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**Case Identifier:** 5f50d5a4-f7fd-5929-87d0-adae2be3e85d
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-12-17
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 17.12.2021 21-5496
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_21-5496_2021-12-17.pdf

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© Kanton St.Gallen 2024 Seite 1/33

Publikationsplattform

Kanton St.Gallen und St.Galler Gemeinden

Fall-Nr.: 21-5496

Stelle: Generalsekretariat Bau- und Umweltdepartement

Instanz: Bau- und Umweltdepartement

Publikationsdatum: 12.01.2022

Entscheiddatum: 17.12.2021

BUDE 2021 Nr. 082
Art. 7 ArG, Art. 7 VRP, Art. 12 VRP, Art. 45 VRP, Art. 29 EG-USG, Art. 11 Abs. 
2 und 3 USG, Art. 12 Abs. 2 USG, Art. 16 Abs. 1 USG, Art. 7 Abs. 1 LSV, Art. 13 
Abs. 3 LSV, Art. 36 Abs. 1 LSV. Beim strittigen Betrieb handelt es sich nicht 
um einen planungspflichtigen Betrieb im Sinn des Arbeitsgesetzes, weshalb 
die Lärmklage zu Recht von der Politischen Gemeinde behandelt worden ist 
(Erw. 3.2). Die Tatsache, dass die juristische Sachbearbeiterin der Vorinstanz 
200 m vom strittigen Betrieb entfernt wohnt, reicht für sich alleine nicht aus, 
um den Anschein der Befangenheit zu erwecken (Erw. 4.3 ff.). Das 
Verwaltungsgericht hat bereits im Urteil B 2020/94 vom 17. Februar 2021 
festgehalten, dass keine triftigen Gründe bestehen, um von den 
gutachterlichen Lärmberechnungen abzuweichen. Damit steht fest, dass der 
bewilligte Betrieb die Planungswerte überschreitet (Erw. 5.3 ff.). Die 
Baubewilligung verleiht keine wohlerworbenen Rechte in Bezug auf die 
Lärmsituation, wenn diese dem geltenden Recht widerspricht. Vielmehr 
ergeht eine Bewilligung für lärmige Anlagen unter dem (ausdrücklichen oder 
impliziten) Vorbehalt einer späteren Anordnung oder Ergänzung der 
Massnahmen zur Emissionsbegrenzung (Erw. 6). Die Beschränkung der 
Betriebszeiten kommt grundsätzlich bei allen Lärmarten in Frage. Die von 
der Vorinstanz verfügte zeitliche Einschränkung erweist sich jedoch von 
vornherein als ungeeignet, da den Rekurrentinnen im Vergleich zur heutigen 
Situation letztlich mehr Betriebszeit zugestanden wird (Erw. 6.6 ff). // (Gegen 
diesen Entscheid wurde Beschwerde beim Verwaltungsgericht erhoben.)

BUDE 2021 Nr. 82 finden Sie im angehängten PDF-Dokument.

Kanton St.Gallen 

Bau- und Umweltdepartement 

 

 
 

  

 

 

 

 

 

21-5496 

 

Entscheid Nr. 82/2021 vom 17. Dezember 2021 

Rekurrentinnen  

 

 A.___ AG 

B.___ AG 

beide vertreten durch lic.iur. Urs Pfister, Rechtsanwalt, 

Museumstrasse 35, 9000 St.Gallen 

   

gegen 

 

 

Vorinstanz  Gemeinderat Z.___ (Beschluss vom 1. Juni 2021) 

vertreten durch lic.oec. HSG Thomas Frey, Rechtsanwalt, Oberer 

Graben 16, 9001 St.Gallen 

 

Rekursgegner 1 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Rekursgegner 2 

 

 C.___ und D.___ 

Erbengemeinschaft E.___, bestehend aus 

 F.___ 

 G.___ 

 H.___ 

 C.___ 

 I.___ 

 J.___ 

 K.___ 

 L.___ 

 M.___ 

beide vertreten durch M.A. HSG in Law Peter Schumacher, 

Rechtsanwalt, Grossfeldstrasse 45, 7320 Sargans 

 

N.___ 

 

Grundeigentümerin   O.___ AG 

 

Betreff  Lärmklage 

 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 82/2021), Seite 2/32 

 

Sachverhalt 

A.  

a) Die A.___ AG ist Baurechtsnehmerin am Baurechtsgrundstück 

Nr. 001, welches das im Eigentum der O.___ AG stehende Grundstück 

Nr. 002 belastet. Das Grundstück liegt gemäss geltendem Zonenplan 

der Gemeinde Z.___ vom 16. August 2002 in der Industriezone. Die 

A.___ AG vermietet das im Baurecht stehende Grundstück Nr. 002 an 

die B.___ AG, welche auf einem Teil des Grundstücks einen Lager- 

und Werkplatz (nachfolgend Werkplatz) betreibt. 

 

b) N.___ ist Eigentümer des Grundstücks Nr. 003, welches dem 

übrigen Gemeindegebiet (üG) zugewiesen und mit einem Wohnhaus 

(Vers.-Nr. 004) überbaut ist. Das Grundstück liegt südlich bzw. süd-

östlich des Werkplatzes auf etwa gleicher Höhe und wird vom Werk-

platz lediglich durch den P.___bach getrennt. Ebenfalls südlich vom 

Werkplatz aber an erhöhter Lage liegt das Grundstück Nr. 005 von 

C.___ und D.___. Das Grundstück ist ebenfalls dem üG zugewiesen 

und mit einem Wohnhaus (Vers.-Nr. 006) überbaut. Das ebenfalls süd-

östlich gelegene Grundstück Nr. 007 befindet sich im Eigentum der Er-

bengemeinschaft E.___, bestehend aus F.___, G.___, H.___, C.___, 

I.___, J.___, K.___, L.___ und M.___. Das Grundstück der Erbenge-

meinschaft ist der Landwirtschaftszone zugewiesen.  

 

c) Der Werkplatz basiert auf der Baubewilligung, welche der Ge-

meinderat Z.___ am 30. September 2015 der Ackermann Gerüste AG, 

Z.___, erteilt hat. Der bewilligte Werkplatz erstreckt sich über eine Flä-

che von 1'900 m2 und befindet sich im westlichen Bereich des Grund-

stücks Nr. 002. Im Jahr 2017 wurde die Ackermann Gerüste AG in die 

heutige B.___ AG umfirmiert.  

 

B.  

a) Im Jahr 2018 beantragte die A.___ AG bei der Gemeinde Z.___ 

die Baubewilligung für die Erweiterung des Werkplatzes. Im Bauge-

such wurde das Grundstück Nr. 002 in drei Teilflächen unterteilt. Die 

Teilfläche 1 entspricht dem bestehenden und im Jahr 2015 bewilligten 

Werkplatz. Die Teilfläche 2 schliesst direkt an den bestehen Werkplatz 

an und reicht bis zum P.___bach. Die Teilfläche 3 liegt östlich des 

P.___bachs. Innert der Auflagefrist erhoben mehrere Anwohner Ein-

sprache gegen die Erweiterung des Werkplatzes. Daraufhin konkreti-

sierte die A.___ AG das Baugesuch dahingehend, dass die geplante 

Erweiterung des Werkplatzes nur noch die Teilfläche 2 umfasste. Für 

die Teilfläche 3 reichte die A.___ AG ein konkretisiertes Baugesuch 

ein. Die Teilfläche 3 sollte planiert und gekoffert werden, um darauf 

einen allgemeinen offenen Lagerplatz zu betreiben. Die Nutzung des 

Lagerplatzes für Gerüste wurde im Baugesuch ausdrücklich ausge-

schlossen. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 82/2021), Seite 3/32 

 

b) Da in beiden Baugesuchsverfahren insbesondere die Einhal-

tung der massgeblichen Belastungsgrenzwerte für Lärm strittig waren, 

gab die Gemeinde Z.___ bei der R.___ AG (nachfolgend R.___ AG) 

ein Lärmgutachten in Auftrag. Bei den daraufhin von der R.___ AG 

durchgeführten Messungen wurde der Lärmpegel des bestehenden 

Betriebs auf Teilfläche 1 gemessen. Gestützt auf sechs Messungen 

kam die R.___ AG mit Gutachten vom 4. Dezember 2018 (nachfolgend 

Gutachten R.___ AG) zum Schluss, dass die massgeblichen Pla-

nungswerte für Industrie- und Gewerbelärm von 60 dB(A) [Tag] bzw. 

50 dB(A) [Nacht] bei einem mittleren Beurteilungspegel von 

64,5 dB(A) [Tag] bzw. 50,5 dB(A) [Nacht] überschritten seien. Die 

Lärmemissionen schätzte die R.___ AG nicht als ein primäres Problem 

des Gerüstlagers und Umschlagplatzes, sondern als ein Personal-

problem ein. Sofern mittels Personalschulung hinsichtlich lärmarmer 

Arbeitsweise keine entscheidenden Verbesserungen erreicht werden 

könnten, empfehle sich der Bau einer Halle. 

 

c) Für den Lagerplatz auf Teilfläche 3, welcher gemäss Baugesuch 

ausdrücklich nicht für die Lagerung von Gerüsten genutzt werden soll, 

erteilte der Gemeinderat Z.___ mit Beschluss vom 4. Februar 2019 die 

Baubewilligung und wies die Einsprachen ab. Den hiergegen von 

C.___ und D.___ sowie der Erbengemeinschaft E.___ erhobenen Re-

kurs wies das Baudepartement (seit 1. Oktober 2021: Bau- und Um-

weltdepartement) mit BDE Nr. 39/2020 vom 8. Mai 2020 ab. Der Ent-

scheid erwuchs in Rechtskraft. 

 

d) Hingegen hiess der Gemeinderat Z.___ mit Beschluss vom 

7. März 2019 die Einsprachen gegen die Werkplatzerweiterung auf 

Teilfläche 2 gut und verweigerte die Baubewilligung. Den hiergegen 

von der A.___ AG erhobenen Rekurs wies das Baudepartement mit 

BDE Nr. 40/2020 vom 8. Mai 2020 ab. Der Rekursentscheid wurde 

vom Verwaltungsgericht mit Urteil B 2020/94 vom 17. Februar 2021 in 

der Sache bestätigt.  

 

C.  

Parallel zu den Baubewilligungs- und den nachfolgenden Rechtsmit-

telverfahren reichten C.___ und D.___ beim Kreisgericht S.___ eine 

zivilrechtliche Klage auf Immissionsschutz ein. Mit einzelrichterlichem 

Entscheid vom 20. Mai 2020 wurde die A.___ AG unter Strafandro-

hung verpflichtet, sicherzustellen, dass der Gerüstbaubetrieb die 

Lärmbelastung auf maximal 60 dB(A) am Tag bzw. 50 dB(A) in der 

Nacht beschränkt. Der Entscheid wurde von der A.___ AG mit Beru-

fung ans Kantonsgericht weitergezogen, wo die Sache derzeit noch 

hängig ist. 

 

D.  

a) Mit Schreiben vom 31. August 2020 erhoben C.___ und D.___ 

sowie die Erbengemeinschaft E.___, beide – wie bereits in den vor-

gängigen öffentlich-rechtlichen und zivilrechtlichen Verfahren – vertre-

ten durch M.A. HSG in Law Peter Schumacher, Rechtsanwalt, 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 82/2021), Seite 4/32 

 

Sargans, schliesslich beim Gemeinderat Z.___ eine Immissionsklage. 

Die Kläger stellten folgende Anträge: 

 
1. Der B.___ AG, Zweigniederlassung Z.___, P.___weg 

2a, Z.___, als Pächterin bzw. Inhaberin und Betreibe-
rin des Gerüstbaubetriebes auf dem Grundstück-Nr. 
002 bzw. Baurechts-Nr. 001, Z.___, sei das Verursa-
chen von mehr als 60 dB(A) am Tag und mehr als 50 
dB(A) in der Nacht unter Androhung der Betriebs-
schliessung im Widerhandlungsfalle unverzüglich zu 
verbieten. 

2. Die Einhaltung der öffentlich-rechtlichen Lärmschutz-
vorschriften auf dem Grundstück-Nr. 002 bzw. Bau-
rechts-Nr. 001, Z.___, sei unverzüglich hoheitlich 
durchzusetzen. 

3. Es seien geeignete Massnahmen an der Lärmquelle 
auf dem Grundstück-Nr. 002 bzw. Baurechts-Nr. 001, 
Z.___, gemäss den nachstehenden Anträgen anzu-
ordnen. 

4. Es seien geeignete lärmschützende bauliche Mass-
nahmen, auf dem Grundstück-Nr. 002 bzw. Bau-
rechts-Nr. 001, Z.___, namentlich der Bau einer Werk-
halle, anzuordnen. 

5. Soweit für eine Reduktion der übermässigen Lärmbe-
lastung erforderlich, seien weitere Massnahmen der 
Emissionsbegrenzung, namentlich zeitliche und örtli-
che Betriebseinschränkungen auf dem Grundstück-
Nr. 002 bzw. Baurechts-Nr. 001, Z.___, nötigenfalls 
ein Verbot des Gerüstumschlags auf offener Fläche 
bzw. eine Betriebsschliessung anzuordnen. 

6. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen 
(zzgl. MWST) zulasten der B.___ AG. 

Die Immissionsklage wurde im Wesentlichen damit begründet, dass 

zwischenzeitlich drei Instanzen, nämlich das Kreisgericht S.___, das 

Baudepartement sowie der Gemeinderat Z.___, bestätigt hätten, dass 

die aktuelle Situation den geltenden privatrechtlichen und öffentlich-

rechtlichen Bestimmungen widerspreche. 

 

b) Mit Schreiben vom 30. September 2020 nahm die A.___ AG so-

wie die B.___ AG – wie bereits in den vorgängigen öffentlich-rechtli-

chen und zivilrechtlichen Verfahren – vertreten durch lic.iur. Urs 

Pfister, Rechtsanwalt, St.Gallen, Stellung und beantragte, dass auf die 

Immissionsklage nicht einzutreten sei.  

 

c) Mit Schreiben vom 23. Oktober 2020 ersuchte der Gemeinderat 

Z.___ die R.___ AG um Beurteilung der Frage, wie der bestehende 

Gerüstbaubetrieb auf der Teilfläche 1 betrieben werden müsste, um 

die Planungswerte einhalten zu können. Mit Schreiben vom 5. Novem-

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 82/2021), Seite 5/32 

 

ber 2020 teilte die R.___ AG mit, dass aufgrund der gemäss Betreibe-

rin zwischenzeitlich eingeleiteten Massnahmen (gemeint Personal-

schulung sowie Verkleinerung und Verschiebung der Betriebsfläche) 

wiederum umfassende Messungen notwendig seien. Als mögliche 

Massnahmen zur Reduktion der Immissionen nennt der Gutachter die 

Einhausung des gesamten Areals oder mindestens des lärmintensiven 

Teils, die Verlagerung des Betriebs in eine andere Industriezone sowie 

die Personalschulung, welche anscheinend bereits durchgeführt wor-

den sei. Letztlich bestünde noch die Möglichkeit, die Emissionen durch 

eine zeitliche Beschränkung des Betriebs zu reduzieren. 

 

d) Mit Beschluss vom 21. Dezember 2020 hiess der Gemeinderat 

Z.___ die Lärmklage gut und verfügte lärmreduzierende Massnahmen. 

Die Massnahmen bestanden unter anderem in der Einschränkung der 

Betriebszeiten. Sodann entzog der Gemeinderat einem allfälligen Re-

kurs die aufschiebende Wirkung.  

 

E.  

a) Gegen diesen Beschluss erhoben die A.___ AG, die B.___ AG 

und T.___, alle vertreten durch lic.iur. Urs Pfister, Rechtsanwalt, 

St.Gallen, Rekurs beim Baudepartement. Weil die im angefochtenen 

Beschluss vorgesehene Beschränkung der täglichen Betriebszeiten 

ab dem 1. Februar 2021 gelten sollte und die  

Vorinstanz diesbezüglich die aufschiebende Wirkung des Rekurses 

entzogen hatte, entschied das Baudepartement nach Einräumung des 

rechtlichen Gehörs vorab über den Antrag zur Wiederherstellung der 

aufschiebenden Wirkung des Rekurses. Mit BDE Nr. 11/2021 vom 28. 

Januar 2021 stellte das Baudepartement die aufschiebende Wirkung 

wieder her. Der Entscheid wurde damit begründet, dass der beste-

hende Betrieb rechtskräftig bewilligt sei und die Änderung der Baube-

willigung klar überwiegende öffentliche Interessen voraussetze. Das 

private Interesse an der vorgängigen Überprüfung der Änderung 

müsse daher höher gewichtet werden. Dies umso mehr, als es sich 

um einen länger bestehenden Zustand handle. Der Entscheid erwuchs 

in Rechtskraft.  

 

b) Mit Entscheid Nr. 25/2021 vom 25. März 2021 hob das Baude-

partement den angefochtenen Beschluss vom 21. Dezember 2020 auf 

und wies die Sache im Sinn der Erwägungen an den Gemeinderat 

Z.___ zu neuer Entscheidung zurück. Unter Würdigung der konkreten 

Interessenlage der Betreiberin hätte diese – insbesondere auch weil 

es sich um einen rechtskräftig bewilligten Betrieb handle – vorgängig 

über die beabsichtigten Massnahmen informiert werden müssen. Da-

mit habe die Vorinstanz den Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt. 

Der Entscheid erwuchs ebenfalls in Rechtskraft. 

 

F.  

a) Nach Eintritt der Rechtskraft nahm der Gemeinderat Z.___ das 

Verfahren wieder auf. Zusätzlich wurde N.___ ins Verfahren miteinbe-

zogen, welcher bereits am 9. Dezember 2020 wegen übermässigem 

Lärm interveniert hatte.  

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 82/2021), Seite 6/32 

 

b) Mit Baugesuch vom 30. April 2021 beantragte die B.___ AG 

beim Gemeinderat Z.___ die Baubewilligung für die Erstellung einer 

Werk- und Lagerhalle auf Grundstück Nr. 002. Das Baubewilligungs-

verfahren ist derzeit noch hängig. 

 

c) Nach weiteren Stellungnahmen seitens der Beteiligten betref-

fend Lärmklage erliess der Gemeinderat Z.___ am 1. Juni 2021 fol-

genden Beschluss: 

 
1. Der verfahrensrechtliche Antrag zur Herausgabe der 

Messdaten wird abgewiesen. Die Unterlagen sind voll-
ständig. 

2. Die Beklagte wird angewiesen, erforderliche bauliche 
Massnahmen zu ergreifen, die den Lärm nachhaltig 
und dauerhaft auf das zulässige Mass reduzieren. Im 
Vordergrund steht die Einhausung mindestens der 
lärmintensiven Arbeiten (Gerüstumschlag) auf dem 
Werkplatz auf Grundstück Nr. 002, weshalb sie ange-
halten wird, das eingereichte Baugesuch Nr. 008 wei-
terzuverfolgen und die letztlich bewilligten Bauten und 
Anlagen zu erstellen. 

3.  

3.1 Bis zur Vollendung der lärmreduzierenden baulichen 
Massnahmen (vgl. Ziffer 2) darf der Gerüstumschlag 
auf offener bewilligter Fläche nur werktags unter Ein-
haltung der Planungswerte während einem täglich 
dreistündigen Zeitfenster zwischen 7.00 und 12.00 
Uhr sowie zwischen 13.00 bis 18.00 Uhr erfolgen. 
Diese zeitliche Einschränkung gilt ab 1.8.2021. Die 
B.___ AG definiert das dreistündige Zeitfenster und 
teilt der Gemeinderatskanzlei vor dem 23.7.2021 die 
Wahl mit. Die Wahl ist nicht abänderbar und gilt unwi-
derruflich während der gesamten Dauer der befriste-
ten Massnahme. Wird die Wahl nicht oder nicht recht-
zeitig getroffen, gilt das Zeitfenster werktags während 
drei Stunden zwischen 8.00 und 9.30 Uhr sowie zwi-
schen 15.30 und 17.00 Uhr. 

3.2 Zusätzliche Bedingung ist, dass mit den bewilligten 
baulichen Massnahmen (vgl. Ziffer 2) innert sechs Mo-
naten seit rechtskräftiger Baubewilligung begonnen 
wird und diese innert eineinhalb Jahren nach Baube-
ginn vollendet sind. Wird die zusätzliche Bedingung 
nicht eingehalten, gilt das gemäss vorstehender 
Ziff. 3.1 festgesetzte Zeitfenster der möglichen  
Nutzung noch während einer Toleranzfrist von sechs  
Monaten, bevor ein komplettes Nutzungsverbot in 
Kraft tritt. 

4. Bis zur Vollendung der Bauten und Anlagen zur bauli-
chen Beseitigung der Emissionen gemäss vorstehen-
der Ziff. 2 sind auf dem gesamten Lagerplatz Reini-

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 82/2021), Seite 7/32 

 

gungsprozesse unter Hochdruck, Wartungs- und Un-
terhaltsarbeiten an Fahrzeugen inkl. tanken und der-
gleichen sowie eine allfällige Lagerung von Betriebs-
stoffen ohne geeignete Sicherheitsvorkehrungen un-
tersagt. Einleitungen von verschmutztem Wasser ins 
Gewässer sind untersagt. 

5. Bis zur Vollendung der Bauten und Anlagen zur bauli-
chen Beseitigung der Emissionen gemäss vorstehen-
der Ziff. 2 ist die unbefestigte Bodenfläche bei trocke-
nen Verhältnissen, insbesondere vor starkem Wind-
aufkommen, vorsorglich mit Wasser zu besprühen, um 
damit eine übermässige Staubentwicklung zu unter-
binden. Der Boden darf dabei nicht mit Wasser einge-
schwemmt werden. 

6. Abfälle sind geeignet aufzubewahren, damit sie weder 
durch den Wind noch durch Tiere auf fremdes Eigen-
tum oder in Gewässer gelangen. 

7. Nichtbefolgung wird nach Art. 292 StGB unter Strafe 
gestellt: "Wer der von einer zuständigen Behörde oder 
einem zuständigen Beamten unter Hinweis auf die 
Strafdrohung dieses Artikels an ihn erlassenen Verfü-
gung nicht Folge leistet, wird mit Busse bestraft." Aus-
serdem bleiben bei wiederholten Verstössen weitere 
verwaltungsrechtliche Massnahmen (insbesondere 
Erlass eines Nutzungsverbots) vorbehalten. 

8. Einem allfälligen Rekurs gegen Ziffern 3 bis 6 des vor-
liegenden Entscheids wird die aufschiebende Wirkung 
entzogen. 

9. Die Kosten für diesen Entscheid werden der B.___ AG 
in Rechnung gestellt. Sie betragen CHF 3'321.80 
(CHF 1'800 Entscheidgebühr, CHF 1'521.80 Auslagen 
R.___ AG für Stellungnahme). 

Seinen Beschluss begründete der Gemeinderat damit, dass das Gut-

achten R.___ AG vom 4. Dezember 2018 eine massive Überschrei-

tung der Planungswerte aufzeige. Die Richtigkeit und Glaubwürdigkeit 

des Gutachtens sei im Rahmen des Verfahrens rund um die Verwei-

gerung der Baubewilligung zur Erweiterung des Werkplatzes von meh-

reren Instanzen bestätigt worden. Hinzu komme, dass die B.___ AG 

seit dem Frühjahr 2019 zusätzlich auch noch die Fläche der U.___ AG, 

von 1'176 m2 beanspruche. Die tatsächliche Lärmbelastung dürfte da-

her heute noch höher ausfallen. Die Überschreitung der Planungs-

werte wie auch das Vorsorgeprinzip rechtfertigten grundsätzlich ein 

Einschreiten der Behörden. Der Gemeinderat nehme zwar mit Befrie-

digung zur Kenntnis, dass die B.___ AG ein Baugesuch zur Bewilli-

gung der Erstellung einer Einhausung eingereicht habe. Bis der Bau 

vollendet sei, verdienten die Anwohner hingegen Schutz vor übermäs-

sigen Immissionen. Die zeitliche Einschränkung nach Ziff. 3.1 sei le-

diglich eine Übergangslösung bis der geplante Bau realisiert sei. Ent-

sprechend sehe Ziff. 3.2 auch vor, dass mit der Einhausung innert 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 82/2021), Seite 8/32 

 

sechs Monaten seit rechtskräftiger Baubewilligung begonnen werden 

müsse und diese innert eineinhalb Jahren nach Baubeginn fertigzu-

stellen sei. Sollte diese Bedingung nicht eingehalten werden, so trete 

nach einer Toleranzfrist von sechs Monaten ein komplettes Nutzungs-

verbot in Kraft. Die Teileinhausung des lärmintensiven Teils erweise 

sich in Abwägung der wirtschaftlichen Interessen der Betreiberin mit 

den Interessen am Gesundheitsschutz der Anwohner als verhältnis-

mässig. Solange die erforderlichen baulichen Massnahmen nicht er-

griffen und umgesetzt seien, bleibe einzig die zeitliche Einschränkung 

des Betriebs als taugliches Mittel. Hinsichtlich den gewässerschutz-

rechtlichen Massnahmen führte der Gemeinderat aus, dass Gerüst-

teile durch Gips, Zement, Farbe und Fett verschmutzt seien. Insbeson-

dere Zementrückstände könnten zu erheblichen Gewässerverschmut-

zungen führen. Daher seien Reinigungsprozesse unter Hochdruck, 

Wartungs- und Unterhaltsarbeiten an Fahrzeugen, inkl. tanken und 

dergleichen, zu untersagen. Hinsichtlich der vorgebrachten Staube-

missionen hielt der Gemeinderat fest, dass der Lagerplatz auf offener 

unbefestigter Fläche betrieben werde. Die Staubemissionen seien 

durch Bild- und Videomaterial belegt. Die ohne Wind auftretende 

Staubbelastung erachte der Gemeinderat als tragbar; sie stelle keine 

übermässige Belästigung dar. Das treffe auf die Staubbelastung bei 

Föhn-, Bisen- oder Westwind nicht zu. Mit einer vorsorglichen, sorgfäl-

tigen und nicht übermässigen Wasserbesprühung der unbefestigten 

Bodenfläche stehe eine effiziente Massnahme zur Staubeindämmung 

zur Verfügung. Den Entzug der aufschiebenden Wirkung rechtfertigte 

der Gemeinderat damit, dass die gesundheitliche Situation der Anwoh-

ner keinen längeren Aufschub erlaube. Die privaten Interessen der Be-

treiberin an der uneingeschränkten Nutzung mit einer Fortführung der 

wiederholten Überschreitungen der Planungswerte und der Inkauf-

nahme von Belästigungen und Verunreinigungen könnten daran nichts 

ändern und würden keinen Schutz verdienen.  

 

G.  

Gegen diesen Beschluss erhoben die A.___ AG sowie die B.___ AG 

durch ihren Rechtsvertreter mit Schreiben vom 10. Juni 2021 Rekurs 

beim Baudepartement. Mit Rekursergänzung vom 29. Juni 2021 wer-

den folgende Anträge gestellt:  

 
1. Die Verfügung des Gemeinderates Z.___ vom 1. Juni 

2021 sei aufzuheben, soweit diese nicht von vornhe-
rein nichtig ist; 

2. Dem Rekurs sei die aufschiebende Wirkung wieder zu 
gewähren; Ziff. 8 der angefochtenen Verfügung vom 
1. Juni 2021 sei aufzuheben; 

Über das Rechtsbegehren Nr. 2 sei vorneweg und um-
gehend zu entscheiden; 

3. Verfahrensrechtlicher Antrag: 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 82/2021), Seite 9/32 

 

Dem vorliegenden Rekurs sei mittels superprovisori-
scher Verfügung die aufschiebende Wirkung zu ertei-
len bis zum Entscheid über das Rechtsbegehren Nr. 2; 

Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen, für das  
Rekursverfahren wie für das erstinstanzliche Verfah-
ren. 

Zur Begründung wird geltend gemacht, dass die Vorinstanz für lärm-

begrenzende Massnahmen nicht zuständig sei und die Vorschriften 

über die Ausstandspflicht verletzt worden seien. Sodann seien neue 

Lärmmessungen notwendig, habe doch die B.___ AG bereits  

Massnahmen (Verkleinerung und Verschiebung der Betriebsfläche so-

wie Schulung des Personals) getroffen. Ohne die Durchführung neuer 

Messungen lasse sich nicht beurteilen, welche Auswirkungen die  

Massnahmen hätten. Schliesslich verstosse die zeitliche Beschrän-

kung ohnehin gegen die eidgenössische Lärmschutz-Verordnung 

(SR 814.41; abgekürzt LSV). Denn die LSV verlange keine Beschrän-

kung des Lärms auf einzelne Betriebstage, sondern lasse ausdrücklich 

eine Mittelung zu. Schliesslich seien die angeordneten Massnahmen 

auch unverhältnismässig. Hinsichtlich des Antrags auf Wiederherstel-

lung der aufschiebenden Wirkung halten die Rekurrentinnen fest, dass 

die Vorinstanz die gleichen Gründe vorbringe, wie bereits im ersten 

Beschluss vom 21. Dezember 2020. Das Baudepartement habe in sei-

nem Entscheid Nr. 11/2021 vom 28. Januar 2021 bereits festgestellt, 

dass der Entzug der aufschiebenden Wirkung unzulässig gewesen sei 

und die entsprechende Ziffer des damaligen Beschlusses vom 21. De-

zember 2021 aufgehoben. Es könne daher grundsätzlich auf die zu-

treffenden und schlüssigen Ausführungen im Rekursentscheid verwie-

sen werden. Da die Vorinstanz im Beschluss Nr. 127 vom 1. Juni 2021 

die gleichen Argumente für den Entzug der aufschiebenden Wirkung 

vorbringe, seien diese aus den gleichen Gründen unzutreffend wie 

dies schon im ersten Entscheid der Fall gewesen sei. Ergänzend sei 

nochmals hervorzuheben, dass eine rechtskräftige Baubewilligung 

vorliege. Der Eingriff in eine rechtskräftig und rechtmässig erteilte Bau-

bewilligung sei nur im Rahmen eines Widerrufs gemäss Art. 28 Abs. 1 

des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (sGS 951.1; abge-

kürzt VRP) möglich; die Voraussetzungen dafür seien aber nicht ge-

geben. 

  

H.  

a) Mit Vernehmlassung vom 9. Juli 2021 stellt die Vorinstanz durch 

ihren Rechtsvertreter folgende Anträge: 

 
1. Soweit einzutreten ist, sei das Gesuch um Wiederher-

stellung der aufschiebenden Wirkung abzuweisen; 

2. Der Vorinstanz sei eine 5-tägige Frist zur ausführli-
chen Begründung der vorliegenden Stellungnahme 
anzusetzen; 

3. alles unter voller Kosten- und Entschädigungsfolgen 
zulasten der Rekurrenten. 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 82/2021), Seite 10/32 

 

Zur Begründung macht die Vorinstanz geltend, dass ihr die verfah-

rensleitende Verfügung vom 30. Juni 2021 erst am 9. Juli 2021 – also 

am letzten Tag der Frist – postalisch eröffnet worden sei. Hinzu 

komme, dass die vorliegende Vernehmlassung von einer Stellvertre-

tung habe verfasst werden müssen, welche sich in kürzester Zeit in 

die Sache habe einarbeiten müssen. Dennoch geht die Vorinstanz in 

der Sache auf die rekurrentischen Vorbringen ein und hält zusammen-

fassend fest, dass die öffentlichen Interessen an der Einhaltung der 

Rechtsordnung sowie am Gesundheitsschutz der Anwohner die priva-

ten Interessen der Rekurrentinnen klar überwiegen würden.  

 

b) Mit Vernehmlassung vom 14. Juli 2021 beantragen die Rekurs-

gegner 1, durch ihren Rechtsvertreter, den Rekurs sowie die verfah-

rensrechtlichen Anträge der Rekurrentinnen unter Kostenfolge abzu-

weisen. Hinsichtlich des Antrags auf Wiederherstellung der aufschie-

benden Wirkung des Rekurses bringen die Rekursgegner 1 zusam-

mengefasst vor, dass die Rekurrentinnen selbst durch ihr Verhalten in 

den Rechtsmittelverfahren eine rechtliche Überprüfung des Gutach-

tens R.___ AG verzögert hätten. Aus diesem Grund hätte die  

Vorinstanz nicht bereits zu einem früheren Zeitpunkt entsprechende 

Massnahmen verfügen können. Vor diesem Hintergrund rechtfertige 

sich der Entzug der aufschiebenden Wirkung des Rekurses.  

 

c) Weil die in Ziff. 3, 4, 5 und 6 des angefochtenen Beschlusses 

vorgesehenen Massnahmen ab dem 1. August 2021 gelten sollten und 

die Vorinstanz diesbezüglich die aufschiebende Wirkung des Rekur-

ses entzogen hatte, entschied das Baudepartement vorab über den 

Antrag zur Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung des Rekur-

ses, und zwar vor Abschluss des Schriftenwechsels. Mit Entscheid 

Nr. 52/2021 vom 16. Juli 2021 hiess das Baudepartement das Begeh-

ren der Rekurrentinnen um Wiederherstellung der aufschiebenden 

Wirkung des Rekurses gut und hob Ziff. 8 des angefochtenen Be-

schlusses auf. Die Kosten verblieben bei der Hauptsache. 

 

d) Mit Vernehmlassung vom 5. August 2021 beantragt die 

Vorinstanz durch ihren Rechtsvertreter den Rekurs unter Kostenfolge  

abzuweisen soweit darauf einzutreten ist. Die Vorinstanz verweist 

grundsätzlich auf die Ausführungen im angefochtenen Entscheid. Hin-

sichtlich dem Vorwurf der Befangenheit von V.___ verweist die Vo-

rinstanz auf den BDE Nr. 25/2021 vom 25. März 2021, in welchem ein 

Ausstandsgrund bereits verneint worden sei. Auch über die Frage der 

Zuständigkeit der Vorinstanz sei im genannten Entscheid bereits ent-

schieden worden. Die Tauglichkeit des Gutachtens R.___ AG sei 

ebenfalls bereits von mehreren Instanzen bestätigt worden. Aus dem 

Umstand, dass die Rekurrentinnen endlich ein Baugesuch für die Ein-

hausung ihres Werkplatzes eingereicht hätten, zeige sich, dass auch 

die Rekurrentinnen von übermässigen Lärmimmissionen ausgingen. 

Dass im Zusammenhang mit der vorgefundenen Sickerleitung die 

Möglichkeit bestehe, dass bei übermässigem Wassergebrauch auf 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 82/2021), Seite 11/32 

 

dem Wekplatz verschmutztes Wasser in den P.___bach fliesse, ver-

stehe sich von selbst. Auch sei nachgewiesen, dass es im fraglichen 

Gebiet zu übermässigen Staubimmissionen komme.  

 

e) Mit Amtsbericht vom 20. September 2021 bestätigt das Amt für 

Umwelt (AFU) die Zuständigkeit der Vorinstanz betreffend Anwendung 

der öffentlich-rechtlichen Vorschriften über den Lärmschutz auf den 

Gewerbebetrieb der Rekurrentinnen. Entscheidend für die Zuweisung 

der entsprechenden Zuständigkeit sei, dass der Betrieb der Rekurren-

tinnen nicht der Planungspflicht nach Art. 7 Abs. 1 des Bundesgeset-

zes über die Arbeit in Industrie, Gewerbe und Handel (SR 822.11; ab-

gekürzt ArG) falle. Weiter vertrete das AFU die Auffassung, dass die 

von den Rekurrentinnen beantragten neuen Lärmmessungen auf-

grund der bisher getroffenen Massnahmen zur Verminderung der 

Lärmemissionen kaum andere Ergebnisse als die bisher Bekannten 

erzielen dürften. Die mit angefochtenem Beschluss vom 1. Juni 2021 

angeordneten Massnahmen beurteilt das AFU als zielführende und 

nicht unverhältnismässige Auflagen um Sicherzustellen, dass die vom 

Werkplatz ausgehenden Lärmemissionen die Planungswerte nach An-

hang 6 der LSV nicht überschreiten. Ob auf dem Werkplatz hinsichtlich 

Entwässerung/Abwasserentsorgung und Staubemissionen noch Un-

zulänglichkeiten bestünden, sei nach Erachtens des AFU von den je-

weiligen Stellen im Rahmen des hängigen Baugesuchs betreffend ge-

planter Einhausung zu prüfen. 

 

f) Mit Schreiben vom 20. Oktober 2021 reichen die Rekurrentinnen 

eine weitere Stellungnahme ein. Es wird beantragt, das Rekursverfah-

ren zu sistieren, bis ein rechtsgültiger Teilentscheid über die Zustän-

digkeit des AFU bzw. des Amtes für Wirtschaft (AWA) vorliege. Weiter 

beanstanden die Rekurrentinnen fehlende aktuelle Lärmmessungen 

sowie die Beurteilung des AFU hinsichtlich der Verhältnismässigkeit. 

 

g) Mit weiterer Stellungnahme vom 29. November 2021 wiederho-

len die Rekurrentinnen ihre Vorbringen zur Frage der Zuständigkeit 

des AFU. Im Weiteren rügen Sie eine Ungleichbehandlung. Die Aus-

legung der LSV durch die Vorinstanz sei offensichtlich unverhältnis-

mässig und stehe im Gegensatz zur kantonalen Praxis des AFU. 

 

h) Mit Schreiben vom 1. Dezember 2021 nimmt die Vorinstanz zur 

rekurrentischen Eingabe Stellung.  

 

i) Mit Eingabe vom 12. Dezember 2021 wiederholen die Rekurren-

tinnen ihren Standpunkt, wonach für die Beurteilung der Lärmimmissi-

onen das AFU zuständig sei. 

 

I.  

Auf die weiteren Ausführungen der Verfahrensbeteiligten in den vor-

genannten Eingaben wird – soweit erforderlich – in den Erwägungen 

eingegangen. 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 82/2021), Seite 12/32 

 

Erwägungen 

1.  

1.1 Die Zuständigkeit des Bau- und Umweltdepartementes ergibt 

sich aus Art. 43bis VRP.  

 

1.2 Gemäss Art. 45 Abs. 1 VRP ist zur Erhebung eines Rekurses 

berechtigt, wer an der Änderung oder Aufhebung einer Verfügung oder 

eines Entscheids ein eigenes schutzwürdiges Interesse dartut. Der In-

halt dieser Bestimmung macht deutlich, dass als Anfechtungsobjekt 

eines Rekurses nur eine Verfügung oder ein Entscheid in Frage 

kommt. Ausserdem umschreibt Art. 45 Abs. 1 VRP die Voraussetzun-

gen, damit ein Betroffener Rekurs ergreifen kann. Die Legitimation zur 

Ergreifung des Rekurses setzt voraus, dass der von einer Verfügung 

Betroffene in seinen eigenen schutzwürdigen Interessen betroffen ist. 

Nach allgemein anerkannter Praxis ist eine Verfügung ein Akt einer 

Behörde, der gestützt auf einen öffentlich-rechtlichen Rechtssatz als 

hoheitliche Anordnung in verbindlicher und erzwingbarer Weise ein 

konkretes Rechtsverhältnis zwischen Gemeinwesen und Individuum 

begründet bzw. aufhebt oder ändert. Eine Verfügung kann vollstreckt 

werden, ohne dass hierfür noch eine weitere Konkretisierung notwen-

dig ist. Inhaltlich hat sie den Anforderungen von Art. 24 Abs. 1 VRP zu 

genügen (T. TSCHUMI, in: Rizvi/Schindler/Cavelti [Hrsg.], Praxiskom-

mentar zum Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege (VRP), 

Zürich/St.Gallen 2020, Art. 24-26bis N 2; GVP 1998 Nr. 9 mit weiteren 

Hinweisen). 

 

1.3 Gemäss Ziff. 2 des angefochtenen Beschlusses werden die  

Rekurrentinnen angewiesen, erforderliche bauliche Massnahmen zu 

ergreifen, die den Lärm nachhaltig und dauerhaft auf das zulässige 

Mass reduzieren. Zumal die "erforderlichen baulichen Massnahmen" 

zuerst definiert werden müssen, kann Ziff. 2 ohne weitere Konkretisie-

rung gar nicht vollstreckt werden. Diesbezüglich enthält Ziff. 2 keine 

verbindliche Begründung, Änderung oder Aufhebung eines Rechtsver-

hältnisses, so dass es an der materiellen Beschwer fehlt. Auch hin-

sichtlich der weiteren Aufforderung in Ziff. 2 – wonach die Rekurren-

tinnen angehalten sind, das eingereichte Baugesuch weiterzuverfol-

gen und die letztlich bewilligten Bauten und Anlagen zu erstellen – fehlt 

es an der materiellen Beschwer. Die behördliche Aufforderung zur Ein-

reichung eines Baugesuchs stellt gemäss ständiger Rechtsprechung 

keine anfechtbare Verfügung dar (Baudepartement SG, Juristische 

Mitteilungen 2006/III/24). Daraus folgt, dass dem Bauherrn auch nicht 

untersagt werden kann, ein Baugesuch zurückzuziehen. Auch kann 

der Bauherr nicht gezwungen werden, von einer Baubewilligung Ge-

brauch zu machen. Damit enthält Ziff. 2 keine verbindliche Begrün-

dung, Änderung oder Aufhebung eines Rechtsverhältnisses. Entspre-

chend ist auf den Rekurs betreffend Ziff. 2 mangels Beschwer nicht 

einzutreten. 

 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 82/2021), Seite 13/32 

 

1.4 Gemäss Ziff. 6 des angefochtenen Beschlusses sind Abfälle  

geeignet aufzubewahren, damit sie weder durch Wind noch durch 

Tiere auf fremdes Eigentum oder in Gewässer gelangen. Anknüpfend 

an die oben gemachten Ausführungen ist festzustellen, dass sich der 

offenen Formulierung weder der Umfang noch der Inhalt der Leis-

tungspflicht entnehmen lässt. Zum einen ist nicht klar, welche Abfälle 

gemeint sind, zum anderen geht in keiner Weise hervor, wie diese ge-

eignet aufzubewahren sind. Damit handelt es sich bei Ziff. 6 um einen 

blossen Hinweis bzw. um eine Information. Betreffend Ziff. 6 ist somit 

auf den Rekurs mangels Beschwer ebenfalls nicht einzutreten. 

 

1.5 Da im Übrigen die formellen Anforderungen an den Rekurs – 

namentlich auch die Frist- und Formerfordernisse von Art. 47 Abs. 1 

und Art. 48 VRP – gegeben sind, ist auf den Rekurs einzutreten. 

 

2.  

Die Rekurrentinnen stellen mehrere verfahrensrechtliche Anträge. So 

beantragen sie Einsicht in die Rekursakten, die Durchführung eines 

zweiten Schriftenwechsels, die Durchführung eines Augenscheins so-

wie eine persönliche Anhörung. Die Rekursakten wurden den Rekur-

rentinnen antragsgemäss zur Einsicht zugestellt. Auf die Durchführung 

eines zweiten Schriftenwechsels wurde verzichtet. Selbstredend war 

es den Rekurrentinnen aber unbenommen, sich im Rahmen des Rep-

likrechts zu den erhaltenen Stellungnahmen zu äussern. Von diesem 

Recht haben sie mehrfach Gebrauch gemacht, womit das Replikrecht 

auch ohne Anordnung eines zweiten Schriftenwechsels gewahrt ist. 

Ob ein Augenschein durchzuführen ist, liegt ebenfalls im pflichtgemäs-

sen Ermessen der urteilenden Instanz. Nur wo sich eine Tatsache 

nicht anders abklären lässt, wird eine Verpflichtung zur Durchführung 

eines Augenscheins bejaht. Ergibt sich eine Tatsache dagegen zwei-

felsfrei aus den Akten, so braucht sie nicht durch einen Augenschein 

überprüft zu werden. Die entscheidenden tatsächlichen Verhältnisse 

ergeben sich vorliegend vollständig aus den Verfahrensakten sowie 

dem öffentlich zugänglichen Geoportal (www.geoportal.ch). Ebenfalls 

abzulehnen ist der Antrag auf persönliche Anhörung nach Art. 6 der 

Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten 

(SR 0.101; abgekürzt EMRK). Gemäss Art. 6 Ziff. 1 EMRK hat jede 

Person ein Recht darauf, dass über Streitigkeiten in Bezug auf ihre 

zivilrechtlichen Ansprüche und Verpflichtungen oder über eine gegen 

sie erhobene strafrechtliche Anklage von einem unabhängigen und 

unparteiischen, auf Gesetz beruhendem Gericht in einem fairen Ver-

fahren, öffentlich und innerhalb angemessener Frist verhandelt wird. 

Die Verfahrensgarantie von Art. 6 Ziff. 1 EMRK gilt demnach nur für 

Verfahren vor verwaltungsunabhängigen Justizbehörden, d.h. vor dem 

Verwaltungsgericht und der Verwaltungsrekurskommission (A. FEDI, 

in: Rizvi/Schindler/Cavelti [Hrsg.], Praxiskommentar zum Gesetz über 

die Verwaltungsrechtspflege (VRP), Zürich/St.Gallen 2020, Art. 55 

N 3; auch G. STEINMANN, in: Ehrenzeller/Schindler/Schweizer/Vallen-

der [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Bundesverfassung, 

3. Aufl., Zürich/St.Gallen 2014, Art. 29 N 46). Mangels Anwendbarkeit 

der vorgenannten Bestimmung im Rekursverfahren vor dem Bau- und 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 82/2021), Seite 14/32 

 

Umweltdepartement ist der Antrag der Rekurrentinnen auf persönliche 

Anhörung abzulehnen. Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass die 

Rekurrentinnen von der Gelegenheit zur schriftlichen Stellungnahme 

mehrfach Gebrauch gemacht haben. Sodann machen sie auch nicht 

geltend, inwiefern eine persönliche Anhörung vorliegend notwendig 

wäre. 

 

3.  

Die Rekurrentinnen stellen sich – wie bereits im Rekursverfahren 

Nr. 20-10161, welches mit BDE Nr. 25/2021 vom 25. März 2021 

entschieden wurde – auf den Standpunkt, dass nicht die Vorinstanz, 

sondern das AFU für den Vollzug der Lärmschutzvorschriften 

zuständig sei. Die Rekurrentinnen begründen ihren Standpunkt mit 

Art. 29 Abs. 1 Bst. g des Einführungsgesetzes zur eidgenössischen 

Umweltschutzgesetzgebung (sGS 672.1; abgekürzt EG-USG). 

 

3.1 In Abweichung vom Grundsatz, wonach die politische Ge-

meinde die eidgenössischen Lärmschutzvorschriften vollzieht (Art. 28 

Abs. 1 EG-USG), verfügt die zuständige Stelle des Staates die Mass-

nahmen bezüglich Lärm aus Industrie und Gewerbe, sofern eine kan-

tonale Stelle nach der Gesetzgebung über den Arbeitnehmerschutz für 

die Anlage zuständig ist (Art. 29 Abs. 1 Bst. g EG-USG). Die kantonale 

Zuständigkeit nach der Gesetzgebung über den Arbeitnehmerschutz 

ist im ArG und den dazugehörigen Verordnungen geregelt. Der kanto-

nalen Zuständigkeit unterliegen grundsätzlich sog. plangenehmi-

gungspflichtige Betriebe. Gemäss Art. 7 und 8 ArG betrifft das Plange-

nehmigungsverfahren alle industriellen Betriebe im Sinn von Art. 5 

Abs. 2 ArG sowie die nichtindustriellen Betriebe mit erheblichen Be-

triebsgefahren gemäss Art. 1 der eidgenössischen Verordnung 4 zum 

Arbeitsgesetz (SR 822.114; abgekürzt ArGV 4). 

 

3.2 Wie bereits in Erw. 3 des BDE Nr. 25/2021 vom 25. März 2021 

abgehandelt, dient der vorliegende Gerüstbaubetrieb weder der Her-

stellung, Verarbeitung oder Behandlung von Gütern, noch der Erzeu-

gung, Umwandlung oder Übertragung von Energie (Art. 5 Abs. 2 ArG). 

Ebenfalls fehlt es an der gemäss Art. 5 Abs. 2 ArG erforderlichen Ar-

beitsweise, Arbeitsorganisation und serienmässigen Verrichtung (vgl. 

Wegleitung zum Arbeitsgesetz, I. Geltungsbereich, Art. 5 Sondervor-

schriften für industrielle Betriebe, abrufbar unter www.seco.admin.ch). 

Ebenso wenig handelt es sich um einen nichtindustriellen Betrieb mit 

erheblichen Betriebsgefahren wie er in Art. 1 Abs. 2 ArGV 4 abschlies-

send aufgezählt wird. Es handelt sich somit von vornherein nicht um 

einen plangenehmigungspflichtigen Betrieb, so dass auch keine kan-

tonale Zuständigkeit nach Art. 29 Abs. 1 Bst. g EG-USG gegeben ist. 

Die vorfrageweise Beurteilung der Zuständigkeit fällt in den Kompe-

tenzbereich der Rekursinstanz, umso mehr als es sich um eine einfa-

che und klare Regelung der Zuständigkeit handelt und die Rekurren-

tinnen keinerlei konkrete Anhaltspunkte für die Zuständigkeiten des 

AWA vorbringen können. Die blosse Behauptung, wonach das AWA 

beim neuen Baugesuch betreffend Einhausung mitzuständig sei, 

reicht hierfür nicht aus. Es gehört zum Aufgabenbereich der AWA bzw. 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 82/2021), Seite 15/32 

 

des Arbeitsinspektorats Arbeitnehmer, Arbeitgeber, Planer und Behör-

den in Fragen der Arbeitssicherheit, des Gesundheitsschutzes sowie 

der Arbeits- und Ruhezeiten zu beraten (vgl. <www.sg.ch>, Rubriken 

"Wirtschaft & Arbeit", "Arbeitnehmende" und "Arbeitssicherheit und 

Gesundheitsschutz"). Entsprechend erübrigt sich auch die Einholung 

eines Amtsberichts wie auch die Sistierung des Rekursverfahrens. Die 

Rüge der Rekurrentinnen, die Vorinstanz sei für die Anwendung der 

Lärmschutzvorschriften unzuständig, erweist sich damit als unbegrün-

det.  

 

3.3 Der Vollständigkeit halber ist auch die Zuständigkeit der  

Vorinstanz betreffend der verfügten Massnahmen im Zusammenhang 

mit Gewässerschutz, Abfall und Staubemissionen zu prüfen.  

 

3.3.1 Die Gewässerschutzpolizei im Sinn von Art. 49 des Bundesge-

setzes über den Schutz der Gewässer (SR 814.20; abgekürzt GSchG) 

ist Aufgabe der politischen Gemeinde (Art. 49 Abs. 1 EG-USG). Also 

ist es deren Aufgabe die Gewässer zu beaufsichtigen und diesbezüg-

lich erforderliche Massnahmen zur Abwendung drohender Schädigun-

gen zu ergreifen (J. BORLAT, in: Hettich/Jansen/Norer [Hrsg.], Kom-

mentar zum Gewässerschutzgesetz und zum Wasserbaugesetz, Zü-

rich/Basel/Genf 2016, Art. 49 GSchG N 22). Die Zuständigkeit der Vo-

rinstanz ist hinsichtlich der verfügten Massnahmen zum Gewässer-

schutz somit nicht zu beanstanden. 

 

3.3.2 Gemäss Art. 41 EG-USG vollzieht zwar grundsätzlich der Kan-

ton die eidgenössischen Vorschriften über Abfälle. Die Entsorgung von 

Siedlungsabfällen obliegt jedoch den politischen Gemeinden (Art. 44 

Abs. 1 Bst. a EG-USG). Siedlungsabfälle werden in Art. 3 Bst. a der 

eidgenössischen Verordnung über die Vermeidung und die Entsor-

gung von Abfällen (SR 814.600; abgekürzt VVEA) definiert. Neben Ab-

fällen aus Haushalten (Ziff. 1), handelt es sich auch bei Abfällen aus 

Unternehmen mit weniger als 250 Vollzeitangestellten um Siedlungs-

abfälle, wenn die Zusammensetzung betreffend Inhaltsstoffe und Men-

genverhältnisse mit Abfällen aus Haushalten vergleichbar ist (Ziff. 2). 

Die B.___ AG hat weit weniger als 250 Vollzeitangestellte und es be-

stehen keine Gründe zur Annahme, dass der anfallende Abfall nicht 

mit Haushaltsabfällen vergleichbar ist. Damit ist ohne Weiteres von 

Siedlungsabfällen auszugehen (vgl. Bundesamt für Umwelt [BAFU], 

Definition Siedlungsabfälle, abrufbar unter <www.bafu.admin.ch> 
Rubriken "Thema Abfall", "Fachinformationen", "Abfallpolitik und Mas-

snahmen", "Abfallverordnung (VVEA)", "Vollzug der VVEA", "Defini-

tion Siedlungsabfälle"), wofür die Vorinstanz gemäss Art. 44 Abs. 1 

Bst. a EG-USG zuständig ist.  

 

3.4 Anders präsentiert sich die Rechtslage dagegen bei den verfüg-

ten Massnahmen betreffend Staubemissionen. Staub stellt grundsätz-

liche eine Luftverunreinigung gemäss Art. 7 Abs. 3 des Bundesgeset-

zes über den Umweltschutz (SR 814.01; abgekürzt USG) dar. Art. 24 

EG-USG sieht vor, dass der Kanton die eidgenössischen Vorschriften 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 82/2021), Seite 16/32 

 

über die Luftreinhaltung vollzieht, soweit keine besonderen Vorschrif-

ten gelten. Gemäss Art. 25 Abs. 1 EG-USG beschränkt sich die Zu-

ständigkeit der Gemeinden im Bereich Luftreinhaltung auf folgende 

Vorschriften: a) bei Feuerungsanlagen für Kohle oder Holzbrennstoffe 

mit einer Feuerungswärmeleistung bis 70 kW; b) bei Feuerungsanla-

gen für Heizöl «Extra leicht» oder Gas mit einer Feuerungswärmeleis-

tung bis 1 MW; c) bei Tierhaltungsbetrieben, ausgenommen bei Hof-

düngeranlagen; d) bei Tiefgaragen und Parkhäusern; e) bei gastge-

werblich genutzten Anlagen; f) bei Verkehrsanlagen, welche die politi-

sche Gemeinde bewilligt, ausgenommen wenn eine kantonale Stelle 

nach der Gesetzgebung über den Arbeitnehmerschutz für die Anlage 

zuständig ist. Vorbehalten bleiben die Zuständigkeiten nach der Stras-

senverkehrsgesetzgebung; g) bei Baustellen, ausgenommen bei kan-

tonalen Gewässern und Kantonsstrassen; h) im Zusammenhang mit 

dem Verbrennen von Abfällen im Freien. Zumal die Staubemissionen 

vom strittigen Werkplatz nicht unter die besonderen Vorschriften nach 

Art. 25 EG-USG fallen, ist der Kanton für den Vollzug der eidgenössi-

schen Vorschriften über die Luftreinhaltung zuständig. Damit erweist 

sich die Vorinstanz für den Erlass von Massnahmen betreffend Stau-

bemissionen als unzuständig. Bereits aus diesem Grund ist die ange-

fochtene Ziff. 5 – Besprühung mit Wasser zur Verhinderung von  

Staubentwicklungen – aufzuheben bzw. als nichtig anzusehen.  

 

4.  

Wie bereits im Rekursverfahren Nr. 20-10161 rügen die 

Rekurrentinnen erneut eine Verletzung der Ausstandspflicht durch die 

juristische Sachbearbeiterin der Vorinstanz. V.___ wohne rund 200 m 

Luftlinie nördlich vom strittigen Gerüstbaubetrieb und habe daher ein 

persönliches Interesse am Erlass der lärmreduzierenden Massnah-

men. Das persönliche Interesse zeige sich auch in der 

raschen Behandlung der Lärmklage. 

 

4.1 Als Ausfluss des in Art. 29 Abs. 1 der Bundesverfassung 

(SR 101; abgekürzt BV) enthaltenen Anspruchs auf eine unabhängige 

und unparteiliche Verfahrensführung in Verfahren vor Gerichts- und 

Verwaltungsinstanzen durch eine ordnungsgemäss zusammenge-

setzte Behörde ergibt sich eine allgemeine Ausstandspflicht für Behör-

denmitglieder oder Beamte, welche ein persönliches Interesse an dem 

zu behandelnden Geschäft haben, mit einem Verfahrensbeteiligten 

nahe verwandt sind oder für die sich aus anderen Umständen eine 

Befangenheit ergibt; eine tatsächliche Befangenheit muss nicht gege-

ben sein, es genügt bereits, wenn bei objektiver Betrachtung der An-

schein der Befangenheit entstehen kann (CAVELTI/VÖGELI, Verwal-

tungsgerichtsbarkeit im Kanton St.Gallen – dargestellt an den Verfah-

ren vor dem Verwaltungsgericht, 2. Aufl., St.Gallen 2003, Rz. 175). 

Dementsprechend bestimmt Art. 7 Abs. 1 VRP, dass Behördemitglie-

der, öffentliche Angestellte und amtlich bestellte Sachverständige von 

sich aus in Ausstand zu treten haben, wenn sie selbst, ihre Verlobten 

oder Ehegatten, ihre eingetragenen Partner, ihre Verwandten und Ver-

schwägerten bis und mit dem dritten Grad, ihre Adoptiv-, Pflege- oder 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 82/2021), Seite 17/32 

 

Stiefeltern oder ihre Adoptiv-, Pflege- oder Stiefkinder, der eingetra-

gene Partner eines Elternteils oder die Kinder des eingetragenen Part-

ners an der Angelegenheit persönlich beteiligt sind (Bst. a), wenn sie 

Vertreter, Beauftragte, Angestellte oder Organe einer an der Angele-

genheit beteiligten Person sind oder in der Sache Auftrag erteilt haben 

(Bst. b), wenn sie bei einer Anordnung der Vorinstanz mitgewirkt ha-

ben (Bst. bbis) oder wenn sie aus anderen Gründen befangen erschei-

nen (Bst. c). Es genügt dabei, wenn die Person befangen sein könnte 

oder befangen erscheint. Allein das persönliche Empfinden einer Par-

tei reicht dafür aber nicht aus. Das Misstrauen in die Unabhängigkeit 

und Unparteilichkeit muss durch vernünftige Gründe objektiv gerecht-

fertigt sein (CAVELTI/VÖGELI, a.a.O., Rz. 191). 

 

4.2 Im verwaltungsinternen Verfahren bejaht das Bundesgericht 

eine diesbezügliche Ausstandspflicht in der Regel nur dann, wenn das 

betreffende Behördenmitglied oder der Beamte ein persönliches Inte-

resse an dem zu behandelnden Geschäft hat. Im Zusammenhang mit 

Vorabklärungen bei Verwaltungsbehörden, für die bei komplexen 

Sach- und Rechtsfragen ein Bedürfnis bestehen kann, dürfen die 

Äusserungen der Behörde aber nicht den Eindruck erwecken, diese 

habe sich bereits ihre Meinung in Bezug auf ein konkretes Vorhaben 

gebildet. Äusserungen dürfen nicht einer abschliessenden Beurteilung 

gleichkommen (Entscheid des Bundesgerichtes 1C_150/2009 vom 

8. September 2009 Erw. 3.5.2). In jedem Fall ist eine Beurteilung aller 

konkreten Umstände nötig. Massgebend sind sowohl die behördliche 

Organisation als auch die Funktionen, welche die Betreffenden wahr-

zunehmen haben, sowie ihre Stellung im konkreten Verfahren. Eine 

Ausstandspflicht besteht nach der verwaltungsgerichtlichen Recht-

sprechung in Fällen wie dem Vorliegenden nur dann, wenn die Person 

selbst Partei des Verfahrens ist oder ein persönliches Interesse am 

Verfahrensgegenstand hat und insoweit in "eigener Sache" entschei-

det. Bei Wahrung öffentlicher Interessen besteht grundsätzlich keine 

Ausstandspflicht (Entscheid des Verwaltungsgerichtes B 2020/120 

vom 22. Februar 2021 Erw. 2.5.1). 

 

4.3 Wie aus den Vorakten hervorgeht, instruierte V.___ als juristi-

sche Sachbearbeiterin das vorinstanzliche Verfahren. Damit hat sie 

die angefochtenen Anordnungen vorbereitet bzw. daran mitgewirkt. 

Als Sachbearbeiterin gehört V.___ zwar nicht der entscheidenden Be-

hörde an. Jedoch umfasst die allgemeine Ausstandspflicht nicht nur 

Behördenmitglieder, sondern auch öffentliche Angestellte. Es ist un-

bestritten, dass V.___ in der Liegenschaft W.___strasse (Grundstück 

Nr. 009) in Z.___ wohnhaft ist. Das Grundstück liegt etwa 200 m Luft-

linie vom Gerüstbaubetrieb entfernt an erhöhter Lage. Zwischen dem 

Grundstück Nr. 009 und dem Gerüstbaubetrieb befinden sich diverse 

Industrie- und Wohngebäude. Es ist daher davon auszugehen, dass 

die Lärmemissionen des Gerüstbaubetriebs durch die Gebäude teil-

weise gebrochen bzw. gedämpft werden. Jedenfalls ist V.___ den 

Emissionen nicht gleich ausgesetzt, wie etwa die Rekursgegner 1 auf 

Grundstück Nr. 005 oder der Rekursgegner 2 auf Grundstück Nr. 003. 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 82/2021), Seite 18/32 

 

Ebenso wenig kann aber ausgeschlossen werden, dass V.___ die 

Lärmemissionen auch trotz weiterer Entfernung wahrnimmt. 

 

4.4 Die vorliegende räumliche Nähe von 200 m reicht für sich alleine 

nicht aus, um den Anschein der Befangenheit zu erwecken. Denn für 

den Anschein der Befangenheit sprechende Umstände müssen 

jeweils im Einzelfall unter Berücksichtigung der Funktion und Organi-

sation der betroffenen Verwaltungsbehörde gewichtet werden (BGE 

137 II 431 Erw. 5.2). Vielerorts ist es üblich, dass Behördenmitglieder 

wie auch öffentliche Angestellte – teils auch aufgrund einer Wohnsitz-

pflicht – im Zuständigkeitsgebiet der politischen Gemeinde leben. 

Würde alleine auf die räumliche Nähe abgestellt werden, müssten Be-

hördenmitglieder und öffentliche Angestellte – vor allem in kleinräumi-

gen Gemeinden – mit einer hohen Regelmässigkeit in den Ausstand 

treten. Das alleinige Kriterium der räumlichen Nähe würde die beför-

derliche Behandlung der Geschäfte aufgrund zahlreicher Ausstands-

begehren massgeblich erschweren. Aus diesem Grund sind auch Ab-

lehnungs- und Ausstandsbegehren gegen nicht richterliche Justizper-

sonen bzw. gegen Personen die an einem Verwaltungsentscheid in 

irgendeiner Form beratend oder instruierend mitwirken, grundsätzlich 

nicht leicht gutzuheissen (BGE 137 II 431 Erw. 5.2).  

 

4.5 Aufgrund der grossen Distanz zum lärmemittierenden Betrieb 

braucht es im vorliegenden Fall noch weitere Umstände, welche auf 

ein persönliches Interesse am Erlass der angefochtenen Massnahmen 

hinweisen. Die Rekurrentinnen bringen vor, dass sich das persönliche 

Interesse aus dem Verfahrensablauf ergebe. Die Behandlung von 

Lärmklagen sei üblicherweise Sache des Bauamtes. Dennoch sei der 

Fall V.___ als Mitarbeiterin der Gemeindekanzlei zugewiesen worden. 

Sodann sei auffällig, dass die Lärmklage am Tag der Anhängigma-

chung sogleich durch V.___ behandelt worden sei. Zusätzlich wird gel-

tend gemacht, dass V.___ während dem Rekursverfahren Nr. 20-

10161 mit den Rekursgegnern Gespräche geführt und sich für die An-

liegen von G.___ (Rekursgegner 1) eingesetzt habe. Weiter habe 

V.___ telefonische Nachforschungen beim Architekten der Rekurren-

tinnen über deren Planungsabsichten getätigt. 

 

4.6 Von der beförderlichen Behandlung einer Lärmklage kann 

selbstverständlich nicht auf ein persönliches Interesse der zuständi-

gen Sachbearbeiterin geschlossen werden. Ebenso wenig deutet die 

Tatsache, dass das Verfahren von der juristischen Mitarbeiterin der 

Gemeindekanzlei – und nicht etwa der Bauverwaltung – instruiert 

wurde, auf ein persönliches Interesse hin. Dies umso mehr, als die 

entscheidende Behörde ja auch der Gemeinderat ist. Als juristische 

Mitarbeiterin instruierte V.___ das Verfahren betreffend Lärmklage. 

Die Verfahrensinstruktion umfasst eine Vielzahl von Handlungen. Die 

Instruktion dient der organisatorischen Leitung des Verfahrens, hat 

aber auch eine inhaltliche Funktion. Durch die Verfahrensleitung wird 

der Verfahrensgegenstand festgelegt, es werden also jene Rechtsfra-

gen bestimmt, die mittels Verfügung oder Entscheid zu beantworten 

sind. Zudem dient die Verfahrensleitung durch die Erhebung des 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 82/2021), Seite 19/32 

 

Sachverhalts der Vorbereitung des behördlichen Beschlusses (R. 

WIDMER, in: Rizvi/Schindler/Cavelti [Hrsg.], Praxiskommentar zum Ge-

setz über die Verwaltungsrechtspflege (VRP), Zürich/St.Gallen 2020, 

Art. 20 N 5). Allein aus der Tatsache, dass V.___ mit den Lärmklägern 

eine Besprechung durchgeführt hat, kann demnach noch kein persön-

liches Interesse abgeleitet werden. Ein solches Vorgehen ist höchs-

tens unter dem Gesichtspunkt des rechtlichen Gehörs fragwürdig. 

Ebenso wenig zeugt die Weiterleitung der E-Mailanfrage vom 3. März 

2021 sowie die telefonische Abklärung beim rekurrentischen Architek-

ten von einem persönlichen Interesse.  

 

4.7 Aufgrund des Gesagten ist festzuhalten, dass die vorgebrachten 

Umstände weder für sich alleine, noch in ihrer Gesamtheit ausreichen, 

um den Anschein der Befangenheit zu begründen. Entsprechend hätte 

V.___ auch nicht in den Ausstand treten müssen; die Rüge der Rekur-

rentinnen erweist sich als unbegründet.  

 

5.  

Die Rekurrentinnen rügen, dass eine Überschreitung der Planungs-

werte gar nicht feststehe. Das Lärmgutachten Gutachten R.___ AG 

vom 4. Dezember 2018 basiere auf Messungen, welche vor mehr als 

zwei Jahren durchgeführt worden und bereits damals mit erheblichen 

Unsicherheiten behaftet gewesen seien. Sodann hätten die Rekurren-

tinnen seit den Messungen im Jahr 2018 Massnahmen zur Reduktion 

der Lärmimmissionen getroffen. So sei die Betriebsfläche verkleinert 

und die Mitarbeitenden auf eine sorgfältigere Materialhandhabe ge-

schult worden.  

 

5.1 Gemäss Art. 36 Abs. 1 LSV ermittelt die Vollzugsbehörde die 

Aussenlärmimmissionen ortsfester Anlagen oder ordnet deren Ermitt-

lung an, wenn sie Grund zur Annahme hat, dass die massgebenden 

Belastungsgrenzwerte überschritten sind oder ihre Überschreitung zu 

erwarten ist. Die Frage, ob Grund zur Annahme besteht, dass die Be-

lastungsgrenzwerte überschritten werden, verlangt eine vorwegge-

nommene Würdigung der Lärmsituation. Dabei dürfen keine hohen 

Anforderungen an die Wahrscheinlichkeit einer Überschreitung der 

Belastungsgrenzwerte gestellt werden. Es reicht bereits aus, wenn 

eine Überschreitung der Belastungsgrenzwerte möglich erscheint, d.h. 

beim aktuellen Kenntnisstand nicht ausgeschlossen werden kann. Ist 

dies der Fall, so ist die Behörde zur Durchführung eines Beweis- und 

Ermittlungsverfahrens nach den Art. 36 ff. LSV und den Anhängen 2 

bis 7 LSV verpflichtet, ohne dass ihr insoweit ein Ermessensspielraum 

zustünde.  

 

5.2 Im Verwaltungsverfahren gilt grundsätzlich die Untersuchungs-

maxime. Die Verwaltungsbehörden haben den rechtserheblichen 

Sachverhalt von Amtes wegen richtig und vollständig zu ermitteln und 

die Beweise zu erheben (CAVELTI/VÖGELI, a.a.O., Rz. 589 mit Hinwei-

sen). Nach Art. 12 VRP ermittelt die Behörde oder das von ihr beauf-

tragte Verwaltungsorgan den Sachverhalt und erhebt die Beweise von 

Amtes wegen. Die Behörde muss die entscheidrelevanten Tatsachen 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 82/2021), Seite 20/32 

 

mindestens so weit abklären, dass diese im Rahmen des im konkreten 

Fall erforderlichen Beweismasses als erstellt gelten können. Der Um-

fang des abzuklärenden Sachverhalts ergibt sich also einerseits aus 

den Tatbestandsmerkmalen der anzuwendenden Rechtsnorm, ande-

rerseits aus dem Beweismass. Dabei sind alle zu erhebenden Tatsa-

chen so zu beweisen, dass das geforderte Beweismass erreicht ist. 

Die Behörde hat ein weites Ermessen, ob über eine Tatsache Beweis 

erhoben werden soll, ab wann sie als bewiesen gilt oder ob zusätzliche 

Beweismittel notwendig sind. Eine sogenannte antizipierte Beweiswür-

digung ist zulässig und aus Gründen der Verfahrensökonomie sogar 

erforderlich. Bei notwendigen Beweisen, die von den Beteiligten be-

zeichnet, nicht aber selbst beigebracht werden können (etwa weil sie 

sie nicht besitzen), ist die Behörde aus Gründen des rechtlichen Ge-

hörs und der Untersuchungsmaxime zu entsprechenden eigenen Be-

weiserhebungsmassnahmen verpflichtet. Dabei verlangt der Grund-

satz der Verhältnismässigkeit, dass Beweismittel geeignet, erforder-

lich und zumutbar sind. Die Art der Ausübung des Ermessens ist im-

merhin offenzulegen, indem die Begründung des Entscheids über die 

Beweiswürdigung Auskunft zu geben hat (B. MÄRKLI, in: Rizvi/Schind-

ler/Cavelti [Hrsg.], Praxiskommentar zum Gesetz über die Verwal-

tungsrechtspflege (VRP), Zürich/St.Gallen 2020, Art. 12 N 17 und 20). 

 

5.3 Es ist unbestritten, dass es sich beim im Jahr 2015 bewilligten 

Werkplatz um eine neue ortsfeste Anlage im Sinn von Art. 25 USG 

handelt, für welche die Planungswerte für Industrie- und Gewerbelärm 

gemäss Anhang 6 der LSV massgebend sind. Die Wohnhäuser der 

Rekursgegner befinden sich in der Landwirtschaftszone bzw. im übri-

gen Gemeindegebiet. Gemäss Art. 9 des Baureglements der Politi-

schen Gemeinde Z.___ vom 15. Dezember 2009 wird die Landwirt-

schaftszone sowie das übrige Gemeindegebiet der Empfindlichkeits-

stufe III zugeordnet. Gemäss Anhang 6 LSV betragen die Planungs-

werte für die Empfindlichkeitsstufe III für den Tag (7 bis 19 Uhr) 

60 dB(A) und 50 dB(A) für die Nacht (19 bis 7 Uhr).  

 

5.4 Im Rahmen des Lärmgutachtens der R.___ AG vom 4. Dezem-

ber 2018 wurde der Lärmpegel des bestehenden Betriebs auf Teilflä-

che 1 gemessen. Gestützt auf sechs Messungen kamen die Gutachter 

zum Schluss, dass die massgeblichen Planungswerte für Industrie- 

und Gewerbelärm bei einem mittleren Beurteilungspegel von 

64,5 dB(A) [Tag] bzw. 50,5 dB(A) [Nacht] überschritten seien. Das 

Verwaltungsgericht hat im Urteil B 2020/94 vom 17. Februar 2021 fest-

gehalten, dass keine triftigen Gründe bestünden, um von den gut-

achterlichen Lärmberechnungen abzuweichen (Erw. 5.3.3). 

 

5.5 Im Schreiben vom 5. November 2021 führt die R.___ AG zwar 

aus, dass aufgrund der zwischenzeitlich eingeleiteten Massnahmen 

(gemeint Personalschulung sowie Verkleinerung und Verschiebung 

der Betriebsfläche) umfassende Messungen notwendig seien. Die Re-

kurrentinnen – wie auch die Gutachterin R.___ AG – verkennen aber, 

dass die bloss behaupteten Massnahmen weder überprüfbar und noch 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 82/2021), Seite 21/32 

 

vollstreckbar sind. Selbst wenn die behaupteten Massnahmen tat-

sächlich vorgenommen worden sein sollten, stünde es den Rekurren-

tinnen jederzeit frei, die Nutzung wieder zu intensivieren. Entspre-

chend stellt sich auch das AFU auf den Standpunkt, dass die behaup-

teten Massnahmen kaum andere Ergebnisse als die bisher Bekannten 

erzielen dürften und auf dem Werkplatz daher auf jeden Fall weitere 

Lärmschutzmassnahmen zu treffen seien, um die Einhaltung der Pla-

nungswerte nachhaltig sicherzustellen. Auch das Verwaltungsgericht 

hielt im Urteil B 2020/94 vom 17. Februar 2021 fest, dass die damals 

vorgeschlagenen Massnahmen als dauerhafte Lösung wenig geeignet 

scheinen. Jedoch bleibe es der Betreiberin unbenommen, die Mass-

nahmen mit einem neuen Baugesuch zu konkretisieren und ein detail-

liertes, realistisches Konzept zur Beurteilung einzureichen (Erw. 6). 

Ein solches Konzept fehlt jedoch. Vor diesem Hintergrund durfte die 

Vorinstanz im Sinn der antizipierten Beweiswürdigung wie auch aus 

Gründen der Verfahrensökonomie auf erneute Messungen verzichten. 

Schliesslich kommt hinzu, dass am Augenschein im damaligen  

Rekursverfahren Nr. 19-2444 betreffend Betriebserweiterung die Ver-

treterin des AFU festgestellt hat, dass vom Wohnhaus des damaligen 

Rekursgegners 4 ein Teil des Werkplatzes direkt einsehbar ist. Der 

Lärm dringt somit ungehindert in die noch empfindlichere Wohnzone 

(BDE Nr. 40/2020 vom 8. Mai 2020 Erw. 8).  

 

5.6 Die Rüge der Rekurrentinnen, die Vorinstanz habe den Sach-

verhalt unvollständig und unrichtig abgeklärt, erweist sich somit als un-

begründet. Auch ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz den 

Antrag auf Herausgabe von weiteren Messdaten abgewiesen hat, lie-

gen doch die vollständigen Messdaten bereits dem Lärmgutachten 

bei. Auch hierüber hat das Verwaltungsgericht mit Urteil B 2020/94 be-

reits befunden (Erw. 5.3.4).  

 

6.  

Das Vorliegen einer rechtskräftigen Baubewilligung schliesst nicht 

aus, dass die effektive Lärmsituation gegen die öffentlich-rechtlichen 

Vorschriften verstösst – sei es aufgrund mangelhafter Abklärung, 

Rechnungsfehler, einer nicht richtig vorausgesehenen Lärmentwick-

lung oder anderer Gründe. Die Baubewilligung verleiht keine wohler-

worbenen Rechte in Bezug auf die Lärmsituation, wenn diese dem gel-

tenden Recht widerspricht. Vielmehr ergeht eine Bewilligung für lär-

mige Anlagen unter dem (ausdrücklichen oder impliziten) Vorbehalt 

einer späteren Anordnung oder Ergänzung der Massnahmen zur 

Emissionsbegrenzung (vgl. Urteil des Bundesgerichtes 1C_498/2019 

vom 21. Oktober 2020 Erw. 4.2). Nach Art. 16 Abs. 1 USG müssen 

Anlagen, die den Vorschriften des Umweltschutzgesetzes nicht genü-

gen, saniert werden. Zu diesen Vorschriften zählt auch Art. 11 Abs. 2 

und 3 USG, wonach Emissionen im Rahmen der Vorsorge unabhängig 

von der bestehenden Umweltbelastung so weit zu begrenzen sind, als 

dies technisch und betrieblich möglich und wirtschaftlich tragbar ist 

(Abs. 2). Wenn feststeht oder zu erwarten ist, dass die Einwirkungen 

unter Berücksichtigung der bestehenden Umweltbelastung schädlich 

oder lästig werden, sind die Emissionsbegrenzungen zu verschärfen 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 82/2021), Seite 22/32 

 

(Abs. 3). Art. 7 Abs. 1 LSV konkretisiert die Emissionsbegrenzungen 

bei neuen ortsfesten Anlagen. Demnach müssen die Lärmemissionen 

nach den Anordnungen der Vollzugsbehörde soweit begrenzt werden 

(Bst. a) als dies technisch und betrieblich möglich sowie wirtschaftlich 

tragbar ist und (Bst. b) dass die von der Anlage allein erzeugten  

Lärmimmissionen die Planungswerte nicht überschreiten. Solche Be-

grenzungen werden gemäss Art. 12 Abs. 2 USG durch Verordnungen 

oder, soweit diese nichts vorsehen, durch unmittelbar auf das Umwelt-

schutzgesetz abgestützte Verfügungen vorgeschrieben (R. HUNGER, 

Die Sanierungspflicht im Umweltschutz- und im Gewässerschutzge-

setz, Zürich/Basel/Genf 2010, S. 60; BGE 125 II 366 Erw. 2b; BGE 116 

Ib 393 Erw. 3). Schutzmassnahmen nach Art. 12 Abs. 2 USG sind nicht 

erst zu ergreifen, wenn die Umweltbelastung schädlich oder lästig 

wird, sondern es müssen gestützt auf das Vorsorgeprinzip schon 

sämtliche unnötigen Emissionen vermieden werden (Urteil des Bun-

desgerichtes 1C_297/2009 vom 18. Januar 2010 Erw. 2.1).  

 

6.1 Wie aus dem Gutachten R.___ AG vom 4. Dezember 2018 her-

vorgeht überschreitet der bestehende Werkplatz die massgebenden 

Planungswerte deutlich. Sogar das von den Rekurrentinnen damals in 

Auftrag gegebene Gutachten X.___ vom 19. Juli 2019 geht davon aus, 

dass der Planungswert am Tag um 1 bis 2 dB(A) überschritten wird 

(BDE Nr. 40/2020 vom 8. Mai 2020 Erw. 8). Hinzu kommt, dass die 

Rekurrentinnen den offenen Werkplatz ohne griffige vorsorgliche 

Emissionsbegrenzungen betreiben. Im Bereich des Lärmschutzes gel-

ten die Voraussetzungen der Einhaltung der Planungswerte und der 

vorsorglichen Emissionsbegrenzung kumulativ. Damit genügt der 

Werkplatz offensichtlich nicht den Vorschriften des Umweltschutzge-

setzes, weshalb gestützt auf Art. 12 Abs. 2 USG grundsätzlich Emis-

sionsbegrenzungen anzuordnen sind. 

 

6.2 Emissionsbegrenzungen werden in Art. 2 Abs. 2 LSV wie folgt 

definiert: Es sind technische, bauliche, betriebliche, verkehrslenkende, 

-beschränkende oder -beruhigende Massnahmen an Anlagen sowie 

bauliche Massnahmen auf dem Ausbreitungsweg der Emissionen. Sie 

sind geeignet, die Erzeugung oder Ausbreitung des Aussenlärms zu 

verhindern oder zu verringern. Für das Mass der Anpassung kann auf 

die Vorschriften zur Sanierung zurückgegriffen werden (H. WIESTNER, 

Lärmschutz in der Praxis, in: KPG-Bulletin 2/2011, S. 74, abrufbar  

unter https://www.bve.be.ch/bve/de/index/di-rektion/organisation/ra/ 

downloads_publikationen.html). In erster Linie sind Massnahmen an 

der Quelle zu ergreifen. In zweiter Linie kommen auf Seite der Be-

troffenen passive Schallschutzmassnahmen in Betracht. Die Vollzugs-

behörden haben nach Art. 13 Abs. 3 LSV jene Massnahmen den Vor-

zug zu geben, welche die Lärmerzeugung verhindern oder verringern. 

Weil im Bereich des Lärmschutzes die Voraussetzungen der Einhal-

tung der Planungswerte und der vorsorglichen Emissionsbegrenzung 

kumulativ gelten, hat die Vollzugsbehörde – auch wenn ein Projekt die 

Planungswerte einhält – anhand der in Art. 11 Abs. 2 USG und Art. 7 

Abs. 1 Bst. a LSV genannten Kriterien zu prüfen, ob das Vorsorgeprin-

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 82/2021), Seite 23/32 

 

zip weitergehende Beschränkungen erfordert (Urteil des Bundesge-

richtes 1C_506/2008 vom 12. Mai 2009 Erw. 3.3). Daraus folgt, dass 

sich die Vollzugsbehörde nicht darauf beschränken darf, dem Gesuch-

steller die Auswahl zwischen verschiedenen, die Planungswerte ein-

haltenden Projektvarianten zu gewähren. Vielmehr hat sie sich für jene 

Massnahme zu entscheiden, welche im Rahmen des Vorsorgeprinzips 

und des Verhältnismässigkeitsprinzips (Art. 5 Abs. 2 BV) den besten 

Lärmschutz gewährleistet. Dies kann auch dazu führen, dass ver-

schiedene Lärmschutzmassnahmen kumulativ anzuordnen sind 

(A. GRIFFEL/ H. RAUSCH, Kommentar zum Umweltschutzrecht, Ergän-

zungsband zur 2. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2011, Art. 11 N 11).  

Weiter verlangt Art. 16 Abs. 3 USG, dass eine Behörde, bevor sie er-

hebliche Sanierungsmassnahmen anordnet, beim Inhaber der Anlage 

Sanierungsvorschläge einholt. Abs. 3 überlässt so den Inhabern von 

sanierungspflichtigen Anlagen einen Teil des Entscheidungsspiel-

raums bei der Anwendung von Sanierungsvorschriften (A. SCHRADE/ 

H. WIESTNER, in: A. Kölz [Hrsg.], Kommentar zum Umweltschutzge-

setz, Zürich 2004, Art. 16 N 89). 

 

6.3 Gemäss dem Schreiben des Gutachters R.___ AG vom 5. No-

vember 2020 gibt es nur wenige Möglichkeiten, um die Emissionen 

effektiv einzuschränken. Dazu gehöre die Einhausung des gesamten 

Areals oder zumindest des lärmintensiven Teils; die Verlegung des 

Werkplatzes an einen weniger sensiblen Ort; die Schulung des Perso-

nals sowie die zeitliche Einschränkung des Betriebs. Andere Mass-

nahmen machen die Rekurrentinnen nicht geltend und sind auch nicht 

ersichtlich.  

 

6.4 Bauliche Massnahmen – sei es eine komplette Einhausung oder 

mindestens eine Teileinhausung der lärmintensiven Teile – sind  

sicherlich geeignete Mittel, um die Lärmemissionen zu reduzieren. Es 

ist daher grundsätzlich nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz die 

Rekurrentinnen angewiesen hat, bauliche Massnahmen zu ergreifen. 

Wie aber bereits eingangs unter Ziff. 1.3 ausgeführt, kann die allge-

meine Anweisung zur Vornahme baulichen Massnahmen nicht voll-

streckt werden. Den Rekurrentinnen ist zugute zu halten, dass sie am 

30. April 2021 ein Baugesuch für die Erstellung einer Werkhalle einge-

reicht haben.  

 

6.5 Als weitere Massnahmen nennt der Gutachter die Verlegung 

des Werkplatzes an einen weniger sensiblen Ort, die Schulung des 

Personals sowie die zeitliche Einschränkung des Betriebs. Die Verle-

gung des Werkplatzes an einen anderen Ort kommt von vornherein 

nicht in Frage, da eine Verlegung gar nicht vollstreckbar wäre. Hin-

sichtlich Schulungen äusserte das Verwaltungsgericht im Urteil 

B 2020/94 vom 17. Februar 2021 bereits Zweifel. Auch das AFU beur-

teilte mit Amtsbericht vom 20. September 2021 Schulungsmassnah-

men als wenig geeignet, um die Planungswerte nachhaltig einzuhal-

ten. Auch wenn die Schulungen regelmässig durchgeführt würden und 

die Effektivität der Massnahmen kontrollierte werden könnte, so be-

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 82/2021), Seite 24/32 

 

steht dennoch die Gefahr, dass im Alltag das Material wegen Zeit-

drucks doch nicht lärmarm geladen wird. Dieser Problematik sind sich 

auch die Rekurrentinnen bewusst, führen sie doch selbst in den Be-

triebsgrundlagen zum Baugesuch der Werkhalle aus, dass die ver-

langsamten Ladevorgänge zu Mehrkosten führen, welche Auswirkun-

gen auf die Konkurrenzfähigkeit hätten. Personalschulung erscheinen 

daher – selbst wenn die Rekurrentinnen ein konkretes Konzept vorge-

legt hätten – als ungeeignet.  

 

6.6 Damit bleibt als Sanierungsmassnahme lediglich noch die Ein-

schränkung der Betriebszeiten. Die Beschränkung der Betriebszeiten 

kommt bei allen Lärmarten in Frage. Sie ist grundsätzlich ein effizien-

tes Mittel, den Lärm während den empfindlichen Zeiten zu vermeiden 

(R. HUNGER, a.a.O., S. 68). Der Gutachter R.___ AG hält im Schreiben 

vom 23. Oktober 2020 fest, dass ausgehend vom mittleren Wert der 

Messungen der Tageswert von 64,5 dB(A) auf den Planungswert von 

60 dB(A) gesenkt werden müsste. Mit der Berechnungsformel nach 

LSV ergäbe das für den Tag eine maximale Betriebszeit von 0,9 h. 

Gegenüber der aktuellen Betriebsdauer von 2,57 h seien das noch 

35 Prozent.  

 

6.7 Gestützt auf die Einschätzung des Gutachters hat die Vorinstanz 

die täglichen Betriebszeiten auf drei Stunden eingeschränkt. Dies vor 

dem Hintergrund, dass Werktags durchschnittlich neun Stunden gear-

beitet werden würde, so dass bei einer Reduktion auf 35 Prozent noch 

drei Stunden zur Verfügung stehen würden. Die zeitliche Einschrän-

kung brächte eine deutlich wahrnehmbare Minderung der Lärmbelas-

tung mit sich. Damit die Massnahme auch durchgesetzt und kontrol-

liert werden könne, müsse es sich um ein klar definiertes Zeitfenster 

handeln. Wann das dreistündige Zeitfenster ausserhalb der Nacht- 

und Ruhezeiten eingesetzt werde, sei der Vorinstanz nicht von Bedeu-

tung. Wichtig sei, dass die Festlegung des Zeitfensters endgültig sei 

und während der gesamten Dauer der befristeten Massnahmen gelte. 

Weiter führt die Vorinstanz aus, dass die zeitlichen Einschränkungen 

als Überbrückungslösung gesehen würden, bis die lärmintensiven Ar-

beiten eingehaust seien. Denn auch unter Einhaltung eines Zeitfens-

ters sei der heutige Zustand keine Dauerlösung. Deswegen sei die 

Massnahme an die Bedingung zu knüpfen, dass mit den baulichen 

Massnahmen für die Einhausung innert sechs Monaten nach Rechts-

kraft der Baubewilligung begonnen werde und diese innerhalb von ein-

einhalb Jahren nach Baubeginn vollendet seien. Werde die zusätzli-

che Bedingung nicht eingehalten, sei das festgesetzte Zeitfenster der 

möglichen Nutzung noch während einer Toleranzfrist von sechs Mo-

naten gültig, bevor ein komplettes Nutzungsverbot in Kraft trete. Damit 

seien die Rekurrentinnen gehalten, eine rasche und dauerhafte Ver-

besserung weiterzuverfolgen. 

 

6.8 Die Rekurrentinnen beanstanden die Massnahmen als unver-

hältnismässig. Es ist in der Tat fraglich, ob die verfügte zeitliche Be-

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 82/2021), Seite 25/32 

 

schränkung von drei Stunden geeignet ist, um die Planungswerte ein-

zuhalten bzw. um überhaupt eine Reduktion der Lärmbelastung zu ge-

währleisten.  

 

6.8.1 Der Beurteilungpegel L für Industrie- und Gewerbelärm wird ge-

mäss LSV Anhang 6 mit folgender Formel bestimmt:  

 

 
Abb. 4: Aus Gutachten R.___ AG, S. 9. 

 

Leq ist der Mittelungspegel während der Lärmphase; K1, K2 und K3 

sind Pegelkorrekturen für den Lärm bei Anlagen der Industrie und des 

Gewerbes (K1), für die Hörbarkeit des Tongehalts des Lärms (K2) so-

wie für die Hörbarkeit des Impulsgehalts des Lärms (K3). Mit 

10xlog(ti/t0) wird die durchschnittliche tägliche Dauer des Lärms be-

rücksichtigt; ti steht dabei für die durchschnittliche tägliche Dauer der 

Lärmphase in Minuten; t0 wird mit 720 Min sprich 12 Stunden festge-

setzt. Zwecks Ermittlung der täglichen Betriebsdauer haben die Gut-

achter im Gutachten aus dem Jahr 2018 das Betriebsregime der Re-

kurrentinnen beurteilt. Demnach würden die Gerüstteile per Kleinlast-

wagen mit Anhänger an- und ausgeliefert. Die Gerüstteile würden 

nach der Anlieferung sortiert und für den nächsten Gebrauch zur Aus-

lieferung wieder vorbereitet. Nach dem Beladen der Transporter seien 

die Arbeiten beendet oder es würden Vorbereitungen getätigt. Vor und 

nach dem Mittag sowie gegen Abend würden sich die Abläufe wieder-

holen. Aus diesen Beobachtungen entstammte folgende tabellarische 

Übersicht für die lärmigen Betriebszeiten, welche dem Gutachten zu 

Grunde gelegt wurden:  

 

 
Abb. 5: Aus Gutachten R.___ AG, S. 7. 

 

Damit resultierte für den Tag eine jährliche Dauer von 621 h. Da die 

Rekurrentinnen gemäss Arbeitszeitkalender jährlich an 

242 Tagen arbeitet, ergab dies eine tägliche Lärmdauer ti von 2,57 h. 

Daraus errechneten die Gutachter wiederum die Zeitkorrektur 

(10xlog[ti/t0]) gemäss LSV von -6,7 dB. 

 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 82/2021), Seite 26/32 

 

 
Abb. 6: Aus Gutachten R.___ AG, S. 10. 

 

Unter Berücksichtigung der Zeitkorrektur von -6,7dB(A) bei einer täg-

lichen Arbeitszeit von 2,57 h resultierte schliesslich der Gesamtbeur-

teilungspegel von 64,5 dB(A) für den Tag (LAeq [56,2] + K1 [5] + K2 [4] 

+ K3 [6] + Zeitkorrektur [-6,7]). 

 

 
Abb. 7: Aus Gutachten R.___ AG, S. 10. 

 

6.8.2 Die Planungswerte am Tag von 60 dB(A) sind bereits bei einer 

Betriebsdauer von 2,57 h deutlich überschritten. Das von der  

Vorinstanz verfügte Zeitfenster von drei Stunden ist somit gänzlich un-

geeignet, um die Lärmbelastung zu reduzieren. Die Erhöhung der 

Lärmphase ti von 2,57 h auf 3 h resultiert rechnerisch in einer höheren 

Lärmbelastung. Unter Berücksichtigung von ti = 3 h (180 min) beträgt 

die Zeitkorrektur -6,0 dB(A) (10*log[180/720]). Der Gesamtbeurtei-

lungspegel würde sich so auf 65,5 dB(A) erhöhen und damit sogar die 

Immissionsgrenzwerte überschreiten (LAeq [56,2] + K1 [5] + K2 [4] + K3 

[6] + Zeitkorrektur [-6,0]). Dabei hat der Gutachter mit Schreiben vom 

23. Oktober 2020 klar eine tägliche Betriebszeit ti von 0,9 h für erfor-

derlich befunden. Dies ist nachvollziehbar, ergibt doch eine tägliche 

Betriebszeit von 0,9 h eine Zeitkorrektur von -11,2 dB(A) 

(10*log[54/720]), so dass der Gesamtbeurteilungspegel bei 60 dB(A) 

liegen würde (LAeq [56,2] + K1 [5] + K2 [4] + K3 [6] + Zeitkorrektur [-

11,2]). 

 

6.8.3 Die Vorinstanz ist für die Festlegung der täglichen Betriebszeit 

von der durchschnittlichen täglichen Arbeitszeit von neun Stunden ge-

mäss Arbeitszeitplan aus dem Jahr 2018 ausgegangen (2190 h bei 

242 Arbeitstagen) und hat diese auf rund 35 Prozent reduziert. Dabei 

ist die Vorinstanz wohl irrtümlicherweise davon ausgegangen, dass 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 82/2021), Seite 27/32 

 

mit der Reduktion der Arbeitszeit auf einen Drittel auch die Lärmbelas-

tung auf einen Drittel gesenkt werde. Zumal aber während einem 

neunstündigen Arbeitstag gemäss Gutachten aus dem Jahr 2018 auf 

dem Gelände nur 2,57 h lärmintensive Arbeiten verrichtet werden, wird 

das dreistündige Zeitfenster keine Reduktion der Lärmbelastung be-

wirken. Damit muss die angeordnete Betriebszeiteneinschränkung 

von vornherein als ungeeignet beurteilt werden. Und zwar unabhängig 

davon, dass es sich nach Auffassung der Vorinstanz um eine vorüber-

gehende Sanierungsmassnahme handle. Auch vorübergehende Mas-

snahmen müssen zumindest geeignet sein, um ihren Zweck zu erfül-

len. Das AFU beurteilte die verfügten Massnahmen mit Amtsbericht 

vom 20. September 2021 zwar als verhältnismässig. Diese Einschät-

zung wird vom AFU – wie die Rekurretinnen zu Recht beanstanden – 

mit keinem Wort begründet. Zwar kommt der Amtsstelle keine Begrün-

dungspflicht zu, jedoch ist vor dem Hintergrund der fehlenden Begrün-

dung davon auszugehen, dass dem AFU beim Verfassen des Amts-

berichts der offensichtliche Widerspruch zur Betriebszeitenkorrektur 

nicht bewusst gewesen ist. Damit ist der Amtsbericht des AFU mit 

Mängeln bzw. Widersprüchen behaftet, womit es sich rechtfertigt ent-

gegen der allgemeinen Praxis vom Amtsbericht abzuweichen.  

 

6.9 Als Zwischenfazit ist festzuhalten, dass die von der  

Vorinstanz in Ziff. 3.1 verfügte zeitliche Einschränkung ungeeignet ist, 

um die Lärmbelastung zu reduzieren und daher aufzuheben ist. Zumal 

die Ziff. 3.2 mit Ziff. 3.1 verknüpft wurde, ist die ganze Ziff. 3 aufzuhe-

ben. Betreffend der Ziff. 3.2 erscheint es sodann fraglich, ob ein kom-

plettes Nutzungsverbot überhaupt zulässig wäre, wenn mittels zeitli-

cher Einschränkungen die Planungswerte eingehalten werden könn-

ten. Die Frage kann offengelassen werden, da die verfügte zeitliche 

Einschränkung augenscheinlich ungeeignet ist, um die Planungswerte 

einzuhalten. Die Sache ist somit zu neuer Entscheidung an die  

Vorinstanz zurückzuweisen. Die Rüge der Rekurrentinnen erweist sich 

damit als begründet. 

 

7.  

Weiter rügen die Rekurrentinnen, dass für die verfügten gewässer-

schutzrechtlichen Massnahmen nach Ziff. 4 kein sachlicher Grund be-

stehe. 

 

7.1 Die Vorinstanz stützt die verfügte Massnahme auf Art. 6 Abs. 2 

GSchG, wonach es untersagt ist, Stoffe ausserhalb eines Gewässers 

abzulagern oder auszubringen, sofern dadurch die konkrete Gefahr 

einer Verunreinigung des Wassers entsteht. Weil die Gerüstbauteile 

durch ihren Einsatz auf den Baustellen mit Gips, Zement, Farbe und 

Fett verschmutzt seien, besteht die konkrete Gefahr einer erheblichen 

Gewässerverschmutzung. Da der Werkplatz über kein Entwässe-

rungssystem verfüge, seien Reinigungsprozesse unter Hochdruck auf 

dem Werkplatz zu untersagen. Die Gefahr einer Gewässerverschmut-

zung bestehe nach Ansicht der Vorinstanz auch bei Tankvorgängen 

auf dem Areal und einer möglichen Lagerung von Treibstoffen ohne 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 82/2021), Seite 28/32 

 

Sicherheitsvorkehrungen. Daher seien auch Wartungs- und Unter-

haltsarbeiten an Fahrzeugen inkl. Tanken und dergleichen zu untersa-

gen. 

 

7.2 Nach Art. 12 Abs. 1 VRP ermittelt die Behörde oder das von ihr 

beauftragte Verwaltungsorgan den Sachverhalt und erhebt die Be-

weise von Amtes wegen durch Befragen von Beteiligten, Auskunfts-

personen und Zeugen, durch Beizug von Urkunden, Amtsberichten 

und Sachverständigen, durch Augenschein sowie auf andere geeig-

nete Weise.  

 

7.3 Die Vorinstanz stützt sich in ihrer Begründung einzig auf die Be-

hauptungen der Rekursgegner und hat darüber hinaus keinerlei Sach-

verhaltsabklärungen vorgenommen. Weder ist erstellt, dass die Rekur-

rentinnen auf dem Werkplatz Reinigungsarbeiten vornehmen, noch 

auf welche Weise und in welcher Häufigkeit diese Reinigungsprozesse 

erfolgen. So verfügt das Grundstück Nr. 002 – zumindest gemäss dem 

Leitungskataster – in der Tat nicht einmal über einen Wasseran-

schluss. Auch ist nicht erstellt, dass die Rekurrentinnen auf dem Areal 

Wartungs- und Unterhaltsarbeiten an Fahrzeugen vornehmen oder 

Treibstoffe lagern und Fahrzeuge betanken. Insbesondere ist völlig 

unklar, wie und auf welche Weise bzw. in welchem Ausmass diese 

Arbeiten erfolgen sollten. Auch das AFU hält im Amtsbericht fest, dass 

unklar sei, ob auf dem Werkplatz hinsichtlich Entwässerung bzw. Ab-

wasserentsorgung Unzulänglichkeiten bestünden. Damit aber nach-

träglich Sanierungsmassnahmen verfügt werden können, muss zuerst 

der Sachverhalt genau abgeklärt werden. Dies hat die Vorinstanz un-

terlassen, weshalb die angefochtene Ziff. 4 aufzuheben und zur neuer 

Entscheidung zurückgewiesen ist. Der Rekurs erweist sich damit als 

begründet. 

 

8.  

Zusammenfassend ergibt sich, dass hinsichtlich der angefochtenen 

Ziffn. 2 (Aufforderung zur Ergreifung von baulichen Massnahmen) und 

6 (Information betreffend Umgang mit Abfall) auf den Rekurs mangels 

Beschwer nicht eigetreten wird. Hinsichtlich der Ziff. 1 (Herausgabe 

der Messdaten) erweist sich der Rekurs als unbegründet. Begründet 

erweist sich der Rekurs dagegen hinsichtlich den Ziffn. 3, 4 und 5. Die 

Ziff. 3 ist aufzuheben, da die verfügte Einschränkung der Betriebszei-

ten ungeeignet ist um die Lärmbelastung zu reduzieren. Ziff. 4 ist auf-

zuheben, da die Vorinstanz den Sachverhalt betreffend den behaup-

teten Reinigungsprozess und der Wartungs- und Unterhaltsarbeiten 

von Fahrzeugen nicht abgeklärt hat. Die Ziff. 5 ist aufzuheben, weil die  

Vorinstanz für den Erlass von Massnahmen betreffend Staubemissio-

nen nicht zuständig ist. Zumal die Ziffn. 3, 4 und 5 aufgehoben werden, 

fehlt es an einer verfügten Pflicht zu einem hinreichend konkreten Han-

deln oder Unterlassen, so dass die Strafandrohung gemäss Ziff. 7 

ebenfalls aufzuheben ist. Damit obsiegen die Rekurrentinnen gross-

mehrheitlich, so dass auch Ziff. 9 betreffend Gebührenauferlegung 

aufzuheben ist. Soweit auf den Rekurs einzutreten ist, erweist sich der 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 82/2021), Seite 29/32 

 

Rekurs demnach als begründet und ist im Sinn der  

Erwägungen gutzuheissen, im Übrigen abzuweisen. 

 

9.  

Nach Art. 95 Abs. 1 VRP hat in Streitigkeiten jener Beteiligte die Kos-

ten zu tragen, dessen Begehren ganz oder teilweise abgewiesen wer-

den. In Verfahren, bei denen sich ähnlich wie im Zivilprozess direkt 

und indirekt Betroffene mit entgegengesetzten Interessen am Verfah-

rensausgang gegenüberstehen, werden in aller Regel diese beiden für 

die Auferlegung von amtlichen Kosten herangezogen, während dem 

erstverfügenden Gemeinwesen, selbst wenn es mit seinen Anträgen 

unterliegt, keine amtliche Kosten auferlegt werden (R. HIRT, Die Rege-

lung der Kosten nach st.gallischem Verwaltungsrechtspflegegesetz, 

Lachen/St.Gallen 2004, S. 76). Indessen ist zu beachten, dass das Er-

folgsprinzip in gewissen, vom Gesetz ausdrücklich geregelten Fällen 

durch das Verursacherprinzip durchbrochen wird (R. HIRT, a.a.O., 

S. 93 und S. 110). So gehen etwa Kosten, die ein Beteiligter, sein 

Rechtsbeistand oder sein Vertreter durch Trölerei oder anderes unge-

höriges Verhalten oder durch Verletzung wesentlicher Verfahrensvor-

schriften veranlasst, zu seinen Lasten (Art. 95 Abs. 2 VRP). Trölerei 

im Sinne von Art. 95 Abs. 2 VRP liegt bei leichtsinniger oder mutwilliger 

Prozessführung vor. Leichtsinnige oder mutwillige Prozessführung ist 

nicht schon dann anzunehmen, wenn ein Prozess aussichtslos er-

scheint. Vielmehr bedarf es zusätzlich des subjektiven tadelnswerten 

Elements, dass die Partei die Aussichtslosigkeit bei der ihr zumutba-

ren vernunftgemässen Überlegung ohne Weiteres hätte erkennen 

können, den Prozess aber trotzdem geführt hat (R. VON RAPPARD-HIRT 

in: Rizvi/Schindler/Cavelti [Hrsg.], Praxiskommentar zum Gesetz über 

die Verwaltungsrechtspflege (VRP), Zürich/St.Gallen 2020, Art. 95 

N 8). 

 

9.1 Im Zwischenverfahren war entgegen dem Antrag der Vorinstanz 

und der Rekursgegner 1 mit BDE Nr. 52/2021 vom 16. Juli 2021 die 

aufschiebende Wirkung des Rekurses wiederherzustellen. Die Kosten 

des Zwischenverfahrens verblieben bei der Hauptsache, so dass nun 

auch über diese zu entscheiden ist. Eine Entscheidgebühr von 

Fr. 1'000.– erscheint angemessen (Nr. 20.13.02 des Gebührentarifs 

für die Kantons- und Gemeindeverwaltung [sGS 821.5; abgekürzt 

GebT]). Zwar standen sich die Rekurrentinnen und die Rekursgeg-

ner 1 ähnlich wie in einem Zivilprozess mit entgegengesetzten Interes-

sen gegenüber, so dass dem Ausgang des Verfahrens entsprechend 

die amtlichen Kosten grundsätzlich den Rekursgegnern 1 zu überbin-

den wären. Zu beachten ist aber, dass die Vorinstanz die aufschie-

bende Wirkung mit der gleichen Begründung entzogen hat, wie sie es 

bereits im vorangehenden Beschluss vom 21. Dezember 2021 getan 

hat. Aufgrund der Tatsache das bereits damals die aufschiebende Wir-

kung mit BDE Nr. 11/2021 vom 28. Januar 2021 wiederhergestellt 

wurde, musste die Vorinstanz davon ausgehen, dass der Entzug der 

aufschiebenden Wirkung auch im vorliegenden Fall unzulässig ist. 

Und zwar unabhängig davon, dass im vorliegend zu bearbeitenden 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 82/2021), Seite 30/32 

 

Fall neben lärmschutzrechtlichen Massnahmen zusätzlich auch Mas-

snahmen im Bereich Gewässerschutz, Staubemissionen und Abfall-

handhabung verfügt worden sind. Denn auch diesbezüglich handelt es 

sich um einen seit längerer Zeit bekannten Zustand. Es rechtfertigt 

sich daher in der vorliegenden Konstellation die Entscheidgebühr von 

Fr. 1'000.– der Vorinstanz aufzuerlegen. Auf deren Erhebung ist nicht 

zu verzichten, zumal Grundlage für die Auferlegung Art. 95 Abs. 2 VRP 

– und nicht Abs. 1 – ist (Urteil des Verwaltungsgerichtes B 2020/94 

vom 17. Februar 2021 Erw. 7). 

 

9.2 Die amtlichen Kosten des Hauptverfahrens betragen Fr. 3'000.– 

(Nr. 20.13.01 GebT). Auch hier standen sich die Rekurrentinnen und 

die Rekursgegner 1 ähnlich wie in einem Zivilprozess mit entgegenge-

setzten Interessen gegenüber. Entsprechend dem Ausgang des Ver-

fahrens – die Rekursgegner 1 unterliegen mit ihren Anträgen gross-

mehrheitlich – sind die amtlichen Kosten den Rekursgegnern 1 zu 

überbinden. Der Rekursgegner 2 stellte keine Anträge, weshalb er 

nicht kostenpflichtig wird. Die Rekursgegner 1 bezahlen unter solidari-

scher Haftung für das Hauptverfahren eine Entscheidgebühr von 

Fr. 3'000.– 

 

9.3 Der am 29. Juni 2021 vom Rechtsvertreter der Rekurrentinnen 

geleistete Kostenvorschuss von Fr. 1'800.– ist zurückzuerstatten. 

 

10.  

Rekurrentinnen, Rekursgegner 1 und Vorinstanz stellen ein Begehren 

um Ersatz der ausseramtlichen Kosten. 

 

10.1 Im Rekursverfahren werden ausseramtliche Kosten entschädigt, 

soweit sie auf Grund der Sach- und Rechtslage notwendig und ange-

messen erscheinen (Art. 98 Abs. 2 VRP). Die ausseramtliche Entschä-

digung wird den am Verfahren Beteiligten nach Obsiegen und Unter-

liegen auferlegt (Art. 98bis VRP). Die Vorschriften der Schweizerischen 

Zivilprozessordnung (SR 272) finden sachgemäss Anwendung 

(Art. 98ter VRP). Nach Art. 22 Abs. 1 Bst. a der Honorarordnung 

(sGS 963.75; abgekürzt HonO) beträgt das Honorar in der Verwal-

tungsrechtspflege vor Verwaltungsbehörden pauschal Fr. 500.– bis 

Fr. 6'000.–. Für ein aussergewöhnlich aufwendiges Verfahren kann 

das Honorar um 100 Prozent erhöht werden (Art. 22 Abs. 2 HonO). 

Innerhalb des für eine Pauschale gesetzten Rahmens wird das Grund-

honorar nach den besonderen Umständen, namentlich nach Art und 

Umfang der notwendigen Bemühungen, der Schwierigkeit des Falls 

und den wirtschaftlichen Verhältnissen der Beteiligten, bemessen 

(Art. 19 HonO). Nach ständiger Praxis des Bau- und Umweltdeparte-

mentes wird für durchschnittlich schwierige Rekursverfahren (ohne 

Rekursaugenschein) regelmässig ein mittleres Honorar von 

Fr. 2'750.–, bzw. von Fr. 3'250.– mit Rekursaugenschein, zuzüglich 

Mehrwertsteuer festgesetzt, sofern ein begründeter Antrag auf Ent-

schädigung der Mehrwertsteuer gestellt wurde. 

 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 82/2021), Seite 31/32 

 

10.2 Die Rekurrentinnen obsiegen grossmehrheitlich mit ihren Anträ-

gen. Da das Verfahren zudem in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht 

Schwierigkeiten bot, die den Beizug eines Rechtsvertreters rechtferti-

gen, besteht grundsätzlich Anspruch auf eine ausseramtliche Entschä-

digung (Art. 98bis VRP). Die Rekurrentinnen beantragen eine ausser-

amtliche Entschädigung in Höhe von Fr. 3'250.– sofern kein Augen-

schein durchgeführt wird, zuzüglich 4 Prozent Barauslagen. Begründet 

wird der Antrag auf einen höheren Pauschalbetrag (Zuschlag von 

Fr. 500.–) damit, dass aufgrund des Verfahrens betreffend Wiederher-

stellung der aufschiebenden Wirkung ein zweiter Rekurs geführt wer-

den musste. Darüber hinaus beantragen die Rekurrentinnen eine aus-

seramtliche Entschädigung für das vorinstanzliche Verfahren von 

Fr. 2'000.–, zuzüglich 4 Prozent Barauslagen. Diesen Antrag begrün-

den die Rekurrentinnen damit, dass Gegenstand des angefochtenen 

Beschlusses eine Enteignung sei, weshalb voller Ersatz für ausser-

amtliche Aufwendungen zuzusprechen sei.  

 

10.3 Zumal sich im vorliegenden Fall die Vorinstanz sowie Rekurs-

gegner 1 dem rekurrentischen Antrag auf Wiederherstellung der auf-

schiebenden Wirkung mit eigenen Anträgen widersetzt haben, ist es 

sachgerecht, diesbezüglich im Rahmen von Art. 98 VRP einen An-

spruch auf ausseramtliche Entschädigung anzuerkennen (vgl. R. HIRT, 

a.a.O., S. 166). Die Frage der Enteignung war dagegen nicht Gegen-

stand des vorinstanzlichen Verfahrens, so dass sich die Entschädi-

gungsfrage diesbezüglich erübrigt.  

 

10.4 Die ausseramtliche Entschädigung für das Zwischenverfahren 

ist in Anwendung von Art. 6 in Verbindung mit Art. 22 HonO ermes-

sensweise wie von den Rekurrentinnen beantragt auf Fr. 500.– 

zuzüglich der beantragten 4 Prozent Barauslagen (Fr. 20.–), insge-

samt also Fr. 520.–, festzulegen; sie ist von der Vorinstanz zu bezah-

len. 

 

10.5 In der Hauptsache erscheint eine Entschädigung in der Höhe 

des mittleren Honorars dem erforderlichen Aufwand angemessen. Die 

ausseramtliche Entschädigung ist ermessensweise auf Fr. 2'750.– 

zuzüglich der beantragten 4 Prozent Barauslagen (Fr. 110.–), 

insgesamt also Fr. 2'860.–, festzulegen; sie ist von den 

Rekursgegnern 1 unter solidarischer Haftung zu bezahlen.  

 

10.6 Da die Rekursgegner 1 mit ihren Anträgen unterliegen, haben 

sie von vornherein keinen Anspruch auf eine ausseramtliche Entschä-

digung. Ihr Begehren ist deshalb abzuweisen. 

 

10.7 Die Vorinstanz hat grundsätzlich keinen Anspruch auf Ersatz der 

ausseramtlichen Kosten (R. HIRT, a.a.O., S. 176). Sie bringt keine 

Gründe vor, die ein Abweichen von dieser Regel rechtfertigen. Ihr Be-

gehren ist daher abzuweisen. 

  

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 82/2021), Seite 32/32 

 

Entscheid 

1.  

a) Der Rekurs der A.___ AG und der B.___ AG wird, soweit darauf 

einzutreten ist, im Sinn der Erwägungen teilweise gutgeheissen, im 

Übrigen abgewiesen. 

 

b) Die Ziffern 3, 4, 5, 7 und 9 des Beschlusses des Gemeinderates 

Z.___ vom 1. Juni 2021 werden aufgehoben. Die Sache wird im Sinn 

der Erwägungen an den Gemeinderat Z.___ zu neuer Entscheidung 

zurückgewiesen. 

 

2.  

a) Die Politische Gemeinde Z.___ bezahlt für das Zwischenverfah-

ren (Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung) eine Entscheid-

gebühr von Fr. 1'000.–. 

 

b) C.___ und D.___ und die Erbengemeinschaft E.___, bestehend 

aus F.___, G.___, H.___, C.___, I.___, J.___, Z.___, K.___, L.___, 

und M.___ bezahlen für das Hauptverfahren unter solidarischer Haf-

tung eine Entscheidgebühr von Fr. 3'000.–. 

 

c) Der am 29. Juni 2021 von Urs Pfister, St.Gallen, geleistete  

Kostenvorschuss von Fr. 1'800.– wird zurückerstattet. 

 

3.  

a) Das Begehren der A.___ AG und der B.___ AG um Ersatz der 

ausseramtlichen Kosten für das Zwischenverfahren wird gutgeheis-

sen. Die Politische Gemeinde Z.___ entschädigt die A.___ AG und die 

B.___ AG ausseramtlich mit insgesamt Fr. 520.–. 

 

b) Das Begehren der A.___ AG und der B.___ AG um Ersatz der 

ausseramtlichen Kosten für das Hauptverfahren wird gutgeheissen. 

C.___ und D.___ und die Erbengemeinschaft E.___ entschädigen die 

A.___ AG und die B.___ AG ausseramtlich mit insgesamt Fr. 2'860.–. 

 

c) Das Begehren von C.___ und D.___ und der Erbengemein-

schaft E.___ um Ersatz der ausseramtlichen Kosten wird  

abgewiesen. 

 

d) Das Begehren der Politischen Gemeinde Z.___ um Ersatz der 

ausseramtlichen Kosten wird abgewiesen. 

 

 

Die Vorsteherin 

 

 

 

Susanne Hartmann 

Regierungsrätin 

	Publikationsplattform
	Kanton St.Gallen und St.Galler Gemeinden
	BUDE 2021 Nr. 082
	Art. 7 ArG, Art. 7 VRP, Art. 12 VRP, Art. 45 VRP, Art. 29 EG-USG, Art. 11 Abs. 2 und 3 USG, Art. 12 Abs. 2 USG, Art. 16 Abs. 1 USG, Art. 7 Abs. 1 LSV, Art. 13 Abs. 3 LSV, Art. 36 Abs. 1 LSV. Beim strittigen Betrieb handelt es sich nicht um einen planungspflichtigen Betrieb im Sinn des Arbeitsgesetzes, weshalb die Lärmklage zu Recht von der Politischen Gemeinde behandelt worden ist (Erw. 3.2). Die Tatsache, dass die juristische Sachbearbeiterin der Vorinstanz 200 m vom strittigen Betrieb entfernt wohnt, reicht für sich alleine nicht aus, um den Anschein der Befangenheit zu erwecken (Erw. 4.3 ff.). Das Verwaltungsgericht hat bereits im Urteil B 2020/94 vom 17. Februar 2021 festgehalten, dass keine triftigen Gründe bestehen, um von den gutachterlichen Lärmberechnungen abzuweichen. Damit steht fest, dass der bewilligte Betrieb die Planungswerte überschreitet (Erw. 5.3 ff.). Die Baubewilligung verleiht keine wohlerworbenen Rechte in Bezug auf die Lärmsituation, wenn diese dem geltenden Recht widerspricht. Vielmehr ergeht eine Bewilligung für lärmige Anlagen unter dem (ausdrücklichen oder impliziten) Vorbehalt einer späteren Anordnung oder Ergänzung der Massnahmen zur Emissionsbegrenzung (Erw. 6). Die Beschränkung der Betriebszeiten kommt grundsätzlich bei allen Lärmarten in Frage. Die von der Vorinstanz verfügte zeitliche Einschränkung erweist sich jedoch von vornherein als ungeeignet, da den Rekurrentinnen im Vergleich zur heutigen Situation letztlich mehr Betriebszeit zugestanden wird (Erw. 6.6 ff). // (Gegen diesen Entscheid wurde Beschwerde beim Verwaltungsgericht erhoben.)

		2024-05-26T22:11:05+0200
	"9001 St.Gallen"
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