# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 14bcecff-989f-5ccf-96d0-053526072c7d
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-05-06
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 06.05.2013 IV 2012/158
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2012-158_2013-05-06.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2012/158

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 06.05.2013

Entscheiddatum: 06.05.2013

Entscheid Versicherungsgericht, 06.05.2013
Art. 28 IVG. Rentenanspruch. Beweiswürdigung medizinischer Berichte. 
Rückweisung zur Vornahme weiterer Abklärungen (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St.Gallen vom 6. Mai 2013, IV 2012/158).

Präsidentin Karin Huber-Studerus, Versicherungsrichterinnen Miriam Lendfers und 

Lisbeth Mattle Frei; Gerichtsschreiberin Nadja Francke Zubair

 

Entscheid vom 6. Mai 2013

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführer,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Rente

 

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Sachverhalt:

A.     

A.a   A.___ meldete sich am 21. September 2011 wegen "Herzleiden" zum Bezug von 

Leistungen der Invaliditätsversicherung bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen an (IV-

act. 1).

A.b   Am 5. Oktober 2011 erstattete die B.___ GmbH der IV-Stelle einen 

Arbeitgeberbericht, wonach der bei ihnen als "Gerüstbau Dachdecker und 

Bauspengler" tätig gewesene Versicherte seit dem 23. September 2011 wegen 

Herzproblemen zu 100% krankgeschrieben sei. Sie legte ein ärztliches Zeugnis des 

Hausarztes des Versicherten, Dr. med. C.___, Arzt für Allgemeinmedizin FMH, bei, 

welches dem Versicherten bis auf Weiteres eine krankheitsbedingte 100%-ige 

Arbeitsunfähigkeit ab dem 23. September 2011 attestierte (IV-act. 9).

A.c   Gemäss Frühinterventions(FI)-Gesprächsprotokoll des IV-internen Regional Ärzt­

lichen Dienstes (RAD) vom 18. Oktober 2011 teilte Dr. C.___ mit, dass der Versicherte 

an einer koronaren Herzkrankheit sowie einem schwergradigen obstruktiven 

Schlafapnoesyndrom leide. Weiter gab er an, dass der Versicherte in der körper­

lich schweren Tätigkeit als Dachdecker gemäss Einschätzung der Kardiologen des 

Kantonsspitals St. Gallen nicht mehr arbeitsfähig sei. Demgegenüber bestehe im Falle 

idealer Voraussetzungen am Arbeitsplatz eine volle Arbeitsfähigkeit in einer körperlich 

leichten, nicht auf Gerüsten, Leitern oder Dächern auszuübenden Tätigkeit. Beim Ver­

sicherten handle es sich um einen eher indolenten Menschen, was sich auch dadurch 

gezeigt habe, dass er nach einer ICD-Implantation am 12. Oktober 2011 bereits wieder 

bei der Arbeit auf einem Dach beobachtet worden sei. Angesichts dieser Ressourcen 

dürfte es leicht sein, für ihn eine ideale adaptierte Tätigkeit zu finden (IV-act. 16). Am 

20. Oktober 2011 schickte Dr. C.___ das Gesprächsprotokoll unterschrieben an den 

RAD zurück und reichte gleichzeitig Berichte des Kantonsspitals St. Gallen ein.

A.d   Gemäss den Berichten vom 2. und 26. September 2011 der kardiologischen 

Abteilung des Kantonsspitals St. Gallen zu Handen des Hausarztes bestand beim Ver­

sicherten seit Jahren eine koronare Herzkrankheit mit schwer eingeschränkter links­

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ventrikulärer Pumpfunktion, was anhand der kardialen MRI-Untersuchung vom 

13. September 2011 bestätigt worden war (IV-act 15). Weiter wurde festgehalten, dass 

der Versicherte an einem schwergradigen obstruktiven Schlafapnoesyndrom leide, 

wobei die nasale CPAP-Beatmung Ende 2004 bzw. Anfang 2005 wegen Problemen mit 

der Maske und Nichteinhaltung ärztlicher Weisungen habe abgebrochen werden 

müssen (IV-act. 15). Die seit Ende April 2011 aufgetretenen Thoraxschmerzen seien als 

extrakardial zu beurteilen. Aktuell bestünden eine Anstrengungsdyspnoe NYHA II sowie 

gelegentlich auftretende Beschwerden im Sinne einer stabilen Angina pectoris (CCS II). 

Im Arbeitsversuch sei die Symptomatik bereits bei deutlich submaximaler Belastung 

reproduzierbar. Aufgrund der aktuellen Situation sei der Versicherte als Dachdecker 

nicht mehr arbeitsfähig (IV-act. 15-5 ff.).

A.e   Im Rahmen der Abklärung des Anspruchs auf berufliche Massnahmen teilte der 

zuständige Eingliederungsverantwortliche im FI-Assessmentprotokoll vom 23. 

Dezember 2011 mit, dass dem Versicherten von seinem Hausarzt weiterhin und 

vorläufig bis zum 31. Dezember 2011 eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit attestiert 

worden sei. Der Eingliederungsverantwortliche hielt weiter fest, dass der Versicherte 

angegeben habe, sein Gesundheitszustand habe sich verschlechtert und er fühle sich 

nicht in der Lage, zu arbeiten. Ein Erstgespräch mit dem Arbeitgeber habe ergeben, 

dass ein alternativer Einsatz des Versicherten, welcher als Hilfsarbeiter schwere 

körperliche Arbeit geleistet habe, im Betrieb nicht möglich sei. Ein Einsatz als Fahrer 

komme nicht in Frage, da der Versicherte keinen Führerausweis besitze. Dem 

Versicherten müsse daher gekündigt werden. Abschliessend hielt der 

Eingliederungsverantwortliche fest, dass weitere Eingliederungsbemühungen mangels 

Bereitschaft des Versicherten, an Eingliederungsmassnahmen teilzunehmen, keinen 

Sinn machten und ein Rentenanspruch geprüft werden solle (IV-act. 20).

A.f    Mit Schreiben vom 30. Dezember 2011 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, 

dass er keinen Anspruch auf berufliche Massnahmen habe. Gemäss dem Ergebnis der 

getroffenen Abklärungen sei es ihm nämlich möglich, eine körperlich leichte Tätigkeit 

auszuüben. Zudem fehle es an seiner Bereitschaft, an beruflichen Eingliederungsmass­

nahmen teilzunehmen (IV-act. 22).

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A.g   Die IV-Stelle nahm einen Einkommensvergleich vor, woraus ein Invaliditätsgrad 

von 0% resultierte (IV-act. 23). Mit Vorbescheid vom 25. Januar 2012 stellte sie dem 

Versicherten die Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht. Zur Begründung führte 

sie an, dem Versicherten sei aus medizinischer Sicht eine leichte, am Boden 

auszuübende Tätigkeit weiterhin zu 100% zumutbar (IV-act. 25). Mit Verfügung vom 9. 

März 2012 wies die IV-Stelle das Gesuch um eine Rente entsprechend dem 

Vorbescheid ab (IV-act. 26). 

B.       

B.a   Gegen diese Verfügung vom 9. März 2012 erhob der Versicherte am 13. April 

2012 "Einsprache" bei der IV-Stelle (IV-act. 35). Diese leitete die Eingabe als 

Beschwerde zuständigkeitshalber an das Versicherungsgericht weiter (IV-act. 30). Da 

die Eingabe vom 13. April 2012 die Minimalanforderungen an eine Beschwerde nicht 

erfüllte, setzte die Verfahrensleitung dem Versicherten mit Schreiben vom 23. April 

2012 eine Nachfrist zur Verbesserung bis 9. Mai 2012 an (act. G 2). Innerhalb der 

gesetzten Nachfrist reichte der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 3. Mai 2012 eine 

begründete Beschwerde ein. Darin beantragt er sinngemäss die Aufhebung der 

angefochtenen Verfügung und Zusprache einer Rente bzw. die Rückweisung der 

Sache zur weiteren Abklärung. Zur Begründung führt er an, dass es ihm aufgrund 

seines Alters, seiner bisherigen Tätigkeit, der Verfügbarkeit auf dem Arbeitsmarkt sowie 

seiner gesundheitlichen Situation nicht möglich sei, eine angepasste Tätigkeit zu 

finden, wie sie ihm von der Beschwerdegegnerin zu 100% zugemutet werde. Zudem 

habe sich sein Gesundheitszustand weiter verschlechtert, was vom Kantonsspital St. 

Gallen bestätigt werden könne (act. G 3).

B.b   Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 7. Juni 2012 

die Beschwerdeabweisung. Sie stellt sich auf den Standpunkt, dass der 

Beschwerdeführer gemäss der Einschätzung seines Hausarztes, Dr. C.___, in einer 

angepassten Tätigkeit voll arbeitsfähig sei. Als mögliche geeignete Tätigkeiten für den 

Beschwerdeführer nennt sie leichtere Maschinenbedienungs-, Kontroll-, Sortier-, Prüf- 

sowie Verpackungsarbeiten, leichtere Arbeiten bei der Lager- und 

Ersatzteilbewirtschaftung sowie Kurier- und leichte Lieferdienste. Auf dem 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt stünden genügend Stellen zur Verfügung, wobei auch 

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das fortgeschrittene Alter keinen Hinderungsgrund darstelle. Sie sei daher zu Recht 

von einer vollen Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit ausgegangen (act. G 6).

B.c   Mit Replik vom 9. Juli 2012 hält der Beschwerdeführer an seinen Vorbringen in der 

Beschwerde fest. Zur Arbeitsfähigkeit führt er konkretisierend aus, dass er körperlich 

nicht in der Lage sei, über einem Pensum von 40 – 45% tätig zu sein. Vor ca. einem 

Monat habe er einen Bewusstseinsverlust erlitten, was ihm seine Leistungsfähigkeits­

grenze aufgezeigt habe. Unter Bezugnahme auf die von der Beschwerdegegnerin vor­

geschlagenen angepassten Tätigkeiten hält er fest, dass er aufgrund seines Gesund­

heitszustandes nicht in der Lage sei, längere Strecken zu laufen, Velo zu fahren, 

Maschinen zu bedienen sowie Auto zu fahren, wofür er insbesondere auch keinen 

Führerausweis besitze (act. G 8). Er gibt an, weiterhin in Behandlung im Kantonsspital 

St. Gallen zu sein, und legt einen entsprechenden Bericht vom 1. Juni 2012 bei. In 

diesem wurde festgehalten, dass der Beschwerdeführer seit 2,5 Wochen an neu auf­

getretenen linksseitigen Thoraxschmerzen leide. Diese unterschieden sich vom be­

kannten Myokardinfarktschmerz und seien auf Druck auslösbar, weshalb von einem 

extrakardialen Thoraxschmerz auszugehen sei. Die durchgeführte Ergometrie sei nicht 

aussagekräftig, da sie vom Beschwerdeführer aufgrund von Beinschmerzen habe ab­

gebrochen werden müssen. Da die Beinschmerzen zudem anamnestisch nach einer 

Gehstrecke von 200 – 300 Metern regelmässig aufträten, bestehe der Verdacht auf eine 

periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK). Diesbezüglich sei eine angiologische 

Untersuchung zu empfehlen. Seit der letzten Kontrolle im Januar 2012 sei im Weiteren 

ein Diabetes mellitus Typ 2 entdeckt worden, welcher medikamentös behandelt werde. 

Das im Oktober 2011 implantierte ICD funktioniere einwandfrei. Die Ursache des vom 

Beschwerdeführer angegebenen Bewusstseinsverlustes von Mitte April 2012 bleibe un­

klar, sei jedoch nicht auf das ICD-Implantat zurückzuführen (act. G 8.1).

B.d   Am 21. August 2012 reichte der Beschwerdeführer einen Bericht von Dr. med. 

D.___, Fachärztin Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 18. Juni 2012 ein. Diese 

hielt fest, dass sich der Beschwerdeführer seit dem 21. Mai 2012 bei ihr in Behandlung 

befinde. Er leide wahrscheinlich an einer rezidivierenden depressiven Störung, die 

aktuell mittelgradig ausgeprägt sei. Die erste Episode sei wohl im Jahr 2003 nach dem 

Tod der Ehefrau des Beschwerdeführers aufgetreten. Aufgrund des depressiven 

Syndroms sei die Arbeitsfähigkeit aktuell auf 50% reduziert (act. G 11).

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B.e   Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine Duplik (act. G 13).

 

Erwägungen:

1.       Zwischen den Parteien umstritten ist der Rentenanspruch des 

Beschwerdeführers, da nur dieser Gegenstand der angefochtenen Verfügung vom 9. 

März 2012 darstellt. Sollte die Anspruchsprüfung einen rentenbegründenden 

Invaliditätsgrad ergeben, wäre vor einer Rentenzusprache zu prüfen, ob berufliche 

Massnahmen vorzunehmen wären (Eingliederung vor Rente).

1.1    Invalidität im Sinne von Art. 8 ATSG ist die voraussichtlich bleibende oder längere 

Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der 

durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit ver­

ursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder 

teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausge­

glichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Anspruch auf eine ganze Invalidenrente 

besteht gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG, wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, 

derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60 % invalid ist. Liegt ein 

Invaliditätsgrad von mindestens 50 % vor, wird eine halbe Rente zugesprochen und bei 

einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % eine Viertelsrente. Eine Invalidität von 

weniger als 40 % wird von der Invalidenversicherung rentenmässig nicht entschädigt.

1.2    Um den Grad der Arbeitsunfähigkeit, der Erwerbsunfähigkeit und der Invalidität 

bemessen zu können, sind Verwaltung und Gericht auf Unterlagen angewiesen, die 

ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 

Aufgabe der ärztlichen Sachverständigen ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen 

und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten 

die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine 

wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der ver­

sicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). 

Unter Berücksichtigung des Grundsatzes der freien Beweiswürdigung hat das Gericht 

alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen. Hin­

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sichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist deshalb allein entscheidend, ob der 

Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, 

auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben 

worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der 

Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des 

Experten begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a).

2.       Zu klären ist vorweg die Frage, ob die medizinische Aktenlage eine rechtsge­

nügende Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers erlaubt. Rechtsge­

nügend ist die Beurteilung, wenn sie anhand der medizinischen Akten mit überwiegen­

der Wahrscheinlichkeit nachgewiesen werden kann.

2.1    Die Beschwerdegegnerin stellt für die Beurteilung der zumutbaren 

Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers auf die Angaben des Hausarztes, Dr. C.___, im 

FI-Gesprächsprotokoll des RAD vom 18. Oktober 2011 ab (vgl. IV-act. 16). Gestützt auf 

die Berichte des Kantonsspitals St. Gallen vom 2. und 26. September 2011 hat Dr. 

C.___ angegeben, dass der Beschwerdeführer in seiner bisherigen Tätigkeit als 

Dachdecker nicht mehr arbeitsfähig sei (vgl. IV-act. 15-1 und 15-5). Zu einer möglichen 

Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer angepassten Tätigkeit haben sich die 

Berichte des Kantonsspitals hingegen nicht geäussert. Dr. C.___ hat gemäss Ge­

sprächsprotokoll ausgeführt, dass der Beschwerdeführer in der körperlich schweren 

Tätigkeit als (Hilfs-) Dachdecker gemäss Einschätzung der Kardiologen des Kantons­

spitals St. Gallen über keine Arbeitsfähigkeit mehr verfüge. In einer körperlich leichten, 

nicht auf Gerüsten, Leitern oder Dächern auszuübenden Tätigkeit sei er hingegen voll 

arbeitsfähig (vgl. IV-act. 16).

2.2    Zu beurteilen ist der Beweiswert der Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. C.___. 

Dazu ist zu bemerken, dass sich seine Einschätzung in erster Linie auf die in den 

Berichten des Kantonsspitals St. Gallen festgehaltene kardiologische Erkrankung des 

Beschwerdeführers bezieht. Ob und inwiefern Dr. C.___ die Diagnose des schwer­

gradigen obstruktiven Schlafapnoesyndroms in seine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit 

miteinbezogen hat, kann dem Protokoll nicht entnommen werden. Auch die als extra­

kardial beurteilten Thoraxschmerzen, welche gemäss Bericht des Kantonsspitals 

St. Gallen Ende April 2011 aufgetreten sind und zu einer Hospitalisation geführt haben 

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(vgl. IV-act. 15-5), werden von ihm nicht erwähnt. Es ist im Weiteren darauf hinzu­

weisen, dass er auch keine psychischen Beeinträchtigungen beim Beschwerdeführer 

festgestellt hat, währenddessen die behandelnde psychiatrische Fachärztin, Dr. med. 

D.___ mit Bericht vom 18. Juni 2012 Hinweise auf ein bereits länger zurückliegendes 

Auftreten einer psychischen Störung gegeben hat (vgl. act. G 11). Vor diesem 

Hintergrund erscheinen die Angaben von Dr. C.___ betreffend den Gesundheitszustand 

des Beschwerdeführers nicht umfassend, womit ohne weitere Abklärungen nicht auf 

seine Beurteilung einer 100%-igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit 

abgestellt werden kann.

2.3    Der Beschwerdeführer macht im Weiteren mit der Eingabe vom 3. Mai 2012 eine 

Verschlechterung seines Gesundheitszustandes geltend.

2.4    Für die richterliche Beurteilung eines Falles sind grundsätzlich die tatsächlichen 

Verhältnisse zur Zeit des Erlasses der angefochtenen Verfügung massgebend (BGE 

121 V 366 E. 1b mit Hinweisen). Tatsachen, die sich erst später verwirklichen, sind je­

doch insoweit zu berücksichtigen, als sie mit dem Streitgegenstand in engem Sach­

zusammenhang stehen und geeignet sind, die Beurteilung im Zeitpunkt des Ver­

fügungserlasses zu beeinflussen.

2.5     Der vom Beschwerdeführer mit der Replik eingereichte Bericht des 

Kantonsspitals St. Gallen vom 1. Juni 2012 hat sich über damals seit 2,5 Wochen neu 

aufgetretene extrakardiale Thoraxschmerzen geäussert (vgl. act. G 8.1). Bereits im 

Bericht des Kantonsspitals St. Gallen vom 2. September 2011 ist die Rede von 

unklaren extrakardialen Thoraxschmerzen gewesen, welche Ende April 2011 

aufgetreten seien und zu einer Hospitalisation des Beschwerdeführers geführt hätten 

(vgl. IV-act. 15-5). Weitere Abklärungen der Schmerzen, welche angezeigt gewesen 

wären, sind nicht durchgeführt worden. Dies wohl deshalb, weil es dem 

Beschwerdeführer laut Bericht des Kantonsspitals St. Gallen nach der Hospitalisation 

gut gegangen sei und er sogar seine Tätigkeit als Dachdecker zu 100% wieder 

aufgenommen habe (vgl. IV-act. 15-5). Weiter ist im Bericht vom 1. Juni 2012 von 

Beinschmerzen des Beschwerdeführers berichtet worden, welche anamnestisch nach 

einer Gehstrecke von 200 – 300 Metern regelmässig aufträten. Seit wann diese 

Beschwerden bestehen, kann dem Bericht nicht entnommen werden. Eine empfohlene 

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angiologische Untersuchung wird gemäss Aussage des Beschwerdeführers in der 

Replik vom 9. Juli 2012 noch folgen (vgl. act. G 8) und diesbezüglich allenfalls 

Aufschluss geben. Im Weiteren hat das Kantonsspital St. Gallen festgehalten, dass seit 

der letzten Kontrolle im Januar 2012 offenbar noch ein Diabetes mellitus Typ 2 

diagnostiziert worden sei, welcher medikamentös behandelt werde. Die Ursache des 

anamnestisch einmaligen Bewusstseinsverlustes des Beschwerdeführers Mitte April 

2012 bleibt bis auf den Ausschluss einer rhythmogenen Ursache unklar. Aufgrund des 

Berichts von Dr. D.___ vom 18. Juni 2012 gibt es schliesslich auch Anhaltspunkte für 

eine beim Beschwerdeführer seit längerem vorliegende psychische Beeinträchtigung. 

Dr. D.___ ist davon ausgegangen, dass die wahrscheinlich bestehende depressive 

Störung, aktuell mittelgradiger Ausprägung, wohl erstmals schon 2003 aufgetreten sei 

(vgl. act. G 11.1).

2.6    Bei den erst nach Erlass der angefochtenen Verfügung vom 9. März 2012 

bekannt gewordenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen des Beschwerdeführers, 

namentlich den Beinschmerzen, des Diabetes sowie einer psychische Störung, handelt 

es sich um Erkrankungen, die sich allmählich entwickeln und manifestieren. Da die 

Befunde bereits wenige Monate nach Verfügungserlass im Bericht des Kantonsspitals 

St. Gallen vom 1. Juni 2012 sowie im Arztbericht von Dr. D.___ vom 18. Juni 2012 

festgehalten wurden, ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, 

dass diese bereits vor Erlass der Verfügung vorlagen und sich allenfalls auf die 

Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers auswirkten.

2.7    Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass die vorliegende medizinische 

Aktenlage keine zuverlässige Beurteilung des Gesundheitszustands und folglich der 

Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers zulässt. Weder aus der 

Arbeitsfähigkeitsschätzung des Hausarztes, Dr. C.___, worauf sich die 

Beschwerdegegnerin ausschliesslich stützt, noch aus den Berichten des 

Kantonsspitals St. Gallen ist ersichtlich, ob insbesondere das schwergradige, seit 

Jahren bestehende Schlafapnoesyndrom sowie die ätiologisch unklaren 

Thoraxschmerzen, welche im April 2011 zur Hospitalisation geführt haben und ca. Mitte 

Mai 2012 erneut aufgetreten sind, berücksichtigt wurden. Im Weiteren handelt es sich 

bei den nach Verfügungserlass bekannt gewordenen Befunden, namentlich den 

anamnestisch nach einer Gehstrecke von 200 - 300 Metern auftretenden Bein­

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schmerzen, welche den Verdacht auf eine Verschlusskrankheit begründen, den Dia­

betes mellitus Typ 2 sowie einer wohl seit Jahren bestehenden psychischen Störung, 

um gesundheitliche Beeinträchtigungen, welche sich erst allmählich entwickeln und mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit bereits vor Verfügungserlass vorlagen. All dies weist 

auf die Notwendigkeit einer weiteren, alle Aspekte umfassenden medizinischen Ab­

klärung hin. Die Sache ist folglich zur weiteren medizinischen Abklärung an die Be­

schwerdegegnerin zurückzuweisen.

3.      

Nach erfolgter medizinischer Abklärung wird abhängig vom Ergebnis auch der 

Anspruch des Beschwerdeführers auf berufliche Massnahmen neu zu prüfen sein.

4.      

4.1    Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung vom 9. März 2012 in 

teilweiser Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und die Sache zur weiteren 

Abklärung im Sinne der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

4.2    Nach Art. 69 Abs. 1  IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die 

Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Ver­

sicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand 

und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. 

Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint vorliegend als angemessen. Die 

Rückweisung zur Neubeurteilung gilt praxisgemäss als volles Obsiegen (BGE 132 V 

215 E. 6.2). Somit unterliegt die Beschwerdegegnerin vollumfänglich. Sie hat deshalb 

die gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der geleistete 

Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist dem Beschwerdeführer zurückzuerstatten.

 

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

entschieden:

bis

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1.       In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom 

9. März 2012 aufgehoben und die Sache wird zur weiteren Abklärung im Sinne der 

Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2.       Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtskosten von Fr. 600.-- zu bezahlen; der 

in gleicher Höhe geleistete Kostenvorschuss wird dem Beschwerdeführer zurück­

erstattet.

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