# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1ab0661b-8ddc-5111-ad7b-c222460215ee
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-10-30
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 5. Kammer 30.10.2018 R 2018 2
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_005_R-2018-2_2018-10-30.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

R 18 2

5. Kammer 

Vorsitz Meisser
Richter Audétat, Racioppi

Aktuar ad hoc Vital

URTEIL

vom 30. Oktober 2018

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____ GmbH,
Beschwerdeführerin

und

B._____,
beide vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Felix Weber,

Beschwerdeführer
gegen 

Gemeinde X._____,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Armon Vital,

Beschwerdegegnerin

betreffend Wiederherstellungs- und Bussverfügung

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1. Am 20. Dezember 2012 erteilte die Gemeinde X._____ (ehemals Ge-

meinde Y._____) C._____ die Bewilligung zum Umbau des in der Dorfzone 

liegenden Stalles auf Parzelle Z.1._____ in der Gemeinde Y._____ (heute 

X._____). Darin wies die Gemeinde X. C._____ darauf hin, dass die Süd- 

und Ostfassade mit Art. 37 Abs. 3 des kommunalen Baugesetzes Y._____ 

(BG) nicht zu vereinbaren sei und die Pläne insofern anzupassen seien. Mit 

den Bauarbeiten dürfe deshalb erst begonnen werden, wenn die Pläne hin-

sichtlich der Fassaden vom Gemeinderat genehmigt worden seien. Am 

13. Februar 2013 wurden die nachgereichten Pläne von der Gemeinde 

X._____ genehmigt. Danach wurde die Liegenschaft durch die A._____ 

GmbH (nachfolgend Bauherrschaft) erworben. Einziger Gesellschafter ist 

gemäss Handelsregisterauszug B._____. Mit Kaufvertrag vom 22. Januar 

2016 erwarben D._____ und E._____ an vorgenanntem Grundstück (neu 

Parzelle Z.2._____) einen Miteigentumsanteil mit einem Sonderrecht an 

der 3½-Zimmerwohnung im 3. Obergeschoss mit Keller als Nebenraum im 

Erdgeschoss.

2. Die Baukommission der Gemeinde X._____ führte am 14. November 2016 

die Schlussabnahme des erfolgten Umbaus durch und stellte Nachstehen-

des fest:

• Die Raumeinteilung sei in allen vier Wohnungen abgeändert worden.
• An der Nordfassade seien zwei anstatt nur eine Türe erstellt worden.
• An der Ostfassade sei die Fenstereinteilung geändert, die Geländer 

seien mit Staketen anstatt mit einer Brüstung versehen und der Hand-
lauf sei in der Mitte um ca. 30 cm erhöht worden.

• An der Südfassade sei die Fenstereinteilung geändert, die Geländer 
seien mit Staketen anstatt mit einer Brüstung versehen, der Handlauf 
sei in der Mitte um ca. 30 cm erhöht worden und die Holzlamellen vor 
dem Fenster seien nicht erstellt worden.

3. Mit Schreiben vom 16. November 2016 reichte die Bauherrschaft der Ge-

meinde X._____ die Ausführungspläne mit den Projektabweichungen 

nach. Am 9. März 2017 zeigte die Gemeinde X._____ der Bauherrschaft 

die zuvor genannten Abweichungen von den Plänen vom 20. Dezember 

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2012 bzw. vom 13. Februar 2013 schriftlich an und wies sie darauf hin, 

dass gemäss Art. 7 BG und Art. 86 des Raumplanungsgesetzes für den 

Kanton Graubünden (KRG; BR 801.100) Bauten und Anlagen nur mit 

schriftlicher Bewilligung der kommunalen Baubehörden geändert werden 

dürften. Eine solche Bewilligung liege nicht vor, weshalb davon auszuge-

hen sei, dass die Baubehörde wegen Verletzung von baugesetzlichen Vor-

schriften und Bestimmungen die Aussprechung einer Busse in Betracht zie-

hen müsse. Zeitgleich wurde der Bauherrschaft Gelegenheit gegeben, sich 

innert 10 Tagen schriftlich zu den genannten Abweichungen zu äussern.

4. Zu den von der Gemeinde festgestellten Abweichungen nahm die Bauherr-

schaft am 21. März 2017 Stellung. Im Wesentlichen brachte die Bauherr-

schaft vor, sie habe keine baugesetzlichen Vorschriften verletzt. Die von 

der Gemeinde X._____ angeführten Einwände beträfen rein ästhetische 

Details, die in Material und Form nicht anders ausgeführt worden seien, als 

die Gemeinde es in ihrem Bewilligungsschreiben 2012.38 empfohlen habe 

und es in der Gemeinde üblich sei. Insbesondere sei ein von der Bauherr-

schaft unlängst gezeichnetes Umbauprojekt einer Scheune mit demselben 

Geländerbild vor der Fensterfront bewilligt worden.

5. Mit Schreiben vom 9. Juni 2017 übermittelte die Gemeinde X._____ der 

Bauherrschaft den Bericht ihrer Bauberatung vom 10. Mai 2017 zur Kennt-

nisnahme und forderte die Bauherrschaft zugleich auf, ihr Terminvor-

schläge zu unterbreiten, damit die gesamte Problematik besprochen wer-

den könne. Die Bauberatung der Gemeinde X._____ gelangte im vorge-

nannten Bericht zum Ergebnis, dass es sich beim fraglichen Stall um eine 

für das Ortsbild sehr wichtige Baute handle. Damit der ehemalige Stallteil 

auch künftig als solcher erkennbar sei, müsse eine massgebende Fläche 

in Holz belassen werden. Dies sei an der Ostfassade mehr oder weniger 

erreicht. Anders sei dies bei der Südfassade. Durch die leichte, durchläs-

sige Brüstung und das Weglassen der Holzflächen erscheine die Fassade 

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als gläserne Fläche. Dieser Schritt gehe aus gestalterischer Sicht zu weit 

und sei nicht akzeptabel.

6. In ihrem Brief vom 9. August 2017 unterbreitete die Gemeinde X._____ der 

Bauherrschaft infolge deren Versäumnis, einen Terminvorschlag für eine 

Besprechung mit der Androhung, dass sie aufgrund der Aktenlage verfü-

gen werde, wenn die Bauherrschaft diesen Termin versäume.

7. Am 17. August 2017 ging bei der Gemeinde X._____ das Schreiben der 

Bauherrschaft vom 24. Juni 2017 ein. Die Bauherrschaft führte darin aus, 

sie habe ihre Ansichten hinsichtlich der Vorwürfe der Gemeinde X._____ 

bereits dargelegt. Auf ihre Argumentation sei jedoch nicht eingegangen 

worden, sondern sie werde mit neuen Vorwürfen konfrontiert, welche eine 

Diskussion völlig ausschliesse. Zudem habe die Gemeinde Punkt für Punkt 

darzulegen und zu beweisen, dass die von ihr gestellten Anforderungen 

nicht erfüllt worden seien.

8. Mit Entscheid vom 17. Oktober 2017, mitgeteilt am 23. November 2017, 

verfügte die Gemeinde X._____, die Holzlamellen vor dem Fenster an der 

Südfassade seien so wie in den Plänen vom 13. Februar 2013 bewilligt, bis 

spätestens am 1. Juni 2018 auszuführen; die übrigen erfolgten Projektän-

derungen würden nachträglich bewilligt; wegen Missachtung des Bauge-

setzes werde B._____ mit einer Busse von Fr. 3'000.00 gebüsst und die 

Busse sei innert 30 Tagen zahlbar; die Verfahrenskosten in Höhe von 

Fr. 2'000.00 gingen zu Lasten der A._____ GmbH und seien gleichzeitig 

mit der Busse zu bezahlen.

9. Dagegen erhoben die Bauherrschaft (nachfolgend Beschwerdeführerin) 

und deren einziger Gesellschafter B._____ (nachfolgend Beschwerdefüh-

rer) am 11. Januar 2018 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kan-

tons Graubünden und beantragten was folgt:

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1. Ziff. 1, 3 und 4 des Entscheids des Gemeindevorstandes der Gemeinde 
X._____ vom 17. Oktober 2017 i.S. Wiederherstellungs- und Bussverfahren 
wegen Projektabweichung von der Baubewilligung bzw. der bewilligten Pläne 
seien aufzuheben und zu neuem Entscheid und zur Durchführung eines ord-
nungsgemässen Bussstrafverfahrens an die Vorinstanz zurückzuweisen.

2. Eventualbegehren zu Ziff. 1: Ziff. 1, 3 und 4 des Entscheids des Gemeinde-
vorstandes der Gemeinde X._____ vom 17. Oktober 2017 i.S. Wiederherstel-
lungs- und Bussverfahren wegen Projektabweichung von der Baubewilligung 
bzw. der bewilligten Pläne seien aufzuheben und der Beschwerdeführerin sei 
entsprechend den am 16. November 2016 eingereichten Plänen die Bewilli-
gung für die Projektänderung der Südfassade gegenüber der Baubewilligung 
vom 20. Dezember 2012 zu erteilen.

3. Subeventualbegehren zu Ziff. 1 und 2: Ziff. 1, 3 und 4 des Entscheids des Ge-
meindevorstandes der Gemeinde X._____ vom 17. Oktober 2017 i.S. Wieder-
herstellungs- und Bussverfahren wegen Projektabweichung von der Baube-
willigung bzw. der bewilligten Pläne seien aufzuheben und zu neuem Ent-
scheid an die Vorinstanz zurückzuweisen. Die Vorinstanz sei anzuweisen, der 
Beschwerdeführerin 1 entsprechend den am 16. November 2016 eingereich-
ten Plänen die Bewilligung für die Projektänderung der Südfassade gegenüber 
der Baubewilligung vom 20. Dezember 2012 zu erteilen.

4. Subsubeventualbegehren zu Ziff. 1, 2 und 3: Ziff. 1, 3 und 4 des Entscheids 
des Gemeindevorstandes der Gemeinde X._____ vom 17. Oktober 2017 i.S. 
Wiederherstellungs- und Bussverfahren wegen Projektabweichung von der 
Baubewilligung bzw. der bewilligten Pläne seien aufzuheben und zu neuem 
Entscheid an die Vorinstanz zurückzuweisen. Die Vorinstanz sei anzuweisen, 
eine Duldungsverfügung zu erlassen.

5. Verfahrensantrag: Es sei ein Augenschein vor Ort in Y._____ durchzuführen. 

6. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich gesetzliche Mehrwert-
steuer).

In beweisrechtlicher Hinsicht beantragen die Beschwerdeführer zusätzlich 

zum Augenschein die Edition der Vorakten des Gemeindevorstandes der 

Gemeinde X._____, die Parteibefragung mit den Beschwerdeführern, die 

Einholung eines Fachberichtes/Gutachtens betreffend Rücksichtnahme 

auf die wesentlichen Merkmale des vorbestandenen Gebäudes und die 

Nachbarbauten sowie zur Höhe der Kosten der verlangten Anpassung. Be-

gründend brachten die Beschwerdeführer im Wesentlichen vor, die Vorin-

stanz lege nicht dar, weshalb die nachträgliche Projektänderung nicht be-

willigt werden könne, sondern halte lediglich fest, die beanstandeten Pro-

jektabweichungen am Äusseren des Gebäudes ständen im Widerspruch 

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zu den gestalterischen Vorgaben gemäss Art. 37 Abs. 3 BG. Die Vorin-

stanz verletze den Anspruch auf Gewährung des rechtlichen Gehörs bzw. 

der Begründungspflicht schwer. Auch habe die Vorinstanz nicht begründet 

und es sei auch nicht nachvollziehbar, wie die der Beschwerdeführerin auf-

erlegten Kosten sich zusammensetzten. In Bezug auf die ausgesprochene 

Busse brachten die Beschwerdeführer insbesondere vor, gemäss Praxis 

des Verwaltungsgerichts habe die Behörde dem Beschuldigten vorzuhal-

ten, welche Norm er nach ihrer Ansicht verletzt haben solle. Zudem sei ihm 

der gesetzliche Strafrahmen mitzuteilen und er sei aufzufordern, über seine 

persönlichen Einkommens- und Vermögensverhältnisse Auskunft zu ge-

ben. Vorliegend sei dem Beschwerdeführer weder der gesetzliche Straf-

rahmen mitgeteilt worden, noch sei er aufgefordert worden, über seine per-

sönlichen Einkommens- und Vermögensverhältnisse Auskunft zu geben. 

Auch insofern sei das rechtliche Gehör verletzt worden. In materieller Hin-

sicht rügen die Beschwerdeführer die unrichtige Sachverhaltsfeststellung, 

denn es handle sich bei den realisierten Projektänderungen, entgegen der 

Auffassung der Vorinstanz, lediglich um geringfügige Änderungen. Ferner 

sei Art. 37 Abs. 3 BG unrichtig angewendet worden, da die vorgenomme-

nen Projektanpassungen entgegen dem Dafürhalten der Vorinstanz den 

gestalterischen Vorgaben gemäss Art. 37 Abs. 3 BG nicht widersprächen. 

Abgesehen davon wäre die angeordnete Anbringung von Holzlamellen vor 

dem Fenster an der Südfassade unverhältnismässig. Weiter seien die Be-

schwerdeführer nicht Eigentümer des 3. Obergeschosses, weshalb sie 

nicht befugt seien, Änderungen ohne Zustimmung der Eigentümer vorzu-

nehmen. Im Übrigen sei Art. 95 Abs. 1 und 2 KRG nicht richtig angewendet 

worden, denn vorliegend sei der subjektive Tatbestand nicht erfüllt.

10. In ihrer Vernehmlassung vom 31. Januar 2018 beantragte die Gemeinde 

X._____ (nachfolgend Beschwerdegegnerin) die vollumfängliche Abwei-

sung der Beschwerde unter solidarischer Kosten- und Entschädigungs-

folge zulasten der Beschwerdeführer. Die Beschwerdegegnerin stellte sich 

im Wesentlichen auf den Standpunkt, sie habe im angefochtenen Ent-

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scheid sehr wohl begründet, weshalb die nachträgliche Projektänderung 

nicht nachträglich bewilligt werden könne. In Erwägung 3 werde auf die ge-

stalterischen Vorgaben von Art. 37 Abs. 2 (recte: Abs. 3) BG verwiesen. 

Zudem schliesse sich die Baubehörde den den Beschwerdeführern be-

kannten Ausführungen der Bauberaterin im Bericht vom 10. Mai 2017 an, 

worin ausgeführt werde, dass die vormalige Nutzung des Stalls auch nach 

dem Ausbau erkennbar bleiben müsse, weshalb eine massgebende Fläche 

zumindest auf der Südseite in Holz belassen werden müsse. Hinsichtlich 

der Baubusse führte die Beschwerdegegnerin hauptsächlich aus, sie habe 

davon ausgehen dürfen, der Beschwerdeführer habe als Architekt, welcher 

in Graubünden tätig sei und nicht zum ersten Mal in Y._____ gebaut habe, 

das BG und auch die einschlägigen Strafnormen des KRG gekannt, wes-

halb der nicht explizit erfolgte Hinweis auf Strafnorm und Strafrahmen nach 

ständiger Praxis des Verwaltungsgerichts nicht zur Aufhebung des Bussen-

bescheids führen könne. Abgesehen davon sei der Beschwerdeführer mit 

Schreiben vom 9. März 2017 ausdrücklich auf Art. 86 KRG hingewiesen 

worden. Die Beschwerdegegnerin habe zudem die Steuerfaktoren des Be-

schwerdeführers direkt beim Gemeindesteueramt beschafft, weshalb sich 

eine Aufforderung zur Rechenschaftsablage erübrigt habe. Die Verfahrens-

kosten setzten sich aus den Kosten für die Bauberatung, aus Kosten für 

die juristische Beratung sowie aus dem Aufwand des Bauamtes zusam-

men. Von einer Verletzung des rechtlichen Gehörs könne unter diesen Um-

ständen nicht die Rede sein. Selbst allfällige Gehörsverletzungen könnten 

geheilt werden, da die Beschwerdeführer in jedem Fall das Recht hätten, 

sich zur Vernehmlassung der Beschwerdegegnerin zu äussern. In materi-

eller Hinsicht brachte die Beschwerdegegnerin vor, in der Zone, in welcher 

die betroffene Liegenschaft stehe, müssten alle Renovierungen und Um-

bauten der traditionellen Art des Bauens in der Gemeinde hinsichtlich Ma-

terial, Grösse, Proportionen, sowie Dachform und Farben angepasst wer-

den. Die fragliche Baute sei für das Ortsbild prägend, weshalb ihre äussere 

Erscheinung auch beim Um- und Ausbauen beibehalten werden müsse. 

Die Funktion des vormaligen Stalles müsse auch nach dem Umbau noch 

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erkennbar bleiben. Abgesehen davon stehe der Gemeinde bei der Prüfung 

der Frage, ob sich ein Bauteil in die bauliche Umgebung einfüge und das 

Ortsbild nicht beeinträchtige ein erheblicher, durch die Gemeindeautono-

mie geschützter Ermessens- und Beurteilungsspielraum zu. Ferner sei die 

verfügte Verpflichtung, die Holzlamellen nachträglich anzubringen, in jeder 

Hinsicht verhältnismässig. Auch sei Art. 95 Abs. 1 und 2 KRG korrekt an-

gewendet worden, zumal der objektive Tatbestand gemäss Art. 89 Abs. 1 

KRG i.V.m. Art. 91 Abs. 1 KRG vom Beschwerdeführer mehrfach und of-

fensichtlich vorsätzlich verletzt worden sei. Im Übrigen könnten auch im 

3. Obergeschoss die Holzlamellen angebracht werden, da die Verkäufer-

schaft gemäss Kaufvertrag berechtigt sei, die sich als notwendig erweisen-

den Änderungen vorzunehmen.

11. In ihrer Replik vom 16. März 2018 hielten die Beschwerdeführer an ihren 

Anträgen fest und vertieften ihre Argumente. 

12. Die Beschwerdegegnerin hielt in ihrer Duplik vom 25. April 2018 ebenfalls 

unverändert an ihren Anträgen fest und vertiefte ihren Standpunkt. Zudem 

beantragte sie die Befragung von F._____, Bauamtsleiter X._____, als 

Zeugen.

13. Mit Schreiben vom 4. Mai 2018 reichte der Rechtsvertreter der Beschwer-

deführer seine Honorarnote in Höhe von Fr. 7'012.20 (exkl. MWST.) ein. 

Die Honorarnote weist einen Stundenaufwand von 27.37 Stunden aus. Der 

Stundenansatz beträgt Fr. 250.--, wobei eine entsprechende Honorarver-

einbarung nicht ins Recht gelegt wurde. Die Beschwerdegegnerin erachtet 

den Stundenaufwand als unverhältnismässig hoch, weshalb dieser im Falle 

einer Gutheissung der Beschwerde um 17 Stunden zu kürzen sei.

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften und 

auf den angefochtenen Entscheid sowie auf die im Recht liegenden Be-

weismittel wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen ein-

gegangen.

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Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt im vorliegenden Beschwerdeverfahren ist der Entscheid 

der Beschwerdegegnerin vom 17. Oktober 2017, mitgeteilt am 23. Novem-

ber 2017, worin die Beschwerdeführerin verpflichtet wurde, die Bauarbeiten 

gemäss den bewilligten Plänen vom 13. Februar 2013 bis spätestens am 

1. Juni 2018 auszuführen, der Beschwerdeführer wegen Missachtung des 

Baugesetzes mit einer Busse von Fr. 3'000.-- gebüsst und die Beschwer-

deführerin zur Übernahme der Verfahrenskosten in Höhen von Fr. 2'000.-- 

verpflichtet wurde. Gemäss Art. 49 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Ver-

waltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) beurteilt das Verwaltungsgericht 

Beschwerden gegen Entscheide von Gemeinden, soweit diese nicht bei ei-

ner anderen Instanz angefochten werden können oder nach kantonalem 

oder eidgenössischem Recht endgültig sind. Der angefochtene kommunale 

Entscheid kann weder bei einer anderen Instanz angefochten werden noch 

ist er endgültig. Folglich stellt er ein taugliches Anfechtungsobjekt für ein 

Verfahren vor dem Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden dar.

2. Nach Art. 50 VRG ist zur Beschwerde legitimiert, wer durch den angefoch-

tenen Entscheid berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an seiner Auf-

hebung oder Änderung hat. Mit der Beschwerde können Rechtsverletzun-

gen einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens sowie 

die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen 

Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 51 Abs. 1 VRG). Nach Art. 52 

Abs. 1 VRG ist die Beschwerde schriftlich innert 30 Tagen seit Mitteilung 

des angefochtenen Entscheids beim Verwaltungsgericht einzureichen. Die 

Beschwerdeführer sind als Adressaten des angefochtenen Entscheids 

berührt und sie haben ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung 

oder Änderung. Die Beschwerdelegitimation der Beschwerdeführer ist da-

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mit ohne Weiteres gegeben. Da die Beschwerde im Übrigen form- und frist-

gerecht eingereicht wurde, ist auf diese einzutreten. 

3. Vorweg sei darauf hingewiesen, dass gemäss Art. 94 Abs. 3 KRG die Wie-

derherstellung des rechtmässigen Zustands sowohl den Eigentümerinnen 

oder Eigentümer als auch Personen, die den rechtswidrigen Zustand her-

beigeführt haben, obliegt. Nach Art. 16 Abs. 1 VRG hat die Behörde den 

von einem Entscheid Betroffenen Gelegenheit zur schriftlichen oder münd-

lichen Stellungnahme zu geben. Da die Eigentümer der Wohnung im 

3. Obergeschoss vom angefochtenen Entscheid insofern betroffen sind, als 

dass sie das Anbringen von Holzlamellen vor den Fenstern an der Südfas-

sade durch die Beschwerdeführer zu dulden haben bzw. selber vorzuneh-

men hätten, wäre ihnen gestützt auf Art. 16 Abs. 1 VRG das rechtliche 

Gehör zu gewähren gewesen, was jedoch - so weit ersichtlich - nicht erfolgt 

ist. Insbesondere kann sich die Beschwerdegegnerin diesbezüglich nicht 

auf den Kaufvertrag berufen, welcher zwischen der Beschwerdeführerin 

und den beiden Miteigentümern der Wohnung im 3. Obergeschoss abge-

schlossen wurde (vgl. Akten der Beschwerdeführer [Bf-act.] 8). Die darin 

zu erblickende Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör ist vorlie-

gend jedoch nicht weiter zu behandeln, haben doch die beiden Miteigentü-

mer der Wohnung im 3. Obergeschoss der betroffenen Liegenschaft keine 

Beschwerde erhoben. 

4. In formeller Hinsicht ist zunächst streitig und zu prüfen, ob die Beschwer-

degegnerin den Anspruch auf Wahrung des rechtlichen Gehörs verletzt 

hat, indem sie ihrer Begründungspflicht nicht nachgekommen ist.

4.1. Die Beschwerdeführer bringen diesbezüglich insbesondere vor, die Be-

schwerdegegnerin habe im angefochtenen Entscheid nicht begründet, 

weshalb die nachträgliche Projektänderung nicht bewilligt werden könne. 

Sie halte lediglich fest, die beanstandeten Projektabweichungen am Äus-

seren des Gebäudes stünden im Widerspruch zu den gestalterischen Vor-

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gaben gemäss Art. 37 Abs. 3 BG. Zudem verweise sie auf die Stellung-

nahme der Bauberaterin vom 10. Mai 2017 (Akten der Beschwerdegegne-

rin [Bg-act.] 11) und halte fest, die Ausführungen an den Fassaden wichen 

sehr stark von den bewilligten Plänen ab, weshalb die Holzlamellen vor 

dem Fenster an der Südfassade gemäss den bewilligten Plänen vom 

13. Februar 2013 angepasst werden müssten. 

4.2. Die Beschwerdegegnerin stellt sich ihrerseits auf den Standpunkt, sie habe 

im angefochtenen Entscheid sehr wohl begründet, weshalb die nachträgli-

che Projektänderung nicht nachträglich bewilligt werden könne. In Erwä-

gung 3 des angefochtenen Entscheides werde auf die gestalterischen Vor-

gaben von Art. 37 Abs. 3 BG mit den Einordnungspflichten in das traditio-

nelle Dorfbild hinsichtlich Material etc. verwiesen. Weiter schliesse sich die 

Beschwerdegegnerin an gleicher Stelle ausdrücklich den Ausführungen 

der Bauberaterin im Bericht vom 10. Mai 2017 (Bg-act. 11) an, welcher den 

Beschwerdeführern bereits bekannt gewesen sei. Darin werde ausgeführt, 

dass die vormalige Nutzung des Stalls auch nach dem Ausbau erkennbar 

bleiben müsse, weshalb eine massgebende Fläche zumindest auf der Süd-

seite in Holz belassen werden müsse. Diese Begründung habe den Be-

schwerdeführern auf rechtsgenügliche Weise die Möglichkeit geboten, sich 

umfassend mit den verfügten Auflagen rechtlich auseinanderzusetzen. 

4.3. Der durch Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eid-

genossenschaft (BV; SR 101) gewährleistete Anspruch auf rechtliches 

Gehör dient einerseits der Sachaufklärung und garantiert andererseits ein 

persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht der Parteien im Verfahren, so-

weit dies Einfluss auf ihre Rechtsstellung haben kann. Die Gehörsgarantie 

ist somit ein verfassungsmässig geschütztes Individualrecht, hat also den 

Charakter eines selbständigen Grundrechts (HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, 

Allgemeines Verwaltungsrecht, 7. Aufl., Zürich/St. Gallen 2016, Rz. 1001 

und 1003). Dieses Mitwirkungsrecht umfasst insbesondere das Recht des 

Einzelnen, sich vor Erlass eines entsprechenden Entscheides zur Sache 

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zu äussern, erhebliche Beweise vorzubringen, Einsicht in die Akten zu neh-

men, mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhe-

bung wesentlicher Beweismittel mitzuwirken oder sich zumindest zum Be-

weisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist den Entscheid zu be-

einflussen (Urteil des Verwaltungsgerichts [VGU] R 13 171 vom 1. April 

2014 E.3 m.w.H.). Aus Art. 29 Abs. 2 BV folgt insbesondere auch ein Min-

destanspruch auf Begründung eines hoheitlichen Aktes. Die Begründungs-

pflicht für kantonale und kommunale Behörden ergibt sich aus dem kanto-

nalen Verfahrensrecht, vorliegend aus Art. 22 Abs. 1 VRG, welcher aus-

drücklich festhält, dass Entscheide zu begründen sind. Sinn und Zweck der 

Begründungspflicht liegt darin, dass der Bürger wissen soll, warum eine 

Behörde entgegen seinem Antrag entschieden hat. Die Begründung eines 

Entscheides muss deshalb so abgefasst sein, dass der Betroffene ihn ge-

gebenenfalls sachgerecht anfechten kann. Dies ist nur möglich, wenn so-

wohl er wie auch die Rechtsmittelinstanz sich über die Tragweite des Ent-

scheids ein Bild machen können. In diesem Sinne müssen wenigstens kurz 

die Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde leiten liess 

und auf welche sich ihr Entscheid stützt (PVG 2011 Nr. 31 m.w.H.). Es ist 

insbesondere nicht nötig, dass sie sich mit jeder tatbeständlichen Behaup-

tung und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzt, sondern sie kann 

sich vielmehr auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte be-

schränken (statt vieler BGE 133 I 270 E.3.1). Die betreffende Behörde darf 

sich in der Regel aber nicht damit begnügen, die anwendbare Rechtsnorm 

wiederzugeben, sondern hat in erkennbarer Weise aufzuzeigen, aus wel-

chen Gründen sie den Sachverhalt der anwendbaren Norm unterstellt (vgl. 

Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-6377/2013 vom 12. Januar 2015 

E.3.3). Es genügt mithin nicht, wenn die Behörde das Ergebnis, die an-

wendbaren Rechtsnormen sowie den massgebenden Sachverhalt wieder-

gibt (vgl. WIEDERKEHR, Die Begründungspflicht nach Art. 29 Abs. 2 BV und 

die Heilung bei Verletzung, in: Zbl 9/2010, S. 481, 489). Die Begründung 

muss jedoch nicht im Entscheid selber enthalten sein (vgl. BGE 113 II 204 

E.2; UHLMANN/SCHIKKUBG-SCHWANK in: WALDMANN/WEISSENBERGER 

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[Hrsg.], Praxiskommentar Verwaltungsverfahrensgesetz, 2. Aufl., 

Zürich/Basel/

Genf 2016, Art. 35 Rz. 13). Findet beispielsweise zwischen dem Adressa-

ten und der Behörde eine umfassende Korrespondenz statt, darf die 

Behörde auf diese Korrespondenz verweisen. Dabei muss sich aber aus 

der Verfügung bzw. aus dem Entscheid zweifelsfrei ergeben, welche Argu-

mente für die Behörde letztlich entscheidend waren. Dies gilt insbesondere 

auch für Dokumente, welche die Behörde nicht selbst verfasst hat, wie etwa 

Gutachten, Stellungnahmen Dritter etc. Unzulässig ist in jedem Fall ein 

pauschaler Verweis auf andere Schriftstücke (UHLMANN/SCHIKKUBG-

SCHWANK a.a.O., Art. 35 Rz. 13). Ob die Begründung dann auch rechtlich 

zutreffend und haltbar ist, ist nicht eine Frage des formellen Anspruchs auf 

rechtliches Gehör, sondern der materiellen Beurteilung der Streitfrage.

4.4. Dem angefochtenen Entscheid ist unter Erwägung 3 zu entnehmen, dass 

die beanstandeten Projektabweichungen am Äusseren des Gebäudes im 

Widerspruch zu den gestalterischen Vorgaben gemäss Art. 37 Abs. 3 BG 

stünden, wie dies auch der in jeder Hinsicht überzeugenden Stellung-

nahme der Bauberatung vom 10. Mai 2017 (Bg-act. 11) entnommen wer-

den könne. Materiell vorschriftswidrige Zustände seien auf Anordnung der 

zuständigen Baubehörde zu beseitigen. Von der Wiederherstellung des 

rechtmässigen Zustandes könne vorliegende zumindest teilweise aus 

Gründen der Verhältnismässigkeit abgesehen werden. Demgemäss habe 

die Beschwerdegegnerin nachträglich die Abänderung in der Raumeintei-

lung, die zwei Türen an der Nordfassade, die abgeänderte Fenstereintei-

lung an der Ostfassade, die abgeänderte Fenstereinteilung an der Südfas-

sade sowie die Staketen am Geländer an der Ostfassade und Südfassade 

bewilligt. Die übrigen Ausführungen an den Fassaden wichen dagegen 

sehr stark von den bewilligten Plänen ab. Aus gestalterischer Sicht könne 

hier nicht von kleinen Abweichungen gesprochen werden. Die Abänderung 

bewirke eine völlig neue Gestaltung der Fassaden, weshalb die Holzlamel-

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len vor dem Fenster an der Südfassade gemäss den bewilligten Plänen 

vom 13. Februar 2013 angepasst werden müssten. 

4.5. Dem Bericht der Bauberaterin vom 10. Mai 2017 (Bg-act. 11) ist insbeson-

dere zu entnehmen, dass die Stallbauten von einer durch die Landwirt-

schaft geprägte Lebensweise und Kultur vergangener Zeit zeugten. Mit den 

dazugehörenden Wohnbauten bildeten sie bauliche Ensembles, welche für 

das Ortsbild der Dörfer bis heute prägend seien. Aus diesem Grund müsse 

auch laut Bund und Kanton bei ortsbildprägenden Stallbauten die äussere 

Erscheinung und die bauliche Grundstruktur erhalten werden. Beim Stall 

handle es sich auf jeden Fall um eine für das Ortsbild sehr wichtige Baute. 

Damit der ehemalige Stallteil auch in Zukunft als zum Wohnteil gehörender 

Stallteil zu erkennen sei, sei es wichtig, eine massgebende Fläche in Holz 

zu belassen. Dies sei bei der Ausführung an der Ostfassade mehr oder 

weniger erreicht, jedoch nicht an der Südfassade. Durch die leichte, durch-

lässige Brüstung und das Weglassen der Holzflächen erscheine die Fas-

sade als gläserne Fläche. Aus gestalterischer Sicht gehe dieser Schritt 

deutlich zu weit, was inakzeptabel sei. 

4.6. Der von der Beschwerdegegnerin im angefochtenen Entscheid angeführte 

Art. 37 Abs. 3 BG schreibt vor, dass in der Zona dal cumün vegl Umbauten 

und Renovierungen sich der traditionellen Bauweise der Gemeinde hin-

sichtlich Material, Grösse, Proportionen, Positionen, Form des Daches und 

der Farbe anzupassen haben. Im angefochtenen Entscheid führt die Be-

schwerdegegnerin pauschal aus, die beanstandeten Projektabweichungen 

am Äusseren des Gebäudes stünden im Widerspruch zu den gestalteri-

schen Vorgaben gemäss Art. 37 Abs. 3 BG und verweist im Übrigen auf 

den Bericht der Bauberaterin vom 10. Mai 2017 (Bg-act. 11). Weder der 

Begründung im angefochtenen Entscheid noch dem genannten Bericht 

lässt sich jedoch entnehmen, welche in Art. 37 Abs. 3 BG genannte ästhe-

tische Vorgabe die Beschwerdeführer an der Südfassade der fraglichen 

Liegenschaft mit den Projektabweichungen verletzt haben sollen. Die Be-

- 15 -

schwerdegegnerin beschränkt sich vorliegend mithin auf die Darstellung 

des Sachverhaltes, die Nennung der aus ihrer Sicht verletzten materiellen 

Baurechtsnorm sowie des Ergebnisses. In Anbetracht des zuvor Ausge-

führten (vgl. E.4.3) wäre es jedoch an der Beschwerdegegnerin gewesen, 

im angefochtenen Entscheid darzulegen, welche ästhetische Vorgabe von 

Art. 37 Abs. 3 BG die getätigten Projektabweichungen aus welchen im Be-

richt der Bauberaterin (Bg-act. 11) genannten Gründen sie als verletzt er-

achtet hat. Insbesondere vermag der pauschale Verweis auf den Bericht 

der Bauberaterin eine Begründung nicht zu ersetzen, fehlt es vorliegend 

doch an einer Auseinandersetzung der Beschwerdegegnerin mit den darin 

gemachten Aussagen. Unter diesen Umständen ist mit den Beschwerde-

führern deshalb festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin ihrer Begrün-

dungspflicht nicht nachgekommen ist und damit eine Verletzung des An-

spruchs auf rechtliches Gehör zu bejahen ist.

5.1. Ferner rügen die Beschwerdeführer in formeller Hinsicht eine Verletzung 

des Anspruchs auf rechtliches Gehör, weil die Beschwerdegegnerin vor Er-

lass des angefochtenen Entscheids dem Beschwerdeführer weder den ge-

setzlichen Strafrahmen mitgeteilt habe noch ihn dazu aufgefordert habe, 

über seine persönlichen Einkommens- und Vermögensverhältnisse Aus-

kunft zu geben. 

5.2. Die Beschwerdegegnerin bringt diesbezüglich vor, dass nach ständiger 

Praxis des Verwaltungsgerichts der nicht explizit erfolgte Hinweis auf Straf-

norm und Strafrahmen nicht zur Aufhebung des Bussenbescheids führen 

könne und verweist hierzu auf die Urteile des Verwaltungsgerichts [VGU] 

R 11 36 vom 15. November 2011 E.4 und R 14 25 vom 21. Oktober 2014 

E.3h. 

5.3. Gemäss Art. 32 Abs. 2 BV bzw. Art. 6 Ziff. 3 lit. a der Konvention zum 

Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK; SR 0.101) be-

sitzt der Angeschuldigte das Recht, innert möglichst kurzer Frist in einer für 

- 16 -

ihn verständlichen Sprache in allen Einzelheiten über die Art und den 

Grund der gegen ihn erhobenen Beschuldigungen in Kenntnis gesetzt zu 

werden. Damit soll er in die Lage versetzt werden, seine Verteidigung wirk-

sam vorzubereiten. Dabei sind nicht nur die Taten bekannt zu geben, die 

begangen zu haben er verdächtigt wird, sondern es sind auch Angaben 

über die juristische Einordnung derselben zu machen (VGU R 13 171 E.4c 

m.w.H.; VEST in: EHRENZELLER/SCHINDLER/SCHWEIZER/VALLENDER [Hrsg.], 

Dies Schweizerische Bundesverfassung, St. Galler Kommentar, 3. Aufl., 

Zürich/St. Gallen 2014, Art. 32 Rz. 25). 

In PVG 2003 Nr. 37 hat das Verwaltungsgericht die umschriebene Praxis 

mit Blick auf den Inhalt einer Aufforderung zur Vernehmlassung präzisiert 

und festgehalten, Minimalanforderung sei, dass die Behörde dem Beschul-

digten vorhalte, welche Norm er nach Ansicht der Behörde verletzt haben 

solle. Überdies sei ihm der gesetzliche Strafrahmen mitzuteilen und er sei 

aufzufordern, über seine persönlichen Einkommens- und Vermögensver-

hältnisse Auskunft zu geben. 

5.4. Bei der Bemessung der Busse ist Art. 47 des Schweizerischen Strafgesetz-

buches (StGB; SR 311.0) sinngemäss anwendbar (Art. 2 Abs. 1 des Ein-

führungsgesetzes zur Schweizerischen Strafprozessordnung [EGzStPO; 

BR 350.100]; vgl. VGU R 13 171 E.4e). Diese Bestimmung verlangt, dass 

die Strafe nach dem Verschulden des Täters zu bemessen ist, wobei das 

Vorleben und die persönlichen Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe 

auf das Leben des Täters zu berücksichtigen sind. Dazu gehören auch das 

Einkommen und das Vermögen des Angeschuldigten. 

5.5. Mit Schreiben vom 9. März 2017 (Bg-act. 9) zeigte die Beschwerdegegne-

rin dem Beschwerdeführer an, dass Bauten und Anlagen nach Art. 7 BG 

und Art. 86 KRG nur mit schriftlicher Bewilligung der kommunalen Bau-

behörde geändert werden dürften und die Beschwerdeführer für die im 

Schreiben aufgeführten Abweichungen von den Plänen über keine solche 

- 17 -

Bewilligung verfügten, weshalb sie die Aussprechung einer Busse in Be-

tracht ziehen müsse. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer 

damit wohl vorgehalten, welche Norm dieser ihrer Ansicht nach verletzt ha-

ben soll. In Bezug auf die Busse wurde dem Beschwerdeführer demge-

genüber überhaupt kein Vorhalt gemacht. Ihm wurde weder der Bussen-

rahmen erläutert noch konnte er Angaben zu seinen persönlichen Verhält-

nissen machen. Unter diesen Umständen ist es offensichtlich, dass die Be-

schwerdegegnerin den Anspruch auf Wahrung des rechtlichen Gehörs ver-

letzt hat. Daran vermag das beschwerdegegnerische Vorbringen - der Ge-

meindevorstand habe die Angaben betreffend die finanziellen Verhältnisse 

direkt beim Gemeindesteueramt beschafft und bei der Strafzumessung 

berücksichtigen können, weshalb sich eine diesbezügliche Aufforderung an 

den Angeschuldigten zur Rechenschaftsablage über sein Einkommen und 

Vermögen erübrigt hätte - nichts zu ändern. Denn wie gezeigt (vgl. E.4.3) 

ergibt sich aus Art. 29 Abs. 2 BV das Recht des Beschuldigten, an der 

Sachverhaltsabklärung mitzuwirken. Unter diesen Umständen wäre die Be-

schwerdegegnerin zumindest verpflichtet gewesen, dem Beschwerdefüh-

rer Gelegenheit zur Stellungnahme zu dessen beim Gemeindesteueramt 

durch die Beschwerdegegnerin selbständig eingeholten Steuerunterlagen 

(Bg-act. 20) einzuräumen. Weil sie dies unterlassen hat, wurde der An-

spruch auf rechtliches Gehör auch diesbezüglich verletzt.

5.6. Es sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass die von der Beschwerde-

gegnerin zitierten Urteile des Verwaltungsgerichts - wie nachstehend dar-

gestellt - vorliegend nicht einschlägig sind. Zwar wurde in beiden Fällen 

eine mangelhafte Eröffnung des Strafverfahrens verneint, weil der jeweils 

betroffenen Partei die zur Diskussion stehenden formellen wie materiellen 

Baurechtsverletzungen bekannt gewesen waren und die nicht gerade mus-

tergültige kommunale Einleitung des Strafverfahrens deshalb nicht zu be-

anstanden war. Jedoch wurden die jeweiligen Parteien in beiden Fällen von 

der Behörde aufgefordert, ihre Vermögens- und Einkommensverhältnisse 

bekannt zu geben. Im vorliegend streitigen Fall wurde dem Beschwerde-

- 18 -

führer - wie gezeigt - aber keine Vernehmlassung dazu ermöglicht. Die Be-

schwerdegegnerin vermag mithin aus VGU R 11 36 und R 14 25 nichts zu 

ihren Gunsten abzuleiten. 

6.1. In formeller Hinsicht rügen die Beschwerdeführer im Übrigen eine Verlet-

zung des Anspruchs auf Wahrung des rechtlichen Gehörs, weil die Be-

schwerdegegnerin die Zusammensetzung der Verfahrenskosten nicht be-

gründet habe und diese deshalb nicht nachvollziehbar sei.

6.2. Wie gezeigt, ergibt sich der Anspruch auf Begründung aus dem Anspruch 

auf rechtliches Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV (vgl. E.4.3). Dabei variiert der 

geschuldete Umfang der Begründung je nach Art des Entscheids. So un-

terliegen namentlich Kostenentscheide nur einer beschränkten Begrün-

dungspflicht (PLÜSS in: GRIFFEL [Hrsg.], Kommentar VRG, 3. Aufl., 

Zürich/Basel/Genf 2014, § 13 Rz. 30). Die Begründung muss aber in jedem 

Fall so abgefasst sein, dass der Betroffene ihn gegebenenfalls sachgerecht 

anfechten kann (vgl. BGE 126 I 97 E.2b und VGU A 13 62 vom 9. April 

2014 E.2a). Aus Erwägung 5 des angefochtenen Entscheids geht hervor, 

dass die Verfahrenskosten (inkl. Kosten für juristische Abklärungen sowie 

für die Stellungnahme der Bauberaterin) von CHF 2'000.-- gemäss Art. 96 

KRG zulasten der Beschwerdeführerin gehen. Es ist für die Beschwerde-

führerin unter diesen Umständen jedoch nicht ersichtlich, wie sich die Ver-

fahrenskosten im Detail zusammensetzen. Weder lässt sich dem ange-

fochtenen Entscheid entnehmen, wie hoch die Verfahrensgebühr, die Kos-

ten der juristischen Beratung und die Kosten für die Bauberaterin im Ein-

zelnen sind noch ist ersichtlich, wie sich diese zusammensetzen. Der Be-

schwerdeführerin ist es in Anbetracht dieser Umstände nicht möglich, mit 

den Rügen, die Aufwendungen seien weder notwendig, noch in ihrer Höhe 

angemessen, an das Verwaltungsgericht zu gelangen. Mithin konnte der 

angefochtene Entscheid hinsichtlich der Verfahrenskosten nicht sachge-

recht angefochten werden, weshalb die Beschwerdegegnerin ihrer Begrün-

- 19 -

dungspflicht nicht nachgekommen ist und auch diesbezüglich eine Verlet-

zung des Anspruchs auf rechtliches Gehör zu bejahen ist.

7.1. Gemäss vorstehend Gesagtem steht fest, dass die Beschwerdegegnerin 

den Anspruch auf rechtliches Gehör in mehrfacher Hinsicht verletzt hat. 

7.2. Die Verletzung des Gehörsanspruchs führt, ungeachtet der Erfolgsaussich-

ten der Beschwerde in der Sache selbst, zur Aufhebung des angefochtenen 

Entscheids (BGE 132 V 387 E.5.1). Nach der Rechtsprechung kann ein 

Verfahrensmangel, insbesondere eine Verletzung des Anspruchs auf 

rechtliches Gehör, jedoch geheilt werden, wenn die Kognition der urteilen-

den Instanz nicht eingeschränkt ist und dem Beschwerdeführer darauf 

auch kein Nachteil erwächst. Eine Heilung ist ausgeschlossen, wenn es 

sich um eine besonders schwerwiegende Verletzung der Parteirechte han-

delt, und sie soll die Ausnahme bleiben (BGE 126 I 68 E.2 m.w.H.; 

PVG 2008 Nr. 1). Verfügungen oder Entscheide, die unter Missachtung 

des rechtlichen Gehörs ergangen sind, sind daher grundsätzlich aufzuhe-

ben und zur Durchführung eines ordnungsgemässen Verwaltungsverfah-

rens an die Verwaltungsbehörden zurückzuweisen. Wenn es sich jedoch 

aus verfahrensökonomischen Gründen geradezu aufdrängt, ist die Heilung 

einer allfälligen Gehörsverletzung im Rechtsmittelverfahren nach der zitier-

ten Praxis zuzulassen (PVG 2011 Nr. 31). Es geht aber nicht an, dass die 

Verwaltungsgerichtsbarkeit dazu verwendet wird, anstelle der an sich zu-

ständigen Vorinstanz ganze Verwaltungsverfahren durchzuführen bzw. 

diese für die Verwaltungsbehörden nachzuholen. Dies widerspräche dem 

Wesen der Verwaltungsgerichtsbarkeit, deren Aufgabe darin besteht, als 

unabhängige, ausserhalb der Verwaltung stehende Instanz Verwaltungs-

akte auf ihre Rechtmässigkeit hin zu überprüfen.

7.3. Wie dargetan, hat die Beschwerdegegnerin es unterlassen, den angefoch-

tenen Entscheid sowie die Zusammensetzung der Verfahrenskosten hin-

reichend zu begründen und dem Beschwerdeführer im Zusammenhang mit 

- 20 -

dessen Steuerunterlagen (Bg-act. 20) Gelegenheit zur Stellungnahme zu 

geben. Dementsprechend ist aufgrund der vorgenannten Gehörsverletzun-

gen und unter Berücksichtigung der dargelegten Rechtsprechung die vor-

liegend zu beurteilende Angelegenheit zur Weiterführung des Wiederher-

stellungs- und Bussenverfahrens im Sinne der Erwägungen an die Vorin-

stanz zurückzuweisen, zumal es - wie gezeigt - nicht Aufgabe des streitbe-

rufenen Gerichts ist, Verwaltungsverfahren für die Vorinstanz durchzu-

führen. Daran vermag der Umstand, dass die Beschwerdegegnerin hin-

sichtlich der Verfahrenskosten im verwaltungsgerichtlichen Beschwerde-

verfahren zwar ausgeführt hat, dass die Kosten für die Bauberatung sich 

auf Fr. 529.20 (Bg-act. 17) und diejenigen für die juristische Beratung auf 

Fr. 810.-- (3 Std. à Fr. 250.-- zzgl. MWST.) belaufen, nichts zu ändern. Eine 

Heilung des rechtlichen Gehörs wäre mit diesem Hintergrund und in Anbe-

tracht der Tatsache, dass die Beschwerdeführerin sich im Rahmen ihrer 

Replik zu diesen Angaben hat äussern können, denkbar, fällt aber aus 

nachstehender Überlegung dennoch ausser Betracht: Der Gebührenord-

nung der Beschwerdegegnerin lässt sich entnehmen, dass für das Baube-

willigungsverfahren, die Baukontrolle sowie die Bauabnahme angemes-

sene Gebühren erhoben würden. Für eine Baubewilligung werde eine Ge-

bühr von 1.5 ‰ der effektiven Kosten gemäss offizieller Schätzung, aber 

mindestens Fr. 150.--, erhoben. Für Bauten und Anlagen, welche nicht der 

offiziellen Schätzung unterstünden, würden die effektiven Kosten, aber 

mindestens Fr. 150.--, in Rechnung gestellt. Wie die Beschwerdegegnerin 

unter diesen Umständen zu einer Gebühr von Fr. 660.80 gelangt - wie dies 

von ihr in ihrer Vernehmlassung auf Seite 9 ausgeführt wird - ist nicht nach-

vollziehbar und wird von ihr auch nicht näher dargelegt. 

8.1. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die Beschwerdegeg-

nerin den den Beschwerdeführern zustehende Anspruch auf rechtliches 

Gehör mehrfach verletzt hat. Die Beschwerde ist demnach gutzuheissen 

und Dispositivziffer 1, 3 und 4 des angefochtenen Entscheides aufzuhe-

ben. Die Beschwerdegegnerin hat das Wiederherstellungs- und Bussen-

- 21 -

verfahren im Sinne der Erwägungen weiterzuführen und neu zu entschei-

den.

8.2. Unter diesen Umständen sind die materiellen Vorbringen der Parteien nicht 

weiter zu behandeln. Dasselbe gilt hinsichtlich der Beweisanträge der Be-

schwerdeführer betreffend Edition Vorakten des Gemeindevorstandes der 

Gemeinde X._____, die Parteibefragung mit den Beschwerdeführern, die 

Durchführung eines Augenscheins und das Einholen eines Fachberichts 

bzw. Gutachtens. Ebenso obsolet wurde bei diesem Ausgang des Verfah-

rens der beschwerdegegnerische Antrag, F._____, Bauamtsleiter der Ge-

meinde X._____, als Zeugen zu befragen.

9.1. Die Staatsgebühr wird auf Fr. 1'500.-- festgesetzt. Bei diesem Ausgang des 

Verfahrens hat die Beschwerdegegnerin die Gerichtskosten zu tragen 

(Art. 73 Abs. 1 VRG). Gemäss Art. 78 Abs. 1 VRG wird die unterliegende 

Partei in der Regel verpflichtet, der obsiegenden Partei die durch den 

Rechtsstreit verursachten notwendigen Kosten zu ersetzen. 

9.2. Nach der bisherigen Praxis hat das Verwaltungsgericht, falls die Anwalts-

rechnung trotz Fehlens einer Honorarvereinbarung für die Festsetzung der 

Parteientschädigung beigezogen wurde, jeweils auf die in der Kostennote 

geltend gemachten Stundenansätze abgestellt, soweit sie den von Art. 3 

Abs. 1 der kantonalen Honorarverordnung (HV; BR 310.250) festgelegten 

Rahmen von Fr. 210.-- bis und mit Fr. 270.-- nicht sprengten. Das Verwal-

tungsgericht hat indessen am 5. September 2017 (vgl. auch VGU U 16 92 

vom 25. Oktober 2017 E.13b) um der Vereinheitlichung der kantonalen 

obergerichtlichen Praxis willen folgende Praxisänderung bei der Festle-

gung der aussergerichtlichen Entschädigungen beschlossen: Bei Einrei-

chung einer Honorarvereinbarung mit einem geltend gemachten Stunden-

ansatz von über Fr. 270.-- wird dieser auf Fr. 270.-- gekürzt; bei in der Kos-

tennote geltend gemachtem Stundenansatz bis und mit Fr. 270.-- wird der 

Stundenansatz entsprechend der Honorarvereinbarung übernommen. Bei 

- 22 -

Nichteinreichung einer Honorarvereinbarung wird der in der Kostennote 

geltend gemachte Stundenansatz, höchstens aber der Stundenansatz von 

Fr. 240.--, übernommen, da die Höhe des Stundenansatzes mangels Ho-

norarvereinbarung nicht verifiziert werden kann. Geltend gemachte Pau-

schalspesen werden maximal im Umfang von 3 % des festgelegten Hono-

rars nach Zeitaufwand zugesprochen.

9.3. Im vorliegenden Fall macht der Rechtsvertreter der Beschwerdeführer ei-

nen Aufwand von 27.37 Stunden à Fr. 250.-- zzgl. Spesen in Höhe von 

Fr. 169.70 und damit ein Gesamtaufwand in Höhe von Fr. 7'012.20 (exkl. 

MWST) geltend. Eine entsprechende Honorarvereinbarung fehlt, weshalb 

der Stundenansatz der vorstehenden Praxis folgend Fr. 240.-- beträgt. Der 

Rechtsvertreter der Beschwerdegegnerin bringt hinsichtlich des Zeitauf-

wandes vor, der geltend gemachte Stundenaufwand von 27.37 Stunden sei 

offensichtlich übersetzt, insbesondere, weil der beschwerdeführerische 

Rechtsvertreter das Baurecht an erster Stelle seiner bevorzugten Rechts-

gebiete nenne und deshalb davon auszugehen sei, dass Fragen des for-

mellen und materiellen Baurechts, der Wiederherstellung des gesetzmäs-

sigen Zustandes und Baubussen zu seinen Kernkompetenzen gehörten. 

Diese Argumentation geht - wie nachstehend dargestellt - fehl. Einen we-

sentlichen Arbeitsaufwand verursachte die Beschwerdegegnerin aufgrund 

ihres Vorgehens im vorinstanzlichen Verfahren, weshalb sich die be-

schwerdeführerischen Vorbringen weniger auf Fragen des formellen und 

materiellen Baurechts, der Wiederherstellung des rechtmässigen Zustan-

des und Baubussen bezogen, sondern mehrheitlich die Verletzung von ver-

fassungsmässigen Rechten zum Gegenstand hatten. In Anbetracht dieser 

Umstände erscheint der geltende gemachte Arbeitsaufwand des be-

schwerdeführerischen Rechtsvertreters als angemessen. Die Beschwerde-

gegnerin hat daher die anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer ausserge-

richtlich mit Fr. 6'738.50 (inkl. Spesen und exkl. MWST) zu entschädigen. 

- 23 -

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen, die Ziff. 1, 3 und 4 des angefochtenen 

Entscheids aufgehoben und die Gemeinde X._____ wird angewiesen, das 

Wiederherstellungs- und Bussenverfahren im Sinne der Erwägungen wei-

terzuführen und neu zu entscheiden. 

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 1'500.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 464.--

zusammen Fr. 1‘964.--

gehen zulasten der Gemeinde X._____ und sind innert 30 Tagen seit Zu-

stellung dieses Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons Graubün-

den, Chur, zu bezahlen.

3. Die Gemeinde X._____ entschädigt die A._____ GmbH und B._____ aus-

sergerichtlich mit Fr. 6'738.50 (inkl. Spesen und exkl. MWST).

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilungen]