# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 37cfb8ab-084d-5449-b18f-ad9568df3cb7
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** UE250135-O5
**Docket/Reference:** UE250135-O5
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/UE250135-O5.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
III. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: UE250135-O/U/GRO

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. D. Oehninger, Präsident, lic. iur. B. Stiefel und 

Ersatzoberrichterin lic. iur. S. Mathieu sowie Gerichtsschreiber 

MLaw J. Ahmadi

Beschluss vom 6. August 2025

in Sachen

A._____, 

Beschwerdeführer

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____

gegen

1.

2.

B._____, 

Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich

Beschwerdegegner

1 amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____

betreffend Einstellung 

Beschwerde gegen die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft I des 

Kantons Zürich vom 24. März 2025

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Erwägungen:

I.

1.

Gestützt auf eine Strafanzeige von B._____ (nachfolgend: Beschwerdegeg-

ner)  vom  29. November  2022  (Urk. 17/1/1  S. 3)  bzw.  8. Dezember  2022 

(Urk. 17/2/1 F/A 4) rapportierte die Kantonspolizei Zürich am 3. Februar 2023 ge-

gen A._____ (nachfolgend: Beschwerdeführer) wegen Körperverletzung aufgrund 

eines  Vorfalls  unter  Mitinsassen  in  der  JVA  Pöschwies  am  27. November  2022 

(Urk. 17/1/1).  Anlässlich  seiner  polizeilichen  Einvernahme  vom  23. Januar  2023, 

bei der der Beschwerdeführer als Beschuldigter befragt wurde, sowie mit Schreiben 

vom 23. Februar 2023 erhob er seinerseits Vorwürfe gegen den Beschwerdegeg-

ner  betreffend  versuchten  Mord,  einfache  bzw.  versuchte  schwere  Körperverlet-

zung  und  Drohung  sowie  weitere  Delikte  (Urk. 17/3/1  F/A  3 ff.;  Urk. 17/11/1; 

Urk. 17/1/2  [Nachtragsrapport]).  Die  Staatsanwaltschaft  I  des  Kantons  Zürich 

(nachfolgend: Staatsanwaltschaft) stellte mit Verfügungen vom 24. März 2025 so-

wohl die Strafuntersuchung gegen den Beschwerdeführer als auch jene gegen den 

Beschwerdegegner ein (Urk. 3/3; Urk. 5 = Urk. 3/1) ein.

2.

Gegen  die  Einstellungsverfügung  betreffend  die  Strafuntersuchung  gegen 

den Beschwerdegegner (Urk. 5) liess der Beschwerdeführer durch seinen Rechts-

vertreter, der in der gegen ihn geführten Strafuntersuchung als amtliche Verteidi-

gung amtete, mit Eingabe vom 10. April 2025 innert Frist (vgl. Urk. 18; Urk. 17/16) 

Beschwerde erheben (Urk. 2). Er beantragt die Aufhebung der angefochtenen Ver-

fügung und die Weiterführung des Strafverfahrens gegen den Beschwerdegegner 

durch die Staatsanwaltschaft. Zudem sei diese anzuweisen, ihn als Auskunftsper-

son einzuvernehmen (ebd. S. 2).

3.

Mit Verfügung vom 16. April 2025 wurde dem Rechtsvertreter Frist gesetzt, 

um eine Vollmacht des Beschwerdeführers einzureichen. Zugleich wurde dem Be-

schwerdeführer Frist zur Leistung einer Sicherheit im Sinne von Art. 383 StPO ge-

setzt (Urk. 6). Innert erstreckter Frist (vgl. Urk. 9 S. 2) reichte der Rechtsvertreter 

eine Vollmacht ein (Urk. 13/1) und stellte namens des Beschwerdeführers ein Ge-

such um unentgeltliche Prozessführung (Urk. 12). Die Staatsanwaltschaft reichte 

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ihre Akten elektronisch ein (vgl. Urk. 17). Mit Verfügung vom 13. Juni 2025 wurde 

der Staatsanwaltschaft sowie dem Beschwerdegegner Frist zur Stellungnahme an-

gesetzt (Urk. 19). Der Beschwerdegegner liess sich mit Eingabe vom 16. Juni 2025 

vernehmen und beantragte die Abweisung der Beschwerde (Urk. 23). Die Staats-

anwaltschaft verzichtete auf eine Stellungnahme (Urk. 27). Der Beschwerdeführer 

erstattete mit Eingabe vom 14. Juli 2025 eine Replik (Urk. 32). 

4.

Infolge der Abwesenheit eines Mitglieds des Spruchkörpers und der hohen 

Geschäftslast ergeht der vorliegende Entscheid in Nachachtung des Beschleuni-

gungsgebots in Strafsachen in einer teilweise anderen Besetzung als angekündigt. 

II.

1.

Angefochten  ist  eine  Einstellungsverfügung  der  Staatsanwaltschaft.  Dage-

gen ist die Beschwerde beim Obergericht zulässig (Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO und 

§ 49 GOG).

2.

2.1. Zur Beschwerde legitimiert ist jede Partei, die ein rechtlich geschütztes Inter-

esse  an  der  Aufhebung  oder  Änderung  eines  Entscheides  hat  (Art. 382  Abs. 1 

StPO). Parteien sind namentlich die beschuldigte Person und die Privatklägerschaft 

(Art. 104 Abs. 1 lit. a und b StPO). Als Privatklägerschaft gilt die geschädigte Per-

son,  die  ausdrücklich  erklärt,  sich  am  Strafverfahren  im  Straf-  oder  Zivilpunkt  zu 

beteiligen (Art. 118 Abs. 1 StPO). Geschädigt ist, wer durch die Straftat in seinen 

Rechten unmittelbar verletzt worden ist (Art. 115 Abs. 1 StPO). 

2.2. Der  Beschwerdeführer  macht  durch  die  behaupteten  Straftaten  des  Be-

schwerdegegners  eine  unmittelbare  Schädigung  im  Sinne  von  Art. 115  Abs. 1 

StPO geltend. Da er Strafantrag gestellt hat (Urk. 17/11/1), hat er sich im Strafpunkt 

gültig als Privatkläger konstituiert (vgl. Art. 118 Abs. 1 und 2, Art. 119 Abs. 2 lit. a 

StPO). Dies gilt ungeachtet dessen, dass es sich bei den angezeigten Straftaten 

teilweise um Offizialdelikte handelt, da der Antrag auf Strafverfolgung auch bei Of-

fizialdelikten einer Erklärung im Sinne von Art. 118 Abs. 1 StPO gleichkommt (BGE 

141 IV 380 E. 2.3.5). Mit Eingabe vom 18. Februar 2025 liess der Beschwerdefüh-

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rer  zudem  bestätigen,  dass  er  sich  am  Strafverfahren  beteiligt  (Urk. 17/10/13 

Ziff. 5).  Er  hat  sich  demnach  als  Privatkläger  konstituiert  und  ist  somit  zur  Be-

schwerde legitimiert.

3.

3.1. Die  Staatsanwaltschaft  erwog  in  der  angefochtenen  Verfügung,  der  Be-

schwerdeführer habe anlässlich seiner polizeilichen Einvernahme vom 23. Januar 

2023 ausgesagt, dass der Beschwerdegegner ihn in den Genickbereich getreten 

und ihn bis zur Ohnmacht gewürgt habe (Urk. 5 E. 3). Mit Eingabe vom 23. Febru-

ar 2023 habe der Beschwerdeführer zudem Strafanzeige wegen Mordversuchs etc. 

gestellt (ebd. E. 4). Die Staatsanwaltschaft habe beide Parteien zur Einvernahme 

für den 6. September 2024 vorgeladen, zu der lediglich der Beschwerdegegner er-

schienen  und  –  in  Anwesenheit  des  Verteidigers  bzw.  Rechtsvertreters  des  Be-

schwerdeführers – befragt worden sei (ebd. E. 5). Der Beschwerdegegner habe die 

Vorwürfe bestritten und ausgesagt, er habe den Beschwerdeführer hochgehoben 

und sei mit ihm zu Boden gegangen. Der Beschwerdeführer habe zuvor während 

Monaten sämtliche Insassen provoziert (ebd. E. 6 f.). Die Staatsanwaltschaft führte 

weiter aus, der Beschwerdeführer sei auch der Vorladung auf den 18. November 

2024  nicht  gefolgt  (ebd.  E. 8).  Am  21. November  2024  seien  drei  Zeugeneinver-

nahmen in Anwesenheit des Beschwerdeführers durchgeführt worden (ebd. E. 9). 

Der dritten Vorladung (auf den 16. Januar 2025) sei er erneut nicht gefolgt und habe 

ausrichten lassen, er sei krank. Er sei aufgefordert worden, ein Arztzeugnis einzu-

reichen, was ihm nicht gelungen sei. Mit Eingabe vom 18. Februar 2025 habe der 

Beschwerdeführer über seinen Rechtsvertreter mitteilen lassen, dass er sich be-

reits am Abend vor der Einvernahme nicht gut gefühlt habe. In der JVA Pöschwies 

sei  es  aber  schwierig,  einen  Arzttermin  zu  erhalten  (ebd.  E. 10  mit  Hinweis  auf 

Urk. 17/10/13). Gemäss der Staatsanwaltschaft ist dies als unentschuldigtes Nicht-

erscheinen zu werten (ebd. E. 11). Ein Tatverdacht gegen den Beschwerdegegner 

(sowie gegen den Beschwerdeführer) habe sich aber ohnehin nicht erhärten las-

sen,  da  keiner  der  Zeugen  die  Version  des  Beschwerdeführers  habe  bestätigen 

können (ebd. E. 12). Seine Version sei "niemals in verfahrensgeeigneter Form vor-

gebracht" worden (ebd.). Trotz dreimaliger Gelegenheit habe der Beschwerdefüh-

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rer nicht persönlich einvernommen werden können, obwohl dies für die Konkreti-

sierung seiner Vorwürfe unabdingbar gewesen wäre (ebd. E. 13).

3.2. Der Beschwerdeführer macht in seiner Beschwerde geltend, die Staatsan-

waltschaft habe ausgeführt, er habe dreimal einer Vorladung unentschuldigt nicht 

Folge geleistet. Sie folgere daraus implizit, dass er sein Recht verwirkt habe, als 

Privatkläger am Verfahren teilzunehmen (Urk. 2 Ziff. 8). Der Beschwerdeführer sei 

der Einvernahme vom 16. Januar 2025 jedoch nicht unentschuldigt ferngeblieben. 

Er sei krank gewesen. Es sei ihm (sinngemäss) nicht möglich gewesen, ein Arzt-

zeugnis zu beschaffen (ebd. Ziff. 9–11). Grund für das Fernbleiben an den beiden 

vorherigen  Terminen  sei  sein  generell  schlechter  Gesundheitszustand  gewesen 

(ebd. Ziff. 12 mit Hinweis auf Urk. 3/4). Als Privatkläger habe er das Recht, seinen 

Standpunkt in einer parteiöffentlichen Einvernahme darzulegen. Die Staatsanwalt-

schaft  verletze  dieses  Recht.  Sie  habe  den  Sachverhalt  nicht  abgeklärt  (ebd. 

Ziff. 13). Schliesslich habe die den 16. Januar 2025 betreffende Vorladung keinen 

Hinweis auf allfällige Säumnisfolgen enthalten (ebd. Ziff. 14).

3.3. Der Beschwerdegegner führt in seiner Stellungnahme aus, keine der befrag-

ten  Personen  habe  die  Version  des  Beschwerdeführers  (betreffend  Treten  und 

Würgen durch den Beschwerdegegner) bestätigt (Urk. 23 Ziff. 1). Auch der Unter-

suchungsbericht  des  Universitätsspitals  Zürich  vom  18. Dezember  2022  enthalte 

keine Hinweise auf eine Gewalteinwirkung durch Würgen (ebd.). Weiter macht der 

Beschwerdegegner geltend, der Beschwerdeführer sei der für den 16. Januar 2025 

vorgesehenen Einvernahme unentschuldigt ferngeblieben (ebd. Ziff. 2). Denn der 

behauptete Verhinderungsgrund wäre ohne Weiteres zu belegen gewesen, sei es 

durch ein Arztzeugnis oder mittels einer durch den Rechtsvertreter eingeholten Er-

klärung bzw. eines Schriftenwechsels mit der JVA Pöschwies (ebd. Ziff. 2.2). Hin-

gegen befinde sich in den Akten eine E-Mail vom 16. Januar 2025, demzufolge die 

JVA mitgeteilt habe, dass der Beschwerdeführer zur Einvernahme nicht kommen 

wolle. Auch einer E-Mail des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers lasse sich 

entnehmen, dass letzterer nicht krank gewesen sei, sondern nicht zur Einvernahme 

habe kommen wollen (ebd. mit Hinweis auf Urk. 17/10/11). Das Beschleunigungs-

gebot verbiete es, dem Beschwerdeführer eine vierte Gelegenheit für eine Einver-

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nahme einzuräumen (ebd. Ziff. 2.4). Zudem seien die Aussagen des Beschwerde-

führers anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 23. Januar 2023 betreffend 

das Kerngeschehen widersprüchlich. Dieser Widerspruch würde auch im Falle ei-

ner weiteren Befragung bestehen bleiben (ebd. Ziff. 3.1 f.). Der Beschwerdeführer 

sei schliesslich unglaubwürdig, da er offensichtlich mit seiner Strafanzeige gegen 

den Beschwerdegegner diesen zum Rückzug seiner Anzeige habe bewegen wollen 

(ebd. Ziff. 3.3).

3.4. Der Beschwerdeführer entgegnet in der Replik, Verhinderungsgründe müss-

ten  "soweit  [wie]  möglich"  belegt  werden  (Urk. 32  Ziff. 1).  Der  Hinweis  des  Be-

schwerdegegners auf den Mailverkehr (vgl. Urk. 17/10/11) vermöchte die Behaup-

tung des Beschwerdeführers, er sei krank gewesen, nicht zu widerlegen. Wer krank 

sei, könne und wolle einen Termin nicht wahrnehmen (ebd. Ziff. 2). Auch aus dem 

Umstand,  der  Beschwerdeführer  habe  am  16. Januar  2025  nicht  zurückgerufen, 

könne nicht abgeleitet werden, er sei nicht krank gewesen (ebd.). Schliesslich sei 

eine vom Beschwerdegegner vorgenommene Beweiswürdigung nicht von Belang 

(ebd. Ziff. 3 mit Hinweis auf Urk. 23 Ziff. 3).

4.

4.1. Dem Beschwerdegegner ist zuzustimmen, dass weder Personal- noch Sach-

beweise  vorliegen,  die  die  Darstellung  des  Beschwerdeführers  stützen.  C._____ 

sagte anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 22. Dezember 2022 aus, der 

Beschwerdegegner habe den Beschwerdeführer gepackt, woraufhin beide zu Bo-

den gefallen seien (Urk. 17/4/1 F/A 16). Ein Würgen durch den Beschwerdegegner 

erwähnte er nicht (ebd. F/A 6 ff.). Am Folgetag sagte auch D._____ aus, der Be-

schwerdegegner  habe  den  Beschwerdeführer  von  hinten  mit  beiden  Armen  ge-

packt und "ihn einfach nur auf den Boden [gelegt]" (Urk. 17/4/2 F/A 6). Seine Dar-

stellung beinhaltete ebenfalls kein Würgen  durch den Beschwerdegegner (ebd.). 

Der Zeuge E._____ verneinte, ein Würgen durch den Beschwerdegegner gesehen 

zu haben (Urk. 17/4/4 F/A 26, 40). Er habe auch nicht beobachtet, dass der Be-

schwerdegegner auf den Beschwerdeführer eingeschlagen hätte (ebd. F/A 12). Der 

Zeuge F._____ gab an, nicht gesehen zu haben, dass der Beschwerdegegner den 

Beschwerdeführer ins Genick getreten habe. Dass dieser von jenem gewürgt wor-

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den sein soll, bezeichnete er als "Chaibenseich" (Urk. 17/4/6 F/A 23 f.). Keiner der 

Befragten stützte schliesslich die Darstellung des Beschwerdeführers, wonach ein 

weiterer Insasse ihm zu Hilfe gekommen sei und den Würgegriff gelöst habe (vgl. 

Urk. 17/3/1 F/A 8). Auch dass weitere Insassen im Sinne seiner Version ausgesagt 

hätten (vgl. so der Beschwerdeführer, ebd. F/A 8), ist nicht zu sehen. Zu berück-

sichtigen ist weiter, dass der Beschwerdeführer im Anschluss an den Vorfall vom 

27.  November  2022  offenbar  lediglich  Nackenschmerzen  geltend  gemacht  hatte 

(vgl. Urk. 17/7/1 S. 1; Urk. 17/7/2 S. 2). Zu Recht macht der Beschwerdegegner 

auch geltend, der Untersuchungsbericht des Universitätsspitals Zürich vom 18. De-

zember  2022  enthalte  keine  Hinweise  auf  eine  Gewalteinwirkung  durch  Würgen 

(vgl. Urk. 3/4). Soweit ersichtlich, brachte der Beschwerdeführer erstmals an der 

polizeilichen Einvernahme vom 23. Januar 2023 vor, der Beschwerdegegner habe 

ihn ins Genick getreten und gewürgt (Urk. 17/3/1 F/A 3). Die Aussagen in dieser 

Einvernahme wirken indes zusammenhanglos und letztlich konfus (vgl. ebd. F/A 3 

ff.). Der Beschwerdeführer war dem Protokoll zufolge auch nicht ernsthaft bemüht, 

eine sachliche Darstellung abzugeben (ebd.). 

4.2. Mit  dem  Beschwerdegegner  ist  zudem  auch  festzustellen,  dass  Zweifel 

daran  bestehen,  dass  der  Beschwerdeführer  krankheitsbedingt  nicht  zur  Einver-

nahme vom 16. Januar 2025 habe erscheinen können. Ein Arztzeugnis oder eine 

Bestätigung  seitens  der  JVA  Pöschwies  wäre  für  den  Rechtsvertreter  des  Be-

schwerdeführers,  anders  als  dieser  geltend  macht  (Urk. 2  Ziff. 9–12;  Urk. 32 

Ziff. 1),  problemlos  erhältlichzumachen  gewesen.  Es  liegen  stattdessen  Indizien 

dafür vor, dass der Beschwerdeführer – trotz entsprechender Möglichkeit – nicht 

gewillt war, zur Einvernahme zu erscheinen (vgl. Urk. 17/10/11 S. 1, wonach die 

JVA Pöschwies der Staatsanwaltschaft mitgeteilt haben soll, dass der Beschwer-

deführer nicht kommen wolle; vgl. zudem die Mitteilung des Rechtsvertreters an die 

Staatsanwaltschaft,  wonach  der  Beschwerdeführer  nicht  erscheinen  wolle,  ebd. 

S. 3). Vor diesem Hintergrund ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer seine 

Vorwürfe  gegen  den  Beschwerdegegner  letztlich  nur  halbherzig  aufrechterhalten 

hat, wohingegen die Polizei und die Staatsanwaltschaft an mehreren Terminen Ein-

vernahmen durchgeführt haben und den Vorwürfen ernsthaft nachgegangen sind. 

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4.3. Dem  Beschwerdegegner  ist  folglich  im  Ergebnis  beizupflichten,  dass  eine 

staatsanwaltschaftlichen Einvernahme des Beschwerdeführers zum (rund zweiein-

halb Jahre zurückliegenden) Vorfall keine neuen Erkenntnisse bringen, sondern al-

lenfalls zu einer unklaren Beweislage führen würde. Unter diesen Umständen ge-

bietet  das  Beschleunigungsgebot  (Art. 5  StPO),  auf  eine  erneute  Vorladung  des 

Beschwerdeführers zu verzichten und das Verfahren einzustellen. Im Ergebnis hat 

die Staatsanwaltschaft die Strafuntersuchung zu Recht eingestellt. Die Beschwerde 

ist damit abzuweisen.

III.

1.

Der Beschwerdeführer unterliegt, so dass ihm grundsätzlich die Kosten des 

Beschwerdeverfahrens aufzuerlegen sind (Art. 428 Abs. 1 StPO). Er liess jedoch 

ein  Gesuch  stellen  um  unentgeltliche  Prozessführung  für  das  vorliegende  Be-

schwerdeverfahren (Urk. 12 S. 2). Nach Art. 29 Abs. 3 BV hat jede Person, die nicht 

über  die  erforderlichen  Mittel  verfügt,  Anspruch  auf  unentgeltliche  Rechtspflege, 

wenn ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint. Für die bedürftige Privatklä-

gerschaft  im  Strafprozess  wird  dieser  verfassungsmässige  Anspruch  in  Art. 136 

StPO konkretisiert. Nach dieser Bestimmung steht die unentgeltliche Rechtspflege 

(auch) dem Opfer im Sinne von Art. 116 StPO zur Durchsetzung seiner nicht aus-

sichtslosen Strafklage zu (Art. 136 Abs. 1 lit. b StPO). Inhaltlich umfasst die unent-

geltliche Prozessführung die Befreiung von Vorschuss- und Sicherheitsleistungen 

sowie von Verfahrenskosten (Abs. 2 lit. a und b).

2.

2.1. Der Beschwerdeführer ist aufgrund des Vorwurfs der Körperverletzung etc. 

als Opfer im Sinne von Art. 116 Abs. 1 StPO zu qualifizieren. 

2.2. Die  Ausführungen  der  Staatsanwaltschaft  in  der  angefochtenen  Verfügun-

gen waren für den Beschwerdeführer möglicherweise missverständlich. Die Staats-

anwaltschaft  legte  den  Schwerpunkt  ihrer  Begründung  auf  das  unentschuldigte 

Nichterscheinen des Beschwerdeführers und dieser fasst dies möglicherweise so 

auf, dass sie implizit die Auffassung vertreten habe, die Verfahrenseinstellung sei 

eine zulässige Säumnisfolge gemäss Art. 205 StPO (vgl. Urk. 2 Ziff. 8, wo von Ver-

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wirkung  eines  Rechts  die  Rede  ist).  Auch  ist  beim  Beschwerdeführer  möglicher-

weise der Eindruck entstanden, die Staatsanwaltschaft halte eine Einvernahme des 

Beschwerdeführers zur Abklärung der Vorwürfe (weiterhin) an sich für notwendig. 

Wie vorne gezeigt wurde, ist dies nicht der Fall. Insofern ist dem Beschwerdeführer 

zuzugestehen,  dass  die  Beweislage  erst  bei  genauerer  Betrachtung  (und  nicht 

schon bei bloss vorläufiger Prüfung der Prozessaussichten) eine Verurteilung des 

Beschwerdegegners als ausgeschlossen erscheinen lässt, weshalb die Strafklage 

bzw. die Beschwerde nicht von vornherein als aussichtslos zu qualifizieren ist. Die 

Bedürftigkeit des Beschwerdeführers ist hinreichend dargetan (Urk. 13/2–3). Dem-

nach ist das Gesuch des Beschwerdeführers um Gewährung der unentgeltlichen 

Prozessführung gutzuheissen; er ist von der Pflicht zur Leistung einer Sicherheit 

sowie  den  Verfahrenskosten  des  Beschwerdeverfahrens  zu  befreien  und  diese 

Kosten sind auf die Gerichtskasse zu nehmen.

3.

Der Beschwerdegegner obsiegt im Beschwerdeverfahren. Nach der Praxis 

der hiesigen Kammer wird die bereits bestellte amtliche Verteidigung im Beschwer-

deverfahren grundsätzlich anerkannt. Rechtsanwalt Y._____ amtet daher auch im 

Beschwerdeverfahren als amtlicher Verteidiger. Die Entschädigung der amtlichen 

Verteidigung bemisst sich nach der Verordnung über die Anwaltsgebühren (Anw-

GebV; Art. 135 Abs. 1 StPO). Im Beschwerdeverfahren ist eine Pauschale zuzu-

sprechen. Die Gebühr beträgt zwischen Fr. 300.– und Fr. 12'000.– (vgl. § 19 Abs. 1 

AnwGebV). Innerhalb dieses Rahmens bemisst sich die Gebühr nach den Kriterien 

von § 2 AnwGebV. In Anbetracht der Bedeutung und Schwierigkeit des Falls sowie 

der Verantwortung und dem Zeitaufwand des amtlichen Verteidigers für die (ohne 

Rubrum und Anträge) gut fünfseitige Beschwerdeantwort erscheint das geltend ge-

macht Honorar von Fr. 1'270.70 (inkl. Mehrwertsteuer, vgl. Urk. 24) angemessen, 

weshalb er in diesem Umfang zu entschädigen ist.

Es wird verfügt:
(Oberrichter lic. iur. D. Oehninger)

1.

Das Gesuch des Beschwerdeführers um Gewährung der unentgeltlichen Pro-

zessführung wird gutgeheissen.

- 10 -

2. Mitteilung und Rechtsmittel mit nachfolgendem Beschluss.

Es wird beschlossen:

Die Beschwerde wird abgewiesen.

Die Kosten des Beschwerdeverfahrens werden auf die Gerichtskasse genom-

men.

1.

2.

3.

Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ wird als amtlicher Verteidiger des Beschwerde-

gegners für das Beschwerdeverfahren mit Fr. 1'270.70 aus der Gerichtskasse 

entschädigt.

4.

Schriftliche Mitteilung an:







Rechtsanwalt lic. iur. X._____, zweifach, für sich und den Beschwerde-
führer (per Gerichtsurkunde)

Rechtsanwalt  lic. iur. Y._____,  unter  Beilage  einer  Kopie  von  Urk. 32, 
zweifach, für sich und den Beschwerdegegner 

die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich ad …, unter Beilage einer 
Kopie von Urk. 32 (gegen Empfangsbestätigung)

sowie  nach  Ablauf  der  Rechtsmittelfrist  bzw.  nach  Erledigung  allfälliger 

Rechtsmittel an:





die  Staatsanwaltschaft  I  des  Kantons  Zürich  (gegen  Empfangsbestäti-
gung)

die Zentrale Inkassostelle der Gerichte (elektronisch).

5. Gegen diesen Entscheid kann Beschwerde in Strafsachen erhoben wer-

den.

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an gerechnet, bei der 

gemäss Art. 35 und Art. 35a BGerR zuständigen strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesge-

richtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen.

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichtsge-

setzes.

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Hinweis: Eingaben müssen spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht einge-

reicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplo-

matischen oder konsularischen Vertretung übergeben werden.

Zürich, 6. August 2025

Obergericht des Kantons Zürich
III. Strafkammer

Der Präsident:

Der Gerichtsschreiber:

lic. iur. D. Oehninger

MLaw J. Ahmadi