# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a79f5aa1-c7a0-5a0e-b1fb-2f506e026bab
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-04-13
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 13.04.2016 200 2015 558
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2015-558_2016-04-13.pdf

## Full Text

200 15 558 IV
KNB/LUB/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 13. April 2016

Verwaltungsrichter Knapp, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Matti
Gerichtsschreiber Lüthi

A.________
vertreten durch B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 18. Mai 2015

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. April 2016, IV/15/558, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1973 geborene A.________ (nachfolgend Versicherte bzw. Beschwer-
deführerin) meldete sich erstmals im Mai 2011 unter Hinweis auf eine De-
pression, eine Hypertonie, eine Migräne und eine rezidivierende Lumbago 
bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug 
an (Akten der Invalidenversicherung, Antwortbeilage [AB] 2, 4). In der Fol-
ge nahm die IV-Stelle Bern (nachfolgend IVB bzw. Beschwerdegegnerin) 
Abklärungen in erwerblicher und medizinischer Hinsicht vor. Nach durchge-
führtem Vorbescheidverfahren (AB 12, 15) lehnte sie mit Verfügung vom 
28. September 2011 (AB 20) das Leistungsbegehren mit der Begründung 
ab, es liege kein Gesundheitsschaden mit invalidisierender Wirkung vor. 
Diese Verfügung blieb unangefochten.

B.

Unter Hinweis auf eine chronische Depression, Schulterbeschwerden, eine 
Fussproblematik und eine Hypertonie meldete sich die Versicherte im De-
zember 2014 bei der IVB erneut zum Leistungsbezug an (AB 22). Nach-
dem letztere weitere medizinische und erwerbliche Abklärungen getätigt 
hatte - insbesondere eine Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Diens-
tes (RAD) vom 19. Februar 2015 (AB 29 S.3 - 6) und die Akten der Kran-
kentaggeldversicherung (AB 31.1), welche unter anderem Gutachten von 
Dr. med. C.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und Rheu-
matologie FMH, vom 24. Dezember 2014 (AB 31.4) und von Dr. med. 
D.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH vom 
24. Februar 2015 (AB 31.2) beinhalten, einholte - stellte sie der Versicher-
ten mit Vorbescheid vom 23. März 2015 (AB 35) die Abweisung des Leis-
tungsbegehrens in Aussicht. Am 18. Mai 2015 verfügte die IVB entspre-
chend dem Vorbescheid (AB 37).

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C.

Gegen die Verfügung vom 18. Mai 2015 (AB 37) erhob die Versicherte mit 
Eingabe vom 17. Juni 2015 Beschwerde und verwies darauf, dass sie die 
Angelegenheit ihrer Rechtsschutzversicherung übergebe und diese Be-
weismittel nachreiche.

Unter Bezugnahme auf die prozessleitende Verfügung vom 22. Juni 2015, 
reichte die Beschwerdeführerin, nunmehr vertreten durch die B.________, 
mit Eingabe vom 8. Juli 2015 eine Beschwerdeergänzung ein. Sie bean-
tragte, die Verfügung der IV-Stelle Bern vom 18. Mai 2015 sei aufzuheben 
und es sei ihr Anspruch auf Leistungen der IV – im Lichte der neusten 
Rechtsprechung des Bundesgerichts – neu zu überprüfen. Zur Begründung 
führte sie namentlich aus, den Gutachten der Dres. med. D.________ und 
C.________ könnten unter den neuen Umständen kein Beweiswert zuge-
messen werden. Der Anspruch auf Leistungen der IV sei unter dem Blick-
winkel der neuen Rechtsprechung und unter Berücksichtigung der entspre-
chenden Fragestellung neu und ergebnisoffen zu prüfen. Die Persönlichkeit 
und der soziale Kontakt sei in den Gutachten nicht berücksichtigt worden, 
so dass sie nicht zur Ermittlung des Anspruchs auf Leistungen der IV her-
angezogen werden könnten.

Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 24. Juli 
2015 auf Abweisung der Beschwerde und verzichtete auf eine Stellung-
nahme, wobei sie auf die Ausführungen in der angefochtenen Verfügung 
verwies.

Mit prozessleitender Verfügung vom 8. Oktober 2015 forderte der Instrukti-
onsrichter die Beschwerdegegnerin auf, eine ausführliche materielle Be-
schwerdeantwort einzureichen – bezugnehmend auf die Beschwerdeer-
gänzung und namentlich BGE 141 V 281 – bzw. eine allfällige Wiederer-
wägung zu prüfen.

Mit Beschwerdeantwort vom 6. November 2015 hielt die Beschwerdegeg-
nerin an ihrem Antrag fest und führte im Wesentlichen aus, den beiden 
Gutachten komme voller Beweiswert zu. Die Gutachten erlaubten eine 
schlüssige Beurteilung im Lichte der neu massgebenden Indikatoren. Wei-
ter habe weder aus psychiatrischer noch aus rheumatologischer Sicht eine 

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Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt werden können. 
Dies habe zur Folge, dass die Praxisänderung des Bundesgerichts zur Be-
urteilung der somatoformen Schmerzstörung vorliegend keine Anwendung 
finde. Gemäss der Praxisänderung liege weiterhin keine versicherte Ge-
sundheitsschädigung vor, soweit die Leistungseinschränkung auf Aggrava-
tion oder ähnlichen Erscheinungen beruhe. Gesamthaft betrachtet, komme 
dem Schmerzgeschehen aus rechtlicher Sicht, gemäss neuer Rechtspre-
chung, keine invalidisierende Wirkung zu. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

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1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 18. Mai 2015 (AB 37). 
Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine 
Invalidenrente.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). Sie beurteilen 
offensichtlich begründete oder offensichtlich unbegründete Fälle in Zweier-
besetzung (Art. 56 Abs. 3 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und 
damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschrän-
kungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung 
allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, ab-
wenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv 

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bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353; SVR 
2014 IV Nr. 2 S. 5 E. 3.1). Entscheidend ist, ob und inwiefern es der versi-
cherten Person trotz ihres Leidens sozialpraktisch zumutbar ist, die Restar-
beitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgegli-
chenen Arbeitsmarkt zu verwerten, und ob dies für die Gesellschaft tragbar 
ist. Dies ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu prüfen 
(BGE 136 V 279 E. 3.2.1 S. 281).

2.3 Liegt eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung vor, sind die 
nachfolgenden Grundsätze zu beachten, wobei diese auch für vergleichba-
re Beschwerden gelten, denn aus Gründen der Rechtssicherheit ist es ge-
boten, sämtliche psychosomatischen Leiden den gleichen sozialversiche-
rungsrechtlichen Anforderungen zu unterstellen (BGE 141 V 281 E. 4.2 
S. 298, 139 V 346 E. 2 S. 346, 137 V 64 E. 4.3 S. 69, 136 V 279 E. 3.2.3 
S. 283).

2.3.1 Die Sachverständigen sollen die Diagnose einer anhaltenden soma-
toformen Schmerzstörung (ICD-10 F45.40) so begründen, dass die 
Rechtsanwender nachvollziehen können, ob die klassifikatorischen Vorga-
ben tatsächlich eingehalten sind. Die auf die Begrifflichkeit des medizini-
schen Klassifikationssystems abstellende Diagnose der anhaltenden soma-
toformen Schmerzstörung führt im Weiteren nur dann zur Feststellung einer 
invalidenversicherungsrechtlich erheblichen Gesundheitsbeeinträchtigung, 
wenn die Diagnose auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe 
nach BGE 131 V 49 standhält. Danach liegt regelmässig keine versicherte 
Gesundheitsschädigung vor, soweit die Leistungseinschränkung auf Ag-
gravation oder einer ähnlichen Erscheinung beruht. Hinweise auf solche 
und andere Äusserungen eines sekundären Krankheitsgewinns ergeben 
sich namentlich, wenn eine erhebliche Diskrepanz zwischen den geschil-
derten Schmerzen und dem gezeigten Verhalten oder der Anamnese be-
steht, intensive Schmerzen angegeben werden, deren Charakterisierung 
jedoch vage bleibt, keine medizinische Behandlung und Therapie in An-
spruch genommen wird, demonstrativ vorgetragene Klagen auf den Sach-
verständigen unglaubwürdig wirken oder schwere Einschränkungen im 
Alltag behauptet werden, das psychosoziale Umfeld jedoch weitgehend 
intakt ist. Nicht per se auf Aggravation weist blosses verdeutlichendes Ver-

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Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. April 2016, IV/15/558, Seite 7

halten hin. Besteht im Einzelfall Klarheit darüber, dass solche Ausschluss-
gründe die Annahme einer Gesundheitsbeeinträchtigung verbieten, so be-
steht von vornherein keine Grundlage für eine Invalidenrente, selbst wenn 
die klassifikatorischen Merkmale einer somatoformen Schmerzstörung ge-
geben sein sollten (vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG erster Satz). Soweit die betref-
fenden Anzeichen neben einer ausgewiesenen verselbständigten Gesund-
heitsschädigung (BGE 127 V 294 E. 5a S. 299) auftreten, sind deren Aus-
wirkungen derweil im Umfang der Aggravation zu bereinigen (BGE 141 V 
281 E. 2.1.1 S. 285 und E. 2.2 S. 287).

2.3.2 Mit BGE 141 V 281 hat das Bundesgericht die Vermutung, wonach 
eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung oder ein vergleichbarer 
ätiologisch unklarer syndromaler Zustand mit zumutbarer Willensanstren-
gung überwindbar ist, aufgegeben (E. 3.5). Unverändert ist jedoch auch in 
Zukunft dem klaren Willen des Gesetzgebers gemäss Art. 7 Abs. 2 ATSG 
Rechnung zu tragen, wonach im Zuge einer objektivierten Betrachtungs-
weise von der grundsätzlichen „Validität" der versicherten Person auszuge-
hen ist (E. 3.7.2).

Das bisherige Regel/Ausnahme-Modell wird – gemäss erwähntem Ent-
scheid – durch einen strukturierten, normativen Prüfungsraster ersetzt. An-
hand eines Kataloges von Indikatoren erfolgt eine ergebnisoffene symme-
trische Beurteilung des – unter Berücksichtigung leistungshindernder äus-
serer Belastungsfaktoren einerseits und Kompensationspotentialen (Res-
sourcen) anderseits – tatsächlich erreichbaren Leistungsvermögens 
(E. 3.6). Es gilt neu im Regelfall nach gemeinsamen Eigenschaften syste-
matisierte Standardindikatoren zu beachten (E. 4.1.3), welche sich in die 
Kategorien „funktioneller Schweregrad“ (E. 4.3) und „Konsistenz“ einteilen 
lassen (E. 4.4). Der Prüfungsraster ist rechtlicher Natur (E. 5). Die Aner-
kennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, 
wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten ge-
sundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindi-
katoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender 
Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der 
Beweislosigkeit nach wie vor die materiell beweisbelastete versicherte Per-
son zu tragen (E. 6).

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Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. April 2016, IV/15/558, Seite 8

2.4 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

2.6 Wurde eine Rente wegen eines fehlenden oder zu geringen Invali-
ditätsgrades bereits einmal verweigert, so wird eine neue Anmeldung nur 
geprüft, wenn die versicherte Person glaubhaft macht, dass sich der Grad 
der Invalidität in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat 
(Art. 87 Abs. 2 und 3 IVV). Erheblich ist eine Sachverhaltsänderung, wenn 
angenommen werden kann, der Anspruch auf eine Invalidenrente (oder 
deren Erhöhung) sei begründet, falls sich die geltend gemachten Umstände 
als richtig erweisen sollten (SVR 2014 IV Nr. 33 S. 121 E. 2). Dies gilt auch 
für Revisionsgesuche im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG (BGE 130 V 343 
E. 3.5.3 S. 351) sowie analog, wenn die versicherte Person nach voraus-
gegangener rechtskräftiger Ablehnung erneut eine Eingliederungsmass-
nahme beantragt (BGE 113 V 22 E. 3b S. 27; ZAK 1991 S. 262 E. 1a). Die-

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se Eintretensvoraussetzung soll verhindern, dass sich die Verwaltung im-
mer wieder mit gleichlautenden und nicht näher begründeten, d.h. keine 
Veränderung des Sachverhalts darlegenden Rentengesuchen befassen 
muss (BGE 133 V 108 E. 5.3.1 S. 112).

Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache mate-
riell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Per-
son glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsäch-
lich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revi-
sionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (SVR 2011 IV Nr. 2 S. 8 
E. 3.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren 
rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das 
neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die fest-
gestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine rentenbegründende Inva-
lidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt 
die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 
E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invaliditätsgrad 
erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuanmeldungsver-
fahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG – durch Ver-
gleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten materiellen Beur-
teilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit demjenigen zur 
Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 S. 112; 130 V 
71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

3.

3.1 Die Verwaltung ist auf die Neuanmeldung vom 22. Dezember 2014 
(AB 22) eingetreten, weshalb die Eintretensfrage praxisgemäss nicht zu 
überprüfen ist (vgl. BGE 109 V 108 E. 2b S. 114 f.). Indes ist zu prüfen, ob 
im massgebenden Vergleichszeitraum zwischen der unangefochten geblie-
benen Verfügung vom 28. September 2011 (AB 20), mit welcher ein An-
spruch auf Leistungen der Invalidenversicherung mangels eines Gesund-
heitsschadens mit invalidisierender Wirkung abgelehnt wurde, und der an-
gefochtenen Verfügung vom 18. Mai 2015 (AB 37) eine Veränderung in 

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den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten ist, die geeignet ist, den Invali-
ditätsgrad in einer für den Rentenanspruch erheblichen Weise zu beein-
flussen (vgl. E. 2.6 hiervor). Gegebenenfalls ist anschliessend der Renten-
anspruch allseitig, d.h. unter Berücksichtigung des gesamten für die Leis-
tungsberechtigung ausschlaggebenden Tatsachenspektrums neu und ohne 
Bindung an frühere Invaliditätsschätzungen zu beurteilen (vgl. BGE 117 V 
198 E. 4b S. 200; SVR 2011 IV Nr. 37 S. 109 E. 1.1).

3.2 Die Verfügung vom 28. September 2011 (AB 20) basierte in medizi-
nischer Hinsicht im Wesentlichen auf dem Bericht der E.________ vom 
16. Juni 2011 (AB 10 S. 7 f.). 

Dr. med. F.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH, führte 
in diesem Bericht als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine 
protrahierte depressive Entwicklung und als Diagnosen ohne Auswirkung 
auf die Arbeitsfähigkeit eine Hypertonie, eine Migräne, eine rezidivierende 
Lumbago, eine muskuläre Dysbalance, eine Adipositas, einen Status nach 
Cholezystolithiasis und einen Status nach Cholezystektomie 2009 auf 
(AB 10 S. 7). Die Patientin sei am 7. Juni 2010 notfallmässig in die Sprech-
stunde gekommen, weil sie sich zunehmend überfordert gefühlt habe. Die 
seit zehn Jahren dauernde Arbeit bei G.________ sei ihr zu viel, sie habe 
keine Möglichkeit anderes zu erledigen. Sie werde gleichzeitig vom Sozial-
dienst unterstützt, der Ehemann zahle wenig Alimente. Immer wieder 
müsste sie weinen, sie schliefe schlecht, hätte immer Hunger und ässe viel 
zu viel (Gewichtszunahme). Die einzige Stütze sei der Bruder, der ihr mora-
lisch und zum Teil auch finanziell helfe. Im Verlauf des Spätsommers, 
Herbsts und Winters habe sich die Situation mit der Depression weitgehend 
stabilisiert. Die Patientin möchte wieder arbeiten und sei seit Anfang 2011 
auch intensiv auf Stellensuche. Die dauernden Absagen sowie der zuneh-
mende finanzielle Druck hätten immer wieder zu depressiven Einbrüchen 
geführt, gegen die die Patientin mit grossem Mut ankämpfe. Da sie keine 
Ausbildung besitze, seien ihre Erfolgsaussichten im Arbeitsmarkt jedoch 
sehr schlecht. Nur mit grossem Einsatz könne sie die Kinder versorgen und 
die notwendige Tagestruktur aufrechterhalten. Ab dem 1. November 2010 
sei sie wieder zu 50 % arbeitsfähig (AB 10 S. 8).

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Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. April 2016, IV/15/558, Seite 11

3.3 Hinsichtlich der Entwicklung des Gesundheitszustands seit Erlass 
der Verfügung vom 28. September 2011 (AB 20) lässt sich den Akten im 
Wesentlichen das Folgende entnehmen:

3.3.1 Im Bericht der Klinik H.________ vom 9. Januar 2012 (AB 26 
S. 14 - 19) über den stationären Aufenthalt vom 10. bis 28. Oktober 2011 
diagnostizierten med. pract. I.________ und Dr. med. J.________ eine 
mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1). Die behandelnden Ärzte 
interpretierten die Symptomatik im Rahmen einer mittelgradigen depressi-
ven Episode. Unter der medikamentösen Therapie habe sich der Zustand 
der Patientin rasch gebessert. Während des Aufenthalts habe sie sich ru-
hig, kooperativ, absprachefähig und zu keinem Zeitpunkt selbst- oder 
fremdgefährdet präsentiert. Sie habe bald die Rückkehr zu ihren Kindern 
gewünscht, woraufhin sie am 20. Oktober 2011 aus dem stationären Rah-
men entlassen worden sei, mit der Vereinbarung sich anschliessend vorü-
bergehend als Tagespatientin auf der Station weiter betreuen zu lassen. 
Allerdings habe die Patientin die vereinbarten Termine nicht wahrgenom-
men (AB 26 S. 15).

3.3.2 Anlässlich der konsiliarischen Beurteilungen vom 23. und 30. Mai 
2013 hielt Dr. med. K.________, Facharzt für Pneumologie und Allgemeine 
Innere Medizin FMH, als Diagnosen postinfektiöse Atemnotepisoden (nor-
male Lungenfunktion, neg. Methacholinbronchoprovokation), ein sistiertes 
Rauchen, eine arterielle Hypertonie und eine Adipositas fest (AB 26 S. 9). 
Die Patientin berichte über eine seit zwei Jahren bestehende Atemnot, wel-
che primär im Rahmen von Infekten auftrete. Zusätzlich bestünden Atem-
beschwerden aber auch während der Arbeit mit Mehlstaubexposition. Dies 
lasse an ein Asthma bronchiale denken. Die heute durchgeführte Lungen-
funktionsprüfung habe normale statistische und dynamische Atemvolumina 
ohne Hinweise einer obstruktiven oder restriktiven Ventilationsstörung ge-
zeigt. Auch das NO (Stickoxid) in der Ausatmungsluft als Hinweis einer 
eosinophilen Entzündung der Atemwege sei normwertig ausgefallen. Bei 
Normalbefunden sei nach pausieren von Onbrez eine Metacholinbroncho-
provokation veranlasst worden, welche keine bronchiale Hyperreagibilität 
habe dokumentieren lassen. Die Verdachtsdiagnose scheine aufgrund der 
Befunde sehr unwahrscheinlich. Konventionellradiologisch fänden sich kei-

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ne schlüssigen Hinweise für die Atemnot. Nebst den Infekten dürfte die 
Adipositas eine Triggerfunktion spielen (AB 26 S. 10).

3.3.3 Dr. med. L.________, Fachärztin für Rheumatologie und Allgemeine 
Innere Medizin FMH, diagnostizierte am 9. November 2013 eine Calcaneo-
dynie rechts (Verdickung der Plantaraponeurose am calcanearen Ansatz, 
keine Hinweise für entzündliche Sehnenansatzveränderungen, Knick-Senk- 
und Spreizfüsse bds. rechtsbetont), beginnende degenerative Kniege-
lenksveränderungen links (DD Meniskuspathologie), eine arterielle Hyper-
tonie, ein Nierensteinleiden rechts 2012 und eine Cholezystektomie 2004 
(AB 26 S. 4). 

3.3.4 Am 18. Dezember 2014 wurde die Beschwerdeführerin von 
Dr. med. C.________ internistisch-rheumatologisch exploriert. Im diesbe-
züglichen Gutachten vom 24. Dezember 2014 (AB 31.4) hielt er zuhanden 
der Krankentaggeldversicherung die folgenden Diagnosen fest: 

Mit langdauernder Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
1. Keine

Ohne langdauernde Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
2. Chronisches, generalisiertes Schmerzsyndrom

- nicht ausreichend somatisch abstützbar
- primäres Fibromyalgie-Syndrom
- nicht dermatombezogene Hyposensibilität der ganzen rechten Körper-

hälfte inklusive der Stirnregion für ausschliesslich taktile Reize bei all-
seits normalem Lage- und Vibrationssinn

- betont im Bereich der rechten im Vergleich zur linken Körperhälfte
- Panalgie
- diffuse Druckschmerzangabe
- Polyarthralgien axialer und vieler peripherer Gelenke
- multiple Beschwerden wie Schlafstörungen, Müdigkeit, Schmerzen im 

Bauchraum, Brennen im Brustkorb, Atembeschwerden, Schwitzen, Käl-
tegefühl der Füsse

3. Thorakalbetontes Panvertebralsyndrom mit spondylogener Ausstrahlung in 
den Kopf und in alle Extremitäten

4. Adipositas mit Body-Mass-Index von 37,8 kg/m2

5. Gestörte Gluconeogenese
6. Laborchemische Hepatopathie
7. Anamnestisch Reizmagen-Syndrom
8. [...]

Aus somatischer Sicht nicht beurteilt:
9. Anamnestisch „Depression“ (AB 31.4 S. 7).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. April 2016, IV/15/558, Seite 13

Die Versicherte schildere diffuse Druckschmerzen, die 14 der 18 an typi-
scher Lokalisation gelegene Fibromyalgie-Triggerpunkt-Zonen umfassten. 
Diese diffuse Druckschmerzangabe könne vordergründig nicht auf ein be-
kanntes somatisch-pathologisches Krankheitsbild abgestützt werden, zu-
mal auch kein korrelierender klinisch-pathologischer Befund, wie eine Myo-
gelose oder ein Triggerpunkt, objektiviert werden könne. Bei der Versicher-
ten sei ein primäres Fibromyalgie-Syndrom gemäss den ACR-
Diagnosekriterien für ein Fibromyalgie-Syndrom möglich, wobei diese nicht 
vordergründig auf ein bekanntes somatisch-pathologisches Krankheitsbild 
abgestützt werden könne. Somit könne anlässlich der aktuellen Begutach-
tung bezüglich des geschilderten chronisch generalisierten Schmerzsyn-
droms neu die Diagnose eines primären Fibromyalgie-Syndroms gestellt 
werden (AB 31.4 S. 9). Aufgrund der schmerzvermittelnden Mimik und 
Gestik, der diffusen Druckdolenz und der von der Versicherten geschilder-
ten Beschwerden sei insgesamt von vordergründig nicht somatisch ab-
stützbaren Beschwerden auszugehen. Allgemeininternistisch sei abgese-
hen von der Adipositas, kein relevanter klinisch pathologischer Befund 
objektivierbar. Insgesamt seien die von der Versicherten geschilderten Be-
schwerden bezüglich Umfang und Intensität höchstens als partiell auf die 
objektivierbaren somatisch-pathologischen Befunde abstützbar. In einer 
derartigen Situation seien grundsätzlich krankheitsfremde Gründe, ein Ag-
gravationsverhalten im Rahmen eines Rentenbegehrens und eine psycho-
somatisch-psychiatrische Affektion zu diskutieren (AB 31.4 S. 13). Bezüg-
lich der Belastbarkeit gelte es darauf hinzuweisen, dass sich die Versicher-
te im Rahmen ihres Übergewichts körperlich belaste. Ein Übergewicht füh-
re per se zu einer körperlichen Belastung und erhöhe zudem das Risiko für 
die Entwicklung von allgemeininternistischen Komplikationen. Die Arbeits-
fähigkeit sei aus rein somatisch-rheumatologischer Sicht beurteilt, für die 
von der Versicherten zuletzt ausgeübten beruflichen Tätigkeiten zu keinem 
Zeitpunkt anhaltend eingeschränkt gewesen. Für Haushaltarbeiten mit ei-
nem leicht- bis mittelgradig körperlich belastenden Arbeitsprofil könne, aus 
rein somatisch-rheumatologischer Sicht beurteilt, keine Einschränkung der 
Arbeitsfähigkeit formuliert werden. Ungünstig auf eine erfolgreiche Wieder-
eingliederung in den Arbeitsprozess könnten sich krankheitsfremde Fakto-
ren, wie beispielsweise länger anhaltende berufliche Abstinenz, gekündig-
tes Arbeitsverhältnis, Alter der Versicherten, Mehrfachbelastung als Mutter 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. April 2016, IV/15/558, Seite 14

und als Alleinerziehende, ungünstige Arbeitsmarktsituation und möglicher-
weise die limitierte Motivation auswirken (AB 31.4 S. 15).

3.3.5 Dr. med. F.________ führte in seinem Bericht vom 20. Januar 2015 
(AB 26 S. 1 f.) folgendes auf:

Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
1. Chronisch rezidivierende Depression
2. Rezidivierende Lumbago bei Osteochondrose L4 – S1, Spondylarthrose, 

Reizergüsse
3. Chronische Zervikobrachialgie, MRI HWS: C6-Reizsyndrom
4. Protrahierte Calcaneodynie links, Calcaneodynie rechts 2014, Knick-

Senkfuss, Spreizfüsse, beidseitige Infiltrationen
5. Protrahierte Bronchitis, Asthma bronchiale

Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
1. Hypertonie
2. Migräne
3. Status nach Gastritis 2009, Cholezystektomie 2009
4. Verdacht auf Nierenstein 2012

Die letzte schwere Krise der rezidivierenden Depression sei im 2011 gewe-
sen, damals u.a. mit Zuweisung in die Klinik H.________ zur kurzzeitigen 
stationären Behandlung. In der Folge sei immer wieder eine psychothera-
peutische Begleitung innerhalb der Praxis, einerseits hausärztlich und an-
dererseits delegiert psychotherapeutisch durchgeführt worden. Aktuell er-
folge eine Unterstützung durch Medikamente (AB 26 S. 1). Die Patientin 
habe als alleinerziehende Mutter über die Jahre die Kinder erzogen, gleich-
zeitig immer wieder Teilzeitarbeit geleistet. Im Rahmen der verschiedenen 
Verletzungen und der Lebensgeschichte habe sie bereits 2011 eine Er-
schöpfungsdepression erlitten, von welcher sie sich mit stationären, ambu-
lanten und therapeutischen Massnahmen einigermassen erholt habe. Al-
lerdings sage sie, dass sie seither nie mehr gleich belastbar gewesen sei. 
Trotzdem habe sie versucht vom Sozialdienst unabhängig ihr Leben weiter 
zu meistern. Im Verlauf von 2014 sei es zunehmend wieder zu Überlas-
tungssymptomen gekommen, initial im Bereich des Bewegungsapparates 
(Lumbago, Zervikalsyndrom, Calcaneodynie) und nun seit Oktober zuneh-
mend zu einer depressivem Symptomatik. Ein stationärer Aufenthalt in ei-
ner Höhenklinik, auch wegen dem Husten und Asthma sei geplant. Aktuell 
sei die Patientin in keiner Art und Weise arbeitsfähig (AB 26 S. 2).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. April 2016, IV/15/558, Seite 15

3.3.6 Der RAD-Arzt, Dr. med. M.________, Facharzt für Allgemeine Inne-
re Medizin und Rheumatologie FMH, vermerkte in seiner Stellungnahme 
vom 19. Februar 2015 (AB 29 S. 3 - 6) als Diagnosen rezidivierende De-
pressionen und eine chronische generalisierte Schmerzerkrankung (primä-
re Fibromyalgie). Die Versicherte mache in ihrer Anmeldung vom 22. De-
zember 2014 gesundheitliche Beschwerden im Rahmen einer Depression 
und muskuloskelettaler Probleme geltend. Im Rahmen der Hospitalisation 
vom Oktober 2011 in der Klinik H.________ sei die Diagnose einer mittel-
gradigen depressiven Episode gestellt und eine medikamentöse antide-
pressive Kombinationstherapie begonnen worden. Das von der Klinik an-
schliessend vorgesehene ambulante Therapieprogramm sei von der Versi-
cherten aber nicht wahrgenommen worden. Gemäss hausärztlichem Be-
richt von Dr. med. F.________ sei bei der Diagnose einer chronisch rezidi-
vierenden Depression eine psychotherapeutische Begleitung intermittie-
rend immer wieder durchgeführt worden, auch stehe die Versicherte zurzeit 
unter einer Medikation mit Fluoxetin. Mit dieser psychiatrischen Diagnose 
lasse sich aber die vom Hausarzt erwähnte anhaltende 100 %-ige Arbeits-
unfähigkeit nicht ausreichend begründen. Die angegebenen muskuloskelet-
talen Beschwerden seien ausführlich im Rahmen der rheumatologischen 
Begutachtung untersucht und beurteilt worden. Die dort gemachte Schluss-
folgerung einer chronischen generalisierten Schmerzerkrankung mit einer 
primären Fibromyalgie sei ausreichend begründet. Damit könne auch keine 
anhaltende Arbeitsunfähigkeit begründet werden. Das vom Hausarzt er-
wähnte Asthma bronchiale habe nach fachärztlicher pneumologischer Un-
tersuchung auch mit den entsprechenden apparativen Zusatzuntersuchun-
gen nicht diagnostiziert werden können (Konsultationsbericht vom 29. Mai 
2013). Die postinfektiösen Atemnotepisoden liessen eine anhaltende Ar-
beitsunfähigkeit nicht begründen (AB 29 S. 5).

3.3.7 Im versicherungspsychiatrischen Gutachten vom 24. Februar 2015 
(AB 31.2) hielt Dr. med. D.________ zuhanden der Krankentaggeldversi-
cherung fest, dass aktuell keine krankheitswertige psychische Störung, kein 
durchgehendes depressives Syndrom festgestellt werden könne. Das vor-
diagnostizierte (2011) Auftreten einer mittelgradigen depressiven Episode 
sei unter fortlaufender antidepressiver Behandlung remittiert (AB 31.2 
S. 12). Zusammengefasst dürfe unter bewusster Ausserachtlassung der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. April 2016, IV/15/558, Seite 16

körperlichen Faktoren festgestellt werden, dass die Versicherte unter den 
belastenden Faktoren des Arbeitsplatzverlustes nicht wieder ein derartiges 
depressives Syndrom erlitten habe, dass sie dadurch intensiver behand-
lungsbedürftig würde oder in ihrer zumutbaren medizinisch-theoretischen 
Arbeitsfähigkeit eingeschränkt wäre. Der Umstand, dass der Hausarzt ein 
modernes Antidepressivum verordne und womöglich auch ein schlafregu-
lierendes Medikament, auch dass sie bei ihm therapeutisch supportive Ge-
spräche wahrnehme, sei als angemessene Form der ärztlichen Unter-
stützung anzusehen, ohne dass sich daraus per se eine Minderung der 
zumutbaren medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit ergebe. Die ge-
nannten Belastungsfaktoren seien allesamt nachvollziehbar und stellten 
krankheitsfremde Faktoren für den Umstand dar, dass die Versicherte ak-
tuell keine Arbeitstätigkeit ausübe. Es werde ebenfalls die weitere psycho-
pharmakotherapeutische Unterstützung empfohlen. Es werde vor allem 
keine Dreischicht und wechselnde Nachtarbeit empfohlen im Sinne einer 
„Phasenprophylaxe“ und einer Achtsamkeit, keine weiteren Triggerfaktoren 
für eine psychische Symptomatik in Kauf zu nehmen (AB 31.2 S. 16).

3.3.8 Im Rahmen des Beschwerdeverfahrens legte die Beschwerdeführe-
rin einen Bericht des Spitals N.________ vom 30. Juni 2015 (Beschwerde-
beilage [BB 2]) über die stationäre Abklärung und Behandlung vom 9. bis 
27. Juni 2015 ins Recht. Darin führten die behandelnden Ärzte folgende 
Diagnosen auf:

1. Rezidivierende depressive Störung, aktuell mittelschwere Episode
2. Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren

- lumbosakral, zervikobrachial, kalkaneal
- MRI LWS Juni 2014: Linkskonvexe Skoliose der LWS, Osteochondrose 

L4 – S1, Spondylarthrose, Reizergüsse
- Abdomen-Ultraschall nativ März 2014: Keine Hinweise für eine Uroli-

thiasis oder Harnabflussbehinderung
- MRI HWS Juli 2013: Keine Hinweise auf traumatische Diskushernie 

oder Beeinträchtigung der C8-Wurzel rechts. Keine Hinweise auf trau-
matische ossäre oder ligamentäre Läsion

3. Arterielle Hypertonie
4. Adipositas
5. Weitere Diagnosen

- Status nach Gastritis 2009
- Cholezystektomie 2009
- Aktenanamnestisch Migräne

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. April 2016, IV/15/558, Seite 17

Differentialdiagnostisch sei bei der Patientin an eine Fibromyalgie zu den-
ken. Zudem bestehe eine rezidivierende depressive Störung. Aktuell habe 
sich bei Eintritt klinisch eine mittelschwere depressive Episode verbunden 
mit erhöhter Anspannung, Ohnmachtsgefühl und Zukunftsängsten gezeigt. 
Bei der Entwicklung der aktuell im Vordergrund stehenden Schmerzen sei 
von einem somatischen Auslöser bei anhaltender Fehlbelastung aber auch 
von einer massgeblichen somatosensorischen Schmerzverstärkung bei 
Depression und einer zugrunde liegenden Hyperalgesie (algometrisch 
bestätigt) auszugehen (BB 2 S. 2). Während dem Aufenthalt sei auch eine 
Sozialberatung durchgeführt und zum letztmöglichen Termin ein Rekurs 
bezüglich des ablehnenden IV-Entscheides eingereicht worden. In dieser 
Hinsicht werde für berufliche Massnahmen plädiert. Die Patientin sollte bei 
einer stufenweise zu erfolgenden beruflichen Reintegration im Rahmen 
einer der momentanen gesundheitlichen Situation angepassten Tätigkeit 
dringend unterstützt und begleitet werden. Es sei eine Arbeitsunfähigkeit 
von 100 % vom 9. Juni bis 31. Juli 2015 attestiert worden (BB 2 S. 3).

3.4 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; SVR 2015 IV Nr. 28 S. 86 E. 4.1).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. April 2016, IV/15/558, Seite 18

Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

Nach altem Verfahrensstandard eingeholte Gutachten verlieren nicht per se 
ihren Beweiswert. Vielmehr ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des 
Einzelfalls mit seinen spezifischen Gegebenheiten und den erhobenen Rü-
gen entscheidend, ob ein abschliessendes Abstellen auf die vorhandenen 
Beweisgrundlagen vor Bundesrecht standhält. In sinngemässer Anwen-
dung dieser in BGE 137 V 210 E. 6 S. 266 entwickelten Grundsätze auf die 
nunmehr materiell-beweisrechtlich geänderten Anforderungen ist in jedem 
einzelnen Fall zu prüfen, ob die beigezogenen administrativen und/oder 
gerichtlichen Sachverständigengutachten – gegebenenfalls im Kontext mit 
weiteren fachärztlichen Berichten – eine schlüssige Beurteilung im Lichte 
der massgeblichen Indikatoren erlauben oder nicht. Je nach Abklärungstie-
fe und -dichte kann zudem unter Umständen eine punktuelle Ergänzung 
genügen (BGE 141 V 281 E. 8 S. 309).

3.5 Bei Erlass der angefochtenen Verfügung vom 18. Mai 2015 (AB 37) 
stützte sich die Beschwerdegegnerin massgeblich auf die von der Kranken-
taggeldversicherung veranlassten Gutachten. Sowohl die internistisch-
rheumatologische Beurteilung von Dr. med. C.________ vom 24. Dezem-
ber 2014 (AB 31.4) als auch die psychiatrische Beurteilung von Dr. med. 
D.________ vom 24. Februar 2015 (AB 31.2) erfüllen die Anforderungen 
der Rechtsprechung an Expertisen (vgl. E. 3.4 hiervor) und überzeugen. 
Sie beruhen auf einlässlichen Untersuchungen, wurden in Kenntnis der 
Vorakten, nach Auseinandersetzung mit jenen und unter Berücksichtigung 
der geklagten Beschwerden erstattet. In der Darlegung der medizinischen 
Situation sind sie widerspruchsfrei und die Schlussfolgerungen sind nach-
vollziehbar begründet. Es finden sich weder Hinweise für eine Unrichtigkeit 
der Gutachten noch Anhaltspunkte, die gegen die Zuverlässigkeit der Beur-
teilungen sprechen. Folglich kommt den Gutachten voller Beweiswert zu 
(vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/bb S. 353).

Die differenzierte internistisch-rheumatologische Einschätzung von 
Dr. med. C.________ korreliert mit der übrigen medizinischen Aktenlage 
und überzeugt. So vermochte dieser anhand der Exploration vom 18. De-
zember 2014 sowie der klinischen bzw. bildgebenden Befunde keine Dia-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. April 2016, IV/15/558, Seite 19

gnosen mit langdauernder Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit festzustellen 
(AB 31.4 S. 1 - 7, 11), wobei er sich eingehend und kritisch auch mit den 
divergierenden ärztlichen Berichten auseinandersetzte (AB 31.4 S. 11, 13 -
 14). Hieran vermögen auch die Berichte von Dr. med. K.________ vom 
29. Mai 2013 (AB 26 S. 9 f.), von Dr. med. L.________ vom 9. November 
2013 (AB 26 S. 4 f.) und von Dr. med. F.________ vom 20. Januar 2015 
(AB 26 S. 1 f.) nichts zu ändern. Diese enthalten keine Befunde bzw. wich-
tigen Aspekte, welche im Rahmen der Begutachtung durch Dr. med. 
C.________ unerkannt oder ungewürdigt geblieben wären (SVR 2008 IV 
Nr. 15 S. 44 E. 2.2.1). So überzeugt seine Schlussfolgerung, die Arbeits-
fähigkeit sei aus rein somatisch-rheumatologischer Sicht beurteilt, für die 
von der Versicherten zuletzt ausgeübten beruflichen Tätigkeiten zu keinem 
Zeitpunkt anhaltend eingeschränkt gewesen (AB 31.4 S. 15). Dr. med. 
C.________ weist insbesondere darauf hin, die aktualisierten Röntgenauf-
nahmen der ganzen Wirbelsäule dokumentierten in keinem axialen Bewe-
gungssegment eine relevante Fehlhaltung, eine Arthrose oder einen Hin-
weis auf eine entzündliche Veränderung (AB 31.4 S. 11). Die im Bereich 
der Füsse geschilderten Beschwerden, wie auch die generalisiert geschil-
derten Beschwerden wiesen auf vordergründig nicht somatisch abstützbare 
Beschwerden hin; die kortisonhaltigen Infiltrationen hätten gemäss der Ver-
sicherten nicht zu einer markanten Beschwerdelinderung geführt (AB 31.4 
S. 12). Die vom Hausarzt erwähnten Osteochondrosen lumbal kämen in 
den aktualisierten Röntgenaufnahmen der Lendenwirbelsäule nicht zur 
Darstellung (AB 31.4 S. 14). Hinzu kommt, dass sich Dr. med. F.________ 
in seinem Bericht vom 20. Januar 2015 (AB 26 S.1) nicht mit den vom Gut-
achter einleuchtend dargestellten sowie den erhobenen Diskrepanzen zwi-
schen Beschwerdeschilderung und Befunderhebung auseinandersetzt. 
Ebensowenig enthält der Bericht eine differenzierte und nachvollziehbare 
Begründung für die abweichend beurteilte Arbeitsfähigkeit, weshalb die 
pauschale Einschätzung, die Patientin sei aktuell in keiner Art und Weise 
arbeitsfähig (AB 26 S. 2) nicht zu überzeugen vermag. 

Ausserdem vermag er auch das versicherungspsychiatrische Gutachten 
von Dr. med. D.________ vom 24. Februar 2015 (AB 31.2) nicht in Frage 
zu stellen, zumal Dr. med. F.________ nicht über die erforderliche fachärzt-
liche Kompetenz zur Beurteilung des psychischen Krankheitsverlaufs ver-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. April 2016, IV/15/558, Seite 20

fügt. Sodann ist in Bezug auf Atteste von Hausärzten Rechnung tragen, 
dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauens-
stellung in Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 
125 V 351 E. 3b cc S. 353; SVR 2015 IV Nr. 26 S. 80 E. 5.3.3.3). Dies gilt 
nicht nur für den allgemein praktizierenden Hausarzt, sondern ebenso für 
den behandelnden Spezialarzt und erst recht für den schmerztherapeutisch 
tätigen Arzt mit seinem besonderen Vertrauensverhältnis und dem Erfor-
dernis, den geklagten Schmerz zunächst bedingungslos zu akzeptieren 
(Entscheid des EVG vom 20. März 2006, I 655/05, E. 5.4). Dr. med. 
D.________ legt klar und schlüssig dar, dass aktuell keine krankheitswerti-
ge psychische Störung, kein durchgehendes depressives Syndrom vorliegt 
und die vordiagnostizierte mittelgradige depressive Episode, unter fortlau-
fender antidepressiver Behandlung, remittiert ist. An diesem Ergebnis än-
dert auch der im Beschwerdeverfahren eingereichte Bericht des Spitals 
N.________ vom 30. Juni 2015 (BB 2) über die stationäre Behandlung vom 
9. bis 27. Juni 2015 nichts, beschränkt sich nach ständiger Rechtsprechung 
die Prüfung des Sozialversicherungsgerichts auf die Verhältnisse, wie sie 
sich bis zum Erlass der angefochtenen Verwaltungsverfügung (hier: vom 
18. Mai 2015; AB 37) entwickelt haben (BGE 132 V 215 E. 3.1.1 S. 220; 
130 V 138 E. 2.1 S. 140; 121 V 336). Die Vorbringen und Beweise bezüg-
lich der seitherigen gesundheitlichen Entwicklung, insbesondere der Hin-
weis, die Beschwerdeführerin leide unter einer rezidivierenden depressiven 
Störung, aktuell unter einer mittelschweren Episode, und sie habe aufgrund 
der psychosomatischen Beschwerden im Juni 2015 hospitalisiert werden 
müssen (Beschwerde S. 2 f.), haben deshalb unberücksichtigt zu bleiben. 

3.6 In Anbetracht der Einschätzungen der Dres. med. C.________ und 
D.________ erscheint es fraglich, ob überhaupt eine anspruchsbegründen-
de Änderung in den für den Invaliditätsgrad erheblichen Tatsachen einge-
treten ist (vgl. E. 2.6 hiervor), zumal die Gutachter aus somatisch-
rheumatologischer wie auch aus psychiatrischer Sicht der Beschwerdefüh-
rerin in der zuletzt ausgeübten beruflichen Tätigkeit nach wie vor eine voll-
umfängliche Arbeitsfähigkeit attestieren (AB 31.2 S. 18, AB 31.4 S. 15). 
Hinzu kommt, dass Anzeichen für einen Ausschlussgrund vorliegen (BGE 
131 V 49 und 141 V 281 E. 2.2 S. 287 f.), wurde doch im psychiatrischen 
Gutachten ein deutliches bewusstes Ausdrucksverhalten beschrieben 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. April 2016, IV/15/558, Seite 21

(AB 31.2 S. 15). Beruht eine Leistungseinschränkung auf Aggravation oder 
einer ähnlichen Konstellation, liegt regelmässig keine versicherte Gesund-
heitsschädigung vor. Ob im massgebenden Vergleichszeitraum eine poten-
tiell revisionsrelevante Änderung des Gesundheitszustands eingetreten ist, 
kann hier jedoch offen gelassen werden. Denn selbst wenn ein Revisions-
grund vorläge und damit eine freie Prüfung unter Berücksichtigung der 
neusten Rechtsprechung des Bundesgerichts (BGE 141 V 281) zu erfolgen 
hätte (vgl. E. 3.1 hiervor) ergäbe sich, wie nachfolgend aufgezeigt wird (vgl. 
E. 4 hiernach), kein invalidisierender Gesundheitsschaden. 

4.

4.1 Auch wenn die Gutachten der Dres. med. C.________ und 
D.________ vom 24. Dezember 2014 (AB 31.4) bzw. 24. Februar 2015 
(AB 31.2) in diagnostischer Hinsicht überzeugen, so kann nicht unbesehen 
auf deren Einschätzung der Arbeitsfähigkeit abgestellt werden, wonach die 
Beschwerdeführerin in ihrer angestammten Tätigkeit vollumfänglich arbeits-
fähig sei. Die Frage der Arbeitsfähigkeit ist gemäss der (geänderten) 
Rechtsprechung (BGE 141 V 281) unter Beachtung der neu geschaffenen 
Indikatoren zu beantworten (BGE 141 V 281 E. 4.1.3 S. 297 f.), was eine 
Rechtsfrage darstellt (BGE 141 V 281 E. 5 S. 304). Dabei verlieren die 
nach altem Standard eingeholten Expertisen gemäss Bundesgericht nicht 
per se ihren Beweiswert (vgl. E. 3.4 hiervor) und es ist zu prüfen, ob die 
Gutachten eine schlüssige Beurteilung im Lichte der massgeblichen Indika-
toren erlauben (vgl. E. 2.3.2 hiervor). Im vorliegenden Fall können die Gut-
achten ohne weiteres beigezogen werden, da mit deren Hilfe die entschei-
denden Fragen beantwortet werden können (vgl. E. 4.2 ff. hiernach).

4.2 Im Rahmen der Kategorie funktioneller Schweregrad (BGE 141 V 
281 E. 4.3 S. 298) ist zunächst der Komplex Gesundheitsschädigung zu 
prüfen (BGE 141 V 281 E. 4.3.1 S. 298 ff.). Hierzu ist festzuhalten, dass die 
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde und Symptome (BGE 141 V 
281 E. 4.3.1.1 S. 298 f.) nicht übermässig ist. Laut Darstellung der Akti-
vitäten des täglichen Lebens gibt die Beschwerdeführerin gegenüber dem 
psychiatrischen Gutachter an, nach dem Wecken des Sohnes lege sie sich 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. April 2016, IV/15/558, Seite 22

noch einmal bis ca. 10.30 Uhr hin. Währenddessen höre sie etwas Musik. 
Danach bereite sie auch schon etwas für den Sohn zum Essen vor, wenn 
dieser mittags von der Schule komme. Putzen könne sie nur ganz weinig, 
weil sie dafür längere Zeit brauche. Am Nachmittag liege sie wiederum und 
schaue Fernsehen, auch habe sie mit der Nachbarin oder mit Kolleginnen 
Kontakt. Nach dem Abendessen mache sie einen Spaziergang im Quartier. 
Als älteste Tochter habe sie noch die Verantwortung für die Mutter über-
nommen und gehe beispielswiese mit ihr zum Arzt oder erledige deren 
Rechnungen (AB 31.2 S. 8). Des Weiteren sind auch die Abweichungen in 
Bezug auf die Beschwerdeangaben und die objektiven Befunde zu 
berücksichtigen. Dr. med. C.________ beschrieb, während der klinischen 
Untersuchung setzte eine schmerzvermittelnde Mimik und Gestik ein, die 
vordergründig nicht mit einem bekannten somatisch-pathologischen 
Krankheitsbild begründet werden könne (AB 31.4 S. 8). Er beurteile die von 
der Beschwerdeführerin geschilderten Beschwerden bezüglich Umfang und 
Intensität höchstens als partiell auf die objektivierbaren somatischen-
pathologischen Befunde abstützbar, weshalb grundsätzlich 
krankheitsfremde Gründe, ein Aggravationsverhalten und eine 
psychosomatisch-psychiatrische Affektion zu diskutieren seien (AB 31.4 
S. 13). Dr. med. D.________ hielt fest, anlässlich der psychiatrischen 
Untersuchung sei ein deutliches Ausdrucksverhalten erkannt worden, das 
allerdings nicht Hinweis auf eine aktuell gravierende psychische 
Symptomatik als Ausdruck einer primär psychischen Störung gebe 
(AB 31.2 S. 15). Selbst wenn diese Abweichungen die rechtserhebliche 
Gesundheitsschädigung nicht von vornherein ausschliessen sollten, stellen 
sie doch ein gewichtiges Indiz gegen eine starke Auswirkung der 
medizinisch festgestellten Diagnosen dar. Betreffend Behandlungserfolg 
oder -resistenz (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2 S. 299 f.) ist anzumerken, dass 
die Beschwerdeführerin auf Nachfrage angab, aktuell in keiner 
psychiatrischen oder psychologischen Behandlung zu stehen (AB 31.2 
S. 8). Dr. med. D.________ empfahl die weitere 
psychopharmakotherapeutische Unterstützung und führte diesbezüglich 
aus, dass die Versicherte „weiterhin Antidepressiva nehmen müsse“, sei 
als solches nicht ein Hinweis auf eine Minderung der medizinisch-
theoretischen Arbeitsfähigkeit, sondern sei auf eine länger dauernde 
adäquate Psychopharmakotherapie im Sinne auch der Vorbeugung für eine 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. April 2016, IV/15/558, Seite 23

Verschlechterung oder einem erneuten überschwelligen Auftreten einer 
krankheitswertigen depressiven Episode abzubilden (AB 31.2 S.16). Bei 
dieser Ausgangslage kann selbstredend nicht von einem definitiven 
Scheitern einer indizierten, lege artis und mit optimaler Kooperation der 
Beschwerdeführerin durchgeführten Therapie ausgegangen werden. Auch 
dieser Indikator spricht gegen eine rechtserhebliche Einschränkung der 
funktionellen Leistungsfähigkeit. Die bisherigen Kriterien der 
psychiatrischen Komorbidität und körperlichen Begleiterkrankung wurden 
zu einem einheitlichen Indikator zusammengefasst. Relevant ist die 
Gesamtbetrachtung der Wechselwirkungen und sonstigen Bezüge des 
psychosomatischen Leidens zu sämtlichen begleitenden 
krankheitswertigen Störungen (vgl. BGE 141 V 281 E. 4.3.1.3 S. 300 ff.). 
Eine massgebliche Komorbidität ist nicht ausgewiesen. Aus psychiatrischer 
Sicht findet sich keine eigenständige psychische Störung (AB 31.2 S. 12 
und 16) und die somatischen Befunde sind derart diskret ausgeprägt, dass 
damit keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit einhergeht (AB 31.4 S. 15).

Vom Komplex Persönlichkeit (BGE 141 V 281 E. 4.3.2 S. 302) ist nur dort 
Gebrauch zu machen, wo er sich eignet, zur Klärung der funktionellen 
Folgen der Gesundheitsschädigung beizutragen. Dies ist hier nicht der Fall, 
zumal anlässlich der psychiatrischen Begutachtung keine Symptome einer 
Persönlichkeitsstörung oder Wesensveränderung beschrieben wurden und 
auch keine Hinweise auf eine verminderte Affektsteuerung oder 
Impulskontrollstörungen bestehen (AB 31.2 S. 11).

Der Komplex Sozialer Kontext (BGE 141 V 281 E. 4.3.3 S. 303) spricht klar 
gegen die rechtliche Anerkennung der geltend gemachten 
Einschränkungen, hält das soziale Umfeld doch nicht unbedeutende 
Ressourcen bereit. Es besteht ein Beziehungsnetz, indem die Beschwerde-
führerin regelmässig Familienangehörige, eine Nachbarin und Kolleginnen 
trifft. Sie sieht täglich ihre Mutter, begleitet diese zum Arzt und erledigt für 
sie administrative Arbeiten (AB 31.2 S. 8 f.). 

4.3 Unter der Kategorie Konsistenz sind verhaltensbezogene Aspekte 
zu prüfen (BGE 141 V 281 E. 4.4 S. 303 f.). Gleichmässige 
Einschränkungen des Aktivitätsniveaus in allen vergleichbaren 
Lebensbereichen (vgl. BGE 141 V 281 E. 4.4.1 S. 303) lassen sich nach 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. April 2016, IV/15/558, Seite 24

den anamnestischen Angaben im Gutachten vom 24. Februar 2015 
(AB 31.2) nicht erkennen. Diesbezüglich ist wiederum auf die Aktivitäten 
des täglichen Lebens zu verweisen, wonach die Beschwerdeführerin täg-
lich ihre Mutter unterstützt, sich mit einer Nachbarin oder mit Kolleginnen 
trifft und nach dem Abendessen im Quartier Spazieren geht. Zudem hatte 
sie im Januar 2015 Besuch von Familienangehörigen aus … und … und sie 
unternahm auch einen Ausflug mit ihrer Schwester nach … und ging dort 
essen (AB 31.2 S. 8). Freude hat sie auch am Lesen (AB 31.2 S. 9). Diese 
genannten Aktivitäten sprechen für eine Inkonsistenz zu den geltend ge-
machten Einschränkungen im Erwerb.

Was den Indikator der Inanspruchnahme von therapeutischen Optionen 
anbelangt (vgl. BGE 141 V 281 E. 4.4.2 S. 304), spricht die fehlende 
fachärztlichen psychiatrischen Behandlung (AB 31.2 S. 8) gegen einen 
erheblichen Leidensdruck (vgl. Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 
24. Juni 2015, 8C_283/2015, E. 4.2.2). 

4.4 Gesamthaft führen die vorerwähnten Indikatoren zum Schluss, dass 
das von Dr. med. C.________ neu diagnostizierte chronische, generalisier-
te Schmerzsyndrom (primäres Fibromyalgie-Syndrom) nicht invalidisierend 
ist (vgl. E. 2.3.2 hiervor).

4.5 Nach dem Dargelegten besteht weder in somatischer noch in 
psychiatrischer (vgl. E. 3.5 und E. 4.2 ff. hiervor) Hinsicht ein invalidisieren-
der Gesundheitsschaden. Der Sachverhalt ist gestützt auf die vorliegenden 
Gutachten hinreichend erstellt, weshalb auf weitere Beweismassnahmen in 
antizipierter Beweiswürdigung verzichtet werden kann (vgl. BGE 122 V 157 
E. 1d S. 162). Da keine Invalidität im Rechtssinne (vgl. E. 2.1 f. hiervor) 
vorliegt, fehlt es an der grundsätzlichen Voraussetzung für Leistungen der 
Invalidenversicherung.

5. Die angefochtene Verfügung vom 18. Mai 2015 (AB 37) erweist sich 
damit als rechtens und die dagegen erhobene Beschwerde ist als offen-
sichtlich unbegründet abzuweisen. Soweit die Zeit nach der angefochtenen 
Verfügung betreffend – d.h. was die von der Beschwerdeführerin geltend 
gemachte Verschlechterung anbelangt (Beschwerde S. 2 f.) – ist ausge-
hend von Ziff. 10 der Beschwerdeantwort darauf hinzuweisen, dass die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. April 2016, IV/15/558, Seite 25

Beschwerdeführerin gegebenenfalls durch Neuanmeldung wieder an die 
IV-Stelle gelangen könnte. Allerdings ist bereits an dieser Stelle zu bemer-
ken, dass ein bloss reaktives Geschehen (auf einen negativen IV-
Entscheid), rechtsprechungsgemäss keine länger dauernde Erwerbsun-
fähigkeit zu begründen vermag (BGE 127 V 299 E. 5a; ULRICH MEY-
ER/MARCO REICHMUTH, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung 
[IVG], 3. Aufl. 2014, Art. 4 N. 73; Entscheid des BGer vom 18. November 
2015, 9C_125/2015, E. 7.2.1 mit Hinweisen).

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.--, werden entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens der Beschwerdeführerin zur Bezah-
lung auferlegt (Art. 108 Abs. 1 VRPG) und dem geleisteten Kostenvor-
schuss in gleicher Höhe entnommen.

6.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG [Umkehr-
schluss]).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

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2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

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Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.