# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 40039b16-a031-53fa-9f0f-f7abf91f1820
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-06-20
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsbehörden Bau- und Verkehrsdirektion 20.06.2023 120 2022 37
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_BVD/BE_VB_001_120-2022-37_2023-06-20.pdf

## Full Text

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Bau- und Verkehrsdirektion

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BVD 120/2022/37

Entscheid der Bau- und Verkehrsdirektion des Kantons Bern (BVD)
vom 20. Juni 2023

in der Beschwerdesache zwischen

Herrn C.________
Beschwerdeführer

vertreten durch Herrn Rechtsanwalt D.________

und

Frau E.________
Beschwerdegegnerin

vertreten durch Herrn Rechtsanwalt A.________

sowie

Baupolizeibehörde der Gemeinde Ins, Gemeinderat, Dorfplatz 2, 3232 Ins

betreffend die Verfügung der Baupolizeibehörde der Gemeinde Ins vom 3. Juni 2022 
(Sitzplatzüberdachung)

I. Sachverhalt

1. Der Beschwerdeführer ist Eigentümer des Grundstücks Ins Grundbuchblatt Nr. I.________, 
welches im Perimeter der Überbauungsordnung Nr. 5 «Brüelzälgli» (UeO Nr. 5) liegt. Auf dem 
Grundstück befindet sich ein Wohnhaus, das sich über drei weitere Grundstücke zu einem 
Reihenhaus erstreckt. Am 25. August 2017 erteilte ihm die Gemeinde Ins eine kleine 
Baubewilligung für die Vergrösserung der Sitzplatzüberdachung auf seinem Grundstück.1 Der 
Beschwerdeführer bestätigte am 6. Mai 2018 die Ausführung des Bauvorhabens gemäss 
Baubewilligung.2 Mit Schreiben vom 27. Dezember 2020 zeigte die Beschwerdegegnerin eine 
illegale Baute auf dem Grundstück des Beschwerdeführers an und verlangte die vollständige 
Entfernung.3 Am 7. Januar 2021 führten Vertreter der Gemeinde in Anwesenheit des 
Beschwerdeführers einen informellen Augenschein vor Ort durch.4 Mit Verfügung vom 27. Januar 

1 Vorakten, pag. 12.
2 Vorakten, pag. 14.
3 Vorakten, pag. 15.
4 Vgl. Vorakten, pag. 18-21 (Aktennotiz samt Fotos).

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2021 stellte die Gemeinde der Beschwerdegegnerin nachträglich die kleine Baubewilligung vom 
25. August 2017 zusammen mit einer Rechtsmittelbelehrung zu.5 Eine dagegen geführte 
Beschwerde hiess die Bau- und Verkehrsdirektion des Kantons Bern (BVD) betreffend 
baupolizeiliches Verfahren gut, soweit darauf eingetreten werden konnte, und wies die Sache zur 
Fortsetzung des Verfahrens im Sinne der Erwägungen an die Gemeinde zurück (Ziff. 2).6 Zudem 
wurden dem Beschwerdeführer die Verfahrenskosten von CHF 800.– zur Bezahlung auferlegt 
(Ziff. 3) und er wurde zum Ersatz der Parteikosten der Beschwerdegegnerin im Betrag von 
CHF 3053.30 (inkl. Mehrwertsteuer) verpflichtet (Ziff. 4). Auf die dagegen erhobene Beschwerde 
des Beschwerdeführers trat das Verwaltungsgericht in der Folge nicht ein.7 

2. Die Beschwerdegegnerin bat mit Schreiben vom 14. Dezember 2021 die Gemeinde Ins 
erneut um Einleitung der nötigen Schritte zur vollständigen Entfernung der gartenseitigen Bauten.8 
Mit verfahrensleitender Verfügung vom 4. Januar 2022 rekapitulierte die Gemeinde den bisherigen 
Verfahrensablauf und zeigte einen Augenschein vor Ort an.9 Dieser fand am 19. Januar 2022 in 
Anwesenheit der Parteien statt.10 In ihrer verfahrensleitenden Verfügung vom 1. März 2022 fasste 
die Gemeinde die festgestellte Situation vor Ort zusammen und führte die entsprechenden 
Abweichungen von der Baubewilligung vom 25. August 2017 auf. Gleichzeitig zeigte sie die 
beabsichtigten Wiederherstellungsmassnahmen an und gewährte den Parteien im Rahmen des 
rechtlichen Gehörs die Möglichkeit zur Einreichung einer Stellungnahme.11 Sowohl die 
Beschwerdegegnerin als auch der Beschwerdeführer reichten am 31. März 202212 resp. am 1. 
April 202213 eine Stellungnahme ein.

3. Am 3. Juni 2022 erliess die Gemeinde Ins folgende Wiederherstellungsverfügung: 

«1. [Zustellung Parteieingaben]
2. Der Bauherr wird zur Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands im Sinn von Ziff. 11.9 der 

Erwägungen verpflichtet, das heisst, der Bauherr hat innert drei Monaten ab Erhalt der vorliegenden 
Verfügung die folgenden Wiederherstellungsarbeiten auszuführen: 
a. Die Sitzplatzüberdachung ist wie folgt auf den bewilligten Zustand zurückzubauen: 

- Zwei Stützpfosten müssen entfernt werden. 
- Die Aufhängung der Überdachung muss, gradlinig, an der Unterkante des Balkons 

angebracht werden. 
- Die Winkelstützen müssen entfernt werden. 
- Von 11 Dachsparren sind deren 7 zu entfernen. 
- Die Auskragung ist auf das bewilligte Mass zurückzubauen und 
- das Dachgefälle ist anzupassen. 

b. Die Höhe der gegen Südosten (in Richtung J.________weg) erstellten Sichtschutzwand 
(Material: Glas) ist auf eine Höhemaximal von 2.0 m zurückzubauen. 

c. Die Höhe der gegen Nordwesten (in Richtung Parzelle Ins Gbbl.-Nr. K.________) erstellten 
Sichtschutzwand (Material: Holz) ist auf eine Höhe von maximal 1.40 m zurückzubauen. D.h., 
der Plexiglasabschluss muss vollständig entfernt und das Holzelement muss entsprechend 
gekürzt werden. Die zivilrechtliche Zulässigkeit der Sichtschutzwand bleibt vorbehalten.

3. [Strafandrohung bei Widerhandlung]

5 Vorakten, pag. 24 f.
6 BVD 110/2021/31 vom 8. Juli 2021.
7 VGE 2021/249 vom 11. November 2021.
8 Vorakten, pag. 84.
9 Vorakten, pag. 85 ff.
10 Vgl. Protokoll des Augenscheins vom 19. Januar 2022 inkl. Fotos und Planunterlagen (Vorakten, pag. 94 ff.).
11 Vorakten, pag. 95 ff.
12 Vorakten, pag. 102 f.
13 Vorakten, pag. 104 ff.

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4. [Aufschub der Wiederherstellungsmassnahme bei Einreichung nachträgliches Baugesuch]
5. [Androhung Ersatzvornahme]
6. Die Verfahrenskosten, ausmachend Fr. 1350.00, werden dem Bauherrn [Beschwerdeführer] 

auferlegt.
7. [Rechtsmittelbelehrung]
8. [Eröffnung]»

4. Gegen diese Verfügung reichte der Beschwerdeführer am 7. Juli 2022 Beschwerde bei der 
Bau- und Verkehrsdirektion des Kantons Bern (BVD) ein. Er stellt folgende Rechtsbegehren:

«1. Die Wiederstellungsverfügung des Gemeinderats Ins vom 3. Juni 2022 sei aufzuheben;
2. Es sei festzustellen, dass die Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes unverhältnismässig 

ist und es sei auf das Anordnen von Massnahmen zu verzichten;
3. Die Ziffern 3 und 4 des Zwischenentscheids der BVD vom 8. Juli 2021 (BVD 110/2021/31) bezüglich 

dem damaligen Beschwerdegegner und heutigen Beschwerdeführer auferlegten Verfahrens- und 
Parteikosten seien aufzuheben und dem damaligen Beschwerdegegner und heutigen 
Beschwerdeführer seien aus dem Verfahren BVD 110/2021/31 keine Kosten aufzuerlegen;

unter Kosten- und Entschädigungsfolgen.»

5. Das Rechtsamt, das die Beschwerdeverfahren für die BVD leitet14, führte den 
Schriftenwechsel durch und holte die Vorakten ein. Die Gemeinde beantragt in ihrer 
Vernehmlassung vom 22. Juli 2022, die Beschwerde sei unter Kostenfolge abzuweisen, soweit 
darauf einzutreten sei, und die angefochtene Verfügung vom 3. Juni 2022 sei zu bestätigen. Auch 
die Beschwerdegegnerin beantragt in ihrer Beschwerdeantwort vom 22. August 2022 die 
kostenfällige Beschwerdeabweisung, soweit darauf eingetreten werden könne. 

6. Mit Verfügung vom 11. Oktober 2022 nahm das Rechtsamt eine summarische Einschätzung 
vor und hielt fest, die gegen Südosten (in Richtung J.________weg) erstellte Sichtschutzwand 
(Material: Glas) wäre bewilligungsfähig. Es erwäge daher, auf die Wiederherstellung dieser 
Sichtschutzwand zu verzichten. Bezüglich der gegen Nordwesten (in Richtung Parzelle Ins 
Grundbuchblatt Nr. K.________) erstellten Sichtschutzwand hielt das Rechtsamt nach einer 
provisorischen Einschätzung weiter fest, es beabsichtigte die entsprechende 
Wiederherstellungsmassnahme dahingehend abzuändern, wonach diese Sichtschutzwand auf 
eine Höhe von maximal 1.55 m zurückzubauen sei. Die Verfahrensbeteiligten erhielten 
Gelegenheit, hierzu Stellung zu nehmen. In ihrer Stellungnahme vom 17. Oktober 2022 nahm die 
Gemeinde von diesen Ausführungen Kenntnis und teilte mit, sie wäre damit einverstanden. Der 
Beschwerdeführer seinerseits verzichtete in seiner Stellungnahme vom 2. November 2022 auf 
weitere Ausführungen zu der Sichtschutzwand gegen Südosten. Bezüglich der Sichtschutzwand 
gegen Nordwesten hielt er fest, die Voraussetzungen für die Anordnung der 
Wiederherstellungsmassnahmen seien nicht erfüllt. Mit Stellungnahme vom 15. November 2022 
teilte die Beschwerdegegnerin mit, sie habe die Sichtschutzwand gegen Südosten nie 
beanstandet. Zur Sichtschutzwand gegen Nordwesten führte sie aus, sie teile die Ansicht des 
Rechtsamts nicht. Falls die beanstandete Holzwand überhaupt bewilligt werden könne und nicht 
vollständig entfernt werden müsse, sei sie, wie von der Vorinstanz angeordnet, auf eine Höhe von 
1.40 m zurückzubauen. 

7. Auf die Rechtsschriften und Vorakten wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den 
nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

14 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau- und 
Verkehrsdirektion (Organisationsverordnung BVD, OrV BVD; BSG 152.221.191).

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II. Erwägungen

1. Sachurteilsvoraussetzungen

a) Gemäss Art. 49 Abs. 1 BauG15 können baupolizeiliche Verfügungen nach Art. 45 bis 48 
BauG innert 30 Tagen seit Eröffnung mit Beschwerde bei der BVD angefochten werden. Der 
Beschwerdeführer ist als Adressat durch die angefochtene Verfügung beschwert und daher zur 
Beschwerde legitimiert. Die BVD ist somit für die Beurteilung der Beschwerde zuständig. Auf die 
form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist grundsätzlich einzutreten.

b) Der Beschwerdeführer verlangt mit seinem Rechtsbegehren 2 die Feststellung, dass die 
Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands unverhältnismässig und deshalb auf die 
Anordnung von Massnahmen zu verzichten sei. Feststellungbegehren bedürfen eines 
ausgewiesenen Feststellungsinteresses und sind gegenüber leistungsverpflichtenden und 
rechtsgestaltenden Begehren subsidiär und damit nur zulässig, wenn das schutzwürdige Interesse 
der das Feststellungsbegehren stellenden Partei mit einem Leistungs- oder Gestaltungsbegehren 
nicht gewahrt werden kann.16 Im Rahmen der Überprüfung der Rechtmässigkeit der von der 
Vorinstanz angeordneten Wiederherstellungsmassnahmen ist auch die Frage der 
Verhältnismässigkeit zu prüfen. Der Beschwerdeführer kann mit anderen Worten bereits mit 
seinem Rechtsbegehren 1 betreffend Aufhebung der Wiederherstellungsverfügung vom 3. Juni 
2022 die Frage der Verhältnismässigkeit der Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands 
überprüfen lassen. Folglich hat er kein schutzwürdiges Interesse an seinem zusätzlichen 
Feststellungsbegehren. Auf Letzteres ist daher nicht einzutreten.

c) Weiter beantragt der Beschwerdeführer mit seinem Rechtsbegehren 3 die Aufhebung der 
ihm durch die BVD mit Entscheid vom 8. Juli 2021 im Verfahren BVD 110/2021/31 auferlegten 
Kosten.17 Hierzu ist Folgendes festzuhalten: Mit vorerwähntem Entscheid wies die BVD die Sache 
hinsichtlich des baupolizeilichen Verfahrens an die Gemeinde zurück. Diese Rückweisung stellte 
einen nicht selbständig anfechtbaren Zwischenentscheid dar.18 Ein solcher Zwischenentscheid 
kann mit dem Endentscheid angefochten werden. Gleich verhält es sich mit der Kostenregelung 
dieses Rückweisungsentscheids.19 Da der Beschwerdeführer die Kostenregelung des Verfahrens 
BVD 110/2021/31 (Entscheids vom 8. Juli 2021) zusammen mit dem Entscheid der BVD in der 
Hauptsache anfechten kann oder – sollte er diesen nicht anfechten können oder wollen – direkt 
gegen den Kostenschluss des Zwischenentscheids innert der Frist nach Art. 81 VRPG beim 
Verwaltungsgericht eine Beschwerde erheben kann, ist auf sein Rechtsbegehren 3 nicht 
einzutreten.

2. Ausgangslage und Voraussetzungen der Wiederherstellung

a) Der Beschwerdeführer reichte am 19. Juli 2017 bei der Gemeinde Ins ein Baugesuch ein 
mit folgender Umschreibung des Bauvorhabens: «Vergrössern Sitzplatzabdeckung, resp. kleines 
Dach aus Sicherheitsglas oder Plexiglas an Balkon montieren. 2 Pfosten für Stabilität setzen».20 

15 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721.0).
16 BVR 2018 S. 310 E. 7.3; Markus Müller, in Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 49 N. 72 ff.
17 Verfahrenskosten von CHF 800.– (Ziff. 3) sowie Parteikostenersatz an die Beschwerdegegnerin im Betrag von 
CHF 3053.30 (Ziff. 4).
18 Vgl. VGE 2021/249 vom 11. November 2021 E. 3.2.
19 BVR 2017 S. 221E. 2.4 und 2.6; Michel Daum, in Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 61 N. 50.
20 Vorakten, pag. 1.

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Dem Baugesuch beigelegt war eine schematische Zeichnung der geplanten Sitzplatzabdeckung 
sowie verschiedene Planunterlagen, auf denen das Bauvorhaben eingezeichnet war.21 Am 
25. August 2017 erteilte die Gemeinde die kleine Baubewilligung, welche in Rechtskraft 
erwachsen ist. Es ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer in Abweichung der Baubewilligung 
diverse Bauarbeiten ausgeführt hat. 

b) Wird ein Bauvorhaben ohne Baubewilligung oder in Überschreitung einer Baubewilligung 
ausgeführt oder werden bei der Ausführung eines bewilligten Vorhabens Vorschriften missachtet, 
so setzt die Baupolizeibehörde eine angemessene Frist zur Wiederherstellung des rechtmässigen 
Zustands unter Androhung der Ersatzvornahme (Art. 46 Abs. 1 und 2 BauG). Die 
Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes muss im öffentlichen Interesse liegen, 
verhältnismässig sein und darf den Vertrauensgrundsatz nicht verletzen. Eine 
Wiederherstellungsmassnahme ist verhältnismässig, wenn sie geeignet ist, das angestrebte Ziel 
zu erreichen, nicht weiter geht, als zur Herstellung des rechtmässigen Zustands nötig ist und die 
Belastung für die pflichtige Person in einem vernünftigen Verhältnis zum verfolgten Ziel steht.22 
Nach der Praxis des Verwaltungsgerichts gilt es als unverhältnismässig, eine an sich 
bewilligungsfähige Baute oder Anlage bloss wegen Fehlens der Baubewilligung beseitigen zu 
lassen (sogenannte formelle Rechtswidrigkeit). In Fällen, in denen kein nachträgliches Baugesuch 
gestellt wird, hat die Rechtsmittelbehörde deshalb summarisch zu prüfen, ob das Vorhaben 
bewilligt werden könnte (sogenannte materielle Rechtswidrigkeit).23

c) Nach Ablauf von fünf Jahren, seitdem die Rechtswidrigkeit erkennbar war, kann die 
Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands nur verlangt werden, wenn zwingende öffentliche 
Interessen es erfordern (Art. 46 Abs. 3 BauG). Die Verwirkungsfrist gilt ab dem Zeitpunkt, an dem 
die Rechtswidrigkeit von der Behörde bei Anwendung der gebotenen Sorgfalt hätte erkannt 
werden können und müssen. Der Ablauf der Frist darf nicht leichthin angenommen werden, denn 
die Baupolizeibehörden sind nicht gehalten, regelmässig nach allfälligen widerrechtlichen Bauten 
zu suchen.24

3. Sitzplatzüberdachung

a) Die Gemeinde bewilligte die Vergrösserung der Sitzplatzüberdachung (vgl. E. 2a). Am 
Augenschein vom 19. Januar 2022 hat sie die erstellte Sitzplatzüberdachung vermasst sowie die 
Abweichungen gegenüber der Baubewilligung protokolliert und in den bewilligten Planunterlagen 
wie auch in der schematischen Zeichnung eingezeichnet sowie eine Fotodokumentation erstellt.25 
Mit der vorliegend angefochtenen Wiederherstellungsverfügung hat die Gemeinde den Rückbau 
der Sitzplatzüberdachung auf den bewilligten Zustand verfügt. 

b) Der Beschwerdeführer rügt, der angeordnete Rückbau sei unverhältnismässig. Er führt aus, 
der Umbau des Gartensitzplatzes habe er ohne Unterstützung eines Architekten vorgenommen. 
Dabei habe er im Internet einen Bausatz erworben und diesen selber zusammengebaut. Das 
Baugesuch habe er vor Eintreffen des Bausatzes nach bestem Wissen und Gewissen erstellt. Die 
eingereichten Baupläne seien nicht professionell erstellt worden; eher skizzenhaft und 
schematisch. Die Baubewilligungsbehörde habe diese Pläne akzeptiert. Bei der Errichtung des 
Bausatzes sei er davon ausgegangen, dass er sich im Rahmen der Baubewilligung bewege. Die 

21 Vorakten, pag. 5-11.
22 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, Band I, 5. Aufl., Bern 2020, Art. 46 N. 9; 
BVR 2013 S. 85 E. 5.1
23 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, a.a.O. Art. 46 N. 15a.
24 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, a.a.O. Art. 46 N. 11.
25 Vorakten, pag. 94 inkl. Beilage/Foto 1-6 und Beilage/Plan 7-9.

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Änderungen seien zur Gewährleistung der Sicherheit erforderlich geworden. Er sei sich zwar des 
Umstands bewusst gewesen, dass einige Verstärkungen eingesetzt worden seien, welche nicht 
den eingereichten Skizzen entsprechen würden, habe dies aber auf Grund der Geringfügigkeit als 
unerheblich gehalten, zumal ästhetisch keine negative Beeinträchtigung davon ausgehe und funk-
tional eine Verbesserung entstehe. Weiter verweist er auf die erheblichen Winde, weshalb er zur 
Erreichung der maximalen Stabilität zwei Stützpfosten mehr gebaut und diese mit einem 
Betonsockel im Boden verankert habe. Damit dies möglich sei, habe er die Pfosten ausserhalb 
des bestehenden Sitzplatzes gesetzt. Weiter habe er aus Sicherheitsgründen Winkelstützen 
angebracht und das Dach mit einem etwas grösseren Gefälle gebaut, damit sich keine 
Schneemassen darauf bilden könnten. Die dadurch erreichte Stabilität dürfte indessen nicht 
zuletzt der Anstösserin zu Gute kommen. Abschliessend bringt er vor, der verbaute Bausatz könne 
nicht abgebaut und entsprechend der verfügten Wiederherstellungsmassnahme wieder erneut 
erstellt werden. Das bestehende Vordach inkl. Trägerkonstrukt müsste somit vollständig entfernt 
und durch eine neue, exakt den genannten Massen entsprechenden Spezialanfertigung, ersetzt 
werden. Ihm würden somit Wiederherstellungskosten von über 100 Prozent der ursprünglichen 
Investition anfallen, was widersinnig erscheine. Der angeordnete Rückbau sei demnach 
offensichtlich unverhältnismässig.

Die Beschwerdegegnerin bringt vor, der Beschwerdeführer habe fahrlässig gehandelt und in Kauf 
genommen, eine Bauvorrichtung zu erstellen, welche nicht den bewilligten Plänen entsprechen 
würde. Die Behauptung betreffend die angeblich offensichtliche Unverhältnismässigkeit eines 
Rückbaus sei weder ziffernmässig substantiiert noch belegt. 

Die Gemeinde hält fest, die gesetzlichen Bestimmungen seien für Bauherren ohne professionelle 
Unterstützung nicht anders bzw. milder auszulegen. Der Beschwerdeführer räume selber ein, 
dass er in mehreren Punkten bewusst von der Baubewilligung abgewichen sei. Er habe nicht guten 
Gewissens davon ausgehen dürfen, das geringfügige Abweichungen von der Baubewilligung per 
se unerheblich seien. Solches Verhalten sei nicht zu schützen. Der angeordnete Rückbau in den 
bewilligten Zustand sei verhältnismässig. Den Kosten der Wiederherstellung komme kein 
entscheidendes Gewicht zu. 

c) Wie die Gemeinde anlässlich des Augenscheins vom 19. Januar 2022 festgestellt und der 
Beschwerdeführer auch bestätigt hat, wurde die Sitzplatzüberdachung in Überschreitung der 
Baubewilligung erstellt. Die Baute ist unbestrittenermassen formell rechtswidrig. Da der 
Beschwerdeführer kein nachträgliches Baugesuch gestellt hat, ist nachfolgend summarisch die 
Bewilligungsfähigkeit des Bauvorhabens zu prüfen (vgl. E. 2b). Die Parzelle liegt in der UeO Nr. 
5, für welche die UeV26 bei der architektonischen Gestaltung eine gute einheitliche 
Gesamtwirkung anstrebt. Gemäss Art. 19 UeV sind Bauwerke hinsichtlich Architektur, Material 
und Farbe sorgfältig aufeinander abzustimmen und es ist eine gute einheitliche Gesamtwirkung 
anzustreben. Aus den aktenkundigen Fotos27 und dem Augenscheinprotokoll28 geht hervor, dass 
die Sitzplatzüberdachung aus einer braunen Holzkonstruktion mit vier Stützpfosten und 
Winkelstützen sowie 11 Dachsparren besteht. Über dieser Konstruktion liegt das abgeschrägte 
Plexiglas-Dach. Diese Sitzplatzüberdachung ist am Balkon des Gebäudes aufgehängt. Die 
Holzkonstruktion wie auch das abgeschrägte Plexiglas-Dach wirkt sich negativ auf das 
Erscheinungsbild des Gebäudes aus und ist weder farblich noch bezüglich Materialwahl sorgfältig 
mit seiner Umgebung abgestimmt, weshalb kein gutes einheitliches Gesamtbild vorliegt. Das 
Bauvorhaben erfüllt die ästhetischen Voraussetzungen gemäss UeV nicht. Aufgrund dieser 

26 Überbauungsvorschriften Nr. 5B zur Überbauungsordnung Nr. 5 «Brüelzälgli» der Gemeinde Ins, Stand Juli 2005 
(UeV).
27 Vorakten, pag. 19-21 sowie 94 Beilage/Fotos 1-6.
28 Vorakten, pag. 94.

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summarischen Prüfung ergibt sich, dass die realisierte Sitzplatzüberdachung nicht 
bewilligungsfähig und somit auch materiell rechtswidrig ist.

d) Am verfügten Entfernen der in Überschreitung der Baubewilligung erstellten 
Sitzplatzüberdachung besteht ein öffentliches Interesse. Dieses öffentliche Interesse besteht in 
der Einhaltung der baurechtlichen Bestimmungen sowie am Interesse an der guten Einordnung 
der Bauten und der konsequenten Verhinderung von Bauten, die der baurechtlichen Ordnung 
widersprechen.29 Der Rückbau der Sitzplatzüberdachung auf den bewilligten Zustand ist geeignet, 
um die negative ästhetische Beeinträchtigung zu beheben. Im konkreten Fall ist der Rückbau 
somit aus Gründen der Ästhetik notwendig. Der Rückbau ist für den Beschwerdeführer sodann 
zumutbar. Das öffentliche Interesse überwiegt die Nachteile, die dem Beschwerdeführer durch die 
Wiederherstellung entstehen. Der Beschwerdeführer wird auch nach Vollzug der 
Wiederherstellungsmassnahme weiterhin über eine Sitzplatzüberdachung verfügen. Eine 
vollständige Entfernung der Sitzplatzüberdachung wird von ihm nicht verlangt, sondern lediglich 
den Rückbau auf den bewilligten Zustand. Mit Blick auf die festgestellte Abweichung vom 
bewilligten Zustand kann auch nicht mehr von einer Geringfügigkeit gesprochen werden. Zudem 
ist weder belegt noch nachvollziehbar, weshalb eine gemäss Baubewilligung realisierte 
Sitzplatzüberdachung mit zwei Stützpfosten und vier Dachsparren die Sicherheit gefährden soll. 
Auch wenn die Kosten für das Entfernen wie von ihm geltend gemacht nicht leicht wiegen, werden 
sie von den öffentlichen, für das Entfernen und die Wiederherstellung des rechtmässigen 
Zustands sprechenden Interessen übertroffen. Dies umso mehr, als dass der Beschwerdeführer 
im Wissen um die Widerrechtlichkeit das Bauvorhaben entgegen der Baubewilligung ausgeführt 
hat. Diesbezüglich hat er im baurechtlichen Sinn bösgläubig gehandelt. Wirtschaftliche Interessen 
des Wiederherstellungspflichtigen haben überdies selten ausschlaggebendes Gewicht. So hat die 
Rechtsprechung mehrfach Wiederherstellungsmassnahmen als zumutbar erachtet, selbst wenn 
die nun nutzlosen, aber bösgläubig getätigten Investitionskosten und die Abbruchkosten 
zusammen sehr hoch sind.30 Vorliegend ist aber nicht von sehr hohen Kosten auszugehen, hat 
doch der Beschwerdeführer in seinem Baugesuch Baukosten von (lediglich) CHF 1000.– 
angegeben.31 Anlässlich des informellen Augenscheins vom 7. Januar 2021 hat er gegenüber den 
Behördenvertretern diesen Betrag bestätigt, jedoch mit Verweis auf die Materialkosten für alle 
baulichen Massnahmen.32 Im Übrigen ist auch der Hinweis, er habe das Baugesuch resp. das 
Bauvorhaben ohne Unterstützung vorgenommen, nicht einschlägig. Die baurechtlichen Normen 
gelten auch für Laien. 

e) Zusammenfassend ist festzuhalten, dass für den heutigen Zustand der 
Sitzplatzüberdachung keine Baubewilligung vorliegt und nach summarischer Einschätzung diese 
auch nicht erteilt werden könnte. Die Wiederherstellungsverfügung auf den bewilligten Zustand 
liegt im öffentlichen Interesse, ist verhältnismässig und zumutbar. Die Beschwerde ist daher in 
diesem Punkt abzuweisen und die angeordnete Wiederherstellungsmassnahme bezüglich der 
Sitzplatzüberdachung ist zu bestätigten. Ziffer III./2./a. der Wiederherstellungsverfügung bleibt 
somit unverändert. 

f) Zu beachten bleibt jedoch, dass die von der Gemeinde Ins angesetzte Frist zur 
Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands (innert drei Monaten ab Erhalt der Verfügung) 
bereits abgelaufen ist. Es ist deshalb eine neue Frist anzusetzen. Die Vorinstanz hat dem 
Beschwerdeführer ab Erhalt der Verfügung eine Frist von drei Monaten eingeräumt. Diese Frist 
erachtet die BVD als angemessen, bleibt doch dem Beschwerdeführer damit genügend Zeit, um 

29 Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 46 N. 9a.
30 Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 46 N. 9c/c mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung.
31 Vorakten, pag. 1.
32 Vorakten, pag. 18.

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den Rückbau auf den bewilligten Zustand vorzunehmen. Vorliegend erachtet es die BVD als 
zielführender, die Frist von drei Monaten ab Rechtskraft der Verfügung anzusetzen. Die 
Wiederherstellungsverfügung wird deshalb entsprechend angepasst. 

4. Sichtschutzwand gegen Südosten

a) Anlässlich des Augenscheins vom 19. Januar 2022 stellte die Gemeinde weiter eine gegen 
Südosten in Richtung J.________weg erstellte Sichtschutzwand aus Glas fest. Im Protokoll steht 
hierzu: 

«war beim Kauf der Liegenschaft bestehend». 

In der vorliegend angefochtenen Wiederherstellungsverfügung führt die Gemeinde unter 
Ziffer II./6. aus: 

«Die Sichtschutzwand besteht aus zwei Elementen. Das grössere Element ragt bis an die Unterkante des 
Balkons und weist eine Höhe von fast 2.5 m auf. Gemäss Art. 6 Abs. 1 Bst. b BewD33 sind kurze 
Sichtschutzwände bis zu zwei Metern Höhe bewilligungsfrei. Dieses Höhenmass wird im Konkreten 
überschritten, womit die erstellte Sichtschutzwand (in Richtung J.________weg) baubewilligungspflichtig ist. 
Bei der Sichtschutzwand (in Richtung J.________weg) handelt es sich somit um ein Bauvorhaben ohne 
Baubewilligung». 

Als Wiederherstellungsmassnahme ordnete die Gemeinde den Rückbau der gegen Südosten in 
Richtung J.________weg erstellten Glas-Sichtschutzwand auf eine Höhe von maximal 2.00 m an 
(vgl. Ziff. III./2./b. der Wiederherstellungsverfügung).

b) Der Beschwerdeführer bringt in seiner Beschwerde vor, die Sichtschutzwand habe bereits 
beim Kauf der Liegenschaft 2017 bestanden. Er habe diese nicht selber erstellt. 

Die Beschwerdegegnerin führt aus, sie habe die durch den Beschwerdeführer beim Kauf der 
Liegenschaft übernommene und seit Erstellung der Siedlung bestehende Sichtschutzwand aus 
Metall und Glas nie beanstandet. 

c) Gemäss Art. 6 Abs. 1 Bst. b BewD bedürfen kurze Sichtschutzwände bis zu zwei Metern 
Höhe keiner Baubewilligung. Vorliegend ist unbestritten, dass die Sichtschutzwand gegen 
Südosten über zwei Meter hoch ist und somit eine bewilligungspflichtige Baute darstellt. Eine 
Baubewilligung liegt keine vor, weshalb die Sichtschutzwand formell rechtswidrig ist. 

