# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 035548e0-1101-534f-b055-77a5c855540b
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-07-16
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 16.07.2014 RR.2014.171
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_RR-2014-171_2014-07-16.pdf

## Full Text

Entscheid vom 16. Juli 2014 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Stephan Blättler, Vorsitz, 

Roy Garré und Cornelia Cova,  

Gerichtsschreiberin Chantal Blättler Grivet Fojaja  

   
 

Parteien 

  

A.,  

Beschwerdeführer 

 

 gegen 

   

KANTONALE STAATSANWALTSCHAFT AAR-

GAU,  

Beschwerdegegnerin 

 

Gegenstand  Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an Deutsch-

land  

 

Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG); 

Kostenvorschuss (Art. 63 Abs. 4 VwVG) 

 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: RR.2014.171 

 

 

 

- 2 - 

 

 

 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass: 

 

- die deutschen Strafverfolgungsbehörden gegen A. ein Strafverfahren we-

gen Verletzung der Unterhaltspflicht und Eingehung einer Doppelehe füh-

ren;  

 

- die Staatsanwaltschaft Tübingen in diesem Zusammenhang mit Rechtshil-

feersuchen vom 12. Januar 2014 an die Kantonale Staatsanwaltschaft Aar-

gau gelangte und um Ermittlung des aktuellen Wohnortes von A., dessen 

Vermögenslage seit dem 1. Juni 2013 und dessen Zivilstandes sowie um 

Befragung von A. ersuchte; 

 

- die Kantonale Staatsanwaltschaft Aargau mit Eintretensverfügung vom 

11. Februar 2014 auf das Rechtshilfeersuchen eintrat und die Kantonspoli-

zei Aargau damit beauftragte, den aktuellen Wohnort sowie den Zivilstand 

von A. zu ermitteln sowie den Beschuldigten zur Sache und zur Person zu 

befragen; 

 

- die Kantonale Staatsanwaltschaft Aargau überdies mit Verfügung vom 

24. März 2014 das Kantonale Steueramt um Steuerauskunft A. betreffend 

ersuchte; 

 

- mit Schlussverfügung vom 28. April 2014 die Kantonale Staatsanwaltschaft 

Aargau die Herausgabe des Einvernahmeprotokolls von A. vom 27. Febru-

ar 2014 sowie die Bescheinigungen des steuerbaren Einkommens für quel-

lenbesteuerte Personen vom 25. und 28. März 2014 an die deutschen 

Strafverfolgungsbehörden verfügte (act. 3); 

 

- A. dagegen mit Beschwerde vom 28. Mai 2014 an die Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts gelangte und sinngemäss die Verweigerung des 

Rechtshilfeersuchens und die Aufhebung der Schlussverfügung beantragte 

(act. 1); 

 

- der Beschwerdeführer per Einschreiben vom 3. Juni 2014 eingeladen wur-

den, bis zum 16. Juni 2014 einen Kostenvorschuss von CHF 4'000.-- zu 

leisten und darauf aufmerksam gemacht wurde, dass bei Säumnis auf die 

Beschwerde nicht eingetreten wird (act. 5); die Frist zur Bezahlung des 

Kostenvorschusses gewahrt ist, wenn der Betrag rechtzeitig zu Gunsten 

der Behörde der Schweizerischen Post übergeben oder einem Post- oder 

Bankkonto in der Schweiz belastet worden ist (Art. 39 Abs. 2 lit. b StBOG 

i.V.m. Art. 21 Abs. 3 VwVG); 

 

- 3 - 

 

 

- das Schreiben vom 3. Juni 2014 bzw. der Briefumschlag von der Post am 

27. Juni 2014 mit dem Vermerk "Nicht abgeholt" ungeöffnet retourniert 

wurde (act. 6); 

 

- eine Mitteilung, die nur gegen Unterschrift des Adressaten oder einer ande-

ren berechtigten Person überbracht wird, spätestens am siebten Tag nach 

dem ersten erfolglosen Zustellungsversuch als erfolgt gilt (Art. 20 

Abs. 2
bis 

VwVG i.V.m. Art. 39 Abs. 2 lit. b StBOG);  

 

- nach Lehre und Rechtsprechung kumulativ folgende zwei Bedingungen er-

füllt sein müssen, um bei eingeschriebenen Sendungen die Zustellfiktion 

auszulösen: erstens die Abholeinladung in den physischen oder elektroni-

schen Briefkasten bzw. ins Postfach des Empfängers gelegt worden sein 

muss; zweitens der Empfänger eine solche Zustellung mit einer gewissen 

Wahrscheinlichkeit erwarten muss (MAITRE/THALSMANN, in: WALDMANN/ 

WEISSENBERGER [HRSG.], VwVG, Praxiskommentar zum Bundesgesetz 

über das Verwaltungsverfahren, Zürich/Basel/Genf 2009, Art. 20 N. 42 ff.; 

BGE 130 III 396 E. 1.2.3; 123 III 492 E. 1; 120 III 3 E. 1d; 119 V 89 

E. 4b/aa); 

 

- der Beschwerdeführer das Beschwerdeverfahren persönlich eingeleitet hat 

und damit mit behördlichen Zustellungen rechnen musste; 

 

- gemäss der elektronischen Sendungsverfolgung "Track & Trace" bereits 

am 4. Juni 2014 ein Zustellversuch bzw. eine Abholungseinladung an die 

Adresse des Beschwerdeführers erfolgt ist (act. 8); 

 

- in Anwendung der vorerwähnten Bestimmungen das Schreiben vom 

3. Juni 2014 dem Beschwerdeführer demnach vor Ablauf der Frist vom 

16. Juni 2014 als zugestellt gilt; 

 

- der Beschwerdeführer innert Frist (und bis dato) weder den verlangten  

Kostenvorschuss bezahlt noch um Gewährung der unentgeltlichen Rechts-

pflege ersucht hat; 

 

- auf die Beschwerde daher androhungsgemäss nicht einzutreten ist (Art. 63 

Abs. 4 VwVG i.V.m. Art. 39 Abs. 2 lit. b StBOG); 

 

- der Beschwerdeführer bei diesem Ausgang des Verfahrens kostenpflichtig 

wird (Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 39 Abs. 2 lit. b StBOG); für die Be-

rechnung der Gerichtsgebühren das Reglement vom 31. August 2010 des 

Bundesstrafgerichts über die Kosten, Gebühren und Entschädigungen in 

- 4 - 

 

 

Bundesstrafverfahren (BStKR; SR 173.713.162) zur Anwendung gelangt 

(Art. 63 Abs. 5 VwVG i.V.m. Art. 73 StBOG); unter Berücksichtigung aller 

Umstände die Gerichtsgebühr vorliegend auf CHF 500.-- anzusetzen ist 

(Art. 8 Abs. 3 BStKR).  

 

 

 

 

 

 

 

 

- 5 - 

 

 

Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 

 

1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. 

 

2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 500.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt. 

 

 

Bellinzona, 17. Juli 2014 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Präsident:  Die Gerichtsschreiberin:  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- A. 

- Kantonale Staatsanwaltschaft Aargau 

- Bundesamt für Justiz, Fachbereich Rechtshilfe  

 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen Entscheide auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen kann innert zehn 
Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde 
eingereicht werden (Art. 100 Abs. 1 und 2 lit. b BGG). 
 

Gegen einen Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen ist die 
Beschwerde nur zulässig, wenn er eine Auslieferung, eine Beschlagnahme, eine Herausgabe von 
Gegenständen oder Vermögenswerten oder eine Übermittlung von Informationen aus dem 
Geheimbereich betrifft und es sich um einen besonders bedeutenden Fall handelt (Art. 84 Abs. 1 
BGG). Ein besonders bedeutender Fall liegt insbesondere vor, wenn Gründe für die Annahme 
bestehen, dass elementare Verfahrensgrundsätze verletzt worden sind oder das Verfahren im 
Ausland schwere Mängel aufweist (Art. 84 Abs. 2 BGG).