# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1a32a5c6-1e2f-50c7-8511-9c9c0c1e6318
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-01-20
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 20.01.2023 ZK1 2023 9
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZK1-2023-9_2023-01-20.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Entscheid vom 20. Januar 2023

Referenz ZK1 23 9

Instanz I. Zivilkammer 

Besetzung Cavegn, Vorsitzender
Michael Dürst und Nydegger
Arpagaus, Aktuarin ad hoc

Parteien A._____
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Erich Vogel
Bahnhofstrasse 56, 7302 Landquart 

Gegenstand fürsorgerische Unterbringung

Anfechtungsobj. Entscheid Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Graubünden, 
Zweigstelle Prättigau/Davos vom 06.01.2023, mitgeteilt am 
06.01.2023 

Mitteilung 31. Januar 2023 

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Sachverhalt

A. Für A._____, geboren am _____ 1976, wurde am _____ 2015 die beste-
hende Beistandschaft zur Vertretung, Einkommens- und Vermögensverwaltung 
(Art. 392 Ziff. 1 und Art. 393 Ziff. 2 aZGB) in eine Vertretungsbeistandschaft 
(Art. 394 ZGB) mit umfassender Einkommens- und Vermögensverwaltung 
(Art. 395 Abs. 1 und 2 ZGB) überführt. Als Beistandsperson wurde B._____, Be-
rufsbeistandschaft Prättigau/Davos, eingesetzt.

B. Bis im Juli 2019 lebte A._____ in einer Wohnung in C._____, hielt sich aber 
vorwiegend bei seinen Eltern auf. Nach einem Spitalaufenthalt im Juli 2019 wurde 
A._____ wiederholt fürsorgerisch untergebracht. Wohnversuche in betreuten Insti-
tutionen wurden jeweils erfolglos wieder abgebrochen.

C. Am 6. April 2022 trat A._____ freiwillig in die WG D._____, ein. Dort wurde 
er mit Entscheid der KESB Graubünden, Zweigstelle Prättigau/Davos (nachfol-
gend: KESB), vom 7. Juli 2022 fürsorgerisch untergebracht. Während der beste-
henden fürsorgerischen Unterbringung in der WG D._____ musste A._____ mehr-
fach in stationäre Kliniken eingewiesen werden.

D. Am 20. September 2022 teilte die WG D._____ mit, dass ein Verbleib von 
A._____ in ihrer Wohngemeinschaft nicht mehr zumutbar sei. Ein organisiertes 
Probewohnen im E._____ in F._____ und eine Besichtigung in der WG G._____ in 
H._____ scheiterten. In der Folge hielt sich A._____ mehrheitlich in der Klinik 
I._____ auf.

E. Am 21. Dezember 2022 wurde A._____ von der KESB über die Eröffnung 
eines Verfahrens zur Überprüfung seiner fürsorgerischen Unterbringung im Sinne 
von Art. 431 Abs. 1 ZGB in Kenntnis gesetzt und zur geplanten Gutachtenserstel-
lung angehört.

F. Mit verfahrensleitender Verfügung vom 22. Dezember 2022 wurde 
Dr. med. J._____, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, von der 
KESB entsprechend Art. 446 Abs. 2 ZGB mit der Begutachtung von A._____ be-
auftragt. Das von Dr. med. J._____ verfasste Kurzgutachten wurde des KESB am 
23. Dezember 2023 überbracht.

G. Mit Entscheid der KESB vom 6. Januar 2023 wurde A._____ zur Behand-
lung und persönlichen Betreuung in der Klinik I._____ fürsorgerisch untergebracht.

H. Gegen die fürsorgerische Unterbringung erhob A._____ (nachfolgend: Be-
schwerdeführer) beim Kantonsgericht am 12. Januar 2023 Beschwerde.

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I. Mit Verfügung vom 18. Januar 2023 wurde der Beschwerdeführer zu der für 
den 20. Januar 2023 anberaumten Hauptverhandlung vorgeladen.