Fraglich ist, ob eine materielle Rechtswidrigkeit vorliegt. Eine summarische Prüfung hierzu ergibt, 
dass die gegen Südosten erstellte Sichtschutzwand bewilligungsfähig ist. Es sprechen weder die 
Bestimmungen der UeV noch jene des GBR34 gegen die Bewilligungsfähigkeit. Zudem hat die 
Gemeinde – im Gegensatz zur Sichtschutzwand gegen Nordwesten (vgl. E. 5) – keine Störung 
des Ortsbilds geltend gemacht. Auch die aktenkundigen Bilder deuten nicht darauf hin, dass die 
Materialisierung das Ortsbild stören würde.35 Hinzu kommt, dass sowohl die Beschwerdegegnerin 
wie auch der Beschwerdeführer übereinstimmend ausführen, dass die Sichtschutzwand bereits 
beim Kauf der Liegenschaft durch den Beschwerdeführer bestanden hat. Dies geht im Übrigen 

33 Dekret vom 22. März 1994 über das Baubewilligungsverfahren (Baubewilligungsdekret, BewD; BSG 725.1).
34 Baureglement der Gemeinde Ins vom 3. Dezember 1999, genehmigt durch das Amt für Gemeinden und 
Raumordnung (AGR) am 20. März 2000.
35 Vorakten, pag. 19 und 20 sowie 94 Beilage/Foto 4 und 6.

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auch aus dem Bild auf der Verkaufsdokumentation hervor.36 Ob die Sichtschutzwand bereits seit 
Erstellung der Siedlung besteht, wie die Beschwerdegegnerin ausführt, kann vorliegend 
offenbleiben. 

d) Das Rechtsamt der BVD hat mit Verfügung vom 11. Oktober 2022 den Verfahrensbeteiligten 
in einer summarischen Einschätzung den Verzicht der Wiederherstellungsmassnahme bezüglich 
die Sichtschutzwand gegen Südosten angezeigt. Die Gemeinde hat diesem Vorgehen 
zugestimmt. Auf die Wiederherstellung in Bezug auf die Sichtschutzwand gegen Südosten wird 
somit verzichtet. Die Beschwerde wird diesbezüglich gutgeheissen. Ziffer III./2./b. der 
Wiederherstellungsverfügung wird demnach gestrichen.

5. Sichtschutzwand gegen Nordwesten

a) Die Gemeinde hat am Augenschein vom 19. Januar 2022 eine «Sichtschutzwand Seite 
Anstösserin» festgestellt und vermasst.37 Diese besteht aus zwei Elementen: einem über 2.00 m 
hohen Holzelement und einem daran anschliessenden Plexiglaselement, welches seinerseits mit 
der Sitzplatzüberdachung (vgl. E. 4) verbunden ist. Die Gemeinde verfügte den Rückbau der 
gegen Nordwesten erstellten Sichtschutzwand auf eine Höhe von maximal 1.40 m und präzisierte 
dies dahingehend, dass der Plexiglasabschluss vollständig entfernt und das Holzelement 
entsprechend gekürzt werden müsse.

b) Der Beschwerdeführer bringt vor, die Holzsichtschutzwand habe er vom Vorbesitzer 
übernommen. Ein Rückbau unter 2.00 m könne nicht gefordert werden. Es könne vorliegend 
einzig um die nachträglich angefügte Ergänzung aus Plexiglas gehen. Die Ergänzung mit 
Plexiglaselement sei alleine aus dem Grund erstellt worden, um für mehr Privatsphäre zu sorgen. 
Die Beschwerdegegnerin moniere angebliche Lärmemissionen. Es bestehe demnach ein 
beidseitiges Bedürfnis nach mehr Abgeschiedenheit, weshalb mit dem Rückbau nichts gewonnen 
werden könne. Die geringfügige Erhöhung der Lärm- und Sichtschutzwand tangiere weder 
öffentliche noch nachbarliche Interessen. 

Die Beschwerdegegnerin führt aus, der Beschwerdeführer habe die Holzwand und die 
Plexiglaselemente nicht vom Vorbesitzer übernommen. Es bestünden zwischen den einzelnen 
Reihenhäusern der Siedlung Sichtschutzwände aus milchigem Glas in Metallrahmen. Weder das 
Wiederherstellungsverfahren noch die angefochtene Wiederherstellungsverfügung betreffe diese 
vorbestehende Trennwand zwischen den Liegenschaften der Parteien. Die grosse, unmittelbar 
vor der vorbestehenden Trennwand erstellte Holzwand, ihre angefügte Ergänzung mittels 
Plexiglaselementen und die schwerfälligen, rustikalen Pfosten und Holzsparren würden keine 
bloss geringfügigen Abweichungen von den bewilligten Bauplänen darstellen. Die Höhe und die 
Länge der gesamten Trennwand, welche verbunden sei mit der ebenfalls planwidrigen 
Konstruktion der Überdachung, würde dem Beschwerdeführer und seinen Gästen zudem eine 
Umnutzung des Sitzplatzes in eine bewohn- und heizbare Gartenhalle ermöglichen und 
verunstalte das Erscheinungsbild der ansonsten homogenen Siedlung. Der Beschwerdeführer 
habe sich keineswegs bemüht, die von den Überbauungsvorschriften geforderte gute 
Gesamtwirkung anzustreben. Die Umnutzung des Sitzplatzes beeinträchtige zudem ihre 
nachbarlichen Interessen, indem die Gartenhalle nun auch im Winter benutzt werde. Dadurch 
entstünden mehr und häufiger Lärmimmissionen. 

36 Vorakten, pag. 108 Beilage 2.
37 Vorakten, pag. 94. 

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Die Gemeinde verweist auf die baupolizeiliche Anzeige vom 27. Dezember 2020 und hält fest, 
daraufhin habe sie reagiert und die Sache vor Ort beurteilt. Spätestens am 4. Januar 2022 – und 
somit innerhalb der Fünfjahresfrist – habe sie formell ein Baupolizeiverfahren in der Sache 
eröffnet. Der Beschwerdeführer trage die Beweislast, dass seit Erkennbarkeit der 
Baurechtswidrigkeit mehr als fünf Jahre verstrichen seien. Diesen Beweis bleibe er vorliegend 
schuldig. Die vom Beschwerdeführer geltend gemachte geringfügige Verletzung falle nicht 
entscheidend ins Gewicht. Der angeordnete Rückbau auf die erlaubte Höhe sei verhältnismässig. 

c) Aus den Vorakten geht hervor, dass die Gemeinde am 7. Januar 2021 erstmals einen 
(informellen) Augenschein vor Ort gemacht hat. Die Gemeinde hat gestützt auf die Feststellungen 
und die Angaben des Beschwerdeführers in ihrer Aktennotiz Folgendes ausgeführt: 

«An die bestehende Sichtschutzwand zwischen den Parzellen B.________ hat der Bauherr auf seiner Seite 
eine neue, etwas grössere Sichtschutzwand aufgestellt. Diese Arbeiten wurden nach seinen Angaben im 
Dezember 2020 ausgeführt.»38 

Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, die Sichtschutzwand habe er vom Vorbesitzer 
übernommen, kann ihm somit nicht gefolgt werden. Sie steht im Widerspruch zur Angabe 
anlässlich des informellen Augenscheins. Die nun gemachte Aussage wird im Übrigen auch durch 
die von ihm eingereichte Verkaufsdokumentation widerlegt.39 Auf dem Foto des Titelblatts sieht 
man – wie von ihm anlässlich des informellen Augenscheins vom 7. Januar 2021 selbst 
ausgeführt – lediglich die bestehende Sichtschutzwand zwischen den beiden Parzellen Ins 
Grundbuchblatt Nrn. I.________ und K.________. Eine weitere, höhere Sichtschutzwand bestand 
damals noch nicht. Somit ist erstellt, dass der Beschwerdeführer nach Erwerb der Liegenschaft 
eine weitere (zweite) Sichtschutzwand gegen Nordwesten aufgestellt hat. Eine Baubewilligung 
hierfür liegt nicht vor, weshalb diese Sichtschutzwand formell rechtswidrig ist. 

d) Betreffend Grenzabschlüsse liegt folgende einschlägige Bestimmung vor (Art. 16 UeV):

«Grenzabschlüsse (tote Einfriedungen, Grünhecken etc.) dürfen bis zu einer Höhe von 1.40 m an die Grenze 
gestellt werden. 
Bei gegenseitiger privatrechtlicher Vereinbarung können die Abschlüsse höher erstellt werden. 
Im weiteren gelten die Bestimmungen nach ZGB Art. 687 und 688, Bernisches Einführungsgesetz zum ZGB 
Art. 79.»

e) Mit Verweis auf Art. 16 UeV hat die Gemeinde den Rückbau der gegen Nordwesten 
erstellten Sichtschutzwand verfügt. Das Rechtsamt hat mit Verfügung vom 11. Oktober 2022 eine 
summarische Einschätzung zu diesem Rückbau vorgenommen. Es führte aus, höhere 
Einfriedungen als die maximal zulässigen 1.40 m seien um das Mass der Mehrhöhe von der 
Grenze zurückzunehmen. Zur Begründung verwies es auf Art. 16 UeV i.V.m. Art. 79k Abs. 2 EG 
ZGB40. Deshalb kam das Rechtsamt nach einer ersten provisorischen Einschätzung zum Schluss, 
da die Sichtschutzwand zur Parzellengrenze einen Abstand von mindestens 0.15 m aufweise, 
erscheine eine maximale Höhe von 1.55 m zulässig. Die verfügte Wiederstellungsmassnahme sei 
demnach entsprechend anzupassen. Die Verfahrensbeteiligten erhielten Gelegenheit, sich zu 
dieser Einschätzung zu äussern. Während sich die Gemeinde mit dieser Anpassung 
einverstanden erklärt hat, widersetzt sich sowohl der Beschwerdeführer als auch die 
Beschwerdegegnerin dieser Einschätzung. Der Ansicht des Beschwerdeführers, wonach eine 
Zustimmung zum Ausbau des Gartensitzplatzes im Sinne von Art. 16 Abs. 2 UeV vorliege, kann 

38 Vorakten, pag. 18.
39 Vorakten, hinter pag. 108 Beilage 2.
40 Gesetz vom 28. Mai 1911 betreffend die Einführung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (EG ZGB; BSG 211.1).

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nicht gefolgt werden. Wie vorstehend ausgeführt, liegt keine Baubewilligung für die 
Sichtschutzwand vor. Die Zustimmung der Nachbarn vom 19. Juli 2017 bezog sich denn auch 
lediglich und explizit auf die Vergrösserung der Sitzplatzabdeckung.41 Verweise auf angeblich 
höhere Sichtschutzwände in der Umgebung sind ebenfalls unbehilflich. Auch die Ausführungen 
der Beschwerdegegnerin greifen nicht. Mit einer Einfriedung wird unter anderem das Abschirmen 
gegen störende Einwirkungen bezweckt, weshalb auch eine lediglich 0.15 m von der 
Grundstückgrenze entfernte Sichtschutzwand ohne weiteres als Einfriedung qualifiziert werden 
kann, womit Art. 16 UeV – welche im Übrigen auch von der Gemeinde beigezogen wurde – ohne 
weiteres zur Anwendung gelangt. Und selbst wenn Art. 16 UeV zu den Sondervorschriften gehört, 
die eine Gesamtplanung sicherstellen, ist Art. 79 EG ZGB durch den direkten Verweis aus Art. 16 
UeV auch für den Bereich der Sitzplätze anwendbar. 

f) Nach dem Gesagten ist vorliegend Art. 16 UeV i.V.m. 79k Abs. 2 EG ZGB anwendbar. Der 
Rückbau der gegen Nordwesten liegenden Sichtschutzwand auf eine Höhe von maximal 1.55 m 
liegt im öffentlichen Interesse, ist verhältnismässig und zumutbar. Die in Ziffer III./2./c. der 
Wiederherstellungsverfügung angeordnete Massnahme ist demnach anzupassen. Im Übrigen ist 
die Beschwerde auch in diesem Punkt abzuweisen. Wie vorstehend ausgeführt, ist die 
Wiederherstellungsfrist neu anzusetzen (E. 3f). Der Rückbau hat innert drei Monaten ab 
Rechtskraft der Verfügung zu erfolgen. 

6. Zusammenfassung und Kosten

a) Mit seiner Beschwerde wehrt sich der Beschwerdeführer gegen drei 
Wiederherstellungsmassnahmen. Nach dem Gesagten dringt er dabei insoweit durch, als dass 
auf die Wiederherstellung der Sichtschutzwand gegen Südosten verzichtet wird. Bezüglich die 
Sichtschutzwand gegen Nordwesten erfolgt eine Anpassung der Wiederherstellungsmassnahme, 
womit die Beschwerde in diesem Punkt teilweise gutgeheissen wird. Und in Bezug auf die 
Sitzplatzüberdachung wird die Beschwerde abgewiesen. 

b) Die Verfahrenskosten im Beschwerdeverfahren bestehen aus einer Pauschalgebühr. Diese 
wird festgesetzt auf CHF 1500.– (Art. 103 Abs. 2 VRPG42 i.V.m. Art. 19 Abs. 1 GebV43). Die 
Verfahrenskosten werden der unterliegenden Partei auferlegt, es sei denn, das prozessuale 
Verhalten einer Partei gebiete eine andere Verlegung oder die besonderen Umstände 
rechtfertigen, keine Verfahrenskosten zu erheben (vgl. Art. 108 Abs. 1 VRPG). 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens unterliegt der Beschwerdeführer zur Hälfte. Ihm werden 
somit Verfahrenskosten im Umfang von CHF 750.– auferlegt. Die Beschwerdegegnerin ihrerseits 
unterliegt in Bezug auf die Sichtschutzwand gegen Nordwesten teilweise, weshalb sie ein Sechstel 
der Verfahrenskosten, ausmachend CHF 250.–, trägt. Für den Verzicht auf die Wiederherstellung 
der Sichtschutzwand gegen Südosten wird die Gemeinde kostenpflichtig. Da die Gemeinde nicht 
in ihren Vermögensinteressen betroffen ist, können ihr keine Verfahrenskosten auferlegt werden 
(Art. 108 Abs. 2 Satz 2 VPRG). Ihren Anteil der Verfahrenskosten (ein Drittel, ausmachend 
CHF 500.–) trägt deshalb der Kanton. 

c) Die unterliegende Partei hat der Gegenpartei die Parteikosten zu ersetzen, sofern nicht 
deren prozessuales Verhalten oder die besonderen Umstände eine andere Teilung oder 

41 Vgl. Vorakten, pag. 4.
42 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21).
43 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; 
BSG 154.21).

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Wettschlagung gebieten oder die Auflage der Parteikosten an das Gemeinwesen als gerechtfertigt 
erscheint (Art. 108 Abs. 3 VRPG). 

Die Kostennoten der Rechtsvertreter geben zu keinen Bemerkungen Anlass. Bei der Verteilung 
der Parteikosten ist folgender Umstand zu berücksichtigen: Wie ausgeführt, hat der 
Beschwerdeführer die drei Wiederherstellungsmassnahmen zum Gegenstand seiner Beschwerde 
gemacht. Vorliegend wird auf die Wiederherstellung der Sichtschutzwand gegen Südosten 
verzichtet. Bezüglich dieser Sichtschutzwand hat die Beschwerdegegnerin jedoch ausgeführt, sie 
habe diese nie beanstandet. Bei der Verteilung der Parteikosten zwischen dem Beschwerdeführer 
und der Beschwerdegegnerin sind somit nur die Sichtschutzwand gegen Nordwesten und die 
Sitzplatzüberdachung zu berücksichtigen. Entsprechend dem Obsiegen hat der 
Beschwerdeführer der Beschwerdegegnerin drei Viertel ihrer Parteikosten, ausmachend 
CHF 2100.15 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer), zu ersetzen. Die Beschwerdegegnerin 
ihrerseits hat dem Beschwerdeführer ein Viertel der Parteikosten, ausmachend CHF 538.25 (inkl. 
Auslagen und Mehrwertsteuer), zu ersetzen. 

Dem Beschwerdeführer steht zudem ein Parteikostenersatz in Bezug auf den Verzicht auf die 
Wiederherstellung der Sichtschutzwand gegen Südosten zu. Dieser trägt die Gemeinde. Sie wird 
demnach verpflichtet, dem Beschwerdeführer ein Drittel seiner Parteikosten, ausmachend 
CHF 717.65 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer), zu ersetzen. 

III. Entscheid

1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen, soweit darauf eingetreten werden kann. 

Ziffer III./2. der Wiederherstellungsverfügung der Gemeinde Ins vom 3. Juni 2022 wird 
folgendermassen angepasst:

«Der Bauherr wird zur Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands verpflichtet, das heisst, der 
Bauherr hat innert drei Monaten ab Rechtskraft der vorliegenden Verfügung die folgenden 
Wiederherstellungsarbeiten auszuführen:
a. [unverändert]
b. [gestrichen]
c. Die Höhe der gegen Nordwesten (in Richtung Parzelle Ins Gbbl.-Nr. K.________) erstellten 

Sichtschutzwand (Material: Holz) ist auf eine Höhe von maximal 1.55 m zurückzubauen. D.h., der 
Plexiglasabschluss muss vollständig entfernt und das Holzelement muss entsprechend gekürzt 
werden. Die zivilrechtliche Zulässigkeit der Sichtschutzwand bleibt vorbehalten.»

Im Übrigen wird die Wiederherstellungsverfügung der Gemeinde Ins vom 3. Juni 2022 
bestätigt. Insofern wird die Beschwerde abgewiesen. 

2. a) Dem Beschwerdeführer werden Verfahrenskosten im Umfang von CHF 750.– zur 
Bezahlung auferlegt. Eine separate Zahlungseinladung folgt, sobald dieser Entscheid 
in Rechtskraft erwachsen ist.

b) Der Beschwerdegegnerin werden Verfahrenskosten im Umfang von CHF 250.– zur 
Bezahlung auferlegt. Eine separate Zahlungseinladung folgt, sobald dieser Entscheid 
in Rechtskraft erwachsen ist.

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3. a) Der Beschwerdeführer hat der Beschwerdegegnerin Parteikosten im Umfang von 
CHF 2100.15 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) zu ersetzen. 

b) Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer Parteikosten im Umfang von 
CHF 538.25 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) zu ersetzen. 

c) Die Gemeinde Ins hat dem Beschwerdeführer Parteikosten im Umfang von CHF 717.65 
(inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) zu ersetzen. 

IV. Eröffnung

- Herrn Rechtsanwalt D.________, eingeschrieben
- Herrn Rechtsanwalt A.________, eingeschrieben
- Baupolizeibehörde der Gemeinde Ins, Gemeinderat, eingeschrieben

Bau- und Verkehrsdirektion

Der Direktor

Christoph Neuhaus
Regierungsrat

Rechtsmittelbelehrung

Dieser Entscheid kann innert 30 Tagen seit seiner Eröffnung mit Beschwerde beim 
Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Speichergasse 12, 3011 Bern, angefochten werden. Eine 
allfällige Verwaltungsgerichtsbeschwerde, die mindestens in vier Exemplaren einzureichen ist, 
muss einen Antrag, die Angabe von Tatsachen und Beweismitteln, eine Begründung sowie eine 
Unterschrift enthalten; der angefochtene Entscheid und andere greifbare Beweismittel sind 
beizulegen.