# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b67d10cb-420e-5315-a5ad-9203e0d3ead5
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht Praxis des Verwaltungsgerichts (PVG) 00.00.0000 PVG 2013 20
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_006_PVG-2013-20_0000-00-00.pdf

## Full Text

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Steuerbarer Gewinn einer juristischen Person. Geldwerte Lei- 
stungen. Drit vergleich («dealing at arm’s length»). Beweis- 
lastregel. Verkehrswert nicht kotierter Aktien. Management Fees.
– Zusammensetzung und Ermit lung des steuerbaren Ge- 

winns einer juristischen Person (E.2a, b).
– Beweislastregel im Zusammenhang mit geldwerten Lei- 

stungen (E.2c).
– Anwendbare Gesetzesbestimmungen und Kreisschreiben 

(E.3a).
– Als Verkehrswert von nicht kotierten Aktien, für welche 

keine Kursnotierungen bekannt sind, gilt grundsätzlich der 
innere Wert; hat für solche Titel indes eine massgebende 
Handänderung unter unabhängigen Drit en stat gefunden, 
dann gilt als Verkehrswert der entsprechende Kaufpreis, 
welcher so lange berücksichtigt wird, als sich die wirt- 
schaftliche Lage der Gesellschaft nicht wesentlich verändert hat 
(E. 3b, c).

– Management Fees als ertragsmindernde Ausgaben sind 
durch die Steuerpflichtige zu begründen und nachzuweisen, 
ansonsten sie aufzurechnen sind; vorliegend sind solche 
Leistungen ab dem 1. September 2010 anhand der beige- 
legten Abrechnungen der beiden Verwaltungsräte – wenn auch 
nicht sehr detailliert – ausgewiesen, weshalb deren 
vorbehaltlose Aufrechnung grundsätzlich unzulässig ist (E. 4, 
5).

Utile imponibile per persone giuridiche. Prestazioni valu- tabili 
in denaro. Confronto con terzi («dealing at arm’s length»). 
Regola sull’onere probatorio. Valore commerciale di azioni non 
quotate. Commissioni di gestione (Management Fees).
– Composizione e determinazione dell’utile imponibile per una 

persona giuridica (cons. 2a, b).
– Norma sull’onere probatorio in relazione a prestazioni va- 

lutabili in denaro (cons. 2c).
– Disposizioni legali e circolari applicabili (cons. 3a).
– Come valore commerciale di azioni non quotate in borsa per le 

quali non è noto il valore corrente vale in principio il valore 
intrinseco; se per questi titoli ha però avuto luogo un tra- 
passo di proprietà tra terzi indipendenti, allora vale quale va- lore
di mercato il relativo

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prezzo di alienazione, il quale va considerato tale fino a 
quando la situazione economica della dit a non si sia essen- 
zialmente modificata (cons. 3b, c).

– Le commissioni di gestione (Management Fees) in quanto 
uscite  proprie  a  ridurre  il  reddito  aziendale   van- no 
dimostrate e comprovate dalla contribuente, altrimenti vanno  
aggiunte  ai  fat ori   di   reddito;   nell’evenien- za dal 1. set 
embre 2010 tali prestazioni sono documentate – anche se non 
molto det agliatamente – a mano degli allegati conteggi dei due 
consiglieri d’amministrazione, per cui il loro computo senza 
riserve non è in principio ammissibile (cons. 4, 5).

Erwägungen:
2. a) Der steuerbare Reingewinn einer juristischen Person 

setzt sich gemäss Art. 58 DBG sowie dem inhaltlich übereinstim- 
menden Art. 79 Abs. 1 StG zusammen aus dem Saldo der Erfolgs- 
rechnung unter Berücksichtigung des Saldovortrages des Vorjah- 
res (lit. a), allen vor Berechnung des Saldos der Erfolgsrechnung 
ausgeschiedenen Teilen des Geschäftsergebnisses, die nicht zur 
Deckung von geschäftsmässig begründetem Aufwand verwendet 
werden (lit. b) sowie den der Erfolgsrechnung nicht gutgeschrie- 
benen Erträgen, mit Einschluss der Kapital-, Aufwertungs- und Li- 
quidationsgewinne (lit. c). Zum steuerbaren Reingewinn gehören 
namentlich Zuwendungen der Gesellschaft an die Anteilsinhaber 
oder ihnen nahestehende Dritte, die einem Aussenstehenden  
nicht oder zumindest nicht im gleichen Masse gewährt würden. 
Solche geldwerte Leistungen sind nach der Rechtsprechung im- 
mer dann anzunehmen, wenn (a) die Gesellschaft keine oder keine 
gleichwertige Gegenleistung erhält, (b) der Aktionär direkt oder in- 
direkt (z. B. über eine ihm nahestehende Person oder Unterneh- 
mung) einen Vorteil erhält, der einem Dritten unter gleichen Be- 
dingungen nicht zugebilligt worden wäre, die Leistung  also 
insofern ungewöhnlich ist, und (c) der Charakter dieser Leistung 
für die Gesellschaftsorgane erkennbar war (BGE 131 II 593 E.5.1, 
Urteile des Bundesgerichtes 2C_278/2012 vom 1. Oktober 2012 
E.2.1, 2C_265/2009 vom 1. September 2009 E.2.1, 2A.204/2006 
vom 22. Juni 2007 E.6).

b) Bei den geldwerten Leistungen geht es um Zuwendun- 
gen an Inhaber von Kapitalanteilen oder an solche Nichtbeteiligte, 
die der Gesellschaft und/oder den Inhabern der gesellschaftlichen 
Beteiligungsrechte nahestehen. Solche Leistungen, die ihren

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Rechtsgrund im Beteiligungsverhältnis haben, sind beim steuer- 
baren Ertrag der Gesellschaft aufzurechnen, soweit sie einem un- 
beteiligten Dritten unter gleichen Umständen nicht oder nicht im 
gleichen Ausmass eingeräumt würden und auch keine Kapital- 
rückzahlung darstellen. Diese Regel des sog. Drittvergleichs («de- 
aling at arm’s length») verlangt also, dass selbst Rechtsgeschäfte 
mit Beteiligungsinhabern zu den gleichen Bedingungen abzu- 
wickeln sind, wie sie mit aussenstehenden Dritten zu Wettbe- 
werbs- und Marktbedingungen vereinbart würden (BGE 131 II 593
E. 5, 1 9 Ib 1 6 E. 2, 1 9 Ib 431 E. 2b, Urteil des Bundesgerichtes 
2C_278/2012 vom 1. Oktober 2012 E. 2. 1. 1).

c) Im Bereich der geldwerten Leistungen gilt die Grundre- 
gel, dass die Steuerbehörde die Beweislast für steuerbegrün- 
dende und -erhöhendeTatsachen trägt, die steuerpflichtige Gesell- 
schaft dagegen diejenige für all das, was die Steuer aufhebt oder 
zumindest mindert. Der Behörde obliegt insbesondere der Nach- 
weis dafür, dass die Gesellschaft eine Leistung erbracht hat und 
dieser keine oder keine angemessene Gegenleistung gegen- 
übersteht. Hat die Behörde ein solches Missverhältnis zwischen 
Leistung und Gegenleistung dargetan, so ist es Sache der steuer- 
pflichtigen Gesellschaft, die damit begründete Vermutung zu ent- 
kräften (Urteile des Bundesgerichtes 2C_278/2012 vom 1. Oktober 
2012 E.2.1.2, 2C_88/201 vom 3. Oktober 201 E.2.1.2).

3. a) Hinsichtlich Aktienbewertung sei eingangs erwähnt,
dass der Verweis der kantonalen Steuerverwaltung auf das Urteil 
des Verwaltungsgerichtes A 12 28 vom 23. Oktober 2012 vorlie- 
gend gerade nicht massgebend sein kann, da dort gemäss Erwä- 
gung 2 noch die alten steuerrechtlichen Bestimmungen und 
auch die damals gültige, von der SSK und der ESTV erlassene 
Wegleitung zur Bewertung von Wertpapieren ohne Kurswert für 
die Vermögenssteuer (WBWoK, Ausgabe 1995) zur Anwendung 
gelangten. Demgegenüber sind vorliegend die neuen Gesetzesbe- 
stimmungen sowie das Kreisschreiben Nr. 28 vom 28. August 
2008 der SSK (Wegleitung zur Bewertung von Wertpapieren ohne 
Kurswert für die Vermögenssteuer [WBWoK]) sowie die entspre- 
chenden Kommentare 201 und 2012 zum erwähnten Kreisschrei- 
ben massgebend.

b) Vorliegend steht fest, dass der damalige Verwaltungs- 
ratspräsident und Geschäftsführer am 2. April 2010 21 eigene Ak- 
tien der Beschwerdeführerin zum Gesamtpreis von Fr. 18 000.– 
(Fr. 19 000.– abzüglich Rückzahlung von Fr. 1000.–) erworben und 
damit sein Aktienpaket von 79 auf 100 Aktien, das heisst auf die

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Hälfte der vorhandenen 200 Aktien, erhöht hat. Diese wurden so- 
dann am 19. August 2010 gesamthaft an die neue Aktionärin zum 
Gesamtpreis von Fr. 7 000 000.–, das heisst Fr. 35 000.– pro Aktie, 
veräussert. In der Tat hat der damalige Verwaltungsratspräsident 
und Geschäftsführer somit für die 21 Aktien insgesamt Fr. 18 000.– 
bezahlt und am 19. August 2010 dafür Fr. 735 000.– erhalten, was 
zur Aufrechnung von Fr. 717 000.– (= 21 x Fr. 35 000.– – Fr. 18 000.–) 
bei der Beschwerdeführerin als verdeckte Gewinnausschüttung 
durch die kantonale Steuerverwaltung führte. Für diese Aufrech- 
nung ist unbestrittenermassen der Verkehrswert der Aktien im Mo- 
ment des Kaufes vom 2. April 2010 massgebend. Dieser entspricht 
gemäss WBWoK bei nicht kotierten Wertpapieren, für die keine 
Kursnotierungen bekannt sind, dem inneren Wert (Rz. 2 Abs. 4 WB- 
WoK). Hat für solche Titel indes eine massgebliche Handänderung 
unter unabhängigen Dritten stattgefunden, dann gilt als Verkehrs- 
wert der entsprechende Kaufpreis, welcher so lange berücksichtigt 
wird, als sich die wirtschaftliche Lage der Gesellschaft nicht we- 
sentlich  verändert  hat   (Rz.   2   Abs.   5   WBWoK). 
Vorliegend anerkennt auch die Beschwerdeführerin, dass der vom 
damaligen Verwaltungsratspräsident und Geschäftsführer tat- 
sächlich bezahlte Betrag von gesamthaft Fr. 18 000.– nicht dem Ver- 
kehrswert entspricht. Für dessen Bestimmung verweist sie einer- 
seits auf den sehr zeitnahen Kauf von drei Aktien von einem da- 
maligen Verwaltungsrat am  31. März  2010  zum  Preis  von  
Fr. 10 900.– pro Aktie durch die Beschwerdeführerin, welcher zu 
berücksichtigen sei. Diese in der Tat sehr zeitnah erfolgte Transak- 
tion umfasst jedoch lediglich 1.5 % des Aktienvolumens und er- 
reicht somit das für eine Berücksichtigung massgebliche Transak- 
tionsvolumen von 10 % (vgl. Kommentar 2012 zum Kreisschreiben 
Nr. 28 der SSK, S. 3) bei Weitem nicht. Bereits vor diesem Hinter- 
grund kann für die Bestimmung des Marktwertes der Aktien am
2. April 2010 nicht auf die von der Beschwerdeführerin erwähnte 
Transaktion vom 31. März 2010 abgestellt werden. Überdies wäre 
auch fraglich, ob es sich beim erwähnten damaligen Verwaltungs- 
rat tatsächlich um einen unabhängigen Dritten im Sinne von Rz. 2 
Abs. 5 WBWoK handelt, war dieser doch bis September 2009 als 
Verwaltungsrat der Beschwerdeführerin tätig. Diese Frage kann je- 
doch, da die von der Beschwerdeführerin erwähnte Transaktion 
vom 31. März 2010 wie gesehen das massgeblicheTransaktionsvo- 
lumen von 10 % ohnehin nicht erreicht, offen gelassen werden.

Andererseits sei der Pauschalabzug gemäss Seite 70 ff. 
des Kommentars 2012 zum Kreisschreiben Nr. 28 der SSK für Min-

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derheitsbeteiligungen bis und mit 50 % zu gewähren. Einem sol- 
chen steht aber gemäss Praxis und Seite 74 des erwähnten Kom- 
mentars entgegen, dass vorliegend ein tatsächlicher Verkehrswert 
aufgrund des Verkaufs aller Aktien am 19. August 2010 vorliegt. Bei 
dieser Sachlage verbleibt aber kein Raum für einen Pauschalein- 
schlag von 30 %.

Sodann ist nicht ersichtlich, dass sich zwischen dem Zeit- 
punkt des Verkaufs der 21 Aktien an den damaligen Verwaltungs- 
ratspräsident und Geschäftsführer am 2. April 2010 und dem Ver- 
kauf der 200 Aktien an die neue Aktionärin am 19. August 2010 auf 
Stufe der Beschwerdeführerin bewertungsrelevante Änderungen 
ergeben hätten. Einerseits haben die Parteien bereits im «Letter of 
intent» vom 10. Juni 2010 einen Kaufpreis von Fr. 7 000 000.– ver- 
einbart, welcher sodann unverändert in den Kaufvertrag vom
19. August 2010 übernommen wurde. Andererseits sind im Aktien- 
kaufvertrag vom 19. August 2010 Eigentum sowie Nutzen und Ge- 
fahr an den Kaufaktien sowie sämtliche damit verbundenen Rechte 
gemäss Ziff. 3 rückwirkend per 1. Januar 2010 auf die Käuferin 
übergegangen und unter Ziff. 5.4 der 31. März 2010 als massgebli- 
cher Bilanzstichtag festgelegt worden. Ein solcher rückwirkender 
Übergang von Eigentum, Nutzen und Gefahr bedeutet gemäss 
Rechtsprechung – wie die Beschwerdegegnerin unter Hinweis auf 
das Urteil des Bundesgerichtes 2C_254/2009 vom 15. April 2010 
korrekt ausführte – nun aber nichts anderes, als dass die Vertrags- 
parteien davon ausgingen, dass der Aktienwert per 1. Januar 2010 
dem Kaufpreis entspreche. Zudem sind auch keine während der 
Zeit vom 2. April 2010 und dem 19. August 2010 tatsächlich einge- 
tretenen massgebenden wirtschaftlichen Veränderungen durch die 
Beschwerdeführerin aufgezeigt beziehungsweise nachgewiesen 
worden. Vielmehr wurde in erwähntem Aktienkaufvertrag  unter 
Ziff. 5.4 «Veränderungen seit Bilanzstichtag 31. März 2010» explizit 
festgehalten, dass in der Zeit zwischen dem 31. März 2010 und dem 
Vollzugsdatum die Geschäfte der Gesellschaft im Rahmen des or- 
dentlichen Geschäftsgangs geführt worden seien. Dabei seien 
keine wesentlichen Veränderungen des Geschäftsgangs oder aus- 
serordentliche Verluste aufgetreten. Damit umfasst der anlässlich 
des Kaufs festgelegte Wert pro Aktie von Fr. 35 000.– die ganze Pe- 
riode vom 1. Januar 2010 bis zum 19. August 2010. Grundsätzlich ist 
somit der von der kantonalen Steuerverwaltung berücksichtigte 
Aktienwert von Fr. 35 000.– pro Aktie korrekt.

c) Zu beachten ist jedoch, dass der Aktienkaufvertrag vom
19. August 2010  – im Gegensatz zum Aktienkaufvertrag  bezüglich

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der 21 Aktien vom 2. April 2010 und jenem vom 31. März 2010 – im 
Kapitel 5 unter dem Titel «Garantien der Verkäufer» tatsächlich 
weitgehende und umfassende Garantien der Verkäufer beinhaltet, 
insbesondere bezüglich:
– Eigentum an den Kaufaktien (Ziff. 5.1);
– Kaufaktien/Gesellschaftsrechtliche Verhältnisse (Ziff. 5.2);
– Abschluss (Ziff. 5.3);
– Veränderungen seit Bilanzstichtag 31. März 2010 (Ziff. 5.4);
– Geschäftsbücher (Ziff. 5.5);
– Laufender Geschäftsbetrieb/Rechtseinhaltung/Betriebsmittel 

(Ziff. 5.6);
– Verträge (Ziff. 5.7);
– Grundstücke (Ziff. 5.8);
– Umweltschutz (Ziff. 5.9);
– Rechtsstreitigkeiten (Ziff. 5.10);
– Mitarbeiter (Ziff. 5.1 );
– Versicherungen (Ziff. 5.12);
– Sozialversicherungsabgaben (Ziff. 5.13);
– Steuern (Ziff. 5.14);
– Immaterialgüterrechte (Ziff. 5.15);
– Offenlegung (Ziff. 5.16).

Solche weitgehenden und umfassenden Garantieverspre- 
chen, bei deren Verletzung die Käuferin von den Verkäufern unab- 
hängig von einem Verschulden derselben Schadenersatz oder 
eine Kaufpreisminderung fordern kann, sind erfahrungsgemäss 
ohne Weiteres geeignet, Einfluss auf den Aktienkaufpreis auszu- 
üben. Garantien, wie die soeben erwähnten, fliessen denn auch 
regelmässig als Versicherungsprämien in den Kaufpreis ein, da 
der Verkäufer eine nachträgliche Erlösminderung für den Fall 
einer Inanspruchnahme aus den Garantien bereits kaufpreismin- 
dernd antizipiert. Solche Garantieprämien dürften auch vorlie- 
gend im Kaufpreis enthalten sein, auch wenn der effektive Kauf- 
preis gemäss Kaufvertrag vom 19. August 2010 betragsmässig 
schliesslich dem vor Durchführung der Due Diligence festgelegten 
Kaufpreis gemäss «Letter of intent» vom 10. Juni 2010 entspricht. 
Da vorliegend indes weder die Eintretenswahrscheinlichkeit noch 
die allfälligen Schadenersatzzahlungen verlässlich abschätzbar 
sind und sich diese auch nicht aufgrund statistischer Modelle her- 
leiten lassen und die Beschwerdeführerin zudem nicht dargelegt 
hat, von welcher Eintretenswahrscheinlichkeit beziehungsweise 
von welchen Schadensbeträgen die Parteien des Aktienkaufver- 
trages vom 19. August 2010 ausgegangen sind, erachtet das Ge-

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richt eine Berücksichtigung erwähnter Garantieversprechen als 
Versicherungsprämie im Wert – wie von der kantonalen Steuer- 
verwaltung in deren Vernehmlassung berechnet – von Fr. 2500.– 
pro Aktie als angebracht und gerechtfertigt (Abschlag von rund 
7 % gegenüber dem Verkaufspreis von Fr. 35 000.– pro Aktie). 
Denn der Aktienkaufvertrag vom 19. August 2010 enthält im Ge- 
gensatz zum Aktienkaufvertrag vom 2. April 2010 im Kapitel 5 un- 
ter dem Titel «Garantien der Verkäufer» – wie vorstehend darge- 
stellt – umfassende Garantieversprechen der Verkäufer. Diese 
Tatsache spricht dafür, dass der Kaufpreis vom 19. August 2010 
von Fr. 35 000.– pro Aktie nicht eins zu eins auf den Verkauf der 21 
Aktien vom 2. April übernommen werden kann. Vielmehr ist da- 
von auszugehen, dass bereits  im  indikativen  Kaufpreis  von 
Fr. 7 000 000.– gemäss «Letter of intent» vom 10. Juni 2010 ge- 
wisse Garantierisiken enthalten waren. Vor dem Hintergrund der 
vorstehenden Ausführungen erscheint es somit vorliegend ge- 
rechtfertigt, zur Ermittlung des Verkehrswertes der 21 Aktien am
2. April 2010 vom  Aktienkaufpreis  am  19.  August  2010  von 
Fr. 35 000.– auszugehen, jedoch unter Berücksichtigung eines Ga- 
rantieprämienabschlags von Fr. 2500.– pro Aktie. Die Beschwerde 
erweist sich somit hinsichtlich des Marktwertes der am 2. April 
2010 durch die Beschwerdeführerin an den ehemaligen Verwal- 
tungsratspräsident und Geschäftsführer verkauften 21 Aktien als 
insoweit teilweise begründet, weshalb sie teilweise gutzuheissen 
ist.

4. a) Hinsichtlich der Aufrechnung für die belasteten Ma- 
nagement Fees der neuen Aktionärin beziehungsweise deren Ver- 
waltungsräte im Restgesamtbetrag von Fr. 471 170.– und entspre- 
chender Reduktion der Steuerrückstellung um Fr. 18 845.– (= 17 % 
von Fr. 108 736.–) ergibt sich vor dem Hintergrund des unter Erwä- 
gung 2c Ausgeführten, dass diese als ertragsmindernde Ausgaben 
durch die Steuerpflichtige zu begründen und nachzuweisen sind, 
ansonsten sie in derTat wieder voll beziehungsweise teilweise auf- 
zurechnen sind. In diesem Sinne hat nun die Beschwerdeführerin 
versucht, im Rahmen des vorliegenden Beschwerdeverfahrens 
durch  die  Einreichung  der   entsprechenden   Leistungs-  
rapporte die durch die beiden neuen Verwaltungsräte erbrachten 
Leistungen zu dokumentieren und zu berechnen.

b) Vorweg gilt es diesbezüglich festzuhalten, dass die von 
der Beschwerdeführerin durch die Leistungsrapporte nachgewie- 
senen Leistungen nur einen Teil, nämlich Fr. 241 500.– (= 80,5 h x 
Fr. 3000.–), der von der kantonalen Steuerverwaltung aufgerech-

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neten Management Fees von gesamthaft Fr. 471 170.– betreffen, 
sodass sich die entsprechende Aufrechnung des anderenTeils der- 
selben, das heisst Fr. 229 670.–, ohnehin als gerechtfertigt erweist. 
Für die nun verrechneten Leistungen besteht sodann eine aus- 
drückliche Dienstleistungsvereinbarung vom 1. September 2010. 
Hinsichtlich der zu erbringenden Management- und Dienstlei- 
stungsberatungen hält diese was folgt fest:
1. Management & Dienstleistungen
Die neue Aktionärin erbringt für die Beschwerdeführerin verschie- 
dene Dienstleistungen und übernimmt verschiedene Dienstleis- 
tungen.
Die von der neuen Aktionärin zu erbringenden Leistungen bein- 
halten:
a) Beratung zur Optimierung der Geschäftstätigkeit
b) Personaladministration und Lohnbuchhaltung inkl. Abrechnun- 

gen Sozialabgaben
c) Einsätze EW und MST
d) Beratung und Unterstützung im Einkauf
e) Grosskundenbetreuung durch MST nach Absprache
f) Überwachung der Liquidität und Finanzen
g) Beratung in Sachen IT (EW)
h) Beratung in allen Rechtsfragen

Bezüglich Entschädigung für die zu leistenden Manage- 
ment- und Dienstleistungsberatungen ist unter Ziff. 2 folgendes 
festgehalten:
2. Entgelt für Management & Dienstleistung
– Ab 1.1.2010 bezahlt die Beschwerdeführerin an die neue Ak- 

tionärin 2 % des Umsatzes für die obenerwähnten Dienstleistun- 
gen.

– Die Abrechnung erfolgt Quartalsweise, erstmals per 31.3.2010
– Diese Vereinbarung ersetzt die Vereinbarung vom 1.10.2003.

Der erwähnte Dienstleistungsvertrag datiert wie gesehen 
vom 1. September 2010. Dementsprechend waren die im Vertrag 
festgehaltenen Management- und Dienstleistungsberatungen von 
der neuen Aktionärin erst ab dem 1. September 2010 zu erbringen, 
weshalb die Entschädigung nicht bereits ab dem 1. Januar 2010 
pauschal erfolgen konnte, zumal die neue Aktionärin die Aktien 
der Beschwerdeführerin erst mit Kaufvertrag vom 19. August 2010 
erworben hat. Grundsätzlich ist deshalb die Aufrechnung der kan- 
tonalen Steuerverwaltung bis Ende August 2010 zu Recht erfolgt.

c)  Soweit  aber  anschliessend  die  Leistungen  ab  dem
1. September 2010 anhand der beigelegten konkreten Abrechnun-

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gen der beiden neuen Verwaltungsräte ausgewiesen sind, ist de- 
ren vorbehaltlose Aufrechnung grundsätzlich unzulässig. Einer- 
seits erweist sich der Hinweis der kantonalen Steuerverwaltung, 
die neue Aktionärin mache im Rahmen der Veranlagung in ihrem 
Sitzkanton das Holdingprivileg geltend und könne deshalb nicht 
hauptsächlich Beratertätigkeiten übernehmen, als weitgehend ir- 
relevant. Denn für die Qualifikation der neuen Aktionärin ist einer- 
seits nicht die Steuerverwaltung des Kantons Graubünden, son- 
dern allein jene ihres Sitzes zuständig. Andererseits kann eine 
Holdinggesellschaft neben der Verwaltung des eigenen Vermö- 
gens und dessen Anlage durchaus auch andere Zwecke verfolgen, 
solange diese untergeordneten Charakter haben oder mit dem 
Hauptzweck zusammenhängen, wie dies für die Erbringung kon- 
zerninterner Dienstleistungen zutrifft (MARCO DUSS, in: Martin 
Zweifel/Peter Athanas [Hrsg.], Kommentar zum schweizerischen 
Steuerrecht, Band I/1, Bundesgesetz über die Harmonisierung der 
direkten Steuern der Kantone und Gemeinden [StHG], 2. Aufl., Ba- 
sel 2002, Art. 28 N. 103). Im Übrigen besteht vorliegend zwischen 
der neuen Aktionärin und der Beschwerdeführerin – wie vorste- 
hend dargestellt – eine vom 1. September 2010 datierte Dienstleis- 
tungsvereinbarung, welche nicht einfach unbeachtet bleiben kann. 
Die durch die beiden neuen Verwaltungsräte in den Tätigkeitsrap- 
porten aufgeführten Tätigkeiten (vgl. BF-act. 1 und 12) umfassen 
neben den berechtigten Kick-off Meetings im August 2010 Dienst- 
leistungen, welche in der Zeitspanne vom 1. September bis 31. De- 
zember 2010 erbracht worden sind. Diese sind somit grundsätzlich 
berechtigt und ausgewiesen. Gegen die Anerkennung der Mana- 
gement Fees im Umfang der in denTätigkeitsrapporten ausgewie- 
senen Arbeitstagen als geschäftsmässig begründeter Aufwand 
bringt die kantonale Steuerverwaltung indes vor, dass zusätzlich 
zu den undatierten Tätigkeitsrapporten keine Arbeitserzeugnisse 
eingereicht worden seien, aufgrund derer sich die geltend ge- 
machten Arbeitsleistungen näher prüfen liessen. Aufgrund derTat- 
sache, dass nur ganze oder halbe Arbeitstage erfasst worden seien 
sowie des hohen Stundenansatzes von Fr. 375.– bestehe ein er- 
hebliches Risiko, dass aufgrund von aufgerundeten Arbeitstagen 
der kalkulierte Aufwand übersetzt sei und nicht dem Drittvergleich 
entspreche. Zudem würden sich beim Tätigkeitsrapport auch Un- 
stimmigkeiten wie etwa doppelt rapportierte Arbeitstage ergeben. 
Die eingereichten Tätigkeitsrapporte seien in wesentlichen Teilen 
zu wenig detailliert, weshalb eine sorgfältige Prüfung alleine ge- 
stützt darauf nicht möglich sei. Im Übrigen erweise sich auch der

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verrechnete Stundenansatz von Fr. 375.– als zu hoch, zumal einer 
der Verwaltungsräte zu einem Grossteil Leistungen im Bereich der 
Informatik erbracht habe. Diese von der kantonalen Steuerverwal- 
tung vorgebrachten Bedenken an den Tätigkeitsrapporten sind 
nicht unbegründet, ist doch in der Tat schwierig zu beurteilen, ob 
sämtliche der verrechneten Leistungen und Ansätze korrekt sind. 
Zutreffend ist überdies, dass einer der Verwaltungsräte im Jahr 
2010 zu einem Gross- 
teil Leistungen im Bereich der Informatik erbracht hat und der 
dafür verrechnete Stundenansatz von Fr. 375.– im Vergleich mit 
dem mittleren Stundenansatz eines selbstständigen IT-Experten 
beziehungsweise eines IT-Beraters etwas gar hoch erscheint. An- 
dererseits hat aber die Beschwerdeführerin durch die Einreichung 
derTätigkeitsrapporte immerhin die geschäftsmässige Begründet- 
heit der Management Fees glaubhaft darlegen können, weshalb 
sich die von der kantonalen Steuerverwaltung als geschäftsmäs- 
sig begründet anerkannten, an die neue Aktionärin  vergü-  
teten Management Fees in der Höhe von nur Fr. 1 000.– als zu 
kleinlich erweisen. Unter Berücksichtigung der vorstehenden Aus- 
führungen sowie der Tatsache, dass ertragsmindernde Ausgaben 
grundsätzlich durch die Steuerpflichtige zu begründen und nach- 
zuweisen sind, ansonsten eine volle beziehungsweise zumindest 
eine teilweise Aufrechnung erfolgt, erachtet das Gericht eine er- 
messensweise Anerkennung der von der Beschwerdeführerin 
durch die Leistungsrapporte nachgewiesenen Leistungen im Um- 
fang von 75 % als angemessen. Dementsprechend erweisen sich 
die an die neue Aktionärin vergüteten Management Fees in der 
Höhe von Fr. 181 125.– (= 241 500.– x 0.75) von den insgesamt be- 
lasteten Fr. 471 170.– als geschäftsmässig begründet, weshalb 
diese steuerlich zum Abzug zuzulassen sind, während Fr. 290 045.– 
(= Fr. 471 170.– – Fr. 181 125.–) aufzurechnen sind.

5.   a)   Zusammenfassend   ergibt   sich   somit,   dass die
Gewinnaufrechnung  aus  dem  Verkauf   eigener   Aktien   von   
Fr. 717 000.– (= 21 x Fr. 35 000.– – Fr. 18 000.–) auf Fr. 664 500.–
(= 21 x 32 500.– – Fr. 18 000.–) zu reduzieren ist und die der neu- 
en Aktionärin vergüteten Management Fees  im  Umfang  von 
Fr. 181 125.– als geschäftsmässig begründet anzuerkennen bezie- 
hungsweise im Umfang von Fr. 290 045.– aufzurechnen sind. Die 
Beschwerde erweist sich somit als teilweise begründet, weshalb 
sie teilweise gutzuheissen ist. Folglich sind die angefochtenen Ein- 
spracheentscheide betreffend die Kantons- und direkte Bundes- 
steuer samt Veranlagungsverfügungen aufzuheben und die Sache

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zur Neuveranlagung im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz 
zurückzuweisen.
A 13 15 und A 13 16 Urteil vom 10. September 2013