# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 66f79f4c-a7ad-5911-8fd0-3148f62c84b3
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-09-10
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 10.09.2008 E-7615/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-7615-2006_2008-09-10.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-7615/2006
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 0 .  S e p t e m b e r  2 0 0 8

Einzelrichterin Marianne Teuscher, 
mit Zustimmung von Richterin Gabriela Freihofer, 
Gerichtsschreiber Simon Bähler.

1. A_______, geboren, (...), 
2. B_______, geboren (...), und 
3. C_______, geboren (...),
Kongo (Kinshasa),
vertreten durch ihre Mutter D_______, 
(...),
Beschwerdeführerinnen 1 bis 3,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung;
Verfügung des BFM vom 24. November 2006 / 
N_______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

Parteien

E-7615/2006

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass  der  Vater  der  Beschwerdeführerinnen,  E_______,  Kongo 
(Kinshasa) im Oktober 2001 verliess, um am 29. Oktober 2001 in der 
Schweiz  ein  Asylgesuch  zustellen,  welches  mit  Urteil  der  damals 
zuständigen  Schweizerischen  Asylrekurskommission  (ARK)  vom  (...) 
letztinstanzlich abgewiesen wurde,

dass  die  Mutter  der  Beschwerdeführerinnen,  D_______,  am  19. 
Februar 2002 ein Asylgesuch in der Schweiz stellte, welches mit Urteil 
der ARK vom (...) ebenfalls rechtskräftig abgewiesen wurde,

dass die Beschwerdeführerin 2 am 9. Februar 2005 in die Schweiz ein-
reiste, wo ihr Vater für sie am 4. März 2005 ein Asylgesuch stellte,

dass die Beschwerdeführerin 3 am 23. Mai 2005 in der Schweiz gebo-
ren wurde,

dass die Beschwerdeführerin 1 am 2. Oktober 2006 in die Schweiz ein-
reiste, am 17. Oktober 2006 mit ihrem Vater zusammen durch das Mig-
rationsamt des Kantons Zürich angehört wurde und dabei im Wesentli-
chen geltend machte, in R_______ bei einem Bekannten gewohnt zu 
haben,

dass ihr Vater ausführte, seine Tochter sei traumatisiert, weil sie ohne 
Eltern habe leben müssen,

dass der Vater der Beschwerdeführerin 1 im Rahmen dieser Anhörung 
für seine Tochter um Asyl nachsuchte,

dass  die  beiden  anderen  Beschwerdeführerinnen  (2  und  3)  zu  jung 
sind, um im Asylverfahren angehört zu werden,

dass das BFM die Asylgesuche der Beschwerdeführerinnen mit Verfü-
gung vom 24. November 2006 ablehnte und die Wegweisung aus der 
Schweiz sowie den Vollzug anordnete,

dass das BFM zur Begründung im Wesentlichen anführte, die seitens 
der  Eltern  befürchtete  Reflexverfolgung  sei  nicht  glaubhaft,  da  die 
Asylgesuche der Eltern rechtskräftig abgewiesen worden seien,

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dass  die  Beschwerdeführerinnen  -  vertreten  durch  ihre  Mutter  -  mit 
Eingabe vom 24. Dezember 2006 (Datum Poststempel) gegen diesen 
Entscheid bei der ARK Beschwerde erhoben und dabei beantragten, 
die angefochtene Verfügung sei aufzuheben,

dass  die  mit  Zwischenverfügung vom 14. Februar  2007 einverlangte 
Beschwerdeverbesserung  am  22.  Februar  2007  fristgerecht  einge-
reicht wurde,

dass der gleichzeitig erhobene Kostenvorschuss von Fr. 600.-- fristge-
recht am 26. Februar 2007 geleistet wurde,

dass die Eltern der Beschwerdeführerinnen am 16. Januar 2008 beim 
BFM um Wiedererwägung der Verfügungen vom 12. September 2002 
ersuchten,

dass  das  Beschwerdeverfahren  der  Beschwerdeführerinnen  mit 
Zwischenverfügung  des  Bundesverwaltungsgerichts  vom  30.  Januar 
2008 bis zum Entscheid über das Wiedererwägungsgesuch der Eltern 
sistiert  und  das  BFM  aufgefordert  wurde,  nach  Wegfall  des 
Sistierungsgrundes eine Vernehmlassung einzureichen,

dass  das  in  der  Beschwerde  als  Beweismittel  angebotene  ärztliche 
Zeugnis am 14. März 2008 bei der Vorinstanz eingereicht wurde,

dass das BFM am 9. April 2008 in Gutheissung des Wiedererwägungs-
gesuch die Ziffern 4 und 5 der Verfügungen vom 12. September 2002 
aufhob und die Eltern der Beschwerdeführerinnen wegen Unzumutbar-
keit des Wegweisungsvollzugs vorläufig aufnahm,

dass mit  Verfügung des BFM vom 9. April  2008 im Rahmen der Ver-
nehmlassung auch die Beschwerdeführerinnen wegen Unzumutbarkeit 
des Wegweisungsvollzugs wiedererwägungsweise vorläufig aufgenom-
men wurden, 

dass das Bundesverwaltungsgericht mit Schreiben vom 15. April 2008 
die Gegenstandslosigkeit der Beschwerde bezüglich es Wegweisungs-
vollzugs feststellte und die Beschwerdeführerinnen anfragte, ob sie die 
Beschwerde,  soweit  nicht  gegenstandslos  geworden,  zurückziehen 
möchten,

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dass die Beschwerdeführerinnen die angesetzte Frist  ungenutzt  ver-
streichen liessen,

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 
über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR 172.021])  des  BFM  ent-
scheidet  (Art. 105  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni 1998  [AsylG, 
SR 142.31]  i.V.m.  Art. 31-34  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32];  Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesge-
richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  am 1.  Januar  2007  die  bei  der 
ARK hängigen Rechtsmittel übernommen hat und dabei das neue Ver-
fahrensrecht anwendet (Art. 53 Abs. 2 VGG),

dass  die  Beschwerdeführerinnen  durch  die  angefochtene  Verfügung 
berührt sind, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung bezie-
hungsweise  Änderung  haben  und  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert sind (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass somit auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ein-
zutreten ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 50 Abs. 1 und 52 VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli-
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  bezie-
hungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e 
AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt,  um eine 
solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass  die  Schweiz  Flüchtlingen  grundsätzlich  Asyl  gewährt  (Art. 2 
Abs. 1  AsylG),  wobei  als  Flüchtling  eine  ausländische  Person  aner-
kannt wird, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie 
zuletzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität,  Zugehörig-
keit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen 
Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete 

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Furcht  hat,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden  (Art. 3  Abs. 1 
AsylG),

dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaub-
haft gemacht werden muss (Art. 7 AsylG),

dass die Flüchtlingseigenschaft  glaubhaft  gemacht ist,  wenn die Be-
hörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-
geben hält, 

dass Vorbringen insbesondere dann unglaubhaft sind, wenn sie in we-
sentlichen Punkten zu wenig begründet  oder in sich widersprüchlich 
sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälsch-
te oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden,

dass die  Beschwerdeführerinnen zu jung sind,  um aufgrund eigener 
politischer Aktivitäten verfolgt zu werden,

dass  bezüglich  der  Eltern  der  Beschwerdeführerinnen  rechtskräftig 
festgestellt wurde, dass diese die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllen,

dass somit - wie dies die Vorinstanz zu Recht festhielt - auch keine Re-
flexverfolgung  bezüglich  der  Beschwerdeführerinnen  hergeleitet  wer-
den kann,

dass  es  den  Beschwerdeführerinnen  somit  nicht  gelingt,  die  Flücht-
lingseigenschaft nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen, 
weshalb das Bundesamt die Asylgesuche zu Recht abgelehnt hat,

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge 
hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbe-
willigung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer sol-
chen besteht  (vgl. Entscheidungen  und Mitteilungen der  Schweizeri-
schen Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21), weshalb die ver-
fügte  Wegweisung  im Einklang  mit  den  gesetzlichen  Bestimmungen 
steht und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzli-
chen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern re-
gelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar 
oder nicht möglich ist  (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-

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desgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]), 

dass die Beschwerdeführerinnen am 9. April 2008 durch das BFM im 
Rahmen  eines  Schriftenwechsels  wiedererwägungsweise  vorläufig 
aufgenommen wurden und somit ein Aufenthaltsrecht in der Schweiz 
haben,  womit  die  Beschwerde  diesbezüglich  gegenstandslos  gewor-
den ist,

dass es den Beschwerdeführerinnen demnach nicht gelungen ist dar-
zutun, inwiefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletzt, den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt 
oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde, so-
weit nicht gegenstandslos geworden, abzuweisen ist, 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die aufgrund des teilweisen 
Obsiegens  angemessen  reduzierten  Kosten  von  Fr.  300.--  (Art. 1-3 
des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2])  den  Beschwerdeführerinnen  aufzuerlegen  (Art. 63 
Abs. 1 VwVG) und mit  dem am 26. Februar  2007 im Betrag von Fr. 
600.-- geleisteten Kostenvorschuss zu verrechnen sind,

dass der die Verfahrenskosten übersteigende Restbetrag des Kosten-
vorschusses im Betrag von Fr. 300.-- zurückzuerstatten ist,

dass den durch ihre Mutter vertretenen Beschwerdeführerinnen keine 
Parteientschädigung zuzusprechen ist.

(Dispositiv nächste Seite)

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1. Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

2.
Die Beschwerde wird,  soweit  nicht  gegenstandslos  geworden,  abge-
wiesen.

3.
Die  reduzierten  Verfahrenskosten  von  Fr. 300.--  werden  den  Be-
schwerdeführerinnen auferlegt und mit dem Kostenvorschuss verrech-
net. Der Restbetrag des Kostenvorschusses von Fr. 300.-- ist den Be-
schwerdeführerinnen zurückzuerstatten.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- die Mutter der Beschwerdeführerinnen (Einschreiben)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt und Rückkehrförderung, mit den Ak-

ten Ref.-Nr. N________ (per Kurier; in Kopie)
- (...) (in Kopie)

Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber:

Marianne Teuscher Simon Bähler

Versand: 

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