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**Case Identifier:** 8509da72-984c-58d0-a02e-322d7f82479d
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-05-04
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 04.05.2020 200 2019 955
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2019-955_2020-05-04.pdf

## Full Text

200 19 955 UV
SCP/SHE/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 4. Mai 2020

Verwaltungsrichter Schütz
Gerichtsschreiber Schnyder

A.________
vertreten durch B.________ AG
Beschwerdeführerin

gegen

AXA Versicherungen AG 
Generaldirektion, General Guisan-Strasse 40, Postfach 357, 
8401 Winterthur
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 25. November 2019

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Mai 2020, UV/19/955, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 2002 geborene A.________ (nachfolgend Versicherte bzw. Beschwer-
deführerin) war bei der AXA Versicherungen AG (nachfolgend AXA oder 
Beschwerdegegnerin) obligatorisch nach dem Bundesgesetz vom 20. März 
1981 über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) versichert, als sie am 
29. September 2018 beim Zügeln der Kühe über einen Zaun sprang und 
nach der Landung auf dem Boden einen Knacks „vom“ linken Knie hörte 
(Akten der AXA [act. II A] 1). Die AXA tätigte in der Folge Abklärungen zum 
Ereignishergang sowie zum Gesundheitszustand (vgl. act. II A3, Akten der 
AXA [act. II M] 1 ff.). Am 18. Oktober 2018 (act. II M5) unterzog sich die 
Versicherte einem operativen Eingriff am linken Knie. Nach Vorlage des 
Versicherungsdossiers an ihren beratenden Arzt, Dr. med. C.________, 
Facharzt für Chirurgie (vgl. Stellungnahme vom 5. April 2019 [act. II M14]), 
teilte die AXA der Versicherten mit Schreiben vom 17. April 2019 (act. II 
A12) formlos mit, da das Ereignis vom 29. September 2018 weder ein Un-
fall im Rechtssinn noch eine leistungsauslösende unfallähnliche Körper-
schädigung darstelle, bestehe kein Anspruch auf Leistungen der obligatori-
schen Unfallversicherung. An diesem Entscheid hielt die AXA mit Verfü-
gung vom 25. Juni 2019 (act. II A24) fest. Nach dagegen erhobenen Ein-
sprachen der Versicherten (act. II A28) und deren obligatorischen Kranken-
pflegeversicherung (act. II A33) holte sie eine Beurteilung von Dr. med. 
D.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 
Bewegungsapparates, vom 10. November 2019 (act. II A16) ein und wies 
mit Entscheid vom 25. November 2019 (act. II A39) die Einsprachen ab.

B.

Mit Eingabe vom 23. Dezember 2019 erhob die Versicherte, vertreten 
durch die B.________ AG, hiergegen Beschwerde mit folgenden Rechts-
begehren:

1. Der Entscheid vom 25. November 2019 sei aufzuheben.

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2. Die Beschwerdegegnerin habe die unfallversicherungsrechtlichen Leistungen 
für das Ereignis vom 29. September 2018 bis zum Erreichen des Status quo si-
ne vel ante der Beschwerdeführerin zu erbringen.

3. Eventuell sei die Sache mit der Auflage an die Beschwerdegegnerin zurückzu-
weisen, eine weitere Begutachtung durch einen versicherungsexternen Arzt zu 
veranlassen.

- Alles unter Entschädigungsfolge -

Der Beschwerde beigelegt war eine Stellungnahme von Dr. med. 
E.________, praktischer Arzt, vom 4. Dezember 2019 (Akten der Be-
schwerdeführerin [act. I] 4). 

Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 26. März 
2020 auf Abweisung der Beschwerde. Dieser beigelegt war eine Stellung-
nahme von Dr. med. D.________ vom 11. März 2020 (act. II M17).

Mit prozessleitender Verfügung vom 14. April 2020 stellte der zuständige 
Instruktionsrichter der Beschwerdeführerin die Stellungnahme von Dr. med. 
D.________ vom 11. März 2020 (act. II M17) zur Kenntnis zu und gewährte 
ihr für eine allfällige Stellungnahme eine Frist bis zum 4. Mai 2020. Hiervor 
machte die Beschwerdeführerin am 30. April 2020 Gebrauch und hielt an 
den beschwerdeweise gestellten Rechtsbegehren fest. Der Stellungnahme 
beigelegt war eine weitere Aktenbeurteilung von Dr. med. E.________ vom 
17. April 2020 (Akten der Beschwerdeführerin [act. IA] 1). 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des Ver-
waltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 6. Ok-
tober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-

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anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist ge-
geben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 
kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsgegenstand bildet der Einspracheentscheid vom 25. 
November 2019 (act. II A39). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf die 
gesetzlichen Unfallversicherungsleistungen im Zusammenhang mit dem 
Ereignis vom 29. September 2018.

1.3 Der Versicherten wurde ab dem 29. September 2018 bis zum 10. 
Januar 2019 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit und danach bis zum 10. 
April 2019 eine 50%-ige Arbeitsunfähigkeit attestiert (act. II M1 ff.). Unter 
Berücksichtigung von Art. 16 Abs. 2 UVG, nachdem der Anspruch auf Tag-
geld erst am dritten Tag nach dem Unfalltag entsteht, dem versicherten 
Verdienst von Fr. 12‘503.80 (12 x [Fr. 955.-- + Fr. 7.40] + Fr. 955.--) und 
der Regelung von Art. 17 Abs. 1 UVG, wonach das Taggeld 80% des ver-
sicherten Verdienstes beträgt und bei teilweiser Arbeitsunfähigkeit entspre-
chend gekürzt wird, sind bei einer Arbeitsunfähigkeit von 101 Tagen zu 
100% und 90 Tagen zu 50%, Taggelder von approximativ Fr. 4‘001.20 (Fr. 
2‘767.95 [Fr. 12‘503.80 x 80% / 365 Tage x 101 Tage] + Fr. 1‘233.25 ([Fr. 
12‘503.80 x 80% x 50% / 365 Tage x 90 Tage]) umstritten. Da von den Par-
teien unbestritten blieb, dass die angefallenen Heilbehandlungskosten inkl. 
Operation den Betrag von Fr. 16‘000.-- überschreiten, liegt der Streitwert 
unter Fr. 20‘000.--, weshalb die Beurteilung der Beschwerde in die einzel-
richterliche Zuständigkeit fällt (Art. 57 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 
80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

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2.

2.1 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversi-
cherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines 
Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 UVG).

2.2 Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung 
eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die 
eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge-
sundheit oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG).

2.2.1 Der äussere Faktor ist ungewöhnlich, wenn er – nach einem objekti-
ven Massstab – nicht mehr im Rahmen dessen liegt, was für den jeweiligen 
Lebensbereich alltäglich und üblich ist. Das Merkmal des Ungewöhnlichen 
macht den alltäglichen Vorgang zum einmaligen Vorfall. Einwirkungen, die 
aus alltäglichen Vorgängen resultieren, taugen in aller Regel nicht als Ursa-
che einer Gesundheitsschädigung. Liegt der Grund somit allein im Innern 
des Körpers, ist Krankheit gegeben. Daran ändert die blosse Auslösung 
des Gesundheitsschadens durch einen äusseren Faktor nichts; Unfall setzt 
vielmehr begrifflich voraus, dass das exogene Element so ungewöhnlich 
ist, dass eine endogene Verursachung ausser Betracht fällt (BGE 134 V 72 
E. 4.1 S. 76 und E. 4.1.1 S. 77). Das Begriffsmerkmal der Ungewöhnlich-
keit bezieht sich nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern nur 
auf diesen selber. Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist in-
soweit, dass der äussere Faktor allenfalls schwerwiegende, unerwartete 
Folgen nach sich zog. Ausschlaggebend ist also, dass sich der äussere 
Faktor vom Normalmass an Umwelteinwirkungen auf den menschlichen 
Körper abhebt. Ungewöhnliche Auswirkungen allein begründen keine Un-
gewöhnlichkeit (BGE 134 V 72 E. 4.3.1 S. 79; SVR 2018 UV Nr. 8 S. 27 E. 
3.1.1; Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 6. Mai 2019, 
8C_842/2018, E. 3.3.1).

2.2.2 Das Merkmal des ungewöhnlichen äusseren Faktors kann auch in 
einer unkoordinierten Bewegung bestehen. Bei Körperbewegungen gilt da-
bei der Grundsatz, dass das Erfordernis der äusseren Einwirkung lediglich 
dann erfüllt ist, wenn ein in der Aussenwelt begründeter Umstand den 
natürlichen Ablauf einer Körperbewegung gleichsam "programmwidrig" 

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beeinflusst hat. Bei einer solchen unkoordinierten Bewegung ist der unge-
wöhnliche äussere Faktor zu bejahen; denn der äussere Faktor – Verände-
rung zwischen Körper und Aussenwelt – ist wegen der erwähnten Pro-
grammwidrigkeit zugleich ein ungewöhnlicher Faktor (BGE 130 V 117 E. 
2.1 S. 118; SVR 2018 UV Nr. 8 S. 27 E. 3.1.2). Dies trifft beispielsweise 
dann zu, wenn die versicherte Person stolpert, ausgleitet oder an einem 
Gegenstand anstösst oder wenn sie, um ein Ausgleiten zu verhindern, eine 
reflexartige Abwehrhaltung ausführt oder auszuführen versucht (RKUV 
2004 U 502 S. 183 E. 4.1, 1999 U 345 S. 422 E. 2b).

2.2.3 Die einzelnen Umstände des Unfallgeschehens sind vom Leistungs-
ansprecher oder der Leistungsansprecherin glaubhaft zu machen. Wird die-
ser Forderung nicht nachgekommen, indem unvollständige, ungenaue oder 
widersprüchliche Angaben gemacht werden, die das Bestehen eines unfall-
mässigen Schadens als unglaubwürdig erscheinen lassen, besteht keine 
Leistungspflicht des Unfallversicherers. Im Streitfall obliegt es dem Gericht 
zu beurteilen, ob die einzelnen Voraussetzungen des Unfallbegriffs erfüllt 
sind (BGE 116 V 136 E. 4b S. 140, 114 V 298 E. 5b S. 305; SVR 2016 UV 
Nr. 44 S. 146 E. 3.4).

Die Verwaltung als verfügende Instanz und – im Beschwerdefall – das Ge-
richt dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von 
ihrem Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat das Ge-
richt seinen Entscheid, sofern das Gesetz nichts Abweichendes vorsieht, 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die 
blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhaltes genügt diesen Beweis-
anforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstel-
lung zu folgen, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die 
wahrscheinlichste würdigt (BGE 144 V 427 E. 3.2 S. 429).

Im Sozialversicherungsrecht gilt die Beweismaxime, wonach die sogenann-
ten spontanen "Aussagen der ersten Stunde" in der Regel unbefangener 
und zuverlässiger sind als spätere Darstellungen, die bewusst oder unbe-
wusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder an-
derer Art beeinflusst sein können (BGE 143 V 168 E. 5.2.2 S. 174, 121 V 
45 E. 2a S. 47).

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2.3 Die am 1. Januar 2017 in Kraft getretenen und vorliegend anwend-
baren Änderungen vom 25. September 2015 des UVG (vgl. Abs. 1 der 
Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des 
UVG) und vom 9. November 2016 der Verordnung vom 20. Dezember 
1982 über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202; vgl. Art. 147b UVV) 
haben an den obigen Bestimmungen (vgl. E. 2.2 vorne) materiell nichts ge-
ändert.

2.4 Gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG erbringt die Versicherung ihre Leistun-
gen auch bei folgenden Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend 
auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind: Knochenbrüche (lit. 
a), Verrenkungen von Gelenken (lit. b), Meniskusrisse (lit. c), Muskelrisse 
(lit. d), Muskelzerrungen (lit. e), Sehnenrisse (lit. f), Bandläsionen (lit. g), 
Trommelfellverletzungen (lit. h).

Nach Meldung einer Listenverletzung gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG hat der 
Unfallversicherer die genauen Begleitumstände abzuklären. Ist die Listen-
verletzung auf ein Unfallereignis im Sinne von Art. 4 ATSG zurückzuführen, 
so ist der Unfallversicherer solange leistungspflichtig, bis der Unfall nicht 
mehr die natürliche und adäquate Ursache darstellt, der Gesundheitsscha-
den also nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. 
Sind hingegen nicht sämtliche Kriterien des Unfallbegriffs nach Art. 4 ATSG 
erfüllt, so wird der Unfallversicherer für eine Listenverletzung nach Art. 6 
Abs. 2 UVG in der seit 1. Januar 2017 geltenden Fassung grundsätzlich 
leistungspflichtig, sofern er nicht den Nachweis dafür erbringt, dass die Ver-
letzung vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen ist 
(Entscheid des BGer vom 24. September 2019, 8C_22/2019 [zur Publikati-
on vorgesehen], E. 9.1). Damit der Entlastungsbeweis gelingt, hat der Un-
fallversicherer gestützt auf beweiskräftige ärztliche Einschätzungen – mit 
dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit – nachzuweisen, 
dass die fragliche Listenverletzung vorwiegend, d.h. im gesamten Ursa-
chenspektrum zu mehr als 50%, auf Abnützung oder Erkrankung zurückzu-
führen ist. Besteht das Ursachenspektrum einzig aus Elementen, die für 
Abnützung oder Erkrankung sprechen, so folgt daraus unweigerlich, dass 
der Entlastungsbeweis des Unfallversicherers erbracht ist und sich weitere 
Abklärungen erübrigen (BGer 8C_22/2019, E. 8.6).

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3.

3.1 Hinsichtlich des Ereignisherganges vom 29. September 2018 findet 
sich in den Akten im Wesentlichen das Folgende:

3.1.1 Am Ereignistag konsultierte die Beschwerdeführerin das Spital 
F.________. Dabei gab sie an, am Mittag über einen Zaun gesprungen zu 
sein und bei der Landung das linke Bein mehr belastet zu haben, worauf 
stechende Schmerzen aufgetreten seien (act. II M4) bzw. bei einem Sprung 
aufs linke Bein sei plötzlich ein stechender Schmerz im Knie aufgetreten 
(act. II M2).

3.1.2 Mit Schadenmeldung UVG vom 8. Oktober 2018 (act. II A1) meldete 
die Beschwerdeführerin der Beschwerdegegnerin, sie sei am 29. Septem-
ber 2018 beim „Zügeln der Kühe“ über einen Zaun gesprungen und habe, 
als sie auf dem Boden gelandet sei, einen Knacks „vom“ Knie gehört. 

3.1.3 Im Operationsbericht vom 19. Oktober 2018 (act. II M5) betreffend 
die am vorherigen Tag durchgeführte Operation wurde angegeben, vor 
knapp vier Wochen habe sich ein Sekundärtrauma mit Kniedistorsion nach 
Sprung und Sturz ereignet. 

3.1.4 Im Fragebogen vom 25. Oktober 2018 (act. II A3) gab die Be-
schwerdeführerin an, beim Alpabzug sei sie mit beiden Beinen über einen 
Zaun gesprungen und habe bei der Landung das linke Bein mehr belastet. 
Daraufhin habe sie einen stechenden Schmerz verspürt und sei einge-
knickt. Die Frage, ob sich etwas Ungewöhnliches oder Programmwidriges 
ereignet habe, das zum Ereignis beigetragen habe, wie z.B. ein Ausgleiten 
oder ein Sturz, beantwortete die Versicherte nicht. Bei der Frage, wann die 
Beschwerden / Schmerzen erstmals aufgetreten seien, und wie sich die 
Verletzungen geäussert hätten, gab sie an, die Beschwerden seien sofort 
nach dem Sturz aufgetreten. Die Verletzung habe sich durch starke 
Schmerzen und einer starken Schwellung, welche einige Minuten nach 
dem Sprung aufgetreten sei, geäussert (S. 1). 

3.1.5 In der Einsprache vom 18. Juli 2019 (act. II A28) wurde das Ereignis 
in dem Sinne beschrieben, als dass die Beschwerdeführerin bei einem 
Sprung über einen Zaun nicht wie vorgesehen und beabsichtigt mit einer 

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für beide Beine gleichen Belastung gelandet sei. Das linke Bein sei stärker 
belastet worden, woraufhin sie eingeknickt sei (S. 2 Ziff. 18).

3.2 Wie die Beschwerdegegnerin treffend ausführt (vgl. Beschwerdeant-
wort S. 3 Ziff. 1.2), gab die Beschwerdeführerin bei der Erstkonsultation am 
Ereignistag und damit echtzeitlich an, über einen Zaun gesprungen zu sein 
und bei der Landung das linke Bein mehr belastet zu haben, worauf ste-
chende Schmerzen aufgetreten seien (act. II M4) bzw. nach einem Sprung 
einen plötzlichen Schmerz im linken Knie verspürt zu haben (act. II M2). 
Dass es zu einem initialen Sturz gekommen wäre (vgl. act. II A3, M5 sowie 
Beschwerde S. 4 Ziff. 8), ist mit Blick auf die Beweisregel der Aussage der 
ersten Stunde (vgl. E. 2.2.3) weit weniger wahrscheinlich als die Schilde-
rungen anlässlich der Erstkonsultation im Spital F.________ am Ereignis-
tag wie auch in der Unfallmeldung, bei welcher kein Sturz angegeben bzw. 
in den diesbezüglichen Berichten festgehalten wurde. Die Aussagen der 
Beschwerdeführerin betreffend Qualität der Aussage der ersten Stunde 
(vgl. Stellungnahme vom 30. April 2020 S. 2 Ziff. 5) sind nicht zu hören, 
machten doch insbesondere ihre Eltern ihre Angaben im Rechtsmittelver-
fahren (act. II A16; vgl. auch E. 3.3.3, S. 11 unten, hiernach). Vielmehr ist 
mit der Begründung der Beschwerdegegnerin (Beschwerdeantwort S. 4 
Ziff. 1.2) davon auszugehen, dass ein Sturz als eigentlich zentrales Sach-
verhaltselement von Anfang an in der Unfallmeldung wie auch den erstbe-
handelnden Ärzten gegenüber erwähnt worden wäre, wenn er sich tatsäch-
lich ereignet hätte. Der vorliegend massgebende Geschehensablauf erfüllt 
den Unfallbegriff nicht, gehört es doch zur normalen Bandbreite des Bewe-
gungsablaufs bei einem Sprung über einen Zaun, dass sich die Wucht der 
Landung nicht immer auf beide Beine gleich verteilen lässt. Ein in der Aus-
senwelt begründeter Umstand, der den natürlichen Ablauf einer Körperbe-
wegung gleichsam "programmwidrig" beeinflusst hat bzw. eine unkoordi-
nierte Bewegung, wie z.B. ein Ausrutschen oder eine unphysiologische 
äussere Einwirkung, ist vorliegend nicht auszumachen und wird von der 
Beschwerdeführerin nicht geltend gemacht. Kommt es beim geschilderten 
Bewegungsablauf zu einer Schädigung des Knies, handelt es sich – wie die 
Beschwerdegegnerin zu Recht ausführt (Beschwerdeantwort S. 4 Ziff. 1.3) 
– um einen rein inneren Ablauf, welcher durch keinen ungewöhnlichen 
äusseren Einfluss gestört wurde. Selbst ein auf den einschiessenden (inne-

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ren) Schmerz folgender Sturz würde daher in diesem Fall kein Unfall im 
Rechtssinn darstellen, hätte sich doch die Verletzung vorher ereignet und 
wäre ein allfälliger Sturz lediglich deren Folge, sodass es am notwendigen 
Begriffsmerkmal der Beeinträchtigung der körperlichen Gesundheit durch 
einen ungewöhnlichen äusseren Faktor mangeln würde. 

3.3 Damit ist in tatsächlicher Hinsicht mit dem Beweisgrad der überwie-
genden Wahrscheinlichkeit erstellt (vgl. E. 2.2.3 hiervor), dass das Ereignis 
vom 29. September 2018 mangels Ungewöhnlichkeit den rechtlichen Un-
fallbegriff (vgl. E. 2.2. hiervor) nicht erfüllt. Von den Parteien unbestritten 
und durch die Akten erstellt (vgl. u.a. act. II M5, 14 f.) ist, dass es sich bei 
der Innenmeniskusruptur um eine Listenverletzung gemäss Art. 6 Abs. 2 
UVG handelt. Streitig und nachfolgend zu prüfen ist in diesem Zusammen-
hang, ob diese Listenverletzung – wie die Beschwerdegegnerin vorbringt – 
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf Abnützung bzw. Erkrankung zu-
rückzuführen ist und eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin damit 
entfällt. Diesbezüglich ist den medizinischen Akten im Wesentlichen das 
Folgende zu entnehmen:

3.3.1 Dr. med. C.________ führte in der Stellungnahme vom 5. April 2019 
(act. II M14) aus, es lägen eine unbehandelte VKG-Ruptur links nach Ski-
sturz am 21. Januar 2017 sowie neu eine vertikale Meniskusbasisruptur am 
medialen Meniskushinterhorn links bei vorbestehender relevanter Kniein-
stabilität vor (S. 3 Ziff. 2). Letztere sei vorwiegend auf Abnützung oder Er-
krankung zurückzuführen (Ziff. 2).

