# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 993dcb48-3c76-521d-bb2f-c2a932ad4391
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2015-08-14
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 14.08.2015 D-4101/2015
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4101-2015_2015-08-14.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung IV 

D-4101/2015 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 4 .  A u g u s t  2 0 1 5  

Besetzung 
 Richter Martin Zoller (Vorsitz), 

Richter Fulvio Haefeli, Richter Thomas Wespi,    

Gerichtsschreiber Daniel Widmer. 

   

Parteien 

 
1. A._______, geboren (…), 

sowie ihre Kinder 

2. B._______, geboren (…), 

3. C._______, geboren (…), 

4. D._______, geboren (…), und 

5. E._______, geboren (…), 

Sri Lanka,  

c/o Schweizerische Vertretung in Colombo, Sri Lanka,  

Beschwerdeführende, 

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM; 

zuvor Bundesamt für Migration, BFM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; 

Verfügung des SEM vom 12. Mai 2015 / N (…). 

 

 

D-4101/2015 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführende 1 suchte mit Schreiben vom 20. Dezember 2011 

an die Schweizer Botschaft in Colombo (Eingangsstempel: […]) um Asyl 

nach. 

B.  

Mit Schreiben vom (…) 2012 ersuchte die Schweizer Botschaft die Be-

schwerdeführende 1 zur Vervollständigung des rechtserheblichen Sach-

verhalts um Darlegung aller Verfolgungsvorbringen, ergriffenen Schutz-

massnahmen und innerstaatlichen Aufenthaltsalternativen sowie, soweit 

nicht bereits erfolgt, um Einreichung der entsprechenden Beweisdoku-

mente samt englischer Übersetzung (inkl. Kopien des Geburtsscheins, der 

Identitätskarte und gegebenenfalls des Reisepasses). Dazu wurde ihr eine 

Frist bis zum (…) 2012 angesetzt, verbunden mit der Androhung, im Un-

terlassungsfall werde davon ausgegangen, dass sie am Gesuch nicht fest-

halte, und das Verfahren abgeschrieben werde. 

C.  

Mit Schreiben vom (…) 2012 (Eingangsstempel: […]) beantwortete die Be-

schwerdeführende 1 die ihr gestellten Fragen und liess der Schweizer Bot-

schaft (…) zukommen. 

D.  

Mit Schreiben vom (…) 2012 lud die Schweizer Botschaft die Beschwerde-

führende 1 per (…) 2012 zu einer Befragung ein. Mit Schreiben vom (…) 

2012 (Eingangsstempel: […]) teilte die Beschwerdeführende 1 der Schwei-

zer Botschaft mit, dass sie die Einladung erst am (…) 2012 erhalten habe. 

Daraufhin lud die Schweizer Botschaft die Beschwerdeführende 1 mit 

Schreiben vom (…) 2012 per (…) 2012 erneut zu einer Befragung ein. 

Schliesslich erging am (…) 2012 eine weitere Einladung für einen Befra-

gungstermin am (…) 2012 an die Beschwerdeführende 1. 

 

E.  

Am (…) 2012 befragte eine Mitarbeiterin der Schweizer Botschaft die Be-

schwerdeführende 1 zu ihren Asylgründen, wobei diese gleichzeitig (…) 

einreichte. Am (…) 2012 leitete die Schweizer Botschaft das Protokoll der 

Befragung samt ihrem Bericht und den weiteren Unterlagen an das BFM 

weiter. 

D-4101/2015 

Seite 3 

F.  

Mit je einem Schreiben vom (…) 2012 (Eingangsstempel: […]) und (…) 

2014 (Eingangsstempel: […]), welche am (…) 2012 beziehungsweise (…) 

2015 an das BFM respektive SEM weitergeleitet wurden, wandte sich die 

Beschwerdeführende 1 erneut an die Schweizer Botschaft. 

G.  

Mit je einem Schreiben vom (…) 2015 lud die Schweizer Botschaft die Be-

schwerdeführenden 2 und 3 per (…) 2015 zu einer Befragung ein. 

 

H.  

Am (…) 2015 befragte eine Mitarbeiterin der Schweizer Botschaft die Be-

schwerdeführenden 2–3 erstmals sowie die sie begleitende Beschwerde-

führende 1 erneut zu ihren Asylgründen. Am (…) 2015 leitete die Schwei-

zer Botschaft die Protokolle der Befragungen samt ihrem Bericht und den 

weiteren Unterlagen an das SEM weiter. 

I.  

In ihren schriftlichen Eingaben und anlässlich der Botschaftsbefragungen 

machten die Beschwerdeführenden zur Begründung Folgendes geltend:  

 

I.a Nach dem Ende des Kriegs und nach einem Aufenthalt in einem 

F._______ habe die Beschwerdeführende 1 das Grundstück ihres während 

des Kriegs verstorbenen Ehemannes übernehmen können. Das Haus sei 

von einer staatlichen sri-lankischen Hilfsorganisation wieder aufgebaut 

worden. Am (…) 2010 seien zivil gekleidete Personen vorbeigekommen 

und hätten die Beschwerdeführende 1 über ihren Ehemann, ihren sozialen 

Status und ihre Beziehungen zu den Liberation Tigers of Tamil Eelam 

(LTTE) befragt, wobei sie vermute, dass es sich um Mitarbeiter des Crimi-

nal Investigation Departments (CID) gehandelt habe. Am (…) 2011 sei sie 

des Nachts durch Rufe aufgefordert worden, sich vor ihr Haus zu begeben. 

Daraufhin sei sie von betrunkenen Singhalesen gepackt, von einem von 

ihnen vergewaltigt und dabei auch verletzt worden. Durch ihre Schreie 

seien ihre Kinder und Dorfbewohner geweckt worden, woraufhin die Män-

ner von ihr abgelassen hätten. Auch bezüglich dieser Täterschaft vermute 

die Beschwerdeführende 1, dass es sich um Mitarbeiter des CID gehandelt 

habe. Deshalb habe sie davon abgesehen, den Vorfall der Polizei zu mel-

den. Am (…) 2012 sei sie erneut von Mitarbeitern des CID zu Hause befragt 

worden. Allgemein seien die Lebensbedingungen für Witwen in Sri Lanka 

nicht einfach. Man werde auch lüstern angeschaut, was erniedrigend sei. 

D-4101/2015 

Seite 4 

Im (…) 2014 sei die Beschwerdeführende 1 von unbekannten Tätern, wel-

che in das Haus gedrungen seien, mit einem (…) bedroht worden, worauf-

hin sie ihre Kinder eingeschlossen habe. Da sie laut geschrien habe, seien 

Nachbarn zu Hilfe herbeigeeilt.  

 

I.b Die Beschwerdeführenden 2 und 3 führten aus, in G._______ zur 

Schule gegangen zu sein, da es in der Umgebung keine guten Schulen 

gebe. Die Busfahrt sei kostenaufwändig, zudem würden sie nicht gerne 

unbegleitet im Bus fahren, da ihnen junge Burschen nachstellen würden. 

Ihr Haus befinde sich in der Nähe eines (…). Nachts würden Sicherheits-

kräfte am Haus vorbeigehen, dieses mit (…) bewerfen und die Bewohner 

belästigen. Unter Verweis auf die ersten Übergriffe in ihrem Haus machten 

sie weiter geltend, dass am (…) 2015 erneut Sicherheitskräfte nach Hause 

gekommen seien und die Personalien aufgenommen hätten. Die Be-

schwerdeführenden 2 und 3 seien sodann auch auf dem Nachhauseweg 

von Angehörigen der Armee mit (…) beworfen worden, wobei die Täter so-

gar versucht hätten, sie (…). Ihre Mutter (Beschwerdeführende 1) habe 

deswegen beim Lehrer vorgesprochen, damit sie früher von der Schule 

nach Hause gehen dürften. Sie würden jedoch weiterhin mit (…) beworfen. 

J.  

Mit am (…) 2015 über die Schweizer Botschaft versandter Verfügung vom 

12. Mai 2015 verweigerte das SEM den Beschwerdeführenden die Ein-

reise in die Schweiz und lehnte ihre Asylgesuche ab. 

K.  

Mit Eingabe vom 23. Juni 2015 an das Bundesverwaltungsgericht (Ankunft 

bei der schweizerischen Grenzstelle: (…) 2015) beantragten die Be-

schwerdeführenden – unter Bezugnahme auf das Schreiben der Schwei-

zer Botschaft vom (…) 2015 und namentlich den negativen Entscheid des 

SEM – sinngemäss, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und 

ihnen die Einreise in die Schweiz zu bewilligen beziehungsweise ihnen 

Asyl zu gewähren. Gleichzeitig wurden ein neues Schreiben der Beschwer-

deführenden 1 vom (…) 2015 an die Schweizer Botschaft sowie ihre bis-

herigen Schreiben vom 20. Dezember 2011, (…) 2012 und (…) 2014 in 

Kopie eingereicht. Darauf sowie auf die Begründung wird, soweit für den 

Entscheid wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.  

 

 

D-4101/2015 

Seite 5 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde; es entscheidet 

auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser – was hier nicht der Fall ist – 

bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die 

beschwerdeführende Partei Schutz sucht (Art. 105 Asylgesetz [AsylG, SR 

142.31]; Art. 83 Bst. c Ziff. 1 und Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Die dringlichen Änderungen des Asylgesetzes vom 28. September 

2012, welche am 29. September 2012 in Kraft getreten sind, kommen vor-

liegend nicht zur Anwendung, wurde doch in der Übergangsbestimmung 

(Ziffer III) festgehalten, dass für Asylgesuche, die im Ausland vor dem In-

krafttreten der Änderung des Asylgesetzes gestellt worden sind – was vor-

liegend der Fall ist – die Art. 12, 19, 20, 41 Absatz 2, 52 und 68 in der 

bisherigen Fassung gelten. 

2.  

2.1 Parteieingaben in Verfahren vor Bundesbehörden sind in einer Amts-

sprache – in der Regel Deutsch, Französisch oder Italienisch – abzufassen 

(Art. 70 Abs. 1 BV und Art. 33a Abs. 1 VwVG). Die Beschwerde ist nicht in 

einer Amtssprache des Bundes abgefasst. Auf die Ansetzung einer Frist zu 

Beschwerdeverbesserung kann indessen verzichtet werden, da der in Eng-

lisch verfassten Beschwerdeeingabe genügend klare, sinngemässe 

Rechtsbegehren und deren Begründung zu entnehmen sind und ohne Wei-

teres darüber befunden werden kann. 

2.2 Der Zeitpunkt der Eröffnung der mit Schreiben der Schweizer Botschaft 

vom 28. Mai 2015 versandten angefochtenen Verfügung steht mangels 

Vorliegens einer Empfangsbestätigung nicht fest. Die an das Bundesver-

waltungsgericht adressierte Beschwerde vom 23. Juni 2015 ist gemäss 

Sendungsverfolgung der Post am (…) 2015 bei der schweizerischen 

Grenzstelle angekommen. Angesichts dieser Fakten ist zugunsten der Be-

schwerdeführenden von der Rechtzeitigkeit der Beschwerdeeinreichung 

auszugehen. 

D-4101/2015 

Seite 6 

2.3 Die Beschwerdeführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teil-

genommen, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt, 

haben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise 

Änderung und sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert. Auf 

die frist- und – vom sprachlichen Mangel abgesehen – formgerecht einge-

reichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 105 AsylG 

i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG). Gestützt 

auf Art. 33a Abs. 2 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG ergeht der vorliegende Ent-

scheid in deutscher Sprache. 

3.  

In der Regel entscheidet das Bundesverwaltungsgericht in der Besetzung 

mit drei Richtern oder drei Richterinnen. Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 

AsylG kann auch in diesen Fällen auf die Durchführung eines Schriften-

wechsels verzichtet werden. 

4.  

Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG; siehe hierzu auch das zur Publikation vor-

gesehene Urteil des BVGer D-103/2014 vom 21. Januar 2015). 

5.  

5.1 Das Staatssekretariat kann ein im Ausland gestelltes Asylgesuch ab-

lehnen, wenn die asylsuchende Person keine Verfolgung glaubhaft ma-

chen konnte oder ihr die Aufnahme in einem Drittstaat zugemutet werden 

konnte (Art. 3, Art. 7 und AsylG und aArt. 52 Abs. 2 AsylG). Gemäss 

aArt. 20 Abs. 2 AsylG bewilligte das Bundesamt einer asylsuchenden Per-

son die Einreise zur Abklärung des Sachverhaltes, wenn ihr nicht zugemu-

tet werden konnte, im Wohnsitz- oder Aufenthaltsstaat zu bleiben oder in 

ein anderes Land auszureisen. Gestützt auf aArt. 20 Abs. 3 AsylG konnte 

das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) schweizeri-

sche Vertretungen ermächtigen, Asylsuchenden die Einreise zu bewilligen, 

die glaubhaft machten, dass eine unmittelbare Gefahr für Leib und Leben 

oder für die Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG bestehe. 

 

5.2 Ein Asylgesuch konnte gemäss aArt. 19 AsylG im Ausland bei einer 

schweizerischen Vertretung gestellt werden, die es mit einem Bericht an 

das Bundesamt überweist (aArt. 20 Abs. 1 AsylG). Hinsichtlich des Verfah-

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Seite 7 

rens bei der schweizerischen Vertretung im Ausland sieht aArt. 10 der Asyl-

verordnung 1 vom 11. August 1999 über Verfahrensfragen (AsylV 1, 

SR 142.311) vor, dass diese mit der asylsuchenden Person in der Regel 

eine Befragung durchführt. Ist dies nicht möglich, so wird die asylsuchende 

Person aufgefordert, ihre Asylgründe schriftlich festzuhalten (aArt. 10 

Abs. 2 AsylV 1). 

 

Vorliegend hatten die Beschwerdeführenden nicht nur Gelegenheit, ihre 

Asylgründe schriftlich darzulegen, zu konkretisieren und zu dokumentie-

ren, sondern sie wurden am 11. Mai 2012 (Beschwerdeführende 1) bezie-

hungsweise 19. Februar 2015 (Beschwerdeführende 1–3) auf der schwei-

zerischen Vertretung in Colombo auch persönlich befragt. Anlässlich dieser 

Befragung hatten sie insbesondere Gelegenheit, weitere Angaben zu ihren 

persönlichen Lebensumständen und zur aktuellen Verfolgungssituation zu 

machen. 

5.3 Für die Erteilung einer Einreisebewilligung gelten restriktive Vorausset-

zungen, wobei den Behörden ein weiter Ermessensspielraum zukommt. 

Neben der erforderlichen Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG sind na-

mentlich die Beziehungsnähe zur Schweiz, die Möglichkeit der Schutzge-

währung durch einen anderen Staat, die Beziehungsnähe zu anderen 

Staaten, die praktische Möglichkeit und objektive Zumutbarkeit zur ander-

weitigen Schutzsuche sowie die voraussichtlichen Eingliederungs- und As-

similationsmöglichkeiten in Betracht zu ziehen. Ausschlaggebend für die 

Erteilung der Einreisebewilligung ist dabei die Schutzbedürftigkeit der be-

treffenden Person, mithin die Prüfung der Fragen, ob eine Gefährdung im 

Sinne von Art. 3 AsylG glaubhaft gemacht wird und ob der Verbleib am Auf-

enthaltsort für die Dauer der Sachverhaltsabklärung zugemutet werden 

kann (vgl. BVGE 2011/10 E. 3.3 S. 126 und E. 5.1 S. 128, sowie auch die 

Zusammenfassung der Rechtsprechung im Urteil D-2018/2011 vom 

14. September 2011 E. 7.1). 

 

5.4 Das SEM führte zur Begründung seiner Verfügung im Wesentlichen 

aus, allfällige Nachteile, welche die Beschwerdeführenden durch die LTTE 

erlitten hätten, seien aktuell nicht mehr einreiserelevant. Hinsichtlich der 

vorgebrachten geschlechtsspezifischen Misshandlungen wurde unter Hin-

weis auf das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D-7059/2013 vom 

31. Januar 2014 ausgeführt, dass den Beschwerdeführenden zugemutet 

werden könne, sich zwecks Schutzes an das Ministerium für kinder- und 

frauenspezifische Angelegenheiten (Ministry of Child Development and 

Women's Affairs [MCDWA] und das dem Polizeidepartement angegliederte 

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Seite 8 

Büro für Prävention des Missbrauchs von Kindern, Jugendlichen und 

Frauen (Children & Womens's Bureau) zu wenden. Die Beschwerdefüh-

rende 1 habe ausgeführt, die Vergewaltigung nicht gemeldet zu haben. In-

dessen könnten der Staat beziehungsweise seine Organe nur tätig wer-

den, wenn ihm Missbräuche auch gemeldet würden. Da sie dies unterlas-

sen habe, könne dem Staat ausgebliebene Hilfeleistung oder Untätigkeit, 

das begangene Unrecht zu sühnen, nicht vorgeworfen werden. Sinnge-

mäss handle es sich auch bei den übrigen vorgebrachten Beeinträchtigun-

gen – in casu das aufdringliche Verhalten von Militärangehörigen – um 

missbräuchliches Verhalten im geschlechtsspezifischen Bereich, das folg-

lich ebenfalls bei den erwähnten Stellen zur Anzeige gebracht werden 

könne. Das (…) könne ebenfalls bei den Behörden zur Anzeige gebracht 

werden, da dieses je nach Schwere eine gemeinrechtlich relevante Tat dar-

stelle. Da für diese Vorbringen im Heimatstaat der Beschwerdeführenden 

Anzeige- und Beschwerdemöglichkeiten bestünden, stellten sie gemäss 

Art. 3 AsylG keine asylrelevante Verfolgung dar und könnten somit auch 

nicht zur Erteilung einer Einreisebewilligung in die Schweiz führen. Die Be-

schwerdeführende 1 habe vorgebracht, dass die Lebensbedingungen in 

Sri Lanka für Witwen nicht einfach seien, sie selbst in (…) tätig sei und (…) 

annehme. Indessen könne eine Einreisebewilligung nur erteilt werden, 

wenn mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von einer akuten Gefährdung 

der gesuchstellenden Person bei einem Verbleib in Sri Lanka ausgegan-

gen werden müsse. Das SEM schliesse nicht aus, dass sich die Beschwer-

deführende 1 in einer schwierigen wirtschaftlichen und persönlichen Situa-

tion befinde. Folgen, welche sich aus der Bürgerkriegssituation eines Staa-

tes ergäben, sowie eine schwierige Lebenssituation und insoweit humani-

täre Überlegungen stellten indes keinen Grund für die Bewilligung der Ein-

reise in die Schweiz dar. Mithin seien die Vorbringen nicht einreiserelevant 

im Sinne von Art. 3 AsylG. Im Übrigen sei bei einzelnen Vorbringen hin-

sichtlich deren Glaubhaftigkeit ein Vorbehalt anzubringen, zumal ein Ver-

gleich der Protokolle der drei angehörten Beschwerdeführenden ergebe, 

dass sich diese widersprächen. So sei der Vorfall, anlässlich welchem eine 

unbekannte Person ins Haus gedrungen sei und die Beschwerdefüh-

rende 1 ihre Kinder eingeschlossen habe, von allen Befragten mit unter-

schiedlichen Zeitangaben geschildert worden. Auch habe die Beschwerde-

führende 1 die Vorbringen ihrer Töchter (insbesondere […], Belästigungen 

durch Armee-Angehörige) nicht erwähnt, obwohl auch sie selbst betroffen 

gewesen wäre. Schliesslich habe sie die Frage, ob sie einen Umzug in 

Betracht ziehe, mit dem Hinweis verneint, dass dies ihre Tochter bei der 

Vorbereitung für (…) zu sehr belasten würde. Daraus ergebe sich, dass 

keine akute Gefährdung und keine unzumutbare Gewaltsituation vorliege. 

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Seite 9 

5.5 Die Beschwerde beschränkt sich sinngemäss auf eine Wiederholung 

der bisherigen Vorbringen im erstinstanzlichen Asylverfahren. Zusätzlich 

führte die Beschwerdeführende 1 aus, als Witwe mit vier Kindern, einem 

kärglichen Einkommen und gesundheitlichen Problemen ([…]) seien die 

Lebensumstände äusserst schwierig. Aus Furcht vor Behelligungen sei sie 

mit ihren Kindern ins (…) umgezogen. Auch das Schreiben vom (…) 2015 

erschöpft sich in einer sinngemässen Wiederholung der bisherigen Vor-

bringen. So führt die Beschwerdeführende 1 darin aus, dass sie seit ihrer 

Befragung vom (…) 2015 noch keine Antwort von der Schweizer Botschaft 

erhalten habe, und verweist erneut auf die schwierigen Lebensumstände 

und namentlich die Bedrohungen ihrer Kinder auf dem Schulweg (vgl. Be-

schwerde und Schreiben der Beschwerdeführenden 1 vom […] 2015). 

5.6 Eine Überprüfung der Akten ergibt, dass sich die Erwägungen in der 

angefochtenen Verfügung als zutreffend erweisen. Mithin wurden die Vor-

bringen der Beschwerdeführenden vom SEM zu Recht als den Anforderun-

gen an eine Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG nicht genügend qualifi-

ziert; diesbezüglich kann vorweg auf E. 5.4 vorstehend verwiesen werden, 

wobei die zusätzlichen Ausführungen in der Beschwerde und im Schreiben 

vom (…) 2015 daran nichts zu ändern vermögen. So wird vom Bundesver-

waltungsgericht nicht in Abrede gestellt, dass sich die Beschwerdefüh-

rende 1 als Witwe und alleinerziehende Mutter nach dem Ende der kriege-

rischen Auseinandersetzungen in einer schwierigen Lage befindet. Na-

mentlich sehen sich im Zusammenhang mit der Militärpräsenz im Norden 

von Sri Lanka nach dem Kriegsende insbesondere jüngere Witwen und 

Frauen, welche einen Haushalt allein führen, vermehrt sexuellen Belästi-

gungen und weiteren Diskriminierungen auch durch Sicherheitskräfte aus-

gesetzt. Demgegenüber wurden von Seiten der sri-lankischen Behörden 

gewisse Massnahmen ergriffen, um den wirtschaftlichen Schwierigkeiten 

dieser Personenkategorie zu begegnen. In diesem Zusammenhang wurde 

in den Erwägungen in der angefochtenen Verfügung zutreffend auf das Ur-

teil des Bundesverwaltungsgerichts 

D-7059/2013 vom 31. Januar 2014 und die dort erwähnten Institutionen 

verwiesen. Insgesamt engagieren sich in Sri Lanka 86 Organisationen für 

die Gleichberechtigung und zum Schutz der Frauen, wovon knapp 90 Pro-

zent lokale NGOs sind (vgl. Sri Lanka: Situation der Frauen; Themenpapier 

der Schweizerischen Flüchtlingshilfe [SFH]-Länderanalyse, Bern, 28. März 

2013). Es kann den Beschwerdeführenden zugemutet werden, zwecks 

Schutzsuche erforderlichenfalls an eine dieser Institutionen zu gelangen. 

Eine schwierige Lebenssituation und insoweit humanitäre Überlegungen 

vermögen indes keinen Grund für die Bewilligung der Einreise in die 

D-4101/2015 

Seite 10 

Schweiz darzustellen. Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Be-

schwerdeführenden nicht schutzbedürftig im Sinne des Asylgesetzes sind, 

weshalb die Asylgesuche abzulehnen sind und die Einreise in die Schweiz 

nicht zu bewilligen ist. 

Die Beschwerdeführenden vermochten insgesamt nicht aufzuzeigen, dass 

sie auf die Schutzgewährung durch die Schweiz angewiesen sind bezie-

hungsweise ihnen gerade die Schweiz den erforderlichen Schutz gewäh-

ren muss. Der weitere Verbleib in Sri Lanka ist ihnen nach dem Gesagten 

zuzumuten. Es erübrigt sich, auf die weiteren Vorbringen in der Be-

schwerde und das Schreiben vom (…) 2015 einzugehen, da diese keine 

neuen Begründungselemente enthalten, welche geeignet wären, die Ein-

schätzung des SEM zu relativieren. Dieses hat den Beschwerdeführenden 

zu Recht und mit überwiegend zutreffender Begründung die Einreise in die 

Schweiz verweigert und die Asylgesuche abgelehnt. 

6.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig 

sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist ab-

zuweisen. 

 

7.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären dessen Kosten grundsätzlich 

den Beschwerdeführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Aus ver-

waltungsökonomischen Gründen und in Anwendung von Art. 63 Abs. 1 in 

fine VwVG und Art. 2 und 3 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

(VGKE, SR 173.320.2) ist indes auf die Erhebung von Verfahrenskosten 

zu verzichten. 
 

 
 

  

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Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2 

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3. 

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die zustän-

dige schweizerische Vertretung. 

 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Martin Zoller Daniel Widmer 

 

 

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