# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 719c975a-a77a-526b-86cf-4b33cb74e6a8
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-08-03
**Language:** de
**Title:** Steuerhoheit (Steuerperiode 1.8.2005 - 31.7.2006)
**Docket/Reference:** ST.2010.156
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_ST_2010_156_ei.pdf

## Full Text

STEUERREKURSKOMMISSION II 
DES KANTONS ZÜRICH 

2 ST.2010.156 

Entscheid 

3. August 2010 

Mitwirkend: 

Präsident Richard Oesch, die Mitglieder Walter Balsiger, Rhea Schircks Denzler und 
Sekretärin Nadja Obreschkow 

A ,    

vertreten durch B,  

In Sachen 

gegen 

Rekurrentin,  

S t a a t   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Konsum,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Rekursgegner,  

betreffend 

Steuerhoheit (Steuerperiode 1.8.2005 - 31.7.2006) 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A. Die A (nachfolgend die Pflichtige) wurde am … 2003 mit Sitz in C gegrün-

det. Sie verfügt über ein Aktienkapital von Fr. 200'000.- und bezweckt die Erbringung 

von  Beratungen  und  Dienstleistungen  in  den  Bereichen  Flugzeughandel,  Flugzeug-

charter,  Flugzeugmanagement  und  die  dazugehörigen  Finanzierungen.  Im  August 

2005  hat  sie  den  Sitz  nach  D  verlegt.  E  war  Alleinaktionär  und  bis  zu  seinem  Aus-

scheiden am 26. März 2010 einziges Verwaltungsratsmitglied der Pflichtigen. Wichtigs-

tes  Aktivum  der  AG  ist die  Beteiligung  von  45%  an  der  F  in  G  (seit  Mai  2009  in  H,I). 

Diese Gesellschaft befasst sich laut Statuten mit der Erbringung von Dienstleistungen 

im Bereich des nationalen und internationalen Lufttransports; sodann bezweckt sie den 

Handel  mit  und  die  Vermittlung  von  Flugzeugen  und  Zubehör  auf  eigene  Rechnung 

sowie  die  Beratung  von  Gesellschaften  im  Bereich  der  Zivilluftfahrt.  Ihr  Aktienkapital 

betrug  zunächst  Fr.  500'000.-,  ab  Dezember  2005  Fr.  2  Mio.  und  ab  Mai  2007  Fr.  5 

Mio. In den Jahren 2003 bis 2006 wies die Pflichtige laut Abschluss folgende Verluste 

bzw. Reingewinne aus: 

Geschäftsjahr  

2003 (27.3. - 31.12.)   

2004 

2005 (1.1. - 31.7.) 

2005/2006 (1.8.05 - 31.7.06)  

2006/2007 (1.8.06 - 31.7.07)  

Gewinn 

Verlust 

    Fr.    

    Fr.  

  58'395.- 

   2'754.- 

 28'720.- 

524'811.- 

455'353.-. 

Soweit  erkennbar,  ist  die  Pflichtige  für  die  Steuerperioden  bis  und  mit  2005 

(1.1. - 31.7.) aufgrund unbeschränkter Steuerpflicht im Kanton Zürich rechtskräftig ein-

geschätzt. In der Steuererklärung 2006 gab die Pflichtige an, sie habe den Sitz im Au-

gust  2006  nach  D  verlegt.  Gleichwohl  bezeichnete  sie  den  im  Geschäftsjahr  2005/06 

erzielten  Geschäftsgewinn  von  Fr.  524'811.-  abzüglich  verrechenbarer  Vorjahresver-

luste  von  Fr.  26'921.-,  mithin  ein  Betreffnis  von  Fr.  497'890.-,  als  ausschliesslich  im 

Kanton Zürich steuerbar, ebenso das steuerbare Eigenkapital von Fr. 697'890.-. Unter 

Bemerkungen führte sie an, die interkantonale Steuerausscheidung bleibe vorbehalten 

und müsse zusammen mit dem Sitzkanton abgesprochen werden. 

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Am 24. Juni 2009 nahm der steueramtliche Revisor am Sitz der Vertreterin der 

Pflichtigen in G eine Buchprüfung vor. Dabei kam er vorab zum Schluss, die Pflichtige 

unterliege  weiterhin  der  hiesigen  unbeschränkten  Steuerpflicht,  und  zwar  namentlich 

deshalb, weil sie in D über keine Infrastruktur verfüge. Gestützt auf dessen Erkenntnis-

se beanspruchte das kantonale Steueramt mit Vorentscheid vom 18. November 2009 

für  den  Kanton  Zürich  und  die  Gemeinde  C  die  unbeschränkte  Steuerhoheit  über  die 

Pflichtige hinsichtlich der Steuerperiode vom 1. August 2005 bis 31. Juli 2006. 

B. Dagegen erhob die Pflichtige am 17. Dezember 2009 Einsprache und ver-

langte, die Besteuerung im Kanton Zürich bis zum Zeitpunkt des Eintrags der Sitzver-

legung im Handelsregister des Kantons K zu beschränken. Mithin bestehe die Steuer-

pflicht  bloss  am  1.  August  2005;  im  überschiessenden  Teil  sei  der  angefochtene 

Entscheid aufzuheben. 

In  der  Folge  traf  das  kantonale  Steueramt  im  Einspracheverfahren  weitere 

Untersuchungen.  Da  es  den  geforderten  Nachweis,  dass  die  Verwaltung  ab  dem  2. 

August  2005  tatsächlich  in  D  stattgefunden  habe,  nach  wie  vor  als  nicht  erbracht  er-

achtete, wies es die Einsprache am 29. April 2010 ab. 

C. Mit Rekurs vom 28. Mai 2010 liess die Pflichtige den Einspracheantrag er-

neuern, unter Kosten und Entschädigungsfolgen. 

Mit  Rekursantwort  vom  25.  Juni  2010  schloss  das  kantonale  Steueramt  auf 

Abweisung des Rechtsmittels. 

Die  Steuerrekurskommission  II  zog  die  Akten  des  Alleinaktionärs  und  Ge-

schäftsführers der Pflichtigen, E, bei. 

Am 28. Juli 2010 reichte die Pflichtige weitere Unterlagen ein. Dabei berief sie 

sich auf ihre Rekurseingabe. Dort hatte sie "weitere Belege für den Nachweis der tat-

sächlichen Auslandstätigkeit vorbehalten".  

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Auf das Ergebnis der Sachverhaltsermittlung, die Begründung im angefochte-

nen  Entscheid  sowie  die  Vorbringen  der  Parteien  ist,  soweit  rechtserheblich,  in  den 

nachfolgenden Erwägungen einzugehen. 

Die Rekurskommission zieht in Erwägung: 

1. a) Die Pflichtige hatte ihren Sitz bis und mit 1. August 2005 in C. Mit Han-

delsregistereintrag  vom  folgenden Tag  (2.  August  2005)  hat  sie  sich  formell  in  D  nie-

dergelassen.  Gestützt  auf  die  Sitzverlegung  in den  Kanton  K  scheint,  soweit  aus den 

Akten erkennbar, die dortige Steuerverwaltung davon auszugehen, dass die Pflichtige 

ab dem 2. August 2005 qua Sitz unbeschränkt in K steuerpflichtig sei. Anderseits aner-

kennt das hiesige Steueramt die Beendigung der Steuerhoheit des Kantons Zürich per 

1. August 2005 nicht. 

b) Umstritten ist die unbeschränkte Steuerpflicht der Pflichtigen in der Steuer-

periode 1.8.2005 bis 31.7.2006, allerdings nicht umfassend, wie das kantonale Steuer-

amt dafür hält, sondern erst ab 2. August 2005. Denn die Pflichtige hat die Steuerpflicht 

für den 1. August 2005 ausdrücklich anerkannt. 

aa) Laut Art. 20 Abs. 1 Satz 1 des Bundesgesetzes über die Harmonisierung 

der  direkten  Steuern  der  Kantone  und  Gemeinden  vom  14.  Dezember  1990  (StHG) 

sind Kapitalgesellschaften aufgrund persönlicher Zugehörigkeit (unbeschränkt) steuer-

pflichtig, wenn sich ihr Sitz oder ihre tatsächliche Verwaltung im Kanton befindet. Ver-

legt  eine  juristische  Person  den  Sitz  oder  die  tatsächliche  Verwaltung  während  eines 

Geschäftsjahres  und  damit  während  einer  Steuerperiode  von  einem  Kanton  in  einen 

anderen, so ist sie für diese Periode nach Art. 22 StHG (in der Fassung vom 15. De-

zember 2000) in beiden Kantonen steuerpflichtig (Abs. 1). Die Verlegung bewirkt daher 

im Wegzugskanton keine Beendigung der Steuerpflicht (Satz 1). Indes obliegt die Ver-

anlagung diesfalls allein dem Zuzugskanton (Satz 2). Der Gesamtgewinn und das Ka-

pital sind auf die beiden Kantone aufzuteilen (Abs. 3); in der Regel geschieht dies pro 

rata temporis (siehe Ziff. 321 des Kreisschreibens Nr. 15 der Schweizerischen Steuer-

konferenz über die Koordination und Vereinfachung der Veranlagungsverfahren für die 

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direkten  Steuern  im  interkantonalen  Verhältnis vom  31.  August  2001; massgeblich  ist 

in der Praxis das Zeitsäulenmethode).  

bb)  In  diesem  Licht  ist  die  unbeschränkte  Steuerpflicht  in  der  Steuerperiode 

1.8.2005 bis 31.7.2006 (entsprechend dem Geschäftsabschluss) aus Sicht der Pflichti-

gen im Grund nicht umstritten; streitig ist in ihrer Optik einzig die Aufteilung der Fakto-

ren. Das kantonale Steueramt hält dem allerdings entgegen, dass dem neuen Sitzkan-

ton  unter  den  gegebenen  Umständen 

in  dieser  Zeitspanne  überhaupt  kein 

Besteuerungsrecht  zustehe.  Nur  bei  rein  formalistischer  Betrachtung  liesse  sich  die 

Meinung  verfechten,  da  lediglich  die  Zerlegung  der  Faktoren  betroffen  sei,  könne  in 

dieser Periode noch auf eine Auseinandersetzung um die unbeschränkte Steuerpflicht 

verzichtet werden. Eine solche Auffassung ist indes, da nicht zielführend, zu verwerfen.  

Um diese Problematik zu entschärfen, drängte es sich eigentlich auf, die An-

gelegenheit über das Recht zur direkten Bundessteuer (Bundesgesetz über die direkte 

Bundessteuer  vom  14.  Dezember  1990;  DBG)  zu  klären.  Denn  dort  ist  der  Veranla-

gungskanton  klarerweise  während  der  gesamten  Steuerperiode  allein  zuständig  (Art. 

105 Abs. 3 DBG).  

cc) Ob der Kanton Zürich die Veranlagungshoheit über die Pflichtige bezüglich 

der  Bundesteuerperiode  2005/06  beansprucht,  geht  aus  den  –  insofern  wohl  unvoll-

ständigen – Akten nicht hervor. Sollte dies aber der Fall sein, was konsequent wäre, so 

ist  in  Anbetracht  der  Raschheit  und  Effizienz  des  dortigen  Verfahrens  (vgl.  Art.  108 

Abs. 1 DBG) unverständlich, weshalb die Klärung der Verhältnisse nicht vorab auf je-

nem Weg erfolgt. Unter solchen Umständen wäre zwingend die Eidg. Steuerverwaltung 

einzuschalten  (BGr,  10.  März  2007,  2P.22/2007).  Die  Steuerrekurskommission  II  hat 

die  Verwaltung  bereits  in  früheren  Verfahren  auf  die  Vorzüge  dieses  Verfahrens  hin-

gewiesen  und  versucht,  beliebt  zu  machen,  im  Konfliktfall  diese  Schiene  zu  fahren; 

offenbar vergeblich, wie mit Erstaunen zur Kenntnis zu nehmen ist. 

2.  a)  Gemäss  § 54  Abs. 1  lit. a  des  Steuergesetzes  vom  8. Juni  1997  (StG) 

werden  als  juristische  Personen  u.a.  die  Kapitalgesellschaften  (Aktiengesellschaften 

usw.) besteuert. Juristische Personen sind kraft § 55 StG aufgrund persönlicher Zuge-

hörigkeit steuerpflichtig, wenn sich ihr Sitz oder ihre tatsächliche Verwaltung im Kanton 

befindet.  Diesfalls  ist  ihre  Steuerpflicht  nach  § 57  Abs. 1  StG  unbeschränkt  (Halbsatz 

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1);  hingegen  erstreckt  sie  sich  nicht  auf  Betriebsstätten  und  Grundstücke  ausserhalb 

des Kantons (Halbsatz 2). 

aa)  Im  interkantonalen  Verhältnis  greift  das  harmonisierte  Steuerrecht.  Juristi-

sche  Personen  wie  namentlich  Kapitalgesellschaften  sind  nach  Art. 20  Abs. 1  StHG, 

wie bereits erwähnt (vorn E. 1b/aa), steuerpflichtig, wenn sich ihr Sitz oder ihre tatsäch-

liche Verwaltung im Kanton befindet. Nur dann darf der Kanton zu einer unbeschränk-

ten Besteuerung schreiten. Sitz der juristischen Person ist der Ort, den die Statuten als 

Sitz  bezeichnen  (vgl.  Art. 56  ZGB).  Aufgrund  von  Art. 20  Abs. 1  StHG  bzw.  dessen 

Umsetzung im kantonalen Recht kann es vorkommen, dass sowohl der Sitzkanton als 

auch der Kanton der tatsächlichen Verwaltung die Steuerpflicht aufgrund persönlicher 

Zugehörigkeit,  d.h.  das  Hauptsteuerdomizil  für  die  nämliche  Steuerperiode  beanspru-

chen, und zwar überschneidend. In der Folge resultiert eine unerlaubte Doppelbesteu-

erung. Dieser Konflikt ist nach den Regeln zu lösen, welche die Praxis zum interkanto-

nalen  Steuerrecht  als  Kollisionsrecht  entwickelt  hat  (Athanas/Widmer,  in:  Kommentar 

zum Schweizerischen Steuerrecht, Band I/1, 2. A., 2002, Art. 20 N. 37 ff. StHG; Peter 

Locher,  in:  Einführung  in  das  interkantonale  Steuerrecht  der  Schweiz,  3.A.,  2009, 

S. 47). 

bb)  Nach  der  bundesgerichtlichen  Rechtsprechung  (zu  Art. 46  Abs. 2  aBV 

bzw.  Art. 127  Abs. 3  BV)  befindet  sich  das  Hauptsteuerdomizil  einer  juristischen  Per-

son  im  interkantonalen  Verhältnis  grundsätzlich  an  ihrem  durch  die  Statuten  und  den 

Handelsregistereintrag  bestimmten  Sitz.  Auf  diesen  zivilrechtlichen  Sitz  wird  jedoch 

dann nicht abgestellt, wenn ihm in einem anderen Kanton ein Ort gegenübersteht, an 

dem die normalerweise am statutarischen Sitz sich abspielende Geschäftsführung und 

Verwaltung, d. h. die leitende Tätigkeit, in Wirklichkeit vor sich geht (StE 2009 A 24.22 

Nr. 6 E. 2.2). Dann wird dieser Ort als  (Haupt-)Steuerdomizil betrachtet. Ob der Wahl 

des  statutarischen  Sitzes  fiskalische  oder  andere  Erwägungen  zugrunde  liegen,  ist 

unerheblich; es genügt, dass dieser Sitz den wirklichen Verhältnissen  in keiner Weise 

entspricht  und  als  künstlich  geschaffen  erscheint  (BGr,  22.  Dezember  2009, 

2C_259/2009,  www.bger.ch).  Entscheidend  sind  die  gesamten  Umstände  des  Einzel-

falls (vgl. u. a. ASA 56, 85 E. 3; StE 2002 A 24.22 Nr. 4 E. 2a; StE 1999 A 24.22 Nr. 3 

E. 2a; je mit Hinweisen). Als rein künstlich geschaffen gilt ein statutarischer Sitz, wenn 

zu ihm keinerlei nähere Beziehung besteht. Dann liegt ein sog. Briefkastendomizil vor 

(Höhn/Mäusli, Interkantonales Steuerrecht, 4.A., 2000, § 8 N 3, auch zum Folgenden). 

Dieses besteht darin, dass ein Anwalt, Treuhänder oder anderer Beauftragter (infrage 

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kommen  auch  entsprechende  juristische  Personen)  im  Wesentlichen  lediglich  seine 

Geschäftsadresse zur Verfügung stellt und er für die Gesellschaft die Post entgegen-

nimmt. Der Ort der wirklichen Leitung ist (nur) dann entscheidend, wenn sich am statu-

tarischen  Sitz  keine  Leitung  und  keine  Geschäftseinrichtungen  befinden  (in  diesem 

Sinn wohl Höhn/Mäusli, § 8 N 1). Gemäss Bundesgericht ist mithin primär auf den Ort 

des statutarischen Sitzes abzustellen. Der Ort der tatsächlichen Leitung bestimmt ein-

zig  dann  das  Steuerdomizil,  wenn  dem  statutarischen  Sitz  bloss  formelle  Bedeutung 

zukommt (Locher, S. 48).  

Der Begriff der tatsächlichen Verwaltung ist nicht scharf umschrieben; er deckt 

sich mit jenem der tatsächlichen Geschäftsleitung (S. 108 der Botschaft zu Bundesge-

setzen  über  die  Harmonisierung  der  direkten  Steuern  der  Kantone  und  Gemeinden 

sowie über die direkte Bundessteuer vom 25. Mai 1983; so letztlich auch Peter Mäusli, 

Die  Ansässigkeit  von  Gesellschaften  im  internationalen  Steuerrecht,  1993,  S. 160;  je 

auch  zum  Folgenden).  Die  Tätigkeit  der  obersten  Gesellschaftsorgane  gehört  nicht 

dazu, falls sie die reine Kontrolle der eigentlichen Geschäftsleitung betrifft und sich auf 

gewisse  Grundsatzentscheide  beschränkt  (Widmer/Moser,  Schweizer  Aussensteuer-

recht, in: ST 2005, 499; auch zum Folgenden). Ebenso wenig ist auf die administrative 

Verwaltung bzw. eine untergeordnete Geschäftstätigkeit abzustellen. Entscheidend ist 

jener  Ort,  wo  "die  Fäden  der  Geschäftsführung  zusammenlaufen  (und)  die  wesentli-

chen  Unternehmensentscheide  fallen".  Abzustellen  ist  somit  auf  den  Ort  der  Führung 

der laufenden Geschäfte im Sinn der obersten Leitung der operationellen Betriebsfüh-

rung. Findet sie an verschiedenen Orten statt, so kommt es auf das Zentrum, d.h. den 

Mittelpunkt dieser Tätigkeit an. Der Ort der wirklichen Leitung kann ausnahmsweise bei 

einer Drittperson angesiedelt sein (Mäusli, S. 63). 

b)  Befindet  sich  das  primäre  Steuerdomizil  einer  juristischen  Person  ausser-

halb  des  Kantons,  sei  es  qua  Sitz,  sei  es  aufgrund  der  tatsächlichen  Verwaltung,  so 

besteht im Kanton kraft wirtschaftlicher Zugehörigkeit laut § 56 Abs. 1 lit. b StG (siehe 

auch Art. 21 Abs. 1 lit. b StHG) namentlich dann eine beschränkte Steuerpflicht, wenn 

sie hier eine Betriebsstätte unterhält. In diesem Fall ist sie im Kanton gemäss § 57 StG 

für den Gewinn und das Kapital – nur, aber immerhin – insoweit steuerpflichtig (Abs. 2 

StG). Die Steuerausscheidung erfolgt auch dann nach den Grundsätzen des Bundes-

rechts über das Verbot der interkantonalen Doppelbesteuerung (Abs. 3; Art. 22 Abs. 3 

StHG).  

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Die Betriebsstätte begründet ein Nebensteuerdomizil im Sinn eines sekundä-

ren Steuerdomizils. Eine solche liegt vor, wenn sich im Kanton ständige Anlagen oder 

Einrichtungen  befinden,  mittels  deren  sich  ein  quantitativ  und  qualitativ  wesentlicher 

Teil des Betriebs vollzieht (BGE 134 I 303). Dabei ist nicht erforderlich, dass die Anla-

gen und Einrichtungen im Eigentum des Unternehmens stehen; ein blosses Nutzungs-

recht an bestimmten Räumlichkeiten kann genügen (Locher, S. 45). 

3. a) In Bezug auf die Beweislast gilt grundsätzlich, dass es der Behörde ob-

liegt, den Wohnsitz bzw. Sitz als steuerbegründende Tatsache darzutun. Dem Steuer-

pflichtigen kann freilich der Gegenbeweis für die von ihm behauptete subjektive Steu-

erpflicht  an  einem  neuen  Ort  auferlegt  werden,  wenn  die  von  der  Behörde 

angenommene bisherige subjektive Steuerpflicht als sehr wahrscheinlich gilt (BGr, 16. 

Februar 2010, 2C_625/2009; 14. April 2009, 2C_576/2008, je www.bger.ch; vgl. schon 

ASA  39,  284  E.  3c).  Das  Bundesgericht  hat  dies  bezüglich  des  steuerrechtlichen 

Wohnsitzes, also für natürliche Personen erkannt; doch muss das sinngemäss auch für 

juristische Personen gelten. Gelingt  es  der steuerpflichtigen juristischen Person  nicht, 

den Sitzwechsel und dessen realen Hintergrund  zu belegen, bleibt es bei der  bisheri-

gen  Domizilzuordnung.  Gleich  verhält  es  sich  bezüglich  des  Orts  der  tatsächlichen 

Verwaltung  einer  juristischen  Person.  All  das  gilt  jedenfalls  dann,  wenn  der  Steuer-

pflichtige  seiner  Mitwirkungspflicht  im  Rahmen  des  Zumutbaren  nachgekommen  ist 

(vgl.  zum  Ganzen  AJP  2008,  1288  E.  2.3;  StE 2008  A  24.21  Nr. 18  E.  2.3;  Pra  2000 

Nr. 7  S. 29  E.  3c;  BGr,  4. März  2009,  2C_770/2008  E.  3,  www.bger.ch,  mit  weiteren 

Hinweisen). 

b) Selbst wenn eine juristische Person ihren statutarischen Sitz verlegt und zu 

prüfen ist, ob sie erstmals primär am neuen  Sitz  unbeschränkt steuerpflichtig ist, ver-

bietet  es  sich,  vorschnell  auf  eine  bloss  formelle  Gestaltung  der  Verhältnisse  zu 

schliessen.  Unterhält  sie  am  Ort  ihres  neuen  statutarischen  Sitzes  eine  wesentliche 

Büroinfrastruktur (Büroräumlichkeiten, Personal, etc.) für ihren Geschäftsbetrieb, so ist 

anzunehmen, dass sich dort auch der effektive Sitz befindet. Es obliegt dann dem Kan-

ton  des  früheren  Sitzes,  den  Nachweis  zu  erbringen,  dass  sich  die  eigentliche  Ge-

schäftsführung  und  Verwaltung,  d.  h.  die  leitende  Tätigkeit,  in  Wirklichkeit  weiterhin 

unter  seiner  Steuerhoheit  abspielt  (StE 2009  A  24.22  Nr. 6  E.  2.3;  StE 1984  A  24.22 

Nr. 1 E. 2b). 

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4. a) Bestreitet eine zur Veranlagung herangezogene Person die Steuerhoheit 

des Kantons, muss grundsätzlich in einem Vorentscheid rechtskräftig über die subjekti-

ve  Steuerpflicht  im  Kanton  entschieden  werden,  bevor  das  Veranlagungsverfahren 

fortgesetzt werden kann  (BGE 131 I 145 E. 2.1, 125 I 54  E. 1a, mit weiteren Hinwei-

sen). Ein solcher Steuerdomizilentscheid ist wegen Verletzung von Art. 127 Abs. 3 BV 

auf  dem  ordentlichen  Rechtsmittelweg  anfechtbar  (siehe  BGr,  22.  Dezember  2009, 

2C_259/2009). 

b) Die Pflichtige widersetzt sich der hiesigen Steuerpflicht ab 2. August 2005. 

Daher hat das kantonale Steueramt mit Verfügung vom 16. November 2009 mit gutem 

Grund zunächst einen Vorentscheid über die unbeschränkte Steuerpflicht gefällt. Dabei 

hat es nicht nur die Steuerhoheit  für den Kanton  Zürich beansprucht,  sondern gleich-

zeitig jene der Gemeinde  C. Ob das Amt auch dazu legitimiert war, ist fraglich, ist es 

doch letztlich Sache der betroffenen Zürcher Gemeinde, sich für ihre Rechte einzuset-

zen. Das konkrete Vorgehen des kantonalen Steueramts ist schon deshalb problema-

tisch, weil nicht sicher ist, ob, falls sich die tatsächliche Verwaltung in der Steuerperio-

de  2005/06  (weiterhin)  im  Kanton  Zürich  abgewickelt  haben  sollte,  diese  in  C  oder  in 

einer anderen Zürcher Gemeinde (so namentlich in G oder H) stattgefunden hat. Allein 

aus  dem  Umstand,  dass  C  bis  und  mit  Steuerperiode  2005  (1.1.  -  31.7.)  Einschät-

zungsgemeinde war, lässt sich im vorliegenden Zusammenhang nichts ableiten. Doch 

mag 

diese  Frage 

letztlich 

offenbleiben. 

Jedenfalls 

begnügt 

sich 

die 

Steuerrekurskommission  II  darauf,  zu  prüfen,  ob  die  Steuerhoheit  in  der  infrage  ste-

henden Steuerperiode (allein) dem Kanton Zürich zusteht oder nicht. 

5. a) Die Pflichtige hat den statutarischen Sitz am 2. August 2005 von C nach 

D  verlegt.  Gestützt  auf  diesen  Umstand  hat  die  hiesige  unbeschränkte  Steuerpflicht 

geendet, es sei denn, die Sitzverlegung erweise sich als rein formell, ohne dass auch 

die tatsächliche Verwaltung sich vom Kanton Zürich nach K wegverschoben habe.  

b)  Das  kantonale  Steueramt  hat  einlässlich  dargetan,  dass  nicht  erstellt  sei, 

dass sich die tatsächliche Verwaltung der Pflichtigen ab 2. August 2005 in  D abgewi-

ckelt habe. Trotz Aufforderung habe es diese versäumt, den entsprechenden Nachweis 

zu erbringen. Dem widerspricht die Pflichtige; sie hält dafür, die Sitzverlegung sei nicht 

nur  rein  formell;  vielmehr  habe  diese  einen  realen  Hintergrund,  indem  am  neuen  Sitz 

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die  steuerlich  relevanten  geschäftsleitenden  Aktivitäten  entfaltet  werden.  Wie  es  sich 

damit verhält, ist im Folgenden zu klären. 

c)  Die  Pflichtige  beschäftigte  in  der  Steuerperiode  2005/06  einzig  E  als  Ge-

schäftsführer  und  seine  Ehefrau  als  administrative  Mitarbeiterin.  Sie  erbringt  ihre 

Dienstleistungen nach eigener Darstellung in erster Linie für die I. Diese führt Charter-

flüge für wohlhabende Personen und Regierungsmitglieder durch. Aufgabe der Pflichti-

gen ist es, potenzielle Kunden für die I oder potenzielle Käufer für Flugzeuge zu vermit-

teln.  Diese  Kunden  und  Interessenten  befinden  sich  vornehmlich  im  Ausland.  Die 

Kontakte  finden,  wenn  nicht  ausnahmslos,  so  doch  überwiegend  jeweils  dort  statt. 

Deshalb  hat  sich  E  2005/06  mehrheitlich  im  Ausland  aufgehalten,  so  namentlich  in 

Russland,  Indien,  im  nahen  Osten  und  in  den  USA.  Die  Geschäftstätigkeit  spielt  sich 

mithin zur Hauptsache im Ausland ab. 

d)  Bis  zur  Sitzverlegung  hat  die  tatsächliche  Verwaltung  der  Pflichtigen  im 

Kanton  Zürich  stattgefunden.  Anhaltspunkte  sprechen  dafür,  dass  sich  insofern  die 

Verhältnisse mit der Sitzverlegung nicht geändert haben. So hat die Pflichtige sowohl 

den  steuerbaren  Reingewinn  als  auch  das  steuerbare  Kapital  in  der  Steuererklärung 

2005/06  als  vollumfänglich  in  Zürich  steuerbar  deklariert.  Sodann  gaben  ihre  beiden 

einzigen  Mitarbeitenden  in  der  Steuerklärung  2005,  2006  und  2007  weiterhin  C  als 

ihren Arbeitsort an, E daneben allerdings auch noch G und D. Andere Arbeitgeber wie-

sen sie mit Ausnahme der I, in welcher E als Verwaltungsrat fungierte, nicht aus. 

6.  Unter  diesen  Umständen  hatte  das  kantonale  Steueramt  allen  Grund,  da-

von auszugehen, materiell habe sich auf der Stufe der Verwaltung bezüglich der Ört-

lichkeit  mit  dem  Sitzwechsel  nichts  oder  jedenfalls  nichts  Wesentliches  geändert.  Es 

hat  die  Pflichtige  darum  verständlicherweise  und  zu  Recht  angehalten,  die  konkreten 

Verhältnisse in D darzulegen und aufzuzeigen, dass sie die tatsächliche Verwaltung ab 

August  2005  dort  abgewickelt  habe.  Als  Ergebnis  dieser  Abklärungen  ergibt  sich  fol-

gendes Bild: 

a) In D verfügte die Pflichtige über keine eigenen Büroräumlichkeiten. Sie hat, 

soweit erkennbar, mit der L, … , in D, am 15. Juni 2005 einen Mietvertrag abgeschlos-

sen.  Demnach  stellte  diese  der  Pflichtigen  im  Erdgeschoss  des  Gebäudes  …  ,  in  D, 

einen Büroraum, ausgestattet mit einem Arbeitstisch samt Bürostuhl, einem Sitzungs-

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tisch mit vier Stühlen, einem Schrank, Beleuchtung, einem Telefon (1 Nummer) sowie 

einem Internetanschluss zur Verfügung, daneben anscheinend auch noch einen Park-

platz.  Zudem  war  die  Pflichtige  berechtigt,  das  Sitzungszimmer  der  Vermieterin  nach 

Absprache mit ihr zu benutzen. Als Mietzins einschliesslich Entgelt für Strom/Wasser, 

Büroreinigung,  Internetanschluss  und  Telefonkosten  waren  laut  Vertrag  Fr.  1'500.- 

(ohne  MWSt)  pro  Monat  vereinbart.  Eingeschlossen  war  sodann  die  Abgeltung  der 

Gewährleistung des Telefondienstes der Vermieterin für die Pflichtige. Der Beginn des 

Mietverhältnisses war im Vertrag nicht ausdrücklich genannt; anscheinend sollte es ab 

sofort  bestehen,  möglicherweise  auch  erst  ab  einem  späteren  Datum.  Denkbar  ist 

nämlich, dass der Mietbeginn auf August 2005 fallen sollte, wie aus dem Umstand zu 

schliessen  ist,  dass  die  Sitzverlegung  auf  Anfang  August  vorgesehen  war  und  eine 

frühere Belastung buchhalterisch nicht erfolgt ist. Die fehlende Angabe des Beginns ist 

merkwürdig  und  unüblich,  zumal  der  Vertragsabschluss  unter  Geschäftsleuten  erfolgt 

ist. Obgleich der Zins laut Vereinbarung monatlich im Voraus zu bezahlen war, hat die 

Pflichtige im Geschäftsjahr 2005/06 überhaupt keine Entschädigung geleistet. Nicht nur 

steht  diese  Tatsache  in  offensichtlichem  Widerspruch  zur  schriftlichen  Abmachung; 

auch  vermag  die  Pflichtige  dafür  keine  überzeugende  Begründung  vorzubringen.  Die 

naheliegende  Erklärung  liegt  darin,  dass  der  Mietvertrag  nur  vorgeschoben  war.  Die 

Vermieterin  ist  ein  Treuhandunternehmen  mit  dem  primären  Zweck,  Beratungen  und 

Dienstleistungen im treuhänderischen Bereich zu leisten. Sie preist sich als kompeten-

te  Partnerin  in  Steueroptimierungsfragen  an  und  weist  auf  ihrer  Web-Seite  auf  die 

günstigen  steuerlichen  Rahmenbedingungen  im  Kanton  K  hin.  Zum  Geschäftsmodell 

solcher  Treuhandfirmen  gehört  mitunter  die  Zurverfügungstellung  von  blossen  Brief-

kästen (Scheindomizilen) für anderswo tätige Gesellschaften. 

Dass die Pflichtige diese Räumlichkeit im Geschäftsjahr 2005/06 benutzt hat, 

ist nicht erstellt. Es fehlt allein schon an detaillierten Angaben. Einzige Aktivität, welche 

an der … konkret abgewickelt worden sein soll und für welche ein Beleg vorliegt, ist die 

Generalversammlung  vom  15.  Dezember  2006.  Angesichts  dessen,  dass  nebst  dem 

Alleinaktionär, Verwaltungsrat und Geschäftsführer E nur M, Mitarbeiter der Revisions-

stelle … in G, als Protokollführer anwesend war, mag es ohnehin erstaunen, dass die-

ses Ereignis, welches offenkundig nur von kurzer Dauer gewesen sein kann, in D statt-

gefunden  haben  soll.  Wie  es  sich  damit  tatsächlich  verhalten  hat,  mag  indes 

offenbleiben,  lag  dieser  Termin  doch  ausserhalb  des  streitbetroffenen  Zeitraums  und 

ist  der  Umstand  darum  ohnehin  unbeachtlich.  Eine  andere  Benutzung  des  Büros  an 

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der  …  durch  die  Pflichtige,  zu  welchen  Zwecken  auch  immer,  wird  nicht  einmal  sub-

stanziiert behauptet; geschweige denn findet sich ein entsprechender Nachweis. 

b)  Wie  die  Pflichtige  selber  zugesteht,  war  sie  auf  die  Infrastruktur  in  D  fak-

tisch gar nicht angewiesen. Sie führte in der Einspracheschrift sogar aus, sie habe "am 

Sitz in D keine wesentliche Infrastruktur" (S. 6). Im Grund stand diese ihr höchstens zur 

Verfügung, wurde indes nicht beansprucht. Denn ihre wesentlichen Geschäftsaktivitä-

ten, somit auch jene Es, würden, so die Pflichtige, im Ausland entfaltet; daher würden 

die wichtigen operativen Entscheide dort gefällt. Die Kundentreffen fänden grossmehr-

heitlich im Ausland statt. Zusammenkünfte mit den Kunden – sehr wohlhabenden Per-

sonen und Regierungsmitgliedern – seien ebenfalls in der Schweiz erfolgt, jedoch nicht 

in der Privatwohnung des Alleinaktionärs. Abgesehen davon, dass das im Erdgeschoss 

der  …  in  D  gemietete  Büro  auf  Grund  des  Mietvertrags  keinen  gehobenen  Eindruck 

macht und wohl kaum der geeignete Ort ist, um die auserlesene Kundschaft zu bedie-

nen, macht die Pflichtige geltend, falls Kundenkontakte ausnahmsweise in der Schweiz 

stattgefunden  hätten,  habe  ihr  Geschäftsführer  mit  den  Kontaktpersonen  "Zürcher 

Szenenlokale"  aufgesucht.  Ein  Bezug  zu  D  ist  somit  nicht  vorhanden.  Telefonische 

Gespräche  sind  nach  Angaben  der Pflichtigen  ausschliesslich  mittels  "Mobile"  erfolgt; 

auch  aus  dieser  Sicht  war  die  Telefonverbindung  in  D,  soweit  überhaupt  vorhanden, 

unnötig und gleichsam tot.  

c)  Die  Pflichtige  erbringt,  wie  erwähnt,  vornehmlich  Dienstleistungen  zuguns-

ten der I und erwirtschaftet "insbesondere den Umsatz" mit ihr. Insofern bestehen bzw. 

bestanden – nebst der finanziellen Verwebung (die Pflichtige hält 45% der Aktien der I) 

– enge wirtschaftliche Beziehungen zwischen beiden. Sodann waren die Gesellschaf-

ten auch personell  verflochten:  E war vom 29.  Juli 2005 bis  21.  Mai 2007 sowie  vom 

26. Februar 2008 bis 12. März 2009 Verwaltungsratspräsident bzw. Verwaltungsrat der 

I mit Einzelunterschriftsberechtigung, danach bis 29. März 2010 deren Verwaltungsrat 

mit Kollektivunterschrift (zu zweien). Deren Sitz befand sich bis Mai 2009 in G, wo sie 

zunächst an der …, danach an der … und schliesslich an der … und damit an bevor-

zugten  Bürolagen  in  G  domizilierte.  Unter  solchen  Umständen  lag  es  nahe,  dass  die 

Geschäfte der Pflichtigen tatsächlich von hier und nicht vom Privatdomizil Es aus gelei-

tet  worden  sind.  Es  mag  ohne  Weiteres  zutreffen,  dass  die  Geschäftsaktivitäten  der 

Pflichtigen  sich  weitgehend  im  Ausland  und  dort  verstreut  auf  diversen  Kontinenten 

und Lokalitäten abgewickelt haben; dabei handelt es sich gleichsam um das Tagesge-

schäft. Indes braucht sie naturgemäss einen zentralen Platz, wo ihre tatsächliche Ver-

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waltung erfolgt. Dieser befand  sich im Geschäftsjahr 2005/06  mit Bestimmtheit  weder 

im  Ausland  noch  in  D.  Vielmehr  ist  davon  auszugehen,  dass  die  Fäden  auf  oberster 

Geschäftsebene in G und auf jeden Fall im Kanton zusammengelaufen sind. Der zent-

rale Stützpunkt befand sich eben hier. Die massgeblichen Entscheide zur Ausrichtung 

und  Führung  des  Geschäfts  müssen  hier  getroffen  worden  sein,  wenn  nicht  aus-

schliesslich, so doch mehrheitlich. Mithin befand sich ihr Mittelpunkt hier. Die enge Ver-

flechtung  beider  Gesellschaften  zeigt  sich  im  Übrigen  auch  darin,  dass  die  gesamten 

(Handy-)Telefonkosten der Pflichtigen direkt von der I bezahlt worden sind, ungeachtet 

dessen, ob sie im Zusammenhang mit ihr angefallen sind oder nicht. Von einer saube-

ren Trennung der Geschäfte kann keine Rede sein; sonst hätte es auf der Hand gele-

gen, die Kosten insofern – und nur insofern – weiterzubelasten, als sie Aktivitäten be-

troffen  haben,  welche  im  Zusammenhang  mit  der  I  standen  und  deren  Interessen 

berührten.  

Die  Pflichtige  verkennt  die  Lage,  wenn  sie  meint,  massgeblich  sei  der  Kun-

denkontakt. Entscheidend ist vielmehr, wo die wesentlichen Unternehmensentscheide 

getroffen werden und wo die operative Betriebsführung stattfindet. Unwesentlich ist der 

Ort, wo die administrativen Arbeiten entfaltet werden und wo die jährliche Generalver-

sammlung  abgehalten  wird.  Bei  einer  Einmanngesellschaft  wie  hier  von  Verwaltungs-

ratssitzungen  zu  sprechen,  wäre  weltfremd.  Verständlicherweise  macht  die  Pflichtige 

auch gar nicht geltend, es habe sich bei ihr anders verhalten; im Gegenteil gibt sie an, 

solche Sitzungen hätten nicht stattgefunden. Richtig ist, dass es insofern unbeachtlich 

ist,  wo  O  ihre  Administrativarbeiten  und  Hilfsfunktionen  für  die  Pflichtige  vor-  bzw. 

wahrgenommen hat. Immerhin sei erwähnt, dass die Mitarbeiterin in ihrer Steuererklä-

rung angeben hat, ihr Arbeitsort habe sich 2005 und 2006 in G befunden; sodann hat 

die  Pflichtige  selber  ausgeführt,  Frau  O  habe  sie  im  Mandat  der  I  an  deren  Sitz  in  G 

unterstützt. In diesem Licht sind die Ausführungen der Pflichtigen wenig glaubhaft, wo-

nach  sich  deren  Arbeitsplatz  seit  dem  Sitzwechsel  nicht  (mehr)  im  Kanton  Zürich  be-

funden habe. Ohnehin ist nicht erstellt, ob und allenfalls in welchem Umfang O tatsäch-

lich  für  die  Pflichtige  gearbeitet  hat.  Doch  mag  das  in  diesem  Zusammenhang 

offenbleiben.  Zwar  hält  die  Pflichtige  dafür,  eigentlich  wäre  unter  den  konkreten  Um-

ständen  auf  eine  tatsächliche  Verwaltung  im  Ausland  zu  schliessen;  wo  genau  sich 

dieser  Ort  der  Konzentration  der  geschäftlichen  Aktivitäten  befunden  haben  soll,  ver-

schweigt  sie  indes  geflissentlich,  wohl  mit  der  Gewissheit  und  in  der  Überzeugung, 

dass unter steuerlichen Aspekten dafür nur ein einziger Ort infrage kommen kann und 

ein solcher im Ausland, wo auch immer, nicht ernsthaft auszumachen wäre.  

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d)  Keine  Bedeutung  kommt  dem  Umstand  zu,  dass  E  von  der  Sitzverlegung 

am 7. Oktober 2004 bis zum Ausscheiden am 9. Februar 2010 im Handelsregister ein-

getragener Direktor der P, D, gewesen ist. Diese Gesellschaft ist ebenso wie die Pflich-

tige (und die L) an der … domiziliert und bezweckt die Erbringung von Dienstleistungen 

im  Transportbereich  und  beim  Betrieb  von  Flugzeugen.  Gemäss  Internet-Eintrag  soll 

sie über einen Business-Jet verfügt haben, welcher seit Juli 2006 bei der I im Einsatz 

stand.  Allein  schon  der  Umstand,  dass  E  für  seine  angebliche  Tätigkeit  weder  2005 

noch  2006  einen  Lohn  bezogen  hat,  spricht  gegen  ein  Arbeitsverhältnis.  Auch  stand 

ihm – im Gegensatz zum einzigen Verwaltungsrat Q, – keine Einzelunterschrift zu. Die 

Anstellung erscheint in diesem Licht als künstlich und fingiert. Der besagte Q ist vorab 

einziges Mitglied der bereits erwähnten L und seit 12. März 2009 Mitglied des Verwal-

tungsrats der I. In diesem Sinn bestehen enge persönliche und berufliche Beziehungen 

zwischen beiden Personen. Im Gegensatz zur P hat die I E für die Ausübung des Ver-

waltungsratsmandats entschädigt. 

e)  Unbeachtlich  ist  letztlich,  über  welche  Adresse  sich  der  Bankverkehr  der 

Pflichtigen abgewickelt hat. Denn eine solche bildet lediglich ein schwaches Indiz, weil 

insofern  erfahrungsgemäss  ein  grosser  Manipulationsspielraum  besteht.  Darum  ist 

nicht entscheidend, dass in der Berichtsperiode ein Bankbeleg vom 25. Oktober 2005 

auf  die  Adresse  …  ,  D,  lautet;  offenbar  soll  damit  dargetan  werden,  dass  seither  die 

Adresse des statutarischen Sitzes Verwendung gefunden hat. Ohnehin ist darauf hin-

zuweisen, dass im Bankverkehr noch am 1. Oktober 2005 die alte Adresse … , C, galt. 

f)  Wenig  überzeugend  ist  das  für  die  Sitzverlegung  nach  D  vorgetragene  Ar-

gument,  weil  O  im  Juli  2005  ihr  erstes  Kind  geboren  habe,  sei  ein  Weiterbetrieb  des 

Geschäfts  der  Pflichtigen  in  deren  Privatwohnung  nicht  mehr  möglich  gewesen;  ein 

Wegzug  nach  D  habe  darum  nahegelegen.  Wie  gesehen,  ist  ohnehin  zweifelhaft,  ob 

die  Verwaltung  und  die  administrativen  Arbeiten  bis  dahin  dort  stattgefunden  haben, 

auch wenn wenigstens E seinen Arbeitsort teilweise dort gesehen haben will. Auf jeden 

Fall leuchtet angesichts der engen Zusammenarbeit mit der I in keiner Weise ein, wes-

halb  der  Sitz  in  diesem  Zusammenhang  weg  von  C  nach  D  verlegt  worden  sein  soll. 

Auf  der  Hand  liegt  eben,  dass  die  Tätigkeiten  in  noch  stärkerem  Mass  nach  G  ver-

schoben  worden  sind.  Kein  schlagendes  Argument  ist  der  Hinweis  auf  die  (angeblich 

gute  und  rasche)  Erreichbarkeit  Ds  mittels  Auto  von  R  aus,  dem  neuen  Wohnort  der 

Eheleute. Denn entscheidend sind einzig die konkreten tatsächlichen Verhältnisse. Es 

ist denn auch kein vernünftiger Grund erkennbar, weshalb E, der wegen überwiegen-

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der Tätigkeit im fernen Ausland auf die Benutzung des Flugplatzes Kloten angewiesen 

war  und  dessen  hiesige  berufliche  Aktivitäten  in  G  stattgefunden  haben,  den  erhebli-

chen und zeitraubenden Umweg über D hätte in Kauf nehmen sollen.  

g) Lange nach Ablauf der Rekursfrist hat die Pflichtige am 28. Juli 2010 weite-

re Belege eingereicht. Zwar hat sie solche, soweit es die Reisetätigkeit von E betrifft, in 

der  Rekursschrift  in  Aussicht  gestellt.  Indes  hat  sie  es  unterlassen,  den  Sachverhalt, 

welchen sie mit den nachgereichten Unterlagen beweisen will, in der Rekursschrift hin-

reichend  substanziiert  darzutun.  Die  nachgereichte  Bestätigung  der  I  ihrerseits  wurde 

damals  nicht  einmal  angekündigt.  Ob  die  nun  vorgelegten  Belege  unter  solchen  Um-

ständen überhaupt beachtlich sind, ist zweifelhaft; doch mag dies letztlich offenbleiben. 

Denn  selbst  wenn  sie  berücksichtigt  würden,  ergäbe  sich  kein  anderes  Bild.  Es  war 

nämlich  schon  aufgrund  der  bisherigen  –  beachtlichen  und  glaubhaften  –  Ausführun-

gen klar, dass E sich 2005 sehr oft im Ausland aufgehalten und vor allem dort seiner 

beruflichen  Tätigkeit  nachgegangen  ist.  Ebenso  war  das  Betätigungsfeld  der  I  bereits 

aufgrund  der  bisherigen  Darlegungen  sowie  des  Handelsregisterauszugs  hinreichend 

bekannt und wurde nie in Zweifel gezogen, dass deren Mitarbeitende im Bereich "Ver-

kauf" sowie der Geschäftsleitung (notwendigerweise) eine rege Reisetätigkeit entfaltet 

haben.  Zudem  geht  es  vorliegend  ohnehin  nicht  um  die  I,  sondern  um  die  Pflichtige 

und  deren  Beschäftigte.  Beigefügt  werden  darf,  dass  im  Übrigen  nicht  einsehbar  ist, 

warum diese Belege erst jetzt (und nicht schon während der Rekursfrist) ins Recht ge-

legt worden sind. 

Anzumerken  ist  sodann,  dass  sich  die  Pflichtige  in  der  Eingabe  vom  28.  Juli 

2010  nicht auf  die  Bekanntgabe  der  Rekursantwort  bezieht,  welche  die  Steuerrekurs-

kommission II ihr mit Post vom 7. Juli 2010 zugestellt hat. Es geht mithin nicht um eine 

Stellungnahme  dazu,  welche  unter  Umständen  beachtlich  wäre  (vgl.  BGE  132  I  47; 

BGr, 12. Juli 2005, 1A.276/2004, www.bger.ch).  

h) Somit muss es dabei sein Bewenden haben, dass in keiner Weise erstellt 

ist,  dass  2005/06  der  statutarische  Sitz  in  D  mehr  als  nur  rein  formell  war  und  dass 

auch  nur  irgendeine  geschäftsleitende  Tätigkeit  dort  ausgeübt  wurde.  Insofern  ist  der 

unter  den  gegebenen  Umständen  der  Pflichtigen  obliegende  Gegenbeweis  der  Aus-

übung der tatsächlichen Verwaltung in D klarerweise gescheitert. 

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i) Ist die Pflichtige in der Steuerperiode vom 1. August 2005 bis 31.  Juli 2006 

mithin  ohne Unterbruch vollumfänglich im Kanton  Zürich unbeschränkt steuerpflichtig, 

stellt sich die Frage, ob sie hier allenfalls qua Betriebsstätte beschränkt steuerpflichtig 

sei, nicht. 

7. Nach alledem ist der Rekurs abzuweisen. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten nach § 151 Abs. 1 StG 

der Pflichtigen aufzuerlegen und steht ihr keine Parteientschädigung zu (§ 152. i.V.m.  

§ 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetze vom 24. Mai 1959/6. September 1987).  

Demgemäss erkennt die Rekurskommission: 

1.  Der Rekurs wird abgewiesen. 

[…] 

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