# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1ab65612-c1d8-5255-81ef-cc07e1e3bd43
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-02-28
**Language:** de
**Title:** OSG-Arthrose, 100%ige Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit, vertrauensärztliches Gutachten beweiskräftig, IV-Grad 10%, Kein leidensbedingter Abzug, Integritätsentschädigung von 15%.
**Docket/Reference:** UV.2019.00176
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2019.00176.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2019.00176
V. Kammer
Sozialversicherungsrichter Vogel, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Philipp
Ersatzrichterin Gasser Küffer
Gerichtsschreiberin Peter
Urteil
vom
2
8.
Februar 2020
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwältin Lotti Sigg
Sigg Schwarz
Advokatur
Theaterstrasse 3, Postfach 2336, 8401 Winterthur
gegen
AXA Versicherungen AG
Generaldirektion
General
Guisan
-Strasse 40, Postfach 357, 8401 Winterthur
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
Die 1961 geborene und seit 1994 als Mitarbeiterin Hauswirtschaft tätig gewesene
X.___
war bei der AXA
Versicherungen AG
(AXA)
obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert. Gemäss Schadenmeldung vom
30
. Januar 2013
rutschte
X.___
am 17. Januar 2013
auf einer vereisten Strasse aus und verletzte sich dabei am linken Fuss (Urk. 11/
A1
)
.
Gleichentags begab sie
sich in ärzt
liche Behand
lung, wo unter anderem eine
Fraktur
des oberen Sprunggelenks (OSG)
links
mit lateraler
Malleolarfraktur
Typ Weber B, Ausriss eines Volkmann-Dreiecks
und mit
Avulsion
dorsaler
Malleolus
medialis
festgestellt wurde. Am 22. Janu
ar 2013 erfolgte die
osteosynthetische Versorgung
der Fraktur
und am 1. Februar 2013
wurde
X.___
mit
gutem Allgemein
zustand und reizlosen Wunderverhältnissen an
Stöcken mobil entlassen
(Urk. 11/M2).
Ihre Arbeitstätigkeit konnte
X.___
ab 27. Mai
2013 mit einem Pensum von 40 % wiederaufnehmen (Urk. 11/M11), ab 7. August 2013 auf 70 % steigern (Urk. 11/M14) und
war
seit 18. November 2013
wieder zu 100 % arbeitsfähig (Urk. 11/M21). Im Auftrag der Vorsorgeeinrichtung von
X.___
wurde sie am 24. Oktober 2013 be
gutachtet (Expertise vom 17. Dezember 2013, Urk. 11/M20). Nach abgeschlossener
ossärer
Konsolidation erfolgte am 7. Januar 2014 die Entfernung des
Osteo
syn
the
sematerials
(Urk. 11/M23).
Per 11. Februar 2014 konnte
X.___
ihre Arbeit wieder zu 100 % aufnehmen (Urk. 11/M25).
Im
Okto
b
er 2014
klagte
X.___
über
Beschwerden im Bereich des Rück
fusses und der
Ti
bialis
posterior
Sehne
(Urk. 11/M33)
, weshalb
am 24. April 2015 (Urk. 11/M41) und am 10. Juli 2015 intraartikuläre Infiltrationen (Urk. 11/M50)
vor
genommen wurden
. Am 10. Dezember 2015 wurde eine OSG-Arthroskopi
e
durch
ge
führt
(Urk. 11/M50).
Nach Einholung einer ärztlichen Zweitmeinung (Urk. 11/
M
56)
erfolgte
n
im Herbst 2016
eine AMIC-Plastik mediale
Talusschulter
links
(Urk. 11/M59
)
und am 17. Februar
2017 eine
medialisierende
Calcaneusosteotomie
links (Urk. 11
/M69).
Im Auftrag der
Vorsorgeeinrichtung
wurde
X.___
am 14. Juli 2017 erneut begutachtet (Expertise vom
22. September 2017, Urk. 11/M82
)
und auch die AXA gab ei
ne chirurgisch-/
traumat
ologische
Untersuchung beim
bera
tenden Arzt
in Auftrag
(Expertise vom 5. Februar 2018, Urk. 11/M86).
Mit Verfü
gung vom 7. Mai 2018 stellte die A
XA
die Heilungskostenleistungen und die Tag
geld
leistungen per 31. Mai 2018 ein und sprach
X.___
eine
Invaliden
rente von 10 % (
monatliche Normalrente von Fr. 408.30
)
und entsprechend einer Integritätseinbusse von 15 % eine Integritätsentschädigung von Fr. 18'900.-- zu (Urk. 11/A118). Gegen
diese Verfügung erhob
X.___
am 23. Juli 2018 Einsprache (Urk. 11/A139).
Zwischenzeitlich sprach die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, mit Verfügung vom 28. August 2018 eine vom 1. November 2016 bis 31. Mai 2018 befristete halbe Rente
der Invalidenversicherung
zu (Urk. 11/A142).
Mit
Einspracheentschei
d
vom 4. Juni 2019 wies die AXA
die Einsprache ab (Urk. 2).
2.
