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**Case Identifier:** 50726505-c893-5940-86d0-82b6c2661461
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-05-18
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 18.05.2020 200 2018 825
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2018-825_2020-05-18.pdf

## Full Text

200 18 825 IV
KNB/TOZ/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 18. Mai 2020

Verwaltungsrichter Knapp, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Kölliker, Verwaltungsrichter Furrer
Gerichtsschreiberin Tomic

A.________
vertreten durch B.________, Rechtsanwältin C.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 9. Oktober 2018

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Mai 2020, IV/18/825, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1970 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
meldete sich am 16. Dezember 2015 unter anderem unter Hinweis auf 
Angst, Panik, Paranoia und Albträume bei der Invalidenversicherung zum 
Leistungsbezug an (Antwortbeilagen der Invalidenversicherung [AB] 1). 
Gestützt auf Abklärungen im medizinischen, erwerblichen und häuslichen 
Bereich (insb. eine Expertise des Dr. med. D.________, Facharzt für 
Psychiatrie und Psychotherapie, vom 4. Juli 2017 samt Ergänzung vom 
8. November 2017 [AB 35.1, 43] und ein Abklärungsbericht Haus-
halt/Erwerb vom 9. April 2018 [AB 50]) ermittelte die IV-Stelle Bern (IVB 
resp. Beschwerdegegnerin) in Anwendung der allgemeinen Methode des 
Einkommensvergleichs einen Invaliditätsgrad (IV-Grad) von 14 % und stell-
te mit Vorbescheid vom 12. April 2018 (AB 52) eine Verneinung des Ren-
tenanspruchs in Aussicht. Daran hielt sie nach erhobenem Einwand vom 
12. April resp. 10. August 2018 (AB 53, 58) fest und verneinte - nach Ein-
holung einer Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) 
vom 24. September 2018 (AB 60) - mit Verfügung vom 9. Oktober 2018 
(AB 61) einen Anspruch des Versicherten auf eine Invalidenrente. 

B.

Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin 
C.________, B.________, am 8. November 2018 Beschwerde. Er bean-
tragt, der ergangene Verwaltungsakt sei aufzuheben und die Sache sei zur 
Neubeurteilung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

Mit Beschwerdeantwort vom 17. Dezember 2018 schliesst die Beschwer-
degegnerin auf Abweisung der Beschwerde. 

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Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 9. Oktober 2018 (AB 
61). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Invalidenrente. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-

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werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 

Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können auch 
solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Mit der Diagnose eines Gesundheitsschadens ist noch nicht ge-
sagt, dass dieser auch invalidisierenden Charakter hat. Ob dies zutrifft, 
beurteilt sich gemäss dem klaren Gesetzeswortlaut nach dem Einfluss, den 
der Gesundheitsschaden auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit hat. Ent-
scheidend ist, ob der versicherten Person wegen des geklagten Leidens 
nicht mehr zumutbar ist, ganz oder teilweise zu arbeiten. Deshalb gilt eine 
objektivierte Zumutbarkeitsprüfung unter ausschliesslicher Berücksichti-
gung von Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung (BGE 142 V 106 
E. 4.4 S. 110).

2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem IV-Grad 
von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei ei-
nem IV-Grad von mindestens 40 % ein solcher auf eine Viertelsrente.

2.3 Für die Bestimmung des IV-Grades wird das Erwerbseinkommen, 
das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durch-
führung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmass-
nahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeits-
marktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, 
das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 
ATSG). 

2.4 Um den IV-Grad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und 
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu be-
urteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 

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welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind 
ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, 
welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können 
(BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV Nr. 27 
S. 87 E. 4.2.1).

3.

3.1 In medizinischer Hinsicht lassen sich den Akten im Wesentlichen 
die folgenden Angaben entnehmen:

3.1.1 Die behandelnde Ärztin Dr. med. E.________, Fachärztin für Psych-
iatrie und Psychotherapie, berichtete am 4. November 2015 (AB 6), der 
Beschwerdeführer sei kriegstraumatisiert (Krieg) und habe in der Vergan-
genheit eine Traumatisierung durch eine Medikamentenvergiftung mit Dor-
micum infolge eines ärztlichen Fehlers erlitten (AB 6 S. 3 Ziff. 1.1). Er kön-
ne nicht unter Menschen sein, könne keine öffentlichen Verkehrsmittel 
benutzen bzw. fahre nur mit dem Auto, fühle sich beobachtet sowie verfolgt 
und werde schnell aggressiv (Trigger), wenn er unter Druck gesetzt werde. 
Er reagiere mit Panik und habe Platzangst (AB 6 S. 3 Ziff. 1.2). Bei den 
Gesprächen wirke er wie „auf dem Sprung“, sei psychomotorisch unruhig, 
angespannt und äussere paranoide Ideen (AB 6 S. 3 Ziff. 1.3). Die Ärztin 
bezeichnete den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers als sich 
verbessernd und empfahl eine Weiterführung der ambulanten Behandlung 
(AB 6 S. 4). Es bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % (AB 6 S. 4 f.). 

In einem weiteren Bericht vom 3. Februar 2016 (AB 10) hielt Dr. med. 
E.________ als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine an-
dauernde Persönlichkeitsveränderung nach Extrembelastung (Krieg, ca. 
1998/1999) fest, welche auf eine posttraumatische Belastungsstörung 
(ICD-10 F62.0 und F43.1) zurückzuführen sei. Ohne Einfluss auf die Ar-
beitsfähigkeit sei eine Traumatisierung durch eine Medikamentenvergiftung 
mit Dormicum in der Vergangenheit (AB 10 S. 2 Ziff. 1.1). Die gegenwärtige 
Behandlung bestehe aus einer stützenden, edukativen, Vertrauen aufbau-
enden therapeutischen Begleitung (AB 10 S. 3 Ziff. 1.5). Der 
Beschwerdeführer sei psychisch nicht belastbar und reagiere paranoid, 

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wenn er sich bedroht fühle. Er ertrage menschliche Nähe nicht und raste 
aus, wenn er sich beengt fühle. Die Umgebung habe demnach Angst vor 
seinen heftigen Angstreaktionen (AB 10 S. 4 Ziff. 1.7). Dem 
Beschwerdeführer sei weder die bisherige noch eine angepasste Tätigkeit 
zumutbar (AB 10 S. 4 Ziff. 1.7, S. 6 Ziff. 1.13). Des Weitern sei er auf eine 
lebenspraktische Begleitung angewiesen, ansonsten er infolge seiner psy-
chischen Erkrankung ernsthaft gefährdet sei, sich dauernd von der Aus-
senwelt zu isolieren (AB 10 S. 7). Es wäre wünschenswert, wenn er nicht 
zur Begutachtung zu fremden Ärzten vorgeladen würde. Dies würde für ihn 
eine immense seelische Belastung bedeuten. Die Angaben der 
behandelnden Psychiaterin sollten genügen, um gestützt darauf dem 
Beschwerdeführer eine (längst verdiente) ganze Rente zuzusprechen (AB 
10 S. 8).

3.1.2 Die Hausärztin med. pract. F.________, Praktische Ärztin, 
diagnostizierte im Bericht vom 28. Oktober 2016 (AB 20) mit Auswirkung 
auf die Arbeitsfähigkeit eine psychische Störung. Ohne Einfluss auf die 
Arbeitsfähigkeit sei ein isolierter hypogonadotroper Hypogonadismus (seit 
1987; AB 20 S. 2 Ziff. 1.1). Die bisherige Tätigkeit sei aus medizinischer 
Sicht nicht zumutbar und die Einschränkungen liessen sich durch medizini-
sche Massnahmen nicht vermindern (AB 20 S. 4 Ziff. 1.7 f.). Mit einer Wie-
deraufnahme der beruflichen Tätigkeit könne nicht gerechnet werden (AB 
20 S. 5 Ziff. 1.9).

3.1.3 Mit Schreiben vom 21. November 2016 (AB 22 S. 2) bekräftigte 
Dr. med. E.________, dass der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Ren-
te habe. Sie erachte die Erstellung eines Verlaufsberichts als völlig sinnlos. 
Eine Persönlichkeitsstörung in dieser Ausprägung, welche eine 100%ige 
Arbeitsunfähigkeit zur Folge habe, bestehe auch neun Monate nach dem 
Bericht vom 4. November 2015 (AB 6) weiter. 

3.1.4 Dr. med. D.________ hielt im Gutachten vom 4. Juli 2017 (AB 35.1) 
als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Persönlichkeits-
veränderung nach Extrembelastung (ICD-10 F62.0) fest (AB 35.1 S. 10 und 
17 Ziff. III.1). Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit seien eine diskussions-
bedürftige posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1) der Jahre 
1999/2000 (Krieg) sowie ein hypogonadotroper Hypogonadismus (seit 

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1987; AB 35.1 S. 10 und 17 Ziff. III.2). Es sei davon auszugehen, dass der 
Beschwerdeführer eine posttraumatische Belastung erlitten habe, 
welche dann in der Folge zu einer andauernden Persönlichkeitsverände-
rung (ICD-10 F62.0) geführt habe (AB 35.1 S. 13). Der Beschwerdeführer 
zeige ein bewusstes Verhalten mit Ausdruckscharakter, welches aber nicht 
überwiegend oder gar ausschliesslich sei (AB 35.1 S. 16 Ziff. I.4). Zu den 
sozialen Belastungen führte der Gutachter aus, es lägen neben dem psy-
chischen Gesundheitsschaden auch motivationale Faktoren und eine lange 
dauernde Dekonditionierung vor, welche direkte negative funktionelle Fol-
gen zeitigen würden (AB 35.1 S. 17 Ziff. II.4). Die zur Persönlichkeitsverän-
derung gehörenden Faktoren wie Angst vor fremden Menschen, vor Verfol-
gung politischer Art, vor eigener Aggressivität sowie Angst davor, mit ande-
ren in Konflikt zu geraten, müssten in Zusammenschau mit den motivatio-
nalen Faktoren gesehen werden, nämlich mit der Entschlussbildung des 
Beschwerdeführers, keine Tätigkeit mehr aufnehmen zu können. Für den 
Beschwerdeführer erscheine dieser Entschluss unumstösslich. Allerdings 
habe er dabei angegeben, keine Leistungen der Invalidenversicherung be-
ziehen zu wollen, die entsprechende Anmeldung sei auf Drängen des 
Sozialdienstes gemacht worden (AB 35.1 S. 14). Zum Aspekt der persön-
lichen Ressourcen wies der Gutachter insbesondere darauf hin, dass dem 
Beschwerdeführer das womöglich zurückgezogene und von sozialen Kon-
takten enthaltsame Leben innerhalb der engsten Familie offensichtlich gut 
gelinge, sofern keine besonderen Situationen der Überprüfung oder des 
Drucks von aussen bestünden. Der Beschwerdeführer pflege gute Bezie-
hungen zu den Familien der Geschwister. Seine alltäglichen Aktivitäten 
bestünden in Fernsehschauen (Trickfilme mit dem viereinhalbjährigen Sohn 
sowie Nachrichten) und Spaziergänge sowie Einkäufe mit der Ehefrau (AB 
35.1 S. 13 f.). In Bezug auf die bisherige Behandlung hielt der Gutachter 
fest, der Beschwerdeführer nehme aktuell einmal pro Monat einen Termin 
bei der behandelnden Psychiaterin Dr. med. E.________ wahr. Hierfür sei 
er motivational aufgeschlossen, jedoch nicht für eine intensive 
traumaspezifische Behandlung, welche indiziert wäre (AB 35.1 S. 13 und 
18 Ziff. IV.1). Eine intensivierte und störungsspezifische Behandlung könn-
te dem Beschwerdeführer möglicherweise eine Verbesserung in unter-
schiedlichen Lebensbereichen bringen, aktuell sprächen aber motivationale 
Faktoren bei andauernder Dekonditionierung dagegen (AB 35.1 S. 19 Ziff. 

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V.4). Der Beschwerdeführer habe sich mit der Lebenssituation der vergan-
genen Jahre auf einem veränderten Niveau eingerichtet (AB 35.1 S. 18 Ziff. 
IV.3). In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit führte der Gutachter aus, dem Be-
schwerdeführer sei eine angepasste, ... Tätigkeit (nach vorsichtigem Kon-
taktaufbau und Vertrauensbeweis seitens der Vorgesetzten sowie 
Kollegen) zumutbar. Der Beschwerdeführer habe jedoch deutlich gemacht, 
dass er keine Tätigkeit mehr aufnehmen werde (AB 35.1 S. 20 Ziff. VI.2). 

Auf Rückfrage der Beschwerdegegnerin (AB 42) ergänzte Dr. med. 
D.________ am 8. November 2017, dass von einer intensiven traumaspe-
zifischen Therapie eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit erwartet werden 
könne. Fraglich sei aber, ob der Beschwerdeführer die zu deren 
Wahrnehmung nötige Motivation aufbringen würde. Die genannte Therapie 
wäre dem Beschwerdeführer jedoch zumutbar (AB 43 S. 2 f.). In Bezug auf 
die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers führte der Gutachter aus, dem 
Beschwerdeführer seien angepasste Tätigkeiten in einem zeitlichen Rah-
men von 8.5 Stunden pro Tag an fünf Tagen in der Woche zumutbar; hier-
bei bestehe die Anpassung in den vertrauensbildenden Massnahmen und 
der wohlwollenden Arbeitsumgebung (vorsichtiger Kontaktaufbau und Ver-
trauensbeweis seitens der Vorgesetzten sowie Kollegen). Als angepasste 
Tätigkeit nannte der Gutachter eine … Tätigkeit in der ...; eine solche 
Tätigkeit wäre dem Beschwerdeführer auch ohne Absolvierung einer trau-
maspezifischen Therapie zumutbar (AB 43 S. 3). 

3.1.5 Stellung nehmend dazu hielt Dr. med. E.________ am 8. August 
2018 fest, dass der Alltag des Beschwerdeführers durch seine psychische 
Erkrankung stärker beeinträchtigt sei, als dies vom Gutachter geschildert 
worden sei. Grundhindernis sei die Angst des Beschwerdeführers vor der 
… Geheimpolizei. Der Beschwerdeführer verlasse deshalb praktisch nie 
das Haus und wenn doch, dann habe er ein Schreiben bei sich mit 
Anweisungen betreffend den Umgang in aufgeheizten Situationen. Trigger, 
welche in der Öffentlichkeit immer wieder zur Auslösung einer lauten 
Panikreaktion führten, seien Begegnungen mit Menschen in Uniform. Bei 
für ihn bedrohenden Situationen verschwinde der Beschwerdeführer dann 
tagelang in ein „Kellerloch“. Er leide auch an einem massiven Vitamin-D-
Mangel, welcher durch regelmässige Injektionen bei der Hausärztin 

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behandelt werde. Im Alltag sei der Beschwerdeführer im grossen Ausmass 
von seiner Ehefrau und seinen Verwandten abhängig. Er vermöge nichts 
zur Haushaltführung beizutragen und könne seinen (im Dezember 2012 
geborenen) Sohn nicht betreuen (AB 58 S. 4 f.). Zur Therapie führte die 
Psychiaterin aus, es finde immer wieder eine traumaspezifische Therapie 
mit Sitzungen alle zwei bis drei Monate statt. Zudem habe sich der Be-
schwerdeführer im Sommer 2016 während eines Aufenthaltes in seinem 
Heimatland dem Ort der Traumatisierung ausgesetzt (AB 58 S. 5). 

3.1.6 Hierzu und zu den im Vorbescheidverfahren vorgebrachten 
Einwänden nahm die RAD-Ärztin Dr. med. G.________, Fachärztin für 
Neurologie sowie für Psychiatrie und Psychotherapie, am 24. September 
2018 Stellung und führte aus, der Vorwurf der mangelnden Einholung 
fremdanamnestischer Angaben könne nicht nachvollzogen werden. Es sei 
im Rahmen der Abklärung im Haushalt/Erwerb im Februar 2018 (AB 50) 
versucht worden, ausführliche fremdanamnestische Angaben einzuholen. 
Die Abklärungsfachperson habe dazu festgehalten, dass auch die Ehefrau 
des Beschwerdeführers nicht zufriedenstellend auf die Fragen betreffend 
den Haushalt eingegangen sei. Weiter hielt die RAD-Ärztin fest, die 
behandelnde Psychiaterin habe ausgeführt, dass der Beschwerdeführer 
praktisch nie das Haus verlasse und wenn doch, dann habe er ein 
Schreiben bei sich mit Anweisungen betreffend den Umgang in 
aufgeheizten Situationen. Anlässlich der Begutachtung habe der 
Beschwerdeführer jedoch angegeben, dass er alleine mit dem Auto 
unterwegs sei und seine Ehefrau insbesondere beim Getränkeeinkauf be-
gleite. Die Ausführungen über den Tagesablauf im Gutachten stammten 
explizit vom Beschwerdeführer selbst. Das Verschwinden in ein Kellerloch 
sei vom Beschwerdeführer weder im Rahmen der Begutachtung noch an-
lässlich der Haushaltsabklärung angegeben worden, auch 
fremdanamnestisch nicht von seiner Ehefrau. Weiter sei das im Sommer 
2016 ohne therapeutische Begleitung durchgeführte Expositionstraining 
(Konfrontation mit dem Ort der Traumatisierung) fachlich äusserst fragwür-
dig. Sodann könne die bisher durchgeführte Therapie mit Sitzungen alle 
zwei bis drei Monate nicht als eine leitliniengerechte traumaspezifische 
Therapie betrachtet werden; hierfür bedürfe es einer Erhöhung der 
Therapiefrequenz. Ausserdem sei bislang die therapeutische Option eines 

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traumaspezifischen stationären Aufenthaltes nicht genutzt worden (AB 60 
S. 2).

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

3.3 Die Beschwerdegegnerin hat sich in der angefochtenen Verfügung 
vom 9. Oktober 2018 (AB 61) massgeblich auf das Gutachten von Dr. med. 
D.________ vom 4. Juli 2017 samt Stellungnahme vom 8. November 2017 
(AB 35.1 und 43) gestützt. Dieses erfüllt die vorerwähnten höchstrichterli-
chen Beweisanforderungen (vgl. E. 3.2 hiervor) und erbringt vollen Beweis. 
Die darin enthaltenen Feststellungen beruhen auf eigenen Abklärungen 
und sind in Kenntnis der Vorakten sowie unter Berücksichtigung der ge-
klagten Beschwerden getroffen worden. Wie sich nachfolgend ergibt, sind 
die Ausführungen in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge 
für die streitigen Belange umfassend und die gezogenen Schlussfolgerun-
gen zum Gesundheitszustand und zur Arbeitsfähigkeit werden nachvoll-
ziehbar und einleuchtend begründet, so dass darauf abzustellen ist. Anzu-

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fügen ist, dass der Gutachter zwar mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 
eine Persönlichkeitsveränderung nach Extrembelastung (ICD-10 F62.0) 
diagnostiziert (AB 35.1 S. 10 und 17 Ziff. III.1), dieser Diagnose jedoch 
keine Einschränkung auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit in einer ange-
passten Tätigkeit (mechanische Arbeit in der ..., nach vorsichtigem Kon-
taktaufbau und Vertrauensbeweis seitens der Vorgesetzten sowie Kolle-
gen) zugemessen hat (AB 43 S. 3). Fehlt es an einer fachärztlich attestier-
ten Arbeitsunfähigkeit, bedarf es grundsätzlich nicht dem Vorgehen nach 
dem strukturierten Beweisverfahren und einer Indikatorenprüfung. Dies 
erübrigt sich auch deshalb, da mit einer Indikatorenprüfung eine im Rah-
men einer psychischen Diagnose attestierte Arbeitsunfähigkeit validiert wird 
(Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 5. September 2019, 
8C_270/2019, E. 4.2.2 f.). Vorliegend wird aber mit nachvollziehbarer und 
überzeugender Begründung vom Experten keine Arbeitsunfähigkeit im Zu-
sammenhang mit der Persönlichkeitsveränderung festgestellt (AB 43 S. 3). 
Eine grössere Arbeitsunfähigkeit als die gutachterlich attestierte kann auch 
aus einer Indikatorenprüfung nicht resultieren. Mangels Vorliegens einer 
die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigenden psychischen Erkrankung ist mithin 
keine Prüfung der Indikatoren nach BGE 141 V 281 erforderlich (BGer 
8C_270/2019, E. 4.2.3). Demnach besteht gestützt auf die gutachterliche 
Beurteilung in einer angepassten Tätigkeit (... Arbeit in der ..., nach vorsich-
tigem Kontaktaufbau und Vertrauensbeweis seitens der Vorgesetzten so-
wie Kollegen) eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 100 % (AB 43 S. 3). 

3.3.1 Hieran vermögen die Berichte der behandelnden Psychiaterin Dr. 
med. E.________ vom 4. November 2015, 3. Februar 2016, 21. November 
2016 und 8. August 2018 (AB 6, 10, 22 S. 2, 58 S. 4 bis 6), in welchen eine 
vollständige Arbeitsunfähigkeit attestiert wurde, nichts zu ändern. Zunächst 
hat sich der Gutachter Dr. med. D.________ ausführlich mit der Diskrepanz 
zwischen seiner Beurteilung und jener der behandelnden Psychiaterin 
befasst und - unter Darlegung der Anamnese, psychopathologischen Be-
funde und Verhaltensbeobachtung während der Begutachtung - schlüssig 
und nachvollziehbar aufgezeigt, weshalb er bezüglich der Befunde und der 
Folgenabschätzung zu einer entgegenstehenden Ansicht gelangt ist (AB 
35.1 S. 11 ff.). Seine Einschätzung, wonach die vorliegende 
Persönlichkeitsveränderung nach Extrembelastung (ICD-10 F62.0) zu 

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keiner Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in quantitativer Hinsicht führe, 
leuchtet mit Blick auf die Angaben des Beschwerdeführers in Bezug auf die 
Alltagsaktivitäten und auf dessen bewusstes Vermeidungsverhalten 
durchaus ein. Der Beschwerdeführer unternimmt Spaziergänge und tätigt 
Einkäufe mit seiner Ehefrau, fährt Auto und verbringt Zeit mit seinem 
(damals) viereinhalbjährigen Sohn. Überdies beschäftigt er sich mit 
fernsehen und pflegt gute Beziehungen zu den Familien der Geschwister 
(AB 35.1 S. 13 f.). Auch war er offensichtlich in der Lage, im Sommer 2016 
in sein Heimatland zu reisen (AB 58 S. 5). Gegen eine gravierende 
psychische Beeinträchtigung spricht sodann auch, dass der 
Beschwerdeführer lediglich in niedriger Frequenz therapeutische 
Unterstützung beansprucht (vgl. AB 35.1 S. 13 und 18 Ziff. IV.1) und den 
Angaben der behandelnden Psychiaterin zufolge eine Intensivierung der 
psychotherapeutischen Behandlung ablehne (AB 58 S. 5). In diesem 
Zusammenhang wies der psychiatrische Gutachter auf die Motivationslage 
des Beschwerdeführers und das von ihm gezeigte bewusste Verhalten mit 
Ausdruckscharakter hin (AB 35.1 S. 16 Ziff. 4 und S. 17 Ziff. II.4). Dieses 
Bild lässt sich auch mit den Angaben des Beschwerdeführers gegenüber 
dem Gutachter, wonach er keine Leistungen der Invalidenversicherung 
beziehen wolle und die entsprechende Anmeldung einzig auf Drängen des 
Sozialdienstes gemacht worden sei (AB 35.1 S. 14), in Einklang bringen. 
Auch die RAD-Ärztin hob in ihrem Bericht vom 24. September 2018 (AB 
60) hervor, dass Diskrepanzen zwischen dem von der behandelnden 
Psychiaterin geschilderten Verhalten des Beschwerdeführers (dieser 
verlasse praktisch nie das Haus, sei tagelang in einem Kellerloch; AB 58 S. 
4 f.) einerseits und dem vom Beschwerdeführer selbst beschriebenen 
Alltagsverhalten andererseits bestünden (AB 60 S. 2). 

Sodann ist der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass behandelnde 
Haus- und Fachärzte mitunter im Hinblick auf ihre Vertrauensstellung im 
Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 351 
E. 3b cc S. 353; Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts 
[EVG; heute BGer] vom 20. März 2006, I 655/05, E. 5.4). Wohl kann die 
einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Behandlung oft 
wertvolle Erkenntnisse zeitigen; doch lässt es die unterschiedliche Natur 
von Behandlungsauftrag der therapeutisch tätigen (Fach-)Person einerseits 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Mai 2020, IV/18/825, Seite 13

und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen 
Experten anderseits nicht zu, ein Administrativgutachten stets in Frage zu 
stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die 
behandelnden Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. 
Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung 
aufdrängt, weil diese wichtige Aspekte benennen, die bei der Begutachtung 
unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Entscheid des BGer vom 19. 
August 2016, 9C_276/2016, E. 3.1.1). Solche Aspekte liegen hier nicht vor. 
Die von der behandelnden Psychiaterin vorgenommene Einschätzung der 
Arbeitsfähigkeit lässt vielmehr - wie oben ausgeführt - den Eindruck 
erwecken, dass sich die Ärztin massgeblich von den subjektiven 
Schilderungen des Beschwerdeführers und nicht von objektiven Befunden 
leiten liess. 

Soweit die behandelnde Psychiaterin schliesslich sogar advokatorisch 
forderte, es sei dem Beschwerdeführer eine ganze Rente zuzusprechen 
(AB 10 S. 8 und AB 22 S. 2), hat ein eigentlicher Rollenwechsel von der 
behandelnden Ärztin zur Parteivertreterin stattgefunden, so dass ihren 
Ausführungen von Vornherein nur sehr begrenzter Beweiswert 
zuzumessen ist (Entscheid des BGer vom 6. Juni 2018, 8C_79/2018, E. 
4.2). 

3.3.2 Auch der Bericht der Hausärztin med. pract. F.________ vom 
28. Oktober 2016 (AB 20) vermag mit Blick auf deren fehlenden entspre-
chenden Facharzttitel sowie die fehlende substanziierte Begründung die 
Einschätzung des Gutachters Dr. med. D.________ nicht umzustossen. 

3.3.3 Schliesslich vermag auch die Rüge der fehlenden Fremdanamnese 
(Auskünfte der Ehefrau und einer verwandten Person aus dem näheren 
Umfeld; vgl. Beschwerde, S. 5 Ziff. 11) die Schlüssigkeit der gutachter-
lichen Einschätzung nicht in Frage zu stellen. Im Rahmen einer psychiatri-
schen Begutachtung ist grundsätzlich nicht eine Fremdanamnese 
entscheidend, sondern die klinische Untersuchung in Kenntnis der Ana-
mnese. Die Notwendigkeit der Einholung einer Fremdanamnese ist in 
erster Linie eine Frage des medizinischen Ermessens. Auch aus den 
Qualitätsleitlinien für versicherungspsychiatrische Gutachten der 
Schweizerischen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie ergibt 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Mai 2020, IV/18/825, Seite 14

sich in dieser Hinsicht nichts anderes (SVR 2019 IV Nr. 41 S. 134 E. 
5.2.2.1). Eine ungenügende klinische Untersuchung des Dr. med. 
D.________ unter anderem hinsichtlich der Anamneseerhebung, Erhebung 
der psychopathologischen Befunde und Verhaltensbeobachtung liegt, wie 
bereits dargelegt, nicht vor. Gestützt auf die vorliegenden Akten und die 
vorgenommene Exploration des Beschwerdeführers konnte sich der 
Gutachter genügend Einblick in dessen Persönlichkeitsstruktur und 
Compliance verschaffen. Hinzu kommt, dass den fremdanamnestischen 
Angaben der Ehefrau und der nahen Angehörigen angesichts der engen 
familiären Verhältnisse ohnehin keine bzw. stark verminderte Beweiskraft 
zukäme (Entscheid des EVG vom 16. Januar 2006, U 227/05, E. 4.2). 

3.3.4 Zusammenfassend ist demnach festzuhalten, dass der 
Beschwerdeführer nichts vorbringt, was an der gutachterlichen Beurteilung 
vom 4. Juli 2017 samt Stellungnahme vom 8. November 2017 (AB 35.1 S. 
20 Ziff. VI.2 und AB 43 S. 3) Zweifel zu begründen vermöchte, weshalb die 
Beschwerdegegnerin zu Recht darauf abstellte bzw. in antizipierter 
Beweiswürdigung auf zusätzliche Abklärungen verzichtete (vgl. BGE 144 V 
361 E. 6.5 S. 368, 124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 157 E. 1d S. 162; SVR 
2019 IV Nr. 50 S. 163 E. 4). Eine Verletzung des 
Untersuchungsgrundsatzes ist darin ebenso wenig zu sehen wie eine in 
medizinischer Hinsicht unvollständige Sachverhaltsfeststellung (vgl. 
Beschwerde, S. 5 f. Ziff. 11 ff.). Gestützt auf die Beurteilung des Gutachters 
Dr. med. D.________ vom 4. Juli 2017 samt Stellungnahme vom 8. No-
vember 2017 (AB 35.1 S. 20 Ziff. VI.2 und AB 43 S. 3) ist somit von einer 
Arbeits- und Leistungsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit von 100 % 
auszugehen. 

4.

4.1 Es steht zu Recht ausser Frage, dass der Beschwerdeführer als 
Vollzeiterwerbstätiger zu qualifizieren ist und damit die allgemeine Methode 
des Einkommensvergleichs zur Anwendung gelangt (vgl. E. 2.3 hiervor). 
Aufgrund der Angaben des Beschwerdeführers gegenüber der Abklärungs-
fachperson (vgl. AB 50 S. 4 f. Ziff. 3.4 f.) sowie in Anbetracht der gesamten 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Mai 2020, IV/18/825, Seite 15

persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse (BGE 144 
I 28 E. 2.3 S. 30) besteht kein Anlass zu einer abweichenden 
Einschätzung. Dies wird im Übrigen vom Beschwerdeführer auch nicht 
bestritten (vgl. Beschwerde). Weiter ist festzustellen, dass der 
ausgeglichene Arbeitsmarkt auch sog. Nischenarbeitsplätze umfasst, bei 
welchen gesundheitlich eingeschränkte Personen mit einem sozialen 
Entgegenkommen seitens des Arbeitgebers rechnen können, womit die 
gutachterlich attestierte Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit (... 
Arbeit in der ..., nach vorsichtigem Kontaktaufbau und Vertrauensbeweis 
seitens der Vorgesetzten sowie Kollegen) ohne Weiteres verwertbar ist. 

Ausgehend von der zumutbaren Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 100 % 
in einer angepassten Tätigkeit (vgl. E. 3.3.4 hiervor) ist der IV-Grad im Fol-
genden mittels Einkommensvergleichs zu bestimmen.

4.2

4.2.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 322 
E. 4.1 S. 325; SVR 2017 IV Nr. 52 S. 157 E. 5.1). Lässt sich aufgrund der 
tatsächlichen Verhältnisse das ohne gesundheitliche Beeinträchtigung rea-
lisierbare Einkommen nicht hinreichend genau beziffern, ist auf Erfahrungs- 
und Durchschnittswerte gemäss Tabellenlohn nach den vom Bundesamt 
für Statistik herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) abzustellen. 
Auf sie darf jedoch im Rahmen der Invaliditätsbemessung nur unter Mit-
berücksichtigung der für die Entlöhnung im Einzelfall gegebenenfalls rele-
vanten persönlichen und beruflichen Faktoren abgestellt werden (BGE 144 
I 103 E. 5.3 S. 110; Entscheid des EVG vom 30. Oktober 2002, I 517/02, 
E. 1.2).

4.2.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Hat die versicherte 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Mai 2020, IV/18/825, Seite 16

Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine 
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können 
nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für 
Statistik herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen 
werden (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 297; SVR 2019 IV Nr. 28 S. 88 E. 5.1.3).

Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, 
die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich 
zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurch-
schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit ei-
nem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 
S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass 
Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und 
beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Ein-
schränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Be-
schäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalidenein-
kommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wo-
bei der Abzug auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen ist (BGE 135 V 
297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2018 IV Nr. 46 S. 148 
E. 3.3). Zu beachten ist, dass allfällige bereits in der Beurteilung der 
medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche 
Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten 
Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben 
Gesichtspunkts führen dürfen (SVR 2018 IV Nr. 45 S. 145 E. 2.2).

4.3 Der frühest mögliche Rentenbeginn ist unter Berücksichtigung der 
Anmeldung vom 16. Dezember 2015 (AB 1) und in Anwendung von Art. 29 
Abs. 1 IVG (Entstehung des Rentenanspruchs frühestens nach Ablauf von 
sechs Monaten nach der Geltendmachung) der 1. Juni 2016. Der Einkom-
mensvergleich ist auf diesen Zeitpunkt hin vorzunehmen (BGE 143 V 295 
E. 4.1.3 S. 300, 129 V 222). 

4.3.1 Aufgrund der Akten ist erstellt und unbestritten, dass der Beschwer-
deführer im Gesundheitsfall als ... tätig wäre (AB 50 S. 4 Ziff. 3.4). Da keine 
angestammte Stelle existiert, ist das Valideneinkommen auf der Basis der 
LSE 2016 zu ermitteln. Gemäss der Tabelle TA1 der LSE 2016 (abrufbar 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Mai 2020, IV/18/825, Seite 17

unter www.bfs.admin.ch) beträgt der massgebliche monatliche Bruttolohn 
(Ziff. 41 bis 43 [Baugewerbe], Kompetenzniveau 1 [einfache Tätigkeiten 
körperlicher oder handwerklicher Art], Männer) Fr. 5‘508.--. Aufgerechnet 
auf ein Jahr und angepasst an die allgemeine wöchentliche Arbeitszeit im 
Jahr 2016 von 41.4 Stunden (abrufbar auf www.bfs.admin.ch) ergibt dies 
ein jährliches Einkommen von Fr. 68‘409.35 (Fr. 5‘508.-- x 12 : 40 x 41.4). 

4.3.2 Da der Beschwerdeführer keine Verweistätigkeit im zumutbaren 
Rahmen aufgenommen hat, ist das Invalideneinkommen aufgrund des Ta-
bellenlohns zu bestimmen. Gemäss der Tabelle TA1 der LSE 2016 (abruf-
bar unter www.bfs.admin.ch) beträgt der massgebliche monatliche Brutto-
lohn (Total, Männer, Kompetenzniveau 1 [einfache Tätigkeiten körperlicher 
oder handwerklicher Art]) Fr. 5‘340.--. Aufgerechnet auf ein Jahr und ange-
passt an die betriebsübliche Wochenarbeitszeit im Jahr 2016 von 41.7 
Stunden (abrufbar auf www.bfs.admin.ch) ergibt dies - unter Berücksichti-
gung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 100 % - ein jährliches Ein-
kommen von Fr. 66‘803.40 (Fr. 5‘340.-- x 12 : 40 x 41.7). 

Der von der Beschwerdegegnerin zugestandene Abzug von 15 % (AB 50 
S. 5 Ziff. 5.2) trägt allen einkommensbeeinflussenden Merkmalen, insbe-
sondere den leidensbedingten Einschränkungen, angemessen Rechnung 
und ist nicht zu beanstanden. Ein anderweitiger persönlicher oder beruf-
licher Umstand, der einen höheren Abzug rechtfertigte, ist nicht ersichtlich 
und wird auch nicht geltend gemacht. Mithin resultiert ein 
Invalideneinkommen von Fr. 56‘782.85 (85 % von Fr. 66‘803.40). 

4.4 Bei einem Valideneinkommen von Fr. 68‘409.35 und einem Invali-
deneinkommen von Fr. 56‘782.85 resultiert eine Einkommenseinbusse von 
Fr. 11‘626.50, was einem IV-Grad von gerundet 17 % (zur Rundung: BGE 
130 V 121 E. 3.2 und 3.3 S. 123) entspricht. Damit besteht kein Anspruch 
auf eine Invalidenrente.

5.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Mai 2020, IV/18/825, Seite 18

Nach dem Dargelegten ist die angefochtene Verfügung vom 9. Oktober 
2018 (AB 61) nicht zu beanstanden. Die Beschwerde ist deshalb abzuwei-
sen.

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende Beschwerdefüh-
rer die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss 
gleicher Höhe entnommen.

6.2 Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 
lit. g ATSG). 

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in 
gleicher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Mai 2020, IV/18/825, Seite 19

4. Zu eröffnen (R):
- B.________, Rechtsanwältin C.________ z.H. des Beschwerdefüh-
rers
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.