# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b666707c-f749-56ea-be9a-e362a6793bd4
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-12-20
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 20.12.2012 LQ100103
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LQ100103_2012-12-20.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Zivilkammer    
 

 
 

Geschäfts-Nr. LQ100103-O/U, damit vereinigt LQ110006 

 

Mitwirkend: Oberrichter Dr. R. Klopfer, Vorsitzender, Oberrichterin  

Dr. D. Scherrer und Ersatzoberrichter Dr. S. Mazan sowie  

Gerichtsschreiber lic. iur. S. Clausen 

 

Beschlüsse vom 20. Dezember 2012 

 

in Sachen 

 

A._____, 
Gesuchsteller, Erstrekurrent und Zweitrekursgegner 

 

vertreten durch Rechtsanwalt MLaw X._____ 

 

gegen 

 

B._____, 
Gesuchstellerin, Erstrekursgegnerin und Zweitrekurrentin 

 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ 

 

betreffend vorsorgliche Massnahmen (Obhut über das Kind, Besuchsrecht, 
Unterhaltsbeiträge, Edition) 
 
Rekurs gegen eine Verfügung des Einzelrichters im ordentlichen Verfahren 
am Bezirksgericht Uster vom 21. Dezember 2010 (FE100157) 
 
 
 

- 2 - 

Erwägungen: 

I. 

 1. Die Parteien haben am tt. August 1996 geheiratet und wurden Eltern 

des Sohnes C._____, geboren am tt.mm.1996 (Vi Urk. 12). Am 26. Mai 2010 

klagte die Gesuchstellerin, Erstrekursgegnerin und Zweitrekurrentin (nachfolgend 

Gesuchstellerin) beim Bezirksgericht Uster auf Scheidung der Ehe. Gleichzeitig 

stellte sie ein Gesuch um Anordnung von vorsorglichen Massnahmen mit den An-

trägen auf Leistung angemessener Unterhaltsbeiträge für sich und das Kind sowie 

auf Bezahlung eines Prozesskostenvorschusses (Vi Urk. 1). Dem Scheidungspro-

zess ging ein Eheschutzverfahren vor dem Bezirksgericht Uster voraus (Vi 

Urk. 7). Soweit vorliegend relevant, wurde das Kind C._____ mit Eheschutzent-

scheid vom 26. Januar 2010 für die Dauer des Getrenntlebens unter die Obhut 

der Gesuchstellerin gestellt, unter Regelung des Besuchrechts des Gesuchstel-

lers, Erstrekurrenten und Zweitrekursgegners (nachfolgend Gesuchsteller). Für 

das Kind C._____ wurde sodann eine Besuchsbeistandschaft im Sinne von 

Art. 308 Abs. 2 ZGB errichtet (Vi Urk. 7/16 S. 2 f. Dispositiv-Ziffern 2-5). Der Ge-

suchsteller widersetzte sich der Scheidung nicht und ersuchte für die Dauer des 

Scheidungsverfahrens ebenfalls um vorsorgliche Massnahmen mit dem haupt-

sächlichen Antrag, es sei der gemeinsame Sohn C._____ unter seine elterliche 

Obhut zu stellen, eventualiter der gemeinsamen elterlichen Obhut anzuvertrauen. 

Im Weiteren stellte der Gesuchsteller Rechtsbegehren bezüglich des Besuchs-

rechts der Gesuchstellerin sowie bezüglich der mit der Obhutszuteilung zusam-

menhängenden finanziellen Belange (Vi Urk. 17 S. 1 und S. 23 f.). Mit Verfügung 

vom 21. Dezember 2010 wies der Einzelrichter im ordentlichen Verfahren am Be-

zirksgericht Uster die vorsorglichen Massnahmebegehren des Gesuchstellers ab 

und verpflichtete diesen rückwirkend per 26. Mai 2009 zu monatlichen Unterhalts-

beiträgen von insgesamt Fr. 4'705.– (davon Fr. 1'705.– zuzüglich allfällige gesetz-

liche oder vertragliche Kinderzulagen für das Kind C._____) und zur Entrichtung 

- 3 - 

eines Prozesskostenvorschusses von einstweilen Fr. 10'000.– (Urk. 3 S. 34 Dis-

positiv-Ziffern 2, 3 und 5). 

 2. Mit Erstrekurs vom 28. Dezember 2010 beantragte der Gesuchsteller 

die Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheides, die Zuteilung der elterlichen 

Obhut über das Kind an sich unter Gewährung eines Besuchs- und Ferienbe-

suchsrechts an die Gesuchstellerin sowie die Verpflichtung der Gesuchstellerin 

zur Bezahlung angemessener, indexierten und vorschüssig zu leistenden Unter-

haltsbeiträgen (Urk. 2). Auf Aufforderung der Kammer hin (vgl. Urk. 5) bezifferte 

und konkretisierte der Gesuchsteller seine Rechtsmittelanträge wie folgt (Urk. 7 

S. 1 f.): 

 "1. Es sei in Aufhebung des angefochtenen Entscheides der gemeinsame Sohn der bei-
den Parteien C._____ unter die elterliche Obhut des Vaters zu stellen, eventualiter 

sei sofort ein Gutachten über die Zuteilung der elterlichen Obhut anzuordnen. 

  2. Es sei die Beistandschaft für C._____ sofort aufzuheben. 

  3. Es sei der Mutter und Rekursgegnerin ein angemessenes Besuchs- und Ferienbe-

suchsrecht zu gewähren - und zwar in der Form, dass sie in Übernahme der Kosten 

C._____ jedes zweite Wochenende zu sich auf Besuch und C._____ während 4 Wo-

chen zu sich mit in die Ferien nehmen kann, wobei es den Parteien in Abstimmung 

auf die Bedürfnisse von C._____ freigestellt bleiben soll, im Einzelfall ein weiterge-

hendes Besuchsrecht zu vereinbaren. 

  4. Es sei die Mutter und Rekursgegnerin zu verpflichten, an den Unterhalt von C._____ 

monatlich indexierte und vorschüssig zu leistende Unterhaltsbeiträge von Fr. 1'750.– 

zu bezahlen. 

  5. Es sei die Mutter und Rekursgegnerin zu persönlichen Unterhaltsbeiträgen von 

Fr. 1'000.– zu verpflichten. 

  6. Es seien beidseitig keine Prozesskostenvorschüsse anzuordnen. 

  Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen." 

 Mit Eingabe vom 18. Januar 2011 erhob die Gesuchstellerin Zweitrekurs ge-

gen die vorinstanzliche Verfügung und stellte folgende Anträge (Urk. 64/2 S. 2 ff.): 

- 4 - 

 "1. In Abänderung von Dispositivziffer 3 der angefochtenen Verfügung sei der Gesuch-
steller zu verpflichten, der Gesuchstellerin rückwirkend ab 26. Mai 2009 für die Dauer 

des Verfahrens einen monatlichen Unterhaltsbeitrag von insgesamt Fr. 18'000.–, zu-

züglich allfälliger gesetzlicher oder vertraglicher Kinderzulagen zu bezahlen, nämlich 

Fr. 15'000.– für die Gesuchstellerin und Fr. 3'000.–, zuzüglich allfälliger gesetzlicher 

oder vertraglicher Kinderzulagen für das Kind, zahlbar im Voraus jeweils auf den Ers-

ten eines jeden Monats. 

  2. In Aufhebung von Dispositivziffer 4 sei der Gesuchsteller zu verpflichten, ab sofort die 

Kosten die Privatschule U._____ von Fr. 2'500.– zu übernehmen. 

  3. In Ergänzung der angefochtenen Verfügung sei der Gesuchsteller zu verpflichten, 

folgende Unterlagen dem Gericht einzureichen: 

  1. Vollständige Auszüge aller Konti und Depots des Gesuchstellers für die Jahre 

2006 bis heute 

  2. Vollständige Kreditkartenabrechnungen aller dem Gesuchsteller zur Verfügung 

stehenden und genutzten Kreditkarten (insbesondere … und … des Gesuch-

stellers, seines Vaters und der beiden Gesellschaften) im Zeitraum 2006 bis 

heute 

  3. Buchungsbelege aller Ferienreisen des Gesuchstellers für den Zeitraum 2006 

bis heute 

  4. Zusammenstellung der Quellen ab denen die laufenden Bedürfnisse der Fami-

lie von ihm für die Zeit ab 1. Januar 2006 bis heute finanziert worden sind 

  5. Belege, die Aufschluss darüber geben, auf welche Konti die diversen Mietein-

nahmen der verschiedenen Liegenschaften fliessen, an denen der Gesuchstel-

ler wirtschaftlich berechtigt ist. 

  4. In weiterer Ergänzung der angefochtenen Verfügung sei der Gesuchsteller zu ver-

pflichten, folgende Unterlagen dem Gericht einzureichen: 

  1. Jahresrechnung und Bilanzen der Gesellschaften D._____ AG, E._____, und 

F._____ AG, E._____, für die Zeit vom 1. Januar 1995 bis 2009 

  2. Die vollständige Buchhaltung der beiden Gesellschaften mit allen Kontoblättern 

für die Jahre 2005 bis 2009 

- 5 - 

  3. Die vollständigen Steuererklärungen der beiden Gesellschaften für die Jahre 

2005 bis 2009 

  4. Die Steuererklärung 2008 des Gesuchstellers mit allen Hilfsblättern und Unter-

lagen 

  5. Detaillierte Zusammenstellung allen Vermögenswerte per Mai 2010, an denen 

der Gesuchsteller wirtschaftlich berechtigt ist, mit geschätzten Wertangaben 

und Vollständigkeitserklärung 

  6. Liegenschaftenabrechnungen 2007 bis 2009 aller Liegenschaften, an denen 

der Gesuchsteller wirtschaftlich berechtigt ist. 

  5. In Abänderung von Dispositiv-Ziffer 5 der angefochtenen Verfügung sei der Gesuch-

steller zu verpflichten, der Gesuchstellerin einen Prozesskostenvorschuss von einst-

weilen Fr. 20'000.– zu bezahlen; 

  Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich Mehrwertsteuer) zulasten des 

 Rekursgegners." 

 Gleichzeitig ersuchte die Gesuchstellerin neben der Erstreckung der Frist 

zur Ergänzung des Rekurses um Entzug der aufschiebenden Wirkung des Rekur-

ses hinsichtlich Dispositiv-Ziffer 3 (Unterhaltsbeiträge von Fr. 4'705.– zuzüglich 

gesetzliche oder vertragliche Kinderzulagen) sowie um Verpflichtung des Ge-

suchstellers zur Einreichung der in Ziffer 3 der im Rekursverfahren zur Edition be-

antragten Unterlagen (Urk. 64/2 S. 4). Mit Verfügung vom 25. Januar 2011 wurde 

dem Begehren um Entzug der aufschiebenden Wirkung teilweise stattgegeben 

und der prozessuale Antrag der Gesuchstellerin auf Urkundenedition abgewiesen. 

Der Gesuchstellerin wurde die Frist zur Ergänzung der Rekursbegründung an-

tragsgemäss erstreckt (Urk. 64/5). Die ergänzende Rekursbegründung ging da-

raufhin am 9. Februar 2011 hierorts ein (Urk. 64/6). In den Rekursantwortschriften 

vom 10. Februar 2011 beziehungsweise vom 21. März 2011 wurde jeweils auf 

kostenfällige Abweisung des Rechtsmittels der Gegenpartei geschlossen (Urk. 12; 

Urk. 64/15). Im weiteren Verlauf des Rechtmittelverfahrens erfolgten zahlreiche 

weitere Stellungnahmen und Noveneingaben der Parteien (Urk. 14; Urk. 17; 

Urk. 22; Urk. 26; Urk. 32; Urk. 64/20; Urk. 64/25; Urk. 64/29; Urk. 64/34). Mit Ein-

gabe vom 3. August 2012 ersuchte die Gesuchstellerin für die beiden Rekursver-

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fahren um Zusprechung eines Prozesskostenvorschusses, eventualiter um Ge-

währung der unentgeltlichen Rechtspflege (Urk. 41; Urk. 64/42). Der Gesuchstel-

ler liess beantragen, auf das Prozesskostenvorschussbegehren der Gesuchstelle-

rin sei nicht einzutreten beziehungsweise dieses sei abzuweisen (Urk. 46). Mit 

Verfügung vom 20. September 2012 überwies das Bezirksgericht Uster der 

Kammer ein Begehren des Gesuchstellers um Anordnung vorsorglicher bezie-

hungsweise superprovisorischer Massnahmen (Urk. 51; Urk. 52/46), welches der 

Gesuchsteller in der Folge zurückzog (Prot. II S. 14). Zu den zusammen mit die-

sem Begehren neu vorgebrachten Behauptungen betreffend die Kinderbelange 

nahm die Gesuchstellerin mit Eingabe vom 29. Oktober 2012 innert erstreckter 

Frist Stellung (Urk. 59; Urk. 61/1-6). Diese Rechtsschrift wurde dem Gesuchsteller 

abschliessend samt Beilagen zur Kenntnisnahme mitgeteilt (Prot. II S. 16).  

 3. Die Vorinstanz hat auf eine Vernehmlassung zu den Rekursen der Par-

teien verzichtet (Urk. 11; Urk. 64/12). 

II. 

 1. Am 1. Januar 2011 ist die eidgenössische Zivilprozessordnung vom 

19. Dezember 2008 in Kraft getreten (Zivilprozessordnung [ZPO]; SR 272). Die 

vorliegenden Rechtsmittelverfahren wurden vorher eingeleitet, sodass bis zu de-

ren Abschluss das bisherige Verfahrensrecht gilt (Art. 404 Abs. 1 ZPO). Für das 

Verfahren vor Obergericht gelangen daher die Bestimmungen der zürcherischen 

Zivilprozessordnung vom 13. Juni 1976 (ZPO/ZH) und des Gerichtsverfassungs-

gesetzes vom 13. Juni 1976 (GVG/ZH) sowie die Verfahrensbestimmungen von 

Art. 135 bis 149 ZGB (in der bis 31. Dezember 2010 geltenden Fassung) weiter-

hin zur Anwendung. Die Natur des vorliegend anwendbaren summarischen Ver-

fahrens nach zürcherischem Prozessrecht und deren Auswirkungen auf die Be-

weisstrenge wurden von der Vorinstanz zutreffend dargestellt. Zur Vermeidung 

unnötiger Wiederholungen ist vorab auf die entsprechenden Ausführungen im an-

gefochtenen Entscheid zu verweisen (Urk. 3 S. 6; § 161 GVG/ZH). Ergänzt wer-

den kann, dass im summarischen Verfahren analog der Beweislast eine Glaub-

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haftmachungslast gilt, gemäss welcher diejenige Partei, die aus einer behaupte-

ten Tatsache Rechte ableitet, diese Tatsache glaubhaft zu machen hat. 

 2.1 Die Rechtsmittelinstanz prüft von Amtes wegen und mit freier Kogniti-

on, ob und inwieweit auf ein Rechtsmittel einzutreten ist. Der Gesuchsteller liess 

beantragen, es sei auf den Rekurs der Gesuchstellerin zufolge verspäteter Einrei-

chung nicht einzutreten (Urk. 64/10 S. 1 ff.). Der Rekurs ist innert zehn Tagen seit 

der schriftlichen Mitteilung des Entscheides der Rekursinstanz schriftlich einzu-

reichen. Die angefochtene Verfügung wurde der Gesuchstellerin am 3. Januar 

2011 zugestellt (vgl. Vi Urk. 22). Ihre am 18. Januar 2011 der Post übergebene 

Rekursschrift ging am 19. Januar 2011 beim Obergericht ein (Urk. 64/2). Gemäss 

§ 140 GVG/ZH mit der Marginalie "Gerichtsferien" stehen die gesetzlichen und 

richterlichen Fristen namentlich in der Zeit vom 20. Dezember bis und mit 

8. Januar still (Abs. 1). Vorbehalten bleiben unter anderem dringende Fälle und 

vorsorgliche Massnahmen, wobei den Parteien anzuzeigen ist, wenn eine Frist 

während der genannten Zeit läuft. Der Gesuchsteller weist richtig darauf hin, dass 

die Frist zur Einlegung des Rekurses gegen den vorsorglichen Massnahmeent-

scheid nach den gesetzlichen Vorgaben an sich auch während der Gerichtsferien 

lief (Urk. 64/10 S. 1). Indessen wurden die Parteien in der vorinstanzlichen Verfü-

gung zwar auf die Rekursfrist von zehn Tagen, nicht jedoch auf den Fristenstill-

stand während der Gerichtsferien hingewiesen (vgl. Urk. 3 S. 35). Ob der anwalt-

lich vertretenen Gesuchstellerin die Fristenregelung über die Feiertage eines Jah-

reswechsels bekannt gewesen war, ist entgegen der Ansicht des Gesuchstellers 

(Urk. 64/10 S. 2) nicht ausschlaggebend. Denn bei der in § 140 Abs. 3 GVG/ZH 

statuierten Anzeigepflicht handelt es sich nicht um eine blosse Ordnungsvor-

schrift, sondern um ein notwendiges Erfordernis für den ausnahmsweisen Fristen-

lauf während der Gerichtsferien (Hauser/Schweri, Kommentar zum zürcherischen 

Gerichtsverfassungsgesetz, Zürich 2002, N 17 zu § 140 GVG/ZH). Im Interesse 

der Rechtssicherheit ist die Anzeige gemäss § 140 Abs. 3 GVG/ZH auch in den in 

§ 140 Abs. 2 GVG/ZH aufgezählten Fällen wie insbesondere den vorliegend um-

strittenen vorsorglichen Massnahmen im Scheidungsverfahren als eine notwendi-

ge Voraussetzung für den Fristenlauf während der Gerichtsferien zu betrachten 

- 8 - 

(ZR 76 [1977] Nr. 130). Demnach begann die zehntägige Frist zur Einreichung 

des Rekurses für beide Parteien erst nach Ablauf der Gerichtsferien am 9. Januar 

2011 und wurde mit der am 18. Januar 2011 der Post übergebenen Rekursschrift 

der Gesuchstellerin gewahrt. Auf den insofern rechtzeitig erhobenen Rekurs der 

Gesuchstellerin ist folglich einzutreten. 

 2.2 Die Rekursanträge sind in der Rekursschrift zu stellen und zu begrün-

den (§ 276 Abs. 1 und 2 ZPO/ZH). Der Rekurs hemmt Rechtskraft und Vollstreck-

barkeit des angefochtenen Entscheides im Umfang der Rekursanträge (§ 275 

Abs. 1 ZPO/ZH). Mit einer ergänzenden Rekursbegründung können daher - die 

Bezifferung eines nicht oder ungenügend bezifferten Rekursantrages vorbehalten 

- keine neuen Rekursanträge gestellt werden (§ 276 Abs. 3 ZPO/ZH; vgl. auch 

Frank/Sträuli/Messmer, Kommentar zur zürcherischen Zivilprozessordnung, 

3. Aufl., Zürich 1997, N 2 zu § 276 ZPO/ZH). In der ergänzenden Rekursbegrün-

dung stellte der Gesuchsteller über die ihm mit Verfügung vom 29. Dezember 

2010 aufgegebene Bezifferung und Konkretisierung der ursprünglichen Rechts-

begehren zur Ausgestaltung des persönlichen Verkehrs und zum geschuldeten 

Unterhalt den Antrag, es seien beidseitig keine Prozesskostenvorschüsse anzu-

ordnen (Urk. 7 S. 2). Gegen den ihn zur Leistung eines Prozesskostenvorschus-

ses in der Höhe von Fr. 10'000.– verpflichtenden Teil des vorinstanzlichen Ent-

scheides (Urk. 3 S. 34 Dispositiv-Ziffer 5) hat sich der Gesuchsteller in der Re-

kursschrift selber weder ausdrücklich noch dem Sinne nach zur Wehr gesetzt. 

Gründe für eine ausnahmsweise Zulässigkeit der Stellung eines neuen Rekursan-

trages (vgl. § 278 ZPO/ZH in Verbindung mit § 267 ZPO/ZH und § 115 ZPO/ZH) 

wurden nicht genannt und sind auch nicht ersichtlich. Soweit der Gesuchsteller 

nach Ablauf der eigentlichen Rekursfrist am 18. Januar 2011 (vgl. E. 2.1 a.E.) erst 

in der ergänzenden Rekursbegründung vom 19. Januar 2011 die Befreiung von 

der Verpflichtung zur Leistung eines Prozesskostenvorschusses verlangt, kann 

auf seinen Rekurs nicht eingetreten werden. Einen unstatthaften neuen Rekurs-

antrag stellte der Gesuchsteller in der ergänzenden Rekursbegründung auch in-

sofern, als er die sofortige Aufhebung der Beistandschaft für den Sohn C._____ 

beantragen liess (Urk. 7 S. 1 Antrag Ziffer 2). Ein solches Begehren hat der Ge-

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suchsteller im vorinstanzlichen Verfahren zwar nicht in seinen förmlichen Mass-

nahmeanträgen gestellt (vgl. Vi Urk. 17 S. 23). Aus der dazu gegebenen Begrün-

dung ergibt sich indessen, dass er die Beistandschaft zufolge Wirkungslosigkeit 

aufgehoben haben wollte (Urk. 17 S. 9). Die Vorinstanz hat sich in der angefoch-

tenen Verfügung denn auch mit dieser Problematik auseinandergesetzt und den 

entsprechenden Antrag des Gesuchstellers abgewiesen (vgl. Urk. 3 S. 12 f. und 

S. 34 Dispositiv-Ziffer 2: "Die übrigen Anträge des Gesuchstellers werden abge-

wiesen."). Die Auslegung der Rekursschrift vom 28. Dezember 2010 ergibt keine 

Hinweise darauf, dass die vorinstanzliche Verfügung auch diesbezüglich ange-

fochten werden sollte. Wiewohl der Gesuchsteller zunächst pauschal die Aufhe-

bung der Verfügung vom 21. Dezember 2010 forderte, hat er anschliessend die-

jenigen Punkte (Obhut, Besuchsrecht, Unterhalt) genannt, welche seiner Ansicht 

nach neu entschieden werden müssten (Urk. 2 S. 1). Hätte der Gesuchsteller für 

den Fall, dass die elterliche Obhut weiterhin von der Mutter ausgeübt werden 

würde, auf der Aufhebung der Beistandschaft bestehen wollen, hätte er dies be-

reits in der verfahrenseinleitenden Rechtsmitteleingabe zum Ausdruck bringen 

müssen. Das hat er nicht getan, sodass auf seinen Rekurs auch bezüglich der 

Aufrechterhaltung der Beistandschaft nicht eingetreten werden kann. 

 3. Das vorliegende Rekursverfahren hat nebst anderem die Umteilung der 

Obhut über das gemeinsame Kind der Parteien sowie damit zusammenhängend 

die Regelung des persönlichen Verkehrs zum Gegenstand. Soweit im Rahmen 

von vorsorglichen Massnahmen Kinderbelange zu regeln sind, gilt zum Schutz 

des Kindesinteresses die uneingeschränkte Offizial- und Untersuchungsmaxime 

(Bräm/Hasenböhler, Zürcher Kommentar, Zürich 1997, N 17 und N 117 zu 

Art. 176 ZGB; Hausheer/Reusser/Geiser, Berner Kommentar, Bern 1980, N 252 f. 

und N 418 zu aArt. 145 ZGB; BGE 119 II 203; BGE 120 II 231). Allerdings ändert 

die Offizialmaxime nichts am summarischen Charakter des Verfahrens (vgl. Breit-

schmid, Kind und Scheidung der Elternehe, in: Stiftung für juristische Weiterbil-

dung Zürich [Hrsg.], Das neue Scheidungsrecht, Zürich 1999, S. 107). Das be-

deutet insbesondere, dass auch bei Kinderbelangen die Parteien dem Gericht 

grundsätzlich den wesentlichen Sachverhalt substantiiert darlegen und glaubhaft 

- 10 - 

machen müssen (Frank/Sträuli/Messmer, a.a.O., N 35 zu § 54 ZPO/ZH). Das Ge-

richt kann auch bei Kinderbelangen auf ihm plausibel erscheinenden Aussagen 

einer Partei abstellen, ohne weitere Beweismittel beizuziehen (Guldener, Schwei-

zerisches Zivilprozessrecht, 3. Aufl., Zürich 1979, S. 323 Anm. 27; ZR 79 [1980] 

Nr. 64). Aufgrund der bei der Gestaltung von Kinderbelangen geltenden Offi-

zialmaxime entfällt der Ausschluss von Noven (Frank/Sträuli/Messmer, a.a.O., 

N 10 zu § 267 ZPO/ZH). Dies hat zur Folge, dass auf die Ausführungen der Par-

teien, die im unmittelbaren Zusammenhang mit der Gestaltung der Eltern- und 

Kindesrechte stehen, grundsätzlich auch dann einzutreten ist, wenn diese erst im 

Verlauf des Rekursverfahrens präsentiert wurden. 

 4. Neben den von der Offizial- und Untersuchungsmaxime beherrschten 

Kinderbelangen sind im vorliegenden Rekursverfahren auch der Ehegattenunter-

halt sowie die Leistung von Prozesskostenvorschüssen für das erst- und zweitin-

stanzliche Verfahren strittig. Im Bereich dieser Streitpunkte gilt die Dispositions- 

und Verhandlungsmaxime (vgl. Bachmann, Die Regelung des Getrenntlebens 

nach Art. 176 und 179 ZGB sowie nach zürcherischem Verfahrensrecht, Diss. 

St. Gallen 1995, S. 202). Diesbezüglich ist es somit an den Parteien, den wesent-

lichen Sachverhalt substantiiert zu behaupten beziehungsweise zu bestreiten, und 

das Gericht darf seinem Verfahren nur behauptete Tatsachen zugrunde legen 

(§ 54 ZPO/ZH und § 113 ZPO/ZH). Sodann sind Noven, die nicht im Zusammen-

hang mit der Gestaltung der Eltern- und Kindesrechte stehen, im Rechtsmittelver-

fahren nur bei Vorliegen bestimmter Voraussetzungen zulässig (§ 278 ZPO/ZH in 

Verbindung mit § 267 Abs. 1 ZPO/ZH und § 278 ZPO/ZH). Zuzulassen sind sol-

che Vorbringen nach § 115 ZPO/ZH, wenn sich ihre Richtigkeit aus den Prozess-

akten ergibt oder diese durch neu eingereichte Urkunden sofort bewiesen werden 

können (Ziffer 2), wenn es sich um Tatsachen handelt, von denen glaubhaft ge-

macht wird, dass sie trotz angemessener Tätigkeit nicht rechtzeitig angerufen 

werden konnten (Ziffer 3), und wenn es sich um Tatsachen handelt, die das Ge-

richt von Amtes wegen zu beachten hat (Ziffer 4). Es liegt an derjenigen Partei, 

welche neue Vorbringen geltend machen will, dem Gericht die tatsächlichen Vo-

raussetzungen eines der Ausnahmetatbestände von § 115 ZPO/ZH darzulegen. 

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 5. Auf die Parteivorbringen ist nachfolgend nur insoweit einzugehen, als 

dies für die Rechtsfindung erforderlich ist. Die diversen Verfahrensanträge der 

Parteien werden im Sachzusammenhang zu erörtern sein. 

III. 

 Die beiden Rekursverfahren mit der Geschäfts-Nr. LQ100103 und der Ge-

schäfts-Nr. LQ110006 betreffen wechselseitig die gleichen Parteien und richten 

sich gegen dieselbe vorinstanzliche Verfügung. Während sich das Rechtsmittel 

des Gesuchstellers in erster Linie gegen die Gestaltung der Eltern- und Kindes-

rechte und als Folge davon auch gegen die Regelung der Unterhaltspflichten rich-

tet, wendet sich die Gesuchstellerin mit ihrem Rekurs im Hauptpunkt ausschliess-

lich gegen die Festsetzung der zu entrichtenden Unterhaltsbeiträge. Der Ausgang 

der materiellen Streitentscheidung zum geschuldeten Unterhalt wird unter ande-

rem auch von der Beantwortung der Obhutsfrage beeinflusst. Insofern sind die 

von den Parteien eingeleiteten Rechtsmittelverfahren in ihrer Beurteilung vonei-

nander abhängig. Es rechtfertigt sich daher, die beiden Berufungsverfahren zu 

vereinigen und in einem einzigen Entscheid zu erledigen (§ 58 Abs. 2 ZPO/ZH). 

Das Rekursverfahren LQ110006 ist damit unter der Prozessnummer des vorlie-

genden weiterzuführen und als dadurch erledigt abzuschreiben. Die Akten des 

Rekursverfahrens LQ110006 sind als Urk. 64 zu denjenigen des Berufungsverfah-

rens LQ100103 zu nehmen. 

- 12 - 

IV. 

 A. Obhutszuteilung 

 1. Das Kind C._____ wurde mit eheschutzrichterlicher Verfügung vom 

26. Januar 2010 auf den gemeinsamen Antrag der Parteien hin für die Dauer des 

Getrenntlebens in die elterliche Obhut der Gesuchstellerin gegeben. Die Vo-

rinstanz hat es in der hier angefochtenen Verfügung abgelehnt, das Kind unter die 

Obhut des Gesuchstellers beziehungsweise unter die gemeinsame Obhut der El-

tern zu stellen. Verändern sich die Verhältnisse, so passt das Gericht auf Begeh-

ren eines Ehegatten die Eheschutzmassnahme an oder hebt sie auf, wenn ihr 

Grund weggefallen ist (Art. 179 Abs. 1 Satz 1 ZGB). Obwohl dies im Gesetzes-

wortlaut nicht zum Ausdruck gebracht wird, geht die Lehre davon aus, dass die 

nachträgliche Veränderung nicht nur erheblich beziehungsweise wesentlich, son-

dern auch dauerhaft sein muss (Bachmann, a.a.O., S. 226; Haus-

heer/Reusser/Geiser, a.a.O.; BSK ZGB I-Hasenböhler/Opel, N 3 zu Art. 179 

ZGB). Eine Abänderung ist auch möglich, wenn sich herausstellt, dass das Ehe-

schutzgericht irrtümlich von falschen tatsächlichen Annahmen ausgegangen ist, 

sodass die erlassene Eheschutzverfügung bereits anfänglich ohne Rechtfertigung 

war. Eine hinsichtlich der Kinderbelange getroffene Regelung ist dann zu ändern, 

wenn das Kindeswohl eine Neuordnung erfordert, das heisst wenn eine ernsthafte 

Gefährdung des Kindeswohls eine Neuregelung als zwingend erscheinen lässt 

(Bühler/Spühler, Berner Kommentar, Bern 1980, N 443 zu Art. 145 aZGB und 

N 77 zu Art. 157 aZGB). Die Gefährdung des Kindes, die Anlass zu einer Abände-

rung der bestehenden Obhuts- oder Besuchsregelung gibt, muss darin liegen, 

dass das Kind in der elterlichen Obhut nicht so geschützt und gefördert wird, wie 

es für seine körperliche, geistige und sittliche Entfaltung nötig wäre. Änderungs-

bedarf mit Bezug auf die Obhutszuteilung und das Recht auf persönlichen Ver-

kehr zwischen dem Kind und dem nicht obhutsberechtigten Elternteil kann sich 

aus äusseren Umständen ergeben, die bei den Eltern liegen oder durch die Be-

dürfnisse des Kindes bedingt sind. Das Verhalten der Eltern kann ebenfalls Ände-

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rungsgrund sein. Verletzt ein Ehegatte seine Elternpflichten, kann eine Neurege-

lung der Obhut oder der elterlichen Sorge oder eine Änderung des persönlichen 

Verkehrs zwischen Eltern und Kind erforderlich sein (vgl. zum Ganzen 

Bräm/Hasenböhler, a.a.O., N 23 zu Art. 179). 

 2. Für die vom Gesuchsteller beantragte Umteilung der Obhut während 

des Scheidungsverfahrens hat die Vorinstanz keine gewichtigen Gründe gesehen. 

In der angefochtenen Verfügung gelangte sie zum Schluss, dass sich zum heuti-

gen Zeitpunkt im Rahmen des vorliegenden Massnahmeverfahrens eine Umtei-

lung der Obhut über das Kind nicht rechtfertige. Im Einzelnen erwog die Vor-

instanz, dass sich das Kind offensichtlich in einem Loyalitätskonflikt befinde und 

sein Kontakt zum Gesuchsteller zurzeit gänzlich unterbrochen scheine. Das Ver-

halten des Kindes, sich zumindest vorübergehend vom Gesuchsteller abzuwen-

den, sei angesichts seines Alters und der derzeitigen Konfliktsituation der Partei-

en nicht untypisch. Es sei davon auszugehen, dass die aktuelle Situation das Kind 

psychisch stark belaste, weshalb dem Kriterium der Stabilität in Anbetracht dieser 

Ausgangslage die grösste Beachtung zu schenken sei. Es sei davon auszugehen, 

dass die gewohnte Umgebung am besten Gewähr dafür biete, dass sich das Kind 

insbesondere in geistig-psychischer und schulischer Hinsicht optimal entfalten 

könne. Unter Bezugnahme auf die Ausführungen von C._____ anlässlich der Kin-

desanhörung hielt die Vorinstanz des Weiteren fest, angesichts des Alters des 

Kindes sei seinem offenbar vorhandenen Wunsch, bei seiner Mutter zu bleiben, 

beziehungsweise seinem Gefühl, vom Vater zurzeit nicht seinen Bedürfnissen 

entsprechend wahrgenommen zu werden, angemessen Rechnung zu tragen. Ei-

ne Zuteilung der Obhut an den Gesuchsteller entspreche dem Kindeswohl unter 

diesen Umständen nicht. Anschliessend befasste sich die Vorinstanz mit der Er-

ziehungsfähigkeit der Gesuchstellerin und konnte diesbezüglich keine Defizite er-

kennen, die einen Grund zur Infragestellung der Erziehungseignung der Gesuch-

stellerin darstellen würden. Zuletzt befand die Vorinstanz, dass die Gesuchstelle-

rin aufgrund ihrer derzeitigen Arbeitsunfähigkeit in der Lage sei, sich uneinge-

schränkt der Betreuung des Kindes zu widmen (Urk. 3 S. 10 ff.). Der Gesuchstel-

ler hält im Rekursverfahren zusammenfassend daran fest, dass sich die Verhält-

- 14 - 

nisse seit dem Abschluss der Eheschutzvereinbarung relevant verändert hätten 

und eine akute Gefährdung der Entwicklung des gemeinsamen Sohnes unter der 

Obhut der Gesuchstellerin vorliege (Urk. 7 S. 2 ff.). 

 3.1 Mit Eheschutzverfügung vom 26. Januar 2010 wurde der gemeinsame 

Sohn der Parteien vom Einzelrichter im summarischen Verfahren am Bezirksge-

richt Uster für die Dauer des Getrenntlebens einem gemeinsamen Parteiantrag 

entsprechend der elterlichen Obhut der Gesuchstellerin anvertraut (Vi Urk. 7/16 

S. 2 Dispositiv-Ziffer 2). Aus den Akten ergibt sich sodann, dass C._____ von Be-

ginn des Getrenntlebens im April 2008 im Einvernehmen der Parteien bei seiner 

Mutter gelebt hat (Vi Urk. 7/1 S. 3; Vi Urk. 7/8 S. 1). Aus den Vorbringen des Ge-

suchstellers ergibt sich nichts, was darauf hindeuten würde, dass sich die Ge-

suchstellerin seither nicht verantwortungsvoll um den gemeinsamen Sohn ge-

kümmert hätte und ihm keine gute Mutter gewesen wäre. In Bezug auf die alltägli-

che Ausübung der Obhut weist der Gesuchsteller einmal darauf hin, dass die 

schulischen Leistungen von C._____ weiter gesunken seien und heute in der Se-

kundarschule B seine zweifelsohne vorhandenen intellektuellen wie kreativen Fä-

higkeiten nur noch erheblich geschmälert gefördert würden (Urk. 7 S. 4 f.; vgl. 

auch Vi Urk. 17 S. 5). C._____ wurde mit Verfügung des Schulleiters vom 12. Juli 

2010 von der Abteilung A in die Abteilung B der Sekundarstufe umgestuft. Diese 

schulische Massnahme erfolgte vor dem Hintergrund der für den Schulstoff der 

Sekundarklasse A ungenügenden Leistungen von C._____ sowie der fehlenden 

Bereitschaft seinerseits, einen Effort zur Leistungsverbesserung zu erbringen. Ei-

ne vom Gesuchsteller hiergegen geführte Einsprache wurde von der Sekundar-

schulpflege E1._____ mit Beschluss vom 7. September 2010 abgewiesen (vgl. 

Urk. 9/4). Im vorangehenden Bericht wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass 

sich C._____ durch die Scheidungssituation seiner Eltern in einer sehr schwieri-

gen persönlichen Situation befinde (Urk. 9/4 S. 1). Es entspricht einer Erfahrungs-

tatsache, dass vom elterlichen Trennungskonflikt betroffene Kinder auf die familiä-

ren Umstände vielfach mit Leistungsverschlechterungen in der Schule reagieren. 

Um gewichtige Bedenken hinsichtlich der Erziehungsbefähigung der Gesuchstel-

lerin erwecken zu können, hätte der Gesuchsteller bei dieser Ausgangslage konk-

- 15 - 

ret darzulegen gehabt, welche Versäumnisse sich die Gesuchstellerin im schuli-

schen Bereich vorwerfen lassen müsste. Wie sodann dem eingereichten Zeugnis 

für das zweite Semester des Schuljahres 2010/2011 entnommen werden kann, 

wurde C._____ durchgehend mit guten bis sehr guten Noten bewertet (Urk. 28/2). 

Auch unter Berücksichtigung des im Vergleich zur Sekundarstufe A geringeren 

Anforderungsniveaus hat sich die schulische Situation von C._____ damit erfreu-

lich stabilisiert. Inzwischen hat C._____ bereits erfolgreich eine Lehre zum Elekt-

roinstallateur angetreten (Urk. 59 S. 5; Urk. 61/4). Von einer Vernachlässigung 

des Kindes in Bezug auf seine Ausbildung - wie sie der Gesuchsteller zu erken-

nen glaubt - kann damit keine Rede sein. Als nach wie vor gemeinsame Sorge-

rechtsinhaber hätten die Parteien Fragen nach dem Ausbildungsweg ihres ge-

meinsamen Sohnes grundsätzlich zusammen mit dem Kind zu entscheiden ge-

habt. Deshalb ginge es entgegen der scheinbar vom Gesuchsteller vertretenen 

Ansicht nicht an, durch die Übertragung der Obhut an den Vater während hängi-

gem Scheidungsverfahren einer allfälligen "Beschneidung der beruflichen Optio-

nen" (vgl. Urk. 32 S. 2) des Kindes durch die gegenwärtige Schulsituation entge-

gen zu wirken. 

 3.2 Elterliches Fehlverhalten in der Ausübung der Obhut wirft der Gesuch-

steller der Gesuchstellerin auch insoweit vor, als sie im April des vergangenen 

Jahres während einer Ferienreise C._____ mehrere Tage unbeaufsichtigt zurück-

gelassen habe, sodass dieser die Schule "geschwänzt" und der Lehrer beim Va-

ter interveniert habe (Urk. 14). Die Gesuchstellerin hat im Verlauf des Rekursver-

fahrens zu diesen Vorwürfen einlässlich Stellung genommen und dabei insbeson-

dere geltend gemacht, dass C._____ an zwei Tagen wegen ihrer gesundheitli-

chen Beeinträchtigung in der Schule abgemeldet gewesen und die Betreuung des 

Sohnes während ihres Ferienaufenthaltes jederzeit gewährleistet gewesen sei 

(Urk. 17 S. 1; Urk. 19/1). Die Angaben der Gesuchstellerin werden durch einen zu 

den Akten gereichten Rapport der Kantonspolizei Zürich vom 7. April 2011 

(Urk. 24/3) massgeblich gestützt. An diesem Tag deponierte die Gesuchstellerin 

auf der Polizeistation E._____ Anzeige wegen Nötigung und Drohung gegen eine 

unbekannte Täterschaft bezüglich eines Vorfalles, der sich am 17. März 2011 zu-

- 16 - 

getragen haben soll. Im Zuge der Ermittlungen wurden auch die vom Gesuchstel-

ler erhobenen Vorwürfe betreffend das unbeaufsichtigte Zurücklassen des Kindes 

abgeklärt. Dabei wurde durch diverse Personen bestätigt, dass sich C._____ 

während der Abwesenheit der Gesuchstellerin entweder bei Schulkollegen aufge-

halten oder durch eine Bekannte zuhause betreut wurde. Überdies hat auch der 

Lehrer von C._____ gegenüber dem rapportierenden Beamten der Kantonspolizei 

Zürich bestätigt, dass C._____ - wie von der Gesuchstellerin geschildert - an zwei 

Tagen in der Schule abgemeldet worden sei, ansonsten aber nicht gefehlt habe 

(vgl. Urk. 24/3 S. 6 f.). Diese Erkenntnisse aus den polizeilichen Ermittlungen be-

streitet der Gesuchsteller nicht. Dass C._____ - wie vom Gesuchsteller geltend 

gemacht (Urk. 32 S. 2) - in dieser Zeit allein auf sich gestellt gewesen und weit-

gehend ausser Haus "herumgehängt" wäre, ist eine durch nichts belegte Behaup-

tung, welche angesichts der von der Gesuchstellerin getroffenen Vorkehrungen 

zur Betreuung des Sohnes während ihrer Abwesenheit nicht glaubhaft erscheint. 

Auch seine weiteren Vorbringen über "besorgniserregende" Absenzen des ge-

meinsamen Sohnes und einer deswegen erfolgten Intervention des Lehrers 

(Urk. 22 S. 2 f.) bei ihm vermag der Gesuchsteller nicht zu untermauern. Nichts 

anderes gilt, soweit der Gesuchsteller die angebliche Nachlässigkeit bei der per-

sönlichen Betreuung des Kindes durch die Gesuchstellerin als eine Art Dauerzu-

stand darstellt und dabei bemerkt, die Gesuchstellerin sei oft bis tief in die Nacht 

abwesend, mache viele Besuche und entfalte eine erfreuliche Arbeitstätigkeit 

(Urk. 32 S. 2). 

 3.3 Eine verantwortungslose Wahrnehmung der kindlichen Interessen 

durch die Mutter sieht der Gesuchsteller schliesslich darin, dass die Gesuchstelle-

rin aus Eigennutz die Ausweisung aus der Wohnung und damit für C._____ den 

Verlust des vertrauten Lebensraumes riskiere. Er macht unter Hinweis auf ein vor 

Bezirksgericht Uster hängiges Ausweisungsverfahren zusammenfassend geltend, 

dass sich die Gesuchstellerin seit Anfang des Jahres 2010 weigere, den Mietver-

trag über die ehemalige eheliche Wohnung an der …strasse … in E._____ zu 

übernehmen beziehungsweise die fälligen Mietzinsen zu bezahlen (Urk. 52/46 S. 

- 17 - 

10; vgl. auch Urk. 47/4). Was der Gesuchsteller daraus gegen die Erziehungseig-

nung der Gesuchstellerin ableiten will, muss unerfindlich bleiben.  

 3.4 Unlauter ist schliesslich das Vorbringen des Gesuchstellers, die kürz-

lich erfolgte Einlieferung des Sohnes in das …spital … belege, dass C._____ un-

ter der ihn wahrheitswidrig gegen den Vater aufstachelnden Obhut der Gesuch-

stellerin leide (Urk. 52/46 S. 9). Eine solche Schlussfolgerung lässt sich aufgrund 

des medizinischen Berichts über die am 4. September 2012 durchgeführte ambu-

lante Behandlung von C._____ (Urk. 52/47/25) auch nicht ansatzweise erhärten. 

Wie die Gesuchstellerin berechtigterweise eingewendet hat, weisen die Ausfüh-

rungen des behandelnden Arztes eher auf einen kausalen Zusammenhang zwi-

schen den festgestellten Beschwerden und der von C._____ einige Woche zuvor 

angetretenen Lehrstelle hin (vgl. Urk. 52/47/25). Was zudem aus den eingereich-

ten Fotografien von der Gesuchstellerin und C._____ während eines Urlaubs (Vi 

Urk. 18/1; Urk. 9/15) gegen die Erziehungfähigkeit der Gesuchstellerin gefolgert 

werden müsste, ist nicht ersichtlich. Da es sich dabei ohnehin alleine um eine 

Momentaufnahme handelt, lassen sich die Ausführungen des Gesuchstellers über 

das von der Mutter zum Partnerersatz erkoren Kind (vgl. Vi Urk. 17 S. 5) nicht be-

stätigen. Die vom Gesuchsteller aufgeworfene Frage nach der Urheberschaft ei-

niger der vom Gesuchsteller eingereichten SMS-Nachrichten kann offen gelassen 

werden (Urk. 14 und Urk. 15), und die Abnahme der hierfür anerbotenen Beweis-

mittel (Urk. 22 S. 8) erweist sich als entbehrlich. Mitnichten lässt sich jedenfalls 

behaupten, der Inhalt der Textmitteilungen (vgl. Urk. 15) würde die Gesuchstelle-

rin "irreversibel in ihrer Kompetenz als verantwortliche Erzieherin und Fürsorgerin 

des gemeinsamen Sohnes der Parteien disqualifizieren" (Urk. 22 S. 7). Bei nüch-

terner Betrachtung taugen die mitgeteilten Aussagen (vgl. Urk. 15) höchstens als 

zusätzlicher Beleg für das sehr innige Verhältnis zwischen der Gesuchstellerin 

und dem gemeinsamen Sohn der Parteien. Dass die derart unterschiedliche Qua-

lität der Beziehungen von C._____ zu seinen Elternteilen den Gesuchsteller ent-

täuscht, kann nachvollzogen werden, darf für den Ausgang des Obhutsstreites je-

doch nicht von unmittelbarem Interesse sein. 

- 18 - 

 4.1 Aus den Akten ergeben sich keine Anhaltspunkte für einen Entwick-

lungsrückstand des Kindes oder für eine Vernachlässigung durch die Obhutsin-

haberin. Den eigentlichen Grund für die seiner Ansicht nach erforderliche Ob-

hutsumteilung erblickt der Gesuchsteller denn auch darin, dass das Kind unter der 

Obhut der Gesuchstellerin von ihm entfremdet werde. Von zentraler Bedeutung 

für das Kindeswohl sind die familiären Bedingungen, unter denen das Kind lebt. 

Dazu gehören die persönliche Betreuung des Kindes, aber auch stabile und ver-

lässliche Strukturen und die Einsicht des betreuenden Elternteils in die Notwen-

digkeit der Kontakte des Kindes zum anderen Elternteil (BGer vom 9. März 2000, 

5P.27/2000 E. 3; BGer vom 3. Mai 2006, 5P.84/2006 E. 4.1). Gegen die Erzie-

hungsfähigkeit eines Elternteils kann namentlich die fehlende Bereitschaft spre-

chen, den Kontakt des Kindes zum anderen Elternteil zu achten und zu erhalten 

(vgl. etwa FamKomm Scheidung-Schwenzer, N 5 zu Art. 133 ZGB; Hinder-

ling/Steck, Das schweizerische Ehescheidungsrecht, 4. Aufl., Zürich 1995, 

S. 413). Das Bundesgericht hat wiederholt festgehalten, dass aufgrund des 

schicksalhaften Kind-Eltern-Verhältnisses die Beziehung des Kindes zu beiden El-

ternteilen sehr wichtig und von hohem Wert ist und bei der Identitätsfindung des 

Kindes eine entscheidende Rolle spielen kann (BGE 130 III 590 E. 2.2.2; BGE 

127 III 289 f. E. 4; BGer vom 30. März 2011, 5A_830/2010; ZR 103 [2004] Nr. 35). 

Ist das Verhalten des betreuenden Elternteils durch Manipulation des Kindes auf 

eine Unterbindung der Kontakte zum anderen Elternteil gerichtet und werden 

dadurch intakte Bindungen zwischen diesem und dem Kind erheblich beeinträch-

tigt, kann dies gerade im Zusammenhang mit einem verschärften Elternkonflikt zu 

einer seelischen Schädigung des Kindes und damit zu einer Kindswohlgefähr-

dung führen. In Anbetracht der nicht zu überschätzenden Bedeutung beider El-

ternteile für die gesamte emotionale und psychosoziale Entwicklung des Kindes 

müssen bei dieser Sachlage unter Umständen Massnahmen zum Schutz des 

Wohls des Kindes getroffen werden. Aus dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit 

folgt, dass eine Übertragung des Obhutsrechts von Vornherein nur zulässig ist, 

wenn zur Abwendung der konkreten Gefährdung des Kindeswohls nicht auf mil-

dere Mittel zurückgegriffen werden kann. 

- 19 - 

 4.2 Bereits im vorinstanzlichen Verfahren liess der Gesuchsteller darauf 

hinweisen, dass das Kind C._____ seit Abschluss des Eheschutzprozesses den 

Kontakt zum Vater abrupt abgebrochen habe. Es seien virulente Zweifel ange-

bracht, ob dies aus freien Stücken geschehen sei. Es mache - fuhr der Gesuch-

steller fort - heute den Anschein, als ob der Sohn sich in ein völlig symbiotisches 

Verhältnis mit seiner Mutter zurückgezogen habe, die ihrerseits in bekannter Tak-

tik für die Entwicklung einer guten Vaterbeziehung nach Aussen plädiere. Die ins-

besondere in seinen E-Mails aufklingende vorbehaltlose Identifizierung mit der 

Mutter grenze heute ans Krankhafte. Angesichts der totalen Verweigerung des 

Kontakts zum Vater dürfte diese vollständige Instrumentalisierung von C._____ in 

hoher familiärer Not seine Entwicklung fatal beeinflussen. Unter diesen Verhält-

nissen sei die gesunde Persönlichkeitsentwicklung aufs höchste gefährdet, wenn 

nicht schon irreversibel geschädigt. Das alles habe ausschliesslich unter Einfluss 

und Führung der Mutter stattgefunden. Unter dem alleinigen Einfluss der Mutter 

habe sich C._____ vollständig abgenabelt, dem Vater keine Chance mehr gege-

ben und ihm auf drastische Art und Weise mit Kampfsongs rebellischer Gruppen 

ein schlechtes Gewissen eingeheizt und ihm gleichzeitig in fast schizophrener 

Weise jeden Kontakt verweigert. Es sei in keiner Art und Weise nachvollziehbar, 

weshalb C._____ ohne jede Bereitschaft zu einer prozesshaften Veränderung 

heute dermassen einseitig zugunsten der Mutter Partei ergreife (Vi Urk. 17 S. 4 ff. 

und S. 23 f.). Die Gesuchstellerin hat die ihr unterstellten Verhaltensweisen in Ab-

rede gestellt und zusammenfassend dafürgehalten, eine Umteilung der Obhut ge-

gen den Willen von C._____ komme nicht in Frage (Prot. I S. 14 f.). 

 4.3 Nach der Aktenlage ist hinlänglich belegt, dass das Verhältnis zwi-

schen C._____ und dem Gesuchsteller seit längerer Zeit erheblich beeinträchtigt 

ist. Es ist unbestritten geblieben, dass auch ein nur ansatzweise regelmässiger 

Umgang zwischen dem Kind und dem Gesuchsteller seit mittlerweile zwei Jahren 

nicht mehr stattgefunden hat. Mit Ausnahme gelegentlich auf elektronischem Weg 

geführter Kommunikation ist der Gesuchsteller als Vater im Alltag des Kindes 

kaum mehr präsent. Der Gesuchsteller wird vom gemeinsamen Kind als Elternteil 

ausgesprochen negativ bewertet. Der Inhalt der zwischen Vater und Sohn geführ-

- 20 - 

ten Korrespondenz illustriert, dass C._____ sich nicht nur gegen Kontakte aus-

spricht, sondern den besuchsberechtigten Vater auch als Person zurückweist. Die 

Rigidität der Ablehnung durch das Kind lässt sich anhand der eingereichten E-

Mail-Korrespondenz eindrücklich demonstrieren (vgl. Urk. 9/5): 

"[…], blib deit wo du immer gsi bisch und la mich in ruhe ich 

han genueg vo dir" 

"la mir i ruhe wott nach dem scheiss mail vo dir nüd mehr vo 

dir wüsse" 

"[…] uf sonnen vater chani guet aber sehr guet versichte, […]" 

"ich will din mail schrit für schrit beantworte und danach will 

i mini ruhe, sosch nüd…" 

"ich wott nüd mit dir zutueha" 

"schrib mir nüd min sohn du häsch kei rächt mehr, aber dafür 

häsch freiheit ich schänks dir. 

"la mich in ruhe ich han genueg vo dir." 

"allso la mich i ruhe ich wott ufs gerich antwort warte und dir 

bewiese dass du es nüd wert bisch, än Lügner bliebt än Lügner, 

oder bisch ä ma und sägsch die wahrheit bi mir und gericht und 

lasch alli in ruhe und schön läbe." 

 4.4 Eine Trennung greift tief in das Beziehungsnetz zwischen allen Famili-

enmitgliedern, Eltern wie Kindern, ein. Sie zwingt Kindern eine mitunter drastische 

Veränderung ihrer bis anhin selbstverständlichen Lebensweise und Gefühlswelt 

auf und stellt durch die damit verbundene Zerstörung identitätsstiftender Famili-

enstrukturen einen markanten Einschnitt in der Kindheit dar. Das Trennungsge-

schehen wird von betroffenen Kindern fast ausnahmslos als psychisch und emoti-

onal belastend sowie als bedrohlich empfunden. In mehreren von beiden Parteien 

im Verlauf des Verfahrens eingereichten Schreiben (Vi Urk. 14/11; Vi Urk. 18/3) 

an den Gesuchsteller hat C._____ die typische Gemengelage unterschiedlichster 

Gefühle von in die Trennung ihrer Eltern involvierten Kindern wie Trauer, Verunsi-

- 21 - 

cherung oder Verlassenheitsängsten anschaulich zum Ausdruck gebracht. Gleich-

falls hat C._____ den bei der Trennung der Eltern bis zu einem gewissen Grad 

unausweichlichen inneren Konflikt hinsichtlich seiner loyalen Haltung und Treue 

beiden Elternteilen gegenüber beschrieben. Verstärkt wird diese seelische Belas-

tung durch die anhaltenden Streitigkeiten auf der Elternebene, die praktisch nicht 

vollends am Kind vorbeigeführt werden können. Der vorliegende Rechtsstreit 

zeigt mit aller Deutlichkeit, dass die Parteien massiv zerstritten sind. Ihre andau-

ernden Auseinandersetzungen wurden und werden vor verschiedenen Behörden 

und Gerichten des Kantons Zürich ausgetragen. Bereits mehrfach mussten sich 

auch Strafverfolgungsorgane mit gegenseitigen Anschuldigungen (Häusliche Ge-

walt, Diebstahl, Drohung, Vernachlässigung von Unterhaltspflichten) befassen. 

C._____ musste seit der Trennung wiederholt die Erfahrung machen, dass sich 

seine Eltern feindselig gesinnt sind und soll eigenen Angaben gemäss gar Tät-

lichkeiten des Vaters gegenüber der Mutter unmittelbar wahrgenommen haben 

(vgl. Vi Urk. 18/3). 

 5.1 Offenkundig hat die Beziehung des Gesuchstellers zu C._____ unter 

dieser durch erhebliche elterliche Auseinandersetzungen gezeichneten Tren-

nungsdynamik so schwer gelitten, dass C._____ seit längerem substantielle Kon-

takte zu seinem Vater verweigert. Der Gesuchsteller sieht die Ursache für diese 

Ablehnungsverhalten ausschliesslich in einer Beeinflussung durch die Gesuch-

stellerin. Seiner Ansicht nach ist die Einstellung von C._____ anders als durch ei-

ne ständige Indoktrination der Mutter gegen den Vater nicht erklärbar. Durch den 

Missbrauch der Identität des Sohnes durch die Gesuchstellerin habe sich 

C._____ mit der distanz- und bedingungslosen Übernahme der Position der Mut-

ter seelisch in eine praktisch ausweglose Situation manövriert, die es ihm erkenn-

bar massiv erschwere beziehungsweise verunmögliche, gerade in einer auf die 

persönliche wie berufliche Verselbstständigung ausgerichteten Lebensphase sei-

ne Persönlichkeit angemessen zu entwickeln (Vi Urk. 17 S. 4 ff.; Urk. 52/46 

S. 4 ff.). Insbesondere wenn das Verhältnis zwischen den getrennt lebenden El-

tern angespannt und konfliktbeladen ist, kann eine Parteinahme für oder eine 

starke Solidarisierung mit einem Elternteil zunächst einmal Ausdruck einer Art 

- 22 - 

Bewältigungsstrategie des Kindes sein, ohne dass ein Elternteil eine Allianzbil-

dung oder den Kontaktabbruch zwischen dem Kind und dem anderen Elternteil 

anstrebt. Dabei darf vorab nicht ausser Acht gelassen werden, dass eine faktisch 

nahezu unvermeidbare Einwirkung auf das Kind alleine schon den Turbulenzen 

und Irritationen des Trennungsgeschehens geschuldet ist. Erfahrungsgemäss ge-

lingt es getrennt lebenden Eltern selbst dann nur marginal, die eigenen negativen 

Gefühle gegenüber dem ehemaligen Partner vollständig vor dem Kind zu verber-

gen, wenn sie sich bewusst bemühen, die Elternebene bestmöglich aus dem 

Paarkonflikt herauszuhalten. 

 5.2 Es ist unbestritten geblieben, dass die Gesuchstellerin dem Kind im 

Jahre 2009 beim Gesuchsteller entwendete Tagebuchauszüge über seine neue 

Lebenspartnerin sowie vereinzelte Anwaltskorrespondenz zur Lektüre vorgelegt 

hat (vgl. Vi Urk. 7/10 S. 3). Es braucht nicht weiter dargelegt zu werden und wird 

von der Gesuchstellerin auch vorbehaltlos anerkannt, dass durch die Konfrontati-

on mit solchen teilweise sehr persönlichen Inhalten dem Kind ein Negativbild des 

anderen Elternteils vermittelt wird und dergestalt zur Übernahme einer ablehnen-

den Grundhaltung beitragen kann. Insbesondere die Eintragungen im Tagebuch 

waren offensichtlich denn auch Auslöser für bittere Vorwürfe des Kindes an sei-

nen Vater (vgl. Vi Urk. 18/3 E-Mail vom 16. Juli 2010: "[…] er hät i sis brief 
geschribe das er viele kinder wot bin ich nüd genueg bin ich niemand ich 

ha dänkt ich bin ihm wichtig […];" Urk. 18/5 SMS vom 27. September 2009: 
"[…] du wolltest mit andere frau kinder ich wünschte mir ich hätte dein 

brief nicht gelesen ich bin jede Nacht traurig dad"). Das Lesenlassen der 

erwähnten Dokumente kann für sich alleine jedoch nicht belegen, dass dahinter 

die gezielte Absicht stand, die Beziehung des Kindes zum Gesuchsteller zu ent-

fremden oder gar zu zerstören. Motivation für solche Handlungen kann durchaus 

auch die persönliche Kränkung der Gesuchstellerin gewesen sein, was indessen 

nichts daran ändert, dass auf diese Weise eine unbewältigte Trennungsproblema-

tik zum Nachteil des Kindes auf die Elternebene transferiert wird. Ungeachtet des 

dem Kindeswohl abträglichen und bedauerlichen Fehlverhaltens der Gesuchstel-

lerin lassen sich die vom Kind dabei gewonnenen Eindrücke über seinen Vater 

und sein Verhalten nicht einfach unterdrücken, weshalb hinzunehmen ist, dass 

- 23 - 

diese in Bezug auf die innere Einstellung des Kindes zum Gesuchsteller nicht fol-

genlos bleiben konnten. 

 5.3 Wie sehr das Kind C._____ in den Scheidungsprozess seiner Eltern 

einbezogen ist, lässt sich anhand der Vielzahl der vorliegenden E-Mail Nachrich-

ten an den Gesuchsteller nachzeichnen, in welchem auf die gerichtliche Ausei-

nandersetzung Bezug genommen wird (vgl. beispielhaft Urk. 9/5: "[…] du häsch 

nüdemal mam geld zahlt genug zum esse […]"; "nur Lügen und lügen und 
nochmals lügen du bisch nur noch am dokomment fürs gericht zammle du 

woch zeige bisch an vater, aber ich han nomal müesse lernne geshter dass 

du immer noch die gliche lügner bisch."; "[…] bitte schribe nüd so viel 
lüge ich weisses dass du so schribsch dass es du i de Gricht zeige 

chasch dass du dich um mich kümmerisch!"; "[…] und du nützisch mir jetzig 
nur us wäge gericht und so gats nüd jede richter gibt mir rächt ich bi 

kei spielzüg vo dir!"; "ich woot zit ha und ich wott warte bis gricht 
antwort chomt dann weiss ich no mehr über dich und und …s spiele und au 

mit dini autos di aschinend nüd dir göhret sondern anderi lüt, so viel 

lüge chani und wott ich au nüd mä dulde, du weisch ich wiess und alle 

lüt wüsset das du mit … nur noch lügsch und all dini autos die i de ga-

rage sind ghöret dir und niemedem sonsch."). Welche dieser Detailkenntnisse 

der Sohn durch unmittelbare oder mittelbare Kundgabe der Gesuchstellerin er-

langt hat und welche seiner Ausführungen auf eigenen Schlussfolgerungen aus 

bereits Bekanntem und bereits Erfahrenem beruhen, lässt sich nicht im Einzelnen 

feststellen. Anders als ein Kleinkind ist sich ein Jugendlicher im Alter von C._____ 

der unmittelbaren persönlichen Betroffenheit durch den Elternstreit durchaus be-

wusst und lässt sich über den tatsächlichen Konflikt seiner Eltern auch nicht hin-

wegtäuschen. Sind zudem Sorgerechts- oder Besuchsrechtsfragen strittig, lässt 

sich die elterliche Auseinandersetzung nur schon aufgrund der eigenen Interes-

senwahrnehmung durch das Kind oder auch aufgrund einer Anteilnahme mit dem 

vermeintlich schwächeren Elternteil nicht vollständig von ihm fernhalten. Ein Kind 

im Alter von C._____ ist imstande, die eigenen Bedürfnisse zu erfassen und 

gleichzeitig zu beurteilen, wie die beiden Elternteile diese Bedürfnisse erfüllen 

können. Angesichts der Autonomieentwicklung ist es auch nicht ungewöhnlich, 

dass ein Jugendlicher eigene Vorstellungen von "richtigen" oder "falschen" Ver-

- 24 - 

haltensweisen seiner Eltern entwickelt und vertritt. Zumindest der in den zitierten 

Textpassagen enthaltene Vorwurf der Instrumentalisierung durch den Gesuchstel-

ler für das Gerichtsverfahren ist im Übrigen ohne Weiteres nachvollziehbar, wur-

den doch eine umfangreiche Dokumentation über die schriftliche Korrespondenz 

zwischen Vater und Sohn eingereicht und gar einzelne Schreiben des Kindes vom 

Rechtsvertreter des Gesuchstellers beantwortet (vgl. Vi Urk. 18/3). Unter diesen 

Umständen hätte es in diesem Kontext weiterer Anhaltspunkte bedurft, um auf ei-

ne kindswohlgefährdende Einflussnahme durch die Gesuchstellerin zu schliessen. 

 5.4 Einen weiteren Beleg für Beeinflussungen und Manipulationen durch 

die Gesuchstellerin will der Gesuchsteller in mehreren von der Gesuchstellerin 

gegen ihn erstatteten Anzeigen sehen, die in einem Fall zu seiner vorübergehen-

den Inhaftierung geführt haben. Der Gesuchsteller macht geltend, durch die unge-

rechtfertigte kriminelle Stigmatisierung durch die Gesuchstellerin und seine 

rechtswidrige Inhaftierung im Juni 2009 habe sich die zuvor vorbildliche Bezie-

hung zu C._____ verschlechtert (Urk. 22 S. 3 ff.; Urk. 52/46 S. 6 ff.). Bereits im 

damals vor dem Bezirksgericht Uster geführten Eheschutzverfahren liess der Ge-

suchsteller vorbringen, die Gesuchstellerin verweigere ihm seit der Anzeigeerstat-

tung die Ausübung des Besuchsrechts zu C._____ (Vi Urk. 7/1 S. 3 ff.; Vi Urk. 7/8 

S. 1 ff.). Aktenkundig ist, dass seitens der Gesuchstellerin in den vergangenen 

drei Jahren mehrere Strafanzeigen gegen den Gesuchsteller wegen diverser De-

likte erstattet wurden (Urk. 52/46 S. 6 ff.; Urk. 59 S. 6). Sämtliche diese Strafun-

tersuchungen wurden eingestellt oder gar nicht erst anhand genommen, wobei im 

Zusammenhang mit der Einstellung eines Strafverfahrens betreffend Körperver-

letzung beim Obergericht des Kantons Zürich noch ein Rechtsmittelverfahren 

hängig ist. Unmittelbare Auswirkungen auf die Vater-Kind-Beziehung hatte die 

erste Strafanzeige aus dem Jahre 2009, in deren Nachgang gegen den Gesuch-

steller im Rahmen von Gewaltschutzmassnahmen auch ein Kontaktverbot bezüg-

lich C._____ angeordnet wurde (vgl. Vi Urk. 17 S. 4). Da der Gesuchsteller bis-

lang strafrechtlich nicht belangt wurde, ist für den vorliegenden Entscheid davon 

auszugehen, dass er sich der zur Anzeige gebrachten Delikte nicht schuldig ge-

macht hat. Eine Verurteilung der Gesuchstellerin wegen eines Rechtspflegedelik-

- 25 - 

tes ist bis zum heutigen Zeitpunkt indessen auch nicht erfolgt. Entgegen der An-

sicht des Gesuchstellers darf daher nicht einfach unterstellt werden, die Gesuch-

stellerin würde ihn mit der geäusserten subjektiven Einschätzung fälschlicher-

weise zu kriminalisieren und dadurch bei C._____ zu Unrecht den Eindruck eines 

gewalttätigen Ehemannes und Vaters zu erwecken versuchen. Gewalttätigkeiten 

des Gesuchstellers wurden stellenweise zwar auch von C._____ in seinen E-

Mails erwähnt (vgl. Vi Urk. 18/3 E-Mail vom 16. Juli 2010: "[…] ich han gse wie 
er mammi schlat mich hät er au ein mal geschlage mis händi kaputt ge-

macht"). Gegenüber anderen, die Beziehungsqualität nachhaltig beeinträchtigen-

den Faktoren treten diese Vorwürfe - wie noch aufzuzeigen sein wird - indessen 

deutlich in den Hintergrund. 

 6.1 In welchen anderen Formen aktiver oder passiver Instrumentalisierung 

die Gesuchstellerin auf eine Entfremdung des Kindes hingewirkt haben soll, wird 

vom Gesuchstellerin nicht substantiiert aufgezeigt. Ohnehin scheint der Gesuch-

steller ausblenden zu wollen, dass Kinder auch unabhängig vom sie betreuenden 

Elternteil eine Ablehnungshaltung gegenüber dem anderen Elternteil entwickeln 

können. Kinder sind im Hinblick auf den Erlass von sie direkt betreffenden Mass-

nahmen in geeigneter Weise durch das Gericht oder durch eine beauftragte Dritt-

person persönlich anzuhören, soweit nicht ihr Alter oder andere wichtige Gründe 

dagegen sprechen. Eine Anhörung von C._____ hat im Verlauf des vorsorglichen 

Massnahmeverfahrens nicht stattgefunden. Jedoch wurde der Sohn der Parteien 

während des nur wenige Monate vor Anhängigmachung der Scheidungsklage lau-

fenden Eheschutzprozesses am 13. Januar 2010 durch den auch das Schei-

dungsverfahren führenden Einzelrichter am Bezirksgericht Uster angehört. Darin 

hat sich C._____ unter Angabe der Gründe dahingehend geäussert, dass er bei 

der Mutter bleiben und den Vater zur Zeit nicht sehen wolle (vgl. Vi Urk. 7/12).  

Die Vorinstanz hat die Ergebnisse dieser Befragung auch bei der Beurteilung der 

umstrittenen Obhutsumteilung berücksichtigt. Keine der Parteien hat im Zuge des 

vorsorglichen Massnahmeverfahrens die neuerliche Anhörung von C._____ bean-

tragt. Es wurde auch nicht behauptet, dass in der Zeit zwischen der im Januar 

2010 stattgefundenen Anhörung und dem ab Mai 2010 vor Vorinstanz hängigen 

- 26 - 

Scheidungsverfahren substantielle Veränderungen im entscheidwesentlichen 

Sachverhalt zu verzeichnen gewesen wären, die zwingend eine nochmalige Be-

fragung des gemeinsamen Sohnes erforderlich gemacht hätten. Es ist daher vor 

allem auch mit Rücksicht auf das unter dem elterlichen Konflikt leidende Kind 

nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz auf eine zweite Anhörung innerhalb 

weniger Monate verzichtet hat. Die inhaltliche Analyse der Kindesaussagen be-

gründet zudem keine erheblichen Zweifel daran, dass es damals um eine akkura-

te und unbeeinflusste Darlegung der Empfindungen und Erfahrungen von 

C._____ gehandelt hat. Die im vorherigen Eheschutzverfahren vom Kind depo-

nierten Aussagen durften demnach grundsätzlich zur materiellen Streitentschei-

dung herangezogen werden. 

 6.2 Soweit es um das Alter beziehungsweise den Reifegrad des Kindes 

geht, unterscheiden Rechtsprechung und Lehre drei Altersstufen, wobei es sich 

nicht um feste Kategorien handelt. Ab dem 12. Altersjahr sind gewöhnlich die Vor-

aussetzungen für die Urteilsfähigkeit in Bezug auf die zu beurteilenden Rechtsfra-

gen gegeben, sodass eine umfassende Beweissaussage und die Ausübung des 

Persönlichkeitsrechts möglich ist (vgl. Hausheer/Geiser/Aebi-Müller, Das Fami-

lienrecht des Schweizerischen Zivilgesetzbuches, 4. Aufl., Bern 2010, Rz. 

10.163). Der gemeinsame Sohn der Parteien war im Zeitpunkt der im Rahmen 

des Eheschutzverfahrens durchgeführten Kindesanhörung bereits in einem fort-

geschrittenen Alter (13 Jahre). Dass und weshalb aufgrund seines individuellen 

Entwicklungsstandes oder anderer Umstände die Urteilsfähigkeit verneint werden 

müsste, wird von keiner Partei dargelegt und ist auch nicht ersichtlich. Es ist damit 

davon auszugehen, dass C._____ bei der Kinderanhörung seine gefestigte und 

auf einer gereiften Willensbildungsfähigkeit beruhende Sichtweise geäussert hat. 

Ausserdem hat er anlässlich der Kinderanhörung dargelegt, dass und inwiefern 

seine Ablehnungshaltung auf Handlungen des Gesuchstellers beruht. Wenn der 

Gesuchsteller sich die Einstellung von C._____ im gerichtlichen Verfahren dessen 

ungeachtet ausschliesslich mit einer entsprechenden Beeinflussung durch die 

Gesuchstellerin erklären kann, verstellt er sich den Blick für seinen Eigenanteil an 

der bestehenden konfliktreichen Beziehungsdynamik. Wie den Akten entnommen 

- 27 - 

werden kann, hat der Sohn C._____ gegenüber dem Gesuchsteller deutlich ge-

macht, dass er den persönlichen Umgang mit ihm primär aufgrund von selbst er-

fahrenen Kränkungen und Verletzungen ablehnt. Wird die Weigerungshaltung 

dennoch lediglich für ein Produkt erfolgreicher Manipulation durch den obhutsbe-

rechtigten Elternteil gehalten, wird dem Kind unweigerlich signalisiert, dass es in 

seinen Empfindungen nicht ernst genommen wird. 

 6.3 Anhand der umfangreichen E-Mail-Korrespondenz lässt sich schlüssig 

belegen, dass das ausgesprochen negative Bild über seinen Vater im Hinblick auf 

seine inhaltliche Ausfüllung durch eigene Erfahrungen von C._____ im unmittel-

baren Zusammenhang mit der Trennung erworben wurde. Dass diese Nachrich-

ten tatsächlich von C._____ verfasst wurden, bestreitet der Gesuchsteller im Re-

kursverfahren nicht mehr. Die Weigerungshaltung des Kindes gilt es insofern von 

der vom Gesuchsteller vermuteten elterninduzierten Entfremdung zu unterschei-

den. Die vom Sohn dem Gesuchsteller gemachten Vorwürfe sind zahlreich und 

vielschichtig. Zur Hauptsache ergibt sich, dass die abweisende Haltung des Kin-

des als realistische Reaktion auf ein als vernachlässigend empfundenes Eltern-

verhalten qualifiziert werden muss. Mehrfach hat C._____ zu verstehen gegeben, 

dass er sich durch den Gesuchsteller allein gelassen beziehungsweise an den 

Rand gedrängt fühlt und ihm mangelnde Sensibilität hinsichtlich seiner durch die 

Trennung der Eltern ausgelösten Sorgen und Ängsten vorwirft. Diesbezüglich 

wurde bereits im Eheschutzverfahren thematisiert, dass der Gesuchsteller wie-

derholt Besuchsrechte unter Angabe falscher Gründe ausfallen liess (Vi Urk. 7/10 

S. 4). Daran anknüpfend hat C._____ in seinen Schreiben an den Gesuchsteller 

immer wieder Gelegenheiten erwähnt, zu welchen der Gesuchsteller für ihn nicht 

verfügbar war, obwohl er ihn gebraucht hätte (vgl. Urk. 9/5 E-Mail vom 

9. November 2010: "[…], hät mir gseit ich soll dir mit sis händi alüte, 

es isch nachde 12 zabig gsi, häsch nüd ab gno wie immer!!!"; Urk. 9/5 E-

Mail vom 21. Oktober 2010: "[…] fascht 2 Jahr ich intressiere dich nüd 

aber gar nüd!"; Vi Urk. 18/2 E-Mail vom 30. Juli 2010: "[…], bitte dich mini 
wörte ernsht ne ich bin din khind […]tut weh aber häsch ein momment am 

mich dänkt was ich dure mache alleige mit mam"). Unter diesen Begleitum-

- 28 - 

ständen kann schliesslich auch nicht weiter erstaunen, dass das Beharren des 

Gesuchstellers, C._____ in einem Internat einzuschulen, das Kind schwer getrof-

fen und enttäuscht hat (vgl. Vi Urk. 18/3 E-Mail vom 10. Juli 2010: "[…] was han 
ich dir a ta dass du mich loss woch ich han dir nie belästigt nie gest-

hört warum muss ich is internat woch mich ganz losssssssss ha"). 

 6.4 Die Parteien gehen wohl richtig in der Annahme, dass die aufgezeigten 

Ansätze von Distanzierung als Hilferuf nach einer Beziehungsverbesserung oder 

Beziehungsklärung zu interpretieren gewesen wären. Wie seitens der Gesuchstel-

lerin mit Recht eingewendet wurde (Urk. 12 S. 5), unterliess es der Gesuchsteller, 

zu den in der ausführlichen E-Mail-Korrespondenz konkret enthaltenen Vorwürfen 

Stellung zu nehmen. Er beschränkt sich im Wesentlichen auf die Feststellung, 

dass die "Argumente" von C._____ für die "völlige Abstossung und harte Abstra-

fung des Vaters" im Kern die Vorwürfe der Mutter seien (Urk. 7 S. 3; Urk. 52/46 S. 

7 und S. 9). Dem Gesuchsteller ist wohl darin beizupflichten, dass einige der Vor-

würfe von ihrem Inhalt her mit den von der Gesuchstellerin erhobenen identisch 

sind. Der hier zu beobachtende Gleichklang der Gefühle zwischen Kind und dem 

betreuenden Elternteil eignet sich indessen nicht als Indiz für die vom Gesuchstel-

ler geltend gemachte reflexhafte Imitation der negativen Einstellung der Gesuch-

stellerin. Vielmehr können solche Übereinstimmungen auch zustande kommen, 

weil die Verhaltensweisen des abgelehnten Elternteils den ehemaligen Partner 

und das Kind gleichermassen kränken und verletzen. Gerade die unangemesse-

ne Konfrontation mit neuen Partnern wird von Kindern in Trennungskonstellatio-

nen als belastend empfunden. Darauf hat C._____ bei seiner Anhörung im Ehe-

schutzverfahren ausdrücklich hingewiesen (Vi Urk. 7/12 S. 2). Dass C._____ im 

vorliegenden Fall offenbar Begegnungen mit einer neuen Frau an der Seite des 

Gesuchstellers unter anderem in einer Zeitphase gemacht hat, in der er neben 

der Trennung der Eltern auch noch den Verlust des geliebten Grossvaters väterli-

cherseits (vgl. Vi Urk. 7/8 S. 2) zu verkraften hatte, wurde vom Kind wohl als be-

sonders achtungslos empfunden (vgl. Urk. 9/5 E-Mail vom 9. November 2010: "du 
häsch mini Mail nüd ernscht gna mit dini kaputi fraue i E._____ verbi 

gefahre nach tot vo mim grossfati und winksch du mir, häsch mini träne 

nüd gseh […]."). 

- 29 - 

 6.5 Die vorangegangenen Erwägungen verdeutlichen, dass die Ursachen 

für den fehlenden Kontakt zwischen C._____ und dem Gesuchsteller schwerge-

wichtig in einer defizitären Eltern-Kind-Beziehung im Rahmen der elterlichen 

Trennung zu lokalisieren sind. Der von C._____ kundgegebenen Ablehnung des 

früher positiv konotierten Gesuchstellers kann vor dem geschilderten Hintergrund 

die Authentizität nicht abgesprochen werden. Wie dargelegt wurde, hat C._____ 

dadurch insbesondere auf die seiner Einschätzung nach fehlende Verfügbarkeit 

und fehlende Präsenz des Gesuchstellers reagiert. Die von ihm zum Ausdruck 

gebrachten Gefühle wie Ärger, Wut und Traurigkeit erweisen sich in Bezug auf die 

realen Negativerfahrungen mit seinem Vater nicht als unverhältnismässig. Dabei 

ist nicht so sehr von Belang, ob die Schwere der gegen den Gesuchsteller erho-

benen Vorwürfe aus der Sicht des objektiven Betrachters eine Verweigerung des 

persönlichen Kontaktes als gerechtfertigt erscheinen lassen. Unter dem Eindruck 

der von C._____ empfundenen Vernachlässigung und mangelnden Rücksicht-

nahme des Vaters kann jedenfalls nicht gesagt werden, die Verweigerung persön-

licher Kontakte sei in keiner Weise rational nachvollziehbar. Gegen das vom Ge-

suchsteller befürchtete Vorliegen eines krankhaften Entfremdungssyndroms im 

Sinne des sogenannten Parental Alienation Syndroms (PAS) spricht darüber hin-

aus auch die offenkundige Ambivalenz im Verhältnis von C._____ zum Gesuch-

steller. Der Sohn hat es nicht bei der Beschreibung der seinem Vater negativ 

ausgelegten Vorkommnisse bewenden lassen, sondern hat auch von seinen Ge-

fühlen berichtet und bestätigt, dass er seinen Vater liebe und gern habe. Im Wei-

teren hat C._____ darauf hingewiesen, dass er jetzt erst einmal Zeit brauche, sei-

ne Ruhe haben und nicht unter Druck gesetzt werden wolle (Vi Urk. 7/12 S. 3). 

Insgesamt fehlen hinreichende Anzeichen dafür, dass die persönliche Einstellung 

von C._____ zu seinem Vater auf einer bewussten Beeinflussung durch den be-

treuenden Elternteil zurückzuführen wäre. Vielmehr genügt die vom Gesuchsteller 

geäusserte Annahme einer das Kind indoktrinierenden Mutter zum Verständnis 

der Meidungshaltung des Kindes nicht annähernd. Es geht unter diesen Umstän-

den nicht an, die Willensbildung des Kindes und die entsprechenden Willensbe-

kundungen im Sinne der vom Gesuchsteller erkannten "schon fast totalen Symbi-

ose" mit der Mutter (vgl. Urk. 7 S. 3) zu entwerten oder gar zu pathologisieren. Die 

- 30 - 

vielfältigen und eigenmotivierten Gründe von C._____, sich vom Gesuchsteller zu 

distanzieren, sind zu respektieren. 

 7. Nach dem Gesagten muss nicht davon ausgegangen werden, dass 

C._____ von der Gesuchstellerin bezüglich des Gesuchstellers in einer Art und 

Weise instrumentalisiert wird, welche die Persönlichkeitsentwicklung des Kindes 

gefährdet. Da vom Gesuchsteller auch anderweitig keine Kindswohlgefährdung 

namhaft gemacht wurde, ist das Kind unter der elterlichen Obhut der Gesuchstel-

lerin zu belassen. Bei bald vor der Mündigkeit stehenden Kindern ist es erfah-

rungsgemäss ohnehin meist sinnlos, gegen ihren klar geäusserten Willen die 

Wiederaufnahme von Kontakten zu erzwingen zu versuchen (vgl. auch BGE 126 

III 221 f. E. 2b). Wie der Wechsel in der Ausübung des Obhutsrechts durch den 

Vater bei der dokumentierten Verweigerungshaltung des Kindes in einer sinnvol-

len und kindsgerechten Weise zu bewerkstelligen wäre, ist nicht zu sehen. Wenn 

der Gesuchsteller ausführt, eine solche "couragierte" Anordnung wie die Ob-

hutsumteilung würde mit Bestimmtheit "Wunder" wirken (Urk. 7 S. 6), dürfte es 

sich dabei um eine allzu positive und wenig realitätsgerechte Perspektive han-

deln. Dass sich C._____ "anfänglich" dagegen sträuben würde, räumt der Ge-

suchsteller selber ein (vgl. Urk. 7 S. 6). Wie der Gesuchsteller diese im Falle einer 

Obhutsumteilung an ihn zweifelsohne zu erwartenden Schwierigkeiten mit seiner 

"Lebenserfahrung" und seinem "unternehmerischen Menschenverstand" zu über-

winden gedenkt, legt er in seiner Rekursschrift nicht konkret dar. Es darf jeden-

falls mit guten Gründen bezweifelt werden, dass eine sinnvolle und zielführende 

Vorgehensweise darin liegt, den Sohn C._____ während einer nicht näher einge-

grenzten Übergangsphase auf seinen Wunsch hin weiterhin bei der Mutter woh-

nen zu lassen (vgl. Urk. 7 S. 6). Im Übrigen haben sich schon andere involvierte 

Behörden für ein behutsames Zusammenführen von Vater und Sohn eingesetzt. 

Bereits mit Eheschutzverfügung des Bezirksgerichts Uster vom 26. Januar 2010 

würde für das Kind C._____ eine Besuchsbeistandschaft im Sinne von Art. 308 

Abs. 2 ZGB errichtet und der Besuchsbeistand beauftragt, die im Zusammenhang 

mit der Ausübung des Besuchsrechts des Gesuchstellers zu treffenden Anord-

nungen zu veranlassen und soweit nötig zwischen den Eltern und dem Kind die 

- 31 - 

notwendigen Absprachen zu treffen (Vi Urk. 7/16 S. 3 Dispositiv-Ziffer 5). Aus den 

Berichten der entsprechenden Amtspersonen geht hervor, dass C._____ sowohl 

gegenüber den Beistand als auch gegenüber weiteren Behördenvertretern immer 

wieder zu verstehen gegeben hat, er werde bei einem von Dritten initiierten oder 

gar erzwungenen Kontakt zu seinem Vater nicht mitwirken (Urk. 52/47/3 S. 1). 

Wie der vorliegenden Korrespondenz zwischen dem Gesuchsteller und verschie-

denen Stellen der Vormundschafts- und Sozialbehörde der Stadt E._____ ent-

nommen werden kann, hat der Gesuchsteller auch diesbezüglich auf den Einsatz 

autoritativer Mittel wie die polizeiliche Vorführung von C._____ zu einem Vermitt-

lungsgespräch hingewirkt (vgl. beispielsweise Urk. 52/47/8 S. 2). Dabei lässt der 

Gesuchsteller erneut unberücksichtigt, dass ein gegen den starken Widerstand 

erzwungener Kontakt in aller Regel mit dem Persönlichkeitsrecht des Kindes un-

vereinbar ist (vgl. BSK ZGB I-Breitschmid, N 11 zu Art. 173 ZGB) 

 8. Zusammenfassend lässt sich die Umteilung der Obhut auf den Ge-

suchsteller aus Gründen des Kindeswohls nicht verantworten. Der vorliegende 

Zuteilungskonflikt verlangt keine fachliche Abklärung, weshalb dem entsprechen-

den Eventualantrag des Gesuchstellers (Urk. 7 S. 1) keine Folge zu leisten ist. In 

Berücksichtigung aller dargestellten Umstände ist schlicht nicht zu erkennen, in-

wiefern eine Übertragung des Obhutsrechts an den Gesuchsteller dem Kindes-

wohl sowie dem Zurückfinden zu einem ungestörten Beziehungsleben zwischen 

Vater und Sohn zuträglich sein könnte. Die Vorinstanz hat die vom Gesuchsteller 

beantragte Umteilung der elterlichen Obhut demnach mit Recht abgelehnt. Der 

dagegen gerichtete Rekurs des Gesuchstellers erweist sich als unbegründet und 

ist abzuweisen. Abschliessend sind beide Parteien mit Nachdruck darauf hinzu-

weisen, dass sie dem Willen ihres gemeinsamen Sohnes am ehesten nachkom-

men, wenn sie ihren gegenseitigen Konflikt zu vermindern versuchen. 

 B. Besuchsrecht 

 In der im eheschutzrichterlichen Verfahren abgeschlossenen Vereinbarung 

haben die Parteien ein Besuchsrecht an jedem zweiten Wochenende und an ein-

zelnen Feiertagen sowie ein Ferienrecht von drei Wochen pro Jahr vorgesehen 

- 32 - 

(Vi Urk. 7/11). Verbleibt C._____ in der elterlichen Obhut der Gesuchstellerin, er-

übrigt sich eine Ordnung des Besuchsrechts zwischen ihr und dem Kind. Für den 

Fall der Abweisung seines Hauptantrages auf Neuregelung der elterlichen Obhut 

hat der Gesuchsteller weder vor Vorinstanz noch im Rechtsmittelverfahren eine 

Modifikation der Besuchsrechtsordnung beantragt. Ebenso wenig wird der grund-

sätzliche Umfang der persönlichen Kontakte zwischen dem Gesuchsteller und 

dem Kind von der Gesuchstellerin thematisiert. Auf die Regelung des Besuchs-

rechts braucht demnach nicht eingegangen zu werden. 

 C. Unterhaltsregelung 

 a) Berechnungsmethode 

 1. Hauptstreitpunkt des vorliegenden Rekursverfahrens ist die Unterhalts-

regelung. Die Vorinstanz hat einen Bedarf der Gesuchstellerin und des ihrer Ob-

hut unterstellten Sohnes C._____ von Fr. 5'455.- und eigene Einkünfte (Ertrag 

aus Liegenschaft G._____-Strasse ...) von Fr. 750.- ermittelt, so dass von einem 

ungedeckten Bedarf von Fr. 4'705.- auszugehen sei. Beim Gesuchsteller ist die 

Vorinstanz von monatlichen Einkünften (Erwerbseinkommen und hypothetischer 

Vermögensertrag) von Fr. 8'370.- und einem Bedarf von Fr. 3'925.- ausgegangen, 

woraus sich verfügbare Mittel von Fr. 4'445.- ergeben. Auf der Grundlage dieser 

Zahlen verpflichtete die Vorinstanz den Gesuchsteller zur Bezahlung des unge-

deckten Bedarfs der Gesuchstellerin und des gemeinsamen Sohnes in der Höhe 

von Fr. 4'705.-, indem sie ihn verpflichtete, zusätzlich zu den verfügbaren Mitteln 

im Betrag von Fr. 4'445.- im Umfang von Fr. 260.- auf sein Vermögen zurückzu-

greifen (Urk. 3 S. 14 ff., insbes. S. 29). Auch wenn der Gesuchsteller diesbezüg-

lich keinen formellen Antrag stellt, scheint er die von der Vorinstanz festgelegten 

Unterhaltsbeiträge unabhängig von der Regelung der Kinderbelange anfechten zu 

wollen. Er befasst sich in der Begründung seines Erstrekurses ausführlich mit den 

Einkommensverhältnissen der Gesuchstellerin, um daraus den Schluss zu zie-

hen, ein Unterhaltsbeitrag für die Gesuchstellerin persönlich sei nicht geschuldet 

beziehungsweise ein solcher sei auf höchstens Fr. 1'000.– pro Monat festzulegen 

(Urk. 7 S. 9 ff.). Nach der in ihrem Zweitrekurs von der Gesuchstellerin vertrete-

- 33 - 

nen Ansicht wurden sowohl die Kinder- wie auch die Ehegattenunterhaltsbeiträge 

erheblich zu tief angesetzt. Sie rügt insbesondere eine unrichtige Feststellung der 

Leistungsfähigkeit des Gesuchstellers sowie der massgeblichen Lebenshaltungs-

kosten des gemeinsamen Sohnes und ihrer selbst (Urk. 64/2 S. 10 f.; Urk. 64/6 

S. 5 ff.). 

 2.1 Das Gesetz schreibt dem Gericht nicht vor, nach welcher Methode die 

während des Scheidungsverfahrens zu leistenden Unterhaltsbeiträge berechnet 

werden sollen (BGE 128 III 414 f. E. 3.2.2). Die Vorinstanz hat zur Berechnung 

der Unterhaltsbeiträge die sogenannte zweistufig-konkrete Methode mit Über-

schussteilung angewendet (vgl. dazu BGE 134 III 146 E. 4; Hausheer/Spycher; in: 

Hausheer/Spycher [Hrsg.], Handbuch des Unterhaltsrechts, 2. Aufl., Bern 2010, 

N 02.27 ff.), indem sie als Ausgangspunkt für beide Parteien ein erweitertes Exis-

tenzminimum ermittelt und dieses den verfügbaren Einkünften gegenübergestellt 

hat (Urk. 3 S. 14 ff.). Diese Berechnung hat einen Fehlbetrag ergeben, der nach 

Auffassung der Vorinstanz durch den Vermögensverzehr des Gesuchstellers im 

Umfang von Fr. 260.– gedeckt werden sollte (Urk. 3 S. 29 ff.). Wie bereits im vo-

rinstanzlichen Verfahren will die Gesuchstellerin nicht hinnehmen, dass sie sich 

bezüglich der ehelichen Lebenshaltungskosten einzuschränken habe. Sie macht 

geltend, die familienrechtlich massgebliche Leistungsfähigkeit des Gesuchstellers 

reiche jedenfalls aus, um ihr weiterhin den gewohnten Lebensstil zu finanzieren 

(Urk. 64/2 S. 10 f.; Urk. 64/6 S. 5 ff.). Die Gesuchstellerin gelangt zu dem ihr als 

angemessenen erscheinenden Unterhaltsbeitrag, indem sie im Einzelnen sämtli-

che Ausgabenpositionen aufführt, anhand derer der Aufwand für die Aufrechter-

haltung der bisherigen Lebensführung zu errechnen und ihr gebührender Bedarf 

zu bestimmen sei (Urk. 64/2 S. 10 und Urk. 64/6 S. 12 je mit Hinweis auf Vi 

Urk. 13 S. 34 ff.). Der Gesuchsteller hat die Ausführungen der Gesuchstellerin zu 

den bisherigen Lebensverhältnissen bestritten und der Vorinstanz eine eigene 

Darstellung der massgeblichen Lebenshaltungskosten vorgestellt (Vi Urk. 17 

S. 11 f.; Prot. I S. 10 und S. 12). Auch im Rekursverfahren bestreitet er den als 

exorbitant und einzig auf das Jahr 2006 fokussierten Ausgabenbedarf der Ge-

suchstellerin (Urk. 64/15 S. 5). Allgemein gehen die Angaben der Parteien über 

- 34 - 

die tatsächlich praktizierte Lebensführung weit auseinander. Während die Ge-

suchstellerin einen sehr aufwändigen und teuren beziehungsweise "feudalen" Le-

bensstandard sowie ein massloses Ausgabeverhalten des Gesuchstellers be-

hauptete (Vi Urk. 13 S. 29 und S. 31), sprach der Gesuchsteller von "bescheide-

nen" beziehungsweise "kleinbürgerlichen" Verhältnissen (Prot. I S. 12). 

 2.2 Bereits im vorinstanzlichen Verfahren hat die Gesuchstellerin sich über 

Seiten hinweg mit dem behaupteten luxuriösen Lebensstil des Gesuchstellers be-

fasst und hat daraus gefolgert, dass seine Leistungsfähigkeit zur Deckung der von 

ihr verlangten Unterhaltsbeiträge in der Höhe von Fr. 18'000.– pro Monat als aus-

reichend bezeichnet werden müsse (Vi Urk. 13 S. 25 ff.; Vi Urk. 15 S. 1 und S. 3). 

Zusammenfassend weist die Gesuchstellerin auch im Rekursverfahren darauf hin, 

dass der Gesuchsteller … fahre, täglich in den teuersten Restaurants verkehre, 

Flugstunden nehme sowie ein Motorboot und vieles andere mehr habe (Urk. 64/2 

S. 10; Urk. 64/10 S. 6 f.). Wie hoch der von den Parteien gemeinsam gelebte Le-

bensstandard tatsächlich war, lässt sich aufgrund der Akten nicht abschliessend 

klären. Es lassen sich indessen durchaus Anhaltspunkte dafür anführen, dass die 

gesamten finanziellen Verhältnisse den Parteien einen gehobenen Lebensstil er-

möglicht haben, selbst wenn der Unterhalt für die dreiköpfige Familie zu decken 

war. Der Gesuchsteller verweist zum Beleg der seiner Ansicht nach lediglich 

durchschnittlichen Lebenshaltung auch im Rekursverfahren auf die Lohnausweise 

und Steuererklärungen (Urk. 64/15 S. 3). Umstritten ist indessen insbesondere, 

ob bei der Beurteilung seiner Leistungsfähigkeit ausschliesslich auf das Erwerbs-

einkommen abzustellen ist. In dieser Hinsicht ist zu beachten, dass die Steuerer-

klärung keine Beweisurkunde ist, sondern als Selbstdeklaration eine blosse Par-

teibehauptung darstellt. Der Gesuchsteller war zumindest während der letzten 

Jahre des Zusammenlebens hälftiger Aktionär und Verwaltungsrat der F._____ 

AG und der D._____ AG (vgl. Vi Urk. 18/18). Selbst nach Darstellung des Ge-

suchstellers beträgt der Unternehmenswert der F._____ AG Fr. 2'560'000.– (Vi 

Urk. 18/26) und derjenige der D._____ AG Fr. 2'587'500.– (Vi Urk. 18/27). Ge-

mäss den Angaben in den Steuererklärungen (Berechnung des Steuerwertes der 

Aktien von Privatgesellschaften) erzielten die beiden Gesellschaften im Jahre 

- 35 - 

2006 einen Reingewinn von insgesamt Fr. 591'800.– (Vi Urk. 18/38). Dass der 

Gesuchsteller als einer von zwei Aktionären und Verwaltungsräten - wie er das 

behauptet hat (vgl. Vi Urk. 17 S. 18) - aus beiden Unternehmungen weder Divi-

denden noch Verwaltungsratshonorare bezogen hat, erscheint nicht ohne Weite-

res nachvollziehbar und hätte zumindest genauer erläutert oder durch Beibrin-

gung entsprechender Beschlüsse der zuständigen Organe untermauert werden 

müssen. Aktenkundig ist sodann, dass der Gesuchsteller über das Kontokorrent 

bei der F._____ AG Bezüge für den privaten Verbrauch getätigt hat. Ein Kon-

toblatt für das Jahr 2009 zeigt auf, dass der Gesuchsteller mehr als Fr. 100'000.– 

aus dem Gesellschaftsvermögen entnommen hat, wobei sich einzelne Privatbe-

züge auf mehrere Zehntausend Franken beliefen (Vi Urk. 18/31). Auch mit der 

D._____ AG unterhielt der Gesuchsteller offensichtlich ein Kontokorrentverhältnis 

(Vermögenswert "KK D._____" in den Steuererklärungen der Jahre 2007 bis 2009 

[Vi Urk. 18/36-38]; vgl. auch Urk. 64/22/1). 

 2.3 Im Rahmen des vorsorglichen Massnahmeverfahrens hat der Gesuch-

steller geltend gemacht, seine Aktienbeteiligungen an den genannten Gesell-

schaften veräussert zu haben und als deren Verwaltungsrat zurückgetreten zu 

sein (Vi Urk. 13 S. 13 und S. 19). Ebenso ist das Bestehen des Kontokorrentver-

hältnisses sowie dessen unterhaltsrechtliche Behandlung zwischen den Parteien 

umstritten (Urk.  64/6 S. 12; Urk. 64/15 S. 8). Um die beiden Themenkreise sach-

gerecht erfassen zu können, bedarf es einer vertieften Auseinandersetzung mit 

den von den Parteien im vorliegenden Verfahren bislang produzierten Akten. Die-

se liefern jedenfalls genügend Anhaltspunkte, welche die Behauptungen des Ge-

suchstellers zu seiner Leistungsfähigkeit als zweifelhaft erscheinen lassen. Eben-

so ist keineswegs glaubhaft gemacht, dass die Einkommensverhältnisse des Ge-

suchstellers - wie die Vorinstanz befand (Urk. 3 S. 23) - eher knapp wären. Ent-

gegen der Ansicht des Gesuchstellers (vgl. Urk.  64/15 S. 4) lassen sich die Dar-

legungen der Gesuchstellerin zu den wirtschaftlichen Verhältnissen nicht einfach 

als blosse Vermutungen und Spekulationen verwerfen. Das von den Parteien zu-

letzt gemeinsam versteuerte Vermögen belief sich auf mehr als zwei Millionen 

Franken im Jahre 2007 (Vi Urk. 18/38). Der Gesuchsteller selber versteuerte im 

- 36 - 

Jahre 2008 noch ein Vermögen von mehr als einer Million Franken (Vi 

Urk. 18/37). In den Folgejahren soll sich das Vermögen des Gesuchstellers zu-

nächst auf Fr. 804'663.– (Vi Urk. 18/36) reduziert und im Jahre 2010 noch 

Fr. 601'098.– betragen haben (Vi Urk. 64/22/1). Insbesondere der Vermögens-

stand während gelebter Ehe weist auf klar überdurchschnittliche finanzielle Ver-

hältnisse der Parteien hin. Es blieb unangefochten, dass der Gesuchsteller der 

Gesuchstellerin zuweilen kostspielige Geschenke wie ein Fahrzeug oder eine Uhr 

gemacht hat (Vi Urk. 13 S. 29; Vi Urk. 14/39; Urk. 64/20 S. 8). Auch wenn solche 

Geschenke aufgrund des besonderen Anlasses ihrer Ausrichtung nicht unbedingt 

repräsentativ für die eheliche Lebenshaltung sein müssen, weisen sie doch auf 

zusätzliche Finanzierungsquellen auf Seiten des Gesuchstellers hin. Nicht bestrit-

ten wurde ferner, dass der Gesuchsteller nach dem Tod seines Vaters im Jahre 

2009 mindestens im Umfang seines gesetzlich geschützten Pflichtteils an dessen 

Nachlass beteiligt ist (vgl. Prot. I S. 17; Urk. 64/6 S. 9; Urk. 64/20 S. 13). Mangels 

Offenlegung durch den Gesuchsteller ist es nicht möglich, den genauen Umfang 

der offenbar angetretenen Erbschaft und deren konkrete Zusammensetzung prä-

zise zu ermitteln. In den Steuererklärungen des Gesuchstellers sind weder Ver-

mögensbestandteile aus dem Nachlass noch Anteile an einer unverteilten Erb-

schaft oder allfällige Erträgnisse aus der Erbschaft aufgeführt. Dass die dadurch 

bewirkte Veränderung der finanziellen Verhältnisse des Gesuchstellers die unter-

haltsrechtlich relevante Leistungsfähigkeit beeinflusst, braucht nicht weiter darge-

legt zu werden. 

 2.4 In Betracht zu ziehen ist im Weiteren, dass die Gesuchstellerin - wie 

sich aus den nachfolgenden Erwägungen noch ergeben wird (vgl. nachstehende 

Erwägung IV.C/b) - eine durchaus aufwändige Lebenshaltung belegen konnte. Es 

ist eine Erfahrungstatsache, dass der gebührende Bedarf in solchen Verhältnis-

sen mehr und andere Bedürfnisse abdeckt als das zum Lebensunterhalt Unab-

dingbare und das einzelne Mitglied der ehelichen Gemeinschaft nicht auf dem al-

lenfalls leicht erweiterten Existenzminimum lebt. Auch wenn die dafür einzuset-

zenden Beträge im Einzelnen umstritten sind, hat der Gesuchsteller nicht grund-

sätzlich in Abrede gestellt, dass die Lebenshaltung der Parteien zahlreiche Auf-

- 37 - 

wendungen beinhaltet hat (beispielsweise besondere Kleidungsausgaben oder 

Auslagen für Ferien), welche keinen Eingang in die vorinstanzliche Bedarfsrech-

nung gefunden haben. Bei den Akten liegen Belege über Aufwendungen für ein 

Motorboot für das Jahr 2007 von annähernd Fr. 30'000.– sowie über Ferienaus-

gaben der Familien im Jahre 2006 von ebenfalls mehreren Zehntausend Franken 

(Vi Urk. 14/35 und Vi Urk. 14/46/15). Es ist unerklärlich, wie die Parteien einen 

solchen Lebensunterhalt hätten finanzieren können, wenn dem Gesuchsteller tat-

sächlich nur das Nettoerwerbseinkommen von ungefähr Fr. 7'000.– pro Monat 

(vgl. Vi Urk. 17 S. 9) zur Verfügung gestanden hätte. Der Einwand des Gesuch-

stellers, die Gesuchstellerin habe diese Auslagen womöglich aus nicht deklarier-

ten eigenen Einkünften bezahlt (vgl. Urk. 64/15 S. 4) lässt sich aufgrund der Akten 

nicht halten. Die Rechnungen für die von der Gesuchstellerin belegten Ferienkos-

ten beispielsweise (Vi Urk. 14/46/15) waren entweder an den Gesuchsteller 

adressiert oder wurden dessen Kreditkarte belastet. Das weitere Vorbringen des 

Gesuchstellers, es seien Kosten des Lebensunterhaltes entweder direkt von sei-

nen Eltern übernommen worden oder durch Darlehensaufnahmen finanziert wor-

den (Urk. 64/15 S. 4 und S. 10), ist zwar entgegen dem Standpunkt der Gesuch-

stellerin (Urk. 64/20 S. 6/7) nicht neu (vgl. Vi Urk. 17 S. 21), wurde indessen nicht 

belegt. Der konkrete Verwendungszweck der zahlreichen Darlehensverträge zwi-

schen dem Gesuchsteller und seinem Vater ist unbekannt. In der Gesamtwürdi-

gung ist es im Rahmen der im summarischen Verfahren eingeschränkten Beurtei-

lungsdichte als erstellt anzusehen, dass die Parteien in wirtschaftlich komfortab-

len Verhältnissen gelebt haben. Vor diesem Hintergrund erscheint die Rückrech-

nung der gelebten Lebensführung primär nach betreibungsrechtlichen Richtlinien 

nicht tauglich (vgl. BGer vom 6. August 2007, 5A_257/2007 E. 3.3). Zwar existiert 

keine betragsmässig allgemeinverbindliche Grenze, ab welcher die Anwendung 

der zweistufig-konkreten Methode mit Überschussteilung nicht mehr sachgerecht 

wäre. Angesichts der Schwierigkeit der Ermittlung der konkret zutreffenden Ein-

kommens- und Vermögensverhältnisse ist vorliegend indessen die einstufige Vor-

gehensweise zu bevorzugen. Die Gesuchstellerin hat den ihr als gebührenden 

Unterhalt zu deckenden Bedarf zudem spezifiziert (Vi Urk. 13 S. 33 ff.), sodass 

dieser genügend zuverlässig bestimmt werden kann. 

- 38 - 

 b) Lebenshaltungskosten der Gesuchstellerin und des Kindes 

 1. Primärer Bezugspunkt für den Unterhaltsbeitrag ist demnach die wäh-

rend des Zusammenlebens praktizierte Lebenshaltung. Die Gesuchstellerin hat 

vor Vorinstanz für sich und das ihrer Obhut unterstellte Kind jährliche Lebenshal-

tungskosten von Fr. 258'890.– geltend gemacht (Vi Urk. 13 S. 39). Betreffend den 

während des Scheidungsverfahrens geschuldeten Unterhalt hat die Gesuchstelle-

rin auf diese Ausführungen verwiesen (Vi Urk. 15 S. 3). Der Gesuchsteller hat den 

behaupteten Lebensstandard bestritten (Prot. I S. 12). Die Vorinstanz hat sich mit 

der überwiegenden Anzahl der von der Gesuchstellerin behaupteten Einzelbe-

dürfnissen nicht befasst, sondern hat den massgeblichen Bedarf im Sinne einer 

Berechnung des familienrechtlichen Existenzminimums auf Fr. 5'457.– bestimmt 

(Urk. 3 S. 23 ff.). Nachdem sich dies bereits in methodischer Hinsicht als unzutref-

fend erwiesen hat, ist im Folgenden zunächst der zur Beibehaltung des zuletzt 

praktizierten ehelichen Lebensstandards erforderliche Bedarf der Gesuchstellerin 

und des gemeinsamen Kindes zu ermitteln. Die Glaubhaftmachungslast für die 

Höhe des ehelichen Lebensstandards liegt bei der Gesuchstellerin. Dabei bedeu-

tet Glaubhaftmachen zwar weniger als striktes Beweisen, hingegen auch mehr als 

blossen Behaupten. Die von der Gesuchstellerin geltend gemachten Lebenshal-

tungskosten sind daher durch geeignete Unterlagen zu belegen. Eine Behauptung 

über die Verwendung eines bestimmten Betrages zu belegen bedeutet, dass aus 

den vorgelegten Urkunden ersichtlich wird, welcher Betrag wofür tatsächlich ge-

leistet wurde. Bei Anwendung des skizzierten Beurteilungsmassstabes ergibt sich 

zur Bedarfsrechnung der Gesuchstellerin und des Kindes, was nachfolgend dar-

gestellt wird: 

 a) Haushaltskosten 

 Die Vorinstanz hat die Grundbeträge für die Gesuchstellerin und für das 

Kind dem Kreisschreiben des Obergerichts über die Richtlinien für die Berech-

nung des betreibungsrechtlichen Notbedarfs (nachfolgend Kreisschreiben) ent-

nommen (Urk. 3 S. 24). Durch diese Grundbeträge sollen gewisse Grundbedürf-

nisse wie Nahrung, Kleidung und Wäsche, Körper- und Gesundheitspflege, Un-

- 39 - 

terhalt der Wohnungseinrichtung oder Kulturelles abgedeckt werden. Für deren 

Anwendung bleibt bei der einstufigen Methode der Unterhaltsberechnung grund-

sätzlich kein Raum, ist doch dabei der tatsächliche Bedarf zu bestimmen, wie er 

dem ehelichen Lebensstandard entspricht. Bezüglich der vom Grundbetrag er-

fassten Bedürfnisse macht die Gesuchstellerin geltend, die Haushaltskosten wür-

den für sie und C._____ rund Fr. 2'340.– pro Monat betragen (Fr. 28'050.– pro 

Jahr [Vi Urk. 13 S. 36 f. und S. 38]). Auf diese Summe sollen sich die Ausgaben 

für Lebensmittel und Getränke, für Einladungen und Spezialnahrung, Drogeriear-

tikel sowie diverse Kleinanschaffungen belaufen haben (Vi Urk.13 S. 36 f.). Für 

Restaurantbesuche will die Gesuchstellerin einen monatlichen Betrag von rund 

Fr. 610.– (Fr. 7'333.– pro Jahr [Vi Urk. 13 S. 37]) in ihrem Bedarf eingesetzt ha-

ben. In der vorinstanzlichen Bedarfsrechnung blieben diese Kosten allesamt un-

berücksichtigt. Nach Schilderung der Gesuchstellerin soll sich die Familie neben 

den üblichen Lebensmitteleinkäufen teuren Wein und teure Zigarren geleistet ha-

ben und durchschnittlich einmal pro Woche auswärts essen gegangen sein (Vi 

Urk. 13 S. 26 und S. 29 f.; Vi Urk. 14/46/8). Die Gesuchstellerin brachte vor, die 

Familie habe für Lebensmittel und Getränke sowie für Weine rund Fr. 36'500.– 

pro Jahr ausgegeben (Vi Urk. 13 S. 36 und S. 38). Die Darstellung der Gesuch-

stellerin beschränkt sich in dieser Hinsicht indessen überwiegend auf Behauptun-

gen. Einerseits hat die Gesuchstellerin zwei Rechnungen des Fachkurhaus und 

Ausbildungszentrum "…" aus dem Jahre 2006 über mehrere Tausend Franken für 

diverse Bestandteile eines Ernährungsprogramms (von der Gesuchstellerin als 

"Spezialnahrung" bezeichnet [Vi Urk. 13 S. 36]) eingereicht, ohne dass dadurch 

glaubhaft gemacht wäre, dass solche Nahrungsausgaben regelmässig angefallen 

sind und insofern den ehelichen Lebensstandard ausgemacht hätten. Im Übrigen 

hat die Gesuchstellerin eine Reihe von Bankauszügen aus dem Jahre 2006 ein-

gereicht (Vi Urk. 14/46/8). Selbst die Gesuchstellerin schliesst daraus, dass im 

Durchschnitt rund Fr. 475.– pro Monat für Nahrungsmittel ausgegeben worden 

seien (vgl. die entsprechende Zusammenstellung der Gesuchstellerin [Vi Urk. 

14/46/8]). Auch wenn die ganze Familie zusätzlich die behaupteten wöchentlichen 

Wochenendeinkäufe im Betrag von Fr. 300.– getätigt hätte (vgl. Vi Urk. 14/46/8), 

wäre damit immer noch nicht ausgewiesen, dass die Gesuchstellerin und das 

- 40 - 

Kind aufgrund der ehelichen Lebenshaltung bedeutend höhere Auslagen für Le-

bensmittel beanspruchen könnten, als sie in den für die Bestimmung des betrei-

bungsrechtlichen Existenzminimums anwendbaren Grundbeträgen enthalten sind 

(Fr. 1'000.– [= rund die Hälfte von Fr. 1'350.– und von Fr. 600.–]). Dass während 

des Zusammenlebens über die F._____ AG monatliche Kosten für Wein, Spirituo-

sen und Zigarren von mehr als Fr. 1'000.– gedeckt worden wären (vgl. Vi Urk. 

14/46/8), blieb ein unbelegtes Vorbringen. Demgegenüber blieb unbestritten, dass 

den Parteien regelmässig Kosten für Restaurantbesuche und für Einladungen zu-

hause angefallen sind. Die Gesuchstellerin führte aus, dass die Parteien vor der 

Trennung durchschnittlich ein Mal pro Woche auswärts essen gegangen seien (Vi 

Urk. 13 S. 37). In ihren Ausführungen hat sie sich wohl eingehend mit dem Kon-

sumverhalten des Gesuchstellers befasst, zur Häufigkeit und der für gemeinsam 

unternommene Restaurantbesuche anfallenden Kosten (Vi Urk. 13 S. 29 ff.) aber 

nur wenige Belege eingereicht, welche bis ins Jahr 2002 zurückreichen und die 

geltend gemachten Auslagen jedenfalls nicht bestätigen können (vgl. Vi 

Urk. 14/46/8). Die Kosten für das Auswärtsessen sind daher nach Ermessen fest-

zulegen. Das Gleiche gilt für die von der Gesuchstellerin nicht belegten, jedoch 

notorisch anfallenden Auslagen für Drogerieartikel und Kleinanschaffungen für 

den Unterhalt der Wohnungseinrichtung (vgl. Vi Urk. 13 S. 36). Für diese Kosten 

und die Essensausgaben (einschliesslich Auswärtsessen und Einladungen) ist 

der Gesuchstellerin und C._____ im Bedarf ein monatlicher Betrag von 

Fr. 1'600.– einzurechnen. 

 b) Wohnkosten 

 Die Vorinstanz hat ausgehend von dem vom Gesuchsteller anerkannten 

Mietwert der ehelichen Wohnung im Bedarf der Gesuchstellerin Wohnkosten von 

Fr. 2'500.– (inklusive Nebenkosten) eingesetzt (Urk. 3 S. 23 und S. 24). Die Ge-

suchstellerin scheint weiterhin von einem höheren Mietwert auszugehen und die 

Nebenkosten zusätzlich in Anschlag bringen zu wollen (vgl. Urk. 64/6 S. 8), be-

gründet aber nicht ansatzweise, weshalb die vorinstanzliche Annahme unzutref-

fend sein sollte. Es ist demnach davon auszugehen, dass der von der Vorinstanz 

berücksichtigte Betrag von Fr. 2'500.– sowohl den angemessenen Mietwert als 

- 41 - 

auch die von der Gesuchstellerin durch Einreichung diverser Rechnungen (Vi 

Urk. 14/46/1) belegten Nebenkosten umfasst. Die von der Gesuchstellerin sodann 

geltend gemachten Auslagen für Pflanzen und kleinere Unterhaltsarbeiten hat die 

Vorinstanz nicht beachtet, weil sie nicht belegt und nicht glaubhaft gemacht wor-

den seien (Urk. 3 S. 24 f.). Die Gesuchstellerin hat im vorinstanzlichen Verfahren 

einzelne Rechnungen zu Unterhaltsarbeiten vorgelegt (Vi Urk. 14/46/2). Soweit 

diese aussagekräftig sind, vermögen sie die von der Gesuchstellerin auf mehr als 

Fr. 500.– pro Monat bezifferten Unterhaltskosten nicht zu belegen. Die Gesuch-

stellerin hat nicht behauptet, dass die durchgeführten Reparaturen in einer Re-

gelmässigkeit notwendig würden, welche die Berücksichtigung als nennenswerte 

ständige Ausgaben rechtfertigen könnten. Unklar blieb im Übrigen, inwiefern sol-

che Unterhaltskosten auf die die Wohnung zur Verfügung stellende Eigentümer-

schaft überwälzt werden könnten (vgl. Prot. I S. 12). Auslagen für Pflanzen hat die 

Gesuchstellerin auch im Rekursverfahren nicht belegt. Insgesamt muss es damit 

bei den von Vorinstanz aufgerechneten Wohnkosten in der Höhe von Fr. 2'500.– 

pro Monat sein Bewenden haben. 

 c) Gesundheitskosten 

 Von den vor Vorinstanz beantragten Gesundheitskosten hat die Vorinstanz 

die Krankenkassenprämien der Gesuchstellerin und des Kindes sowie die weitere 

Kostenbeteiligung in Form der Franchise und des Selbstbehaltes im Gesamtbe-

trag von Fr. 517.– zugelassen (Urk. 3 S. 23 und S. 25). Der Gesuchsteller hat 

nicht bestritten, dass die Gesuchstellerin bereits während der Ehe zusatzversi-

chert war. Es rechtfertigt sich unter dem Aspekt der ehelichen Lebenshaltung 

nicht, ihr im Bedarf einzig noch die Auslagen im Zusammenhang mit der Grund-

versicherung zuzugestehen. Betragsmässig ist die aktuelle Prämienbelastung der 

Gesuchstellerin in der Höhe von rund Fr. 375.– pro Monat (KVG und VVG [Vi 

Urk. 14/46/4]) ausgewiesen und diejenige für den Sohn C._____ in der Höhe von 

Fr. 100.– pro Monat unbestritten geblieben. Ebenfalls belegt wurde, dass die Ge-

suchstellerin sich darüber hinaus über die Franchise und den Selbstbehalt an den 

Kosten der für sie erbrachten Leistungen zu beteiligen hatte. In den letzten fünf 

Jahren fielen der Gesuchstellerin in diesem Bereich Gesamtkosten von rund 

- 42 - 

Fr. 5'980.– an (vgl. Vi Urk. 14/46/4). Es ist damit glaubhaft, dass der Gesuchstel-

lerin durchschnittlich rund Fr. 100.– pro Monat an zusätzlichen Gesundheitskos-

ten angefallen sind. Die von der Gesuchstellerin erwähnten nicht versicherten 

Kosten (vgl. Vi Urk. 13 S. 35) sind dagegen nicht zu berücksichtigen, da nirgends 

verdeutlicht wurde, welche medizinischen Leistungen dadurch abgegolten worden 

sein sollten. Weitergehende das Kind C._____ betreffende Gesundheitskosten 

(vgl. Vi Urk. 13 S. 38) wurden nicht belegt. Angesichts der dokumentierten Zahn-

arztkosten (vgl. Vi Urk. 14/46/14) sind der Gesuchstellerin und C._____ für die üb-

liche Dentalhygiene sowie gewisse Rückstellungen für zahnärztliche Behandlun-

gen Fr. 25.– pro Monat im Bedarf aufzurechnen. Gesamthaft belaufen sich die zu 

berücksichtigenden Gesundheitskosten der Gesuchstellerin und des Kindes auf 

Fr. 600.–. 

 d) Kommunikation 

 Die Gesuchstellerin hat vor Vorinstanz Kommunikationskosten von rund 

Fr. 300.– pro Monat für sich und den Sohn C._____ behauptet (Vi Urk. 13 S. 34 

und S. 38). Die Vorinstanz hat davon unter Hinweis auf die eher knappen finanzi-

ellen Verhältnisse lediglich einen gerichtsüblichen Betrag von Fr. 139.– zuerkannt 

(Urk. 3 S. 23 und S. 25). Wie bereits dargelegt wurde, muss vorliegend nicht von 

engen wirtschaftlichen Verhältnissen ausgegangen werden. Entgegen der Ansicht 

der Vorinstanz sind der Gesuchstellerin daher die tatsächlich anfallenden Kom-

munikationskosten im Bedarf aufzurechnen, soweit diese ausgewiesen sind. Aus 

den eingebrachten Unterlagen geht einerseits hervor, dass die Parteien für den 

Internetanschluss einen Jahresbeitrag von Fr. 588.– bezahlt haben (Vi 

Urk. 14/46/3 [Rechnung ... AG]), was einem monatlichen Betrag von rund Fr. 50.– 

entspricht. Des Weiteren verfügten die Parteien offensichtlich über mehrere Fest-

netzanschlüsse. Aus den vorhandenen Rechnungen der ... und der ... (Vi 

Urk. 14/46/3) lassen sich durchschnittliche Festnetzgebühren von rund Fr. 100.– 

für den früheren Dreipersonenhaushalt berechnen. Es rechtfertigt sich daher, für 

die Gesuchstellerin und C._____ ein monatlicher Betrag von Fr. 60.– in den Be-

darf einzustellen. Die Ausgaben der Gesuchstellerin für die Mobiltelefonie beliefen 

sich im Durchschnitt auf rund Fr. 130.– pro Monat (vgl. Rechnungen der … von 

- 43 - 

Januar 2006 bis Oktober 2006 [Vi Urk. 14/46/3]), wobei dabei auch gewisse Aus-

lagen für den Sohn berücksichtigt sind. Unter Addition der belegten und ohnehin 

gerichtsnotorischen Billag-Gebühren (Fr. 40.– pro Monat [Vi Urk. 14/46/3]) hat die 

Gesuchstellerin damit glaubhaft gemacht, dass die Kommunikationsausgaben 

gemäss dem ehelichen Lebensstandard Fr. 280.– monatlich betrugen. In diesem 

Umfang sind diese Kosten in ihrem Bedarf einzusetzen. 

 e) Versicherungen 

 Für diverse Versicherungen (Hausrat/Haftpflicht, Unfall, Rechtsschutz) sowie 

die Äufnung eines Guthabens bei der gebundenen Selbstvorsorge hat die Ge-

suchstellerin vor Vorinstanz Auslagen von rund Fr. 500.– pro Monat geltend ge-

macht (Vi Urk. 13 S. 35) und davon einzig die Prämien für die Hausrat- und Haft-

pflichtversicherung zuerkannt erhalten (Urk. 3 S. 23 und S. 25). Bezüglich sämtli-

cher Versicherungskosten wurde vom Gesuchsteller nicht substantiiert bestritten, 

dass diese bereits während des Zusammenlebens angefallen sind. Die Prämien 

für die Hausrat- und Haftpflichtversicherung sind im Umfang von rund Fr. 50.– pro 

Monat (Vi Urk. 14/46/5) und diejenigen für die Rechtsschutzversicherung im Um-

fang von rund Fr. 25.– pro Monat (Vi Urk. 14/46/5) ausgewiesen. Nicht belegt und 

deshalb nicht zu berücksichtigen sind hingegen die Prämien für die Unfallversi-

cherung. Für die Einzahlungen in die bei der … bestehende Versicherung macht 

die Gesuchstellerin eine Jahresprämie von Fr. 4'900.– geltend und belegt diese 

durch eine Fälligkeitsanzeige des Vorsorgeunternehmens (Vi Urk. 14/46/5). Aus 

den entsprechenden Steuererklärungen ergibt sich zudem, dass auch in vergan-

genen Jahren Vorsorgebeiträge in mindestens dieser Höhe erfolgt sind (Steuerer-

klärung 2007 [Vi Urk. 18/38] und Steuererklärung 2009 [Vi Urk. 14/19]). Auch die-

se Prämienzahlungen sind der Gesuchstellerin daher weiterhin im Bedarf anzu-

rechnen. Die gesamten im Bedarf zu berücksichtigenden Versicherungsauslagen 

der Gesuchstellerin belaufen sich demnach auf Fr. 475.– pro Monat. 

 f) Mobilität 

 Die von der Gesuchstellerin beanspruchten Kosten für den Unterhalt und 

den Gebrauch eines Porsche … hat die Vorinstanz nicht in die Bedarfsrechnung 

- 44 - 

übernommen, weil die Gesuchstellerin zu 100 % arbeitsunfähig sei und nicht 

glaubhaft gemacht habe, dass sie aus anderen Gründen auf das Fahrzeug ange-

wiesen sei (Urk. 3 S. 26). Es steht fest, dass die Gesuchstellerin neben einem 

über die H._____ GmbH geleasten Porsche vom Gesuchsteller einen weiteren 

Porsche geschenkt erhielt und dieses Fahrzeug zur Verfügung hatte. Unbestritten 

geblieben ist sodann die Behauptung, dass dieser Porsche bis zum Jahre 2010 

über die F._____ AG finanziert wurde (vgl. Urk. 64/20 S. 8). Von den Betriebskos-

ten sind Prämien für die Motorfahrzeugversicherung von rund Fr. 155.– pro Monat 

(Vi Urk. 14/46/7 Rec