# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b7a5a1ea-96ca-54b2-9b5d-b6e9e01cced4
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-09-26
**Language:** de
**Title:** Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung des Beschwerdeführers eingetreten, hat jedoch den somatischen und psychischen Gesundheitszustand nicht genügend abgeklärt. Rückweisung.
**Docket/Reference:** IV.2021.00350
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2021.00350.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2021.00350
I. Kammer
Sozialversicherungsrichterin Fehr, Vorsitzende
Sozialversicherungsrichter Bachofner
Sozialversicherungsrichterin Maurer Reiter
Gerichtsschreiberin Engesser
Urteil
vom
2
6.
September 2022
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwältin Christina Ammann
Sautter & Ammann Rechtsanwälte
Bahnhofstrasse 12, Postfach 141, 8610 Uster
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
X.___
, geboren 1962,
von Beruf Lastwagenchauffeur,
meldete sich am 1
4.
Dezember 1999 bei der Sozialversicherungsanstalt Zürich, IV Stelle,
unter Hinweis auf Gelenkentzündungen
zum Leistungsbezug an. I
n der Folge
erteilte
ihm die IV-Stelle
Kostengutsprache für eine
Umschul
ung zu
m
Carchauffeur
(Urk.
7/1/7
,
Urk.
7/20,
Urk.
7/28
,
Urk.
7/29/1-2,
Urk.
8/29/35
) und hielt m
it Ver
fügung vom 2
8.
April 2000 fest, der Versicherte sei rentenausschliessend einge
gliedert (
Urk.
7/17).
1.2
Der Versicherte meldete sich am
9.
September 2014
sowie am
5.
November 2015 jeweils
erneut
bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/8
,
Urk.
7/51
).
Die IV-Stelle führte medizinische und erwerbliche Abklärungen durch und
verneinte mit Verfügung
en
vom 3
0.
Januar 2015
und 3
1.
Januar 2017
eine
n
Anspruch des Versicherten auf Leistungen der Invalidenversicherung (
Urk.
7/42
,
Urk.
7/81
).
1.3
Nachdem
sich der Versicherte
am 2
8.
November 2017
unter Hinweis auf Gelenks
entzündungen, den Ersatz des rechten Kniegelenks, eine chronische Augenent
zündung sowie eine psychische
Beeinträchtigung
wiederum
zum Leistungsbezug angemeldet hatte (
Urk.
7/88)
, holte die IV-Stelle
nebst Berichten der behandeln
den Ärzte die Akten des Krankentaggeldversicherers ein,
d
arunter insbesondere das
von jenem
veranlasste
psychiatr
isch-rheumatologische
Gutachte
n der
Y.___
vom 2. Au
gust 2018 (
Urk.
7/113
f.
)
und wies das Leistungsbegehren
- ausgehend von einer
uneinge
schränkte
n
Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit
-
mit Verfügung vom 1
1.
Januar 2019 ab
(
Urk.
7/130).
Das Wiedererwägungsgesuch des Versicherten vom
5.
September 2019 (
Urk.
7/143) verfolgte die IV-Stelle nicht weiter.
1.4
Am
9.
April 2019 meldete sich der Versicherte
unter Hinweis auf eine rapide Ver
schlechterung des Gesundheitszustandes
erneut
zum Leistungsbezug an (Urk.
7/135). Die IV-Stelle
aktualisierte die medizinische Aktenlage
mittels Formularberichten der behandelnden Fachleute
, namentlich Berichte
n
der
Klinik Z.___
, vom 2
2.
August 2019 (
Urk.
7/150) und 1
9.
November 2019 (
Urk.
7/
1
59) über dort durchgeführte
Hospitalisationen
. Am 1
8.
Oktober 2019
teilte
sie
ihm mit, es seien keine Einglie
derungsmassnahmen möglich (Urk.
7/154).
Nachdem sie die Sache dem regionalärztlichen Dienst
(RAD)
zur Stellungnahme unterbreitet hatte (
Urk.
7/163/7), stellte sie dem Versicherten mit Vorbescheid vom 2
3.
März 2020 die Abweisung seines Begehrens in Aussicht (
Urk.
7/164). Am 1
6.
Juli 2020 erhob der Versicherte dagegen Einwand (Urk.
7/167)
und reichte den Bericht der
Klinik Z.___
vom 2
2.
Oktober 2020 über die
Hospitalisation
vom
5.
bis zum
2
2. Oktober 2020 zu den Akten (Urk.
7/176)
. Die IV-Stelle zog weitere Berichte
der behandelnden Ärztinnen Dr.
med.
A.___
, Fachärztin für
Ophtalmologie
, vom 1
1.
Januar 2021 (Ur
k.
7/189),
Dr.
med.
B.___
, Fachärztin Psychiatrie und Psychotherapie, vom 2
2.
Januar 2021 (
Urk.
7/191) und med.
pract
.
C.___
, Oberärztin Psychiatrie im
Zentrum D.___
, vom 2
6.
März 2021 (
Urk.
7/202)
bei
, worauf
s
ie
am
2
2.
April 2021 wie angekündigt verfügte (
Urk.
7/204
=
Urk.
2
).
2.
Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin Christina Ammann, am 2
5.
Mai 2021 Beschwerde mit dem Rechtsbegehren, es sei ihm
rück
wirkend
ab spätestens
1.
Oktober 201
9 eine Rente basierend auf einem
Invalidi
tätsgrad von 100
%
zuzusprechen. In
formeller
Hinsicht beantragte er sodann die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und
die
Bestellung von
Rechts
anwältin
Christina
Ammann als unentge
ltliche Rechtsvertreterin (Urk.
1). Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 1
2.
Juni 2021 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6), wovon dem Beschwerdeführer mit Verfü
gung vom 2
4.
August 2021 Kenntnis erteilt wurde.
Gleichzeitig
wurde d
as Gesuch des Beschwerdeführers um unentgeltliche Prozessführung bewilligt und ihm Rechtsanwältin Christina Amman als unentgeltliche Rechtsvertreterin bestellt (
Urk.
8).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV), des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind
vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Rege
lungen
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Da ferner das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung beziehungsweise des streitigen
Einspracheentscheids
eingetretenen
Sachverhalt abstellt (BGE 144 V
210 E. 4.3.1, 132 V 215 E. 3.1.1, je mit Hinweisen), sind vorliegend die bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Rechtsvorschriften anwendbar, die nach
folgend auch in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E.
4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V
396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne Weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsl
eistung zu erbringen (BGE 145 V
215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.5
1.5.1
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3 IVV), so ist im Beschwerdeverfahren zu prüfen, ob im Sinne von Art. 17 ATSG eine für den Rentenanspruch relevante Änderung des Invaliditätsgra
des eingetreten ist (BGE
117 V 198 E. 3a mit Hinweis).
1.5.2
Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung ist von Amtes wegen zu prüfen, ob seit der ersten Rentenverfügung zwischenzeitlich eine erneute materielle Prüfung des Rentenanspruchs stattgefunden hat. War dies nicht der Fall, so ist auf die Entwicklung der Verhältnisse seit der ersten Ablehnungsverfügung abzustellen; wie im Revisionsverfahren bleiben allfällige, vorangehende
Nichteintretens
verfügungen
aufgrund des fehlenden Abklärungs- und bloss summarischen Begründungsaufwandes der Verwaltung unbeachtlich. Erfolgte dagegen nach einer ersten Leistungsverweigerung eine erneute materielle Prüfung des geltend gemachten Rentenanspruchs und wurde dieser nach rechtskonformer Sachver
haltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensver
gleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkun
gen des Gesundheitszustands) abermals rechtskräftig verneint, muss sich die leistungsansprechende Person dieses Ergebnis – vorbehältlich der Rechtspre
chung zur Wiedererwägung oder prozessualen
Revision (vgl. BGE 127 V 466 E.
2c mit Hinweisen) – bei einer weiteren Neuanmeldung entgegenhalten lassen
(BGE
130 V 71 E. 3.2.3; vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.3 f.).
1.5.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herab
gesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zu
sprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Ren
tenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebenem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hinsichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisions
rechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen). Weder eine im Vergleich zu früheren ärztlichen Einschätzungen ungleich attestierte Arbeitsunfähigkeit noch eine unterschiedliche diagnostische Einordnung des gel
tend gemachten Leidens genügt somit per se, um auf einen verbesserten oder verschlechterten Gesundheitszustand zu schliessen; notwendig ist in diesem Zusammenhang vielmehr eine veränderte Befundlage (Urteil des Bundesgerichts 9C_135/2021 vom 27. April 2021 E. 2.1 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtli
cher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3; Urteil des Bundesgerichts 8C_144/2021 vom 27. Mai 2021 E. 2.3, je mit Hinweisen).
1.6
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Sie haben alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverläs
sige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere dürfen sie bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum sie auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellen (BGE 125 V 351 E. 3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung damit, dass ein Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung mit Verfügung vom 1
1.
Januar 2019 mangels Diagnosen und Befunde
n
, die eine langandauernde Arbeitsunfähigkeit begründen würden, verneint
worden sei. Ihre Abklärungen hä
tten ergeben, dass seit diesem Zeitpunkt keine wesentliche gesundheitliche Ver
änderung eingetreten sei. Ein Revisionsgrund sei daher zu verneinen
. Es bestehe weiterhin eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in bisheriger Tätigkeit
(Urk. 2 S.
1).
In der Beschwerdeantwort ergänzte die Beschwerdegegnerin, im Wesentlichen handle es sich bei den neu gestellten Diagnosen, gerade auch bei derjenigen einer Persönlichkeitsstörung, welche per Definitionem nicht erst in höherem Alter auf
getreten sein könne, um andere Beurteilungen desselben Gesundheitszustandes (
Urk.
6).
2.2
Der Beschwerdeführer brachte dagegen vor, es treffe nicht zu, dass sich sein Gesundheitszustand seit
der Begutachtung durch die
Y.___
im
August 2018 nicht erheblic
h
verschlechtert habe
(
Urk.
1 S. 4)
.
Gemäss den behandelnden Ärzten lägen neue Diagnosen vor, insbesondere handle es sich bei der neu gestellten Diagnose einer kombinierten und sonstigen Persönlichkeit
sstörung
um eine
n
neuen medizinischen Sachverhalt (
Urk.
1 S. 4 ff.). Aufgrund der gestellten
Diagnosen
sei er auf dem freien Arbeitsmarkt nicht mehr
arbeitsfähig. Er habe sich am 1
8.
Oktober 2019
zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung angemeldet. Seither sei er arbeitsunfähig. Der Rentenanspruch sei somit spätes
tens am
1.
Oktober 2020 entstanden (
Urk.
1 S. 8).
2.3
Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung des Beschwerdeführers vom
9.
April 2019 (
Urk.
7/135
) eingetreten.
Demnach gilt es zu prüfen, ob sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit der letzten rechtskräftigen Ver
fügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechts
konformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs beruht, verändert hat (vgl. E. 1.5 hiervor). Vorliegend bildet die Verfügung vom 1
1.
Januar 2019, mit welcher die Beschwerdegegnerin den Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente verneint hatte (
Urk.
7/130), die
massgebende
Vergleichsbasis. Denn dieser Verfügung lag eine umfassende Abklärung sämtlicher gesundheitlicher Einschränkungen des Beschwerdeführers zugrunde.
3.
3.1
Die V
erfügung vom 1
1.
Januar 2019
basierte ha
uptsächlich auf dem vom Kran
ken
tag
g
eldversicherer eingeholten psychiatrisch-rheumatologischen
Gutachten
vom
2.
August 2018 (
vgl.
Urk.
7/115/6)
.
Dr.
med.
E.___
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
,
stellte darin aus psychiatrischer Sicht d
ie Diagnosen einer Panikstörung
auch bei Agoraphobie (ICD-10 F41.0), einer rezidi
vierenden depressiven Störung, weitgehend
remittiert
(ICD-10 F33.0), einer Per
sönlichkeitsakzentuierung (ICD-10 Z73.1) sowie einer Alkohol- und Kokain
abhän
g
igkeit, derzeit abstinent (I
CD-10 F10.2, ICD-10 F14.2; Urk.
7/113/14), die allesamt keinen erheblichen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hätten. Allenfalls seien Arbeiten, die häufig in Menschenansammlungen, überfüllten öffentlichen Verkehrsmitteln oder unter hoher Stressbelastung zu
leisten
seien, wenig geeig
net, dies entspreche jedoch auch nicht dem angestammten Tätigkeitsmuster (
Urk.
7/113/17). Aus rheumatologischer Sicht diagnostizierte
Dr.
med.
F.___
, Facharzt für physikalische Medizin und
Rehabilitation
,
eine
Spondyl
arthropathie
, am ehesten auf dem B
oden einer reaktiven Arthritis n
ach
Chlamy
dien-Infektion
, einen Status n
ach
Iridozyklitis
, eine Knie-
Totalendoprothese
(TEP)
rechts bei posttraumatischer Gonarthrose rechts sowie rezidivierende
geringgra
dige
Dorsalgien bei radiologisch geringen degenerativen Veränderungen der Brustwirbelsä
ule und Lendenwirbelsäule (Urk.
7/114/16). Aufgrund
d
er wahr
scheinlichen
Spondylarth
r
opathie
bestehe aus rheumatologischer Sicht bei gutem Behandlungsergebnis
Arbeitsfähigkeit
zumindest für leichte Tätigkeiten in wech
selnden Körperpositionen ohne erhöhte Ansprüche an die grobe Kraft und die Feinmotorik und ohne Arbeiten in Nässe und Zugluft. Die zuletzt ausgeübte Tätigkeit in einem Call-Center sei somit als uneingeschränkt leistbar anzusehen (
Urk.
7/114/17 f.).
In der Konsensbeurteilung kamen die beteiligten Experten zum Schluss, die Arbeitsfähigkeit in der angestammten / letzten Tätigkeit sei nicht namhaft limitiert (
Urk.
7/113/1).
Gestützt darauf ging die Beschwerdegegnerin davon aus, dass ab Juli 2018 wieder eine vollständige Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Mitar
beiter in einem Call-Center vorliege
,
und verneinte
mit Verfügung vom 11.
Januar 2019
einen Anspruch auf eine Invalidenr
ente sowie berufliche Mass
nahmen (
Urk.
7/
130
/
1
).
3.2
3.2.1
Nach der Neuanmeldung vom
9.
April 2019
nahm die Beschwerdegegnerin die
folgende
n
ärztliche
n Berichte zu den Akten
:
Dr.
med.
B.___
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie,
bei der sich der Beschwerdeführer seit März 2018 in ambulanter psychiatrischer Behandlung befindet,
stellte in
ihrem
Bericht vom
2.
September 2019 in
psychi
atrischer Hinsicht
die Diagnosen eines ADHS des Erwachsenenalters (ICD-10 F90.0), einer Persönlichkeitsstörung mit narzisstischen, selbstunsicheren und impulsiven Zügen (ICD-10 F61.0,
Impulsivität
auch im Rahmen des ADHS), einer rezidivierenden depressiven Störung, aktuell mittelgradige Episode (ICD-10 F.33.10), ein
e
s Status nach suizidalen Krisen ab der Pubertät, kognitiver Ein
schränkungen gemäss neuropsychologischer Testung 2017 sowie
eines
episodisch schädliche
n
Gebrauch
s
von Alkohol (ICD-10 F10.26;
Urk.
7/142/1)
. Sie hielt fest, auf der psychischen Ebene sei gemäss
ihren eigenen Beobachtungen
der letzten 18 Monate eine deutliche Verschlechterung eingetreten. Die Stimmungsschwan
kungen, Angstatta
c
ken und die ausgeprägten Konzentrationsstörungen hätten zugenommen. Sie verminderten die Arbeitsfähigkeit in einem hohen Ausmass, so dass sie eine Arbeitsfähigkeit von maximal 20
%
attestiere. Am besten wäre es für den Beschwerdeführer, wenn er
sich
ohne finanziellen Druck in einem geschützten, ihm wohlgesinnten Umfeld stabilisieren könne. Er leide an einem ausgeprägten ADHS, das ihn im Alltag sehr einschränke. Diese Störung sei wesentlich für die Konzentrationsprobleme, Impulsivität, verminderte Aufmerk
samkeitsspanne und Stimmungsschwankungen verantwortlich und habe
die Persönlichkeit des Beschwerdeführers seit der frühen
Kindheit geprägt (
Urk.
7/142/2
f.).
3.2.2
Der Beschwerdeführer war vom
7.
bis am 2
2.
August 2019 in der
Klinik Z.___
AG, Privatklinik für Psychiatrie und
Psychotherapie
,
hospitalisiert
. Die behan
delnden Ärzte stellten die Diagnosen psyc
hischer und Verhaltensstörungen
durch Alkohol: Abhängigkeitssyndrom sowie akute Intoxikation (ICD-10 F10.2, ICD-10 F10.0), durch Sedativa oder Hypnotika: Schädlicher Gebrauch (ICD-10 F13.1)
,
durch Kokain: Abhängigkeitssyndrom (ICD-10 F14.20) sowie durch Tabak: Abhän
g
igkeitssyndrom (ICD-10 F17.2). Ferner hielten sie Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung und eine Persönlichkeitsakzentuie
rung (unter anderem narzisstisch,
hyperthym
,
histrionisch
; ICD-10 Z73), Differentialdiagnose kombinierte Pers
önlichkeits
störung (ICD-10 F61.0)
,
fest (
Urk.
7/150/1).
Sie führten aus, während des Aufenthaltes sei es zu einer psychi
schen Stabilisierung gekommen.
Nach abgeschlossener Entzugsbehandlung
sei der Beschwerdeführer am 22.
August 2018 zur weiteren ambulanten Therapie entlassen worden. Bei Austrit
t habe es keine Hinweise auf
akutes eigen- oder fremdge
fährdendes Verhalten gegeben (
Urk.
7/150/5).
3.2.3
Dr.
med.
A.___
, Fachärztin für
Ophthalmologie
, diagnostizierte in ihrem Bericht vom 2
7.
September 2019 eine
Uveitis
anterior
HLA
B27 positiv. Die Arbeitsfähigkeit sei aus
ophthalmologischer
Sicht gegeben (
Urk.
7/152/
8
).
3.2.4
Dr.
med.
G.___
, Oberärztin in der Augenklinik des Stadtspitals
H.___
,
diagnostizierte
in ihrem Bericht vom 2
7.
September 2019
eine rezidivierende
Uveitis
anterior
mit
Makulaödem
HLA B27 positiv und
hielt
fest, der Gesund
heitszustand des Beschwerdeführers sei stationär (
Urk.
7/153/1). Eine klare Kontraindikation bezüglich beruflicher Tätigkeiten liege aus rein ophthalmologi
scher Sicht nicht vor. Der Beschwerdeführer gebe jedoch an, unter der Therapie unter psychiatrischen Nebenwirkungen zu leiden (
Urk.
7/153/2).
3.2.5
In ihrem Verlaufsbericht vom 2
9.
Oktober 2019 stellte
Dr.
B.___
die bereits bekannten Diagnosen und hielt fest,
der
Gesundheitszustand
des Beschwerde
führers habe sich im Verlauf der letzten Jahre stetig verschlechtert. Insbesondere die Rheumaerkrankun
g mit schubweisem Verlauf (unter anderem
Augen
affektion) schränke den Radius
des Beschwerdeführers
zunehmend ein. Die Behandlung der Rheumaerkrankung habe ihrerseits Nebenwirkungen,
insbeson
dere
habe sie Angstattacken und depressive P
hasen ausgelöst. Durch die psychi
schen Krankheiten sei der
Beschwerdeführer
oft verzweifelt und resigniert. Sie würden ihn im Alltag ebenfalls erheblich beeinträchtigen,
insbesondere
die Kon
zentrationsprobleme und die Vergesslichkeit (
Urk.
7/156/3). W
egen der komple
xen psychischen und somatischen Krankheiten, die sich gegenseitig verstärken könnten
,
sei davon auszugehen, dass trotz unterstützender Massnahmen und einem dem Beschwerdeführer wohlges
innten
Umfeld
eine Reintegration in den ersten Arbeitsmarkt nicht möglich sei. Der Beschwerdeführer könne in einem beschützenden Umfeld unter Anleitung maximal zwei Stunden arbeiten, was zu seiner Stabilisierung beitrage (
Urk.
7/156/4).
3.2.6
Vom 2
5.
Oktober bis am 1
9.
November 2019 war der Beschwerdeführer wiederum in der
Klinik Z.___
hospitalisiert.
Die behandelnden Ärzte stellten
im vorläufigen Austrittsbericht vom 1
9.
November 2019
die bereits bekannten Diagnosen und hielten fest, der Beschwerdeführer sei zum Alkoholentzug und zur Kriseninterven
ti
on aufgenommen worden. Der Alkoholentzug sei komplikations
los verlaufen und es sei zu keinem ihnen bekannten Rückfallereignis gekommen (
Urk.
7/159/2).
3.2.7
Dr.
B.___
beantwortete am 1
9.
Dezember 2019 die Zusatzfragen der Beschwerdegegnerin. Sie führte aus, nach Austritt aus der Klinik habe der Beschwerdeführer die Abstinenz von Alkohol, Benzodiazepinen und Kokain auf
rechterhalten können. Sie gehe jedoch nicht davon aus, dass
er
nie mehr einen Rückfall haben werde. Da
für sei sein
somato
-psychisches Leiden zu komplex und die existentielle Situation zu belastend. Die Arbeitsfähigkeit sei mehrheitlich durch andere Faktoren als durch den episodischen Alkoholüberkonsum einge
schränkt. Die Leistungsfähigkeit sei vor allem eingeschränkt durch die körperli
chen Krankheiten, die kombinierte Persönlichkeitsstörung mit impulsiven, nar
zisstischen und selbstunsicheren Zügen (ICD-10 F61.0), die rezidivierenden Depressionen (ICD-10 F33.10) u
nd das ADHS (ICD-10 F90.0; Urk.
7/161/1 f.).
3.2.8
Pract
. med.
I.___
, Facharzt für Arbeitsmedizin, vom RAD, hielt in seiner Stellungnahme vom
1
7.
März 2020 fest, mit überwiegender
Wahrschein
lichkeit
habe sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers im Vergleich zum Jahr 2018 nicht wesentlich geändert. Auch wenn die behandelnde Psychia
terin neue Diagnosen nenne, welch
e
im
Rahmen der
Begutachtung
vom August 2018 nicht genannt worden seien, ergäben sich letztlich keine Hinweise auf eine wesentliche dauerhafte Verschlechterung des Gesundheitszustandes. Im Gegenteil scheine sich die stationäre Behandlung in der psychiatrischen
Klinik Z.___
positiv auf das Suchtverhalten des Beschwerdeführers ausgewirkt zu haben. So
m
it könne weiterhin
abgestü
tzt auf das Gutachten der
Y.___
aus versiche
rungsmedizinischer Sicht davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer aus gesundheitlichen Gründen nicht wesentlich eingeschränkt sei (
Urk.
7/163/7).
3.2.9
Eine weitere
Hospitalisation
des
Beschwerdeführer
s
in der
Klinik Z.___
erfolgte
vom
5.
bis am 2
2.
Oktober 202
0.
Die be
handelnden Ärzte stellten im Au
strittsbericht vom 2
2.
Oktober 2020 die folgenden psychiatrischen Diagnosen (
Urk.
7/176/1):
-
Hypomanie (ICD-10 F30.0), Erstdiagnose Oktober 2020, am ehesten im Rah
men der Steroidtherapie, Differen
tialdiagnose
hypomane
Nachschwan
kung bei bipolar-affektiver Störung
-
Komplikationen durch Arzneimittel oder Drogen (ICD-10 Y57.9)
-
r
ezidivierende depressive Störung, gegenwärtig remittiert (ICD-10 F33.4)
-
k
ombinierte und andere Persönlichkeitsstörungen mit narzisstischen,
hyper
thymen
und
histrionischen
Anteilen (ICD-10 F61)
-
p
sychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol: Abhängigkeitssyndrom (ICD-10 F10.2), seit 1
6.
August 2020 abstinent
-
p
sychische und Verhaltensstörungen durch Kokain: Abhängigkeitssyndrom (ICD-10 F14.2), gegenwärtig abstinent
-
e
infache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung (ICD-10 F90.0), aktenanam
nestisch
-
Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung (ICD-10 Z73)
Die behandelnden Ärzte führten aus, sie gingen diagnostisch von einem
hypo
manen
Zustandsbild mit gesteigertem Antrieb, erhöhter Libido, reduziertem Nachtschlaf, Grössenideen und Distanzminderung aus, welches am ehesten durch die Behandlu
ng mit hochdosiertem
Prednisol
ausgelöst worden sei. Differential
diagnostisch könn
t
e auch eine erste
hypomane
Phase im Rahmen einer bipolar-affektiven Störung
vorgelegen
haben. Letzteres würden sie jedoch al
s
unwahr
scheinlich
erachten, da sich bei den Voraufenthalten lediglich depressive Phasen gezeigt hätten und der Beschwerdeführer
im Normalzustand angegeben habe
, sich manisch zu fühlen. Unter Medik
ation hätten
sich der Nachtschlaf
, der gesteigerte Antrieb und die innere Unruhe deutlich verbessert (
Urk.
7/176/3).
3.2.10
Dr.
A.___
erläuterte in ihrem Verlaufsbericht vom 1
1.
Januar 2021, von
Seiten
der
Uveitis
zeige sich aktuell ein deutliches Rezidiv. Auch im Rahmen der immunmodulierenden Therapie sowie teilweise vorbestehend zeigten sich zusätz
lich Panikattacken, Konzentrationsstörungen, fehlender Schlaf und Depressionen. Aus
ophthalmologischer
Sicht sei die Arbeitsfähigkeit prinzipiell gegeben, aus psychiatrischer Sicht sei dies
von ihr nicht beurteilbar (Urk.
7/189/8).
3.2.11
Dr.
B.___
ergänzte in ihrem Bericht vom 2
2.
Januar 2021 die Diagnose eines Verdachtes auf Hypomanie bei bipolarer affektiver Störung (ICD-10 F31.0)
.
Auf
grund der verschiedenen, komplexen psychischen und somatischen Erkrankun
gen und den daraus resultierenden Einschränkungen gehe sie nicht davon aus, dass der Beschwerdeführer auf dem ersten Arbeitsmarkt einer Arbeit nachgehen könne
(
Urk.
7/19
1/4).
3.2.12
Med.
pract
.
C.___
, Oberarzt
Psychiatrie am
Zentrum D.___
,
stellte in seinem
Bericht vom 2
6.
März 2021 im Wesentlichen dieselben Diagnosen wie die Ärzte der Klinik
Z.___
im Bericht vom 2
2.
Oktober 2020, hielt jedoch die depressive Episode im Berichtszeitpunkt für mittelgradig ausge
prägt und ging nicht von einer Alkoholabstinenz, sondern von einem episodi
schen Substanzgebrauch aus (
Urk.
7/202/4)
. Aus psychiatrischer Sicht sei die Prognose für eine Wiedereingliederung sehr schlecht. Eine kleinprozentige Arbeit in
einer
geschützten Umgebung (zweiter Arbeitsmarkt) könne dem Beschwerde
führer nach einer weiteren Stabilisierung
guttun
(
Urk.
7/202/4).
Die vorrangigen Beschwerden seien somatischer Natur
. Darüber hinaus lägen
eine starke situ
ative Neigung zum Grübeln, Pani
kattacken und dep
ressive Verstimmungen mit Erschö
pfungsgefühlen vor. Wichtiger sei jedoch die (bisher nur anamnestisch bestätigte) Neigung zum Perfektionismus beziehungsweise
die
Neigung
,
sich übermässig anzustrengen in einem Versuch
,
die (subjektiven) Einschränkungen zu k
ompensieren. Ausserdem sei der B
eschwerdeführer in seiner Aufmerksamkeit eingeschränkt (
Urk.
7/202/5).
3.2.13
Vom 1
5.
April bis am
7.
Mai 2021 war der Beschwerdeführer wiederum in der
Klinik Z.___
hospitalisiert. Die behandelnden Ärzte bestätigten im Aus
trittsbericht
vom 1
0.
Mai 2021 im Wesentlichen
die bereits gestellten Diagnosen
,
wobei sie im Hinblick
auf
die
rezidivierende
depressive Störung
im Berichtszeit
punkt
von einer mittelgradigen depressiven Episode
(ICD-10 F33.1) und zudem von einem Alkoholentzugs- und Abhängigkeitssyndrom (ICD-10 F10.3, ICD-10 F10.26)
ausgingen (
Urk.
3
/3
S. 1)
. Sie führten aus, bei
Eintritt habe sich eine depressive Symptomatik präsentiert, mit gedrückter Grundstimmung, Antriebs
verminderung, Gedankenkreisen, sozialem Rückzug sowie Konzentrations- und Durchschlafstörungen.
Aufgrund
des depressiven Zustandsbildes habe der Beschwerdeführer in den vorhergehenden Wochen zunehmend seinen Alkohol
konsum gesteigert. Den Entzug habe er am 1
0.
April 2021 im Spital
J.___
begonnen und gewünscht, diesen fortzusetzen. Insgesamt sei es während des Auf
enthaltes zu einer ausreichenden Stabilisierung des psychiatrischen Zustandsbil
des gekommen, so dass der Beschwerdeführer nach erfolgter Krisenintervention am
7.
Mai 2021 bei fehlendem Anhalt für akute Selbst- und Fremdgefährdung in die gewohnten Verhältnisse habe en
tlassen werden können (
Urk.
3/3
S. 4).
4.
4.1
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin den Anspruch
des Beschwerdeführers
auf Leistungen der Invalidenversicherung zu Recht gest
ützt auf die von ihr eingeholte RAD-Stellungnahme
mit der Begründung verneint
hat, der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers
habe sich seit der letzten Begut
achtung nicht w
esentlich verändert
.
4.2
Die regionalen ärztlichen Dienste (RAD) stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen die für die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funk
tionelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2
bis
IVG). Nach Art. 49 IVV beurteilen die RAD die medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten Prüfmethoden können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fach
kompetenz und der allgemeinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1). Die RAD können Versicherte bei Bedarf selber ärztlich untersu
chen. Sie halten die Untersuchungsergebnisse schriftlich fest (Abs. 2; Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober
2014 E. 3.5 mit Hinweis auf BGE
135 V 254 E. 3.3.2).
Die Funktion interner RAD-Berichte besteht darin, aus medizinischer Sicht
gewissermassen als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Verwal
tung und Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu entschei
den haben – den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu würdi
gen, wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wertung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzunehmen sei. Sie würdigen die vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht (Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweisen).
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit jenem exter
ner medizinischer Sachverständigengutachten vergleichbar, sofern sie den pra
xisgemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (
BGE 134 V 231
E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügt (
BGE 137 V 210
E. 1.2.1).
Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststel
lungen, sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 145 V 97 E. 8.5, 142 V 58 E. 5.1 mit Hinweisen).
Reine Aktengutachten sind beweiskräftig, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich fest
stehenden medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztliche Befas
sung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt (Urteil des Bundesge
richts 8C_750/2020 vom 23. April 2021 E. 4 mit Hinweisen).
4.3
4.3.1
RAD-Arzt
pract
. med.
I.___
beschränkte sich in seiner Stellungnahme vom 1
7.
März 2020 im Wesentlichen auf die Aussage, dass sich letztlich keine Hin
weise auf eine wesentliche dauerhafte Verschlechterung des Gesundheitszustan
des ergäben, auch wenn die behandelnde Psychiaterin im Bericht vom 1
9.
Dezember 2019 neue Diagnosen nenne, die im Gutachten vom Au
gust 2018 nicht gestellt würden (
Urk.
7/163/7).
Weshalb dies der Fall sei
n soll
, begründete er nicht näher, so dass
es
seine
r
Aktenbeurteilung
bereits
an
einer ausreichenden
Nachvollziehbarkeit fehlt
.
Mit der Bewertung
der
psychiatrischen Diagnosen und deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
verliess
er zudem sein Fachgebiet der Arbeitsmedizin, was den Beweiswert seiner Ausführungen
weiter schmälert
.
A
m 1
9.
April 2021
nahm die Beschwerdegegnerin lediglich
kurz Rücksprache mit
pract
. med
.
I.___
, worauf sie festhielt, gesamthaft bestehe keine Veränderung des Gesundheitszustandes seit dem
Y.___
-Gutachten
(
Urk.
7/203/5)
. Der genaue Inhalt dieser Rücksprache wurde indessen nicht dokumentiert, so dass unklar bleibt, inwiefern
pract
. med
.
I.___
in
diesem Zeitpunkt
Kenntnis
der zwi
schenzeitlich
eingegangenen Akten
hatte
.
Insbesondere die Annahme von
pract
. med
.
I.___
, die stationäre Behandlung in der psychiatrischen
Klinik Z.___
scheine sich positiv auf das Suchtverhalten des Beschwerdeführers ausgewirkt zu haben
(
Urk.
7/163/7)
,
muss
als überholt betrachtet werden, folgten doch
anschliessend
-
während des
hier zu prüfenden
Beurteilungszeitraums
-
mindestens vier weitere stationäre Aufenthalte (vgl.
Urk.
7/150/1 zur 1
0.
und
Urk.
7/176/1 zur 1
4.
Hospitalisation
in der
Klinik Z.___
)
. Da
bei
bleibt
mangels Vorliegen der entsprechenden Berichte unklar, ob es sich jeweils um weitere Aufenthalte z
wecks
Alkoholentzug
s
handelte oder ob
andere
Behandlungen
durchgeführt wurden
(wie zum Beispiel die anlässlich der 1
4.
Hospitalisation
durchgeführte
Behandlung der
wohl als Nebenwirkung der
Medikation
aufgetretenen
Hypomanie;
Urk.
7/176/2)
.
Schliesslich
befand
sich der Beschwerdeführer
auch
im Verfügungszeitpunkt wiederum in stationärer Therapie (
Urk.
3/3 S. 1).
Dies erscheint insbesondere
insofern
als relevant,
als
der Beschwerdeführer im Gutachtenszeitpunkt
im August 2018
seit mehr als einem Jahr abstinent gelebt hatte
und
der Alkoholabhängigkeit
dementsprechend
kein Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zugemessen worden war (
Urk.
7/113
/14
)
, wäh
rend
zwischenzeitlich doch mehrfache
behandlungsbedürftige
Rückfälle doku
mentiert
wurden
. Die behandelnden Ärzte der
Klinik Z.___
äusserten
zudem bereits in ihrem Bericht vom 2
4.
November 2017 anlässlich der fünften
Hospitalisation
des Beschwerdeführers die Ansicht, bei erneuten Rückfällen mit Kokain- oder Alkoholkonsum sei von einer ungünstigen Prognose auszugehen, was die Wiederaufnahme einer Arbeitstätigkeit betreffe (
Urk.
7/101/6).
Die Frage, ob sich die Alkoholabhängigkeit des Beschwerdeführers im Vergleichszeitraum in einer die
Arbeitsfähigkeit
beeinflussenden Weise verschlechtert hat - wofür angesichts der erhöhten Therapieaktivität mit insgesamt
mindestens
sieben stationären Aufenthalten in dieser Zeit gewisse Hinweise bestehen - bleibt somit ungeklärt.
Insgesamt
bestehen
nach dem Gesagten
zumindest geringe
Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Fest
stellungen
und
die Aktenbeurteilung von
pract
. med
.
I.___
vom 1
7.
März 2020
erweist sich
nicht als beweiskräftig.
4.3.2
Auch die übrige medizinische Aktenlage lässt keine
abschliessende
Beurteilung
des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers
für den
entscheidrelevanten
Zeitraum zu.
So ist zu den
psychiatrischen Diagnosen zwar auszuführen,
dass
Dr.
B.___
abweichend vom Gutachten eine Persönlichkeitsstörung sowie ein ADHS diagnostizierte, die - wie die Beschwerdegegnerin dies in der Beschwerdeantwort im Hinblick auf die Persönlichkeits
s
törung richtig ausführte
(
Urk.
6)
- bereits im Kindes- oder Jugendalter entstehen und auch gemäss
Dr.
B.___
im Falle des Beschwerdeführers bereits seit der Jugend bestehen
(
Urk.
7/156/3)
. Darüber hinaus
hatte
Dr.
E.___
die Diagnose des ADHS im Gutachten bereits
diskutiert
und sie mangels
Anzeichen für
Impulsivität
und Hyperaktivität für
unwahrscheinlich
erachtet (
Urk.
7/113/16)
. Die Persönlichkeitsstörung
hatte
er
demgegenüber als akzentuierte Persö
n
lichkeitszüge
ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
kodiert
(
Urk.
7/113/14)
.
Alleine gestützt auf die
vom Gutachten abweichende
n
Diagnose
n
kann somit
nicht bereits auf eine Verschlechterung
des Gesundheitszustandes
geschlossen werden.
Mit Blick auf die im vorliegenden Revisionsverfahren erforderlichen gesundheit
lichen Veränderungen
für die Annahme eines verbesserten oder verschlechterten Gesundheitszustands
ist indessen festzuhalten
, dass
dazu
allein eine im Vergleich zu früher unterschiedliche diagnostische Einordnung des geltend gemachten Leidens
ohnehin
von vornherein nicht genügt. Notwendig ist in diesem Zusam
menhang vielmehr eine veränderte Befundlage (Urteil des Bundesgerichts 9C_135/2021 vom 27. April 2021 E. 2.1 mit Hinweisen; vgl. dazu auch nachfol
gend E. 5).
Diesbezüglich legte
Dr.
B.___
in ihrem Bericht vom
2.
September 2019
dar, dass
in den 18 Monaten seit Behandlungsbeginn eine deutliche Ver
schlechterung eingetreten sei. Die Stimmungsschwankungen, Angstattacken sowie die ausgeprägten
Konzentrationsstörungen
hätten zugenommen
.
Diese würden die Arbeitsfähigkeit in einem hohen Masse verringern, so dass sie eine Arbeitsfähigkeit von maximal 20
%
attestiere
(
Urk.
7/142/2).
Im Vergleichszeit
punkt hielt
Dr.
B.___
zwar in ihrem Bericht vom 1
3.
Juni 2018
ebenfalls
eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
fest, erachtete jedoch die bisherige Tätigkeit bei einem anderen Arbeitgeber für zumutbar, wobei sie die Belastbarkeit nicht beurteilen konnte, und berichtete, der Beschwerdeführer sei wieder auf Arbeits
suche (
Urk.
7/106/3).
Auch der
vorbehandelnde
Dr.
med. K.___
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, erachtete bereits
am
2
3.
April 2018 eine Arbeits
aufnahme wieder für zumutbar
(
Urk.
7/103/3)
und
der
Gutachter
Dr.
E.___
hielt die Arbeitsfähigkeit durch die psychi
atri
schen Diagnosen nicht für einge
schränkt
(
Urk.
7/113/14)
.
Im Gegensatz dazu ging neben
Dr.
B.___
auch
Dr.
L.___
in seinem Bericht vom 2
6.
März 2021 aktuell von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt aus (
Urk.
7/202/2)
.
Weitere Ein
schätzungen zu einer allfälligen Verschlechterung des psychischen Zustandes des Beschwerdeführers liegen keine vor, insbesondere wurde keine diesbezügliche Einschätzung der behandelnden Ärzte der
Klinik Z.___
eing
eholt, obw
ohl
diese
den Beschwerdeführer ebenfalls s
owohl vor als auch nach dem Ver
g
l
eichszeitpunkt im Januar 2019 mehrfach stationär
behandelt
hatten
(
Urk.
7/101/6).
Insgesamt bestehen somit Hinweise dafür, dass sich der Gesund
heitszustand und gestützt darauf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers im Vergleichszeitraum verschlechtert haben könnten.
Wann diese Verschlechterun
gen eingetreten sind und ob diese ein invalidenversicherungsrechtlich relevantes
Ausmass
angenommen haben, ist indessen aufgrund der aktuellen Aktenlage nicht
abschliessend
beurteilbar.
Die medizinische Aktenlage erweist sich daher, was den psychischen Gesundheitszustand des Beschwerdeführers betrifft, als ergänzungsbedürftig.
4.4
Was den somatischen Gesundheitszustand des Beschwerdeführers betrifft, holte die Beschwerdegegnerin Berichte der Augenklinik
O.___
ein, denen - trotz einer zwischenzeitlich eingetretenen Verschlechterung der
Uveitis
- zu entnehmen ist, dass dem Augenleiden kein Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zukommt
(
Urk.
7/152/2,
Urk.
7/189/8)
.
Des Weiteren erachtete RAD-Ärztin
Dr.
med.
M.___
, welche die
Eintretensfrage
beurteilte,
jedoch
das Einholen
eines Berichts bei allfälligen weiteren bekannten somatischen Behandlern des Beschwerdefüh
rers für erforderlich (
Urk.
7/163/5). Obwohl der Beschwerdeführer insbesondere
den Rheumatologen
Dr.
med.
N.___
als Behandler angege
ben hatte
(
Urk.
7/135/3)
und
auch die - fachlich für die Beurteilung des somati
schen Gesundheitszustandes nicht qualifizierten - behandelnden Psychiater
Dr.
L.___
und
Dr.
B.___
jeweils auf einen gewichtigen körperlichen Anteil der Einschränkungen des Beschwerdeführers hinwiesen
,
erfolgten keine weiteren Abklärungen hinsichtlich des somatischen Gesundheitszustandes
(
Urk.
7/156/3,
Urk.
7/202/5)
, wobei sich zumindest aus dem Bericht von
Dr.
B.___
eher eine Verschlechterungstendenz
entnehmen
lässt. Die Beschwerdegegnerin wird somit die Aktenlage auch im Hinblick auf die somatischen Beschwerden des Beschwerdeführers zu aktualisieren haben.
4.5
Insgesamt erweisen sich die vorhandenen medizinischen Unterlagen für eine ab
schliessende Beurteilung des Verlaufs des Gesundheitszustandes und der Arbeits
fähigkeit des Beschwerdeführers und damit des vorliegend strittigen Leistungs
anspruchs als nicht genügend. Die Beschwerdegegnerin ist zwar auf die Neuan
meldung des Beschwerdeführers eingetreten (vgl.
Urk.
7/163/4). Obwohl sie es mithin als möglich erachtet hat, dass eine wesentliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers eingetreten sein könnte, hat sie die nötigen medizinischen Abklärungen nicht vorgenommen.
Die Beschwerdegegnerin hat daher ergänzende medizinische Abklärungen vorzu
nehmen, die sämtliche Beschwerden des Beschwerdeführers umfassen und eine hinreichende fachärztliche Grundlage darstellen, welche die Beurteilung der
des Verlaufs
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers erlauben. Hierzu empfiehlt sich eine
zumindest
bidisziplinäre
Begutachtung, die insbesondere eine Beurteilung des psychischen Gesundheitszustandes nach Massgabe der Standardindikatoren gemäss der mit BGE 141 V 281 begründeten Rechtsprechung ermöglicht. Hernach hat die Beschwerdegegnerin neu über den Rentenanspruch des Beschwerdeführers zu entscheiden.
Demzufolge ist die angefochtene Verfügung vom
2
2.
April 2021
(
Urk.
2) in Gut
heissung der Beschwerde aufzuheben und die Angelegenheit ist an die Beschwer
degegnerin zurückzuweisen, damit diese nach ergänzender Abklärung im Sinne der obigen Erwägungen eine neue Beurteilung vornehme und sodann über den Leistungsanspruch neu entscheide.
5.
5.1
Das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kanto
nalen Versicherungsgericht ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Ver
fahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG). Im vorliegenden Verfahren sind sie ermessensweise auf Fr.
7
00.--
anzusetzen. Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 210 E. 7.1, 137 V 57 E. 2.2), weshalb die Gerichtskosten der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen sind.
5.2
Nach
Art.
61
lit
. g ATSG in Verbindung mit
§
34
Abs.
1
des Gesetzes über das Sozi
alversicherungsgericht (
GSVGer
)
hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozes
ses sowie dem Mass des Obsiegens bemessen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
).
Rechtsanwältin Christina Ammann machte als unentgeltliche Rechtsvertreterin von der Möglichkeit, eine Honor
arnote einzureichen (vgl.
Urk.
8
), keinen Gebrauch, weshalb die Prozessentschädigung ermessensweise festzusetzen ist. Unter Berücksichtigung der massgebenden Kriterien hat die Beschwerdegegnerin eine Parteientsc
hädigung in der Höhe von
Fr.
2’1
00.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu
bezahlen, wobei diese direkt der
unentgeltlichen Rechtsver
treter
in des obsiegenden Beschwerdeführers
zuzusprechen ist (vgl. Urteil des Bun
desgerichts 4A_170/2018 vom 2
0.
Juni 2018 E. 1.3 mit Hinweisen).
Das Gericht erkennt:
1.
Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass die angefochtene Verfügung vom
2
2.
April 2021
aufgehoben und die Sache an die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zurückgewiesen wird, damit diese, nach erfolgter Abklärung im Sinne der Erwägungen
, über den Leistungsanspruch des Beschwerdeführers
neu verfüge.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
700
.-- werden
der Beschwerdegegnerin
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zu
gestellt.
3.
Die Beschwerdegegnerin wird
verpflichtet,
der unentgeltlichen Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers, Rechtsanwältin Christina Ammann, Uster,
eine Prozessentschädi
gung von
Fr.
2’100
.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) zu bezahlen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwältin Christina Ammann
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
5.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundesge
setzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizu
legen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Die VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
FehrEngesser