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**Case Identifier:** 3421df53-216f-52e7-ac62-6d7b11d67537
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-06-08
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 08.06.2021 200 2020 614
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2020-614_2021-06-08.pdf

## Full Text

200 20 614 IV
WIS/SCM/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 8. Juni 2021

Verwaltungsrichterin Wiedmer, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichter Knapp, Verwaltungsrichter Kölliker
Gerichtsschreiberin Schädeli

A.________
vertreten durch B.________, Rechtsanwältin C.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 10. August 2020

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Juni 2021, IV/20/614, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1969 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich im März 2017 unter Hinweis auf chronische Rücken-, Muskel- 
und Gelenkschmerzen, Konzentrations- und Koordinationsstörungen, Mü-
digkeit sowie Lebensmittelunverträglichkeiten bei der Eidgenössischen In-
validenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (Akten der IV, Antwortbei-
lage [AB] 2). Im Rahmen der erwerblichen und medizinischen Erhebungen 
holte die IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) insbesondere ei-
nen Bericht ihres Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD; AB 30) ein, ge-
stützt worauf sie einen Leistungsanspruch mit Verfügung vom 14. Septem-
ber 2017 (AB 32) verneinte. Diese Verfügung blieb unangefochten.

Im November 2018 beantragte die Versicherte erneut Leistungen der IV 
(AB 33). In der Folge nahm die IVB wiederum Abklärungen in erwerblicher 
und medizinischer Hinsicht vor. Gestützt auf das dabei veranlasste polydis-
ziplinäre Gutachten der D.________ GmbH (MEDAS) vom 16. März 2020 
(AB 90.1-90.5) sowie nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens 
(AB 92, 95, 97) verneinte die IVB mit Verfügung vom 10. August 2020 
(AB 99) einen Leistungsanspruch abermals. Sie erwog hauptsächlich, seit 
der letzten rechtskräftigen Verfügung (14. September 2017 [AB 32]) liege 
keine revisionsrechtlich relevante Veränderung vor bzw. in medizinischer 
Hinsicht bestehe allein eine unterschiedliche Beurteilung eines im Wesent-
lichen gleich gebliebenen Sachverhalts. 

B.

Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch den B.________, 
Rechtsanwältin C.________, am 25. August 2020 Beschwerde. Sie lässt 
beantragen, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und der psychia-
trische Gesundheitszustand sei in die Arbeits- und Leistungsfähigkeit mit-
einzubeziehen, womit ihr eine Invalidenrente zuzusprechen sei. 

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Mit Beschwerdeantwort vom 23. September 2020 schliesst die Beschwer-
degegnerin auf Abweisung der Beschwerde.

Mit Replik vom 8. Oktober 2020 und Duplik vom 6. November 2020 hielten 
die Parteien an ihren jeweiligen Anträgen fest. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 10. August 2020 
(AB 99). Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

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1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG so-
wie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Be-
fundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann 
anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchti-
gung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 
145 V 215 E. 5.1 S. 221).

Es ist dem klaren Willen des Gesetzgebers gemäss Art. 7 Abs. 2 ATSG 
Rechnung zu tragen, wonach im Zuge einer objektivierten Betrachtungs-
weise von der grundsätzlichen „Validität“ der versicherten Person auszuge-
hen ist (BGE 141 V 281 E. 3.7.2 S. 295). Die Sachverständigen sollen die 
Diagnose so begründen, dass die Rechtsanwender nachvollziehen können, 
ob die klassifikatorischen Vorgaben tatsächlich eingehalten sind (BGE 
143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 141 V 281 E. 2.1.1 S. 285). Gemäss höchstrich-

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terlicher Rechtsprechung erfolgt die Prüfung, ob ein psychischer Gesund-
heitsschaden eine rentenbegründende Invalidität zu bewirken vermag, 
schliesslich anhand eines strukturierten normativen Prüfungsrasters (BGE 
143 V 418 E. 7 S. 427, 141 V 281 E. 4.1 S. 296). Dies gilt für sämtliche 
psychischen Störungen (BGE 143 V 418 E. 7.2 S. 429).

