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**Case Identifier:** f2dbd543-e665-57c4-915b-b938ae0c0297
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-03-30
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Kantonsgericht 30.03.2022 KES.2020.30-K2
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_001_KES-2020-30-K2_2022-03-30.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: KES.2020.30-K2

Stelle: Kantonsgericht

Rubrik: Zivilkammern (inkl. Einzelrichter)

Publikationsdatum: 05.07.2022

Entscheiddatum: 30.03.2022

Entscheid Kantonsgericht, 30.03.2022
Art. 34 Abs. 2 EG-KES i.V.m. Art. 429 Abs. 1 ZGB: Anwendbares 
Verfahrensrecht und Verfahrensgrundsätze im zweitinstanzlichen 
Rechtsmittelverfahren vor Kantonsgericht in Angelegenheiten des Kindes- 
und Erwachsenenschutzes (E. II). Zuständigkeit zur Anordnung einer 
fürsorgerischen Unterbringung gemäss Art. 34 Abs. 2 EG-KES: Neben 
Ärztinnen und Ärzten mit Berufsausübungsbewilligung können auch 
Ärztinnen und Ärzte öffentlicher Einrichtungen, denen eine leitende Funktion 
zukommt, eine fürsorgerische Unterbringung gemäss Art. 34 Abs. 2 EG-KES 
verfügen (E. III/1.b und c). Die ärztliche Unterbringung hat grundsätzlich von 
derjenigen Ärztin/demjenigen Arzt unterzeichnet zu sein, die/der die 
betroffene Person persönlich untersucht hat. Eine Unterzeichnung "im 
Auftrag" ist nur in Ausnahmefällen durch eine Ärztin/einen Arzt, die/der die 
Kriterien von Art. 34 Abs. 2 EG-KES selbst erfüllt, möglich (E. III/1.e). 
Kostenverlegung zu Lasten eines öffentlichen Spitals (E. IV). 
(Kantonsgericht, II. Zivilkammer, 30. März 2022, KES.2020.30-K2).

Aus den Erwägungen:

 

II.

1.       Bei einer ärztlich angeordneten fürsorgerischen Unterbringung kann die 

betroffene Person Beschwerde beim zuständigen Gericht erheben (Art. 439 Abs. 1 

Ziff. 1 ZGB). Im Kanton St. Gallen ist die II. Zivilkammer des Kantonsgerichts zur 

zweitinstanzlichen Beurteilung solcher Beschwerden zuständig (vgl. Art. 28 Abs. 1 EG-

KES).

 

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2.       Auf das Verfahren vor dem Kantonsgericht finden, da die Regelung des 

zweitinstanzlichen Beschwerdeverfahrens in Angelegenheiten des Kindes- und 

Erwachsenenschutzes in die Kompetenz des kantonalen Gesetzgebers fällt (vgl. auch 

BGer 5A_112/2015 E. 2.1; 5A_478/2014 E. 2.2; 5A_327/2013 E. 3.2), die 

Bestimmungen der ZPO sachgemäss Anwendung, soweit das ZGB oder das EG-KES 

keine Regelung enthält (Art. 11 lit. b EG-KES; vgl. Botschaft zum EG-KES, ABl 2011 

2846 ff., 2863 und 2883). Massgebend sind hier grundsätzlich die Regeln über die 

Berufung gemäss Art. 308 ff. ZPO, da jene über die Beschwerde gemäss Art. 319 ff. 

ZPO unpassend erscheinen (KGer SG KES.2014.2 vom 6. Februar 2014 E. 3.a 

[www.publikationen.sg.ch]; vgl. Botschaft zum EG-KES, a.a.O., 2883; BGer 

5A_478/2014 E. 2.2).

 

3.a)    Nach Eingang der Beschwerde prüft die Rechtsmittelinstanz von Amtes wegen 

das Vorliegen der Rechtsmittelvoraussetzungen. Zu ihnen gehört die Beschwer als das 

für das Rechtsmittelverfahren von Amtes wegen zu beachtende Pendant zum 

Rechtsschutzinteresse im erstinstanzlichen Verfahren, welches eine 

Prozessvoraussetzung darstellt (Art. 59 Abs. 2 lit. a ZPO; Reetz, in: Sutter-Somm/

Hasenböhler/Leuenberger, ZPO Komm, 3. Aufl., Vorbemerkungen zu den Art. 308-318 

N 30; vgl. Steiner, Die Beschwerde nach der Schweizerischen Zivilprozessordnung, 

2019, N 310; Zürcher, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, ZPO Komm, 

3. Aufl., Art. 59 N 14). Die Beschwer ist Voraussetzung jedes Anspruchs auf staatlichen 

Rechtsschutz (BGE 120 II 5 E. 2.a). Beschwert ist, wer am vorinstanzlichen Verfahren 

als Partei teilgenommen und Anträge gestellt hat, damit aber ganz oder teilweise 

unterlegen ist (formelle Beschwer), und wer ein aktuelles und praktisches Interesse am 

Rechtsmittel hat (materielle Beschwer; BGer 5A_916/2016 E. 2.3). Auf das Erfordernis 

des aktuellen praktischen Interesses kann ausnahmsweise verzichtet werden, wenn die 

gerügte Rechtsverletzung sich jederzeit wiederholen könnte und eine rechtzeitige 

gerichtliche Überprüfung im Einzelfall kaum je möglich wäre (sog. virtuelles Interesse; 

vgl. BGE 140 III 92 E. 1.1; 136 III 497 E. 1.1 m.w.N.; OGer ZH PA200055 vom 

17. Dezember 2020 E. II.2; Steiner, a.a.O., N 320). Nicht massgeblich im Bereich der 

fürsorgerischen Unterbringung ist im Übrigen die zur Untersuchungshaft begründete 

Praxis, wonach in Fällen, in denen durch die EMRK geschützte Ansprüche zur 

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Diskussion stehen, regelmässig auf eine Beschwerde einzutreten ist (vgl. BGE 140 II 92 

E. 2 und BGer 5A_290/2013 E. 1.2, jeweils mit Verweis auf BGE 136 III 497 E. 2.4; zur 

erwähnten Praxis vgl. BGE 142 I 135 E. 1.3.1 sowie BGE 137 I 296 = Pra 2012 Nr. 25).

 

b)      […]

 

4.a)    Das Berufungsverfahren ist ein eigenständiges Verfahren. Es dient nicht etwa der 

Vervollständigung des erstinstanzlichen Verfahrens, sondern vielmehr der Überprüfung 

und Korrektur des angefochtenen Entscheids im Lichte konkret dagegen vorgebrachter 

Beanstandungen (BGE 142 III 413 E. 2.2.1 f.). Auch die Beschwerde an das 

Kantonsgericht St. Gallen in Angelegenheiten des Kindes- und Erwachsenenschutzes 

hat insofern in sachgemässer Anwendung von Art. 311 Abs. 1 ZPO – als 

Rechtsmittelvoraussetzung (BGer 5A_651/2012 E. 4.2) – eine Begründung zu enthalten; 

Art. 450e Abs. 1 ZGB, wonach die Beschwerde gegen einen Entscheid auf dem Gebiet 

der fürsorgerischen Unterbringung nicht begründet werden muss, gilt lediglich für die 

Beschwerde an die erste gerichtliche Instanz, im Kanton St. Gallen die VRK (KGer SG 

KES.2014.2 vom 6. Februar 2014 E. 3.b [www.publikationen.sg.ch]; BSK ZGB I-Geiser, 

6. Aufl., Art. 450e N 11; vgl. BGer 5A_478/2014 E. 2.2; 5A_327/2013 E. 3.2; Bernhart, 

a.a.O., N 840; anders aufgrund der Formulierung des massgebenden kantonalen 

Rechts: OGer ZH NA130001 vom 15. Januar 2013 E. II.1.2 = ZR 2012, 297 f.).

 

Begründen i.S.v. Art. 311 Abs. 1 ZPO bedeutet aufzeigen, inwiefern der angefochtene 

Entscheid als fehlerhaft erachtet wird, wobei die Begründung hinreichend genau und 

eindeutig sein muss, um von der Rechtsmittelinstanz mühelos verstanden zu werden 

(BGer 4A_651/2012 E. 4.2). Das erfordert insbesondere, dass sich der 

Beschwerdeführer eingehend und im Einzelnen mit den vorinstanzlichen 

Entscheidgründen auseinandersetzt (vgl. BGE 138 III 374 E. 4.3.1 = Pra 2013 Nr. 4; 

Reetz/Theiler, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, ZPO Komm., 3. Aufl., 

Art. 311 N 36). Dabei wird – im Gegensatz zu einer Klageschrift (vgl. Art. 221 Abs. 3 

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ZPO) – nicht nur eine tatsächliche, sondern auch eine rechtliche Begründung verlangt 

(Reetz/Theiler, ZPO Komm., Art. 311 N 36). Die tatsächlichen oder rechtlichen 

Beanstandungen am angefochtenen Entscheid haben dabei innert der Rechtsmittelfrist 

vollständig vorgetragen zu werden; ein allfälliger zweiter Schriftenwechsel oder 

nachträgliche Eingaben zur Wahrung des Anspruchs auf rechtliches Gehör dienen nicht 

dazu, die bisherige Kritik zu vervollständigen oder gar neue anzubringen (vgl. BGE 142 

III 413 E. 2.2.4 mit Hinweisen).

 

b)      […]

 

5.       […]

 

6.       Im Berufungsverfahren werden neue Tatsachen und Beweismittel nur noch 

berücksichtigt, wenn sie ohne Verzug vorgebracht werden und trotz zumutbarer 

Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz vorgebracht werden konnten (Art. 317 Abs. 1 

ZPO). Diese Novenschranke kommt praxisgemäss jedoch dann nicht zur Anwendung, 

wenn das Verfahren vom uneingeschränkten Untersuchungsgrundsatz geprägt ist, wie 

dies in Verfahren betreffend Kinderbelange in familienrechtlichen Angelegenheiten 

gemäss Art. 296 Abs. 1 ZPO der Fall ist (BGE 144 III 349 E. 4.2.1 = Pra 2019 Nr. 88). Im 

Kindes- und Erwachsenenschutzrecht gilt dieser uneingeschränkte 

Untersuchungsgrundsatz gemäss Art. 446 ZGB (vgl. BGer 5A_770/2018 E. 3.2; BSK 

ZGB I-Maranta/Auer/Marti, 6. Aufl., Art. 446 N 7; FamKomm Erwachsenenschutz/

Steck, 2013, Art. 446 ZGB N 8), wobei diese Vorschrift auch im Verfahren vor der 

ersten Beschwerdeinstanz, im Kanton St. Gallen der VRK, anwendbar ist (Botschaft 

Erwachsenenschutz, BBl 2006 7001 ff., 7083; BGer 5A_770/2018 E. 3.2; 5A_922/2017 

E. 5.1; 5A_327/2013 E. 3.1).

 

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Für eine Anwendung der uneingeschränkten Untersuchungsmaxime auch im 

zweitinstanzlichen Rechtsmittelverfahren in Angelegenheiten des Kindes- und 

Erwachsenenschutzes sprechen nebst dem Umstand, dass Art. 11 lit. b EG-KES die 

Anwendung der Vorschriften des ZGB ausdrücklich vorbehält, auch die öffentlich-

rechtliche Natur der sich stellenden Fragen bzw. die besondere Schutzbedürftigkeit der 

Betroffenen und entsprechend ein auf eine umfassende Wahrheitsfindung gerichtetes 

öffentliches Interesse sowie der Grundsatz der Einheit des Verfahrens (vgl. BSK 

Erwachsenenschutzrecht-Auer/Marti, 2012, Art. 446 ZGB N 1 f.; BSK ZGB I-Maranta/

Auer/Marti, Art. 446 N 3 und 40; in diesem Sinne auch Botschaft Erwachsenenschutz, 

a.a.O., 7078, wonach der Untersuchungsgrundsatz "in allen Verfahren" Gültigkeit habe; 

Küng, Prozessmaximen im Verwaltungsverfahren, 2020, N 653; FamKomm 

Erwachsenenschutz/Steck, Art. 446 ZGB N 7; Ders., Braucht die Schweiz ein 

einheitliches Familienverfahrensrecht?, in: Fankhauser et al., Das Zivilrecht und seine 

Durchsetzung, Festschrift für Professor Thomas Sutter-Somm, 2016, S. 905 ff., 914, 

wonach Art. 446 ZGB selbst für das Bundesgericht massgebend sein soll; vgl. 

diesbezüglich jedoch BGer 5A_527/2017 E. 2; vgl. auch Schweighauser, in: Sutter-

Somm/Hasenböhler/Leuenberger, ZPO Komm., 3. Aufl., Art. 296 N 5). Zum gleichen 

Ergebnis führt die Betrachtung der Botschaft zum EG-KES, welche in kindes- und 

erwachsenenschutzrechtlichen Verfahren vor dem Kantonsgericht namentlich die 

Bestimmungen der ZPO über die familienrechtlichen Belange für massgebend erklärt, 

da diese den engsten Bezug aufwiesen, und speziell Art. 272 (hier nicht anwendbar) 

und Art. 296 ZPO erwähnt (Botschaft zum EG-KES, a.a.O., 2883). Folglich können im 

Kindes- und Erwachsenenschutzrecht auch im zweitinstanzlichen 

Beschwerdeverfahren Noven grundsätzlich noch bis zur Urteilsberatung vollumfänglich 

berücksichtigt werden.

 

III.

