# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 89a154f3-0f83-518a-a05e-11f037fbb100
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-09-26
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Verwaltungsgericht 26.09.2025 WPR.2025.96
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_006_WPR-2025-96_2025-09-26.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht 

2. Kammer 

 

WPR.2025.96 / as / jh 
ZEMIS [***]; N [***] 

 

 

Urteil vom 26. September 2025 
 
 

Besetzung  Verwaltungsrichter J. Huber 

Gerichtsschreiberin i.V. Schmucki 

 

 
   

Gesuchsteller   Amt für Migration und Integration Kanton Aargau,  

Sektion Asyl und Rückkehr, Bahnhofstrasse 88, 5001 Aarau  

vertreten durch lic. iur. Thomas Hefti, Bahnhofstrasse 88, 5001 Aarau 

 

 
   

Gesuchsgegner   A._____, geboren am tt.mm.jjjj, von Marokko,  

alias B._____, geb. tt.mm.jjjj, von Unbekannt, alias B._____, geb. 

tt.mm.jjjj, aus dem palästinensischen Autonomiegebiet,  

alias C._____, geb. tt.mm.jjjj, aus dem palästinensischen Autonomiege-

biet,  

alias D._____, geb. tt.mm.jjjj, von Algerien  

z.Zt. im Bezirksgefängnis, 5000 Aarau  

amtlich vertreten durch lic. iur. Martin Leiser, Rechtsanwalt, Bahn-

hofstrasse 24, 5000 Aarau 

 

 
   

Gegenstand  Ausschaffungshaft gestützt auf Art. 76 AIG / Haftüberprüfung 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Der Einzelrichter entnimmt den Akten: 

 

A. 

Der Gesuchsgegner reiste am 11. Mai 2018 in die Schweiz ein (Akten des 

Amtes für Migration und Integration [MI-act.] 212). Am 22. Mai 2018 stellte 

er ein Asylgesuch, wobei er angab, C._____ zu heissen, am tt.mm.jjjj ge-

boren und palästinensischer Staatsangehöriger zu sein (MI-act. 3 ff.). 

 

Ab dem 24. Mai 2018 galt der Gesuchsgegner als unbekannten Aufenthalts 

(MI-act. 7; 9). 

 

Am 27. August 2018 wurde der Gesuchsgegner im Rahmen eines Dublin-

Verfahrens aus Dänemark in die Schweiz überstellt (MI-act. 25). Am da-

rauffolgenden Tag stellte er ein zweites Asylgesuch (MI-act. 19). Anlässlich 

der Befragung durch das Staatssekretariat für Migration (SEM) am 4. Sep-

tember 2018 gab er an, B._____ zu heissen und am tt.mm.jjjj in P._____ 

geboren zu sein (MI-act. 19 ff.). 

 

Nachdem der Gesuchsgegner sich ab dem 2. Oktober 2018 nicht mehr im 

Empfangszentrum Q._____ aufgehalten hatte, schrieb das SEM das Asyl-

verfahren am 9. November 2018 ab (MI-act. 35). 

 

Am 12. März 2020 wurde der Gesuchsgegner im Rahmen eines Dublin-

Verfahrens aus Österreich in die Schweiz überstellt. Obwohl er dazu ange-

wiesen worden war, meldete er sich in der Folge nicht beim Amt für Migra-

tion und Integration des Kantons Aargau (MIKA; MI-act. 48 f.). 

 

Am 1. Juli 2020 wurde der Gesuchsgegner im Rahmen eines Dublin-Ver-

fahrens aus den Niederlanden in die Schweiz überstellt und meldete sich 

trotz einer entsprechenden Anweisung erneut nicht beim MIKA (MI-act. 52; 

57). 

 

Am 21. Dezember 2021 wurde der Gesuchsgegner im Rahmen eines Dub-

lin-Verfahrens aus den Niederlanden in die Schweiz überstellt (MI-act. 70). 

Diesmal meldete er sich anweisungsgemäss beim Schalter des MIKA (MI-

act. 72). In der Folge wurde das Asylverfahren wieder aufgenommen (MI-

act. 77). 

 

Am 6. Januar 2022 wurde der Gesuchsgegner wegen des Verdachts auf 

einen Raubüberfall vorläufig festgenommen (MI-act. 81 ff.). Am 9. Januar 

2022 wurde er wegen des Verdachts auf einen Einbruchdiebstahl erneut 

festgenommen und befand sich in der Folge bis zum 30. Juni 2022 in Un-

tersuchungshaft (MI-act. 84 ff.; 191). 

 

Interpol R._____ teilte am 9. Februar 2022 mit, dass der Gesuchsgegner 

als E._____, geboren am tt.mm.jjjj, von Marokko, registriert sei (MI-act. 87). 

 - 3 - 

 

 

 

Mit Entscheid vom 29. Juni 2022 wies das SEM das Asylgesuch des Ge-

suchsgegners ab, wies ihn aus der Schweiz weg und verpflichtete ihn so-

dann, die Schweiz und den Schengen-Raum nach der Haftentlassung zu 

verlassen (MI-act. 169 ff.). 

 

Das Bezirksgericht Aarau verurteilte den Gesuchsgegner am 30. Juni 2022 

wegen Raubs, versuchten Diebstahls, Hausfriedensbruchs und Sachbe-

schädigung zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 24 Monaten und sprach 

einen Landesverweis von zehn Jahren aus (MI-act. 189 ff.). 

 

Das MIKA führte am 2. August 2022 mit dem Gesuchsgegner ein Ausrei-

segespräch, anlässlich dessen er angab, palästinensischer Staatsangehö-

riger zu sein und nicht in seinen Heimatstaat zurückkehren zu wollen (MI-

act. 199 f.). 

 

Ab dem 10. August 2022 galt der Gesuchsgegner als unbekannten Aufent-

halts (MI-act. 213). 

 

Am 21. März 2023 identifizierten die marokkanischen Behörden den Ge-

suchsgegner als A._____ (MI-act. 222). 

 

Nachdem der Gesuchsgegner im Rahmen eines Dublin-Verfahrens aus 

den Niederlanden in die Schweiz überstellt worden war, wurde er am 

25. September 2025, 11.30 Uhr, von der Kantonspolizei Zürich festgenom-

men (MI-act. 231 ff.). Am 26. September 2025 wurde er dem MIKA zuge-

führt (MI-act. 241). 

 

B. 

Im Rahmen der Befragung durch das MIKA wurde dem Gesuchsgegner am 

26. September 2025 das rechtliche Gehör betreffend die Anordnung einer 

Ausschaffungshaft gewährt (MI-act. 241 ff.). Im Anschluss an die Befra-

gung wurde dem Gesuchsgegner die Anordnung der Ausschaffungshaft 

wie folgt eröffnet (act. 1): 

 

1. 
Es wird eine Ausschaffungshaft angeordnet. 
 
2. 
Die Haft begann am 25. September 2025,11.30 Uhr. Sie wird in Anwen-
dung von Art. 76 AIG für drei Monate bis zum 24. Dezember 2025, 
12.00 Uhr, angeordnet. 
 
3. 
Die Haft wird im Zentrum für ausländerrechtliche Administrativhaft Zürich 
(ZAA) oder im Gefängnis Bässlergut Basel vollzogen. Soweit für die Befra-
gung oder die Durchführung einer Haftverhandlung zwingend, erfolgt die 
Inhaftierung für die notwendige Dauer im Bezirksgefängnis Aarau. 

 

 - 4 - 

 

 

C. 

Anlässlich der heutigen Verhandlung vor dem Einzelrichter des Verwal-

tungsgerichts wurden der Gesuchsteller und der Gesuchsgegner befragt. 

 

D. 

Der Gesuchsteller beantragte die Bestätigung der Haftanordnung (Proto-

koll S. 5, act. 27). 

 

Der Gesuchsgegner liess folgenden Antrag stellen (Protokoll S. 5, act. 27): 

 

Die mit Verfügung vom 26.09.2025 des Amts für Migration und Integration 
(MIKA) angeordnete Ausschaffungshaft nach Art. 76 AIG für drei Monate 
sei nicht zu bestätigen. 

 

 
   

Der Einzelrichter zieht in Erwägung: 

 

I.  

1. 

Das angerufene Gericht überprüft die Rechtmässigkeit und Angemessen-

heit einer durch das MIKA angeordneten Ausschaffungshaft aufgrund einer 

mündlichen Verhandlung spätestens nach 96 Stunden (Art. 80 Abs. 2 des 

Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer und über die In-

tegration vom 16. Dezember 2005 [Ausländer- und Integrationsgesetz, 

AIG; SR 142.20], § 6 des Einführungsgesetzes zum Ausländerrecht vom 

25. November 2008 [EGAR; SAR 122.600]). Die Haftüberprüfungsfrist be-

ginnt mit der ausländerrechtlich motivierten Anhaltung der betroffenen Per-

son zu laufen (vgl. BGE 127 II 174, Erw. 2.b/aa). 