Eine invalidenversicherungsrechtlich erhebliche Gesundheitsbeeinträchti-
gung liegt nur vor, wenn die Diagnose im Rahmen einer Prüfung auf der 
ersten Ebene auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe nach 
BGE 131 V 49 standhält. Danach liegt regelmässig keine versicherte Ge-
sundheitsschädigung vor, soweit die Leistungseinschränkung auf Aggrava-
tion oder einer ähnlichen Erscheinung beruht (BGE 141 V 281 E. 2.2 und 
2.2.1 S. 287; SVR 2016 UV Nr. 25 S. 83 E. 6). Liegt auch unter dem Ge-
sichtspunkt der Ausschlussgründe eine versicherte Gesundheitsschädi-
gung vor, erfolgt schliesslich auf der zweiten Ebene anhand eines normati-
ven Prüfungsrasters mit einem Katalog von Indikatoren eine ergebnisoffene 
symmetrische Beurteilung des – unter Berücksichtigung leistungshindern-
der äusserer Belastungsfaktoren einerseits und Kompensationspotentialen 
(Ressourcen) anderseits – tatsächlich erreichbaren Leistungsvermögens 
(BGE 141 V 281 E. 3.6 S. 294). Es gilt im Regelfall nach gemeinsamen 
Eigenschaften systematisierte Standardindikatoren zu beachten (E. 4.1.3 
S. 297), welche sich in die Kategorien „funktioneller Schweregrad“ (E. 4.3 
S. 298) und „Konsistenz“ einteilen lassen (E. 4.4 S. 303). Der Prüfungsras-
ter ist rechtlicher Natur (E. 5 S. 304). Die Anerkennung eines rentenbe-
gründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Aus-
wirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchs-
grundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und wi-
derspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachge-
wiesen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der Beweislosigkeit die materi-
ell beweisbelastete versicherte Person zu tragen (E. 6 S. 308).

2.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 

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und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.4 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). 

2.4.1 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit 
den Rentenanspruch zu beeinflussen (BGE 144 I 103 E. 2.1 S. 105, 
141 V 9 E. 2.3 S. 10; SVR 2018 UV Nr. 22 S. 79 E. 2.2.1).

2.4.2 Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invali-
ditätsgrad erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuan-
meldungsverfahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG 
– durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten mate-
riellen Beurteilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit 
demjenigen zur Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 
S. 112; 130 V 71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

2.4.3 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-
gebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invali-
ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b 
S. 200; SVR 2019 IV Nr. 39 S. 124 E. 5).

2.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV 
Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1).

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3.

3.1 Die Beschwerdegegnerin hat die Leistungsanmeldung vom Novem-
ber 2018 (AB 33) unter dem Titel der Neuanmeldung (vgl. hierzu E. 2.4 
hiervor) geprüft. Sie ist durch einen Vergleich des Sachverhalts im Zeit-
punkt der Verfügung vom 14. September 2017 (AB 32) – mit der ein Ren-
tenanspruch zufolge Fehlens eines invalidisierenden Gesundheitsschadens 
verneint wurde – mit demjenigen bei Erlass der hier angefochtenen Verfü-
gung vom 10. August 2020 (AB 99) zum Schluss gelangt, dass seither (seit 
14. September 2017 [AB 32]) keine relevante Veränderung eingetreten sei. 
Mithin seien die Voraussetzungen zum Bezug von IV-Leistungen nach wie 
vor nicht erfüllt (AB 99/1). 

3.2 Mit der unangefochten in Rechtskraft erwachsenen Verfügung vom 
14. September 2017 (AB 32) verneinte die Beschwerdegegnerin einen 
Leistungsanspruch im Wesentlichen gestützt auf den RAD-Bericht vom 
28. Juni 2017 (AB 30). Die Beschwerdegegnerin führte aus, dass keine 
objektiven funktionellen Einschränkungen ausgewiesen seien, die eine 
dauerhafte signifikante Arbeitsunfähigkeit begründen würden, womit kein 
invalidisierender Gesundheitsschaden bestehe (AB 32/1). Im massgebli-
chen RAD-Bericht vom 28. Juni 2017 (AB 30) kam Dr. med. E.________, 
Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, zum Schluss, dass bei der Be-
schwerdeführerin keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 
vorliege (AB 30/5). Die angestammte Tätigkeit als ... sei in einem 100%-
Pensum und ohne Leistungseinschränkung durchführbar. Bezüglich der 
Beschwerden bei längerer Reklination der HWS (typischerweise bei Über-
kopfarbeiten) sollte diese Bewegung möglichst reduziert und durch geeig-
nete Hilfsmittel bei der Arbeit unterstützt werden. Für den Fall, dass es zu 
einem Beschwerdeverfahren komme, empfahl der RAD-Arzt eine polydiszi-
plinäre Begutachtung (AB 30/6). Der Einschätzung des RAD lagen die Be-
richte von Dr. med. F.________, gemäss eigenen Angaben Facharzt für 
Allgemeine Medizin (vgl. jedoch den fehlenden Eintrag im Medizinalberufe-
register), vom 14. April 2009 (AB 28/6) sowie vom 21. und 26. September 
2016 (AB 28/3-4), die Zusammenfassung der Krankengeschichte von Dr. 
med. G.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, vom 28. Okto-
ber 2016 (AB 28/7-11) sowie die Berichte des behandelnden med. pract. 

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H.________ (im Medizinalberuferegister ohne Facharzttitel verzeichnet) 
vom 29. Mai 2017 (AB 26) und 6. Juni 2017 (AB 28/1) zugrunde.

Trotz des Hinweises des RAD-Arztes, dass er für den Fall eines Beschwer-
deverfahrens eine polydisziplinäre Begutachtung empfehle (AB 30/6), tätig-
te die Beschwerdegegnerin keine weiteren Abklärungen. Diese wären auf-
grund der Aktenlage jedoch zwingend angezeigt gewesen. Der Behandler 
med. pract. H.________ proklamierte im Mai bzw. Juni 2017 eine bereits 
langjährig lediglich im Umfang von 40 % bestehende Arbeits- und Leis-
tungsfähigkeit unter anderem bei einer schnellen körperlichen Ermüdung 
mit Schmerzen und einer mentalen Erschöpfung mit Vergesslichkeit, Ineffi-
zienz der Arbeit und zunehmender Unachtsamkeit. Laut med. pract. 
H.________ arbeitete die Beschwerdeführerin infolgedessen seit mehr als 
10 Jahren mit einem Pensum von nur noch 40 %. Mit diesem Pensum von 
40 % habe sie ihre Leistung erbringen und sich danach wieder erholen 
können (AB 26/8-10, 28/1). Ebenso gab die Beschwerdeführerin anlässlich 
des Erstgesprächs vom 29. März 2017 an, dass sie (seit Jahren) lediglich 
zu 40 % arbeite (vgl. hierzu auch den Auszug aus dem individuellen Konto 
[AB 10]) und viel Zeit brauche, um sich zu erholen (AB 15/2). Weiter führte 
sie aus, dass sie bereits als Kind dauernd krank gewesen sei (AB 15/3; vgl. 
auch med. pract. H.________, wonach die Beschwerdeführerin schon 
während der Schulzeit durch körperliche und mentale Müdigkeit beeinträch-
tigt gewesen sei [AB 26/8 Ziff. 1.4]). Es ist offenkundig, dass sich der RAD-
Arzt (als Facharzt für Allgemeine Innere Medizin) nicht in der Lage sah, den 
Fall medizinisch abschliessend zu beurteilen, weshalb er zu Recht von der 
Notwendigkeit weiterer Abklärungen ausging. Dabei benannte er denn 
auch bereits die voraussichtlich zu beteiligenden Fachgebiete (orthopädi-
sche/allenfalls unfallchirurgische, neurologische, psychiatrische, internis-
tisch-allergologische, internistisch-pneumologische, internistisch-somnolo-
gische, internistisch-infektiologische und allenfalls neuropsychologische 
Abklärung [AB 30/6]). Aus welchen Gründen dies einzig dann gelten sollte, 
falls es zu einem Beschwerdeverfahren gekommen wäre, legte der RAD-
Arzt nicht dar und ist denn auch nicht ersichtlich. Damit wäre die Be-
schwerdegegnerin in Nachachtung des Untersuchungsgrundsatzes (Art. 43 
Abs. 1 ATSG) gehalten gewesen, zusätzliche medizinische Erhebungen in 
die Wege zu leiten. Indem sie dies nicht tat, erging die Verfügung vom 

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14. September 2017 (AB 32) in klarer Verletzung des Untersuchungs-
grundsatzes gestützt auf eine ungenügende Sachverhaltsfeststellung. Eine 
rechtsgenügliche Abklärung des medizinischen Sachverhalts, mithin eine 
umfassende medizinische Untersuchung, erfolgte erstmals im Rahmen der 
Leistungsanmeldung vom November 2018 (AB 33) mit der polydisziplinären 
Begutachtung vom 16. März 2020 (AB 90.1-90.5). Demnach kann die Ver-
fügung vom 14. September 2017 vorliegend nicht für einen Vergleich her-
angezogen werden und die Bestimmungen hinsichtlich Neuanmeldung 
bzw. Revision (vgl. E. 2.4 hiervor) kommen hier nicht zum Tragen. Mangels 
vormals rechtsgenüglicher Abklärungen fehlt es an einem Vergleichsobjekt, 
welches der gesundheitlichen Situation zur Zeit der angefochtenen Verfü-
gung vom 10. August 2020 (AB 99) gegenübergestellt werden könnte. Da-
mit durfte sich die Beschwerdegegnerin nicht auf die Prüfung beschränken, 
ob veränderte Verhältnisse vorliegen und es erübrigen sich Feststellungen 
zum Vorliegen einer allfälligen (gesundheitlichen) Veränderung. Vielmehr 
ist der Rentenanspruch auf der Grundlage der Anmeldung vom November 
2018 (AB 33) allseitig und frei zu prüfen (vgl. zum Ganzen Entscheide des 
Bundesgerichts [BGer] vom 10. September 2008, 8C_519/2007, E. 3.2 ff., 
und vom 29. April 2008, 9C_19/2008, E. 2). 

4.

4.1 Die angefochtene Verfügung (AB 99) stützt sich massgeblich auf 
das polydisziplinäre MEDAS-Gutachten vom 16. März 2020 (AB 90.1-90.5). 
Darin stellten die Experten in der interdisziplinären Gesamtbeurteilung die 
folgenden Diagnosen (AB 90.1/7 Ziff. 4.2): 

Mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
- Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS; ICD-10 F43.1)

Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
- Chronisches myofasziales Schmerzsyndrom, fibromyalgiform (ICD-10 

M79.0)
- Anamnestisch Atopie mit saisonaler Rhinokonjunktivitis und fragli-

chem Asthma bronchiale
- Chronische Verdauungsbeschwerden

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In einem regulären, nicht angepassten Arbeitsverhältnis bestehe vor allem 
aus psychiatrischen Gründen kaum eine Chance, die Probezeit zu überste-
hen und wäre die Beschwerdeführerin einem Arbeitgeber mit ihren Auffäl-
ligkeiten, Sensibilitäten, Einschränkungen und Empfindlichkeiten vermutlich 
auch nicht vermittelbar. Demnach bestehe in der bisherigen Tätigkeit 
spätestens seit März 2017 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit (AB 90.1/9 
Ziff. 4.7). In einer optimal angepassten Tätigkeit ohne gefährliche Maschi-
nen, ohne dauerhaft hohe Konzentrationsanforderungen, ohne Anforderun-
gen an Teamfähigkeit und Stresstoleranz, ohne ständige Lärmbelastung, 
mit der Möglichkeit zu vermehrten Pausen, mit wenig Publikumsverkehr, in 
einer gut strukturierten Tätigkeit mit begrenzter Verantwortung und ohne 
Führungsaufgaben, ohne Schichtarbeit, in einem verständnisvollen Umfeld, 
mit individualisierter Arbeitsweise und angepassten Rahmenbedingungen, 
mit mehr Zeit für komplexere, ihr weniger bekannten Aufgaben, mit der 
Möglichkeit eine Aufgabe nach der anderen zu erledigen anstatt parallel, 
mit häppchenweisen oder schriftlichen Aufträgen, mit einer Gewichtsbelas-
tung von maximal 7 kg bis 10 kg, mit der Möglichkeit zu Wechselpositionen 
und zwischendurch aufzustehen, mit Arbeitstätigkeiten, welche nach Prin-
zipien der Rückenergonomie durchgeführt werden könnten, bestehe eben-
falls spätestens seit März 2017 eine zeitliche Arbeitsfähigkeit von ca. vier 
Stunden mit einer zusätzlichen Leistungseinschränkung von 20 %, mithin 
eine Gesamtarbeitsfähigkeit von 40 %. Bei konsequenter und motivierter 
Nutzung der zur Verfügung stehenden therapeutischen Optionen könne 
innert 9 bis 18 Monaten in einer angepassten Tätigkeit eine Steigerung der 
Arbeitsfähigkeit, bei optimalem Verlauf möglicherweise bis auf 80 %, erwar-
tet werden (AB 90.1/9 Ziff. 4.8).

4.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

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Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

4.3 Das MEDAS-Gutachten vom 16. März 2020 (AB 90.1-90.5) erfüllt 
die rechtsprechungsgemässen Anforderungen an den Beweiswert von Ex-
pertisen (E. 3.4 hiervor). Die darin enthaltenen Feststellungen beruhen auf 
eigenen Abklärungen und sind in Kenntnis der Vorakten sowie unter 
Berücksichtigung der geklagten Beschwerden getroffen worden. Sie leuch-
ten in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge ein und die ge-
zogenen Schlussfolgerungen zum Gesundheitszustand werden nachvoll-
ziehbar und einlässlich begründet. Damit kommt dem Gutachten voller Be-
weiswert zu, so dass darauf abzustellen ist. 

Aus psychiatrischer Sicht begründete der MEDAS-Experte im entspre-
chenden Teilgutachten schlüssig und nachvollziehbar, dass die Beschwer-
deführerin an einer PTBS leidet (vgl. AB 90.4/14-17; vgl. hierzu DIL-
LING/MOMBOUR/SCHMIDT/SCHULTE-MARKWORT [Hrsg.], Internationale Klassi-
fikation psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], Diagnostische Kriteri-
en für Forschung und Praxis, 6. Aufl. 2016, S. 136; DIL-
LING/MOMBOUR/SCHMIDT [Hrsg.], Internationale Klassifikation psychischer 
Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnostische Leitlinien, 10. Aufl. 
2015, S. 207 f.). Auch wenn sich die Beschwerdeführerin nicht vollends an 
den im Alter von ungefähr fünf Jahren erlittenen sexuellen Missbrauch er-
innert (Ablauf, Häufigkeit, Täter etc.), so beschreibt sie doch klare Bilder, 
die sich stets wiederholten (kaum mehr Luft bekommen, wie Äpfel im 
Mund, Kleider im Gesicht, Gefühl zu ersticken, von hinten aufgespiesst 
werden [AB 90.4/6-7 Ziff. 3.2.1.2 und 3.2.1.5, 90.4/9-10 Ziff. 3.2.4.2 und 

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3.2.8, 90.4/15]), was der Gutachter in überzeugender Weise klassischen 
Flashbacks zuordnete (AB 90.4/16). Ausserdem berichtete die Beschwer-
deführerin von seit der Kindheit bestehenden Albträumen (AB 90.4/6 
Ziff. 3.2.1.2, 90.4/9 Ziff. 3.2.4.4, 90.4/16) sowie von Schreckhaftigkeit und 
Schlafstörungen (AB 90.2/13 Ziff. 3.1, 90.4/6 Ziff. 3.2.1.1, 90.4/8 
Ziff. 3.2.2.3, 90.4/16). Im Rahmen der Diagnosestellung berücksichtigte der 
Gutachter überdies insbesondere die Erwerbsbiographie, wonach die Be-
schwerdeführerin einzig im Rahmen der vierjährigen Lehrausbildung (vgl. 
AB 16/3, 35/2) sowie der hierauf folgenden ersten vier Berufsjahre zu 
100 % und danach lediglich noch zu 40 % arbeitete, da sie sich durch ein 
höheres Pensum überlastet fühlte (AB 90.1/6 Ziff. 4.1, 90.4/6 Ziff. 3.2.1.2; 
vgl. hierzu auch die Berichte des behandelnden med. pract. H.________ 
vom 29. Mai 2017 [AB 26/9-10] und 6. Juni 2017 [AB 28/1]). Zudem trug er 
den geschilderten bereits seit der Kindheit bestehenden überdurchschnittli-
chen Schmerzen und Beschwerden Rechnung, welche bisher somatisch 
nicht zugeordnet werden konnten (AB 90.4/6, 90.4/18 Ziff. 6.2.2). Weiter 
würdigte er das Fehlen einer klassischen Sozialisierung insoweit, als die 
Beschwerdeführerin keine Paarbeziehung, keine Kinder und auch keinen 
eigentlichen Freundeskreis hat, sondern nach wie vor bei ihren Eltern lebt 
und die Ferien mit der Mutter verbringt (AB 90.2/14, 90.4/20 Ziff. 7.1). 
Schliesslich wertete der Experte die Tatsache, dass die Beschwerdeführe-
rin bisher keinen Geschlechtsverkehr hatte, Angst und Ekel vor Männern 
empfindet und immer wieder Ereignisse erlebt, bei denen sie wie paraly-
siert ist bzw. sich nicht wehren kann, als dissoziativ (AB 90.4/15-16). Dabei 
schadet hier nicht, dass die durch einen sexuellen Missbrauch im Alter von 
ungefähr fünf Jahren ausgelöste PTBS erst anlässlich der Exploration vom 
Januar 2020 (AB 90.4/2 Ziff. 1.1.4.2) diagnostiziert wurde (vgl. zur Latenz-
zeit bei einer PTBS auch Entscheid des BGer vom 24. November 2015, 
9C_195/2015, E. 3.3.3), denn dies wurde der Beschwerdeführerin glaub-
haft erst Jahre später (2006 bzw. 2007 [vgl. AB 90.4/6 Ziff. 3.2.1.2]) auf-
grund von Flashbacks mit verstörenden Bildern bewusst (AB 90.1/6 
Ziff. 4.1). Die Diagnose konnte bisher auch deshalb nicht gestellt werden, 
weil die Beschwerdeführerin nicht in psychiatrischer Behandlung war. Dies 
setzte der psychiatrische Gutachter indessen schlüssig und nachvollzieh-
bar nicht mit einem mangelnden Leidensdruck gleich, denn die Beschwer-
deführerin frequentiert bereits langjährig einen Physiotherapeuten, der sich 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Juni 2021, IV/20/614, Seite 13

im Bereich der Traumatherapie qualifiziert habe, was sie als sehr hilfreich 
empfindet (AB 90.1/6 Ziff. 4.1, 90.4/17 Ziff. 6.2.1). Schliesslich überzeugt 
ebenso, dass die aus internistischer Sicht mit Auswirkung auf die Arbeits-
fähigkeit erhobenen Diagnosen (generalisiertes Schmerzsyndrom, Er-
schöpfungssituation bzw. Leistungsintoleranz [AB 90.2/17 Ziff. 6.1]) bzw. 
die hierzu ermittelte Arbeitsunfähigkeit (AB 90.2/19) in der interdisziplinären 
Gesamtbeurteilung einer aus somatischer Sicht bestehenden leicht ver-
minderten allgemeinen Belastbarkeit des Bewegungsapparates zugeordnet 
wurden (AB 90.1/8 Ziff. 4.3). Die funktionellen Einschränkungen bestehen 
schlüssig und nachvollziehbar vorwiegend aus psychischen Gründen, was 
insbesondere auch im Rahmen der neuropsychologischen Abklärung 
bestätigt wurde (AB 90.1/7-8 Ziff. 4.3, 90.1/9 Ziff. 4.7, 90.4/23-24 Ziff. 7.4.1, 
90.5/6-7 Ziff. 4.3). Damit ist erstellt, dass aufgrund der PTBS (AB 90.1/7 
Ziff. 4.2) spätestens seit März 2017 die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen 
Tätigkeit als ... aufgehoben ist (AB 90.1/9 Ziff. 4.7, 90.4/26-28 Ziff. 8.1), in 
einer angepassten Tätigkeit hingegen bei einer zeitlichen Präsenz von vier 
Stunden (täglich) und einer Leistungseinschränkung von 20 % eine ge-
samthafte Arbeitsfähigkeit von 40 % besteht (AB 90.1/9 Ziff. 4.8, 90.4/28-29 
Ziff. 8.2).

Entgegen den Ausführungen der Beschwerdegegnerin (vgl. Beschwerde-
antwort S. 3 f. Ziff. C.11 sowie Duplik S. 2 f. Ziff. C), hält die gutachterlich 
attestierte Einschränkung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit auch einer 
rechtlichen Überprüfung stand. Denn hat sich die sachverständige Person 
bei der Einschätzung des Leistungsvermögens an den normativen Vorga-
ben gemäss BGE 141 V 281 orientiert und genügt ihr Gutachten den all-
gemeinen Anforderungen an den Beweiswert ärztlicher Berichte (vgl. E. 3.4 
hiervor), sind die darin formulierten Stellungnahmen zur Arbeitsfähigkeit 
von den Organen der Rechtsanwendung grundsätzlich zu übernehmen. 
Eine davon losgelöste juristische Parallelüberprüfung nach Massgabe des 
strukturierten Beweisverfahrens (vgl. E. 2.2 hiervor) soll nicht stattfinden 
(Entscheide des BGer vom 7. Februar 2020, 8C_423/2019, E. 3.2.3, und 
22. Oktober 2019, 9C_520/2019, E. 7.1). Vorliegend erfüllt das MEDAS-
Gutachten vom 16. März 2020 (AB 90.1-90.5) – wie erwähnt – die an den 
Beweiswert eines medizinischen Berichtes gestellten Anforderungen und 
der psychiatrische Gutachter hat sich an den normativen Vorgaben gemäss 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Juni 2021, IV/20/614, Seite 14

BGE 141 V 281 orientiert (vgl. u.a. AB 90.4/26-28). Dabei hat er die Vor-
aussetzung der Rechtsprechung erfüllt, wonach der Sachverständige sub-
stanziiert darzulegen hat, aus welchen medizinisch-psychiatrischen Grün-
den die erhobenen Befunde das funktionelle Leistungsvermögen und die 
psychischen Ressourcen in qualitativer, quantitativer und zeitlicher Hinsicht 
zu schmälern vermögen. Insbesondere hat der medizinisch-psychiatrische 
Sachverständige darzutun, dass, inwiefern und inwieweit wegen der von 
ihm erhobenen Befunde die beruflich-erwerbliche Arbeitsfähigkeit einge-
schränkt ist, und zwar – zu Vergleichs-, Plausibilisierungs- und Kontroll-
zwecken – unter Miteinbezug der sonstigen persönlichen, familiären und 
sozialen Aktivitäten der rentenansprechenden Person (vgl. BGE 145 V 361 
E. 4.3 S. 368). Soweit die Beschwerdegegnerin auf die noch vorhandenen 
Freizeitaktivitäten der Beschwerdeführerin (Beschwerdeantwort S. 4 
Ziff. C.11) und damit auf eine fehlende gleichmässige Einschränkung des 
Aktivitätenniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen hinweist (Du-
plik S. 3 Ziff. C.8; vgl. hierzu BGE 141 V 281 E. 4.4.1 S. 303 f.), ist das Fol-
gende zu beachten: Das Auftreten der geltend gemachten Einschränkun-
gen in allen Lebensbereichen von Arbeit und Freizeit erschien den ME-
DAS-Gutachtern weitgehend plausibel; sie stellten zwischen den geschil-
derten Symptomen und dem gezeigten Verhalten in den Untersuchungssi-
tuationen oder der Aktenlage und den Alltagsaktivitäten keine entscheiden-
den Diskrepanzen fest (AB 90.4/23). Die früher zahlreichen Freizeitakti-
vitäten hat die Beschwerdeführerin stark eingeschränkt (vgl. AB 90.1/6-7, 
90.5/4) und sie sind in deren reduziertem zeitlichem Umfang (vgl. hierzu 
Replik S. 2-3) denn auch mit der gutachterlich attestierten Teilarbeitsfähig-
keit vereinbar. Dies wie auch der geschilderte Tagesablauf (vgl. 
AB 90.2/15, 90.4/10 Ziff. 3.2.9, 90.5/4) korrelieren ebenfalls gut damit, dass 
sich die Beschwerdeführerin nicht für vollständig arbeitsunfähig hält, son-
dern gerne zumindest ein 40%iges Arbeitspensum abrufen und wieder kre-
ativ in ihrem Beruf tätig sein möchte (AB 90.4/24 Ziff. 7.4.2.2; vgl. hierzu 
auch die in einem Umfang von 40 % durchgeführte arbeitsmarktliche 
Massnahme vom Herbst 2019 [AB 90.8]). Das bisherige Fehlen einer fach-
psychiatrischen Behandlung (vgl. hierzu Beschwerdeantwort S. 4 Ziff. C.11; 
Duplik S. 3 Ziff. C.8) setzten die Gutachter überzeugend nicht mit einem 
mangelnden Leidensdruck gleich und zogen auch eine krankheitsbedingte 
Minderfähigkeit zur Therapieadhärenz oder Inanspruchnahme von thera-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Juni 2021, IV/20/614, Seite 15

peutischen Optionen in Betracht (AB 90.4/17 Ziff. 6.2.1). Zu berücksichti-
gen ist auch hier (vgl. bereits die Ausführungen hiervor), dass der Be-
schwerdeführerin das in der Kindheit erlebte Trauma langjährig gar nicht 
bewusst war und insbesondere auch nicht, dass dieses für die von ihr seit 
jeher beklagten Einschränkungen verantwortlich sein könnte. Zusammen-
fassend ist auch unter dem Gesichtspunkt der Indikatorenprüfung auf die 
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit gemäss MEDAS-Gutachten abzustellen.

4.4 Zusammenfassend ist erstellt, dass bei der Beschwerdeführerin 
bereits länger eine PTBS vorliegt, in deren Folge in der bisherigen Tätigkeit 
als ... eine vollständige Arbeitsunfähigkeit und in einer angepassten Tätig-
keit eine gesamthafte Arbeitsfähigkeit von 40 % besteht. Ausgehend von 
dieser medizinischen Grundlage hätte die Beschwerdegegnerin den Ren-
tenanspruch bezogen auf die Leistungsanmeldung vom November 2018 
(AB 33) prüfen müssen. Dieses Versäumnis wird sie nachzuholen haben. 
Dabei wird sie im Hinblick auf die Statusfrage insbesondere zu klären ha-
ben, aus welchen Gründen die von der Beschwerdeführerin inngehabten 
Arbeitspensen hauptsächlich lediglich 40 % betrugen (vgl. u.a. AB 15/2, 
90.2/14, 90.5/5) und mit welchem hypothetischen Beschäftigungsgrad die 
Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall erwerbstätig wäre (vgl. hierzu 
Art. 16 ATSG sowie Art. 28a Abs. 2 und 3 IVG; BGE 144 I 28 E. 2.3 S. 30, 
141 V 15 E. 3.1 S. 20; SVR 2019 IV Nr. 3 S. 7 E. 5.1). Der diesbezügliche 
Sachverhalt ist derzeit nicht liquid.

5.

Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde insoweit gutzuheissen, als die 
angefochtene Verfügung vom 10. August 2020 (AB 99) aufzuheben und die 
Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist, damit diese über 
den Rentenanspruch ab Mai 2019 unter Berücksichtigung einer in einer 
angepassten Tätigkeit vorliegenden Arbeitsfähigkeit von gesamthaft bloss 
40 % sowie nach Bestimmung des der Rentenberechnung zugrunde zu 
legenden Status neu verfüge. 

Abschliessend ist festzuhalten, dass die MEDAS-Gutachter die Aufnahme 
einer psychiatrisch-psychotherapeutischen Therapie empfahlen, wodurch 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Juni 2021, IV/20/614, Seite 16

bei konsequenter und motivierter Nutzung eine relevante Verbesserung 
innert 9 bis 18 Monaten erwartet werden könne. Ausserdem erachteten sie 
Eingliederungsmassnahmen grundsätzlich als sinnvoll und zumutbar 
(AB 90.1/9-10 Ziff. 4.10, 90.4/17-18 Ziff. 6.2.1). In diesem Zusammenhang 
ist die Beschwerdeführerin auf die ihr obliegende Schadenminderungs-
pflicht sowie die Pflicht von rentenbeziehenden Personen, an zumutbaren 
Eingliederungsmassnahmen aktiv teilzunehmen, hinzuweisen (vgl. BGE 
145 V 2 E. 4.3.1 S. 12 und E. 4.3.3.3 S. 14).

6.

6.1 Gemäss aArt. 69 Abs. 1bis IVG in der bis 31. Dezember 2020 gültig 
gewesenen und hier anwendbaren Fassung (vgl. Art. 83 ATSG) ist das 
Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitig-
keiten um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen kosten-
pflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig 
vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzulegen. 

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). Der geleistete Kostenvor-
schuss in gleicher Höhe ist der Beschwerdeführerin nach Eintritt der 
Rechtskraft des Urteils zurückzuerstatten.

6.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Versicherungsgericht festge-
setzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streit-
sache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g 
ATSG). Nach der Rechtsprechung gilt es unter dem Gesichtspunkt des 
(bundesrechtlichen) Anspruchs auf eine Parteientschädigung im Streit um 
eine Sozialversicherungsleistung bereits als Obsiegen, wenn die versicher-
te Person ihre Rechtsstellung im Vergleich zu derjenigen nach Abschluss 
des Administrativverfahrens insoweit verbessert, als sie die Aufhebung 
einer ablehnenden Verfügung und die Rückweisung der Sache an die Ver-
waltung zu ergänzender Abklärung und neuer Beurteilung erreicht (BGE 
137 V 57 E. 2.1 S. 61). Dies gilt unabhängig davon, ob die Rückweisung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Juni 2021, IV/20/614, Seite 17

beantragt oder ob das entsprechende Begehren im Haupt- oder im Eventu-
alantrag gestellt wird (SVR 2017 KV Nr. 9 S. 43 E. 9.1).

Die Parteientschädigung ist entsprechend der angemessenen Kostennote 
von Rechtsanwältin C.________ vom 20. November 2020 auf gesamthaft 
Fr. 1'001.60 (Honorar von Fr 845.-- [6.5h x Fr. 130.--] zuzüglich Auslagen 
von Fr. 85.-- und Mehrwertsteuer von Fr. 71.60 [7.7 % von Fr. 930.--) fest-
zusetzen. Diesen Betrag hat die Beschwerdegegnerin der Beschwerdefüh-
rerin zu ersetzen.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 10. August 2020 aufgehoben und die Sache an die 
Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie – nach Vornahme der 
Abklärungen im Sinne der Erwägungen – neu verfüge.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt. Der von der Beschwerdeführerin geleistete 
Kostenvorschuss von Fr. 800.-- wird ihr nach Rechtskraft des Urteils 
zurückerstattet. 

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 1'001.60 (inkl. Auslagen und MWST), zu 
ersetzen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Juni 2021, IV/20/614, Seite 18

4. Zu eröffnen (R):
- B.________, Rechtsanwältin C.________ z.H. der Beschwerdeführe-

rin
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Die Kammerpräsidentin: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.