J. Die mündliche Hauptverhandlung fand am 20. Januar 2023 vor der 
I. Zivilkammer des Kantonsgerichts statt. Der Beschwerdeführer nahm an der 
Hauptverhandlung persönlich teil und wurde befragt.

Erwägungen

1.1. Gegenstand des vorliegenden Verfahrens ist eine fürsorgerische Unterbrin-
gung (Art. 426 ff. ZGB). Das Kantonsgericht von Graubünden ist hierfür einzige 
kantonale Beschwerdeinstanz (Art. 450 Abs. 1 ZGB i.V.m. Art. 60 Abs. 1 EGzZGB 
[BR 210.100]), womit es auch zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zu-
ständig ist.

1.2. Es liegt eine behördlich angeordnete fürsorgerische Unterbringung nach 
Art. 428 Abs. 1 ZGB vor. Dagegen können die betroffene, eine ihr nahestehende 
Person oder Personen, die ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung 
oder Änderung des angefochtenen Entscheids haben, innert zehn Tagen schrift-
lich beim zuständigen Gericht Beschwerde erheben (Art. 450 Abs. 1 und 2 ZGB 
i.V.m. Art. 450b Abs. 2 ZGB). Eine Begründung ist nicht notwendig (Art. 450 
Abs. 3 ZGB i.V.m. Art. 450e Abs. 1 ZGB). Vorliegend handelt es sich um eine Be-
schwerde der betroffenen Person. Die Beschwerdefrist wurde mit Eingabe vom 
12. Januar 2022 gewahrt (act. A.1). Auf die frist- und formgerecht eingereichte 
Beschwerde ist einzutreten.

2.1. Das Verfahren vor der gerichtlichen Beschwerdeinstanz richtet sich nach 
Art. 450a ff. ZGB. Zu beachten sind sodann die allgemeinen Verfahrensgrundsät-
ze des erstinstanzlichen Verfahrens (Art. 443 ff. ZGB), die auch im Verfahren vor 
der gerichtlichen Beschwerdeinstanz anwendbar sind, soweit das Gesetz in den 
Art. 450 ff. ZGB keine abweichenden Vorschriften enthält (vgl. Lorenz Droese, in: 
Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 7. Aufl., Basel 
2022, N 13 zu Art. 450 ZGB). Dies gilt namentlich für die in Art. 446 ZGB veran-
kerte uneingeschränkte Untersuchungs- und Offizialmaxime (Abs. 1 und 3) und 
das an gleicher Stelle festgeschriebene Prinzip der Rechtsanwendung von Amtes 
wegen (Abs. 4). Diese Verfahrensgrundsätze sind auch auf die Verfahren vor der 
gerichtlichen Beschwerdeinstanz anwendbar, wobei es im kantonalen Rechtsmit-
telverfahren zu punktuellen Einschränkungen kommt. So kommt etwa die Offizial-
maxime nur im Rahmen des Anfechtungsobjektes zum Tragen (BGer 
5A_532/2020 v. 22.7.2020 E. 2; Luca Maranta, in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], 

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Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 7. Aufl., Basel 2022, N 1 f. sowie N 40 ff. zu 
Art. 446 ZGB). Aus Art. 450a ZGB ergibt sich schliesslich, dass das Gericht Tat- 
und Rechtsfragen wie auch die Angemessenheit frei überprüft.

