# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d9aa9c4c-085b-5a47-91f7-c9a968a24a86
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-12-02
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 02.12.2025 E-4451/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-4451-2025_2025-12-02.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-4451/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 .  D e z e m b e r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Richter Markus König (Vorsitz), 

Richter Walter Lang, 

Richterin Deborah D'Aveni, 

Gerichtsschreiberin Michelle Truffer. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Guinea, 

vertreten durch MLaw Fabienne Edelmann, Rechtsanwältin, 

(…), 

Beschwerdeführer,  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung; 

Verfügung des SEM vom 5. Juni 2025. 

 

 

 

E-4451/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer ersuchte am 23. August 2018 in der Schweiz um 

Asyl. 

B.  

B.a Am 28. August 2018 wurde der Beschwerdeführer summarisch zur 

Person befragt. Dem Befragungsprotokoll ist unter anderem zu entneh-

men, dass er vor seiner Einreise in die Schweiz bereits in Spanien gewe-

sen sei, wo ihm die Fingerabdrücke abgenommen worden seien, und er 

dort drei Tage im Gefängnis verbracht habe. 

B.b Im Rahmen der summarischen Befragung gewährte die Vorinstanz 

dem Beschwerdeführer das rechtliche Gehör zur Zuständigkeit Spaniens 

für die Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens, zum Nicht-

eintretensentscheid, zur Überstellung nach Spanien und zu seinem Ge-

sundheitszustand. 

B.c Mit Verfügung vom 8. November 2018 – eröffnet am 16. November 

2018 – trat das SEM auf das Asylgesuch nicht ein, überstellte den Be-

schwerdeführer in den zuständigen Dublin-Mitgliedstaat Spanien und be-

auftragte den Kanton B._______ mit dem Vollzug der Wegweisung. Diese 

Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft. 

C.  

Mit Meldung vom 4. Dezember 2018 teilte der Kanton B._______ dem 

SEM mit, der Beschwerdeführer sei seit dem 28. November 2018 ver-

schwunden. 

D.  

Am 20. Juni 2024 stimmte das SEM einem Dublin-IN-Übernahmeersuchen 

von Frankreich zu. Der Beschwerdeführer wurde am 30. Januar 2025 in 

die Schweiz überstellt. Mit Schreiben vom 6. Februar 2025 informierte das 

SEM den Beschwerdeführer über die Wiederaufnahme des Asylverfah-

rens. 

E.  

E.a Am 16. Mai 2025 wurde der Beschwerdeführer vertieft zu seinen Asyl-

gründen angehört. 

E-4451/2025 

Seite 3 

E.b Er brachte im Wesentlichen vor, er sei bei einem Onkel in der Region 

C._______ aufgewachsen und dieser habe ihn auch eingeschult. In 

C._______ habe er die Primaschule und das "Collège" bis zur zehnten 

Klasse besucht. Während seiner Schulzeit habe er nebenbei im Garten, 

als Reinigungskraft und Wachmann im Spital sowie als Schlosser gearbei-

tet. Er habe selber einen (…)jährigen Sohn (geboren im […]), der sich bei 

seiner eigenen Mutter in Guinea befinde. Schliesslich führte er aus, er sei 

mit D._______ verlobt, welche ebenfalls aus Guinea stamme, sich aber in 

E._______ (Senegal) aufhalte. 

E.c Zur Begründung seines Asylgesuchs führte er zusammengefasst aus, 

dass er am (…) 2016 bei einer Demonstration in C._______ verhaftet und 

drei Tage beziehungsweise drei Wochen später freigelassen worden sei. 

Als bei den Jungen im Quartier bekannt geworden sei, dass bei dieser Ver-

haftung ein Gendarm des Quartiers involviert gewesen sei, hätten sie des-

sen Haus angezündet. Daraufhin habe der Gendarm eine Anzeige ge-

macht, weswegen er C._______ habe verlassen müssen und nach 

F._______ zu einem Freund ins Quartier G._______ gegangen sei. Dieser 

habe ihn auch in Kontakt mit der Partei "Union des Forces Dé-

mocratiques de Guinée" (UFDG) gebracht. 

E.d Als er am (…) 2017 in F._______ für eine Kundgebung der UFDG Wer-

bung gemacht habe, sei er beobachtet und daraufhin verhaftet worden. Er 

sei aber bereits am nächsten Tag freigelassen worden. 

E.e Am (…) 2017 habe er an einer Kundgebung teilgenommen, an welcher 

er abermals festgenommen worden sei. Er sei für zwei Wochen inhaftiert 

und während dieser Zeit geschlagen sowie gefoltert worden. Er sei nur 

"heimlich" freigelassen worden, weil sein Onkel einen Gendarmen besto-

chen habe. Zwischen seiner Freilassung und seiner Ausreise aus Guinea 

habe er sich sodann in F._______ vor den Gendarmen verstecken müssen, 

da diese nach den "heimlich Freigelassenen" gesucht hätten. 

E.f Schliesslich führte der Beschwerdeführer an mehreren Stellen des An-

hörungsprotokolls aus, er könne aufgrund der allgemeinen Lage in Guinea 

und aufgrund seines gesundheitlichen Zustandes nicht nach Guinea zu-

rückkehren. Er leide an einer Depression und brauche seine Medikamente, 

um schlafen und ruhig reden zu können. 

E.g Der Beschwerdeführer reichte am 16. Mai 2025 in Bezug auf seinen 

psychischen Gesundheitszustand verschiedene medizinische Berichte zu 

den Akten (vgl. SEM-act. 32/23). Identitätspapiere reichte der Beschwer-

deführer keine ein. 

E-4451/2025 

Seite 4 

F.  

Mit Verfügung vom 5. Juni 2025 – am 10. Juni 2025 eröffnet – stellte das 

SEM fest, dass der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht er-

füllt (Dispositivziffer 1). Es lehnte das Asylgesuch ab (Dispositivziffer 2) und 

ordnete die Wegweisung aus der Schweiz (Dispositivziffer 3) sowie den 

Wegweisungsvollzug (Dispositivziffern 4 und 5) an. Zudem wurden die edi-

tionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis ausgehändigt (Dispositiv-

ziffer 6). 

G.  

G.a Mit Eingabe vom 19. Juni 2025 erhob der Beschwerdeführer gegen die 

vorinstanzliche Verfügung beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde. 

Er beantragte, die vorinstanzliche Verfügung sei aufzuheben und das SEM 

sei anzuweisen, ihm Asyl zu gewähren; eventualiter sei die Unzulässigkeit 

beziehungsweise Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen 

und die Vorinstanz anzuweisen, ihn vorläufig aufzunehmen, subeventuali-

ter sei die Sache zur vollständigen Abklärung des Sachverhalts an die Vor-

instanz zurückzuweisen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht wurde um Ge-

währung der unentgeltlichen Prozessführung und Rechtsverbeiständung 

sowie um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses ersucht. 

G.b Der Beschwerde lagen nebst der vorinstanzlichen Verfügung eine  

Fotografie eines Jungen und eine Einladung zum Abklärungsgespräch bei 

den Psychiatrischen Diensten (…) bei. 

H.  

Mit Zwischenverfügung vom 24. Juni 2025 forderte der Instruktionsrichter 

den Beschwerdeführer zur fristgerechten Einreichung einer Fürsorgebe-

stätigung auf und verzichtete vorderhand auf die Erhebung eines Kosten-

vorschusses. Gleichzeitig hielt er fest, der Beschwerdeführer könne den 

Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwarten und lud die Vorinstanz 

zur Vernehmlassung ein. 

I.  

I.a Mit Eingabe vom 26. Juni 2025 reichte der Beschwerdeführer den 

Nachweis seiner prozessualen Bedürftigkeit ein. 

I.b Mit Vernehmlassung vom 8. Juli 2025 hielt die Vorinstanz mit ergänzen-

den Bemerkungen an ihrem Entscheid fest. 

  

E-4451/2025 

Seite 5 

J.  

Am 15. Juli 2025 gewährte der Instruktionsrichter dem Beschwerdeführer 

die Gelegenheit, eine Replik einzureichen. Gleichzeitig hiess er das Ge-

such um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung gut, verzichtete 

auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und forderte ihn auf, fristge-

recht einen Rechtsbeistand zu benennen. 

K.  

Innert Frist reichte seine Rechtsvertreterin mit Eingabe vom 30. Juli 2025 

die Vollmacht sowie die Replik ein. Sie hielt darin im Namen des Beschwer-

deführers an den Rechtsbegehren in der Beschwerde fest. 

L.  

Mit Eingabe vom 16. September 2025 reichte die Rechtsvertreterin den 

Bericht des Abklärungsgesprächs bei der (…) zu den Akten. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend – endgül-

tig (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der Be-

schwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 

Abs. 2 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-

schwerde ist einzutreten. 

E-4451/2025 

Seite 6 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

3.1 Die verfahrensrechtlichen Rügen sind vorab zu prüfen, da sie allenfalls 

geeignet sind, eine Kassation der vorinstanzlichen Verfügung zu bewirken. 

3.2 Soweit in der Beschwerde formell geltend gemacht wird, die Vorinstanz 

habe den medizinischen Sachverhalt ungenügend abgeklärt, ist Folgendes 

festzustellen: 

3.3 Das Verwaltungs- respektive Asylverfahren wird vom Untersuchungs-

grundsatz beherrscht (Art. 12 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG), wonach die Be-

hörde von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des 

rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen, die für das Verfahren notwen-

digen Unterlagen zu beschaffen, die rechtlich relevanten Umstände abzu-

klären und ordnungsgemäss darüber Beweis zu führen hat (vgl. BVGE 

2015/10 E. 3.2 m.w.H.). Der Grundsatz des rechtlichen Gehörs (Art. 29 

Abs. 2 BV, Art. 29 VwVG, Art. 32 Abs. 1 VwVG) verlangt, dass die verfü-

gende Behörde die Vorbringen des Betroffenen tatsächlich hört, sorgfältig 

und ernsthaft prüft und in der Entscheidungsfindung berücksichtigt, was 

sich entsprechend in der Entscheidbegründung niederschlagen muss (vgl. 

Art. 35 Abs. 1 VwVG). 

3.4 Nach Prüfung der Akten erweist sich der Vorwurf, das SEM habe den 

Untersuchungsgrundsatz verletzt, indem es im Rahmen der Prüfung der 

Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs nicht überprüft habe, ob die vom 

Beschwerdeführer benötigten Medikamente in Guinea erhältlich sind, als 

unzutreffend. Das SEM hat die vom Beschwerdeführer vorgebrachten ge-

sundheitlichen Probleme in der angefochtenen Verfügung angemessen ge-

würdigt und – wenn auch etwas knapp – begründet, weshalb es zum 

Schluss gekommen ist, dass aus diesen nicht auf die Unzumutbarkeit des 

Wegweisungsvollzugs zu schliessen sei. Insbesondere wies es, mittels 

Verweis auf die Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts, darauf 

hin, dass in Guinea psychiatrische Behandlungsmöglichkeiten existieren 

würden und entsprechende Medikamente vorhanden seien. Schliesslich 

verwies das SEM den Beschwerdeführer auf die Möglichkeit, einen Antrag 

auf medizinische Rückkehrhilfe im Sinne von Art. 93 Abs. 1 Bst. d AsylG zu 

stellen (vgl. angefochtene Verfügung S. 6 f.). 

http://links.weblaw.ch/BVGE-2015/10
http://links.weblaw.ch/BVGE-2015/10

E-4451/2025 

Seite 7 

3.5 Die Rüge der Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes erweist sich 

nach dem Gesagten als unberechtigt. Es besteht keine Veranlassung, die 

angefochtene Verfügung aus formellen Gründen aufzuheben und die Sa-

che ans SEM zurückzuweisen. 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaubhaft-

machen von Asylvorbringen in verschiedenen Entscheiden dargelegt und 

folgt dabei ständiger Praxis. Darauf kann hier verwiesen werden (vgl. 

BVGE 2015/3 E. 6.5.1 m.w.H.). 

5.  

5.1 Das SEM führt zur Begründung seiner Verfügung im Wesentlichen Fol-

gendes aus: 

5.1.1 Das Vorbringen des Beschwerdeführers, er könne wegen der allge-

mein schlechten Lage nicht nach Guinea zurückkehren, halte den Anforde-

rungen an die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG offensichtlich 

nicht stand. 

5.1.2 Seine weiteren Vorbringen – insbesondere die Angaben zu seiner  

Biografie und den Fluchtgründen – seien auf ihre Glaubhaftigkeit gemäss 

Art. 7 AsylG hin zu prüfen. Dieser Prüfung hätten sie nicht standgehalten, 

da gravierende Ungereimtheiten bestehen würden. So habe er unter ande-

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Seite 8 

rem an der Befragung zur Person (BzP) vom 28. August 2018 und der An-

hörung zu den Asylgründen vom 16. Mai 2025 jeweils unterschiedliche An-

gaben darüber gemacht, ab wann er bei seinem Onkel aufgewachsen sei 

und ob er Kinder beziehungsweise wie viele Geschwister er habe. Ausser-

dem habe er widersprüchliche Angaben zum Grund des Schulabbruchs 

und den danach ausgeführten Tätigkeiten gemacht. Aufgrund dieser Un-

gereimtheiten seien grundlegende Zweifel an den Schilderungen entstan-

den. 

5.1.3 Schliesslich habe er auch in Bezug auf seine Verhaftungen unter an-

derem unterschiedliche Angaben zu seiner Rolle während den Demonstra-

tionen und zur jeweiligen Haftdauer zu Protokoll gegeben. Darüber hinaus 

seien die Schilderungen insgesamt oberflächlich und schemenhaft ausge-

fallen und würden konstruiert wirken. Dies habe zur Folge, dass an der 

vorgebrachten politischen Tätigkeit in Guinea Zweifel bestünden. 

5.1.4 Zusammenfassend seien mit den widersprüchlichen und substanz-

armen Schilderungen die Verfolgungsvorbringen insgesamt nicht glaubhaft 

gemacht worden. Diesem Umstand könne auch nicht entgegengehalten 

werden, dass die BzP lediglich summarischen Charakter habe und ihr des-

wegen nur ein beschränkter Beweiswert zukomme. Widersprüche dürften 

für die Beurteilung der Glaubhaftigkeit gemäss konstanter Praxis heran-

gezogen werden, wenn klare Aussagen in der BzP in wesentlichen Punk-

ten der Asylbegründung von den späteren Aussagen in der Anhörung dia-

metral abweichen würden. 

5.2 In der Beschwerde wird nach erneuten Ausführungen zu seiner Biogra-

fie und zu seinen Fluchtgründen im Wesentlichen geltend gemacht, der 

Beschwerdeführer habe entgegen den Ausführungen des SEM, seine Vor-

bringen seien nicht glaubhaft, überzeugend dartun können, dass er auf-

grund seines politischen Engagements in Guinea verfolgt werde und bei 

einer Rückkehr sofort in Haft genommen würde sowie entsprechend mit 

Folter und Misshandlungen zu rechnen hätte. Zur Untermauerung seiner 

Vorbringen wird alsdann aufzuzeigen versucht, inwiefern die vom SEM in 

seiner Verfügung ausgewiesenen Widersprüche erklärbar seien. Es sei da-

her seine Flüchtlingseigenschaft anzuerkennen und ihm Asyl zu gewähren. 

5.3 In ihrer Vernehmlassung stellt die Vorinstanz fest, dass die Beschwer-

de keine neuen erheblichen Tatsachen oder Beweismittel enthalte, welche 

eine Änderung ihres Standpunktes rechtfertigen könne. Es bestünden wei-

terhin Widersprüche, aufgrund derer der Beschwerdeführer die Angaben 

zu seiner Biografie nicht habe glaubhaft machen können. Insbesondere sei 

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Seite 9 

aus der eingereichten Fotografie eines Kindes nicht ersichtlich, dass es 

sich bei diesem um seinen Sohn handle. Schliesslich sei in Bezug auf seine 

gesundheitliche Lage darauf hinzuweisen, dass psychotherapeutische 

oder psychiatrische Massnahmen in Guinea gemäss bundesverwaltungs-

gerichtlicher Rechtsprechung grundsätzlich behandelbar und entspre-

chende Medikamente erhältlich seien. Eine Unzumutbarkeit des Wegwei-

sungsvollzugs liege nicht bereits dann vor, wenn im Heimat- oder Her-

kunftsstaat nicht eine dem hohen schweizerischen Standard entspre-

chende medizinische Behandlung möglich sei. 

5.4 In der Replik wird eingewendet, der Beschwerdeführer könne kein ge-

meinsames Foto mit seinem Sohn einreichen, da er Guinea vor dessen 

Geburt verlassen habe. Schliesslich habe es die Vorinstanz erneut unter-

lassen, aufzuzeigen, ob die von ihm benötigten Medikamente in Guinea 

verfügbar seien. Ohne diesbezügliche Abklärungen dürfe keine Wegwei-

sung erfolgen. 

6.  

6.1 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt nach Durchsicht der Akten zum 

Schluss, dass die Vorinstanz die geltend gemachten Fluchtgründe zu 

Recht und mit zutreffender Begründung als nicht glaubhaft qualifiziert hat. 

6.2  

6.2.1 Zunächst ist in Übereinstimmung mit der Vorinstanz festzuhalten, 

dass bereits in Bezug auf seine Biografie gewisse Widersprüchlichkeiten 

bestehen, die der Beschwerdeführer mit seinen Ausführungen in der Be-

schwerde nicht alle entkräften konnte. So behauptete er anlässlich der BzP, 

er sei bei seinen Eltern in C._______ aufgewachsen und sei im Zusam-

menhang mit einer Demonstration vom (…) 2016, an welcher er nicht sel-

ber teilgenommen habe, verhaftet worden (vgl. SEM-act. A6/13 F1.17.04, 

F2.01 und F7.02). Nach dieser Inhaftierung, welche zwei Wochen gedauert 

habe, sei er zuerst ein paar Tage bei seinen Eltern gewesen und danach 

zu einem Onkel nach F._______ gegangen (vgl. a.a.O. F2.01 und F7.01). 

An der Anhörung zu den Asylgründen behauptete er hingegen, er sei mit 

drei oder vier Jahren zu seinem Onkel nach C._______ gekommen und bei 

ihm aufgewachsen (vgl. SEM-act. 31/21 F30, F37, F50 und F53). Er sei 

nach der ersten Demonstration, welche am (…) 2016 stattgefunden habe 

und welche er organisiert und an welcher er zusammen mit anderen Stras-

sensperren errichtet habe (vgl. a.a.O. F81 und F96), für drei Wochen (vgl. 

a.a.O. F81) beziehungsweise für drei Tage (vgl. a.a.O. F101 und F105) 

verhaftet worden. Danach sei er zu einem Freund nach F._______ gegan-

gen (vgl. a.a.O. F54). 

E-4451/2025 

Seite 10 

6.2.2 Weiter besteht nach wie vor nicht Klarheit darüber, wieso der Be-

schwerdeführer die Schule nach der 10. Klasse abgebrochen und was er 

in der Zeit seit seinem Schulabgang bis zur ersten Verhaftung getan hat. 

So erklärte er in der BzP noch, er habe die Schule aus gesundheitlichen 

Gründen abgebrochen und danach seinen Eltern in ihrem (…)laden gehol-

fen (vgl. SEM-act. A6/13 F1.17.04). Im Rahmen der Anhörung behauptete 

er hingegen, er habe die Schule verlassen, weil er Lehrer für kleine Kinder 

in H._______ habe werden wollen (vgl. SEM-act. 31/21 F63). 

6.2.3 Der ihm Rahmen der Beschwerde eingebrachten Begründung, diese 

Widersprüche liessen sich damit erklären, dass die Verdolmetschung 

schlecht gewesen sei (vgl. Beschwerde S. 4 f.), ist entgegenzuhalten, dass 

der Beschwerdeführer anlässlich der Anhörung bestätigte, er verstehe den 

Dolmetscher "gut" (vgl. SEM-act. 31/21 F1). Darüber hinaus ist aus dem 

Protokoll auch nicht ersichtlich, dass es im Rahmen der Rückübersetzung 

zu grösseren Korrekturen oder Einwänden seitens des Beschwerdeführers 

oder der mitwirkenden Hilfswerksvertretung gekommen wäre (wie sie bei 

Verständigungsschwierigkeiten häufig festzustellen sind). Schliesslich 

wurde auch bei der BzP protokollarisch festgehalten, dass er den Dolmet-

scher "Perfettamente" verstehe (vgl. SEM-act. A6/13 Fh); einmal beantwor-

tete der Beschwerdeführer eine Frage bereits vor der Übersetzung und 

räumte danach ein, Italienisch zumindest etwas zu verstehen (vgl. a.a.O. 

F8.02). Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass selbst bei Vorhandensein 

von gewissen Verständigungsproblemen aufgrund der grossen Divergen-

zen der einzelnen Aussagen dem Beschwerdeführer anlässlich der Rück-

übersetzungen hätte auffallen müssen, dass etwas nicht stimmt, handelt 

es sich hierbei doch um lebensprägende Bestandteile seiner Biografie. 

6.2.4 Zugunsten des Beschwerdeführers ist anzufügen, dass das Gericht 

seine Auffassung teilt, wonach sich die vom SEM erwähnten angeblichen 

Widersprüche zu seinen Geschwistern bei genauer Betrachtung der Pro-

tokolle weitgehend auflösen: Aus den Akten geht klar hervor, dass der Be-

schwerdeführer im Rahmen der BzP von (…) – und nicht wie vom SEM 

festgehalten von (…) – Geschwistern berichtet hat (vgl. SEM-act. A6/13 

F2.01). Ausserdem erscheint es auch deswegen nicht unlogisch, dass sie-

ben Jahre später an der Anhörung von (…) Geschwistern gesprochen 

wurde, weil der Beschwerdeführer anfügte, dass zwei dieser (…) Ge-

schwister nach seiner Ausreise aus Guinea geboren worden seien (vgl. 

SEM-act. 31/21 F74). Dies ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass viele 

andere Angaben zur Biografie völlig ungereimt sind. 

E-4451/2025 

Seite 11 

6.3  

6.3.1 Das Gericht ist zudem – in Übereinstimmung mit der Vorinstanz – der 

Ansicht, dass die Angaben des Beschwerdeführers in Bezug auf seine 

Asylgründe ebenfalls nicht glaubhaft sind. So machte der Beschwerde- 

führer verschiedene Angaben – teilweise sogar innerhalb der jeweiligen 

Befragung –, ob und wann er der Partei UFDG beigetreten sei. In der BzP 

sprach er einerseits davon, dass er demonstriert habe, um seine Partei zu 

unterstützen, andererseits aber auch, dass er lediglich Sympathisant sei 

(vgl. SEM-act. A6/13 F7.02). Im Rahmen der Anhörung sagte er einerseits, 

er sei kein Parteimitglied aber Sympathisant gewesen. Im folgenden Satz 

erwähnte er aber, dass er der Partei am (…) 2017 beigetreten sei (vgl. 

SEM-act. 31/21 F77). Im Verlauf der Anhörung erwähnte er an mehreren 

Stellen, dass er kein offizielles Mitglied gewesen sei (vgl. a.a.O. F100 und 

F132) beziehungsweise ein offizielles Mitglied gewesen sei (vgl. SEM-act. 

31/21 F89 und F102). 

6.3.2 Des Weiteren fällt auf, dass der Beschwerdeführer nach seiner letz-

ten, "heimlichen" Freilassung einen Pass beantragen liess und dazu seine 

Geburtsurkunde vorzeigen musste (vgl. SEM-act. 31/21 F73 f.). Hätten ihn 

die Gendarmen, wie von ihm behauptet, effektiv gesucht, erscheint dieses 

Vorgehen doch eher ungewöhnlich, müsste er doch befürchtet haben, ver-

haftet zu werden, sobald er sich an eine staatliche Stelle wendet. 

6.3.3 Schliesslich fällt auf, dass die Schilderungen des Beschwerdeführers 

sowohl in den beiden Anhörungen als auch in seiner Beschwerdeschrift zu 

seinen Inhaftierungen inhaltlich unsubstanziiert ausfallen. So führte er 

selbst nach mehrmaligem Nachfragen nicht weiter aus, was er bei seiner 

dritten Inhaftierung erlebt habe und wie er freigelassen worden sei (vgl. 

SEM-act. 31/21 F118 ff.). Demgegenüber fällt auf, dass seine Schilderun-

gen in Bezug auf die Vorkommnisse, die während der zweiten und letzten 

Demonstration und damit vor seiner Inhaftierung stattgefunden haben sol-

len, detailreicher und lebhafter ausfallen (vgl. a.a.O. F77). Dies drängt zu-

mindest den Schluss auf, dass es nicht seiner allgemeinen Ausdrucks-

weise geschuldet ist, dass er in seinen anderen Schilderungen unsubstan-

ziiert und detailarm antwortete. 

6.4 Psychische Probleme können grundsätzlich einen Einfluss auf die Aus-

sagefähigkeit einer Person und damit auf die Qualität ihrer Aussagen ha-

ben. Entsprechende Umstände sind daher bei der Beurteilung der Glaub-

haftigkeit zu berücksichtigen (vgl. Urteil des BVGer E-3415/2013 vom 

8. April 2014 E. 4.3.2.). Aus den Akten geht hervor, dass der Beschwerde- 

E-4451/2025 

Seite 12 

führer während des Asylverfahrens wiederholt in ärztlicher und psychiatri-

scher Behandlung stand. Allerdings ergeben sich aus den Befragungspro-

tokollen keine konkreten Anhaltspunkte, dass er an der Anhörung und wäh-

rend der BzP nicht in der Lage gewesen wäre, der Befragung zu folgen und 

sich angemessen zur Sache zu äussern. Eine mangelnde Einvernahmefä-

higkeit wird vom Beschwerdeführer auch in seiner Beschwerde nicht be-

hauptet. Unter diesen Umständen ist nicht anzunehmen, dass die knappen 

und stereotypen Aussagen sowie insbesondere die bestehenden gravie-

renden Widersprüche auf allfällige gesundheitliche Einschränkungen zu-

rückzuführen sind. 

6.5 Das Bundesverwaltungsgericht kommt demnach in Übereinstimmung 

mit der Vorinstanz zum Schluss, dass die Vorbringen des Beschwerdefüh-

rers den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit nach Art. 7 AsylG nicht 

standhalten. 

6.6 Demnach hat das SEM zu Recht die Flüchtlingseigenschaft des Be-

schwerdeführers verneint und sein Asylgesuch abgelehnt. 

7.  

7.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

7.2 Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder über eine auslän-

derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei-

lung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht 

angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

8.  

8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). Beim Geltendmachen von Wegweisungs-

vollzugshindernissen gilt gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts 

der gleiche Beweisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigen-

schaft; das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich 

ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 

E. 10.2 m.w.H.). 

  

E-4451/2025 

Seite 13 

8.2  

8.2.1 Das SEM bejaht die Durchführbarkeit des Wegweisungsvollzugs und 

weist zunächst darauf hin, dass gemäss bundesverwaltungsgerichtlicher 

Rechtsprechung nicht von einer generellen Unzumutbarkeit des Vollzugs 

von Wegweisungen nach Guinea auszugehen sei. Die vorgebrachten ge-

sundheitlichen Probleme würden nicht ausreichen, um die hohen Anforde-

rungen eines unzumutbaren Wegweisungsvollzugs aus medizinischen 

Gründen (medizinische Notlage) zu erfüllen, zumal aus dem zuletzt einge-

reichten Arztbericht vom März 2025 hervorgehe, dass sein Zustand stabil 

sei und neben der medikamentösen Behandlung keine weitere Therapie 

benötigt werde. Eine Behandlung dieser Gesundheitsbeschwerden in Gui-

nea wäre sodann ebenfalls möglich. Schliesslich verfüge er dort über ein 

familiäres Beziehungsnetz, welches ihm bei einer Rückkehr bei der finan-

ziellen und sozialen Reintegration behilflich sein könne. 

8.2.2 Der Beschwerdeführer führt in diesem Zusammenhang aus, der Voll-

zug seiner Wegweisung nach Guinea sei nicht zulässig, da er dort bereits 

gefoltert worden sei und unmenschliche Behandlung erlebt habe. Dem-

nach könne bei einer allfälligen Rückkehr von einer drohenden Verletzung 

von Art. 3 EMRK ausgegangen werden. Darüber hinaus sei der Vollzug 

auch nicht zumutbar, da er mit einer Depression und Schlafstörungen zu 

kämpfen habe und Antidepressiva einnehmen müsse. Er sei deswegen 

ebenfalls von den (…) zu einem Abklärungsgespräch eingeladen worden. 

Das Gesundheitssystem in Guinea sei nicht vergleichbar mit demjenigen 

der Schweiz und es gebe keine gesicherten Hinweise, dass die von ihm 

benötigten Medikamente (Olanzapin und Sertralin) in Guinea verfügbar 

seien. 

9.  

9.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

9.2 So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-

zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 

AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über 

die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 

E-4451/2025 

Seite 14 

9.3 Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. De-

zember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder er-

niedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu 

Art. 3 EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedri-

gender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 

9.4 Die Vorinstanz weist in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend da-

rauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur 

Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem 

Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr-

dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG 

verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren 

keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in den 

Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 

9.5 Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerde-

führers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer 

Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit 

einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behand-

lung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für 

Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses 

müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachwei-

sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter 

oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil EGMR Saadi 

gegen Italien 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, §§ 124–127 

m.w.H.). Nach den vorstehenden Ausführungen (vgl. oben E. 6) gelingt ihm 

dies nicht. Unter Hinweis auf die nachfolgenden Ausführungen in Erwä-

gung 10.3 ist auch nicht zu erwarten, dass die Rückkehr des Beschwerde-

führers nach Guinea mangels angemessener medizinischer Behandlung 

zu einer ernsten, raschen und unumkehrbaren Verschlechterung seines 

Gesundheitszustands, verbunden mit intensivem Leiden oder einer erheb-

lichen Verkürzung der Lebenserwartung führen könnte, aufgrund derer der 

Vollzug der Wegweisung im Sinne der Rechtsprechung des EGMR gegen 

Art. 3 EMRK verstossen würde (vgl. dazu Urteil des EGMR Paposhvili ge-

gen Belgien 13. Dezember 2016, Grosse Kammer 41738/10, §§ 180–193 

m.w.H.). Auch die allgemeine Menschenrechtssituation im Heimatstaat 

lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig 

erscheinen. 

9.6 Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne 

der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 

E-4451/2025 

Seite 15 

10.  

10.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

10.2 Angesichts der heutigen Lage in Guinea kann nicht von einer Situa-

tion allgemeiner Gewalt oder von kriegerischen oder bürgerkriegsähnli-

chen Verhältnissen im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AIG gesprochen werden, 

welche für den Beschwerdeführer eine konkrete Gefährdung darstellen 

würden. 

10.3  

10.3.1 Hinsichtlich der psychischen Erkrankung des Beschwerdeführers ist 

darauf hinzuweisen, dass wegen gesundheitlicher Probleme eines abge-

wiesenen Asylbewerbers nur dann auf Unzumutbarkeit des Wegweisungs-

vollzugs geschlossen werden kann, wenn eine notwendige medizinische 

Behandlung im Heimatland nicht zur Verfügung steht und die Rückkehr zu 

einer raschen und lebensgefährdenden Beeinträchtigung des Gesund-

heitszustandes der betroffenen Person führt. Dabei wird als wesentlich die 

allgemeine und dringende medizinische Behandlung erachtet, welche zur 

Gewährleistung einer menschenwürdigen Existenz absolut notwendig ist. 

Unzumutbarkeit liegt jedenfalls dann nicht vor, wenn im Heimat- oder Her-

kunftsstaat eine nicht dem schweizerischen Standard entsprechende me-

dizinische Behandlung möglich ist. Wenn die notwendige Behandlung im 

Heimat- oder Herkunftsstaat sichergestellt ist, ist der Vollzug der Wegwei-

sung als zumutbar zu beurteilen (vgl. BVGE 2011/50 E. 8.3, 2009/2 

E. 9.3.2). 

10.3.2 Den beim SEM zu den Akten gereichten medizinischen Berichten 

(vgl. SEM-act. 32/23) zufolge wurde für den Beschwerdeführer zunächst 

die Diagnose einer schweren depressiven Episode mit psychotischen 

Symptomen (mögliches Cotard-Syndrom) gestellt. Gemäss dem zuletzt 

eingereichten Bericht der (…) vom 9. September 2025 leidet er aktuell an 

einer leichten depressiven Episode mit gedrückter Stimmung, verminder-

tem Interesse und Antrieb sowie erhöhter Müdigkeit; eine mögliche Post-

traumatische Belastungsstörung (PTBS) konnte von den behandelnden 

Ärzten nicht abschliessend beurteilt werden. Eine akute Selbst- oder 

Fremdgefährdung sowie Suizidgedanken seien nicht vorhanden. Zur Be-

E-4451/2025 

Seite 16 

handlung werde ihm Sertralin und Olanzapin verschrieben. Aus dem aktu-

ellen Bericht geht weiter hervor, dass eine ambulant integrierte psychiatri-

sche Behandlung angezeigt sei. 

10.3.3 Dem Beschwerdeführer ist darin zuzustimmen, dass das öffentliche 

Gesundheitssystem in Guinea bezüglich Kapazität und Infrastruktur ge-

wisse Mängel aufweist und die medizinische Behandlung nicht dem 

schweizerischen Standard entspricht. Das Bundesverwaltungsgericht geht 

in seiner Rechtsprechung jedoch davon aus, dass in Guinea die medizini-

sche – insbesondere auch medikamentöse – Grundversorgung gewähr-

leistet ist (vgl. Urteile des BVGer D-1770/2025 vom 1. April 2025 E. 8.3 

sowie D-4609/2018 vom 21. November 2018 E. 6.3) und psychische res-

pektive psychiatrische Beschwerden in der Art, wie sie beim Beschwerde-

führer aktuell diagnostiziert werden, in Guinea grundsätzlich behandelbar 

sind (vgl. Urteile des BVGer D-3528/2025 vom 21. Mai 2025 E. 9.4  

[Depression], E-2164/2025, E-2267/2025 vom 30. Mai 2025 E. 7.4 [PTBS, 

mittelschwere depressive Episode, wiederkehrende Angstzustände],  

D-4909/2019 vom 11. Oktober 2021 E. 8 [PTBS, wiederkehrende depres-

sive Störung, dauerhaften Persönlichkeitsveränderung nach einer Kata-

strophenerfahrung und einer Vorgeschichte mit anderen Risikofaktoren]). 

10.3.4 In F._______, wo der Beschwerdeführer vor seiner Ausreise gelebt 

hat, ist die Behandlung von psychiatrischen Leiden – trotz der begrenzten 

Anzahl von Psychiaterinnen und Psychiatern – grundsätzlich möglich, ins-

besondere in der psychiatrischen Abteilung des (…) (vgl. Urteile des BVGer 

D-4251/2021 vom 24. März 2025 E. 9.5 sowie D-3434/2020 vom 16. Mai 

2023 E. 8.5.3). 

10.3.5 Eines der beiden dem Beschwerdeführer verschriebenen Medika-

mente (Olanzapin) steht in Guinea offenbar in verschiedenen Packungs-

grössen zur Verfügung (vgl. MINISTÈRE DE LA SANTÉ DE GUINÉE, Liste nati-

onale des médicaments essentiels, 7ème Edition Année 2021, < https://por-

tail.sante.gov.gn/wp-content/uploads/2022/12/LISTE-NATIONALE-DE-ME 

DICAMENTS-ESSENTIELS-REVISEE-07_10_2021-VF.pdf >, abgerufen 

am 18.11.2025); das Gericht geht angesichts der Versorgungslage in Gui-

nea und seiner erwähnten Rechtsprechung zur Behandelbarkeit psychi-

scher Erkrankungen davon aus, dass sich beim anderen Medikament (das 

Antidepressivum Sertralin) nötigenfalls vor Ort Generika oder geeignete 

Substitute finden lassen werden. 

E-4451/2025 

Seite 17 

10.3.6 Wie von der Vorinstanz zutreffend festgehalten, steht es dem Be-

schwerdeführer zudem frei, bei Bedarf medizinische Rückkehrhilfe zu be-

antragen (Art. 93 Abs. 1 Bst. d AsylG und Art. 75 der Asylverordnung 2 

über Finanzierungsfragen vom 11. August 1999 [AsylV 2, SR 142.312]). 

10.3.7 Unter den gegebenen Umständen ist nicht von einer anhaltenden 

medizinischen Notlage auszugehen, die eine menschenwürdige Existenz 

verunmöglichen würde; dies umso weniger als aus den Akten ersichtlich 

ist, dass sich der psychische Gesundheitszustand des Beschwerdeführers 

aufgrund der regelmässigen Einnahme der verschriebenen Medikamente 

verbessert hat. 

10.4 Schliesslich handelt es sich beim Beschwerdeführer um einen körper-

lich gesunden Mann, der eine schulische Bildung genossen hat und ge-

mäss seinen Angaben in der Anhörung zu den Asylgründen ebenfalls über 

Berufserfahrung verfügt. Es ist des Weiteren davon auszugehen, dass er 

über ein tragfähiges Beziehungsnetz im Heimatstaat verfügt, das ihm bei 

seiner Wiedereingliederung behilflich sein kann. 

10.5 Nach dem Gesagten ist in Übereinstimmung mit den vorinstanzlichen 

Erwägungen festzuhalten, dass der Beschwerdeführer bei der Rückkehr 

nicht in eine existenzdrohende Situation geraten wird. Die Erwägungen der 

Vorinstanz sind zu bestätigen. Der Vollzug der Wegweisung erweist sich 

somit auch in individueller Hinsicht als zumutbar. 

11.  

Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständigen 

Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reise-

dokumente zu beschaffen (vgl. Art. 47 Abs. 1 AsylG und dazu auch BVGE 

2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu 

bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

12.  

Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht 

als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der vor-

läufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

13.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt und – soweit diesbezüglich überprüfbar – ange-

messen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

E-4451/2025 

Seite 18 

14.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Beschwerde-

führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Nachdem der Instruktionsrich-

ter sein Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung ge-

mäss Art. 65 Abs. 1 VwVG mit Zwischenverfügung vom 15. Juli 2025 gut-

geheissen hat und den Akten keine Hinweise auf eine massgebende Ver-

änderung seiner finanziellen Verhältnisse zu entnehmen sind, ist auf eine 

Kostenauflage zu verzichten. 

15.  

15.1 Mit Zwischenverfügung vom 15. Juli 2025 wurde auch das Gesuch 

um amtliche Verbeiständung grundsätzlich gutgeheissen und der Be-

schwerdeführer wurde aufgefordert, innert vorgegebener Frist einen 

Rechtsbeistand gemäss Art. 102m AsylG zu benennen. 

15.2 Mit fristgerechter Eingabe vom 30. Juli 2025 wurde durch Rechtsan-

wältin Fabienne Edelmann die Mandatsübernahme angezeigt. Gestützt auf 

Art. 102m Abs. 1 Bst. a AsylG ist damit das Gesuch um amtliche Verbei-

ständung gutzuheissen und antragsgemäss Rechtsanwältin Edelmann als 

amtliche Rechtsbeiständin beizuordnen. 

15.3 Dieser ist demnach durch das Gericht ein Honorar für ihre notwendi-

gen Aufwendungen im Beschwerdeverfahren auszurichten. Bei amtlicher 

Vertretung geht das Bundesverwaltungsgericht in der Regel von einem 

Stundenansatz von Fr. 200.– bis Fr. 220.– für Anwältinnen und Anwälte 

(Art. 12 i.V.m. Art. 10 Abs. 2 des Reglements vom 21. Februar 2008 über 

die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[VGKE; SR 173.320.2]). 

15.4 Die Rechtsbeiständin hat keine Kostennote zu den Akten gereicht, 

weshalb das Honorar aufgrund der Akten festzulegen ist (Art. 14 Abs. 2 

in fine VGKE). Die Vertretungshandlungen beschränkten sich vorliegend 

auf die Einreichung einer kurzen Replik und das Nachreichen eines medi-

zinischen Berichts. Unter Berücksichtigung der hierfür notwendigen Vorbe-

reitungshandlungen (insbes. Aktenstudium) ist das Honorar der Rechtsbei-

ständin auf insgesamt Fr. 500.– (inkl. Auslagen) festzusetzen. 

 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

E-4451/2025 

Seite 19 

 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Das Gesuch um unentgeltliche Verbeiständung wird gutgeheissen und 

Rechtsanwältin Fabienne Edelmann wird als amtliche Rechtsbeiständin 

des Beschwerdeführers eingesetzt. 

4.  

Der Rechtsbeiständin wird zulasten der Gerichtskasse ein Honorar von 

Fr. 500.– zugesprochen. 

5.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Markus König Michelle Truffer 

 

 

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