# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 799a9f4f-5686-5527-b2f6-122943ed3c7e
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-02-14
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Schuldbetreibungs- und Konkurskammer 14.02.2012 KSK 2011 71
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_003_KSK-2011-71_2012-02-14.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 14. Februar 2012 Schriftlich mitgeteilt am:
KSK 11 71          20. Februar 2012

(Eine gegen dieses Urteil beim Bundesgericht erhobene Beschwerde ist mit Urteil 
5A_233/2012 vom 11. März 2013 infolge Rückzuges als gegenstandslos abge-
schrieben worden).

Urteil 
Schuldbetreibungs- und Konkurskammer

Vorsitz Brunner
RichterInnen Schlenker und Hubert
Aktuarin Thöny

In der Schuldbetreibungs- und Konkursbeschwerde

des X., Beschwerdeführer, der Y . - A G , Beschwerdeführerin sowie der Z . - A G , 
Beschwerdeführerin, 

alle vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Marco B. Biancotti, Via Stredas 4, 7500 
St. Moritz,

gegen

die Verfügung des Einzelrichters am Bezirksgericht Maloja vom 3. August 2011, 
mitgeteilt am 17. August 2011, in Sachen der A . - A G , Beschwerdegegnerin, ver-
treten durch Rechtsanwalt lic. iur. Ilario Bondolfi, Poststrasse 43, 7002 Chur, gegen 
die Beschwerdeführer,

betreffend Vollstreckbarkeit eines ausländischen Urteils,

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hat sich ergeben:

I. Sachverhalt

A. Die B.-AG schloss am 12. Februar 2007 mit der C.-GmbH für die Dauer von 
96 Monaten einen Leasingvertrag über ein Motorboot der Marke D. mod. 115 Hard 
Top ab. Für die Erfüllung der Verpflichtungen der C.-GmbH bürgten E., X. und F., 
die Y.-AG und die Z.-AG. Nachdem mehrere Leasingraten nicht erbracht worden 
waren, gelangte die B.-AG an das Tribunale di Firenze und ersuchte um Erlass ei-
nes decreto ingiuntivo gegen die C.-GmbH und die genannten Bürgen. Diesem Ge-
such wurde mit Entscheid vom 29./30. Juni 2009 stattgegeben und die Gesuchs-
gegner solidarisch verpflichtet, der B.-AG € 5'343'914.93 zuzüglich Zins und Spesen 
zu bezahlen. Gleichzeitig gewährte das Tribunale di Firenze die provisorische Voll-
streckbarkeit des decreto ingiuntivo. 

B. Dagegen erhoben die Gesuchsgegner beim Tribunale di Firenze Einsprache 
und ersuchten gleichzeitig um Aufschiebung der provisorischen Vollstreckbarkeit 
des decreto ingiuntivo. Dieses Gesuch wies das Tribunale di Firenze mit Verfügung 
vom 24. Mai 2010 ab. Das ordentliche Verfahren in der Hauptsache ist in Italien 
hängig.

C. Mit Eingabe vom 5. Juli 2011 beantragte die Release S.p.A, welche die frag-
liche Forderung durch Spaltungsvertrag vom 23. Dezember 2009 von der B.-AG 
übertragen erhielt, beim Bezirksgericht Maloja, es sei das besagte decreto ingiun-
tivo des Tribunale di Firenze in der Schweiz für vollstreckbar zu erklären. Zudem 
seien für die ausstehenden Forderungen in Höhe von Fr. 7'885'321.00 sowie Fr. 
7'471.15 die Bankkonten und Stockwerkeigentumseinheiten der Gesuchsgegner 
mit Arrest zu belegen. 

D. Mit Verfügung vom 3. August 2011, in Vollausfertigung mitgeteilt am 14. Au-
gust 2011, erklärte der Bezirksgerichtspräsident Maloja das decreto ingiuntivo des 
Tribunale di Firenze für vollstreckbar. Als Begründung führte er aus, dieses liege in 
beglaubigter Kopie vor, womit im Sinne von Art. 53 LugÜ die Voraussetzungen an 
die Beweiskraft der Entscheidung erfüllt seien. Über das Gesuch um Verarrestie-
rung der aufgeführten Vermögenswerte wurde in einem separaten Entscheid ent-
schieden, wobei das Arrestgesuch mit Verfügung vom 3. August 2011 gutgeheissen 
wurde. Gegen diesen Arrestbefehl ist beim Bezirksgericht Maloja eine Einsprache 
hängig.

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E. Gegen die Vollstreckbarerklärung vom 3. August 2011 liessen X., die Y.-AG 
sowie die Z.-AG mit Eingabe vom 15. September 2011 beim Kantonsgericht von 
Graubünden Beschwerde gemäss Art. 319 ff. ZPO erheben, wobei sie die folgenden 
Anträge stellten:

„In via principale

1. Il ricorso è accolto.

1.1 Di conseguenza, sono revocati il riconoscimento e la dichiarazione di 
esecutività del decreto ingiuntivo Nr. 5049/09 del 29/30 giugno 2009 del 
Giudice del Tribunale di Firenze pronunciati dal Tribunale Distrettuale 
Maloggia in data 3 agosto 2011 (Proz. Nr. 335-2011-106).

1.2 Di conseguenza, sono revocati i sequestri decretati dal Tribunale Dis-
trettuale Maloggia in data 16 agosto 2011 (Arrest-Nr. 211309). 

2. Protestate tasse, spese e ripetibili.

In via sussidiaria

1. Il ricorso è accolto.

1.1. Di conseguenza, la procedura di exequatur (Proz. Nr. 335-2011-106) è 
sospesa fino alla pronuncia di una decisione definitiva, cresciuta in 
giudicato, nel procedimento R.G. 20525/2009 pendente presso il 
Tribunale di Firenze.

2. Protestate tasse, spese e ripetibili.

In via ancora più sussidiaria

1. Il ricorso è accolto.

1.1 Di conseguenza, l’esecuzione del decreto ingiuntivo Nr. 5049/09 del 
29/30 giugno 2009 del Giudice del Tribunale di Firenze è subordinato al 
versamento da parte di A.-AG di una cauzione CHF 11'400'000.00 ai 
sensi dell’art. 46 CLug.

2. Protestate tasse, spese e ripetibili.“

Als Begründung machen sie insbesondere geltend, das decreto ingiuntivo genüge 
den Voraussetzungen an einen Entscheid nach LugÜ nicht, da kein kontradiktori-
sches Verfahren stattgefunden habe. Das Verfahren betreffend die Aufschiebung 
der provisorischen Vollstreckbarkeit nach italienischem Zivilprozessrecht stelle kein 
vollwertiges Einspracheverfahren dar, zumal lediglich eine beschränkte Kognition 
bestehe. 

F. Die A.-AG liess in ihrer Beschwerdeantwort vom 28. Oktober 2011 die voll-
umfängliche Abweisung der Beschwerde unter Kosten- und Entschädigungsfolge 
zu Lasten der Beschwerdeführer beantragen. 

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Auf die Ausführungen in den Rechtsschriften sowie im angefochtenen Entscheid 
wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen. 

II. Erwägungen

1. Gegen den Entscheid des Bezirksgerichtspräsidenten betreffend Anerken-
nungs- und Vollstreckbarkeitserklärung eines ausländischen Urteils nach dem 
Übereinkommen über die gerichtliche Zuständigkeit und die Vollstreckung gerichtli-
cher Entscheidungen in Zivil- und Handelssachen vom 16. September 1988 (Lu-
gano-Übereinkommen LugÜ; SR 0.27611) kann gemäss Art. 43 f. LugÜ in Verbin-
dung mit Anhang III LugÜ und Art. 327a ZPO Beschwerde beim Kantonsgericht von 
Graubünden erhoben werden. Die Frist für die Beschwerde richtet sich nach Art. 43 
Abs. 5 LugÜ, welches für in der Schweiz ergangene Vollstreckbarkeitserklärungen 
eine Frist von einem Monat ab dem Zeitpunkt der Zustellung vorsieht. Mit der Be-
schwerde können unrichtige Rechtsanwendung und unrichtige Feststellung des 
Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 327a Abs. 1 ZPO). Auch wenn der Be-
schwerdeinstanz im Bereich dieser Beschwerden volle Kognition zukommt, gilt im 
Beschwerdeverfahren gleichwohl das Rügeprinzip (vgl. Sutter-Somm/Hasenböh-
ler/Leuenberger, Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, N. 15 zu 
Art. 321 ZPO), das heisst die beschwerdeführende Partei hat im Einzelnen darzu-
legen, an welchen Mängeln der angefochtene Entscheid ihrer Ansicht nach leidet. 
Was nicht gerügt wird, hat Bestand. Die im vorliegenden Fall eingereichte Be-
schwerde vom 15. September 2011 vermag diesen Anforderungen zu genügen, 
weshalb darauf eingetreten werden kann. Der Beschwerde kommt gestützt auf Art. 
327a Abs. 2 ZPO aufschiebende Wirkung zu.

2. Die Beschwerdeführer reichten ihre Eingabe in italienischer Sprache ein. Es 
ist somit vorweg die massgebliche Gerichtssprache festzulegen. Diese bestimmt 
sich gemäss Art. 12 GOG nach dem Sprachengesetz des Kantons Graubünden 
(SpG; BR 492.100). Das Sprachengesetz sieht vor, dass für die kantonalen Ge-
richte, wie auch im Bereiche der Amtssprachen, von der Gleichwertigkeit der Lan-
dessprachen ausgegangen wird. Die Gleichberechtigung gilt grundsätzlich für sämt-
liche Verfahrensschritte. Die Parteien sind also bei der Wahl der Amtssprache für 
ihre Eingaben und Voten vor dem Kantonsgericht frei. Allerdings legt der Gerichts-
vorsitzende im Interesse der Klarheit des Verfahrens zu Prozessbeginn die Verfah-
renssprache fest (Art. 7 Abs. 1 SpG). In erstinstanzlichen Zivilverfahren gilt der 

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Grundsatz, dass die Hauptverhandlung in der Amtssprache geführt wird, welche die 
beklagte Partei spricht. Rechtsmittelverfahren werden in der Regel in der kantona-
len Amtssprache geführt, in welcher der angefochtene Entscheid verfasst ist (Art. 8 
SpG; vgl. dazu Botschaft vom 16. Mai 2006, S. 89). Im vorliegenden Fall ist der 
angefochtene Entscheid vom 3. August 2011 in deutscher Sprache ausgefertigt 
worden. Demzufolge gelangt auf das vorliegende Beschwerdeverfahren die deut-
sche Sprache zur Anwendung.

3. Gegenstand des vorliegenden Verfahrens ist die Frage nach der Vollstreck-
barkeit des vom Tribunale di Firenze ergangenen und auf Bezahlung eines Geldbe-
trags lautenden decreto ingiuntivo. Der Bezirksgerichtspräsident Maloja erklärte den 
Entscheid aus Italien für vollstreckbar mit der Begründung, dass im Sinne von Art. 
53 LugÜ eine Ausfertigung der Entscheidung vorliege, welche die für die Beweis-
kraft erforderlichen Voraussetzungen erfülle. Wie sich aus der Dekretsurkunde 
selbst ergebe, sei diese den Gesuchsgegnern am 8./14. Oktober 2009 zugestellt 
worden. Die Gesuchsgegner hätten dagegen erfolglos Einsprache erhoben. Damit 
sei der rechtsgenügliche Beweis erbracht, dass das decreto ingiuntivo nach dem 
Recht des Ursprungsstaats vollstreckbar sei. Die Beschwerdeführer wenden dage-
gen ein, es handle sich beim vorliegenden decreto ingiuntivo nicht um einen nach 
Art. 32 ff. LugÜ anwendbaren Entscheid. Sie seien im fraglichen Verfahren und im 
darauffolgenden Verfahren betreffend Aufschiebung der provisorischen Vollstreck-
barkeit vom zuständigen italienischen Gericht nicht hinreichend angehört worden. 
Ebenso wenig habe ein kontradiktorisches Verfahren stattgefunden, was eine An-
erkennung der Vollstreckbarkeit gemäss LugÜ ebenfalls ausschliesse. Es ist somit 
im Folgenden zu prüfen, ob das fragliche decreto ingiuntivo in der Schweiz aner-
kannt und für vollstreckbar erklärt werden kann.

4. Ist eine ausländische Entscheidung hinsichtlich einer Leistung auf Geld 
oder Sicherheitsleistung zu vollstrecken, müssen das Schuldbetreibungs- und Kon-
kursgesetz (SchKG) und das von diesem vorgezeichnete Verfahren beachtet bezie-
hungsweise durchlaufen werden. Mit Inkrafttreten der neuen Fassung des LugÜ per 
1. Januar 2011 änderte sich das bisherige System, indem (bezüglich auf Geld- oder 
Sicherheitsleistung lautende Entscheide) nicht mehr der Rechtsöffnungsrichter im 
Rechtsöffnungsverfahren für die Vollstreckbarkeitserklärung zuständig ist, sondern 
der Vollstreckungsrichter. Des Weiteren sind nach der Revision grundsätzlich zwei 
Verfahrensarten zu unterscheiden: ein LugÜ-Verfahren und ein SchKG-Verfahren. 
Das LugÜ-Verfahren (Exequaturverfahren) ist das Vollstreckbarkeitsverfahren vor 
dem Vollstreckungsrichter, das sich grundsätzlich nach der Zivilprozessordnung 

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richtet (Art. 335 Abs. 3 ZPO), soweit das LugÜ nicht direkt anwendbar ist. Das 
SchKG-Verfahren stellt demgegenüber die vorfrageweise Vollstreckbarerklärung im 
Rahmen eines Rechtsöffnungsverfahrens dar. Dieses ist weiterhin möglich, aller-
dings kann vor dem Rechtsöffnungsrichter nicht mehr explizit die Vollstreckbarer-
klärung verlangt werden, weil der Rechtsöffnungsrichter nicht mehr dafür zuständig 
ist (vgl. zum Ganzen Mathias Plutschow in: Schnyder, Lugano Übereinkommen zum 
internationalen Zivilverfahrensrecht, DIKE-Kommentar, Zürich/St. Gallen 2011, N. 9 
f. zu Art. 38). Verlangt der Antragsteller vor dem Vollstreckungsrichter - wie im vor-
liegenden Fall - das Exequatur, das heisst das Versehen mit der Vollstreckungs-
klausel, die Vollstreckbarkeitserklärung, einer ausländischen Entscheidung unab-
hängig von beziehungsweise vor einer Betreibung, so finden die Regeln des LugÜ 
Anwendung. Dies wird von den Parteien denn auch nicht bestritten. Es ist im vorlie-
genden Verfahren somit zu prüfen, ob mit dem decreto ingiuntivo eine nach den 
Bestimmungen von Art. 33 ff. LugÜ in der Schweiz anerkennbare und vollstreckbare 
Entscheidung vorliegt.

5. Nach Art. 38 Ziff. 1 LugÜ sind die in einem Vertragsstaat ergangenen Ent-
scheidungen auch in einem anderen Vertragsstaat vollstreckbar, wenn sie dort auf 
Antrag eines Berechtigten für vollstreckbar erklärt worden sind. Vollstreckbare Ent-
scheide sind Entscheide betreffend eine Zivil- und Handelssache, die in einem kon-
tradiktorischen Verfahren erlassen wurden (Staehelin/Bopp in Dasser/Oberham-
mer, Lugano-Übereinkommen, 2. Auflage, Zürich 2011, N. 31 zu Art. 38). Darunter 
fallen auch Staatsakte, welche - ohne eigentliches Urteil zu sein - in einer vollstreck-
baren Anordnung münden, wie beispielsweise vollstreckbar erklärte oder automa-
tisch vollstreckbar gewordene Mahnbescheide wie etwa ein italienisches decreto 
ingiuntivo. Superprovisorische Massnahmen, das heisst Massnahmen des einstwei-
ligen Rechtsschutzes, welche ohne Anhörung des Schuldners (ex parte) ergehen, 
sind nur beschränkt unter dem Übereinkommen vollstreckbar vgl. Hofmann/Kunz in 
Basler Kommentar, Lugano Übereinkommen, Basel 2011, N. 45 zu Art. 38).

6. Das „procedimento di ingiunzione“ nach Art. 633 ff. des italienischen Codice 
di procedura civile (nachfolgend c.p.c) ist ein summarisches Verfahren. Danach 
kann der Gläubiger aufgrund eines Antrags, welcher der Gegenpartei zunächst nicht 
mitgeteilt wird, einen vollstreckbaren Rechtstitel gegen den Schuldner erwirken. Mit 
Hilfe von Beweisdokumenten beantragt der Gläubiger bei Gericht den Erlass einer 
Verfügung, eines sogenannten decreto ingiuntivo, worin der Schuldner aufgefordert 
wird, innert zwanzig Tagen den geschuldeten Betrag zu zahlen oder die verspro-
chene Ware zu liefern (Art. 641 c.p.c.) Dem Beklagten werden eine Kopie des De-

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krets sowie des Antrags gerichtlich zugestellt (Art. 643 c.p.c.), und dieser hat inner-
halb der gesetzten Frist die Möglichkeit, entweder Einspruch zu erheben oder der 
Aufforderung zur Leistung nachzukommen (Art. 641 c.p.c.). 

a) Das decreto ingiuntivo selber ist nicht vollstreckbar; hierzu bedarf es zusätz-
lich einer richterlichen Genehmigung. Eine solche kann auf Antrag des Gläubigers 
erteilt werden, sobald die Einsprachefrist unbenutzt abgelaufen ist. Diesfalls hat je-
doch zunächst eine zweite Zustellung an den Schuldner zu erfolgen, vor allem wenn 
zu befürchten ist, dass der Schuldner vom Dekret keine Kenntnis erhalten hat (Art. 
647 c.p.c.). Hat der Schuldner innert Frist Einsprache erhoben, so nimmt das Ver-
fahren in Form einer kontradiktorischen Zivilstreitigkeit seinen Fortgang (Art. 645 
c.p.c.). Im Rahmen dieses ordentlichen Prozesses kann der Instruktionsrichter das 
decreto ingiuntivo nach summarischer Prüfung des Einspruchs unter bestimmten 
Voraussetzungen für vorläufig vollstreckbar erklären (Art. 648 c.p.c). Sowohl das 
decreto ingiuntivo, welches nach unbenutztem Ablauf der Widerspruchsfrist für voll-
streckbar erklärt wurde (Art. 647 c.p.c), wie auch dasjenige, welches nach erfolgter 
Einsprache im Rahmen des ordentlichen Verfahrens für vorläufig vollstreckbar er-
klärt wurde (Art. 648 c.p.c.), stellen Entscheidungen im Sinne des Art. 38 Ziff. 1 
LugÜ dar. Dies hat das Bundesgericht in verschiedenen Urteilen bestätigt (vgl. 
hierzu Urteil des Bundesgerichts 4A_145/2010 vom 5. Oktober 2010, E. 4 mit wei-
teren Hinweisen; 4A_80/2007 vom 31. August 2007 E. 4.3). Diese Auslegung recht-
fertigt sich insbesondere deshalb, weil der Gegenpartei vor Erlass der Vollstreck-
barerklärung rechtliches Gehör gewährt wird. Der Antragsgegner kann nach Erlass 
des decreto ingiuntivo, welches selbst noch nicht vollstreckbar ist, Widerspruch ein-
legen und seine Einwendungen vorbringen. Macht er davon Gebrauch, ergeht die 
vorläufige Vollstreckbarerklärung sodann innerhalb des ordentlichen Hauptprozes-
ses. Für die Voraussetzung, dass der Vollstreckbarkeitserklärung im Urteilsstaat ein 
kontradiktorisches Verfahren vorausgegangen ist oder hätte vorausgehen können, 
reicht es mit anderen Worten aus, dass nach Ende eines nicht kontradiktorischen 
Verfahrensabschnitts die Sache Gegenstand einer kontradiktorischen Erörterung 
sein konnte, dass also die Wirksamkeit der Vollstreckbarerklärung erst dann eintritt, 
wenn der Schuldner Gelegenheit hatte, seine Rechte geltend zu machen. Dies ist 
bei beiden Konstellationen, somit der Vollstreckbarerklärung nach Art. 647 c.p.c. 
wie auch nach Art. 648 c.p.c., zweifellos gegeben (vgl. auch Beschluss 8 W 86/06 
des Oberlandesgerichts Celle vom 3. Januar 2007).

b) Gemäss Art. 642 Abs. 1 und 2 c.p.c. hat das Gericht jedoch auch die Mög-
lichkeit, das decreto ingiuntivo für sofort vollstreckbar zu erklären, wenn es sich um 

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eine Forderung aus einem Wechsel, Scheck oder einer notariellen Urkunde handelt 
oder die Gefahr schwerer Schäden durch eine verspätete Vollstreckung besteht. In 
solchen Fällen können Zwangsvollstreckungsmassnahmen vorgenommen werden, 
ohne dass dem Antragsgegner zuvor Gelegenheit gegeben worden ist, einen Wi-
derspruch einzulegen. Ergeht das decreto ingiuntivo in dieser Form, tritt die Wirk-
samkeit der Vollstreckbarkeit ein, ohne dass dem betroffenen Schuldner das recht-
liche Gehör gewährt wird. Jedoch hat dieser die Möglichkeit, gestützt auf Art. 645 
c.p.c. Widerspruch einzulegen und die Aufschiebung der provisorischen Vollstreck-
barkeit des decreto ingiuntivo zu erwirken (Art. 649 c.p.c.). Im vorliegenden Fall hat 
der Gerichtspräsident des Tribunale di Firenze das fragliche decreto ingiuntivo am 
29./30. Juni 2009 erlassen und gleichzeitig - und damit ohne vorgängige Anhörung 
der Antragsgegner - die vorläufige Vollstreckbarkeit gestützt auf Art. 642 c.p.c. er-
klärt. Die Antragsgegner erhoben daraufhin fristgerecht Einsprache und leiteten da-
mit das ordentliche (Zweiparteien-)Verfahren ein. Gleichzeitig ersuchten sie den zu-
ständigen Instruktionsrichter um Aufschiebung der provisorischen Vollstreckbarkeit 
(Art. 649 c.p.c.), welche jedoch mit Verfügung vom 24. Mai 2010 abgewiesen wurde. 
Es stellt sich somit die Frage, ob diese nachträgliche Überprüfung durch den or-
dentlichen Richter ausreicht, um das fragliche decreto ingiuntivo gestützt auf das 
LugÜ auch in der Schweiz für vollstreckbar erklären zu können.

ba) Die Rechtsprechung des EuGH lässt eine Vollstreckbarkeit nur zu, wenn dem 
Schuldner im Urteilsstaat das vorgängige rechtliche Gehör gewährt worden ist. Su-
perprovisorische Massnahmen geniessen keine Freizügigkeit, wenn die Gegenpar-
tei nicht geladen worden ist, oder wenn die Vollstreckung der Entscheidung ohne 
vorherige Zustellung an diese Partei erfolgen soll (vgl. EuGH, 21. Mai 1980, 125/79, 
Bernard Denilauler, Nr. 18; Beschluss des OLG Zweibrücken 3W 175/05 vom 22. 
September 2005; Beschluss des OLG Düsseldorf, I-3 W 159/06 vom 13. September 
2009). Das schweizerische Bundesgericht hat dieses Erfordernis demgegenüber so 
ausgelegt beziehungsweise aufgeweicht, dass der Anspruch auf rechtliches Gehör 
nach Massgabe des LugÜ nicht verletzt ist, wenn einstweilige Massnahmen ohne 
vorherige Anhörung des Gegners ergehen, vorausgesetzt, dass die Sicherung ge-
fährdeter Interessen dies rechtfertigt und der Gegner dadurch gesichert ist, dass er 
die erlassene Massnahme angreifen kann. Mit anderen Worten soll es genügen, 
dass der Schuldner die superprovisorische Massnahme im Urteilsstaat nachträglich 
überprüfen lassen und damit seinen Anspruch auf rechtliches Gehör ausüben kann 
(BGE 129 III 626 E. 5.2.2 S. 633 f.). Allerdings gilt dies gemäss Bundesgericht nur 
dann, wenn der Schuldner die Möglichkeit hatte, sich im Urteilsstaat in einem kon-
tradiktorischen Verfahren dagegen zur Wehr zu setzen, und zwar bevor um Aner-

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kennung und Vollstreckung der Massnahme in einem anderen Vertragsstaat - somit 
vor Einleitung eines Exequaturverfahrens - ersucht wird (vgl. zum Ganzen Urteil des 
Bundesgericht 4P.331/2005 vom 1. März 2006 E. 7.4; Hoffmann/Kunz, a.a.O., N.79 
ff. zu Art. 38 mit zahlreichen Hinweisen).

bb) Wie bereits ausgeführt wurde, erging im vorliegenden Fall das fragliche de-
creto ingiuntivo am 29./30. Juni 2009. Das Gesuch der Antragsteller um Vollstreck-
barerklärung des Entscheids in der Schweiz erfolgte erst am 5. Juli 2011, nachdem 
die Gesuchsgegner von der Möglichkeit Gebrauch machten, die vorläufige Voll-
streckbarerklärung im ordentlichen Verfahren gestützt auf Art. 649 c.p.c. überprüfen 
zu lassen. Es wurde ihnen mithin nachträglich das rechtliche Gehör gewährt, indem 
sie sich gegen das decreto ingiuntivo in einem kontradiktorischen Verfahren zur 
Wehr setzen konnten. Daraus lässt sich ableiten, dass der Anspruch auf Anhörung 
des Antragsgegners gemäss der vorstehend zitierten bundesgerichtlichen Praxis 
nicht verletzt wurde. Damit sind im konkreten Fall sämtliche Voraussetzungen für 
eine Anerkennung und Vollstreckbarerklärung des vom Tribunale di Firenze erlas-
senen decreto ingiuntivo vom 29./30. Juni 2009 erfüllt. 

c) Die Beschwerdeführer bringen des Weiteren vor, dem decreto ingiuntivo 
müsse, selbst wenn es als Entscheid im Sinne von Art. 38 Ziff. 1 LugÜ zu betrachten 
wäre, eine Anerkennung und Vollstreckbarerklärung versagt bleiben, da es ohne 
Gewährung des rechtlichen Gehörs zustande gekommen sei und damit gegen den 
schweizerischen ordre public verstosse.

ca) Der in Art. 34 Ziff. 1 vorgesehene Vorbehalt des ordre public gibt dem Gericht 
die Möglichkeit, einem ausländischen Entscheid die Anerkennung zu versagen, 
wenn er die grundlegenden Prinzipien der schweizerischen Rechtsordnung auf 
schockierende Weise verletzt (vgl. BGE 126 III 534 E. 2b S. 538 mit Hinweis). Dieser 
ordre public-Vorbehalt soll jedoch nur ausnahmsweise zur Anwendung gelangen. 
Der formelle ordre public betrifft fundamentale verfahrensrechtliche Grundsätze. 
Ausländische Entscheidungen sind nicht schon deshalb ordre public- widrig, weil 
sie in einem Verfahren zustande gekommen sind, das von den in der Schweiz be-
kannten Prozessrechten abweicht (Urteil des Bundesgerichts 4P.12/2004 vom 15. 
Juni 2004 E. 2.1). Vielmehr liegt eine Verletzung des formellen ordre public, die zu 
einer Verweigerung der Anerkennung einer ausländischen Entscheidung führt, nur 
dann vor, wenn das urteilende Gericht im betreffenden Verfahren nicht einen Mini-
malstandard an Rechtstaatlichkeit gewährleistet und sich insbesondere nicht an die 
aus Art. 6 Ziff. 1 EMRK fliessenden Anforderungen an ein faires Verfahren hält. Zu 

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beachten ist indessen, dass auch ein krasser Verfahrensverstoss nur dann zur Ver-
weigerung der Anerkennung in einem Vertragsstaat führen kann, wenn der Mangel 
auch durch Ergreifung eines Rechtsmittels nicht hätte behoben werden können (vgl. 
zum Ganzen Schuler, Basler Kommentar, Lugano Übereinkommen, Basel 2011, N. 
18 ff. zu Art. 34 mit Hinweisen; Dasser/Oberhammer, a.a.O., N. 9 ff. zu Art. 34; 
Schnyder, a.a.O., N. 5 ff. zu Art. 34; Urteil des Bundesgerichts 4A_145/2010 E. 2). 

cb) Zu den fundamentalen Verfahrensgrundsätzen gehört insbesondere auch 
der Anspruch auf rechtliches Gehör. Dem Richter ist es versagt, über ein Begehren 
zu entscheiden, zu dem sich die Parteien nicht haben äussern können. Im Urteil 
5P.390/2003 vom 23. Januar 2004 E.3.3 hat das Bundesgericht klargestellt, dass 
im Bereich der Anerkennung und Vollstreckung ausländischer Urteile nicht jegliche 
Abweichung vom besagten Grundsatz als unvereinbar mit dem schweizerischen 
ordre public bezeichnet werden kann, sondern nur eine solche, die nach den kon-
kreten Umständen des Falles betrachtet einer schwer wiegenden Verletzung des 
Gehörsanspruchs gleichkommt. Wie bereits ausgeführt wurde, hatten die Be-
schwerdeführer die Möglichkeit, das decreto ingiuntivo in Italien mit einem ordentli-
chen Rechtsbehelf anzufechten, wovon sie auch Gebrauch gemacht haben. Damit 
hatten sie die Gelegenheit, ihre Sichtweise der Dinge vor einem ordentlichen Ge-
richt vorzubringen und eine Aufhebung des angefochtenen Entscheids zu erwirken. 
Daraus geht hervor, dass der Anspruch auf rechtliches Gehör nachträglich ein-
geräumt wurde, den Beschwerdeführern mit anderen Worten zugesichert war, die 
erlassene Massnahme anfechten zu können. Demzufolge entfällt auch eine Verlet-
zung des ordre public. Nach dem Gesagten steht somit fest, dass das decreto ingi-
untivo des Tribunale di Firenze vom 29./30. Juni 2009 nach Massgabe von Art. 38 
Ziff. 1 LugÜ in der Schweiz anerkannt und für vollstreckbar zu erklären ist.

7. Eventualiter beantragen die Beschwerdeführer, es sei das Exequaturverfah-
ren bis zum Vorliegen eines rechtskräftigen Endentscheids im ordentlichen Verfah-
ren vor dem Tribunale di Firenze zu sistieren. 

a) Gemäss Art. 46 Ziff. 1 LugÜ kann das Gericht, welches über ein Rechtsmittel 
im Sinne von Art. 43 oder Art. 44 LugÜ zu entscheiden hat, auf Antrag des Schuld-
ners das Verfahren aussetzen, wenn gegen die Entscheidung im Ursprungsstaat 
ein ordentlicher Rechtsbehelf eingelegt oder die Frist für einen solchen Rechtsbe-
helf noch nicht verstrichen ist. Das Gericht ist nicht verpflichtet, eine Sistierung an-
zuordnen, sondern verfügt, wie sich schon aus dem Wortlaut von Art. 46 Ziff. 1 er-
gibt, über einen Ermessenspielraum. Nach herrschender Lehre und Rechtspre-

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chung sollen vorläufig vollstreckbare Entscheidungen grundsätzlich in anderen 
LugÜ-Staaten vollstreckbar erklärt werden können. Das Exequaturverfahren soll 
deshalb vom Gericht nur in Ausnahmefällen im Rahmen einer Interessenabwägung 
ausgesetzt werden, wobei von der Prognose der Erfolgsaussichten der im Erlass-
staat eingelegten Rechtsbehelfe entscheidende Bedeutung zukommt. Eine Sistie-
rung soll mit anderen Worten nur dann angeordnet werden, wenn ein hohes Risiko 
einer Aufhebung der Entscheidung besteht, das heisst wenn mit einer Aufhebung 
der Entscheidung im Urteilsstaat ernsthaft gerechnet werden muss beziehungs-
weise die Entscheidung erkennbar fehlerhaft erscheint und ihre Aufhebung mindes-
tens überwiegend wahrscheinlich ist (vgl. zum Ganzen Hofmann/Kunz, a.a.O., N. 
56 ff. zu Art. 46 mit zahlreichen Hinweisen; Schnyder, a.a.O., N. 6 zu Art. 46; BGE 
137 III 261 E. 3 S. 264 ff.). 

b) Im konkreten Fall sind diese Voraussetzungen nicht erfüllt. Es ist nicht er-
kennbar, aus welchen Gründen ein Ausnahmefall vorliegen soll, welcher eine Sis-
tierung des Exequaturverfahrens rechtfertigen würde. Insbesondere vermag der 
Hinweis der Beschwerdeführer auf die finanziellen Konsequenzen eines abweisen-
den Entscheids keine Sistierung zu begründen. Vielmehr müssen in materieller Hin-
sicht Anhaltspunkte vorliegen, welche eine Aufhebung des Vollstreckungstitels als 
wahrscheinlich erscheinen lassen. Dies ist vorliegend nicht der Fall. Zwar berufen 
sich die Beschwerdeführer auf eine unzulässige Anwendung des Art. 642 c.p.c. 
durch das Tribunale di Firenze, weil dieses gestützt auf eine Behauptung der An-
tragstellerin, es drohe die Gefahr schwerer Schäden durch eine verspätete Vollstre-
ckung, die vorläufige Vollstreckbarkeit des decreto ingiuntivo angeordnet habe, 
ohne dass jedoch hierfür Beweise vorgelegen hätten. Jedoch lässt sich daraus nicht 
ableiten, dass der Entscheid im ordentlichen Verfahren mit grosser Wahrscheinlich-
keit aufgehoben wird, zumal das Tribunale di Firenze die Aufschiebung der proviso-
rischen Vollstreckbarkeit des decreto ingiuntivo zwischenzeitlich überprüft und ab-
gewiesen hat. Auch die weiteren materiellen Einwände der Beschwerdeführer be-
züglich der Vertragsauslegung und der daraus resultierenden Fälligkeit der fragli-
chen Rechnungen stellen lediglich Parteibehauptungen dar, die noch keine Rück-
schlüsse auf den Ausgang des ordentlichen Verfahrens in Italien zulassen. Eine 
Sistierung des Exequaturverfahrens fällt unter diesen Umständen ausser Betracht. 

8. Subeventualiter beantragen die Beschwerdeführer, die Vollstreckung des de-
creto ingiuntivo des Tribunale di Firenze vom 29./30. Juni 2009 sei nur gegen Auf-
erlegung einer Sicherheitsleistung zu gewähren. 

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a) Gemäss Art. 46 Ziff. 3 LugÜ kann das mit dem Rechtsbehelf befasste Gericht 
die Zwangsvollstreckung von einer Sicherheitsleistung des Gläubigers abhängig 
machen. Damit soll der Schuldner davor geschützt werden, dass er das von ihm 
Geleistete bei Aufhebung des Titels im Urteilsstaat vom Gläubiger nicht mehr 
zurückerstattet erhält. Eine entsprechende Anordnung lässt die Vollstreckbarkeit 
weiterhin zu. Die Prüfungsbefugnis des Rechtsbehelfsgerichts bei der Prüfung einer 
Sicherheitsleistung ist weniger eingeschränkt als bei der Prüfung einer Sistierung 
des Verfahrens. Es sind sämtliche Umstände des Einzelfalls, das heisst selbst be-
reits im Urteilsstaat vorgebrachte Argumente zu berücksichtigen, wobei auch hier 
den Erfolgsaussichten des Rechtsmittels im Urteilsstaat wichtige Bedeutung zu-
kommt. Die Anordnung der Vollstreckung bloss gegen Sicherheitsleistung setzt eine 
Gefährdung des Schuldners im Falle einer Aufhebung des Entscheids im Urteils-
staat voraus, das heisst dass der Schuldner objektiv zu befürchten hat, dass er die 
durch die Zwangsvollstreckung potenziell entstehenden Schadenersatz- bezie-
hungsweise Rückforderungsansprüche nicht erfolgreich wird einbringlich machen 
können, insbesondere wenn Schäden drohen, welche der Gläubiger nicht zu de-
cken vermöchte. Die Gefährdung des Schuldners kann sich nicht nur aus einer nicht 
gesicherten Zahlungsfähigkeit des Gläubigers, sondern auch aus sonstigen Hinder-
nissen bei der Durchsetzung von Schadenersatz- und Rückforderungsansprüchen 
ergeben, wobei nicht erforderlich ist, dass nicht wieder gutzumachende Nachteile 
drohen (vgl. Hofmann/Kunz, a.a.O., N. 99 ff. zu Art. 46 mit zahlreichen Hinweisen; 
Schnyder, a.a.O., N. 10 ff. zu Art. 46). 

b) Die Beschwerdeführer begründen ihren Antrag auf Anordnung einer Sicher-
heitsleistung einzig mit einem Verweis auf einen Entscheid der Justizkommission 
des Kantons Zug vom 16. März 2007 (GVP 2007 S. 213 ff.). Zwar trifft es zu, dass 
im vorliegenden Fall ein ordentlicher Rechtsbehelf gegen die Entscheidung des Tri-
bunale di Firenze eingelegt wurde und damit die formelle Voraussetzung für eine 
Anwendung des Art. 46 Ziff. 3 LugÜ gegeben sind. Jedoch übersehen die Be-
schwerdeführer, dass - wie vorstehend ausgeführt - gemäss Lehre und Rechtspre-
chung darüber hinaus eine Gefährdung des Schuldners vorausgesetzt ist. Eine sol-
che wird im vorliegenden Fall weder behauptet noch belegt. Auch aus den Akten 
ergeben sich keinerlei Hinweise, dass es der Beschwerdegegnerin an Liquidität 
mangeln könnte. Besteht keine Gefährdung, dass im Falle einer Aufhebung des Ent-
scheids im Urteilsstaat den Antragsgegnern ein Nachteil erwachsen könnte, ist von 
der Anordnung einer Sicherheitsleistung abzusehen. 

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9. Zusammenfassend ist nach dem Gesagten festzuhalten, dass der Antrag der 
Beschwerdeführer sowie ihre Eventualbegehren abzuweisen sind und der vorin-
stanzliche Entscheid des Einzelrichters am Bezirksgericht Maloja vom 3. August 
2011 vollumfänglich zu bestätigen ist. 

10. Bei diesem Ausgang gehen die Prozesskosten, bestehend aus den Gerichts-
kosten und der Parteientschädigung (Art. 95 Abs. 1 ZPO) unter solidarischer Haf-
tung zu Lasten der unterliegenden Partei (Art. 106 Abs. 1 ZPO). Mangels Einrei-
chung einer Honorarnote wird die Parteientschädigung für die anwaltlich vertretene 
Beschwerdegegnerin nach richterlichem Ermessen festgesetzt. Angesichts der sich 
stellenden Sach- und Rechtsfragen sowie aufgrund der eingereichten Beschwerde-
antwort erscheint eine aussergerichtliche Entschädigung von pauschal Fr. 2'500.-- 
(inkl. MWSt) als angemessen.

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III. Demnach wird erkannt:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 2'500.-- gehen unter solidari-
scher Haftung zu Lasten der Beschwerdeführer, welche die Beschwerdegeg-
nerin zudem unter solidarischer Haftung mit insgesamt Fr. 2'500.-- (inkl. 
MWSt) aussergerichtlich zu entschädigen haben.

3. Gegen diese, einen Streitwert von mindestens 30'000 Franken betreffende 
Entscheidung kann gemäss Art. 72, Art. 74 Abs. 1 lit. b des Bundesgerichts-
gesetzes (BGG) Beschwerde in Zivilsachen an das Schweizerische Bundes-
gericht, 1000 Lausanne 14, geführt werden. Die Beschwerde ist dem Bun-
desgericht schriftlich, innert 30 Tagen seit Eröffnung der vollständigen Aus-
fertigung der Entscheidung in der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen 
Weise einzureichen. Für die Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die 
weiteren Voraussetzungen und das Verfahren der Beschwerde gelten die 
Art. 29 ff., 72 ff. und Art. 90 ff. BGG.

4. Mitteilung an: