# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** beca2150-eaf5-54a5-8cba-53333409841a
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** SB240483-O1
**Docket/Reference:** SB240483-O1
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/SB240483-O1.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer 

Geschäfts-Nr.: SB240483-O/U/bs

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. B. Gut, Präsident, Oberrichter lic. iur. S. Volken 

und Oberrichterin Dr. iur. E. Borla sowie Gerichtsschreiber 

MLaw H. Mutlu

Urteil vom 1. September 2025

in Sachen

A._____, 

Beschuldigter und Berufungskläger

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. X._____,

gegen

Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland, 

Anklägerin und Berufungsbeklagte

betreffend Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Dielsdorf vom 2. Juli 2024 

(GB240004)

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Anklage:

Der  Strafbefehl  der  Staatsanwaltschaft  Winterthur/Unterland  vom  4.  Juli  2023 

(Urk. 11) ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz:
(Urk. 63 S. 24 ff.)

"Es wird erkannt:

1.

Der  Beschuldigte  ist  schuldig  der  Gewalt  oder  Drohungen  gegen  Behörden  oder 

Beamte im Sinne von Art. 285 Ziff. 1 Abs. 1 StGB.

2.

Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen à Fr. 30.– 

(entsprechend Fr. 1'800.–).

3.

Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben unter Ansetzung einer Probezeit von 

drei Jahren.

4.

Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger eine Genugtuung in Höhe von 

Fr. 500.– nebst Zins zu 5% seit dem 9. März 2023 zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird 

die Genugtuungsforderung auf den Zivilweg verwiesen.

5.

Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger eine Prozessentschädigung von 

Fr. 5'162.60 (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

6.

Die Entschädigung von Rechtsanwalt Dr. iur. X._____ für die amtliche Verteidigung 

des Beschuldigten wird auf Fr. 8'346.95 (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) fest-

gesetzt.

7.

Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

1'200.00 ; die weiteren Kosten betragen:

1'000.00   Gebühr für das Vorverfahren

8'346.95   Entschädigung amtliche Verteidigung (RA X._____)

10'546.95   Total Verfahrenskosten

Verlangt keine der Parteien eine schriftliche Begründung des Urteils, so ermässigt 

sich die Entscheidgebühr um einen Drittel auf Fr. 800.–.

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8.

Die Kosten und Gebühren des Vorverfahrens und des gerichtlichen Verfahrens wer-

den dem Beschuldigten vollumfänglich auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidi-

gung werden einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Vorbehalten bleibt die 

Verpflichtung des Beschuldigten, dem Kanton diese Entschädigung zurückzuzahlen, 

sobald  es  sein  wirtschaftlichen  Verhältnisse  erlauben  (Art. 135  Abs.  4  StPO  und 

Art. 426 Abs. 4 StPO).

9.

(Mitteilungen)

10.

(Rechtsmittel)"

Berufungsanträge:

a)

Der Verteidigung des Beschuldigten (Urk. 88 S. 2):

1.

A._____ sei wegen einer Tätlichkeit im Sinne von Art. 126 StGB schuldig 

zu sprechen und mit einer Busse von Fr. 200.– zu bestrafen;

eventualiter

sei für den Fall der Bestätigung des vorinstanzlichen Schuldspruchs die 

Geldstrafe auf 10 Tagessätze zu Fr. 30.– festzusetzen. 

2.

Der Privatkläger sei mit seiner Genugtuungsforderung auf den Zivilweg 

zu verweisen. 

3.

Die  Kosten  des  Verfahrens  einschliesslich  derjenigen  der  amtlichen 

Verteidigung seien auf die Staatskasse zu nehmen.

b)

Der Staatsanwaltschaft (Urk. 70):

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.

c)

Der Privatklägerschaft B._____ (Urk. 71):

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.

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Erwägungen:

I. Prozessgeschichte, Berufungsumfang und Prozessuales

1.

Prozessgeschichte

1.1. Der  Verfahrensgang  bis  zum  Erlass  des  eingangs  wiedergegebenen  erst-

instanzlichen Urteils ergibt sich aus dem angefochtenen Entscheid (Urk. 63 S. 3 f.). 

Der Beschuldigte wurde von der Vorinstanz mit Urteil vom 2. Juli 2024 wegen Ge-

walt und Drohung gegen Behörden und Beamte schuldig gesprochen und mit einer 

bedingten Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu Fr. 30.– bei einer Probezeit von drei 

Jahren bestraft. Zudem wurde er verpflichtet, dem Privatkläger eine Genugtuung 

und eine Prozessentschädigung zu bezahlen sowie die Kosten des Verfahrens zu 

tragen.  Gegen  dieses  Urteil  meldete  der  Beschuldigte  innert  Frist  Berufung  an 

(Urk. 57 und 58). Nach Zustellung des begründeten Entscheids reichte er fristge-

recht  mit  Eingabe  vom  10. Oktober  2024  die  Berufungserklärung  ein  (Urk. 64). 

Weder die Staatsanwaltschaft noch der Privatkläger erhoben Anschlussberufung, 

sondern beantragen die Bestätigung des vorinstanzlichen Entscheids (Urk. 70 und 

71). Nach aufforderungsgemässer Darlegung der Gebotenheit der amtlichen Ver-

teidigung im Berufungsverfahren wurde dem Beschuldigten Rechtsanwalt Dr. iur. 

X._____ als amtlicher Verteidiger belassen (Urk. 68, 73 und 75). 

1.2. Am  15.  Mai  2025  wurde  zur  Berufungsverhandlung  auf  den  1.  September 

2025 vorgeladen (Urk. 79). 

1.3. Zur Berufungsverhandlung erschienen der Beschuldigte in Begleitung seines 

amtlichen Verteidigers, Rechtsanwalt Dr. iur. X._____ (Prot. II S. 4). Vorfragen und 

Beweisanträge waren keine zu behandeln. Das Verfahren erweist sich als spruch-

reif.

2.

Umfang der Berufung

Der  Beschuldigte  ficht  das  vorinstanzliche  Urteil  mit  Bezug  auf  den  Schuld-  und 

Strafpunkt, die Zivilansprüche sowie die Kostenauflage an. Damit sind die Disposi-

tivziffern  1,  2,  3,  4,  5  und  8  angefochten.  Die  Dispositivziffern  6  (Entschädigung 

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amtliche Verteidigung) und 7 (Kostenfestsetzung) des vorinstanzlichen Urteils sind 

demgegenüber in Rechtskraft erwachsen, was mittels Beschluss festzustellen ist. 

3.

Prozessuales

Soweit für die tatsächliche und rechtliche Würdigung des eingeklagten Sachverhal-

tes auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen wird, erfolgt dies in Anwendung 

von Art. 82 Abs. 4 StPO, auch ohne dass dies explizit Erwähnung findet. Ferner hat 

sich das Gericht nicht mit jedem Parteivorbringen einlässlich auseinanderzusetzen, 

sondern  kann  sich  auf  die  wesentlichen  Punkte  beschränken.  Die  Entscheidbe-

gründung hat dabei die wesentlichen Überlegungen, von denen sich das Gericht 

hat  leiten  lassen  und  auf  die  es  seinen  Entscheid  stützt,  kurz  zu  nennen  (vgl. 

BGE 146 IV 297 E. 2.2.7, mit weiteren Hinweisen).

II. Schuldpunkt

1.

Anklagevorwurf

Der Anklagesachverhalt ergibt sich aus dem diesem Urteil angehängten Strafbefehl 

(Urk. 11), welcher als Anklageschrift gilt (Art. 356 Abs. 1 StPO). Zusammengefasst 

wird  dem  Beschuldigten  vorgeworfen,  im  Zuge  seiner  Versetzung  innerhalb  der 

C._____ [Gefängnis] in eine andere Insassengruppe das Aufsichtsbüro des Privat-

klägers,  welcher  Gruppenaufseher  in  der  C._____  war,  betreten  und  diesen  so-

gleich mit Kot beworfen zu haben. Dabei sei der Privatkläger vom Kot mitten ins 

Gesicht getroffen worden, wobei eine geringe Menge Kot auch in seinen Mund ge-

langt  sei,  sowie  seine  Jacke,  sein  T-Shirt  und  seine  Hose  sowie  der  Boden,  die 

Schränke  und  der  Schreibtisch  mit  Kot  kontaminiert  worden  seien,  was  der 

Beschuldigte alles beabsichtigt habe. 

2.

Beweismittel

2.1. Der Privatkläger wurde nach Eingang der Strafanzeige einmal im Rahmen der 

polizeilichen  Ermittlungen  nicht  parteiöffentlich  einvernommen  (Urk. 6  i.V.m. 

Urk. 4/3).  Eine  weitere  Einvernahme  des  Privatklägers,  an  welcher  der  Beschul-

digte hätte teilnehmen und selber Fragen stellen können, erfolgte nicht. Die polizei-

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liche Einvernahme des Privatklägers ist daher als Beweismittel nicht zulasten des 

Beschuldigten verwertbar (Urteil des Bundesgerichts 6B_1110/2023 vom 23. Mai 

2024 E. 3.3.5). 

2.2. Als  weitere  relevante  Beweismittel  liegen  die  der  Strafanzeige  beigelegte 

Disziplinarverfügung der C._____ sowie diverse Fotos des mit Kot verspritzten Auf-

seherbüros im Recht (vgl. Urk. 2). Massgebliche Beweismittel sind sodann die Ein-

vernahmen  des  Beschuldigten  bei  der  Staatsanwaltschaft  sowie  vor  Vorinstanz 

(Urk. 24, 50 und 54A), die ohne Weiteres verwertbar sind. 

3.

Sachverhalt

3.1. Der Beschuldigte gestand den Sachverhalt sowohl bei der staatsanwaltschaft-

lichen Einvernahme als auch anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung im 

Wesentlichen ein. Dazu kann vorab grundsätzlich auf die zutreffenden Ausführun-

gen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 63 S. 6 f.). Rekapitulierend und ergän-

zend  ist  zum  Sachverhalt  festzuhalten,  dass  dem  Beschuldigten  anlässlich  der 

staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 9. Januar 2024 der (heutige) Anklage-

sachverhalt  vorgehalten  worden  war  und  er  gefragt  wurde,  was  daran  falsch  sei 

(Urk. 24 F/A 6 und 10). Daraufhin erläuterte der Beschuldigte, wie es aus seiner 

Sicht zu dieser Situation gekommen sei. Die anschliessende Frage, ob der Rest 

des  Sachverhaltes  stimme,  beantwortete  der  Beschuldigte  mit  "der  Rest  stimmt 

nicht ganz" und erklärte, dass er gewusst habe, dass nichts in seinem Kot zu einer 

Krankheit führen würde (a.a.O. F/A 10 f.). Konkrete Teile des Sachverhaltes bestritt 

er dabei nicht. In der weiteren Einvernahme machte der Beschuldigte dann aus-

schweifende  Ausführungen  zu  den  –  seiner  Meinung  nach  folterähnlichen –  Zu-

ständen in der C._____ und zu seinen Beweggründen für die Tat ("Das hat dazu 

geführt, auch mit allen Verweigerungen meiner Versetzung, dass ein Moment mit 

dieser Medikationsverweigerung, dieser Emotion und so, dass es zu einer solchen 

Situation gekommen ist.", a.a.O. F/A 14 in fine). Auf die darauffolgende Frage der 

fallführenden Staatsanwältin: "Also haben Sie aufgrund dieser Gründe, die Sie mir 

jetzt genannt haben, den Geschädigten mit Kot beworfen?" antwortete der Beschul-

digte mit "Ja ungefähr so" (a.a.O. F/A 15). Anlässlich der Befragung vor Vorinstanz 

bestätigte der Beschuldigte zunächst, bei der Staatsanwaltschaft die Wahrheit ge-

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sagt zu haben (Urk. 50 S. 10). Weiter führte er aus, nicht gezielt den Privatkläger 

beworfen  zu  haben,  sondern  den  Beamten,  der  im  Büro  gestanden  sei,  und  an 

diesem Tag sei der Privatkläger da gewesen. Er sei sozusagen zur falschen Zeit 

am falschen Ort gewesen. Er habe eher auf das Büro gezielt, als auf die Person. 

Als er mit dem Kotbeutel in der Hand in das Büro hineingegangen sei, habe er aber 

gesehen, dass der Privatkläger dort stehe. Er habe dann in die Richtung des Pri-

vatklägers geworfen und ihn auch getroffen (Urk. 50 S. 10 f. und S. 13 f.). Anläss-

lich der Berufungsverhandlung verwies der Beschuldigte auf die von ihm im bishe-

rigen Strafverfahren gemachten Aussagen (act. 86 S. 4).

3.2. Aufgrund der Aussagen des Beschuldigten (in Zusammenhang mit der beige-

legten Disziplinarverfügung sowie den Fotos mit dem kotverspritzten Büro, Urk. 2) 

ist der vorsätzliche Kotwurf des Beschuldigten gegen den Privatkläger im Wesent-

lichen  gemäss  Anklageschrift  erstellt.  Erstellt  ist  insbesondere,  dass  der  Kotwurf 

nicht  nur  das  Aufseherbüro  verschmutzte,  sondern  auch  den  Privatkläger  auf 

Jacke, T-Shirt und Hose sowie im Gesicht traf. Dies konnte der Beschuldigte ohne 

Weiteres  sehen  und  stritt  er  bereits  bei  der  Staatsanwaltschaft  nicht  ab  (Urk. 24 

F/A 6  ff.).  Vor  Vorinstanz  wurde  er  dann  nochmals  explizit  danach  gefragt  und 

widersprach nicht, sondern erklärte, dass er das "schmutzig" bzw. "dreckig" finde, 

und der Beamte persönlich dies nicht verdient habe (Urk. 50 S. 12 f.). Nicht erstellt 

ist  hingegen,  dass  eine  geringe  Menge  Kot  auch  in  den  Mund  des  Privatklägers 

gelangte.  Dies  konnte  der  Beschuldigte  nicht  sehen  und  daher  auch  nicht  aus 

eigener Wahrnehmung bestätigen. Dies ergibt sich einzig aus den Aussagen des 

Privatklägers, welche nicht zulasten des Beschuldigten verwertbar sind. Aus dem 

gleichen Grund nicht erstellt ist, dass sich der Privatkläger aufgrund des Kotwurfs 

ärztlich  untersuchen  und  gegen  Hepatitis  impfen  lassen  musste.  Es  finden  sich 

dazu auch keine ärztlichen Aufzeichnungen oder dergleichen in den Akten. 

3.3. Auf den Einwand der Verteidigung, es sei nicht erstellt, dass der Beschuldigte 

den Privatkläger gezielt mit Kot beworfen habe (Urk. 53 S. 4; Urk. 88 S. 4), ist nach-

folgend im Rahmen der rechtlichen Würdigung einzugehen. 

3.4. Der in der Anklageschrift umschriebene Sachverhalt ist daher sowohl in ob-

jektiver als auch in subjektiver Hinsicht im Wesentlichen erstellt. Davon geht auch 

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die  Verteidigung  implizit  aus,  verlangt  sie  doch  einen  Schuldspruch  wegen  einer 

(nur vorsätzlich begehbaren) Tätlichkeit (vgl. Urk. 64 S. 2; Urk. 88 S. 2). 

4.

Rechtliche Würdigung

4.1. Nach Art. 285 Ziff. 1 Abs. 1 StGB macht sich strafbar, wer eine Behörde, ein 

Mitglied einer Behörde oder einen Beamten durch Gewalt oder Drohung an einer 

Handlung, die innerhalb ihrer Amtsbefugnisse liegt, hindert, zu einer Amtshandlung 

nötigt oder während einer Amtshandlung tätlich angreift. Als Beamte gelten sämt-

liche  Personen,  die  öffentlich-rechtliche  Funktionen  ausüben  (BSK  StGB-HEIM-

GARTNER, 4. Aufl., 2019, Vor Art. 285 StGB N 4). Eine sogenannte Amtshandlung 

ist jede Handlung "innerhalb der Amtsbefugnisse" des Beamten bzw. der Behörde. 

Als solche hat grundsätzlich jede Betätigung in seiner bzw. ihrer öffentlich-rechtli-

chen Funktion zu gelten (BSK StGB-HEIMGARTNER, Vor Art. 285 StGB N 9). Erfasst 

sind  alle  Teilakte  der  Amtstätigkeit,  auch  Vorbereitungs-  und  Begleithandlungen. 

Entscheidend  ist,  dass  die  Handlung  in  Zusammenhang  mit  der  Erfüllung  einer 

öffentlich-rechtlichen Funktion steht (Urteile des Bundesgerichts 6B_891/2010 vom 

11. Januar 2011 E. 3.1 und 6B_132/2008 vom 13. Mai 2008 E. 3.3). Bereits das 

"Durch-den-Zug-Gehen"  eines  Kondukteurs  stellt  eine  Amtshandlung  dar  (BSK 

StGB-HEIMGARTNER, Vor Art. 285 StGB N 9). 

4.2. Bei der Tatbestandsvariante des tätlichen Angriffs wird vorausgesetzt, dass 

der Angriff während einer Amtshandlung erfolgt. Im Gegensatz zu den anderen Tat-

bestandsvarianten  muss  sich  dieser  aber  nicht gegen  die  Amtshandlung  richten, 

d.h.  diese  muss  nicht  gehindert  werden.  Der  Begriff  des  tätlichen  Angriffs  nach 

Art. 285 Ziff. 1 StGB stimmt nach der Rechtsprechung mit dem Begriff der Tätlich-

keit  nach  Art.  126  StGB  überein.  Ein  tätlicher  Angriff  besteht  mithin  in  einer  un-

mittelbaren körperlichen Aggression im Sinne von Art. 126 StGB. Eine Tätlichkeit 

liegt vor bei einer das allgemein übliche und gesellschaftlich geduldete Mass über-

schreitenden physischen Einwirkung auf einen Menschen, die keine Schädigung 

des Körpers oder der Gesundheit zur Folge hat (BGE 134 IV 189 E. 1.2). Die Ver-

ursachung von Schmerzen ist dabei nicht erforderlich (BGE 117 IV 14 E. 2). Eine 

Tätlichkeit muss gleichwohl von einer gewissen Intensität sein. Das Verursachen 

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eines  deutlichen  Missbehagens  genügt  (Urteil  des  Bundesgerichts 6B_883/2018 

vom 18. Dezember 2018 E. 1.2).

4.3. Der subjektive Tatbestand verlangt Vorsatz; Eventualvorsatz genügt (Art. 12 

Abs.  1 und  2 StGB).  Dem  Täter  muss  bewusst  sein,  dass  es  sich  bei  seinem 

Gegenüber möglicherweise um einen Amtsträger handelt. Zudem muss sich sein 

Vorsatz auch auf die Amtshandlung beziehen, d.h. der Täter muss um das mögliche 

Vorliegen einer Amtshandlung wissen, wobei auch hier Eventualvorsatz ausreicht. 

Bei  der  Tatbestandsvariante  des  tätlichen  Angriffs  während  einer  Amtshandlung 

muss der Täter zumindest in Kauf nehmen, dass seine Handlung einem tätlichen 

Angriff gleichkommt (BSK StGB-HEIMGARTNER, Art. 285 StGB N 23). Ein bestimm-

ter Beweggrund ist dabei nicht erforderlich (BGE 101 IV 62 E. 2c).

4.4. Mit der Vorinstanz (Urk. 63 S. 9) ist der Kotwurf des Beschuldigten als tätlicher 

Angriff im Sinne von Art. 285 Ziff. 1 StGB zu werten. Wie ein Anspucken (vgl. dazu 

Urteil des Bundesgerichts 6B_883/2018 vom 18. Dezember 2018 E. 1.3) stellt auch 

ein Kotwurf eine auf den Körper gerichtete Aggression dar, die massiven Ekel her-

vorruft  und  beim  Betroffenen  ein  deutliches  Missbehagen  verursacht.  Dies  gilt 

insbesondere  wenn,  wie  vorliegend,  der  Kot  das  Gesicht  trifft.  Das  Tatbestands-

element des tätlichen Angriffs liegt damit unzweifelhaft vor. Dies bestreitet auch der 

Beschuldigte, welcher eine Verurteilung wegen Tätlichkeit beantragt, nicht.

4.5. Die Verteidigung sieht indes das Tatbestandselement der Amtshandlung als 

nicht gegeben. Sie bringt vor, es sei nicht erstellt, warum sich der Privatkläger im 

Büro  aufgehalten  habe  und  was  er  dort  für  Tätigkeiten  nachgegangen  sei.  Eine 

konkrete Amtshandlung bzw. damit verbundene Vorbereitungshandlungen würden 

in  der  Anklage  jedenfalls  nicht  beschrieben,  was  eine  Verletzung  des  Anklage-

prinzips darstelle (Urk. 53 S. 4 f.; Urk. 88 S. 5).

4.6. Wie  erwähnt,  ist  bei  der  Tatbestandsvariante  des  tätlichen  Angriffs  nicht 

vorausgesetzt, dass sich der Angriff gegen eine konkrete Amtshandlung richtet. Er 

muss allerdings während einer Amtshandlung erfolgen. Entgegen der Auffassung 

der  Verteidigung  geht  aus  dem  Strafbefehl,  welcher  als  Anklageschrift  gilt, 

genügend  hervor,  dass  sich  der  Angriff  des  Beschuldigten  während  einer 

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Amtshandlung des Privatklägers ereignete. Zunächst wird hierzu im ersten Absatz 

des umschriebenen Tatvorgehens Folgendes ausgeführt:

"Am  09.03.2023  um  ca.  07:30  Uhr  wurde  dem  Beschuldigten  [Name]  von  den 

Gefängnisaufsehern  der  C._____  mitgeteilt,  dass  er  gleichentags 

in  die 

Integrationsgruppe  versetzt  werde,  wobei  der  Beschuldigte  angab,  dass  er  nicht 

versetzt werden wolle. Nach einer kurzen Diskussion liess sich der Beschuldigte 

überzeugen, seine Sachen zu packen und die Gruppe zu wechseln. Kurz darauf, 

um  ca.  09.07  Uhr  betrat  der  Beschuldigte  sodann  das  Aufsichtsbüro  des 

Geschädigten  [Name],  Gruppenaufseher  der  C.______,  und  bewarf  diesen 

sogleich mit Kot."

Weiter wird im dritten Absatz ausgeführt: 

"Durch seine obgenannten Handlungen griff der Beschuldigte den Geschädigten, 

den  diensthabenden  Gruppenaufseher 

in  der  C._____,  während  seiner 

Arbeitstätigkeit tätlich an, (…)".

4.7. Zunächst ist unbestritten, dass es sich beim Privatkläger um einen Aufseher 

in der C._____ und damit um einen Beamten handelt (Urk. 53 Rz. 10 ff.; Urk. 88 

Rz. 10 ff.). Der Angriff des Beschuldigten erfolgte gemäss erstelltem Sachverhalt 

während der Arbeitstätigkeit des Privatklägers als Gruppenaufseher und in dessen 

Aufsichtsbüro. Als Aufseher in einer Justizvollzugsanstalt handelte der Privatkläger 

während seines Dienstes grundsätzlich stets im Rahmen seiner öffentlich-rechtli-

chen Funktion und es gilt damit jede seiner dienstlichen Tätigkeiten als Amtshand-

lung im Sinne von Art. 285 Ziff. 1 StGB. Die konkrete Umschreibung der zum Zeit-

punkt des Kotwurfs ausgeführten Amtshandlung erscheint unter diesen Umständen 

nicht erforderlich. Dies jedenfalls solange klar ist, dass der Privatkläger während 

des tätlichen Angriffs im Dienst tätig war und nicht etwa eine Arbeitspause machte 

(vgl.  dazu  Urteil  des  Bundesgerichts 6B_123/2025  vom  13. Mai  2025).  Letzteres 

macht die Verteidigung – welche bloss rügt, dass die konkrete Amtshandlung nicht 

umschrieben sei – jedoch nicht geltend (vgl. Urk. 53 Rz. 12 und Urk. 88 Rz. 13 ff.). 

Dies war offensichtlich auch nicht der Fall: Sowohl aus der Disziplinarverfügung der 

C._____ vom 10. März 2023 wie auch aus den Aussagen des Beschuldigten selbst 

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ergibt sich, dass sich im Moment des Kotwurfs nebst dem Privatkläger auch noch 

ein Mitinsasse im Aufsichtsbüro aufhielt, welcher vom Kotwurf ebenfalls getroffen 

wurde (vgl. Urk. 2  S.  3; Urk. 50 S. 13  f.). Die  Anwesenheit eines Mitinsassen im 

Aufsichtsbüro während einer Dienstpause des Privatklägers wäre wohl kaum mög-

lich. Es ist daher ohne Weiteres davon auszugehen, dass der Privatkläger im Mo-

ment  des  Kotwurfs  eine  Amtshandlung  ausführte.  Im  Übrigen  kann  der  Kotwurf 

auch – wie die Vorinstanz zutreffend ausführte (Urk. 63 S. 9) – ohne Weiteres mit 

der laufenden Versetzung des Beschuldigten in die Integrationsgruppe, welche in 

der  Anklageschrift  umschrieben  ist,  in  Zusammenhang  gebracht  werden.  Auch 

wenn nicht erstellt ist, dass der Privatkläger für diese Versetzung (auch) zuständig 

war, wären seine Tätigkeiten zumindest als Begleithandlungen zur laufenden Ver-

setzung des Beschuldigten zu qualifizieren. Es ist daher erstellt, dass der tätliche 

Angriff auf den Privatkläger erfolgte, während dieser eine Amtshandlung ausführte.

4.8. Der  objektive  Tatbestand  der  Gewalt  und  Drohung  gegen  Behörden  und 

Beamte ist erfüllt.

4.9. Auch der subjektive Tatbestand ist erfüllt. Der Beschuldigte wusste, dass es 

sich beim Privatkläger um einen Aufseher in der C._____, mithin um einen Beam-

ten, handelte und dieser gerade im Dienst war. Zudem warf er den Kot in Richtung 

des Privatklägers und wollte ihn auch treffen, wobei ihm bewusst sein musste, dass 

es sich beim Kotwurf um einen tätlichen Angriff handelte. Soweit die Verteidigung 

geltend macht, aus dem Umstand, dass der Beschuldigte den Privatkläger gesehen 

habe, könne nicht gefolgert werden, er habe auf diesen gezielt (Urk. 88 S. 4), ent-

spricht dies nicht den eigenen Aussagen des Beschuldigten. Wie zuvor ausgeführt, 

erklärte  der  Beschuldigte  anlässlich  der  vorinstanzlichen  Hauptverhandlung,  den 

Privatkläger vor dem Kotwurf im Büro wahrgenommen und den Kot in seine Rich-

tung geworfen und ihn auch getroffen zu haben. Damit hat der Beschuldigte dem 

Privatkläger bewusst und gewollt Kot angeworfen. Auch wenn der Beutel aufplatzte 

und der Kot letztlich im ganzen Büro verspritzt war, so richtete sich der Wurf nach 

dem Willen des Beschuldigten unmittelbar auch gegen den Privatkläger. Wenn der 

Beschuldigte  selber  davon  spricht,  "nicht  gezielt"  den  Privatkläger,  sondern  den 

Beamten, der im Büro gestanden sei, beworfen zu haben, will er damit offensichtlich 

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zum Ausdruck bringen, dass sich seine Kotwurfaktion nicht gegen den Privatkläger 

persönlich,  sondern  gegen  irgendeinen  Beamten  der  C._____  richtete,  und  der 

Privatkläger zufälligerweise der anwesende und damit leidtragende Beamte war. 

Dies  betrifft  indes  die  inneren  Beweggründe  bzw.  Motive  des  Beschuldigten  und 

ändert nichts daran, dass der Kotwurf gezielt gegen den Privatkläger erfolgte.

4.10. Mit dem gezielten Kotwurf handelte der Beschuldigte direktvorsätzlich. 

4.11. Rechtfertigungs- oder Schuldausschlussgründe sind nicht ersichtlich. Selbst 

wenn die Haftumstände für den Beschuldigten schwierig waren und er damit auf-

grund seiner mutmasslichen ADHS-Erkrankung schlecht umgehen konnte, recht-

fertigt oder entschuldigt dies die vorliegende Tat nicht. Vorgängig zur Tat hat der 

Beschuldigte sein Unbehagen über die Haftumstände offenbar in verschiedensten 

Anzeigen, Rekursen und Beschwerden kundgetan und sich damit Gehör verschafft 

(vgl.  Urk. 50  S. 14).  Dies  spricht  dagegen,  dass  er  keine  Handlungsalternativen 

zum  letztlich  ausgeführten  Kotwurf  hätte  erkennen  können.  Sodann  handelte  es 

nicht um eine Tat im Affekt. Vielmehr musste die Tathandlung vom Beschuldigten 

beschlossen, geplant und vorbereitet worden sein, insbesondere musste der Be-

schuldigte  den  zu  werfenden  Beutel  mit  seinem  eigenen  Kot  befüllen  und  unbe-

merkt zum Aufsichtsbüro tragen, bevor er diesen gegen den Privatkläger werfen 

konnte. All dies spricht gegen eine vom Beschuldigten nicht zu kontrollierende Tat.

III. Strafpunkt

1.

Strafrahmen

1.1. Der Beschuldigte beging das vorliegend zu beurteilende Delikt vor der Revi-

sion  des  Strafgesetzbuches  per  1.  Juli  2023  (Inkrafttreten  des  Bundesgesetzes 

über die Harmonisierung der Strafrahmen vom 17. Dezember 2021). Die neue Be-

stimmung sieht einen verschärften Strafrahmen von drei Jahren Freiheitsstrafe und 

nur in leichten Fällen Geldstrafe vor (vgl. Art. 285 Ziff. 1 StGB), während zum Tat-

zeitpunkt der Tatbegehung eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe 

möglich war (Art. 285 Ziff. 1 aStGB,  Stand bis 30. Juni 2023). Da sich das neue 

Recht nicht als milder erweist, ist das alte Recht anzuwenden (Art. 2 Abs. 2 StGB). 

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Folglich  muss  bei  der  Sanktionierung  nicht  beurteilt  werden,  ob  es  sich  hier  um 

einen leichten Fall handelt oder nicht.

1.2. Das  Bundesgericht  hat  die  Grundsätze  der  Strafzumessung  nach  Art. 47 ff. 

StGB  und  die  an  sie  gestellten  Begründungsanforderungen  wiederholt  dargelegt 

(BGE 136 IV 55 E. 5.4 ff. mit Hinweisen). Darauf kann verwiesen werden. Die straf-

zumessungstheoretischen Erwägungen der Vorinstanz (Urk. 63 S. 10 ff.) beruhen 

hingegen auf einer doppelten terminologischen Unrichtigkeit. Mit Einsatzstrafe wird 

gemäss anerkannter Definition im Gesetz, der Lehre und der Praxis die Strafe für 

das  schwerste  Delikt  bezeichnet,  wenn  ein  Fall  von  Asperation  vorliegt  (Art. 49 

Abs. 1 StGB; MATHYS, Leitfaden Strafzumessung, 2. Aufl. Basel 2019, Rz. 480 ff., 

insb. Rz. 487). Daraus ergibt sich bereits logisch, dass der Begriff der Einsatzstrafe 

nur zu verwenden ist, wenn mehrere Delikte (mit gleichartigen Strafen) zu beurtei-

len  sind,  was  vorliegend  nicht  der  Fall  ist.  Hinzu  kommt,  dass  die  Strafe  für  das 

Tatverschulden nicht hypothetisch, sondern tatsächlich ist. Eine Hypothese ist eine 

unbeweisbare  oder  nicht  verifizierte  Annahme.  Der  Begriff  der  hypothetischen 

Strafe kommt bei retrospektiver Konkurrenz mit Gesamtstrafenbildung zur Anwen-

dung. In diesen Fällen muss das Gericht von der Hypothese ausgehen, wie das 

vormalige Gericht beim früheren Urteil entschieden hätte, wenn es von den nun zu 

beurteilenden  Straftaten  Kenntnis  gehabt  hätte.  Im  vorliegenden  Fall  ist  keine 

retrospektive Konkurrenz zu beurteilen und es sind somit auch keine Hypothesen 

anzustellen.  Ein  Zwischenresultat,  das  heisst  die  Festsetzung  der  Strafe  für  das 

Tatverschulden  noch  vor  Einbezug  der  Täterkomponenten,  ist  begrifflich  etwas 

ganz anderes als eine Hypothese.

1.3. Es  liegen  keine  aussergewöhnlichen  Umstände  vor,  die  es  rechtfertigen 

würden, den ordentlichen Strafrahmen zu verlassen. Die Strafe ist somit innerhalb 

des ordentlichen Strafrahmens von Art. 285 Ziff. 1 aStGB festzusetzen. 

2.

Verschlechterungsverbot

2.1. Die  Vorinstanz  hat  den  Beschuldigten  mit  einer  bedingten  Geldstrafe  von 

60 Tagessätzen  zu  Fr. 30.–  sanktioniert.  Da  nur  der  Beschuldigte  Berufung 

erhoben hat, darf das vorinstanzliche Urteil grundsätzlich nicht zu seinem Nachteil 

- 14 -

abgeändert werden (Art. 391 Abs. 2 StPO). Das Verschlechterungsverbot gilt dann 

nicht,  wenn  neue  Tatsachen  auftreten,  die  dem  erstinstanzlichen  Gericht  nicht 

bekannt sein konnten (Art. 391 Abs. 2 Satz 2 StPO). Mit Urteil vom 20. Juni 2024 

hat das Obergericht des Kantons Zürich, II. Strafkammer, den Beschuldigten der 

vorsätzlichen Tötung und Störung des Totenfriedens schuldig gesprochen und zu 

13 Jahren  Freiheitsstrafe  verurteilt.  Mittlerweile  ist  dieses  Urteil  in  Rechtskraft 

erwachsen  (Bestätigung  des  Entscheids  durch  das  Bundesgericht,  6B_591/2024 

vom 14. November 2024). Die Verurteilung durch das Obergericht erfolgte etwas 

mehr als eine Woche vor Fällung des vorinstanzlichen Urteils vom 2. Juli 2024. Das 

Strafverfahren  wegen  vorsätzlicher  Tötung  und  etc.  war  denn  auch  der  Grund, 

weshalb der Beschuldigte im vorzeitigen Strafvollzug war, währenddessen er die 

vorliegende Tat begangen hat. Es handelt sich damit zwar bei der zwischenzeitlich 

eingetretenen Rechtskraft um eine neue Tatsache, die der Vorinstanz nicht bekannt 

sein  konnte,  nicht  aber  bei  der  Straftat  als  solches  und  der  Verurteilung  des 

Beschuldigten durch zwei gerichtliche Instanzen.

2.2. Es ist zu beachten, dass das Gericht bei der Strafzumessung und der Frage 

des Vollzugs mit der nötigen Zurückhaltung Straftaten, welche noch nicht rechts-

kräftig beurteilt sind, berücksichtigen darf, wenn der Beschuldigte die wesentlichen 

Tatsachen zugegeben hat oder diese anderweitig bewiesen sind (BSK StGB-WI-

PRÄCHTIGER/KELLER,  Art. 47  StGB  N 136;  Urteile  des  Bundesgerichts  6P.31/2003 

vom  8.  August  2003  E. 1.3,  6S.145/2004  vom  6.  Oktober  2004  E. 6.2  und 

6B_459/2009 vom 10. Dezember 2009 E. 1.2).

2.3. Bereits aus dem erstinstanzlichen Urteil ergab sich, dass der Beschuldigte die 

Tötung und Störung des Totenfriedens grundsätzlich eingestanden hatte (Urteil des 

Bezirksgerichts Zürich DG210168 vom 11. Mai 2022 S. 43). Sodann lag der Vor-

instanz auch das forensisch-psychiatrische Gutachten von Prof. Dr. med. D._____ 

vom 15. Januar 2024 vor, welches die Rückfallgefahr des Beschuldigten beurteilte 

(Urk. 47). Damit waren ihr sowohl die wesentlichen Umstände der Tat als auch die 

psychiatrische Einschätzung der Legalprognose des Beschuldigten bekannt, wel-

che sie bei der Strafzumessung und beim Vollzug hätte berücksichtigen können. 

- 15 -

Unter diesen Umständen begründet die mittlerweile eingetretene Rechtskraft des 

obergerichtlichen Urteils keine Ausnahme vom Verschlechterungsverbot. 

2.4. Da die Staatsanwaltschaft keine Berufung erhoben hat, kann die Strafe daher 

nicht  zuungunsten  des  Beschuldigten  abgeändert  werden,  auch  wenn  die  Vorin-

stanz das hängige Strafverfahren betreffend vorsätzliche Tötung etc. bei der Straf-

zumessung und der Frage des (bedingten) Vollzugs gänzlich ausser Acht liess (vgl. 

Urk. 63 S. 16 f.).

3.

Strafart

Bereits  aufgrund  des  Verschlechterungsverbots  kommt  vorliegend  keine  andere 

Strafe als eine Geldstrafe in Frage.

4.

Tatkomponente

4.1. Die Vorinstanz beurteilte das objektive und subjektive Tatverschulden des Be-

schuldigten als leicht und setzte eine Strafe von 120 Tagen Geldstrafe fest (Urk. 63 

S. 12 unten). Diese Strafe reduzierte sie um die Hälfte aufgrund der dem Beschul-

digten disziplinarisch auferlegten 12-tägigen Arreststrafe und der mehrmonatigen 

Versetzung in die Sicherheitsabteilung … der C._____ (Urk. 63 S. 14 f.).

4.2. Die objektive Tatschwere ist – mit der Vorinstanz – noch im unteren Bereich 

anzusiedeln.  Physische  bzw.  brachiale  Gewalt  übte  der  Beschuldigte  nicht  aus. 

Gleichwohl ist der Kotwurf keine Bagatelle, sondern eine Handlung, die beim Be-

troffenen starken Ekel hervorruft, wobei das Werfen von Kot in das Gesicht eines 

Beamten  auch  deutlich  schwerer  wiegt  als  bspw.  ein  Anspucken.  Sodann  kann 

(frischer) menschlicher Kot eine Vielzahl von Krankheitserregern enthalten, womit 

einem Kotwurf potentiell gesundheitsgefährdende Wirkung zukommt, was für den 

Betroffenen ebenfalls einschneidend ist. Die objektive Tatschwere ist insgesamt als 

leicht  zu  qualifizieren.  Dementsprechend  erscheint  eine  Strafe  von  120 Tages-

sätzen als gerechtfertigt, was einem Neuntel des Strafrahmens entspricht.

4.3.

In  subjektiver  Hinsicht  liegt  –  wie  dargelegt  –  direkter  Vorsatz  vor.  Sodann 

ergibt sich aus den Aussagen des Beschuldigten ein eigentliches Rachemotiv. Er 

- 16 -

wollte  sich  mit  dem  Kotwurf  für  die  Versetzung,  welche  nicht  seinem  Willen  ent-

sprach, sowie für die aus seiner Sicht generell schlechte Behandlung seiner Per-

son, bei den Gefängnisbeamten rächen (vgl. dazu auch Urk. 54A S. 1). Dabei war 

es ihm völlig gleichgültig, welche Personen durch seine Racheaktion zu Schaden 

kamen (vgl. Urk. 50 S. 10 ff.). Eine relevante Einschränkung der Steuerungsfähig-

keit ist sodann – wie erwähnt – zu verneinen. Die subjektive Komponente vermag 

die objektive Tatschwere damit nicht zu relativieren. 

4.4. Eine Geldstrafe von 120 Tagessätzen erscheint als angemessen. 

5.

Täterkomponente

5.1. Zur Täterkomponente hat die Vorinstanz den Werdegang des Beschuldigten 

in  den  wesentlichen  Zügen  skizziert,  worauf  verwiesen  werden  kann  (Urk. 63 

S. 13). Ergänzend ist festzuhalten, dass der Beschuldigte nach langjähriger Sucht-

erkrankung  gemäss  eigenen  Angaben  nun  seit  über  zehn  Jahren  abstinent  lebt 

(Urk. 50 S. 7). Seit dem Tötungsdelikt im Jahr 2016 ist er inhaftiert. Anlässlich der 

Berufungsverhandlung gab der Beschuldigte an, dass er sich einer Gesprächsthe-

rapie  unterziehe  und  verschiedene  Medikamente  zur  Behandlung  seines  ADHS 

einnehme (Urk. 86 S. 2 ff.). Aus den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten 

ergibt sich – entgegen der Vorinstanz (Urk. 63 S. 13) – nichts, was strafmindernd 

zu berücksichtigen wäre (vgl. dazu auch Urteil des Obergerichts Zürich SB220357-

O vom 20. Juni 2024 E. VI. 2.2.1).

5.2. Der Beschuldigte hat mehrere Vorstrafen (Urk. 85). In den Jahren 2007 und 

2011 wurde er jeweils wegen einer Vielzahl von Delikten (unter anderem auch Ge-

waltdelikten wie einfache Körperverletzung oder Raub) zu unbedingten Freiheits-

strafen von 24 Monaten und einer stationären Suchtbehandlung verurteilt. Im Jahr 

2015 wurde er wegen übler Nachrede und versuchter Erpressung zu einer unbe-

dingten  Geldstrafe  von  90  Tagessätzen  verurteilt.  Seit  dem  Jahr  2016  läuft  eine 

Strafuntersuchung gegen den Beschuldigten wegen vorsätzlicher Tötung und etc., 

welche mittlerweile abgeschlossen ist. Der Beschuldigte wurde rechtskräftig verur-

teilt und mit 13 Jahren Freiheitsstrafe bestraft.

- 17 -

5.3. Die wiederholte Straffälligkeit des Beschuldigten ist deutlich straferhöhend zu 

berücksichtigen. Der Beschuldigte war bereits zweimal zu unbedingten Freiheits-

strafen von jeweils 24 Monaten sowie einmal zu einer unbedingten Geldstrafe von 

90 Tagessätzen verurteilt worden, bevor er im Jahr 2016 einen Menschen tötete 

und an der Leiche den Geschlechtsverkehr vollzog. Hierfür war er am 11. Mai 2022 

erstinstanzlich zu einer Freiheitsstrafe von 13 ½ Jahren verurteilt worden. All das 

hielt ihn aber nicht davon ab, noch während des laufenden Berufungsverfahrens im 

Strafvollzug erneut zu delinquieren und einen Gefängnisbeamten mittels Kotwurfs 

tätlich anzugreifen. Er zeigt damit einmal mehr, dass er nicht gewillt ist, sich an die 

hiesige Rechtsordnung zu halten und insbesondere die Gesundheit und das Wohl 

anderer  Menschen  zu  respektieren.  Diese  Umstände  führen  zu  einer  deutlichen 

Straferhöhung auf 160 Tagessätze. 

5.4. Reue und Einsicht sind beim Beschuldigten sodann nicht wirklich vorhanden, 

versucht er doch stets, sein Verhalten irgendwie zu erklären und zu rechtfertigen. 

Es  ist  schliesslich  nicht  ersichtlich,  inwiefern  sein  Geständnis  die  Untersuchung 

massgeblich  erleichtert  hätte  und  sich  aufgrund  dessen  eine  Strafreduktion  auf-

drängen würde. 

6.

Berücksichtigung des Arrests und der Einzelhaft

6.1. Die  Vorinstanz  berücksichtigte,  dass  der  Beschuldigte  unmittelbar  im  An-

schluss an den Vorfall mit Disziplinarverfügung vom 10. März 2023 für 12 Tage in 

den Arrest und hernach für mehrere Monate auf die Sicherheitsabteilung … in Ein-

zelhaft versetzt worden war. Zusammengefasst führte die Vorinstanz dazu aus, da 

der 12-tägigen Arreststrafe und der mehrmonatigen Versetzung in die Sicherheits-

abteilung ohne Weiteres punitiver Charakter zukomme, sei die Strafe um die Hälfte 

(60 Tagessätze) zu reduzieren (Urk. 63 S. 14 f.). Nach Auffassung der Verteidigung 

habe die Vorinstanz zwar zutreffend erkannt, dass der Beschuldigte durch Arrest 

und Einzelhaft bereits sehr hart bestraft worden sei, indes dennoch eine im Ergeb-

nis zu hohe Strafe verhängt habe (Urk. 88 S. 9).

6.2. Ob die von der Vorinstanz vorgenommene Strafreduktion in dieser Höhe ge-

rechtfertigt ist, muss nicht abschliessend beurteilt werden. Zu bemerken ist jeden-

- 18 -

falls, dass der Beschuldigte nicht (nur) aufgrund der vorliegenden Tat insgesamt 

rund ein Jahr in Einzelhaft verbrachte, sondern weil sich während dieser Zeit am 

20. Juni 2023 ein weiterer Vorfall ereignete, bei welchem er mehrere Aufseher tät-

lich angriff (vgl. Urk. 45). Daher wäre bei der vorzunehmenden Strafreduktion nicht 

die gesamte Dauer der Einzelhaft zu berücksichtigen. Eine höhere Strafreduktion, 

als von der Vorinstanz bereits vorgenommen, kommt jedenfalls nicht in Betracht. 

6.3. Bei einer Strafreduktion um 60 Tagessätze wäre der Beschuldigte vorliegend 

mit 100 Tagessätzen Geldstrafe zu bestrafen. Aufgrund des Verschlechterungsver-

bots bleibt es indes bei der vorinstanzlich ausgefällten Strafe von 60 Tagessätzen 

Geldstrafe. 

7.

Höhe des Tagessatzes

Die minimale Tagessatzhöhe von Fr. 30.– entspricht den aktuellen finanziellen Ver-

hältnissen des Beschuldigten (Art. 34 Abs. 2 StGB; Urk. 63 S. 17). Sie wurde von 

der Verteidigung auch nicht kritisiert.

8.

Vollzug

Betreffend den bedingten Vollzug ist der Entscheid der Vorinstanz zu bestätigen 

(Urk. 63 S. 17 f.), nachdem die Staatsanwaltschaft diesbezüglich keine Verschär-

fung  beantragt  und  das  Verschlechterungsverbot  gemäss  Art.  391  Abs.  2  StPO 

greift. Auch die Probezeit von 3 Jahren ist zu bestätigen, nachdem die Verteidigung 

dagegen keine substantiierten Einwände erhebt (Urk. 88 S. 6 ff.) und eine minimale 

Probezeit  von  zwei  Jahren  angesichts  der  zweifelhaften  Legalprognose  des  Be-

schuldigten nicht in Frage kommt. 

9.

Fazit

Der Beschuldigte ist mit einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu Fr. 30.– zu be-

strafen. Der Vollzug der Geldstrafe ist aufzuschieben bei einer Probezeit von drei 

Jahren.

- 19 -

IV. Zivilansprüche

1.

Die Vorinstanz hat zum Genugtuungsbegehren des Privatklägers zutreffende 

theoretische  Ausführungen  gemacht  (Urk.  63  S. 18  ff.).  Darauf  kann  vorab  ver-

wiesen werden.

2.

Die Vorinstanz hat dem Privatkläger eine Genugtuung in Höhe von Fr. 500.– 

zugesprochen und im Mehrbetrag die Genugtuungsforderung auf den Zivilweg ver-

wiesen (Urk. 63 S. 21 und 24).

3.

Die  Verteidigung  beantragt,  dass  der  Privatkläger  mit  seiner  Genugtuungs-

forderung vollumfänglich auf den Zivilweg zu verweisen sei (Urk. 64 S. 2; Urk. 88 

S. 2). Die Angaben des Privatklägers zu den gesundheitlichen Auswirkungen des 

Ereignisses seien nicht durch objektive Beweismittel erstellt, da nur ein unverwert-

bares polizeiliches Einvernahmeprotokoll existiere. Die Zivilklage könne daher nicht 

beurteilt werden (Urk. 53 S. 9; Urk. 88 S. 9). 

4.

Anders als die Vorinstanz wird weder als erwiesen angesehen, das Kot in den 

Mund des Privatklägers gelangt ist, noch, dass infolgedessen eine ärztliche Unter-

suchung und Impfung erforderlich wurden Gleichwohl erscheint die zugesprochene 

Genugtuung von Fr. 500.– angemessen. Das Werfen von verflüssigtem Kot in das 

Gesicht eines anderen Menschen stellt sowohl in physischer wie auch psychischer 

Hinsicht  eine  gravierende  widerrechtliche  Persönlichkeitsverletzung  dar.  Wie  der 

Privatkläger sodann richtig ausführt, geht der vorliegende Vorfall weit über das hin-

aus, was er als Aufseher im Strafvollzug im Rahmen des Berufsrisikos akzeptieren 

müsste (vgl. Urk. 42 S. 4). Die von der Vorinstanz festgesetzte Genugtuung in Höhe 

von Fr. 500.– zuzüglich 5 % Zins seit 9. März 2023 (Ereigniszeitpunkt) erscheint 

daher in jedem Fall als angemessen.

- 20 -

V. Kosten- und Entschädigungsfolgen

1.

Ausgangsgemäss  sind  die  Kostenfolgen  des  erstinstanzlichen  Verfahrens 

unter Hinweis auf Art. 426 Abs. 1 StPO zu bestätigen (Dispositivziffer 8).

2.

Die Verteidigung beantragt, die Kosten des Berufungsverfahrens einschliess-

lich derjenigen der amtlichen Verteidigung seien auf die Staatskasse zu nehmen 

und  sogleich  definitiv  abzuschreiben.  Der  Beschuldigte  befinde  sich  seit  vielen 

Jahren im Freiheitsentzug und werde sich aufgrund des inzwischen rechtskräftigen 

Urteils des Obergerichts Zürich vom 20. Juni 2024 auch noch eine gewisse Zeit in 

Haft  befinden.  Darüber  hinaus  habe  er  hohe  Schulden,  insbesondere  aus  Ver-

fahrenskosten, sei nie in der Arbeitswelt tätig gewesen und sei 100 %-IV-Bezüger 

(Urk 88 S. 10).

3.

Der Beschuldigte befindet sich zwar derzeit noch längere Zeit im Strafvollzug 

und ist sicherlich nicht in der Lage, die ihn treffenden Verfahrenskosten zu tragen. 

Ein sofortiger und definitiver Erlass sämtlicher Kosten ist jedoch grundsätzlich nur 

mit  Zurückhaltung  vorzunehmen,  weil  sich  die  finanziellen  Verhältnisse  eines 

Täters in der Zukunft – gegebenenfalls auch unerwartet – ändern können. Überdies 

können dem Schuldner auf Gesuch hin auch Zahlungserleichterungen in Form von 

Ratenzahlungen  oder  Stundungen  gewährt  werden  (Art.  425  StPO).  Die  Kosten 

sind daher nicht abzuschreiben.

4.

Die  Gerichtsgebühr  für  das  Berufungsverfahren  ist  praxisgemäss  auf 

Fr. 3'600.– festzusetzen (Art. 424 Abs. 1 StPO in Verbindung mit § 16 Abs. 1 und 

§ 14 Abs. 1 GebV OG).

5.

Die amtliche Verteidigung macht für das Berufungsverfahren eine Entschädi-

gung von insgesamt Fr. 3'718.65 (inkl. Barauslagen und MwSt.) geltend (Urk. 87). 

Zwar entsprechen die Plädoyernotizen der Verteidigung anlässlich der Berufungs-

verhandlung weitgehend jenen aus der Hauptverhandlung, für das Kopieren wurde 

jedoch lediglich ein Zeitaufwand von 1.5 Stunden geltend gemacht. Der ausgewie-

sene Aufwand erweist sich damit als nachvollziehbar und insgesamt angemessen. 

Unter  Berücksichtigung  der  Dauer  der  Berufungsverhandlung  ist  der  amtliche 

- 21 -

Verteidiger, Rechtsanwalt Dr. iur. X._____, mit Fr. 3'718.65 (inkl. Barauslagen und 

MwSt.) aus der Gerichtskasse zu entschädigen.

6.

Die  Kosten  des  Berufungsverfahrens  tragen  die  Parteien  nach  Massgabe 

ihres  Obsiegens  oder  Unterliegens  (Art.  428  Abs.  1  StPO).  Da  der  Beschuldigte 

vollumfänglich unterliegt, sind ihm die Kosten des Berufungsverfahrens aufzuerle-

gen. Die Kosten der amtlichen Verteidigung sind einstweilen auf die Gerichtskasse 

zu  nehmen;  die  Rückzahlungspflicht  des  Beschuldigten  bleibt  unter  Hinweis  auf 

Art. 135 Abs. 4 StPO vorbehalten.

7. Gemäss  Art. 433  Abs. 1  StPO  hat  die  Privatklägerschaft  gegenüber  der 

beschuldigten Person Anspruch auf angemessene Entschädigung für notwendige 

Aufwendungen  im  Verfahren,  wenn  sie  obsiegt  oder  die  beschuldigte  Person 

kostenpflichtig  ist.  Die  Verteidigung  beantragt  zwar,  die  Kosten  der  Rechtsver-

tretung  des  Privatklägers  in  angemessenem  Umfang  dem  Beschuldigten  aufzu-

erlegen, ohne jedoch hierzu nähere Ausführungen zu machen (Urk. 88 S. 10). Die 

Vorinstanz  verpflichtete  den  Beschuldigten,  dem  Privatkläger  für  dessen  an-

waltliche Vertretung in der Untersuchung und im erstinstanzlichen Verfahren eine 

Prozessentschädigung von Fr. 5'162.60 zu bezahlen. Ausgangsgemäss ist diese 

Anordnung der Vorinstanz zu bestätigen. Für das Berufungsverfahren macht der 

Privatkläger eine Prozessentschädigung für anwaltliche Vertretung von Fr. 833.45 

(inkl.  MwSt.)  geltend  (Urk. 83  und  84).  Die  entsprechenden  Aufwendungen  sind 

durch  die  eingereichte  Honorarnote  ausgewiesen.  Der  Beschuldigte  ist  daher 

ausgangsgemäss zu verpflichten, dem Privatkläger für das gesamte Verfahren eine 

Prozessentschädigung von Fr. 5'996.05 (inkl. MwSt.) zu bezahlen.

- 22 -

Es wird beschlossen:

1.

Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Dielsdorf vom 2. Juli 

2024 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist: 

"Es wird erkannt:

1.-5. (…)

6.

Die Entschädigung von Rechtsanwalt Dr. iur. X._____ für die amtliche Vertei-

digung des Beschuldigten wird auf Fr. 8'346.95 (inkl. Barauslagen und Mehr-

wertsteuer) festgesetzt.

7.

Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:

Fr.

Fr.

Fr.

1'200.00

; die weiteren Kosten betragen:

1'000.00

  Gebühr für das Vorverfahren

8'346.95

  Entschädigung amtliche Verteidigung (RA X._____)

Fr.

10'546.95

  Total Verfahrenskosten

Verlangt keine der Parteien eine schriftliche Begründung des Urteils, so ermäs-

sigt sich die Entscheidgebühr um einen Drittel auf Fr. 800.–.

8.

(…)"

2.

Schriftliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

Es wird erkannt:

1.

Der Beschuldigte A._____ ist schuldig der Gewalt und Drohung gegen Behör-

den und Beamte im Sinne von Art. 285 Ziff. 1 Abs. 1 aStGB.

2.

Der  Beschuldigte  wird  bestraft  mit  einer  Geldstrafe  von  60  Tagessätzen  zu 

Fr. 30.–. 

3.

Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 3 Jahre 

festgesetzt.

- 23 -

4.

Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger B._____ eine Genugtu-

ung von Fr. 500.– zuzüglich 5 % Zins seit 9. März 2023 zu bezahlen. 

5.

6.

Die erstinstanzliche Kostenauflage (Ziff. 8) wird bestätigt.

Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

Fr.

Fr.

3'600.– ; die weiteren Kosten betragen:

3'718.65   amtliche Verteidigung (inkl. Barauslagen und MwSt.)

7.

Die  Kosten  des  Berufungsverfahrens,  mit  Ausnahme  der  Kosten  der 

amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der 

amtlichen Verteidigung werden einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. 

Die  Rückzahlungspflicht  des  Beschuldigten  bleibt  gemäss  Art.  135  Abs. 4 

StPO vorbehalten.

8.

Der  Beschuldigte  wird  verpflichtet,  dem  Privatkläger  für  das  gesamte  Ver-

fahren  eine  Prozessentschädigung  von  Fr. 5'996.05  (inkl.  MwSt.)  zu  be-

zahlen.

9.

Schriftliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an







die  amtliche  Verteidigung  im  Doppel  für  sich  und  zuhanden  des 
Beschuldigten (versandt)

die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland (versandt)

die  Vertretung  des  Privatklägers 
Privatklägerschaft (versandt)

im  Doppel 

für  sich  und  die 

sowie in vollständiger Ausfertigung an









die  amtliche  Verteidigung  im  Doppel  für  sich  und  zuhanden  des 
Beschuldigten 

die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland 

die  Vertretung  des  Privatklägers 
Privatklägerschaft

das Bundesamt für Polizei 

im  Doppel 

für  sich  und  die 

- 24 -

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälliger 

Rechtsmittel an





die Vorinstanz

die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A. 

10. Gegen  diesen  Entscheid  kann  bundesrechtliche  Beschwerde  in  Straf-

sachen erhoben werden.

Die  Beschwerde  ist  innert  30  Tagen,  von  der  Zustellung  der  vollständigen, 

begründeten  Ausfertigung  an  gerechnet,  bei  der  gemäss  Art.  35  und  35a 

BGerR zuständigen strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichts (1000 Lau-

sanne  14)  in  der  in  Art.  42  des  Bundesgerichtsgesetzes  vorgeschriebenen 

Weise schriftlich einzureichen.

Die  Beschwerdelegitimation  und  die  weiteren  Beschwerdevoraussetzungen 

richten  sich  nach  den  massgeblichen  Bestimmungen  des  Bundesgerichts-

gesetzes.

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer

Zürich, 1. September 2025

Der Präsident:

Der Gerichtsschreiber:

lic. iur. B. Gut

MLaw H. Mutlu

- 25 -

Zur Beachtung:

Der/die Verurteilte wird auf die Folgen der Nichtbewährung während der Probezeit aufmerksam ge-

macht:

Wurde der Vollzug einer Geldstrafe unter Ansetzung einer Probezeit aufgeschoben, muss sie vor-

erst nicht bezahlt werden. Bewährt sich der/die Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit, muss er/sie 

die Geldstrafe definitiv nicht mehr bezahlen (Art. 45 StGB); Analoges gilt für die bedingte Freiheits-

strafe.

Eine bedingte Strafe bzw. der bedingte Teil einer Strafe kann im Übrigen vollzogen werden (Art. 46 

Abs. 1 bzw. Abs. 4 StGB),

-

-

wenn der/die Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder Vergehen begeht,

wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet.