# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6a3d4f22-2b05-5c53-8e27-f7f670480c91
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-02-11
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 11.02.2021 IV 2018/217
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2018-217_2021-02-11.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/24

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2018/217

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 16.08.2021

Entscheiddatum: 11.02.2021

Entscheid Versicherungsgericht, 11.02.2021
Art. 7, 8 und 16 ATSG. Art. 28 IVG. Würdigung eines bidisziplinären 
(psychiatrischen und orthopädischen) Gutachtens. Rückweisung zur 
Ergänzung des Gutachtens sowie zur weiteren Abklärung der Statusfrage 
und des Valideneinkommens (Entscheid des Versicherungsgerichts des 
Kantons St. Gallen vom 11. Februar 2021, IV 2018/217).

Entscheid vom 11. Februar 2021

Besetzung

Präsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und Karin Huber-

Studerus; Gerichtsschreiberin Viviane Kull

Geschäftsnr.

IV 2018/217

Parteien

A.___

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Oliver Streiff, Stampfenbachstrasse 52, 

8006 Zürich,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/24

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ meldete sich am 14./21. September 2015 wegen Schmerzen im linken Knie 

nach einer Operation vom 20. Mai 2015 (Teilprothese Knie links) zum Bezug von 

Leistungen der Invalidenversicherung (IV) an (IV-act. 1). Sie gab an, keinen Beruf erlernt 

zu haben; seit dem 1. Oktober 2014 arbeite sie als Verkäuferin bei E.___ in einem 

Pensum von circa 50% zu einem Stundenlohn von Fr. 21.35. Die E.___ berichtete der 

IV-Stelle am 1. Oktober 2015 (IV-act. 10), die Versicherte sei seit dem 1. Oktober 2014 

als Mitarbeiterin Verkauf Food angestellt. Sie arbeite an der Kasse und fülle Gestelle 

auf. Der Stundenlohn betrage Fr. 27.36 brutto (Grundlohn Fr. 21.65 + 

Ferienentschädigung Fr. 2.82 + Feiertagsentschädigung Fr. 0.79 + 13. Monatslohn/

Gratifikation Fr. 2.10).

A.a. 

Dr. med. B.___ von der Klinik für Chirurgie und Orthopädie des Spitals C.___ gab 

am 3. November 2015 an (IV-act. 11), der Versicherten sei am 20. Mai 2015 eine 

unikondyläre Knieprothese links bei einer fortgeschrittenen medialen Gonarthrose 

implantiert worden. Sie leide an persistierenden Knieschmerzen. Die Ursache habe 

bislang nicht geklärt werden können. Seit der Operation bestehe eine vollständige 

Arbeitsunfähigkeit. Aufgrund der aktuellen Symptomatik wären lediglich leichte 

Arbeiten zu zwei Stunden pro Tag möglich. Am 1. Februar 2016 teilte Dr. B.___ mit (IV-

act. 19), die Versicherte habe sich am 30. November 2015 für eine Zweitmeinung in der 

Klinik D.___ vorgestellt. Die Fachärzte hätten ihr einen Wechsel der Knieprothese 

empfohlen. Am 18. März 2016 wurde der Versicherten die bestehende Knie-Teil-

Prothese ausgebaut und eine Knie-Totalprothese implantiert (IV-act. 25). Dr. B.___ 

attestierte eine vollständige Arbeitsunfähigkeit vom 17. März 2016 bis 7. Juli 2016.

A.b. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/24

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Ein Mitarbeiter der E.___ gab am 24. März 2016 auf eine Frage der IV-Stelle, in 

welchem Pensum die Versicherte angestellt sei, an (IV-act. 22), die Versicherte habe im 

Jahr 2014 durchschnittlich 20.48 Stunden und im Jahr 2015 17.56 Stunden gearbeitet.

A.c. 

Die IV-Stelle teilte der Versicherten am 31. März 2016 mit (IV-act. 24), zurzeit seien 

keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich.

A.d. 

Am 22. April 2016 berichteten Fachärzte der Kliniken F.___ (IV-act. 28), die Ver­

sicherte habe sich vom 24. März 2016 bis 14. April 2016 in einer stationären 

Behandlung befunden. Sie hätten eine Gonarthrose links und eine Depression 

diagnostiziert. Insgesamt habe sich ein problemloser Rehabilitationsverlauf gezeigt. Die 

Versicherte sei zusätzlich psychosomatisch betreut worden. Die vorbestehende 

Medikation habe bei der aktuell in Remission befindlichen Depression beibehalten 

werden können. Sie attestierten eine vollständige Arbeitsunfähigkeit vom 24. März 

2016 bis 30. April 2016. Im Austrittsbericht Psychosomatik der Kliniken F.___ vom 

14. April 2016 hatte ein Facharzt berichtet (IV-act. 30), die Versicherte sei Anfang Jahr 

wegen einer Depression in der Klinik G.___ behandelt worden. Die Ärzte der Klinik 

G.___ hätten eine schwere depressive Verstimmung beschrieben. Die Versicherte habe 

darauf beharrt, dass alles etwas weniger dramatisch verlaufen sei. Sie habe 

angegeben, ca. 2007 schon einmal depressiv gewesen zu sein. Beim Ein- und beim 

Austritt habe eine euthyme Grundstimmung bestanden. Aus fachpsychiatrischer Sicht 

werde deshalb von einer unveränderten Remission der depressiven Episode 

ausgegangen. Die Arbeitsfähigkeit sei aus psychiatrischer Sicht nicht mehr 

eingeschränkt.

A.e. 

Dr. B.___ teilte am 19. September 2016 mit (IV-act. 37), sechs Monate nach dem 

Prothesenwechsel habe die Versicherte über eine Stagnation in der Rehabilitation 

berichtet. Das Gangbild sei links gering hinkend. Die Flexion des Kniegelenks sei, 

bedingt durch Verwachsungen, noch deutlich eingeschränkt. Mittels Physiotherapie 

werde versucht, die Beweglichkeit aufzubauen. Er erachte eine überwiegend sitzend 

ausgeübte Arbeitstätigkeit von 30-40% als zumutbar.

A.f. 

Dr. med. H.___ vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) notierte am 14. Oktober 

2016 nach einem Telefonat mit Dr. B.___ (IV-act. 39), die Versicherte weise in einer 

A.g. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/24

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

vorwiegend sitzenden Tätigkeit mit kurzen Gehstrecken ab sofort eine 50%ige, im 

Laufe der kommenden zwei Monate auf ein Vollzeitpensum anzuhebende 

Arbeitsfähigkeit auf. Die IV-Stelle teilte der Versicherten am 17. Oktober 2016 mit (IV-

act. 44), das Begehren um berufliche Massnahmen werde abgewiesen. Zur 

Begründung gab sie an, in einer adaptierten Tätigkeit bestehe eine uneingeschränkte 

Arbeitsfähigkeit. Am 19. Oktober 2016 stellte die IV-Stelle die Abweisung des 

Anspruchs auf eine Invalidenrente in Aussicht (IV-act. 47). Die Versicherte erhob am 

13. November 2016 dagegen einen Einwand (IV-act. 48). Sie machte geltend, ihr 

gesundheitlicher Zustand habe sich verschlechtert. Sie könne nicht mehr knien oder 

schwere Sachen heben. Sie könne auch nicht lange stehen oder sitzen und sie leide 

unter starken Schmerzen. Aufgrund der Knieoperationen und des negativen Verlaufs 

leide sie unter Depressionen. Dazu habe sie starke Schwindelanfälle gehabt und müsse 

immer noch Medikamente nehmen. Sie habe sich ausserdem im Sommer 2016 von 

ihrem Lebenspartner getrennt und müsse nun alleine für ihr Einkommen sorgen. Sie sei 

nicht mehr zu 50% Hausfrau.

Am 14. November 2016 berichtete Dr. B.___ (IV-act. 49), in Bezug auf die Flexion 

des Kniegelenks habe kein wesentlicher Fortschritt erzielt werden können. Er habe der 

Versicherten eine arthroskopische Arthrolyse empfohlen. Die Versicherte wolle aber 

keinen weiteren operativen Eingriff durchführen lassen. Die Physiotherapie werde 

deshalb intensiviert. Der RAD-Arzt Dr. H.___ notierte am 8. Dezember 2016 (IV-act. 50), 

es sei nicht auszuschliessen, dass sich die durch die komplizierte Knieoperation 

bedingte, mit Schmerzen verbundene Gehstörung auf die Leistungsfähigkeit im 

Aufgabengebiet Haushalt auswirke. Er empfahl, vor der als unausweichlich 

erscheinenden medizinischen Abklärung eine Abklärung an Ort und Stelle 

durchzuführen. Des Weiteren hielt er fest, telefonische Recherchen hätten ergeben, 

dass sich die Versicherte vom 16. März 2016 bis Anfang August 2016 in ambulanter 

Behandlung im Psychiatrie-Zentrum in I.___ befunden habe. Bis zum 17. August 2016 

habe sie dort in der Tagesklinik geweilt.

A.h. 

Die Versicherte gab am 16. Dezember 2016 im Fragebogen zur Rentenabklärung 

betreffend Erwerbstätigkeit/Haushalt an (IV-act. 53), ohne eine Behinderung wäre sie 

seit August 2016 aus finanziellen Gründen zu 80-100% erwerbstätig. Sie lebe zurzeit 

bei ihrer Tochter und deren Familie. Sofern es ihre psychische Verfassung zulasse, 

A.i. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/24

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

helfe sie bei leichten Arbeiten im Haushalt mit. Sie sei beim Treppensteigen stark 

eingeschränkt und könne nicht knien und nur beschränkt in die Knie gehen. Ihre Enkel 

könne sie nicht tragen, weil das Gewicht auf das Knie und den Rücken gehe. Grössere 

Autofahrten seien ihr nicht möglich. Kurze Strecken fahre sie mit Schmerzen und mit 

einer psychischen Angst.

Der Hausarzt Dr. med. J.___, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, berichtete am 

28. Dezember 2016 (IV-act. 54), die Versicherte sei seit dem 19. Mai 2015 bis aktuell für 

die Tätigkeit als Verkäuferin vollständig arbeitsunfähig. Sie leide seit Mitte 2013 an 

Kniegelenksbeschwerden. Die erste Kniearthroskopie sei am 13. Januar 2014 und die 

zweite am 22. Juni 2014 erfolgt. Die Schmerzen hätten persistiert, sodass die 

Versicherte in der Tätigkeit als Altenpflegerin und später als Verkäuferin deutlich 

eingeschränkt gewesen sei. Auch nach der Implantation der unikondylären 

Knieprothese am 20. Mai 2015 hätten die Knieschmerzen persistiert. Die Versicherte 

könne deswegen keiner beruflichen Tätigkeit mehr nachgehen. Depressive Episoden 

seien hinzugekommen. Ausserdem leide die Versicherte an zunehmenden 

Hüftbeschwerden links. Am 16. Januar 2017 ging bei der IV-Stelle ein Aufnahmebericht 

des Psychiatrie-Zentrums K.___ in I.___ vom 11. März 2016 ein (IV-act. 57). Darin waren 

als Diagnosen eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig remittiert (ICD-10 

F33.4), und eine Neuropathia vestibularis genannt worden. Ein Austrittsbericht war 

nicht erstellt worden (vgl. IV-act. 60). Am 9. Juni 2017 fand eine Abklärung an Ort und 

Stelle statt. Im entsprechenden Bericht vom 12. Juni 2017 hielt die Abklärungsperson 

fest (IV-act. 63), die Versicherte würde ohne eine gesundheitliche Beeinträchtigung aus 

finanziellen Gründen einer 80-100%igen Erwerbstätigkeit in der Pflege nachgehen. Sie 

habe vor der Anstellung bei der E.___ zu 80% in einem Altersheim gearbeitet. Die 

Versicherte habe angegeben, dass sie bei der Haushaltsführung keine 

Einschränkungen habe. In Bezug auf die Ernährung könne die Versicherte mit 

Ausnahme der Grossreinigung der Küche alles alleine machen (Einschränkung von 

20%). Bei der Wohnungspflege könne sie die Betten der Enkelkinder nicht machen, da 

diese Hochbetten hätten. Staubsaugen sei möglich, ausser unter den Regalen, der 

Polstergruppe etc., da sie sich dort bücken müsste (Einschränkung von 20%). Beim 

Einkaufen bedürfe sie bei Flaschen, Büchsen etc. einer Hilfe (Einschränkung von 20%). 

Bei der Wäsche und Kleiderpflege sei sie nicht eingeschränkt. In Bezug auf die 

A.j. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/24

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Betreuung von Kindern oder Familienangehörigen sei die Versicherte beim 

Treppensteigen stark eingeschränkt. Sie könne nicht mehr knien oder auch nur 

beschränkt in die Knie gehen. Die Enkel könne sie nicht tragen, da das Gewicht 

Schmerzen in den Knien sowie im Rücken verursachen würden. Sie könne nicht mehr 

schnell genug laufen, um den Kindern nachzukommen. Spielen im Aussenbereich sei 

nur möglich, wenn ein Elternteil zu Hause sei (Einschränkung von 20%). Die 

Abklärungsperson ermittelte eine Einschränkung im Haushalt von 14%.

Dr. B.___ teilte am 6. Juli 2017 mit (IV-act. 69), er habe die Versicherte am 

10. Januar 2017 zuletzt gesehen. Die Beweglichkeit des Kniegelenks habe durch die 

Physiotherapie nicht verbessert werden können; Schmerzen stünden nicht im 

Vordergrund. Eine wechselbelastende Tätigkeit sei der Versicherten zu 100% möglich. 

Dr. J.___ berichtete am 13. Juli 2017 (IV-act. 70), die Versicherte leide seit Herbst 2016 

an einer zunehmenden depressiven Symptomatik. Für die bisher ausgeübte und für 

eine adaptierte Tätigkeit sei sie vollständig arbeitsunfähig. Dr. med. L.___, Facharzt für 

Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten, FMH Hals- und Gesichtschirurgie, gab am 

25. Juli 2017 an (IV-act. 71), die Versicherte habe sich vom 18. Dezember 2015 bis 

13. Mai 2016 in Behandlung befunden. Danach seien noch Telefonate geführt worden. 

Am 26. Oktober 2016 habe die Versicherte auf eine erneute Kontrolle verzichtet, da es 

mit dem Schwindel gut gegangen sei. Dr. L.___ nannte als Diagnose eine Neuronitis 

vestibularis rechts. Am 15. August 2017 teilte Dr. B.___ mit (IV-act. 75), der Ver­

sicherten gehe es deutlich schlechter. Die Schmerzen am Kniegelenk hätten erneut 

zugenommen. Die Versicherte sei durch die limitierte Flexion eingeschränkt. Sie habe 

einen Arbeitsversuch gestartet und bei der Spitex eine Ferienvertretung als 

Haushaltshilfe angenommen (zwei Stunden pro Tag an vier Tagen pro Woche). Diese 

Tätigkeit habe deutlich mehr Beschwerden ausgelöst. Die Situation sei unbefriedigend. 

Die Versicherte wolle keine weiteren Abklärungen oder Operationen durchführen 

lassen. Seines Erachtens sei sie nicht mehr arbeitsfähig. Er attestierte eine vollständige 

Arbeitsunfähigkeit vom 14. August 2017 bis 30. September 2017 (IV-act. 77). Der RAD-

Arzt Dr. H.___ hielt daraufhin eine bidisziplinäre Begutachtung für angezeigt (IV-act. 78).

A.k. 

Die Versicherte wurde am 21. November 2017 psychiatrisch und orthopädisch 

abgeklärt. In der bidisziplinären Zusammenfassung vom 12. Dezember 2017 nannten 

Prof. Dr. med. M.___ (psychiatrischer Gutachter) und Dr. med. N.___ (orthopädischer 

A.l. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/24

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Gutachter) als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine chronische 

Schmerzsymptomatik mit einer Belastungseinschränkung im Bereich des prothetisch 

versorgten linken Kniegelenks aufgrund von Verwachsungen im superioren Recessus 

sowie im Bereich des ventralen Gelenkabschnitts mit einem Streckdefizit von 10°, 

einem Beugedefizit von 60°, einer ödematösen Umfangsvermehrung von 2 cm und 

einer vermehrten, einfach positiven mediolateralen Bandinstabilität (ICD-10 M17.1) 

sowie eine rezidivierende depressive Störung, im Verlauf durchschnittlich mittelgradig 

mit Episoden vom Jahreswechsel 2015/2016 anhaltend bis zur Entlassung aus der 

Klinik O.___ im Februar 2016 und hernach seit Frühjahr/Sommer 2016 bis aktuell; seit 

Sommer 2016 fachärztlich psychiatrisch unzureichend betreut und ärztlich überwacht 

(ICD-10 F 33.1, IV-act. 85-2). Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 

gaben die Gutachter einen Status nach einer 2007 erfolgten beidseitigen Karpalkanal­

spaltung, gegenwärtig ohne einen Beschwerdevortrag sowie ohne eine 

Funktionseinschränkung, an. In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit hielten die Gutachter fest 

(IV-act. 85-3 ff.), aus psychiatrischer Sicht bestehe eine rezidivierende depressive 

Störung, die gegenwärtig fachärztlich unbehandelt und ärztlich unzureichend 

überwacht sei. Es sei davon auszugehen, dass die Arbeitsfähigkeit der Versicherten bei 

einer Intensivierung und Optimierung der Behandlung innerhalb von drei Monaten 

wieder vollständig herzustellen sei. Zum bisherigen Verlauf der Störung könne von 

depressiven Episoden vom Jahreswechsel 2015/2016 bis zur Entlassung aus der Klinik 

O.___ im Februar 2016 und hernach seit Frühjahr/Sommer 2016 bei einer 

durchschnittlich mittelgradigen depressiven Störung ausgegangen werden. Für diesen 

Zeitraum habe infolge einer Belastbarkeitsminderung und einer Reduktion der 

Durchhaltefähigkeit schätzungsweise eine 50%ige Arbeitsfähigkeit bezogen auf ein 

Vollpensum in der zuletzt ausgeübten und in einer adaptierten Tätigkeit vorgelegen. Die 

Einschränkung im Haushalt habe zu den benannten Zeiträumen infolge eines 

verminderten Rendements schätzungsweise 20% betragen. Aus orthopädischer Sicht 

sei die Versicherte in der biomechanischen Funktion ihres linken Kniegelenks mit einer 

daraus resultierenden Einschränkung der Steh- und Gehfähigkeit limitiert. In qualitativer 

Hinsicht bestünden folgende Leistungseinschränkungen (negatives Leistungsbild): 

Mehr als gelegentlich mittelschwere körperliche Arbeiten, Heben und Tragen von 

Lasten körperfern über zehn Kilogramm ohne technische Hilfsmittel, Heben und Tragen 

von Lasten körpernah über acht Kilogramm ohne technische Hilfsmittel, repetitive 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/24

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

stereotype Bewegungsabläufe, mehr als gelegentliches Arbeiten in Zwangshaltungen, 

Gehen auf unebenem Gelände, Besteigen von Leitern, Gerüsten und schrägen Ebenen, 

mehr als gelegentliches Treppensteigen, Tätigkeiten mit repetitivem Bücken, Kauern 

und Hocken, kniende Tätigkeiten, Tätigkeiten mit einer länger währenden Einnahme 

von nur einer Körperposition, Tätigkeiten, welche überwiegend kniend, stehend sowie 

im Hocksitz durchgeführt würden, Tätigkeiten im Freien ohne Schutz vor Kälte, Zugluft, 

Nässe sowie Tätigkeiten auf regen- und eisglattem Untergrund, Tätigkeiten unter 

Zeitdruck und Akkordarbeit. Mit Verweis auf die genannten Kriterien bestehe in einer 

körperlich leichten, wechselbelastenden, optimal angepassten, überwiegend sitzenden 

Tätigkeit bezogen auf ein volles Arbeitspensum aufgrund einer reduzierten 

Belastbarkeit und Durchhaltefähigkeit mit vermehrten Pausen und einer reduzierten 

Arbeitsschnelligkeit eine quantitative Leistungseinschränkung von 20% (positives 

Leistungsbild). Prognostisch sei von einer quantitativ uneingeschränkten 

Arbeitsfähigkeit auszugehen, sofern die Versicherte therapeutische Massnahmen zur 

Steigerung der Mobilität des linken Kniegelenks durchführen würde. Die 

Arbeitsfähigkeit sei sowohl in der angestammten als auch in adaptierten Tätigkeiten um 

20% eingeschränkt. Die Arbeitsfähigkeit im Haushalt betrage 80%. Retrospektiv 

bestehe die quantitative Leistungseinschränkung in der zuletzt ausgeübten wie auch in 

adaptierten Tätigkeiten mit hoher Wahrscheinlichkeit seit Mai 2016 (Abschluss der 

stationären Rehabilitation in den Kliniken F.___), mit Gewissheit seit der Begutachtung. 

Für den Zeitraum vom 20. Mai 2015 bis Mai 2016 sei aufgrund der operativen Eingriffe 

und der jeweils nachfolgenden postoperativen Rekonvaleszenz von einer vollständigen 

Arbeitsunfähigkeit in der angestammten und in adaptierten Tätigkeiten auszugehen. In 

bidisziplinärer Hinsicht gaben die Gutachter an, für den Zeitraum vom 20. Mai 2015 bis 

Mai 2016 sei von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit in der angestammten und in 

adaptierten Tätigkeiten auszugehen. Hernach könne in der zuletzt ausgeübten wie in 

adaptierten Tätigkeiten und im Haushalt von einer jeweils 20%igen Minderung der 

Leistungsfähigkeit ausgegangen werden. Im psychiatrischen Fachgutachten vom 

24. November 2017 hielt Prof. M.___ ausserdem fest (IV-act. 85-52 ff.), im Bericht der 

Klinik O.___ vom 30. März 2016 betreffend eine psychiatrische Hospitalisation vom 

18. Januar 2016 bis 19. Februar 2016 (vgl. IV-act. 84) sei eine rezidivierende depressive 

Störung, gegenwärtig eine schwere Episode/DD Anpassungsstörung, genannt worden. 

Diese Diagnose könne nicht nachvollzogen werden, da die für eine schwere Depression 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/24

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

gemäss ICD-10 geforderten neun Kriterien nicht dokumentiert seien; gemäss dem 

Psychostatus habe damals allenfalls eine mittelgradige Episode einer rezidivierenden 

depressiven Störung vorgelegen. Wegen einer erneuten depressiven Episode habe sich 

die Versicherte hernach in der Tagesklinik in I.___ befunden (vermutlich von Anfang 

August 2016 bis zum 17. August 2016). Seit dem Umzug zur Tochter im Sommer 2016 

werde die Versicherte nicht mehr fachärztlich psychiatrisch behandelt. In Bezug auf die 

Konsistenz gab Prof. M.___ an, zwischen den in der Untersuchung vorgetragenen 

Beschwerden und den in den Akten dokumentierten Befunden hätten sich keine 

Diskrepanzen ergeben. Hinweise auf eine Selbstlimitierung der Versicherten hätten 

nicht bestanden. Die Aktivitäten im Haushalt der Tochter liessen allerdings darüber 

nachdenken, ob die Beschwerdeführerin einen neuen Lebensentwurf gefasst habe, 

welcher eine Berufstätigkeit hintenanstelle im Sinne eines sekundären 

Krankheitsgewinns. Betreffend die Persönlichkeit und den sozialen Kontext notierte er, 

aktuell hätten sich leicht- bis mittelgradige depressive Symptome im Sinne einer 

Störung der Affektsteuerung gefunden. Hinweise auf eine Störung der Ich-Strukturen 

hätten sich nicht ergeben. Die Selbst- und Fremdwahrnehmung und die 

Realitätsbeurteilung hätten keine Abnormitäten aufgewiesen. Eine 

Impulskontrollstörung habe nicht vorgelegen, ebenso wenig eine Einschränkung der 

psychischen Handlungsfähigkeit. Im Weiteren hielt er fest, im Vordergrund der 

Psychopathologie hätten Klagen über depressive Symptome mit einer tageszeitlichen 

Schwankung bei einer morgendlichen inneren Unruhe und einer morgendlichen 

Antriebsstörung gestanden. Diagnostisch sei von einer rezidivierenden depressiven 

Störung, vermutlich anhaltend seit Frühjahr/Sommer 2016, mit Schwankungen der 

Schwere zwischen leicht- und mittelgradig auszugehen. Die Versicherte stehe in keiner 

fachärztlich psychiatrischen Behandlung. Eine hausärztliche "Therapie" finde mit 

zweimaligen Kontakten im Jahr statt. Diese ärztliche Betreuung erfülle die 

Bedingungen, wie sie in der Rechtsprechung zu Depressionen gefordert werde, nicht. 

Die vom Hausarzt verordneten Psychopharmaka hätten sich bei der Kontrolle der 

Blutserumspiegel deutlich unterhalb des therapeutischen Spiegels befunden. Ein 

mittel- und langfristiger Gesundheitsschaden sei nicht anzunehmen. Es sei davon 

auszugehen, dass die Arbeitsfähigkeit der Versicherten bei einer Intensivierung und 

Optimierung der Behandlung innerhalb von drei Monaten vollständig 

wiederherzustellen sei. Die Auferlegung einer Schadenminderungspflicht zur 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/24

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

hochfrequenten fachärztlich psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung sei 

vertretbar und therapeutisch sinnvoll. Dr. N.___ hielt im orthopädischen Fachgutachten 

vom 6. Dezember 2017 zudem fest (IV-act. 85-105 ff.), er gehe mit den von Dr. B.___ 

erhobenen Untersuchungsbefunden hinsichtlich der beiden Kniegelenke einig. 

Versicherungsmedizinisch teile er dessen Einschätzung nicht. Bei einer ideal 

einliegenden prothetischen Versorgung des linken Kniegelenks sei gemäss den 

Empfehlungen der Swiss Insurance Medicine eine adaptierte, überwiegend sitzende 

Tätigkeit uneingeschränkt möglich. In der anlässlich der Begutachtung durchgeführten 

Blutserumspiegelkonzentration sei das von der Versicherten benannte Analgetikum 

nicht nachweisbar gewesen. Es sei von einer fehlenden medikamentösen Compliance 

auszugehen. In Anbetracht der anhaltenden Bewegungseinschränkung des linken 

Kniegelenks sowie der anhaltenden Schmerzsymptomatik erachte er die Versicherte 

hinsichtlich ihrer analgetischen Therapie für nicht adäquat versorgt. Die anhaltende 

Bewegungslimitierung des linken Kniegelenks resultiere aus Verwachsungen im 

superioren Recessus sowie im Bereich des ventralen Gelenkabschnittes. Er empfehle 

ein Lösen der Verwachsungen. Hierunter sei von einer deutlichen Besserung der 

Beschwerdesymptomatik auszugehen. Eine krankheitsbedingte Unfähigkeit zur 

Therapieadhärenz liege nicht vor. Sollten die therapeutischen Behandlungen 

durchgeführt werden, sei langfristig von einer Steigerung der Arbeitsfähigkeit auf 100% 

auszugehen.

Der RAD-Arzt Dr. H.___ notierte am 15. Januar 2018 (IV-act. 87), das Gutachten 

sei umfassend. Insbesondere könnten die in der konsensuellen Zusammenfassung 

formulierten Konklusionen übernommen werden. Der RAD-Arzt Dr. med. P.___ hielt 

fest, der aktuelle psychopathologische Befund deute auf einen leichtgradigen 

Schweregrad der depressiven Störung hin. Die Depression bestehe erst seit ca. 

eineinhalb Jahren, werde aber nicht fachärztlich psychiatrisch behandelt. Insofern sei 

noch nicht von einem überdauernden Gesundheitsschaden auszugehen.

A.m. 

Am 27. Februar 2018 fand eine interdisziplinäre Fallbesprechung zwischen einem 

Sachbearbeiter, Dr. H.___ und Dr. P.___ vom RAD und einem 

Rechtsdienstmitarbeitenden statt (IV-act. 88). Die Besprechung ergab, dass aus 

rechtlicher Sicht das Vorliegen eines invalidisierenden psychischen 

Gesundheitsschadens zu verneinen sei. Der Rechtsdienstmitarbeitende hielt fest, im 

A.n. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/24

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Gutachten sei aus psychiatrischer Sicht eine unter einer adäquaten Behandlung 

innerhalb von drei Monaten vollständig wiederherstellbare Arbeitsfähigkeit attestiert 

worden. Dies spreche gegen eine Behandlungsresistenz der depressiven Störung und 

deute nicht auf einen erheblichen Leidensdruck hin. Die diagnostizierte depressive 

Störung gehe nicht mit einer psychiatrischen Komorbidität einher. Im Komplex 

Persönlichkeit seien keine einschränkenden Funktionen ersichtlich. Zwar liege ein 

gewisser sozialer Rückzug vor, der aber nicht als ausgeprägt erscheine. Angesichts der 

engen und guten familiären Beziehungen weise die Beschwerdeführerin gewisse 

Ressourcen auf, auf die sie zurückgreifen könne. Unter dem Aspekt der Konsistenz sei 

zu berücksichtigen, dass die Beschwerdeführerin die Haushaltstätigkeiten 

selbstständig verrichte und in die Betreuung der Enkelkinder eingebunden sei. Dies 

stehe im Kontrast dazu, dass sich die Beschwerdeführerin trotz eines nicht 

erkennbaren erheblichen Leidensdrucks für eine ausserhäusliche Erwerbstätigkeit als 

vollständig arbeitsunfähig erachte. Eine ressourcenhemmende Wirkung der nicht 

adäquat behandelten depressiven Störung sei nicht ausgewiesen.

Mit einem Vorbescheid vom 7. März 2018 stellte die IV-Stelle die Abweisung des 

Rentenbegehrens in Aussicht (IV-act. 91). Zur Begründung gab sie an, die Versicherte 

sei als zu 90% im Erwerb und zu 10% im Haushalt tätig zu qualifizieren. Im Haushalt 

werde eine Einschränkung von 20% anerkannt. Im Erwerb bestehe in der 

angestammten Tätigkeit als Mitarbeiterin Kasse/Lebensmittel sowie in adaptierten 

Tätigkeiten eine Arbeitsfähigkeit von 80%. Das Valideneinkommen entspreche dem 

durchschnittlichen Einkommen einer Hilfsarbeiterin im Jahr 2014 gemäss der 

Lohnstrukturerhebung des Bundesamts für Statistik, also Fr. 53'793.--. Das 

Invalideneinkommen entspreche ebenfalls einem durchschnittlichen 

Hilfsarbeiterinneneinkommen zu einem Anteil von 80%, also Fr. 43'034.--. Bei einem 

Teilinvaliditätsgrad von 18% im Erwerb und von 2% im Haushalt resultiere ein 

Invaliditätsgrad von 20%. Die Versicherte erhob dagegen am 24. April 2018 einen 

Einwand (IV-act. 92). Sie machte im Wesentlichen geltend, dass sich ihre Situation seit 

dem letzten Einwand nicht verbessert habe. Aufgrund der falschen Belastung des 

Knies habe sie im Rücken sowie in der linken Hüfte starke Schmerzen. Sie reichte 

Berichte der Kniechirurgie der Q.___ vom 8. März 2018 und der S.___ vom 13. März 

2018 ein (IV-act. 92-3, 92-6). Die Fachärzte der Q.___ hatten berichtet, in der 

A.o. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/24

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

B.  

Röntgenaufnahme habe sich eine Patella baja gezeigt, weshalb eine 

Tuberositasosteotomie mit einer Proximalisierung sowie einem Retropatellarersatz 

anzudenken sei. Die Versicherte wolle aber derzeit kein operatives Vorgehen. Dr. R.___ 

von der S.___ hatte angegeben, die Versicherte klage über Knieschmerzen links in 

Ruhe und unter Belastung. Die lokal verminderte Belastbarkeit des linken Knies 

äussere sich vor allem in einer muskulären Dysbalance aufgrund einer konstanten 

Schonhaltung und einer eingeschränkten Beweglichkeit. Die Beschwerden schränkten 

die Versicherte im Alltag stark ein. Trotz eines fleissigen Therapiebesuchs habe sich die 

Schmerz- und Belastbarkeitssituation des linken Knies nicht gross verbessert. 

Problematisch seien weiter die stets wiederkehrenden Kompensationsbelastungen des 

lumbalen Bereichs und der Hüfte. Der RAD-Arzt Dr. H.___ notierte am 23. Mai 2018 (IV-

act. 95), weder der Versicherten noch den orthopädischen Fachärzten der Q.___ sei es 

gelungen, die aus der Sicht des RAD aufgrund von gutachterlich fundierten Kriterien 

definierte Arbeitsfähigkeit der Versicherten zu bestreiten. Insbesondere hätten die 

Fachärzte der Q.___ erkennen lassen, dass sie einen identischen medizinischen 

Sachverhalt anders beurteilt hätten als die Gutachter.

Mit einer Verfügung vom 23. Mai 2018 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren bei 

einem Invaliditätsgrad von 20% ab (IV-act. 96). Zum Einwand hielt sie fest, gemäss der 

beiliegenden Stellungnahme des RAD vom 23. Mai 2018 sei an der bisherigen 

medizinischen Beurteilung festzuhalten.

A.p. 

Die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin) erhob am 22. Juni 2018 eine 

Beschwerde (act. G 1). Sie beantragte die Aufhebung der Verfügung vom 23. Mai 2018 

und die Erbringung der gesetzlichen Leistungen (berufliche Massnahmen, Rente etc.). 

Eventualiter sei der Sachverhalt weiter abzuklären (erneute Begutachtung, 

Potenzabklärung etc.). Zudem beantragte sie die Bewilligung der unentgeltlichen 

Rechtspflege und Rechtsverbeiständung. Zur Begründung machte sie im Wesentlichen 

geltend, das Gutachten vom 12. Dezember 2017 sei nicht verwertbar und es sei von 

einer dauerhaften (Teil-)Erwerbsfähigkeit auszugehen. Das Gutachten werde den 

gelebten Verhältnissen nicht gerecht. Sie leide nämlich nebst den funktionellen 

Einschränkungen an einem belastungsunabhängigen Schmerzsyndrom am linken Knie 

B.a. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/24

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

mit einer Ausstrahlung in die Hüfte und den Rücken, was sich auf jede 

leidensadaptierte Tätigkeit auswirke. Das ohnehin schon stark eingeschränkte 

Belastungsprofil werde dadurch noch weiter eingeschränkt, womit sich die Frage stelle, 

ob sie im ausgeglichenen Arbeitsmarkt überhaupt eine Stelle ausüben könne, 

geschweige eine Stelle finden werde. In psychischer Sicht scheine der Sachverhalt in 

Zusammenhang mit dem Schmerzsyndrom unzureichend abgeklärt. Zutreffend sei 

zwar, dass sie sich seit 2016 nicht in fachärztliche Behandlung gegeben habe. Sie habe 

sich jedoch ihrem Hausarzt anvertraut, welcher ihr als Gesprächstherapeut zur Seite 

gestanden und die notwendige Medikation verordnet habe. Der Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin ersuchte das Gericht, ihn zu gegebener Zeit aufzufordern eine 

Honorarnote einzureichen. Er beantragte einstweilen eine Parteientschädigung von 

Fr. 1'500.-- exkl. Mehrwertsteuer. Am 14. August 2018 reichte die Beschwerdeführerin 

Unterlagen zum Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ein (act. G 4).

Die IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) beantragte am 17. August 2018 

die Abweisung der Beschwerde (act. G 5). Zur Begründung machte sie im 

Wesentlichen geltend, die Beschwerdeführerin habe bei der Haushaltsabklärung 

glaubhaft erklärt, dass sie ohne eine Behinderung vorwiegend aus finanziellen Gründen 

eine Erwerbstätigkeit im Ausmass von 80-100% ausüben würde. Gestützt darauf sei 

sie als zu 90% Erwerbstätige qualifiziert worden, was von ihr nicht beanstandet worden 

sei. Die im Gutachten aus orthopädischer Sicht attestierte Restarbeitsfähigkeit von 

80% und das formulierte Zumutbarkeitsprofil erschienen als schlüssig. In 

psychiatrischer Hinsicht sei eine ressourcenhemmende Wirkung der nicht adäquat 

behandelten depressiven Störung nicht ausgewiesen. Zur Begründung gab die 

Beschwerdegegnerin die Stellungnahme des Rechtsdienstmitarbeitenden anlässlich 

der interdisziplinären Fallbesprechung vom 27. Februar 2018 wieder. Gestützt darauf 

machte sie geltend, in Abweichung vom Gutachten sei unter Berücksichtigung der mit 

20% bezifferten somatisch bedingten Leistungsminderung von einer 80%igen 

Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Erwerbstätigkeit sowie in der Haushaltstätigkeit 

auszugehen. Soweit die Beschwerdeführerin die erwerbliche Verwertbarkeit der 

Restarbeitsfähigkeit in Frage stelle, sei klarzustellen, dass von einer Arbeitsgelegenheit 

erst dann nicht mehr gesprochen werden könne, wenn die zumutbare Tätigkeit 

nurmehr in so eingeschränkter Form möglich sei, dass der ausgeglichene Arbeitsmarkt 

B.b. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/24

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

sie nicht kenne oder sie nur unter einem nicht realistischen Entgegenkommen eines 

durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer entsprechenden 

Stelle daher von vornherein als ausgeschlossen erscheine. In Industrie und Gewerbe 

gebe es aber verschiedene einfache Hilfstätigkeiten, die leicht und wechselbelastend 

seien und überwiegend im Sitzen verrichtet werden könnten (z.B. leichte 

Überwachungs-, Prüf- und Kontrollarbeiten oder die Bedienung und Überwachung von 

[halb-]automatischen Maschinen und Produktionseinheiten sowie leichte 

Verpackungsarbeiten). Die Invaliditätsbemessung sei korrekt anhand der gemischten 

Methode nach dem neuen Berechnungsmodell von Art. 27  Abs. 3 lit. a IVV 

vorgenommen worden. Die angefochtene Verfügung sei damit nicht zu beanstanden.

bis

Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen bewilligte am 20. September 

2018 das Gesuch um die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (Befreiung von 

den Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung) für das 

Gerichtsverfahren (act. G 9).

B.c. 

Die Beschwerdeführerin machte in der Replik vom 19. Oktober 2018 ergänzend 

geltend (act. G 11), Dr. J.___ habe in einem Bericht vom 17. September 2018 eine 

50%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert. Aus seinem (rudimentär gefassten) Bericht gehe 

ein stark eingeschränktes Belastungsprofil hervor. Arbeiten im Stehen von mehr als vier 

Stunden pro Tag seien ihr nicht möglich. Dank der guten Medikamenten-Compliance 

sei sie psychisch stabil. Zur Arbeitsfähigkeit habe sich Dr. J.___ nicht konkret 

geäussert. Diesbezüglich sei der Sachverhalt besser abzuklären. Am ehesten könne 

dies durch eine Potentialabklärung oder ein Belastbarkeitstraining erreicht werden. Im 

Bericht vom 17. September 2018 hatte Dr. J.___ festgehalten (act. G 11.1), die 

Beschwerdeführerin verspüre bezüglich des linken Knies anhaltende starke Schmerzen 

in Ruhe und bei Belastung. Ein Probearbeiten mit vier Stunden Stehen an einem 

Förderband sei aufgrund stärkster Knieschmerzen nicht gegangen. Psychisch gehe es 

ihr stabil. Es bestehe weiterhin eine Arbeitsunfähigkeit von mindestens 50%.

B.d. 

Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 31. Oktober 2018 auf eine Duplik (act. 

G 13).

B.e. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/24

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Erwägungen

1.

Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen richtete am 5. Oktober 2020 zwei 

Rückfragen an die Gutachter (act. G 15). Es führte aus, im psychiatrischen 

Fachgutachten vom 24. November 2017 sei angegeben worden, ab dem 

Jahreswechsel 2015/2016 bis zum Austritt aus der Klinik im Februar 2016 und hernach 

ab Frühjahr/Sommer 2016 habe eine durchschnittlich mittelgradige depressive Störung 

vorgelegen. Für diesen Zeitraum habe eine Arbeitsunfähigkeit in der zuletzt ausgeübten 

und in einer adaptierten Tätigkeit von schätzungsweise 50%, im Haushalt von 20% 

bestanden. Im letzten Satz der interdisziplinären Zusammenfassung vom 12. Dezember 

2017 sei aus bidisziplinärer Sicht eine Arbeitsunfähigkeit von lediglich 20% ab Juni 

2016 angegeben worden. Das Gericht bat Prof. M.___, diesen Widerspruch aufzulösen. 

Im Weiteren hielt es fest, aus orthopädischer Sicht sei für die Zeit von Mai 2015 bis Mai 

2016 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit in der angestammten und in einer adaptierten 

Tätigkeit attestiert worden. Für die Zeit danach sei eine 20%ige Arbeitsunfähigkeit in 

der angestammten und in einer adaptierten Tätigkeit sowie in der Haushaltstätigkeit 

angegeben worden. Dr. B.___ von der Klinik für Chirurgie und Orthopädie des Spitals 

C.___ habe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bis zum 7. Juli 2016 attestiert. Das 

Gericht bat Dr. N.___, diese Abweichung zu begründen.

B.f. 

Prof. M.___ teilte am 7. Oktober 2020 mit (Posteingang: 11. November 2020, act. 

G 16), die bidisziplinäre Zusammenfassung hätte eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit in 

angestammter und in adaptierter Tätigkeit für den benannten Zeitraum ausweisen 

müssen. Dr. N.___ gab gleichentags an (act. G 17), er gehe mit der postoperativen 

Arbeitsunfähigkeitsschätzung von Dr. B.___ uneingeschränkt einig. Demnach habe von 

Mai 2015 bis zum 7. Juli 2016 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit in der 

angestammten und in einer adaptierten Tätigkeit bestanden.

B.g. 

Die Beschwerdeführerin machte am 23. November 2020 geltend (act. G 19), somit 

stehe fest, dass sie ab dem 7. Juli 2016 aus psychischer Sicht dauerhaft zu 50% 

arbeitsunfähig gewesen sei. Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine 

Stellungnahme.

B.h. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/24

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Die Beschwerdegegnerin hat mit der angefochtenen Verfügung vom 23. Mai 2018 

einen Rentenanspruch der Beschwerdeführerin bei einem IV-Grad von 20% verneint. 

Die Beschwerdeführerin hat die Zusprache der gesetzlichen Leistungen (berufliche 

Massnahmen, Rente etc.) beantragt. In Bezug auf die beantragte Zusprache von 

beruflichen Eingliederungsmassnahmen kann nicht auf die Beschwerde eingetreten 

werden, da kein Anfechtungsobjekt in der Form einer Verfügung vorliegt. Demnach 

bildet ausschliesslich ein möglicher Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine 

Invalidenrente den Streitgegenstand.

2.  

Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die 

ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht 

durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder 

verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch 

durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses 

Jahres zu mindestens 40% invalid sind (Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung, IVG, SR 831.20). Invalidität ist die voraussichtlich bleibende 

oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG, 

SR 830.1). Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, 

geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung 

und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten 

auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.1. 

Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist die Invalidität grundsätzlich 

durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das Erwerbseinkommen, 

das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der 

medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 

zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares 

Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte, 

wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Bei nicht erwerbstätigen 

Versicherten, die im Aufgabenbereich tätig sind und denen die Aufnahme einer 

Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden kann, wird für die Bemessung der Invalidität 

in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abgestellt, in welchem Masse sie unfähig sind, 

sich im Aufgabenbereich zu betätigen (Art. 28a Abs. 2 IVG; sog. Betätigungsvergleich). 

Bei Versicherten, die teilweise erwerbstätig und teilweise im Aufgabenbereich tätig 

sind, wird der Invaliditätsgrad für beide Bereiche nach der jeweiligen Methode 

2.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/24

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

3.

Vorab ist zu prüfen, ob die Bemessung des Invaliditätsgrades der Beschwerdeführerin 

anhand eines reinen Einkommensvergleichs (Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG) 

oder anhand der sog. gemischten Methode mit einer Teilerwerbstätigkeit und einer 

Tätigkeit im Aufgabenbereich (Art. 28a Abs. 3 IVG i.V.m Art. 27  IVV) zu erfolgen hat. 

Die Beschwerdegegnerin hat in der Verfügung vom 23. Mai 2018 die gemischte 

Methode angewandt und ist von einer Erwerbsquote von 90% und einer Tätigkeit im 

Haushalt von 10% ausgegangen. Sie hat sich hierbei auf die Angaben der 

Beschwerdeführerin im Fragebogen betreffend Erwerbstätigkeit/Haushalt (IV-act. 53) 

und anlässlich der Abklärung an Ort und Stelle (IV-act. 63) gestützt, laut der die 

Beschwerdeführerin ohne eine gesundheitliche Beeinträchtigung zu einem 80-100%-

Pensum erwerbstätig wäre. Die Beschwerdeführerin ist also unsicher gewesen, ob sie 

im fiktiven "Gesundheitsfall" voll- oder teilerwerbsfähig wäre. Unter diesen Umständen 

hätte die Abklärungsperson versuchen müssen, durch gezieltes Nachfragen zu klären, 

ob die Beschwerdeführerin im fiktiven "Gesundheitsfall" zu 80%, 90% oder 100% 

(oder allenfalls auch zu weniger als 80%) erwerbstätig wäre. Dazu hätte der 

Beschwerdeführerin mittels einer sorgfältigen Befragung (z.B. was die 

Beschwerdeführerin mit der zusätzlichen Freizeit anfangen würde, wenn sie gesund 

wäre und nur einer Teilzeiterwerbstätigkeit nachgehen würde, wie sie mit einem 

entsprechend reduzierten Erwerbseinkommen als Hilfsarbeiterin zurecht käme usw.) 

ein klares Bild ihrer Situation im fiktiven "Gesundheitsfall" vermittelt werden müssen. 

Die Abklärungsperson bzw. die Beschwerdegegnerin hat diese Unsicherheit aber – zu 

Unrecht – als objektive Beweislosigkeit qualifiziert und sich deshalb, in analoger 

Anwendung der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zum Umgang mit 

Bandbreitenangaben von medizinischen Sachverständigen zur Arbeitsunfähigkeit, auf 

den Mittelwert (90%) abgestützt. Die Beschwerdegegnerin hat damit ihre 

Untersuchungspflicht (Art. 43 Abs. 1 ATSG) verletzt. Die Angelegenheit ist deshalb zur 

sorgfältigen Klärung der Statusfrage an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

4.

Die Beschwerdeführerin hat keinen Beruf erlernt. Vor den operativen Eingriffen am 

linken Knie hat sie für rund sieben Monate in einem Pensum von ca. 50% als 

Verkäuferin bei der E.___ zu einem Stundenlohn von Fr. 27.36 brutto gearbeitet. Davor 

ist sie während rund zweieinhalb Jahren im Alters- und Pflegeheim Schönau in 

berechnet; die Teilinvaliditätsgrade werden nach den Anteilen der Bereiche "gewichtet" 

und dann addiert (sog. gemischte Methode; Art. 28a Abs. 3 IVG).

bis

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/24

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Kaltbrunn erwerbstätig gewesen. Bereits in den Jahren 1996 und 1999 hat sie in einem 

Altersheim gearbeitet (vgl. IK-Auszug, IV-act. 67). Gemäss den Angaben der 

Beschwerdeführerin hat ihr Pensum im Alters- und Pflegeheim Schönau 80% betragen 

und sie hat in der Pflege gearbeitet (IV-act. 63). Der IK-Auszug weist für die Tätigkeit im 

Alters- und Pflegeheim Schönau folgende Einkommen auf: Im Jahr 2012 Fr. 41'232.--, 

im Jahr 2013 Fr. 44'264.-- und von Januar bis Juli 2014 Fr. 22'547.-- aus. Sofern die 

Beschwerdeführerin im Jahr 2013 tatsächlich zu 80% erwerbstätig gewesen ist, hat ihr 

Einkommen (Fr. 44'264.-- ÷ 0.8 = Fr. 55'330.--) deutlich über dem durchschnittlichen 

Einkommen einer Hilfsarbeiterin gelegen (Fr. 51'793.-- gemäss Anhang 2 der IV-

Ausgabe der Informationsstelle AHV/IV, Ausgabe 2019). Im Jahr 2017 hat die 

Beschwerdeführerin zudem einen Arbeitsversuch als Haushaltshilfe bei der Spitex 

gemacht. Damit bestehen starke Indizien dafür, dass die Beschwerdeführerin über 

Kenntnisse und Erfahrungen im (Hilfs-) Pflegebereich verfügen könnte, womit die 

Validenkarriere in einer entsprechenden Tätigkeit im Pflegebereich bestehen würde. 

Das Valideneinkommen wäre damit wohl höher als das der Verfügung vom 23. Mai 

2018 zugrunde gelegte durchschnittliche Einkommen der Hilfsarbeiterinnen aller 

Branchen. Die Angelegenheit ist deshalb zur weiteren Abklärung des 

Valideneinkommens an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

5.  

Um das zumutbare Invalideneinkommen ermitteln zu können, muss der 

verbliebene Arbeitsfähigkeitsgrad der Beschwerdeführerin mit dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit feststehen. Die Beschwerdegegnerin hat dazu 

Prof. M.___ und Dr. N.___ mit der Erstellung eines bidisziplinären Gutachtens 

beauftragt. Gemäss der bidisziplinären Zusammenfassung vom 12. Dezember 2017 

und den ergänzenden Stellungnahmen vom 7. Oktober 2020 hat von Mai 2015 bis zum 

7. Juli 2016 in der angestammten und in einer adaptierten Tätigkeit eine vollständige 

Arbeitsunfähigkeit bestanden. Ab dem 8. Juli 2016 hat in einer adaptierten Tätigkeit 

eine 50%ige und im eigenen Haushalt eine 20%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden. 

Strittig und im Folgenden zu prüfen ist, ob dem Gutachten voller Beweiswert zukommt, 

das heisst, ob es die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin mit dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit belegt.

5.1. 

Ein Gutachten hat vollen Beweiswert, wenn es für die streitigen Belange 

umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden 

ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sowie der medizinischen 

Situation einleuchtet und die Schlussfolgerungen der Experten begründet sind (BGE 

5.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 19/24

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

125 V 352 E. 3a). Notwendig ist zudem, dass der psychiatrische Gutachter die vom 

Bundesgericht in Bezug auf anhaltende somatoforme Schmerzstörungen und 

vergleichbare psychosomatische Leiden geschaffenen und später auf alle psychischen 

Erkrankungen, insbesondere auf leichte bis mittelschwere depressive Störungen, 

anwendbar erklärten Standardindikatoren berücksichtigt hat (vgl. BGE 141 V 281; 143 

V 409 und 143 V 418).

Der orthopädische Sachverständige Dr. N.___ hat umfassende Kenntnis von den 

Vorakten gehabt und diese gewürdigt. Er hat die Beschwerdeführerin persönlich 

untersucht, die subjektiven Klagen aufgenommen und die erhobenen objektiven 

Befunde im Gutachten wiedergegeben. Er hat nachvollziehbar dargelegt, dass die 

Beschwerdeführerin in der biomechanischen Funktion ihres linken Kniegelenks limitiert 

ist und dass daraus eine Einschränkung der Geh- und Stehfähigkeit resultiert. Das von 

ihm angegebene Leistungsbild ist schlüssig. Auch die 20%ige Arbeitsunfähigkeit in 

einer optimal adaptierten Tätigkeit und in der Haushaltstätigkeit aufgrund eines 

erhöhten Pausenbedarfs und einer reduzierten Arbeitsschnelligkeit ist nachvollziehbar. 

Die Beschwerdeführerin hat am 24. April 2018 im Rahmen des Vorbescheidverfahrens 

eingewendet, dass sie aufgrund einer falschen Belastung des linken Knies starke 

Schmerzen im Rücken und in der linken Hüfte habe. Diese Schmerzangaben hat sie 

auch gegenüber Dr. N.___ geäussert, allerdings hat sie damals lediglich von 

zunehmenden Schmerzen im Bereich der linken Hüfte und des Rückens berichtet (IV-

act. 85-70). Im Bericht der Q.___ vom 8. März 2018 (IV-act. 92-3) ist aufgrund einer 

Röntgenaufnahme eine Patella baja festgestellt und ein operatives Vorgehen 

vorgeschlagen worden. Dr. N.___ hat das Vorliegen einer Patella baja nicht erwähnt. 

Vielmehr ergibt sich aus einer am 21. November 2017 durchgeführten radiologischen 

Untersuchung, dass die Patella "intakt" und "zentriert" gewesen ist (IV-act. 85-98). 

Damit besteht die Möglichkeit, dass sich der Zustand des linken Knies im Zeitraum 

nach der Begutachtung, aber vor dem Erlass der angefochtenen Verfügung vom 

23. Mai 2018 verschlechtert haben könnte. Selbst wenn sich der Zustand des linken 

Knies verschlechtert haben sollte, hätte dies mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

jedoch keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin, da in dem 

von Dr. N.___ umschriebenen behinderungsadaptierten Tätigkeitsprofil die 

Kniebeschwerden und damit zusammenhängende Beschwerden im Rücken und an der 

linken Hüfte bereits ausreichend berücksichtigt worden sind. Aus dem Bericht der 

S.___ vom 13. März 2018 (IV-act. 92-6) ergeben sich keine neuen medizinischen 

Befunde, weshalb dieser Bericht keine Zweifel an der Beurteilung von Dr. N.___ zu 

wecken vermag. Dasselbe gilt in Bezug auf den Bericht des Hausarztes Dr. J.___ vom 

17. September 2018 (act. G 11.1). Bei der von Dr. J.___ attestierten mindestens 

5.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 20/24

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

50%igen Arbeitsunfähigkeit handelt es sich lediglich um eine andere Beurteilung des 

gleichen Sachverhalts. In diesem Zusammenhang ist zudem der Erfahrungstatsache 

Rechnung zu tragen, dass die behandelnden Ärzte aufgrund ihrer auftragsrechtlichen 

Vertrauensstellung im Zweifel eher zugunsten ihrer Patienten auszusagen pflegen und 

dazu neigen, die pessimistischen Beschwerdeschilderungen ihrer Patienten als objektiv 

ausgewiesen zu qualifizieren (vgl. BGE 125 V 353, E. 3b.cc; Urteil des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts vom 5. April 2004, I 814/03, E. 2.4.2). Damit liegt kein Grund vor, 

an der Einschätzung von Dr. N.___ in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit ab dem 

Untersuchungszeitpunkt respektive ab dem 8. Juli 2016 zu zweifeln. Für den Zeitraum 

von Mai 2015 bis zum 7. Juli 2016 hat Dr. N.___ eine vollständige Arbeitsunfähigkeit in 

der angestammten und in einer adaptierten Tätigkeit attestiert, dies aufgrund der 

operativen Eingriffe am linken Knie (Implantation einer unikondylären Knieprothese am 

20. Mai 2015, Ausbau der Knie-Teil-Prothese und Implantation einer Knie-

Totalprothese am 18. März 2016) und der jeweils nachfolgenden postoperativen 

Rekonvaleszenzen. Diese Einschätzung ist ebenfalls schlüssig. Die Beschwerdeführerin 

hat sich allerdings bereits am 13. Januar 2014 und am 22. Juni 2014 zwei 

Kniearthroskopien unterziehen lassen (IV-act. 54). Im Verlauf des Jahres 2014 hat sie 

zudem die Arbeitsstelle gewechselt und ist ab Oktober 2014 nur noch zu 50% 

erwerbstätig gewesen. Damit besteht die Möglichkeit, dass bereits vor Mai 2015 eine 

(Teil-)Arbeitsunfähigkeit bestanden hat. Eine medizinisch-theoretische 

Arbeitsfähigkeitsschätzung für die Zeit vor Mai 2015 fehlt. Für die Bestimmung des 

Zeitpunkts des Ablaufs des Wartejahrs (Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG) und damit des 

Zeitpunkts des potentiellen Rentenbeginns ist es jedoch relevant, ob bereits vor Mai 

2015 eine mindestens 40%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden hat. Die 

Beschwerdeführerin hat sich nämlich im September 2015 zum Leistungsbezug 

angemeldet, womit die sechsmonatige Wartefrist (Art. 29 IVG) Ende Februar 2016 

abgelaufen ist. Der potentielle Rentenbeginn könnte also – sofern das Wartejahr dann 

abgelaufen gewesen ist – der 1. März 2016 sein. Die Sache ist deshalb zur 

ergänzenden Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Sie wird von 

Dr. N.___ eine begründete Arbeitsfähigkeitsschätzung für die Zeit vor Mai 2015 

einholen. Nach der Auffassung des Bundesgerichts ist die Rückweisung in diesem Fall 

zulässig (vgl. BGE 137 V 264, E. 4.4.1.4, wonach eine Sache zurückgewiesen werden 

kann, wenn lediglich eine Klarstellung, Präzisierung oder Ergänzung von gutachtlichen 

Ausführungen erforderlich ist; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 15. November 

2019, 8C_525/2019, E. 3.3).

Der psychiatrische Sachverständige Prof. M.___ hat ebenfalls umfassende 

Kenntnis von den Vorakten gehabt, diese gewürdigt, die Beschwerdeführerin 

5.4. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 21/24

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

persönlich untersucht, die subjektiven Klagen aufgenommen und die erhobenen 

objektiven Befunde im Gutachten wiedergegeben. Er hat dargelegt, dass die 

Beschwerdeführerin an einer rezidivierenden depressiven Störung leidet. Im 

Vordergrund der Psychopathologie haben Klagen über depressive Symptome mit einer 

tageszeitlichen Schwankung bei einer morgendlichen inneren Unruhe und einer 

morgendlichen Antriebsstörung gestanden. Anlässlich der Untersuchung hat 

Prof. M.___ leicht- bis mittelgradige Symptome im Sinne einer Störung der 

Affektsteuerung festgestellt. Hinweise auf eine Störung der Ich-Strukturen haben sich 

nicht ergeben. Die Selbst- und Fremdwahrnehmung und die Realitätsbeurteilung haben 

keine Abnormitäten aufgewiesen. Eine Impulskontrollstörung hat nicht vorgelegen, 

ebenso wenig eine Einschränkung der "psychischen Handlungsfähigkeit". In Bezug auf 

den Bericht der Klinik O.___ vom 30. März 2016 hat Prof. M.___ erklärt, die darin 

genannte Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig eine 

schwere Episode/DD Anpassungsstörung, sei nicht nachvollziehbar, da die für eine 

schwere Depression gemäss ICD-10 geforderten neun Kriterien nicht dokumentiert 

seien. Aufgrund der Angaben zum Psychostatus habe damals allenfalls eine 

mittelgradige Episode einer rezidivierenden depressiven Störung vorgelegen. Im 

Weiteren hat er ausgeführt, dass sich die Beschwerdeführerin vermutlich von Anfang 

August 2016 bis zum 17. August 2016 wegen einer erneuten depressiven Episode in 

der Tagesklinik in I.___ befunden habe. Ein Austrittsbericht sei versehentlich nicht 

erstellt worden. Über den Schweregrad der damaligen depressiven Episode ist in den 

Akten somit nichts dokumentiert. Seit dem Umzug der Beschwerdeführerin zu ihrer 

Tochter im Sommer 2016 hat sich diese nicht mehr in einer fachärztlichen 

psychiatrischen Behandlung befunden. Es ist in Übereinstimmung mit Prof. M.___ 

davon auszugehen, dass ein- bis zweimal pro Jahr stattfindende Gespräche mit dem 

Hausarzt eine fachpsychiatrische Behandlung nicht zu ersetzen vermögen. Die vom 

Hausarzt verordneten Psychopharmaka haben in der Laboruntersuchung ausserdem 

deutlich unterhalb des therapeutischen Spiegels gelegen, was darauf hinweist, dass im 

Begutachtungszeitpunkt keine adäquate psychiatrische Behandlung stattgefunden hat. 

Prof. M.___ ist gestützt darauf davon ausgegangen, dass mittel- und langfristig kein 

Gesundheitsschaden mit einer Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vorliege, da die 

Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin unter einer Intensivierung und Optimierung der 

Behandlung innerhalb von drei Monaten wieder vollständig herzustellen sei. Für die Zeit 

ab Frühjahr/Sommer 2016 ist er von einer durchschnittlich mittelgradigen depressiven 

Störung ausgegangen. Aufgrund einer Belastbarkeitsminderung und einer Reduktion 

der Durchhaltefähigkeit hat er eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit in einer adaptierten 

Tätigkeit attestiert. Die von Prof. M.___ gestellte Diagnose einer rezidivierenden 

depressiven Störung ist schlüssig. Der durchschnittlich mittelgradige Schweregrad ab 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 22/24

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Frühjahr/Sommer 2016 sowie im Untersuchungszeitpunkt ist aus der Sicht eines 

medizinischen Laien nur knapp nachvollziehbar, insbesondere da über die Behandlung 

in der Tagesklinik in I.___ vom August 2016 in den Akten nichts dokumentiert ist und da 

Prof. M.___ zunächst festgehalten hat, anlässlich der Untersuchung hätten sich (nur) 

leicht- bis mittelgradige depressive Symptome gefunden. Dennoch ist davon 

auszugehen, dass Prof. M.___ die objektiven Befunde sorgfältig erhoben hat und die 

Diagnose einer seit Frühjahr/Sommer 2016 bestehenden, durchschnittlich 

mittelgradigen depressiven Störung lege artis gestellt hat. Nicht überzeugend ist 

jedoch die Arbeitsfähigkeitsschätzung. Diese ist anhand einer Prüfung der 

Standardindikatoren zu ermitteln. Ein massgebender Faktor bildet dabei die Frage, 

über welche Ressourcen die versicherte Person verfügt. Prof. M.___ hat sich mit den 

Ressourcen der Beschwerdeführerin jedoch nicht ausreichend auseinandergesetzt. Er 

hat die Beschwerdeführerin zwar nach ihren Ressourcen befragt (IV-act. 85-45), in der 

Beurteilung ist er aber nicht mehr darauf eingegangen. Einzig im Zusammenhang mit 

der Konsistenz hat er festgehalten, die Aktivitäten im Haushalt der Tochter liessen 

darüber nachdenken, ob die Beschwerdeführerin einen neuen Lebensentwurf gefasst 

habe, welcher eine Berufstätigkeit hintenanstelle im Sinne eines sekundären 

Krankheitsgewinns. Er hat also erkannt, dass die Alltagsaktivitäten auf erhebliche 

Ressourcen hingedeutet haben. Weitere Ausführungen zu den Ressourcen finden sich 

im Gutachten nicht. Prof. M.___ hat die Arbeitsunfähigkeit einzig mit einer 

Belastbarkeitsminderung und einer Reduktion der Durchhaltefähigkeit begründet. Für 

eine überzeugende Arbeitsfähigkeitsschätzung wäre aber auch darzulegen gewesen, 

wie sich die reduzierte Belastbarkeit und Durchhaltefähigkeit auf das funktionelle 

Leistungsvermögen der Beschwerdeführerin auswirkten. So können beispielsweise 

eine Verlangsamung, ein Verlust der Konzentrationsfähigkeit oder ein erhöhter 

Pausenbedarf zu einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit führen. Des Weiteren ist zu 

erklären, wie sich diese Beeinträchtigung des Leistungsvermögens an einem idealen 

Arbeitsplatz konkret auswirken würde, beispielsweise dass die versicherte Person für 

die Erfüllung einer Arbeitsaufgabe doppelt so viel Zeit wie eine gesunde Person 

benötige, dass sie am Vormittag eine volle Leistung zu erbringen vermöge und am 

Nachmittag aufgrund von zunehmenden Konzentrationsschwierigkeiten nur noch zur 

Hälfte leistungsfähig sei oder dass sie nach jeder Arbeitsstunde zehn Minuten Pause 

benötige, um sich zu erholen (vgl. Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons 

St. Gallen vom 4. November 2019, IV 2017/428, E. 3.3). Prof. M.___ hat also den Bogen 

zwischen den erhobenen Befunden (z.B. reduzierter Antrieb) und deren Einfluss auf die 

Arbeitsfähigkeit nicht geschlagen (vgl. BGE 145 V 367, E. 4.3). Die Auffassung der 

Beschwerdegegnerin, dass aus psychiatrischer Sicht kein invalidisierender 

Gesundheitsschaden (und damit eine vollständige Arbeitsfähigkeit) vorliege, vermag 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 23/24

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

6.  

Entscheid

ebenfalls nicht zu überzeugen. Sie hat sich dabei nämlich massgeblich auf die Aussage 

von Prof. M.___, dass die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin unter einer 

adäquaten Behandlung innerhalb von drei Monaten vollständig wiederhergestellt 

werden könne, gestützt. Dies stellt lediglich eine Prognose dar. Zu beurteilen gewesen 

ist jedoch die effektiv bestehende Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin im Zeitpunkt 

des Erlasses der angefochtenen Verfügung. Demnach steht der Arbeitsfähigkeitsgrad 

der Beschwerdeführerin (noch) nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest. Die Angelegenheit ist deshalb zur ergänzenden 

Abklärung der verbliebenen Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin aus 

psychiatrischer Sicht seit dem Frühjahr/Sommer 2016 an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen.

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. 

Praxisgemäss ist die Rückweisung an die Verwaltung zur weiteren Abklärung als volles 

Obsiegen der Beschwerdeführerin zu werten (vgl. BGE 132 V 235, E. 6.1). 

Dementsprechend ist die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- vollumfänglich der 

Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.

6.1. 

bis

Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Auch hier gilt, dass eine Rückweisung zur 

weiteren Abklärung als volles Obsiegen der Beschwerdeführerin zu betrachten ist. Die 

Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht 

auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des 

Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das 

Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung (sGS 

963.75) pauschal Fr. 1'500.-- bis Fr. 15'000.--. Der Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin hat am 27. Januar 2021 eine Honorarnote eingereicht (act. G 24). 

Seine Forderung beläuft sich auf Fr. 2'301.82 (inklusive Barauslagen und 

Mehrwertsteuer). Dieser Betrag erweist sich als angemessen. Die Beschwerdegegnerin 

hat die Beschwerdeführerin deshalb mit Fr. 2'301.82 zu entschädigen.

6.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 24/24

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Auf die Beschwerde betreffend die Zusprache von beruflichen Eingliederungsmass­

nahmen wird nicht eingetreten.

2.

Die Verfügung vom 23. Mai 2018 wird aufgehoben und die Sache wird zur weiteren 

Abklärung im Sinne der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

3.

Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen.

4.

Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung von 

Fr. 2'301.82 zu bezahlen.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 11.02.2021
	Art. 7, 8 und 16 ATSG. Art. 28 IVG. Würdigung eines bidisziplinären (psychiatrischen und orthopädischen) Gutachtens. Rückweisung zur Ergänzung des Gutachtens sowie zur weiteren Abklärung der Statusfrage und des Valideneinkommens (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 11. Februar 2021, IV 2018/217).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T03:06:53+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen