# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 88e25cde-3d20-590d-bcb5-14b31ac5c6e6
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-09-23
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 23.09.2014 E-3876/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-3876-2014_2014-09-23.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung V 

E-3876/2014 

 

 

  U r t e i l  v o m  2 3 .  S e p t e m b e r  2 0 1 4  

Besetzung 

 
Richterin Christa Luterbacher (Vorsitz), 

Richter Martin Zoller, Richterin Muriel Beck Kadima,  

Gerichtsschreiberin Regina Derrer. 

   Parteien 
 

A._______, geboren (…), 

Albanien,  

(…),   

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung (verkürzte Beschwerdefrist);  

Verfügung des BFM vom 27. Juni 2014 / N (…). 

 

 

E-3876/2014 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Der Beschwerdeführer – ein albanischer Staatsangehöriger mit letz-

tem Wohnsitz in B._______ – reiste am 19. September 2009 erstmals in 

die Schweiz ein, wo er am 25. September 2009 im Empfangs- und Ver-

fahrenszentrum (EVZ) Kreuzlingen um Asyl nachsuchte. Anlässlich der 

Befragung zur Person vom 28. September 2009 machte er im Wesentli-

chen geltend, dass er in Albanien nicht leben könne, da er aufgrund einer 

Fehde mit Blutrache in Lebensgefahr sei. So habe er am (...) einen Mann 

namens C._______ getötet. Dafür sei er bis am (…)  im Gefängnis gewe-

sen. Da die Kinder des Mordopfers seither nach seinem Leben trachte-

ten, habe er Albanien im Jahre 1990 verlassen und sich in Italien, Frank-

reich, Deutschland, Holland, Belgien und Griechenland aufgehalten. Dort 

habe er jeweils illegal gearbeitet. Zwischendurch sei er immer wieder – 

das heisst ein Mal in ein bis zwei Jahren – für zwei Wochen oder einen 

Monat zu seiner Familie nach Albanien zurückgekehrt (A1/14). Zur Un-

termauerung seiner Vorbringen reichte der Beschwerdeführer eine Kopie 

einer Bestätigung des Innenministeriums der Republik Albanien vom (…), 

einschliesslich englischer Übersetzung, ein, wonach er am (…) wegen 

Mordes verhaftet wurde und während (…) Jahren im Gefängnis war 

(A7/1).  

A.b Mit Verfügung vom 15. März 2010 trat das BFM gestützt auf aArt. 34 

Abs. 2 Bst. d des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf 

das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht ein und wies diesen in An-

wendung der Verordnung (EU) Nr. 343/2003 des Rates vom 18. Febru-

ar 2003 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des 

Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehöri-

gen in einem Mitgliedstaat gestellten Asylantrags zuständig ist (ABl. 

L 50/1 vom 25.2.2003; Dublin-II-VO) nach Griechenland weg (A36/6).  

Die gegen diese Verfügung am 29. März 2010 beim Bundesverwaltungs-

gericht erhobene Beschwerde zog der Beschwerdeführer mit schriftlicher 

Erklärung vom 9. Oktober 2010 zurück. Er begründete seinen Entscheid 

damit, dass er beabsichtige, in sein Heimatland zurückzukehren. In der 

Folge schrieb das Bundesverwaltungsgericht das Beschwerdeverfahren 

(E-2041/2010) mit Urteil vom 11. Oktober 2010 als durch Rückzug ge-

genstandslos geworden ab (A47/4). Am (…) kehrte der Beschwerdeführer 

gemäss der Vollzugsmeldung der zuständigen kantonalen Behörde mit 

dem Flugzeug nach Albanien zurück.    

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Seite 3 

B.  

B.a Eigenen Angaben zufolge verliess der Beschwerdeführer – begleitet 

von seinem damals (…)-jährigen Sohn, D._______ – in der Nacht vom 

(…) auf den (…) 2011 sein Heimatland und reiste am (…) 2011 erneut in 

die Schweiz ein, wo er gleichentags beim EVZ Kreuzlingen für sich (ein 

zweites) und seinen Sohn (ein erstes) Asylgesuch stellte.  

B.b Anlässlich der Kurzbefragung vom 21. April 2011 und der einlässli-

chen Anhörung vom 27. April 2012 machte der Beschwerdeführer im We-

sentlichen geltend, dass sein Leben in Albanien in Gefahr sei. Im Alter 

von (…) habe er einen Mann namens C._______, der ein Spitzel des 

Hoxha-Regimes gewesen sei, umgebracht, nachdem dieser (…). Er sei 

dafür im Gefängnis gewesen. Seither sei die Familie des Opfers bestrebt, 

sich nach dem Ehrenkodex – dem sogenannten Kanun von Lekë Dukag-

jini – an ihm und seiner Familie zu rächen, weshalb er sein Land in den 

90er Jahren verlassen habe und in Italien, Frankreich, Belgien, Holland, 

Griechenland, Deutschland, Schweden und Norwegen gelebt habe. Er sei 

immer wieder nach Albanien zurückgekehrt, in der Regel für einen, 

manchmal auch für zwei bis drei Monate. Er habe sich dort aber nicht frei 

bewegen können, sondern habe sich in seinem Haus einschliessen müs-

sen. Zwischendurch habe er sogar im Wald gelebt, so auch bei seinem 

letzten Aufenthalt in Albanien von (…), als er seinen Sohn, der mit zu-

nehmendem Alter verstärkt durch die Blutrache der gegnerischen Familie 

gefährdet gewesen sei, zwecks Ausreise habe abholen wollen. Ungefähr 

im Jahr (…) sei er, der Beschwerdeführer, vermutlich von den Familien-

angehörigen des Opfers, angeschossen worden. Die Kugeln befänden 

sich noch in seinem linken Unterarm und seinem linken Knöchel. Bis heu-

te [gebe es Behelligungen]. Während seines letzten Aufenthalts in der 

Schweiz habe zudem jemand versucht, (…). Die Aussöhnungsversuche 

zwischen seiner und der gegnerischen Familie, die lange zurücklägen, 

seien erfolglos geblieben. Als Beleg für sein Vorbringen reichte der Be-

schwerdeführer erneut die Bestätigung des Innenministeriums der Repu-

blik Albanien vom (…) – diesmal im Original – ein (B12/1, Beilage 1). 

Überdies legte er ein Schreiben des Polizeikommissariats in E._______ 

vom (…) ins Recht, wonach er (…) wegen Mordes verurteilt wurde, die 

Aussöhnung der involvierten Familien bis heute nicht erreicht werden 

konnte und die Polizei nicht für die Sicherheit des Beschwerdeführers und 

seiner Familie garantieren könne (B12/1, Beilage 2).    

Neben diesen Problemen mit der verfeindeten Familie trug der Be-

schwerdeführer vor, auch vom albanischen Staat verfolgt zu werden. So 

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sei bereits der Grossvater seines Vaters politisch aktiv gewesen und habe 

Albanien nach dem Ende der Zogu-Regierung verlassen müssen. Sein 

Vater habe dann gegen den Kommunismus gekämpft und sei deswegen 

in Haft gewesen. Im Jahr 1991 habe der Beschwerdeführer selbst in (…). 

Im Rahmen der daraufhin gegen ihn eingeleiteten militärischen Vorunter-

suchung sei es ihm aber gelungen, sich für unzurechnungsfähig zu erklä-

ren, weshalb es keinen richtigen Gerichtsprozess gegen ihn gegeben ha-

be. Die Regierung von Sali Berisha habe schliesslich versucht, seine 

Person schlecht zu machen und seine Familie gegen ihn auszuspielen. 

Er sei mehrmals ungerechtfertigt in Haft gewesen, zum letzten Mal im 

Jahr 2007, weil er sich für die Demokratie in Albanien habe einsetzen und 

zu diesem Zweck eine Wahlkampagne gegen die Berisha-Regierung ha-

be organisieren wollen. Vor diesem Hintergrund sei es möglich, dass er 

im Jahr (…) gar nicht im Zusammenhang mit der Blutrache, sondern auf 

Veranlassung der Berisha-Regierung angeschossen worden sei.  

Schliesslich gab der Beschwerdeführer anlässlich der Kurzbefragung und 

der einlässlichen Anhörung zu Protokoll, gesundheitlich angeschlagen zu 

sein, da er an (…) leide und (…).  

B.c Am 3. Juli 2012 reichte auch die Ehefrau des Beschwerdeführers, 

F._______, zusammen mit G._______ und H._______, in der Schweiz 

ein Asylgesuch ein (C7/12).  

B.d Mit Schreiben vom 3. März 2014 ersuchte die Staatsanwaltschaft 

L._______ das BFM um prioritäre Behandlung des Asylgesuches des Be-

schwerdeführers, da gegen diesen ein Verfahren wegen (…) eröffnet und 

er in Haft genommen worden sei. Gemäss dem als Beilage zum Schrei-

ben der Staatsanwaltschaft vom 3. März 2014 ans BFM überwiesenen 

Rapport der Kantonspolizei L._______ vom 26. Februar 2014 sei 

G._______ (…) nach Albanien zurückgekehrt. Anlässlich der ebenfalls 

dem Schreiben der Staatsanwaltschaft vom 3. März 2014 beigelegten po-

lizeilichen Einvernahme des Beschwerdeführers gab dieser an, von (…) 

in Albanien geweilt zu haben (B37/32). Gemäss einer Notiz des Bundes-

amtes vom 9. April 2014 orientierte die Staatsanwaltschaft das BFM dar-

über, dass der Beschwerdeführer notfallmässig in eine [Klinik] habe ein-

geliefert werden müssen, wobei er sich gemäss Mitteilung der Staatsan-

waltschaft ans BFM am 22. Mai 2014 wieder im Gefängnis (…) befunden 

habe (B38/4). Mit Schreiben vom 23. Mai 2014 informierte die Staatsan-

waltschaft das BFM im Rahmen eines Akteneinsichtsgesuchs darüber, 

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Seite 5 

dass gegen den Beschwerdeführer eine Strafuntersuchung wegen (…) 

eingeleitet wurde (B39/2).  

C.  

Mit Verfügung vom 27. Juni 2014 – am 2. Juli 2014 ins Gefängnis Zürich 

zugestellt – wies das BFM das Asylgesuch des Beschwerdeführers ab 

und ordnete dessen Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug 

derselben an.  

Zur Begründung führte das Bundesamt im Wesentlichen aus, dass es den 

Vorbringen des Beschwerdeführers bezüglich der Fehde mit Blutrache an 

konkreten Indizien und Anhaltspunkten fehle, welche die Furcht vor einer 

real drohenden Verfolgung nachvollziehbar erscheinen liessen. So habe 

der Beschwerdeführer sich seit 1991 zwar mehrheitlich im Ausland auf-

gehalten, sei nach eigenen Angaben aber immer wieder – gemäss Ein- 

und Ausreisestempel in seinem albanischen Reisepass selbst nach Ein-

reichung des zweiten Asylgesuchs in der Schweiz – nach Albanien zu-

rückgekehrt. Im Jahr 2007 habe er sogar eine Wahlkampagne gegen die 

Berisha-Regierung organisieren wollen. Unter diesen Umständen wäre es 

den Angehörigen der verfeindeten Familie zweifelsohne möglich gewe-

sen, seinen Aufenthaltsort aufzuspüren, wenn sich diese tatsächlich an 

ihm hätten rächen wollen. In jedem Fall fehlten Anhaltspunkte dafür, dass 

die erwarteten Vergeltungsmassnahmen aus einem der in Art. 3 

Abs. 1 AsylG abschliessend aufgezählten Gründen drohten, weshalb die 

diesbezüglichen Befürchtungen des Beschwerdeführers von vorneherein 

nicht flüchtlingsrechtlich relevant seien. Obwohl die Frage der Schutzwil-

ligkeit und -fähigkeit des albanischen Staates vor diesem Hintergrund of-

fengelassen werden könne, sei festzuhalten, dass die albanischen Be-

hörden ihrer Schutzpflicht grundsätzlich nachkämen und auch in der Lage 

seien, Schutz zu gewähren. Auch aus der vorgetragenen politischen Ver-

gangenheit der Familie des Beschwerdeführers lasse sich keine Gefähr-

dungssituation asylrelevanten Ausmasses herleiten, da nicht nachvoll-

ziehbar sei, inwiefern das Schicksal der Vorfahren des Beschwerdefüh-

rers mit dem seinen verknüpft sein sollte. Bezüglich der geltend gemach-

ten Opposition gegen die Berisha-Regierung sei überdies nicht ersicht-

lich, inwiefern der Beschwerdeführer ein ihn gefährdendes Engagement 

habe entwickeln können, habe er sich doch seit 1991 die meiste Zeit im 

Ausland aufgehalten. Die geltend gemachten Inhaftierungen – zuletzt im 

Jahr 2007 – hätten im Zeitpunkt seiner Ausreise zudem zu weit zurückge-

legen, um noch als Anlass für das Verlassen des Heimatstaates gewertet 

zu werden. In diesem Zusammenhang sei festzuhalten, dass der Be-

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Seite 6 

schwerdeführer es unterlassen habe, sich zu den genauen Gründen der 

Inhaftierung zu äussern, wodurch er eine abschliessende Beurteilung der 

asylrechtlichen Relevanz derselben verunmöglicht habe. Schliesslich 

müsse die Furcht vor einer künftigen Verfolgung – sei es wegen der Feh-

de mit Blutrache oder der politischen Opposition – bereits deshalb als un-

begründet angesehen werden, weil sich der Beschwerdeführer vor Ein-

reichung des Asylgesuchs in der Schweiz während Jahren in westeuropä-

ischen Ländern aufgehalten habe, ohne sich um asylrechtlichen Schutz 

zu kümmern. Im Übrigen sei darauf hinzuweisen, dass der Bundesrat Al-

banien mit Beschluss vom 5. Oktober 1993 als verfolgungssicheren Staat 

(Safe Country) im Sinne von Art. 6a Abs. 2 Bst. a AsylG bezeichnet und 

dies wiederholt überprüft und bestätigt habe. Es sei dem Beschwerdefüh-

rer nicht gelungen, die aufgrund dieser Qualifikation für Albanien beste-

hende gesetzliche Vermutung, dass asylrelevante staatliche Verfolgung 

nicht stattfinde und Schutz vor nichtstaatlicher Verfolgung gewährleistet 

sei, umzustossen.  

Da aus den Akten keine Anhaltspunkte dafür zu entnehmen seien, dass 

dem Beschwerdeführer im Falle einer Rückkehr in den Heimatstaat mit 

beachtlicher Wahrscheinlichkeit eine durch Art. 3 der Konvention vom 

4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreihei-

ten (EMRK, SR 0.101) verbotene Strafe oder Behandlung drohe, und we-

der die herrschende politische Situation noch andere individuelle Gründe 

gegen eine Rückführung des Beschwerdeführers in den Heimatstaat 

sprächen, sei der Wegweisungsvollzug zulässig und zumutbar. Überdies 

sei der Vollzug auch technisch möglich und praktisch durchführbar.   

Schliesslich wies das BFM darauf hin, dass die Asylgesuche der Ehefrau 

und der (…) Kinder des Beschwerdeführers in einem separaten Verfahren 

behandelt würden und der Entscheid bezüglich des Asylgesuchs des Be-

schwerdeführers gestützt auf Art. 108 Abs. 2 i.V.m. Art. 40 AsylG und 

Art. 6a Abs. 2 Bst. a AsylG innert fünf Arbeitstagen nach dessen Eröff-

nung beim Bundesverwaltungsgericht angefochten werden könne.  

D.  

Gegen diesen Entscheid des BFM erhob der Beschwerdeführer mit alba-

nischsprachiger Eingabe vom 7. Juli 2014 (Poststempel) – welche die In-

struktionsrichterin angesichts des Gefängnisaufenthalts des Beschwerde-

führers von Amtes wegen ins Deutsche übersetzen liess (vgl. Zwischen-

verfügung vom 15. Juli 2014) – Beschwerde beim Bundesverwaltungsge-

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richt und beantragte sinngemäss, die vorinstanzliche Verfügung sei auf-

zuheben und es sei ihm Asyl zu gewähren. 

Zur Begründung machte er im Wesentlichen geltend, dass er in Albanien 

seit kurzem einer doppelten Bedrohung ausgesetzt sei. So sei sein Leben 

nicht mehr nur wegen der Fehde mit Blutrache und seiner politischen Hal-

tung gegenüber der albanischen Politik in Gefahr. Vielmehr werde er nun 

auch von seiner Ex-Frau (sic; der Beschwerdeführer bezeichnet seine 

Ehefrau in der Beschwerdeschrift durchwegs als "Ex-Frau") und deren 

Familie mit dem Tode bedroht. So habe seine Ex-Frau ihren Bruder, 

I._______, und ihre Onkel, J._______ und K._______, unrechtmässig 

mittels Asyl in die Schweiz gebracht, um den Beschwerdeführer umzu-

bringen. Nachdem ihm das BFM bei der Suche einer sicheren Unterkunft 

im Juli 2013 nicht habe helfen wollen, sei er aus Angst vor seiner Ex-Frau 

nach Belgien und später nach Finnland ausgereist. Er sei schliesslich 

nach Albanien zurückgekehrt, um herauszufinden, was seine Ex-Frau mit 

G._______ gemacht habe. Dabei habe er feststellen müssen, dass die 

Familie seiner Ex-Frau sowohl seine Brüder und Schwestern als auch 

seine Mutter in Albanien bedrohten. Da er sich in Albanien nicht frei be-

wegen könne und in ständiger Todesangst leben müsse, habe er keine 

Lösung für dieses Problem finden können. Nun kehre er nur noch als to-

ter Mann nach Albanien zurück. Lebend bringe ihn niemand mehr dorthin. 

Schliesslich wies er darauf hin, dass er seine Kinder durch die Lügen sei-

ner Ex-Frau verloren habe, und ersuchte darum, nicht von seinen Kindern 

getrennt zu werden, da deren Mutter verrückt sei.    

Der Beschwerdeschrift wurden folgende Unterlagen beigelegt:  

 Einstellungsantrag des Strafverteidigers des Beschwerdeführers im 

Strafverfahren wegen dem Vorwurf (…) vom 5. Juni 2014 (Kopie); 

 Bestätigung der belgischen Behörden vom 25. Juli 2013, wonach der 

Beschwerdeführer am 24. Juli 2013 in Belgien eingereist ist und dort 

am darauffolgenden Tag ein Asylgesuch gestellt hat sowie Schreiben 

bezüglich Zuteilung zur Asylunterkunft "(...)" vom 25. Juli 2013 (bei-

des Kopien);  

 Brief der Ehefrau vom 6. November 2012 (Poststempel) an den (…) 

Beschwerdeführer, mit deutscher Übersetzung (Kopie);  

 [Schulische Unterlagen zu D._______ ] 

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Seite 8 

 Röntgenbilder der rechten Hand von D._______ vom 31. Janu-

ar 2013 (Kopie);  

 Fahrplanauskunft für die Strecke von "Amsterdam Centraal" nach 

"Koebenhavn H" für den 3. und 4. August 2013 (Kopie);  

 Fahrplanauskunft der Deutschen Bahn für die Strecke von "Hamburg 

Hbf" nach "Koebenhavn H" für den 4. August 2013 (Kopie);  

 Zugfahrscheine von "Amsterdam C." nach "Koebenhavn H" entwertet 

am 4. August 2013 und von "Malmö C" nach "Stockholm C" vom 

5. August 2013 (beides Kopien);   

 Schifffahrkarte für die "Viking Line" ausgestellt auf den Beschwerde-

führer vom 5. August 2013 (Kopie);  

 diverse Unterlagen der finnischen Behörden bezüglich des in Finn-

land gestellten Asylgesuchs des Beschwerdeführers (alles Kopien);  

 Brief des Strafverteidigers des Beschwerdeführers an denselben be-

züglich Information zum Stand der Verfahrenshandlungen im Straf-

verfahren wegen dem Vorwurf (...) vom 20. Juni 2014 (im Original);  

 Eingabe des Strafverteidigers des Beschwerdeführers vom 

30. Mai 2014 (…) der Staatsanwaltschaft (in Kopie). 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 

(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 

gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 

20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021). Das BFM gehört zu den Be-

hörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgül-

tig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 

17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).  

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Seite 9 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG und das 

AsylG nichts anderes bestimmen (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der 

Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 

und 108 Abs. 2 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die 

Beschwerde ist somit einzutreten. 

1.4 Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durch-

führung eines Schriftenwechsels verzichtet.  

2.  

Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

3.  

Seit der Änderung des Asylgesetzes vom 28. September 2012 – von der 

Bundesversammlung als dringlich erklärt und am 29. September 2012 in 

Kraft getreten – gilt die Beschwerdefrist von fünf Arbeitstagen nicht mehr 

nur für Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide und Entscheide 

am Flughafen nach Art. 23 Abs. 1 AsylG, sondern auch für Verfügungen 

des BFM nach Art. 40 i.V.m. Art. 6a Abs. 2 Bst. a AsylG (vgl. Art. 108 

Abs. 2 AsylG). Dabei handelt es sich um materielle negative Entscheide 

betreffend Asylsuchende aus verfolgungssicheren Staaten (sog. Safe 

Countries), welche ohne weitere Abklärungen erlassen werden, weil auf-

grund der Anhörung offenkundig geworden ist, dass die Asylsuchenden 

ihre Flüchtlingseigenschaft weder beweisen noch glaubhaft machen kön-

nen und ihrer Wegweisung keine Gründe entgegenstehen. Art. 40 AsylG 

betrifft somit jene Fälle, in denen nach der Anhörung keine weiteren Ab-

klärungen zur Beurteilung der Flüchtlingseigenschaft und der Wegwei-

sung sowie deren Vollzugs notwendig sind. Hingegen steht die Bestim-

mung einer detaillierten Auseinandersetzung mit den Vorbringen der asyl-

suchenden Person nicht entgegen; vielmehr ist jene aufgrund der Be-

gründungspflicht des BFM und mit Blick auf das Recht auf wirksame Be-

schwerde geboten, wenngleich Art. 40 Abs. 2 AsylG eine summarische 

Begründung genügen lässt. 

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Seite 10 

Vorliegend sind die Voraussetzungen für einen Entscheid mit einer Be-

schwerdefrist gemäss Art. 108 Abs. 2 AsylG in der seit dem 29. Septem-

ber 2012 geltenden Fassung erfüllt: Der Beschwerdeführer ist albanischer 

Staatsangehöriger. Der Bundesrat bezeichnete Albanien mit Beschluss 

vom 5. Oktober 1993 als verfolgungssicheren Staat im Sinne von Art. 6a 

Abs. 2 Bst. a AsylG und ist auf diese Einschätzung im Rahmen der perio-

dischen Überprüfung (vgl. Art. 6a Abs. 3 AsylG) bisher nicht zurückge-

kommen. Zudem ist das BFM aufgrund der vollständigen und richtigen 

Feststellung des Sachverhalts zu Recht davon ausgegangen, dass das 

Verfahren nach der Anhörung ohne weitere Abklärungen spruchreif war.  

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder 

begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden 

(Art. 3 Abs. 1 AsylG). Dabei umfasst die Furcht vor künftiger Verfolgung 

allgemein ein auf tatsächlichen Gegebenheiten beruhendes objektives 

Element einerseits sowie die persönliche Furchtempfindung der betroffe-

nen Person als subjektives Element andererseits. Begründete Furcht vor 

Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG hat demnach, wer gute – d.h. von 

Dritten nachvollziehbare – Gründe (objektives Element) für seine Furcht 

(subjektives Element) vorweist, mit gewisser Wahrscheinlichkeit und in 

absehbarer Zukunft das Opfer von Verfolgung zu werden (vgl. BVGE 

2011/50 E. 3.1.1; BVGE 2011/51 E. 6.2). Als ernsthafte Nachteile gelten 

namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit so-

wie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken 

(Art. 3 AsylG). 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentli-

chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den 

Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ver-

fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

E-3876/2014 

Seite 11 

5.  

Nach Prüfung der Akten gelangt das Bundesverwaltungsgericht in Über-

einstimmung mit der Vorinstanz zum Schluss, dass es dem Beschwerde-

führer nicht gelungen ist, nachzuweisen, dass er in Albanien aktuell eine 

begründete Furcht vor ernsthaften Nachteilen im Sinne von Art. 3 AsylG 

haben muss.  

5.1  

5.1.1 Zwar erscheint es – nicht zuletzt wegen der ins Recht gelegten Bes-

tätigung des Innenministeriums der Republik Albanien, wonach der Be-

schwerdeführer am (…) wegen Mordes verhaftet wurde (A7/1; B12/1, Bei-

lage 1) – plausibel, dass sich der Vorfall, der die Blutfehde in Gang setz-

te, tatsächlich wie vom Beschwerdeführer geschildert zugetragen hat. 

Folglich ist nicht von vorneherein auszuschliessen, dass dem Beschwer-

deführer nach dem albanischen Gewohnheitsrecht (Kanun) noch heute 

Rache droht. Die Existenz einer ernsthaften Bedrohungslage wird indes 

dadurch relativiert, dass der Beschwerdeführer – sogar nach Einreichung 

des Asylgesuchs in der Schweiz – nachweislich wiederholt für mehrere 

Wochen ins Heimatland gereist ist. Seine Furcht, in Albanien wegen der 

Blutfehde mit dem Tod bedroht zu werden, scheint folglich nicht sehr aus-

geprägt zu sein, wäre er sonst wohl kaum so regelmässig dorthin zurück-

gekehrt. Da allfällige Vergeltungsakte seitens der verfeindeten Familie 

des verstorbenen C._______ aber ohnehin lediglich aus privaten, asyl-

fremden Motiven und nicht aus einem in Art. 3 Abs. 1 AsylG aufgezählten 

Grund zu befürchten wären, ist der Fehde mit Blutrache die flüchtlings-

rechtliche Relevanz in jedem Fall abzusprechen. Ob das Risiko einer all-

fälligen Vendetta im Hinblick auf die Zulässigkeit des Wegweisungsvoll-

zugs (Art. 3 EMRK) relevant sein könnte, ist nachfolgend unter der Erwä-

gung 7.2 zu prüfen. 

5.1.2 Bezüglich der geltend gemachten Verfolgung durch den albani-

schen Staat ist dem BFM beizupflichten, dass der Beschwerdeführer 

nicht in nachvollziehbarer Weise darzulegen vermochte, inwiefern er auf-

grund seiner behaupteten politischen Aktivitäten beziehungsweise jener 

seiner Vorfahren gegenwärtig einer asylrechtlich relevanten Gefährdung 

ausgesetzt sein sollte. So liegt [Vorfall von 1991], für die der Beschwerde-

führer verantwortlich sein will, gleich wie das Ende des Hoxha-Regimes, 

über zwanzig Jahre zurück (vgl. B28/19, F69 ff., S. 10; Neue Zürcher Zei-

tung [NZZ], Albaniens blockierte Aufarbeitung der Geschichte, 5. Januar 

2011). Wie der Beschwerdeführer selbst vorbrachte, sei es wegen [Vorfall 

von 1991] auch nie zu einem Gerichtsprozess gekommen (B28/19, F69, 

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Seite 12 

S. 10), weshalb im Zusammenhang mit dieser Angelegenheit heute kaum 

mehr mit Konsequenzen zu rechnen ist. Auch ist der Vorinstanz bei-

zupflichten, dass es nicht ersichtlich ist, wie der Beschwerdeführer vor 

dem Hintergrund der geltend gemachten Landesabwesenheit seit Anfang 

der 90er Jahre (B11/12, S. 9, Rz. 18; B28/19, F20, S. 4) ein politisches 

Engagement hätte entwickeln können, das ihn in Gegnerschaft zur Beri-

sha-Regierung und somit in Gefahr hätte bringen können. Bezüglich der 

geltend gemachten Inhaftierungen ist das BFM überdies zu Recht davon 

ausgegangen, dass diese kaum für das Asylgesuch des Beschwerdefüh-

rers in der Schweiz ausschlaggebend sein konnten, lag die letzte Inhaftie-

rung gemäss Angaben des Beschwerdeführers im Zeitpunkt seines ers-

ten Asylgesuches doch schon zwei Jahre zurück (A28/19, F82, S. 11). 

Überdies ist mit der Vorinstanz einig zu gehen, dass der Beschwerdefüh-

rer eine abschliessende Beurteilung der asylrechtlichen Relevanz der 

vorgebrachten Inhaftierungen verhindert hat, indem er sich trotz entspre-

chender Aufforderung anlässlich der Bundesanhörung nicht zu den ge-

nauen Gründen derselben äussern wollte (B28/19, F53, S. 8 und F72, S. 

10).   

5.1.3 Die auf Beschwerdeebene geltend gemachte Verfolgung durch die 

"Ex-Frau" des Beschwerdeführers und deren Familie wirkt nachgescho-

ben, wenn nicht gar wahnhaft. Selbst wenn diesem Vorbringen aber 

Glauben geschenkt würde, müsste ihm die flüchtlingsrechtliche Relevanz 

– gleich wie der geltend gemachten Verfolgung durch die Familie des 

verstorbenen C._______ – mangels Verfolgungsmotiven im Sinne von 

Art. 3 Abs. 1 AsylG abgesprochen werden. Darüber hinaus wäre der Be-

schwerdeführer in der Schweiz ohnehin nicht in Sicherheit, nachdem sich 

die Familienmitglieder, von denen er behauptet verfolgt zu werden, tat-

sächlich in der Schweiz aufhielten.   

5.2 Wie im Übrigen bereits in Erwägung 3 festgehalten, hat der Bundesrat 

Albanien mit Beschluss vom 5. Oktober 1993 als verfolgungssicheren 

Staat im Sinne von Art. 6a Abs. 2 Bst. a AsylG bezeichnet, was bedeutet, 

dass für Albanien die gesetzliche Regelvermutung besteht, dass dort kei-

ne asylrelevante staatliche Verfolgung zu befürchten und Schutz vor 

nichtstaatlicher Verfolgung gewährleistet ist. Diese Vermutung kann im 

Einzelfall aufgrund konkreter und substanziierter Hinweise umgestossen 

werden. Wie den Ausführungen in den Erwägungen 5.1 zu entnehmen ist, 

vermögen die anlässlich der Anhörungen protokollierten Vorbringen des 

Beschwerdeführers und die in der Beschwerdeschrift aufgeführten Grün-

de weder den Einwand der fehlenden Asylrelevanz zu entkräften noch die 

E-3876/2014 

Seite 13 

erwähnte Regelvermutung umzustossen. Überdies ist bezüglich der gel-

tend gemachten Verfolgung durch die Familie von C._______ und durch 

die Familie der Ex-Frau des Beschwerdeführers festzuhalten, dass kein 

Staat in der Lage ist, die Sicherheit seiner Bürgerinnen und Bürger im 

Falle von Übergriffen durch Dritte vollumfänglich zu gewährleisten.  

5.3 Die Vorbringen sind nach dem Gesagten als nicht asylrelevant im 

Sinne von Art. 3 AsylG zu qualifizieren. Das BFM hat demnach die Flücht-

lingseigenschaft des Beschwerdeführers zu Recht verneint und dessen 

Asylgesuch zu Recht abgelehnt. Daran ändern auch die auf Beschwer-

deebene eingereichten Unterlagen – die ohnehin nicht geeignet sind, die 

Verfolgungsvorbringen des Beschwerdeführers zu belegen – nichts.  

6.  

6.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, 

so verfügt es in der Regel die Wegweisung des Asylsuchenden aus der 

Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grund-

satz der Einheit der Familie (Art. 44 AsylG). 

6.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche 

Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-

chen. Auch aus dem Umstand, dass albanische Staatsangehörige seit 

dem 15. Dezember 2010 für einen kurzfristigen Aufenthalt im 

Schengenraum (maximal 90 Tage innerhalb einer Halbjahresperiode) von 

der Visumpflicht – unter der Voraussetzung, dass sie im Besitze eines bi-

ometrischen Passes sind – befreit sind, kann nichts zu Gunsten der Be-

schwerdeführenden abgeleitet werden. Die Wegweisung wurde demnach 

zu Recht angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je 

m.w.H.). 

6.3 Die Ausführungen des BFM in seiner Verfügung vom 27. Juni 2014, 

wonach die Asylgesuche der Ehefrau und der (…) Kinder des Beschwer-

deführers entgegen dem Grundsatz der Einheit der Familie gemäss 

Art. 44 AsylG in einem separaten Verfahren behandelt würden, sind sehr 

knapp ausgefallen und genügen der Begründungspflicht nicht. Angesichts 

der aktenkundigen familiären Probleme des Beschwerdeführers sind die 

Hintergründe dieses Entscheides indes – offenbar auch dem Beschwer-

deführer, der zur Trennung von seinen Kindern im Rahmen der Rechts-

mitteleingabe Stellung nahm – klar. So ist gegen den Beschwerdeführer 

ein Strafverfahren wegen (…) sowie wegen (…) im Gange (B37/32; 

B39/2; vgl. auch Beilagen zur Rechtsmitteleingabe vom 7. Juli 2014). Im 

E-3876/2014 

Seite 14 

Rahmen der damit zusammenhängenden Gewaltschutzmassnahmen 

wurde der Beschwerdeführer von der Kantonspolizei L._______ aus der 

gemeinsamen ehelichen Wohnung weggewiesen (B37/32). Derzeit befin-

det er sich wegen dieser Vorwürfe in Haft. Somit führen der Beschwerde-

führer und seine Ehefrau keinen gemeinsamen Haushalt mehr und leben 

faktisch getrennt, was dem Wunsch der Ehefrau, die sich gemäss Anga-

ben gegenüber dem BFM vor der Gewalt des Beschwerdeführers fürchtet 

(C25/12, F72, F86 und F96, S. 7-10), zu entsprechen scheint. Aus die-

sem Grund und angesichts der vom Beschwerdeführer gegenüber seiner 

Familie ausgehenden potenziellen Gefährdung, erscheint der Entscheid 

des BFM, die Asylgesuche der Ehefrau und der Kinder des Beschwerde-

führers in einem separaten Verfahren zu behandeln, sachgerecht. Daran 

vermögen auch die vom Beschwerdeführer in seiner Rechtsmitteleingabe 

dagegen erhobenen, pauschalen Einwände – seine "Ex-Frau" lüge und 

sei verrückt – nichts zu ändern, hat die Kantonspolizei L._______ nach 

Einvernahme der Parteien immerhin eine Gewaltschutzmassnahme ver-

fügt und das Zwangsmassnahmengericht die Haft verlängert (vgl. Brief 

des Strafverteidigers des Beschwerdeführers vom 20. Juni 2014 [Beilage 

zur Rechtsmitteleingabe vom 7. Juli 2014]). Die in Art. 44 AsylG gewählte 

Formulierung, der Grundsatz der Einheit der Familie sei bei der Wegwei-

sung und dem Wegweisungsvollzug "zu berücksichtigen", erhellt denn 

auch, dass im Einzelfall Abweichungen von diesem Grundsatz denkbar 

sind (vgl. EMARK 1995 Nr. 24 E. 11 c). Namentlich im Fall einer faktisch 

getrennten Ehe hat die ARK dies bejaht (EMARK 2004 Nr. 12).  

Das kürzlich gestützt auf einen Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts 

(Urteil des BVGer E-2062/2012 vom 7. September 2012) zur Frage der 

Verletzung von Art. 8 EMRK ergangene Urteil des EGMR (M.P.E.V. und 

andere gegen die Schweiz, Urteil vom 8. Juli 2014, Beschwerde Nr. 

3910/13) steht dieser Trennung der Verfahren insofern nicht entgegen, 

als die Ehefrau und die Kinder des Betroffenen im vom EGMR zu beurtei-

lenden Fall über eine vorläufige Aufnahme verfügten (vgl. § 17), während 

die Angehörigen des Beschwerdeführers Asylsuchende sind, die weder 

aus dem nationalen noch aus dem internationalen Recht einen Anspruch 

auf einen gefestigten Aufenthalt in der Schweiz ableiten können, weshalb 

sich auch der Beschwerdeführer nicht auf Art. 8 EMRK berufen kann (vgl. 

Urteil des BGer 2A.137/2002). Im Urteil des EGMR vom 8. Juli 2014 wur-

de überdies dem Umstand Rechnung getragen, dass der Betroffene trotz 

Trennung von seiner Ehefrau sowohl zu dieser als auch zu seinem min-

derjährigen Kind ein enges Verhältnis pflegte und die Ehefrau den Betrof-

fenen im Umgang mit seiner Krankheit weiterhin unterstützte (§ 56). Ein 

E-3876/2014 

Seite 15 

entsprechendes enges Verhältnis zwischen dem Beschwerdeführer und 

seiner von ihm getrennten Ehefrau kann, wie im vorangehenden Absatz 

geschildert, nicht bejaht werden. Auch lassen sich – angesichts der vom 

Beschwerdeführer ausgehenden potenziellen Gefährdung seiner gesam-

ten Familie – aus dem Kindeswohl keine Ansprüche ableiten. 

Dass das BFM das Asylgesuch des Beschwerdeführers und dessen 

Wegweisung losgelöst vom Verfahren der restlichen Familie behandelt 

hat, ist daher – angesichts der vom Beschwerdeführer ausgehenden po-

tenziellen Gefährdung, der faktischen Trennung der Familie und der De-

linquenzvorwürfe gegen den Beschwerdeführer – zu bestätigen.  

7.  

7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach 

den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 

AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über 

die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). 

Bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungsvollzugshindernissen 

gilt gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweis-

standard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie 

sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, andernfalls we-

nigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

7.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in 

den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 

Abs. 3 AuG). 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-

zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 

AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über 

die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 

Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft 

vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Übereinkommens vom 

10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche 

oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der 

E-3876/2014 

Seite 16 

Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder 

erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 

7.2.1 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend 

darauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement 

nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem 

Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Ge-

fährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in 

Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegen-

den Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerde-

führers in den Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von 

Art. 5 AsylG rechtmässig. 

7.2.2  

7.2.2.1 Fraglich ist allerdings, ob der Beschwerdeführer aufgrund seiner 

Befürchtung, im Falle einer Ausschaffung in den Heimatstaat Opfer von 

Racheakten seitens der verfeindeten Familien zu werden, mit beachtli-

cher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK respektive Art. 1 FoK 

verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des 

Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener 

des UN-Anti-Folterausschusses müsste er eine konkrete Gefahr ("real 

risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rück-

schiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. 

EGMR, Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Beschwerde 

Nr. 37201/06, §§ 124-127, m.w.H.). In ihrem Entscheid vom 2. März 1995 

(Nr. 24573/94) hat die Europäische Menschenrechtskommission die Ge-

fahr einer von nichtstaatlichen Urhebern ausgehenden Verfolgung unter 

dem Blickwinkel von Art. 3 EMRK geprüft und dabei unterstrichen, es 

komme allein auf das Bestehen einer objektiven Gefahr an. Auch der 

EGMR vertrat in seinem Urteil Ahmed gegen Österreich die Auffassung 

des absoluten Charakters von Art. 3 EMRK. Die Anwendbarkeit dieser 

Bestimmung auf nichtstaatliche Akteure wurde mithin bejaht und ist vom 

Verhalten der betreffenden Person unabhängig (vgl. EGMR, Ahmed ge-

gen Österreich, Urteil vom 17. Dezember 1996, Beschwerde 

Nr. 25964/94; seither ständige Praxis). Auch bereits die Schweizerische 

Asylrekurskommission (ARK) ging davon aus, dass die Anwendung von 

Art. 3 EMRK nicht voraussetzt, die drohende menschenrechtswidrige Be-

handlung müsse von staatlichen Organen ausgehen (vgl. EMARK 2004 

Nr. 14 E. 5.b, mit Hinweis auf EMARK 1996 Nr. 18 S. 182 ff.). Was die 

geschützten Rechtsgüter anbelangt, so ist der Anwendungsbereich von 

Art. 3 EMRK enger als derjenige des Non-Refoulement-Prinzips. Er um-

E-3876/2014 

Seite 17 

fasst nur den Schutz vor drohender Folter, unmenschlicher Behandlung 

oder Strafe und anderen schwerwiegenden Verletzungen der körperlichen 

oder psychischen Integrität einer Person, nicht aber vor jeder Art politisch 

motivierter Massnahmen, die zur Asylgewährung führen können. Hinge-

gen deckt Art. 3 EMRK auch unmenschliche Strafen als Folge gemein-

rechtlicher Delikte ab. Die Anforderungen, welche die europäischen Or-

gane an den Nachweis drohender unmenschlicher Behandlung stellen, 

sind als relativ hoch zu bezeichnen. Die bei der Prüfung der Flüchtlings-

eigenschaft gemäss Asylgesetz gestellten Anforderungen genügen hier 

nicht. Zwar wird kein eigentlicher Beweis gefordert, doch wird eine Rück-

schiebung nur dann für unzulässig erachtet, wenn eine "konkrete und 

ernsthafte Gefahr" besteht, dass die betroffene Person eine schwere 

Menschenrechtsverletzung erleiden wird (vgl. EGMR, Saadi gegen Ita-

lien, a.a.O.; EMARK 1996 Nr. 18 S. 186 f.). Der Gerichtshof hielt hierzu 

fest, dass die blosse Möglichkeit einer Misshandlung nicht zur Verletzung 

von Art. 3 EMRK führen kann. Es müssten stichhaltige Gründe für die An-

nahme vorliegen, dass die betroffene Person im Fall ihrer Auslieferung 

einem realen Risiko ausgesetzt sei, im betreffenden Staat Folter, un-

menschlicher Behandlung oder Strafe unterworfen zu sein (vgl. EGMR, 

Soering gegen Vereinigtes Königreich, Urteil vom 7. Juli 1989, Beschwer-

de Nr. 14038/88; seither ständige Praxis). 

Wie bereits in Erwägung 5.1.1 festgehalten, wird die Existenz einer kon-

kreten und ernsthaften Bedrohungslage aufgrund der vorgebrachten 

Vendetta der Familie des verstorbenen C._______ dadurch in Frage ge-

stellt, dass der Beschwerdeführer nachweislich immer wieder – sogar 

nach Einreichung des Asylgesuchs in der Schweiz  – nach Albanien zu-

rückgekehrt ist. Wie vom BFM in seiner angefochtenen Verfügung ange-

führt, kommt hinzu, dass sich der Beschwerdeführer vor Einreichung sei-

nes Asylgesuchs in der Schweiz während Jahren in Westeuropa auf-

gehalten hat, ohne sich um asylrechtlichen Schutz zu bemühen. Ein sol-

ches Verhalten ist mit der Behauptung, im Heimatland mit dem Tod be-

droht zu sein und somit eine unmenschliche Behandlung im Sinne von 

Art. 3 EMRK befürchten zu müssen, schwer vereinbar, weshalb der an-

spruchsvolle Nachweis des "real risk" wohl bereits daran scheitert. Auffäl-

lig erscheint in diesem Zusammenhang überdies, dass die Brüder des 

Beschwerdeführers gemäss dessen Angaben nach wie vor in B._______, 

dem Heimatdorf des Beschwerdeführers, leben (B28/19, F10 f., S. 3), ob-

schon auch diese als nahe männliche Verwandte des Beschwerdeführers 

von der geltend gemachten Blutrache der Familie von C._______ betrof-

fen wären (vgl. Tages Anzeiger, "Eine Blutrache sieht nur die Tötung ei-

E-3876/2014 

Seite 18 

nes Mannes vor", 23. August 2011; RAINER MATTERN, SFH (Hrsg.), Koso-

vo: Bedeutung der Tradition im heutigen Kosovo, Bern, 24. November 

2004, S. 15). In jedem Fall kann der Beschwerdeführer einer Art. 3 EMRK 

zuwiderlaufenden Behandlung seitens Dritter aber dadurch begegnen, 

dass er sich in einem anderen Teil Albaniens niederlässt. Eine innerstaat-

liche Wohnsitzalternative ist grundsätzlich immer dann gegeben, wenn 

eine Person nur in einem Teil oder lediglich in begrenzten Teilen ihres 

Heimatlandes ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder solche Nachteile 

zu befürchten hat, in anderen Landesteilen aber Zuflucht und Schutz fin-

den kann. Eine Suche nach dem Beschwerdeführer seitens der Familie 

des verstorbenen C._______ auf dem gesamten Staatsgebiet Albaniens 

ist als eher unwahrscheinlich einzustufen. Aufgrund der Möglichkeit einer 

innerstaatlichen Wohnsitzalternative ist vorliegend keine genügend kon-

krete Gefahr dargetan, dass sich die Blutrache mit hinreichender Wahr-

scheinlichkeit realisieren wird. Der Beschwerdeführer kann somit durch 

die Verlegung seines Wohnsitzes in eine grössere albanische Stadt, wo 

ein Leben in einer gewissen Anonymität möglich ist, eine allfällige in sei-

nem Heimatort drohende Gefahr für Leib und Leben abwenden, wodurch 

er durch eine Rückkehr in sein Heimatland keinem realen Risiko einer 

Verletzung von Art. 3 EMRK ausgesetzt ist. Dies gilt auch für die geltend 

gemachte Verfolgung durch die Familie der "Ex-Frau" des Beschwerde-

führers, wobei diesbezüglich – in Wiederholung der Erwägung 5.1.3 – an-

zufügen ist, dass der Beschwerdeführer auch in der Schweiz nicht in Si-

cherheit wäre, sofern sich die Angehörigen von F._______, wie vom Be-

schwerdeführer behauptet, tatsächlich in der Schweiz aufhielten.    

7.2.2.2 Im Übrigen lässt auch die allgemeine Menschenrechtssituation in 

Albanien den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als un-

zulässig erscheinen. Allein aus schlechten Lebensbedingungen ergibt 

sich keine Gefährdung oder Bedrohung im Sinne des Art. 3 EMRK, so-

lange die notdürftigsten Lebensgrundlagen sichergestellt sind. Dies gilt 

auch bezüglich allfälliger medizinischer Bedürfnisse des Beschwerdefüh-

rers infolge dessen gesundheitlicher Beschwerden, deren Art und Aus-

mass ohnehin unbekannt sind, da der Beschwerdeführer sie in seiner 

Rechtsmitteleingabe weder erwähnte noch durch ärztliche Atteste beleg-

te. So kann eine zwangsweise Rückweisung von Personen mit gesund-

heitlichen Problemen nur dann einen Verstoss gegen Art. 3 EMRK dar-

stellen, wenn die betroffene Person sich in einem fortgeschrittenen oder 

terminalen Krankheitsstadium und bereits in Todesnähe befindet oder 

wenn mangels angemessener medizinischer Behandlungsmöglichkeiten 

im Heimatstaat eine Verschlimmerung eines bereits bestehenden psychi-

E-3876/2014 

Seite 19 

schen Leidens zu erwarten wäre, die selbstgefährdende Handlungen der 

betroffenen Person zur Folge haben könnte. Die Schwelle für die Annah-

me einer Verletzung von Art. 3 EMRK ist aber auch diesbezüglich hoch 

(vgl. BVGE 2011/9 E. 7 mit Hinweisen auf die Praxis des EGMR).  

Nach Information der Staatsanwaltschaft musste der Beschwerdeführer 

im April 2014 kurzzeitig in [eine Klinik] eingewiesen werden (B38/4). Dass 

er sich aufgrund seines psychischen Gesundheitszustandes in Todesnä-

he befände, lässt sich alleine daraus indes nicht schliessen. Auch mit 

Blick auf die vom Beschwerdeführer vorgebrachte Erkrankung an (…) 

und (…) erscheint die Schwelle für die Bejahung einer drohenden un-

menschlichen Behandlung gemäss Art. 3 EMRK noch nicht erreicht. Wie 

in den nachfolgenden Erwägungen dargelegt, ist überdies davon auszu-

gehen, dass in Albanien grundlegende medizinische Behandlungsmög-

lichkeiten bestehen, die zwar nicht unbedingt dem hohen Standard der in 

der Schweiz angebotenen Gesundheitsversorgung entsprechen, eine 

Verschlimmerung eines allfälligen psychischen Leidens des Beschwerde-

führers aber unwahrscheinlich machen.   

7.2.3 Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im 

Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.  

7.3  

7.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 

und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat 

aufgrund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und 

medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Ge-

fährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die 

vorläufige Aufnahme zu gewähren. 

7.3.2 Angesichts der heutigen Lage in Albanien ist gemäss konstanter 

Praxis nicht von einer Situation allgemeiner Gewalt oder kriegerischer 

beziehungsweise bürgerkriegsähnlicher Verhältnisse zu sprechen. Es 

bleibt zu prüfen, ob dem Beschwerdeführer aufgrund seiner individuellen 

Situation – insbesondere aufgrund allfälliger gesundheitlicher Probleme – 

eine Rückkehr in sein Heimatland und nötigenfalls eine innerstaatliche 

Aufenthaltsalternative in einem anderen Teil von Albanien zuzumuten ist.  

Wie bereits in Erwägung 7.2.2.2 erwähnt, ist davon auszugehen, dass der 

Zugang zu einer grundlegenden Behandlung allfälliger psychischer und 

physischer Krankheiten des Beschwerdeführers in grösseren albanischen 

E-3876/2014 

Seite 20 

Städten gewährleistet ist. Obwohl es gemäss den konsultierten Quellen 

insbesondere ausserhalb von Tirana an fachärztlicher Versorgung man-

gelt, wird die medizinische Grundversorgung, einschliesslich bestimmter 

Medikamente, durch ein Netzwerk von Basisgesundheitszentren, Kliniken 

und Krankenhäusern in 36 Bezirken des Landes kostenlos zur Verfügung 

gestellt (vgl. European Asylum Support Office, Asylum applicants from the 

Western Balkans, Comparative analysis of trends, push–pull factors and 

responses, 2013, S. 41; European Commission, Albania: 2013 Progress 

Report, 16. Oktober 2013, S. 54). Mit Blick auf die Behandlung psychi-

scher Erkrankungen gibt es nach Angaben der Weltgesundheitsorganisa-

tion in Albanien unter anderem zwei psychiatrische Kliniken, zwanzig Am-

bulatorien und drei sogenannte "day treatment facilities" (vgl. World 

Health Organization [WHO], Mental Health Atlas 2011, Albania, 

http://www.who.int/mental_health/evidence/atlas/profiles/alb_mh_profile.-

pdf?ua=1, abgerufen am 6. August 2014). Auch wurden in den vergange-

nen Jahren zehn betreute Wohnheime und sechs weitere kommunale 

Gesundheitszentren für psychisch kranke Personen eröffnet (vgl. Council 

of Europe, Report to the Albanian Government on the visit to Albania car-

ried out by the European Committee for the Prevention of Torture and In-

human or Degrading Treatment or Punishment [CPT], 20. März 2012, 

S. 43 ff., http://www.refworld.org/cgi-bin/texis/vtx/rwmain?docid=4fe46ab-

62, abgerufen am 6. August 2014). In wenigen staatlichen Krankenhäu-

sern werden ausserdem Psychotherapien angeboten. Zudem gibt es in 

Albanien, vorwiegend in Tirana, eine kleine Anzahl von NGOs (z.B. die 

Albanian Association for Psychotherapy), welche kostengünstige Dienst-

leistungen für psychisch kranke Personen anbieten (vgl. JULIA MOSER, 

SFH (Hrsg.), Albanien: Posttraumatische Belastungsstörung; Blutrache, 

Bern, 13. Februar 2013, S. 6 ff.). Auch wenn die Möglichkeiten für statio-

näre Aufenthalte und das Angebot an Psychotherapien in diesen landes-

weit verfügbaren psychiatrischen Einrichtungen als ungenügend einge-

stuft werden (vgl. MOSER, ebda., S. 7), ist davon auszugehen, dass die 

grundlegenden Behandlungsmöglichkeiten psychischer Erkrankungen mit 

Blick auf den vorliegenden Fall gewährleistet sind. So scheinen die Lei-

den des Beschwerdeführers nicht von ausgeprägter Intensität zu sein, hat 

er nach eigenen Angaben anlässlich der Anhörung vom 27. April 2012 bis 

zu diesem Zeitpunkt doch weder psychiatrische noch psychologische Hil-

fe in Anspruch genommen (B28/19, F124, S. 16). Schliesslich ist darauf 

hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer im Rahmen der individuellen 

Rückkehrhilfe die Möglichkeit hat, zusätzliche medizinische Hilfeleistun-

gen, wie beispielsweise die Beschaffung eines Vorrats an notwendigen 

Medikamenten, zu beantragen. 

E-3876/2014 

Seite 21 

Im Übrigen ist der Vorinstanz beizupflichten, dass es dem Beschwerde-

führer zugemutet werden kann, in einem anderen, städtischen Teil Alba-

niens Fuss zu fassen, hat er im Rahmen seiner illegalen Aufenthalte in 

ganz Europa tatsächlich bewiesen, dass es ihm an Anpassungsfähigkeit 

und Finanzierungsmöglichkeiten nicht mangelt. Auch ist es ihm zuzumu-

ten, zwecks Lösung des Konflikts mit der Familie des verstorbenen 

C._______ eine ernsthafte Schlichtung ins Auge zu fassen. So liegt nicht 

nur der vom Beschwerdeführer vorgebrachte persönliche Beilegungsver-

such der Blutfehde (B28/19, F101, S. 13), sondern auch das auslösende 

Ereignis bereits viele Jahre zurück, weshalb eine erhöhte Chance be-

steht, dass ihm die Familie des verstorbenen C._______ verzeiht.  

7.3.2.1 Schliesslich ist der gesundheitlichen Situation des Beschwerde-

führers insbesondere bei der Ausgestaltung der Vollzugsmodalitäten ge-

bührend Rechnung zu tragen. So sind die Hinweise in seiner Rechtsmit-

teleingabe, er werde nur noch als toter Mann nach Albanien zurückkeh-

ren, lebend bringe ihn niemand mehr dorthin, vor dem Hintergrund seiner 

im [Klinikaufenthalt] im April 2014 gipfelnden labilen psychischen Situati-

on als potentielle Suiziddrohungen zu verstehen. Die mit dem Vollzug der 

angefochtenen Verfügung beauftragten schweizerischen Behörden sind 

gehalten, dem Gesundheitszustand des Beschwerdeführers bei der Be-

stimmung der konkreten Modalitäten seiner Überstellung Rechnung tra-

gen. Sie werden, falls angezeigt, jegliche zweckdienlichen Massnahmen 

– wie die vorgängige Information der albanischen Behörden beziehungs-

weise die Eröffnung des vorliegenden Urteils gegenüber dem Beschwer-

deführer in geeigneter Form – zu ergreifen haben, um einer vom Be-

schwerdeführer ausgehenden Selbst- oder Fremdgefährdung bei der 

Überstellung nach Albanien entgegenzuwirken.  

7.3.3 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch 

als zumutbar. 

7.4 Der Vollzug ist schliesslich nach Art. 83 Abs. 2 AuG auch als möglich 

zu bezeichnen, weil der Beschwerdeführer über einen bis ins Jahre 2020 

gültigen Reisepass verfügt. 

7.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung 

der vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 

AuG). 

E-3876/2014 

Seite 22 

8.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig 

sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist 

abzuweisen. 

9.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt 

Fr. 600. festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsge-

richt [VGKE, SR 173.320.2]). 

(Dispositiv nächste Seite)  

E-3876/2014 

Seite 23 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 600. werden dem Beschwerdeführer auf-

erlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zuguns-

ten der Gerichtskasse zu überweisen. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Christa Luterbacher Regina Derrer 

 

 

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