# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 46dd1177-8c35-56a4-ac9b-61ac1b051e3c
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-02-22
**Language:** de
**Title:** Aargau Spezialverwaltungsgericht Steuern 22.02.2024 3-RV.2022.5
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_SVWG_002_3-RV-2022-5_2024-02-22.pdf

## Full Text

Spezialverwaltungsgericht 

Steuern 

 

3-RV.2022.5       
P 28 
 

 

 

 

Urteil vom 22. Februar 2024 
 
 

 
 

Besetzung  Präsident Heuscher  

Richter Elmiger  

Richter Schorno  

Gerichtsschreiberin Schaffner          

 

 
 

   

Rekurrentin   A._____  

   

 

 
 
 

Gegenstand  Einspracheentscheid der Steuerkommission Q._____ 

vom 2. Dezember 2021 

betreffend Kantons- und Gemeindesteuern 2020 

 

  

 - 2 - 

 

 

 
   

Das Gericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Mit Verfügung vom 22. April 2021 wurde A._____ von der Steuerkom-

mission Q._____ für die Kantons- und Gemeindesteuern 2020 zu einem 

steuerbaren Einkommen von CHF 67'900.00 und zu einem steuerbaren 

Vermögen von CHF 27'000.00 veranlagt. Dabei wurden unter anderem die 

als Berufsauslagen deklarierten Kosten des auswärtigen Wochenaufent-

halts von total CHF 13'264.00 nicht gewährt.  

 

2. 

Gegen die Verfügung vom 22. April 2021 erhob A._____ mit Schreiben vom 

27. Mai 2021 Einsprache. Sie beantragte sinngemäss, dass Kosten des 

auswärtigen Wochenaufenthalts von CHF 9'568.00 zu berücksichtigen 

seien. 

 

3. 

Mit Entscheid vom 2. Dezember 2021 wies die Steuerkommission Q._____ 

die Einsprache ab. 

 

4. 

Den Einspracheentscheid vom 2. Dezember 2021 (Zustellung am 22. De-

zember 2021) hat A._____ mit Rekurs vom 4. Januar 2022 (Postaufgabe 

am selben Tag) an das Spezialverwaltungsgericht, Abteilung Steuern 

(nachfolgend: Spezialverwaltungsgericht), weitergezogen. Sie stellt sinn-

gemäss den Antrag, 

 

es seien die Mietkosten des Wochenaufenthaltes in R._____ von 
insgesamt CHF 9'568.00 zum Abzug zuzulassen. 

 

Auf die Begründung wird, soweit für den Entscheid erforderlich, in den Er-

wägungen eingegangen. 

 

5. 

Die Gemeinde Q._____, Abteilung Steuern, und das Kantonale Steueramt 

beantragen die Abweisung des Rekurses. 

 

6. 

A._____ hat eine Replik erstattet. 

 

7. 

Das Spezialverwaltungsgericht hat bei den Einwohnergemeinden U._____ 

und T._____ sowie beim Strassenverkehrsamt Aargau weitere 

Abklärungen getroffen (siehe E-Mails vom 25. Januar 2024 und 30. Januar 

2024).   

 - 3 - 

 

 

 
   

Das Gericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Der vorliegende Rekurs betrifft die Kantons- und Gemeindesteuern 2020. 

Massgebend für die Beurteilung sind das Steuergesetz vom 15. Dezember 

1998 (StG) und die Verordnung zum Steuergesetz vom 11. September 

2000 (StGV). 

  

2. 

2.1. 

Die Rekurrentin arbeitete vom 1. Januar bis 31. Dezember 2020 Vollzeit als 

Mitarbeiterin Qualitätsmanagement bei der C._____ AG mit arbeits-

vertraglichem Arbeitsort in U._____. In diesem Zusammenhang macht sie 

Kosten des auswärtigen Wochenaufenthalts in R._____ von gesamthaft 

CHF 9'568.00 geltend (acht Monate Miete eines Studios: CHF 7'104.00; 

vier Monate anteilsmässige Miete eines Zimmers der 2,5-Zimmer Woh-

nung: CHF 2'464.00). Sie beruft sich auf die Unzumutbarkeit, einen Arbeits-

weg mit den öffentlichen Verkehrsmitteln von etwa vier Stunden pro Tag 

zurückzulegen. Insbesondere sei es ihr nicht möglich bei der Stellvertre-

tung ihrer Arbeitskollegin während fünf Wochen pro Jahr den Arbeitsort um 

07.30 Uhr zu erreichen. 

 

2.2. 

Die Steuerkommission Q._____ vertritt die Auffassung, dass der 

auswärtige Wochenaufenthalt vorliegend nicht in direktem Zusammenhang 

mit der Erwerbstätigkeit stehe, da der Wochenaufenthalt nicht am 

Arbeitsort in U._____ oder in einer umliegenden Gemeinde, sondern in 

R._____ begründet worden sei. Dies diene der persönlichen 

Lebensgestaltung bzw. Bequemlichkeit und nicht der beruflichen 

Notwendigkeit. Es bestehe kein Anspruch auf einen Abzug. 

 

3.  

3.1. 

Von den Einkünften aus unselbstständiger Erwerbstätigkeit können ge-

mäss § 35 StG Berufskosten in Abzug gebracht werden. Als Berufskosten 

gelten unter anderem "die übrigen für die Ausübung des Berufes erforder-

lichen Kosten" (§ 35 Abs. 1 lit. c StG). 

  

3.2. 

3.2.1. 

Steuerpflichtige, die sich während der Woche notwendigerweise am Ar-

beitsort aufhalten, jedoch an arbeitsfreien Tagen regelmässig nach Hause 

zurückkehren und deshalb da steuerpflichtig bleiben (Wochenaufenthalte-

rinnen und Wochenaufenthalter), können die Mehrkosten für den auswärti-

gen Aufenthalt abziehen. Abzugsfähig sind die notwendigen Mehrkosten 

 - 4 - 

 

 

der auswärtigen Verpflegung und der Unterkunft sowie die notwendigen 

Fahrtkosten der regelmässigen Heimkehr an den steuerlichen Wohnsitz 

und die Fahrtkosten zwischen auswärtiger Unterkunft und Arbeitsstätte 

(§ 35 Abs. 1 lit. c StG in Verbindung mit §§ 12 und 14 StGV sowie Art. 9 

der Verordnung über den Abzug von Berufskosten der unselbständigen Er-

werbstätigkeit bei der direkten Bundessteuer vom 10. Februar 1993 [BkV; 

Fassung 1. Januar 2016]; StE 2013 B 22.3 Nr. 107; AGVE 2004 S. 295). 

 

3.2.2. 

Die Kosten des auswärtigen Wochenaufenthaltes können nur dann als 

Berufsauslagen abgezogen werden, wenn die tägliche Rückkehr an den 

Wohnort (Hauptsteuerdomizil) unmöglich oder unzumutbar ist bzw. der 

Grund für die nicht tägliche Rückkehr in erster Linie beruflicher Natur ist. 

Keine berufsbedingten Aufwendungen sind die Mehrkosten des Wochen-

aufenthaltes am Arbeitsort oder in einer umliegenden Gemeinde, wenn 

dieser lediglich der Bequemlichkeit oder anderen persönlichen Vorteilen 

des Steuerpflichtigen dient. Abziehbar sind bloss die Kosten für eine 

Heimfahrt pro Woche (Bundesgerichtsurteil vom 25. Januar 2007 [2P.251/ 

2006], in: ASA 2009/2010 S. 70 = BStPra 2007 S. 475 = StE 2007 B 22.3 

Nr. 93; AGVE 2004 S. 295). 

 

3.3. 

3.3.1. 

Zur Prüfung der Zumutbarkeit der täglichen Rückkehr an den Wohnort ist, 

anders als bei den Fahrtkosten zwischen Wohn- und Arbeitsstätte, nur auf 

die effektive Fahrzeit abzustellen, nicht aber auf die tägliche Zeitersparnis. 

Diese Unterscheidung ergibt sich aus dem Umstand, dass bei den Fahrt-

kosten zwischen Wohn- und Arbeitsstätte die Notwendigkeit der Fahrt zur 

Berufsausübung unumstritten ist und lediglich das Transportmittel zur Dis-

kussion steht, während bei den Wochenaufenthaltskosten die Erforderlich-

keit des auswärtigen Aufenthalts zur Berufsausübung zu prüfen ist (AGVE 

2004 S. 295; SGE vom 20. August 2015 [3-RV.2015.28]). Das Bundes-

gericht hat diesbezüglich festgehalten (Bundesgerichtsurteil vom 25. Sep-

tember 2012 [2C_177/2012] = StE 2013 B 22.3. Nr. 107): 

 

"Dieses von der Lehre einhellig begrüsste Urteil […] stellt klar, dass die 
Dauer des Arbeitsweges nicht allein massgebend ist: 'Im Einzelfall ist zu 
prüfen, ob der Zeitpunkt von Arbeitsbeginn und -ende eine tägliche Rück-
kehr zumutbar macht, wie lange die Arbeit dauert, ob die Arbeitszeiten (fix 
oder gleitend, Blockzeiten) dem Steuerpflichtigen in Bezug auf die Rück-
kehr an den Wohnort einen gewissen Spielraum lassen, ob Teilzeitarbeit 
vorliegt, oder wie der Arbeitsweg zumutbarerweise bewältigt (öffentliche 
oder private Transportmittel; häufiger Wechsel von Tram/Bus/ Zug) und ob 
ein Teil davon als Ruhe- oder Arbeitszeit (längere Zugsreisen) genutzt 
werden kann' (Urteil 2A.224/2004 vom 26. Oktober 2004 E. 8.2, in: ASA 
75 S. 253 ff., 259)." 
 

 - 5 - 

 

 

Die Praxis des Spezialverwaltungsgerichts zu den kantonalen Bestimmun-

gen entspricht der bundesgerichtlichen Rechtsprechung (vgl. etwa SGE 

vom 20. August 2015 [3-RV.2015.28]). 

 

3.3.2. 

3.3.2.1. 

In Analogie zur Rechtsprechung betreffend Feststellung der Steuerpflicht 

(RGE vom 20. Oktober 2011 [3-RV.2011.72]) sind die Distanzen zwischen 

Arbeitsort und Wohnort unter anderem dann von Bedeutung, wenn sie 

relativ kurz sind. Wenn die Distanz zwischen Wochenaufenthalts- und 

Wohnort auch ein tägliches Pendeln erlauben würde, stellt dies ein gewich-

tiges Indiz für die nicht berufliche Notwendigkeit des Wochenaufenthalts 

dar. Wenn die Entfernung zwischen den beiden Orten unter ein bestimmtes 

Mass fällt, kann nicht mehr gesagt werden, dass der Steuerpflichtige durch 

die Erwerbstätigkeit gezwungen wird, am Arbeitsort eine Wohnung zu 

mieten (ASA 57 S. 519; RGE vom 30. Januar 2003 [RV.2002.50197]). 

 

3.3.2.2. 

Das Spezialverwaltungsgericht hat entschieden, dass bei einer Distanz von 

rund 40 Kilometern bzw. einer Fahrzeit von 30 Minuten pro Weg die tägli-

che Rückkehr an den Wohnort ohne weiteres zumutbar ist; auch wenn die 

Fahrt aufgrund des unterschiedlichen Einsatzgebietes teilweise länger dau-

ern sollte (RGE vom 24. August 1994 [RV.1993.50064]). Im RGE vom 

1. März 2001 (RV.2000.50223) entschied es betreffend eine berufsbeglei-

tende Weiterbildung mit Hinweis auf den RGE vom 13. April 2000 (RV. 

1999.50172), dass es zumutbar sei, zweimal wöchentlich die knapp zwei 

Stunden dauernde Heimreise an den Wohnort (Ankunft um ca. 23:00 Uhr) 

und am Samstagvormittag den Arbeitsweg von rund zwei Stunden auf sich 

zu nehmen. Weiter hat es eine Fahrtdauer mit dem Auto von rund 50 Mi-

nuten als grundsätzlich zumutbar erachtet (RGE vom 20. Februar 2003 

[RV.2002.50227]). Auch bei einer Fahrzeit mit den öffentlichen Verkehrs-

mitteln von rund 70 Minuten pro Weg von Tür zu Tür wurde die tägliche 

Rückkehr als zumutbar erachtet (AGVE 2004 S. 295). Im RGE vom 24. Mai 

2012 (3-RV.2011.105) wurde erwogen, dass bei 47 Minuten Autofahrt ein 

tägliches Pendeln vom Wohnort an den Arbeitsort zumutbar ist. Das Bun-

desgericht ging im Urteil vom 26. Oktober 2004 davon aus, dass bei einem 

nicht besonders anstrengenden Arbeitsweg von rund 75 Minuten die tägli-

che Rückkehr an den Wohnort zumutbar sei (ASA 75 S. 253). Andererseits 

anerkannte es die Notwendigkeit des auswärtigen Wochenaufenthalts bei 

einem Arbeitsweg von rund 100 Minuten pro Strecke und der Kombination 

von Vollzeitstudium und Erwerbstätigkeit von über 50 % (Bundesgerichts-

urteil vom 25. September 2012 [2C_177/2012] = StE 2013 B 22.3. Nr. 107). 

 

An eine allfällige grosszügigere Praxis anderer Kantone ist das Spezialver-

waltungsgericht nicht gebunden (SGE vom 25. Februar 2016 [3‑RV.2015. 

101]; SGE vom 21. Mai 2015 [3-RV.2014.34]). 

 - 6 - 

 

 

3.4. 

Wo das Gesetz es nicht anders bestimmt, gilt im Steuerverfahren in ent-

sprechender Anwendung des in Art. 8 ZGB niedergelegten Grundsatzes, 

dass derjenige das Vorhandensein einer behaupteten Tatsache zu bewei-

sen hat, der aus ihr Rechte ableitet. Die Veranlagungsbehörde trägt dem-

zufolge die Beweislast für Tatsachen, welche die Steuerschuld begründen 

oder mehren, der Steuerpflichtige für Tatsachen, welche die Steuerschuld 

aufheben oder mindern. Die Mitwirkungspflicht des Steuerpflichtigen ist in 

§ 179 StG und § 182 StG explizit festgehalten und überlagert den Grund-

satz der Nachweispflicht (AGVE 1997 S. 201, mit Hinweisen; BGE 140 II 

248, 133 II 153; Bundesgerichtsurteile vom 2. Dezember 2014 [2C_201/ 

2014], vom 15. September 2014 [2C_112/2014] und vom 13. Juni 2012 

[2C_862/2011]; VGE vom 30. März 2011 [WBE.2011.2], unter anderem mit 

Hinweis auf AGVE 2010 S. 111, VGE vom 27. Januar 2010 [WBE.2009. 

268], VGE vom 15. Juli 2009 [WBE.2009.3]; Kommentar zum Aargauer 

Steuergesetz, Muri-Bern 2023, 5. Auflage, § 174 StG N 15, N 28 ff., § 179 

StG N 13 ff., § 182 StG N 7 ff.). 

 

Es obliegt dem Steuerpflichtigen, diese Tatsachen rechtsgenüglich darzu-

tun und nachzuweisen. Genügend substantiiert ist eine Sachdarstellung, 

welche hinsichtlich Art, Motiv und Rechtsgrund all jene Tatsachenbehaup-

tungen enthält, die ohne weitere Untersuchung, aber unter Vorbehalt der 

Beweiserhebung, die rechtliche Würdigung erlauben (BGE 92 I 393 = ASA 

36 S. 192; ZStP 2014 Nr. 10; AGVE 1997 S. 201; VGE vom 27. Januar 

2010 [WBE.2009.268]; RGE vom 20. September 2007 [3-RV.2007.49], mit 

Hinweis; analog Bundesgerichtsurteil vom 13. Juni 2012 [2C_862/2011]). 

 

4.  

4.1. 

Unbestrittenermassen legte die Rekurrentin die wöchentliche Heimfahrt mit 

den öffentlichen Verkehrsmitteln zurück. Gemäss Auskunft des Strassen-

verkehrsamtes des Kantons Aargau war im Jahr 2020 kein Fahrzeug auf 

die Rekurrentin eingelöst (E-Mail vom 30. Januar 2024). Dies stimmt auch 

mit den Angaben in der Steuererklärung 2020 überein, worin kein Fahrzeug 

deklariert wurde. Es ist deshalb nachfolgend zu prüfen, ob ihr bei Nutzung 

der öffentlichen Verkehrsmittel eine tägliche Rückkehr an den Wohnort 

Q._____ möglich und zumutbar war. 

 

4.2. 

4.2.1. 

Vom Wohnort der Rekurrentin in Q._____ (S-weg 11) bis zu der in 

unmittelbarer Nähe (400 m) gelegenen Bushaltestelle Q._____, V-Strasse, 

ist inklusive des Sicherheitszuschlags an der Haltestelle mit sieben Minuten 

zu rechnen (80 m/Min.; zum Ganzen: VGE vom 17. Dezember 2014 

[WBE.2014.17]; VGE vom 23. Januar 2008 [WBE.2007.176]; SGE vom 

20. März 2014 [3-RV.2013.67]). 

 - 7 - 

 

 

 

Da ausser während fünf Wochen im Jahr keine fixen Arbeitszeiten geltend 

gemacht werden – und auch nicht erkennbar sind – kann die schnellste 

Verbindung pro 2020 berücksichtigt werden (www.fahrplanfelder.ch): 

 

Bus: 
 
Q._____, V-Strasse, ab:   05:45 
 
W._____, Bahnhof, an:   06:06 
 
 
Zug: 
 
W._____, Bahnhof, ab:   06:13 
 
R._____, Bahnhof, an:   06:55 
 
R._____, Bahnhof, ab:   07:06 
 
U._____, Bahnhof, an:   07:28 
 
 
Dauer:     103  Min. 
 
Umsteigen:    2 x 

 

Der Fussweg von U._____, Bahnhof, an den Arbeitsort der Rekurrentin (X-

Strasse 141) dauert zwölf Minuten (900 m). 

 

Der Zeitbedarf für den Hinweg beträgt damit 122 Minuten (7 + 103 + 12). 

 

4.2.2. 

Beim Rückweg sind für den Fussweg vom Arbeitsplatz zum Bahnhof 

U._____ und für den Sicherheitszuschlag gesamthaft 14 Minuten (12 + 2) 

zu berücksichtigen. 

 

Anschliessend bestanden folgende Verbindungen: 

 

Zug 
 
U._____, Bahnhof, ab:   16:29 
 
R._____, Bahnhof, an:   16:55 
 
R._____, Bahnhof, ab:   17:00 
 
W._____, Bahnhof, an:   17:31 
 
 
 
 
 

 - 8 - 

 

 

Bus 
 
W._____, Bahnhof, ab:   17:35 
 
W._____, V-Strasse, an:   17:55 
 
 
Dauer:     86 Min. 
 
Umsteigen                                                    2x 

 

Der Fussweg von der Haltestelle V-Strasse an den Wohnort der Rekur-

rentin (S-weg 11) dauert 5 Minuten (400 m). 

 

Der Zeitbedarf für den Rückweg beträgt damit 105 Minuten (14 + 86 + 5). 

 

4.2.3.  

Der Rekurrentin ist es bei einer Wegdauer zwischen 1 Stunde 45 Minuten 

und 2 Stunden 2 Minuten pro Wegstrecke nicht zumutbar, vom Arbeitsort 

in U._____ am selben Tag an den Wohnort zurückzukehren, wenn die Re-

kurrentin am nächsten Tag wieder ihren beruflichen Verpflichtungen in 

U._____ nachkommen muss. Es liegt somit aus steuerrechtlicher Sicht ein 

Wochenaufenthalt der Rekurrentin vor. Die Rekurrentin kann daher grund-

sätzlich die steuerlichen Abzüge für den Wochenaufenthalt an den Tagen, 

an denen sie sich beruflich in U._____ aufhält, geltend machen. 

 

4.2.4. 

Betrachtet man bei den obigen Berechnungen die Zugfahrt von R._____ 

nach U._____ und zurück, dauert diese 22 bzw. 26 Minuten. Wie oben 

bereits festgehalten, beträgt der Fussweg vom Bahnhof U._____ zur Ar-

beitsstelle zwölf Minuten bzw. für den umgekehrten Weg inkl. Sicherheits-

zuschlag 14 Minuten. Die Distanz vom Studio in R._____ an der Y-Strasse 

17 bis zum Bahnhof R._____ betrug 700 m, was in etwa einem Zeitbedarf 

von neun Minuten entspricht. Die Distanz von der 2,5-Zimmer-Wohnung an 

der Z-Strasse 16 zum Bahnhof R._____ betrug hingegen 1,4 km was einem 

Zeitbedarf von rund 18 Minuten entspricht. Folglich betrug der Zeitbedarf 

der Rekurrentin für den Weg von ihrem Wohnort in R._____ an den 

Arbeitsort in U._____ insgesamt 45 bis 54 Minuten (9 bzw. 18 + 2 

[Sicherheitszuschlag] + 22 + 12). Von ihrem Arbeitsort in U._____ an ihren 

Wohnort in R._____ betrug der Zeitbedarf 49 bis 58 Minuten (14 + 26 + 9 

bzw. 18). In etwa hat sich der Zeitbedarf für den Arbeitsweg mit der 

Wohnung in R._____ halbiert. 

 

4.3. 

4.3.1. 

Zu prüfen sind die Abzugsfähigkeit der notwendigen Mehrkosten der aus-

wärtigen Verpflegung und der Unterkunft sowie die notwendigen Fahrtkos-

ten der regelmässigen Heimkehr an den steuerlichen Wohnsitz und die 

 - 9 - 

 

 

Fahrtkosten zwischen auswärtiger Unterkunft und Arbeitsstätte (§ 35 

Abs. 1 lit. b StG, § 12 Abs. 1 StGV in Verbindung mit Art. 9 BkV). 

 

4.3.2. 

Der Steuerabzug für die Fahrtkosten und der Jahresabzug für vergünstigte 

Mahlzeiten über Mittag wurden der Rekurrentin bereits von der Steuerkom-

mission Q._____ gewährt. 

 

4.3.3. 

Da der Rekurrentin in der Mietwohnung eine Küche zur Verfügung stand, 

ist ihr – neben den für die auswärtige Einnahme des Mittagessens berück-

sichtigten Kosten – kein zusätzlicher Abzug für Verpflegung zu gewähren 

(StE 2013 B 22.3 Nr. 107). Dies wurde im Übrigen von der Rekurrentin auch 

nicht geltend gemacht. 

 

4.3.4. 

Als beruflich notwendige Kosten der auswärtigen Unterkunft werden in der 

Regel nur die Kosten für ein Zimmer (nicht für eine ganze Wohnung) aner-

kannt. Bei Miete einer Wohnung darf nur der anteilige Mietzins für ein Zim-

mer in Abzug gebracht werden. Gemäss Bundesgericht ist für die Bemes-

sung der Höhe der Unterkunftskosten bei auswärtigem Wochenaufenthalt 

die Miete für eine 1-Zimmerwohnung oder ein Studio, ausgestattet mit einer 

Kochecke und einem Badezimmer, abzugsfähig. Nach Ansicht des Bun-

desgerichts ist explizit "die Miete eines Zimmers in einer Wohngemein-

schaft für eine berufstätige erwachsene Person nicht zumutbar" (Urteil des 

Bundesgerichts vom 25. März 2011 [2C_728/2010], E. 2.1, Bruno Knüsel/ 

Claudia Suter, Kommentar zum Bundesgesetz über die direkte Bundes-

steuer, 4. Auflage, Basel 2022, Art. 26 DBG N 62). 

 

4.3.5. 

§ 14 StGV präzisiert die abzugsfähigen Mehrkosten der Unterkunft. Soweit 

die StGV keine abweichenden Bestimmungen enthält, gelten für die Kan-

tons- und Gemeindesteuern der unselbständig Erwerbenden dieselben 

Pauschalabzüge wie bei der direkten Bundessteuer (§ 12 StGV). Daher 

kommt Art. 9 Abs. 2 der BkV zur Anwendung. Folglich sind als notwendige 

Mehrkosten der Unterkunft nur die ortsüblichen Auslagen für ein Zimmer 

abziehbar. 

  

4.3.6. 

Die Steuerkommission Q._____ vertritt die Ansicht, da der 

Wochenaufenthalt in R._____ und nicht am Arbeitsort in U._____ oder 

einer umliegenden Gemeinde begründet worden sei, der Wo-

chenaufenthalt nicht in direktem Zusammenhang mit der Erwerbstätigkeit 

stehe, sondern der persönlichen Lebensgestaltung bzw. Bequemlichkeit 

diene. 

 

 - 10 - 

 

 

4.3.7.  

Die Rekurrentin gibt an, dass sie in U._____ und Umgebung keine geeig-

nete Wohnung gefunden habe. Da sie kein Auto fahre, benötige sie eine 

kleine Wohnung in der Nähe einer Bushaltestelle oder einem Bahnhof.  

 

4.3.8.  

Es ist zwar aufgrund der obigen Ausführungen erstellt, dass es der Rekur-

rentin nicht zumutbar war, täglich an ihren Wohnort in Q._____ zurück-

zukehren. Somit war der auswärtige Wochenaufenthalt beruflich notwen-

dig, und es sind grundsätzlich die ortsüblichen Auslagen für ein Zimmer 

abziehbar. 

 

4.3.9. 

Die Argumente der Rekurrentin für den auswärtigen Wochenaufenthalt in 

R._____ vermögen indessen nicht gänzlich zu überzeugen. Wie bereits 

oben festgehalten betrug die Distanz vom Studio in R._____ an der              

Y-Strasse 17 bis zum Bahnhof R._____ 700 m, was in etwa einem 

Zeitbedarf von neun Minuten entspricht. Die Distanz von der 2,5-Zimmer-

Wohnung an der Z-Strasse 16 zum Bahnhof R._____ betrug hingegen 

1,4 km was einem Zeitbedarf von rund 18 Minuten entspricht. Folglich kann 

insbesondere diese zweite Wohnung nicht mehr als nahe am 

Hauptbahnhof R._____ angesehen werden. Ausserdem verfügen sowohl 

U._____ wie auch T._____ über einen Bahnhof und sind somit mit dem 

öffentlichen Verkehr gut zu erreichen. 

 

4.3.10. 

Eine Nachfrage bei der Einwohnergemeinde U._____ ergab, dass zwar 

gemäss Leewohnungsstatistik der Gemeinde U._____ 35 1- bis 2-Zimmer-

wohnungen im 2020 frei waren. Diese Zahl beinhalte jedoch auch Ferien-

wohnungen, bewohnt von nicht Meldepflichtigen, und Privathaushalte mit 

Erstwohnungen im selben Gebäude. Somit könne heute keine effektive 

Zahl an freien zu vermietenden Wohnungen im Jahr 2020 eruiert werden. 

Es sei davon auszugehen, dass es sich nicht um eine grosse Zahl handle 

(E-Mail vom 26. Januar 2024). Die Gemeindekanzlei T._____ hat mit          

E-Mail vom 30. Januar 2024 die Leerwohnungsstatistik pro 2020 zugestellt. 

Daraus ergibt sich, dass per Stichtag 1. Juni 2020, keine 1 bis 1,5-Zimmer-

Wohnungen leer standen und vier Wohnungen in der Kategorie 2 bis       

2,5-Zimmer-Wohnungen leer standen. Diese Zahl ist allerdings nicht 

aussagekräftig, da diese nur den Zustand per Stichtag 1. Juni 2020 

widerspiegelt. Erfahrungsgemäss unterliegen Mietwohnungen immer einer 

gewissen Fluktuation. Zudem fehlen Angaben zu den entsprechenden 

Mietzinsen.   

 

Eine kurze Überprüfung auf comparis.ch/immobilien ergibt, dass zurzeit 

etwa neun leere Mietobjekte in U._____ existieren, wobei die kleinsten 

Wohnungen 3,5-Zimmer haben, jedoch gleichviel kosten, wie die 2,5-Zim-

 - 11 - 

 

 

mer-Wohnung der Rekurrentin in R._____. Dieses Bild entspricht somit 

auch den Angaben der Einwohnergemeinde U._____, wonach es nicht 

viele freie Wohnungen geben würde. Ein anderes Bild zeigt sich in T._____. 

Dort gibt es allein fünf leere Mietobjekte in der Grösse 1 bis 2,5-Zimmer-

Wohnung. Die Preise für die 2,5-Zimmer-Wohnungen sind dabei etwa 

CHF 200.00 günstiger, als diejenige der Rekurrentin in R._____, dafür sind 

die Mieten für die Studios in T._____ etwa CHF 200.00 höher als diejenige 

der Rekurrentin für das Studio in R._____. Somit gleichen sich die Mietun-

terschiede gerade wieder aus, so dass von einer Kürzung der Mietzinse auf 

ein ortsübliches Niveau abgesehen werden kann. 

 

4.3.11.  

Die Rekurrentin machte in der Steuererklärung 2020 Mietkosten von 

CHF 13'264.00 geltend. Mit Einsprache vom 27. Mai 2021 korrigierte sie 

die Kosten für die 2,5-Zimmer-Wohnung auf CHF 2'464.00 in Berücksichti-

gung, dass nur der Mietanteil für ein Zimmer abzugsfähig ist. Somit ergibt 

sich ein Abzug für Wohnkosten von gesamthaft CHF 9'568.00 

(CHF 7'104.00 [8 Monate Studio] + CHF 2'464.00 [4 Monate Anteil von 

1 Zimmer von 2,5-Zimmer Wohnung]). 

 

5. 

Zusammenfassend ergeben sich somit folgende Berufskostenabzüge: 

 

Fahrtkosten Bahn, Bus, Tram:  CHF  3'860.00 
 
Auswärtige Verpflegung, verbilligt:  CHF  1'600.00 
 
Pauschalabzug:    CHF  2'338.00 
 
Auswärtiger Wochenaufenthalt (Zimmer): CHF  9'568.00 
 
 
Total Abzüge Berufskosten:  CHF 17'366.00 

 

Damit erhöhen sich die zulässigen Abzüge bei den Berufskosten um 

CHF 9'568.00 (CHF 17'366.00 [Abzüge neu] ./. CHF 7'798.00 [gewährte 

Abzüge im Veranlagungsverfahren]). 

 

6. 

In Gutheissung des Rekurses wird das steuerbare Einkommen auf 

CHF 58'412.00 (CHF 67'980.00 ./. CHF 9'568.00), gerundet CHF 58'400.00 

festgesetzt. 

 

7. 

Bei diesem Verfahrensausgang sind die Kosten des Rekursverfahrens auf 

die Staatskasse zu nehmen (§ 189 Abs. 1 StG). Es ist keine Parteientschä-

digung auszurichten (§ 189 Abs. 2 StG). 

  

 - 12 - 

 

 

 
   

Das Gericht erkennt: 

 

1. 

In Gutheissung des Rekurses wird das steuerbare Einkommen auf 

CHF 58'400.00 festgesetzt. 

 

2. 

Die Kosten des Rekursverfahrens werden auf die Staatskasse genommen. 

 

3. 

Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet. 

 

 
 

   

Zustellung an: 

die Rekurrentin 

das Kantonale Steueramt  

das Gemeindesteueramt Q._____ 

 

 

 
 

   

Rechtsmittelbelehrung  

 

Dieser Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung mit Be-

schwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Aargau angefochten 

werden. Die Beschwerde ist in doppelter Ausfertigung beim Spezialver-

waltungsgericht, Obere Vorstadt 37, 5001 Aarau, einzureichen. Die 

Frist steht still vom 7. Tag vor bis und mit dem 7. Tag nach Ostern, vom 

15. Juli bis und mit 15. August und vom 18. Dezember bis und mit dem 

2. Januar. Die unterzeichnete Beschwerdeschrift muss einen Antrag, wie 

der Entscheid zu ändern sei, sowie eine Begründung enthalten. Der ange-

fochtene Entscheid und als Beweismittel angerufene Urkunden sind beizu-

legen (§§ 28 und 43 f. des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 

4. Dezember 2007 [VRPG] in Verbindung mit Art. 145 Abs. 1 der Schwei-

zerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 [ZPO]; §§ 187, 

196 und 198 des Steuergesetzes vom 15. Dezember 1998 [StG]). 

 

 

  

 - 13 - 

 

 

 

 
   

Aarau, 22. Februar 2024 

 

Spezialverwaltungsgericht 

Steuern 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

Heuscher Schaffner