# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 49f98981-eafe-57b0-bea7-b82646cf6463
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-01-11
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 11.01.2024 E-6583/2020
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-6583-2020_2024-01-11.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-6583/2020 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  11 .  J a n u a r  2 0 2 4  

Besetzung 
 Richterin Gabriela Freihofer (Vorsitz), 

Richter Daniele Cattaneo,  

Richterin Constance Leisinger,    

Gerichtsschreiberin Linda Mombelli-Härter. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

B._______, geboren am (…), 

Kolumbien,   

beide vertreten durch MLaw Davide Loss, Rechtsanwalt,  

(…),  

Beschwerdeführende,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 26. November 2020 / N (…). 

 

 

 

E-6583/2020 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführenden reisten am 31. März 2016 mit ihren (…) legal in 

die Schweiz ein und suchten gleichentags um Asyl nach. Sie wurden dem 

Testphasenverfahren zugewiesen. Die Personalien wurden am 6. April 

2016 aufgenommen. Ferner fanden am 12. April 2016 beratende Vorge-

spräche statt. Die Anhörungen zu den Asylgründen wurden am 27. April 

2016 durchgeführt. Sodann hörte das SEM den Beschwerdeführer am 

10. September 2020 erneut an. 

B.  

Die Beschwerdeführenden machten geltend, sie hätten die letzten Jahre 

([…]) in der Stadt C._______, Kolumbien, gelebt und sich kurz vor der Aus-

reise noch eine Weile in D._______ aufgehalten.  

Er, der Beschwerdeführer, sei jahrelang beim E._______, unter anderem 

als stellvertretender Direktor des Departements F._______, Kolumbien, tä-

tig gewesen. Namentlich während seiner Arbeit in F._______ sei er gegen 

terroristische Gruppierungen vorgegangen. Nach einem Attentat auf ihr 

Haus im Jahr (…) durch die FARC (Fuerzas Armadas Revolucionarias de 

Colombia) seien sie zunächst nach G._______, Kolumbien, versetzt wor-

den und dann nach C._______ gezogen. Anfang (…) habe er, der Be-

schwerdeführer, seine Stelle aufgegeben und danach noch als (…) gear-

beitet. In C._______ hätten sie telefonische Drohungen sowie im Jahr (…) 

einen Drohbrief der FARC erhalten. Er, der Beschwerdeführer, sei seit dem 

Attentat ein militärisches Ziel der terroristischen Gruppierungen gewesen. 

Sie hätten Schutz und Hilfe angefordert (u.a. Strafanzeigen […]), aber 

keine konkreten Massnahmen erfahren. Sie hätten sich verfolgt gefühlt und 

ihr Telefon sei abgehört worden. Zu ihrer Sicherheit hätten sie deshalb ei-

gene Massnahmen ergriffen (kein soziales Leben geführt etc.) und seien 

innerhalb der Stadt mehrmals umgezogen. Später hätten sie angestrebt, 

vom Staat eine Entschädigung respektive Wiedergutmachung und Sicher-

heit zu erlangen, da sie damals keinen Schutz erhalten und Schaden erlit-

ten hätten. Seine Gesundheit habe sich nach dem Attentat verschlechtert. 

Er sei mehrfach ärztlich behandelt worden. (…) 2015 sei ihre Familie vom 

kolumbischen Staat offiziell als Opfer des bewaffneten Konflikts anerkannt 

worden. Danach hätten sie einen Anwalt beauftragt, um gegen den Staat 

vorzugehen. Dieser Prozess habe die frühere Bedrohungslage wieder auf-

leben lassen. Der Anwalt habe sie gewarnt, dass es gefährlich sei, den 

Staat zu verklagen. Niemand sei daran interessiert, dass ihr Fall respektive 

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Seite 3 

die früheren Ereignisse neu aufgerollt und publik gemacht würden. Am (…) 

2015 habe der Anwalt ihm, dem Beschwerdeführer, telefonisch mitgeteilt, 

dass er von der FARC und ELN (Ejército de Liberación Nacional) bedroht 

worden sei, weil er ihren Fall sowie die Fälle weiterer Opfer übernommen 

habe. Der Anwalt sei daraufhin ausgereist. Da der Anwalt aufgrund der Ver-

fahren bedroht worden sei, bedeute das, dass auch sie als Opfer bedroht 

worden seien, damit die Klagen gegen den Staat zurückgezogen würden. 

Der Anwalt habe ihnen dies bestätigt und geraten, das Land ebenfalls zu 

verlassen. Sie hätten grosse Angst gehabt, da der Staat Informationen 

über die Opfer an die terroristischen Gruppierungen weitergebe, damit 

diese die Opfer entschädigten. Sie hätten daher den Entschluss gefasst, 

das Land zu verlassen. Am (…) 2016 seien sie bis zur Ausreise nach 

D._______ gezogen. Er, der Beschwerdeführer, habe am (…) 2016 von 

einem ehemaligen Kollegen ein E-Mail erhalten, wonach dieser von einer 

Drohung gegen ihn gehört habe. Wegen der Drohungen hätten sie Angst, 

nach Kolumbien zurückzukehren.  

Die Beschwerdeführenden reichten ihre Reisepässe sowie Identitätskarten 

zu den Akten. Die Beschwerdeführerin gab ihre Geburtsurkunde ein. Fer-

ner reichte der Beschwerdeführer einen Militärausweis und einen Führer-

schein, ein einseitiges Schreiben an das SEM zu den Asylgründen (in fünf 

Sprachen, Originale) sowie ein entsprechendes sechs- und ein zwölfseiti-

ges Schreiben, eine Arbeitsbescheinigung seines früheren Arbeitgebers 

(mit Übersetzung), eine Opferanerkennung des kolumbianischen Staats, 

vier Ringordner mit Unterlagen zu einem Attentat auf den Beschwerdefüh-

rer im Jahr (…), zu späteren Ereignissen und zu seiner gesundheitlichen 

Situation, ein Schreiben des kolumbianischen Anwalts vom 20. April 2016 

(mit Übersetzung), zwei Dokumente des Anwalts zum geführten Verfahren, 

Fotos von zwei anonymen an den Anwalt gerichtete Drohschreiben, Unter-

lagen des Beschwerdeführers vom und an den kolumbischen Staat hin-

sichtlich eines laufenden Klageverfahrens aufgrund des Attentats von (…), 

einen Zeitungsartikel, einen Bericht zur Menschenrechtssituation in Kolum-

bien vom 2016, einen Brief des Beschwerdeführers mit Kopie eines Droh-

schreibens vom (…) 2016 (an den Anwalt gerichtet), ein Schreiben von 

FARC-Dissidenten vom (…) 2019 und einen Brief des Anwalts hierzu vom 

26. Oktober 2019, Bestätigungen der Anerkennung als Terroropfer von 

2020 sowie medizinische Unterlagen aus der Schweiz ein (jeweils Ausdru-

cke/Kopien). 

Dem SEM wurden zudem zwei medizinische Berichte zum Beschwerde-

führer vom 12. April und 6. Mai 2016 übermittelt.  

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Seite 4 

C.  

Mit Entscheid vom 9. Mai 2016 wurden die Beschwerdeführenden dem er-

weiterten Verfahren zugewiesen. 

D.  

Mit Verfügung vom 26. November 2020 stellte das SEM fest, dass die Be-

schwerdeführenden die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllten. Es lehnte 

ihre Asylgesuche ab und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz und 

dem Schengen-Raum sowie den Wegweisungsvollzug an.  

Es wurde festgehalten, dass für die Entscheidfindung die Dossiers der sich 

in der Schweiz aufhaltenden Familienangehörigen der Beschwerdeführen-

den sowie ihres ehemaligen kolumbianischen Anwalts konsultiert worden 

seien. 

E.  

Mit Beschwerde vom 30. Dezember 2020 an das Bundesverwaltungsge-

richt beantragten die Beschwerdeführenden durch ihre Rechtsvertretung, 

die Verfügung des SEM sei aufzuheben, es sei festzustellen, dass sie die 

Flüchtlingseigenschaft erfüllten, ihnen sei Asyl zu gewähren, eventualiter 

sei zu ihren Gunsten eine vorläufige Aufnahme anzuordnen, subeventuali-

ter sei die Angelegenheit zur Neubeurteilung an das SEM zurückzuweisen. 

Weiter sei ihnen die unentgeltliche Prozessführung und Rechtsverbeistän-

dung zu gewähren.  

Der Beschwerde wurden zwei Schnellrecherchen der Schweizerischen 

Flüchtlingshilfe (SFH) zu Kolumbien von 2016 und 2020 sowie ein Konto-

auszug der Beschwerdeführenden beigelegt.  

Die Beschwerde mit Beilagen sowie alle später beim Gericht eingegebe-

nen Dokumente wurden elektronisch eingereicht. 

F.  

Mit einer weiteren Eingabe vom 30. Dezember 2020 reichte der Rechtsver-

treter eine Fürsorgebestätigung vom 2. Dezember 2020 sowie eine Hono-

rarnote ein. 

G.  

Mit Instruktionsverfügung des Bundesverwaltungsgerichts vom 6. Januar 

2021 wurden die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessfüh-

rung und Rechtsverbeiständung gutgeheissen. Unter mehreren Hinweisen 

wurde die Vorinstanz zur Einreichung einer Vernehmlassung eingeladen. 

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Seite 5 

H.  

Nach gewährter Fristerstreckung reichte die Vorinstanz eine Vernehmlas-

sung vom 29. Januar 2021 ein. Die Vernehmlassung wurde dem Be-

schwerdeführer mit Instruktionsverfügung vom 2. Februar 2021 übermittelt, 

woraufhin dieser eine Replik vom 17. Februar 2021 eingab (unter Beilage 

einer aktualisierten Honorarnote). 

I.  

Mit Eingabe vom 14. September 2021 reichte der Rechtsvertreter der Be-

schwerdeführenden einen Auszug aus dem kolumbianischen Opferregister 

der Opferschutzeinheit vom (…) 2021 ein. Der Beschwerdeführer sei auf-

grund seiner Stellung als Opfer von Sachbeschädigung, Drohungen, 

Zwangsvertreibung und eines Terrorakts aufgenommen worden. Weiter 

gab er zwei medizinische Berichte vom 15. und 22. Juli 2021 zum Gesund-

heitszustand des Beschwerdeführers ein. Schliesslich reichte er eine aktu-

alisierte Honorarnote zu den Akten.  

J.  

Mit Eingabe vom 31. August 2022 wurde durch den Rechtsvertreter eine 

weitere Anerkennung als Opfer (Resolution vom […] 2022, mit Überset-

zung) eingereicht. Erstmals werde darin von einer eventuellen finanziellen 

Entschädigung der Opfer gesprochen. Wie bereits dargelegt, sei die Ge-

fahr, die sich auf die Beschwerdeführenden auswirke, noch heute aktuell 

und erheblich, weshalb aufgrund des fehlenden staatlichen Schutzes die 

Flüchtlingseigenschaft zu bejahen und ihnen Asyl zu gewähren sei. So-

dann gab der Rechtsvertreter ärztliche Berichte vom 31. März und 14. Juli 

2022 den Beschwerdeführer betreffend sowie eine aktualisierte Honorar-

note zu den Akten. 

K.  

Mit Zwischenverfügung vom 31. Januar 2023 wurden die Beschwerdefüh-

renden aufgefordert, das Gericht über den Stand des in Kolumbien laufen-

den Verfahrens zu informieren und entsprechende Beweismittel im Original 

(in eine Amtssprache übersetzt) einzureichen.  

L.  

Das Fristerstreckungsgesuch des Rechtsvertreters vom 3. März 2023 

wurde vom Gericht mit Zwischenverfügung vom 7. März 2023 abgewiesen 

(unter Hinweis auf Art. 32 Abs. 2 VwVG).  

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Seite 6 

M.  

Mit Eingabe vom 16. Mai 2023 reichte der Rechtsvertreter unter weiteren 

Ausführungen eine Übersetzung des Auszugs vom (…) 2020, eine Pro-

zessübersicht vom 16. Mai 2023, eine Verfügung eines Verwaltungsge-

richts des Bezirks Bogotá vom (…) 2023 und weitere Prozessunterlagen 

von 2016 und 2022 (alles mit Übersetzung) sowie eine aktualisierte Hono-

rarnote ein.  

N.  

In der Folge wurde die Vorinstanz mit Zwischenverfügung vom 7. Juni 2023 

eingeladen, erneut eine Vernehmlassung einzureichen.  

O.  

Auf die zweite Vernehmlassung des SEM vom 5. Juli 2023 reichte der 

Rechtsvertreter der Beschwerdeführenden nach zwei gewährten Frister-

streckungen eine Triplik vom 21. August 2023 ein. Dieser legte er wiede-

rum eine aktualisierte Honorarnote bei.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls – wie auch vorliegend – endgültig (Art. 105 

AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).  

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Am 1. März 2019 ist die Teilrevision des AsylG (AS 2016 3101) in Kraft 

getreten. Für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht (vgl. 

Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 

25. September 2015). 

1.4 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Die Be-

schwerdeführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz 

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Seite 7 

teilgenommen, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 

und haben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungs-

weise Änderung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legiti-

miert (Art. 105 und aArt. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 

Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

3.1 Das vorliegende Verfahren wird mit den ebenfalls am Bundesverwal-

tungsgericht hängigen Verfahren der (…) der Beschwerdeführenden ([…]) 

im Sinne des jeweils gleichen Spruchkörpers koordiniert.  

3.2 Antragsgemäss hat das Gericht die Akten des Anwalts und der Anwältin 

aus Kolumbien (N […] und N […]) im vorliegenden Beschwerdeverfahren 

beigezogen. 

4.  

4.1 Subeventualiter wurde in der Beschwerde beantragt, die Sache sei zur 

Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Das SEM habe den 

Sachverhalt unrichtig erstellt. Entgegen der Darlegung des SEM habe der 

Anwalt die beiden Drohschreiben vom (…) 2016 und (…) 2019 im Rahmen 

seines Asylverfahrens im Original eingereicht. Ferner handle es sich um 

einfache Drohschreiben einer Guerillaorganisation. Fälschungssichere 

Merkmale könnten nicht verlangt werden und das SEM habe auch nicht 

aufgezeigt, welche dies sein sollten. Sodann habe das SEM die zahlrei-

chen Akten dieses sowie der konsultierten Dossiers unzureichend studiert, 

überprüft und diesen jeglichen Beweiswert abgesprochen. Das SEM habe 

sich fast fünf Jahre Zeit gelassen für die angefochtene Verfügung, ohne 

Vorkehrungen zur Untersuchung des massgeblichen Sachverhalts zu tref-

fen oder sich vertieft mit ihren Vorbringen auseinanderzusetzen. Weiter 

hätten sie keine Einsicht in die Akten ihrer sich in der Schweiz befindenden 

kolumbianischen Anwälte erhalten, obwohl sich das SEM namentlich auf 

Aussagen des Anwalts bezogen habe. Damit sei ihr Anspruch auf rechtli-

ches Gehör verletzt worden (Beschwerde S. 27).  

4.2 Hierzu ist festzuhalten, dass sich das SEM in der angefochtenen Ver-

fügung mit den geltend gemachten Vorbringen der Beschwerdeführenden 

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Seite 8 

sowie den eingereichten Dokumenten ausreichend auseinandergesetzt 

und die Überlegungen, von denen es sich hat leiten lassen, mit einer sach-

lich gebotenen Begründungsdichte dargelegt hat. Das SEM war nicht ver-

pflichtet, sich zu jeder Parteiaussage zu äussern. Die Beschwerde zeigt 

denn auch, dass eine sachgerechte Anfechtung möglich war. Dass das 

SEM die Vorbringen und Beweismittel anders würdigte als die Beschwer-

deführenden, stellt keinen formellen Mangel dar und betrifft insbesondere 

nicht die Frage der Sachverhaltsfeststellung. Auch dass die Fragestellung 

der Befragerin an der Anhörung (vgl. unten) oder die lange Verfahrens-

dauer zu einer unzureichenden Feststellung des Sachverhalts geführt ha-

ben könnte, ist im Übrigen nicht zu erblicken. Im Rahmen der ersten Ver-

nehmlassung bestätigte das SEM sodann, dass die beiden Schreiben im 

Original vorliegen würden, und würdigte diese Feststellung. Dazu konnten 

sich die Beschwerdeführenden erneut äussern. Weiter ist das SEM der be-

antragten Akteneinsicht nachgekommen, wie die Beschwerdeführenden in 

ihrer Replik ohne weitere Ergänzungen bestätigten. Anzumerken ist zu-

dem, dass der rubrizierte Rechtsvertreter auch an den Anhörungen der An-

wälte teilgenommen und deren Darlegungen bei der Beschwerdeerhebung 

im vorliegenden Verfahren gekannt hat – wie aus der Beschwerdeschrift 

hervorgeht. Nach dem Gesagten ist somit weder eine unzureichende Sach-

verhaltsfeststellung noch eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches 

Gehör zu erblicken. Es besteht kein Anlass, die Sache ans SEM zurückzu-

weisen, weshalb das entsprechende Eventualbegehren abzuweisen ist.  

5.  

5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG).  

5.2 Die Flüchtlingseigenschaft (Art. 3 AsylG) erfüllt eine asylsuchende Per-

son nach Lehre und Rechtsprechung dann, wenn sie Nachteile von be-

stimmter Intensität erlitten hat beziehungsweise mit beachtlicher Wahr-

scheinlichkeit und in absehbarer Zukunft begründeterweise befürchten 

muss, welche ihr gezielt und aufgrund bestimmter Verfolgungsmotive 

durch Organe des Heimatstaates oder durch nichtstaatliche Akteure 

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zugefügt worden sind beziehungsweise zugefügt zu werden drohen. Auf-

grund der Subsidiarität des flüchtlingsrechtlichen Schutzes setzt die Zuer-

kennung der Flüchtlingseigenschaft ausserdem voraus, dass die be-

troffene Person in ihrem Heimatland keinen adäquaten Schutz finden kann 

(vgl. BVGE 2008/12 E. 7.2.6.2, BVGE 2008/4 E. 5.2). Ausgangspunkt für 

die Beurteilung der Flüchtlingseigenschaft ist die Frage nach der im Zeit-

punkt der Ausreise vorhandenen Verfolgung oder begründeten Furcht vor 

einer solchen. Die Situation im Zeitpunkt des Asylentscheides ist jedoch im 

Rahmen der Prüfung, ob aktuell eine Furcht vor Verfolgung noch immer 

begründet ist, ebenfalls wesentlich. Veränderungen der objektiven Situa-

tion im Heimatstaat zwischen Ausreise und Asylentscheid sind deshalb zu-

gunsten und zulasten der das Asylgesuch stellenden Person zu berück-

sichtigen (vgl. u.a. Urteil des BVGer D-2760/2022 vom 16. März 2023 

E. 6.2 m.w.H.). 

6.  

6.1 Das SEM hielt zur Begründung der angefochtenen Verfügung fest, die 

Vorbringen der Beschwerdeführenden hielten den Anforderungen an die 

Flüchtlingseigenschaft (Art. 3 AsylG) nicht stand. Befürchtungen, künftig 

Verfolgungsmassnahmen ausgesetzt zu sein, seien nur dann flüchtlings-

rechtlich relevant, wenn begründeter Anlass zur Annahme bestehe, dass 

sich die Verfolgung mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer 

Zukunft verwirklichen werde. Die Beschwerdeführenden hätten geltend ge-

macht, wegen des von ihnen eröffneten Verfahrens gegen den kolumbia-

nischen Staat seien sie insbesondere durch Mitglieder der FARC bedroht, 

ihr Leben sei gefährdet. Die Befürchtungen seien aus subjektiver Sicht 

nachvollziehbar. Aus objektiver Sicht sei dagegen festzustellen, dass keine 

begründete Furcht vor Verfolgung gegeben sei. Die Beschwerdeführenden 

würden keine konkreten Übergriffe gegen sie oder ihre Familienangehöri-

gen oder sonstige Vorfälle geltend machen. Ihre Angaben, sie hätten sich 

immer bedroht gefühlt und ihre Telefone seien abgehört worden, beruhten 

auf subjektiven Einschätzungen und seien nicht weiter belegt. Auch die an-

geblich erhaltene E-Mail eines früheren E._______-Mitarbeiters könne 

keine begründete Furcht vor Verfolgung belegen. Weiter habe der Anwalt 

über neunzig Opfer in Verfahren wie demjenigen der Beschwerdeführen-

den vertreten. Es könne nicht davon ausgegangen werden, dass jedes ein-

zelne dieser Opfer begründete Furcht vor Verfolgung in flüchtlingsrechtlich 

relevantem Ausmass gehabt habe, und es gebe keinen Hinweis darauf, die 

Beschwerdeführenden hätten unter diesen Opfern eine besondere Stel-

lung gehabt, mit der sich eine solche Furcht in ihrem Fall begründen liesse. 

Es sei auch darauf hinzuweisen, dass der Anwalt nur für sich selbst, nicht 

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Seite 10 

aber für die Opfer Schutzmassnahmen beantragt habe. Die eingereichten 

Beweismittel würden zu keiner anderen Einschätzung führen. Der Anwalt 

gebe in einem Schreiben vom April 2016 an, ihm sei bekannt, dass die 

Beschwerdeführenden ebenfalls Todesdrohungen erhalten hätten und sich 

in ernsthafter Gefahr befinden würden. Diese Aussage werde jedoch nicht 

weiter konkretisiert und die Beschwerdeführenden selbst hätten keine sol-

che Drohungen gegen alle Familienangehörigen erwähnt. Ein angebliches 

Drohschreiben an den Anwalt vom (…) 2016 liege nur in Kopie vor, zudem 

würden die Beschwerdeführenden darin lediglich als Klienten des Anwalts 

erwähnt, nicht selbst bedroht. Ein angebliches Schreiben der FARC vom 

(…) 2019, in dem der Beschwerdeführer als militärisches Ziel bezeichnet 

werde, liege ebenfalls nur in Kopie vor und weise keinerlei fälschungssi-

chere Merkmale auf. Die übrigen Beweismittel würden die nicht bezweifel-

ten beruflichen Tätigkeiten, den Anschlag vom (…) und die Anerkennung 

als Terroropfer im (…) 2015 belegen, nicht jedoch eine aktuelle Gefähr-

dung. Daher sei das Vorbringen flüchtlingsrechtlich nicht relevant, auf die 

Prüfung der Glaubhaftigkeit könne verzichtet werden. Der Vollständigkeit 

halber werde dennoch darauf hingewiesen, dass sich auch diesbezüglich 

einige Fragen stellten, insbesondere hätten die Beschwerdeführenden und 

ihr kolumbianischer Anwalt unterschiedliche Angaben zu den angeblich ge-

genüber diesem geäusserten Drohungen gegen sie und dessen Weiterlei-

tung dieser Drohungen an sie gemacht. Eine detaillierte Erörterung bleibe 

vorbehalten. Sodann mache der Beschwerdeführer geltend, aufgrund sei-

ner früheren Tätigkeit für das E._______ sei er bis heute gefährdet. Auch 

hier sei eine begründete Furcht vor Verfolgung mit beachtlicher Wahr-

scheinlichkeit und in absehbarer Zukunft aus objektiver Sicht zu verneinen. 

Nach dem Attentat im Jahr (…) habe er zwar noch mehrfach Drohungen 

erhalten, der Beschwerdeführer mache aber keine Drohungen oder Vor-

fälle nach dem Jahr (…) geltend. Zudem habe er (…) mit der Arbeit für das 

E._______ aufgehört. Auch wenn er dauerhaft sehr vorsichtig gelebt und 

zudem eigene Sicherheitsmassnahmen getroffen habe, sei dennoch nicht 

davon auszugehen, dass terroristische Organisationen während der rund 

(…) Jahre (von […] bis zur Ausreise) bei anhaltendem Interesse an seiner 

Person keine Möglichkeit gefunden hätten, gegen ihn vorzugehen. Viel-

mehr sei anzunehmen, dass ein solches Interesse aufgrund der früheren 

Tätigkeit nicht mehr bestanden habe und auch heute nicht mehr bestehe. 

Auch hier führten die Beweismittel nicht zu einer anderen Einschätzung, 

da sie keine anhaltende Bedrohung aufgrund der Tätigkeit für das 

E._______ belegten. Dieses Vorbringen sei flüchtlingsrechtlich ebenfalls 

nicht relevant. Schliesslich änderten die Akten der Dossiers der (…) der 

Beschwerdeführenden sowie des Dossiers des Anwalts nichts an der 

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Seite 11 

Beurteilung ihrer Vorbringen, da sie ebenfalls keine begründete Furcht vor 

Verfolgung für die Beschwerdeführenden belegten.  

6.2 In der Beschwerdeschrift wurde zunächst darauf hingewiesen, dass 

der Beschwerdeführer ein hohes Profil aufweise, zumal er für den kolum-

bischen (…) gearbeitet habe. Dies habe das SEM verkannt. Aufgrund sei-

ner Funktion beim E._______ F._______ sei er bei den Guerillaorganisati-

onen FARC und ELN bestens bekannt (gewesen) und als militärische Ziel-

person deklariert worden. Deshalb sei im Jahr (…) ein Attentat gegen ihn 

verübt worden – mit gesundheitlichen Folgen für (…). Wegen des Attentats 

seien sie am (…) 2015 mit einer Resolution der kolumbianischen Opfer-

schutzeinheit als Opfer des bewaffneten Konflikts anerkannt und in das na-

tionale Opferregister eingetragen worden. Sie und weitere Personen hätten 

im Jahr 2015 eine Anwaltskanzlei mit einer Staatshaftungsklage beauf-

tragt. Es habe mehrere Prozesshandlungen als Vorbereitung der Klage ge-

geben. Die Anwälte hätten sodann ab (…) 2015 Drohungen erhalten. Nach 

Erhebung eines Schutzantrags seien diese (…) 2015 ausgereist. Dies 

habe sie dazu veranlasst, Kolumbien ebenfalls zu verlassen. Im (…) 2016 

hätten die Anwälte wegen der Klagen gegen den Staat eine anonyme 

schriftliche Morddrohung erhalten, in der unter anderem auch der Be-

schwerdeführer erstmals genannt worden sei. Ob die Drohung an ihren 

Anwalt oder an sie selbst gerichtet worden sei, sei von untergeordnetem 

Interesse. Nach einem Schlichtungsverfahren (in diesem Rahmen habe 

ihre Anwältin eine Strafanzeige wegen der Morddrohung eingereicht) sei 

am (…) 2016 die Klage gegen den kolumbianischen Staat erhoben worden. 

Im (…) 2017 seien aus der Anwaltskanzlei diverse Akten entwendet wor-

den, darunter auch ihre. Im (…) 2019 hätten sie und ihre Anwälte eine wei-

tere Morddrohung vom (…) 2019 von einer Nachfolgeorganisation der 

FARC erhalten – zugestellt an die Familie ihres Anwalts. Weiter sei nicht 

auszuschliessen, dass Zeugen in gerichtlichen Verfahren von der FARC 

oder ELN eingeschüchtert oder Gerichte und Staatsanwaltschaften beein-

flusst seien und sensible Informationen an diese Organisationen weiterlei-

teten. Die Fragestellung an der Anhörung des Beschwerdeführers zeuge 

sodann von der mangelnden Objektivität des SEM und die fehlenden 

Kenntnisse über die vielschichtigen Hintergründe des bewaffneten Kon-

flikts in Kolumbien würden deutlich. Da sie zu ihrer eigenen Sicherheit im-

mer wieder umgezogen seien, hätten sie unentdeckt bleiben können. Der 

kolumbianische Staat sei (bei Personen mit dem Profil des Beschwerde-

führers) nicht gewillt, Schutz zu gewähren. Dies zeige sich an der Untätig-

keit der Behörden trotz des aktenkundigen Attentats. Die bewaffneten 

Gruppierungen in Kolumbien, die eine Person zum militärischen Ziel erklärt 

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hätten, würden oftmals Jahre damit verbringen, diese aufzusuchen, um 

diese oder ein Familienmitglied zu ermorden. Der Beschwerdeführer sei im 

Rahmen der erhobenen Staatshaftungsklage nach Jahren wieder öffentlich 

in Erscheinung getreten. Die Bedrohungslage habe sich akut zugespitzt, 

als sie im (…) 2015 als Opfer anerkannt, in das nationale Opferregister 

eingetragen worden seien und überdies auf gerichtlichem Weg gegen den 

Staat eine Forderung geltend gemacht hätten. Dem Drohschreiben vom 

(…) 2016 sei klar zu entnehmen, dass sie ihre Staatshaftungsklage umge-

hend zurückziehen sollten, da die FARC die Familien der Anwälte ausfindig 

gemacht hätten. Sie hätten daher den Tod zu befürchten gehabt. Das Droh-

schreiben sowie das verübte Attentat würden eine begründete Furcht vor 

Verfolgung darlegen. Gleiches gelte für das Drohschreiben aus dem Jahr 

2019 von der (…) Front der FARC. Der Beschwerdeführer sei darin erneut 

als militärische Zielperson ausgerufen worden. Die FARC und weitere Or-

ganisationen hätten ein eminentes Interesse daran, solche Staatshaftungs-

prozesse im Keim zu ersticken. Diese hätten im Rahmen eines öffentlichen 

Gerichtsverfahrens zu befürchten, dass ihre Methoden, Praktiken und Vor-

gehensweisen publik würden. Auch der Staat habe kein Interesse an der 

Schutzgewährung für die Opfer des bewaffneten Konflikts, wenn diese 

nach der Anerkennung als Opfer eine Staatshaftungsklage erheben und 

hohe Ansprüche geltend machen würden. Diesem komme es gelegen, 

wenn die Opfer von der FARC eingeschüchtert und die Klage zurückziehen 

würden. Auch sei der Staat überfordert mit der Vielzahl an Opfern und die 

nationale Schutzeinheit nicht fähig, effektiven Schutz zu gewähren (unter 

Hinweis auf zwei Schnellrecherchen der SFH). Nur wenige Personen kä-

men in den Genuss. Weiter habe das SEM die Tätigkeit des Beschwerde-

führers für das E._______ fälschlicherweise separat bewertet, was von we-

nig Kenntnis und Fachwissen zu den Vorgängen des kolumbianischen Bür-

gerkriegs zeuge. Die Tätigkeit sei im Gesamtzusammenhang mit dem At-

tentat und der Anerkennung als Opfer zu sehen. Das Attentat belege, dass 

sich die Gefährdung umgehend konkretisiere, sobald Anlass dazu bestehe. 

Anlass für eine konkrete Gefährdung bilde die angestrengte Staatshaf-

tungsklage, im Rahmen welcher die Gräueltaten der FARC öffentlich wür-

den. Massgebender Zeitpunkt für die Bedrohung sei mithin das Jahr 2015. 

Der Beschwerdeführer befürchte, im Fall einer Rückkehr von den bewaff-

neten Gruppierungen – beispielsweise bei einer Strassensperre – erkannt 

und getötet zu werden. Angesichts der systematischen Bedrohungen in 

den Jahren 2015, 2016 und 2019 müssten sie um ihr Leben fürchten. Die 

Tatsache, dass sie keinen staatlichen Schutz erhalten hätten, habe diese 

Schlussfolgerung verstärkt und dazu geführt, dass sie das Land hätten ver-

lassen müssen. Sie vermuteten, dass die Drohungen darauf abzielten, sie 

E-6583/2020 

Seite 13 

daran zu hindern, den Staat wegen der beim Attentat erlittenen Schäden 

zu verklagen, da der Gerichtsprozess wichtiges Beweismaterial enthalte, 

welches die Verantwortung des Staats in Frage stelle. Die FARC habe zu-

dem ein besonderes öffentliches Interesse am Prozess befürchtet. Ausser-

dem habe sich das SEM in einen unauflösbaren Widerspruch zur Beurtei-

lung der Asylgesuche der Anwälte begeben, indem es den Anwälten, die 

wegen ihres Mandats mit dem Tod bedroht worden seien, Asyl gewährt 

habe. Diese hätten die beiden Drohschreiben im Original eingereicht und 

sich auf diese berufen. Dass bei den Anwälten eine begründete Furcht vor 

Verfolgung, bei ihnen aber nicht, erblickt worden sei, sei unplausibel und 

entbehre jeder Logik. Die Tatsache, dass die Anwaltskanzlei viele Opfer 

vertreten habe, genüge nicht, um bei sämtlichen Opfern kategorisch eine 

Gefährdung zu verneinen. Bei ihnen handle es sich um die wohl prominen-

testen Opfer, die die Kanzlei vertreten habe, weshalb sie – im Gegensatz 

zu den allermeisten übrigen Mandanten der Kanzlei – konkret gefährdet 

seien. Der Name des Beschwerdeführers sei im Übrigen publiziert worden, 

nachdem er als Opfer anerkannt worden sei. Die Anwälte hätten für sie 

Strafanzeigen und Schutzersuchen eingereicht. Inwiefern ein Widerspruch 

hinsichtlich der Weiterleitung des Drohschreibens von 2019 in ihren sowie 

in den Aussagen des Anwalts vorliege, sei sodann nicht zu erblicken. Sie 

befürchteten, bei einer Rückkehr nach Kolumbien früher oder später Opfer 

eines Tötungsdelikts zu werden. Sie hätten begründete Furcht vor Verfol-

gung durch die Guerillabewegungen. Die akute Bedrohungslage, verbun-

den mit dem fehlenden Schutz des Staates, lasse eine konkrete Gefähr-

dung glaubhaft erscheinen. Das SEM hätte ihre Flüchtlingseigenschaft 

feststellen und ihnen Asyl gewähren müssen.  

6.3 Anlässlich der ersten Vernehmlassung gab das SEM an, in der Be-

schwerdeschrift werde auf eine wenig objektive, teils suggestive Fragestel-

lung hingewiesen. Diese Einschätzung werde nicht geteilt und die genann-

ten Passagen seien im Asylentscheid gar nicht verwendet worden. Weiter 

sei bereits ausgeführt worden, dass von der Bedrohung der Anwälte nicht 

automatisch auf die Bedrohung ihrer Klientel geschlossen werden könne. 

Die besondere Stellung der Beschwerdeführenden sei nicht überzeugend 

dargelegt worden. Es treffe sodann zu, dass die beiden Schreiben vom (…) 

2016 und (…) 2019 im Original vorlägen, was aber nicht zu einer anderen 

Einschätzung der geltend gemachten Vorbringen führe.  

6.4 Die Beschwerdeführenden replizierten, die Ausführungen des SEM zur 

Fragestellung gingen an der Sache vorbei. Es scheine, dass das SEM von 

Beginn weg beabsichtigt habe, das Asylgesuch abzuweisen, was sich in 

E-6583/2020 

Seite 14 

der Art der Befragung, der Wiedergabe aktenwidriger Tatsachen und der 

mangelhaften Verfügung zeige. Weiter hätten sie nie behauptet, sie seien 

aufgrund der Bedrohung der Anwälte automatisch ebenfalls bedroht wor-

den. Vielmehr seien sie einzig deshalb bedroht und konkret gefährdet (vgl. 

Attentat von […]), weil sie innerhalb der Klientel eine offensichtlich beson-

ders exponierte Stellung aufweisen würden. Davon zeuge auch der Um-

stand, dass sie in zwei Drohschreiben namentlich erwähnt worden seien. 

Das SEM sei nicht auf den Umstand eingegangen, dass der Beschwerde-

führer zu einer militärischen Zielperson deklariert worden sei. Darin und in 

der vernachlässigten Schutzpflicht des kolumbianischen Staats liege eine 

asylrelevante Furcht vor Verfolgung. Zwar habe das SEM eingeräumt, dass 

die Drohschreiben im Original vorlägen, aber völlig unsubstantiiert vorge-

bracht, dies ändere nichts an der Einschätzung. Dabei handle es sich um 

eine Schutzbehauptung und es werde deutlich, dass sich das SEM nicht 

vertieft mit ihren Asylvorbringen auseinandergesetzt habe.  

6.5 In einer weiteren Eingabe vom 16. Mai 2023 wiederholten die Be-

schwerdeführenden zunächst, dass der Beschwerdeführer wegen mehre-

rer Tatbestände in das kolumbianische Opferregister aufgenommen wor-

den sei. Sodann sei ihre Klage aus dem Jahr 2016 (…) 2017 zugelassen 

worden. Der Staatshaftungsprozess sei nach mehreren Prozessschritten 

nach wie vor pendent (vgl. u.a. Prozessübersicht vom 16. Mai 2023). We-

gen dieses Prozesses mit Pioniercharakter seien sie besonders exponiert 

und es bestehe eine erhebliche Verfolgungsgefahr. Bei einer Rückkehr in 

ihr Heimatland müssten sie mit einem weiteren Attentat durch Guerrillaor-

ganisationen rechnen, zumal diese ein Interesse daran hätten, den ange-

strengten Prozess im Keim zu ersticken. Der kolumbianische Staat – Ge-

genpartei im Prozess – sei zudem nicht willens, sie zu schützen. Die ge-

stellten Schutzanträge seien bislang nicht behandelt worden. Aufgrund der 

akuten Bedrohungslage erfüllten sie die Flüchtlingseigenschaft.  

6.6 In der zweiten Vernehmlassung führte das SEM aus, die umfangrei-

chen Unterlagen zum hängigen Gerichtsverfahren in Kolumbien würden 

sich auf weit zurückliegende, vom SEM nicht bezweifelte Ereignisse bezie-

hen. Dagegen sei diesen nichts zu entnehmen, was die geltend gemachte 

aktuelle Gefahr der Verfolgung durch die FARC oder ähnliche Organisatio-

nen belegen würde. Die Beschwerdeführenden würden angeben, es 

handle sich beim genannten Verfahren um einen Pionierprozess und sie 

seien deshalb besonders exponiert. Diese angebliche herausgehobene 

Rolle der Beschwerdeführenden beziehungsweise des Verfahrens werde 

jedoch, wie bereits im Asylverfahren, nicht überzeugend respektive gar 

E-6583/2020 

Seite 15 

nicht begründet. Auch die Behauptung, der kolumbianische Staat sei nicht 

willens, Schutz zu gewähren, respektive eine Einschüchterung von Klägern 

in Prozessen wie demjenigen der Beschwerdeführenden komme dem 

Staat sogar gelegen, werde in keiner Weise weiter vertieft oder substanti-

iert. Es erstaune, dass im Rahmen des Beschwerdeverfahrens nicht darauf 

eingegangen werde, dass in Kolumbien bei der Präsidentschaftswahl im 

Jahr 2022 ein politischer Paradigmenwechsel stattgefunden habe. Es sei 

davon auszugehen, dass sich die Interessenslage des kolumbianischen 

Staats durch den politischen Wechsel erheblich verändert haben dürfte. Es 

wäre zu erwarten gewesen, dass die Beschwerdeführenden den angeblich 

fehlenden Schutzwillen des Staates detailliert begründet und erörtert hät-

ten, welche Auswirkungen der politische Wechsel auf die Interessenslage 

in dieser Sache gehabt habe respektive warum er keine solchen gehabt 

haben solle. 

6.7 Mit ihrer Triplik erklärten die Beschwerdeführenden, sie hätten ausführ-

lich dargelegt, weshalb der kolumbianische Staat nicht willens sei, ihnen 

Schutz vor Verfolgung zu gewähren. Aufgrund des laufenden Staatshaf-

tungsprozesses, den sie gegen diverse Verwaltungseinheiten des kolum-

bianischen Staats erhoben hätten, drohe ihnen im Fall einer Rückkehr nach 

Kolumbien eine schwerwiegende, gegenwärtige Gefahr. Ungeachtet der 

Anerkennung als Opfer seien bis heute die Schutzanträge nicht behandelt 

worden. Auch der immer noch nicht abgeschlossene Prozess belege den 

fehlenden Schutzwillen und die fehlende Schutzfähigkeit. Sie seien ge-

zwungen gewesen, ihren Wohnsitz zu wechseln, was jedoch nicht ausge-

reicht habe, da sich die Drohungen ab dem Jahr 2015 vervielfacht hätten. 

Der Staat habe es somit auch versäumt, ihre Zwangsumsiedlung zu ver-

hindern. Das SEM habe die Gefährdung von Personen, welche gegen den 

kolumbianischen Staat gerichtlich Ansprüche geltend machten, sowie den 

fehlenden Schutzwillen und die fehlende Schutzfähigkeit ausdrücklich an-

erkannt, indem es bezüglich ihrer damaligen Anwälte die Flüchtlingseigen-

schaft festgestellt und Letzteren Asyl gewährt habe. Wäre der kolumbiani-

sche Staat willens, ihnen gegenüber Schutzmassnahmen anzuordnen, so 

hätte dies auch für die Anwälte gelten müssen. Das SEM liefere keine Er-

klärung, weshalb sie im Unterschied zu den Anwälten keine Gefahr zu be-

fürchten hätten. Im Falle des besonders exponierten Beschwerdeführers 

werde die Gefährdungslage aus den ins Recht gelegten Drohschreiben er-

sichtlich. Die zahlreichen Todesdrohungen gegen sie beruhten namentlich 

auf der Anerkennung als Opfer und der gestützt darauf erhobenen Klage 

gegen den Staat. Sodann habe es im Jahr 2015 nur wenige Personen ge-

geben, die ebenfalls ein Verfahren eingeleitet hätten. Diese Art der Klage 

E-6583/2020 

Seite 16 

auf Schadenersatz und direkte Wiedergutmachung sei neu und für die Jus-

tizbehörden ungewöhnlich gewesen. Folglich komme ihrem Staatshaf-

tungsprozess, in welchem sie begangene Gräueltaten der Guerillaorgani-

sationen und unterlassene Schutzmassnahmen des Staats aufzeigten, Pi-

oniercharakter zu. Dadurch ergebe sich eine aktuelle Gefahr für sie. Daran 

ändere der Regierungswechsel nichts, zumal nach wie vor keine Schutz-

anträge behandelt worden seien. Sie seien nicht wegen eines parteipoliti-

schen Engagements gefährdet, sondern weil sie als Opfer Klage gegen 

den Staat erhoben hätten und dadurch ins Visier der Guerillaorganisatio-

nen sowie Paramilitärs geraten seien. Schutz und Sicherheit hängten von 

Massnahmen der kolumbianischen Behörden ab, damit sie nicht Opfer von 

Gewalttaten illegaler bewaffneter Gruppen würden. Daher hätten sie bei 

einer Rückkehr begründete Furcht vor Verfolgung.  

7.  

7.1 Nach Durchsicht der Akten stellt das Gericht – wie bereits das SEM – 

zunächst fest, dass aufgrund der ausführlichen Angaben und Beweismittel 

kein Anlass dazu besteht, an der früheren Tätigkeit des Beschwerdefüh-

rers, am geltend gemachten auf ihn verübten Attentat im Jahr (…) sowie 

an der Anerkennung als Opfer im Jahr 2015 und des daraufhin eingeleite-

ten Verfahrens der Beschwerdeführenden gegen den kolumbianischen 

Staat zu zweifeln. Wie von ihm dargelegt, ist anzunehmen, dass der Be-

schwerdeführer im Jahr (…) – aufgrund seiner damaligen Tätigkeit expo-

niert – von der (…) Front der FARC (F._______) angegriffen worden ist. Da 

namentlich das Attentat oder die weiteren Drohungen (bis ca. ins Jahr […], 

vgl. u.a. Beilage 17 auf Beschwerdeebene; SEM-Akte A40 F120) aber of-

fensichtlich nicht zur Ausreise der Beschwerdeführenden geführt haben, 

sind diese nicht asylrelevant und es ist nicht weiter auf die genannten Vor-

bringen und die umfangreichen Dokumente hierzu einzugehen.  

7.2 Die Beschwerdeführenden machten geltend, dass sich ihre Bedro-

hungslage seit der Anerkennung als Opfer durch den Staat und dem ein-

geleiteten Verfahren gegen den Staat im Jahr 2015 aktualisiert habe (SEM-

Akten A40 F88, 91, 135; A60 F34 f.). Dadurch seien sie wieder ins Visier 

von Guerilla-Organisationen (namentlich der FARC) geraten. Zunächst ist 

festzustellen, dass sich wie die Beschwerdeführenden viele weitere aner-

kannte Opfer an den Staat gewandt haben. Namentlich habe die Anwalts-

kanzlei, die auch die Beschwerdeführenden ab (…) 2015 vertreten habe, 

vor der Ausreise der Anwälte ([…] 2015 und […] 2016) über neunzig sol-

cher Verfahren betreut. In der Folge sei den Anwälten persönlich mehrfach 

und ernsthaft gedroht worden, damit sie sämtliche Verfahren (nicht nur 

E-6583/2020 

Seite 17 

dasjenige der Beschwerdeführenden) nicht weiterverfolgen würden (vgl. 

beim SEM eingereichte Drohschreiben, SEM-Akten A28 BM10; A40 F67). 

Daraufhin hätten sie die Anwaltskanzlei geschlossen und das Land verlas-

sen. Der Anwalt habe den Beschwerdeführer am (…) 2015 angerufen, da-

von erzählt und ihm bestätigt, dass auch er und weitere Opfer bedroht 

seien, und ihm geraten, auszureisen (SEM-Akten A39 F39; A40 F66 f., 69, 

128, 133). Aufgrund dieser Informationen hätten sie entschieden, Kolum-

bien zu verlassen (SEM-Akte A40 F50, 53 ff., 68). Bis zu ihrer Ausreise 

Ende März 2016 hätten sie (…), unter anderem bei Verwandten in 

D._______ gewohnt und weitere Vorkehrungen getroffen (SEM-Akten A39 

F29 f., 59–64; A40 F129). Die Drohungen (ab […] 2013) gegen die Anwälte 

aufgrund der geführten Verfahren gegen den Staat gehen aus den Aussa-

gen der Beschwerdeführenden und der Anwälte sowie aus den eingereich-

ten Dokumenten hervor. Dass die Beschwerdeführenden selbst vor der 

Ausreise konkret gefährdet gewesen wären und deshalb das Heimatland 

hätten verlassen müssen, scheinen sie hingegen hauptsächlich aufgrund 

des Telefongesprächs mit ihrem Anwalt vermutet zu haben (SEM-Akten 

A40 F49 f., 53 f., 57, 118, 128, 131; A60 F54). In den an die Anwälte ge-

richteten Drohschreiben, die vor ihrer Ausreise datieren, wurden sie nicht 

genannt. Das erste Drohschreiben an die Anwälte, in dem auch ihr Name 

und der von weiteren Klienten genannt wurde, datiert nach ihrer Ausreise 

(vgl. auch u.a. Beschwerde S. 22 Rz. 71). Dass insbesondere sie bedroht 

gewesen wären, weil sie innerhalb der Klientel eine besonders exponierte 

Stellung aufgewiesen hätten, geht aus den Akten nicht hervor. Die Ansicht 

der Beschwerdeführenden, seit der Einleitung des Verfahrens im Jahr 2015 

seien sie wieder in Erscheinung getreten und gefährdet gewesen, kann da-

her aus objektiver Sicht nicht geteilt werden. Aus den Akten gehen keine 

ausreichenden Anhaltspunkte für die dargelegte Annahme hervor, die Be-

schwerdeführenden wären als Folge des laufenden Verfahrens gegen den 

kolumbischen Staat seitens der FARC oder anderer bewaffneter Organisa-

tionen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt gewesen oder hätten begründete 

Furcht vor einer asylrelevanten Verfolgung gehabt (vgl. auch nachfolgend). 

Ein E-Mail eines früheren Arbeitskollegen vom (…) 2016 mit dem Hinweis 

auf eine von diesem gehörte Drohung gegen den Beschwerdeführer, der 

Verdacht auf abgehörte Telefone oder das Bestätigungsschreiben des An-

walts vom 20. April 2016 vermögen daran nichts zu ändern (SEM-Akten 

A28 BM7; A60 F51). Inwiefern die Beschwerdeführenden vor der Ausreise 

aktuellen Schutzbedarf gehabt hätten, ist mithin ebenfalls unklar. Im Übri-

gen ist darauf hinzuweisen, dass es gemäss Angaben des Anwalts auch 

schon zu Gutheissungen bei den Verfahren (der kolumbianische Staat sei 

für verantwortlich erklärt worden) gekommen sei. Entgegen den 

E-6583/2020 

Seite 18 

Darlegungen der Beschwerdeführenden ist nicht zu erblicken, inwiefern ihr 

Prozess Pioniercharakter aufweisen sollte, sie deswegen besonders expo-

niert wären oder es dem Staat gelegen käme, wenn klagende Opfer einge-

schüchtert würden (vgl. dazu auch unten). Solches ist auch den umfang-

reichen Beweismitteln zum laufenden Verfahren nicht zu entnehmen.  

7.3 Weiter ist davon auszugehen, dass die FARC (o.ä.), hätte ein aktuelles 

Verfolgungsinteresse an den Beschwerdeführenden bestanden, nachdem 

diese mit der Opferanerkennung und dem Verfahren wieder in Erscheinung 

getreten waren, nicht weiter zugewartet hätten (vgl. auch der Hinweis in 

der Beschwerdeschrift S. 24 f.). Mit der Vorinstanz ist zudem schwer vor-

stellbar, dass die FARC oder andere damals national tätige und gut ver-

netzte Organisationen (SEM-Akte A40 F86), hätten sie ernsthaft gegen den 

Beschwerdeführer vorgehen wollen, diesen über viele Jahre nicht hätten 

aufspüren können. Auch wenn die Beschwerdeführenden erklären, sie hät-

ten Sicherheitsmassnahmen getroffen und seien innerhalb von C._______ 

mehrmals umgezogen (SEM-Akte A40 F60, 80, 115 ff., 124), haben sie 

sich nicht gänzlich vom öffentlichen Leben zurückgezogen. Insbesondere 

hat sich der Beschwerdeführer gemäss eigenen Angaben und Belegen 

mehrfach und an verschiedenen Orten ärztlich behandeln lassen (SEM-

Akten A28 BM20 4. Ordner; A40 F107 ff.). Die Befürchtung, bei einer Rück-

kehr könnte er im Rahmen einer Strassensperre erkannt und in Gefahr 

sein, scheint daher unbegründet. Ihre Kinder hätten zudem in C._______ 

gearbeitet und sie hätten finanziell gut gelebt in den letzten Jahren (SEM-

Akte A39 F31, 33). Es war den Beschwerdeführenden somit möglich, meh-

rere Jahre in der gleichen Stadt im Heimatland zu leben, ohne konkret und 

ernsthaft gefährdet worden zu sein, was ebenfalls gegen eine begründete 

Furcht vor Verfolgung spricht. Es ist anzunehmen, dass es namentlich der 

FARC möglich gewesen sein dürfte, den Beschwerdeführer ausfindig zu 

machen, hätte ein anhaltendes Interesse an dessen Tötung bestanden, wie 

von ihm mit dem Hinweis, er sei ein ständiges militärisches Ziel und habe 

weiterhin ein besonders hohes Profil, geltend gemacht (u.a. SEM-Akte A40 

F50, 58 ff.). 

7.4 Sodann geht aus den Akten auch nicht hervor, inwiefern bei einer Rück-

kehr nach Kolumbien – namentlich aufgrund des weiterhin laufenden Ver-

fahrens gegen den Staat – aktuell eine Furcht vor Verfolgung begründet 

wäre. Systematische Bedrohungen, wie von den Beschwerdeführenden er-

wähnt, sind nicht zu erblicken. In den Drohschreiben (vom […] 2016 und 

vom […] 2019), die ihre Anwälte nach der Ausreise erhalten hätten, werden 

in erster Linie diese und nicht die Beschwerdeführenden konkret bedroht. 

E-6583/2020 

Seite 19 

Daran ändert der Umstand nichts, dass unter anderem der Beschwerde-

führer darin namentlich erwähnt respektive auf ein gemäss Beschwerde-

führer bekanntes Ereignis im Jahr (…) hingewiesen wurde (SEM-Akte A40 

F112). Während der erste Brief noch ohne Absender erstellt wurde, 

stammte das zweite, ebenfalls nur elektronisch erstellte Schreiben von ei-

ner hauptsächlich in F._______ aktiven FARC-Nachfolgegruppe ([…], mit 

Verbindungen zur grösseren First Front respektive der Estado Mayor Cent-

ral [EMC] Gruppe sowie deren Anführer; vgl. […]; InSight Crime, Central 

General Staff – Ex-FARC Mafia, 16.2.2023, <https://insightcrime.org/co-

lombia-organized-crime-news/ex-farc-mafia-central-general-staff/>, beide 

abgerufen am 11.12.2023). Dass der Beschwerdeführer rund (…) Jahre 

lang von einer FARC-Gruppe als militärisches Ziel hätte erachtet werden 

sollen, nach der Anerkennung als Opfer im Jahr 2015 dennoch über ein 

Jahr im Heimatland verbringen konnte, ohne konkret und persönlich behel-

ligt worden zu sein, und das erste Schreiben, wonach er weiterhin im Fokus 

der Gruppe stehen solle, erst im Jahr 2019, drei Jahre nach der Ausreise 

der Beschwerdeführenden, an den Anwalt geschickt worden sei, vermag 

doch sehr zu erstaunen. Zu beachten ist zudem, dass sich die politische 

Lage in Kolumbien seit der Ausreise der Beschwerdeführenden verändert 

hat. Auch wenn dies nicht das Ende des in Kolumbien herrschenden be-

waffneten Konflikts bedeutete, schloss die kolumbianische Regierung 

Ende 2016 mit den FARC-Rebellen einen Friedensvertrag ab (mit Aus-

nahme einiger FARC-Dissidenten). Den Opfern des Konflikts und der Auf-

arbeitung der Gewalt ist im Vertrag ein eigenes Kapitel gewidmet. Im Jahr 

2017 fand die Entwaffnung der FARC statt, und die FARC hat sich in eine 

politische Partei umgewandelt. Es finden seither Auseinandersetzungen 

mit der gewalttätigen Vergangenheit statt. Auch nach den Regierungs-

wechseln im Jahr 2018 und 2022 schreitet die Umsetzung des Friedens-

vertrags voran (vgl. Bundeszentrale für politische Bildung, Kriege und Kon-

flikte: Kolumbien, 13.10.2020, <https://www.bpb.de/themen/kriege-kon-

flikte/dossier-kriege-konflikte/54621/kolumbien/#node-content-title-0>; UN 

Verification Mission in Colombia (UNMC), United Nations Verification Mis-

sion in Colombia: Report of the Secretary-General, 28.12.2022, <https://co-

lombia.unmissions.org/sites/default/files/n2276996.pdf>, beide abgerufen 

am 6.12.2023). Namentlich hat die im Jahr 2016 gegründete Wahrheits-

kommission im Juni 2022 einen Abschlussbericht über den bewaffneten 

Konflikt in Kolumbien vorgelegt, der – gestützt auf umfassende Recher-

chen und unzählige Interviews – schwerste Menschenrechtsverletzungen 

dokumentiert (vgl. ABColombia, Truth Commission of Colombia: Executive 

Summary, 15.7.2022, <https://www.abcolombia.org.uk/truth-commission-

of-colombia-executive-summary/>, abgerufen am 6.12.2023). Der 

https://www.bpb.de/themen/kriege-konflikte/dossier-kriege-konflikte/54621/kolumbien/#node-content-title-0
https://www.bpb.de/themen/kriege-konflikte/dossier-kriege-konflikte/54621/kolumbien/#node-content-title-0

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Seite 20 

amtierende Präsident betreibt eine Politik des «totalen Friedens», wozu 

Waffenruhen sowie Verhandlungen mit bewaffneten Gruppierungen gehö-

ren. Insbesondere mit FARC-Dissidenten (u.a. dem EMC und deren Anfüh-

rer) sowie den ELN haben im Jahr 2023 Gespräche stattgefunden und es 

wurden Waffenstillstände vereinbart (vgl. Colombia Reports, Colombia an-

nounces resumption of peace talks with FARC dissidents, 15.11.2023, 

<https://colombiareports.com/colombia-announces-resumption-of-peace-

talks-with-farc-dissidents/>; InSight Crime, Néstor Gregorio Vera 

Fernández, alias 'Iván Mordisco', 14.4.2023, <https://insightcrime.org/co-

lombia-organized-crime-news/nestor-gregorio-vera-fernandez-alias-ivan-

mordisco/>; Colombia Reports, Petro announces peace process with Co-

lombia’s dissident FARC rebels, 13.3.2023, <https://colombiare-

ports.com/petro-announces-peace-process-with-colombias-dissident-farc-

rebels/amp/>, alle abgerufen am 11.12.2023). Vor diesem Hintergrund der 

Aufarbeitung und dem Ziel des Friedens dürfte das Einfordern der Opfer-

rechte als legitim angesehen werden. Es kann ferner nicht angenommen 

werden, dass die Beschwerdeführenden heute wegen des Verfahrens ge-

gen den Staat respektive Kenntnissen hinsichtlich früherer Verbrechen na-

mentlich seitens der FARC, auf die im Rahmen des laufenden Verfahrens 

noch hingewiesen werden könnte (u.a. SEM-Akte A60 F35; Beschwerde 

S. 23 Rz. 75), in Gefahr wären und mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit 

eine Verfolgung zu befürchten hätten.  

7.5 Nach dem Gesagten – die Beschwerdeführenden konnten weder dar-

legen, dass sie ihr Heimatland aufgrund (drohender) ernsthafter Nachteile 

(durch Dritte, insb. die FARC) verlassen haben noch, dass sie bei einer 

Rückkehr eine solche Verfolgung zu befürchten hätten – ist auf die weiteren 

Ausführungen und Beweismittel (u.a. zum Schutzwillen und zur Schutzfä-

higkeit des kolumbianischen Staats) nicht einzugehen. Diesbezüglich ist 

schliesslich darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdeführenden unter an-

derem mit D._______ eine Aufenthaltsalternative hätten, sollten sie nicht 

an ihren bisherigen langjährigen Wohnort zurückkehren wollen. Sie haben 

dort aussagegemäss bereits unbehelligt in einer Wohnung der Verwandt-

schaft unterkommen können und sich sicher gefühlt (SEM-Akte A39 F52).  

7.6 Zusammenfassend ergibt sich, dass keine asylrechtlich relevanten Ver-

folgungsgründe ersichtlich sind. Die Vorinstanz hat zu Recht die Flücht-

lingseigenschaft der Beschwerdeführenden verneint und ihre Asylgesuche 

abgelehnt. 

 

E-6583/2020 

Seite 21 

8.  

8.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

8.2 Die Beschwerdeführenden verfügen insbesondere weder über eine 

ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf 

Erteilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu 

Recht angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

9.  

9.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]).  

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

9.2  

9.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG).  

Keine Person darf in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwungen 

werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach 

Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise 

in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. 

ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechts-

stellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, 

Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und an-

dere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder 

Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand der 

Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung 

unterworfen werden. 

E-6583/2020 

Seite 22 

9.2.2 Wie die Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung zutreffend ange-

merkt hat, ist das flüchtlingsrechtliche Rückschiebungsverbot von Art. 33 

Abs. 1 FK und Art. 5 AsylG nicht anwendbar, weil die Beschwerdeführen-

den die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllen. Sodann ergeben sich weder 

aus den Aussagen der Beschwerdeführenden noch aus den Akten Anhalts-

punkte dafür, dass sie für den Fall einer Ausschaffung in den Heimatstaat 

dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 

FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wären. Gemäss Pra-

xis des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie 

jener des UN-Anti-Folterausschusses müssten die Beschwerdeführenden 

eine konkrete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass 

ihnen im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung 

drohen würde (vgl. Urteil des EGMR Saadi gegen Italien 28. Februar 2008, 

Grosse Kammer 37201/06, §§ 124–127 m.w.H.). Dies ist den Beschwer-

deführenden mit der Befürchtung, ihnen drohe früher oder später ein wei-

terer Anschlag, nicht gelungen. Auch die allgemeine Menschenrechtssitu-

ation in Kolumbien lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt 

nicht als unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der 

Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen 

Bestimmungen zulässig. 

9.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

Medizinische Probleme können nur dann zur Unzumutbarkeit des Wegwei-

sungsvollzugs führen, wenn eine dringend notwendige Behandlung im Hei-

matland nicht zur Verfügung steht und die Rückkehr zu einer raschen und 

lebensgefährdenden Beeinträchtigung des Gesundheitszustandes der be-

troffenen Person führen würde (vgl. BVGE 2011/50 E. 8.3). 

9.3.1 Die Vorinstanz erachtete den Wegweisungsvollzug als zumutbar. Die 

Beschwerdeführenden hätten von ihrer Pension gelebt und seien in einer 

finanziell guten Situation gewesen. Daher sei davon auszugehen, dass sie 

über die nötigen Mittel verfügten, um ihren Lebensunterhalt nach der Rück-

kehr zu bestreiten. Die gesundheitlichen Probleme des Beschwerdeführers 

seien in der Schweiz mehrfach behandelt worden. Die eingereichten Arzt-

berichte würden keine Hinweise auf anhaltende schwere gesundheitliche 

E-6583/2020 

Seite 23 

Beeinträchtigungen oder längerfristig notwendige Behandlungen enthal-

ten. Es sei nicht ersichtlich und werde nicht begründet, weshalb eine allen-

falls noch nötige medizinische Behandlung in Kolumbien nicht verfügbar 

sein sollte, zumal das Land insbesondere in Städten und grösseren Ort-

schafen über eine vergleichsweise gute Gesundheitsversorgung verfüge 

(m.H. auf Urteil des BVGer D-2760/2022 E. 8.4.3). 

9.3.2 Die Beschwerdeführenden machten geltend, nach der überlangen 

Dauer des Asylverfahrens sei es ihnen unzumutbar, in ihr Heimatland zu-

rückzukehren. Ferner sei es dem Beschwerdeführer nicht zumutbar, seine 

gravierenden gesundheitlichen Beschwerden in Kolumbien behandeln zu 

lassen. Seine gesundheitlichen Leiden habe er in Kolumbien nur mit einer 

kostspieligen privaten Krankenversicherung wirksam behandeln lassen 

können, wozu ihm die Mittel fehlten. Dort könne er nicht auf eine adäquate 

medizinische Versorgung (namentlich für seine […] Probleme, SEM-Akte 

A60 F47) zählen. Er leide zudem an (…) und ihm sei ein (…) diagnostiziert 

worden. Er sei zwecks Stabilisierung seines angeschlagenen Gesund-

heitszustands auf eine weitere medizinische Behandlung in der Schweiz 

angewiesen. 

9.3.3 In Kolumbien herrscht weder Krieg oder Bürgerkrieg noch eine Situ-

ation allgemeiner Gewalt, aufgrund derer eine Rückkehr generell unzumut-

bar wäre (vgl. u.a. Urteil E-2817/2023 vom 30. Mai 2023 E. 8.4.1 m.w.H.). 

9.3.4 Auch sind keine individuellen Gründe festzustellen, die einem Weg-

weisungsvollzug entgegenstehen. Weshalb den Beschwerdeführenden 

eine Rückkehr in die Heimat nach dem mehrjährigen Auslandaufenthalt 

nicht zuzumuten wäre, wird nicht substantiiert dargetan und ist nicht er-

sichtlich. Gegen die vorinstanzliche Einschätzung der finanziellen Lage 

wurde nichts vorgebracht. Die Beschwerdeführenden verfügen sodann 

über ein Beziehungsnetz im Heimatland (SEM-Akten A20 S. 5; A21 S. 5; 

A39 F30; A40 F9, 11), welches sie bereits vor der Ausreise unterstützt hat. 

Ihre sich zurzeit ebenfalls in der Schweiz befindenden (…) können ihnen 

ebenfalls bei der Reintegration behilflich sein. Es ist mithin nicht davon aus-

zugehen, dass sie in eine existenzielle Notlage geraten würden. Die ge-

sundheitliche Situation des Beschwerdeführers spricht ebenfalls nicht ge-

gen einen Wegweisungsvollzug. Er hat gemäss eigenen Angaben auch in 

der Heimat schon viele medizinische Behandlungen erhalten (SEM-Akten 

A28 BM20 4. Ordner; A40 F107 ff.), weshalb – entgegen der Darlegung auf 

Beschwerdeebene – nicht zu erblicken ist, inwiefern dies künftig bei Bedarf 

nicht möglich sein sollte. Kolumbien verfügt namentlich in Städten über 

E-6583/2020 

Seite 24 

eine angemessene Gesundheitsversorgung (vgl. u.a. Urteil D-2760/2022 

E. 8.4.3 m.w.H.). Aufgrund des Arztberichts vom 31. März 2022 ist im Üb-

rigen davon auszugehen, dass seine (…) Probleme (namentlich […]) be-

handelt wurden. Dass er aufgrund der im Arztbericht genannten Nebendi-

agnosen aktuell Therapien benötigen würde, zeigte der Beschwerdeführer 

nicht auf. Anzumerken bleibt, dass er bei Bedarf bei der Behandlung der in 

Kolumbien bekannten (…) Erkrankung auch dort Unterstützung erhalten 

könnte und auch entsprechende Medikamente erhältlich wären (vgl. u.a. 

[…], m.w.H., abgerufen am 18.12.2023; Instituto Nacional de Vigilancia de 

Medicamentos y Alimentos (INVIMA), MEDICAMENTOS POS, 

18.12.2023, <https://www.datos.gov.co/en/Salud-y-Protecci-n-Social/ME-

DICAMENTOS-POS/about_data>, abgerufen am 20.12.2023). Neue Arzt-

berichte wurden nicht eingereicht, weshalb mit der Vorinstanz nicht von 

schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen im obgenannten Sinne 

auszugehen ist, welche einen Wegweisungsvollzug unzumutbar machen 

würden. Abschliessend ist auf die Möglichkeit der medizinischen Rückkehr-

hilfe hinzuweisen (Art. 93 Abs. 1 Bst. d AsylG). 

9.3.5 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch 

als zumutbar. 

9.4 Die Beschwerdeführenden verfügen über gültige Reisepässe, weshalb 

der Vollzug der Wegweisung auch als möglich einzustufen ist (Art. 83 

Abs. 2 AIG). 

9.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

10.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

11.  

11.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten den Beschwer-

deführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Nachdem das Gesuch 

um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung mit Instruktionsverfü-

gung vom 6. Januar 2021 gutgeheissen wurde und den Akten keine 

E-6583/2020 

Seite 25 

Veränderung der finanziellen Verhältnisse der Beschwerdeführenden zu 

entnehmen ist, sind diesen keine Verfahrenskosten aufzuerlegen. 

11.2 Mit derselben Verfügung wurde das Gesuch um amtliche Verbeistän-

dung gutgeheissen und der Rechtsvertreter der Beschwerdeführenden als 

amtlicher Rechtsbeistand eingesetzt. Diesem ist ein amtliches Honorar für 

die notwendigen Aufwendungen im Beschwerdeverfahren auszurichten. 

Der Rechtsbeistand reichte mit Eingabe vom 21. August 2023 eine letzte 

Kostennote ein, wobei er einen Vertretungsaufwand von insgesamt 

Fr. 7'284.25 (29,8 Stunden à Fr. 220.– sowie Auslagen in der Höhe von 

Fr. 207.50, zzgl. Mehrwertsteuerzuschlag) geltend machte. Der ausgewie-

sene zeitliche Aufwand erscheint als angemessen. Wie die Auslagen für 

die elektronischen Eingaben zustande gekommen seien, wurde nicht aus-

reichend aufgezeigt. Diese sowie die pauschalen Telefonspesen können 

daher nicht entschädigt werden. Demnach ist dem amtlichen Rechtsbei-

stand zulasten des Bundesverwaltungsgerichts ein Honorar von gerundet 

Fr. 7‘061.– (inkl. Mehrwertsteuerzuschlag) auszurichten. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

E-6583/2020 

Seite 26 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Dem amtlichen Rechtsbeistand wird zulasten der Gerichtskasse ein Hono-

rar in der Höhe von Fr. 7'061.– ausgerichtet. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die zustän-

dige kantonale Behörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Gabriela Freihofer Linda Mombelli-Härter 

 

 

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