# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e907eced-301e-5a94-ab8b-414e604d45c2
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-05-29
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 29.05.2020 200 2020 168
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2020-168_2020-05-29.pdf

## Full Text

200 20 168 KV
JAP/PRN/STA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 29. Mai 2020

Verwaltungsrichter Jakob, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schwegler, Verwaltungsrichter Kölliker
Gerichtsschreiberin Prunner

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

Sanitas Grundversicherungen AG
Jägerstrasse 3, 8004 Zürich 
Zustelladresse: Sanitas, Versicherungsrechtsdienst, Postfach, 8021 Zürich
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 28. Januar 2020

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Mai 2020, KV/2020/168, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1953 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) ist 
bei der Sanitas Grundversicherungen AG (Sanitas bzw. Beschwerdegegne-
rin) obligatorische krankenpflegeversichert (vgl. Akten der Sanitas, Ant-
wortbeilage [AB] 4, 6, 12). 

Mit Schreiben vom 24. Dezember 2018 stellte der behandelnde Prof. Dr. 
med. Dr. med. dent. C.________, Facharzt für Mund-, Kiefer- und Ge-
sichtschirurgie, Universitätsklinik D.________, bei der Sanitas ein Gesuch 
um Kostenübernahme der Behandlung im Rahmen eines Knochenaufbaus 
des Oberkiefers im Seitenzahnbereich links und Implantat-unterstützende 
zahnprothetische Versorgung bei segmentaler Atrophie und Deformität 
durch eine chronische Osteomyelitis (stationäre Operation 1: chirurgischer 
Oberkieferaufbau mit freien Blocktransplantat; ambulante Operation 2: Ent-
fernung von Fixationsschrauben und Einsetzen von zwei dentalen Implan-
taten in Regio 23 und 25; ambulante Operation 3: Wiedereröffnung der 
zweiphasigen Implantation und Einsetzen von Gingivaformer; AB 1). Nach-
dem die Sanitas das Dossier dem versicherungsmedizinischen Dienst des 
Vereins RVK bzw. dem Vertrauenszahnarzt Dr. med. Dr. med. dent. 
E.________, Facharzt für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, vorgelegt 
hatte (Stellungnahme vom 26. Januar 2019; AB 2), lehnte die Sanitas die 
Kostenübernahme mit Schreiben vom 1. Februar 2019 ab (AB 3). Daran 
hielt sie nach Einholung weitere Unterlagen (AB 7) und einer erneuten Stel-
lungnahme des Vertrauenszahnarztes vom 18. April 2019 (AB 8) fest (AB 9 
f.). Hiermit zeigte sich die Versicherte nicht einverstanden und verlangte 
eine anfechtbare Verfügung (AB 11 f.). Diesem Ersuchen kam die Sanitas 
mit Verfügung vom 8. Juli 2019 nach (AB 14). Die hiergegen erhobene Ein-
sprache (AB 15) wies die Sanitas mit Entscheid vom 28. Januar 2020 ab. 
Zur Begründung wurde dargelegt, es handle sich vorliegend nicht um eine 
Osteomyelitis der Kiefer (AB 18).

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B.

Dagegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt B.________, 
am 27. Februar 2020 beim Verwaltungsgericht des Kantons Bern Be-
schwerde und beantragte die Aufhebung des angefochtenen Einspra-
cheentscheides sowie die Rückweisung der Sache an die Beschwerdegeg-
nerin zur Vornahme weiterer Abklärungen und Neubeurteilung. Zur Be-
gründung liess sie im Wesentlichen vorbringen, die Stellungnahmen des 
vertrauensärztlichen Dienstes vom 26. Januar und 18. April 2019 seien 
mangelhaft, weshalb nicht darauf abgestellt werden könne. Obwohl die 
Osteomyelitis als somatisches Beschwerdebild nachweisbar sei, habe es 
die Beschwerdegegnerin unterlassen, weitere Abklärungen zu veranlassen.

Mit Beschwerdeantwort vom 28. April 2020 beantragte die Beschwerde-
gegnerin die Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 

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kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 

1.2 Angefochten ist der Einspracheentscheid der Beschwerdegegnerin 
vom 28. Januar 2020 (AB 18). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf 
Vergütung der Kosten für die zahnärztliche Behandlung in Form eines Kno-
chenaufbaus des Oberkiefers im Seitenzahnbereich links und Implantat-
unterstützte zahnprothetische Versorgung mittels drei Operationen (inklusi-
ve Vorabklärung, Nachkontrolle und Zusatzkosten; vgl. AB 5, 24 f.).

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Die Leistungen, deren Kosten von der obligatorischen Krankenpfle-
geversicherung bei Krankheit zu übernehmen sind, werden in Art. 25 des 
Bundesgesetzes vom 18. März 1994 über die Krankenversicherung (KVG; 
SR 832.10) in allgemeiner Weise umschrieben. Im Vordergrund stehen die 
Leistungen der Ärzte und Ärztinnen, dann aber auch der Chiropraktoren 
und Chiropraktorinnen sowie der Personen, die im Auftrag von Ärzten und 
Ärztinnen Leistungen erbringen (BGE 129 V 80 E. 1.1 S. 82, 128 V 135 
E. 2a S. 136, 127 V 328 E. 2 S. 330).

2.2 Die Leistungen der Zahnärzte und Zahnärztinnen sind in Art. 25 
KVG nicht aufgeführt. Die Kosten dieser Leistungen sollen im Krankheits-
falle der obligatorischen Krankenpflegeversicherung nur in eingeschränk-
tem Masse überbunden werden, nämlich wenn die zahnärztliche Behand-
lung durch eine schwere, nicht vermeidbare Erkrankung des Kausystems 
(Art. 31 Abs. 1 lit. a KVG) oder durch eine schwere Allgemeinerkrankung 
oder ihre Folgen bedingt (Art. 31 Abs. 1 lit. b KVG) oder zur Behandlung 

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einer schweren Allgemeinerkrankung oder ihrer Folgen notwendig ist 
(Art. 31 Abs. 1 lit. c KVG).

Gestützt auf Art. 33 Abs. 2 und 5 KVG in Verbindung mit Art. 33 lit. d der 
Verordnung vom 27. Juni 1995 über die Krankenversicherung (KVV; 
SR 832.102) hat das Departement des Innern in der Verordnung des EDI 
vom 29. September 1995 über Leistungen in der obligatorischen Kranken-
pflegeversicherung (Krankenpflege-Leistungsverordnung, KLV; SR 
832.112.31) diese zahnärztlichen Behandlungen in den Art. 17 bis 19a auf-
gelistet. In Art. 17 KLV werden die schweren, nicht vermeidbaren Erkran-
kungen des Kausystems aufgezählt, bei denen daraus resultierende 
zahnärztliche Behandlungen von der obligatorischen Krankenpflegeversi-
cherung zu übernehmen sind. In Art. 18 KLV werden die schweren Allge-
mein-erkrankungen und ihre Folgen aufgelistet, die zu zahnärztlicher Be-
handlung führen können und deren Kosten von der obligatorischen Kran-
kenpflegeversicherung zu tragen sind. Hier müssen die Allgemeinerkran-
kungen oder ihre Folgen schwer sein, nicht hingegen die dadurch bedingte 
Erkrankung des Kausystems (BGE 127 V 339 E. 2b S. 341). In Art. 19 KLV 
werden die schweren Allgemeinerkrankungen aufgezählt, bei denen die 
zahnärztliche Massnahme notwendiger Bestandteil der Behandlung dar-
stellt. Art. 19a KLV schliesslich beschlägt die Pflichtleistungen des Kran-
kenversicherers, die durch ein Geburtsgebrechen bedingt sind.

In BGE 124 V 185 hat das Eidg. Versicherungsgericht (heute Bundesge-
richt) entschieden, dass die in Art. 17 - 19 KLV erwähnten Erkrankungen, 
welche von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung zu überneh-
mende zahnärztliche Behandlungen bedingen, abschliessend aufgezählt 
sind. Daran hat es in ständiger Rechtsprechung festgehalten (BGE 129 V 
80 E. 1.3 S. 83, 128 V 135 E. 2c S. 137).

2.3 Die Verwaltung als verfügende Instanz und – im Beschwerdefall – 
das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn 
sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat 
das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nichts Abweichendes 
vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu 
fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhaltes genügt die-
sen Beweisanforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener Sachver-

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haltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen Geschehensabläufen 
als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 144 V 427 E. 3.2 S. 429).

3.

3.1 Als schwere, nicht vermeidbare Erkrankung der Zähne, bei der die 
daraus resultierende zahnärztliche Behandlung eine Pflichtleistung der ob-
ligatorischen Krankenpflegeversicherung darstellt, nennt Art. 17 lit. c Ziff. 5 
KLV eine Osteomyelitis der Kiefer. Die Pflichtleistung umfasst dabei auch 
die Kosten für die Wiederherstellung der Kaufunktion (Zahnprothese; vgl. 
WEBER/GASSMANN in: BLECHTA/COLATRELLA/RÜEDI/STAFFELBACH [Hrsg.], 
Basler Kommentar, Krankenversicherungsgesetz und Krankenversiche-
rungsaufsichtsgesetz, 1. Aufl. 2020, Art. 31 N. 21 mit Hinweisen; GEBHARD 
EUGSTER, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum KVG, 2. Aufl. 2018, 
Art. 31 N. 18). 

Die Osteomyelitis ist eine Knochenmarkentzündung (PSCHYREMBEL, Klini-
sches Wörterbuch, 267. Aufl. 2017, S. 1322), wobei die Osteomyelitis der 
Kiefer als Entzündung des Kieferknochens definiert ist, die sich im gefäss-
haltigen Knochen ausbreitet. Entzündliches Granulationsgewebe führt zur 
Knochennekrose, osteoklastischem Knochenabbau und zu osteoblasti-
scher Knochenneubildung. Differenziert wird zwischen akuter und chroni-
scher bzw. sekundär chronischer Form (vgl. SSO-Atlas, 4. Aufl. 2018, 
S. 46).

3.2 Vorliegend ist zwischen den Parteien unbestritten und kann sach-
verhaltsmässig als erstellt gelten, dass die Beschwerdeführerin in Form 
eines Knochenaufbaus des Oberkiefers im Seitenzahnbereich links und 
einer Implantat-unterstützten zahnprothetischen Versorgung behandelt 
wurde (vgl. AB 1). Bestritten ist hingegen, ob die entsprechenden Kosten 
durch die obligatorische Krankenpflegeversicherung zu übernehmen sind 
und dabei insbesondere, ob die Beschwerdeführerin betreffend den Seiten-
zahnbereich des linken Oberkiefers an einer Osteomyelitis gelitten hat (vgl. 
E. 2.2 sowie 3.1 hiervor). 

3.3 Den Akten sind im Wesentlichen folgende Angaben zu entnehmen:

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3.3.1 Der behandelnde Prof. Dr. med. Dr. med. dent. C.________ führte 
im Schreiben vom 24. Dezember 2018 aus, dass bei der Beschwerdeführe-
rin ein Knochenaufbau des Oberkiefers im Seitenzahnbereich links und 
eine Implantat-unterstützte zahnprothetische Versorgung bei segmentaler 
Atrophie und Deformität, welche durch eine chronische Osteomyelitis ent-
standen sei, geplant werde (drei Operationen; AB 1, S. 2). Die Beschwer-
deführerin befinde sich aufgrund einer chronischen Osteomyelitis des 
Oberkiefers im linken Seitenzahnbereich, welche ursprünglich durch eine 
Periimplantitis entstanden sei, in der Universitätsklinik D.________ in Be-
handlung. Das Orthopantomogramm (OPT) vom 9. Oktober 2018 (AB 1, 
S. 4) zeige eine ausgedehnte Osteolyse in Regio 23 bis 26. Klinisch hätten 
multiple Fisteln im oberen Vestibulum bestanden. Der Zustand habe 
schliesslich zum Verlust der bestehenden Implantate in Regio 23 bis 24 
(OPT vom 18. Dezember 2018, AB 1, S. 3) geführt. Dadurch sei eine seg-
mentale Deformität mit vertikalem Knochenverlust in diesem Bereich ent-
standen (s. klinische Dokumentationsfotos; AB 1, S. 5). In Regio 24 bis 26 
fehle der Alveolarfortsatz vollständig (AB 1, S. 1).

3.3.2 Der Vertrauenszahnarzt Dr. med. Dr. med. dent. E.________ führte 
in der Stellungnahme vom 26. Januar 2019 aus, der Knochenverlust sei 
entzündlich bedingt als Folge einer Periimplantitis. Aus diesem Grund hät-
ten auch die Implantate 23 und 24 entfernt werden müssen. Das Krank-
heitsbild einer Osteomyelitis liege nicht vor (AB 2, S. 1).

3.3.3 Im Bericht vom 5. April 2019 führte Prof. Dr. med. Dr. med. dent. 
C.________ aus, die entzündliche Veränderung habe über Jahre bestan-
den und die Osteolyse am Oberkiefer im linken Seitenzahnbereich, welche 
im vorliegenden OPT zu sehen sei, gehe über die übliche Periimplantitis 
hinaus. Zusammen mit dem mehrjährigen Krankheitsverlauf und klinischen 
Befund einer mehrfachen eitrigen Fistelbildung habe eine Osteomyelitis 
vorgelegen. Die chronische, infektiöse und entzündliche Situation habe 
schliesslich zum Verlust der dentalen Implantate in Regio 23 und 24 ge-
führt. Die Läsion sei anschliessend mit lokalen Massnahmen erfolgreich 
therapiert worden. Folglich sei eine deutliche segmentale Atrophie mit ver-
tikalem Knochenverlust im oberen linken Seitenzahnbereich entstanden 
(AB 7, S. 1).

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3.3.4 In der Stellungnahme vom 18. April 2019 führte Dr. med. Dr. med. 
dent. E.________ aus, die Angabe von Prof. Dr. med. Dr. med. dent. 
C.________, dass eine Osteolyse über die Periimplantitis hinausgehe und 
daher eine Osteomyelitis vorliege, treffe nicht zu, komme es doch nach 
länger dauernder Periimplantitis zu fortschreitendem Knochenverlust bis 
zum vollständigen Attachementverlust im Bereich der Implantate und damit 
zum Verlust derselben. Diese Situation liege im vorliegenden Fall nicht vor. 
Wie Prof. Dr. med. Dr. med. dent. C.________ erwähnt habe, habe die 
entzündliche Veränderung mehrere Jahre bestanden. Damit sei der weit-
gehende Knochenverlust um die Implantate als Folge der Periimplantitis 
nachvollziehbar erklärt. Der entzündlich bedingte Knochenverlust be-
schränke sich gemäss Befund im OPT weitgehend auf die unmittelbare 
Umgebung der Implantate, was auf eine fortgeschrittene Periimplantitis 
schliessen lasse. Bei einer eigentlichen Osteomyelitis handle es sich um 
eine ausgedehnte Infektion mit Befall weiterer Kieferabschnitte, was im 
vorliegenden Fall nicht zutreffe. Auch fänden sich in der weiteren Umge-
bung der Implantate keine Veränderungen des Knochens, welche auf das 
Krankheitsbild einer Osteomyelitis schliessen lassen würden. Somit sei 
erstellt, dass der Knochenverlust mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 
allein Folge der über Jahre bestehenden Periimplantitis sei (AB 8, S. 1).

3.4 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt Beweis-
wert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet 
sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverläs-
sigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/ee S. 353 f.). Soll ein Versiche-
rungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, 

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sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen 
auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ver-
sicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Ab-
klärungen vorzunehmen (BGE 139 V 225 E. 5.2 S. 229; 135 V 465 E. 4 
S. 467 ff., je mit Hinweisen).

Nach der Praxis sind Aktengutachten nicht zu beanstanden, wenn die Ak-
ten ein vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Sta-
tus ergeben und diese Daten unbestritten sind. Der Untersuchungsbefund 
muss lückenlos vorliegen. Der Experte muss sich aufgrund vorhandener 
Unterlagen ein gesamthaft lückenloses Bild machen können (RKUV 2006 U 
578 S. 175 E. 3.4, 1988 U 56 S. 371 E. 5b).

3.5 Die Beschwerdegegnerin stützte sich im Einspracheentscheid vom 
28. Januar 2020 (AB 18) massgeblich auf die Aktenbeurteilungen des ver-
sicherungsmedizinischen Dienstes des Vereins RVK bzw. Dr. med. Dr. 
med. dent. E.________ vom 26. Januar und 18. April 2019 (AB 2, 8). Diese 
erfüllen die von der höchstrichterlichen Rechtsprechung an den Beweiswert 
eines medizinischen Berichts gestellten Anforderungen und überzeugen 
(vgl. E. 3.4 hiervor).

Der Vertrauenszahnarzt Dr. med. Dr. med. dent. E.________ stützte seine 
fachärztliche Beurteilungen vom 26. Januar und 18. April 2019 (AB 2, 8) 
insbesondere auf die Anamnese mit bekannter Periimplantitis (entzündliche 
Erkrankung bei dentalem Implantat mit Beteiligung des Alveolarknochens 
und Gefahr der Implantatlockerung; röntgenologisch ist eine Knochenre-
sorption nachweisbar [PSCHYREMBEL, a.a.O., S. 1378]; vgl. zur Definition 
und Diagnostik auch REINHARD MÜNSTERMANN, Zahnärztliche Behandlung 
und Begutachtung, 2. Aufl. 2009, S. 132) sowie den bildgebenden Befund 
gemäss OPT (AB 1, S. 3 f.). Danach beschränkt sich der entzündlich be-
dingte Knochenverlust weitgehend auf die unmittelbare Umgebung der Im-
plantate, was auf eine fortgeschrittene Periimplantitis schliessen lasse. 
Prof. Dr. med. Dr. med. dent. C.________ erklärte selber explizit, dass die 
Beschwerdeführerin an einer Periimplantitis litt (AB 1, S. 1; 7, S. 1) und es 
ist unbestritten, dass die Osteolyse – d.h. der Knochenabbau – segmental 
in Regio 23 bis 26 auftrat (vgl. zum Gebissschema: PSCHYREMBEL, a.a.O., 
S. 639), mithin nicht mehrere Kieferabschnitte betroffen waren. Zwar kön-

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nen Entzündungen der Kieferknochen im Sinne einer Osteomyelitis auch 
als lokales und umschriebenes Geschehen verlaufen (vgl. SCHWEN-
ZER/EHRENFELD [Hrsg.], Zahn-Mund-Kieferheilkunde: Allgemeine Chirurgie, 
3. Aufl. 2000, S. 193), für eine Osteomyelitis der Kiefer würde aber eher 
sprechen, wenn nicht nur ein, sondern mehrere Kieferabschnitte betroffen 
wären (vgl. Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; 
heute Bundesgericht] vom 19. Mai 2006, K 74/05 E. 3.2). Darauf wies auch 
Dr. med. Dr. med. dent. E.________ hin (AB 8, S. 1). Hinzu kommt, dass 
die Beschwerden anerkanntermassen ihren Ursprung in einer Entzündung 
der Implantatbetten nahmen und die von Prof. Dr. med. Dr. med. dent. 
C.________ im Schreiben vom 5. April 2019 (AB 7) erwähnte mehrfache 
Fistelbildung (vgl. zur Definition: JACKOWSKI/PETERS/HÖLZLE [Hrsg.], 
Zahnärztliche Chirurgie, 2017, S. 532) nicht nur bei einer Osteomyelitis 
(vgl. SSO-Atlas, a.a.O., S. 46), sondern eben gerade auch bei einer fortge-
schrittenen Periimplantitis auftreten kann (vgl. MÜNSTERMANN, a.a.O., 
S. 133 Abb. 6.35). Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass vorliegend ein 
Abschnitt des linken Oberkiefers entzündet war, eine Osteomyelitis jedoch 
meist den Unterkiefer betrifft (vgl. SSO-Atlas, a.a.O., S. 46). 

Damit ist das Vorliegen einer Osteomyelitis zwar möglich, nicht aber über-
wiegend wahrscheinlich (vgl. EVG K 74/05, E. 3). Die Ausführungen des 
Prof. Dr. med. Dr. med. dent. C.________ sind nicht geeignet, auch nur 
geringe Zweifel an der nachvollziehbaren und überzeugenden Beurteilung 
des Vertrauenszahnarztes Dr. med. Dr. med. dent. E.________ zu begrün-
den. Weitere Sachverhaltsbegründungen erübrigen sich daher in antizipier-
ter Beweiswürdigung (BGE 144 V 361 E. 6.5 S. 368, 124 V 90 E. 4b S. 94, 
122 V 157 E. 1d S. 162; SVR 2019 IV Nr. 50 S. 163 E. 4).

3.6 Nach dem Gesagten hat die Beschwerdegegnerin ihre Leistungs-
pflicht der obligatorischen Krankenpflegeversicherung bezüglich des Kno-
chenaufbaus des Oberkiefers im Seitenzahnbereich links und Implantat-
unterstützte zahnprothetische Versorgung zu Recht abgelehnt. Der Ein-
spracheentscheid vom 28. Januar 2020 ist damit nicht zu beanstanden und 
die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Mai 2020, KV/2020/168, Seite 11

4.

4.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 KVG i.V.m. Art. 61 lit. a ATSG sind 
keine Verfahrenskosten zu erheben.

4.2 Gemäss Art. 1 Abs. 1 KVG in Verbindung mit Art. 61 lit. g ATSG 
(Umkehrschluss) besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Parteien-
tschädigung zugesprochen.

3. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- Sanitas Grundversicherungen AG  
- Bundesamt für Gesundheit

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.