# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** df559c85-f62d-5398-a3b2-9b0488a48859
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-10-24
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 24.10.2008 C-2956/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-2956-2008_2008-10-24.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-2956/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 4 .  O k t o b e r  2 0 0 8

Richter Antonio Imoberdorf (Vorsitz), 
Richter Blaise Vuille, Richterin Ruth Beutler, 
Gerichtsschreiber Daniel Grimm.

D._______, 
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Verweigerung der Einreisebewilligung in Bezug auf 
A._______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-2956/2008

Sachverhalt:

A.
Am  20.  Februar  2008  beantragte  der  aus  dem  Kosovo  stammende 
A._______  (geboren  [...],  nachfolgend:  Gesuchsteller)  bei  der 
Schweizerischen  Vertretung  in  Pristina  ein  Visum  für  einen  einmo-
natigen Besuchsaufenthalt bei seinem im Kanton Aargau wohnhaften 
Verwandten  D._______  (im  Folgenden:  Gastgeber  bzw.  Beschwer-
deführer). Nach formloser  Verweigerung übermittelte  die Auslandver-
tretung das Gesuch zur Prüfung und zum Entscheid an die Vorinstanz.

B.
Nachdem  das  Migrationsamt  des  Kantons  Aargau  beim  Gastgeber 
weitere Abklärungen getroffen hatte, wies die Vorinstanz das Einreise-
gesuch am 10. April  2008 mit der Begründung ab, der Gesuchsteller 
stamme aus einer  Region,  aus  welcher  der  Zuwanderungsdruck  als 
Folge der dort herrschenden wirtschaftlichen und soziokulturellen Ver-
hältnisse  bekanntermassen  nach  wie  vor  stark  anhalte. Viele  seiner 
Landsleute  versuchten  –  einmal  in  der  Schweiz  –  ihren  Aufenthalt 
durch  Ausschöpfung  sämtlicher  rechtlicher  Mittel  zu  verlängern,  um 
sich so in Umgehung der ausländerrechtlichen Zulassungsvorschriften 
eine vermeintlich bessere Zukunft aufzubauen. Dem Gesuchsteller ob-
lägen im Heimatland sodann keine zwingenden familiären oder gesell-
schaftlichen Verpflichtungen, die gegebenenfalls Gewähr für eine frist-
gerechte Rückkehr bieten könnten. Die eingeladene Person stehe im 
Übrigen erst seit  dem 20. Dezember 2007 in  einem Angestelltenver-
hältnis. Eine einmonatige Abwesenheit vom Arbeitsplatz werde daher 
wohl kaum mit den damit eingegangenen beruflichen Verpflichtungen 
vereinbar  sein.  Auch  lägen  keine  Gründe  vor,  welche  eine  Einreise 
trotzdem als zwingend erscheinen liessen.

C.
Mit Rechtsmitteleingabe vom 24. April  2008 beantragt der Beschwer-
deführer (sinngemäss) die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung 
und  die  Erteilung  des  gewünschten  Besuchervisums. Er  macht  gel-
tend, die seinen Cousin betreffenden vorinstanzlichen Betrachtungen 
und Behauptungen seien lächerlich,  denn der  Eingeladene sei  noch 
nie in der Schweiz gewesen, könne nicht Gesetzesmissbräuchen be-
schuldigt  werden,  die andere begangen hätten und er brauche auch 
nicht verheiratet zu sein, um (hierhin) reisen zu dürfen. Er garantiere 
dafür, dass sein Cousin nach 30 Tagen zurückkehre und er sei auch 

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bereit, hierfür einen Geldbetrag auf einem Bankkonto zu hinterlegen. 
Es könne nicht sein, dass wenn von 100'000 Besuchern einer den Auf-
enthalt in der Schweiz missbrauche, zwei Millionen andere Menschen 
deswegen  Konsequenzen  zu  tragen  hätten.  Der  Gesuchsteller  habe 
das  Recht,  für  zwei  bis  drei  Wochen  in  die  Schweiz  einzureisen, 
schliesslich seien vor dem Gesetz alle gleich, auch Personen aus dem 
Kosovo. Überdies müssten für eine Einreise nicht zwingende Gründe 
vorliegen.

D.
In ihrer Vernehmlassung vom 24. Juni 2008 spricht sich die Vorinstanz 
unter Erläuterung der bisher genannten Gründe für die Abweisung der 
Beschwerde aus.

E.
Mit  verfahrensleitender  Anordnung vom 1. Juli  2008 wurde dem Be-
schwerdeführer die Möglichkeit gewährt, zur Vernehmlassung der Vor-
instanz Stellung zu nehmen. Die hierfür gesetzte Frist blieb ungenutzt.

F.
Auf den weiteren Akteninhalt  wird, soweit rechtserheblich, in den Er-
wägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Verfügungen des BFM betreffend Verweigerung der Einreisebewil-
ligung unterliegen der Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht 
(Art. 31, Art. 32 sowie Art. 33 Bst. d des Verwaltungsgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]).

1.2 Gemäss Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem Bundes-
verwaltungericht  nach  dem  Bundesgesetz  vom  20.  Dezember  1968 
über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), soweit das Ver-
waltungsgerichtsgesetz nichts anderes bestimmt. Das Urteil des Bun-
desverwaltungsgerichts ist endgültig (Art. 1 Abs. 2 VGG i.V.m. Art. 83 
Bst. c Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 
173.110]).

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1.3 Der Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Anfechtung 
der Beschwerde legitimiert; auf die frist- und formgerecht eingereichte 
Beschwerde ist einzutreten (Art. 48 ff. VwVG).

2.
Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 
von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des 
Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechts-
erheblichen Sachverhalts  sowie,  wenn nicht  eine kantonale  Behörde 
als Beschwerdeinstanz verfügt hat, die Unangemessenheit gerügt wer-
den  (Art.  49  VwVG).  Das  Bundesverwaltungsgericht  wendet  im  Be-
schwerdeverfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist ge-
mäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht ge-
bunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend 
gemachten  Gründen  gutheissen  oder  abweisen.  Massgebend  ist 
grundsätzlich  die  Sach-  und  Rechtslage  zum  Zeitpunkt  seines  Ent-
scheides  (vgl.  E.  1.2  des  in  BGE  129  II  215  teilweise  publ.  Urteils 
2A.451/2002 vom 28. März 2003).

3.
3.1 Die Schweiz ist – wie alle anderen Staaten – grundsätzlich nicht 
gehalten,  Ausländerinnen und Ausländern  die  Einreise  zu gestatten. 
Vorbehältlich der völkerrechtlichen Verpflichtungen handelt es sich da-
bei um einen autonomen Entscheid (vgl. Botschaft zum Bundesgesetz 
über  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom  8.  März  2008,  BBl  2002 
3774; BGE 133 I 185 E. 2.3). Dies bedeutet, dass die schweizerische 
Rechtsordnung weder ein allgemeines Recht auf Einreise kennt noch 
einen besonderen Anspruch auf  Erteilung eines Visums gewährt. Im 
Falle einer Einreisebewilligung kommt hinzu,  dass der Spielraum für 
das  behördliche Ermessen (vgl. Art. 96 Abs. 1  des  Bundesgesetzes 
vom  16.  Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer 
[AuG, SR 142.20]) umfangreicher ist, als beispielsweise bei der Verlän-
gerung  einer  Anwesenheitserlaubnis. Während  es  im  letztgenannten 
Fall zu bedenken gilt, dass ein bereits anwesender Ausländer auf sein 
Bleiberecht  vertraut  und  insoweit  einen  gewissen  Schutz  geniesst, 
kann  im  Falle  einer  Einreisebewilligung  jedes  gegen  den  Aufenthalt 
sprechende öffentliche Interesse entscheiderheblich sein. Dies gilt na-
mentlich für die Beurteilung von Einreisegesuchen für touristische Auf-
enthalte von bis zu drei Monaten, die bewilligungsfrei sind, aber der Vi-
sumpflicht unterliegen.

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3.2 Ausländerinnen  und  Ausländer  benötigen  zur  Einreise  in  die 
Schweiz ein für den Grenzübertritt anerkanntes Ausweispapier und ein 
Visum,  sofern  sie  nicht  von der  Visumpflicht  befreit  sind  (vgl. Art. 5 
Abs. 1 Bst. a AuG i.V.m. Art. 3 ff. der Verordnung vom 24. Oktober 2007 
über das Einreise- und Visumverfahren [VEV, SR 142.204]). Sie müs-
sen ferner die für den Aufenthalt notwendigen finanziellen Mittel besit-
zen (Art. 5 Abs. 1 Bst b AuG), dürfen keine Gefahr für die öffentliche 
Sicherheit  und  Ordnung  sowie  die  internationalen  Beziehungen  der 
Schweiz darstellen (Art. 5 Abs. 1 Bst. c AuG) und dürfen nicht von ei-
ner  Fernhaltemassnahme betroffen  sein  (Art.  5  Abs. 1  Bst. d  AuG). 
Schliesslich  müssen  sie  für  die  gesicherte  Wiederausreise  Gewähr 
bieten, wenn nur ein vorübergehender Aufenthalt vorgesehen ist (Art. 5 
Abs. 2 AuG). Sind diese Voraussetzungen nicht erfüllt, wird das Visum 
verweigert (vgl. Art 16 Abs. 1 Bst. a VEV). Für die Visumerteilung ist – 
unter  Vorbehalt  der  Zuständigkeiten  des  Eidgenössischen  Departe-
ments  für  auswärtige  Angelegenheiten  (EDA)  sowie  der  kantonalen 
Ausländerbehörden – das BFM zuständig (vgl. Art. 23 Abs. 1 VEV). 

