# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 214ce7af-037e-5808-9cf2-af5346cbb4a8
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-11-22
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 22.11.2023 D-6323/2023
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6323-2023_2023-11-22.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-6323/2023 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 2 .  N o v e m b e r  2 0 2 3   

Besetzung 
 Einzelrichterin Jeannine Scherrer-Bänziger, 

mit Zustimmung von Richterin Regula Schenker Senn;   

Gerichtsschreiber Gregory Aloisi. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Afghanistan,   

vertreten durch Marek Wieruszewski,  

Solidaritätsnetz Bern, (…),  

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(Dublin-Verfahren - Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG);  

Verfügung des SEM vom 7. November 2023 / N (…). 

 

 

D-6323/2023 

Seite 2 

A.  

A.a. Der Beschwerdeführer suchte am 19. September 2023 in der Schweiz 

um Asyl nach. Ein Abgleich mit der europäischen Fingerabdruck-Daten-

bank (Eurodac) ergab, dass er am (…) bereits in Kroatien um Asyl ersucht 

hatte. 

A.b. lm Rahmen des Dublin-Gesprächs vom 5. Oktober 2023 brachte der 

Beschwerdeführer zu seinem Reiseweg vor, er habe in der Türkei gearbei-

tet und sei vor (…) von dort aus über Griechenland, Albanien, Montenegro, 

Bosnien, Kroatien, Slowenien und Italien in die Schweiz gereist. Das SEM 

gewährte im Rahmen des Dublin-Gesprächs dem Beschwerdeführer das 

rechtliche Gehör zur allfälligen Zuständigkeit Kroatiens zur Durchführung 

des Asyl- und Wegweisungsverfahrens. Der Beschwerdeführer machte 

geltend, er sei in bei seinem ersten Einreiseversuch in Kroatien festgenom-

men und nach Bosnien zurückgeschickt worden. Bei seiner zweiten Ein-

reise nach Kroatien sei er wiederum festgenommen worden und eineinhalb 

Tage ohne Nahrung und Flüssigkeit in einem Gefängnis festgehalten wor-

den. Die Fingerabdrücke seien ihm unter Zwang abgenommen worden. 

Nach seinem Gesundheitszustand befragt gab er an, er habe (…) und sei 

auch in Behandlung gewesen. Morgens beim Aufstehen habe er Probleme 

mit (…) und (…). 

A.c. Das SEM ersuchte die kroatischen Behörden am 5. Oktober 2023 um 

Rückübernahme des Beschwerdeführers im Sinne von Art. 18 Abs. 1 Bst. b 

der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des 

Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur 

Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Dritt-

staatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten An-

trags auf internationalen Schutz zuständig ist (nachfolgend Dublin-III-VO). 

Die kroatischen Behörden hiessen das Ersuchen am 19. Oktober 2023 ge-

stützt auf Art. 20 Abs. 5 Dublin-III-VO gut. 

A.d. Im Laufe des vorinstanzlichen Verfahrens reichte der Beschwerdefüh-

rer mehrere Arztberichte zu den Akten. 

B.  

Mit Verfügung vom 7. November 2023 (eröffnet am 9. November 2023) trat 

das SEM in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) auf 

das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht ein, ordnete die Wegwei-

sung aus der Schweiz nach Kroatien an, forderte den Beschwerdeführer 

auf, die Schweiz spätestens am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu 

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verlassen, und beauftragte den Kanton Bern mit dem Vollzug der Wegwei-

sung. Im Weiteren händigte sie dem Beschwerdeführer die editionspflichti-

gen Akten gemäss Aktenverzeichnis aus und stellte fest, dass eine allfällige 

Beschwerde gegen die Verfügung keine aufschiebende Wirkung habe. 

C.  

Am (…) teilte die damalige Rechtsvertretung des Beschwerdeführers die 

Beendigung des Mandatsverhältnisses mit.  

D.  

Der Beschwerdeführer focht die Verfügung des SEM vom 7. November 

2023 mit Beschwerde vom 16. November 2023 beim Bundesverwaltungs-

gericht an. Er beantragt, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben 

und die Vorinstanz anzuweisen, auf das Asylgesuch einzutreten und in der 

Schweiz ein materielles Asylverfahren durchzuführen. Eventualiter sei die 

Sache zur rechtsgenüglichen Sachverhaltsabklärung und Neubeurteilung 

an die Vorinstanz zurückzuweisen. In formeller Hinsicht ersuchte er um 

Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung inklusive Verzicht auf die 

Erhebung eines Kostenvorschusses.  

E.  

Die Instruktionsrichterin setzte den Vollzug der Überstellung am 17. No-

vember 2023 einstweilen aus.  

F.  

Die vorinstanzlichen Akten lagen dem Bundesverwaltungsgericht am 

17. November 2023 in elektronischer Form vor (vgl. Art. 109 Abs. 3 AsylG). 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, so-

weit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

Die Beschwerde ist zulässig (Art. 105 AsylG; Art. 31 ff. VGG). Die übrigen 

Sachurteilsvoraussetzungen (Legitimation [Art. 48 Abs. 1 VwVG], Frist [Art. 

108 Abs. 3 AsylG] und Form [Art. 52 Abs. 1 VwVG]) sind offensichtlich er-

füllt. Auf die Beschwerde ist einzutreten.  

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Seite 4 

2.  

2.1 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige oder 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

2.2 Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das 

SEM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen 

(Art. 31a Abs. 1–3 AsylG), ist die Beurteilungskompetenz der Beschwer-

deinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt, ob die Vorinstanz zu 

Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1; 

2012/4 E. 2.2, je m.w.H.). 

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachstehend 

aufgezeigt wird, handelt es sich um eine solche, weshalb das Urteil nur 

summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). Gestützt auf Art. 

111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines Schriftenwechsels 

verzichtet.  

4.  

4.1 Der Beschwerdeführer rügt sinngemäss eine Verletzung der Untersu-

chungspflicht (Art. 12 VwVG i.V.m. Art. 49 Bst. b VwVG beziehungsweise 

Art. 106 Abs. 1 Bst. b AsylG). So habe sich das SEM auf den Standpunkt 

gestellt, dass es keine wesentlichen Gründe für die Annahme gebe, dass 

das Asyl- und Aufnahmeverfahren in Kroatien Schwachstellen aufweise 

oder dass er bei einer Überstellung gravierenden Menschenrechtsverlet-

zungen ausgesetzt würde. Ausserdem seien die Gefahr der Kettenabschie-

bung, der mangelnde Zugang zu einer Unterkunft und die fehlende medi-

zinische Betreuung in Kroatien nicht vom SEM berücksichtigt worden. 

4.2 Das SEM hat sich in seiner Verfügung vom 7. November 2023 mit der 

allgemeinen Lage von Asylsuchenden in Kroatien auseinandergesetzt und 

auch die diesbezügliche Kritik von nationalen und internationalen Organi-

sationen berücksichtigt. Es hat einlässlich dargelegt, aufgrund von welchen 

Informationen es zur Schlussfolgerung gelangt ist, dass Dublin-Rückkeh-

rende in Kroatien nicht von der Push-back-Problematik betroffen seien. Der 

Umstand, dass es die Lage in Kroatien anders einschätzt als der Be-

schwerdeführer, spricht nicht für eine ungenügende Sachver-

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haltsfeststellung. Die Kritik des Beschwerdeführers tangiert denn auch im 

Wesentlichen materielle und nicht formelle Aspekte. Damit erweisen sich 

die formellen Rügen als unbegründet. Der Eventualantrag auf Rückwei-

sung der Sache an die Vorinstanz zur Neubeurteilung ist abzuweisen 

5.  

5.1  Auf Asylgesuche wird in der Regel nicht eingetreten, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG). In diesem Fall verfügt das SEM in der Regel die Weg-

weisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an (Art. 44 AsylG).  

5.2 Gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO wird jeder Asylantrag von einem 

einzigen Mitgliedstaat geprüft, der nach den Kriterien des Kapitels III 

(Art. 8–15 Dublin-III-VO) als zuständiger Staat bestimmt wird (vgl. auch  

Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO). Das Verfahren zur Bestimmung des zuständi-

gen Mitgliedstaates wird eingeleitet, sobald in einem Mitgliedstaat erstmals 

ein Asylantrag gestellt wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO). Im Rahmen des 

Wiederaufnahmeverfahrens (Art. 23–25 Dublin-III-VO) findet grundsätzlich 

keine (neue) Zuständigkeitsprüfung nach Kapitel III Dublin-III-VO mehr 

statt (vgl. zum Ganzen BVGE 2017 VI/5 E. 6.2 und 8.2.1).  

5.3 Nachdem der Beschwerdeführer bereits am (…) in Kroatien ein Asyl-

gesuch gestellt hatte, handelt es sich um ein «take back»-Verfahren ge-

mäss Art. 18 Abs. 1 Bst. b Dublin-III-VO. Die kroatischen Behörden stimm-

ten innert der in Art. 25 Abs. 1 Dublin-III-VO festgelegten Frist dem Über-

nahmeersuchen der Vorinstanz gestützt auf Art. 20 Abs. 5 Dublin-III-VO zu, 

womit die Zuständigkeit Kroatiens grundsätzlich gegeben ist. Der Einwand 

des Beschwerdeführers, Kroatien sei nicht sein Zielland gewesen und er 

sei dort zur Abgabe seiner Fingerabdrücke gezwungen worden, vermag 

daran nichts zu ändern. Bereits die von ihm nicht bestrittene Einreise in 

das Hoheitsgebiet des Dublin-Staates hat die Zuständigkeit Kroatien für die 

Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens begründet (Art. 18 

Abs. 1 Bst. a Dublin-III-VO). Zudem gilt es darauf hinzuweisen, dass sich 

die Abnahme der Fingerabdrücke von illegal einreisenden ausländischen 

Personen und Asylsuchenden auf Art. 14 Abs. 1 der Verordnung (EU)Nr. 

603/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 

(Eurodac-Verordnung) stützt. Es steht dem Beschwerdeführer damit ge-

rade nicht frei zu wählen, ob und wann seine Fingerabdrücke abgenommen 

und an die "Eurodac"-Datenbank übermittelt werden. Das Vorgehen der 

kroatischen Behörden ist damit nicht zu beanstanden. Im Übrigen räumt 

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die Dublin-III-VO kein Recht ein, den Asylantrag prüfenden Staat selber 

auswählen zu können (vgl. auch BVGE 2010/45 E. 8.3).  

6.  

6.1 Erweist es sich als unmöglich, einen Antragsteller an den zunächst als 

zuständig bestimmten Mitgliedstaat zu überstellen, da es wesentliche 

Gründe für die Annahme gibt, dass das Asylverfahren und die Aufnahme-

bedingungen für Antragsteller in diesem Mitgliedstaat systemische 

Schwachstellen aufweisen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder 

entwürdigenden Behandlung im Sinne des Artikels 4 der EU–Grund-

rechtecharta mit sich bringen, so setzt der die Zuständigkeit prüfende Mit-

gliedstaat die Prüfung der in Kapitel III vorgesehenen Kriterien fort, um fest-

zustellen, ob ein anderer Mitgliedstaat als zuständig bestimmt werden 

kann. Kann keine Überstellung gemäss diesem Absatz an einen aufgrund 

der Kriterien des Kapitels III bestimmten Mitgliedstaat oder an den ersten 

Mitgliedstaat, in dem der Antrag gestellt wurde, vorgenommen werden, so 

wird der die Zuständigkeit prüfende Mitgliedstaat zum zuständigen Staat 

(Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO).  

6.2 Gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts liegen zum heutigen 

Zeitpunkt keine konkreten Gründe für die Annahme vor, das Asylverfahren 

und die Aufnahmebedingungen für Antragstellende in Kroatien würden sys-

temische Schwachstellen im Sinne von Art. 3 Abs. 2 zweiter und dritter Satz 

Dublin-III-VO aufweisen (vgl. dazu das Referenzurteil des BVGer 

E‑1488/2020 vom 22. März 2023, welches die seit dem Referenzurteil 

D‑1611/2016 vom 22. März 2016 bestehende Praxis bestätigt, wonach 

Dublin-Überstellungen nach Kroatien grundsätzlich zulässig sind). Die 

diesbezüglichen Vorbringen des Beschwerdeführers und die zitierten Be-

richte, die den dieser Rechtsprechung zugrundeliegenden Informationen 

zur Situation in Kroatien keine neue Dimension hinzuzufügen vermögen, 

erweisen sich folglich als unbehelflich.  

7.  

7.1 Abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO kann jeder Mitgliedstaat 

beschliessen, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder Staa-

tenlosen gestellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch wenn 

er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die Prü-

fung zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 erster Satz Dublin-III-VO). Dieses soge-

nannte Selbsteintrittsrecht ist zwingend auszuüben, wenn die Überstellung 

der betroffenen Person in den an sich zuständigen Mitgliedstaat zu einer 

Verletzung völkerrechtlicher Verpflichtungen der Schweiz führen würde 

(BVGE 2015/9 E. 8.2.1). Gemäss Art. 29a Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 

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11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) kann zudem das SEM das Asylge-

such «aus humanitären Gründen» auch dann behandeln, wenn dafür ge-

mäss Dublin-III-VO ein anderer Staat zuständig wäre. Bei dieser Entschei-

dung kommt dem SEM Ermessen zu; das Bundesverwaltungsgericht darf 

sein eigenes Ermessen nicht an dessen Stelle setzen (BVGE 2015/9 E. 7.6 

und E. 8.1 in fine).  

7.2 Indem der Beschwerdeführer darlegt, er sei in Kroatien für eineinhalb 

Tage ohne Nahrung und Flüssigkeit im Gefängnis gewesen, fordert er im-

plizit die Anwendung der Ermessensklausel. 

7.3 Der Beschwerdeführer hat kein konkretes und ernsthaftes Risiko dar-

getan, die kroatischen Behörden würden sich weigern, ihn wieder aufzu-

nehmen und seinen Antrag auf internationalen Schutz unter Einhaltung der 

Regeln der Verfahrensrichtlinie zu prüfen. Den Akten sind denn auch keine 

Gründe für die Annahme zu entnehmen, Kroatien werde in seinem Fall den 

Grundsatz des Non-Refoulement missachten und ihn zur Ausreise in ein 

Land zwingen, in dem sein Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem er Gefahr laufen 

würde, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden. Es gibt 

auch keinen Grund zur Annahme, die Überstellung des Beschwerdeführers 

nach Kroatien würde zu einer Verletzung von Art. 3 EMRK führen oder Kro-

atien würde ihm dauerhaft die ihm gemäss Aufnahmerichtlinie zustehen-

den minimalen Lebensbedingungen vorenthalten.  

Unter der Annahme, die vom Beschwerdeführer geschilderten Erlebnisse 

entsprächen den Tatsachen, ist festzuhalten, dass er diese im Rahmen der 

illegalen Einreise erlebt hat. Im Falle einer Überstellung im Rahmen eines 

Dublin-Verfahrens befindet er sich in einer grundsätzlich anderen Situation, 

weshalb aus den geschilderten Erlebnissen keine Schlüsse auf die Bedin-

gungen gezogen werden können, denen er bei einer Rückführung nach 

Kroatien in den dortigen Aufenthaltsstrukturen ausgesetzt wäre (vgl. Urteil 

des BVGer D-6041/2022 vom 16. Mai 2023 E. 8.1). Da sein Asylverfahren 

dort hängig ist und die kroatischen Behörden seiner Übernahme ausdrück-

lich zugestimmt haben, wird er nicht mehr als Neuankömmling behandelt, 

sondern in die Asylstrukturen integriert, wo er alle ihm zustehenden Rechte 

wahrnehmen kann. Gegebenenfalls kann er sich an die zuständigen kroa-

tischen Behörden wenden und die ihm zustehenden Aufnahmebedingun-

gen auf dem Rechtsweg einfordern (Art. 26 Aufnahmerichtlinie). Es steht 

ihm ebenfalls offen, sich an die vor Ort tätigen karitativen Organisationen 

zu wenden. Weiter ist festzuhalten, dass die gesundheitlichen Beschwer-

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den nicht von einer solchen Schwere sind, dass aus völkerrechtlichen 

Gründen von einer Überstellung nach Kroatien abzusehen wäre (vgl. zur 

Rechtsprechung oben E. 3.5; Urteil des BVGer D‑3385/2023 vom 28. Juli 

2023 E. 7.3). Dies wird auf Beschwerdeebene denn auch nicht behauptet.  

7.4 Bei der Anwendung der Kann-Bestimmung von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 

verfügt das SEM über einen Ermessensspielraum (vgl. BVGE 2015/9 

E. 7 f.). Vorliegend bestehen keine Hinweise auf eine nicht gesetzeskon-

forme Ausübung des Ermessens (Ermessensmissbrauch, Über- oder Un-

terschreitung des Ermessens). Bei dieser Sachlage enthält sich das Ge-

richt in diesem Zusammenhang weiterer Äusserungen. 

7.5 Nach dem Gesagten liegen weder völkerrechtliche Vollzugshindernisse 

vor, welche die Schweiz zum Selbsteintritt verpflichten würden, noch 

Rechtsfehler bei der Ermessenbetätigung. Es liegt folglich kein Grund für 

einen Selbsteintritt der Schweiz gemäss Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 in Verbin-

dung mit Art. 17 Dublin-III-VO vor. Kroatien bleibt somit zuständiger Mit-

gliedstaat gemäss Dublin-III-VO und ist verpflichtet, den Beschwerdeführer 

wiederaufzunehmen.  

8.  

Die Vorinstanz ist demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 

Bst. b AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten 

und hat die Überstellung des Beschwerdeführers nach Kroatien verfügt. 

Die Beschwerde ist abzuweisen. 

9.  

9.1 Das Beschwerdeverfahren ist mit dem vorliegenden Urteil abgeschlos-

sen. Die Anträge, es sei auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu 

verzichten und der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen, 

sind damit gegenstandslos geworden. Der am 17. November 2023 verfügte 

Vollzugsstopp fällt mit dem vorliegenden Urteil dahin. 

9.2 Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung 

(Art. 65 Abs. 1 VwVG) ist abzuweisen, da sich die Beschwerdebegehren 

entsprechend den vorstehenden Erwägungen von vornherein als aus-

sichtslos erwiesen haben. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 750.– 

sind dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG; Art. 1–3 

des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigun-

gen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

(Dispositiv nächste Seite)  

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Seite 9 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab-

gewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Jeannine Scherrer-Bänziger Gregory Aloisi 

 

 

Versand: