# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 693fa9ed-ab2c-51c4-811f-0cd2f98bae0e
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-10-09
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 09.10.2020 SB200065
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB200065_2020-10-09.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: SB200065-O/U/mc 
 

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. Spiess, Präsident, und lic. iur. Wenker,  

Ersatzoberrichterin lic. iur. Keller sowie die Gerichtsschreiberin 

MLaw Baechler 

 

Urteil vom 9. Oktober 2020 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschuldigter und Berufungskläger 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt MLaw, LL.M. X._____ 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft See/Oberland,  
Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 

betreffend Gefährdung des Lebens etc. 
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Meilen, Abteilung, vom 
23. Januar 2019 (DG180011) 
 

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Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft See/Oberland vom 31. August 2018 

(Urk. 30) ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig 

− der Gefährdung des Lebens im Sinne von Art. 129 StGB,  

− der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 StGB,  

− der mehrfachen Drohung gegen den hetero- oder homosexuellen Le-

benspartner im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB in Verbindung mit 

Art. 180 Abs. 2 lit. b StGB,  

− der Beschimpfung im Sinne von Art. 177 Abs. 1 StGB,  

− des rechtswidrigen Aufenthalts im Sinne von Art. 115 Abs. 1 lit. b AuG 

in Verbindung mit Art. 61 AuG,  

− der mehrfachen Erwerbstätigkeit ohne Bewilligung im Sinne von 

Art. 115 Abs. 1 lit. c AuG,  

− der Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 2 lit. c StGB, sowie  

− der Übertretung des BG über die Betäubungsmittel im Sinne von 

Art. 19a Abs. 1 BetmG. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 18 Monaten Freiheitsstrafe, wovon bis 

und mit morgen 224 Tage durch Haft erstanden sind, sowie mit einer Geld-

strafe von 20 Tagessätzen zu CHF 30.–, welche vollumfänglich durch Haft 

erstanden ist, und einer Busse von CHF 1'700.–. 

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 

4 Jahre festgesetzt. 

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4. Die Geldstrafe wird vollzogen. 

5. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft 

nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 17 Tagen. 

6. Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66a Abs. 1 lit. b StGB für die Dauer 

von 5 Jahren des Landes verwiesen. 

7. Die beiden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft See / Oberland vom 

31. August 2018 beschlagnahmten Mobiltelefone der Marke Samsung 

(schwarz beschädigt und goldfarben) sind der Privatklägerin nach Eintritt der 

Rechtskraft auf erstes Verlangen herauszugeben. 

8. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber der Privatklägerin 

B._____ aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach vollumfäng-

lich schadenersatzpflichtig ist. Zur genauen Feststellung des Umfanges des 

Schadenersatzanspruches wird die Privatklägerin B._____ auf den Weg des 

Zivilprozesses verwiesen. 

9. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin B._____ CHF 5'000.– 

zuzüglich 5 % Zins ab 11. Juni 2018 als Genugtuung zu bezahlen. 

10. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: 

CHF 4'000.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

CHF 2'100.00   Gebühr Anklagebehörde 

CHF 7'290.00   Telefonkontrolle 

CHF 160.00   Auslagen (Ärztliche Kurzgutachten) 

CHF 22'390.20   amtliche Verteidigung 

CHF 11'650.00   unentgeltliche Vertretung der Privatklägerschaft 

CHF 47'590.20   Kosten total. 

11. Die Kosten und Auslagen der Untersuchung und des gerichtlichen Verfah-

rens, mit Ausnahme der Kosten der amtlichen Verteidigung und der unent-

geltlichen Vertretung der Privatklägerschaft, werden dem Beschuldigten auf-

erlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Ver-

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tretung der Privatklägerschaft werden einstweilen auf die Gerichtskasse ge-

nommen. Die Rückzahlungspflicht des Beschuldigten bleibt gemäss Art. 135 

Abs. 4 StPO vorbehalten. 

12. Rechtsanwalt MLaw, LL.M. X._____ wird für seine Bemühungen als amtli-

cher Verteidiger des Beschuldigten in der Zeit vom 15. Juni 2018 bis 

24. Januar 2019 mit total CHF 22'390.20 (inkl. 7.7% MwSt.) entschädigt. Die 

Kasse des Bezirksgerichts Meilen wird angewiesen, diesen Betrag an 

Rechtsanwalt MLaw, LL.M. X._____ auszubezahlen. 

13. Rechtsanwältin lic. iur. Y._____ wird für ihre Bemühung als unentgeltliche 

Vertretung der Privatklägerschaft in der Zeit vom 25. Juni 2018 bis 

24. Januar 2019 mit total CHF 11'650.– (inkl. 7.7% MwSt.) entschädigt. Die 

Kasse des Bezirksgerichts Meilen wird angewiesen, diesen Betrag an 

Rechtsanwältin lic. iur. Y._____ auszubezahlen. 

