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**Case Identifier:** 38578e6d-5b81-50d6-9d06-00d1fb12375c
**Source:** Zürich Baurekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-11-29
**Language:** de
**Title:** Mobilfunk-Basisstation ausserhalb der Bauzonen. Standortbegründung (Präzisierung der Rechtsprechung).
**Docket/Reference:** BRGE II Nr. 0193/2016
**URL:** https://www.baurekursgericht-zh.ch/media/entscheidauszug_aus_brge_ii_nr._0193-2016_vom_29._november_2016.pdf

## Full Text

Baurekursgericht 
des Kantons Zürich 
2. Abteilung 

G.-Nr. 
BRGE II Nr. 

R2.2015.00156 
0193/2016 

Entscheid vom 29. November 2016 

Mitwirkende 

Abteilungspräsident  Peter  Rütimann,  Baurichter  Emil  Seliner,  Baurichter 
Stefano Terzi, Gerichtsschreiber Roland Blaser     

in Sachen 

Rekurrierende 

R. und A. S., [….]  

gegen 

Rekursgegnerschaft 

1.  Gemeinderat X, [….]  
2.  Baudirektion Kanton Zürich, Walchetor, Walcheplatz 2, Postfach, 

8090 Zürich  
3.  Y AG, [….]  

betreffend 

Gemeinderatsbeschluss vom 18. August 2015 und Verfügung Baudirektion 
Kanton Zürich BVV 15-1031 vom 9. Juli 2015; Baubewilligung für eine Mo-
bilfunk-Basisstation 
_______________________________________________________ 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
hat sich ergeben: 

A.  

Mit Beschluss vom 18. August 2015 bewilligte der Gemeinderat X der Y AG 

die  Ersetzung  einer  Mobilfunk-Basisstation  auf  dem  landwirtschaftlichen 
Gebäude Assek.-Nr. 379. [….] 

Bereits zuvor hatte die Baudirektion Kanton Zürich am  9. Juli 2015 für das 

in  der  Landwirtschaftszone  geplante  Bauvorhaben  eine  Ausnahmebewilli-

gung  im  Sinne  von  Art. 24  des  Bundesgesetzes  über  die  Raumplanung 

(RPG) erteilt (BVV 15-1031), welche zusammen mit der kommunalen Bau-
bewilligung eröffnet wurde. 

B.  

Dagegen rekurrierten R. und A. S. mit gemeinsamer fristgerechter Eingabe 

am  7. September 2015  an  das  Baurekursgericht  des  Kantons  Zürich  und 

beantragten:  

"Das Projekt sei nicht zu genehmigen. 
Ev. sei der Zustand gemäss Baubewilligung von 1999 wieder herzustellen." 

C.  

Mit  Verfügung  vom  9. September  2015  wurde  der  Eingang  des  Rekurses 

vorgemerkt,  diesem  die  aufschiebende  Wirkung  zuerkannt  und  das 
Vernehmlassungsverfahren eröffnet.  

D.  

In  ihren  Rekursantworten  vom  8. Oktober  bzw.  9. November  2015  bean-
tragten  die  Y  AG  bzw.  die  Baudirektion  Kanton  Zürich  die  Abweisung  des 

Rekurses.  Die  Y  AG  verlangte  zudem  die  Zusprechung  einer  Umtriebs-

entschädigung.  Der  Gemeinderat  X  verzichtete  explizit  auf  eine  Vernehm-

lassung. Die rekurrentische Replik datiert vom 1. Dezember 2015; die Dup-
lik der Y AG vom 6. Januar 2015.  

E.  

Am  26. April  2016 

führte  eine  Delegation  der  2. Abteilung  des 

Baurekursgerichts  im  Beisein  der  Parteien  einen  Augenschein  vor  Ort 

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durch.  Dabei  wurde  eine  Nachmessung  der  Aussteckung  des  strittigen 

Bauvorhabens durch den zuständigen Geometer vereinbart.  

Die  Resultate  dieser  Nachmessung  gingen  am  2. Mai 2016  beim  Baure-

kursgericht ein und wurden den Parteien anschliessend zur Kenntnisnahme 

und  allfälligen  Stellungnahme  zugestellt.  Die  Parteien  liessen  sich  in  der 
Folge zu dieser Thematik nicht vernehmen. 

