# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4bb1aa78-d451-5694-b36f-71be3a5ed998
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-12-19
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 19.12.2011 A-6806/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-6806-2011_2011-12-19.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung I
A­6806/2011

U r t e i l   v om   1 9 .   D e z embe r   2 0 1 1

Besetzung Einzelrichterin Salome Zimmermann,
Gerichtsschreiberin Ursula Spörri.

Parteien X._______, …,
vertreten durch …,
Beschwerdeführer, 

gegen

Eidgenössische Steuerverwaltung ESTV, Amtshilfe USA, 
Eigerstrasse 65, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Amtshilfe (DBA­USA), vorsorgliche Massnahmen;
superprovisorisch.

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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass  X._______  (nachfolgend:  Beschwerdeführer)  mit  Eingabe  vom 
16. Dezember  2011  (Eingang:  19.  Dezember  2011)  beim 
Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  erhoben  hat  mit  dem 
Rechtsbegehren,  die  Verfügung  der  Beschwerdegegnerin  vom  6. 
Dezember 2011 sei aufzuheben, und die dem Beschwerdeführer gesetzte 
Frist  zur  Einreichung  einer  Stellungnahme  sei  abzunehmen;  dass  der 
Beschwerdeführer  des  Weiteren  beantragt,  die  mit  Verfügung  vom  6. 
Dezember  2011  angesetzte  Frist  sei  im  Sinne  einer  vorsorglichen 
Massnahme  umgehend  und  ohne  Anhörung  der  Beschwerdegegnerin 
abzunehmen,  und  ihm  sei  eine  angemessene  Frist  zur  Stellungnahme 
anzusetzen, frühestens auf den 31. Januar 2012; dass er eventualiter den 
Antrag  stellt,  die  Beschwerdegegnerin  sei  anzuweisen,  ihm  eine 
angemessene  Frist  zur  Einreichung  einer  Stellungnahme  im  Sinne  des 
vorstehenden  Antrags  anzusetzen;  alles  unter  Kosten­  und 
Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin,

dass  Entscheide  der  ESTV  mit  Beschwerde  beim 
Bundesverwaltungsgericht  angefochten  werden  können,  sofern  keine 
andere Behörde zuständig  ist oder der Entscheid durch Beschwerde an 
eine kantonale Behörde anfechtbar ist (vgl. Art. 31 in Verbindung mit Art. 
32  Abs.  2  des  Bundesgesetzes  vom  17.  Juni  2005  über  das 
Bundesverwaltungsgericht [VGG, SR 173.32]),

dass  nach  Einreichen  der  Beschwerde  die  Beschwerdeinstanz,  ihr 
Vorsitzender  oder  die  Instruktionsrichterin  von  Amtes  wegen  oder  auf 
Begehren einer Partei vorsorgliche Massnahmen verfügen kann, um den 
bestehenden  Zustand  zu  erhalten  oder  bedrohte  Interessen  einstweilen 
sicherzustellen  (vgl.  Art.  56  des  Bundesgesetzes  vom  20.  Dezember 
1968 über das Verwaltungsverfahren [VwVG, SR 172.021]),

dass  die  Behörde,  die  für  die  Hauptsache  zuständig  ist,  auch  über 
anbegehrte  vorsorgliche  bzw.  superprovisorische  Massnahmen 
entscheidet  (REGINA KIENER,  in: Christoph Auer/Markus Müller/Benjamin 
Schindler  [Hrsg.],  Kommentar  zum  Bundesgesetz  über  das 
Verwaltungsverfahren  [VwVG],  Zürich  2008  [nachfolgend:  VwVG­
Kommentar] N 11 zu Art. 56),

dass  die  Behörde  ihre  Zuständigkeit  (Art.  7  Abs.  1  VwVG)  sowie  die 
weiteren Prozessvoraussetzungen von Amtes wegen prüft; dass zu den 
Prozessvoraussetzungen  auch  das  Vorliegen  eines  zulässigen 
Anfechtungsobjekts gehört,

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dass  beim  Bundesverwaltungsgericht  Verfügungen  nach  Art.  5  VwVG 
anfechtbar  sind  (vgl.  Art.  31  VGG;  ANDRÉ  MOSER/MICHAEL 
BEUSCH/LORENZ  KNEUBÜHLER,  Prozessieren  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht, Basel 2008, Rz. 2.3 ff.),

dass  –  je  nach  tatsächlichem  rechtlichen Gehalt  –  auch  ein  Brief  einer 
Behörde (ohne formelle Verfügungsmerkmale) als Verfügung im Sinn von 
Art. 5 VwVG gelten kann (MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 2.5),

dass vorliegend ein Brief der ESTV vom 6. Dezember 2011 angefochten 
wird,  wobei  offen  gelassen  werden  kann,  ob  es  sich  dabei  um  eine 
Verfügung handelt,

dass  dieses  Schreiben  an  eine  A._______  S.A.  in  Y._______  gerichtet 
ist,  weshalb  nicht  klar  ist,  ob  der  Beschwerdeführer  überhaupt  gemäss 
Art. 48 VwVG zur Beschwerde legitimiert wäre,

dass  vorliegend  auf  die  Beschwerde  und  das  Gesuch  um 
superprovisorische Massnahmen ohnehin nicht  einzutreten  ist, was sich 
aus  den  nachfolgenden  Erwägungen  ergibt;  dass  die 
Beschwerdelegitimation  des  Beschwerdeführers  dementsprechend  nicht 
weiter zu prüfen ist,

dass  die  ESTV  ihr  Schreiben  vom  6.  Dezember  2011  in  einem 
Amtshilfeverfahren  gestützt  auf  ein  Amtshilfeersuchen  des  Internal 
Revenue  Service  der  Vereinigten  Staaten  von  Amerika  (IRS)  erlassen 
hat,

dass gemäss Art. 20k Abs. 1 und 4 der Verordnung vom 15. Juni 1998 
zum schweizerisch­amerikanischen Doppelbesteuerungsabkommen vom 
2. Oktober 1996 (Vo DBA­USA, SR 672.933.61) nur Schlussverfügungen 
der ESTV der Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht unterliegen,

dass  hier  mit  Sicherheit  keine  Schlussverfügung  vorliegt,  sondern  ein 
dieser  vorangehendes  Schreiben,  bestenfalls  also  eine 
Zwischenverfügung im Sinn von Art. 20k Abs. 4 Vo DBA­USA,

dass  auch  Art.  29a  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101) keinen allgemeinen 
Anspruch auf Anfechtung von Zwischenverfügungen enthält,

dass  unter  diesen  Umständen  mangels  Vorliegens  eines  zulässigen 
Anfechtungsobjekts  nicht  auf  die  Beschwerde  einzutreten  ist;  dass 

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demzufolge  auch  der  Erlass  superprovisorischer  Massnahmen  nicht 
zulässig ist,

dass  es  sich  damit  um  einen  Fall  eines  offensichtlich  unzulässigen 
Rechtsmittels  handelt  (Art.  23  Abs.  1  Bst.  B  VGG),  weshalb  nicht  nur 
keine  superprovisorischen  oder  vorsorglichen  Massnahmen  erlassen 
werden  können,  sondern  auf  die  Beschwerde  insgesamt  im 
einzelrichterlichen Verfahren nicht einzutreten ist,

dass  daher  auf  die  weiteren  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  nicht 
mehr weiter einzugehen ist,

dass  eine  allfällige  gegenüber  dem  Beschwerdeführer  erlassene 
Schlussverfügung  der ESTV beim Bundesverwaltungsgericht  anfechtbar 
sein  wird  (vgl.  Art.  20k  Abs.  1  Vo  DBA­USA)  und  die  im  vorliegenden 
Verfahren vorgebrachten Rügen allenfalls dort erhoben werden können,

dass  die  Kosten  des  vorliegenden  Verfahrens  ausgangsgemäss  dem 
unterliegenden  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  sind  und  diesem  keine 
Parteientschädigung zusteht (Art. 63 Abs. 1 und Art. 64 Abs. 1 e contrario 
VwVG),

dass  dieses  Urteil  nicht  mit  Beschwerde  in  öffentlich­rechtlichen 
Angelegenheiten an das Bundesgericht weitergezogen werden kann (Art. 
83  Bst. h  BGG;  vgl.  Urteile  des  Bundesgerichts  1C_125/2011  vom  11. 
Mai 2011 E. 1.2, 1C_573/2010 vom 7. Januar 2011 E. 2).

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Auf  das Gesuch  um Erlass  einer  superprovisorischen Massnahme wird 
nicht eingetreten.

2. 
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

3. 
Die  Verfahrenskosten  werden  auf  Fr.  500.­­  festgesetzt  und  dem 
Beschwerdeführer  auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  nach 

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Versand  des  vorliegenden  Urteils  zu  Gunsten  der  Gerichtskasse  zu 
überweisen. Die Zustellung des Einzahlungsscheins erfolgt mit separater 
Post.

4. 
Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

5. 
Dieses Urteil geht an:

– den Beschwerdeführer (Einschreiben, vorab per Fax)
– die Vorinstanz (Ref­Nr. …; Einschreiben, vorab per Fax)

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin:

Salome Zimmermann Ursula Spörri

Versand: 19. Dezember 2011