3.3.2 Dr. med. E.________ führte am 8. Juli 2019 (act. II M15) aus, bei 
Berücksichtigung des beschriebenen Ereignisses, der sofortigen Schmer-
zen, der am Ereignistag klinisch vermuteten Läsion des medialen Meniskus 
und des medialen Seitenbandes wie vor allem der Lokalisation des vertika-
len Risses, neige er dazu, dass es sich bei der akuten Läsion um einen 
Listendiagnose handle ohne Anhaltspunkte für eine Degeneration des me-
dialen Meniskus. Bezüglich der Mitwirkung der chronischen Instabilität sei 
zu erwähnen, dass die chronische VKB-Instabilität bekannterweise zu einer 
Degeneration vor allem des medialen Meniskus führe. Allerdings erst ab 
einer Zeitspanne von ca. zehn Jahren. Im konkreten Fall lägen zwischen 
dem ersten und zweiten Ereignis nur zwei Jahre zurück. Somit sei die Me-

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niskusläsion als frisch zu betrachten, ohne dass degenerative Veränderun-
gen des Meniskus bildgebend oder perioperativ nachgewiesen worden sei-
en. Der Status quo sine wäre bei unauffälligem Verlauf acht Wochen post-
operativ begründbar (S. 3). 

3.3.3 Dr. med. D.________ kam in der Beurteilung vom 10. November 
2019 (act. II M16) zum Schluss, es handle sich mit der vollständigen isolier-
ten VKB-Ruptur vom 22. Januar 2017 um eine prognoserelevante Knie-
schädigung links, die in der initialen Heilungsphase zu einem funktionell gut 
kompensierten Kniegelenk geführt habe. Naturgemäss habe jedoch keine 
VKB-Heilung stattgefunden und zum Zeitpunkt des erneuten Ereignisses 
vom 29. September 2018 habe eine erhöhte Verletzungsanfälligkeit des 
linken Kniegelenkes vorgelegen. VKB-Rupturen als Ausdruck einer kom-
plexen Knieverletzung zeigten naturgemäss progrediente Folgeverände-
rungen, am offensichtlichsten an den Menisken und am Knorpel, die verzö-
gert manifest werden könnten. Die Integrität des Innenmeniskus sei zum 
Zeitpunkt des Ereignisses vom 29. September 2018 als nicht erhalten zu 
betrachten (S. 7 f.). Weiter sei der geschilderte Schadenmechanismus 
(Sprung über Zaun mit Landung auf beiden Beinen, linkes Bein stärker be-
lastet) nicht geeignet, die isolierte Innenmeniskusruptur (Vertikalriss Hinter-
horn) zu verursachen. Die morphologischen Zusammenhänge der als ge-
schädigt beschriebenen Begleitstrukturen im medialen Kompartiment (Bone 
Bruise, Innenbandschädigung) sprächen mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit gegen die Entstehung einer komplexen frischen Schädigung des 
Innenmeniskus, so dass man nicht von einem Meniskusriss im eigentlichen 
Sinne, sondern von einer isolierten und somit chronischen Meniskusschä-
digung ausgehen müsse. Eine frische Meniskusruptur könne gemäss me-
dizinischer Literatur auf diese Weise nicht zustande gekommen sein. Die 
Kriterien für einen seltenen sogenannten Drehsturz seien keineswegs er-
füllt. Auch eine ungleichzeitige, allenfalls links verstärkte Belastung in der 
Landephase könne ohne charakteristische Begleitverletzung nicht zu einem 
Meniskusriss führen. Der Schadenmechanismus spreche bei bekannter 
vorderer Kreuzbandinsuffizienz deutlich für eine charakteristische Giving-
way-Krise bei Knieinstabilität. Durch die Aussage der Eltern mit dem Kna-
cken und Aushängen des Knies und dem Zusammenprall der einzelnen 
Knochen werde diese Interpretation eindrücklich unterstrichen (S. 8 Ziff. 1). 

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Die sofortigen, offensichtlich medialen Knieschmerzen, gleichentags repro-
duzierbar durch Valgusstress und entsprechend dokumentiert im MRI vom 
1. Oktober 2018 wiesen auf eine Innenbandzerrung links hin, was als neue 
Verletzung verstanden werden könne. Dabei handle es sich marginal um 
eine Listendiagnose (Bandläsion, Gelenkverrenkung), die aber gute Chan-
cen habe, innert acht bis neun Wochen abzuheilen (Status quo ante bezüg-
lich Innenband), ohne dass operativ etwas unternommen werden müsste. 
Was die Meniskus- und VKB-Strukturen betreffe, handle es sich bei beiden 
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit um eine Spätfolge des Ereignisses 
von 2017 (S. 8 f. Ziff. 2). Die Meniskusschädigung medial zeige nicht die 
Charakteristica einer frischen Ruptur und somit könne diesbezüglich nicht 
von einer Listenverletzung ausgegangen werden (S. 9 Ziff. 4). Die gegen-
teiligen Aussagen von Dr. med. E.________ bezüglich Schadenmechanis-
mus wie auch Schadenbild seien nicht stichhaltig und würden an seinen 
(Dr. med. D.________) Feststellungen nichts ändern (S. 9 f. Ziff. 5).

3.3.4 Dr. med. E.________ erläuterte in der Stellungnahme vom 4. De-
zember 2019 (act. I 4), Dr. med. D.________ nenne zwar die Begleitverlet-
zungen (Bone Bruise, Innenbandschädigung), führe diese aber auf eine 
degenerative Ursache zurück, obwohl es sich um klare Begleitverletzungen 
im Bereich des medialen Meniskus handle. Weiter sei nicht nachvollzieh-
bar, warum Dr. med. D.________ auf einen komplexen Meniskusriss 
schliesse, obwohl perioperativ wie auch im MRI ein vertikaler Meniskusriss 
ohne weitere komplexen Nebenrisse beschrieben würde. Auch die Lokali-
sation des Risses spreche nicht für einen typischen degenerativen Menis-
kus. Unverständlich seien die Mutmassungen von Dr. med. D.________, 
wonach in der Initialphase die Begleitschädigung am Knorpel und Meniskus 
wohl vorgelegen habe, jedoch nicht sichtbar und noch nicht manifest gewe-
sen sei. Auch lasse Dr. med. D.________ das Alter der Versicherten sowie 
die zeitliche Distanz zwischen den fraglichen Ereignissen unberücksichtigt. 
Es sei nicht klar, weshalb er eine Drehüberlastung des linken Kniegelenkes 
im Rahmen des geschilderten Ereignisses so vehement verneinte. Im kon-
kreten Fall sei auch auf die Art und Weise der Behandlung der Meniskuslä-
sion hinzuweisen. Eine Meniskusnaht bei einem degenerativen Aspekt ei-
nes Meniskusrisses wäre eine gewagte Behandlungsart. Die Tatsache, 
dass die Meniskusnaht offenbar bisher gehalten habe, sei ein weiteres Zei-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Mai 2020, UV/19/955, Seite 13

chen einer frischen Läsion, welche bei einem geeigneten Ereignis 2018 mit 
dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zugezogen wor-
den sei. Schlussendlich gehe Dr. med. D.________ zu wenig auf den ein-
gegangenen Fall ein resp. habe das Ereignis ungenügend analysiert. Er 
(Dr. med. E.________) halte an seiner früheren Schlussfolgerung fest (S. 
2).

3.3.5 Dr. med. D.________ führte in seiner Stellungnahme vom 11. März 
2020 (act. II M17) aus, Dr. med. E.________ beziehe sich in seiner Beurtei-
lung weder auf die von ihm (Dr. med. D.________) vorgenommene aus-
führliche Auflistung der Akteninhalte, noch die ausführliche Würdigung der 
einzelnen Komponenten für eine Schadensbeurteilung oder die Abstützung 
in der zitierten versicherungsmedizinischen Literatur (S. 1 Ziff. 1). Seine 
(Dr. med. D.________) Beurteilung habe sich streng an die Erfahrungen, 
Empfehlungen und die Strukturierung einer Begutachtung in der versiche-
rungsmedizinischen Standardliteratur gehalten, die der Aktenbeurteilung 
extra beigelegt worden sei (Ziff. 2). Zu den Ausführungen von Dr. med. 
E.________ sei Folgendes zu sagen: Ein komplexer Meniskusriss unter-
scheide sich vom isolierten Meniskusriss, indem bei ersterem eine direkt 
benachbarte Begleitverletzung am Innenband, das als primärer Stabilisator 
gelte, vorliegen müsse. Eine isolierte Meniskusruptur komme gemäss der 
versicherungsmedizinischen Standardliteratur nur beim Drehsturz vor, was 
hier eindeutig nicht der Fall sei. Vorliegend habe kein topographischer Be-
zug zwischen der Meniskusläsion im Hinterhorn und der medialen Seiten-
bandzerrung corpus- und deutlich femoralseitig hergestellt werden können 
(S. 1 f. Ziff. 3). Dr. med. E.________ fokussiere seine Begründung der 
traumatischen Genese auf „die Lokalisation und Art des Risses als Hilfe für 
die Bestimmung einer frischen Läsion und einer degenerativen Läsion“. Der 
Riss sei gemäss MRI im Hinterhorn vertikal transmural durch die Menis-
kussubstanz hindurch, also nicht peripher gewesen. Die peripheren Kap-
selstrukturen seien noch unversehrt mit dem peripheren Meniskusring ver-
bunden gewesen. Diesbezüglich habe er (Dr. med. D.________) sich 
nochmals mit einem auf muskuloskelettale Veränderungen sehr erfahrenen 
Radiologen, ausgetauscht. Aufgrund dessen Feststellungen lasse sich die 
Vorstellung, dass eine vertikale Zusammenhangstrennung des Meniskus 
eine traumatische Genese darstelle, im aktuell gültigen logischen Denken 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Mai 2020, UV/19/955, Seite 14

nicht mehr aufrechterhalten. Heute gelte es als konsentiert, dass nicht von 
der Rissform auf eine traumatische Ursache geschlossen werden könne (S. 
2 f. Ziff. 4). Es gebe mehrere Studien, bei denen Kollektive nach VKB-
Ruptur frühoperiert versus spätoperiert verglichen wurden. Darin werde 
festgehalten, dass die Spätoperierten eine erhöhte Prävalenz von Menis-
kusschädigungen aufwiesen als die Frühoperierten. Mit diesem Argument 
solle die Frühoperation legitimiert werden. Man gehe davon aus, dass in-
nerhalb von zwei Jahren zuvor okulte Meniskusschädigungen manifest 
werden könnten. Abgesehen von den Denkfehlern, die bei dieser Studien-
anlage bestünden, deute diese unterschiedliche Rate von Meniskusschädi-
gungen (und auch Knorpelschädigungen) doch darauf hin, dass auch im 
vorliegenden Fall zwischen Januar 2017 und September 2018 etwas sich 
neu manifestiert haben könne, zumal von Skifahreraktivitäten im Winter 
2018 berichtet werde (S. 3 Ziff. 5). Dr. E.________ schliesse aus dem Um-
stand, dass die Meniskusnaht (bzw. Ankerrefixation) immer noch halte, auf 
eine frische Meniskusruptur. Diesbezüglich sei wohl zu hoffen, dass dieser 
Anker nach zwei Jahren noch nicht einen Ermüdungsbruch erfahre, zumal 
ja auch keine Angaben vorlägen, wie sich die Versicherte zwischenzeitlich 
sportlich betätigt habe. Zudem seien auch bei degenerativ entstandenen 
Korbhenkelläsionen Meniskusnähte bei jungen Patienten recht lange wir-
kungsvoll (Ziff. 6). Dr. med. E.________ könne nicht folgen, dass ein Er-
eignis bei einem Sprung über einen Zaun auf Grasboden nicht geeignet 
gewesen sein sollte, eine Drehüberlastung des Kniegelenkes zu verursa-
chen. Hier sei, abgesehen von der Frage, ob und inwieweit Torsionskräfte 
eingewirkt hätten, wiederum auf das zu erwartende Schadensbild Rück-
sicht zu nehmen. Die Zeichen einer Innenbandzerrung seien klinisch und 
bildgebend dokumentiert und unbestritten. Dass sich nun im Hinterhorn, 
d.h. ortsfern zur Lokalisation der Innenbandschädigung, eine Vertikalruptur 
ergeben haben sollte, sei logischerweise nicht nachzuvollziehen. Aus der 
Art und Weise der Versorgung einer Meniskusveränderung lasse sich je-
denfalls nicht auf die Art und Weise der Entstehung schliessen. Zudem 
müsste bei mindestens 50% aller Sprünge über einen Zaun eine Meniskus-
ruptur folgen (S. 3 f. Ziff. 7). Zusammenfassend seien die Zeichen, dass 
vorwiegend eine relevante Knievorschädigung beim Ereignis vom 29. Sep-
tember 2018 bestanden hat und zur Erklärung des Schadenbildes logisch 
nachvollziehbar (S. 4).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Mai 2020, UV/19/955, Seite 15

3.3.6 Dr. med. E.________ führte in der Beurteilung vom 17. April 2020 
(act. IA1) aus, die Meniskusläsion sei eine in Art. 6 Abs. 2 UVG aufgelistete 
Diagnose. Eine erhebliche degenerative Komponente am Meniskus habe 
weder bildgebend noch perioperativ festgestellt werden können. Eine er-
hebliche Degeneration des Meniskus werde durch den Jahrgang der Versi-
cherten, durch die Behandlungsart und durch die Risslokalisation weitge-
hend ausgeschlossen. Die VKB-Plastik wäre überwiegend wahrscheinlich 
ohne das Sekundärtrauma 2018 nicht zum aktuellen Zeitpunkt nötig ge-
worden. Eine richtungsgebende Verschlimmerung sei überwiegend wahr-
scheinlich. 

3.4 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, un-
abhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander wi-
dersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, oh-
ne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, 
warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt 
(BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situati-
on einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen In-
halt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

3.5 Die Beschwerdegegnerin stützt sich im Wesentlichen auf die von ihr 
veranlassten versicherungsmedizinischen Beurteilungen von Dr. med. 
D.________ vom 10. November 2019 (act. II M16) und vom 11. März 2020 
(act. II M17). Diese erfüllen die Voraussetzungen an medizinische Berichte 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Mai 2020, UV/19/955, Seite 16

(E. 3.4) und überzeugen. Dr. med. D.________ hat sich in seinen Beurtei-
lungen sorgfältig mit den gesundheitlichen Einschränkungen auseinander-
gesetzt und seine Schlussfolgerungen in Übereinstimmung mit den Akten 
getroffen. Die Ausführungen in der Beurteilung der medizinischen Zusam-
menhänge sind einleuchtend und die gezogenen Schlussfolgerungen zum 
Gesundheitszustand nachvollziehbar begründet. Einer eigenen Untersu-
chung bedurfte es nicht, da der medizinische Sachverhalt feststeht und es 
allein um die medizinische Würdigung dieses Sachverhalts geht. Damit 
sind im vorliegenden Fall die Voraussetzungen für einen rechtsgenüglichen 
Aktenbericht (vgl. Entscheid des BGer vom 14. November 2007, I 1094/06, 
E. 3.1.1 in fine) erfüllt, den Aktenbeurteilungen kommt voller Beweiswert zu 
und es ist in der Folge darauf abzustellen. 

Danach ist erstellt, dass der durch die G.________ nach dem Bundesge-
setz vom 18. März 1994 über die Krankenversicherung (KVG; SR 832.10) 
und nicht nach dem UVG versicherte Skiunfall aus dem Jahr 2017 zu einer 
Knieinstabilität geführt hat, welche zu einer chronischen Meniskusschädi-
gung bzw. ausserordentlichen -abnützung führte und dass der Schadenme-
chanismus bei vorderer Kreuzbandinsuffizienz deutlich für eine charakteris-
tische Giving-way-Krise spricht. Die Beschwerdeführerin wurde anlässlich 
dieses früheren Ereignisses bloss konservativ behandelt und insbesondere 
nicht operiert, womit eben in Bezug auf das vorliegende Ereignis vom 29. 
September 2018 ein krankhafter Vorzustand vorlag, welchem namentlich 
bei sportlichen Aktivitäten ein hohes Rückfallrisiko inhärent ist. Dr. med. 
D.________ legt nachvollziehbar und übereinstimmend mit den in der ver-
sicherungsmedizinischen Fachliteratur anerkannten Kriterien (vgl. u.a. LU-
DOLPH/SCHÜRZMANN/GAIDZIK, Kursbuch der ärztlichen Begutachtung, aktu-
alisierte Ausgabe 2018; act. IIA M16/1) dar, dass der hier überwiegend 
wahrscheinliche Schadenmechanismus (vgl. E. 3.2 hiervor) nicht geeignet 
war, eine isolierte Meniskusschädigung zu verursachen. Seine schlüssigen 
Ausführungen zum Schadenmechanismus sprechen klar für eine degene-
rative Genese der Meniskusläsion. Wie die Beschwerdegegnerin zu Recht 
darauf hinweist, ist, wenn das Ereignis vom 29. September 2018 die Schä-
digung gar nicht verursachen konnte, in logischer Folge darauf zu schlies-
sen, dass diese auf Abnützung oder Krankheit beruhen muss, wofür auch 
das morphologische wie auch funktionelle Schadensbild spricht (vgl. Be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Mai 2020, UV/19/955, Seite 17

schwerdeantwort S. 12 f. Ziff. 2.3.1 ff.). Daran ändern die Beurteilungen 
des Dr. med. E.________ nichts. Er verfügt als praktischer Arzt über keinen 
Facharzttitel in Chirurgie, Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 
Bewegungsapparates oder Rheumatologie. Damit eignen sich seine Aus-
führungen per se nicht, um die fachärztlichen Feststellungen von Dr. med. 
D.________ als Inhaber eines Facharzttitels für Orthopädische Chirurgie 
und Traumatologie des Bewegungsapparates zu entkräften (vgl. diesbe-
züglich insbesondere Entscheid des BGer vom 13. November 2018, 
8C_584/2018, E. 4.1.1.2), weshalb sich eine weitere Auseinandersetzung 
mit seinen Stellungnahmen erübrigt. Dr. med. E.________ mag zwar eine 
lange Erfahrung als Arzt haben und sich dabei unfallmedizinisches Erfah-
rungswissen angeeignet haben (vgl. Beurteilung von Dr. med. E.________ 
vom 17. April 2020 [act. IA 1] und Stellungnahme der Beschwerdeführerin 
vom 30. April 2020 S. 1 Ziff. 2). Dies ändert indessen nichts daran, dass er 
sich an die Fakten zu halten hat, namentlich dass vorliegend nicht vom 
jugendlichen Alter der Beschwerdeführerin aus zu argumentieren, sondern 
zu berücksichtigen ist, dass bei ihr ein Vorzustand besteht, welcher Folge 
eines bei der Beschwerdegegnerin nicht versicherten Ereignisses ist. 
Selbst Dr. med. E.________ hat denn in seiner Stellungnahme vom 8. Juli 
2019 (act. II M15) ausdrücklich bestätigt, dass eine VKB-Instabilität dem 
Meniskus nicht gut tut (S. 2). Soweit er unter Hinweis auf das Alter der Be-
schwerdeführerin (act. I 4 S. 1) und den zeitlichen Verlauf der Degeneration 
(act. II M15 S. 3) eine überwiegend degenerative Ursache ausschliesst und 
daraus auf die Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin schliesst, vermag 
dies deshalb nicht zu überzeugen, weil eben gerade bei sportlichen Patien-
ten, wie es die Beschwerdeführerin zu sein scheint, zur Verhinderung von 
Folgeschäden bei einer VKB-Ruptur nicht eine konservative Behandlung, 
sondern die Operation empfohlen wird. Soweit die Beschwerdeführer eine 
Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin mit Hinweis auf die Stellungnah-
me von Dr. med. D.________ vom 17. April 2020 (act. IA 1) über den Um-
weg einer angeblichen richtungsgebenden Verschlimmerung durch das 
Ereignis vom 29. September 2018 zu begründen versucht (Stellungnahme 
vom 30. April 2020 S. 2 Ziff. 4), ist ihr nicht zu folgen. Da das besagte Er-
eignis kein Unfall im Rechtsinne ist und die diagnostizierte Verletzung zu 
mehr als 50% auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen ist, ist die 
Beschwerdegegnerin von ihrer Leistungspflicht befreit (vgl. BGer 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Mai 2020, UV/19/955, Seite 18

8C_22/2019, E. 8.5). Nur der Vollständigkeit ist darauf hinzuweisen, dass 
zudem das Ereignis vom 29. September 2018 nicht geeignet war, eine rich-
tungsgebende Verschlimmerung des Vorzustandes zu bewirken. 

3.6 Aufgrund des Dargelegten steht fest, dass die Meniskusschädigung 
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit degenerativer Genese ist. Somit 
erweist sich der Einspracheentscheid vom 25. November 2019 (act. II A39) 
auch in dieser Hinsicht als korrekt und die dagegen erhobene Beschwerde 
ist abzuweisen.

4.

4.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. a ATSG sind 
keine Verfahrenskosten zu erheben.

4.2 Für die obsiegende Beschwerdegegnerin besteht praxisgemäss 
kein Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 104 Abs. 4 VRPG).

Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Parteien-
tschädigung zugesprochen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Mai 2020, UV/19/955, Seite 19

3. Zu eröffnen (R):
- B.________ AG z.H. der Beschwerdeführerin
- AXA Versicherungen AG, Generaldirektion (samt Eingabe der Be-

schwerdeführerin vom 30. April 2020 inkl. Beurteilung von Dr. med. 
E.________ vom 17. April 2020)

- Bundesamt für Gesundheit

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.