# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8880ccc4-6a86-51f3-ac6c-d65faaf56845
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-09-30
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsrekurskommission 30.09.2014 I/1-2014/93
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VWEK_001_I-1-2014-93_2014-09-30.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: I/1-2014/93

Stelle: Verwaltungsrekurskommission

Rubrik: Abgaben und öffentliche Dienstpflichten

Publikationsdatum: 30.09.2014

Entscheiddatum: 30.09.2014

Entscheid Verwaltungsrekurskommission, 30.09.2014
Art. 50 Abs. 5 StG (sGS 811.1); Art. 20 Abs. 1bis DBG (SR 642.11). 
Teilbesteuerung von Gewinnen aus Beteiligungen, interkantonale 
Steuerausscheidung. Die im Kanton St. Gallen beschränkt Steuerpflichtigen 
unterliegen in ihrem Wohnsitzkanton Thurgau für eine bestimmte Dividende 
der Teileinkünftebesteuerung. Bei der Festlegung des satzbestimmenden 
Einkommens für die Besteuerung im Kanton St. Gallen bzw. für die 
Steuerausscheidung ist diese Teilbesteuerung nicht massgebend, da nur die 
Dividendeneinkünfte im Kanton Thurgau entlastet werden sollen, nicht auch 
die Einkünfte an Spezialsteuerdomizilen, vorliegend im Kanton St. Gallen 
 (Urteil der Verwaltungsrekurskommission, Abteilung I/1, 30. September 
2014, I/1-2014/93).

Präsident Thomas Vögeli, Richter Fritz Buchschacher und Markus Frei, a.o. 

Gerichtsschreiber Samuel Wyrsch

X und Y, Rekurrenten,

gegen

Kantonales Steueramt, Davidstrasse 41, 9001 St. Gallen, Vorinstanz,

betreffend

Kantons- und Gemeindesteuer (Einkommen und Vermögen 2012)

Sachverhalt:

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A.- Die Eheleute X und Y erzielen ihr Einkommen aus unselbständiger sowie 

selbständiger Erwerbstätigkeit und wohnten im Jahr 2012 in A (Gemeinde B), Kanton 

Thurgau, wo sich ihr Hauptsteuerdomizil befindet. Gemeinsam sind sie Eigentümer 

diverser Liegenschaften in den Kantonen St. Gallen, Thurgau und Tessin.

B.- Für die Kantons- und Gemeindesteuern 2012 wurden die Eheleute X und Y im 

Rahmen einer Steuerausscheidung im Kanton St. Gallen mit einem steuerbaren 

Einkommen von Fr. 41'900.– (zum Satz von Fr. 164'700.–) und einem steuerbaren 

Vermögen von Fr. 236'000.– (zum Satz von Fr. 622'000.–) veranlagt. Die gegen diese 

Veranlagung am 4. März 2014 erhobene Einsprache hat das kantonale Steueramt am 

22. April 2014 durch die Festsetzung des steuerbaren Einkommens auf Fr. 41'400.– 

(zum Satz von Fr. 115'800.–) teilweise gutgeheissen. Beim Vermögen änderte sich 

nichts.

C.- Gegen den Einspracheentscheid erhoben die Eheleute X und Y mit Eingabe vom 

27. April 2014 Rekurs bei der Verwaltungsrekurskommission mit dem Antrag um 

Herabsetzung des satzbestimmenden Einkommens auf Fr. 55'800.–. Dieser Betrag 

entspreche nach Ansicht der Rekurrenten dem durch das kantonale Steueramt 

festgelegten satzbestimmenden Einkommen von Fr. 115'800.–, abzüglich des 

Teilbesteuerungsabzugs der Dividende von Fr. 60'000.– (40 % der Bruttodividende von 

Fr. 150'000.–) und sei das korrekte satzbestimmende Einkommen.

Die Vorinstanz liess sich am 26. Mai 2014 dazu vernehmen und beantragte mit Verweis 

auf den Einspracheentscheid vom 22. April 2014 die kostenfällige Abweisung des 

Rekurses. Weiter führte sie aus, dass die steuerliche Entlastung durch die 

Teilbesteuerung der Dividende im Rahmen der Steuerausscheidung bereits vollständig 

dem Hauptsteuerdomizil zugewiesen worden sei. In der Folge erhielten die Rekurrenten 

Gelegenheit zur Stellungnahme, woraufhin sie am 12. Juni 2014 im Wesentlichen 

ausführten, dass der Kanton St. Gallen von einem zu hohen satzbestimmenden 

Einkommen ausgegangen sei, welches nach unten korrigiert werden müsse. Grund 

dafür sei ein nicht gewährter Teilbesteuerungsabzug bei der erhaltenen Dividende.

Erwägungen:

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1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die 

Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur 

Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 27. April 2014 ist rechtzeitig 

eingegangen. Er erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen 

Anforderungen (Art. 194 Abs. 1 des Steuergesetzes, sGS 811.1, abgekürzt: StG; Art. 48 

des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf den 

Rekurs ist einzutreten.

2.- Vorliegend ist umstritten, ob die Vorinstanz von der korrekten 

Bemessungsgrundlage ausgegangen ist. So halten die Rekurrenten dafür, dass nicht – 

wie aus der Veranlagung ersichtlich – das Gesamteinkommen die 

Bemessungsgrundlage bilde, sondern beim Dividendeneinkommen sei, wie am 

Hauptsteuerdomizil, nur ein Teil in die Bemessungsgrundlage einzubeziehen. 

Zumindest aber sei das Halbsatzverfahren des Kantons St. Gallen anzuwenden.

a) Nach Art. 13 Abs. 1 StG sind natürliche Personen aufgrund persönlicher 

Zugehörigkeit steuerpflichtig, wenn sie ihren steuerrechtlichen Wohnsitz oder 

Aufenthalt im Kanton haben. Vorliegend ist unbestritten, dass sich das 

Hauptsteuerdomizil der Rekurrenten im Kanton Thurgau befindet. Anknüpfungspunkt 

zum Kanton St. Gallen als Spezialsteuerdomizil ist ein auf dem Gebiet der Gemeinde C 

gelegenes Mehrfamilienhaus, welches den Rekurrenten gehört.

Art. 14 Abs. 1 lit. b StG i.V.m. Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die 

Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden (SR 642.14, 

abgekürzt: StHG) bestimmen, dass bei wirtschaftlicher Zugehörigkeit die Steuerpflicht 

auf im Kanton St. Gallen gelegene Grundstücke beschränkt ist; das am 

Hauptsteuerdomizil besteuerte Einkommen oder andere ausserhalb des Kantons 

St. Gallen gelegene Grundstücke sind davon nicht erfasst. Dies kommt einer 

Ausweitung der Steuerhoheit auf Personen, welche im Ausland oder in einem anderen 

Kanton wohnen, jedoch in einer genau umschriebenen Beziehung zum Kanton 

St. Gallen stehen, gleich (vgl. Zigerlig/Oertli/Hofmann, Das st. gallische Steuerrecht, 7. 

Aufl. 2014, S. 22). Nach Art. 16 Abs. 1 StG erfolgt die Steuerausscheidung im 

Verhältnis zu anderen Kantonen und zum Ausland nach den Grundsätzen des 

Bundesrechts über das Verbot der interkantonalen Doppelbesteuerung. 

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Steuerpflichtige, die im Kanton für einen Teil ihres Einkommens und Vermögens 

steuerpflichtig sind, entrichten gemäss Art. 18 Abs. 1 StG die Steuern für die im Kanton 

steuerbaren Werte nach dem Steuersatz, der ihrem gesamten Einkommen und 

Vermögen entspricht. Unter Vorbehalt der bundesrechtlichen Regeln zur 

interkantonalen Steuerausscheidung und zur Vermeidung der interkantonalen 

Doppelbesteuerung ermittelt jeder Kanton die für die kantonalen Steuern 

massgebenden Faktoren anhand seiner eigenen Steuerordnung (vgl. Art. 1 Abs. 3 

StHG). Dabei ist eine Doppelbesteuerung anzunehmen, wenn eine steuerpflichtige 

Person für das gleiche Steuerobjekt während der gleichen Periode in zwei oder 

mehreren Kantonen besteuert wird (vgl. BGE 134 I 303 E. 2.1).

Für den Fall, dass eine Konkurrenz verschiedener Steuerdomizile vorliegt 

(Hauptsteuerdomizil und eines oder mehrere Spezialsteuerdomizile), wird zur 

Vermeidung einer Doppelbesteuerung eine sogenannte Steuerausscheidung 

vorgenommen. Sind mehrere Kantone beteiligt, so findet das in Art. 127 Abs. 3 BV 

festgehaltene Doppelbesteuerungsverbot Anwendung.

Im Rahmen interkantonaler Verhältnisse wird eine Doppelbesteuerung mittels einer 

unbedingten Befreiung vermieden. Dies bedeutet, dass die Befreiung nicht 

uneingeschränkt, sondern unter Progressionsvorbehalt erfolgt. Somit dürfen für die 

Ermittlung des jeweils anwendbaren Steuersatzes freigestellte Vermögens- und 

Einkommensteile berücksichtigt werden. Es wird folglich, im Rahmen der jeweils 

anwendbaren kantonalen Normen, vom Gesamteinkommen bzw. Gesamtvermögen 

ausgegangen (vgl. P. Locher, Einführung in das interkantonale Steuerrecht, 3. Aufl. 

2009, S. 128). Die im Kanton St. Gallen anwendbare Bestimmung ist Art. 18 StG, 

wonach Steuerpflichtige, welche nur für einen Teil ihres Einkommens und Vermögens 

im Kanton steuerpflichtig sind, ihre Steuern für die in St. Gallen steuerbaren Werte nach 

dem Steuersatz, der dem gesamten Einkommen und Vermögen entspricht, entrichten. 

Dies folgt ohne Weiteres aus der grundsätzlichen Steuerhoheit der Kantone, welche 

ihrerseits aus der subsidiären kantonalen Generalkompetenz gemäss Art. 3 BV 

resultiert (vgl. BGer 2C_348/2010 vom 19. Oktober 2010 E. 3).

b) Die Rekurrenten sind Eigentümer von zwei Grundstücken im Kanton Thurgau und je 

einem in den Kantonen St. Gallen und Tessin. Im vorliegenden Fall ist daher für das 

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Einkommen und das Vermögen eine Steuerausscheidung zwischen dem 

Hauptsteuerdomizil, dem Kanton Thurgau, und den Spezialsteuerdomizilen, den 

Liegenschaftskantonen, vorzunehmen. Bei der Vermögensausscheidung werden 

zunächst die Aktiven gemäss den Zuteilungsnormen auf die beteiligten Kantone 

verlegt, d.h. die Liegenschaften werden den Belegenheitskantonen, die beweglichen 

Aktiven dagegen dem Hauptsteuerdomizil zugewiesen. Die gesamten Schulden werden 

im Verhältnis der den einzelnen Kantonen zugewiesenen Aktiven zu den Gesamtaktiven 

verlegt (vgl. statt vieler Höhn/Mäusli, Interkantonales Steuerrecht, 4. Aufl. 2000, § 19 N 

10; BGE 119 Ia 46 E. 4a). Darauf wurde im Formular der Steuerausscheidung 

ausdrücklich hingewiesen. Bei der Steuerausscheidung ist ausserdem zu 

berücksichtigen, dass die Verlegung der Schulden vom Wert der in den einzelnen 

Kantonen steuerpflichtigen Aktiven abhängt. Die Bewertung von Liegenschaften kann 

nach unterschiedlichen Gesichtspunkten vorgenommen werden. Vielfach schreiben die 

kantonalen Gesetzgebungen Schätzungsmethoden vor, die bei Liegenschaften einen 

unter dem effektiven Wert liegenden Steuerwert ergeben. Je niedriger der kantonale 

Steuerwert ist, desto weniger Passiven werden übernommen. Bewertet dagegen der 

andere Kanton die ausserkantonalen Aktiven zum effektiven Wert, so weist er dem 

Kanton mit der niedrigen Bewertung mehr Passiven zu, als dieser zu übernehmen 

bereit ist. Daher müssen die Kantone bei ausserkantonalen Objekten den gleichen 

Bewertungsmassstab anwenden wie bei den innerkantonalen Grundstücken. Die von 

den beteiligten Kantonen angewandten Bewertungsregeln können zwar verschieden 

sein, doch muss jeder Kanton die von ihm gewählten Regeln sowohl bei den ihm 

zugewiesenen als auch bei den ausserkantonalen Vermögenswerten anwenden 

(vgl. Höhn/Mäusli, a.a.O., § 19 N 16 f.). Auch darauf wurde im Formular der 

Steuerausscheidung ausdrücklich hingewiesen. Die Schweizerische Steuerkonferenz 

hat zur Angleichung der Bewertungsmassstäbe für Liegenschaften Repartitionsfaktoren 

festgelegt. Für nichtlandwirtschaftliche Grundstücke im Kanton St. Gallen beträgt 

dieser ab der Steuerperiode 2002 80 % der amtlichen Verkehrswertschätzung. Der 

Repartitionsfaktor für nichtlandwirtschaftliche Grundstücke im Kanton Thurgau beträgt 

demgegenüber 70 %, jener für solche im Kanton Tessin 115 % (vgl. Kreisschreiben 

Nr. 22 vom 21. November 2006, veröffentlicht auf: www.steuerkon- ferenz.ch, 

Kreisschreiben). Dies bedeutet, dass für die Steuerausscheidung der amtliche 

Verkehrswert der Grundstücke des Kantons St. Gallen auf 80 % und jener der 

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Grundstücke im Thurgau auf 70 % zu reduzieren ist, während der amtliche 

Verkehrswert des Grundstücks im Kanton Tessin, wie er nach den Regeln des Kantons 

Tessin ermittelt wurde, um 15 % auf 115 % heraufzusetzen ist. Damit wird den 

unterschiedlichen kantonalen Schätzungsregeln Rechnung getragen. Nach Massgabe 

dieser Repartitionswerte sind in der Folge die Passiven und – zur Ermittlung des 

steuerbaren Einkommens – die Schuldzinsen zu verlegen. Für das im Kanton St. Gallen 

steuerbare Vermögen ist hernach die Differenz zwischen Repartitionswert und 

kantonalem Steuerwert wieder hinzuzurechnen, um das Reinvermögen zu bestimmen. 

Zur Festsetzung des satzbestimmenden Vermögens sind ausserdem die 

Repartitionswerte der ausserkantonalen Grundstücke nach Massgabe der st. gallischen 

Berechnungsweise anzupassen, d.h. der Repartitionswert ist wie jener der 

Grundstücke im Kanton Thurgau auf 70 % und jenes im Kanton Tessin auf 115 % des 

satzbestimmenden Vermögenswertes zu veranschlagen, was im vorliegend Fall korrekt 

ausgeführt wurde.

c) Vielfach bereitet die Aufteilung von Schuldzinsen Schwierigkeiten, da sie nicht immer 

eindeutig einem Vermögensobjekt oder einer Einkunftsart zugerechnet werden können. 

Aus diesem Grund werden Schuldzinsen grundsätzlich nach dem Verhältnis der in den 

einzelnen Kantonen gelegenen Aktiven aufgeteilt. Somit kann sichergestellt werden, 

dass in der Summe sämtliche Schuldzinsen berücksichtigt werden (Höhn/Mäusli, 

a.a.O., § 19 N 10 ff.). Auch nach Verteilung anhand der im jeweiligen Kanton gelegenen 

Aktiven kann es vorkommen, dass der Anteil an Schuldzinsen – welcher von einem 

Kanton übernommen werden muss – grösser ist als der im betroffenen Kanton erzielte 

Vermögensertrag. In diesen Fällen hat eine weitere Aufteilung der Schuldzinsen zu 

erfolgen, und zwar sind Schuldzinsen in erster Linie auf diejenigen Kantone zu 

verlegen, welche noch über Ertrag aus dem Vermögen verfügen. Als Verteilschlüssel 

findet wiederum das Verhältnis der im Kanton steuerbaren Aktiven Anwendung (vgl. 

Höhn/Mäusli, a.a.O., § 21 N 11 ff.).

Gemäss Art. 34 StG sind Erträge aus unbeweglichem Vermögen – worunter alle 

Einkünfte aus Vermietung, Verpachtung, Nutzniessung oder sonstiger Nutzung fallen – 

steuerbar. Hierbei ist die Einschränkung auf Vermögenserträge des Privatvermögens zu 

beachten. Zu Einkünften aus unbeweglichem Vermögen zählen insb. Erträge aus 

Grundstücken, welche dem Steuerpflichtigen gehören. In erster Linie ist dabei an Miet- 

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oder Pachtzinsen zu denken, aber auch alle Einkünfte des Vermieters für Nebenkosten 

oder Zinszuschüsse von Bund, Kanton oder Gemeinde zur Förderung des 

Wohnungsbaus fallen darunter. Den Einkünften entgegenstehende Aufwendungen 

können als Unterhalts- oder Verwaltungskosten in Abzug gebracht werden. 

Ausgenommen sind Erträge gemäss Art. 131 StG, welche die Substanz des 

Grundstücks antasten, da in diesen Fällen allenfalls ein der Grundstückgewinnsteuer 

unterliegender Kapitalgewinn vorliegt (vgl. Zigerlig/Oertli/

Hofmann, a.a.O., S. 117).

d) Zur Milderung der wirtschaftlichen Doppelbelastung existieren zwei verschiedene 

Verfahren. Zunächst ist nach Art. 20 des Bundesgesetzes über die direkten 

Bundessteuer (SR 642.11, abgekürzt: DBG) das Teileinkünfteverfahren zu nennen. 

Danach wird eine Entlastung hinsichtlich Bemessungsgrundlage erreicht; es wird also 

nur ein bestimmter Prozentsatz der steuerbaren Dividende der Besteuerung 

unterworfen und in die Bemessungsgrundlage einbezogen (vgl. Richner/Frei/

Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 2. Aufl. 2009, N 187 f. zu Art. 20 DBG). 

In den meisten Kantonen wird das sogenannte Teilsatzverfahren angewendet, wobei 

qualifizierte Beteiligungserträge vollständig – also zu 100 % – für die Satzbestimmung 

des Gesamteinkommens berücksichtigt werden. Die Besteuerung der 

Beteiligungserträge erfolgt unter Berücksichtigung eines tieferen Steuersatzes als 

desjenigen, welcher für das restliche Einkommen zur Anwendung gelangt (vgl. Richner/

Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O. N 187 zu Art. 20 DBG). Mit dem im Kanton St. Gallen 

angewendeten Halbsatzverfahren wird die wirtschaftliche Doppelbelastung von 

Personen gemildert, welche an Kapitalgesellschaften oder Genossenschaften 

qualifiziert (über 10 % des Aktien- oder Stammkapitals) beteiligt sind (vgl. Art. 50 StG). 

Davon sind nach Art. 35 StG offene und verdeckte Gewinnausschüttungen, so insb. 

auch Dividenden, erfasst (vgl. Locher, a.a.O., S. 128 und Richner/Frei/Kaufmann/

Meuter, a.a.O., N 179 ff. zu Art. 20 DBG). Die dabei ausgeschütteten Bruttogewinne 

werden ohne Abzüge zur Hälfte des für das steuerbare Gesamteinkommen 

anwendbaren Steuersatzes besteuert. Auf die Einkommensbemessung hat diese 

Methode hingegen keinen Einfluss (vgl. Zigerlig/Oertli/Hofmann, a.a.O., S. 184 und St. 

Galler Steuerbuch [StB] 50 Nr. 2). Das Halbsatzverfahren tangiert somit die 

Bemessungsgrundlage nicht und die interkantonalen Ausscheidungsregeln gelten 

weiterhin; einzig eine tarifarische Entlastung findet statt (StB 50 Nr. 2). Im Vergleich 

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dazu wendet der Kanton Thurgau das auf kantonaler Ebene seltenere 

Teileinkünfteverfahren an (vgl. §§ 20b und 22 Abs. 2 des Gesetzes über die Staats- und 

Gemeindesteuern [Kanton Thurgau], RB 640.1).

e) Die Vorinstanz hält in ihrer Vernehmlassung vom 26. Mai 2014 dafür, dass sich auch 

bei Anwendung des Halbsatzverfahrens nichts ändere, habe dieses doch nur eine 

tarifarische Entlastung zur Folge und tangiere nicht die Bemessungsgrundlage. Im 

Übrigen sei die qualifizierte Beteiligung dem Privatvermögen zuzurechnen, weshalb die 

Besteuerung ausgeschütteter Gewinne vollständig dem Wohnsitz überlassen sei. Der 

Wohnsitzkanton habe einen Teilbesteuerungsabzug von 40 % bereits vollständig 

gewährt, eine Reduktion der Bemessungsgrundlage im Kanton St. Gallen sei nicht 

vorgesehen.

Die Rekurrenten führen in ihrer Stellungnahme zur Vernehmlassung der Vorinstanz am 

12. Juni 2014 aus, dass das st. gallische Steueramt das satzbestimmende Einkommen 

falsch berechnet habe. Im Kanton Thurgau sei die Dividende nur teilbesteuert worden 

und das gleiche Verfahren müsse ebenfalls im Kanton St. Gallen angewendet werden. 

Das satzbestimmende Einkommen liege so bei Fr. 55'800.– und nicht wie im 

Einspracheentscheid vom 22. April 2014 bei Fr. 115'800.–. Die Kantone Thurgau und 

Tessin hätten diesem Umstand korrekt Rechnung getragen, nicht hingegen der Kanton 

St. Gallen.

f) Vorliegend ist umstritten, ob die Vorinstanz von der korrekten Bemessungsgrundlage 

ausgegangen ist. Basierend auf dem Gesagten ist als Bemessungsgrundlage das 

Gesamteinkommen bzw. das Gesamtvermögen zu berücksichtigen. Die im Kanton 

Thurgau angewendete Teilbesteuerung der Dividende bezweckt eine Entlastung eines 

spezifischen Teils des Einkommens und entgegen der Ansicht der Rekurrenten nicht 

eine Entlastung des Gesamteinkommens. Die Entscheidung, ob eine Entlastung am 

Spezialsteuerdomizil erfolgen soll, ist durch den entsprechenden Kanton eigenständig 

zu treffen. Gemäss Art. 18 StG wird für im Kanton St. Gallen steuerpflichtiges 

Einkommen auf das Gesamteinkommen als Bemessungsgrundlage abgestellt. Dieser 

Einkommensteil steht in keinem Zusammenhang zu der im Kanton Thurgau 

teilbesteuerten Dividende. Aus den Akten (act. 2/1 bis 2/3) ist ersichtlich, dass das 

steuerbare Einkommen bei Fr. 41'400.– (zum Satz von Fr. 115'800.–) liegt. Es setzt sich 

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zusammen aus dem Liegenschaftsertrag des im Kanton St. Gallen befindlichen 

Grundstücks von Fr. 71'160.–, abzüglich geltend gemachter Unterhaltskosten von Fr. 

5'355.–. Die Schuldzinsen von total Fr. 79'735.– wurden basierend auf den im 

jeweiligen Kanton gelegenen Aktiven aufgeteilt. Im Kanton St. Gallen können so Fr. 

19'910.–, was einer Quote von 24,97 % entspricht, abgezogen werden. Abzüglich einer 

Personenversicherungsprämie von Fr. 1'716.– sowie des interkantonalen 

Schuldzinsausgleichs wurde ein steuerbares Einkommen (Liegenschaftsertrag) von

Fr. 41'400.– veranlagt. Das im Kanton St. Gallen ermittelte satzbestimmende 

Einkommen setzt sich aus Einkünften aus beweglichem Vermögen von Fr. 150'139.–, 

Einkünften aus Liegenschaften Fr. - 84'819.– (Fr. 155'272.– minus Fr. 240'091.–) und 

Einkünften aus selbständiger und unselbständiger Erwerbstätigkeit der Rekurrenten 

von total Fr. 180'428.– zusammen. Als Abzüge anerkannt wurden Berufskosten von 

Fr. 31'495.–, Vorsorgebeiträge von Fr. 13'364.–, ein Zweiverdienerabzug von Fr. 500.– 

sowie eine Personenversicherungsprämie von Fr. 4'800.–, was ein satzbestimmendes 

Einkommen von Fr. 115'800.– ergibt. Eine fehlerhafte Berechnung ist nicht ersichtlich. 

Wie ausgeführt, wurde im Kanton Thurgau die Dividende bereits dem 

Teilbesteuerungsverfahren unterzogen. Diese Entlastung betrifft einen genau 

bezeichneten Teil des Einkommens und hat, wie von der Vorinstanz korrekt festgestellt, 

keinen Einfluss auf die Bemessungsgrundlage in einem anderen Kanton. Auch der 

Einwand der Rekurrenten, wonach der Kanton Tessin als Bemessungsgrundlage nicht 

das Gesamteinkommen hinzugezogen habe, führt zu keinem anderen Ergebnis, denn 

die Entscheidung, welche Einkommensteile in die Bemessungsgrundlage einfliessen, 

trifft jeder Kanton eigenständig.

Vorliegend erheben die Kantone Thurgau, welcher das Hauptsteuerdomizil begründet, 

sowie St. Gallen und Tessin (Spezialsteuerdomizile) Anspruch auf eine Besteuerung. 

Dadurch, dass mehrere Kantone beteiligt sind, hat eine Steuerausscheidung 

stattzufinden. In einem ersten Schritt werden die Einkünfte aus einer qualifizierten 

Beteiligung nach einem einheitlichen Massstab (Bruttoeinkünfte ohne Berücksichtigung 

der Bemessungsreduktion) in die Bemessungsgrundlage einbezogen. Nach erfolgter 

Zuweisung von Einkünften und Abzügen wird eine Bemessungskorrektur sowohl des 

steuerbaren wie auch des satzbestimmenden Einkommens vorgenommen, und zwar 

nur in demjenigen Kanton, welchem die Einkünfte aus Beteiligungen zugewiesen 

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werden (vgl. Kreisschreiben Nr. 32 vom 1. Juli 2009, veröffentlicht auf: 

www.steuerkonferenz.ch, Kreisschreiben). Basierend auf dem Gesagten ist 

festzuhalten, dass sowohl Veranlagung als auch Ausscheidung im Kanton St. Gallen 

korrekt durchgeführt wurden. Ferner entspricht diese Betrachtungsweise dem Sinn und 

Zweck der teilweisen Besteuerung qualifizierter Beteiligungen und es verbleibt kein 

Raum für die Anwendung des st. gallischen Halbsatzverfahrens.

3.- Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Festlegung der relevanten Bestandteile 

zur Ermittlung des satzbestimmenden Einkommens und des Vermögens durch die 

Kantone eigenständig erfolgt. Der Kanton St. Gallen hat sich dafür entschieden, dass – 

insofern eine steuerpflichtige Person ein Spezialsteuerdomizil begründet – als 

Bemessungsgrundlage sowohl das Gesamteinkommen als auch das Gesamtvermögen 

herangezogen werden. Die Rekurrenten gehen fehl in der Annahme, dass der 

Teilbesteuerungsabzug für qualifizierte Beteiligungen des Hauptsteuerdomizils im 

Kanton St. Gallen als Spezialsteuerdomizil ebenfalls zu einer Reduktion der 

steuerlichen Belastung führt. Der Rekurs ist abzuweisen.

4.- Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die Kosten des Verfahrens den 

Rekurrenten aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 800.– ist 

angemessen (vgl. Art. 7 Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der 

Kostenvorschuss von

Fr. 800.– ist zu verrechnen.

Entscheid:

1.    Der Rekurs wird abgewiesen.

2.    Die Rekurrenten bezahlen die Verfahrenskosten von Fr. 800.– unter Verrechnung

       des Kostenvorschusses in gleicher Höhe.

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