Hiergegen erhob
X.___
am 4. Juli 2019 (Urk. 1) Beschwerde und bean
tragte, der
Einspracheentscheid
sei abzuändern und ihr sei
en
ei
ne höhere Rente und
eine höh
ere Integritätsentschädigung zuzusprechen. Eventualiter seien weitere medi
zinische Ab
klärungen vorzunehmen. Mit
Beschwerdeantwort
vom 5. November 2019
beantragte die
AXA
, die Beschwerde sei abzuweisen (Urk. 9)
,
was der Beschwer
de
führerin mit Verfügung vom 7. November
2019 zur Kenntnis gebracht wur
de (Urk. 12
).
Die gegen die Verfügung der Invalidenversicherung vom 28. August 2018 erhobene Beschwerde, welche Gegenstand des Verfahrens IV.2018.00849 bildet, wurde mit Urteil heutigen Datums abgewiesen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am 17. Januar 2013 ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall An
wendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Nach
Art.
10
Abs.
1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mässige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teil
weise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss
Art.
16
Abs.
1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10
%
invalid (
Art.
8 des Bundes
ge
setzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]), so hat sie An
spruch auf eine Invalidenrente (
Art.
18
Abs.
1 UVG). Der Rentenanspruch ent
steh
t, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Bes
se
rung
des Gesundheitszustandes erwartet werden kann und allfällige Einglie
derungs
massnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind. Mit dem Ren
tenbe
ginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (Art.
19
Abs.
1 UVG).
1.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
men
hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte im angefochtenen Entscheid auf
die Beurteilung ihres beratenden Arztes
ab und erwog, dass es der Beschwerdeführerin unter Beachtung de
s Belastungsprofils zumutbar sei,
zu 100 % einer leidensan
ge
passten Tätigkeit nachzugehen.
Bei einem Einkommensvergleich resultiere ein
Invaliditätsgrad
von 10 %
. Die Integritätseinbusse sei anhand der neuen Unter
suchungsbefunde und des CTs am unteren
Ansatz
wert
für eine schwere Arthrose de
s oberen Sprunggelenks auf 15 % festzusetzen
(Urk. 2).
2.2
Demgegenüber wandte die Beschwerdeführerin ein, auf
den Bericht des Vertrau
ensarztes
der Beschwerdegegnerin
könne
nicht abgestellt werden: Der
Arzt
habe ein Belastungsprofil definiert, womit der Beschwerdeführerin eine leidensan
ge
passte Tätigkeit im Umfang von 100 % zumutbar sei. Dieses Belastungsprofil ent
spreche allerdings demjenigen ihrer angestammten Tätigkeit als Reinigungs
fach
frau, welche ihr gemäss demselben
Arzt
nur noch zu 30 % zugemutet werden kön
ne
. Der
Vertrauensarzt
begründe
nicht, weshalb dieses von ihm definierte Be
lastungsprofil zumutbar sein sollte.
Auch
fehle eine Auseinandersetzung mit dem
von der Vorsorgeeinrichtung in Auftrag geg
ebenen Gutachten, welches
von einem
Facharzt für Orthopädie erstattet worden sei. Im
Weitern
erachte auch der RAD-Arzt der IV-Stelle das im Auftrag der Vorsorgeeinri
chtung erstattete Gutachten als
nachvollziehbar. Deshalb k
önne nicht ohne Weiteres auf die
vertrauens
ärzt
liche
Einschätzung
abgestellt werden.
Allenfalls wären weitere medizinische Ab
klärungen durchzuführen. Im Übrigen sei bei der Berechnung des Invalidenein
kommens ein leidensbedingter Abzug von mindestens 20
% vorzunehmen (Urk. 1).
3.
3.1
Dem vertrauensärztlichen Gutachten von
Dr.
med.
Y.___
, FMH für
ortho
pädische Chirurgie,
vom 22. September 2017
zu Händen der beruflichen Vor
sorgeeinrichtung (Urk. 11/M82) können folgende Diagnose
n entnommen wer
den (Urk. 11/M82 S.
5):
-
Massive posttraumatische OSG-Arthrose links bei:
-
Status nach OSG-Fraktur links (
Malleolarfraktur
Typ Weber B-C) vom 17.01.2013
-
Status nach partieller OSME distale Tibia und Fibula links vom 7.01.2014
-
Status nach Revision mit Schraubenosteosynthese
Malleolus
medialis
, Plattenosteosynthese
Malleolus
lateralis
,
Refixation
Volkmann’sches
Dreieck links vom 22.01.2013
-
Posttraumatische erhebliche OSG-Instabilität bei Status nach einer
Malleolarfraktur
Typ Weber B-C mit vorderer
Syndesmosen
-Läsion und entsprechender Gabelsprengung
-
Status nach Schraubenentfernung des
Malleolus
medialis
und Abtra
gung einer störenden
Exostose
am Fuss links vom 10.12.2015
-
AMIC Plastik mediale
Talusschulter
links vom 20.08.2016
-
Medialisierende
Calcaneusosteotomie
links vom 20.02.2017
Zur
Arbeitsfähigkeit führte
Dr.
Y.___
aus, dass aufgrund des bisher nicht zu
friedenstellenden Ergebnisses bei der schweren OSG-Verletzung mit über
wie
gen
der Wahrscheinlichkeit eine erneute, wahrscheinlich definitive Korrektur des OSG vorgenommen werden müsse. Da die Beschwerdeführerin eine weitere Be
hand
lung benötige, sei es zum heutigen Zeitpunkt zu früh, Angaben zur defini
ti
ven Arbeitsfähigkeit
zu machen (Urk. 11/M82
S.
6).
Dr.
Y.___
hielt sodann fest, dass die Beschwerdeführerin angesichts der starken Schwellungsneigung, was zu entsprechend starken Schmerzen am Fuss führe, unverändert und zum Teil an Stö
cken mobilisiert eine
Arbeit in einem Büro oder sitzend an einer Rezep
tion mit einem Pensum von 50 % bewältigen könnt
e. Weiter empfahl
Dr.
Y.___
eine OSG-
Arthrodese
. Nach 1.5 Jahren könne sodann eine Stellungnahme zur Belastbarkeit des Fusses erfolgen. Die Situation lasse sich in medizinischer Hin
sicht mit einem
Salvage
-Procedere und der Durchführung einer OSG-
Arthrodese
mit überwiegender Wahrscheinl
ichkeit bewältigen (Urk. 11/M82 S.
7). Dem Gut
achten lässt sich sodann entnehmen, dass die Beschwerdeführerin ihre Schmerzen auf der Schmerzskala mit 8 und unter Belastung mit 9 eingeschätzt habe. Sie habe zudem erzählt, dass sie knapp eine Gehstrecke von 20 Minuten ohne Be
schwerden bewältigen könne und sich da
nn hinsetzen müsse (Urk. 11/M82 S.
3 f.).
Anlässlich der orthopädischen Untersuchung stellte
Dr.
Y.___
fest, dass sich das Gangbild mit deutlichem Schonentlastungshinken links gezeigt habe. Der Abrollvorgang links habe sich als deutlich erschwert erwiesen und der Zehen-
und Fersengang seien nur knapp möglich gewesen. Die OSG-Beweglichkeit habe sich links im Vergleich zu rechts als eingeschränkt erwiesen. Auch habe sich links gegenüber rechts ein deutlich geschwollener Aussenknöchel mit einer Umfangs
differenz von run
d 4 cm präsentiert (Urk. 11/M82 S.
3). Die SPECT-Untersuchung habe eine erheblich fortgeschrittene medial betonte Degeneration im OSG mit
osteochondralem
Defekt gezeigt und die MRI- und Röntgenbefunde hätten zudem eine
Osteopenie
mit Verdacht auf eine Osteoporose, eine unverminderte Gabel
sprengung und eine
osteochondrale
Läsion an der medialen
Talussc
hulter
präsen
tiert (Urk. 11/M82 S.
4).
3.2
Dr.
med.
Z.___
, Facharzt FMH Chirurgie,
beratender Arzt der Beschwerde
geg
nerin, nannte im Bericht vom 5. Februar 2018
folgende Diagnosen mit Auswir
kung a
uf die Arbeitsfähigkeit
(Urk. 11/M86 S.
6):
-
Sprunggelenksdistorsion links am 17.01.2013 mit/bei:
-
trimalleolärer
Sprunggelenksfraktur
-
Status nach osteosynthetischer Versorgung
-
Status nach Metallentfernung und Abtragung einer
Exostose
am medialen
Malleolus
nach Instabilität bei Gabelsprengung
-
massiver posttraumatischer OSG-Arthrose
-
Status nach AMIC-Plastik mediale
Talusschulter
und lateraler Bandre
konstruktion am 20.08.2016
-
Status nach
medialisierender
Kalkaneusosteotomie
,
Débridement
Tibiali
s
posterior
Sehne und Reparatur
-
persistierenden belastungsabhängigen Beschwerden linkes Sprung
ge
lenk
Dr.
Z.___
führte
aus, es bestehe noch eine 30%ige Arbeitsfähigkeit in der ange
stammten Tätigk
eit als Reinigungsfachfrau. I
n einer leidensangepassten Tätigkeit liege ab dem Untersuchungstag und unter Beachtung des Belastungsprofils wie
der eine vollständige Arbeitsfähigkeit vor. Zum Belastungsprofil hielt
Dr.
Z.___
fest, es seien leichte bis mittelschwere wechselbelastende Tätigkeiten zu
mutbar, ohne repetitives Gehen über 50 m, ohne repetitives Treppensteigen, ohne repe
titives Gehen auf unebenem Gelände, ohne das Tragen von Lasten auf unebenem Gelände, ohne das Besteigen von Leitern und Gerüsten und ohne hockende, kniende und kauernde Arbeiten. Zudem seien Arbeiten in Nässe, Kälte und Hitze auszuschliessen
(Urk. 11
/
M86 S.
7
). Weiter wird im Gutachten festgehalten, dass die Beschwerdeführerin über ständig vorhandene Schmerzen im Fuss geklagt habe. In Ruhe bestünden
geringe Beschwerden, welche sich
beim Gehen deutlich verstärkten. Sie könne maxima
l 20 Minuten gehen
. Treppensteigen verstärke die Schmerzen nicht, sie müsse aber aufpassen
(Urk. 11/M86 S.
4
f.).
Befundmässig stellte
Dr.
Z.___
Folgendes fest: Die Fussstellung zeige eine Ab
flachung des Längsgewölbes beidseits und die Quergewölbe seien im Sinne eines
Senk- und Spreizfusses verändert. Die Zehenstellung sei bezüglich des zweiten und dritten Zehs auffällig und es bestehe eine Syndaktylie. Die Hautfarbe im Bereich der unteren Extremitäten sei ohne auffälligen Befund. Lediglich in der Knöchelregion links hätten sich abgeheilte Narben über dem Innen- und den Aussenknöchel erkennen lassen. Die Haut im Narbenbereich sei rotbräunlich pig
mentiert und die Narben hätten sich als berührungsempfindlich erwiesen. Weiter sei der Blutabfluss ungestört und es hätten sich keine Verfärbung, keine ver
mehrte Venenzeichnung, keine
Varikosis
und lediglich vereinzelt Besen
reiser
varizen gezeigt. Die
Fusssohlenbeschwielung
sei altersentsprechend normal aus
ge
bildet und es liege keine isolierte Verhornungstendenz vor. Augenfällige Um
fangsdifferenzen im Bereich der unteren Extremitäten seien nicht vorhanden ge
wesen. Die
Bemuskelung
und die Konturen der Muskulatur beider Ober- und Unterschenkel habe sich seitengleich ausgebildet präsentiert. Der Knöchelumfang sei links um einen Zentimeter grösser als
rechts
gewesen. Bezüglich der Gelenk
konturen sämtlicher Abschnitte beider Extremitäten hätten sich keine wesent
lichen Auffälligkeiten und keine Gelenkvergröberungen gezeigt und die Achil
les
sehnengrube habe sich seitengleich verstrichen präsentiert. Bei den Funktions
untersuchungen seien die Stand- und Gangvarianten wie
Einbeinstand
, Zehen
stan
d beziehungsweise –gang und Hackenstand beziehungsweise –
gang
mit beiden unteren Extremitäten seitengleich mit deutlichen Einschränkungen de
mon
striert worden. Das Einnehmen der tiefen Hocke sei bis zu einer maximalen Kniegelenksbeugung von 90° gezeigt worden. Bei der Untersuchung der Beweg
lichkeit sämtlicher Gelenke beider unteren Extremitäten habe sich kein auffälliger Befund ergeben. Auch die Beweglichkeit in den oberen und unteren Sprungge
lenken sei nahezu seitengleich ausgefallen und lediglich bei der dorsalen Exten
sion habe sich links eine Einschränkung von 10° gegenüber der rechten Seite ergeben. Beim Zangengriff über der
Malleolengabel
und dem
Kalkaneus
sowie ventral des OSG habe sich ein Druckschmerz auslösen lassen, welcher sich auch medial und lateral über dem USG-Spalt gezeigt habe. Demgegenüber habe sich über die vordere Fusswurzel und über den
Metatarsalia
kein Druckschmerz fest
stellen lassen. Weiter sei in keinem Gelenk der unteren Extremitäten ein Gelenk
erguss vorhanden gewesen und die Bandführung der jeweiligen Gelenke, ins
be
sondere beider Kniegelenke habe sich bezüglich der Kollateralbänder seiten
gleich gelockert erwiesen. Der Schubladentest sowie der Lachmann-Test beidseits seien negativ ausgefallen und es habe auch keine Rotationsinstabilitäten des linken oder rechten Kniegelenkes festgestellt werden können. Es hätten sich auch keine Pivot-
Shift
-Zeichen beidseits und keine Meniskuszeichen des linken und rechten Kniegelenks nach
Steinemann
gezeigt. Die orientierende neurologische
Untersu
chung sei unauffällig gewesen. Im Bereich des Innen- und Aussen
knö
chels
habe
sich links eine deutliche Hyposensibilität gegenüber rechts gezeigt. PSR und ASR hätten seitengleich schwach ausgelöst werden können (
Urk. 11/M86 S.
5
f.).
Insgesamt habe sich
keine wesentlic
he Instabilität im OSG und USG g
ezeig
t
und die Bewe
glichkeit im OSG und im USG sei
trotz der Arthrose erstaunlich gut
gewesen
(
Urk. 11/M86 S.
7).
4.
4.
1
Die Beurteilung
von
Dr.
Z.___
basiert auf einer fachärztlichen Untersuchung und
wurde in Kenntnis und Auseinandersetzung mit den
Vorakten
– insbesondere dem
vertrauensärztlichen Gutachten von
Dr.
Y.___
– sowie auch unter Berück
sich
tigung der geklagten Beschw
erden erstattet.
Dr.
Z.___
legte
die medizini
schen Zustände und Zusa
mmenhänge einleuchtend dar
und
begründete
seine
Schluss
fol
gerung nachvollziehbar
. Das
vertrauensärztliche
Gutachten von Dr.
Z.___
erfü
llt demnach alle rechtsprechungsgemässen Kriterien für eine be
weistauglic
he
medizinische
Entscheidungsgrundlage, weshalb diesem grundsätz
lich voller Be
weis
wert
zukommt (E. 1
.3
).
4.2
Die Beschwerdeführerin
machte mehrere Einwände geltend, weshalb vorliegend
nicht auf
die Beurteilung
von
Dr.
Z.___
abgestellt werden könne
. Auf
ihr
e dies
bezüglichen
Vorbringen
ist vorab einzugehen.
4.2.1
Zunächst
wies
die Beschwerdeführerin
auf
folgenden
angeblichen
Widerspruch
hin
:
Dr.
Z.___
habe festgestellt, dass der Beschwerdeführerin nur noch eine 30%ige Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Reinigungsfachfrau zumutbar sei. In einer leidensangepassten Tätigkeit sei ihr
demgegenüber
unter Beachtung des Belastungsprofils eine 100%ige Arbeitsfähigkeit zuzumuten. Dabei entspreche das von
Dr.
Z.___
definierte Belastungsprofil, unter dessen Beach
tung eine 100%ige Arbeitsfä
higkeit zumutbar sei, dem
Profil ihrer angestammten Tätigkeit
(Urk. 1 S. 4 f.)
.
Dr.
Z.___
definierte ein Belastungsprofil, wonach der Beschwerdeführerin leichte bis mittelschwere wechselbelastende Tätigkeiten zumutbar seien (vgl. E. 3.2). Wie die Beschwerdegegnerin in ihrer Beschwerdeantwort zu Recht ausführte, ent
sprich
t
das Belastungsprofil einer Reinigungsfachfrau einer fast ausschliesslich stehenden und nicht einer wechselbelastenden Tätigkeit (Urk. 9).
Es handelt sich somit nicht um identische Belastungsprofile.
Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin trifft es auch nicht zu, dass
Dr.
Z.___
bei der Definition des Belastungsprofils
unbegründet
zu einer anderen Schlussfolgerung als
Dr.
Y.___
gekommen ist.
Dr.
Y.___
vertrat die Ansicht, dass
der – zum Teil an Stöcken mobilisierten Beschwerdeführerin –
aufgrund der
starken Schwel
lungsneigung und d
er damit verbundenen Schmerzen
bloss
eine sitzende Tätigkeit zumutbar sei (vgl. E. 3.1). Demgegenüber
zeigte sich
anlässlich der Untersuchung
der nunmehr ohne Gehstöcke mobilisierten Beschwerde
füh
rerin (Urk. 11/M86 S. 5)
durch
Dr.
Z.___
keine solche
starke Schwellungs
nei
gung
und
Dr.
Z.___
konnte
auch keine
we
sentliche Instab
i
lität
der OSG
und USG
mehr
feststellen
(E. 3.2)
.
Die von
Dr.
Z.___
an diese Entwicklung der medizi
ni
schen Umstände angepasste Definition des Belastu
ngsprofils ist nachvollziehbar und steht damit auch nicht im
Widerspruch zur Schlussfolgerung von
Dr.
Y.___
.
4.2.2
Sodann führte d
ie Beschwerdeführerin
aus
, dass die Untersuchungen von Dr.
Y.___
und von
Dr.
Z.___
zeitlich nah aufeinander
e
r
folgt seien
und si
ch ihr Gesundheitszustand in dieser
Zwischenzeit nicht verbessert habe
.
Sodann
sei zu beachten, dass d
er RAD-Arzt
der Invalidenversicherung
die medizinische Ein
schätzung von
Dr.
Y.___
als nachvollziehbar erachtet habe
. Angesichts dieser Umstände könne die Beschwerdegegnerin nicht ohne Weiteres auf das Gutachten von
Dr.
Z.___
abstellen.
Zunächst ist darauf hinzuweisen, dass
die
Beschwerdeführerin
eine
Stellung
nahme des RAD-Arztes
, datiert
vom 19. Oktober 2017
, ins Recht legt
e
, welche noch vor
der Untersuchung der Beschwerdeführerin durch
Dr.
Z.___
ergangen ist
(Urk. 3/5)
. Es erklärt sich von allein, dass sich der RAD-Arzt darin nicht zum Gutachten von
Dr.
Z.___
äussern konnte.
Anhand des Feststellungsblatts der IV-Stelle vom 28. August 2018
(Urk. 10)
sowie der gleichentags erlassenen Verfü
gung der IV-Stelle (Urk.
11/A142
)
lässt sich feststellen
, dass der RAD-Arzt das Gutachten von
Dr.
Y.___
zunächst als korrekt erachtet und die darin festge
haltene Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit im Umfang von 50 % aus orthopädischer Sicht zum damaligen Zeitpunkt
als
nachvollziehbar
quali
fiziert hatte
. Dies vor dem Hintergrund, dass der letzte umfangreiche ope
rative Eingriff erst
fünf Monate zurückgelegen hatte
(Urk. 10/3).
Die Unter
suchung von
Dr.
Y.___
fand am 14. Juli 2017 (Urk. 11/M82) und diejenige von
Dr.
Z.___
am 5. Februar 2018 (Urk.
11/M86) statt, womit rund sieben
Monate
dazwischen
lagen
. In dieser Zeitspanne lassen
sich folgende Entwicklungen
in
medizinischer Hinsicht
feststellen: A
nlässlich der Untersuchung durch
Dr.
Y.___
präsentierte sich eine erhebliche Schwellung der linken Sprunggelenksregion, wurd
e eine erhebliche OSG-Instabili
tät diagnostiziert und
zeigte sich eine einge
schränkte OSG-Beweglichkeit links im Vergleich zu rechts (vgl. E.
3.1). Dem
gegenüber
stellte
Dr.
Z.___
nur noch eine geringe Umfangsdifferenz der Knöchel
region
fest und
die
Bemuskelung
und Konturen der Muskulatur beider Ober- und Unterschenk
el war
en
seitengleich ausgebildet. D
ie Funktions
unt
er
suchungen der
beiden Extremitäten
war
en
seitengleich
deutlich eingeschränkt und
die Beweglichkeit in den ob
eren und unteren Sprunggelenken präsentierte sich
nahezu seitengleich
. Es zeigte sich keine wesentliche Instabilität im OSG und USG (vgl. E. 3.2).
Auf d
iese
Verbesserung der Stabilität im Spr
unggelenk
wies
Dr.
Z.___
denn
auch in seiner
Stellungnahme vom 8. Mai 2019
ausdrücklich
hin
.
Weiter
führte
Dr.
Z.___
darin aus
, dass die Beschwerdeführerin
über geringe
Schmerzen in Ruhe berichtet habe, welche sich beim Gehen verstärkten. Dies
sei die Erklärung für seine
Einsch
ätzung der Arbeitsfähigkeit in
eine
r
leidensan
gepasste
n
Tätigkeit
(Urk. 11/M87 S.
2).
Nach dem Gesagten ist ei
ne Verbesserung des Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin festzustellen.
Zudem ist
darauf hinzuweisen
, dass
Dr.
Y.___
ausdrücklich fest
gehalten hatte
, dass es zu früh sei
,
eine definitive Angabe
zur Arbeitsfähigkeit zu machen
(vgl. E. 3.2). Eine Ver
besserung des Gesundheitszustands und eine damit einhergehende erhöhte Arbeit
s
fä
higkeit hat
te
damit auch
Dr.
Y.___
nicht ausgeschlossen.
Dass die Beurtei
lung durch
Dr.
Z.___
in Anbetracht dieser Gegebenheiten anders als jene von
Dr.
Y.___
ausgefallen ist, stellt mithin weder ein Widerspruch dar, noch böte dies hinreichend Anlass, um von der Einschätzung durch
Dr.
Z.___
abzu
weichen.
Angesichts dieser Aktenlage vermag die Beschwerdeführerin auch nicht mit dem Einwand durchzudringen, die Schwellung am Knöchel sei von der Tageszeit ab
hängig, weshalb bloss aus dem Fehlen einer Schwellung nicht auf eine Verbesse
rung zu schliessen sei (Urk. 1 S. 9). Es kommt hinzu, dass sie gegenüber
Dr.
Z.___
erklärt hatte, es bestehe kein Unterschied zur Tageszeit, was die Intensität der Schmerzen betreffe (Urk. 11/M86 S. 4).
4.2.3
Soweit die Beschwerdeführerin rügt,
Dr.
Z.___
verfüge nur über eine Fachaus
bildung als Chirurg und nicht über eine solche als Orthopäde, weshalb seinen Aus
sagen mangels Fachkompetenz nicht dieselbe Aussagekraft wie denjenigen von
Dr.
Y.___
zukomme,
ist ihr nicht zu folgen
.
Weshalb
Dr.
Z.___
als Chirurg nicht in der Lage sein sollte, die Situation am linken, operierten Fuss kompetent zu beurteilen, ist nicht ersichtlich, zumal entgegen der Einschätzung der Be
schwerdeführerin keine divergierenden Beurteilungen vorliegen.
Vielmehr prä
sen
tierte sich anlässlich der Untersuchung durch
Dr.
Z.___
ein anderer medizinischer Sachverhalt als noch zum Zeitpunkt der Begutachtung von
Dr.
Y.___
.
4.2.4
Die Beschwerdeführer
in brachte sodann vor, dass
Dr.
Z.___
in einem Abhän
gigkeitsverhältnis zur Beschwerdegegnerin stehe und deshal
b genauso befangen sei, wie behandelnde
Ärzte.
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar be
gründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuver
lässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte
Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erheb
liche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zu
kommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gutachterin allerdings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 135 V 465 E. 4.4, 125 V 351 E. 3b/
ee
, 122 V 157 E. 1c; vgl. auch BGE 123 V 331 E. 1c).
Vorliegend vermag die
Beschwerdeführerin keine
Umstände
, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet er
schei
nen liessen,
darzutun
. Sie
beschränkt sich darauf, an der
medizinischen
Ein
schätzung von
Dr.
Z.___
Kritik zu üben.
Im Übrigen ergeben sich
auch aus den Akten
keine Anhaltspunkte für eine mangelnde Objektivität von
Dr.
Z.___
.
4.3
Die Vorbringen
der Beschwerdeführerin vermögen damit nichts an der Beweis
kraft
der Beurteilung durch
Dr.
Z.___
zu ändern.
Darauf
ist abzustellen.
Im Übrigen erweist sich der medizinische Sachverhalt als erstellt, wesh
alb auch keine weiteren diesbez
ü
g
lichen Abklärungen vorzunehmen sind
(antizipierte Beweis
würdigung).
5
5
.1
Zu prüfen bleibt, inwiefern sich die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätig
keit auf die Erwerbsfähigkeit der Beschwerdeführerin auswirkt. In diesem Zu
sammenhang machte d
ie Beschwerdeführerin
geltend
, es sei ein leidens
be
ding
t
er Abzug von mindestens 20 % bei der Berechnung des Invalidenein
kom
mens zu berücksichtigen.
Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird gemäss
Art.
16 ATSG das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede
rungs
massnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeits
marktlage erzielen könnte
(sogenanntes Invalideneinkommen)
, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(sogenanntes
Valideneinkommen
)
.
5
.
2
Die Beschwerdegegnerin legte dem Einkommensvergleich ein
Valideneinkommen
für das Jahr 2016 von Fr. 60'845.--
zugrunde (vgl.
Urk.
2 S.10), wozu sie sich auf die Lohnangaben des früh
ere
n Arbeitgebers
der Versicherten stützte
(vgl.
Urk. 11/A1, A100 und A113
)
.
Dies wurde von der Beschwerdeführerin nicht in Frage gestellt.
5
.3
5
.3.1
Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung pri
mär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die ver
si
cherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbs
tätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zu
mutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein solches tatsächlich erziel
tes Erwerbseinkommen gegeben,
namentlich
weil die versicherte Person nach Ein
tritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumut
bare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der Recht
spre
chung entweder Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik per
io
disch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) oder die DAP-Zahlen her
an
ge
zogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3 mit Hinweisen).
5
.3.2
Vorliegend bestimmte die Beschwerdegegnerin das Invalideneinkommen anhand der Tabelle TA1 der LSE 2016
,
alle Wirtschaftszweige («Total») von Fra
uen auf
dem Kompetenzniveau 1, deren Tabellenlohn
bei einer Arbeitszeit von 40
Woche
nstunden monatlich Fr. 4’363.-- betrug. Unter Berücksichtigung der betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit von
41.7 Stunden im Jahr
2016
(vgl. BFS, Tabelle T 03.02.03.01.04.01 Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsab
teilungen,
Ziff.
1-96 Total)
resultiert für das Jahr 2016
ein I
nvalideneinkommen von
Fr.
54
’
580
.-- (
Fr.
4’363.-- x 12 / 40 x 41.7
)
bei einem Vollzeitpensum.
Die Berechnung der Beschwerdege
gnerin ist nicht z
u beanstanden und wurde
von der Beschwerdeführerin auch nicht bemängelt.
5
.3.3
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitt
s
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allen
falls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienst
jahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungsgrad Auswir
kungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene
Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur
mit unterdurch
schnitt
lichem erwerblichem Erfolg verwerten. Der Abzug soll aber nicht auto
ma
tisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzel
fall
nach pflichtge
mässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25
%
nicht über
steigen (vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2, 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
aa
-cc).
Die
Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Inva
liden
einkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beur
teilung der
medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht
zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (Urteile des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.1 und 9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE 126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abwei
chende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgerichtes 9C_808/2015 vom 29. Februar 2016 E. 3.4.3 und
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2
).
5
.3
.4
Mangelnde Sprachkenntnisse oder ungenügende Ausbildung sind nicht abzugs
relevant, da diesen Aspekten bei der Wahl des Kompetenzniveaus Rechnung zu tragen ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_549/2019 vom 26. November 2019 E. 7.7).
Auch das Alter der Beschwerdeführerin vermag keinen Abzug zu be
grün
den, werden doch Hilfsarbeiten auf dem massgebenden ausgeglichenen
Stellen
markt altersunabhängig nachgefragt (Urteile des Bundesgerichts 8C_327/2018,
vom 31. August 2018, E. 4.4.2
und
8C_403/2017 vom 2
5.
August 2017 E. 4.4.1
).
Weiter ist zu beachten, dass die Bedeutung der Dienstjahre im privaten Sektor abnimmt, je niedriger das Anforderungsprofil ist (BGE 126 V 75 E. 5a/cc). Dem Aspekt der Dienstjahre kommt deshalb vorliegend auch keine relevante Bedeu
tung zu.
Soweit die Beschwerdeführerin darüber hinaus die Unmöglichkeit, weiterhin im bisherigen Beruf tätig zu sein, als Abzugsgrund anführt (Urk. 1 S. 10), ist darauf hinzuweisen, dass der Tabellenlohn im Kompetenzniveau 1 bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst (Urteil des Bundesgerichts 9C_447/2019), weshalb sich ein Abzug mit Blick auf diese Gegebenheit nicht rechtfertigt. Schliesslich fällt auch der Umstand, dass die Stellensuche alters
bedingt erschwert sein mag, als invaliditätsfremder Faktor regelmässig ausser
Betracht (Urteil des Bundesgerichts 8C_219/2019 vom 30. September 2019 E. 5.3; vgl. auch Urteil 8C_312/2017 vom 22. November 2017 E. 3.3.2).
Die Beschwerdegegnerin hat somit im Rahmen der Festlegung des Invaliden
einkommens zu Recht keinen leidensbedingten Abzug gewährt.
5
.4
Ausgehend von einem
Valideneinkommen
im Betrag von
Fr. 60'
845
.--
und einem Invalideneinkommen von
Fr.
54’580
.--
ergib
t sich ein Invalidi
tätsgr
ad von rund 10
% ([
Fr. 60'
845
.--
-
Fr.
54
’
580
.--
] x 10
0 / Fr. 60'845.--
)
. Auf dieser Grundlage hat die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin folglich zu Recht ab dem 1. Juni 2018 eine Rente der Unfallversicherung zugesprochen.
6.
6.1
Die Beschwerdeführerin machte sodann geltend, es sei ihr eine höhere Inte
gri
tätsentschädigung geschuldet.
6.2
6.2.1
Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine ange
messene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dauernde erheb
liche Schädigung der körperlichen oder geistigen Integrität erleidet. Die Inte
gritätsentschädigung wird in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und wird entsprechend der Schwere des Integritätsschadens abge
stuft (Art. 25 Abs. 1 UVG).
Gemäss Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Entschä
digung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 UVV Gebrauch gemacht. Abs. 1 dieser Vorschrift bestimmt, dass ein Integritätsschaden als dauernd gilt, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens minde
stens in gleichem Umfang be
steht. Er ist erheblich, wenn die körperliche oder geistige Integrität, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird. Gemäss Abs. 2 gelten für die Bemessung der Integritätsentschädigung die Richtlinien des Anhanges
3.
Fallen mehrere körperliche oder geistige Integritätsschäden aus einem oder mehreren Unfällen zusammen, so wird die Integritätsentschädigung nach der gesamten Beeinträchtigung fest
gesetzt (Abs. 3).
6.2.2
Im Anhang 3 zur UVV hat der Bundesrat Richtlinien für die Bemessung der Integritätsschäden aufgestellt und in einer als gesetzmässig erkannten, nicht ab
schliessenden Skala (BGE 124 V 29 E. 1b mit Hinweisen) wichtige und typische Schäden prozentual gewichtet (RKUV 2004 Nr. U 514 S. 416). Für die darin ge
nannten Integritätsschäden entspricht die Entschädigung im Regelfall dem ange
gebenen Prozentsatz des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes (
Ziff.
1 Abs.
1). Die Entschädigung für spezielle oder nicht aufgeführte Integritätsschäden wird nach dem Grad der Schwere vom Skalenwert abgeleitet (
Ziff.
1
Abs.
2). Integritätsschäden, die gemäss der Skala 5 % nicht erreichen, geben keinen An
spruch auf Entschädigung (
Ziff.
1
Abs.
3). Die völlige Gebrauchsunfähigkeit eines Organs wird dem Verlust gleichgestellt; bei teilweisem Verlust und teilweiser Gebrauchsunfähigkeit wird der Integritätsschaden entsprechend geringer, wobei die Entschädigung jedoch ganz entfällt, wenn der Integritätsschaden weniger als 5 % des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes ergäbe (
Ziff.
2).
6.2.3
Die Medizinische Abteilung der Suva hat in Weiterentwicklung der
bundesrät
lichen
Skala weitere Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form (sog. Fein
raster) erarbeitet. Diese von der Verwaltung herausgegebenen Tabellen stellen zwar keine Rechtssätze dar und sind für die Parteien nicht verbindlich, umso mehr als
Ziff.
1 von Anhang 3 zur UVV bestimmt, dass der in der Skala ange
gebene Prozentsatz des Integritätsschadens für den «Regelfall» gilt, welcher im Einzelfall Abweichungen nach unten wie nach oben ermöglicht. Soweit sie jedoch lediglich Richtwerte enthalten, mit denen die Gleichbehandlung aller Versicher
ten gewährleistet werden soll, sind sie mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 29 E. 1c, 116 V 156 E. 3a).
6.3
Dr.
Z.___
legte nachvollziehbar dar, dass vorliegend nicht von einer massiven Arthrose auszugehen ist. Anhand des CTs des OSG zeige sich im September 2017 eine deutliche
medialseits
betonte Gelenkspaltverschmälerung. Im MRI des linken OSG vom März 2016 werde eine kleine
osteochondrale
Läsion an der medialen
Talusschulter
und eine kleine Knorpelfissur an der distalen
Tibiagelenkfläche
beschrieben, was seine Einschätzung bestätigen würde. Aufgrund dieser Unter
suchungsbefunde sei der Ansatz des unteren Werts von 15 % gemäss Fein
rastertabelle 5, Integritätsentschädigung gemäss UVG, für eine schwere Arthrose des oberen Sprunggelenks gerechtfertigt
(Urk. 11/M86 S. 7 und 11/M87 S. 3)
.
Insgesamt bestehen keine Hinweise dafür, dass relevante Schäden oder Beein
trächtigungen bei der Beurteilung von
Dr.
Z.___
unberücksichtigt geblieben wä
ren. Eine substantiierte Begründung seitens der Beschwerdeführerin, weshalb diese Ausführungen nicht zutreffen sollten, fehlt im Übrigen. Die
F
estlegung des Integritätsschadens auf 15 % ist nicht zu beanstanden.
7.
Der angefochtene
Enspracheentscheid
vom 4. Juni 2019 (Urk. 2) erweist sich nach dem Gesagten als rechtens. Dies führt zu Abweisung der Beschwerde.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwältin Lotti Sigg
-
AXA Versicherungen AG
-
Bundesamt für Gesundheit
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
VogelPeter