# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d6fd32bb-f110-5d23-99a0-0c782f5ddc98
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-07-13
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 13.07.2010 D-655/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-655-2010_2010-07-13.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-655/2010/cvv
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 3 .  J u l i  2 0 1 0

Richter Hans Schürch (Vorsitz), 
Richter Daniel Schmid, Richter Blaise Pagan, 
Gerichtsschreiberin Anna Dürmüller Leibundgut.

A.__________, geboren (...),
Kamerun,
(...)
Beschwerdeführerin,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 5. Januar 2010 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-655/2010

Sachverhalt:

A.
A.a Die Beschwerdeführerin, eine kamerunische Staatsangehörige mit 
letztem Wohnsitz in B.__________, verliess ihren Heimatstaat eigenen 
Angaben zufolge am 7. Dezember 2008 auf  dem Luftweg und reiste 
am 8. Dezember 2008 in die Schweiz ein. Gleichentags suchte sie im 
Empfangs- und Verfahrenszentrum C.________ um Asyl nach, wurde 
dort am 16. Dezember 2008 summarisch befragt und in der Folge für 
die Dauer des Verfahrens dem Kanton D.________ zugewiesen. Am 
27.  Mai  2009  hörte  sie  das  BFM  gestützt  auf  Art.  29  Abs.  1  des 
Asylgesetzes  vom 26. Juni  1998  (AsylG,  SR 142.31)  ausführlich  zu 
ihren Asylgründen an.

A.b Zur  Begründung  ihres  Asylgesuchs brachte  die  Beschwerdefüh-
rerin im Wesentlichen vor, sie sei seit dem 14. oder 15. Januar 2004 
aktives  Mitglied  des  Southern  Cameroon  National  Council  (SCNC) 
respektive einer zum SCNC gehörenden, lokalen Student's Union. Ihre 
Aufgabe  sei  es  gewesen,  während  den  Versammlungen  und 
Demonstrationen SCNC-Material (Flugblätter, Kleber, T-Shirts etc.) zu 
verteilen. Wegen ihres Engagements für  den SCNC sei  sie von den 
kamerunischen Sicherheitskräften verfolgt worden. Erstmals sei sie am 
10. Februar 2005 verhaftet und unter erbärmlichen Verhältnissen fast 
eine Woche lang festgehalten worden. Man habe sie verhört, gefoltert 
und aufgefordert, nicht mehr für den SCNC tätig zu sein. Am 28. März 
2005 sei sie abermals für ungefähr eine Woche inhaftiert worden, weil  
sie einer Vorladung keine Folge geleistet habe. Am 25. Juli  2005 sei 
sie wiederum verhaftet  und für  ungefähr zwei  Monate inhaftiert  wor-
den. Aufgrund der schweren Folterungen (u.a. Stockschläge auf  den 
Kopf) habe sie medizinische Behandlungen benötigt, weshalb sie ins 
Krankenhaus gebracht worden sei. Dort  sei  sie von einem Polizisten 
bewacht  worden. Eines Nachts habe dieser sie vergewaltigt  und mit 
einem Messer bedroht. Er habe ihr gesagt, sie würde nach ihrer Ent-
lassung aus dem Krankenhaus direkt ins Gefängnis gebracht werden. 
Als der Polizist später eingeschlafen sei, sei es ihr gelungen, aus dem 
Krankenhaus zu fliehen. In der Folge habe sie sich abwechselnd an 
unterschiedlichen  Orten  aufgehalten.  Die  Sicherheitskräfte  hätten  in 
dieser  Zeit  zuhause nach ihr  gesucht. Am 11. Oktober  2007 sei  sie 
anlässlich  einer  Parteiversammlung in  B.__________ verhaftet,  aber 
nach drei Tagen wieder freigelassen worden. Am 6. November 2008, 
als  sie  an einer  Parteiversammlung teilgenommen habe,  sei  sie  bei 

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einer  Razzia  von  den  Sicherheitskräften  beinahe  wieder  verhaftet 
worden, habe aber noch rechtzeitig fliehen können. Daraufhin sei sie 
am 7. Dezember 2008 aus dem Heimatland ausgereist. 

A.c Die Beschwerdeführerin reichte im Verlaufe des vorinstanzlichen 
Verfahrens  einen  SCNC-Mitgliederausweis,  ihre  Geburtsurkunde,  ein 
Bestätigungsschreiben des SCNC vom 12. Dezember 2008, zwei Vor-
ladungen  sowie  ein  kamerunisches  Arztzeugnis  vom  28.  November 
2005 zu den Akten.

B.
Mit  Verfügung  vom 5. Januar  2010  –  eröffnet  am 8. Januar  2010  – 
stellte das BFM fest, die Vorbringen der Beschwerdeführerin seien un-
glaubhaft, weshalb die Flüchtlingseigenschaft zu verneinen sei. Dem-
zufolge lehnte das BFM das Asylgesuch ab, verfügte die Wegweisung 
aus der Schweiz und ordnete den Vollzug an. 

C.
Mit Beschwerde vom 3. Februar 2010 (Poststempel) an das Bundes-
verwaltungsgericht beantragte die Beschwerdeführerin, die angefoch-
tene Verfügung sei aufzuheben, es sei die Flüchtlingseigenschaft fest-
zustellen und Asyl zu gewähren, eventuell sei sie infolge Unzulässig-
keit  oder  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  vorläufig  aufzu-
nehmen. 

Der Beschwerde lagen folgende Beweismittel bei: ein ärztliches Zeug-
nis von Dr. med. M. T. vom 20. Januar 2010, ein Bestätigungsschreiben 
des SCNC vom 29. Januar 2010 (Kopie), ein E-Mail der Southern Cam 
European Missions (SCEM) vom 2. Februar 2010, ein Datenträger des 
SCEM, ein  Auszug aus einer  Broschüre über  den SCNC sowie  drei 
weitere,  bereits  im  vorinstanzlichen  Verfahren  eingereichte  Beweis-
mittel in Kopie.

D.
Der Instruktionsrichter forderte die Beschwerdeführerin mit Verfügung 
vom 8. Februar  2010  auf,  innert  Frist  einen Kostenvorschuss einzu-
zahlen, andernfalls auf die Beschwerde nicht eingetreten werde.

E.
Der  verlangte  Kostenvorschuss  wurde  am  22.  Februar  2010  einbe-
zahlt.

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F.
Mit Eingabe vom 3. März 2010 reichte die Beschwerdeführerin weitere 
Beweismittel  zu  den  Akten:  ein  Bestätigungsschreiben  ihrer  Familie 
vom 23. Februar 2010, ein Dokument der E.__________ Polyclinic in 
B.__________,  ein  weiteres  Schreiben  des  SCNC  vom 22.  Februar 
2010  sowie  eine  Pressemitteilung  des  SCNC  vom  7.  Januar  2010 
(alles Kopien).

G.
Das  BFM  hielt  in  seiner  Vernehmlassung  vom  31.  März  2010  voll-
umfänglich an seiner Verfügung fest und beantragte die Abweisung der 
Beschwerde. 

H.
Die  vorinstanzliche  Vernehmlassung  wurde  der  Beschwerdeführerin 
mit Verfügung vom 8. April 2010 zur Stellungnahme innert Frist unter -
breitet.  Die  Beschwerdeführerin  liess  die  Replikfrist  ungenutzt  ver-
streichen. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Das Bundesverwaltungsgericht  beurteilt  gestützt  auf  Art.  31  des 
Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  (VGG,  SR  173.32) 
Beschwerden  gegen  Verfügungen  im  Sinne  von  Art.  5  des  Bundes-
gesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren 
(VwVG,  SR  172.021),  welche  von  einer  Vorinstanz  im  Sinne  von 
Art. 33  VGG  erlassen  wurden,  sofern  keine  das  Sachgebiet  be-
treffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG vorliegt. Demnach ist 
das Bundesverwaltungsgericht  zuständig für die Beurteilung von Be-
schwerden  gegen  Entscheide  des  BFM,  welche  in  Anwendung  des 
AsylG  ergangen  sind,  und  entscheidet  in  diesem  Bereich  endgültig 
(Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2  Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem 
BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG sowie 
Art. 6 und 105 AsylG).

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1.3 Die  Beschwerde  ist  frist-  und  formgerecht  eingereicht  (Art.  108 
Abs. 1  AsylG,  Art. 52  VwVG).  Die  Beschwerdeführerin  ist  durch  die 
angefochtene Verfügung besonders berührt  und hat ein schutzwürdi-
ges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung; sie ist 
daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  (Art. 48  Abs. 1 
VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2.
Mit  Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht  können  die  Ver-
letzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder  unvollständige  Fest-
stellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  sowie  die  Unange-
messenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.
3.1 Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person an-
erkannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zu-
letzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit 
zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  ihrer  politischen  An-
schauungen  wegen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  be-
gründete  Furcht  hat,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden. Als 
ernsthafte  Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib, 
Leben  oder  Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen 
psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG).

3.2 Wer um Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft  nach-
weisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft  ge-
macht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahr-
scheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere  Vor-
bringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich 
widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeb-
lich  auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden 
(Art. 7 AsylG).

4.
4.1 Die  Vorinstanz  führte  zur  Begründung  ihres  ablehnenden  Ent-
scheids im Wesentlichen aus, die Vorbringen der Beschwerdeführerin 
enthielten  zahlreiche,  erhebliche  Unstimmigkeiten.  Beispielsweise 
habe sie zwar  erklärt,  sie  sei  seit  Anfang 2004 aktives Mitglied des 
SCNC, ihre Angaben zu ihrer Tätigkeit für diese Organisation seien je-
doch äusserst vage und stereotyp ausgefallen. Zudem habe sie fälsch-
licherweise gesagt,  der SCNC sei  legal. Im Weiteren seien auch die 

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geltend  gemachten  Inhaftierungen  unplausibel.  Die  Beschwerdefüh-
rerin habe nicht überzeugend darlegen können, weshalb sie verhaftet 
worden sei. Sie habe diesbezüglich unter anderem geltend gemacht, 
sie sei am 28. März 2008 (recte: 2005) festgenommen worden, weil sie 
einer  Vorladung  nicht  Folge  geleistet  habe.  Der  als  Beweismittel 
eingereichten  Vorladung  zufolge  hätte  sie  jedoch  erst  am  29.  März 
2005 bei den Behörden vorsprechen müssen, weshalb die einen Tag 
zuvor  erfolgte  Verhaftung  unlogisch erscheine. In  Bezug  auf  ihre  In-
haftierungen und den Spitalaufenthalt habe sie sich zudem in Wider-
sprüche  verwickelt.  Insbesondere  habe  sie  sich  widersprüchlich  zur 
Frage geäussert, wie lange sie vor dem Spitalaufenthalt inhaftiert ge-
wesen  sei. Die  von der  Beschwerdeführerin  geschilderte  Flucht  aus 
dem Spital müsse als unrealistisch bezeichnet werden, ebenso ihr an -
gebliches Verhalten nach der Flucht aus dem Spital. Realitätsfremd sei 
auch  das  Vorbringen,  wonach  sie  anlässlich  der  letzten  Festnahme 
vom 11. Oktober 2007 von der Polizei nicht als Flüchtige identifiziert 
worden sei. Insgesamt seien die Asylvorbringen daher als unglaubhaft 
zu  erachten.  Die  eingereichten  Beweismittel  hätten  einen  äusserst 
geringen Beweiswert, da derartige Dokumente im Heimatland der Be-
schwerdeführerin  ohne  weiteres  unrechtmässig  erworben  werden 
könnten. 

4.2 In  der  Beschwerde  wird  –  nach  einer  zusammenfassenden 
Wiederholung des Sachverhalts – vorgebracht, das BFM habe zu Un-
recht  die  Flüchtlingseigenschaft  verneint.  Die  Mitgliedschaft  der  Be-
schwerdeführerin  beim  SCNC  werde  im  Schreiben  des  SCNC  vom 
12. Dezember  2008  bestätigt.  Der  SCNC  sei  im  englischsprachigen 
Landesteil  aktiv,  werde  aber  von  der  frankophonen  Regierung  als 
illegal bezeichnet und bekämpft. Insbesondere Frauen, welche sich im 
Rahmen  des  SCNC  betätigten,  seien  gefährdet,  da  diese  einfacher 
verhaftet werden könnten. Im Zusammenhang mit der Bemerkung des 
BFM, es finde keine systematische Verfolgung von SCNC-Anhängern 
statt,  sei  auf  den  als  Beweismittel  eingereichten  Datenträger  der 
SCEM zu verweisen; im dort gespeicherten Dokument werde gezielte 
Verfolgung erwähnt. Die Beschwerdeführerin macht weiter geltend, es 
treffe nicht zu, dass sie widersprüchliche Angaben gemacht habe. Die 
Ungereimtheiten  seien  auf  Übersetzungsprobleme  zurückzuführen. 
Ausserdem  sei  sie  nach  der  zweiten  Befragung  psychisch  ange-
schlagen  gewesen  und  habe  Kopfschmerzen  gehabt.  Sie  habe  sich 
daher nicht mehr auf Details konzentrieren können. Die Beschwerde-
führerin stellte daraufhin die Daten der geltend gemachten Verhaftun-

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gen richtig  und  äusserte  sich  ausserdem zu  deren  Dauer  sowie  zu 
Dauer und Zeitpunkt des Spitalaufenthalts. Schliesslich wurde vorge-
bracht,  das  BFM habe ihr  unterstellt,  die eingereichten Beweismittel  
käuflich erworben zu haben. In Tat und Wahrheit habe sie alles erlebt 
und leide noch heute unter den ihr zugefügten Verletzungen (Verweis 
auf  das  Arztzeugnis  von  Dr. med. H. T.). Das  BFM habe  möglicher-
weise  die  Befragungsprotokolle  nicht  gründlich  studiert  und  die  Be-
weismittel nicht ausreichend gewürdigt. 

In der nachträglichen Beweismitteleingabe vom 3. März 2010 führt die 
Beschwerdeführerin aus, sie habe zwischenzeitlich ein Schreiben ihrer 
Familie  erhalten,  wonach sie  bei  einer  Rückkehr  nach Kamerun  mit 
weiteren  Verhaftungen  und  Gefängnisaufenthalten  rechnen  müsse. 
Eine Verbesserung der Situation der englischsprachigen Bevölkerung 
in Kamerun sei nicht in Sicht. Ihre Familie wäre nicht in der Lage, sie 
zu verstecken. 

4.3 Das BFM entgegnet in seiner Vernehmlassung, es handle sich bei 
den festgestellten Widersprüchen um sachliche Diskrepanzen, welche 
nicht mit Übersetzungsproblemen zu erklären seien. Im Übrigen habe 
die  Beschwerdeführerin  mit  ihrer  Unterschrift  bestätigt,  dass  das 
Protokoll ihren Aussagen entspreche; darauf müsse sie sich nun be-
haften lassen. Die nachgereichten Bestätigungsschreiben seien nicht 
geeignet,  die  geltend  gemachte  Verfolgung  zu  belegen. Es  bestehe 
Anlass  zur  Annahme,  dass  es  sich  dabei  um Gefälligkeitsschreiben 
handle. Derartige Dokumente könnten im Heimatland der Beschwerde-
führerin  überdies  ohne  weiteres  unrechtmässig  erworben  werden, 
weshalb  ihr  Beweiswert  ohnehin  gering  sei.  Bezüglich  des  nachge-
reichten ärztlichen  Zeugnisses vom 20. Januar  2010 führt  das  BFM 
Folgendes  aus:  Entgegen  der  im  Arztbericht  geäusserten  Ein-
schätzung  seien  die  psychischen  Probleme  der  Beschwerdeführerin 
nicht  in  der  behaupteten  Verfolgung  zu  suchen,  sei  diese  doch  mit  
Blick auf die erheblichen Unstimmigkeiten in ihren Aussagen als un-
glaubhaft zu erachten. Vielmehr sei ihr Leiden wohl durch ihre aktuelle 
Lebenssituation  bedingt.  Mit  einer  sorgfältigen  Vorbereitung  der 
Ausreise, unter anderem unter Beizug der behandelnden Ärzte, könne 
der Gefahr einer ernsthaften gesundheitlichen Schädigung vorgebeugt 
werden.  Daher  lasse  der  psychische  Gesundheitszustand  der  Be-
schwerdeführerin  den  Wegweisungsvollzug  nicht  als  unzumutbar 
erscheinen. Sollte sie nach ihrer Rückkehr eine psychotherapeutische 
Behandlung  benötigen,  wäre  eine  solche  auch  in  Kamerun  gewähr-

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leistet,  beispielsweise in  den Universitätsspitälern  von Yaoundé oder 
Douala.

5.
Nachfolgend  ist  zu  prüfen,  ob  die  Asylvorbringen  der  Beschwerde-
führerin  den  Kriterien  der  Glaubhaftigkeit  gemäss  Art.  7  AsylG  zu 
genügen vermögen.

5.1 In Bezug auf die geltend gemachte Mitgliedschaft beim SCNC ist 
zunächst  darauf  hinzuweisen,  dass  die  von  der  Beschwerdeführerin 
gemachten  Aussagen  zum  SCNC  (inklusive  ihrer  Angaben  zu  den 
Führungspersonen  dieser  Organisation)  ohne  weiteres  den  Medien 
entnommen werden können und somit nicht von intimen Kenntnissen 
über diese Organisation zeugen. In Übereinstimmung mit dem BFM ist 
im  Weiteren  festzustellen,  dass  die  Beschwerdeführerin  zwar  einer-
seits vorbringt, sie sei ab dem Jahr 2004 ein sehr aktives Mitglied des 
SCNC gewesen, andererseits ihre Tätigkeit für den SCNC nur äusserst 
rudimentär  und  stereotyp  beschreiben  konnte:  sie  habe  an  Veran-
staltungen  des  SCNC teilgenommen  und  dort  jeweils  Flugblätter,  T-
Shirts und Kleber verteilt  (vgl. A1 S. 5 und A13 S. 6). Die Ziele und 
Strategien  des  SCNC  konnte  sie  ebenfalls  nur  floskelhaft  darlegen 
(vgl. A1 S. 6 und 7). Die angebliche 4-jährige, aktive Tätigkeit für den 
SCNC  lässt  sich  mit  diesen  spärlichen  und  detailarmen  Angaben 
kaum vereinbaren. Die Beschwerdeführerin verweist zum Beleg ihres 
Engagements für den SCNC auf den von ihr eingereichten Mitglieder -
ausweis  sowie  das  Schreiben  des  SCNC  vom 12.  Dezember  2008. 
Jedoch belegt zuverlässigen öffentlichen Quellen zufolge auch der Be-
sitz  eines  echten  SCNC-Mitgliederausweises  nicht  automatisch  das 
Engagement in dieser beziehungsweise für diese Organisation, da die 
Bezahlung des Mitgliederbeitrages die einzige Voraussetzung für den 
Erhalt  dieses Ausweises darstellt  und dieser somit grundsätzlich von 
jedermann beschafft werden kann (vgl. dazu das Gutachten der SFH-
Länderanalyse vom 15. Juli 2008, S. 3). Unter diesen Umständen ist 
mit Blick auf die vorstehenden Ausführungen mit überwiegender Wahr-
scheinlichkeit davon auszugehen, dass es sich sowohl beim Schreiben 
des  SCNC  vom  12. Dezember  2008  als  auch  bei  denjenigen  vom 
29. Januar und 22. Februar 2010 (respektive dem E-Mail der Southern 
Cameroon  European  Missions  vom  2.  Februar  2010)  um  reine 
Gefälligkeitsschreiben  handelt.  Schliesslich  fällt  auf,  dass  die  Be-
schwerdeführerin  den  SCNC als  legale  Organisation  bezeichnet  hat 
(vgl. A13 S. 12). In Tat und Wahrheit wird der SCNC von der kameru-

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nischen  Regierung  seit  jeher  als  illegal  erachtet,  weil  er  eine 
Sezession  herbeiführen  will.  Als  angebliche  langjährige  SCNC-
Aktivistin  hätte  die  Beschwerdeführerin  dies  zweifelsfrei  wissen 
müssen. Nach dem Gesagten ist  bereits die behauptete Tätigkeit  für 
den SCNC ernsthaft zu bezweifeln.

5.2 Die Beschwerdeführerin machte geltend, sie sei infolge ihrer Aktiv-
itäten für den SCNC mehrmals von den kamerunischen Behörden vor-
geladen und verhaftet  worden. Dieses Vorbringen ist  bereits deshalb 
wenig  glaubhaft,  weil  –  wie  vorstehend  ausgeführt  -  bereits  die  Zu-
gehörigkeit der Beschwerdeführerin zum SCNC zweifelhaft erscheint. 
Die  geltend  gemachte,  politisch  motivierte  Verfolgung  ist  indessen 
selbst  dann  nicht  nachvollziehbar,  wenn  man  die  Tätigkeit  für  den 
SCNC  als  glaubhaft  erachten  würde.  Gestützt  auf  ihre  Angaben  ist 
nämlich davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin bestenfalls 
ein  einfaches  SCNC-Mitglied  ohne  besondere  Funktion  oder 
Exponiertheit  und  ohne  eigentliches  politisches  Profil  war. Derartige 
Personen sind in Kamerun nicht einer systematischen Verfolgung aus-
gesetzt  und  werden  in  der  Regel  von  den  Sicherheitskräften  nicht 
ernsthaft  behelligt  (vgl. dazu das Gutachten der  SFH-Länderanalyse 
vom 15. Juli  2008,  S. 2  und  3  sowie  UK  Home  Office,  Operational 
Guidance Note Cameroon vom Juni 2009, Ziffer 3.7). An dieser Ein-
schätzung  vermag  auch  das  auf  der  als  Beweismittel  eingereichten 
Daten-CD  gespeicherte  Dokument  nichts  zu  ändern.  Entgegen  den 
Ausführungen der Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerdeschrift be-
legt  dieses Dokument nämlich keineswegs, dass SCNC-Mitglieder in 
Kamerun systematisch verfolgt  werden; vielmehr  handelt  es sich bei 
diesem  Dokument  um  einen  Entscheid  der  African  Commission  on 
Human and Peoples' Rights, worin festgestellt wird, Kamerun verletze 
zwar  einige  Bestimmungen  der  African  Charter  on  Human  and 
Peoples'  Rights,  dies  gebe aber  den  Südkamerunern  dennoch nicht 
das Recht, einen von Kamerun unabhängigen Staat zu fordern. 

Die von der Beschwerdeführerin geschilderten Vorladungen und Ver-
haftungen  sind  auch  aus  weiteren  Gründen  als  unglaubhaft  zu  er-
achten: So fällt beispielsweise auf, dass zwischen den Aussagen der 
Beschwerdeführerin  sowie  den  als  Beweismittel  eingereichten  Vor-
ladungen  Ungereimtheiten  bestehen.  Die  Beschwerdeführerin  sagte 
nämlich aus, sie sei am 28. März 2005 das zweite Mal verhaftet wor-
den, und zwar weil sie der entsprechenden Vorladung nicht gefolgt sei 
(vgl.  A13  S.  8).  Vorgeladen  wurde  sie  jedoch  der  eingereichten 

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Vorladung zufolge erst auf den 29. März 2005, weshalb die angebliche 
Verhaftung  am  28.  März  2005  äusserst  unplausibel  wirkt.  Die  ein-
gereichten  Vorladungen  erwecken  im  Übrigen  aufgrund  ihres 
Erscheinungsbildes  und  Inhaltes  ohnehin  nicht  den  Eindruck  von 
authentischen Dokumenten. Insbesondere wird darin die vorzuladende 
Person nur  ungenau,  namentlich  ohne Geburtsdatum und ohne prä-
zise Adresse, bezeichnet, und auch zur ausstellenden Behörde finden 
sich  nur  unvollständige  Angaben.  Die  Beschwerdeführerin  hat  im 
Weiteren  widersprüchliche  Angaben  zur  Dauer  ihrer  angeblichen 
dritten  Inhaftierung  gemacht,  indem  sie  in  der  Erstbefragung  vor-
brachte, sie sei am 25. Juli 2005 zum dritten Mal verhaftet und in der  
Folge fast zwei Monate lang festgehalten worden (vgl. A1 S. 6), in der 
Direktanhörung  dagegen  aussagte,  sie  sei  damals  eine  Woche  im 
Gefängnis  gewesen  und  anschliessend  ins  Krankenhaus  gebracht 
worden, wo sie 28 Tage lang geblieben sei (vgl. A13 S. 8 und 10). Die 
in  der  Beschwerde  offerierte  Erklärung,  sie  sei  bei  der  Befragung 
psychisch angeschlagen gewesen und habe Kopfschmerzen gehabt, 
ist  als  Schutzbehauptung  zu  qualifizieren  und  vermag  die  wider-
sprüchlichen  Angaben zur  Haftdauer  nicht  zu  relativieren. Auch das 
Vorbringen, es liege möglicherweise ein Übersetzungsfehler vor, über-
zeugt  nicht,  zumal  die  Beschwerdeführerin  die  Korrektheit  und  Voll-
ständigkeit  der  ihr  rückübersetzten  Anhörungsprotokolle  unterschrift-
lich bestätigt hatte, worauf sie sich behaften lassen muss. Die angeb-
liche Flucht aus dem Krankenhaus ist aufgrund der unplausiblen und 
wenig  substanziierten  Schilderung  (vgl.  A13  S.  5  und  10)  dieses 
Ereignisses ebenfalls zu bezweifeln. Insbesondere ist es als realitäts-
fremd zu erachten, dass die Beschwerdeführerin ihrer Darstellung zu-
folge  von  lediglich  einem  Polizisten  bewacht  wurde,  da  dieser  un-
weigerlich  einmal  schlafen  oder  das  WC  hätte  benutzen  müssen, 
wobei  er  seine  Gefangene  unbeaufsichtigt  hätte  im  Zimmer  zurück-
lassen  müssen.  Auch  die  Aussagen  zur  angeblichen  vierten  In-
haftierung  sind  als  unglaubhaft  zu  qualifizieren,  und  zwar  weil  sie 
völlig realitätsfremd erscheinen: Die Beschwerdeführerin brachte dies-
bezüglich  vor,  sie  sei  am 11.  Oktober  2007  in  B.__________  (ihrer 
Heimatregion) verhaftet worden. Man habe sie befragt, und sie habe 
dabei  ihren  Namen  angegeben.  Nach  drei  Tagen  sei  sie  jedoch 
bedingungslos freigelassen worden (vgl. A13 S. 11 und 12). Falls die 
Beschwerdeführerin  jedoch  tatsächlich  im  Jahr  2005  aus  der  Haft 
respektive dem polizeilich bewachten Spitalzimmer geflüchtet und eine 
gesuchte Person gewesen wäre (vgl. dazu A13 S. 12 und 13), dann 
wäre sie anlässlich der geltend gemachten Verhaftung im Jahr 2007 

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mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  nicht  ohne  weiteres  wieder 
freigelassen worden. Schliesslich ist  mit  Blick auf die Vorbringen der 
Beschwerdeführerin nicht nachvollziehbar, weshalb sie ihr Heimatland 
erst  im Dezember 2008 verlassen hat. Grund zur  Ausreise hätte sie 
nach  ihrer  Darstellung  der  Ereignisse  allenfalls  im  Jahr  2005,  nach 
ihrer  angeblichen  Flucht  aus  dem  Krankenhaus,  gehabt.  Hingegen 
drohte  ihr  im Dezember  2008  keine  unmittelbare  Verfolgungsgefahr, 
nachdem  sie  angeblich  im  November  2008  knapp  einer  Razzia 
entkommen war und die angebliche kurze Inhaftierung im Jahr 2007 
keine weiteren Folgen zeitigte. Aufgrund des Zeitpunkts der Ausreise 
der Beschwerdeführerin liegt daher die Vermutung nahe, dass sie aus 
anderen, asylfremden Gründen aus ihrem Heimatland ausgereist ist. 

5.3 Gestützt auf die vorstehenden Ausführungen sind die Verfolgungs-
vorbringen  der  Beschwerdeführerin  als  überwiegend  unglaubhaft  zu 
qualifizieren. An dieser Einschätzung vermögen die in den bisherigen 
Erwägungen  noch  nicht  näher  erwähnten  Beweismittel  nichts  zu 
ändern,  und zwar  aus nachfolgenden Gründen: Beim Schreiben des 
SCNC vom 7. Januar 2010 handelt es sich um eine Pressemitteilung 
ohne jeglichen Bezug zur Person der Beschwerdeführerin. Das ärzt-
liche  Zeugnis  von Dr. med. M. T. vom 20. Januar  2010 belegt  zwar, 
dass  die  Beschwerdeführerin  an  Depressionen  im  Rahmen  einer 
psychischen  Traumatisierung  leidet,  kann  aber  keine  verbindlichen 
Aussagen über die Ursachen dieser  Traumatisierung machen,  zumal 
sich  die  diesbezüglichen  Bemerkungen  des  behandelnden  Arztes 
offensichtlich auf die Aussagen der Beschwerdeführerin stützen, wel-
che – wie erwähnt – als überwiegend unglaubhaft  zu erachten sind. 
Dieser Arztbericht ist daher nicht geeignet, die geltend gemachte Ver-
folgung in  Kamerun zu belegen. Für  den kamerunischen Arztbericht 
vom 28. November 2005 gilt  derselbe Vorbehalt. Ausserdem fällt  auf, 
dass dieser  Arztbericht  erst  ungefähr  zwei  Monate  nach der  angeb-
lichen Flucht der Beschwerdeführerin aus dem Krankenhaus verfasst 
wurde. Es erscheint daher unwahrscheinlich, dass dieser Arztbesuch 
überhaupt  etwas  mit  der  geltend  gemachten  Inhaftierung  und  Miss-
handlung im Juli  2005 zu tun hat. Den auf  Beschwerdeebene einge-
reichten Unterlagen der E.__________ Poliklinik in B.__________ sind 
ebenfalls  keine  Hinweise  auf  die  geltend  gemachte  Verfolgung  zu 
entnehmen.  Betreffend  des  Bestätigungsschreibens  der  Familie  der 
Beschwerdeführerin vom 23. Februar 2010 muss ernsthaft  bezweifelt 
werden,  dass  dieses  tatsächlich  von  ihrer  Familie  stammt,  da  es 
äusserst  vage  formuliert  ist  und  darin  insbesondere  keine  genauen 

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Daten genannt werden. Ausserdem fehlt ein Absender, der Name der 
Mutter wird überhaupt nicht genannt und die Namen der Schwestern 
weichen von den Angaben der Beschwerdeführerin (vgl. A1 S. 4) ab. 
Das Schreiben ist  daher  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  nicht 
authentisch und daher auch nicht geeignet, die angebliche Verfolgung 
der  Beschwerdeführerin  im  Heimatland  zu  belegen.  Schliesslich  ist 
darauf  hinzuweisen,  dass  die  Beschwerdeführerin  bis  heute  keine 
rechtsgenüglichen  Identitätspapiere  abgegeben  hat,  weshalb  ihre 
Identität nicht feststeht. Aus diesem Grund können die eingereichten 
Beweismittel  ohnehin  nicht  mit  Sicherheit  ihrer  Person  zugeordnet 
werden. 

5.4 Aufgrund  der  vorstehenden  Erwägungen  ist  die  von  der  Be-
schwerdeführerin geltend gemachte, politisch motivierte Verfolgung in 
Kamerun  insgesamt  als  unglaubhaft  zu  erachten.  Insbesondere  ist 
nicht  glaubhaft,  dass  die  Beschwerdeführerin  von  den  heimatlichen 
Behörden wegen ihrer Zugehörigkeit zur SCNC gesucht wird und des-
wegen  bei  einer  Rückkehr  nach  Kamerun  mit  einer  Verhaftung  zu 
rechnen hätte. Unter Berücksichtigung der gesamten Umstände folgt 
daher, dass die Beschwerdeführerin keine Gründe nach Art. 3 AsylG 
nachweisen oder glaubhaft machen konnte. Die Vorinstanz hat daher 
zu  Recht  das  Asylgesuch  abgelehnt  und  die  Flüchtlingseigenschaft 
verneint. 

6.
6.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 
ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und 
ordnet den Vollzug an (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

6.2 Die Beschwerdeführerin verfügt weder über eine ausländerrecht-
liche Aufenthaltsbewilligung noch hat sie Anspruch auf Erteilung einer 
solchen.  Die  Wegweisung  wurde  demnach  zu  Recht  angeordnet 
(Art. 44  Abs.  1  AsylG;  vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der 
Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21).

7.
Ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder 
nicht  möglich,  so  regelt  das  Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis 
nach den gesetzlichen Bestimmungen über  die vorläufige  Aufnahme 
von Ausländern  (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesge-
setzes  vom 16.  Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und  Aus-
länder [AuG, SR 142.20]).

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In Bezug auf die Geltendmachung von Wegweisungshindernissen gilt 
gemäss ständiger  Praxis  des Bundesverwaltungsgerichts  und seiner 
Vorgängerorganisation,  der  schweizerischen  Asylrekurskommission 
(AKR), der gleiche Beweisstandard wie bei der Flüchtlingseigenschaft, 
das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, 
und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. WALTER STÖCKLI, 
Asyl,  in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser, Ausländerrecht,  2. Auflage, 
Basel 2009, Rz. 11.148).

7.1 Der  Vollzug  ist  nicht  zulässig,  wenn  völkerrechtliche  Verpflich-
tungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Aus-
länders in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat entgegen-
stehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form 
zur  Ausreise  in  ein  Land  gezwungen  werden,  in  dem  ihr  Leib,  ihr 
Leben oder ihre Freiheit  aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG 
gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches 
Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art.  33 
Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der 
Flüchtlinge [FK,  SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3  der  Bundes-
verfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18. April 
1999 (BV, SR 101),  Art.  3  des Übereinkommens vom 10. Dezember 
1984  gegen  Folter  und  andere  grausame,  unmenschliche  oder  er-
niedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis 
zu  Art.  3  EMRK darf  niemand der  Folter  oder  unmenschlicher  oder 
erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.

Die Vorinstanz wies in der angefochtenen Verfügung zutreffend darauf 
hin, dass der Grundsatz der Nichtrückschiebung nur Personen schützt, 
welche  die  Flüchtlingseigenschaft  erfüllen.  Da  es  der  Beschwerde-
führerin nicht  gelungen ist,  eine asylrechtlich erhebliche Gefährdung 
nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen,  kann  das  in  Art.  5  AsylG 
verankerte  Prinzip  des  flüchtlingsrechtlichen  Non-Refoulements  im 
vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine  Rückkehr  der 
Beschwerdeführerin nach Kamerun ist demnach unter dem Aspekt von 
Art. 5 AsylG rechtmässig. Sodann ergeben sich weder aus den Aus-
sagen  der  Beschwerdeführerin  noch  aus  den  Akten  Anhaltspunkte 
dafür, dass sie für den Fall einer Ausschaffung nach Kamerun dort mit 
beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  einer  nach  Art.  3  EMRK oder  Art.  1 
FoK  verbotenen  Strafe  oder  Behandlung  ausgesetzt  wäre.  Gemäss 
Praxis des Europäischen Gerichtshofes für  Menschenrechte (EGMR) 
sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses müsste die Beschwerde-

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führerin eine konkrete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft 
machen,  dass  ihr  im  Fall  einer  Rückschiebung  Folter  oder  un-
menschliche  Behandlung  drohen  würde  (vgl.  EGMR,  [Grosse 
Kammer],  Saadi  gegen  Italien,  Urteil  vom  28. Februar  2008,  Be-
schwerde  Nr. 37201/06,  §§ 124-127,  mit  weiteren  Hinweisen).  Auf-
grund der Akten sowie der vorstehenden Erwägungen betreffend die 
Frage  der  Flüchtlingseigenschaft  ist  indessen  nicht  davon  auszu-
gehen, dass ihr im Falle einer Rückschiebung nach Kamerun eine der-
artige  Gefahr  droht.  Die  allgemeine  Menschenrechtssituation  in 
Kamerun lässt den Wegweisungsvollzug im heutigen Zeitpunkt eben-
falls nicht als unzulässig erscheinen. 

Im  Weiteren  ist  festzustellen,  dass  die  Beschwerdeführerin  offenbar 
beabsichtigte, sich in der Schweiz zu verheiraten (vgl. das Schreiben 
des  Zivilstandsamtes  F.__________  vom 24.  März  2010;  A24).  Auf-
grund der Aktenlage ist jedoch davon auszugehen, dass die Trauung 
bisher nicht zustande gekommen ist. Seitens der Beschwerdeführerin 
wurde auch in keiner Weise geltend gemacht, sie habe in der Schweiz 
in einer dauerhaften, eheähnlichen Gemeinschaft  mit  dem fraglichen 
Mann gelebt. Demzufolge stehen weder Art. 8 EMRK noch der in Art.  
44  Abs.  1  AsylG  statuierte  Grundsatz  der  Einheit  der  Familie  der 
Zulässigkeit  des  Wegweisungsvollzugs entgegen (vgl. in  diesem Zu-
sammenhang auch EMARK 2000 Nr. 30 S. 248 ff.). 

7.2 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 
und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunfts-
staat  auf  Grund von Situationen wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner 
Gewalt  und medizinischer Notlage konkret  gefährdet  sind. Wird eine 
konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter  Vorbehalt  von  Art.  83 
Abs. 7  AuG –  die  vorläufige  Aufnahme zu  gewähren  (vgl.  Botschaft 
zum  Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom 
8. März 2002, BBl 2002 3818).

Im  vorliegenden  Fall  ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  der  Be-
schwerdeführerin  nach Kamerun  als  zumutbar  im Sinne von Art.  83 
Abs. 4 AuG zu erachten, da sie nicht glaubhaft  darzutun vermochte, 
dass sie bei einer Rückkehr ins Heimatland einer konkreten Gefähr -
dungssituation im Sinne der zu beachtenden Bestimmung ausgesetzt 
wäre. In  Kamerun  besteht  im heutigen Zeitpunkt  keine Situation  all-
gemeiner Gewalt, weshalb der Wegweisungsvollzug dorthin praxisge-
mäss  als  generell  zumutbar  erachtet  wird. In  den  Akten  finden  sich 

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auch keine konkreten und glaubhaften Anhaltspunkte dafür, dass die 
Beschwerdeführerin aus individuellen Gründen wirtschaftlicher, sozia-
ler oder gesundheitlicher Natur in eine existenzbedrohende Situation 
geraten würde. Es handelt  sich bei der Beschwerdeführerin um eine 
junge Frau mit guter Schulbildung, welche vor der Ausreise im Fracht -
gewerbe gearbeitet  und zuvor zusammen mit  ihrer  Mutter  und ihren 
Schwestern  einen  Marktstand  betrieben  hat.  Neben  ihrer  Mutter-
sprache Akum sowie Englisch spricht sie auch Französisch. Bei dieser 
Sachlage ist es ihr ohne weiteres zuzumuten, bei einer Rückkehr nach 
Kamerun  erneut  einer  Erwerbstätigkeit  nachzugehen.  Die  Be-
schwerdeführerin  verfügt  zudem  den  Akten  zufolge  im  Heimatland 
über ein soziales Beziehungsnetz (Mutter, Schwestern, Halbgeschwis-
ter  und  Freunde),  auf  welches  sie  bei  Bedarf  zurückgreifen  kann. 
Hinsichtlich  der  auf  Beschwerdeebene  geltend  gemachten  gesund-
heitlichen Probleme ist Folgendes zu bemerken: Dr. med. M. T.,  hielt in 
seinem Bericht  vom 20. Januar  2010 fest,  er  habe die Beschwerde-
führerin von Dezember 2008 bis Oktober 2009 medizinisch betreut. In 
dieser  Zeit  habe  er  die  damals  diagnostizierte  Eisenmangelanämie 
sowie die Dysmenorrhoe (Menstruationsbeschwerden) behandelt. Die 
ebenfalls  diagnostizierte  Depression  im  Rahmen  einer  psychischen 
Traumatisierung  habe  er  auch  behandelt,  und  zwar  mit  Gesprächs-
therapie sowie dem Antidepressivum Remeron. Der Zustand der Be-
schwerdeführerin habe sich daraufhin allmählich etwas gebessert. Er 
sei  aber  der  Auffassung,  die  Beschwerdeführerin  bedürfe  weiterhin 
einer  psychotherapeutischen  Behandlung. Mit  Blick  auf  diesen  Arzt-
bericht  ist  davon auszugehen,  dass  sowohl  die  Eisenmangelanämie 
als auch die Menstruationsbeschwerden erfolgreich behandelt wurden 
und im heutigen Zeitpunkt keiner weiteren Behandlung mehr bedürfen. 
Hinsichtlich  der  diagnostizierten psychischen Probleme (Depression) 
ist festzustellen, dass der behandelnde Arzt zwar eine Fortführung der 
psychotherapeutischen  Behandlung  (beispielsweise  im  Zentrum  für 
Folteropfer in Bern) empfahl, aus den Akten jedoch nicht ersichtlich ist,  
dass  tatsächlich  eine  entsprechende  Überweisung  durch  den  Arzt 
erfolgt wäre oder dass die Beschwerdeführerin auf anderem Weg eine 
gezielte und fachärztliche psychiatrische Behandlung in Anspruch ge-
nommen  hätte.  Daraus  ist  zu  schliessen,  dass  eine  fachärztliche 
psychiatrische  Behandlung  der  Beschwerdeführerin  vom behandeln-
den  Arzt  zwar  als  wünschenswert,  jedoch  nicht  als  unbedingt  not-
wendig erachtet  wurde respektive erachtet  wird. Jedenfalls lässt  das 
erwähnte Arztzeugnis vom Januar 2010 keinen akuten medizinischen 
Handlungsbedarf  erkennen. Die Beschwerdeführerin selbst  führt  hin-

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sichtlich ihrer gesundheitlichen Probleme lediglich aus, sie leide immer 
noch unter den erlittenen Verletzungen und habe regelmässig starke 
Kopfschmerzen (vgl. S. 3 der Beschwerde). Aufgrund der dargelegten 
Aktenlage  ist  davon  auszugehen,  dass  die  Beschwerdeführerin  im 
heutigen Zeitpunkt  ohne ärztliche Behandlungen auskommen dürfte. 
Im Übrigen ist festzustellen, dass die Behandlung von Depressionen in 
Kamerun  grundsätzlich  möglich  ist,  insbesondere  im  Hôpital  La 
Quintinie in Douala sowie im Jamot Hospital in Yaoundé, welche über 
psychiatrische  Abteilungen  verfügen.  Auch  das  Centre  de  Santé 
Mentale  "Benoît  Menni"  in  Yaoundé  kümmert  sich  um  psychisch 
Kranke und bietet  Psychotherapien sowie medikamentöse Therapien 
an (vgl. das Country Sheet Cameroon November 2008 des Country of  
Return  Information  Projects  (CRI)  der  Europäischen  Gemeinschaft). 
Möglich wäre auch eine ambulante psychologische beziehungsweise 
psychiatrische Behandlung in einer Privatpraxis. Die meisten gängigen 
Medikamente  zur  Behandlung  psychischer  Erkrankungen  sind  in 
Kamerun ebenfalls erhältlich. Somit wäre eine adäquate medizinische 
Behandlung  der  Beschwerdeführerin  gegebenenfalls  auch  in  ihrem 
Heimatland gewährleistet. Insgesamt bestehen damit keine konkreten 
Hinweise  dafür,  dass  eine  Rückschaffung  der  Beschwerdeführerin 
nach Kamerun zu einer  existenzgefährdenden Verschlechterung ihres 
Gesundheitszustandes  führen  würde.  Nach  dem  Gesagten  ist  der 
Vollzug der Wegweisung der Beschwerdeführerin nach Kamerun ins-
gesamt als zumutbar zu erachten. 

7.3 Schliesslich  obliegt  es  der  Beschwerdeführerin,  sich  bei  der  zu-
ständigen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwen-
digen Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG), weshalb 
der  Vollzug  der  Wegweisung  auch  als  möglich  zu  bezeichnen  ist 
(Art. 83 Abs. 2 AuG).

7.4 Zusammenfassend ergibt  sich,  dass der  von der  Vorinstanz ver-
fügte Wegweisungsvollzug in Übereinstimmung mit den zu beachten-
den Bestimmungen steht  und zu bestätigen ist. Eine Anordnung der 
vorläufigen  Aufnahme  fällt  damit  ausser  Betracht  (Art. 83  Abs.  1-4 
AuG).

8.
Aus  diesen  Erwägungen  folgt,  dass  die  angefochtene  Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 

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und  vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art.  106  AsylG).  Die 
Beschwerde ist demnach abzuweisen.

9.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind dessen Kosten von Fr. 600.-- 
der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG; Art. 1-3 
des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschä-
digungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 
Sie  sind  durch  den  am  22.  Februar  2010  im  gleichen  Umfang  ge-
leisteten Kostenvorschuss gedeckt und mit diesem zu verrechnen. 

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  der  Beschwerdeführerin 
auferlegt. Sie sind durch den geleisteten Kostenvorschuss gedeckt und 
werden mit diesem verrechnet.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Einschreiben)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N (...)  (per 

Kurier; in Kopie)
- (zuständige kantonale Behörde) (in Kopie)

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Hans Schürch Anna Dürmüller Leibundgut

Versand:

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