# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c4594b40-a850-562d-8485-1c73a0d9504b
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-11-07
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 07.11.2023 F-4213/2023
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-4213-2023_2023-11-07.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-4213/2023 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  7 .  N o v e m b e r  2 0 2 3  

Besetzung 
 Richterin Regula Schenker Senn (Vorsitz), 

Richter Gregor Chatton, Richterin Susanne Genner, 

Gerichtsschreiber Stefan Weber. 
 

 
 

Parteien 
 A._______, 

vertreten durch Gabriel Püntener, Rechtsanwalt, 

Beschwerdeführer,  

  
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM, 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz.  

  
 

 
 

Gegenstand 
 Zustimmung zur Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung 

(Art. 14 Abs. 2 AsylG); 

Verfügung des SEM vom 29. Juni 2023. 

 

 

 

F-4213/2023 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Der Beschwerdeführer (geb. [...], sri-lankischer Staatsangehöriger) 

suchte am (...) erstmals in der Schweiz um Asyl nach. Das Gesuch wurde 

mit Verfügung des SEM vom 10. November 2015 abgelehnt. Gleichzeitig 

wies es ihn aus der Schweiz weg und ordnete den Vollzug der Wegweisung 

an. Eine dagegen erhobene Beschwerde wies das Bundesverwaltungsge-

richt mit Urteil D-8072/2015 vom 20. Dezember 2016 ab. 

A.b Mit Urteil D-507/2017 vom 7. März 2017 wies das Bundesverwaltungs-

gericht ein Revisionsgesuch gegen das Urteil D-8072/2015 ab. 

A.c Mit Verfügung vom 10. Januar 2018 lehnte das SEM ein erstes Mehr-

fachgesuch im Sinne von Art. 111c AsylG ab und ordnete die Wegweisung 

aus der Schweiz sowie deren Vollzug an. Mit Urteil D-1042/2018 vom  

23. April 2018 wies das Bundesverwaltungsgericht die gegen diese Verfü-

gung erhobene Beschwerde ab, soweit es darauf eintrat. 

A.d Mit Verfügung vom 22. Juni 2018 stellte das SEM mit Blick auf das am 

6. Juni 2018 gestellte Begehren hinsichtlich Feststellung der Widerrecht-

lichkeit der Datenübermittlung an die sri-lankischen Behörden im Rahmen 

der Papierbeschaffung fest, dass diese rechtskonform gewesen sei. Die 

gegen diese Verfügung erhobene Beschwerde wies das Bundesverwal-

tungsgericht mit Urteil D-4294/2018 vom 17. August 2018 ab, soweit es 

darauf eintrat. 

A.e Ein weiteres Mehrfachgesuch lehnte das SEM mit Verfügung vom 

13. November 2019 ab. Die dagegen erhobene Beschwerde wies das Bun-

desverwaltungsgericht mit Urteil D-6824/2019 vom 20. Mai 2022 ebenfalls 

ab. 

Die dem Beschwerdeführer nach Abschluss der jeweiligen Verfahren an-

gesetzten Fristen zum Verlassen der Schweiz liess er jeweils unbenutzt 

verstreichen. 

B.  

B.a Am 30. Juni 2022 reichte der Beschwerdeführer beim Migrationsamt 

des Kantons B._______ (nachfolgend: Migrationsamt) ein Härtefallgesuch 

nach Art. 14 Abs. 2 AsylG (SR 142.31) ein. In seinem Entscheid vom 7. De-

zember 2022 hielt das Migrationsamt fest, es sei nicht bereit, dem Härte-

fallgesuch zu entsprechen und dem SEM einen gutheissenden Antrag im 

F-4213/2023 

Seite 3 

Sinne von Art. 14 Abs. 2 AsylG zu unterbreiten. Am 25. Januar 2023 emp-

fahl die (Nennung Behörde) des Kantons B._______ die Gutheissung des 

Härtefallgesuchs. Der (Nennung Behörde) des Kantons B._______ ent-

schied am 7. Februar 2023, es könne aus kantonaler Sicht eine Aufent-

haltsbewilligung erteilt werden. In der Folge unterbreitete das Migrations-

amt dem SEM am 24. Februar 2023 den Antrag auf Zustimmung zur Ertei-

lung einer Aufenthaltsbewilligung. 

B.b Am 11. April 2023 gewährte die Vorinstanz dem Beschwerdeführer das 

rechtliche Gehör zur allfälligen Verweigerung der Zustimmung zur Erteilung 

einer Aufenthaltsbewilligung. Mit Eingabe vom 8. Mai 2023 reichte er seine 

Stellungnahme ein. 

C.  

Mit Verfügung vom 29. Juni 2023 verweigerte die Vorinstanz die Zustim-

mung zur Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung, da kein schwerwiegender 

persönlicher Härtefall gemäss Art. 14 Abs. 2 Bst. c AsylG in Verbindung mit 

Art. 30 Abs. 1 Bst. b AIG (SR 142.20) vorliege. 

D.  

Mit Eingabe vom 2. August 2023 erhob der Beschwerdeführer gegen die-

sen Entscheid Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Er bean-

tragte, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und das SEM anzu-

weisen, die Zustimmung zur Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung B zu er-

teilen. 

In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte er, es sei der Spruchkörper 

bekanntzugeben und anzugeben, wie diese Gerichtspersonen ausgewählt 

worden seien. Falls in diese Auswahl eingegriffen worden sei, seien die 

objektiven Kriterien für die Auswahl des Spruchkörpers bekanntzugeben. 

Dazu sei Einsicht in die Datei der Software des Bundesverwaltungsgerichts 

zu gewähren, mit welcher diese Auswahl nach Eingang der Beschwerde 

getroffen worden sei und es sei offenzulegen, wer diese Auswahl getätigt 

habe. Ebenfalls sei das Dokument mit der Spruchkörperbildung offenzule-

gen. Sodann sei ihm das Recht zu erteilen, sich während des laufenden 

Beschwerdeverfahrens in der Schweiz aufzuhalten. 

E.  

Mit Eingabe vom 14. August 2023 reichte der Beschwerdeführer (Nennung 

Beweismittel) ein. 

F-4213/2023 

Seite 4 

F.  

Mit Zwischenverfügung vom 16. August 2023 teilte die Instruktionsrichterin 

dem Beschwerdeführer die Bildung des Spruchkörpers und dessen Zu-

sammensetzung im vorliegenden Verfahren mit. Den Antrag auf Einsicht in 

die Software und in entsprechende weitere Dokumente betreffend die 

Spruchkörperbildung wies sie ab. Ferner forderte sie den Beschwerdefüh-

rer auf, einen Kostenvorschuss zu leisten. 

G.  

Mit weiterer Zwischenverfügung vom 25. September 2023 wies die Instruk-

tionsrichterin die in der Eingabe vom 18. September 2023 gestellten Gesu-

che um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und um Verzicht 

auf die Erhebung eines Kostenvorschuss ab. Dabei kam sie zum Schluss, 

die Beschwerde erscheine nach summarischer Prüfung der Akten als aus-

sichtslos. Der neuerlichen Aufforderung zur Leistung eines Kostenvor-

schusses kam der Beschwerdeführer am 9. Oktober 2023 nach. 

H.  

Der Beschwerdeführer äusserte sich mit Schreiben vom 9. Oktober 2023 

zur Zwischenverfügung des Bundesverwaltungsgerichts vom 25. Septem-

ber 2023. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Verfügungen des SEM betreffend Zustimmung zur Erteilung einer Auf-

enthaltsbewilligung nach Art. 14 Abs. 2 AsylG sind mit Beschwerde beim 

Bundesverwaltungsgericht anfechtbar (Art. 112 Abs. 1 AIG [vgl. dazu 

E. 1.3 hiernach] i.V.m. Art. 31 ff. VGG). Dieses entscheidet endgültig 

(Art. 1 Abs. 2 VGG i.V.m. Art. 83 Bst. c Ziff. 2 BGG). 

1.2 Der Beschwerdeführer ist zur Erhebung der Beschwerde legitimiert 

(Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Be-

schwerde ist einzutreten (Art. 50 Abs. 1 VwVG; Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

1.3 Gemäss Art. 37 VGG richtet sich das Beschwerdeverfahren nach dem 

VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt. Die angefochtene Ver-

fügung wurde gestützt auf das Asylgesetz erlassen. Allerdings weist die 

Ausnahmebestimmung von Art. 14 Abs. 2 AsylG sowohl inhaltlich als auch 

verfahrensrechtlich eher ausländerrechtlichen als asylrechtlichen Charak-

F-4213/2023 

Seite 5 

ter auf. Deshalb richtet sich das Verfahren nach den Verfahrensbestim-

mungen, die im Ausländerrecht anwendbar sind, d.h. jenen des AIG und 

des VwVG (vgl. BVGE 2020 VII/4 E. 5; Urteil des BVGer F-5830/2020 vom 

15. April 2021 E. 1.3 m.w.H.). 

1.4 Das Bundesverwaltungsgericht kann bei Beschwerden, die sich – wie 

vorliegend – als zum Vornherein unbegründet erweisen, auf die Durchfüh-

rung eines Schriftenwechsels verzichten (Art. 57 Abs. 1 VwVG). 

2.  

Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 

von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Er-

messens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheb-

lichen Sachverhaltes und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 49 

VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Beschwerdeverfahren 

das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG 

nicht an die Begründung der Begehren gebunden und kann die Be-

schwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheis-

sen oder abweisen. Massgebend ist grundsätzlich die Sachlage zum Zeit-

punkt des Entscheids (BGE 139 II 534 E. 5.4.1; BVGE 2014/1 E. 2). 

3.  

3.1 Gemäss Art. 14 Abs. 2 AsylG kann der Kanton mit Zustimmung des 

SEM einer ihm nach dem Asylgesetz zugewiesenen Person eine Aufent-

haltsbewilligung erteilen, wenn sich die betroffene Person seit Einreichung 

des Asylgesuchs mindestens fünf Jahre in der Schweiz aufhält (Bst. a), ihr 

Aufenthaltsort den Behörden immer bekannt war (Bst. b), wegen der fort-

geschrittenen Integration ein schwerwiegender persönlicher Härtefall vor-

liegt (Bst. c) und keine Widerrufsgründe nach Art. 62 AIG bestehen (Bst. d). 

3.2 Das SEM kann gestützt auf Art. 99 Abs. 2 AIG und Art. 86 Abs. 1 der 

Verordnung vom 24. Oktober 2007 über Zulassung, Aufenthalt und Er-

werbstätigkeit (VZAE, SR 142.201) die Zustimmung zum Entscheid einer 

kantonalen Verwaltungsbehörde oder einer kantonalen Rechtsmitte-

linstanz betreffend Erteilung oder Verlängerung einer Aufenthaltsbewilli-

gung verweigern, zeitlich begrenzen oder mit Bedingungen und Auflagen 

verbinden. Der Entscheid des SEM über die Erteilung oder Verweigerung 

seiner Zustimmung ergeht rechtsprechungsgemäss ohne Bindung an die 

Beurteilung durch den Kanton (vgl. Urteile des BVGer F-5416/2016 vom 

7. Juli 2020 E. 4.3; F-6099/2016 vom 5. Oktober 2019 E. 4). 

F-4213/2023 

Seite 6 

4.  

4.1 Der Beschwerdeführer hält sich seit Einleitung des zwischenzeitlich ab-

geschlossenen Asylverfahrens und dem Abschluss mehrerer Folgegesu-

che – seit dem Eintritt der Rechtskraft der Wegweisung allerdings ohne 

Aufenthaltstitel – mehr als fünf Jahre ununterbrochen in der Schweiz auf, 

wobei sein Aufenthaltsort den Behörden stets bekannt war. Die in Art. 14 

Abs. 2 Bst. a und b genannten Voraussetzungen sind daher erfüllt. Wie 

sich aus den nachfolgenden Erwägungen (vgl. E. 5 f.) ergibt, liegt jedoch 

bereits mangels Erfüllung des Kriteriums der fortgeschrittenen Integration 

kein schwerwiegender persönlicher Härtefall im Sinne von Art. 14 Abs. 2 

Bst. c AsylG vor, weshalb sich Äusserungen zur Frage des Vorliegens von 

Widerrufsgründen gemäss Art. 14 Abs. 2 Bst. d AsylG erübrigen.  

4.2 In Anlehnung an die Rechtsprechung des Bundesgerichts hat der Ver-

ordnungsgeber in Art. 31 Abs. 1 VZAE eine entsprechende Kriterienliste 

aufgestellt, die sich auf Art. 14 Abs. 2 AsylG wie auch auf den Anwendungs-

bereich des AIG (Art. 30 Abs. 1 Bst. b, Art. 50 Abs. 1 Bst. b und Art. 84 Abs. 

5 AIG) bezieht. Gemäss Art. 31 Abs. 1 VZAE sind bei der Beurteilung eines 

schwerwiegenden persönlichen Härtefalles die Integration anhand der In-

tegrationskriterien nach Art. 58a Abs. 1 AIG (Bst. a), die Familienverhält-

nisse, insbesondere der Zeitpunkt der Einschulung und die Dauer des 

Schulbesuchs der Kinder (Bst. c), die finanziellen Verhältnisse (Bst. d), die 

Dauer der Anwesenheit in der Schweiz (Bst. e), der Gesundheitszustand 

(Bst. f) und die Möglichkeiten einer Wiedereingliederung im Herkunftsstaat 

(Bst. g) zu berücksichtigen.  

4.3 Im Hinblick auf die Rechtsprechung zum ausländerrechtlichen Härte-

fallbegriff darf auch im Anwendungsbereich des Asylgesetzes ein schwer-

wiegender persönlicher Härtefall nicht leichthin angenommen werden. Er-

forderlich ist, dass sich die ausländische Person in einer persönlichen Not-

lage befindet, was bedeutet, dass ihre Lebens- und Existenzbedingungen, 

gemessen am durchschnittlichen Schicksal von ausländischen Personen, 

in gesteigertem Mass in Frage gestellt sind beziehungsweise die Verwei-

gerung einer Aufenthaltsbewilligung für sie mit schweren Nachteilen ver-

bunden wäre. Die diesbezüglich in Art. 31 Abs. 1 VZAE formulierten Krite-

rien stellen weder einen abschliessenden Katalog dar noch müssen sie ku-

mulativ erfüllt sein (vgl. BVGE 2009/40 E. 6.2 m.H.).  

4.4 Die Anerkennung als Härtefall setzt nicht zwingend voraus, dass die 

Anwesenheit in der Schweiz das einzige Mittel zur Verhinderung einer per-

sönlichen Notlage darstellt. Es genügt indessen auch nicht, wenn sich die 

F-4213/2023 

Seite 7 

ausländische Person während längerer Zeit in der Schweiz aufgehalten, 

sich in sozialer und beruflicher Hinsicht gut integriert und sich nichts hat 

zuschulden kommen lassen. Vielmehr bedarf es einer so engen Beziehung 

zur Schweiz, dass es ihr nicht zugemutet werden kann, im Ausland, insbe-

sondere in ihrem Heimatland, zu leben. Berufliche, freundschaftliche und 

nachbarschaftliche Beziehungen, welche die betroffene Person während 

ihres Aufenthalts in der Schweiz knüpfen konnte, genügen dieser Anforde-

rung gewöhnlich nicht (BGE 130 II 39 E. 3; BVGE 2007/45 E. 4.2). Immer-

hin werden bei einem sehr langen Aufenthalt weniger hohe Anforderungen 

an das Vorliegen besonderer Umstände, wie etwa eine überdurchschnittli-

che Integration oder andere Faktoren, gestellt, welche die Rückkehr ins 

Heimatland als ausgesprochen schwierig erscheinen lassen. Laut einem 

Urteil des Bundesgerichts ist bei einem Asylsuchenden, der sich seit zehn 

Jahren in der Schweiz aufhält und dessen Asylverfahren immer noch nicht 

abgeschlossen ist, in der Regel vom Vorliegen eines schwerwiegenden 

persönlichen Härtefalls auszugehen, sofern dieser finanziell unabhängig, 

sozial und beruflich gut integriert ist und sich bis dahin klaglos verhalten 

hat; im Weiteren darf die Dauer seines Aufenthaltes nicht absichtlich durch 

das missbräuchliche Ergreifen von Rechtsmitteln zum Zwecke der Verzö-

gerung verlängert worden sein (vgl. Urteil des BVGer F-3806/2021 vom 

8. März 2023 E. 4.4 m.H.). 

4.5 Die Zulassungsregelung von Art. 14 Abs. 2 AsylG bezweckt nicht den 

Schutz ausländischer Personen gegen die Folgen eines Krieges oder des 

Missbrauchs staatlicher Gewalt. Eine dahingehende Argumentation betrifft 

in erster Linie die Frage der Asylgewährung beziehungsweise im Falle der 

verfügten Wegweisung die Beurteilung von Vollzugshindernissen (vgl. 

Art. 83 AIG). Demgegenüber sind bei der Prüfung eines schwerwiegenden 

persönlichen Härtefalls ausschliesslich humanitäre Gesichtspunkte aus-

schlaggebend, wobei der Schwerpunkt auf der Verankerung in der Schweiz 

liegt. Persönliche, familiäre und ökonomische Schwierigkeiten, denen die 

betroffene Person im Heimatland ausgesetzt wäre, stehen damit jedoch im 

Zusammenhang und können folgerichtig nicht ausser Acht gelassen wer-

den (vgl. Urteil F-3806/2021 E. 4.5). Die sich daraus ergebende Über-

schneidung von Gründen, die den Wegweisungsvollzug betreffen, und sol-

chen, die einen Härtefall (mit)begründen können, ist in Kauf zu nehmen 

(vgl. Urteil des BVGer F-3866/2017 vom 14. März 2019 E. 6.3 m.H.).  

5.  

Hinsichtlich der beim Beschwerdeführer in Betracht fallenden Kriterien von 

Art. 31 Abs. 1 VZAE hat die Vorinstanz eine Gesamtwürdigung seiner 

F-4213/2023 

Seite 8 

Situation vorgenommen und einen schwerwiegenden persönlichen Härte-

fall verneint. Die Richtigkeit dieser Schlussfolgerung hat der Beschwerde-

führer bestritten. 

5.1 Was die Integration des Beschwerdeführers (Art. 31 Abs. 1 Bst. a VZAE 

i.V.m. Art. 58a Abs. 1 AIG), seine finanziellen Verhältnisse sowie den Willen 

zur Teilhabe am Wirtschaftsleben und zum Erwerb von Bildung (Art. 31 

Abs. 1 Bst. d VZAE) betrifft, so ergibt sich aus den Akten Folgendes: Der 

Beschwerdeführer unterlag nach Ablauf des generellen dreimonatigen Ar-

beitsverbots (vgl. Art. 43 AsylG) bis zur Ausreisefrist am (Nennung Zeit-

punkt) – mithin (Nennung Dauer) – nicht dem asylrechtlichen Arbeitsverbot. 

Weder übte er in diesem Zeitraum eine Erwerbstätigkeit aus noch hat er 

sich um eine solche bemüht. Auch sind aus den Akten keinerlei Anhalts-

punkte ersichtlich, dass er während der bisherigen Aufenthaltsdauer ir-

gendwelche Freiwilligenarbeiten geleistet hätte. Immerhin besuchte er 

(Nennung jeweilige Dauer) jeweils einen Berufsvorbereitungskurs in den 

Bereichen (Nennung Bereiche). Da er auf dem ersten Arbeitsmarkt nie tätig 

war, kann nicht von einer gelungenen wirtschaftlichen Integration oder ei-

ner finanziellen Unabhängigkeit gesprochen werden, auch wenn sein Wille 

zur Teilhabe am Wirtschaftsleben nicht in Abrede gestellt werden kann. 

Was seine sprachliche Integration anbelangt, so kann den Akten entnom-

men werden, dass er seit seiner Ankunft in der Schweiz Deutsch gelernt 

und sich einen Bekanntenkreis aufgebaut hat. Gemäss einem Zertifikat von 

(...) bewegen sich seine Sprachkenntnisse auf dem Niveau A2, wobei er 

beim Sprachtest das Prädikat "ausreichend" erreichte. Es ist davon auszu-

gehen, dass er seither weitere Fortschritte gemacht hat. Er hat denn auch 

auf Beschwerdeebene mit Eingabe vom 14. August 2023 ein Referenz-

schreiben vom (...) eingereicht, das ihm einen regelmässigen Besuch eines 

Deutschkurses seit (Nennung Dauer) und deutliche Fortschritte seiner 

Sprachkenntnisse attestiert. Die verschiedenen Empfehlungsschreiben 

von Bekannten und Freunden bestätigen, dass er im Alltag sprachlich gut 

zurechtkommt. Die Empfehlungsschreiben lassen Anteilnahme und Sym-

pathie für den Beschwerdeführer erkennen und bestätigen den aus ihrer 

Sicht bei ihm bestehenden Willen, am sozialen Leben in der näheren und 

weiteren Umgebung der jeweiligen Aussteller dieser Schreiben teilzuneh-

men. Diese Umstände weisen auf eine der Aufenthaltsdauer entspre-

chende gelungene soziale und sprachliche Integration hin. Der Grad der 

Integration kann jedoch nicht als derart fortgeschritten bezeichnet werden, 

dass sich alleine daraus eine so starke Verwurzelung in der Schweiz erge-

ben würde, die zu einer besonderen Härte führte, müsste er die Schweiz 

verlassen. 

F-4213/2023 

Seite 9 

5.2 Als weitere Integrationskriterien zu prüfen sind die Beachtung der öf-

fentlichen Sicherheit und Ordnung sowie die Respektierung der Werte der 

Bundesverfassung (Art. 31 Abs. 1 Bst. a VZAE i.V.m. Art. 58a Abs. 1 Bst. a 

und b AIG). Der Beschwerdeführer wurde mit (Nennung Verurteilung) 

schuldig gesprochen. Das Verhalten des Beschwerdeführers kann damit 

nicht als klaglos bezeichnet werden. Zudem hat er sich wiederholt gewei-

gert, die Schweiz jeweils nach dem rechtskräftigen Abschluss seiner (meh-

reren) Asylverfahren zu verlassen und seiner Pflicht zur Mitwirkung bei der 

Beschaffung von Reisedokumenten nachzukommen. Der in der Rechtsmit-

teleingabe geäusserte Einwand, es sei ihm die selbstständige Beschaffung 

gültiger Reisedokumente bislang nie möglich gewesen und er könne dies 

auch in Zukunft nicht tun, vermag zu keiner anderen Einschätzung zu füh-

ren. In den ihn betreffenden Asylurteilen vom 20. Dezember 2016 (vgl.  

D-8072/2015 E. 6.4) und vom 23. April 2018 (vgl. D-1042/2018 E. 6.4) 

wurde jeweils festgehalten, es bestehe Anlass zur Annahme, er verfüge 

weiterhin über seinen Reisepass, mit welchem er seine Heimat (Nennung 

Zeitpunkt) ordnungsgemäss (Nennung Ausreiseort) verlassen habe. Er sei 

verpflichtet, diesen dem SEM vorzulegen oder sich bei der zuständigen 

Vertretung seines Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen (Er-

satz-)Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG). Es wäre ihm 

daher zumutbar und auch möglich gewesen, bei der Beschaffung von Rei-

sedokumenten mitzuwirken respektive den ohne Angabe von Gründen den 

Schweizer Behörden allem Anschein nach vorenthaltenen Reisepass vor-

zulegen. 

5.3 Nichts zu seinen Gunsten ableiten kann der Beschwerdeführer aus sei-

nen familiären Verhältnissen respektive dem Umstand, dass zwei (Nen-

nung Verwandte) in der Schweiz leben. Mit Blick auf Art. 31 Abs. 1. Bst. c 

VZAE, so insbesondere den Zeitpunkt der Einschulung und die Dauer des 

Schulbesuchs der Kinder, ist festzustellen, dass er ledig ist und keine Kin-

der hat. Seine Eltern befinden sich in Sri Lanka. Auch das in Art. 31 Abs. 1 

Bst. f VZAE genannte Kriterium des Gesundheitszustandes erfordert im 

vorliegenden Fall keine weitere Prüfung. So führt der Beschwerdeführer in 

seiner Rechtsmitteleingabe (Ziff. 4.3.5) an, die aus dem Jahr (...) stammen-

den Arztberichte zeigten, dass er unter (Nennung Beschwerden) gelitten 

habe. Es sei ihm jedoch neben der ärztlichen Behandlung gerade auch 

durch seine Integration in der Schweiz gelungen, diese Probleme in den 

Griff zu bekommen. 

5.4 Zur Dauer der Anwesenheit des Beschwerdeführers in der Schweiz 

(Art. 31 Abs. 1 Bst. e VZAE) ist festzuhalten, dass er am (Nennung 

F-4213/2023 

Seite 10 

Zeitpunkt) in die Schweiz einreiste. Sein (erstes) Asylverfahren wurde mit 

Urteil des BVGer D-8072/2015 vom 20. Dezember 2016 rechtskräftig ab-

geschlossen. Der rechtmässige Aufenthalt des Beschwerdeführers in der 

Schweiz umfasst damit die Zeitspanne des Asylverfahrens (Nennung 

Dauer), wobei diese durch das Ergreifen von Rechtsmitteln und weiteren 

Gesuchen verlängert wurde, so durch die Einreichung eines Revisionsge-

suchs (um [Nennung Dauer]), eines ersten Mehrfachgesuchs gemäss 

Art. 111c AsylG (um [Nennung Dauer]) und eines zweiten Mehrfachge-

suchs (um [Nennung Dauer]). Weder liegt damit beim Beschwerdeführer 

eine so lange Aufenthaltsdauer (Nennung Gesamtdauer) vor, dass sie im 

Sinne der Rechtsprechung das Vorliegen eines Härtefalls zu begründen 

vermöchte (vgl. vorstehend E. 4.4) noch wären selbst bei einem über zehn-

jährigen rechtmässigen Aufenthalt die weiteren Voraussetzungen gemäss 

dieser Rechtsprechung infolge eines nicht klaglosen Verhaltens in der 

Schweiz und der fehlenden beruflichen Integration gegeben. 

5.5 Ein weiterer zu berücksichtigender Aspekt ist die Möglichkeit der Wie-

dereingliederung im Herkunftsstaat (Art. 31 Abs. 1 Bst. g VZAE), wobei 

auch dieses Kriterium keiner separaten Beurteilung unterliegt, sondern nur 

im Kontext der Integration dahingehend geprüft wird, ob die ausländische 

Person eine so enge Beziehung zur Schweiz entwickelt hat, dass ihr die 

Rückkehr in ihr Heimatland nicht mehr zugemutet werden kann.  

Der Beschwerdeführer gelangte im Alter von (...) Jahren in die Schweiz und 

hat damit die für die vorliegende Beurteilung massgebenden, prägenden 

Jahre der Adoleszenz in seiner Heimat verbracht und dort die Schule mit 

(...) abgeschlossen, weshalb von einer dortigen Verwurzelung ausgegan-

gen werden kann, auch wenn er seine Heimat eigenen Angaben zufolge 

bereits im Alter von knapp (...) Jahren verliess. In der Folge lebte er wäh-

rend (Nennung Dauer) in C._______ und (Nennung Dauer) als Student in 

D._______, wo er jeweils Berufserfahrungen gesammelt haben dürfte (vgl. 

auch Urteil D-8072/2015 E. 6.3). Er ist – wie oben erwähnt – ledig und hat 

in der Schweiz keine familiären Verpflichtungen, auch wenn hierzulande 

(Nennung Verwandte) wohnhaft sind. In seiner Heimat verfügt er an seinem 

Heimatort mit seinen Eltern und (Nennung Verwandte), welche (Nennung 

Tätigkeit) würden, über enge familiäre Anknüpfungspunkte. Auch wenn er 

inzwischen zu seinen Familienangehörigen kaum oder keinen Kontakt ge-

habt haben will, dürfte die Reaktivierung dieser Beziehungen den sozialen 

Integrationsprozess erleichtern. Zudem werden ihm bei der beruflichen 

Wiedereingliederung die in der Schweiz und im übrigen Ausland erworbe-

nen Kenntnisse und Fähigkeiten von Nutzen sein. Gemäss seinen 

F-4213/2023 

Seite 11 

Angaben habe er den Kontakt zu seiner Familie deshalb abbrechen müs-

sen, weil es für die Familie zu gefährlich gewesen sei (vgl. Beschwerde-

schrift S. 13, letzter Absatz); dies sei durch den Besuch von Angehörigen 

des (Nennung Behörde) im Jahr (...) deutlich geworden. Nachdem er einen 

solchen Besuch des (Nennung Behörde) weder im zweiten Mehrfachge-

such vom 29. Oktober 2018 noch während des nachfolgenden, mit Urteil 

vom 20. Mai 2022 seinen Abschluss findenden Beschwerdeverfahrens er-

wähnt hatte, ist der vorgebrachte Grund für den angeblichen Kontaktab-

bruch als blosse Schutzbehauptung zu qualifizieren. Seine in der Rechts-

mitteleingabe vorgebrachten Bedenken in Bezug auf die inzwischen in wirt-

schaftlicher Hinsicht stark veränderte Situation in Sri Lanka vermögen an 

der zu bejahenden Möglichkeit der Wiedereingliederung grundsätzlich 

nichts zu ändern. Dem Beschwerdeführer dürfte es demnach mit seinen 

erworbenen Kenntnissen und dem familiären Beziehungsnetz trotz der 

wirtschaftlich schwierigen Lage in Sri Lanka und der langen Aufenthalts-

dauer im Ausland insgesamt möglich sein, sich dort wieder einzugliedern 

und wirtschaftlich Fuss zu fassen. 

6.  

Beim Beschwerdeführer ist zusammengefasst zwar in sprachlicher und so-

zialer, nicht jedoch in beruflicher Hinsicht von einer gelungenen Integration 

auszugehen. Zudem deutet in Anbetracht der übrigen Kriterien von Art. 31 

Abs. 1 VZAE, wie insbesondere der familiären Verhältnisse in der Schweiz, 

des Gesundheitszustands, der – wenn auch langen – Dauer seiner Anwe-

senheit in der Schweiz und der Möglichkeiten für seine Wiedereingliede-

rung in Sri Lanka, nichts auf einen schwerwiegenden persönlichen Härte-

fall hin. Schliesslich ist auch das Verhalten des Beschwerdeführers in der 

Schweiz nicht als klaglos zu bezeichnen. 

7.  

Das Bundesverwaltungsgericht kommt aufgrund dieser Erwägungen zum 

Schluss, dass beim Beschwerdeführer kein schwerwiegender persönlicher 

Härtefall vorliegt, wenn er die Schweiz verlassen muss. Entsprechend hat 

die Vorinstanz die Zustimmung zur Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung 

nach Art. 14 Abs. 2 AsylG zu Recht verweigert (vgl. Art. 49 VwVG). Die 

Beschwerde ist daher abzuweisen. 

8.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerde-

führer aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt 

Fr. 1000.– festzusetzen (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 

F-4213/2023 

Seite 12 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[VGKE, SR 173.320.2]). Der am 9. Oktober 2023 in der gleichen Höhe ge-

leistete Kostenvorschuss ist zur Bezahlung der Verfahrenskosten zu ver-

wenden. 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

F-4213/2023 

Seite 13 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 1000.– werden dem Beschwerdeführer auf-

erlegt. Der in gleicher Höhe bezahlte Kostenvorschuss wird zur Bezahlung 

der Verfahrenskosten verwendet. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer und die Vorinstanz. 

 

 

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Regula Schenker Senn Stefan Weber 

 

 

 

Versand