# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8f84fab7-f0ed-52c6-8c45-1d643ca0fd88
**Source:** TA (TA)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-03-26
**Language:** de
**Title:** Schiedsgerichte Schweizer Sportgericht 26.03.2025 SSG 2024/E/41
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/TA_SST/TA_SST_001_SSG-2024-E-41_2025-03-26.pdf

## Full Text

1 

 

 

SSG 2024/E/41 - SSI v. A._____ 
 

 

 
 
 

 
Entscheid 

 

des 

 

SCHWEIZER SPORTGERICHTS 

 

in folgender Besetzung: 

 

Vorsitzender Richter:  Dr. Vitus Derungs, Rechtsanwalt, Zürich 

 

In der Sache zwischen 

 

 

 

Stiftung Swiss Sport Integrity (SSI), Eigerstrasse 60, 3007 Bern 

vertreten durch Nicola Schaller, Jessica Brühlmann und Laura van Tiel, Rechtsdienst 

 

- Antragsstellerin - 

 

und 

 

A._____  

- Angeschuldigte Person - 

 

und 

 

B._____  

- Mutmassliches Opfer - 

 
  

 

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I. Die Parteien 

1. Die Stiftung Swiss Sport Integrity ("SSI" oder "Antragstellerin") ist eine Stiftung nach 

schweizerischem Recht mit Sitz in Bern (Schweiz). Seit dem 1. Januar 2022 ist SSI sowohl als 

Nationale Agentur zur Bekämpfung von Doping (Art. 19 Abs. 2 SpoFöG1 und Art. 73 SpoFöV2) 

als auch als Nationale Meldestelle für Ethikverstösse und Missbrauchsfälle im Schweizer 

Sport (Art. 72f SpoFöV) zuständig. 

 

2. A._____ ("angeschuldigte Person") war zum Zeitpunkt der Vorfälle als Trainer, 

Geschäftsführer und Mitglied des Vorstandes der C._____ tätig. Aufgrund seiner leitenden 

Funktion in der C._____ untersteht die angeschuldigte Person gemäss Art. 1.1 Abs. 3 als 

natürliche Person dem Ethik-Statut des Schweizer Sports von Swiss Olympic ("Ethik-Statut").  

 

3. B._____ ist Volleyballspielerin und mutmassliches Opfer des gemeldeten Ethikverstosses. 

 

4. SSI, die angeschuldigte Person und das mutmassliche Opfer werden im Folgenden 

gemeinsam als "Parteien" bezeichnet. 

II. Sachverhalt und Prozessgeschichte 

5. Das vorliegende Verfahren betrifft einen potenziellen Verstoss gegen Bestimmungen zum 

Schutz der psychischen Integrität. 

 

6. Nachfolgend ist eine Zusammenfassung der wichtigsten Elemente des Sachverhalts gemäss 

den Schilderungen der Parteien in deren schriftlichen Eingaben wiedergegeben. Für 

weiterführende Details wird auf die schriftlichen Eingaben der Parteien verwiesen 

respektive im nachfolgenden Entscheid dort auf sie eingegangen, wo dies für die Beurteilung 

der betreffenden Fragen relevant ist. 

A. Verfahren vor Swiss Sport Integrity 

7. Am 3. Juli 2023 ging bei SSI eine anonyme Meldung betreffend Ethikverstösse bei der 

C._____ ein, wonach die angeschuldigte Person in ihrer Funktion als Trainer Spielerinnen 

der C._____ jeden Tag runtermachen, beleidigen und kritisieren würde. Aufgrund der so 

geschaffenen Angststimmung hätten einzelne Spielerinnen grosse psychische Probleme. Der 

Alltag sei so unausstehlich geworden, dass die meldende Person weniger gegessen und nach 

dem Essen erbrochen habe. Auch habe die meldende Person angefangen den Sport zu 

hassen und zu zittern, sobald sie den Trainer gesehen habe. Auch habe sie sich isoliert, sich 

selbst weh getan und Suizidgedanken gehabt. Sie habe zudem bereits zweimal versucht, sich 

das Leben zu nehmen. Die meldende Person sei der Ansicht, dass ein solches Verhalten nicht 

Teil des Sports sein sollte. Das Verhalten der angeschuldigten Person würde die Spielerinnen 

nicht stärker machen, sondern sie einfach nur zerstören (Meldung Nr. 474/2023). 

 

8. Am 20. Juli 2023 ging bei SSI eine weitere Meldung von Johannes Nowotny, Leiter 

Nachwuchs und Nachwuchsverantwortlicher Volleyball (Frauen) bei Swiss Volley ein, der in 

seiner Funktion von Swiss Volley eine E-Mail erhalten habe, wonach es möglicherweise zu 

einem Ethik-Verstoss in der C._____ gekommen sei. Gemäss dieser E-Mail seien 

Verfehlungen der angeschuldigten Person in ihrer Funktion als Trainer der C._____ 

 
1  Bundesgesetz über die Förderung von Sport und Bewegung vom 17. Juni 2011, SR 415.0 

(Sportförderungsgesetz, SpoFöG). 
2  Verordnung über die Förderung von Sport und Bewegung vom 23. Mai 2012, SR 415.01 

(Sportförderungsverordnung, SpoFöV). 

 

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vorgebracht worden. Gemäss einem der Meldung beigelegten Schreiben habe die 

angeschuldigte Person eine Spielerin im Training wiederholt vor ihren Kolleginnen 

erniedrigt, indem er sie beispielsweise nachgeäfft oder ihre Einwendungen mit „Bullshit“ 

kommentiert habe. Das Verhalten der angeschuldigten Person habe zu schweren physischen 

und psychischen Beeinträchtigungen der noch minderjährigen Athletin geführt. Die 

angeschuldigte Person habe die Spielerin auch zum Training gezwungen, obwohl sie 

Pfeiffersches Drüsenfieber gehabt habe, was zu bleibenden körperlichen 

Beeinträchtigungen und einem erheblichen Gewichtsverlust geführt habe. Auch eine 

Vertrauensärztin der betroffenen Spielerin habe bestätigt, dass die gesundheitlichen 

Beeinträchtigungen der Spielerin Folge ihrer Schlechtbehandlung in der C._____ gewesen 

seien (Meldung Nr. 497/2023). 

 

9. Am 21. Juli 2023 haben D._____ und E._____ , Vorstandsmitglieder der C._____ und 

Verantwortliche für das Ressort Ethik & Compliance in der C._____, sodann eine weitere 

Meldung bei SSI eingereicht. Als Beilage zur Meldung haben sie einen internen 

Untersuchungsbericht der C._____ mit verschiedenen Beilagen eingereicht. Insbesondere 

wurden SSI Fragebögen eingereicht, welche gewisse Spielerinnen und weitere Angestellte 

der C._____ ausgefüllt hatten. In den Fragebögen wurden die Spielerinnen und weitere 

Angestellte u.a. zur angeschuldigten Person, ihren Fähigkeiten sowie ihrem Verhalten 

befragt. Zudem diente u.a. auch ein Protokoll eines WhatsApp Chats zwischen der 

angeschuldigten Person und B._____ als Beilage (Meldung Nr. 501/2023). 

 

10. Mit Schreiben vom 4. August 2023 hat SSI die angeschuldigte Person, die bis dahin 

bekannten mutmasslichen Opfer, Swiss Olympic und die betroffenen Sportorganisationen. 

i.e. die C._____ und Swiss Volley, über die Eröffnung von Vorabklärungen bezüglich der drei 

vorstehend ausgeführten Meldungen informiert. 

 

11. Mit Schreiben vom 1. November 2023 hat SSI die angeschuldigte Person, die bis dahin 

bekannten mutmasslichen Opfer, die C._____, Swiss Volley sowie Swiss Olympic über die 

Eröffnung eines Untersuchungsverfahrens informiert. 

 

12. Am 16. Februar 2024 fand die Befragung der angeschuldigten Person statt. Weiter wurden 

zwischen März und Dezember 2024 fünf Auskunftspersonen und betroffene Athletinnen 

angehört. Darüber hinaus wurden drei als potenzielle Opfer identifizierte Personen sowie 

der Vater einer Athletin befragt. 

 

13. Am 15. Oktober 2024 hat SSI Swiss Volley einen Untersuchungsbericht zur Stellungnahme 

weitergeleitet und anschliessend beim Schweizer Sportgericht eingereicht. 

III. Verfahren vor dem Schweizer Sportgericht 

14. Mit Schreiben vom 20. Dezember 2024 eröffnete das Schweizer Sportgericht ein Verfahren 

(Fallnummer SSG 2024/E/41) und setzte den Personen, die sich als Partei an dem Verfahren 

beteiligen möchten, eine Frist von zehn Arbeitstagen, um Parteistellung zu beantragen. 

 

15. B._____ trat im Rahmen dieses Verfahrens als Partei (mutmassliches Opfer) auf. Sie gab an, 

dass sie in diesem Rahmen auf ihre Anonymität verzichte. Daneben beantragten keine 

weiteren Personen Parteistellung. 

 

16. Am 7. Januar 2025 nahm die angeschuldigte Person per E-Mail-Kontakt mit SSI auf, um eine 

einvernehmliche Beilegung des Falls durch einen Vergleich zu erreichen.  

 

 

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17. Am 16. Januar 2025 nahm SSI über den externen Rechtsanwalt Alexander Schütz auf 

unpräjudizieller Basis via Videokonferenz Kontakt mit der angeschuldigten Person auf, um 

zu prüfen, ob eine einvernehmliche Lösung in Betracht gezogen werden könnte. 

 

18. In der Folge hat das Schweizer Sportgericht auf Antrag von SSI eine Sistierung des Verfahrens 

zuerst bis zum 14. Februar 2025 und später eine Verlängerung der Sistierung um einen 

Monat genehmigt, um Einigungsverhandlungen zwischen SSI und der angeschuldigten 

Person zu ermöglichen. 

 

19. Mit E-Mail vom 13. März 2025 übermittelte SSI dem Direktor des Schweizer Sportgerichts 

eine von den Parteien am 12. bzw. 13. März 2025 unterzeichnete "Vereinbarung zur 

einvernehmlichen Lösung".  

 

20. Gleichzeitig reichte SSI ihren Antrag auf Einstellung des Disziplinarverfahrens ein und wies 

darauf hin, dass sie den Antrag auf Eröffnung eines Disziplinarverfahrens zurückziehe und 

Folgendes beantrage:  

"1. Das Disziplinarverfahren SSG 2024/E/41 – SSI v. A._____, sei einzustellen;  

2. Es seien keine Verfahrenskosten zu sprechen.  

Eventualiter: Die Verfahrenskosten seien in Anwendung von Ziff. 9 der 
Vereinbarung gesamthaft A._____ aufzuerlegen." 

IV. Einstellung des Verfahrens und Konsequenzen 

21. Mit E-Mail vom 13. März 2025 bestätigte der Direktor des Schweizer Sportgerichts den 

Eingang des Antrags auf Einstellung des Verfahrens und teilte mit, dass das Schweizer 

Sportgericht über die Einstellung des Verfahrens und die Kosten entscheiden werde. 

 

22. Unter Berücksichtigung des Antrags von SSI vom 13. März 2025, in welchem sie den Antrag 

auf Eröffnung eines Disziplinarverfahrens zurückgezogen und beim Schweizer Sportgericht 

beantragt hat, dass das Disziplinarverfahren gegen die angeschuldigte Person einzustellen 

sei, sowie angesichts der Vereinbarung der Parteien vom 12. bzw. 13. März 2025, ist das 

Verfahren vor dem Schweizer Sportgericht (SSG 2024/E/41) als durch Rückzug des Antrags 

auf Eröffnung eines Disziplinarverfahrens als gegenstandslos geworden abzuschreiben (vgl. 

Art. 22 VerfRegl). 

V. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

A. Verfahrenskosten 

1. Höhe der Verfahrenskosten 

23. Fällt ein Verfahren vor dem Schweizer Sportgericht infolge Gegenstandslosigkeit dahin, 

schreibt der vorsitzende Richter das Verfahren ab und entscheidet über die bisher 

angefallenen Kosten (Art. 22 VerfRegl). Im Übrigen gilt der sechste Teil des VerfRegl (Art. 22 

Abs. 2). Nach Art. 25 Abs. 1 VerfRegl befindet das Schweizer Sportgericht in seinem 

Entscheid auch über die Kosten des Verfahrens. 

 

24. Unter Berücksichtigung der Umstände des vorliegenden Verfahrens, insbesondere der 

Bestellung eines Gerichts sowie der Sistierung des Verfahrens und dessen Erledigung infolge 

Gegenstandslosigkeit werden die Kosten für das Verfahren vor dem Schweizer Sportgericht 

 

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auf CHF 200.00 festgelegt, wobei festzuhalten ist, dass dieser Betrag bei weitem nicht 

kostendeckend ist. 

2. Verteilung der Verfahrenskosten 

25. Im Falle einer Verurteilung werden die Kosten gemäss Art. 25 Abs. 2 VerfRegl in der Regel 

der angeschuldigten Person auferlegt. Kommt es nicht zu einer Verurteilung, so werden die 

Kosten dem betreffenden Sportverband oder SSI auferlegt. Das Schweizer Sportgericht kann 

auch von den Verteilungsgrundsätzen abweichen und die Kosten nach Ermessen verteilen, 

wenn die Umstände es rechtfertigen. Die Art. 107 und 108 der ZPO3 gelten sinngemäss 

(Art. 25 Abs. 2 VerfRegl). 

 

26. Im "Antrag auf Einstellung des Disziplinarverfahrens" vom 13. März 2025 hat SSI beantragt, 

die Verfahrenskosten seien "gemäss der einvernehmlichen Lösung der angeschuldigten 

Person aufzuerlegen". Ziffer 9. des definierten Massnahmenkatalogs der Vereinbarung vom 

12. bzw. 13. März 2025 lautet wie folgt: "A._____ verpflichtet sich, die gesamten 

Verfahrenskosten des Schweizer Sportgerichts zu bezahlen. Swiss Sport lntegrity muss keine 

Verfahrenskosten bezahlen. Sollte das Schweizer Sportgericht Swiss Sport lntegrity (einen Teil 

der) Verfahrenskosten auferlegen, sind diese vollumfänglich durch A._____ zu ersetzen." 

 

27. Dieser Parteivereinbarung und dem Antrag von SSI entsprechend sind die Kosten des 

Verfahrens der angeschuldigten Person aufzuerlegen. 

B. Parteikostenersatz 

28. Gemäss Art. 25 Abs. 4 VerfRegl SSG kann SSI ein Ersatz der Parteikosten zugesprochen 

werden. Die angeschuldigte Person hat im Falle eines Freispruchs Anspruch auf ganzen oder 

teilweisen Ersatz der Parteikosten, sofern sie nicht in rechtlich vorwerfbarer Weise das 

Verfahren veranlasst oder sonst dessen Durchführung erschwert hat (Art. 25 Abs. 5 VerfRegl 

SSG). 

 

29. Im Antrag auf Einstellung des Verfahrens verlangt SSI nicht, dass das Schweizer Sportgericht 

A._____  die Parteienkosten von SSI auferlegt. Das Schweizer Sportgericht verweist die 

Parteien somit auf die Vereinbarung zur einvernehmlichen Lösung. Entsprechend sind im 

vorliegenden Verfahren keine Parteikosten zu sprechen.  

 
  

 
3  Schweizerische Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008, SR 272 (ZPO). 

 

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Aus diesen Gründen 

 

entscheidet das Schweizer Sportgericht: 

 

 

1. Das Verfahren SSG 2024/E/41 - SSI v. A._____ wird unter Berücksichtigung der Vereinbarung 

der Parteien zur einvernehmlichen Lösung vom 12. bzw. 13. März 2025 sowie dem Antrag 

von SSI auf Einstellung des Verfahrens als gegenstandslos abgeschrieben. 

 

2. Die Verfahrenskosten werden auf CHF 200.00 festgesetzt und A._____ auferlegt. 

 
3. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

 

 

Bern, Schweiz 

Datum: 26. März 2025 

 

 

 

SCHWEIZER SPORTGERICHT 

 

 

 

 

Vitus Derungs 

Vorsitzender Richter