# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ab9e1214-5a50-5464-aeb0-9b715077ee82
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-08-29
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 29.08.2019 ZK1 2016 11
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZK1-2016-11_2019-08-29.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

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Urteil vom 29. August 2019

Referenz ZK1 16 11

Instanz I. Zivilkammer 

Besetzung Michael Dürst, Vorsitzende
Brunner und Pedrotti
Bäder Federspiel, Aktuarin

Parteien X._____
Berufungsklägerin
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. et oec. Pius Fryberg
Quaderstrasse 8, 7000 Chur 

gegen

Y._____
Berufungsbeklagter
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Peter Portmann
Quaderstrasse 18, Postfach 551, 7001 Chur 

Gegenstand Abänderung Scheidungsurteil

Anfechtungsobj. Entscheid des Bezirksgerichts Landquart vom 4. November 2015, 
mitgeteilt am 30. November 2015 (Proz. Nr. 115-2014-41)

Mitteilung 03. September 2019

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I. Sachverhalt

A/a. X._____, geboren am _____ 1969, und Y._____, geboren am _____ 1963, 
schlossen am _____ 1990 in O.1_____ die Ehe. Sie sind Eltern der Kinder 
A._____, geboren am _____ 1992, B._____, geboren am _____ 1993, und 
C._____, geboren am _____ 2005. Im November 2007 erfolgte die Trennung der 
Ehegatten. Mit Eheschutzverfügungen vom 17. Juli 2008 und vom 22. Juni 2009 
regelte der Bezirksgerichtspräsident Landquart das Getrenntleben. 

A/b. Mit Urteil des Bezirksgerichts Landquart vom 9. Juni 2010, mitgeteilt am 23. 
Juli 2010, wurde die Ehe der Parteien – gestützt auf eine umfassende Eheschei-
dungskonvention – geschieden. Die Kinderbelange wurden wie folgt geregelt:

2. Die aus der Ehe der Parteien hervorgegangenen Kinder A._____ (geb. 
_____1992), B._____ (geb. _____1993) und C._____ (geb. 
_____2005), werden unter die alleinige elterliche Sorge und Obhut der 
Mutter gestellt.

3. Das Besuchs- und Ferienrecht von Y._____ und seinen Kindern richtet 
sich nach der in Ziffer 3 der Scheidungskonvention enthaltenen, detail-
lierten Regelung.

4. a) Y._____ wird entsprechend der Regelung in der Ehescheidungs-
konvention gerichtlich verpflichtet, an den Unterhalt der drei gemein-
samen Kinder ab Rechtskraft des Scheidungsurteils einen monatlich 
im Voraus zahlbaren Unterhaltsbeitrag von je CHF 600.00 zu bezah-
len, zuzüglich allfälliger gesetzlicher und vertraglicher Kinderzulagen, 
soweit diese nicht durch die mit der alleinigen elterlichen Sorge betrau-
te Ehefrau bezogen werden. Sobald die Unterhaltsverpflichtung für das 
erste Kind wegfällt, erhöhen sich die monatlichen Unterhaltsleistungen 
für die beiden verbleibenden Kinder auf je Fr. 800.00. Nachdem auch 
die Unterhaltspflicht für das zweite Kind wegfällt, erhöht sich die mo-
natliche Unterhaltsleistung des Vaters für das dritte Kind auf Fr. 
1'000.00.

b) Die Unterhaltspflicht für jedes der drei Kinder A._____, B._____ und 
C._____ besteht bis zum Erreichen der wirtschaftlichen Selbständig-
keit des Kindes, längstens jedoch bis zum Erreichen der Mündigkeit. 
Vorbehalten bleibt eine allfällige weitergehende Unterhaltspflicht ge-
stützt auf Art. 277 Abs. 2 ZGB (späterer Abschluss der ersten ordentli-
chen Ausbildung) sowie aufgrund von Art. 286 Abs. 3 ZGB (besonde-
rer Beitrag bei nicht vorhergesehenen ausserordentlichen Bedürfnis-
sen, zum Beispiel ausserordentlichen zahnärztlichen Behandlungen).

5. (Indexierung der Unterhaltsbeiträge)

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Was das Besuchs- und Ferienrecht betrifft, vereinbarten die Parteien in der Ehe-
scheidungskonvention im Wesentlichen ein Besuchsrecht des Vaters am ersten 
und dritten Wochenende eines jeden Monats sowie ein Ferienrecht desselben von 
zwei Wochen pro Jahr. Zudem wurde dem Vater das Recht eingeräumt, seinen 
Sohn C._____ in den Wochen ohne Besuchswochenende und Ferien einmal am 
Nachmittag für zwei bis drei Stunden zu sich auf Besuch zu nehmen. 

B. Mit Entscheid der KESB Nordbünden vom 19. August 2014 wurde für den 
Sohn C._____ eine Besuchsrechtsbeistandschaft nach Art. 308 Abs. 2 ZGB er-
richtet. Die Unterstützung der Eltern durch eine Fachperson wurde als notwendig 
erachtet, weil deren Beziehung konfliktträchtig war und sie nicht in genügendem 
Mass in der Lage waren, die Ausübung des persönlichen Verkehrs zwischen 
C._____ und seinem Vater so zu gewährleisten, dass er einen spannungsfreien 
und unbelasteten Kontakt zum Vater pflegen konnte. Zur Beiständin wurde 
D._____, Berufsbeistandschaft Landquart, ernannt.

C/a. Am 24. Oktober 2014 reichte Y._____ beim Bezirksgericht Landquart eine 
Klage auf Abänderung des Scheidungsurteils ein. Er stellte folgende Rechtsbe-
gehren:

1. Dispositiv Ziff. 4 lit. a und b des Urteils des Bezirksgerichts Landquart 
vom 9. Juni 2010 seien aufzuheben, und die monatlichen Unterhalts-
zahlungen des Klägers an seinen Sohn C._____ seien ab Zeitpunkt 
der Rechtshängigkeit der Klage auf monatlich CHF 400.00 herabzu-
setzen.

2. Eventuell seien die gemäss Dispositiv Ziff. 4 lit. a und b des Urteils des 
Bezirksgerichts Landquart vom 9. Juni 2010 geschuldeten monatlichen 
Unterhaltszahlungen des Klägers an seinen Sohn C._____ bis zum 1. 
November 2015 zu sistieren.

3. Subeventuell seien die gemäss Dispositiv Ziff. 4 lit. a und b des Urteils 
des Bezirksgerichts Landquart vom 9. Juni 2010 geschuldeten monat-
lichen Unterhaltszahlungen des Klägers an seinen Sohn C._____ um 
den Teilbetrag in Höhe von CHF 600.00 bis zum 1. November 2016 zu 
sistieren.

4. Dispositiv Ziff. 2 des Urteils des Bezirksgerichts Landquart vom 9. Juni 
2010 sei aufzuheben und der Sohn C._____ sei unter die gemeinsame 
elterliche Sorge und geteilte Obhut der Parteien zu stellen.

5. Dispositiv Ziff. 3 des Urteils des Bezirksgerichts Landquart vom 9. Juni 
2010 sei aufzuheben; das Besuchs- und Ferienrecht für den Sohn 
C._____ soll den Parteien zu gleichen Teilen zustehen.

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6. Unter voller Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beklag-
ten.

Anlässlich der Einigungsverhandlung vom 8. Dezember 2014 konnten die Parteien 
keine Übereinkunft erzielen, so dass Y._____ Frist zur Einreichung der schriftli-
chen Klagebegründung angesetzt wurde. Mit Eingabe vom 2. März 2015 kam er 
dieser Aufforderung nach, wobei er Ziffer 5 seiner Rechtsbegehren fallen liess und 
Ziffer 4 wie folgt anpasste:

4. Dispositiv Ziff. 2 des Urteils des Bezirksgerichts Landquart vom 9. Juni 2010 sei 
aufzuheben und der Sohn C._____ sei unter die gemeinsame elterliche Sorge zu 
stellen, während die Obhut allein bei der Mutter verbleiben möge.

C/b. X._____ stellte in ihrer Klageantwort vom 30. April 2015 folgende Anträge:

1. Ziff. 4 der Anträge des Klägers (gemeinsames Sorgerecht) sei gutzuheissen. 

2. Die Anträge Ziff. 1, 2 und 3 sowie 5 seien abzuweisen.

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Klägers.

C/c. Mit Schreiben vom 7. August 2015 widerrief X._____ ihre in der Klageant-
wort erklärte Zustimmung zum gemeinsamen Sorgerecht.

C/d. Am 4. September 2015 erliess der Präsident des Bezirksgerichts Landquart 
die Beweisverfügung. Darin erklärte er die eingereichten Urkunden für relevant 
und ordnete die Edition der Akten betreffend C._____ durch die KESB Nordbün-
den an. Die Einholung eines Gutachtens zur Frage der gemeinsamen elterlichen 
Sorge wurde vorbehalten. 

C/e. Die Hauptverhandlung vor dem Bezirksgericht Landquart fand am 4. No-
vember 2015 statt, wobei Y._____ im Rahmen seines Plädoyers die Eventualan-
träge auf Sistierung der Unterhaltspflicht (Ziff. 2 u. 3 seiner Rechtsbegehren) 
zurückzog. Mit Entscheid vom 4. November 2015, mitgeteilt am 30. November 
2015, erkannte das Bezirksgericht Landquart wie folgt:

1. a) In teilweiser Gutheissung der Klage wird Ziff. 4 lit. a des Dispositivs 
des Urteils des Bezirksgerichts Landquart vom 9. Juni 2010 aufgeho-
ben und die monatlichen Unterhaltszahlungen des Klägers an seinen 
Sohn C._____ werden rückwirkend ab 1. November 2014 und bis auf 
weiteres auf monatlich CHF 667.00 reduziert.

b) Eine allfällige Abänderung des unter vorstehender lit. a festgesetz-
ten Unterhaltsbeitrages im Sinne von Art. 286 Abs. 2 ZGB wird aus-
drücklich vorbehalten.

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2. Ziff. 2 des Dispositivs des Urteils des Bezirksgerichts Landquart vom 
9. Juni 2010 wird insofern aufgehoben, als der Sohn C._____ neu un-
ter die gemeinsame elterliche Sorge gestellt wird. Die Obhut verbleibt 
hingegen weiterhin allein bei der Kindsmutter.

3. Die Kosten des Verfahrens vor Bezirksgericht Landquart in Höhe von 
CHF 4'000.00 werden den Parteien je zur Hälfte auferlegt und unter 
Vorbehalt des Rückforderungsrechts gemäss Art. 123 ZPO auf die Ge-
richtskasse genommen. Die ausseramtlichen Entschädigungen wer-
den wettgeschlagen.

(Regelung der Entschädigung der unentgeltlichen Rechtsvertreter)

4. (Rechtsmittelbelehrungen)

5. (Mitteilung)

D/a. Gegen den Entscheid des Bezirksgerichts Landquart vom 4. November 
2015 erhob X._____ am 15. Januar 2016 beim Kantonsgericht von Graubünden 
Berufung. Sie stellt folgende Rechtsbegehren:

1. Das angefochtene Urteil sei aufzuheben.

2. Die Klage sei vollumfänglich abzuweisen.

3. Die Kosten des Bezirksgerichtes Landquart von CHF 4'000.00 seien 
dem Kläger aufzuerlegen, welcher zu verpflichten sei, die Beklagte 
aussergerichtlich mit CHF 6'500.00, zzgl. Mehrwertsteuer, zu entschä-
digen.

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge für das Berufungsverfahren zu 
Lasten des Berufungsbeklagten.

D/b. Y._____ beantragt in seiner Berufungsantwort vom 19. Februar 2016 die 
Abweisung der Berufung, unter voller Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten 
der Berufungsklägerin.

D/c. Im zweiten Schriftenwechsel hielten beide Parteien unverändert an ihren 
Rechtsbegehren fest. Es folgten zwei weitere Stellungnahmen, wobei X._____ in 
ihrer Eingabe vom 12. September 2016 beantragte, ihre Tochter A._____ als Zeu-
gin einzuvernehmen. Mit Schreiben vom 14. Oktober 2016 teilte die Vorsitzende 
der I. Zivilkammer den Parteien mit, dass weder ein weiterer Schriftenwechsel 
noch eine mündliche Verhandlung vorgesehen seien. Eine Zeugeneinvernahme 
der Tochter erscheine nach vorläufiger Beurteilung als nicht erforderlich.

E/a. Mit Entscheid vom 9. Februar 2017 genehmigte die KESB Nordbünden den 
Rechenschaftsbericht der Beiständin vom 19. Oktober 2016 und hielt fest, dass 

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die für C._____ bestehende Beistandschaft mit besonderen Befugnissen im Be-
reich persönlicher Verkehr unverändert weitergeführt werde. Auf eine von Y._____ 
beim Kantonsgericht von Graubünden dagegen eingereichte Beschwerde, mit 
welcher er die Aufhebung der Beistandschaft beantragte, trat das Gericht mit Ent-
scheid vom 10. Juli 2017, mitgeteilt am 17. Juli 2017 (ZK1 17 38), nicht ein.

E/b. Am 2. März 2018 lehnte die KESB Nordbünden den Antrag von Y._____ 
auf einen Mandatsträgerwechsel ab.

F/a. Am 28. September 2018 liess die Beiständin D._____ dem Kantonsgericht 
von Graubünden eine Meldung zur Abwendung einer Kindeswohlgefährdung be-
treffend C._____ zukommen. Sie stellte darin unter anderem den Antrag, die Er-
ziehungsfähigkeit des Vaters abklären zu lassen.

F/b. In seiner Stellungnahme vom 16. November 2018 beantragte Y._____, was 
folgt:

1. Der Antrag der Berufsbeiständin, Frau D._____, vom 28.09.2018 be-
treffend die Abklärung der Erziehungsfähigkeit des Vaters sei abzu-
weisen und es sei von der Anordnung vorsorglicher Massnahmen ab-
zusehen.

2. Die Massnahme der Besuchsbeistandschaft sei aufzuheben und das 
Mandat der Berufsbeiständin, Frau D._____, sei per sofort zu been-
den.

3. Eventuell sei die Massnahme der Besuchsbeistandschaft mit einem 
Mandatsträgerwechsel fortzuführen und Frau D._____ sei als Berufs-
beiständin im vorliegenden Fall zu entlassen. Bei der Wahl einer neu-
en Besuchsbeistandschaft seien die Wünsche der Parteien angemes-
sen zu berücksichtigen.

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Berufungsklä-
gerin bzw. allenfalls zu Lasten des Kantons Graubünden.

F/c. X._____ hielt in ihrer Stellungnahme vom 8. Februar 2019 im Wesentlichen 
fest, die Erziehungsfähigkeit des Vaters sei dann abzuklären, wenn die Berufungs-
instanz wider Erwarten zum Schluss komme, dass die übrigen Voraussetzungen 
für eine gemeinsame elterliche Sorge gegeben seien. Kindesschutzmassnahmen 
seien nicht notwendig, sofern die Wünsche von C._____ akzeptiert würden. Die 
Beistandschaft sei mit der eingesetzten Mandatsträgerin beizubehalten.

F/d. Nachdem die Beiständin von der Vorsitzenden der I. Zivilkammer zur Mittei-
lung aufgefordert worden war, ob sie am Antrag auf Abklärung der Erziehungs-

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fähigkeit des Vaters festhalte, beantragte jene in ihrer Eingabe vom 7. Februar 
2019, die bestehende Beistandschaft unverändert fortzuführen. Möglicherweise 
sei die Massnahme mit einer Erziehungsbeistandschaft zu erweitern. Zusätzlich 
empfehle sie dem Vater, sich Unterstützung bei einer Fachstelle in Erziehungsfra-
gen zu holen. X._____ äusserte sich zur Eingabe der Beiständin mit Schreiben 
vom 8. März 2019. Am 17. März 2019 reichte Y._____ zwei persönliche Stellung-
nahmen ein, wobei er darin unter anderem beantragte, eine Mediation oder eine 
Gesprächstherapie anzuordnen.

G. Am 9. Oktober 2018 hatte die Vorsitzende der I. Zivilkammer die Beweis-
verfügung erlassen. Darin liess sie aufgrund der vorliegend geltenden uneinge-
schränkten Untersuchungsmaxime sämtliche neuen Vorbringen und Urkunden zu. 
Die beantragte Zeugeneinvernahme wies sie ab. Im Weiteren ordnete sie die Edi-
tion der bei der KESB Nordbünden vorhandenen Akten betreffend C._____ an und 
forderte beide Parteien zu weitergehenden Auskünften auf, wobei X._____ dieser 
Aufforderung am 2. November 2018 und Y._____ am 8. November 2018 nach-
kam.

H. Mit Entscheid vom 29. Januar 2019 genehmigte die KESB Nordbünden den 
Rechenschaftsbericht der Beiständin vom 30. Oktober 2018 und hielt fest, dass 
die für C._____ bestehende Beistandschaft unverändert weitergeführt werde.

I. Die Vorsitzende der I. Zivilkammer hielt mit Schreiben vom 4. April 2019 
fest, dass ein weiterer Schriftenwechsel nicht erforderlich sei und angesichts des 
dreifachen Schriftenwechsels sowie der Äusserungsmöglichkeiten der Parteien zu 
den erfolgten Beweisabnahmen sowie zu den Eingaben der Beiständin von der 
Durchführung einer mündlichen Verhandlung abgesehen werde.

Auf die Begründung der Anträge in den Rechtsschriften sowie auf die Erwägungen 
im angefochtenen Entscheid wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Er-
wägungen eingegangen.

II. Erwägungen

1.1. Beim angefochtenen Entscheid des Bezirksgerichts Landquart (ab 1. Janu-
ar 2017 Regionalgericht Landquart) handelt es sich um einen erstinstanzlichen 
Endentscheid, welcher mit Berufung anfechtbar ist (Art. 308 Abs. 1 lit. a ZPO). Da 
im Berufungsverfahren nicht nur die Unterhaltspflicht von Y._____ gegenüber sei-
nem Sohn C._____ strittig ist, sondern auch die Zuteilung der elterlichen Sorge, ist 
die Angelegenheit nicht ausschliesslich vermögensrechtlicher Natur, so dass die 

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Berufungsfähigkeit des Entscheids nicht vom Erreichen eines bestimmten Streit-
werts abhängt (BGE 116 II 493; Urteil des Bundesgerichts 5A_399/2014 vom 
17. Dezember 2014 E. 1; Martin H. Sterchi, in: Hausheer/Walter [Hrsg.], Berner 
Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, Band I, Art. 1-149 ZPO, Bern 
2012, N 23b zu Art. 91 ZPO).

1.2. Eine Berufung ist innert 30 Tagen seit Zustellung des begründeten Ent-
scheides beziehungsweise seit der nachträglichen Zustellung der Entscheidbe-
gründung schriftlich und begründet einzureichen; der angefochtene Entscheid ist 
beizulegen (Art. 311 ZPO). Der Entscheid des Bezirksgerichts Landquart vom 4. 
November 2015 wurde den Parteien am 30. November 2015 mitgeteilt. Die von 
X._____ dagegen am 15. Januar 2016 erhobene Berufung erfolgte unter Berück-
sichtigung des Fristenstillstands gemäss Art. 145 Abs. 1 lit. c ZPO fristgerecht. Auf 
die im Übrigen auch formgerecht eingereichte Eingabe kann somit eingetreten 
werden.

1.3. Die Zuständigkeit des Kantonsgerichts von Graubünden zur Beurteilung der 
Berufung ergibt sich aus Art. 7 Abs. 1 des Einführungsgesetzes zur Schweizeri-
schen Zivilprozessordnung (EGzZPO; BR 320.100). Innerhalb des Kantonsge-
richts liegt die Zuständigkeit für zivilrechtliche Berufungen auf dem Rechtsgebiet 
des Zivilgesetzbuches bei der I. Zivilkammer (Art. 6 lit. a der Verordnung über die 
Organisation des Kantonsgerichts [KGV; BR 173.100]).

1.4.1. Nach Art. 311 Abs. 1 ZPO ist eine Berufung zu begründen, selbst wenn die 
entsprechende Sache dem Offizial- und Untersuchungsgrundsatz unterliegt (vgl. 
dazu E. 1.5). Aus der Begründung muss hervorgehen, welche Punkte des erstin-
stanzlichen Entscheids angefochten werden, weshalb der erstinstanzliche Ent-
scheid in den angefochtenen Punkten unrichtig sein soll und wie stattdessen zu 
entscheiden ist. Der blosse Verweis auf Rügen vor erster Instanz oder allgemeine 
Kritik am erstinstanzlichen Entscheid genügen nicht. Die kritisierten Ausführungen 
und die Beilagen müssen genau bezeichnet werden. Fehlt eine Begründung oder 
sind die Anträge auch im Lichte der Begründung ungenügend, ist auf die Berufung 
nicht einzutreten (BGE 138 III 374 E. 4.3 = Pra 2013 Nr. 4; Urteil des Bundesge-
richts 5A_141/2014 vom 28. April 2014 E. 2.4; Peter Reetz/Stefanie Theiler, in: 
Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen 
Zivilprozessordnung [ZPO], 3. Auflage, Zürich 2016, N 36 ff. zu Art. 311 ZPO). 

1.4.2. Mit der Berufung als vollkommenes Rechtsmittel kann gemäss Art. 310 
ZPO die unrichtige Rechtsanwendung (lit. a), die unrichtige Feststellung des 
Sachverhalts (lit. b) und – über den Wortlaut hinaus – die Unangemessenheit gel-

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tend gemacht werden. Das Berufungsgericht kann die gerügten Mängel des vor-
instanzlichen Entscheids frei und unbeschränkt überprüfen (Peter Reetz/Stefanie 
Theiler, a.a.O., N 5 ff. zu Art. 310 ZPO).

1.5. Das Novenrecht richtet sich im Berufungsverfahren grundsätzlich nach 
Art. 317 Abs. 1 ZPO. Nach dieser Bestimmung werden neue Tatsachen und Be-
weismittel nur noch berücksichtigt, wenn sie ohne Verzug vorgebracht werden 
(lit. a) und trotz zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz vorgebracht 
werden konnten (lit. b). Zu beachten ist allerdings, dass es vorliegend um Kinder-
belange in einer familienrechtlichen Angelegenheit geht, so dass das Gericht nach 
Art. 296 Abs. 1 und 3 ZPO den Sachverhalt von Amtes wegen erforscht (Untersu-
chungsmaxime) und ohne Bindung an die Parteianträge entscheidet (Offizialma-
xime). Die Untersuchungs- und die Offizialmaxime gelangen in allen Verfahrens-
stadien und vor allen kantonalen Instanzen, mithin auch im kantonalen Rechtsmit-
telverfahren, als allgemeine Grundsätze zur Anwendung (BGE 137 III 617 E. 
4.5.2; Jonas Schweighauser, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], 
Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO], 3. Auflage, Zürich 
2016, N 3 u. 5 zu Art. 296 ZPO). In Verfahren, welche der uneingeschränkten Un-
tersuchungsmaxime unterstehen, ist nach neuster bundesgerichtlicher Rechtspre-
chung die strikte Anwendung von Art. 317 Abs. 1 ZPO nicht gerechtfertigt. Wie 
erwähnt hat auch das Berufungsgericht nach Art. 296 Abs. 1 ZPO den Sachverhalt 
von Amtes wegen zu erforschen und kann daher von Amtes wegen die Erhebung 
aller zur Feststellung der rechtserheblichen Tatsachen erforderlichen Beweismittel 
anordnen, um einen dem Wohl des Kindes entsprechenden Entscheid zu treffen. 
Insofern ist in Kauf zu nehmen, dass die Parteien, wenn das Verfahren der unein-
geschränkten Untersuchungsmaxime unterliegt, Noven im Berufungsverfahren 
einreichen können, auch wenn die Voraussetzungen von Art. 317 Abs. 1 ZPO 
nicht erfüllt sind (vgl. BGE 144 III 349 E. 4.2.1 m.w.H.; Urteil des Kantonsgerichts 
von Graubünden ZK1 16 105 vom 19. September 2018 E. 2.2.2).

1.6.1. Nach Art. 298 Abs. 1 ZPO wird ein Kind in familienrechtlichen Angelegen-
heiten durch das Gericht oder durch eine beauftragte Drittperson in geeigneter 
Weise persönlich angehört, sofern sein Alter oder andere wichtige Gründe nicht 
dagegen sprechen. Die Kindesanhörung ist nicht nur ein Erkenntnismittel für das 
Gericht, sondern soll dem Kind auch vermitteln, dass seine Wünsche und Bedürf-
nisse ernst genommen werden und in die Entscheidungsfindung miteinfliessen. 
Gemäss Gesetzeswortlaut können es das Alter des Kindes, aber auch andere 
wichtige Gründe rechtfertigen, dass von einer Anhörung abgesehen wird. Zu den-
ken ist dabei bspw. an Fälle, in denen das Kind bereits durch Drittpersonen an-

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gehört wurde und eine erneute Befragung zu einer unnötigen Belastung führen 
würde (BGE 131 III 553; Jonas Schweighauser, a.a.O., N 12 u. N 28 ff. zu Art. 298 
ZPO).

1.6.2. Vorliegend stellt sich die Frage nach einer Anhörung des Sohnes C._____. 
Dessen Alter von bald 14 Jahren liesse eine solche ohne weiteres zu. Allerdings 
geht aus den Akten hervor, dass sich der Junge seit Jahren in einem Loyalitäts-
konflikt befindet. Eine Befragung dürfte ihn daher erheblich belasten. Ausserdem 
ist nicht wahrscheinlich, dass sich aus einer Anhörung im Hinblick auf die Zutei-
lung der elterlichen Sorge oder allfällige Kindesschutzmassnahmen neue Erkennt-
nisse ergeben, liegt doch umfangreiches Aktenmaterial vor, das die Situation des 
Kindes und das Verhalten sowie die Standpunkte der Eltern dokumentiert. Unter 
anderem geht aus den KESB-Akten auch hervor, dass und wie sich C._____ ge-
genüber der Beiständin zu seiner Situation und zum Verhalten des Vaters geäus-
sert hat. Der erhoffte Nutzen einer Anhörung steht damit in keinem vernünftigen 
Verhältnis zu der durch die Befragung verursachten Belastung, weshalb von einer 
Anhörung abgesehen wird. Dies scheinen auch die Parteien so gesehen zu ha-
ben, zumal sie zu keinem Zeitpunkt eine Kindesanhörung beantragt haben.

1.7.1. Die Besuchsrechtsbeiständin D._____ stellte in ihrer Meldung zur Abwen-
dung einer Kindeswohlgefährdung vom 28. September 2018 (act. D.15) den An-
trag, die Erziehungsfähigkeit des Vaters abklären zu lassen. Zur Begründung führ-
te sie aus, aufgrund ihrer bisherigen Erkenntnisse im Umgang mit dem Vater und 
den ihr anvertrauten Darstellungen von C._____, dass er auch schon geschlagen 
worden sei, erkenne sie grosses Konfliktpotenzial zwischen Vater und Sohn. Um 
eine positive Beziehung fortsetzen zu können, scheine eine Unterstützung in Er-
ziehungsfragen angebracht. Der Vater stellte sich in seiner Stellungnahme vom 
16. November 2018 (act. A.9) gegen den Antrag der Beiständin, wobei er im We-
sentlichen geltend machte, die Anschuldigung, dass er seinen Sohn geschlagen 
habe, treffe nur in eingeschränkter Weise zu. Er habe ihn lediglich in wenigen 
Ausnahmefällen mit einem Klaps auf das Hinterteil zurechtweisen müssen. Seine 
Erziehungsfähigkeit aufgrund einer blossen Behauptung der Beiständin zu über-
prüfen, entbehre im vorliegenden Fall jeglicher Grundlage und sei unverhältnis-
mässig. Die Mutter befürwortete eine Abklärung der Erziehungsfähigkeit des Va-
ters in ihren Eingaben vom 2. November 2018 (act. A.7) und vom 8. Februar 2019 
(act. A.11) grundsätzlich nur für den Fall, dass das Kantonsgericht wider Erwarten 
zum Schluss kommen sollte, die übrigen Voraussetzungen für eine gemeinsame 
elterliche Sorge seien gegeben. Dies ist, wie nachfolgend aufgezeigt wird (vgl. E. 
6 ff.), nicht der Fall.

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1.7.2. Im vorliegenden Fall ist ein Entscheid über die Zuteilung bzw. Nichtzutei-
lung der gemeinsamen elterlichen Sorge wie auch über allfällige Kindesschutz-
massnahmen ohne Abklärung der Erziehungsfähigkeit des Vaters möglich, ist 
dessen Verhalten in den Akten der KESB Nordbünden doch hinreichend doku-
mentiert. Ein entsprechendes Gutachten erweist sich daher als nicht notwendig. 
Hinzu kommt, dass auch die Beiständin die Begutachtung gemäss Begründung 
ihres Antrags in erster Linie als Unterstützung in Erziehungsfragen verstanden 
haben will. Auf entsprechende Nachfrage der Vorsitzenden der I. Zivilkammer vom 
18. Januar 2019 hin (act. D.26) hielt die Beiständin in ihrer Stellungnahme vom 7. 
Februar 2019 (act. A.10) dann auch nicht an ihrem entsprechenden Begehren 
fest, sondern beschränkte sich darauf, die Fortführung der Beistandschaft zu be-
antragen, unter gleichzeitiger Empfehlung an den Vater, sich Unterstützung bei 
einer Fachstelle in Erziehungsfragen zu holen. Auf diese beiden Punkte wird im 
Zusammenhang mit der Frage nach Kindesschutzmassnahmen eingegangen (E. 9 
nachfolgend). An dieser Stelle bleibt es bei der Feststellung, dass gestützt auf 
obige Ausführungen auf die Abklärung der Erziehungsfähigkeit des Vaters bzw. 
auf das Einholen eines entsprechenden Gutachtens verzichtet werden kann.

2. Gegenstand des vorliegenden Berufungsverfahrens bildet zunächst die 
Höhe der ordentlichen Unterhaltsbeiträge, die Y._____ an seinen Sohn C._____ 
ab 1. November 2014 zu leisten hat.

2.1. Der Unterhalt eines Kindes wird durch Pflege, Erziehung und Geldzahlung 
geleistet. Die Eltern sorgen gemeinsam, ein jeder Elternteil nach seinen Kräften, 
für den gebührenden Unterhalt des Kindes und tragen insbesondere die Kosten 
von Betreuung, Erziehung, Ausbildung und Kindesschutzmassnahmen (Art. 276 
Abs. 1 u. 2 ZGB). Der Kindesunterhaltsbeitrag soll den Bedürfnissen des Kindes 
sowie der Lebensstellung und Leistungsfähigkeit der Eltern entsprechen; dabei 
sind das Vermögen und die Einkünfte des Kindes zu berücksichtigen (Art. 285 
Abs. 1 ZGB). 

2.2. Bei erheblicher Veränderung der Verhältnisse setzt das Gericht den Unter-
haltsbeitrag auf Antrag eines Elternteils oder des Kindes neu fest oder hebt ihn auf 
(286 Abs. 2 ZGB). Die erwähnte Bestimmung bildet auch Grundlage für die Abän-
derung eines in einem Scheidungsurteil festgelegten Unterhaltsbeitrags (vgl. Art. 
134 Abs. 2 ZGB; Christiana Fountoulakis/Peter Breitschmid, in: Gei-
ser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar, ZGB I, Art. 1–456 ZGB, 6. Auflage, 
Basel 2018, N 5c zu Art. 134 ZGB).

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Mit der Wendung "Veränderung der Verhältnisse" in Art. 286 Abs. 2 ZGB sind in 
erster Linie die wirtschaftlichen Verhältnisse angesprochen (Annette Spy-
cher/Heinz Hausheer, in: Hausheer/Spycher [Hrsg.], Handbuch des Unterhalts-
rechts, 2. Auflage, Bern 2010, Rz. 09.40). Erheblich ist eine Veränderung, wenn 
sie die nach Art. 285 ZGB massgebenden Parameter der Beitragsbemessung be-
trifft und im Hinblick auf die Berechnung des Unterhaltsbeitrags bezüglich Dauer 
und Ausmass von Gewicht ist (Sabine Aeschlimann, in: Schwenzer/Fankhauser 
[Hrsg.], FamKomm Scheidung, Band I: ZGB, 3. Auflage, Bern 2017, N 5 zu Art. 
286 ZGB; Annette Spycher/Heinz Hausheer, a.a.O., Rz. 09.41). Zu vergleichen 
sind die Verhältnisse, wie sie der gegenwärtig gültigen Festlegung der Unterhalts-
beiträge zugrunde gelegt und nach Art. 282 ZPO vermerkt worden sind, und die 
Verhältnisse, wie sie heute bestehen (Sabine Aeschlimann, a.a.O., N 6 zu Art. 286 
ZGB m.w.H.). Nicht erforderlich ist die fehlende Voraussehbarkeit der Verände-
rung im Zeitpunkt der ursprünglichen Festlegung der Unterhaltsbeiträge, sofern 
der künftigen und seither tatsächlich eingetretenen Entwicklung der Verhältnisse 
nicht bereits bei der Bestimmung des Unterhaltsbeitrags Rechnung getragen wur-
de (BGE 131 III 189 E. 2.7.4, BGE 128 III 305 E. 5b; Sabine Aeschlimann, a.a.O., 
N 5 zu Art. 286 ZGB; Christiana Fountoulakis/Peter Breitschmid, a.a.O., N 11 zu 
Art. 286 ZGB).

Die Abänderung des Unterhaltsbeitrags des Kindes setzt voraus, dass neue, er-
hebliche und dauerhafte Tatsachen eintreten, welche eine andere Regelung als 
zwingend erscheinen lassen. Denn das Abänderungsverfahren hat nicht zum 
Zweck, das erste Urteil zu korrigieren, sondern es den bei den Eltern oder dem 
Kind neu eingetretenen Umständen anzupassen. Der massgebende Zeitpunkt für 
die Beurteilung, ob neue Umstände eingetreten sind, ist das Datum der Einrei-
chung des Abänderungsgesuchs. Der Eintritt eines neuen – erheblichen und dau-
erhaften – Umstands führt indessen nicht automatisch, sondern lediglich dann zu 
einer Abänderung des Kindesunterhaltsbeitrags, wenn ansonsten mit Blick auf das 
ursprüngliche Scheidungsurteil ein unzumutbares Ungleichgewicht zwischen den 
involvierten Personen entstehen könnte. Zur Beurteilung dieser Voraussetzung gilt 
es, die Interessen von Vater, Mutter und Kindern gegeneinander abzuwägen. Be-
jaht das Gericht das Vorliegen der erwähnten Bedingungen, muss es alsdann den 
Unterhaltsbeitrag neu festsetzen, nachdem es alle für dessen Berechnung im vor-
ausgegangenen Urteil berücksichtigten Elemente aktualisiert hat (BGE 137 III 604 
E. 4.1, m.w.H. = Pra 2012 Nr. 62; Urteil des Bundesgerichts 5A_90/2017 vom 24. 
August 2017 E. 3.3).

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Eine im Abänderungsverfahren relevante Veränderung kann beim Unterhalts-
schuldner eintreten, bspw. durch eine Erhöhung bzw. Verminderung seines Ein-
kommens oder seines Bedarfs, aber auch beim Kind als Unterhaltsgläubiger, z.B. 
durch eine Erhöhung oder Verminderung seines Bedarfs oder eine Zunahme sei-
ner Eigenversorgungskapazität. Die Entwicklung der finanziellen Verhältnisse des 
Inhabers der elterlichen Sorge ist im Abänderungsverfahren hingegen nur be-
grenzt zu berücksichtigen, da dieser seine Unterhaltsleistungen im Regelfall in 
natura erbringt. Eine Verbesserung der Leistungsfähigkeit des obhutsausübenden 
Elternteils soll – soweit nicht das Gleichgewicht der Belastung aller Beteiligten in 
Frage gestellt wird – primär dem Kind in Form besserer Lebensbedingungen zu 
Gute kommen (BGE 134 III 337 E. 2.2.2 = Pra 2009 Nr. 5; Annette Spycher/Heinz 
Hausheer, a.a.O., Rz. 09.42 ff.; Christiana Fountoulakis/Peter Breitschmid, a.a.O., 
N 13 zu Art. 286 ZGB).

3.1. Vor erster Instanz berief sich der Vater auf eine qualifizierte Verschlechte-
rung seiner wirtschaftlichen Verhältnisse, wobei er im Wesentlichen geltend mach-
te, dass er nicht mehr dasselbe Einkommen erzielen könne, wie es noch im Zeit-
punkt der Scheidung der Fall gewesen sei. Dies müsste zwingend zu einer Reduk-
tion des Unterhaltsbeitrags führen. Die Mutter erachtete eine dauernde Einkom-
menseinbusse mangels entsprechender vom Vater eingereichter Unterlagen und 
angesichts des Umstandes, dass er nach seiner früheren Arbeitsunfähigkeit unter 
anderem auch wieder auf seinem Beruf erwerbstätig gewesen war, als nicht er-
wiesen. 

3.2. Die Vorinstanz reduzierte die Unterhaltsbeiträge des Vaters. Zur Begrün-
dung hielt sie im angefochtenen Entscheid zunächst fest, es lasse sich nicht mehr 
feststellen, auf welcher konkreten Einkommensgrundlage die festgelegten Unter-
haltsbeiträge basieren würden. Indessen spiele es keine Rolle, wie hoch das Ein-
kommen des Vaters im Scheidungszeitpunkt genau gewesen sei, da angesichts 
des von ihm bis auf weiteres erzielbaren Einkommens aufgrund des Verbots des 
Eingriffs in das Existenzminimum eines Unterhaltsschuldners ohnehin eine Herab-
setzung des Unterhaltsbeitrags erfolgen müsse. Das durchschnittliche Einkommen 
des Vaters in den vergangenen zwölf Monaten, von November 2014 bis und mit 
Oktober 2015, habe sich auf CHF 3'140.00 pro Monat belaufen. Dieses Einkom-
men habe er durch verschiedene, teils temporäre Tätigkeiten bei drei Unterneh-
men erzielt, wobei er mit befristeten Anstellungen und meist im Stundenlohn gear-
beitet habe. Beim Vater hätten sich bereits im Jahr 2007 gesundheitliche Proble-
me bemerkbar gemacht, die zunächst eine massive Einschränkung seiner Arbeits-
fähigkeit nach sich gezogen hätten. So habe sein Einkommen im Jahr 2007 zu 

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über einem Drittel aus Taggeldern bestanden. Nachdem er dann in den Jahren 
2008 und 2009 ohne Unterstützung ausgekommen sei und mit einem vollen Pen-
sum auf seinem erlernten Beruf habe arbeiten können, seien in den Jahren 2010 
bis und mit 2013 andauernde und schwerwiegende gesundheitliche Probleme 
aufgetreten, welche eine weitgehende Arbeitsunfähigkeit zur Folge gehabt hätten. 
Sein Einkommen habe grösstenteils aus Taggeldern bestanden. Da die Ausrich-
tung von Taggeldern an strenge Voraussetzungen gebunden sei, könne es als 
erwiesen gelten, dass der Vater in den entsprechenden Zeitabschnitten weitge-
hend arbeitsunfähig gewesen sei. Die gesundheitlichen Probleme hätten zudem 
einen viermonatigen stationären Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik notwen-
dig gemacht, was die Schwere dieser Probleme zusätzlich unterstreiche. Ab 2014 
habe der Vater versucht, wieder im Berufsleben Fuss zu fassen. Diese Anstren-
gungen zeigten eindrücklich, dass er sich auch ausserhalb seines angestammten 
Berufs intensiv bemühe, das für die Erfüllung seiner Unterhaltspflicht notwendige 
Einkommen zu generieren. Sie zeigten aber auch, dass er dabei an seine Gren-
zen stosse. Es könne als erwiesen betrachtet werden, dass der Vater aufgrund 
seiner Krankheitsgeschichte, seines Alters von mittlerweile 52 Jahren und der an-
gestammten beruflichen Tätigkeit – namentlich stelle die berufsnotwendige Nacht-
arbeit in der Bäckereibranche eine hohe Belastung dar – massiv an seine gesund-
heitlichen Grenzen stosse und er derzeit nicht in der Lage sei, an seinen früheren 
Lohn anzuknüpfen und ein Einkommen zu erzielen, das die Ausrichtung des im 
Scheidungsurteil festgelegten Unterhaltsbeitrags an den Sohn C._____ ohne Ein-
griff in das eigene Existenzminimum zulasse. Ausgehend von seinem in den letz-
ten zwölf Monaten erwirtschafteten Nettoeinkommen von CHF 3'140.00 pro Monat 
abzüglich seines in der Rechtsschrift vom 2. März 2015 selbst aufgeführten Exis-
tenzminimums von CHF 2'473.25 (Grundbetrag CHF 1'200.00, Wohnkosten CHF 
967.00, Krankenkasse CHF 306.25) verblieben dem Vater freie Mittel von CHF 
667.00, die für den Sohn C._____ zur Verfügung ständen. Da für die Ausrichtung 
von Unterhaltsbeiträgen nicht in das Existenzminimum des Unterhaltsschuldners 
eingegriffen werden dürfe, seien die Unterhaltsbeiträge für C._____ in teilweiser 
Gutheissung der Klage ab 1. November 2014 von CHF 1'000.00 auf CHF 667.00 
pro Monat zu reduzieren. Diese Verminderung entspreche im Übrigen der ge-
schätzten Einkommensreduktion von rund 33% im Vergleich zum Scheidungszeit-
punkt (E. 2c-e, S. 12 ff., des angefochtenen Entscheids).

3.3.1. In ihrer Berufung bringt die Mutter vor, es könne und dürfe vorliegend nicht 
allein auf die Angaben des Vaters bzw. auf das Einkommen im letzten Jahr vor der 
Klageeinleitung von CHF 3'140.00 pro Monat abgestellt werden. Ohne dem Vater 
etwas unterstellen zu wollen, wäre es ja durchaus denkbar, dass er Einkommen 

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verschweige. Auf dem erlernten Beruf als Bäcker/Konditor könne er ohne weiteres 
mehr als CHF 5'000.00 pro Monat verdienen. Gemäss Veranlagungsverfügungen 
habe er bspw. 2008 ein Nettoeinkommen von CHF 62'482.00 und im 2009 ein sol-
ches von CHF 64'355.00 versteuert. Was die Gesundheit des Vaters betreffe, so 
habe er zwar Taggelder bezogen, doch sei nicht ein einziges ärztliches Zeugnis 
eingereicht worden. Zwar habe er in der Vergangenheit gesundheitliche Probleme 
gehabt und Taggelder bezogen, doch sei damit noch lange nicht bewiesen, dass 
er auch heute bzw. beim Anhängigmachen der Klage aus gesundheitlichen Grün-
den teilweise arbeitsunfähig gewesen sein soll. Eine Anmeldung bei der IV sei bis 
heute nicht erfolgt. Es sei somit keineswegs erstellt, dass der Vater aus gesund-
heitlichen Gründen keiner 100%-igen Arbeitstätigkeit nachgehen könne. Weshalb 
der frühmorgentliche Arbeitsbeginn eine hohe Belastung sei, werde von der Vor-
instanz nicht näher begründet. Jedenfalls sei ein Arbeitsbeginn um 4 Uhr morgens 
nicht per se stark belastend, zumal die Arbeitszeiten nicht wechseln würden. Auch 
das Alter sei kein Grund, um nicht in der angestammten beruflichen Tätigkeit ar-
beiten zu können. Habe der Vater somit nicht nachgewiesen, dass er aus gesund-
heitlichen Gründen keiner 100%-igen Arbeitsbeschäftigung nachgehen könne, sei 
von einem hypothetischen Einkommen auszugehen, und zwar in der Höhe von 
CHF 5'000.00 netto pro Monat, was ihm erlaube, monatliche Unterhaltszahlungen 
für C._____ von CHF 1'000.00 zu erbringen. Überdies sei es ihm zumutbar, seine 
Eigentumswohnung zu vermieten und sich selbst eine kleinere Wohnung zu neh-
men, was ihm ein zusätzliches Nettoeinkommen in der Höhe von monatlich CHF 
1'000.00 generieren dürfte. Für eine Abänderung des Unterhaltsbeitrags für 
C._____ bleibe somit kein Raum. Zudem wäre eine solche Reduktion erst auf den 
Zeitpunkt der Rechtskraft des Abänderungsurteils möglich und nicht auf den 1. 
November 2014 (Berufung, S. 4 ff.).

3.3.2. Der Vater führt in der Berufungsantwort aus, er habe per 1. Januar 2016 
eine neue 60%-Stelle antreten können, wobei er, sofern er angestellt bleibe, mo-
natlich netto CHF 2'753.00 bzw. inkl. 13. Monatslohn netto CHF 2'982.00 verdie-
ne. Weder die Arbeits- und Ruhezeiten als Bäcker noch sein gesundheitlicher Zu-
stand würden es ihm erlauben, in einem höheren Pensum zu arbeiten oder gar 
noch eine zweite Stelle nebenher zu besetzen. Dass er als Bäcker morgens zwi-
schen 4.00 Uhr und 4.30 Uhr mit der Arbeit beginnen müsse, sei gerichtsnoto-
risch, ebenso wie die Tatsache, dass er nach getaner Arbeit, um ca. 14.00 Uhr, 
eine Ruhezeit-Einheit benötige. Er könne sicher kein höheres Einkommen erwirt-
schaften als die durchschnittlichen CHF 3'140.00 pro Monat, die er vor der Vor-
instanz belegt habe. Die Mutmassung, dass er monatlich CHF 1'000.00 an Miet-
einnahmen generieren könne, wenn er seine Eigentumswohnung vermiete und in 

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eine kleine Wohnung ziehe, sei unbelegt und verfehlt. Schliesslich enthalte die 
Berufung keine substantiierten Behauptungen, inwiefern das durch die Vorinstanz 
geschützte Existenzminimum falsch errechnet worden sein soll (Berufungsantwort, 
S. 2 f.).

3.3.3. In der Replik macht die Mutter geltend, wenn man den Lohn des Vaters für 
das aktuelle 60%-Pensum auf 100% hochrechne, könne jener weit mehr als CHF 
5'000.00 netto pro Monat erzielen. Weder die Arbeits- noch die Ruhezeiten als 
Bäcker sprächen per se gegen eine 100%-ige Beschäftigung. Vielmehr sei eine 
solche für Bäcker im Alter des Vaters der Normalfall. Das von ihm mit der Beru-
fungsantwort eingereichte Zeugnis halte fest, dass die Arbeitsfähigkeit grundsätz-
lich vollumfänglich gegeben sei. An der grundsätzlich bestehenden 100%-igen 
Arbeitsfähigkeit ändere nichts, dass aufgrund der gesundheitlichen Probleme 
übermässige psychische und emotionale Belastungen vermieden werden müss-
ten, da solche Belastungen sicherlich nicht am Arbeitsplatz entständen. Es stehe 
somit fest, dass dem Vater eine 100%-ige Arbeitsbeschäftigung zumutbar sei, zu-
mal bei Unterhaltszahlungen an ein Kind hohe Anforderungen an die Ausnützung 
der Erwerbsfähigkeit durch den Unterhaltspflichtigen zu stellen seien. Auf seinem 
Beruf als Bäcker sei eine Erhöhung des Arbeitspensums sodann ohne weiteres 
möglich, da ausgebildete Bäcker gesucht seien (Replik, S. 2 f.).

3.3.4. Der Vater hält in der Duplik fest, er sei psychisch nicht mehr in der Lage, 
einer 100%-igen Beschäftigung nachzugehen. Den im vorinstanzlichen Verfahren 
ins Recht gelegten Belegen könne entnommen werden, dass er sich infolge einer 
Burnout-Erkrankung vier Jahre lang in ärztlicher Behandlung befunden habe. Die 
Krankheit habe ihn in den Jahren stark geschwächt, so dass er sogar noch heute 
psychische und emotionale Belastungen vermeiden müsse, um nicht an Arbeits-
fähigkeit einzubüssen. Der vorübergehende Arbeitsausfall infolge seiner Krankheit 
habe auf jeden Fall zur Folge gehabt, dass sich seine Einkommens- und Vermö-
genslage trotz der intensiven Stellensuche und engagierten Arbeitsbemühungen 
bis zum heutigen Datum gegenüber den Verhältnissen vor der Scheidung um 
mehr als 10% verschlechtert habe. Seine jüngste 60%-Stelle sei aus betriebswirt-
schaftlichen Gründen noch während der Probezeit wieder aufgelöst worden. Da-
nach habe er vorübergehend eine Anstellung im Stundenlohn im Bereich Haus-
wartung gefunden. Seit April 2016 beziehe er infolge unverschuldeter Arbeitsun-
fähigkeit Taggelder der Arbeitslosenkasse, wobei es ihm damit nicht möglich sei, 
sein eigenes Existenzminimum zu decken. Er habe immer wieder Darlehen auf-
nehmen müssen; seine finanziellen Verpflichtungen würden ihn erdrücken. Es sei 
aktenkundig, dass er sich intensiv mit der Arbeitssuche in der Bäckereibranche, 

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aber auch ausserhalb seines angestammten Berufs beschäftigt habe, indes trotz 
aktiver und reger Arbeitssuche seit Jahren keine geeignete Stelle finde. Da er 
nervlich stark angeschlagen sei, sei er nur eingeschränkt belastbar. Zudem sei er 
aufgrund des fortgeschrittenen Alters für potentielle Arbeitgeber "zu teuer". Es ge-
he ihm nicht darum, die Unterhaltszahlungen an den Sohn durch eine Schmäle-
rung seines Arbeitspensums zu verweigern. Vielmehr erlaube ihm seine wirt-
schaftliche Leistungsfähigkeit nicht mehr. Im Gegensatz zu ihm lebe die Mutter 
nicht in engen wirtschaftlichen Verhältnissen. Sie befinde sich in einer stabilen 
Beziehung und werde bald ihren wohlhabenden Lebenspartner heiraten. Die 
Töchter der Parteien bedürften keiner Unterstützung mehr und Sohn C._____ sei 
den ganzen Tag ausser Haus. Unter diesen Umständen wäre es der Mutter selber 
zumutbar, ihr Pensum zu erhöhen. Dem Sohn C._____ fehle es nicht an finanziel-
len Mitteln, während er selbst bei unveränderten Alimenten unzulässigerweise un-
ter dem Existenzminimum leben müsste (Duplik, S. 2 ff.).

4.1.1. Die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit eines Elternteils ergibt sich aus der 
Gegenüberstellung von Eigenbedarf, ermittelt auf Basis des betreibungsrechtli-
chen Existenzminimums, und Nettoeinkommen. Auszugehen ist grundsätzlich vom 
Einkommen, das der Unterhaltspflichtige tatsächlich erzielt (BGE 137 III 118 E. 
2.3; Urteil des Bundesgerichts 5A_90/2017 vom 24. August 2017 E. 5.1 m.w.H.; 
Christiana Fountoulakis, in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar, ZGB 
I, Art. 1–456 ZGB, 6. Auflage, Basel 2018, N 12 zu Art. 285 ZGB).

4.1.2. Im vorliegenden Fall beruft sich der Vater auf eine unvorhergesehene und 
erhebliche Verschlechterung seiner Einkommenssituation. Dass die tatsächlich 
erzielten Einkünfte des Vaters in der Zeit vor Einleitung des Abänderungsverfah-
rens im Herbst 2014 zurückgegangen sind, ist ausgewiesen und grundsätzlich 
unbestritten. So verzeichnete der Vater in den Jahren vor der Scheidung, von 
2007 bis 2009, aus unselbständiger Haupt- und Nebenerwerbstätigkeit sowie aus 
Taggeldern (2007) Einkünfte von durchschnittlich CHF 64'375.00 pro Jahr (2007: 
CHF 64'510.00 / 2008: CHF 63'902.00 / 2009: CHF 64'715.00) oder CHF 5'365.00 
pro Monat. Im Jahr 2010 sanken seine Erwerbseinnahmen auf CHF 36'165.00, 
was einem monatlichen Betrag von rund CHF 3'015.00 entspricht. 2011 erzielte er 
Einkünfte von CHF 49'523.00 (monatlich CHF 4'127.00), 2012 solche von CHF 
44'426.00 (monatlich CHF 3'702.00) und 2013 solche von CHF 27'256.00 (monat-
lich CHF 2'271.00). Zu beachten ist, dass die Einnahmen der Jahre 2010 bis 2013 
grösstenteils aus Taggeldern stammen (vgl. zum Ganzen act. II./4). Im Jahr 2014 
belief sich das Einkommen des Vaters auf CHF 29'240.00 (monatlich CHF 

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2'437.00, act. II./31) und im Jahr 2015 auf CHF 30'890.00 (monatlich CHF 
2'574.00; act. II./24-27 u. 36 f.; KESB act. 146).

4.2.1. Bei der Festsetzung von Unterhaltsbeiträgen darf vom tatsächlichen Leis-
tungsvermögen eines Ehegatten abgewichen und stattdessen von einem hypothe-
tischen Einkommen ausgegangen werden, wenn dessen Erzielung zumutbar und 
tatsächlich möglich ist. Dabei handelt es sich um zwei Voraussetzungen, die ku-
mulativ erfüllt sein müssen. Damit ein Einkommen überhaupt oder ein höheres 
Einkommen als das tatsächlich erzielte angerechnet werden kann, genügt es da-
her nicht, dass dem betroffenen Ehegatten unter Berücksichtigung seines Alters, 
seiner Gesundheit und seiner Ausbildung weitere Anstrengungen zugemutet wer-
den können. Vielmehr muss es auch möglich sein, aufgrund dieser Anstrengungen 
ein höheres Einkommen zu erzielen. Wo die reale Möglichkeit einer Einkommens-
steigerung fehlt, muss eine solche ausser Betracht bleiben. Mit Bezug auf das hy-
pothetische Einkommen ist Rechtsfrage, welche Tätigkeit aufzunehmen oder aus-
zudehnen als zumutbar erscheint. Ob die als zumutbar erkannte Tätigkeit möglich 
und das angenommene Einkommen effektiv erzielbar ist, bildet hingegen eine Tat-
frage (BGE 137 III 118 E. 2.3, BGE 128 III 4 E. 4a, je m.w.H.). Im Verhältnis zum 
unmündigen Kind sind besonders hohe Anforderungen an die Leistungsfähigkeit 
bzw. die Ausnützung der Erwerbsfähigkeit durch den Unterhaltspflichtigen zu stel-
len. Verlangt wird die Ausschöpfung aller finanziellen, intellektuellen sowie körper-
lichen Ressourcen. Auf die Anrechnung eines hypothetischen Einkommens ist 
folglich nicht leichthin zu verzichten, vorab in jenen Fällen, in denen wirtschaftlich 
enge Verhältnisse vorliegen (BGE 137 III 118 E. 3.1; Urteil des Bundesgerichts 
5A_35/2018 vom 31. Mai 2018 E. 3.1; Christiana Fountoulakis/Peter Breitschmid, 
a.a.O., N 25 zu Art. 276 ZGB; Annette Spycher/Heinz Hausheer, a.a.O., Rz. 
09.43). Besteht trotz ausreichender Wahrnehmung der Erwerbspflicht keine Leis-
tungsfähigkeit, kann ein Elternteil nicht zu einem Unterhaltsbeitrag verpflichtet 
werden. Die Schranke der finanziellen Leistungsfähigkeit des Rentenschuldners 
gilt nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung für alle familienrechtlichen Un-
terhaltspflichten und damit auch für den Kindesunterhalt. Dem Unterhaltspflichti-
gen ist zumindest das betreibungsrechtliche Existenzminimum stets voll zu belas-
sen (BGE 137 III 59 E. 4.2.1, BGE 135 III 66).

4.2.2. In casu rechnete die Vorinstanz dem Vater kein hypothetisches Einkommen 
an, da sie es als erwiesen erachtete, dass jener aufgrund seiner Krankheitsge-
schichte, seines Alters und der angestammten beruflichen Tätigkeit massiv an 
seine Grenzen stosse und derzeit nicht in der Lage sei, an seinem früheren Lohn 
anzuknüpfen. Diese Erkenntnis ist nicht zu beanstanden:

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Der zum Zeitpunkt des Abänderungsgesuchs 51-jährige Vater ist gelernter Bäcker. 
Er befand sich nach eigenen Angaben infolge einer Burnout-Erkrankung, die auch 
einen mehrmonatigen Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik erforderlich mach-
te, vier Jahre in ärztlicher Behandlung (act. A.4, S. 2). Die Krankheit des Vaters 
bzw. die daraus resultierende eingeschränkte Erwerbstätigkeit ist, wie bereits die 
Vorinstanz festhielt, durch die Taggeldzahlungen in den Jahren 2010 bis 2013 
ausgewiesen. Im Berufungsverfahren reichte der Vater sodann ein ärztliches 
Zeugnis von Dr. med. Stefan Erhart vom 27. Januar 2016 ein. Der Arzt hält darin 
fest, dass der Vater seit vielen Jahren unter gesundheitlichen Problemen leide, 
welche einer dauernden ärztlichen Behandlung bedurft hätten. Leider hätten die 
Beschwerden trotz aller Bemühungen nicht nachhaltig gebessert werden können. 
Im Jahr 2010 seien Abklärungen durch die IV erfolgt (Arbeitsplatzabklärungen und 
Reintegrationsmassnahmen), eine IV-Rente sei abgelehnt worden. Grundsätzlich 
sei die Arbeitsfähigkeit des Vaters vollumfänglich gegeben, doch sei zu berück-
sichtigen, dass aufgrund der gesundheitlichen Probleme übermässige psychische 
und emotionale Belastungen vermieden werden müssten, da ansonsten mit Ar-
beitsausfällen zu rechnen sei (act. C.2). Auch wenn gemäss diesem Zeugnis die 
Arbeitsfähigkeit des Vaters grundsätzlich gegeben ist – was jener im Übrigen auch 
anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung angab (act. V./2 S. 3) –, dürfte 
es für ihn aus gesundheitlichen Gründen eher nicht zumutbar sein, weiterhin sei-
nen angestammten Beruf auszuüben. Es kann als notorisch gelten, dass Nachtar-
beit, wie sie von einem Bäcker gefordert wird, nach einem Burnout bzw. bei einge-
schränkter psychischer und emotionaler Belastbarkeit problematisch ist. In einem 
Beruf mit "ordentlichen" Arbeitszeiten sollte eine 100%-ige Arbeitstätigkeit dage-
gen zumutbar sein, zumindest sofern die entsprechende Tätigkeit mit keinen be-
sonderen Belastungen verbunden ist. Allerdings dürften die tatsächlichen Möglich-
keiten des Vaters, eine vollzeitliche Anstellung zu finden, eingeschränkt sein. 
Während er im vorinstanzlichen Verfahren seine Bemühungen zur Arbeitssuche 
nur bruchstückhaft dargelegt hat, geht nun aus den im Berufungsverfahren einge-
reichten Akten hervor, dass er sich ab 2014 im und ausserhalb seines ange-
stammten Berufs intensiv bemühte, ein Einkommen zu generieren. Allerdings ge-
lang es ihm nicht, eine 100%-ige Anstellung zu finden und an sein Einkommen in 
der Grössenordnung der Jahre 2007 bis 2009 anzuknüpfen (vgl. act. A.4 u. A.8). 
Zeitweilig bezog er auch Arbeitslosengelder, was ebenfalls auf erfolglose Stellen-
suchbemühungen hinweist. Zu berücksichtigen ist sodann, dass der Vater mittler-
weile 56 Jahre alt ist, was ihn für einen potentiellen Arbeitgeber zu einem "teuren" 
Arbeitnehmer macht. Das Alter des Vaters und sein Gesundheitszustand – sei es 
seine Vorgeschichte oder seine aktuell eingeschränkte Belastbarkeit – lassen es 
als unrealistisch erscheinen, dass er wieder eine Vollzeit-Anstellung findet, mit der 

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er ein Einkommen in der Grössenordnung von CHF 5'000.00 wie vor der Schei-
dung erzielen kann. Zusammen mit dem Umstand, dass die gesundheitlichen As-
pekte wie erwähnt auch gegen die Zumutbarkeit einer entsprechenden Anstellung 
sprechen, führt dies zum Ergebnis, dass für den Genannten weder zum Zeitpunkt 
der Einleitung des Abänderungsverfahrens noch heute oder in absehbarer Zeit 
zumutbare Möglichkeiten bestanden bzw. bestehen, einen höheren als den 
tatsächlichen Verdienst zu erzielen. Die Vorinstanz hat daher zu Recht davon ab-
gesehen, dem Vater ein hypothetisches Einkommen von CHF 5'000.00 anzurech-
nen. 

Nicht gefolgt werden kann sodann der Argumentation der Mutter, dass der Vater 
aus der Vermietung seiner Wohnung ein zusätzliches Nettoeinkommen in der 
Höhe von CHF 1'000.00 pro Monat generieren könne. Abgesehen davon, dass 
diese Behauptung nicht näher substantiiert wird, ist festzustellen, dass dem Vater 
von der Vorinstanz Wohnkosten von CHF 967.00 angerechnet wurden, bestehend 
aus den Hypothekarzinsen und den Nebenkosten seiner Eigentumswohnung (E. 
2d, S. 15, des angefochtenen Entscheids i.V.m. act. I./2 S. 6 [effektiv wohl tiefer, 
vgl. KESB act. 68.4 u. 68.5]). Nimmt man als Anhaltspunkt für einen möglichen 
Mietzins den Eigenmietwert der Wohnung von CHF 1'717.00 pro Monat (vgl. act. 
C.36 Ziff. 7.1: jährlicher Ertrag CHF 14'420.00 = 70% des Eigenmietwerts von 
CHF 20'600.00), könnte der Vater bei anrechenbaren Auslagen von CHF 967.00 
zwar einen Ertrag von rund CHF 750.00 pro Monat erzielen. Gleichzeitig müsste 
er aber für sich eine Unterkunft mieten. Hierfür dürften auch bei einer kleineren 
Wohnung Kosten von mehr als CHF 750.00 pro Monat anfallen. Es ist also nicht 
ersichtlich, wie der Vater durch das Vermieten seiner Wohnung einen monatlichen 
Ertrag von CHF 1'000.00 erzielen sollte.

4.3.1. In Anbetracht obiger Ausführungen hat der Vater den Nachweis erbracht, 
dass er bei Einleitung des Abänderungsverfahrens im Herbst 2014 über deutlich 
geringere Einkünfte verfügte als vor der Scheidung im Jahr 2010, und dass es ihm 
nicht möglich ist, mit einer oder mehreren anderen zumutbaren Tätigkeiten als den 
in den letzten Jahren ausgeübten wieder höhere Einnahmen zu erzielen. Abzustel-
len ist daher auf das von der Vorinstanz gestützt auf die Einnahmen von Novem-
ber 2014 bis und mit Oktober 2015 ermittelte Einkommen des Vaters von durch-
schnittlich CHF 3'140.00 pro Monat, zumal dieses vom Genannten nicht bestritten 
wird. In Anbetracht des im Berufungsverfahren ebenfalls nicht umstrittenen Exis-
tenzminimums des Vaters von CHF 2'473.00 ergibt sich ein Überschuss bzw. eine 
Leistungsfähigkeit von CHF 667.00 pro Monat. 

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4.3.2. Was die Leistungsfähigkeit des Vaters zum Zeitpunkt des Scheidungsurteils 
betrifft, so lassen sich diesbezüglich weder dem Urteil vom 9. Juni 2010 noch der 
diesem zugrundeliegenden Scheidungskonvention Angaben entnehmen. Im Urteil 
wird lediglich festgehalten, dass die Höhe der Unterhaltsbeiträge die finanzielle 
Leistungskraft des Vaters berücksichtige und dem Kindeswohl Rechnung trage 
(act. II./2, S. 11). Daraus kann immerhin geschlossen werden, dass zum Schei-
dungszeitpunkt eine Leistungsfähigkeit des Vaters im Bereich von CHF 1'800.00 
pro Monat (3 Kinder à CHF 600.00) bestand. Zudem kann aus der getroffenen 
Unterhaltsregelung abgeleitet werden, dass dem Vater nach dem Wegfall der Un-
terhaltspflicht für die zwei Töchter ein Überschuss von mindestens CHF 800.00 
pro Monat zur Verfügung stehen sollte, da dann lediglich noch CHF 1'000.00 an 
Unterhalt für den Sohn C._____ zu leisten waren. Zu beachten ist, dass der Vater 
bei der Erarbeitung der Scheidungskonvention im Jahr 2010 weitgehend arbeits-
unfähig war. Man ging bei Abschluss der Konvention aber offenbar von der Wie-
dererlangung der vollständigen Arbeitsfähigkeit bzw. von einer ausreichenden 
Fähigkeit zur Leistung der oben erwähnten Unterhaltsbeiträge aus; die Erkrankung 
wurde nur als vorübergehende Beeinträchtigung verstanden (vgl. die Klagebe-
gründung vom 2. März 2015 [act. I./2], S. 5). Diese Annahme hat sich wie aufge-
zeigt nicht verwirklicht. Vielmehr verbleibt dem Vater bei einem Einkommen von 
CHF 3'140.00 und einem Existenzminimum von CHF 2'473.00 nach Leistung des 
vereinbarten Unterhaltsbeitrags für C._____ von CHF 1'000.00 kein monatlicher 
Überschuss mehr. Damit ist – vergleicht man die massgeblichen Parameter im 
Zeitpunkt der Einreichung des Abänderungsgesuchs mit denjenigen im Zeitpunkt 
der Unterhaltsfestsetzung – eine erhebliche Verschlechterung der wirtschaftlichen 
Situation des Vaters zu bejahen. Der Einkommensrückgang ist sodann als dauer-
haft zu qualifizieren, besteht er doch bereits seit dem Jahr 2010. Auch nach der 
Einleitung des Abänderungsverfahrens kam es im Übrigen nicht zu einer Verbes-
serung (vgl. die act. C.36-C.41, die für das Jahr 2016 Einkünfte von CHF 
24'994.00, davon CHF 15'883.00 Arbeitslosengelder, für das Jahr 2017 solche von 
CHF 18'846, davon CHF 429.00 Arbeitslosengelder, und im 2018 Einnahmen von 
monatlich CHF 1'859.45, inklusive Spesen von CHF 300.00, ausweisen). In die-
sem Sinn lag bei Einleitung des Abänderungsverfahrens ein Abänderungsgrund 
vor, so dass Anlass besteht, die Unterhaltspflicht für C._____ neu festzulegen.

Der Vollständigkeit halber sei im Hinblick auf den entsprechenden Einwand der 
Mutter in ihrer Stellungnahme vom 12. September 2016 darauf hingewiesen, dass 
sich allein daraus, dass der Vater früher insgesamt CHF 1'800.00 pro Monat an 
Unterhalt zu leisten hatte und heute nur noch CHF 1'000.00, noch keine Entlas-
tung des Genannten ableiten lässt. Vielmehr sind auch die übrigen Parameter wie 

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das Einkommen und der Grundbedarf des Vaters zu beleuchten, um festzustellen, 
ob ein Abänderungsgrund vorliegt. Abgesehen davon handelt es sich bei der Re-
duktion der Unterhaltsbeiträge nach der wirtschaftlichen Selbständigkeit der bei-
den Töchter der Parteien um eine Entwicklung, die im Scheidungszeitpunkt vor-
ausgesehen und bereits berücksichtigt worden ist.

5.1. Die verminderte Leistungsfähigkeit des Vaters führt dazu, dass der Kindes-
unterhalt für den Sohn C._____ in Übereinstimmung mit der Vorinstanz grundsätz-
lich von CHF 1'000.00 auf CHF 667.00 pro Monat zu reduzieren ist, zumal auch 
aktuell kein Anlass besteht, dem Vater ein hypothetisches Einkommen anzurech-
nen (vgl. E. 4.2.2). Wie in E. 4.2.1. ausgeführt, bildet die Schranke der finanziellen 
Leistungskraft des Rentenschuldners für alle familienrechtlichen Unterhaltspflich-
ten die Regel, so dass dem Vater das betreibungsrechtliche Existenzminimum zu 
belassen ist.

5.2. Diese Herabsetzung des Unterhaltsbeitrags trägt den Interessen sämtlicher 
Beteiligter ausreichend Rechnung. Zunächst erlaubt sie dem Vater wie erwähnt, 
sein Existenzminimum zu wahren. Im Weiteren kann davon ausgegangen werden, 
dass der Grundbedarf von C._____ auch mit dem reduzierten Unterhaltsbeitrag 
gedeckt bzw. die Mutter in der Lage ist, die Reduktion um CHF 333.00 aufzufan-
gen. Der Grundbedarf für C._____ beläuft sich auf geschätzt CHF 870.00 pro Mo-
nat, bestehend aus dem Grundbetrag von CHF 600.00, Krankenkassenprämien im 
Bereich von CHF 120.00 (act. III./1 Formular 5 betreffend das Jahr 2013) und ei-
nem Wohnkostenanteil von CHF 150.00. Was Letzteren betrifft, ist zu beachten, 
dass C._____ zusammen mit der Mutter und deren Ehemann in der Eigentums-
wohnung der Mutter wohnt, wobei jene für die Wohnung Hypothekarzinsen von 
monatlich rund CHF 360.00 zu leisten hat (vgl. act. B.3 Ziff. 10.0). Zur Bestim-
mung der Unterhaltskosten wird hilfsweise von einem durchschnittlichen Unter-
haltsaufwand von 20% des Eigenmietwerts ausgegangen (vgl. Jann Six, Ehe-
schutz, Ein Handbuch für die Praxis, 2. Auflage, Bern 2014, Rz. 2.94), wobei sich 
Letzterer in casu auf CHF 21'000.00 beläuft (vgl. act. B.3 Ziff. 7.1: Ertrag CHF 
14'700.00 = 70% des Eigenmietwerts von CHF 21'000.00). Die Unterhaltskosten 
werden somit auf CHF 4'200.00 jährlich oder CHF 350.00 monatlich geschätzt. 
Verteilt man die Wohnkosten von damit total CHF 710.00 nach grossen und klei-
nen Köpfen zu je 2/5 auf die Mutter und deren Ehemann sowie zu 1/5 auf 
C._____, entfällt auf Letzteren wie erwähnt ein Anteil von gerundet CHF 150.00. 
Zur Deckung des Bedarfs von C._____ von CHF 870.00 pro Monat steht zunächst 
die für ihn bestimmte Kinderzulage von CHF 220.00 zur Verfügung, so dass noch 
ein Barbedarf von CHF 650.00 verbleibt. Mit einem Unterhaltsbeitrag des Vaters 

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von CHF 667.00 ist somit zumindest das Existenzminimum von C._____ gewähr-
leistet. Ferner hat er die Möglichkeit, am höheren Lebensstandard der Mutter teil-
zuhaben. Diese hat wieder geheiratet und lebt in guten finanziellen Verhältnissen. 
In den Jahren 2015-2017 erzielte sie im Durchschnitt ein Nettoeinkommen von 
rund CHF 3'000.00 monatlich (act. B.3-5 Ziff. 1.1) bzw. ohne Kinderzulagen von 
rund CHF 2'800.00 monatlich. Subtrahiert man davon ihren Grundbetrag von CHF 
850.00 (hälftiger Betrag für Ehegatten), ihren Wohnkostenanteil von rund CHF 
300.00 (2/5 von CHF 710.00) sowie ihre Krankenkassenprämien von geschätzt 
CHF 380.00 (CHF 880.00 pro Monat für zwei Erwachsene und ein Kind [act. B.5 
Ziff. 15.1] ./. Anteil C._____ CHF 120.00 = CHF 760.00 ÷ 2 = CHF 380.00), ver-
bleibt ihr ein Betrag von mindestens CHF 1'270.00 pro Monat, der es ihr erlaubt, 
an den Barunterhalt von C._____ beizutragen, sollte dieser konkret höher sein als 
vorhin berechnet, bzw. ihm einen höheren Lebensstandard zu ermöglichen. Zu 
beachten ist ferner, dass sie eine zunehmende Entlastung erfährt, was den Be-
treuungsbedarf für den Sohn angeht. 

5.3. Da momentan keine Anzeichen vorliegen, dass sich das Einkommen des 
Vaters in absehbarer Zeit erhöhen wird, hat die Vorinstanz zu Recht auf eine Be-
fristung der Herabsetzung verzichtet. Zu prüfen bleibt aber noch, ab wann die Re-
duktion des Unterhaltsbeitrags wirksam wird.

5.4.1. Eine Abänderung der Unterhaltspflicht wird grundsätzlich ab dem Zeitpunkt 
der Klageeinreichung wirksam (BGE 127 III 503). Vorliegend wäre dies der 24. 
Oktober 2014. Die Vorinstanz reduzierte die Unterhaltsbeiträge aus Praktikabi-
litätsgründen – und vom Vater unbestritten – ab 1. November 2014. Zu beachten 
ist nun, dass die Alimente für C._____ gemäss Verfügung der Gemeinde 
O.1_____ vom 18. November 2016 vom 1. September 2014 bis 1. November 
2016 in der Höhe von CHF 737.00 monatlich bevorschusst wurden (act. B.6 f.). 
Eine Bevorschussung von Unterhaltsbeiträgen hat bei einer Abänderungsklage 
des Unterhaltsschuldners und damit auch vorliegend Auswirkungen auf die Pas-
sivlegitimation.

5.4.2. Der Anspruch auf Unterhaltsbeiträge steht dem Kind zu und wird, solange 
es minderjährig ist, durch Leistung an dessen gesetzlichen Vertreter oder an den 
Inhaber der Obhut erfüllt, soweit das Gericht es nicht anders bestimmt (Art. 289 
Abs. 1 ZGB). Kommt jedoch das Gemeinwesen für den Unterhalt auf, so geht der 
Unterhaltsanspruch mit allen Rechten auf das Gemeinwesen über (Art. 289 Abs. 2 
ZGB). Beim Rechtsübergang nach Art. 289 Abs. 2 ZGB handelt es sich um eine 
Legalzession (Subrogation) (BGE 143 III 177 E. 6.3.1). Soweit ein Gemeinwesen 
gerichtlich zugesprochene Unterhaltszahlungen bevorschusst, wird es zum Gläu-

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biger der betreffenden Forderungen. Dies gilt auch für inskünftig fällig werdende 
Unterhaltsbeiträge, hinsichtlich derer die Bevorschussung bereits bewilligt ist. 
Nach allgemeiner Regel muss der Unterhaltspflichtige daher (auch) das Gemein-
wesen ins Recht fassen, wenn er den Umfang seiner Beitragsverpflichtung redu-
zieren lassen will. Im Falle einer teilweisen Subrogation sind sowohl das Kind (re-
sp. dessen Vertreter) als auch das Gemeinwesen nebeneinander passivlegitimiert 
(BGE 143 III 177 E. 6.3.2 f.; Urteil des Bundesgerichts 5A_634/2013 vom 12. März 
2014 E. 4.1 f.).

5.4.3. Wie oben dargelegt, lag bei Einleitung des Abänderungsverfahrens am 24. 
Oktober 2014 eine Alimentenbevorschussung durch die Gemeinde O.1_____ vor; 
das Gemeinwesen war dadurch teilweise, im Betrag von CHF 737.00 monatlich, in 
den Unterhaltsanspruch von C._____ eingetreten. Der Vater hätte im Abände-
rungsprozess folglich nicht nur seinen Sohn bzw. die Mutter als dessen Vertrete-
rin, sondern auch die Gemeinde O.1_____ ins Recht fassen müssen. Dies hat er 
nicht getan, weshalb die Gemeinde nicht Prozesspartei ist. In diesem Sinn darf 
das Kantonsgericht als Berufungsinstanz aufgrund der Offizialmaxime zwar alle 
relevanten Fallumstände abklären und beurteilen, welcher Unterhaltsbeitrag als 
Ganzes der neuen Situation angemessen ist. Die gewonnene Erkenntnis kann 
dem ‒ nicht in den Prozess involvierten ‒ Gemeinwesen für die bis am 1. Novem-
ber 2016 bevorschussten Beträge allerdings nicht entgegengehalten werden (vgl. 
das Urteil des Bundesgerichts 5A_634/2013 vom 12. März 2014 E. 4.2). Demzu-
folge ist die Reduktion des Unterhaltsbeitrags vom 1. November 2014 bis 31. Ok-
tober 2016 lediglich im Umfang von monatlich CHF 263.00 (CHF 1'000.00 ./. CHF 
737.00) und erst danach darüber hinaus, im vorinstanzlich festgelegten Umfang 
von CHF 333.00 (CHF 1'000.00 ./. CHF 667.00) anzuordnen.

5.5. Zusammenfassend steht fest, dass die Vorinstanz die Unterhaltsbeiträge für 
C._____ zu Recht von CHF 1'000.00 auf CHF 667.00 pro Monat herabgesetzt hat, 
dass diese Herabsetzung aufgrund der Alimentenbevorschussung bzw. der feh-
lenden Klage des Vaters gegen die Gemeinde O.1_____ indes erst ab 1. Novem-
ber 2016 vollumfänglich zum Tragen kommt. Vom 1. November 2014 bis 31. Ok-
tober 2016 kann lediglich eine Herabsetzung auf CHF 737.00 erfolgen. Die Ziffer 1 
lit. a des Dispositivs des angefochtenen Entscheids ist entsprechend anzupassen. 
Darüber hinaus ist auch die im Scheidungsurteil vom 9. Juni 2010 festgelegte In-
dexierung des Unterhaltsbeitrags von Amtes wegen an den aktuell gültigen Index-
stand anzupassen (vgl. das Urteil des Bundesgerichts 5C.27/2004 vom 30. April 
2004 E. 5).

25 / 49

6.1. Zu beurteilen ist im Weiteren, ob die Vorinstanz X._____ und Y._____ zu 
Recht die gemeinsame elterliche Sorge über den Sohn C._____ zugesprochen 
hat. Unbestritten ist, dass Y._____ gestützt auf die am 1. Juli 2014 in Kraft getre-
tene Gesetzesnovelle zur elterlichen Sorge bzw. auf die übergangsrechtlichen Be-
stimmungen von Art. 12 Abs. 4 u. 5 SchlT ZGB berechtigt war, am 24. Oktober 
2014 beim für die Abänderung des Scheidungsurteils zuständigen Gericht (Art. 
134 Abs. 3 ZGB) ein Begehren um Erteilung der gemeinsamen elterlichen Sorge 
einzureichen.

6.2.1. Die elterliche Sorge dient dem Wohl des Kindes (Art. 296 Abs. 1 ZGB). Es 
handelt sich um ein Pflichtrecht der Eltern, das die Gesamtheit der elterlichen Ver-
antwortlichkeit und Befugnisse gegenüber dem Kind umfasst, insbesondere mit 
Bezug auf die Erziehung, die gesetzliche Vertretung und die Vermögensverwal-
tung (BGE 136 III 353 E. 3.1). Gemäss dem neuen Recht der elterlichen Sorge gilt 
die gemeinsame elterliche Sorge als Regelfall, unabhängig vom Zivilstand der El-
tern. Das Kind hat einen Anspruch darauf, dass seine Eltern gemeinsam Verant-
wortung für seine Entwicklung und Erziehung übernehmen. Die Mutter und der 
Vater sollen dabei gleichbehandelt werden (Botschaft zu einer Änderung des 
Schweizerischen Zivilgesetzbuches [Elterliche Sorge] vom 16. November 2011, 
BBI 2011 9077 ff., Ziff. 1.5.1 S. 9092; Ingeborg Schwenzer/Michelle Cottier, in: 
Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar, ZGB I, Art. 1–456 ZGB, 6. Aufla-
ge, Basel 2018, N 3 zu Art. 298b ZGB). Vom gesetzlichen Regelfall der gemein-
samen elterlichen Sorge kann das Gericht dann abweichen, wenn dies zur Wah-
rung des Kindeswohls nötig ist (vgl. Art. 298 Abs. 1 ZGB; Art. 298b Abs. 2 ZGB). 
Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist die Interventionsschwelle für 
die Alleinzuteilung der elterlichen Sorge nach Art. 298 Abs. 1 ZGB tiefer als für 
den Entzug der elterlichen Sorge als Kindesschutzmassnahme nach Art. 311 
ZGB: Während Art. 311 ZGB eine Gefährdung des Kindeswohls voraussetzt, ver-
langt Art. 298 Abs. 1 ZGB, dass die Alleinzuteilung im Kindeswohl liegt (BGE 141 
III 472; Urteil des Bundesgerichts 5A_886/2018 vom 9. April 2019 E. 4.3). 

6.2.2. Das neue Recht fusst auf der Annahme, dass dem Wohl der Kinder am 
besten gedient ist, wenn die Eltern das Sorgerecht gemeinsam ausüben. Von die-
sem Grundsatz soll nur dann abgewichen werden, wenn eine andere Lösung die 
Interessen ausnahmsweise besser wahrt. Die Zuteilung der elterlichen Sorge an 
einen Elternteil allein muss deshalb eine eng begrenzte Ausnahme bleiben. Eine 
solche Ausnahme fällt in Betracht, wenn die Eltern in einem schwerwiegenden 
Dauerkonflikt stehen oder in Kinderbelangen anhaltend kommunikationsunfähig 
sind. Erforderlich ist in jedem Fall eine Erheblichkeit und Chronizität des Konflikts 

26 / 49

oder der gestörten Kommunikation. Punktuelle Auseinandersetzungen oder Mei-
nungsverschiedenheiten, wie sie in allen Familien vorkommen und insbesondere 
mit einer Trennung oder Scheidung einhergehen können, dürfen angesichts des 
mit der Gesetzesnovelle klarerweise angestrebten Paradigmenwechsels nicht An-
lass für eine Alleinzuteilung der elterlichen Sorge bzw. für die Belassung eines 
bestehenden Alleinsorgerechts sein. Vorausgesetzt ist weiter, dass sich die Pro-
bleme zwischen den Eltern auf die Kinderbelange als Ganzes beziehen und das 
Kindeswohl konkret beeinträchtigen. Erforderlich ist die konkrete Feststellung, in 
welcher Hinsicht das Kindeswohl beeinträchtigt ist. Schliesslich ist eine Abwei-
chung vom Grundsatz der gemeinsamen elterlichen Sorge nur dort am Platz, wo 
Aussicht darauf besteht, mit der Zuteilung der elterlichen Sorge an einen Elternteil 
allein eine Entlastung der Situation herbeizuführen bzw. mit der Belassung der 
Alleinsorge eine zu befürchtende Verschlechterung der Situation abzuwenden. 
Damit ist zwangsläufig eine Prognose darüber verbunden, wie sich das Verhältnis 
zwischen den Eltern entwickeln wird. Allein die Befürchtung, dass sich der ver-
langte Wechsel zur gemeinsamen elterlichen Sorge zu Lasten des Kindeswohls 
auswirken werde, genügt freilich nicht. Vielmehr müssen der Wahrscheinlichkeits-
aussage über die künftige Entwicklung konkrete Anhaltspunkte zugrunde liegen, 
die aktenmässig erstellt sind. Mit anderen Worten muss aufgrund einer tatsachen-
basierten Sachverhaltsprognose geprüft werden, ob der Wechsel zum gemeinsa-
men Sorgerecht eine erhebliche Beeinträchtigung des Kindeswohls befürchten 
lässt (BGE 142 III 197 E. 3.5 u. 3.7, BGE 142 III 1 E. 3.3, BGE 141 III 472 E. 4.6 f.; 
Urteile des Bundesgerichts 5A_886/2018 vom 9. April 2019 E. 4.1 sowie 
5A_22/2016 vom 2. September 2016 E. 4.2; Urteil des Kantonsgerichts von 
Graubünden ZK1 16 160 vom 20. März 2017 E. 5a m.w.H.; vgl. auch Ingeborg 
Schwenzer/Michelle Cottier, a.a.O., N 14 zu Art. 298 ZGB sowie N 10 zu Art. 298b 
ZGB). Für die Ausübung des gemeinsamen Sorgerechts ist es erforderlich, dass 
die Eltern in Bezug auf die grundsätzlichen Kinderbelange ein Mindestmass an 
Übereinstimmung aufweisen und wenigstens im Ansatz einvernehmlich handeln 
können. Ist dies nicht der Fall, führt ein gemeinsames Sorgerecht fast zwangsläu-
fig zu einer Belastung des Kindes, welche anwächst, sobald dieses das fehlende 
Einvernehmen der Eltern selbst wahrnehmen kann. Im Übrigen drohen auch Ge-
fahren wie die Verschleppung wichtiger Entscheidungen, beispielsweise im Zu-
sammenhang mit notwendiger medizinischer Behandlung (BGE 142 III 197 E. 
3.5).

7.1. Die Vorinstanz führte zur Begründung ihres Entscheids, den Sohn C._____ 
unter die gemeinsame elterliche Sorge zu stellen, aus, angesichts der neuen bun-
desgerichtlichen Rechtsprechung stehe auch im vorliegenden Fall die Abklärung 

27 / 49

im Vordergrund, ob zwischen den Eltern ein erheblicher und chronischer Konflikt 
bzw. eine erhebliche und chronische Störung der Kommunikation bestehe, welche 
eine derartige Beeinträchtigung des Kindeswohls zur Folge habe, dass sie unter 
dem Aspekt des Kindeswohls eine Alleinsorge rechtfertigen würde. Betrachte man 
diesbezüglich die beigezogenen Akten der KESB, welche sich seit der Scheidung 
mehrfach mit den Eltern von C._____ habe befassen müssen, so zeige sich zwar 
unzweifelhaft, dass Konflikte und Spannungsfelder zwischen den Parteien bestän-
den. Allerdings zeige sich auch, dass diese Konflikte und Spannungen insofern 
zum grössten Teil im Zusammenhang mit der Häufigkeit und Dauer des persönli-
chen Kontakts zwischen C._____ und dessen Vater ständen, als Letzterer seinen 
Sohn gerne öfters sehen würde, was er auch anlässlich der Hauptverhandlung 
mehrfach betont habe. Wie aus den Akten hervorgehe, sei er in diesem Zusam-
menhang wiederholt und teilweise sehr energisch an die KESB gelangt und habe 
immer wieder Gespräche gefordert. Da auch die Übergaben des Kindes nach der 
Scheidung vermehrt zu Problemen zwischen den Eltern geführt hätten, sei 
schliesslich die Besuchsbeistandschaft errichtet worden, um die Eltern diesbezüg-
lich zu unterstützen. Es sei nicht ersichtlich, inwieweit diesen Problemen mit der 
Verweigerung der gemeinsamen elterlichen Sorge mit Blick auf die Wahrung des 
Kindeswohls auch nur im Geringsten begegnet werden könnte. Was die Differen-
zen im Zusammenhang mit der Art der medizinischen Versorgung von C._____ 
betreffe, so gehe aus den Akten lediglich hervor, dass der Vater mit der Behand-
lung von C._____ durch den Kinderarzt nicht einverstanden gewesen sei und ihn 
verschiedentlich scharf kritisiert habe, hauptsächlich im Zusammenhang mit einer 
Impfung, was dazu geführt habe, dass der Arzt die Behandlung von C._____ im 
September 2014 abgegeben habe. Die Hintergründe dieser Differenzen blieben 
indes unklar. Interessant sei immerhin, dass C._____ seit dem Arztwechsel keine 
Medikamente mehr benötige. Zudem dokumentierten die Akten lediglich einen 
Konflikt zwischen Vater und Kinderarzt, nicht aber zwischen den Eltern. Im Hin-
blick auf die Differenzen zwischen den Eltern bezüglich der späteren Ausbildung 
von C._____ sei seitens der Mutter lediglich erwähnt worden, dass der Vater nicht 
mit der Berufswahl der Tochter B._____ einverstanden gewesen sei. Sie behaup-
te, dass B._____ ihre Ausbildung schliesslich nur deshalb habe absolvieren kön-
nen, weil sie das alleinige Sorgerecht innegehabt habe. Auch hier gingen die ge-
nauen Umstände aus den Akten indes nicht hervor. Aus dem Umstand, dass die 
Eltern bezüglich der Art und Weise der medizinischen Versorgung und der Berufs-
ausbildung verschiedene Präferenzen hätten, leite die Mutter für die Zukunft un-
lösbare Konflikte ab. Allerdings könne aus den Akten und den zwei von ihr heran-
gezogenen Beispielen nicht abgeleitet werden, dass die Eltern nicht in der Lage 
wären, diese unterschiedlichen Ansichten im konkreten Fall in einer gemeinsamen 

28 / 49

Entscheidung zu vereinen. Es dürfe zwar nicht in Abrede gestellt werden, dass die 
Gespräche zwischen den Eltern teilweise sehr schwierig seien. Offenbar sei es 
aber dennoch möglich, Regelungen und Abmachungen zu treffen und schriftlich 
festzuhalten. Auch aus dem Entscheid der KESB betreffend Errichtung der Be-
suchsrechtsbeistandschaft bzw. dem darin zitierten Umstand, dass mehrere Ver-
mittlungs- und Mediationsversuche gescheitert seien, gehe nicht hervor, dass das 
Verhältnis zwischen den Eltern derart schwer und chronisch belastet sei, dass sie 
gemeinsam entscheidungsunfähig wären und das Kindeswohl durch die gemein-
same elterliche Sorge gefährdet wäre. Die Konflikte der Eltern ständen primär im 
Zusammenhang mit dem persönlichen Kontakt zwischen C._____ und dem Vater, 
wobei die KESB mit der Errichtung einer Beistandschaft Massnahmen ergriffen 
und eine Verminderung des Konflikts als wahrscheinlich bzw. nicht als aussichts-
los erachtet habe. Nach Aussage der Parteien funktioniere der persönliche Kon-
takt einigermassen gut. Zudem zeige der Bericht der eingesetzten Besuchsbei-
ständin, dass die Eltern gewisse Fortschritte im gegenseitigen Umgang gemacht 
hätten. Zwar sei das Verhältnis unter den Eltern immer noch konfliktbeladen, aber 
nicht in einem Ausmass, dass es derzeit eine Gefährdung des Kindeswohls im 
Sinne einer gemeinsamen Entscheidungsunfähigkeit oder anderweitig darstellen 
würde. Die bundesgerichtliche Rechtsprechung gehe aber klar davon aus, dass 
eine (sehr) hohe Intensität und Chronifizierung der Konflikte zwischen den Eltern 
bestehen müsse, um auf die gemeinsame elterliche Sorge zu verzichten. Die Be-
fürchtungen der Mutter für die Zukunft seien weitgehend Spekulationen und fän-
den in den Akten keine ausreichend konkrete Stütze. Da C._____ ein grundsätz-
lich gesundes Kind sei, das bereits eingeschult sei, dürften nur sehr wenige grund-
legende Entscheidungen anstehen, welche von den Eltern gemeinsam zu treffen 
seien, was die Problematik relativiere. Zudem weise das prozessuale Verhalten 
der Mutter zumindest indizienmässig darauf hin, dass sie keine ernsthaften Pro-
bleme mit der gemeinsamen elterlichen Sorge erwarte, da sie damit noch zu Be-
ginn des Verfahrens in Kenntnis der nun vorgebrachten Umstände ihr Einver-
ständnis erklärt habe. Die Zustimmung dürfte weder ein übereilter noch ein unü-
berlegter Entschluss gewesen sein. Abschliessend wies die Vorinstanz den Vater 
unter anderem darauf hin, dass ein Elternteil aus der gemeinsamen elterlichen 
Sorge nicht das Recht ableiten könne, das Kind auch tatsächlich zur Hälfte zu be-
treuen. Mit dem Zusprechen der gemeinsamen elterlichen Sorge ändere sich 
nichts an der bestehenden Ausgestaltung des persönlichen Kontakts oder an der 
Freizeitgestaltung des Kindes beim anderen Elternteil. Immerhin seien die Eltern 
verpflichtet, die Bedürfnisse des Kindes bei der Gestaltung und Ausübung des 
persönlichen Kontakts zu berücksichtigen, wobei die Meinung des Kindes mit des-

29 / 49

sen zunehmendem Alter an Gewicht gewinne (E. 3d, S. 19 ff., des angefochtenen 
Entscheids).

7.2.1. Die Mutter bringt in ihrer Berufung vor, zwischen den Eltern finde schlicht-
weg keine Kommunikation statt. Gemeinsame Entscheidungen seien auf dieser 
Basis nicht möglich. Werde das gemeinsame Sorgerecht ausgesprochen, seien 
Konflikte vorprogrammiert, was hiesse, dass sich die KESB oder allenfalls das 
Gericht noch vermehrt mit den Eltern X._____/Y._____ zu befassen hätten. Die 
Eltern hätten unterschiedliche Auffassungen bezüglich der medizinischen Versor-
gung des Knaben. Der Vater schwöre offensichtlich auf alternative Heilmethoden, 
sie sei eher für Schulmedizin. Diese beiden gegensätzlichen Auffassungen wür-
den notgedrungen stets zu Auseinandersetzungen führen, was nicht im wohlver-
standenen Interesse von C._____ liege. Die Ausführungen der Vorinstanz, dass 
sich aus der Aktennotiz betreffend des ehemaligen Kinderarztes von C._____, Dr. 
E._____, lediglich ein Konflikt zwischen dem Vater und dem Arzt, nicht aber zwi-
schen den Eltern ergebe, seien blauäugig. Sie hätte C._____ sehr gerne weiterhin 
vom Genannten betreuen lassen, doch habe der Vater dies mit seinem Verhalten 
verunmöglicht. Dass es bei der Berufswahl der Tochter B._____ zu Auseinander-
setzungen gekommen sei, habe sie dargelegt. Hätten die Eltern damals das ge-
meinsame Sorgerecht gehabt, wäre der Lehrvertrag vom Vater wohl nicht unter-
schrieben worden, sondern es hätte das Gericht bemüht werden müssen. Dieses 
Prozedere wolle man bei C._____ verhindern. Zwar dürften in naher Zukunft aus-
ser im Gesundheitswesen und in beruflichen Belangen kaum gemeinsame Ent-
scheidungen getroffen werden müssen, doch seien gerade in diesen Belangen 
Konflikte vorprogrammiert. Gegen eine gemeinsame elterliche Sorge spreche 
auch, dass der Vater deren Sinn und Zweck verkenne, gehe es jenem doch dar-
um, dass er mehr Kontakt zu seinem Sohn habe. Daher sei der Mutter die alleini-
ge elterliche Sorge zu belassen (Berufung, S. 6 f.).

7.2.2. Der Vater macht in der Berufungsantwort geltend, die Kommunikation zwi-
schen den Parteien sei in der Tat beeinträchtigt. Der Sohn sei inzwischen 10 Jah-
re alt, an sich gesund entwickelt und spiele leidenschaftlich Eishockey. Betreffend 
Kontaktrecht bringe er sich schon ausreichend selbst ein. Es sei richtig, dass aus-
ser im Gesundheitsbereich und in beruflichen Belangen in naher Zukunft kaum 
Entscheide anstünden, welche die Eltern bei gemeinsamer elterlicher Sorge ge-
meinsam zu treffen hätten. Eine völlige Entscheidungsunfähigkeit lasse sich durch 
die Akten nicht belegen, und selbst die Besuchsbeiständin habe gewisse Forts-
chritte im Umgang mit den Parteien erkannt. Natürlich wäre es für den betreuen-
den Elternteil einfacher, den anderen Elternteil aussen vor zu lassen. Dass er 

30 / 49

wünsche, seinen Sohn etwas mehr zu sehen, sei keine Begründung dafür, ihm die 
elterliche Sorge nicht zuzuerkennen. Die rein appellatorische Kritik am angefoch-
tenen Urteil, das sich nach dem gesetzlichen Grundsatz der gemeinsamen elterli-
chen Sorge richte, begründe dessen Aufhebung nicht (Berufungsantwort, S. 4).

7.2.3. In ihrer Replik führt die Mutter aus, sie habe bis anhin die alleinige elterliche 
Sorge gehabt und bewiesen, dass sie in der Lage sei, für ihren Sohn alleine zu 
sorgen. Demgegenüber halte der Hausarzt des Vaters fest, aufgrund der gesund-
heitlichen Probleme müsse jener übermässige psychische und emotionale Belas-
tungen vermeiden. Die mit der Anordnung der gemeinsamen elterlichen Sorge 
verbundenen Pflichten und die grössere Verantwortung könnten allenfalls zu sol-
chen Belastungen führen, welche es zu vermeiden gelte. Zudem stelle sie sich 
ernsthaft die Frage, ob das Besuchs- und Ferienrecht des Vaters aufgrund dieser 
gesundheitlichen Probleme nicht eingeschränkt werden müsste. Sie habe erhebli-
che Angst, ihrem Sohn könne etwas passieren (Replik, S. 3 f.).

7.2.4. Dem entgegnet der Vater in seiner Duplik, die Behauptung der Mutter, dass 
er aufgrund seiner gesundheitlichen Probleme womöglich nicht in der Lage sei, 
das Besuchs- und Ferienrecht wahrzunehmen, treffe nicht zu. Ihre Angst sei un-
begründet und nicht ansatzweise dokumentiert. Die Akten der KESB liessen ein-
deutig den Schluss zu, dass sich die Beziehung der Eltern seit Errichtung der Bei-
standschaft gebessert hätte. Das Verhältnis der Parteien sei zeitweise konfliktbe-
laden gewesen, wobei beide Beteiligten ihren Beitrag dazu geleistet hätten. Es 
liege aber kein erheblicher und chronischer Konflikt oder eine gestörte Kommuni-
kation vor. Vielmehr handle es sich um punktuelle Meinungsverschiedenheiten, 
die seit Errichtung der Beistandschaft abgenommen hätten. Der Umgang mit sei-
nem Sohn führe nicht zu starken emotionalen Belastungen. Das Gegenteil sei der 
Fall, denn er verbringe sehr gerne Zeit mit seinem Sohn. Er würde diese Möglich-
keiten auch ausdehnen, werde jedoch von der Mutter stark ausgebremst. Emotio-
nal belastend sei für ihn die Tatsache, dass sich die Mutter ständig von ihm ab-
schotte und ihn keine Minute länger als festgelegt Zeit mit seinem Sohn verbrin-
gen lasse. Es sei daher vielmehr von einer konstanten Abwehrhaltung der Mutter 
auszugehen, als von einem triftigen Grund für die alleinige Zuteilung des Sorge-
rechts. Gewichtige Gründe, die gemeinsame elterliche Sorge nicht zu erteilen, 
beständen nicht, weshalb es dem Kindeswohl entspreche, beiden Elternteilen die 
rechtliche Entscheidungsbefugnis für wichtige Lebensbereiche des gemeinsamen 
Kindes C._____ zu erteilen (Duplik, S. 6).

8.1.1. Vorliegend ist ausgewiesen, dass zwischen X._____ und Y._____ mindes-
tens seit der Trennung Ende 2007 Konflikte und Spannungen bestehen und sie 

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erhebliche Probleme im gegenseitigen Umgang und in der Kommunikation haben. 
Schon das Getrenntleben musste vom Eheschutzrichter geregelt werden. Unter 
anderem wurde dem Vater im Jahr 2009 im Eheschutzverfahren gerichtlich verbo-
ten, sich der Wohnung der Mutter zu nähern und mit ihr und den beiden Töchtern 
in einer Form Kontakt aufzunehmen, welche die eheliche Auseinandersetzung 
zum Gegenstand hat. Hintergrund dieser Anordnung waren die Spannungen der 
Eltern im Hinblick auf die Ausübung und das Mass des Besuchsrechts und der 
Umstand, dass sich der Vater immer wieder in die Nähe der Wohnung der Mutter 
begab oder anderweitig versuchte, mit ihr in Kontakt zu treten, um sie von der 
Richtigkeit seiner Auffassungen zu überzeugen. Was C._____ betrifft, wurde be-
reits damals festgestellt, dass ihn die zwischen den Parteien bestehenden Span-
nungen nicht unbeeinflusst liessen. Dass er notgedrungen ständig in die Ausein-
andersetzungen der Eltern einbezogen werde, lasse sich mit seinem Wohl nicht 
vereinbaren (vgl. die Verfügung des Einzelrichters in Zivilsachen am Kantonsge-
richt von Graubünden ERZ 09 183 vom 8. September 2009).

Die Scheidung der Ehegatten im Jahr 2010 brachte keine Entspannung, obwohl 
sie gestützt auf eine umfassende Scheidungskonvention ausgesprochen wurde. 
Dr. med. F._____, Kinder- und Jugendpsychiater, stellte in seinem Bericht vom 3. 
Oktober 2012 fest, dass C._____ eine gute Beziehung zu seinem Vater habe und 
die Ausflüge mit ihm geniesse. In den projektiven Tests komme indes zum Vor-
schein, dass er unter einem grossen psychischen Druck stehe. Er werde dann 
wortkarg, still und blass, die Muskeln seien gespannt und in seinen Gesichtszügen 
träten Tics auf. Dies sei als eigenständige Reaktionsweise des Kindes auf die ak-
tuelle Familiensituation zu werten. Bei Andauern der familiären Belastungssituati-
on sei für C._____ mit ernsthaften gesundheitlichen Folgen zu rechnen. Der Arzt 
riet dazu, den persönlichen Verkehr so zu regeln, dass zwischen den Eltern kein 
Kontakt mehr stattfinde, und namentlich bei den Übergaben einen direkten Kon-
takt zwischen den Eltern zu vermeiden. Zudem sei der Vater zu ermahnen, dem 
Wohnrayon der Mutter und des Kindes fernzubleiben. Die Mutter habe berichtet, 
dass der Vater täglich unter irgendeinem Vorwand an der Haustüre erscheine, um 
mit ihr oder mit C._____ zu sprechen. Zudem erhalte sie täglich mehrmals SMS 
vom Vater. Für das Gedeihen von C._____ sei es unabdingbar, dass das Zuhause 
von ihm und seiner Mutter ein sicherer Ort sei, an dem sie ungestört und unbehel-
ligt leben und sich zurückziehen könnten. Dem Vater müsse bewusst sein, dass er 
bei weiterem Bedrängen der Mutter auch seinem Sohn schade (KESB act. 14). In 
der Folge wurden von der damaligen Vormundschaftsbehörde im Interesse von 
C._____ – um ihm Drucksituationen und einen Loyalitätskonflikt zu ersparen – die 
Übergaben neu vereinbart, bspw. in dem Sinn, dass der Vater bei der Rückgabe 

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des Sohnes an der Haupttüre klingle und dieser dann allein zur Wohnungstüre 
gehe (KESB act. 16 S. 4). In der Folge hielt sich der Vater aber nicht an diese 
Abmachungen und erschien weiterhin mit C._____ vor der Wohnungstür der Mut-
ter. Auch tauchte er immer noch unangemeldet bei der Mutter auf, sandte ihr täg-
lich SMS und forderte beharrlich weitere Kontakte sowie gemeinsame Aktivitäten 
(KESB act. 25 u. 71).

Im Jahr 2014 ordnete die KESB Nordbünden aufgrund der konfliktträchtigen Be-
ziehung der Eltern eine Besuchsrechtsbeistandschaft an (KESB act. 71). Wie dem 
Zwischenbericht der Beiständin vom 27. Mai 2015 zu entnehmen ist, konnten in 
der Folge trotz schwieriger Gespräche Regelungen und Abmachungen getroffen 
werden. Diese wurden aber nur seitens der Mutter eingehalten, die auch bereit 
war, dem Vater entgegenkommenderweise und im Sinne von C._____ weitere 
Besuchsmöglichkeiten einzuräumen. Demgegenüber gelang es dem Vater nicht, 
sich an die Abmachungen zu halten. Die Beiständin führte aus, der Vater nehme 
sich immer wieder viele Freiheiten heraus, die das Miteinander belasten würden, 
zeige sich sehr fordernd und stelle primär seine eigenen Bedürfnisse in den Vor-
dergrund. Er wünsche sich offene und ehrliche Gespräche, wobei es ihm selbst 
nicht möglich sei, zuzuhören oder auf sein Gegenüber einzugehen. Dies könne 
sogar so weit gehen, dass er der Mutter aufzeige, wie sie sich zu verhalten und zu 
ändern habe und wo sie sich Hilfe holen solle. Immer wieder verlange er Mediati-
on, wobei sie mittlerweile annehmen müsse, dass der Vater darunter verstehe, 
seine Ansichten mit Unterstützung eines Mediators seiner Exfrau aufzuerlegen. 
Die Mutter könne sich in den Gesprächen nur schwer von seiner fordernden und 
im Umgangston oft unangebrachten Art abgrenzen. Sie lasse sich zu Zugeständ-
nissen überreden, wobei sie den Fokus immer auf das Wohlergehen des Kindes 
richte. Im Hinblick auf C._____ stellte die Beiständin einen Loyalitätskonflikt fest. 
Auch er scheine grosse Mühe zu haben, sich abzugrenzen. Er habe u.a. angege-
ben, nicht zu wissen, wie er seinem Vater antworten solle, wenn dieser ihn im Bei-
sein der Mutter um Entscheidungen bitte. Aufgrund ihrer Gespräche mit C._____ – 
dieser habe ihr mitgeteilt, dass ihm die bestehenden Möglichkeiten, den Vater zu 
sehen, genügen würden und er sich zurzeit nicht vorstellen könne, mehr Zeit beim 
Vater zu wohnen und mit ihm zu verbringen – sowie des Verlaufs ihres Mandats 
rate sie von einer Erweiterung des Besuchsrechts ab (KESB act. 89).

8.1.2. Was die Entwicklung seit dem angefochtenen Urteil vom 4. November 2015 
betrifft, so berichtete die Beiständin der KESB am 3. Dezember 2015, dass sich 
die Situation seit Erteilung der gemeinsamen elterlichen Sorge zugespitzt habe. 
Der Vater sei aufdringlich gegenüber dem Sohn und demonstriere Kontrolle über 

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das Kind. Er tauche immer wieder bei der Mutter zu Hause auf. Die Hockeytraine-
rin habe sich ihr gegenüber geäussert, dass der Vater C._____ mit seiner Omni-
präsenz fast erdrücke. Er stehe am Spielfeldrand und gehe auch in die Garderobe 
mit. C._____ zucke im Gesicht und lache nicht mehr. Auch die Schule habe 
bestätigt, dass C._____ im Gesicht zucke und Konzentrationsschwierigkeiten auf-
weise (KESB act. 105). Dr. med. G._____, bei dem C._____ wegen seines Asth-
ma bronchiale in Behandlung ist, hielt in seinem Bericht vom 8. Dezember 2015 
fest, bei der letzten Konsultation (1. Dezember 2015) sei C._____ extrem ver-
schlossen gewesen und habe neue Ticks gezeigt. Der Konflikt zwischen den El-
tern werde offensichtlich auf dem Buckel des Kindes ausgetragen. Dessen Wohl 
stehe nicht mehr im Vordergrund. Es werde sogar in Kauf genommen, dass ge-
fährliche Situationen bzw. Asthmaanfälle auftreten könnten (KESB act. 107). 

In ihrem Zwischenbericht vom 17. Februar 2016 hielt die Beiständin fest, es sei 
dem Vater immer noch nicht möglich, sich an die gemeinsam getroffenen Abma-
chungen zu halten. Auch Ereignisse ausserhalb der Familie (Eishockey) würden 
bestätigen, dass es ihm nicht möglich sei, dem Sohn den nötigen Freiraum zu 
dessen gesunder persönlicher Entwicklung einzuräumen. Der Entscheid des Be-
zirksgerichts, den Eltern die gemeinsame elterliche Sorge einzuräumen, habe un-
weigerlich zu neuen Spannungen zwischen den Eltern geführt. Grundsätzliche 
Unstimmigkeiten in Erziehungsfragen (z.B. medizinisch-therapeutische Belange, 
körperliche Überforderung im Sport) kämen belastend dazu. Am 26. Januar 2016 
sei es den Eltern nach langem möglich gewesen, sich zu einem weiteren gemein-
samen Elterngespräch zu treffen. Das Gespräch sei sehr aufreibend verlaufen, 
und es sei den Eltern nicht gelungen, konkrete Lösungen ihrerseits einzubringen, 
die C._____ entlasten könnten. Während indes die Mutter die Schutzbedürftigkeit 
von C._____ erkenne, Lösungsvorschläge akzeptiere und umzusetzen versuche, 
fühle sich der Vater gemobbt und könne sich weder von seiner Sicht der Dinge 
abwenden noch sein Verhalten überdenken und anpassen (KESB act. 108). Kein 
anderes Bild zeigt der Rechenschaftsbericht der Beiständin vom 19. Oktober 
2016. Sie hält fest, die Besuche von C._____ würden regelmässig stattfinden, 
doch könne sich der Vater nicht an die gemeinsam getroffenen Vereinbarungen 
halten und verhalte sich weiter fordernd und uneinsichtig. Dies führe immer wieder 
zu Auseinandersetzungen, wobei auch schon die Polizei habe aufgeboten werden 
müssen (KESB act. 128).

Am 1. März 2018 hielt die Beiständin gegenüber der KESB fest, dass C._____ in 
die Pubertät komme und dem Vater zunehmend die Stirn biete. Mit Blick auf das 
Gewaltpotenzial des Vaters könnten dadurch zunehmend Schwierigkeiten entste-

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hen. Gemeinsame Gespräche hätten seit 2016 nicht mehr stattgefunden, da diese 
nichts gebracht hätten. Der Vater sehe keinen Eigenanteil am bestehenden El-
ternkonflikt, sondern sei der Auffassung, dass die Mutter Hilfe benötige. Sie be-
fürchte, dass es im Fall der gemeinsamen elterlichen Sorge der Eltern zusätzliche 
Probleme geben könnte (KESB act. 158). Am 28. September 2018 reichte die Bei-
ständin beim Kantonsgericht eine Meldung zur Abwendung einer Kindeswohlge-
fährdung ein (act. D.15; KESB act. 170). Im Rechenschaftsbericht der Beiständin 
vom 30. Oktober 2018 (KESB act. 174) werden die anhaltenden Schwierigkeiten 
bestätigt. Minimale Absprachen zur Besuchsrechtsregelung hätten zwischen den 
Eltern via E-Mail und SMS stattgefunden. Dem Vater gelinge es indes bis heute 
nicht, sich passend abzugrenzen und sich an die getroffenen Vereinbarungen zu 
halten. 

Nachdem die Besuche von C._____ beim Vater bis anfangs 2019 regelmässig 
stattfanden, fielen sie ab diesem Zeitpunkt teilweise aus (KESB act. 179, 183 ff. u. 
192). Am 23. Januar 2019 und am 13. Februar 2019 kam es zu gemeinsamen 
Gesprächen der Eltern mit C._____ und der Beiständin in O.2_____, um diese 
Situation zu besprechen (act. A.10 u. A.12). Zu beachten ist, dass beim ersten 
Gespräch bereits die Frage, wer den Sohn nach O.2_____ mitnimmt, zu Diskussi-
onen führte, da der Vater vehement darauf pochte, dass nicht die Mutter, sondern 
er C._____ zum Gespräch fahre. Schliesslich nahm dann die Beiständin den Sohn 
mit (KESB act. 186 f.; act. A.12). 

8.1.3. Aus den vorstehenden Ausführungen ergibt sich, dass das Verhältnis unter 
den Eltern seit über zehn Jahren in hohem Masse mit Konflikten belastet und eine 
angemessene Kommunikation praktisch nicht möglich ist. Es geht um deutlich 
mehr als um punktuelle Auseinandersetzungen oder Meinungsverschiedenheiten, 
wie sie in allen Familien vorkommen und insbesondere mit einer Trennung oder 
Scheidung einhergehen. Zu beachten ist, dass sich die Situation durch das erstin-
stanzliche Einräumen der gemeinsamen elterlichen Sorge, obwohl noch nicht 
rechtskräftig, offenbar noch zugespitzt hat. Eine irgendwie geartete Verbesserung 
der elterlichen Beziehung oder Fortschritte im gegenseitigen Umgang sind nicht 
erkennbar. Die von der Vorinstanz durch die Errichtung der Beistandschaft als 
wahrscheinlich eingestufte Verminderung des Konflikts ist in diesem Sinn nicht 
eingetreten. Mithin ist von einem schwerwiegenden elterlichen Dauerkonflikt sowie 
einer anhaltenden Kommunikationsunfähigkeit auszugehen. Zu bejahen ist entge-
gen der Ansicht der ersten Instanz auch die vom Bundesgericht geforderte Erheb-
lichkeit und Chronizität des Konflikts und der gestörten Kommunikation.

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8.2.1. Zutreffend ist die Feststellung der Vorinstanz, dass die oben dargelegten 
Schwierigkeiten grösstenteils im Zusammenhang mit dem Besuchsrecht stehen. 
Während die im Scheidungsurteil festgelegten Besuchskontakte – zumindest bis 
anfangs 2019 – regelmässig stattfanden, erwiesen sich namentlich die Übergaben 
sowie der Wunsch des Vaters, seinen Sohn häufiger zu sehen, als problematisch. 
Dass sich die Auseinandersetzungen zwischen den Eltern und das Hin- und Her-
gerissensein zwischen Vater und Mutter seit Jahren negativ auf das Wohl von 
C._____ auswirken, geht aus obigen Ausführungen deutlich hervor. Was aufgrund 
der Akten indes ebenfalls ersichtlich ist, ist, dass sich die Elternkonflikte noch auf 
weitere Lebensbereiche von C._____ erstrecken, namentlich auf grundsätzliche 
Fragen der elterlichen Sorge wie die Gesundheit und die Berufswahl:

8.2.2. Namentlich im Bereich Gesundheit gehen die Ansichten der Eltern – und 
nicht nur diejenigen zwischen dem Vater und dem Kinderarzt, wie die Vorinstanz 
annimmt – diametral auseinander. Während sich der Vater vehement für alterna-
tivmedizinische Behandlungen ausspricht (vgl. auch act. II./13 ff. sowie KESB act. 
67), lässt die Mutter den Sohn schulmedizinisch behandeln. Dies führte in der 
Vergangenheit immer wieder zu Konflikten. So ergibt sich aus den Akten, dass der 
Vater gegenüber dem früheren Kinderarzt von C._____, Dr. E._____, nach dessen 
Aussage unhaltbar und aggressiv auftrat (KESB act. 64, 71). Er griff den Arzt in 
seiner beruflichen Tätigkeit an und warf ihm gar Kindsmisshandlung vor, weil er 
C._____ geimpft hatte (KESB act. 41 f.). Offenbar erhielt der Arzt auch Drohbriefe 
(KESB act. 63 u. 65). Wohl um den Sohn vor Vorwürfen seitens des Vaters zu 
schützen, riet Dr. E._____ einmal dazu, eine zur Behandlung einer Infektion not-
wendige Salbe am Besuchsrechtswochenende nicht zu geben, sondern erst da-
nach wieder, damit der Vater nichts mitbekomme (KESB act. 65). Die KESB traf 
Überlegungen, dem Vater im Hinblick auf sein Verhalten gegenüber dem Kinder-
arzt Weisungen zu erteilen (Einhaltung der Vorgaben des Kinderarztes, Einstellen 
der unhaltbaren Vorwürfe und der Bedrohungen gegenüber dem Kinderarzt). Da-
mit konfrontiert, gab der Vater an, er bedrohe den Arzt nicht, werde ihn aber an-
zeigen, wenn er keine Ruhe gebe. Er habe C._____ vergiftet und zur Zeckenimp-
fung überredet. Der Arzt sei nicht neutral und lüge, was er nicht akzeptiere. Er ha-
be seinen Sohn als Opfer missbraucht. C._____ fehle nichts, er brauche frische 
Luft und Bewegungsmöglichkeiten. Wenn er sehe, dass C._____ Spritzen und 
Medikamente erhalte, die für ihn nicht gut seien, müsse er sich wehren. Er habe 
Dr. E._____ mehrmals geschrieben (KESB act. 66; vgl. auch KESB act. 42, wo 
der Vater gegenüber der Behörde ausführte, er werde den Arzt allenfalls anzeigen 
und dafür besorgt sein, dass C._____ nicht mehr zu ihm gehe). Schliesslich gab 
Dr. E._____ die Behandlung zu seinem eigenen Schutz ab (KESB act. 82 f.). Dass 

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C._____ nach dem Arztwechsel keine Medikamente mehr benötigte (vgl. den Zwi-
schenbericht der Beiständin vom 27. Mai 2015 [KESB act. 89] S. 2), wie die Vorin-
stanz im angefochtenen Entscheid bemerkt, trifft zu. Dies bedeutet jedoch noch 
nicht, dass er zuvor falsch behandelt worden wäre. Zudem bestehen keine An-
haltspunkte, dass die Mutter C._____ wiederholt Medikamente unnötig oder gar 
mit dem Ziel, diesen "ruhigzustellen", verabreicht hätte, wie der Vater der Mutter 
vorwirft (KESB act. 67, 117; act. A.14). Vielmehr ist zu beachten, dass auch der 
Lungenspezialist Dr. G._____ in seinem Bericht vom 8. Dezember 2015 bestätig-
te, dass C._____ unter einem Asthma bronchiale leide, welches eine medika-
mentöse Behandlung erfordere. Der Arzt hielt fest, dass das Patientenmanage-
ment und die Durchführung einer adäquaten Therapie bei C._____ extrem schwie-
rig seien, wofür wohl die elterliche Konfliktsituation verantwortlich sei. C._____ 
werde jeweils von seiner Mutter begleitet, welche den Sinn und Zweck einer Ba-
sistherapie verstehe und auch bereit wäre, diese Therapie konsequent durchzu-
führen. Aktuell liege eine schwerste bronchiale Hyperreaktivität vor, so dass die 
Gefahr von potentiell lebensbedrohlichen Asthmaanfällen bestehe (KESB act. 106 
f.). 

Das Gesagte verdeutlicht, dass auch im Bereich Gesundheit erhebliche Konflikte 
zwischen den Eltern bestehen, die das Wohl von C._____ beeinträchtigen. Abge-
sehen davon, dass er unter den entsprechenden Auseinandersetzungen zwischen 
den Eltern leiden dürfte, tat er sich offenbar trotz ausgewiesener Behandlungsbe-
dürftigkeit zeitweise schwer, sich behandeln zu lassen, was wohl auf die ableh-
nende Haltung des Vaters zurückzuführen ist. Er befindet sich also auch in diesem 
Bereich in einem Loyalitätskonflikt. 

8.2.3. Zu beachten ist sodann, dass bald der Entscheid über die Berufswahl von 
C._____ ansteht. Der Vorinstanz kann diesbezüglich insoweit gefolgt werden, 
dass verschiedene Präferenzen bei der Berufsausbildung noch keine unlösbaren 
Konflikte verursachen. Allerdings geht es vorliegend nicht bloss um unterschiedli-
che Präferenzen der Eltern, sondern um die Art und Weise, wie diese damit um-
gehen. Zu beachten ist in diesem Zusammenhang, dass es nur schon in Bezug 
auf den Zukunftstag, der Schülern die Möglichkeit bietet, die Eltern oder andere 
Personen bei der Arbeit zu begleiten – also in Bezug auf die Gestaltung eines ein-
zelnen Tages –, zu Spannungen zwischen den Eltern kam. Der Vater warf der 
Mutter vehement und wiederholt vor, den entsprechenden Tag für C._____ falsch 
organisiert zu haben (KESB act. 183; act. A.14, S. 4 f.; A.13 S. 4). Zudem äusser-
te er in diesem Zusammenhang auch schon seine Erwartungen im Hinblick auf 
allfällige Schnupper- bzw. Berufslehren (act. C.43/53). 

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8.3.1. Die vorstehenden Ausführungen zeigen, dass es bereits mit der alleinigen 
elterlichen Sorge der Mutter erhebliche Differenzen zwischen den Eltern bzw. 
massive Einmischungen seitens des Vaters gab, nicht nur im Hinblick auf das Be-
suchsrecht, sondern auch bezüglich der medizinischen Behandlung von C._____ 
und ansatzweise auch schon bezüglich der Berufswahl. Es bestehen nun konkrete 
Anhaltspunkte – und entgegen der Ansicht der Vorinstanz nicht nur blosse Be-
fürchtungen seitens der Mutter –, dass sich die Situation bei einer gemeinsamen 
elterlichen Sorge verschlechtern wird:

Die Persönlichkeit des Vaters und sein in den letzten Jahren gezeigtes Verhalten 
im Zusammenhang mit der Ausübung des Besuchsrechts oder mit der ärztlichen 
Behandlung von C._____ zeigen eindrücklich, dass er lediglich seine eigene Mei-
nung anerkennt und hartnäckig versucht, alle Beteiligten von der Richtigkeit seiner 
Auffassungen zu überzeugen und seinen Willen durchzusetzen. Davon zeugen 
nicht zuletzt die unzähligen Schreiben des Vaters, namentlich an die KESB Nord-
bünden. Gegenüber allen, die sich seinen Vorstellungen nicht beugen, sei es die 
Kindsmutter, der Kinderarzt, die Beiständin oder die KESB, erhebt er massive 
Vorwürfe, die von Untätigkeit über rechtswidriges Verhalten und Überforderung bis 
hin zur Inkompetenz und Unehrlichkeit reichen (exemplarisch vgl. act. A.13 sowie 
KESB act. 78, 81, 88, 91, 98, 109, 118). Der KESB und dem Kinderarzt drohte er 
gar an, eine Anzeige wegen Kindsmisshandlung zu erstatten (KESB act. 41 u. 
117).

Für die bestehenden Konflikte macht der Vater insbesondere die Mutter verant-
wortlich. Er beschuldigt sie seit Jahren, den Sohn als Druck- und Kampfmittel ein-
zusetzen, ihn zu beeinflussen un