 

2. 

Im vorliegenden Fall wurde der Gesuchsgegner am 25. September 2025, 

11.30 Uhr, angehalten. Die mündliche Verhandlung begann am 26. Sep-

tember 2025, 15.35 Uhr; das Urteil wurde um 16.25 Uhr eröffnet. Die rich-

terliche Haftüberprüfung erfolgte somit innerhalb der Frist von 96 Stunden. 

 

II.  

1. 

Wurde ein erstinstanzlicher Weg- oder Ausweisungsentscheid eröffnet 

oder wurde die betroffene Person mit einer erstinstanzlichen Landesver-

weisung belegt, kann die zuständige kantonale Behörde die betroffene Per-

son zur Sicherstellung des Vollzugs in Haft nehmen (Art. 76 AIG). 

 

Zuständige kantonale Behörde im Sinne von Art. 76 Abs. 1 AIG ist bei mig-

rationsamtlichen Wegweisungen gemäss § 13 Abs. 1 EGAR und bei Lan-

desverweisungen gemäss § 89 der Verordnung über den Vollzug von Stra-

fen und Massnahmen vom 23. September 2020 (Strafvollzugsverordnung, 

 - 5 - 

 

 

SMV; SAR 253.112) das MIKA. Im vorliegenden Fall wurde die Haftanord-

nung durch das MIKA und damit durch die zuständige Behörde erlassen 

(act. 1 ff.). 

 

2. 

2.1. 

Das MIKA begründet seine Haftanordnung damit, dass es den 

Gesuchsgegner aus der Schweiz ausschaffen und mit der Haft den Vollzug 

sicherstellen wolle. Der Haftzweck ist damit erstellt. 

 

2.2. 

Der Haftrichter hat sich im Rahmen der Prüfung, ob die Ausschaffungshaft 

rechtmässig ist, Gewissheit darüber zu verschaffen, ob ein erstinstanzlicher 

Weg- oder Ausweisungsentscheid eröffnet oder eine erstinstanzliche Lan-

desverweisung ausgesprochen wurde (Art. 76 Abs. 1 AIG). 

 

Das Bezirksgericht Aarau verwies den Gesuchsgegner mit Urteil 

ST.2022.105 vom 30. Juni 2022 für zehn Jahre des Landes. Das Urteil ist 

mittlerweile in Rechtskraft erwachsen (MI-act. 189 ff.). Damit liegt eine 

rechtsgenügliche Landesverweisung vor. 

 

 

2.3. 

Gemäss Art. 80 Abs. 6 lit. a AIG ist die Haft zu beenden, wenn sich erweist, 

dass der Vollzug der Wegweisung aus rechtlichen oder tatsächlichen Grün-

den undurchführbar ist. 

 

Es sind keine Anzeichen vorhanden, die an der Ausschaffungsmöglichkeit 

in tatsächlicher oder rechtlicher Hinsicht Zweifel aufkommen lassen wür-

den. 

 

3. 

3.1. 

Das MIKA stützt seine Haftanordnung auf Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 AIG, 

wonach ein Haftgrund dann vorliegt, wenn konkrete Anzeichen befürchten 

lassen, dass sich die betroffene Person der Ausschaffung entziehen will, 

insbesondere, weil sie der Mitwirkungspflicht nach Art. 90 AIG und Art. 8 

Abs. 1 lit. a oder Art. 47 Abs. 1 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 

(AsylG; SR 142.31) nicht nachkommt. Ob im Sinne dieser Gesetzesbestim-

mung konkrete Anzeichen befürchten lassen, dass sich eine Person der 

Ausschaffung entziehen will, ist aufgrund des ganzen bisherigen Verhal-

tens, insbesondere auch gegenüber den Behörden, sowie ihrer eigenen 

Aussagen zu beurteilen. Auch wenn einzelne Fakten für sich eine Aus-

schaffungshaft nicht rechtfertigen, kann dies aufgrund der Gesamtheit der 

Vorkommnisse der Fall sein. Erforderlich sind gewichtige Anhaltspunkte 

dafür, dass die betroffene Person sich der Ausschaffung entziehen und 

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untertauchen will. Die blosse Vermutung, dass sie sich der Wegweisung 

entziehen könnte, genügt nicht; deren Vollzug muss erheblich gefährdet 

erscheinen (vgl. BGE 129 I 139, Erw. 4.2.1).  

 

Von einer Untertauchensgefahr und damit von einem Haftgrund ist zudem 

auch dann auszugehen, wenn das bisherige Verhalten der betroffenen Per-

son darauf schliessen lässt, dass sie sich behördlichen Anordnungen wi-

dersetzt (Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 4 AIG).  

 

Eine klare Trennung der beiden genannten Haftgründe ist in der Praxis 

kaum möglich. Vielmehr ist Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 4 AIG wohl als 

Präzisierung von Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 AIG zu verstehen, womit die 

beiden Bestimmungen als einheitlicher Haftgrund zu betrachten sind (vgl. 

ANDREAS ZÜND, in: Spescha/Zünd/Bolzli/Hruschka/de Weck [Hrsg.], 

Kommentar Migrationsrecht, 5. Aufl. 2019, N. 7 zu Art. 76 AIG; JANINE 

SERT, in: Caroni/Thurnherr [Hrsg.], Stämpflis Handkommentar zum 

Ausländer- und Integrationsgesetz [AIG], 2. Aufl. 2024, N. 17 zu Art. 76 

AIG). 

 

Der Gesuchsgegner war bereits aufgrund der 30. Juni 2022 durch das Be-

zirksgericht Aarau ausgesprochenen Landesverweisung verpflichtet, die 

Schweiz zu verlassen (MI-act. 191). Spätestens am 2. August 2022 wurde 

dem Gesuchsgegner seine Ausreisepflicht ein erstes Mal erläutert, wobei 

er ausdrücklich darauf hingewiesen wurde, dass er auch den Schengen-

Raum zu verlassen und per Flugzeug in seinen Heimatstaat zurückzukeh-

ren habe (MI-act. 199 f.). Sodann wurde er aufgefordert, bei der Papierbe-

schaffung mitzuwirken (MI-act. 201). Anstatt dieser Aufforderung nachzu-

kommen oder freiwillig und ordentlich auszureisen, tauchte der Gesuchs-

gegner jedoch unter und galt ab dem 10. August 2022 als unbekannten 

Aufenthalts (MI-act. 213). Offenbar reiste er ins europäische Ausland aus, 

jedenfalls wurde er am 25. September 2025 aus den Niederlanden in die 

Schweiz rücküberführt (MI-act. 231). 

 

Im Rahmen der Befragung zur Gewährung des rechtlichen Gehörs am 

26. September 2025 gab der Gesuchsgegner wahrheitswidrig zu Protokoll, 

er habe weder gewusst, dass er den Schengen-Raum verlassen müsse, 

noch sei ihm jemals mitgeteilt worden, dass er sich an der Beschaffung von 

Reisedokumenten beteiligen müsse (MI-act. 241 f.). Im Verlauf des weite-

ren Gesprächs wurde der Gesuchsgegner damit konfrontiert, dass er zwi-

schenzeitlich von den marokkanischen Behörden identifiziert worden ist. 

Dennoch beharrte der Gesuchsgegner darauf, aus P._____ zu stammen, 

und gab zu Protokoll, dass er nicht nach Marokko ausreisen wolle, weil das 

nicht sein Land sei (MI-act. 242). Auch anlässlich der heutigen Verhand-

lung bestritt der Gesuchsgegner, marokkanischer Staatsangehöriger zu 

sein und verweigerte eine Ausreise nach Marokko (Protokoll S. 3 f., 

act. 25 f.). Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts ist in dieser 

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konsequenten Weigerung, in den Heimatstaat zurückzureisen, ebenfalls 

ein Anzeichen für das Vorliegen einer Untertauchensgefahr zu sehen (BGE 

140 II 1, Erw. 5.3). 

 

Nach dem Gesagten war dem Gesuchsgegner bereits im August 2022 be-

wusst, dass er die Schweiz und den Schengen-Raum verlassen musste, 

was er nicht getan hat. Seine anlässlich der heutigen Verhandlung geäus-

serten Beteuerungen, in Kürze freiwillig auszureisen, erscheinen damit als 

blosse Schutzbehauptungen, um die drohende und nun angeordnete Aus-

schaffungshaft abzuwenden. Hinzu kommt, dass es sich dabei um eine un-

kontrollierte Ausreise handeln würde, da der Gesuchsgegner eine Ausreise 

in seinen Heimatstaat verweigert. Überdies tauchte der bereits während 

des Asylverfahrens immer wieder unter und musste mehrfach im Rahmen 

eines Dublin-Verfahrens aus dem europäischen Ausland in die Schweiz 

überstellt werden (MI-act. 25; 48; 52; 70). Obwohl er jeweils dazu aufgefor-

dert worden war, meldete er sich nach den Rücküberstellungen sodann 

nicht beim MIKA (MI-act. 49; 57). Er hielt sich demnach bereits in Vergan-

genheit den Behörden nicht zur Verfügung. Am 10. August 2022 tauchte 

der Gesuchsgegner erneut unter, nachdem sein Asylgesuch am 29. Juni 

2022 abgewiesen und er am 30. September 2022 mit einem zehnjährigen 

Landesverweis belegt worden war. Sein gesamtes Verhalten zeigt damit, 

dass er nicht bereit ist, behördlichen Anordnungen Folge zu leisten und in 

Bezug auf seine Ausreise zu kooperieren. Darüber hinaus äusserte er 

mehrfach deutlich, dass er nicht freiwillig selbständig nach Marokko aus-

reise. Sowohl seine Äusserungen als auch sein Verhalten lassen darauf 

schliessen, dass er sich der Ausschaffung entziehen will. Damit ist der Haft-

grund von Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 und 4 AIG erfüllt ist. 

 

3.2. 

Weiter stützt das MIKA seine Haftanordnung auf Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 1 

i. V. m. Art. 75 Abs. 1 lit. h AIG, wonach eine Person in Haft genommen 

werden kann, wenn sie wegen eines Verbrechens verurteilt worden ist. Ver-

brechen sind gemäss Art. 10 Abs. 2 StGB Taten, die mit einer Freiheits-

strafe von mehr als drei Jahren bedroht sind. Für den Haftgrund nach 

Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 1 i. V. m. Art. 75 Abs. 1 lit. h AIG ist erforderlich, 

dass eine rechtskräftige Verurteilung vorliegt (ZÜND, a. a. O., N. 12 zu 

Art. 75 AIG). 

 

Gemäss konstanter bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist bei diesem 

Haftgrund keine Prognose darüber erforderlich, ob sich die ausländische 

Person dem Vollzug der Wegweisung tatsächlich entziehen wird. Vielmehr 

besteht aufgrund der schweren Straffälligkeit eine gesetzliche Vermutung, 

dass sich eine wegen eines Verbrechens verurteilte Person behördlichen 

Anordnungen widersetzen und versuchen wird, sich der Ausschaffung zu 

entziehen (Urteile des Bundesgerichts 2C_455/2009 vom 5. August 2009, 

Erw. 2.1 und 2C_312/2018 vom 11. Mai 2018, Erw. 3.2). 

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Wie in der Prozessgeschichte dargelegt wurde, ist der Gesuchsgegner 

rechtskräftig wegen Raubes gemäss Art. 140 Ziff. 1 StGB verurteilt worden. 

Dieses Delikt ist mit einer Höchststrafe von mehr als drei Jahren belegt und 

damit als Verbrechen einzustufen. 

 

Liegt ein Haftgrund vor, weil die betroffene Person wegen eines Verbre-

chens (rechtskräftig) verurteilt wurde, kann sich die Anordnung einer Haft 

allenfalls dann als nicht notwendig und damit unverhältnismässig erweisen, 

wenn sich die betroffene Person proaktiv um eine Rückkehr in ihr Heimat-

land bemüht und so ihre Ausreisebereitschaft untermauert. Ein derartiges 

Verhalten ist beim Gesuchsgegner jedoch nicht erkennbar. 

 

Nach dem Gesagten ist der Haftgrund von Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 1 i. V. m. 

Art. 75 Abs. 1 lit. h AIG ebenfalls erfüllt. 

 

3.3. 

Zusammenfassend steht im vorliegenden Fall fest, dass sowohl der Haft-

grund nach Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 und 4 AIG (Untertauchensgefahr) als 

auch der Haftgrund nach Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 1 i. V. m. Art. 75 Abs. 1 

lit. h AIG (Verurteilung wegen eines Verbrechens) erfüllt sind. 

 

4. 

Bezüglich der Haftbedingungen liegen keine Beanstandungen vor (Proto-

koll S. 4, act. 26). 

 

5. 

Es liegen auch keine Anzeichen dafür vor, dass das MIKA dem Beschleu-

nigungsgebot (Art. 76 Abs. 4 AIG) nicht ausreichend Beachtung geschenkt 

hätte. 

 

6. 

Das MIKA ordnete die Ausschaffungshaft für drei Monate an. Nachdem der 

Vollzug der Rückführung massgeblich vom Verhalten des Gesuchsgegners 

abhängig ist und es diesbezüglich zu Verzögerungen kommen kann, ist die 

beantragte Haftdauer nicht zu beanstanden. Im Übrigen ist festzuhalten, 

dass das MIKA bisher stets bemüht war, Ausschaffungen so rasch wie 

möglich zu vollziehen. Sollte das MIKA entgegen seiner bisherigen Ge-

wohnheit das Beschleunigungsgebot verletzen, besteht die Möglichkeit, ein 

Haftentlassungsgesuch zu stellen. 

 

7. 

Abschliessend stellt sich die Frage, ob die Haftanordnung deshalb nicht zu 

bestätigen sei, weil sie im konkreten Fall gegen das Prinzip der Verhältnis-

mässigkeit verstossen würde. 

 

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Dass die Ausschaffungshaft geeignet ist, den Vollzug der Wegweisung si-

cherzustellen, liegt auf der Hand und bedarf keiner weiteren Ausführungen. 

Gleiches gilt mit Blick auf die Notwendigkeit der Anordnung einer Ausschaf-

fungshaft (siehe vorne Erw. II/3). 

 

Eine mildere Massnahme zur Sicherstellung der Ausschaffung ist aufgrund 

der festgestellten und inzwischen weiter akzentuierten Untertauchensge-

fahr nicht ersichtlich.  

 

Bezüglich der familiären Verhältnisse ergeben sich keine Anhaltspunkte, 

welche gegen eine Haftanordnung sprechen würden.  

 

Der Gesuchsgegner brachte anlässlich der heutigen Verhandlung zwar vor, 

in der Vergangenheit Drogen konsumiert zu haben und an Krebs zu leiden 

(Protokoll S. 4, act. 26), machte jedoch nicht geltend, er sei nicht hafterste-

hungsfähig (Protokoll S. 6, act. 6). Den Akten sind sodann keine Hinweise 

auf eine Krebserkrankung zu entnehmen, insbesondere verneinte der Ge-

suchsgegner bei der Befragung zu den medizinischen Angaben durch die 

Kantonspolizei Zürich die Fragen, ob er einen Arzt benötige, in regelmäs-

siger ärztlicher oder psychiatrischer Behandlung stehe und Medikamente 

benötige (MI-act. 232 f.). Auch anlässlich der Befragung zur Gewährung 

des rechtlichen Gehörs gab er lediglich zu Protokoll, Probleme mit den Zäh-

nen und hohen Blutdruck zu haben sowie drogenabhängig zu sein. Dass 

er Krebs haben soll, erwähnte er jedoch nicht (MI-act. 242 f.). Schliesslich 

wurden im Rahmen der Dublin-Überstellung keine medizinisch relevanten 

Probleme angekündigt (Protokoll S. 6, act. 28). Selbst wenn der Gesuchs-

gegner eine medizinische Behandlung benötigen würde, wäre die Haft nicht 

unzulässig, da sowohl im Zentrum für ausländerrechtliche Administrativhaft 

Zürich als auch im Bässlergut Basel die medizinische und seelsorgerische 

Begleitung gewährleistet ist. Insgesamt sind demnach keinerlei Gründe er-

sichtlich, welche die angeordnete Haft als unverhältnismässig erscheinen 

liessen. 

 

III. 

1. 

Gemäss § 28 Abs. 1 EGAR ist das Verfahren betreffend Haftüberprüfung 

unentgeltlich. Demgemäss werden keine Kosten erhoben. 

 

2. 

Dem Gesuchsgegner ist gemäss § 27 Abs. 2 EGAR zwingend ein amtlicher 

Rechtsvertreter zu bestellen, da der Gesuchsteller eine Haft für eine Dauer 

von mehr als 30 Tagen anordnete. Der Vertreter des Gesuchsgegners wird 

aufgefordert, nach Haftentlassung des Gesuchsgegners seine Kostennote 

einzureichen. 

 

 - 10 - 

 

 

IV. 

1. 

Der Gesuchsgegner wird darauf hingewiesen, dass ein Haftentlassungsge-

such frühestens einen Monat nach Haftüberprüfung gestellt werden kann 

(Art. 80 Abs. 5 AIG) und beim MIKA einzureichen ist (§ 15 Abs. 1 EGAR). 

 

2. 

Soll die Haft gegebenenfalls verlängert werden, ist nicht zwingend eine Ver-

handlung mit Parteibefragung durchzuführen (Aargauische Gerichts- und 

Verwaltungsentscheide [AGVE] 2009, S. 359 ff., Erw. I/4.3 ff.). Im Rahmen 

der Befragung zwecks Gewährung des rechtlichen Gehörs hat das MIKA 

dem Gesuchsgegner daher die Frage zu unterbreiten, ob er die Durchfüh-

rung einer mündlichen Verhandlung wünscht und ob er in diesem Fall eine 

Präsenzverhandlung verlangt oder mit einer Verhandlung via Videotelefo-

nie einverstanden ist (Urteil des Bundesgerichts 2C_846/2021 vom 19. No-

vember 2021). Die Anordnung einer allfälligen Haftverlängerung ist dem 

Verwaltungsgericht spätestens acht Arbeitstage vor Ablauf der bewilligten 

Haft einzureichen. 

 

3. 

Der vorliegende Entscheid wurde den Parteien zusammen mit einer kurzen 

Begründung anlässlich der heutigen Verhandlung mündlich eröffnet. Das 

Dispositiv wurde den Parteien ausgehändigt. 

 

 
   

Der Einzelrichter erkennt: 

 

1. 

Die am 26. September 2025 angeordnete Ausschaffungshaft wird bis zum 

24. Dezember 2025, 12.00 Uhr, bestätigt. 

 

2. 

Die Haft ist im Zentrum für ausländerrechtliche Administrativhaft Zürich 

oder im Gefängnis Bässlergut Basel zu vollziehen. Für die Dauer der Be-

fragung oder die Durchführung einer Haftverhandlung kann die Inhaftie-

rung, soweit zwingend notwendig, im Bezirksgefängnis Aarau erfolgen. 

 

3. 

Der Gesuchsgegner ist spätestens am 27. September 2025 ins Zentrum für 

ausländerrechtliche Administrativhaft Zürich oder in eine andere Haftan-

stalt, welche den Anforderungen an eine Haftanstalt für Ausschaffungshaft 

entspricht, zu überführen. Erfolgt keine Überführung, ist der 

Gesuchsgegner aus der Haft zu entlassen. 

 

4. 

Es werden keine Kosten auferlegt. 

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5. 

Als amtlicher Rechtsvertreter wird lic. iur. Martin Leiser, Rechtsanwalt, 

Aarau, bestätigt. Der Rechtsvertreter wird aufgefordert, nach Haftentlas-

sung des Gesuchsgegners seine detaillierte Kostennote einzureichen. 

 

 
   

Zustellung an: 

den Gesuchsgegner (Vertreter, im Doppel) 

das MIKA (mit Rückschein) 

das Staatssekretariat für Migration, 3003 Bern 

 

 
   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Dieser Entscheid kann wegen Verletzung von Bundesrecht, Völkerrecht, 

kantonalen verfassungsmässigen Rechten sowie interkantonalem Recht 

innert 30 Tagen seit der Zustellung mit Beschwerde in öffentlich-rechtli-

chen Angelegenheiten beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, angefochten werden. Die unterzeichnete Beschwerde 

muss das Begehren, wie der Entscheid zu ändern sei, sowie in gedrängter 

Form die Begründung, inwiefern der angefochtene Akt Recht verletzt, mit 

Angabe der Beweismittel enthalten. Der angefochtene Entscheid und als 

Beweismittel angerufene Urkunden sind beizulegen (Art. 82 ff. des Bun-

desgesetzes über das Bundesgericht vom 17. Juni 2005 [Bundesgerichts-

gesetz, BGG; SR 173.110]). 

 

 
   

Aarau, 26. September 2025 

 

Verwaltungsgericht des Kantons Aargau 

2. Kammer 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin i.V.: 

 

 

 

J. Huber Schmucki