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**Case Identifier:** 61c247d4-eaff-546d-9312-4ed5235fcf8a
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-02-25
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsgericht 25.02.2016 B 2015/171
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VG_001_B-2015-171_2016-02-25.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: B 2015/171

Stelle: Verwaltungsgericht

Rubrik: Verwaltungsgericht

Publikationsdatum: 25.02.2016

Entscheiddatum: 25.02.2016

Entscheid Verwaltungsgericht, 25.02.2016
Ausländerrecht, Verweigerung Familiennachzug, Art. 8 EMRK, Art. 13 Abs. 1 
BV, Art. 44 und Art. 90 AuG, Art. 73 Abs. 1 und 3, Art. 75 VZAE, Art. 29 Abs. 2 
BV, Art. 12 VRP, Art. 47 Abs. 4 AuG, Art. 3 Abs. 1 und Art. 12 KRK. Abweisung 
des Begehrens um persönliche Anhörung im Rekurs- und 
Beschwerdeverfahren (E. 2.1 ff.). Die Beschwerdeführerin kann sich nicht auf 
Umstände berufen, die darauf beruhen, dass ihr Kind während des 
Bewilligungsverfahrens seinen Lebensmittelpunkt in die Schweiz verlagert 
und – indem es seiner Verpflichtung, den Ausgang des 
Bewilligungsverfahrens im Ausland abzuwarten, nicht nachgekommen ist – 
die Behörden vor vollendete, auf einer rechtswidrigen Grundlage 
geschaffene Tatsachen gestellt hat. Die Beschwerdeführerin hat es in 
Verletzung ihrer weitreichenden Mitwirkungspflicht unterlassen, konkret 
aufzuzeigen, warum im Herkunftsland keine alternativen altersgerechten 
Betreuungsmöglichkeiten für ihr Kind bestehen sollen. Ein Ausnahmefall 
wichtiger familiärer Verhältnisse liegt nicht vor. Auch führt die Verweigerung 
des Familiennachzugs gesamthaft betrachtet nicht zu einem 
unverhältnismässigen Eingriff in das Recht auf Familienleben (E. 3.1 ff.), 
(Verwaltungsgericht, B 2015/171). Entscheid vom 25. Februar 2016

Besetzung

 

Präsident Eugster; Verwaltungsrichter Linder, Heer, Bietenharder, Zindel; 

Gerichtsschreiber Bischofberger

 

Verfahrensbeteiligte

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A.A.,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Linda Keller, Waisenhausstrasse 17, Postfach, 

9001 St. Gallen,

gegen

Sicherheits- und Justizdepartement des Kantons St. Gallen,

Oberer Graben 32, 9001 St. Gallen,

Vorinstanz,

Gegenstand

Familiennachzugsgesuch für E.D.

 

Das Verwaltungsgericht stellt fest:

A.           A.A. (ehemals: A.B. resp. A.C.), geboren 1982 in Z., Österreich, ist serbische 

Staatsangehörige. Im Jahr 1998 heiratete sie D.D., geboren 1975. Am 

30. Oktober 2001 wurde die Ehe geschieden. Die gemeinsame Tochter E.D., geboren 

1999, wurde unter die elterliche Sorge des Vaters gestellt und wuchs in U., Serbien, 

auf. A.A. zog nach eigenen Angaben nach Österreich, wo sie offenbar bis Oktober 2009 

lebte. Am 12. Oktober 2009 reiste A.A. in die Schweiz ein. Am 20. Oktober 2009 

heiratete sie den Schweizer Bürger K.C., geboren 1978, welcher Vater einer Tochter ist. 

Daraufhin wurde A.A. im Rahmen des Familiennachzugs eine Aufenthaltsbewilligung 

erteilt. Im Jahr 2010 hielt sich ihre Tochter gemäss eigenen Angaben bei ihr in der 

Schweiz auf. Am 13. Oktober 2010 resp. 14. Juli 2011 teilte ihr das Migrationsamt 

(ehemals: Ausländeramt) mit, ihre Aufenthaltsbewilligung nicht zu verlängern bzw. zu 

widerrufen, da sie sich am 10. August 2010 von ihrem Ehemann getrennt habe. Am 11. 

Oktober 2011 wurde ihre Ehe geschieden. Gleichentags teilte ihr das Migrationsamt 

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mit, ihren Aufenthalt in der Schweiz mit Zustimmung des Staatssekretariats für 

Migration SEM (ehemals: Bundesamt für Migration) wegen eines nachehelichen 

Härtefalls (psychische Erkrankung des Ehemanns) zu bewilligen (Akten Migrationsamt 

A.A., nachfolgend: Dossier, S. 8 f., 12, 18, 21-24, 31 f., 44, 47-52, 65, 96, 104 f., 109, 

119, 122, 128, 182, 184, 240 f. und 247).

 

B.          

Gestützt auf einen Bericht des Zentrums für soziale Arbeit (Jugendamt), Y., Serbien, 

vom 21. November 2013 übertrug das Amtsgericht Y. am 13. Januar 2014 das 

Sorgerecht für E.D. vom Vater auf die Mutter. E.D. reiste am 22. Juni 2014 in die 

Schweiz ein. Am 25. Juni 2014 ersuchte A.A. um Familiennachzug für E.D. Im August 

2014 wurde E.D. in der Realschule T. eingeschult. Mit Verfügung vom 13. Oktober 2014 

wies das Migrationsamt das Familiennachzugsgesuch ab und wies E.D. an, die 

Schweiz bis am 31. Oktober 2014 zu verlassen und allfällige Rechtsmittelverfahren im 

Ausland abzuwarten (Dossier, S. 142-144, 188-191, 240 f., S. 248-254, act. 8.3).

 

C.          

Am 28. Oktober 2014 rekurrierte A.A. durch ihre Rechtsvertreterin beim Sicherheits- 

und Justizdepartement. Neben der Aufhebung der Verfügung des Migrationsamtes 

vom 13. Oktober 2014 beantragte sie, E.D. zu gestatten, den Ausgang des 

Rekursverfahrens in der Schweiz abzuwarten. Mit departementaler Verfügung vom 12. 

November 2014 wurde E.D. der Aufenthalt in der Schweiz während des 

Rekursverfahrens nicht bewilligt. Gleichzeitig wurde sie aufgefordert, die Schweiz bis 

am 5. Dezember 2014 zu verlassen. Am 3. Dezember 2014 ersuchte A.A. um 

Wiedererwägung der Verfügung vom 12. November 2014. Auf dieses 

Wiedererwägungsgesuch trat das Sicherheits- und Justizdepartement mit Verfügung 

vom 8. Dezember 2014 nicht ein. Eine gegen diese Verfügung am 15. Dezember 2014 

erhobene Beschwerde wies das Verwaltungsgericht mit Entscheid vom 29. Januar 

2015 ab. In der Folge wies das Sicherheits- und Justizdepartement den Rekurs von 

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A.A. vom 28. Oktober 2014 mit Entscheid vom 24. August 2015 ab. Es begründete 

seinen Entscheid damit, dass die Frist für den ordentlichen Familiennachzug nicht 

eingehalten sei. Auch lägen keine wichtigen familiären Gründe vor. Insbesondere sei 

kein Hinweis auf eine problematische Vater-Tochter-Beziehung vorhanden. Vielmehr 

sei die Übertragung der elterlichen Sorge zur Verbesserung der Berufs- und 

Lebenschancen für E.D. in der Schweiz und damit aus wirtschaftlichen Gründen erfolgt. 

Sodann könne auf eine Anhörung von A.A. und ihrer Tochter verzichtet werden, da 

davon keine relevanten Tatsachen zu erwarten seien, welche nicht bereits schriftlich 

vorgebracht worden seien (Dossier S. 257-260 und 263-265, act. 2, act. 16/1, 4, 6 und 

10).

 

D.          

Gegen den Entscheid des Sicherheits- und Justizdepartements (Vorinstanz) vom 24. 

August 2015 liess A.A. (Beschwerdeführerin) durch ihre Rechtsvertreterin am 8. 

September 2015 Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem Rechtsbegehren 

erheben, der vorinstanzliche Entscheid sei unter Kosten- und Entschädigungsfolge 

aufzuheben und das Migrationsamt sei anzuweisen, das Familiennachzugsgesuch für 

E.D. gutzuheissen und ihr eine Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz zu erteilen (act. 

1). Am 1. Oktober, 16. November, 7. Dezember 2015 sowie 14. Januar und 4. Februar 

2016 reichte das Migrationsamt zusätzliche Akten ein (act. 7-8.11, 13.1-13.3, 23.1 f., 

27.1 f., 30.1 f.). Am 2. November 2015 ergänzte die Beschwerdeführerin ihre 

Beschwerde mit einer Begründung und zusätzlichen verfahrensrechtlichen Anträgen 

(act. 10). Mit Vernehmlassung vom 18. November 2015 schloss die Vorinstanz auf 

Abweisung der Beschwerde (act. 15). Am 7. Dezember 2015 reichte die 

Beschwerdeführerin weitere Unterlagen nach (act. 20-22). Mit Verfügung vom 31. 

Dezember 2015 wies der Verwaltungsgerichtspräsident die mit der 

Beschwerdeergänzung vom 2. November 2015 eingereichten Anträge der 

Beschwerdeführerin um Beiladung ihrer Tochter bzw. um unentgeltliche Rechtspflege 

ab (act. 26). Mit Verfügung vom 15. Januar 2016 trat das Migrationsamt auf ein Gesuch 

der Beschwerdeführerin um Anordnung der vorläufigen Aufnahme nicht ein (act. 29).

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Auf die weiteren Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge 

und die Akten wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.

 

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:

1.            Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59

Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP). Die 

Beschwerdeführerin ist zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 in 

Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerdeeingabe vom 8. September 2015 

erfolgte rechtzeitig und erfüllt zusammen mit der Beschwerdeergänzung vom 2. 

November 2015 (act. 10) formal und inhaltlich die gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 

in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP), zumal an die 

Darstellung des Sachverhalts nur geringe Anforderungen zu stellen sind (vgl. Cavelti/

Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen – dargestellt an den Verfahren 

vor dem Verwaltungsgericht, St. Gallen 2003, N 927). Im Beschwerdeverfahren müssen 

aufgrund der verfassungs- und konventionsrechtlichen Rechtsweggarantien und 

entgegen dem Novenverbot in Art. 61 Abs. 3 VRP echte Noven zugelassen werden, 

soweit – wie vorliegend – ein Dauerrechtsverhältnis betroffen ist und die Angelegenheit 

bisher nicht von einer richterlichen Instanz überprüft wurde (vgl. VerwGE B 2013/254 

vom 28. Juli 2015 E. 4.2 mit Hinweisen, www.gerichte.sg.ch). Die Beweismittel, die 

während des Beschwerdeverfahrens zu den Akten gegeben worden sind, sind somit 

rechtsgültig in das Verfahren eingebracht worden. Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2.           

Die Beschwerdeführerin rügt zunächst, ihre Tochter, welche sich in einem äusserst 

verletzlichen Alter befinde, hätte im vorinstanzlichen Verfahren zwingend angehört 

werden müssen, da der vorinstanzliche Entscheid die faktische Trennung zur einzig 

verbliebenen Bezugsperson, der allein sorgeberechtigten Mutter, und eine gravierende 

Entwurzelung aus dem vertrauten sozialen und schulischen Umfeld bedeute. 

Informationen „aus zweiter Hand“ zur persönlichen Situation ihrer Tochter bildeten 

keine hinreichende Grundlage, um das Gesuch um Familiennachzug abschlägig zu 

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beurteilen. In Nachachtung des Untersuchungsprinzips sei eine Anhörung der 

Direktbetroffenen zwingend geboten. Weil sich ihre Tochter in der Schweiz aufhalte, 

stehe sie den Gerichten und Behörden jederzeit zur Verfügung.

2.1.       

Der verfassungsrechtliche Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 der 

Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft, SR 101, BV) umfasst das 

Recht der betroffenen Person, sich vor Erlass eines in ihre Rechtsstellung 

eingreifenden Entscheids zur Sache zu äussern sowie das Recht auf Abnahme der 

angebotenen rechtserheblichen Beweismittel. Das Recht der betroffenen Person auf 

Äusserung schliesst indes keinen Anspruch auf mündliche Anhörung ein. Auch lässt 

sich daraus keine allgemeine Pflicht der Behörde zur Abnahme aller angebotenen 

Beweise ableiten. So kann ein Beweisantrag abgelehnt werden, wenn die Verwaltungs- 

oder Gerichtsbehörde sich ihre Meinung aufgrund zuvor erhobener Beweise bilden 

konnte und sie ohne Willkür in vorweggenommener, antizipierter Beweiswürdigung 

annehmen darf, die gewonnene Überzeugung werde durch weitere Beweiserhebungen 

nicht erschüttert (vgl. BGer 2C_564/2014 vom 20. April 2015 E. 3.1 mit Hinweisen). 

Nichts anderes ergibt sich aus dem Untersuchungsgrundsatz gemäss Art. 12 VRP (vgl. 

VerwGE B 2012/21 vom 15. Oktober 2012 E. 4.1.2, www.gerichte.sg.ch). Gestützt auf 

Art. 47 Abs. 4 des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer 

(Ausländergesetz; SR 142.20, AuG) und Art. 73 Abs. 3 der Verordnung über Zulassung, 

Aufenthalt und Erwerbstätigkeit (SR 142.201, VZAE) hat eine Anhörung der Kinder zu 

erfolgen, „sofern dies erforderlich ist“. Das entspricht auch Art. 12 des 

Übereinkommens über die Rechte des Kindes (Kinderrechtskonvention; SR 0.107, 

KRK). Eine solche persönliche Anhörung ist nicht in jedem Fall unerlässlich; wenn die 

Kinder durch ihre Eltern vertreten werden und beider Interessen gleichläufig sind, kann 

die Ansicht der Kinder auch ohne persönliche Anhörung durch die Eltern eingebracht 

werden, sofern der rechtserhebliche Sachverhalt auch ohne diese Anhörung 

rechtsgenüglich festgestellt werden kann (vgl. BGer 2C_303/2014 vom 20. Februar 

2015 E. 5.1 mit Hinweisen).

2.2.       

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Die Vorinstanz stellte sich in Erwägung 4 des angefochtenen Entscheides (act. 2, S. 8) 

auf den Standpunkt, eine persönliche Anhörung der Tochter der Beschwerdeführerin 

sei nicht erforderlich. Es sei nicht zu erwarten, dass dadurch zusätzliche Erkenntnisse 

gewonnen werden könnten, welche sich nicht bereits aus den schriftlichen Eingaben 

der Beschwerdeführerin ergäben. Dem ist nichts entgegenzuhalten: Die 

Beschwerdeführerin hatte im vorinstanzlichen Verfahren Gelegenheit, die Situation ihrer 

Tochter umfassend darzulegen. Ihre Ausführungen wurden von der Vorinstanz 

vollumfänglich in die Erwägungen miteinbezogen. Welche weiteren relevanten 

Ausführungen nur in einer Anhörung noch hätten ermittelt werden können und müssen, 

ist nicht ersichtlich. Damit durfte die Vorinstanz von einer persönlichen Anhörung 

absehen, ohne Art. 29 Abs. 2 BV, Art. 12 VRP, Art. 47 Abs. 4 AuG und Art. 12 KRK zu 

verletzen.

2.3.       

Aus dem gleichen Grund konnte auch im Beschwerdeverfahren auf die von der 

Beschwerdeführerin beantragte (act. 10, S. 9 ff.) mündliche Anhörung ihrer Tochter und 

– rechtshilfeweise – von deren Vater durch das Gericht verzichtet werden. Im Übrigen 

besteht kein Anlass für die von der Beschwerdeführerin beantragte (act. 10, S. 10) 

rechtshilfeweise Wohnsitznachforschung durch das Gericht, hat es die 

Beschwerdeführerin doch unterlassen, im Rahmen ihrer weitreichenden 

Mitwirkungspflicht gemäss Art. 90 AuG zu belegen, dass der Vater ihrer Tochter nicht 

mehr in U. wohnt (vgl. E. 3.3 hiernach).

3.           

Die Beschwerdeführerin hält weiter dafür, wichtige familiäre Gründe für einen späteren 

Nachzug ihrer Tochter seien zweifellos gegeben. Das Verhältnis ihrer Tochter zum 

Vater habe sich zunehmend verschlechtert, seit dieser mit einer neuen Frau und deren 

zwei Kindern zusammenlebe. Auch das Verhältnis zur Stiefmutter sei von Anfang an 

sehr belastet gewesen. Es sei immer wieder zu heftigen Streitigkeiten gekommen, 

wobei der Vater stets Partei für seine neue Frau genommen habe. Ihre Tochter sei vom 

Vater oft geschlagen worden. Der Vater habe ausdrücklich mitgeteilt, dass die Tochter 

zu ihr gehen könne, wenn dieser die neue Situation nicht passe. Er habe immer wieder 

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gesagt, dass er sich genug um sie gekümmert habe und jetzt sein eigenes Leben leben 

wolle. Nachdem die Situation mehr und mehr eskaliert sei, habe ihre Tochter im 

April 2014 Zuflucht bei ihrer Halbschwester gesucht. Damals habe ihre Tochter 

telefonisch mitgeteilt, dass sie nie mehr zum Vater zurückkehren wolle. Der Aufenthalt 

bei ihrer Halbschwester sei nur vorübergehender Natur gewesen und habe allein der 

Bewältigung der damaligen Krisensituation gedient. Die Halbschwester sei nicht in der 

Lage, ihre Tochter über längere Zeit bei sich aufzunehmen. Bereits nach wenigen 

Tagen habe sie ihrer Tochter zu erkennen gegeben, dass sie unerwünscht sei und sich 

die Beschwerdeführerin um sie sorgen solle. Ihre Tochter sei zu dieser Zeit psychisch 

am Boden gewesen und habe sie förmlich angefleht, sie so rasch wie möglich 

abzuholen. In dieser Akutsituation habe sie ihre Tochter am 21. Juni 2014 zu sich in die 

Schweiz genommen. Seit April 2014 habe ihre Tochter keinen persönlichen Kontakt 

mehr zum Vater. Telefonische Kontaktversuche seien vom Vater systematisch 

abgeblockt worden. Nach Angabe ihres serbischen Anwalts sei der Vater unbekannten 

Aufenthalts und befinde sich nicht mehr in Serbien. Für ihre Tochter würden keine 

Möglichkeiten existieren, in Serbien unterzukommen. Ihre Halbschwester sei dazu nicht 

bereit. Andere Verwandte oder Bekannte seien nicht vorhanden. Sowohl die Gross­

eltern mütterlicher- als auch väterlicherseits wie auch ihre weiteren Geschwister lebten 

in Österreich. Die notwendige Betreuung ihrer Tochter sei in Serbien nicht 

gewährleistet. Es gebe nur die Möglichkeit einer Betreuung durch sie selbst in der 

Schweiz. Seit frühester Kindheit habe ihre Tochter immer ein äusserst inniges und 

herzliches Verhältnis zu ihr gepflegt. Neben den gemeinsamen Ferien seien sie täglich 

über Telefon, SMS, E-Mail und Skype in Kontakt gewesen. Die Verbindung zum Vater 

sei eine reine Zweckverbindung gewesen. Indem der Vater den Kontakt mit ihrer 

Tochter einseitig abgebrochen habe, beweise er, dass zwischen ihm und seiner 

Tochter nie eine tiefe emotionale Verbindung bestanden habe. Es beständen keine 

Anhaltspunkte, dass das zuständige serbische Amtsgericht die Übertragung des 

alleinigen Sorgerechts an die Mutter nicht aufgrund umfassender Abklärungen und 

einer sorgfältigen und pflichtgemässen Interessen- und Güterabwägung im besten 

Interesse ihrer Tochter getroffen habe. Die gravierenden Beziehungsprobleme 

zwischen Vater und Tochter seien in diesem Verfahren unbestritten gewesen, weshalb 

kein Anlass bestand, diese in das Verfahren einfliessen zu lassen. Sie und ihre Tochter 

seien im Abänderungsprozess darauf bedacht gewesen, den Konflikt mit dem Vater 

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nicht unnötig eskalieren zu lassen. Ohnehin sei es schweizerischen Behörden und 

Gerichten völkerrechtlich untersagt, Sorgerechtsentscheidungen eines souveränen 

Vertragsstaates inhaltlich zu hinterfragen. Unter Vorbehalt des Kindeswohls bzw. des 

ordre public seien sie an das Dispositiv der rechtskräftigen Entscheidung des 

Amtsgerichts Y. gebunden, ihr das alleinige Sorge- und Umgangsrecht zuzuteilen. Ihre 

Tochter dürfe und müsse sich somit bis zur Mündigkeit bei ihr aufhalten. Eine Ausreise 

nach Serbien ohne Gewährleistung einer geeigneten Betreuung sei weder zumutbar 

noch unter den Gesichtspunkten der einschlägigen völker- und landesrechtlichen 

Kindesschutzbestimmungen zulässig. Würde sie eine Ausreise ihrer Tochter zulassen, 

käme dies im Ergebnis einer groben Verletzung ihrer elterlichen Fürsorge- und 

Erziehungspflichten gleich. Unter kindesrechtlichen Aspekten sei es nicht angängig, 

dass ihre Tochter die Konsequenzen für allfällige Versäumnisse ihrer Eltern tragen 

müsse. Ihre Tochter habe sich in der Schweiz äusserst erfolgreich integriert und sich 

hier während ihres rund eineinhalbjährigen Aufenthalts ein tatsächlich gelebtes 

tragfähiges soziales Beziehungsnetz und beste Zukunftsperspektiven erarbeitet. Sie 

habe in der Schweiz zwischenzeitlich auf einer sozialen, schulischen und emotionalen 

Ebene eine neue Heimat gefunden und den Tatbeweis einer erfolgreichen Integration 

eindrücklich erbracht. Sie sei unter ihren Mitschülern sehr beliebt und habe in der 

Schule und im Umfeld des FC X. einen grossen Freundeskreis. Zudem stehe sie kurz 

vor dem Schulabschluss und mitten in der Berufswahl. Der Gedanke an die angedrohte 

Ausweisung sei für ihre Tochter kaum zu ertragen. W... . Die Ablehnung des 

Familiennachzuggesuchs könne nicht mit angeblich drohenden 

Integrationsschwierigkeiten und dem Kindeswohl begründet werden.

3.1.       

Die Beschwerdeführerin verfügt, soweit ersichtlich, nach wie vor über eine 

Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz und kann sich auf Art. 44 AuG stützen, der den 

Nachzug durch Ausländer mit Aufenthaltsbewilligung regelt. Diese Bestimmung räumt 

ihr keinen Nachzugsanspruch ein. Allerdings lebt die Beschwerdeführerin schon mehr 

als eineinhalb Jahre in der Schweiz mit ihrer Tochter zusammen. Unter diesen 

Umständen würde die Wegweisung der Tochter den konventions- und 

verfassungsrechtlich garantierten Anspruch auf Achtung des Familienlebens im Sinne 

von Art. 8 der Europäischen Konvention zum Schutze der Menschenrechte und 

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Grundfreiheiten (SR 0.101, EMRK) und Art. 13 Abs. 1 BV berühren. Auch wenn diese 

Bestimmungen kein absolutes Recht auf Familiennachzug beinhalten, begrenzen sie 

doch das Ermessen der Behörde, das ihr bei der Anwendung von Art. 44 AuG 

grundsätzlich zusteht. Insoweit ist eine Einzelfallprüfung bzw. Güterabwägung 

vorzunehmen, wobei die in Art. 8 Ziff. 2 EMRK genannten Aspekte einen Eingriff in das 

Familienleben rechtfertigen können. Als zulässige öffentliche Interessen kommen 

namentlich das Durchsetzen einer restriktiven Einwanderungspolitik, die Schaffung 

günstiger Rahmenbedingungen für die Eingliederung der Ausländer sowie die 

Verbesserung der Arbeitsmarktstruktur in Betracht (vgl. BGE 137 I 284 E. 1.2 und 2.1 

mit Hinweisen).

3.2.       

Nicht umstritten ist im konkreten Fall, dass die Beschwerdeführerin die massgebende 

Einjahresfrist gemäss Art. 73 Abs. 1 VZAE (vgl. zum persönlichen Geltungsbereich von 

Art. 47 Abs. 1 AuG: M. Caroni, in: Bundesgesetz über die Ausländerinnen und 

Ausländer, Bern 2010, Art. 47 N 6) für den Nachzug ihrer Tochter ungenutzt 

verstreichen liess. Zu prüfen bleibt, ob wichtige familiäre Gründe vorliegen, die einen 

Familiennachzug nach Art. 44 AuG auch dann zu rechtfertigen vermögen, wenn darum 

ausserhalb der gesetzlich vorgesehenen Fristen ersucht wird (Art. 73 Abs. 3 VZAE). 

Solche Gründe liegen vor, wenn das Kindswohl nur durch einen Nachzug in die 

Schweiz sachgerecht gewahrt werden kann (Art. 75 VZAE, vgl. auch Art. 3 Abs.1 KRK). 

Entgegen dem Wortlaut dieser Verordnungsbestimmung ist dabei nach der 

Rechtsprechung jedoch nicht ausschliesslich auf das Kindswohl abzustellen; es bedarf 

vielmehr einer Gesamtschau unter Berücksichtigung aller relevanten Elemente im 

Einzelfall. Dabei ist dem Sinn und Zweck der Fristenregelung Rechnung zu tragen, 

welche die Integration der Kinder erleichtern will, indem diese durch einen frühzeitigen 

Nachzug unter anderem auch eine möglichst umfassende Schulbildung in der Schweiz 

geniessen sollen. Zudem geht es darum, Nachzugsgesuchen entgegenzuwirken, die 

rechtsmissbräuchlich erst kurz vor Erreichen des erwerbstätigen Alters gestellt werden 

und bei denen die erleichterte Zulassung zur Erwerbstätigkeit und nicht (mehr) die 

Bildung einer echten Familiengemeinschaft im Vordergrund steht. Die Bewilligung des 

Nachzugs nach Ablauf der Fristen hat nach dem Willen des Gesetzgebers die 

Ausnahme zu bleiben. Dabei ist Art. 47 Abs. 4 AuG bzw. Art. 73 Abs. 3 VZAE jeweils 

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aber dennoch so zu handhaben, dass der Anspruch auf Schutz des Familienlebens 

nach Art. 8 EMRK bzw. Art. 13 Abs. 1 BV nicht verletzt wird (vgl. BGer 2C_176/2015 

vom 27. August 2015 E. 3.1 mit Hinweisen).

3.3.       

Vorweg ist festzuhalten, dass sich die Beschwerdeführerin nicht auf Umstände 

(Einschulung, Freundeskreis in der Schweiz, Vereinsmitgliedschaft beim FC X. im 

Fürstentum Liechtenstein, Lehrstelle bei der Pflegeschule M., act. 8.2 bis 8.9, act. 22/2, 

act. 30.2) berufen kann, die darauf beruhen, dass ihre Tochter während des 

Bewilligungsverfahrens ihren Lebensmittelpunkt in die Schweiz verlagert und – indem 

sie ihrer Verpflichtung, den Ausgang des Bewilligungsverfahrens im Ausland 

abzuwarten, nicht nachgekommen ist – die Behörden vor vollendete, auf einer 

rechtswidrigen Grundlage geschaffene Tatsachen gestellt hat (vgl. BGer 2C_181/2014 

vom 21. Februar 2014 E. 3.2 a.E.). Ohnehin lässt sich allein daraus, dass eine 

Integration ihrer Tochter in der Schweiz auf keine besonderen Hindernisse stossen 

würde, nicht schliessen, dass das Kindswohl nur durch einen Nachzug in die Schweiz 

sachgerecht gewahrt werden kann.

Ihre Tochter verbrachte die ersten zwei Lebensjahre offenbar zusammen mit ihren 

Eltern. Seit dem Wegzug der Beschwerdeführerin im Jahr 2001 lebte sie gemäss dem 

Bericht des Jugendamtes Y. vom 21. November 2013 (Dossier, S. 240 f.) allein mit dem 

Vater in U., Serbien. Der Vater übte seine elterlichen Pflichten gewissenhaft aus und 

bemühte sich, den Bedürfnissen seiner Tochter, soweit möglich, nachzukommen. Mit 

der Beschwerdeführerin pflegte sie Kontakt und verbrachte mit ihr die Schulferien. Im 

rund 63 Kilometer von U. entfernten Q. (www.goolge.ch/maps) besuchte sie die 

Grundschule „W.“, wo sie gut ins schulische Umfeld integriert war und die achte 

Grundschulklasse und damit die obligatorische Schulzeit in Serbien abschloss (vgl. 

www.auswaertiges-amt.de). Finanziell unterstützt wurden sie und ihr arbeitsloser Vater 

von seinen Eltern in Österreich. Am 13. Januar 2014, d.h. nach über zwölf Jahren unter 

elterlicher Sorge und Obhut des Vaters, übertrug das Amtsgericht Y. das Sorgerecht 

für die damals knapp 15-jährige Tochter vom Vater auf die Mutter und verpflichtete den 

Vater zu Unterhaltsbeiträgen. Begründet wurde die Umteilung des Sorgerechts damit, 

dass die Mutter der Tochter bessere Lebensverhältnisse in Bezug auf die Erziehung 

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und Schulung bieten könne (vgl. Urteil des Amtsgerichts Y. vom 13. Januar 2014, 

Dossier, S. 142-144). Damit erfolgte die Umteilung im Wesentlichen aus 

wirtschaftlichen Gründen, wie die Vorinstanz unter Erwägung 3a des angefochtenen 

Entscheides zutreffend ausführte (act. 2, S. 7).

Im massgebenden Zeitpunkt der Gesuchseinreichung am 25. Juni 2014 (vgl. BGE 136 

II 497 E. 3.4 ff.) war die Tochter der Beschwerdeführerin 15 Jahre und 3 Monate alt. In 

diesem Alter ist der Ablösungsprozess der Kinder vom Elternhaus regelmässig weit 

fortgeschritten, ohne allerdings bereits abgeschlossen zu sein. Während Jugendliche in 

der Lage sind, die täglichen Verrichtungen selbständig wahrzunehmen, erscheinen eine 

finanzielle Unterstützung und auch eine gewisse Betreuung in schwierigen 

Lebenssituationen weiterhin nötig, wobei diese grundsätzlich auch von einer 

Vertrauensperson ausserhalb der engeren Familie wahrgenommen werden kann (vgl. 

BGer 2C_174/2012 vom 22. Oktober 2012 E. 4.2). Die Tochter der Beschwerdeführerin 

ist demnach in einem Alter, welches ihr erlaubt, mit der finanziellen Hilfe der 

Grosseltern väterlicherseits aus Österreich und der Beschwerdeführerin aus der 

Schweiz sowie mit Unterhaltsbeiträgen des Vaters, unter punktueller Betreuung durch 

Familienangehörige oder Dritte, selbständig in Serbien zu leben, zumal die 

Beschwerdeführerin keine gesteigerte Betreuungsbedürftigkeit (bspw. infolge 

Erkrankung oder Behinderung) geltend macht. Dass die erforderliche punktuelle 

persönliche Betreuung in ihrem Heimatland, welches ihr nach wie vor kulturell und 

sprachlich vertraut ist, nicht mehr möglich sein sollte, erscheint nicht glaubhaft 

dargetan. Zunächst mutet es erstaunlich an, dass ihr 41-jähriger Vater zu keiner 

solchen Betreuung mehr fähig sein soll resp. eine solche Betreuung das Kindeswohl 

gefährden sollte und er nach der undatierten „Mitteilung“ des serbischen Anwalts der 

Beschwerdeführerin (act. 22/1) nicht mehr auffindbar ist resp. jeglichen Kontakt zu 

seiner Tochter abgebrochen haben soll. Schliesslich lebte er über zwölf Jahre mit 

seiner Tochter zusammen und pflegte auch nach der Darstellung der 

Beschwerdeführerin ein gutes Verhältnis zu seiner Tochter (act. 10, S. 8). Von einer 

„reinen Zweckbeziehung“ (act. 10, S. 11) kann keine Rede sein. Sodann finden sich, 

abgesehen von den unbelegten Behauptungen der Beschwerdeführerin und ihrer 

Tochter, keine Anhaltspunkte, dass sich die gute Vater-Tochter-Beziehung 

verschlechtert haben sollte, nachdem der Vater mit einer neuen Lebenspartnerin 

zusammenzog. Insbesondere finden sich weder im Urteil des Amtsgerichts Y. vom 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/15

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13. Januar 2014 (Dossier, S. 142-144) noch im Bericht des Jugendamtes Y. vom 21. 

November 2013 (Dossier, S. 240 f.) Hinweise auf eine problematische Vater-Tochter-

Beziehung bzw. auf Spannungen, welche das Mass, das mit dem Ablösungsprozess 

zwischen Vater und Tochter in der Regel verbunden ist, überschreiten würden. Daran 

vermag auch das vom serbischen Anwalt der Beschwerdeführerin nachgereichte, 

undatierte Schreiben des Vaters, in welchem dieser behauptet, nicht mehr mit seiner 

Tochter leben zu können, da er eine neue Beziehung eingegangen sei, nichts zu ändern 

(Dossier, S. 207-209). Zudem verzichtete die Beschwerdeführerin darauf, ihre Tochter 

nach der Umteilung des Sorgerechts am 13. Januar 2014 umgehend zu sich zu holen. 

Auch vor diesem Hintergrund erscheint ihre Behauptung, die Sorgerechtsübertragung 

sei in erster Linie wegen gravierender Beziehungsprobleme erfolgt, wenig glaubhaft. 

Vielmehr wollen sowohl der Vater als auch die Tochter nach dem Urteil des 

Amtsgerichts Y. vom 13. Januar 2014 und dem Bericht des Jugendamtes Y. vom 

21. November 2013 in den Schulferien persönlichen Kontakt zueinander pflegen. Des 

Weiteren wohnte der Vater in U. mit seiner neuen Frau und deren zwei Kindern 

zusammen, was ihm angeblich verunmöglichte, seine Tochter weiterhin zu betreuen. 

Nach Darstellung des serbischen Anwalts der Beschwerdeführerin müsste er auch zu 

diesen den Kontakt abgebrochen haben resp. mit ihnen „irgendwo im Gebiet des 

Balkans“ untergetaucht sein, um sich dem Zugriff seiner Tochter, der 

Beschwerdeführerin sowie der Behörden zu entziehen. Diese blossen Behauptungen 

des serbischen Anwalts sind weder – etwa mit amtlichen Dokumenten – belegt noch 

glaubhaft. Durch die Beschwerdeführerin ebenfalls nicht belegt ist, dass ihre 

Halbschwester – auch mit ihrer finanziellen Unterstützung – ausserstande ist, ihre 

Tochter zu betreuen, obwohl die Tochter nach der Darstellung der Beschwerdeführerin 

von April bis Juni 2014 bei der Halbschwester lebte. Stattdessen beschränkte sie sich 

auf die Behauptung, ihre Tochter könne einzig von ihr betreut werden, obwohl sie 

freiwillig mehr als zwölf Jahre von ihr getrennt lebte, was darauf hindeutet, dass ihr am 

gemeinsamen Familienleben mit der Tochter lange Zeit nicht sehr viel gelegen war (vgl. 

BGer 2C_914/2014 vom 18. Mai 2015 E. 3.1). Die Beschwerdeführerin kann denn auch 

von der Schweiz aus einen wesentlichen Teil der Betreuungsaufgaben in Serbien 

wahrnehmen, indem sie ihre Tochter in Serbien finanziell und moralisch durch tägliche 

Telefonate oder Kontakte mit neuen Medien sowie durch häufige Besuche unterstützt, 

wie sie dies bis am 22. Juni 2014 von Österreich oder von der Schweiz aus offenbar 

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immer getan hat. Falls die Tochter in ihrem Heimatland daneben tatsächlich weder vom 

Vater noch von der Halbschwester punktuell betreut werden kann, hat es die 

Beschwerdeführerin in Verletzung ihrer weitreichenden Mitwirkungspflicht nach 

Art. 90 AuG unterlassen, konkret aufzuzeigen, warum dort keine alternativen 

altersgerechten Betreuungsmöglichkeiten – etwa an einer weitergehenden Schule oder 

einem sonstigen Ausbildungsplatz – bestehen sollten (vgl. hierzu BGer 2C_176/2015 

vom 27. August 2015 E. 3.3, BGer 2C_303/2014 vom 20. Februar 2015 E. 6.1 a.E., 

BGer 2C_1116/2013 vom 10. November 2014 E. 3.3, BGer 2C_48/2014 vom 9. 

Oktober 2014 E. 2.2 mit Hinweisen, BGer 2D_5/2013 vom 22. Oktober 2013 E. 4.1 mit 

Hinweisen). Unter diesen Umständen ist davon auszugehen, dass in Serbien solche 

alternativen Betreuungsmöglichkeiten bestehen, die dem Kindeswohl entsprechen, 

zumal die Tochter die obligatorische Schule in Serbien abgeschlossen hat. Im Übrigen 

gründet die geltend gemachte psychische Belastung der Tochter wegen der 

angedrohten Ausweisung aus der Schweiz (vgl. Beilage zu act. 16/6) nicht auf dem 

ausländerrechtlichen Verfahren in der Schweiz, wo sie sich während des laufenden 

Verfahrens unrechtmässig aufhält, sondern ist von der Beschwerdeführerin und dem 

Vater ihrer Tochter zu verantworten, welche die Tochter in die Schweiz verbrachten 

und hier einschulen liessen, ohne dass diese über eine Aufenthaltsbewilligung verfügte, 

resp. ohne sich – in Wahrnehmung ihrer elterlichen Fürsorge- und Erziehungspflichten – 

um eine alternative Betreuungsmöglichkeit in Serbien zu kümmern. Entgegen der 

Darstellung der Tochter anlässlich ihrer Einvernahme am 26. September 2015 (act. 

8.10) ist nicht davon auszugehen, dass sie nicht nach Serbien zurückgehen kann, da 

sie dort niemand betreuen könnte. Ein Ausnahmefall wichtiger familiärer Gründe im 

Sinne von Art. 47 Abs. 4 AuG liegt nicht vor. Auch führt die Verweigerung des 

Familiennachzugs gesamthaft betrachtet nicht zu einem unverhältnismässigen Eingriff 

in das Recht auf Familienleben gemäss Art. 8 EMRK und Art. 13 Abs. 1 BV. Die 

Verweigerung des Familiennachzugs ist bundesrechts- und konventionskonform. 

Wegweisungshindernisse nach Art. 83 Abs. 1 bis 4 AuG sind keine ersichtlich. Die 

Beschwerde ist abzuweisen.

4.           

(…).

 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/15

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Demnach erkennt das Verwaltungsgericht zu Recht:

1.            Die Beschwerde wird abgewiesen.

 

2.            Die amtlichen Kosten von Fr. 2000.-- bezahlt die Beschwerdeführerin unter 

Verrechnung mit dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe.

 

3.           

Ausseramtliche Kosten werden nicht entschädigt.

 

Der Präsident                    Der Gerichtsschreiber

Eugster                              Bischofberger

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	Entscheid Verwaltungsgericht, 25.02.2016
	Ausländerrecht, Verweigerung Familiennachzug, Art. 8 EMRK, Art. 13 Abs. 1 BV, Art. 44 und Art. 90 AuG, Art. 73 Abs. 1 und 3, Art. 75 VZAE, Art. 29 Abs. 2 BV, Art. 12 VRP, Art. 47 Abs. 4 AuG, Art. 3 Abs. 1 und Art. 12 KRK. Abweisung des Begehrens um persönliche Anhörung im Rekurs- und Beschwerdeverfahren (E. 2.1 ff.). Die Beschwerdeführerin kann sich nicht auf Umstände berufen, die darauf beruhen, dass ihr Kind während des Bewilligungsverfahrens seinen Lebensmittelpunkt in die Schweiz verlagert und – indem es seiner Verpflichtung, den Ausgang des Bewilligungsverfahrens im Ausland abzuwarten, nicht nachgekommen ist – die Behörden vor vollendete, auf einer rechtswidrigen Grundlage geschaffene Tatsachen gestellt hat. Die Beschwerdeführerin hat es in Verletzung ihrer weitreichenden Mitwirkungspflicht unterlassen, konkret aufzuzeigen, warum im Herkunftsland keine alternativen altersgerechten Betreuungsmöglichkeiten für ihr Kind bestehen sollen. Ein Ausnahmefall wichtiger familiärer Verhältnisse liegt nicht vor. Auch führt die Verweigerung des Familiennachzugs gesamthaft betrachtet nicht zu einem unverhältnismässigen Eingriff in das Recht auf Familienleben (E. 3.1 ff.), (Verwaltungsgericht, B 2015/171). Entscheid vom 25. Februar 2016

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