# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 97b2d64f-6add-5f01-ac95-23c722af11ff
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2002-12-10
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Sonstige Kammern 10.12.2002 SF 2002 23
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_999_SF-2002-23_2002-12-10.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
  Tribunale cantonale dei Grigioni
  Dretgira chantunala dal Grischun

Ref.: Chur, 10. Dezember 2002 Schriftlich mitgeteilt am: 
SF 02 23 (mündlich eröffnet)

Urteil
Strafkammer

Vizepräsident Schlenker, Kantonsrichter Jegen, Sutter-Ambühl, Riesen-Bienz und 
Tomaschett-Murer, Aktuar ad hoc Sax.

——————

In der Strafsache

des H., Angeklagter, amtlich verteidigt durch lic. iur. Petra Thöny, c/o Anwaltsbüro 
Schnyder, Hauptstrasse 94, 7220 Schiers,

mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 06. November 2002,

wegen gewerbsmässigen Diebstahls, etc.,

in Anklagezustand versetzt,

hat sich ergeben:

2

A. H. wurde am Z. in W. geboren und wuchs zusammen mit sechs Schwes-
tern und einem Bruder bei seinen Eltern in S. auf. Dort besuchte er sechs Jahre die 
Primar- und drei Jahre die Realschule. Nach der Schulentlassung absolvierte er bei 
der R. in L. eine Lehre als Betriebsangestellter, welche er im Jahr 1987 erfolgreich 
abschloss. Nach dem Lehrabschluss wechselte er bis zum heutigen Zeitpunkt häu-
fig seine Arbeitsstellen und Wohnorte. So arbeitete er in U., S. und in der Umgebung 
von A. unter anderem als Lagerist, Hilfsarbeiter und Schreiner-Hilfsarbeiter. Ab dem 
9. Januar 2001 verbüsste H. in der Strafanstalt Realta in Cazis die mit Urteil des 
Bezirksgerichts Werdenberg und Sargans am gleichen Tag ausgesprochene Ge-
fängnisstrafe von 14 Monaten. Am 15. August 2001 erfolgte durch das Justiz- und 
Polizeidepartement St. Gallen die bedingte Entlassung unter Ansetzung einer Pro-
bezeit von zwei Jahren.

H. ist bei der Steuerverwaltung des Kantons Graubünden für das Jahr 2001 
mit einem Einkommen von CHF 20'100.-- registriert. Über Vermögen verfügt er 
nicht.

Aus einer Beziehung des Angeschuldigten mit V. ging der heute dreijährige 
Sohn E. hervor.

Im Schweizerischen Zentralstrafregister ist H. in den Jahren 1987 bis 2002 mit 
14 Eintragungen verzeichnet und zwar vorwiegend wegen Vermögensdelikten so-
wie Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz. Zuletzt ergingen Urteile 
in den Jahren 2001 und 2002. Am 9. Januar 2001 wurde er vom Bezirksgericht 
Werdenberg und Sargans unter anderem wegen gewerbsmässigen Diebstahls, 
Sachbeschädigung und Hausfriedensbruchs zu einer unbedingten Gefängnisstrafe 
von 14 Monaten und einer Busse von CHF 400.-- verurteilt. Das Untersuchungsamt 
Uznach, Zweigstelle Flums, fällte mit Strafmandat vom 28. August 2001 eine ein-
wöchige unbedingte Haftstrafe verbunden mit einer Busse von CHF 160.-- aus. 
Schliesslich verurteilte der Kreispräsident Chur den Angeklagten mit Strafmandat 
vom 7. Mai 2002 zu einer unbedingten Haftstrafe von 20 Tagen.

B. H. wurde am 18. Juni 2002 in Tartar festgenommen und am 21. Juni 2002 
in Untersuchungshaft versetzt. Am 5. September 2002 trat der Angeklagte in der 
Strafanstalt Sennhof, Chur, den vorzeitigen Strafvollzug an.

C. Mit Verfügung vom 06. November 2002 wurde H. wegen gewerbsmäs-
sigen Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 2 StGB, mehrfacher Sachbeschädigung 
gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB, geringfügiger Sachbeschädigung gemäss Art. 144 

3

Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 172ter Abs. 1 StGB, mehrfachen Hausfriedens-
bruchs gemäss Art. 186 StGB, mehrfacher Verletzung von Verkehrsregeln gemäss 
Art. 31 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 1 SVG, Verletzung von Verkehrs-
regeln gemäss Art. 3b VRV in Verbindung mit Art. 96 VRV, mehrfacher Entwendung 
zum Gebrauch gemäss Art. 94 Ziff. 1 und 3 SVG, Fahrens ohne Führerausweis 
gemäss Art. 95 Ziff. 1 SVG, mehrfachen Fahrens eines Motorfahrrades ohne Füh-
rerausweis gemäss Art. 145 Ziff. 1 Abs. 1 VZV, mehrfacher Widerhandlung gegen 
Art. 19a Ziff. 1 BetmG sowie mehrfacher Widerhandlung gegen Art. 51 Abs. 1 des 
Transportgesetzes (TG) in Verbindung mit Art. 1 der Transportverordnung (TV) in 
Anklagezustand versetzt. Dieser Anklage liegt nach der Anklageschrift der Staats-
anwaltschaft Graubünden vom 06. November 2002 folgender Sachverhalt zu 
Grunde:

H. wird angeklagt

1. des gewerbsmässigen Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 2 StGB, 
der mehrfachen Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB, 
der geringfügigen Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 
StGB in Verbindung mit Art. 172ter Abs. 1 StGB sowie des mehr-
fachen Hausfriedensbruchs gemäss Art. 186 StGB.

In der Zeit vom 21. September 2001 bis zum 7. Juni 2002 entwendete 
der Angeklagte in 27 verschiedenen Fällen zum Nachteil diverser Ge-
schädigter Bargeld und Wertgegenstände im Gesamtbetrag von CHF 
74‘050.40, zwei Mal blieb es beim Versuch dazu. In 18 Fällen drang 
er dabei in Räumlichkeiten ein, zu denen er keinen Zutritt hatte und in 
12 Fällen verursachte er einen Sachschaden von geschätzten CHF 
12'111.90.

Im Einzelnen handelte es sich dabei um folgende strafbaren Handlun-
gen:

1.1 Delikt: Diebstahl

Zeit: 21.9.01, 13.45 - 15.20 Uhr

Ort: Ort A

Geschädigte: Geschädigte A

Deliktsgut: 1 Portemonnaie beinhaltend: schweizerisches Bargeld, 1 Klet-
tergartenabonnement, 1 Busabonnement; 1 Armbanduhr

Deliktsbetrag: CHF 285.--

4

Vorgehen: H. behändigte ein Portemonnaie aus der unverschlossenen 
Garderobe der Turnhalle.

Bemerkungen: Geschädigte A stellte am 26.9.01 Strafantrag gegen Unbe-
kannt wegen Diebstahls.

1.2 Delikt: Diebstahl

Zeit: 24.9.01, 14.00 - 17.00 Uhr

Ort: Ort A

Geschädigte: Geschädigte B

Deliktsgut: 1 Portemonnaie beinhaltend: schweizerisches Hart- und No-
tengeld, 1 ID, 1 Fantasiering, 1 Damenarmbanduhr; 1 zweites 
Portemonnaie

Deliktsbetrag: CHF 235.--

Vorgehen: H. behändigte die zwei Portemonnaies aus der in der unver-
schlossenen Garderobe liegenden Schultasche.

Bemerkungen: Geschädigte B stellte am 25.9.01 Strafantrag gegen Unbe-
kannt wegen Diebstahls.

1.3 Delikt: Diebstahl

Zeit: 24.9.01, 15.35 - 17.10 Uhr

Ort: Ort A

Geschädigte: Geschädigte A

Deliktsgut: 1 Portemonnaie beinhaltend: 1 Busabonnement, 1 Damen-
armbanduhr

Deliktsbetrag: CHF 86.--

Vorgehen: H. behändigte das Deliktsgut aus der unverschlossenen Gar-
derobe.

Bemerkungen: Geschädigte A stellte am 26.9.01 Strafantrag gegen Unbe-
kannt wegen Diebstahls.

1.4 Delikt: Diebstahl, Hausfriedensbruch

Zeit: 24.9.01, 15.35 - 17.10

5

Ort: Ort A

Geschädigte: Geschädigte C

Deliktsgut: 1 Mobiltelefon, 1 Walkman-CD-Gerät, 5CD’s, 1 Portemonnaie 
beinhaltend: schweizerisches Hartgeld, 1 ID, 1 Bancomat-
karte, 1 Busabonnement, 1 Eintrittsabonnement für Fitness-
studio

Deliktsbetrag: CHF 1‘404.--

Vorgehen: H. behändigte das Deliktsgut aus der unverschlossenen Gar-
derobe.

Bemerkungen: Der Kommandant der Stadtpolizei A. stellte am 25.9.01 Straf-
antrag gegen Unbekannt wegen Hausfriedensbruchs.

1.5 Delikt: Diebstahl, Sachbeschädigung

Zeit: 29.9.01, 11.45 - 18.30 Uhr

Ort: Ort B

Geschädigter: Geschädigter D

Deliktsgut: Fahrzeugdokumente

Deliktsbetrag: --

Sachschaden: CHF 500.--

Vorgehen: H. schlug das Fenster auf der Beifahrerseite ein, öffnete die 
Türe und behändigte mehrere Fahrzeugdokumente.

Bemerkungen: Geschädigter D stellte am 29.9.01 Strafantrag gegen Unbe-
kannt wegen Diebstahls und Sachbeschädigung.

1.6 Delikt: Diebstahl, Sachbeschädigung

Zeit: 29.09.01, 17.00 - 17.55 Uhr

Ort: Ort B

Geschädigte: Geschädigte E und F 

Deliktsgut: 1 Fahrzeugausweis, 1 Führerausweis, 1 Reiseausweis, 1 
Bankkundenkarte, 4 Schlüssel, 1 Walkman-CD-Gerät, 1 Da-
menjacke

Deliktsbetrag: CHF 480.--

Sachschaden: CHF 500.--

6

Vorgehen: H. schlug das Fenster der Beifahrertüre ein und behändigte 
aus dem Handschuhfach verschiedene Gegenstände.

Bemerkungen: Am 29.9.01 stellten Geschädigte E und F Strafantrag gegen 
Unbekannt wegen Diebstahls und Sachbeschädigung.

1.7 Delikt: Diebstahl, Hausfriedensbruch

Zeit: 26.10. 01, 18.00 Uhr - 3.11.01, 09.30 Uhr

Ort: Ort C

Geschädigter: Geschädigter G

Deliktsgut: 1 Militärrucksack, verschiedene Militäreffekte

Deliktsbetrag: CHF 300.--

Vorgehen: H. drang in den Keller ein und behändigte dort das Deliktsgut.

Bemerkungen: Am 3.11.01 stellte Geschädigte G Strafantrag gegen Unbe-
kannt wegen Diebstahls und Hausfriedensbruchs. 

1.8 Delikt: Diebstahl, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch

Zeit: 31.10.01, 19.00 Uhr - 4.11.01, 21.00 Uhr

Ort: Ort D

Geschädigte: Geschädigte H

Deliktsgut: 1 Fotokamera, 1 Rucksack, 1 Damennachthemd, 1 Schachtel 
Papier/Karton, 6 Halsketten/Halsbänder, 1 Paar Ohrringe, 1 
Fantasiering

Deliktsbetrag: CHF 1‘120.--

Sachschaden: CHF 400.--

Vorgehen: H. drang von seiner Wohnung aus über das Dach in die 
fremde Wohnung ein, indem er mit Gewalt das Dachfenster 
eindrückte. Dort behändigte er das Deliktsgut.

Bemerkungen: Geschädigte H. stellte am 5.11.01 Strafantrag gegen Unbe-
kannt wegen Sachbeschädigung und Hausfriedensbruchs.

1.9 Delikt: Diebstahl

7

Zeit: 9.11.01, 17.00 - 17.30 Uhr

Ort: Ort E

Geschädigte: Geschädigte I + J

Deliktsgut: 1 Herrenjacke, 1 Kaffeemaschine

Deliktsbetrag: CHF 2'080.--

Vorgehen: H. öffnete die unverschlossene Autotüre und behändigte das 
Deliktsgut.

Bemerkungen: --

1.10 Delikt: Diebstahl, Hausfriedensbruch

Zeit: 20.11.01, 17.45 - 18.00 Uhr

Ort: Ort D

Geschädigte: Geschädigte H.

Deliktsgut: 1 Fotokamera, 1 Mobiltelefon

Deliktsbetrag: CHF 800.--

Vorgehen: H. schlich sich in die unverschlossene Wohnung ein und 
behändigte dort das Deliktsgut.

Bemerkungen: Geschädigte H. stellte am 20.11.01 Strafantrag gegen Unbe-
kannt wegen Hausfriedensbruchs.

1.11 Delikt: Diebstahl, Hausfriedensbruch

Zeit: 20.11.01, 17.45 - 18.00 Uhr

Ort: Ort D

Geschädigte: Geschädigte K

Deliktsgut: 1 Portemonnaie beinhaltend: schweizerisches Hart- und No-
tengeld, 1 ID, 1 Schülerausweis, 1 Führerausweis, 1 Bankkon-
tokarte

Deliktsbetrag: CHF 34.--

Vorgehen: H. schlich sich in die unverschlossene Wohnung ein und 
behändigte dort das Deliktsgut.

8

Bemerkungen: Geschädigte K. stellte am 20.11.01 Strafantrag gegen Unbe-
kannt wegen Diebstahls und Hausfriedensbruchs.

1.12 Delikt: Diebstahl, Hausfriedensbruch

Zeit: 2.12.01, 17.45 Uhr

Ort: Ort F

Geschädigte: Geschädigte L.

