# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 763309f5-178f-5d0d-a844-7e5ff8e64203
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-06-27
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 27.06.2013 SB120381
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB120381_2013-06-27.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    

 

 
 

Geschäfts-Nr. SB120381-O/U/eh 
 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. M. Langmeier, Präsident, Oberrichterin lic. iur. 

Ch. von Moos, Ersatzoberrichterin lic. iur. B. Schärer sowie die  

Gerichtsschreiberin lic. iur. C. Laufer 
 

Urteil vom 27. Juni 2013 

in Sachen 

 

A._____ AG,  
Privatklägerin und I. Berufungsklägerin 

 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. X._____ 

 

sowie 

 

Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich,  
vertreten durch Stv. Leitenden Staatsanwalt lic. iur. C. Bodmer 

Anklägerin und II. Berufungsklägerin 

 

gegen 

 

B._____, (Neu: B'._____),   
Beschuldigter und III. Berufungskläger 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ 

betreffend Betrug etc. 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 9. Abteilung, vom  
23. Juli 2012 (DG120212) 

-   2   - 

Anklage: 
 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 18. Mai 

2011 ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 32)   

Urteil der Vorinstanz: 

Das Gericht beschliesst: 

1. Es wird davon Vormerk genommen, dass C._____ auf seine  

Stellung als Privatkläger verzichtet. 

2. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Erkenntnis an Dr. Z._____ als 

Vertreter von C._____ für sich und zuhanden von C._____ (als 

Urteilsdispositiv) sowie an die in Ziffer 13 des nachfolgenden Erkenntnisses 

erwähnten Parteien. 

3. [Rechtsmittel] 

Und erkennt sodann: 

1. Der Beschuldigte B._____ ist schuldig 

- des mehrfachen Betrugs im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB; 

- der mehrfachen Urkundenfälschung im Sinne von Art. 251 Ziff. 1 StGB. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 30 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 3 Tage 

durch Untersuchungshaft erstanden sind. 

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 21 Monaten aufge-

schoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. Im Übrigen (9 Monate, 

abzüglich 3 Tage, die durch Untersuchungshaft erstanden sind) wird die 

Freiheitsstrafe vollzogen. 

-   3   - 

4. Die mit Beschluss des Amtsgerichts Konstanz vom 29. Juni 2009 

rechtshilfeweise im Schliessfach des Beschuldigten bei der …-Bank in … 

beschlagnahmten und sich bei den Untersuchungsakten befindlichen 

Bankunterlagen der D._____ [Bank] (Ordner X: V 12/14.7-11; Asservaten-

Nr. …, …, …) werden nach Eintritt der Rechtskraft der D._____ auf erstes 

Verlangen herausgegeben. 

5. a) Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich  

vom 11. Juni 2009 bei der E._____ Bank angeordnete Sperre des Kontos 

Nr. … (Privatkonto), lautend auf den Beschuldigten, wird nach Eintritt der 

Rechtskraft aufgehoben. 

b) Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 

11. Juni 2009 bei der F._____ Bank angeordneten Sperren der Konten 

Nr. … (Privatkonto), lautend auf den Beschuldigten, sowie Nr. … 

(Privatkonto), lautend auf G._____, werden nach Eintritt der Rechtskraft 

aufgehoben. 

c) Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 

11. Juni 2009 bei der H._____ Bank SA angeordneten Sperren der  

Konten Nr. … sowie Nr. …, beide lautend auf den Beschuldigten, werden 

nach Eintritt der Rechtskraft aufgehoben. 

d) Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 

11. Juni 2009 bei der I._____ Bank angeordnete Sperre des Kontos Nr. …, 

lautend auf den Beschuldigten, wird nach Eintritt der Rechtskraft 

aufgehoben. 

6. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin A._____ AG CHF 

828'089 zu bezahlen, zuzüglich 5% Zins auf CHF 730'704 seit dem 21. Juli 

2010 und 5% Zins auf CHF 97'384 seit dem 13. September 2010. 

7. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Staat als Ersatz für nicht mehr 

vorhandenen, widerrechtlich erlangten Vermögensvorteil CHF 680'000.-- zu  

bezahlen. 

-   4   - 

8. Der Ertrag aus der Ersatzforderung des Staates wird vollumfänglich der 

Privatklägerin A._____ AG zugesprochen. 

Es wird davon Vormerk genommen, dass die Privatklägerin A._____ AG den 

entsprechenden Teil ihrer Forderung dem Staat abgetreten hat. 

9. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 7'500.-- ; die weiteren Auslagen betragen: 

Fr.     Kosten der Kantonspolizei  

Fr.     Kanzleikosten Untersuchung  

Fr. 4'189.--   Auslagen Untersuchung  

Fr. 8'000.--   Gebühr Anklagebehörde 

Fr. 17'848.30   amtliche Verteidigung 

Fr.     amtliche Verteidigung (ausstehend) 

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

10. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem 

Beschuldigten auferlegt. 

11. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Staatskasse 

genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 

StPO. Über die Höhe der Kosten der amtlichen Verteidigung wird separat 

entschieden. 

12. Auf die Entschädigungsforderung der A._____ AG wird nicht eingetreten. 

13. [Mitteilungen] 

14. [Rechtsmittel] 

 

 

-   5   - 

Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

 (Urk. 123 S. 56 f.) 

1. Es sei festzustellen, dass Dispositivziffer 4 des Urteils des Bezirks-

gerichtes Zürich vom 23. Juli 2012 in Rechtskraft erwachsen ist. 

2. Es sei der Beschuldigte vom Vorwurf des mehrfachen Betruges im 

Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB sowie vom Vorwurf der mehrfachen 

Urkundenfälschung im Sinne von Art. 251 Ziff. 1 StGB freizusprechen. 

3. Es seien die gesperrten Konten unverzüglich freizugeben. 

4. Es sei dem Beschuldigten eine Entschädigung in Höhe von 

CHF 27'595.49 für seine erbetene Verteidigung zuzusprechen. 

5. Es sei dem Beschuldigten eine Genugtuung in Höhe von CHF 800.– 

auszurichten. 

6. Es seien die Verfahrenskosten auf die Staatskasse zu nehmen. 

7. Es seien die Zivilforderungen der Privatklägerin A._____ abzuweisen. 

8. Eventualiter 

8.1 Es sei festzustellen, dass Dispositivziffer 4 des Urteils des Bezirks-

gerichtes Zürich vom 23. Juli 2012 in Rechtskraft erwachsen ist. 

8.2. Es sei der Beschuldigte des mehrfachen Betruges im Sinne von 

Art. 146 Abs. 1 StGB sowie der mehrfachen Urkundenfälschung im 

Sinne von Art. 251 Ziff. 1 StGB schuldig zu sprechen. 

8.3. Er sei mit einer Freiheitsstrafe von 24 Monaten unter Anrechnung von 

3 Tagen, erstanden durch Haft, zu bestrafen. 

8.4. Es sei ihm der bedingte Strafvollzug unter Ansetzung einer Probezeit 

von zwei Jahren zu gewähren. 

-   6   - 

8.5. Es seien die beschlagnahmten Vermögen in das Konkursverfahren zu 

überführen. 

8.6. Es sei von einer Ersatzforderung im die beschlagnahmten Vermögens-

teile übersteigenden und den Schaden nicht deckenden Umfange  

abzusehen. 

8.7. Es seien die Forderungen des Staates sowie der Privatklägerin auf den 

Zivilweg bzw. in das Konkursverfahren zu verweisen. 

8.8. Es seien dem Beschuldigten die Kosten für das vorinstanzliche  

Verfahren zu überbinden, jedoch sofort abzuschreiben. 

b) Der Staatsanwaltschaft: 

(Urk. 124 S. 1 f.) 

Es seien Ziff. 5 - 7 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich vom 23. Juli 2012 

aufzuheben und folgendermassen abzuändern: 

1. a) Das Guthaben des Beschuldigten bei der E._____ Bank (Konto-Nr. …) 

sei bis auf einen Betrag von CHF 150'000.– (inkl. Zinsen seit 27.04.2009) 

der A._____ AG auszuhändigen, zu welchem Zweck die E._____ Bank 

anzuweisen sei, den genannten Betrag auf ein von der A._____ AG 

bezeichnetes Konto zu überweisen. Der Restbetrag von CHF 150'000.– 

(inkl. Zinsen seit 27.04.2009) sei zur Deckung der dem Beschuldigten 

auferlegten Verfahrenskosten zu verwenden. Bezüglich eines allfälligen 

Überschusses sei die durch Verfügung vom 11.6.2009 mittels Kontosperre 

erfolgte Beschlagnahme aufrechtzuerhalten, bis im 

Zwangsvollstreckungsverfahren betreffend die im vorliegenden 

Strafverfahren angeordnete Ersatzforderung des Staates gegenüber dem 

Beschuldigten über Sicherungsmassnahmen entschieden wurde oder die 

Ersatzforderung getilgt wurde, längstens jedoch für die Dauer eines Jahres 

nach Eintritt der Rechtskraft des Entscheides betreffend Ersatzforderung. 

 

-   7   - 

1. b) Das Guthaben des Beschuldigten bei der F._____ Bank (Konto-Nr. ...) 

sei bis auf einen Betrag von CHF 40'000.– (inkl. Zinsen seit 17.04.2009) der 

A._____ AG auszuhändigen, zu welchem Zweck die F._____ Bank 

anzuweisen sei, das Kontoguthaben bis auf den genannten Betrag auf ein 

von der A._____ AG bezeichnetes Konto zu überweisen. Bezüglich des 

Betrags von CHF 40'000.– (inkl. Zinsen seit 17.04.2009) sei die durch 

Verfügung vom 11.6.2009 mittels Kontosperre erfolgte Beschlagnahme 

aufrechtzuerhalten, bis im Zwangsvollstreckungsverfahren betreffend die im 

vorliegenden Strafverfahren angeordnete Ersatzforderung des Staates 

gegenüber dem Beschuldigten über Sicherungsmassnahmen entschieden 

wurde oder die Ersatzforderung getilgt wurde, längstens jedoch für die 

Dauer eines Jahres nach Eintritt der Rechtskraft des Entscheides betreffend 

Ersatzforderung. 

1. c) Die Guthaben des Beschuldigten bei der H._____ Bank SA (Konto Nr. 

... und ...) und bei der I._____ Bank (Konto Nr. ...) seien der A._____ AG 

auszuhändigen, zu welchem Zweck die beiden Finanzinstitute anzuweisen 

seien, die gesamten Guthaben auf ein von der A._____ AG bezeichnetes 

Konto zu überweisen. 

2. Der Beschuldigte sei zu verpflichten, dem Staat als Ersatz für den nicht 

mehr vorhandenen, widerrechtlich erlangten Vermögensvorteil 

CHF 283'788.05 zu bezahlen. 

c) Der Privatklägerschaft A._____ AG: 

(Urk. 125 S. 1 f.) 

1. Es sei die Ziff. 5 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich aufzuheben und 

die beschlagnahmten Vermögenswerte bzw. deren Verwertungserlös 

der Privatklägerin, gestützt auf Art. 70 Abs. 1 StGB, herauszugeben; 

2. Es sei Ziff. 12 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich aufzuheben und 

auf die Entschädigungsforderung der Privatklägerin einzutreten; 

-   8   - 

3. Insoweit Ihr Obergericht auf die Berufung des Beschuldigten eintritt, sei 

der Beschuldigte im Sinne der Anklageschrift vom 18. Mai 2011 

schuldig zu sprechen, und es sei die Schadenersatzforderung der 

Privatklägerin im von der Vorinstanz in Dispositiv Ziff. 6 des Urteils 

festgehaltenen Umfang (CHF 828'089 zu bezahlen, nebst Zins zu 5% 

auf CHF 730'704 seit dem 21. Juli 2010 und Zins zu 5% auf CHF 

97'384 seit dem 13. September 2010) gutzuheissen. 

4. Der Beschuldigte sei zu verpflichten, die Privatklägerin für das erst-

instanzliche Verfahren sowie das Berufungsverfahren zu entschädigen; 

5. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien dem Beschuldigten 

aufzuerlegen.  

Erwägungen: 

I. Verfahrensgang / Prozessuales 

1. Verfahrensgang 

1.1. Die Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich wirft dem Beschuldigten vor, 

sich als Mitarbeiter der A._____ AG mittels betrügerischer Handlungen zulasten 

zweier Kundenkonten bereichert zu haben. Sowohl die A._____ AG als auch  

einer der Bankkunden konstituierten sich als Privatkläger (HD 29/11). Mit  

Beschluss des Bezirksgerichts Zürich, 9. Abteilung (nachfolgend: Vorinstanz), 

vom 19. September 2011 wurde der A._____ AG die Stellung als Privatklägerin  

aberkannt (Urk. 42). Dagegen erhob die A._____ AG Beschwerde (Urk. 46), die 

mit Beschluss der III. Strafkammer des Obergerichts des Kantons Zürich vom  

8. November 2011 gutgeheissen wurde. Der vorinstanzliche Beschluss vom  

19. September 2011 wurde aufgehoben und der A._____ AG im Verfahren vor  

Vorinstanz die Stellung als Privatklägerin zuerkannt (Urk. 51).  

1.2. Mit Urteil vom 14. Dezember 2011 wurde der Beschuldigte des mehrfachen 

Betrugs und der mehrfachen Urkundenfälschung schuldig gesprochen und mit  

-   9   - 

30 Monaten Freiheitsstrafe bestraft. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wurde im  

Umfang von 21 Monaten aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. 

Im Übrigen wurde der Vollzug der Freiheitsstrafe angeordnet. Die Vorinstanz  

entschied über beschlagnahmte Bankunterlagen, über verschiedene 

Kontosperren und eine Ersatzforderung. Ferner aberkannte sie der A._____ AG 

die Stellung als Privatklägerin wieder, weshalb sie auch auf deren 

Schadenersatzforderung nicht eintrat (Urk. 61 S. 3 ff.).  

1.3. Gegen dieses Urteil meldeten der Beschuldigte, die Staatsanwaltschaft  

sowie die A._____ AG je Berufung an und reichten auch fristgerecht die 

Berufungserklärungen ein. Nach Eingang der Berufungsakten an der hiesigen 

Kammer  

wurde den Parteien mit Präsidialverfügung vom 24. Februar 2012 Frist angesetzt, 

um Anschlussberufung zu erheben oder ein Nichteintreten auf die Berufung der 

jeweils anderen Parteien zu beantragen und insbesondere zur Frage der 

Parteistellung der A._____ AG Stellung zu nehmen (SB120078; Urk. 77). Nach 

Eingang der Stellungnahmen wurde mit Präsidialverfügung vom 21. März 2012 

den Parteien gestützt auf ZR 99 [2000] Nr. 5 zur Wahrung des rechtlichen Gehörs 

Frist angesetzt, um zur Frage einer möglichen Rückweisung an die Vorinstanz 

Stellung zu nehmen (SB120078; Urk. 84). Mit Beschluss vom 24. April 2012 

(SB120078; Urk. 98) wurde festgestellt, dass der A._____ AG im vorliegenden 

Verfahren die  

Stellung als Privatklägerin zuerkannt worden war. Sodann wurde das Urteil der 

Vorinstanz vom 14. Dezember 2011 aufgehoben und das Verfahren DG110141 

im Sinne der Erwägungen zur teilweisen Neubeurteilung an die Vorinstanz  

zurückgewiesen. Das Berufungsverfahren SB120078 wurde dadurch erledigt  

abgeschrieben.  

1.4. Hierauf verurteilte die Vorinstanz den Beschuldigten mit Urteil vom  

23. Juli 2012 erneut wegen mehrfachen Betrugs im Sinne von Art. 146 Abs. 1 

StGB und mehrfacher Urkundenfälschung im Sinne von Art 251 Ziff. 1 StGB zu 30 

Monaten Freiheitsstrafe. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wurde im Umfang vom 21 

Monaten aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. Im Übrigen 

-   10   - 

wurde der Vollzug der Freiheitstrafe angeordnet (Urk. 76 S. 3). Der Beschuldigte 

  

wurde sodann verpflichtet, der Privatklägerin A._____ AG Fr. 828'089.– zuzüglich 

Zins zu bezahlen. Überdies wurde der Beschuldigte verpflichtet, dem Staat als 

Ersatz für nicht mehr vorhandenen, widerrechtlich erlangten Vermögensvorteil 

Fr. 680'000.– zu bezahlen.  

1.5. In der Folge meldeten die A._____ AG am 30. Juli 2011 (Urk. 85), die 

Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich am 8. August 2012 (Urk. 87) und der 

Beschuldigte am 13. August 2012 (Urk. 89) Berufung an. 

1.6. Mit Eingabe vom 17. August 2012 reichte der Beschuldigte die schriftliche 

Berufungserklärung ein (Urk. 91). Die Berufungserklärung der Staatsanwaltschaft 

II des Kantons Zürich datiert vom 20. August 2012 (Urk. 94) und diejenige  

der A._____ AG vom 24. August 2012 (Urk. 96). Mit Präsidialverfügung vom  

13. September 2012 wurde den Parteien die Berufungserklärungen zugestellt  

sowie Frist angesetzt, um Anschlussberufung zu erklären oder begründet 

Nichteintreten auf die Berufung zu beantragen (Urk. 100). Die Staatsanwaltschaft 

II des Kantons Zürich erklärte mit Eingabe vom 28. September 2012 Verzicht auf  

Erhebung einer Anschlussberufung und beantragte kein Nichteintreten auf die  

Berufungen der anderen Parteien (Urk. 102). Die A._____ AG erhob ebenfalls 

keine Anschlussberufung und beantragte kein Nichteintreten auf die Berufungen 

der anderen Parteien (Urk. 104). Mit Eingabe vom 10. Oktober 2012 liess der  

Beschuldigte Anschlussberufung an die Berufungen der Berufungsklägerinnen I 

und II erklären (Urk. 106).  

1.7. Mit Präsidialverfügung vom 12. Oktober 2012 wurde den Parteien die  

jeweiligen Eingaben der übrigen Parteien zugestellt (Urk. 108).  

1.8. Am 14. Dezember 2012 wurde auf den 28. Februar 2013 zur 

Berufungsverhandlung vorgeladen (Urk. 110 ff.). Mit Eingabe per Telefax vom 26. 

Februar 2013 teilte der Verteidiger des Beschuldigten unter Hinweis auf das 

Arztzeugnis in der Beilage mit, dass der Beschuldigte an einer akuten Bronchitis 

leide und  

-   11   - 

deshalb entschuldigt nicht an der Verhandlung teilnehmen könne (Urk. 114).  

Gleichentags stellt der Verteidiger per Telefax ein Verschiebungsgesuch 

(Urk. 115) und die Ladung wurde abgenommen (Urk. 116). Mit Begleitschreiben 

vom 13. März 2013 (Urk. 117) reichte der Verteidiger des Beschuldigten ein  

ärztliches Attest von Dr. med. … vom 11. März 2013 ein, wonach der 

Beschuldigte wegen einer akut aufgetretenen Erkrankung in der Zeit vom 26. 

Februar 2013 bis 1. März 2013 nicht vernehmungsfähig gewesen sei (Urk. 119). 

In der Folge wurde erneut zur Berufungsverhandlung auf den 27. Juni 2013 

vorgeladen (Urk. 120). 

1.9. Am 27. Juni 2013 fand die Berufungsverhandlung statt (Prot. II S. 5 ff.), zu 

welcher neben dem Verteidiger, dem Staatsanwalt und dem Vertreter der 

A._____ AG sowie eines Organs derselben der Beschuldigte trotz 

ordnungsgemässer Vorladung (Urk. 121) unentschuldigt nicht erschienen ist 

(Prot. II S. 5 f.). Nachdem der Beschuldigte zwar Berufungskläger ist, seine 

Interessen an der Berufungsverhandlung jedoch von seinem Verteidiger 

wahrgenommen wurden, bewirkte sein Ausbleiben keinen Rückzug der Berufung. 

Vielmehr war eine normale mündliche Berufungsverhandlung durchzuführen (vgl. 

BSK StPO-Eugster, Art. 407 N 3). Das vorliegende Urteil erging im Anschluss an 

die Berufungsverhandlung und wurde im Dispositiv schriftlich eröffnet, nachdem 

die Parteien auf eine mündliche Eröffnung und Erläuterung verzichtet hatten (Prot. 

II S. 15 ff.). 

2. Umfang der Berufung / Prozessuales 

2.1. Der Beschuldigte verlangt einen Freispruch und demnach die Aufhebung 

des vorinstanzlichen Urteils mit Ausnahme der Dispositiv Ziffern 4, 5, 9 und 12 

(Urk. 123 S. 56). 

2.2. Die Berufung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich richtet sich  

gegen die Nebenfolgen des Urteils in Dispositiv Ziffern 5 - 7 des erstinstanzlichen 

Entscheides (Urk. 124 S. 1 f.). 

-   12   - 

2.3. Die Privatklägerin A._____ AG beschränkt ihre Berufung auf Dispositiv 

Ziffern 5 (Aufhebung Kontensperrungen) und 12 (Nichteintreten auf 

Entschädigungsforderung) des vorinstanzlichen Entscheides (Urk. 125 S. 1 f.).  

2.4. Mit Anschlussberufung vom 10. Oktober 2012 beantragte der Beschuldigte 

die Abweisung der Berufungsanträge der Privatklägerin A._____ AG und die 

Bestätigung der Dispositiv Ziffern 5 und 12 des vorinstanzlichen Urteils sowie die 

Abweisung der Berufungsanträge der Staatsanwaltschaft und die Bestätigung von  

Dispositiv Ziffer 5 des vorinstanzlichen Urteils (Urk. 106 S. 2).  

 Der vom Beschuldigten erhobenen Anschlussberufung kommt angesichts 

dieser Anträge indessen keine selbständige Bedeutung zu. Dem Verteidiger stand 

es im Berufungsverfahren auch ohne Erhebung einer Anschlussberufung frei, die 

Abweisung der übrigen Berufungen zu beantragen und zu den damit 

angefochtenen Punkten Stellung zu nehmen. Die Anschlussberufung des 

Beschuldigten ist deshalb - im Einverständnis mit dem Verteidiger - formlos als 

gegenstandslos zu betrachten (vgl. Prot. II S. 10).  

2.5. Mangels Berufung sind einzig die Ziffern 4 (Beschlagnahmung Bankunter-

lagen) und 9 (Kostenfestsetzung) in Rechtskraft erwachsen. Das ist vorab 

vorzumerken. 

3. Anklageprinzip 

 Die Verteidigung rügt auch im Berufungsverfahren eine mangelhafte  

Schilderung der Arglist in der Anklageschrift. Die Darstellung in der Anklage sei 

akten- und tatsachenwidrig. Infolge des Anklage- und Immutabilitätsprinzips  

könne dieser Mangel nicht geheilt werden, was dazu führe, dass eine Verurteilung 

des Beschuldigten nicht in Frage komme (Urk. 59 S. 6 f.; Urk. 123 S. 8 und 11 ff.). 

 Es kann an dieser Stelle auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz 

zum Anklageprinzip verwiesen werden (Urk. 90 S. 11; Art. 82 Abs. 4 StPO). Zwar 

ist der Verteidigung darin zu folgen, dass sie mit ihren Ausführungen gar nicht 

geltend macht, dass das Anklageprinzip verletzt sei (Urk. 123 S. 8), wie die 

Vorinstanz einleitend festhält. Die Vorinstanz weist in der Folge jedoch zutreffend 

-   13   - 

darauf hin, dass die Frage, ob sich der Sachverhalt so abgespielt hat, wie er in 

der Anklageschrift umschrieben ist, keine Frage des Anklageprinzips darstellt, 

sondern vom Gericht aufgrund der Aktenlage zu prüfen ist. Wenn die Verteidigung 

geltend mache, die in der Anklage aufgestellte Behauptung sei akten- und tat-

sachenwidrig, bestreite sie faktisch lediglich den in der Anklage umschriebenen 

Sachverhalt, mache hingegen nicht die mangelhafte oder gar fehlende Um-

schreibung eines Tatbestandselements geltend (Urk. 90 S. 11). Der 

Vollständigkeit halber sei noch darauf hingewiesen, dass sich die Frage einer 

Verletzung des Anklageprinzips dann stellen könnte, wenn das Gericht die Arglist 

aus anderen als den in der Anklageschrift dargelegten Gründen als gegeben 

erachten würde. 

II. Beweisanträge 

 Beweisanträge wurden keine gestellt. 

III. Sachverhalt 

1. Unbestrittene Sachverhalte 

1.1. Der Beschuldigte hat sowohl in der Untersuchung als auch vor Vorinstanz 

anerkannt, der Kundenbetreuer von J._____ und von +K._____ gewesen zu sein 

(HD 17/1 S. 4 und 13; HD 17/18 S. 1).  

1.2. Durch die Akten belegt und nicht bestritten ist, dass J._____ am 

15. September 1999 bei der A._____ AG in Zürich ein USD-Konto mit einer 

Bareinzahlung von USD 98'000.– eröffnete. Im August 2000 zahlte er einen 

zweiten Barbetrag in Höhe von USD 102'000.– ein (ND 1/3/24). Am 22./23. Juli 

2004 fand der nächste Kontakt mit der A._____ AG statt, als J._____ die A._____ 

aufsuchte (HD 17/3 S. 13; HD 19/1 S. 2) und eine Barauszahlung in Höhe von  

EUR 50'000.– zulasten seines Kontos erfolgte (ND 1/3/3).  

1.3. Unbestritten ist weiter, dass +K._____ seit 1970 Inhaber des  

Nummernkontos ... bei der A._____ AG war. Nach seinem Tod im … 2000 war 

sein Sohn C._____ als Alleinerbe der Berechtigte an diesem Konto (HD 4/1-10). 

Unbestritten und durch die Akten belegt ist weiter, dass am 7. Mai 2007 eine 

-   14   - 

Barauszahlung in der Höhe von Fr. 100'000.– zulasten des Nummernkontos von 

+K._____ erfolgte (HD 6/1). Auch unbestritten ist, dass C._____ am 9. August 

2007 mit dem Beschuldigten einen Termin bei der A._____ AG vereinbart hatte. 

Anlässlich dieses Besuchs bei der Bank bezog C._____ Fr. 5'000.– in bar vom 

oben erwähnten Nummernkonto. Gleichentags wurde ein weiterer Barbezug in 

der Höhe von Fr. 600'000.– getätigt (HD 6/3; HD 6/5).  

2. Bestrittene Sachverhalte 

2. Der Beschuldigte bestreitet nach wie vor die der Anklage zugrunde 

liegenden Sachverhalte, soweit dies das Anbringen der Kundenunterschrift auf 

den  

Bezugsbelegen, die Kundenjournaleinträge und den Verbleib der ausbezahlten 

Beträge betrifft.  

3. Somit ist im Folgenden zu prüfen, ob die eingeklagten Sachverhalte 

aufgrund der Akten rechtsgenügend nachgewiesen werden können.  

4.1. Als Beweismittel liegen die Aussagen von J._____, C._____ und jene des 

Beschuldigten vor. Es liegen weiter die Aussagen der als Zeugin befragten 

L._____ und des als Auskunftsperson befragten M._____ bei den Akten. 

Ebenfalls liegen Urkunden wie Bezugsbelege und Auszahlungsbelege der 

fraglichen Transaktionen im Original (HD 6/1-6), eine Empfangsbestätigung 

A._____ banklagernde Post im Original (HD 6/7) sowie Auszüge aus den 

Kundenjournalen (HD 7/1-2) und umfangreiche Kontounterlagen vor. Sodann liegt 

eine Kopie eines in Englisch verfassten Briefes von C._____ vom 15.08.2009 (HD 

8/1) und eine Übersetzung dieses Schreibens (HD 8/3) bei den Akten.  

4.2. Die Teilnahmerechte des Beschuldigten bei den Beweiserhebungen wurden 

gewahrt und die genannten Beweismittel sind uneingeschränkt verwertbar.  

5. Die Beweismittel, nämlich die Aussagen von J._____, C._____ und jene des 

Beschuldigten wurde von der Vorinstanz zutreffend zusammengefasst (Urk. 90 S. 

16 ff.) und sorgfältig gewürdigt. Die Vorinstanz hat sich zudem korrekt zu den 

objektiven Beweismitteln, den Bezugsbelegen, den Kontounterlagen der beiden 

-   15   - 

Kontoinhaber J._____ und +K._____ respektive C._____ geäussert. Auch hat sie 

sich eingehend zu den finanziellen Verhältnissen des Beschuldigten und 

insbesondere zu den zum Teil hohen Bareinzahlungen des Beschuldigten auf 

verschiedene Konten geäussert und die korrekten Schlüsse daraus gezogen.  

6. Die nachfolgenden Ausführungen dienen lediglich der Verdeutlichung und 

verstehen sich als ergänzende Zusammenfassung.  

A. Barbezug zulasten von J._____ 

1. Aussagen von J._____ 

Anlässlich der Einvernahme vom 25. Februar 2010 bei der Staatsanwaltschaft II 

des Kantons Zürich als Auskunftsperson schilderte J._____, wie er im Jahr 1999 
mit einem Freund, der Deutsch spreche, nach Zürich gekommen sei und er bei 

der Bank ein Konto eröffnet und USD 98'000.– einbezahlt habe (HD 19/1 S. 2). Im 

August 2000 habe er weitere USD 102'000.– eingezahlt, womit er dann ca. USD 

200'000.– auf dem Konto gehabt habe. Im Juli 2004 sei er mit seiner Freundin, 

die Englisch spreche, zur A._____ an der … [Geschäftsstelle] gekommen. Dort 

habe man seiner Freundin, die für ihn übersetzt habe, gesagt, dass er sich an die 

A._____ am … [Geschäftsstelle] wenden müsse und es sei ihm auf einen Zettel 

geschrieben worden, dass er sich an einen B._____ wenden müsse. Er sei 

dorthin gegangen. Sie seien in den 4. Stock geschickt worden und er sei in ein 

Sitzungszimmer gesetzt worden. Dann sei Herr B._____ gekommen und habe 

ihm eine Visitenkarte gegeben, die er jetzt noch habe. Die Sitzung habe ca. 15-20 

Minuten gedauert. Herr B._____ habe ihm gesagt, dass er sein Dossier verwalte. 

Dieser habe sein Konto von einem USD- in ein Euro-Konto umwandeln wollen, 

weil die Zinssätze in den USA gesunken seien. Zudem habe Herr B._____ für ihn 

ein Verwaltungskonto eröffnen wollen, sodass dieser für ihn hätte Aktien kaufen 

können. Er habe ihm verschiedene Unterlagen zur Unterschrift gebracht. Herr 

B._____ habe ihm auch ein leeres Blatt gegeben und ihn gebeten, darauf seinen 

Namen in Englisch zu schreiben. Darauf habe er ihm gesagt, dass er seinen 

Namen nicht auf Englisch schreiben könne. Er habe seinen Pass bei sich gehabt. 

Herr B._____ habe ihn gebeten, seinen Namen so zu schreiben, wie er im 

-   16   - 

Reisepass steht, was er auch gemacht habe. Er habe ihn gefragt warum. Herr 

B._____ habe gesagt, damit sie seine Unterschrift auf englisch hätten. Er habe 

ihm geantwortet, dass er alle Unterlagen nur auf hebräisch unterschreiben würde, 

so wie es auch in seinem Pass stehe. Er habe seit 1999 immer nur auf hebräisch 

unterschrieben. Er könne seinen Namen gar nicht auf englisch schreiben. 

 Daraufhin habe er die Bank wieder verlassen. Das sei im Laufe des 

Vormittags gewesen. An jenem Tag seien sie noch in Zürich herumspaziert und 

übernachtet hätten sie in einem Hotel, das er heute nicht mehr genau bezeichnen 

könne. Am nächsten Morgen seien sie mit dem Zug nach Luzern gefahren, aus 

touristischen Gründen (HD 19/1 S. 2). Sie seien bis am Abend dort gewesen. Am 

Abend ca. 20.00-21.00 Uhr seien sie wieder nach Zürich gefahren. Er müsse 

noch nachtragen: Am Vortag, als sie sich von Herrn B._____ verabschiedet 

hätten, habe dieser ihn gefragt, wann sie wieder nach Zürich kommen würden. Er 

habe diesem geantwortet, dass er erst in ca. 5-6 Jahren wieder kommen werde, 

weil er sonst hier eigentlich nichts zu tun hätte. In Zürich hätten sie dann im 

selben Hotel übernachtet. Am nächsten Tag seien sie nach Israel zurückgeflogen 

(HD 19/1 S. 2 und 3).  

 Auf die Frage, ob er anlässlich dieses Besuches in Zürich am 22./23. Juli 

2004 Geld von seinem Konto abgehoben habe, sagte J._____, nein, das sei auch 

nicht seine Absicht gewesen, Geld zu beziehen. Auf Vorhalt des A._____-

Bezugsbeleges vom 23. Juli 2004 und der Quittung vom 22. Juli 2004, wonach 

ihm der Betrag von EUR 50'000.– ausbezahlt worden sein soll, sagte er, dass 

Geld bezogen worden sei, aber sicher nicht von ihm. Die Unterschrift auf der 

Quittung sei eine genaue Kopie von seiner Unterschrift, die er wie vorhin erwähnt 

auf dem leeren Blatt aufgeschrieben habe (HD 19/1 S. 3). Darauf angesprochen, 

dass auf dem Bezugsbeleg das Datum 23. Juli 2004 und auf der Quittung hin-

gegen das Datum 22. Juli 2004, hatte J._____ keine Erklärung. Auf Vorhalt der 

Quittung und mit Hinweis auf den Schriftzug "J._____" sagte er, dass er im Leben 

nicht auf diese Weise unterschreibe. Er habe weder 1999 noch 2004 

Bankunterlagen auf Englisch unterschrieben. Er schreibe gar kein Englisch. Auf 

die Frage, ob er eine Ähnlichkeit mit seiner eigenen Handschrift sehe, sagt er, 

-   17   - 

dass es ähnlich sei, aber nicht seine Schrift sei. Er würde beispielsweise beim 

"…" nie einen Strich nach hinten machen. Auf dem leeren Blatt habe er seinerzeit 

"J._____" geschrieben, weil es genauso auf seinem Reisepass stehe (HD 19/1 S. 

3). 

 J._____ bestätigte in der Befragung und auf Vorhalt des Schreibens der 

A._____ an ihn vom 27. Juli 2007 (Beilage 4 der Strafanzeige, Kostengutsprache 

für Expertise), dass die weiteren handschriftlichen Angaben (Ort, Datum, Name) 

auf der Rückseite von ihm stammen würden (HD 19/1 S. 3).  

 Er bestritt, dass ihm anlässlich seines Besuches vom 22. Juli 2004 ein  

"Asset Management Agreement" mitgegeben worden sei, und dass er dieses 

nachträglich, nämlich am 2. März 2005 unterschrieben retourniert habe. Auf 

Vorhalt des unterschriebenen "Asset Management Agreement" verneinte er, 

dieses Dokument unterschrieben zu haben (HD 19/1 S. 4).  

 Weiter führte J._____ aus, dass er im Jahr 2007 mit seiner Freundin für 

einen Urlaub nach Mailand gefahren sei. Seine Freundin habe noch nach  

Luzern kommen wollen und sie hätten sich entschieden, noch schnell nach Zürich 

zu kommen und nach dem Konto zu sehen. Dort hätten sie einen Bankbeamten 

namens N._____ getroffen und er habe sich nach dem Konto erkundigt. Dieser 

habe ihm dann den Auszug gezeigt und ihm gesagt, dass EUR 117'000.– drauf 

seien. Nach seiner Berechnung hätte mehr Geld darauf sein müssen. Herr 

N._____ habe ihm erklärt, dass es einen Bezug über EUR 50'000.– gegeben 

habe. Da sie nach Italien hätten zurück müssen, habe dieser ihm nachträglich den 

Bezugsbeleg nach Israel gefaxt. Da habe er gesehen, dass ihm Geld gestohlen 

worden sei (HD 19/1 S. 5).  

2. Urkunden 

 Bei den Akten liegen die Kontoeröffnungsunterlagen und das Formular 

"Verification of the beneficial Owner's identity" vom 15. September 1999, welche 

von J._____ unterschrieben wurden (ND 1/2/2). Sodann ist der unterschriebene 

Bezugsbeleg über EUR 50'000.– datiert vom 22. Juli 2004 bei den Akten (ND 

1/2/3).  

-   18   - 

 Bei den Akten liegt sodann das Formular "Asset Management Agreement" 

vom 22. Juli 2004 (ND 1/3/7), das sowohl den Schriftzug des Namens wie auch 

das Kürzel - eine Art Haken mit zwei Zacken -, mit dem J._____ schon die 

Kontoeröffnungsunterlagen unterzeichnet hat, trägt.  

 Als weiteres Dokument liegt ein Schreiben der A._____ AG an J._____ vor, 

auf dem dieser auf der zweiten Seite bestätigt, die Kosten für ein Schriftgutachten 

zu tragen, wobei sich darauf wieder seine Kürzel-Unterschrift und der 

ausgeschriebene Name befinden (ND 1/2/5).  

 Bei den genannten Urkunden fällt auf, dass einzig auf dem Bezugsbeleg 

vom 22. Juli 2004 nur mit dem in Grossbuchstaben geschriebenen Namen 

"unterzeichnet" wurde, während sonst überall - entweder alleine oder über dem 

Namen in Grossbuchstaben - die Kürzel-Unterschrift angebracht ist, wobei diese 

auf den Kontoeröffnungsunterlagen, auf der Bestätigung der Kostentragung für 

ein  

Gutachten und auf der Einvernahme bei der Staatsanwaltschaft Zürich vom  

25. Februar 2010 (HD 19/1) identisch sind.  

 Auch auf dem Formular "Asset Management Agreement" ist sowohl die von 

J._____ verwendete Kürzel-Unterschrift als auch der ausgeschriebene Name zu 

finden, allerdings mit fehlendem "…". J._____ hat in seiner Einvernahme bei der 

Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 25. Februar 2010 bestritten, dieses 

Formular überhaupt unterschrieben zu haben (HD 19/1 S. 4). Dies scheint 

indessen insbesondere angesichts der Kürzel-Unterschrift nicht plausibel; 

vielmehr ist davon auszugehen, dass J._____ das "Asset Management 

Agreement" unterschrieben hat. So, wie er immer wieder betonte, der lateinischen 

Schrift nur sehr beschränkt mächtig zu sein, ist auch zwanglos erklärbar, dass er 

das "…" im Namenszug "J._____" vergessen haben könnte. Und schliesslich 

erklärte er bekanntlich auch selber, er habe am 22./23. Juli 2004 diverse Sachen 

unterschreiben müssen, sodass sich darunter durchaus auch das "Asset 

Management Agreement" befunden haben könnte. 

 

-   19   - 

B Barbezüge zulasten von C._____ 

1. Aussagen von C._____ 

 Am 7. Mai 2010 wurde C._____ bei der Staatsanwaltschaft II des Kantons 

Zürich als Auskunftsperson einvernommen, wobei die Einvernahme auf Hebräisch 

erfolgte (HD 19/3). Er führte aus, dass das fragliche Konto seinem Vater gehört 

habe und er schon als er ein junger Erwachsener gewesen sei, Vollmacht auf 

dieses Konto gehabt habe. Er habe das Konto geerbt. Im Jahr 2007 sei er mit der 

Familie in der Schweiz in den Ferien gewesen und dies sei die Gelegenheit 

gewesen, um nach dem Konto zu sehen. Er habe von Israel aus die Bank 

angerufen; dies sei vielleicht zwei Monate bevor er gekommen sei, gewesen. Er 

wisse nicht mehr genau, mit wem er gesprochen habe, er habe für sich den 

Namen O._____ notiert. Sie hätten einen Termin abgemacht auf den 9. August 

2007 um 14.00 Uhr. An jenem Tag sei er mit seiner Familie in Zürich 

angekommen, das heisse seine Frau und zwei von drei Kindern, hätten im … 

[Hotel] eingecheckt und seien dann alle zusammen zur Bank gegangen. Sie seien 

in ein Besprechungszimmer geführt worden und dort habe er Herrn B._____ 

getroffen. Dieser sei sehr freundlich gewesen und habe erzählt, dass er in Israel 

in einem Kibbuz gewesen sei. Er habe um einen Kontoauszug gebeten. Dieser 

habe ihn den Vermögensauszug geben, den er hier bei sich habe. Er habe dann 

gefragt, was er vorzukehren hätte, um das Konto auf seinen Namen umzu-

schreiben. Er habe ein Papier bekommen, wo genau darauf gestanden sei, was 

er alles zu tun und beizubringen hätte. Er habe auch Fr. 5'000.– vom Konto 

bezogen. Er wolle noch anfügen, dass sie im Sitzungszimmer mehr als eine halbe 

Stunde hätten warten müssen, bis Herr B._____ den Vermögensauszug gebracht 

habe. Sie hätten sich verabschiedet und sie hätten dann ihre Ferien in der 

Schweiz verbracht und seien am 20. August nach Israel zurückgeflogen (HD 19/3 

S. 2 und 3).  

 Das nächste Mal habe er Herrn B._____ in Israel getroffen; dies sei im  

Dezember 2007 gewesen. Dieser habe ihm Unterlagen zur Unterschrift gebracht. 

Das seien Unterlagen zur Umschreibung des Kontos auf seinen Namen gewesen. 

Er habe diesem ein kleines Geschenk von seiner Frau übergeben. Das Treffen 

-   20   - 

habe im Hotel … in Tel Aviv stattgefunden. Bei jenem Treffen sei nur Herr 

B._____ und er zugegen gewesen. Er habe die Unterlagen an Ort und Stelle  

unterschrieben und bei dieser Gelegenheit habe er diesem den Erbschein seines 

Vaters übergeben. Es könne sein, dass es noch eine Begegnung mit Herrn 

B._____ in Israel gegeben, aber er sei sich nicht sicher.  

 Vor ca. eineinhalb Jahren habe er bei der Bank angerufen, ob das Konto auf 

seinen Namen übertragen worden sei und er habe erfahren, dass auf dem Konto 

nur noch ca. Fr. 18'000.– gewesen seien. Dann habe er sich mit jemandem  

von der Bank treffen wollen, um abzuklären, was passiert sei. Er habe mit  

Herrn P._____ von der Bank gesprochen und sie hätten sich in Israel  

getroffen. Er habe gegenüber der Bank stets den Standpunkt vertreten, dass nicht 

er das fehlende Geld bezogen habe, ausser den Fr. 5'000.– (HD 19/3 S. 3). 

 Auf Vorhalt des A._____-Bezugsbeleges vom 7. Mai 2007, wonach ihm der 

Betrag von Fr. 100'000.– ausbezahlt worden sei, sagte er, dass dies nicht stimme, 

er sei am 7. Mai 2007 nicht hier gewesen. Er habe gar nicht gewusst, dass das 

Geld bezogen worden sei, bis vor 2 Monaten.  

 Die Frage, ob er als Kunde den erwähnten Bezugsbeleg unterschrieben 

habe, verneinte C._____ mit dem Hinweis, dass dies nicht seine Unterschrift sei. 

Die Unterschrift auf dem Bezugsbeleg habe überhaupt keine Ähnlichkeit mit 

seiner Unterschrift. Auf Vorhalt seines gegenüber der A._____ vorgelegten 

Reisepasses und der Unterschrift darauf, sagte C._____, dass dies seine 

Unterschrift sei (HD 19/3 S. 3). Auf die Frage, ob er bisweilen mit einer 

Kurzunterschrift zu unterschreiben pflege, sagte er, im Hebräisch, aber nicht in 

der lateinischen Schrift (HD 19/3 S. 3).  

 Er sei am 7. Mai 2007 nicht in Zürich gewesen, sondern in Israel. Auf die 

Frage, ob er angeben könne, wo er sich am 7. Mai 2007 aufgehalten habe und 

dies allenfalls belegen könne, sagte C._____, dass er seinen Reisepass bei sich 

hätte und einen Auszug von seiner Kreditkarte, wonach er am 6. Mai 2007 in  

Israel gewesen sei. Im Reisepass sei der Ausreisestempel vom 9. August 2007 

-   21   - 

und der Rückreisestempel am 20. August 2007 zu finden. Für den Monat Mai 

2007 gebe es keine Ein- und Ausreisestempel.  

 Auf Vorhalt des bankinternen Kundenkontaktsystems per 7. Mai 2007,  

wonach er in Zürich gewesen sei, eine vollständige Dokumentation dabei gehabt 

habe, sich habe ausweisen können und Fr. 100'000.– hätte beziehen wollen und 

dieser Betrag auch ausbezahlt worden sei, weil er Erbe sei und die weiteren 

diesbezüglichen Eintragungen, insbesondere, dass er eventuell das Konto bei der 

A._____ weiterführen wolle, ein neues Konto aber noch nicht eröffnet worden sei 

und dass er sich dies noch überlegen wolle etc., sagte C._____, dass dies eine 

Lüge sei und dass dies alles nicht stimme (HD 19/3 S. 4).  

 Auf Vorhalt eines weiteren Eintrages per 30. Juli 2007, wonach er angerufen 

habe, er wolle am Montag (Anm. 6. August 2007) wieder in der Schweiz sein und 

einen grösseren Betrag beziehen, sagte C._____, dass dies unglaublich sei. Er 

habe zwar der Bank telefoniert, bevor er sie aufgesucht habe, das sei aber früher 

gewesen. Es könne eventuell sein, das er kurz vorher der Bank nochmals 

telefoniert habe. Es stimme aber nicht, dass er gesagt habe, er würde einen 

grösseren Betrag beziehen. Es treffe aber zu, dass er am 9. August 2007 bei der 

A._____ einen Betrag von Fr. 5'000.– vom Konto bezogen habe (HD 19/3 S. 4).  

 C._____ verneinte, den vorgehaltenen Bezugsbeleg unterschrieben zu 

haben. Auf die Frage, ob er bei jenem Geldbezug den Empfang des Geldes 

nirgends habe quittieren müssen, sagte er, dass er das schon glaube. Er könne 

sich aber nicht so recht erinnern (HD 19/3 S. 4). 

 C._____ führte aus, dass anlässlich seines Geldbezuges von Fr. 5'000.– 

seine Frau und seine beiden Kinder anwesend gewesen seien (HD 19/3 S. 5). Auf 

Vorhalt des Bezugsbeleges vom 9. August 2007 über Fr. 600'000.– sagte er, dass 

er dieses Geld nicht bezogen habe und die Unterschrift auf diesem Beleg nicht 

von ihm stamme (HD 19/3 S. 5).  

 Nach Vorhalt des Eintrages vom 13. August 2007 im internen Kunden-

kontaktsystem, wonach er am 9. August 2007 die Bank besucht habe, die 

Beziehung doch auflösen wollte und den Grossteil des Assets, nämlich 600 K und 

-   22   - 

5 K separat, bezogen hätte und die Kundenbeziehung nicht lange zu halten sein 

würde, sagte C._____, dass alles gelogen sei, ausser dass er Fr. 5'000.– 

bezogen habe. Dies sei für die Ferien gewesen (HD 19/3 S. 5).  

 Auf Vorhalt der drei Bezugsbelege mit identischer Unterschrift (HD 6/1, 6/3 

und 6/5) und der Empfangsbestätigung A._____ Banklagernde Post vom 

3. August 2007, unterschrieben am 9. August 2007 (HD 6/7), sagte C._____, dass 

ihm kein solches Formular vorgelegt worden sei und es auch nicht seine 

Unterschrift sei. Er habe weder an jenem Tag noch später die banklagernde Post 

entgegengenommen und quittiert (HD 19/3 S. 5).  

 Danach befragt, ob er Aufträge für die Deckungsverkäufe per 11. Mai 2007 

und 16. August 2007 gegeben habe, sagte C._____: "Nein, nie".  

 Die weiteren Einträge im Kundenkontaktsystem der A._____, wonach er 

bereits am 10. Februar 2006 und am 30. März 2006 Herrn B._____ telefoniert 

habe, bezeichnete C._____ als falsch (HD 19/3 S. 5). 

 Danach befragt, warum es nach dem Tod seines Vaters so lange gedauert 

habe, bis er mit der A._____ Kontakt hatte, sagte C._____, dass dies wegen 

Arbeitsüberlastung gewesen sei. Er habe einfach anderes zu tun gehabt (HD 19/3 

S. 6). 

2. Urkunden  

 Bei den Akten liegen die Originale der drei Bezugsbelege vom 7. Mai 2007 

(HD 6/1) über Fr. 100'000.–, vom 9. August 2007 über Fr. 600'000.– (HD 6/3) und 

vom 9. August 2007 über den Betrag Fr. 5'000.– (HD 6/5). Ebenfalls bei den 

Akten liegt die Empfangsbestätigung A._____ Banklagernde Post, welche am 

9. August 2007 handschriftlich datiert und unterschrieben wurde (HD 6/7). Die 

Unterschrift auf allen vier Dokumenten ist identisch, stimmt aber nicht mit der 

Unterschrift von C._____, welche sich auf den Kontoeröffnungs-Unterlagen, dem 

Brief vom 15. August 2009 (HD 8/1) und auf der staatsanwaltschaftlichen 

Einvernahme vom 7. Mai 2010 (HD 19/3) befindet, überein.  

-   23   - 

 C._____ hat gemäss eigenen Aussagen einzig den Betrag von Fr. 5'000.– 

erhalten, hat den diesbezüglichen Bezugsbeleg gemäss eigenen Angaben nicht 

unterschrieben und glaubte aber einen Beleg unterschrieben zu haben, wobei er 

angab, sich nicht genau daran erinnern zu können.  

C. Aussagen des Beschuldigten 

 Der Beschuldigte wurde am 2. Juli 2009 bei der Kantonspolizei Zürich  

einvernommen (HD 17/3). Er bestätigte, der Kundenberater von J._____ gewesen 

zu sein und diesen vermutlich nur einmal gesehen zu haben, als dieser ihn im 

2004 besucht habe.  

 Der Beschuldigte gab zu Protokoll, dass er davon ausgehe, dass er am 

fraglichen Tag die EUR 50'000.– ausbezahlt habe, an denjenigen, der 

unterschrieben habe, wobei er davon ausgehe, dass dies J._____ gewesen sei. 

Es dürfte auf dem Bezugsbeleg vom 22. Juli 2004 seine Schrift und Unterschrift 

sein. Er habe alles auf dem Beleg geschrieben ausser die Unterschrift des 

Kunden (HD 17/3 S. 14). Die Identität des Kontoinhabers J._____ sei mittels 

Ausweis überprüft worden. Auf den Vorhalt, wonach J._____ geltend mache, dass 

es sich nicht um seine Unterschrift handle, dass er zur fraglichen Zeit gar nicht in 

Zürich gewesen sei und er das Geld nicht erhalten habe, sagte der Beschuldigte, 

dass er sich das nicht erklären könne. Auf die Frage, ob dies heisse, dass er die 

EUR 50'000.– tatsächlich dem Kunden J._____ übergeben habe, sagte der 

Beschuldigte, dass er davon ausgehe (HD 17/3 S. 13-16).  

 Auf Vorhalt des Bezugsbeleges vom 7. Mai 2007 über Fr. 100'000.–  

zugunsten von C._____ führte der Beschuldigte betreffend Zweitunterschrift aus, 

dass damit nicht bestätigt werde, dass der Kundenberater das Geld an der Kasse 

erhalten habe. Der Zweitunterschreibende, Herr M._____, habe vor der 

Unterschrift die Plausibilität des Vorgangs überprüft. Auf die Frage, ob Herr 

M._____ den Kunden, die Erbdocs und die ID gesehen habe, bevor dieser 

unterschrieben habe oder ob dieser unterschrieben habe, nachdem er - der 

Beschuldigte - schon unterschrieben gehabt habe, sagte der Beschuldigte, dass 

-   24   - 

es darauf ankomme. Bei hohen Beträgen hätten öfters mehrere Angestellte der 

A._____ den Kunden gesehen (HD 17/3 S. 21).  

 Er gehe davon aus, dass er persönlich am fraglichen Tag Fr. 100'000.– 

ausgehändigt habe, seines Wissens an einen berechtigten Erben (HD 17/3 S. 21 

und 22).  

 Anlässlich der Befragung bei der Kantonspolizei Zürich vom 25. August 

2009 (HD 17/4) sagte der Beschuldigte auf entsprechende Frage, ob er am 

9. August 2007 den Betrag von Fr. 600'000.– ausgehändigt habe, dass er davon 

ausgehe. Er habe das Geld am fraglichen Tag ausbezahlt, weil er davon 

ausgegangen sei und geprüft habe, dass derjenige, der das Geld bezogen habe, 

ein rechtmässiger Erbe sei. Den Betrag habe er an die Person ausbezahlt, die 

unterschrieben habe. Gemäss den Unterlagen sei das Herr C._____ gewesen 

(HD 17/4 S. 2).  

 Angesprochen auf den NOK (Nicht Okay) auf dem Auszahlungsbeleg über 

Fr. 600'000.– sagte der Beschuldigte, dass er sich ziemlich sicher sei, dass er bei 

C._____ nicht mit einem NOK konfrontiert gewesen sei, bzw. den auch nicht 

freigegeben habe. Das mache meistens ein Assistent, notfalls an seinem 

Computer. Dies sei meistens auf sein Geheiss erfolgt, weil er es technisch nicht 

hingekriegt habe, habe er einen Assistenten rufen müssen. Konkret danach 

befragt, ob er bei C._____ einen Assistenten habe beiziehen müssen, sagte der 

Beschuldigte, wenn er nochmals überlege, sei es vermutlich so gewesen, dass er 

den NOK der zuständigen Stelle bei C._____ übersteuert habe. Es gebe auch 

noch andere NOK. Wenn aber ein NOK von der besagten Stelle bezüglich einer 

Unterschriftendiskrepanz gekommen sei, habe er den NOK übersteuern müssen. 

Es sei beispielsweise bei alten Kunden, bei den Israeli wegen der Kürzel und bei 

Kunden, die unterschiedliche Unterschriftenstile pflegten vorgekommen. Bei 

Nummernkonten sei das schon ab und zu vorgekommen (HD 17/4 S. 3 und 4).  

 Er habe den NOK übersteuert, weil er ja den Kunden vorher identifiziert  

habe. Danach befragt, ob eine NOK-Übersteuerung von ihm als Kundenberater 

intern überprüft worden sei - konkret bezogen auf C._____ -, sagte der 

-   25   - 

Beschuldigte, dass er das nicht wisse. Jedenfalls habe es nie Rückfragen oder 

Probleme gegeben, wenn er einen NOK übersteuert habe, wenn er sich recht 

erinnere. Allein aber auf Grund der Höhe der Auszahlung habe es eine Meldung 

an die Vorgesetze Frau L._____ gegeben. Frau L._____ sei dann nach der 

Aushändigung nachfragen gekommen. Sie sei bekannt wegen ihres 

Führungsstils, der eher auf Kontrolle als auf Vertrauen basiert habe (HD 17/4 S. 

4).  

 Auf Vorhalt der Passkopie von C._____ und der Vollmacht vom 11. Juli 1974 

und unter Hinweis auf die Unterschrift auf dem Bezugsbeleg, die nicht mit 

derjenigen auf dem Pass und der Vollmacht übereinstimmen und auf die Frage, 

ob er Einsicht in die Vergleichsunterschriften gehabt habe, sagte der 

Beschuldigte: "Jene von 1974 nicht. Die Passkopie habe ich mit ziemlicher 

Sicherheit erstellt. Ich hatte keine Vergleichsunterschrift zur Verfügung, nicht 

einmal die Kasse - eben, weil es ein Nummernkonto ist" (HD 17/4 S. 5).  

 Er könne nicht beurteilen, ob das Kürzel, mit dem C._____ unterschreibe, 

als Vergleichsunterschrift hinterlegt gewesen sei. Er habe damit rechnen müssen, 

dass ein NOK rückgemeldet werde (HD 17/4 S. 5). 

 Auf die Frage, ob er dem zu Folge mit Sicherheit C._____ am 7. Mai 2007 

Fr. 100'000.– und am 9. August 2007 Fr. 600'000.– ausgehändigt habe, sagte der 

Beschuldigte, dass er davon ausgehe, dass er Kunden nach zehn Jahren 

Tätigkeit in einer Bank einwandfrei identifizieren könne (HD 17/4 S. 5).  

 Anlässlich der Schlusseinvernahme bei der Staatsanwaltschaft II des  

Kantons Zürich vom 30. März 20011 verwies der Beschuldigte auf seine bereits 

gemachte früheren Aussagen (HD 17/22 S. 5). 

D. Würdigung 

 Als Folge dieser Umstände ist mit der Vorinstanz festzuhalten, dass 

aufgrund der bei den Akten liegenden Urkunden auszuschliessen ist, dass die 

Unterschriften bzw. Kürzel auf den zur Diskussion stehenden 

Auszahlungsbelegen durch die berechtigten Kontoinhaber angebracht worden 

-   26   - 

sind. Auch für einen Laien wirken die entsprechenden Schriftzeichen alles andere 

als flüssig angebracht, sondern vielmehr stark gedrückt und "gezeichnet", 

eventuell auch durchgepaust. C._____s tatsächliche Unterschrift stimmt sodann 

überhaupt nicht mit derjenigen überein, wie sie auf den streitgegenständlichen 

Auszahlungsbelegen angebracht ist. Bei J._____ kommt schliesslich hinzu, dass 

auf dem Auszahlungsbeleg vom 22. Juli 2004 nicht einmal sein Kürzel zu finden 

ist, mit welchem er aber alle andern bei den Akten liegenden Dokumente 

unterzeichnet hat, sondern lediglich sein in lateinischen Grossbuchstaben 

geschriebener Name. Demensprechend liegen keine schriftlichen Bestätigungen 

der Kontoinhaber über den Empfang der fraglichen Geldbeträge vor. Dies 

entspricht den  

klaren und glaubhaften Aussagen der beiden Inhaber J._____ und C._____, 

welche stets angaben, die ab den beiden Konten bezogenen Beträge, mit 

Ausnahme von Fr. 5'000.–, welche von C._____ empfangen wurden, nicht 

erhalten zu haben. Gestützt auf die Zugabe des Beschuldigten und aufgrund der 

Unterlagen steht sodann fest, dass der Beschuldigte die von der internen Kasse 

ausbezahlten Gelder in Empfang genommen hat. Da die beiden Kontoinhaber die 

bezogenen Beträge nicht erhalten haben, muss der Beschuldigte diese deshalb 

zwangsläufig für sich behalten haben. 

 Dafür sprechen auch die Auffälligkeiten im Zusammenhang mit der 

finanziellen Situation des Beschuldigten, welche sich im fraglichen Zeitraum ganz 

auffallend verbessert und worauf bereits die Vorinstanz hingewiesen hat. Es kann 

an dieser Stelle zunächst ebenfalls auf ihre zutreffenden Erwägungen verwiesen 

werden (Urk. 90 S. 36 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO).  

 Es ist dem Verteidiger zwar darin zu folgen, dass es nicht Sache der  

beschuldigten Person ist, ihre Unschuld zu beweisen, sondern dass die Straf-

behörden verpflichtet sind, den Nachweis der Schuld zu führen (Urk. 123 S. 3 ff. 

und 45). Der Grundsatz in dubio pro reo ist aber nur dann verletzt, wenn das  

Gericht einen Beschuldigten (einzig) mit der Begründung verurteilt, er habe seine 

Unschuld nicht nachgewiesen bzw. er habe bestimmte Entlastungsbeweise nicht 

beigebracht (BGE 127 I 38, E. 2a). Gemäss Art. 10 Abs. 2 StPO würdigt das  

-   27   - 

Gericht die Beweise jedoch frei nach seiner aus dem gesamten Verfahren  

gewonnenen Überzeugung. Aus der Weigerung des Beschuldigten, nähere  

Angaben zum Sachverhalt zu machen, kann es seine Schlüsse ziehen, sofern  

eine Erklärung des Beschuldigten angesichts der belastenden Beweiselemente 

vernünftigerweise erwartet werden dürfte und dieser sich nicht zu Recht auf ein 

Zeugnisverweigerungsrecht beruft. Weigert sich der Beschuldigte, zu seiner  

Entlastung erforderliche Angaben zu machen und fehlen Anhaltspunkte für die 

Richtigkeit seiner entlastenden Behauptungen, darf das Gericht in freier 

Beweiswürdigung zum Schluss kommen, dessen Vorbringen seien als 

unglaubhaft zu qualifizieren. Darin liegt weder eine Verletzung des 

Aussageverweigerungsrechts des Beschuldigten noch eine verfassungswidrige 

Umkehr der Beweislast (Urteil des Bundesgerichts 6B_30/2010 vom 1. Juni 2010, 

E. 4.1 mit Hinweisen).  

 Wie bereits von der Vorinstanz dargelegt, behauptet der Beschuldigte, bei 

den auf seine und die Konten von G._____ geleisteten Bareinzahlungen handle 

es sich - mit Ausnahme der Pensionskassengelder - um Einkünfte aus seiner 

selbstständigen Beratertätigkeit, mit welcher er erhebliche Einnahmen  

erzielt habe (HD 17/4 S. 7 ff.). Zwar kann - entgegen der Vorinstanz (vgl. Urk. 90 

S. 38) - nicht gänzlich ausgeschlossen werden, dass der Beschuldigte für eine 

Tätigkeit in bar bezahlt worden sein könnte. Der Beschuldigte machte indes  

keinerlei Angaben zu seiner angeblichen Geschäftstätigkeit und reichte auch  

keine Unterlagen, wie Korrespondenz etc., ein, welche Hinweise darauf hätten 

liefern können, obwohl dies ohne weiteres von ihm hätte erwartet werden dürfen. 

Aus den Akten ergeben sich vielmehr nicht die geringsten Anhaltspunkte, welche 

für die Richtigkeit der entlastenden Darstellung des Beschuldigten sprechen.  

Seine Ausführungen gehen damit nicht über blosse Behauptungen hinaus, denen 

jeglicher realer Hintergrund fehlt. Die Vorinstanz hat diese deshalb zu Recht als 

unglaubhaft qualifiziert.  

 Die Verteidigung erhebt sodann verschiedene Einwände gegen die 

Sachverhaltsdarstellung der Anklageschrift. An dieser Stelle ist indessen vorab 

darauf hinzuweisen, dass sich die urteilende Instanz nicht mit allen 

-   28   - 

Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzen und jedes einzelne Vorbringen 

ausdrücklich widerlegen muss. Die Berufungsinstanz kann sich demnach auf die 

für ihren Entscheid wesentlichen Punkte beschränken (BGE 133 I 270, E. 3.1; 

BGE 129 I 232,  

E. 3.2). 

 Die Verteidigung erhebt zunächst Vorbehalte gegen die Glaubwürdigkeit von 

J._____ und C._____. Diese seien im Zeitpunkt ihrer Befragung in 

Vergleichsgesprächen mit der A._____ AG gestanden, welche ihnen eine 

Begleichung des abgehobenen Betrags in Aussicht gestellt habe. Sie hätten 

deshalb ein nicht unerhebliches Interesse daran gehabt, sich als Betrogene 

darzustellen (Urk. 123 S. 19 und 31 f.). Den beiden Bankkunden kann ein eigenes 

Interesse am Verfahrensausgang nicht abgesprochen werden. Dieser Umstand 

verlangt nach einer gewissen Vorsicht bei der Würdigung ihrer Aussagen, vermag 

ihre Glaubwürdigkeit indes nicht a priori herabzusetzen. Dass das von C._____ 

geerbte Konto unversteuertes Schwarzgeld beinhaltet, wie die Verteidigung 

vermutet (Urk. 123 S. 35), kann nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Daraus 

darf aber selbstverständlich nicht abgeleitet werden, C._____ sei kriminell und 

seine Aussagen deshalb per se falsch. Im Vordergrund steht zudem ohnehin die 

Frage, ob sich die einzelnen Aussagen als glaubhaft erweisen.  

 Die Verteidigung beanstandet die Aussagen der Bankkunden in mehrfacher 

Hinsicht. Sie stellt sich auf den Standpunkt, dass deren Schilderungen nicht 

stimmen könnten und beide wiederholt nicht die Wahrheit ausgeführt hätten. 

Letztlich müssten unüberwindbare Zweifel an der Sachverhaltsdarstellung der 

Anklageschrift angebracht werden (Urk. 123 S. 19 ff., 31 ff. und 46).  

 Es wurde bereits dargelegt, dass die Aussagen von J._____ und C._____, 

wonach sie die dem Beschuldigten von der internen Kasse ausbezahlten Gelder 

nicht in Empfang genommen haben, als glaubhaft und überzeugend zu 

qualifizieren sind. Ihre Darstellung wird aber auch durch das übrige 

Beweisergebnis gestützt. Insbesondere können die auf den Auszahlungsbelegen 

geleisteten Unterschriften den beiden Bankkunden nicht zugeordnet werden. 

Nach dem Gesagten verbleibt kein vernünftiger Zweifel, dass sich die Sach-

-   29   - 

verhalte so abgespielt haben, wie sie in der Anklageschrift aufgeführt sind. Die 

Vorbringen der Verteidigung vermögen daran nichts zu ändern. 

 So ist dem Einwand, die Aussagen von J._____ seien schon deshalb 

absolut unglaubwürdig, weil kein Geschäftsmann eine Unterschrift auf einem  

leeren Blatt Papier leisten würde (Urk. 123 S. 21), entgegenzuhalten, dass  

ein solches Verhalten zwar grundsätzlich unvorsichtig, unter den vorliegend  

gegebenen Umständen aber nachvollziehbar ist, wurde die Unterschrift doch  

innerhalb der Bank gegenüber dem persönlichen Kundenberater geleistet. Es 

mag sodann sein, dass J._____ das Asset Management Agreement entgegen 

seinen Angaben in der Untersuchung unterzeichnet hat (Urk. 123 S. 24 ff. und vgl. 

vorn Erw. III.A.2). Dieser Umstand vermag die Glaubhaftigkeit seiner Aussagen 

jedoch nicht zu erschüttern. Da dieser Punkt für die Erstellung des eingeklagten 

Sachverhalts ohne Bedeutung ist, was auch die Verteidigung einräumt (Urk. 123 

S. 24), ist nicht ersichtlich, welches Interesse J._____ daran haben sollte, 

diesbezüglich bewusst falsche Angaben zu machen. Sollte sich J._____ im 

Nachhinein nicht mehr daran erinnern, dass er das Management Agreement 

unterschrieben hat, erschiene dies zudem nachvollziehbar, zumal er in der 

Untersuchung angegeben hat, im Juli 2004 verschiedene Dokumente 

unterzeichnet zu haben. Es erstaunt sodann nicht, dass J._____ nicht mehr 

weiss, welche Dokumente er im Rahmen der Bankbeziehung mit der A._____ AG 

alle unterschrieben hat, demgegenüber noch eindeutig angeben kann, dass er 

kein Geld von seinem Konto bezogen und demzufolge auch den entsprechenden 

Auszahlungsbeleg nicht unterzeichnet hat. Es kann daher nicht massgebend sein, 

ob J._____ die von ihm geleisteten Unterschriften selbst zweifelsfrei erkennen 

kann (Urk. 123 S. 23). Entscheidend ist, dass er konstant und glaubhaft 

ausgeführt hat, das von seinem Konto bezogene Geld nicht erhalten zu haben.  

 Den vom Verteidiger gegen die Glaubhaftigkeit der Aussagen von C._____ 

aufgeführten Einwänden (Urk. 123 S. 33 ff.) kann ebenfalls nicht gefolgt werden. 

Wie bereits die Vorinstanz festgehalten hat (Urk. 90 S. 34), bestehen keine 

Anhaltspunkte dafür, dass sich C._____ entgegen seinen Angaben bereits im Mai 

2007 in der Schweiz aufgehalten hat. Dass C._____ allenfalls über einen zweiten 

-   30   - 

Pass verfügte, mit welchem er damals in die Schweiz hätte einreisen können, was 

erklären würde, dass in dem von ihm vorgelegten Pass Ein- und Ausreisestempel 

für diesen Zeitpunkt fehlen, kann zwar nicht völlig ausgeschlossen werden. Diese 

von der Verteidigung geäusserte Vermutung (Urk. 123 S. 35 und 37 f.) findet 

indes keinerlei Stütze in den Akten und vermag als solche die glaubhafte 

Darstellung von C._____, wonach er zur genannten Zeit nicht in Zürich gewesen 

sei, nicht in Zweifel zu ziehen. Dasselbe gilt für die Mutmassung der Verteidigung, 

der Bankkunde könne eine Zweitkarte in Israel benutzt haben bzw. die Benutzung 

der Kreditkarte am 6. Mai 2007 beweise nicht, dass C._____ am Folgetag nicht in 

Zürich gewesen sei (Urk. 123 S. 37). Auch diese Vorbringen sind nicht geeignet, 

die überzeugenden Angaben von C._____ in Frage zu stellen.  

 In Bezug auf das Kundenkontaktsystem macht die Verteidigung selbst  

geltend, dieses sei nicht regelmässig nachgeführt worden und technisch anfällig 

gewesen (Urk. 123 S. 15). Entsprechend kann dem System auch keine ent-

scheidende Bedeutung zukommen. Der Vorinstanz ist sodann darin zu folgen, 

dass die relevanten Einträge vom Beschuldigten selbst vorgenommen wurden 

(Urk. 90 S. 34). Es war dem Beschuldigten deshalb ohne weiteres möglich,  

die Einträge so zu verfassen, dass sie seine Darstellung stützen. Dies gilt 

insbesondere für den Eintrag vom 7. Mai 2007, wonach C._____ nach Zürich 

gekommen sei und Fr. 100'00.–.– bezogen habe (HD 7/2). Vorliegend war es 

daher gar nicht notwendig, bestehende Einträge nachträglich abzuändern oder 

anders zu datieren, was das System gemäss Verteidigung nicht erlaubt (Urk. 123 

S. 15, 36 und 43). Dass sich ein Erbe erst durch entsprechende Unterlagen 

ausweisen muss, bevor er von einem geerbten Konto Geld beziehen kann, 

versteht sich von selbst. Demnach war der Beschuldigte auch gehalten, im 

Eintrag vom 7. Mai 2007 darauf hinzuweisen, dass C._____ eine vollständige 

Dokumentation dabei gehabt habe. Der Einwand der Verteidigung, wonach der 

Beschuldigte nicht habe wissen können, dass er ein halbes Jahr später Erb-

dokumente erhalten werde (Urk. 123 S. 36 und 43), ist daher unbeachtlich. 

 Der Verteidiger argumentiert wiederholt damit, dass ein geschickter Betrüger 

sich niemals so wie der Beschuldigte verhalten hätte. Das Risiko, entdeckt zu 

-   31   - 

werden, wäre viel zu hoch gewesen. Entsprechend könne es nicht stimmen, dass 

sich der Sachverhalt wie eingeklagt ereignet habe (vgl. Urk. 123 S. 20 f., 27 ff., 33 

f., 38 f., 42 f. und 46). Das Vorgehen des Beschuldigten ist sicherlich als risiko-

behaftet und nicht besonders ausgeklügelt zu bezeichnen. Es ist hingegen nicht 

ersichtlich, inwiefern dies am vorliegenden Beweisergebnis etwas ändern sollte, 

kann daraus doch nicht abgeleitet werden, dass sich der Beschuldigte auf keinen 

Fall so verhalten haben kann. Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass das 

strafbare Verhalten des Beschuldigten während längerer Zeit unentdeckt blieb - 

beim Betrug zum Nachteil von J._____ fast drei Jahre (HD 1/3) - was nicht der 

Fall gewesen wäre, wenn sein Vorgehen derart dilettantisch gewesen wäre, wie 

die Verteidigung glaubhaft machen will. 

 Aufgrund der gegebenen Beweislage steht damit mit ausreichender 

Sicherheit und ohne vernünftige Zweifel fest, dass der Beschuldigte die Taten so  

begangen hat, wie sie ihm in der Anklageschrift vorgeworfen werden.  

IV. Rechtliche Würdigung 

1. Urkundenfälschung 

 Die von der Vorinstanz vorgenommene rechtliche Würdigung ist in jeder 

Hinsicht zutreffend (Urk. 90 S. 44-46; Art. 82 Abs. 4 StPO), Ergänzungen  

erübrigen sich. Demgemäss ist der Beschuldigte der mehrfachen Urkunden-

fälschung im Sinne von Art. 251 Ziff. 1 StGB schuldig zu sprechen.  

2. Betrug 

2.1. Gemäss Art. 146 Abs. 1 StGB macht sich des Betrugs u.a. schuldig, wer in 

der Absicht, sich oder einen andern unrechtmässig zu bereichern, jemanden 

durch Vorspiegelung oder Unterdrückung von Tatsachen arglistig irreführt und so 

den Irrenden zu einem Verhalten bestimmt, wodurch dieser sich selbst oder einen 

andern am Vermögen schädigt. In objektiver Hinsicht setzt der nach Art. 146 

StGB strafbare Betrug insbesondere voraus, dass der Täter eine Täuschung  

angewendet hat und dass diese Täuschung arglistig gewesen ist. 

-   32   - 

2.2. Im Zusammenhang mit der Arglist macht die Verteidigung geltend, dass in 

der Bank verschiedene, interne Kontrollen bestünden. Zum einen seien Beträge 

ab einer bestimmten Grösse durch einen zweiten Kundenberater zu visieren.  

Sodann sei die Kasse in der Lage, bei Namenkonten die hinterlegten Kunden-

dossiers und damit die Unterschriften nachzuprüfen. Generell würden die 

Unterschriften nachträglich kontrolliert und falls eine solche nicht mit den 

hinterlegten Dokumenten übereinstimme, werde dies mit "NOK" gekennzeichnet. 

Diesfalls müsse das "NOK" von den zuständigen Mitarbeitern gegenüber der 

Kontrollstelle erklärt werden. Das Kundenjournal könne und werde von den 

Vorgesetzen eingesehen und kontrolliert. Im Rahmen von Plausibilitätschecks 

habe denn auch die Vorgesetzte des Beschuldigten gewisse Einträge überprüft. 

Werde ein Konto überzogen, werde es intern durch eine andere Stelle wieder 

ausgeglichen, sofern der Kundenberater dies nicht selber mache. Dies hinterlasse 

nicht nur Spuren, sondern führe auch zu Rückfragen. Immerhin hätten auch in 

den vorliegenden Fällen Wertschriften verkauft werden müssen, um die ins Minus 

geratenen Konten wieder auszugleichen. Jede Transaktion werde in einem 

Dokument dargestellt, welches ein Kunde früher oder später einsehen könne. 

Auch bei einem Konto mit banklagernder Post werde irgendwann einmal ein 

Kunde die Belege anschauen und kontrollieren. Diese Aufzählung von Kontrollen 

und Überwachungen zeige, dass man in einer Bank nichts geheim halten könne 

und stets die erhebliche Gefahr bestehe, dass früher oder später unrechtmässige 

Handlungen auffliegen würden. Der Beschuldigte habe um diese Kontrollen 

gewusst und es werde jetzt schon klar, dass er das sehr hohe Risiko des 

Entdecktwerdens sicherlich nicht eingegangen sei (Urk. 59 S. 10 f. Ziff. 2.3. und 

2.4., Urk. 123 S. 15 f.). 

2.3.1. Am 11. Juni 2010 wurde L._____ bei der Staatsanwaltschaft II des Kantons 

Zürich als Zeugin einvernommen (HD 19/7). Die Zeugin war die direkte 

Vorgesetzte des Beschuldigten bei der A._____ AG und hatte die Funktion 

Deskhead. Sie schilderte den vorgeschriebenen Ablauf, wenn ein Inhaber eines 

Nummernkontos der A._____ bei seinem Kundenberater persönlich vorspricht, 

um von seinem Konto Geld in bar zu beziehen, wie folgt: "Zuerst musste der 

Kunde identifiziert werden durch den Kundenberater, soweit der Kunde nicht 

-   33   - 

bekannt war. Anschliessend hat der Kundenberater den Bezugsbeleg ausgefüllt 

und visiert. Anschliessend ging der Kundenberater mit dem durch den Kunden 

unterzeichneten Beleg zur Kasse und hat das Geld bezogen, während der Kunde 

im Sitzungszimmer wartete. Anschliessend wurde das Geld dem Kunden im 

Sitzungszimmer ausgehändigt. Die Kasse überprüft, ob der Kundenberater 

berechtigt ist, wobei das Kassenpersonal den Kundenberater kennt, weil es sich 

um einen internen Schalter handelt" (HD 19/7 S. 2).  

 Die Zeugin führte weiter aus, dass bei einem normalen Nummernkonto das 

Kassenpersonal keine Unterschriften prüfe, zumindest nicht unmittelbar. Bei  

periodischen Kassenkontrollen würden Stichkontrollen vorgenommen (HD 19/7  

S. 3).  

 Auf die Frage, ob es üblich gewesen sei, dass Kundenberater in einer ersten 

Phase das Geld auf mündlicher Basis bezogen hätten und erst nachträglich der 

Kasse die durch den Kunden unterzeichnete Quittung einreichten, sagte die  

Zeugin, dass so etwas nicht vorkommen sollte. Die Kasse dürfe kein Geld ohne 

Quittung herausgeben.  

 Auf die Frage, ob man sagen könne, dass im Alltagsgeschäft im Verhältnis 

zwischen Kundenberater und Kassenpersonal zumindest ein Stück weit auf 

Vertrauensbasis gearbeitet werde, sagte die Zeugin, dass dies nicht der Fall sei 

und in der Kasse strikte Regeln herrschen würden (HD 19/7 S. 3).  

 Die Zeugin gab auf entsprechende Frage weiter zu Protokoll, dass die 

Einträge im Kundenkontaktsystem bankintern nicht regelmässig auf ihre 

Richtigkeit überprüft worden seien. Es könne sein, dass man hin und wieder die 

Einträge anschaue. Die Einträge seien mehr als Gedächtnisstütze gedacht (HD 

19/7 S. 5).  

2.3.2. Am 2. Dezember 2010 wurde M._____ bei der Staatsanwaltschaft II des 

Kantons Zürich als Auskunftsperson befragt (HD 19/8). M._____ arbeitet gemäss 

eigenen Angaben seit 1999 bei der A._____ AG und war von 2005-2007 

Kundenberater und Teamleiter für das Israel-Desk. Er war ein beruflicher Kollege 

-   34   - 

des Beschuldigten und hat ungefähr drei Jahre mit dem Beschuldigten 

zusammengearbeitet (HD 19/8 S. 2). 

 Auf die Frage, ob er den vorgeschriebenen Ablauf schildern könne, wenn ein 

Inhaber eines Nummernkontos der A._____ bei seinem Kundenberater persönlich 

vorspreche, um von seinem Konto Geld in bar zu beziehen, sagte M._____, dass 

er überlegen müsse, da er dies das letzte Mal vor ca. 3-4 Jahre gemacht habe. 

Zuerst werde der Kunde identifiziert. Dann werde überprüft, ob er das Recht 

habe, Geld zu beziehen, das heisse kontoberechtigt oder bevollmächtigt sei. 

Danach werde ein Bezugsformular ausgefüllt und auf diesem unterschreibe der 

Kunde (HD 19/8 S 3). Wer wann und in welchen Fällen unterschreiben muss, 

konnte die Auskunftsperson M._____ nicht genau sagen (HD 19/8 S. 3).  

 Die Frage, ob man sagen könne, dass im Alltagsgeschäft im Verhältnis  

zwischen Kundenberater und Kassenpersonal auf Vertrauensbasis gearbeitet 

worden sei, dies unter der Annahme, dass die Kundenberater dem Kassen-

personal persönlich bekannt seien, sagte M._____, er denke schon (HD 19/8 S. 

4). An den konkreten Fall konnte sich die Auskunftsperson M._____ nicht erinnern 

(HD 19/8 S. 4f.). 

2.4.1. Der Beschuldigte wurde am 2. Juli 2009 bei der Kantonspolizei Zürich  

einvernommen (HD 17/3). Danach befragt, wie eine Bargeldübergabe ab 

Namenkonto, wie es beim Kunden J._____ der Fall war, von statten gegangen 

sei, sagte der Beschuldigte, dass man den Kunden via Ausweis identifiziert habe. 

Man lasse ihn dann auf den Bezugsformular unterschreiben. Man schicke dann 

den Portier zur Kasse oder gehe selber zur Kasse, beziehe das Geld und über-

gebe es dem Kunden. Die Ausweise der Kunden würden nicht immer, aber sehr 

oft kopiert. Auf die Frage in welchen Fällen die Ausweise kopiert worden seien, 

sagte der Beschuldigte, dass sie die Ausweise der Kunden meistens dann kopiert 

hätten, wenn die vorhandene Ausweiskopie der A._____ alt gewesen sei oder sie 

den Kunden nie gesehen oder nicht gekannt hätten (HD 17/3 S. 13 und 14).  

 Der Kunde müsse meistens vor Bargelderhalt unterschreiben, ausser wenn 

er einen Kunden besuche, dann akzeptiere es die Kasse, wenn der Beleg später 

-   35   - 

eintreffe. Danach befragt, wer innerhalb der A._____ den Bezugsbeleg überprüfe, 

sagte der Beschuldigte, dass dies der Kundenberater und die Kasse und seines 

Wissens auch interne Stellen überprüfen würden. Bei Namenkonten habe die 

A._____ ein elektronisches System, das es jedem erlaube, die Unterschrift zu 

überprüfen (HD 17/3 S. 15). Soweit er wisse, überprüfe der Kassenmitarbeiter die  

Unterschrift, bevor er das Geld übergebe. Auf die Frage, was passiere, wenn die 

Unterschrift nicht identisch sei, sagte der Beschuldigte, dass es darauf ankomme, 

welchen Rang der Kundenberater habe. Es sei unterschiedlich gehandhabt  

worden, sogar je nach Kassenmitarbeiter. Es habe keine fixen Regelungen  

gegeben (HD 17/3 S. 16).  

 Danach befragt, wie eine Geldübergabe im Normalfall vor sich gehe, wenn 

der Nummernkontoinhaber Geld abhebe, führte der Beschuldigte aus, dass die 

Identität und Unterschrift mittels Ausweisvorlage geprüft werde. Entweder sei die 

Vergleichsunterschrift in einem physischen Dossier vorhanden oder werde von 

einer internen Stelle überprüft. Soviel er wisse, überprüfe grundsätzlich eine  

interne Stelle die Unterschrift von Nummernkonto. Der Kassenmitarbeiter könne 

die Unterschrift bei einer Auszahlung ab Nummernkonto nicht überprüfen; dieser 

müsse sich auf diese interne Stelle verlassen. Es gebe eine oder mehrere Stellen 

bei der A._____, wo der Name und die Unterschrift des Nummernkontos 

zusammengeführt würden (HD 17/3 S. 18).  

 Er als Kundenberater habe die Unterschrift des Nummernkontoinhabers  

mittels Vergleich der auf dem Bezugsbeleg abgegebenen Unterschrift mit jener im 

vorgezeigten Ausweis geprüft. Andererseits gebe es physische Dossiers in den 

Büros, wo es Vergleichsunterschriften gebe. Dies gelte nur für Inhaber. Wenn er 

einen Kunden sehr gut kenne, mache er das nicht. Dann müsse man nicht mal 

den Ausweis kennen. Mit der Prüfung der Unterschrift durch die interne Stelle  

habe er nichts zu tun gehabt (HD 17/3 S. 19).  

2.4.2. In einer weiteren Einvernahme bei der Kantonspolizei Zürich am 25. August 

2009 (HD 17/4) führte der Beschuldigte auf entsprechenden Vorhalt, ob es richtig 

sei, dass bei C._____ die Cque-Stelle einen NOK (Nicht Okay) abgegeben habe, 

also die Unterschrift stimme nicht mit der auf dem Nummernkonto hinterlegten 

-   36   - 

überein und den NOK hätte er - der Beschuldigte - übersteuert, was auch in 

seiner Befugnis gestanden habe, folgendes aus: "Dass ein Fax zwecks 

Unterschriftenüberprüfung bei Nummernkontobezügen an eine interne Stelle nötig 

ist, weiss ich. Ich glaube das macht die Kasse. Mir ist der Begriff NOK-Fall 

bekannt. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich bei C._____ nicht mit einem NOK 

konfrontiert war, bzw. den auch nicht freigegeben habe. Das macht meistens ein 

Assistent, notfalls an meinem Computer" (HD 17/4 S. 3).  

 Auf die Frage, wie es bei C._____ gewesen sei und ob er einen Assistenten 

habe beiziehen müssen, sagte der Beschuldigte, wenn er nochmals überlege, es 

vermutlich so gewesen sei, dass er den NOK der zuständigen Stelle bei C._____ 

vermutlich übersteuert habe. Es gebe auch noch andere NOK. Wenn aber ein 

NOK von der besagten Stelle bezüglich einer Unterschriftendiskrepanz 

gekommen sei, habe er den NOK übersteuern müssen (HD 17/4 S. 3). Den NOK 

habe er übersteuert, weil er den Kunden ja vorher identifiziert habe. Auf 

entsprechende Frage führte der Beschuldigte aus, dass dies schon ab und zu 

vorgekommen sei (HD 17/4 S. 4) 

 Auf die Frage ob eine NOK-Übersteuerung von ihm als Kundenberater intern 

überprüft worden sei - konkret bezogen auf C._____, sagte der Beschuldigte, 

dass er es nicht wisse. Jedenfalls habe es nie Rückfragen oder Probleme 

gegeben, wenn er einen NOK übersteuert habe, wenn er sich recht erinnere. 

Alleine aber aufgrund der Höhe der Auszahlung habe es eine Meldung an die 

Vorgesetzte Frau L._____ gegeben. Frau L._____ sei dann nach der 

Aushändigung nachfragen gekommen. Sie sei bekannt wegen ihres 

Führungsstils, der eher auf Kontrolle als auf Vertrauen basiere (HD 17/4 S. 4)  

2.5. Die Ausführungen der Zeugin L._____ zeigen auf, wie der Ablauf war, wenn 

der Inhaber eines Namenkontos oder eines Nummernkontos eine Barauszahlung 

verlangte. Wesentlich ist dabei, dass der Kundenberater den Kunden zu  

identifizieren hatte. Das Bezugsformular wurde vom Kundenberater ausgefüllt, 

wobei der Kunde darauf unterschreiben musste. Mit dem ausgefüllten und vom 

Kundenberater visierten Bezugsformular wurde an der internen Kasse der Bar-

bezug getätigt. Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch der Umstand, dass die 

-   37   - 

Unterschrift des Kunden respektive des Berechtigten an einem Nummernkonto 

durch die Kasse nicht überprüft wurde, sondern dass die Kasse lediglich über-

prüfte, ob der Kundenberater berechtigt war, wobei das Kassenpersonal den 

Kundenberater kannte, weil es sich um einen internen Schalter handelt. Der 

geschilderte Ablauf wurde auch von der Auskunftsperson M._____ bestätigt.  

2.6.1. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass es einzig dem 

zuständigen Kundenberater oblag, die Identität des anwesenden Kontoinhabers 

zu prüfen und bei einer Barauszahlung die Unterschrift des Kunden auf dem 

Bezugsformular zu überprüfen. Die auszahlende Kasse hatte weder die Identität 

des Kunden, noch dessen Unterschrift zu überprüfen. Die Hauptverantwortung 

sowohl bezüglich Identifikation des Kunden als auch in Bezug auf die Verifikation 

der Unterschrift desselben lag somit klar beim zuständigen Kundenberater, was 

auch vom Beschuldigen so bestätigt wurde.  

2.6.2. Die Einträge im Kundenkontaktsystem wurden gemäss den Angaben der 

Zeugin L._____ bankintern nicht regelmässig auf ihre Richtigkeit überprüft, was 

als plausibel erscheint, zumal nur der eintragende Kundenberater weiss, wann ein 

Kundenkontakt mit welchem Inhalt stattgefunden hat. Die Einträge sind gemäss 

der Zeugin L._____ mehr als Gedächtnisstütze gedacht.  

2.7. Die dargestellten Abläufe und Kontrollen zeigen, dass dem Kundenberater 

eine entscheidende Verantwortung bei der Identifikation des Kunden, der 

Verifikation von dessen Unterschrift und auch bei den Einträgen im 

Kundenkontaktsystem zukam. Die vom Verteidiger geltend gemachten Kontrollen 

sind weder systematisch noch engmaschig erfolgt. Von einer erheblichen Gefahr 

aufzufliegen kann - insbesondere bei Konten mit äusserst spärlichem 

Kundenkontakt, seltenen Transaktionen und zudem banklagernden Post - nicht 

die Rede sein.  

 Die fehlende Kontrolle, bzw. der Umstand, dass ihm als Kundenberater die 

entscheidende Kontrolle des Kunden zukam, machte sich der Beschuldigte gezielt 

zu nutze. Er füllte die entsprechenden Bezugsbelege aus, setzte die gefälschte 

Kundenunterschrift bzw. -kürzel darunter und visierte den Beleg, was so viel 

-   38   - 

hiess, dass er - in seiner Funktion als Kundenberater - die Identität des Kunden 

überprüft und die Unterschrift oder das Kürzel verifiziert hatte. Ein allfällig 

Zweitunterschreibender musste und konnte sich aufgrund der internen Abläufe 

darauf verlassen, dass der Beschuldigte in seiner Funktion als Kundenberater die 

ihm obliegende Prüfung vorgenommen hatte. Die auszahlende Kasse musste die  

verifizierte Kundenunterschrift ebenfalls nicht prüfen und war, gemäss über-

einstimmenden Angaben sowohl der Zeugin L._____ als auch des Beschuldigten, 

nicht in der Lage, die Unterschrift des Inhabers eines Nummernkontos zu prüfen.  

 Die Unterschriftenüberprüfung auf dem Auszahlungsbeleg durch die interne 

Cque-Stelle bei der A._____ AG erfolgte erst im Nachhinein. Ein NOK (Nicht-

Okay) konnte zudem übersteuert werden, was in den Befugnissen der 

Kundenberater lag und offenbar auch hie und da vorkam.  

 Die mittels gefälschter Kundenunterschrift getätigten Bezüge und die 

veranlassten Deckungsverkäufe hat der Beschuldigte dann im Kundenjournal so 

festgehalten, dass sie mit den angeblichen Aufträgen der Kunden 

übereinstimmten; dies ebenfalls im Wissen darum, dass das Kundenjournal nicht 

systematisch überprüft wurde und diesem - wie die Zeugin L._____ dazu 

festgehalten hat - die Funktion einer Gedächtnisstütze zukam.  

2.8. Der Beschuldigte wusste um die Abläufe und die diesbezüglichen internen 

Kontrollen und auch dass ihm als Kundenberater umfassende Kompetenzen  

zukamen. Durch das Anbringen von gefälschten Unterschriften oder Kürzel auf 

den Auszahlungsbelegen hat der Beschuldigte arglistig gehandelt, wusste er 

doch, dass eine diesbezügliche Überprüfung nicht stattfand oder wenn eine  

solche erfolgte und negativ ausfiel, er ein NOK (Nicht-Okay) in seiner Eigenschaft 

als Kundenberater übersteuern konnte.   

2.9. Hinzu kommt schliesslich, dass gemäss bundesgerichtlicher 

Rechtsprechung die Verwendung von gefälschten Urkunden und Belegen als 

besondere Machenschaften in der Regel bereits für sich alleine das Kriterium der 

Arglist im Sinne von Art. 146 StGB erfüllt (BGE 128 IV 18 E. 3a; BGE 122 IV 197 

E. 3d; vgl. auch Trechsel/Crameri, StGB PK, Art. 146 N 8 m.w.H.). Hier scheidet 

-   39   - 

Arglist nur dann aus, wenn sich aus der verwendeten Urkunde selbst ernsthafte 

Anhaltspunkte für deren Unechtheit ergeben (Urteil des Bundesgerichts 

6S.74/2006 vom 3. Juli 2006 E. 2.4.2). Davon kann vorliegend indessen nicht 

gesprochen werden; weder alleine aus den - angeblich - von den Kunden 

unterzeichneten Bezugsbelegen heraus und schon gar nicht vor dem Hintergrund 

des vorstehenden  

Mechanismus der Barbezüge. 

3. Im übrigen ist die von der Vorinstanz vorgenommene rechtliche Würdigung 

in jeder Hinsicht zutreffend und es kann zur Vermeidung von Wiederholungen 

darauf verwiesen werden (Urk. 90 S. 46-53; Art. 82 Abs. 4 StPO). Der 

Beschuldigte ist demgemäss des mehrfachen Betruges im Sinne von Art 146 Abs. 

1 StGB  schuldig zu sprechen.  

V. Sanktion 

1. Anwendbares Recht 

 Der Betrug zum Nachteil von J._____ und die Urkundenfälschung vom 

22./23. Juli 2004 beging der Beschuldigte vor Inkrafttreten des neuen allgemeinen 

Teiles des Strafgesetzbuches am 1. Januar 2007. Die Vorinstanz hat  

zutreffend ausgeführt, dass das neue Recht sich als milder erweist, da dieses die 

Möglichkeit des bedingten Strafvollzugs bei Freiheitsstrafen bis zu zwei Jahren 

(Art. 42 Abs. 1 StGB) und den teilweisen Strafaufschub bei Strafen zwischen  

einem Jahr und drei Jahren (Art. 43 Abs. 1 StGB) vorsieht, während nach altem 

Recht der Aufschub einer Freiheitsstrafe nur bis zu 18 Monate möglich war  

(Art. 41 Ziff. 1 Abs. 1 aStGB). Das neue Recht ist demzufolge auch bezüglich des 

am 22./23. Juli 2004 begangenen Betruges mit Urkundenfälschung anzuwenden.  

2. Strafrahmen 

 Den zur Anwendung gelangte Strafrahmen hat die Vorinstanz zutreffend  

ermittelt und es kann zur Vermeidung von Wiederholungen auf diese Erwägungen 

verwiesen werden (Urk. 90 S. 55; Art. 82 Abs. 4 StPO).  

3. Allgemeine Prinzipien der Strafzumessung 

-   40   - 

 Die Vorinstanz hat die allgemeinen Prinzipien der Strafzumessung in ihrem 

Entscheid im Wesentlichen korrekt dargelegt; es kann darauf verwiesen werden 

(Urk. 90 S. 54 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Ergänzend sei einzig auf die einschlägigen 

Entscheide des Bundesgerichts hingewiesen (BGE 136 IV 55 E.5.4; Urteil des 

Bundesgerichts 6B_323/2010 vom 23. Juni 2010, E. 2, Urteil des Bundesgerichts 

6B_865/2009 vom 25. März 2010 und 6B_238/2009 vom 8. März 2010, je mit 

Hinweisen), welche die Vorgehensweise bei der Strafzumessung vorgeben.  

4. Tatkomponente 

 Der Vorinstanz ist beizupflichten, wenn sie bei der Strafzumessung vom  

Betrug zum Nachteil von C._____ betreffend die Fr. 600'000.– ausgeht. Zum 

Verschulden hat die Vorinstanz zutreffend ausgeführt, dass dieses als erheblich 

erscheine, und kommt zu einer theoretischen Einsatzstrafe von 18 Monaten.  

 Für den Bezug von Fr. 100'000.– zu Lasten von C._____ hat die Vorinstanz 

eine Straferhöhung um 6 Monate als angemessen erachtet. Bezüglich des 

Bargeldbezuges in der Höhe von EUR 50'000.– zulasten von J._____ hat sie eine 

Straferhöhung um 4 Monate vorgenommen. Bezüglich Urkundenfälschung hat die 

Vorinstanz zutreffend festgehalten, dass der Beschuldige die 

Kundenunterschriften nur deshalb fälschte, um überhaupt in den Besitz des 

Bargeldes gelangen zu können, weshalb diese in engem Zusammenhang mit den 

Betrügen gesehen werden können. Die Vorinstanz nahm richtigerweise eine 

Straferhöhung um 2 Monate vor.  

5. Täterkomponente 

 Bezüglich Täterkomponente ist auf die zutreffenden Ausführungen der  

Vorinstanz hinzuweisen (Urk. 90 S. 55-57). Zu ergänzen ist lediglich, dass der 

Beschuldigte mittlerweile geschieden ist (Urk. 123 S. 47). 

 Aus dem Leben und Werdegang des Beschuldigten ergeben sich keine für 

die Strafzumessung relevanten Faktoren.  

-   41   - 

 Der Beschuldigte hat keine Vorstrafen. Die Vorstrafenlosigkeit wirkt sich bei 

der Strafzumessung grundsätzlich neutral aus und ist deshalb nicht strafmindernd 

zu berücksichtigen (BGE 136 IV 1, E. 2.6.4.).  

 Ein Geständnis, Reue oder Einsicht ist nicht zu erkennen. Ein Nach- 

tatverhalten, welches eine Reduktion der Strafe rechtfertigen würde, ist nicht  

ersichtlich. 

6. Fazit 

 Die Vorinstanz kam zum Schluss, dass der Beschuldigte mit einer 

Freiheitsstrafe von 30 Monaten zu bestrafen sei. Aufgrund der vorstehenden 

Erwägungen ist nicht angezeigt, das vorinstanzliche Strafmass zu reduzieren. Der 

Beschuldigte ist deshalb mit einer Freiheitsstrafe von 30 Monaten zu bestrafen. 

Daran anzurechnen sind drei Tage Untersuchungshaft (Art. 51 StGB). Der 

Beschuldigte hat zwar lediglich zwei Tage Untersuchungshaft erstanden (vgl. 

HD 26/7; HD 26/14). Nachdem die Staatsanwaltschaft das vorinstanzliche Urteil in 

diesem Punkt nicht angefochten hat, kann es diesbezüglich jedoch nicht zu 

Lasten des Beschuldigten abgeändert werden (Art. 391 Abs. 2 StPO).  

 Die Verteidigung beanstandet die von der Vorinstanz festgesetzte Strafe als 

zu hoch. Die Vorinstanz habe bei der Bemessung der Strafe insbesondere die 

hohe Strafempfindlichkeit des Beschuldigten ausser Acht gelassen. Der 

Beschuldigte sei immer noch psychisch angeschlagen und in Behandlung. Es sei 

deshalb anzunehmen, dass er unter dem Vollzug erheblich leiden werde und sich 

sein Zustand verschlechtern könnte. Dies umso mehr, als er sich 

bekanntermassen um seine kranke Mutter kümmere, welche er während der 

Dauer des Vollzugs im Stich lassen müsste (Urk. 123 S. 48). 

 Bei der Strafzumessung ist gemäss Art. 47 Abs. 1 StGB auch die Wirkung 

der Strafe auf das Leben des Täters zu berücksichtigen. Die Verbüssung einer 

Freiheitsstrafe stellt jedoch für jeden in ein familiäres oder soziales Umfeld 

eingebetteten Täter eine gewisse Härte dar. Diese darf dementsprechend nur 

zurückhaltend und nur bei aussergewöhnlichen Umständen berücksichtigt werden 

(Urteil des Bundesgerichts 6B_540/2010 vom 21. Oktober 2010, E. 1.4.2.; Urteil 

-   42   - 

des Bundesgerichts 6B_470/2009 vom 23. November 2009, E. 2.5 mit 

Hinweisen). Die vom Beschuldigten genannten Belastungen stellen keine 

ausserordentlichen Umstände dar, sondern sind die normalen Nebenfolgen jeder 

unbedingten  

Freiheitsstrafe. Eine über das normale Mass hinausgehende Strafempfindlichkeit 

ist daher zu verneinen.  

 Die Verteidigung macht sodann geltend, die Vorfälle hätten sich in den  

Jahren 2004 bzw. 2007 ereignet und würden mithin bereits sechs bzw. gar neun 

Jahre zurückliegen. Seit dem ersten vorinstanzlichen Urteil, in welchem das 

Strafmass festgelegt worden sei, seien wiederum eineinhalb Jahre vergangen. 

Der Beschuldigte habe sich in der Zwischenzeit absolut klaglos verhalten 

(Urk. 123 S. 48).  

 Gemäss Art. 48 lit. e StGB mildert das Gericht die Strafe, wenn das Straf-

bedürfnis in Anbetracht der seit der Tat verstrichenen Zeit deutlich vermindert ist 

und der Täter sich seither wohl verhalten hat. Langer Zeitablauf im Sinne dieser 

Bestimmung liegt dann vor, wenn zwei Drittel der Verjährungsfrist verstrichen sind 

(Trechsel/Pieth, Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 2. Aufl.,  

Zürich/St. Gallen 2013, Art. 48 N 24; BGE 132 IV 4). Die Verjährungsfrist beträgt 

vorliegend für alle Deliktsarten (Betrug und Urkundenfälschung) 15 Jahre (Art. 97 

Abs. 1 lit. b StGB). 

 Es sind dem Gericht keine Umstände bekannt, welche darauf schliessen 

liessen, dass sich der Beschuldigte seit der Tatbegehung nicht wohl verhalten 

hätte. Allerdings sind seit der Tatbegehung die hier massgeblichen zehn Jahre 

noch nicht verstrichen, weshalb es an dieser zeitlichen Voraussetzung fehlt.  

Davon abgesehen erweist sich die von der Vorinstanz festgesetzte Strafe auch 

unter Berücksichtigung des Zeitablaufs seit der Tatbegehung als angemessen 

und ist deshalb zu bestätigen. 

VI. Vollzug 

1. Grundvoraussetzung für die teilbedingte Strafe im Sinne von Art. 43 StGB 

ist, dass eine begründete Aussicht auf Bewährung besteht. Wenn und soweit die 

-   43   - 

Legalprognose des Täters nicht schlecht ausfällt, verlangt die Bestimmung, dass 

zumindest ein Teil der Strafe auf Bewährung ausgesetzt wird. Umgekehrt gilt, 

dass bei einer Schlechtprognose auch ein bloss teilweiser Aufschub der Strafe 

nicht gerechtfertigt ist (BGE 134 IV 1, E. 5.3.1.).  

 Zwecks Vermeidung von Wiederholungen kann vorweg auf die zutreffenden 

diesbezüglichen Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 90 S. 60; 

Art. 82 Abs. 4 StPO). Der Vorinstanz ist zuzustimmen, dass dem Beschuldigten 

der teilbedingte Vollzug mangels Vorliegen einer eigentlichen Schlechtprognose, 

insbesondere auch wegen der erstmaligen Delinquenz des Beschuldigten, zu  

gewähren ist. 

2. Zu bestimmen bleibt noch, welcher Teil der Freiheitsstrafe bedingt und  

welcher unbedingt vollzogen werden soll. Der unbedingt vollziehbare Teil darf  

dabei die Hälfte der Strafe nicht übersteigen (Art. 43 Abs. 2 StGB). Zudem muss 

bei teilbedingten Freiheitsstrafen sowohl der aufgeschobene wie auch der zu voll-

ziehende Teil mindestens sechs Monate betragen (Art. 43 Abs. 3 StGB). 

Innerhalb des gesetzlichen Rahmens liegt die Festsetzung im pflichtgemässen  

Ermessen des Gerichts. Als Bemessungsregel ist das "Verschulden" zu beachten, 

dem in genügender Weise Rechnung zu tragen ist (Art. 43 Abs. 1 StGB). Das 

Verhältnis der Strafteile ist so festzusetzen, dass darin die Wahrscheinlichkeit der 

Legalbewährung des Täters einerseits und dessen Einzeltatschuld andererseits 

hinreichend zum Ausdruck kommen. Je günstiger die Prognose und je kleiner die 

Vorwerfbarkeit der Tat, desto grösser muss der auf Bewährung ausgesetzte 

Strafteil sein (BGE 124 IV 1, E. 5.6.). 

 Die Vorinstanz hat sich zutreffend zum Verschulden und auch zur 

Legalprognose geäussert. Nachdem sich anlässlich der heutigen 

Berufungsverhandlung keine wesentlichen Änderungen der aktuellen 

Lebenssituation und seinen persönlichen Verhältnissen ergeben haben, ist der 

Vollzug der Freiheitsstrafe in Übereinstimmung mit der Vorinstanz im Umfang von 

9 Monaten zu vollziehen. Die restlichen 21 Monate sind aufzuschieben und die 

Probezeit auf 2 Jahre festzusetzen. An den zu vollziehenden Teil von 9 Monaten 

sind dem Beschuldigten wie bereits dargelegt 3 Tage Haft anzurechnen. 

-   44   - 

VII. Schadenersatz 

 Die Ausführungen der Vorinstanz zu den von der A._____ AG als 

Schadenersatz geltend gemachten Beträge sind zutreffend und es kann 

vollumfänglich  

darauf verwiesen werden (Urk. 90 S. 61-65; Art. 82 Abs. 4 StPO).  

 Zu ergänzen ist lediglich, dass ein Herabsetzungsgrund nach Art. 44  

Abs. 1 OR entgegen der Auffassung der Verteidigung (Urk. 123 S. 49) vorliegend 

nicht ersichtlich ist. Es kann diesbezüglich auf die Ausführungen zur Arglist 

verwiesen werden (vgl. Erw. IV./2. obenstehend).  

VIII. Einziehung/Ersatzforderung 

1. Die Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich hat ihre Berufung auf die  

Nebenfolgen des Urteils (Dispositivziffern 5 - 7) beschränkt. Sie führt dazu aus, 

dass die auf mehreren Bankkonten des Beschuldigten beschlagnahmten Gut-

haben mit Ausnahme von Fr. 150'000.– bei der E._____ Bank und Fr. 40'000.– 

bei der F._____ Bank unechte Surrogate des Deliktserlöses und deshalb gestützt 

auf Art. 70 Abs. 1 StGB direkt der Geschädigten A._____ AG herauszugeben 

seien. Soweit die der Einziehung unterliegenden Vermögenswerte nicht mehr 

vorhanden seien, also im Betrag von Fr. 283'788.05, sei auf eine 

Ersatzforderungen des Staates zu erkennen. Der Betrag von Fr. 150'000.– auf 

dem Konto der E._____ Bank sei soweit nötig zur Deckung der dem 

Beschuldigten auferlegten  

Verfahrenskosten zu verwenden. Bezüglich der restlichen Beträge sei die mittels 

Kontosperre erfolgte Beschlagnahme aufrechtzuerhalten, bis die Ersatzforderung 

beglichen worden sei oder die zuständigen Behörden über betreibungsrechtliche 

Sicherungsmassnahmen entschieden hätten, längstens jedoch für die Dauer  

eines Jahres nach Eintritt der Rechtskraft des Entscheides betreffend Ersatz-

forderung (Urk. 124 S. 3 ff.).  

2. Die Privatklägerin A._____ AG liess beantragen, es sei die Ziffer 5 des  

vorinstanzlichen Urteils aufzuheben und die beschlagnahmten Vermögenswerte 

bzw. deren Verwertungserlös seien ihr gestützt auf Art. 70 Abs. 1 StGB 

-   45   - 

herauszugeben (Urk. 125 S. 1). Zur Begründung führt sie aus, dass sie entgegen 

der  

Vorinstanz davon ausgehe, dass die Vermögenswerte noch vorhanden und  

deshalb gemäss Art. 70 Abs. 1 StGB an die Berufungsklägerin herauszugeben 

seien. Dies folge aus zwei Gründen: Zum einen aus Wortlaut und Zweck von  

Art. 70 Abs. 1 StGB und zum anderen als Konsequenz der Urteilsbegründung der 

Vorinstanz (Urk. 125 S. 5). Der Wortlaut von Art. 70 Abs. 1 StGB lege nahe, dass 

die blosse Verwandlung von Bargeld in Buchgeld nicht schon das Verschwinden 

der deliktisch erlangten Vermögenswerte mit sich bringen könne. Das Gesetz 

spreche von "Vermögenswerten". Es nehme also nicht nur Bezug auf "Vermögen" 

oder "Vermögensgegenstände" oder ähnliche Positionen. Wenn die Vorinstanz 

von Deliktsgut spreche, so sei dies insofern irreführend, als die typische Konno-

tation dieses Begriffes typisches Diebesgut, insbesondere Gebrauchsgüter, sei. 

Der Begriff "Vermögenswert" gehe ausserdem offensichtlich über den in extenso  

diskutierten strafrechtlichen Begriff des "Vermögens" hinaus und frage eben nicht 

nach den konkreten Bestandteilen des Vermögens, sondern nach ihrem Wert. Es 

gehe also um eine rein wirtschaftliche Betrachtungsweise (Urk. 125 S. 5 f.) 

 Diese Auffassung finde auch Unterstützung in der Botschaft zum früheren 

Art. 59 StGB. Dort werde ausdrücklich festgehalten, dass Umwandlung des 

unmittelbaren Deliktserlöses in andere Währungen oder auch Wertpapiere die 

Einziehung nicht hindere. Demnach seien Deliktseröse also selbst dann noch 

vorhanden, wenn sie - wie im Fall des Wertpapiers - in Vermögenswerte umge-

wandelt würden, die ihrerseits ständiger Wertschwankungen unterlägen. Erst 

recht müsse dann ein im Wert gleich gebliebener, lediglich verbuchter Deliktserös 

noch als vorhanden gelten. Eine Auskehrung an den Geschädigten, hier die  

Berufungsklägerin, sei deshalb ohne weiteres möglich (Urk. 125 S. 6). 

 Diese eng an den Wortlaut des Art. 70 Abs. 1 StGB orientierte Auslegung 

sei auch deshalb vorzugswürdig, da andernfalls reihenweise Fälle nicht mehr von 

dieser Vorschrift erfasst würden, der Geschädigte immer die erhöhte Anforderung 

an das Surrogat erfüllen müsste und dabei regelmässig scheitern würde. Dies  

beträfe insbesondere Bargelddelikte. In den allermeisten dieser Fälle werde das 

-   46   - 

gestohlene oder ertrogene Bargeld mit dem Bargeld des Täters vermischt.  

Sachenrechtlich werde der Täter dann gemäss Art. 727 Abs. 1 ZGB Eigentümer 

des gesamten Bargeldbestandes. Nach der hier vertretenen Auffassung erlaube 

der Begriff "Vermögenswert" in Art. 70 Abs. 1 StGB gleichwohl die Erstattung des 

Vermögenszuwachses an den Geschädigten, da es um eine rein wertorientierte, 

wirtschaftliche Betrachtung gehe (Urk. 125 S. 6 f.). 

 Folge man hingegen der Auffassung der Vorinstanz, so wäre das Deliktsgut 

nicht mehr vorhanden. Für die Herausgabe eines Surrogats fehle es an der nach 

Auffassung der Vorinstanz notwendigen Identifikation und Dokumentation ("paper 

trail"). Im Ergebnis wäre der Geschädigte eines Bargelddeliktes also immer auf 

eine Ersatzforderung zu verweisen und damit immer dem Konkursrisiko des  

Täters ausgesetzt. Dies sei nicht sachgerecht. Erst recht trüge es nicht dem  

genannten und in der Literatur postulierten Zweck der Wiederherstellung der  

gerechten Ordnung Rechnung. Im Gegenteil. Der von einem raffinierten Täter 

Geschädigte werde strukturell schlechter gestellt, da er nur in seltenen Fällen in 

der Lage sein werde, einen "paper trail" nachzuweisen, der dem formalistischen 

Verständnis der Vorinstanz genüge, wenn der Täter diesen gerade durch 

verstreute Bareinzahlungen auf verschiedenen Konten unterbrochen habe. Es 

könne nicht im Sinne von Art. 70 Abs. 1 StGB sein, dass die gerechte Ordnung 

nur  

wiederhergestellt werde, wenn sich der Täter unklug verhalte. Insbesondere der 

Wortlaut von Art. 70 Abs. 1 StGB vermeide dieses Ergebnis, indem er auf den 

Wert des Vermögens Bezug nehme und eben gerade nicht auf Vermögens-

gegenstände (Urk. 125 S. 7). 

3. Gemäss Art. 70 Abs. 1 StGB verfügt das Gericht die Einziehung von  

Vermögenswerten, die durch eine Straftat erlangt worden sind oder dazu  

bestimmt waren, eine Straftat zu veranlassen oder zu belohnen, sofern sie nicht 

dem Verletzten zur Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes ausge-

händigt werden.  

 Vermögenswerte, die unmittelbar im Zusammenhang mit einer strafbaren 

Handlung erlangt worden sind, sogenannte Originalwerte, bieten keine grösseren 

-   47   - 

Probleme. Bei Vermögenswerten, die mittelbar im Zusammenhang mit einer 

strafbaren Handlung erlangt wurden, wird von einem Surrogat gesprochen. Ein  

direktes Surrogat ist gegeben, wenn mit dem Deliktswert unmittelbar ein anderer 

Gegenstand erworben, eventuell eingetauscht wurde. Denkbar sind indessen 

auch indirekte Surrogate, also die Konstellationen, dass der ursprüngliche Wert 

mehrmals durch einen neuen ersetzt wurde. Damit ein echtes Surrogat 

angenommen werden kann, ist erforderlich, dass dieses nachweislich - bei 

indirekten Surrogaten über Zwischenstufen - an die Stelle des Originalwertes 

getreten ist (Schmid, in: Schmid [Hrsg.], Kommentar Einziehung, organisiertes 

Verbrechen, Geldwäscherei, 2. Aufl., Bd. I, Zürich, StGB 70-72 N 48 f.).  

 Allerdings führt nicht jede Umwandlung in einen anderen Wert zur Annahme 

eines echten Surrogats. Ist dies nicht der Fall, so wird im Folgenden von einem 

unechten Surrogat gesprochen. Ein solches liegt gemäss Botschaft bereits vor, 

wenn der Deliktserlös in Form von Geld anfiel, also zum Beispiel in Bargeld oder 

dessen Substitutionsformen wie kontomässig oder anders geführte Guthaben, 

Checks und Wechsel, und dieser Wertträger später in vergleichbare 

umgewechselt wurde. Daraus folgt, dass das Umwechseln von Geld innerhalb der 

gleichen Währung, aber auch in andere Währungen, das Vermischen mit 

möglicherweise nicht deliktischem Geld des Täters bzw. von Dritten, das 

Einzahlen bzw. Abheben von Konten sowie die Umwandlung in Checks oder 

andere Instrumente des  

bargeldlosen Zahlungsverkehrs der ursprünglich einziehbare Vermögenswert  

erhalten bleibt (Schmid, a.a.O., StGB 70-72 N 50). 

 Erforderlich ist bei unechten Surrogat vorab in der Form von Kontoguthaben 

jedenfalls stets, dass zwischen Originalwert und Surrogat eine Papierspur ("paper 

trail") beweismässig offengelegt werden kann; die Anzahl der dabei erfolgten 

"Umwandlungen" ist diesfalls irrelevant (Schmid, a.a.O., StGB 70-72 N 50).  

 Die Herausgabe an den Geschädigten nach Art. 70 Abs. 1 StGB, letzter 

Satzteil, schliesst die unechten und auch indirekten Surrogate ein. Dem  

Mechanismus von Art. 70 Abs. 1 StGB letzter Satzteil unterliegen jedoch nicht die 

echten Surrogate und a fortiori nicht jene Vermögensvorteile, bei denen 

-   48   - 

überhaupt keine unmittelbar einziehbarer Wert (mehr) vorhanden ist (Schmid, 

a.a.O., StGB 70-72 N 70).  

 Sind die der Einziehung unterliegenden Vermögenswerte nicht mehr 

vorhanden, so erkennt das Gericht auf eine Ersatzforderung des Staates in 

gleicher Höhe (Art. 71 Abs. 1 StGB).  

4.1. Gemäss Schlussbericht Vermögenseinziehung vom 15. Dezember 2010 

(HD V 13) wurden Kontoguthaben im Wert von Fr. 682'131.95 (Stand 11. Juni 

2009) beschlagnahmt. Davon bilden Fr. 190'000.– nachweislich 

Pensionskassenguthaben des Beschuldigten. In Bezug auf die restlichen 

Guthaben stellt sich  

die Frage der Einziehung bzw. Herausgabe an die Privatklägerin im Sinne von  

Art. 70 Abs. 1 StGB. 

4.2. Die Vorinstanz hat festgehalten, dass deliktisch erlangtes Bargeld durch die 

Einzahlung auf verschiedene Konten in sogenanntes Buchgeld umgewandelt 

wurde, weshalb es sich bei den Vermögenswerten auf den gesperrten Konten 

nicht mehr um die deliktisch erlangten Originalwerte handeln würde, sondern  

allenfalls um deren Surrogate (Urk. 90 S. 66). Gemäss Bundesgericht bestehe ein 

unechtes Surrogat nur, wenn eine "Papierspur" zum Originalwert vorhanden sei, 

d.h. die vom Original- zu den Ersatzwerten führenden Transaktionen 

identifizierbar und dokumentiert werden könnten. Es sei mithin anhand einer 

"Papierspur" ("paper trail") nachzuweisen, dass die einzuziehenden Werte an 

Stelle der  

deliktisch erlangten Originalwerte getreten seien. Sei die Papierspur nicht  

rekonstruierbar, so sei auf eine Ersatzforderung in entsprechender Höhe zu  

erkennen (Urk. 90 S. 67 mit Verweisen). Die Vorinstanz kommt zum Schluss, 

dass sich eine Papierspur von den deliktisch erlangten Vermögenswerten zu den 

Guthaben auf den gesperrten Konten auf jeden Fall nicht rechtsgenügend  

rekonstruieren liessen, weshalb die der Einziehung unterliegenden 

Vermögenswerte, auch in Form von einziehbaren Surrogaten, nicht mehr 

vorhanden seien, weshalb gemäss Art. 71 Abs. 1 StGB auf eine Ersatzforderung 

zu erkennen sei (Urk. 90 S. 67).  

-   49   - 

4.3. Im vorliegenden Fall hat der Beschuldigte die deliktisch erlangten 

Bargeldbeträge zeitlich gestaffelt in unterschiedlichen Teilbeträgen im Zeitraum 

von Mai 2007 bis April 2009 auf verschiedene Konten einbezahlt.  

 Wie im Schlussbericht Vermögenseinziehung der Staatsanwaltschaft I  

des Kantons Zürich, Rechtshilfe, Geldwäschereiverfahren, Einziehung, vom  

15. Dezember 2010 (HD V 13) festgehalten, war der Beschuldigte in der Schweiz 

nur Inhaber von Bankkonten bei seiner Arbeitgeberin A._____ AG, wobei er zur 

Hauptsache das Konto Nr. … nutzte. Zwischen 1. Oktober 2000 und dem 7. Mai 

2007 gingen auf dieses Konto nur zwei Bareinzahlungen im Gesamtbetrag von 

Fr. 2'500.– ein. Anders präsentiert sich die Situation nach dem 7. Mai 2007, denn 

bereits am 9. Mai 2007 ging eine Bareinzahlung von Fr. 2'000.– auf dieses Konto 

ein. Weiter gingen auf dieses Konto bis Ende 2007 Bareinzahlungen in der 

Gesamthöhe von Fr. 56'100.– ein (HD V 13 S. 6 f.). 

 Der Beschuldigte hat in der Folge fünf weitere Konten eröffnet und auf diese 

diverse Bareinzahlungen in der Höhe von insgesamt Fr. 675'400.– getätigt. Im 

Juni 2009 verfügte der Beschuldigte über liquide Mittel in der Höhe von 

Fr. 682'131.95, wobei Fr. 190'000.– nachweislich aus dem Bezug von 

Pensionskassengeldern stammen (HD V 13 S. 7).  

 Einzig dem A._____-Konto des Beschuldigten wurden Überweisungen 

gutgeschrieben, welche nicht aus Bareinzahlungen stammten, sondern z.B. Lohn-

zahlungen oder andere Vergütungen darstellten. Das A._____-Konto wurde 

jedoch nicht gesperrt (HD V 13 S. 7 Fn 7). Ebenfalls nicht gesperrt wurd