# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a54ca760-b9b8-5239-a3bc-10e012556790
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-01-03
**Language:** de
**Title:** Zürich Handelsgericht 03.01.2018 HG160185
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_HG_001_HG160185_2018-01-03.pdf

## Full Text

Handelsgericht des Kantons Zürich 
    

 

 

Geschäfts-Nr.: HG160185-O U/ei 

(Vormals HG140021-O) 
 

 

Mitwirkend: Oberrichter Dr. George Daetwyler, Präsident, Oberrichterin 

Dr. Helen Kneubühler, die Handelsrichter Dr. Arnold Huber, Thomas 

Klein und Ivo Eltschinger sowie der Gerichtsschreiber Dr. Benjamin 

Büchler 

 

Urteil vom 3. Januar 2018 

 

in Sachen 

 
A._____ Automobile AG, 

Klägerin 

 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 

B._____, 

Beklagter 

 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ 

 

betreffend Forderung 
 

 

- 2 - 

Korrigiertes Rechtsbegehren: 
(act. 22 S. 2) 

"1. Der Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin 
CHF 150'000.00 zuzüglich Zins zu 5% seit 12.12.2012, 
CHF 5'000.00 zuzüglich Zins zu 5% seit 03.04.2013, 
CHF 5'000.00 zuzüglich Zins zu 5% seit 29.04.2013, 
CHF 5'000.00 zuzüglich Zins zu 5% seit 06.06.2013, 
CHF 5'000.00 zuzüglich Zins zu 5% seit 15.07.2013, 
CHF 5'000.00 zuzüglich Zins zu 5% seit 07.08.2013, 
CHF 5'000.00 zuzüglich Zins zu 5% seit 02.09.2013 und 
CHF 92'356.15 zuzüglich Zins zu 5% seit 06.09.2013 
zu bezahlen. 

 2. Eventualiter sei der Beklagte zu verpflichten, der Klägerin den 
Minderwert der Vertragsgegenstände zu ersetzen. 

 3. In der Betreibung Nr. ... des Betreibungsamtes F._____ (Zah-
lungsbefehl vom 10.12.2013) sei für den eingeklagten Betrag in-
klusive Zinsen und Kosten Rechtsöffnung zu erteilen. 

 4. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen inklusive MwSt zu 
Lasten des Beklagten." 

Anträge des Beklagten: 
(act. 26 S. 2) 

"1. Die Rechtsbegehren der Klägerin gemäss Klage vom 3. Februar 
2014 sowie Replik vom 24. November 2014 seien vollumfänglich 
abzuweisen. 

 2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich 8% 
MwSt. zu Lasten der Klägerin." 

 
 

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Inhaltsverzeichnis 

Sachverhalt und Verfahren ........................................................................................... 5 

A. Sachverhaltsübersicht ........................................................................................... 5 
a. Parteien und ihre Stellung .................................................................................... 5 
b. Prozessgegenstand ............................................................................................... 5 

B. Prozessuales ............................................................................................................. 5 
a. Prozessverlauf ........................................................................................................ 5 
b. Spruchreife .............................................................................................................. 7 
c. Gerichtsbesetzung ................................................................................................. 8 

Erwägungen ...................................................................................................................... 8 
1. Formelles ............................................................................................................... 8 
1.1. Zuständigkeit....................................................................................................... 8 
1.2. Streitverkündung ................................................................................................ 8 
2. Sachverhalt............................................................................................................ 9 
2.1. Unbestrittener Sachverhalt ............................................................................... 9 
2.2. Wesentliche Parteivorbringen .......................................................................... 9 
2.2.1. Klägerin................................................................................................................. 9 
2.2.2. Beklagter ............................................................................................................11 
3. Vertragsverhältnis .............................................................................................12 
3.1. Der Vertrag vom 7. Dezember 2012 .............................................................12 
3.2. Rechtliche Qualifikation des Vertrag vom 7. Dezember 2012 ..................14 
3.3. Gespräche und Verhandlungen nach Abschluss der Vereinbarung........15 
3.4. Zusatzvereinbarung vom 8. Februar 2013...................................................17 
3.4.1. Inhalt der Zusatzvereinbarung ........................................................................17 
3.4.2. Gründe für den Abschluss der Zusatzvereinbarung....................................18 
3.4.3. Rechtliche Quali fikation der Zusatzvereinbarung ........................................19 
4. Anfechtung wegen Willensmängeln .............................................................19 
4.1. Willensmängel beim Abschluss des Kaufvertrages....................................19 
4.1.1. Parteistandpunkte .............................................................................................19 
4.1.1.1. Klägerin ...........................................................................................................19 
4.1.1.2. Beklagter .........................................................................................................21 
4.1.2. Rechtliches.........................................................................................................24 
4.1.2.1. Irrtum ...............................................................................................................24 
4.1.2.2. Täuschung ......................................................................................................26 
4.1.3. Würdigung ..........................................................................................................27 
4.1.3.1. Verwertbarkeit des Gutachtens ...................................................................27 
4.1.3.2. Irrtum über die Wirtschaftlichkeit der Garage ...........................................28 
4.1.3.3. Irrtum über den Wert der Garage................................................................32 
4.1.3.4. Irrtum über die Übertragbarkeit der Verträge ............................................37 
4.1.3.5. Irrtum über das Vorliegen eines Gestaltungsplanes ................................49 
4.1.3.6. Absichtliche Täuschung................................................................................51 
4.1.3.7. Zusammenfassung ........................................................................................53 

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4.2. Willensmängel beim Abschluss der Zusatzvereinbarung ..........................53 
4.3. Zusammenfassung ..........................................................................................54 
5. Rückzahlung des Darlehens ...........................................................................55 
5.1. Qualifikation der Zahlung ................................................................................55 
5.1.1. Parteistandpunkte .............................................................................................55 
5.1.1.1. Klägerin ...........................................................................................................55 
5.1.1.2. Beklagter .........................................................................................................55 
5.1.2. Rechtliches.........................................................................................................56 
5.1.3. Würdigung ..........................................................................................................57 
5.2. Höhe der Darlehensschuld .............................................................................62 
5.2.1. Grundlegender Sachverhalt ............................................................................62 
5.2.2. Parteistandpunkte .............................................................................................62 
5.2.2.1. Klägerin ...........................................................................................................62 
5.2.2.2. Beklagter .........................................................................................................62 
5.2.3. Rechtliches.........................................................................................................63 
5.2.4. Würdigung ..........................................................................................................63 
5.3. Fazit....................................................................................................................67 
6. Beseitigung Rechtsvorschlag ........................................................................67 
6.1. Antrag.................................................................................................................67 
6.2. Rechtliches........................................................................................................68 
6.3. Würdigung .........................................................................................................68 
7. Zusammenfassung der Tat- und Rechtsfragen .........................................68 
8. Kosten- und Entschädigungsfolgen .............................................................69 

Dispositiv: ........................................................................................................................70 

 

Vorbemerkung: Die vom Urteil vom 21. Dezember 2015 relevant abweichenden 

Passagen sind Grün gehalten. Gestrichene Elemente sind der Übersichtlichkeit 

dienend nicht mehr enthalten. Die dem Urteil vom 21. Dezember 2015 entspre-

chenden Erwägungen wurden im Verfahren vor dem Bundesgericht nicht ange-

fochten oder durch das Bundesgericht mit Urteil vom 11. August 2016 (act. 41) 

bestätigt. Entsprechend sind diese Erwägungen verbindlich und es besteht kein 

Anlass, vom damaligen Urteil abzuweichen. 

 

 

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Sachverhalt und Verfahren 

A. Sachverhaltsübersicht 

a. Parteien und ihre Stellung 

Bei der Klägerin handelt es sich um eine Aktiengesellschaft mit Sitz in 

C._____, deren Zweck gemäss Handelsregisterauszug den Betrieb von Garagen 

sowie den Handel mit Automobilen umfasst (act. 3/1). Inhaber und Geschäftsfüh-

rer der Klägerin sind die Gebrüder D._____ und E._____ (act. 3/1 S. 2; act. 1 

Ziff. II.1 S. 4). Der Beklagte hat früher als Inhaber einer im Handelsregister einge-

tragenen Einzelunternehmung die Garage B._____ in F._____ betrieben 

(act. 3/2). 

b. Prozessgegenstand 

Im Jahr 2012 beabsichtigte der Beklagte, seinen Garagenbetrieb zu verkau-

fen. Gleichzeitig war die Klägerin an der Übernahme eines bestehenden Betriebs 

interessiert (act. 1 Ziff. 1.1.; act. 10 Ziff. 10). Die Parteien schlossen daher am 

7. Dezember 2012 einen Kaufvertrag über den beklagtischen Betrieb ab. Nach-

dem es bei der Abwicklung des Kaufvertrages zu Problemen gekommen war, 

wurde sodann am 8. Februar 2013 eine Zusatzvereinbarung abgeschlossen. Die 

Klägerin macht nun geltend, beim Abschluss der beiden Verträge einem Willens-

mangel unterlegen zu sein und ficht die Verträge an.  

B. Prozessuales  

a. Prozessverlauf 

Mit Eingabe vom 3. Februar 2014 liess die Klägerin die vorliegende Klage 

beim hiesigen Handelsgericht anhängig machen (act. 1). Dieses Verfahren wurde 

unter der Geschäftsnummer HG140021 geführt. Mit Verfügung vom 5. Februar 

2014 wurde den Streitberufenen G._____ und Dr. H._____ die Streitverkündung 

angezeigt. Gleichzeitig wurde der Klägerin Frist zur Bezahlung eines Kostenvor-

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schusses von CHF 16'000.– angesetzt (act. 5). Nachdem die Klägerin den Kos-

tenvorschuss rechtzeitig geleistet hatte (act. 7), wurde dem Beklagten mit Verfü-

gung vom 20. Februar 2014 Frist zur Erstattung der Klageantwort angesetzt 

(act. 8). Die Klageantwort ist fristgerecht beim hiesigen Gericht eingegangen 

(act. 10), worauf der I._____ AG die Streitverkündung durch den Beklagten ange-

zeigt worden ist (act. 15). In der Folge wurden die Parteien auf den 

16. September 2014 zu einer Vergleichsverhandlung vorgeladen, zu welcher 

Rechtsanwalt lic. iur. X._____ namens und mit Vollmacht der Klägerin sowie in 

Begleitung von D._____ und E._____ (jeweils Verwaltungsräte mit Kollektivunter-

schrift), sowie Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ namens, mit Vollmacht und in Beglei-

tung des Beklagten erschienen sind (Prot. S. 8). Anlässlich dieser Verhandlung 

schlossen die Parteien einen Vergleich, wobei ein Widerrufsvorbehalt vereinbart 

worden ist (Prot. S. 8 f.; act. 18). Mit Eingabe vom 19. September 2014 erklärte 

die Klägerin den Widerruf des Vergleichs (act. 19), worauf ihr mit Verfügung vom 

22. September 2014 Frist zur Erstattung der Replik angesetzt wurde (act. 20). 

Nach Eingang der Replik (act. 22), erstattete die Beklagte innert angesetzter Frist 

(act. 24) die Duplik (act. 26), welche der Klägerin zugestellt worden ist (act. 28). 

Mit Beschluss vom 21. Dezember 2015 trat das Handelsgericht auf das klä-

gerische Rechtsbegehren Ziff. 2 nicht ein. Mit Urteil vom gleichen Tag verurteilte 

das Handelsgericht den Beklagten zur Zahlung von CHF 57'126.75 zuzüglich Zins 

zu 5% auf CHF 55'100.– seit 6. September 2013. Im Mehrbetrag wurde die Klage 

abgewiesen (act. 36 S. 62 f.). Gegen das Urteil hat die Klägerin Beschwerde am 

Bundesgericht geführt, welches die Beschwerde mit Urteil vom 11. August 2016 

teilweise gutgeheissen und das Urteil des Handelsgerichts aufgehoben hat 

(act. 41). Demgegenüber wurde der Beschluss vom 21. Dezember 2015 nicht an-

gefochten und ist entsprechend in Rechtskraft erwachsen. 

Das Bundesgericht hat das Verfahren an die Vorinstanz zurückgewiesen 

(act. 41 Disp. Ziff. 1). In Nachachtung des bundesgerichtlichen Urteils wurde mit 

Beschluss vom 11. November 2016 die Erstellung eines Gutachtens zum Unter-

nehmenswert angeordnet (act. 42). Nach Eingang des Kostenvorschusses für das 

Gutachten (act. 44) und der Stellungnahme der Parteien zur Person des Gutach-

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ters (act. 45 und 46) wurde J._____ mit Verfügung vom 15. Dezember 2016 als 

Gutachter bestellt (act. 48). Gleichzeitig wurde den Parteien die Möglichkeit ge-

geben, zu den dem Gutachter zu stellenden Fragen Stellung zu nehmen, von 

welcher die Klägerin mit Eingabe vom 4. Januar 2017 (act. 52) und der Beklagte 

mit Eingabe vom 9. Januar 2017 (act. 53) Gebrauch machten. Zudem hat der Be-

klagte zur klägerischen Stellungnahme eine weitere Stellungnahme eingereicht 

(act. 54). In der Folge wurde mit Verfügung vom 8. Februar 2017 über die Frage-

stellung des Gutachtens entschieden (act. 55) und J._____ wurde mit Schreiben 

vom 13. Februar 2017 mit der Erstellung des Gutachtens betraut (act. 56). Am 

1. Mai 2017 erstattete J._____ das Gutachten (act. 60). Aufgrund einiger Mängel 

wurde ihm mit Schreiben vom 18. Mai 2017 Frist zur Verbesserung angesetzt 

(act. 63), worauf er am 6. Juni 2017 einen ergänzenden Bericht erstattete 

(act. 66). Innert angesetzter Frist (act. 67) verzichtete die Klägerin auf eine Stel-

lungnahme zum Gutachten (act. 70) während der Beklagte am 5. Juli 2017 eine 

Stellungnahme einreichte (act. 71). Die Einwände des Beklagten gegen das Gut-

achten vom 1. Mai 2017 und den ergänzenden Bericht vom 6. Juni 2017 wurden 

mit Verfügung vom 14. Juli 2017 abgewiesen, wobei das Honorar des Gutachters 

geringfügig gekürzt wurde (act. 73). 

Mit Verfügung vom 21. September 2017 wurde den Parteien Frist angesetzt, 

um zu erklären, ob sie auf die Durchführung einer mündlichen Hauptverhandlung 

verzichten (act. 76). Mit Eingaben vom 26. September 2017 (Klägerin, act. 78) 

bzw. vom 5. Oktober 2017 (Beklagter, act. 79) verzichteten beide Parteien auf die 

Durchführung einer mündlichen Hauptverhandlung 

b. Spruchreife 

Der Prozess erweist sich als spruchreif, weshalb ein Urteil zu fällen ist 

(Art. 236 Abs. 1 ZPO). Auf die einzelnen Parteivorbringen sowie auf die Akten ist 

in den nachfolgenden Erwägungen einzugehen, soweit sich dies zur Entscheid-

findung als notwendig erweist. 

- 8 - 

c. Gerichtsbesetzung 

Das damalige Urteil vom 21. Dezember 2015 wurde in folgender Besetzung 

gefällt: Oberrichter Dr. George Daetwyler, damals Vizepräsident, Oberrichterin 

Dr. Helen Kneubühler, Handelsrichter Alexander Pfeifer, Handelsrichter Thomas 

Klein, Handelsrichter Arnold Huber sowie Gerichtsschreiber Dr. Benjamin Büchler. 

Aufgrund einer längeren Auslandsabwesenheit wurde im Laufe des vorliegenden 

Verfahrens Handelsrichter Alexander Pfeifer durch Handelsrichter Ivo Eltschinger 

ersetzt. Dies wurde den Parteien mit Verfügung vom 30. November 2017 (act. 80) 

mitgeteilt. Sie haben sich dazu nicht vernehmen lassen. Entsprechend ist die Be-

setzungsänderung zulässig. 

Erwägungen 

1. Formelles 

1.1. Zuständigkeit 

Die örtliche und sachliche Zuständigkeit des Handelsgerichts des Kantons 

Zürich wurde ausdrücklich anerkannt (act. 10 Ziff. 2) und ist gegeben (Art. 10 

Abs. 1 lit. a ZPO; Art. 6 Abs. 1 und 2 ZPO i.V.m. § 44 lit. b GOG). 

Das Faktum, das beim Einzelunternehmen Garage B._____ neu K._____ 

als Inhaber zeichnet, ändert nichts an der Passivlegitimation des Beklagten 

B._____. 

1.2. Streitverkündung 

Gestützt auf Art. 78 Abs. 1 ZPO kann eine Partei, die für den Fall ihres Un-

terliegens eine Dritte Person belangen will, dieser den Streit verkünden. Die 

streitberufene Partei kann sodann ohne weitere Voraussetzungen intervenieren 

oder anstelle der streitverkündenden Partei den Prozess führen (Art. 79 Abs. 1 

ZPO). Lehnt sie den Prozesseintritt ab oder äussert sie sich nicht dazu, ist das 

Verfahren ohne Rücksicht fortzusetzen (Art. 79 Abs. 2 ZPO). 

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In ihrer Klageschrift vom 3. Februar 2014 hat die Klägerin G._____ und 

Dr. H._____ den Streit verkündet (act. 1 S. 2). Dies wurde den Streitberufenen mit 

Verfügung vom 5. Februar 2014 angezeigt, mit der Androhung, dass bei Still-

schweigen der Prozess ohne Rücksicht auf sie fortgeführt werde (act. 5). Die 

Streitberufenen haben sich bisher nicht verlauten lassen. 

In der Klageantwort vom 9. Mai 2014 hat der Beklagte der I._____ AG den 

Streit verkündet (act. 10 S. 2). Nachdem ihr die Streitverkündung mit Verfügung 

vom 20. Mai 2014 angezeigt worden ist (act. 15), verzichtete die I._____ AG mit 

Schreiben vom 16. Juni 2014 auf einen Prozesseintritt (act. 17). 

Somit ist der Prozess ohne Rücksicht auf die Streitberufenen fortzuführen. 

2. Sachverhalt 

2.1. Unbestrittener Sachverhalt 

Unbestritten ist, dass die Parteien nach durchgeführten Vertragsverhandlun-

gen am 7. Dezember 2012 einen Kaufvertrag über einen Teil der Aktiven des Ge-

schäftsbetriebs des Beklagten abgeschlossen haben. Dafür wurde ein Kaufpreis 

von CHF 280'000.– vereinbart (act. 1 Ziff. II.1.2; act. 10 Ziff. 11). 

Am 8. Februar 2013 schlossen die Parteien eine Zusatzvereinbarung ab, 

welche die "erfolgreiche Übernahme des Geschäftsbetriebes der L._____B._____ 

Garage" sicherstellen sollte (act. 3/7 Präambel). Darin wurde im Wesentlichen ei-

ne Ratenzahlung des restlichen Kaufpreises, der Betriebsübergang am 1. März 

2015, rückwirkend per 1. März 2013 sowie die Mitarbeit der Inhaber der Klägerin 

im Betrieb des Beklagten ab dem 1. März 2013 vereinbart (act. 1 Ziff. II.1.4; 

act. 10 Ziff. 13).  

2.2. Wesentliche Parteivorbringen 

2.2.1. Klägerin 

In der Klageschrift macht die Klägerin in erster Linie geltend, sie sei beim 

Abschluss des Kaufvertrages getäuscht worden. Dies sei dadurch geschehen, 

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dass ein Verkaufspreis in der Höhe des sechs- bis zehnfachen Werts der Garage 

genannt worden sei. Insbesondere sei von einer Täuschung auszugehen, weil der 

Beklagte den Preis damit gerechtfertigt habe, dass der L._____-Servicevertrag, 

der Mietvertrag, die Kunden, der Name, die Website etc. mit übertragen würden. 

Die Übertragung der Verträge sei jedoch nicht möglich gewesen, was der Beklag-

te bereits bei Vertragsschluss gewusst habe. Auch habe er gewusst, dass die 

Kunden nicht übertragen werden könnten und beim Wegfall des L._____-

Vertrages die Weiterführung des Namens und der Website ebenfalls nicht möglich 

sei. Eventualiter liege im tieferen Wert, aufgrund der Unmöglichkeit der Übertra-

gung der genannten Aktiven und Rechtsverhältnisse, ein wesentlicher Irrtum 

(act. 1 Ziff. II.2.1). 

Denselben Willensmängeln sei die Klägerin auch beim Abschluss der Zu-

satzvereinbarung unterlegen. Sie hätte ausserdem ganz grundsätzlich nicht ver-

standen, was es bedeute, dass Nutzen und Gefahr per 1. März 2013 auf die Klä-

gerin übergehen sollen, während das Eigentum spätestens am 1. März 2015, 

rückwirkend auf den 1. März 2013, übergehen solle (act. 1 Ziff. II.3.2). 

Im Rahmen der Replik stellt sich die Klägerin auf den Standpunkt, die Täu-

schung bzw. der Irrtum würde in erster Linie darin liegen, dass es sich bei der Ga-

rage um einen zu liquidierenden Betrieb handle. Ihre Annahme, dass der Unter-

nehmenswert im Bereich des Kaufpreises liege, sei auf methodische Fehler in der 

von G._____ vorgenommenen Unternehmensbewertung zurückzuführen (act. 22 

Ziff. II.1 und 2). Die in der Klageschrift geltend gemachten Irrtümer bringt die Klä-

gerin weiterhin als Eventualbegründung vor (act. 22 Ziff. II.6.1). 

Aufgrund der Anfechtung wegen Irrtums würden die abgeschlossenen Ver-

träge dahinfallen. Entsprechend seien die bereits erfolgten Leistungen zurück zu 

erstatten. Daraus ergebe sich ein Rückforderungsanspruch der Klägerin von 

CHF 180'000.– nebst Zinsen, was dem Betrag entspreche, welche sie dem Be-

klagten bisher als Kaufpreiszahlung überwiesen habe (act. 1 Ziff. II.4; act. 22 

Ziff. II.10). 

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Weiter macht die Klägerin geltend, sie habe dem Beklagten zur Aufrechter-

haltung des Betriebs ein Darlehen im Umfang von CHF 120'000.– gewährt. Nach-

dem verschiedene Rückzahlungen und weitere Darlehenszahlungen erfolgt seien, 

betrage der Saldo heute CHF 92'356.15, wobei dieser Betrag zu verzinsen sei 

(act. 1 Ziff. II.5 und act. 22 Ziff. II.11). 

2.2.2. Beklagter 

Der Beklagte stellt sich in der Klageantwort im Wesentlichen auf den Stand-

punkt, dass keine Täuschung vorgelegen habe. Dass der Wert des Betriebs ledig-

lich zwischen CHF 50'000.– und CHF 90'000.– liege, sei falsch. Die Klägerin habe 

bereits im Zeitpunkt des Vertragsabschlusses um die Schwierigkeiten mit der 

Übertragung der Verträge gewusst. Sie habe sich entsprechend in diesem Punkt 

auch nicht irren können. Des Weiteren treffe es auch nicht zu, dass der Abschluss 

von Mietvertrag und Servicepartnervertrag nicht mehr möglich sei (act. 10 

Ziff. 14 ff.). 

In der Duplik hält der Beklagte fest, dass die neu vorgenommene Bewertung 

der Klägerin nicht zutreffe. Die Berechnung des Unternehmenswerts durch die 

I._____ AG sei methodisch korrekt vorgenommen worden (act. 26 Ziff. 4.2). Aus-

serdem handle es sich weiterhin um einen laufenden Betrieb, welcher nicht liqui-

diert werden müsse. Sein Unternehmen habe von 2006 bis 2011 einen jährlichen 

Gewinn von CHF 97'568.– abgeworfen, was sich auch aus der Entwicklung des 

Eigenkapitals ergebe (act. 26 Ziff. 4.4 ff.). 

Der Beklagte bestreitet weiter das Bestehen eines Darlehens. Der von der 

Klägerin überwiesene Betrag sei ein Betriebsbeitrag gewesen, wobei keine Rück-

zahlung geschuldet sei (act. 10 Ziff. 43 und act. 26 Ziff. 4.54). 

Entsprechend beantragt der Beklagte die vollumfängliche Abweisung der 

vorliegenden Klage (act. 10 S. 2). 

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3. Vertragsverhältnis 

3.1. Der Vertrag vom 7. Dezember 2012 

Gestützt auf das durch die I._____ AG erstellte Firmenprofil des Garagenbe-

triebs des Beklagten (act. 3/3) reichte die Klägerin, vertreten durch G._____, am 

26. Oktober 2012 ein verbindliches Kaufangebot für den Betrieb ein (act. 3/4). 

Nach der Durchführung von Verkaufsgesprächen, schlossen die Parteien am 

7. Dezember 2012 einen als "Kaufvertrag" bezeichneten Vertrag ab (act. 3/5). Der 

Vertrag regelt die Übernahme von ausgewählten Aktiven des Garagenbetriebs 

des Beklagten durch die Klägerin (act. 3/5 S. 3). 

"II. Vertragsgegenstand 
1. Der Käufer verpflichtet sich, vom Verkäufer folgende Aktiven der 

Garage B._____ käuflich zu erwerben bzw. folgende Rechtsver-
hältnisse zu übernehmen:  
a)  das gesamte Waren- und Ersatzteillager; 

b)  sämtliche mobile Sachanlagen des Geschäftsvermögens; 
c) sämtliche Kundenbeziehungen und Kundendaten; 
d)  sämtliche Lieferantenbeziehungen und Lieferantendaten; 

e) die bestehenden Mietverträge gemäss Anhang 2; 
f) die bestehenden Arbeitsverträge gemäss Anhang 3 entspre-

chend Art. 333 OR; 

g) den bestehenden Zusammenarbeitsvertrag gemäss An-
hang 4;  

h)  den gesamten Bestand an Leasingverträgen per Vollzugsda-
tum; 

i)  die Internetseite sowie die Domain www.L._____-
B._____.ch; 

j)  das Recht, den Namen "L._____-B._____" weiterhin zu ver-
wenden; 

k)  Goodwill. 

Nicht zum Vertragsgegenstand gehören insbesondere: 

I)  sämtliche weitere Vermögensgegenstände der Garage 
B._____ (liquide Mittel, Forderungen, Occasionsfahrzeuge ); 

m)  sämtliche Passiven der Garage B._____ (inklusive Kredito-
ren mit Leistungsbezug vor Vollzugsdatum) 

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n)  die nicht zu übernehmenden Aktiven (Schweinwerfer, Spot-
lights, Flachbildschirm Showroom) gemäss Anhang 5. 

2. Der Verkäufer verpflichtet sich im Gegenzug, dem Käufer das Ei-
gentum an den in Ziffer 1 erwähnten Aktiven zu verschaffen bzw. 
die in Ziffer 1 erwähnten Rechtsverhältnisse auf den Käufer zu 
übertragen. 

III. Zeitlicher Ablauf 
3.  Die Parteien einigen sich auf folgende Daten: 

a)  Unterzeichnung dieses Kaufvertrages am 7. Dezember 
2012; 

b)  Übertragung des Eigentums am Vertragsgegenstand bzw. 
Abtretung der im Vertragsgegenstanderwähnten Rechtsver-
hältnisse nach vollständiger Bezahlung am 1. März 2013 
(nachfolgend als "Vollzugsdatum" bezeichnet); 

c)  Übergang von Nutzen und Gefahr am Vertragsgegenstand 
per Vollzugsdatum. […] 

IV. Kaufpreis 
4.  Der Kaufpreis für den oben definierten Vertragsgegenstand be-

trägt inklusiv Goodwill CHF 280'000. 

V. Kaufpreiszahlung 
5. (…) 

VI. Vollzug 
Am Vollzugsdatum nehmen die Parteien nachfolgend aufgeführte 
Handlungen Zug um Zug vor: 

6.  Der Verkäufer überträgt dem Käufer den Besitz an den in Ziffer 1 
erwähnten Aktiven bzw. tritt die in Ziffer 1 erwähnten rechtlichen 
Verhältnisse an den Käufer ab. 

7.  Der Käufer leistet die Zahlung gemäss Ziffer 5b dieses Kaufver-
trages. 

VII. Gewährleistungen und Zusicherungen des Verkäufers 
8.  Der Verkäufer sichert für den Zeitraum zwischen Unterzeichnung 

und Vollzug dieses Vertrages zu, dass 
[…] 
c) die Übernahme der Aktiven und Rechtsverhältnisse gemäss 

Ziffer 1 dieses Vertrages keiner Bewilligung durch Behörden 
oder andere Dritte bedarf; 

[…] 

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XII. Schlussbestimmungen 

20.  Die Parteien verpflichten sich, den Inhalt dieses Vertrages geheim 
zu halten. Davon ausgenommen sind rechtlich vorgeschriebene 
Offenlegungen. 

21.  D._____ und E._____ haften privat, solidarisch und unbegrenzt 
mit dem Käufer für die in Ziffer 5a, 5b und 5c eingegangene Ver-
pflichtungen. 

22.  Der vorliegende Vertrag gibt die gesamte Vereinbarung der Par-
teien in Bezug auf den Gegenstand dieses Vertrages wieder und 
ersetzt alle diesbezüglichen früheren schriftlichen oder mündli-
chen Abreden. Der vorliegende Vertrag einschliesslich dieser Be-
stimmung kann nur durch schriftliche Vereinbarung abgeändert 
werden. 

23.  Die Ungültigkeit oder Undurchsetzbarkeit einer oder mehrerer 
Bestimmungen dieses Vertrages berührt die Gültigkeit der übri-
gen Bestimmungen des Vertrages nicht. Ungültige oder undurch-
setzbare Bestimmungen werden durch eine Neuregelung ersetzt, 
die wirtschaftlich und rechtlich der ungültigen oder undurchsetz-
baren Bestimmung so nahe als möglich kommt. Im Fall einer Ver-
tragslücke gilt Entsprechendes." 

Ausserdem haben die Parteien unter Ziff. XIII. 28. ein Rücktrittsrecht zu Guns-

ten der Klägerin vereinbart: 

"28.  Dem Käufer wird ein befristetes Rücktrittsrecht ab Unterzeich-
nung dieses Vertrages zugestanden. Dieses kann nur unter der 
Bedingung ausgeübt werden, dass kein Mietvertrag zu im We-
sentlichen gleichen Bedingungen wie bisher zwischen dem Käu-
fer und dem jetzigen Vermieter (vgl. Anhang 2) dieses Kaufver-
trages abgeschlossen werden kann und/oder kein Zusammenar-
beitsvertrag zu im Wesentlichen gleichen Bedingungen wie bisher 
zwischen dem Käufer und der M._____ L._____ Zürich (vgl. An-
hang 3) abgeschlossen werde kann. Sollte der Käufer von diesem 
Rücktrittsrecht Gebrauch machen, fällt dieser Kaufvertrag rück-
wirkend dahin und die Zahlung gemäss Ziffer 5a wird umgehend 
an den Käufer zurückerstattet. Dieses Rücktrittsrecht erlischt mit 
Abschluss eines rechtsgültigen Mietvertrages mit dem jetzigen 
Vermieter und dem Abschluss eines rechtsgültigen Zusammenar-
beitsvertrages mit der M.____ L._____ Zürich, spätestens aber 
am 20. Dezember 2012 um 12h00."  

3.2. Rechtliche Qualifikation des Vertrag vom 7. Dezember 2012 

Mit dem Vertrag vom 7. Dezember 2012 sollten ausgewählte Aktiven des 

Garagenbetriebs des Beklagten auf die Klägerin übertragen werden (act. 3/5 

- 15 - 

S. 3). Nachdem nur Teile seines Geschäftsbetriebs und insbesondere keine Pas-

siven übernommen wurden, liegt keine Vermögensübertragung im Sinne des Fu-

sionsgesetzes (FusG) vor, was die Parteien auch ausdrücklich in ihrem Vertrag 

festhielten (act. 3/5 Ziff. XII.25). Bei diesem Vertrag handelt es sich deshalb um 

einen Kaufvertrag im Sinne von Art. 184 ff. OR. Der Beklagte verpflichtete sich, 

Teile seines Geschäftsbetriebs gegen die Bezahlung eines Kaufpreises an die 

Klägerin zu übertragen. Diese Art der Übertragung von Aktiven ist auch nach dem 

Inkrafttreten des FusG weiterhin zulässig (RALPH MALACRIDA in: WAT-

TER/VOGT/TSCHÄNI/DAENIKER, Basler Kommentar, Fusionsgesetz, 2. Aufl., Basel 

2015, N 13 zu Art. 69 FusG; RUDOLF TSCHÄNI in HONSELL/VOGT/WIEGAND, Basler 

Kommentar, Obligationenrecht I, 6. Aufl. Basel 2015, N 6 zu Art. 181 OR). 

3.3. Gespräche und Verhandlungen nach Abschluss der Vereinbarung 

Wie vertraglich vereinbart leistete die Klägerin bereits per 12. Dezember 

2012 eine Anzahlung an den Kaufpreis von CHF 150'000.–. Obwohl die Parteien 

in ihrem Vertrag vom 7. Dezember 2012 den Vollzug des Vertrages per 1. März 

2013 vereinbart haben, unterliessen es die Parteien in der Folge, den Vertrag zu 

vollziehen, obwohl die Klägerin das in Ziff. XIII.28. erwähnte Rücktrittsrecht nicht 

ausgeübt hatte. Kurz nach der am 20. Dezember 2012 abgelaufenen Rücktritts-

frist wandte sich der Beklagte mit folgender Email vom 22. Dezember 2012 13:31 

Uhr an die Inhaber der Klägerin (act. 12/6): 

"Hallo Herr D.E._____, 

Wie mir gestern Abend Herr N._____ Import L._____ telefonisch mitgeteilt 
hat, ist die Direktion L._____ (Herr O._____) noch am Abklären, in welcher 
Form ein Vertriebspartner-Vertrag mit Ihnen möglich ist. Einen L._____-
Service-Partnervertrag muss der L._____-Importeur mit Ihnen genehmigen, 
wenn Sie die nötigen Voraussetzung, die im Vertrag verlangt werden, erfül-
len ! 

Ich denke nicht, dass wir dieses Jahr von der L._____-Direktion noch eine 
konkrete Stellungnahme erwarten können. Ich schlage Ihnen deshalb vor, 
dass wir uns (E._____ und D._____ und B._____) am 27.oder 28.12.12 
nochmals in der Garage B._____ treffen, um die Sachlage zu besprechen. 

Bitte geben Sie mir baldmöglichst ein Feedback, ob für das auch O.K. wäre ! 

- 16 - 

Kontakt auch möglich über B._____...@bluewin.ch oder 079 .... Vielen Dank 
und bis bald ! 

Herzliche Grüsse 

B._____ 

L._____-B._____" 

Nachdem der Beklagte unmittelbar nach Ablauf der Rücktrittsfrist mit 

L._____ / M._____ Kontakt aufgenommen hatte, zeichnete sich somit ab, dass es 

bei der Übertragung der Verträge Probleme geben könnte, weshalb der Beklagte 

um ein Treffen mit den Inhabern der Klägerin ersuchte.  

Dieses Treffen fand schliesslich am 27. Dezember 2012 statt. Hauptthema 

waren die Verträge mit L._____. Im Gesprächsprotokoll wurde Folgendes festge-

halten (act. 12/7 S. 2 f.): 

"Gesprächsprotokoll: 
Begrüssung 

Herr G._____ begrüsst die Anwesenden und bespricht die Traktanden. 
Verträge L._____ 
L._____ Verträge: es gibt verschiedene Möglichkeiten. Herr B._____ 
hatte Telefon mit M._____. Sie wussten, dass Herr B._____ sich pen-
sionieren lassen möchte. Fazit, im Moment wo Herr B._____ die Firma 
verkauft könnte es sein, dass umgehend die Verträge gekündet werden 
könnten. 
Es gibt drei Varianten von Verträgen: 

-  Händlervertrag 
-  Vertriebspartnervertrag (heute vorhanden, neu nicht mehr mög-

lich, also versuchen weiterzuführen für 2 bis 3 Jahre) 

-  Service Partner (offizieller L._____ Partner, keine offizielle Ver-
kaufsstelle) 

Service Partner kann alle Arbeiten und Garantiearbeiten ausführen. 
Fahrzeuge in Konsignation sollte trotzdem möglich sein. Besprochen 
wurde mit dem Händler und Herr B._____, dass die bestehenden Ver-
träge noch für 2 - 3 Jahre so wie bis anhin übernommen werden soll-
ten. 

- 17 - 

L._____ muss uns gemäss WEKO ein Lizenz als Service Partner ge-
währen, sobald die erforderlichen Vorgaben von Seiten A._____ Auto-
mobile erfüllt werden können: 

- Werkstatt muss den Normen entsprechen 
-  Ausbildungsstandard 
Abklärung ob ggf. noch Kurse (TB) besucht werden müssen bis mitte 
Januar 2013. 
Frage: möchte man alles fiktiv alles so weiterlaufen lassen falls die Ver-
tragspartner die Verträge künden würden. Nach Aussen würden wir 
sagen: Herr B._____ ist offiziell noch im Geschäft für 2 bis 3 Jahre. 
Info an die Partner: Geregelte Nachfolgeregelung mit Begleitung durch 
Herr B._____ und Herr G._____ 
Termin: Besprechung mit M._____ in P._____ im Januar 2013."  

Es wurde also festgehalten, dass die L._____-Verträge in dem Moment von 

der M._____ gekündigt werden könnten, in dem der Beklagte die Firma verkauft. 

Sodann wurde die Frage gestellt, ob man alles fiktiv so weiterlaufen lassen wolle, 

falls die Verträge gekündigt würden. Am 25. Januar 2013 sollte eine weitere Be-

sprechung stattfinden. Schliesslich wurde von den Beteiligten am 8. Februar 2013 

eine Zusatzvereinbarung unterzeichnet, wobei die Klägerin weiterhin durch 

G._____ beraten wurde (act. 3/7 Ziff. 3; act. 1 Ziff. II.1.4 S. 8). 

3.4. Zusatzvereinbarung vom 8. Februar 2013 

Nach der Darstellung der Klägerin waren die Probleme bei der Übertragung 

der Verträge der Grund für den Abschluss einer Zusatzvereinbarung. Man sei da-

von ausgegangen, den Verkauf des Betriebes so gegenüber der M._____ verber-

gen zu können (act. 1 Ziff. II.1.4). Demgegenüber bringt der Beklagte finanzielle 

Probleme seitens der Klägerin vor (act. 10 Ziff. 2.13 S. 12). Allerdings anerkennt 

er auch, dass Probleme betreffend Übernahme der Markenvertretung mitunter ein 

Anlass dafür gewesen sei, eine Zusatzvereinbarung abzuschliessen (act. 10 

Ziff. 2.13 S. 12). 

3.4.1. Inhalt der Zusatzvereinbarung 

Der wesentliche Inhalt der Vereinbarung war, dass der Betrieb für eine ge-

wisse Zeit als Einzelunternehmung des Beklagten weitergeführt wird (act. 3/7 

- 18 - 

Ziff. 3), der restliche Kaufpreis von CHF 130'000.– in Raten à CHF 5'000.– be-

zahlt werden sollte (act. 3/7 Ziff. 2) und die Inhaber der Kläger bereits im Betrieb 

mitarbeiten und mitentscheiden konnten (act. 3/7 Ziff. 3). Ferner finden sich darin 

Bestimmungen über den Weiterbetrieb der Garage und den Zeitpunkt des Eigen-

tumsübergangs.  

In der Präambel des Vertrages wird Folgendes festgehalten (act. 3/7 S. 1):  

"Präambel 

Diese Vereinbarung regelt ergänzend einzelne Punkte/ Elemente des 
oben genannten Kaufvertrages vom 7. Dezember 2012 mit dem Ziel, 
die erfolgreiche Übernahme des Geschäftsbetriebes der 
L._____B._____ Garage gemäss den im Kaufvertrag definierten Ver-
tragsgegenständen sicherzustellen, und/oder aber eine neue oder ab-
geänderte Form der bestehenden L._____B._____ Garage auszuarbei-
ten bzw. umzusetzen. Es wird von beiden Parteien angestrebt, dass 
B._____ noch mindestens für einen Zeitraum von zwei Jahren ab Voll-
zugsdatum der Firma als Mitarbeiter bestehen bleibt." 

In Ziffer 2.b) der Vereinbarung wird sodann festgehalten (act. 3/7 Ziff. 2.b): 

"b) Gemäss Präambel möchten beide Parteien, dass B._____ für min-
destens einen Zeitraum von 2 Jahren, zu einem Arbeitspensum von 
100%, ab Vollzugsdatum, der Firma, für den Know-How Transfer und 
zur Sicherung des L._____ Vertriebspartnervertrages bestehen bleibt."  

3.4.2. Gründe für den Abschluss der Zusatzvereinbarung 

Aufgrund der Vorgeschichte (Emailverkehr vom 22. Dezember 2012 und Sit-

zung vom 27. Dezember 2012) ergibt sich, dass sicherlich auch die Probleme bei 

der Übertragung der Verträge, insbesondere die in Ziffer 2b) ausdrücklich ge-

nannte Sicherung des L._____ Vertriebspartnervertrages Grund für den Ab-

schluss der Zusatzvereinbarung bildeten. Die Idee, dass "man alles fiktiv alles 

[sic.] so weiterlaufen lassen" möchte, war jedenfalls bereits am Treffen vom 

27. Dezember 2012 geäussert und im Protokoll festgehalten worden. Finanzielle 

Probleme seitens der Klägerin wurden hingegen jedenfalls an dieser Bespre-

chung nicht thematisiert. Auch der Beklagte konkretisiert in keiner Weise, inwie-

fern finanzielle Probleme der Klägerin bestanden haben sollen und wann und auf 

welche Weise diese besprochen wurden. Er beruft sich auf seine eigene Parteibe-

- 19 - 

fragung als Beweismittel (act. 10 Ziff. 2.13 S. 12). Über nicht substantiierte Be-

hauptungen können jedoch keine Beweismittel abgenommen werden.  

Es ist somit davon auszugehen, dass primär Probleme bei der Übertragung 

der Verträge mit der L._____/M._____ zum Abschluss der Zusatzvereinbarung 

führten.  

3.4.3. Rechtliche Qualifikation der Zusatzvereinbarung 

Die Bestimmungen über den Weiterbetrieb der Garage weisen Elemente der 

einfachen Gesellschaft auf (act. 3/7 Ziff. 3). Andererseits enthält die Zusatzver-

einbarung auch Elemente, welche die Abwicklung des Kaufvertrages regeln (Zah-

lungsfristen, Zeitpunkt des Eigentumsübergangs; act. 3/7 Ziff. 1 und 2).   

Auf die einzelnen Vereinbarungen ist - soweit erforderlich - in den folgenden 

Erwägungen einzugehen.  

4. Anfechtung wegen Willensmängeln 

4.1. Willensmängel beim Abschluss des Kaufvertrages 

4.1.1. Parteistandpunkte 

4.1.1.1. Klägerin 

Die Klägerin macht in der Replik in erster Linie geltend, sie habe sich beim 

Abschluss des Kaufvertrages in einem Irrtum befunden, weil das hoch defizitäre 

Einzelunternehmen zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses bei einer korrekten 

wirtschaftlichen Betrachtungsweise bereits seit vielen Jahren zu liquidieren gewe-

sen wäre. Der Beklagte habe in den Vorjahren, mit einer Ausnahme, stark negativ 

abgeschlossen und hätte als Arbeitnehmer weit mehr verdienen können. Dies er-

gebe sich aus den durch den Beklagten erstellten Erfolgsrechnungen. Vom darin 

verzeichneten Gewinn sei der Marktlohn des Beklagten in Abzug zu bringen, wo-

bei dieser rund CHF 90'000.– pro Jahr betrage. Daraus würden sich jährliche ho-

he Verluste ergeben. Entsprechend läge der Unternehmenswert beim Liquidati-

onswert. Der Berater der Klägerin, G._____, sei bei der Unternehmensbewertung 

- 20 - 

vom nicht bereinigten Ertragswert ausgegangen. Die komplexen Berechnungen, 

welche die Inhaber der Klägerin nie verstanden hätten, würden auf einem metho-

dischen Denkfehler beruhen, da es gerade keinen positiven EBIT gegeben habe 

(act. 22 Ziff. II.1.1). Einen zweiten methodischen Fehler habe G._____ begangen, 

indem er den berechneten Substanz- und Ertragswert addiert, die Summe aber 

nicht gemäss der Praktikermethode halbiert habe (act. 22 Ziff. II.1.2).  

Die Klägerin habe sich aufgrund der Bewertung durch G._____ ein Bild über 

das Unternehmen gemacht, welches dem eigentlichen Wert nicht entsprochen 

habe. Sie sei davon ausgegangen, dass der Unternehmenswert in der Grössen-

ordnung des Kaufpreises gelegen habe. Dabei handle es sich um ein wesentli-

ches Sachverhaltselement. Der Irrtum sei sowohl in subjektiver wie auch in objek-

tiver Hinsicht als wesentlich zu betrachten. Die Klägerin wäre nicht bereit gewe-

sen, einen zu liquidierenden Betrieb für einen Betrag von CHF 280'000.– zu über-

nehmen. Ausserdem sei der Unternehmenswert bei einem Unternehmenskauf ei-

ne wichtige Grundlage zur Ermittlung des Kaufpreises, wobei bereits die Differenz 

zwischen dem vereinbarten Preis und der Berechnung von G._____, der einen 

Wert von CHF 224'225.– errechnet habe, als bedeutsam anzusehen sei. Der Irr-

tum beziehe sich aber grundsätzlicher auf den wirtschaftlichen Zustand des Un-

ternehmens. Die Klägerin habe einen laufenden Garagenbetrieb erwerben wollen 

und keinen Liquidationsfall. Eine Haftung wegen fahrlässigen Irrtums komme so-

dann nicht in Frage, zumal sich der Beklagte im selben Irrtum über den Wert sei-

ner Unternehmung befunden habe (act. 22 Ziff. II.3). 

Die Klägerin macht sodann geltend, dass sie beim Abschluss des Kaufver-

trages einem weiteren Willensmangel unterlegen sei. Der Wert der Unternehmung 

bzw. die Möglichkeit der Weiterführung sei zu einem wesentlichen Grad von der 

Weiterführung des Mietvertrages über die Räumlichkeiten des Garagenbetriebs 

und des Servicepartner- und Vertriebsvertrages mit der L._____/M._____ abhän-

gig gewesen. Entsprechend habe sie sich vom Beklagten die Übertragung dieser 

Verträge im Kaufvertrag zusichern lassen. Erst nach Vertragsschluss habe sie 

bemerkt, dass eine Übertragung gar nicht möglich sei. Zuvor habe sie auf 

G._____ und die Zusicherung des Beklagten vertraut (act. 22 Ziff. II.6). 

- 21 - 

Schliesslich bringt die Klägerin vor, der Beklagte habe sie getäuscht, indem 

er einen absurd hohen Preis genannt und so die Willensbildung der Klägerin be-

einträchtigt habe. Es sei spätestens dann zu einer Täuschung gekommen, als der 

Beklagte den Preis damit gerechtfertigt habe, dass die Verträge etc. übertragen 

würden, zumal der Beklagte gewusst habe, dass er den Servicepartnervertrag 

nicht übertragen könne und es sich nicht um seine Kunden sondern primär um 

Kunden der M._____ handle. Dabei habe der Beklagte die geschäftliche Unerfah-

renheit der Inhaber der Klägerin aktiv ausgenutzt (act. 1 Ziff. II.2.1). 

4.1.1.2. Beklagter 

Der Beklagte bestreitet die Darstellung der Klägerin. Bei der Unternehmens-

bewertung gebe es eine Vielfalt von Methoden und es sei nicht zutreffend, dass 

der zukünftige Gewinn des Unternehmens im Vordergrund stehe. Werde dieser 

ins Zentrum gestellt, so müssten diejenigen Leistungen berücksichtigt werden, die 

das Unternehmen für den Eigentümer erbringe, was die klägerische Seite unter-

lasse. Der Gewinn entspreche dem EBITDA, wie er von der I._____ AG ermittelt 

worden sei. Ein Abzug für den nicht bezogenen Lohn sei nicht erforderlich, zumal 

es im Ermessen des Inhabers stehe, in welchem Umfang und zu welchen Kondi-

tionen er in seinem Betrieb mitarbeite (act. 26 Ziff. 4.3 ff.). Aus den bereinigten Er-

trägen ergebe sich, dass in den Jahren 2006 bis 2011 ein jährlicher Gewinn von 

CHF 97'568.– erzielt worden sei, was auch anhand der Entwicklung des Eigenka-

pitals nachvollzogen werden könne. Dass der Beklagte nicht in der Lage gewesen 

sein soll, einen Marktlohn zu erwirtschaften, sei ebenso falsch wie die Behaup-

tung, dass die Unternehmung schon seit vielen Jahren hätte liquidiert werden 

müssen. Im Firmenprofil seien ausserdem Chancen und Möglichkeiten explizit 

erwähnt worden. Der Unternehmenswert habe bei Vertragsabschluss zwischen 

CHF 321'223.– und CHF 571'581.– gelegen, womit der Kaufpreis von 

CHF 280'000.– ausgesprochen klägerfreundlich gewesen sei (act. 26 Ziff. 4.6). 

Dem Berater G._____ und der Klägerin hätten sämtliche Unterlagen zur Verfü-

gung gestanden und die Inhaber der Klägerin seien persönlich über sämtliche 

Vertragsverhältnisse vollumfänglich informiert gewesen, hätten alle Auskünfte er-

- 22 - 

halten und das Vertragsobjekt eingehend prüfen können. Das dessen Wert dem 

Liquidationswert entspreche, werde bestritten (act. 26 Ziff. 4.7). 

Sodann hält der Beklagte fest, dass sich die Klägerin lediglich auf die Be-

rechnung ihres Beraters beziehe, während diejenige der I._____ AG nicht be-

mängelt werde. Es gehe bei der Unternehmensbewertung nicht darum, einen 

exakten Wert zu bestimmen, dies sei gar nicht möglich. Die Klägerin und deren 

Inhaber hätten genau gewusst, worauf sie sich einlassen würden. Eine metho-

disch zwingend notwendige Division, gebe es nicht und es sei auch nicht zutref-

fend, dass G._____ das Doppelte des Unternehmenswerts berechnet habe 

(act. 26 Ziff. 4.9 f.). Der Unternehmenswert habe bei Vertragsabschluss nicht dem 

Liquidationswert entsprochen. Die Berechnung des Beraters der Klägerin sei 

mehr als abwegig. Dieser habe das Inventar zu Liquidationspreisen anstatt zu 

Fortführungspreisen bewertet, was im Rahmen einer Übernahme nicht zulässig 

sei. Trotzdem habe er einen Unternehmenswert von CHF 321'223.– errechnet. 

Dies übersteige den letztlich vereinbarten Kaufpreis deutlich. Eine weitere Unter-

nehmensbewertung sei obsolet, zumal sich die Parteien auf einen Kaufpreis geei-

nigt hätten, der nicht unvernünftig erscheine (act. 26 Ziff. 4.11 S. 15). 

Der Beklagte hält weiter fest, dass die Klägerin bei Vertragsschluss keinem 

Irrtum unterlegen sei. Es treffe nicht zu, dass sich die Klägerin bei der Vorstellung 

über den Unternehmenswert lediglich auf die Bewertung ihres Beraters gestützt 

habe. Vielmehr hätten die Inhaber die Unternehmung genauestens geprüft und 

Fragen beantwortet erhalten. Sie hätten den Kaufvertrag erst nach dieser Prüfung 

unterzeichnet und sämtliche Beteiligten hätten keine Zweifel daran gehabt, dass 

der Unternehmenswert in etwa dem Kaufpreis entspreche (act. 26 Ziff. 4.13). Es 

sei unbestritten, dass die Bewertung des Unternehmens die Basis für die Be-

stimmung des Kaufpreises darstelle. Sie sei jedoch nicht das entscheidende und 

einzige Element. Ein Irrtum über den Unternehmenswert sei entsprechend nicht 

vergleichbar mit dem Irrtum über den Kaufpreis. Ersterer sei denn auch nicht not-

wendiger Inhalt des Kaufvertrages (act. 26 Ziff. 4.15). Die Klägerin versuche den 

Kaufpreis zu drücken, was offensichtlich rechtsmissbräuchlich sei (act. 26 

Ziff. 4.16 ff.). Entgegen der klägerischen Behauptung habe kein Irrtum vorgele-

- 23 - 

gen. Der Unternehmenswert sei auch nicht so tief, wie von der Klägerin darge-

stellt (act. 26 Ziff. 4.19). 

Der Beklagte bestreitet sodann, dass er die Klägerin beim Vertragsab-

schluss getäuscht habe. Er habe der Klägerin ein funktionierendes und rentables 

Unternehmen zum Kauf angeboten. Der Beklagte habe den von seiner Beraterin 

berechneten Unternehmenswert übernommen. Er habe das Firmenprofil von der 

I._____ AG erhalten, worin die Berechnung des Werts und des Kaufpreises nach-

vollziehbar aufgezeichnet sei. Wenn der Kaufpreis von CHF 500'000.– "derart 

jenseits" gewesen wäre, so hätte ihn die als seriös bekannte I._____ AG gar nicht 

erst genannt und die beratene Klägerin hätte ihre Finger von diesem Angebot ge-

lassen (act. 26 Ziff. 4.25 f.). 

Der Beklagte hält fest, dass es sich beim massgebenden Vertrag um den 

Servicepartnervertrag mit der M._____ P._____-Q._____ handle. Dieser könne 

nicht vom Beklagten allein "übertragen" werden, was die Klägerin, deren Inhaber 

und deren Berater auch gewusst hätten. Die Klägerin habe sich aber in keiner 

Weise an einer möglichen Anschlusslösung mit M._____ und L._____ beteiligt. 

Soweit im Vertrag die Übertragung der Verträge erwähnt sei, schade dies der Gül-

tigkeit jedoch nicht, zumal eine salvatorische Klausel im Kaufvertrag enthalten sei. 

Die Klägerin würde anerkennen, dass sie bereits vor dem Vertragsabschluss von 

möglichen Schwierigkeiten bei der Übertragung Kenntnis gehabt habe. Sie habe 

deswegen auch Gespräche mit weiteren Markenvertretern geführt. Der Abschluss 

eines Servicepartnervertrages sei jedoch jederzeit möglich, sobald die erforderli-

chen Qualitätsmerkmale erfüllt seien. Dies sei an der fehlenden fachlichen Kom-

petenz der Klägerin gescheitert (act. 26 Ziff. 4.30 ff.). Zudem sei eine Rücktritts-

klausel vereinbart worden, für den Fall, dass keine Verträge zu im Wesentlichen 

gleichen Bedingungen abgeschlossen werden könnten. Die Klägerin habe dieses 

Rücktrittsrecht nicht genutzt. Falsch sei auch, dass der Beklagte die Klägerin an 

der Kontaktaufnahme mit der M._____ gehindert haben soll, solche Gespräche 

hätten stattgefunden. Ebenso wenig habe er der Klägerin in Aussicht gestellt, 

dass sie Anspruch auf den Abschluss eines Vertriebspartnervertrages hätte. Ei-

- 24 - 

nen Mietvertrag hätte die Klägerin abschliessen können, was die Vermieterin be-

stätige (act. 26 Ziff. 4.33 ff.). 

4.1.2. Rechtliches 

Die Klägerin stützt ihre Ansprüche auf das Vorliegen von Willensmängeln. 

Willensmängel umfassen Situationen, in denen der Wille einer Vertragspartei feh-

lerhaft gebildet oder geäussert wurde, sodass dem Erklärenden die Möglichkeit zu 

geben ist, sich von seiner Erklärung zu lösen (INGEBORG SCHWENZER, Schweizeri-

sches Obligationenrecht Allgemeiner Teil, 6. Aufl., Bern 2012, N 36.01). Zu unter-

scheiden ist dabei zwischen den verschiedenen Arten des Irrtums und der Täu-

schung, wobei die Klägerin beide Sachverhalte geltend macht. 

4.1.2.1. Irrtum 

Ein Irrtum ist die Abweichung der eigenen Sachverhaltsvorstellung vom 

normativ wirksamen Konsens (BRUNO SCHMIDLIN, Berner Kommentar, Obligatio-

nenrecht, Mängel des Vertragsabschlusses, Art. 23-31 OR, Bern 2013, N 7 zu 

Art. 23/24 OR). Dabei muss der Irrende von der Richtigkeit seiner Vorstellung 

überzeugt sein. Sobald er an deren Richtigkeit zweifelt, irrt er sich nicht (SCHMID-

LIN, a.a.O., N 15 zu Art. 23/24 OR). Auch über eine ungewisse Tatsache bzw. ein 

ungewisses Rechtsverhältnis kann man sich nicht irren (SCHMIDLIN, a.a.O., N 16 

zu Art. 23/24 OR). Zu unterscheiden ist zwischen den Erklärungsirrtümern und 

dem Grundlagenirrtum. Während bei ersteren der innere Wille nicht mit dem Er-

klärten übereinstimmt, betrifft letzterer das, was der Irrende als Grundlage des 

Vertrages betrachtet (SCHMIDLIN, a.a.O., N 92 zu Art. 23/24 OR). Dabei handelt es 

sich um einen Motivirrtum, der nach Art. 24 Abs. 1 Ziff. 4 OR qualifiziert ist 

(SCHMIDLIN, a.a.O., N 94 zu Art. 23/24 OR; SCHWENZER, a.a.O., N 37.26). 

Gegenstand eines Grundlagenirrtums kann nur ein bestimmter Sachverhalt 

sein, das heisst der Sachverhalt muss objektiv klar umgrenzt sein. Hingegen sind 

ihrer Natur nach unbestimmte Sachverhalte ausgeschlossen. Mit umfasst sind al-

lerdings - über den eigentlichen Willen hinaus - die Umstände des Vertragsab-

schlusses (SCHMIDLIN, a.a.O., N 96 ff. zu Art. 23/24 OR). Die objektive Wesent-

- 25 - 

lichkeit eines solchen Irrtums ist dann gegeben, wenn der Irrtum die im allgemei-

nen Geschäftsverkehr geltende Grundlage aufhebt und ihm die Einhaltung des 

Vertrages nach Treu und Glauben nicht zumutbar ist. Dies ist wiederum dann der 

Fall, wenn jeder vernünftige Verkehrsteilnehmer in der Lage des Irrenden, das 

Geschäft nicht eingegangen wäre (SCHMIDLIN, a.a.O., N 105 f. zu Art. 23/24 OR; 

SCHWENZER, a.a.O., N 37.26). In subjektiver Sicht ist erforderlich, dass der mass-

gebende Sachverhalt notwendige Grundlage des Vertragsschlusses war. Dabei 

wird vorausgesetzt, dass bei Nichtvorhandensein des irrigen Sachverhaltes der 

Vertrag nicht abgeschlossen worden wäre (SCHMIDLIN, a.a.O., N 162 ff. zu 

Art. 23/24 OR; SCHWENZER, a.a.O., N 37.25). Aus dem Grundsatz von Treu und 

Glauben ergibt sich sodann, dass ein Grundlagenirrtum nur geltend gemacht wer-

den kann, wenn der Vertragsgegner die Bedeutung des angenommenen Umstan-

des für den Irrenden erkennen konnte (SCHMIDLIN, a.a.O., N 180 ff. zu Art. 23/24 

OR; SCHWENZER, a.a.O, N 37.27). 

Ein Grundlagenirrtum kann auch bezüglich eines zukünftigen Sachverhaltes 

bestehen. Vorausgesetzt wird, dass es sich um einen bestimmten Sachverhalt 

handelt, und zwar in dem Sinne, dass nicht nur der Sachverhalt an sich, sondern 

auch dessen Eintreten bestimmt sein muss. Die Parteien müssen sich diesbezüg-

lich konkrete Vorstellungen gemacht haben, und davon ausgegangen sein, dass 

diese eintreten werden (SCHMIDLIN, a.a.O., N 244 ff. zu Art. 23/24 OR). Der Eintritt 

des künftigen Sachverhaltes muss sodann gewiss sein; blosse Hoffnungen, über-

triebene Erwartungen oder Spekulationen reichen hingegen nicht aus (BGE 118 II 

300). Nach Treu und Glauben im Geschäftsverkehr bedeutet, dass der Eintritt nur 

noch eine Frage des Abwartens ist (SCHMIDLIN, a.a.O., N 248 zu Art. 23/24 OR).  

Der Beweis des Irrtums obliegt dem Irrenden. Dieser hat nachzuweisen, 

dass "seine irrige Vorstellung für den Vertragsabschluss subjektiv notwendig, ob-

jektiv erheblich und hinsichtlich der Bedeutung dem Partner erkennbar war" 

(SCHMIDLIN, a.a.O., N 211 zu Art. 23/24 OR). Dazu gehören sowohl die Darlegung 

des Sachverhalts, wie auch diejenige des angenommenen abweichenden Sach-

verhalts. 

- 26 - 

4.1.2.2. Täuschung 

Demgegenüber wird bei einem Irrtum, der durch eine absichtlich Täuschung 

hervorgerufen worden ist, keine Wesentlichkeit verlangt, es genügt die kausale 

Wirkung auf den Willen zum Vertragsabschluss (SCHMIDLIN, a.a.O., N 9 zu Art. 28 

OR; SCHWENZER, a.a.O., N 38.01). Die Täuschung muss eine irrige Vorstellung 

über einen Sachverhalt hervorrufen und kann aus der Vorspiegelung falscher Tat-

sachen oder der Unterdrückung wahrer Tatsachen bestehen, wobei ein konklu-

dentes Verhalten genügt. Das Verschweigen einer Tatsache kann dabei nur dann 

als Täuschung im Rechtssinne gelten, wenn seitens des Täuschenden eine Auf-

klärungspflicht bestehen würde (SCHMIDLIN, a.a.O., N 12 ff. zu Art. 28 OR; 

SCHWENZER, a.a.O., N 38.03 ff.). Die Täuschung muss eine bestehende oder in 

Aussicht gestellte Tatsache betreffen. Darunter sind auch zukünftige Sachverhalte 

zu subsummieren, soweit sie als vorweggenommenes Faktum dargestellt werden. 

Jedoch kann grundsätzlich nicht über von Natur aus ungewisse Tatsachen ge-

täuscht werden (SCHMIDLIN, a.a.O., N 58 ff. zu Art. 28 OR). Die Täuschung muss 

absichtlich erfolgen. Dies ist gegeben, wenn der Täuschende die Unrichtigkeit der 

vorgegebenen Tatsachen kannte und den Willen hatte, beim Vertragspartner ei-

nen Irrtum hervorzurufen und ihn so zum Vertragsschluss zu bewegen. Ein Even-

tualvorsatz genügt (SCHMIDLIN, a.a.O., N 69 ff. zu Art. 28 OR; SCHWENZER, a.a.O., 

N 38.07 f.). Schliesslich wird verlangt, dass die Täuschung erfolgreich ist, also 

dass sie kausal ist für den Vertragsabschluss (SCHMIDLIN, a.a.O., N 74 zu Art. 28 

OR; SCHWENZER, a.a.O., N 38.10). Abzugrenzen ist die Täuschung von der An-

preisung. Die Anpreisung will den Vertragsgegenstand in ein günstiges Licht rü-

cken, aber nicht notwendigerweise einen Irrtum erregen. Dem Angesprochenen 

bleibt der Vertragsabschluss frei und er kann Vor- und Nachteile selbst überprü-

fen. Insbesondere sind Übertreibungen als Anpreisungen anzusehen, wobei die 

Überprüfung dem Vertragspartner obliegt (SCHMIDLIN, a.a.O., N 81 ff. zu Art. 28 

OR).  

Die Beweislast trägt die getäuschte Partei. Sie hat zu beweisen, dass sie 

von der Gegenseite absichtlich getäuscht worden ist und insbesondere, dass zwi-

schen Täuschung und Vertragsabschluss ein Kausalzusammenhang besteht. 

- 27 - 

Auch hat sie darzulegen, dass überhaupt ein anderer Sachverhalt, als der beim 

Vertragsabschluss angenommene, vorliegt (SCHMIDLIN, a.a.O., N 162 zu Art. 28 

OR).  

4.1.3. Würdigung 

4.1.3.1. Verwertbarkeit des Gutachtens 

Der Beklagte beanstandete in seiner Eingabe vom 5. Juli 2017 (act. 71) das 

erstattete Gutachten als unvollständig und unbrauchbar. Er führte aus, dass der 

Gutachter offensichtlich nicht in der Lage sei, die gestellten Fragen objektiv zu 

beantworten. Anstelle der konkreten Buchhaltungsunterlagen habe der Gutachter 

mit haltlosen pauschalen Annahmen und Behauptungen gearbeitet, was inakzep-

tabel sei (act. 71 Ziff. 2).  

Entgegen den Vorwürfen des Beklagten ergibt sich aus dem Gutachten in 

keiner Weise, dass der Gutachter nicht in der Lage gewesen sein soll, dieses zu 

erstatten. Der Beklagte bringt denn auch nur einzelne konkrete Anhaltspunkte vor, 

die aber nicht erlauben, das Gutachten als Ganzes als unbeachtlich zu bezeich-

nen. Ebenso wenig bestehen Anzeichen dafür, dass der Gutachter bewusst An-

nahmen zu Lasten des Beklagten getroffen haben soll. Insbesondere ist anzu-

merken, dass es dem Gutachter offen steht, gewisse Fragen gestützt auf seine 

Erfahrungen und entsprechende Annahmen zu beantworten; er hat nicht jede 

Aussage zu belegen. Es ist ausreichend, wenn er diesbezüglich klarstellt, sich auf 

allgemeines Wissen zu stützen. Dies ist jedoch bei der Würdigung des Gutach-

tens zu berücksichtigen.  

Die Kritik des Beklagten bezüglich der fehlenden Unterlagen ist ebenfalls 

verfehlt. So ist nicht ersichtlich, weshalb der Gutachter, dem mit den Prozessak-

ten die Erfolgsrechnungen und Bilanzen der Jahre 2006 bis 2013 vorgelegen ha-

ben (act. 23/2-9; act. 27/53), zwingend weitere Buchhaltungsunterlagen benötigt 

hätte. Dies wird auch aus den diesbezüglichen Ausführungen des Beklagten 

(act. 71 Ziff. 2) nicht klar. Insbesondere führt der Beklagte selbst aus, dass sich 

der Unternehmenswert aus der aktuellen Bilanz und Erfolgsrechnung sowie den 

- 28 - 

Absichten des potentiellen Käufers ergibt (act. 71 Ziff. 3). Diese Unterlagen haben 

dem Gutachter gerade vorgelegen. Dem Beklagten hätte es frei gestanden, die 

von ihm für relevant gehaltenen Unterlagen bereits früher in den Prozess einzu-

bringen. Immerhin waren die nun umstrittenen Punkte (etwa Lohn des Beklagten 

und Wert der Anlagen) bereits Thema in den erstatteten Rechtsschriften. Zudem 

erscheint ein Augenschein überflüssig, nachdem seit der beabsichtigten Übertra-

gung beinahe fünf Jahre vergangen sind und sich aus dem Internetauftritt der Ga-

rage ergibt, dass sowohl das Konzept als auch der Inhaber mittlerweile gewech-

selt haben (www.garage-B._____.com). 

Zuletzt ist festzuhalten, dass der Gutachter entgegen der Darstellung des 

Beklagten (act. 71 Ziff. 4) die Bewertungsmethoden in genügender Weise darge-

stellt hat und sich unter Berücksichtigung der konkreten Umstände und mit Be-

gründung für eine Substanzwertmethode, genauer die Nettosubstanzwertmetho-

de, entschieden hat (act. 60 Ziff. 3.3, Ziff. 3.4 und Ziff. 3.6; act. 66 Ziff. 1 S. 6). Da-

ran ist nichts auszusetzen. Den pauschalen Vorwürfe des Beklagten ist nicht zu 

folgen. 

Aus dem Gesagten ergibt sich, dass das Gutachten vom 1. Mai 2017 

(act. 60) und der ergänzende Bericht vom 6. Juni 2017 (act. 66) insgesamt den 

Anforderungen an ein gerichtliches Gutachten genügt. Dieses kann folglich im 

vorliegenden Verfahren verwendet werden. Dabei obliegt es dem Gericht, das 

Gutachten frei zu würdigen, wobei es auch vom Resultat des Gutachtens abwei-

chen kann. Diesfalls stellt sich jedoch stets die Frage, ob zur Klärung weitere Be-

weismittel abzunehmen wären (SVEN RÜETSCHI, in: HAUSHEER/WALTER, Berner 

Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, Band II, Bern 2012, N 40 ff. zu 

Art. 183 ZPO). Im Rahmen der Würdigung ist sodann auch auf substantiierte kon-

krete Vorbringen der Parteien einzugehen. 

4.1.3.2. Irrtum über die Wirtschaftlichkeit der Garage 

a. In ihrem Hauptstandpunkt macht die Klägerin geltend, bei der von ihr erwor-

benen Garage handle es sich um eine zu liquidierende Unternehmung, während 

sie bei Vertragsschluss davon ausgegangen sei, dass die Garage laufe und ren-

- 29 - 

tiere (act. 22 Ziff. II.3.2.4). Über diesen Punkt, der als wesentliche Grundlage des 

Vertrages anzusehen sei, sei sie getäuscht worden bzw. habe sie sich in einem 

Irrtum befunden. Wie ausgeführt (vorne E. 4.1.2.1.), hat die Klägerin zu beweisen, 

dass sie einer irrigen Vorstellung über den Sachverhalt unterlegen ist. Dazu ge-

hört konkret auch der Beweis, dass es sich bei der Garage um eine marode Un-

ternehmung handeln soll.  

Die Klägerin begründet ihre Sachdarstellung mit einer Berechnung der be-

reinigten Erträge der Unternehmung. Dazu zieht sie von den Erträgen gemäss 

den Erfolgsrechnungen für die Jahre 2006 bis 2011 jeweils CHF 90'000.– als 

marktüblichen Lohn für den Beklagten ab. Daraus ergebe sich für den genannten 

Zeitraum ein Verlust von CHF 431'876.17 (act. 22 Ziff. II.1.1). Der Beklagte be-

streitet, dass eine Liquidation der Garage zwingend sei (act. 26 Ziff. 4.6). 

b. Die Ausführungen der Klägerin finden vorab eine Stütze im Gutachten vom 

1. Mai 2017 (act. 60) und im ergänzenden Bericht vom 6. Juni 2017 (act. 66). Als 

Ausgangslage für die Beantwortung hat der Gutachter die Ertragslage der Garage 

analysiert. Mit nachvollziehbarer Begründung hat er die vorliegenden Erfolgsrech-

nung der Unternehmung bereinigt (act. 60 Ziff. 3.5 und Anhang 2 und 4). Die da-

gegen vorgebrachte appellatorische Kritik des Beklagten entbehrt jeder Grundla-

ge. Wie der Gutachter zutreffend ausführt, ist die Arbeitskraft des Inhabers von 

entscheidender Bedeutung. Dessen Lohn ist aber gerade nicht in der Erfolgs-

rechnung enthalten. Entsprechend ist im Rahmen der Unternehmensbewertung 

eine angemessene Korrektur vorzunehmen, zumal der Geschäftsführer ansons-

ten ordentlich anzustellen wäre. Wenn der Gutachter diese auf CHF 103'500.– 

pro Jahr zuzüglich Sozialleistungen veranschlagt, ist daran nichts auszusetzen.  

Daran vermag auch der Einwand des Beklagten, es sei bereits in den Jah-

ren 2011 und 2012 ein Lohn ausbezahlt worden, weshalb kein Raum für eine 

Schätzung bestehe (act. 71 Ziff. 5.1), nichts zu ändern. Erstens ist für die Unter-

nehmensbewertung der tatsächlich ausbezahlte Lohn irrelevant; vielmehr ist für 

die Ermittlung eines objektiven Werts ein marktgerechter Lohn einzusetzen. Zwei-

tens wird weder dargelegt noch ist ersichtlich, unter welchem Titel diese Zahlun-

gen Eingang in die Erfolgsrechnungen gefunden hätten (act. 23/2-9). Soweit sie 

- 30 - 

aber noch nicht berücksichtigt worden sind, steht dem Einbezug des Unterneh-

merlohns erst recht nichts entgegen. Drittens ist das Vorbringen des Beklagten 

ohnehin verspätet. Die Belege (act. 72/82) hat er erst mit der Stellungnahme zum 

Gutachten, also nach Aktenschluss, eingereicht. Weshalb diese neue Tatsache 

noch zu berücksichtigen wäre, führt er aber nicht auf. Insbesondere ist aber da-

rauf hinzuweisen, dass der Lohn des Beklagten bereits in der Replik und der Dup-

lik im vorliegenden Verfahren Thema gewesen war. Damals hat der Beklagte es 

nicht für erforderlich befunden, diese Belege einzureichen. Er hat seinen Lohn 

vielmehr mit einer Auswertung der Erfolgsrechnung zu beweisen versucht, die die 

Leistungen zu seinen Gunsten belegen sollte (act. 26 Ziff. 4.5; act. 27/51). Aller-

dings vermag - viertens - auch diese Darstellung in act. 27/51 die Zahlung eines 

Unternehmerlohns nicht zu belegen. Die aufgeführten Werte sind grösstenteils 

nicht Bezüge des Beklagten, sondern stellen vielmehr Einsparungspotential dar. 

Dass dieses tatsächlich realisiert werden könnte, ist aber eine reine Behauptung, 

gerade beim grössten Posten, den "Überkapazitäten Personal", ist nicht ersicht-

lich, woraus sich dieser ergeben soll. An der Bereinigung der Erfolgsrechnungen, 

die neben dieser Behauptung lediglich pauschal als willkürlich bezeichnet wird, ist 

entsprechend nichts auszusetzen. Eine Ausnahme stellen lediglich die Sozialab-

gaben und Lohnnebenleistungen dar: Für die meisten Mitarbeiter sind die Lohn-

nebenkosten bekannt (act. 23/2-9). Einzig hinsichtlich des Unternehmerlohns 

muss eine Schätzung vorgenommen werden, da dieser bisher nicht enthalten 

war. Dabei erscheint eine Pauschale von 18% des Lohnes (act. 60 Ziff. 3.5 und 

Anhang 4) angemessen. Dies ergibt aber eine Korrektur von lediglich wenigen 

CHF 10'000.–, womit das bereinigte Jahresergebnis immer noch in sämtlichen 

Jahren negativ ausfallen würde (act. 60 Anhang 4). Entsprechend drängt sich ei-

ne weitere Beweiserhebung nicht auf. 

c. Gestützt darauf führt der Gutachter in Beantwortung der Frage, ob die Un-

ternehmung per 7. Dezember 2012 zu liquidieren gewesen wäre, aus: "Auf den 

Zeitpunkt des Vertragsabschlusses hätte u.E. aus betriebswirtschaftlicher Sicht 

eher die Liquidation der Unternehmung eingeleitet werden sollen." (act. 66 Ziff. 5, 

Hervorhebung hinzugefügt). Gleichzeitig führt er aber auch aus, dass eine Beur-

teilung ohne Kenntnis der damals bestehenden Absichten, Möglichkeiten und Po-

- 31 - 

tenziale der Käuferschaft gar nicht möglich sei (act. 60 Ziff. 7). Damit relativiert er 

seine Aussage noch weiter. Insbesondere ist darauf hinzuweisen, dass sowohl im 

Firmenprofil der I._____ AG (act. 3/3 Ziff. 3.1 f.) als auch in der Offerte von 

G._____ (act. 3/4 Ziff. 2.1) auf genaue solche Absichten hingewiesen worden ist. 

Gerade die Offerte der Klägerin hat genau aufgezeigt, wie der Betrieb neu organi-

siert werden soll, insbesondere wurde die Kündigung verschiedener Mitarbeiter 

vorgesehen. Auch war klar festgehalten, dass die Garage durch die Klägerin bzw. 

deren Inhaber weiter betrieben werden soll. Schliesslich stellt er eine Fusion mit 

einem anderen Betrieb in den Vordergrund (act. 60 Ziff. 7), woraus ebenfalls klar 

wird, dass der Garagenbetrieb durchaus rentieren könnte.  

Unter diesen Umständen kann der pauschalen Aussage mit dem Hinweis 

auf die generelle Wirtschaftslage nicht gefolgt werden. Nur am Rande ist zudem 

zu erwähnen, dass die Garage auch heute noch - in einer leicht anderen Form 

und seit Oktober 2016 durch einen neuen Inhaber - betrieben wird, was ebenfalls 

deutlich gegen eine Liquidationsreife Ende 2012 spricht. 

d. Damit kann es der Klägerin auch gestützt auf das Gutachten nicht gelingen 

zu beweisen, dass es sich beim erworbenen Garagenbetrieb um einen liquidati-

onsreifen Betrieb handeln soll. Entscheidend erscheint, dass der Gutachter die 

Liquidation nicht als einzige Möglichkeit, sondern vielmehr als eine unter mehre-

ren Lösungen darstellt. Der subjektive Entscheid, welcher Weg gewählt wird, kann 

in einem objektiven Gutachten nicht getroffen werden. Eine weitere Beweisab-

nahme drängt sich diesbezüglich nicht auf. Die Ausführungen des Gutachters sind 

in sich schlüssig und lassen eine Würdigung der Sachlage zu. Es ergibt sich dar-

aus auch, dass eine konkrete Beantwortung in erster Linie aufgrund der konkreten 

Absichten der Parteien möglich würde. Das Gutachten ermöglicht es dem Gericht, 

die vorliegenden Unterlagen auch ohne Zuhilfenahme eines weiteren Experten zu 

würdigen. Auf die Anordnung eines Obergutachtens kann entsprechend verzichtet 

werden. Da der Klägerin der Beweis einer von ihren Vorstellungen abweichende 

Situation nicht gelingen kann, liegt kein Irrtum im Sinne von Art. 24 OR vor. 

- 32 - 

4.1.3.3. Irrtum über den Wert der Garage 

a. Die Klägerin stellt sich weiter auf den Standpunkt, der Wert der Garage sei 

tatsächlich tiefer gewesen, als sie bei Vertragsschluss angenommen habe. Der 

Beklagte habe einen höheren Wert suggeriert, weshalb eine Täuschung vorliege. 

Falls ihm diese nicht vorgeworfen werden könne, so sei zumindest von einem Irr-

tum der Klägerin auszugehen, welcher ebenfalls die Anfechtbarkeit des Vertrages 

bewirke (act. 1 Ziff. II.2.1 ff.). Der Beklagte bestreitet das Vorliegen eines Wil-

lensmangels (act. 10 Ziff. 25). 

Aus den Akten ergibt sich, dass verschiedene Berechnungen des Unter-

nehmenswerts erfolgt sind. Die I._____ AG, als Beraterin des Beklagten, errech-

nete einen Wert von CHF 571'851.– (act. 3/3 S. 21 ff.; act. 10 Ziff. 15). Der Bera-

ter der Klägerin führte in seiner Offerte zwei Berechnungen auf, wobei er bei einer 

Annahmen zu Gunsten der Klägerin traf und einen Wert von CHF 103'794.– er-

rechnete. In der Variante stellte er Annahmen zu Gunsten des Beklagten auf und 

erhielt einen Wert von CHF 344'656.– (act. 3/4 Ziff. 4.3 f.). Auf dieser Grundlage 

wurde ein Kaufpreis von CHF 280'000.– vereinbart (act. 3/5 Ziff. IV.4.).  

Der Wert der Kaufsache kann in aller Regel nicht Gegenstand eines Irrtums 

sein. Es ist regelmässig Sache des Käufers, abzuklären, ob der Kaufpreis ange-

messen ist und dem Wert des Kaufgegenstands entspricht (SCHWENZER, a.a.O., 

N 37.37). Für die Berechnung des Unternehmenswerts bestehen verschiedene 

Methoden, wobei in der Regel von dessen Fortführung ausgegangen wird (RU-

DOLF TSCHÄNI/HANS-JAKOB DIEM/MATTHIAS WOLF, M&A-Transaktionen nach 

Schweizer Recht, 2. Aufl., Zürich 2013, 1. Kap. N 23 ff.). Die Klägerin war bei den 

Vertragsverhandlungen sachkundig beraten, einerseits durch den Übernahme-

spezialisten G._____, andererseits durch den Rechtsberater Dr. H._____. Das 

Wissen ihrer Berater hat sich die Klägerin anzurechnen, weshalb nicht relevant 

sein kann, ob die Inhaber der Klägerin die Berechnungen verstanden haben. Al-

leine aufgrund der Berechnungen des eigenen Beraters, mit verschiedenen An-

nahmen, musste der Klägerin aber bewusst sein, dass es sich beim Unterneh-

menswert nicht um einen absoluten Fixbetrag handelt.  

- 33 - 

Wie das Bundesgericht ausführt, können auch Tatsachen, die sich auf das 

Unternehmen als solches beziehen, Gegenstand eines Irrtums sein. Eine konkre-

te Vorstellung über einen lege artis ermittelten Unternehmenswert ist möglich, 

wobei zu beachten ist, dass aufgrund der Komplexität von Unternehmen stets von 

einer Bandbreite auszugehen ist (act. 41 E. 2.3 f.). Das Bundesgericht hat sodann 

festgehalten, dass ein Irrtum vorliegen könne, wenn die von der Klägerin vorge-

brachten Fehler in der Bewertung des Beraters vorgelegen haben und diese 

dadurch eine Fehlvorstellung über den Wert erhalten habe, die sich auf den Kauf-

entscheid ausgewirkt habe. Zudem hat es auf die Möglichkeit der Fahrlässigkeit 

hingewiesen (act. 41 E. 2.5).  

Es gilt entsprechend zu prüfen, ob G._____ bei der Bewertung der zu über-

nehmenden Garage Fehler unterlaufen sind, welche die Willensbildung der Kläge-

rin beeinflusst haben. Diesbezüglich spricht das Gutachten eine klare Sprache: 

G._____ habe sowohl methodische als auch grundsätzliche Fehler begangen 

(act. 66 Ziff. 2a S. 6). Welcher Art diese Fehler waren und ob sie überhaupt rele-

vant waren für die Willensbildung der Klägerin, kann hingegen offen bleiben. Ein 

relevanter Irrtum kann sich nur aufgrund des errechneten Unternehmenswerts 

manifestieren. Liegt keine wesentliche Abweichung der klägerischen Vorstellung 

vom tatsächlichen Wert vor, besteht auch dann kein wesentlicher Irrtum, wenn sie 

gestützt auf falsche Informationen von dieser Vorstellung ausgegangen ist. Dabei 

ist zu beachten - wie auch das Bundesgericht in seinem Urteil festhält (act. 41 

E. 2.5) - dass die Klägerin bei ihren Wertvorstellungen von einem Minimalwert von 

CHF 103'794.– ausgegangen ist. Auch wenn sie behauptet, davon ausgegangen 

zu sein, dass der Wert in der Grössenordnung des Kaufpreises gelegen habe 

(act. 22 Ziff. 3.1), so musste sie aufgrund der ihr von ihrem Berater vorgelegten 

Berechnung zumindest damit rechnen, dass der eigentliche Wert am unteren En-

de der errechneten Preisspanne lag. Sie kann sich heute folglich nicht auf höhere 

Annahmen stützen. 

b. Da wie gezeigt nicht von einem liquidationsreifen Unternehmen ausgegan-

gen werden kann, ist als Ausgangspunkt für die Beurteilung der vom Gutachter 

genannte Unternehmenswert bei Weiterführung des Betriebs zu nehmen. Dieser 

- 34 - 

beträgt gemäss Gutachten CHF 80'000.– (act. 66 S. 5). Allerdings ist auch die 

Begründung des Gutachtens in die Würdigung einzubeziehen. Der Gutachter er-

rechnete einen Nettosubstanzwert von rund CHF 160'000.– (act. 60 Anhang 5).  

Von diesem Wert brachte er 50% in Abzug mit der Begründung, dass dieser 

Wert auf der Unternehmensfortführung beruhe und aufgrund der nachgewiesenen 

Ertragsschwäche mit Blick auf die zu erwartenden Verluste bis zum Turnaround 

zu reduzieren sei (act. 60 Ziff. 3.6). Die Höhe des Abzugs wird mit einem Hinweis 

auf die Literatur begründet. Damit lässt sich allerdings die Höhe des getätigten 

Abzugs nicht begründen. An besagter Literaturstelle (MARIO BERNASCONI/ANDRÉ 

FÄSSLER, Aktuelle Bewertungsüberlegungen und Methoden, in: Der Schweizer 

Treuhänder 8/03, S. 617 ff., S. 626) wird lediglich ausgeführt, dass der zukünftig 

fehlende Gewinn vom Eigenkapital in Abzug zu bringen sei. Ein pauschaler Abzug 

der Hälfte des Werts lässt sich damit jedoch nicht rechtfertigen. Dass bei der ge-

mäss Gutachten bestehenden Ertragslage ein Abzug für zukünftigen Substanz-

verzehr vorgenommen wird, erscheint nachvollziehbar. Entsprechend ist die vom 

Gutachter angenommene Hälfte des Substanzwerts als Untergrenze einer Span-

ne zu verstehen. Insbesondere erscheint dieser pauschale Abzug auch deshalb 

zu hoch angesetzt, weil der Gutachter die geschätzten Kosten für die Reorganisa-

tion ebenfalls berücksichtigt hat (act. 60 Anhang 5). Zudem handelt es sich, wie 

gezeigt (vorne E. 4.1.3.2), nicht um ein zu liquidierendes Unternehmen. Vielmehr 

hat die Klägerin eine funktionierende Garage erworben, die sie auch in derselben 

Form weiterführen wollte. Übernommen wird dabei nicht nur das bilanzierbare In-

ventar. Vielmehr sollte die Garage unter gleichem Namen weitergeführt werden, 

um vom Ruf des Beklagten zu profitieren. Zwar kann dieser Goodwill bei der Be-

rechnung des Nettosubstanzwerts nicht als eigentlicher Wert berücksichtigt wer-

den. Es erscheint aber auch aus diesem Aspekt angemessen, die Berechnung 

und insbesondere den pauschalen Abzug des Gutachters zu relativieren.  

Aus dem Gesagten erhellt, dass der Netto-Substanzwert aufgrund der 

schlechten Ertragslage zwar zu reduzieren ist, diese Reduktion aber mit einer 

Spanne von 20% bis 50% und nicht mit einer absoluten Zahl auszudrücken ist. 

- 35 - 

c. Den Argumentationen des Beklagten in der Stellungnahme zum Gutachten, 

mit welchen er eine Korrektur des Werts zu seinen Gunsten erreichen möchte, ist 

nicht zu folgen. 

Die Vorwürfe betreffend die Annahmen zu den Sachanlagen sind nicht zu 

hören. Der Gutachter ist entgegen der Behauptung des Beklagten nicht von der 

von G._____ angestellten Berechnung ausgegangen (act. 71 Ziff. 5.2). Vielmehr 

hat er eine eigene Berechnung aufgestellt, bei der er in Bezug auf die Lebens-

dauer auf diese Angaben abgestellt hat (act. 60 Ziff. 3.5). Hinsichtlich der enthal-

tenen Gegenstände entspricht die Tabelle derjenigen des Beklagten im Firmen-

profil (act. 3/3 Ziff. 4.4). Weiter ist die Feststellung des Gutachters, dass nur spo-

radisch Abschreibungen ausgewiesen sind (act. 60 Ziff. 4.5) gestützt auf die ein-

gereichten Erfolgsrechnungen zutreffend (act. 23/2-9); dass diese nicht der 

Wahrheit entsprächen, macht der Beklagte nicht geltend. Zudem ist daraus er-

sichtlich, dass der Beklagte im Jahr 2012 die besagten Gegenstände mit lediglich 

rund CHF 41'000.– bilanziert hat (act. 23/2 S. 1 f.). Der Gutachter begründet in 

Ziff. 3.6 des Gutachtens (act. 60) nachvollziehbar, dass Anlagegüter in der Praxis 

mit 20% des Anschaffungswerts zu bewerten sind. Im Rahmen einer neutralen 

Bewertung besteht ein gewisser Ermessensspielraum, der hier vom Gutachter in 

begründeter Weise ausgeübt worden ist. Alleine weil dies von der internen Be-

rechnung des Beklagten (act. 72/82) abweicht - wobei offen gelassen werden 

kann, ob der Beklagte diese Beilage rechtzeitig eingereicht hat -, stellt dies keinen 

Grund zur Korrektur dar. 

Auch aus den Ausführungen zur Übernahme der Verbindlichkeiten (act. 71 

Ziff. 5.4), kann nichts zu Gunsten des Beklagten hergeleitet werden. Zwar ist zu-

treffend, dass die Klägerin das Unternehmen gemäss Vertrag ohne Verbindlich-

keiten übernommen hat (act. 5 Ziff. II.1.m). Die Passiven sind in der Berechnung 

des Werts grundsätzlich zu berücksichtigen, weshalb dem Gutachter auch kein 

Vorwurf eines fehlerhaften Gutachtens gemacht werden kann. Diese sind aber im 

konkreten Fall sowohl im Vertrag als auch bei den Wertvorstellungen der Klägerin 

ausgeklammert worden (act. 3/4 Ziff. 4.4, insbesondere setzt sich der darin ge-

nannte Nettosubstanzwert aus dem Wert des Inventars von Büro und Werkstatt 

- 36 - 

zusammen, act. 3/4 Ziff. 3.2). Entsprechend ist im Rahmen der Würdigung der 

Beweismittel eine Korrektur des errechneten Werts vorzunehmen. Als Konse-

quenz daraus muss aber auch berücksichtigt werden, dass verschiedene Vermö-

gensgegenstände der verkauften Garage gemäss Kaufvertrag beim Beklagten 

verbleiben würden (act. 3/5 Ziff. II.1.l). Dabei handelt es sich um die flüssigen Mit-

tel, die Forderungen und die Occasionsfahrzeuge. Die berücksichtigten Passiven 

betragen CHF 118'556.– (act. 60 Anhang 5), während die genannten Aktiven mit 

insgesamt CHF 147'033.– (Flüssige Mittel: CHF 14'412.–; Forderungen 

CHF 99'021.– - CHF 3'300.–; Occasionen CHF 36'900.–; act. 60 Anhang 2 und 5) 

berücksichtigt worden sind. Der betriebliche Nettosubstanzwert hinsichtlich der zu 

übertragenden Vermögenswerte beträgt demnach nur CHF 131'241..– 

(CHF 159'718 - +118'556.– - 147'033.–).  

d. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass in Bezug auf die zu übertragenden 

Vermögenswerte gestützt auf das Gutachten von einem Netto-Substanzwert von 

CHF 131'241.– auszugehen ist. Wie gezeigt ist für die Ermittlung des Unterneh-

menswert aufgrund der schlechten Ertragslage ein Abzug von 20% bis 50% vor-

zunehmen. Daraus ergibt sich ein relevanter Unternehmenswert zwischen 

CHF 65'620.50 und CHF 104'992.80. 

Wie ausgeführt hat die Klägerin einen Mindestwert von CHF 103'794.– an-

genommen. Sie hätte den Beweis zu erbringen, dass der tatsächliche Unterneh-

menswert wesentlich von dieser Vorstellung abgewichen ist. Dies kann ihr mit 

dem vorliegenden Gutachten nicht gelingen. Daraus kann abgelesen werden, 

dass die Garage per 7. Dezember 2012 einen Wert zwischen CHF 65'620.50 und 

CHF 104'992.80 aufgewiesen hat. Da die Klägerin die Beweislast für den behaup-

teten Irrtum trägt, muss der höhere der genannten Werten den Vorstellungen der 

Klägerin gegenübergestellt werden. Dieser übersteigt die Annahme der Klägerin - 

wenn auch denkbar knapp - sodass der Beweis eines Irrtums über den Wert der 

Kaufsache nicht gelingt. 

- 37 - 

4.1.3.4. Irrtum über die Übertragbarkeit der Verträge 

Die Klägerin macht weiter geltend, sie hätte sich auch dahingehend geirrt, 

dass die Übertragung von Miet- und Servicepartnervertrag gar nicht möglich ge-

wesen wäre (act. 1 Ziff. II.1.3; act. 22 Ziff. II.6.2 und 6.3). Der Beklagte bestreitet 

nicht, dass die Verträge mit der L._____/M._____ nicht übertragen werden kön-

nen. Er geht vielmehr selber davon aus, dass eine Übertragung bei solchen Ver-

trägen gar nicht möglich sei (act. 26 S. 28). Dies sei jedoch vorliegend nicht rele-

vant. Die Klägerin halte in ihrer Replik selber fest, der Fortbestand der Verträge 

sei für den Unternehmenswert nicht relevant (act. 26 Ziff. 4.43), worauf sie zu be-

haften sei. Dieser Einwand ist nicht zu hören. Die Klägerin führt lediglich aus, 

dass ihrer Meinung nach der Wert der Garage ohnehin dem Liquidationswert ent-

spreche, welcher durch die Verträge nicht weiter beeinflusst werde. Hingegen 

macht sie im Eventualstandpunkt weiterhin geltend, die Verträge seien eine we-

sentliche Vertragsgrundlage, über deren Weitergeltung sie getäuscht worden sei 

bzw. sich geirrt habe (act. 22 Ziff. II.6.1).  

Der Klägerin ist darin beizustimmen, dass die Weiterführung des Mietvertra-

ges und einer Partnerschaft mit einer Automarke wesentlich für den Wert einer 

Autogarage sein kann. Der Beklagte bestreitet allerdings, dass die Übertragung 

der Verträge geschuldet ist.  

Im vorliegenden Fall ist daher zunächst zu prüfen, was sich die Klägerin in 

Bezug auf die Verträge überhaupt hat versprechen lassen. 

a. Pflicht zur Übertragung von Verträgen  

Nach dem Dafürhalten der Klägerin wurde ihr die Übertragung der in Frage 

stehenden Verträge versprochen (act. 22 Ziff. II.6.2.6). Sie stützt sich dabei auf 

den Wortlaut des Kaufvertrages. Demgegenüber macht der Beklagte geltend, ei-

ne Übertragung sei nicht geschuldet, da eine solche gar nicht möglich sei (act. 26 

Ziff. 4.31 S. 25 und Ziff. 4.34 S. 28). 

Gemäss dem an sich klaren und vorne abgedruckten Wortlaut der Ziffern 2 

und 8c) des Kaufvertrages (act. 3/5) verpflichtete sich der Beklagte, der Klägerin 

- 38 - 

die in Frage stehenden Verträge zu übertragen. Der Beklagte macht allerdings 

geltend, die Inhaber der Klägerin hätten bereits vor Unterzeichnung des Kaufver-

trages Kenntnis davon gehabt, dass es mit der Übertragbarkeit der Verträge mit 

der L._____/M._____ Probleme geben könne (act. 26 Ziff. 4.31 S. 24). Er bestrei-

tet auch, dass eine Übertragung der Verträge zugesichert worden sei (act. 26 

Ziff. 4.31 S. 25). Er verweist vor allem auf den Wortlaut der Rücktrittsklausel, in 

welcher nirgends von einer Übertragung der Verträge die Rede sei, da solche 

Verträge gar nicht übertragen werden könnten (act. 26 Ziff. 4.34 S. 28).  

Die Parteien sind sich somit nicht einig über die Bedeutung und Tragweite 

der Ziffern 2, 8c) und 28 des Vertrages, weshalb diese Bestimmungen auszule-

gen sind. 

aa. Grundsätze der Vertragsauslegung 

Besteht Uneinigkeit über den Inhalt eines Vertrages, so ist dieser auszule-

gen. Das Ziel der gerichtlichen Vertragsauslegung besteht in der Feststellung des 

übereinstimmenden wirklichen Willens, den die Parteien ausdrücklich oder still-

schweigend erklärt haben (subjektive Auslegung). Lässt sich der übereinstim-

mende wirkliche Wille feststellen, so bestimmt sich der Vertragsinhalt nach die-

sem. Wenn sich der übereinstimmende wirkliche Wille nicht mehr feststellen lässt, 

so ist durch objektivierte (normative) Auslegung der Vertragswille zu ermitteln, 

den die Parteien mutmasslich gehabt haben. Hierbei hat das Gericht das als Ver-

tragswille anzusehen, was vernünftig und redlich (korrekt) handelnde Parteien un-

ter den gegebenen (auch persönlichen) Umständen durch die Verwendung der 

auszulegenden Worte und ihr sonstiges Verhalten ausgedrückt und folglich ge-

wollt haben würden. In diesem Sinn ist jede einzelne Willenserklärung nach dem 

Vertrauensprinzip auszulegen (statt vieler PETER GAUCH/WALTER R. SCHLUEP/ 

JÖRG SCHMID, Obligationenrecht, Allgemeiner Teil, Band I, 10. Aufl., Zürich 2014, 

N 207, N 1200 f. und N 1226; BGE 125 III 305 E. 5; BGE 129 III 118 E. 2.5). 

Demnach sind Willenserklärungen so auszulegen, wie sie vom Empfänger in gu-

ten Treuen verstanden werden durften und mussten (GAUCH/SCHLUEP/SCHMID, 

a.a.O. , N 207). Dabei hat der klare Wortlaut Vorrang vor weiteren Auslegungsmit-

teln, es sei denn, er erweise sich auf Grund anderer Vertragsbedingungen, des 

- 39 - 

von den Parteien verfolgten Zweckes oder weiterer Umstände als nur scheinbar 

klar (BGE 128 III 265 E. 3a; BGE 129 III 118 E. 2.5; GAUCH/SCHLUEP/SCHMID, 

a.a.O., Nr. 1220).  

bb. Wortlaut der relevanten vertraglichen Bestimmungen 

Bei der Auslegung ist der Wortlaut primäres Auslegungsmittel. Seit Aufgabe 

der Eindeutigkeitsregel (Urteil des Bundesgerichts vom 2. März 1998 4C.24/1997 

E. 1c; zur alten Praxis: BGE 111 II 284 E. 2 S. 287) kann indes nicht mehr aus-

schliesslich auf den klaren Wortlaut abgestellt werden. Aus Art. 18 OR folgt, dass 

ein klarer Wortlaut für die Auslegung nicht unbedingt entscheidend und eine reine 

Wortauslegung verboten ist. Selbst wenn eine Vertragsbestimmung auf den ers-

ten Blick klar erscheint, kann sich aus den anderen Vertragsbestimmungen, aus 

dem von den Parteien verfolgten Zweck und aus weiteren Umständen ergeben, 

dass der Wortlaut der strittigen Bestimmung nicht genau den Sinn der Vereinba-

rung unter den Parteien wiedergibt (BGE 127 III 444 E. 1b).  

Vorliegend deutet der Wortlaut der Vereinbarung klar daraufhin, dass die 

Übertragung der erwähnten Verträge vom Beklagten geschuldet ist. Sowohl Sinn-

gehalt als auch allgemeiner Sprachgebrauch der zitierten Vertragsbestimmungen 

(act. 3/5 Ziff. 2 und 8c) bedeuten, dass der Beklagte verpflichtet war, die Verträge 

auf die Klägerin zu übertragen. 

Auch wenn der Wortlaut für sich allein nicht als entscheidend anzusehen ist 

(BGE 127 III 444 E. 1b), kommt ihm doch im Verhältnis zu den ergänzenden Mit-

teln der Vorrang zu: Immer dann, wenn die übrigen Auslegungsmittel, insbeson-

dere der Vertragszweck, nicht sicher einen anderen Schluss erlauben, hat es 

beim Wortlaut sein Bewenden (vgl. BGE 82 II 378 E. 3 und 4 S. 385 f; PETER 

JÄGGI/PETER GAUCH/STEPHAN HARTMANN, Zürcher Kommentar, Auslegung Ergän-

zung und Anpassung der Verträge; Simulation, Art. 18 OR, 4. Auf., Zürich 2014, 

N 369 zu Art. 18 OR). 

Es ist somit zu prüfen, ob die Auslegung nach dem Wortsinn durch andere 

Auslegungsmittel in Frage gestellt wird: 

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cc. Vertragszweck 

Durch den Abschluss des Kaufvertrages ging es der Klägerin darum, am 

bisherigen Standort der Garage des Beklagten den laufenden Garagenbetriebes 

L._____B._____ weiterzuführen. Wäre es der Klägerin nur um die Übernahme 

von Inventar und Werkzeug gegangen, hätte es sich erübrigt, mit dem Kaufvertrag 

auch die bestehenden Verträge und Rechtsverhältnisse sowie den Goodwill auf 

die Klägerin zu übertragen. Die Parteien haben in ihren Verträgen auch mehrfach 

zum Ausdruck gebracht, dass für die Klägerin die Weiterführung des laufenden 

Garagenbetriebs von zentraler Bedeutung ist, insbesondere durch die ausdrückli-

che Zusicherung gemäss Ziffer 8c und das vereinbarte Rücktrittsrecht gemäss Zif-

fer 28, wenn die Weiterführung der Verträge zu den gleichen Konditionen nicht 

möglich ist (act. 3/5). 

Bereits in der von G._____ erstellten Offerte vom 26. Oktober 2012 wurde 

festgehalten, dass diese Offerte voraussetze, "dass die gültigen Verträge und Ar-

beitsleistungen vollumfänglich, im gleichen Umfang, gleichen Konditionen und 

durch eine einfache (Ablauf) Übernahme übernommen werden können" (act. 3/4 

Ziff. 2.1.4.). Zwar wird ein Eintritt der Klägerin in die laufenden Verträge darin 

nicht verlangt, doch zeigt die Offerte zumindest, dass die Weiterführung der Ga-

rage unter denselben Rahmenbedingungen angestrebt war.  

Der Beklagte behauptet, dass es der Klägerin schon vor Vertragsschluss 

bekannt gewesen sei, dass es mit der L._____/M._____ Probleme geben könnte 

(act. 26 Ziff. 4.35). Die Klägerin bestätigt das Bestehen von Unsicherheiten, hält 

aber fest, dass diese Zweifel durch den Wortlaut des Vertrages, insbesondere die 

Zusicherung, dass die Verträge bzw. Rechtsverhältnisse übertragen werden kön-

nen, beseitigt worden seien (act. 22 Ziff. II.6.2.1 und 6.3.1). Obwohl also im Laufe 

der Vertragsverhandlungen Unsicherheiten in Bezug auf die Übertragbarkeit auf-

getaucht sind, bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass die Klägerin ihre Mei-

nung in Bezug auf die Weiterführung der Garage geändert hat. 

 

- 41 - 

dd. Systematik 

Es muss immer die Gesamtheit der vertraglichen Regelungen berücksichtigt 

werden, wobei der Gesamtzusammenhang im Auge zu behalten ist. 

Der klare Wortlaut von Ziffer 8c) des Vertrages wird nämlich durch die ver-

einbarte Rücktrittsklausel deutlich relativiert (act. 3/5 Ziff. XIII.28). In dieser Be-

stimmung haben die Parteien einen anderen Wortlaut gewählt. So war der Rück-

tritt der Klägerin zulässig, wenn es ihr nicht gelingen sollte, neue Verträge zu ver-

gleichbaren Konditionen abzuschliessen. Dies ist insbesondere beim Servicepart-

nervertrag L._____/M._____ nachvollziehbar, der nach den Usanzen der Autoin-

dustrie aufgebaut ist.  

Zur Einhaltung der Qualitätsanforderungen ist ein Servicevertrag in der Au-

toindustrie usanzgemäss von der Erfüllung gewisser Mindestkriterien des jeweili-

gen Betriebs abhängig. Diese hat der jeweilige Vertragspartner einzuhalten, an-

sonsten ihm der Servicevertrag aufgekündigt werden kann. Auch der Beklagte 

hatte einen entsprechenden Vertrag mit L._____/M._____, wie die Präambel im 

Bezug auf die Kriterienerfüllung und die kurze Kündigungsfrist von drei Monaten 

in Ziffer 6 aufzeigen (act. 12/5). 

Die Klägerin konnte somit den bestehenden Servicevertrag nicht telquel 

übernehmen. Dies wusste sie bzw. musste es wissen. Vielmehr war sie davon 

abhängig, dass L._____/M._____ sie als qualifiziert genug einstufte, um mit ihr 

einen Servicevertrag abzuschliessen und aufrecht zu erhalten. Der Beklagte hat 

sich zwar gemäss Ziffer 2 des Kaufvertrages verpflichtet, die Verträge auf die 

Käuferin übertragen zu lassen. Ohne Zutun der Klägerin war das jedoch im Fall 

des Servicevertrages gar nicht möglich. 

Diese Umstände sind der branchenerfahrenen und anwaltlich beratenen 

Klägerin entgegenzuhalten. Ihr muss bei Vertragsabschluss bewusst gewesen 

sein, dass sowohl Ziffer 2 als auch Ziffer 8c) - die Übertragung der Verträge - 

nicht ohne ihr Mitwirken umgesetzt werden können, was den Servicevertrag 

L._____/M._____ angeht. Die Klägerin bestätigt denn auch, dass bei Vertragsab-

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schluss eine Unsicherheit betreffend der Übertragung der Verträge bestand 

(act. 22 Ziff. 6.2.1). Sie kann sich im Nachhinein nicht darauf berufen, sich passiv 

auf die Übertragung der Verträge durch den Beklagten verlassen zu haben. 

Das Risiko der Nichtübertragung wurde folgerichtig in Ziffer 28 des von der 

Klägerin ausgearbeiteten Kaufvertrages abgebildet, indem der Klägerin ein befris-

tetes Rücktrittsrecht bis zum 20. Dezember 2012 zugestanden wurde, sollten die 

aus Sicht der Klägerin wesentlichen Verträge nicht übertragen werden können. 

Damit war sich die Klägerin auch des Risikos der Nichtübertragung der von ihr als 

wesentlich eingestuften Verträge explizit bewusst, wurde dies doch offen gelegt. 

Die Klägerin hat schliesslich ohne Not die Frist zum Rücktritt verstreichen 

lassen, obschon ihr bewusst war, dass weder der Mietvertrag noch die Verträge 

mit L._____/M._____ übertragen wurden. Sie hat auch nicht behauptet, eine Ver-

längerung dieser Frist angestrebt zu haben. Stattdessen hat sie in der Folge eine 

Zusatzvereinbarung ohne Rücktrittsrecht abgeschlossen. Es ist daher davon aus-

zugehen, dass die Klägerin zum Zeitpunkt des Fristenablaufs die Übertragung der 

Verträge durch den Beklagten nicht mehr als wesentlich angesehen hat, oder da-

von ausging, dass sie selber die Übertragung erreichen könne. Unter diesen Um-

ständen, kann sie sich in Bezug auf den Servicepartnervertrag nicht mehr auf ei-

nen Irrtum berufen.  

Dasselbe gilt für den Mietvertrag. Es ist als allgemein bekannt vorauszuset-

zen, dass ein Mietvertrag nicht ohne Mitwirkung des Vermieters übertragen kann. 

Ebenso ist klar, dass dieser einem neuen Mieter nur zustimmen wird, wenn dieser 

die finanziellen Voraussetzungen erfüllt. Entsprechend konnte von der Klägerin 

eine gewisse Mitwirkung verlangt werden. Nachdem die Klägerin die Rücktrittsfrist 

verstreichen lassen hat, ohne tätig zu werden, durfte der Beklagte davon ausge-

hen, dass das Vorliegen des Mietvertrages für sie nicht wesentlich ist. Im Nach-

hinein kann sie sich nicht mehr auf einen Irrtum berufen. 

 

 

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ee. Gesetzeskonforme Auslegung 

Bestimmungen, die vom dispositiven Recht abweichen, sind restriktiv auszu-

legen. Eine vom dispositiven Recht abweichende Regelung muss deshalb im Ver-

trag deutlich zum Ausdruck gebracht werden.  

Der Beklagte beruft sich darauf, dass die Übertragung der Verträge ohne 

Mitwirkung der am Vertrag beteiligten Dritten (L._____/M._____ bzw. Vermieter) 

nicht möglich sei. In der Tat muss eine Vertragspartei die Übertragung eines Ver-

trages durch den Vertragspartner auf einen Dritten in der Regel nicht akzeptieren. 

Es ist aber auch möglich, dass die Übertragung vom Dritten akzeptiert wird. Inso-

weit ist die vertragliche Regelung der Parteien auch nicht als zum vornherein ob-

jektiv unmöglich zu betrachten. Von Unmöglichkeit kann erst dann gesprochen 

werden, als feststand, dass die M._____ nicht bereit war, eine Übertragung zu 

akzeptieren.   

Im Vertrag wurde hervorgehoben, dass es Pflicht des Beklagten war, für die 

Vertragsübertragung zu sorgen. Gemäss Ziffer 8.c sicherte der Beklagte der Klä-

gerin zu, dass die Übertragung keiner Zustimmung Behörden oder Dritter benöti-

ge (act. 3/5 Ziff. VII. 8.c). Aus juristischer Sicht trifft dies nicht zu. Aus dem Prinzip 

der Vertragsfreiheit ergibt sich, dass Private das Recht haben, ihre Vertrags-

partner frei zu wählen (SCHWENZER, a.a.O., N 26.16). Dies beinhaltet aber auch, 

dass sie die Übertragung eines Vertrages durch den Vertragspartner auf einen 

Dritten nicht zu akzeptieren brauchen. Dies ist als allgemein bekannt vorauszu-

setzen, sodass sich die zudem fachkundig und anwaltlich vertretene Klägerin 

nicht allein auf den Wortlaut der Zusicherungsklausel verlassen durfte. Gestützt 

auf eine gesetzeskonforme Auslegung ist die Übertragung der Verträge jedoch 

nicht geschuldet. 

ff. Salvatorische Klausel  

In Ziffer 23 haben die Parteien stipuliert, dass die Ungültigkeit oder Un-

durchsetzbarkeit einer oder mehrerer Bestimmungen des Vertrages die Gültigkeit 

der übrigen Bestimmungen des Vertrages nicht berühre (act. 3/5 Ziff. 23). Ungül-

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tige oder undurchsetzbare Bestimmungen seien durch eine Neuregelung zu er-

setzen, die wirtschaftlich und rechtlich der ungültigen oder undurchsetzbaren Be-

stimmung so nahe als möglich komme. Eine solche salvatorische Klausel ist in 

der Schweiz grundsätzlich überflüssig, weil ihr Regelungsziel bereits in Art. 20 

Abs. 2 OR gesetzlich geregelt ist. Diese Regel kann sodann nur dann greifen, 

wenn angenommen werden muss, die Parteien hätten die allenfalls ergänzten 

mängelfreien Teile des Vertrages auch dann vereinbart, wenn ihnen der Mangel 

schon beim Vertragsschluss bekannt gewesen wäre (BGE 124 III 60, BGE 120 II 

41 = Praxis 1995, 476). Entscheidend ist somit der mutmasslich Parteiwille.  

Im Übrigen handelt es sich hierbei nicht um eine Auslegungsregel, sondern 

um eine Regelung der Folgen der Teilnichtigkeit. 

gg. Unklarheitsregel 

Nach der Unklarheitsregel können mehrdeutige Klauseln in Verträgen gegen 

den Verfasser ausgelegt (BGE 122 III 118 E. 2a; BGE 126 III 388 E. 9d S. 391). 

Diese Regel ist indessen erst dann anzuwenden, wenn die übrigen Auslegungs-

mittel zu keinem Resultat führen und der bestehende Zweifel nicht anders besei-

tigt werden kann (BGE 99 II 290 E. 5 S. 292; BGE 122 III 118 E. 2d S. 124; BGE 

123 III 35 E. 2c). Vorliegend konnte, wie bereits ausgeführt, die Bedeutung der 

vertraglichen Bestimmungen auf dem Interpretationsweg klargestellt werden, wo-

mit es der Auslegung nach der Unklarheitsregel nicht bedarf. Da der Vertrag un-

bestrittenermassen durch den Berater der Klägerin, G._____, aufgesetzt worden 

ist (act. 10 Ziff. 1 S. 7), würde auch die Anwendung der Unklarheitsregel für die 

ausgeführte Auslegung sprechen. 

hh. Fazit 

Die Klägerin wurde im Übernahmeprozess sowohl von einem Transaktions-

berater als auch einem Rechtsanwalt beraten. Deren Wissen ist ihr anzurechnen. 

Der Klägerin war ganz offensichtlich die Wesentlichkeit der zu übernehmenden 

Verträge bewusst, was G._____ bereits in der Offerte vom 26. Oktober 2012 fest-

gehalten hat. Zudem bestätigt die Klägerin, dass bei Vertragsabschluss eine Un-

- 45 - 

sicherheit betreffend der Übertragung der Verträge bestanden hat (act. 22 

Ziff. 6.2.1). Das Risiko der Nichtübertragung wurde in Ziffer 28 des von der Kläge-

rin ausgearbeiteten Vertrages abgebildet, indem der Käuferin ein bedingtes Rück-

trittsrecht bis zum 20. Dezember 2012 zugestanden wurde, sollten die aus Sicht 

der Käuferin wesentlichen Verträge nicht übertragen werden können. Damit war 

sich die Käuferin auch des Risikos der Nichtübertragung der von ihr als wesent-

lich eingestuften Verträge explizit bewusst. 

Die Käuferin hat schliesslich ohne Not die Frist zum Rücktritt verstreichen 

lassen, obschon ihr bewusst war, dass die Verträge nicht übertragen wurden. Sie 

hat auch nicht behauptet, eine Verlängerung dieser Frist angestrebt zu haben. 

Stattdessen hat sie in der Folge eine Zusatzvereinbarung ohne Rücktrittsrecht 

abgeschlossen. Es ist daher davon auszugehen, dass die Klägerin zum Zeitpunkt 

des Fristenablaufs die Übertragung der Verträge nicht mehr als wesentlich ange-

sehen hat, oder davon ausging, dass sie selber die Übertragung erreichen könne. 

Aufgrund des Vertrauensprinzips sind die vertraglichen Bestimmungen be-

züglich der Übertragung so auszulegen, dass es Sache der Klägerin war, die Un-

sicherheiten in Bezug auf die Übertragung der Verträge bis am 20. Dezember 

2012 zu beseitigen. Indem die Klägerin den Vertrag unbestrittenermassen nicht 

gekündigt hat, hat sie auf diese Absicherungsmöglichkeit verzichtet. Dies hat sie 

sich nun entgegen zu halten und sie kann sich nicht nachträglich auf einen Irrtum 

berufen.  

b. Welche Verträge mussten übertragen werden? 

Die Parteien vereinbarten die "Übertragung" des Zusammenarbeitsvertra-

ges, wobei auf einen Vertrag im Anhang des Kaufvertrages verwiesen wird 

(act. 3/5 Ziff. II.1.g). Aus den Akten und der Darstellung der Parteien ergibt sich, 

dass der Beklagte am 15. November / 21. Dezember 2004 einen Servicepartner-

vertrag mit der M._____ Automobil und R._____ AG, Bereich Import, P._____-

Q._____ abgeschlossen hat (act. 12/5). Dazu kam am 3. Januar 2005 ein "Zu-

sammenarbeitsvertrag betreffend Ankauf bzw. Vermittlung von Fahrzeugen der 

Marke L._____" mit der M._____L._____ Zürich (act. 12/3). Schliesslich schloss 

- 46 - 

der Beklagte mit der S._____, Zürich am 15. Oktober 2009 einen Vertriebs-

partner-Vertrag (act. 12/4). Im Kaufvertrag vom 7. Dezember 2012 sprechen die 

Parteien von einem Zusammenarbeitsvertrag und verweisen dazu auf den An-

hang Nr. 4 (act. 3/5 Ziff. II.1.g). Die Klägerin geht davon aus, dass mit dem Kauf-

vertrag die Übertragung sämtlicher Verträge mit der M._____/L._____ gemeint 

seien (act. 22 Ziff. II.6.2.1). Demgegenüber hält der Beklagte fest, die Zusiche-

rung hätte sich lediglich über den Servicepartnervertrag erstreckt (act. 26 

Ziff. 4.31).  

Im zum Kaufvertrag gehörigen Anhang findet sich - ohne Nummerierung - 

nach dem Deckblatt des Zusammenarbeitsvertrages vom 3. Januar 2005 ein Teil 

des Servicepartnervertrags vom 15. November / 21. Dezember 2004 und der Zu-

sammenarbeitsvertrag vom 3. Januar 2005 (act. 3/6 S. 24 ff.). Der Wortlaut in 

Verbindung mit dem Anhang deutet somit darauf hin, dass der Servicepartnerver-

trag und der dazugehörige "Zusammenarbeitsvertrag betreffend Ankauf bzw. 

Vermittlung von Fahrzeugen der Marke L._____" vom 3. Januar 2005 Vertrags-

bestandteil geworden ist.  

Die Klägerin verweist darauf, dass sich aus der Zusatzvereinbarung und 

dem Protokoll vom 27. Dezember 2012 (act. 3/7) ergebe, dass auch der Ver-

triebspartnervertrag übertragen werden sollte (act. 22 Ziff. II.6.2.2.). So werde in 

der am 8. Februar 2013 abgeschlossenen Zusatzvereinbarung die Sicherung des 

Vertriebspartnervertrages als Grund für die zweijährige Zusammenarbeit genannt 

(act. 3/7 Ziff. 2.b). Das Protokoll sowie die Zusatzvereinbarung wurden erst nach 

dem Abschluss des Kaufvertrages erstellt und können deshalb über den Inhalt 

des Vertrages keine Aussage machen. Diese können jedoch durchaus ein Indiz 

dafür sein, wie die Parteien den Vertrag vom 7. Dezember 2012 verstanden ha-

ben. Wäre bereits bei Abschluss des Kaufvertrages klar gewesen, dass der Ver-

triebspartnervertrag nicht übertragen werden kann, so hätte kaum ein