# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8562ff10-8b77-5649-90af-fd34499a7983
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-07-28
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 28.07.2011 BP.2011.33
**Docket/Reference:** BP.2011.33
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_BP-2011-33_2011-07-28

## Full Text

Unentgeltliche Rechtspflege (Art. 29 Abs. 3 BV).;;Unentgeltliche Rechtspflege (Art. 29 Abs. 3 BV).;;Unentgeltliche Rechtspflege (Art. 29 Abs. 3 BV).;;Unentgeltliche Rechtspflege (Art. 29 Abs. 3 BV).

Beschluss vom 28. Juli 2011 
I. Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Tito Ponti, Vorsitz, 
Emanuel Hochstrasser und Joséphine Contu,  
Gerichtsschreiberin Sarah Wirz  

   
 
Parteien 

  
A., 
vertreten durch Bernhard Jüsi, 

Gesuchsteller 
 

 
 

  

Gegenstand  Unentgeltliche Rechtspflege (Art. 29 Abs. 3 BV) 

 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

Geschäftsnummer:  BP.2011.33 
(Hauptverfahren: BK.2011.13)  
(Nebenverfahren: BP.2011.31)  
 

 

 

- 2 - 

 

 

- die Bundesanwaltschaft gegen A. ein gerichtspolizeiliches Ermittlungsverfah-
ren wegen Verdachts der Finanzierung des Terrorismus (Art. 260quinquies 
StGB), der Erpressung (Art. 156 StGB), der Nötigung (Art. 181 StGB) und der 
Beteiligung an bzw. Unterstützung einer kriminellen Organisation (Art. 260ter 
StGB) führte, wobei dieser am 30. November 2008 von der Kantonspolizei 
Zürich in Haft genommen wurde; 

 
- A. per 28. April 2009, unter Anordnung einer Meldepflicht als Ersatzmass-

nahme, aus der Untersuchungshaft entlassen und schliesslich die Melde-
pflicht am 2. Dezember 2010 aufgehoben wurde; 

 
- mit Verfügung vom 15. Juni 2011 die Bundesanwaltschaft die Einstellung des 

Verfahrens verfügte und A. eine Genugtuung in Höhe von Fr. 7'500.-- zu-
sprach; 

 
- A. gegen diese Entschädigungsfolge mit Eingabe vom 27. Juni 2011 Be-

schwerde bei der I. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts erhob und 
gleichzeitig um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ersuchte 
(BP.2011.31); 

 
- die I. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts ihm mit Schreiben vom 

28. Juni 2011 das Formular betreffend unentgeltliche Rechtspflege zustellte 
und ihn aufforderte, dieses inklusive Unterlagen bis am 8. Juli 2011 zu re-
tournieren (BP.2011.31); 

 
- A. am 8. Juli 2011 das Formular einreichte (BP.2011.31); 

 
- Die I. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts das Gesuch um unent-

geltliche Rechtspflege mit Beschluss vom 13. Juli 2011 mangels Substantiie-
rung abwies (BP.2011.31); 

 
- der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 21. Juli 2011 um Wiedererwägung 

ersucht, eventualiter ein neues Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen 
Rechtspflege stellt und diverse Belege über die finanziellen Verhältnisse ein-
reicht (act. 1). 

 
 
 
 
 
 
 

- 3 - 

 

 

Die I. Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass 
 
- jede Person, die nicht über die erforderlichen Mittel verfügt, Anspruch auf un-

entgeltliche Rechtspflege hat, sofern ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos 
erscheint (Art. 29 Abs. 3 BV); 

 
- das Gesuch um Gewährung unentgeltlicher Rechtspflege jederzeit gestellt 

werden kann; 
 
- die vom Gesuchsteller erhobene Beschwerde betreffend Entschädigung der 

beschuldigten Person bei Freispruch oder Einstellung nicht von vornherein 
als aussichtslos erscheint; 

 
- eine Partei bedürftig ist, welche die Leistung der erforderlichen Prozess- und 

Parteikosten nur erbringen kann, wenn sie Mittel angreift, die sie zur Deckung 
des Grundbedarfs für sich und ihre Familie benötigt (BGE 125 IV 161 E. 4a 
S. 164; 124 I 1 E. 2a S. 2; vgl. auch 128 I 225 E. 2.5.1 S. 232, 127 I 202 E. 3b 
S. 205); 

 
- sich die prozessuale Bedürftigkeit nach der gesamten wirtschaftlichen Situa-

tion des Rechtsuchenden im Zeitpunkt der Einreichung des Gesuchs beur-
teilt, wozu einerseits sämtliche finanziellen Verpflichtungen, andererseits die 
Einkommens- und Vermögensverhältnisse gehören (BGE 124 I 1 E. 2a S. 2; 
120 Ia 179 E. 3a S. 181, je m.H.); 

 
- der Gesuchsteller vorliegend mittels den von ihm eingereichten Unterlagen 

glaubhaft macht, dass er nicht über ausreichende Mittel verfügt, um die allfäl-
ligen, für den konkreten Fall zu erwartenden Gerichts- und Anwaltskosten zu 
tilgen, und im vorgenannten Sinne bedürftig ist; 

 
- dem Gesuchsteller deshalb für das anhängige Beschwerdeverfahren die un-

entgeltliche Rechtspflege zu gewähren ist; 
 

- die Kosten des vorliegenden Entscheides bei der Hauptsache bleiben. 
 

- 4 - 

 

 

Demnach erkennt die I. Beschwerdekammer: 
 
1. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege für das Beschwerdeverfahren 

BK.2011.13 wird gutgeheissen. 
 
2. Die Kosten des vorliegenden Entscheides werden zur Hauptsache geschla-

gen. 
 

 
 

Bellinzona, 28. Juli 2011 
 
Im Namen der I. Beschwerdekammer 
des Bundesstrafgerichts 
 
Der Präsident:    Die Gerichtsschreiberin:  
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Zustellung an 
 
- Bernhard Jüsi  
 
 
 
 
Rechtsmittelbelehrung 

Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.