# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5f97f74d-760d-5345-bc44-18d305e7c63a
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-05-24
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 24.05.2018 SK 2017 260
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2017-260_2018-05-24.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

1. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

1re Chambre pénale

Urteil
SK 17 260

Hochschulstrasse 17
Postfach
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 24. Mai 2018

Besetzung Oberrichter Guéra (Präsident i.V.), 
Oberrichter Zihlmann und Oberrichter Vicari
Gerichtsschreiberin Bettler

Verfahrensbeteiligte A.________
amtlich verteidigt durch Fürsprecher Z.________ 

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Maulbeerstras-
se 10, Postfach 6250, 3001 Bern

Staatsanwaltschaft

Gegenstand versuchter Raub, Angriff, versuchte schwere Körperverletzung, 
einfache Körperverletzung 

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland 
(Kollegialgericht) vom 18. Januar 2017 (PEN 2016 600)

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Inhaltsverzeichnis

I. Formelles..........................................................................................................................3
1. Erstinstanzliches Urteil ..............................................................................................3
2. Berufung....................................................................................................................3
3. Beweisergänzungen..................................................................................................4
4. Anträge der Parteien .................................................................................................4
5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer ..................................................5

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung ..................................................................................5
6. Ausgangslage............................................................................................................5
7. Beweismittel ..............................................................................................................7
8. Beweiswürdigung ......................................................................................................7

8.1 Objektive Beweismittel .....................................................................................7
8.2 Aussagen C.________.....................................................................................8
8.3 Aussagen D.________...................................................................................10
8.4 Aussagen Dritte..............................................................................................11
8.5 Aussagen Beschuldigter ................................................................................11
8.6 Aussagen B.________...................................................................................15
8.7 Beweisergebnis und erwiesener Sachverhalt ................................................17

III. Rechtliche Würdigung ....................................................................................................18
9. Versuchter Raub .....................................................................................................18

9.1 Rechtliche Grundlagen...................................................................................18
9.2 Subsumtion ....................................................................................................18

10. Konkurrenzen ..........................................................................................................19
IV.Strafzumessung .............................................................................................................20

11. Überprüfung durch die Kammer ..............................................................................20
12. Anwendbares Recht ................................................................................................21
13. Konkretes Vorgehen und Strafrahmen....................................................................21
14. Tatkomponenten .....................................................................................................22

14.1 Objektive Tatkomponenten ............................................................................22
14.2 Subjektive Tatkomponenten...........................................................................22
14.3 Fazit Tatkomponenten ...................................................................................23
14.4 Strafminderung zufolge Versuch....................................................................23

15. Täterkomponenten ..................................................................................................23
16. Strafmass und Strafvollzug .....................................................................................24

V. Kosten und Entschädigung ............................................................................................25
17. Verfahrenskosten ....................................................................................................25
18. Entschädigung.........................................................................................................25

VI.Verfügungen...................................................................................................................27
VII. Dispositiv ...................................................................................................................28

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I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Das Regionalgericht Bern-Mittelland (Kollegialgericht) verurteilte A.________ 
(nachfolgend: Beschuldigter) mit Urteil vom 18. Januar 2017 (pag. 495 ff.) wegen 
versuchten Raubes und Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz durch 
Eigenkonsum von Cannabis zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 24 Monaten, ei-
ner Übertretungsbusse von CHF 100.00 und zur Hälfte der gesamten Verfahrens-
kosten, ausmachend CHF 8‘680.00 (pag. 496, Bst. A. I. erstinstanzliches Urteil). 

Mit dem selben Urteil verurteilte die Vorinstanz den Mittäter B.________ wegen 
versuchten Raubes zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 30 Monaten. Davon 
sind 12 Monate zu vollziehen. Für eine Teilstrafe von 18 Monaten wurde der Voll-
zug aufgeschoben und die Probezeit auf drei Jahre festgesetzt. Ferner auferlegte 
die Vorinstanz B.________ die Hälfte der gesamten Verfahrenskosten, ausma-
chend CHF 8‘680.00 (pag. 498, Bst. B. I. erstinstanzliches Urteil).

Die Vorinstanz widerrief den B.________ mit Urteil der Jugendanwaltschaft Em-
mental-Oberaargau vom 9. Oktober 2014 für einen Freiheitsentzug von 10 Tagen 
gewährten bedingten Vollzug nicht und verwarnte B.________. Die Verfahrenskos-
ten für das Widerrufsverfahren von CHF 250.00 wurden B.________ auferlegt 
(pag. 498 f., Bst. B. II. erstinstanzliches Urteil). 

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldeten B.________, vertreten durch Rechtsanwalt 
Y.________, mit Schreiben vom 19. Januar 2017 (pag. 502) und der Beschuldigte, 
vertreten durch Fürsprecher Z.________, mit Schreiben vom 23. Januar 2017 
(pag. 507) form- und fristgerecht die Berufung an. Nach Zustellung der schriftlichen 
Urteilsbegründung mit Verfügung vom 19. Juni 2017 (pag. 569 f.) erklärten der Be-
schuldigte mit Eingabe vom 7. Juli 2017 (pag. 575 ff.) und B.________ mit Eingabe 
vom 10. Juli 2017 (pag. 581 ff.) form- und fristgerecht die Berufung. Beide bean-
tragten einen Freispruch von den Anschuldigungen des versuchten Raubes, des 
Angriffs und der versuchten schweren Körperverletzung und einen Schuldspruch 
wegen einfacher Körperverletzung (pag. 576; pag. 582). Mit Schreiben vom 31. Juli 
2017 verzichtete die Generalstaatsanwaltschaft auf die Erklärung einer Anschluss-
berufung sowie auf die Geltendmachung von Nichteintretensgründen (pag. 591 f.). 
Gestützt auf die Verfügung vom 29. September 2017 (pag. 593 f.) erklärte sich die 
Generalstaatsanwaltschaft am 2. Oktober 2017 mit der Durchführung eines schrift-
lichen Verfahrens einverstanden (pag. 598). Mit Schreiben vom 19. Oktober 2017 
bzw. 23. Oktober 2017 teilten B.________ und der Beschuldigte mit, dass sie mit 
der Durchführung eines schriftlichen Verfahrens nicht einverstanden seien 
(pag. 600; pag. 605). Mit Eingabe vom 17. Mai 2018 zog B.________ seine Beru-
fung zurück (pag. 668). 

Die Berufungsverhandlung vor der 1. Strafkammer fand am 24. Mai 2018 statt 
(pag. 683 ff.). 

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3. Beweisergänzungen

Von Amtes wegen wurden oberinstanzlich im Sinne einer Beweisergänzung ein ak-
tueller Leumundsbericht (inkl. Erhebungsformular wirtschaftliche Verhältnisse und 
Betreibungsregisterauszug) sowie ein aktueller Strafregisterauszug des Beschul-
digten eingeholt (pag. 655 ff.; pag. 663). 

Zudem wurde der Beschuldigte an der oberinstanzlichen Verhandlung ergänzend 
einvernommen (pag. 685 f.). 

4. Anträge der Parteien

Fürsprecher Z.________ stellte und begründete an der oberinstanzlichen Verhand-
lung namens des Beschuldigten folgende Anträge (pag. 690): 
1. Ziffer A.I.1 des Urteils der Vorinstanz vom 18.01.2017 sei folgendermassen abzuändern:

Der Berufungsführer sei freizusprechen von Schuld und Strafe von der Anschuldigung des ver-
suchten Raubes, angeblich begangen am 10.05.2015 in Bern gemeinsam mit B.________ z.N. 
des C.________ und des D.________.

Der Berufungsführer sei freizusprechen von Schuld und Strafe von der Anschuldigung der ver-
suchten schweren Körperverletzung, angeblich begangen am 10.05.2015 in Bern gemeinsam mit 
B.________ z.N. des C.________ und des D.________.

Das Verfahren gegen den Berufungsführer wegen Angriffs, angeblich begangen am 10.05.2015 in 
Bern gemeinsam mit B.________ z.N. des C.________ und des D.________, sei einzustellen,

eventualiter sei der Berufungsführer von Schuld und Strafe von dieser Anschuldigung freizuspre-
chen.

Das Verfahren gegen den Berufungsführer wegen der Anschuldigung der einfachen Körperverlet-
zung, angeblich begangen am 10.05.2015 in Bern gemeinsam mit B.________ z.N. des 
C.________ und des D.________, sei einzustellen.

2. Der Berufungsführer sei zu verurteilen zu einer Übertretungsbusse von insgesamt CHF 100.00. 
Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter Nichtbezahlung sei auf 1 Tag festzusetzen.

3. Die erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten sind dem Kanton Bern aufzuerlegen.

4 Unter Ausrichtung einer angemessenen Entschädigung für die Ausübung seiner Verfahrensrechte 
vor erster und oberer Instanz gemäss den eingereichten Kostennoten seines Verteidigers.

Staatsanwalt E.________ stellte und begründete namens der Generalstaatsan-
waltschaft folgende Anträge (pag. 694): 
1. Es sei festzustellen, dass das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 18. Januar 2017 in-

sofern in Rechtskraft erwachsen ist, als

1.1 der Beschuldigte B.________ wegen versuchten Raubes schuldig gesprochen worden ist;

1.2 der Beschuldigte B.________ zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 30 Monaten unter 
Aufschub einer Teilstrafe von 18 Monaten bei einer Probezeit von 3 Jahren verurteilt worden 
ist;

1.3 der Beschuldigte A.________ wegen Widerhandlungen gegen das BetmG schuldig gespro-
chen worden ist;

1.4 der Beschuldigte A.________ zu einer Übertretungsbusse vom CHF 100.00 verurteilt worden 
ist.

2. Der Beschuldigte A.________ sei

2.1 schuldig zu sprechen wegen versuchten Raubes, begangen am 10.05.2015 in Bern gemein-
sam mit B.________ zum Nachteil des C.________ und des D.________;

2.2 zu verurteilen zu

2.2.1 einer Freiheitsstrafe von 24 Monaten, unter Anrechnung der Polizeihaft und unter 
Gewährung des bedingten Vollzugs bei einer Probezeit von 3 Jahren;

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2.2.2 den erst- und den oberinstanzlichen Verfahrenskosten.

3. Es seien die üblichen Verfügungen zu treffen (DNA, AFIS, Mitteilungen, Honorar der amtlichen 
Verteidigung).

Beantragte Gebühr gemäss Art. 21 VKD: CHF 500.00.

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Zufolge der beschränkten Berufung des Beschuldigten sind der Schuldspruch we-
gen Konsum-Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz und die dazu-
gehörige Verurteilung zu einer Übertretungsbusse von CHF 100.00 (Bst. A. I. 2. 
erstinstanzliches Urteil) sowie die Verfügung in Bst. A. III. 1. erstinstanzliches Urteil 
in Rechtskraft erwachsen. 

Von der Kammer zu überprüfen sind der Schuldspruch wegen versuchten Raubes, 
der Sanktionspunkt, die Kosten- und Entschädigungsfolgen (Bst. A. I. 1. und 3. und 
A. II. erstinstanzliches Urteil) sowie die Verfügungen in Bst. A. III. 2. und 3. des 
erstinstanzlichen Urteils. Die Kammer verfügt dabei als Berufungsgericht über um-
fassende Kognition in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht (Art. 398 Abs. 2 und 3 
der Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO; SR 312.0]; Urteil des Bundesge-
richts 6B_1068/2015 vom 2. November 2016 E. 1.4.2. mit Hinweisen) und ist auf-
grund der alleinigen Berufung des Beschuldigten an das Verschlechterungsverbot 
(Verbot der reformatio in peius) gemäss Art. 391 Abs. 2 StPO gebunden, d.h. sie 
darf das Urteil nicht zu Ungunsten des Beschuldigten abändern. 

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung 

6. Ausgangslage

Dem Beschuldigten wird in Ziff. I. 1. der Anklageschrift vom 25. Juli 2016 (pag. 312 
ff.) versuchter Raub, Angriff, versuchte schwere Körperverletzung und einfache 
Körperverletzung, gemeinsam begangen mit B.________ am 10. Mai 2015 um 
ca. 03.30 Uhr in Bern z.N. von C.________ (sämtliche Delikte) und D.________ 
(versuchter Raub), zur Last gelegt (pag. 312 f.). Der Sachverhalt wird in der Ankla-
geschrift wie folgt umschrieben (pag. 313 f.): 

C.________ war gemeinsam mit seinem Kollegen D.________ am 10.05.2015 um ca. 03.30 Uhr auf 
dem westseitigen Trottoir der F.________ (Strasse) zu Fuss nordwärts (Richtung G.________) un-
terwegs, wobei D.________ sich einige Meter vor C.________ befand. Ungefähr auf der Höhe der 
Liegenschaft Nr. 18 näherten sich B.________ und A.________ C.________ von hinten und 
B.________ frage ihn nach einer Zigarette. C.________ verneinte mit dem Hinweis, er sei Nichtrau-
cher.

Als C.________ sich nach hinten umdrehte, schlug B.________ ihm mit der Faust mitten ins Gesicht, 
wodurch C.________s Nasenbein brach.
Eventualiter:

C.________, der im Begriff war zu urinieren, als er nach der Zigarette gefragt wurde, traf beim Um-

drehen B.________ mit dem Urinstrahl am Bein. B.________ schlug C.________ mit der Hand gegen 

den Kopf, C.________ taumelte zurück und holte mit der Hand aus, um zurückzuschlagen. Da 

B.________ auswich, traf C.________ Schlag den neben B.________ stehenden A.________ am 

Kopf.

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In der Folge schlugen B.________ und A.________ gemeinsam mehrfach mit den Fäusten auf 
C.________ Kopf und Oberkörper ein.
Eventualiter:

A.________ wurde wütend, packte C.________ und schlug ihn mehrfach mit den Fäusten, insbeson-

dere gegen den Kopf. 

Mit Unterstützung von D.________ gelang es C.________, gemeinsam mit D.________ auf der 
F.________ (Strasse) Richtung Norden (G.________) davonzurennen. B.________ und A.________ 
folgten den beiden. Nach kurzer Flucht wurde C.________ von A.________ eingeholt und durch die-
sen gewaltsam zu Boden gebracht.

Als C.________ auf dem Boden lag, schlugen B.________ und A.________ gemeinsam mehrfach mit 
den Fäusten auf ihn ein und sie traten ihn mehrfach mit den Füssen. Die Schläge und Fusstritte trafen 
C.________ insbesondere am Kopf, am Nacken, im Bereich der Rippen, des Oberkörpers sowie der 
Hüften.
Eventualiter:

Als C.________ auf dem Boden lag, schlug A.________ ihn mehrfach mit den Fäusten ins Gesicht. 

Während B.________ seinen Kollegen A.________ von hinten von C.________ wegziehen wollte, 

trat A.________ das Opfer mit dem Fuss mehrfach gegen den Kopf und gegen den Oberkörper.

In der Folge forderten B.________ und A.________ C.________ und D.________ auf, ihnen ihre 
Wertsachen (Handy, Portemonnaie) herauszugeben, andernfalls komme es „nicht gut" für sie. Weder 
C.________ noch D.________ kamen dieser Aufforderung nach, worauf A.________ versuchte, 
C.________ die Wertsachen eigenhändig aus den Hosentaschen zu nehmen.

Als eine unbekannte Person rief, die Polizei komme, rannten A.________ und B.________ zu ihrem 
Wagen (schwarzer Audi A5), der von H.________ unterdessen in die Nähe des Tatortes gefahren 
worden war, stiegen ein und fuhren davon.

C.________ erlitt durch den Vorfall insbesondere folgende Verletzungen: dislozierte Nasenbeinfra-
ktur, Ellenbogenkontusion links, Rippenprellung rechts. Er war von 10.05 bis 27.05.2015 zu 100% ar-
beitsunfähig. 

Die Vorinstanz kam in ihrem Urteil zum Schluss, dass die initiale, körperliche Ein-
wirkung auf C.________ von B.________ ausgegangen sei, ohne dass es von 
C.________ oder D.________ zu einer Provokation gekommen wäre. Die ins Feld 
geführte Urinier-Geschichte sei frei erfunden. Es sei B.________ gewesen, der 
C.________ schräg von hinten mit voller Wucht die Faust ins Gesicht geschlagen 
habe, als sich C.________ umgedreht habe. C.________ habe dabei eine blutende 
Nasenbeinfraktur erlitten (pag. 546, S. 34 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). 
C.________ und D.________ seien im Zeitpunkt des Vorfalls nüchtern gewesen. 
Demgegenüber seien die Beschuldigten unter Alkoholeinfluss gestanden. Deren 
Alkoholisierung sei allerdings nicht derart nennenswert gewesen, als dass sie dar-
aus etwas zu ihren Gunsten ableiten könnten. Seitens von C.________ sei es zu 
keiner körperlichen, tätlichen Reaktion gegenüber den beiden Beschuldigten ge-
kommen. Insbesondere habe er keinen Gegenschlag ausgeteilt, mit dem er 
A.________ getroffen hätte. Die Beschuldigten ihrerseits hätten sowohl in der ers-
ten als auch in der zweiten Phase ganz erheblich körperlich auf C.________ ein-
gewirkt. Im Ergebnis erachtete die Vorinstanz das in der Hauptanklage umschrie-

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bene Tatvorgehen als erwiesen (pag. 547, S. 35 der erstinstanzlichen Urteilsbe-
gründung). 

Die Verteidigung rügt, die Vorinstanz habe betreffend den Raub keine Aussage-
würdigung vorgenommen. Es sei unklar, von welchem Sachverhalt die Vorinstanz 
ausgehe. Ein erwiesener Sachverhalt zum Raub fehle gänzlich. Die diesbezügli-
chen Aussagen von C.________ und D.________ seien für sich alleine und in der 
Gesamtbetrachtung widersprüchlich und aggravierend. Demgegenüber seien die 
Aussagen des Beschuldigten und diejenigen von B.________ glaubhaft. Sie hätten 
von Anfang an ausgesagt, dass sie keine Wertgegenstände weggenommen oder 
herausverlangt hätten. Aufgrund ihrer körperlichen Überlegenheit wäre es für sie 
ein Leichtes gewesen, die Gegenstände wegzunehmen. Nach dem Grundsatz «in 
dubio pro reo» sei deshalb von dem für den Beschuldigten günstigeren Sachverhalt 
auszugehen (pag. 689). 

Bestritten und nachfolgend zu prüfen ist somit insbesondere, ob der Beschuldigte 
und B.________ C.________ und D.________ aufforderten, ihnen ihre Wertsachen 
herauszugeben und ob der Beschuldigte versuchte, C.________ die Wertsachen 
eigenhändig aus den Hosentaschen zu nehmen (vgl. pag. 313). Die nachfolgenden 
Ausführungen der Kammer konzentrieren sich daher auf diese Punkte. Im Übrigen 
stellt die Kammer weitgehend auf die ausführliche und sorgfältige Beweiswürdi-
gung der Vorinstanz ab (pag. 538-546, S. 26-34 der erstinstanzlichen Urteilsbe-
gründung). 

7. Beweismittel

Die Vorinstanz hat den Anzeigerapport vom 6. Juli 2015 (pag. 9 ff.), die objektiven 
Beweismittel (Arztberichte [pag. 52 f.; pag. 55 f.], Fotos [pag. 415 f.], Rapport des 
Kriminaltechnischen Dienstes [nachfolgend: KTD; pag. 25 ff.]), die Aussagen von 
C.________ (pag. 93 ff.; pag. 99 ff.; pag. 462 ff.) und D.________ (pag. 115 ff.; 
pag. 119 ff.; pag. 470 ff.), die Aussagen von Drittpersonen (I.________ [pag. 130 
ff.], H.________ [pag. 135 ff.], J.________ [pag. 142 ff.]) sowie die Aussagen des 
Beschuldigten (pag. 57 ff.; pag. 66 ff.; pag. 440 ff.) und diejenigen von B.________ 
(pag. 76 ff.; pag. 83 ff.; pag. 92.1 ff.; pag. 452 ff.) ausführlich wiedergegeben 
(pag. 522-538, S. 10-26 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Darauf wird 
verwiesen. Soweit sich ergänzende und/oder präzisierende Ausführungen zu den 
einzelnen Beweismitteln aufdrängen, erfolgen diese im Rahmen der nachfolgenden 
Beweiswürdigung der Kammer. 

8. Beweiswürdigung 

8.1 Objektive Beweismittel

Aufgrund der Arztberichte des Universitären Notfallzentrums des Inselspitals Bern 
vom 10. Mai 2015 (pag. 55 f.) und des City Notfalls vom 15. Dezember 2015 
(pag. 52 f.) steht fest, dass C.________ die in der Anklageschrift erwähnten 
Verletzungen (eine dislozierte Nasenbeinfraktur, eine Ellenbogenkontusion links 
und eine Rippenprellung rechts; vgl. pag. 314) erlitten hat. Diese werden denn 
auch von keiner Seite bestritten. 

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Gestützt auf DNA-Auswertungen ist erwiesen, dass sich im Audi A5, Kontrollschild 
.________, auf der linken Seite sowie auf dem Mittelteil der Rücksitzbank einge-
trocknete Blutpartikel befanden, welche mit dem DNA-Profil von C.________ über-
einstimmen (pag. 26). Weiter wurden an den Kleidern des Beschuldigten diverse 
blutverdächtige Anhaftungen festgestellt. Die Spuren wurden gesichert, aber vor-
erst auf eine DNA-Auswertung verzichtet. Der kriminaltechnische Sachbearbeiter 
hielt im Bericht vom 23. Juni 2015 fest, es sei davon auszugehen, dass bei der 
Auseinandersetzung Blut vom Opfer an die Kleider des Beschuldigten gelangte und 
von dort auf den Rücksitz des Audi A5 übertragen wurde (pag. 26). 

Die objektiven Beweismittel lassen jedoch keine Rückschlüsse auf den konkreten 
Tathergang zu (vgl. pag. 26). 

8.2 Aussagen C.________

C.________ sagte anlässlich der polizeilichen Befragung vom 10. Mai 2015 
(pag. 93 ff.) und an der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 12. November 
2015 (pag. 99 ff.) im Kerngeschehen konstant und gleichbleibend aus. Seine Aus-
sagen zeichnen sich durch das Fehlen jeglicher Lügensignale und durch zahlreiche 
Realitätskriterien aus: 

C.________ schilderte den Vorfall mehrfach detailliert, stimmig und nachvollziehbar 
(pag. 94 f. Z. 67 ff.; pag. 95 Z. 104 ff.; pag. 96 Z. 155 ff.; pag. 103 Z. 128 ff.; 
pag. 104 Z. 172 ff.; pag. 105 Z. 209 ff., Z. 228 f.; pag. 106 Z. 232 ff.). Das Erzählte 
wirkt selbst erlebt und ist individuell durchzeichnet. So führte er beispielsweise an 
der polizeilichen Befragung aus, er sei von einer Person angesprochen und nach 
einer Zigarette gefragt worden. Er habe geantwortet, dass er nicht rauche. Als er 
sich etwas nach hinten umgedreht habe, habe er im Augenwinkel eine Faust auf 
sich zukommen sehen. Diese habe ihn unvermittelt an der Nase getroffen. Auf-
grund des Schlages habe er sich geduckt. Danach hätten zwei Personen auf ihn 
eingeschlagen. Er sei dann auf die Strasse gerannt und habe flüchten wollen, doch 
die beiden hätten ihn verfolgt (pag. 94 f. Z. 67 ff.). Auf der Strasse sei er hingefallen 
und sie hätten weiter auf ihn eingeschlagen. Er habe dann eine Art Embryostellung 
eingenommen und habe versucht, seinen Kopf zu schützen. Als er am Boden gele-
gen sei, hätten die beiden mit den Fäusten auf ihn eingeschlagen und ihn mit den 
Füssen getreten. Sie hätten gegen seinen Kopf und den restlichen Körper geschla-
gen und getreten (pag. 95 Z. 77 ff., Z. 107, Z. 112). Er habe nicht alle Tritte abweh-
ren können. Sie hätten ihn an der Seite und oben am Kopf getroffen und ihm auch 
in das Genick getreten (pag. 95 Z. 112 ff.). Einer habe dann versucht, ihm das 
Handy und das Portemonnaie aus den Hosentaschen zu nehmen (pag. 95 Z. 85 
ff.). Auf Frage, ob die Täter während bzw. nach dem Angriff etwas gesagt oder ge-
fordert hätten, gab C.________ an, sie hätten ihnen gesagt, dass sie alle ihre 
Wertsachen geben sollten. Sie hätten die Portemonnaies und Mobiltelefone gefor-
dert und gesagt, dass «es sonst nicht gut sei» für sie (pag. 96 Z. 153 ff., Z. 164 f.). 
Sie hätten ihm aber nichts entwenden können (pag. 97 Z. 174). Gegenüber der 
Staatsanwaltschaft ergänzte der Beschuldigte, als er zu Boden gegangen sei, sei 
er am Anfang von beiden geschlagen worden. Er nehme an, dass der eine dann 
aufgehört habe und ihm die Sachen habe wegnehmen wollen (pag. 105 Z. 226 f., 
Z. 231; pag. 106 Z. 232 f.). Er habe nicht verstanden, weshalb sie auf ihn einge-

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schlagen hätten. Erst als der eine gesagt habe, er solle alles geben, was er habe, 
habe er realisiert, dass sie ihn ausnehmen wollten (pag. 106 Z. 254 f.). Einer habe 
die Sachen nehmen wollen und der andere habe geschlagen (pag. 106 Z. 263). 

Entgegen der Auffassung der Verteidigung sind die Aussagen von C.________ zur 
versuchten Wegnahme der Wertsachen nicht widersprüchlich. Es erscheint plausi-
bel, dass einer der beiden versuchte, C.________ die Wertsachen aus den Hosen-
taschen zu nehmen, währenddem der andere weiter auf ihn einschlug. Zudem lag 
C.________ gemäss eigenen Aussagen zu diesem Zeitpunkt mit einem gebroche-
nen Nasenbein in einer Art Embryostellung am Boden und versuchte, seinen Kopf 
zu schützen (vgl. pag. 95 Z. 79). Dass er in dieser Position nicht im Detail sehen 
konnte, wie die versuchte Wegnahme der Wertsachen vonstatten ging, erscheint 
ohne Weiteres nachvollziehbar. 

C.________ gab an, wenn er etwas nicht wusste oder unsicher war (exemplarisch 
pag. 95 Z. 99, Z. 106 f., Z. 109 f.; pag. 97 Z. 178; pag. 104 Z. 189, Z. 193; pag. 106 
Z. 236, Z. 250; pag. 464 Z. 112 f.; pag. 465 Z. 139; pag. 466 Z. 201, Z. 211, 
Z. 215). In seinen Aussagen sind keine Aggravierungstendenzen ersichtlich. So 
führte er beispielsweise aus, die Beschuldigten hätten ihm nichts entwendet 
(pag. 97 Z. 174). Auf Vorhalt der Aussage von D.________, wonach er, nachdem 
er zum ersten Mal zu Boden gegangen sei, mit den Füssen getreten worden sei 
(pag. 116 Z. 30 f.), meinte C.________, er habe einfach Schläge gespürt (pag. 105 
Z. 206 ff.; vgl. auch pag. 465 Z. 144 ff.). Der Umstand, dass C.________ den Be-
schuldigten und B.________ nicht unnötig belastete und klar differenzierte, deutet 
darauf hin, dass er die Wahrheit sagte. Andernfalls wäre es ein Einfaches gewe-
sen, die einzelnen Tathandlungen aufzubauschen.

C.________ begab sich am 10. Mai 2015 um 04:07 Uhr, und damit unmittelbar 
nach dem Vorfall, in das Notfallzentrum des Inselspitals, um sich medizinisch ver-
sorgen zu lassen (pag. 55). Die Kammer geht in Übereinstimmung mit der Vor-
instanz davon aus, dass C.________ die Zeit zwischen der Entlassung aus der 
Notfallstation und der Meldung an die Polizei um 14:14 Uhr (pag. 9) grösstenteils 
mit Schlafen verbracht haben dürfte. Es gibt keine Hinweise, dass sich C.________ 
vor seinen ersten Aussagen mit D.________ abgesprochen haben könnte (vgl. 
pag. 539, S. 27 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung).

Schliesslich wies die Vorinstanz zu Recht darauf hin, dass die Aussagen von 
C.________ an der erstinstanzlichen Hauptverhandlung vom 16. Januar 2017 
(pag. 462 ff.) gewisse Unstimmigkeiten aufweisen. Anders als im Vorverfahren gab 
C.________ an der erstinstanzlichen Hauptverhandlung zunächst an, der erste 
Schlag sei vom Kleineren der beiden, und damit vom Beschuldigten, ausgegangen 
(pag. 464 Z. 118; pag. 467 Z. 268 ff.). Auf Nachfrage des Staatsanwaltes erklärte 
C.________ jedoch, derjenige, der eine Baseballkappe getragen habe, habe den 
ersten Schlag ausgeführt (pag. 468 Z. 282 ff.). Es ist unbestritten, dass 
B.________ an jenem Abend eine Baseballkappe trug (vgl. pag. 86 Z. 101 f.; 
pag. 87 Z. 153 ff.). Zudem sind die Aussagen von C.________ an der erstinstanzli-
chen Hauptverhandlung mit Unsicherheiten behaftet (vgl. pag. 464 Z. 100, Z. 112 
f., Z. 118; pag. 466 Z. 201, Z. 215; pag. 467 Z. 273). Zu berücksichtigen ist, dass 
die erstinstanzliche Hauptverhandlung 1¾ Jahre nach dem Vorfall stattfand. Dass 

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sich C.________ nicht mehr im Detail an den Vorfall erinnern konnte, erscheint 
nach so langer Zeit durchaus verständlich (vgl. zum Ganzen pag. 540, S. 28 der 
erstinstanzlichen Urteilsbegründung). 

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Aussagen C.________ durchgängig 
eine Vielzahl an verschiedensten Realkennzeichen aufweisen; ein stereotypes 
Aussageverhalten ist ebenso wenig erkennbar wie allfällige Lügensignale. Seine 
Ausführungen sind schlüssig und fügen sich zu einem stimmigen Gesamtbild zu-
sammen. Wie bereits die Vorinstanz, erachtet auch die Kammer die Aussagen von 
C.________ als glaubhaft. 

8.3 Aussagen D.________

D.________ schilderte den Vorfall an der polizeilichen Befragung vom 8. Juni 2015 
(pag. 115 ff.) und an der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 12. November 
2015 (pag. 119 ff.) weitgehend übereinstimmend mit C.________ (pag. 116 Z. 28 
ff.; pag. 121 Z. 76 ff.). Anders als C.________ gab D.________ gegenüber der Po-
lizei an, der Beschuldigte habe C.________ bereits in der ersten Phase mit den 
Füssen getreten (vgl. pag. 116 Z. 30 f.). An der staatsanwaltschaftlichen Einver-
nahme erklärte D.________ jedoch, er wisse nicht, ob es beim ersten Mal Fusstrit-
te gegeben habe. Er sei unter Schock gestanden. Die beiden hätten mit der Faust 
geschlagen (pag. 123 Z. 130 ff.). Gestützt auf die Aussagen von C.________ (vgl. 
pag. 95 Z. 71; pag. 105 Z. 209 f.) ist zu Gunsten des Beschuldigten davon auszu-
gehen, dass er und B.________ in der ersten Phase «nur» mit den Fäusten auf 
C.________ einschlugen und ihn nicht mit den Füssen traten.

In den ersten Aussagen von D.________ sind keine Anzeichen einer Aggravie-
rungstendenz erkennbar. So verneinte er beispielsweise die Frage, ob Waffen ein-
gesetzt worden seien (pag. 116 Z. 49 f.). Er selber sei nicht angegriffen worden 
(pag. 116 Z. 52 f.). Es sei ihm mulmig zumute gewesen, Angst habe er jedoch nicht 
gehabt (pag. 116 Z. 60). 

Der Verteidigung kann nicht gefolgt werden, soweit sie geltend macht, D.________ 
habe erst Aussagen zur Herausgabe der Gegenstände gemacht, nachdem ihn die 
Staatsanwaltschaft darauf aufmerksam gemacht habe. Er führte bereits an der po-
lizeilichen Befragung in seiner freien Schilderung des Geschehens aus, dass der 
unbekannte Mann sie aufgefordert habe, ihnen ihre Portemonnaies und Handys zu 
geben (pag. 116 Z. 36 f.). 

Anders als die Vorinstanz erachtet die Kammer die Aussage betreffend die zweite 
Phase «Beide haben auf ihn eingekickt. Mit voller Wucht. Als würden sie auf einen 
Fussball kicken» (pag. 124 Z. 168 f.) nicht als aggravierend (vgl. pag. 541, S. 29 
der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Das verwendete Bild passt und es er-
scheint ohne Weiteres plausibel, dass der Beschuldigte und B.________ relativ 
heftig auf C.________ eintraten. Dies geht auch aus den ersten Aussagen des Be-
schuldigten selber hervor (vgl. Ziff. II. 8.5 hinten). Der Vorinstanz ist allerdings bei-
zupflichten, dass D.________ an der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme neu 
vorbrachte, der Beschuldigte habe das Portemonnaie schon in der Hand gehabt 
und er habe es ihm dann aus der Hand geschlagen (pag. 125 Z. 210 f.). Auf dieses 
neue Vorbringen ist nicht abzustellen. Zudem sind seine Aussagen an der erstin-

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stanzlichen Hauptverhandlung vage und mit grossen Unsicherheiten behaftet (ex-
emplarisch pag. 471 Z. 70, Z. 78; pag. 472 Z. 102, Z. 106; pag. 473 Z. 144 f.). Die-
se Aussagen sind beweismässig wenig ergiebig. 

Die Kammer erachtet die Aussagen von D.________ mit den erwähnten Vorbehal-
ten als glaubhaft. Sie unterstreichen das Gesamtbild und können ergänzend zu den 
Ausführungen von C.________ herangezogen werden. 

8.4 Aussagen Dritte

I.________ und J.________, der Onkel und die Tante des Beschuldigten, wurden 
beide am 12. Mai 2015 polizeilich als Auskunftspersonen befragt (pag. 130 ff.; 
pag. 142 ff.). In den Befragungen ging es in erster Linie darum abzuklären, wer den 
Audi A5, Kontrollschild .________, in der Tatnacht gefahren ist. I.________ gab zu 
Protokoll, er habe den Beschuldigten, am Sonntag, 10. Mai 2015, beim Frühstück 
gesehen. Dieser habe nichts über die vorangegangene Nacht erzählt (pag. 132 f.). 
J.________ schilderte, der Beschuldigte habe beim Frühstück ganz normal gewirkt 
und habe nur erzählt, dass er in der Stadt im Ausgang gewesen sei. Verletzungen 
habe sie bei ihm keine gesehen (pag. 145). Zum Kerngeschehen konnten 
I.________ und J.________ keine sachdienlichen Aussagen machen. 

H.________, der Cousin des Beschuldigten, bejahte an der polizeilichen Befragung 
vom 20. Mai 2015 (pag. 135 ff.) die Frage, ob zwischen ihm, dem Beschuldigten 
und B.________ Absprachen stattgefunden hätten. Sie hätten natürlich darüber 
gesprochen. Der Beschuldigte habe ihm erzählt, was so gefragt werde. Als er vor-
geladen worden sei, habe er nicht gewusst, was er machen solle. Er habe dann mit 
dem Beschuldigten über den Vorfall gesprochen und dieser habe ihm gesagt «ja 
genau so wars. Gib das so an» (pag. 140 Z. 258 ff.). Aufgrund der Absprachen 
zwischen dem Beschuldigten und H.________ hält die Kammer den Beweiswert 
der Aussagen von H.________ für stark eingeschränkt.

8.5 Aussagen Beschuldigter

Die Vorinstanz würdigte die Aussagen des Beschuldigten unter anderem wie folgt 
(pag. 542 ff., S. 30 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung): 

[…]. Zwischen dem Ereignis und der erste polizeilichen Befragung von A.________ vergingen gut drei 
Tage. Er hatte ein grosses Interesse, die Aussagen mit seinem Kollegen B.________ - für welchen 
wegen der "Bewährung" ebenfalls viel auf dem Spiel gestanden sei - in Einklang zu bringen. Dass er 
sich mit B.________ über das Vorgefallene unterhalten hatte, gab er denn auch ohne Weiteres zu. 
Inhaltlich sind die Aussagen von A.________ entgegen den Ausführungen des Verteidigers aber in 
keiner Weise schlüssig und widerspruchsfrei. Im Gegenteil: die Aussagen sind widersprüchlich, ent-
halten Strukturbrüche, Neuerungen und Weiterungen und fallen durch unbehilfliche, nicht nachvoll-
ziehbare und insoweit nicht schlüssige Ausführungen auf. Angesichts der objektiven Beweismittel, 
insbesondere der dokumentierten Verletzungen von C.________, versucht A.________ die eigene 
Rolle und die des Kollegen krass herunterzuspielen. Ganz offensichtlich versucht er, die letztendliche 
Verantwortung für die Eskalation auf C.________ zu schieben. Die Aussagen sind in zentralen Punk-
ten nicht glaubhaft und müssen als Schutzbehauptungen abgetan werden. Dies betrifft beispielsweise 
die folgenden Kernpunkte:

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- Es wurde geltend gemacht, C.________ sei stark alkoholisiert bzw. besoffen gewesen, man habe 
dies gerochen und deutlich daran gemerkt, dass er unkontrolliert gewesen sei und einen schwan-
kenden Gang gehabt habe. Dem widersprechen folgende Fakten: in der Notfalluntersuchung kurz 
nach der Tat präsentierte sich gemäss ärztlichem Bericht ein hämodynamisch und respiratorisch 
stabiler Patient mit GSC 15. Aus medizinischer Sicht wurde somit nach der Glasgow-Coma-Scale 
keine Beeinträchtigung der Bewusstseinslage festgestellt. Eine starke Alkoholisierung hätte hier 
auffallen müssen. Obwohl nicht verkannt wird, dass der Körper mit zeitlicher Fortdauer Alkohol 
abbaut, wäre bei einer derart hohen Alkoholisierung wie der geltend gemachten damit zu rechnen 
gewesen, dass der durch die Polizei durchgeführte Atemalkoholtest zumindest noch ein Rester-
gebnis angezeigt hätte. Der Test ergab jedoch unbestrittenermassen 0.0 ‰. Dem gegenüber er-
geben die glaubhaften Angaben von C.________ durchaus Sinn, welcher an diesem Abend über-
haupt keinen Alkohol getrunken haben will, weil er ein Auto lenkte und fit für ein Fussballturnier 
sein wollte. Überdies ist es in sich widersprüchlich, wenn einerseits die starke Alkoholisierung des 
Opfers mit schwankendem Gang etc. geltend gemacht wird und andererseits behauptet wird, 
C.________ habe A.________ in diesem Zustand noch derart hart an den Kopf schlagen können, 
dass davon eine "starke Schürfung" entstanden sei. Diesen harten Schlag hätte er ausführen kön-
nen müssen, nachdem er unmittelbar davor von B.________ halbwegs in den Busch gestossen 
worden war. Dies erscheint schon rein vom Bewegungsablauf her als höchst unwahrscheinlich.

- Dass ein stark Betrunkener des Nachts in einen Busch uriniert, sich beim Ansprechen umdreht 
und dabei unkontrolliert weiteruriniert, ist noch vorstellbar. Lag aber wie oben dargelegt keine 
starke Alkoholisierung von C.________ vor, so machen die Aussagen von A.________ keinen 
Sinn und sind schlicht unglaubhaft. Die ganze Geschichte rund ums Urinieren ist auch sonst voller 
Widersprüche. A.________ will es einmal gar nicht selber gesehen haben. Dann will er gesehen 
haben, dass B.________ nach unten geschaut habe, und es sei klar gewesen, was vorgefallen 
sei, denn C.________ habe den Hosenladen noch offen gehabt. Unmittelbar nach dem ans Bein 
urinieren soll B.________ C.________ gestossen haben, worauf dieser ausgeholt und 
A.________ getroffen haben soll. Hätte aber C.________ tatsächlich beim Umdrehen B.________ 
ans Bein uriniert, müsste sein Penis zu diesem Zeitpunkt ja noch aus dem von  A.________ be-
obachteten geöffneten Hosenladen geragt haben. Der Stoss von B.________ soll aber reflexartig 
ausgeführt worden sein, der angebliche Gegenschlag von C.________ ebenfalls. Dass 
C.________ irgendwann im zeitlichen Verlauf dieses dynamischen Vorgangs sein Glied versorgt 
und den Hosenladen geschossen haben könnte, ist schlicht nicht vorstellbar. Nach dem Wider-
spruch gefragt, sprach A.________ nun aber davon, C.________ habe sich die Hosen "hochge-
zogen", als dieser fast in den Busch gefallen sei. Ein fast in den Busch gestossen werden und 
gleichzeitiges Hochziehen der Hosen kann nicht mit dem angeblichen, unmittelbar ausgeführten 
Gegenschlag von C.________ korrelieren.

- In der Befragung bei der Polizei erwähnte A.________ seine durch den angeblichen Gegenschlag 
von C.________ angeblich erlittene Verletzung mit keinem Wort. Auch die Polizei hielt im Anzei-
gerapport nichts über allfällige sichtbare Gesichtsverletzungen von A.________ fest. Erstmals in 
der Befragung bei der Staatsanwaltschaft machte er dann geltend, er habe ein blau-rotes Auge er-
litten und sei von seinen Eltern danach gefragt worden. In der Hauptverhandlung sprach er dann 
von einer "stärkeren Schürfung" und einer entsprechenden Schwellung. Schon alleine aufgrund 
dieser Aggravierung ist die Aussage hinsichtlich der Verletzung mit äusserster Zurückhaltung zu 
geniessen. Dass A.________ im Gesamtverlauf, beispielsweise als er in der zweiten Phase 
C.________ zu Boden riss, irgendwelche leichtgradige Blessuren davongetragen haben kann, ist 
zwar nicht gänzlich auszuschliessen. Für eine "stärkere Schürfung", welche durch den behaupte-

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ten Gegenschlag von C.________ zu Beginn der Auseinandersetzung entstanden wäre, fehlt es 
aber an jeglichen ernst zu nehmenden Hinweisen. Darüber hinaus wäre durch einen Schlag eher 
das Verletzungsbild einer stumpfen Gewalteinwirkung zu erwarten, als eine stärkere Schürfung, 
d.h. einer "Kratzwunde". Zudem sprach B.________ bei der Polizei davon, dass C.________ kei-
nen richtigen Faustschlag, sondern eher einen Haken ausgeteilt habe, wie ihn eben ein Besoffe-
ner vollführe. Betreffend diesen angeblichen Gegenschlag ist auch die offenkundige körperliche 
Unterlegenheit von C.________ gegenüber den grösser gewachsenen und durchtrainierten 
A.________ und B.________ nicht ausser Acht zu lassen. Das Gericht gelangt daher zum 
Schluss, dass ein Gegenschlag von C.________ mit den behaupteten Verletzungsfolgen für 
A.________ so nicht stattgefunden hat. Letztlich kann noch erwähnt werden, dass J.________ 
und I.________ (Tante und Onkel) A.________ am Sonntag beim Frühstück gesehen haben. 
Auch wenn nicht alleine auf deren nicht parteiöffentlichen Aussagen abgestellt werden darf, so 
passt ins bereits anderweitig gewonnene Gesamtbild, dass die Tante angab, A.________ habe 
beim Frühstück ganz normal gewirkt und habe nur erzählt, er sei in der Stadt im Ausgang gewe-
sen. Verletzungen habe sie bei ihm keine gesehen. Dem Onkel war nichts aufgefallen. Dass da-
gegen H.________ erwähnt hatte, A.________ habe am nächsten Tag ein "blaues Auge" gehabt, 
darf und muss letztlich als instruierte und somit untaugliche Entlastungsaussage gewertet werden.

- Auch bezüglich der eigenen Handlungen sind die Aussagen von A.________ widersprüchlich. Bei 
der Polizei macht er geltend, nach dem vermeintlichen Gegenschlag von C.________ habe 
B.________ diesen mit der Faust ins Gesicht geschlagen, worauf C.________ zu Boden gegan-
gen sei. Sein eigenes aktives Einwirken siedelte er erst in der zweiten Phase an. Nach der kurzen 
Verfolgung will er C.________ zu Boden gemacht und ihm sechs bis acht starke Faustschläge in 
Richtung Gesicht ausgeteilt haben, während C.________ mit seinen Armen das Gesicht zu schüt-
zen versucht habe. Zudem habe er ihm mehrmals heftig ausgeführte Fusstritte gegen den 
Oberkörper verpasst. Als er von B.________ weggezogen worden sei, habe er noch gezielt gegen 
den Kopf getreten, wisse aber nicht, ob er getroffen habe. Gegenüber dem Staatsanwalt machte 
er dann plötzlich geltend, schon in der ersten Phase habe es einen gegenseitigen Faustkampf mit 
C.________ gegeben. Auch in der zweiten Phase hätten sie sich gegenseitig mit den Fäusten ge-
schlagen. Zu den Fusstritten gab er dann abschwächend an, die einzigen Tritte habe er ausgeteilt, 
als B.________ ihn weggezogen und er C.________ dabei ungewollt am Kopf getroffen habe. In 
der Hauptverhandlung hatte ihn betreffend der Details das Erinnerungsvermögen teilweise verlas-
sen, hingegen machte er nun neu geltend, C.________ habe sich an ihn geklammert, und er habe 
diesen mit den Fusstritten bloss von sich wegzutreten versucht, als er von B.________ weggezo-
gen worden sei. Diese Abschwächungen sind typische Hinweise dafür, dass zumindest seine 
späteren Aussagen hinsichtlich des eigenen Handelns nicht glaubhaft sind.

- Schon fast hilflos wirken die Versuche, in der Hauptverhandlung plötzlich eine übermächtige, aber 
letztlich nicht näher erklärbare Angst, die eigene Angetrunkenheit oder die Ritalineinnahme für 
seine Handlungen verantwortlich zu machen, nachdem er bei der Polizei noch ausgesagt hatte, er 
sei nicht angetrunken gewesen, und er sei aggressiv geworden und habe die Verfolgung aufge-
nommen, weil er den (behaupteten) Gegenschlag von C.________ nicht auf sich habe sitzen las-
sen wollen.

A.________ konnte aufgrund der objektiven Spuren nicht ernsthaft bestreiten, dass er an der tätlichen 
Auseinandersetzung beteiligt war. Deshalb versucht er nun offensichtlich, einen für ihn möglichst 
günstigen Ablauf darzustellen. Zumindest teilweise haben offenkundig Absprachen zwischen ihm, 
B.________ und H.________ stattgefunden. Mit der Unterstellung an C.________ und D.________, 

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er selber würde umgekehrt als Opfer mit übertriebenen Aussagen auch versuchen, dass die Täter 
möglichst "drunter kommen", machte er deutlich, dass in seinen Augen unwahre Angaben ein legiti-
mes Mittel zur Verbesserung der eigenen Position darstellen. Die inhaltliche Analyse lässt jedoch sei-
ne Version zusammenbrechen wie ein Kartenhaus. Ohne starke Alkoholisierung von C.________ ist 
die Geschichte mit dem Urinieren schlicht nicht glaubhaft. Damit wiederum fehlt es aber an einer Pro-
vokation und folglich an einer nachvollziehbaren Begründung für die eigene Aggressivität. […].

Die Vorinstanz hat die Aussagen des Beschuldigten sorgfältig und ausführlich ge-
würdigt. Diesen umfassenden und zutreffenden Erwägungen schliesst sich die 
Kammer vollumfänglich an. Mit Blick auf die Vorbringen der Verteidigung an der 
oberinstanzlichen Verhandlung ist ergänzend und präzisierend auf Folgendes hin-
zuweisen: 

Der Verteidigung ist beizupflichten, dass der Beschuldigte bereits in seinen ersten 
Aussagen an der delegierten Einvernahme vom 13. Mai 2015 (pag. 57 ff.) bestritt, 
dass er oder B.________ versucht hätten, dem Opfer Wertgegenstände zu ent-
wenden und ihm das Handy und das Portemonnaie aus der Hosentasche zu neh-
men. Wenn sie das gewollt hätten, hätten sie es auch gemacht (pag. 61 f. Z. 203 
ff.; pag. 63 Z. 288 f.). C.________ sei ja am Boden gelegen und habe sich nicht 
mehr wehren können (pag. 63 Z. 289 f.). Es stimme auch nicht, dass er oder 
B.________ C.________ und D.________ aufgefordert hätten, ihnen ihre Porte-
monnaies und Mobiltelefone auszuhändigen (pag. 63 Z. 263 ff.). Auch an der 
staatsanwaltschaftlichen Einvernahme und anlässlich der erstinstanzlichen Haupt-
verhandlung bestritt der Beschuldigte diese Vorwürfe (vgl. pag. 72 Z. 204 ff.; 
pag. 447 Z. 356 ff.; pag. 448 Z. 367 f.). Er habe es nicht nötig, jemandem Geld zu 
nehmen. Für diese Unterstellung verlange er eine Entschuldigung, auch wegen 
seiner Familie (pag. 72 Z. 215 ff.). 

Die Aussagen des Beschuldigten zum Vorwurf der versuchten Wegnahme von 
Wertsachen sind nicht grundsätzlich widersprüchlich und können nicht von Vorn-
herein als unglaubhaft bezeichnet werden. Seine Aussagen stehen jedoch den 
glaubhaften Aussagen von C.________ und D.________ diametral entgegen. Es 
ist nicht ersichtlich, weshalb die beiden den Beschuldigten und B.________ dies-
bezüglich zu Unrecht belasten sollten, zumal sie bei einer Falschbezichtigung pro-
blemlos auch einen vollendeten Raub hätten geltend machen können. Hinzu 
kommt das Aussageverhalten des Beschuldigten selber – wie aufgezeigt – in zahl-
reichen Punkten voller Ungereimtheiten und Widersprüche ist. Auf seine bestrei-
tenden Aussagen zur versuchten Wegnahme der Wertsachen kann deshalb nicht 
abgestellt werden. Daran ändert auch der Einwand der Verteidigung nichts, wo-
nach es für den Beschuldigten und B.________ aufgrund ihrer körperlichen Über-
legenheit ein Leichtes gewesen wäre, die Gegenstände ganz wegzunehmen (vgl. 
pag. 687). Es ist davon auszugehen, dass die beiden deshalb von C.________ ab-
liessen und ins Auto rannten, weil sie dachten, dass die Polizei komme (vgl. pag. 
62 Z. 228 ff.; pag. 67 Z. 46 f.; pag. 447 Z. 352 ff.).

Der Beschuldigte schilderte in seinen ersten Aussagen an der delegierten Einver-
nahme vom 13. Mai 2015 (pag. 57 ff.), als C.________ am Boden gelegen sei, ha-
be er ihm vielleicht sechs bis acht Schläge mit beiden Fäusten ins Gesicht ver-
passt. Sein Kontrahent habe glaublich versucht, mit seinen Armen das Gesicht zu 

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schützen (pag. 59 Z. 110 ff.). Er habe schon hart zugeschlagen. Er sei ja auch ent-
sprechend aggressiv gewesen. B.________ habe ihn dann weggezogen. Er habe 
C.________ dann noch ein oder zwei Mal mit dem Fuss in den Oberkörper getre-
ten. Während B.________ ihn weggezogen habe, habe er gezielt in Richtung des 
Kopfes getreten. Er wisse aber nicht mehr, ob er getroffen habe. Anschliessend 
habe er ihn noch zwei Mal in den Oberkörper getreten. Die Kicks seien hart gewe-
sen (pag. 59 f. Z. 113 ff.). Er habe gewaltsam auf ihn eingewirkt (pag. 60 Z. 132). 

Aus diesen Aussagen geht hervor, dass der Beschuldigte C.________ mehrfach 
hart mit den Fäusten ins Gesicht schlug und mit den Füssen gezielt in Richtung des 
Kopfes und in den Opferkörper trat. Dass der Beschuldigte seine Aussagen in den 
weiteren Einvernahmen stark relativierte, vermag daran nichts zu ändern (vgl. 
pag. 67 Z. 22 ff., Z. 41 ff.; pag. 69 Z. 101, Z. 105; pag. 70 Z. 154 ff.; pag. 71 Z. 175 
ff., Z. 196; pag. 445 Z. 236 f., Z. 243 ff.; pag. 446 Z. 304, Z. 308 f.; pag. 449 Z. 456 
f.). Dieses Verhalten lässt sich in solchen Fällen öfters beobachten. Der Beschul-
digte dürfte sich der Konsequenzen bewusst geworden sein, weshalb er sein Aus-
sageverhalten in den weiteren Einvernahmen anpasste bzw. den Vorfall und seinen 
Tatbeitrag günstiger darstellte. 

Insgesamt ist festzuhalten, dass die Aussagen des Beschuldigten in zahlreichen 
Punkten widersprüchlich und nicht nachvollziehbar sind und den Aussagen von 
C.________ und D.________ diametral entgegenstehen. In Übereinstimmung mit 
der Vorinstanz erachtet die Kammer die Aussagen des Beschuldigten in den von 
den Aussagen von C.________ abweichenden Punkten als nicht glaubhaft 
(pag. 545, S. 33 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung).

8.6 Aussagen B.________

Die Aussagen von B.________ stimmen im Wesentlichen mit denjenigen des Be-
schuldigten überein. Es kann deshalb grundsätzlich auf die Würdigung der Aussa-
gen des Beschuldigten verwiesen werden (vgl. Ziff. II. 8.5 vorne). Ergänzend ist auf 
Folgendes hinzuweisen: 

Auffallend ist, dass B.________ sein eigenes Verhalten bereits in seinen ersten 
Aussagen an der delegierten Einvernahme vom 13. Mai 2015 (pag. 76 ff.) beschö-
nigend darstellte. So führte er aus, er habe C.________ lediglich mit einer Hand 
weggestossen, nachdem dieser ihm ans Bein gepinkelt habe (pag. 78 Z. 73 f.; 
pag. 79 Z. 116 f., Z. 124; pag. 80 Z. 202). Er habe ihn nie geschlagen oder getreten 
(pag 79 Z. 124 f.). Gegenüber der Staatsanwaltschaft gab B.________ an, er habe 
C.________ mit der Hand in Richtung Kopf weggestossen. Er habe das bei der Po-
lizei anders formuliert, weil er in Haft gewesen sei und Angst gehabt habe (pag. 84 
Z. 23 ff.). Er habe ihn mit einem Stoss gegen das Gesicht weggestossen (pag. 85 
Z. 79 f.). Auf Vorhalt der Aussagen des Beschuldigten, wonach er (B.________) 
C.________ vorne an die Brust in Richtung des Gebüschs gestossen habe, meinte 
B.________, das habe er eben korrigieren wollen. Er habe Angst gehabt, weil ihn 
die Polizei vorübergehend festgehalten habe. Deshalb habe er ausgesagt, dass er 
ihn gegen die Brust gestossen habe (pag. 86 Z. 104 ff.). Die Frage, ob er selber 
C.________ auch geschlagen habe, verneinte B.________ (pag. 87 Z. 147 f.). Auf 
Vorhalt der Aussagen von C.________, wonach derjenige mit dem Baseball-Cap 

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den Angriff begonnen habe, indem er ihn geschlagen habe, räumte B.________ 
ein, es stimme, dass er den ersten Schlag gemacht habe. Aber sonst habe er 
nichts gemacht (pag. 87 Z. 153 ff.). Es stimme nicht, dass er in der zweiten Phase 
ebenfalls mit den Fäusten auf C.________ eingeschlagen habe und ihn mit den 
Füssen getreten habe (pag. 88 Z. 181 ff.). An der erstinstanzlichen Hauptverhand-
lung schilderte B.________, er habe C.________ mit der Handballe einen «sehr 
starken Mupf» ins Gesicht gegeben, nachdem dieser ihm über das Bein uriniert 
habe (pag. 456 Z. 201 ff., Z. 209). Abgesehen von diesem heftigen Stoss habe er 
auf C.________ nicht körperlich eingewirkt, weder mit den Fäusten noch mit den 
Füssen (pag. 456 Z. 225 ff.). 

Die Aussagen von B.________ enthalten zahlreiche Widersprüche. So gab er 
zunächst an, er habe gewartet bis C.________ mit Urinieren fertig gewesen sei und 
habe ihn dann nach einer Zigarette gefragt (pag. 78 Z. 71 ff.). Auf Frage, wie 
C.________ ihn dann habe anpinkeln können, erklärte B.________ gegenüber der 
Staatsanwaltschaft, er habe bloss gedacht, dass er fertig sei (pag. 85 Z. 59 ff.). 
Weiter schilderte B.________, er habe C.________ aus einer Distanz von ca. 5 m 
während dem Laufen angesprochen (pag. 84 Z. 49 f.; vgl. auch pag. 85 Z. 64 f.) 
Trotzdem soll ihn C.________ mit dem Urinstrahl getroffen haben und will er 
schliesslich so nahe an C.________ gestanden sein, dass er dessen «Fahne» ge-
rochen habe (vgl. pag. 78 Z. 73 ff.; pag. 84 Z. 37 f.; pag 85 Z. 55 ff., Z. 67 f.). Wie 
die Vorinstanz zutreffend ausführte, müsste sich C.________ somit – nachdem er 
von B.________ angesprochen wurde – für die Dauer, welche B.________ für das 
Zurücklegen dieser ca. 5 m brauchte, noch nicht umgedreht haben, denn der Urin-
strahl soll B.________ erst im Moment des Umdrehens getroffen haben. Dass 
C.________ zuerst nicht bzw. nur verzögert auf das Ansprechen reagiert hätte, 
wird jedoch an keiner Stelle geltend gemacht (vgl. pag. 545, S. 33 der erstinstanzli-
chen Urteilsbegründung). Weiter verneinte B.________ die Frage, ob der Beschul-
digte nahe bei C.________ gestanden sei. Der Beschuldigte sei ein wenig hinter 
ihm (B.________) gestanden (pag. 85 Z. 86 f.). Wenn nun aber B.________ 
C.________ mit der Hand wegstiess und dieser zum Gegenschlag ausholte, ist 
wenig wahrscheinlich, dass C.________ statt des sich duckenden B.________ den 
leicht hinter diesem stehenden und damit noch weiter entfernten Beschuldigten am 
Kopf getroffen haben könnte (vgl. pag. 78 Z. 77 ff.; pag. 545, S. 33 der erstinstanz-
lichen Urteilsbegründung). 

Widersprüchlich sind auch die Aussagen von B.________ zum Verhalten von 
C.________. Dieser habe den Beschuldigten am Kopf, glaublich an der rechten 
Gesichtshälfte, getroffen. Es sei kein richtiger Faustschlag gewesen, eher ein Ha-
ken, wie ihn ein Besoffener eben ausführe. Jedenfalls habe er den Beschuldigten 
nicht richtig erwischt (pag. 78 Z. 78 ff.). Gegenüber der Staatsanwaltschaft zeigte 
der Beschuldigte jedoch einen Schlag mit der offenen Hand auf Bauchnabelhöhe 
vor und ergänzte, es sei ein Faustschlag gewesen. C.________ habe den Be-
schuldigten an der rechten Schläfe getroffen (pag. 86 Z. 96 ff.).

Wie der Beschuldigte (vgl. pag. 449 Z. 456 f.) brachte B.________ an der erstin-
stanzlichen Hauptverhandlung neu vor, C.________ habe den Beschuldigten um-
klammert, als er diesen habe wegziehen wollen. Der Beschuldigte habe 

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C.________ ein oder zwei Fusstritte gegeben, damit er loslasse. Die Tritte seien 
gegen den Oberkörper gegangen (pag. 457 Z. 243 ff.). Auf Frage, wie es möglich 
sei, jemandem gegen den Oberkörper zu treten, der sein Gegenüber umklammert, 
entgegnete B.________, das sei schon möglich. Sie seien ja nicht «Körper an Kör-
per» umklammert gewesen. Die Distanz habe gerade genügt, um ein, zwei Tritte zu 
machen (pag. 457 Z. 247 ff.). Diese Aussagen zeigen, dass B.________ offensicht-
lich darum bemüht war, seine Aussagen in Übereinstimmung mit denjenigen des 
Beschuldigten zu bringen. 

B.________ verneinte die Frage, ob sie die Absicht gehabt hätten, C.________ 
Wertgegenstände zu entwenden (pag. 79 Z. 127 ff.). Er habe ihn nie angefasst. Ob 
der Beschuldigte versucht habe, Wertgegenstände zu entwenden, könne er nicht 
sagen (pag. 79 Z. 136 f.). Auch an den beiden staatsanwaltschaftlichen Einver-
nahmen und anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung bestritt 
B.________, dass sie C.________ und D.________ aufgefordert hätten, ihnen ihre 
Wertsachen herauszugeben oder versucht hätten, das Handy und Portemonnaie 
zu entwenden (pag. 89 Z. 203 ff., Z. 208 ff.; pag. 92.2 Z. 25, Z. 45 ff., Z. 50 ff.; 
pag. 92.3 f. Z. 91 ff.; pag. 92.4 Z. 119 ff.; pag. 458 Z. 276 ff.). Er verstehe nicht, 
dass man sie beschuldige, die beiden ausgeraubt zu haben. Das nerve ihn 
(pag. 90 Z. 241 f.). 

Die Aussagen von B.________ zur versuchten Wegnahme der Wertsachen stehen 
den glaubhaften Aussagen von C.________ und D.________ diametral entgegen. 
Wie bereits erwähnt ist nicht ersichtlich, weshalb die beiden den Beschuldigten und 
B.________ diesbezüglich zu Unrecht belasten sollten (vgl. Ziff. II. 8.5 vorne). Hin-
zu kommt, dass B.________ einschlägig vorbestraft ist, so dass ein solches Tat-
verhalten für ihn nicht persönlichkeitsfremd ist (pag. 653 f.; vgl. pag. 556, S. 44 der 
erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Auf seine bestreitenden Aussagen zur ver-
suchten Wegnahme der Wertsachen kann deshalb nicht abgestellt werden. 

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Aussagen von B.________ in zahlrei-
chen Punkten widersprüchlich und nicht nachvollziehbar sind und den Aussagen 
von C.________ und D.________ diametral entgegenstehen. Die Kammer erachtet 
seine Aussagen in den von den Aussagen von C.________ abweichenden Punkten 
als nicht glaubhaft. 

8.7 Beweisergebnis und erwiesener Sachverhalt

Die Beweislage charakterisiert sich zusammengefasst dadurch, dass die Aussagen 
von C.________ und D.________ nach den Kriterien der Aussagepsychologie sehr 
glaubhaft sind. Es ist nicht ersichtlich, weshalb die beiden den Beschuldigten und 
B.________ bezüglich der versuchten Wegnahme der Wertsachen zu Unrecht be-
lasten sollten, zumal sie bei einer Falschbezichtigung einen vollendeten Raub hät-
ten geltend machen können. Die Aussagen des Beschuldigten und diejenigen von 
B.________ weisen demgegenüber zahlreiche Unstimmigkeiten und Widersprüche 
auf. 

Für die Kammer bestehen keine Zweifel daran, dass der Vorfall so stattgefunden 
hat, wie er von C.________ geschildert wurde und wie er der Anklageschrift vom 

18

25. Juli 2016 zugrunde gelegt wurde. Die Kammer erachtet den in der Hauptankla-
ge umschriebenen Sachverhalt als erwiesen (pag. 313 f.; vgl. Ziff. II. 6. vorne).

III. Rechtliche Würdigung

9. Versuchter Raub

9.1 Rechtliche Grundlagen 

Gemäss Art. 140 Ziff. 1 des Schweizerischen Strafgesetzbuches (aStGB; 
SR 311.0; vgl. zum anwendbaren Recht Ziff. IV. 12. hinten) wird wegen Raubes 
bestraft, wer mit Gewalt gegen eine Person oder unter Androhung gegenwärtiger 
Gefahr für Leib oder Leben oder nachdem er den Betroffenen zum Widerstand un-
fähig gemacht hat, einen Diebstahl begeht.

Es kann vorab auf die allgemeinen rechtlichen Ausführungen der Vorinstanz zum 
Tatbestand von Art. 140 Ziff. 1 aStGB und zur Mittäterschaft verwiesen werden. Sie 
hat die Rechtslage anhand der bundesgerichtlichen Rechtsprechung und der Lehre 
zutreffend dargelegt (pag. 547 ff., S. 35 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegrün-
dung). 

Der Versuch ist in Art. 22 aStGB geregelt. Das Gesetz enthält hierfür keine 
eigentliche Definition. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung liegt ein 
Versuch vor, wenn der Täter sämtliche subjektiven Tatbestandsmerkmale erfüllt 
und seine Tatentschlossenheit manifestiert hat, ohne dass alle objektiven 
Tatbestandsmerkmale verwirklicht wären. Der Täter muss mit der Ausführung der 
Tat mindestens begonnen haben (BGE 140 IV 150 E. 3.4 S. 152; Urteil des 
Bundesgerichts 6B_913/2016 vom 13. April 2017 E. 1.1.2; je mit Hinweisen). 

9.2 Subsumtion

Der Beschuldigte und B.________ konnten keine Wertsachen entwenden. Der 
tatbestandsmässige Erfolg ist mithin ausgeblieben und der objektive Tatbestand 
des Raubes damit nicht erfüllt. Es ist daher zu prüfen, ob sich der Beschuldigte des 
versuchten Raubes gemäss Art. 140 Ziff. 1 i.V.m Art. 22 Abs. 1 aStGB schuldig 
gemacht hat. 

Das Beweisverfahren hat ergeben, dass der Beschuldigte und B.________ 
mehrfach mit den Fäusten auf den Kopf und Oberkörper von C.________ 
einschlugen. Nach einer kurzen Flucht wurde C.________ vom Beschuldigten 
eingeholt und durch diesen gewaltsam zu Boden gebracht. Anschliessend 
schlugen der Beschuldigte und B.________ mehrfach mit den Fäusten auf ihn ein 
und traten ihn mehrfach mit den Füssen. In der Folge forderten die beiden 
C.________ und dessen Kollegen D.________ auf, ihnen ihre Wertsachen (Handy, 
Portemonnaie) herauszugeben, andernfalls komme es «nicht gut» für sie. Da 
weder C.________ noch D.________ dieser Aufforderung nachkamen, versuchte 
der Beschuldigte, C.________ die Wertsachen eigenhändig aus den Hosentaschen 
zu nehmen.

Der Beschuldigte und B.________ versuchten somit mit Gewalt gegen 
C.________, d.h. durch die unmittelbare physische Einwirkung auf dessen Körper, 

19

einen Diebstahl zu begehen (vgl. BGE 133 IV 207 E. 4.3.1 S. 211; Urteil des 
Bundesgerichts 6B_776/2016 vom 8. November 2016 E. 2.3). Gegen D.________ 
wendeten sie keine Gewalt an. Sie forderten ihn jedoch ebenfalls auf, seine Wert-
sachen auszuhändigen. Unterstrichen wurde die Forderung mit der Drohung, dass 
es sonst «nicht gut» komme. Die Vorinstanz hielt zutreffend fest, dass das 
Vorgehen gegen D.________ im Gesamtkontext (mit Faustschlägen und Fusstrit-
ten gegen den am Boden liegenden, wehrlosen Kollegen von D.________) der 
Tatbestandsvariante der Androhung gegenwärtiger Gefahr für Leib und Leben ent-
spricht (pag. 549, S. 37 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). 

Die Kammer teilt die Auffassung der Vorinstanz, dass die Gewalt gegen 
C.________ von Anfang an im Hinblick auf die Wegnahme der Wertsachen erfolgte 
(vgl. pag. 548, S. 36 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Für eine blosse kör-
perliche Auseinandersetzung fehlt jeglicher Anlass. Das Beweisverfahren hat erge-
ben, dass C.________ und D.________ den Beschuldigten und B.________ nicht 
provozierten. Die beiden waren nüchtern. Die vom Beschuldigten und B.________ 
ins Feld geführte Urinier-Geschichte ist frei erfunden. Vielmehr war es B.________, 
der C.________ mit der Faust ins Gesicht schlug, als sich dieser umdrehte. Ansch-
liessend schlugen der Beschuldigte und B.________ gemeinsam mehrfach mit den 
Fäusten auf C.________ ein und traten ihn mehrfach mit den Füssen. 

Der Beschuldigte und B.________ sind als Mittäter zu qualifizieren. Der Beschul-
digte leistete bewusst und gewollt einen aktiven und wesentlichen Beitrag zu 
demjenigen von B.________. Den beiden kann zwar kein gemeinsamer Tatplan 
nachgewiesen werden. Es ist vielmehr davon auszugehen, dass die Tat relativ 
spontan begangen wurde. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts ist je-
doch auch an spontanen, nicht geplanten Aktionen oder unkoordinierten Straftaten 
Mittäterschaft möglich (Urteil des Bundesgerichts 6B_208/2015 vom 24. August 
2015 E. 12.3 mit Hinweisen). Der Beschuldigte und B.________ schlossen sich 
(zumindest konkludent) zusammen, um mit Gewalt und unter Androhung gegen-
wärtiger Gefahr für Leib und Leben einen Diebstahl zu begehen. 

Der Beschuldigte ist damit – in Bestätigung des erstinstanzlichen Urteils – des ver-
suchten Raubes, begangen gemeinsam mit B.________ zum Nachteil von 
C.________ und D.________, schuldig zu erklären. Gegenüber B.________ ist 
derselbe Schuldspruch infolge Rückzugs der Berufung bereits in Rechtskraft er-
wachsen (vgl. Beschluss vom 29. Mai 2018; pag. 714 ff.). 

10. Konkurrenzen

Die Vorinstanz hielt beweiswürdigend fest, angesichts des konkreten Verletzungs-
bildes bzw. des Fehlens von Prellmarken im gesamten Kopfbereich sei in Anwen-
dung des Grundsatzes «in dubio pro reo» nicht davon auszugehen, dass die Ein-
wirkungen derart heftig und brutal gewesen seien, dass die Beschuldigten eine 
schwere Körperverletzung als Erfolg für möglich gehalten und deren Eintritt billi-
gend in Kauf genommen hätten. Das tatsächliche körperliche Einwirken sei aber 
nicht zu bagatellisieren und weise einen starken Trend in Richtung einer versuch-
ten schweren Körperverletzung auf (pag. 547, S. 35 der erstinstanzlichen Urteils-
begründung).

20

Wer, wie der Beschuldigte und B.________, in einer dynamischen Auseinanderset-
zung mit Fäusten und Füssen gegen den Kopf einer am Boden liegenden, wehrlo-
sen Person schlägt und tritt, muss mit schweren Verletzungen rechnen. Nach der 
Rechtsprechung des Bundesgerichts entspricht es der allgemeinen Lebenserfah-
rung, dass Fusstritte und Faustschläge in den Kopfbereich eines am Boden liegen-
den Opfers – selbst wenn dieses sich zusammenrollt und den Kopf mit den Händen 
zu schützen versucht – zu schwerwiegenden Beeinträchtigungen der körperlichen 
Integrität führen können (Urteil des Bundesgerichts 6B_1180/2015 vom 13. Mai 
2016 E. 4.1 mit Hinweisen). Es ist davon auszugehen, dass insbesondere der Be-
schuldigte relativ heftig auf C.________ einschlug und -trat. Dies geht auch aus 
seinen ersten Aussagen selber hervor (vgl. pag. 59 f. Z. 113 ff.; Ziff. II. 8.5 vorne). 
Aufgrund der Dynamik des Geschehens und seiner Aggressivität konnte der Be-
schuldigte die Intensität der Schläge und Tritte letztlich nicht kontrollieren (vgl. 
pag. 60 Z. 114; pag. 70 Z. 140). Dem Beschuldigten musste sich bei seiner Vorge-
hensweise das Risiko einer schweren Körperverletzung als derart wahrscheinlich 
aufdrängen, dass sein Verhalten vernünftigerweise nur als Inkaufnahme auch einer 
schweren Körperverletzung gewertet werden kann. 

Ein zusätzlicher Schuldspruch wegen versuchter schwerer Körperverletzung würde 
allerdings das zu beachtende Verschlechterungsverbot (vgl. Ziff. I. 5. vorne) verlet-
zen (vgl. BGE 141 IV 132 E. 2.7.3 S. 140; 139 IV 282 E. 2.5 S. 288; Urteil des 
Bundesgerichts 6B_853/2016 vom 18. Oktober 2017 E. 3.1.2). 

Die Ausfällung formeller Freisprüche von den Anschuldigungen des Angriffs, der 
versuchten schweren Körperverletzung und der einfachen Körperverletzung er-
scheint - bei vorliegender Ausgangslage und zumindest teilweise alternativ zu ver-
stehender Anklageart - ohne Rechtsverlust verzichtbar (vgl. Ziff. I. 1. der Anklage-
schrift vom 25. Juli 2016 [pag. 312]).

IV. Strafzumessung

11. Überprüfung durch die Kammer

Die Strafkammern des Obergerichtes verfügen als Berufungsgericht über umfas-
sende Kognition in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht (Art. 398 Abs. 2 und 3 
StPO). Das gilt auch für die Strafzumessung, doch sind die Kammern bei gleich-
bleibenden Schuldsprüchen und vergleichbarer Gewichtung der übrigen Strafzu-
messungsfaktoren bezüglich einer allfälligen Abweichung von der durch die Vor-
instanz festgelegten Sanktion zurückhaltend, da die erstinstanzlichen Gerichte von 
allen Aspekten des beurteilten Falles einen unmittelbaren Eindruck gewinnen und 
in bestimmten Deliktskategorien über eine reiche Praxis mit vielen Vergleichsmög-
lichkeiten verfügen. Für gleiche Schuldsprüche ist daher in solchen Fällen eine Kor-
rektur im Strafmass durch die Kammer nur angezeigt, wenn wesentliche Tat- oder 
Täterkomponenten oder Abstufungen unter Teilnehmern unberücksichtigt geblie-
ben oder falsch gewürdigt worden sind oder wenn seit dem erstinstanzlichen Urteil 
wesentliche, die Strafzumessung beeinflussende Änderungen eingetreten sind.

21

12. Anwendbares Recht

Am 1. Januar 2018 sind die revidierten Bestimmungen des Allgemeinen Teils des 
Strafgesetzbuches in Kraft getreten. Hat der Täter vor diesem Datum ein Verbre-
chen oder Vergehen begangen, erfolgt die Beurteilung aber erst nachher, so sind 
gemäss Art. 2 Abs. 2 StGB die neuen Bestimmungen anzuwenden, wenn sie für 
ihn milder sind. Ob das neue im Vergleich zum alten Gesetz milder ist, beurteilt 
sich nicht nach einer abstrakten Betrachtungsweise, sondern in Bezug auf den 
konkreten Fall (Grundsatz der konkreten Vergleichsmethode; BGE 134 IV 82 
E. 6.2.1 S. 87). Ausschlaggebend ist, nach welchem Recht der Täter für die zu be-
urteilende Tat besser wegkommt (BGE 126 IV 5 E. 2c S. 8 mit Hinweisen). Anzu-
wenden ist in Bezug auf ein und dieselbe Tat nur entweder das alte oder das neue 
Recht. Eine kombinierte Anwendung der beiden Rechte ist ausgeschlossen 
(BGE 134 IV 82 E. 6.2.3 S. 88 mit Hinweisen).

Der Beschuldigte hat sich des versuchten Raubes schuldig gemacht. Er hat dieses 
Delikt vor Inkrafttreten des Strafgesetzbuches in der Fassung vom 1. Januar 2018 
begangen, die Beurteilung erfolgt aber erst nachher. Das zum Tatzeitpunkt gelten-
de alte Recht sah für den Raub eine Strafandrohung von Freiheitsstrafe bis zu 
zehn Jahren oder Geldstrafe nicht unter 180 Tagessätzen vor (Art. 140 Ziff. 1 
aStGB). Nach neuem Recht wird Raub mit einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten 
bis zu zehn Jahren bestraft (Art. 140 Ziff. 1 StGB). Das neue Recht ist folglich nicht 
milder, weshalb das zum Tatzeitpunkt geltende alte Recht anzuwenden ist (Art. 2 
Abs. 2 StGB). Bereits an dieser Stelle kann indes vorweggenommen werden, dass 
vorliegend zum Vornherein eine Strafe von mehr als 360 Strafeinheiten und damit 
auch nach altem Recht einzig eine Freiheitsstrafe in Frage kommt.

13. Konkretes Vorgehen und Strafrahmen 

Die allgemeinen Ausführungen der Vorinstanz zur Strafzumessung sind zutreffend. 
Darauf kann verwiesen werden (pag. 551, S. 39 der erstinstanzlichen Urteilsbe-
gründung). 

Ist ein versuchtes Delikt zu beurteilen, ist in einem ersten Schritt die schuldange-
messene Strafe für das vollendete Delikt festzulegen. Die derart ermittelte hypothe-
tische Strafe ist in der Folge unter Berücksichtigung des fakultativen Strafmilde-
rungsgrunds von Art. 22 Abs. 1 aStGB zu reduzieren (Urteil des Bundesgerichts 
6B_466/2013 vom 25. Juli 2013 E. 2.3.1 mit Hinweis).

Trotz des Strafmilderungsgrunds des Versuchs sind vorliegend keine ausserge-
wöhnlichen Umstände ersichtlich, aufgrund welcher der ordentliche Strafrahmen zu 
verlassen wäre (vgl. BGE 136 IV 55 E. 5.8 S. 63 mit Hinweisen; Urteil des Bundes-
gerichts 6B_853/2014 vom 9. Februar 2015 E. 4.2). Der Strafrahmen reicht somit 
formell von 180 Tagessätzen Geldstrafe bis zu zehn Jahren Freiheitsstrafe 
(Art. 140 Ziff. 1 aStGB). 

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22

14. Tatkomponenten

14.1 Objektive Tatkomponenten

Der Tatbestand des Raubes schützt das Vermögen und die persönliche Freiheit 
des Einzelnen (Urteil des Bundesgerichts 6B_1095/2009 vom 24. September 2010 
E. 2.2; NIGGLI/RIEDO, in: Basler Kommentar, Strafrecht II, 3. Aufl. 2013, N. 13 zu 
Art. 140 StGB). 

Das geschützte Rechtsgut des Vermögens wurde vorliegend lediglich leicht verletzt 
bzw. gefährdet. Negativ ins Gewicht fällt jedoch die massive Vorgehensweise. In-
dem der Beschuldigte und B.________ mit mehreren Faustschlägen und Fusstrit-
ten auf C.________ einwirkten, verletzten und gefährdeten sie dessen physische 
Integrität erheblich. C.________ erlitt durch den Vorfall eine dislozierte Nasenbein-
fraktur, eine Ellenbogenkontusion links und eine Rippenprellung rechts. Auch wenn 
diese Verletzungen medizinisch und rechtlich nicht als schwer einzustufen sind, 
wurde das Rechtsgut der körperlichen Integrität durch die Faustschläge und Fuss-
tritte erheblich gefährdet. Nur mit Glück blieben schwerere Verletzungen aus. 

Es ist davon auszugehen, dass der Beschuldigte und B.________ den Raub nicht 
konkret geplant haben. Der Entschluss, von C.________ und D.________ die Her-
ausgabe der Handys und der Portemonnaies zu verlangen, dürfte sich relativ spon-
tan aus der Situation heraus ergeben haben. Dennoch war die Tat von einem er-
heblichen Aggressions- und Gewaltpotential des Beschuldigten getragen. Er schlug 
mehrfach auf den ihm körperlich deutlich unterlegenen C.________ ein, ohne dass 
dieser ihn vorgängig provoziert hätte. Der Beschuldigte liess auch nicht von 
C.________ ab, als dieser flüchten konnte, sondern verfolgte ihn und brachte ihn 
gewaltsam zu Boden. Als C.________ am Boden lag, schlugen der Beschuldigte 
und B.________ erneut mehrfach mit den Fäusten auf ihn ein und traten ihn mehr-
fach mit den Füssen. Erschwerend kommt hinzu, dass der Beschuldigte dabei auch 
gegen den Kopf des Opfers schlug und trat, was eine (unnötige) erhöhte Gefähr-
lichkeit der Tat bewirkte. Das Verhalten des Beschuldigten ist verwerflich und 
zeugt, wie die Vorinstanz zu Recht festhielt, von einer erheblichen kriminellen 
Energie (pag. 552, S. 40 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Die Art und 
Weise der Herbeiführung der Rechtsgutverletzung führt zu einer Erhöhung des ob-
jektiven Tatverschuldens. 

Das objektive Tatverschulden liegt – im Verhältnis zum weiten ordentlichen Straf-
rahmen von bis zu zehn Jahren Freiheitsstrafe – an der Grenze zum mittleren Be-
reich.

14.2 Subjektive Tatkomponenten 

Der Beschuldigte handelte direktvorsätzlich, was – da tatbestandsimmanent – ver-
schuldensmässig neutral zu gewichten ist. 

Die Kammer geht davon aus, dass die Gewalt gegen C.________ vorab im Hin-
blick auf die Wegnahme der Wertsachen erfolgte (vgl. pag. 548, S. 36 der erstin-
stanzlichen Urteilsbegründung). Beweismässig ist davon auszugehen, dass es ge-
genüber dem Beschuldigten und B.________ vorgängig zu keiner Provokation oder 
Aggression seitens des Opfers kam. Die ins Feld geführte Urinier-Geschichte hat 

23

sich nicht zugetragen. Wut, Rache oder Angst scheiden somit als mögliche Be-
weggründe aus. Der Gewaltausbruch des Beschuldigten ist durch nichts zu recht-
fertigen und bleibt letztlich unverständlich. 

Wie die Vorinstanz zutreffend ausführt, liegen für eine verminderte Schuldfähigkeit 
im Zeitpunkt des Vorfalls keine Anhaltspunkte vor (vgl. pag. 552 f., S. 40 der erstin-
stanzlichen Urteilsbegründung). Allerdings dürfte es dem Beschuldigten aufgrund 
seiner ADS-Diagnose in Kombination mit einer gewissen Alkoholisierung schwerer 
gefallen sein, die Emotionen zu kontrollieren, als dem Durchschnittsbürger. Die 
ADS-Diagnose ist deshalb zu seinen Gunsten im Rahmen von Art. 47 aStGB als 
leicht verschuldensmindernd zu berücksichtigen. 

14.3 Fazit Tatkomponenten

Das Tatverschulden ist im Verhältnis zum weiten Strafrahmen von bis zu zehn Jah-
ren Freiheitsstrafe insgesamt noch als leicht zu bezeichnen, allerdings an der 
Grenze zu einem mittleren Verschulden. Die Kammer erachtet – mit der Vorinstanz 
– für das hypothetisch vollendete Delikt eine Freiheitsstrafe im Bereich von 36 Mo-
naten als dem Verschulden des Beschuldigten angemessen.

14.4 Strafminderung zufolge Versuch 

Die beiden Beschuldigten konnten keine Wertsachen erhältlich machen. Der 
tatbestandsmässige Erfolg ist mithin nicht eingetreten. Es liegt ein Versuch vor. 
Das Gesetz sieht für den Versuch eine fakultative Strafmilderung vor (Art. 22 
Abs. 1 i.V.m. Art. 48a aStGB; vgl. BGE 137 IV 113 E. 1.4.2 S. 115). Die Rechtspre-
chung hielt indessen seit jeher fest, dass die Strafe beim erfolglosen Delikt zwin-
gend zu reduzieren ist (BGE 121 IV 49 E. 1 b S. 54 f.).

Vorliegend ist es nicht primär das Verdienst der Beschuldigten, dass es beim Ver-
such geblieben ist. Sie brachen ihr Vorhaben ab, weil sie davon ausgingen, dass 
die Polizei kommt und damit aufgrund eines äusseren Einflusses. Für den Versuch 
erscheint eine Reduktion der Strafe um 8 Monate auf eine Freiheitsstrafe von 
28 Monaten als angemessen. 

15. Täterkomponenten 

Betreffend das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse kann auf die Aus-
führungen der Vorinstanz verwiesen werden (pag. 553 f., S. 41 f. der erstinstanzli-
chen Urteilsbegründung). Beizufügen bleibt, dass der Beschuldigte seine kaufmän-
nische Lehre im Sommer 2017 erfolgreich abgeschlossen hat (pag. 656; pag. 685 
Z. 23 ff.). An der oberinstanzlichen Verhandlung gab der Beschuldigte zu Protokoll, 
er habe seine Stelle beim K.________ in Biel gekündigt und sei auf der Suche 
nach einer neuen Arbeitsstelle (pag. 685 Z. 23 ff.). Ab Sommer 2019 möchte er die 
Berufsmaturität und anschliessend die Pädagogische Hochschule absolvieren 
(pag. 657; pag. 685 Z. 32 ff.). 

Das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse wirken sich neutral aus. 

Der Beschuldigte wurde am 31. Mai 2015, und damit drei Wochen nach dem vor-
liegend zu beurteilenden Vorfall, erneut straffällig. Mit Strafbefehl der Staatsanwalt-
schaft Zofingen-Kulm vom 29. Januar 2016 wurde er hierfür wegen unrechtmässi-

24

ger Aneignung eines Polizei-Signals, Nötigung, vorsätzlicher Entfernung eines Po-
lizei-Signals und vorsätzlichen Betretens der Autobahn zu einer bedingten Gelds-
trafe von 80 Tagessätzen zu CHF 60.00 mit einer Probezeit von zwei Jahren und 
einer Übertretungsbusse von CHF 600.00 verurteilt (pag. 166 ff.; pag. 663). 

Ansonsten ist das Verhalten des Beschuldigten nach der Tat und im Strafverfahren 
nicht zu beanstanden. Er hat sich stets korrekt und soweit möglich auch kooperativ 
verhalten. Ein solches Verhalten darf jedoch erwartet werden und führt deshalb 
gemäss ständiger Praxis nicht zu einer Strafminderung. Der Beschuldigte bestritt 
den Vorwurf des versuchten Raubes auch im oberinstanzlichen Verfahren, was al-
lerdings vom Recht des Beschuldigten, sich nicht selber belasten zu müssen, ge-
deckt ist und aufgrund dessen nicht zu seinen Ungunsten berücksichtigt werden 
darf. Allerdings ist dann mangels Geständnisses auch keine Strafreduktion mög-
lich.

Positiv zu werten ist, dass Beschuldigte im April 2016 mit C.________ eine ausser-
gerichtliche Vereinbarung abgeschlossen hat (pag. 282 f.). Es ist davon auszuge-
hen, dass der Beschuldigte die vereinbarte Wiedergutmachung im Umfang von 
CHF 750.00 fristgerecht bezahlt hat (anders B.________, vgl. pag. 406 f.). 

In den Aussagen des Beschuldigten sind gewisse Anzeichen von Reue und Ein-
sicht erkennbar. So führte er beispielsweise aus, es tue ihm leid und er sei bereit, 
sich zu entschuldigen (pag. 67 Z. 50). Er sei nicht stolz auf die Tat (pag. 67 Z. 50; 
pag. 448 Z. 372). Er wisse, dass es ein Fehler gewesen sei, dem Opfer nachzu-
rennen und er sei bereit, hierfür die Konsequenzen zu tragen (pag. 70 Z. 146 ff.). 
Er bereue den Vorfall bis heute und denke täglich daran. Das hätte nicht passieren 
dürfen (pag. 72 Z. 221 ff.). 

Das Verhalten nach der Tat und im Strafverfahren ist leicht strafmindernd zu 
berücksichtigen.

Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichts ist eine erhöhte Strafempfind-
lichkeit nur bei aussergewöhnlichen Umständen zu bejahen, da die Verbüssung ei-
ner Freiheitsstrafe für jede arbeitstätige und in ein familiäres Umfeld eingebettete 
Person mit einer gewissen Härte verbunden ist (Urteil des Bundesgerichts 
6B_1095/2014 vom 24. März 2015 E. 3.3 mit Hinweisen). Solche Umstände sind 
vorliegend nicht ersichtlich. Die Strafempfindlichkeit des Beschuldigten ist deshalb 
als neutral zu beurteilen.

Die Täterkomponenten wirken sich aufgrund des Verhaltens nach der Tat und im 
Strafverfahren insgesamt leicht strafmindernd aus, weshalb die Freiheitsstrafe um 
4 Monate auf 24 Monate zu reduzieren ist. 

16. Strafmass und Strafvollzug

Zusammenfassend erachtet die Kammer für den Schuldspruch wegen versuchten 
Raubes – in Übereinstimmung mit der Vorinstanz – eine Freiheitsstrafe von 24 Mo-
naten als angemessen (pag. 557, S. 45 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). 
Aufgrund der ungleichen Strafart gegenüber der mit Strafbefehl der Staatsanwalt-
schaft Zofingen-Kulm vom 29. Januar 2016 ausgesprochenen bedingten Geldstrafe 
ist vorliegend keine Zusatzstrafe auszufällen (vgl. pag. 663).

25

Die Polizeihaft von einem Tag (13. Mai 2015) wird auf die Freiheitsstrafe ange-
rechnet (Art. 51 aStGB). 

Gemäss Art. 42 Abs. 1 aStGB schiebt das Gericht den Vollzug einer Freiheitsstrafe 
in der Regel auf, wenn eine unbedingte Strafe nicht notwendig erscheint, um den 
Täter von der Begehung weiterer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten. Schiebt 
das Gericht den Vollzug einer Strafe auf, so bestimmt es dem Verurteilten eine 
Probezeit von zwei bis fünf Jahren (Art. 44 Abs. 1 aStGB). Nach der Rechtspre-
chung des Bundesgerichts ist der Strafaufschub die Regel, von der grundsätzlich 
nur bei ungünstiger Prognose abgewichen werden darf (BGE 134 IV 1 E. 4.2.2 
S. 6). 

Der Beschuldigte schloss im Sommer 2017 seine kaufmännische Lehre erfolgreich 
ab und lebt in geordneten persönlichen und finanziellen Verhältnissen. Seit dem 
erstinstanzlichen Urteil vom 18. Januar 2017 hat er sich nichts mehr zu Schulden 
kommen lassen. Mit Blick auf die gesamten Umstände vermag auch die Verurtei-
lung vom 29. Januar 2016 für sich allein noch keine ungünstige Prognose zu indi-
zieren (vgl. pag. 166 ff.; pag. 663; Ziff. IV. 15. vorne).

Die Voraussetzungen für die Gewährung des bedingten Vollzugs sind gegeben. 
Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit – auch mit 
Blick auf die oberinstanzliche Verfahrensdauer – auf das Minimum von zwei Jahren 
festgesetzt.

V. Kosten und Entschädigung

17. Verfahrenskosten

Fällt die Rechtsmittelinstanz selber einen neuen Entscheid, so befindet sie darin 
auch über die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung (Art. 428 Abs. 3 
StPO). Die beschuldigte Person trägt die Verfahrenskosten, wenn sie verurteilt wird 
(Art. 426 Abs. 1 StPO). Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien 
nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). 

Angesichts des Ausgangs des oberinstanzlichen Verfahrens ist die erstinstanzliche 
Kostenliquidation zu bestätigen. Dem Beschuldigten sind die anteilsmässigen erst-
instanzlichen Verfahrenskosten, ausmachend CHF 8'680.00 aufzuerlegen (½ von 
total CHF 17‘360.00).

Als unterliegende Partei im Rechtsmittelverfahren trägt der Beschuldigte auch die 
oberinstanzlichen Verfahrenskosten, bestimmt auf CHF 4‘000.00 (Art. 24 Bst. b des 
Verfahrenskostendekrets [VKD; BSG 161.12]; Richtlinien für die Bemessung der 
Verfahrenskosten in Strafsachen am Obergericht des Kantons Bern gemäss Be-
schluss der Strafabteilungskonferenz vom 23. April 2018).

18. Entschädigung 

Gemäss Art. 135 Abs. 1 StPO wird die amtliche Verteidigung nach dem Anwaltsta-
rif desjenigen Kantons entschädigt, in dem das Strafverfahren geführt wurde. 
Art. 135 Abs. 4 StPO bestimmt, dass die beschuldigte Person bei einer Verurtei-

https://www.swisslex.ch/DOC/ShowLawViewByGuid/315c575f-b12a-4355-a1ad-3474409d0494/2584af7e-cc30-4914-b73f-1a2d1698f96f?source=document-link&SP=5|kfcxca

26

lung zu den Verfahrenskosten dazu verpflichtet ist, (Bst. a) dem Kanton die Ent-
schädigung zurückzuzahlen und (Bst. b) der Verteidigung die Differenz zwischen 
der amtlichen Entschädigung und dem vollen Honorar zu erstatten, sobald es ihre 
wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben.

Gemäss Art. 42 Abs. 1 des kantonalen Anwaltsgesetzes (KAG; BSG 168.11) be-
zahlt der Kanton Bern den amtlich bestellten Anwälten eine angemessene Ent-
schädigung, die sich nach dem gebotenen Zeitaufwand bemisst und höchstens 
dem Honorar gemäss der Tarifordnung für den Parteikostenersatz (Art. 41 KAG) 
entspricht. Bei der Festsetzung des gebotenen Zeitaufwands sind die Bedeutung 
der Streitsache und die Schwierigkeit des Prozesses zu berücksichtigen. Auslagen 
und Mehrwertsteuer werden zusätzlich entschädigt. Gemäss Art. 17 Abs. 1 Bst. f 
der Parteikostenverordnung (PKV; BSG 168.811) beträgt das Honorar im Rechts-
mittelverfahren 10 bis 50 % des Honorars im erstinstanzlichen Verfahren. Im Ver-
fahren vor dem Kollegialgericht des Regionalgerichts reicht der Honorarrahmen 
von CHF 2‘000.00 bis CHF 50‘000.00 (Art. 17 Abs. 1 Bst. c PKV). 

Die Entschädigung für die amtliche Verteidigung des Beschuldigten vor erster In-
stanz durch Fürsprecher Z.________ wurde von der Vorinstanz gemäss der Kos-
tennote vom 17. Januar 2017 (pag. 483 ff.) bestimmt und ist zu bestätigen 
(pag. 559 f., S. 47 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Der Beschuldigte hat 
dem Kanton Bern die für das erstinstanzliche Verfahren ausgerichtete Entschädi-
gung von insgesamt CHF 11‘477.15 zurückzuzahlen und Fürsprecher Z.________ 
die Differenz zwischen der amtlichen Entschädigung und dem vollen Honorar, 
ausmachend CHF 2‘754.00, zu erstatten, sobald es seine wirtschaftlichen Verhält-
nisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO).

Fürsprecher Z.________ macht für das oberinstanzliche Verfahren mit Kostennote 
vom 24. Mai 2018 eine Entschädigung von insgesamt CHF 7‘324.50 geltend 
(pag. 691 ff.). 

Der oberinstanzlich geltend gemachte Aufwand von 26.25 Stunden erscheint mit 
Blick auf Art. 42 Abs. 1 KAG i.V.m. Art. 17 Abs. 1 Bst. f PKV sowie unter Berück-
sichtigung der erstinstanzlich zugesprochenen Entschädigung als über dem gebo-
tenen Aufwand liegend. Die oberinstanzliche Parteiverhandlung dauerte lediglich 
knapp eineinhalb Stunden (vgl. pag. 684; pag. 689). Für die Vorbereitung der Ver-
handlung erachtet die Kammer einen Zeitaufwand von maximal sechs anstatt acht 
Stunden für geboten. Der Aufwand wird deshalb um 3 Stunden auf noch angemes-
sen erscheinende 23.25 Stunden gekürzt. Der Beschuldigte hat dem Kanton Bern 
die für das oberinstanzliche Verfahren ausgerichtete Entschädigung von insgesamt 
CHF 5‘263.65 zurückzuzahlen und Fürsprecher Z.________ die Differenz zwischen 
der amtlichen Entschädigung und dem vollen Honorar, ausmachend total 
CHF 1‘253.10, zu erstatten, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben 
(Art. 135 Abs. 4 StPO).

27

VI. Verfügungen

Dem zuständigen Bundesamt ist die vorzeitige Zustimmung zur Löschung des er-
stellten DNA-Profils (PCN-Nr. .________) zu erteilen (Art. 16 Abs. 1 Bst. e i.V.m. 
Art. 17 Abs. 1 DNA-ProfilG).

Dem für die Führung von AFIS zuständigen Dienst ist die vorzeitige Zustimmung 
zur Löschung der erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten zu ertei-
len (Art. 17 Abs. 1 Bst. e i.V.m. Art. 19 Abs. 1 Verordnung über die Bearbeitung 
biometrischer erkennungsdienstlicher Daten).

28

VII. Dispositiv

Die 1. Strafkammer erkennt:

I.

Es wird festgestellt, dass das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland (Kollegialgericht) 
vom 18. Januar 2017 insofern in Rechtskraft erwachsen ist, als

A. 

A.________ schuldig erklärt wurde:

der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz durch Eigenkonsum von 
Cannabis, festgestellt am 13.05.2015 in Bern

und in Anwendung der Art. 106 StGB und Art. 19a Ziff. 1 BetmG 

verurteilt wurde:

zu einer Übertretungsbusse von CHF 100.00. Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter 
Nichtbezahlung wird auf einen Tag festgesetzt. 

B. 

weiter beschlossen wurde: 

Folgende Gegenstände werden nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils an A.________ 
zurückgegeben:
- 1 Hemd, rot-blau kariert, Gr. M, "The Zara Man"
- 1 T-Shirt, weiss, Gr. S, "H&M"
- 1 Paar Schuhe, weiss, Gr. 41, "Converse"
- 1 Paar Jeans, blau, "Jack&Jones"
- 1 Jeans-Jacke, schwarze Kunstlederärmel, Gr. M, "Zara Man"

II.

A.________ wird schuldig erklärt:

des versuchten Raubes, begangen am 10.05.2015 in Bern gemeinsam mit B.________ 
zum Nachteil von C.________ und D.________;

und in Anwendung der 
Art. 2 Abs. 2 StGB,
Art. 22 Abs. 1, 40, 42 Abs. 1, 44 Abs. 1, 47, 48a, 51 und 140 Ziff. 1 aStGB, 
Art. 426 Abs. 1, 428 Abs. 1 und 3 StPO 

29

verurteilt:

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 24 Monaten.

Die Polizeihaft vom 13.05.2015 (1 Tag) wird auf die Freiheitsstrafe angerechnet.

Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre fest-
gesetzt. 

3. Zur Bezahlung der anteilsmässigen erstinstanzlichen Verfahrenskosten, ausma-
chend CHF 8'680.00 (1/2 von total CHF 17‘360.00).

3. Zur Bezahlung der oberinstanzlichen Verfahrenskosten, bestimmt auf 
CHF 4‘000.00. 

III. 

Weiter wird verfügt: 

1. Die Entschädigung des amtlichen Verteidigers von A.________, Fürsprecher 
Z.________, wurde/wird für das erst- bzw. oberinstanzliche Verfahren wie folgt be-
stimmt:

Erste Instanz
Stunden Satz

amtliche Entschädigung 51.00 200.00 CHF 10'200.00
CHF 427.00

Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 10'627.00 CHF 850.15
CHF 0.00

Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 11'477.15

volles Honorar CHF 12'750.00
CHF 427.00

Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 13'177.00 CHF 1'054.15
CHF 0.00

Total CHF 14'231.15

nachforderbarer Betrag CHF 2'754.00

Auslagen MWSt-pflichtig

Auslagen ohne MWSt

Auslagen MWST-pflichtig

Auslagen ohne MWST

A.________ hat dem Kanton Bern die für das erstinstanzliche Verfahren ausgerichtete 
Entschädigung von insgesamt CHF 11‘477.15 zurückzuzahlen und Fürsprecher 
Z.________ die Differenz zwischen der amtlichen Entschädigung und dem vollen Ho-
norar, ausmachend CHF 2‘754.00, zu erstatten, sobald es seine wirtschaftlichen Ver-
hältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO).

30

Obere Instanz
Leistungen bis 31.12.2017

Stunden Satz
amtliche Entschädigung 7.50 200.00 CHF 1'500.00

CHF 83.20
Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 1'583.20 CHF 126.65

CHF 0.00
Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 1'709.85

volles Honorar CHF 1'875.00
CHF 83.20

Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 1'958.20 CHF 156.65
CHF 0.00

Total CHF 2'114.85

nachforderbarer Betrag CHF 405.00

Auslagen MWSt-pflichtig

Auslagen ohne MWSt

Auslagen MWST-pflichtig

Auslagen ohne MWST

Leistungen ab 01.01.2018
Stunden Satz

amtliche Entschädigung 15.75 200.00 CHF 3'150.00
CHF 149.70

Mehrwertsteuer 7.7% auf CHF 3'299.70 CHF 254.10
CHF 0.00

Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 3'553.80

volles Honorar CHF 3'937.50
CHF 149.70

Mehrwertsteuer 7.7% auf CHF 4'087.20 CHF 314.70
CHF 0.00

Total CHF 4'401.90

nachforderbarer Betrag CHF 848.10

Auslagen MWSt-pflichtig

Auslagen ohne MWSt

Auslagen MWST-pflichtig

Auslagen ohne MWST

A.________ hat dem Kanton Bern die für das oberinstanzliche Verfahren ausgerichte-
te Entschädigung von insgesamt CHF 5‘263.65 zurückzuzahlen und Fürsprecher 
Z.________ die Differenz zwischen der amtlichen Entschädigung und dem vollen Ho-
norar, ausmachend CHF 1‘253.10, zu erstatten, sobald es seine wirtschaftlichen Ver-
hältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO).

2. Dem zuständigen Bundesamt wird die vorzeitige Zustimmung zur Löschung des er-
stellten DNA-Profils (PCN-Nr. .________) erteilt (Art. 16 Abs. 1 Bst. e i.V.m. Art. 17 
Abs. 1 DNA-ProfilG).

3. Dem für die Führung von AFIS zuständigen Dienst wird die vorzeitige Zustimmung zur 
Löschung der erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten erteilt (Art. 17 
Abs. 1 Bst. e i.V.m. Art. 19 Abs. 1 Verordnung über die Bearbeitung biometrischer er-
kennungsdienstlicher Daten).

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4. Zu eröffnen:
- dem Beschuldigten/Berufungsführer, a.v.d. Fürsprecher Z.________
- der Generalstaatsanwaltschaft

Mitzuteilen:
- der Vorinstanz
- der Koordinationsstelle Strafregister (nur Dispositiv, nach unbenutztem Ablauf der 

Rechtsmittelfrist bzw. nach Entscheid der Rechtsmittelbehörde)

Bern, 24. Mai 2018
(Ausfertigung: 3. August 2018)

Im Namen der 1. Strafkammer

Der Präsident i.V.:

Oberrichter Guéra

Die Gerichtsschreiberin:

Bettler

Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begründung beim Bundesge-
richt, Av. du Tribunal fédéral 29, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 
90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 
173.110) geführt werden. Die Beschwerde muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen.