# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3ff389ca-544c-5556-a6a8-5a4613dcccf5
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-11-12
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 12.11.2014 200 2014 579
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2014-579_2014-11-12.pdf

## Full Text

200 14 579 IV
SCJ/PES/ARJ

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 12. November 2014

Verwaltungsrichter Scheidegger, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schwegler, Verwaltungsrichter Matti
Gerichtsschreiber Peter

A.________
vertreten durch B.________, 
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 14. Mai 2014

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Nov. 2014, IV/14/579, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Im März 2013 meldete sich die 1959 geborene A.________ (nachfolgend 
Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) bei der Invalidenversicherung für 
eine berufliche Integration bzw. eine Rente an. Sie sei seit dem 23. Juli 
2012 zu 100% arbeitsunfähig. Sie leide an Kopfschmerzen, Schwindel, 
einem stechenden Schmerz an der linken Kopfseite, einer Sehstörung, 
einem Verlust des Geruchssinns (Geschmacksinns?) auf der linken Seite 
der Zunge, einer raschen Ermüdung, einem Druck im Ohr links sowie einer 
geschwollenen, gefühllosen Wange links. Die Schweizerische Mobiliar Ver-
sicherungsgesellschaft AG als ihre obligatorische Unfallversicherung sowie 
die L.________ als ihre Krankentaggeldversicherung seien mit der Angele-
genheit bereits befasst (Antwortbeilage [AB] 2).

Die IV-Stelle Bern (nachfolgend IV-Stelle bzw. Beschwerdegegnerin) holte 
in der Folge u.a. bei diesen Versicherungen die betreffenden Akten sowie 
bei den behandelnden Ärzten Berichte inkl. deren medizinische Vorakten 
ein (AB 9, 11.1 – 11.4, 17, 20, 30, 32.1 – 32.4, 33). Nach Eingang dieser 
Unterlagen nahm der zuständige Sachbearbeiter Rücksprache mit dem 
Regionalen Ärztlichen Dienst RAD. Dieser empfahl zur weiteren Klärung 
der Sachlage eine psychiatrische Begutachtung, da aus neurologischer 
Sicht kein Gesundheitsschaden habe festgestellt werden können, der eine 
langandauernde Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründen würde 
(AB 34).

Die IV-Stelle beauftragte in der Folge Dr. med. C.________, Fachärztin für 
Psychiatrie und Psychotherapie FMH, mit einer psychiatrischen Begutach-
tung der Versicherten. Das entsprechende Gutachten datiert vom 3. März 
2014 (AB 39.1).

Mit Vorbescheid vom 5. März 2014 stellte die IV-Stelle der Versicherten 
gestützt auf das Ergebnis ihrer Abklärungen die Abweisung ihres Leis-
tungsbegehrens in Aussicht. Mangels eines Gesundheitsschadens mit in-
validisierender Wirkung im Rechtssinne bestehe kein Anspruch auf Leis-
tungen der Invalidenversicherung (AB 40).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Nov. 2014, IV/14/579, Seite 3

Gegen diesen Vorbescheid erhob die Versicherte, vertreten durch die 
B.________, Fürsprecher H.________, mit Schreiben vom 14. März 2014 
Einwand, welchen sie mit Schreiben vom 29. April 2014 nachbegründen 
liess (AB 41, 45).

Am 14. Mai 2014 verfügte die IV-Stelle ihrem Vorbescheid entsprechend 
die Abweisung des Leistungsbegehrens (AB 46)

B.

Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte, wiederum vertreten durch 
die B.________, Fürsprecher H.________, am 13. Juni 2014 Beschwerde 
mit den Rechtsbegehren, die Verfügung sei aufzuheben und die Be-
schwerdegegnerin sei anzuweisen, die Abklärung des massgeblichen 
Sachverhalts weiter zu ergänzen und anschliessend über ihren Leistungs-
anspruch neu zu befinden. Unter Kosten und Entschädigungsfolgen zu 
Lasten der Beschwerdegegnerin.

Mit Beschwerdeantwort vom 30. Juli 2014 beantragt die Beschwerdegeg-
nerin, die Beschwerde sei unter Kostenfolgen zu Lasten der Beschwerde-
führerin abzuweisen.

Am 10. September 2014 gingen dem Gericht von Seiten der Beschwerde-
führerin weitere, nach dem Erlass der Verfügung vom 14. Mai 2014 datie-
rende ärztliche Berichte und Schreiben zu (Beschwerdebeilage [BB] 3 – 7). 

Mit Schreiben vom 25. September 2014 verzichtete die Beschwerdegegne-
rin auf eine ausführliche Stellungnahme zu diesen neuen Dokumenten und 
hielt unter Beilage einer Stellungnahme ihres RAD vom 16. September 
2014 fest, dass auch gestützt auf die neu eingereichten Unterlagen aus 
somatischer Sicht kein invalidenversicherungsrechtlich relevanter Gesund-
heitsschaden gegeben sei.

Ein Doppel dieser Stellungnahme ging in der Folge an die Beschwerdefüh-
rerin.

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Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Angefochten ist die Verfügung der IV-Stelle Bern vom 14. Mai 2014 
(AB 46). Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin Anspruch auf 
Leistungen, namentlich eine Rente der Invalidenversicherung hat und in 
diesem Zusammenhang insbesondere, ob der Sachverhalt rechtsgenüglich 
abgeklärt worden ist.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

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2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer 
Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen 
Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem 
nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 
ATSG). 

2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach Ab-
lauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG frühestens 
nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsan-
spruchs nach Art. 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die 
Vollendung des 18. Altersjahres folgt. Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht 
der Anspruch auf eine ganze Rente, wenn die versicherte Person mindes-
tens 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60% 
invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht An-
spruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 
40% ein solcher auf eine Viertelsrente.

2.3 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-

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kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 132 V 93 E. 4 S. 99). 

2.5 Gemäss Rechtsprechung besteht bei sämtlichen pathogenetisch-
ätiologisch unklaren syndromalen Beschwerdebildern ohne nachweisbare 
organische Grundlage grundsätzlich eine Vermutung, dass diese oder ihre 
Folgen mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar sind (vgl. 
BGE 139 V 346 E. 2 S. 346, 137 V 64 E. 4.3 S. 69, 136 V 279 E. 3.2.3 
S. 283). Bestimmte Umstände, welche die Beschwerdebewältigung intensiv 
und konstant behindern, können den Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess 
unzumutbar machen, weil die versicherte Person alsdann nicht über die für 
den Umgang mit den Beschwerden notwendigen Ressourcen verfügt. Ob 
ein solcher Ausnahmefall vorliegt, entscheidet sich im Einzelfall anhand 
verschiedener Kriterien. Im Vordergrund steht die Feststellung einer psy-
chischen Komorbidität von erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer. 
Massgebend sein können auch weitere Faktoren, so: chronische körperli-
che Begleiterkrankungen; ein mehrjähriger, chronifizierter Krankheitsverlauf 
mit unveränderter oder progredienter Symptomatik ohne länger dauernde 
Rückbildung; ein sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens; ein ver-
festigter, therapeutisch nicht mehr beeinflussbarer innerseelischer Verlauf 
einer an sich missglückten, psychisch aber entlastenden Konfliktbewälti-
gung (primärer Krankheitsgewinn; "Flucht in die Krankheit"); das Scheitern 
einer konsequent durchgeführten ambulanten oder stationären Behandlung 
(auch mit unterschiedlichem therapeutischem Ansatz) trotz kooperativer 
Haltung der versicherten Person. Je mehr dieser Kriterien zutreffen und je 
ausgeprägter sich die entsprechenden Befunde darstellen, desto eher 

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sind – ausnahmsweise – die Voraussetzungen für eine zumutbare Willens-
anstrengung zu verneinen (vgl. BGE 137 V 64 E. 4.1 S. 67, 136 V 279 
E. 3.2.1 S. 282, 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.3 S. 354). Diese 
für alle Versicherten in gleicher Weise geltende Gerichtspraxis ist weder 
menschenrechtswidrig noch diskriminierend (SVR 2008 IV Nr. 62 S. 204 
E. 4.2) noch basiert sie – mit Blick auf die rechtliche Natur des Kriterienka-
taloges – auf medizinwissenschaftlich unhaltbaren Annahmen (SVR 2012 
IV Nr. 32 S. 128 E. 2.3 – 2.5).

2.6 Die ärztlichen Stellungnahmen zum psychischen Gesundheitszu-
stand und zu dem aus medizinischer Sicht (objektiv) vorhandenen Leis-
tungspotential bilden unabdingbare Grundlage für die Beurteilung der 
Rechtsfrage, ob und gegebenenfalls inwieweit einer versicherten Person 
unter Aufbringung allen guten Willens die Überwindung ihrer Schmerzen 
und die Verwertung ihrer verbleibenden Arbeitskraft zumutbar ist (BGE 130 
V 352 E. 2.2.5 S. 355). Aufgabe des begutachtenden Arztes im Rahmen 
der Invaliditätsbemessung bei Vorliegen einer anhaltenden somatoformen 
Schmerzstörung ist, sich dazu zu äussern, ob eine psychische Komorbidität 
oder weitere Umstände gegeben sind, welche die Schmerzbewältigung im 
Hinblick auf eine erwerbliche Tätigkeit behindern. Gestützt darauf haben 
die rechtsanwendenden Behörden zu entscheiden, ob der Gesundheits-
schaden invalidisierend ist, d.h. zu prüfen, ob eine festgestellte psychische 
Komorbidität hinreichend erheblich ist und ob einzelne oder mehrere der 
festgestellten weiteren Kriterien in genügender Intensität und Konstanz 
vorliegen, um gesamthaft den Schluss auf eine im Hinblick auf eine erwerb-
liche Tätigkeit nicht mit zumutbarer Willensanstrengung überwindbare 
Schmerzstörung zu erlauben. Die Prüfung schliesst die Beurteilung der 
Frage ein, inwiefern die ärztliche Einschätzung der psychisch bedingten 
Arbeitsunfähigkeit invaliditätsfremde Gesichtspunkte (insbesondere psy-
chosoziale und soziokulturelle Belastungsfaktoren) mitberücksichtigt (SVR 
2012 IV Nr. 1 S. 2 E. 3.4.1). Im Rahmen der freien Beweiswürdigung darf 
sich dabei die Verwaltung – und im Streitfall das Gericht – weder über die 
medizinischen Tatsachenfeststellungen hinwegsetzen noch sich die ärztli-
chen Einschätzungen und Schlussfolgerungen zur (Rest-)Arbeitsfähigkeit 
unbesehen ihrer konkreten sozialversicherungsrechtlichen Relevanz und 
Tragweite zu eigen machen. Letzteres gilt namentlich dann, wenn die be-

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gutachtende Fachperson allein aufgrund der Diagnose einer anhaltenden 
somatoformen Schmerzstörung eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 
attestiert. Die rechtsanwendenden Behörden haben diesfalls mit besonde-
rer Sorgfalt zu prüfen, ob die ärztliche Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit 
auch invaliditätsfremde Gesichtspunkte (insbesondere psychosoziale und 
soziokulturelle Belastungsfaktoren) mit berücksichtigt, welche vom sozial-
versicherungsrechtlichen Standpunkt aus unbeachtlich sind, und ob die von 
den Ärzten anerkannte (Teil-)Arbeitsunfähigkeit auch im Lichte der für eine 
Unüberwindlichkeit der Schmerzsymptomatik massgebenden rechtlichen 
Kriterien standhält (BGE 130 V 352 E. 2.2.5 S. 355; Entscheid des EVG 
vom 15. September 2004, I 515/03, E. 2.2). In Anbetracht der sich mit Be-
zug auf Schmerzen naturgemäss ergebenden Beweisschwierigkeiten muss 
im Rahmen der sozialversicherungsrechtlichen Leistungsprüfung verlangt 
werden, dass die subjektiven Schmerzangaben durch damit korrelierende, 
fachärztlich schlüssig feststellbare Befunde hinreichend erklärbar sind 
(BGE 136 V 279 E. 3.2.1 S. 281).

2.7 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

2.8 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 

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dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

2.9 Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen 
Spezialärzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen und Unter-
suchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der 
Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der 
Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 
E. 3b bb S. 353; SVR 2009 IV Nr. 50 S. 154 E. 4.3).

2.10 Die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeu-
tisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und Begutachtungsauftrag des amt-
lich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits lässt es nicht zu, ein 
medizinisches Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stel-
len und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behan-
delnden Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten 
bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil 
die behandelnden Ärzte wichtige – und nicht rein subjektiver ärztlicher In-
terpretation entspringende – Aspekte benennen, die im Rahmen der Be-
gutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (SVR 2008 IV 
Nr. 15 S. 44 E. 2.2.1). 

In Bezug auf Atteste von Hausärzten darf und soll das Gericht im Übrigen 
auch der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass Hausärzte mitunter 
im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen 
eher zugunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b cc 
S. 353). Dies gilt nicht nur für den allgemein praktizierenden Hausarzt, 
sondern ebenso für den behandelnden Spezialarzt und erst recht für den 
schmerztherapeutisch tätigen Arzt mit seinem besonderen Vertrauensver-
hältnis und dem Erfordernis, den geklagten Schmerz zunächst bedingungs-
los zu akzeptieren (Entscheid des EVG vom 20. März 2006, I 655/05, 
E. 5.4).

2.11 Führen die von Amtes wegen vorzunehmenden Abklärungen die 
Verwaltung oder das Gericht bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur 
Überzeugung, ein bestimmter Sachverhalt sei als überwiegend wahrschein-

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lich zu betrachten und es könnten weitere Beweismassnahmen an diesem 
feststehenden Ergebnis nichts mehr ändern, so ist auf die Abnahme weite-
rer Beweise zu verzichten. Gleiches gilt, wenn der Sachverhalt, den die 
Partei beweisen will, nicht rechtserheblich erscheint (BGE 122 V 157 E. 1d 
S. 162). In einem solchen Vorgehen liegt kein Verstoss gegen das rechtli-
che Gehör gemäss Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung (BV; SR 101; 
BGE 136 I 229 E. 5.3 S. 236). Auch das Fairnessgebot von Art. 6 Ziff. 1 der 
Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK; SR 0.101) gewährt in 
diesem Zusammenhang keinen zusätzlichen Schutz (BGE 124 V 90 E. 4b 
S. 94).

3.

3.1 Gemäss Bericht des Spitals I.________ vom 25. Juli 2012 begab 
sich die Beschwerdeführerin am 23. Juli 2012 bei seit sechs Stunden be-
stehender akut aufgetretener Hyposensibilität der linken Gesichtshälfte 
sowie einem hängenden linken Mundwinkel und noch leicht persistierenden 
Kopfschmerzen ins Spital J.________. Sie habe sich am Morgen kräftig die 
Stirn an einer Kleiderstange angeschlagen. Nachdem computertomogra-
phisch eine intrazerebrale Blutung ausgeschlossen werden konnte, sich 
keine Hinweise auf anderweitige neurologische Ausfälle und, bei laborana-
lytischen Normalbefunden, sich keine Hinweise auf eine Meningitis oder 
einen Zoster oticus fanden, beurteilten die Ärzte die Fazialisparese am 
ehesten als idiopathisch und leiteten eine symptomatische Therapie mit 
Glucocorticoiden und Virostatika ein. Als Diagnosen hielten sie eine peri-
phere Fazialisparese sowie eine Schädelkontusion frontal fest (AB 9 
S. 11 f.).

3.2 Am 4. Januar 2013 fand im Spital J.________ im Rahmen eines 
ambulanten Konsiliums eine psychiatrische Untersuchung der Beschwerde-
führerin statt. Diese ergab als Diagnosen eine mittelgradige depressive 
Episode (ICD-10: F32.10) bei psychosozialer Belastungssituation (mündli-
che Kündigung [ICD-10: Z56] nach Krankschreibung wegen peripherer Fa-
zialisparese; Probleme in der Beziehung zum Partner [ICD-10: Z63.0]). Die 
Ärzte erachteten eine integrierte psychiatrisch-psychotherapeutische Be-

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handlung als indiziert. Eine Arbeitsfähigkeit sei derzeit nicht gegeben (AB 9 
S. 7 ff.).

3.3 Gemäss Arztbericht von Dr. med. D.________, Facharzt für Allge-
meine Innere Medizin FMH, dem Hausarzt der Beschwerdeführerin, vom 
März 2013 (vgl. AB 9) leidet diese seit dem 23. Juli 2012 an einer periphe-
ren Fazialisparese links sowie einer mittelgradigen depressiven Episode 
bei psychosozialer Belastungssituation. Am 23. Juli 2012 habe sie die Stirn 
angeschlagen. Ein paar Stunden später sei eine periphere Fazialisparese 
links mit Hyposensibilität und Hängen des linken Mundwinkels aufgetreten. 
Zudem habe sie Kopfschmerzen geklagt. Die Parese sei in der Folge re-
gredient gewesen, jedoch seien starke Schmerzen im linken Wangenast 
aufgetreten. Infolge des Verlusts ihres Arbeitsplatzes sowie einer Paarpro-
blematik bei einem Status nach Verlust von zwei Partnern habe bei der 
Beschwerdeführerin eine psychische Dekompensation stattgefunden. 
Durch die Schmerzen und die psychische Belastung sei ihre Konzentrati-
onsfähigkeit eingeschränkt und ihre Belastbarkeit stark reduziert. Sie sei 
derzeit nicht arbeitsfähig. Es sei jedoch ein Aufwärtstrend ersichtlich. Bei 
Lösen der psychosozialen Probleme sei die Prognose gut (AB 9 S. 2 ff.).

3.4 Am 18. Februar 2013 fand eine ambulante neurologische Untersu-
chung der Beschwerdeführerin im Spital K.________ statt. Die Ärzte hielten 
bezüglich peripherer Fazialisparese links fest, diese habe sich innerhalb 
von zehn bis zwölf Wochen nahezu vollständig zurückgebildet. Die im Lau-
fe weniger Tage nach dem Auftreten der Fazialisparese von der Beschwer-
deführerin zusätzlich bemerkten starken Schmerzen im Bereich des linken 
Unterkiefers und der linken Wange seien jedoch geblieben. Die Beschwer-
deführerin beschreibe die Schmerzen als dauerhaft und sehr stark. Sie 
verneine ein Einschiessen oder Elektrisieren. Die Schmerzen seien 
gemäss Beschwerdeführerin bei Wetterwechsel oder Kälte schlimmer. Zu-
dem komme es rezidivierend zu einem Einschlafen der linken Wange bis 
zur linken Nasenhälfte. Laboranalytisch hätten sich keine Entzündungswer-
te gezeigt. Eine Fazialisneurographie beidseits habe normale Befunde er-
geben. Elektrophysiologisch habe sich keine relevante Pathologie, weder 
im Bereich des Nervus trigeminus noch des Nervus facialis, gezeigt. Ein 
zum Ausschluss eines persistierenden entzündlichen Prozesses bzw. einer 

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Raumforderung durchgeführtes MRI habe jedoch eine Verdickung und 
Kontrastanreicherung des Nervus facialis links gezeigt (vgl. AB 30 S. 3 ff.). 

Zur näheren Einordnung boten die Ärzte die Beschwerdeführerin in der 
Folge zu einem Kontroll-cMRT am 30. Mai 2013 auf. Am 18. Juni 2013 fand 
zudem eine erneute ambulante neurologische Untersuchung statt. Das 
cMRT vom 30. Mai 2013 ergab keinen Nachweis eines Tumors und auch 
keinen sicheren Hinweis auf ein Schwannom oder eine Polyneuritis. Die 
weiterhin nachgewiesene Mehranreicherung im Verlauf des Nervus facialis 
links sei gut vereinbar mit den benachbarten venösen Strukturen. Es be-
stehe ein Status nach peripherer Fazialisparese links, am ehesten idiopa-
thischer Natur. Es gebe in der Bildgebung aktuell und zu Anfang keinen 
Hinweis auf eine Schädelbasis- oder Felsenbeinfraktur. Die von der Be-
schwerdeführerin geklagten anhaltenden linksseitigen Kopf- und Gesichts-
schmerzen seien keinem primären neurogenen Schmerzsyndrom zuzuord-
nen und auch die Bildgebung mit Schädel-MRT liefere für diese Schmerzen 
keine Erklärung. Der neurologische Status sei unauffällig. Aus neurologi-
scher Sicht sei die Beschwerdeführerin voll arbeitsfähig. Eine weitere neu-
rologische Kontrolle sei nicht geplant (AB 33 S. 5 f.).

3.5 Wegen im Charakter wechselnd geklagter Augenschmerzen links 
fand am 31. Juli 2013 eine augenärztliche Untersuchung der Beschwerde-
führerin bei Dr. med. E.________, Facharzt für Ophthalmologie FMH, statt. 
Diese ergab – abgesehen von einer deutlichen Hornhautstippung links im 
Rahmen einer Sicca (Augentrockenheit) – ausschliesslich altersentspre-
chende Befunde (AB 33 S. 4).

3.6 In seinem Verlaufsbericht vom 21. August 2013 hielt der Hausarzt 
der Beschwerdeführerin in der Folge als Diagnosen Schmerzen in der lin-
ken Gesichtshälfte unklarer Ätiologie bei einem Status nach Fazialisparese 
links und einem Verdacht auf eine Schmerzstörung fest. Schmerzbedingt 
leide die Beschwerdeführerin an Konzentrationsstörungen, Müdigkeit und 
einer Unfähigkeit zu langen sozialen Kontakten. Ein kurzes Arbeitspensum 
von ca. zwei Stunden täglich sei ihr zumutbar. Wenn alle beeinflussenden 
Probleme (Rechtsstreit, finanzielle Probleme nach Kündigung usw.) gelöst 
seien, sei mit einer Steigerung der Erwerbstätigkeit zu rechnen. Ergänzen-

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de medizinische Abklärungen seien seines Erachtens nicht angezeigt 
(AB 33 S. 1 ff.).

3.7 Die in der Folge nach Rücksprache mit dem RAD (vgl. AB 34) von 
der Beschwerdegegnerin veranlasste psychiatrische Begutachtung der 
Beschwerdeführerin vom 3. März 2014 ergab diagnostisch eine reaktive 
Störung. Während im Januar 2013 nebst den Gefühlen von Wut auch noch 
depressive Symptome vorhanden gewesen seien, stünden aktuell nur noch 
Symptome von Ärger und Wut im Vordergrund. Durch den Rechtsstreit 
würden die negativen Gefühle immer wieder angeheizt. Die Hoffnung auf 
eine entsprechende Genugtuung sei gross. Das Beschwerdebild sei vielge-
staltig und habe seit jeher in einem engen Zusammenhang zur psychosozi-
alen Belastungssituation gestanden. Aufgrund des Verlaufs und der Art der 
Symptomatik sei zu Beginn der Erkrankung eher von einer Anpassungs-
störung als von einer depressiven Episode auszugehen. Durch eine Ge-
sprächstherapie habe sich die Symptomatik in kurzer Zeit aufgehellt. Zum 
aktuellen Zeitpunkt seien die Kriterien einer depressiven Episode mit Si-
cherheit nicht erfüllt. Im Gespräch sei die Beschwerdeführerin initiativ und 
lebhaft gewesen. Sie könne sich entscheiden und wisse, was sie wolle. 
Das Selbstvertrauen sei nicht eingeschränkt. Es bestünden weder Insuffizi-
enz- noch Schuldgefühle. Sie gestalte sich einen Tagesablauf. Dabei klage 
sie über eine erhöhte Ermüdbarkeit. Für die Beschwerdeführerin seien die 
anhaltenden Schmerzen wesentlich. Diagnostisch müsse von einer chroni-
schen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren ausge-
gangen werden. Die Kündigung habe zu einer starken Kränkung geführt. 
Bei der Untersuchung sei eine deutliche Verbitterung spürbar geworden. 
Eine somatische Komorbidität sei in verschiedenen Abklärungen ausge-
schlossen worden. Die Beschwerdeführerin dränge aktuell nicht mehr auf 
weitere Untersuchungen. Eine psychische Komorbidität habe nicht festge-
stellt werden können. Eine psychiatrische Therapie sei aktuell nicht mehr 
notwendig. Wie vom Hausarzt dargelegt, sei davon auszugehen, dass sich 
das Beschwerdebild verbessere, sobald die Beschwerdeführerin eine ihr 
zusagende Anstellung gefunden habe und der Rechtsstreit abgeschlossen 
sei. Die Beschwerdeführerin finde leicht Kontakt. Sie könne sich an Regeln 
anpassen und auch in einem Team arbeiten. Die Selbstbehauptungsfähig-
keit sei nicht eingeschränkt. Die Beschwerdeführerin pflege ihre Beziehun-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Nov. 2014, IV/14/579, Seite 14

gen weiterhin. In den ausserberuflichen Tätigkeiten sei sie durch die finan-
zielle Knappheit eingeschränkt. In ihrem Leben habe die Beschwerdeführe-
rin mehrfach bewiesen, dass sie umstellfähig sie. Daheim sei die Durchhal-
tefähigkeit leicht eingeschränkt. Es sei jedoch davon auszugehen, dass 
sich diese Einschränkung schnell lege, wenn sie in ihrem Beruf wieder auf 
Kunden zugehen könne und sich auf die Wünsche der Kundschaft konzen-
triere. Es bestehe ein Zustand nach Fazialisparese. Die geistigen Funktio-
nen seien intakt. Psychisch bestehe eine ausgeprägte Verbitterung bei 
starker psychosozialer Belastungssituation. Die Beschwerdeführerin leide 
nach wie vor unter Schmerzen im Bereich der linken Gesichtshälfte. Die 
bisherige Anstellung sei gekündigt worden. Der Beruf als … entspreche 
den Fähigkeiten der Beschwerdeführerin. Aus psychiatrischer Sicht liessen 
sich keine Einschränkungen in der bisherigen Tätigkeit formulieren. Die 
Beschwerdeführerin finde leicht Kontakt, habe … und könne gut …. Sie sei 
aus psychiatrischer Sicht voll arbeitsfähig. Diagnostisch seien die Arbeits-
losigkeit (ICD-10: Z56.0), eine Verbitterungsstörung bei starker psychoso-
zialer Belastungssituation und nicht abgeschlossenem Rechtsstreit, ein 
Status nach Anpassungsstörung (ICD-10: F43.23) sowie eine chronische 
Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10: 
F45.41) zu nennen. All diese psychiatrischen Diagnosen seien ohne Aus-
wirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (vgl. AB 39.1).

4.

4.1 Die Beschwerdeführerin lässt gegen die Verneinung eines invalidi-
sierenden Gesundheitsschadens geltend machen, dass der massgebliche 
Sachverhalt für eine abschliessende Beurteilung ihres Leistungsanspruchs 
ungenügend abgeklärt worden sei. Die psychiatrische Gutachterin habe 
u.a. als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit die Diagnose 
einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Fak-
toren gestellt, ohne sich jedoch zu den verschiedenen Kriterien, die eine 
ausnahmsweise Annahme einer Unüberwindbarkeit der Schmerzsympto-
matik rechtlich rechtfertigen würden, abschliessend oder überhaupt zu äus-
sern. Dies sei jedoch eine unabdingbare Grundlage für die Beurteilung der 
Rechtsfrage, ob und gegebenenfalls inwieweit ihr unter Aufbringung allen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Nov. 2014, IV/14/579, Seite 15

guten Willens die Überwindung der Schmerzen und die Verwertung ihrer 
verbleibenden Arbeitskraft zumutbar sei. Weiter verspüre sie ihre Schmer-
zen als körperlich begründet. Die Schmerzen würden vor allem in Belas-
tungssituationen einschränkend auftreten. Es müsse festgestellt werden, 
dass die neurologischen Abklärungen allesamt in nicht belastenden Situati-
onen erfolgt seien. Deshalb bedürfe es auch in somatischer Hinsicht einer 
Ergänzung der Abklärung.

4.2 Die Beschwerdeführerin reichte im Rahmen des Beschwerdeverfah-
rens weitere somatische Berichte ein. Darin hält Dr. med. F.________, 
Fachärztin für Neurologie FMH, in Übereinstimmung mit den Vorakten fest, 
das persistierende, nicht neuralgiform anmutende Schmerzsyndrom lasse 
sich ursächlich nicht klar zuordnen; die stark verspannte Nacken- und 
wahrscheinlich auch Gesichtsmuskulatur sowie die sehr schwierigen psy-
chosozialen Umstände würden dabei aber sicher eine Rolle spielen. Unklar 
sei ihr die von der Beschwerdeführerin umschriebene Druckdolenz unter 
dem linken Kiefer (BB 3). Kernspintomographisch liess sich nach wie vor 
keine Ursache für das persistierende Schmerzsyndrom finden (vgl. BB 4 
und 7). Eine Untersuchung durch Dr. med. G.________, Facharzt für Oto-
Rhino-Laryngologie FMH, in Bezug auf die Druckdolenz unter dem linken 
Kiefer ergab ossär und vom Kiefergelenk her keine pathologischen Befun-
de. Dr. med. G.________ ging in der Folge von einem muskulären 
Schmerzzustand aus (BB 6).

5.

5.1 In somatischer Hinsicht ist der Sachverhalt umfassend abgeklärt. 
Sämtliche somatischen Untersuchungen, sowohl neurologisch, ophthalmo-
logisch als auch otho-rhino-laryngologisch, ergaben keine objektivierbaren 
Befunde, die die von der Beschwerdeführerin weiterhin geklagten starken 
Schmerzen erklären könnten. Dass die Schmerzen gemäss Beschwerde-
führerin verstärkt in Belastungssituationen auftreten würden und diese an-
lässlich der neurologischen Abklärungen mangels einer solchen Belas-
tungssituation nicht so ausgeprägt gewesen seien, begründet keinen zu-
sätzlichen neurologischen Abklärungsbedarf. Eine neurologische Patholo-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Nov. 2014, IV/14/579, Seite 16

gie, die die Schmerzen erklären könnte, konnte von den Neurologen auf-
grund der vorgenommenen laboranalytischen, neurographischen und bild-
gebenden Untersuchungen ausgeschlossen werden. An diesem Ergebnis 
würde auch das Vorliegen einer Belastungssituation anlässlich der Unter-
suchungen nichts ändern, wäre eine solche doch angesichts der Art der 
durchgeführten Untersuchungen nur geeignet, das subjektive Schmerz-
empfinden, nicht aber die objektiven Messergebnisse zu beeinflussen. 
Gleiches gilt bezüglich dem Einwand der Beschwerdeführerin, es bedürfe 
in somatischer Hinsicht einer Ergänzung der Abklärung, da sie ihre 
Schmerzen als körperlich begründet verspüre. Wer an einer somatoformen 
Schmerzstörung leidet, empfindet die Schmerzen immer als körperlich be-
gründet, auch wenn es für sie keine somatische Ursache gibt. Das diesbe-
zügliche Empfinden der Beschwerdeführerin begründet deshalb keinen 
zusätzlichen somatischen Abklärungsbedarf. Der Sachverhalt ist somatisch 
umfassend abgeklärt worden. Dies bestätigen auch die von der Beschwer-
deführerin im Beschwerdeverfahren nachträglich eingereichten Berichte. 
Abgesehen davon, dass diese nach Verfügungserlass datieren und damit 
in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich unbeachtlich sind (vgl. SVR 2008 IV 
Nr. 8 S. 25 E. 3.4), konnten die betreffenden Somatiker für das persistie-
rende Schmerzsyndrom in Übereinstimmung mit den übrigen medizini-
schen Akten keine somatische Ursache finden (vgl. E. 4.2 hiervor). Nach-
dem selbst der Hausarzt der Beschwerdeführerin explizit festhält, dass es 
im Falle der Beschwerdeführerin keiner ergänzenden medizinischen Ab-
klärung mehr bedürfe, ist auf eine solche in antizipierter Beweiswürdigung 
zu verzichten, zumal von einer solchen nach dem Dargelegten keine neuen 
Erkenntnisse mehr zu erwarten sind.

5.2 Auch in psychischer Hinsicht ist der Sachverhalt umfassend abge-
klärt. Das bei der externen Spezialärztin Dr. med. C.________ in Auftrag 
gegebene psychiatrische Gutachten vom 3. März 2014 (AB 39.1) erfüllt 
sämtliche von der Rechtsprechung an medizinische Expertisen gestellten 
Anforderungen (vgl. E. 2.8 hiervor). Es ist im Hinblick auf die streitigen Be-
lange umfassend, beruht auf allseitigen Untersuchungen, berücksichtigt die 
geklagten Beschwerden, ist in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden, 
in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurtei-
lung der medizinischen Situation einleuchtend und die getätigten Schluss-

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folgerungen sind begründet. Dem Gutachten ist somit grundsätzlich volle 
Beweiskraft zuzuerkennen (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b bb S. 353). Konkrete 
Indizien, die gegen die Zuverlässigkeit dieses Gutachtens sprechen wür-
den, sind aus den Akten keine ersichtlich und werden von der Beschwerde-
führerin denn auch nicht geltend gemacht. Sie bemängelt einzig, dass sich 
die Gutachterin nicht explizit und umfassend zu den verschiedenen Kriteri-
en geäussert habe, die rechtlich eine ausnahmsweise Annahme einer Un-
überwindbarkeit der Schmerzsymptomatik rechtfertigen würden. Dabei ver-
kennt die Beschwerdeführerin, dass diese rechtlichen Kriterien einzig der 
Prüfung dienen, ob eine ärztlicherseits anerkannte (Teil-)Arbeitsunfähigkeit 
auch im Lichte der für eine Unüberwindbarkeit der Schmerzsymptomatik 
massgebenden rechtlichen Kriterien standhält (vgl. E. 2.6 hiervor). Nach-
dem vorliegend jedoch schon aus medizinischer Sicht keine Einschränkung 
der Arbeitsfähigkeit besteht, wie die Gutachterin unter Bezugnahme auf die 
Ressourcen der Beschwerdeführerin überzeugend darlegt (vgl. E. 3.7 hier-
vor), erübrigt sich eine entsprechende rechtliche Prüfung. Trotzdem bleibt 
darauf hinzuweisen, dass selbst wenn die Gutachterin aufgrund der 
Schmerzstörung eine (Teil-)Arbeitsunfähigkeit attestiert hätte, eine solche 
aufgrund der rechtlichen Kriterien aus sozialversicherungsrechtlicher Sicht 
gestützt auf das Gutachten klarerweise nicht hätte anerkannt werden kön-
nen, nachdem bei der Beschwerdeführerin keine psychische Komorbidität, 
keine chronischen körperlichen Begleiterkrankungen, kein sozialer Rück-
zug in allen Belangen des Lebens und auch kein verfestigter, therapeutisch 
nicht mehr beeinflussbarer innerseelischer Verlauf einer an sich missglück-
ten, psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung ausgewiesen sind 
(vgl. AB 39.1 sowie E. 3.7 hiervor). Auch die Kriterien eines mehrjährigen 
chronifizierten Krankheitsverlaufs mit unveränderter oder progredienter 
Symptomatik und eines Scheiterns der medizinischen Behandlung können 
angesichts der Rückbildung der Fazialisparese innerhalb von zehn bis 
zwölf Wochen zumindest nicht in einem Umfang als erfüllt gelten, der die 
Annahme einer ausnahmsweisen Unüberwindbarkeit der somatoformen 
Schmerzstörung rechtlich rechtfertigen würde.

5.3 Zusammenfassend ist gestützt auf die medizinischen Abklärungen 
erstellt, dass die Beschwerdeführerin weder aus somatischen Gründen 
noch aufgrund einer selbständigen psychiatrischen Erkrankung im vorlie-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Nov. 2014, IV/14/579, Seite 18

gend relevanten Zeitraum längerdauernd in ihrer Arbeitsfähigkeit einge-
schränkt war. Die Beschwerdegegnerin hat somit das Vorliegen eines inva-
lidisierenden Gesundheitsschadens zu Recht verneint. Die Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 14. Mai 2014 (AB 46) ist nach dem Dargelegten nicht zu 
beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde als unbegründet ab-
zuweisen.

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Beschwerdefüh-
rerin die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss 
gleicher Höhe entnommen.

6.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 61 lit. g 
ATSG [Umkehrschluss]).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Nov. 2014, IV/14/579, Seite 19

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.