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**Case Identifier:** 07de130b-a2e0-559f-88d1-79603d070a31
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-10-23
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 23.10.2025 F-6606/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-6606-2025_2025-10-23.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-6606/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 3 .  O k t o b e r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichter Sebastian Kempe, 

mit Zustimmung von Richter Basil Cupa;   

Gerichtsschreiber Gero Vaagt. 
 

 
 

Parteien 
 1. A._______, geboren am (...),  

2. B._______, geboren am (...),  

3. C._______, geboren am (...),  

4. D._______, geboren am (...),  

5. E._______, geboren am (...),  

alle Türkei, 

alle vertreten durch Lea Hungerbühler, Rechtsanwältin, 

diese substituiert durch MLaw Michael Meyer,  

Beschwerdeführende,  

  
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM,  

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

  
 

 
 

Gegenstand 
 Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin- 

Verfahren - Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG) – Mehrfachgesuch; 

Verfügung des SEM vom 21. August 2025 / N (...). 

 

 

F-6606/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführenden ersuchten erstmals am 24. November 2024 in 

der Schweiz um Asyl. Ein Abgleich mit der europäischen Fingerabdruck-

Datenbank (Zentraleinheit EURODAC) ergab, dass sie bereits zuvor am 

22. November 2024 in Kroatien ein Asylgesuch gestellt hatten. Am 9. Ja-

nuar 2025 erliess die Vorinstanz einen Nichteintretensentscheid gestützt 

auf Art. 31a Abs. 1 Bst. b des Asylgesetzes (AsylG, SR 142.31) und ver-

fügte die Wegweisung der Beschwerdeführenden nach Kroatien als zu-

ständiger Dublin-Mitgliedstaat. 

B.  

Gegen diese Verfügung gelangten die Beschwerdeführenden mit Be-

schwerde vom 16. Januar 2025 an das Bundesverwaltungsgericht. Dieses 

wies die Beschwerde mit rechtskräftigem Urteil F-320/2025 vom 22. Ja-

nuar 2025 ab. Am 1. Juli 2025 wurden die Beschwerdeführenden nach Kro-

atien überstellt. 

C.  

Anschliessend kehrten die Beschwerdeführenden am 10. Juli 2025 in die 

Schweiz zurück (Akten der Vorinstanz betr. Mehrfachgesuche [SEM-act.] 

11/3) und ersuchten am 25. Juli 2025 hierzulande erneut um Asyl (SEM-

act. 1/16). Die Vorinstanz nahm diese Asylgesuche als Mehrfachgesuche 

entgegen. 

D.  

Am 5. August 2025 ersuchte die Vorinstanz die kroatischen Behörden mit 

zwei separaten Schreiben jeweils gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. b der Ver-

ordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates 

vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestim-

mung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaats-

angehörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags 

auf internationalen Schutz zuständig ist (nachfolgend: Dublin-III-VO) um 

Wiederaufnahme des Beschwerdeführers 1 sowie der Beschwerdeführen-

den 2-5 (SEM-act. 12/5 und 14/5).  

E.  

Mit Schreiben vom ebenfalls 5. August 2025 gewährte die Vorinstanz den 

Beschwerdeführenden schriftlich das rechtliche Gehör zur Zuständigkeit 

Kroatiens zur Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens ge-

mäss der Dublin-III-VO, zum vorgesehenen erneuten 

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Seite 3 

Nichteintretensentscheid gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG sowie zur 

vorgesehenen erneuten Wegweisung nach Kroatien (SEM-act. 16/5). 

F.  

Am 19. August 2025 stimmten die kroatischen Behörden der Wiederauf-

nahme des Beschwerdeführers 1 und der Beschwerdeführenden 2-5 je-

weils gestützt auf Art. 20 Abs. 5 Dublin-III-VO zu (SEM-act. 21/1 und 21/2). 

G.  

Mit Schreiben vom 20. August 2025 nahmen die Beschwerdeführenden 

zum Schreiben der Vorinstanz vom 5. August 2025 Stellung (SEM-

act. 23/8). 

H.  

Mit Verfügung vom 21. August 2025 – zugestellt am 22. August 2025 – trat 

die Vorinstanz in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG wiederum 

auf die Asylgesuche der Beschwerdeführenden nicht ein, ordnete die Weg-

weisung nach Kroatien an und forderte sie auf, die Schweiz spätestens am 

Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen. Ferner beauftragte die 

Vorinstanz den Kanton F._______ mit dem Vollzug der Wegweisung, ord-

nete die Aushändigung der editionspflichtigen Akten an und stellte fest, ei-

ner allfälligen Beschwerde komme keine aufschiebende Wirkung zu. So-

dann erhob sie eine Gebühr von Fr. 600.– (SEM-act. 25/19). 

I.  

Mit Beschwerde vom 1. September 2025 gelangten die Beschwerdefüh-

renden an das Bundesverwaltungsgericht und beantragten, die angefoch-

tenen Verfügung der Vorinstanz vom 22. August 2025 (recte: 21. August 

2025) sei vollumfänglich aufzuheben und die Vorinstanz sei anzuweisen 

auf das Asylgesuch einzutreten. Eventualiter sei die angefochtene Verfü-

gung vollumfänglich aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an die 

Vorinstanz zurückzuweisen.  

In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragten sie, ihnen sei die unentgeltli-

che Rechtspflege zu gewähren und zufolge Mittellosigkeit sei auf die Erhe-

bung von Verfahrenskosten, insbesondere eines Kostenvorschusses, zu 

verzichten. Darüber hinaus sei der Beschwerde die aufschiebende Wir-

kung zu gewähren und die kantonalen Behörden seien entsprechend an-

zuweisen. Des Weiteren seien die Beschwerdeführenden 3-5 gemäss 

Art. 12 des Übereinkommens vom 20. November 1989 über die Rechte 

des Kindes (KRK, SR 0.107) und die Beschwerdeführerin 2 gemäss der 

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Rechtsprechung zu den Bestimmungen des Übereinkommens vom 

18. Dezember 1979 zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der 

Frau (CEDAW, SR 0.108) mündlich anzuhören. Ferner seien die Verant-

wortlichen des Kantons F._______ vorzuladen und zur Rechtmässigkeit 

der Ausschaffung der Beschwerdeführerin 2 aus der psychiatrischen Klinik 

zu befragen. Schliesslich sei die Aussetzung des Wegweisungsvollzugs 

superprovisorisch zu verfügen (Akten im Beschwerdeverfahren [BVGer-

act.] 1). 

J.  

Am 2. September 2025 ordnete der Instruktionsrichter einen superproviso-

rischen Vollzugsstopp gestützt auf Art. 56 VwVG an (BVGer-act. 2). 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.2 Das Bundesverwaltungsgericht ist zuständig (Art. 105 AsylG i.V.m. 

Art. 31 VGG) und die Sachurteilsvoraussetzungen sind erfüllt, sodass auf 

die Beschwerde einzutreten ist (Art. 48 Abs. 1 VwVG, Art. 108 Abs. 3 AsylG 

und Art. 52 Abs. 1 VwVG). Das Gericht entscheidet über diese endgültig 

(vgl. Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

2.  

2.1 Mit Beschwerde können die Verletzung von Bundesrecht (einschliess-

lich Missbrauch und Überschreitung des Ermessens) sowie die unrichtige 

und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts ge-

rügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

2.2 Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es die 

Vorinstanz ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu über-

prüfen (Art. 31a Abs. 1-3 AsylG), beschränkt sich der Streitgegenstand 

grundsätzlich auf die Frage, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch 

nicht eingetreten ist und die betroffenen Personen infolgedessen aus der 

Schweiz weggewiesen hat (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1; 2012/4 E. 2.2; je 

m.w.H.).  

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Seite 5 

2.3 Die Beschwerde erweist sich – wie nachfolgend aufgezeigt wird – als 

offensichtlich unbegründet, weshalb sie im Verfahren einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters bzw. einer zweiten 

Richterin (Art. 111 Bst. e AsylG), ohne Durchführung eines Schriftenwech-

sels und mit summarischer Begründung (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG) zu 

behandeln ist. 

3.  

Vorab ist festzuhalten, dass die zweiten Asylgesuche der Beschwerdefüh-

renden vom 25. Juli 2025 von der Vorinstanz zu Recht als Mehrfachgesu-

che im Sinne von Art. 111c Abs. 1 AsylG entgegengenommen worden sind. 

Auf die ersten Asylgesuche vom 24. November 2024 trat die Vorinstanz mit 

Entscheid vom 9. Januar 2025 nicht ein (rechtskräftig bestätigt mit Urteil 

des BVGer F-320/2025 vom 22. Januar 2025). Die Einreichung der schrift-

lichen und begründeten zweiten Asylgesuche der Beschwerdeführenden 

erfolgte mithin innert fünf Jahren nach Rechtskraft der letzten Nichteintre-

tensverfügung.  

4.  

4.1 Sodann ist zunächst über die formellen Rügen der Beschwerdeführen-

den zu befinden. 

4.2 Sie machen geltend, die Vorinstanz habe ihre Pflicht zur vollständigen 

und richtigen Sachverhaltsermittlung verletzt. Die Vorinstanz habe wichtige 

Tatsachen nicht näher abgeklärt. Die pauschalen Verweise auf die theore-

tisch bestehenden völkerrechtlichen Verpflichtungen Kroatiens in der an-

gefochtenen Verfügung vom 21. August 2025 reichten angesichts der kla-

ren Hinweise auf die Verletzung derselben nicht aus, um eine Rückführung 

ohne weitere Abklärungen rechtfertigen zu können. Zudem sei eine ge-

schlechterspezifische Anhörung der Beschwerdeführerin 2 gemäss CE-

DAW-Rechtsprechung nicht erfolgt. Damit rügen die Beschwerdeführen-

den sinngemäss eine Verletzung des rechtlichen Gehörs.  

4.3  

4.3.1 Im Asylverfahren gilt – wie in anderen Verwaltungsverfahren – der 

Untersuchungsgrundsatz (Art. 12 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG). Demnach hat 

die Behörde von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung 

des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen, die für das Verfahren not-

wendigen Unterlagen zu beschaffen, die rechtlich relevanten Umstände 

abzuklären und ordnungsgemäss darüber Beweis zu führen (vgl. BVGE 

2012/21 E. 5.1 m.w.H.). Der Untersuchungsgrundsatz findet seine Grenze 

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an der Mitwirkungspflicht der Asylsuchenden (Art. 8 AsylG; Art. 13 VwVG). 

Die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen 

Sachverhalts in Verletzung der behördlichen Untersuchungspflicht bildet 

einen Beschwerdegrund (Art. 106 Abs. 1 Bst. b AsylG). Unrichtig ist die 

Sachverhaltsfeststellung, wenn der Verfügung ein falscher und aktenwidri-

ger Sachverhalt zugrunde gelegt wird oder Beweise falsch gewürdigt wor-

den sind; unvollständig ist sie, wenn nicht alle für den Entscheid rechtswe-

sentlichen Sachumstände berücksichtigt werden (BVGE 2014/2 E. 5.1). 

4.3.2 Gemäss Art. 29 Abs. 2 BV und Art. 29 VwVG haben die Parteien An-

spruch auf rechtliches Gehör. Dieses umfasst insbesondere das Recht des 

Betroffenen, sich vor Erlass eines Entscheids zur Sache zu äussern, er-

hebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit er-

heblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesent-

licher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweiser-

gebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflus-

sen. Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst als Mitwirkungsrecht so-

mit alle Befugnisse, die einer Partei einzuräumen sind, damit sie in einem 

Verfahren ihren Standpunkt wirksam zur Geltung bringen kann (vgl. BGE 

135 II 286 E. 5.1 und 144 I 11 E. 5.3; BVGE 2009/35 E. 6.4.1 m.w.H.). 

4.4  

4.4.1 Soweit die Beschwerdeführenden geltend machen, die Vorinstanz 

habe in Bezug auf die gegenwärtige Situation in Kroatien den Sachverhalt 

ungenügend abgeklärt, geht diese Rüge fehl. Die Vorinstanz hat die Vor-

bringen der Beschwerdeführenden bezüglich der Lage in Kroatien ange-

messen berücksichtigt beziehungsweise rechtsgenügend in ihren Ent-

scheid einbezogen. Sie macht in der angefochtenen Verfügung vom 

21. August 2025 sowohl Ausführungen zur Situation von Personen, welche 

gestützt auf die Dublin-III-VO von der Schweiz nach Kroatien überstellt 

werden, im Allgemeinen als auch zur Situation der Beschwerdeführenden 

im Besonderen. Sie äussert sich dabei insbesondere in rechtsgenüglicher 

Weise zum Zugang zum Asylverfahren in Kroatien, zur Frage von Push-

backs und Kettenabschiebungen, zu systematischer Gewaltanwendung 

seitens der kroatischen Polizei und dem Zugang zu wirksamen Rechtsmit-

teln. Dass beziehungsweise inwiefern die Vorinstanz den Sachverhalt in 

den genannten Punkten weiter hätte abklären müssen, ist vor dem Hinter-

grund der diesbezüglichen bundesverwaltungsgerichtlichen Rechtspre-

chung (vgl. Referenzurteil des BVGer E-1488/2020 vom 22. März 2023) 

weder aufgrund der Beschwerdevorbringen dargetan noch aus den übri-

gen Akten ersichtlich.  

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4.4.2 Aus den Bestimmungen des CEDAW lässt sich für die Beschwerde-

führerin 2 kein Anspruch auf eine geschlechterspezifische Anhörung ablei-

ten. Denn die Normen des CEDAW sind zwar für eine völkerrechtskon-

forme Auslegung des innerstaatlichen Rechts von Bedeutung, richten sich 

aber in erster Linie an die gesetzgeberischen, politischen und gesellschaft-

lichen Institutionen der Mitgliedstaaten und sind (mit gewissen hier nicht 

einschlägigen Ausnahmen) nicht direkt anwendbar (vgl. BGE 137 I 305 

E. 3.2; Urteil des BVGer D-6150/2023 vom 2. Mai 2024 E. 8.3.4).  

Sodann ist den Beschwerdeführenden, einschliesslich der Beschwerdefüh-

rerin 2, vorliegend mit Schreiben vom 5. August 2025 schriftlich das recht-

liche Gehör zur Zuständigkeit Kroatiens zur Durchführung des Asyl- und 

Wegweisungsverfahrens gemäss der Dublin-III-VO, zum vorgesehenen er-

neuten Nichteintretensentscheid gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG so-

wie zur vorgesehenen erneuten Wegweisung nach Kroatien gewährt wor-

den (SEM-act. 16/5). Von einer erneuten persönlichen Anhörung konnte 

die Vorinstanz vorliegend absehen. Zwar ist das rechtliche Gehör nach 

Art. 5 Abs. 1 Dublin-III-VO grundsätzlich in Form einer persönlichen Anhö-

rung zu gewähren (vgl. Urteile des BVGer F-3788/2022 vom 20. Septem-

ber 2022 E. 3.4.2 und F-2619/2022 vom 24. Juni 2022 E. 5.3 m.H.). Auf ein 

persönliches Gespräch kann gemäss Art. 5 Abs. 2 Bst. b Dublin-III-VO je-

doch verzichtet werden, wenn die antragstellende Person die sachdienli-

chen Angaben bereits gemacht hat, sodass der zuständige Mitgliedstaat 

auf andere Weise bestimmt werden kann. In diesem Fall gibt der Mitglied-

staat, der auf das Gespräch verzichtet, dem Antragsteller Gelegenheit, alle 

weiteren sachdienlichen Informationen vorzulegen, bevor eine Entschei-

dung über seine Überstellung in den zuständigen Mitgliedstaat ergeht. Da 

die Zuständigkeit im vorliegenden Fall bereits im ersten Dublin-Verfahren 

Ende 2024 / Anfang 2025 bestimmt wurde und die Vorinstanz hinsichtlich 

der Zuständigkeit nicht von einer veränderten Sachlage ausging, gewährte 

sie den Beschwerdeführenden im Sinne von Art. 5 Abs. 2 Bst. b Dublin-III-

VO mit Schreiben 5. August 2025 (SEM-act. 16/5) die Gelegenheit, schrift-

lich weitere sachdienliche Informationen vorzulegen und Gründe vorzubrin-

gen, die gegen die Zuständigkeit Kroatiens beziehungsweise gegen die 

Überstellung in diesen Mitgliedstaat sprechen. Davon machten diese mit 

Schreiben vom 20. August 2025 Gebrauch (SEM-act. 23/8). Ein persönli-

ches Gespräch gemäss Art. 5 Abs. 1 Dublin-III-VO war darüber hinaus mit 

den Beschwerdeführenden nicht mehr durchzuführen. Über Mehrfachge-

suche nach Art.  111c AsylG wird denn auch grundsätzlich in einem Akten-

verfahren ohne weitere Anhörung der Gesuchstellenden entschieden (vgl. 

Urteil des BVGer F-6567/2025 vom 11. September 2025 E. 4.2.2).  

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Seite 8 

Die Vorinstanz ist insoweit korrekt vorgegangen und hat den Anspruch der 

Beschwerdeführenden auf rechtliches Gehör nicht verletzt. 

4.5 Die formellen Rügen der Beschwerdeführenden sind unbegründet. Es 

besteht keine Veranlassung, die Sache zur weiteren Sachverhaltsabklä-

rung und Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

5.  

5.1 Auf Asylgesuche wird in der Regel nicht eingetreten, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG). Zur Bestimmung dieses Staates prüft die Vorinstanz 

die Zuständigkeitskriterien gemäss Dublin-III-VO. Führt diese Prüfung zur 

Feststellung, dass ein anderer Mitgliedstaat für die Prüfung des Asylge-

suchs zuständig ist, tritt die Vorinstanz, nachdem der betreffende Mitglied-

staat einer Überstellung oder Rücküberstellung zugestimmt hat (respektive 

innert Frist auf die entsprechende Anfrage nicht geantwortet hat; vgl. 

Art. 22 Abs. 1 und 7 Dublin-III-VO), auf das Asylgesuch nicht ein (vgl. 

BVGE 2017 VI/5 E. 6.2).  

5.2 Gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO wird jeder Asylantrag von einem 

einzigen Mitgliedstaat geprüft, der nach den im Kapitel III dargelegten Kri-

terien (Art. 8-15 Dublin-III-VO) als zuständiger Staat bestimmt wird (vgl. 

auch Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO). 

6.  

6.1 Die kroatischen Behörden stimmten den Wiederaufnahmegesuchen 

der Vorinstanz am 19. August 2025 sowohl betreffend den Beschwerde-

führer 1 als auch die Beschwerdeführenden 2-5 jeweils gestützt auf Art. 20 

Abs. 5 Dublin-III-VO zu (SEM-act. 21/1 und 21/2). Vor dem Hintergrund des 

vorliegenden Eurodac-Treffers ist damit die grundsätzliche Zuständigkeit 

Kroatiens für die Durchführung der Asyl- und Wegweisungsverfahren der 

Beschwerdeführenden gegeben. 

6.2 Sodann hat die Vorinstanz korrekt erwogen, dass das kroatische Asyl-

system rechtsprechungsgemäss keine systemischen Mängel aufweist, auf-

grund derer die Zuständigkeit gemäss Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO auf die 

Schweiz überginge, und dass vorliegend keine völkerrechtlichen Vollzugs-

hindernisse ersichtlich sind, welche die Schweiz zu einem Selbsteintritt 

nach Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO verpflichten würden.  

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Seite 9 

Mit der Vorinstanz ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführenden 

bei einer Überstellung keinen gravierenden Menschenrechtsverletzungen 

im Sinne von Art. 3 EMRK ausgesetzt oder unter Verletzung des Non-Re-

foulement-Gebots in ihren Heimatstaat überstellt würden; auch liegen 

keine konkreten Hinweise dafür vor, dass sie bei einer Rückkehr nach Kro-

atien in eine existenzielle Notlage geraten würden.  

Weiter hielt die Vorinstanz zutreffend fest, dass es sich bereits im vorange-

henden Dublin-Verfahren eingehend mit der medizinischen Versorgung in 

Kroatien und dem Zugang zu derselben auseinandergesetzt hat; das Bun-

desverwaltungsgericht bestätigte in seinem Urteil F-320/2025 vom 22. Ja-

nuar 2025 die rechtsprechungskonforme Würdigung der medizinischen Si-

tuation. Auch im vorliegenden Verfahren hat die Vorinstanz die vorgebrach-

ten zuletzt diagnostizierten gesundheitlichen Beeinträchtigungen der Be-

schwerdeführenden, so insbesondere jene der Beschwerdeführerin 2 

(Psychiatrische Dienste der G._______, Austrittsbericht vom 1. Juli 2025 

[…], vgl. SEM-act. 4/19, Beilage 2) und des Beschwerdeführers 4 (Psychi-

atrische Dienste der G._______, Abschlussbericht vom 2. Juli 2025 […], 

vgl. SEM-act. 26/2), hinreichend abgeklärt und rechtsprechungskonform 

gewürdigt. Dabei hat sie auch berücksichtigt, dass den Beschwerdeführen-

den in Kroatien der Zugang zu medizinischer Notfallversorgung und unbe-

dingt erforderlichen Behandlungen von Krankheiten – inklusive psychoso-

zialer Betreuung und Unterstützung – offensteht.  

Schliesslich ist – wie in der vorinstanzlichen Verfügung richtig wiedergege-

ben – das Bundesverwaltungsgericht in seinem Urteil F-320/2025 vom 

22. Januar 2025 zum Schluss gekommen, dass das übergeordnete Kinds-

interesse der drei minderjährigen Kinder (vgl. Art. 3 Abs. 1 KRK) namentlich 

auch unter Einbezug der beim Beschwerdeführer 4 festgestellten Schlaf-

probleme und Wutausbrüche aufgrund einer posttraumatischen Belas-

tungsstörung nicht in entscheidendem Mass gegen eine gemeinsame 

Rücküberstellung der Familie nach Kroatien spricht. Relevante Sachver-

haltsveränderungen, welche die Aktualität dieser Beurteilung in Frage stel-

len könnten, werden auf Beschwerdeebene nicht vorgebracht. Aus der Kin-

derrechtskonvention kann sodann kein Anspruch auf Aufenthalt im Staat 

mit den für ein Kind vorteilhaftesten Lebensbedingungen abgeleitet werden 

(vgl. BGE 143 I 21 E. 5.5.2; Urteil des BVGer F-2162/2024 vom 15. April 

2024 E. 6.1; je m.w.H.).  

Darüber hinaus hat das SEM in rechtsfehlerfreier Ausübung des ihm nach 

Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO und Art. 29a Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 

F-6606/2025 

Seite 10 

11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) zukommenden Ermessens von ei-

nem freiwilligen Selbsteintritt der Schweiz abgesehen. 

6.3 Nach dem Ausgeführten ist es nicht notwendig, von den kroatischen 

Behörden vorgängig der Überstellung die von den Beschwerdeführenden 

in der Beschwerdebegründung begehrten individuellen Zusicherungen be-

züglich ihrer medizinischen Versorgung und Unterbringung einzuholen.   

6.4 Die Vorinstanz ist demnach zu Recht auf das Mehrfachgesuch der Be-

schwerdeführenden nicht eingetreten und hat deren Wegweisung nach 

Kroatien angeordnet. 

Der von den Beschwerdeführenden gegenüber der Polizei und den Mitar-

beitenden des Migrationsamtes F._______ erhobene Vorwurf, diese hätten 

im Rahmen der Ausschaffung der Beschwerdeführenden am 1. Juli 2025 

gegen geltendes Recht verstossen, indem sie die Beschwerdeführerin 2 

unter Zwang und mit körperlicher Gewalt aus ihrer stationären psychiatri-

schen Behandlung bei den Psychiatrischen Diensten der G._______ ab-

führten, um sie gemeinsam mit dem Beschwerdeführer 1 und den Be-

schwerdeführenden 3-5 nach Kroatien zu überstellen, ändert selbst bei 

Wahrunterstellung nichts an der Rechtmässigkeit der vorliegend angefoch-

tenen Verfügung. Auch wenn nachvollziehbar ist, dass die beschwerde-

weise vorgebrachten Umstände der Überstellung am 1. Juli 2025 die mit 

einer neuerlichen Überstellung verbundene Belastung für die Beschwerde-

führenden und namentlich die Beschwerdeführerin 2 zusätzlich erhöhen, 

hat dies nicht zur Folge, dass die Überstellung bei gesamthafter Würdigung 

gegen Art. 3 EMRK verstossen würde. 

7.  

7.1 Zu den Anträgen der Beschwerdeführenden auf persönliche Anhörung 

der Beschwerdeführenden 2-5 sowie auf Vorladung und Befragung der 

Verantwortlichen des Migrationsamts F._______ ist Folgendes auszufüh-

ren: 

7.2 Zum Antrag, die minderjährigen Beschwerdeführenden 3-5 gestützt auf 

Art. 12 KRK persönlich anzuhören, ist festzuhalten, dass die genannte 

Norm im migrationsrechtlichen Verfahren unmittelbar anwendbar ist (BGE 

147 I 149 E. 3.2; 124 III 90 E. 3a). Sie sichert dem Kind, das fähig ist, sich 

eine eigene Meinung zu bilden, das Recht zu, diese Meinung in allen es 

berührenden Angelegenheiten frei zu äussern und berücksichtigen die Mei-

nung des Kindes angemessen und entsprechend seinem Alter und seiner 

F-6606/2025 

Seite 11 

Reife (Abs. 1). Zu diesem Zweck wird dem Kind insbesondere Gelegenheit 

gegeben, in allen es berührenden Gerichts- oder Verwaltungsverfahren 

entweder unmittelbar oder durch einen Vertreter oder eine geeignete Stelle 

im Einklang mit den innerstaatlichen Verfahrensvorschriften gehört zu wer-

den (Abs. 2). Wie sich aus dem Wortlaut von Art. 12 Abs. 2 KRK ergibt, 

sind die Kinder jedoch nicht in jedem Fall persönlich anzuhören. Soweit 

sich ihre Interessenlage mit derjenigen ihrer Eltern deckt und der rechtser-

hebliche Sachverhalt auch ohne persönliche Anhörung rechtsgenüglich 

festgestellt werden kann, ist ein Verzicht auf gesonderte Anhörung der Kin-

der zulässig (BGE 144 II 1 E. 6.5; Urteil des BGer 2C_303/2014 vom 20. 

Februar 2015 E. 5.1; Urteil des BVGer E-3831/2024 vom 27. Juni 2024 E. 

5.3.2). Dies ist vorliegend hinsichtlich der sechs, fünf und zweijährigen Be-

schwerdeführenden 3-5 der Fall, womit offen bleiben kann, inwieweit zu-

mindest die sechs- und fünfjährigen Beschwerdeführenden 3 und 4 in der 

Lage sind, sich zur vorliegenden Angelegenheit eine eigene Meinung zu 

bilden und wie diese gegebenenfalls angemessen und altersgerecht zu be-

rücksichtigen ist. Der Antrag auf mündliche Anhörung der minderjährigen 

Beschwerdeführenden 3-5 ist dementsprechend abzuweisen. 

7.3 Wie bereits oben unter E. 4.4.2 ausgeführt, lässt sich aus den Bestim-

mungen des CEDAW für die Beschwerdeführerin 2 kein Anspruch auf eine 

geschlechterspezifische Anhörung ableiten. Unter dem Gesichtspunkt der 

Sachverhaltsermittlung besteht sodann kein Anlass, sie persönlich zu be-

fragen. Der entsprechende Antrag ist daher ebenfalls abzuweisen.  

7.4 Gleichfalls abzuweisen ist der Antrag, die Verantwortlichen des Kan-

tons F._______ vorzuladen und zur Rechtmässigkeit der Ausschaffung der 

Beschwerdeführerin 2 aus der psychiatrischen Klinik zu befragen. Denn 

weder besteht im vorliegenden Verfahren ein Anspruch auf mündliche Ver-

handlung noch sind die konkreten Umstände des Vollzugs der ersten Weg-

weisung der Beschwerdeführerin 2 in casu entscheiderheblich (vgl. vorne 

E. 6.3).  

8.  

Aus den vorstehenden Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene 

Verfügung vom 21. August 2025 nicht zu beanstanden und die Be-

schwerde abzuweisen ist. 

9.  

Mit vorliegendem Urteil wird der Antrag auf Erteilung der aufschiebenden 

F-6606/2025 

Seite 12 

Wirkung gegenstandslos und fällt der am 2. September 2025 verfügte Voll-

zugsstopp dahin. 

10.  

Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ist abzuweisen, da die Be-

gehren – wie sich aus den vorstehenden Erwägungen ergibt – als aus-

sichtslos zu bezeichnen sind und dies auch im Zeitpunkt der Gesuchstel-

lung waren. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Be-

schwerdeführer 1 und der Beschwerdeführerin 2 aufzuerlegen (Art. 63 

Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 1’500.– festzusetzen (Art. 1-3 und 

Art. 6 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 

Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 

173.320.2]). 

(Dispositiv nächste Seite)   

F-6606/2025 

Seite 13 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird  

abgewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 1'500.– werden den Beschwerdeführenden 1 

und 2 auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils 

zugunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, die Vorinstanz und die 

kantonale Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Sebastian Kempe Gero Vaagt