4.
4.1 Um in die Schweiz einreisen zu dürfen,  muss der Gesuchsteller 
aufgrund seiner Nationalität nebst dem Pass im Besitze eines Visums 
sein. Die  Vorinstanz verweigerte  die  Erteilung eines solchen Visums 
hauptsächlich mit der Begründung, die anstandslose und fristgerechte 
Wiederausreise erscheine nicht  als  hinreichend gesichert. In  diesem 
Zusammenhang  wirft  der  Beschwerdeführer  dem  BFM  sinngemäss 
vor, zu wenig einzelfallbezogen argumentiert zu haben und Personen 
aus dem Kosovo nicht gleich wie Angehörige anderer Staaten zu be-
handeln.

4.2 Wenn es zu beurteilen gilt, ob das Kriterium der gesicherten Wie-
derausreise erfüllt ist, muss ein zukünftiges Verhalten beurteilt werden. 
Dazu lassen sich in der Regel keine Feststellungen, sondern lediglich 
Prognosen machen. Dabei rechtfertigt es sich durchaus, Einreisegesu-
chen von Bürgerinnen und Bürgern aus Staaten beziehungsweise Re-
gionen  mit  politisch  oder  wirtschaftlich  vergleichsweise  ungünstigen 
Verhältnissen von vornherein mit Zurückhaltung zu begegnen, da die 
persönliche Interessenlage in solchen Fällen häufig nicht mit dem Ziel 
und  Zweck  einer  zeitlich  befristeten  Einreisebewilligung  in  Einklang 
steht. Wenn bei der Gesuchsprüfung die Staatsangehörigkeit von Ge-
suchstellern  und  deren  familiäre,  gesellschaftliche  und  berufliche 
Situation in den Vordergrund gerückt wird, kann darin im dargelegten 

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Rahmen keine Ungleichbehandlung oder Diskriminierung im Sinne von 
Art. 8 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft 
vom 18. April  1999 (BV, SR 101)  erblickt  werden. Vielmehr  ergeben 
sich  die  vorzunehmenden  Wertungen  aus  den  einschlägigen  Geset-
zesbestimmungen selbst (vgl. beispielsweise Art. 3 AuG). Die Tatsache 
schliesslich, dass Angehörige gewisser Staaten – im Rahmen der ge-
nerellen Visumspflicht gemäss Art. 5 Abs. 1 Bst. a AuG i.V.m. Art. 3 
VEV –  grundsätzlich  einer  Einreisebewilligung  bedürfen  und  andere 
gestützt auf Art. 4 VEV davon befreit sind, widerspiegelt die vom Ge-
setzgeber  praktizierte  unterschiedliche  Beurteilung  der  Angehörigen 
der verschiedenen Herkunftsländer.

4.3 Aus dem Gesagten folgt, dass es unter Umständen im öffentlichen 
Interesse  liegen  kann,  gewisse  Personengruppen  aus  bestimmten 
Ländern nicht oder nur unter sehr einschränkenden Voraussetzungen 
einreisen zu lassen.

5.
5.1 Der Gesuchsteller lebt im inzwischen unabhängigen und von der 
Schweiz als Staat anerkannten Kosovo. Die Sicherheitslage in dieser 
Region konnte zwar im Verlaufe der letzten Jahre weitgehend stabili-
siert werden und der Wiederaufbau von Administration und Infrastruk-
tur ist unter Beteiligung internationaler Organisationen und Staatenge-
meinschaften  in  Gang  gekommen.  Aus  wirtschaftlicher  Sicht  ist  es 
aber trotz grosser internationaler Unterstützung bisher nicht gelungen, 
eine Wachstumsdynamik im Kosovo einzuleiten; es herrscht wirtschaft-
liche  Stagnation  und  die  Arbeitslosigkeit  bleibt  hartnäckig  hoch.  So 
sind  mehr  als  die  Hälfte  der  Erwerbsfähigen  ohne  oder  zumindest 
ohne regelmässiges Einkommen. Gemäss World Bank Brief lag der Ar-
mutsanteil der Bevölkerung im Kosovo im Jahr 2005 bereits bei 37 % 
(Tendenz  steigend).  Der  Zuwanderungsdruck  aus  dieser  Region  ist 
dementsprechend hoch, was sich auch in der schweizerischen Asyl-
statistik widerspiegelt. So stammten im Jahre 2007 9.2 % der Asylsu-
chenden aus Serbien (inklusive Kosovo); diese Region stand damit in 
der  Statistik  der  Asylgesuche  nach  Nationen  an  zweiter  Stelle.  Die 
diesbezügliche Situation hat sich seither nur marginal verändert; laut 
der letzten Asylstatistik vom 6. Oktober 2008 wurden von Januar bis 
September 2008 8,8 % der Asylgesuche von Staatsangehörigen aus 
Serbien und dem Kosovo eingereicht, was für das laufende Jahr Rang 
4 und für das 3. Quartal 2008 – mit einer Zunahme von 60,7 % im Ver-

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gleich zum Vorquartal – Rang 3 der Herkunftsländer von Asylsuchen-
den ergibt.

5.2 In Anbetracht der schwierigen Lage im Kosovo und unter Berück-
sichtigung, dass die Bereitschaft, das Heimatland zu verlassen, erfah-
rungsgemäss dort begünstigt wird, wo bereits Verwandte oder Bekann-
te im Ausland leben, ist die Beurteilung der Vorinstanz, die das Risiko 
einer nicht fristgerechten Wiederausreise als relativ hoch einschätzte, 
nicht zu beanstanden. Es wäre jedoch zu schematisch und nicht halt-
bar, generell und ohne spezifische Anhaltspunkte ausschliesslich auf-
grund der allgemeinen Lage in der Herkunftsregion auf eine nicht hin-
reichend gesicherte Wiederausreise zu schliessen. Die eben genann-
ten Umstände entbinden die Vorinstanz daher nicht von einer einzel-
fallbezogenen  Beurteilung.  Namentlich  können  berufliche,  gesell-
schaftliche  oder  familiäre  Verpflichtungen  die  Prognose  einer  an-
standslosen Wiederausreise begünstigen.

6.
6.1 Der Gesuchsteller ist 22 Jahre alt, ledig und kinderlos. Über seine 
familiäre Situation im Heimatland ist ansonsten nur bekannt, dass er in 
Pristina in familiärer Gemeinschaft mit den Eltern und drei Geschwis-
tern leben soll  (gemäss Erklärung vom 9. November 2007 auf einem 
Formular der UNMIK). Aus dem Umstand allein, dass er bei einer Aus-
reise seine Eltern und Geschwister in der Heimat zurücklassen würde, 
kann er noch nichts für sich ableiten. Besondere Verantwortlichkeiten 
oder  Abhängigkeiten  im  Verhältnis  zwischen  dem Eingeladenen  und 
seinen Eltern bzw. Geschwistern werden denn nicht geltend gemacht 
und ergeben sich auch nicht aus den Akten. Kommt hinzu, dass er sich 
in  einer  Lebensphase  befindet,  in  der  Wünsche  nach  einer  Le-
benspartnerin und nach Familiengründung allmählich aktuell  werden. 
Es wäre nicht unwahrscheinlich, wenn er versuchen würde, der Reali-
sierung derartiger Wünsche bei einem hiesigen Besuchsaufenthalt nä-
her zu kommen. Die Tatsache, dass ein naher Verwandter (dem am 10. 
März 2008 ausgefüllten Auskunftsbogen zufolge hat der Gastgeber im 
Kosovo seinerzeit im gleichen Haushalt wie der Gesuchsteller gelebt) 
im Kanton Aargau ansässig ist, würde dies mit Sicherheit erleichtern.

6.2 Was die berufliche Situation anbelangt, so geht der Gesuchsteller 
gemäss den sich in den vorinstanzlichen Akten befindlichen Unterla-
gen seit  dem 20. Dezember 2007 einer bis zum 20. Dezember 2008 
befristeten Erwerbstätigkeit als Lagerarbeiter in einem Industriebetrieb 

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nach und erzielt ein monatliches Einkommen von 260 Euro (siehe Ar-
beitsvertrag vom 20. Dezember 2007 und Bestätigung des Arbeitge-
bers vom 4. Februar  2008). Trotzdem deutet  nichts  darauf  hin,  dass 
der  Eingeladene  deswegen  in  wirtschaftlich  günstigen  Verhältnissen 
lebt.  Dagegen  spricht  nur  schon,  dass  er  erst  seit  einigen  Monaten 
bzw. inzwischen einem Dreivierteljahr im fraglichen Betrieb beschäftigt 
und der Arbeitsvertrag befristet ist. Der Gesuchsteller gab auf dem Vi-
sumsantrag vom 20. Februar 2008 sodann an, er werde nicht alleine 
für die mit dem Besuchsaufenthalt verbundenen Kosten aufzukommen. 
Die  diesbezüglichen  Aufwendungen  sollen  vielmehr  vor  allem  vom 
Gastgeber  übernommen  werden.  Abgesehen  davon  zeigt  die  Erfah-
rung ganz allgemein, dass bei Bestehen eines Lohngefälles zwischen 
der Schweiz und dem Herkunftsland selbst eine für einheimische Ver-
hältnisse recht gut entlöhnte Tätigkeit  jemanden nicht  nachhaltig da-
von abhalten kann, das Land dauerhaft zu verlassen (vgl. Urteile des 
Bundesverwaltungsgerichts  C-4737/2007  vom  29.  August  2008  E. 
6.2.2 und C-4178/2007 vom 31. Oktober 2007 E. 3.5.3). Vor diesem 
Hintergrund erscheint fraglich, ob der Gesuchsteller über eine mass-
gebliche  berufliche  Verankerung  bzw. eine  gesicherte  wirtschaftliche 
Existenz  in  seinem  Heimatland  verfügt.  Angesichts  dieser  Sachlage 
sind die Zweifel  der  Vorinstanz an einer fristgerechten Rückkehr be-
rechtigt. Sie werden im Übrigen von der  schweizerischen Vertretung 
vor Ort geteilt.

6.3 Nach dem Gesagten durfte die Vorinstanz daher zu Recht davon 
ausgehen,  die  Wiederausreise  des  Gesuchstellers  sei  im  Sinne  der 
massgeblichen Bestimmungen nicht  gesichert. Zwar  lässt  sich  diese 
Einschätzung nicht  zu  einer  gesicherten Feststellung verdichten; sie 
reicht aber aus, um die Erteilung eines Einreisevisums – auf das, wie 
erwähnt,  kein  Rechtsanspruch  besteht  –  abzulehnen.  Daran  ändert 
auch die Tatsache nichts, dass der Beschwerdeführer für die rechtzeiti-
ge Rückreise der eingeladenen Person garantiert. Seine Integrität als 
Gastgeber wird dabei in keiner Art und Weise in Zweifel gezogen. In-
dessen sind bei der Abwägung des Risikos einer nicht fristgerechten 
Wiederausreise nicht so sehr die Einstellung des Gastgebers, sondern 
in erster Linie das mögliche Verhalten des Gastes selbst von Bedeu-
tung. Nur Letzterer ist in der Lage, hinreichend Gewähr für eine fristge-
rechte Wiederausreise zu bieten. Der Gastgeber kann zwar für gewis-
se  finanzielle  Risiken Garantie  leisten,  nicht  aber  – mangels  rechtli-
cher  und faktischer  Durchsetzbarkeit  –  für  ein bestimmtes Verhalten 

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des Gastes (vgl. anstelle vieler: Urteil des Bundesverwaltungsgerichts 
C-6493/2007 vom 9. Juni 2008 E. 5.3).

7.
Aufgrund dieser Darlegungen ist nicht zu beanstanden, dass die Vorin-
stanz das öffentliche Interesse sowie die Beachtung der geltenden Be-
stimmungen entsprechend gewichtete und dem Gesuchsteller die Ein-
reise verweigerte. Die angefochtene Verfügung verletzt  kein Bundes-
recht. Der rechtserhebliche Sachverhalt  wurde richtig und vollständig 
festgestellt,  und  die  Vorinstanz  hat  das  ihr  zustehende  Ermessen 
pflichtgemäss  und  zutreffend  gehandhabt  (Art.  49  VwVG).  Die  Be-
schwerde ist demzufolge abzuweisen.

8.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind dem Beschwerdeführer die 
Kosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 1, Art. 2 und Art. 
3 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 
173.320.2]).

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.-  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Sie werden mit dem am 27. Mai 2008 geleisteten Kostenvor-
schuss von Fr. 600.- verrechnet.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben)
- die Vorinstanz (Akten Ref-Nr. [...] retour)
- das Migrationsamt Kanton Aargau (Ref-Nr. [...])

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Antonio Imoberdorf Daniel Grimm

Versand: 

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