsvertreterin auf 
fehlende Aktenstücke hin ([originale] Fotografie, welche die Beschwerdeführerin 

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mit ihrem Grossvater zeigen würde [Farbkopie auf normalem Papier], digital er-
stelltes Bild [im Original] eines Gartensitzplatzes, welches von der Beschwerde-
führerin auf Fotopapier [A-6] ausgedruckt worden sei, eine von Hand erstellte Dar-
stellung eines Übergriffs durch den Ex-Ehemann sowie während den Therapiesit-
zungen erstellte Flipcharts) (vgl. StA act. 5/15). Mit Schreiben vom 12. Juni 2015 
übermittelte der neue beschwerdegegnerische Rechtsvertreter, Dr. iur. HSG An-
drea Cantieni, Rechtsanwältin Dr. iur. Silvia Däppen, eine Farbkopie auf normalem 
Papier, welche die Beschwerdeführerin zusammen mit ihrem Grossvater zeigt, 
eine Flipchart 2014-9-15 im Original sowie eine Flipchart 2014-2-10 im Original. 
Weiter ersuchte er die Beschwerdeführerin zur Unterzeichnung einer Entbin-
dungserklärung von der gesetzlichen Aufbewahrungspflicht und hielt fest, dass 
nun alle Dokumente übermittelt worden seien (Medizinalakten act. I 3/10). Im Zu-
sammenhang mit der Zustellung von Akten an den Kantonsarzt Dr. med. B._____ 
am 24. Juni 2015 bemängelte die Beschwerdeführerin erneut das Fehlen einzel-
ner Aktenstücke (vgl. Medizinalakten act. I 4/1; vgl. dazu nachfolgend E. 7.4.1.). 

7.4.1. Aus einem undatierten Schreiben der Beschwerdeführerin an den Kantons-
arzt Dr. med. B._____ (bei diesem eingegangen am 24. Juni 2015) geht hervor, 
dass abgesehen von einem Bild, das die Beschwerdeführerin selber am PC ge-
staltet habe, sowie von zwei Flipchartblättern, sämtliche die sie betreffenden 
Krankenakten übermittelt worden seien (vgl. Medizinalakten I 4/1; vgl. auch das 
Schreiben von Rechtsanwältin Dr. iur. Silvia Däppen vom 23. Juni 2015 [Medizina-
lakten, act. I 4/6]). In der Beschwerde selbst wird lediglich auf die unvollständige 
Aktenübermittlung hingewiesen, ohne aber die mutmasslich noch fehlenden Ak-
tenstücke zu benennen. Insbesondere wird die staatsanwaltschaftliche Feststel-
lung, das ursprünglich noch als fehlend bezeichnete Dokument "Schilderung eines 
Übergriffes des Ex-Ehemannes" sei übermittelt worden und liege den Medizinalak-
ten bei (Medizinalakten, act. I/47e), nicht gerügt. Entsprechend ist davon auszu-
gehen, dass das erwähnte Aktenstück tatsächlich im ausgehändigten Dossier 
liegt. In der vorliegenden Beschwerde wird nun geltend gemacht, dass eine Sach-
entziehung bereits aus dem Grund vorliegen würde, weil die Aktenedition trotz 
wiederholtem Editionsbegehren mehr als ein Jahr gedauert habe. Soweit die Be-
schwerdeführerin in dieser schleppenden Übermittlung der übrigen Krankenakten 
– unter Ausschluss der vorgenannten mutmasslich noch fehlenden Aktenstücke – 
eine Sachentziehung i.S.v. Art. 141 StGB erkennen möchte, kann ihr nicht gefolgt 
werden. Eine Entbindung von der gesetzlichen Aufbewahrungspflicht lag erst am 
12. Juni 2015 vor (vgl. StA act. 6/6). Aufgrund der in E. 7.2.2. erläuterten Aufbe-
wahrungspflicht wäre der Beschwerdegegner lediglich aufgrund seiner Rechen-
schafts- bzw. Herausgabepflicht von Art. 400 Abs. 1 OR gehalten gewesen, der 

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Beschwerdeführerin Einsicht in ihre Akten zu gewähren bzw. ihr diese in Kopie-
form herauszugeben (vgl. auch Art. 48 Abs. 1 GesG). Nun liegt es aber in der Na-
tur der Sache, dass an noch nicht erstellten Kopien weder ein dingliches Recht 
noch Besitz begründet werden kann, womit sie an diesen nicht Berechtigte i.S.v. 
Art. 141 StGB war. Hinsichtlich der von der Beschwerdeführerin erstellten Origi-
naldokumente, an denen u.U. dingliche Rechte bzw. Besitz bestanden, fehlte es 
demgegenüber bis mindestens zum 12. Juni 2015 mangels Entbindungserklärung 
an einem Herausgabeanspruch. Ab dem 12. Juni 2015 waren die Akten – abge-
sehen von den nachfolgend zu erörternden Akten – vollständig übermittelt worden, 
womit es an der Tathandlung des Vorenthaltens fehlt. 

7.4.2. Bleibt zu prüfen, ob die Einstellung des Verfahrens auch hinsichtlich der 
gemäss Behauptung der Beschwerdeführerin bis heute nicht edierten Akten ge-
rechtfertigt ist. Diesbezüglich stellt sich die Sach- und Rechtslage wie folgt dar: 
Geht man von der Existenz der Akten aus, dürfte deren eindeutige Bestimmung 
für eine – den Sachverhalt beurteilende – Drittperson aufgrund ihrer mangelhaften 
Beschreibung kaum möglich sein, fällt deren Beschreibung doch sehr rudimentär 
aus (vgl. beispielsweise die Umschreibung im Schreiben an Dr. med. B._____ 
[Medizinalakten act. I 4/1] "ein Bild das ich selber am PC gestaltet habe", "es feh-
len auch Flipchartblätter [1 mit dem er mir erklärt hat wie ich alle traumatischen 
Erlebnisse meines Lebens aufstellen soll und eines anhand dessen er mir erklärt 
hat wie er vorgehen will um eine traumatische Erinnerung zu verarbeiten]"). Sind 
die Aktenstücke indessen nicht mehr vorhanden weil sie verloren gingen, liesse 
sich der Zeitpunkt ihres Verlustes nicht mehr rechtsgenüglich eruieren, nachdem 
die Akten während mehrerer Monate über die Rechtsvertreter der Parteien weiter-
geleitet wurden und gar noch an die Opferhilfestelle Graubünden übermittelt wor-
den waren. Es ist nicht klar, ob die Akten überhaupt existieren, oder ob die Be-
schwerdeführerin sich hinsichtlich ihres Bestandes irrt bzw. aufgrund einer fal-
schen Erinnerung von andersartigen Aktenstücken ausgeht. Letztere Annahme 
erscheint zumindest plausibel, nachdem die Beschwerdeführerin sich bereits hin-
sichtlich des angeblich fehlenden Aktenstücks Medizinalakten act. I 4/7e irrte 
(Schilderung eines Übergriffes ihres Ex-Ehemannes). Im Ergebnis stünde Aussa-
ge gegen Aussage, ohne dass eine Behauptung als glaubhafter bezeichnet wer-
den könnte (vgl. vorstehende E. 4.). Bei dieser Ausgangslage ist der rechtsgenüg-
liche Beweis der Behauptung, der Beschwerdegegner enthalte ihr seit dem 12. 
Juni 2015 die strittigen Akten vor, ausgeschlossen. Weitere zu erhebende Bewei-
se mit zusätzlichem Erkenntnisgewinn sind für die Beschwerdeinstanz nicht er-
sichtlich. Es bleibt festzustellen, dass nicht mehr eruierbar ist, ob der Beschwer-
degegner tatsächlich noch im Besitz der erwähnten Unterlagen ist.

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Folglich gilt: Bis zum 12. Juni 2015 lag keine Entbindungserklärung von der Ak-
tenaufbewahrungspflicht vor. Entsprechend war der Beschwerdegegner nicht ge-
halten, die strittigen Unterlagen im Original herauszugeben. Allenfalls bestand le-
diglich ein Anspruch auf Aushändigung von Kopien. Es liegt in der Natur der Sa-
che, dass an noch nicht erstellten Kopien keine dingliche Berechtigung besteht, 
sodass während dieser Zeit keine Sachentziehung i.S.v. Art. 141 StGB einschlägig 
ist. Es kann diesbezüglich auf die vorstehenden Ausführungen in E. 7.2.1. ff. und 
E. 7.4.1. verwiesen werden. Gleichzeitig ist festzuhalten, dass eine Verurteilung 
auch daran scheitern würde, weil schlicht nicht (mehr) eruierbar ist, ob die erwähn-
ten Akten überhaupt (noch) existieren und allenfalls, d.h. im Bejahungsfall, ob sie 
sich noch beim Beschwerdegegner befinden. Die letztere Begründung ist ebenfalls 
für die Zeitdauer nach dem 12. Juni 2015 einschlägig. Kann der Nachweis einer 
entzogenen Sache (in casu der strittigen Akten) nicht erbracht werden, liegt kein 
tatbestandsmässiges Verhalten i.S.v. Art. 141 StGB vor. 

Die Beschwerdeführerin beantragt, den Beschwerdegegner mit der von ihr erstell-
ten Chronologie der erfolgten Aktenedition (StA act. 12/2) zu konfrontieren und 
diesbezüglich einzuvernehmen (vgl. act. A. 1, Rechtsbegehren 3 und StA act. 
1/19, S. 2 sowie act. A.1, Ziff. 37). Es ist der Beschwerdeinstanz indessen nicht 
ersichtlich, inwiefern die beantragte Einvernahme bzw. Konfrontation des Be-
schwerdegegners mit besagter Chronologie zu einem neuen Beweisergebnis 
führen würde. Auch dieser Antrag ist demnach abzuweisen.

Im Ergebnis erweist sich die Einstellung hinsichtlich des Tatbestandes der Sach-
entziehung gemäss Art. 141 StGB ebenfalls als rechtmässig. 

8.1. Die Beschwerdeführerin wirft dem Beschwerdegegner in ihrer Strafanzeige 
bzw. in ihrem Strafantrag vom 18. Februar 2015 vor, er habe mit seiner Meldung 
ans Strassenverkehrsamt vom 1. September 2014 eine falsche Aussage gemacht. 
Er habe darin nämlich fälschlicherweise behauptet, sie leide an einer dissoziativen 
Identitätsstörung und bilde eine erhebliche Gefahr für Dritte im Strassenverkehr. 
Der Beschwerdegegner habe gegenüber dem Strassenverkehrsamt folglich fal-
sche Angaben über ihre Diagnose und Gesundheitszustand gemacht, ohne sie 
vorgängig zu informieren. Gestützt auf diese Meldung habe sie ihren Führeraus-
weis abgeben müssen (vgl. StA act. 5/1, S. 2, Ziff. 5).

Die Staatsanwaltschaft stellte das Verfahren auch hinsichtlich dieses Vorwurfes 
ein. Dabei liess sie offen, ob es sich beim Strassenverkehrsamt Graubünden als 
Administrativbehörde überhaupt um eine richterliche Behörde i.S.v. Art. 307 Abs. 1 
StGB i.V.m. Art. 309 lit. a StGB handelt. Ebenso offen liess sie die Frage, ob dem 

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Beschwerdegegner die geforderte Stellung als Zeuge oder Sachverständiger und 
somit als Täter zukomme. Die in der Meldung enthaltenen Tatsachenbehauptun-
gen liessen sich den Akten entnehmen, womit der Inhalt der Meldung nicht als 
falsch einzustufen sei. Ein Gutachten sei nämlich nicht als falsch einzustufen, so-
lange seine Ergebnisse vertretbar seien und vom Gutachter tatsächlich vertreten 
würden. Dass der Führerausweis der Beschwerdeführerin nicht wegen falschen 
Angaben des Beschwerdegegners entzogen worden sei, werde durch die Tatsa-
che belegt, dass das Strassenverkehrsamt nach weiteren medizinischen Ab-
klärungen die Weiterbelassung des Ausweises nur unter Auflagen verfügt habe. 
Selbst wenn der Beschwerdegegner über die von Art. 307 Abs. 1 StGB verlangten 
Tätereigenschaften verfügen würde, sei eine Bestrafung nach Art. 307 StGB aus-
geschlossen, fehle doch ein Hinweis auf die Wahrheitspflicht und allfällige straf-
rechtliche Folgen bei Unwahrheit (Art. 177 Abs. 1 StPO bzw. Art. 184 Abs. 2 lit. f 
StPO). 

8.2. Die Beschwerdeführerin beschränkt sich in der Hauptsache darauf, mit di-
versen Vorbringen darzutun, dass die Meldung an das Strassenverkehrsamt in-
haltlich falsch gewesen sei (vgl. act. A.1, Ziff. 38 ff.). Eine Auseinandersetzung mit 
den von der Staatsanwaltschaft angestrengten Erwägungen hinsichtlich der for-
mellen Anforderungen an ein falsches Zeugnis bzw. Gutachten fehlt. Insbesonde-
re unterlässt es die Beschwerdeführerin darzutun, weshalb ihrer Ansicht nach die 
Meldung des Beschwerdegegners vom 1. September 2014 ans Strassenverkehrs-
amt Graubünden den formellen Anforderungen von Art. 307 StGB i.V.m. Art. 309 
StGB entspricht. Dabei sind gerade diese Überlegungen von grundsätzlicher Be-
deutung, wie sich aus nachfolgender Erwägung ergibt:

8.3. Gemäss Art. 309 lit. a StGB findet Art. 307 StGB auch Anwendung auf das 
Verfahren vor Behörden oder Beamten der Verwaltung, denen das Recht der 
Zeugenbefragung zusteht. Es handelt sich dabei um Personen, denen das Recht 
zur Zeugenbefragung nicht schon Kraft ihrer richterlichen Funktion zukommt (di-
rekt Art. 307 StGB unterstehen Mitglieder von Zivilgerichten, Strafgerichten und 
Verwaltungsgerichten usw.). Solche richterliche Funktionen sind etwa im Rahmen 
von Administrativverfahren wie dem vorliegend in Frage stehenden möglich. Mit 
Bezug auf Behörden und Beamte der Verwaltung ist die Formulierung des Geset-
zes nur auf die Zeugenanhörung zugeschnitten (BGE 143 V 269 E. 6.2.3.2). Im 
Kanton Graubünden, in welchem sich das Verfahren betreffend Prüfung der Vor-
aussetzungen eines Sicherungsentzuges nach den Bestimmungen des Verwal-
tungsrechtsgesetzes (BR 370.100, VRG) richtet, ist das Strassenverkehrsamt je-
doch gestützt auf Art. 12 VRG ermächtigt, auch Übersetzungen und Expertisen 

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einzuholen (vgl. auch Vera Delnon/Bernhard Rüdy, in: Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], 
Basler Kommentar, Strafrecht II, 4. Auflage, Basel 2019, N 12 zu Art. 309 StGB). 
Es fragt sich nun, ob dem Beschwerdegegner eine Stellung als Zeuge bzw. Sach-
verständiger zukommt. 

Der Zeuge ist eine von den Parteien verschiedene Person, die verpflichtet ist, in 
einem besonders geregelten Verfahren insbesondere vor einer hierzu befugten 
Verwaltungsbehörde unter strafrechtlich sanktionierter Wahrheitspflicht über die 
von ihr persönlich wahrgenommenen vergangenen oder gegenwärtigen Tatsachen 
Auskunft zu geben (vgl. Vera Delnon/Bernhard Rüdy, a.a.O., N 9 zu Art. 307 StGB 
m.w.H.). Wie die Staatsanwaltschaft zutreffend feststellte, fehlt der Meldung an 
das Strassenverkehrsamt Graubünden vom 1. September 2014 eine entspre-
chende Strafandrohung (StA act. 5/8), was im Wesen der Meldung an das Stras-
senverkehrsamt gemäss Art. 15d. Abs.1 lit. e SVG begründet ist. Dabei handelt es 
sich nämlich, vergleichbar mit einer Anzeige, lediglich um einen Hinweis auf einen 
noch abzuklärenden Sachverhalt. Zumindest in diesem Stadium wird durch die 
Meldung noch keine Zeugenstellung begründet. Folglich verfügte der Beschwer-
degegner weder über eine Zeugenstellung noch ist in seiner Meldung an das 
Strassenverkehrsamt ein Zeugnis zu erblicken. 

Noch weniger kann dem Beschwerdegegner eine Stellung als Sachverständiger 
zuerkannt werden. Sachverständige i.S.v. Art. 307 sind nur Personen, die von ei-
nem Richter oder der Verwaltungsbehörde (vgl. Art. 12 Abs. 1 lit. f VRG), vorlie-
gend dem Strassenverkehrsamt, ernannt worden sind (vgl. auch Vera Del-
non/Bernhard Rüdy, a.a.O., N 13 zu Art. 307 StGB). Der Beschwerdegegner wur-
de weder als Sachverständiger ernannt, noch kam ihm aus anderen Gründen die-
se Stellung zu. Vielmehr ist die Meldung als schriftliche Anzeige einer fachkundi-
gen Person aufzufassen, die aber nicht ansatzweise einen Beweis zu erbringen 
vermag und folglich nicht als Sachverständigengutachten qualifiziert werden kann 
(ähnlich in ZR 2003, Nr. 14). Damit fehlt es bereits an den objektiven Tatbe-
standsmerkmalen des Zeugen bzw. Sachverständigen i.S.v. Art. 307 Abs. 1 StGB 
i.V.m. Art. 309 lit. a StGB. Die Einstellung hinsichtlich dieses Tatbestandes erfolg-
te damit korrekt. 

Vor dem Hintergrund des Gesagten sind die den Inhalt der Meldung betreffenden 
Rügen nicht weiter zu vertiefen. Entsprechend ist denn auch der Antrag, der 
Staatsanwaltschaft die Weisung zu erteilen, von einer medizinischen Fachperson 
ein Gutachten zur Frage einzuholen, ob die ärztliche Meldung bei Zweifeln an der 
Fahreignung (auch erst ein Monat nach Therapieende) aus medizinischer Sicht 
zulässig gewesen sei (vgl. act. A.1, Rechtsbegehren Ziff. 2 sowie act. A.1, 

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Rechtsbegehren Ziff. 3 und StA act. 1/19, S. 1), irrelevant und abzuweisen. Eben-
so abzuweisen ist ihr Beweisantrag auf Einvernahme ihrer Töchter (vgl. act. A.1, 
Rechtsbegehren Ziff. 2 sowie act. A.1, Rechtsbegehren Ziff. 3 und StA act. 1/19, 
S. 2).

8.4. Nicht weiter einzugehen ist an dieser Stelle auf den Hinweis, dass das Ge-
sundheitsamt, wenn es einen Arzt, welchem Fehlverhalten vorgeworfen werde, 
durch Verweigerung einer Edition allenfalls vor einer Verurteilung schütze, damit 
den Straftatbestand der Begünstigung erfüllen könnte (vgl. act. A.1, Ziff. 57). Die 
Beurteilung dieser hypothetischen Frage bildete nicht Gegenstand des vorliegen-
den Strafverfahrens. Eine Beurteilung im vorliegenden Beschwerdeverfahren ist 
mithin ausgeschlossen.

9. Die Beschwerdeführerin beantragt, es sei der Staatsanwaltschaft die Wei-
sung zu erteilen, den Sachverhalt korrekt abzuklären und es sei ihr die verbindli-
che Weisung zu erteilen, von einer medizinischen Fachperson ein Gutachten zur 
Frage einzuholen, ob die ärztliche Meldung bei Zweifeln an der Fahreignung aus 
medizinischer Sicht zulässig gewesen sei (vgl. act. A.1, Begehren Ziff. 2). Sodann 
beantragt sie in Begehren Ziffer 3, die Staatsanwaltschaft sei anzuweisen, die von 
ihr am 18. November 2016 (StA act. 1/19) beantragten Beweise zu erheben. Be-
reits in den vorstehenden Erwägungen wurde darauf hingewiesen, dass die Ertei-
lung von entsprechenden Beweiserhebungsanweisungen obsolet ist, zumal die 
Einstellungsverfügung in den fraglichen Punkten geschützt wird und sich weitere 
Abklärungen erübrigen. Begehren Ziffer 2 und 3 sind folglich ebenfalls abzuwei-
sen. 

10. Vor dem Hintergrund des Gesagten erhellt, dass die Einstellungsverfügung 
der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 7. September 2018 korrekt erfolgte. Die 
Beschwerde erweist sich als unbegründet und ist abzuweisen. 

11.1. Die Staatsanwaltschaft verfügte in der Einstellungsverfügung die Kosten-
tragung ihrer Aufwendungen durch den Staat. Angesichts des Ausganges des Be-
schwerdeverfahrens ist eine Anpassung dieser Kosten nicht notwendig. 

11.2. Beim vorliegenden Verfahrensausgang wird die Beschwerdeführerin nach 
Massgabe ihres Unterliegens kostenpflichtig (Art. 428 Abs. 1 StPO). Die Be-
schwerdeführerin ist mit ihren Anträgen vollständig unterlegen. Entsprechend ge-
hen die Kosten für das Beschwerdeverfahren, die in Anwendung von Art. 8 der 
Verordnung über die Gerichtsgebühren im Strafverfahren (VGS; BR 350.210) auf 
CHF 2'000.00 festgesetzt werden, zu Lasten der Beschwerdeführerin. Dieser An-

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teil wird mit der von ihr geleisteten Sicherheitsleistung im selben Betrag verrech-
net. 

11.3. Der Beschwerdegegner liess sich im Beschwerdeverfahren nicht verneh-
men, weshalb keine Aufwandsentschädigung zuzusprechen ist.

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III. Demnach wird erkannt:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von CHF 2'000.00 gehen zu Lasten 
von X._____ und werden mit der von ihr geleisteten Sicherheitsleistung in 
Höhe von CHF 2'000.00 verrechnet.

3. Ausseramtliche Entschädigungen werden keine gesprochen.

4. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 78 ff. BGG Beschwerde in 
Strafsachen an das Bundesgericht geführt werden. Die Beschwerde ist dem 
Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, schriftlich innert 30 
Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in 
der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 78 ff. und 90 ff. 
BGG.

5. Mitteilung an: