# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1a866718-c2f1-5177-a273-cf3419f4a0e9
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-12-15
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 15.12.2011 D-1961/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-1961-2008_2011-12-15.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung IV
D­1961/2008

U r t e i l   v om   1 5 .   D e z embe r   2 0 1 1

Besetzung Richter Martin Zoller (Vorsitz),
Richter Bendicht Tellenbach,
Richterin Nina Spälti Giannakitsas,   
Gerichtsschreiber Daniel Widmer.

Parteien A.______,
Äthiopien,  
vertreten durch Christian Hoffs, HEKS,
Bereich Inland, Regionalstelle Ostschweiz,
(…),
Beschwerdeführerin, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Flüchtlingseigenschaft und Wegweisung;
Verfügung des BFM vom 22. Februar 2008 / (…).

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Sachverhalt:

      I.

A. 
Mit  Verfügung  vom  (…)  stellte  das  Bundesamt  für  Flüchtlinge  (BFF; 
heute:  BFM)  fest,  die  Beschwerdeführerin  erfülle  die 
Flüchtlingseigenschaft  nicht,  und  lehnte  das  erste,  am  (…)  gestellte 
Asylgesuch  ab.  Gleichzeitig  verfügte  es  die  Wegweisung  der 
Beschwerdeführerin  aus  der  Schweiz  und  ordnete  den 
Wegweisungsvollzug  an.  Zur  Begründung  führte  die  Vorinstanz  im 
Wesentlichen  aus,  die  geltend  gemachten  Verfolgungsvorbringen 
genügten  den  Anforderungen  an  die  Glaubhaftigkeit  nicht.  Diese 
Verfügung wurde nicht angefochten.

B. 
B.a Mit schriftlicher Eingabe vom 21. Juli 2007 an das BFM ersuchte die 
Beschwerdeführerin  erneut  um  Anerkennung  als  Flüchtling.  Zur 
Begründung  wurde  im  Wesentlichen  vorgebracht,  das  äthiopische 
Regime  habe  unlängst  in  einem Massenprozess  zahlreiche  Kritiker  der 
Wahlen  vom  (…)  durch  die  abhängige  Justiz  zu  hohen  Freiheitsstrafen 
verurteilen  lassen.  Die  Beschwerdeführerin  habe  als  Mitglied  des 
Oppositionsbündnisses Coalition for Unity and Democracy Party (CUDP; 
[amharisch:  Kinjit])  an  allen  (…)  Demonstrationen  der  äthiopischen 
Regimekritiker  in Bern und Genf seit dem Jahr 2004 teilgenommen. Das 
Regime  sei  wegen  seiner  hohen  Abhängigkeit  von  –  teilweise  bereits 
gekürzten  – Entwicklungshilfegeldern  hochgradig  gereizt  gegenüber  der 
Kritik von Landsleuten aus dem Ausland, habe aber wegen seiner Allianz 
mit  den  Vereinigten  Staaten  im  "War  on  Terrorism"  wenig  Kritik  von 
diesen  zu  befürchten.  Überdies  habe  das  Aussenministerium  alle 
Botschaften  zur  Überwachung  der  Landsleute  angewiesen.  Die 
Beschwerdeführerin müsste  deshalb  bei  einer Rückkehr  nach Äthiopien 
mit  harten Repressalien  (Festnahme,  Folter,  langdauerndem  illegitimem 
Freiheitsentzug) rechnen. Zur Stützung der Vorbringen wurden (…) sowie 
ein Rundschreiben  der  äthiopischen  "Direktion  für  Angelegenheiten  von 
im Ausland lebenden Äthiopiern" an die Auslandvertretungen vom 31. Juli 
2006 zu den Akten gereicht.

B.b  Mit  Zwischenverfügung  vom  25. Juli  2007  forderte  das  BFM  die 
Beschwerdeführerin  unter  Androhung  des  Nichteintretens  auf  das 
Asylgesuch  im  Unterlassungsfall  auf,  bis  zum  9. August  2007  einen 
Gebührenvorschuss von  (…) zu bezahlen. Zur Begründung  führte es  im 

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Wesentlichen  aus,  die  Beschwerdeführerin  habe  in  den  vergangenen 
Jahren an mehreren Demonstrationen gegen die äthiopische Regierung 
teilgenommen,  wobei  ihr  politisches  Profil  gemäss  den  Angaben  ihres 
Rechtsvertreters  nicht  als  hoch  einzuschätzen  sei.  Deshalb  sei  davon 
auszugehen,  dass  sie  bei  einer  Rückkehr  in  den  Heimatstaat  nicht  mit 
einer Verfolgung durch die äthiopischen Behörden zu rechnen hätte. Das 
Asylgesuch sei demzufolge als zum Vornherein aussichtslos einzustufen, 
womit  die  Voraussetzungen  für  die  Erhebung  eines 
Gebührenvorschusses erfüllt seien.

B.c Mit Verfügung vom 23. August 2007 trat das BFM in Anwendung von 
Art. 17b Abs. 4 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) 
infolge Nichtbezahlens des einverlangten Gebührenvorschusses auf das 
zweite  Asylgesuch  der  Beschwerdeführerin  nicht  ein  und  ordnete  die 
Wegweisung und deren Vollzug an.

B.d  Mit  Beschwerde  vom  4. September  2007  an  das 
Bundesverwaltungsgericht  beantragte  die  Beschwerdeführerin  durch 
ihren  Rechtsvertreter  unter  Kosten­  und  Entschädigungsfolge  die 
Aufhebung der Verfügung vom 23. August 2007 und die Rückweisung der 
Sache  an  die  Vorinstanz  zur  materiellen  Prüfung  des  Asylgesuchs.  In 
prozessualer  Hinsicht  wurden  die  aufschiebende  Wirkung  der 
Beschwerde  sowie  die  unentgeltliche  Rechtspflege  beantragt.  Zur 
Stützung der Vorbringen reichte sie (…) zu den Akten. 

B.e  Mit  Zwischenverfügung  vom  7. September  2007  teilte  der 
Instruktionsrichter  der  für  die  Behandlung  des  Geschäfts  zuständigen 
Abteilung  IV  der  Beschwerdeführerin  mit,  der  Beschwerde  komme 
aufschiebende  Wirkung  zu,  auf  das  Erheben  eines  Kostenvorschusses 
werde verzichtet und über das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege zu 
einem späteren Zeitpunkt befunden.

B.f Das Bundesamt hielt  in  seiner Vernehmlassung vom 12. September 
2007  an  der  angefochtenen  Verfügung  fest  und  beantragte  die 
Abweisung  der  Beschwerde.  Zur  Begründung  führte  es  aus,  die 
Beschwerdeschrift  würde  keine  neuen  erheblichen  Tatsachen  oder 
Beweismittel  enthalten,  welche  eine  Änderung  seines  Standpunkts 
rechtfertigen könnten.

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B.g  Mit  Verfügung  vom  14. September  2007  wurde  der 
Beschwerdeführerin  die  Vernehmlassung  der  Vorinstanz  zur  Kenntnis 
gebracht.

B.h Mit Schreiben vom 27. September 2007 (Telefax­Empfang) ersuchte 
die Beschwerdeführerin  für den Fall, dass sie noch keine Einsicht  in die 
Akten  ihres  ersten  Asylverfahrens  erhalten  hätte,  um  diesbezügliche 
Akteneinsicht zwecks allfälliger Aktenergänzung. Dieses Schreiben wurde 
vom  Bundesverwaltungsgericht  am  10. Oktober  2007 
zuständigkeitshalber zur Beantwortung an das BFM weitergeleitet.

B.i Mit  Begleitnotiz  vom  28. September  2007  (Telefax­Empfang)  stellte 
die Beschwerdeführerin (…) in Aussicht und reichte dieses am 3. Oktober 
2007 in Kopie zu den Akten.

B.j  Mit  Urteil  vom  (…)  hiess  das  Bundesverwaltungsgericht  die 
Beschwerde  im  Sinne  der  Erwägungen  gut,  hob  die  Verfügungen  des 
BFM vom 23. August 2007 und vom 25. Juli 2007 auf und wies die Akten 
zur  Weiterführung  des  Asylverfahrens  an  das  BFM  zurück.  Zur 
Begründung  führte  es  im Wesentlichen  aus,  die Überprüfung  der Akten 
habe  ergeben,  dass  sich  die  Vorbringen  der  Beschwerdeführerin  zur 
Begründung  ihres zweitens Asylgesuchs entgegen den Erwägungen der 
Vorinstanz  in  der  Zwischenverfügung  vom  25. Juli  2007  nicht  als  von 
vornherein  aussichtslos  erweisen  würden.  Für  das 
Bundesverwaltungsgericht gelte aufgrund der eingereichten Beweismittel 
als  erstellt,  dass  die  Beschwerdeführerin  Mitglied  der  "Kinjit  Support 
group in Switzerland“ sowie der AES sei und an verschiedenen Aktionen 
in der Schweiz exilpolitisch in Erscheinung getreten sei. Insbesondere sei 
aufgrund  ihrer  konkreten,  regierungskritischen  Aktivitäten  (…)  nicht 
gänzlich  auszuschliessen,  dass  die  Beschwerdeführerin  bei  einer 
zwangsweisen  Rückführung  nach  Äthiopien  Gefahr  laufen  könnte, 
asylrelevanten  Verfolgungsmassnahmen  durch  die  äthiopischen 
Sicherheitsbehörden ausgesetzt  zu werden,  zumal gemäss dem von  ihr 
eingereichten  Rundschreiben  der  äthiopischen  "Direktion  für 
Angelegenheiten von im Ausland  lebenden Äthiopiern" das Personal der 
Auslandvertretungen  angewiesen  würde,  Berichte  über  politisch  aktive 
Landsleute  zu  erstellen;  aus  dem  bei  der  Vorinstanz  eingereichten 
Schreiben  der  Kinjit  sei  sodann  zu  schliessen,  dass  deren 
Veranstaltungen  in  der  Schweiz  durch  Vertreter  der  äthiopischen 
Regierung observiert würden. Schliesslich fänden sich in den Akten keine 
Hinweise  dafür,  dass  sich  der  Rechtsvertreter  der  Beschwerdeführerin 

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dahingehend  geäussert  habe,  dass  diese  nicht  ein  als  hoch 
einzuschätzendes politisches Profil besitze. Vielmehr ginge aus dem von 
ihr eingereichten Schreiben der AES hervor, dass es sich bei  ihr um ein 
aktives Mitglied der Gemeinschaft handle, welches der Organisation und 
der  Gestaltung  von  Kundgebungen  gegen  das  Regime  von 
Premierminister Meles  Zenawi  viel  Zeit  und  Energie widme.  Angesichts 
dieser Sachlage sei festzustellen, dass die Vorinstanz die Vorbringen der 
Beschwerdeführerin  zu  Unrecht  als  von  vornherein  aussichtslos 
qualifiziert habe. Da zudem aufgrund der Aktenlage von der prozessualen 
Mittellosigkeit  der  Beschwerdeführerin  auszugehen  gewesen  sei,  seien 
die Voraussetzungen von Art. 17b Abs. 3 Bst. a AsylG für einen Verzicht 
auf einen Gebührenvorschuss erfüllt gewesen; die Vorinstanz sei folglich 
verpflichtet gewesen, auf einen solchen zu verzichten und habe diesen zu 
Unrecht erlassen.

C. 
Aufgrund  des  Urteils  vom  11.  Dezember  2007  wurde  die 
Beschwerdeführerin am 5. Februar 2008 durch ein Frauenteam des BFM 
angehört.  Dabei  erhielt  sie  Gelegenheit,  ihr  zweites  Asylgesuch  noch 
einmal zu begründen. Sie machte im Wesentlichen dieselben Vorbringen 
wie  in  ihrer  diesbezüglichen  schriftlichen  Eingabe  vom  21. Juli  2007 
geltend.  So  habe  sie  bereits  seit  dem  Jahr  2004  an  regimekritischen 
Demonstrationen der AES in der Schweiz teilgenommen. In der Folge sei 
sie  bei  der  Gründung  der  Kinjit  am  (…)  anwesend  gewesen  und 
umgehend  Mitglied  dieser  Organisation  geworden.  Wegen  ihrer  darauf 
folgenden  zahlreichen Aktivitäten  für  die  Kinjit  wäre  ihr  Leben  bei  einer 
Rückkehr  in den Heimatstaat  gefährdet.  Zudem  reichte  sie eine weitere 
Kopie  des  Rundschreibens  der  äthiopischen  "Direktion  für 
Angelegenheiten  von  im  Ausland  lebenden  Äthiopiern"  an  die 
Auslandvertretungen  vom  31. Juli  2006  (vgl.  Bst. B.a  am  Ende)  zu  den 
Akten, mit welchem die Konsulate  angewiesen würden,  die Namen  von 
exilpolitisch tätigen Personen weiterzuleiten.

D. 
Mit  Verfügung  vom  22. Februar  2008  –  eröffnet  am  26. Februar  2008 – 
stellte  das  Bundesamt  fest,  die  Beschwerdeführerin  erfülle  die 
Flüchtlingseigenschaft nicht, und  lehnte das Asylgesuch ab. Gleichzeitig 
verfügte  es  die  Wegweisung  der  Beschwerdeführerin  aus  der  Schweiz 
und ordnete den Vollzug an. Zur Deckung der Verfahrenskosten erhob es 
eine  Gebühr  in  der  Höhe  von  Fr. 1200.–.  Zur  Begründung  führte  die 
Vorinstanz  im Wesentlichen  aus,  die  geltend  gemachten  exilpolitischen 

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Aktivitäten  genügten  den  Anforderungen  an  die  Flüchtlingseigenschaft 
nicht.  So  sei  es  der  Beschwerdeführerin  im  Rahmen  ihres  ersten 
Asylverfahrens nicht gelungen, eine politisch motivierte Verfolgung durch 
die  äthiopischen  Behörden  glaubhaft  zu  machen.  Somit  bestünde  kein 
Anlass zur Annahme, dass sie vor dem Verlassen ihres Heimatstaats als 
regimefeindliche Person ins Blickfeld der äthiopischen Behörden geraten 
oder  in  irgendeiner  Form  als  Regimegegnerin  oder  politische  Aktivistin 
registriert  worden  sei.  Demzufolge  sei  auch  nicht  davon  auszugehen, 
dass sie nach ihrer Ankunft in der Schweiz unter spezieller Beobachtung 
seitens der äthiopischen Behörden gestanden sei. Sodann könnten den 
Akten keine Hinweise darauf entnommen werden, dass die äthiopischen 
Behörden  von  ihrer  Mitgliedschaft  bei  der  Kinjit  und  den  Aktivitäten 
überhaupt  Kenntnis  genommen  oder  gar  gestützt  darauf  irgendwelche 
Massnahmen zum Nachteil ihrer Person eingeleitet hätten. Zwar habe sie 
sich, wie  viele  ihrer  Landsleute,  erwiesenermassen exilpolitisch betätigt. 
Die  von  ihr  eingereichten  Beweisunterlagen  –  wie  auch  zahlreiche 
weitere, ähnlich dokumentierte Eingaben in anderen Verfahren – zeigten 
aber, dass allein in der Schweiz innert weniger Monate viele exilpolitische 
Anlässe  stattfänden,  von  denen  anschliessend  oftmals  gestellte 
Gruppenaufnahmen  von  nicht  selten  Hunderten  von  Teilnehmern  in 
einschlägigen  Medien  publiziert  würden.  Vor  diesem  Hintergrund 
erscheine unwahrscheinlich, dass die äthiopischen Behörden all diesen – 
oft  nur  schlecht  erkennbaren  –  Gesichtern  konkrete  Namen  zuordnen 
könnten.  Selbst  wenn  die  äthiopischen  Behörden  über  die  politischen 
Aktivitäten ihrer Staatsangehörigen im Ausland informiert wären, könnten 
sie  angesichts  der  hohen  Zahl  der  im  Ausland  lebenden  äthiopischen 
Staatsangehörigen  nicht  jede  einzelne  Person  überwachen  und 
identifizieren.  Zudem  dürfte  auch  den  äthiopischen  Behörden  bekannt 
sein, dass viele äthiopische Emigranten aus vorwiegend wirtschaftlichen 
Gründen versuchten, in Europa und speziell in der Schweiz vor oder nach 
Abschluss  ihres  Asylverfahrens  ein  dauerhaftes  Aufenthaltsrecht  zu 
erwirken,  indem  sie  regimekritischen  Aktivitäten  (Teilnahme  an 
Demonstrationen,  Veröffentlichung  von  entsprechendem  Bild­  und 
Textmaterial  usw.)  nachgingen.  Das  in  Kopie  zu  den  Akten  gereichte 
Rundschreiben  und  die  darin  in  Erinnerung  gerufenen,  bereits  früher 
erlassenen Richtlinien seien dem BFM bekannt, zumal diese Dokumente 
bereits  auf  einschlägigen  Seiten  im  Internet  auffindbar  seien.  Die 
"Direktion für Angelegenheiten von im Ausland lebenden Äthiopiern" habe 
nach  allgemein  zugänglichen  Informationen  im  Wesentlichen  die 
Aufgabe,  für  eine  bessere  Vernetzung  der  etwa  eine Million Menschen 
zählenden  äthiopischen  Diaspora  mit  dem  Heimatland  zu  sorgen.  Das 

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erwähnte  Rundschreiben  und  die  Richtlinien  bezweckten  offensichtlich, 
die Loyalität und das Wählerpotenzial der im Ausland lebenden Äthiopier 
zugunsten  der  Regierung  in  der  Heimat  zu  fördern  und  bestimmte 
Mitglieder  der  Exilopposition  unter  Anklage  zu  stellen.  Deshalb  würden 
die  Auslandvertretungen  angewiesen,  extremistisch  tätige  Führer  und 
Aktivisten  oppositioneller  Parteien  der  Zentrale  zu  melden.  Im 
Rundschreiben  und  den  darin  erwähnten  Richtlinien  würden  die 
Auslandvertretungen  jedoch  nicht  dazu  aufgerufen,  systematisch  gegen 
die  grosse  Masse  von  exilpolitisch  aktiven  Personen  vorzugehen  und 
entsprechende  Informationen  zu  sammeln.  In  den  Richtlinien  würde 
nämlich  sehr  wohl  differenziert:  Danach  bestände  die  eine Gruppe  aus 
Personen, die ohne jede Toleranz eine Hasspolitik betreiben würden. Die 
zweite  Gruppe  bestände  aus  gemässigten  Personen,  mit  denen  der 
Dialog  zu  suchen  sei.  Die  äthiopischen  Behörden  hätten  nur  dann  ein 
Interesse an der Identifizierung einer Person, wenn deren Aktivitäten als 
konkrete Bedrohung  für  das  politische System wahrgenommen würden. 
Vorliegend  beständen  keine  Anhaltspunkte  für  die  Annahme,  dass  sich 
die Beschwerdeführerin in dieser besonderen Art und Weise betätigt und 
exponiert  hätte.  Sie  gehöre  mit  Sicherheit  nicht  zur  Zielgruppe  des 
"harten Kerns" von aktiven oppositionellen Äthiopiern im Ausland, für die 
sich  die  äthiopischen  Behörden  gemäss  den  erwähnten  Dokumenten 
interessierten. Der Vollzug  der Wegweisung  sei  zulässig,  zumutbar  und 
möglich.  Insbesondere  verfüge  sie  in Äthiopien über ein  familiäres Netz 
und sei es  ihr zuzumuten, die Verbindung zu  ihren dortigen Verwandten 
wieder  aufzunehmen.  Zudem  verhinderten  die  äthiopischen  Clan­
Strukturen, dass sie in eine existenzielle Notlage geraten würde.

E. 
Mit Eingabe vom 26. März 2008  (Datum des Poststempels und Telefax­
Empfang)  an  das  Bundesverwaltungsgericht  beantragte  die 
Beschwerdeführerin durch ihren damaligen Rechtsvertreter unter Kosten­ 
und  Entschädigungsfolge,  es  sei  die  angefochtene  Verfügung 
aufzuheben und festzustellen, dass sie die Flüchtlingseigenschaft erfülle, 
unter  Anordnung  der  gesetzlichen  Folgen  betreffend 
Aufenthaltsbewilligung.  In  prozessualer  Hinsicht  wurde  die  Gewährung 
der  unentgeltlichen  Rechtspflege  im  Sinne  von  Art. 65  Abs. 1  des 
Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das 
Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021)  beantragt.  Auf  die 
Begründung sowie auf den Inhalt der weiteren im Verlauf des Verfahrens 
eingereichten Eingaben und Beweismittel wird, soweit  für den Entscheid 
wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

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F. 
Mit  Instruktionsverfügung  vom  27. März  2008  bestätigte  das 
Bundesverwaltungsgericht  den  Eingang  der  Beschwerde  vom  26. März 
2008.

G. 
Mit Telefax­Eingabe vom 28. März 2008 ersuchte die Beschwerdeführerin 
um  die  von  ihr  bisher  unterlassene  Einsicht  in  die  Akten  des  BFM. Mit 
einer  weiteren  Telefax­Eingabe  vom  1. April  2008  stellte  sie  die 
Einreichung weiterer Beweismittel in Aussicht.

H. 
Mit  Zwischenverfügung  vom  2. April  2008  teilte  der  für  das  vorliegende 
Geschäft  erneut  zuständige  Instruktionsrichter  der  Abteilung  IV  des 
Bundesverwaltungsgerichts  der  Beschwerdeführerin  mit,  dass  sie  den 
Ausgang  des  Verfahrens  in  der  Schweiz  abwarten  könne.  Gleichzeitig 
wurde – unter Vorbehalt der Nachreichung einer Fürsorgebestätigung bis 
zum  10. April  2008  –  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses 
verzichtet  und  der  Entscheid  über  das  Gesuch  um  Erlass  allfälliger 
Verfahrenskosten  auf  einen  späteren  Zeitpunkt  verschoben.  Zudem 
wurde  ihr Einsicht  in die Akten des BFM gewährt und unter Hinweis auf 
Art. 32 Abs. 2 VwVG auf  die Einräumung einer Frist  zur Stellungnahme 
verzichtet.

I. 
Ebenfalls  am  2. April  2008  (Datum  des  Poststempels)  reichte  die 
Beschwerdeführerin (…) ein.

J. 
Mit  Telefax­Eingabe  vom  4. April  2008  hielt  die  Beschwerdeführerin  an 
ihren bisherigen Anträgen in der Hauptsache fest.

K. 
Am  11. April  2008  (Telefax­Empfang)  reichte  die  Beschwerdeführerin 
eine Fürsorgebestätigung vom 31. März 2008 zu den Akten.

L. 
Mit  Vernehmlassung  vom  22. April  2008  beantragte  das  BFM  die 
Abweisung  der  Beschwerde.  Zur  Begründung  führte  es  aus,  die 
Beschwerdeschrift  enthalte  keine  neuen  erheblichen  Tatsachen  oder 
Beweismittel, welche eine Änderung des Standpunkts  rechtfertigten. Die 
Beschwerdeführerin  habe  vorgebracht,  als Mitglied  eines  (…)  Komitees 

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am  (…)  eine  CUDP­Delegation  offiziell  in  der  Schweiz  empfangen  und 
damit erhöhte Publizität erfahren zu haben; deshalb sei sie dem mittleren 
und unteren Kader einer Exilorganisation zuzuordnen und habe bei einer 
Rückkehr  nach  Äthiopien  mit  erheblichen  Nachteilen  zu  rechnen. 
Diesbezüglich  habe  die  Beschwerdeführerin  aber  anlässlich  der  vom 
BFM am 5. Februar 2008 durchgeführten Anhörung erklärt,  sie habe an 
jenem Tag bloss für die ehemals inhaftierten Mitglieder der Kinjit und die 
übrigen  Anwesenden  gekocht;  eine  Teilnahme  als  Mitglied  eines 
offiziellen  Empfangskomitees  habe  sie  mit  keinem  Wort  erwähnt.  Ihr 
nunmehriger  Einwand,  aus  Schüchternheit  und  übertriebener  Demut 
bezüglich  ihrer  Stellung  und  Funktion  in  der  Kinjit  weit  untertrieben  zu 
haben,  vermöchte  in  Würdigung  der  Aktenlage  nicht  zu  überzeugen. 
Sodann  sei  auf  den  diesbezüglich  zu  den  Akten  gereichten  Fotos  eine 
Vielzahl  von  Personen  zu  finden,  so  dass  die  Beschwerdeführerin 
lediglich  als  eine  von  vielen  Teilnehmenden  der  Manifestation 
wahrnehmbar  sei.  Mithin  sei  auch  zu  verneinen,  dass  ihr  deshalb 
Nachteile  seitens  der  heimatlichen  Behörden  entstehen  könnten.  Im 
Übrigen  wurde  auf  die  Erwägungen  in  der  angefochtenen  Verfügung 
verwiesen und daran vollumfänglich festgehalten.

M. 
Am 9. Mai 2008 (Telefax­Empfang) nahm die Beschwerdeführerin in ihrer 
Replik zum Inhalt der Vernehmlassung Stellung. Dabei hielt sie an  ihren 
Vorbringen  fest  und  bot  (…)  in  der  Schweiz  lebende  Personen  als 
Zeugen zur Anhörung an.

N. 
Am  23.  März  2010  teilte  die  Rechtsvertretung  –  neu  handelnd  durch 
Herrn Christian Hoffs – dem Bundesverwaltungsgericht mit, dass der bis 
anhin  das  Asyl­Dossier  der  Beschwerdeführerin  betreuende Mitarbeiter, 
B.______, nicht mehr beim HEKS tätig sei.

II.

O. 
Mit zwischenzeitlich gestelltem Antrag vom 25. November 2009 hatte das 
Ausländeramt C._______  das  BFM  um Zustimmung  zur  Erteilung  einer 
Aufenthaltsbewilligung  zugunsten  der  Beschwerdeführerin  wegen 

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Vorliegens  eines  schwerwiegenden  persönlichen  Härtefalls  gemäss 
Art.14 Abs. 2 AsylG ersucht.

P. 
In  der  Folge  verweigerte  das BFM mit  Verfügung  vom 22. Januar  2010 
die Zustimmung zur Erteilung der beantragten Aufenthaltsbewilligung. 

Q. 
Mit  Eingabe  vom  24. Februar  2010  an  das  Bundesverwaltungsgericht 
beantragte daraufhin die Beschwerdeführerin durch ihre Rechtsvertreterin 
(D._______)  unter  Kosten­  und  Entschädigungsfolge,  es  sei  die 
Verfügung des BFM vom 22. Januar 2010 aufzuheben und festzustellen, 
dass  ein  schwerwiegender  persönlicher Härtefall  gemäss Art. 14  Abs. 2 
AsylG  vorliege;  es  sei  das  BFM  anzuweisen,  die  Zustimmung  zur 
Erteilung der Aufenthaltsbewilligung zu erteilen.  In prozessualer Hinsicht 
wurde  die  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  im  Sinne  von 
Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG beantragt.

R. 
Mit Zwischenverfügung vom 5. Mai 2010 wies die mit dem Fall betraute 
Instruktionsrichterin der für dieses Geschäft zuständigen Abteilung III (…) 
das  Gesuch  um  Gewährung  der  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG ab und setzte der 
Beschwerdeführerin Frist zur Leistung eines Kostenvorschusses, welcher 
in der Folge fristgerecht bezahlt wurde.

S. 
Mit  Vernehmlassung  vom  14. Juni  2010  beantragte  das  BFM  die 
Abweisung der Beschwerde.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 
1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  VwVG.  Das  BFM  gehört  zu  den 
Behörden  nach  Art. 33  VGG  und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des 
Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme 
im  Sinne  von  Art. 32  VGG  liegt  nicht  vor.  Die  Abteilung  IV  des 
Bundesverwaltungsgerichts  ist  in  casu  zuständig  für  die Beurteilung der 

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Beschwerde  betreffend  die  Fragen  der  Flüchtlingseigenschaft,  der 
Wegweisung  und  des  Vollzugs  derselben;  der  Entscheid  ergeht 
diesbezüglich  endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines 
Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die 
beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d 
Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG, 
SR 173.110]).

1.2.  Die  bisherigen  Bestimmungen  betreffend  vorläufige  Aufnahme 
infolge  einer  schwerwiegenden  persönlichen  Notlage  (Art. 14a 
Abs. 4bis ANAG  [BS 1121]  i.V.m. Art. 44 Abs. 3­5 AsylG) wurden mit 
der Änderung des Asylgesetzes vom 16. Dezember 2005 aufgehoben. 
Gleichzeitig mit der Aufhebung der genannten Bestimmungen  trat auf 
den  1. Januar  2007  eine  neue  Härtefallregelung  in  Kraft.  Gemäss 
Art. 14  Abs. 2  AsylG  haben  neu  die  Kantone  die  Möglichkeit,  bei 
"Vorliegen  eines  schwerwiegenden  persönlichen  Härtefalles"  unter 
bestimmten weiteren Voraussetzungen eine Aufenthaltsbewilligung zu 
erteilen.  In  casu  hat  der  Kanton  C._______  das  BFM  erfolglos  um 
Zustimmung  zur  Erteilung  einer  solchen  Aufenthaltsbewilligung 
ersucht.  Das  diesbezügliche  Beschwerdeverfahren  ist  bei  der 
zuständigen  Abteilung  III  des  Bundesverwaltungsgerichts  unter  der 
Verfahrensnummer (…) noch hängig (vgl. Sachverhalt Ziff. II, Bst. O­S) 
und  bildet  nicht  Gegenstand  des  vorliegenden,  die 
Flüchtlingseigenschaft  sowie  die  Wegweisung  und  deren  Vollzug 
beschlagenden  Verfahrens.  Mithin  ist  darüber  im  vorliegenden 
Beschwerdeverfahren nicht zu befinden.

2. 
2.1. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

2.2.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht;  die 
Beschwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, 
ist  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt,  hat  ein 
schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung  und  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert 
(Art. 108 AsylG sowie Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 
1 und Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

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3. 
Das  erste  Asylgesuch  der  Beschwerdeführerin  wurde  durch  das 
Bundesamt mit Verfügung vom (…) abgelehnt, wobei zur Begründung im 
Wesentlichen ausgeführt wurde, die Verfolgungsvorbringen genügten den 
Anforderungen an die Glaubhaftigkeit nicht. Diese Verfügung wurde nicht 
angefochten  (vgl.  Sachverhalt  Bst. A).  Demzufolge  ist  nicht  davon 
auszugehen,  dass  die  Beschwerdeführerin  vor  ihrer  Ausreise  aus 
Äthiopien  im  Visier  der  heimatlichen  Behörden  stand  oder  gar  als 
Regimegegnerin  oder  politische  Aktivistin  in  einer  einschlägigen 
Datenbank  registriert  war.  Dass  sie  nach  der  Ablehnung  ihres  ersten 
Asylgesuchs  in  ihren  Heimatstaat  zurückgekehrt  wäre,  ist  weder  den 
Akten zu entnehmen noch wurde dies im Rahmen ihres erneuten Antrags 
auf  Anerkennung  als  Flüchtling  vom  21. Juli  2007  vorgebracht.  Zur 
Begründung  dieses  Antrags  machte  sie  einzig  geltend,  sie  befürchte, 
wegen  ihrer  exilpolitischen  Aktivitäten  in  der  Schweiz  von  den 
heimatlichen Behörden verfolgt zu werden (vgl. Sachverhalt Bst. B). 

4. 
4.1.  Für  die  Beurteilung  der  Flüchtlingseigenschaft  ist  nicht  nur  der 
Zeitpunkt der Ausreise aus dem Heimatstaat, sondern auch die Situation 
zum Zeitpunkt des Asylentscheids massgebend (vgl. BVGE 2008/4 E. 5.4 
S. 38;  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen 
Asylrekurskommission  [EMARK]  2005  Nr. 18).  Wer  sich  darauf  beruft, 
dass  durch  sein  Verhalten  nach  der  Ausreise  aus  dem  Heimat­  oder 
Herkunftsstaat  –  insbesondere  durch  politische  Exilaktivitäten  –  eine 
Gefährdungssituation  erst  geschaffen  worden  ist,  sich  somit  auf  das 
Vorliegen  subjektiver  Nachfluchtgründe  (Art.  54  AsylG)  beruft,  hat 
begründeten  Anlass  zur  Furcht  vor  künftiger  Verfolgung,  wenn  der 
Heimat­  oder Herkunftsstaat mit  erheblicher Wahrscheinlichkeit  von den 
Aktivitäten  im  Ausland  erfahren  hat  und  die  Person  deshalb  bei  einer 
Rückkehr  in  flüchtlingsrechtlich  relevanter  Weise  verfolgt  würde  (vgl. 
BVGE 2009/29 E. 5.1 S. 376 f., EMARK 2006 Nr. 1 E. 6.1 S. 10, UNHCR, 
Handbuch  über  Verfahren  und  Kriterien  zur  Feststellung  der 
Flüchtlingseigenschaft,  Genf  1993).  Subjektive  Nachfluchtgründe 
begründen  zwar  die  Flüchtlingseigenschaft  im  Sinne  von  Art. 3  AsylG, 
führen  jedoch  gemäss  Art. 54  AsylG  zum  Ausschluss  des  Asyls, 
unabhängig  davon,  ob  sie  missbräuchlich  oder  nicht  missbräuchlich 
gesetzt  wurden.  Das  vom  Gesetzgeber  vorgesehene  Konzept,  wonach 
das  Vorliegen  von  subjektiven  Nachfluchtgründen  die  Gewährung  von 
Asyl  ausschliesst,  verbietet  auch  ein  Addieren  solcher  Gründe  mit 
Fluchtgründen,  welche  vor  der  Ausreise  aus  dem  Heimat­  oder 

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Herkunftsstaat entstanden sind und die für sich allein nicht zur Bejahung 
der  Flüchtlingseigenschaft  und  zur  Asylgewährung  ausreichen  (vgl. 
BVGE 2009/28 E. 7.1 S. 352).

4.2.  Exilpolitische  Aktivitäten  führen  grundsätzlich  nur  dann  zur 
Zuerkennung  der  Flüchtlingseigenschaft  aufgrund  von  subjektiven 
Nachfluchtgründen,  wenn  zumindest  glaubhaft  gemacht  wird,  dass  im 
Falle  einer  Rückkehr  in  den  Heimatstaat  infolge  dieser  Aktivitäten  mit 
überwiegender Wahrscheinlichkeit mit politischer Verfolgung zu  rechnen 
wäre.  Gemäss  den  Erkenntnissen  des  Bundesverwaltungsgerichts  (vgl. 
unter  anderem Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  D­3511/2008  vom 
24. Oktober  2008)  ist  davon  auszugehen,  dass  die  äthiopischen 
Sicherheitsbehörden  die  Aktivitäten  von  Exilgemeinschaften  in  einem 
gewissen Ausmass überwachen und mittels elektronischer Datenbanken 
registrieren.  Unter  diesen  Umständen  besteht  eine  hohe 
Wahrscheinlichkeit dafür, dass Aktivitäten von Personen, welche sich  im 
Ausland  für  die  CUDP/Kinjit  engagierten  oder  auch  nur  mit  ihr 
sympathisierten,  im  Falle  einer  Zwangsrückschaffung  dem  äthiopischen 
Sicherheitsdienst  spätestens  am  Flughafen  bekannt  würden.  Es  dürfte 
davon  auszugehen  sein,  dass  die  äthiopischen  Sicherheitsorgane  eine 
zwangsweise  aus  dem  Ausland  zurückgeführte  Person,  die  Anhänger 
oder Mitglied der Ausland­Organisation der CUDP/Kinjit war, nach wie vor 
als zu verfolgenden Gegner der Regierung ansehen würden, solange von 
dieser  Person  vor  ihrer  Ausreise  aus  dem  jeweiligen  Gastland  kein 
eindeutiges  Bekenntnis  zur  verfassungsmässigen  Ordnung  Äthiopiens 
und eine klare Abkehr von der bisherigen Politik der CUDP/Kinjit vorliegt. 
Angesichts  der  2007  in  Äthiopien  erfolgten  Amnestie  von  einigen 
Mitgliedern  der CUDP/Kinjit  und  der  nicht  unerschöpflichen Ressourcen 
des  äthiopischen  Nachrichtendienstes  mag  sich  die  Frage  nach  der 
aktuellen  Überwachungsdichte  in  der  Schweiz  stellen,  welche  indessen 
im vorliegenden Fall offenbleiben kann. Von Bedeutung ist vorliegend die 
tatsächliche  Erkennbarkeit  der  behaupteten  exilpolitischen  Tätigkeit,  die 
Individualisierbarkeit  der  Beschwerdeführerin  sowie  deren  konkrete 
exilpolitische Tätigkeiten.

4.3.  Das  Bundesverwaltungsgericht  schloss  in  seinem  Urteil  vom  (…) 
gestützt  auf  die  damalige  Aktenlage  nicht  gänzlich  aus,  dass  die 
Beschwerdeführerin bei einer zwangsweisen Rückführung nach Äthiopien 
Gefahr laufen könnte, asylrelevanten Verfolgungsmassnahmen durch die 
äthiopischen Sicherheitsbehörden ausgesetzt zu werden, zumal gemäss 
dem von ihr eingereichten Rundschreiben der äthiopischen "Direktion für 

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Angelegenheiten von im Ausland  lebenden Äthiopiern" das Personal der 
Auslandvertretungen  angewiesen  würde,  Berichte  über  politisch  aktive 
Landsleute  zu  erstellen;  zudem  sei  aus  dem  bei  der  Vorinstanz 
eingereichten  Schreiben  der  Kinjit  zu  schliessen,  dass  deren 
Veranstaltungen  in  der  Schweiz  durch  Vertreter  der  äthiopischen 
Regierung  observiert  würden;  auch  ginge  aus  dem  von  der 
Beschwerdeführerin  eingereichten  Schreiben  der  AES  hervor,  dass  es 
sich bei ihr um ein aktives Mitglied der Gemeinschaft handle, welches der 
Organisation und der Gestaltung von Kundgebungen gegen das Regime 
von  Premierminister  Meles  Zenawi  viel  Zeit  und  Energie  widme  (vgl. 
Sachverhalt Bst. B.j).

4.4.  Demgegenüber  ist  gestützt  auf  die  gegenwärtige  Aktenlage  das 
Bestehen  von  Anhaltspunkten  –  nicht  lediglich  abstrakten  oder  rein 
theoretischen  Möglichkeiten  –  dafür,  dass  die  Beschwerdeführerin 
tatsächlich  das  Interesse  der  äthiopischen  Behörden  auf  sich  zog 
beziehungsweise  als  regimefeindliches  Element  namentlich  identifiziert 
und  registriert  wurde,  zu  verneinen.  In  diesem  Zusammenhang  ist 
festzuhalten, dass bei behaupteten subjektiven Nachfluchtgründen in der 
Regel ein strikter Beweis möglich und deshalb auch erforderlich  ist  (vgl. 
WALTER  STÖCKLI,  Asyl,  in:  Uebersax/Rudin/Hugi/Yar/Geiser  [Hrsg.], 
Ausländerrecht,  2. Aufl.,  Basel  2009,  Rz.  11.148).  Die  äthiopischen 
Behörden  bekunden  nur  dann  ein  Interesse  an  der  Identifizierung  einer 
Person, wenn deren Aktivitäten als konkrete Bedrohung für das politische 
System  wahrgenommen  werden.  Für  die  Annahme,  die 
Beschwerdeführerin  habe  sich  in  dieser  besonderen  Art  und  Weise 
betätigt,  bestehen  vorliegend  keine  Anhaltspunkte.  Sie  gehört  mit 
überwiegender  Wahrscheinlichkeit  nicht  zur  Zielgruppe  des  "harten 
Kerns" von aktiven oppositionellen Äthiopiern im Ausland, für die sich die 
äthiopischen  Behörden  interessieren.  So  lassen  die  Aussagen  der 
Beschwerdeführerin  anlässlich  der  Anhörung  vom  5. Februar  2008  im 
Zusammenhang mit  ihren exilpoltischen Aktivitäten im Rahmen der Kinjit 
entgegen  den  Ausführungen  in  der  Rechtsmitteleingabe  nicht  darauf 
schliessen,  dass  ihr  in  der  Exilopposition  eine  höhere  Führungsfunktion 
zukommt.  Auf  die  Frage,  ob  sie  in  der  Kinjit  eine  spezielle  Funktion 
ausübe,  antwortete  sie,  sie  habe  im  Kanton  C._______  Flugblätter 
verteilt,  an  verschiedenen  Veranstaltungen  gekocht  und  "Frauen 
organisiert",  indem  sie  diese  über  bevorstehende  Sitzungen  und 
Demonstrationen  informiert  und  dabei  auch  versucht  habe, 
beispielsweise  darüber  zu  sprechen,  wer  was  mache.  An  dieser 
Einschätzung  vermögen  die  im  Rahmen  des  Beschwerdeverfahrens 

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erhobenen  Einwendungen  und  eingereichten  Unterlagen  nichts  zu 
ändern.  So  ist  die  Beschwerdeführerin  auf  den  im  Zusammenhang  mit 
dem  Empfang  einer  CUPD­Delegation  vom  (…)  in  der  Schweiz 
eingereichten  Fotos  als  eine  von  vielen  anwesenden  Personen 
abgebildet, ohne dass sie darauf auffällt oder daraus geschlossen werden 
könnte,  ihr  käme  in  der  Exilopposition  eine  herausragende Stellung  zu, 
wobei  diesbezüglich  auch  auf  die  Ausführungen  der  Vorinstanz  in  der 
Vernehmlassung  vom  22. August  2008  zu  verweisen  ist,  welche  sich 
nach einer Überprüfung als zutreffend erweisen (vgl. Sachverhalt Bst. L). 
Dasselbe gilt  für die bereits  im vorinstanzlichen Verfahren eingereichten 
Fotos von exiläthiopischen Veranstaltungen. Was die übrigen im Rahmen 
des  Beschwerdeverfahren  eingereichten  Beweismittel  anbelangt  (…), 
haben  diese  Unterlagen  keinen  konkreten  Bezug  zu  den  von  der 
Beschwerdeführerin  individuell  geltend  gemachten  exilpolitischen 
Aktivitäten,  weshalb  sie  daraus  nicht  zu  ihren  Gunsten  abzuleiten 
vermag.  Sodann  führte  die  Beschwerdeführerin  im  Zusammenhang  mit 
der AES anlässlich der Anhörung vom 5. Februar 2008 aus, sie habe ihre 
Aktivitäten  für diesen Verein  im Jahr 2004 begonnen; dieser organisiere 
Veranstaltungen  und  widme  sich  sozialen  Problemen  von  Äthiopiern  in 
ihrem  Heimatstaat,  sei  jedoch  –  obwohl  sie  auch  Demonstrationen 
organisiere  –  im Gegensatz  zur  Kinjit  keine  politische Organisation;  sie 
habe sich damals keine Gedanken darüber gemacht, dass ihr deswegen 
bei einer Rückkehr in ihren Heimatstaat Probleme entstehen könnten; ihr 
erneutes  Gesuch  um  Anerkennung  als  Flüchtling  habe  sie  erst  im  Juli 
2007  gestellt,  als  sie  –  nach  ihrem  Beitritt  zur  Kinjit  im  Januar  2006 – 
erfahren  habe,  dass  man  als  exilpolitisch  aktive  Person  bei  einer 
Rückkehr  nach  Äthiopien  gefährdet  sei.  Nach  den  Erkenntnissen  der 
schweizerischen  Asylbehörden  führt  die  blosse  Mitgliedschaft  in  der 
Vereinigung  AES  mit  Sitz  in  Genf  zu  keiner  Verfolgung  durch  die 
äthiopischen Behörden,  da  sich  diese Organisation  vorwiegend  kulturell 
betätigt und sich selbst als politisch unabhängig bezeichnet, weshalb es 
sich  dabei  nicht  um  eine  eigentliche  exilpolitische  Oppositionspartei 
handelt. Sodann  lassen die Ausführungen der Beschwerdeführerin nicht 
den Schluss zu, dass  ihre übrigen konkreten Aktivitäten  im Rahmen der 
äthiopischen Diaspora  in  der  Schweiz  aufgrund  ihrer  Art  und Weise  im 
Falle  einer  Überwachung  durch  die  Behörden  ihres  Heimatstaates  ein 
Verfolgungsinteresse  an  ihr  geweckt  haben  dürften.  Auch  stützt  die 
Beschwerdeführerin  die  Antwort  auf  die  Frage,  ob  die  äthiopischen 
Behörden Kenntnis von ihren exilpolitischen Aktivitäten hätten, auf blosse 
Mutmassungen,  indem  sie  diesbezüglich  zu  Protokoll  gab,  es  könnte 
sein,  dass  ihr  Foto  im  Internet  gesehen  worden  sei  und  sie  davon 

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wüssten. Daran vermag  ihr  im selben Zusammenhang erfolgter Verweis 
auf  das Rundschreiben  der  äthiopischen  "Direktion  für Angelegenheiten 
von  im  Ausland  lebenden  Äthiopiern"  an  die  Auslandvertretungen  vom 
31. Juli  2006  nichts  zu  ändern  (vgl.  a.a.O.),  zumal  sie  aufgrund  der Art 
und  des  Inhalts  ihrer  exilpolitischen  Tätigkeiten  kaum  unter  den  von 
diesem Dokument betroffenen Personenkreis fallen dürfte. Diesbezüglich 
ist  auch  auf  die  Erwägungen  in  der  angefochtenen  Verfügung  zu 
verweisen, welche sich nach einer Überprüfung der Akten als zutreffend 
erweisen  (vgl.  Sachverhalt  Bst. D).  Ihre  Befürchtungen,  wegen  ihrer 
vorgebrachten Aktivitäten  in  der Schweiz  auf  einer  schwarzen  Liste  der 
Äthiopischen Vertretung in Genf verzeichnet zu sein beziehungsweise bei 
einer  Rückkehr  in  ihren  Heimatstaat  flüchtlingsrechtlich  relevante 
Verfolgung gewärtigen zu müssen  (…)  finden mithin  in den Akten keine 
Bestätigung.

4.5.  Insgesamt  erscheint  es  angesichts  der  Art  des  Engagements  der 
Beschwerdeführerin – selbst unter der Annahme der möglichen und  tat­
sächlichen  Identifikation  und  allfälligen  Registrierung  –  als 
unwahrscheinlich, dass sie deswegen bei einer Rückkehr nach Äthiopien 
zum  jetzigen  Zeitpunkt  eine  flüchtlingsrechtlich  relevante  Verfolgung  zu 
gewärtigen  hätte.  Sie  hat  bei  keiner  Organisation,  deren  Mitglied  sie 
geworden  ist, eine herausragende Führungsposition  inne und übernahm 
keine  besonders  wichtigen  Aufgaben.  Ihr  exilpolitisches  Engagement  in 
der  Schweiz  lässt  sie  somit  nicht  als  besonders  exponierte  oder  gar 
staatsgefährdende  exilpolitische  Aktivistin  erscheinen.  Die 
Beschwerdeführerin  erfüllt  damit  nicht  das  Profil  einer  Person,  welche 
dem äthiopischen Regime durch ihre (exil)politische Tätigkeit ernsthaften 
Schaden  zufügen  könnte.  Demnach  ist  die  Flüchtlingseigenschaft  der 
Beschwerdeführerin mangels subjektiver Nachfluchtgründe zu verneinen.

4.6.  Die  geltend  gemachten  subjektiven  Nachfluchtgründe  sind  somit 
nicht  geeignet,  eine  flüchtlingsrechtlich  relevante  Verfolgungsfurcht  zu 
begründen,  weshalb  die  Beschwerdeführerin  nicht  als  Flüchtling  zu 
anerkennen ist. Unter diesen Umständen kann darauf verzichtet werden, 
die  beiden  im  Schreiben  vom  9. Mai  2008  erwähnten  Personen  als 
Zeugen  betreffend  die  Prominenz  und  Auffälligkeit  der 
Beschwerdeführerin  zu  befragen.  Deshalb  wird  der  entsprechende 
Beweisantrag abgelehnt.

4.7.  Unter  Berücksichtigung  der  gesamten  Umstände  folgt,  dass  keine 
subjektiven Nachfluchtgründe im Sinne von Art. 54 AsylG vorliegen, wes­

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halb  die  Vorinstanz  zu  Recht  die  Flüchtlingseigenschaft  der 
Beschwerdeführerin verneint hat.

5. 
5.1. Lehnt  das Bundesamt  das Asylgesuch  ab  oder  tritt  es  darauf  nicht 
ein,  so  verfügt  es  in  der  Regel  die Wegweisung  aus  der  Schweiz  und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit 
der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

5.2. Die Beschwerdeführerin verfügt weder über eine fremdenpolizeiliche 
Aufenthaltsbewilligung noch einen Anspruch auf Erteilung einer solchen: 
Im Asyl­  und Wegweisungsverfahren  ist  die Wegweisung  dann  nicht  zu 
verfügen,  wenn  ein  grundsätzlicher  Anspruch  auf  Erteilung  einer 
Aufenthaltsbewilligung besteht (vgl. EMARK 2006 Nr. 23 E. 3.2 S. 231f., 
EMARK 2001 Nr. 21 E. 9 S. 176f.). Dies ist  in casu nicht der Fall, da es 
beim  sogenannten  Härtefallverfahren  um  die  allfällige  Erteilung  einer 
Ermessensbewilligung  geht  (vgl.  vorstehend  E.  1.2.).  Schliesslich  fällt 
vorliegend  auch  Art.  8  der  Konvention  vom  4.  November  1950  zum 
Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) als 
Anspruchsgrundlage  ausser  Betracht.  Mithin  wurde  die  Wegweisung 
nach  dem  Gesagten  zu  Recht  angeordnet  (Art. 44  Abs.  1  AsylG;  vgl. 
BVGE 2009/50 E. 9 S. 733 mit weiteren Hinweisen).

6. 
6.1.  Ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar 
oder  nicht  möglich,  so  regelt  das  Bundesamt  das 
Anwesenheitsverhältnis  nach  den  gesetzlichen  Bestimmungen  über 
die vorläufige Aufnahme von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 
Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom  16.  Dezember  2005  über  die 
Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]).

6.2.  Der  Vollzug  ist  nicht  zulässig,  wenn  völkerrechtliche 
Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin  oder 
des  Ausländers  in  den  Heimat­,  Herkunfts­  oder  in  einen  Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG).

6.2.1. So  darf  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein 
Land gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit 
aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet  ist oder  in dem 
sie  Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu 
werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG).

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Gemäss  Art.  25  Abs.  3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  vom  18.  April  1999  (BV,  SR  101),  Art.  3  des 
Übereinkommens  vom  10.  Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere 
grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe 
(FoK,  SR  0.105)  und  der  Praxis  zu  Art.  3  EMRK  darf  niemand  der 
Folter  oder  unmenschlicher  oder  erniedrigender  Strafe  oder 
Behandlung unterworfen werden.

6.2.2. Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend 
darauf hin, dass der Grundsatz der Nichtrückschiebung nur Personen 
schützt,  die  die  Flüchtlingseigenschaft  erfüllen.  Da  es  der 
Beschwerdeführerin  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich  erhebliche 
Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen,  kann  das  in 
Art. 5  AsylG  verankerte  Prinzip  des  flüchtlingsrechtlichen  Non­
Refoulements  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  finden. 
Eine  Rückkehr  der  Beschwerdeführerin  in  ihren  Heimatstaat  ist 
demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.

6.2.3.  Sodann  ergeben  sich  weder  aus  den  Aussagen  der 
Beschwerdeführerin noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie 
für  den  Fall  einer  Ausschaffung  in  ihren  Heimatstaat  dort  mit 
beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  einer  nach  Art.  3  EMRK  oder  Art.  1 
FoK  verbotenen  Strafe  oder  Behandlung  ausgesetzt  wäre.  Gemäss 
Praxis  des  Europäischen  Gerichtshofes  für  Menschenrechte  (EGMR) 
sowie  jener  des  UN­Anti­Folterausschusses  müsste  die 
Beschwerdeführerin  eine  konkrete  Gefahr  ("real  risk")  nachweisen 
oder  glaubhaft  machen,  dass  ihr  im  Fall  einer  Rückschiebung  Folter 
oder  unmenschliche  Behandlung  drohen  würde  (vgl.  EGMR  [Grosse 
Kammer],  Saadi  gegen  Italien,  Urteil  vom  28.  Februar  2008, 
Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124­127, mit weiteren Hinweisen). Das 
ist  jedoch  vorliegend  nicht  der  Fall,  zumal  –  wie  oben  unter  Ziff. 5 
dargelegt  wurde  –  die  aufgrund  der  exilpolitischen  Tätigkeit  geltend 
gemachte  Gefährdungssituation  nicht  nachgewiesen  werden  konnte. 
An  dieser  Feststellung  vermögen  auch  die  Ausführungen  der 
Beschwerdeführerin zur allgemeinen Menschenrechtssituation in ihrem 
Heimatstaat  beziehungsweise  die  diesbezüglich  eingereichten 
Unterlagen nichts zu ändern.

6.2.4. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl  im 
Sinne der asyl­ als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.

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6.3. Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug  für Ausländerinnen 
und  Ausländer  unzumutbar  sein,  wenn  sie  im  Heimat­  oder 
Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg, 
allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. 
Wird  eine  konkrete Gefährdung  festgestellt,  ist  ­  unter  Vorbehalt  von 
Art.  83  Abs. 7  AuG  ­  die  vorläufige  Aufnahme  zu  gewähren  (vgl. 
Botschaft  zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer 
vom 8. März 2002, BBl 2002 3818).

6.3.1.  In  Äthiopien  herrscht  zurzeit  kein  Krieg,  kein  Bürgerkrieg  und 
keine Situation allgemeiner Gewalt, weshalb  in  konstanter Praxis  von 
der generellen Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs nach Äthiopien 
ausgegangen  werden  kann  (vgl.  Urteile  des 
Bundesverwaltungsgerichts  D­5015/2007  vom  23. Oktober  2009,  D­
4943/2006  vom  8. Juli  2008,  E­113/2008  vom  26. Mai  2008;  EMARK 
1998  Nr.  22).  Seit  der  Unterzeichnung  des  Friedensabkommens 
zwischen  Äthiopien  und  Eritrea  am  12. Dezember  2000  kontrollieren 
UNO­Soldaten  die  Grenze  zwischen  den  beiden  Ländern.  Zwar 
konnten diese ein sporadisches Wiederaufflackern des Grenzkonfliktes 
nicht  verhindern;  immerhin  scheinen  aber  sowohl  Äthiopien  als  auch 
Eritrea  den  Schiedsspruch  der  hierfür  eingesetzten  internationalen 
Kommission, welcher am 13. April 2002 ergangen ist, grundsätzlich zu 
akzeptieren,  und  ein  erneuter  offener  Ausbruch  des  Konflikts  konnte 
bis  heute  erfolgreich  verhindert  werden.  Trotz  Abzugs  der  UN­
Friedenstruppen  aus  Eritrea  im  März  2008  und  aus  Äthiopien  im 
August  2008  ist  zum  heutigen  Zeitpunkt  nicht  von  einem  offenen 
Konflikt  im Grenzgebiet zwischen Äthiopien und Eritrea und von einer 
rechtlich  relevanten  Verschlechterung  der  allgemeinen  Lage 
auszugehen.  Aufgrund  der  aktuellen  Situation  in  Äthiopien  kann  im 
Falle der Rückkehr der Beschwerdeführerin nicht von einer konkreten 
Gefährdung ihrerseits ausgegangen werden.

6.3.2.  Sodann  bestehen  auch  keine  anderen  Hinweise,  dass  die 
Beschwerdeführerin  bei  ihrer  Rückkehr  nach  Äthiopien  in  eine 
konkrete,  ihre  Existenz  bedrohende  Situation  geraten  könnte.  Wenn 
sich  auch  die  Lebensumstände  für  die  Bevölkerung  zum  Teil  prekär 
darstellen,  profitierte  die  urbane  Mittelschicht  doch  von  dem  in  den 
letzten Jahren zu verzeichnenden wirtschaftlichen Boom; Addis Abeba 
und  die  grösseren  Städte  bieten  zudem  bessere  Arbeits­  und 
Einkommensmöglichkeiten  als  kleinere  Städte  oder  ländliche 
Regionen. Die Beschwerdeführerin ist (…) Jahre alt, alleinstehend und 

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– soweit  aktenkundig  –  gesund,  verfügt  über  eine  (…)  Primar­  und 
Sekundarschulbildung,  stammt  aus  mittleren  wirtschaftlichen 
Verhältnissen  und  war  lange  Jahre  tätig.  Ihr  Einkommen  und  die 
finanzielle  Mithilfe  ihrer  E.______  ermöglichten  es,  die  mehrere 
Tausend US$ teure Reise in die Schweiz zu bezahlen. Zudem war sie 
in  der  Schweiz  vorübergehend  erwerbstätig.  Überdies  leben  neben 
ihrer E.______ in F.______ noch viele Verwandte  in G.______ selbst, 
sowie  in  H.  und  in  I.  In  Übereinstimmung  mit  der  Auffassung  der 
Vorinstanz  ist es der Beschwerdeführerin daher  zuzumuten, bei einer 
Rückkehr  nach  Äthiopien  den  Kontakt  mit  ihren  Verwandten  wieder 
aufzunehmen,  wobei  ihr  die  vorhandenen  Clan­Strukturen  ihrer 
Reintegration im Heimatstaat förderlich sein werden.

6.3.3. Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung in 
Würdigung der gesamten Umstände auch als zumutbar.

6.4.  Schliesslich  obliegt  es  der  Beschwerdeführerin,  sich  bei  der 
zuständigen  Vertretung  ihres  Heimatstaates  die  für  eine  Rückkehr 
notwendigen Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG; BVGE 
2008/34 E. 12 S. 513 ff.), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als 
möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG).

6.5.  Insgesamt  ist  die  durch  die  Vorinstanz  verfügte  Wegweisung  zu 
bestätigen.  Die  Vorinstanz  hat  deren  Vollzug  zu  Recht  als  zulässig, 
zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt eine Anordnung 
der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1­4 AuG).

7. 
Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung 
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und 
vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art. 106  AsylG).  Die 
Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

8. 
Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  wären  dessen  Kosten  der 
Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG). Nachdem 
sich die Beschwerde jedoch zum Zeitpunkt ihrer Anhängigmachung nicht 
als aussichtslos erwiesen hat und aufgrund der Aktenlage nach wie vor 
von der prozessualen Bedürftigkeit der Beschwerdeführerin auszugehen 
ist,  ist  das  in  der Beschwerde  vom 26. März 2008 gestellte Gesuch um 
Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  (Art. 65  Abs. 1  VwVG) 

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gutzuheissen  und  auf  die  Auferlegung  von  Verfahrenskosten  zu 
verzichten.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
In  Gutheissung  des  Gesuchs  um  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege  werden  der  Beschwerdeführerin  die  Verfahrenskosten 
erlassen.

3. 
Die  Akten  werden  der  Abteilung  III  des  Bundesverwaltungsgerichts  zur 
Weiterführung des hängigen Beschwerdeverfahrens (…) überwiesen.

4. 
Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführerin,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Martin Zoller Daniel Widmer

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