# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 145712a1-4f17-5f13-afb7-35013a8fbaf1
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-08-25
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 25.08.2021 D-3025/2021
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-3025-2021_2021-08-25.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-3025/2021 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 5 .  A u g u s t  2 0 2 1  

Besetzung 
 Einzelrichterin Mia Fuchs, 

mit Zustimmung von Richter Lorenz Noli;  

Gerichtsschreiber Martin Scheyli 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am [...], 

Nigeria,  

[...],  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 27. Mai 2021 

 

 

 

D-3025/2021 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer ist nigerianischer Staatsangehöriger von der Ethnie 

der Igbo und stammt aus B._______ (Bundesstaat Anambra). Gemäss ei-

genen Angaben verliess er seinen Heimatstaat am 20. März 2020 in Rich-

tung Spanien. Am 3. Oktober 2020 reiste er von Deutschland her kommend 

unkontrolliert und im Besitz eines gefälschten französischen Reisepasses 

in die Schweiz ein und stellte am 6. Oktober 2020 ein Asylgesuch. Das 

Staatssekretariat für Migration (SEM) nahm am 13. Oktober 2020 die Per-

sonalien des Beschwerdeführers auf, führte am 16. Oktober 2020 ein 

rechtliches Gehör zur allfälligen Anwendung der Rechtsbestimmungen des 

Dublin-Regimes durch und hörte ihn am 9. Dezember 2020 eingehend zu 

seinen Asylgründen an. Am 22. Dezember 2020 verfügte das SEM die Zu-

teilung des Beschwerdeführers in das erweiterte Verfahren gemäss 

Art. 26d des Asylgesetzes (AsylG, SR 142.31) und wies ihn für die Dauer 

des Verfahrens dem Kanton Aargau zu. Am 19. Mai 2021 wurde der Be-

schwerdeführer im Rahmen des erweiterten Verfahrens ein zweites Mal zu 

seinen Asylgründen angehört.  

B.  

Am 27. und 29. Oktober 2020, am 1., 16. und 21. Dezember 2020 und 

sowie am 23. April 2021 wurden wegen verschiedener gesundheitlicher 

Probleme ärztliche Untersuchungen des Beschwerdeführers durchgeführt. 

C.  

Mit Verfügung vom 27. Mai 2021 (Datum der Eröffnung: 1. Juni 2021) 

lehnte das SEM das Asylgesuch des Beschwerdeführers ab und ordnete 

dessen Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug an.  

D.  

Mit Eingabe vom 30. Juni 2021 focht der Beschwerdeführer den Asylent-

scheid des SEM beim Bundesverwaltungsgericht an. Dabei beantragte er 

die Aufhebung der genannten Verfügung verbunden mit seiner Anerken-

nung als Flüchtling und der Gewährung des Asyls, eventualiter die Rück-

weisung der Sache zur erneuten Beurteilung durch die Vorinstanz, sub- 

eventualiter seine vorläufige Aufnahme in der Schweiz wegen Unzumut-

barkeit beziehungsweise Unzulässigkeit des Wegweisungsvollzugs. In pro-

zessualer Hinsicht ersuchte er sinngemäss um Gewährung der unentgelt-

lichen Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG. 

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Seite 3 

E.  

Mit Zwischenverfügung der Instruktionsrichterin vom 6. Juli 2021 wurde 

das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung abgewiesen, und der Be-

schwerdeführer wurde zur Leistung eines Kostenvorschusses von 

Fr. 750.‒ mit Frist bis zum 21. Juli 2021 aufgefordert.  

F.  

Mit Einzahlung vom 12. Juli 2021 wurde der verlangte Kostenvorschuss 

fristgereicht geleistet. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Über Beschwerden ge-

gen Verfügungen, die gestützt auf das AsylG durch das SEM erlassen wor-

den sind, entscheidet das Bundesverwaltungsgericht grundsätzlich (mit 

Ausnahme von Verfahren betreffend Personen, gegen die ein Ausliefe-

rungsersuchen des Staates vorliegt, vor welchem sie Schutz suchen) end-

gültig (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31–33 VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht können im Anwen-

dungsbereich des AsylG die Verletzung von Bundesrecht, einschliesslich 

Missbrauch und Überschreitung des Ermessens, sowie die unrichtige oder 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Im Bereich des Ausländerrechts richtet sich 

die Kognition des Gerichts nach Art. 49 VwVG (BVGE 2014/26 E. 5).  

2.  

Der Beschwerdeführer ist legitimiert; auf seine frist- und formgerecht ein-

gereichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 105 und Art. 108 Abs. 2 AsylG; 

Art. 37 VGG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

3.  

3.1 Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterli-

cher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters oder einer zwei-

ten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Vorliegend handelt es 

sich, wie nachfolgend aufgezeigt wird, um eine solche, weshalb der Be-

schwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 

AsylG). 

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Seite 4 

3.2 Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wird auf einen Schriftenwechsel 

verzichtet. 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine Person anerkannt, wenn sie in ihrem 

Heimatstaat oder im Land, wo sie zuletzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Re-

ligion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe  

oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen aus-

gesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen Nachteilen ausgesetzt zu 

werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung von 

Leib, Leben oder Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen 

psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Glaubhaft gemacht ist die Flüchtlings-

eigenschaft, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit für gegeben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vor-

bringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich wi-

dersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf 

gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

5.  

5.1 Das SEM begründete die Ablehnung des Asylgesuchs in der angefoch-

tenen Verfügung im Wesentlichen damit, die vom Beschwerdeführer vor-

gebrachten Asylgründe seien als unglaubhaft zu erachten. Diese Beurtei-

lung ist als zutreffend zu erachten.  

5.2 Der Beschwerdeführer machte im Rahmen seiner Anhörungen zur Be-

gründung des Asylgesuchs im Wesentlichen Folgendes geltend: Er habe 

seinen Heimatstaat Nigeria verlassen, weil er durch die islamistische Ter-

rororganisation "Boko Haram" und die nigerianische Armee gesucht wor-

den sei. Sein Vater sei ein Offizier der nigerianischen Armee im Rang eines 

Leutnants gewesen. Dieser sei in die Stadt C._______ (Bundesstaat 

Borno) verlegt worden, als er, der Beschwerdeführer, neunzehn Jahre alt 

gewesen sei. Am 8. Juni 2019 sei er, der Beschwerdeführer, in C._______ 

durch Angehörige der Gruppierung "Boko Haram" entführt und in den Wald 

von Sambisa verschleppt worden. Der Grund dafür sei gewesen, dass 

"Boko Haram" seinen Vater zur Zusammenarbeit habe zwingen wollen, 

welche dieser als Christ jedoch verweigert habe. Im dortigen Lager der 

Gruppierung habe er zwei Soldaten erkannt. Er habe auch beobachtet, wie 

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Seite 5 

andere Gefangene getötet und diesen die Organe entnommen worden 

seien. Nach einigen Tagen sei es ihm mit Hilfe eines Freundes, der ein 

Mitglied von "Boko Haram" gewesen sei, gelungen, aus dem Lager der 

Gruppierung zu fliehen und nach C._______ zurückzukehren. Am folgen-

den Tag seien Soldaten zum Haus seiner Familie gekommen und hätten 

nach ihm gesucht. Er vermute, dies habe damit zu tun gehabt, dass er im 

Lager von "Boko Haram" jene Soldaten erkannt habe, die er zuvor einige 

Male in der Armeekaserne von C._______ gesehen habe. Am Abend des 

16. Juni 2019 sei es auf dem Marktplatz von C._______ während der Über-

tragung eines Fussballspiels zu einem Bombenanschlag gekommen, bei 

dem sein Vater ums Leben gekommen sei. Seine Mutter habe ihm deshalb 

geraten, nach D._______ (Bundesstaat Enugu) zu gehen, wo die Familie 

vor dem Umzug nach C._______ bereits während sechs Jahren gelebt 

habe. Dort sei er von einem Priester aufgenommen worden. Jedoch seien 

am 1. August 2019 Angehörige einer mit "Boko Haram" verbündeten Grup-

pierung namens "Fulani Herd's Men" gekommen und hätten diesen Pries-

ter getötet. Er, der Beschwerdeführer, sei davon ausgegangen, dass ei-

gentlich er selbst der Gesuchte gewesen sei, und habe deshalb erneut flie-

hen müssen. Mit Hilfe einer weiteren Person sei er in die Stadt Lagos ge-

langt und habe dort während acht Monaten in deren Haus gelebt. Am 

15. März 2020 sei aber auch das Haus dieser Person durch eine Bombe 

zerstört worden, möglicherweise durch "Boko Haram". In der Folge sei er 

aus Nigeria ausgereist.  

5.3 Wie in der angefochtenen Verfügung ausgeführt wurde, vermochte der 

Beschwerdeführer im Rahmen seiner Anhörungen im vorinstanzlichen Ver-

fahren keinerlei konkrete Angaben zu machen, welche den Schluss zulas-

sen würden, er habe an jenem Ort in seinem Heimatstaat Nigeria 

(C._______, Bundesstaat Borno), an welchem er gemäss seinen Angaben 

in asylrechtlich relevanter Weise verfolgt worden sei, tatsächlich jemals ge-

lebt. In der Beschwerdeschrift wird durch den Beschwerdeführer auch aus-

drücklich anerkannt, dass er, wie durch die Vorinstanz festgestellt, die Ort-

schaft C._______ nicht sehr ausführlich habe beschreiben können. Diesen 

Umstand versucht er in der Beschwerdeschrift damit zu erklären, er sei im 

Alter von neunzehn Jahren nur sehr widerwillig mit seinen Eltern nach 

C._______ gezogen und habe sich für die Gegend deshalb nicht interes-

siert. Dieses Vorbringen ist offensichtlich nicht geeignet, das Ausmass sei-

ner mangelnden Ortskenntnis nachvollziehbar erscheinen zu lassen. An-

lässlich seiner zweiten Anhörung durch die Vorinstanz vom 19. Mai 2021 

(entsprechendes Protokoll, S. 5) vermochte er nicht einmal ansatzweise 

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Seite 6 

konkrete Angaben zur Frage zu machen, wie man vom Zentrum bezie-

hungsweise vom Marktplatz von C._______ zum Wohnhaus seiner Familie 

gelange, das sich in der Nähe der Militärkaserne am Ortsrand befinde. 

Auch ist seine Angabe, wie bereits durch die Vorinstanz festgestellt, man 

benötige mit dem Auto eine Stunde, um vom Haus seiner Familie am Orts-

rand zum Markt von C._______ zu gelangen, realitätsfremd. Bei 

C._______ handelt es sich um eine Ortschaft im Umfang eines grösseren 

Dorfs oder einer Kleinstadt entlang einer Hauptstrasse, die von Ortsrand 

zu Ortsrand höchstens wenige Kilometer misst. In offensichtlicher Un-

kenntnis der tatsächlichen Gegebenheiten behauptete der Beschwerde-

führer jedoch anlässlich der ersten Anhörung durch die Vorinstanz vom 

9. Dezember 2020 (entsprechendes Protokoll, S. 7) ausserdem, 

C._______ sei eine Grossstadt im Sinne einer Metropole. Angesichts des 

Gesagten erübrigt es sich, auf weitere Unstimmigkeiten und inhaltliche Wi-

dersprüche in den Aussagen des Beschwerdeführers einzugehen. Ange-

sichts der offensichtlichen Unglaubhaftigkeit des in C._______ angeblich 

Erlebten entbehren auch die sonstigen Behauptungen zu weiteren, daraus 

sich angeblich ergebenen Schwierigkeiten mit der Gruppierung "Boko Ha-

ram", einer weiteren Terrorgruppe sowie Angehörigen der nigerianischen 

Armee jeglicher Grundlage. Im Übrigen ist auf die weiteren zutreffenden 

Ausführungen in der angefochtenen Verfügung zu verweisen. Den Ausfüh-

rungen in der Beschwerdeschrift ist – über das bereits Gesagte hinaus – 

nichts zu entnehmen, was die Beurteilung der Glaubhaftigkeit der Vorbrin-

gen beeinflussen könnte.  

5.4 Somit ergibt sich, dass das SEM zu Recht zur Einschätzung gelangt 

ist, die Vorbringen des Beschwerdeführers seien nicht glaubhaft, und folg-

lich das Asylgesuch abgelehnt hat. 

6.  

Die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein Asylge-

such hat in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge (Art. 44 

AsylG). Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtli-

che Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer 

solchen (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). Die verfügte 

Wegweisung steht daher im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen 

und wurde von der Vorinstanz zu Recht angeordnet. 

7.  

7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach 

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Seite 7 

den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Aus-

länderinnen und Ausländern (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesge-

setzes über die Ausländerinnen und Ausländer und über die Integration 

AIG, SR 142.20]). 

7.2  

7.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land 

gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 

AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über 

die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 

Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen 

Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behand-

lung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf nie-

mand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Be-

handlung unterworfen werden. 

7.2.2 Der Vollzug der Wegweisung durch Rückschaffung nach Nigeria ist 

unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig, weil der Beschwerdefüh-

rer – wie zuvor dargelegt – dort keinen Nachteilen im Sinne von Art. 3 

AsylG ausgesetzt wäre. Aus den Vorbringen des Beschwerdeführers erge-

ben sich ausserdem auch keine konkreten und gewichtigen Anhaltspunkte 

für die Annahme, dass er im Falle einer Ausschaffung nach Nigeria mit be-

achtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK verbotenen Strafe 

oder Behandlung ausgesetzt wäre (vgl. aus der Praxis des Europäischen 

Gerichtshofs für Menschenrechte etwa die Urteile i.S. Bensaid, Rep. 2001-

I, S. 303, sowie i.S. Saadi vom 28. Februar 2008 [Grosse Kammer], Be-

schwerde Nr. 37201/06, Ziff. 124 ff., jeweils m.w.N.). Zwar ist Nigeria ins-

besondere in den nordöstlichen Bundesstaaten seit einiger Zeit von Ge-

waltakten vorwiegend radikal-islamistischer Gruppierungen betroffen. Ab-

gesehen davon bietet die allgemeine Menschenrechtssituation in Nigeria 

zum heutigen Zeitpunkt jedoch keinen konkreten Anlass zur Annahme, 

dem Beschwerdeführer, der aus dem südlichen Bundesstaat Anambra 

stammt, drohe eine entsprechende Gefährdung. Der Vollzug der Wegwei-

sung ist somit sowohl im Sinne der asylgesetzlichen als auch der völker-

rechtlichen Bestimmungen zulässig. 

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Seite 8 

7.3  

7.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren.  

7.3.2 Der Beschwerdeführer selbst macht mit der Beschwerdeschrift keine 

Vollzugshindernisse geltend.  

Im Rahmen seiner Anhörungen durch das SEM gab der Beschwerdeführer 

an, seit seiner Kindheit unter Herzproblemen zu leiden. Diesbezüglich und 

wegen geringfügiger weiterer gesundheitlicher Probleme (Magenbrennen 

sowie Zahnschmerzen) wurde der Beschwerdeführer im Verlauf des vor-

instanzlichen Verfahrens mehrfach ärztlich untersucht und behandelt. Da-

bei ergab sich aufgrund der betreffenden ärztlichen Zeugnisse im Wesent-

lichen, dass er von Refluxproblemen (Rückfluss von Magensäure in die 

Speiseröhre) betroffen ist, während im Übrigen keine ernsthaften gesund-

heitlichen Leiden festgestellt wurden. Es liegt somit kein Anlass vor, die 

Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs aus gesundheitlichen Gründen in 

Frage zu stellen.  

Es bestehen auch sonst keine Anhaltspunkte, die darauf schliessen lies-

sen, der Beschwerdeführer sei bei einer Rückkehr nach Nigeria einer kon-

kreten Gefährdung im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AIG ausgesetzt. Wie bereits 

erwähnt, ist die Sicherheitslage in bestimmten Regionen im Nordosten von 

Nigeria als schwierig zu bezeichnen. Abgesehen davon ist die allgemeine 

Lage in Nigeria aber weder von Bürgerkrieg noch von allgemeiner Gewalt 

gekennzeichnet, so dass der Vollzug der Wegweisung dorthin unter diesem 

Aspekt grundsätzlich zumutbar erscheint. Insbesondere ist nicht davon 

auszugehen, dass der Beschwerdeführer, der nach eigenen Angaben vor 

seiner Ausreise ein Universitätsstudium zu beginnen beabsichtigte, bei sei-

ner Rückkehr in den Heimatstaat in wirtschaftlicher Hinsicht in eine exis-

tenzbedrohende Situation gelangen wird. Wie festgestellt wurde, sind die 

Angaben des Beschwerdeführers, er habe während einiger Zeit in 

C._______ im nordöstlichen Bundesstaat Borno – einer der Konfliktregio-

nen des Landes – gelebt und dort sei sein Vater ums Leben gekommen, 

als unglaubhaft zu bezeichnen. Gemäss eigenen Aussagen stammt er aus 

B._______ im Bundesstaat Anambra, wo er bis zum dreizehnten Altersjahr 

mit seinen Eltern und zwei Geschwistern gelebt habe. Anschliessend habe 

er mit seiner Familie in D._______ im Bundesstaat Enugu gewohnt, und 

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Seite 9 

vor seiner Ausreise aus Nigeria habe er sich in Lagos im gleichnamigen 

Bundesstaat aufgehalten. Angesichts dieser letztgenannten Angaben und 

der Unglaubhaftigkeit der Vorbringen betreffend den Aufenthalt im Bundes-

staat Borno ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer in den süd-

lichen nigerianischen Bundesstaaten Anambra und Enugu, allenfalls auch 

in der Metropole Lagos über ein familiäres Netz verfügt.  

7.4 Des Weiteren ist festzustellen, dass der Vollzug der Wegweisung 

mangels aktenkundiger objektiver Hindernisse auch möglich im Sinne von 

Art. 83 Abs. 2 AIG ist.  

7.5 Schliesslich ist festzuhalten, dass die aktuelle Lage im Zusammenhang 

mit der Coronavirus-Pandemie (COVID-19) grundsätzlich nicht geeignet 

ist, die Durchführbarkeit des Wegweisungsvollzugs in Frage zu stellen. Bei 

der Coronavirus-Pandemie handelt es sich, soweit derzeit feststellbar, al-

lenfalls um ein temporäres Vollzugshindernis. Es obliegt somit den kanto-

nalen Behörden, der Entwicklung der Situation bei der Wahl des Zeitpunkts 

des Vollzugs in angemessener Weise Rechnung zu tragen. 

7.6 Die durch die Vorinstanz verfügte Wegweisung und deren Vollzug ste-

hen somit in Übereinstimmung mit den zu beachtenden Bestimmungen und 

sind zu bestätigen. Nach dem Gesagten fällt eine Anordnung der vorläufi-

gen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

8.  

Aus den angestellten Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Ver-

fügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt rich-

tig sowie vollständig feststellt und – soweit diesbezüglich überprüfbar – an-

gemessen ist (Art. 106 AsylG; Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist folglich 

abzuweisen. 

9.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind dessen Kosten dem Beschwer-

deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG). Die Kosten sind auf 

Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[VGKE, SR 173.320.2] i.V.m. Art. 16 Abs. 1 Bst. a VGG). Dabei ist zur Be-

gleichung der Verfahrenskosten der in selber Höhe geleistete Kostenvor-

schuss zu verwenden. 

(Dispositiv nächste Seite)  

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Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Zur Begleichung wird der in selber Höhe geleistete Kostenvorschuss 

verwendet. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Mia Fuchs Martin Scheyli 

 

 

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