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**Case Identifier:** cdb51b33-bc47-5160-8b91-d217bc82d5b6
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-02-05
**Language:** de
**Title:** Direkte Bundessteuer 2012 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2012
**Docket/Reference:** DB.2017.240
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/2-db.2017.240--2-st.2017.296-1588772339.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

2. Abteilung 

2 DB.2017.240 
2 ST.2017.296 

Entscheid 

 5. Februar 2019 

Mitwirkend: 

Abteilungspräsident Christian Mäder, Steuerrichterin Micheline Roth, Steuerrichterin 
Barbara Collet und Gerichtsschreiber Hans Heinrich Knüsli 

1.  A,    
2.  B,    

vertreten durch C AG,  

In Sachen 

gegen 

Beschwerdeführer/
Rekurrenten,  

1.  S c h w e i z e r i s c h e   E i d g e n o s s e n s c h a f t ,    

2.  S t a a t   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Konsum,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Beschwerdegegnerin,  

Rekursgegner,  

Direkte Bundessteuer 2012 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2012 

betreffend 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A.  Die  in  der  Steuerperiode  2012  69-jährigen  A  und  B  (nachfolgend  der/die 

Pflichtige, zusammen die Pflichtigen) sind Eigentümer von 10 Liegenschaften im Kan-

ton  Zürich  und Gründer bzw.  Gesellschafter  der Firma  E  Ltd.  mit  Sitz  in der  zürcheri-

schen Gemeinde F. In der Steuererklärung 2012 deklarierten sie steuerbare Einkünfte 

von  Fr. 822'297.-  und  Abzüge  –  darunter  u.a.  einen  verrechenbaren  Vorjahresverlust 

aus  selbstständiger  Erwerbstätigkeit  des  Pflichtigen  im  Umfang  von  Fr. 644'533.-  –  in 

ebendieser  Höhe,  womit  ein  steuerbares  Einkommen  von  Fr.  0.-  resultierte.  Die  Ein-

künfte  setzten  sich  dabei  aus  (bescheidenen)  solchen  aus  unselbstständigem  Erwerb 

sowie  Renteneinnahmen  beider  Pflichtigen  und  einem  namhaften  Wertschriftenertrag 

zusammen. Aus selbstständigem Haupterwerb des Pflichtigen sowie aus Liegenschaf-

tenertrag führten sie hohe Verluste auf. Für die selbstständige Erwerbstätigkeit präsen-

tierte  der  Pflichtige  die  Jahresrechnung  der  Einzelfirma  Gasthof  G,  wobei  die  Pflichti-

gen  Eigentümer  der  zum  Gasthof  G  gehörenden,  in  der  zürcherischen  Gemeinde  H 

gelegenen  historischen  Liegenschaften  sind.  Als  steuerbares  Vermögen  deklarierten 

sie Fr. 11'506'000.-.  

Mit Auflage vom 24. Januar 2017 forderte das kantonale Steueramt die Pflich-

tigen auf, ein detailliertes und ordnungsgemäss geführtes Kassabuch, das Hauptbuch 

2012,  eine  Aufteilung  der  Einkünfte  und  Ausgaben  auf  die  Sparten  Restaurant-  und 

Hotelbetrieb und eine Aufzeichnung der zukünftigen Strategie bezüglich Wirtschaftlich-

keit  der  selbstständigen  Erwerbstätigkeit  einzureichen.  Die  Pflichtigen  nahmen  hierzu 

mit  Schreiben  vom  1.  und  28.  Februar  2017  Stellung.  Sie  beriefen  sich  im  Wesentli-

chen auf  die im  Sommer  2015  durchgeführte Bücherrevision  und reichten Unterlagen 

ein.  

Mit  Veranlagungsverfügung  bzw.  Einschätzungsentscheid  vom  8. März 2017 

veranlagte das kantonale Steueramt die Pflichtigen mit einem steuerbaren Einkommen 

von  Fr. 418'800.-  (direkte  Bundessteuer  2012)  bzw.  schätzte  sie  mit  einem  steuerba-

ren Einkommen von Fr. 1'143'100.- (vollumfänglich Ertrag aus qualifizierten Beteiligun-

gen)  und  einem  steuerbaren  Vermögen  von  Fr.  10'381'000.-  (Staats-  und  Gemeinde-

steuern 2012) ein.  

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B. Hiergegen erhoben die Pflichtigen am 15. März 2017 Einsprache und bean-

tragten eine Veranlagung bzw. Einschätzung gemäss Deklaration. Die Geschäftstätig-

keit des Pflichtigen im Rahmen des Betriebs des Gasthofes G in H könne keineswegs 

als "Liebhaberei" betrachtet werden. Der Gasthof sei professionell organisiert. Am 22. 

November  2017  richteten  die  Pflichtigen  ein  weiteres  Schreiben  an  das  kantonale 

Steueramt. Mit Entscheiden vom 7. Dezember 2017 wies das kantonale Steueramt die 

Einsprache ab.  

C. Mit Beschwerde bzw. Rekurs vom 14. Dezember 2017 liessen die Pflichti-

gen beantragen, sie mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 0.- zu veranlagen bzw. 

einzuschätzen. Die vom kantonalen Steueramt zur Abgrenzung zwischen selbstständi-

ger  Erwerbstätigkeit  und  Liebhaberei  beigezogenen  Präjudizen  seien  vorliegend  nicht 

einschlägig.  Ausserdem  verlangten  sie  eine  Parteientschädigung.  Mit  Beschwerde- 

bzw.  Rekursantwort  vom  26.  Januar  2018  schloss  das  kantonale  Steueramt  auf  kos-

tenfällige  Abweisung  der  Rechtsmittel.  Die  Pflichtigen  nahmen  hierzu  mit  Schreiben 

vom 15. Februar 2018 abermals Stellung.  

Die Kammer zieht in Erwägung: 

1. In formeller Hinsicht machen die Pflichtigen einen Verstoss gegen das Be-

schleunigungsgebot geltend.  

Beim  Beschleunigungsgebot,  welches  sich  aus  dem  Verbot  der  Rechtsver-

weigerung  und  Rechtsverzögerung  ergibt  (Art.  29  Abs. 1  der  Bundesverfassung  vom 

18. April 1999;  BV),  handelt  es  sich  um  eine  blosse  Ordnungsvorschrift,  deren  Nicht-

einhalten  ohne  Folgen  für  die  Rechtsmässigkeit  des  im  betreffenden  Verfahrens  er-

gangenen  materiell-rechtlichen  Entscheids  bleibt  (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, 

Handkommentar zum DBG, 3. A., 2016, Art. 131 N 14 DBG und Kommentar zum Zür-

cher Steuergesetz, 3. A., 2013, § 139 N 15 StG). Der Pflichtige kann daher aus seinem 

Vorbringen,  dass  zwischen  Veranlagungs-  bzw.  Einschätzungsentscheid  und  Ein-

spracheentscheid  neun  Monate  verstrichen  seien  und  Letzterer  erst  auf  "Nachhaken" 

ergangen sei, von vornherein nichts zu seinen Gunsten ableiten. 

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Sodann  wäre  der  Vorwurf  der  Rechtsverzögerung  bei  der  Finanzdirektion  zu 

erheben (§ 111 Abs. 1 des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997; StG), weshalb an dieser 

Stelle nicht weiter darauf einzugehen ist.  

2. Im Streit liegt die Frage, ob die Tätigkeit des Pflichtigen im Zusammenhang 

mit  dem  Gasthof  G  in  H  eine  selbstständige  Erwerbstätigkeit  darstellt  und  er  den 

dadurch entstandenen Verlust mit seinen übrigen Einkünften verrechnen kann.  

a)  Nach  Art.  18  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  über  die  direkte  Bundessteuer 

vom  14.  Dezember  1990  (DBG)  und  §  18  Abs.  1  StG  sind  alle  Einkünfte  aus  einem 

Handels-,  Industrie-,  Gewerbe-,  Land-  und  Forstwirtschaftsbetrieb,  aus  einem  freien 

Beruf sowie aus jeder anderen selbstständigen Erwerbstätigkeit steuerbar. Von diesen 

Einkünften werden gemäss § 27 Abs. 1 StG die geschäfts- oder berufsmässig begrün-

deten Kosten abgezogen.  

Verluste aus einer solchen Tätigkeit können mit übrigen Einkünften verrechnet 

werden  (vgl.  zum  sogenannten  Nettoprinzip:  Reich/Hunziker,  in:  Kommentar  zum 

Schweizerischen  Steuerrecht,  Bundesgesetz  über  die  direkte  Bundessteuer,  3. A., 

2017, Art. 25 N 14 DBG; Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, § 27 N 21). In jedem Fall er-

fordert  der  Abzug,  dass  die  Tätigkeit,  welcher  der  betreffende  Aufwand  zuzurechnen 

ist,  überhaupt  eine  selbstständige  Erwerbstätigkeit  im  Sinn  von  §  18  StG  darstellt 

(StRK I, 18. März 1993 = ZStP 1993, 108). 

b)  Der  steuerrechtliche  Begriff  der  selbstständigen  Erwerbstätigkeit  ist  auf-

grund der vielfältigen Sachverhalte, die damit abgedeckt werden, nicht scharf definiert 

(BGE 125 II 113 E. 5, S. 120 ff.). Allgemein wird darunter jede Tätigkeit verstanden, bei 

der ein Unternehmer auf eigenes Risiko, unter Einsatz von Arbeit und Kapital, in einer 

frei gewählten Organisation  und mit  der  Absicht der Gewinnerzielung  am Wirtschafts-

verkehr teilnimmt (vgl. BGr, 1. Dezember 2015, 2C_375/2015, E. 2.2.; BGE 121 I 259, 

E. 3  c;  BGE  121  II  113  E.  5b;  Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  Art.  18  N  6  DBG  und 

§ 18  N  8  auch  zum  Folgenden).  Ob  eine  selbstständige  Erwerbstätigkeit  vorliegt,  ist 

stets  nach  den  gesamten  Umständen  des  Einzelfalls  zu  beurteilen;  die  einzelnen 

Merkmale dürfen nicht isoliert betrachtet werden und können auch in unterschiedlicher 

Intensität auftreten. 

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Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist selbstständige Erwerbstätig-

keit  unter  Umständen  bereits  aufgrund  eines  einzigen  Kriteriums  zu  bejahen 

(BGr, 1. Dezember 2015, 2C_375/2015, E. 2.2.; BGE 125 II 113). 

c)  Abzugrenzen  ist  die  selbstständige  Erwerbstätigkeit  insbesondere  von  der 

Liebhaberei  bzw.  vom  Hobby.  Die  steuerrechtliche  Qualifikation  einer  Tätigkeit  als 

selbstständiger  Erwerb  im  dargelegten  Sinn  oder  als  Liebhaberei  hängt  grundsätzlich 

davon  ab,  ob  sie  ausschliesslich  oder  vorwiegend im  Hinblick  auf  die Erzielung  eines 

Erwerbseinkommens ausgeübt wird (BGr, 14. Juli 2015, 2C_1064/2014, E. 2.2.1; Mar-

kus Reich, Steuerrecht, 2. A., 2012, 369 f.). Unterscheidungskriterium ist also der Be-

weggrund für die Ausübung der Tätigkeit. Es handelt sich dabei um ein subjektives Kri-

terium, auf dessen Vorhandensein nur durch Indizien (nämlich erkennbare Umstände) 

geschlossen werden kann (StRK IV, 8. April 1998 = StE 1999 B 23.1 Nr. 42). Eine zu-

sätzliche  Erschwernis  liegt  darin,  dass  es Grenzfälle  gibt,  bei  denen sich  Liebhaberei 

und Erwerbstätigkeit verbinden, wobei das Schwergewicht auf der einen oder anderen 

Seite liegen kann. Allgemein muss die Tätigkeit zur nachhaltigen Gewinnerzielung ge-

eignet  sein  (objektives  Kriterium;  BGr,  4.  September  2014,  2C_186/2014  und 

2C_187/2014, E. 2).  

Indiz  für  die  Qualifikation  als  Liebhaberei  kann  eine  fehlende  Gewinnstrebig-

keit sein. Diese kann sich zum einen aus der betreffenden Tätigkeit als solchen erge-

ben,  weil  diese  als  Basis  für  eine  rentable  Erwerbsquelle  ungeeignet  erscheint,  zum 

anderen kann sie aus der Art des Vorgehens abgeleitet werden, indem dieses nicht auf 

kommerzieller Methode beruht (VGr, 31. Mai 2005 = StE 2006 B 23.1 Nr. 61). 

Bringt die Tätigkeit auf die Dauer nichts ein, ist dies als deutliches Indiz dafür 

zu werten, dass es an der subjektiven oder objektiven Gewinnstrebigkeit fehlt und die-

se  nicht  als  Erwerbstätigkeit,  sondern  als  Liebhaberei  oder  als  Hobby  betrieben  wird. 

Denn wer eine unrentable Aktivität wirklich als Erwerbstätigkeit ausübt, wird sich in der 

Regel durch das andauernde Fehlen eines finanziellen Erfolgs von der Zwecklosigkeit 

seiner  Tätigkeit  überzeugen  lassen  und  diese  aufgeben  (BGr,  1.  Dezember  2015, 

2C_375/2015,  E.  7.4.1;  vgl.  VGr,  15.  September  2016  =  StE  2017  B  23.1  Nr.  88, 

E. 2.3).  Allerdings  muss  nicht  jedes  einzelne  mit  einem  Verlust  abgeschlossene  Jahr 

oder  selbst  eine  mehrjährige  Verlusterzielung  zwingend  auf  eine  Liebhaberei  schlies-

sen lassen (BGr, 31. August 2005, 2A.46/2005, E. 2.2.2, mit weiteren Hinweisen). Ob 

sich  nämlich  eine  Tätigkeit  lohnt,  lässt  sich  methodisch  richtig  nur  nach  Betrachtung 

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des Gewinns aus der gesamten Betriebstätigkeit von deren Aufnahme bis zu ihrer Be-

endigung  beurteilen  (sog.  Totalgewinn,  vgl.  Manuel  René  Theisen,  Die  Liebhaberei – 

ein Problem des Steuerrechts und der betriebswirtschaftlichen Steuerlehre, Steuer und 

Wirtschaft  [StuW],  1999,  259;  StRK  II,  17. Februar  2000,  2 ST.1999.419,  E.  6a).  Der 

Entscheid  über  den  steuerlichen  Charakter  einer  Tätigkeit  hängt  deshalb  von  einer 

Prognose  über  den  zu  erwartenden  Totalgewinn  ab  (vgl.  auch  Richner/Frei/Kauf-

mann/Meuter,  §  18  N  38).  Ergibt  die  Prognose  ein  positives Gesamtergebnis,  ist  dies 

ein gewichtiges Indiz für die Gewinnstrebigkeit. Anderseits liegt bei negativer Prognose 

die Schlussfolgerung nahe, dass ein Steuerpflichtiger, dem es tatsächlich um die Erzie-

lung  eines  Erwerbseinkommens  gegangen  wäre,  sich  wegen  des  in  Aussicht  stehen-

den finanziellen Misserfolgs von der Weiterführung des Betriebs abbringen lassen wür-

de. Die steuerrechtliche Qualifikation der Tätigkeit ist eine Frage, die grundsätzlich für 

jede  Veranlagungsperiode  neu  überprüft  werden  kann,  wobei  unter  Umständen  die 

Verhältnisse in den Vorjahren bzw. in den auf das Steuerjahr folgenden Jahren gewis-

se Anhaltspunkte liefern können (BGr, 31. August 2005, 2A.46/2005, E. 2.2.2, mit Hin-

weisen zum Ganzen; VGr, 25. Mai 2011, SB.2011.00011 = ZStP 2012, 211). Wie lange 

die  wirtschaftliche  Betätigung  verlustreich  sein  darf,  bis  eine  natürliche  Vermutung 

dafür  spricht,  dass  der  finanzielle  Erfolg  auf  Dauer  ausbleiben  wird,  kann  nicht  allge-

mein gesagt werden. Im Sinn einer Faustregel wird in der Literatur die Auffassung ver-

treten, der Umstand, dass innerhalb von fünf bis zehn Jahren kein nennenswerter Ge-

winn  erzielt  werde,  bilde  ein  gewichtiges  Indiz  für  das  Fehlen  der  Gewinnstrebigkeit. 

Dem  Steuerpflichtigen  steht  aber  der  Gegenbeweis  offen,  dass  auch  in  diesem  Fall 

eine Gewinnstrebigkeit vorliegt (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, § 18 N 38). Im Einzel-

fall  kommt  es  namentlich  auf  die  Art  der  Tätigkeit  und  die  konkreten  Verhältnisse  an 

(RB  2000  Nr. 118).  Ein  weiteres  Indiz  für  das  Fehlen  der  Gewinnstrebigkeit  stellt  der 

Umstand dar, dass ein Steuerpflichtiger wegen generell guter Einkommens- oder Ver-

mögensverhältnisse  nicht  auf  Einkünfte  aus  der  fraglichen  Tätigkeit  angewiesen  ist 

(VGr, 31. Mai 2005 = StE 2006 B 23.1 Nr. 61).  

Qualifiziert sich die Aktivität des Steuerpflichtigen in der unter den erwähnten 

Kriterien  vorzunehmenden  Prüfung  als  Liebhaberei  oder  produziert  sie  reine  Lebens-

haltungskosten  (vgl.  § 33  lit. a  StG), können  die entstandenen  Verluste nicht mit  übri-

gen Einkünften verrechnet werden. 

d)  Nach  § 132  Abs. 1  StG  stellen  die  Steuerbehörden  zusammen  mit  dem 

Steuerpflichtigen  die  für  eine  vollständige  und  richtige  Besteuerung  massgebenden 

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tatsächlichen  und  rechtlichen  Verhältnisse  fest.  Dabei  gilt  die  allgemeine  Regel 

der  Beweislastverteilung,  dass  die  Steuerbehörde  die  steuerbegründenden  oder 

-erhöhenden  Tatsachen  nachzuweisen  hat,  der  Steuerpflichtige  dagegen  jene  Um-

stände, welche die Steuerschuld mindern oder aufheben (Blumenstein/Locher, System 

des schweizerischen Steuerrechts, 7. A., 2016, S. 519). Dementsprechend obliegt der 

Nachweis,  dass  eine  selbstständige  Erwerbstätigkeit  vorliegt,  grundsätzlich  der  Steu-

erbehörde. Ist dagegen streitig, ob eine bestimmte verlustbringende Betätigung (über-

haupt) eine selbstständige Erwerbstätigkeit darstellt (oder ob nicht z.B. eine Liebhabe-

rei vorliegt), ist hierfür der Steuerpflichtige beweispflichtig (vgl. StRK I, 18. März 1993 = 

StE 1995 B 23.1 Nr. 30). Denn er leitet hieraus die steuermindernde Verrechnung die-

ses Verlusts mit übrigen Einkünften ab. Zur Beweisleistung gehört in erster Linie und in 

jedem  Fall,  dass  eine  substanziierte  Sachdarstellung  gegeben  wird,  die  ohne  weitere 

Untersuchung,  aber  unter  dem  Vorbehalt  der  Beweiserhebung,  die  Beurteilung  der 

massgebenden  Qualifikationsfrage  ermöglicht.  Für  die  von  ihm  verfochtene,  hinrei-

chend  substanziierte  Sachdarstellung  hat  der  Steuerpflichtige  beweiskräftige  Unterla-

gen einzureichen oder zumindest unter genauer Bezeichnung Beweise anzubieten. 

3. a) Der Pflichtige deklarierte in der Steuererklärung 2012 einen Verlust aus 

selbstständiger  Erwerbstätigkeit  im  Betrag  von  Fr.  516'093.-.  In  der  Jahresrechnung 

"Gasthof  G,"  wies  der  Pflichtige  dabei  pro  2012  einen  Bruttobetriebsertrag  von 

Fr. 1'843'987.25 aus. Allein die Posten Warenaufwand von Fr. 582'044.48 und Perso-

nalaufwand  von  Fr.  1'145'740.86  liessen  den  betrieblichen  Erfolg  auf  Fr.  116'201.91 

zusammenschmelzen  und  nach  Berücksichtigung  der  weiteren  operativen  Aufwände 

wies  die  Erfolgsrechnung  noch  vor  Abschreibungen  einen  Verlust  von  rund 

Fr. 350'000.- aus.  

Bei den Akten liegen sodann ein Zeitungsartikel aus einem Regionalblatt vom 

... 2016, das Budgetkonto Gasthof G 2017, ein Bericht zu beabsichtigten Massnahmen 

zur  Steigerung  der  Wirtschaftlichkeit  vom  15.  Oktober 2016  und  die  AHV-

Schlussabrechnung  2013.  Letztere  kann  für  die  hier  strittige  Steuerperiode  2012  von 

vornherein nicht relevant sein.  

b) Gemäss Einsprache gründete der heute 75-jährige Pflichtige im Jahr 1969 

die J Ltd., heute E Ltd. mit Sitz in F. Aus dieser Tätigkeit und der Beteiligung an dieser 

Firma häufte er ein erhebliches Vermögen an. Wesentliche Teile davon legte er in lie-

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genschaftlichen Werten an. Im Jahr 2001 kaufte der Pflichtige das hier interessierende 

Wohn- und Gasthaus G in der zürcherischen Gemeinde H, um es umfassend zu reno-

vieren und hernach als Gastwirtschafts- und Hotelbetrieb zu betreiben. Seine Tätigkeit 

im  Rahmen  der  Einzelfirma  Gasthof  G  nahm  der  Pflichtige  2007  auf.  Der  Einzelfirma 

übertrug er die dem Gasthof dienenden Liegenschaften ... 28 und 30 sowie 6 Parkplät-

ze. Von Beginn an gestaltete sich die Tätigkeit als verlustreich und zwar in folgendem 

Ausmass:  

2007  

2008  

2009  

2010  

2011  

2012  

2013  

2014  

2015  

2016  

- Fr. 612'727.- 

- Fr. 527'740.- 

- Fr. 527'838.- 

- Fr. 484'266.- 

- Fr. 458'740.- 

- Fr. 516'093.- 

- Fr. 306'170.- 

- Fr. 237'939.- 

- Fr. 352'270.- 

- Fr. 549'499.- 

Die  Zahlen  zeigen  eindrücklich  auf,  dass  sich  auch  über  10  Jahre  gesehen 

kein positiver Verlauf abzeichnet. Bereits bis und mit der hier zu beurteilenden Steuer-

periode 2012 belief sich der Verlust auf gesamthaft Fr. 3'127'404.- und wuchs bis En-

de 2016 auf Fr. 4'573'282.- an. Dies ist nicht strittig.  

Mit  Beschwerde  bzw.  Rekurs  brachten  die  Pflichtigen  vor,  dass  die  im 

August 2015 durchgeführte Bücherrevision die Ordnungsmässigkeit sämtlicher Bücher 

bestätigt habe. Die Planung für das Jahr 2017 sehe einen Ertragsüberschuss vor. Den 

Zahlen betreffend Personalaufwand könne entnommen werden, dass die Geschäftstä-

tigkeit  des  Pflichtigen  nicht  nur  für  ihn  selber,  sondern  ganz  besonders  auch  für  die 

Mitarbeiter  eine  wesentliche  Bedeutung  habe.  Diese  wolle  er  bei  wirtschaftlichen 

Schwierigkeiten  nicht  leichtfertig  entlassen.  Die  vom  kantonalen  Steueramt  zitierten 

Entscheide zur Frage der Abgrenzung von selbstständiger Erwerbstätigkeit zu Liebha-

berei hätten sodann keine Relevanz für den vorliegenden Sachverhalt. In der Gastro-

nomiebranche sei es nicht einfach, ein ertragsbringendes Konzept umzusetzen.  

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Die  eingereichte  "Planung  2017"  habe  sodann  Erfolg  gezeitigt,  wenn  auch 

nicht  im  gewünschten  Umfang.  Es  sei  aber  eine  signifikante  Verbesserung  der 

wirtschaftlichen Lage des Betriebs erreicht worden. Dass per 31. Dezember 2017 noch 

kein positives Ergebnis vorgelegt werden könne, liege allein am Personalaufwand.  

c) Das kantonale Steueramt verneinte die Gewinnerzielungsabsicht des Pflich-

tigen  aufgrund  des  defizitären  Geschäftsverlaufs.  Trotz  Vorlage  eines  "Planungsbe-

richts" sei das Erreichen der Gewinnzone innert "nützlicher" Frist nicht wahrscheinlich. 

Dem  Pflichtigen  stünden  sodann  erhebliche  Einkünfte  und  Vermögenswerte  zur  Be-

streitung seines Lebensunterhalts zur Verfügung.  

4.  a)  Anders  als  der  Pflichtige  sinngemäss  dafürhält,  besteht  weder  eine 

tatsächliche Vermutung noch gar eine Fiktion dafür, dass das Führen einer Hotelanla-

ge  als  selbstständige  Erwerbstätigkeit  zu  betrachten  wäre  (VGr,  21. Februar 2018, 

SB.2017.00103). Vielmehr kann jede Geschäftstätigkeit sowohl gewinnstrebig als auch 

nach  dem  Konzept  "koste  es  was  es  wolle"  betrieben  werden.  Die  generell  jedem 

geschäftenden  Menschen  zuzuschreibende  innere  Absicht,  grundsätzlich  lieber  einen 

Gewinn  erzielen  zu  wollen,  als  einen  Verlust  erleiden  zu  müssen,  reicht  als  Erken-

nungsmerkmal  einer  selbstständigen  Erwerbstätigkeit  nicht  aus,  zumal  sie  auch  gar 

nicht überprüfbar wäre. Die im Rahmen der Qualifikation einer Tätigkeit als selbststän-

diger Erwerbstätigkeit geforderte Gewinnstrebigkeit muss sich deshalb anhand objektiv 

feststellbarer Tatsachen nach aussen hin manifestieren.   

b)  Vorliegend  sprechen die bekannten  Umstände gegen  eine Gewinnstrebig-

keit. Seit Beginn der Tätigkeit 2007 bis Ende 2012 bzw. bis Ende 2016 liefen Verluste 

im  Umfang  von  über  Fr.  3'000'000.-  bzw.  über  Fr.  4'500'000.-  auf.  Offenbar  fand  Mit-

te 2016  ein Wechsel  des  Küchenchefs  statt  und  das  Restaurant,  in  welchem  zuvor  L 

wirtete, richtete sich neu auf eine einfachere, aber nach wie vor qualitativ hochstehen-

de,  gutbürgerliche  Küche  aus.  Grund  waren  gemäss  M,  dem  in  die  Geschicke  des 

Gasthofes  involvierten  Sohn  des  Pflichtigen,  offenbar  unterschiedliche  Auffassungen 

über die operative Führung (Zeitungsbericht I vom ... 2016) und nicht etwa ein strategi-

scher Entscheid. Ob dieser Wechsel mittelfristig zu einem positiv(er)en Jahresergebnis 

führt, ist ungewiss. Wie der Pflichtige in nächster Zukunft auf eine insgesamt ausgegli-

chene  Rechnung  kommen  will  –  immerhin  müsste  er  einen  Totalverlust  von  über 

Fr. 4'500'000.- ausgleichen –, ist nicht ersichtlich. Der Pflichtige scheint solche Überle-

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gungen gar  nicht  anzustellen;  jedenfalls finden  sie in den Akten keinen Niederschlag. 

Ob er selber überhaupt massgeblich am Geschäftsgeschehen beteiligt ist und auf die-

ses  Einfluss  nimmt,  ist  nicht  erwiesen.  Fest  steht  einzig,  dass  er  die  beiden  Liegen-

schaften  ...  28  und  30  in  die  Einzelfirma  einbrachte  und  der  Betrieb  des  "G"  offenbar 

auf seine Kosten läuft. Ein eigentlicher Businessplan ist nicht aktenkundig und bewuss-

te  Anpassungen  im  Geschäftsbetrieb  wurden  bis  2012  nicht  vorgenommen.  Gemäss 

Planung des damaligen Geschäftsführers waren (erst) für 2017 mehrere Massnahmen 

(Entlassungen)  geplant,  um  den  personellen  Aufwand  zu  senken.  Auch  dies  führte 

aber offenbar nicht zum erhofften Erfolg, bezeichnet der Pflichtige doch auch pro 2017 

die Personalkosten als immer noch zu hoch und konnte auch pro 2017 die Gewinnzo-

ne nicht erreicht werden. 

Zusammenfassend  spricht  die  unveränderte  Fortführung  seiner  Tätigkeit  – 

auch weitere (mindestens) 5 Jahre liess der Pflichtige sich nicht vom Betrieb des Gast-

hofes  auf  seine  Kosten  abhalten  –  klar  gegen  die  Wirtschaftlichkeit  des  Vorhabens. 

Denn  eine  fehlende  Gewinnstrebigkeit  ist  dann  anzunehmen,  wenn  sich  ein  Steuer-

pflichtiger,  dem  es  um  die  Erzielung  eines  Erwerbseinkommens  gegangen  wäre, 

wegen  des  finanziellen  Misserfolgs  von  der  Weiterführung  des  Betriebs  hätte  abbrin-

gen lassen, was bei jährlichen Verlusten in der Grössenordnung von  Fr. 458'000.- bis 

Fr. 612'000.- ohne Weiteres der Fall ist.  

Das Festhalten am Betriebs"konzept" ist letztlich auf die komfortablen finanzi-

ellen Verhältnisse des Pflichtigen zurückzuführen. Für die Bestreitung seines Lebens-

unterhalts war er nicht auf die Erzielung von Einkünften aus dem Gasthof angewiesen. 

In  der  hier  streitbetroffenen  Steuerperiode  2012  erzielten  die  Pflichtigen,  nebst 

Renteneinkünften  von  total  Fr.  167'378.-  und  weiteren  Erwerbseinkünften  von 

Fr. 31'357.-,  allein  aus  der  Beteiligung  an  der  E  Ltd.  einen  Ertrag  von  Fr. 1'800'000.-. 

Sodann  verfügen  die  Pflichtigen  über  ein  Nettovermögen  von  über  Fr. 11'000'000.-, 

was  bedeutet,  dass  genügend  Mittel  zur  Aufrechterhaltung  des  Gasthof-Betriebs  vor-

handen waren.  

Wenn  der  Pflichtige  schliesslich  seine  soziale  Ader  in  den  Vordergrund  rückt 

und betont, dass er bei wirtschaftlichen Schwierigkeiten nicht einfach Leute leichtfertig 

auf die Strasse stelle, so ist ihm diese Haltung zwar hoch anzurechnen, indessen kann 

sie  nicht  über  die fehlende  Gewinnstrebigkeit  hinwegtäuschen.  Im  Gegenteil  bestätigt 

sie den Wohltätigkeits- bzw. Liebhaberei-Charakter seines Geschäftens. Zwar bringt er 

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weiter vor, dass er sinnvolle Schritte zur Verbesserung der Ertragslage unternommen 

habe. Welche das waren, ist indessen nicht bekannt. Gerade vom unternehmenserfah-

renen Pflichtigen wäre jedoch ein weitaus planmässigeres und strukturierteres Vorge-

hen zu erwarten gewesen, wäre es ihm ernsthaft um die Erzielung eines Gewinns ge-

gangen.  

c) Aufgrund des Gesagten ist es den Pflichtigen nicht gelungen, das Vorliegen

einer selbstständigen Erwerbstätigkeit nachzuweisen und hat das kantonale Steueramt 

den  Pflichtigen  daher  zu  Recht  die  Verrechnung  ihrer  Einkünfte  pro  2012  mit  dem  in 

der  Steuerperiode  2012  erlittenen  Verlust  von  Fr.  516'093.-  sowie  Vorjahresverlusten 

im Umfang von Fr. 644'533.- verwehrt.  

5. Nach  alledem  sind  Beschwerde  und  Rekurs  abzuweisen.  Die  Kosten  des

vorliegenden  Verfahrens  sind  den  Beschwerdeführern/Rekurrenten  aufzuerlegen 

(Art. 144 Abs. 1 DBG; § 151 Abs. 1 StG) und die Zusprechung einer Parteientschädi-

gung  entfällt  (Art. 144  Abs. 4  DBG  i.V.m.  Art. 64  Abs. 1 - 3  des  Bundesgesetzes  über 

das Verwaltungsverfahren vom 20. Dezember 1968 sowie § 152 StG i.V.m. § 17 Abs. 2 

des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959/6. September 1997).  

Demgemäss erkennt die Kammer: 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Der Rekurs wird abgewiesen.

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