# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 78799fdf-15e0-58da-9bf4-d21ac472b524
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-09-27
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 27.09.2017 LC160048
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LC160048_2017-09-27.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Zivilkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: LC160048-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichterin Dr. L. Hunziker Schnider, Vorsitzende, Oberrichterin 

Dr. D. Scherrer und Oberrichter lic. iur. M. Spahn sowie Gerichts-

schreiberin lic. iur. N. Gerber 

Urteil vom 27. September 2017 

 

in Sachen 

 
A._____,  

Beklagte, Berufungsklägerin und Anschlussberufungsbeklagte 

 

unentgeltlich vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 
B._____,  

Kläger, Berufungsbeklagter und Anschlussberufungsbeklagter 

 

unentgeltlich vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ 

 

sowie 

 

C._____,  

Verfahrensbeteiligter und Anschlussberufungskläger 

 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Z._____,  

 

betreffend Ehescheidung 
 

- 2 - 

Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts im ordentlichen Verfahren am 
Bezirksgericht Zürich, 10. Abteilung, vom 7. Juli 2016 (FE120642-L) 

- 3 - 

Schlussanträge des Klägers (Urk. 115 S. 2 ff., Urk. 187 S. 1): 

"1. Es sei die am tt. August 2004 in D._____ [Ortschaft] geschlosse-
ne Ehe der Parteien gestützt auf Art. 114 ZGB zu scheiden. 

 2. Das eheliche Kind, C._____, geb. tt.mm.2006, sei unter die allei-
nige elterliche Sorge des Klägers zu stellen. 

 3.a) Das eheliche Kind, C._____, geb. tt.mm.2006, sei unter der allei-
nigen Obhut des Klägers zu belassen.  

    b) Die Beklagte sei für berechtigt und verpflichtet zu erklären, das 
eheliche Kind, C._____, wie folgt auf eigene Kosten zu sich oder 
mit sich zu Besuch zu nehmen: 

 aa) jeweils an den Wochenenden der ungeraden Kalenderwo-
chen, am Freitag nach Beendigung des Schulunterrichts, 
bzw. an schulfreien Tagen ab 18.00 Uhr, bis Sonntag, 
18.00 Uhr, wobei die Beklagte den ehelichen Sohn am Frei-
tag nach der Schule abzuholen und am Sonntag Abend zu 
seinem Wohnort beim Kläger zu bringen hat; 

 bb) in den Jahren mit gerader Jahreszahl über die Osterfeierta-
ge (Donnerstag, 18.00 Uhr, bis Montag, 18.00 Uhr) sowie an 
Weihnachten vom 24. Dezember, 12.00 Uhr, bis 25. De-
zember, 18.00 Uhr; 

 cc) in den Jahren mit ungerader Jahreszahl über die Pfingstfei-
ertrage (Freitag, 18.00 Uhr, bis Montag, 18.00 Uhr) sowie an 
Weihnachten vom 25. Dezember, 12.00 Uhr, bis 26. De-
zember, 18.00 Uhr) und an Neujahr vom 31. Dezember, 
12.00 Uhr, bis 2. Januar, 18.00 Uhr); 

 dd) jährlich während insgesamt fünf Wochen, nämlich je in der 
ersten Woche der Sport-, Frühlings- und Herbstschulferien 
des ehelichen Sohnes, sowie während den ersten beiden 
Wochen der Sommerschulferien des ehelichen Sohnes. 

  Das Ferienbesuchsrecht beginnt jeweils am dem Montag 
des Schulferienbeginns vorausgehenden Samstag, 
12.00 Uhr, und endet am darauffolgenden Samstag, 
18.00 Uhr; 

 ee) Ferner sei festzuhalten, dass nicht wahrgenommene Wo-
chenendbesuchstage und/oder Ferienbesuchswochen nicht 
kompensiert werden können, und dass das Ferienbesuchs-
recht nur wochenweise ausgeübt werden kann; 

 4. Es sei die für den ehelichen Sohn C._____ errichtete Beistand-
schaft aufzuheben. 

 5.a) Die Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger für die Kosten des Unter-
halts, Pflege und Betreuung des ehelichen Kindes monatliche, jeweils 
per Ersten eines jeden Monats im Voraus zahlbare Unterhaltsbeiträge 

- 4 - 

von je CHF 1'000.– (jeweils zuzüglich allfällige gesetzliche und vertrag-
liche Kinder- und/oder Ausbildungszulagen) zu bezahlen, erstmals 
zahlbar per Ersten des dem Eintritt des Scheidungsurteils folgenden 
Monats bis zum Erreichen der Mündigkeit, spätestens bis zum Eintritt 
des ehelichen Sohnes in die volle Erwerbsfähigkeit, bzw. bis zum Ab-
schluss einer angemessenen Erstausbildung. 

    b) Sodann sei die Beklagte zu verpflichten, ausserordentliche Auslagen 
für den ehelichen Sohn (z.B. für medizinisch erforderliche Operationen, 
Zahnkorrekturen, schulische Stütz- und Fördermassnahmen etc.) zur 
Hälfte zu bezahlen, sofern und soweit nicht Dritte, insbesondere Versi-
cherungen oder das Gemeinwesen, für diese Kosten aufkommen, bzw. 
aufzukommen hätten. 

 6. Die Kinderunterhaltsbeiträge gemäss Ziff. 5 lit. a) seien gerichtsüblich 
zu indexieren, wobei eine Anpassung an den veränderten Landesindex 
erstmals per 1. Januar 2017 zu erfolgen habe. 

 7. Die Erziehungsgutschriften der AHV gemäss Art. 52 f Abs. 2bis AHVV 
sollen den Parteien bis 31. Mai 2014 je zur Hälfte, ab 1. Juni 2014 voll-
umfänglich dem Kläger angerechnet werden. 

 8. Es sei davon Vormerk zu nehmen, dass sich die Parteien gegenseitig 
keine nachehelichen Unterhaltsbeiträge i.S.v. Art. 125 ZGB schulden. 

 9. Es sei nach der Edition der vollständigen Unterlagen betreffend die 
Vermögenssituation der Parteien per tt.08.2004 (Heirat) und 
14.10.2008 (Anordnung der Gütertrennung) die güterrechtliche Ausei-
nandersetzung vorzunehmen. 

10.a) Es sei gestützt auf Art. 122 ZGB die je hälftige Aufteilung der von den 
Parteien während der Ehe geäufneten Guthaben aus beruflicher Vor-
sorge vorzunehmen. 

     b) Es sei die Pensionskasse der Beklagten nach Eintritt der Rechtskraft 
des Scheidungsurteils anzuweisen, ab deren Vorsorgekonto einen 
nach Einsichtnahme in die von der Beklagten zu edierenden massgeb-
lichen Unterlagen zu bestimmenden Betrag auf das Freizügigkeitskonto 
des Klägers (Kto.Nr. 1) bei der Stiftung Auffangeinrichtung BVG, 
Zweigstelle Deutschschweiz, … [Adresse] (BIC/SWIFT: …; IBAN: CH 
1) zu überweisen. 

11. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen, zzgl. 8,0% MWST, zu-
lasten der Beklagten." 

 
 

Schlussanträge der Beklagten (Urk. 189 S. 1 ff.; Urk. 207 S. 1 f.):  

"1. Es sei die Ehe der Parteien gestützt auf Art. 114 ZGB zu schei-
den; 

- 5 - 

 2. es sei das aus der Ehe hervorgegangene Kind C._____, geb. 
tt.mm.2006, unter der gemeinsamen elterlichen Sorge der Eltern 
zu belassen, jedoch mit der Einschränkung, dass der Beklagten 
über Belange der Gesundheit und Schule und dem Kläger über 
Belange der Freizeit das alleinige Entscheidungsrecht übertragen 
wird; 

 eventualiter sei der Beklagten das alleinige Sorgerecht zuzuteilen; 
 Sollte das Gericht wider Erwarten die elterliche Sorge einem El-

ternteil zuteilen, so ist die alleinige elterliche Sorge einzuschrän-
ken und es [ist] dem Elternteil mit der alleinigen Sorge das Auf-
enthaltsbestimmungsrecht nach Art. 310 Abs. 1 ZGB zu entzie-
hen.  

 3. es sei C._____, geb. tt.mm.2006, 

 a) unter die alleinige Obhut der Beklagten zu stellen, 
 b) eventualiter sei C._____ unter die alternierende Obhut der El-

tern zu stellen und es sei festzuhalten, dass C._____ seinen 
Wohnsitz bei der Beklagten hat und auch dort zur Schule geht; 

 4. a) es sei der Kläger für berechtigt zu erklären, C._____ wie folgt 
auf eigene Kosten zu sich oder mit sich auf Besuch zu nehmen: 

− jeweils an den Wochenenden der ungeraden Kalender-
wochen, am Freitag nach Beendigung des Schulunter-
richts, bzw. an schulfreien Tagen ab 18.00 Uhr, bis Sonn-
tag, 18.00 Uhr, wobei der Kläger C._____ am Freitag 
nach der Schule abzuholen und am Sonntagabend zu 
seinem Wohnort bei der Beklagten bringen soll; 

− in den Jahren mit ungerader Jahreszahl über die Oster-
feiertage (Donnerstag, 18.00 Uhr, bis Montag, 18.00 Uhr) 
sowie an Weihnachten vom 25. Dezember, 12.00 Uhr, bis 
26. Dezember, 18.00 Uhr, und an Neujahr vom 31. De-
zember, 12.00 Uhr bis 2. Januar, 18.00 Uhr; 

− in den Jahren mit gerader Jahreszahl über die Pfingstfei-
ertage (Freitag, 18.00 Uhr bis Montag, 18.00 Uhr) sowie 
an Weihnachten vom 24. Dezember, 12.00 Uhr bis 
25. Dezember, 18.00 Uhr; 

− jährlich während insgesamt fünf Wochen Ferien, nämlich 
je in der zweiten Woche der Sport-, Frühlings- und 
Herbstschulferien sowie während der letzten beiden Wo-
chen der Sommerschulferien von C._____. Das Ferien-
besuchsrecht soll jeweils an dem Montag des Schulferi-
enbeginns vorausgehenden Samstag, 12.00 Uhr, und am 
darauffolgenden Samstag, 18.00 Uhr enden; 

  Ferner sei festzuhalten, dass nicht wahrgenommene Wo-
chenendbesuchstage und/oder Ferienbesuchswochen nicht 

- 6 - 

kompensiert werden können, und dass das Ferienbesuchs-
recht nur wochenweise ausgeübt werden kann. 

 b) eventualiter sei für C._____ ein Betreuungsmodel vorzusehen, 
wonach er alternierend eine Woche beim Kläger und eine Woche 
bei der Beklagten verbringt, wobei der Wechsel jeweils am Sonn-
tagabend stattfinden soll; 

− es sei vorzusehen, dass C._____ jeweils in den Jahren 
mit gerader Jahreszahl jeweils die geraden Wochen mit 
dem Kläger und die ungeraden Wochen mit der Beklagten 
und in den Jahren mit ungerader Jahreszahl jeweils die 
ungeraden Wochen mit dem Kläger und die geraden Wo-
chen mit der Beklagten verbringt (inkl. Feiertage, wobei 
vorzusehen ist, dass derjenige Elternteil dessen Wochen-
betreuung nicht in die Weihnachtswoche fällt, mit C._____ 
den zweiten Weihnachtstag 25./26. Dezember verbringen 
darf); 

− es sei vorzusehen, dass C._____ jeweils in den Jahren 
mit gerader Jahreszahl jeweils die erste Hälfte aller Ferien 
(Winter-, Frühling-, Sommer-, Herbst- und Weihnachtsfe-
rien) mit dem Kläger und die zweite Hälfte mit der Beklag-
ten und in den Jahren mit ungerader Jahreszahl jeweils 
die erste Hälfte aller Ferien (dito.) mit der Beklagten und 
die zweite Hälfte mit dem Kläger verbringt, wobei der 
Wechsel am Sonntagabend bei gerader Ferienwochen-
zahl und am Mittwochabend bei ungerader Ferienwo-
chenzahl stattfinden soll; 

 Sollte das Gericht dem Kläger die Obhut zuteilen, so ist die Be-
klagte neben einem Besuchsrecht analog Antrag 4.a) […] berech-
tigt zu erklären, C._____ an den Wochenenden von Donnerstag 
nach Schulschluss bis Montag Schulbeginn zu betreuen. 

 5. es sei die Beistandschaft aufzuheben, 

 eventualiter sei die Beistandschaft weiterzuführen; 
 6. a) es sei der Kläger zu verpflichten, der Beklagten an die Kosten 

des Unterhalts und der Erziehung von C._____ monatliche, je-
weils im Voraus zahlbare Unterhaltsbeiträge von mind. 
CHF 500.00 zzgl. allfällige gesetzliche/und oder vertragliche Kin-
der- und oder Ausbildungszulagen zu bezahlen; zahlbar bis zum 
Abschluss einer angemessenen Erstausbildung, zahlbar an die 
Beklagte, solange C._____ bei ihr lebt und keine eigenen An-
sprüche stellt; 

 Dieser Unterhaltsbeitrag sei gerichtsüblich zu indexieren; 

 Die Erziehungsgutschriften der AHV gemäss Art. 52f Abs. 2bis 
AHVV seien aufgrund der alleinigen Obhut der Beklagten anzu-
rechnen; 

- 7 - 

 b) eventualiter seien die Parteien zu verpflichten, die jeweils wäh-
rend der eigenen Betreuungszeit von C._____ anfallenden Kos-
ten selber zu bezahlen mit Ausnahme der folgenden Kosten: 

− Krankenkasse KVG: Beklagte 

− Krankenkasse VVG: Beklagte 

− Zahnzusatzversicherung: Beklagte 

− Selbstbehalte Arzt/Zahnarzt: Beklagte 

− Schule E.______: Beklagte 

− Mobilität: Kläger 

− ein Hobby: Kläger 

− übrige Schulen / ausserordentliche Auslagen: je hälftig 
 Die Erziehungsgutschriften der AHV gemäss Art. 52f Abs. 2bis 

AHVV seien beiden Eltern je zur Hälfte anzurechnen; 
 7. es seien keine persönlichen Unterhaltsbeiträge nach Art. 125 

ZGB zuzusprechen; 
 8. der Kläger sei zu verpflichten, 
 sein Einverständnis zu geben, damit die von der Beklagten vorfi-

nanzierten Rechnungen von Dr. F._____ über insgesamt 
CHF 2'784.95 betreffend Behandlungen von C._____ in der Zeit 
vom 13.9.-6.12.2012 von der G._____ an die Beklagte rückvergü-
tet werden können; 

 seine Betreibung Nr. … (act. 116/25) löschen zu lassen; 

 der Beklagten als güterrechtlichen Ausgleich den Betrag von 
CHF 23'713.55 zahlbar innert 30 Tagen nach Rechtskraft des 
Scheidungsurteils zu bezahlen; 

 9. es sei die je hälftige Teilung der von den Parteien während der 
Ehedauer (Eheschliessung bis Einleitung des Scheidungsverfah-
rens) angesparten Guthaben der beruflichen Vorsorge anzuord-
nen; 

10. alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. 8% MwSt. zu 
Lasten des Klägers." 

Schlussanträge der Vertretung des verfahrensbeteiligten Kindes 
(Urk. 211 S. 1): 

"1. Sofortige Scheidung der Parteien. 

 2. Alleinige Obhut dem Kläger; Besuchsrecht der Beklagten, wie ak-
tuell. 

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 3. Gemeinsame elterliche Sorge, bei alleiniger Sorge des Klägers in 
gesundheitlichen Belangen des Kindes sowie im Freizeitbereich; 
dagegen alleinige Sorge der Beklagten in schulischer Hinsicht. 

 4. Weiterführung der Beistandschaft. 
 5. Entschädigung des Kinderanwalts gemäss den beiden Honorar-

noten (vom 16.3.16 und der noch ausstehendenden)." 
 

Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 10. Abteilung - Einzelgericht, vom 
7. Juli 2016 (Urk. 215 = Urk. 225): 

1. Die Ehe der Parteien wird geschieden. 

2. Der gemeinsame Sohn der Parteien, C._____, geboren am tt.mm.2006, wird 

unter die alleinige Sorge und Obhut des Klägers gestellt. 

3. Der Antrag der Beklagten auf Einschränkung des Sorgerechts mit Bezug auf 

das Aufenthaltsbestimmungsrecht wird abgewiesen. 

4. Der persönliche Kontakt der Beklagten zu C._____ (auf eigene Kosten) und 

damit ihr Betreuungsrecht (resp. ihre Betreuungspflicht) wird wie folgt festge-

legt: 

Die Beklagte ist berechtigt und verpflichtet, C._____ 

a) jeweils an den Wochenenden der ungeraden Kalenderwochen, begin-

nend am Freitag nach Schulende bzw. an schulfreien Tagen um 18:00 

Uhr und endend am Montagmorgen vor Schulbeginn bzw. an schul-

freien Tagen um 9:00 Uhr, 

b) in den Jahren mit gerader Jahreszahl über die Osterfeiertage (Don-

nerstag, 18:00 Uhr, bis Montag, 18.00 Uhr, sowie an Weihnachten 

(24. Dezember 12:00 Uhr bis 26. Dezember 18:00 Uhr),  

c) in den Jahren mit ungerader Jahreszahl über die Pfingstfeiertage (Frei-

tag, 18:00 Uhr bis Montag, 18:00 Uhr) sowie an Neujahr (31. Dezem-

ber, 12:00 Uhr, bis 2. Januar, 18:00 Uhr), sowie 

- 9 - 

d) in den Jahren mit ungerader Jahreszahl am tt.mm, Geburtstag von 

C._____, unter Beachtung der Schulpflicht, und 

e)  jährlich während insgesamt fünf Wochen, nämlich je in der ersten Wo-

che der Sport-, Frühlings- und Herbstschulferien und während der ers-

ten beiden Wochen der Sommerschulferien von C._____, beginnend 

jeweils am dem Montag des Schulferienbeginns vorausgehenden 

Samstag, 12:00 Uhr, und endend am darauffolgenden (resp. im Som-

mer am übernächsten) Samstag, 12:00 Uhr, 

zu sich zu nehmen und zu betreuen. 

Es wird festgestellt, dass das ordentliche Betreuungs- und Kontaktrecht der 

Beklagten an den genannten Wochenenden während der Schulferien sowie 

der Feiertage zugunsten der speziellen Ferien- und Feiertagsregelung ruht. 

Es kann weder vor- noch nachgeholt werden. Das Ferienbetreuungsrecht 

wird nur wochenweise ausgeübt. 

5. Die mit Verfügung vom 27. Oktober 2008 angeordnete und mit den Verfü-

gung vom 18. Dezember 2008 und 5. Mai 2010 angepasste Beistandschaft 

im Sinne von Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB wird weitergeführt. Die Beistands-

person hat neu folgende Aufgaben zu erfüllen: 

a) Ansprechperson sein für beide Eltern, vor allem auch für den Kläger, 

um ihm bei Problemen von C._____ mit Rat und Tat - wo nötig auch in 

Erziehungsfragen - zur Seite zu stehen, 

b) Vermittlung im Interesse von C._____ bei Streitigkeiten zwischen den 

Eltern, 

c) Kontaktperson sein auch für C._____ persönlich, 

d) Ansprechperson sein für die Schulbehörden, falls sich bei C._____ 

gravierende Probleme einstellen sollten, 

- 10 - 

e) Zusammen mit der KESB (der Stadt Zürich) allenfalls nötige Mass-

nahmen ergreifen, sollte dies künftig zum Wohl von C._____ erforder-

lich sein, 

f) Regelmässig Kontakt zu C._____ und beiden Eltern halten (mind. ein-

mal jährlich ein Besuch) 

Die Kindes- und Erwachsenenbehörde der Stadt Zürich wird darum ersucht, 

die bisherige Beiständin, H._____, Sozialzentrum I._____, abzulösen und 

eine neue Beistandsperson zu ernennen. 

6. Es wird vorgemerkt, dass die Erziehungsgutschriften gemäss AHVV ab Zeit-

punkt der Rechtskraft dieses Urteils zufolge Zuteilung der alleinigen Sorge 

dem Kläger zustehen. 

7. Es wird weiter vorgemerkt, dass beide Parteien auf persönlichen nacheheli-

chen Unterhalt verzichtet haben. 

8. Die Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger an die Kosten des Unterhalts und 

der Erziehung des Sohnes einen Unterhaltsbeitrag von Fr. 400.00 (zuzüglich 

allfällige gesetzliche oder vertragliche Familien-, Kinder- und/oder Ausbil-

dungszulagen) bis zum ordentlichen Abschluss einer angemessenen 

Erstausbildung des Sohnes (auch über die Volljährigkeit hinaus) zu bezah-

len, zahlbar jeweils auf den Ersten eines jeden Monats. 

Erhöht die Beklagte ihr derzeitiges Arbeitspensum von 40 % so erhöht sich 

der Kinderunterhaltsbeitrag wie folgt: 

Ab Arbeitspensum   60%: Fr. 600.00 (zuzüglich Kinderzulagen) 

Ab Arbeitspensum   80%: Fr. 800.00 (zuzüglich Kinderzulagen) 

Ab Arbeitspensum 100%: Fr. 1'000.00 (zuzüglich Kinderzulagen) 

Die Beklagte wird verpflichtet, ein Änderung ihres Arbeitspensums dem Klä-

ger umgehend schriftlich mitzuteilen.  

- 11 - 

9. Die Parteien werden antragsgemäss verpflichtet, ausserordentliche Kinder-

kosten (mehr als CHF 300.– pro Ausgabeposition, z.B. Zahnarztkosten, Kos-

ten für schulische Förderungsmassnahmen, gesundheitliche Massnahmen 

etc.) je zur Hälfte zu übernehmen, sofern und soweit nicht Dritte, insbeson-

dere Versicherungen oder das Gemeinwesen, für diese Kosten aufkommen 

bzw. hätten aufkommen müssen. Voraussetzung für die hälftige Kostentra-

gung ist, dass sich die Parteien vorgängig über die ausserordentliche Aus-

gabe geeinigt haben. Kommt keine Einigung zustande, so trägt der veran-

lassende Elternteil die entsprechende Ausgabe einstweilen allein; die ge-

richtliche Geltendmachung der Kostenbeteiligung für absolut notwendige 

Ausgaben bleibt vorbehalten. 

10. Die Unterhaltsbeiträge gemäss Dispositivziffer 8 basieren auf dem Landes-

index der Konsumentenpreise des Bundesamtes für Statistik, Stand Ende 

Mai 2016 von 100,6 Punkten (Basis Dezember 2015 = 100 Punkte). Sie sind 

jeweils auf den 1. Januar eines jeden Jahres, erstmals auf den 1. Januar 

2017, dem Stand des Indexes per Ende November des Vorjahres anzupas-

sen. Die Anpassung erfolgt nach folgender Formel: 

Neuer Unterhaltsbeitrag  = 
alter Unterhaltsbeitrag  x  neuer Index 

100,6 

Weist die zu Unterhaltsleistungen verpflichtete Partei nach, dass sich ihr 

Einkommen nicht im Umfange der Teuerung erhöht, so werden die Unter-

haltsbeiträge gemäss Dispositivziffer 8 nur proportional zur tatsächlichen 

Einkommenssteigerung angepasst. 

Fällt der Index unter den Stand von Ende Mai 2016 berechtigt dies nicht zu 

einer Herabsetzung der Unterhaltsbeiträge. 

11. Die von den Parteien am 1. Juni 2016 abgeschlossene Teilvereinbarung 

wird genehmigt. Sie lautet wie folgt: 

 
"1. Nachehelicher Unterhalt 
 
Die Parteien verzichten gegenseitig auf nachehelichen Unterhalt im Sinne von Art. 125 
ZGB. 

- 12 - 

 
 
2. Vorsorgeausgleich 
 
Die klägerische Partei verpflichtet sich, der beklagten Partei von ihrem während der Ehe 
geäufneten Vorsorgeguthaben den Betrag von CHF 6'000.– auf das Konto der beklagten 
Partei bei der Helvetia Sammelstiftung zu übertragen. 
 
 
3. Güterrecht 
 
In güterrechtlicher Hinsicht treffen die Parteien folgende Regelung: 
 
Jede Partei behält, was sie zurzeit besitzt respektive was auf ihren Namen lautet. Die Par-
teien sind per heutigem Datum gegenseitig vollständig auseinandergesetzt. Dies gilt insbe-
sondere auch für sämtliche bis dato staatlich nicht bevorschussten Unterhaltsbeiträge. 
 
 
4. Betreibung 
 
Die klägerische Partei verpflichtet sich, die im Zusammenhang mit ausstehenden Unter-
haltsbeiträgen gegen die beklagte Partei eingeleiteten Betreibungen zurückzuziehen und 
daraus resultierende Einträge bis spätestens Ende Juli 2016 löschen zu lassen. 
 
 
5. Krankenkasse 
 
Die Parteien beantragen dem Gericht, dass die Krankenkasse G._____ anzuweisen ist, all-
fällige aus den Jahren 2012/2013 stammende Guthaben aus noch einzureichenden Rech-
nungen im Zusammenhang mit medizinischen Behandlungen von C._____ auf ein von der 
beklagten Partei noch zu bezeichnendes Konto direkt auszubezahlen." 
 

12. Die Stiftung Auffangeinrichtung BVG wird angewiesen, mit Rechtskraft des 

Scheidungsurteils vom Freizügigkeitskonto Nr. 1 des Klägers (AHV-Nr. 1) Fr. 

6'000.00 auf das Vorsorgekonto der Beklagten (AHV-Nr. 2, Vertrag-Nr. …., 

Police-Nr. …) bei der Helvetia Sammelstiftung für Personalvorsorge (IBAN: 

…) zu überweisen. 

13. Der Kindesvertreter, Rechtsanwalt lic. iur. Z._____, wird für seine Bemühun-

gen und Barauslagen aus der Gerichtskasse mit Fr. 24'779.00 entschädigt. 

14. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: 

- 13 - 

Fr. 13'000.00 ; die Barauslagen betragen: 

Fr. 931.25 Dolmetscherkosten 

Fr. 4'904.90 Gutachten/Expertisen 

Fr. 24'779.00 Kosten Kindesvertreter 

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

15. Die gesamten Gerichtskosten (inklusive diejenigen für den Kindesvertreter) 

werden den Parteien je zur Hälfte auferlegt. Die Kosten werden zufolge der 

den Parteien gewährten unentgeltlichen Rechtspflege einstweilen auf die 

Staatskasse genommen. Die Parteien werden auf die Nachzahlungspflicht 

gemäss Art. 123 ZPO hingewiesen. 

16. Prozessentschädigungen werden keine zugesprochen. 

17. Schriftliche Mitteilung an 

− die Parteien (je als Gerichtsurkunde) 

− den Kinderanwalt 
− die Beiständin, H._____, c/o Sozialzentrum I._____, im Dispositiv vor-

ab als Information 

− die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde der Stadt Zürich, im Dis-
positiv vorab als Information 

− die Schulleitung (J._____) der Schule K._____ im Dispositiv, vorab als 
Information 

sowie nach Eintritt der Rechtskraft an 

− das für Zürich zuständige Zivilstandsamt mit Formular 
− das Personenmeldeamt der Stadt Zürich, Kreisbüro 1, Stadthausquai 

17, Stadthaus, Postfach, 8022 Zürich mit Formular 

− das Migrationsamt des Kantons Zürich 
− an die Stiftung Auffangeinrichtung BVG (im Auszug gemäss Dispositiv-

Ziffern 1 und 12 des Urteils), 
− die Beiständin, H._____, c/o Sozialzentrum I._____, mit speziellem 

Hinweis betreffend Eintritt der Rechtskraft 

− die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde der Stadt Zürich, mit spe-
ziellem Hinweis betreffend Eintritt der Rechtskraft 

− die Schulleitung (J._____) der Schule K._____, im Dispositiv mit spezi-
ellem Hinweis betreffend Eintritt der Rechtskraft 

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18. Eine Berufung gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen von der Zustel-

lung an im Doppel und unter Beilage dieses Entscheids beim Obergericht 

des Kantons Zürich, Zivilkammer, Postfach, 8021 Zürich, erklärt werden. In 

der Berufungsschrift sind die Anträge zu stellen und zu begründen. Allfällige 

Urkunden sind mit zweifachem Verzeichnis beizulegen. 

 
  

Berufungsanträge: 

der Beklagten, Berufungsklägerin und Anschlussberufungsbeklagten (Urk. 224): 
 
"1. Es sei Ziff. 2. des Urteils des Bezirksgerichtes Zürich vom 7. Juli 2016 

(FE120642-L) aufzuheben und es sei der gemeinsame Sohn der Par-
teien, C._____, geboren am tt.mm.2006, unter der gemeinsamen el-
terlichen Sorge der Parteien zu belassen und C._____ sei unter die 
alleinige Obhut des Berufungsbeklagten (Klägers) zu stellen;  

2. Eventualiter sei Ziff. 2. und 3. des Urteils des Bezirksgerichtes Zürich 
vom 7. Juli 2016 (FE120642-L) aufzuheben und es sei der gemeinsa-
me Sohn der Parteien, C._____, geboren am tt.mm.2006, unter der 
gemeinsamen elterlichen Sorge der Parteien zu belassen, wobei die 
alleinige Sorge betr. Schule und Religion der Berufungsklägerin 
(Beklagten) und die alleinige Sorge betr. Freizeit und Gesundheit 
dem Berufungsbeklagten (Kläger) zuzuteilen sei und C._____ unter 
die alleinige Obhut des Berufungsbeklagten (Kläger) zu stellen sei;  

3. Subeventualiter sei Ziff. 3. des Urteils des Bezirksgerichtes Zürich vom 
7. Juli 2016 (FE120642-L) aufzuheben und es [sei] die alleinige elterli-
che Sorge des Berufungsbeklagten (Klägers) mit Bezug auf das Auf-
enthaltsbestimmungsrecht von C._____ einzuschränken, indem der 
Berufungsbeklagte den Aufenthalt von C._____ einzig innerhalb der 
Schulkreise D._____ und L._____ [Kreis der Stadt Zürich] bestimmen 
darf und für die Aufenthaltswechsel ausserhalb dieser Schulkreise 
die Eltern gemeinsam bestimmen, bzw. bei Nichteinigkeit der Eltern die 
Zustimmung der zuständigen Behörde einzuholen sei;  

4. Es sei Ziff. 4 Abs. 2 lit. a) des Urteils des Bezirksgerichtes Zürich vom 
7. Juli 2016 (FE120642-L) aufzuheben und es sei die Berufungskläge-
rin (Beklagte) für berechtigt und verpflichtet zu erklären, C._____ je-
weils an den Wochenenden der ungeraden Kalenderwochen, begin-
nend am Donnerstag nach Schulende bzw. an schulfreien Tagen 
um 18.00 Uhr und endend am Montagmorgen vor Schulbeginn 
bzw. an schulfreien Tagen um 09.00 Uhr, (lit. b)-e) unverändert), zu 
sich zu nehmen und zu betreuen;  

5. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Beru-
fungsbeklagten." 

- 15 - 

 
 
des Klägers, Berufungsbeklagten und Anschlussberufungsbeklagten (Urk. 234): 
 
"1. Es seien die Anträge der Berufungsklägerin vollumfänglich abzuweisen un-

ter gleichzeitiger Bestätigung des angefochtenen Urteils des Einzelgerichts 
o.V. des Bezirks Zürich vom 7. Juli 2016. 

 
2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen, zzgl. 8,0% MWST, zulasten 

der Berufungsklägerin." 
 
 
des verfahrensbeteiligten Kindes und Anschlussberufungsklägers (Urk. 238): 
 
"1. Abweisung der Berufung und Gutheissung der Anschlussberufung 

gem.Ber.antwort S. 11 hinten [Urk. 238 S. 11: "Hingegen möchte C._____, 
dass er jeweils mitbestimmen kann, an welchen Wochenenden das Besuchs-
recht der A._____ ausgeübt werden soll."] 

2. Im übrigen Bestätigung des angefochtenen Urteils.  

3. Entschädigung des Kinderanwalts für das Berufungsverfahren." 
 
der Beklagten, Berufungsklägerin und Anschlussberufungsbeklagten zur An-
schlussberufung (Urk. 249): 
 
"6. Es sei die Anschlussberufung des Kindsvertreters vollumfänglich abzuwei-

sen und es sei Ziff. 4 Abs. 2 lit. a) des Urteils des Bezirksgerichtes Zürich 
vom 7. Juli 2016 (FE120642-L) aufzuheben und es sei die Berufungskläge-
rin (Beklagte) für berechtigt und verpflichtet zu erklären, C._____ jeweils an 
den Wochenenden der ungeraden Kalenderwochen, beginnend am Don-
nerstag nach Schulende bzw. an schulfreien Tagen um 18.00 Uhr und 
endend am Montagmorgen vor Schulbeginn bzw. an schulfreien Tagen 
um 09.00 Uhr, (lit. b)-e) unverändert), zu sich zu nehmen und zu betreuen, 
zudem sei der Kläger zu verpflichten, C._____ jeweils am Donnerstag 
nach Schulende zur Beklagten zu bringen;  

 
7. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. 8% MwSt) zulas-

ten des Berufungsbeklagten."  
 
des Klägers, Berufungsbeklagten und Anschlussberufungsbeklagten zur An-
schlussberufung (Urk. 247): 
 
"Es sei die Anschlussberufung abzuweisen." 
 

- 16 - 

Erwägungen: 

I. 

 1. Die Parteien heirateten am tt. August 2004 in D._____. Aus ihrer Ehe ging 

am tt.mm.2006 der Sohn C._____ (nachfolgend C._____) hervor (Urk. 2). Am 29. 

September 2008 stellte der Kläger beim Bezirksgericht Zürich ein Eheschutzbe-

gehren (Urk. 8/1). Mit Verfügung vom 5. Mai 2010 nahm der Eheschutzrichter da-

von Vormerk, dass die Parteien seit 14. Oktober 2008 auf unbestimmte Zeit ge-

trennt leben, und regelte das Getrenntleben. C._____ wurde unter die Obhut der 

Beklagten gestellt und dem Kläger ein weitgehendes Besuchs- und Betreuungs-

recht eingeräumt, das darin bestand, dass der Kläger in den geraden Wochen des 

Jahres von Montag, 18.00 Uhr, bis Montag der darauffolgenden Woche, 8.30 Uhr, 

die Betreuung des Sohnes übernahm. Zudem wurde die bereits zuvor angeordne-

te Beistandschaft bestätigt und die Aufgaben der Beiständin neu umschrieben 

(Urk. 8/93).  

 2. Gegen diesen Entscheid erhob die Beklagte Rekurs und der Kläger An-

schlussrekurs. Mit Beschluss vom 15. Juli 2011 genehmigte die Kammer eine 

Vereinbarung der Parteien vom 5./7. Juli 2011. Gestützt darauf wurde C._____ 

unter der gemeinsamen Obhut der Parteien belassen, wobei der Kläger wiederum 

berechtigt wurde, C._____ in den geraden Wochen des Jahres zu betreuen. Die 

Betreuung der Ferien, der Besuch des … Kindergartens und der Krippenbesuch 

wurden detailliert geregelt und den Parteien weitere Weisungen erteilt (nach Urk. 

8/100). 

 3. Am 23. Juli 2012 machte der Kläger bei der Vorinstanz die Scheidungs-

klage anhängig. Darin beantragte er, C._____ sei unter Beibehaltung der bisheri-

gen Betreuungsanteile unter der gemeinsamen elterlichen Sorge zu belassen und 

im Eventualfall unter seine elterliche Sorge zu stellen (Urk. 1). Gestützt auf eine 

Gefährdungsmeldung von Dr. F._____ und M._____ vom 23. Juni 2012 (Urk. 

11/1), die von der Beklagten mit der psychologischen Abklärung von C._____ be-

- 17 - 

auftragt worden waren, tätigte die Vorinstanz umfangreiche Abklärungen. Mit Ver-

fügung vom 7. November 2012 wurde Rechtsanwalt Z._____ als Vertreter von 

C._____ bestellt (Urk. 27). Mit Eingabe vom 21. Februar 2013 beantragte der 

Kläger im Sinne vorsorglicher Massnahmen, C._____ sei unter seine alleinige 

Obhut zu stellen und der Beklagten alle zwei Wochen ein Wochenendbesuchs-

recht zu gewähren. Hintergrund des Gesuchs war der Umzug der Beklagten mit 

C._____ von L._____ nach (politisch) N._____ [Ortschaft] bzw. (postalisch) 

O._____ [Ortschaft] (Urk. 44, 45 und 48). Mit Verfügung vom 26. Februar 2013 

wurde der Erlass superprovisorischer Anordnungen betreffend Sorge und Obhut 

abgewiesen und insbesondere der Beklagten die Weisung erteilt, C._____ weiter-

hin in den bisherigen Kindergarten und Kinderhort zu schicken. Am 9. April 2013 

wurde C._____ angehört (Urk. 73). An der Massnahmeverhandlung vom 24. April 

2013 (Prot. I S. 19 ff.) stellte die Beklagte den Antrag, C._____ sei unter ihre al-

leinige Obhut zu stellen und dem Kläger ein zweiwöchentliches Wochenendbe-

suchsrecht zu gewähren (Urk. 79). Der Kläger hielt an seinem Antrag auf Zutei-

lung der Obhut und Einräumung eines Wochenendbesuchsrechts der Beklagten 

fest (Urk. 81). Der Vertreter C._____s beantragte die Beibehaltung der gemein-

samen Sorge und Obhut und die Weiterführung des "eheschutzrichterlichen Mo-

dells" (Urk. 83). Am 10. Mai 2013 wurde die Massnahmeverhandlung fortgesetzt 

(Prot. I S. 35 ff.). Mit Verfügung vom 29. Mai 2013 stellte die Vorinstanz C._____ 

für die weitere Dauer des Scheidungsverfahrens unter die alleinige Obhut des 

Klägers. Der Beklagten wurde nebst einem Feiertags- und ausgedehnten Ferien-

besuchsrecht ein Wochenendbesuchsrecht in den ungeraden Kalenderwochen 

von Freitag, 18.00 Uhr, bis Sonntag, 19.00 Uhr, eingeräumt. Die bestehende Bei-

standschaft wurde bestätigt und der Beiständin zusätzliche Aufgaben übertragen. 

Beiden Parteien wurde die Weisung erteilt, C._____ für das Schuljahr 2013/2014 

am derzeitigen Wohnort des Klägers einzuschulen; an die Beklagte erging zudem 

die Weisung, die Behandlung bei M._____ nicht fortzusetzen (Urk. 96). Auf Beru-

fung der Beklagten hin bestätigte die Kammer mit Entscheid vom 26. Mai 2014 

die Obhutszuteilung an den Kläger und im Wesentlichen auch die vorinstanzliche 

Besuchsregelung, nachdem C._____ am 22. Januar 2014 ein weiteres Mal ange-

- 18 - 

hört worden war (Urk. 102). Einer Beschwerde der Beklagten an das Bundesge-

richt war kein Erfolg beschieden (Urk. 107).  

 4. Am 10. Juni 2015 ging die ergänzende Klagebegründung bei der Vor-

instanz ein (Urk. 115). Vor dem Hintergrund ihres geplanten Umzugs von N._____ 

nach L._____ und des vom Kläger beabsichtigten Wohn- und Schulortwechsels 

C._____s (von L._____ nach P._____ [Kreis der Stadt Zürich]) stellte die Beklagte 

mit Eingabe vom 29. Juni 2015 ein Begehren auf Abänderung der vorsorglichen 

Massnahmen, mit welchem sie die sofortige Umteilung der Obhut an sich, even-

tualiter die Wiederherstellung der alternierenden Obhut bzw. des "Wechselmo-

dells" beantragte (Urk. 119). Nach Abweisung des superprovisorischen Gesuchs 

durch die Vorinstanz (Urk. 123) zog die Beklagte ihr Abänderungsbegehren am 2. 

September 2015 wieder zurück (Urk. 134). Nachdem am 14. September 2015 die 

Klageantwort erstattet worden war (Urk. 136), fand am 23. September 2015 eine 

Vergleichsverhandlung mit persönlicher Befragung der Parteien statt (Prot. I S. 72 

ff.). Am 16. März 2016 fand die Hauptverhandlung statt, die am 1. Juni 2016 fort-

gesetzt wurde (Prot. I S. 101 ff., S. 133 f.). Zuvor war ein vom Kindesvertreter ge-

stelltes Gesuch auf superprovisorischen Entzug des Sorgerechts der Beklagten 

mit Verfügung vom 27. Mai 2016 abgewiesen worden (Urk. 202). Am 7. Juli 2016 

fällt die Vorinstanz das eingangs im Dispositiv wiedergegebene Urteil (Urk. 215 = 

Urk. 225).   

 5. Gegen das ihr am 18. Juli 2016 zugestellte Urteil erhob die Beklagte mit 

Eingabe vom 14. September 2016 Berufung mit obgenannten Anträgen (Urk. 217, 

Urk. 224). Mit Beschluss vom 20. Oktober 2016 wurde der Antrag der Beklagten, 

es sei für das Berufungsverfahren ein neuer Kindesvertreter zu bestellen, abge-

wiesen und den Gegenparteien Frist zur Beantwortung angesetzt (Urk. 231). Die 

Berufungsantworten gingen am 2. und 7. Dezember 2016 ein (Urk. 234, 

Urk. 238), wobei der Kindesvertreter Anschlussberufung mit obgenanntem Antrag 

erhob (Urk. 238 S. 2, S. 11). Mit Beschluss vom 21. Dezember 2016 wurde der 

Eintritt der Rechtskraft der nicht angefochtenen Punkte per 6. Dezember 2016 

vorgemerkt und beiden Parteien die unentgeltliche Rechtspflege bewilligt 

(Urk. 240). Die beiden Anschlussberufungsantworten datieren vom 26. Januar 

- 19 - 

und 8. Februar 2017, wobei die Beklagte zugleich zu Noven in der Berufungsant-

wort des Klägers Stellung nahm (Urk. 247, Urk. 249). Der Kindesvertreter erstatte-

te die entsprechende Stellungnahme am 13. Februar 2017 (Urk. 252). Weitere 

Stellungnahmen datieren vom 20. März 2017 (Urk. 259, Urk. 263), 23. März 2017 

(Urk. 266) und vom 15. Mai 2017 (Urk. 270, Urk. 272), die allesamt – wie auch die 

Honorarnote des Kindesvertreters vom 21. Juni 2017 (Urk. 277) – den jeweiligen 

Gegenparteien zur Kenntnis gebracht wurden.     

 6. Mit Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 10. Abteilung - Einzelgericht, wurde 

festgestellt, dass der Kläger nicht der Vater der am 23. Juni 2016 von der Beklag-

ten geborenen Q._____ ist (Urk. 232).   

II.  

 1. Die Vorinstanz prüfte, ob es zur Wahrung des Kindeswohls nötig sei, ei-

nem Elternteil die alleinige elterliche Sorge zu übertragen (Art. 298 Abs. 1 ZGB). 

Sie ging dabei von der bundesgerichtlichen Rechtsprechung aus, dass eine er-

hebliche und chronische Kommunikations- oder Kooperationsunfähigkeit der Par-

teien eine Alleinzuteilung rechtfertigt, wenn dadurch die Belastung für das Kind 

verringert werden kann (BGE 141 III 472). Die Vorinstanz erwog, bereits die An-

träge der Parteien aber auch die wechselnden Standpunkte des Kinderbeistandes 

zeigten die Hauptproblematik des Verfahrens auf. Beide Parteien hätten in den 

langen Jahren der gegenseitigen Auseinandersetzung versucht, den Sohn in ers-

ter Linie für sich persönlich und gegen den anderen Elternteil einzunehmen. Das 

Verhalten C._____s im vergangenen Jahr müsse als offensichtliche Reaktion auf 

das elterliche Handeln in der Vergangenheit verstanden werden (Urk. 225 S. 16).  

 2. Die Vorinstanz konstatierte, dass die Parteien seit 2008 fast ununterbro-

chen in juristischen Auseinandersetzungen stehen würden. Seit C._____ auf der 

Welt sei, bestünden zwischen den Parteien erhebliche Spannungen. Statt sich 

aus dem bereits im Eheschutzverfahren manifest gewordenen Paarkonflikt zu lö-

sen, hätten die Parteien diesen noch weiter vertieft und die Probleme untereinan-

der vermehrt auf ihren Sohn übertragen. Ursprünglich habe das Eheschutzgericht 

- 20 - 

eine Obhutszuteilung an die Beklagte (auch aus aufenthaltsrechtlichen Überle-

gungen) und eine wochenweise alternierende Betreuungslösung verfügt. Auf-

grund einer nicht wirklich nachvollziehbaren Wohnsitzverlegung der Beklagten 

von L._____ (Auszug aus der ehemals ehelichen ihr zugeteilten Wohnung) nach 

N._____ während des ersten Teils des Scheidungsverfahrens mit gleichzeitiger 

Abmeldung C._____s ohne Mitteilung an den Vater sei primär aus Stabilitäts-

gründen die Umteilung der Obhut an den Kläger erfolgt. Nach Bestätigung dieses 

Entscheides durch Ober- und Bundesgericht sei der Konflikt weitergegangen. 

Aufgrund des Wohnungsverlusts in L._____ sei im Sommer 2015 der Umzug des 

Klägers mit C._____ nach P._____ erfolgt; fast gleichzeitig sei die Beklagte mit ih-

rem neuen Partner nach L._____ zurückgekehrt. Während die Beklagte dem Klä-

ger fehlende bzw. zu spät erfolgte Mitteilung des Aus- und Umzugs vorgeworfen 

habe, habe der Kläger darüber lamentiert, dass die Beklagte nur aus prozesstak-

tischen Gründen wieder in die Stadt Zürich gezogen sei. Der Konflikt sei damit er-

neut mit grosser Heftigkeit aufgeflammt, anstatt dass die Parteien im siebten Jahr 

des Getrenntlebens endlich auf eine Beilegung hingearbeitet hätten (Urk. 215 S. 

23 f.).  

 3. Mitten in diesem Konflikt – so die Vorinstanz weiter – befinde sich 

C._____. Mit ihrer stark negativen Grundhaltung gegenüber dem anderen Eltern-

teil würden beide Parteien C._____ direkt oder indirekt beeinflussen. Zusätzlich 

sei der von C._____ selber auch verspürte Druck der Eltern im Laufe des vergan-

genen Jahres noch einmal massiv angestiegen. Zeitlich parallel zur Wiederauf-

nahme des vorliegenden Scheidungsverfahrens (Sommer 2015), zum erwähnten 

Umzug C._____s nach P._____ und zur erneuten schulischen Umteilung auf-

grund eines Problems mit der Klassenlehrerin sei auch C._____ in seinen Aussa-

gen gegenüber dem jeweiligen Elternteil kontrovers geworden. Während er dem 

Vater versichert habe, er wolle nur bei ihm wohnen, habe er offenbar der Mutter 

mitgeteilt, er werde vom Vater manchmal geschlagen und habe Angst vor ihm, 

weshalb er künftig bei ihr wohnen wolle. Nachdem C._____ noch anlässlich der 

zweiten gerichtlichen Anhörung am 9. Dezember 2015 klar zum Ausdruck ge-

bracht habe, dass er weiterhin mehrheitlich beim Vater wohnen möchte und der 

von ihm im Spätsommer 2015 geschriebene Satz, er "wolle zu mama und in die 

- 21 - 

alte Schule zurück" auf Druck der Mutter erfolgt sei, solle sich seine Meinung laut 

einem Schreiben der Beklagten vom 22. Februar 2016 während einer in R._____ 

[Ortschaft] verbrachten Sportwoche komplett geändert haben (mit Verweis auf 

Urk. 143, Urk. 169 und Urk. 181). Entsprechend habe die Beklagte sogar ver-

sucht, den Einzelrichter in der Woche danach mit C._____ zusammen aufzusu-

chen, um dem Gericht dessen geänderte Meinung kundzutun (mit Verweis auf 

Prot. I S. 136). Da sie den Richter nicht angetroffen habe, habe die Beklagte 

stattdessen einen Termin beim Kinderanwalt vereinbart, gegenüber dem C._____ 

dann tatsächlich erklärt habe, er werde vom Vater geschlagen und angeschrien 

und wolle daher bei der Mutter leben. Nach seiner Rückkehr zum Vater habe 

C._____ seine Aussagen gegenüber dem Kinderanwalt widerrufen, wobei 

C._____ laut Kindesvertreter am Telefon offenbar nicht wirklich richtig bzw. nicht 

gut zu verstehen gewesen sei (mit Verweis auf Urk. 185).  

 Laut Darstellung des aktuellen Schulleiters habe C._____ anfangs 2016 be-

züglich der familiären Situation ein starkes Mitteilungsbedürfnis gezeigt. C._____ 

mache sich Sorgen wegen des Streits der Eltern, er müsse immer wieder über 

konkrete Vorfälle nachdenken, die ihn sehr beschäftigten. Am 10. März 2016 sei 

es C._____ nicht gut gegangen, er habe Bauchkrämpfe gehabt. Er habe der Leh-

rerin mitgeteilt, dass er gestresst sei. Er habe bei seinem Anwalt auf Zwang der 

Mutter die Aussage machen müssen, dass der Vater ihn geschlagen hätte und er 

bei der Mutter wohnen wolle. Dies stimme aber nicht (mit Verweis auf Urk. 186). 

Tatsächlich habe C._____ anlässlich der dritten gerichtlichen Anhörung am 17. 

März 2016 bestätigt, er sei von der Beklagten nach der Sportwoche im Februar 

dazu gedrängt worden, beim Kinderanwalt zu sagen, es sei schlimm beim Vater 

und er werde vom Vater auch geschlagen. Dies habe er nur auf Druck der Mutter 

gesagt, die ihn dafür extra zum Gericht und danach zum Kinderanwalt gebracht 

habe (mit Verweis auf Urk. 196). Die Beklagte habe den Vorwurf – der sie für die 

Zuteilung von Sorge und Obhut als völlig ungeeignet erscheinen lassen würde – 

vehement abgestritten (mit Verweis auf Prot. I S. 136 f.). Es könne in der Tat sehr 

wohl möglich und aufgrund der gesamten Umstände nachvollziehbar sein, dass 

sich C._____ gegenüber dem Vater so und gegenüber der Mutter gegenteilig ge-

äussert habe. C._____ sei ein intelligenter, feinfühliger zehnjähriger Junge, der 

- 22 - 

sehr genau spüre, was seine Eltern gern von ihm hören möchten. Da er beide El-

tern gern habe, versuche er nun, sich selber aus diesem Konflikt so weit als mög-

lich herauszunehmen. Der ständige Elternkonflikt sei damit auch Triebfeder des 

aktuellen Verhaltens C._____s und seiner gesundheitlichen Probleme physischer 

und psychischer Art (häufige Bauchschmerzen, Stauballergie, Stress).  

 Die Vorinstanz erwähnte schliesslich die bevorstehende Geburt seiner Halb-

schwester, die C._____ wohl dazu veranlasse, sich definitiv für die Vaterseite zu 

entscheiden, da sich die Beklagte aus offensichtlichen Gründen mehr um das Ba-

by als um ihn kümmern müsse (Urk. 225 S. 24 ff.).   

 4. Die Vorinstanz befand, die Parteien seien selbst trotz Beistandschaft wäh-

rend des langjährigen Konflikts noch nie in der Lage gewesen, über die wichtigen, 

C._____ betreffenden Dinge richtig miteinander zu kommunizieren. Die Parteien 

seien sich weder im schulischen noch im gesundheitlichen Bereich und schon gar 

nicht punkto Erziehung und Freizeitgestaltung einig.  

- So könnten die Parteien seit Jahren miteinander kaum darüber sprechen, was in 

der Schule mit C._____ effektiv passiere, wie es ihm dabei gehe und welche Prob-

leme er zu bewältigen gehabt habe und aktuell habe. Stattdessen würden gegen-

seitig ständig Schuldzuweisungen gemacht. Der Kläger werfe der Beklagten vor, 

C._____ in der Schule nie zu unterstützen; die Beklagte betone, wie unmöglich sich 

der Kläger gegenüber den Schulbehörden verhalte. Bei all diesen Vorhaltungen 

stünden immer die verfehlten Handlungen des Anderen im Vordergrund. Wie es 

C._____ dabei tatsächlich gehe, hätten beide Parteien kaum oder höchstens am 

Rande wahrgenommen (Urk. 225 S. 26 f.).  

- Auch in Gesundheitsfragen seien sich die Parteien kaum je einmal einig. Die Be-

klagte sei eine ängstliche, übervorsichtige Person, die C._____ in der Vergangen-

heit immer wieder ohne Zustimmung des Klägers zu Abklärungen und medizini-

schen Konsultationen angemeldet habe. So sei die zu Beginn des Verfahrens ohne 

Einwilligung des Klägers veranlasste psychotherapeutische Abklärung bei der Kin-

derpsychologin M._____ unangemessen gewesen. Die Beklagte habe dem Kläger 

immer wieder vorgeworfen, er habe weitergehende medizinische Abklärungen 

durch unlogische Ausreden und Beschimpfungen verhindert (z.B. zur Gewichtskon-

- 23 - 

trolle und Ernährungsberatung, Vermutung von Blinddarmentzündung und Wurm-

befall), wobei sich die Vermutungen nicht bestätigt hätten. Völlig unsinnig erscheine 

auch die Tatsache, dass C._____ seit 2013 (wegen eines Streits um ausbezahlte 

Rückvergütungen für medizinische Untersuchungen) bei zwei verschiedenen Kran-

kenkassen versichert sei (Urk. 225 S. 27). 

- Die Parteien seien auch hinsichtlich der religiösen Erziehung nicht einig. Zwar habe 

der Kläger der orthodoxen Taufe von C._____ zu Beginn des Jahres 2015 zuge-

stimmt; über die weitere religiöse Erziehung könnten sich die Parteien aber nicht 

einigen (Urk. 225 S. 28).  

- Auch der Freizeitbereich präsentiere sich in einem bedenklichen Licht und sei an 

künftigem Konfliktpotenzial kaum zu überbieten. Die Parteien setzten sich für ver-

schiedene Sportvereine bzw. Sportarten ein. Mit ihrem eigentlichen "Verwirrspiel" 

dürften die Eltern in erster Linie erreichen, dass C._____ die Freude am Sport ir-

gendwann ganz verlieren werde, was eine fatale Entwicklung wäre (Urk. 225 S. 28). 

 Die aufgeführten Beispiele zeigten für die Vorinstanz "in kaum zu überbie-

tender Deutlichkeit", dass C._____s Wohl durch das ständige Hin und Her der El-

tern schwer beeinträchtigt worden sei und künftig bei Fehlen einer klaren stabilen 

Regelung weiter stark beeinträchtigt sein werde. Das Verhalten C._____s einer-

seits und seine häufig wiederkehrenden Bauchschmerzen andererseits seien kla-

re Alarmzeichen für seinen Gemütszustand, weshalb es für ihn nun endlich wich-

tig sei, dass klare Verhältnisse bestehen würden, auf die er sich verlassen könne. 

Wenn beide Eltern offensichtlich nicht in der Lage seien, sich entscheidend und 

grundsätzlich für den Sohn zusammenzuraufen, gebe es zum Wohl des Kindes 

nur die Lösung, die elterliche Sorge einem Elternteil alleine zuzuteilen. Nur so 

könne künftig gewährleistet werden, dass sich die Eltern nicht gegenseitig blo-

ckieren und ihre Streitigkeit in allen Hauptbereichen des Lebens auf dem Rücken 

ihres gemeinsamen Sohnes austragen würden. Der schwerwiegende elterliche 

Konflikt dauere seit vielen Jahren an und die Eltern erwiesen sich als unfähig, 

miteinander in vernünftiger und anständiger Weise zu kommunizieren und ge-

meinsame Entscheidungen zum Wohle C._____s zu treffen. Selbst die ab und zu 

ohne Hilfe der Beiständin getroffenen "Ferienvereinbarungen" hätten häufig nicht 

funktioniert und kurz vor oder nach den Ferien erneut zu heftigen Streitereien An-

- 24 - 

lass gegeben. An der vom Gericht noch im September 2015 vorgeschlagenen 

Beibehaltung der gemeinsamen Sorge könne aufgrund der seither eingetretenen 

weiteren negativen Entwicklung für C._____ nicht festgehalten werden. Die ge-

meinsame Sorge sei von beiden Parteien während der letzten acht Jahre nicht 

wahrgenommen und im Sinne des Gesetzes gelebt worden. Daher habe – auch 

entgegen dem Antrag des Kinderbeistandes – die Zuteilung der Sorge an einen 

der beiden Elternteile zu erfolgen (Urk. 225 S. 28 f.).  

 5. Die Vorinstanz erwog, dass trotz gewisser Defizite beider Parteien im 

Umgang mit C._____ weder die Erziehungseignung des Klägers noch diejenige 

der Beklagten gerichtlich begutachtet werden müsse, zumal eine damit einherge-

hende Verlängerung des Verfahrens C._____ psychisch weiter stark belasten 

würde (Urk. 225 S. 29 ff.). C._____ habe – so die Vorinstanz weiter – mehrmals 

und mit Nachdruck den Wunsch geäussert, weiterhin beim Vater leben zu wollen; 

die nach den Skiferien gegenüber dem Kinderanwalt gemachten widersprüchli-

chen Angaben seien auf merkwürdige, nicht kindgerechte Art zustande gekom-

men (Urk. 225 S. 36). Die Vorinstanz erwog weiter, dass sowohl die Beklagte als 

auch der Kläger als Einzelpersonen mit Einschränkungen geeignet und fähig sei-

en, für C._____ zu sorgen, wobei gegen die Beklagte spreche, wie sie in den letz-

ten Monaten noch einmal versucht habe, C._____ auf ihre Seite zu ziehen. Es sei 

auch davon auszugehen, dass der Kläger trotz seiner 80%-Arbeitstätigkeit mehr 

Zeit für C._____ werde aufbringen können als die Beklagte, die ein Kind erwarte 

und danach wieder zu 40% erwerbstätig sein wolle. Der Kläger habe in den ver-

gangenen zwei Jahren die anstehenden Probleme offensichtlich recht gut gemeis-

tert und sich sowohl in schulischer wie auch in gesundheitlicher Hinsicht für den 

Sohn eingesetzt und sich auch entwicklungsfähig gezeigt. Für ihn spreche weiter, 

dass C._____ in der gewohnten Umgebung bleiben könne. Ein Wechsel in den 

Haushalt der Beklagten mit dem neugeborenen Schwesterchen wäre für C._____ 

mit viel Unruhe und einigen Anpassungsschwierigkeiten verbunden. Bei einer Zu-

teilung der Sorge an den Kläger werde am ehesten Klarheit und Stabilität in 

C._____s Leben einkehren. Eine Rückkehr zur wochenweisen Obhut mit gemein-

samer Sorge würde die Leidenszeit C._____s zwischen den Einflusssphären bei-

der Elternteile bis zur Mündigkeit zementieren, was es zu verhindern gelte. Ge-

- 25 - 

samthaft sprächen mehr Gründe für eine Sorgerechtszuteilung an den Kläger 

(Urk. 225 S. 36 ff.). Eine Entziehung des Aufenthaltsbestimmungsrechts (auf-

grund eines befürchteten Wegzugs des Klägers nach Thailand) lehnte die Vo-

rinstanz ab (Urk. 225 S. 40).  

 6. Eine Spaltung von Sorge und Obhut erachtete die Vorinstanz bei getrenn-

ter Sorge als unzulässig. Entsprechend sei keine formelle Obhutszuteilung mehr 

vorzunehmen, da die Zuteilung der elterlichen Sorge an den Kläger auch die Ob-

hut über C._____ umfasse (Urk. 225 S. 41).    

III.  

 1.1 Berufung und Anschlussberufung wurden form- und fristgerecht erho-

ben. Sie richten sich gegen einen erstinstanzlichen Endentscheid in einer nicht 

vermögensrechtlichen Angelegenheit. Auf Berufung und Anschlussberufung ist – 

unter dem Vorbehalt hinreichender Begründung – einzutreten (Art. 308 und 

Art. 311 ZPO). 

 1.2 In der Berufungsbegründung muss die Fehlerhaftigkeit des angefochte-

nen Entscheids aufgezeigt werden, was bedingt, dass sich der Berufungskläger 

substantiiert mit den angefochtenen Urteilserwägungen auseinandersetzt und im 

Einzelnen aufzeigt, worin eine unrichtige Rechtsanwendung oder eine unrichtige 

Feststellung des Sachverhalts liegt (Art. 310 ZPO).  

 1.3 Eine allfällige Replik darf der Berufungskläger nicht dazu verwenden, 

seine Berufung zu ergänzen oder zu verbessern. Zulässig sind nur Vorbringen, zu 

denen erst die Ausführungen in der Berufungsantwort Anlass gaben oder die ech-

te Noven darstellen. Soweit die Stellungnahmen der Beklagten vom 8. Februar 

2017 (Urk. 249), 20. März 2017 (Urk. 259) und 15. Mai 2017 (Urk. 270) diese Vo-

raussetzungen nicht erfüllen, kann darauf nicht eingetreten werden.  

 2. Die Beklagte trägt als neuen Umstand zunächst vor, der Kläger habe im 

Sommer 2016 eigenmächtig und ohne vorherige Mitteilung den Wohnort von 

- 26 - 

P._____ nach D._____ verlegt, wo C._____ jetzt die 4. Klasse besuche. (Urk. 224 

S. 6). Ihre Berufungsgründe lassen sich wie folgt zusammenfassen:  

 2.1 Die Beklagte wirft der Vorinstanz vor, sie habe zu Unrecht kein Gutach-

ten eingeholt, um die Frage zu klären, was für C._____ das Beste sei, ob das 

Wohl C._____s unter der gemeinsamen elterlichen Sorge gefährdet werde, wel-

cher Elternteil besser geeignet sei, die alleinige elterliche Sorge in allenfalls spezi-

fischen Belangen auszuüben, und wie die alltägliche Betreuung von C._____ zu 

regeln wäre (Urk. 224 S. 8). Gerade weil die Parteien unterschiedliche Erzie-

hungsstile hätten, in ihrem Leben an sehr unterschiedlichen Orten stünden, 

C._____ unterschiedliche Zukunftsperspektiven bieten könnten und unterschiedli-

che Anträge gestellt worden seien, hätte auf ein Gutachten nicht verzichtet wer-

den dürfen (Urk. 224 S. 13). Allenfalls werde das beantragte Gutachten aufzei-

gen, ob die Obhutszuteilung im Rahmen der Offizialmaxime nochmals überdacht 

werden müsse (Urk. 224 S. 5). Sie anerkenne, dass C._____ keinen Obhuts-

wechsel wünsche und dementsprechend dem Kläger die Obhut zuzuteilen wäre. 

Falls sich während des Berufungsverfahrens eine andere Empfehlung von Fach-

personen ergebe, behalte sie sich eine Anpassung ihrer Anträge indes vor, was 

ihm Rahmen der Offizialmaxime möglich sei (Urk. 224 S. 22).  

 2.2 Die Beklagte rügt weiter, die Vorinstanz habe die Zuteilung der alleinigen 

elterliche Sorge nicht nach den dafür massgebenden Kriterien sondern nach den 

Kriterien der Obhutszuteilung vorgenommen und dann aufgrund der sich immer 

wieder manifestierenden Uneinigkeit der Eltern aufgrund der Obhutszuteilung an 

den Kläger auch die Sorge ihm alleine zugewiesen. Damit habe die Vorinstanz die 

falschen Kriterien für die Sorgerechtszuteilung angewandt. Es fänden sich im Ur-

teil einige (teilweise bereits wieder überholte) Argumente zur Stabilität, weshalb 

C._____ wie während der letzten zwei Jahre unter die Obhut des Klägers gestellt 

werden solle, aber keine Begründung, weshalb diese Obhutszuteilung auch eine 

alleinige Sorgerechtszuteilung bedinge. Die Vorinstanz habe es insbesondere 

versäumt, die Interaktion der Eltern bzw. die Bindungstoleranz des obhutsberech-

tigten Elternteils abzuklären. Wenn die Vorinstanz während der letzten zwei Jahre 

keine wirklichen Probleme festgestellt habe, gebe es keinen Grund, vom Grund-

- 27 - 

satz der gemeinsamen elterlichen Sorge abzuweichen. Mit der vor Vorinstanz 

umstrittenen, aber im Entscheid begründeten Obhutszuteilung habe die Vor-

instanz die Grundlage für die Weiterführung der gemeinsamen elterlichen Sorge 

geschaffen (Urk. 224 S. 8 f., S. 18 und S. 20 f.).  

 2.3 Die Beklagte ist weiter der Auffassung, dass bei schwerwiegenden, aber 

auf bestimmte Themen beschränkten Konflikten zu prüfen wäre, ob nicht bereits 

eine richterliche Alleinzuweisung einzelner Teilinhalte des Sorgerechts Abhilfe 

schaffen könnte. Im Einklang damit habe der Kindesvertreter die gemeinsame el-

terliche Sorge beantragt, wobei der Kläger in gesundheitlichen Belangen und im 

Freizeitbereich und die Beklagte in schulischer Hinsicht alleine entscheiden solle. 

Die Vorinstanz habe sich damit nicht auseinandergesetzt, obwohl die Alleinzuwei-

sung gewisser Entscheidbefugnisse gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung 

vor einer Zuteilung der Alleinsorge zu prüfen wäre (Subsidiaritätsprinzip). Die Be-

klagte sei klar besser geeignet, schulische Entscheidungen für C._____ zu tref-

fen. Die Verantwortung für die Gesundheit müsse aus Gründen der Praktikabilität 

wohl dem Kläger zugeteilt werden, falls es bei der nicht angefochtenen Obhutszu-

teilung bleibe. Die religiöse Erziehung sei eher als ein Beispiel für die Kooperation 

der Parteien zu nennen, nachdem die von ihr gewünschte orthodoxe Taufe tat-

sächlich gemeinsam habe gefeiert werden können und der Kläger in dieser Hin-

sicht eher indifferent sei; jedenfalls sei davon auszugehen, dass der Kläger mit 

einer Entscheidungsverantwortung der Beklagten in diesem Bereich einverstan-

den wäre. Im Freizeitbereich sei kein zukünftiges Konfliktpotential ersichtlich, zu-

mal C._____ älter werde und beide Eltern in der Lage sein dürften, sich nach 

Möglichkeit an einem Wunsch von C._____ zu orientieren (Urk. 224 S. 8, S. 15 

ff.).  

 2.4 Die Beklagte bezeichnet es als ihr Hauptanliegen, dass sie wichtige Ent-

scheidungen (inkl. Wohn- bzw. Schulort) für C._____ mitentscheiden könne, dass 

C._____ – nach dem unangekündigten Umzug nach D._____ im Sommer 2016 – 

keine weiteren diesbezüglichen Wechsel hinnehmen müsse und sie ihn mehr als 

nur zwei kurze Wochenenden pro Monat zu sich auf Besuch nehmen dürfe (Urk. 

224 S. 5). Mit der Zementierung des Wochenendbesuchsrechts (Freitag nach der 

- 28 - 

Schule bis Montagmorgen), das noch angeordnet worden sei, als sie in N._____ 

gelebt und C._____ die Schule in L._____ besucht habe, werde sie nun nachhal-

tig aus dem Leben ihres Sohnes verdrängt. Dieser Entwicklung sei Gegensteuer 

zu geben. Die Vorinstanz habe eine vom Kläger verlangte Verkürzung der Be-

suchswochenenden abgelehnt, sich aber nicht zu einer Ausdehnung (Donners-

tagabend bis Montagmorgen) geäussert. In Anbetracht des früheren Betreuungs-

umfangs durch die Beklagte und fehlender Aussagen C._____s zu dieser Frage 

hätte eine solche Ausdehnung ohne weiteres angeordnet werden müssen, zumal 

auch der Weg von L._____ nach D._____ bewältigt werden könne (Urk. 224 S. 

22).  

 3. Der Entscheid, C._____ unter die alleinige Obhut des Klägers zu stellen, 

blieb seitens der Beklagten unangefochten. Dispositiv Ziffer 3 des vorinstanzli-

chen Entscheids ist hinsichtlich der Obhut am 6. Dezember 2016 in Rechtskraft 

erwachsen, was mit Beschluss vom 21. Dezember 2016 vorgemerkt wurde 

(Urk. 240). Die Obhutsregelung ist damit definitiv geworden und könnte von der 

Beklagten auch durch ein zur Frage des Sorgerechts einzuholendes Gutachten 

nicht mehr in Frage gestellt werden.  

 4.1 Grundsätzlich stehen die Kinder bis zur Mündigkeit unter der gemeinsa-

men elterlichen Sorge von Vater und Mutter (Art. 296 Abs. 2 ZGB). In einem 

Scheidungs- oder Trennungsverfahren überträgt das Gericht einem Elternteil die 

alleinige elterliche Sorge, wenn dies zur Wahrung des Kindeswohls nötig ist 

(Art. 298 Abs. 1 ZGB). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung kann ins-

besondere ein schwerwiegender elterlicher Dauerkonflikt oder anhaltende Kom-

munikationsunfähigkeit eine Alleinzuteilung des Sorgerechts gebieten, wenn sich 

der Mangel negativ auf das Kindeswohl auswirkt und die Alleinzuteilung diesem 

besser Rechnung trägt bzw. von einer Alleinzuteilung eine Verbesserung erwartet 

werden kann. Dabei genügt die abstrakte Feststellung, das Kind befinde sich in 

einem Loyalitätskonflikt nicht. Erforderlich ist die konkrete Feststellung, in welcher 

Hinsicht das Kindeswohl beeinträchtigt ist bzw. sein würde. Die Alleinzuteilung ist 

nur dann zulässig, wenn diese geeignet ist, die festgestellte Beeinträchtigung des 

Kindeswohls zu beseitigen oder zumindest zu lindern (BGE 141 III 472 E. 4.6 

- 29 - 

S. 478 und 142 III 197 E. 3.5 S. 199; BGer 5A_833/2016 vom 1. Februar 2017, 

E. 2; vgl. sodann die Rechtsprechungsübersichten in den Urteilen BGer 

5A_81/2016, 5A_89/2016 und 5A_186/2016, alle vom 2. Mai 2016).  

 4.2 Kommt das Gericht zum Schluss, dass nur eine Zuteilung der alleinigen 

elterlichen Sorge eine Beruhigung des Elternkonflikts im Interesse des Kindes-

wohls ermöglicht, so ist weiter zu prüfen, welcher Elternteil besser für die Wahr-

nehmung der elterlichen Sorge geeignet ist. In diesem Fall sind weiterhin mutatis 

mutandis die Kriterien für die Zuteilung der Obhut massgeblich (BSK ZGB I-

Schwenzer/Cottier, Art. 298 N 15; BK-Affolter-Fringeli/Vogel, Art. 298 ZGB N 30 

und N 52; BGer 5A_69/2016 vom 14. März 2016, E. 2.1 und 5A_720/2013 vom 

4. März 2014, E. 2). Entgegen dem, was die Beklagte anzunehmen scheint (Urk. 

224 S. 8 Ziff. 20), stimmen die von Lehre und Praxis entwickelten Kriterien für die 

Zuteilung der Alleinsorge einerseits und der Obhut andererseits überein.  

 4.3 Die Vorinstanz ist daher richtig vorgegangen, wenn sie zunächst prüfte, 

ob die Voraussetzungen für die Alleinsorge vorliegen, und hernach über die Zutei-

lung der Sorge an einen der beiden Elternteile entschied. Da – von der Vorinstanz 

richtig erkannt – eine Spaltung von elterlicher Sorge und Obhut nicht zulässig ist 

(BSK ZGB I-Breitschmid, Art. 133 N 26, mit Verweis auf BGE 94 II 2) und die Be-

klagte weder die Obhutsregelung in Frage stellt, noch die Übertragung der (um-

fassenden) Alleinsorge an sich beantragt, geht ihre Rüge, die Vorinstanz habe die 

falschen Kriterien für die Sorgerechtszuteilung angewandt (von denen sie freilich 

lediglich die Bindungstoleranz explizit erwähnt), ganz grundsätzlich fehl. Im Fol-

genden ist daher im Wesentlichen nur zu prüfen, ob die Vorinstanz zu Recht von 

einer gemeinsamen Sorge der Parteien und von der Alleinzuweisung bestimmter 

Entscheidungsbefugnisse in den betreffenden Angelegenheiten abgesehen hat.  

 4.4 Die Beklagte hat vor Vorinstanz ein Erziehungsfähigkeitsgutachten be-

antragt mit der Begründung, es sei abzuklären, ob der aktuell mehrheitlich be-

treuende Vater fähig sei, die körperliche und seelische Entwicklung C._____s si-

cherzustellen, oder ob diese im Gegenteil gefährdet bzw. durch die zur Zeit nur an 

Wochenenden betreuende Mutter nicht besser gewährleistet sei (Urk. 207 S. 4 f.). 

Die Vorinstanz hat – wie bereits erwähnt – von der Begutachtung der Erziehungs-

- 30 - 

fähigkeit der Eltern abgesehen und dem Kläger die Alleinsorge und die (faktische) 

Obhut zugeteilt. Die Beklagte beantragt berufungsweise einerseits ausdrücklich, 

dass C._____ unter der alleinigen elterlichen Obhut des Klägers belassen werden 

soll (Urk. 224 S. 2 f.). Andererseits hält sie an ihrem Antrag auf Einholung eines 

Gutachtens fest. Dieses soll indes nicht mehr die Erziehungsfähigkeit des Klägers 

beleuchten, sondern die "Zuteilung der elterlichen Sorge und Ausgestaltung des 

Besuchsrechts" betreffen (Urk. 224 S. 3). Gemäss den Ausführungen in der Beru-

fungsbegründung soll das einzuholende Gutachten nebst der Interaktion der El-

tern bzw. der Bindungstoleranz eine ganze Reihe von weiteren "üblicherweise" 

gestellten Fragen beantworten, nämlich (Urk. 224 S. 9 f.):  

− Einschätzung des psychischen und physischen Entwicklungsstandes 
C._____s 

− Hinweise auf eine Entwicklungs- oder Kindeswohlgefährdung von C._____ 

− Beziehung zwischen dem Kläger und C._____ 

− Ressourcen beim Kläger und in seinem Umfeld, um die gesunde Entwicklung 
von C._____ sicherzustellen 

− Risikofaktoren beim Kläger oder in seinem Umfeld, welche sich auf das Wohl 
von C._____ auswirken könnten 

− Auffälligkeiten im Umgang des Klägers mit C._____ 

− Beziehung zwischen der Beklagten und C._____ 

− Ressourcen bei der Beklagten oder in ihrem Umfeld, um eine gesunde Ent-
wicklung von C._____ sicherzustellen 

− Risikofaktoren bei der Beklagten oder in ihrem Umfeld, welche sich auf das 
Wohl von C._____ auswirken könnten  

− Auffälligkeiten im Umgang der Beklagten mit C._____ 

− Empfehlung zur zukünftigen Betreuung von C._____  

− Empfehlung zum künftigen Sorgerecht von C._____  

− Unterstützende Massnahmen zur Sicherstellung einer gesunden Entwicklung 
von C._____ 

 Ob die Erweiterung des Themenbereichs bzw. Fragenkatalogs vom ur-

sprünglichen Beweisantrag noch gedeckt wird und der in der Berufung gestellte 

Antrag mit Blick auf Art. 317 Abs. 1 ZPO rechtzeitig gestellt wurde, kann dahinge-

stellt bleiben. Die obgenannten Fragen erscheinen bereits deshalb weitgehend 

obsolet, weil sie die faktische Betreuung des Kindes durch den Kläger in dessen 

Hausgemeinschaft betreffen, was nicht Gegenstand der Berufung bildet. Die Be-

- 31 - 

klagte übersieht, dass es um die Frage der (alleinigen oder gemeinsamen) elterli-

chen Sorge bzw. um die vom Bundesgericht in diesem Zusammenhang entwickel-

ten Voraussetzungen geht. Sie zeigt nicht auf, inwiefern das vorhandene Akten-

material keine hinreichende Grundlage liefert, um diese Frage im Sinne der bun-

desgerichtlichen Rechtsprechung (elterlicher Dauerkonflikt mit negativen Auswir-

kungen auf das Wohl des Kindes) zu beantworten, sondern dafür spezifisch ein 

Gutachten über die Frage des Sorgerechts nötig wäre (vgl. BGer 5A_81/2016 

vom 2. Mai 2016 E. 3). Wie noch zu zeigen sein wird, kann aufgrund der Vorbrin-

gen der Parteien und der vorhandenen Beweismittel ohne Gutachten über die An-

träge der Beklagten entschieden werden.  

 Daran ändert auch die "Interaktion der Eltern" (welche die Beklagte mit der 

sog. Bindungstoleranz gleichsetzt) nichts, die nach Auffassung der Beklagten 

nicht abgeklärt worden sein soll (Urk. 224 S. 9). Darunter wird die Bereitschaft des 

potentiell sorgeberechtigten Elternteils verstanden, mit dem anderen Elternteil in 

Kinderbelangen zusammenzuarbeiten und insbesondere eine normale Beziehung 

der Kinder zum anderen Elternteil zuzulassen und aktiv zu fördern (FamKomm 

Scheidung/ Büchler/Clausen, Art. 298 ZGB N 38, und BK-Affolter-Fringeli/Vogel, 

Art. 298 ZGB N 30, je mit Verweis auf die Rechtsprechung). Die Bindungstoleranz 

kann im Zweifelsfall den Ausschlag zugunsten des "toleranteren" Elternteils ge-

ben. Die Vorinstanz ist einerseits zur Auffassung gelangt, dass die Eltern offen-

sichtlich nicht in der Lage seien, sich entscheidend und grundsätzlich für den 

Sohn zusammenzuraufen (Urk. 225 S. 28). Andererseits hat sie aber auch festge-

stellt, dass sich das bestehende zweiwöchentliche Wochenendbesuchsrecht (von 

Freitag nach Schulende bis Montagmorgen) grundsätzlich bewährt habe (Urk. 225 

S. 41). Die Beklagte stellt dies nicht in Frage, sondern befürchtet, sie werde mit 

der Zementierung dieses Wochenendbesuchsrechts und dem unangekündigten 

Umzug des Klägers von L._____ nach D._____ nachhaltig aus dem Leben ihres 

Sohnes verdrängt (Urk. 224 S. 9, S. 22). Davon kann offensichtlich nicht die Rede 

sein (vgl. auch Urk. 249 S. 10 Ziff. 26: "Die Besuche haben regelmässig stattge-

funden." sowie Urk. 259 S. 3 Ziff. 8: "dass C._____ jedes Besuchswochenende 

zur Beklagten kommt" und S. 6 Ziff. 18: "Der Kläger hält sich mehr oder weniger 

an die Besuchszeiten."). Mit Blick auf den Entscheid über das Sorgerecht er-

- 32 - 

scheint auch die sog. Bindungstoleranz der Parteien nicht weiter abklärungsbe-

dürftig.  

 5. Dass die Vorinstanz zu Recht von einem schwerwiegenden elterlichen 

Dauerkonflikt und anhaltender Kommunikationsunfähigkeit ausgegangen ist – die 

Parteien mit anderen Worten nicht nur unterschiedliche Erziehungsstile haben 

(vgl. Urk. 224 S. 13 Ziff. 32) –, wird bereits durch die Vorbringen in den zweitin-

stanzlichen Rechtsschriften bestätigt:  

 5.1 So räumt die Beklagte ein, dass dem Kläger Sorge und Obhut von der 

Vorinstanz aufgrund der (unbestritten vorhandenen) sich immer wieder manifes-

tierenden Uneinigkeit der Eltern zugewiesen worden seien (Urk. 224 S. 8 Ziff. 20). 

Die Beklagte stellt weiter nicht in Abrede, dass die Zusammenfassung der Partei-

standpunkte einen chronifizierten Konflikt zeigt, auch wenn sie der Auffassung ist, 

ihre Schilderungen seien bedeutend weniger auf den Kläger fokussiert als umge-

kehrt (Urk. 224 S. 14 Ziff. 38) und es liege am Kläger, von seiner feindlichen Hal-

tung und seinen anhaltenden Vorwürfen Abstand zu nehmen (Urk. 249 S. 14 

Ziff. 41). Wenn die Beklagte weiter betont, das Problem bei schulischen Fragen 

sei immer der Kläger und nicht etwa C._____ oder sie selbst gewesen (Urk. 224 

S. 16 Ziff. 23), und überdies festhält, dass der Elternkonflikt seitens der Beklagten 

einzig mit dem Kläger ausgetragen werde, währenddem sich der Kläger auch ge-

genüber Dritten als angriffig gezeigt habe (Urk. 224 S. 21 Ziff. 64), spricht dies 

ebenfalls dafür, dass im Grundsatz und auf Dauer ein einvernehmliches Handeln 

erheblich erschwert bzw. unmöglich ist. Die nachhaltig gestörte Kommunikations- 

und Kooperationsfähigkeit bringt die Beklagte auch zum Ausdruck, wenn sie – 

freilich beschönigend – ausführt, der Konflikt der Parteien bestehe, und damit sei 

auch die Kommunikation nicht ideal (Urk. 249 S. 9 Ziff. 22), oder wenn sie dafür-

hält, es finde Kommunikation statt, inhaltlich verweigere der Kläger aber leider ei-

nen Austausch und jegliche Information zu Schule und Gesundheit (Urk. 249 S. 7 

Ziff. 14 f.). Wenn die Beklagte den Standpunkt vertritt, gerade das Verhalten des 

Klägers in schulischen Belangen zeige, dass es sie unbedingt brauche, um 

C._____ nicht dem Belieben des Klägers auszuliefern, der immer wieder Ausei-

nandersetzungen mit den Schulbehörden provoziert habe (Urk. 270 S. 2) und für 

- 33 - 

schulische Entscheidungen nicht geeignet sei (Urk. 249 S. 16 Ziff. 52), ist abseh-

bar, dass im Falle einer gemeinsamen Sorge im wichtigen schulischen Bereich 

weitere Konflikte unter den Parteien vorprogrammiert wären. Zumal die Beklagte 

im Zusammenhang mit den vollzogenen Wohnorts- und Schulwechseln die Auf-

fassung vertritt, dass das Verhalten der Parteien in der Vergangenheit wohl Rück-

schlüsse auf deren Verhalten in der Zukunft zulasse (Urk. 249 S. 15 Ziff. 48). 

Auch wird in gesundheitlicher Hinsicht seitens der Beklagten anerkannt, dass sich 

der Kläger gegen alle von ihr angesprochenen Auffälligkeiten C._____s gewehrt 

habe (Urk. 249 S. 16 Ziff. 53). Schliesslich ist mit Bezug auf das Aufenthaltsbe-

stimmungsrecht absehbar, dass bei gemeinsamer Sorge jeder weitere Wohnorts- 

oder Schulwechsel zu Streit unter den Parteien führen wird, nachdem die Beklag-

te ausführt, C._____ sei vor weiteren Wohnorts- und Schulwechseln zu schützen 

und dem Kläger seien weitere Wohnorts- und Schulwechsel nicht mehr zu erlau-

ben (Urk. 249 S. 4 Ziff. 4 und S. 19 Ziff. 66, Urk. 270 S. 2, Urk. 224 S. 5 Ziff. 9).   

 Zutreffend ist, dass nach der bundesgerichtlicher Rechtsprechung im Sinne 

der Subsidiarität zu prüfen ist, ob nicht ein richterlicher Entscheid über einzelne 

Inhalte des Sorgerechts bzw. die Alleinzuweisung bestimmter Entscheidbefugnis-

se im Rahmen der gemeinsamen Sorge Abhilfe schaffen könnte. Dies kann aber 

nur dort in Frage kommen, wo sich der elterliche Konflikt auf einzelne Probleme 

beschränkt, im Grundsatz aber ein einvernehmliches Zusammenwirken möglich 

ist (BGE 141 III 472 E. 4.7 S. 478 f., 142 III 197 E. 3.6 S. 200; BK-Affolter-

Fringeli/Vogel, Art. 310/314b ZGB N 28). Dass der Konflikt der Parteien insofern 

singulär erscheint, kann vorliegend nicht gesagt werden, was auch darin zum 

Ausdruck kommt, dass die Beklagte eventualiter eine Aufteilung praktisch sämtli-

cher Teilinhalte des Sorgerechts beantragt (Freizeit, Gesundheit, Schule und Re-

ligion) und ausserdem subeventualiter eine Beschränkung des Aufenthaltsbe-

stimmungsrechts des Klägers fordert. Damit kommt die Alleinzuweisung spezifi-

scher Entscheidungsbefugnisse von vornherein nicht in Frage.  

 5.2 Nach Ansicht des Klägers besteht ein seit acht Jahren andauernder, an 

Heftigkeit kaum zu überbietender Konflikt mit dem Ergebnis, dass zwischen den 

Parteien keine Kommunikation über Kinderbelange möglich ist und deshalb auch 

- 34 - 

nie gemeinsame Entscheidungen und Absprachen getroffen werden konnten 

(Urk. 234 S. 12 f.). Wie im vorinstanzlichen Urteil ausführlich dargelegt, habe sich 

die minimalste Kommunikation zwischen den Parteien als äusserst schwierig bzw. 

phasenweise als unmöglich gestaltet (Urk. 234 S. 9). Ansätze der Bereitschaft, 

mit dem Kläger zu kommunizieren, zu kooperieren oder mit ihm auch nur mini-

malste Absprachen zu treffen, seien bei der Beklagten nicht erkennbar (Urk. 234 

S. 23, Urk. 263 S. 15). In diesem Zusammenhang beruft sich der Kläger auf eine 

E-Mail der Beklagten vom 15. Juli 2016, wonach sie keinen Kontakt mit dem Klä-

ger wünsche, alle Adressen sofort schliesse, nur noch über die Beiständin kom-

muniziere und weitere Kontaktversuche "anzeigen" werde (Urk. 234 S. 9 f., S. 23; 

Urk. 236/3). Während der Kläger in dieser (absoluten) Kontaktsperre den Grund 

für die unterbliebene rechtzeitige Orientierung der Beklagten über den Wohnungs- 

und Schulwechsel im Sommer 2016 sieht (Urk. 234 S. 10 f.), will die Beklagte den 

Kläger nicht "gesperrt" haben, jederzeit erreichbar gewesen sein und ihre E-Mail-

Antwort situativ verstanden wissen (Urk. 249 S. 8: "Tatsächlich wollte die Beklagte, 
die eben ein Kind geboren hatte, nach Eingang des E-Mails des Klägers (act. 236/2) kei-

ne weiteren Diskussionen und sie bat den Kläger nur, und so ist das Mail zu verstehen, 

sie jetzt mit solchen E-Mails in Ruhe zu lassen (act. 236/3)."). Dies werde dadurch be-

legt, dass die Parteien seit Sommer 2016 via sms, mms und Telefon kommuni-

zierten und kurze mündliche Gespräche führten (Urk. 249 S. 7), was freilich vom 

Kläger wieder in Abrede gestellt wird, der daran festhält, dass eine umfassende, 

die Belange C._____s betreffende Kommunikation zwischen den Parteien nach 

wie vor nicht stattfinde (Urk. 263 S. 7). Der Kläger spricht weiter von einer "gravie-

renden Dauerkonfliktsituation" (Urk. 263 S. 9) bzw. einem "beispiellosen Dauer-

konflikt" (Urk. 263 S. 13) und auch von ständigem Streit in Fragen der religiösen 

Erziehung (Urk. 234 S. 30, Urk. 263 S. 16). Er vertritt die Auffassung, eine Auftei-

lung der elterlichen Sorge führe aufgrund von Abgrenzungsschwierigkeiten der el-

terlichen Kompetenzen zu einer Perpetuierung des Konflikts und zu weiteren gra-

vierenden Auseinandersetzungen zwischen den tief und in allen Fragen zerstritte-

nen Parteien (Urk. 263 S. 13, S. 15; Urk. 234 S. 25).   

 5.3 Der Kindesvertreter sprach in seiner letzten Eingabe vom 23. März 2017 

von kommunikationsschwachen Eltern, "die sich ständig in den Haaren liegen" 

- 35 - 

(Urk. 266 S. 3). Bereits in der Berufungsantwort schätzte er die Situation dahin-

gehend ein, dass die Parteien keine Gewähr dafür bieten würden, inskünftig bes-

ser miteinander umzugehen und in einer dem Kindeswohl nicht abträglichen Wei-

se zu kommunizieren (Urk. 238 S. 8). In seinen Augen bürgt die vorinstanzliche 

Regelung "für eine künftige Stabilisierung im Leben von C._____" (Urk. 238 S. 9). 

 6. Die Parteien gingen bereits vor Vorinstanz von einem erheblichen und 

chronifizierten Konflikt aus, der das für die gemeinsame Sorge notwendige Min-

destmass an Übereinstimmung vermissen liess. 

 6.1 So führte die Beklagte in der Duplik aus, die Eltern könnten unterschied-

licher nicht sein (Urk. 189 S. 6). Sie beantrage, dass sie bei schulischen und ge-

sundheitlichen Angelegenheiten und der Kläger bei Freizeitaktivitäten den Stich-

entscheid haben solle, da diese Themen in der Vergangenheit zu Schwierigkeiten 

geführt hätten (Urk. 189 S. 7). In schulischen Belangen sei – seit C._____ beim 

Kläger lebe – eine weitere Katastrophe vorprogrammiert; mit ihr sei die Koopera-

tion und Kommunikation mit der Lehrerin sichergestellt, weshalb ihr auch die Ent-

scheidungskompetenz in schulischen Belangen zu übertragen sei (Urk. 189 S. 9 

f.). In gesundheitlichen Fragen zwinge der Kläger C._____ teilweise seine extre-

men Ansichten (z.B. zur Sauberkeit etc.) auf. Er könne Weisungen und Empfeh-

lungen anderer nicht annehmen, weshalb auch in gesundheitlichen Belangen die 

Entscheidungsbefugnis ihr zuzuteilen sei (Urk. 189 S. 10). Auch hinsichtlich Frei-

zeitaktivitäten habe es Schwierigkeiten gegeben, wobei sie aber bereit sei, diesen 

Bereich dem Kläger zu überlassen (Urk. 189 S. 10). Alles, was mit der Mutter zu 

tun habe, werde vom Kläger boykottiert (Urk. 207, Prot. I S. 155). Sie sei sehr froh 

gewesen, dass sie sich über die (im Sommer 2015 erfolgte) Taufe C._____s in 

der orthodoxen Kirche hätten einigen können, dies sei die erste Sache gewesen, 

die sie gemeinsam entschieden hätten (Prot. I S. 139).  

 6.2 Dementsprechend erklärte der Kläger, die Beklagte verweigere die 

Kommunikation mit ihm strikte und vertrete in sämtlichen Lebensbereichen ande-

re Auffassungen als er (Urk. 187 S. 30). Er taxierte den chronischen, sich verfes-

tigenden, seitens der Beklagten den Sohn miteinbeziehenden Konflikt als derart 

gravierend, dass mit Blick auf Entscheide über wesentliche Fragen des Sohnes 

- 36 - 

nicht einmal ein minimaler Nenner zwischen den Eltern ersichtlich sei (Urk. 187 S. 

33). In schulischer Hinsicht falle ihm die Beklagte jedes Mal mit dem Messer in 

den Rücken (Prot. I S. 149).  

 6.3 Diesen Ausführungen der Parteien kann nichts entnommen werden, was 

eine gemeinsame Elternverantwortung in den Kernthemen Schule, Freizeit und 

Gesundheit als realistisch erscheinen liesse. Zudem warfen sich die Parteien ge-

genseitig vor, C._____ massiv zu manipulieren (Kläger: Urk. 187 S. 31 f., Prot. I 

S. 157 f., S. 165, S. 168; Beklagte: Prot. I S. 115, Urk. 207 S. 2 f., S. 7 f.).  

 7. Das vorinstanzliche Verdikt einer sich auf alle Bereiche der Elternverant-

wortung erstreckenden Uneinigkeit wird durch die Berufung der Beklagten nicht 

erschüttert. Vielmehr wird es durch die zweitinstanzlichen Vorbringen der Parteien 

bestätigt. Dabei kann offen bleiben, was genau zur E-Mail der Beklagten vom 

15. Juli 2016 führte, was die Beklagte damit beabsichtigte, ob sie für den Kläger 

trotzdem noch erreichbar war und ob der Kläger die Beklagte bereits Tage vor 

dem Schulbeginn vergeblich zu kontaktieren versuchte (Urk. 234 S. 10, Urk. 249 

S. 8). Tatsache ist, dass der letzte Schul- und Wohnortswechsel infolge des zer-

strittenen Verhältnisses unter den Eltern weder vorgängig abgesprochen, noch 

der Beklagten vorgängig bekannt gegeben werden konnte, und die Parteien nun 

darüber streiten, wem dies anzulasten sei. Dabei war der Beklagten bereits im 

Frühling 2016 bekannt, dass der Kläger in Kürze wird umziehen müssen, da er in 

P._____ lediglich eine Notunterkunft gefunden hatte (Urk. 189 S. 9), zumal auch 

der Kläger an der Verhandlung vom 1. Juni 2016 davon sprach, dass ein Umzug 

in eine grössere Wohnung schön wäre (Prot. I S. 151 f.).  

 8. Die zweitinstanzlichen Parteivorbringen lassen auch keinen Zweifel daran, 

dass sich der Konflikt der Eltern negativ auf das Kindeswohl auswirkt.  

 8.1 Die Beklagte stimmt in der Berufungsbegründung zunächst der vor-

instanzlichen Aussage zu, wonach sich C._____ mitten im (ständigen) Konflikt der 

Parteien befinde und seine Aussagen (gegenüber dem jeweiligen Elternteil) kont-

rovers sind (Urk. 224 S. 15 Ziff. 42). Sie vertritt die Meinung, die Vorinstanz hätte 

die Entscheidbefugnisse in gesundheitlichen Angelegenheiten ihr zuteilen müs-

- 37 - 

sen, auch wenn der Grund der Beschwerden von C._____ im Konflikt der Eltern 

liege; die Beschwerden seien eine Tatsache, mit der sich leider vor allem C._____ 

auseinandersetzen müsse (Urk. 224 S. 17 Ziff. 45). Es dürfte auch nicht die Mei-

nung der Vorinstanz sein – so die Beklagte weiter –, dass C._____ im Kreuzfeuer 

des von ihm mit Sicherheit wahrgenommenen Streites keine Hilfe verdient hätte 

(Urk. 224 S. 16 Ziff. 45). In der Stellungnahme vom 8. Februar 2017 spricht die 

Beklagte von der "Not" C._____s und von "Symptomen" wie "Übergewicht, Stau-

ballergie, Aussageverhalten etc." (Urk. 249 S. 12 ff.). Sie verweist auf den vom 

Kläger eingereichten Bericht der Klassenlehrperson vom 7. November 2016 

(Urk. 236/5), wonach C._____ im Unterricht schnell abgelenkt und teilweise un-

konzentriert sei (Urk. 249 S. 14). Schliesslich äussert sich die Beklagte in der 

Stellungnahme vom 20. März 2017 dahingehend, C._____ befinde sich seit Jah-

ren in einem Loyalitätskonflikt, der durch das beschützende, bindungsintolerante 

Verhalten des Vaters akzentuiert werde (Urk. 259 S. 3 Ziff. 5). C._____ habe er-

wiesenermassen gewisse gesundheitliche Probleme. Es sei nicht von der Hand 

zu weisen, dass er unter dem Konflikt der Eltern leide, was aber nicht einzig auf 

die Beklagte zurückzuführen sei (Urk. 259 S. 6 Ziff. 18). Dabei erwähnt sie einen 

Vorfall vom 19. März 2017, an dem C._____ verunsichert gewesen sei, sich un-

wohl gefühlt und geweint habe, weil sich die Parteien nach einem Besuchswo-

chenende über die Rückkehr zum Kläger nicht einig waren (Urk. 259 S. 8 Ziff. 22), 

nachdem es bereits an Weihnachten 2016 wegen der Rückkehr zum Kläger "ein 

Desaster" gegeben habe, weil sich die Parteien nicht hatten verständigen können 

(Urk. 259 S. 3 Ziff. 6 f., S. 4 Ziff. 12; vgl. bereits Urk. 249 S. 10 Ziff. 27). In diesem 

Zusammenhang bezeichnete die Beklagte die Schule als für C._____ "neutrales 

Territorium", wo er seinen Wunsch, seine Mutter mehr zu sehen, äussern dürfe 

(Urk. 259 S. 3 Ziff. 8). 

 8.2 Der Kläger betrachtet C._____ grundsätzlich als ein gesundes und für 

sein Alter in seiner Persönlichkeit bereits weit entwickeltes Kind (Urk. 234 S. 17), 

dessen psychische und physische Situation sich stark verbessert habe, seit er un-

ter seiner alleinigen Obhut stehe (Urk. 234 S. 21). Indes wirkt sich der Elternkon-

flikt auch in seinen Augen negativ auf C._____ aus. Er nennt vorübergehende ge-

sundheitliche Beschwerden in Form von Bauch- und Kopfschmerzen, Übelkeit, 

- 38 - 

Traurigkeit etc., die nach Beobachtung von Lehrer, Kindsvertreter und Vorinstanz 

immer dann aufgetreten seien, wenn sich der Streit zwischen den Parteien inten-

siviert oder wenn die Beklagte Druck auf C._____ ausgeübt habe, um ihn für ihre 

im Prozess verfolgten Ziele gefügig zu machen. Nach Ansicht des Klägers leidet 

C._____ unter der Fortsetzung des seit seinen Kleinkindtagen bestehenden Kon-

flikts und unter dem von der Beklagten ausgehenden Druck massiv. C._____ ha-

be es nicht fassen können, dass die Beklagte den von ihm selbst sehr begrüssten 

Entscheid der Vorinstanz nicht akzeptiert habe (Urk. 234 S. 16 und S. 32, Urk. 

263 S. 13).  

 8.3 Der Kindesvertreter berichtet von einem psychischen Zusammenbruch 

mit heftigen Bauchkrämpfen, den C._____ am 10. März 2016 erlitten habe, nach-

dem er die Aussage, er werde vom Vater geschlagen und wolle nicht mehr bei 

ihm sein, widerrufen habe (Urk. 238 S. 6 f.; vgl. dazu auch Urk. 181, Urk. 185 und 

186, Urk. 192, Urk. 196 S. 2 f., Urk. 205 S. 6 f., Prot. I S. 126 ff. Urk. 225 S. 30 f.). 

Weiter habe C._____ ihm gegenüber geäussert, wie sehr er darunter leide, dass 

"die ganze Geschichte" nie ein Ende habe und dass in seinem Leben immer pro-

zessiert worden sei (Urk. 238 S. 10). C._____ wünsche sich von Herzen, dass 

das Obergericht das Verfahren baldmöglichst abschliesse, weil er nicht mehr mit 

den Konflikten zwischen seinen Eltern belastet sein wolle (Urk. 252 S. 5).  

 9.1 Im vorinstanzlichen Verfahren verfasste der Schulleiter J._____ (Schule 

K._____) am 10. März 2016 einen Bericht. Diesem Bericht zufolge machte 

C._____ zu seiner familiären Situation folgende Aussagen (Urk. 186):  

 "C._____ hat ein starkes Mitteilungsbedürfnis. Er erzählt oft in der Schule was er zuhause spielt 
und allgemein macht, was ihn beschäftigt und möchte alles genau erklären. Die familiäre Situation 

ist immer wieder ein Thema. C._____ macht sich Sorgen über den Streit der Eltern, muss an kon-

krete Vorfälle denken, die ihn sehr beschäftigen. Momentan kommt die Verunsicherung dazu, 

dass die Mutter schwanger ist. Er hat Angst, dass er nicht mehr gleich viele Geschenke bekom-

men wird, wenn das Baby auf der Welt sein wird. Er machte in den letzten Monaten mehrmals die 

Aussage, dass er beim Vater bleiben möchte. 

Am 10. März 2016 ging es C._____ nicht gut, starke Bauchkrämpfe. Er teilte der Lehrerin mit, 

dass er gestresst sei. Er habe auf Zwang der Mutter bei seinem Anwalt die Aussage machen 

müssen, dass er vom Vater geschlagen werde und er bei der Mutter wohnen möchte. Dies stimme 

- 39 - 

aber nicht. Die Lehrperson hat Einwilligung von C._____ diese Aussage weiterzuleiten. C._____ 

musste vom Vater an diesem Morgen aus der Schule abgeholt werden, weil es ihm so nicht wohl 

war." 

 9.2 Dem von J._____ am 26. Mai 2016 verfassten Bericht lässt sich ent-

nehmen, dass die Periode rund um den letzten Gerichtstermin für C._____ eine 

schwierige Zeit gewesen sei. Das habe sich in seinen schulischen Leistungen ge-

zeigt, die in dieser Zeit nicht befriedigend gewesen seien. Er habe sich nur 

schwer auf einen Auftrag konzentrieren können, grosse Mühe gehabt, eine Arbeit 

zu beginnen, und – wenn überhaupt – nur sehr langsam gearbeitet. C._____ sei 

in der Zeit auch häufig in Streitereien mit anderen Kindern involviert gewesen; mit 

einem Kind hätten sich die Konflikte derart gehäuft, dass die Lehrpersonen 

mehrmals täglich hätten intervenieren und auf eine räumliche Trennung bestehen 

müssen. Seit den Frühlingsferien habe sich die Situation etwas entspannt, was 

die Streitigkeiten anbelange. In schulischer Hinsicht sei C._____ wieder motivier-

ter. Doch müssten die Lehrpersonen ihn oft ermahnen und sehr eng führen. Die 

Konzentrationsschwierigkeiten bestünden trotz grundsätzlichem Interesse am 

Thema nach wie vor, wenn er selbständig arbeiten müsse (Urk. 198). 

 9.3 Auf den Bericht der Klassenlehrperson S._____ (4. Klasse im Schulhaus 

T._____, D._____) vom 7. November 2016 wurde bereits Bezug genommen. Die 

Lehrerin nimmt C._____ als aufgestellten, freundlichen Jungen war, der im Unter-

richt schnell abgelenkt und teilweise unkonzentriert ist, woraus ein langsames Ar-

beiten resultiert. Die schulischen Leistungen taxiert sie indes als sehr zufrieden-

stellend (Urk. 236/5).  

 10. Die vorinstanzliche Feststellung, dass C._____s Wohl durch das ständi-

ge Hin und Her der Eltern stark beeinträchtigt wurde und bei Fehlen einer klaren 

stabilen Regelung weiter stark beeinträchtigt wäre, wird von der Beklagten mit der 

Berufung nicht in Frage gestellt, geschweige denn widerlegt. Die Vorinstanz nann-

te in diesem Zusammenhang gesundheitliche Probleme physischer (häufige 

Bauchschmerzen, Stauballergie) und psychischer Art (Stress). Auffällig sind auch 

die von den Lehrern erwähnten Konzentrationsschwierigkeiten. Beide Parteien 

gehen somit von erheblichen negativen Wirkungen des Elternkonflikts auf das 

- 40 - 

Kindeswohl aus, auch wenn sie die Schuld daran im Wesentlichen der Gegenpar-

tei geben. Die Annahme der Vorinstanz, die Alleinsorge gewährleiste, dass sich 

die Eltern nicht ständig gegenseitig blockierten und ihre Streitigkeiten in allen 

Hauptbereichen des Lebens auf dem Rücken ihres Sohnes austragen würden 

(Urk. 225 S. 28 f.), ist zutreffend. Mit anderen Worten ist die Alleinzuteilung der 

Sorge geeignet, die Beeinträchtigung des Kindeswohls zumindest zu lindern, weil 

C._____ weniger in Streitigkeiten seiner Eltern hingezogen wird und die für ihn 

damit verbundenen Belastungen und Sorgen abnehmen. Die Vorinstanz ist zu 

Recht davon ausgegangen, dass es zur Wahrung des Kindeswohls nötig ist, die 

alleinige elterliche Sorge einem Elternteil zuzuteilen. Die eventualiter beantragte 

Alleinzuteilung einzelner Inhalte des Sorgerechts kann in der vorliegenden Kons-

tellation nicht in Frage kommen (E. III/5.1). Da die Beklagte weder die Alleinsorge 

beansprucht, noch die Zuteilung der Obhut anficht (vgl. E. III/4.3), ist C._____ in 

Bestätigung des angefochtenen Urteils unter die alleinige elterliche Sorge des 

Klägers zu stellen.     

 11.1 Die Beklagte beantragt subeventualiter, im Falle der Alleinsorge des 

Klägers sei das Aufenthaltsbestimmungsrecht des Klägers auf die Schulkreise 

D._____ und L._____ zu beschränken und Aufenthaltswechsel ausserhalb dieser 

Schulkreise von ihrer Zustimmung bzw. bei Nichteinigkeit von der Zustimmung 

der zuständigen Behörde abhängig zu machen. Sie begründet dies damit, dass 

der Kläger ihr die neue Wohnadresse erst anfangs September 2016 mitgeteilt ha-

be und sie die Adresse bei der Beiständin und bei den Einwohnerkontrollen habe 

in Erfahrung bringen müssen, nachdem sie am ersten Schultag im falschen 

Schulhaus nach C._____ gesucht und der Kläger sie offensichtlich böswillig im 

Ungewissen darüber gelassen habe, wohin er mit C._____ gezogen sei. Tatsäch-

lich habe die Beklagte befürchtet, dass der Kläger mit C._____ ins Ausland oder 

in der Schweiz weit weggezogen sein könnte. Es habe keinen anderen Grund ge-

geben, die Beklagte im Dunkeln tappen zu lassen, als sich damit einen zeitlichen 

Vorsprung und ein neues, unumstössliches fait accompli zu schaffen. Aus diesem 

Grund sei ihr gerade das Aufenthaltsbestimmungsrecht als zentraler Bestandteil 

der gemeinsamen Sorge nicht zu entziehen (Urk. 224 S. 21 Ziff. 62). In der Stel-

lungnahme zur Berufungsantwort ergänzt die Beklagte, durch die erneute Arbeits-

- 41 - 

losigkeit des Klägers befürchte sie, dass den Kläger in der Schweiz nicht viel hal-

ten könnte und er den immer wieder erwähnten – wenn auch vor Gericht vernein-

ten – Wunsch, nach Thailand auszuwandern, mit einer IV "im Sack" umsetzen 

könnte. Diese Befürchtung der Beklagten müsse ernst genommen werden (Urk. 

249 S. 17 Ziff. 59).  

 11.2 Der Kläger weist darauf hin, dass die Beklagte ihm unter Androhung ei-

ner polizeilichen Verzeigung für den Fall der Zuwiderhandlung verboten habe, mit 

ihr zu kommunizieren. Gleichwohl habe er versucht, der Beklagten sämtliche In-

formationen über den neuen Wohnort sowie über die neue Schule zu übermitteln. 

Zufolge der von der Beklagten veranlassten Datensperre seien diese Informatio-

nen bei der Beklagten jedoch nicht angekommen. Die Beiständin sei zudem über 

die neue Wohn- und Schulsituation informiert gewesen, weshalb sich die Beklagte 

die Nachforschungen hätte sparen können. Der Kläger habe keine Veranlassung, 

erneut umzuziehen, nachdem er für die temporäre Notwohnung in P._____ einen 

Ersatz gefunden und eine dauerhafte, ausgesprochen schöne Wohnsituation ge-

schaffen habe. Die anderslautende Behauptung der Beklagten entbehre jeder 

Grundlage. Gleichwohl wäre die Zuteilung des Aufenthaltsbestimmungsrechts an 

die Beklagte auf mittlere Sicht konfliktträchtig und sei daher abzulehnen (Urk. 234 

S. 37).  

 11.3 Für den Kindesvertreter beansprucht die Beklagte das Aufenthaltsbe-

stimmungsrecht, ohne über konkrete, nachvollziehbare Gründe zu verfügen. Be-

reits die Vorinstanz habe richtig festgestellt, eine solche Einschränkung sei nicht 

nötig, nachdem der Kläger wieder über eine Arbeitsstelle verfüge und eine Verle-

gung des Wohnsitzes nach Thailand nicht mehr zur Diskussion stehe (Urk. 238 

S. 10 f.). 

 11.4 Die Beklagte stellte vor Vorinstanz den Antrag, im Falle der Zuteilung 

der Alleinsorge sei dem alleinsorgeberechtigten Elternteil das Aufenthaltsbestim-

mungsrecht nach Art. 301 Abs. 1 ZGB zu entziehen (Urk. 207 S. 1). Die Vor-

instanz erwog, konkrete, nachvollziehbare Gründe für eine derart einschneidende 

Massnahme lasse die Beklagte nicht anführen. Die in einem früheren Verfahrens-

stadium geäusserten Befürchtungen eines Wegzugs des Klägers ins ferne Thai-

- 42 - 

land seien diffus gewesen und seit längerem nicht mehr aktuell. Der Kläger habe 

wieder Arbeit gefunden, die Wurzeln von C._____ seien in Zürich und auch die 

Mutter des Klägers, die ihn in der Betreuung ab und an unterstütze, wohne in 

U._____ [Ortschaft]. Entsprechend seien keine irgendwie gearteten Auswande-

rungspläne ersichtlich. Eine Einschränkung der elterlichen Sorge sei somit nicht 

notwendig (Urk. 225 S. 40).  

 11.5 Steht die elterliche Sorge nur einem Elternteil zu, so übt folglich dieser 

Elternteil auch das Aufenthaltsbestimmungsrecht alleine aus (BK-Affolter-Fringeli/ 

Vogel, Art. 301a ZGB N 10). Ist durch einen Umzug eine Kindeswohlgefährdung 

erstellt, sind entsprechende Kindesschutzmassnahmen zur Sicherung des Auf-

enthaltes des Kindes am angestammten Ort zu treffen. Über eine Weisung kann 

ein Verbot zur Ausreise ins Ausland oder eines Aufenthaltswechsels in der 

Schweiz ausgesprochen werden (Art. 307 Abs. 3 ZGB). Ein formeller Entzug des 

Aufenthaltsbestimmungsrechts nach Art. 310 ZGB – wie dies die Beklagte im vor-

instanzlichen Verfahren beantragen liess – erscheint kaum je verhältnismässig, 

da eine solche Massnahme zu einer Fremdplatzierung des Kindes führen würde 

(BK-Affolter-Fringeli/Vogel, Art. 301a ZGB N 28). Ein gemeinsames Aufenthalts-

bestimmungsrecht bei Zuteilung der Alleinsorge wegen grundsätzlich fehlender 

Kooperations- und Kommunikationsfähigkeit der Eltern dürfte ebenfalls kaum je in 

Frage kommen. Voraussetzung wäre jedenfalls, dass sich die Eltern über den 

Aufenthalt des Kindes einigen könnten, obwohl sich der Konflikt ansonsten auf al-

le übrigen Kinderbelange erstreckt. Davon kann vorliegend nicht ausgegangen 

werden. Die Beklagte kritisierte den Umzug des Klägers nach D._____ heftig und 

bezeichnete es als eines ihrer Hauptanliegen, dass C._____ ohne Not keine wei-

teren Wohn- und Schulortwechsel hinnehmen müsse (Urk. 224 S. 5 Ziff. 8 f., vgl. 

auch Urk. 270 S. 2: "dem Vater weitere Wohnort- und/oder Schulwechsel nicht 

mehr zu erlauben"). Damit wären weitere Auseinandersetzungen auch über den 

Aufenthaltsort C._____s vorprogrammiert, falls der Kläger mit C._____ einen wei-

teren Umzug ins Auge fassen würde.  

 11.6 Im Übrigen müssen die von der Beklagten in der Berufung erhobenen 

Vorwürfe relativiert werden: Die Beklagte ging bereits im Frühling 2016 davon 

- 43 - 

aus, dass der Kläger in Kürze werde umziehen müssen, da er in P._____ lediglich 

eine Notunterkunft gefunden hatte (Urk. 189 S. 9), wobei auch der Kläger an der 

Verhandlung vom 1. Juni 2016 davon sprach, dass ein Umzug in eine grössere 

Wohnung schön wäre (Prot. I S. 151 f.). Der Mietvertrag über die neue 4-

Zimmerwohnung in D._____ (mit Wirkung ab 1. August 2016) wurde am 8. Juli 

2016 abgeschlossen (Urk. 236/1). Es ist weder dargetan noch ersichtlich, inwie-

fern der Umzug ins benachbarte D._____ erhebliche Auswirkungen auf die Aus-

übung der elterlichen Sorge oder des Besuchsrechts nach sich zogen, weshalb 

eine vorgängige Zustimmung der Beklagten für den Umzug nicht notwendig war 

(Art. 301a Abs. 2 ZGB). Am 15. Juli 2016 teilte die Beklagte dem Kläger mit, sie 

wünsche nur noch über die Beiständin zu kommunizieren und werde sämtliche 

Adressen ab sofort "schliessen" (Urk. 236/3). Am 22. August 2016 erkundigte sich 

die Beklagte bei der Beiständin nach dem Verbleib C._____s, nachdem sie vom 

Kläger telefonisch die Auskunft erhalten hatte, C._____ wohne nicht mehr in 

P._____ (Urk. 227/6). Die Beiständin teilte der Beklagten daraufhin am 24. August 

2016 mit, wie sie den Akten entnehme, sei der Vater mit C._____ an die 

"V._____-Strasse …, D._____" umgezogen (Urk. 227/7). Der Kläger will die Be-

klagte bereits vor dem 22. August 2016 telefonisch vergeblich zu kontaktieren 

versucht haben, bevor er ihr am 22. August 2016 per SMS den Übertritt C._____s 

in eine neue Schulklasse mitteilte und weitere Informationen per E-Mail ankündig-

te, was in der Folge durch die von der Beklagten veranlasste Sperre verunmög-

licht worden sei (Urk. 234 S. 10). Die Beklagte will für den Kläger per E-Mail und 

per SMS jederzeit erreichbar gewesen sein und erklärt die zurückgewiesene E-

Mail vom 1. September 2016 (Urk. 236/4) mit einer vollen Mailbox (Urk. 249 S. 8 

Ziff. 18). Aus dem dokumentierten Ablauf und den beidseitigen Vorbringen kann 

dem Kläger vorgeworfen werden, die Beklagte nicht vor Unterzeichnung des 

Mietvertrages über den geplanten Umzug informiert und die Beiständin – nach 

Aussprache der Kontaktsperre – nicht darauf hingewiesen zu haben, sie habe die 

Beklagte über die neue Wohn- und Schulsituation zu informieren. Denn wenn der 

Alleinsorgeberechtigte den anderen Elternteil rechtzeitig über eine Veränderung 

des Aufenthaltsortes des Kindes informieren muss (Art. 301a Abs. 3 ZGB), muss 

dies auch für den Alleinobhutsberechtigten gelten, welcher der Zustimmung des 

- 44 - 

anderen Elternteils zum Wechsel des Aufenthaltsortes mangels erheblicher Aus-

wirkungen (Art. 301a Abs. 2 ZGB) nicht bedarf (vgl. zum allgemeinen Informa-

tions- und Auskunftsrecht gemäss Art. 275a ZGB: BSK ZGB I-Schwenzer/Cottier, 

Art. 275a N 3). Dies führt aber nicht dazu, dass der Berufungsantrag der Beklag-

ten gutzuheissen wäre. Eine Verletzung der Informationspflicht durch den allein-

sorgeberechtigten Elternteil zieht keine Sanktionen oder Folgen nach sich. Die 

Bestimmung erschöpft sich in einem Appell an die Eltern, sich über allfällige Kon-

sequenzen des Aufenthaltswechsels zu verständigen und allfällige Anpassungen 

vorzunehmen (BK-Affolter-Fringeli/Vogel, Art. 301a ZGB N 34; BSK ZGB I-

Schwenzer/Cottier, Art. 301a N 21; FamKomm Scheidung/Büchler/Clausen, 

Art. 301a ZGB N 21).   

 11.7 Die Beklagte erhebt lediglich pauschale Vorwürfe, wenn sie geltend 

macht, C._____ sei in nur kurzer Zeit der zweite Wohnorts- und der dritte Schul-

wechsel zugemutet worden (Urk. 224 S. 5 Ziff. 8) und er sei vor weiteren Wohnor-

tswechseln zu schützen (Urk. 249 S. 19 Ziff. 66). Eine mit dem Umzug nach 

D._____ verbundene konkrete Gefährdung des Kindeswohls wird damit nicht be-

hauptet und ist auch nicht ersichtlich: C._____s schulische Leistungen in der 4. 

Klasse in D._____ sind gut (Urk. 236/5, Urk. 265/1). Die Besuche bei der Beklag-

ten sind  auch vom neuen Wohnort aus im bisherigen Umfang möglich und wur-

den denn auch weitergeführt (Urk. 249 S. 10 Ziff. 26, S. 19 Ziff. 67, Urk. 259 S. 3 

Ziff. 8, S. 6 Ziff. 18). Der Kindesvertreter berichtet, C._____ sei am neuen Ort 

rundum glücklich beim Kläger und verstehe sich auch bestens mit dessen Eltern 

in U._____ [Ortschaft]. Aus diesen Gründen wolle er auch unbedingt unter der 

Sorge und Obhut des Vaters leben, der für ihn beste Wohn- und Umgebungsver-

hältnisse (ganz in der Nähe des Schulhauses und von Nachbarskindern) bereit-

halte (Urk. 238 S. 9 f.).  

 11.8 Zur Befürchtung der Beklagten, der Kläger könnte nach dem Verlust 

der Arbeitsstelle mit C._____ nach Thailand auswandern, ist zu sagen, dass es 

sich dabei lediglich um eine vage Vermutung handelt. Die vorinstanzliche Erwä-

gung, es seien derzeit keine irgendwie gearteten Auswanderungspläne ersicht-

lich, liess die Beklagte im Berufungsverfahren unwidersprochen. Die Kündigung 

- 45 - 

des Arbeitsvertrags des Klägers am 13. Oktober 2016 erfolgte unbestrittenermas-

sen aus gesundheitlichen Gründen (Urk. 236/8-13). Daraus kann nicht auf konkre-

te Auswanderungspläne geschlossen werden, zumal der Kläger per 1. August 

2016 eine neue geräumige Wohnung bezog. Abgesehen davon rechtfertigte es 

selbst ein beabsichtigter Umzug ins Ausland nicht, dem allein sorgeberechtigten 

Elternteil das Aufenthaltsbestimmungsrecht zu entziehen, zumindest solange 

nicht, als daraus nicht eine Gefährdung des Kindes im Sinne von Art. 310 ZGB 

resultiert.   

 11.9 Die Berufungsanträge Ziffer 1 bis 3 sind daher abzuweisen und die an-

gefochtenen Dispositiv-Ziffern 2 und 3, mit denen C._____ unter die alleinige Sor-

ge des Klägers gestellt und eine Beschränkung des Sorgerechts abgewiesen 

wurde, zu bestätigen.  

 12.1 Die Vorinstanz hat ein zweiwöchentliches Besuchsrecht der Beklagten 

ausgesprochen, beginnend am Freitag nach Schulende bzw. an schulfreien Ta-

gen um 18.00 Uhr und endend am Montagmorgen vor Schulbeginn bzw. an schul-

freien Tagen um 9.00 Uhr. Sie erwog dazu, das seit dem obergerichtlichen Ent-

scheid vom 26. Mai 2014 bestehende Kontaktrecht von Freitag nach Schulschluss 

bis Montagmorgen vor Schulbeginn habe sich grundsätzlich bewährt. Es sei nicht 

einzusehen, inwiefern eine Verkürzung bis Sonntagabend dem Wohle von 

C._____ dienlich sei. Selbstverständlich müsse die Beklagte weiterhin sicherstel-

len, dass C._____ jeweils am Montagmorgen rechtzeitig in der Schule sei, und 

zwar auch dann, wenn die Parteien einmal nicht mehr in benachbarten Stadtquar-

tieren wohnhaft seien (Urk. 225 S. 41).   

 12.2 Die Beklagte beantragt berufungsweise erneut, der Beginn der Besu-

che sei auf Donnerstag nach Schulende bzw. an schulfreien Donnerstagen auf 

18.00 Uhr festzusetzen. Zur Begründung bringt sie vor, mit der Zementierung des 

Wochenendbesuchsrechts werde sie nun nachhaltig aus dem Leben ihres Soh-

nes verdrängt. Dieser Entwicklung sei Gegensteuer zu geben. Sie sei lange Jahre 

die alleinige Betreuerin von C._____ gewesen und habe die Betreuung dann mit 

dem Kläger geteilt. Die Vorinstanz habe sich nur zur beantragten Verkürzung, 

nicht aber zu einer Verlängerung der Besuchszeiten geäussert. Es sei nicht er-

- 46 - 

sichtlich, weshalb C._____ nicht zweimal pro Monat, d.h. an zwei Freitagen und 

zwei Montagen, zur Schule gebracht bzw. von der Schule abgeholt werden könn-

te. In Anbetracht der früheren Betreuungsintensität und fehlender Aussagen 

C._____s in diesem Punkt, hätte eine Ausdehnung der Wochenenden angeordnet 

werden müssen. Allenfalls sei von mangelnder Spruchreife auszugehen (Urk. 224 

S. 22 Ziff. 67 ff.).  

 Mit der Anschlussberufungsantwort stellt die Beklagte neu den Antrag, der 

Kläger sei zu verpflichten, C._____ jeweils am Donnerstag nach Schulende zu ihr 

zu bringen. Sie ist der Auffassung, es sei für ein Kind vorteilhafter, vom sorgebe-

rechtigten Elternteil zum Besuchswochenende gebracht und nach dem Wochen-

ende vom anderen Elternteil zurückgebracht zu werden. Sie werde C._____ 

pünktlich nach Beendigung des Besuchsrechts am Montag zur Schule bringen 

(Urk. 249 S. 20 Ziff. 70).  

 12.3 Der Kläger und der Kindesvertreter lehnen eine Ausdehnung der Wo-

chenendbesuchszeiten ab. C._____ habe – so der Kläger – klar und unmissver-

ständlich zu verstehen gegeben, dass er keine zusätzlichen Besuchsta