# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2805b06a-d58f-55a0-a685-2eaf188c3b5b
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-10-04
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 04.10.2011 D-8304/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-8304-2010_2011-10-04.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung IV
D­8304/2010

U r t e i l   v om   4 .   O k t ob e r   2 0 1 1

Besetzung Einzelrichter Daniele Cattaneo,
mit Zustimmung von Richterin Gabriela Freihofer, 
Gerichtsschreiber Carlo Monti.

Parteien A._______, 
B._______,  
und das gemeinsame Kind 
C._______, 
Türkei, 
Beschwerdeführende,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern, 
Vorinstanz.

Gegenstand Vollzug der Wegweisung (Wiedererwägung); 
Verfügung des BFM vom 11. April 2006 / N […].

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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass  das  BFM mit  Verfügung  vom  11.  April  2006  die  Asylgesuche  der 
Beschwerdeführenden vom 20. März 2006 in Anwendung von Art. 3 und 
7  des Asylgesetzes  vom 26. Juni  1998  (AsylG, SR 142.31)  abwies  und 
die  Wegweisung  aus  der  Schweiz  anordnete  sowie  den  Vollzug  der 
Wegweisung verfügte,

dass das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil D­5926/2006 vom 24. März 
2009  eine  gegen  diese  Verfügung  erhobene  Beschwerde  vom  10.  Mai 
2006 abwies,

dass die Beschwerdeführenden mit (Telefax)­Eingabe vom 27. April 2009 
ein  Revisionsgesuch  einreichten,  welches  mit  Urteil  D­2814/2009  vom 
18. Juni 2010 vom Bundesverwaltungsgericht abgewiesen wurde,

dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  4.  November  2010  –  eröffnet  am 
9. November  2010  –  das  Wiedererwägungsgesuch  der 
Beschwerdeführenden vom 27.  Juli  2010 kostenpflichtig abwies und die 
Rechtskraft  sowie  die  Vollstreckbarkeit  des  negativen  Asylentscheids 
vom 11. April 2006 feststellte,

dass  es  weiter  festhielt,  einer  allfälligen  Beschwerde  komme  keine 
aufschiebende Wirkung zu,

dass  zur  Begründung  im  Wesentlichen  ausgeführt  wurde,  die 
Beschwerdeführenden  hätten  nach  dem  Abschluss  des  ordentlichen 
Asylverfahrens bereits einmal eine Eingabe gemacht,

dass  sodann  dem  Urteil  D­2814/2009  vom  18. Juni  2010  des 
Bundesverwaltungsgerichts  (Abweisung  Revisionsgesuch)  entnommen 
werden  könne,  dass  die  Beschwerdeführenden  beabsichtigt  hätten,  mit 
gefälschten Beweismitteln ein Vollzugshindernis zu schaffen,

dass  folglich  festzuhalten  sei,  die  Beschwerdeführenden  hätten  bereits 
einmal  den  Versuch  unternommen,  mit  unwahren  Angaben  den 
Wegweisungsvollzug zu verhindern,

dass dieses unredliche Verhalten auch bei der Würdigung der aktuellen 
Eingabe nicht unberücksichtigt bleiben dürfe,

dass in den beiden eingereichten spezialärztlichen Berichten vom 16. Juli 
2010  und  vom  12.  August  2010  dargelegt  werde,  B._______  leide  an 

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einer  schweren  posttraumatischen  Belastungsstörung  und  stehe  seit 
Sommer 2006 in spezialärztlicher Behandlung,

dass von anfänglich zwei nötigen Sitzungen pro Woche die Frequenz bis 
Frühling  2009  auf  ein  bis  zwei  Sitzungen  pro  Monat  habe  reduziert 
werden können,

dass  sich  nach  Ablehnung  des  Revisionsgesuchs  im  Juni  2010  der 
Zustand der Beschwerdeführerin akut massiv verschlechtert habe,

dass  weiter  in  beiden  Berichten  erwähnt  werde,  sie  habe  die  Absicht 
geäussert,  einen  erweiterten  Selbstmord  zu  begehen,  indem  sie 
angedroht habe, auch ihre Tochter umzubringen,

dass  die  Beschwerdeführenden  in  ihrer  Eingabe  dabei  festhielten,  die 
Gefahr eines erweiterten Suizids erscheine real und die Berichterstattung 
der  Psychiaterin  müsse  erhöhte  Glaubhaftigkeit  geniessen,  denn  sie 
könne  blosse  Drohungen  von  ernstgemeinten  und  konkreten  Absichten 
unterscheiden,

dass es, angenommen die Beschwerdeführerin hätte in ernsthafter Weise 
mit  dieser  Tat  gedroht,  die  Pflicht  des  Vertreters  der 
Beschwerdeführenden gewesen wäre – auch im Interesse der Mantandin 
–,  die  Vormundschaftsbehörden  einzuschalten,  damit  diese  die  für  die 
Sicherheit  des  Kindes  notwendigen  Massnahmen  hätten  ergreifen 
können,

dass davon jedoch in der Eingabe nicht die Rede gewesen sei,

dass dies darauf hindeute, dass der Vertreter der Beschwerdeführenden 
untätig geblieben sei,

dass  folglich entweder der Vertreter grobfahrlässig gehandelt habe oder 
keine reale Gefahr eines (erweiterten) Suizids bestünde,

dass  deshalb  aus  den  Akten  der  Schluss  zu  ziehen  sei,  die 
Beschwerdeführerin versuche erneut, ein Vollzugshindernis zu schaffen, 
und diesmal hierfür sogar mit erweitertem Selbstmord drohe,

dass  zusätzlich  festzuhalten  sei,  dass  es  nicht  angehen  könne,  dass 
abgewiesene  Asylsuchende  es  in  der  Hand  haben  könnten,  mit 
Suizidäusserungen einen Vollzug der Wegweisung zu verhindern,

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dass auch das Kindeswohl nicht  tangiert werde, da der Behauptung der 
Beschwerdeführenden vom Fehlen einer kindgerechten Alternative in der 
Türkei verglichen zur Schweiz nicht gefolgt werden könne,

dass  ausserdem der Aufenthalt  der  Beschwerdeführerin  in  der  Schweiz 
geprägt  sein  dürfte  vom  Stress  wegen  des  bevorstehenden 
Wegweisungsvollzugs,

dass  die  Beschwerdeführenden  sodann  über  ein  verwandtschaftliches 
Beziehungsnetz in der Türkei verfügten,

dass  die  Beschwerdeführenden  mit  Eingabe  vom  1.  Dezember  2010 
(eingegangen  am  2.  Dezember  2010)  gegen  diesen  Entscheid  beim 
Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhoben und beantragten, es sei 
die  Verfügung  des  BFM  vom  11.  April  2006  aufzuheben  und  das 
Wiedererwägungsgesuch  vom  27.  Juli  2010  gutzuheissen,  weshalb  die 
Wegweisung  nicht  zu  vollziehen  und  der  Vollzug  der  Wegweisung  zu 
Gunsten einer vorläufigen Aufnahme aufzuschieben sei,

dass in prozessualer Hinsicht beantragt wurde, es sei die aufschiebende 
Wirkung  der  Beschwerde  wiederherzustellen  und  es  seien  sinngemäss 
umgehend  vorsorgliche  Massnahmen  im  Sinne  von  Art.  56  des 
Bundesgesetzes  über  das  Verwaltungsverfahren  vom  20. Dezember 
1968 (VwVG, SR 172.021) anzuordnen,

dass  ferner die unentgeltliche Rechtspflege  im Sinne von Art. 65 Abs. 1 
und 2 VwVG zu gewähren sei,

dass  mit  Zwischenverfügung  vom  14.  Dezember  2010  das 
Bundesverwaltungsgericht  die  vorgenannten  Anträge  abwies  und  die 
Beschwerdeführenden  aufforderte,  bis  zum  3.  Januar  2011  einen 
Kostenvorschuss  von  Fr.  1200.–  einzuzahlen,  andernfalls  auf  die 
Beschwerde nicht eingetreten werde,

dass  zur  Begründung  im  Wesentlichen  ausgeführt  wurde,  dass  die 
Beschwerdeführenden  in  der  Rechtsmitteleingabe  den  momentanen 
psychischen Zustand von B._______ abermals ansprechen würden und 
sich  diesbezüglich  auf  die  Ausführungen  im  neu  eingereichten 
Arztzeugnis vom 30. November 2010 stützten,

dass  gemäss  der  Praxis  des  Europäischen  Gerichtshofes  für 
Menschenrechte  (EGMR)  und  des  Bundesverwaltungsgerichts  eine 
nachgewiesene Suizidalität  per  se  kein Wegweisungshindernis  darstelle 

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(vgl. Urteile des Bundesverwaltungsgerichts D­85/2008 vom 4. Juni 2010, 
D­3367/2006 vom 6. Oktober 2008; Unzulässigkeitsentscheid des EGMR 
vom  7.  Oktober  2004  i.S.  Dragan  und  andere  gegen  Deutschland,  Nr. 
33743/03, angeführt in EMARK 2005 Nr. 23 E. 5.1 S. 212),

dass deshalb der wegweisende Staat nicht verpflichtet  sei,  vom Vollzug 
der  Ausweisung  Abstand  zu  nehmen,  falls  Ausländer  für  den  Fall  des 
Vollzuges  des  Wegweisungsentscheides  mit  Suizid  drohen  würden, 
solange er Massnahmen ergreife, um die Umsetzung der Suiziddrohung 
zu verhindern,

dass  falls  sich  die  suizidalen  Tendenzen  im  Falle  eines  allfälligen 
zwangsweisen Vollzugs  der Wegweisung  dennoch  akzentuieren  sollten, 
dem mit geeigneten Massnahmen (medizinisch begleitete Ausschaffung) 
entgegenzuwirken  wäre,  so  dass  für  B._______  eine  konkrete  Gefahr 
ernster gesundheitlicher Schäden auszuschliessen wäre,

dass ausserdem ihr Leiden in ihrem Heimatland behandelt werden könne 
(vgl. Urteil  des Bundesverwaltungsgerichts D­85/2008 vom 4. Juni 2010 
E. 6.10.2),

dass  demnach  eine  konkrete  Gefahr  ernster  gesundheitlicher  Schäden 
auszuschliessen sei,

dass  die  Beschwerdeführenden  ausserdem  die  Verletzung  des 
Kindeswohls von C._______ geltend gemacht hätten,

dass  unter  dem  Aspekt  des  Kindeswohls  sämtliche  Umstände 
einzubeziehen  und  zu  würdigen  seien,  die  im  Hinblick  auf  eine 
Wegweisung wesentlich erschienen,

dass  im  Hinblick  auf  das  persönliche  Wohlergehen  für  ein  Kind 
namentlich  folgende  Kriterien  im  Rahmen  einer  gesamtheitlichen 
Beurteilung  von  Bedeutung  sein  könnten:  Alter,  Reife,  Abhängigkeiten, 
Art  (Nähe,  Intensität,  Tragfähigkeit)  seiner  Beziehungen,  Eigenschaften 
seiner  Bezugspersonen  (insbesondere  Unterstützungsbereitschaft  und  ­
fähigkeit), Stand und Prognose bezüglich Entwicklung/ Ausbildung, sowie 
der Grad  der  erfolgten  Integration  bei  einem  längeren Aufenthalt  in  der 
Schweiz,

dass gerade letzterer Aspekt, die Dauer des Aufenthaltes in der Schweiz, 
im  Hinblick  auf  die  Prüfung  der  Chancen  und  Hindernisse  einer 
Reintegration  im  Heimatland  bei  einem  Kind  als  gewichtiger  Faktor  zu 

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werten  seien,  da  Kinder  nicht  ohne  guten  Grund  aus  einem  einmal 
vertrauten Umfeld herausgerissen werden sollten,

dass  dabei  aus  entwicklungspsychologischer  Sicht  nicht  nur  das 
unmittelbare  persönliche  Umfeld  des  Kindes  (d.h.  dessen  Kernfamilie), 
sondern auch dessen übrige soziale Einbettung zu berücksichtigen sei,

dass  die  Verwurzelung  in  der  Schweiz  eine  reziproke  Wirkung  auf  die 
Frage der Zumutbarkeit  des Wegweisungsvollzugs haben könne,  indem 
eine  starke  Assimilierung  in  der  Schweiz  mithin  eine  Entwurzelung  im 
Heimatstaat  zur  Folge  haben  könne,  welche  unter  Umständen  die 
Rückkehr dorthin als unzumutbar erscheinen  liesse  (vgl. BVGE 2009/28 
E. 9.3.2 S. 367 f.; EMARK 2005 Nr. 6 E. 6 S. 55 ff.),

dass angesichts der relativ kurzen Aufenthaltsdauer in der Schweiz nicht 
von einer aussergewöhnlich starken Integration die Rede sein könne und 
deshalb  eine  erfolgreiche Reintegration  im Heimatstaat  nichts  im Wege 
stehe,

dass  ausserdem,  nach  Aufhebung  der  Bestimmungen  betreffend  die 
vorläufige  Aufnahme  infolge  einer  schwerwiegenden  persönlichen 
Notlage  (insbesondere  Art.  44  Abs.  3­5  AsylG  in  der  Fassung  vom  26. 
Juni  1998;  AS  1999  2273)  auf  den  1.  Januar  2007,  bei  Beschwerden 
gegen  Verfügungen  des  BFM  im  Verfahren  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht  das  Vorliegen  einer  schwerwiegenden 
persönlichen Notlage nicht mehr geprüft werden könne,

dass nach geltendem Recht es dem zuständigen Kanton vorbehalten sei, 
einer ihm zugewiesenen Person mit Zustimmung des Bundesamtes eine 
Aufenthaltsbewilligung  zu  erteilen,  wenn  wegen  fortgeschrittener 
Integration  ein  schwerwiegender  persönlicher  Härtefall  vorliege  (Art.  14 
Abs. 2 Bst. c AsylG),

dass  eine  Prima­facie­Prüfung  der  Akten  die  gestellten  Begehren  als 
aussichtslos erscheinen liesse,

dass  das  BFM  zu  Recht  und  mit  überzeugender  Begründung  zum 
Schluss  gekommen  sei,  dass  die  gesundheitlichen  Probleme  der 
Beschwerdeführerin  und  die  bisherige  Integration  der  Tochter  einem 
Vollzug der Wegweisung nicht entgegenstehen dürften,

dass die Vorbringen in der Beschwerde an dieser Einschätzung nichts zu 
ändern vermögen dürften,

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dass  es  sich  vor  diesem  Hintergrund  erübrige,  auf  die  weiteren 
Ausführungen  in  der Beschwerde  einzugehen,  zumal  jene  am Ergebnis 
nichts zu ändern vermögen,

dass  am  30.  Dezember  2010  die  Zahlung  des  Kostenvorschusses 
erfolgte,

dass  mit  Eingabe  vom  12.  respektive  18.  Januar  2011  (vgl.  Datum 
Poststempel; eingegangen am 13. beziehungsweise am 19. Januar 2011) 
die Beschwerdeführenden folgende Beilagen ins Recht legten:

– einen  Fragekatalog  des  Rechtsvertreters  der  Beschwerdeführenden 
vom  11.  Januar  2011,  der  an  Frau  med.  Pract.  D._______  der 
Privatklinik für Psychiatrie und Psychotherapie Sanatorium E._______ 
gerichtet ist,

– einen ärztlichen Bericht  vom 13.  Januar  2011  von Frau med. Pract. 
D._______  der  Privatklinik  für  Psychiatrie  und  Psychotherapie 
Sanatorium E._______,

dass  mit  Instruktionsverfügung  vom  3.  Februar  2011  das 
Bundesverwaltungsgericht  die  Vorinstanz  zur  Einreichung  einer 
Vernehmlassung unter Beilage ihrer gesamten Akten bis zum 18. Februar 
2011 einlud,

dass das BFM in seiner Vernehmlassung vom 20. Februar 2011 weiterhin 
die Abweisung der Beschwerde vom 1. Dezember 2010 beantragte,

dass  die  vorgenannte  Vernehmlassung  am  3.  März  2011  den 
Beschwerdeführenden zur Kenntnis gebracht wurde,

dass mit Schreiben vom 30. Juni 2011 die Beschwerdeführenden auf den 
aktuellen  psychischen  Zustand  von  B._______  hinwiesen  und  das 
Bundesverwaltungsgericht  ersuchten,  die  Zwischenverfügung  vom 
14. Dezember 2010 wiedererwägungsweise aufzuheben und stattdessen 
die  zuständigen  Vollzugsbehörden  anzuweisen,  den  Vollzug  der 
Wegweisung  im  Sinne  einer  vorsorglichen  Massnahme  bis  zu  einem 
materiellen Endentscheid auszusetzen,

dass  damit  die  weiteren  Beweisanträge  in  der  Beschwerdeschrift,  etwa 
das  Einholen  ergänzender  ärztlicher  Berichte  und  allenfalls  eines 
psychiatrischen Gutachtens, angegangen werden könnten,

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dass  mit  Zwischenverfügung  vom  7.  Juli  2011  das 
Bundesverwaltungsgericht die vorgenannten Gesuche ablehnte und dem 
BFM Gelegenheit gab,  sich bis zum 26. Juli  2011 hierzu vernehmen zu 
lassen,

dass mit Stellungnahme vom 18.  Juli  2011 das BFM vollumfänglich auf 
die  Vernehmlassung  vom  20.  Februar  2011  verwies  und  ausführte,  es 
liege  an  den  vollziehenden  Behörden  und  an  der  zuständigen 
Ärzteschaft, Massnahmen zu ergreifen und entsprechend auf eine Selbst­ 
und Fremdgefährdung zu reagieren,

dass  mit  Schreiben  vom  27.  Juli  2011  die  Vormundschaftsbehörde 
F._______  an  das  Bundesverwaltungsgericht  gelangte  und  diesem 
mitteilte,  dass  B._______  gedroht  habe,  sich  und  die  Tochter  bei  einer 
unangemeldeten,  überraschenden  polizeilichen  Ausschaffungsaktion  zu 
töten,

dass  sie  aber  auch  ausgesagt  habe,  sie werde  die  Klinik  – wo  sie  seit 
dem 24. Dezember 2010 stationär behandelt wird – verlassen und, ohne 
ihr  Kind  zu  gefährden,  nach Hause  zurückkehren, wenn  sie Gewissheit 
habe, dass sie nicht im Rahmen einer unangekündigten Polizeiaktion aus 
der Schweiz ausgeschafft werde,

dass zur Entschärfung der Bedrohung vereinbart worden sei, dass die am 
Verfahren beteiligten Amtsstellen über die Situation informiert würden,

dass  das  Migrationsamt  G._______  ersucht  werde,  sämtliche 
Korrespondenzen  im  Zusammenhang  mit  dem  Asylgesuch  der  Familie 
H._______  oder  deren  Ausweisung  ab  sofort  dem  Sekretariat  der 
Vormundschaftsbehörde zuzustellen und dieses für die Weiterleitung der 
Papiere  beziehungsweise  für  die  zweckmässige  Information  der Familie 
besorgt sei,

dass  weiter  die  Familie  H._______  den  Sekretär  der 
Vormundschaftsbehörde  zur  Entgegennahme  der  Papiere  ermächtigt 
habe (vgl. Vollmacht, Ref.­Nr.  F5.02.02, im Anhang),

dass schliesslich B._______ nach Hause zurückkehren werde, sobald die 
Zustimmung und Zusicherung des Migrationsamtes zu diesem Vorgehen 
vorliege,

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und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht, auf dem Gebiet des Asyls endgültig 
über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art.  5  VwVG)  des  BFM 
entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des 
Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 
105  AsylG  i.V.m.  Art.  31­33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni  2005  [VGG,  SR  173.32];  Art.  83  Bst. d  Ziff.  1  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass  kein  solches  Auslieferungsbegehren  vorliegt,  weshalb  das 
Bundesverwaltungsgericht vorliegend endgültig entscheidet,

dass in casu der Entscheid vom 4. November 2010, mit welchem das von 
den  Beschwerdeführenden  gestellte  Gesuch  vom  27.  Juli  2010  um 
Wiedererwägung der  ursprünglichen Verfügung des BFM vom 20. März 
2006 abgewiesen wurde, eine Verfügung des BFM im Bereich des Asyls 
darstellt,  die  mit  Beschwerde  an  das  letztinstanzlich  zuständige 
Bundesverwaltungsgericht weitergezogen werden kann,

dass  die  Beschwerdeführenden  am  Verfahren  vor  dem  BFM 
teilgenommen  haben,  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders 
berührt sind und daher ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung  haben  (Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art.  37  VGG 
und Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass sie daher  zur Einreichung einer Beschwerde gegen die Verfügung 
des BFM vom 4. November 2010 legitimiert sind,

dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde 
einzutreten ist (Art. 108 Abs. 1 AsylG sowie Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 
VGG und Art. 52 VwVG),

dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  entschieden  wird 
(Art. 111  Bst. e  AsylG),  und  es  sich,  wie  nachstehend  aufgezeigt, 
vorliegend  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid 
nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

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dass  nach  Art.  29  Abs.  1  und  2  der  Bundesverfassung  der 
Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101; zu 
der  unter  Art.  4  aBV  entwickelten  Rechtsprechung  des  Bundesgerichts 
vgl. BGE 127  I 133 E. 6 S. 137) ein verfassungsmässiger Anspruch auf 
Wiedererwägung besteht, wenn erhebliche Tatsachen oder Beweismittel 
geltend gemacht werden, die im früheren Verfahren nicht bekannt waren 
oder damals noch nicht eingebracht werden konnten, oder wenn sich die 
Umstände  seit  der  letzten  Beurteilung  wesentlich  geändert  haben  und 
mithin  der  ursprüngliche  (fehlerfreie)  Entscheid  an  nachträglich 
eingetretene Veränderungen der Sach­ oder Rechtslage anzupassen  ist 
(vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen 
Asylrekurskommission  [EMARK]  2003  Nr.  7  E. 1  S. 42 f.;  BGE 124 II 1 
E. 3a S. 6, 120 Ib 42 E. 2b S. 46, 113 Ia 146 E. 3a S. 150 ff.),

dass  ungeachtet  dieses  verfassungsmässigen  Anspruchs  ein 
Wiedererwägungsgesuch  nicht  dazu  dienen  darf,  die  Verbindlichkeit 
eines  Verwaltungsentscheides  fortlaufend  in  Frage  zu  stellen  (vgl. 
EMARK 2003 Nr. 17 E. 2b S. 104),

dass  eine Wiedererwägung  hingegen  dann  nicht  in  Betracht  fällt,  wenn 
lediglich  eine  neue  Würdigung  der  beim  früheren  Entscheid  bereits 
bekannten  Tatsachen  herbeigeführt  werden  soll  oder  Gründe  angeführt 
werden,  die  bereits  in  einem  ordentlichen  Beschwerdeverfahren  gegen 
die  frühere  Verfügung  hätten  geltend  gemacht  werden  können  (vgl. 
EMARK 2003 Nr. 17 E. 2b S. 104),

dass  im  vorliegenden  Wiedererwägungsgesuch  im  Wesentlichen 
ausgeführt  wird,  B._______  leide  unter  schwerwiegenden  psychischen 
Problemen,  sei  dringend  behandlungsbedürftig  sowie  beim  Vollzug  der 
Wegweisung  akut  suizidgefährdet  (unter  Androhung  eines  erweiterten 
Suizids) und müsste stationär behandelt werden,

dass  das  BFM  in  der  angefochtenen  Verfügung  darlegte,  weshalb  die 
Vorbringen  im  Wiedererwägungsgesuch  nicht  geeignet  sind,  an  der 
ursprünglichen Verfügung etwas zu ändern,

dass  sich  aufgrund  der  Akten  die  Ausführungen  in  der  vorinstanzlichen 
Verfügung in jeder Hinsicht als zutreffend erweisen,

dass  daher  zur  Vermeidung  von  Wiederholungen  auf  die  nicht  zu 
beanstandenden  Ausführungen  des  BFM  in  der  angefochtenen 
Verfügung verwiesen werden kann,

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dass die Vorbringen in der Rechtsmitteleingabe nicht geeignet sind, eine 
Änderung der angefochtenen Verfügung herbeizuführen,

dass  den  Beschwerdeführenden  mit  Zwischenverfügung  vom  14. 
Dezember  2010  ausführlich  und  teils  unter  Angabe  der  jeweiligen 
Fundstellen  und  der  Rechtsprechung  dargelegt  wurde,  weshalb  ihre 
Vorbringen in der Beschwerde – da aussichtslos – keine Hindernisgründe 
im  Zusammenhang  mit  der  Frage  eines  allfälligen  Vollzugs  der 
Wegweisung darzustellen vermöchten,

dass eine Änderung der Sachlage hinsichtlich der Begehren von damals 
zwischenzeitlich nicht eingetreten ist,

dass  zwecks  Vermeidung  von  Wiederholungen  daher  ebenfalls 
vollumfänglich  auf  die  Ausführungen  in  der  erwähnten 
Zwischenverfügung verwiesen werden kann,

dass  dem  Schreiben  vom  27.  Juli  2011  der  Vormundschaftsbehörde 
Oberrieden  ausserdem  zu  entnehmen  ist,  dass  B._______  selbst 
ausgesagt  habe,  nach  Hause  zurückkehren  zu  wollen,  falls  die 
Ausschaffung  nicht  im  Rahmen  einer  unangekündigten  Polizeiaktion 
erfolge, und sie dabei ihr Kind nicht gefährden würde,

dass dieser Aussage klar zu entnehmen  ist, dass eine reelle Suizidalität 
der  Beschwerdeführerin  sowie  die  Androhung  eines  erweiterten 
Selbstmordes vorliegend vorgetäuscht wurden, um ein Vollzugshindernis 
zu schaffen,

dass sich bei dieser Sachlage weitere Erörterungen erübrigen,

dass  es  den  Beschwerdeführenden  somit  nicht  gelungen  ist,  eine 
wesentliche  Änderung  der  Umstände  im  Sinne  der 
wiedererwägungsrechtlichen Bestimmungen darzulegen,

dass das BFM das Wiedererwägungsgesuch vom 27. Juli 2010 nach dem 
Gesagten zu Recht abgewiesen hat,

dass es den Beschwerdeführenden demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder 
unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen 
ist,

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dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr.  1200.– 
(Art. 1­3  des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2])  den Beschwerdeführenden  aufzuerlegen  (Art.  63 Abs.  1 
VwVG)  und  mit  dem  am  30.  Dezember  2010  in  der  gleichen  Höhe 
geleisteten Kostenvorschuss zu verrechnen sind.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Ein  Doppel  des  Schreibens  der  Gemeindeverwaltung  F._______  vom 
27. Juli 2011 geht zur Kenntnisnahme an die Vorinstanz.

2. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

3. 
Die Verfahrenskosten von Fr. 1200.– werden den Beschwerdeführenden 
auferlegt  und  mit  dem  am  30.  Dezember  2010  in  der  gleichen  Höhe 
geleisteten Kostenvorschuss verrechnet.

4. 
Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführenden,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Daniele Cattaneo Carlo Monti

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