1.       Der Beschwerdeführer kritisiert zunächst die Zuständigkeit für den Erlass der 

Verfügung betreffend fürsorgerische Unterbringung […]. Die Verfügung trägt den 

Stempel von Dr. med. A., Oberarzt mbF, und wurde mit dem Zusatz "i.A." (im Auftrag) 

von Assistenzarzt Dr. B. unterzeichnet […]. Laut der verfügenden Behörde kam es 

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dazu, weil Dr. med. A., nach der Untersuchung des Beschwerdeführers und nachdem 

diesem der Entscheid mündlich eröffnet und entsprechend erläutert worden sei, zu 

einem Notfall gerufen worden sei. Vor der Verlegung des Beschwerdeführers in die 

Klinik X. habe Dr. med. A. zusammen mit Dr. B. mit dem Beschwerdeführer nochmals 

gesprochen, wobei er diesem das weitere Vorgehen erläutert habe […].

 

a)       […]

 

b)      Gemäss Art. 429 Abs. 1 ZGB können die Kantone Ärztinnen und Ärzte 

bezeichnen, die neben der Erwachsenenschutzbehörde eine Unterbringung während 

einer vom kantonalen Recht festgelegten Dauer, höchstens aber für sechs Wochen, 

anordnen dürfen. Es muss sich um Ärztinnen und Ärzte im Sinne des Bundesgesetzes 

vom 23. Juni 2006 über die universitären Medizinalberufe (MedBG) handeln (FamKomm 

Erwachsenenschutz/Guillod, 2013, Art. 429 ZGB N 11). Von Bundesrechts wegen 

erlaubt sind mithin Personen, die ein medizinisches Studium abgeschlossen haben und 

über ein schweizerisches Staatsexamen oder einen gleichwertigen Abschluss verfügen. 

In der näheren Gestaltung der ärztlichen Zuständigkeit sind die Kantone frei (Bloch/

Steck, in: Fountoulakis et al., Kindes- und Erwachsenenschutzrecht, Expertenwissen 

für die Praxis, 2016, N 9.206; BSK ZGB I-Geiser/Etzensberger, 6. Aufl., Art. 429/430 

N 5). Insbesondere wird unter Art. 429 Abs. 1 ZGB keine kantonale 

Berufsausübungsbewilligung vorausgesetzt (vgl. BSK ZGB I-Geiser/Etzensberger, 

Art. 429/430 N 5), ebenso wenig eine Fachausbildung (CHK-Breitschmid/Matt/

Pfannkuchen-Heeb, 3. Aufl., Art. 429 ZGB N 2; vgl. auch die Ausführungen bei 

Bernhart, a.a.O., N 436 m.w.N.).

 

Von der vorerwähnten Kompetenz hat der Kanton St. Gallen mit dem Erlass von Art. 34 

EG-KES Gebrauch gemacht. Diese Bestimmung bezeichnet in Abs. 1 grundsätzlich die 

Amtsärztin oder den Amtsarzt für zuständig. Ist aber Gefahr im Verzug, kann gemäss 

Abs. 2 die ärztliche Unterbringung für längstens fünf Tage von einer Ärztin oder einem 

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Arzt angeordnet werden, "die oder der in der Schweiz zur Berufsausübung zugelassen 

ist". Die Tragweite dieser Formulierung ist vorliegend umstritten. Wie dargelegt, 

verlangt die Vorschrift nach Ansicht des Beschwerdeführers – freilich entgegen seiner 

vor der VRK vorgetragenen Rechtsauffassung […], was mit Blick auf den Grundsatz 

iura novit curia (Art. 57 ZPO) jedoch irrelevant ist –, dass die anordnenden Ärztinnen 

und Ärzte über eine Berufsausübungsbewilligung gemäss Art. 5 VMB/SG verfügen […]. 

Die Vorinstanz ging dagegen unter Hinweis auf Art. 6 Abs. 1 lit. a VMB/SG sowie das 

vom Kantonsarztamt für die ärztliche Unterbringung bereitgestellte Formular […] und 

das Merkblatt über die Voraussetzungen für fürsorgerische Unterbringungen (im 

Internet abrufbar unter www.sg.ch und dort unter Gesundheit & Soziales > Gesundheit 

> Aufsicht > Amtsärztinnen und Amtsärzte > "FU Voraussetzungen Merkblatt"; 

nachfolgend: "Merkblatt FU") davon aus, dass daneben auch Chefärzte, leitende Ärzte 

und deren Stellvertreter, die zwar keine Bewilligung besässen, aber in einer öffentlichen 

Einrichtung tätig seien, fürsorgerische Unterbringungen für längstens fünf Tage 

verfügen dürften, wobei nicht nur als "leitende Ärzte" bezeichnete Spitalärzte für die 

Anordnung einer fünftägigen fürsorgerischen Unterbringung zuständig seien, sondern 

namentlich auch Oberärzte als Ärzte in "leitender Funktion" […]. Auch nach Ansicht der 

verfügenden Behörde können Ärztinnen und Ärzte, die in öffentlichen Einrichtungen 

tätig sind, nach Art. 6 Abs. 1 lit. a VMB/SG aber über keine 

Berufsausübungsbewilligung verfügten bzw. verfügen müssten, eine fürsorgerische 

Unterbringung anordnen. Dem "Merkblatt FU" komme indes nur Empfehlungscharakter 

zu, so dass alle in öffentlichen Einrichtungen tätigen Ärztinnen und Ärzte zum Erlass 

der fünftägigen Unterbringung zuständig seien, nicht nur Chefärzte und leitende Ärzte 

bzw. deren Stellvertreter […].

 

c)       Was mit der Formulierung "in der Schweiz zur Berufsausübung zugelassen" 

gemeint ist, wird im EG-KES nicht näher definiert. Die Zulassung zur Berufsausübung 

in der Schweiz ist primär im eidgenössischen Medizinalberufegesetz (MedBG) geregelt, 

jedenfalls die selbständige Ausübung eines universitären Medizinalberufes, welche von 

Bundesrechts wegen einer Bewilligung des Kantons bedarf, auf dessen Gebiet der 

Medizinalberuf ausgeübt wird (Art. 34 MedBG). Die Regelung der Voraussetzungen zur 

unselbständigen Tätigkeit obliegt dagegen den Kantonen (vgl. Botschaft 

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Medizinalberufegesetz, BBl 2005 173 ff., 224; zur Differenzierung der selbständigen 

und unselbständigen Tätigkeit siehe Etter, Medizinalberufegesetz, Stämpflis 

Handkommentar, 2006, Art. 34 N 8 ff., sowie Art. 4 Abs. 1 VMB/SG). Im Kanton St. 

Gallen werden die Voraussetzungen zur unselbständigen Tätigkeit in Art. 44 Abs. 2 

GesG/SG näher geregelt. Laut dieser Bestimmung bedarf auch der Bewilligung, wer 

einen medizinischen Beruf unselbständig ausübt, wobei die Regierung durch 

Verordnung Ausnahmen von der Bewilligungspflicht vorsehen kann. Entsprechend hält 

vorab Art. 5 Abs. 1 VMB/SG fest, dass die Ausübung eines medizinischen Berufes – 

unabhängig davon, ob es sich um eine selbständige oder unselbständige Tätigkeit 

handelt – bewilligungspflichtig ist, bevor in Art. 6 VMB/SG die Ausnahmen davon 

statuiert werden. Danach bedarf keiner Bewilligung, wer in öffentlichen Einrichtungen 

(lit. a) oder in Einrichtungen gemäss Art. 5 der Verordnung über den Betrieb privater 

Einrichtungen der Gesundheitspflege (VEG/SG) vom 21. Juni 2011 (lit. b) tätig ist.

 

Vorab ist anzumerken, dass das EG-KES vom formellen Gesetzgeber erlassen wurde, 

während die VMB/SG sich auf eine Gesetzesdelegation desselben zugunsten der 

Regierung des Kantons St. Gallen stützt. Wurden die beiden Erlasse aber nicht von 

derselben Staatsgewalt erlassen, kann nicht von vornherein gesagt werden, sie seien 

inhaltlich aufeinander abgestimmt. Die wörtliche Auslegung von Art. 34 Abs. 2 EG-KES 

unter Berücksichtigung von Art. 44 Abs. 2 GesG/SG und Art. 5 Abs. 1 i.V.m. Art. 6 

VMB/SG greift, soweit sie überhaupt eindeutig ist – die Formulierung "in der Schweiz" 

legt nahe, dass nur Ärztinnen und Ärzte mit Berufsausübungsbewilligung gemeint sind, 

hat doch, wer über eine Bewilligung gemäss Art. 36 MedBG verfügt, grundsätzlich 

Anspruch darauf, sich als Ärztin oder Arzt in der gesamten Schweiz niederzulassen 

(vgl. Art. 34, Art. 36 Abs. 4 und Art. 37 MedBG; Hurni/Josi/Sieber, Das Verfahren vor 

dem Berner Kindes- und Erwachsenenschutzgericht, 2020, N 27 und 364) –, 

ausserdem zu kurz: Art. 44 Abs. 2 GesG/SG sowie Art. 5 Abs. 1 und Art. 6 VMB/SG 

beziehen sich auf die Regelung der Bewilligungsvoraussetzungen und weisen damit 

von vornherein einen generellen Gehalt auf. Dass die Zuständigkeit für die Anordnung 

einer fürsorgerischen Unterbringung (auch nur für den beschränkten Zeitraum von fünf 

Tagen) nicht beliebig weit zu fassen ist, ergibt sich demgegenüber bereits aus dem 

freiheitsbeschränkenden Charakter der Massnahme.

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Auf ein solches, restriktiveres Verständnis deuten auch die Materialien hin: So ergibt 

sich aus der Botschaft zum EG-KES zunächst, dass mit der Regelung in Art. 34 Abs. 2 

EG-KES im Wesentlichen keine inhaltlichen Änderungen zur Rechtslage vor dem 

Inkrafttreten des EG-KES vorgenommen werden sollten (vgl. Botschaft zum EG-KES, 

a.a.O., 2865 und 2890). Vor Inkrafttreten des EG-KES war die fürsorgerische 

Unterbringung in Art. 75b Abs. 2 EG-ZGB geregelt. Dieser bestimmte, dass bei Gefahr 

im Verzug neben den Amtsärzten (ehemals Bezirksärzte) "die zur selbständigen 

Berufsausübung zugelassenen Ärzte für eine vorsorgliche Anstaltsunterbringung" (lit. a) 

sowie "die Chefärzte der kantonalen Spitäler und der Gemeindespitäler für eine 

vorsorgliche Anstaltsunterbringung von Spitalpatienten" zuständig seien (vgl. Botschaft 

zum V. und VI. Nachtragsgesetz über die Verwaltungsrechtspflege, ABl 2006 817 ff., 

844 und 875; Kreisschreiben betreffend die neuen Bestimmungen des Schweizerischen 

Zivilgesetzbuches über die fürsorgerische Freiheitsentziehung vom 17. Dezember 

1980, ABl 1981 9 ff., 11; Kley, Kantonales Privatrecht, 1992, S. 137; vgl. auch Botschaft 

zum VI. Nachtragsgesetz zum EG-ZGB, ABl 1980 621 ff., 625 und 632; ZK-Spirig, 

1995, aArt. 397b ZGB N 51).

 

Dass der Gesetzgeber an der bislang Chefärztinnen und Chefärzten vorbehaltenen 

Kompetenz zur Anordnung einer fürsorgerischen Unterbringung etwas hätte ändern 

wollen, ergibt sich aus der Botschaft zum EG-KES nicht. Allerdings wurden 

ausdrücklich auch (einweisende) "Institutionen betr. FU" als Vorinstanzen der VRK 

gesehen (Botschaft zum EG-KES, a.a.O., 2863). Indem sodann – wohl mit Blick auf 

Art. 36 Abs. 2 EG-KES – erwähnt wird, dass die "ärztliche Leitung einer Einrichtung" 

eine Einweisung (fürsorgerische Unterbringung) zwecks "Verlegung in eine andere 

Einrichtung" für längstens fünf Tage anordnen dürfe (Botschaft zum EG-KES, a.a.O., 

2866), ist nicht einzusehen, weshalb die ärztliche Leitung einer Einrichtung nur die 

Verlegung und nicht die fürsorgerische Unterbringung als solche – wenn auch allenfalls 

bloss in eine andere und nicht die eigene Einrichtung (vgl. BSK ZGB I-Geiser/

Etzensberger, Art. 429/430 N 7 m.w.N.) – selbständig anordnen können sollte. Eine 

gegenteilige Ansicht zu vertreten hiesse, dass an öffentlichen Spitälern keine ärztlichen 

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Unterbringungen angeordnet werden könnten, soweit die anordnenden 

Medizinalpersonen nicht über eine Berufsausübungsbewilligung verfügten. Da aber die 

im Spital Y. angestellten Ärztinnen und Ärzte nach Art. 6 Abs. 1 lit. a VMB/SG keiner 

Bewilligung bedürfen, müsste wohl regelmässig eine Amtsärztin oder ein Amtsarzt 

beigezogen werden, was – mit Blick auf die besondere Dringlichkeit der Fälle ("Gefahr 

im Verzug") – kaum vertretbar erscheint […]. Für die Kompetenz der ärztlichen Leitung 

einer Einrichtung zur selbständigen Anordnung einer fürsorgerischen Unterbringung 

spricht auch, dass nach Art. 434 Abs. 1 ZGB Chefärztinnen und Chefärzte eine 

Behandlung ohne Zustimmung verfügen können, die mit einer fortdauernden 

fürsorgerischen Unterbringung einhergeht. Dabei wird allerdings nicht der Titel 

"Chefärztin" oder "Chefarzt" als massgebend erachtet, sondern die leitende Funktion 

(vgl. Amtl Bull StR 2007, 838; BGE 143 III 337 E. 2.4.2). In den parlamentarischen 

Beratungen wurden die Tragweite und der effektive Gehalt von Art. 34 Abs. 2 EG-KES, 

soweit ersichtlich, schliesslich nicht thematisiert. Unter Berücksichtigung des 

Zweckgedankens der Norm sowie der Verlautbarungen in der Botschaft zum EG-KES 

ist die Zuständigkeit für die Anordnung der fürsorgerischen Unterbringung demzufolge 

nebst Ärztinnen und Ärzten mit Berufsausübungsbewilligung – die freilich auch 

unselbständig in Einrichtungen tätig sein können – auf die ärztlichen Leiterinnen und 

Leiter (in einem funktionellen Sinn) einer Einrichtung zu beschränken.

 

Für ein solchermassen einschränkendes Verständnis von Art. 34 Abs. 2 EG-KES spricht 

neben dem Gesetzeszweck und den Materialien letztlich auch, dass andere Kantone, 

die wie der Kanton St. Gallen eine offene Umschreibung der Zuständigkeit kennen, 

diese ebenfalls eng auslegen. So bestimmt z.B. Art. 27 des bernischen Gesetzes über 

den Kindes- und Erwachsenenschutz (KESG) vom 1. Februar 2012 (BSG 213.316), 

dass neben der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde auch "die in der Schweiz zur 

Berufsausübung zugelassenen Ärztinnen und Ärzte" zur Anordnung einer 

fürsorgerischen Unterbringung für längstens sechs Wochen befugt sind. Laut den 

Gesetzesmaterialien gilt diese Vorgabe auch mit Bezug auf Einweisungen, die von einer 

Einrichtung ausgehen, wobei aber auch hier "der entsprechende ärztliche 

Einweisungsentscheid durch eine Ärztin oder einen Arzt mit 

Berufsausübungsbewilligung zu erfolgen" habe (vgl. Vortrag des Regierungsrates an 

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den Grossen Rat vom 6. Juli 2011 zum Gesetz über den Kindes- und 

Erwachsenenschutz [KESG] und zum Dekret über die Anpassung von Dekreten an das 

Gesetz über den Kindes- und Erwachsenenschutz, RRB Nr. 1197/2011, S. 17; vgl. 

auch Hurni/Josi/Sieber, a.a.O., N 27 und 364). Damit müssen im Kanton Bern auch die 

verfügenden Ärztinnen und Ärzte in Einrichtungen über eine 

Berufsausübungsbewilligung verfügen. Im Vergleich dazu ist die Zuständigkeit im 

Kanton St. Gallen – wie aufgezeigt – sogar grosszügiger gefasst, was sich aber nicht 

zuletzt gestützt auf die kürzere Dauer der Einweisungskompetenz (fünf Tage) 

rechtfertigen lässt (vgl. Kley, a.a.O., S. 137).

 

d)      […]

 

e)      Nachdem Dr. med. A. als Arzt in leitender Funktion eines öffentlichen Spitals für 

die Anordnung einer fürsorgerischen Unterbringung an sich zuständig ist, stellt sich 

weiter die Frage, ob Assistenzarzt Dr. B. für ihn, Dr. med. A., "i.A." unterzeichnen 

konnte. Diesbezüglich ist zunächst zu berücksichtigen, dass eine fürsorgerische 

Unterbringung nur gestützt auf eine vorangegangene, persönlich durch die 

einweisende Ärztin bzw. den einweisenden Arzt vorgenommene Untersuchung erfolgen 

darf (CHK-Breitschmid/Matt/Pfannkuchen-Heeb, Art. 430 ZGB N 1; BSK ZGB I-Geiser/

Etzensberger, Art. 429/430 N 20; FamKomm Erwachsenenschutz/Guillod, Art. 430 ZGB 

N 4; KUKO ZGB-Rosch, 2. Aufl., Art. 429/430 N 4). Soweit nach kantonalem Recht 

auch Klinikärzte über die Unterbringung befinden können, muss daher jener Arzt zum 

Entscheid befugt sein, der auch die Untersuchung vornimmt (BSK ZGB I-Geiser/

Etzensberger, Art. 429/430 N 20). Sodann hat die Untersuchung auch tatsächlich zu 

erfolgen, so dass niemand einzig aufgrund von Angaben und Einschätzungen Dritter 

gegen seinen Willen untergebracht werden kann (BSK ZGB I-Geiser/Etzensberger, 

Art. 429/430 N 20; FamKomm Erwachsenenschutz/Guillod, Art. 430 ZGB N 4). Der 

Unterbringungsentscheid muss schriftlich sein und hat unter anderem den Namen der 

einweisenden Ärztin oder des einweisenden Arztes zu enthalten (vgl. Art. 430 Abs. 2 

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lit. a und Abs. 4 ZGB; Bernhart, a.a.O., N 632; CHK-Breitschmid/Matt/Pfannkuchen-

Heeb, Art. 430 ZGB N 1; BSK ZGB I-Geiser/Etzensberger, Art. 429/430 N 24 und 26).

 

Laut Geiser/Etzensberger hat der schriftliche Unterbringungsentscheid überdies 

unterschrieben zu sein, was sich aus allgemeinen Verfahrensgrundsätzen ergebe (BSK 

ZGB I-Geiser/Etzensberger, Art. 429/430 N 24). Auch gemäss Bernhart ist die 

Verfügung rechtsgültig zu unterzeichnen (Bernhart, a.a.O., N 632). Allgemein ist in der 

Lehre und im Schrifttum allerdings nicht restlos geklärt, ob das Erfordernis der 

Schriftlichkeit einer Verfügung auch die Unterschrift der betreffenden Behörde 

beinhaltet. Für gerichtliche End- und Zwischenentscheide wird praxisgemäss im 

Interesse der Rechtssicherheit eine handschriftliche Unterzeichnung des Erkenntnisses 

verlangt, da auf diese Weise die formelle Richtigkeit der Ausfertigung und deren 

Übereinstimmung mit den vom Gericht gefassten Beschlüssen bestätigt werden (BGE 

131 V 483 E. 2.3.3). Aus nämlichen Gründen hat das Bundesverwaltungsgericht auch 

für Verwaltungsverfügungen im Grundsatz eine Pflicht zur Unterzeichnung durch die 

verfügende Behörde bejaht, allerdings mit dem Hinweis, dass nach der vom 

Bundesgericht für Massenverfügungen entwickelten Praxis die Unterschrift von 

Bundesrechts wegen kein Gültigkeitserfordernis sei, solange das anwendbare Recht 

eine solche nicht ausdrücklich verlange, und diese Praxis auf individuell ausgefertigte 

Verfügungen ausgedehnt worden sei (BVGer A-2588/2013 E. 2.6; zum Ganzen auch 

Kneubühler/Pedretti, in: Auer/Müller/Schindler, VwVG Komm., 2. Aufl., Art. 34 N 9 f.; 

vgl. PK VRP-Tschumi, 2020, Art. 24-26  N 31). Fehlt eine Unterschrift trotz 

positivrechtlicher Pflicht oder ist die Verfügung zwar unterzeichnet, aber nicht von einer 

dazu berechtigten Amtsperson, so wird die Verfügung in der Regel bloss als 

anfechtbar, nicht aber als nichtig betrachtet, wobei Praxis und Lehre auch 

diesbezüglich uneinheitlich sind (vgl. Kneubühler/Pedretti, VwVG Komm., Art. 34 N 10 

und dortige Hinweise; zum Fall der Unterzeichnung durch eine nicht dazu berechtigte 

Amtsperson vgl. Wiederkehr/Plüss, Praxis des öffentlichen Verfahrensrechts, 2020, 

N 3156). Nach der sog. Evidenztheorie ist Nichtigkeit dann anzunehmen, wenn der 

Mangel besonders schwer wiegt, er sich als offensichtlich oder zumindest als leicht 

erkennbar erweist (Evidenzkriterium) und durch die Annahme der Nichtigkeit die 

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Rechtssicherheit nicht ernsthaft gefährdet wird (BGE 136 III 571 E. 6.2 = Pra 2011 

Nr. 53; Bernhart, a.a.O., N 568).

 

Kneubühler/Pedretti betrachten die vorliegend interessierende Frage differenziert. Ihrer 

Ansicht nach ist zwischen Überlegungen der Prozessökonomie einerseits und solchen 

der Rechtssicherheit und Transparenz andererseits abzuwägen: Je mehr ein Entscheid 

das Ergebnis einer abwägenden Einzefallbeurteilung darstelle, desto bedeutsamer 

erscheine das Argument, "im Sinne der bundesgerichtlichen Ausführungen mit der 

Unterschrift die formelle Rechtskraft der Ausfertigung und deren Übereinstimmung mit 

den gefassten Beschlüssen zu bestätigen". Bei komplexen und stark individualisierten 

Verfügungen erscheine daher – gleich wie für Gerichtsurteile und anders als bei 

vollständig automatisiert erlassenen erstinstanzlichen Verfügungen 

(Massenverfügungen) – eine Unterschrift der zuständigen Behördenvertretung 

angezeigt (Kneubühler/Pedretti, VwVG Komm., Art. 34 N 11).

 

Bei der Anordnung einer fürsorgerischen Unterbringung bzw. beim 

"Unterbringungsentscheid" (so Art. 429 Abs. 2 und Art. 430 Abs. 2 ZGB) handelt es 

sich gerade, insbesondere mit Blick auf ihren grundrechtsbeschränkenden Charakter, 

um eine inhaltlich komplexe und stark individualisierte Verfügung (vgl. Bernhart, a.a.O., 

N 631). Eine handschriftliche Unterzeichnung derselben trotz Fehlens einer 

diesbezüglichen positivrechtlichen Vorschrift in Art. 430 ZGB zu fordern, erscheint 

deshalb gerade hier angezeigt, zumal erst dadurch in letzter Konsequenz überprüft 

werden kann, ob der Aussteller der Verfügung zur Anordnung einer fürsorgerischen 

Unterbringung befugt ist. Entsprechend erwog auch die VRK in einem Entscheid aus 

dem Jahr 2018, eine von einem Amtsarzt verfügte fürsorgerische Unterbringung habe 

grundsätzlich unterzeichnet zu sein (VRK SG V-2018/19 vom 2. Februar 2018 E. 2.b 

[www.publikationen.sg.ch], worin in Bezug auf die fehlende Unterschrift von einem 

"Mangel" die Rede ist). Für das Unterschriftserfordernis spricht schliesslich auch, dass 

das vom Kantonsarztamt bereitgestellte Formular […] eine Unterschrift "der 

untersuchenden Ärztin" bzw. "des untersuchenden Arztes" verlangt, zumal der 

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Bundesgesetzgeber gerade darauf hinwies, dass in der Praxis vorgedruckte Formulare 

verwendet werden könnten, "die das Einhalten der formellen Kriterien erleichtern und 

von Hand ausgefüllt werden" (Botschaft Erwachsenenschutz, a.a.O., 7066).

 

Ist aus den erwähnten Gründen vom Erfordernis einer persönlichen Unterschrift durch 

die anordnende Medizinalperson auszugehen, sind nicht nur eine Delegation der 

entsprechenden Aufgaben und damit eine Unterzeichnung in Vertretung, sondern ist 

auch eine Unterzeichnung im Auftrag prinzipiell auszuschliessen. Die von der 

fürsorgerischen Unterbringung – und damit einem erheblichen Grundrechtseingriff – 

betroffene Person muss in jedem Fall erkennen können, wer formell die Verantwortung 

für den Entscheid trägt. Eine Unterzeichnung im Auftrag wäre nur in Ausnahmefällen 

bei Vorliegen ausserordentlicher, konkret geltend zu machender Umstände zuzulassen. 

Zudem könnte sie nur durch eine Person erfolgen, welche die Anforderungen von 

Art. 34  Abs. 2 EG-KES ebenfalls erfüllt. Eine Ausnahme vom Unterschriftserfordernis 

erscheint überdies dann angebracht, wenn Dringlichkeit vorliegt und die Zeit für eine 

schriftliche Ausfertigung der Verfügung nicht ausreicht, sondern deren sofortige 

Vollstreckung erforderlich ist, um drohenden Schaden abzuwenden. In solchen Fällen 

kann die Verfügung vorab mündlich eröffnet werden (vgl. Art. 25 Abs. 2 VRP; PK VRP-

Tschumi, Art. 24-26  N 32 f. mit Verweis auf GVP 1990 Nr. 42 [mündliche Eröffnung 

einer Einweisungsverfügung in eine psychiatrische Klinik]). Ein schriftliches und 

unterzeichnetes Exemplar des Unterbringungsentscheids hat alsdann aber – entgegen 

Art. 25 Abs. 3 VRP, wonach die Verfügung nur dann schriftlich eröffnet wird, wenn dies 

innert fünf Tagen verlangt wird – der betroffenen Person ausgehändigt zu werden 

(Art. 430 Abs. 4 ZGB).

 

f)       […]

 

g)      Zusammenfassend ergibt sich, dass Dr. med. A. als Arzt in leitender Funktion 

zwar eine fürsorgerische Unterbringung anordnen kann, er im vorliegenden Fall die 

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entsprechende Verfügung aber nicht selbst unterzeichnete, weshalb diese an einem 

Formmangel leidet. Ein Unterbringungsentscheid, der nicht von einer dazu zuständigen 

Person ergeht, ist nichtig (BGer 5A_837/2008 E. 9.2; VRK SG V-2018/19 vom 2. 

Februar 2018 E. 2.a [www.publikationen.sg.ch]; Bernhart, a.a.O., N 568; BSK ZGB I-

Geiser/Etzensberger, Art. 429/430 N 27). Ebenso auf Nichtigkeit wäre zu schliessen, 

wenn die einweisende Ärztin oder der einweisende Arzt die betroffene Person nicht 

zeitnah persönlich untersucht und angehört hätte (OGer AG WBE.2020.416 vom 

15. Dezember 2020 E. 11 = AGVE 2020, 78 ff.; vgl. Rosch, in: Rosch/Büchler/Jakob, 

ESR Komm, 2. Aufl., Art. 429/430 ZGB N 4 mit Verweis auf FamKomm 

Erwachsenenschutz/Guillod, Art. 430 ZGB N 6). Dagegen wiegt der Mangel vorliegend 

nicht derart schwer, wurde der Beschwerdeführer doch von einem zur Anordnung 

legitimierten Arzt persönlich untersucht und die Verfügung auch in dessen Namen 

erlassen. Der Entscheid wurde dem Beschwerdeführer denn auch gemäss Art. 430 

Abs. 4 ZGB ausgehändigt. Bei Dr. B., der die Verfügung unterzeichnete, handelt es sich 

ausserdem immerhin um einen Arzt im Sinne des Medizinalberufegesetzes. Ferner ist 

zu berücksichtigen, dass sich die Voraussetzung der Unterschrift nicht ausdrücklich 

aus Art. 430 ZGB ergibt, so dass der Mangel nicht offensichtlich und auch nicht leicht 

erkennbar ist. Schliesslich scheint die Annahme der Nichtigkeit der Verfügung vom 

22. April 2020 […] mit Blick auf den Schutz des Beschwerdeführers, ohne die materielle 

Begründetheit der fürsorgerischen Unterbringung bereits weiter beurteilt zu haben, 

schwer vertretbar, da dieser ansonsten nicht fürsorgerisch untergebracht worden wäre 

und für ihn gegebenenfalls eine gesundheitliche Gefährdung bestanden hätte (vgl. VRK 

 SG V-2018/19 vom 2. Februar 2018 E. 2.b [www.publikationen.sg.ch]).

 

[…]

 

2.       [Wahrung des rechtlichen Gehörs]

 

IV.

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1.a)    Aufgrund der Gutheissung der Beschwerde […] sind die Kosten- und 

Entschädigungsfolgen des vorinstanzlichen Entscheids neu zu regeln. Dies hat 

entsprechend den vor der Vorinstanz geltenden Verfahrensvorschriften nach den 

Bestimmungen des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRP) vom 16. Mai 

1965 über das Rekursverfahren zu erfolgen (Art. 11 Abs. 1 lit. a EG-KES).

 

b)      Im Verfahren vor der VRK ist zwischen den amtlichen Kosten (Art. 94 ff. VRP) 

sowie den ausseramtlichen Kosten (Art. 98 ff. VRP) zu unterscheiden. Die amtlichen 

Kosten bestehen namentlich aus der Entscheidgebühr und sind im Rekursverfahren 

nach Art. 95 Abs. 1 VRP zu verlegen, d.h. nach dem Erfolgsprinzip bzw. nach dem 

Grundsatz der Kostentragung nach Massgabe des Obsiegens und Unterliegens (vgl. 

PK VRP-von Rappart-Hirt, 2020, Art. 94 N 3 und Art. 95 N 1-3). Massgebend hierfür ist, 

in welchem Ausmass den gestellten und gegebenenfalls gleichgeordneten 

Rechtsbegehren im Dispositiv gefolgt wird (vgl. PK VRP-von Rappart-Hirt, Art. 95 N 3). 

Auch für die ausseramtlichen Kosten gilt das Erfolgsprinzip (Art. 98  VRP).

 

c)       Die amtlichen Kosten (Entscheidgebühr) wurden von der Vorinstanz in 

Anwendung von Art. 7 Ziff. 122 GKV auf Fr. 800.00 festgesetzt und dem 

Beschwerdeführer auferlegt, von einer Anwendung von Art. 97  Abs. 1 lit. a VRP sah 

sie mangels entsprechender Vorbringen des Beschwerdeführers zu Recht ab. An der 

Kostenhöhe ist vorliegend nichts zu ändern (vgl. auch PK VRP-von Rappart-Hirt, 

Art. 95 N 6). Da der Beschwerdeführer mit seinem Hauptbegehren nunmehr obsiegt, 

wären die amtlichen Kosten neu der verfügenden Behörde aufzuerlegen, zumal diese 

als selbständige öffentlich-rechtliche Anstalt (vgl. Art. 2 Abs. 1 GSV/SG und […]) 

gemäss Lehre nicht von Art. 95 Abs. 3 VRP erfasst ist (PK VRP-von Rappard-Hirt, 

Art. 95 N 12; vgl. aber VRK SG V-2018/20 vom 1. April 2019 E. 5.a 

[www.publikationen.sg.ch] betreffend Jugendheim Platanenhof). Es ist indes nicht 

einzusehen, weshalb der verfügenden Behörde – anders als einer Kindes- und 

Erwachsenenschutzbehörde oder privaten Ärztinnen und Ärzten, die im Rahmen der 

ihnen nach Art. 429 ZGB übertragenen Kompetenz hoheitliche Aufgaben erfüllen (vgl. 

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bis

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PK VRP-von Rappard-Hirt, Art. 95 N 12 in fine) – vorliegend Kosten auferlegt werden 

sollten. Zudem musste die Frage der Zuständigkeit zur Anordnung einer 

fürsorgerischen Unterbringung von Spitalärztinnen und Spitalärzten, soweit ersichtlich, 

erstmals und abweichend vom "Merkblatt FU" entschieden werden, was nach Art. 97 

VRP einen Verzicht auf die Erhebung amtlicher Kosten rechtfertigt (vgl. PK VRP-von 

Rappard-Hirt, Art. 97 N 7). Auf die Kostenerhebung ist daher vorliegend zu verzichten.

 

Jedoch hat die verfügende Behörde den Beschwerdeführer entsprechend dem Verfah­

rensausgang für dessen ausseramtliche Kosten (Parteikosten) im Beschwerdeverfahren 

vor der VRK nach Art. 98 Abs. 2 VRP zu entschädigen (vgl. PK VRP-Linder, 2020, 

Art. 98 N 12 und Art. 98  N 19). Die ausseramtlichen Kosten richten sich im 

Wesentlichen nach der Honorarordnung (HonO) des Kantons St. Gallen (vgl. PK VRP-

Linder, Art. 98 N 14 und Art. 98  N 7). Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat 

im Verfahren vor der VRK keine Kostennote eingereicht. Eine solche findet sich zwar in 

den Akten des Beschwerdeverfahrens vor dem Kantonsgericht […], worauf auch die 

Aufwendungen für das Verfahren vor der VRK aufgeführt sind; hierfür kann diese 

Kostennote aber keine Berücksichtigung mehr finden. Die ausseramtlichen Kosten sind 

daher nach Ermessen zuzusprechen (vgl. Art. 6 HonO), wobei es angemessen 

erscheint, von einer Honorarpauschale von Fr. 3'000.00 auszugehen (Art. 22 Abs. 1 

lit. b i.V.m. Art. 19 HonO und Art. 98 Abs. 2 VRP). Zuzüglich Barauslagen von 4% bzw. 

Fr. 120.00 (Art. 28  HonO) sowie Mehrwertsteuer von 7.7% bzw. Fr. 240.25 (Art. 29 

HonO) belaufen sich die ausseramtlichen Kosten auf Fr. 3'360.25.

 

2.a)    Weiter sind die Prozesskosten für das Beschwerdeverfahren vor dem 

Kantonsgericht zu verlegen. Diesbezüglich sind mangels Regelung im ZGB sowie EG-

KES die Bestimmungen der ZPO massgebend (vgl. E. II.2 hiervor).

 

b)      Prozesskosten sind die Gerichtskosten, insbesondere die Entscheidgebühr, 

sowie die Parteientschädigung (Art. 95 Abs. 1 und Abs. 2 lit. b ZPO). Sie sind gemäss 

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Art. 106 ZPO grundsätzlich nach Obsiegen bzw. Unterliegen zu verlegen. Bei 

eventueller Klagenhäufung ist allein das Hauptbegehren massgebend, soweit dieses 

gutgeheissen wird und die Eventualbegehren nicht im Urteilsdispositiv erscheinen (vgl. 

Huber-Lehmann, Tücken der eventuellen Klagenhäufung, AJP 2019, S. 900 ff., 911).

 

c)       Die Gerichtskosten sind vorliegend auf Fr. 2'400.00 festzusetzen 

(Entscheidgebühr gemäss Art. 10 Ziff. 211 GKV). Da der Beschwerdeführer obsiegt, 

fragt sich, ob diese Kosten entsprechend Art. 106 Abs. 1 ZPO der verfügenden 

Behörde aufzuerlegen sind. Nach st. gallischer Zivilprozessordnung (Art. 264 Abs. 3 

ZPO SG), welche bis Ende Juni 2010 galt, wurden den Behörden im Kanton St. Gallen 

im Zivilprozess in der Regel keine Gerichtskosten auferlegt, wenn nicht ein 

vermögensrechtlicher Anspruch Streitgegenstand war (Leuenberger/Uffer-Tobler, 

Kommentar zur ZPO SG, 1999, Art. 264 N 4a). Seit 2011 kommt jedoch die 

Schweizerische Zivilprozessordnung zur Anwendung (Art. 405 Abs. 1 ZPO). Gemäss 

Art. 116 Abs. 1 ZPO können die Kantone zwar Befreiungen von den Prozesskosten 

gewähren, insbesondere für Behörden; der Kanton St. Gallen traf aber keine 

entsprechende Ausnahmeregelung. Das Spital Y. als verfügende Behörde ist im 

vorliegenden Verfahren allerdings keine "(Gegen-)Partei" i.S.v. Art. 106 Abs. 1 ZPO (vgl. 

BGE 140 III 385 E. 4.2 f.; anders beispielsweise im Fall einer 

Rechtsverweigerungsbeschwerde oder wenn sich eine Partei im Beschwerdeverfahren 

die Gewährung unentgeltlicher Rechtspflege erstreitet, vgl. BGE 142 III 110 E. 3.2 

m.w.N.; 139 III 471 E. 3.3). In Anwendung von Art. 107 Abs. 2 ZPO sind die 

Gerichtskosten daher vom Staat, d.h. vom Kanton, zu tragen. Der vom 

Beschwerdeführer geleistete Kostenvorschuss von Fr. 1'000.00 wird ihm 

zurückerstattet.

 

In Bezug auf die Parteientschädigung greift Art. 107 Abs. 2 ZPO entsprechend seinem 

Wortlaut nicht (BGE 140 III 385 E. 4.1). Praxisgemäss können Träger öffentlicher 

Gewalt aber in Anwendung des Grundsatzes des Unterliegens nach Art. 106 Abs. 1 

ZPO zur Entrichtung einer solchen Entschädigung verpflichtet werden (vgl. BGE 142 III 

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110 E. 3.3; BSK ZPO-Rüegg/Rüegg, Art. 107 N 11; andere Rechtsanwendung als nicht 

willkürlich bezeichnet in BGE 140 III 385 [Kanton Zürich]). Die verfügende Behörde hat 

demnach den Beschwerdeführer für seine Parteikosten des Beschwerdeverfahrens vor 

dem Kantonsgericht zu entschädigen. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers 

reichte mit Eingabe vom 1. April 2021 eine Kostennote ein […]. Darin wird für das 

Beschwerdeverfahren vor dem Kantonsgericht ein Aufwand von 3 Stunden und 

5 Minuten à je Fr. 125.00 pro Stunde (Tätigkeit durch juristischen Praktikanten) sowie 

von 10 Stunden und 35 Minuten à je Fr. 250.00 pro Stunde (Tätigkeit durch 

Rechtsanwalt) geltend gemacht (Kostenpositionen ab dem 15. Dezember 2020), total 

mithin Fr. 3'031.20. Dies erscheint als angemessen. Zuzüglich Barauslagen von 4% 

bzw. Fr. 121.25 (Art. 28  HonO) sowie Mehrwertsteuer von 7.7% bzw. Fr. 242.75 

(Art. 29 HonO) hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Parteientschädigung von 

Fr. 3'395.20.

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	Entscheid Kantonsgericht, 30.03.2022
	Art. 34 Abs. 2 EG-KES i.V.m. Art. 429 Abs. 1 ZGB: Anwendbares Verfahrensrecht und Verfahrensgrundsätze im zweitinstanzlichen Rechtsmittelverfahren vor Kantonsgericht in Angelegenheiten des Kindes- und Erwachsenenschutzes (E. II). Zuständigkeit zur Anordnung einer fürsorgerischen Unterbringung gemäss Art. 34 Abs. 2 EG-KES: Neben Ärztinnen und Ärzten mit Berufsausübungsbewilligung können auch Ärztinnen und Ärzte öffentlicher Einrichtungen, denen eine leitende Funktion zukommt, eine fürsorgerische Unterbringung gemäss Art. 34 Abs. 2 EG-KES verfügen (E. III/1.b und c). Die ärztliche Unterbringung hat grundsätzlich von derjenigen Ärztin/demjenigen Arzt unterzeichnet zu sein, die/der die betroffene Person persönlich untersucht hat. Eine Unterzeichnung "im Auftrag" ist nur in Ausnahmefällen durch eine Ärztin/einen Arzt, die/der die Kriterien von Art. 34 Abs. 2 EG-KES selbst erfüllt, möglich (E. III/1.e). Kostenverlegung zu Lasten eines öffentlichen Spitals (E. IV). (Kantonsgericht, II. Zivilkammer, 30. März 2022, KES.2020.30-K2).

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