Deliktsgut: 1 Serviceportemonnaie beinhaltend: schweizerisches Bargeld

Deliktsbetrag: CHF 380.--

Vorgehen: H. schlich in die unverschlossene Rezeption ein und behän-
digte dort das Portemonnaie.

Bemerkungen: Geschädigte L. stellte am 2.12.01 Strafantrag gegen Unbe-
kannt wegen Diebstahls und Hausfriedensbruchs.

1.13 Delikt: Diebstahl, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch

Zeit: 15.12.01, 00.00 Uhr - 7.1.02, 00.00 Uhr

Ort: Ort G

Geschädigter: Geschädigter M

Deliktsgut: schweizerisches Hartgeld

Deliktsbetrag: CHF 80.--

Sachschaden: CHF 500.--

Vorgehen: H. brach mit einem unbekannten Werkzeug den Münzauto-
maten der Waschmaschine auf und behändigte das darin ent-
haltene Hartgeld.

Bemerkungen: Geschädigter M stellte am 30.1.02 Strafantrag gegen Unbe-
kannt wegen Diebstahls, Sachbeschädigung und Hausfrie-
densbruchs. H. will nur etwa CHF 30.-- - 40.-- aus dem Mün-
zautomaten behändigt haben.

1.14 Delikt: Diebstahl, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch

Zeit: 22.12.01, 20.00 - 22.00 Uhr

9

Ort: Ort H

Geschädigte: Geschädigte N

Deliktsgut: 72 Flaschen Wein, 2 Flaschen Grappa

Deliktsbetrag: CHF 1'770.--

Sachschaden: CHF 50.--

Vorgehen: H. riss vom Lattenverschlag des Kellers zwei Latten weg und 
behändigte das Deliktsgut.

Bemerkungen: Geschädigte N stellte am 9.1.02 Strafantrag gegen Unbe-
kannt wegen Sachbeschädigung und Hausfriedensbruchs.

1.15 Delikt: Diebstahl, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch

Zeit: 15.1.02, 07.30 - 21.30 Uhr

Ort: Ort I

Geschädigter: Geschädigter O

Deliktsgut: 1 Ordonnanzpistole, 3 Stoppuhren, 2 Herrenarmbanduhren, 2 
Damenarmbanduhren, 1 Halskette, 3 Fingerringe, 1 
Schmuckbehältnis, 1 Portemonnaie beinhaltend: deutsches 
Notengeld, 1 Brieftasche beinhaltend: ausländisches Noten-
geld, 1 Papierkorb

Deliktsbetrag: CHF 46'868.--

Sachschaden: CHF 120.--

Vorgehen: H. drückte die Parterrebalkontüre mit Körpergewalt auf und 
behändigte im Haus das Deliktsgut.

Bemerkungen: Geschädigter O stellte am 17.1.02 Strafantrag gegen Unbe-
kannt wegen Sachbeschädigung und Hausfriedensbruchs. H. 
bestreitet, den vom Geschädigten geltend gemachten 
Schmuck im Gesamtwert von CHF 15'400.-- entwendet zu ha-
ben.

1.16 Delikt: Diebstahl, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch

Zeit: 7.3.02, 01.00 - 06.50 Uhr

Ort: Ort J

Geschädigte: Geschädigte P

10

Deliktsgut: 1 Registrierkasse, schweizerisches Bargeld, 1 CD-Spieler, 2 
Serviceportemonnaies, 1 Flasche Brandy, 25 Essensgut-
scheine

Deliktsbetrag: CHF 3'690.--

Sachschaden: CHF 500.--

Vorgehen: H. drückte ein Fenster des Restaurant F. ein und behändigte 
aus dem Lokal das Deliktsgut.

Bemerkungen: Geschädigte P stellte am 7.3.02 Strafantrag gegen Unbekannt 
wegen Diebstahls, Sachbeschädigung und Hausfriedens-
bruchs.

1.17 Delikt: Diebstahl

Zeit: 2.4.02, 17.30 - 19.30 Uhr

Ort: Ort K

Geschädigter: Geschädigter Q

Deliktsgut: 1 Mobiltelefon, 1 Bancomatkarte

Deliktsbetrag: CHF 381.--

Vorgehen: H. entwendete in M. den PW des Geschädigten (vgl. dazu un-
ten unter Ziff. 2.1) und behändigte aus dem unverschlossenen 
Fahrzeug des Geschädigten das Deliktsgut.

Bemerkungen: Geschädigter Q stellte am 3.4.02 Strafantrag gegen Unbe-
kannt wegen Diebstahls. H. kann sich nicht an die Begehung 
erinnern. In der Nähe des Fundortes des Wagens wurden 
aber seine DNA-Spuren sichergestellt.

1.18 Delikt: Diebstahl

Zeit: 2.4.02, 19.45 - 21.10 Uhr

Ort: Ort L

Geschädigter: Geschädigter Rz

Deliktsgut: 1 Herrenlederjacke, 2 Fahrzeugschlüssel, 1 Führerausweis

Deliktsbetrag: CHF 321.--

Vorgehen: H. behändigte das Deliktsgut aus der unverschlossenen Gar-
derobe.

11

Bemerkungen: Geschädigter R stellte am 3.4.02 Strafantrag gegen Unbe-
kannt wegen Diebstahls. H. erinnert sich nicht an die Bege-
hung, schliesst eine solche aber nicht aus.

1.19 Delikt: Diebstahl

Zeit: 2.4.02, 19.45 - 21.10 Uhr

Ort: Ort L

Geschädigter: Geschädigter S

Deliktsgut: 1 Necessaire beinhaltend: 1 Sehbrille, diverse Toilettenartikel, 
2 Kontaktlinsen

Deliktsbetrag: CHF 950.--

Vorgehen: H. behändigte das Deliktsgut aus der unverschlossenen Gar-
derobe.

Bemerkungen: Geschädigter S stellte am 2.4.02 Strafantrag gegen Unbe-
kannt wegen Diebstahls. H. erinnert sich nicht an die Bege-
hung, schliesst eine solche aber nicht aus.

1.20 Delikt: Diebstahl

Zeit: 2.4.02, 19.45 - 21.10 Uhr

Ort: Ort L

Geschädigter: Geschädigter T

Deliktsgut: schweizerisches Notengeld, 1 Sporttasche beinhaltend di-
verse Toilettenartikel

Deliktsbetrag: CHF 165.--

Vorgehen: H. behändigte das Deliktsgut aus der unverschlossenen Gar-
derobe.

Bemerkungen: Geschädigter T stellte am 2.4.02 Strafantrag gegen Unbe-
kannt wegen Diebstahls. H. erinnert sich nicht an die Bege-
hung, schliesst eine solche aber nicht aus.

1.21 Delikt: Diebstahl

Zeit: 2.4.02, 19.45 - 21.10 Uhr

12

Ort: Ort L

Geschädigter: Geschädigter U

Deliktsgut: 1 Schlüsselanhänger mit 5 Schlüsseln

Deliktsbetrag: CHF 237.--

Vorgehen: H. behändigte das Deliktsgut aus der unverschlossenen Gar-
derobe.

Bemerkungen: Geschädigter U stellte am 2.4.02 Strafantrag gegen Unbe-
kannt wegen Diebstahls. H. erinnert sich nicht an die Bege-
hung, schliesst eine solche aber nicht aus.

1.22 Delikt: Diebstahl, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch

Zeit: 14.4.02, 02.55 Uhr

Ort: Ort M

Geschädigter: Geschädigter V

Deliktsgut: 1 Registrierkasse, schweizerisches Bargeld

Deliktsbetrag: CHF 1'875.--

Sachschaden: CHF 3'490.--

Vorgehen: H. schlug mit einem Stein die Scheibe der Eingangstüre ein 
und entwendete in der Folge das Deliktsgut.

Bemerkungen: Geschädigter V stellte am 14.4.02 Strafantrag gegen Unbe-
kannt wegen Sachbeschädigung und Hausfriedensbruchs.

1.23 Delikt: Diebstahl, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch

Zeit: 9.5.02, 00.15 - 11.15 Uhr

Ort: Ort N

Geschädigte: Geschädigter W

Deliktsgut: 1 Registrierkasse

Deliktsbetrag: CHF 6‘300.--

Sachschaden: CHF 50.--

13

Vorgehen: H. verschaffte sich Zugang zum Lokal und behändigte eine 
Registrierkasse.

Bemerkungen: Geschädigter W. stellte am 9.5.02 Strafantrag gegen Unbe-
kannt wegen Sachbeschädigung und Hausfriedensbruchs. H. 
kann sich an dieses Delikt nicht erinnern, geht aber aufgrund 
der DNA-Spuren und der Verdachtslage davon aus, dass er 
der Täter ist.

1.24 Delikt: Diebstahl, Hausfriedensbruch

Zeit: 1.6.02, 12.45 Uhr

Ort: Ort O

Geschädigte: Geschädigte X

Deliktsgut: 2 Brillen

Deliktsbetrag: CHF 1'700.--

Vorgehen: H. behändigte das Deliktsgut aus einem unverschlossenen 
Fahrzeug.

Bemerkungen: --

1.25 Delikt: Diebstahlsversuch, Hausfriedensbruch

Zeit: 2.6.02, 11.05 Uhr

Ort: Ort P

Geschädigter: Geschädigter Y

Deliktsgut: --

Deliktsbetrag: --

Vorgehen: H. versuchte mit einem Hammer eine Werkzeugkiste aufzu-
brechen, was ihm nicht gelang.

Bemerkungen: Geschädigter Y stellte am 2.6.02 Strafantrag gegen Unbe-
kannt wegen Hausfriedensbruchs.

1.26 Delikt: Diebstahl, Hausfriedensbruch

Zeit: 4.6.02, 15.00 - 17.30 Uhr

14

Ort: Ort Q

Geschädigte: Geschädigte Z

Deliktsgut: schweizerisches Notengeld

Deliktsbetrag: CHF 1'900.--

Vorgehen: H. behändigte aus der wahrscheinlich unverschlossenen 
Schublade der Kasse an der Rezeption das Bargeld.

Bemerkungen: Geschädigte Z stellte am 10.6.02 Strafantrag gegen Unbe-
kannt wegen Hausfriedensbruchs. H. kann sich nur noch 
daran erinnern, dass er sich in der Rezeption aufgehalten hat.

1.27 Delikt: Diebstahl, Hausfriedensbruch

Zeit: 4.6.02, 19.00 Uhr - 7.6.02, 18.15 Uhr

Ort: Ort R

Geschädigte: Geschädigte 1

Deliktsgut: schweizerisches Bargeld, 4 Schlüssel

Deliktsbetrag: CHF 200.--

Vorgehen: H. schlich sich in das unverschlossene Gebäude ein, behän-
digte einen Schlüssel und verschaffte sich damit Zugang zu 
den Büros, wo er aus der Pultschublade Bargeld entwendete.

Bemerkungen: Geschädigte 1 stellte am 7.6.02 Strafantrag gegen Unbekannt 
wegen Diebstahls und Hausfriedensbruchs.

1.28 Delikt: Diebstahl, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch

Zeit: 5.6.02, 15.00 - 17.30 Uhr

Ort: Ort Q

Geschädigte: Geschädigte Z

Deliktsgut: 1 Damenjacke, 1 Fernbedienung, 2 Pakete Zigaretten, 1 Fahr-
zeugausweis, 1 Brieftasche beinhaltend: verschiedene Kun-
denkarten 

Deliktsbetrag: CHF 409.40

Sachschaden: CHF 5'381.90

15

Vorgehen: H. durchschnitt das Vinyldach und öffnete nachher die Fahr-
zeugtüren, um das Deliktsgut zu behändigen.

Bemerkungen: Geschädigte Z stellte am 10.6.02 Strafantrag gegen Unbe-
kannt wegen Sachbeschädigung und Hausfriedensbruchs.

1.29 Delikt: Diebstahlsversuch, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch

Zeit: 6.6.02, 08.30 - 11.30 Uhr

Ort: Ort S

Geschädigte: Geschädigte 2

Deliktsgut: --

Sachschaden: CHF 20.--

Deliktsbetrag: --

Vorgehen: H. schlich durch die unverschlossene Eingangstüre in den 
Keller und riss dort zwei Latten vom Lattenrostverschlag. An-
schliessend verliess er ohne Deliktsgut den Tatort.

Bemerkungen: Geschädigte 2 stellte am 6.6.02 Strafantrag gegen Unbekannt 
wegen Sachbeschädigung und Hausfriedensbruchs.

1.30 Delikt: Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch

Zeit: 6.6.02, 09.00 - 10.30 Uhr

Ort: Ort T

Geschädigter: Geschädigter 3

Sachschaden: CHF 500.--

Vorgehen: H. verschaffte sich mit Körpergewalt Zugang zum Stall des 
Geschädigten und behändigte ein dort stehendes Motorfahr-
rad (vgl. dazu unten unter Ziff. 2.1).

Bemerkungen: Geschädigte 3 stellte am 6.6.02 Strafantrag gegen Unbekannt 
wegen Sachbeschädigung und Hausfriedensbruchs.

1.31 Delikt: geringfügige Sachbeschädigung

Zeit: 6.6.02, 10.30 - 11.30 Uhr

16

Ort: Ort U 

Geschädigter: Geschädigter 4

Sachschaden: CHF 100.--

Vorgehen: H. behändigte aus dem Fahrradunterstand der Firma Flumroc 
ein dort stehendes Motorfahrrad (vgl. dazu unten unter Ziff. 
2.1).

Bemerkungen: Geschädigter 4 stellte am 6.6.02 Strafantrag gegen H. wegen 
Sachbeschädigung.

2. der mehrfachen Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 31 
Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 1 SVG, der Verletzung 
von Verkehrsregeln gemäss Art. 3b VRV in Verbindung mit Art. 96 
VRV, der mehrfachen Entwendung zum Gebrauch gemäss Art. 94 
Ziff. 1 und 3 SVG, des Fahrens ohne Führerausweis gemäss Art. 
95 Ziff. 1 SVG sowie des mehrfachen Fahrens eines Motorfahrra-
des ohne Führerausweis gemäss Art. 145 Ziff. 1 Abs. 1 VZV.

2.1 In der Zeit vom 22. Dezember 2001 bis zum 6. Juni 2002 entwen-
dete H. zum Nachteil von verschiedenen Geschädigten mehrere 
Fahrräder, Motorfahrräder sowie einen Personenwagen nämlich: 

am 22. Dezember 2001 in A. zum Nachteil von Geschädigte 5 ein 
Fahrrad der Marke CTB im Wert von CHF 800.--, 

am 2. April 2002 in M. zum Nachteil von Geschädigter Q einen PW 
der Marke Mitsubishi, GR 24'121 im Wert von CHF 3'000.--, 

am 31. Mai 2002 in Flums zum Nachteil von Geschädigter 6 ein 
Motorfahrrad der Marke Pony (rot) im Wert von CHF 350.--, 

am 1. Juni 2002 in Igis zum Nachteil von Geschädigter 7 ein Mo-
torfahrrad der Marke Pony (gelb) im Wert von CHF 100.--, 

am 6. Juni 2002 in Flums zum Nachteil von Geschädigter 8 ein 
Motorfahrrad der Marke Rixe im Wert von CHF 500.--, 

am 6. Juni 2002 in Flums zum Nachteil von Geschädigte 9 ein 
Fahrrad der Marke Euroteam im Wert von CHF 400.-- sowie

am 6. Juni 2002 in Flums zum Nachteil von Geschädigter 4 ein 
Motorfahrrad der Marke Alpa SP 21 im Wert von CHF 800.--.

2.2 Am 2. April 2002 lenkte H. den zuvor entwendeten PW Mitsubishi, 
GR 24'121, ohne im Besitz des erforderlichen Führerausweises zu 
sein. Zudem hatte er vor dieser Fahrt Heroin konsumiert und war 

17

dementsprechend nicht fahrfähig. Der Angeklagte kann sich zwar 
nicht mehr an die Tatbegehung erinnern, geht aber davon aus, 
dass er diese Delikte begangen hat.

2.3 Vom 31. Mai 2002 bis zum 6. Juni 2002 lenkte H. vier verschie-
dene Motorfahrräder, ohne im Besitz eines erforderlichen Füh-
rerausweises zu sein. Zudem hatte er vor diesen Fahrten jeweils 
Heroin konsumiert und war dementsprechend nicht fahrfähig. Bei 
den Fahrten vom 6. Juni 2002 in Flums trug H. zudem keinen 
Schutzhelm.

3. der mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 19a Ziff. 1 BetmG.

Seit ungefähr dem 15. August 2001 (bedingte Entlassung aus dem 
Strafvollzug) bis zu seiner Festnahme am 18. Juni 2002 konsumierte 
der Angeklagte insgesamt 35 - 40 Gramm Kokain, das er von verschie-
denen Schwarzafrikanern auf der Gasse in A. für total ca. CHF 5'000.-- 
gekauft hatte.

Die polizeilich sichergestellte Kunststoffbox mit Spritzen und Löffel 
(Lager-Nr. 165/02, Kapo GR, SD IV) wurde am 23. September 2002 
gestützt auf Art. 58 Abs. 1 StGB untersuchungsrichterlich beschlag-
nahmt.

4. der mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 51 Abs. 1 des Trans-
portgesetzes (TG) in Verbindung mit Art. 1 der Transportverord-
nung (TV).

Der Angeklagte ist geständig, zwischen dem 18. Mai 2002 und dem 
12. Juni 2002 insgesamt neunmal Zugfahrten mit den Schweizeri-
schen Bundesbahnen (Geschädigte 11) unternommen zu haben, 
ohne im Besitz eines gültigen Fahrausweises zu sein.

Mit Schreiben vom 29. Juli 2002 stellte die Geschädigte 11, vertreten 
durch B. Strafantrag gegen H. wegen Verletzung von Art. 51 Abs. 1 
TG.

Am 29. Juli 2002 machte die Geschädigte 11, vertreten durch B. ad-
häsionsweise CHF 366.20 geltend.

18

D. Anlässlich der Hauptverhandlung vor dem Kantonsgericht von 
Graubünden am 10. Dezember 2002 waren der Angeklagte und seine amtliche Ver-
teidigerin, Frau lic. iur. Petra Thöny, zugegen. Die Anklage wurde von Staatsanwalt 
Dr. iur. Jakob Grob vertreten. Gegen die Zuständigkeit und die Zusammensetzung 
des Gerichts wurden keine Einwände erhoben, sodass sich dieses als in der Sache 
legitimiert erklärte.

Zu Beginn der Hauptverhandlung bestätigte der Angeklagte auf richterliches 
Befragen hin die Angaben zu seiner Person. Anschliessend wurde das Beweisver-
fahren zur Person von H. und zur Sache sowie anschliessend zum über seine Per-
son erstellten Gutachten durchgeführt. H. gestand die ihm zur Last gelegten Taten 
grösstenteils, soweit er sich daran erinnern konnte.

In seinem Plädoyer stellte und begründete der Staatsanwalt die folgenden 
Anträge:

"1. H. sei im Sinne der Anklage schuldig zu sprechen.

2. Dafür sei er, unter Anrechnung der Untersuchungshaft, mit zwölf 
Monaten Gefängnis zu bestrafen, teilweise als Zusatzstrafe zum 
Strafmandat des Kreispräsidenten Chur vom 07. Mai 2002.

3. Die sichergestellte Kunststoffbox mit Spritzen und Löffel sei ge-
richtlich einzuziehen.

4. Gesetzliche Kostenfolge."

Die amtliche Verteidigerin anerkannte in ihrem Plädoyer die dem Angeklag-
ten zur Last gelegten Straftaten in dem Umfang, als der Angeklagte geständig sei 
und sich an die entsprechenden Delikte auch erinnern könne. In Bezug auf die De-
likte, an welche sich der Angeklagte nicht erinnern könne, sei der Beweis für einen 
Schuldspruch nicht erbracht. In rechtlicher Hinsicht bestritt die amtliche Verteidige-
rin, dass es sich vorliegend um den qualifizierten Tatbestand des Diebstahls handle, 
da die Voraussetzungen für die Gewerbsmässigkeit nicht erfüllt seien. In Bezug auf 
die Schuldfähigkeit und die Strafzumessung wendete die Verteidigung ein, dass 
nicht auf das Gutachten vom 04. August 2000, welches den Zustand des Angeklag-
ten vor rund 2 1/2 Jahren beschreibe, abgestellt werden könne, womit für die vor-
liegende Beurteilung kein Gutachten vorliege. Gleichzeitig plädierte die Verteidi-
gung auch dahin, eine ambulante Therapie anzuordnen. Die amtliche Verteidigerin 
stellte eingangs zu ihrem Plädoyer folgende Anträge: 

"1. H. sei des mehrfachen Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB, 
der mehrfachen Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 
StGB, der geringfügigen Sachbeschädigung gemäss Art. 144 

19

Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 172ter Abs. 1 StGB, des mehr-
fachen Hausfriedensbruchs gemäss Art. 186 StGB, der mehrfa-
chen Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 31 Abs. 2 SVG 
in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 1 SVG, der Verletzung von Ver-
kehrsregeln gemäss Art. 3b VRV in Verbindung mit Art. 96 VRV, 
der mehrfachen Entwendung zum Gebrauch gemäss Art. 94 Ziff. 
1 und 3 SVG, des mehrfachen Fahrens ohne Führerausweis 
gemäss Art. 145 Ziff. 1 Abs. 1 VZV, der mehrfachen Widerhand-
lung gegen Art. 19a Ziff. 1 des BetmG sowie der mehrfachen Wi-
derhandlung gegen Art. 51 Abs. 1 des Transportgesetzes (TG) in 
Verbindung mit Art. 1 der Transportverordnung (TV) schuldig zu 
sprechen.

2. Dafür sei er, unter Anrechnung der Untersuchungshaft, mit sechs 
Monaten Gefängnis zu bestrafen.

3. Es wird die Anordnung einer ambulanten Therapie beantragt.

4. Gesetzliche Kostenfolge."

In seiner Replik hielt der Staatsanwalt fest, dass auch die Delikte, an welche 
sich der Angeklagte nicht mehr erinnern könne, nachweislich von ihm begangen 
wurden. Zudem seien auch die Voraussetzungen für die Gewerbsmässigkeit erfüllt. 
Auf das Gutachten könne zweifellos abgestellt werden, da dieses einerseits zeitlich 
noch nicht lange zurück liege und andererseits die gleiche Problematik, welche dem 
Gutachten zugrunde gelegt wurde, auch im vorliegenden Verfahren wieder zu be-
urteilen sei. Im Rahmen der Strafzumessung sei denn auch die mittelschwere Be-
einträchtigung der Zurechnungsfähigkeit zu Gunsten des Angeklagten bereits 
berücksichtigt worden.

Die amtliche Verteidigerin beharrte in ihrer Duplik darauf, dass die Gewerbs-
mässigkeit nicht gegeben sei. Zudem sei die Beweislage bei den Delikten, an wel-
che sich der Angeklagte nicht mehr erinnern könne, nicht zweifelsfrei geklärt. Be-
züglich des Zustandes des Angeklagten sei eine wesentliche Änderung eingetreten, 
was sich in einer neuen Begutachtung auch entsprechend zeigen würde.

In seinem Schlusswort entschuldigte sich der Angeklagte für die von ihm be-
gangenen Taten. Er bereue diese aufrichtig und wolle denn auch "reinen Tisch" 
machen. So habe er sich bei sämtlichen Opfern brieflich entschuldigt. In Zukunft 
werde er von solchen Taten absehen. Mit der Hilfe einer ambulanten Therapie wolle 
er diesen Weg einschlagen.

Auf die weiteren mündlichen Ausführungen des Staatsanwalts und der amt-
lichen Verteidigerin - die mündlichen Plädoyers wurden schriftlich zu den Akten ge-

20

reicht - sowie auf die richterliche Befragung des Angeklagten anlässlich der Haupt-
verhandlung wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegan-
gen.

Die Strafkammer zieht in Erwägung :

1.a) H. wird angeklagt, in der Zeit vom 21. September 2001 bis zum 07. 
Juni 2002 eine Vielzahl von Diebstählen verübt zu haben. Der Angeklagte ist 
grundsätzlich geständig, soweit er sich an die einzelnen Delikte zu erinnern vermag. 
Daher erscheint es angezeigt, zunächst auf die relevanten strafprozessualen Be-
weisregeln einzugehen, um anschliessend gestützt auf die vorliegenden Akten und 
die Aussagen des Angeklagten vor der Strafkammer des Kantonsgerichts beurteilen 
zu können, inwiefern dieser für die ihm vorgeworfenen Straftaten verantwortlich ge-
macht werden kann.

b) Bei der Würdigung der Beweismittel entscheidet das Gericht gemäss 
Art. 125 Abs. 2 StPO nach freier Überzeugung. Die Beweislast für die dem Ange-
klagten zur Last gelegten Tat liegt dabei grundsätzlich beim Staat (Willy Padrutt, 
Kommentar zur Strafprozessordnung des Kantons Graubünden, 2. Auflage, A. 
1996, Ziff. 2 zu Art. 125 StPO, S. 306). An den Beweis der zur Last gelegten Tat 
sind hohe Anforderungen zu stellen. Verlangt wird mehr als eine blosse Wahr-
scheinlichkeit, nicht aber ein absoluter Beweis der Täterschaft. Nach der aus Art. 
32 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 2 EMRK fliessenden Beweiswürdigungsregel "in dubio 
pro reo" darf sich der Strafrichter jedoch nicht von der Existenz eines für den Ange-
klagten ungünstigen Sachverhaltes überzeugt erklären, wenn bei objektiver Be-
trachtung Zweifel an den tatsächlichen Voraussetzungen für ein verurteilendes Er-
kenntnis bestehen (BGE 124 IV 87 f.). Bloss theoretische und abstrakte Zweifel sind 
indessen nicht massgebend, weil solche immer möglich sind und absolute Gewiss-
heit nicht verlangt werden kann. Es muss sich vielmehr um erhebliche und nicht zu 
unterdrückende Zweifel handeln, das heisst um solche, die sich nach der objektiven 
Rechtslage aufdrängen (BGE 120 Ia 37). Aufgabe des Richters ist es, ohne Bindung 
an Beweisregeln die an sich möglichen Zweifel zu überwinden und sich mit Über-
zeugung für einen bestimmten Sachverhalt zu entscheiden, wobei die Bildung der 
Überzeugung objektivier- und nachvollziehbar sein muss. Die Schuld des Angeklag-
ten muss sich dabei auf vorgelegte Beweise und Indizien stützen, die vernünftige 
Zweifel in ausschliesslicher Weise zu beseitigen vermögen (PKG 1987 Nr. 12; 

21

Padrutt, a.a.O., S. 307; Niklaus Schmid, Strafprozessrecht, 3. Auflage, Zürich 1997, 
N 286).

Im Rahmen des Gerichtsverfahrens interessiert nicht in erster Linie die per-
sönliche Glaubwürdigkeit des Zeugen, sondern vielmehr die sachliche Glaubhaftig-
keit seiner konkreten Aussage (vgl. Robert Hauser, Der Zeugenbeweis im Strafpro-
zess mit Berücksichtigung des Zivilprozesses, Zürich 1974, S. 311 ff.). Die Richtig-
keit einer Aussage muss dabei auf ihre Übereinstimmung mit den Lebenserfahrun-
gen und dem Ergebnis der übrigen Beweiserhebungen geprüft werden. Auch im 
System der Glaubwürdigkeitskriterien von Arntzen (Friedrich Arntzen/Else Michae-
lis-Arntzen, Psychologie der Zeugenaussage, System der Glaubwürdigkeitsmerk-
male, 3. Auflage, München 1993) steht an erster Stelle die Aussage selbst. Sie ist 
vor dem Hintergrund allgemein bekannter oder im Einzelfall zu erkundender psychi-
scher Eigenarten zu betrachten, wobei bestimmte Aussageeigenarten als Glaub-
würdigkeitskriterien anzusehen sind, die sich aus dem Aussageinhalt, der Aussage-
entwicklung, der Aussageweise sowie dem Motivationsumfeld der Aussage erge-
ben. Kriterien des glaubwürdigen Aussageinhalts sind der Grad der Detaillierung 
und der inhaltlichen Besonderheit sowie die Homogenität der Aussage. Die Glaub-
würdigkeit aus dem Verlauf der Aussageentwicklung ergibt sich aus der relativen 
Konstanz einer Aussage in zeitlich auseinanderliegenden Befragungen sowie die 
Ergänzbarkeit der Deposition bei nachfolgenden Befragungen. Nacherlebende Ge-
fühlsbeteiligung und ungesteuerte Aussageweise sprechen im Bereich der Aussa-
geweise für einen hohen Wahrheitsgehalt. Der Grad der Objektivität ist schliesslich 
massgebend für den Grad der Glaubwürdigkeit, der sich aus dem Motivationsumfeld 
ergibt (vgl. Arntzen/Michaelis-Arntzen, a.a.O. S. 15 ff.).

Zu den verschiedenen Beweismitteln ist auszuführen, dass der Grundsatz 
der freien Beweiswürdigung eine Rangordnung verbietet, was bedeutet, dass alle 
Beweismittel grundsätzlich gleichwertig sind. Wesentlich können beispielsweise 
auch sogenannte Indizien sein (vgl. Schmid a.a.O. N. 286 ff.). Aussagen von Zeu-
gen, Auskunftspersonen und Angeschuldigten sind voll gültige Beweismittel mit der-
selben Beweiseignung. Bei der Würdigung der Beweise ist weniger die Form, son-
dern vielmehr der Gesamteindruck, das heisst die Art und Weise der Bekundung 
sowie die Überzeugungskraft entscheidend. Massgebend ist mit anderen Worten 
allein die Beweiskraft der konkreten Beweismittel im Einzelfall (Schmid, a.a.O., N 
290, S. 83 f., Hauser/Schweri, Schweizerisches Strafprozessrecht, 4. Auflage, Basel 
1999, § 54 N 5, S. 216, Susanne Vogel, Die Auskunftsperson im Zürcher Strafpro-
zessrecht, Diss. Zürich 1999, S. 2).

22

c) Zur Feststellung des objektiven Sachverhalts sind im Folgenden die in 
den von der Staatsanwaltschaft Graubünden vorgelegten Akten und Urkunden ent-
haltenen Aussagen und Beweise einer eingehenden Prüfung und Würdigung zu un-
terziehen.

aa) Die Strafkammer kommt vorliegend zum Schluss, dass die Aussagen 
von H. grundsätzlich glaubhaft sind. Er ist bezüglich der Delikte, an welche er sich 
ausdrücklich erinnern kann, vollumfänglich geständig (Ziffern 1.1-1.15, 1.24, 1.25, 
1.27, 1.28 und 1.29 der Anklageschrift). Die von ihm bezüglich der erwähnten 
Diebstähle sowohl anlässlich der polizeilichen wie auch untersuchungsrichterlichen 
Einvernahmen gemachten Aussagen sind konstant. Auch anlässlich der Hauptver-
handlung vor Kantonsgericht hat er diese Geständnisse bestätigt und dabei seine 
Absicht wiederholt, seine kriminelle Vergangenheit beenden zu wollen. Die Dieb-
stahlsserie verübte der Angeklagte in erster Linie, um Mittel zur Finanzierung seines 
Drogenkonsums zu beschaffen (vgl. untersuchungsrichterliche Einvernahme vom 
09. Juli 2002, act. 4.13 S. 6: "Mein Drang nach Kokain und die entsprechenden 
Finanzierungsprobleme haben mich dazu bewogen, diese Delikte zu begehen"). 
Betreffend dreier dieser eingestandenen Diebstähle (Ziffer 1.13-1.15 der Anklage-
schrift) wies die Verteidigung in ihren Ausführungen ausdrücklich auf die unter-
schiedlichen Angaben bezüglich der Deliktsbeträge hin, weshalb bei diesen Delik-
ten aufgrund fehlender Beweise von den tieferen Angaben des Angeklagten auszu-
gehen sei. Beim Diebstahl zum Nachteil von Geschädigter M (Ziffer 1.13) machte 
der Geschädigte einen Deliktsbetrag von Fr. 80.-- geltend, der Angeklagte meint, es 
solle sich nur um ca. Fr. 30.-- bis 40.-- gehandelt haben. Diese nur geringfügige 
Abweichung ist weder für die rechtliche Qualifikation noch für die Strafzumessung 
von Bedeutung, womit die Differenz bezüglich dieses Diebstahles offen gelassen 
werden kann. Beim Diebstahl zum Nachteil von Geschädigte N (Ziffer 1.14) entwen-
dete der Angeklagte diverse Flaschen an alkoholischen Getränken. Die Geschä-
digte reichte mir ihrer Anzeige vom 09. Januar 2002 eine detaillierte Liste der ent-
wendeten Flaschen samt Einkaufsbelegen ein. Aufgrund dieser detaillierten Liste 
entwendete der Angeklagte insgesamt 72 Flaschen Wein und 2 Flaschen Grappa 
im Wert von Fr. 1'770.--. Bereits anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 20. 
Juni 2002 (act. 17.5) antworte der Angeklagte auf entsprechenden Vorhalt, dass 
diese Mengenangaben möglich seien. Auch anlässlich der untersuchungsrichterli-
chen Einvernahme vom 09. Juli 2002 wiederholte der Angeklagte, dass er diese von 
der Geschädigten nachgewiesene Menge nicht ausschliessen könne (act. 4.13, S. 
4). Für die Richtigkeit der Angaben der Geschädigten spricht zudem die Tatsache, 
dass der Angeklagte für den Abtransport der gestohlenen Flaschen nachweislich 

23

einen Veloanhänger verwenden musste. Hätte er das Deliktsgut, wie von ihm gel-
tend gemacht, wirklich in zwei Taschen aus dem Keller abtransportiert, wäre es 
nicht erforderlich gewesen, anschliessend den Veloanhänger zu Hilfe zu nehmen. 
Zudem erscheint es sehr fraglich, ob es, wie vom Angeklagten geltend gemacht, 
praktisch überhaupt möglich gewesen wäre, die von ihm angegebenen 40 bis 50 
Flaschen in bloss zwei Taschen aus dem Keller wegtragen zu können. Aufgrund 
dieser Umstände, der Tatsache der Zuhilfenahme des Veloanhängers und der von 
der Geschädigten klar ausgewiesenen Menge und Deliktssumme erscheinen die 
belegmässig nachgewiesenen Angaben der Geschädigten als glaubhaft. Für die 
vorliegende Beurteilung ist daher klar von den Angaben der Geschädigten auszu-
gehen. Bezüglich des Einbruchdiebstahls zum Nachteil von Geschädigter O (Ziffer 
1.15) bestehen ebenfalls Abweichungen bezüglich des Deliktsbetrages. Anlässlich 
der polizeilichen Einvernahmen vom 17. Januar 2002 und der ergänzenden Einver-
nahme vom 13. August 2002 bestätigte der Geschädigte die entstandene Deliktss-
umme von Fr. 46'868.--. Der darin enthaltene Schmuck will der Angeklagte jedoch 
nicht entwendet haben. Auf entsprechende Nachfrage des Staatsanwaltes anläss-
lich der Hauptverhandlung, ob der Angeklagte ein Schmuckbehältnis mitgenommen 
habe, antworte dieser dahingehend, dass er dies nicht mit Sicherheit verneinen 
könne. Aufgrund der Verschiedenheit des Deliktsgutes (mehrere Uhren, Portemon-
naie, Brieftasche, Ordonnanzpistole, Haushaltbehälter) wie auch der grossen 
Stückzahl an Deliktsgut und aufgrund der Tatsache, dass aufgrund der glaubhaften 
und nachvollziehbaren Aussage des Geschädigten bei ihm nur einmal eingebro-
chen wurde (bei einem weiteren Diebstahl wäre bei dem wertvollen Deliktsgut zwei-
felsfrei eine zusätzliche Anzeige erfolgt), ist es für das Gericht erstellt, dass der An-
geklagte auch das entsprechende Schmuckbehältnis entwendete. Der von der An-
klage erhobene Deliktsbetrag ist damit ausgewiesen und dem Angeklagten zuzu-
rechnen.

Das Gericht kommt somit aufgrund der vorstehenden Ausführungen zum 
Schluss, dass in den vom Angeklagten eingestandenen Delikten (Ziffern 1.1-1.15, 
1.24, 1.25, 1.27 und 1.28 der Anklageschrift) für die vorliegende Beurteilung von 
den in der Anklageschrift ausgewiesenen und aufgeführten Deliktsbeträgen auszu-
gehen ist.

bb) Nebst den eingestandenen Delikten werden dem Angeklagten von der 
Staatsanwaltschaft eine Reihe von Delikten zur Last gelegt, an welche er sich 
gemäss eigenen Aussagen nicht mehr zweifelsfrei erinnern kann. Diese sind nach-

24

folgend aufgrund der Aktenlage, den vorliegenden Indizien und den Aussagen des 
Angeklagten einer eingehenden Beweiswürdigung zu unterziehen.

H. wird beschuldigt, am 07. März 2002 beim Restaurant F. in A. zum Nachteil 
von Geschädigte P einen Diebstahl begangen zu haben (Ziffer 1.16 der Anklage-
schrift). Dabei wurde durch Eindrücken eines Fensters in das abgeschlossene Re-
staurant eingedrungen, worauf ein beim Fenster stehender Blumentopf umfiel. Der 
Angeklagte sagte sowohl anlässlich der polizeilichen wie auch untersuchungsrich-
terlichen Einvernahmen aus, dass er sich an einen Diebstahl erinnern könne, wo er 
ein Fenster eingedrückt und dabei einen Blumentopf umgeworfen habe (vgl. act. 
35.4 und act. 4.15). In der polizeilichen wie auch untersuchungsricherlichen Einver-
nahme bestätigte der Angeklagte selbst, dass er davon ausgehe, diesen Diebstahl 
begangen zu haben (act. 4.12. S. 2 und act. 4.15 S. 3). Aufgrund der Tatsache, 
dass in der Zeitspanne, in welcher der Angeklagte seine Diebstahlserie beging, kein 
anderer Diebstahl mit dieser Vorgehensweise begangen wurde, die Indizien betref-
fend der Vorgehensweise jedoch mit den vom Angeklagten gemachten Angaben 
übereinstimmen, ist für das Gericht erstellt, dass dieser Diebstahl vom Angeklagten 
begangen wurde.

Dem Angeklagten wird weiter vorgeworfen, am 02. April 2002 in M. und L. 
eine Serie von Diebstählen begangen zu haben (Ziffer 1.17 bis 1.21 der Anklage-
schrift). Das am 02. April 2002 in M. entwendete Fahrzeug wurde dabei gleichen-
tags in L. vor dem Schulhaus X. von der Polizei wieder aufgefunden. Dabei wurden 
unmittelbar neben der offenen Fahrertüre verschiedene Utensilien vorgefunden 
(Umhängetasche, WC-Rollen, Papier Handtücher, Kunststoffbox, vgl. polizeiliche 
Einvernahme vom 20. Juni 2002, act. 19.6 S. 1 und 2). Der Angeklagte bestätigte 
klar, dass diese Utensilien ihm gehörten (vgl. act. 19.6 wie auch act. 4.13 S. 4). 
Zudem ergab eine DNA-Analyse der Spuren an den Utensilien klar, dass diese 
Utensilien dem Angeklagten zuzuordnen seien (vgl. act. 4.17 S. 1). Der Angeklagte 
erwähnte im Rahmen seiner Ausführungen ausdrücklich, dass er auch schon Autos 
entwendet habe. Er bestätigte denn auch klar, dass die Möglichkeit bestehe, dass 
er das Fahrzeug in M. entwendet habe (vgl. act. 4.9 S. 3). Aufgrund der klaren Indi-
zien, welche durch die Aussagen des Angeklagten bestätigt wurden, ist damit auch 
erstellt, dass der Angeklagte den Diebstahl an dem Fahrzeug  begangen hat. Am 
selben Abend wurden in L. (Ziffer 1.18 bis 1.21) in der Turnhalle X. vier Diebstähle 
begangen. Der Angeklagte bestätigte anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 
27. Juni 2002 (act. 4.10), dass aufgrund der unbestrittenen Tatsache, dass seine 
Utensilien in L. vor dem Schulhaus X. (beim von ihm entwendeten Fahrzeug) ge-

25

funden wurden, er somit sicher auch dort war. Anlässlich der verschiedenen Einver-
nahmen bestätigte der Angeklagte, dass es möglich sei, dass er die Diebstähle be-
gangen habe und er seine Täterschaft nicht ausschliessen könne (act. 4.13 S. 5). 
Ebenso ist der räumliche Bezug des Angeklagten zum Raum Bündner Herrschaft 
gegeben, wohnt doch seine Mutter in S., welche er von A. kommend trotz Hausver-
bot gelegentlich besuche und bei ihr auch die Wäsche reinigen lasse, sodass er 
sicher einmal wöchentlich bei ihr sei (vgl. Aussage anlässlich der polizeilichen Ein-
vernahme vom 20. Juni 2002, act. 19.6 S. 3). Zudem ist durch das vorliegende Ver-
fahren erstellt, dass der Angeklagte auch in A. bereits Diebstähle in Garderoben 
von Turnhallen begangen hat (vgl. Ziffer 1.1 bis 1.4) und somit unter anderem 
wusste, welche Erlöse daraus erzielt werden können. Das Vorgehen, die Deliktsbe-
träge und die Deliktsgegenstände sind denn auch im wesentlichen identisch. Auf-
grund der klaren Beweislage ist damit erstellt, dass der Angeklagte die Diebstahls-
erie vom 02. April 2002 (Ziffer 1.17 bis 1.21) begangen hat und diese Delikte ihm 
zuzurechnen sind.

Am 14. April 2002 wurde zum Nachteil von Geschädigter V in seinem Ge-
schäft "Y." in A. ein Einbruchdiebstahl begangen (Ziffer 1.22). Der Angeklagte 
bestätigte anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 12. Juli 2002 (act. 36.4), 
dass er einmal versucht habe, in dieses Geschäft einzudringen. So sagte er anläss-
lich der polizeilichen Einvernahmen aus: "Ich gehe davon aus, dass ich es war." 
(act. 36.4 S. 2) und "Aufgrund der Sachlage muss es so sein, dass ich die Delikte 
begangen habe." (act. 4.12 S. 2). Aufgrund dieser klaren Sachlage ist erstellt, dass 
der Angeklagte diesen Diebstahl begangen hat.

Beim Einbruchdiebstahl in das Restaurant T. in A. vom 09. Mai 2002, zum 
Nachteil von Geschädigter W (Ziffer 1.23) wurden am Tatort verschiedene Ge-
genstände vorgefunden, welche dem Angeklagten gehörten. Der Angeklagte sagte 
zu diesem Delikt klar aus: "Für mich ist klar, dass ich den Einbruch- oder Einschlei-
chediebstahl am 09.05.2002 begangen habe." (vgl. act. 37.4 S. 2). Auch anlässlich 
der untersuchgsrichterlichen Einvernahme bestätigte der Angeklagte diese Aussa-
gen (act. 4.15 S. 3). Zudem wurden an den erwähnten Gegenständen, welche am 
Tatort vorgefunden wurden, DNA-Spuren des Angeklagten festgestellt (act. 4.17 S. 
3). Aufgrund dieser klaren Beweislage ist die Täterschaft des Angeklagten damit 
nachgewiesen.

Aus der Rezeption des Hotels Q. in A. wurde am 04. Juni 2002 Bargeld in 
der Höhe von Fr. 1'900.00 entwendet (Ziffer 1.26). Der Angeklagte gestand dabei 

26

ein, in der fraglichen Zeit beim Hotel Q. zwei Diebstähle aus Fahrzeugen begangen 
zu haben. Beim einen Diebstahl handelt es sich um den in Ziffer 1.28 der Anklage-
schrift vom Angeklagten eingestandenen Diebstahl. Bezüglich des vorliegenden 
Diebstahls gestand der Angeklagte, dass er sich erinnern könne, in dieser Zeit in 
der Umgebung des Hotels Q. einen grösseren Geldbetrag entwendet zu haben (act. 
4.13 S. 6). Jedoch meinte der Angeklagte, das Geld aus einem Fahrzeug entwendet 
zu haben. Auf entsprechende Nachfrage bestätigte der Angeklagte anlässlich der 
polizeilichen Einvernahme vom 25. Juni 2002, dass er die Rezeption des Hotels Q. 
kenne und auch schon dort war (act. 28.3 S. 2). Er bestätigte auch klar, dass er 
zweimal dort war. Wäre der, vom Angeklagten eingestandene, hohe Geldbetrag an-
lässlich eines weiteren Diebstahls beim Hotel Q. aus einem Fahrzeug entwendet 
worden, wäre sicher eine weitere Anzeige erfolgt. Demzufolge ist vielmehr erstellt, 
dass der Angeklagte den hohen Geldbetrag aus der Rezeption des Hotels Q. ent-
wendet haben muss. Auf entsprechenden Vorhalt bestätigte der Angeklagte diesen 
Tathergang denn auch ausdrücklich (act. 28.3 S. 3). Zudem bestätigte der Ange-
klagte, dass es sich, wie von der Geschädigten geltend gemacht, ausschliesslich 
um Notengeld gehandelt habe. Aufgrund der klaren Indizienlage und der Überein-
stimmung mit den Aussagen des Angeklagten ist damit erstellt, dass auch dieser 
Diebstahl vom Angeklagten begangen wurde.

d) Zusammenfassend ist damit erstellt, dass der Angeklagte alle ihm in 
Ziffer 1 der Anklageschrift vorgeworfenen Diebstähle begangen hat und dafür schul-
dig zu sprechen ist.

2.a) Gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB wird mit Zuchthaus bis zu fünf Jahren 
oder mit Gefängnis bestraft, wer jemandem eine fremde bewegliche Sache zur An-
eignung wegnimmt, um sich oder einen anderen damit unrechtmässig zu berei-
chern. Die unrechtmässige Bereicherung besteht in einem Vermögensvorteil, auf 
welchen der Täter keinen Rechtsanspruch hat, zum Beispiel im Erlös der Veräus-
serung des Deliktsgutes (BGE 111 IV 75). Der Dieb, welcher gewerbsmässig stiehlt, 
wird gemäss Art. 139 Ziff. 2 StGB mit Zuchthaus bis zu zehn Jahren oder mit Ge-
fängnis nicht unter drei Monaten bestraft. Gemäss Rechtsprechung des Bundesge-
richts ist Gewerbsmässigkeit bei berufsmässigem Handeln gegeben. Ein solches 
liegt vor, wenn sich aus der Zeit und den Mitteln, die der Täter für die deliktischen 
Tätigkeiten aufwendet, aus der Häufigkeit der Einzelakte innerhalb eines bestimm-
ten Zeitraumes sowie aus den angestrebten und erzielten Einkünften ergibt, dass 
er die deliktische Tätigkeit nach der Art eines Berufes ausübt. Diese Umschreibung 
hat zwar nur Richtlinienfunktion und bedarf der Konkretisierung. Wesentlich ist je-

27

doch, dass sich der Täter darauf eingerichtet hat, durch deliktische Handlungen re-
lativ regelmässige Einnahmen zu erzielen, die einen namhaften Beitrag an die Kos-
ten der Finanzierung seiner Lebenshaltung darstellen. Ob dies der Fall ist, ist auf-
grund der gesamten Umstände zu entscheiden, wie zum Beispiel anhand der An-
zahl bzw. Häufigkeit der während eines bestimmten Zeitraumes bereits verübten 
Taten, der Entwicklung eines bestimmten Systems bzw. einer bestimmten Methode, 
des Aufbaus einer Organisation oder getätigter Investitionen. Dabei kann auch eine 
gewissermassen nebenberufliche deliktische Tätigkeit als Voraussetzung für die 
Gewerbsmässigkeit genügen. Hinzu kommen muss, dass der Täter die Erzielung 
eines Erwerbseinkommens beabsichtigt und zur Verübung einer Vielzahl entspre-
chender Taten bereit war (BGE 116 IV 319, 119 IV 133, 123 IV 116, Stefan Trechsel, 
Schweizerisches Strafgesetzbuch, Kurzkommentar, 2. Auflage, 1997, N. 30 ff. zu 
Art. 146 StGB).

b) H. ist überführt, 27 Diebstähle und 2 Diebstahlversuche begangen zu 
haben. Dabei entwendete der Angeklagte Gegenstände aus fremden Autos, aus 
Turnhallen, aus Restaurants, aus Wohnungen und aus Kellern. Das Deliktsgut be-
stand in erster Linie in Bargeld, Mobiltelefonen, Uhren, Abos und Kleidungsstücken. 
Das erbeutete Deliktsgut veräusserte er, soweit es sich nicht schon um Bargeld 
handelte, an ihm unbekannte Drittpersonen um sich damit seinen Drogenkonsum 
und teilweise auch seinen Lebensunterhalt zu finanzieren. H. erfüllte den Tatbe-
stand des Diebstahls in den Fällen von Ziffer 1.1 bis 1.24 und Ziffer 1.26 bis 1.28 
der Anklageschrift. Beim Diebstahlsversuch blieb es in den beiden Fällen von Ziffer 
1.25 und 1.29 der Anklageschrift.

Die Anklage wirft H. vor, nicht nur - wie erstellt - mehrfach sondern gewerbs-
mässig im Sinne von Art. 139 Ziff. 2 StGB Diebstähle begangen zu haben. Die amt-
liche Verteidigerin indes verneinte, wie bereits ausgeführt, die Gewerbsmässigkeit.

Insbesondere wendet die amtliche Verteidigerin ein, dass H. durch seine 
Diebstähle keinen namhaften Beitrag an seine Lebenshaltungskosten verdient 
habe. Zudem sei das Vorgehen des Angeklagten geradezu charakteristisch für ei-
nen Gelegenheitstäter. Der Staatsanwalt wendete in seiner Replik ein, dass die Ge-
werbsmässigkeit klar gegeben sei, indem der Angeklagte insbesondere eine grosse 
kriminelle Bereitschaft gezeigt habe und mit den vielen Delikten ein erhebliches Er-
werbseinkommen erzielt habe. Der Angeklagte hat denn auch in der Zeit vom 21. 
September 2001 bis zum 07. Juni 2002, also während rund 8 1/2 Monaten einen 
Deliktsbetrag von rund Fr. 74'050.40 erbeutet. Dieser Deliktsbetrag entspricht ei-

28

nem durchschnittlichen monatlichen Betrag von ungefähr Fr. 8'700.00. Die aus der 
deliktischen Tätigkeit erwirtschafteten Erlöse stellen damit einen namhaften Beitrag 
an seine Lebenshaltungskosten dar. H. hatte sich darauf eingerichtet, durch seine 
deliktische Tätigkeit regelmässig zusätzliche Einnahmen zu erzielen. So nutzte er 
praktisch jede sich bietende Gelegenheit, um systematisch Diebstähle zu begehen 
und aus dem Erlös der gestohlenen Waren Drogen zu kaufen. Dabei ist nicht aus-
zuschliessen, dass er durch die einzelnen Delikte grössere Einkünfte anstrebte, als 
er schliesslich effektiv erzielen konnte. Aufgrund der vorliegenden Deliktsserie und 
der Umstände erfüllt der Angeklagte die Voraussetzungen der Gewerbsmässigkeit 
im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zweifelsohne. Er hat sich somit 
des gewerbsmässigen Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 2 StGB schuldig ge-
macht. Die beiden Diebstahlsversuche (Ziffer 1.25 und 1.29) gehen in den vollen-
deten gewerbsmässigen Delikten auf (vgl. BGE 123 IV 117).

3.a) Gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB wird auf Antrag mit Gefängnis oder 
Busse bestraft, wer eine Sache, an der ein fremdes Eigentums, Gebrauchs- oder 
Nutzungsrecht besteht, beschädigt, zerstört oder unbrauchbar macht. Diese Be-
stimmung stellt das Recht, ausschliesslich über die Gestalt und Verwendung der 
Sache zu bestimmen, unter Schutz. Das tatbestandsmässige Verhalten („beschädi-
gen“, „zerstören“ oder „unbrauchbar machen“) umfasst nicht nur Eingriffe in die Sub-
stanz des Gegenstandes, sondern auch die Beeinträchtigung seiner Funktion, die 
ihm nach seiner Beschaffenheit zukommt oder vom Eigentümer zugedacht wird. 
Vorauszusetzen ist aber stets, dass die Brauchbarkeit der Sache durch eine Einwir-
kung auf die Sache selbst und nicht durch ein anderweitiges Verhalten beeinträch-
tigt wird (vgl. zum Ganzen Jörg Rehberg / Niklaus Schmid, Strafrecht III, Delikte 
gegen den Einzelnen, Zürich 1997, § 15, Ziff. 1.2, S. 154). Beträgt der durch die 
Sachbeschädigung bewirkte Schaden weniger als Fr. 300.00, kommt der privilegie-
rende Tatbestand der geringfügigen Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 
StGB in Verbindung mit Art. 172ter Abs. 1 StGB zum Zuge. In subjektiver Hinsicht 
wird das Wissen um die Fremdheit der Sache und der Wille zu deren Beschädigung 
verlangt. 

b) Bevorzugte Diebstahlsobjekte des Angeklagten waren Fahrzeuge, 
Wohnungen und Restaurants respektive Geschäftsräumlichkeiten. Zutritt zu diesen 
Objekten verschaffte er sich in der Regel dadurch, dass er mittels Körpergewalt 
Türen und Fenster aufbrach respektive einschlug. In einzelnen Fällen richtete er 
auch an Einrichtungen und Mobiliar Sachschaden an. Die Geschädigten stellten in 
12 Fällen gültige Strafanträge. Durch die vorsätzliche Beschädigung fremden Sach-

29

eigentums erfüllte H. den Tatbestand der Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 
Abs. 1 StGB mehrfach. Gemäss BGE 123 IV 113 kommt dabei auch für Sachbe-
schädigungen mit geringem Sachschaden eine Privilegierung in Verbindung mit Art. 
172ter StGB nicht in Frage (Art. 172ter Abs. 2 StGB). Anders verhält es sich beim 
Delikt in Ziffer 1.31 der Anklageschrift. Diese geringfügige Sachbeschädigung zum 
Nachteil von Geschädigter 4 wurde als Einzeldelikt begangen, womit sich H. dies-
bezüglich der geringfügigen Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB in 
Verbindung mit Art. 172ter Abs. 1 StGB schuldig gemacht hat.

4.a) Hand in Hand mit Einschleich- und Einbruchdiebstählen in Häuser und 
Gebäude geht die Verletzung des Hausfriedens gemäss Art. 186 StGB. Laut dieser 
Bestimmung wird auf Antrag mit Gefängnis oder Busse bestraft, wer gegen den 
Willen des Berechtigten in ein Haus, in eine Wohnung, in einen abgeschlossenen 
Raum eines Hauses oder in einen unmittelbar zu einem Hause gehörenden umfrie-
deten Platz, Hof oder Garten oder in einen Werkplatz unrechtmässig eindringt, oder, 
trotz der Aufforderung eines Berechtigten, sich zu entfernen, darin verweilt. Diese 
Bestimmung schützt die Freiheit des Berechtigten, darüber zu entscheiden, wer sich 
in bestimmten Räumen aufhalten darf und wer nicht. Geschütztes Rechtsgut ist so-
mit das sogenannte Hausrecht, d.h. die Befugnis, über einen bestimmten Raum un-
gestört zu herrschen und darin den eigenen Willen frei zu betätigen (Stefan Trech-
sel, a.a.O., N 1 zu Art. 186 StGB). Dabei muss der Wille des Berechtigten, dass 
jemand in einen bestimmten Raum nicht eindringen soll, nicht ausdrücklich erklärt 
werden, sondern kann sich auch aus den Umständen ergeben. Auf subjektiver Seite 
wird Vorsatz verlangt.

b) Zur Begehung der Diebstähle hat sich der Angeklagte in mehreren Fäl-
len (vgl. Deliktsverzeichnisse, act. 4.2 und 4.4 sowie Anklageschrift Ziffer 1) gegen 
den Willen des Berechtigten und vorsätzlich Zutritt zu von Art. 186 StGB geschütz-
ten Räumen (Turnhallen, Keller, Wohnungen, Restaurants, Büros) verschafft. Aus-
genommen im Fall des Deliktes vom 01. Juni 2002 zum Nachteil von Geschädigte 
X (Ziffer 1.24), liegen die erforderlichen Strafanträge vor. Der Tatbestand des Haus-
friedensbruchs wurde vom Angeklagten vollumfänglich eingestanden. Bezüglich 
derjenigen Delikte, an welche sich der Angeklagte nicht mehr erinnern kann, er je-
doch des Hausfriedensbruchs angeklagt wird, kann für die Beweiswürdigung auf die 
sinngemässen Erwägungen bezüglich der Diebstähle verwiesen werden (vorste-
hende Ziffer 1 lit. c) bb)). Der Angeklagte hat demzufolge den Tatbestand des Haus-
friedensbruchs - ausgenommen im Fall der Ziffer 1.24 - in dem ihm vorgeworfenen 
Umfang in objektiver und subjektiver Hinsicht erfüllt.

30

5.a) Gemäss Art. 31 Abs. 2 SVG darf kein Fahrzeug führen, wer angetrun-
ken, übermüdet oder sonst nicht fahrfähig ist. Die Fahrfähigkeit beurteilt sich dabei 
nach dem Zustand des Führers. Fahrunfähig ist dabei nicht nur der angetrunkene 
Lenker, sondern auch der Kranke oder der durch Medikamente oder Drogen beein-
trächtigte. Das Strafmass beträgt gemäss Art. 90 Ziff. 1 SVG Haft oder Busse.

b) Gemäss Ziffer 2.2 und 2.3 der Anklageschrift vom 06. November 2002 
verstiess H. in der Zeit der vorliegenden Diebstahlserie mehrere Male gegen das 
Strassenverkehrsgesetz, indem er nach dem Konsum von Heroin am 02. April 2002 
ein Fahrzeug lenkte und in der Zeit vom 31. Mai 2002 bis zum 06. Juni 2002 ver-
schiedene Motorfahrräder lenkte. Dabei ist aufgrund der Indizien und der Sachlage 
erstellt, dass H. das von ihm entwendete Fahrzeug am 02. April 2002 von M. nach 
L. lenkte, bestätigte er doch auf entsprechenden Vorhalt, dass er ein Fahrzeug len-
ken könne, auch früher schon Fahrzeuge lenkte und dafür auch schon bestraft 
wurde (vgl. act. 31.2 S. 4, act. 4.13 S. 5). Bezüglich des Lenkens der verschiedenen 
Motorfahrräder ist der Angeklagte geständig (act. 24.3 S. 3, act. 27.3 S. 3 i.V.m. act. 
4.14 S. 2, act. 4.15 S. 4, 40.3 i.V.m. act. 4.15 S. 4). Für die Strafkammer erweist es 
sich damit als rechtsgenüglich nachgewiesen, dass sich H. der mehrfachen Verlet-
zung von Verkehrsregeln gemäss Art. 31 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 
1 SVG schuldig gemacht hat.

6.a) Wer ein Motorfahrzeug zum Gebrauch entwendet und wer ein solches 
Fahrzeug führt oder darin mitfährt, obwohl er bei Antritt der Fahrt von der Entwen-
dung Kenntnis hatte, wird nach Art. 94 Ziff. 1 Abs. 1 SVG mit Gefängnis oder mit 
Busse bestraft. Ebenso wird gemäss Ziff. 3 der vorgenannten Gesetzesbestimmung 
mit Haft oder Busse bestraft, wer ein Fahrrad unberechtigt verwendet.

b) H. ist überführt und geständig, in den Fällen von Ziffer 1.17, 1.30, und 
1.31 (Ziffer 2.1) der Anklageschrift anlässlich von ihm begangenen Diebstählen so-
wie in vier weiteren Fällen, Dossier 18, 25, 38 und 40, Motorfahrzeuge und Fahrrä-
der entwendet und diese gegen den Willen der Berechtigten in Besitz genommen 
zu haben. Mit den entwendeten Motorfahrzeugen und Fahrrädern fuhr der Ange-
klagte an diverse Orte im Kanton Graubünden wie auch im Kanton St. Gallen. Damit 
erfüllt H. den Tatbestand der Entwendung zum Gebrauch im Sinne von Art. 94 Ziff. 
1 und 3 SVG mehrfach.

31

7.a) Wer ein Motorfahrrad führt, hat gemäss Art. 3 b VRV einen geprüften 
Schutzhelm zu tragen. Das Strafmass bei Verletzung dieser Pflicht beträgt gemäss 
Art. 96 VRV Haft oder Busse.

b) H. ist geständig, in denjenigen Fällen in welchen er gemäss vorste-
hender Ziffer 6.b) Motorfahrräder zum Gebrauch entwendete, diese ohne Tragens 
einen Schutzhelmes gelenkt zu haben. Damit hat H. die Pflicht zum Tragen eines 
Schutzhelmes gemäss Art. 3 b VRV mehrfach verletzt.

8.a) Wer ohne den erforderlichen Führerausweis ein Motorfahrzeug führt, 
wird gemäss Art. 95 Ziff. 1 SVG mit Haft oder Busse bestraft. Ebenso wird gemäss 
Art. 145 Ziff. 1 VZV mit Haft oder Busse bestraft, wer ein Motorfahrrad führt, ohne 
im Besitz eines Führerausweis zu sein.

b) H. ist überführt, sowohl einmal ein Motorfahrzeug wie mehrmals Mo-
torfahrräder gelenkt zu haben, ohne im Besitze eines Führerausweises zu sein. Da-
mit hat er den Tatbestand gemäss Art. 95 Ziff. 1 SVG einmal und denjenigen 
gemäss Art. 145 Ziff. 1 VZV mehrmals erfüllt.

9.a) Art. 19a Ziff. 1 BetmG stellt den Konsum von Betäubungsmitteln unter 
Strafe. In welcher Form diese konsumiert werden, sei es mit Rauchen, Einspritzen, 
Essen, Trinken, Schnupfen, usw., spielt keine Rolle. Unter den Tatbestand fällt le-
diglich der Konsum von Betäubungsmitteln. Stoffe und Präparate die bloss ähnlich 
wirken wie Betäubungsmittel werden hingegen nicht erfasst. Auch auf die Menge 
des konsumierten Stoffes kommt es nicht an. In leichten Fällen besteht die Möglich-
keit, das Verfahren einzustellen oder von einer Bestrafung abzusehen (Art. 19a Ziff. 
2 BetmG). In subjektiver Hinsicht hält das Gesetz ausdrücklich fest, dass lediglich 
der vorsätzliche Konsum von Betäubungsmitteln strafbar ist.

b) H. ist geständig, in der Zeit vom 15. August 2001 bis zu seiner Verhaf-
tung am 18. Juni 2002 unter verschiedenen Malen insgesamt ca. 35 bis 40 Gramm 
Kokain für total ca. Fr. 5'000.00 konsumiert zu haben. H. hat somit mehrfach gegen 
Art. 19a Ziff. 1 BetmG verstossen.

10.a) Gemäss Art. 51 Abs. 1 lit. a des Transportgesetzes wird auf Antrag mit 
Busse bestraft, wer vorsätzlich oder fahrlässig Vollzugsvorschriften des Bundesra-
tes über die Zulassung von Personen oder Gegenständen zum Transport verletzt. 
Art. 1 Abs. 1 der Transportverordnung sieht vor, dass ein Reisender einen gültigen 

32

Fahrausweis besitzen muss, den er für die Dauer der Fahrt aufbewahren und auf 
Verlangen jedem mit der Kontrolle betrauten Bediensteten vorweisen muss.

b) H. fuhr in der Zeit vom 18. Mai 2002 bis zum 12. Juni 2002 mit dem 
Zug wiederholt auf der Strecke A. - S., Flums - A., Bad Ragaz - A., ohne im Besitz 
eines gültigen Fahrausweises zu sein. Der zur Bestrafung erforderliche Strafantrag 
der GESCHÄDIGTE 11 liegt vor. Damit verstiess er gegen Art. 51 Abs. 1 lit. a des 
Transportgesetzes in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 der Transportverordnung.

11.a) Der Richter bemisst die Strafe nach dem Verschulden des Täters. Er 
berücksichtigt die Beweggründe, das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse 
des Schuldigen (Art. 63 StGB). Das Verschulden umfasst den gesamten Unrechts- 
sowie Schuldgehalt der konkreten Straftat. Der Bemessung der Strafe ist die 
Schwere der Tat zugrunde zu legen. Unterschieden wird beim Verschulden weiter 
in Tat- und Täterkomponente (BGE 117 IV 112 f.). Bei der Tatkomponente sind ins-
besondere das Ausmass des verschuldeten Erfolges, die Art und Weise der Her-
beiführung desselben, die Willensrichtung, mit welcher der Täter handelte und seine 
Beweggründe zu beachten. Die Täterkomponente hingegen umfasst das Vorleben, 
insbesondere auch allfällige Vorstrafen, die persönlichen Verhältnisse des Täters 
sowie das Verhalten nach der Tat oder im Strafverfahren, wie zum Beispiel Reue, 
Einsicht oder Strafempfindlichkeit (BGE 118 IV 14, BGE 124 IV 44 f.). Bei der 
Berücksichtigung des Vorlebens des Täters können auch Vorstrafen, welche im 
Strafregister gelöscht beziehungsweise entfernt wurden, jedoch dem Gericht aus 
anderen Gründen zur Kenntnis gelangt sind, einbezogen werden (BGE 121 IV 3). 
Innerhalb des gesetzlichen Strafrahmens ist ohne Bindung an feste Regeln die ver-
schuldensgerechte Strafe zu finden. Die erwähnten, in die Waagschale zu legenden 
Elemente wirken sich auf das Mass der auszufällenden Strafe aus, wobei in der 
Begründung der Strafzumessung die Überlegungen des Richters nachvollziehbar 
sein müssen.

Wenn jemand durch eine oder mehrere Handlungen mehrere Freiheitsstra-
fen verwirkt hat, so verurteilt ihn der Richter nach dem Asperationsprinzip zu der 
Strafe der schwersten Tat und erhöht deren Dauer angemessen. Er kann jedoch 
das höchste Mass der angedrohten Strafe nicht um mehr als die Hälfte erhöhen und 
ist dabei an das gesetzliche Höchstmass gebunden (Art. 68 Ziff. 1 StGB). Schwerste 
Tat ist diejenige, welche unter den mit der höchsten Strafe bedrohten Tatbestand 
fällt. Grundlage für die Strafzumessung ist daher im vorliegenden Fall der in Art. 139 

33

Ziff. 2 StGB vorgesehene Strafrahmen von drei Monaten Gefängnis bis zu zehn 
Jahren Zuchthaus.

b) Zu beachten ist im vorliegenden Fall, dass die nunmehr bekannt ge-
wordenen und vorliegend zu beurteilenden Delikte durch den Angeklagten zu einem 
Teil vor seiner Verurteilung durch den Kreispräsidenten Chur vom 07. Mai 2002, wie 
auch vor seiner Verurteilung durch das Untersuchungsrichteramt Uznach vom 28. 
August 2001 begangen wurden. Den grössten Teil der vorliegend zu beurteilenden 
Delikte beging H. nachweislich vor Ausfällung des Strafmandates durch den 
Kreispräsidenten Chur, einen kleinen Teil, namentlich einzelne Verstösse gegen 
das Betäubungsmittelgesetz, beging er sogar vor Ausfällung des Strafmandates 
durch das Untersuchungsrichteramt Uznach. So muss für diese neu zu beurteilen-
den Taten eine teilweise Zusatzstrafe zu diesen bereits gesprochenen Strafen aus-
gefällt werden. Bei der Bemessung dieser teilweisen Zusatzstrafe ist darauf zu ach-
ten, dass der Täter durch die doppelte Aburteilung nicht besser und nicht schlechter 
gestellt wird, als wenn alle zu einem Zeitpunkt verfolgbaren Taten in einem Urteil 
abgehandelt worden wären (Art. 68 Ziff. 2 StGB). Die Bemessung erfolgt auf die 
Weise, dass sich das Gericht vorerst fragt, welche Strafe es im Falle einer gleich-
zeitigen Verurteilung in Anwendung von Art. 68 Ziff. 1 StGB ausgesprochen hätte. 
Ausgehend von dieser hypothetischen Gesamtbewertung muss es anschliessend 
unter Beachtung der rechtskräftigen Grundstrafe und allfälliger anderer Zusatzstra-
fen die erneute Zusatzstrafe bemessen (BGE 109 IV 93).

c) Das Verschulden von H. wiegt unter dem Gesichtspunkt der Tatkom-
ponente schwer, hat er doch innerhalb von 8 1/2 Monaten 27 Diebstähle sowie zahl-
reiche weitere Delikte auch gegen das Strassenverkehrsgesetz und das Betäu-
bungsmittelgesetz verübt. Zudem war er erst gerade am 15. August 2001 aus dem 
Strafvollzug bedingt entlassen worden. Indem H. kurz danach bereits wieder delin-
quierte, legte er einen erheblichen kriminellen Willen an den Tag. Auch nach der 
Verurteilung durch das Untersuchungsrichteramt Uznach vom 28. August 2001 so-
wie nach der Verurteilung durch den Kreispräsidenten Chur vom 07. Mai 2002 
schreckte er nicht davor zurück, weitere Delikte zu begehen. Zudem scheinen ihn 
auch die diversen früheren Verurteilungen, welche im Wesentlichen die gleichen 
Tatbestände wie die vorliegend zu beurteilenden betrafen, nicht beeindruckt zu ha-
ben. Diese Vorstrafen sind denn auch straferhöhend zu werten. Strafschärfend wir-
ken sich der Rückfall (Art. 67 StGB), die mehrfache Tatbegehung und das Zusam-
mentreffen mehrerer strafbarer Handlungen aus (Art. 68 Ziff. 1 StGB).

34

Strafmindernd kann H. sein umfassendes Geständnis und seine Kooperati-
onsbereitschaft zugute gehalten werden. Zu Gunsten des Angeklagten sind zudem 
seine, auch anlässlich der Hauptverhandlung wieder geäusserten Absichten, von 
der Drogensucht wegzukommen, zu werten. Ebenso seine gezeigte Reue und der 
Umstand, dass er das Unrecht seiner Taten heute einsieht. Zudem ist auch zu 
berücksichtigen, dass H. wohl unter einem gewissen Beschaffungsdruck und nicht 
aus reiner Gewinnsucht handelte. Strafmildernd (Art. 11 StGB) ist, dies gemäss 
übereinstimmenden Ausführungen der Staatsanwaltschaft wie auch der Verteidi-
gung, in sinngemässer Berücksichtigung des Gutachtens vom 04. August 2000 vor-
liegend die mittelschwere Beeinträchtigung der Zurechnungsfähigkeit von H. zu 
berücksichtigen.

Unter Berücksichtigung sämtlicher Strafzumessungsgründe und in Anbe-
tracht der durch das Untersuchungsrichteramt Uznach und den Kreispräsidenten 
Chur bereits ausgesprochenen Strafen erscheint, zum Teil als Zusatzstrafe, eine 
Freiheitsstrafe von 12 Monaten Gefängnis dem Verschulden und der Verhaltens-
weise von H. als angemessen und gerechtfertigt.

d) Nach Art. 69 StGB rechnet das Gericht dem Verurteilten die Untersu-
chungshaft auf die Freiheitsstrafe an, soweit der Täter diese nicht durch sein Ver-
schulden nach der Tat herbeigeführt oder verlängert hat. Nach der neueren Praxis 
des Bundesgerichts darf von einer Anrechnung nur abgesehen werden, sofern der 
Beschuldigte durch sein – nach rechtsstaatlich vertretbaren Verfahrensgrundsätzen 
vorwerfbares – Verhalten nach der Tat die Untersuchungshaft in der Absicht her-
beigeführt oder verlängert hat, um dadurch den Strafvollzug zu verkürzen oder zu 
umgehen (BGE 117 IV 404 ff.; Rehberg, Strafrecht II, 6. Auflage, Zürich 1994, S. 
88). Als solches Verhalten gilt weder die blosse Verweigerung von Aussagen noch 
die einfache Bestreitung der dem Angeschuldigten vorgeworfenen Straftaten, son-
der einzig das Aufstellen von unwahren oder irreführenden Behauptungen, welche 
die Behörden zu weiteren und unnötigen Erhebungen veranlassen oder der Miss-
brauch von Verteidigungsrechten zur Erreichung sachfremder Zwecke (BGE 105 IV 
241, 103 IV 10). Ablehnungsgründe im Sinne der aufgeführten Rechtsprechung be-
stehen in Bezug auf H. nicht, so dass einer Anrechnung der erstandenen Untersu-
chungshaft von 80 Tagen an die Strafe gestützt auf Art. 69 StGB nichts entgegen 
steht.

12.a) Bei diesem Strafmass ist zu prüfen, ob dem Verurteilten für die zwölf-
monatige Gefängnisstrafe die Rechtswohltat des bedingten Strafvollzuges gewährt 

35

werden kann. Die diesbezüglichen Anforderungen bestimmen sich nach  Art. 41 Ziff. 
1 StGB. Die Gewährung des bedingten Strafvollzuges ist an bestimmte Vorausset-
zungen geknüpft, bei deren Vorliegen der Verurteilte einen Anspruch darauf hat. 
Das Gericht verfügt indes über ein weites Ermessen (Stefan Trechsel, a.a.O., N 5 
zu Art. 41 StGB). In objektiver Hinsicht ist zunächst erforderlich, dass die Freiheits-
strafe 18 Monate nicht übersteigt. Gemäss Abs. 2 der genannten Gesetzesbestim-
mung ist der Aufschub einer Freiheitsstrafe von Gesetzes wegen nicht zulässig, 
wenn der Verurteilte innerhalb der letzten fünf Jahre vor der Tat wegen eines vor-
sätzlich begangenen Verbrechens oder Vergehens eine Zuchthaus- oder Gefäng-
nisstrafe von mehr als drei Monaten verbüsst hat. In subjektiver Hinsicht müssen 
Vorleben und Charakter des Verurteilten erwarten lassen, er werde durch die An-
ordnung der bedingten Strafe abgeschreckt und von der Begehung weiterer Verbre-
chen und Vergehen abgehalten. Es ist zu prüfen, ob eine günstige Prognose für 
künftiges Wohlverhalten gestellt werden kann, wobei in erster Linie der Grundsatz 
der Spezialprävention massgeblich ist (BGE 118 IV 100).

b) Während das ausgesprochene Strafmass von zwölf Monaten Gefäng-
nis die Anordnung des bedingten Strafvollzuges noch zulassen würde, scheitert dies 
indes an der Tatsache, dass der Verurteilte innerhalb der letzten fünf Jahre vor der 
Tat wegen eines vorsätzlich begangenen Verbrechens oder Vergehens eine Zucht-
haus- oder Gefängnisstrafe von mehr als drei Monaten verbüsst hat. So wurde H. 
am 09. Januar 2001 vom Bezirksgericht Werdenberg und S. zu einer Gefängniss-
trafe von 14 Monaten verurteilt. Aus diesen Gründen kann die Frage, ob H. eine 
günstige Prognose gestellt werden kann, offenbleiben. Die Gewährung des beding-
ten Strafvollzuges kommt somit bereits aus objektiven Gründen nicht in Betracht, 
womit die Strafe durch H. zu verbüssen ist.

13.a) Nach Art. 58 Abs. 1 StGB verfügt der Richter ohne Rücksicht auf die 
Strafbarkeit einer bestimmten Person die Einziehung von Gegenständen, die zur 
Begehung einer strafbaren Handlung gedient haben oder bestimmt waren, oder die 
durch eine strafbare Handlung hervorgebracht worden sind, wenn diese Ge-
genstände die Sicherheit von Menschen, die Sittlichkeit oder die öffentliche Ord-
nung gefährden.

b) Beim Angeklagten wurden mit Beschlagnahmeverfügung vom 23. 
September 2002 eine Kunststoffbox mit Spritzen und Löffel beschlagnahmt (act. 
32.7). Diese beschlagnahmten Gegenstände werden gestützt auf Art. 58 Abs. 1 
StGB gerichtlich eingezogen und sind gemäss Art. 58 Abs. 2 StGB zu vernichten.

36

14.a) Gemäss Art. 44 Ziff. 1 Abs. 1 in Verbindung mit Ziff. 6 kann das Ge-
richt, um die Gefahr künftiger Verbrechen oder Vergehen zu verhüten, die Einwei-
sung des Täters in eine Heilanstalt anordnen, wenn dieser rauschgiftsüchtig ist und 
die von ihm begangene Tat mit der Sucht im Zusammenhang steht. Ebenso kann 
das Gericht eine ambulante Behandlung anordnen. Art. 43 Ziff. 2 StGB ist entspre-
chend anwendbar. Gemäss Art. 44 Ziff. 1 Abs. 2 StGB ist es erforderlich, über den 
körperlichen und geistigen Zustand des Täters sowie über die Zweckmässigkeit der 
Behandlung ein Gutachten einzuholen. H. wurde diesbezüglich bereits vor knapp 2 
½ Jahren, am 04. August 2000 einer psychiatrischen Begutachtung unterzogen. Die 
amtliche Verteidigerin wendete ein, das Gutachten sei überhaupt nicht mehr an-
wendbar, da es den Zustand von H. vor rund 2 ½ Jahren beschreibe und sich die 
Beurteilung innert dieser Zeit sehr wohl geändert haben könne.

Gemäss Art. 13 StGB hat die Untersuchungs- oder die urteilende Behörde 
eine Untersuchung des Angeklagten anzuordnen, wenn sie Zweifel an dessen Zu-
rechnungsfähigkeit hat oder wenn zum Entscheid über die Anordnung einer sichern-
den Massnahme Erhebungen über dessen körperlichen oder geistigen Zustand 
nötig sind. Dabei ist Art. 13 StGB auch anwendbar für die Beantwortung der Frage, 
wann ein neues Gutachten einzuholen ist, wenn der Angeklagte bereits einmal, in 
einem früheren Strafverfahren, begutachtet wurde und seither längere Zeit verstri-
chen ist (vgl. BGE 116 IV 274, 88 IV 51). Auf ein früheres Gutachten darf dann 
abgestellt werden, wenn nicht inzwischen veränderte Verhältnisse ernsthafte Zwei-
fel wecken (Stefan Trechsel, a.a.O., N 2 zu Art. 13 StGB). Eine neue Begutachtung 
ist nur nötig, wenn seit der früheren Begutachtung Umstände eingetreten sind oder 
offenbar geworden sind, die den Richter daran zweifeln lassen, ob auf das frühere 
Gutachten noch abgestellt werden dürfe, oder wenn sich Zweifel darüber so gebie-
terisch aufdrängen, dass sie schlechterdings nicht unterdrückt werden können 
(BGE 88 IV 49). Losgelöst von der Berücksichtigung der Umstände des Einzelfalles, 
rein als Illustration der Komponente der „langen Zeit“, verneinte das Bundesgericht 
beispielsweise eine erneute Begutachtung beim Vorliegen eines zwei Jahre alten 
Gutachtens (BGE 106 IV 236) wie auch beim Vorliegen eines bereits acht Jahre 
alten Gutachtens (BGE 88 IV 49), bejahte eine erneute Begutachtung jedoch beim 
Vorliegen eines bereits 18 Jahre zurück liegenden Gutachtens (BGE 116 IV 273).

Das Gutachten vom 04. August 2000 der Klinik P. wurde im Rahmen der 
Beurteilung einer von H. in der Zeit von Herbst 1998 bis Ende 2000 begangenen 
Diebstahlserie in Auftrag gegeben. Gegenstand der Begutachtung bildete die Frage 
der Zurechnungsfähigkeit des Angeklagten. Im Rahmen des vorliegenden Verfah-

37

rens hat sich der Angeklagte für eine gleichartige Deliktsserie zu verantworten und 
auch die Suchtprobleme des Angeklagten haben sich zwischenzeitlich nicht verän-
dert. Der Angeklagte war bereits damals schwerst drogenabhängig und bezog auch 
schon damals beim gleichen Arzt (Dr. med. C.) Methadon und Valium. Im Rahmen 
der Strafuntersuchung wurde der Angeklagte dahingehend befragt, ob die im Gut-
achten diagnostizierte Verminderung seiner Zurechnungsfähigkeit seiner Ansicht 
nach noch zutreffen würde. Dies wurde vom Angeklagten klar bestätigt, er mithin 
also mit der Begutachtung und der daraus gezogenen Schlussfolgerungen aus-
drücklich einverstanden war. Eine neuerliche Begutachtung in Bezug auf die Frage 
der Zurechnungsfähigkeit sei aus seiner Sicht nicht notwendig (vgl. untersuchungs-
richterliche Einvernahme vom 11. Juli 2002, act. 2.11). Ausgangspunkt der Begut-
achtung im Jahre 2000 stellte die gleiche Problematik, nämlich die gleiche Drogen-
sucht, die gleiche Persönlichkeitsstörung und die gleichartige damit verbundene De-
liktsserie des Angeklagten dar. Ohne sich dabei eine unzulässige Beantwortung 
nicht geläufiger Fachfragen anzumassen, ist für die Strafkammer aufgrund dieser 
Sachlage erstellt, dass eine erneute Begutachtung keine entscheidend neuen 
Schlussfolgerungen ergeben würde. Die von der Verteidigung geltend gemachte 
angebliche Änderung der Einstellung von H. vermag denn für sich allein auch noch 
keine veränderten Verhältnisse zu begründen, welche ernsthafte Zweifel an der 
Aussagekraft des vorgelegten Gutachtens zu wecken vermöchten. Alles spricht 
dafür, dass sich H. seit der letzten Begutachtung nicht wesentlich verändert hat, 
dies insbesondere auch vor dem Hintergrund, dass die vorliegend zu beurteilende 
Deliktsserie bereits ein Jahr nach der Begutachtung begonnen wurde. Auf eine er-
neute Begutachtung kann damit verzichtet werden und für die vorliegende Beurtei-
lung auf die im Gutachten aufgeführten Begründungen und Schlussfolgerungen ab-
gestellt werden.

b) An der Hauptverhandlung beantragte die Verteidigung die Anordnung 
einer ambulanten Massnahme. Der Staatsanwalt verwies diesbezüglich auf die Er-
wägungen im vorliegenden Gutachten vom 04. August 2000, wonach eine ambu-
lante Massnahme als ungenügend beurteilt wurde und vom Gutachter demzufolge 
auch nicht empfohlen wurde. Damit könne eine solche auch nicht beantragt werden. 
Der Angeklagte wünschte die Anordnung einer ambulanten Massnahme, lehnte je-
doch eine stationäre Therapie nach wie vor ausdrücklich ab.

Im Gutachten der Klinik P. vom 04. August 2000 gelangte der Experte zum 
Schluss, dass die Verminderung der Zurechnungsfähigkeit auf die dissoziale Per-
sönlichkeitsstörung und die schwere Suchtmittelabhängigkeit von H. zurückzu-

38

führen sei. Eine ambulante Massnahme würde dem Angeklagten keine ausrei-
chende Sicherheit gewähren, von seinem deliktischen Verhalten mit Drogenkonsum 
wegzukommen. Eine entsprechende Behandlung, strukturell und inhaltlich gesehen 
sei denn auch nur in einer stationären Suchttherapie mit konsequenter sucht- und 
psychotherapeutischer Arbeit sinnvoll. Und selbst dabei seien die Erfolgsaussichten 
nur langfristig zu erwarten (vgl. act. 2.10 S. 22 und 23).

c) Aufgrund der klaren Ausführungen des Experten erachtet die Straf-
kammer die Voraussetzungen zur Anordnung einer Massnahme im Sinne von Art. 
44 Ziff. 1 Abs. 1 in Verbindung mit Ziff. 6 StGB in casu als nicht gegeben. Die An-
ordnung einer ambulanten Massnahme, welche vom Experten ausdrücklich als un-
zureichend beurteilt wurde, würde die therapeutischen Ziele klar verfehlen. Über 
diese klare Aussage des Experten kann das Gericht denn auch nicht hinwegsehen. 
Zudem wäre eine von der Beurteilung des Experten abweichende Anordnung auf-
grund der damit angemassten unzulässigen Beantwortung dem Gericht nicht geläu-
figer Fachfragen klar verfehlt. Auf die gerichtliche Anordnung einer ambulanten 
Massnahme ist demzufolge zu verzichten. Im Rahmen des Strafvollzuges steht es 
H. selbstredend frei, seinen Willen, sich behandeln zu lassen, freiwillig im Rahmen 
einer ambulanten Therapie umzusetzen.

15.a) Gemäss Art. 131 Abs. 3 StPO entscheidet das Gericht auch über 
fristgerecht eingereichte Adhäsionsklagen ohne Rücksicht auf den Streitwert. Die 
prozessuale Erforschung der materiellen Wahrheit im Interesse einer möglichst 
wirklichkeitsnahen Entscheidung über materielle Ansprüche darf jedoch nicht auf 
Kosten eines geordneten und gerechten Verfahrens erfolgen. In diesem Sinne hält 
Art. 131 Abs. 3 StPO einschränkend fest, dass das Gericht über die Adhäsions-
klagen nur zu entscheiden hat, sofern es die Akten zur Beurteilung des Zivilpunktes 
als ausreichend erachtet. Ist dies nicht der Fall, wird die Adhäsionsklage an den 
ordentlichen Richter verwiesen. Soweit es, wie in den vorliegenden Fällen, um Zi-
vilansprüche als mittelbare Folge von Diebstahl geht, richten sich die Rechte und 
Pflichten der Geschädigten und das entsprechende Verfahren ausschliesslich nach 
Art. 131 Abs. 3 StPO und den daraus abgeleiteten Grundsätzen.

Wenngleich Art. 131 StPO an die Form der Adhäsionsklage keine allzu hohen 
Anforderungen stellt, gilt doch festzustellen, dass die Klage lediglich aus Gründen 
der Prozessökonomie mit dem Strafverfahren verbunden ist, im übrigen aber 
grundsätzlich den Regeln der Zivilprozessordnung unterliegt. Auch der Adhäsions-
kläger hat deshalb bei seiner Eingabe die elementaren zivilprozessualen Former-

39

fordernisse zu beachten. Insbesondere ist die Adhäsionsklage fristgerecht bis 
spätestens am zwanzigsten Tag nach Eingang der Verfügung betreffend den 
Schluss der Untersuchung, welche vorliegend am 23. September 2002 erging, 
einzureichen. Der Adhäsionsprozess dient seinem Wesen nach dazu, den Bestand 
privatrechtlicher Ansprüche obrigkeitlich verbindlich festzustellen, damit sie nötigen-
falls zwangsweise durchgesetzt werden können. Gerade im Hinblick auf das Voll-
streckungsverfahren muss deshalb eindeutig feststehen, wer gegen wen einen Voll-
streckungstitel hat, ansonsten der Anspruch nicht durchgesetzt werden kann. Als 
elementare Voraussetzung eines geordneten und gerechten Verfahrens hat der 
Kläger als Geschädigter deshalb auch seine Partei- und Prozessfähigkeit zu bele-
gen und die Person, gegen welche sich sein Anspruch richtet - namentlich dann, 
wenn mehrere Personen als Schädiger in Frage kommen - , in genügender Form 
zu benennen (Art. 23 ff. und Art. 82 ZPO; Jürg Domenig, die Adhäsionsklage im 
Bündner Strafprozess, Diss. Zürich 1990, Seite 44 ff. und Seite 79 ff.).

Zwar sind die Strafverfolgungsbehörden aufgrund der im Strafprozess gel-
tenden Instruktionsmaxime verpflichtet, die materielle Wahrheit zu ergründen. Der 
Untersuchungsgrundsatz erfährt aber im Adhäsionsverfahren eine nachhaltige Ein-
schränkung, indem gemäss Art. 129 Abs. 2 StPO der Untersuchungsrichter jeder-
zeit berechtigt ist, Beweisanträge abzulehnen, falls diese mit dem Zweck der Stra-
funtersuchung nicht vereinbar erscheinen oder den Gang des Verfahrens verzögern 
können. Auch kann aus der im Untersuchungsverfahren geltenden Instruktionsma-
xime nicht abgeleitet werden, dass im Rahmen des Gerichtsverfahrens  bei der Ad-
häsionsklage die Offizialmaxime zu berücksichtigen wäre und die Sammlung des 
Prozessstoffes nebst den Parteien auch dem Gericht obliegt. Es ist vielmehr - wie 
beim ordentlichen Zivilprozess - grundsätzlich Sache der Parteien, dem Gericht  den 
Tatbestand darzulegen und auch zu beweisen. Der Geschädigte hat deshalb die 
Möglichkeit, seine Klage spätestens bis zum zwanzigsten Tag nach Eingang der 
Schlussverfügung durch schriftlich formulierte Begehren bei der Staatsanwaltschaft 
einzureichen, die sie dem zuständigen Gericht übermittelt (Art. 130 Abs. 2 StPO).

Der Angeklagte erhält vom Gerichtspräsidenten Gelegenheit, zur Adhäsions-
klage Stellung zu nehmen und eine Aktenergänzung zu beantragen. Lediglich der 
Angeklagte, nicht aber der Adhäsionskläger, hat - was eine grammatikalische Aus-
legung des Art. 131 Abs. 3 StPO ergibt - das Recht, anlässlich der Hauptverhand-
lung seinen Antrag auf Aktenergänzung wieder aufzunehmen. Der Adhäsionskläger 
ist deshalb gehalten, sämtliche Beweismittel, mit welchen er seinen Anspruch zu 
belegen beabsichtigt, fristgerecht bei Anhebung der Adhäsionsklage zu benennen 

40

und - soweit sich diese noch nicht bei den Untersuchungsakten befinden - auch 
einzureichen. Da der Adhäsionsprozess der Dispositionsmaxime untersteht, ist es 
Sache der Parteien, das Thema des Prozesses zu bestimmen. Die Klage muss er-
kennen lassen, welche Leistungen der Kläger vom Beklagten beansprucht. Das Ge-
richt ist an die Anträge insoweit gebunden, als es grundsätzlich dem Kläger in sei-
nem Urteil weder mehr noch anderes zusprechen darf, als dieser selbst verlangt 
hat. So postuliert Art. 130 Abs. 2 StPO, dass die Adhäsionsklage zumindest ein 
schriftlich formuliertes Begehren zu beinhalten hat (PKG 1970 Nr. 18). Forderungen 
bis zu Fr. 2'000.-- können auch zu Protokoll gegeben werden (Art. 130 Abs. 3 StPO).

Mit der Formulierung des Anspruches wird gemäss Art. 130 Abs. 4 StPO der 
Leitschein im Sinne der Zivilprozessordnung ersetzt. Art. 71 Abs. 1 Ziff. 4 ZPO in 
Verbindung mit Art. 73 ZPO verlangt bei der Forderungsklage die Bezifferung des 
Streitwertes im Leitschein. Da diese Regelung mutatis mutandis auch für die im 
Strafverfahren adhäsionsweise geltend gemachten Zivilklagen gilt, gehört zu jeder 
auf die Ausrichtung einer Geldleistung gerichteten Adhäsionsklage zumindest die 
genaue Angabe der Forderung in Wort oder Zahl (PKG 1960 Nr. 56). 

b) Im vorliegenden Verfahren reichte die Geschädigte 10 am 29. Juli 
2002 eine Adhäsionsklage im Umfang von Fr. 366.20 ein. Diese Adhäsionsklage 
wurde form- und fristgerecht eingereicht. Vom Angeklagten wurde diese Forderung 
anerkannt. Von der Anerkennung dieser Adhäsionsklage durch den Angeklagten 
wird damit vom Gericht Vormerk genommen.

16. Die Kosten der Strafuntersuchung, des Gerichtsverfahrens sowie der 
amtlichen Verteidigung gehen bei diesem Ausgang des Verfahrens zu Lasten des 
Verurteilten (Art. 158 Abs. 1 StPO). Die vom ursprünglichen amtlichen Verteidiger 
im Anschluss an die Urteilsfällung noch geltend gemachten Kosten gehen zudem 
im Umfang von Fr. 839.30 zusätzlich zu Lasten des Verurteilten. Demgegenüber 
sind die Kosten der angerechneten Untersuchungshaft und jene des Strafvollzuges 
vom Kanton Graubünden zu übernehmen (Art. 158 Abs. 3 StPO in Verbindung mit 
Art. 188 StPO).

41

Demnach erkennt die Strafkammer :

1. H. ist schuldig des gewerbsmässigen Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 2 
StGB, der mehrfachen Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB, der 
geringfügigen Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB in Verbin-
dung mit Art. 172ter Abs. 1 StGB, des mehrfachen Hausfriedensbruchs 
gemäss Art. 186 StGB, der mehrfachen Verletzung von Verkehrsregeln 
gemäss Art. 31 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 1 SVG, der Verlet-
zung von Verkehrsregeln gemäss Art. 3b VRV in Verbindung mit Art. 96 VRV, 
der mehrfachen Entwendung zum Gebrauch gemäss Art. 94 Ziff. 1 und 3 
SVG, des Fahrens ohne Führerausweis gemäss Art. 95 Ziff. 1 SVG, des 
mehrfachen Fahrens eines Motorfahrrades ohne Führerausweis gemäss Art. 
145 Ziff. 1 VZV, der mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 19a Ziff. 1 BetmG 
sowie der mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 51 Abs. 1 des Transport-
gesetzes (TG) in Verbindung mit Art. 1 der Transportverordnung (TV). 

2. Dafür wird er - teilweise als Zusatz zu den mit Strafmandat des Untersu-
chungsamtes Uznach vom 28. August 2001 und mit Strafmandat des 
Kreispräsidenten Chur vom 07. Mai 2002 ausgefällten Strafen - mit 12 Mo-
naten Gefängnis abzüglich der erstandenen Untersuchungshaft von 80 Ta-
gen bestraft.

3. Die mit Beschlagnahmeverfügung vom 23. September 2002 sichergestellte 
Kunststoffbox mit Spritzen und Löffel (SDIV, Lager-Nr. 165/02) wird gestützt 
auf Art. 58 Abs. 1 StGB gerichtlich eingezogen; sie ist gestützt auf Art. 58 
Abs. 2 StGB zu vernichten.

4. Von der Anerkennung der Adhäsionsklage der Schweizerischen Bundesbah-
nen Geschädigte 10 im Betrage von Fr. 366.20 wird Vormerk genommen.

5. Die Kosten des Verfahrens, bestehend aus:

- den Untersuchungskosten der Staatsanwaltschaft Graubünden:
- Barauslagen Fr. 2'809.50
- Untersuchungsgebühren Fr. 4'785.00
- Kosten gemäss Art. 354 StGB Fr. 480.00

- der Gerichtsgebühr von Fr. 3'000.00

- und dem Honorar der amtlichen Verteidigung von Fr. 3'839.30

42

total somit Fr. 14'913.80

gehen zu Lasten von H..

Die Kosten der angerechneten Untersuchungshaft sowie die Kosten des 
Strafvollzuges gehen zu Lasten des Kantons Graubünden.

6. Gegen dieses Urteil kann, sofern Verletzung eidgenössischen Rechts gel-
tend gemacht werden will, Nichtigkeitsbeschwerde an den Kassationshof des 
schweizerischen Bundesgerichts geführt werden. Diese ist dem Bundesge-
richt innert 30 Tagen seit Zustellung der vollständigen Ausfertigung des Ent-
scheides in der in Art. 273 des Bundesgesetzes über die Bundesstrafrechts-
pflege (BStP) vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Beschwerdele-
gitimation und die weiteren Voraussetzungen der Nichtigkeitsbeschwerde 
gelten die Art. 268 ff. BStP.

7. Mitteilung an:

__________

Für die Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubünden 
Der Vizepräsident Der Aktuar ad hoc