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**Case Identifier:** 108647f2-7d5d-53e2-bc1c-79915394d72b
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-02-25
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsgericht 25.02.2016 B 2014/222, B 2014/223
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VG_001_B-2014-222--B-2014-2_2016-02-25.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: B 2014/222, B 2014/223

Stelle: Verwaltungsgericht

Rubrik: Verwaltungsgericht

Publikationsdatum: 25.02.2016

Entscheiddatum: 25.02.2016

Entscheid Verwaltungsgericht, 25.02.2016
Steuerrecht, steuerfreier Kapitalgewinn (Art. 16 Abs. 3 StG bzw. Art. 37 
StG). Die selbständig erwerbstätigen Pflichtigen entnahmen dem 
Geschäftsvermögen Fr. 210'000.--, wofür sie über einen Dritten WIR 300‘000 
erwarben. Diese buchten sie als Privateinlage zum Nominalwert, d.h. in 
Parität zu Franken, ein, um sie umgehend der Schwester des Pflichtigen 
zwecks Tilgung eines privaten Darlehens zukommen zu lassen. Die 
Empfängerin rechnete das WIR-Guthaben zum Nominalwert an das Darlehen 
an. Die Veranlagungsbehörde rechnete dem Einkommen aus selbständiger 
Erwerbstätigkeit zu Unrecht einen Überführungsgewinn von Fr. 90‘000.-- auf 
(steuersystematische Realisation). Denn sowohl die buchhalterische 
Behandlung über das Privatkonto als auch die wirtschaftlich-technische 
Funktion des WIR-Guthabens spricht dafür, dass das streitige Aktivgut nicht 
geschäftlichen Zwecken diente. Es wurde aus rein privaten Motiven 
erworben (Amortisation des privaten Darlehens) und verblieb nur während 
weniger Tage auf dem WIR-Konto. Der Veranlagung ist eine Privatentnahme 
in bar in der Höhe des Kaufpreises (Fr. 210‘000.--) zu Grunde zu legen. Die 
Differenz zwischen Erwerbspreis und Anrechnungswert (Fr. 90‘000.--) ist als 
privater Kapitalgewinn zu erfassen. Bestätigung des Rekursentscheids und 
Abweisung der Beschwerde (Verwaltungsgericht, B 2014/222 und 
223). Entscheid vom 25. Februar 2016

Besetzung

 

Präsident Eugster; Verwaltungsrichter Linder, Bietenharder, Zindel; Ersatzrichter 

Engeler; Gerichtsschreiber Wehrle

 

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Verfahrensbeteiligte

Kantonales Steueramt, Davidstrasse 41, 9001 St. Gallen,

Beschwerdeführer,

gegen

Verwaltungsrekurskommission des Kantons St. Gallen, Unterstrasse 28, 9001 St. 

Gallen,

Vorinstanz,

und

A.Y. und B.Y.,

Beschwerdegegner,

vertreten durch PREFERA Treuhand AG, Grossfeldstrasse 40, 7320 Sargans,

sowie

Eidgenössische Steuerverwaltung, Hauptabteilung Direkte Bundessteuer, 

Eigerstrasse 65, 3003 Bern

Beschwerdebeteiligte

Gegenstand

Direkte Bundesteuer (Einkommen 2010); Kantons- und Gemeindesteuer 

(Einkommen und Vermögen 2010)

 

Das Verwaltungsgericht stellt fest:

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A.           A.Y. war Eigentümer des Hotels X. in Q. (Grundstück Nr. 0000, Grundbuch Q.) 

und führte dieses bis ins Jahr 2012 als Einzelunternehmer. Er ist mit B.Y. verheiratet.

Im Jahr 2010 amortisierte A.Y. mit WIR eine (private) Darlehensschuld gegenüber 

seiner Schwester; ebenfalls leistete er die Darlehenszinsen in WIR. Die Schwester 

nahm die WIR-Guthaben zum Nominalwert entgegen, rechnete sie also ohne Einschlag 

an die Darlehensschuld an. Teile der verwendeten WIR (nominal 300‘000) hatte A.Y. im 

Jahr 2010 tranchenweise von Dritten zu einem Preis von insgesamt Fr. 210‘000.-- 

erworben. In der Geschäftsbuchhaltung wurden eine Privatentnahme von Fr. 210‘000.-- 

und eine Privateinlage von Fr. 300‘000.-- gebucht. Die Differenz bzw. der Gewinn 

(Fr. 90‘000.--) wurde dann über das Kapitalkonto (als Privateinlage) ausgebucht.

A.Y. und B.Y. deklarierten in der Steuererklärung 2010 Einkünfte aus selbständiger 

Erwerbstätigkeit von Fr. 70‘905.-- (Saldo der Erfolgsrechnung 2010), eine 

Erwerbsausfallrente von Fr. 5‘870.--, Kinderzulagen von Fr. 3050.-- sowie Erträge aus 

Wertschriften und Guthaben von Fr. 399.--. Die Veranlagungsbehörde rechnete mit 

Verfügungen vom 2. Oktober 2012 einen Überführungsgewinn von Fr. 90‘000.-- auf 

und berücksichtigte gleichzeitig AHV/IV/EO-Beiträge von pauschal Fr. 9‘000.--. Die von 

A.Y. und B.Y. erhobenen Einsprachen wies die Veranlagungsbehörde mit Entscheiden 

vom 18. März 2014 im Hauptpunkt ab.

 

B.           Gegen die Einspracheentscheide liessen A.Y. und B.Y. mit Eingabe vom 

8. April 2014 Rekurs und Beschwerde bei der Verwaltungsrekurskommission erheben. 

Sie beantragten, die Aufrechnung von Fr. 81‘000.-- (netto) sei zu streichen und das 

steuerbare Einkommen sei bei der Kantons- und Gemeindesteuer 2010 auf 

Fr. 59‘400.-- und bei der direkten Bundessteuer 2010 auf Fr. 48‘700.-- festzusetzen. 

Mit Entscheid vom 30. September 2014 hiess die Verwaltungsrekurskommission die 

Rechtsmittel gut und veranlagte die Rekurrenten mit einem steuerbaren Einkommen 

von Fr. 59‘700.-- (Kantons- und Gemeindesteuer) bzw. Fr. 45‘700 (direkte 

Bundessteuer). Die Rekursinstanz hielt fest, im fraglichen Zeitraum habe ein WIR-

Guthaben in dieser Grössenordnung offenbar mit einem Einschlag von 30% gegenüber 

dem gesetzlichen Zahlungsmittel erworben werden können. Es dürfe daher nicht 

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angenommen werden, das Guthaben habe im Zeitpunkt der Überführung ins 

Privatvermögen einen höheren Marktwert gehabt. Dass es die Schwester des 

Pflichtigen zum Nominalwert entgegengenommen bzw. an die Tilgung des von ihr im 

Rahmen einer Erbteilung gewährten Darlehens angerechnet habe, sei dem privaten 

Bereich der Pflichtigen zuzuordnen. Bei der Differenz handle es sich mithin um einen 

privaten Kapitalgewinn. Dieser sei nicht Ausdruck eines höheren Marktwertes des WIR-

Guthabens, sondern sei in der verwandtschaftlichen Beziehung begründet. Hinzu 

komme, dass die Empfängerin ebenfalls in der Gastronomie tätig sei und auch aus 

diesem Grund WIR-Guthaben in erheblicher Höhe akzeptiert habe.

 

C.           Gegen den für kantonale und eidgenössische Steuern gemeinsam verfassten 

Rekursentscheid erhob das Kantonale Steueramt (Beschwerdeführer) mit Eingaben 

vom 3. November 2014 Beschwerden beim Verwaltungsgericht mit den Anträgen um 

dessen Aufhebung und um Bestätigung der Einspracheentscheide vom 18. März 2014 

(act. 1). Die Verwaltungsrekurskommission (Vorinstanz) beantragte mit 

Vernehmlassungen vom 5. November 2014 Abweisung der Beschwerden (act. 5). 

Gleiches beantragte die Prefera Treuhand AG für A.Y. und B.Y. (Beschwerdegegner) 

am 8. Dezember 2014 (act. 10); unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Der 

Beschwerdeführer nahm am 12. Januar 2015 zu den Vernehmlassungen Stellung 

(act. 14); er hielt an seinen Anträgen fest.

Auf die Vorbringen der Verfahrensbeteiligten, den angefochtenen Entscheid und die 

Akten wird – soweit notwendig – in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

 

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:

1.            Die steuerrechtlichen Vorschriften des Bundes und der Kantone zur 

Veranlagung der Einkommens- und Vermögenssteuern sind vereinheitlicht (vgl. 

insbesondere Art. 7 ff. des Bundesgesetzes über die Harmonisierung der direkten 

Steuern der Kantone und Gemeinden, SR 642.14, StHG). Die Vorinstanz erledigte 

deshalb den Rekurs betreffend die Kantons- und Gemeindesteuern einerseits und die 

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Beschwerde betreffend die direkte Bundessteuer anderseits zu Recht im gleichen 

Entscheid, aber mit getrennten Dispositivziffern; unter diesen Umständen durfte auch 

der Beschwerdeführer die Beschwerden mit gleichlautenden Rechtsschriften erheben 

(BGE 135 II 260 E. 1.3.1). Ebenso ist es zulässig, dass das Verwaltungsgericht über die 

Beschwerden im gleichen Urteil entscheidet (vgl. BGer 2C_440 und 441/2014 vom 10. 

Oktober 2014 E. 1.2).

2.            Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59 

Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP; Art. 229 in 

Verbindung mit Art. 196 Abs. 1 des Steuergesetzes, sGS 811.1, StG; Art. 1 Abs. 3 und 

Art. 7 Abs. 2 der Verordnung zum Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer, sGS 

815.1; Art. 145 des Gesetzes über die direkte Bundessteuer, SR 642.11, DBG). Der 

Beschwerdeführer ist zur Beschwerdeerhebung legitimiert, und die Eingaben vom 

3. November 2014 entsprechen zeitlich, formal und inhaltlich den gesetzlichen 

Anforderungen (Art. 229 in Verbindung mit Art. 196 Abs. 1 StG und Art. 64 und Art. 48 

Abs. 1 VRP; Art. 145 in Verbindung mit Art. 141 Abs. 1 und 2 DBG). Auf die 

Beschwerden ist einzutreten.

3.            Die Kognition des Verwaltungsgerichts ist auf Rechtsverletzungen 

beschränkt; der Beschwerdeführer kann sich sodann auch darauf berufen, die 

angefochtene Verfügung oder der angefochtene Entscheid beruhe auf einem unrichtig 

oder unvollständig festgestellten Sachverhalt (Art. 61 VRP). Das Verwaltungsgericht 

entscheidet, ohne an die Begehren der Beteiligten gebunden zu sein (Art. 196 Abs. 2 

StG).

4.            Umstritten ist in erster Linie, ob dem deklarierten Einkommen 2010 der 

Beschwerdegegner aus selbständiger Erwerbstätigkeit ein «Überführungsgewinn» von 

Fr. 90‘000.-- (bzw. Fr. 81‘000.-- netto) aus Privatentnahme von WIR aufzurechnen ist.

4.1.        Im Schuldenverzeichnis der Steuererklärung 2010 deklarierten die 

Beschwerdegegner ein (privates) Darlehen von C.T. (Schwester des Ehemannes) in der 

Höhe von Fr. 64‘890.--. Am Anfang der Veranlagungsperiode hatte sich das Darlehen 

noch auf einen Betrag von Fr. 459‘747.-- belaufen. Im Jahr 2010 amortisierten die 

Beschwerdegegner das Darlehen teilweise, indem sie der Schwester des Pflichtigen in 

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zahlreichen Raten insgesamt WIR 399‘000 zukommen liessen. Auch die 

Darlehenszinsen leisteten sie in WIR. Die Empfängerin nahm die WIR-Guthaben zum 

Nominalwert an und verrechnete sie ohne Einschlag mit der Darlehensschuld (vgl. vi-

act. 7/2.4). Insgesamt WIR 300‘000 beschafften sich die Beschwerdegegner, indem sie 

der O. AG in verschiedenen Tranchen total Fr. 210‘000.-- überwiesen. Den 

entsprechenden Betrag buchten sie als Privatentnahme (Gegenkonto 

«Lieferantenschulden»). Die O. AG trat offensichtlich als Vermittlerin auf, denn in der 

Folge gingen WIR-Guthaben von nominal 300‘000 von der P. AG, der R. GmbH und 

von D.Z. und E.Z. ein. Die Pflichtigen buchten diese Geschäftsfälle als Privateinlagen 

auf das (geschäftliche) WIR-Konto zum Nominalwert der WIR-Guthaben (vgl. vi-

act. 7/3.8). Die Mittelabflüsse an die Schwester des Pflichtigen (zwecks 

Darlehensamortisation und Zinszahlungen) von total Fr. 410‘213.35 (bzw. WIR zum 

Nominalwert) buchten sie wiederum als Privatentnahmen. Den streitigen 

«Überführungsgewinn» von Fr. 90‘000.-- verbuchten sie als Privateinlage auf das 

Kapitalkonto unter dem Titel «Einschlag WIR-Käufe» (vgl. vi-act. 7/3.3, Beiblatt 

«Entwicklung Kapitalkonto»).

4.2.        Die Vorinstanz hielt im angefochtenen Entscheid fest, die Pflichtigen hätten im 

Jahr 2010 über das Einzelunternehmen des Ehemannes WIR 300‘000 erworben und 

hierfür Fr. 210‘000.-- aufgewendet. Dieses WIR-Guthaben hätten sie vom Geschäfts- 

ins Privatvermögen überführt. Es sei notorisch, dass mit WIR-Guthaben – obwohl von 

der WIR-Bank reglementarisch verboten – reger Handel betrieben werde, der sich 

insbesondere durch einen Minderwert der WIR-Guthaben gegenüber Franken 

kennzeichne. Diesem Umstand werde die Praxis des Kantonalen Steueramtes gerecht, 

bei Geschäften mit WIR einen Einschlag von 20% zu berücksichtigen. Dies gelte 

ebenfalls bei der Überführung solcher Guthaben vom Geschäfts- ins Privatvermögen, 

und zwar bei einem Betrag bis WIR 100‘000 ohne jeglichen Nachweis (besondere 

Verhältnisse vorbehalten). Im vorliegenden Fall seien keine Anhaltspunkte ersichtlich, 

wonach die Pflichtigen das WIR-Guthaben auf dem freien Markt zu einem besonders 

günstigen bzw. nicht marktkonformen Preis erworben hätten. Offenbar sei es möglich 

gewesen, WIR-Guthaben in dieser Grössenordnung mit einem Einschlag von 30% 

gegenüber dem gesetzlichen Zahlungsmittel zu erwerben. Die Annahme, das Guthaben 

habe einen höheren Marktwert gehabt als Fr. 210‘000.-- verbiete sich daher; es sei zu 

diesem Wert vom Geschäfts- ins Privatvermögen überführt worden. Die im Rahmen der 

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Tilgung des privaten Darlehens erfahrene Aufwertung auf Fr. 300‘000.-- sei ein privater 

Kapitalgewinn, der wohl nur deshalb möglich gewesen sei, weil sich die Schwester des 

Ehemannes bereit erklärt habe, das WIR-Guthaben in Parität zu Franken anzunehmen. 

Dies sei indessen nicht Ausdruck eines höheren Marktwerts des WIR-Guthabens, 

sondern der verwandtschaftlichen Bindung geschuldet und auch unter diesem 

Blickwinkel in der privaten Sphäre angesiedelt. Hier komme noch dazu, dass auch die 

Schwester in der Gastronomie tätig sei und offenbar WIR-Guthaben auch aus diesem 

Grund in erheblicher Höhe akzeptiert habe.

4.3.        Der Beschwerdeführer macht geltend, Einigkeit bestehe darin, dass das WIR-

Guthaben aus geschäftlichen Mitteln erworben, von den Pflichtigen bilanziert und zur 

Begleichung einer privaten Schuld verwendet worden sei. Ebenfalls unbestritten sei die 

Überführung vom Geschäfts- ins Privatvermögen. Falsch sei allerdings die Annahme 

der Vorinstanz, dass der Marktwert im Erwerbszeitpunkt nicht von demjenigen bei der 

Entnahme abweichen könne. Bei WIR-Geld seien auch kurzfristige Wertsteigerungen 

möglich; sein Wert bestimme sich nach den konkreten Verwendungszwecken und 

Geschäftsbereichen. Wie das WIR-Guthaben im Entnahmezeitpunkt zu bewerten 

gewesen sei, liege auf der Hand: Die Schwester des Pflichtigen habe es zum vollen 

Nominalwert an die Darlehensschuld angerechnet. Privatbezug und 

Darlehensamortisation seien zeitgleich erfolgt. Dementsprechend sei es auch nicht 

möglich, dass die Wertsteigerung von Fr. 210‘000.-- auf Fr. 300‘000 im Privatvermögen 

eingetreten sei. Der hier angefallene Gewinn bzw. Reinvermögenszugang von 

Fr. 90‘000.-- sei deshalb steuerbar. Einen Ausnahmetatbestand hätten die Pflichtigen 

nicht nachgewiesen. Im übrigen sei zu beachten, dass die Schwester das WIR-Geld in 

ihrem Geschäftsvermögen zum Nominalwert aktivieren könne und bei einer 

Weiterveräusserung unter pari den Einschlag als Aufwand zum Abzug bringen könne 

(act. 1 und 14).

4.4.        Art. 16 DBG bzw. Art. 29 StG bringen im Bereich der Besteuerung des 

Einkommens natürlicher Personen das Konzept der «Reinvermögenszugangstheorie» 

zum Ausdruck. Danach unterliegen aufgrund der Generalklausel von Art. 16 Abs. 1 

DBG bzw. Art. 19 Abs. 1 StG und des nicht abschliessenden Positivkatalogs (Art. 17 - 

23 DBG bzw. Art. 30 - 36 StG) alle wiederkehrenden und einmaligen Einkünfte der 

direkten Bundessteuer. Vorbehalten bleiben die Kapitalgewinne aus der Veräusserung 

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von Privatvermögen (Art. 16 Abs. 3 DBG) und die im Negativkatalog von Art. 24 DBG 

abschliessend aufgezählten Fälle (zum kantonalen Recht vgl. Art. 37 StG). Zu den 

(steuerbaren) Einkünften aus selbständiger Erwerbstätigkeit zählen namentlich 

Kapitalgewinne aus der Veräusserung, Verwertung oder buchmässigen Aufwertung von 

Bestandteilen des Geschäftsvermögens. Der Veräusserung (als steuersystematischer 

Realisationstatbestand) gleichgestellt ist die Überführung vom Geschäfts- ins 

Privatvermögen (Art. 18 Abs. 2 DBG, Art. 8 Abs. 1 StHG und Art. 31 Abs. 2 StG; statt 

vieler vgl. BGer 2C_1273/2012 vom 13. Juni 2013 E. 2.1).

4.4.1.    Die Zuordnung eines Vermögenswerts zum Geschäftsvermögen setzt eine 

selbständige Erwerbstätigkeit voraus. Als Vermögenswerte in diesem Sinn gelten die 

Aktiven ebenso wie die Verbindlichkeiten (vgl. z.B. BGer 2C_1273/2012 vom 13. Juni 

2013 E. 2.3 mit Hinweis). Nach der übereinstimmenden Legaldefinition in Art. 18 Abs. 2 

DBG, Art. 8 Abs. 2 des Gesetzes über die Harmonisierung der direkten Steuern der 

Kantone und Gemeinden (SR 642.14, StHG) und Art. 31 Abs. 2 StG liegt 

Geschäftsvermögen vor, wenn der Vermögenswert ganz oder vorwiegend der 

selbständigen Erwerbstätigkeit dient bzw. (sinngemäss) «wenn er für Geschäftszwecke 

erworben worden ist und dem Geschäft auch tatsächlich (mittelbar oder unmittelbar) 

dient» (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Kommentar zum Zürcher Steuergesetz, 

3. Aufl. 2013, N 81 zu § 18). Ob ein Wertgegenstand dem Privat- oder dem 

Geschäftsvermögen zuzurechnen ist, entscheidet sich aufgrund einer Würdigung aller 

in Betracht kommenden tatsächlichen Umstände. Ausschlaggebendes 

Zuteilungskriterium ist die aktuelle technisch-wirtschaftliche Funktion des fraglichen 

Vermögensgegenstandes. Der Terminus «technische Funktion» weist primär auf das 

geschäftliche Dienen der Vermögenswerte aufgrund ihrer äusseren Beschaffenheit hin, 

die Bezeichnung «wirtschaftliche Funktion» verweist dagegen auf den entsprechenden 

Widmungswillen der steuerpflichtigen Person. Massgeblich ist also in erster Linie, ob 

der Gegenstand in seiner tatsächlichen Nutzung dem Geschäft dient. Daneben können 

als weitere Abgrenzungskriterien die äussere Beschaffenheit des Vermögenswerts, die 

Herkunft der Mittel zu dessen Finanzierung, das Erwerbs- oder Veräusserungsmotiv, 

die zivilrechtlichen Eigentumsverhältnisse und auch die buchmässige Behandlung 

dienen. Nach der Legaldefinition gilt zudem die Präponderanzmethode (vgl. z.B. BGE 

133 II 420 E. 3.2; BGer 2C_458/2011 vom 2. April 2012 E. 3.2 mit Hinweisen; 

M. Arnold, Geschäfts- und Privatvermögen im schweizerischen 

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Einkommenssteuerrecht, ASA 75 S. 271 ff. mit weiteren Hinweisen). Bei sog. 

«Alternativgütern», die sowohl mit einem von der selbständig erwerbstätigen Person 

betriebenen Geschäft in Zusammenhang stehen als auch für die private Verwendung 

geeignet sein können, lässt sich aus der äusseren Beschaffenheit allein regelmässig 

nicht auf die technisch-wirtschaftliche Funktion schliessen. Hier bedarf es der 

Beachtung weiterer Gesichtspunkte (Arnold, a.a.O., S. 277 f.).

4.4.2.    Zu beachten ist, dass die steuerpflichtige Person letztlich alle geschäftlich 

genutzten Vermögensgegenstände dem geschäftlichen Zweck durch Widmung zuführt 

und dienstbar macht, etwa durch Sacheinlage, Investition oder Eigenproduktion. Die 

Widmung ist ein subjektiver Vorgang, der sich allerdings nicht aus einzelnen, beliebigen 

Willenserklärungen ergibt. Der Widmungswille muss vielmehr in den tatsächlichen 

Verhältnissen zum Ausdruck gebracht und effektiv verwirklicht worden sein; er ist in 

diesem Sinn zu objektivieren. Rechtsprechungsgemäss ist trotz entsprechender 

Erklärungen des Steuerpflichtigen von Privatvermögen auszugehen, wenn erwiesen ist, 

dass dieses tatsächlich nicht dem Geschäft dient. Allein durch entsprechende 

Erklärungen gegenüber der Veranlagungsbehörde kann ein Steuerpflichtiger 

Vermögensgegenstände weder ganz noch teilweise zu solchen des 

Geschäftsvermögens machen. Dennoch stellt das Bilanzieren eines Vermögenswerts 

(als Willensbetätigung) ein gewichtiges Indiz für Geschäftsvermögen dar, sofern der 

betreffende Gegenstand nicht als Privatvermögen gekennzeichnet wird und der mit ihm 

zusammenhängende Aufwand und Ertrag konsequent über das Privatkonto verbucht 

wird (zu letzterem vgl. Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., N 85 zu § 18). Aus dem 

Gesagten folgt jedoch, dass auch der in der buchmässigen Behandlung zum Ausdruck 

gebrachte Widmungswille tatsächlich verwirklicht sein muss (zum Ganzen vgl. Arnold, 

a.a.O., S. 278 f. mit Hinweis u.a. auf StR 49/1994 575 E. 4).

4.5.        Dass die Beschwerdegegner den Hotel- und Restaurationsbetrieb des 

Ehemannes als selbständig Erwerbstätige führten (und demnach Geschäftsvermögen 

hatten), ist unbestritten. Aus den Akten ergibt sich ferner, dass die streitigen WIR-

Guthaben in die Geschäftsbuchhaltung aufgenommen worden sind. Gegen die 

steuerliche Behandlung als Geschäftsvermögen spricht jedoch, dass das streitige 

Aktivgut nicht dem Geschäft diente. Das WIR-Geld wurde in Tranchen von nominal 

150‘000, 20‘000, 12‘000 und 100‘000 erworben bzw. eingebucht und jeweils nach ca. 3 

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Tagen wieder zu Gunsten der Schwester des Pflichtigen (bzw. «Hotel Hirschen») dem 

WIR-Konto belastet (vgl. vi-act. 7/3.6). In dieser kurzen Zeit konnte es dem Geschäft 

nicht dienstbar gemacht werden, zumal das WIR-Geld aus rein privaten Motiven 

erworben und für unbestritten private Zwecke verwendet wurde. Von einem effektiv 

verwirklichten Widmungswillen kann bereits wegen der buchhalterischen Behandlung 

nicht die Rede sein: Entscheidend ist auch hierbei, dass die Geschäftsfälle im 

konkreten Fall konsequent über das Privat- bzw. Kapitalkonto gebucht worden sind 

(vgl. E. 4.1 hiervor). Die Erwerbs- und Veräusserungsvorgänge hatten offensichtlich – 

wie die Beschwerdegegner im Einspracheverfahren erfolglos geltend machten (vgl. vi-

act. 7/2.3) – keinen geschäftlichen Hintergrund. Der Handel mit WIR gehört nicht zum 

Geschäftsfeld des Gastronomiebetriebes; etwaige Verluste in diesem Zusammenhang 

wären steuerlich nicht als geschäftsmässig begründeter Aufwand zu erfassen. 

Demnach ist der Veranlagung eine Privatentnahme in bar in der Höhe des Kaufpreises 

der WIR-Guthaben (Fr. 210‘000.--) zu Grunde zu legen. Die als Surrogat erstandenen 

WIR 300‘000 wurden nicht zu geschäftlichen Zwecken erworben und dienten diesen 

nie. Die Differenz zwischen Erwerbspreis und Anrechnung an das Darlehen 

(Fr. 90‘000.--) ist steuersystematisch als steuerfreier privater Kapitalgewinn zu 

erfassen. Die Beschwerdegegner nutzten eine sich bietende Chance eines 

Kursgewinnes aus, worin in diesem Zusammenhang keine selbständige 

Erwerbstätigkeit erblickt werden kann. Ob allenfalls eine gemischte Schenkung vorliegt, 

muss nicht abgeklärt werden, da die potentielle Schenkerin ausserkantonalen Wohnsitz 

hat und demnach die Schenkungssteuerpflicht im Kanton St. Gallen grundsätzlich 

entfällt (vgl. Art. 147 Abs. 1 lit. b StG e contrario).

4.6.        Ohnehin nicht zu beanstanden ist die Einlage der erstandenen WIR-Guthaben 

zum Nominalwert – auch wenn es sich um Geschäftsvermögen gehandelt hätte. 

Bilanzrechtlich stellt WIR-Geld entgegen der irreführenden Terminologie weder Bargeld 

noch ein Sichtguthaben in in- oder ausländischer Währung dar und darf 

dementsprechend nicht unter den flüssigen Mitteln bilanziert werden; es wird 

gemeinhin den anderen kurzfristigen Forderungen zugerechnet. Es handelt sich um ein 

aktives Wirtschaftsgut, dessen Bewertung nach dem Verkehrswert zu erfolgen hat. Ein 

etwaiger Minderwert ist nach den konkreten Verwendungsumständen und 

Geschäftsbereichen differenziert zu ermitteln (vgl. BGer 2A.602/2002 vom 23. Juli 2003 

E. 3.1.2.1 sowie – illustrativ – StE 2002 B.72.14.1 Nr. 21). Der Verwendungszweck 

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bestand im vorliegenden Fall in der Tilgung eines Darlehens, wobei nach den 

Umständen von Anfang an klar war, dass die WIR-Guthaben in Parität zu Franken 

angerechnet würden. Damit spricht nichts gegen die vorgenommene (paritätische) 

Bewertung von Einlage und Entnahme zum Nominalwert.

5.            Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerden abzuweisen sind und 

es damit bei den vorinstanzlichen Rechtssprüchen sein Bewenden hat. Die von der 

vorinstanzlichen Beurteilung abweichende Begründung ändert an diesem Ergebnis 

nichts. Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten vom Staat 

(Beschwerdeführer) zu tragen (Art. 95 Abs. 1 VRP; Art. 145 in Verbindung mit Art. 144 

Abs. 1 DBG). Eine Entscheidgebühr von Fr. 2'500.-- erscheint angemessen (vgl. Art. 7 

Ziff. 222 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Auf deren Erhebung wird nicht 

verzichtet (Art. 95 Abs. 3 VRP; Art. 145 in Verbindung mit Art. 144 Abs. 5 DBG). Der 

Staat (Beschwerdeführer) hat die durch eine Treuhandgesellschaft vertretenen 

Beschwerdegegner für das Beschwerdeverfahren ausseramtlich mit Fr. 1‘500.-- 

zuzüglich vier Prozent pauschale Barauslagen und Mehrwertsteuer zu entschädigen 

(sachgemässe Anwendung von Art. 6, Art. 19, Art. 22 Ingress und lit. b, Art. 28bis Abs. 

1 und Art. 29 der Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten, sGS 963.75, 

HonO; Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, 2. Aufl. 2003, 

Rz. 839 letzter Satz).

 

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht zu Recht:

1.            Die Beschwerdeverfahren B 2014/222 und B 2014/223 werden vereinigt.

 

2.            Die Beschwerde betreffend Kantons- und Gemeindesteuern 2010 wird 

abgewiesen.

 

3.            Die Beschwerde betreffend direkte Bundessteuer 2010 wird abgewiesen.

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4.            Der Staat (Beschwerdeführer) bezahlt die amtlichen Kosten der 

Beschwerdeverfahren von Fr. 2'500.--.

 

5.            Der Staat (Beschwerdeführer) entschädigt die Beschwerdegegner mit 

Fr. 1‘500.-- (zuzüglich vier Prozent Barauslagen, zuzüglich Mehrwertsteuer).

 

Der Präsident            Der Gerichtsschreiber

Eugster                      Wehrle

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	Entscheid Verwaltungsgericht, 25.02.2016
	Steuerrecht, steuerfreier Kapitalgewinn (Art. 16 Abs. 3 StG bzw. Art. 37 StG). Die selbständig erwerbstätigen Pflichtigen entnahmen dem Geschäftsvermögen Fr. 210'000.--, wofür sie über einen Dritten WIR 300‘000 erwarben. Diese buchten sie als Privateinlage zum Nominalwert, d.h. in Parität zu Franken, ein, um sie umgehend der Schwester des Pflichtigen zwecks Tilgung eines privaten Darlehens zukommen zu lassen. Die Empfängerin rechnete das WIR-Guthaben zum Nominalwert an das Darlehen an. Die Veranlagungsbehörde rechnete dem Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit zu Unrecht einen Überführungsgewinn von Fr. 90‘000.-- auf (steuersystematische Realisation). Denn sowohl die buchhalterische Behandlung über das Privatkonto als auch die wirtschaftlich-technische Funktion des WIR-Guthabens spricht dafür, dass das streitige Aktivgut nicht geschäftlichen Zwecken diente. Es wurde aus rein privaten Motiven erworben (Amortisation des privaten Darlehens) und verblieb nur während weniger Tage auf dem WIR-Konto. Der Veranlagung ist eine Privatentnahme in bar in der Höhe des Kaufpreises (Fr. 210‘000.--) zu Grunde zu legen. Die Differenz zwischen Erwerbspreis und Anrechnungswert (Fr. 90‘000.--) ist als privater Kapitalgewinn zu erfassen. Bestätigung des Rekursentscheids und Abweisung der Beschwerde (Verwaltungsgericht, B 2014/222 und 223). Entscheid vom 25. Februar 2016

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