# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4dfa372b-1049-5a04-b5ea-9d4b59cc7d81
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-06-25
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht 25.06.2021 810 20 288
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_003_810-20-288_2021-06-25.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und 
Verwaltungsrecht 
 
vom 25. Juni 2021 (810 20 288) 
____________________________________________________________________ 
 
 
 
Kindes- und Erwachsenenschutzrecht 
 
 
Regelung des persönlichen Verkehrs bei Fremdplatzierung / Befristung der Massnahmen 
 
 
 
Besetzung Vizepräsident Daniel Ivanov, Kantonsrichter Niklaus Ruckstuhl,  

Markus Clausen, Daniel Häring, Stefan Schulthess, Gerichtsschreiberin 
i.V. Isabelle Amacker 
 
 

Beteiligte A.____ und B.____, Beschwerdeführer 
 
 

 gegen 
 
 

 Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde C.____, Vorinstanz 
 

  
  
Betreff Regelung des persönlichen Verkehrs  

(Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde C.____ vom 
3. November 2020) 

 
 
 
A. B.____ (geb. 1991) und A.____ (geb. 1987) sind die nicht miteinander verheirateten El-
tern von D.____, geboren am XX.XX.2013, und E.____, geboren am XX.XX.2016. 
 
B. Mit Entscheid vom 30. Juni 2016 entzog die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde 
C.____ (KESB) der Kindsmutter das Aufenthaltsbestimmungsrecht über E.____ und platzierte 

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ihn in einer Pflegefamilie. Ferner wurde eine Erziehungsbeistandschaft für ihn errichtet und eine 
Familienbegleitung angeordnet. Die Beiständin erhielt unter anderem den Auftrag, die Kontakte 
zwischen E.____ und den Kindseltern zu regeln. D.____ wurde wenige Monate später im Kin-
derheim F.____ fremdplatziert. Für ihn bestehen ebenfalls weitere Kindesschutzmassnahmen. 
 
C. Mit superprovisorischem Entscheid der KESB vom 5. September 2019 wurde das Be-
suchsrecht zwischen den Kindseltern und E.____ per sofort sistiert. Zur Begründung wurde 
ausgeführt, dass eine Weiterführung der Besuche für E.____, insbesondere auch aufgrund des 
zugespitzten Konflikts zwischen dem Kindsvater und der Familienbegleiterin, nicht mehr zumut-
bar sei. 
 
D. Mit Entscheid vom 30. September 2019 regelte die KESB den persönlichen Verkehr vor-
sorglich wie folgt: Die Kindseltern haben das Recht, E.____ wöchentlich abwechselnd, jeweils 
einzeln, in Absprache mit der Erziehungsbeiständin und der Familienbegleiterin G.____ für die 
Dauer von zwei Stunden in Begleitung zu sehen. Die Regelung wurde bis zum Erlass eines 
endgültigen Entscheids befristet. Ferner wurde festgelegt, dass auf Wunsch von E.____ und 
D.____ begleitete Treffen der Brüder ohne die Eltern im Kinderheim F.____ erfolgen könnten, 
wobei anzustreben sei, dass dies mehrmals pro Jahr erfolge. Zudem stellte die KESB die An-
ordnung einer Begutachtung in Aussicht und entzog einer allfälligen Beschwerde die aufschie-
bende Wirkung. 
 
E. Dagegen erhoben A.____ und B.____, beide vertreten durch Advokatin Angela Gantner, 
mit Eingabe vom 11. Oktober 2019 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Verfassungs- 
und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht). Sie beantragten die Aufhebung des Entscheids der 
KESB vom 30. September 2019 unter o/e-Kostenfolge und die Gewährung der unentgeltlichen 
Rechtspflege. 
 
F. Mit Entscheid der KESB vom 18. Oktober 2019 wurde eine psychologische Abklärung 
für D.____ und E.____ sowie für die Kindseltern, soweit dies Kinderbelange betreffe, angeord-
net. 
 
G. Das Kantonsgericht wies mit Urteil vom 31. Januar 2020 die Beschwerde vom 11. Okt-
ober 2019 ab (Verfahren Nr. 810 19 272). Begründet wurde dies im Wesentlichen damit, dass 
das angeordnete Besuchsrecht weitere Eskalationen im Rahmen der Besuchssituation verhin-
dern bzw. die angespannte Situation entschärfen solle, sodass der persönliche Verkehr zwi-
schen E.____ und den Kindseltern während des laufenden Verfahrens fortgeführt werden kön-
ne. 
 
H. Am 18. Februar 2020 erstattete die Gutachterstelle Praxis für Forensik und Psychothe-
rapie Solothurn, unter der Leitung von Dr. med. H.____, ihr Gutachten und erläuterte dieses am 
24. Februar 2020 zusätzlich mündlich. 
 
I. Am 7. Juli 2020 wurde A.____ und am 31. Juli 2020 B.____ von der Vizepräsidentin der 
KESB und einem weiteren Behördenmitglied angehört. 

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J. Mit Entscheid vom 3. November 2020 verfügte die KESB, dass der Entzug des elterli-
chen Aufenthaltsbestimmungsrechts von B.____ und A.____ aufrechterhalten werde und 
E.____ langfristig bei seinen Pflegeeltern I.____ und J.____ platziert werde. Bezüglich des per-
sönlichen Verkehrs wurde wie folgt entschieden: B.____ und A.____ können E.____ wöchent-
lich abwechslungsweise, jeweils einzeln, in Absprache mit der Erziehungsbeiständin und mit 
der neuen Familienbegleiterin K.____ für die Dauer von zwei Stunden in Begleitung sehen. Die 
Familienbegleitung führt zudem, in Absprache mit der Beiständin, die Begegnungen mit D.____ 
durch. Weiter hielt die KESB fest, dass sie ihr Verfahren zur Überprüfung der Kindesschutz-
massnahmen und namentlich der elterlichen Sorge fortsetze. Die Beiständin und die Familien-
begleiterin wurden angehalten, bis zum 30. Juni 2021 einen Verlaufsbericht über eine allfällig 
veränderte Situation von E.____ vorzulegen. 
 
K. Mit Eingabe vom 3. Dezember 2020 erheben A.____ und B.____ gegen den Entscheid 
der KESB vom 3. November 2020 Beschwerde beim Kantonsgericht. Sie beantragen die Wie-
deraufnahme von gemeinsamen Treffen mit der ganzen Familie (B.____, A.____, D.____ und 
E.____). Weiter verlangen sie die Umwandlung der langfristigen Platzierung von E.____ in eine 
befristete Platzierung, die alle sechs Monate zu überprüfen sei. Ferner beantragen sie die un-
entgeltliche Rechtspflege. Die Beschwerde wird im Wesentlichen damit begründet, dass die 
Bedürfnisse der Beschwerdeführer und jene von D.____ im Entscheid der KESB nicht bzw. nur 
bedingt berücksichtigt worden seien. Zudem hätten sie das eingeholte Gutachten nicht einse-
hen können. Dieses stütze sich bezüglich des Zustands von E.____ lediglich auf die Aussagen 
der Pflegeeltern. 
 
L. Die KESB liess sich mit Eingabe vom 13. Januar 2021 vernehmen. Sie stellt Antrag auf 
Abweisung der Beschwerde. 
 
M. Mit Präsidialverfügung vom 10. Februar 2021 wurde der Fall der Kammer überwiesen 
und den Beschwerdeführern die unentgeltliche Prozessführung bewilligt. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g : 
 
1. Gemäss Art. 450 Abs. 1 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB) vom 10. Dezem-
ber 1907 i.V.m. Art. 314 Abs. 1 ZGB kann gegen Entscheide einer Kindesschutzbehörde Be-
schwerde beim zuständigen Gericht erhoben werden. § 66 Abs. 1 des kantonalen Gesetzes 
über die Einführung des Zivilgesetzbuches (EG ZGB) vom 16. November 2006 erklärt für die 
Beurteilung von Beschwerden nach Art. 450 Abs. 1 ZGB das Kantonsgericht, Abteilung Verfas-
sungs- und Verwaltungsrecht, für zuständig. Das Verfahren richtet sich nach den Art. 450 bis 
Art. 450e ZGB. Im Übrigen sind die Bestimmungen des kantonalen Verwaltungsprozessrechts 
anwendbar (§ 66 Abs. 2 EG ZGB). Die Beschwerdeführer sind als direkte Verfahrensbeteiligte 
zur Beschwerdeerhebung legitimiert (Art. 450 Abs. 2 Ziff. 1 ZGB). Da auch die übrigen formel-
len Voraussetzungen gegeben sind, kann auf die Beschwerde eingetreten werden. 
 

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2. Gemäss Art. 450a Abs. 1 ZGB können mit der Beschwerde Rechtsverletzungen (lit. a), 
die unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhalts (lit. b) sowie die Unangemes-
senheit (lit. c) gerügt werden. Dem Kantonsgericht kommt bei der Beurteilung der vorliegenden 
Beschwerde somit volle Kognition zu. 
 
3.1 In formeller Hinsicht rügen die Beschwerdeführer zunächst eine Verletzung des rechtli-
chen Gehörs, indem sie in ihrer Beschwerde vorbringen, dass sie das Gutachten vom 
18. Februar 2020 nicht hätten einsehen können. 
 
3.2 Aus Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV) 
vom 18. April 1999 ergibt sich das grundsätzlich uneingeschränkte Recht, in alle für das Verfah-
ren wesentlichen Akten Einsicht zu nehmen. Das verfassungsrechtlich gewährleistete Aktenein-
sichtsrecht soll sicherstellen, dass eine Verfahrenspartei von den Entscheidgrundlagen Kennt-
nis nehmen und sich wirksam und sachbezogen verteidigen kann. Der Anspruch auf Aktenein-
sicht besteht am Sitz der Behörde und umfasst das Recht, Notizen zu machen und Fotokopien 
zu erstellen, falls dadurch kein übermässiger Aufwand für die Behörde entsteht (vgl. BGE 131 V 
35 E. 4.2; 126 I 7 E. 2b). Der Gesetzgeber hat das aus der Bundesverfassung resultierende 
Akteneinsichtsrecht in Art. 449b ZGB konkretisiert. Nach Art. 449b Abs. 1 ZGB haben die am 
Verfahren beteiligten Personen Anspruch auf Akteneinsicht, soweit nicht überwiegende Interes-
sen entgegenstehen. Wird einer am Verfahren beteiligten Person die Einsichtnahme in ein Ak-
tenstück verweigert, so wird auf dieses nur abgestellt, wenn ihr die Behörde von seinem für die 
Sache wesentlichen Inhalt mündlich oder schriftlich Kenntnis gegeben hat (Art. 449b Abs. 2 
ZGB). 
 
3.3 Gemäss den Ausführungen in der Vernehmlassung der KESB vom 13. Januar 2021 sei 
zum Schutz der Geheimhaltungsinteressen der auskunftserteilenden Personen eine mündliche 
Gutachtenseröffnung vorgesehen gewesen. Am 24. Februar 2020 habe die Gutachtenseröff-
nung ohne die Teilnahme der Beschwerdeführer stattgefunden. Die damalige Rechtsvertreterin 
der Beschwerdeführer habe die Einladung vom 6. Februar 2020 mit dem Hinweis auf die nicht 
mehr vorliegende Vertretungsbefugnis an die Beschwerdeführer weitergeleitet. Am 17. Februar 
2020 hätten die Beschwerdeführer mitgeteilt, dass es ihnen aufgrund eines Auslandaufenthalts 
nicht möglich sei, an der Gutachtenseröffnung teilzunehmen. Die Beschwerdeführer hätten ei-
nen Termin ab dem 9. März 2020 vorgeschlagen, die KESB habe eine Verschiebung jedoch 
aufgrund der sich abzeichnenden Pandemie als nicht angezeigt erachtet. Den Beschwerdefüh-
rern seien am 28. Februar 2020 Auszüge aus dem Gutachten zugeschickt worden, wovon die 
Inhaltsübersicht und die Beantwortung der Fragen umfasst gewesen sei. Von Seiten der Behör-
de sei den Beschwerdeführern zudem die Möglichkeit der Einsichtnahme in das Gutachten am 
Sitz der Behörde angeboten worden. 
 
3.4 Die Beschwerdeführer hatten die Gelegenheit, an der mündlichen Gutachtenseröffnung 
teilzunehmen. Sie erhielten zudem Auszüge des Gutachtens zugesendet und sie hatten die 
Möglichkeit zur Einsicht am Sitz der Behörde, die sie nicht wahrgenommen haben. Ein Recht, 
mit Kopien bedient zu werden, besteht nicht (Urteil des BGer 5A_706/2013 vom 5. Dezember 
2013 E. 4.2). Unter diesen Umständen ist eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör 

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nicht erkennbar. Nimmt eine Partei die von der Behörde angebotenen Gelegenheiten zur Ak-
teneinsicht nicht wahr, kann sie sich hinterher nicht über eine Gehörsverletzung beklagen. 
 
4.1 Ferner rügen die Beschwerdeführer in formeller Hinsicht die Verletzung des Beschleuni-
gungsverbots resp. eine Verfahrensverzögerung. 
 
4.2 Das Beschleunigungsgebot findet seine Rechtsgrundlage in Art. 29 Abs. 1 BV sowie § 3 
Abs. 2 des Verwaltungsverfahrensgesetzes Basel-Landschaft (VwVG BL) vom 13. Juni 1988 
und gewährt jeder Person vor Gerichts- und Verwaltungsbehörden einen Anspruch auf Beurtei-
lung innert angemessener Frist. Der Begriff der angemessenen Frist ist dabei relativer Natur 
und muss anhand eines jeden Einzelfalls bestimmt und konkretisiert werden. Zu berücksichti-
gen sind insbesondere die Art und Natur des Verfahrens, der Umfang und die Komplexität der 
Sache, das Verhalten der Verfahrensbeteiligten, die Bedeutung der Sache für die Betroffenen 
sowie die für die Sache spezifischen Entscheidungsabläufe. Entscheidend ist, ob sich die Um-
stände, welche zu einer Verzögerung des Verfahrens geführt haben, objektiv rechtfertigen las-
sen (BGE 135 I 265 E. 4.4; 130 I 312 E. 5.2; Urteil des BGer 8C_697/2018 vom 15. November 
2018 E. 3; BERNHARD WALDMANN, in: Waldmann/Belser/Epiney [Hrsg.], Basler Kommentar, 
Bundesverfassung, Basel 2015, N 26 f. zu Art. 29 BV). 
 
4.3 Am 18. Februar 2020 erstattete die Gutachterstelle das kindesschutzrechtliche Gutach-
ten. Nach dem ersten Lockdown im Frühjahr 2020 und der Möglichkeit, wieder Verhandlungen 
zu führen, erfolgte seitens der KESB am 12. Mai 2020 eine Anfrage an die Beschwerdeführer 
für einen Verhandlungstermin am 25. Mai 2020. Aufgrund terminlicher Schwierigkeiten und 
krankheitsbedingter Absage von Seiten des Beschwerdeführers konnten seine Anhörung erst 
am 7. Juli 2020 und die Anhörung der Beschwerdeführerin, welche kurzfristig den ersten Termin 
verschoben hatte, erst am 31. Juli 2020 erfolgen. Der Entscheid der KESB folgte am 3. Novem-
ber 2020, wobei zwischenzeitlich mit Entscheid vom 5. Juni 2020 ein Wechsel der Beiständin 
vorgenommen worden war und mit Entscheid vom 18. August 2020 auf Wunsch der Beschwer-
deführer die Familienbegleitperson ausgewechselt worden war. Das Verfahren wurde in Anbe-
tracht der Covid-19-Pandemie und des Verhaltens der Beschwerdeführer zeitlich angemessen 
durchgeführt und es kann vorliegend keine ungebührliche Verfahrensverzögerung festgestellt 
werden. 
 
5. Materiell ist zu prüfen, ob die Vorinstanz die Regelung des Besuchsrechts zwischen den 
Beschwerdeführern und E.____ sowie die Beibehaltung der unbefristeten Platzierung von 
E.____ bei der Pflegefamilie zu Recht verfügt hat. 
 
5.1 Gemäss Art. 307 Abs. 1 ZGB trifft die Kindesschutzbehörde die geeigneten Massnah-
men zum Schutz des Kindes, wenn das Wohl des Kindes gefährdet ist und die Eltern nicht von 
sich aus für Abhilfe sorgen oder sie dazu ausserstande sind. Von einer Gefährdung des Kin-
deswohls wird nach herrschender Auffassung dann ausgegangen, wenn nach den konkreten 
Umständen die ernstliche Möglichkeit einer gegenwärtigen oder zumindest unmittelbar bevor-
stehenden Gefahr für die Kindesentwicklung abzusehen ist, die bei ihrer Fortdauer eine erhebli-
che Beeinträchtigung des physischen oder psychischen Wohls des Kindes voraussehen lässt 

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(Urteil des Kantonsgerichts, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht [KGE VV], vom 
20. Mai 2020 [810 20 71] E. 4.1; vgl. PETER BREITSCHMID, in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Bas-
ler Kommentar zum Zivilgesetzbuch, 6. Aufl., Basel 2018 [BSK ZGB I], Rz 18 zu Art. 307; 
CHRISTOPH HÄFELI, in: Kren Kostkiewicz et al. [Hrsg.], Orell Füssli Kommentar zum Zivilgesetz-
buch, 3. Aufl., Zürich 2016, N 5 zu Art. 307; PATRICK FASSBIND, Systematik der elterlichen Per-
sonensorge in der Schweiz, Basel 2006, S. 357). 
 
5.2 Alle Kindesschutzmassnahmen müssen erforderlich sein (Subsidiarität), und es ist im-
mer die mildeste Erfolg versprechende Massnahme anzuordnen (Proportionalität); diese sollen 
elterliche Bemühungen nicht ersetzen, sondern ergänzen (Komplementarität). Der Entzug der 
elterlichen Obhut ist daher nur zulässig, wenn andere Massnahmen ohne Erfolg geblieben sind 
oder von Vornherein als ungenügend erscheinen (vgl. Urteile des BGer 5A_188/2013 vom 
17. Mai 2013 E. 3; 5A_701/2011 vom 12. März 2012 E. 4.2.1). 
 
5.3 Gemäss Art. 273 Abs. 1 ZGB haben Eltern, denen die elterliche Sorge oder Obhut nicht 
zusteht, und das minderjährige Kind gegenseitig Anspruch auf angemessenen persönlichen 
Verkehr. Dabei handelt es sich um ein gegenseitiges Pflichtrecht, das in erster Linie dem Inte-
resse des Kindes dient (BGE 122 III 404 E. 3a; 120 II 229 E. 3b/aa). Oberste Richtschnur für 
die Ausgestaltung des persönlichen Verkehrs ist das Kindeswohl (BGE 131 III 209 E. 5; vgl. 
auch BGE 141 III 328 E. 5.4). Entsprechend hat sich das Gericht in erster Linie an den Bedürf-
nissen des Kindes zu orientieren; die Interessen der Eltern haben hinter dem vorrangig mass-
gebenden Kindeswohl zurückzustehen (BGE 130 III 585 E. 2.1 m.H.). In diesem Sinn hat der 
persönliche Verkehr zum Zweck, die positive Entwicklung des Kindes zu gewährleisten und zu 
fördern. In der Entwicklung des Kindes sind seine Beziehungen zu beiden Elternteilen wichtig, 
da sie bei seiner Identitätsfindung eine entscheidende Rolle spielen können (Urteil des BGer 
5A_56/2020 vom 17. August 2020 E. 4.1; BGE 131 III 209 E. 4; 123 III 445 E. 3c). Bei der Re-
gelung des Besuchsrechts sind folgende Umstände in Betracht zu ziehen: Alter des Kindes, 
Persönlichkeit und Bedürfnisse des Kindes und des Besuchsberechtigten, Beziehung des Kin-
des zum Besuchsberechtigten, Beziehung der Eltern untereinander, zeitliche Beanspruchung 
bzw. Verfügbarkeit aller Beteiligten, Gesundheitszustand der Beteiligten, Geschwister, Entfer-
nung bzw. Erreichbarkeit der Wohnorte, Wohnverhältnisse beim besuchsberechtigten Elternteil 
(INGEBORG SCHWENZER/MICHELLE COTTIER, in: BSK ZGB I, Rz 10 zu Art. 273). 
 
5.4 Der aus Art. 273 Abs. 1 ZGB fliessende Anspruch kann gestützt auf Art. 274 Abs. 2 ZGB 
verweigert oder entzogen werden, wenn das Wohl des Kindes gefährdet wird, wenn ihn der 
betreffende Elternteil pflichtwidrig ausgeübt hat, wenn sich dieser nicht ernstlich um das Kind 
gekümmert hat oder wenn andere wichtige Gründe vorliegen. Eine Gefährdung des Wohls des 
Kindes im genannten Sinn liegt dann vor, wenn dessen ungestörte körperliche, seelische oder 
sittliche Entwicklung durch ein auch nur begrenztes Zusammensein mit dem nicht obhutsbe-
rechtigten Elternteil bedroht ist (BGE 122 III 404 E. 3b; Urteile des BGer 5A_306/2019 vom 
29. Januar 2020 E.4. 4; 5A_200/2015 vom 15. September 2015 E. 7.2.3.1, in: FamPra.ch 2016 
S. 302, m.H.). Bei der Beschränkung des persönlichen Verkehrs ist stets das Gebot der Ver-
hältnismässigkeit zu beachten. 
 

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5.5 Es ist jedoch auch zu berücksichtigen, dass das Recht auf persönlichen Verkehr dem 
nicht obhutsberechtigten Elternteil um seiner Persönlichkeit willen zusteht und ihm daher nicht 
ohne wichtige Gründe ganz abgesprochen werden darf. Eine Gefährdung des Kindeswohls ist 
daher unter diesem Gesichtspunkt nicht leichthin anzunehmen und kann nicht schon deswegen 
bejaht werden, weil beim betroffenen Kind eine Abwehrhaltung gegen den nicht obhutsberech-
tigten Elternteil festzustellen ist (Urteil des BGer 5A_306/2019 vom 29. Januar 2020 E.4. 4; 
5A_932/2012 vom 5. März 2013 E. 5.1, in: FamPra.ch 2013 S. 816; betreffend Weigerung von 
Kindern vgl. Zusammenfassung der Rechtsprechung in Urteil des BGer 5A_200/2015 vom 22. 
September 2015 E. 7.2.3.1, in: FamPra.ch 2016 S. 302; sowie 5A_831/2018 vom 23. Juli 2019 
E. 6.2). 
 
6.1 Gemäss der Vorinstanz, die sich hauptsächlich auf das Gutachten vom 18. Februar 
2020 stützt, sei die Beziehung zwischen E.____ und seinen Pflegeeltern vergleichbar mit einer 
normalen Eltern-Kind-Beziehung. Für E.____s Stabilität und Entwicklung sei sie zwingend in 
der bestehenden Form beizubehalten. Psychisch sei E.____ temporär durch die schwierigen 
Besuchskontaktsituationen belastet und er reagiere mit Ängsten, Verunsicherung und Schlaf-
schwierigkeiten. Das Wohl von E.____ sei ohne die angeordneten Massnahmen in hohem 
Masse gefährdet. Durch die Festlegung der längerfristigen Platzierung bei den Pflegeeltern 
werde E.____ die Angst vor einem Beziehungsabbruch genommen. Für E.____s Identitätsent-
wicklung und seine Biographie seien der Kontakt mit und ein Beziehungsaufbau zu Mutter, Va-
ter und Bruder wichtig. Die Besuchskontakte sollten in Zukunft jedoch nicht mehr im Familien-
setting, sondern möglichst in einem stabilen und konfliktfreien Rahmen stattfinden. Das Wohl 
von E.____ sei beim Setting höher zu gewichten als die Wünsche der Eltern. Bei positivem Ver-
lauf sei später eine Ausweitung möglich. D.____ und E.____ sollten sich alle zwei Monate mit 
Begleitperson für ein bis zwei Stunden an einem neutralen Ort zum Spielen treffen; dies sei für 
beide Kinder aktuell die stressfreiste Variante und ermögliche einen Beziehungsaufbau in kon-
fliktfreier Umgebung. 
 
6.2 Die Beschwerdeführer wehren sich gegen die von der KESB verfügten Massnahmen. In 
ihrer Beschwerdeschrift vom 3. Dezember 2020 bringen sie im Wesentlichen vor, dass das 
Gutachten vom 18. Februar 2020 die Bedürfnisse der Beschwerdeführer und von D.____ nur 
ungenügend berücksichtige. Es stütze sich bezüglich E.____s Wohlbefinden lediglich auf die 
Aussagen der Pflegeeltern. Die Beschwerdeführer verlangen die Wiederaufnahme von Treffen 
im Familiensetting und ferner die Überprüfung der Platzierung von E.____ alle sechs Monate. 
 

7.1 E.____ litt nach der Geburt an diversen Gebrechen, welche eine längere stationäre Spi-
talbehandlung erforderten (Dünndarmatresie, Dünndarmperforation, Stoma mit Wundheilungs-
störungen, Drogenentzugssyndrom). Er wurde mit Entscheid der KESB vom 30. Juni 2016 di-
rekt aus dem Universitäts-Kinderspital beider Basel bei den Pflegeeltern I.____ und J.____ 
fremdplatziert, weil die Situation der Kindseltern in finanzieller, sozialer und partnerschaftlicher 
Sicht labil war und E.____ aufgrund der Darmerkrankung eine besonders gute Betreuung benö-
tigte. Die methadonabhängige Beschwerdeführerin hatte zuvor den ihr nahegelegten Aufenthalt 
in einer Mutter-Kind-Institution abgelehnt. Mit der Regelung des persönlichen Verkehrs wurde 
die Beiständin L.____ beauftragt. Im Zwischenbericht vom 19. Oktober 2016 hielt diese fest, 
dass sich die familiäre Situation zugespitzt habe. Das Suchtproblem der Beschwerdeführerin 

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habe sich manifestiert und den Kindseltern sei die Wohnung gekündet worden, weshalb auch 
bezüglich D.____ von einer erheblichen Gefährdung ausgegangen werden müsse. Deswegen 
wurde D.____ mit Entscheid vom 9. November 2016 im Kinderheim F.____ platziert. Im Zwi-
schenbericht wurde zudem festgehalten, dass die Beschwerdeführerin E.____ regelmässig, 
etwa einmal wöchentlich, besuche und der Beschwerdeführer dies gelegentlich tue. Im Re-
chenschaftsbericht vom 4. Juni 2018 hielt die Beiständin fest, dass die Beschwerdeführerin 
E.____ etwa sechsmal pro Monat für rund eine Stunde besuche. Der Beschwerdeführer sei in 
letzter Zeit öfters dabei gewesen, meist bei den Treffen mit beiden Kindern. Bis April 2018 seien 
die Besuche von der Pflegemutter begleitet worden, was von den Beschwerdeführern teilweise 
schwer zu akzeptieren gewesen sei. Aufgrund dessen werde versucht, mit der Einsetzung der 
sozialpädagogischen Familienbegleiterin G.____ die Situation zu entspannen. Zusammenfas-
send wurde im Bericht festgehalten, dass die Beschwerdeführer die Grundbedürfnisse von 
E.____ nicht erfüllen könnten, und es wurde die Weiterführung der Platzierung von E.____ 
empfohlen. 
 
7.2 Im undatierten Bericht der (damaligen) Familienbegleiterin vom August 2018 wurde eine 
Standortbestimmung in Bezug auf die anstehenden Entwicklungsaufgaben von D.____ und 
E.____ vorgenommen. Die Beschwerdeführerin wurde darin als psychisch und physisch instabil 
beschrieben. Sie benötige viel Unterstützung, um die Besuche zu bewältigen. Der Beschwerde-
führer nehme eine starre und dominante Haltung im Familiensystem ein, gleichzeitig zeige er 
sich bei den Besuchen unsicher und brauche immer wieder Pausen. In der Familiendynamik sei 
ein chronischer Paarkonflikt sichtbar, bis hin zu verbalen und nonverbalen Auseinandersetzun-
gen. Bezüglich der Besuchstage von E.____ und den Beschwerdeführern wurde im Bericht 
festgehalten, dass zwei Besuchstage pro Woche mit zu viel Stress und Unsicherheiten für 
E.____ verbunden seien. Zum Wohl von E.____ sei zu erwägen, die Besuche zu reduzieren. 
Am 4. September 2019 informierte die Familienbegleiterin die KESB telefonisch, dass es tags 
zuvor anlässlich eines begleiteten Besuchs der Kinder mit den Beschwerdeführern zu einer Es-
kalation gekommen sei. Der Beschwerdeführer habe die Familienbegleiterin verbal angegriffen 
und sei ihr gegenüber bedrohlich aufgetreten. Nachdem sie gesagt habe, sie wolle nicht vor den 
Kindern diskutieren, hätten die Beschwerdeführer das Treffen unvermittelt und ohne Verab-
schiedung von den Kindern abgebrochen. D.____ habe nur geweint und geschrien, E.____ sei 
völlig verstört gewesen (Aktennotiz vom 4. September 2019). An der späteren Anhörung durch 
die Behörde berichtete die Familienbegleiterin ferner von der spannungsgeladenen Atmosphäre 
der Besuchskontakte im bestehenden Familiensetting, welche durch Konflikte zwischen D.____ 
und E.____ und den Beschwerdeführern untereinander entstehe. Eine Spielsituation der Eltern 
oder eines Elternteils mit E.____ komme nicht zustande, wobei die Anwesenheit des Be-
schwerdeführers bei den Besuchskontakten ohnehin nicht konstant sei. Er komme zu den Tref-
fen, wenn es ihm möglich erscheine, er komme zu spät oder er melde sich nicht ab. Aus den 
verschiedenen Konflikten resultiere eine Überforderung von E.____, für den die Besuche sehr 
belastend seien. Auffällig sei, dass er die Besuche genau wiedergeben könne und ihn die Vor-
fälle im Nachgang weiter beschäftigen würden. Er sei nach den Besuchen jeweils völlig er-
schöpft und habe bereits vor dem jüngsten Vorfall eine Ablehnungshaltung gezeigt (Aktennotiz 
vom 10. September 2019). Aufgrund der Eskalation am 3. September 2019 wurde mit super-
provisorischem Entscheid der KESB vom 5. September 2019 das Besuchsrecht der Beschwer-

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deführer sistiert und mit Entscheid vom 30. September 2019 vorsorglich geregelt, wobei den 
Beschwerdeführern ein wöchentlich abwechselndes, jeweils einzelnes, begleitetes Besuchs-
recht für die Dauer von zwei Stunden eingeräumt wurde. 
 
7.3 Mit Entscheid vom 18. Oktober 2019 ordnete die KESB eine psychologische Abklärung 
von D.____ und E.____ und, soweit Kinderbelange betreffend, auch der Kindseltern an. Im aus-
führlichen Gutachten der Praxis für Forensik und Psychotherapie Solothurn vom 18. Februar 
2020 wird ausgeführt, dass E.____ im Bindungsverhalten sehr eng an seine Pflegeeltern ge-
bunden sei und auf fremde Personen zurückhaltend und vorsichtig reagiere. Zu seinen Pflege-
eltern habe E.____ eine vertraute und sichere Bindung. Er geniesse sehr viel Aufmerksamkeit 
und Fürsorge durch seine Pflegeeltern, gleichzeitig würden sie ihn gut führen können und ihm 
adäquate Grenzen setzen. Im emotionalen Bereich sei er durch die Besuchskontakte zu seinen 
leiblichen Eltern belastet, was sich durch verbale und nonverbale Verweigerung im Voraus und 
Verlustängste, Schreiattacken oder nächtliche Ängste im Nachhinein äussere. Als Gründe für 
diese Reaktionen würde ein unbewusster Loyalitätskonflikt sowie verschiedene aversive Emoti-
onen (Angst, Trennungsschmerz, Wut, Stress) im Zusammenhang mit den Treffen angenom-
men. Die Beziehung zwischen E.____ und der Kindsmutter werde aufgrund der Interaktionsbe-
obachtung vom 14. Januar 2020 als gut eingeschätzt. Es habe beobachtet werden können, 
dass die Kindsmutter auf die Bedürfnisse von E.____ achte und versuche, ihn zu fördern. Ande-
rerseits sei aufgefallen, dass es der Kindsmutter schwerfalle, E.____ in schwierigen Situationen 
Grenzen zu setzten und ihn angemessen zu leiten. Im Rahmen der Interaktionsbeobachtung 
zwischen E.____ und dem Kindsvater sei eine gute Beziehung wahrgenommen worden. Der 
Kindsvater habe eine gute Mischung zwischen Führen und Eingehen auf die Ideen von E.____ 
gezeigt. Auffällig sei die hohe Intensität des Kindsvaters gewesen. Er habe mit sehr lauter 
Stimme gesprochen und angestrengt und bemüht gewirkt. Gemäss dem Gutachten habe eine 
konstante und sichere Beziehung zu seinen primären Bezugspersonen die höchste Priorität für 
E.____. Er brauche diesbezüglich die Sicherheit, dass er bei seinen Pflegeeltern bleiben könne. 
Zudem benötige er klare Strukturen und viel Förderung, welche er von seinen Pflegeeltern er-
halte. Gleichzeitig sei die Beziehung zu seinen leiblichen Eltern und seinem Bruder für seine 
Identitätsentwicklung wichtig. Diese Treffen sollten in Zukunft mit positiven Gefühlen und mög-
lichst wenig Loyalitätsforderungen verbunden sein. Damit diese Treffen funktionieren, sei 
E.____ auf stabile und konfliktfreie Situationen angewiesen. Die Gutachter empfehlen, die Be-
suchskontakte alle zwei Wochen stattfinden zu lassen, für jeweils zwei Stunden, mit einem oder 
beiden Elternteilen (ohne D.____). Diese Kontakte sollten weiterhin durch eine sozialpädagogi-
sche Familienbegleitung durchgeführt werden. Die Besuchskontakte könnten in der Dauer und 
Frequenz erhöht werden, sobald es E.____ während den Kontakten gut gehe. Seinen Bruder 
D.____ solle E.____ all zwei Monate in Begleitung für ein bis zwei Stunden an einem neutralen 
Ort sehen. Im Gutachten wird zudem ausdrücklich eine längerfristige Platzierung von E.____ 
bei den Pflegeeltern empfohlen. Dadurch solle Klarheit und Stabilität geschaffen werden und 
somit auch der Loyalitätskonflikt von E.____ reduziert werden. 
 
8. Dem Vorbringen der Beschwerdeführer, das vorgenannte Gutachten stütze sich nur auf 
Aussagen der Pflegeeltern und berücksichtige die Bedürfnisse der Beschwerdeführer und von 
D.____ nur bedingt, kann nicht gefolgt werden. Es ist klar ersichtlich, dass die Gutachter nicht 
nur bei den Pflegeeltern, sondern im gesamten Umfeld inklusive den Beschwerdeführern Aus-

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künfte eingeholt haben. Es wurden unter anderem die Beiständin, die (ehemalige) Familienbe-
gleiterin, die Psychologin sowie die Hausärztin der Beschwerdeführerin, die leiblichen Grossel-
tern von E.____, die Klassenlehrerin sowie die Hausärztin von D.____ und dessen Bezugsper-
son im Kinderheim F.____ befragt. Den Gutachtern standen weiter die gesamten Verfahrensak-
ten der KESB zur Verfügung. Ferner haben die Gutachter selber mehrstündige eigene Interakti-
onsbeobachtungen durchgeführt. Das Gutachten stützt sich somit auf eine erschöpfende Erhe-
bung der massgeblichen Tatsachen. Eine mangelhafte Sachverhaltsbasis ist insofern nicht er-
sichtlich. Das Gutachten beantwortet die gestellten Fragen auf insgesamt 97 Seiten umfassend 
und überzeugend. Die Bedürfnisse der Beschwerdeführer und von D.____ kommen dabei 
durchaus zur Sprache und werden mitberücksichtigt. Die Schlussfolgerungen und Empfehlun-
gen sind ohne Weiteres nachvollziehbar. Aufgrund der Akten und der Vorbringen der Be-
schwerdeführer drängen sich gegen die Schlüssigkeit der gutachterlichen Darlegungen keine 
ernsthaften Einwände auf. Die KESB durfte somit auf das von ihr in Auftrag gegebene Gutach-
ten vom 18. Februar 2020 abstellen. 
 
9.1 Die Beschwerdeführer beantragen, dass die gesamte Familie wieder gemeinsame Tref-
fen aufnehmen soll. Die Beschwerdebegründung erschöpft sich diesbezüglich allerdings gröss-
tenteils in Vorwürfen gegen die Pflegeeltern, welche das Besuchssetting laufend in Frage stel-
len und sabotieren würden. Mit den hauptsächlich bei ihnen und ihrem Verhalten zu verorten-
den Gründen für die Einschränkung des Besuchsrechts setzen sich die Beschwerdeführer nicht 
auseinander. Mit dem Schlechtreden der Pflegeeltern und der Betonung der eigenen Bedürfnis-
se übersehen sie, dass bei der Ausgestaltung des Besuchsrechts das Kindeswohl an erster 
Stelle steht. Ihre Behauptung, eine Belastung E.____s durch die Besuchskontakte sei nicht be-
legt, erweist sich als offensichtlich aktenwidrig. Die Gefährdung des Kindeswohls durch die ge-
meinsamen Treffen wurde im Gegenteil gutachterlich bestätigt. Eine Beziehung zu den Be-
schwerdeführern ist für E.____s Entwicklung zwar in der Tat wichtig. Er soll wissen, dass seine 
leiblichen Eltern sich für ihn interessieren und den Kontakt zu ihm wollen. Diese Besuche müs-
sen für E.____s Wohl jedoch ohne Überforderung und stressfrei ablaufen (Gutachten vom 
18. Februar 2020, S. 88 f.). Im Kindesschutzgutachten werden entsprechende Empfehlungen 
für die Besuche der Beschwerdeführer abgegeben. Die Besuche bei E.____ sollen ohne 
D.____ und von einem oder beiden Elternteilen, begleitet und für 2 Stunden pro Besuch, statt-
finden. Diese Empfehlung ist nachvollziehbar, weil sie eine möglichst stressfreie Begegnung 
des Kindes mit seinen Familienangehörigen ermöglicht, damit E.____ zu seinen leiblichen El-
tern überhaupt eine Beziehung aufbauen kann. Hierfür werden getrennte Besuche als zweck-
mässig erachtet, denn E.____ hat zu jedem Elternteil eine eigene Beziehung bzw. muss zu je-
dem eine eigene aufbauen. Wie die Beobachtungen der Gutachter zeigen, hat auch jeder El-
ternteil einen eigenen Umgang mit ihm. Würden die Eltern E.____ jeweils gemeinsam besu-
chen, besteht die Gefahr, dass eine Konkurrenzsituation zwischen den Kindseltern entsteht und 
dass die alten Paarkonflikte wieder aufbrechen. Sobald einmal regelmässige Kontakte in einem 
entspannten und konfliktfreien Milieu stattgefunden haben und stabile Einzelbeziehungen zu 
den Eltern etabliert sind, wird eine Ausdehnung der Besuchsmodalitäten zum Thema werden. 
Die Beschwerdeführer haben es in der Hand, die von der Familienbegleitung angebotene Un-
terstützung anzunehmen und mit einem angepassten Verhalten bei den Besuchen dafür zu 
sorgen, dass E.____ nicht in Loyalitätskonflikte gestürzt wird und er die Besuche mit den leibli-
chen Eltern positiv erlebt. Dann liesse sich auch ein neuer Versuch mit gemeinsamen Elternbe-

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suchen beider Kinder rechtfertigen. Was die Besuche der Brüder untereinander angeht, sollen 
sich E.____ und D.____ nach den nachvollziehbaren gutachterlichen Empfehlungen vorerst 
stressfrei sehen, d.h. ohne die leiblichen Eltern und an einem neutralen Ort. E.____ kann so 
seine "Bruderrolle" entdecken und wahrnehmen, ohne dass er gleich mit der ganzen Familien 
konfrontiert wird, wo es für ihn unklar und schwierig ist, seinen Platz zu erkennen. Wie die 
KESB in der Vernehmlassung ausdrücklich bestätigt, führt sie ihr Verfahren zur Überprüfung 
der Kindesschutzmassnahmen laufend weiter und fordert regelmässig Verlaufsberichte ein. 
Damit ist auch klargestellt, dass die angeordneten Massnahmen jederzeit abgeändert werden 
können, wenn die Umstände eine Ausweitung der Besuchskontakte zulassen. Es bleibt als Fa-
zit festzuhalten, dass die Einschränkung des Besuchsrechts der Beschwerdeführer zurzeit 
durch das überwiegende Interesse des Kindeswohls geboten ist und keine milderen und gleich 
wirksamen Massnahmen ersichtlich sind. Die Einschränkung ist den Beschwerdeführern so-
dann zumutbar. Ihr Antrag auf Wiederaufnahme der gemeinsamen Besuche der ganzen Familie 
ist demnach abzuweisen. 
 
9.2 Die Beschwerdeführer verlangen ferner, dass die längerfristige Platzierung E.____s in 
eine befristete umgewandelt werde und diese alle sechs Monate zu überprüfen sei. Kindes-
schutzmassnahmen werden nach der Gesetzeskonzeption grundsätzlich unbefristet angeord-
net. Dies bedeutet aber nicht, dass sie zwingend auf unabsehbare Dauer oder gar bis zum Er-
reichen der Volljährigkeit beibehalten werden. Die Kindesschutzbehörde ist vielmehr gehalten, 
von Amtes wegen regelmässig zu überprüfen, ob die von ihr verfügten Kindesschutzmassnah-
men gegebenenfalls anzupassen oder gänzlich aufzuheben sind. Es würde gegen das Verhält-
nismässigkeitsgebot verstossen, wenn eine Massnahme beibehalten würde, die sich als nicht 
mehr nötig erweist (vgl. KURT AFFOLTER-FRINGELI/URS VOGEL, in: Hausheer/Walter [Hrsg.], Ber-
ner Kommentar zum schweizerischen Privatrecht, Bern 2016, Vorbem. zu Art. 307-327c ZGB 
Rz. 276). Vorliegend sind keine Gründe ersichtlich, welche eine Befristung der Fremdplatzie-
rung als zweckmässig erscheinen liessen. Ist das Ende der Massnahme nicht auf einen genau 
vorbestimmten Zeitpunkt hin absehbar, ergibt eine Befristung keinen Sinn. Dem Anliegen der 
Beschwerdeführer nach regelmässiger Überprüfung kommt die KESB wie soeben erwähnt be-
reits nach, indem sie ihr Verfahren zur Überprüfung der Kindesschutzmassnahmen weiterführt 
und Verlaufsberichte einfordert. Sobald sich der Sachverhalt entscheidwesentlich verändert hat, 
wird eine Anpassung der Kindesschutzmassnahmen zu prüfen sein. Wann dies vorliegend der 
Fall sein wird, lässt sich zum heutigen Zeitpunkt nicht sagen. Dem Gutachten vom 18. Februar 
2020 ist zu entnehmen, dass E.____ eine enge Bindung zu den Pflegeeltern entwickelt hat, die 
er als seine Eltern betrachtet. Dass er sich an die Pflegeeltern gebunden fühlt, ist in dieser 
Kindheitsphase unvermeidlich, zumal er nie eine innige Beziehung zu seinen leiblichen Eltern 
aufbauen konnte. Das Gutachten empfiehlt ausdrücklich eine längerfristige Platzierung von 
E.____ bei der Pflegefamilie, weil E.____ für seine Entwicklung zwingend auf eine stabile El-
tern-Beziehung angewiesen ist. Die Interessen der Beschwerdeführer haben aus diesem Grund 
zugunsten von E.____ zurückzustehen, so schmerzlich das für sie sein mag. Es muss für 
E.____ absolut klar und unangefochten sein, dass er in seiner vertrauten Umgebung bleiben 
kann, damit er überhaupt eine Beziehung zu seinen leiblichen Eltern aufbauen kann (Gutachten 
vom 18. Februar 2020, S. 95). Das Begehren, E.____ sei nur kurzfristig befristet zu platzieren 
und die Platzierung sei halbjährlich zu überprüfen, ist nach dem Gesagten abzuweisen. 
 

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10. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der angefochtene Entscheid in keiner Weise 
zu beanstanden ist. Die Regelung des persönlichen Verkehrs erfolgt im Einklang mit dem Kin-
deswohl. Die daraus resultierende Einschränkung des Besuchsrechts ist als verhältnismässig 
zu qualifizieren. Eine Befristung der Fremdplatzierung ist nicht angezeigt, zumal deren regel-
mässige Überprüfung ohnehin sichergestellt ist. Folglich ist die Beschwerde vollumfänglich ab-
zuweisen. 
 
11.1 Es bleibt über die Kosten zu befinden. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor 
Kantonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und die 
Beweiskosten und werden in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass 
auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 2'000.-- sind ausgangs-
gemäss den Beschwerdeführern aufzuerlegen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Pro-
zessführung gehen die Verfahrenskosten zu Lasten der Gerichtskasse. Die Parteikosten wer-
den wettgeschlagen (§ 21 VPO). 
 
11.2 Die Beschwerdeführer werden ausdrücklich darauf hingewiesen, dass sie zur Nachzah-
lung der in diesem Verfahren infolge Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege der Gerichts-
kasse belasteten Kosten verpflichtet sind, sobald sie dazu in der Lage sind (§ 53a Abs. 1 des 
Gesetzes über die Organisation der Gerichte [Gerichtsorganisationsgesetz, GOG] vom 22. Feb-
ruar 2001). 
 
 
Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 
 
://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 
   
 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 2'000.-- werden den Be-

schwerdeführern in solidarischer Haftung auferlegt. Zufolge Bewilligung 
der unentgeltlichen Prozessführung gehen die Verfahrenskosten zu 
Lasten der Gerichtskasse. 

   
 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. 
 
 
 
Vizepräsident 
 
 
 
 
 
 

Gerichtsschreiberin i.V.