# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5244dcc0-2001-5c5e-9910-7f7b5faa13d3
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-10-13
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 13.10.2009 A-2904/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-2904-2009_2009-10-13.pdf

## Full Text

Abtei lung I
A-2904/2009
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 3 .  O k t o b e r  2 0 0 9

Richter André Moser (Vorsitz), Richter Beat Forster, 
Richterin Kathrin Dietrich, 
Gerichtsschreiberin Beatrix Schibli.

A._______,
Beschwerdeführerin, vertreten durch B._______,

gegen

Billag AG,
av. de Tivoli 3, 1700 Freiburg,
Erstinstanz,
Bundesamt für Kommunikation BAKOM,
Zukunftstrasse 44, Postfach, 2501 Biel,
Vorinstanz.

Radio- und Fernsehempfangsgebühren.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

A-2904/2009

Sachverhalt:

A.
A._______  meldete  sich  mittels  Anmeldeformular  vom  18. Septem-
ber 2006  für  den  privaten  Radio-  und  Fernsehempfang  ab 
1. März 2006 bei der Billag AG an. Diese teilte ihr in der Folge mit, ihr 
würden Empfangsgebühren ab 1. April 2006 in Rechnung gestellt.

B.
Am  10. Januar 2007  ersuchte  A._______  um  Befreiung  von  der 
Gebührenpflicht,  da  sie  als  IV-Empfängerin  von  der  Bezahlung  der 
Gebühren ausgenommen sei. Darauf hielt die Billag AG mit Verfügung 
vom  29. Mai 2007  fest,  A._______  könne  nicht  von  der  Gebühren-
pflicht  bereit  werden,  da  sie  nach  den  vorliegenden  Angaben  keine 
Ergänzungsleistungen des Bundes beziehe.

C.
Die  Gebührenrechnungen  der  Periode  vom  1. Januar 2007  bis  zum 
30. September 2007 (Rechnungen vom 3. Januar 2007, 2. April 2007, 
2. Juli 2007)  blieben  unbezahlt.  In  der  dritten  und  letzten  Mahnung 
vom 17. September 2007 drohte die Billag AG die Betreibung an.

D.
Am  22. Januar 2008  leitete  die  Billag AG  beim  Betreibungsamt 
X._______ die Betreibung gegen A._______ bezüglich der Gebühren 
vom 1. April 2006  bis  30. September 2007 (für  die  Rechnungen  vom 
3. Januar 2007,  2. April 2007  und  2. Juli 2007)  in  der  Höhe  von 
Fr. 681.35 und Mahn-/Betreibungsgebühren in  der  Höhe von Fr. 35.- 
ein  (Betreibung  Nr. 20801095).  A._______  erhob  dagegen 
Rechtsvorschlag.

E.
Mit  Schreiben  vom  4. April 2008  gab  die  Billag AG  A._______ 
Gelegenheit,  allfällige  Gründe  für  den  Rechtsvorschlag  mitzuteilen, 
doch wurde das Schreiben von der Post mit dem Vermerk "Annahme 
verweigert" zurückgesandt.

F.
Mit  Verfügung  vom  2. Mai 2008  beseitigte  die  Billag AG  den 
Rechtsvorschlag  in  der  Betreibung  Nr. 20801095  und  verpflichtete 
A._______ zur Zahlung von Gebühren für  die Zeit  vom 1. April 2006 

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bis  30. September 2007  in  der  Höhe  von  Fr. 681.35  und 
Mahn-/Betreibungsgebühren in der Höhe von Fr. 35.-.

G.
Am  13. Mai 2008  erhob  A._______,  vertreten  durch  ihren  Ehemann 
B._______,  Verwaltungsbeschwerde  beim  Bundesamt  für  Kommu-
nikation  (BAKOM)  und  beantragte  sinngemäss  die  Aufhebung  der 
Verfügung  der  Billag AG vom  2. Mai 2008  betreffend  die  Betreibung 
Nr. 20801095. Als Begründung führte sie an, die Erhebung von Radio- 
und Fernsehempfangsgebühren verletze die Menschenrechte.

H.
Mit  Entscheid vom 21. April 2009 wies das BAKOM die Beschwerde 
ab. Es stellte fest, A._______ sei für die Zeit vom 1. April 2006 bis zum 
30. September 2007 zur Zahlung von Empfangsgebühren verpflichtet. 
Die  Rechtmässigkeit  des  in  der  Betreibung  Nr. 20801095  des 
Betreibungsamtes  X._______  erhobenen  Rechtsvorschlags  werde 
bestätigt  für  die  Rechnungen  vom 3. Januar 2007,  2. April 2007  und 
2. Juli 2007  in  der  Höhe  von insgesamt  Fr. 681.35,  für  die  Mahnge-
bühren  von  Fr. 15.-  sowie  die   Betreibungsgebühren  von  Fr. 20.-. 
Zudem auferlegte es der Beschwerdeführerin Verfahrenskosten in der 
Höhe von Fr. 300.-.

I.
Dagegen  erhebt  A._______  (Beschwerdeführerin)  mit  Eingabe  vom 
5. Mai 2009  Beschwerde  beim  Bundesverwaltungsgericht.  Sie 
beantragt  sinngemäss  die  Aufhebung  der  Verfügung  des  BAKOM 
(Vorinstanz)  vom  21. April 2009  betreffend  die  Betreibung 
Nr. 20801095,  der  Verfügung  der  Billag AG  (Erstinstanz)  vom 
2. Mai 2008  betreffend  die  Betreibung  Nr. 20801095,  der  Rechnung 
Nr. 845527049  (recte 845527949)  bzgl.  vorinstanzliche  Verfahrens-
kosten  und  die  Löschung  der  Betreibung  Nr. 20816547.  Sie  macht 
geltend, die Erhebung von Radio- und Fernsehempfangsgebühren und 
damit  auch  die  angefochtenen  Verfügungen  würden  gegen  die 
Menschenrechte verstossen.

J.
In  ihrer  Stellungnahme  vom  26. Mai 2009  stellt  die  Erstinstanz  den 
Antrag,  die  Beschwerde  sei  abzuweisen.  Sie  begründet  dies  damit, 
dass  die  Gebührenerhebung  für  Radio-  und  Fernsehempfang  vor-
liegend mit der Meinungs- und Informationsfreiheit vereinbar sei.

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K.
Mit  Vernehmlassung  vom  9. Juni 2009  beantragt  die  Vorinstanz  die 
Abweisung der Beschwerde, soweit auf sie eingetreten werden könne. 
Zur Begründung verweist sie auf ihre Verfügung vom 21. April 2009.

L.
In ihren Schlussbemerkungen vom 15. August 2009 hält die Beschwer-
deführerin sinngemäss an ihren Anträgen fest. Am 9. September bzw. 
am 8. Oktober  2009  lässt  sie  dem Bundesverwaltungsgericht  je  ein 
weiteres Schreiben zukommen. 

M.
Auf  die  übrigen  Ausführungen  in  den  Rechtsschriften  wird  –  soweit 
entscheidrelevant  –  im  Rahmen  der  nachfolgenden  Erwägungen 
eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht 
Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  des  Bundesgesetzes 
vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG, 
SR 172.021). 

Das BAKOM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher 
eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Soweit  sich  die 
Beschwerde  gegen  die  Verfügung  des  BAKOM  vom  21. April 2009 
richtet,  liegt  keine  Ausnahme  gemäss  Art. 32  VGG  vor.  Das 
Bundesverwaltungsgericht ist deshalb zur Beurteilung der Beschwerde 
gegen die Verfügung des BAKOM vom 21. April 2009 zuständig.

Zuständig zur Beurteilung von Beschwerden gegen Verfügungen der 
Billag  AG  ist  nicht  das  Bundesverwaltungsgericht,  sondern  das 
BAKOM (Art. 69 Abs. 5 des Bundesgesetzes vom 24. März 2006 über 
Radio und Fernsehen [RTVG, SR 784.40] i.V.m. Art. 32 Abs. 2 Bst. a 
VGG). Die erstinstanzliche Verfügung ist entsprechend durch jene der 
Vorinstanz  ersetzt  worden  (Devolutiveffekt).  Soweit  sich  die 
Beschwerde  gegen  die  Verfügung  der  Billag  AG  vom  2. Mai 2008 
richtet,  ist  das  Bundesverwaltungsgericht  demnach  nicht  zuständig, 
weshalb auf die Beschwerde insoweit  nicht einzutreten ist. Immerhin 

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gilt  die  erstinstanzliche  Verfügung  als  inhaltlich  mitangefochten  (vgl. 
BGE 129 II 438 E. 1 S. 441 mit Hinweisen). 

In  Bezug  auf  die  Betreibung Nr. 20816547  liegt  kein  Beschwerde-
entscheid des BAKOM und somit kein Anfechtungsobjekt vor. Auf die 
Beschwerde ist daher insofern nicht einzutreten.

Die  Rechnung Nr. 845527949  der  Vorinstanz  zum  angefochtenen 
Beschwerdeentscheid  stellt  keine  Verfügung  dar  und  ist  somit  nicht 
selbständiges  Anfechtungsobjekt.  Diesbezüglich  ist  auf  die  Be-
schwerde ebenfalls nicht einzutreten. Hingegen ist davon auszugehen, 
dass die Beschwerdeführerin sinngemäss die Verfügung vom 21. Ap-
ril 2009  auch  hinsichtlich  der  vorinstanzlichen  Verfahrenskosten  an-
ficht.

1.2 Zur Beschwerde ist nach Art. 48 Abs. 1 VwVG berechtigt, wer vor 
der Vorinstanz am Verfahren teilgenommen oder keine Möglichkeit zur 
Teilnahme erhalten hat, durch die angefochtene Verfügung besonders 
berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder 
Änderung  hat.  Als  formelle  und  materielle  Verfügungsadressatin  hat 
die  Beschwerdeführerin  ohne  weiteres  ein  aktuelles  schutzwürdiges 
Interesse an der Aufhebung der Verfügung der Vorinstanz. B._______ 
ist  nicht  Adressat  der  angefochtenen  Verfügung  und  somit  nicht 
beschwerdelegitimiert.  Stattdessen  ist  er  als  Bevollmächtigter  zu 
betrachten.  Die  Eingaben  an  das  Bundesverwaltungsgericht  wurden 
jeweils  von beiden Ehegatten unterschrieben,  worin  eine stillschwei-
gende Bevollmächtigung von B._______ gesehen werden kann.

1.3 Auf  die  frist-  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  (Art. 50 
und  52 VwVG)  ist  mit  den  in  E. 1.1  erwähnten  Einschränkungen 
einzutreten.

2.
Das Bundesverwaltungsgericht überprüft die angefochtene Verfügung 
auf  Verletzungen  von  Bundesrecht  –  einschliesslich  der  unrichtigen 
oder  unvollständigen  Feststellung  des  Sachverhalts  und  Überschrei-
tung  oder  Missbrauch des  Ermessens  –  sowie  auf  Angemessenheit 
hin (Art. 49 VwVG).

3.
Im  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  gilt  der  Grundsatz 
der  Rechtsanwendung  von  Amtes  wegen.  Das  Bundesverwaltungs-

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gericht  ist  nicht  an  die  Begründung  der  Begehren  gebunden 
(Art. 62 Abs. 4 VwVG).

4.
Die  Beschwerdeführerin  verweist  in  der  Beschwerde  auf  die 
eingereichten  Beilagen,  in  welchen  sie  sinngemäss  eine  Verletzung 
des  rechtlichen  Gehörs  rügt  mit  der  Begründung,  sie  habe  die 
Einladung  der  Erstinstanz  zur  Stellungnahme  vom 4. April 2008  nie 
erhalten.  In  Anbetracht  dessen,  dass  es  sich  vorliegend  um  eine 
Laienbeschwerde handelt,  an welche vom Bundesverwaltungsgericht 
keine  hohen  Anforderungen  gestellt  werden,  ist  damit  die  formelle 
Rüge genügend begründet.

Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst unter anderem das Recht 
der  Parteien  auf  vorgängige  Anhörung  und  Äusserung  (Art. 29 
Abs. 2 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 der Schweizerischen 
Eidgenossenschaft [BV, SR 101], Art. 30 Abs. 1 VwVG). Vorliegend hat 
die Erstinstanz versucht, der Beschwerdeführerin vor dem Erlass der 
Verfügung  vom  2. Mai 2008  eine  Einladung  zur  Stellungnahme 
zukommen zu lassen. Wie die Beschwerdeführerin selbst ausführt, hat 
sie  absichtlich  die  Annahme  von  mit  gewöhnlicher  Post  versandten 
Briefen  verweigert.  Damit  hat  sie  auf  die  Wahrung  des  rechtlichen 
Gehörs  verzichtet.  Die  Vorinstanz  hat  somit  in  der  Verfügung  vom 
21. April 2009  zu  Recht  eine  Verletzung  des  rechtlichen  Gehörs 
verneint. Die Beschwerde ist diesbezüglich abzuweisen.

5.
5.1 Die Beschwerdeführerin rügt in materieller Hinsicht, die Verfügung 
vom  21. April 2009  missachte  die  Menschenrechte.  In  den  einge-
reichten  Beilagen  führt  sie  dazu  aus,  es  sei  nirgends  festgehalten, 
dass der Staat und insbesondere die Erstinstanz berechtigt seien, für 
den Radio- und Fernsehempfang Gebühren zu erheben. In Art. 19 der 
Allgemeinen  Erklärung  der  Menschenrechte  (UNO)  vom 10. Dezem-
ber 1948  sei  die  Freiheit  garantiert,  Informationen  ohne  behördliche 
Eingriffe und ohne Rücksicht auf Staatsgrenzen zu empfangen.

5.2 Die  Erstinstanz  und  die  Vorinstanz  halten  dem  entgegen,  dass 
vorliegend die  Erhebung von Empfangsgebühren die  Meinungs-  und 
Informationsfreiheit nicht verletze.

5.3 Die  durch  Art. 16 Abs. 1  und  3 BV,  Art. 10  der  Konvention  vom 
4. November 1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und  Grund-

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freiheiten  (EMRK,  SR 0.101),  für  die  Schweiz  in  Kraft  getreten  am 
28. November 1974,  und  Art. 19  des  Internationalen  Pakts  vom 
16. Dezember 1966  über  bürgerliche  und  politische  Rechte  (UNO-
Pakt II, SR 0.103.2), für die Schweiz in Kraft getreten am 18. Septem-
ber 1992, gewährleistete Informationsfreiheit beinhaltet unter anderem 
das Recht, an die allgemeine Öffentlichkeit gerichtete Nachrichten und 
Meinungen  und  somit  auch  Radio-  und  Fernsehprogramme  ohne 
Eingriffe  der  Behörden  zu  empfangen  (BGE 127 I 145 E. 4b  und  4c; 
JÖRG PAUL MÜLLER /  MARKUS SCHEFER,  Grundrechte  in  der  Schweiz  im 
Rahmen  der  Bundesverfassung,  der  EMRK  und  der  UNO-Pakte, 
4. Auflage, Bern 2008, S. 519, JOCHEN A. FROWEIN, in: Europäische Men-
schenRechtsKonvention,  EMRK-Kommentar,  3. Auflage,  Kehl 2009, 
Art. 10, Rz. 11 ff., WALTER KÄLIN / GIORGIO MALINVERNI / MANFRED NOVAK, Die 
Schweiz  und  die  UNO-Menschenrechtspakte,  2. Auflage,  Basel/ 
Frankfurt  a.M. 1997,  S. 211 ff.).  Dies  schliesst  jedoch  nicht  aus,  die 
technische Seite des Empfangs bewilligungspflichtig zu erklären und in 
diesem  Zusammenhang  eine  Regalgebühr  zu  erheben,  zumindest 
solange  diese  nicht  prohibitiv  wirkt  und  damit  geeignet  ist, 
nutzungswillige Personen von Informationen aus bestimmten Quellen 
fernzuhalten  (BGE 121 II 183 E 3b;  ROLF H. WEBER,  Rundfunkrecht, 
Bundesgesetz vom 24. März 2006 über Radio und Fernsehen (RTVG), 
Bern 2008, Vorbemerkungen zu Art. 68-71, Rz. 7,  PETER NOBEL /  ROLF 
H.  WEBER,  Medienrecht,  3. Auflage,  Bern 2007,  8. Kapitel,  Rz. 157, 
MÜLLER/SCHEFER, a.a.O., S. 522 mit Hinweisen).

Gemäss Art. 93 BV ist die Gesetzgebung über Radio und Fernsehen 
Sache  des  Bundes,  woraus  sich  auch  die  Legitimation  ergibt, 
Empfangsgebühren  zu  erheben  (vgl.  MARTIN DUMERMUTH,  Die  Rechts-
natur  der  Radio-  und  Fernsehempfangsgebühr,  medialex,  3/2004, 
S. 157,  vgl.  auch  HERBERT BURKERT,  in:  Die  schweizerische  Bundes-
verfassung,  Kommentar,  2. Auflage,  Zürich/St. Gallen 2008,  Art. 93, 
Rz. 4). Wie bereits das frühere Bundesgesetz vom 21. Juni 1991 über 
Radio und Fernsehen (aRTVG, AS 1992 601) enthält  auch das neue 
RTVG eine Gebührenpflicht. In Art. 68 Abs. 1 RTVG wird festgehalten, 
dass,  wer  ein  zum  Empfang  von  Radio-  oder  Fernsehprogrammen 
geeignetes  Gerät  (Empfangsgerät)  zum  Betrieb  bereithält  oder 
betreibt,  eine  Empfangsgebühr  bezahlen  muss.  Die  Erhebung  von 
Radio-  und  Fernsehempfangsgebühren  ist  somit  gesetzlich  vorge-
schrieben.

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Art. 59 der Radio- und Fernsehverordnung vom 9. März 2007 (RTVV, 
SR 784.401)  sieht  für  den  privaten  Radioempfang  Gebühren  von 
Fr. 13.75  und  für  den  privaten  Fernsehempfang  Gebühren  von 
Fr. 23.84 monatlich exklusive Mehrwertsteuer vor. Das Bundesgericht 
bezeichnete  im  Jahre 1983  monatliche  Empfangsgebühren  von 
Fr. 5.75  bzw. Fr. 7.25  für  den  privaten  Radioempfang  und  Fr. 11.50 
bzw.  Fr. 14.50  für  den  privaten  Fernsehempfang  als  bescheiden 
(BGE 109 Ib 308 E. 5b). In der Lehre wurde in der Folge im Jahr 1985 
darauf  hingewiesen,  dass  auch  das  Doppelte  oder  Dreifache  dieser 
Beträge  vermutlich  noch  als  verhältnismässig  betrachtet  werden 
müsste (GEORG MÜLLER, Gebühren für den Radio- und Fernsehempfang, 
recht, 4/1985, S. 135). Das Bundesgericht wiederum hielt im Jahr 1995 
fest,  Empfangsgebühren  von  Fr. 9.90  (privater  Radioempfang)  und 
Fr. 19.30  (privater  Fernsehempfang)  pro  Monat  seien  zulässig 
(BGE 121 II 183 E. 4a). Wenn also mehr als zehn Jahre nach diesem 
Entscheid Fr. 13.75 und Fr. 23.84 monatlich zu bezahlen sind, können 
die  Empfangsgebühren  nicht  als  prohibitiv  hoch  bezeichnet  werden. 
Zudem  werden  AHV-  oder  IV-Berechtigte,  die  zur  Deckung  ihres 
Existenzbedarfs Ergänzungsleistungen zur AHV oder IV benötigen und 
einen rechtskräftigen Entscheid über den Anspruch auf  Ergänzungs-
leistungen  einreichen,  von  der  Gebührenpflicht  befreit.  Jede  Person 
kann  jederzeit  ein  schriftliches  Gesuch  auf  Befreiung  von  der 
Gebührenpflicht stellen (Art. 68 Abs. 6 RTVG i.V.m. Art. 64 RTVV; vgl. 
auch  Urteil  des  Bundesgerichts  2A.393/2002  vom  23. Juni 2003 
E. 2.5, wonach die Regelung betreffend Gebührenbefreiung einzig im 
Falle  des  Bezugs  von  Ergänzungsleistungen  als  zulässig  erachtet 
wird).  Damit  steht  fest,  dass  die  Empfangsgebühren  nicht  so  hoch 
sind,  dass  Personen  von  Informationen  ferngehalten  werden.  Die 
Erhebung  von  Radio-  und  Fernsehempfangsgebühren  ist  somit 
vorliegend mit der Informationsfreiheit vereinbar.

6.
Gemäss  Art. 69  RTVG  kann  der  Bundesrat  die  Erhebung  von 
Empfangsgebühren  und  die  damit  verbundenen  Aufgaben  einer 
unabhängigen  Organisation  übertragen.  Die  vom  Bundesrat  beauf-
tragte  Erstinstanz  ist  somit  als  Gebührenerhebungsstelle  befugt, 
Radio- und Fernsehgebühren zu erheben.

7.
Vorliegend  ist  die  Beschwerdeführerin  unbestrittenermassen  ab 
1. April 2006 ununterbrochen bei der Erstinstanz bezüglich Radio- und 

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Fernsehempfang  angemeldet.  Die  Beschwerdeführerin  ist  nicht  von 
der Gebührenpflicht befreit, da ihr Gesuch um Gebührenbefreiung mit 
rechtskräftiger Verfügung vom 29. Mai 2007 abgelehnt wurde. Wie von 
der  Vorinstanz  ausgeführt  und  von  der  Beschwerdeführerin  nicht 
bestritten, hat sie bis jetzt kein neues Gesuch um Gebührenbefreiung 
gestellt. Somit unterliegt die Beschwerdeführerin ab 1. April 2006 der 
Gebührenpflicht.  Da  die  Rechnungen  vom  3. Januar 2007,  2. Ap-
ril 2007  und  2. Juli 2007  trotz  Fälligkeit  unbestrittenermassen  nicht 
beglichen  wurden,  sind  diese  von  der  Beschwerdeführerin  zu  be-
zahlen.

8.
Die  Beschwerdeführerin  rügt  die  Auferlegung  der  vorinstanzlichen 
Verfahrenskosten und macht geltend, sie müsste diese nicht bezahlen, 
da sie bereits Steuern entrichte.

Damit verkennt die Beschwerdeführerin den verschiedenen Zweck und 
die  unterschiedliche  Zielsetzung  von  Steuern  und  Verwaltungs-
gebühren.  Steuern  sind  voraussetzungslos  bzw.  ohne  dafür  eine 
spezifische  Gegenleistung  zu  erhalten  geschuldet.  Verwaltungs-
gebühren  und  andere  Kausalabgaben  setzen  demgegenüber  eine 
individuell  zurechenbare  besondere  Leistung  des  Gemeinwesens 
voraus  (vgl.  ADRIAN HUNGERBÜHLER,  Grundzüge  des  Kausalabgaben-
rechts, Schweizerisches Zentralblatt für Staats- und Verwaltungsrecht 
[ZBl]  2003,  S.  507). Die  Entrichtung  von  Steuern  entbindet 
entsprechend nicht von der Bezahlung von Gebühren für spezifische 
Leistungen. Im vorliegenden Fall sind die vorinstanzlichen Verfahrens-
kosten  Gegenleistung  für  eine  von  der  Beschwerdeführerin  ver-
anlasste  Amtshandlung.  Die  Vorinstanz  hat  der  unterliegenden 
Beschwerdeführerin  gestützt  auf  Art. 63 Abs. 1 VwVG  i.V.m.  Art. 2 
Abs. 2  der  Verordnung  vom  10. September 1969  über  Kosten  und 
Entschädigungen im Verwaltungsverfahren (SR 172.041.0) Verfahrens-
kosten in der Höhe von Fr. 300.- auferlegt. Damit hat sie sich an den 
gesetzlichen  Rahmen  gehalten  und  namentlich  auch  dem  Kosten-
deckungs-  und  dem Äquivalenzprinzip  entsprochen.  Ein  Gesuch  um 
Befreiung  von  Verfahrenskosten  hatte  die  Beschwerdeführerin  im 
vorinstanzlichen  Beschwerdeverfahren  nicht  gestellt.  Die  Vorinstanz 
hat  somit  der  Beschwerdeführerin  zu  Recht  Verfahrenskosten in  der 
Höhe von Fr. 300.- auferlegt.

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9.
Gestützt  auf  vorstehende  Erwägungen  erweist  sich  die  Beschwerde 
als unbegründet und ist daher abzuweisen, soweit darauf einzutreten 
ist.

10.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wäre die Beschwerdeführerin an 
sich kostenpflichtig. In Anwendung von Art. 6 Bst. b des Reglements 
vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem 
Bundesverwaltungsgericht  (VGKE,  SR 173.320.2)  ist  vorliegend  je-
doch davon abzusehen, Verfahrenskosten zu erheben. Entsprechend 
wurde  die  Beschwerdeführerin  aufgrund  ihrer  Eingabe  vom 13.  Mai 
2009  mit  Zwischenverfügung  des  Bundesverwaltungsgerichts  vom 
15. Mai  2009  auch  von  der  Pflicht  zur  Leistung  eines  Kostenvor-
schusses befreit.

11.
Der Beschwerdeführerin als unterliegende Partei steht von vornherein 
keine Parteientschädigung zu (Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 VGKE 
e contrario).

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3.
Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

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4.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. 1000235437/prs; Einschreiben)
- die Erstinstanz (Einschreiben)
- das Generalsekretariat UVEK (Gerichtsurkunde)

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

André Moser Beatrix Schibli

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich-recht-
lichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die 
Rechtsschrift  ist  in  einer  Amtssprache  abzufassen  und  hat  die 
Begehren,  deren  Begründung  mit  Angabe  der  Beweismittel  und  die 
Unterschrift  zu  enthalten.  Der  angefochtene  Entscheid  und  die 
Beweismittel  sind,  soweit  sie  die  beschwerdeführende  Partei  in 
Händen hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand: 

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