# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a8606eb6-f6d7-5b43-b689-15a03e5acde1
**Source:** Schwyz (SZ)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-08-19
**Language:** de
**Title:** Schwyz Verwaltungsgericht 2. Kammer 19.08.2019 II 2019 33
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SZ_Verwaltungsgericht/SZ_VG_002_II-2019-33_2019-08-19.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz
Kammer II

II 2019 33

Entscheid vom 19. August 2019

Besetzung lic.iur. Achilles Humbel, Präsident
Dr.oec. Andreas Risi, Richter
Dr.iur. Frank Lampert, Richter
MLaw Philipp Mazenauer, a.o. Gerichtsschreiber

Parteien A.________,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch B.________,

gegen

Ausgleichskasse Schwyz, Rechtsdienst, Postfach 53, 
6431 Schwyz,
Vorinstanz,

Gegenstand Ergänzungsleistungen (Vermögensverzicht)

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Sachverhalt:

A. A.________, geboren ________ 1936, verwitwet seit ________ 2012, zog 
am 11. Februar 2019 in das Alters- und Pflegeheim C.________ ein. Gleichen-
tags ging bei der Ausgleichskasse des Kantons Schwyz die Anmeldung zum Be-
zug einer Ergänzungsleistung zur AHV-Rente ein (Vi-act. 1).

B. Mit Schreiben vom 13. Februar 2019 bat die Ausgleichskasse Schwyz 
A.________ um weitere Unterlagen sowie die Beantwortung einzelner Fragen 
(Vi-act. 11). Diesem Wunsch kam A.________ (vertreten durch ihre Tochter 
B.________, Vi-act. 2) am 21. und 25. Februar 2019 nach (Vi-act. 12-14, 16).

C. Mit Verfügung vom 26. Februar 2019 sprach die Ausgleichskasse Schwyz 
A.________ ab 1. Februar 2019 monatliche Ergänzungsleistungen (EL) in der 
Höhe von Fr. 810.-- (Fr. 397.-- EL zzgl. Prämienpauschale Krankenversicherung 
von Fr. 413.--) zu (Vi-act. 17). In den Bemerkungen zur Berechnung erläutert die 
Ausgleichskasse Schwyz, dass sie die Zahlungen von Fr. 80'000.-- an 
D.________ (Enkel von A.________, Sohn von B.________) am 3. März 2017 
sowie von Fr. 128'500.-- an B.________ am 1. Oktober 2018 als Ver-
mögensverzicht angerechnet habe.

D. Gegen diese Verfügung erhob B.________ im Namen von A.________ mit 
Schreiben vom 4. März 2019 (Posteingang) Einsprache. Darin verwies sie auf 
das handschriftliche Testament vom 1. Oktober 2000 von E.________ (Ehemann 
von A.________ und Vater von B.________), welches dem Schreiben als Kopie 
beilag. Darin habe er seiner Ehefrau das ganze Vermögen hinterlassen, damit 
diese nach seinem Ableben genügend abgesichert sei. B.________ habe das 
Testament sowie dessen Auslegung aus Unerfahrenheit, mangelnder Zeit und 
weil sie den Willen ihres Vaters respektieren und ihre Mutter nicht belasten woll-
te, nicht angefochten. Dies dürfe ihr nun nicht zum Nachteil gereichen.

Zu Lebzeiten habe sich E.________ stets um seine gesundheitlich angeschlage-
ne Ehefrau A.________ gekümmert. Da es für A.________ nach dessen Tod 
unmöglich gewesen sei, alleine zu leben, habe die Familie von B.________ 
A.________ bei sich aufgenommen, ohne Gelder für Miete, Kost und Logis ein-
zuziehen. 
B.________ habe zudem ihre Mutter oft betreut und sie zu ihren Behandlungen 
und Therapien (Augenoperationen, Krebserkrankung mit zwei Jahre dauernder 
Chemotherapie, Operation einer Kiefernekrose) begleitet. Während fünf Jahren 
habe B.________ erhebliche Nachteile auf sich genommen, mit Erschöpfungs-
zuständen kämpfen und ihre privaten Interessen in den Hintergrund rücken müs-

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sen. Aus diesen Gründen habe es A._______s Wunsch entsprochen, am 4. Sep-
tember 2018 das Erbe von E.________ zu verteilten. Die Verteilung sei auch im 
Einklang mit dem Urteil vom 16. Mai 2012 erfolgt, wonach es Sache von 
A.________ gewesen sei, die Erbverteilung zu vollziehen. Die Überweisung von 
Fr. 80'000.-- an D.________ sei auf ausdrücklichen letztwilligen Wunsch von 
E.________ erfolgt. Aus diesen Gründen ersuchte B.________ die Ausgleichs-
kasse Schwyz, von einer Anrechnung der beiden Zahlungen (an sie und 
D.________) als Vermögensverzicht in A._______s EL-Berechnung abzusehen.

E. Mit Entscheid Nr. 1059/19 vom 11. April 2019 erkannte die Ausgleichs-
kasse Schwyz folgendes:

1. In teilweiser Gutheissung der Einsprache vom (Eingang Einsprache am 
4. März 2019) wird der Einsprecherin ab 1. Februar 2019 ein monatlicher EL-
Anspruch (inkl. Prämienpauschale Krankenkasse) von Fr. 1'979.-- ausgerich-
tet. Im Übrigen wird die Einsprache in Bestätigung der angefochtenen Verfü-
gung vom 26. Februar 2019 abgewiesen. 

2. Die Einsprecherin hat Anspruch auf EL-Nachzahlungen für die Monate Febru-
ar bis April 2019 von Fr. 3'507.--.

3. Das Verfahren ist kostenlos.

[4.-5. Rechtsmittelbelehrung; Zustellung]

Die Gutheissung wurde damit begründet, dass die Zahlung von Fr. 80'000.-- an 
den Enkel als Vermächtnis gemäss dem Testament vom 1. Oktober 2000 auf-
grund einer rechtlichen Verpflichtung erfolgt sei.

F. Gegen diesen Entscheid erhebt B.________ im Namen von A.________ 
mit Schreiben vom 23. April 2019 rechtzeitig Beschwerde beim Verwaltungsge-
richt des Kantons Schwyz mit der Begründung, A.________ habe vom 1. 
April 2014 bis 11. Februar 2019 bei ihr kostenlose Unterkunft und Logis genos-
sen. Für diese Zeit stehe ihr ein finanzieller Beitrag zu, nicht zuletzt, weil 
A.________ dadurch ihre Ausgaben tief halten und ihr Vermögen erhalten konn-
te, denn ein Umzug ins Altersheim wäre unausweichlich gewesen. Es könne 
nicht sein, dass sie deswegen nicht die volle EL erhalte.

B.________ berechnet für den Zeitraum von fünf Jahren folgenden Forderungs-
anspruch:

Frühstück CHF 105.--
Mittagessen CHF 300.--
Abendessen CHF 240.--
Unterkunft CHF 345.--

Total pro Monat CHF 990.--

Total für 5 Jahre (exkl. Wäsche waschen) CHF 59'400.--

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G. Mit Vernehmlassung vom 14. Mai 2019 ersucht die Ausgleichskasse 
Schwyz um Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde vom 23. April 2019, 
unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdeführerin. Zur 
Begründung verweist sie auf die Ausführungen gemäss Einspracheentscheid 
vom 11. April 2019.

H. Mit Schreiben vom 17. Mai 2019 weist B.________ im Namen von 
A.________ nochmals darauf hin, dass diese vom 1. April 2014 bis 11. Februar 
2019 kostenlos bei B.________ gelebt habe und A._______s Vermögen kleiner 
wäre, wenn diese für ihren Lebensunterhalt selbst hätte aufkommen müssen. Sie 
wies nochmals auf ihre Forderung in der Höhe von Fr. 59'400.-- unter Verweis 
auf die beiliegende Kopie der Seite 10 des Merkblattes "Lohnbeiträge an die 
AHV, die IV und die EO" der AHV/IV (Stand: 1. Januar 2019) hin.

Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.1 Nach Art. 4 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über Ergänzungsleistungen 
zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELG; SR 831.30) vom 
6. Oktober 2006 haben u.a. Personen mit Wohnsitz und gewöhnlichem Aufent-
halt in der Schweiz Anspruch auf Ergänzungsleistungen, die eine Alters- und Hin-
terlassenenversicherung (AHV) beziehen. Die jährliche Ergänzungsleistung hat 
dem Betrag zu entsprechen, um den die anerkannten Ausgaben die anrechen-
baren Einnahmen übersteigen (Art. 9 Abs. 1 ELG). Als Einnahmen werden u.a. 
ein Fünfzehntel, bei Altersrentnerinnen und Altersrentnern ein Zehntel des Rein-
vermögens, soweit es bei alleinstehenden Personen Fr. 37'500.-- übersteigt, an-
gerechnet (Art. 11 Abs. 1 lit. c 1. Satz ELG). Zum Vermögen zählen nach den 
allgemeinen steuerrechtlichen Grundsätzen namentlich Sparguthaben jeder Art, 
inländische und ausländische Aktien, Lotteriegewinne, Rückkaufswerte von Le-
bensversicherungen und Leibrentenversicherungen, Edelmetalle, Kunstge-
genstände, namhafte Barschaften, gewährte Darlehen, Autos und Liegenschaf-
ten/ Grundstücke (vgl. Carigiet/Koch, Ergänzungsleistungen zur AHV/IV, 2. Aufl., 
Zürich/Basel/Genf 2009, S. 163). 

1.2 Es gilt der Grundsatz, dass bei der Anspruchsberechnung nur die tatsäch-
lich vereinnahmten Einkünfte und vorhandenen Vermögenswerte zu berücksich-
tigen sind, über die die EL-berechtigte Person ungeschmälert verfügen kann (Ca-
rigiet/Koch, a.a.O., S. 148). Nach Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG werden als Einnahmen 
aber auch Einkünfte und Vermögenswerte angerechnet, auf die verzichtet wor-
den ist. Der Tatbestand des Vermögensverzichts ist dann erfüllt, wenn die an-
spruchsberechtigte Person ohne rechtliche Verpflichtung und ohne adäquate - 

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also gleichwertige - Gegenleistung auf Einkünfte oder Vermögen verzichtet hat. 
Das Eidgenössische Versicherungsgericht stellte im Urteil BGE 131 V 329 und in 
mehreren darauffolgenden Urteilen fest, dass die Voraussetzungen "ohne recht-
liche Verpflichtung" bzw. "ohne adäquate Gegenleistung" nicht kumulativ erfüllt 
sein müssen; es reicht aus, wenn alternativ eines der beiden Elemente gegeben 
ist. Dabei ist es unerheblich, ob beim Verzicht der Gedanke an eine Ergänzungs-
leistung eine Rolle gespielt hat oder nicht (BGE 131 V 329 [= Urteil des EVG 
P 19/04 vom 17.8.2005] Erw. 4.3; BGE 117 V 155 Erw. 2a; BGE 134 I 65 Erw. 
3.1; Urteil des BGer 9C_586/2017 vom 5.12.2017 Erw. 3.1; vgl. Carigiet/Koch, 
a.a.O., S. 173).

1.3 Beim Fehlen von Einkommen oder Vermögen bzw. dessen Verbrauch han-
delt es sich um anspruchsbegründende Tatsachen, welche aufgrund der all-
gemeinen Beweislastverteilung durch die leistungsansprechende Person zu be-
weisen sind (BGE 121 V 204 Erw. 6a; Carigiet/Koch, a.a.O., S. 174). In Bezug 
auf Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG hat die versicherte Person mithin das Bestehen einer 
rechtlichen Verpflichtung bzw. den Erhalt einer adäquaten Gegenleistung zu be-
legen, wobei blosses Glaubhaftmachen nicht genügt, sondern der Beweisgrad 
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit gilt (BGE 121 V 204 Erw. 6b und c; Cari-
giet/Koch, a.a.O., S. 102). Danach gilt ein Beweis als erbracht, wenn für die Rich-
tigkeit der Sachbehauptung nach objektiven Gesichtspunkten derart gewichtige 
Gründe sprechen, dass andere denkbare Möglichkeiten vernünftigerweise nicht 
massgeblich in Betracht fallen (Urteil des BGer 9C_732/2014 vom 12.12.2014 
Erw. 4.1.1 mit Hinweis auf das Urteil des BGer 4A_319/2014 vom 19.11.2014 
Erw. 4.1). Im Falle der Beweislosigkeit, d.h. wenn es dem Leistungsansprecher 
nicht gelingt, einen (überdurchschnittlichen) Vermögensrückgang zu belegen 
oder die Gründe dafür rechtsgenügend darzutun, wird ein Vermögensverzicht 
angenommen und ein hypothetisches Vermögen sowie darauf entfallender Ertrag 
angerechnet (BGE 121 V 204 Erw. 6a; Riemer-Kafka/Wittwer, a.a.O., S. 413 ff., 
417).

1.4 Im Sozialversicherungsverfahren gelten der Untersuchungsgrundsatz so-
wie der Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 43 Abs. 1 und Art. 61 lit. c 
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
[ATSG; SR 830.1] vom 6.10.2000). Gemäss dem Untersuchungsgrundsatz ha-
ben der Versicherungsträger oder das Durchführungsorgan und im Beschwerde-
fall das kantonale Versicherungsgericht von sich aus für die richtige und vollstän-
dige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Die Versicherten 
resp. die Parteien trifft eine Mitwirkungspflicht (Art. 43 Abs. 1 ATSG und Art. 61 
lit. c ATSG; BGE 136 V 376 Erw. 4.1.1; BGE 110 V 48 Erw. 4a), vor allem in Be-

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zug auf Tatsachen, die sie besser kennen als die (Verwaltungs- oder Gerichts-) 
Behörde und welche diese sonst gar nicht oder nicht mit vernünftigem Aufwand 
erheben könnte (Urteile des BGer 9C_669/2016 vom 20.12.2016 Erw. 7.1 und 
9C_238/2015 vom 6.7.2015 Erw. 3.2.1, je mit Hinweisen).

2.1 Gemäss der Rechtsprechung des Bundesgerichts (P 19/04 vom 17.8.2005 
= BGE 131 V 329) sind an den Nachweis einer Abrede über eine rechtliche Ver-
pflichtung erhöhte Anforderungen zu stellen. So kann "ein im Nachhinein vorge-
nommener Zusammenzug durchschnittlicher Zeitaufwände nicht ernsthafte Basis 
einer Rechnungsstellung (und entsprechender Kontrolle durch die Gegenpartei)" 
sein. Zudem muss die Entgeltlichkeit vorher vereinbart werden, damit überhaupt 
ausgewiesene Kosten vorliegen können (BGE 131 V 329 Erw. 4.2 mit Verweis 
auf das Urteil des EVG P 76/02 vom 12.12.2003 Erw. 2.1). Behauptete Kosten 
können nicht nach langer Zeit zur Aufrechnung eines Verzichtsvermögens her-
angezogen werden, nachdem vorher jahrelang die Hilfe der Angehörigen ohne 
jede Gegenleistung angeboten und angenommen worden ist (BGE 131 V 329 
Erw. 4.2). Ebenso sind die Voraussetzungen für die Annahme einer sittlichen 
Pflicht streng. Es genügt nicht, dass ein bestimmtes Verhalten gesellschaftlich 
erwartet wird, sondern das Unterlassen dieses Verhaltens muss als unanständig 
qualifiziert werden (vgl. BGE 131 V 329 Erw. 4.2; Denise Weingart, in: Jolanta 
Kren Kostkiewicz/Stephan Wolf/Marc Amstutz/Roland Fankhauser [Hrsg.], OFK-
OR, 3. Aufl., Zürich 2016, Art. N 5 zu Art. 239, Eugen Bucher, Schweizerisches 
Obligationenrecht, Allgemeiner Teil ohne Deliktsrecht, 2. Aufl., Zürich 1988, 
S. 69). 

2.2.1 Die Beschwerdeführerin bringt in ihrer Beschwerdeschrift vor, sie habe bei 
ihrer Tochter vom 1. April 2014 bis 11. Februar 2019 kostenlose Unterkunft und 
Logis geniessen dürfen. Sie sei der Meinung, der Tochter stehe ein finanzieller 
Beitrag zu. Fakt sei, dass sie nicht mehr habe alleine wohnen können, da es die 
gesundheitlichen Umstände nicht mehr erlaubt hätten. Ohne die Aufnahme bei 
ihrer Tochter hätte kein Weg an einem Heim vorbeigeführt. Somit wäre ihr anzu-
rechnendes Vermögen für Ergänzungsleistungen um einiges tiefer.

Bereits in der Einsprache führte die Tochter aus, ihre Mutter (d.h. die Beschwer-
deführerin) sei seit vielen Jahren immer wieder mit Krankheiten konfrontiert wor-
den; ihr Vater sei der Mutter immer zur Seite gestanden und habe sich um sie 
gekümmert, sie zu etlichen Arztterminen, Untersuchungen und während Spital-
aufenthalten wegen Operationen begleitet. Da der Vater angenommen habe, 
dass die Mutter nach dem Ableben alleine dastehe, habe er ihr das ganze Ver-
mögen hinterlassen, damit sie genügend abgesichert sei. Weil es der gesund-
heitliche Zustand der Mutter nicht mehr erlaubt habe, alleine in der eigenen 

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Wohnung zu leben, habe sie und ihre Familie die Mutter bei sich aufgenommen. 
Die Krankheiten hätten aber keinen Halt gemacht. So habe sich die Beschwerde-
führerin Augenoperationen, Krebsbehandlungen und der Operation einer Kiefer-
nekrose unterziehen müssen. Sie habe den Part ihres Vaters übernommen und 
die Mutter betreut. Während einer zweijährigen Chemotherapie habe es harte 
Zeiten gegeben. Es sei für sie selbstverständlich gewesen, ihrer Mutter zu helfen 
und dies durchzustehen. Für sie seien während dieser fünf Jahre auch Nachteile 
entstanden. Sie habe selber mit Erschöpfungszuständen kämpfen müssen. Da 
sie für die Unterkunft und sämtliche anfallenden Kosten von Transporten und 
Pflege keinen Rappen angenommen habe, sei es der Wunsch ihrer Mutter ge-
wesen, am 4. September 2018 das Erbe des Vaters zu verteilen. 

2.2.2 Bei den Akten liegt das Testament des am 30. März 2012 verstorbenen 
Ehemannes der Beschwerdeführerin vom 1. Oktober 2000 (Vi-act. 21). Darin 
äusserte er seinen letzten Willen wie folgt:

1. Meine Ehefrau A.________ geb. ________1936 erbt das gesamte Vermögen. 

2. Meinem Enkel D.________ geb. ________1999 vermache ich einen Erbteil 
von 80'000 Fr. (achtzigtausend).
- NB. Empfehlenswert langfristige Obligationen.
Bei nicht Erreichen der Volljährigkeit von D.________ fällt das Geld vollum-
fänglich meiner Tochter zu.

3. Das restliche Erbgut übernimmt meine Tochter B.________ 
geb. ________1963 mit dem Hinweis, dass nur sie persönlich berechtigt ist, 
über dieses Geld zu verfügen.

4. Nach dem Tode meiner Tochter fällt das noch verbleibende Erbgut meinem 
Enkel D.________ zu.

Mein Testament ist unanfechtbar.

Mit Urteil vom 16. Mai 2012 eröffnete der Einzelrichter des Bezirksgerichts Zürich 
das Testament und erwog folgendes (Vi-act. 13):

III. … Der Erblasser hinterliess als pflichtteilsgeschützte Erbinnen gemäss 
Art. 470 ZGB die Ehefrau und seine Tochter. […] In seinem Testament vom 
1. Oktober 2000 setzte der Erblasser seine Ehefrau als Alleinerbin ein und 
verfügte ein Vermächtnis. Des Weiteren bestimmte er, dass das "restliche 
Erbgut" an die Tochter, bzw. - nach deren Tod - an den Enkel falle. Im Übri-
gen wird auf den Wortlaut des Testamentes verwiesen.

IV. Die Anordnungen des Erblassers lassen zwei Auslegungen zu. Einerseits 
könnte man die Tochter als Nacherbin betrachten. Dies hätte zur Folge, dass 
der Nachlass durch den zuständigen Notar zu inventarisieren wäre. Die An-
ordnungen des Erblassers könnten jedoch auch als Erklärung zu Handen der 
Tochter zu werten sein, die er auf ihr Erbrecht beim Tode des zweitverster-
benden Elternteils hinweisen wollte, damit die Tochter die alleinige Begünsti-
gung der Ehefrau hinnehme.

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Mit Erklärung vom 28. April 2012 […] hat die Tochter die Alleinerbenein-
setzung der Ehefrau anerkannt, welche somit als alleinige Erbin zur Erbfolge 
gelangt.

2.3 Die Beschwerdeführerin erbringt unbestrittenermassen keinen Nachweis 
für eine rechtliche Pflicht für die der Mutter gewährte Kost, Logis und Pflege. Ins-
besondere fehlt es an einer im Voraus vertraglich vereinbarten Entgeltlichkeit für 
diese (Pflege-)Leistungen (vgl. BGE 131 V 329 Erw. 4.2; Urteil des Bundes-
gerichts P 52/06 vom 29.1.2008 Erw. 4.2). Ebenso wenig spricht etwas für eine 
entsprechende formlose (konkludent geschlossene) Vereinbarung. Auch kann 
ansonsten keine rechtliche Pflicht (z.B. Verwandtenunterstützungspflicht gemäss 
Art. 328 ZGB) erkannt werden, aufgrund welcher die Beschwerdeführerin zur Er-
bringung der Wohn- und Pflegeleistungen hätte angehalten werden können. 

2.4.1 Indes fällt vorliegend im konkreten Fall ins Gewicht, dass die Beschwerde-
führerin offensichtlich bereits während ihrer Ehe an gesundheitlichen Beeinträch-
tigungen litt und auf die Unterstützung ihres Gatten angewiesen war. Diese ge-
sundheitlichen Probleme der Beschwerdeführerin werden denn auch, soweit er-
sichtlich, von der Vorinstanz nicht in Abrede gestellt. Es ist denn auch nicht an-
zunehmen, dass die Tatsachendarstellung der Tochter (Erwähnung unter ande-
rem einer Krebserkrankung der Mutter) falsch ist. Ebenso ist angesichts einer 
Einstufung der Mutter in die BESA-Stufe 5 (Preis von Fr. 114.70 pro Tag) im 
Zeitpunkt des Heimeintrittes (vgl. Vi-act. 15 und 16) erstellt, dass sie bereits 
während - zumindest einer gewissen Zeit - der Betreuung durch ihre Tochter 
pflegebedürftig gewesen sein muss. Des Weiteren kann kein Zweifel an der 
Glaubwürdigkeit der gesundheitlich motivierten testamentarischen Privilegierung 
der Beschwerdeführerin durch ihren Ehegatten bestehen. Diese Privilegierung 
wurde von der Tochter akzeptiert (was den Verzicht auf den Pflichtanteil be-
deutete). Dieser testamentarisch festgehaltene Wille des Ehemannes und der er-
klärte Erbverzicht der Tochter der Beschwerdeführerin zeugen von einem engen 
Familienzusammenhalt. Offensichtlich hatten sowohl für den Ehemann als auch 
für die Tochter der Beschwerdeführerin das Wohlergehen ebendieser und das 
Familienwohl höchste Priorität, sodass innerhalb dieser Familienbande jede Ver-
nachlässigung als unanständig gegolten hätte. 

2.4.2 In Berücksichtigung dieser gesamten konkreten Umstände kann im vorlie-
genden besonderen Einzelfall durchaus auf eine erhöhte sittliche Pflicht erkannt 
werden, die gleichermassen für die Tochter (zur Aufnahme der Mutter) wie für die 
Mutter ([teilweise] Entschädigung der Tochter für die gewährte Kost, Logis und 
Pflege) gilt. Einerseits hat die Tochter das väterliche Testament, welches im In-
teresse der finanziellen Absicherung der kränklichen Mutter stand, respektiert. 

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Anderseits zeugt es ebenso von Pietätsgefühl der Tochter - und steht ebenso im 
Zeichen der Schonung des mütterlichen Vermögens -, wenn sie die Mutter bei 
sich aufnahm. Im dargelegten Gesamtkontext würde es daher auch dem Ge-
rechtigkeitsempfinden in stossender Weise zuwiderlaufen, wenn dieses positiv zu 
würdigende Verhalten durch die volle Anrechnung der der Tochter ausgerichte-
ten Zahlung von Fr. 128'500.-- als Verzichtsvermögen gewissermassen "abge-
straft" würde. Insgesamt rechtfertigt mithin die vorliegende Konstellation, unter 
dem Titel der sittlichen Pflicht eine gewisse Entschädigung für die von der Toch-
ter der Mutter gewährte Kost, Logis und Pflege als gerechtfertigt zu qualifizieren. 

2.4.3 Die Tochter macht pro Frühstück Fr. 3.50 (gerechnet auf 30 Tage pro Mo-
nat Fr. 105.--), pro Mittagessen Fr. 10.-- (monatlich Fr. 300.--), pro Abendessen 
Fr. 8.-- (total Fr. 240.--) und pro Übernachtung Fr. 11.50 (total Fr. 345.--), insge-
samt pro Monat Fr. 990.--, geltend. 

Diese Beträge entsprechen den Vorgaben für die Entschädigung von Verpfle-
gung und Unterkunft der Arbeitnehmer im Betrieb und Hausdienst gemäss 
Art. 11 der Verordnung über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVV; 
SR 831.101) vom 31. Oktober 1947 (vgl. auch das vom Staatssekretariat für 
Wirtschaft [SECO] herausgegebene Merkblatt "Gut zu wissen für zu betreuende 
Personen und deren Angehörige"). Die geltend gemachten Aufwendungen von 
insgesamt Fr. 59'400.-- sind somit nicht zu beanstanden. Dabei ist zu berücksich-
tigen, dass damit allfällige Pflege- und Betreuungsleistungen nicht abgegolten 
werden. 

3. Zusammenfassend ist der angerechnete Vermögensverzicht im Sinne der 
vorstehenden Erwägungen von Fr. 128'500.-- um Fr. 59'400.-- auf Fr. 69'100.-- 
zu reduzieren.

4. Das Verfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht ist kostenlos 
(Art. 1 ELG i.V.m. Art. 61 lit. a ATSG).

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Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird der angefochtene Einspracheent-
scheid Nr. 1259/19 vom 11. April 2019 im Sinne der Erwägungen aufgeho-
ben. Die Vorinstanz hat den EL-Anspruch der Beschwerdeführerin auf der 
Basis eines von Fr. 128'500.-- um Fr. 59'400.-- auf Fr. 69'100.-- reduzierten 
Einkommensverzichts neu zu ermitteln.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung Beschwer-
de* in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beim Bundesgericht, Schwei-
zerhofquai 6, 6004 Luzern, erhoben werden (Art. 42 und 82ff. des Bundes-
gesetzes über das Bundesgericht [BGG; SR 173.110] vom 17.6.2005).

4. Zustellung an:
- die Vertreterin der Beschwerdeführerin (2/R)
- die Vorinstanz (R)
- und das Bundesamt für Sozialversicherungen BSV, 3003 Bern (A).

Schwyz, 19. August 2019

Im Namen des Verwaltungsgerichts

Der Präsident:

Der a.o. Gerichtsschreiber:

*Anforderungen an die Beschwerdeschrift 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache (Deutsch, Französisch, Italienisch, Ru-
mantsch Grischun) abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der 
Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form 
darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt. Die Urkunden, auf die 
sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 
hat; der angefochtene Entscheid ist beizulegen.

Versand: 20. August 2019