F.  

Auf  die  Vorbringen  der  Parteien  und  die  Ergebnisse  des  Augenscheins 

wird,  soweit  entscheidrelevant,  in  den  nachstehenden  Erwägungen  Bezug 

genommen. 

Es kommt in Betracht: 

1. 
Die  Rekurrierenden  sind  Bewohner  der  Liegenschaft  [….],  welche  rund 
226 m  vom  strittigen  Bauvorhaben  entfernt  ist.  Sie  wohnen  damit  im  ge-

mäss  bundesgerichtlicher  Definition  rechtsmittelberechtigten  Umkreis  der 

strittigen Kommunikationsanlage, der hier rund 885,44 m beträgt (act. 9.12, 

S. 5). Die Rekurrierenden sind damit mehr als irgendwelche Dritte oder die 

Allgemeinheit  in  ihren  eigenen  Interessen  betroffen  sowie  aufgrund  der 

nachstehend  unter  Ziffer  4.1  zusammengefassten  Rügen  gemäss  § 338a 

des Planungs- und Baugesetzes (PBG) rechtsmittellegitimiert. Da die weite-
ren Prozessvoraussetzungen ebenfalls erfüllt sind, ist auf den Rekurs – mit 
der nachfolgend unter Ziffer 3 erwähnten Einschränkung – einzutreten.  

2.  

Die auf dem Dach des bestehenden landwirtschaftlichen Gebäudes Assek.-

Nr. 379 projektierte Mobilfunk-Basisstation der Y AG soll mit einer Gesamt-
leistung  von  maximal  8'000  WERP  betrieben  werden.  Der  nachfolgende 
Planausschnitt 1:200 zeigt, dass diese Anlage im Wesentlichen aus einem  

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Stahlmast mit zwei zuoberst daran montierten Antennen besteht. Die Anla-

ge  überragt  den  Dachfirst  um  3,5 m.  Die  Tripleband-Antennen  des  Typs 

Kathrein 80010697 weisen folgende Spezifikationen auf: 

Ant.-Bez. 

1_SCLO 

2_SCLO 

1_SCHA 

1_SCHA 

Freq.-Band 

800-900 MHz 

800-900 MHz 

1800-2100 MHz 

1800-2100 MHz 

Leistung  

1800 WERP 

1800 WERP 

2200 WERP 

2200 WERP 

Azimut  

80° 

340° 

80° 

340° 

Mit  dieser  Anlage  soll  die  seit  längerer  Zeit  bestehende  Basisstation,  die 

abgebrochen wird, ersetzt werden  

Beim  Streitobjekt  handelt  es  sich  trotz  gleichem  Standort  somit  um  eine 

Neuanlage im Sinne von Art. 3 Abs. 2 lit. c der Verordnung über den Schutz 

vor  nichtionisierender  Strahlung  (NISV.  Das  Baugrundstück  liegt  in  der 

Landwirtschaftszone.  

3.  

Die  Rekurrierenden  äussern  sich  wiederholt  zur  bestehenden  Mobilfunk-

Basisstation der Y AG, insbesondere auch in technischer Hinsicht. Im vor-

liegenden Rekursverfahren geht es einzig um die Bewilligungsfähigkeit der 

streitbetroffenen  Neuanlage.  Gegenstand  des  Rekursverfahrens  kann  nur 

sein, was auch Inhalt der erstinstanzlichen Verfügung war bzw. nach richti-

ger  Rechtsanwendung  hätte  sein  sollen.  Letzteres  trifft  bezüglich  der  be-

stehenden Basisstation nicht zu. Sachverhalte, über welche die Vorinstanz 

zu  Recht  nicht  entschieden  hat,  fallen  nicht  in  den  Kompetenzbereich  der 

Rekursinstanz, ansonsten in die funktionelle Zuständigkeit der erstinstanz-

lich verfügenden Behörde eingegriffen würde (Martin Bertschi, in: Kommen-

tar VRG, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2014, Vorbemerkungen zu §§ 19 - 28a 

Rz. 45). 

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4.1. 

Die Rekurrierenden führen zur Begründung zusammengefasst im Wesentli-

chen an,  die  Aussteckung  des  strittigen  Bauvorhabens  sei mangelhaft. Es 

würden in rechtswidriger Weise weder die korrekte Höhe noch die tatsäch-

lichen Ausmasse der Antennenanlage wiedergegeben. 

Die ausserhalb der Bauzonen im Landwirtschaftsgebiet geplante Basissta-

tion der Y AG sei nicht zonenkonform. Gerade die neuere bundesgerichtli-

che Rechtsprechung verbiete das Nach- und Umrüsten bestehender Mobil-

funkanlagen.  Insbesondere  seien  hier  die  strengen  Voraussetzungen  für 

die Erteilung einer Ausnahmebewilligung gestützt auf Art. 24 RPG nicht er-

füllt. Die Anlage sei nicht standortgebunden, weil sie vor allem aus techni-

schen Gründen keineswegs auf einen Standort in der Landwirtschaftszone 

angewiesen sei. Die entsprechende Standortbegründung der Y AG sei un-

genügend und überzeuge in keiner Weise. Ohnehin sei das Amt für Raum-

entwicklung mangels entsprechender Fachkenntnisse gar nicht in der Lage 

gewesen, die Mängel dieser Standortbegründung zu erkennen und zu beur-

teilen. Es blieben unter dem Strich einzig die für eine Ausnahmebewilligung 

nicht massgebenden wirtschaftlichen Interessen der Y AG. 

Die  gravierenden  Folgen  der  Mobilfunkstrahlung,  insbesondere  Langzeit-

schädigungen,  seien  mittlerweile  durch  Studien  ohne  weiteres  belegt.  In 

Anwendung des Vorsorgeprinzips seien somit Anlagen der vorliegenden Art 

gar  nicht  mehr  bewilligungsfähig.  In  der  Umgebung  des  Baugrundstücks 
wohnten  – ausser  dem  Rekurrenten –  überdies  mehrere  elektrosensible 
Menschen. Die Antennendiagramme im Standortdatenblatt seien pauschale 

Darstellungen von ungenauen Hüllkurven und folglich unbrauchbar.  

Die  von  der  Vorinstanz  angeordneten  Abnahmemessungen  taugten  auf-

grund der längst bekannten Ungenauigkeit des angewendeten Messverfah-
rens  überhaupt  nichts.  Ebenso  untauglich  sei  das  sogenannte  Qualitätssi-

cherungssystem  für  die  in  Betrieb  stehenden  Mobilfunk-Basisstationen. 

Dieses  sei  zum  Vorteil  der  Mobilfunkgesellschaften  weder  betrugs-  noch 

überlistungssicher.  

Schliesslich  verstosse  die Anlage der  Y  AG  gegen  die  Aspekte  des  Land-

schaftsschutzes.  Es  führe  ein  viel  begangener  Wanderweg  mit  prächtiger 
Aussicht auf das Alpenpanorama am Baugrundstück vorbei. In dieses wür-

de eine um 1,5 m erhöhte Antenne sehr störend hineinragen. 

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Seite 5 

 
 
4.2. 

Im  Gegensatz  dazu  hält  die  Rekursgegnerschaft  zur  Hauptsache  fest,  für 

die  strittige  Basisstation  sei zu  Recht  eine  Ausnahmebewilligung  im  Sinne 

von  Art. 24  RPG  erteilt  worden.  Die  Anlage,  welche  entgegen 

rekurrentischer Auffassung X bzw. das ausserhalb der Bauzonen liegende 

Gemeindegebiet  und  nicht  benachbarte  Dörfer  versorge,  sei  standortge-

bunden  und  die  Interessenabwägung  spreche  klar  für  den  bereits  bisher 

benutzten Standort, was u.a. aus der detaillierten Standortbegründung oh-

ne  weiteres  hervorgehe.  Im  Übrigen  sei  die  Antennenanlage  der  Y  AG 

ebenfalls  ohne  weiteres  baurechtskonform.  Die  gesetzlichen  Grenzwerte 

würden problemlos eingehalten. 

5.  

Strittig  sind  die  Höhe  und  auch  das  sonstige  Ausmass  der  Aussteckung. 

Die nach dem Augenschein vom 26. April 2016 vom zuständigen Geometer 
[….] durchgeführte Kontrolle ergab entgegen des rekurrentischen Einwands 
eine im Wesentlichen korrekt ausgesteckte Mastlänge (act. 22).  

Zur Funktion der Aussteckung im Sinne von § 311 PBG ist überdies festzu-

halten:  Sie  soll  vor  allem  Nachbarn  auf  ein  geplantes  Bauvorhaben  und 

dessen  mögliche  Auswirkungen  auf  deren  Grundstücke  aufmerksam  ma-

chen  und  so  auf  die  öffentliche  Bekanntmachung  des  Vorhabens  (§ 314 

Abs. 1  PBG)  sowie  die  öffentliche  Auflage  der  Baugesuchsunterlagen 

(§ 314 Abs. 4 PBG) hinweisen. Die Aussteckung kann sich auf die wesent-

lichen Gebäude- und Anlageteile beschränken. Bezüglich der genauen Di-

mensionierung und Detailgestaltung sind die von der Bauherrschaft einzu-

reichenden  Gesuchsunterlagen  (§ 310  Abs. 1  PB  und  §§ 3 ff.  BVV  alleine 

massgebend.  Bei  Mobilfunkantennen  genügt  es  gemäss  Rechtsprechung 
deshalb,  wenn  – wie  im  vorliegenden  Fall –  mit  der  Aussteckung  lediglich 
die  vorgesehene  Masthöhe,  und  nicht  auch  noch  der  Durchmesser  des 

Mastes  sowie  die  horizontale  Ausdehnung  der  Antennenelemente  visuali-

siert wird (BRGE II Nr. 0186/2015 vom 1. Dezember 2015, E. 5). 

6.1.  
Gemäss Art. 22 Abs. 2 lit. a RPG muss eine Baute oder Anlage dem Zweck 

der Nutzungszone entsprechen, was für die in der Landwirtschaftszone pro-

jektierte Mobilfunk-Basisstation der Y AG nicht zutrifft.  

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Nach Art. 24 RPG können abweichend von Art. 22 Abs. 2 lit. a des Geset-

zes  Bewilligungen  erteilt  werden,  Bauten  und  Anlagen  zu  realisieren  oder 

ihren Zweck zu ändern, wenn: 

a.  der Zweck der Bauten und Anlagen einen Standort ausser-

halb der Bauzonen erfordert; und 

b.  keine überwiegenden Interessen entgegenstehen. 

6.2. 

Eine Baute oder Anlage ist im Sinne des Gesetzes dann standortgebunden, 

wenn sie aus technischen oder betrieblichen Gründen oder wegen der Bo-

denbeschaffenheit  auf  einen  Standort  ausserhalb  der  Bauzonen  angewie-

sen  ist.  Die  Standortgebundenheit  kann  eine  positive  oder  eine  negative 

sein.  

Positiv  standortgebunden  ist  eine  Baute  oder  Anlage  dann,  wenn  sie  aus 

technischen  oder  betrieblichen  Gründen  oder  aber  aus  Gründen  der  Bo-

denbeschaffenheit  auf  einen  bestimmten  Standort  ausserhalb  der  Bauzo-

nen angewiesen ist. Dies trifft z.B. auf Energie- oder Rohstoffgewinnungs-

anlagen, auf Bergrestaurants oder auch auf bestimmte Kommunikationsan-

lagen  zu  (BRKE III  Nrn. 0148  und  149/2008  vom  12. November 2008, 

E. 6.4 und 6.5).  

Negative Standortgebundenheit liegt vor, wenn eine Baute oder Anlage auf 

Grund der von ihr ausgehenden Auswirkungen oder Gefahren nicht in einer 

Bauzone realisiert werden kann. Das trifft z. B. für eine Schiessanlage, eine 

Abfalldeponie oder ein Tierheim zu. Können die Auswirkungen gestützt auf 

das Umweltschutzrecht in einem Masse begrenzt werden, dass das Vorha-

ben in einer Bauzone realisiert werden kann, fällt die Annahme einer nega-

tiven  Standortgebundenheit  ausser  Betracht  (Walter  Haller/Peter  Karlen, 
Raumplanungs-,  Bau-  und  Umweltrecht,  Band I,  3. Aufl.,  Zürich 1999, 

Rz. 709 ff. und dortige Hinweise auf die Rechtsprechung). 

Dabei  genügt  eine  relative  Standortgebundenheit.  Es  ist  also  nicht  – im 
Sinne einer absoluten Standortgebundenheit – erforderlich, dass überhaupt 
kein  anderer  Standort  in  Betracht  fällt.  Es  müssen  allerdings  besonders 

wichtige und objektive Gründe vorliegen, welche den vorgesehenen Stand-
ort  im  Vergleich  zu  anderen  Standorten  innerhalb  einer  Bauzone  als  we-

sentlich  vorteilhafter  erscheinen  lassen  (BGr 1C_36/2009  vom  14. Juli 

2009, E, 3.1).  

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6.3. 

Kommunikationsanlagen  wie  Mobilfunk-Basisstationen  können  auf  einen 

Standort ausserhalb der Bauzonen angewiesen sein, wenn eine Deckungs- 

oder Kapazitätslücke aus funktechnischen Gründen mit einem oder mehre-

ren  Standorten  innerhalb  der Bauzonen  nicht  in  genügender Weise  besei-

tigt werden kann oder es bei einem Standort innerhalb der Bauzonen zu ei-

ner  nicht  vertretbaren  Störung  der  in  anderen  Funkzellen  des  Netzes  ver-

wendeten  Frequenzen  kommen  würde.  Ferner kann  sich  eine  Standortge-

bundenheit dann ergeben, wenn mit einer Basisstation auch oder vor allem 

Gebiete  ausserhalb  der  Bauzonen  mobilfunkmässig  abgedeckt  werden 

müssen (BGr 1C_405/2011 vom 24. April 2012, E. 3.1). Zu denken ist etwa 

an  Verkehrsträger  im  privaten  oder  öffentlichen  Verkehr  (Strassen,  Eisen-

bahnlinien),  nicht  eingezonte  Weiler  oder  touristische  Anlagen  (wie  etwa 

Skigebiete),  welche  Orte  grundsätzlich  ebenfalls  einen  Anspruch  auf  eine 

einwandfreie  Mobilfunkversorgung  haben  (BRGE  IV  Nr.  0090/2015  vom 

18. Juni 2015, E. 5.2.2). 

Nicht ausreichend sind dagegen ausschliesslich wirtschaftliche Vorteile des 

gewählten  Standorts  (geringere  Landerwerbskosten,  voraussichtlich  gerin-

gere Zahl von Einsprachen) oder zivilrechtliche Gründe, wie z. B. die Wei-

gerung  von Eigentümern, einer Antenne auf ihren Grundstücken innerhalb 

der  Bauzonen  zuzustimmen  (BGr 1C_14/2008  vom  25. Februar 2009,  4.1, 

mit  zahlreichen  Hinweisen  auf  die  Rechtsprechung;  BRGE III  Nrn. 0085 

und 0086/2011 vom 1. Juni 2011, E. 16.2.). 

6.4.  

Unter bestimmten Umständen kann sich allerdings ein Standort ausserhalb 

der Bauzonen im Vergleich zu einem Standort innerhalb der Bauzonen auf-
grund  einer  Gesamtsicht  unter  Beachtung  aller  massgebenden  Interessen 

als derart vorteilhaft erweisen, dass er ausnahmsweise in weiteren als den 

vorne  genannten  Fällen  als  standortgebunden  im  Sinne  von  Art. 24  lit. a 

RPG anerkannt werden kann. 

Im  Unterschied  zu  anderen  Bauten  und  Anlagen  wie  u.a.  Strassen,  Park-

plätzen, Deponien, Materialgewinnungsanlagen oder Sportanlagen können 
Mobilfunk-Basisstationen  aufgrund  ihrer  Eigenschaft  als  in  der  Regel  eher 

klein dimensionierte technische Infrastruktureinrichtungen realisiert werden, 

ohne dafür zwingend neues, unüberbautes Nichtbauzonenland in Anspruch 

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nehmen zu müssen. Dies ist im Wesentlichen dann der Fall, wenn sie auf 

früher  erstellten  Gebäuden  oder  Infrastruktureinrichtungen  (vor  allem 

Hochspannungs-  und  Antennenmasten)  realisiert  werden  können.  Hier 

kann die Standortgebundenheit auch dann bejaht werden, wenn diese zwar 

nicht  aus  funktechnischen  Gründen  unentbehrlich,  sich  aber  im  konkreten 

Fall  als  wesentlich  geeigneter  erweisen  als  mögliche  Standorte  innerhalb 

der Bauzone. Voraussetzung ist, dass die Mobilfunkanlage ausserhalb der 

Bauzonen  keine  erhebliche  Zweckentfremdung  von  Nichtbauzonenland 

bewirkt und nicht störend in Erscheinung tritt. Dies ist grundsätzlich nur an 

Örtlichkeiten  möglich,  an  denen  sich  bereits  zonenkonforme  oder  zonen-

widrige  Bauten  und  Anlagen  befinden  (BGr 1C_405/2011  vom  24. April 

2012, E. 3.1).  

All diesen Umständen ist bei der im Rahmen der Standortevaluation vorzu-

nehmenden  konkreten  Interessenabwägung  Rechnung  zu  tragen.  (BGr 

1C_345/2008 vom 29. Januar 2009, E. 2.3). Die Standortgebundenheit darf 

nicht  einfach  unter  dem  Hinweis  auf  die  bestehende  Nutzung  eines  Stan-

dorts  (vorliegend  ist  das  die  bereits  genannte  Basisstation  der  Y  AG  am 

vorgesehenen Ort der Neuanlage, welche abgebrochen werden soll) bejaht 

werden. Vielmehr ist zu prüfen, ob sich der vorgesehene Standort als klar-

erweise  besser  geeignet  erweist  als  mögliche  Standorte  innerhalb  und  al-

lenfalls  auch  ausserhalb  der  Bauzonen  (BGE  133  II  321  S.  326;  BGr 

1C_405/2011 vom 24. April 2012, E. 3.1). Beim Standortvergleich sind nicht 

nur  funktechnische  Aspekte,  sondern  auch  solche  wie  etwa  des  Land-

schaftsschutzes zu gewichten (BGr 1C_200/2012 vom 17. Dezember 2012, 

E. 4.2.). 0086/2011 vom 1. Juni 2011, E. 16.2.). Fehlt ein solcher Standort-

vergleich,  liegt  nach  der  bundesgerichtlichen  Rechtsprechung  eine  Verlet-

zung von Art. 24 RPG vor (BGr 1C_478/2008 vom 28. August 2009, E. 5).  

Der von der Y AG in ihrer Rekursantwort vom 8. Oktober 2015 (act. 11) er-

wähnte  und 

teilweise  zitierte  Entscheid  BGr  1C_200/2012  vom 

17. Dezember 2012 (dort ging es um einen Umbau [technische Umrüstung 

auf UMTS] einer bestehen Basisstation einer Mobilfunk-Basisstation auf ei-

nem  Sesselbahnmast  mit  visuell  wenig  erkennbaren  Änderungen)  ändert 

überhaupt nichts an dieser klaren und unmissverständlichen höchstrichter-

lichen Rechtsprechung. Bei der in jenem Fall strittigen Anlage, welche von 
allen Vorinstanzen und letztlich auch vom Bundesgericht verweigert wurde, 

war  die  Evaluation  von  Alternativstandorten  nicht  urteilsrelevant  und  die 

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generellen  Ausführungen  des  Bundesgerichts  zu  diesem Thema  stützt  die 

Auffassung der Y AG im vorliegenden Fall gerade nicht. 

Schliesslich  erachtete  das  Verwaltungsgericht  des  Kantons  Zürich  In  sei-

nem Urteil vom 9. Juni 2016 selbst die Evaluation nur eines einzigen Alter-

nativstandortes  in  den  Bauzonen  als  höchstens  in  Ausnahmefällen  genü-

gend bzw. zulässig (VB. 2015.00507, E. 5.3.3, S. 11). 

6.5.1. 

Unentbehrlicher  wesentlicher  Bestandteil  der  genannten  Interessenabwä-

gung  ist  jeweils  die  schriftliche  Standortbegründung  der  Bauherrschaft. 

Diese  Begründung  hat  substantiiert  und  widerspruchslos  zu  sein 

(VB.2015.00507, a.a.O.) Sie bildet die Basis für die raumplanungsrechtliche 

Beurteilung durch die zuständige Behörde, hier also der Baudirektion Kan-

ton Zürich. 

6.5.2. 

Gemäss Standortbegründung der Y AG vom 10. April 2015 (act. 9.11) wur-

den im vorliegenden Fall keine möglichen Alternativstandorte innerhalb und 

ausserhalb  der  Bauzonen  evaluiert,  was  seitens  der  Y  AG  nicht  bestritten 

wird. Auch im Übrigen ist die Standortbegründung inhaltlich unsubstantiiert 

und nimmt auf die konkreten Verhältnisse wenig Bezug. Sie scheint in wei-

ten Teilen im "Copy-Paste-Verfahren" erstellt worden zu sein und erschöpft 

sich  deshalb  grossmehrheitlich  in  zwar  durchaus  zutreffenden,  jedoch  nur 

allgemeingültigen  Formulierungen.  Die  fallbezogenen  Ausführungen  sind 

hingegen sowohl quantitativ als auch qualitativ sehr bescheiden. Sogar un-

zutreffend ist u.a. die Feststellung, mit dem Streitobjekt werde das Erschei-

nungsbild im Vergleich zur aktuellen Situation nur minimal verändert. Ange-

sichts einer markanten Mastverlängerung um 1,5 m und grösser dimensio-
nierten  Antennenelementen  ist  hier  nicht  von  einer  völlig  untergeordneten 

Veränderung  des  Erscheinungsbildes  auszugehen.  Entsprechend ungenü-

gend ist denn auch die Begründung in der angefochtenen Ausnahmebewil-

ligung  der  Baudirektion  sowie  in  ihrer  Rekursantwort  vom  4.  November 

2015 (act. 13).  

6.5.3. 

Die  Y  AG  kann  sich  unter  diesen  Voraussetzungen  nicht  darauf  berufen, 

dass hier ein bestehender Antennenstandort in gleichem Masse weiter be-

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nützt  wird.  Wie  bereits  im  Detail  ausgeführt,  handelt  es  sich  im  vorliegen-

den Fall um eine komplette Neuanlage. Zumindest die von Aussen sichtba-

ren Teile der bisherigen Anlage sollen vollständig demontiert werden. Damit 

ist  das  Streitobjekt,  wie  der  Augenschein  des  Baurekursgerichts  vom 

26. April 2016 ebenfalls gezeigt hat, vorab im Lichte des Landschaftsschut-

zes relevant, weshalb sich ein diesbezüglicher Vergleich mit anderen mög-

lichen Standorten innerhalb und ausserhalb der Bauzonen im Rahmen der 

gebotenen Interessenabwägung aufdrängt.  

6.6.  

Insgesamt  basiert  die  von  der  Baudirektion  Kanton  Zürich  mit  Datum  vom 

9. Juli 2015 gestützt auf Art 24 RPG erteilte Ausnahmebewilligung auf einer 

mangelhaften  Sachverhaltsabklärung  bzw.  auf  einer  rechtswidrig  unvoll-

ständigen  Interessenabwägung,  weshalb  die  genannte  Ausnahmebewilli-
gung und konsequenterweise auch die Baubewilligung des Gemeinderates 

X  antragsgemäss  aufzuheben  ist.  Damit  ist  jedoch  über  das  definitive 

raumplanungsrechtliche Schicksal der streitbetroffenen Anlage noch nichts 

entschieden.  Entscheidend  wird  in  dieser  Sache  die  ergänzte  Standortbe-

gründung  der  Y  AG  und  die  darauf  basierende  Neubeurteilung  der  Baudi-

rektion Kanton Zürich sein. 

7.  

Bei  diesem  Verfahrensausgang  erübrigt  sich  die  Prüfung  der  weiteren 

rekurrentischen  Rügen,  zumal  ohnehin  ungewiss  ist,  ob  die  Y  AG  an  der 

strittigen Masthöhe festhält oder diese allenfalls noch reduzieren will. Letz-

teres  würde  allerdings  ein  neues  Baugesuch  mit  entsprechend  angepass-

ten Grenzwertberechnungen im Standortdatenblatt bedingen. 

8. 

Insgesamt ist der Rekurs gutzuheissen und die angefochtenen Beschlüsse 

sind aufzuheben. Die Streitsache ist im Sinne der Erwägungen an die Vor-

instanzen  zurückzuweisen.  Nach  Eingang  der  ergänzten  Standortbegrün-

dung werden die Baudirektion Kanton Zürich und der Gemeinderat X erneut 
über das strittige Baugesuch der Y AG zu entscheiden haben. 

[….] 

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