# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 40c52580-1715-565e-8920-70227bfc207d
**Source:** Appenzell Ausserrhoden (AR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-08-18
**Language:** de
**Title:** Appenzell Ausserrhoden Obergericht 2. Abteilung 18.08.2020 OG O2V-19-15
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AR_Gerichte/AR_OG_002_OG-O2V-19-15_2020-08-18.pdf

## Full Text

Beschwerdeführerin A. 

 
vertreten durch: RA AA. 
 

 
 
Vorinstanz Steuerverwaltung Appenzell Ausserrhoden ,  

Gutenberg-Zentrum, 9102 Herisau 
 

 
Gegenstand Revisionsbegehren Staats- und Gemeindesteuern  

2012/2013 und 2014  
Beschwerde gegen den Nichteintretensentscheid der  
kantonalen Steuerverwaltung vom 8. Mai 2019 

 

Obergericht Appenzell Ausserrhoden   
2. Abteilung 
 

Urteil vom 18. August 2020  
 

Mitwirkende Obergerichtspräsident E. Zingg 
Oberrichterin J. Lanker 
Oberrichter M. Winiger, M. Müller, R. Kläger 
Obergerichtsschreiberin A. Mauerhofer 
 
 

Verfahren Nr. O2V 19 15 
 
 

Sitzungsort Trogen 
 
 

Seite 2 

Rechtsbegehren 

 

 

a) der Beschwerdeführerin: 

 

 1. Der Revisionsentscheid vom 8. Mai 2019 sei aufzuheben; 

 

 2. es sei festzustellen, dass die A. im Kanton Appenzell Ausserrhoden in den Jahren 

2012-2014 nicht steuerpflichtig war; 

 

 3. es sei festzustellen, dass die A. im Kanton Appenzell Ausserrhoden für die 

Steuerperioden 2012/2013 und 2014 keine Kantons- und Gemeindesteuern schuldet; 

 

 4. die Kantonale Steuerverwaltung Appenzell Ausserrhoden sei zu verpflichten, der A. die 

für die Steuerperioden 2012/2013 und 2014 bezahlten Steuern mitsamt Zins 

zurückzubezahlen; 

 

 5. eventualiter sei die Angelegenheit an die Kantonale Steuerverwaltung zurückzuweisen, 

damit diese den Sachverhalt korrekt abklärt; 

 

 6. subeventualiter sei die Kantonale Steuerverwaltung Appenzell Ausserrhoden anzuwei-

sen, auf die Einsprache einzutreten. 

 

 alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin.  

 

 

 

 

b) der Vorinstanz: 

 

 1. Die Beschwerde sei abzuweisen. 

 

 2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdeführerin.  

  

Seite 3 

Sachverhalt 

 

A. Die im Bereich Beratungsdienstleistungen tätige A. (nachfolgend: Beschwerdeführerin) ist 

seit Februar 2012 im Handelsregister des Kantons Appenzell Ausserrhoden eingetragen. 

Im Juni 2015 verlegte sie ihren Sitz von Niederteufen nach Herisau. Einzige 

Gesellschafterin und Geschäftsführerin mit Einzelunterschrift ist B. (nachfolgend auch: 

Gesellschafterin). 

 

 

B. Aus den vorinstanzlichen Akten (vgl. dazu die Unterlagen in VI-act. 4 bis 7) ergibt sich mit 

Bezug auf die im vorliegenden Verfahren betroffenen Veranlagungen 2012-2014 folgender 

Sachverhalt:  

 

Am 29. Juli 2014 wurde die Beschwerdeführerin gestützt auf die von ihr bei der Vorinstanz 

eingereichte Steuererklärung sowohl für die Staats- und Gemeindesteuern als auch für die 

direkte Bundessteuer für die Periode vom 1. Februar 2012 bis 31. Dezember 2013 im 

Kanton Appenzell Ausserrhoden veranlagt (vgl. VI-act. 2). Am 5. November 2015 erliess die 

Vorinstanz zudem gestützt auf die eingereichte Steuererklärung die Veranlagung der 

Staats- und Gemeindesteuern sowie der direkten Bundessteuer für das Steuerjahr 2014 

(vgl. VI-act. 3). Die betreffenden Veranlagungsverfügungen und Schlussrechnungen er-

wuchsen unangefochten in Rechtskraft. Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfah-

rens sind ausschliesslich die Staats- und Gemeindesteuern. 

 

Am 4. Januar 2016 wurde die Beschwerdeführerin vom Steueramt des Kantons Zürich an-

geschrieben mit dem Hinweis, der Kanton Zürich gehe aufgrund des Wohnsitzes der Ge-

sellschafterin in C. und der Tatsache, dass die Beschwerdeführerin nebst den liquiden Mit-

teln in Niederteufen über keine Aktiven verfüge, davon aus, dass die Beschwerdeführerin 

ihre tatsächliche Verwaltung in C. habe. Die Beschwerdeführerin wurde aufgefordert, für die 

Steuerperioden 2013 und 2014 eine ausgefüllte Steuererklärung einzureichen.  

 

Die Gesellschafterin teilte dem Steueramt des Kantons Zürich am 2. Februar 2016 schrift-

lich mit, sie sei mit diesem Vorgehen nicht einverstanden. Nach der Sitzverlegung von Nie-

derteufen nach Herisau im Jahr 2014 habe sie sich bei der D. Treuhand GmbH in Herisau 

eingemietet, verfüge dort über einen Posteingang und sie nutze bei Anwesenheit vor Ort 

die Infrastruktur. Nach ihrer Auffassung werde die Geschäftsführung und Verwaltung der 

Beschwerdeführerin in Herisau durchgeführt und die operative Tätigkeit vor Ort bei den 

Kunden.  

 

Seite 4 

Am 30. März 2016 wurde die Beschwerdeführerin vom Steueramt des Kantons Zürich ge-

mahnt, weil sie die verlangten Steuererklärungen nicht eingereicht habe. In der Folge reich-

te die Beschwerdeführerin in Zürich zwei auf den 24. April 2016 datierte Steuererklärungen 

ein. Am 25. August 2016 schickte das Steueramt des Kantons Zürich der Beschwerdefüh-

rerin Einschätzungsvorschläge für die Staats- und Gemeindesteuern 2012/2013 bzw. 2014 

zu. Die Beschwerdeführerin unterzeichnete die diesen Unterlagen beiliegenden Zustim-

mungserklärungen. Hierauf wurden entsprechende Schlussrechnungen und Einschätz-

ungsmitteilungen betreffend Staats- und Gemeindesteuern 2012/2013 und 2014 erlassen.  

 

Die Beschwerdeführerin erhob dagegen Einsprachen und ersuchte die kantonalen Behör-

den in Zürich darum, sich mit der Steuerverwaltung Appenzell Ausserrhoden in Verbindung 

zu setzen und die Angelegenheit zu klären, da sie die nun von den Zürcher Behörden in 

Rechnung gestellten Beträge für die Staats- und Gemeindesteuern bereits teilweise ge-

stützt auf die Veranlagung durch das Kantonale Steueramt Appenzell Ausserrhoden be-

zahlt habe.  

 

Am 8. Februar 2017 wies das Steueramt des Kantons Zürich die Einsprachen ab mit der 

Begründung, dass jeder Kanton die Steuern für sich erhebe und weder im kantonalen noch 

im Bundesrecht vorgesehen sei, dass Steuern von einem Kanton an den anderen abgege-

ben bzw. verrechnet werden. Die vom Kanton Zürich erhobenen Staats- und Gemeinde-

steuern seien richtig und zu bestätigen, die Rückforderung der im Kanton Appenzell Aus-

serrhoden bezahlten Steuern sei Sache der Beschwerdeführerin. Gegen die abweisenden 

Einspracheentscheide erhob die Beschwerdeführerin beim Steuerrekursgericht des Kan-

tons Zürich Rekurs; das hierauf eröffnete Rekursverfahren ST.2017.71 wurde auf Antrag 

der Beschwerdeführerin vorläufig sistiert, um ihr Zeit für Einigungsgespräche mit den zu-

ständigen Behörden in Zürich bzw. Appenzell Ausserrhoden einzuräumen. 

 

Mit Schreiben vom 28. Februar 2017 ersuchte der Vertreter der Beschwerdeführerin die 

Vorinstanz darum, die in Appenzell Ausserrhoden bereits bezahlten Steuern vollumfänglich 

mitsamt Ausgleichszins zurückzubezahlen. Die Beschwerdeführerin beabsichtige, die ab-

weisenden Einspracheentscheide in Zürich zu akzeptieren, sofern die im Kanton Appenzell 

Ausserrhoden bezahlten Steuern vollumfänglich zurückerstattet würden. Das gelte auch für 

die Steuerjahre ab 2015, dort werde der Kanton Zürich unverändert auch eine unbe-

schränkte Steuerpflicht geltend machen. Am 3. März 2017 teilte die Vorinstanz der Be-

schwerdeführerin mit, die Steuerperioden 2012/2013 und 2014 seien bereits rechtskräftig 

veranlagt. Eine Rückzahlung der bezahlten Steuern sei damit ausgeschlossen; die erst pro-

visorischen Rechnungen 2015 und 2016 würden dagegen auf Fr. 0.-- angepasst und eine 

Rückzahlung der bereits zuviel bezahlten provisorischen Steuern veranlasst, wobei eine 

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abschliessende Prüfung der Steuerperioden ab 2015 dann erst im ordentlichen Verfahren 

vorgenommen werde. Am 21. März 2017 reichte die Beschwerdeführerin daraufhin ein aus-

drückliches Revisionsgesuch bei der Vorinstanz ein und beantragte, für die Steuerjahre 

2012/2013 und 2014 auf eine Besteuerung mangels subjektiver Steuerpflicht zu verzichten; 

die Beschwerdeführerin wies darauf hin, dass bereits das Schreiben vom 28. Februar 2017 

sinngemäss als Revisionsgesuch zu verstehen gewesen sei. Als Revisionsgrund wurde der 

Einspracheentscheid vom 8. Februar 2017 des Steueramts des Kantons Zürich genannt, 

wonach sich die tatsächliche Verwaltung der Beschwerdeführerin in Zürich befinde. Es lie-

ge eine Doppelbesteuerung vor, weil der Kanton Zürich für die betreffenden Steuerjahre 

nun die Steuerhoheit beanspruche. Die Sichtweise des Steueramts des Kantons Zürich er-

scheine zutreffend, weshalb im Kanton Appenzell Ausserrhoden eine Revision der Steuer-

veranlagungen vorzunehmen sei (vgl. zum Ganzen die Unterlagen in VI-act. 6).  

 

Am 28. Januar 2019 ersuchte die Beschwerdeführerin, nachdem die Vorinstanz auf das 

Revisionsgesuch seither nicht reagiert hatte, um baldige Behandlung der inzwischen schon 

fast zwei Jahre bei der Vorinstanz pendenten Angelegenheit (VI-act. 8). Mit Schreiben vom 

15. Februar 2019 forderte die Vorinstanz daraufhin bei der Beschwerdeführerin zunächst 

weitere Unterlagen an (VI-act. 9), bevor sie mit Revisionsentscheid vom 8. Mai 2019 auf 

das Revisionsbegehren nicht eintrat (VI-act. 11).  

 

 

C. Gegen diesen Nichteintretensentscheid richtet sich die von der Beschwerdeführerin am 

11. Juni 2019 erhobene Beschwerde ans Obergericht mit den eingangs erwähnten Anträ-

gen (act. 1). Mit Vernehmlassung vom 19. August 2019 (act. 7) verlangte die Vorinstanz de-

ren Abweisung. Mit Replik vom 16. September 2019 (act. 10) hielt die Beschwerdeführerin 

unverändert an ihren Anträgen fest. Die Vorinstanz reichte am 1. Oktober 2019 eine Duplik 

ein, ebenfalls unter Festhaltung an ihren bereits gestellten Anträgen (act. 12). Keine der 

Parteien verlangte die Durchführung einer mündlichen Verhandlung.  

 

Nach einem zeitweisen Aussetzen von Urteilsberatungen im ersten Halbjahr 2020 aufgrund 

der Corona-Pandemie wurde die Streitsache nach der Wiederaufnahme des ordentlichen 

Gerichtsbetriebs zur Beratung traktandiert. Am 18. August 2020 fällte das Gericht das 

vorliegende Urteil. 

 

Auf weitere Einzelheiten im Sachverhalt sowie die Vorbringen der Parteien in den Rechts-

schriften wird, soweit entscheidrelevant, in den nachfolgenden Erwägungen näher einge-

gangen. 

  

Seite 6 

Erwägungen 

 

1. Formelles 

 

a. Anfechtungsobjekt bildet der Nichteintretensentscheid vom 8. Mai 2019, mit welchem die 

kantonale Steuerverwaltung Appenzell Ausserrhoden auf das Revisionsgesuch vom 

28. Februar bzw. 21. März 2017 (VI-act. 6) nicht eingetreten ist.  

 

b. Gegen den Entscheid über ein Revisionsbegehren oder den bei Gutheissung neu gefällten 

Entscheid ist die Erhebung einer Einsprache ausgeschlossen und es kann direkt Beschwer-

de ans Obergericht erhoben werden (Art. 191 des kantonalen Steuergesetzes [StG, bGS 

621.11]). Der Entscheid über Steuerstreitsachen fällt unabhängig vom Streitwert in die Zu-

ständigkeit der Abteilungen des Obergerichts (Art. 29 Abs. 1 lit. a Justizgesetz [JG, bGS 

145.31] e contrario). Das Gesamtgericht hat Beschwerden in Steuerstreitsachen der 2. Ab-

teilung zur Beurteilung zugewiesen (so publiziert im aktuellen Staatskalender des Kantons 

Appenzell Ausserrhoden [https://staatskalender.ar.ch/organizations/pdf], Ziff. 2.6.1.2), wes-

halb diese zur Behandlung der Beschwerde zuständig ist.  

 

c. Die von Amtes wegen vorzunehmende Prüfung der formellen Prozessvoraussetzungen so-

wohl mit Bezug auf die Beschwerdeführerin als auch mit Bezug auf die Beschwerdeschrift 

ergibt, dass diese erfüllt sind: Der angefochtene Nichteintretensentscheid vom 8. Mai 2019 

wurde der Beschwerdeführerin, deren Vertreter sich beim Obergericht ordnungsgemäss mit 

einer Vollmacht ausgewiesen hat, am 9. Mai 2019 zugestellt, so dass die am 11. Juni 2019 

der Post übergebene Beschwerdeschrift unter Berücksichtigung des gesetzlichen Feierta-

ges an Pfingstmontag fristgerecht erfolgte. Als direkt vom angefochtenen Nichteintretens-

entscheid Betroffener kommt der Beschwerdeführerin nach Art. 59 i.V.m. Art. 32 Abs. 1 des 

Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG, bGS 143.1) ein schutzwürdiges Inte-

resse an der Aufhebung oder Änderung des Entscheids zu. Der bei der Beschwerdeführe-

rin angeforderte Kostenvorschuss für das vorliegende Beschwerdeverfahren im Betrag von 

Fr. 800.-- ging rechtzeitig bei der Gerichtskasse ein.  

 

d. Auf die Beschwerde ist somit einzutreten.  

  

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2. Materielles 

 

2.1 Unter welchen Voraussetzungen auf eine rechtskräftige Steuerveranlagung betreffend 

Staats- und Gemeindesteuern revisionsweise zurückgekommen werden kann, bestimmt 

sich nach Art. 51 des Bundesgesetzes über die Harmonisierung der direkten Steuern der 

Kantone und Gemeinden (StHG, SR 642.14) in Verbindung mit den einschlägigen Bestim-

mungen im kantonalen Steuergesetz (StG, bGS 621.11).  

 

 Demnach kann ein rechtskräftiger Entscheid gestützt auf Art. 189 Abs. 1 StG auf Antrag 

oder von Amtes wegen zugunsten der steuerpflichtigen Person revidiert werden: 

 a) wenn erhebliche Tatsachen oder entscheidende Beweismittel entdeckt werden; 

 b) wenn die erkennende Behörde erhebliche Tatsachen oder entscheidende Beweismittel, 

die ihr bekannt waren oder bekannt sein mussten, ausser acht gelassen hat oder in anderer 

Weise wesentliche Verfahrensgrundsätze verletzt hat; 

 c) wenn ein Verbrechen oder ein Vergehen den Entscheid beeinflusst hat; 

 d) wenn nach den auf interkantonalen Doppelbesteuerungskonflikte anzuwendenden Re-

geln die Vermeidung der Doppelbesteuerung gemäss erkennender Behörde durch den 

Kanton Appenzell Ausserrhoden zu erfolgen hat; 

 e) wenn die Besteuerung einen Staatsvertrag verletzt; 

 f) wenn die Voraussetzungen für einen Aufschub der Grundstückgewinnsteuer erst nach 

rechtskräftiger Veranlagung erfüllt werden. 

 

 Die Revision ist ausgeschlossen, wenn als Revisionsgrund vorgebracht wird, was bei Be-

achtung der zumutbaren Sorgfalt schon im ordentlichen Verfahren hätte geltend gemacht 

werden können (Art. 189 Abs. 2 StG in der im Zeitpunkt der hier in Frage stehenden Steu-

erperioden 2012-2014 gültigen Version). Per 1. Januar 2019 wurde diese Bestimmung vom 

kantonalen Gesetzgeber dahingehend ergänzt, dass auf ein Revisionsgesuch gemäss Art. 

189 Abs. 1 lit. d und e StG nicht eingetreten wird, wenn die Doppelbesteuerung Folge einer 

Gewinn- oder Einkommensverschiebung ist, welche die antragsstellende Person absichtlich 

oder fahrlässig selbst veranlasst hat (siehe dazu auch nachfolgend, E. 2.4c). 

 

 Das Revisionsbegehren muss innert 90 Tagen nach Entdeckung des Revisionsgrundes, 

spätestens aber innert zehn Jahren nach Eröffnung der Verfügung oder des Entscheids 

eingereicht werden (Art. 190 StG). 

 

 

2.2 Das Revisionsgesuch der Beschwerdeführerin vom 28. Februar 2017 bzw. 21. März 2017 

erfüllt folgende formellen Voraussetzungen gemäss diesen Bestimmungen: 

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a. Die Beschwerdeführerin wurde von der Vorinstanz für die hier interessierenden Staats- und 

Gemeindesteuern Ende Juli 2014 für die Steuerperiode 1. Februar 2012 bis 31. Dezember 

2013 und im November 2015 für die Steuerperiode 2014 definitiv veranlagt. Die Veranla-

gungsverfügungen und Schlussrechnungen wurden nicht angefochten, so dass diesbezüg-

lich ein inzwischen „rechtskräftiger Entscheid“ im Sinn von Art. 189 Abs. 1 StG vorliegt.  

 

b. Ein „Antrag“ der Beschwerdeführerin im Sinn von Art. 189 Abs. 1 StG auf Vornahme einer 

Revision liegt vor, nachdem sie die Vorinstanz am 28. Februar 2017 sinngemäss bzw. am 

21. März 2017 erneut ausdrücklich um Korrektur der Veranlagungen ersuchte.  

 

c. Eine gegen Art. 127 Abs. 3 der Schweizerischen Bundesverfassung (BV, SR 101) verstos-

sende Doppelbesteuerung (vgl. zur Begriffsdefinition anstelle vieler das Urteil des Bundes-

gerichts 2C_592/2018 vom 1. Oktober 2019, E. 3) liegt vor, wenn eine steuerpflichtige Per-

son von zwei oder mehreren Kantonen für das gleiche Steuerobjekt und für die gleiche Zeit 

zu Steuern herangezogen wird (aktuelle Doppelbesteuerung) oder wenn ein Kanton in Ver-

letzung der geltenden Kollisionsnormen seine Steuerhoheit überschreitet und eine Steuer 

erhebt, die einem anderen Kanton zusteht (virtuelle Doppelbesteuerung). Im vorliegenden 

Fall liegen rechtskräftige Veranlagungen des Kantons Appenzell Ausserrhoden vor für die 

in Frage stehenden Steuerperioden 2012/2013 und 2014. Nachträglich beanspruchte der 

Kanton Zürich ebenfalls das Hauptsteuerdomizil der Beschwerdeführerin für dieselben Ver-

anlagungsperioden. Dies führt im konkreten Fall unbestrittenermassen zu einer aktuellen 

Doppelbesteuerungsproblematik, was vom Gesetz grundsätzlich als Revisionsgrund vorge-

sehen ist (Art. 189 Abs. 1 lit. d StG). 

 

d. Die Beschwerdeführerin stützte ihr Revisionsgesuch auf den Einspracheentscheid des 

Steueramtes des Kantons Zürich vom 8. Februar 2017, mit welchem die Steuerpflicht der 

Beschwerdeführerin in Zürich bestätigt wurde. Somit erfolgte das innert weniger als drei 

Monate seit Erlass jenes Einspracheentscheids eingereichte Revisionsgesuch innert der 

von Art. 190 StG festgelegten Fristen.  

 

e. Dass die Vorinstanz gemäss Ziff. 1 des Dispositivs des angefochtenen Entscheids trotz Er-

füllung all dieser formellen Voraussetzungen nicht auf das Revisionsbegehren eingetreten 

ist, wird von der Beschwerdeführerin explizit in Frage gestellt. Sie macht geltend, die Vor-

aussetzungen für das Eintreten seien unbestritten ausnahmslos alle erfüllt gewesen. Sub-

eventualiter wird daher der Antrag gestellt, die Vorinstanz sei vom Gericht anzuweisen, auf 

die Einsprache einzutreten. Obschon das Dispositiv des angefochtenen Entscheids auf 

Nichteintreten laute, liege in der Sache aber ohnehin ein abweisender Entscheid vor, wes-

Seite 9 

halb die Beschwerdeführerin ausserdem die eingangs angeführten Hauptanträge einreich-

te. 

 

 

2.3 Im angefochtenen Revisionsentscheid ging die Vorinstanz in erster Linie davon aus, die Be-

schwerdeführerin habe sich, indem sie in Appenzell Ausserrhoden die Steuererklärungen 

ohne jegliche Einwendungen eingereicht und die Steuerforderungen bezahlt habe, vorbe-

haltlos der Besteuerung in Appenzell Ausserrhoden unterworfen, weshalb eine Revision der 

rechtskräftigen Veranlagungen zum Vornherein wegen Verwirkung ausgeschlossen und 

deshalb nicht auf das Revisionsbegehren einzutreten sei.  

 

a. Das Bundesgericht hat seine - in der Lehre teils umstrittene - Rechtsprechung in diesem 

Zusammenhang auch in jüngster Zeit erneut bestätigt (vgl. angefochtener Nichteintretens-

entscheid, E. 4.2, Ziff. 23; Urteil des Bundesgerichts 2C_274/2019 vom 13. September 

2019, E. 4.1 und 4.3.1, m.w.H.). Die Beschwerdeführerin macht jedoch geltend, dass für 

eine Verwirkung des Anfechtungsrechts im Sinn dieser Rechtsprechung stets eine „Kennt-

nis des kollidierenden Steueranspruchs eines anderen Kantons“ vorausgesetzt wurde (an-

stelle vieler: Urteil des Bundesgerichts 2C_539/2017 vom 7. Februar 2019, E. 5.2), welche 

im konkreten Fall gerade nicht ausgewiesen sei.  

 

b. Insoweit dies eine effektive Kenntnis eines kollidierenden Steueranspruchs betrifft, ist der 

Beschwerdeführerin zuzustimmen: So wurde sie im Kanton Appenzell Ausserrhoden nach-

weislich längst veranlagt und hat die betroffenen Steuerrechnungen unbestrittenermassen 

auch bereits bezahlt, bevor sie am 4. Januar 2016 überhaupt erstmals von den zürcheri-

schen Steuerbehörden kontaktiert wurde (VI-act. 4). Die Vorinstanz hat keinen triftigen 

Grund genannt, weshalb unter den gegebenen Umständen davon auszugehen wäre, dass 

die Beschwerdeführerin bei der Bezahlung der Steuern im Kanton Appenzell Ausserrhoden 

bereits von einem kollidierenden Steueranspruch in Zürich wusste. Vielmehr ist etwa aus 

dem E-Mail der Beschwerdeführerin an die Zürcher Steuerkommissärin vom 12. Januar 

2016 (act. 2/4) erkennbar, dass die Beschwerdeführerin selbst damals (noch) keinen An-

haltspunkt dafür sah, dass die Steuerhoheit statt in Appenzell Ausserrhoden in Zürich 

liegen könnte; auch im Schreiben vom 2. Februar 2016 an das Steueramt des Kantons 

Zürich (act. 2/6) wird dies bestätigt. Unter diesen Umständen überzeugt aber die Meinung 

der Vorinstanz nicht, wonach die Beschwerdeführerin die Veranlagungen in Appenzell Aus-

serrhoden im Bewusstsein darum, dass sich der Ort der tatsächlichen Geschäftsführung bei 

richtiger Betrachtung eigentlich im Kanton Zürich befand, trotzdem akzeptiert und sich so-

mit geradezu treuwidrig verhalten haben soll (so die Argumentation im angefochtenen 

Nichteintretensentscheid, Ziff. 26; ob dem Kanton Zürich überhaupt eine Besteuerungskom-

Seite 10 

petenz zukommt oder nicht, ist im vorliegenden Verfahren nicht zu beurteilen). Eine effek-

tive Kenntnis des kollidierenden Steueranspruchs ist im konkreten Fall jedenfalls nicht 

nachgewiesen.  

 

c. Die Vorinstanz begründet ihren Nichteintretensentscheid allerdings auch damit, dass die 

Beschwerdeführerin nach Treu und Glauben die Konsequenzen einer Doppelbesteuerung 

hinzunehmen habe. Insoweit die Beschwerdeführerin auch dies bestreitet, verkennt sie, 

dass eine Verwirkung des Rechts auf eine Revision nicht nur bei effektiver Kenntnis eines 

kollidierenden Steueranspruchs eintreten kann, sondern es genügt vielmehr, wenn der 

Steuerpflichtige bei Beachtung der erforderlichen Sorgfalt vom kollidierenden Steueran-

spruch Kenntnis haben konnte bzw. musste (vgl. dazu das Urteil des Obergerichts O2V 17 

10 vom 13. März 2018, E. 2.2.7). In diesem Fall steht auch eine Sorgfaltspflichtverletzung 

im Sinn von Art. 189 Abs. 2 StG zur Diskussion. Es stellt sich die Frage, ob die Beschwer-

deführerin die Steuern in Appenzell Ausserrhoden bezahlt hat, obwohl sie damals schon 

bei gehöriger Sorgfalt Kenntnis von einem kollidierenden Steueranspruch im Kanton Zürich 

hätte haben müssen (vgl. dazu auch MARTIN LOOSER, in: Zweifel/ Beusch [Hrsg.], Bundes-

gesetz über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden, 3. Aufl. 

2017, N 26b zu Art. 51 StHG; RICHNER/FREI/KAUFMANN/MEUTER, Handkommentar zum 

DBG, 3. Aufl. 2016, N 24 zu Art. 147 DBG). Ob der Beschwerdeführerin im konkreten Fall 

eine solche Kenntnis zuzurechnen ist oder nicht, muss näher geprüft werden. 

 

 

2.4 Zunächst ist jedoch zu klären, ob die Vorinstanz, sollte eine solche Sorgfaltspflichtverletz-

ung vorliegen, in verfahrensrechtlicher Hinsicht überhaupt einen Nichteintretensentscheid 

erlassen durfte. Wäre dies nämlich nicht der Fall, so wäre der Nichteintretensentscheid 

schon allein aus diesem Grund aufzuheben. Die Beschwerdeführerin macht in diesem Zu-

sammenhang ausdrücklich geltend, es sei juristisch nicht nachvollziehbar, dass die Steuer-

verwaltung auf ein frist- und formgerechtes Revisionsgesuch nicht eintrete (z.B. Replik, Ziff. 

15).  

 

a. Wie es sich damit verhält, hängt entscheidend davon ab, ob die von der Vorinstanz im an-

gefochtenen Entscheid angenommene Verwirkung des Revisionsrechts infolge einer Sorg-

faltspflichtverletzung prozessualer oder materieller Natur ist. Nur in ersterem Fall hätte die 

Vorinstanz die Verwirkungsfrage bereits im Rahmen der Prozessvoraussetzungen prüfen 

und einen Nichteintretensentscheid erlassen dürfen.  

 

b. Art. 189 Abs. 2 Satz 1 StG sieht vor: „Die Revision ist ausgeschlossen, wenn als Revisions-

grund vorgebracht wird, was bei Beachtung der zumutbaren Sorgfalt schon im ordentlichen 

Seite 11 

Verfahren hätte geltend gemacht werden können.“ Die Bestimmung stimmt wörtlich mit der 

Formulierung in Art. 51 Abs. 2 StHG im Steuerharmonisierungsrecht sowie auch im ent-

sprechenden Bundessteuerrecht in Art. 147 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die direkte 

Bundessteuer (DBG, SR 642.11) überein. In der Literatur zum Bundessteuerrecht wird ver-

schiedentlich die Auffassung vertreten, dass die Beachtung pflichtgemässer Sorgfalt die 

materiell-rechtliche Begründetheit des Revisionsgesuchs beschlägt: So wird namentlich da-

rauf hingewiesen, dass ein Gesuchsteller, damit die Rechtzeitigkeit seines Revisionsge-

suchs beurteilt werden kann, namentlich auch gehalten ist, den Zeitpunkt der Entdeckung 

des Revisionsgrundes genau anzugeben. Nur wenn sich ein Revisionsgesuch dazu gar 

nicht ausspreche, könne dies in verfahrensmässiger Hinsicht grundsätzlich ein Nichteintre-

ten zur Folge haben, ebenso, wie wenn offensichtlich ein anderer (rein) formeller Mangel 

bestehen würde (zum Beispiel, weil das Revisionsgesuch nicht vorbehaltlos gestellt wurde 

oder die für ein Revisionsgesuch einzuhaltenden Fristen bereits abgelaufen sind, vgl. dazu 

RICHNER/FREI/KAUFMANN/MEUTER, Handkommentar, a.a.O., N 1, 3 und 8 zu Art. 149 DBG). 

Im Zusammenhang mit den Darlegungen einer um Revision ersuchenden steuerpflichtigen 

Person wird sich im Regelfall zugleich auch bereits ergeben, ob die zur Begründung des 

Gesuchs vorgetragenen Tatsachen oder Beweismittel bei zumutbarer Sorgfalt nicht bereits 

vor Eintritt der Rechtskraft hätten geltend gemacht werden können. Diese Frage betrifft 

nach der im erwähnten DBG-Kommentar vertretenen Ansicht nicht die eigentliche Formgül-

tigkeit des Revisionsgesuchs, sondern vielmehr bereits dessen materielle Begründetheit 

(vgl. RICHNER/FREI/KAUFMANN/MEUTER, Handkommentar, a.a.O., N. 3 in fine zu Art. 149 

DBG; ebenso: MARTIN LOOSER, a.a.O., N 25a und 31 zu Art. 51 StHG). Der inhaltliche 

Mangel einer Unbegründetheit könnte nach dieser Auffassung somit in verfahrensmässiger 

Hinsicht nicht zu einem Nichteintretensentscheid führen, sondern das Revisionsgesuch 

wäre diesfalls mangels Begründetheit abzuweisen; nur ein rein formeller Mangel hätte ein 

Nichteintreten zur Folge (vgl. in diesem Zusammenhang im Übrigen auch RICHNER/ 

FREI/KAUFMANN/MEUTER, Kommentar zum Zürcher Steuergesetz, 3. Aufl. 2013, N 1 zu § 

158). 

 

c. Allein gestützt auf den Wortlaut von Art. 189 Abs. 2 Satz 1 StG („die Revision ist ausge-

schlossen“) kann nicht zum Vornherein ausgeschlossen werden, dass der Gesetzgeber die 

Frage der Sorgfaltspflichtverletzung gerade prozessual verstanden haben wollte und auf 

ein Revisionsbegehren bei Verletzung zumutbarer Sorgfalt dementsprechend gar nicht erst 

einzutreten ist, wenn der Antragsteller als Revisionsgrund lediglich vorbringt, was er bereits 

im ordentlichen Rechtsmittelverfahren hätte vortragen können. Für diese Auslegung spricht 

auch der Wortlaut des kürzlich vom kantonalen Gesetzgeber in Art. 189 Abs. 2 StG einge-

fügten zweiten Satzes (welcher nur im kantonalen Recht so vorgesehen ist, während sich 

keine entsprechende Regelung im Harmonisierungs- oder Bundessteuerrecht findet). Dort 

Seite 12 

heisst es, wie bereits erwähnt (vgl. E. 2.1 vorstehend) nämlich: „Auf ein Revisionsgesuch 

gemäss Abs. 1 lit. d und e dieser Bestimmung wird nicht eingetreten, wenn die Doppelbe-

steuerung Folge einer Gewinn- oder Einkommensverschiebung ist, welche die antragsstel-

lende Person absichtlich oder fahrlässig selbst veranlasst hat.“ Diese Bestimmung wurde 

zwar erst nach den hier in Frage stehenden Steuerperioden anlässlich der Steuergesetz-

revision vom 3. Dezember 2018, in Kraft seit 1. Januar 2019, ins kantonale Steuergesetz 

eingefügt, ohne allerdings etwas an der schon bisher geltenden Praxis zu ändern: Den Ma-

terialien ist zu entnehmen, dass dieser zweite Satz einzig der Klarstellung und der Trans-

parenz gegenüber den steuerpflichtigen Personen bzw. ihren Vertretern dienen sollte.1  

 

d. Betrachtet man vergleichsweise die kantonalrechtliche Regelung im Steuergesetz des Kan-

tons St. Gallen (StG SG, sGS 211.1), so fällt auf, dass dort selbst für den Fall, dass als Re-

visionsgrund vorgebracht wird, was bereits mit ordentlichen Rechtsmitteln hätte gerügt 

werden können, ausdrücklich ein Nichteintreten vorgesehen ist (Art. 197 Abs. 2 StG SG: 

„Auf ein Revisionsbegehren wird nicht eingetreten, wenn der Antragssteller als Revisions-

grund vorbringt, was er bei der ihm zumutbaren Sorgfalt schon im ordentlichen Verfahren 

hätte geltend machen können. Auf ein Revisionsbegehren gemäss Abs. 1 lit. d dieser Be-

stimmung wird nicht eingetreten, wenn die Doppelbesteuerung Folge einer Gewinnver-

schiebung ist, welche der Antragsteller absichtlich oder fahrlässig selbst veranlasst hat.“). 

Nach der Praxis im Kanton St. Gallen wird die Bestimmung von Art. 197 Abs. 2 StG SG 

entsprechend diesem ausdrücklichen Wortlaut im kantonalen Recht denn auch - anders als 

in der oben zitierten Literatur zu den einschlägigen Bestimmungen im Bundessteuerrecht - 

ausdrücklich den formellen Voraussetzungen einer Revision zugeordnet (vgl. auch St. 

Galler Steuerbuch StB 197 Nr. 1), was in verfahrensmässiger Hinsicht zur Folge hat, dass 

Revisionsgesuche, die die Voraussetzungen von Art. 197 Abs. 2 StG SG erfüllen, nicht ab-

gewiesen werden, sondern darauf nicht eingetreten wird. Auch das Verwaltungsgericht 

Graubünden geht in konstanter Praxis davon aus, im Falle einer Sorgfaltspflichtverletzung 

gemäss dem bündnerischen Steuergesetz (StG GR, BR 720.000) - welches in Art. 141 

Abs. 2 StG GR eine Art. 189 Abs. 2 Satz 1 StG (und damit auch Art. 51 Abs. 2 StHG bzw. 

Art. 147 Abs. 2 DBG) entsprechende Regelung vorsieht - sei ein Nichteintretensentscheid 

zu fällen (Urteil des Verwaltungsgerichts Graubünden A 19 14 vom 25. Juni 2019, E. 3.2, 

m.w.H.).  

 

                                                
1 vgl. dazu insbesondere Bericht und Antrag des Regierungsrats vom 31. Oktober 2017 zum Steuerge-
setz, Teilrevision 2019, 1. Lesung, S. 41, abrufbar unter: 
https://www.ar.ch/api/cdws/Files/a8a16627fb5e482c8dbff63a85e963bb-332/8/PDF; sowie ferner 
Bericht und Antrag des Regierungsrats vom 25. September 2018, abrufbar unter: 
https://www.ar.ch/api/cdws/Files/1e9f1e7ee39d46ecbf9fcc3ca5d16a62-332/6/PDF 

Seite 13 

e. In einer Gesamtwürdigung gelangt daher das Obergericht (wie bereits in seiner früheren 

Rechtsprechung, vgl. dazu das Urteil O2V 17 10 vom 13. März 2018, welches vom Bundes-

gericht mit Urteil 2C_566/2018 vom 29. Januar 2020 bestätigt wurde) zum Schluss, dass 

die der Beschwerdeführerin von der Vorinstanz unter dem Titel eines Verstosses gegen 

Treu und Glauben sinngemäss vorgeworfene Verwirkung des Revisionsanspruchs nach 

Art. 189 Abs. 2 StG als formelle und nicht als materielle Frage zu behandeln ist. Die Vorin-

stanz hat deshalb die Verwirkung des Rechts auf Revision zu Recht im Rahmen der Pro-

zessvoraussetzungen geprüft. Dies bedeutet somit, dass der angefochtene Nichteintretens-

entscheid zu schützen ist, sofern der Beschwerdeführerin tatsächlich ein treuwidriges Ver-

halten bzw. eine Pflichtverletzung im Sinn von Art. 189 Abs. 2 StG zu Last zu legen wäre. 

Wie es sich damit verhält, ist nachfolgend zu prüfen. 

 

 

2.5 Ob eine Pflichtverletzung im Sinn von Art. 189 Abs. 2 Satz 1 StG vorliegt, hängt entschei-

dend davon ab, ob die Beschwerdeführerin bei Beachtung der zumutbaren Sorgfalt die 

inzwischen eingetretene aktuelle Doppelbesteuerungsproblematik bereits früher hätte er-

kennen und somit im ordentlichen Verfahren anfechten können. Dies würde zugleich be-

deuten, dass die Doppelbesteuerung im Sinn von Art. 189 Abs. 2 Satz 2 StG Folge einer 

Gewinn- oder Einkommensverschiebung ist, welche von der Beschwerdeführerin selbst 

(wenn auch nicht absichtlich, siehe dazu E. 2.3b vorstehend) zumindest fahrlässig veran-

lasst wurde. 

 

a. Die Vorinstanz geht im angefochtenen Nichteintretensentscheid davon aus, die Gesell-

schafterin habe gegenüber den Zürcher Steuerbehörden ausdrücklich bestätigt, dass sich 

der tatsächliche Geschäftssitz während der betroffenen Steuerjahre im Kanton Zürich be-

fand (angefochtener Nichteintretensentscheid, Ziff. 16). Würde dies zutreffen, so stellte sich 

tatsächlich die Frage, ob daraus nicht direkt zu schliessen wäre, dass die für die Beschwer-

deführerin handelnde Gesellschafterin die daraus resultierende Doppelbesteuerung ohne-

hin selber veranlasst hätte, was den Anspruch auf eine Revision ausschliessen würde. Bei 

genauer Betrachtung ist aber nicht erstellt, dass die Beschwerdeführerin eine solche Erklä-

rung gegenüber den Zürcher Behörden abgegeben hat, wie die Beschwerdeführerin zu 

Recht einwendet (Beschwerdeschrift, Ziff. 35 f.): Die Beschwerdeführerin unterzeichnete 

zwar gemäss den Unterlagen in den vorinstanzlichen Akten im Oktober 2016 sog. Zustim-

mungserklärungen zu Handen des Steueramts des Kantons Zürich (vgl. Unterlagen in VI-

act. 5). Wie die Beschwerdeführerin nachvollziehbar dargelegt hat, wurde damit aber ledig-

lich die Bestätigung abgegeben, dass die Steuerfaktoren alle steuerbaren Werte vollständig 

umfassen (vgl. Beschwerdeschrift, Ziff. 49). Auch die der Vorinstanz von den Zürcher Be-

hörden erteilte Auskunft in diesem Zusammenhang ergibt nichts anderes (VI-act. 13). Dass 

Seite 14 

mit der Erteilung einer Zustimmungserklärung keine automatische Anerkennung einer Steu-

erpflicht im Kanton Zürich einherging, zeigt ausserdem schon die Tatsache, dass die dorti-

ge Steuerpflicht von der Beschwerdeführerin nachweislich angefochten wurde. Für die hier 

interessierenden Fragen erübrigt sich somit eine weitere Auseinandersetzung mit den von 

der Beschwerdeführerin gegenüber den Zürcher Behörden abgegebenen Zustimmungser-

klärungen.  

 

b. Die Beschwerdeführerin macht geltend, die für sie handelnde Gesellschafterin sei „in Steu-

ersachen unbewandert“ (Beschwerdeschrift, Ziff. 30), was seitens der Vorinstanz nicht in 

Frage gestellt oder widerlegt wurde. Es sei für die Gesellschafterin (und damit auch für die 

Beschwerdeführerin) daher immer klar gewesen, dass die Beschwerdeführerin ihr Steuer-

domizil in Appenzell Ausserrhoden habe. Die Gesellschafterin habe erst anlässlich der Erst-

beratung bei ihrem Vertreter am 27. Februar 2017 realisiert, dass sich das Steuerdomizil 

womöglich nicht in Appenzell Ausserrhoden befinde (Beschwerdeschrift, Ziff. 34 und 61). 

Dies erscheint bei einer Würdigung der vorhandenen Unterlagen schlüssig und mag soweit 

zutreffen. Im konkreten Fall genügt dies aber trotzdem nicht, deshalb daraus zu schliessen, 

dass die Beschwerdeführerin bzw. die für sie handelnde Gesellschafterin nicht bereits früh-

er die drohende Doppelbesteuerungsproblematik wenn nicht bereits erkannt hat, doch zu-

mindest unter den konkreten Umständen hätte erkennen müssen. Dies namentlich aus fol-

genden Gründen:  

• Die Beschwerdeführerin weist in der Beschwerdeschrift zwar zu Recht darauf hin, dass 

der Begriff der tatsächlichen Verwaltung im Steuerrecht selbst für Experten nicht immer 

eindeutig zu bestimmen sei. Zweck der Beschwerdeführerin ist die Erbringung verschie-

dener Beratungsdienstleistungen (vgl. Handelsregisterauszug, abrufbar unter www. 

zefix.ch). Gemäss Angaben der Beschwerdeführerin wurden (und werden) die Dienst-

leistungen in der ganzen Deutschschweiz erbracht, naturgemäss hauptsächlich vor Ort 

bei den Kunden. Daraus ergibt sich somit zum Vornherein kein offensichtlicher Anknüpf-

ungspunkt am Sitz der Beschwerdeführerin in Appenzell Ausserrhoden.  

• Insoweit die Beschwerdeführerin weiter geltend macht, die Gesellschafterin als steuerli-

cher Laie bzw. damit auch die Beschwerdeführerin habe in guten Treuen von einem Sitz 

in Appenzell Ausserrhoden ausgehen dürfen, da sie hierfür in erster Linie auf formale 

Gesichtspunkte wie die Durchführung von Generalversammlungen bzw. den Ort gewis-

ser administrativer Arbeiten abstellte, überzeugt bei genauerer Betrachtung allerdings 

nicht: In diesem Zusammenhang bringt die Beschwerdeführerin nämlich vor, gewisse 

administrative Arbeiten würden in der Regel alle 14 Tage bzw. mindestens einmal mo-

natlich in Appenzell Ausserrhoden erledigt. Zwar verfüge die Beschwerdeführerin an 

ihrem statutarischen Sitz nicht über eine eigene Infrastruktur, sie habe sich dort aber in 

eine fremde Infrastruktur eingemietet, was nicht unüblich sei für Dienstleistungserbringer 

Seite 15 

(vgl. Beschwerdeschrift, Ziff. 57). Diese Argumentation scheint sich aber offensichtlich 

auf die aktuelle Situation in Herisau zu beziehen. Da im vorliegenden Verfahren aus-

schliesslich die Steuerperioden 2012/2013 und 2014 in Frage stehen, ist aber gar nicht 

die aktuelle Situation in Herisau, sondern einzig die Situation am damaligen statutari-

schen Sitz in Niederteufen entscheidend. Für die Situation in Niederteufen - welche nicht 

zwingend gleich zu beurteilen ist wie die spätere Situation in Herisau - ist folgendes in 

Erwägung zu ziehen: Aus den vorinstanzlichen Akten (siehe Unterlagen unter VI-act. 10) 

ist ersichtlich, dass die Beschwerdeführerin während der Zeit der hier interessierenden 

Steuerperioden 2012/2013 und 2014 im Zusammenhang mit dem damaligen Sitz in Nie-

derteufen einen Vertrag mit der E. abgeschlossen hatte. Gemäss Rechnung R-1658-12 

vom 3. Februar 2012 bezog die Beschwerdeführerin von der E. die Leistungen „Re-

präsentative eigene Geschäftsadresse“ sowie „Postannahme und Postweiterleitung täg-

lich.“ Wie im angefochtenen Nichteintretensentscheid von der Vorinstanz zutreffend fest-

gehalten wurde (vgl. Nichteintretensentscheid, Ziff. 15), verfügte die Beschwerdeführerin 

in Niederteufen aber über keinerlei Geschäftsräumlichkeiten. Es gab dort weder einen 

Mietvertrag noch Mietzinszahlungen, wie die Beschwerdeführerin gegenüber der Vor-

instanz im Schreiben vom 9. April 2019 sogar ausdrücklich bestätigte.  

• Bei dieser Sachlage ist die Argumentation der Beschwerdeführerin - welche zwar allen-

falls auf die spätere Situation in Herisau zutreffen mag, was vorliegend aber nicht weiter 

zu prüfen ist - unbehelflich. Die Beschwerdeführerin führte selbst aus, „Nach Überzeu-

gung von B. befand sich das Steuerdomizil der A. bei dieser Ausgangslage mit jeweils 

geringen Anknüpfungspunkten in Niederteufen/Herisau einerseits und in C.andrerseits 

dort, wo sie alle 14 Tage die Rechnungen schrieb und die administrativen Tätigkeiten 

erledigte“ (Ziff. 59 Beschwerdeschrift). In den hier zur Frage stehenden Steuerperioden 

2012/2013 und 2014 war Sitz der Beschwerdeführerin noch in Niederteufen. Da die 

Beschwerdeführerin dort gar nicht über Räumlichkeiten oder die nötige Infrastruktur 

verfügte (vgl. dazu Ziff. 57 Beschwerdeschrift), war es faktisch gar nicht möglich, in 

Niederteufen alle 14 Tage Rechnungen zu schreiben und administrative Tätigkeiten zu 

erledigen. Wie die Beschwerdeführerin gegenüber der Vorinstanz im Revisionsgesuch 

vom 21. März 2017 (VI-act. 6) selbst angab, verfügte sie dagegen schon damals in 

C.(am persönlichen Wohnsitz der Gesellschafterin) für Fr. 500.-- pro Monat über einen 

40 m2 grossen Büroraum mit zwei voll ausgestatteten Arbeitsplätzen. Die 

administrativen Tätigkeiten, die nicht direkt vor Ort bei den Kunden erledigt wurden, 

erfolgten somit während der hier interessierenden Steuerperioden 2012-2014 offensicht-

lich nicht in Niederteufen, sondern vielmehr in C., weil nur dort die hierfür nötige 

Infrastruktur überhaupt vorhanden war. Zusammengefasst ist aus diesen Umständen zu 

schliessen, dass die Beschwerdeführerin, folgt man ihrer eigenen Argumentation zur 

Begründung eines Steuerdomizils, schon in den Jahren 2012-2014 bei gehöriger 

Seite 16 

Sorgfalt ohne weiteres hätte erkennen können und müssen, dass sich eine Doppelbe-

steuerungsproblematik ergeben könnte, sollte sie sich trotz fehlenden Büroräumlich-

keiten vorbehaltlos einer Steuerpflicht in Appenzell Ausserrhoden unterwerfen. 

• Eine allenfalls in diesem Zusammenhang ungenügende Beratung durch die E., wie sie 

in der Replik hervorgehoben wird (vgl. Replik, Ziff. 4 und 8), ist nicht bewiesen und 

würde daran aber letztlich sowieso nichts ändern. Auch insoweit der Vertreter der 

Beschwerdeführerin in der Replik vorbringt, er habe in seiner Beratungspraxis schon oft 

Klienten gehabt, die sich „aufgrund von Halbinformationen seitens von Beratern oder 

Kollegen oder eigenen Internetrecherchen ein verzerrtes Bild“ gemacht hätten und sich 

nicht bewusst gewesen seien, wie wenig es bei juristischen Personen brauche, um 

steuerrechtlich am Wohnsitz des Geschäftsführers einen Ort der tatsächlichen Verwal-

tung zu begründen (Replik, Ziff. 7), ist darauf hinzuweisen, dass Fehleinschätzungen der 

Steuerpflichtigen auch dann, wenn sie ohne böse Absicht erfolgten, im Rahmen der Prü-

fung eines Revisionsanspruchs regelmässig trotzdem nicht genügen, weil nämlich dies-

falls im Regelfall die zumutbare Sorgfalt gerade nicht beachtet bzw. eine Doppelbesteu-

erung als Konsequenz, wenn auch nicht absichtlich, so zumindest fahrlässig selbst ver-

anlasst wurde (vgl. Art. 189 Abs. 2 StG). Aus dem Blickwinkel des Revisionsverfahrens 

bleiben die Gründe für die Verletzung der zumutbaren Sorgfalt letztlich unerheblich; es 

gehört zur zumutbaren Sorgfalt des Steuerpflichtigen, auch wenn er vertreten wird oder 

sich beraten lässt, die Einhaltung der steuerrechtlichen Pflichten zu überwachen.  

 

 

2.6 Zusammengefasst überzeugen die von der Beschwerdeführerin vorgetragenen Gründe, 

weshalb sie in guten Treuen von einer Steuerpflicht in Appenzell Ausserrhoden ausgehen 

durfte, nicht für die hier in Frage stehende Zeit, als der Sitz der Beschwerdeführerin noch in 

Niederteufen lag: Es fiel namentlich gar kein Mietaufwand am Sitz in Niederteufen an (Be-

schwerde, Ziff. 29); mangels Büroräumlichkeiten ist auch nicht ersichtlich, wie die Gesell-

schafterin in den hier in Frage stehenden Steuerperioden 2012 bis 2014 regelmässig vor 

Ort am statutarischen Sitz administrative Arbeiten hätte erledigen können (Beschwerde, 

Ziff. 31) und die Beschwerdeführerin hatte sich in dieser Zeit offenbar auch nicht in eine 

fremde Infrastruktur eingemietet (Beschwerde, Ziff. 57). Gleichzeitig steht fest, dass der Be-

schwerdeführerin schon damals die nötige Infrastruktur in C. zur Verfügung stand. Ob die 

Beschwerdeführerin allenfalls später, nachdem sie den statutarischen Sitz nach Herisau 

verlegte und dort auch über Büroräumlichkeiten verfügte, berechtigtes Vertrauen in eine 

Steuerpflicht in Appenzell Ausserrhoden hätte begründen können, ist nicht Gegenstand des 

vorliegenden Verfahrens und daher hier auch nicht näher zu diskutieren. 

 

 

Seite 17 

2.7 Insoweit die Beschwerdeführerin der Vorinstanz ein treuwidriges Verhalten vorwirft, ist da-

rauf hinzuweisen, dass eine Verwirkung des Besteuerungsrechts im Zusammenhang mit 

Doppelbesteuerungsfällen vor allem dann in Frage kommt, wenn es darum geht, ob der 

zweitveranlagende Kanton zu lange zugewartet hat mit der Veranlagung (vgl. dazu Urteil 

des Bundesgerichts 2C_655/2016 vom 17. Juli 2017, E. 2.5, m.w.H). Appenzell Ausserrho-

den hat die Beschwerdeführerin aber vor dem Kanton Zürich veranlagt, dies gestützt auf 

die vorbehaltlos eingereichten Steuererklärungen. Wie die Vorinstanz in der Vernehmlas-

sung zu Recht anführt, bestand im Zeitpunkt der Vornahme dieser Veranlagungen - d.h. 

konkret im Juli 2014 (Veranlagung 2012/2013) bzw. November 2015 (Veranlagung 2014) - 

für die Steuerbehörden in Appenzell Ausserrhoden kein begründeter Anlass zur Annahme, 

die Beschwerdeführerin würde allenfalls gar keiner Steuerpflicht in Appenzell Ausserrhoden 

unterliegen: Die Beschwerdeführerin verfügte gemäss öffentlicher Urkunde über die Grün-

dung (vgl. VI-act. 1b) nämlich ausdrücklich über eigene Büros am Domizil an der F.strasse 

in Niederteufen; damit lag nicht nur der Sitz der Beschwerdeführerin in Appenzell Ausser-

rhoden, sondern es durfte gestützt auf die vorliegenden Unterlagen zur Gründung der 

Firma naheliegenderweise auch ohne weitere Abklärungen davon ausgegangen werden, 

die Verwaltung werde in diesen Büros vor Ort durchgeführt. Im Gegensatz zur Beschwerde-

führerin selbst waren der Vorinstanz die tatsächlichen Verhältnisse in Niederteufen, wo sich 

entgegen den vorhandenen Unterlagen (VI-act. 1b) gar keine Büros befanden, nicht 

bekannt. Es ergaben sich damals entgegen der beschwerdeweise vorgetragenen Ar-

gumentation auch keine Anhaltspunkte auf Schwierigkeiten bei der Postzustellung, welche 

dazu hätten führen müssen, dass die Vorinstanz von sich aus weitere Abklärungen zum 

Steuerdomizil der Beschwerdeführerin vornimmt. Während die Zustellung der Post an die 

Adresse in Niederteufen jeweils erfolgreich war, klappte nämlich offenbar erst die Post-

zustellung an die neue Adresse in Herisau zunächst nicht (vgl. dazu das Schreiben der Vor-

instanz an die Wohnadresse der Gesellschafterin vom 17. Dezember 2015, VI-act. 3 und 

die Argumentation in der Replik, Ziff. 11). Dass der Kanton Zürich für die in Frage stehen-

den Steuerperioden 2012 bis 2014 ebenfalls ein Besteuerungsrecht in Anspruch nimmt, 

wurde der Vorinstanz erst im November 2016 - mithin über ein Jahr nach der Veranlagung 

der in Frage stehenden Steuerjahre 2012-2014 - erstmals bekannt (nämlich, als der Vorin-

stanz eine Kopie des Schreibens der Beschwerdeführerin vom 17. November 2016 an die 

Zürcher Steuerbehörden zugeschickt wurde, vgl. VI-act. 5). Inwiefern das Verhalten der 

Vorinstanz bei der früher vorgenommenen Veranlagung unglaubwürdig und widersprüchlich 

sein soll, ist somit nicht ersichtlich.  

 

 

2.8 Das Obergericht gelangt bei einer Gesamtwürdigung der konkreten Umstände im vorliegen-

den Fall zum Schluss, dass die Vorinstanz zu Recht nicht auf das Revisionsgesuch einge-

Seite 18 

treten ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. Die Beschwerdeführerin wird unter den gegebe-

nen Umständen die Konsequenzen einer allfälligen Doppelbesteuerung hinzunehmen 

haben, sollte sie im Kanton Zürich mit den ergriffenen Rechtsmitteln letztlich unterliegen. 

 

 

 

3. Kosten und Entschädigung 

 

3.1 Die 2. Abteilung des Obergerichts hat in der vorliegenden Sache als Verwaltungsgericht 

entschieden. Vor Verwaltungsgericht betragen die Verfahrenskosten gemäss Art. 4a des 

Gesetzes über die Gebühren in Verwaltungssachen (bGS 233.2) grundsätzlich bis zu Fr. 

5‘000.--. Innerhalb des Gebührenrahmens sind die Gebühren nach dem Zeit- und Arbeits-

aufwand, der Bedeutung des Geschäfts sowie nach dem Interesse und der wirtschaftlichen 

Leistungsfähigkeit der Gebührenpflichtigen zu bemessen (Art. 20 VRPG). Gemäss ständi-

ger Praxis der 2. Abteilung des Obergerichts wird in vergleichbaren Fällen üblicherweise 

eine Gebühr von Fr. 2‘500.-- festgelegt, was auch im vorliegenden Fall angemessen er-

scheint.  

 

 Im Rechtsmittelverfahren ist gebühren- und kostenpflichtig, wer ganz oder teilweise unter-

liegt oder auf dessen Rechtsmittel nicht eingetreten wird (Art. 53 Abs. 1 i.V.m. Art. 19 Abs. 

3 VRPG). Die Beschwerdeführerin ist unterlegen, weshalb sie ausgangsgemäss für die vol-

le Entscheidgebühr im Betrag von Fr. 2‘500.-- aufzukommen hat. Der von ihr bereits geleis-

tete Kostenvorschuss ist daran anzurechnen. 

 

 

3.2 Der obsiegenden Vorinstanz steht als Behörde kein Entschädigungsanspruch zu (Art. 24 

Abs. 3 lit. a i.V.m. Art. 53 Abs. 3 VRPG).  

  

Seite 19 

Demgemäss erkennt das Obergericht: 

 
 
1. Die Beschwerde von A. wird abgewiesen.  
 
 
2. Die Gerichtskosten im Betrag von Fr. 2‘500.-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt, 

unter Anrechnung des geleisteten Kostenvorschusses von Fr. 800.--. 
 
 
3. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.  
 
 
4. Rechtsmittel:  
 Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit der Zustellung Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten erhoben werden. Die Zulässigkeit einer solchen Beschwerde 
richtet sich nach Art. 82 ff. Bundesgerichtsgesetz (BGG, SR 173.110). Die Beschwerde ist 
beim Schweizerischen Bundesgericht, Avenue du Tribunal fédéral 29, 1000 Lausanne 14, 
schriftlich einzureichen. Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit 
Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten; der angefochtene Entscheid 
sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind - soweit vorhanden - beizulegen 
(Art. 42 BGG). Die Beschwerde hat in der Regel keine aufschiebende Wirkung (Art. 103 
BGG). 

 
 
5. Zustellung an die Beschwerdeführerin über deren Anwalt und die Vorinstanz. 
 
 
 
Im Namen der 2. Abteilung des Obergerichts 
 
 
Der Obergerichtspräsident:  

 

lic. iur. Ernst Zingg 

Die Gerichtsschreiberin:   

 

lic. iur. Annika Mauerhofer 

 
 
 
versandt am: 19. August 2020