2.2. Das Gesetz schreibt ausdrücklich vor, dass das Gericht aufgrund eines 
Gutachtens entscheiden muss, wenn die betroffene Person an einer psychischen 
Störung leidet (Art. 439 Abs. 3 ZGB i.V.m. Art. 450e Abs. 3 ZGB). Das Gutachten 
muss von einer unabhängigen, im laufenden Verfahren noch nicht involvierten 
sachverständigen Person erstellt werden und in dem Sinne aktuell sein, dass es 
sich zu den sich im gerichtlichen Verfahren stellenden Fragen äussert 
(BGE 148 III 1 E. 2.3.1; 143 III 189 E. 3.2 f.; Thomas Geiser/Mario Etzensberger, 
in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 7. Aufl., Ba-
sel 2022, N 48 ff. zu Art. 439 ZGB; Thomas Geiser, in: Geiser/Fountoulakis 
[Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 7. Aufl., Basel 2022, N 19 zu 
Art. 450e ZGB). Die Beschwerdeinstanz muss jedoch nicht zwingend ein neues 
Gutachten in Auftrag geben, wenn bereits im Verfahren vor der KESB ein solches 
erstellt worden ist (Thomas Geiser, in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kom-
mentar, Zivilgesetzbuch, 7. Aufl., Basel 2022, N 19 f. zu Art.  450e ZGB). Dr. med. 
J._____, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, erstattete im Verfah-
ren vor der KESB am 23. Dezember 2022 ein Gutachten, nachdem er  den Be-
schwerdeführer am 22. Dezember 2022 persönlich in der Klinik I._____ untersucht 
hat (act. E.1). Das Gutachten ist aktuell und ermöglicht es dem Gericht, die sich 
aus Art. 426 Abs. 1 ZGB ergebenden Rechtsfragen zu beantworten. Es kann da-
her darauf abgestützt werden.

2.3. Die gerichtliche Beschwerdeinstanz muss die betroffene Person gemäss 
Art. 450e Abs. 4 Satz 1 ZGB in der Regel als Kollegium anhören, was faktisch 
zwingend zur Durchführung einer mündlichen Hauptverhandlung führt (vgl. Chri-
stof Bernhart, Handbuch der fürsorgerischen Unterbringung, Basel 2011, N 848 f.). 
Das Gericht hat sich durch eigene Wahrnehmung davon zu überzeugen, dass die 
Voraussetzungen für eine fürsorgerische Unterbringung gegeben sind (Geiser, 
a.a.O., N 22 zu Art. 450e ZGB). Mit der Durchführung der mündlichen Hauptver-
handlung am 20. Januar 2023 wurde diese Vorgabe umgesetzt.

3.1. Gemäss Art. 426 Abs. 1 ZGB darf eine Person, welche an einer psychi-
schen Störung oder an einer geistigen Behinderung leidet oder schwer verwahr-
lost ist, in einer geeigneten Einrichtung untergebracht werden, wenn die nötige 
Behandlung oder Betreuung nicht anders erfolgen kann. Die Belastung und der 
Schutz von Angehörigen und Dritten sind zu berücksichtigen (Abs. 2). Die betrof-
fene Person wird entlassen, sobald die Voraussetzungen der Unterbringung nicht 

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mehr erfüllt sind (Abs. 3). Die Massnahme gelangt zur Anwendung, wenn eine 
Person der persönlichen Fürsorge oder Pflege bedarf (vgl. Geiser/Etzensberger, 
a.a.O., N 6 zu Art. 426-439 ZGB). Die fürsorgerische Unterbringung dient dem 
Schutz der betroffenen Person und nicht der Umgebung (BGE 140 III 101 E. 6.2.3; 
vgl. Botschaft zur Änderung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [Erwachse-
nenschutz, Personenrecht und Kindesrecht] vom 28. Juni 2006, BBl 2006 7001, 
S. 7062 [zit.: Botschaft]). Erste gesetzliche Voraussetzung für eine Anordnung der 
Massnahme ist einer der drei abschliessend genannten Schwächezustände: psy-
chische Störung, geistige Behinderung oder schwere Verwahrlosung. Erforderlich 
ist sodann eine sich aus dem Schwächezustand ergebende Notwendigkeit der 
Behandlung beziehungsweise Betreuung. Weitere Voraussetzung ist, dass der 
Person die nötige Behandlung oder Betreuung nicht auf andere Weise als durch 
eine Einweisung beziehungsweise Zurückbehaltung in einer Einrichtung gewährt 
werden kann. Gesetzlich verlangt ist schliesslich eine geeignete Einrichtung (vgl. 
BGer 5A_228/2016 v. 11.7.2016 E. 3.1). Die genannten Voraussetzungen bedin-
gen sich gegenseitig und sind nur in ihrem Zusammenhang verständlich. Der 
Schwächezustand allein vermag eine fürsorgerische Unterbringung nie zu recht-
fertigen, sondern immer nur zusammen mit der Notwendigkeit einer Behandlung 
oder Betreuung. Selbst bei Vorliegen einer solchen ist die freiheitsbeschränkende 
Unterbringung aber nur gesetzeskonform, wenn der Zweck der Unterbringung 
nicht mit einer milderen Massnahme erreicht werden kann (Verhältnismässigkeits-
prinzip) und die Unterbringung für den angestrebten Zweck auch tauglich ist (vgl. 
Geiser/Etzensberger, a.a.O. N 7 zu Art. 426 ZGB).

3.2. Zunächst ist zu prüfen, ob beim Beschwerdeführer einer der im Gesetz ge-
nannten Schwächezustände vorliegt, welcher überdies eine Betreuung und Be-
handlung notwendig werden lässt. Die psychische Störung umfasst die anerkann-
ten Krankheitsbilder der Psychiatrie, d.h. Psychosen und Psychopathien, seien sie 
körperlich begründbar oder nicht (vgl. Botschaft, a.a.O., S. 7062). Psychische 
Störung ist ein Begriff des Rechts, der sich aber auf die medizinische Terminologie 
abstützt. Der Begriff ist aus der modernen Medizin entnommen und entspricht der 
Klassifikation der WHO (ICD [International Classification of Disturbances]; 
vgl. Geiser/Etzensberger, a.a.O. N 15 f. zu Art. 426 ZGB). Eine geistige Behinde-
rung ist eine massive Beeinträchtigung der Intelligenzfunktionen. Diese ist in der 
Regel angeboren oder früh erworben. Wie bei der psychischen Störung ist aber 
auch hier eine soziale Dysfunktion entscheidend. Sie ist – anders als die psychi-
sche Störung – nicht veränderbar (Geiser/Etzensberger, a.a.O., N 19 zu Art. 426 
ZGB).

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Die I._____ diagnostizierte dem Beschwerdeführer eine organische Persönlich-
keitsstörung (ICD-10: F07.0), eine sonstige organische Persönlichkeits- und Ver-
haltensstörung aufgrund einer Krankheit, Schädigung oder Funktionsstörung des 
Gehirns (ICD-10: F07.8), ein organisches Psychosyndrom nach Schädelhirntrau-
ma (ICD-10: F07.2) wie auch eine rezidivierende depressive Störung (ICD-10: 
F33.2; act. C.8). Dr. med. J._____ bestätigte in seinem Gutachten eine organische 
Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F07.0) aufgrund eines Schädelhirntraumas im 
Alter von sechs Jahren und stellte eine Intelligenzminderung (ICD-10: F7), eine 
spastische Hemiparese rechts (ICD-10: G81.1) sowie Diabetes mellitus Typ I 
(ICD-10: E10.9) fest (act. E.1). Bei vorliegender Diagnose handelt es sich um eine 
geistige Behinderung und um eine psychische Störung im juristischen Sinne. Da-
mit ist beim Beschwerdeführer der gemäss Art. 426 Abs. 1 ZGB für die fürsorgeri-
sche Unterbringung erforderliche Schwächezustand gegeben.

3.3. Der soeben dargelegte Schwächezustand des Beschwerdeführers vermag 
eine fürsorgerische Unterbringung nur zu rechtfertigen, wenn er eine Behandlung 
oder Betreuung in einer Einrichtung notwendig macht. Die Unterbringung muss 
geeignet sein, den Zweck der beabsichtigten Behandlung zu erfüllen, ohne dass 
eine weniger einschneidende Massnahme genügen würde (vgl. dazu Gei-
ser/Etzensberger, a.a.O., N 22 ff. zu Art. 426 ZGB). Eine Unterbringung fällt 
gemäss der Botschaft zum neuen Erwachsenenschutzrecht deshalb nur als ultima 
ratio in Betracht (Botschaft, a.a.O., S. 7062). Als mildere Massnahmen kommt den 
ambulanten Massnahmen und der Nachbetreuung nach kantonalem Recht sowie 
der freiwilligen Sozialhilfe entscheidende Bedeutung zu (Geiser/Etzensberger, 
a.a.O., N 24 zu Art. 426 ZGB). Der Grundsatz der Verhältnismässigkeit verlangt, 
dass eine fürsorgerische Unterbringung nur verfügt beziehungsweise nur so lange 
aufrechterhalten werden darf, als mit einer konkreten Selbst- oder Fremdgefähr-
dung von einem gewissen Ausmass zu rechnen ist. So hat das Bundesgericht 
festgehalten, dass es für die Beurteilung des Behandlungs- beziehungsweise Be-
treuungsbedarfs wesentlich sei, mit welcher konkreten Gefahr für die Gesundheit 
oder das Leben der betroffenen Person bzw. von Dritten zu rechnen sei, wenn die 
Behandlung der gutachterlich festgestellten Krankheit beziehungsweise die Be-
treuung unterbleibe (BGE 140 III 101 E. 6.2.2; 140 III 105 E. 2.4).

3.3.1. Der Beschwerdeführer war in den vergangenen Jahren wiederholt in der 
Klinik I._____ fürsorgerisch untergebracht. Aus den Austrittsberichten der I._____ 
ist ersichtlich, dass sich der Beschwerdeführer zwischen dem 22. Juni 2022 und 
dem 11. Januar 2023 abgesehen von kurzen Unterbrüchen mehrheitlich in der 
Klinik I._____ aufgehalten hat (act. C.2-C.9). Die behandelnde Ärztin, 

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Dr. med. K._____, stellte im Austrittsbericht vom 13. Oktober 2022 fest, aus den 
Akten sei ersichtlich, dass der Beschwerdeführer aufgrund einer schweren Anpas-
sungsstörung an die vorherige Wohnsituation in die Klinik I._____ verlegt worden 
sei. Der Beschwerdeführer sei der I._____ aufgrund seiner psychiatrischen bezie-
hungsweise neuroorganischen Grunderkrankung mit manifestierten psychiatri-
schen Symptomen vorbekannt (act. C.6).

3.3.2. Laut Einschätzung von Dr. med. J._____ kann der Beschwerdeführer sein 
Krankheitsbild und seine allgemeine Lebenssituation aufgrund seiner organischen 
Beeinträchtigung nur teilweise überblicken. Der Beschwerdeführer könne sich 
nicht selber versorgen, weshalb für den Fall einer selbstständigen Wohnform mit 
einer chronischen Überforderung zu rechnen sei. So fehle es dem Beschwerde-
führer an der Fähigkeit, diszipliniert für die bei seiner Diabeteserkrankung erforder-
lichen diätischen Massnahmen zu sorgen, was die Gefahr von somatischen Not-
fallsituationen begünstige. Würde der Beschwerdeführer in eine Situation entlas-
sen, in der die geeignete Behandlung und Betreuung unterbliebe, so sei mit 
selbst- und fremdgefährdendem Verhalten in der Form von appellativen Suizidver-
suchen und der Ausübung von körperlicher Gewalt zu rechnen. Da auch die Medi-
kation des Beschwerdeführers noch fertig eingestellt werden müsse, sei neben der 
notwendigen Betreuung auch eine medizinische Behandlung indiziert (act. E.1).

3.3.3. Bei der Entscheidfindung hat die Beschwerdeinstanz auf den Zustand des 
Beschwerdeführers im Zeitpunkt der Gerichtsverhandlung abzustellen. Anlässlich 
der Verhandlung vom 20. Januar 2023 konnte sich die Beschwerdeinstanz ein Bild 
des Beschwerdeführers machen. Während der Verhandlung schien der Fokus des 
Beschwerdeführers auf dem Wunsch zur Entlassung aus der Klinik I._____ zu lie-
gen. Er betonte wiederholt, dass er nicht länger in der Klinik I._____ sein wolle, 
sondern in eine eigene Wohnung in C._____ umziehen möchte. Dem Beschwer-
deführer schien es dabei nicht zu gelingen, seinen Zustand, seine aktuelle Situati-
on sowie seine Erkrankung (Diabetes) adäquat einzuschätzen. Entgegen der An-
sicht des Beschwerdeführers wird eine ambulante Behandlung mithilfe der Spitex 
nicht ausreichen, um dessen notwendige Betreuung und Versorgung zu gewähr-
leisten. Kann die Diabetestherapie des Beschwerdeführers nicht hinreichend 
überwacht werden, ist mit einer konkreten Gefährdung der Gesundheit und des 
Lebens des Beschwerdeführers zu rechnen. Auch das Gutachten spricht sich klar 
für ein engeres, geschlossenes Setting aus. Somit ist offenkundig, dass der Be-
schwerdeführer auf eine betreute Wohnsituation und eine medikamentöse Be-
handlung angewiesen ist.

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4.1. Als letzte kumulative Voraussetzung für eine rechtmässige fürsorgerische 
Unterbringung setzt Art. 426 Abs. 1 ZGB das Vorhandensein einer für die Behand-
lung und Betreuung geeigneten Einrichtung voraus. Eine Legaldefinition des Be-
griffs der geeigneten Einrichtung existiert nicht. Eine Einrichtung gilt gestützt auf 
die höchstrichterliche Rechtsprechung als geeignet, wenn in ihr die für den Betrof-
fenen konkret notwendige Fürsorge und Betreuung gewährt werden kann. Es gilt 
den Einzelfall zu prüfen (BGE 112 II 486 E. 3).

4.2. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers brachte in seinem Plädoyer 
sowie in der Beschwerdeschrift vor, bei der Klinik I._____ handle es sich nicht um 
eine geeignete Einrichtung. Vielmehr stelle die Klinik I._____ die falsche Institution 
dar. Frühere Gutachten hätten den Aufenthalt in einer Wohngemeinschaft oder in 
einem betreuten Wohnen empfohlen. Der absolute Entzug des Aufenthaltsbe-
stimmungsrechts innerhalb einer geschlossenen Anstalt sei gegenüber der gut-
achterlichen Empfehlung in einer offenen Wohngemeinschaft mit ambulanter me-
dizinischer Behandlung unverhältnismässig (act. A.1 S. 7 f.).

4.3. Dem Gutachten von Dr. med. J._____ ist zu entnehmen, dass das stationä-
re Setting der Klinik I._____ für die aktuelle Behandlungs- und Betreuungsbedürf-
tigkeit des Beschwerdeführers geeignet ist. Es sei wichtig, dass ein geschlossenes 
Setting auch bei Krisen des Beschwerdeführers weiter betreuen könne und es 
nicht immer zu einem Beziehungsunterbruch komme, was Voraussetzung dafür 
sei, dass längerfristig eine Gewöhnung möglich sei (act. E.1). Daneben ist nicht 
ersichtlich, in welcher Institution der Beschwerdeführer alternativ untergebracht 
werden könnte, zumal es in der Vergangenheit aufgrund der fehlenden Anpas-
sungsfähigkeit des Beschwerdeführers bereits zu verschiedensten Verlegungen 
gekommen ist. Alle bisherigen Versuche, auch im eng betreuten, aber offenen 
Wohnheim der WG D._____, sind fehlgeschlagen. Die Unterbringung in anderen 
Wohnheimen wurde anhand genommen, scheiterten jedoch am Widerstand des 
Beschwerdeführers. Unabhängig davon kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht einge-
schätzt werden, wie viel Zeit die medikamentöse Einstellung des Beschwerdefüh-
rers in Anspruch nehmen wird. Bis eine geeignete Einrichtung gefunden wird, wel-
che sowohl den medizinischen Bedürfnissen des Beschwerdeführers als auch sei-
nen persönlichen Anforderungen entspricht, und bis seine medikamentöse Einstel-
lung abgeschlossen ist, kann die notwendige Fürsorge und Betreuung nur in der 
psychiatrischen Klinik I._____ gewährleistet werden. Längerfristig ist für den Be-
schwerdeführer entsprechend dem Gutachten von Dr. med. J._____ aber ein Platz 
in einem Wohnheim mit Spezialisierung auf hirngeschädigte Patienten zu suchen. 

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Aufgrund der derzeitigen Situation ist für das Kantonsgericht die Klinik I._____ 
aber die geeignete Einrichtung für die Unterbringung des Beschwerdeführers.

5. Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Voraussetzungen für eine 
fürsorgerische Unterbringung gemäss Art. 426 ZGB erfüllt sind. Die gegen den 
Entscheid der KESB betreffend die fürsorgerische Unterbringung in der Klinik 
I._____ erhobene Beschwerde ist folglich abzuweisen.

6. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten grundsätzlich dem 
Beschwerdeführer aufzuerlegen (vgl. Art. 60 Abs. 5 EGzZGB i.V.m. Art. 106 
Abs. 1 ZPO). Unter Berücksichtigung der finanziellen Verhältnisse des Beschwer-
deführers rechtfertigt es sich vorliegend, im Sinne von Art. 63 Abs. 3 EGzZGB auf 
die Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten. Der mit Honorarnote von 
Rechtsanwalt lic. iur. Erich Vogel geltend gemachte Aufwand von 9.75 Stunden 
erweist sich als übermässig und ist entsprechend zu kürzen. Für das Verfassen 
der Beschwerde werden total 4.5 Stunden geltend gemacht. Die sich vorliegend 
stellenden Rechtsfragen sind aber wenig komplex und die Beschwerde umfasst 
lediglich acht Seiten (inkl. Deckblatt). Die Beschwerdeschrift nimmt zudem Bezug 
auf ein veraltetes Gutachten und lässt massgebliche Verfahrensakten unerwähnt. 
Vor diesem Hintergrund ist der Aufwand für die Redaktion der Beschwerdeschrift 
um 1.25 Stunden zu kürzen. Angesichts der kurzen Hauptverhandlung am Kan-
tonsgericht erweist sich ein dafür geltend gemachter Aufwand von 1.5 Stunden 
ebenfalls als hoch und ist unter Berücksichtigung der Reisezeit um 0.5 Stunden zu 
kürzen. Damit resultiert ein zu entschädigender Aufwand von 8 Stunden. Der gel-
tend gemachte tarifliche Stundenansatz von CHF 200.00 ist nicht zu beanstanden. 
Das zu entschädigende Honorar beträgt CHF 1'766.30 zu Lasten des Kantons 
Graubünden (Art. 60 Abs. 5 EGzZGB i.V.m. Art. 105 Abs. 2 ZPO und Art. 2 Abs. 1 
HV [BR 310.250]).

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Demnach wird erkannt:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von CHF 1'500.00 gehen zu Lasten 
des Kantons Graubünden.

3. A._____ wird im Verfahren ZK1 23 9 vor dem Kantonsgericht von Graubün-
den die Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsvertretung im Sinne von 
Art. 118 Abs. 1 ZPO erteilt. Zum Rechtsvertreter wird Rechtsanwalt lic. iur. 
Erich Vogel ernannt.

4. Die Kosten der Rechtsvertretung von A._____ von CHF 1'766.30 (inkl. Spe-
sen und MwSt.) gehen unter Vorbehalt der Rückforderung von Art. 123 
ZPO zu Lasten des Kantons Graubünden und werden aus der Gerichtskas-
se bezahlt.

5. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 72 BGG Beschwerde in Zivil-
sachen an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, geführt 
werden. Die Beschwerde ist dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 Tagen 
seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der 
gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff. und Art. 90 
ff. BGG.

6. Mitteilung an: