# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fd8ddd29-2702-530c-a525-3ea44d8971f2
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-02-08
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 08.02.2021 100 2019 367
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2019-367_2021-02-08.pdf

## Full Text

100.2019.367U publiziert in BVR 2022 S. 104
STN/SPA/KIB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 8. Februar 2021

Verwaltungsrichterin Herzog, präsidierendes Mitglied
Verwaltungsrichter Keller, Verwaltungsrichter Stohner
Gerichtsschreiber Spring 

1. A.________
zzt. in Tunesien

2. B.________
beide vertreten durch Rechtsanwalt …
Beschwerdeführer

gegen

Sicherheitsdirektion des Kantons Bern
Kramgasse 20, 3011 Bern

betreffend Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und Wegweisung 
infolge fehlender Wohngemeinschaft bei eingetragener Partnerschaft (Ent-
scheid der Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern vom 20. Septem-
ber 2019; 2018.POM.728)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 08.02.2021, Nr. 100.2019.367U, 
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Sachverhalt:

A.

Der aus Tunesien stammende A.________ (Jg. 1978) hielt sich von April 
2004 bis Februar 2014 erstmals in der Schweiz auf. In dieser Zeitspanne 
durchlief er unter anderem erfolglos ein Asylverfahren und war von Mai 2008 
bis September 2011 mit einer Schweizerin verheiratet. Nachdem er am 
30. September 2014 erneut in die Schweiz eingereist war, liess er am 
3. Dezember 2014 eine Partnerschaft mit einem Schweizer eintragen. Dieser 
verstarb kurz darauf am 17. Dezember 2014. Während den laufenden Ab-
klärungen bezüglich seines Aufenthaltsstatus ging A.________ am 
9. November 2015 eine eingetragene Partnerschaft mit dem Schweizer 
B.________ ein. Gestützt auf diese Partnerschaft erhielt A.________ eine 
Aufenthaltsbewilligung. Diese wurde mehrmals verlängert, obschon das 
Paar nicht in einer gemeinsamen Wohnung lebte. Mit Verfügung vom 
20. September 2018 verweigerte das Amt für Migration und Personenstand 
des Kantons Bern (MIP; heute: Amt für Bevölkerungsdienste [ABEV]), 
Migrationsdienst (MIDI), die Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung von 
A.________ und wies ihn aus der Schweiz weg. Zudem setzte es ihm eine 
Ausreisefrist.

B.

Gegen diese Verfügung erhoben A.________ und B.________ am 
22. Oktober 2018 Beschwerde bei der Polizei- und Militärdirektion des Kan-
tons Bern (POM; heute: Sicherheitsdirektion [SID]). Mit Entscheid vom 
20. September 2019 wies diese die Beschwerde ab und setzte A.________ 
eine neue Ausreisefrist auf den 1. November 2019.

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C.

Hiergegen haben A.________ und B.________ am 28. Oktober 2019 
Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhoben. Sie beantragen, der ange-
fochtene Entscheid sei aufzuheben und A.________ sei die Aufent-
haltsbewilligung zu verlängern.

Die POM beantragt mit Vernehmlassung vom 22. November 2019 die Ab-
weisung der Beschwerde.

Mit Verfügung vom 7. September 2020 forderte der Instruktionsrichter 
A.________ und B.________ auf, sich zu ihrer aktuellen Lebens- und 
Wohnsituation zu äussern. Dieser Aufforderung sind sie am 9. November 
2020 nachgekommen. Am 25. November 2020 hat die SID dazu Stellung 
genommen und an ihrem Antrag auf Abweisung der Beschwerde festgehal-
ten. A.________ und B.________ haben am 14. Dezember 2020 und am 
8. Januar 2021 erneut Stellung genommen und weitere Unterlagen 
eingereicht.

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als letzte 
kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Gesetzes 
vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) 
zuständig. Die Beschwerdeführer haben am vorinstanzlichen Verfahren teil-
genommen, sind durch den angefochtenen Entscheid besonders berührt und 
haben ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung 
(Art. 79 Abs. 1 VRPG). Die Bestimmungen über Form und Frist sind einge-
halten (Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 VRPG). Auf die Beschwerde ist einzu-
treten.

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1.2 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 Bst. a und b VRPG).

2.

2.1 Die Beschwerdeführer machen zunächst Verletzungen des recht-
lichen Gehörs geltend. Wie vor der Vorinstanz bringen sie vor, das MIP habe 
sich nicht genügend mit ihrer Stellungnahme vom 31. August 2018 bzw. den 
darin angebotenen Beweismitteln auseinandergesetzt (Beschwerde S. 6 ff.; 
Akten MIDI 5C pag. 585 ff.). Zudem habe die Vorinstanz bezüglich des Ge-
trenntlebens eine falsche Sachverhaltswürdigung vorgenommen, was «ak-
tenwidrig» sei (Beschwerde S. 8 ff.). 

2.2 Nach Art. 18 Abs. 1 VRPG stellen die Behörden den Sachverhalt von 
Amtes wegen fest (Untersuchungsgrundsatz). Sie sind verpflichtet, diesen 
richtig und vollständig abzuklären, was das Zusammentragen, Nachprüfen 
und Bewerten aller Sachumstände umfasst, die im Hinblick auf die Regelung 
des konkreten Rechtsverhältnisses bedeutsam sind (BVR 2012 S. 252 
E. 3.3.1, 2009 S. 149 E. 5.1; Michel Daum, in Herzog/Daum [Hrsg.], Kom-
mentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 18 N. 1; Reto Feller, in 
Herzog/Daum [Hrsg.], Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, 
Art. 16 N. 10). Unvollständig ist die Sachverhaltsfeststellung, wenn die Be-
hörde nicht alle für den Entscheid wesentlichen Sachumstände und Beweis-
mittel erhoben hat. Unrichtig ist sie, wenn die Behörde die Beweismittel 
falsch gewürdigt oder einen rechtserheblichen Sachumstand nicht in das Be-
weisverfahren einbezogen hat (BVR 2004 S. 446 E. 4.2; Ruth Herzog, in 
Herzog/Daum [Hrsg.], Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, 
Art. 66 N. 31 f.). Der Anspruch auf rechtliches Gehör gemäss Art. 21 ff. 
VRPG sowie Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung (BV; SR 101) und Art. 26 
Abs. 2 der Verfassung des Kantons Bern (KV; BSG 101.1) garantiert na-
mentlich das Recht, dass die Behörde die Vorbringen der vom Entscheid in 
ihrer Rechtsstellung Betroffenen tatsächlich hört, prüft und bei der Ent-
scheidfindung berücksichtigt. Daraus folgt die Verpflichtung der Behörde, ih-
ren Entscheid zu begründen (vgl. auch Art. 52 Abs. 1 Bst. b VRPG), wobei 
nicht erforderlich ist, dass sich diese mit allen Parteistandpunkten einlässlich 

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auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt. 
Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Punkte be-
schränken (BGE 142 I 135 E. 2.1, 140 II 262 E. 6.2; BVR 2018 S. 341 
E. 3.4.2, 2016 S. 402 E. 6.2). Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst 
auch das Recht der Parteien, mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu wer-
den (vgl. Michel Daum, a.a.O., Art. 21 N. 15; statt vieler BGE 143 V 71 
E. 4.1).

2.3 Die Vorinstanz ist zu Recht davon ausgegangen, dass das MIP die 
Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung genügend begründet hat. Der 
Verfügung vom 20. September 2018 ist ohne weiteres zu entnehmen, warum 
bei den Beschwerdeführern von keinem gemeinsamen Haushalt auszuge-
hen war und für das Getrenntleben keine wichtigen Gründe bestanden. Ge-
stützt darauf war es den Beschwerdeführern durchaus möglich, die Ver-
fügung sachgerecht anzufechten. Die von den Beschwerdeführern genann-
ten Umstände, welche das MIP ihrer Ansicht nach fälschlicherweise nicht 
gewürdigt haben soll, sind in Bezug auf das Zusammenleben entweder nicht 
entscheidwesentlich oder wurden vom MIP berücksichtigt (vgl. auch hinten 
E. 4 und 5). Eine Verletzung der Begründungspflicht ist demnach zu vernei-
nen.

2.4 Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführer ist auch in der abwei-
chenden Würdigung von bestimmten Akten und Aussagen durch die Vor-
instanz nicht bereits eine Gehörsverletzung oder eine unrichtige Feststellung 
des Sachverhalts zu erblicken; ob die vorinstanzlichen Erwägungen zum Ge-
trenntleben zutreffen und namentlich auf einer vollständigen und zutreffen-
den Sachverhaltswürdigung basieren, ist nicht eine Frage des rechtlichen 
Gehörs, sondern der materiellen Beurteilung (vgl. etwa BVR 2018 S. 341 
E. 3.4.2).

3.

Aufgrund der Akten ist von folgendem Sachverhalt auszugehen: 

3.1 Der Beschwerdeführer 1 wurde am … 1978 in Tunesien geboren 
(Akten MIDI 5B pag. 103). Im April 2004 reiste er in die Schweiz ein und 

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stellte unter einer Alias-Identität (… aus Libyen) ein Asylgesuch (Akten 
MIDI 5B pag. 1 ff., 8 ff.). Mit Verfügung vom 16. Mai 2006 trat das damalige 
Bundesamt für Migration (BFM; heute: Staatssekretariat für Migration [SEM]) 
auf das Gesuch nicht ein und wies den Beschwerdeführer 1 unter Ansetzung 
einer Ausreisefrist aus der Schweiz weg (Akten MIDI 5B pag. 84 ff.). Er reiste 
trotz rechtskräftiger Wegweisung nicht aus und hielt sich in der Folge illegal 
in der Schweiz auf (Akten MIDI 5B pag. 110, 117, 126). 

3.2 Am 27. Mai 2008 heiratete der Beschwerdeführer 1 in Unterseen die 
Schweizerin … (Jg. 1970), worauf er eine Aufenthaltsbewilligung erhielt 
(Akten MIDI 5B pag. 103 ff.). Das Ehepaar hob den gemeinsamen Haushalt 
am 15. Februar 2011 auf. Die Ehe wurde per 21. September 2011 gerichtlich 
getrennt (Akten MIDI 5B pag. 173 f.). Nach übereinstimmenden Aussagen 
des Ehepaars, wonach sie die Wiederaufnahme des gemeinsamen 
Haushalts als möglich erachteten (Akten MIDI 5B pag. 180 ff.), verlängerte 
das MIP die Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers 1 um ein 
weiteres Jahr (Akten MIDI 5B pag. 183 f.). Als der gemeinsame Haushalt 
auch nach einem weiteren Jahr nicht wiederaufgenommen worden war 
(Akten MIDI 5B pag. 194, 196 f.), verweigerte das MIP mit Verfügung vom 
20. Februar 2013 die (weitere) Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung und 
wies den Beschwerdeführer 1 aus der Schweiz weg (Akten MIDI 5B 
pag. 228 ff.). Die dagegen erhobenen Rechtsmittel blieben ohne Erfolg 
(Akten MIDI 5B pag. 287 ff., 317 ff., 325 ff.). Die Ehe wurde am 6. Dezember 
2013 geschieden (Akten MIDI 5B pag. 334). Das MIP setzte dem 
Beschwerdeführer 1 eine Ausreisefrist auf den 15. Februar 2014 an (Akten 
MIDI 5B pag. 339).

3.3 Am 23. Januar 2014 leitete der Beschwerdeführer 1 mit dem Schwei-
zer C.________ (Jg. 1954) beim Zivilstandskreis Emmental ein Vorverfahren 
für eine eingetragene Partnerschaft ein (Akten MIDI 5B pag. 341 f.). Der 
Zivilstandskreis Emmental äusserte am 6. Februar 2014 gegenüber der 
Aufsichtsbehörde im Zivilstandswesen einen Verdacht auf Scheinpartner-
schaft (Akten MIDI 5B pag. 350 ff.). Aus dem gleichen Grund lehnte das MIP 
am 12. Februar 2014 den Antrag des Beschwerdeführers 1 «auf Verlänge-
rung des Aufenthalts in der Schweiz» ab (Akten MIDI 5B pag. 348 f.). Nach 
einer vorläufigen Festnahme verliess er am 23. Februar 2014 die Schweiz 

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(Akten MIDI 5B pag. 373 ff.). Am 9. September 2014 erteilte ihm das MIP ein 
Visum zur Vorbereitung der eingetragenen Partnerschaft, worauf er am 
30. September 2014 in die Schweiz zurückkehrte (Akten MIDI 5C pag. 431, 
433). Die Partnerschaft zwischen dem Beschwerdeführer 1 und C.________ 
wurde am 3. Dezember 2014 eingetragen (Akten MIDI 5C pag. 434 ff.). 
C.________ verstarb am 17. Dezember 2014 an einem Krebsleiden (Akten 
MIDI 5C pag. 440 f., 477). Während der Klärung des Aufenthaltsstatus des 
Beschwerdeführers 1 (Akten MIDI 5C pag. 444 f.) ging dieser mit dem 
Schweizer B.________ (Jg. 1950; Beschwerdeführer 2) am 9. November 
2015 erneut eine eingetragene Partnerschaft ein (Akten MIDI 5C pag. 483 
ff.). Aufgrund dieser zweiten eingetragenen Partnerschaft erhielt der 
Beschwerdeführer 1 eine Aufenthaltsbewilligung, obwohl keine gemeinsame 
Wohnung vorlag (Akten MIDI 5C pag. 487).

3.4 Zur Wohnsituation der Beschwerdeführer während der eingetrage-
nen Partnerschaft lässt sich den Akten Folgendes entnehmen: Von Anfang 
an gaben sie gegenüber den Behörden wiederholt an, auf der Suche nach 
einer gemeinsamen Wohnung zu sein (Akten MIDI 5C pag. 478, 487, 493, 
506, 513, 519, 534, 538 ff.). Der Beschwerdeführer 1 lebte ab Juni 2015 bei 
einem Kollegen in Interlaken, während der Beschwerdeführer 2 immer noch 
mit seiner Exfrau (seit 1985 geschieden; Beilage 2 zur Eingabe vor der Vor-
instanz vom 20.6.2019 [act. 5A1]) an der X.________ strasse 1________ in 
Köniz wohnte (Akten MIDI 5C pag. 491 ff.; Beilage 1 zur Eingabe vor der 
Vorinstanz vom 16.8.2019 [act. 5A1]). Ab Februar 2017 konnte der 
Beschwerdeführer 1 an der X.________strasse 2________ in Köniz eine 
Einzimmerwohnung beziehen (Akten MIDI 5C pag. 518, 523). Wegen 
Zahlungsrückstands des Beschwerdeführers 2 (als Mieter) wurde der 
Mietvertrag für die X.________ strasse 2________ per 31. Juli 2017 
gekündigt (Beilage 6 zur Eingabe vor der Vorinstanz vom 20.6.2019 
[act. 5A1]). Ab Juni 2017 wohnte der Beschwerdeführer 1 bei einem Kolle-
gen in …. Diesen Umzug begründete er mit einem Arbeitsplatzwechsel 
(Akten MIDI 5C pag. 538, 541). Wegen fehlender (Unter-)Mietzinszahlungen 
musste er auch diese Wohnung auf November 2017 verlassen (Beilage 3 
zur Eingabe vor der Vorinstanz vom 20.6.2019 [act. 5A1]). Vom 4. November 
2017 bis zum 4. Juni 2018 mietete der Beschwerdeführer 1 eine Wohnung 
in … (Einwohnergemeinde …; Beilage 7 zur Eingabe vor der Vorinstanz vom 

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20.6.2019 [act. 5A1]; Akten MIDI 5C pag. 528). Im Juli und Oktober 2018 
bewarben sich die Beschwerdeführer erfolglos um vier Wohnungen in Bern 
bzw. Interlaken (Akten MIDI 5C pag. 607 ff., 688 f., 697 f.). Der 
Beschwerdeführer 1 bezog ab November 2018 ein möbliertes Einzelzimmer 
im X.________hotel. Der Beschwerdeführer 2 wohnte ab Januar 2019 in 
einem anderen Einzelzimmer des gleichen Hotels. Der Nettomietzins für 
beide Zimmer (inkl. Parkplatz) betrug monatlich Fr. 800.-- (Beilagen 8-10 zur 
Eingabe vor der Vorinstanz vom 20.6.2019 [act. 5A1]; Akten POM 5A 
pag. 46). Seit Februar 2020 hält sich der Beschwerdeführer 1 in Tunesien 
auf (Eingabe vom 9.11.2020 [act. 11]). Der Beschwerdeführer 2 lebt wäh-
rend der Landesabwesenheit seines Partners wiederum bei seiner Exfrau an 
der X.________strasse 1________ in Köniz (act. 11A).

3.5 Der Beschwerdeführer 1 absolvierte in Tunesien eine Ausbildung als 
Schweisser (Akten MIDI 5B pag. 404). Von 2008 bis 2015 war er immer wie-
der in verschiedenen Anstellungen im Baugewerbe bzw. in der Industrie tätig 
(zumeist befristet und auf Stundenlohnbasis; Akten MIDI 5B pag. 112, 134, 
140, 145, 167 f., 186, 210 ff., 306 ff.; Beilage 13 zur Eingabe vor der Vor-
instanz vom 20.6.2019 [act. 5A1]). In dieser Zeitspanne war er aber auch 
mehrmals arbeitslos (Akten MIDI 5B pag. 213, 246 ff., 305). Seit Beginn der 
eingetragenen Partnerschaft mit dem Beschwerdeführer 2 war der Be-
schwerdeführer 1 folgendermassen erwerbstätig: 

– Ab Juni 2017 führte er als Bauarbeiter einen temporären Arbeitseinsatz 
bei der Talstation der …bahn aus (Beilage 13 zur Eingabe vor der 
Vorinstanz vom 20.6.2019 [act. 5A1]).

– Von Oktober bis Dezember 2017 arbeitete er als Baufacharbeiter in … 
(Akten MIDI 5C pag. 543 ff.).

– Von Januar bis März 2018 war er als arbeitslos gemeldet (Akten MIDI 5C 
pag. 548 ff.).

– Von April 2018 bis März 2019 war er temporär in Interlaken als Bauar-
beiter tätig. Ab April 2019 war er beim gleichen Unternehmen unbefristet 
angestellt (Beilage 14 zur Eingabe vor der Vorinstanz vom 20.6.2019 

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[act. 5A1]). Im Mai 2019 erhielt er die (fristlose) Kündigung (Beilage zur 
Eingabe vor der Vorinstanz vom 27.5.2019 [act. 5A1]).

– Ab 17. Juli 2019 absolvierte er einen temporären Arbeitseinsatz als Ge-
rüstmonteur in … (Beilage 3 zur Eingabe vor der Vorinstanz vom 
14.8.2019 [act. 5A1]).

– Von Oktober 2019 bis zu seiner Ausreise im Februar 2020 bezog er er-
neut Arbeitslosenentschädigung (vgl. VGE ALV/2020/567 vom 
28.8.2020 Bst. A).

3.6 Zwischen 2014 und 2017 hielt sich der Beschwerdeführer 1 mehr-
mals für längere Zeit – unter anderem zur Gründung einer «Firma» – in Tu-
nesien auf (Akten MIDI 5C pag. 492 ff., 511 f.). Er pflegt weiterhin Kontakt zu 
seinen Geschwistern im Heimatland (Akten MIDI 5B pag. 404; Akten MIDI 
5C pag. 411, 542). Von Januar bis Juni 2015 bezog der Beschwerdeführer 1 
von der Stadt Burgdorf Sozialhilfeleistungen in der Höhe von Fr. 10'496.-- 
(Akten MIDI 5C pag. 446, 451). Aus der Erbschaft von C.________ erhielt er 
im Juni 2015 Fr. 140'000.-- (Beilage 16 zur Eingabe vor der Vorinstanz vom 
20.6.2019 [act. 5A1]). Mit Verfügung vom 3. Dezember 2015 erklärte die 
Sozialdirektion der Stadt Burgdorf die bezogenen Sozialhilfeleistungen als 
rückerstattungspflichtig (Beilage Schreiben vom 1.5.2019 vor der Vorinstanz 
[act. 5A1]). Am 16. Juli 2019 schloss sie mit dem Beschwerdeführer 1 eine 
Vereinbarung über die monatliche Rückzahlung der Sozialhilfeleistungen 
von Fr. 300.-- ab (Beilage 4 zur Eingabe vor der Vorinstanz vom 14.8.2019 
[act. 5A1]). Von Februar bis März 2014 bezog er vom Sozialdienst Region 
Jungfrau Sozialhilfeleistungen in der Höhe von Fr. 1'600.40 (Akten MIDI 5C 
pag. 552). Der Betreibungsregisterauszug vom 20. Mai 2019 enthält eine 
Pfändung von Fr. 1'905.60 (Beilage 1 zur Eingabe vor der Vorinstanz vom 
20.6.2019 [act. 5A1]). 

3.7 Der Beschwerdeführer 1 trat während seines Aufenthalts in der 
Schweiz wie folgt strafrechtlich in Erscheinung:

– Mit Strafmandat vom 8. Januar 2009 verurteilte ihn das Untersuchungs-
richteramt IV Berner Oberland wegen Widerhandlungen gegen das Aus-
ländergesetz sowie Ungehorsams gegen eine amtliche Verfügung zu ei-

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ner bedingten Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je Fr. 50.-- und einer 
Busse von Fr. 200.-- (Akten MIDI 5B pag. 137 f.).

– Mit Strafbefehl vom 14. November 2013 verurteilte ihn die Regionale 
Staatsanwaltschaft Oberland wegen Fahrens in fahrunfähigem Zustand 
und Übertretung gegen das Betäubungsmittelgesetz zu einer bedingten 
Geldstrafe von zehn Tagessätzen zu Fr. 100.-- und einer Busse von 
Fr. 900.-- (Akten MIDI 5C pag. 556).

– Mit Strafbefehl vom 27. März 2014 verurteilte ihn die Regionale Staats-
anwaltschaft Oberland wegen Widerhandlungen gegen das Ausländer-
gesetz und Übertretung gegen das Betäubungsmittelgesetz zu einer 
Geldstrafe von 15 Tagessätzen zu Fr. 20.-- und einer Busse von 
Fr. 100.-- (Akten MIDI 5C pag. 556 f.).

– Die Regionale Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland verurteilte ihn am 
16. Dezember 2016 wegen Nichtabgabe von Ausweisen und/oder Kon-
trollschildern zu einer Geldstrafe von sechs Tagessätzen zu Fr. 30.-- (Ak-
ten MIDI 5C pag. 557).

4.

4.1 Nach Art. 52 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die 
Ausländerinnen und Ausländer und über die Integration (Ausländer- und In-
tegrationsgesetz, AIG; SR 142.20; vor dem 1.1.2019: Bundesgesetz über die 
Ausländerinnen und Ausländer [Ausländergesetz, AuG]; soweit hier interes-
sierend inhaltsgleich, weshalb trotz materieller Anwendbarkeit des AuG aus-
schliesslich aufs AIG verwiesen wird) gelten die Bestimmungen von Art. 42-
51 AIG über ausländische Ehegatten für die eingetragene Partnerschaft 
gleichgeschlechtlicher Paare sinngemäss. Gemäss Art. 42 Abs. 1 AIG ha-
ben ausländische eingetragene Partner von Schweizern (wie der Beschwer-
deführer 1) Anspruch auf Erteilung und Verlängerung der Aufenthaltsbewilli-
gung, wenn sie mit diesen zusammenwohnen. Der Gesetzgeber hat das Kri-
terium des Zusammenwohnens bewusst mit Erlass des AuG eingeführt (vgl. 
Botschaft des Bundesrats zum AuG, in BBl 2002 S. 3709 ff., 3753; ferner 
BGE 136 II 113 E. 3.2). Die Bestimmungen über den Familiennachzug set-

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zen daher auch bei einer eingetragenen Partnerschaft voraus, dass die Part-
ner zusammenwohnen und die partnerschaftliche Beziehung als Lebens- 
und Schicksalsgemeinschaft anhaltend und nicht bloss punktuell bzw. wäh-
rend kurzer Zeit gelebt wird, im Übrigen aber jeder Partner seinen eigenen 
Interessen und Bedürfnissen nachgeht. Die Familiennachzugsbestimmun-
gen der Art. 42 Abs. 1, Art. 49 und 50 AIG sind generell nicht dazu bestimmt, 
dass jeder eingetragene Partner für sich unabhängig leben kann bzw. das 
Getrenntleben ohne wichtigen Grund zum Regelfall wird (vgl. 
BGer 2C_48/2014 vom 9.10.2014 E. 3.2.2). Beim Zusammenwohnen ist 
hauptsächlich auf die nach aussen wahrnehmbare partnerschaftliche Wohn-
gemeinschaft abzustellen (vgl. BGE 138 II 229 E. 2, 137 II 345 E. 3.1.2). 

4.2 In Übereinstimmung mit der Vorinstanz ist davon auszugehen, dass 
die Beschwerdeführer seit der Eintragung ihrer Partnerschaft am 9. Novem-
ber 2015 nie in einer gemeinsamen Wohnung zusammengelebt haben (vgl. 
angefochtener Entscheid E. 5b; Stellungnahme SID vom 25.11.2020 
[act. 13]). Für ein partnerschaftliches Zusammenwohnen nach Art. 42 Abs. 1 
AIG reichten die zwei separaten Wohnungen an der X.________strasse 
1________ und 2________ nicht aus, auch wenn sie sich im gleichen 
Gebäude befanden (vgl. BGer 2C_638/2014 vom 10.11.2014 E. 2.3.1; vgl. 
vorne E. 3.4). Gleiches hat für die Ende 2018 bzw. Anfang 2019 bezogenen 
Einzelzimmer im X.________hotel zu gelten: Die zwei Zimmer wurden 
möbliert gemietet, verfügten über keine (eingebaute) Küche und kein Bad 
und (soweit ersichtlich) über keine Verbindungstür. Die Zimmer waren 
jeweils nur wenige Quadratmeter gross (Beilage 9 zur Eingabe vor der 
Vorinstanz vom 20.6.2019 [act. 5A1]). Das Hotel hat als frei zugänglich zu 
gelten (Beschwerde S. 14). Zudem scheinen die Beschwerdeführer nicht 
substanziiert zu bestreiten, dass es sich beim Aufenthalt in separaten 
Hotelzimmern nicht um ein partnerschaftliches Zusammenleben gehandelt 
hatte. Folglich sprachen auch sie von einer suboptimalen und befristeten 
«Zwischenlösung» unter «widrigen Umständen» (Beschwerde S. 10 f., 12 ff.; 
vgl. auch Beschwerdebeilage 5). Damit unterscheidet sich die Sachlage 
wesentlich von BGer 2C_48/2014 vom 9. Oktober 2014. Dort bejahte das 
Bundesgericht ein eheliches Zusammenleben in einem genossen-
schaftlichen Grosshaushalt, da das Ehepaar neben ihren privaten Zimmern 
auch über eine Mansarde zur gemeinsamen Nutzung verfügte und sich diese 

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Form des Zusammenlebens aufgrund je eines in die Ehe eingebrachten 
minderjährigen Kindes aufdrängte (E. 3.2.4 f.). Im Übrigen hält sich der 
Beschwerdeführer 1 ohnehin seit Februar 2020 in seinem Heimatland auf. 
Der Beschwerdeführer 2 ist mittlerweile an die X.________ strasse 
1________ zurückgekehrt, wo er bei seiner Exfrau über einen «Schlafplatz» 
verfügt (vgl. Beschwerde S. 18; vorne E. 3.4). 

5.

Umstritten ist, ob für das fehlende Zusammenleben wichtige Gründe vorhan-
den sind: 

5.1 Das Erfordernis des Zusammenwohnens nach Art. 42 Abs. 1 AIG be-
steht nicht, wenn für getrennte Wohnorte wichtige Gründe geltend gemacht 
werden und die Familiengemeinschaft weiter besteht (Art. 49 AIG). Wichtige 
Gründe für eine Ausnahme vom Erfordernis des Zusammenwohnens kön-
nen insbesondere durch berufliche Verpflichtungen oder durch eine vorüber-
gehende Trennung wegen erheblicher familiärer Probleme entstehen 
(Art. 76 der Verordnung vom 24. Oktober 2007 über Zulassung, Aufenthalt 
und Erwerbstätigkeit [VZAE; SR 142.201]). Die Regelung von Art. 49 AIG 
trägt den Charakter einer Ausnahmebestimmung, die in besonderen, nicht 
leichthin anzunehmenden Konstellationen von der grundsätzlichen Notwen-
digkeit des partnerschaftlichen Zusammenlebens befreit (vgl. 
BGer 2C_712/2014 vom 12.6.2015 E. 2.3; VGE 2017/225 vom 2.8.2018 
E. 3.4, 2015/283 vom 7.7.2016 E. 3.2.1). Ein wichtiger Grund im Sinn von 
Art. 49 AIG i.V.m. Art. 76 VZAE muss objektivierbar sein und ein gewisses 
Gewicht aufweisen (BGer 2C_48/2018 vom 5.9.2018 E. 2.1). Ein solcher ist 
umso eher zu bejahen, je weniger das Paar die Situation des Getrenntlebens 
beeinflussen kann, ohne einen grossen Nachteil in Kauf nehmen zu müssen 
(BGer 2C_511/2019 vom 28.11.2019 E. 3.1; VGE 2017/225 vom 2.8.2018 
E. 3.4). Dagegen stellt ein freiwilliger Entscheid für ein «living apart together» 
für sich allein genommen keinen wichtigen Grund im Sinn von Art. 49 AIG 

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dar (BGer 2C_599/2018 vom 8.1.2019 E. 5.1, 2C_395/2016 vom 27.9.2016 
E. 4.3.4). 

5.2 Die Beschwerdeführer bringen verschiedene Gründe vor, die ein Ge-
trenntleben nach Art. 49 AIG rechtfertigten: Sie hätten sich immer wieder er-
folglos um eine geeignete Wohnung bemüht. Der Beschwerdeführer 1 habe 
aufgrund seiner Anstellungen umziehen müssen. Zudem sei der Beschwer-
deführer 2 gesundheitlich angeschlagen und könne kein «regelmässiges 
Einkommen» generieren (Beschwerde S. 12 ff.). Bezüglich der Landesab-
wesenheit des Beschwerdeführers 1 seit Februar 2020 verweisen die Be-
schwerdeführer darauf, dass eine Rückkehr in die Schweiz zurzeit aufgrund 
von «Covid-bedingten Massnahmen» erschwert sei (Eingabe vom 9.11.2020 
[act. 11]).

5.3 Schwierigkeiten bei der Wohnungssuche mögen während Wochen, 
jedoch nicht während Jahren einen wichtigen Grund nach Art. 49 AIG dar-
stellen (vgl. zu sechs Wochen Suchzeit im äusserst knappen Wohnungsan-
gebot im Grossraum Zürich BGer 2C_544/2010 vom 23.12.2010 E. 2.3.1; 
VGE 2013/390 vom 10.4.2014 E. 3.4). Den Beschwerdeführern ist es seit 
Beginn ihrer eingetragenen Partnerschaft im November 2015 nicht gelun-
gen, im Kanton Bern eine gemeinsame Wohnung zu finden. Ihre Suchbemü-
hungen waren dabei äusserst dürftig. So sind über rund fünf Jahre nur vier 
konkrete Wohnungsbewerbungen bzw. eine Absage aus dem Jahr 2018 in 
den Akten dokumentiert (vgl. vorne E. 3.4; Akten MIDI 5C pag. 612). Vor 
Verwaltungsgericht verweisen die Beschwerdeführer einzig auf eine E-Mail 
vom 18. Oktober 2019 an ihren Rechtsvertreter, die belegen soll, dass sie 
bezüglich der Wohnungssuche bei verschiedenen «Organisationen» ange-
fragt haben (Beschwerdebeilage 6). Nicht überzeugend ist, dass die Nicht-
verlängerung der Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers 1 angeb-
lich «entscheidend zur Erschwerung der Arbeits- und Wohnungssuche der 
beiden Lebenspartner» beigetragen habe (Beschwerde S. 14). 

5.4 Ebenso wenig ergibt sich aus der beruflichen Situation des Be-
schwerdeführers 1 ein wichtiger Grund für getrennte Wohnorte. Seit Juni 
2017 war er ausschliesslich in der Region Berner Oberland erwerbstätig (vgl. 
vorne E. 3.5); der Beschwerdeführer 2 ist pensioniert. Es wäre daher für die 
Beschwerdeführer auch in örtlicher Hinsicht in all den Jahren möglich gewe-

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sen, sich um eine gemeinsame Wohnung im Raum Interlaken zu bemühen. 
Im Gegensatz zu urbaneren Regionen herrscht im Berner Oberland keine 
Wohnungsknappheit. 

5.5 Den Beschwerdeführern kann auch nicht gefolgt werden, soweit sie 
den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers 2 bzw. die schlechte finan-
zielle Situation als Argumente für die fehlende gemeinsame Wohnung vor-
bringen. Aus dem Arztzeugnis vom 24. Oktober 2019 geht einzig hervor, 
dass der Beschwerdeführer 2 «wegen gesundheitlicher Probleme in haus-
ärztlicher und fachärztlicher Behandlung» ist (Beschwerdebeilage 2). Dass 
er an eine bestimmte Wohnregion (z.B. für regelmässige Arztbesuche) bzw. 
einen bestimmten Wohnkomfort (z.B. Lift) gebunden wäre, ist nicht ersicht-
lich und wird auch nicht behauptet. Zudem präsentiert sich die finanzielle 
Lage der Beschwerdeführer so, dass sie sich zumindest eine kleine gemein-
same Wohnung leisten könnten. Der Beschwerdeführer 1 ging immer wieder 
einer Arbeit nach (vgl. vorne E. 3.5) und erhielt aus der Erbschaft seines Ex-
Partners einen Betrag von Fr. 140'000.-- (vgl. vorne E. 3.6). Der Beschwer-
deführer 2 bezieht eine AHV-Rente. Bei Wohnungsbewerbungen gaben die 
Beschwerdeführer ein monatliches Gesamteinkommen von jeweils rund 
Fr. 8'000.-- an (Akten MIDI 5C pag. 610, 688, 697). Weder vor der Vor-
instanz noch im verwaltungsgerichtlichen Verfahren reichten sie ein Gesuch 
um unentgeltliche Rechtspflege ein. 

5.6 Darüber hinaus kann auch die Landesabwesenheit des Beschwerde-
führers 1 ab Februar 2020 nicht als wichtiger Grund für getrennte Wohnorte 
gelten. Mit den Beschwerdeführern ist zwar davon auszugehen, dass eine 
Rückreise in die Schweiz – gerade in der Anfangsphase der Pandemie – 
eine Herausforderung darstellte. Dass jedoch aufgrund der Massnahmen ge-
gen die Bekämpfung des Coronavirus eine Rückreise in die Schweiz über 
die Zeitdauer von rund einem Jahr gänzlich unmöglich gewesen sein soll, ist 
weder geltend gemacht noch ersichtlich. Der Flugbetrieb zwischen Tunesien 
und der Schweiz war nicht dauernd eingestellt und das Erfordernis des Vor-
weisens eines aktuellen Coronatests stellt kein aussergewöhnliches Ausrei-
sehindernis dar. Die von den Beschwerdeführern vorgebrachten Gründe er-
scheinen demnach als unglaubhaft und vorgeschoben (Eingabe vom 
9.11.2020 [act. 11] S. 2 f.; act. 11A). 

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5.7 Nach dem Gesagten ist davon auszugehen, dass das Getrenntleben 
der Beschwerdeführer seit Jahren freiwillig gewählt ist. Abgesehen von einer 
kurzen Phase zu Beginn der eingetragenen Partnerschaft nennen die Be-
schwerdeführer keinen wichtigen Grund für getrennte Wohnorte im Sinn von 
Art. 49 AIG. Der Beschwerdeführer 1 hat damit gestützt auf Art. 42 Abs. 1 
AIG keinen Anspruch auf Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung. Unter 
diesen Umständen kann auf die Durchführung einer Parteibefragung oder 
eines Augenscheins der in der Zwischenzeit ohnehin aufgegebenen Hotel-
zimmer verzichtet werden (vgl. Beschwerde S. 11). Der Sachverhalt ergibt 
sich hinreichend aus den Akten und die rechtliche Beurteilung hängt nicht 
entscheidend vom persönlichen Eindruck ab (vgl. Michel Daum, a.a.O., 
Art. 21 N. 18). Die Beweisanträge werden daher abgewiesen (vgl. zur sog. 
antizipierten Beweiswürdigung statt vieler BVR 2017 S. 556 E. 7.4; Michel 
Daum, a.a.O., Art. 18 N. 27 f.).

6.

Des Weiteren können sich die Beschwerdeführer nicht auf einen Bewilli-
gungsanspruch nach Art. 50 AIG (nachehelicher Härtefall) berufen. Art. 50 
AIG bezweckt den Schutz des eingetragenen Partners, wenn die Familien-
gemeinschaft aufgelöst worden ist (vgl. BGE 140 II 129 E. 3; VGE 2020/89 
vom 21.10.2020 E. 8.1, 2019/39 vom 11.4.2019 E. 2.5). Im vorliegenden Fall 
ist die eingetragene Partnerschaft nicht gerichtlich aufgelöst (vgl. Art. 29 f. 
des Bundesgesetzes vom 18. Juni 2004 über die eingetragene Partnerschaft 
gleichgeschlechtlicher Paare [Partnerschaftsgesetz, PartG; SR 211.231]) 
und die Beschwerdeführer behaupten, ihre eingetragene Partnerschaft nach 
wie vor zu leben (vgl. so auch Eingabe vom 9.11.2020 [act. 11]; act. 11A). 
Unter diesen Umständen erübrigt es sich – im Gegensatz zur Vorinstanz (vgl. 
angefochtener Entscheid E. 6c und 6d) –, die weiteren Voraussetzungen von 
Art. 50 AIG zu prüfen. Abgesehen davon ist die dreijährige Dauer der part-
nerschaftlichen Gemeinschaft mit gemeinsamer Wohnung nicht gegeben 
(Art. 50 Abs. 1 Bst. a AIG) und machen keine wichtigen persönlichen Gründe 

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einen weiteren Aufenthalt des Beschwerdeführers 1 in der Schweiz erforder-
lich (Art. 50 Abs. 1 Bst. b und Abs. 2 AIG). 

7.

Zu prüfen ist weiter, ob sich aus dem Recht auf Familienleben bzw. auf Pri-
vatleben (Art. 8 der Europäischen Menschenrechtskonvention [EMRK; 
SR 0.101] und Art. 13 BV) ein Bewilligungsanspruch für den Beschwerde-
führer 1 ergibt (vgl. Beschwerde S. 19 ff.):

7.1 Wird durch die Entfernungsmassnahme die weitere Pflege familiärer 
Beziehungen im Sinn von Art. 8 Ziff. 1 EMRK bzw. Art. 13 Abs. 1 BV beein-
trächtigt, bilden Grundlage dieser Interessenabwägung Art. 8 Ziff. 2 EMRK 
und Art. 36 BV (vgl. etwa BGE 142 II 35 E. 6.1, 139 I 145 E. 2.2 und 2.4 mit 
Hinweisen auf die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Men-
schenrechte [EGMR]; BVR 2015 S. 391 E. 4.1). Art. 8 EMRK in seinem As-
pekt des Familienlebens ist berührt, wenn eine staatliche Entfernungsmass-
nahme eine nahe, echte und tatsächlich gelebte familiäre Beziehung einer in 
der Schweiz gefestigt anwesenheitsberechtigten Person beeinträchtigt, ohne 
dass es dieser ohne weiteres möglich bzw. zumutbar wäre, ihr Familienleben 
andernorts zu pflegen (BGE 144 I 266 E. 3.3). – Die Beschwerdeführer ha-
ben seit der Eintragung ihrer Partnerschaft am 9. November 2015 nie in einer 
gemeinsamen Wohnung zusammengelebt (vgl. vorne E. 4.2). Der Be-
schwerdeführer 1 befindet sich seit Februar 2020 wieder in seinem Heimat-
land und scheint keine Anstalten zu machen, wieder zum Beschwerdefüh-
rer 2 in die Schweiz zurückzukehren (vgl. vorne E. 5.6). Unter diesen Um-
ständen kann nicht von einer tatsächlich gelebten und intakten Beziehung 
ausgegangen werden. Damit liegt kein rechtfertigungsbedürftiger Eingriff in 
das Rechtsgut des Familienlebens vor, so dass der Beschwerdeführer 1 un-
ter diesem Aspekt für sich nichts aus Art. 8 Ziff. 1 EMRK bzw. Art. 13 Abs. 1 
BV ableiten kann. 

7.2 Ein gefestigtes Anwesenheitsrecht kann sich unter Umständen auch 
aus dem Anspruch auf Achtung des Privatlebens (Art. 8 Ziff. 1 EMRK; Art. 13 
Abs. 1 BV) ergeben. Nach einer rechtmässigen Aufenthaltsdauer von rund 

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zehn Jahren ist gemäss bundesgerichtlicher Praxis regelmässig davon aus-
zugehen, dass die sozialen Beziehungen in diesem Land so eng geworden 
sind, dass es für eine Aufenthaltsbeendigung besonderer Gründe bedarf. Im 
Einzelfall kann es sich freilich anders verhalten und sich erweisen, dass sich 
Betroffene trotz über zehnjähriger Anwesenheit nicht genügend zu integrie-
ren vermocht haben, wie sich umgekehrt nicht ausschliessen lässt, dass in-
nert kürzerer Zeit nebst engen sozialen Beziehungen namentlich in sprach-
licher, beruflicher und wirtschaftlicher Hinsicht eine ausgeprägt gelungene 
Integration vorliegt (BGE 144 I 266 E. 3.9 mit Hinweisen; BVR 2019 S. 314 
E. 5.2.2). Es ist im Rahmen einer Gesamtabwägung zu beurteilen, ob Art. 8 
EMRK im Ergebnis verletzt ist (BGE 144 I 266 E. 3.8; BVR 2019 S. 314 
E. 5.2.1). – Der Beschwerdeführer 1 hält sich faktisch seit 16 Jahren in der 
Schweiz auf. Diese Zeitdauer ist indes erheblich zu relativieren. Einen lega-
len Aufenthaltsstatus erlangte er erstmals im Mai 2008. Im Februar 2013 
wurde seine Aufenthaltsbewilligung nicht mehr verlängert und er wurde aus 
der Schweiz weggewiesen (vgl. vorne E. 3.1 f.). Nach seiner Wiedereinreise 
in die Schweiz war er von September 2014 bis September 2018 wiederum 
in Besitz einer Aufenthaltsbewilligung. Seit September 2018 (Nichtverlänge-
rung) beruht seine Anwesenheit nur noch auf der aufschiebenden Wirkung 
der dagegen erhobenen Rechtsmittel (vgl. BGE 137 II 1 E. 4.3; vgl. vorne 
E. 3.3). Die massgebende Aufenthaltsdauer beträgt damit noch keine zehn 
Jahre. Zudem ist der Beschwerdeführer 1 in der hiesigen Gesellschaft nicht 
stark verankert. Wirtschaftlich ist es ihm nicht gelungen, nachhaltig Fuss zu 
fassen. Er wechselte häufig den Arbeitgeber; zumeist arbeitete er im Stun-
denlohn. Seit Oktober 2019 ist er wiederum ohne Anstellung (vgl. vorne 
E. 3.5). Er verfügt damit über keine stabile Erwerbssituation, was bei der 
beruflich-wirtschaftlichen Integration entgegen seinem Vorbringen 
berücksichtigt werden darf (Beschwerde S. 20; vgl. BGer 2C_55/2018 vom 
6.2.2019 E. 3.2, 2C_338/2018 vom 23.08.2018 E. 2.4; VGE 2019/189 vom 
1.7.2020 E. 4.3.2). Zudem hat der Beschwerdeführer 1 über Fr. 10'000.-- an 
Sozialhilfeleistungen bezogen, die er trotz einer aus der Erbschaft seines Ex-
Partners erhaltenen Geldsumme von Fr. 140'000.-- bis zum heutigen 
Zeitpunkt noch nicht vollständig zurückbezahlt hat (vgl. vorne E. 3.6). Im 
Ergebnis durfte die Vorinstanz von einer nicht gelungenen beruflich-
wirtschaftlichen Integration ausgehen. Ebenfalls negativ veranschlagen 
durfte die Vorinstanz die wiederholte Straffälligkeit, selbst wenn diese 

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Bagatellbereiche betraf (vgl. vorne E. 3.7). Die Respektierung der 
Rechtsordnung ist zentraler Aspekt jeglicher Integration (Art. 77 Abs. 4 
VZAE in der bis 31.12.2018 gültigen Fassung; Art. 4 Bst. a der hier noch 
anwendbaren Verordnung vom 24. Oktober 2007 über die Integration von 
Ausländerinnen und Ausländern [VIntA; AS 2007 S. 5551]; heute Art. 58a 
Bst. a AIG). Anzuerkennen ist, dass sich der Beschwerdeführer 1 in der 
Schweiz ein gewisses soziales Netz aufgebaut hat (vgl. 
Beschwerdebeilagen 4 und 5; vgl. auch Akten MIDI 5C pag. 604 f.). In-
tensive soziale Bindungen, deren Abbruch ihn besonders hart treffen würde, 
sind dadurch jedoch nicht dargetan. Die Chancen der Wiedereingliederung 
in Tunesien sind im Übrigen intakt. Der Beschwerdeführer 1 hat bis im Alter 
von 26 Jahren im Heimatland gelebt. Er verfügt dort nach wie vor über Ver-
wandte. Er hielt sich bereits vor Februar 2020 mehrmals über längere Zeit – 
unter anderem zur Gründung einer «Firma» – in Tunesien auf (vgl. vorne 
E. 3.1 und 3.6). Er ist mit den sprachlichen, kulturellen und gesellschaftlichen 
Gepflogenheiten nach wie vor bestens vertraut. Es ist davon auszugehen, 
dass der gesunde und arbeitsfähige 43-jährige Beschwerdeführer 1 in der 
Lage ist, auch im Heimatland einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Seine 
Erbschaft und die hier gesammelten Arbeitserfahrungen dürften ihm die Ein-
gliederung deutlich erleichtern. Entsprechend ist die Einschränkung des 
Rechts auf Privatleben, sofern der Schutzbereich überhaupt betroffen ist, ge-
rechtfertigt.

8.

Die Vorinstanz hat schliesslich auch die ermessensweise Verlängerung der 
Aufenthaltsbewilligung aufgrund eines schwerwiegenden persönlichen Här-
tefalls verweigert (Art. 30 Abs. 1 Bst. b AIG). Wie sie in ihren Erwägungen 
überzeugend dargelegt hat (angefochtener Entscheid E. 7), sind die (stren-
gen) Voraussetzungen hierfür nicht erfüllt (vgl. dazu BVR 2019 S. 314 E. 6.5 
mit Hinweisen). Gegenteiliges wird auch nicht vorgebracht. Die öffentlichen 
Interessen an der Durchsetzung der restriktiven Migrationspolitik überwiegen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 08.02.2021, Nr. 100.2019.367U, 
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die privaten Interessen des Beschwerdeführers 1 an einem Verbleib in der 
Schweiz deutlich.

9.

Der angefochtene Entscheid hält somit der Rechtskontrolle stand. Die Be-
schwerde erweist sich als unbegründet und ist abzuweisen. Die von der Vor-
instanz angesetzte Ausreisefrist ist abgelaufen. Da sich der Beschwerdefüh-
rer 1 seit Februar 2020 bereits in seinem Heimatland aufhält, erübrigt es sich, 
eine neue Ausreisefrist anzusetzen. Sollte der Beschwerdeführer 1 vor 
Rechtskraft dieses Urteils in die Schweiz zurückgekehrt sein, ist es Sache 
der Migrationsbehörde, eine neue Frist festzulegen.

10.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens werden die unterliegenden Beschwer-
deführer kostenpflichtig (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Parteikosten sind keine zu 
sprechen (Art. 108 Abs. 3 i.V.m. Art. 104 VRPG). 

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf 
eine Pauschalgebühr von Fr. 3'000.--, werden den Beschwerdeführern 
auferlegt.

3. Es werden keine Parteikosten gesprochen. 

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4. Zu eröffnen:
- Beschwerdeführer
- Sicherheitsdirektion des Kantons Bern 
- Staatssekretariat für Migration 

Das präsidierende Mitglied: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Eröffnung beim Bundesgericht, 1000 
Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss 
Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bun-
desgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.