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**Case Identifier:** 705bf431-82c6-57ee-9ed0-4b02170c7383
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-11-26
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 26.11.2025 UV 2025/12
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2025-12_2025-11-26.pdf

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© Kanton St.Gallen 2026 Seite 1/20

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2025/12

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 19.12.2025

Entscheiddatum: 26.11.2025

Entscheid Versicherungsgericht, 26.11.2025
Art. 4 ATSG; Art. 6 Abs. 1, Art. 36 UVG. Diskushernie. 
Kausalitätskonstellationen, welche im Falle einer Diskushernie eine 
Leistungspflicht der Unfallversicherung auslösen können. Vorliegend kam es 
durch das Unfallereignis zu einer vorübergehenden Verschlimmerung des 
degenerativen Vorzustands. Es steht überwiegend wahrscheinlich fest, dass 
im Leistungseinstellungszeitpunkt der Status quo sine (bzw. hinsichtlich des 
Hämatoms quo ante) erreicht gewesen war. Hingegen vermögen die 
versicherungsmedizinischen Beurteilungen in ihren Ausführungen 
hinsichtlich der erfolgten Operation nicht zu überzeugen, was aber nichts 
daran ändert, dass die Leistungen rund elf Monate nach dem Unfall 
eingestellt werden durften. Abweisung der Beschwerde (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 26. November 2025, UV 
2025/12).

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Kanton St.Gallen  
Gerichte 
 
 

 
 
 
 

 
 1/19 

 

 
 
Versicherungsgericht 
Abteilung III 

 

 

 
 
 
 

 Entscheid vom 26. November 2025 

Besetzung  Versicherungsrichter Michael Rutz (Vorsitz), Versicherungsrichterinnen 
Mirjam Angehrn und Marie Löhrer; Gerichtsschreiberin Beatrice Borio  

   

Geschäftsnr.   UV 2025/12 

   

Parteien 
 

 A.___,  
Beschwerdeführer,  

vertreten durch Rechtsanwalt Mag. iur. Ernst Michael Lang,  
Zinggenstrasse 3, 9443 Widnau,  
 
 

  gegen 

  S c h w e i z e r i s c h e  U n f a l l v e r s i c h e r u n g s a n s t a l t  
( S u v a ) ,  Rechtsabteilung, Fluhmattstrasse 1, Postfach, 6002 Luzern,  

Beschwerdegegnerin,  
 
 

 
  

Gegenstand  Versicherungsleistungen 
 
 
 

 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

UV 2025/12 
 

 

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Sachverhalt 
A.  

A.a A.___ (nachfolgend: Versicherter) war bei der B.___ AG (nachfolgend: Arbeitgeberin) als Monteur 
angestellt und dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) gegen die Folgen 

von Unfällen versichert, als er am 28. Mai 2023 spätabends beim Fahrradfahren auf einem Schotterweg 

in C.___ (A) stürzte und sich multiple Rissquetschwunden an der linken Gesichtshälfte zuzog (Suva-

act. 2, 9-1 f.; vgl. auch die ausführlichere Beschreibung im Suva-Formular vom 6. Juli 2023 [Suva-act. 

13]). Er wurde notfallmässig in das Spital D.___ transportiert. Die Computertomographie (CT) des 
Schädels zeigte ein Weichteilhämatom links frontal und eine nicht sicher frisch imponierende 

Nasenbeinfraktur. Da er zudem über Kribbelparästhesien an beiden Unterarmen in die Finger mit 

stechenden Schmerzen beidseits klagte und diese anlässlich der Kontrolle am Folgetag weiterhin 

bestanden, wurde er mit einer Schanzkrawatte versorgt und zur magnetresonanztomographischen 

(MRT-)Abklärung nach E.___ (A) weitertransportiert (Suva-act. 9-1 f.). Die am 30. Mai 2023 

durchgeführte MRT der Halswirbelsäule (HWS) ergab ein langstreckig prävertebrales Hämatom, eine 

Ödematisierung der Ligamenta interspinalia und der autochthonen Rückenmuskulatur links 

(differentialdiagnostisch [DD] posttraumatisch), einen Diskusprolaps mit Spinalkanalstenose C5/C6, 

eine Myelopathie Höhe C4/C5 und fraglich C6/C7 sowie uncarthrotisch spondylarthrotische 

Neuroforameneinengungen C3/C4 und C5/C6 rechts, moderat bis höhergradig (Suva-act. 93-2, 15-2, 

9-8). Der Versicherte wurde am 3. Juni 2023 bei den Diagnosen «Myelopathie HWS bei vorbestehender 

Spinalkanalstenose mit Schneider’scher Lähmung», «Multiplen Rissquetschwunden der linken 

Gesichtshälfte» und «Commotio cerebri» (Glasgow Coma Score [GCS] 15) und mit leichten 

Dysästhesien im Bereich der linken Hand aus dem Spital E.___ entlassen (Suva-act. 9-4 ff.). Ab dem 
29. Mai 2023 wurde ihm eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert (Suva-act. 9-13; lückenlose 

Verlängerung bis und mit 15. Mai 2024 [vgl. Suva-act. 24-1, 27-1, 75-2, 75-4, 70-1, 91-1, 109-1, 118-1, 

134-2, 142]).  

A.b Mit Schreiben vom 5. Juni 2023 teilte die Suva dem Versicherten mit, die Versicherungsleistungen 
(Heilbehandlungen und Taggeldleistungen) für die Folgen des Nichtberufsunfalls vom 28. Mai 2023 zu 

übernehmen (Suva-act. 4). 

A.c Anlässlich der Kontrolle vom 13. Juni 2023 im Spital E.___ dokumentierte der zuständige Arzt, 
dass sich von Seiten der «massiven Schneider’schen Lähmung» keine Auffälligkeiten mehr zeigen 

würden, die Kraft im Bereich der beiden oberen Extremitäten wiederhergestellt sei und lediglich die 

neuropathischen Schmerzen unverändert bestehen würden (Suva-act. 38-2). 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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3/19 

A.d Dr. F.___, Facharzt für Neurologie, G.___ (A), hielt am 13. Juli 2023 fest, dass das Kribbeln an 
den Fingern beider Hände deutlich besser geworden sei (Suva-act. 23-1 f.). Die von ihm veranlasste 

MRT-Untersuchung vom 9. August 2023 zeigte residuelle Veränderungen nach Zerrung/Ruptur der 

Ligamenta interspinale und des Ligamentum supraspinale HWK 5 bis HWK 7, ein kleines Ossikel dorsal 

des Processus spinosus HWK 5, einen knöchern anlagebedingt engen zervikalen Spinalkanal, eine 
Protrusion HWK 4/5, eine rechtsbetonte Myelopathie, einen zirkulären Diskusprolaps HWK 5/6, eine 

wirksame Spinalkanaleinengung und ein Zeichen einer inzipienten Myelopathie, eine durch Spondylosis 

uncovertebralis/Spondylarthrose bedingte hochgradige Einengung des Neuroforamens HWK 5/6 rechts 

(Nervenwurzel C6 rechts) sowie ein rückläufiges prävertebrales Hämatom im Bereich der oberen HWS. 

Es wurde eine neurochirurgische Vorstellung empfohlen (Suva-act. 41-1 f., 59-2; vgl. auch die 

telefonische Mitteilung des Versicherten an die Suva bzgl. allfälliger Operation [Suva-act. 19]). Am 30. 

August 2023 berichtete der Versicherte weiterhin von Kribbeldysästhesien an den Fingern beider Hände 

(Suva-act. 75-7; so auch anlässlich der Sprechstunde bei Dr. F.___ vom 28. September 2023 [Suva-

act. 75-9]). 

A.e Mit Schreiben vom 12. September 2023 informierte die Suva den Versicherten, ihre 
Versicherungsleistungen vorsorglich per 13. September 2023 einzustellen (Suva-act. 34). 

A.f Am 6. November 2023 wurde der Versicherte im Spital E.___ operiert (anteriore cervicale 
Diskektomie und Cage-Spondylodese [ACDF] C4/5 und C5/6; Suva-act. 68-1). Postoperativ bestand 
weiterhin eine intermittierende Kribbelparästhesie von den Ellbogen beidseits abwärts. Das Röntgen 

der HWS vom 7. November 2023 zeigte eine regelrechte Cage- und Schraubenlage (Suva-act. 72-1, 

76-13). Bei der Entlassung wurde objektiv zudem Folgendes festgehalten: «HWS-Schmerzen 

ausstrahlend in den Hinterkopf NRS 2-3/10. Keine radikulären Schmerzen. Keine weitere[n] 

pseudoradikuläre[n] Schmerzen. Keine manifesten motorischen Defizite von C4-C8. Hypästhesie in 

Digitus 1-Ill bds. seitengleich. Kribbelparästhesien Unterarm medioventral bis zur Mittelhand 

dorsalseitig bis zum Digitus bds. seitengleich» (Suva-act. 72-2). 

A.g Mit versicherungsmedizinischer Beurteilung vom 12. November 2023 nahm Dr. med. H.___, 
Fachärztin FMH für Neurologie, dahingehend Stellung zum Fall des Versicherten, dass sich dieser noch 

in der postoperativen Phase befinde und nach Stabilisierung des klinischen Zustandsbilds in ungefähr 

sechs bis acht Wochen eine neurologische Beurteilung am Kantonsspital St. Gallen (KSSG) 

durchgeführt werden solle, bevor das Dossier wieder vorgelegt werde (Suva-act. 65).  

A.h Die Suva teilte dem Versicherten am 20. Dezember 2023 mit, weiterhin leistungspflichtig zu sein, 
weshalb sie die vorsorglich eingestellten Leistungen in den nächsten Tagen überweisen werde (Suva-
act. 90). 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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4/19 

A.i Die neurologische Untersuchung bei Dr. med. I.___, Fachärztin für Neurologie, vom 18. Januar 
2024 ergab keine motorischen Ausfälle in den Kennmuskeln C5, C6, C7 und C8, jedoch sensible 

Ausfälle dem Dermatom C6 entsprechend vor allem im 1. und 2. Finger, teils im 3. Finger beidseits 

sowie im ventrolateralen Unterarm und distalen lateralen Oberarm. Dokumentiert wurden zudem 

stromschlagartige Schmerzen bei Reklination, Inklination und bei Bewegung des Kopfes in der 
Horizontalen sowie eine Bewegungseinschränkung der HWS in der Horizontalen (Suva-act. 105-2). 

A.j Am 15. Februar 2024 erkundigte sich die Suva telefonisch beim Versicherten über den 
Heilverlauf. Dieser gab an, weiterhin ein Kribbeln in den Fingern zu verspüren und an 

Nackenbeschwerden zu leiden. Zudem befände er sich auch in der Psychotherapie. Er teilte mit, dass 

ihm die Arbeitgeberin per 30. April 2024 gekündigt habe (Suva-act. 120; vgl. auch Suva-act. 140-1). 

A.k Im Auftrag der Suva (vgl. Suva-act. 123) erfolgte am 22. Februar 2024 eine MRT des Schädels. 
Der neurokranielle Befund war unauffällig (Suva-act. 127-2 f.). 

A.l In der versicherungsmedizinischen Beurteilung vom 17. April 2024 kam PD Dr. med. J.___, 
Facharzt FMH für Neurologie, im Wesentlichen zum Schluss, dass das Unfallereignis vom 28. Mai 2023 

bei vorbestehenden degenerativen Wirbelsäulenveränderungen lediglich zu einer vorübergehenden 

Verschlimmerung ohne objektivierbare neue neurologische Befunde geführt habe. Die (zudem nur 

relative) Operationsindikation sei erst knapp ein halbes Jahr später gestellt worden. Der Status quo sine 

sei spätestens sechs Monate nach dem HWS-Distorsionstrauma erreicht gewesen. Seither bestehe 
rein unfallbedingt eine vollständige Arbeitsfähigkeit auch angestammt (Suva-act. 143). 

A.m Mit Verfügung vom 23. April 2024 teilte die Suva dem Versicherten – unter Beilage der 
versicherungsmedizinischen Beurteilung von PD Dr. J.___ – mit, dass sich die noch geklagten 

Beschwerden organisch nicht hinreichend erklären liessen. Da die Adäquanz zwischen Letzteren und 

dem Unfallereignis nicht gegeben sei, stelle sie die bisherigen Versicherungsleistungen per 30. April 

2024 ein. Es bestehe zudem auch kein Anspruch auf weitere Geldleistungen der Suva in Form einer 

Invalidenrente und/oder einer Integritätsentschädigung (Suva-act. 148). 

B.   

B.a Dagegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt E. M. Lang, am 23. Mai 2024 
Einsprache (Suva-act. 156). Dieser legte er unter anderem einen Bericht von Mag. K.___ Msc, Klinische 

Psychologin, bei (Suva-act. 158-1). 

B.b Mit Einspracheentscheid vom 3. Februar 2025 wies die Suva die Einsprache ab (Suva-act. 171). 

C.   

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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5/19 

C.a Dagegen erhob der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer), weiterhin vertreten durch 
Rechtsanwalt Lang, am 7. März 2025 Beschwerde. Er beantragte die Aufhebung des 

Einspracheentscheids vom 3. Februar 2025 und die Rückweisung der Angelegenheit zur ergänzenden 

Erhebung des rechtserheblichen Sachverhalts und neuerlichen Entscheidung an die Suva. Dabei sei 

diese anzuweisen, insbesondere ein medizinisches Gutachten bei einem Facharzt aus dem Bereich 
der Neurologie und Psychiatrie sowie eines Orthopäden einzuholen; alles unter Kosten- und 

Entschädigungsfolgen (zzgl. MwSt.; act. G1). Der Beschwerde legte er verschiedene Gutachten, die im 

Rahmen des Invalidenversicherungsprozesses vor dem Landesgericht E.___ eingeholt worden waren, 

bei (act. G1.7 ff.).  

C.b Mit Beschwerdeantwort vom 28. Mai 2025 beantragte die Suva (nachfolgend: 
Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde unter Bestätigung des Einspracheentscheids 

vom 3. Februar 2025 (act. G5). Der Beschwerdeantwort legte sie zwei versicherungsmedizinische 

Beurteilungen bei: eine neurologische von PD Dr. J.___ vom 14. April 2025 (act. G5.1) und eine solche 

von med. pract. L.___, Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation, vom 30. April 2025 (act. 

G5.2). 

C.c Replikweise hielt der Beschwerdeführer am 30. Juli 2025 an seinen bisher gestellten 
Rechtsbegehren fest (act. G10). Ergänzend reichte er ein berufskundliches Gutachten vom 21. Juli 

2025 zuhanden des Landesgerichts M.___ ein (act. G10.1). 

C.d Mit Schreiben vom 13. August 2025 hielt die Beschwerdegegnerin an ihrem Antrag auf 
Abweisung der Beschwerde fest. Sie verzichtete auf die Einreichung einer umfassenden Duplik und 

beschränkte ihre Stellungnahme auf einige wenige Punkte (act. G12). 

C.e Auf den detaillierten Inhalt der Rechtsschriften sowie der übrigen Akten wird – soweit 
entscheidrelevant – in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. 

Erwägungen 
1.   

1.1 Der Beschwerde an das kantonale Versicherungsgericht kommt als ordentlichem Rechtsmittel 
Devolutiveffekt zu; die Behandlung der Sache geht also mit Einreichung der Beschwerde auf die 

Beschwerdeinstanz über. Insoweit ist es dem Versicherungsträger grundsätzlich verwehrt, nach 

Einreichung der Beschwerde weitere oder zusätzliche Abklärungen vorzunehmen; nach der 

Rechtsprechung sind lediglich punktuelle Abklärungen (wie z.B. Einholen von Bestätigungen oder 

Rückfragen) zugelassen (vgl. BGE 127 V 228 E. 2b; UELI KIESER, N 5 zu Art. 56, in: Ueli Kieser/Matthias 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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Kradolfer/Miriam Lendfers [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts, ATSG, 5. Aufl. 2024 [nachfolgend zitiert: Kommentar ATSG]).  

1.2 Die Beschwerdegegnerin legte der Beschwerdeantwort zwei versicherungsmedizinische 
Beurteilungen bei: eine neurologische von PD Dr. J.___ vom 14. April 2025 (act. G5.1) und eine solche 

von med. pract. L.___ vom 30. April 2025 (act. G5.2). Ausgehend davon, dass der Beschwerdeführer 
mit der Beschwerde ärztliche Berichte bzw. Gutachten eingereicht hat, ist das Vorgehen der 

Beschwerdegegnerin nachvollziehbar. Insbesondere unterscheidet sich die versicherungsmedizinische 

Beurteilung von PD Dr. J.___ vom 14. April 2025 in ihrer Ausführlichkeit nur unwesentlich und in ihrem 

Inhalt kaum von seiner Beurteilung vom 17. April 2024 (Suva-act. 143). Die Beurteilung von med. pract. 

L.___ wiederholt ebenfalls im Wesentlichen das von PD Dr. J.___ Vorgebrachte und nimmt kurz 

Stellung zu den vom Beschwerdeführer mit Beschwerde eingereichten Unterlagen. Eine Verletzung des 

Devolutiveffekts kann damit grundsätzlich verneint werden. Ohnehin würde es sich aus 

verfahrensökonomischen Überlegungen rechtfertigen, die Beurteilungen ungeachtet dessen im 

vorliegenden Beschwerdeverfahren zu berücksichtigen. Ausserdem konnte sich der Beschwerdeführer 

im Rahmen der Replik dazu äussern, womit auch dem Anspruch auf rechtliches Gehör Genüge getan 

ist (vgl. ähnlich Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG] vom 29. April 2003, I 679/02, 

E. 1.3). 

2.  

Vorliegend strittig und zu prüfen ist die Rechtmässigkeit der Leistungseinstellung per 30. April 2024 

seitens der Beschwerdegegnerin hinsichtlich des Unfallereignisses vom 28. Mai 2023.  

3.  

3.1 Der Unfallversicherer hat bei Vorliegen eines Unfalls gemäss Art. 4 ATSG für einen 
Gesundheitsschaden nur insoweit Leistungen zu erbringen, als dieser in einem natürlichen und 

adäquaten Kausalzusammenhang zum versicherten Ereignis steht (vgl. Art. 6 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über die Unfallversicherung [UVG; SR 832.20]; IRENE HOFER, N 63 ff. zu Art. 6, in: 

Ghislaine Frésard-Fellay/Susanne Leuzinger/Kurt Pärli [Hrsg.], Unfallversicherungsgesetz, Basler 

Kommentar, 2019 [nachfolgend zitiert: BSK UVG]; ANDRÉ NABOLD, N 48 ff. zu Art. 6, in: Marc 

Hürzeler/Ueli Kieser [Hrsg.], Bundesgesetz über die Unfallversicherung, Kommentar zum 

schweizerischen Sozialversicherungsrecht, 2018 [nachfolgend zitiert: KOSS UVG]; ANDRÉ NABOLD, 

Rechtsprechung des Bundesgerichts zum UVG, in: Hans-Ulrich Stauffer/Basile Cardinaux [Hrsg.], 

Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 5. Aufl. 2024, S. 56). Ursachen im 

Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der 
eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des 

natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare 

Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit 

anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität des Versicherten beeinträchtigt hat, der 

Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene 
gesundheitliche Störung entfiele (BGE 119 V 335 E. 1, 117 V 360 E. 4a mit Hinweisen). Als adäquate 

Ursache eines Erfolgs hat ein Ereignis dann zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge 

und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des 

eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolgs also durch das Ereignis allgemein als 

begünstigt erscheint (BGE 125 V 456 E. 5a mit Hinweisen). 

3.2 Für die Beantwortung der Frage nach dem Bestehen natürlicher Kausalzusammenhänge im 
Bereich der Medizin ist das Gericht in der Regel auf Angaben ärztlicher Experten oder Expertinnen 

angewiesen. Die Frage nach dem adäquaten Kausalzusammenhang ist demgegenüber eine 

Rechtsfrage, die vom Gericht nach den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln zu beurteilen ist 

(KOSS UVG-NABOLD, N 53, 59 zu Art. 6; BSK UVG-HOFER, N 65 f., N 74 zu Art. 6; NABOLD, a.a.O., S. 

58, 61). Für die Annahme unfallkausaler somatischer (Rest-)Folgen wird grundsätzlich eine organisch 

objektiv ausgewiesene Unfallfolge verlangt. Objektivierbar sind Untersuchungsergebnisse, die 

reproduzierbar sind und von der Person des bzw. der Untersuchenden und den Angaben des Patienten 
bzw. der Patientin unabhängig sind. Von organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen kann somit 

erst dann gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde mit apparativen/bildgebenden 

Abklärungen bestätigt wurden und die hierbei angewendeten Untersuchungsmethoden 

wissenschaftlich anerkannt sind (wie Röntgen, MRT, CT, Arthroskopie; BGE 134 V 231 E. 5.1 mit 

Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts vom 7. August 2008, 8C_806/2007, E. 8.2 mit zahlreichen 

Hinweisen). Im Bereich solcher klar objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen spielt die 

Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden 

Haftung des Unfallversicherers praktisch keine Rolle, da sich die adäquate weitgehend mit der 

natürlichen Kausalität deckt (BGE 134 V 109 E. 2.1, 118 V 286 E. 3a und 117 V 365 E. 5d/bb mit 

Hinweisen). Sind dagegen die Unfallfolgen organisch nicht (hinreichend) nachweisbar, ist eine 

eigenständige Adäquanzbeurteilung durchzuführen, bei welcher wie folgt zu differenzieren ist: Es ist 

zunächst abzuklären, ob die versicherte Person beim Unfall ein HWS-Schleudertrauma, eine dem 

Schleudertrauma äquivalente Verletzung oder ein Schädelhirntrauma (vgl. dazu Urteil des 

Bundesgerichts vom 1. Juni 2016, 8C_12/2016, E. 7.1 mit weiteren Hinweisen; SVR 1995 UV Nr. 23 S. 
67 E. 2) erlitten hat. Ist dies nicht der Fall, gelangt die Rechtsprechung gemäss BGE 115 V 133 E. 6c/aa 

(sogenannte «Psycho-Praxis») zur Anwendung. Ergeben die Abklärungen dagegen, dass eine 

versicherte Person eine der erwähnten Verletzungen erlitten hat, muss geprüft werden, ob die zum 

typischen Beschwerdebild einer solchen Verletzung gehörenden Beeinträchtigungen zwar (teilweise) 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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vorliegen, im Vergleich zur psychischen Problematik aber ganz in den Hintergrund treten. Trifft dies zu, 

sind für die Adäquanzbeurteilung ebenfalls die in BGE 115 V 133 E. 6c/aa für Unfälle mit psychischen 

Unfallfolgen aufgestellten Grundsätze massgebend (BGE 123 V 98 E. 2a), andernfalls erfolgt die 

Beurteilung der Adäquanz gemäss den in BGE 117 V 359 festgelegten und in BGE 134 V 109 

präzisierten Kriterien (sogenannte «Schleudertrauma-Praxis»). 

3.3 Ein einmal bestehender natürlicher Kausalzusammenhang zwischen einem Unfall und einem 
Gesundheitsschaden kann mit dem Zeitablauf wieder wegfallen. Damit endet die Leistungspflicht des 

Unfallversicherers. Bei einer vollständigen Heilung der Unfallfolgen wird der Zustand, wie er unmittelbar 

vor dem Unfallereignis bestanden hat, wieder erreicht (Status quo ante). Wird durch einen Unfall ein 

krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest (z.B., wenn sich eine an 

Osteoporose leidende Person bei einem Sturz Knochenbrüche zuzieht, die ein nicht an dieser Krankheit 

Leidender mit Sicherheit nicht erlitten hätte), ist der Unfall Teilursache des eingetretenen 

Gesundheitsschadens. In einer solchen Konstellation entfällt die Leistungspflicht des Unfallversicherers 

erst, wenn der Unfall nicht mehr die natürliche (und adäquate) Ursache des Gesundheitsschadens 

darstellt, wenn also Letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies 

trifft dann zu, wenn entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall 

bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen 

Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status 
quo sine) erreicht ist (Urteile des Bundesgerichts vom 4. August 2017, 8C_819/2016, E. 3.2.2, vom 14. 

Juni 2010, 8C_901/2009, E. 3.2, und vom 6. August 2008, 8C_101/2008, E. 2.2). Trifft ein Unfall auf 

einen vorgeschädigten Körper und steht medizinisch fest, dass weder der Status quo ante noch der 

Status quo sine je wieder erreicht werden können, spricht die Rechtsprechung von einer 

richtunggebenden Verschlimmerung (Urteil des Bundesgerichts vom 1. April 2015, 8C_484/2014, E. 

2.1; KOSS UVG-NABOLD, N 54 zu Art. 6; NABOLD, a.a.O., S. 57 mit Hinweis; zum Ganzen: BSK UVG-

HOFER, N 71 zu Art. 6). Von einer vorübergehenden unfallbedingten Verschlimmerung eines 

Vorzustands wird hingegen dann gesprochen, wenn Unfallfolgen bzw. deren Anteil an einer 

Gesundheitsschädigung im Rahmen des posttraumatischen Verlaufs nicht konkret beschrieben werden 

können. In solchen Fällen wird bei einem geeigneten bzw. adäquaten Ereignis also in einer ersten 

Phase davon ausgegangen, dass dieses eine schädigende Wirkung auf den Körper habe. Die 

aufgetretenen bzw. ausgelösten Beeinträchtigungen werden, obwohl sie möglicherweise 

weiterbestehen, nach einer gewissen Zeit gestützt auf medizinische Erfahrung aber nicht mehr dem 

Unfall angelastet. Die Unfallversicherung übernimmt in diesen Fällen nur Leistungen für den durch das 
Unfallereignis ausgelösten Beschwerdeschub, d.h., sie hat bis zum Erreichen des Status quo sine oder 

ante Leistungen für das unmittelbar im Zusammenhang mit dem Unfall stehende Schmerzsyndrom zu 

erbringen (Urteil des Bundesgerichts vom 26. Februar 2013, 8C_423/2012, E. 5.3; vgl. auch 

KOSS UVG-NABOLD, N 57 zu Art. 6; BSK UVG-HOFER, N 72 zu Art. 6). 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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3.4 Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang (vgl. vorstehende E. 
3.2) muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines 

Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46 E. 2 mit 

Hinweisen). Die blosse Möglichkeit gänzlich fehlender Auswirkungen des Unfalls genügt nicht (BGE 
129 V 177 E. 3.1 mit Hinweisen; THOMAS LOCHER/THOMAS GÄCHTER, Grundriss des 

Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl. 2014, § 70 N 58 f.). Da es sich dabei um eine anspruchsaufhebende 

Tatfrage handelt, liegt die Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender 

natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim 

Unfallversicherer (Urteil des Bundesgerichts vom 25. April 2017, 8C_766/2016, E. 2.2). Allerdings greift 

die vorgenannte Beweisregel erst dann, wenn die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht dem 

Untersuchungsgrundsatz (BGE 125 V 193 E. 2 und 122 V 157 E. 1a, je mit Hinweisen; Art. 43 Abs. 1 

bzw. Art. 61 lit. c ATSG) rechtsgenüglich nachgekommen ist bzw. es sich als unmöglich erweist, im 

Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu 

ermitteln, der zumindest die überwiegende Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu 

entsprechen (BGE 117 V 261 E. 3b mit Hinweisen; RKUV 1994 Nr. U 206 S. 327 E. 1). 

3.5 Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der Grundsatz der freien 
Beweiswürdigung (Art. 43 Abs. 1 ATSG [Urteil des Bundesgerichts vom 1. September 2021, 
9C_549/2020, E. 3.1; Kommentar ATSG-WIEDERKEHR, N 64 zu Art. 43] bzw. Art. 61 lit. c ATSG). 

Danach haben die urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche 

Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig 

davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren 

Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Hinsichtlich des 

Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend 

ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis 

der Vorakten abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der 

Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der medizinischen 

Fachperson begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich weder die Herkunft 

eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme 

als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweisen). Insofern kann 

rechtsprechungsgemäss auch Berichten und Gutachten, welche die Versicherungen während des 

Administrativverfahrens von ihren eigenen Ärzten und Ärztinnen einholen, Beweiswert beigemessen 
werden. Auf deren Ergebnis kann jedoch nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an 

ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen. In diesem Fall sind ergänzende Abklärungen 

vorzunehmen (BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.6 f.). Reine Aktengutachten können beweiskräftig sein, 

sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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10/19 

eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztliche Befassung 

mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt (Urteil des Bundesgerichts vom 24. März 2017, 

8C_780/2016, E. 6.1). 

4.    

Die Beschwerdegegnerin anerkannte zu Recht, dass der Beschwerdeführer am 28. Mai 2023 einen 
Unfall im Sinne von Art. 4 ATSG erlitten hatte. Gestützt auf die versicherungsmedizinischen Berichte 

kam sie jedoch zum Schluss, dass es durch den Unfall lediglich zu einer vorübergehenden 

Verschlimmerung eines bestehenden degenerativen Vorzustands gekommen sei. Die vom 

Versicherten noch geklagten Beschwerden beruhten nicht auf einem objektivierbaren organischen 

Substrat, welches beim Unfallereignis vom 28. Mai 2023 gesetzt worden wäre. In Anwendung der 

Psycho-Praxis verneinte die Beschwerdegegnerin sodann das Bestehen eines adäquaten 

Kausalzusammenhangs zwischen den organisch nicht objektivierbaren Beschwerden und dem 

Unfallereignis. Demnach habe sie zu Recht die gesetzlichen Versicherungsleistungen per 30. April 2024 

eingestellt und einen Anspruch auf weitere Geldleistungen (Invalidenrente und/oder 

Integritätsentschädigung) verneint (Suva-act. 171-14 E. 4.b.bb.bbb, 6). 

5.  

Zu prüfen ist im Folgenden die Unfallkausalität der über den Leistungseinstellungszeitpunkt hinaus 

beklagten zervikalen Problematik bzw. der mittels MRT der HWS vom 30. Mai 2023 und vom 9. August 
2023 erhobenen Befunde. Diesbezüglich sind vorab insbesondere die Ursachen des Diskusprolapses 

C5/C6 sowie der Spinalkanalstenose mit Myelopathiesignal, die am 6. November 2023 operativ versorgt 

wurden (Diskektomie und Spondylodese C4/5 und C5/C6), zu klären. 

6.  

Im Bereich des Unfallversicherungsrechts entspricht es zwar einer medizinischen Erfahrungstatsache, 

dass praktisch alle Diskushernien (vgl. zu diesem Begriff ALFRED M. DEBRUNNER, Orthopädie, 

Orthopädische Chirurgie, 4. Aufl. S. 778 ff. und 878 ff., PSCHYREMBEL, Klinisches Wörterbuch, 269. Aufl. 

2023, S. 200) bei Vorliegen degenerativer Bandscheibenveränderungen entstehen. Allein gestützt 

hierauf lässt sich jedoch eine Unfallkausalität noch nicht verneinen. Vielmehr gibt es im Zusammenhang 

mit Diskushernien drei Kausalitätskonstellationen, welche eine Leistungspflicht der Unfallversicherung 

nach sich ziehen können. Nachfolgend sind diese zu prüfen (traumatische Diskushernie [E. 6.1]; 

richtunggebende Verschlimmerung einer vorbestehenden Diskushernie [E. 6.2]; Aktivierung einer 

vorbestehenden Diskushernie [E. 6.3]). 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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6.1 Voraussetzung für eine traumatische Diskushernie ist, dass das fragliche Ereignis von 
besonderer Schwere und geeignet war, eine Schädigung der Bandscheibe herbeizuführen, und die 

Symptome der Diskushernie (vertebrales oder radikuläres Syndrom) unverzüglich und mit sofortiger 

Arbeitsunfähigkeit auftreten. Ein Unfall ist nur in Ausnahmefällen geeignet, eine 

Bandscheibenverletzung hervorzurufen, zumal eine gesunde Bandscheibe derart widerstandsfähig ist, 
dass unter Gewalteinwirkung eher die Wirbelknochen brechen, als dass die Bandscheibe verletzt 

würde. Im medizinischen Versuch konnte die isolierte Verletzung einer Bandscheibe durch einen Unfall 

lediglich bei rein axialer Belastung der Wirbelsäule, nicht aber bei Rotations-, Hyperextensions- oder 

Hyperflexionsbewegungen herbeigeführt werden (Urteil des EVG vom 3. Oktober 2005, U 163/05, E. 

3.1, mit Hinweis auf GÜNTER G. MOLLOWITZ [Hrsg.], Der Unfallmann, 1993, S. 164 ff.). In solchen Fällen 

hat die Unfallversicherung praxisgemäss auch für Rezidive und allfällige Operationen aufzukommen 

(RKUV 2000 Nr. U 379 S. 193, E. 2a mit Hinweisen; Urteil des EVG vom 3. Oktober 2005, U 163/05, E. 

3.1, und vom 18. Februar 2002, U 459/00, E. 3b; Medizinische Mitteilungen der Suva Nr. 68 [1995], S. 

17).  

6.2 Bezüglich der Frage, ob sich eine vorbestehende Diskushernie richtunggebend, mithin dauernd, 
unfallbedingt verschlimmert hat, gelten dieselben Kriterien wie für eine unfallbedingte Diskushernie. 

Dies bedeutet, dass eine Unfallkausalität nur ausnahmsweise und insbesondere nur dann in Frage 

kommt, wenn der Unfall auch geeignet gewesen wäre, eine gesunde Bandscheibe zu verletzen (Urteil 
des Bundesgerichts vom 10. Februar 2012, 8C_902/2011, E. 2 mit Hinweisen; Urteile des EVG vom 3. 

Oktober 2005, U 163/05, E. 3.1, und vom 13. Juni 2005, U 441/04, E. 3.1). Eine allfällige 

richtunggebende Verschlimmerung muss röntgenologisch ausgewiesen sein (rasche 

Höhenverminderung der betroffenen Bandscheibe und Auftreten oder Vergrösserung von Randzacken; 

vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 26. August 2019, 8C_408/2019, E. 3.3; Urteile des EVG vom 2. 

August 2006, U 58/06, E. 4.3.1, und vom 4. September 1995, U 45/95, E. 4a) und sich von der 

altersüblichen Progression abheben (Urteile des Bundesgerichts vom 22. Juli 2016, 8C_285/2016, E. 

6.4.3, und vom 25. April 2012, 8C_237/2012, E. 4.2.4). 

6.3 Wenn durch den Unfall eine (zuvor stumme) vorbestehende Diskushernie – wenn auch nicht 
verursacht oder richtunggebend verschlimmert – so doch aktiviert worden ist, handelt es sich um eine 

vorübergehende Verschlimmerung. Die Unfallversicherung hat diesfalls nur Leistungen für das 

unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehende Schmerzsyndrom gemäss Art. 36 Abs. 1 UVG 

zu erbringen (Kommentar ATSG-PÄRLI/KUNZ, N 90 zu Art. 4). Mit dem Erreichen des Status quo sine 

vel ante (vgl. NABOLD, a.a.O., S. 57) entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden 
Beschwerden (Urteil des Bundesgerichts vom 21. Mai 2010, 8C_816/2009, E. 4.3 mit Hinweisen; vgl. 

vorstehende E. 3.3). Solange jedoch der Status quo sine vel ante noch nicht wieder erreicht ist, hat der 

Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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Pflegeleistungen und Kostenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungskosten 

nach Art. 10 UVG fallen. Demnach hat die versicherte Person bis zum Erreichen des Status quo sine 

vel ante Anspruch auf eine zweckmässige Behandlung, welche auch operative Eingriffe umfassen kann 

(vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 24. Juni 2008, 8C_326/2008, E. 3.2 mit Hinweisen). Eine 

traumatische Verschlimmerung eines klinisch stummen degenerativen Vorzustandes an der 
Wirbelsäule ist in der Regel nach sechs bis neun Monaten, und bei Vorliegen eines erheblich 

degenerativen Vorzustandes spätestens nach einem Jahr, als abgeschlossen zu betrachten (Urteil des 

Bundesgerichts vom 12. Juli 2024, 8C_74/2024, E. 4.1, und vom 27. April 2021, 8C_19/2021, E. 7.2 

mit Hinweisen, vom 9. Mai 2018, 8C_13/2018, E. 3.3; BSK UVG-HOFER, N 72 zu Art. 6).   

7.  

7.1 PD Dr. J.___ und med. pract. L.___ gehen in ihren kreisärztlichen Beurteilungen 
übereinstimmend davon aus, dass die sechs Monate nach dem Unfallereignis noch bestehenden 

Beschwerden des Beschwerdeführers nicht mehr unfallkausal sind (Suva-act. 143-5 Fragen 1.1, 4; act. 

G5.1, G5.2-2 Frage 2). Zu würdigen sind im Folgenden die im Recht liegenden medizinischen Berichte 

und Beurteilungen. 

7.2 Die mittels MRT der HWS am 30. Mai 2023 erhobenen Befunde lauteten wie folgt (Suva-act. 93-
1 f.): «Streckhaltung der HWS. Multisegmentale Unkarthrosen Punctum maximum C3/C4 und C5/C6 

rechts. Spondylarthrose C5/C6 rechts. Ventrale Spondylose C5/6 und C6/7. Dorsale 
Diskusprotrusionen C3/C4 bis C5/C6 – pm C5/6 rechts mediolateral betont mit Impression des 

Duralschlauchs und aufgebrauchtem Liquorsaum ventral und Spinalkanalstenose (Durchmesser 7 

mm). Unkarthrotisch und spondylarthrotisch bedingte Neuroforameneinengung C5/C6 rechts 

Nervenwurzel C6. Unkarthrotisch bedingte Neuroforameneinengung C3/4 rechts. Punktförmige 

[f]lüssigkeitsisointenses Signal im Zwischenwirbelraum C5/6 deckplattennahe. STIR hyperintense 

Signalalterationen im Bereich der Ligamenta interspinalia Höhe C2 bis C7 Punctum maximum C6/C7. 

STIR hyperintense Signalalteration in der autochthonen Rückenmuskulatur lateral des Processus 

spinosus linksseitig Höhe Sehne 5 bis TH1. DD [Differentialdiagnose] Ödematisierung. Kein eindeutiger 

Hinweis auf eine Fraktur. Sagittal 13 mm haltende STIR hyperintense Signalalteration der Medulla 

spinalis Höhe C5/C6. DD Myelopathie. Weiters fraglich kleinfleckige hyperintense Signalalteration in 

der Medulla spinalis Höhe C6/C7. Verbreiterung des Prävertebralenraums mit T2 hyperintens, T1-

hypointens langstreckig flüssigkeitsisointensen Signalalterationen von Höhe C2 bis TH4 soweit 

miterfasst, distal sich verjüngend, sagittal bis maximal 8 mm breit. DD prävertebrales Hämatom. T1/T2 

hyperintense Signalalteration im BWK [Brustwirkbelkörper] 3, vereinbar mit einem 
Wirbelkörperhämangiom.» 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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7.3 Hinsichtlich des Vorliegens einer traumatischen Diskushernie ist zuerst zu prüfen, ob das 
Unfallereignis vom 28. Mai 2023 von besonderer Schwere und geeignet war, eine Schädigung der 

Bandscheibe herbeizuführen. Das ist vor dem Hintergrund der bundesgerichtlichen Rechtsprechung 

und mit Blick auf eine fehlende frische Fraktur und fehlende knöcherne Verletzungsfolgen (vgl. Suva-

act. 9-2) zu verneinen. So hielten die Medizinalpersonen anlässlich der Untersuchung vom 29. Mai 2023 
fest, dass der Beschwerdeführer beim Trauma-Check keinerlei Schmerzen angegeben habe. Zwar 

klagte er über Kribbelparästhesien in allen fünf Fingerspitzen beidseits, doch konnten darüber hinaus 

weder ein Wirbelsäulenklopfschmerz noch ein axialer Stauchungsschmerz erhoben werden (vgl. Suva-

act. 9-1). Der Aussage von PD Dr. J.___, unfallnah hätten keine für einen traumatischen 

Bandscheibenvorfall typischen Symptome (z.B. akute Gangstörung) oder neurologischen Befunde 

erhoben werden können (Suva-act. 143-4; act. G5.1-3), ist demnach weitgehend zuzustimmen. 

Insbesondere steht, wie von PD Dr. J.___ in seinen Beurteilungen vom 17. April 2024 (Suva-act. 143-

4 Frage 1) und 14. April 2025 (act. G5.1) festgestellt und von med. pract. L.___ in der Beurteilung vom 

30. April 2025 (act. G5.2-3) erwähnt, ausser Frage, dass der Beschwerdeführer im Zeitpunkt des Unfalls 

massive krankhafte bzw. degenerative Vorzustände im Bereich der HWS bzw. an den Bandscheiben 

aufwies. So konnte bilddiagnostisch das Vorliegen einer Unkarthrose und einer Spondylarthrose 

bestätigt werden. Arthrosen stellen definitionsgemäss degenerative Veränderungen dar und können 

keine primäre Unfallverletzung sein. Nur im Einzelfall können sie unfallkausal als Spätfolge einer 
primären Verletzung auftreten (vgl. DEBRUNNER, a.a.O., S. 579 ff., 700 f.; PSCHYREMBEL, a.a.O., S. 140 

f. [«Arthrose»], 1810 [«Unkarthrose» mit Verweis auf «Spondylosis uncovertebralis», S. 1651]; ROCHE 

LEXIKON, Medizin, 5. Aufl. 2003, S. 134, 1379). Eine unfallkausale Primärverletzung im Rückenbereich, 

welche geeignet gewesen wäre, die vorerwähnten reaktiven Veränderungen hervorzurufen, fehlt 

vorliegend. Insbesondere konnte – wie von PD Dr. J.___ erwähnt (Suva-act. 143-3 f., act. G5.1-3) – 

keine frische Fraktur erhoben werden. Hinzu kommt die erhobene Spinalkanalstenose (Durchmesser 

7 mm), welche vorliegend explizit als anlagebedingt beschrieben wurde (Suva-act. 41-1; vgl. zu den 

Ursachen auch PSCHYREMBEL, a.a.O., S. 1647) und vorübergehende Schmerzen sowie radikuläre 

Ausfälle wie Hyp- und Parästhesien verursachen kann (vgl. ROCHE LEXIKON, a.a.O., S. 1732). Es 

bestehen demnach – wie von PD Dr. J.___ (Suva-act. 143-4, act. G5.1-3) und med. pract. L.___ 

vorgebracht (act. G5.2-2) – keine Hinweise für einen traumatisch bedingten Ursprung der anderweitigen 

Gesundheitsschäden im Bereich der Wirbelsäule. Vielmehr liegen unterschiedliche degenerative 

Gesundheitsschäden vor, welche das Bild einer umfassenden, degenerativen und nicht traumatisch 

bedingten Situation darstellen. Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ist daher das Vorliegen einer 
traumatisch bedingten Diskushernie mangels der geforderten Schwere der Einwirkung beim 

Unfallhergang, angesichts der Vorzustände und der fehlenden frischen Frakturnachweise zu verneinen. 

An dieser Einschätzung vermag auch das vom Beschwerdeführer eingereichte Gutachten von Dr. med. 

N.___, Facharzt für Orthopädie und orthopädische Chirurgie, (act. G1.7) nichts zu ändern, zumal mit 

med. pract. L.___ (act. G5.2-2) darauf hinzuweisen ist, dass die Diagnose «traumatische Diskopathie» 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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(act. G1-7-6) nicht begründet wird und die Beurteilung der Unfallkausalität auch nicht Gegenstand des 

Gutachtens bildete. Gleiches gilt für die weiteren zuhanden des Landesgerichts M.___ erstellten 

Gutachten. 

7.4 Ebenso zu verneinen ist eine richtunggebende Verschlimmerung der vorbestehenden 
degenerativen Gesundheitsschäden. Die anlässlich der MRT-Untersuchung der HWS vom 30. Mai 
2023 erhobenen Befunde (Suva-act. 93-1 f.) weisen nicht darauf hin, dass sich der degenerative 

Zustand im Zeitpunkt des Unfalls massiv verändert hätte. Insbesondere ist – wie gesagt (vgl. 

vorstehende E. 7.2) – ein traumatischer Ursprung der strukturellen Veränderungen 

(Diskusprotrusionen) mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu verneinen. Ohne bilddiagnostischen 

Nachweis einer unfallkausalen Fraktur oder Dislokation, kann – wie PD Dr. J.___ zu Recht anführt 

(Suva-act. 143-3; vgl. auch act. G5.1-3 sowie med. pract. L.___ in act. G5.2-2, der ebenfalls das 

Vorliegen einer unfallkausalen strukturellen Veränderung ausschliesst) – keine richtunggebende 

Verschlimmerung vorliegen. Ferner wurde der Zustand des Beschwerdeführers bei Entlassung am 1. 

Juni 2023 sodann als «neurologisch unauffällig» beschrieben (Suva-act. 9-6). Dass die Kraft in den 

oberen Extremitäten am 13. Juni 2023 als wiederhergestellt beschrieben wurde (Suva-act. 38-2) und 

sich die Kribbelparästhesien in den Händen vorerst verbesserten (Suva-act. 9-6), spricht – wie von PD 

Dr. J.___ dargelegt (Suva-act. 143-4; act. G5.1-3) – gegen eine richtunggebende und für eine 

vorübergehende Verschlimmerung (vgl. nachstehende E. 7.5).  

7.5 Zu prüfen bleibt der Leistungsanspruch des Beschwerdeführers im Rahmen einer unfallkausalen 
vorübergehenden körperlichen Beeinträchtigung bzw. Verschlimmerung des Vorzustands an der 

Wirbelsäule. 

7.5.1 Im vorliegenden Fall kam es durch das Unfallereignis bzw. als Folge der sich dabei entwickelten 
Beschleunigungskräfte zu einer Überdehnung und Überbiegung der HWS und einem Kopfanprall 

(sogenanntes HWS-Distorsionstrauma). Die MRT vom 30. Mai 2023 zeigte entsprechend ein 

langstreckiges prävertebrales Hämatom und eine Ödematisierung der Ligamenta interspinalia Höhe C2 

bis C7 und der authochthonen Rückenmuskulatur links (hyperintense Signalalterationen). Das 

Hämatom als traumatisch bedingte Blutansammlung (ROCHE LEXIKON, a.a.O., 756) sowie die 

ligamentäre Weichteilzerrung dienen dabei als Hinweis für eine nicht banale eingewirkte distorsive 

Gewaltkraft, auch wenn diese mangels Frakturen nicht als erheblich bezeichnet werden kann (vgl. 

vorstehende E. 7.3). Während unter anderem angesichts des erheblichen degenerativen Vorzustands 

eine traumatische Diskushernie zu verneinen ist, ist doch mit überwiegender Wahrscheinlichkeit – wie 

von PD Dr. J.___ (Suva-act. 143-4 f.; act. G5.1) und med. pract. L.___ (act. G5.2-2) festgehalten – 
aufgrund der Befunde und der (vorerst) als rückläufig beschriebenen Kribbelparästhesien (zum Verlauf 

vgl. vorstehende E. 7.4) davon auszugehen, dass es durch diese distorsive Gewaltkraft zu einem 

Beschwerdeschub im Sinne einer vorübergehenden Verschlimmerung gekommen ist.  

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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7.5.2 Wie erläutert, geht das Bundesgericht davon aus, dass eine traumatische Verschlimmerung eines 
klinisch stummen degenerativen Vorzustandes an der Wirbelsäule in der Regel nach sechs bis neun 

Monaten, und bei Vorliegen eines erheblich degenerativen Vorzustandes spätestens nach einem Jahr, 

als abgeschlossen zu betrachten ist (Urteil des Bundesgerichts vom 12. Juli 2024, 8C_74/2024, E. 4.1, 

und vom 27. April 2021, 8C_19/2021, E. 7.2 mit Hinweisen, vom 9. Mai 2018, 8C_13/2018, E. 3.3; BSK 
UVG-HOFER, N 72 zu Art. 6). Damit hat die Rechtsprechung im Falle traumatisch ausgelöster 

Wirbelsäulenpathologien den konkreten medizinischen Beleg des natürlichen Verlaufs durch eine 

richterliche Vermutung, die sich ihrerseits auf die medizinische Literatur stützt, ersetzt. Medizinische 

Erfahrungssätze beziehen sich auf den Regelfall, d.h. auf medizinische Sachverhalte, die sich im 

konkreten Fall gleich dargestellt haben. Eine Ausnahme von der Regel ist grundsätzlich nicht 

ausgeschlossen, doch muss sie sich eben als solche präsentieren. Vor dem Hintergrund, dass der 

Beschwerdeführer im Unfallzeitpunkt an erheblichen degenerativen Vorzuständen litt (was auch PD Dr. 

J.___ und med. pract. L.___ selbst feststellten), ist nicht ohne Weiteres nachvollziehbar, weshalb PD 

Dr. J.___ und med. pract. L.___ davon ausgehen, der Status quo sine sei bereits sechs Monate nach 

dem Unfallereignis erreicht gewesen (Suva-act. 143-5; act. G5.2-2; vgl. auch die von PD Dr. J.___ 

zitierten Leitlinien für Diagnostik und Therapie in der Neurologie, Beschleunigungstrauma der 

Halswirbelsäule, S1-Leitlinie, 2020, abrufbar unter <https://www.dgn.org/leitlinien>, welche beim von 

PD Dr. J.___ angenommenen Grad II lediglich von einer Beschwerdedauer von «Wochen bis Monate» 
sprechen [S. 14]). Da die Beschwerdegegnerin ihre Leistungen allerdings erst per 30. April 2024 

einstellte (Suva-act. 148) und sich die Dauer der Leistungsentrichtung damit im Rahmen der vom 

Bundesgericht als maximal bezeichneten Dauer der kausalen Bedeutung eines Unfallereignisses im 

Wirbelsäulenbereich bewegt, ist der Zeitpunkt der Leistungseinstellung – ohne Berücksichtigung der 

erfolgten Operation und der rechtsprechungsgemäss ebenfalls zu übernehmenden anschliessenden, 

damit zusammenhängenden zweckmässigen Behandlung (vgl. hierzu vorstehende E. 6.3) – im 

Ergebnis nicht zu beanstanden. Diesbezüglich ist darauf hinzuweisen, dass der Umstand, dass der 

Beschwerdeführer zu diesem Zeitpunkt nach wie vor (zu Beginn als unfallkausal taxierte) Schmerzen 

hatte, nicht automatisch für das Vorliegen anhaltender Unfallrestfolgen spricht. Die Leistungseinstellung 

des Unfallversicherers bedingt keine Beschwerdefreiheit bzw. volle Arbeitsfähigkeit (vgl. vorstehende 

E. 3.3). Allein entscheidend ist, ob der durch den Unfall ausgelöste Beschwerdeschub seine kausale 

Bedeutung verloren hat (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 329 E. 3b; vgl. Entscheid des Versicherungsgerichts 

des Kantons St. Gallen [nachfolgend: VSGR] vom 29. März 2017, UV 2015/31, E. 7.3).  

7.5.3 Hinsichtlich der vor dem Zeitpunkt der Leistungseinstellung am 6. November 2023 
durchgeführten Operation ist PD Dr. J.___ gemäss seiner Beurteilung vom 17. April 2025 der Ansicht, 

dass diese keinen unfallkausalen Schaden adressierte. Dazu ist festzuhalten, dass der 

Beschwerdeführer bereits am 25. August 2023 gegenüber der Beschwerdegegnerin die Möglichkeit 

einer Operation erwähnt und sich entsprechend über eine allfällige Kostenübernahme erkundigt hatte 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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(Suva-act. 19). Dabei geht aus dem Bericht von Dr. F.___ zur Untersuchung vom 14. August 2023 

ebenfalls hervor, dass es möglicherweise zu einem chirurgischen Eingriff kommen würde (vgl. Suva-

act. 59: «Es wird ein Termin an der Neurochirurgie vereinbart»). Ende August stand sodann fest, dass 

eine Operation stattfinden würde (vgl. den Bericht von Dr. F.___ zur Untersuchung vom 30. August 

2023 [Suva-act. 75-8]: «Der Patient wird von der Neurochirurgie E.___ bezüglich des 
Operationstermines informiert.»). Damit stand innerhalb von drei Monaten nach dem Unfallereignis fest, 

dass eine Operation an der Wirbelsäule erfolgen würde. Dass der Schmerzschub zu diesem Zeitpunkt 

noch nicht vorbei war, ist durchaus plausibel, insbesondere auch angesichts des prävertebralen 

Hämatoms, welches in der MRT-Untersuchung vom 9. August 2023 zwar rückläufig, jedoch – wie die 

Signalalterationen – noch sichtbar war (Suva-act. 41-1; damit war der Status quo ante hinsichtlich 

Hämatoms noch nicht erreicht). Wie bereits dargelegt, war der Beschwerdeschub im Zeitpunkt, als über 

die Durchführung der Operation entschieden und sie durchgeführt wurde, noch nicht durch die 

degenerativen Ursachen eingeholt worden, mithin der Status quo sine noch nicht erreicht gewesen. Es 

fällt zudem auf, dass die Beschwerdegegnerin, nachdem sie ihre Leistungen vorsorglich per 13. 

September 2023 eingestellt hatte (Suva-act. 34), deren Ausrichtung basierend auf der 

versicherungsmedizinischen Beurteilung von Dr. H.___ vom 12. November 2023, wonach sich der 

Beschwerdeführer noch in der postoperativen Phase befinde und nach circa sechs bis acht Wochen 

eine neurologische Beurteilung und Wiedervorlage des Dossiers erfolgen solle (Suva-act. 65), ihre 
Leistungen am 20. Dezember 2023 rückwirkend und vorerst auch für die Zukunft wieder aufnahm 

(Suva-act. 90). Demnach anerkannte die Beschwerdegegnerin, dass die Schmerzen des 

Beschwerdeführers zumindest teilweise auf das Unfallereignis vom 28. Mai 2023 zurückzuführen 

waren, mithin der Status quo sine (bzw. bezüglich Hämatoms quo ante) noch nicht erreicht gewesen 

war. Im Gesamtkontext gesehen, ist letztlich mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, 

dass die Operation der (vorzeitigen) Beseitigung der zumindest durch den Unfall mitverursachten 

Schmerzen diente. Es kann nämlich nicht gesagt werden, die Operation sei auch ohne den durch den 

Unfall bewirkten Beschwerdeschub überwiegend wahrscheinlich im selben Zeitpunkt notwendig 

geworden (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 26. Februar 2013, 8C_423/2012, E. 5.3 mit Hinweisen; 

Entscheid des VSGR vom 11. Mai 2020, UV 2018/35, E. 5.3.2). Mit der Operation wurde überwiegend 

wahrscheinlich auch der Schmerz angegangen, der durch die traumatisch aktivierte Diskushernie 

verursacht worden war (vgl. Suva-act. 72-3: «Jedoch liegt hier das Myelopathiesignal vor»). 

Insbesondere kann der Unfall nicht gestützt auf den Umstand, es habe «lediglich» eine relative 

Operationsindikation bestanden – was im Übrigen nur auf die Etage C4/5 zutraf (Suva-act. 72-3) –, als 
Gelegenheits- oder Zufallsursache betrachtet werden, welche ein gegenwärtiges Risiko, mit dessen 

Realisierung jederzeit zu rechnen gewesen wäre, habe manifest werden lassen, ohne im Rahmen des 

Verhältnisses von Ursache und Wirkung eigenständige Bedeutung angenommen zu haben (vgl. Urteil 

des Bundesgerichts vom 26. Februar 2013, 8C_423/2012, E. 5.3 mit Hinweisen). Eine 

schadensauslösende Einwirkung ist also selbst dann leistungsbegründend, wenn der betreffende 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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Schaden auch ohne das versicherte Ereignis früher oder später wohl eingetreten wäre, der Unfall somit 

nur hinsichtlich des Zeitpunkts des Schadenseintritts conditio sine qua non war (Urteile des 

Bundesgerichts vom 19. Oktober 2011, 8C_515/2011, E. 4.1, und 5. April 2007, U 413/05, E. 4.2). 

Demnach sind der operative Eingriff vom 6. November 2023 und die daran anschliessende 

Heilungsphase als unfallkausal zu betrachten. Daran ändert nichts, dass mit dem Eingriff vornehmlich 
ein unfallfremder Gesundheitsschaden behandelt wurde. Zu beachten ist in diesem Zusammenhang 

indes, dass eine allfällig prolongierte Schmerzsymptomatik nach den Eingriffen bzw. nach der 

Rehabilitationszeit kaum mehr eine Unfallfolge darstellt (vgl. dazu das Urteil des Bundesgerichts vom 

2. Mai 2007, U 136/06, E. 3.2). Bei einer HWS-Operation mit Versteifung, wie sie vorliegend erfolgte, 

ist grundsätzlich von einer Rehabilitationszeit von drei bis sechs Monaten auszugehen (vgl. etwa 

<https://www.schulthess-klinik.ch/de/wirbelsaeulenchirurgie-neurochirurgie/operation-der-

halswirbelsaeule-austrittsinformation>; <https://www.hirslan-

den.ch/de/corporate/behandlungen/bandscheibenoperationen.html>, abgerufen jeweils am 22. 

September 2025). Demnach ist der Zeitpunkt der Leistungseinstellung (30. April 2024) auch unter 

Berücksichtigung des operativen Eingriffs und der daran anschliessenden Heilungsphase nicht zu 

beanstanden. 

8.   

8.1 Der Beschwerdeführer macht sodann geltend, die von Mag. K.___ festgestellte(n) akute 
Belastungsreaktion, Agoraphobie, Schlafstörungen und veränderte Konzentrationsleistung seien – 

entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin (Suva-act. 171-14 E. 6) – adäquat kausal auf das 

Unfallereignis zurückzuführen. Zudem ist er der Ansicht, dass eine psychologische/psychiatrische 

Abklärung erforderlich sei (act. G1-4). 

8.2 Ob die Adäquanzprüfung der organisch nicht objektivierbaren bzw. psychischen Beschwerden 
nach der Schleudertrauma-Praxis (BGE 134 V 109 E. 10.3), deren Anwendung aufgrund des fehlenden 

«bunten» typischen Beschwerdebildes wohl eher zu verneinen wäre (BGE 117 V 360 E. 4b; vgl. auch 

117 V 382 E. 4b; Urteile des Bundesgerichts vom 5. Januar 2009, 8C_413/2008, E. 5.2 mit zahlreichen 

Hinweisen, und 15. März 2007, U 258/06, E. 4.3), oder der Psycho-Praxis (BGE 115 V 133) zu erfolgen 

hat, kann vorliegend offenbleiben. Denn das vorliegende Unfallereignis qualifiziert (gemäss 

Rechtsprechung höchstens) als mittelschwer im mittleren Bereich (vgl. hierzu etwa bezüglich Unfälle, 

die den Rücken betrafen Urteil des EVG vom 10. Dezember 2007, U 555/06, E. 4.3; Urteile des 

Bundesgerichts vom 25. August 2011, 8C_246/2011, E. 3.1, vom 3. November 2015, 8C_669/2015, E. 

5.1; vgl. zur Unfallschwere generell etwa Urteil des EVG vom 20. April 2004, U 299/03, E. 3; Urteile des 
Bundesgerichts vom 15. Juni 2023, 8C_581/2022, E. 5.3, vom 2. September 2015, 8C_436/2015, E. 

3.2.3, vom 6. November 2012, 8C_398/2012, E. 5.2, und vom 26. Februar 2010, 8C_912/2009, E. 5.3). 

Dementsprechend müsste(n) mindestens drei der relevanten Adäquanzkriterien der jeweiligen Praxis 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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oder ein einzelnes Kriterium in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sein, um die Adäquanz bejahen 

zu können (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 29. Januar 2010, 8C_897/2009, E. 4.5, und vom 7. 

Dezember 2009, 8C_487/2009, E. 5 mit Hinweis; NABOLD, a.a.O., S. 65 ff.). Vorliegend wäre auch in 

Anwendung der für den Beschwerdeführer vorteilhafteren Schleudertrauma-Praxis der adäquate 

Kausalzusammenhang offensichtlich zu verneinen. Namentlich sind die Kriterien der besonders 
dramatischen Begleitumstände oder besonderen Eindrücklichkeit, der ärztlichen Fehlbehandlung, 

welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert hätte, offenkundig zu verneinen. Auch lagen bezüglich 

des unfallkausalen Schmerzschubs keine ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung, kein 

schwieriger Heilungsverlauf und keine erheblichen Komplikationen vor. Auch das Kriterium der 

«Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen» ist vorliegend nicht erfüllt (vgl. zu den 

Voraussetzungen gemäss Bundesgericht, damit eine HWS-Distorsion das Kriterium der «Schwere oder 

besondere Art der erlittenen Verletzungen» in ausgeprägter Weise erfüllt: Urteil des Bundesgerichts 

vom 14. August 2008, 8C_759/2007, E. 5.3). Auch die Kriterien «erhebliche Beschwerden» und «Grad 

und Dauer der Arbeitsunfähigkeit» sind hier bei einer vorübergehenden Verschlimmerung eine 

Vorzustands bereits aufgrund der zeitlichen Komponente als nicht erfüllt zu betrachten. Demnach kann 

auch die Frage, ob ein natürlicher Kausalzusammenhang zwischen dem Ereignis und den genannten 

Beschwerden besteht, offengelassen werden (vgl. BGE 135 V 465 E. 5.1; NABOLD, a.a.O., S. 57). 

Entsprechend erübrigt sich auch die Durchführung einer psychologischen/psychiatrischen Abklärung. 

9.  

Zusammenfassend steht überwiegend wahrscheinlich fest, dass per 30. April 2024 der Status quo sine 

(bzw. hinsichtlich Hämatoms quo ante) – ausgehend von einer vorübergehenden Verschlimmerung der 

Wirbelsäule durch das Unfallereignis vom 28. Mai 2023 – erreicht gewesen war. Die 

Leistungseinstellung erfolgte demnach zu Recht per besagtem Zeitpunkt.  

10.  

10.1 Die Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen. 

10.2 Gerichtskosten sind mangels gesetzlicher Grundlage im UVG keine zu erheben (Art. 61 lit. fbis 
ATSG). 

10.3 Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung. Die 
Beschwerdegegnerin hat unabhängig vom Verfahrensausgang keinen Anspruch auf eine 

Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG e contrario). 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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Entscheid 
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP  

1.  
Die Beschwerde wird abgewiesen.  

2.  
Es werden keine Gerichtskosten erhoben.  

3.  
Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 26.11.2025
	Art. 4 ATSG; Art. 6 Abs. 1, Art. 36 UVG. Diskushernie. Kausalitätskonstellationen, welche im Falle einer Diskushernie eine Leistungspflicht der Unfallversicherung auslösen können. Vorliegend kam es durch das Unfallereignis zu einer vorübergehenden Verschlimmerung des degenerativen Vorzustands. Es steht überwiegend wahrscheinlich fest, dass im Leistungseinstellungszeitpunkt der Status quo sine (bzw. hinsichtlich des Hämatoms quo ante) erreicht gewesen war. Hingegen vermögen die versicherungsmedizinischen Beurteilungen in ihren Ausführungen hinsichtlich der erfolgten Operation nicht zu überzeugen, was aber nichts daran ändert, dass die Leistungen rund elf Monate nach dem Unfall eingestellt werden durften. Abweisung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 26. November 2025, UV 2025/12).

		2026-01-28T03:57:44+0100
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen