# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6043ef54-fe80-5d68-93f7-cea91e2b53ec
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-09-02
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 02.09.2019 SB180427
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB180427_2019-09-02.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 
 

Geschäfts-Nr.: SB180427-O/U/cwo 
 

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. S. Volken, Präsident, lic. iur. B. Gut und  

Oberrichterin lic. iur. R. Affolter sowie die Gerichtsschreiberin 

lic. iur. S. Kümin Grell 

 

Urteil vom 2. September 2019 

 

in Sachen 

 

Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl,  
vertreten durch Leitenden Staatsanwalt lic. iur. D. Kloiber,  

Anklägerin und Berufungsklägerin 

 

gegen 

 

A._____,  
Beschuldigter und Berufungsbeklagter 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt MLaw X._____ 

 

betreffend sexuelle Nötigung etc.  
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 4. Abteilung,  
vom 28. Juni 2018 (DG180013) 
 

 

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Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 8. Januar 2018 ist  

diesem Urteil beigeheftet (Urk. 20). 

Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 58 S. 18 ff.) 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist nicht schuldig und wird freigesprochen. 

2. Die Zivilklage der Privatklägerschaft wird abgewiesen. 

3. Die von der Stadtpolizei Zürich sichergestellten und bei der Kasse des Bezirks-

gerichts Zürich lagernden: 

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- Mobiltelefon Samsung, schwarz 

werden der Privatklägerin auf erstes Verlangen zuhanden der Berechtigten heraus-

gegeben. Verlangt die Privatklägerin die Mobiltelefone nicht innert 2 Monaten nach 

Rechtskraft heraus, werden diese der Kasse zur gutscheinenden Verwendung 

überlassen. Ein allfälliger Verwertungserlös verfällt dem Staat.  

4. Rechtsanwalt MLaw X._____ wird für die amtliche Verteidigung des Beschuldigten 

mit Fr. 23'141.85 (inkl. Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse entschädigt. 

5. Fürsprecherin lic. iur. Y._____ wird als unentgeltliche Rechtsbeiständin der Privat-

klägerin mit Fr. 9'458.40 (inkl. Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse entschädigt. 

6. Die Entscheidgebühr fällt ausser Ansatz; die übrigen Kosten werden auf die Ge-

richtskasse genommen. 

7. Dem Beschuldigten werden Fr. 31'500.– als Genugtuung aus der Gerichtskasse zu-

gesprochen. Die weitergehenden Genugtuungsansprüche werden abgewiesen. 

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8. (Mitteilungen) 

9. (Rechtsmittel) 

Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

 (Urk. 84) 

1. Die Berufung sei abzuweisen und das erstinstanzliche Urteil zu bestätigen. 

2. Die Kosten des Verfahrens seien auf die Staatskasse zu nehmen und es sei 

der amtliche Verteidiger zu entschädigen.  

b) Der Staatsanwaltschaft: 

(Urk. 80) 

1. Der Beschuldigte sei im Sinne der Anklage der Staatsanwaltschaft  

Zürich-Sihl vom 8. Januar 2018 schuldig zu sprechen. 

2. Er sei mit einer Freiheitsstrafe von 3 Jahren und 6 Monaten zu be-

legen, abzüglich der erstandenen Haft.  

3. Die Freiheitsstrafe sei zu vollziehen. 

4. Der Beschuldigte sei für 10 Jahre des Landes zu verweisen, unter 

Ausschreibung dieser Landesverweisung im Schengener Informations-

system SIS. 

5. Die drei sichergestellten Mobiltelefone seien der Privatklägerin auf ers-

tes Verlangen herauszugeben. 

6. Dem Beschuldigten seien die Kosten des erst- und zweitinstanzlichen 

Verfahrens aufzuerlegen, inklusive die Kosten für die unentgeltliche 

Rechtsbeiständin der Privatklägerin und des amtlichen Verteidigers.  

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c) Der Privatklägerschaft: 

(Urk. 81 sinngemäss) 

Verurteilung des Beschuldigten gemäss Berufungsanträgen der Staatsan-

waltschaft mit entsprechender Kostenfolge inkl. Übernahme der Reisekosten 

der Privatklägerin durch die Staatskasse. 

Erwägungen: 

I. Verfahrensgang und Gegenstand der Berufung 

1. Am 6. Mai 2017, 19.15 Uhr, erstattete die 1994 geborene Privatklägerin bei 

der Stadtpolizei Zürich Anzeige und machte geltend, sie sei von einem unbekann-

ten Mann sexuell angegangen worden. Dieser habe sie auf ihrem Arbeitsheimweg 

am Abend bzw. in der Nacht zuvor nach dem Aussteigen aus dem Bus bei der 

Busstation B._____-Strasse in einen Garten zwischen zwei Häuser gezerrt und 

sie hinter dem weissen Haus in der Ecke mit Körpergewalt intensiv betastet, ge-

küsst und sexuelle Handlungen an ihr vorgenommen bzw. vorzunehmen versucht. 

Zuletzt habe er ihr diverse Gegenstände entwendet. Am 8. Januar 2018 erhob die 

Staatsanwaltschaft Anklage gegen den Beschuldigten wegen sexueller Nötigung, 

versuchter Vergewaltigung und Raub (Urk. 20).  

2. Die Prozessgeschichte bis zum erstinstanzlichen Urteil einschliesslich Kon-

stituierung der Privatklägerschaft ergibt sich aus dem angefochtenen Entscheid 

(Urk. 58 S. 4).  

3. Mit Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 4. Abteilung, vom 28. Juni 2018 wurde 

der Beschuldigte für nicht schuldig befunden und freigesprochen. Die Zivilklage 

der Privatklägerin wies die Vorinstanz ab. Dem Beschuldigten sprach die Vor-

instanz eine Genugtuung von Fr. 31'500.– zu. Weiter entschied die Vorinstanz 

über das Schicksal sichergestellter Gegenstände der Privatklägerin und entschä-

digte die zwei Rechtsvertreter.  

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4. Gegen dieses Urteil meldete die Staatsanwaltschaft mit Schreiben vom 

3. Juli 2018 rechtzeitig Berufung an (Urk. 54). Das schriftliche Urteil in begründe-

ter Fassung wurde den Parteien am 12. September 2018 zugestellt (Urk. 57/1-3). 

Am 28. September 2018 erfolgte fristgerecht die Berufungserklärung der Staats-

anwaltschaft (Urk. 59).  

Dem Beschuldigten und der Privatklägerin wurde daraufhin mit Präsidialverfügung 

vom 10. Oktober 2018 Frist angesetzt, um allenfalls Anschlussberufung zu erklä-

ren oder ein Nichteintreten auf die Berufung zu beantragen (Urk. 62). Der Privat-

klägerin lief dieselbe Frist für einen allfälligen Antrag, dass dem urteilenden Ge-

richt eine Person des gleichen Geschlechts angehöre (Art. 335 Abs. 4 StPO) und 

um zu erklären, ob sie für den Fall einer Befragung verlange, von einer Person 

gleichen Geschlechts einvernommen zu werden (Art. 153 Abs. 1 StPO). Weder 

der Beschuldigte noch die Privatklägerin liessen sich vernehmen. Beweisanträge 

wurden von keiner Seite gestellt.  

5. Die Staatsanwaltschaft beantragt Schuldigsprechung des Beschuldigten im 

Sinne der Anklage und Bestrafung mit einer Freiheitsstrafe von 3 Jahren und 

6 Monaten, abzüglich der erstandenen Haft. Zudem beantragt sie, den Be-

schuldigten für 10 Jahre des Landes zu verweisen, unter Ausschreibung dieser 

Landesverweisung im Schengener Informationssystem SIS. Mit der Herausgabe 

der drei sichergestellten Mobiltelefone an die Privatklägerin ist die Staatsanwalt-

schaft einverstanden (Urk. 59 S. 2, Urk. 80).  

Angefochten ist somit die Dispositivziffer 1. Infolge Konnexes als mitangefochten 

gelten die Dispositivziffern 6 (Kostenfestsetzung und -regelung) und 7 (Genugtu-

ung des Beschuldigten). In den Dispositivziffern 2-5 ist das vorinstanzliche Urteil 

nicht angefochten und in Rechtskraft erwachsen. Das ist vorab mit Beschluss 

festzustellen.  

6. Auf die Argumente des Beschuldigten bzw. seiner Verteidigung und jene der 

Privatklägerin bzw. ihrer Rechtsbeiständin ist im Rahmen der Erwägungen einzu-

gehen. Das rechtliche Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV und Art. 3 Abs. 2 lit. c StPO 

verlangt, dass die Behörde die Vorbringen des von einem Entscheid in seiner 

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Rechtsstellung Betroffenen auch tatsächlich hört, prüft und in seiner Entscheid-

findung berücksichtigt. Nicht erforderlich ist, dass sie sich mit allen Parteistand-

punkten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich 

widerlegt. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Punkte 

beschränken. Es müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, 

von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf die sich ihr Entscheid stützt 

(BGE 141 IV 249 E. 1.3.1; Urteil des Bundesgerichts 6B_46/2018 vom 

14. Februar 2018 E. 4 mit Hinweisen). 

II. Prozessuales 

1. Zur Frage, ob eine Einvernahme der Privatklägerin durch das Gericht not-

wendig sei, hat die Vorinstanz – unter Hinweis auf den Entscheid im Verfahren 

OGer ZH SB140378 vom 14.11.2014 sowie ZR 114/2015 S. 6 ff. – das Folgende 

ausgeführt (Urk. 58 S. 5):  

Im vorliegenden Verfahren sei ein klassisches Vier-Augen-Delikt zu beurteilen. 

Den Aussagen des Beschuldigten sowie der Privatklägerin komme damit ent-

scheidendes Gewicht zu, da nur sie konkrete Angaben machen könnten, was 

zwischen ihnen genau vorgefallen sei. Es sei deshalb unerlässlich, dass sich das 

Gericht einen unmittelbaren persönlichen Eindruck der Beteiligten machen könne 

und es stelle sich die Frage, ob neben dem Beschuldigten auch die Privatklägerin 

nochmals persönlich durch das Gericht einzuvernehmen sei.  

Die staatsanwaltschaftliche Einvernahme der Privatklägerin vom 19. Juni 2017    

– so die Vorinstanz weiter – sei auf Video aufgezeichnet worden und liege bei den 

Akten (Urk. 5/4). Die entsprechenden Aufnahmen würden es durchaus erlauben, 

einen unmittelbaren persönlichen Eindruck der Privatklägerin zu gewinnen. Da die 

Einvernahmen in der Untersuchung die Privatklägerin zudem erkennbar belastet 

hätten (vgl. Urk. 5/1 S. 5) und auch keine Partei eine erneute persönliche Be-

fragung der Privatklägerin beantragt habe, sei vorliegend auf eine weitere Einver-

nahme durch das Gericht zu verzichten.  

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2. Das Rechtsmittelverfahren beruht gemäss Art. 389 Abs. 1 StPO auf den 

Beweisen, die im Vorverfahren und im erstinstanzlichen Hauptverfahren erhoben 

worden sind. Beweisabnahmen des erstinstanzlichen Gerichts werden im 

Rechtsmittelverfahren nur unter den in Art. 389 Abs. 2 StPO genannten Voraus-

setzungen wiederholt, namentlich wenn Beweisvorschriften verletzt worden sind 

(lit. a), die Beweiserhebungen unvollständig waren (lit. b) oder die Akten über die 

Beweiserhebungen unzuverlässig erscheinen (lit. c). Nach Abs. 3 derselben Be-

stimmung erhebt die Rechtsmittelinstanz von Amtes wegen oder auf Antrag einer 

Partei die erforderlichen zusätzlichen Beweise. Eine unmittelbare Beweisab-

nahme im Rechtsmittelverfahren hat laut der bundesgerichtlichen Praxis gemäss 

Art. 405 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 343 Abs. 3 StPO auch zu erfolgen, wenn 

(erstens) eine solche im erstinstanzlichen Verfahren unterblieb oder unvollständig 

war und (zweitens) die unmittelbare Kenntnis des Beweismittels für die Urteils-

fällung notwendig erscheint (BGE 140 IV 196 E. 4.4.1 S. 199; bestätigt in den  

Urteilen 6B_145/2018 vom 21. März 2019 E. 2.3., 6B_800/2016 vom 25. Oktober 

2017 E. 9.2, nicht publ. in: BGE 143 IV 397, und 6B_888/2017 vom 25. Oktober 

2017 E. 3.3, nicht publ. in: BGE 143 IV 434; vgl. ferner 6B_992/2016 vom 29. Mai 

2017 E. 2.3, 6B_957/2016 vom 22. März 2017 E. 2.3.1, 6B_798/2016 vom 

6. März 2017 E. 2.3, 6B_1212/2015 vom 29. November 2016 E. 1.3.2, 

6B_307/2016 vom 17. Juni 2016 E. 2.5). Art. 343 Abs. 3 StPO gelangt insofern 

auch im Rechtsmittelverfahren zur Anwendung. Dementsprechend bejahte das 

Bundesgericht die Notwendigkeit einer Zeugeneinvernahme durch das Beru-

fungsgericht in Anwendung von Art. 343 Abs. 3 StPO mit der Begründung, dass 

der Zeuge erstinstanzlich nicht einvernommen worden war (Urteile 6B_1342/2017 

vom 23. November 2018 E. 4, 6B_1469/2017 vom 18. Juni 2018 E. 1.4).   

Darüber hinaus betonte das Bundesgericht im Entscheid 6B_145/2018 vom 

21. März 2019 E. 2.3. jedoch, dass gemäss BGE 140 IV 196 die Regelung von 

Art. 343 Abs. 3 StPO eine einmalige Unmittelbarkeit im erstinstanzlichen Ver-

fahren, in der Regel jedoch keine solche für das Rechtsmittelverfahren statuiere 

(BGE 140 IV 196 E. 4.4.1 S. 199; auch Urteile 6B_145/2018 vom 21. März 2019 

E. 2.3.; 6B_499/2017 vom 6. November 2017 E. 1.2.2; 6B_1149/2014 vom 

16. Juli 2015 E. 6.3; 6B_422/2017 vom 12. Dezember 2017 E. 4.3.2; zu präzi-

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sieren, da zu apodiktisch Urteile 6B_70/2015 vom 20. April 2016 E. 1.4.2 in fine 

und 6B_1330/2017 vom 10. Januar 2019 E. 3.2.2).  

Eine unmittelbare Abnahme eines Beweismittels ist notwendig im Sinne von 

Art. 343 Abs. 3 StPO, wenn sie den Ausgang des Verfahrens beeinflussen kann. 

Dies ist namentlich der Fall, wenn die Kraft des Beweismittels in entscheidender 

Weise vom Eindruck abhängt, der bei seiner Präsentation entsteht, beispielsweise 

wenn es in besonderem Masse auf den unmittelbaren Eindruck einer Zeugenaus-

sage ankommt, so wenn die Aussage das einzige direkte Beweismittel ("Aussage 

gegen Aussage"-Konstellation) darstellt. Das Gericht verfügt bei der Frage, ob ei-

ne erneute Beweisabnahme erforderlich ist, über einen Ermessensspielraum 

(BGE 140 IV 196 E. 4.4.2 S. 199 f. mit Hinweisen). Ein solcher verbleibt nach dem 

Ausgeführten auch betreffend die Frage, ob eine gerichtlich erfolgte Beweisab-

nahme gestützt auf Art. 343 Abs. 3 StPO im Berufungsverfahren zu wiederholen 

ist.   

3. Wie im angefochtenen Urteil zutreffend festgehalten, liegt eine klassische 

"Aussage gegen Aussage"-Situation vor (Urk. 58 S. 5). Die belastende Aussage 

der Privatklägerin stellt das einzige direkte Beweismittel dar. Sachbeweise, wel-

che die durch die Privatklägerin geschilderten sexuellen Übergriffe unmittelbar 

bestätigen würden, finden sich in den Akten keine. Die Anklagevorwürfe stützen 

sich weitestgehend auf die Aussagen der Privatklägerin. Immerhin ein Indiz für ih-

re Sachdarstellung bildet die DNA-Spur, die sich von einem DNA-Mischprofil ab 

dem Hals links und rechts der Privatklägerin nachweisen liess, wobei der Be-

schuldigte als anteiliger Spurengeber nicht ausgeschlossen werden kann. Deren 

Beweiswert ist mehrere Milliarden Mal grösser, wenn man Spurengeberschaft der 

Privatklägerin und des Beschuldigten annimmt, als wenn man Spurengeberschaft 

der Privatklägerin und einer unbekannten, mit dem Beschuldigten genetisch nicht 

verwandten männlichen Person annehmen würde. Weitere, den beiden Personen 

nicht zuordenbare Merkmale enthielt das Mischprofil nicht (vgl. Urk. 7/4 S. 2, Gut-

achten des Instituts für Rechtsmedizin der Universität Zürich vom 10. Juli 2017).  

Vorliegend ist die Privatklägerin durch die Vorinstanz nicht einvernommen wor-

den. Das Gericht konnte sich von ihr und ihrem Aussageverhalten kein persön-

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liches Bild machen. Eine Einvernahme der Privatklägerin und damit die unmittel-

bare Kenntnis des Beweismittels für die Urteilsfällung scheint unerlässlich, da sie 

den Ausgang des Verfahrens beeinflussen kann. Weiter drängt sich eine un-

mittelbare Beweisabnahme auch deshalb auf, weil die Privatklägerin in den zwei 

polizeilichen Befragungen ein auffälliges, teils verängstigt wirkendes Verhalten 

zeigte (vgl. hinten Erw. III. 4.1.6, 4.1.9 und 4.2). Eine persönliche Befragung ist 

auch nötig, wenn das Berufungsgericht von den erstinstanzlichen Sachverhalts-

feststellungen abweichen will, somit eine zur Vorinstanz abweichende Beweis-

würdigung vornimmt (zum Ganzen BGE 140 IV 196 E. 4.4.1 S. 198 mit Hinwei-

sen; Urteil 6B_1149/2014 + 6B_1166/2014 vom 16.7.2015, E. 6.3). Daran ändert 

nichts, dass die Privatklägerin im Vorverfahren bereits mehrmals befragt wurde 

(Urk. 5/1-3; Urk. 5/5), in der Einvernahme durch die Staatsanwaltschaft vom 

19. Juni 2017 auch audio-visuell (Urk. 5/4). Bedeutungslos ist sodann, dass von 

keiner Partei die Einvernahme der Privatklägerin explizit beantragt wurde. Eine 

Befragung vor Schranken bedarf keines ausdrücklichen Antrags einer Partei. Die 

Rechtsmittelinstanz muss dem Untersuchungsgrundsatz (Art. 6 StPO) nach-

kommen. Sie erhebt von Amtes wegen die erforderlichen zusätzlichen Beweise 

(Art. 389 Abs. 3 StPO), ist mithin verpflichtet, nicht nur auf Antrag, sondern 

von Amtes wegen für eine rechtskonforme Beweiserhebung und damit aus eige-

ner Initiative für die entsprechenden Befragungen besorgt zu sein (Urteil 

6B_145/2018 vom 21. März 2019 E. 2.4.). Aus all diesen Gründen und entgegen 

der im angefochtenen Urteil vertretenen Ansicht erweist sich die gerichtliche Be-

fragung der Privatklägerin geradezu als zwingend und ist im Berufungsverfahren 

nachzuholen.  

4. Die Privatklägerin wurde anlässlich der Berufungsverhandlung vom 

2. September 2019 als Auskunftsperson befragt (Urk. 78; Videoaufzeichnung 

Urk. 89).  

 

 

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III. Schuldpunkt – eingeklagter Sachverhalt 

1. Anklagevorwurf 

Zum vorgeworfenen Sachverhalt kann zunächst auf die Ausführungen in der An-

klageschrift vom 8. Januar 2018 verwiesen werden (Urk. 20). Zusammengefasst 

wirft die Staatsanwaltschaft dem Beschuldigten vor, die alkoholisierte und sich 

wehrende Privatklägerin am 6. Mai 2017 kurz nach Mitternacht zwischen zwei 

Häuser gezerrt und gegen ihren Willen an der Brust und den Beinen betastet, an 

Hals und Mund geküsst sowie ihre Hose, Strumpfhose und Unterhose bis zu den 

Knien heruntergezogen zu haben. Danach habe er ihren Kopf an den Haaren 

nach unten zu seinem entblössten Penis gezogen und ihren Kopf beziehungswei-

se ihren Mund gegen seinen Penis gedrückt, so dass die Privatklägerin den Penis 

in den Mund habe nehmen müssen. Als die Privatklägerin den Beschuldigten in 

Abwehr dieser Handlungen leicht in seinen Penis gebissen habe, habe er sie an 

den Haaren wieder nach oben gezogen, ihr mit der flachen rechten Hand eine 

Ohrfeige gegeben und sie eine "Schlampe" genannt. Hernach habe er versucht, 

mit seinem erigierten Penis vaginal in sie einzudringen, indem er ihre zusammen-

gepressten Beine mit seiner rechten zur Faust geballten Hand gewaltsam ausei-

nanderzupressen und hernach mit seiner Hand seinen Penis in die Vagina hinein-

zuschieben versucht habe, wobei er diese nicht habe berühren können. Bevor 

der Beschuldigte danach die Örtlichkeit verlassen habe, habe er von der durch die 

vorangegangenen gewalttätigen Handlungen widerstandsunfähigen, in Kauer-

position mit den Händen über dem Kopf am Boden sitzenden Privatklägerin ein 

Mobiltelefon im Wert von rund Fr. 600.–, ein paar Kopfhörer im Wert von circa 

Fr. 30.–, eine Zigarettenpackung im Wert von circa Fr. 8.– und circa Fr. 370.– 

Bargeld behändigt (Urk. 20 S. 1 ff.).  

2. Beweismittel 

Als Beweismittel stehen namentlich die Aussagen der Privatklägerin (Urk. 5/1-5 

und Urk. 78) und jene des Beschuldigten (Urk. 4/1-6, 4/8-9; Prot. I S. 6 ff. und 

Urk. 79) sowie einige Zeugenaussagen zu Vorgängen ausserhalb des Gesche-

hens (Urk. 6/1-6) zur Verfügung. Darüber hinaus finden sich ein Fotobogen der 

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Stadtpolizei Zürich zur fraglichen Örtlichkeit (Urk. 2), eine Auswertung betreffend 

DNA-Spuren (Urk. 7/4) und eine Aktennotiz betreffend Auswertung RTI (Urk. 4/7) 

bei den Akten.  

3. Standpunkt des Beschuldigten 

Die Aussagen des Beschuldigten und seine Stellungnahmen zu den Schilderun-

gen der Privatklägerin sind im vorinstanzlichen Urteil in groben Zügen wiederge-

geben (Urk. 58 S. 11 f.). Der Beschuldigte nimmt im Ergebnis den Standpunkt ein, 

man sei sich näher gekommen, habe sich auf den Mund und am Hals geküsst, 

herumgemacht und an die Hauswand angelehnt bei je bis zur Hüfte herunterge-

lassenen Hosen sich je am Gesäss und vorne (an den Geschlechtsteilen) berührt. 

Als die Privatklägerin gesagt habe, sie hätte einen Freund, habe er sofort aufge-

hört und sei gegangen.  

Die Aussagen der Privatklägerin und jene des Beschuldigten über den Vorfall vom 

6. Mai 2017 stehen sich darüber hinaus diametral entgegen. Angesichts dieses 

Umstandes ist es angezeigt, nachstehend die Aussagen des Beschuldigten de-

tailgenau wiederzugeben und insbesondere die Schilderungen der Privatklägerin 

in Einzelheiten aufzuführen, zumal ihre Darlegungen von der Vorinstanz nur rudi-

mentär erwähnt wurden (Urk. 58 S. 13).  

4.  Aussagen der Privatklägerin  

4.1 Nachdem die Privatklägerin am 6. Mai 2017, 19.15 Uhr, mithin noch am Tag 

des Vorfalls, Anzeige erstattet hatte, wurde sie anschliessend ein erstes Mal 

durch die Stadtpolizei Zürich befragt, worauf sie zunächst in freier Rede das Fol-

gende erzählte (Urk. 5/1 S. 1 ff. Frage 7): 

4.1.1  An jenem Freitagabend habe sie (im Alterszentrum C._____ in D._____) 

Spätdienst und um 22.30 Uhr Feierabend gehabt. Weil sie zuvor zu spät zur Ar-

beit erschienen sei, habe sie länger arbeiten müssen. Sie habe Fr. 400.– auf sich 

gehabt, weil sie noch Rechnungen und eine Busse habe bezahlen müssen. Sonst 

habe sie kein Bargeld dabei, nur die Karte. Da sie das ganze Wochenende frei 

gehabt habe, habe sie auf dem Weg zum Bahnhof im Migrolino Marlboro Gold 

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und eine Troika Wodka Flasche für total Fr. 24.– gekauft. Sie habe ihren Freund 

vermisst und beim Warten auf den Zug Wodka getrunken. Wenn sie trinke werde 

sie immer emotional oder verbal aggressiv und habe ein sehr negatives Selbst- 

und Weltbild. Dann habe sie die S… nach Zürich genommen und ihren Freund 

per SMS "angefickt", weil es ihr schlecht gegangen sei (auch Urk. 5/5 S. 9).  

4.1.2  Am Bahnhof Altstetten sei sie ausgestiegen und habe sich zur Bushalte-

station der Linien 31, 80, 78 und 89 begeben. Der Mann dort habe sich neben sie 

gesetzt und einfach mit ihr geredet. Sie sei am Rauchen gewesen und er habe sie 

gefragt, auf welchen Bus sie müsse. Er habe dann gesagt, auch er müsse den 

78er nehmen. Er habe ihr viel erzählt, dass er Araber und Moslem sei, E._____ 

heisse, am F._____-Weg wohne und dass es nicht gut sei, wenn sie als Moslem    

Alkohol trinke. Sie habe erwidert, dass sie von der Arbeit komme und jetzt nach 

Hause fahre. In diesen etwa 10 Minuten habe sie geraucht und sei dann in den 

78er-Bus Richtung F._____-Weg gestiegen. Es habe vielleicht zwei oder drei an-

dere Leute im Bus gehabt, aber er sei genau neben sie gesessen.  

4.1.3  Bei der Haltestelle B._____-Strasse sei sie aufgestanden und er auch. Sie 

habe gedacht, er mache ihr Platz, aber er habe auch hinaus wollen. Sie habe so 

vor ihm vorbeigehen müssen um auszusteigen (die Privatklägerin demonstrierte 

dies). Ausserhalb des Buses habe er sie beim Fuss geblockt und ihr einen kleinen 

Schubs gegeben, worauf sie gestolpert und hingefallen sei. Der Bus sei davonge-

fahren und nur der Beschuldigte und sie dort gewesen. Der Beschuldigte habe ihr 

die Hand gegeben und gesagt, "Du bist Moslem, wie kannst du nur trinken". Sie 

habe gedacht, er wolle ihr auf die Beine helfen. Die ganze Zeit habe er gesagt, 

"So kannst du nicht nach Hause, was denkt nur deine Mutter" (Urk. 5/1 S. 2). Dar-

auf habe sie geantwortet, ihre Mutter wisse, dass sie oft besoffen sei. Sie sei auf-

gestanden und habe ihre Handtasche genommen. Er habe auch nach dieser ge-

griffen, so halb hinein und mit der andern Hand nach ihrem Handgelenk. Er habe 

an ihr gezogen und sie seien dann hinter dem weissen Haus gewesen, gerade bei 

der Busstation B._____-Strasse. Heute morgen, als sie ihr Handy suchen gegan-

gen sei, habe sie nicht einmal mehr gewusst, wo es genau gewesen sei. Da habe 

sie ihre Cola-Flasche gefunden und es sei ihr wieder eingefallen. Es komme ihr 

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immer wieder eine Erinnerung über den Vorfall. Am Anfang sei der Beschuldigte 

nett gewesen und sie habe nicht gedacht, dass er ihr etwas antun würde, obwohl 

er sie angemacht habe. Er habe versucht sie anzumachen. Das sei in jener Ecke 

beim weissen Haus gewesen. Dort habe er versucht sie zu küssen. Er habe es 

immer wieder probiert und sie habe zu ihm gesagt, dass sie ihn zuerst kennen 

lernen möchte. Da habe sie ihr Handy noch in der Hand gehabt (Urk. 5/1 S. 2). 

Meistens wenn man die Nummer austausche würden sie einem im Ruhe lassen. 

Sie sage dann immer ihre alte Nummer (auch Urk. 5/3 S. 22). Der Beschuldigte 

habe aber zur ihr gesagt, "Du rufst mich ja eh nie an, du lügst" (Urk. 5/1 S. 3). Ab 

dann sei er aufdringlich geworden. 

4.1.4  Er habe sie in der Ecke immer wieder nach hinten gedrückt, an die Wand, 

gegen das Haus. Sie habe gesagt, wenn er ihre Nummer gar nicht wolle, gehe sie 

wieder. Immer wieder habe er sie gegen die Wand gedrückt und sie habe ver-

sucht davonzulaufen. Er habe begonnen ihre Hose auszuziehen und sie während 

dessen die ganze Zeit gegen die Wand gedrückt und sie irgendwie überall ge-

küsst. Plötzlich seien ihre Hosen bei ihren Knien gewesen, und er habe seine 

grauen Trainerhosen heruntergezogen. Sie habe noch Strumpfhosen angehabt 

und auch diese habe er ihr mit den Hosen bis auf die Knie heruntergezogen. Ir-

gendwann habe er begonnen, ihren Kopf nach unten zu ziehen. Am Nacken habe 

er sie in Richtung seines Gliedes gezogen. Sie habe das nicht gewollt aber er ha-

be die ganze Zeit gelacht. Er habe sie nicht ernst genommen und wohl nur ge-

dacht, sie würde sich etwas zieren. Sie sei besoffen gewesen und er habe sie 

hinab gedrückt, immer wieder nach unten. Dann habe sie sein Glied im Mund ge-

habt und es mit den Zähnen berührt, einfach etwas Druck ausgeübt, aber nicht 

richtig zugebissen. Er habe sie am Rossschwanz gepackt und von sich weg [ge-

drückt], ihren Kopf gegen die Wand geschlagen (Die Privatklägerin zeigte dies in 

der Befragung vor und kommentierte es). Sie sei so gebückt vor ihm gewesen, in 

ihrem Rücken die Wand, resp. die Ecke des Hauses. Sie habe etwas zugebissen, 

worauf er sie an den Haaren gepackt, ihren Kopf hoch- und nach hinten gegen die 

Wand gerissen habe, so dass sie mit dem Hinterkopf gegen die Wand geschlagen 

habe. Weil sie besoffen gewesen sei, habe sie nicht viel gespürt. Er habe sie 

dann ein paar Mal mit der flachen Hand ins Gesicht geschlagen und gesagt: "Du 

-   14   - 

kleine Schlampe, was heschs Gfühl" (Urk. 5/1 S. 3). Dies auf Schweizerdeutsch, 

er rede sehr gut Deutsch. Er habe wohl gedacht, sie werde ihn beissen und sei 

dann richtig sauer geworden. Er sei näher gekommen und sie habe sich gegen 

die Wand gelehnt im Wissen, dass sie sich nicht befreien konnte. So habe sie 

sich einfach der Wand entlang nach unten fallen lassen. Er habe noch nach ihr 

getreten und sie habe zu ihm gesagt, dass sie schreien werde und sie habe de-

monstrativ Luft geholt. Es würden Menschen hier leben und die würden das hö-

ren. Das sei der Schluss gewesen.  

4.1.5  Erst am Morgen habe sie bemerkt, dass ihr Natel fehlte, und sie habe es 

überall gesucht. Geld habe ihr auch noch gefehlt und sie habe gewusst, dass er 

es haben müsse. Auf die Frage der einvernehmenden Polizistin, wie sie darauf 

komme, erklärte die Privatklägerin, sie habe heute Nachmittag nach den Sachen 

gesucht und nichts gefunden. Ihr Natel läute wenn sie darauf anrufe. Sie habe 

das Natel noch in der Hand gehabt, als sie dort beim Haus in der Ecke zu ihm ge-

sagt habe, dass er ihr seine Natelnummer geben solle. Ihre Kopfhörer würden 

auch fehlen, diese seien klein und von Samsung mit einer schwarz-grauen 

Schnurrändchen-Verzierung. Weiter fehle ihr Geld, nämlich Fr. 400.– minus die 

Zigaretten und den Alkohol, somit drei Hunderternoten und das Wechselgeld, 

ebenso der Arbeitsschlüssel. Er müsse diese Sachen haben, weil sie sonst da 

liegen würden. Sie wolle nur das Natel wieder haben. Ihre …-Daten seien darauf, 

diese seien wichtig für die Abschlussprüfung (Urk. 5/1 S. 3).  

4.1.6  Auf weitere Fragen führte die Privatklägerin aus, sie habe sicher eine halbe 

Flasche Wodka getrunken, jedoch keine Medikamente genommen. Sodann er-

stellte sie auf Wunsch der einvernehmenden Polizistin Skizzen des Tatortes und 

beschrieb die Örtlichkeit des Geschehens in Einzelheiten (Urk. 5/1 S. 3 f.; Urk. 5/1 

Anhang). Der Täter sei weggerannt zur Bushaltestelle als sie gedroht habe zu 

schreien. Danach gefragt, ob sie ihn wieder erkennen würde, antwortete die Pri-

vatklägerin, sie habe Angst, dass sie ihn nicht wieder erkennen würde. Auch habe 

sie Angst, dass er ihr etwas antun würde. Sie habe gedacht, dass man hier [ge-

meint: bei der Polizei] ihr Handy orten könnte. Sie möge nicht mehr, sie wolle 

-   15   - 

raus, bitte, sie wolle nur ihr Handy. An sein Gesicht vermöge sie sich nicht zu er-

innern. Sie wolle niemanden zu Unrecht beschuldigen. Sie wolle nur ihr Handy.  

4.1.7  Darauf angesprochen, ob sie sich gewehrt habe, berichtete die Privatkläge-

rin, sie habe mehrmals gesagt, "lass mich" und "ich will nicht". Sie habe ihn immer 

wieder weggedrückt, aber nicht geschlagen. Sie wolle sich gar nicht erinnern. 

Dieses Gefühl sei "so Hilflosigkeit" (Urk. 5/1 S. 4).  

4.1.8  Die Frage, ob der Täter anal oder vaginal in sie eingedrungen sei, beant-

wortete sie mit "Nein nirgends". Er habe sie ja geschlagen und dann habe sie sich 

fallen lassen. Gefragt nach Berührungen durch den Täter schilderte die Privat-

klägerin, er habe ihr die Hosen und die Strümpfe nur nach unten gezogen. Oben 

habe er sie nicht ausgezogen. Abgeleckt bzw. geküsst habe er sie mehrmals auf 

ihren Mund und am Hals. Ihre Jacke habe er meistens vorne auf Brusthöhe be-

rührt, auch an den Armen. Auch habe er sie immer wieder gepackt und an die 

Wand gedrückt, und umarmt habe er sie auch mehrmals. Ob er sich "einen herun-

tergeholt" habe, konnte die Privatklägerin nicht sagen, sie wisse nicht mehr alles 

(Urk. 5/1 S. 4).  

4.1.9  Als nach knapp zwei Stunden Einvernahme zwecks Spurensicherung eine 

Pause eingelegt wurde, lehnte die Privatklägerin die Untersuchung durch die IRM-

Ärztin ab. Sie verlangte umgehend das Gebäude zu verlassen. Nach Erhalt ihrer 

ID und der Natel-Unterlagen stürmte sie um 22.20 Uhr aus dem Gebäude. Die 

Unterschriften unter die Einvernahme und die Tatortskizzen verweigerte sie 

(Urk. 5/1 S. 5 und Urk. 5/1 Anhang).   

4.2 Auf Ersuchen der Staatsanwaltschaft erschien die Privatklägerin am 10. Juni 

2017 ein weiteres Mal bei der Stadtpolizei Zürich, damit ihr ihre Rechte als Opfer 

im Strafverfahren gegen den Beschuldigten erläutert und die fragliche Dokumen-

tation erstellt werden konnten (Urk. 1/3 und Urk. 5/2).  

4.2.1  Gemäss dem Polizeirapport (vgl. Urk. 1/3 S. 6 f.) wirkte die Privatklägerin 

bereits beim Empfang auf der Strasse vor dem Bürokomplex G._____-Strasse … 

äusserst angespannt und ängstlich. Ihre Anspannung dauerte auch nach der Be-

-   16   - 

grüssung und Vorstellung des rapportierenden Polizisten H._____ in dessen Büro 

fort. So zuckte sie bei Geräuschen immer wieder zusammen, schaute verängstigt 

um sich und streckte dem Polizisten einen Zettel hin mit der handschriftlich formu-

lierten Frage: "Isch er da". Es wurde ihr erklärt, dass sich der Beschuldigte nach 

wie vor in Haft befinde und sie nicht befürchten müsse, ihm zu begegnen. Die Pri-

vatklägerin war jedoch nicht zu beruhigen, zuckte bei der Wahrnehmung eines 

nächsten Geräusches erneut zusammen, erhob sich und schaute durch die offen-

stehenden Bürotüre den Gang hinunter.  

4.2.2  Aufgrund dieses Verhaltens befragte Fw H._____ die Privatklägerin im An-

schluss an das Erstellen der genannten Formalitäten zudem schriftlich zur Sache 

(Urk. 5/2). Aus dem Rapport und der Befragung ergibt sich, dass die Anspannung 

der Privatklägerin gross blieb. Auf die gestellten Fragen antwortete sie leise und 

undeutlich. Sie wirkte anhaltend verängstigt, weinte auch und wollte wissen, ob 

der Beschuldigte aus dem Gefängnis entlassen sei. Sie erklärte, sich zu fürchten, 

dass der Beschuldigte und seine Leute ihr etwas antun würden. Zwar verneinte 

sie, die Eltern oder Angehörige des Beschuldigten zu kennen oder seit dem Vor-

fall von irgendwelchen Personen auf eine unangenehme Art und Weise kontak-

tiert worden zu sein. Doch gab sie an, sich kürzlich beobachtet gefühlt und im Bus 

Nr. 78 ein Gespräch zweier Männer und einer Frau mitbekommen zu haben, die 

über den Vorfall gesprochen hätten, wobei sie den einen Mann mutmasslich (wohl 

fälschlicherweise) als Vater des Beschuldigten erachtete. Auf Frage 22 (Urk. 5/2 

S. 4) sprang die Privatklägerin auf, zitterte am ganzen Körper, weinte krampfhaft, 

verkroch sich total verängstigt in eine Ecke des Büros und alarmierte – wie sich 

herausstellte – per Mobiltelefon über die Nummer 117 die Notrufzentrale der 

Stadtpolizei Zürich mit der Bitte um sofortige Hilfe. Hintergrund war offenbar, dass 

die Privatklägerin den Namen des einvernehmenden Polizisten gegoogelt hatte, 

der abgebildete Mann aber überhaupt nicht mit dessen Erscheinungsbild überein-

stimmte, worauf sie dem Polizisten misstraute und noch mehr Angst bekam 

(Urk. 1/3 S. 6; Urk. 5/2 S. 4 f.). Es wurde der Privatklägerin auf Wunsch zugesi-

chert, dass sie über wesentliche Verfahrensentscheide wie die Entlassung des 

Beschuldigten aus der Haft per E-Mail informiert werde, worauf sich die Privatklä-

-   17   - 

gerin etwas beruhigte und vom befragenden Polizisten und einer mittlerweile bei-

gezogenen Polizistin nach Hause gefahren wurde (Urk. 5/2 S. 5 f.).  

4.2.3  Im Verlaufe dieser Einvernahme hatte die Privatklägerin überdies auf die 

Fragen, ob sie unter Verfolgungswahn leide bzw. in ärztlicher Behandlung sei 

und/oder Medikamente zu sich nehme, bekundet, dass es ihr nicht gut gehe, sie 

ständig Angst – (auch) vor Menschenmengen und lauten Geräuschen – habe und 

nicht richtig schlafen könne. Seit März 2016 sei sie wegen ADHS bei einem Psy-

chiater in Behandlung und nehme Ritalin, seit gestern auch durch die Hausärztin 

verschriebene Schlaftabletten (Urk. 5/2 S. 4 f.). Zur Sache bestätigte die Privat-

klägerin auf abschliessende Frage, in der ersten Einvernahme gegenüber der  

Polizei (vgl. Urk. 5/1) die Wahrheit gesagt zu haben.   

4.3 Die Einvernahme durch die Staatsanwaltschaft vom 19. Juni 2017, die auch 

audio-visuell festgehalten ist, fand im Beisein der Rechtsbeiständin der Privat-

klägerin statt (Urk. 5/3 und 5/4).  

4.3.1  Zunächst wurde die Privatklägerin wiederum angehalten, den Vorfall vom 

6. Mai 2017 nochmals genau und detailliert zu schildern, worauf sie analog ihrer 

ersten Aussage bei der Polizei berichtete, dass sie nach dem Spätdienst et-

was trinken ging, auf den Zug wartete und immer mehr trank, mit der S… nach 

Altstetten fuhr, dort an der Bushaltestelle den Beschuldigten traf, der sie an-

sprach, sich mit E._____ vorstellte, als seinen Wohnort den F._____-Weg nannte, 

im Bus neben ihr Platz nahm und bei der B'._____ ebenfalls aufstand, vermeint-

lich damit sie aussteigen konnte. Doch da spürte sie beim Aussteigen etwas 

am Rücken und auch bei den Schuhen und fiel zu Boden, worauf der Beschuldig-

te (gemäss ihrer Wahrnehmung) so tat, als würde er ihr beim Aufstehen helfen, 

sie jedoch am Handgelenk packte und hinter das Haus bei der Haltestelle zog. 

Am Anfang nahm die Privatklägerin es gar nicht so wirklich ernst. Nach ihrer Dar-

stellung begann er sie dann zu küssen und öffnete ihr die Hose, worauf sie sagte, 

dass sie das nicht möchte. Sie sagte das immer wieder, doch er drückte sie an 

die Wand, hatte dann auch seine Hose unten, packte sie am Kopf und an den 

Haaren und drückte sie nach unten, merkte aber schnell dass sie das nicht wollte, 

zog ihren Kopf wieder nach oben und an die Wand und gab ihr eine Ohrfeige.  

-   18   - 

Sogleich ergänzte sie, etwas vergessen zu haben und fügte an, dass er ihr eine 

Ohrfeige gab, sie eine Schlampe nannte und danach auch versuchte in sie ein-

zudringen, sie das aber nicht wollte und sich fallen liess (Urk. 5/3 S. 4). Weiter  

berichtigte sie (auf Hinweis ihrer Rechtsbeiständin), dass sie gesagt habe, der 

Beschuldigte habe sie mehrere Male geschlagen, nachdem er gemerkt habe, 

dass sie nicht wolle, dass er wegging, als sie am Boden war, und dass sie zu 

Hause am folgenden Tag realisierte, vom Beschuldigten auch beklaut worden zu 

sein. Wieder fügte sie spontan hinzu, etwas weggelassen zu haben, nämlich, 

dass er sie zum Oralverkehr zwingen wollte (Urk. 5/3 S. 5).  

4.3.2  Im Rahmen der Detailbefragung durch die Staatsanwältin (Urk. 5/3 S. 5 ff.) 

beschrieb die Privatklägerin die Ereignisse im Einklang mit der eben wiederge-

gebenen Kurzdarstellung und auch weitestgehend gleich wie schon in der ersten 

polizeilichen Einvernahme (vgl. Urk. 5/1). So lässt sich ihren Schilderungen ent-

nehmen, dass der Beschuldigte sie an der Bushaltestelle in Altstetten ansprach 

(nicht umgekehrt) und von ihr wissen wollte, auf welchen Bus sie gehe und wo sie 

aussteigen müsse, dass er sich als E._____, am F._____-Weg wohnhaft, vorstell-

te; dass er ihr erzählte, er sei Moslem und dass ihre Mutter sicher sehr enttäuscht 

wäre von ihr, weil sie getrunken habe und dass sie so nicht nach Hause gehen 

könne; dass sie beim Aussteigen einen leichten Druck am Rücken verspürte, sie 

aber nicht wisse, ob er sie gestossen habe, auch wenn sie das anfänglich ge-

dacht habe; dass er ihr die Füsse blockierte als würde ihr jemand absichtlich auf 

die Schuhe stehen und dass sie von der im Migrolino in D._____ gekauften Fla-

sche Wodka sicher die Hälfte beim Warten auf den Bus und Zug in D._____ so-

wie dann im Zug getrunken hatte. Entsprechend ihren Ausführungen bei der Poli-

zei konnte sie sich sodann an die Kleidung des Beschuldigten erinnern (grauer 

Trainer und vermutlich grauer Pulli), nahm aber fehlende Erinnerung betreffend 

sein Gesicht an, wäre er nicht aufgrund der DNA gefunden worden (Urk. 5/3 S. 6 

f.).  

4.3.3  Zum Geschehen nach dem Verlassen des Buses an der Station B._____-

Strasse führte die Privatklägerin auf konkrete Fragen bestätigend und teilweise 

vertiefend aus, er habe zu ihr so etwas wie 'sie solle mitkommen' gesagt, als er 

-   19   - 

sie am Handgelenk hinter das Haus zog. Gewehrt habe sie sich erst später, denn 

in jenem Moment habe sie nicht gedacht, dass er ihr etwas machen würde. Ge-

wehrt habe sie sich, als er begonnen habe, sie zu berühren und an die Wand zu 

drücken (Urk. 5/3 S. 7). Er habe sie geküsst und an der Brust und den Beinen be-

rührt. Sie habe ihn weder geküsst noch berührt, sondern weggeschupft. Immer 

wieder habe sie gedroht, dass sie schreien würde und ihm gesagt, er solle weg-

gehen. Aber sie habe sich nicht zu schreien getraut, wieso wisse sie nicht. Auf ih-

re Aufforderung, er solle weggehen, habe er (anfänglich) gelacht und sie wie nicht 

ernst genommen, lachend gemeint, sie wolle es doch auch. Später habe er schon 

gemerkt, dass es ihr ernst sei, denn er sei aggressiver geworden und habe sie 

wie dazu zwingen wollen. Hierzu habe er sie zu packen begonnen und sie mehr-

mals gegen die Wand gedrückt. Er habe sie an den Haaren gepackt und hinun-

tergedrückt, sie geschlagen und beleidigt. Geschlagen habe er sie, als er sie mit 

Schlampe betitelte. Da habe er sie ins Gesicht geschlagen. Sonst habe er sie die 

ganze Zeit so gepackt und geschüttelt. Berührt habe er sie am Oberkörper und ihr 

dann die Hosen und die Strumpfhosen inkl. Unterhose bis zu den Knien herunter-

gezogen, sie sei einfach plötzlich nackt gewesen. Wann genau und wie er sie 

ausgezogen habe, habe sie nicht mitbekommen, vielleicht weil sie getrunken hat-

te. Plötzlich habe er sich ebenfalls ausgezogen, gesehen habe sie es nicht 

(Urk. 5/3 S. 8 f.).   

4.3.4  Die Privatklägerin erklärte anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einver-

nahme wörtlich, der Beschuldigte habe versucht, in sie einzudringen (Urk. 5/3 S. 9 

Frage 53; Urk. 5/4 DVD 1, 0004 02:09). Auf die Folgefrage, wie er versucht habe, 

in sie einzudringen, erklärte sie, der Beschuldigte habe sie an die Wand gedrückt, 

habe sie immer noch geküsst und versucht "ihn so wie reinzustecken". In der Fol-

ge verdeutlichte die Privatklägerin, wie der Beschuldigte mit seinem "Glied zwi-

schen ihre Beine gewollt" und ihre Beine mit der Hand resp. der Faust aus-

einandergedrückt habe (Urk. 5/4 DVD 1, 0004 03:00 ff.). Auf Nachfrage, wie sie 

gemerkt habe, dass er seinen Penis in sie habe reinstecken wollen, wenn er sie 

nicht berührt habe, ergänzte sie, er habe zuerst mit der zur Faust geballten Hand 

ihre Beine auseinander zu schieben versucht, dann seinen Penis gepackt und 

-   20   - 

versucht, diesen bei ihr – ob damit die Vagina gemeint sei, bejahte sie – reinzu-

schieben. Dann habe sie sich fallen gelassen (Urk. 5/3 S. 9).  

4.3.5  Gegen die Wand gedrückt habe er sie mit den Händen an den Schultern 

oder am Bauch, dies zwischenzeitlich immer wieder. Nachdem sie sich nach un-

ten habe fallen lassen, habe sie sich zuerst geduckt. Dann habe sie gedroht, sie 

würde schreien. Sie glaube, er habe dann ein bisschen Panik bekommen. Dann 

habe sie sich wieder geduckt, die Hände auf den Kopf und ihren Kopf auf die Knie 

gelegt und gewartet. Irgendwann sei er dann weg gewesen (Urk. 5/3 S. 9).  

4.3.6  Darauf hingewiesen, sie habe erwähnt, der Beschuldigte habe sie auch 

zum Oralverkehr gezwungen, fragte die Privatklägerin, ob sie das jetzt wieder er-

zählen müsse, und berichtete dann auf entsprechende Aufforderung erneut die 

nachstehenden Einzelheiten: Ja, er habe es versucht. Dies, bevor er versucht ha-

be, seinen Penis in ihre Vagina zu stecken. Er habe sie an ihren Haaren ge-

nommen und nach unten gedrückt. Sie habe seinen steifen Penis in den Mund 

nehmen sollen, aber sie habe extra so getan, als würde sie ihn beissen, so mit 

leichtem Druck. Daraufhin habe er ihren Kopf wieder an den Haaren hochge-

zogen, diesen gegen die Wand geschlagen und ihr mit der flachen rechten Hand 

ins Gesicht geschlagen. Freiwillig habe sie den Penis nicht in ihren Mund ge-

nommen. Er habe sie ja nicht nach oben kommen lassen und sie habe gewusst, 

wenn sie ihn beissen würde, dann würde er sie in Ruhe lassen (Urk. 5/3 S. 10). 

Wirklich gebissen habe sie ihn nicht, sondern nur mit leichtem Druck. Er sei ag-

gressiv geworden, auch verbal, und habe "Du Schlampe" gesagt. Da habe sie 

Angst gehabt, und sie fügte auf entsprechende Frage an, am Anfang gar keine 

Angst vor dem Beschuldigten gehabt zu haben, denn sie wäre nie auf die Idee 

gekommen, dass er ihr etwas antun würde. Weiter verneinte sie, am Anfang mit 

ihm geflirtet zu haben. Dass sie nicht mit ihm küssen und weitere Handlungen 

eingehen wolle, habe sie ihm mit den Worten, dass sie das nicht wolle, und mit 

Wegschupfen gezeigt (Urk. 5/3 S. 11).  

4.3.7  Auf die bei der Polizei erwähnten, ihr durch den Beschuldigten abgenom-

menen Gegenstände – namentlich Mobiltelefon Samsung, Bargeld, ein paar 

Kopfhörer – angesprochen, beschrieb die Privatklägerin erneut, wie sie am Folge-

-   21   - 

tag zuerst diese Gegenstände am Ort des Geschehens suchen gegangen sei und 

alles abgesucht habe. Als sie an jenem Abend vorgeschlagen habe, die Nummern 

zu tauschen mit der Begründung, dass sie ihn zuerst besser kennen lernen möch-

te – dies, als er sie bereits an die Wand gedrückt und geküsst gehabt habe – ha-

be sie alles noch gehabt, das Handy in ihrer Hand. Erst danach hätten ihr die Ge-

genstände gefehlt (Urk. 5/3 S. 11). Sie habe den Beschuldigten nicht wirklich 

kennen lernen wollen. Aber immer, wenn ein Mann aufdringlich werde, gebe sie 

ihm eine falsche Nummer. Entsprechend verneinte sie, dass sie dem Beschuldig-

ten ernsthaft ihre Nummer habe geben wollen.  

4.3.8  Weiter nahm die Privatklägerin auf Vorhalt Stellung zu ihrem Verhalten in 

der ersten polizeilichen Einvernahme (vgl. Urk. 5/1). Sie legte dar, dass sie den 

Beschuldigten eigentlich gar nicht wegen der sexuellen Nötigung und so anzeigen 

wollte, sondern nur wegen des Diebstahls. Man habe sie dann auf dem Posten 

behalten und sie viele Sachen gefragt. Seit 11.00 Uhr sei sie wegen dieser Sache 

unterwegs gewesen, zuerst am Tatort ihre Gegenstände suchen, dann sei sie in 

Altstetten auf den Polizeiposten gegangen, der aber geschlossen gewesen sei. 

Anschliessend habe sie in der Apotheke am HB Zürich das Rezept für ihr Medi-

kament Medikenet eingelöst, sei wieder nach Hause gegangen, habe in der Fami-

lie gefragt, ob jemand ihr Mobiltelefon gefunden habe, was nicht der Fall gewesen 

sei. Ihre Mutter habe ihr dann empfohlen, nochmals zur Polizei zu gehen und dies 

zu melden, was sie gemacht habe, bei der Endstation des Nr. …-Busses habe sie 

etwa um 18.00 Uhr Anzeige erstattet. Zuvor habe sie noch mit ihrem Ex-Freund 

I._____ telefoniert und allgemein über den Vorfall gesprochen, dass sie getrunken 

habe, dass es deswegen soweit gekommen sei, dass es ihr leid tue, mit ihm am 

Abend zuvor per Nachricht auf die Mailbox Schluss gemacht zu haben, da sie 

hässig gewesen sei, weil er das Telefon nicht abgenommen bzw. er sie nicht wie 

üblich angerufen habe (Urk. 5/3 S. 12 f.). Sie verneinte dezidiert die Frage, ob sie 

deshalb neue Männer habe kennen lernen wollen ("Ganz sicher nicht"; Urk. 5/3 

S. 14).  

Nach dem Vorfall habe sie als erstes mit I._____ telefoniert und erwähnt, dass sie 

getrunken habe, dann habe sie mit ihrer Mutter und ihrer Familie gesprochen so-

-   22   - 

wie später mit ihrer Chefin. Aber über Details habe sie mit niemanden geredet 

(Urk. 5/3 S. 19). Auf weitere Ergänzungsfragen der Verteidigung bestätigte die 

Privatklägerin ihre Ausführungen zum Wodka- und Zigarettenkauf in D._____ und 

dass die am Folgetag den Rest der Wodkaflasche weggeleert habe (Urk. 5/3 

S. 20 f.). Zu ihrer am Tatort aufgefundenen Cola-Flasche erläuterte sie, diese ha-

be sie am Tag zuvor gekauft und eigentlich den Wodka darin abfüllen wollen, da-

mit ihre Mutter die Wodka-Flasche nicht sehe. Auch wenn ihre Mutter wisse, dass 

sie oft besoffen sei, müsse sie es ihr ja nicht unter die Nase reiben. Trotz der hal-

ben Wodka-Flasche habe sie nach dem Vorfall die kaum 100 Meter nach Hause 

noch gut laufen können (Urk. 5/3 S. 22). 

4.3.9  Auf Vorhalt der Version des Beschuldigten – sie, die Privatklägerin, habe 

schon an der Bushaltestelle angefangen, ihn zu küssen, dann aber so getan, als 

ob sie doch nicht wolle, worauf er von ihr weggegangen und in den Bus gestiegen 

sei, sie sich aber zu ihm gesetzt habe (vgl. hinten Erw. III. 5) – erwiderte die Pri-

vatklägerin, das sei gar nicht möglich, weil sie einen Fensterplatz gehabt habe. 

Sie sei zuerst ans Fenster gesessen und er habe sich neben sie gesetzt. Sie ha-

be ihm sogar noch gesagt, dass sie einen Freund habe. Dass sie nach dem Aus-

steigen an der B._____-Strasse begonnen habe, mit ihm herumzumachen, de-

mentierte sie, da sei sie am Boden gelegen (Urk. 5/3 S. 14). Weiter widersprach 

sie der Behauptung des Beschuldigten, sie habe ihm vorgeschlagen, da hinein zu 

gehen, weil es nicht so gut sei, wenn ihr Bruder sie sehe. Sie habe dem Beschul-

digten gar nichts von ihrem Bruder erzählt, ihm aber gesagt, dass sie einen 

Freund habe. Erst hinter dem Spielplatz (beim weissen Haus) habe er begonnen 

sie zu küssen. Sie habe nicht mit ihm herumgemacht. Danach gefragt, wieso der 

Beschuldigte so etwas erzählen sollte, sagte sie, damit es so aussehe, als ob 

sie auch gewollt hätte. Es stimme nicht, dass er sofort aufgehört habe auf ihren 

Hinweis, dass sie einen Freund habe. Ihr Lachen bei der Beantwortung der Frage 

erklärte sie damit, weil es so ganz anders gewesen sei (Urk. 5/3 S. 1). Zudem 

wiederholte sie, dass der Beschuldigte sie mehrmals auf ihren Alkoholkonsum 

angesprochen habe. Es stimme wirklich nicht, dass sie dem Beschuldigten die 

Hose geöffnet, heruntergezogen und mit ihrer Hand seinen Penis berührt bzw. 

damit gespielt habe. Sie schwöre es. Nie habe sie seinen Penis in der Hand ge-

-   23   - 

habt. Es treffe auch nicht zu, dass sie dem Beschuldigten erzählt habe, wenn ihr 

Freund dies sehen würde, würde er ihn töten (Urk. 5/3 S. 16).    

4.3.10  Im weiteren Verlauf der Einvernahme bestätigte die Privatklägerin auch ih-

re Aussagen ausserhalb des Kerngeschehens: dass sie im Bus bei der (nach ih-

rem Dafürhalten) Begegnung mit dem Vater des Beschuldigten und zwei weiteren 

Personen extrem Angst hatte, dass sie seit März 2016 bei Dr. med. J._____ we-

gen ADHS in psychiatrischer Behandlung ist, dass sie ursprünglich (nur) Anzeige 

wegen der gestohlenen Gegenstände (Geld, Zigaretten und Handy samt Kopfhö-

rer) erstatten wollte, nachdem sie deren Verlust am folgenden Morgen entdeckt 

hatte. Hätte ihr nichts gefehlt, wäre sie auch nicht zur Polizei gegangen. Auch auf 

konkretes Nachfragen verneinte sie, dass ihr das zuvor geschilderte Verhalten 

des Beschuldigten Anlass gegeben hätte, zur Polizei zu gehen. Erstens habe sie 

sich extrem geschämt und zweitens habe sie Alkohol getrunken gehabt und sei 

somit mitverantwortlich für sich gewesen. Sie habe auch nicht gewollt, dass jeder 

wisse, dass sie Alkohol getrunken habe. Auf ihre nach dem Vorfall stattgefunde-

nen Prüfungen angesprochen erklärte sie, dass die schriftliche Prüfung sehr gut 

verlaufen sei, sie aber zwei Prüfungen mangels Konzentration habe verschieben 

müssen, da sie zwischenzeitlich durch die Polizei den Namen des Beschuldigten 

erfahren und ab dem Moment immer ein bisschen Angst gehabt habe (Urk. 5/3 

S. 18 f.).  

Auf Ergänzungsfrage ihrer Rechtsbeiständin, ob der Beschuldigte ein Kondom 

verwendet habe oder ein solches habe verwenden wollen, erwiderte die Privat-

klägerin, es nicht zu wissen. Jedenfalls habe sie keines gesehen (Urk. 5/3 S. 24).   

4.4 In der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 8. Dezember 2017 

(Urk. 5/5) wiederholte die Privatklägerin, dass sie die Anzeige bei der Polizei we-

gen ihrem Handy gemacht habe, welches sie zuerst zu Hause und dann am Tat-

ort suchen gegangen sei und nicht gefunden habe. Auch habe sie immer wieder 

Wutausbrüche gehabt wegen dem, was der Beschuldigte ihr angetan habe, sie 

geschlagen und sie ausgezogen habe. Sie habe die ganze Zeit gedacht, sie müs-

se ihn finden, aber sie habe sein Bild nicht im Kopf gehabt. Nach dem Realisieren 

des Verschwindens ihres Mobiltelefons habe sie dann ihre SIM-Karte via das 

-   24   - 

Handy ihrer Mutter sperren lassen (Urk. 5/5 S. 4). Sie bzw. ihr Bruder hätten 

mehrmals versucht (zuerst) vom Handy ihrer Mutter auf ihr verschwundenes Han-

dy anzurufen (Urk. 5/5 S. 6, 8). Dass sie es verloren habe, könne nicht sein. Sie 

habe ihr Handy mit den Kopfhörern in der Hand gehabt, als sie dem Beschuldig-

ten begegnet sei und ihm gesagt habe, sie könnten die Nummern austauschen. 

Der Aktenvermerk der Firma K._____, die Kundin habe ihr Handy wieder gefun-

den und alles sei entsperrt, treffe nicht zu. Sie habe ihre SIM-Karte von K._____ 

wieder erhalten und in ein anderes Handy eingesetzt. 

4.5 Anlässlich der Berufungsverhandlung gab die Privatklägerin zu Protokoll, sie 

sei an jenem Abend auf dem Heimweg von der Arbeit gewesen und habe sich ei-

ne Flasche Wodka und Zigaretten gekauft (Urk. 78 S. 4). Sie sei traurig und über-

fordert gewesen und habe deshalb getrunken. Der Beschuldigte habe sie bei der 

Bushaltestelle in Altstetten angesprochen und sich neben sie gesetzt (Urk. 78 

S. 4 f.). Zu jenem Zeitpunkt sei sie schon recht fest alkoholisiert gewesen und ha-

be sich etwas mehr als beschwipst gefühlt. Im Bus habe sie sich auf einen Zwei-

erplatz gesetzt und er habe sich neben sie gesetzt, obwohl es relativ viele freie 

Plätze gehabt habe. Er habe weitergesprochen. Dann habe sie gedrückt, damit 

sie aussteigen könne, und er habe ihr Platz gemacht. Er habe hinter ihr gestan-

den, als der Bus aufgegangen sei, und als sie ausgestiegen sei, sei er ihr auf den 

Schuh gestanden und sie habe etwas leicht am Rücken gespürt. Sie sei dann 

vorne rausgefallen und der Bus sei weitergefahren. Sie habe ihm die Hand gege-

ben, damit er ihr aufhelfen könne, worauf er sie am Handgelenk gepackt und hin-

ter das Haus gezogen habe. Sie habe nicht mitgehen wollen, habe sich zu diesem 

Zeitpunkt aber nicht zu schreien getraut. Sie sei betrunken gewesen und es sei 

für ihn nicht schwierig gewesen (Urk. 78 S. 6). Er habe dann begonnen, sie zu 

küssen und anzufassen. Sie habe nicht gewollt, aber nicht gewusst, wie sie ihm 

dies sagen könne. Sie habe deshalb ihr Handy genommen, um die Nummer auf-

zunehmen, was er jedoch abgelehnt habe. Er habe sie immer mehr bedrängt und 

an die Wand gedrückt. Er habe angefangen, sie auszuziehen und er sei immer 

grober geworden. Sie habe sich zu wehren versucht, ihn immer wieder wegge-

schupft, aber sie habe eigentlich nicht viel tun können. Sie habe zwar gesagt, 

dass sie schreien würde, aber sie habe sich nicht getraut. Es sei wie nicht gegan-

-   25   - 

gen. Dann sei es zum Oralverkehr gekommen und dann habe er sie geschlagen 

und beschimpft. Sie sei dann die Wand hinuntergerutscht und habe sich auf den 

Boden fallen gelassen. Schliesslich habe sie wieder damit gedroht zu schreien 

(Urk. 78 S. 7). Auf entsprechenden Vorhalt dementierte die Privatklägerin die Be-

hauptungen des Beschuldigten, dass sie die Initiative ergriffen habe (vgl. Urk. 78 

S. 8). Zu den abhanden gekommenen Wertgegenständen erklärte die Privatkläge-

rin, sie habe am nächsten Morgen gemerkt, dass sie diese nicht mehr hatte. Die 

Fragen, ob sie konkret gesehen habe, wie die Sachen weggekommen sind resp. 

wie der Beschuldigte die Sachen genommen und mitgenommen hat, verneinte 

sie. Sie bestätigte, am nächsten Morgen nochmals hingegangen zu sein und die 

Sachen gesucht zu haben (Urk. 78 S. 8 f.).  

5. Aussagen des Beschuldigten 

Der Beschuldigte wurde insgesamt zehn Mal befragt, acht Mal im Vorverfahren 

und je ein Mal vor dem erstinstanzlichen Gericht und vor der Berufungsinstanz 

(Urk. 4/1-6 und 4/8-9; Prot. I S. 11 ff.; Urk. 79).  

5.1 Anlässlich der polizeilichen Befragung vom 1. Juni 2017 (Urk. 4/1) führte der 

Beschuldigte auf den Hinweis, er werde beschuldigt, die Privatklägerin sexuell 

angegangen zu haben, sowie auf Vorhalt von Fotos des Tatorts aus, er habe die 

Frau erstens gar nicht gezwungen und zweitens habe er ihr gar nichts gestohlen. 

Er habe die Frau schnell am Bahnhof Altstetten kennen gelernt, sie hätten her-

umgemacht einfach und so. Die etwas betrunkene Frau sei an der Haltestelle des 

78er-Busses in Richtung F._____-Weg so "huere" nahe gekommen, er sei zuerst 

auf Abstand gesessen und sie sei näher gekommen (Urk. 4/1 S. 3 f.). Er habe die 

Frau weder gekannt noch zuvor je gesehen. Sie habe ihn schon an der Bushalte-

stelle geküsst und dann so getan als ob sie doch nicht wolle. Er sei in den Bus 

eingestiegen, sie habe sich zu ihm gesetzt und wieder zu reden angefangen. An 

der Bushaltestelle B._____-Strasse seien sie ausgestiegen und sie habe ange-

fangen an ihm herumzumachen. Da habe sie etwas gesagt wegen ihrem Bruder, 

falls er sie sehen würde, wäre das nicht so gut, und sie habe vorgeschlagen, da 

hineinzugehen. Sie seien dann zur Örtlichkeit gemäss dem Fotobogen, grad am 

Haus an der Ecke, gegangen (Der Beschuldigte zeigte auf dem Foto auf die Stelle 

-   26   - 

vor der Ausbuchtung des Fensters, kurz nach dem Holzgestell; vgl. Urk. 2). Dort 

hätten sie weiter herumgemacht und auf einmal habe sie gesagt, dass sie einen 

Freund habe. Daraufhin habe er sofort aufgehört und sei weggegangen. Sie hät-

ten gar nichts gemacht. Sie habe sogar noch seine Nummer gewollt, aber er habe 

sie ihr nicht gegeben. Das sei alles.  

Beim Reden habe er gemerkt, dass die Frau etwas angetrunken gewesen sei 

oder vielleicht etwas anderes. Sie habe einfach sehr viel und etwas komisch ge-

redet und gerochen. Alkoholgeruch oder so. Er stellte in Abrede, zu ihr gesagt zu 

haben, er missbillige, dass sie als Moslem Alkohol trinke. Er habe sie nicht einmal 

darauf angesprochen oder so. Es stimme nicht, dass er die Privatklägerin beim 

Aussteigen aus dem Bus zwischen die Häuser gezerrt habe. Er habe sie weder 

nach ihrer Telefonnummer gefragt noch zu küssen angefangen. Sie habe ange-

fangen und das schon am Bahnhof, nicht erst an der Haltestelle. Er habe sie dann 

auf Lippe und Hals geküsst (Urk. 4/1 S. 5). Auf Vorhalt, die Privatklägerin habe 

versucht sich zu entziehen, sei aber von ihm immer wieder gegen die Wand ge-

drückt worden, antwortete er, die Frau habe Halluzinationen. Da sei eine so kleine 

Nachbarschaft, jeder kenne jeden, hätte sie nur geschrien. Hätte sie nicht freiwillig 

mitgemacht, wäre sie ja laut geworden und jemand hätte das gehört.  

Er bestritt, ihr die Hosen und Stumpfhosen gegen ihren Willen nach unten gezo-

gen zu haben. Sie habe ihm seine Hose zuerst heruntergezogen. Sie habe seine 

Hose aufgemacht und mit ihrer Hand seinen Schwanz in ihrer Hand gehabt 

und so gespielt und dann eben ihren Freund erwähnt. Da habe er eben aufhören 

wollen und sie habe ihn mit ihrem Freund bedroht. Wenn ihr Freund sie mit ihm 

sehen würde, würde der ihn anscheinend töten. Eben dann habe er seine Hose 

wieder hinaufgezogen und sei normal durch den Ausgang wieder auf die Strasse 

und zu Fuss nach Hause gegangen (Urk. 4/1 S. 6 f.). Ohne danach gefragt wor-

den zu sein, fügte er an, es stimme auch nicht, dass er ihr anscheinend das Han-

dy geklaut habe. Sie habe es in der Hand gehabt bzw. immer wieder hervor-

genommen um ihn nach seiner Nummer zu fragen, welche er ihr nicht gegeben 

habe, und es (wieder) in die Tasche, eine normale Frauentasche, getan. Ihr Han-

dy habe er nie in seinen Händen gehabt. Er gab an, nicht zu wissen, wo sich das 

-   27   - 

Handy befunden habe, als er gegangen sei, er glaube in der Tasche oder so. Auf 

erzwungenen Oralverkehr angesprochen, erklärte der Beschuldigte, dazu sei es 

gar nicht gekommen, Oralverkehr allgemein, das sei nicht geschehen. Sie habe 

nur seinen Penis in der Hand gehabt und dann sei nichts mehr geschehen, weil er 

gegangen sei. Dass sie sein Glied im Mund gehabt und etwas zugebissen habe, 

verneinte er. Es sei dumm, was die Frau sage, diesfalls müsste er ja eine Narbe 

haben oder so. Ob er die Privatklägerin daraufhin an den Haaren gepackt, 

nach oben gerissen und [ihren Kopf] gegen die Wand geschlagen habe, wurde er 

weiter gefragt, worauf er meinte, die Frau sei krank. Er wisse nicht, was er dazu 

sagen solle. Es stimme nicht, dass er sie ins Gesicht geschlagen habe oder in sie 

habe eindringen wollen (Urk. 4/1 S. 7). Konfrontiert mit der Aussage der Privat-

klägerin, erst als sie ihm gedroht habe, laut zu schreien, habe er von ihr gelassen, 

stellte er die Gegenfrage, wieso sie das mit dem Schreien erst am Schluss und 

nicht am Anfang schon gesagt habe und wieso sie das nicht gemacht habe.  

Der Beschuldigte räumte auf Frage ein, die Privatklägerin nicht direkt, nur durch 

die Hose an der Vagina berührt zu haben. Ansonsten habe er sie am "Arsch" an-

gefasst, so normal. Vielleicht habe er sie beim Herummachen irgendwo – nicht an 

der Vagina – geleckt. Er habe es sich nicht gemerkt. Dass sie einen Freund habe, 

habe sie auch erst am Schluss gesagt. Er sei etwa 60 kg schwer und 1.75 m 

gross. Gegenüber der Privatklägerin bezeichnete er sich als körperlich überlegen, 

das nur schon weil er männlich sei und sie eine Frau (Urk. 4/1 S. 8 f.). Erneut be-

stritt er, der Privatklägerin Bargeld, das Handy, Kopfhörer und Schlüssel wegge-

nommen zu haben. Er habe gar nichts genommen (Urk. 4/1 S. 9). Auf die Alkoho-

lisierung der Privatklägerin angesprochen, antwortete er, seiner Meinung nach 

nicht so fest, sie habe normal geredet und sei auch normal gelaufen (Urk. 4/1 

S. 10).  

5.2 In der Hafteinvernahme vom 29. Mai 2017 (Urk. 4/2) bestritt er sämtliche 

Vorwürfe. Seine DNA am Hals der Privatklägerin erklärte er damit, dass sie be-

reits am Bahnhof begonnen habe, ihn zu küssen. Aber er habe sie sicher nicht 

gezwungen (Urk. 4/2 S. 2 f.).  

-   28   - 

5.3 Im Rahmen der Hafteinvernahme vom 19. Juni 2017 (Urk. 4/3) konnte der 

Beschuldigte zu den Aussagen der Privatklägerin vom gleichen Tag, die er via 

Übertragung in einen andern Raum mitverfolgen konnte, Stellung nehmen und es 

wurde ihm auch die Gelegenheit geboten, Ergänzungsfragen an sie zu richten 

(vgl. Urk. 5/3 und 5/4, namentlich Urk. 5/3 S. 3 und 19).  

Abweichend zu seinen bisherigen Aussagen führte er nun aus, er habe am Bahn-

hof mit ihr zu sprechen begonnen, weil sie ihn die ganze Zeit so angeschaut habe 

und während dem Reden mit dem Gesicht immer näher gekommen sei. Im übri-

gen hielt er im Wesentlichen an seinen Positionen fest und brachte Ergänzungen 

an: Er sei dann auf Abstand gegangen, sie habe ihn zu küssen begonnen, er ha-

be mitgemacht und wegen dem Herummachen habe man einen Bus verpasst. 

Dann habe sie plötzlich komisch getan nach dem Motto "nein, ich will nicht mehr". 

Er sei dann aufgestanden, habe eine Zigarette angezündet, sei als erster in den 

Bus gestiegen und habe sich ans Fenster gesetzt. Sie, betrunken und zuvor 

draussen noch am Sitzen, sei ihm nachgefolgt, habe ihn so angeschaut, sich im 

Bus neben ihn gesetzt und wieder angefangen ihn so zu küssen. Auf ihren Vor-

schlag (Angst, ihr Bruder könnte ihn, den Beschuldigten sehen), seien sie zum 

Spielplatz gegangen, hätten noch ein bisschen gesprochen und sie habe wieder 

angefangen, an ihm herumzumachen. Dann habe er sie an der Wand gehalten, 

aber nicht an die Wand gedrückt. Sie habe wieder begonnen, so komisch zu tun, 

habe nicht mehr stehen wollen, er glaube, weil sie besoffen gewesen sei. Also 

seien sie auf so grosse Röhren beim Spielplatz gesessen. Dort hätten sie noch 

ein bisschen gesprochen und seien dann aufgestanden. Dann habe sie erwähnt, 

sie habe einen Freund und so, worauf er seine Hose heraufgezogen und gesagt 

habe, hey, also, wenn du einen Freund hast, dann nicht. Wieso machst du dann 

von Anfang an mit. Dann habe er sie beleidigt, nämlich "du Schlampe" gesagt. 

Auf Frage, wie es dazu gekommen sei, dass er die Hose unten hatte, vermerkte 

der Beschuldigte, das sei das zweite Mal gewesen, als sie von den Röhren beim 

Spielplatz an die Wand gegangen seien. Sie habe ihm seine Hosen herunter ge-

zogen und er ihre. Sie habe mit seinem Penis gespielt und in diesem Moment zu 

ihm gesagt, sie habe einen Freund, den Bruder von L._____. Er habe entgegnet, 

das gehe für ihn nicht, seine Hose hochgezogen, sie mit "du Schlampe" beleidigt 

-   29   - 

und sei gegangen. Zum vorgeworfenen Versuch, gegen den Willen vaginal in die 

Privatklägerin einzudringen, sagte er, er sei nicht mal in der Nähe ihrer Vagina 

gewesen. Er bejahte aber, dies vielleicht gewollt zu haben, wenn es anders her-

ausgekommen wäre. Aber so, nein. Zwang zu Oralverkehr stellte er erneut in Ab-

rede, auch das mit dem Beissen. Auch habe sich die Privatklägerin beim Herum-

machen nicht gewehrt. Sie habe ja meistens damit angefangen (Urk. 4/3 S. 3). 

Auf Verteidigerfrage zu seiner Kleidung am Ereignistag erwähnte er schwarze 

Trainerhosen und graues Jäckli. Graue Trainerhosen habe er keine (Urk. 4/3 S. 4 

f.).   

5.4 Anlässlich der Befragungen vom 28. Juni 2017 und 10. Juli 2017 (Urk. 4/4 

und 4/5) hatte der Beschuldigte die Gelegenheit, zu den Zeugeneinvernahmen 

von M._____, N._____, O._____ und P._____ (vgl. Urk. 6/1-5) Stellung zu neh-

men. Gefragt, ob er sonst noch etwas anzufügen habe, ergänzte er unter ande-

rem, die Privatklägerin habe nicht mal seinen Namen gewusst und wie er ausse-

he, die ganze von ihr erzählte Geschichte aber anscheinend noch gewusst, ob-

wohl sie so besoffen gewesen sei. Das mache keinen Sinn (Urk. 4/4 S. 2). 

5.5 In der Einvernahme vom 17. August 2017 (Urk. 4/6) ging es zunächst um 

das abhanden gekommene Mobiltelefon der Privatklägerin mit der Rufnummer 

07…, Gerätenummer IMEI …. Der Beschuldigte bestritt die Aussagen der Privat-

klägerin nicht, dass sie nach dem Aufwachen am Vormittag des 6. Mai 2017 be-

gonnen habe, ihr Handy zu suchen und dass sie mit dem Mobiltelefon der Mutter 

den ganzen Tag lang immer wieder auf ihr vermisstes Handy angerufen habe, 

obwohl er in den Unterlagen betreffend Auswertung RTI auf die fragliche Nummer 

gesehen habe, dass nur zwei geschriebene SMS verzeichnet, aber keine Anrufe 

ersichtlich seien (Urk. 4/6 S. 2). Der Beschuldigte nahm in diesem Zusammen-

hang auch Kenntnis vom Ergebnis der Abklärungen beim Dienst Ermittlungstech-

nik der Stadtpolizei Zürich, wonach durchaus möglich ist, dass Anrufe bei der RTI 

nicht verzeichnet werden, wenn das Gerät zwar eingeschaltet ist (und für den An-

rufer ein Freizeichen, also ein Klingeln zu hören ist), aber nicht abgenommen 

wird, mithin dass ein Anruf in einer RTI nur aufgezeichnet wird, wenn ein Verbin-

dungsaufbau tatsächlich zustande kommt (vgl. Urk. 4/7). Auch bestritt der Be-

-   30   - 

schuldigte nicht, dass die ausgelernte und mehr verdienende Schwester der Pri-

vatklägerin, Q._____, der Privatklägerin Ende April 2017 und damit nur etwa eine 

Woche vor dem hier zu beurteilenden Vorfall ein neues Mobiltelefon als Geschenk 

gekauft hatte, weil ihr altes bereits Ende 2016 kaputt gegangen war und dass die-

ses Mobiltelefon und der Vertrag auf Q._____ eingelöst waren, welche auch die 

monatlichen Rechnungen für das Abonnement bei K._____ bezahlte, das Mobilte-

lefon aber der Privatklägerin gehörte und ausschliesslich von dieser benutzt wur-

de. Ferner stellte der Beschuldigte nicht in Abrede, dass die Privatklägerin ein bis 

zwei Wochen vor ihrer Einvernahme bei der Staatsanwaltschaft vom 19. Juni 

2017 ihre (im Anschluss an den Vorfall) gesperrte Telefonnummer auf einem für 

Fr. 200.– gekauften Samsung Mobiltelefon wieder aktivieren liess (Urk. 4/6 S. 2-

4).  

Weiter drehte sich die Einvernahme um den Gefängnisbesuch der Mutter des Be-

schuldigten vom 14. Juni 2017 und den Gesprächsinhalt (Urk. 9), insbesondere 

die zweite Übersetzung dazu (Urk. 9/5). Darin kommt der Übersetzer – wie dies 

auch schon in der ersten, vom Beschuldigten beanstandeten Übersetzung durch 

eine andere Übersetzerin der Fall gewesen war (vgl. Urk. 4/6 S. 5; Urk. 9/4) – 

zum Schluss, dass der Beschuldigte die Privatklägerin als "ein Tier" bezeichnet 

habe. Auf Vorhalt bestätigte der Beschuldigte das mit den Worten, sie (die Privat-

klägerin) bringe ihn unschuldig in den Knast. Das sei nicht nur ein Tier. Der Be-

schuldigte bestritt auch nicht, gegenüber seiner Mutter erwähnt zu haben, das 

"Tier" brauche vielleicht Geld, darum habe sie das gemacht. Er habe damit ge-

meint, vielleicht habe sie die Sachen einfach so verloren und wolle jetzt Geld von 

ihm. Mit "Tier" meine er, es sei unmenschlich was sie da mache. Eine, die so et-

was mache, sei "ein Tier". Die Äusserung seiner Mutter anlässlich des Gefäng-

nisbesuchs, er solle schnell heiraten und dass er sich nun offenbar in Hochzeits-

vorbereitungen befinde, bestätigte der Beschuldigte, denn er wolle seine Freundin 

heiraten (Urk. 4/6 S. 4 f.). Dem Hinweis der Staatsanwältin, ob er sich bewusst 

sei, dass ihm im Verurteilungsfall die Landesverweisung drohe, begegnete der 

Beschuldigte mit der Bemerkung: "Was soll ich dazu sagen? Nein." (Urk. 4/6 

S. 5). Zuletzt verzichtete der Beschuldigte in Bezug auf die Aussagen der Privat-

klägerin und ihrer Schwester Q._____ gemäss Rapport vom 26. Juli 2017 

-   31   - 

(Urk. 1/4) auf eine erneute staatsanwaltschaftliche Befragung dieser zwei Perso-

nen zwecks Stellung von Ergänzungsfragen (Urk. 4/6 S. 5).  

5.6 Die Befragung vom 7. September 2017 (Urk. 4/8) beinhaltet Stellungnahmen 

des Beschuldigen zu den Zeugenaussagen von P._____ (Mutter der Privat-

klägerin) und I._____ (Ex-Freund der Privatklägerin).  

5.7 In der Einvernahme vom 8. Dezember 2017 (Urk. 4/9) hatte der Beschuldig-

te die Gelegenheit, sich zu den Aussagen der Privatklägerin vom gleichen Tag 

(vgl. Urk. 5/5) zu äussern, wobei er verzichtete. Zudem wurden ihm die Auswer-

tung betreffend DNA-Spuren, welche er anerkannte, und die Auswertungen der 

Mobiltelefone von P._____, M._____ (jüngster Bruder der Privatklägerin) und 

I._____ zur Stellungnahme unterbreitet (Urk. 4/9 S. 1-4).  

In der darauf folgenden Schlusseinvernahme führte der Beschuldigte auf den 

Vorhalt der sexuellen Nötigung aus, er anerkenne diesen Sachverhalt sicher 

nicht. Eine, der so etwas passiere, würde nicht drohen zu schreien, sie würde so-

fort schreien. Zweitens, wenn er sie geschlagen hätte, würde sie als Reaktion 

schon schreien. Hätte er sie geschlagen, hätte sie zumindest irgendwelche blau-

en Flecken gehabt. Sie habe sich ja nicht mal untersuchen lassen und auch keine 

blauen Flecken gehabt bzw. es nicht einmal gezeigt (Urk. 4/9 S. 5).  

Zum Vorhalt der versuchten Vergewaltigung erklärte er, dies sicher nicht anzuer-

kennen. Wieso sollte er das? Die Aussagen seien völlig unlogisch, versuchtes 

Eindringen ohne ihre Vagina berührt zu haben. Sodann wiederholte der Beschul-

digte seinen Standpunkt zum Schreien und ergänzte, wenn man ihn früher fest-

genommen hätte, hätte man ihre DNA auch an ihm gefunden (Urk. 4/9 S. 6 f.).  

Auch den vorgehaltenen Raub von Mobiltelefon, Kopfhörer, Zigarettenpäckli und 

ca. Fr. 370.– bestritt er weiterhin. Es sei alles erfunden (Urk. 4/9 S. 7).  

Zuletzt fügte er hinzu, er habe es nicht nötig, so eine überhaupt zu vergewaltigen 

oder sie zu irgend etwas zu zwingen (Urk. 4/9 S. 8). Er sei nur mit Frauen aufge-

wachsen, mit seiner Mutter und drei Schwestern. Er sei nicht so ein hässlicher 

Typ, der so etwas mache. Eigentlich habe er Respekt vor Frauen. Auf die Frage, 

-   32   - 

wie er seine Zukunft sehe, erwiderte er gegenüber der Staatsanwältin, das kom-

me darauf an, ob sie es ihm versaue. Das meine er allgemein, wenn er unschul-

dig schuldig gesprochen werde und nach Marokko zurück müsse (Urk. 4/9 S. 10). 

5.8 In der Befragung zur Sache vor Vorinstanz blieb der Beschuldigte bei seiner 

vollumfänglichen Bestreitung und verlangte einen Freispruch (Prot. I S. 11 ff., 18). 

Dazu aufgefordert, beschrieb er nochmals seinen Standpunkt, dass die wohl et-

was betrunkene Privatklägerin ihn am Bahnhof Altstetten angeschaut, sich ihm zu 

sehr genähert und ihn zu küssen begonnen habe, worauf man den ersten Bus 

verpasst habe, sie sich dann komisch verhalten und er sich auf dem Trottoir rau-

chend distanziert habe, er zuerst in den Bus eingestiegen sei, sie sich neben ihn 

gesetzt habe und sie das Gespräch fortgesetzt hätten. Auch blieb er dabei, dass 

die Privatklägerin wegen ihres älteren Bruders den Ort beim Spielplatz vorge-

schlagen habe, wo sie "gechillt", etwas geredet, sich geküsst etc. hätten, sie dann 

irgendwann seine Hose zu öffnen begonnen und sein Glied in der Hand haltend 

ihren Freund erwähnt habe, der zu Hause sei und so etwas nicht wolle. Bis dahin 

habe er nicht mal gewusst, dass sie einen Freund habe und sie gefragt, warum 

sie das dann überhaupt mache. Daraufhin habe er sie beleidigt und sei gegangen 

(Prot. I S. 11 f.). Auf die wiederholte Frage, ob er das realistisch finde, dass eine 

ihm völlig unbekannte junge Frau mit ihm zu flirten und ihn zu küssen beginne, 

blieb er eine Antwort schuldig und betonte stattdessen erneut, sie sei ihm beim 

Reden immer näher gekommen und habe ihn dann irgendwann geküsst. Er gab 

an, nicht mehr zu wissen, ob die Privatklägerin beim Aussteigen aus dem Bus 

umgefallen sei. Er denke nicht (Prot. I S. 12). Weiter führte er nunmehr aus, 

die Privatklägerin sei nicht fest betrunken gewesen, aber man habe es ihr beim 

Reden und Laufen angemerkt, an der Art, wie sie gesprochen habe, und beim 

Laufen habe sie ein wenig geschwankt. Auf seine Aussage in der Untersuchung 

angesprochen, die Privatklägerin habe ihn geküsst und dann doch nicht gewollt 

und komisch zu tun begonnen im Sinne von "Nein, sie wolle nicht mehr", be-

schrieb er, dass sie ihn an der Bushaltestelle zweimal geküsst und sich wieder 

abgewandt habe, worauf ihm irgendwann auch die Lust vergangen und er auf-

gestanden sei. Dass dies nochmals vorgekommen sei, negierte er (Prot. I S. 13). 

Auch stellte er klar in Abrede, gemerkt zu haben, dass sie nicht mehr wollte. 

-   33   - 

Sonst hätte sie ja nicht mehr weiter gemacht. Beim Anlehnen an die Hauswand 
habe man sich auf den Mund und am Hals geküsst. Sie habe an ihm herumge-

macht und seine Hose geöffnet, worauf er auch ihr die Hose bis zur Hüfte runter-

gezogen habe. Er habe sie gegen die Wand gehalten aber nicht gegen die Wand 

gedrückt. Sie habe ihn nie weggedrückt und gesagt, sie wolle das nicht. Auch 

verneinte er, dass sie gedroht habe, sie werde schreien. Irgendwann habe sie 

nicht mehr stehen können, worauf man sich für zwei, drei Minuten auf die grossen 

Rohre gesetzt habe und dann wieder aufgestanden sei. Sie habe ihn am Hals und 

an den Ohren geküsst und unten überall berührt. Es habe schon danach ausge-

sehen, als wolle sie Geschlechtsverkehr mit ihm (Prot. I S. 14 ff.). Von sich aus 

sagte er am Ende der Einvernahme, beim Bahnhof Altstetten gedacht zu haben, 

das werde vielleicht eine schnelle Affäre oder so etwas (Prot. I S. 19). 

Bezüglich der angeblich von ihm verlangten oralen Befriedigung hielt er an seiner 

Bestreitung fest. So weit sei es nicht gekommen. Hätte er sie gegen ihren Willen 

nach unten gezogen, hätte sie schreien können. Auch die weiteren ihm vorge-

haltenen Anklagevorwürfe betreffend versuchte Vergewaltigung bestritt er wieder 

dezidiert. Sie habe nur sein Glied in der Hand gehabt und kurz darauf gesagt, 

dass sie einen Freund habe. Darauf habe er sofort aufgehört, weil er damals sel-

ber eine Freundin gehabt habe und beim Hinweis der Privatklägerin an diese ha-

be denken müssen (Prot. I S. 14 f.). Auf Vorhalt, er habe auch eine Freundin  

gehabt und sei gerade von ihr gekommen, was offenbar kein Hinderungsgrund 

gewesen sei, gab er zur Antwort, zuerst nicht daran gedacht zu haben, sondern 

erst, als die Privatklägerin ihren Freund erwähnte. Er sei dann zuerst weggegan-

gen und die Privatklägerin noch dort geblieben, schockiert, da er sie zum Schluss 

eine Schlampe genannt habe (Prot. I S. 16 f.).  

Als mögliche Erklärung für eine fälschlicherweise derart schwerwiegende Belas-

tung durch die Privatklägerin gab er zu Protokoll, er habe von Kollegen gehört, 

dass sie früher mehrmals von ihrem Bruder geschlagen worden sei und Angst vor 

ihm habe. Vielleicht habe sie Angst gehabt, ihr Bruder könnte erfahren was sie mit 

ihm (dem Beschuldigten) gemacht habe, obwohl sie einen Freund habe und dass 

der Bruder sie wieder schlage (Prot. I S. 17).  

-   34   - 

Dass die Privatklägerin ihn nach der Telefonnummer gefragt habe, er sie aber 

(zuerst) nicht habe geben wollen, bestätigte der Beschuldigte. Auch schloss er 

nicht aus, dass die Privatklägerin an jenem Abend ihr Mobiltelefon in der Hand 

hatte. Die Wegnahme der von der Privatklägerin vermissten Gegenstände bestritt 

er aber nach wie vor, dies hätte sie gemerkt (Prot. I S. 18).  

5.9 Bei der Einvernahme anlässlich der Berufungsverhandlung blieb der Be-

schuldigte bei seinen bisher gemachten Aussagen. Er gab an, die Privatklägerin 

an der Bushaltestelle angesprochen zu haben, weil sie ihn die ganze Zeit ange-

schaut habe. Es sei jedoch schon zwei Jahre her und für ihn sei es kein spezieller 

Tag gewesen. Es sei nichts gewesen und daher wisse er auch nicht mehr ganz 

genau, was gewesen sei. Auf die Frage, ob an jenem Tag überhaupt nichts spe-

ziell gewesen sei, erklärte er, "Ausser, dass sie nachher sagte, dass sie einen 

Freund habe, obwohl sie anfing, mit mir solche Sachen zu machen. Sie hätte von 

Anfang an Nein sagen können" (Urk. 79 S. 5). Auf Nachfrage meinte er, sie hätte 

von Anfang an sagen können, dass sie einen Freund habe. Weiter gab der Be-

schuldigte an, sie seien aus dem Bus gestiegen und sie habe Angst gehabt, dass 

ihr Bruder sie mit ihm sehe. Sie habe gesagt, sie sollten zum Spielplatz zwischen 

den Häusern gehen. Auf die Frage, weshalb sie dann nicht einfach nachhause 

gegangen sei, erklärte der Beschuldigte, dass sie es trotzdem gewollt habe und 

einfach habe vermeiden wollen, dass sie vom Bruder gesehen werde. Zwischen 

den Häusern hätten sie dann wieder angefangen rumzumachen, nachdem sie 

schon am Bahnhof rumgemacht hätten (Urk. 79 S. 5 f.). Dort habe er sie ange-

sprochen, aber sie habe ihn das erste Mal geküsst. Sie habe angefangen und er 

habe weitergemacht. Dann habe sie so komisch getan, worauf er aufgestanden 

sei und eine Zigi geraucht habe. Als der Bus gekommen sei, sei er eingestiegen 

und sie sei zu ihm gekommen. Wer bei den Häusern mit Rummachen angefangen 

habe, wisse er nicht mehr. Er bestätigte auf entsprechenden Vorhalt seine frühere 

Aussage, dass die Privatklägerin seine Hosen aufgemacht und seinen Penis her-

ausgenommen habe. Das sei während dem Küssen und Rummachen gewesen. 

Zum Motiv für eine Falschbelastung erklärte der Beschuldigte, die Privatklägerin 

habe eventuell Angst gehabt, dass ihr Bruder davon erfahre. Sie habe ja auch 

noch einen Freund gehabt. Oder vielleicht habe sie ihr Handy tatsächlich verloren 

-   35   - 

und gedacht, er sei es gewesen. Vielleicht habe sie alles auf ihn schieben wollen, 

weil er sie beleidigt habe oder weil er weggegangen sei und sie nicht habe wei-

termachen können (Urk. 79 S. 7). Auf entsprechende Frage erklärte der Beschul-

digte schliesslich, er sei bereits an der Bushaltestelle B._____-Strasse ausge-

stiegen, weil die Privatklägerin dort ausgestiegen sei und sie ihm gesagt habe, er 

solle mitkommen (Urk. 79 S. 8 f.).  

6. Grundsätze der Beweiswürdigung 

Die Grundsätze der Beweiswürdigung sind im angefochtenen Urteil wiedergege-

ben und es kann vorab darauf verwiesen werden (Urk. 58 S. 6-8).  

Für die Wahrheitsfindung kommt es primär auf die Glaubhaftigkeit der konkreten 

Aussage, d.h. auf deren materiellen Gehalt, an und nicht auf die allgemeine 

Glaubwürdigkeit einer Person (BGE 133 I 33 E. 4.3 mit Hinweisen; Urteil des 

Bundesgerichts 6B_1026/2017 vom 1. Juni 2018 E. 2.3.2.) und auch nicht auf ihre 

Stellung im Verfahren. Das gilt nicht nur für die beschuldigte Person, sondern 

auch für andere Verfahrensbeteiligte wie Privatkläger, Auskunftspersonen und 

Zeugen. Die jeweilige Aussage ist auf ihre Zuverlässigkeit zu prüfen. Es ist dem-

nach herauszufinden, ob die auf ein bestimmtes Geschehen bezogenen Angaben 

einem tatsächlichen Erlebten der Person entspringen und wie überzeugend eine 

Person Aussagen gemacht bzw. ihre Wahrnehmungen dargelegt hat. 

7. Würdigung der Aussagen der Privatklägerin  

7.1 Im angefochtenen Urteil wurden die Aussagen der Privatklägerin unter Nen-

nung einiger Beispiele aus ihrer Sachdarstellung einerseits als grundsätzlich zu-

verlässig eingestuft (Urk. 58 S. 13 f.), anderseits aber in bedeutenden Aspekten 

als nicht überzeugend taxiert. Namentlich schloss die Vorinstanz nicht aus, dass 

sich die Privatklägerin nach dem Aussteigen aus dem Bus freiwillig mit dem Be-

schuldigten hinter das Haus begeben habe und eigenes relevantes Zutun zum 

Vorfall verschweige. Zudem lasse sich aufgrund ihrer Schilderungen nicht klar 

feststellen, was genau passiert sei, weshalb der Anklagesachverhalt jedenfalls 

-   36   - 

nicht zweifelsfrei erstellt werden könne, was nach dem Grundsatz in dubio pro reo 

im Ergebnis zu einem Freispruch führe (Urk. 58 S. 15 f.). 

7.1.1  Laut der Vorinstanz (vgl. Urk. 58 S. 13 f.) wirken die Aussagen der Privat-

klägerin vorerst im Wesentlichen authentisch. Sie erwog, dass darin keine er-

kennbaren Übertreibungen enthalten sind, sondern dass die Privatklägerin viel-

mehr ausführt, sie habe den Beschuldigten eigentlich gar nicht wegen der sexuel-

len Nötigung anzeigen wollen, sondern nur wegen des Diebstahls, es seien ihr 

dann aber viele Fragen gestellt worden. Entgegen der Verteidigung (Urk. 47 

S. 14) ist die Vorinstanz nicht der Ansicht, dass die Privatklägerin mittels Sugges-

tivfragen zu ihren Aussagen gedrängt und dass ihr der Zwang zum Oralverkehr in 

der staatsanwaltschaftlichen Befragung in den Mund gelegt wurde. Vielmehr 

schildere die Privatklägerin den Ablauf des Vorfalls zu Beginn der Befragungen 

jeweils von sich aus. Da sie in der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme anders 

als in der ersten polizeilichen Einvernahme zunächst nichts bezüglich Oralverkehr 

erwähnte, ist für die Vorinstanz plausibel, dass diesbezüglich nachgefragt werden 

musste (Urk. 5/1 S. 3; Urk. 5/3 S. 4). Als klar für die Glaubhaftigkeit ihrer Aus-

sagen sprechend ist im angefochtenen Urteil weiter genannt, dass sich die Privat-

klägerin selbst in einem ungünstigen Licht darstellt, ihren Alkoholkonsum nicht 

beschönigt und sich sogar eine Mitverantwortung gibt (Urk. 5/1 S. 2; Urk. 5/3 S. 7 

und 18), sodann, dass sie Details erwähnt, wie der Beschuldigte habe ihr das 

Bein gestellt, als sie aus dem Bus gestiegen seien, oder dass sie dem Beschul-

digten ihre Nummer habe geben wollen, damit er von ihr ablasse (Urk. 5/1 S. 2 f.; 

Urk. 5/3 S. 5 f.). In den Aussagen der Privatklägerin ortete die Vorinstanz 

aber auch kleinere Widersprüche, etwa, dass sie in der polizeilichen Befragung 

ausführte, der Beschuldigte habe sie am Nacken gepackt und heruntergedrückt, 

während sie in der staatsanwaltschaftlichen Befragung erklärte, der Beschuldigte 

habe sie am Kopf und an den Haaren gepackt und heruntergezogen. Sie schrieb 

dies dem zeitlichen Abstand zwischen den Einvernahmen zu. Auch dass die Pri-

vatklägerin zunächst nicht um Hilfe rief, kann ihr gemäss den vorinstanzlichen 

Erwägungen nicht zum Vorwurf gereichen, dies könne in der Überforderung durch 

die Situation oder gar in einem Schock begründet sein und (Schreien) sei nicht 

von jedem zu erwarten. Ein konkretes Motiv für eine Falschbelastung sah die Vor-

-   37   - 

instanz ebenfalls nicht, ging es der Privatklägerin in der gesamten Untersuchung 

doch primär ums Handy, und die sexuellen Übergriffe standen für sie nicht im  

Fokus (Urk. 5/3 S. 18).  

7.1.2  Insoweit erweisen sich die Erwägungen der Vorinstanz als zutreffend und 

sind zu teilen. Vertiefend ist dazu das Folgende anzufügen:  

Die Privatklägerin hat sowohl gegenüber der Polizei als auch gegenüber der 

Staatsanwaltschaft bereits zu Befragungsbeginn auf entsprechende Aufforderung 

eigenständig, sehr detailliert, bildhaft und in stimmiger Abfolge einen Grossteil des 

inkriminierten Geschehens, einschliesslich damit einhergehender eigener Gedan-

ken und Gefühle sowie Gespräche und Reaktionen der Beteiligten und darüber 

hinaus prägnante Nebensächlichkeiten, zu Protokoll gegeben. Dabei handelt es 

sich um lauter Realkennzeichen. Ihre Schilderungen blieben dann auch in den 

anschliessenden Detailbefragungen beständig, anschaulich und nachvollziehbar. 

Die erforderliche Nachfrage der Staatsanwältin bezüglich Oralverkehr dürfte 

(auch) darauf zurückzuführen sein, dass die Privatklägerin – zu Recht – davon 

ausging, dies schon am Anfang der ersten polizeilichen Einvernahme in freier Er-

zählung in Einzelheiten geschildert zu haben (vgl. Urk. 5/1 S. 3; Urk. 5/3 S. 4). 

Das ergibt sich daraus, dass sich die Privatklägerin auf die Nachfrage der Staats-

anwältin erkundigte, ob sie das jetzt wieder erzählen müsse (Urk. 5/3 S. 10). Dar-

aufhin beschrieb sie aber wiederum differenziert sowie inhaltlich und in der   

Chronologie gleichbleibend, wie und wann sie im Rahmen des gesamten Ge-

schehens zum Oralverkehr gezwungen worden sei. Der von der Privatklägerin 

geschilderte Umstand, dass sie den Beschuldigten leicht in den Penis gebissen 

habe, zeugt überdies von Originalität, was die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen un-

termauert.  

Entgegen dem Einwand der Verteidigung, die Privatklägerin habe nie gesagt, der 

Beschuldigte habe versucht, seinen Penis in ihre Vagina zu stecken (Urk. 84 

S. 5), erklärte diese bei der Staatsanwaltschaft sehr wohl, wie dieser versucht ha-

be, mit seinem Penis in sie einzudringen. Auch wenn sie das Wort "Vagina" nur 

auf die Frage der befragenden Staatsanwältin bestätigte, so brachte sie bei ihrer 

-   38   - 

Schilderung doch klar zum Ausdruck, dass es dem Beschuldigten um ein vagina-

les Eindringen ging (vgl. Urk. 5/4 DVD 1, 0004 02:09 ff.).  

Eine unvorteilhafte Selbstdarstellung der Privatklägerin findet sich sodann nicht 

nur in ihren wiederholten Hinweisen zu ihrem Alkoholkonsum und der daraus 

empfundenen Mitverantwortung. Sie beschrieb auch, dass sie beim Trinken im-

mer emotional oder verbal aggressiv werde und ein sehr negatives Selbst- und 

Weltbild habe, dass am fraglichen Tag ihre Vorgesetzte wegen ihrem verspäteten 

Erscheinen am Arbeitsplatz sauer auf sie gewesen sei, sie länger habe arbeiten 

müssen, bei Arbeitsschluss schlecht gelaunt gewesen sei und sich mies gefühlt 

habe und schliesslich, dass sie ihrerseits auf dem Arbeitsheimweg ihrem Freund, 

der das Telefon nicht abgenommen bzw. sie nicht angerufen habe, gegrollt und 

ihn deswegen per SMS "angefickt" habe (Urk. 5/1 S. 2). Weiter legte die Privat-

klägerin offen dar, seit März 2016 wegen ADHS in psychiatrischer Behandlung zu 

sein und Ritalin zu nehmen (Urk. 5/2 S. 4 f.). Dieses ungeschminkte Selbstportrait 

spricht ebenfalls für wahrheitsgetreue Aussagen.  

Ob tatsächlich ein kleiner Widerspruch zu sehen ist zwischen dem Packen am 

Nacken und Hinunterdrücken und dem Packen am Kopf und an den Haaren und 

Hinunterziehen erscheint fraglich. Der Nacken ist praktisch ein Teil des Kopfes 

und es wachsen dort ebenfalls Haare. Namentlich bei langhaarigen Personen ist 

der Nacken oftmals vom Haar bedeckt. Die Privatklägerin trug ihr Haar damals zu 

einem Rossschwanz zusammengebunden; ein solcher befindet sich regelmässig 

ganz oder teilweise am oder beim Nacken.  

Betreffend fehlendes Schreien ist zu ergänzen, das die Privatklägerin nach ihrer 

konstanten Darstellung zunächst gar keinen Anlass sah, dem Beschuldigten zu 

misstrauen und anzunehmen, er könnte ihr etwas antun, nur weil er sie ange-

macht hatte (was junge Frauen – namentlich wenn sie Abends oder Nachts un-

terwegs sind – regelmässig auf die eine oder andere Art erleben). Auch als der 

Beschuldigte die Privatklägerin, die er zuvor beim Aussteigen aus dem Bus offen-

sichtlich mit Touchieren am Rücken und an den Füssen zu Fall gebracht hatte, zu 

jener Ecke des weissen Hauses gezogen/geführt und dort versucht hatte, sie zu 

küssen, musste die Privatklägerin, die unbestrittenermassen etwas alkoholisiert 

-   39   - 

war, nicht zwingend argwöhnisch werden und gleich das Schlimmste befürchten. 

Sie versuchte denn auch in diplomatischer Weise mit dem Angebot gegenüber 

dem Beschuldigten, die Telefonnummer (ihrerseits wäre es eine falsche gewesen) 

auszutauschen um sich zuerst kennen zu lernen, den Beschuldigten abzu-

wimmeln – eine einleuchtende Taktik, um belästigende Männer loszuwerden und 

bei der Privatklägerin ein offenbar erprobtes Vorgehen, welches in der Ereignis-

nacht offensichtlich fehlschlug. Ab dann wurde der Beschuldigte gemäss der Pri-

vatklägerin aggressiv und zudringlich, worauf sie sich, wie ihrer Sachdarstellung 

zu entnehmen und worauf zurückzukommen ist, auf verschiedene Weise verbal 

und körperlich zur Wehr setzte. Mit zuletzt ihrer wiederholten Ankündigung bzw. 

Androhung, sie werde schreien, wozu sie demonstrativ Luft holte und der Be-

schuldigte nach ihrem Empfinden etwas Panik bekam – hierin spiegelt sich die 

Wiedergabe zweier prägnanter, zum Geschilderten passender Details – gelang es 

ihr schliesslich, den Beschuldigen zu vertreiben (Urk. 5/1 S. 3; Urk. 5/2 S. 6; 

Urk. 5/3 S. 9; Prot. II S. 7). 

7.1.3  Wenn die Vorinstanz trotz ihrer einleitenden Wertung (vgl. Erw. III. 7.1.1) 

zum Ergebnis kommt, die Privatklägerin habe in zentralen Punkten keine über-

zeugenden Ausführungen gemacht – dies, ohne die vielen von der Privatklägerin 

zum eigentlichen Vorfall, dem Kerngeschehen, dargelegten Einzelheiten auch nur 

mit einem Wort anzuführen, geschweige denn zu würdigen –, wenn die Vor-

instanz gar Freiwilligkeit bzw. Verschweigen eigenen, auf Einverständnis deuten-

den Verhaltens der Privatklägerin in den Raum stellt, was der Glaubhaftigkeit ihrer 

Aussagen in entscheidendem Masse abträglich sei, zumal die Aussagen des Be-

schuldigten nicht unglaubhaft seien, so kann dieser Schlussfolgerung in Überein-

stimmung mit der Staatsanwaltschaft nicht zugestimmt werden.  

7.2 Wie sich auch aus der resümierten Sachdarstellung der Privatklägerin 

(Erw. III. 4.) ergibt, ist mit der Staatsanwaltschaft (Urk. 45; Urk. 80 S. 7 f.) zu kon-

statieren, dass die Privatklägerin von Beginn weg sehr detailliert und im Laufe der 

Befragungen auch konstant ausgesagt hat. Vor allem im Vergleich zu den Aus-

sagen des Beschuldigten, die karg, blutleer und lebensfremd erscheinen, enthal-

ten die Aussagen der Privatklägerin ein Vielfaches an lebensnahen Details. Sie 

-   40   - 

schilderte das Geschehen gleichbleibend und weitestgehend widerspruchsfrei. Ih-

re Aussagen enthalten zahlreiche Realitätskriterien, erfolgten gleichmässig ohne 

Strukturbrüche, wirken spontan und in keiner Weise gesteuert. Die Privatklägerin 

belastete den Beschuldigen nicht unnötig. Sie machte wiederholt klar, dass der 

Verlust ihres Mobiltelefons etc. sie zur Anzeige bewogen hatte und dass erst im 

Zuge der Befragungen zu den von ihr vermissten Sachen die sexuellen Übergriffe 

ans Licht kamen und zum Gegenstand der Strafuntersuchung wurden. Auch er-

klärte sie mehrmals ohne Umschweife, wenn ein Ansinnen des Beschuldigen 

misslang, es also bloss bei einem Versuch blieb. Etliche gezielte Fragen verneinte 

sie auf Anhieb, wenn sich etwas nicht ereignet hatte, so etwa die Frage nach ana-

lem oder vaginalem Eindringen. Zudem unterschied sie klar, dass der Beschuldig-

te ihr die Hosen und Strumpfhosen einschliesslich der Unterhosen bis zu den 

Knien runtergezogen habe, im Gegensatz dazu ihren Oberkörper aber nicht ent-

blösste. Weiter legte sie mit dem jeweiligen Geschehen einhergehende eigene, 

nachvollziehbare Empfindungen und Überlegungen dar, erwähnte zum Hand-

lungsablauf passende Kommentare oder Wortwechsel der Beteiligten, beschrieb 

plausible Handlungsabfolgen sowie konkrete Vorgänge und darauf folgende Re-

aktionen. Zudem ist ihren Aussagen mehrfach zu entnehmen, dass und wie sie 

sich dem Beschuldigten verbal und mit körperlichen Gesten zu widersetzen ver-

suchte und wie er seinerseits dagegen hielt.  

Wie nachstehend zu zeigen ist, sprechen sowohl die Gesamtheit der von ihr be-

schriebenen Umstände und Vorgehensweisen als auch ihr eigenes Aussagever-

halten dafür, dass ihre Sachdarstellung der Wirklichkeit entspricht und tatsächlich 

Erlebtes wiederspiegelt.  

7.3 Die Schilderungen der Privatklägerin – sei es zum Kerngeschehen oder den 

Vorgängen bis zur Ankunft am eigentlichen Tatort bzw. zu ihrem Handeln am Tag 

und in der Zeit danach – sind differenziert, weisen einen hohen Detaillierungsgrad 

auf und erstrecken sich mit grosser Konstanz durch all ihre Befragungen. Die Pri-

vatklägerin war offensichtlich durchgängig um korrekte Aussagen bemüht und leg-

te Wert darauf, den Beschuldigten nicht unnötig an den Pranger zu stellen 

(z.B. "Ich will niemanden zu Unrecht beschuldigen" [Urk. 5/1 S. 4]). Wie angetönt, 

-   41   - 

hat sie sowohl gegenüber der Polizei als auch bei der Staatsanwaltschaft vorab in 

freier Rede die Begegnung und die anschliessenden Ereignisse mit dem Be-

schuldigten beschrieben. In der jeweils folgenden, vertiefenden Befragung zu Ein-

zelheiten blieb sie weitestgehend bei ihrer Sachdarstellung, brachte allenfalls 

Präzisierungen an oder machte nähere Erläuterungen. Bezüglich Detailreichtum 

und logischer Abfolge besonders hervorzuheben sind ihre Schilderungen zum er-

zwungenen Oralverkehr (vorne Erw. III. 4.1.4 und 4.3.6), zum versuchten Eindrin-

gen (vorne Erw. III. 4.3.4) und zum wiederholten An-die-Wand-Drücken mit seinen 

Händen an ihren Schultern oder ihrem Bauch (vorne Erw. III. 4.3.5). 

7.3.1  Durchwegs berichtete die Privatklägerin, dass der Beschuldigte es war, der 

sie an der Bushaltestelle ansprach, sich als Araber und Moslem namens E._____ 

vorstellte, sie – als ebenfalls Muslimin – wegen ihres Alkoholkonsums kritisierte, 

nach ihrer Destination fragte, sich im nur spärlich besetzten Bus erneut neben sie 

setzte und das Gespräch fortführte, den Bus an der gleichen Haltestelle wie sie 

(B._____-Strasse) verliess, was jedoch nicht mit seinem Reiseziel (F._____-Weg) 

übereinstimmte, dass der Beschuldigte beim Aussteigen so auf den Rücken und 

die Füsse der Privatklägerin einwirkte, dass diese aus dem Bus stolperte und zu 

Fall kam, dass er ihr beim Aufstehen (vermeintlich) beistand, aber gleichzeitig ihr 

Handgelenk ergriff und sie über eine kleine Treppe und durch ein Gartentor zwi-

schen zwei Häuser und vorbei an einem kleinen Spielplatz in eine dunkle Nische 

an der Wand des weissen Hauses zog, wo es dann zu den inkriminierten Hand-

lungen gekommen sei.  

Aus verschiedenen Gründen ist davon auszugehen, dass die Initiative vom Be-

schuldigten ausging. Bereits angesichts ihres damaligen Befindens – langer und 

später Arbeitsheimweg nach einem kleineren Zwist an der Arbeitsstelle, Alkohol-

konsum, Müdigkeit und schlechte Laune – ist schwer vorstellbar, dass sich die 

Privatklägerin (schon) beim Warten an der Haltestelle und dann erneut im Bus in 

intimer Weise über einen ihr fremden jungen Mann hergemacht haben soll, um 

dann diesem eine unbeleuchtete Ecke an der Hausmauer in einem privaten Gar-

ten als Ort für sexuelle Handlungen vorzuschlagen, wie es der Beschuldigte kon-

sequent behauptete. Dass sie ausgerechnet an jenem Abend in ihrem damaligen 

-   42   - 

Zustand und in der Person des Beschuldigten eine neue Partnerschaft (nach 

kürzlicher Trennung von ihrem Freund) gesucht hätte, hat sie überzeugend ver-

neint. Sie war ganz offensichtlich nicht in entsprechender Stimmung. Überdies ist 

nicht relevant, ob sie sich am Tatabend oder ein, zwei Tage vorher per Mailbox-

Nachricht von ihrem Freund getrennt hatte und sich diesbezüglich allenfalls zeit-

lich täuschte. Jedenfalls ist schlicht kein vernünftiger Grund ersichtlich, weshalb 

sich die Privatklägerin damals in sexueller Intention über den Beschuldigten hät-

ten hermachen sollen.  

Wie gesehen blieb auch der Beschuldigte eine Antwort schuldig auf die wiederhol-

te Frage, ob er es realistisch finde, dass eine ihm völlig unbekannte junge Frau 

mit ihm zu flirten und ihn zu küssen beginne. Als authentisch und im Einklang mit 

der konkreten Situation erweist sich der von der Privatklägerin zitierte Ausspruch 

des Beschuldigten (als er ihr nach dem Aussteigen aus dem Bus [vermeintlich] 

wieder auf die Beine half), so könne sie nicht nach Hause, was denke nur ihre 

Mutter, worauf sie erwidert habe, oft besoffen zu sein. Auch seine angebliche 

Entgegnung, sie lüge und rufe ihn ja eh nie an, als die Privatklägerin, um in Ruhe 

gelassen zu werden, dem Beschuldigten den Austausch der Handynummern an-

geboten habe, passt zu dem von der Privatklägerin beschriebenen Geschehens-

ablauf. Der Beschuldigte hatte nach seinem wiederholten Bekunden bereits beim 

Warten an der Bushaltestelle in Altstetten gemerkt, dass die Privatklägerin alko-

holisiert und etwas wankelmütig war, was (Ersteres) die Privatklägerin ihm nun 

selber bestätigte. Mit andern Worten hatte er erkennbar eine verletzliche, auf dem 

nächtlichen Arbeitsheimweg befindliche junge Frau vor sich. Trotz grundsätzlich 

anderem Standpunkt des Beschuldigten schimmert allein schon und mehrfach 

aus seinen Aussagen, dass er einem sexuellen Abenteuer mit der Privatklägerin 

keineswegs abgeneigt war, obwohl er gemäss seiner Darstellung auf dem Rück-

weg von seiner Freundin war. So ging ihm bereits beim Bahnhof Altstetten durch 

den Kopf, es werde vielleicht eine schnelle Affäre oder so etwas. An anderer Stel-

le räumte der Beschuldigte ein, unter anderen Vorzeichen (wohl gemeint, wenn 

sie keinen Freund gehabt hätte) vielleicht schon Geschlechtsverkehr mit der Pri-

vatklägerin gewollt zu haben. Auch erwähnte er einmal, die Lust sei ihm vergan-

gen, was nur möglich ist, wenn eine solche vorhanden war. Angesichts all dieser 

-   43   - 

Umstände ist es naheliegend, dass der Beschuldigte die Gunst der Stunde – al-

koholisierte junge Frau auf dem Heimweg in dieselbe Richtung wie er – gewittert 

haben dürfte und nicht zögerte, Schritte im Hinblick auf ein sexuelles Abenteuer 

mit der Privatklägerin in Gang zu setzen. Umgekehrt erscheint es bei der be-

schriebenen Ausgangslage höchst abwegig, in der Privatklägerin die Initiantin für 

schnellen Sex zu sehen. Gleiches gilt in Bezug auf die "Schlussszene" des Vor-

falls: der Beschuldigte verliess die Örtlichkeit zuerst, während die Privatklägerin 

am Boden kauernd, geduckt und mit den Händen den Kopf schützend alleine zu-

rückblieb (vgl. auch nachstehend Erw. III. 7.3.3 a.E.). Laut dem Beschuldigten ist 

sie schockiert dort geblieben, weil er sie zum Schluss eine Schlampe genannt ha-

be (Prot. I S. 16 f.), eine Begründung, die keineswegs überzeugt.  

7.3.2  Die Privatklägerin hat wiederholt Erinnerungslücken eingestanden (sich 

auch darüber geärgert) und diese nicht einfach mit Erfundenem gefüllt, was für 

ehrliche Aussagen spricht. So erklärte sie, tags darauf auf der Suche nach dem 

vermissten Handy nicht einmal mehr genau gewusst zu haben, wo sich der Vorfall 

zugetragen habe. Erst als sie ihre leere Cola-Flasche am Boden gesichtet habe, 

sei es ihr wieder eingefallen. Zu dieser am Tatort aufgefundenen Cola-Flasche er-

läuterte sie, sie habe eigentlich den verbleibenden Wodka darin abfüllen (statt 

wegleeren) wollen, damit ihre Mutter die Wodka-Flasche nicht sehe – eine weite-

re, nicht eben schmeichelhafte Selbstdarstellung, die ebenso auf wahrheits-

getreue Aussagen der Privatklägerin deutet.  

An den Folgetagen verdichtete sich die Erinnerung der Privatklägerin an den Vor-

fall, es kam ihr immer wieder etwas in den Sinn. Sie fand am Tag danach wie er-

wähnt auch den Tatort und konnte in der ersten polizeilichen Einvernahme zu-

treffende Skizzen davon erstellen (Urk. 5/1 Anhang), die sowohl mit den Tatort-

fotografien der Polizei (Urk. 2) als auch mit der Beschreibung der Örtlichkeit durch 

den Beschuldigen übereinstimmen. Die fehlende Unterschrift der Privatklägerin 

unter diesen Skizzen und am Ende des Protokolls der ersten polizeilichen Ein-

vernahme sowie die fehlenden Visa auf jeder Seite (Urk. 5/1 und Anhang, wohl 

versehentlich auch Urk. 5/2 S. 2; Art. 78 Abs. 5 StPO) beeinträchtigen die Ver-

wertbarkeit dieser Dokumente nicht, ist doch die Unterschrift nur Gültigkeitser-

-   44   - 

fordernis, wenn die befragte Person unterzeichnen will. Die Vorschrift, jede Seite 

zu visieren, erscheint demgegenüber ohnehin als eine Ordnungsvorschrift 

(BSK StPO-Näpfli, 2. Aufl. Basel 2014, Art. 78 N 25 mit Hinweisen). Lehnt die ein-

vernommene Person ab zu unterzeichnen, ist die Einvernahme samt allfälliger 

Anhänge mit der dafür angegebenen Begründung im Protokoll – vorliegend wurde 

festgehalten, dass die Privatklägerin in der Einvernahmepause zwecks Unter-

suchung durch die IRM-Ärztin verlangte, das Gebäude zu verlassen und nach Er-

halt der ID und Natel-Unterlagen fortlief (Urk. 5/1 S. 5) – trotzdem als Beweismittel 

verwertbar und hat Urkundencharakter (BSK StPO-Näpfli, a.a.O., Art. 78 N 26 mit 

Hinweis).  

Ferner äusserte die Privatklägerin die Befürchtung, dass sie den Beschuldigten, 

namentlich sein Gesicht, nicht wieder erkennen würde. Das ist nicht unver-

ständlich, nachdem sie ihn zuvor nicht kannte, er sie nicht interessierte, sie zu-

dem etwas alkoholisiert war, die Begegnung nachts und damit nur bei künstlicher 

Beleuchtung stattfand, sie sich ihm während des Vorfalls an der Hausmauer im 

dunklen Gartenbereich wiederholt (durch Wegschupfen bzw. der Mauer entlang 

Zu-Boden-Gleiten-Lassen) zu entziehen versuchte und sich zuletzt am Boden mit 

dem Kopf an den Knien zusammenkrümmte. Immerhin erinnerte sie sich an seine 

Kleidung; sie sprach mehrmals von grauer Trainerhose und grauer Jacke. Der 

Beschuldigte bestätigte die graue Jacke, erwähnte aber eine schwarze Trainer-

hose; graue Trainerhosen habe er keine. Bekanntlich gibt es u