# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 81d9dc82-0247-5927-afda-d9ebdb9d414b
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-01-11
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 11.01.2023 B-444/2022
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_B-444-2022_2023-01-11.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung II 

B-444/2022 

 

 

  U r t e i l  v o m  11 .  J a n u a r  2 0 2 3  

Besetzung 
 Richter David Aschmann (Vorsitz), 

Richter Martin Kayser, Richterin Vera Marantelli,    

Gerichtsschreiberin Gizem Yildiz. 
 

 
 

Parteien 
 Reign Beverage Company LLC, 

1547 N. Knowles Ave., US-90063 Los Angeles,   

vertreten durch Paul Henri Pittet, Rechtsanwalt, 

Bovard AG, Patent- und Markenanwälte, 

Optingenstrasse 16, 3013 Bern,  

Beschwerdeführerin,  

 
 

 
gegen 

 
 

Red Bull GmbH, 

Am Brunnen 1, AT-5330 Fuschl am See,   

vertreten durch Swissberg AG, 

Seefeldstrasse 224, Postfach, 8034 Zürich,  

Beschwerdegegnerin,  

 

Eidgenössisches Institut für Geistiges Eigentum IGE, 

Stauffacherstrasse 65/59g, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Widerspruchsverfahren Nr. 101439,  

IR 961'854 RED BULL / CH 743'645 RED DRAGON. 

 

 

B-444/2022 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführerin ist Inhaberin der Schweizer Wortmarke 

CH 743'645 RED DRAGON, die am 28. Februar 2020 auf Swissreg veröf-

fentlicht und für folgende Waren eingetragen wurde: 

Klasse 32 

Boissons énergisantes; boissons sans alcool; boissons pour sportifs. 

B.  

Gegen diese Eintragung erhob die Beschwerdegegnerin am 28. Mai 2020 

Widerspruch bei der Vorinstanz und beantragte ihren vollständigen Wider-

ruf. Diesen stützt sie auf ihre internationale Wortmarke IR 961'854 

RED BULL, die am 19. März 2008 gestützt auf eine österreichische Ba-

siseintragung mit Prioritätsdatum vom 15. Januar 2008 eingetragen und 

am 19. Juni 2008 in der Gazette OMPI des marques internationales 

Nr. 2008/20 publiziert wurde. Dabei besteht der Markenschutz u.a. für fol-

gende Waren:  

Klasse 32 

Boissons sans alcool, y compris boissons rafraîchissantes, boissons énergé-

tiques, boissons à base de petit-lait, boissons isotoniques, hypertoniques et 

hypotoniques (destinées à être utilisées par des sportifs et adaptées à leurs 

besoins); bières, bière de malt, bière de froment, porter, ale, stout et lager; 

boissons maltées sans alcool; eaux minérales et gazeuses; boissons aux fruits 

et jus de fruits; sirops, essences et autres préparations pour faire des bois-

sons, ainsi que pastilles et poudres effervescentes pour faire des boissons et 

des cocktails sans alcool. 

C.  

Nachdem das Verfahren auf gemeinsames Begehren der Parteien für un-

bestimmte Zeit sistiert und die Sistierung auf Antrag der Beschwerdegeg-

nerin mit Verfügung vom 3. März 2021 wieder aufgehoben worden war, er-

hob die Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 6. Mai 2021 u.a. die Ein-

rede des Nichtgebrauchs der Widerspruchsmarke und machte deren 

Kennzeichnungsschwäche geltend. 

D.  

Die Vorinstanz schloss die Verfahrensinstruktion am 30. August 2021 nach 

einem mehrfachen Schriftenwechsel ab. Die Beschwerdeführerin reichte 

am 10. September 2021 dennoch eine unaufgeforderte Stellungnahme ein. 

B-444/2022 

Seite 3 

E.  

Mit Entscheid vom 14. Dezember 2021 hiess die Vorinstanz den Wider-

spruch Nr. 101439 gut, mit der Begründung, es bestehe insbesondere auf-

grund der konzeptuellen Übereinstimmung im Zeichenaufbau zumindest 

eine mittelbare Verwechslungsgefahr. 

F.  

Gegen diese Verfügung der Vorinstanz erhob die Beschwerdeführerin am 

28. Januar 2022 Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht mit fol-

genden Rechtsbegehren:  

1. Le recours contre la décision de l'IPI, du 14 décembre 2021, admettant 

l'opposition no 101439 contre la marque suisse 743645 RED DRAGON 

est déclaré recevable. 

2. La décision de l'IPI, du 14 décembre 2021, admettant l'opposition 

no 101439 contre la marque suisse 743645 RED DRAGON est annulée. 

3. L'enregistrement de la marque suisse no 743645 RED DRAGON est 

maintenu pour tous les produits revendiqués par cette marque.  

4. Les frais de la procédure de recours sont mis à la charge de l'intimée. 

5. Des dépens pour la procédure de recours, d'un montant de Fr.  4'500.–

sont alloués à la recourante et mis à la charge de l'intimée.  

Sie führt insbesondere aus, beide Marken würden zwar den Begriff "red" 

enthalten, bei der Widerspruchsmarke handle es sich aber um einen Aus-

druck für ein reales Tier, wohingegen es bei der angefochtenen Marke um 

eine mythologische Kreatur gehe. Die Widerspruchsmarke widerspiegle 

Kraft, Fülle, Reichtum und Vitalität. Die angefochtene Marke rufe jedoch 

böse Gefühle und Furcht hervor. Der Getränkekonsument habe keinen ob-

jektiven Grund, um einen Drachen mit einem Stier zu verwechseln. 

G.  

Mit Schreiben vom 16. März 2022 verzichtete die Vorinstanz auf eine Ver-

nehmlassung und beantragt unter Hinweis auf die Begründung im ange-

fochtenen Entscheid, die Beschwerde sei unter Kostenfolge abzuweisen. 

H.  

Mit Beschwerdeantwort vom 27. Mai 2022 beantragt die Beschwerdegeg-

nerin die Abweisung der Beschwerde unter Kosten- und Entschädigungs-

folgen zu Lasten der Beschwerdeführerin. 

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Seite 4 

Die angefochtene Marke RED DRAGON vermittle unmissverständlich eine 

Botschaft wie "Ersatz für ein anderes Produkt", nämlich für RED BULL, 

weshalb zumindest eine mittelbare Verwechslungsgefahr zu bejahen sei.  

I.  

Mit Replik vom 26. August 2022 hielt die Beschwerdeführerin an ihrem 

Standpunkt fest und ergänzte, allein der Umstand, dass beide Marken den 

gleichen Zeichenbeginn RED haben, führe nicht zur Zeichenähnlichkeit.  

J.  

Mit Schreiben vom 12. September 2022 verzichtete die Vorinstanz auf die 

Einreichung einer Duplik und hielt an ihrem Begehren fest. 

K.  

Mit Duplik vom 27. Oktober 2022 hält die Beschwerdegegnerin an ihren 

Anträgen fest und wiederholt grundsätzlich ihre Ausführungen gemäss Be-

schwerdeantwort vom 27. Mai 2022. 

Ein weiterer Schriftenwechsel wurde nicht durchgeführt. 

L.  

Auf die Durchführung einer Parteiverhandlung haben die Parteien still-

schweigend verzichtet. 

M.  

Auf weitere Vorbringen der Verfahrensbeteiligten und die eingereichten Ak-

ten wird, soweit erforderlich, im Rahmen der folgenden Erwägungen ein-

gegangen.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Das Bundesverwaltungsgericht ist für die Beurteilung von Beschwerden 

gegen Eintragungsverfügungen der Vorinstanz in Markensachen zuständig 

(Art. 31 und 33 Bst. e VGG). Die Beschwerdeführerin ist als Verfügungs-

adressatin zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Die 

Beschwerde wurde zudem frist- und formgerecht erhoben (Art. 50 Abs. 1, 

Art. 52 Abs. 1 VwVG) und der Kostenvorschuss rechtzeitig geleistet 

(Art. 63 Abs. 4 VwVG). Auf die Beschwerde ist daher einzutreten. 

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Seite 5 

2.  

2.1 Der Inhaber einer älteren Marke kann Widerspruch gegen eine jüngere 

Markeneintragung erheben, wenn diese seiner Marke ähnlich und für glei-

che oder gleichartige Waren oder Dienstleistungen registriert ist, so dass 

sich daraus eine Verwechslungsgefahr ergibt (Art. 3 Abs. 1 Bst. c in Ver-

bindung mit Art. 31 Abs. 1 des Markenschutzgesetzes vom 28. August 

1992 [MSchG, SR 232.11]). An die Unterschiedlichkeit der Waren und 

Dienstleistungen sind umso höhere Anforderungen zu stellen, je ähnlicher 

sich die Zeichen sind, und umgekehrt (BGE 128 III 445 E. 3.1 "Appenzel-

ler"; 128 III 99 E. 2.c "Orfina"). Dabei sind die Aufmerksamkeit der mass-

gebenden Verkehrskreise und die Kennzeichnungskraft der Widerspruchs-

marke zu berücksichtigen (BGE 121 III 378 E. 2.a "Boss/Boks"; Urteil des 

BVGer B-531/2013 vom 21. Oktober 2013 E. 2.1 mit Hinweisen "Gallo/

Gallay [fig.]"). 

2.2 Die Gleichartigkeit der Waren und Dienstleistungen beurteilt sich an-

hand der Einträge im Markenregister (Urteil des BVGer B-531/2013 E. 2.2 

"Gallo/Gallay [fig.]"), soweit aufgrund einer Nichtgebrauchseinrede keine 

Einschränkung gegeben ist (Urteil des BVGer B-5179/2012 vom 20. Mai 

2014 E. 3.2 "Tivo/Tivù Sat HD [fig.]; GALLUS JOLLER, in: Noth/Bühler/Thou-

venin [Hrsg.], Stämpflis Handkommentar Markenschutzgesetz [MSchG] 

[nachfolgend: MSchG], 2. Aufl. 2017, Art. 3 N. 267). Gleichartigkeit liegt 

vor, wenn die massgeblichen Abnehmerkreise auf den Gedanken kommen 

können, die unter Verwendung ähnlicher Marken angebotenen Waren oder 

Dienstleistungen würden angesichts ihrer üblichen Herstellungs- und Ver-

triebsstätten aus demselben Unternehmen stammen oder doch wenigs-

tens unter Kontrolle eines gemeinsamen Markeninhabers hergestellt (Ur-

teile des BVGer B-5404/2021 vom 16. August 2022 E. 2.2 "Vifor/Vitop"; 

B˗2636/2015 vom 29. März 2016 E. 3.2 "Axotide/Acofide"). Für die An-

nahme gleichartiger Waren und Dienstleistungen sprechen eine einheitli-

che Wertschöpfungskette, der gleiche Verwendungszweck, ein ähnliches 

fabrikationsspezifisches Know-how, die marktübliche Verknüpfung oder 

enge Zusammengehörigkeit der Produkte mit gleichen Abnehmerkreisen 

und Vertriebsstätten (Urteile des BVGer B-2269/2011 vom 9. März 2012 

E. 6.1 "Bonewelding [fig.]"; B-758/2007 vom 26. Juli 2007 E. 5.1 "G-mode/

Gmode"; JOLLER, MSchG, Art. 3 N. 253 ff.). Die Zugehörigkeit zum glei-

chen Oberbegriff der Nizza-Klassifikation bildet ein Indiz für Gleichartigkeit 

(Urteil des BVGer B-5404/2021 vom 16. August 2022 E. 2.2 "Vifor/Vitop"; 

JOLLER, MSchG, Art. 3 N. 274). 

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Seite 6 

2.3  

2.3.1 Die Zeichenähnlichkeit bestimmt sich nach dem Gesamteindruck, 

den die Marken in der Erinnerung der angesprochenen Verkehrskreise hin-

terlassen (BGE 128 III 441 E. 3.1 "Appenzeller [fig.]"; 121 III 377 E. 2.a 

"Boss/Boks"; 119 II 473 E. 2.d "Radion/Radiomat"). Dabei ist davon aus-

zugehen, dass die beiden Zeichen meist nicht gleichzeitig wahrgenommen 

werden. Das Erinnerungs- und Unterscheidungsvermögen der massge-

benden Verkehrskreise wird durch die Umstände mitbeeinflusst, unter de-

nen sich der Handel mit Waren der in Frage stehenden Gattung abzuwi-

ckeln pflegt, und hängt insb. von der Aufmerksamkeit ab, die beim Einkauf 

solcher Waren gewöhnlich angewendet wird (BGE 121 III 377 E. 2.a "Boss/

Boks"; 98 II 138 E. 1 "Luwa/Lumatic"; 93 II 424 E. 2 "Burberrys"; 90 II 259 

E. 3 "Schwarzkopf"). Übereinstimmungen im Wortanfang bzw. -ende ha-

ben im Erinnerungsbild ein besonderes Gewicht (vgl. BGE 122 III 382 

E. 5.b "Kamillosan"; Urteil des BVGer B-531/2013 vom 21. Oktober 2013 

E. 6.5 "Gallo/Gallay [fig.]"). Allerdings führen Übereinstimmungen im Wort-

anfang für sich alleine nicht direkt zur Zeichenähnlichkeit (Urteile des BGer 

4A_178/2021 vom 19. Juli 2021 E. 3.2.2 "Canti/Cantique"; 4A_28/2021 

E. 6.6.2.1 "Tellco [fig.]/Tell"; Urteile des BVGer B-3264/2020 vom 26. Ja-

nuar 2022 E. 2.3.2 "EQ/EQart"; B-1306/2021 vom 1. Februar 2022 E. 3.3.2 

"YT/EYT [fig.]"). 

2.3.2 Für die Ähnlichkeit von Wortmarken sind der Wortklang, das Schrift-

bild und der Sinngehalt massgebend, wobei die Übereinstimmung auf einer 

Ebene i.d.R. zu Annahme einer Zeichenähnlichkeit genügt 

(BGE 127 III 160 E. 2.b.cc; Urteil des BGer 4A_28/2021 vom 18. Mai 2021 

E. 6.6.2.1 "Tellco [fig.]/Tell"; Urteil des BVGer B-6732/2014 vom 20. Mai 

2015 E. 2.4 "Calida/Calyana"). Der Wortklang wird im Wesentlichen durch 

die Silbenzahl, die Aussprachekadenz und die Aufeinanderfolge der Vokale 

bestimmt; das Schriftbild durch die Anordnung und optische Wirkung der 

Buchstaben sowie die Wortlänge (BGE 122 III 382 E. 5.a "Kamillosan"; 

119 II 473 E. 2.c "Radion/Radiomat"). 

2.3.3 Die Markenprüfung erfolgt in Bezug auf alle vier Landessprachen. 

Dabei kommt jeder Sprache der gleiche Stellenwert zu. Ist die Marke aus 

Sicht der massgeblichen Verkehrskreise auch nur nach einer Landesspra-

che schutzunfähig, ist die Eintragung zu verweigern (BGE 131 III 495 E. 5 

"Felsenkeller"; 128 III 477 E. 1.5 "Première"; 127 III 160 E. 2b/aa "Securi-

tas"). Auch englischsprachige Ausdrücke werden im Rahmen der schwei-

zerischen Markenprüfung berücksichtigt, sofern sie für einen erheblichen 

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Teil der massgeblichen Verkehrskreise verständlich sind (BGE 129 III 225 

E. 5.1 "Masterpiece"; Urteil des BVGer B-3745/2020 vom 3. August 2021 

E. 3.5 "Stellar"). Vom breiten Publikum ist die Kenntnis eines Grundwort-

schatzes englischer Vokabeln zu erwarten (BGE 125 III 203 E. 1c "Budwei-

ser"; Urteile des BVGer B-8058/2010 vom 27. Juli 2011 E. 3.2 "Ironwood"; 

B-5789/2020 vom 22. Dezember 2021 E. 4.6 "Factfulness"). Für die Beur-

teilung der Englischkenntnisse können weitere Indizien herangezogen wer-

den, etwa die Ähnlichkeit fremdsprachiger Begriffe mit jenen einer Landes-

sprache oder die zunehmende Verbreitung von Anglizismen (vgl. Urteile 

des BVGer B-5789/2020 vom 22. Dezember 2021 E. 4.6 "Factfulness"; 

B-4849/2017 vom 8. Februar 2019 E. 4.2 "Revelation"; B-1615/2014 vom 

23. März 2016 E. 6.2 "Gridstream AIM/aim [fig.]"; CLAUDIA KELLER, Do you 

speak English? – Anmerkungen zum Bundesverwaltungsgerichtsent-

scheid B-804/2007 vom 4. Dezember 2007 "Delight Aromas [fig.]", in sic! 

2008, 485). 

2.4  

2.4.1 Eine Verwechslungsgefahr besteht, wenn aufgrund der Ähnlichkeit 

der Zeichen und der Gleichartigkeit der Waren und Dienstleistungen Fehl-

zurechnungen zu befürchten sind, so dass die mit dem jüngeren Zeichen 

versehenen Waren und Dienstleistungen dem falschen Markeninhaber zu-

gerechnet werden. Eine unmittelbare Verwechslungsgefahr liegt vor, wenn 

eines der zu vergleichenden Zeichen für das andere gehalten wird, eine 

mittelbare, wenn die massgeblichen Verkehrskreise die Zeichen zwar aus-

einanderhalten, dahinter aber wirtschaftliche Zusammenhänge der Mar-

keninhaber vermuten, die in Wirklichkeit nicht bestehen (Urteile des BVGer 

B-5404/2021 vom 16. August 2022 E. 2.3 "Vifor/Vitop"; B˗2636/2015 vom 

29. März 2016 E. 3.5 "Axotide/Acofide"); JOLLER, MSchG, Art. 3 N. 23 f.). 

2.4.2 Eine starke Kennzeichnungskraft und ein hoher Bekanntheitsgrad ei-

ner Marke erhöhen die Wahrscheinlichkeit von Assoziationen und damit die 

Gefahr, dass die Abnehmer ähnliche Drittmarken missdeuten (BGE 128 III 

445 E. 3.1 "Appenzeller"; Urteil des BVGer B-5179/2012 vom 20. Mai 2014 

E. 3.5 mit Hinweisen "Tivo/Tivù Sat HD [fig.]"). Starke Marken sind das Er-

gebnis einer schöpferischen Leistung oder langen Aufbauarbeit und ver-

dienen deshalb einen weiten Ähnlichkeitsbereich (BGE 122 III 382 E. 2.a 

"Kamillon/Kamillosan"; Urteil des BVGer B-5692/2012 vom 17. März 2014 

E. 3.5 mit Hinweisen "Yello/Yellow Lounge"; vgl. GALLUS JOLLER, Ver-

wechslungsgefahr im Kennzeichenrecht, Eine rechtsvergleichende Unter-

suchung der Anforderungen an die Unterscheidbarkeit von Kennzeichen 

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im Marken-, Firmen-, Lauterkeits- und Namensrecht, Schriften zum Me-

dien- und Immaterialgüterrecht [SMI] Bd. 53, 2000, S. 204). Wer sich auf 

die Bekanntheit einer Marke beruft, muss diese glaubhaft machen (Urteile 

des BVGer B-2232/2019 vom 10. Dezember 2019 E. 2.5 "JB Blancpain 

[fig.]/Reapain [fig.]"; B-1306/2021 vom 1. Februar 2022 E. 3.4 "YT/EYT 

[fig.]"). Die Bekanntheit kann einerseits mit einer demoskopischen Umfrage 

ermittelt werden, andererseits aber auch mit einem indirekten Nachweis 

wie Belege (JOLLER, MschG, Art. 3 N. 103). Um eine erhöhte Verkehrsbe-

kanntheit zu bejahen, müssen die Belege in der Schweiz einen langjähri-

gen Gebrauch der Marke und intensive Werbung ausweisen. Auch Um-

satzzahlen und die Höhe des Werbeaufwandes können einen intensiven 

Gebrauch dokumentieren (Urteile des BVGer B-5294/2016 vom 31. Okto-

ber 2018 E. 6.2.3, "Meister/ZeitMeister"; B-3162/2010 vom 8. Februar 

2012 E. 6.4, "5th Avenue [fig.]/Avenue" [fig.]). 

2.4.3 Für schwächere Marken ist der geschützte Ähnlichkeitsbereich klei-

ner als für starke. Bei schwachen Marken genügen daher schon beschei-

denere Abweichungen, um eine hinreichende Unterscheidbarkeit zu schaf-

fen (BGE 122 III 382 E. 2a "Kamillosan"). Schwach sind insbesondere Mar-

ken, deren wesentliche Bestandteile sich eng an das Gemeingut anlehnen 

(Urteil des BVGer B˗2636/2015 vom 29. März 2016 E. 3.7 "Axotide/Aco-

fide"). Dazu gehören Sachbezeichnungen sowie Hinweise auf Eigenschaf-

ten wie die Bestimmung, den Verwendungszweck oder die Wirkungsweise 

der Waren oder Dienstleistungen, sofern sie von den Verkehrskreisen ohne 

besondere Denkarbeit oder Fantasieaufwand verstanden werden und sich 

nicht in blossen Anspielungen erschöpfen (BGE 135 II 359 E. 2.5.5 "akus-

tische Marke"; Urteil des BVGer B-283/2012 vom 13. Dezember 2012 

E. 4.1 "Noblewood"). Ihr Schutzumfang ist in der Regel schon einge-

schränkt, wenn sie nur einen Teil der vom Oberbegriff umfassten Waren 

oder Dienstleistungen beschreiben, für den sie eingetragen sind (Urteile 

des BVGer B-1190/2013 vom 3. Dezember 2013 "Ergo"; B-953/2013 vom 

15. Oktober 2013 E. 2.4 "Cizello/Scielo" m.w.H.).  

3.  

Als erstes zu prüfen sind die massgeblichen Verkehrskreise, welche aus-

gehend vom Warenverzeichnis der Widerspruchsmarke festgelegt werden. 

Diese bestehen im vorliegenden Fall aus den Konsumenten von nichtalko-

holischen Getränken, insbesondere auch Sportler, die Energie- und isoto-

nische Getränke, sowie Kinder und Erwachsene, die Mineral- und Frucht-

getränke nachfragen (vgl. Urteil des BVGer B-2766/2013 vom 28. April 

2014 E. 3.3 "Red Bull/Bulldog"). Da es sich um Massenartikel des täglichen 

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Seite 9 

Bedarfs handelt, ist mit einer geringeren Aufmerksamkeit und einem gerin-

geren Unterscheidungsvermögen der Konsumenten zu rechnen als bei 

Spezialprodukten, deren Absatzmarkt auf einen mehr oder weniger ge-

schlossenen Kreis von Berufsleuten beschränkt bleibt (BGE 126 II 315 

E. 6b/bb "Apiella"; 122 II 382 E. 3a "Kamillosan"; Urteil des BGer 

4C.258/2004 vom 6. Oktober 2004 E. 2.3 "Yello").  

4.  

Vorliegend ist strittig, ob zwischen den beiden Marken RED BULL und 

RED DRAGON in Bezug auf Energydrinks und alkoholfreie Getränke eine 

Verwechslungsgefahr besteht, was von der Vorinstanz bejaht wurde. 

4.1 Die Vorinstanz ist der Ansicht, die Widerspruchsmarke sei für Energie-

getränke in der Schweiz notorisch bekannt und werde von einer Mehrheit 

des Publikums zweifelslos der Beschwerdegegnerin zugeordnet. Es 

handle sich dabei um ein Zeichen mit erhöhter Kennzeichnungskraft und 

entsprechend erweitertem Schutzumfang (Verfügung, Ziff. E. 5). Die ange-

fochtene Marke stimme (teilweise) klanglich und sinngehaltlich, vor allem 

aber konzeptuell mit der Widerspruchsmarke überein, weshalb eine Ver-

wechslungsgefahr begründet sei. In Anbetracht der Warenidentität bzw. 

starken Gleichartigkeit und der Übernahme des ersten Teils der Wider-

spruchsmarke lassen sich falsche Zusammenhänge vermuten, sodass zu-

mindest von einer mittelbaren Verwechslungsgefahr auszugehen sei (Ver-

fügung, Ziff. E.10). 

4.2 Dem entgegnet die Beschwerdeführerin, bei der Widerspruchsmarke 

handle es sich um ein Wort für ein existierendes Tier, bei der angefochte-

nen Marke hingegen für ein Fabelwesen. Weiter sei das Element "red" 

kennzeichnungsschwach, da es die Farbe bestimmter, von der Wider-

spruchsmarke beanspruchter Waren beschreibe (Beschwerde, Ziff. 2.3). 

Darüber hinaus seien 23 Wortmarken in der Schweiz – wovon nur sechs 

auf den Namen der Beschwerdegegnerin lauten – und zahlreiche interna-

tionale Wortmarken mit demselben Begriff eingetragen, weshalb die Be-

schwerdegegnerin kein Vorrecht auf die ausschliessliche Verwendung die-

ses Begriffes habe. Insgesamt sei trotz verminderter Aufmerksamkeit we-

der von einer unmittelbaren noch von einer mittelbaren Verwechslungsge-

fahr auszugehen (Beschwerde, Ziff. 3). Zur Verstärkung ihrer Argumentati-

onen verweist sie auf ein estländisches Gerichtsurteil, in welchem eine Ver-

wechslungsgefahr zwischen den strittigen Zeichen verneint wurde (Be-

schwerde, Ziff. 2.4). 

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Seite 10 

4.3 Die Beschwerdegegnerin bringt vor, die Beschwerdeführerin lehne sich 

ganz bewusst an die Marke RED BULL und mit einem Drachen als "geflü-

geltes Tier" auch an die Vermarktung "Red Bull verleiht Flüügel" an, um 

ohne eigenen Aufwand von deren ausserordentlich hohen Bekanntheit und 

gutem Ruf zu profitieren. Die Marken seien gleich aufgebaut: Bei beiden 

stehe am Anfang das englische Wort "red", welches von einem englischen 

Tierbegriff, der Kraft und Stärke symbolisiere, gefolgt werde (Beschwerde-

antwort, Ziff. 41f.). Bereits das Zeichen RED in Alleinstellung sei ein starkes 

Markenelement. Die Beschwerdegegnerin verweist dabei auf eine im Jahre 

2010 erhobene demoskopische Umfrage und behauptet gestützt darauf 

eine Verkehrsdurchsetzung des Zeichenelements RED für Energydrinks in 

der Schweiz (Beschwerdeantwort, Ziff. 51 f.). Bezüglich des ausländischen 

Entscheids, den die Beschwerdeführerin ins Recht legte, stellt sie sich auf 

den Standpunkt, es handle sich um einen singulären Entscheid (Beschwer-

deantwort, Ziff. 44). 

5.  

Die von der Vorinstanz festgestellte Gleichheit bzw. Gleichartigkeit wird von 

den Parteien nicht in Frage gestellt, weshalb nachfolgend nicht weiter da-

rauf einzugehen ist.  

6.  

Die zu vergleichenden Marken sind reine Wortmarken. Bei der Beurteilung 

der Zeichenähnlichkeit müssen daher der Wortklang, das Schriftbild und 

der Sinngehalt miteinander verglichen werden:  

6.1 Im Zusammenhang mit dem Wortklang verfügt die Widerspruchsmarke 

über zwei (red-bull), die angefochtene Marke über drei Silben (red-dra-

gon). Was die Vokalfolge anbelangt, besteht diese bei Ersterem aus e-u, 

bei Letzterem aus e-a-o. Bei beiden Marken sind bei den vorgenannten 

Kriterien Unterschiede feststellbar. Die Zeichen stimmen jedoch im Wort 

"red" überein. Vergleicht man weiter die Schriftbilder der Marken, so setzen 

sich diese aus zwei Wörtern zusammen, wobei das gemeinsame Wort 

"red" drei, das zweite Wort "bull" bei der Widerspruchsmarke ebenfalls drei 

und das zweite Wort "dragon" bei der angefochtenen Marke fünf Buchsta-

ben lang ist. Aufgrund des gleichen Zeichenanfangs und der Betonung auf 

demselben besteht höchstens eine entfernt klangliche und schriftbildliche 

Ähnlichkeit, da das zweite Wort bei beiden Marken verschieden ist. 

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Seite 11 

6.2  

6.2.1 Das gemeinsame Anfangselement RED ist ein Wort der englischen 

Sprache. Es bedeutet "rot" und gehört zum Grundwortschatz (https://de. 

pons.com/%C3%BCbersetzung/englisch-deutsch/red, besucht am 8. De-

zember 2022). Rot ist eine der drei Grundfarben und hat in verschiedenen 

Ländern und Kulturen unterschiedliche Bedeutungen; Rot steht bekannter-

weise für Feuer. In positiver Hinsicht symbolisiert die Farbe Liebe bzw. Lei-

denschaft, in negativer Hinsicht Wut (Erröten), Aggressivität, Gewalt (rotes 

Tuch als Aufruf zum Kampf) oder Gefahr (bspw. Warnsignale). In der grie-

chischen und römischen Antike wurde die rote Farbe sodann mit Kraft und 

Stärke verbunden (vgl. hierzu https://praxistipps.focus.de/farbe-rot-bedeu-

tung-und-wirkung-der-farbe-rot_107802, besucht am 8. Dezember 2022). 

6.2.2 Das zweite Wort der Widerspruchsmarke "bull" ist ebenfalls Teil des 

englischen Grundwortschatzes und wird mit "Stier, Bulle" übersetzt 

(https://de.pons.com/%C3%BCbersetzung/englisch-deutsch/bull?bidir=1, 

besucht am 8. Dezember 2022). Der Stier kommt als Wesen in der Mytho-

logie verschiedener Kulturen vor. Er galt im Verlauf der Geschichte als ein 

wichtiges Lasttier (Stiere haben eine enorme Kraft). Heutzutage wird das 

Tier aufgrund von Stierkämpfen eher mit Gewalt und Aggressivität in Ver-

bindung gebracht (https://www.auszeit.bio/zu-sich-finden/krafttiere-1/kraft-

tier-stier/, besucht am 8. Dezember 2022).  

6.2.3 Schliesslich gehört auch das zweite Wort der angefochtenen Marke 

"dragon" zum englischen Grundwortschatz und wird als "Drache" verstan-

den (https://de.pons.com/%C3%BCbersetzung/englisch-deutsch/dragon, 

besucht am 9. Dezember 2022). Wie der Stier ist auch der Drache ein my-

thologisches Wesen. Er wiederspiegelt Schutz, Kraft und Stärke (www.zu-

kunftsblick.ch/wissensdatenbank/infos/drachen/, besucht am 9. Dezember 

2022). 

6.2.4 Bei allen drei Begriffen besteht eine grosse Ähnlichkeit zu den 

Landessprachen ("red" für "rot" [dt.], "bull" für "Bulle" [dt.], "dragon" für 

"drago" [it.] / "dragon" [fr.] / "Drache" [dt.]); Unbestrittenermassen verstehen 

die Verkehrskreise unter den beiden Zeichen somit "roter Stier" und "roter 

Drache". Von den Verkehrskreisen ist nicht zu erwarten, dass sie sich in 

mythologischen Wesen auskennen. Entscheidend ist vielmehr, dass beide 

Marken aus zwei Wörtern bestehen und für diese ohne Weiteres ein rotes 

Tier symbolisieren. Hinzu kommt im vorliegenden Fall, dass eine Asso-

ziation von beiden Tieren zur Kraft, Stärke und Gefahr besteht, wobei die 

B-444/2022 

Seite 12 

Farbe Rot diese Gedankenverbindung umso mehr verstärkt (vgl. E. 6.2.1). 

Der Vorinstanz zustimmend macht dieselbe Idee in Bezug auf den 

Zeichenaufbau die Marken in sinngehaltlicher Hinsicht ähnlich.  

6.3 Im Ergebnis ist zumindest eine leichte Zeichenähnlichkeit aufgrund des 

gemeinsamen Anfangselements RED sowie des gleichen Zeichenaufbaus 

eines Farbadjektivs mit nachgestelltem Substantiv, wobei dieses bei bei-

den ein wildes, kräftiges Tier ist, zu bejahen.  

7.  

Schliesslich ist in einer Gesamtbetrachtung und unter Berücksichtigung der 

Kennzeichnungskraft beider Marken und des Aufmerksamkeitsgrades, den 

die massgeblichen Verkehrskreise bei der Nachfrage der beanspruchten 

Waren walten lassen, über die Verwechslungsgefahr zu befinden: 

7.1 Die Widerspruchsmarke RED BULL lässt weder für Energydrinks noch 

für andere alkoholfreie Getränke einen beschreibenden Sinngehaltsbezug 

erkennen. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin ist der Sinn-

gehalt der Marke als Ganzes zu berücksichtigen; aber selbst der Bestand-

teil RED wäre für Energydrinks nicht beschreibend, da kein rotes Getränk 

zu erwarten ist. Die Farbe Rot kann zwar gewisse Assoziationen zu Kraft 

wecken (vgl. E. 6.2.1), jedoch nur mit Zuhilfenahme der Fantasie, weshalb 

keine Produktnähe besteht. Damit ist bei der Widerspruchsmarke von einer 

ursprünglich normalen Kennzeichnungskraft auszugehen.  

7.2  

7.2.1 Die Vorinstanz stellte fest, bei der Widerspruchsmarke handle es sich 

um eine instituts- und gerichtsnotorische Marke mit erhöhter Kennzeich-

nungskraft und entsprechend erweitertem Schutzumfang. Unabhängig von 

älteren Entscheiden, in welchen die Bekanntheit von RED BULL bereits 

festgehalten wurde (vgl. Urteile des BVGer B˗1085/2008 vom 13. Novem-

ber 2008 E. 7 "Red Bull/Stierbräu"; BVGer B˗2766/2013 vom 28. April 2014 

E. 6.1 "Red Bull/Bulldog"), reichte die Beschwerdegegnerin schon im vor-

instanzlichen Verfahren zahlreiche Belege ein (Umsatzzahlen von 

Grossdetailhändlerin in der Schweiz, Medien- und Marketingaufwand etc.), 

welche einen intensiven Gebrauch beweisen. Im Beschwerdeverfahren 

wurde die Bekanntheit von der Beschwerdeführerin nur pauschal bestrit-

ten. Mit Replik vom 26. August 2022 führte sie lediglich aus, der Markt für 

Energiegetränke habe sich stark gewandelt. Einerseits würden heute auch 

andere Marken den Status der "bekannten Marke" geniessen, andererseits 

seien die Verkaufszahlen von RED BULL rückgängig (Replik, S. 6). Der 

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Seite 13 

Verweis der Beschwerdeführerin auf eine Umfrage in den USA, welche die 

Jahre 2021/2022 betrifft, genügt vorliegend nicht, um die Bekanntheit in 

Frage zu stellen. Einerseits fehlt der Bezug zur Schweiz, andererseits sind 

die Parameter der Befragung unbekannt, sodass es dieser an Beweiswert 

fehlt. 

7.2.2 Die festgestellte Bekanntheit in Bezug auf Energiegetränke erstreckt 

sich sodann auch auf alle gleichartigen Waren (vgl. Urteil des BVGer 

B˗720/2017 vom 6. Dezember 2018 E. 7.3 "BLACKBERRY/blackphone 

[fig.]").  

7.2.3 Die angefochtene Marke übernimmt von der Widerspruchsmarke den 

Anfangsbestandteil RED. Entgegen den Vorbringen der Beschwerdegeg-

nerin ist hier nicht relevant, ob sich der Bestandteil RED im Verkehr durch-

gesetzt habe; vielmehr geht es darum, dass kennzeichnungskräftige Zei-

chen starke Erinnerungsvorstellungen hinterlassen, die unzutreffende  

Assoziationen begünstigen. Vorliegend genügt somit die Teilidentität im An-

fangselement und Parallelität im Aufbau der beiden Marken, um im Be-

wusstsein des Konsumenten eine Gedankenverbindung zur bekannten  

Widerspruchsmarke hervorzurufen (BGE 122 III 382 E. 2.a "Kamillosan"; 

Urteil des BVGer B˗720/2017 vom 6. Dezember 2018 E. 7.5 "BLACK-

BERRY/blackphone [fig.]"). 

7.2.4 Insgesamt wird in Anbetracht der geringen Aufmerksamkeit der Ver-

kehrskreise "ein wildes rotes Tier" im Erinnerungsbild haften bleiben. Der 

Markenbestandteil RED charakterisiert die Widerspruchsmarke dank ihres 

erhöhten Schutzumfangs hinreichend, um im Verhältnis zur angefochtenen 

Marke eine mittelbare Verwechslungsgefahr hervorzurufen. Trotz Benut-

zung von verschiedenen Tieren besteht immer noch die Gefahr, dass da-

hinter wirtschaftliche Zusammenhänge vermutet werden, die in Wirklichkeit 

nicht bestehen.  

7.3 Das Argument der Beschwerdeführerin, es könne eine Verwechslungs-

gefahr ausgeschlossen werden, da weitere Marken mit dem Bestandteil 

RED bereits eingetragen seien, kann nicht gehört werden. Sie macht im-

plizit eine Verwässerung des Elements RED geltend. Damit eine Verwäs-

serung der Marke angenommen werden kann, muss eine erhebliche An-

zahl von Drittzeichen in der Schweiz für gleiche oder ähnliche Waren bzw. 

Dienstleistungen gebraucht werden (JOLLER, MSchG, Art. 3 N. 110 ff.). Al-

leine aufgrund der Registerlage darf nicht auf eine Verwässerung der 

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Seite 14 

Marke geschlossen werden, weil erfahrungsgemäss nicht alle eingetrage-

nen Marken in Gebrauch kommen (vgl. Urteile des BVGer B-2636/2015 

vom 29. März 2016 E. 8.2 "Axotide/Acofide"; B-7057/2016 vom 4. Mai 

2018 E. 9.2.3 "7seven [fig.]/Sevenfriday"). Ein solcher Nachweis fehlt je-

doch vorliegend. 

7.4 Auch der Verweis der Beschwerdeführerin auf ausländische Ent-

scheide (vgl. Eingabe vom 21. Februar 2021, Entscheid des norwegischen 

Amts für gewerblichen Rechtsschutz vom 31. Januar 2022 und Entschei-

dung des estnischen Komitees für gewerblichen Rechtsschutz vom 28. Ap-

ril 2006) vermag an der Beurteilung nichts zu ändern; ausländische Ent-

scheide haben im Widerspruchsbeschwerdeverfahren keine präjudizielle 

Wirkung und können nur im Rahmen einer rechtsvergleichenden Ausle-

gung mitberücksichtigt werden, sofern die Rechtslage vergleichbar ist und 

die ausländische Rechtsprechung sich auf dieselbe Marke bezieht 

(BGE 130 III 113 E. 3.2 "Montessori"; Urteil des BVGer B-6219/2013 vom 

27. April 2016 E. 6.2 "Rote Damenschuhsohle"). In den eingereichten Ent-

scheiden handelt es sich um andere Marken, die für das vorliegende Ver-

fahren somit unbeachtlich bleiben.  

8.  

Im Ergebnis ist die Beschwerde abzuweisen und die Verfügung der Vor-

instanz vom 14. Dezember 2021 zu bestätigen.  

9.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird die Beschwerdeführerin kosten- 

und entschädigungspflichtig (Art. 63 Abs. 1 VwVG; Art. 64 Abs. 1 VwVG). 

9.1 Die Gerichtsgebühr ist nach Umfang und Schwierigkeit der Streitsache, 

Art der Prozessführung und der finanziellen Lage der Parteien festzulegen 

(Art. 63 Abs. 4bis VwVG, Art. 2 Abs. 1 des Reglements vom 21. Februar 

2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungs-

gericht [VGKE, SR 173.320.2]). Im Beschwerdeverfahren vor dem Bundes-

verwaltungsgericht ist dafür ein Streitwert zu veranschlagen (Art. 4 VGKE), 

wobei im Widerspruchsbeschwerdeverfahren das Interesse der Widerspre-

chenden an der Löschung beziehungsweise jenes der Widerspruchsgeg-

nerin am Bestand der angefochtenen Marke zu veranschlagen ist. Bei eher 

unbedeutenden Zeichen wird praxisgemäss ein Streitwert zwischen 

Fr. 50'000.– und Fr. 100'000.– angenommen (BGE 133 III 492 E. 3.3 "Tur-

binenfuss"). Von diesem Erfahrungswert ist auch im vorliegenden Verfah-

ren auszugehen, da keine konkreten Anhaltspunkte für einen höheren oder 

B-444/2022 

Seite 15 

niedrigeren Wert der strittigen Marke sprechen. Im Ergebnis rechtfertigt es 

sich, die Kosten des Beschwerdeverfahrens auf Fr. 4'500.– festzulegen. 

Der von der Beschwerdeführerin geleistete Kostenvorschuss in gleicher 

Höhe wird zur Bezahlung der Verfahrenskosten verwendet.  

9.2 Der obsiegenden Partei kann von Amtes wegen oder auf Antrag eine 

Entschädigung für die ihr erwachsenen notwendigen Kosten zugesprochen 

werden (Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 Abs. 1 VKGE). Die Parteient-

schädigung umfasst die Kosten der Vertretung sowie allfällige weitere not-

wendige Auslagen der Partei und ist anhand der eingereichten Kostennote 

oder, wird keine Kostennote eingereicht, aufgrund der Akten festzulegen 

(Art. 8 i.V.m. Art. 14 VGKE). Die Beschwerdegegnerin macht in ihrer Kos-

tennote einen Aufwand von Fr. 7'000.– (inkl. MWST) geltend. Angesichts 

der Tatsache, dass im zweiten Schriftenwechsel keine grundlegenden Er-

neuerungen aufgeführt wurden, erscheint dieser Betrag zu hoch und ist 

angemessen auf Fr. 5'500.– (inkl. MWST, Art. 9 Abs. 1 Bst. c VGKE) zu 

kürzen. Der Vorinstanz als Bundesbehörde ist keine Parteientschädigung 

auszurichten (Art. 7 Abs. 3 VGKE). 

9.3 Gegen dieses Urteil steht keine Beschwerde an das Bundesgericht 

offen (Art. 73 BGG). Es wird daher mit Eröffnung rechtskräftig. 

 

  

B-444/2022 

Seite 16 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen und die angefochtene Verfügung vom 

14. November 2021 bestätigt. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 4'500.– werden der Beschwerdeführerin 

auferlegt. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 4'500.– wird zur Bezah-

lung der Verfahrenskosten verwendet. 

3.  

Der Beschwerdegegnerin wird für das Beschwerdeverfahren eine Partei-

entschädigung von Fr. 5'500.– zulasten der Beschwerdeführerin zugespro-

chen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, die Beschwerdegegnerin 

und die Vorinstanz. 

 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

David Aschmann Gizem Yildiz 

 

 

 

Versand: 17. Januar 2023 

  

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Seite 17 

Zustellung erfolgt an: 

– die Beschwerdeführerin (Einschreiben; Beilagen: Beschwerdebeilagen 

zurück) 

– die Beschwerdegegnerin (Einschreiben; Beilagen: Akten zurück) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. 101439; Einschreiben; Beilagen: Vorakten zu-

rück)