# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 642ead28-11a6-5740-a3bf-c2ab4e1df615
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-01-18
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Steuergericht 18.01.2013 510 2012 62 (510 12 62)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_SG_001_510-2012-62_2013-01-18.pdf

## Full Text

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Entscheid vom 18. Januar 2013 (510 12 62) 

 

 _____________________________________________________________________  

 

Rückstellungen für künftigen Liegenschaftsunterhalt 

 

Besetzung Steuergerichtspräsident C. Baader, Gerichtsschreiber i.V. v. Q. P. Tran 
 
 

Parteien A. AG,  
 
 Rekurrentin 

  
 
gegen 
 
 

 Steuerverwaltung des Kantons Basel-Landschaft, Rheinstrasse 33, 
4410 Liestal,  
 
 Rekursgegnerin 
 
 
 

betreffend Staatssteuer 2010 
 
 

 
 
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Sachverhalt: 

 

1. Die Rekurrentin bildete seit dem Steuerjahr 2005 Rückstellungen von insgesamt Fr. 

25'000.--. Mit Veranlagungsverfügung zur Staatssteuer 2010 vom 17. November 2011 wurden 

ihr diese Rückstellungen als Gewinn und Kapital aufgerechnet und die Rekurrentin zu einem 

Steuerbetrag von Fr. 1'244.10 veranlagt.  

 

 

2. Mit Schreiben vom 13. Dezember 2011 erhob die Pflichtige Einsprache und beantragte, 

die Veranlagung sei auf Basis des Saldos der Erfolgsrechnung von Fr. 2'071.-- abzüglich Ver-

lustverrechnung von Fr. 6'336.-- vorzunehmen. Auf die Aufrechnung der per 31. Dezember 

2010 bestehenden Rückstellungen sei zu verzichten. Als Eventualantrag begehrte sie, die Ver-

anlagung sei auf Basis des Saldos der Erfolgsrechnung von Fr. 2'071.-- unter Aufrechnung der 

im Jahr 2010 in die Rückstellung eingelegten Fr. 4'000.-- abzüglich Verlustrechnung von Fr. 

6'336.-- vorzunehmen. 

 Zur Begründung führte die Pflichtige aus, da die Liegenschaft mit einem Buchwert von 

Fr. 312'000.-- deutlich unterbewertet sei, verzichte sie seit Jahren auf Abschreibungen. Alle 

Investitionen würden aktiviert. Eine mehr als 50 Jahre alte Liegenschaft benötige Unterhaltsar-

beiten. Es sei dabei seit 2005 von einem bescheidenen Wert von jährlich 2 % des sehr tiefen 

Buchwertes auszugehen, was Fr. 6'000.-- pro Jahr ergebe. Seit 2005 werde die Differenz des 

tatsächlichen Unterhaltsaufwandes zu den Fr. 6'000.-- in die Rückstellung Unterhalt eingelegt 

bzw. dieser entnommen. Da in den letzten Jahren meist weniger als Fr. 6'000.-- Unterhalt ange-

fallen seien, habe sich die Rückstellung entsprechend erhöht. Sobald aber ein höherer Sanie-

rungsbedarf komme, sei die bestehende Rückstellung unzureichend. Für eine Kleinst-

Immobiliengesellschaft mit einer einzigen Liegenschaft sei die erläuterte Praxis die einzig sinn-

volle Möglichkeit, eine nachvollziehbare Erfolgsrechnung aufzustellen, die auch aus betriebs-

wirtschaftlicher Sicht korrekt sei. Die Rückstellung sei nicht für ein bestehendes konkretes Pro-

jekt vorgesehen. Sie diene vielmehr dem sehr tief geschätzten, zu erwartenden kumulierten 

Unterhaltsaufwand, der aus den abgelaufenen Geschäftsjahren resultiere. Die Praxisänderung 

in dieser Sache sei in der Veranlagungsverfügung 2009 mitgeteilt worden, was der Rekurrentin 

jedoch entgangen sei.  

 Die Veranlagungen bis zum Jahr 2009 seien zudem durch die Steuerverwaltung definitiv 

erfolgt. Die Rückstellung in der Bilanz, sowie deren Bildung über die Erfolgsrechnung, sei bis 

zum Jahr 2009 von der Steuerverwaltung akzeptiert worden. 

 

 
 
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3. Mit Einsprache-Entscheid vom 27. Juli 2012 wies die Steuerverwaltung die Einsprache 

ab. 

 Zur Begründung führte sie aus, Rückstellungen für künftige Unterhaltsarbeiten seien 

steuerlich nicht zulässig. Die Bildung solcher Rückstellungen werde zulasten der Erfolgsrech-

nung gemäss gängiger Praxis nur zugelassen, sofern ein konkretes Projekt für eine umfassen-

de Gebäuderenovation vorliege. Nur in solchen Ausnahmefällen lasse sich aufgrund des aus-

schliesslich zweckbestimmten Mitteleinsatzes eine Interpretation des Rückstellungsbegriffs 

steuerrechtlich rechtfertigen. Da vorliegend kein konkretes Projekt bestehe, sei die fragliche 

Rückstellung nicht zulässig. Obschon die fraglichen Rückstellungen in der Vergangenheit ak-

zeptiert worden seien, lasse sich daraus nicht herleiten, dass mit den definitiven Veranlagungen 

der Vorjahre die Rückstellungen bis zu einer bestimmten Höhe faktisch akzeptiert seien. Die 

Veranlagungsbehörde könne in jeder Steuerperiode die Begründetheit von Rückstellungen er-

neut überprüfen. 

 

 

4. Mit Schreiben vom 27. August 2012 erhob die Rekurrentin Rekurs und begehrte, die 

Veranlagung sei auf Basis des Saldos der Erfolgsrechnung von Fr. 2'071.-- abzüglich Ver-

lustverrechnung von Fr. 6'336.-- vorzunehmen. Auf die Aufrechnung der per 31.12.2009 beste-

henden Rückstellung Unterhalt von Fr. 21'000.-- sei zu verzichten. 2. Die neue Praxis der Steu-

erverwaltung bezüglich Unterhalts-Rückstellungen sei zumindest bei Kleinst-

Immobiliengesellschaften im Sinne der nachfolgenden Ziffern aufzuheben oder zu lockern. 

 Zur Begründung des Eventualantrages führte die Rekurrentin zusätzlich aus, eine Rück-

stellung könne nicht nur isoliert in der Bilanz stehen. Vielmehr habe die Bildung oder Auflösung 

einer Rückstellung immer einen Einfluss auf die Erfolgsrechnung und damit auf das steuerbare 

Ergebnis. Die offenbar fälschliche frühere Akzeptanz der Rückstellung habe somit auf jedes 

Jahresergebnis, in dem eine Veränderung der Rückstellung erfolgt sei, einen Einfluss. Konkret 

würde die Steuerverwaltung mit ihrem nachträglichen Nicht-Akzeptieren einer Rückstellung aus 

früheren, definitiv veranlagten Jahren die steuerbaren Ergebnisse dieser Jahre ändern. Die Bil-

dung von Rückstellungen dürften erst ab dem Zeitpunkt, ab welchem diese als steuerlich unzu-

lässig erklärt worden seien, aufgerechnet werden, also frühestens ab 2010. Subeventualiter 

werde der Antrag gestellt, die früheren Steuerjahre, in welchen die Rückstellung gebildet wor-

den sei, sei neu zu veranlagen, indem die dem Jahre 2010 belastete Steueraufrechnung zeitge-

recht auf die verschiedenen Steuerjahre aufgeteilt werde.  

 Die Rekurrentin führte weiter aus, im Jahre 2011 seien grössere Unterhaltsarbeiten in 

Höhe von Fr. 22'715.-- angefallen, womit gemäss bestehender Praxis bei der Gesellschaft Fr. 

 
 
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16'000.-- Rückstellung entnommen worden seien, damit nur noch ein kleiner Verlust von Fr. 

3'722.-- resultiere. Gemäss neuester Praxis wäre für das Jahr 2011 hingegen ein grosser Ver-

lust von Fr. 19'722.-- auszuweisen gewesen.  

 

 

5. In ihrer Vernehmlassung vom 20. September 2012 beantragte die Steuerverwaltung die 

Abweisung des Rekurses.  

 Zur Begründung führte sie aus, Rückstellungen könnten nur gebildet werden, wenn ein 

Verlustrisiko unmittelbar bevorstehe, handelsrechtlich betrachtet, die Ausgabe zumindest mit 

hoher Wahrscheinlichkeit eintrete. Die Ursache für die Bildung von Rückstellungen müsse aber 

im betreffenden Jahr bereits eingetreten sein. Künftige Risiken und Investitionen könnten nicht 

mit Rückstellungen abgedeckt werden. Die ab dem Jahr 2005 gebildeten Rückstellungen für 

eine geplante Sanierung der einzigen Liegenschaft hätte sich im Verlauf der Jahre auf einen 

Umfang von Fr. 25'000.-- gesteigert, ohne dass eine solche Sanierung konkret geplant oder gar 

durchgeführt worden sei. Erst im Jahre 2011 seien gemäss den Ausführungen der Rekurrentin 

Renovationsarbeiten durchgeführt worden. Dies führe aber nicht zu einer Rückwirkung der Be-

gründetheit für die vor Jahren gebildeten Rückstellungen. Rückstellungen seien nur für beste-

hende Verpflichtungen oder drohende Verlustrisiken zulässig. Andernfalls wäre es möglich, bei 

erwarteten künftigen Verlusten bereits in der Gegenwart Ausgleichsreserven für künftige Verlus-

te zu bilden. Eine derartige Steueroptimierung sei aufgrund der Erfordernisse der Notwendigkeit 

von Rückstellungen sowie des strengen Periodizitätsprinzips nicht zulässig.  

 

 

6. An der heutigen Verhandlung hielten die Parteien an ihren Anträgen fest. 

 

 

 

 

Der Präsident des Steuergerichts zieht  in Erwägung: 

 

1. Das Steuergericht ist gemäss § 124 des Gesetzes über die Staats- und Gemeindesteu-

ern (Steuergesetz) vom 7. Februar 1974 (StG) zur Beurteilung des vorliegenden Rekurses zu-

ständig. Gemäss § 129 Abs. 1 StG werden Rekurse, deren umstrittener Steuerbetrag wie im 

vorliegenden Fall Fr. 2'000.-- pro Steuerjahr nicht übersteigt, vom Präsidenten des Steuerge-

richts als Einzelrichter beurteilt. 

 
 
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 Da die in formeller Hinsicht an einen Rekurs zu stellenden Anforderungen erfüllt sind, ist 

ohne weitere Ausführungen darauf einzutreten. 

 

 

2. Der Beurteilung unterliegt im vorliegenden Fall, ob die steuerliche Aufrechnung der 

Rückstellungen in Höhe von Fr. 25'000.-- zu Recht erfolgt ist. 

 

 a) Gemäss § 55 Abs. 1 StG sind für Abschreibungen, Rückstellungen, Rücklagen 

und Ersatzbeschaffungen die §§ 30-32 StG sinngemäss anwendbar.  

  Rückstellungen zulasten der Erfolgsrechnung sind gemäss § 31 Abs. 1 StG zu-

lässig für im Geschäftsjahr begründete Verpflichtungen, deren Höhe noch unbestimmt ist (lit. a), 

Verlustrisiken, die mit Aktiven des Umlaufvermögens, insbesondere Waren und Debitoren, ver-

bunden sind (lit. b) sowie andere unmittelbar drohende Verlustrisiken, die im Geschäftsjahr be-

gründet wurden (lit. c). Bisherige Rückstellungen, die nicht mehr oder nicht mehr im bisherigen 

Umfang begründet sind, werden dem steuerbaren Geschäftsertrag zugerechnet (Abs. 2 StG). 

  Die Regelungen in den §§ 30 ff. im kantonalen Steuergesetz finden ihren Rah-

men in Art. 10 Abs. 1 lit. b des Bundesgesetzes über die Harmonisierung der direkten Steuern 

der Kantone und Gemeinden vom 14. Dezember 1990 (StHG) und entsprechen nahezu wort-

wörtlich Art. 29 ff. des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer vom 14. Dezember 1990 

(DBG). Es kann deshalb bezüglich dieser Bestimmungen weitgehend auf die Kommentare zu 

den Rückstellungen nach DBG und StHG verwiesen werden. 

 

 b) Die Bilanzierung von Rückstellungen richtet sich nach den allgemeinen Ge-

winnermittlungsregeln. Steuerrechtlich werden Rückstellungen in erster Linie als Abzüge zur 

Berechnung des steuerbaren Gewinns und Kapitals betrachtet (vgl. Zöbeli Daniel, Rückstellun-

gen in der Rechnungslegung, Diss., Freiburg. i. Ue. 2003 S. 160). Zur Definition des Begriffes 

"Rückstellungen" und dessen Abgrenzung zu anderen Bilanzpositionen wie der Rücklage ist 

festzuhalten, dass dieser sich nicht per se definieren lässt und somit auch nicht per se von an-

deren Begrifflichkeiten wie der Rücklage abzugrenzen ist. Steuerrechtlich können die Begriffe 

etwas anderes beinhalten als nach handelsrechtlicher und betriebswirtschaftlicher Betrachtung 

(vgl. Reich/Züger, in: Martin Zweifel/Peter Athanas [Hrsg.], Kommentar zum schweizerischen 

Steuerrecht I/2a, Art. 29 DBG N 4; Reich, in: Martin Zweifel/Peter Athanas [Hrsg.], Kommentar 

zum Schweizerischen Steuerrecht I/1, Art. 10 StHG N 19). 

 

 
 
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 c) § 31 StG enthält keine allgemein umschriebenen Voraussetzungen für die Ab-

ziehbarkeit von Rückstellungen. Es werden vielmehr vier verschiedene Arten von abziehbaren 

Rückstellungen umschrieben. Die Voraussetzungen der Abziehbarkeit von Rückstellungen er-

geben sich jedoch im Wesentlichen aus dem Rückstellungsbegriff selber, resp. aus der dazu 

ermittelten Lehre und Rechtsprechung. Es lässt sich nicht in jedem konkreten Fall eine Zuord-

nung der Rückstellung zu einer bestimmten Rückstellungsart vornehmen (vgl. Reich/Züger, 

a.a.O., Art. 29 DBG N 6).  

 

 d) Trotz terminologischem Wirrwarr versteht die allgemeine Lehre und Rechtspre-

chung unter einer Rückstellung eine echte Fremdkapitalposition, mit welcher der laufenden Ge-

schäftsperiode ein tatsächlich oder zumindest wahrscheinlich verursachter, in seiner Höhe aber 

noch nicht genau bekannter Aufwand oder Verlust gewinnmindernd angerechnet, geldmässig 

aber erst in einer späteren Periode verwirklicht wird (vgl. Klöti-Weber/Siegrist/Weber, Kommen-

tar zum Aargauer Steuergesetz, 3. A., Bern 2009, § 36 N 29; Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, 

Kommentar zum harmonisierten Zürcher Steuergesetz, 2. A., Zürich 2006, § 64 N 75; Reich, 

a.a.O., Art. 10 StHG N 23; Treuhand Kammer [Hrsg.], Schweizer Handbuch der Wirtschaftsprü-

fung, Bd. 1, Zürich 2009, Ziff. 6.23; Der Steuerentscheid [StE] 2010, B 72.14.2 Nr. 35, E. 2.1). 

  Gemäss Art. 699 Abs. 1 des Bundesgesetzes betreffend die Ergänzung des 

Schweizerischen Zivilgesetzbuches vom 20. März 1911 (OR) müssen Rückstellungen gebildet 

werden, soweit sie nach allgemein anerkannten kaufmännischen Grundsätzen notwendig sind. 

Sobald handelsrechtlich eine Pflicht zur Bildung von Rückstellungen gegeben ist, sind solche 

gestützt auf das Massgeblichkeitsprinzip auch steuerlich zuzulassen. Steuerlich nicht anerkannt 

werden hingegen sog. Willkürreserven, die handelsrechtlich aufgrund des Vorsichtigkeitsprin-

zips zwar zulässig, aber nicht notwendig sind. Diese Einschränkung ergibt sich aus dem Grund-

satz der Periodizität, welcher die Besteuerung des in einem bestimmten Zeitraum effektiv erziel-

ten Ertrages verlangt. Das Periodizitätsprinzip lässt es nicht zu, dass Gewinne durch Bildung 

von Rückstellungen in zeitlicher Hinsicht beliebig verschoben werden. Bezüglich der Höhe der 

Rückstellung sind die handelsrechtlichen Vorschriften anwendbar. Massgebend ist der Betrag, 

mit dessen Beanspruchung gerechnet werden muss (vgl. Felix in: Nefzger/Simonek/Wenk, 

Kommentar zum Steuergesetz des Kantons Basel-Landschaft, 31 N 2 ff; Reich, a.a.O., Art. 10 

StHG N 21).  

 

 e) Risiken und Ursachen, welche die Rückstellungen begründen, müssen im betref-

fenden Geschäftsjahr, in dem die Rückstellung gebildet wird, eingetreten sein. Künftige Risiken 

oder Investitionen in der Zukunft können nicht mit Rückstellungen abgedeckt werden (vgl. Rich-

 
 
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ner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, Zürich 2009, Art. 29 DBG N 4; Teitler-

Feinberg, a.a.O., S. 325). Rückstellungen reservieren weder flüssige Mittel, noch sonstige Akti-

ven zur Deckung irgendwelcher Risiken. Da das allgemeine Unternehmungsrisiko nicht quanti-

fizierbar ist, können nur Verpflichtungen aus konkreten Einzelrisiken zurückgestellt werden (vgl. 

Zöbeli, a.a.O., S. 21; Teitler-Feinberg, a.a.O., S. 327).  

 

 f) Tatsachen, die Rückstellungen als geschäftsmässig begründet erscheinen las-

sen sowie die Höhe der Rückstellungen, sind steuermindernd und deshalb vom Steuerpflichti-

gen nachzuweisen (vgl. Entscheid des Bundesgerichts [BGE] Nr. 2A.71/2006 vom 21. Juni 

2006, E. 3.3.3; Blumenstein/Locher, System des schweizerischen Steuerrechts, 6. Auflage, Zü-

rich 2002, S. 416; Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., § 64 N 79). Dazu müssen die per Bi-

lanzstichtag bestehenden Verpflichtungen oder drohenden Verlustrisiken anhand von Ge-

schäftsunterlagen belegt werden. Ist ein detaillierter Nachweis nicht möglich oder nicht zumut-

bar, sind Schätzungen zulässig, sofern hinreichend Schätzungsunterlagen bestehen (Felix 

a.a.O., 31 N 5). 

 

 

3. a) Als Hauptargument legte die Rekurrentin ins Recht, dass die Rückstellungen 

einer künftigen Grosssanierung dienen würden. Die ersten grösseren Unterhalts- resp. Renova-

tionsarbeiten wurden aber erst im Jahr 2011 durchgeführt und können deshalb nicht als Be-

gründung für eine Rückstellung per 31. Dezember 2010 dienen. Es fehlt am notwendigen Be-

zug zur Vergangenheit, d.h. einem verpflichtenden Ereignis zwischen den Steuerjahren 2005 

bis 2010. In casu wurden über fünf Steuerperioden hinweg Rückstellungen gebildet, die keinem 

konkreten Projekt zugedacht waren. Die Rekurrentin begründete die Rückstellungen lediglich 

mit einem in der Zukunft liegenden und zu erwartenden höheren Sanierungsbedarf der Liegen-

schaft. Dies reicht gemäss oben zitierter Lehre und Rechtsprechung nicht aus, um Rückstellun-

gen zu rechtfertigen. Ein tatsächlich oder zumindest wahrscheinlich verursachter, in seiner Hö-

he aber noch nicht genau bekannter Aufwand, der geldmässig erst in einer späteren Periode 

verwirklicht wird, vermochte die Rekurrentin nicht nachzuweisen. Künftige Risiken oder Investi-

tionen in der Zukunft dürfen nicht mit Rückstellungen abgedeckt werden. Während der Ver-

handlung erläuterte die Rekurrentin ausführlich, dass keine Investitionen resp. Renovationen 

konkret geplant waren. Die Rekurrentin vermag den Nachweis der steuermindernden Tatsache 

deshalb nicht zu erbringen und hat somit die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen. 

 

 
 
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 b) Im Weiteren führte die Pflichtige aus, würden die naturgemäss unregelmässig 

anfallenden Unterhaltskosten jeweils voll jenem Jahr angelastet, in dem sie bezahlt würden, 

ergäben sich von Jahr zu Jahr massive Sprünge beim Ergebnis. Dazu ist festzuhalten, dass 

dies eine systemkonforme Auswirkung darstellt. Andernfalls wäre es möglich bei erwarteten 

künftigen Verlusten in der Gegenwart "Ausgleichsreserven für künftige Verluste" zu bilden. Die-

se Möglichkeit der Steueroptimierung ist aufgrund des Erfordernisses der Notwendigkeit einer 

Rückstellung und des Periodizitätsprinzips nicht zulässig. Letzteres besagt, dass grundsätzlich 

lediglich die in der Berechnungsperiode effektiv eingetretenen Wertverminderungen der Erfolgs-

rechnung belastet werden dürfen (vgl. Mäusli-Allensbach/Oertli, Das schweizerische Steuer-

recht, 5. Aufl., St. Gallen 2008, S. 97; Zöbeli, a.a.O., S. 162). Für laufend vorzunehmende In-

vestitionen sind demgemäss eben gerade keine Rückstellungen möglich (vgl. Reich/Züger, in: 

Martin Zweifel/Peter Athanas [Hrsg.], Kommentar zum schweizerischen Steuerrecht I/2a, Art. 29 

DBG N 36). 

 

 

4. a) Eventualiter begehrte die Rekurrentin, die Veranlagung sei auf Basis des Saldos 

der Erfolgsrechnung von Fr. 2'071.-- unter Aufrechnung der im Jahr 2010 in die Rückstellung 

eingelegten Fr. 4'000.-- abzüglich Verlustrechnung von Fr. 6'336.-- vorzunehmen. 

  Zur Begründung führte sie aus, die Bildung von Rückstellungen dürfe nur ab dem 

Zeitpunkt, ab welchem diese als steuerlich unzulässig erklärt worden sei, aufgerechnet werden, 

in casu also frühestens ab 2010. 

 

 b) An sich müsste die Aufrechnung stets rückwirkend auf den Zeitpunkt erfolgen, in 

welchem die Ursache für die Passivierung weggefallen ist. In der Praxis wird indes aufgrund der 

besonderen Natur der Rückstellungen die Auflösung steuerlich in jener Periode vorgenommen, 

bei deren Veranlagung die Steuerbehörden den Wegfall der geschäftsmässigen Begründetheit 

des Passivpostens entdecken. (vgl. Reich/Züger, in: Martin Zweifel/Peter Athanas [Hrsg.], 

Kommentar zum schweizerischen Steuerrecht I/2a, Art. 29 DBG N 49). § 31 Abs. 2 StG sieht 

vor, dass die Steuerbehörden verlangen können, dass nicht mehr begründete Rückstellungen 

aufzulösen sind. Aufgrund dieser Bestimmung und den obigen Ausführungen war die Steuer-

verwaltung berechtigt, derartige Rückstellungen aufzurechnen. Unabhängig von diesem Grund-

satz, sind bestehende Rückstellungen grundsätzlich an jedem Bilanzstichtag neu zu beurteilen 

(Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., § 64 N 88). Wie bereits erwähnt, wurden die ersten 

grösseren Sanierungsarbeiten erst im Jahre 2011 in Auftrag gegeben, womit anzumerken 

bleibt, dass die veranlagende Behörde schon in vergangenen Jahren eine konsequente Auf-

 
 
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rechnung der nicht begründeten Bilanzposten hätte verfolgen können und sollen (vgl. Klöti-

Weber/Siegrist/Weber, a.a.O., § 36 N 33). 

 

 

5. a) Die Rekurrentin brachte als Argument weiter vor, dass die Geschäftsmässigkeit 

der geltend gemachten Rückstellungen in der Vergangenheit immer anerkannt worden sei und 

mit der nachträglichen einmaligen Aufrechnung der Einlagen im Jahre 2010 somit faktisch die 

definitiven Veranlagungen bis 2009 korrigiert würden, was kaum rechtskonform sein könne. 

Subeventualiter begehrte die Rekurrentin deshalb, dass der gesamte Vorgang wenigstens kon-

sequent durchgeführt werden müsse. Dazu seien die früheren Steuerjahre, in welchen die 

Rückstellung gebildet worden sei, neu zu veranlagen, indem die dem Jahre 2010 belastete 

Steueraufrechnung zeitgerecht auf die verschiedenen Steuerjahre aufgeteilt würde. 

 

 b) Die in einer früheren Steuerperiode getroffenen Taxationen entfalten grundsätz-

lich keine Rechtskraft für spätere Veranlagungen. Vielmehr kann die Steuerbehörde im Rahmen 

jeder Neuveranlagung eines Steuerpflichtigen sowohl die tatsächliche als auch die rechtliche 

Ausgangslage vollumfänglich überprüfen und, soweit erforderlich, abweichend würdigen. In 

Rechtskraft erwächst jeweils nur die einzelne Veranlagung, die als befristeter Verwaltungsakt 

ausschliesslich für die betreffende Steuerperiode Rechtswirkungen entfaltet. Die späteren Ver-

anlagungen sind daher jederzeit einer erneuten umfassenden Überprüfung zugänglich (Der 

Steuerentscheid [StE] 2003 B 72.14.2 Nr. 31, E. 4.2). Die Aufrechnung der gebildeten Rückstel-

lungen in der Steuerperiode 2010 ist demgemäss korrekt erfolgt und nicht zu beanstanden. 

 

Aus all diesen Gründen erweist sich der vorliegende Rekurs als unbegründet und ist abzuwei-

sen. 

 

 

6. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind der Rekurrentin Verfahrenskosten in 

Höhe von Fr. 400.-- aufzuerlegen (§ 130 StG i.V.m. § 20 Abs. 1 und 3 des Gesetzes vom 16. 

Dezember 1993 über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO)). 

 
 
Seite 10   

Demgemäss    wird erkannt: 

 

://: 1. Der Rekurs wird abgewiesen. 

2. Der Rekurrentin werden gemäss § 130 StG i.V.m. § 20 VPO die Verfahrenskos-

ten in der Höhe von Fr. 400.-- (inkl. Fr. 100.-- pauschaler Auslagen) auferlegt, 

welche mit dem bereits geleisteten Kostenvorschuss verrechnet werden. 

3. Mitteilung an die Rekurrentin (1), die Gemeinde B. (1) und die Steuerverwaltung 

des Kantons Basel-Landschaft (3). 

 

Steuergerichtspräsident: 

 

 

 

C. Baader 

Gerichtsschreiber i.V.: 

 

 

 

v. Q. P. Tran