Berufungsanträge: 

a) Der amtlichen Verteidigung: 

(Urk. 90 S. 2 f.; Urk. 103 S. 2) 

1. Das Urteil der Vorinstanz vom 23. Januar 2019 sei betreffend Ziff. 1, 2, 

3, 4, 5, 6, 8, 9 und 11 aufzuheben. 

2. Es sei der Beschuldigte vom Vorwurf der Gefährdung des Lebens 

(Art. 129 StGB), der einfachen Körperverletzung (Art. 123 Ziff. 2 StGB), 

der mehrfachen Drohung gegen den hetero- oder homosexuellen Le-

benspartner (Art. 180 Abs. 1 i.V.m. Art. 180 Abs. 2 lit. b StGB), des 

rechtswidrigen Aufenthaltes (Art. 115 Abs. 1 lit. b AuG i.V.m. Art. 61 

AuG) sowie der mehrfachen Erwerbstätigkeit ohne Bewilligung 

(Art. 115 Abs. 1 lit. c AuG) freizusprechen. Im Übrigen sei der Schuld-

spruch zu bestätigen. 

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3. Der Beschuldigte sei unter Anrechnung der bereits erstandenen Haft 

mit einer bedingten Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu Fr. 10.– sowie 

einer Busse von Fr. 800.– zu bestrafen. 

4. Es sei dem Beschuldigten für die erstandene Haft eine Genugtuung 

von Fr. 51'000.– zuzüglich Zins von 5 % seit 13. Oktober 2018 zuzu-

sprechen. 

5. Es sei von der Anordnung einer Landesverweisung abzusehen. 

6. Der Privatklägerin sei eine Genugtuung von Fr. 300.– zuzusprechen; 

im Übrigen seien die Zivilansprüche abzuweisen. 

7. Die Kosten des Vorverfahrens und des vorinstanzlichen Verfahrens 

seien auf die Staatskasse zu nehmen. 

Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Staatskasse. 

b) Des Vertreters der Staatsanwaltschaft See/Oberland: 

(Urk. 96, schriftlich, sinngemäss) 

1. Verzicht auf Anschlussberufung 

2. Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils 

3. Gesuch um Dispensation von der Teilnahme an der Berufungsverhand-

lung 

 

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Erwägungen: 

I. Verfahrensgang 

Gegen das eingangs im Dispositiv wiedergegebene Urteil des Bezirksgerichtes 

Meilen, Abteilung, vom 23. Januar 2019 liess der Beschuldigte mit Eingabe vom 

4. Februar 2019 (Datum des Poststempels) rechtzeitig Berufung anmelden 

(Urk. 82; Art. 399 Abs. 1 StPO). Nach Erhalt des begründeten Urteils am 

30. Januar 2020 reichte die amtliche Verteidigung am 19. Februar 2020 (Datum 

des Poststempels) fristgerecht die Berufungserklärung im Sinne von Art. 399 

Abs. 3 StPO ein (Urk. 90). 

Mit Präsidialverfügung vom 24. Februar 2020 wurde die Berufungserklärung des 

Beschuldigten der Staatsanwaltschaft und der Privatklägerin zugestellt und Frist 

für Anschlussberufung oder einen Nichteintretensantrag angesetzt. Dieselbe Frist 

wurde dem Beschuldigten angesetzt, um das Datenerfassungsblatt und Unterla-

gen zu seinen aktuellen wirtschaftlichen Verhältnissen einzureichen (Urk. 91). Mit 

Eingabe vom 27. Februar 2020 erklärte die Staatsanwaltschaft ihren Verzicht auf 

Anschlussberufung, beantragte die Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils und 

stellte ein Gesuch um Dispensation von der Teilnahme an der Berufungsverhand-

lung, welches bewilligt wurde (Urk. 96). Die Privatklägerin liess sich innert Frist 

nicht vernehmen. Mit Eingabe vom 16. März 2020 beantragte die amtliche Vertei-

digung eine Fristerstreckung zur Einreichung des Datenerfassungsblattes und der 

notwendigen Unterlagen, welche bewilligt wurde (Urk. 97). Innert erstreckter Frist 

reichte der Beschuldigte weder das Datenerfassungsblatt noch Unterlagen zu 

seinen aktuellen wirtschaftlichen Verhältnissen ein. 

Am 29. April 2020 wurden die Parteien zur Berufungsverhandlung auf den 9. Ok-

tober 2020 vorgeladen (Urk. 100). Anlässlich der Berufungsverhandlung liess der 

Beschuldigte die eingangs aufgeführten Anträge stellen (Prot. II S. 4 f.; Urk. 103 

S. 2). 

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II. Prozessuales 

Die Berufung des Beschuldigten richtet sich gegen die vorinstanzlichen Urteils-

dispositivziffern 1, teilweise (Schuldsprüche betreffend Gefährdung des Lebens, 

einfache Körperverletzung, mehrfache Drohung gegen den hetero- oder homose-

xuellen Lebenspartner, rechtswidrigen Aufenthalt sowie mehrfache Erwerbstätig-

keit ohne Bewilligung), 2-5 (Strafmass), 6 (Anordnung Landesverweisung),  

8-9 (Zivilansprüche) und 11 (Kostenauflage). Er beantragt einen Freispruch von 

den Vorwürfen der Gefährdung des Lebens, der einfachen Körperverletzung, der 

mehrfachen Drohung gegen den hetero- oder homosexuellen Lebenspartner, des 

rechtswidrigen Aufenthaltes sowie der mehrfachen Erwerbstätigkeit ohne Bewilli-

gung. Er sei nur der Beschimpfung im Sinne von Art. 177 Abs. 1 StGB, der Tät-

lichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 2 lit. c StGB sowie der Übertretung des Be-

täubungsmittelgesetzes im Sinne von Art. 19a Abs. 1 BetmG schuldig zu spre-

chen und unter Anrechnung der bereits erstandenen Haft mit einer bedingten 

Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu Fr. 10.– sowie einer Busse von Fr. 800.– zu 

bestrafen. Zudem sei ihm für die erstandene Haft eine Genugtuung von 

Fr. 51'000.– zuzüglich Zins von 5 % seit dem 13. Oktober 2018 zuzusprechen, 

und es sei von der Anordnung einer Landesverweisung abzusehen. Der Privat-

klägerin sei eine Genugtuung von Fr. 300.– zuzusprechen; im Übrigen seien die 

Zivilansprüche abzuweisen (Urk. 90 S. 2 f.; Urk. 103 S. 2). 

Gemäss Art. 402 StPO in Verbindung mit Art. 437 StPO wird die Rechtskraft des 

angefochtenen Urteils im Umfang der Anfechtung gehemmt. Nachdem die Ur-

teilsdispositivziffern 1, 4., 7. und 8. Spiegelstrich (Schuldsprüche betreffend Be-

schimpfung, Tätlichkeiten und Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes), 

7 (Entscheid über beschlagnahmte Mobiltelefone), 10 (Kostenfestsetzung), 

12 und 13 (Anwaltshonorare) unangefochten blieben, ist mittels Beschluss festzu-

stellen, dass das vorinstanzliche Urteil in diesem Umfang in Rechtskraft erwach-

sen ist. 

Die Verteidigung moniert im Zusammenhang mit Anklageziffer 2 (Drohung), dass 

die Privatklägerin die Vorwürfe betreffend dieser Drohung nur anlässlich ihrer po-

lizeilichen Einvernahme vorgebracht habe. Diese Aussagen könnten zwar für die 

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Prüfung der Glaubhaftigkeit herangezogen werden, seien als Beweis jedoch nicht 

verwertbar, da der Beschuldigte kein Teilnahmerecht habe wahrnehmen können. 

Art. 147 Abs. 4 StPO halte klar fest, dass Beweise, die unter Verletzung des Teil-

nahmerechts erhoben worden seien, nicht zulasten der Partei verwertet werden 

dürften, die nicht anwesend gewesen sei (Urk. 103 S. 11). Da die staatsanwalt-

schaftliche Einvernahme der Privatklägerin in Anwesenheit des Beschuldigten 

sowie dessen Verteidigung durchgeführt worden ist (Urk. 6/3 S. 1), wurde das 

Konfrontationsrecht des Beschuldigten im Sinne von Art. 147 Abs. 1 StPO ge-

wahrt, und er hatte die Möglichkeit, der Privatklägerin Fragen zu stellen. Die Aus-

sagen der Privatklägerin sind somit verwertbar. Angesichts des zu erfolgenden 

Freispruchs betreffend Anklageziffer 2 (vgl. nachfolgend, Erw. III.5.7.3. und 

Erw. III.5.7.6.) ist der Einwand der Verteidigung aber ohnehin nicht weiter von Re-

levanz. 

Weiter bringt die Verteidigung vor, die Vorinstanz sei hinsichtlich Anklageziffer 6 

(einfache Körperverletzung) davon ausgegangen, dass der Beschuldigte der Pri-

vatklägerin mit einem Messer in den Finger geschnitten habe. Dies widerspreche 

dem angeklagten Sachverhalt, wonach die Privatklägerin ins Messer gegriffen 

habe. Durch diese Würdigung verändere die Vorinstanz den Sachverhalt mass-

geblich und verletze damit den Anklagegrundsatz gemäss Art. 9 StPO (Urk. 103 

S. 20). Die Würdigung des Anklagesachverhalts durch die Vorinstanz stellt keine 

Verletzung des Anklageprinzips dar und ist vorliegend auch nicht weiter von Be-

deutung, da die Berufungsinstanz den angefochtenen Schuldspruch – und damit 

auch den bestrittenen Sachverhalt – mit freier Kognition überprüft. Entsprechend 

erübrigen sich weitergehende Erwägungen hierzu. 

III. Sachverhalt 

1. Vorbemerkung 

Infolge rechtskräftiger Erledigung aller übrigen Anklagevorwürfe verbleiben die 

nachfolgenden Vorwürfe betreffend Anklageziffern 2, 3, 6 und 8-10 Gegenstand 

des Berufungsverfahrens. 

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2. Anklagevorwurf 

2.1. Delikte zum Nachteil der Privatklägerin 

Dem Beschuldigten wird zusammengefasst vorgeworfen, er habe seiner Lebens-

partnerin B._____ (nachfolgend Privatklägerin) zu einem nicht näher bekannten 

Zeitpunkt im April 2018 in der gemeinsamen Wohnung in C._____ [Ortschaft] ge-

sagt, dass er sie nicht mehr sehen könne und er sie umbringen wolle. Dadurch 

habe er die Privatklägerin in grosse Angst versetzt und diese habe befürchtet, 

dass er seine Androhung in die Tat umsetzen könnte, was dieser mit seiner 

Äusserung bezweckt oder zumindest in Kauf genommen habe (Urk. 30 S. 3, An-

klageziffer 2). 

Weiter wird dem Beschuldigten vorgeworfen, er habe nach der verbalen Äusse-

rung in der gemeinsamen Wohnung kaltes Wasser in die Badewanne einlaufen 

lassen, bis diese ungefähr halb gefüllt gewesen sei. Daraufhin habe er die auf den 

Armen und Beinen kriechende Privatklägerin an ihren Haaren ins Badezimmer 

gezogen, sie an ihrem Nacken ergriffen, mit dem Kopf über den Badewannenrand 

gebeugt und bis zum Hals unter Wasser gedrückt, wobei die Privatklägerin vor 

der Badewanne gekniet sei. Dies habe er drei bis vier Mal für mehrere Sekunden 

getan, wobei die Privatklägerin jeweils keine Luft mehr bekommen habe, während 

ihr Kopf unter Wasser gewesen sei. Als sie versuchte habe, sich zu wehren, in-

dem sie sich mit ihren Händen vom Badewannenrand wegzustossen versucht ha-

be, habe der Beschuldigte zu ihr gesagt, sie solle aufhören sich zu wehren und es 

zulassen. Indem der Beschuldigte die Privatklägerin mehrfach in kurzen Abstän-

den hintereinander unter Wasser gedrückt habe, habe er eine konkrete Gefahr für 

ihr Leben geschaffen, da er es nicht mehr in der Hand gehabt habe, ob sie genü-

gend Luft zum Atmen erhalte bzw. ob sie sich während den kurzen Pausen zwi-

schen den Tauchern genügend hätte erholen können, um eine erneute Verhinde-

rung der Luftzufuhr verkraften zu können, was der Beschuldigte bezweckt habe 

(Urk. 30 S. 3, Anklageziffer 3). 

Ferner wird dem Beschuldigten vorgeworfen, zu einem nicht näher bekannten 

Zeitpunkt um den 2. April 2018, abends, in der gemeinsamen Wohnung in 

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C._____ direkt vor der auf dem Sofa sitzenden Privatklägerin gestanden zu sein 

und vor ihr auf der Höhe ihrer Augen mit einem Rüstmesser herumgefuchtelt und 

Bewegungen in ihre Richtung gemacht zu haben, wodurch diese Angst bekom-

men habe, dass er sie zumindest verletzen würde bzw. könnte, weshalb sie ihre 

Hände schützend vor ihr Gesicht gehalten habe. Dadurch habe sie ins Messer 

gegriffen, sodass sie eine Schnittwunde am linken Ringfinger erlitten habe, wel-

che mit vier Stichen habe genäht werden müssen, was der Beschuldigte zumin-

dest billigend in Kauf genommen habe. Durch sein Verhalten habe der Beschul-

digte die Privatklägerin zudem in grosse Angst versetzt und diese befürchten las-

sen, er könnte ihr physische Gewalt antun, was er mit seinem Verhalten denn 

auch bezweckt bzw. zumindest billigend in Kauf genommen habe (Urk. 30 S. 4, 

Anklageziffer 6). 

Dem Beschuldigten wird zudem vorgeworfen, der Privatklägerin am 11. Juni 2018 

in der gemeinsamen Wohnung in C._____ gesagt zu haben, ihre Familie werde 

"drunter kommen", wenn sie etwas über die zuvor geschilderten Vorfälle der Poli-

zei erzählen würde, wobei er zunächst ihren Bruder, dann ihren Vater und 

schliesslich ihre Mutter umbringen würde. Dadurch habe er die Privatklägerin in 

grosse Angst versetzt und sie befürchten lassen, er könnte ihrer Familie physi-

sche Gewalt antun, was er mit seinem Verhalten auch bezweckt bzw. zumindest 

billigend in Kauf genommen habe (Urk. 30 S. 5, Anklageziffer 8). 

2.2. Rechtswidriger Aufenthalt 

Weiter wird dem Beschuldigten vorgeworfen, er habe sich als Staatsbürger Ko-

lumbiens in Kenntnis des Ablaufs seiner Schweizer Aufenthaltsgenehmigung (B) 

am 8. Oktober 2017 seit dem 9. Oktober 2017 ohne gültigen und ihm zustehen-

den kolumbianischen Reisepass und ohne gültige Schweizer Aufenthaltsgeneh-

migung, somit rechtswidrig, bis zum 14. Juni 2018 auf dem Gebiet der Schweiz 

aufgehalten, was er gewusst habe (Urk. 30 S. 5, Anklageziffer 9). 

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2.3. Erwerbstätigkeit ohne Bewilligung 

Ferner wird dem Beschuldigten vorgeworfen, zu einem nicht näher bestimmbaren 

Zeitpunkt im Januar oder Februar 2018 an einem Tag auf einer Baustelle in 

D._____ [Ortschaft] als Handlanger gearbeitet und einmal Gartenarbeiten verrich-

tet zu haben, wobei er jeweils ein Entgelt für seine Tätigkeiten erhalten habe, oh-

ne über die dafür notwendige Bewilligung verfügt zu haben, von deren Erfordernis 

er Kenntnis gehabt habe (Urk. 30 S. 5, Anklageziffer 10). 

3. Standpunkt des Beschuldigten 

Der Beschuldigte bestreitet die Anklagevorwürfe gemäss Anklageziffern 2, 3, 6 

und 8 (Delikte zum Nachteil der Privatklägerin) vollumfänglich (Urk. 5/1 S. 4 ff. 

und S. 10; Urk. 5/2 S. 3 f.; Urk. 5/3 S. 2 f.; Urk. 5/5 S. 8 ff.; Prot. I S. 39 ff.; Prot. II 

S. 21 ff.). 

Den Sachverhalt gemäss Anklageziffer 9 hat der Beschuldigte anerkannt (Urk. 5/1 

S. 11 f.; Urk. 5/2 S. 5 f.; Urk. 5/5 S. 3 und S. 11; Prot. I S. 45; Prot. II S. 29). Mit 

dem Beschuldigten stellt auch die Verteidigung den eingeklagten Sachverhalt 

gemäss Anklageziffer 9 nicht in Abrede (Urk. 70 S. 5; Urk. 103 S. 21 f.). Sie mo-

niert diesbezüglich einzig, dass selbst bei einer Nicht-Verlängerung der Aufent-

haltsbewilligung eine angemessene Ausreisefrist angesetzt werde, wobei der 

Aufenthalt bis zum Ablauf dieser Frist rechtmässig bleibe. Das Migrationsamt ha-

be dem Beschuldigten keine Ausreisefrist angesetzt, weshalb sein Aufenthalt bis-

her nicht als rechtswidrig im Sinne von Art. 115 Abs. 1 lit. b AIG qualifiziert wer-

den könne und der Beschuldigte freizusprechen sei. Ohnehin stehe einer Bestra-

fung des Beschuldigten aber die EU-Rückführungsrichtlinie entgegen. Eine Per-

son ohne Aufenthaltsberechtigung könne erst dann strafrechtlich belangt werden, 

wenn das kantonale Migrationsamt alle möglichen Wegweisungsvollzugsmass-

nahmen an die Hand genommen habe, um den rechtswidrig Anwesenden aus der 

Schweiz auszuschaffen. Seitens der Migrationsbehörden sei nicht alles Zumutba-

re unternommen worden, um eine Rückführung in die Wege zu leiten, sodass 

dem Beschuldigten kein strafrechtlicher Vorwurf gemacht werden könne und das 

Strafverfahren betreffend rechtswidrigen Aufenthalt im Eventualfall einzustellen 

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sei (Urk. 70 S. 18 ff.). Anlässlich der Berufungsverhandlung machte die Verteidi-

gung ergänzend geltend, der Beschuldigte sei für seinen rechtswidrigen Aufent-

halt bereits mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Kreuzlingen vom 4. Mai 2018 

bestraft worden. Zudem sei ihm eine Ausreise ohne heimatliche Papiere nicht 

möglich gewesen. Eine illegale Einreise in ein Drittland könne nicht verlangt wer-

den. Eine Bestrafung wegen rechtswidrigen Aufenthalts komme somit aufgrund 

der objektiven Unmöglichkeit der Ausreise nicht in Betracht (Urk. 103 S. 22). Die-

se Vorbringen der Verteidigung sind nachfolgend im Rahmen der rechtlichen 

Würdigung zu beurteilen (Erw. IV.4.). 

Hinsichtlich Anklageziffer 10 räumte der Beschuldigte ein, auf einer Baustelle bei 

Kollegen in D._____ als Handlanger gearbeitet und einmal Gartenarbeiten ver-

richtet zu haben. Der Beschuldigte bestreitet den Sachverhalt gemäss Anklagezif-

fer 10 nicht, stellt sich aber auf den Standpunkt, dass es sich dabei um keinen 

Job gehandelt habe. Dies sei für ihn nicht Arbeit gewesen, sondern er habe ein-

fach gerne geholfen (Urk. 5/5 S. 13 ff.). An dieser Darstellung hielt der Beschul-

digte auch anlässlich der Berufungsverhandlung fest (Prot. II S. 29 ff.). Mit dem 

Beschuldigten stellt auch die Verteidigung den eingeklagten Sachverhalt gemäss 

Anklageziffer 10 nicht in Abrede, macht aber geltend, eine Bestrafung wegen 

Ausübung einer nicht bewilligten Erwerbstätigkeit sei nicht angebracht. Der Auf-

enthalt des Beschuldigten könne nicht als rechtswidrig qualifiziert werden, wes-

halb auch eine allfällige Arbeitsleistung nicht verboten sei. Zudem würden Gefäl-

ligkeitsleistungen, die nach objektiven Kriterien nicht gegen Entgelt geleistet wür-

den, nicht unter den Begriff der Erwerbstätigkeit fallen. Demzufolge sei der Be-

schuldigte vom Vorwurf der Ausübung einer nicht bewilligten Erwerbstätigkeit frei-

zusprechen (Urk. 70 S. 20; Urk. 103 S. 22 f.). Diese Vorbringen der Verteidigung 

sind ebenfalls nachfolgend im Rahmen der rechtlichen Würdigung zu beurteilen 

(Erw. IV.5.). 

Nachfolgend ist zu prüfen, ob sich die Sachverhalte der bestrittenen Anklagezif-

fern 2, 3, 6, und 8 (Delikte zum Nachteil der Privatklägerin) anhand der vorliegen-

den Beweismittel erstellen lassen (vgl. Erw. III.5.), wobei sich die urteilende In-

stanz nicht mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzen und jedes 

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einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen muss (Urteil des Bundesgerichtes 

6B_170/2011 vom 10. November 2011, E. 1.2). 

4. Übersicht Beweismittel 

Für die Erstellung der Sachverhalte gemäss Anklageziffern 2, 3, 6 und 8 liegen 

als Beweismittel die Aussagen des Beschuldigten (Urk. 5/1-5; Prot. I S. 38 ff.; 

Prot. II S. 21 ff.), der Privatklägerin (Urk. 6/1-3; Prot. I S. 19 ff.) und der Zeugin 

E._____ (Urk. 7), die Gewaltschutzverfügung der Kantonspolizei Zürich vom 15. 

Juni 2018 samt Urteil des Zwangsmassnahmengerichts Meilen vom 22. Juni 2018 

(Urk. 9/1-2), ein ärztliches Zeugnis von Dr. med. F._____ vom 3. April 2018 (Urk. 

17/3), sowie die Arztberichte von Dr. med. F._____ vom 11. Juli 2018 und Dr. 

med. G._____ vom 12. Juli 2018 (Urk. 17/4; Urk. 17/6) vor. 

5. Sachverhaltserstellung Delikte zum Nachteil der Privatklägerin 

 (Anklageziffern 2, 3, 6 und 8) 

5.1. Beziehung zwischen dem Beschuldigten und der Privatklägerin 

Unbestritten ist, dass der Beschuldigte und die Privatklägerin ein Liebespaar wa-

ren, sie zusammen in einer Wohnung in C._____ wohnten und eine turbulente 

Beziehung führten, in welcher es zu Eifersucht, Kontrollhandlungen, Beschimp-

fungen und Gewaltanwendungen seitens des Beschuldigten gegenüber der Pri-

vatklägerin gekommen ist (vgl. Urk. 5/1 S. 2 ff.). Der Beschuldigte anerkannte, 

dass er der Privatklägerin eine Ohrfeige gegeben und sie an den Oberarmen ge-

packt und geschüttelt habe. Er habe ihr mit der flachen Hand ins Gesicht ge-

schlagen. Bei einem weiteren Vorfall habe er ihr eine Ohrfeige gegeben und dabei 

das Auge getroffen. Er sei selber erschrocken, dass es danach blau geworden 

sei. Er habe ihr vorne in ihre Haare gegriffen und ihren Kopf nach oben gezogen, 

damit sie sich in die Augen sehen konnten (Urk. 5/1 S. 2 ff.). Diese Vorkommnisse 

wurden auch von der amtlichen Verteidigung nicht in Abrede gestellt. Entspre-

chend unangefochten blieben die vorinstanzlichen Schuldsprüche betreffend Be-

schimpfung und Tätlichkeiten zum Nachteil der Privatklägerin (vgl. vorstehend, 

Erw. II.). 

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Der Beschuldigte bezeichnet sich selbst als temperamentvoll und jemanden, der 

schnell wütend werde. Wenn jemand versuche, ihm weh zu machen, dann könne 

er nicht mehr ruhig bleiben. Als die Privatklägerin ihm von ihren sexuellen Begeg-

nungen erzählt habe, sei er aufgestanden und habe mit dem Stuhl ein Loch in die 

Decke geschlagen (Urk. 5/1 S. 2 und S. 4). Die Verteidigung führte weiter aus, 

dass der Beschuldigte sich oft mit der Privatklägerin wegen eingestandener Affä-

ren gestritten habe. Dieser sei deshalb immer eifersüchtiger geworden und habe 

versucht, seine Freundin zu kontrollieren (Urk. 70 S. 3; Urk. 103 S. 3). Diese Dar-

stellung deckt sich auch mit den Aussagen der Privatklägerin, welche ebenfalls zu 

Protokoll gab, dass der Beschuldigte sehr eifersüchtig gewesen sei, sie kontrol-

liert habe und ihr gegenüber handgreiflich geworden sei, als sie ihm von ihren se-

xuellen Begegnungen berichtet habe (Urk. 6/1 S. 2 ff.; Prot. I S. 22). 

Die Anklagevorwürfe gemäss Anklageziffern 2, 3, 6 und 8 stützen sich im Wesent-

lichen auf die Aussagen der Privatklägerin. Ihren Aussagen stehen diejenigen des 

Beschuldigten gegenüber. Da Widersprüche und Ungereimtheiten betreffend den 

einen Anklagekomplex auch Auswirkungen auf die Aussagenwürdigung betref-

fend andere Komplexe haben können, erscheint es angezeigt, die Aussagen der 

Beteiligten zuerst in ihrer Gesamtheit betreffend alle Anklagevorwürfe darzustel-

len, um dann bei der Beweiswürdigung im Rahmen der einzelnen Anklagevorwür-

fe darauf zurückzukommen. 

5.2. Aussagen der Privatklägerin 

5.2.1. Polizeiliche Einvernahme vom 12. Juni 2018 

Anlässlich der polizeilichen Einvernahme führte die Privatklägerin zu den vom Be-

schuldigten bestrittenen Vorwürfen aus, als sie am Abend nach Hause gekommen 

sei, habe der Beschuldigte sie an beiden Armen gepackt und zu ihr gesagt, dass 

er sie nicht mehr sehen könne, er kein Geld mit ihr machen und sie umbringen 

wolle. Er sei dann in der Wohnung herumgelaufen und habe etwas gemurmelt. Er 

habe Wasser in die Badewanne einlaufen lassen. Sie habe Panik bekommen. Er 

habe sie am Genick gepackt und ins Badezimmer gezogen. Die Badewanne sei 

nicht einmal bis zur Hälfte voll gewesen. Er habe sie dann drei bis vier Mal unter 

-   15   - 

Wasser gedrückt. Beim ersten Mal habe er sie kurz unter Wasser gedrückt. Bei 

den anderen Malen sei es länger gewesen. Wie lange könne sie nicht sagen. Er 

habe sie am Nacken gehalten mit einer Hand. Sie sei auf den Knien gewesen und 

habe sich mit ihren Armen am Beckenrand abgestützt. Jedes Mal sei der ganze 

Kopf bis zum Hals unter Wasser gewesen. Die Badewanne sei halbvoll und das 

Wasser kalt gewesen (Urk. 6/1 S. 3). 

Auf die Frage, wie sie sich dabei gefühlt habe, gab die Privatklägerin zu Protokoll, 

machtlos. Sie habe gedacht, dass jetzt wirklich fertig sei. Sie habe sich dann vom 

Badewannenrand wegdrücken können. Während sie sich weggedrückt habe, ha-

be er sie auf den Boden drücken können. Er sei dann auf ihr gekniet, habe mit ei-

ner Hand gegen ihren Hals gedrückt und mit der anderen ihren Mund zugehalten. 

Sie habe zu Beginn kein Wort herausbringen können, da er so fest gedrückt habe. 

Er habe einige Sekunden gedrückt; höchstens 10 bis 15 Sekunden. Er habe seine 

Hand dann ein wenig von ihrem Mund gelöst und sie habe ihm sagen können, 

dass sie ihn liebe. Dann habe er abrupt losgelassen und sei aufgestanden. Da-

nach habe er mit den Händen gegen ihren Oberkörper geschlagen und ihr zwei 

Mal gegen den Bauch getreten. Sie habe für einige Sekunden keine Luft bekom-

men. Er sei dann aus dem Badezimmer gegangen (Urk. 6/1 S. 4). 

5.2.2. Polizeiliche Einvernahme vom 13. Juni 2018 

Die Privatklägerin gab erneut zu Protokoll, dass sie Streit gehabt hätten und er 

versucht habe, sie zu ertränken. Dann habe es ein paar Schläge und Kicks in den 

Bauch gegeben. Sie habe ihn dann gebeten, aufzuhören. Sie würden sich doch 

lieben. Dann habe er aufgehört. Durch die Schläge und Tritte sei sie verletzt wor-

den. Sie habe Prellungen und blaue Flecken gehabt (Urk. 6/2 S. 4 und S. 7). 

Weiter führte die Privatklägerin aus, dass sie sich nie an die Polizei gewendet ha-

be, weil der Beschuldigte immer gesagt habe, wenn sie etwas erzählen würde, 

würde ihre Familie "drunter kommen" wie auch sie (Urk. 6/2 S. 10). 

-   16   - 

5.2.3. Staatsanwaltschaftliche Einvernahme vom 4. Juli 2018 

Gegenüber der Staatsanwaltschaft führte die Privatklägerin zum Vorfall im Bade-

zimmer mit der Badewanne befragt aus, dass der Beschuldigte Ende April richtig 

handgreiflich geworden sei. Er habe gesagt, dass er mit so einer Person nicht 

mehr zusammen sein könne. Er habe sie an den Haaren gezogen und quasi über 

den Boden geschleift. Er habe begonnen, kaltes Wasser in die Badewanne einzu-

lassen. Als diese halbvoll gewesen sei, habe er sie am Nacken gepackt und sie 

mit dem Kopf ins Wasser getunkt, ca. drei bis vier Mal, je ein paar Sekunden lang. 

In diesem Moment sei sie in einem Schockzustand gewesen und habe gedacht, 

es sei vorbei. Er habe ihr gesagt, sie solle aufhören sich zu wehren. Sie solle es 

einfach zulassen. Der Druck am Nacken sei dann weniger geworden, und sie ha-

be es geschafft, von der Badewanne wegzukommen. Er habe sie dann am Hals 

gepackt und auf den Boden gedrückt. Er habe ihr zuerst den Mund zugedrückt, 

damit sie keine Geräusche von sich habe geben können. Dann sei er aufgestan-

den und habe ihr mit dem Fuss zwei Mal in den Bauch gekickt. Sie habe damals 

sowieso noch Mühe gehabt, zu Atem zu kommen wegen des Schocks. Danach 

habe sie erst recht Mühe gehabt. Er sei dann ins Wohnzimmer gegangen 

(Urk. 6/3 S. 6). 

Weiter führte die Privatklägerin aus, dass sie nicht ganz sicher sei, aber sie glau-

be, ein paar Tage später hätten sie wieder einen Streit angefangen und dann ha-

be er ihr gesagt, dass er das beenden wolle. Sie habe das damals der Polizei 

nicht gesagt. Sie sei auf dem Sofa gesessen, er sei dann aufgestanden und in die 

Küche gegangen. Er habe ein Küchenmesser geholt, das grösste, welches sie 

gehabt hätten, und habe gesagt, er würde sie jetzt umbringen, weil er nicht mit ei-

ner solchen Person zusammen sein könne, es sei nun soweit gekommen. Als er 

mit dem Messer auf sie zugekommen sei, habe sie schon Panik bekommen und 

ihn angefleht, er solle aufhören. Sie habe dann die Hände schützend vor sich ge-

halten. Dabei habe er sie in den Finger geschnitten. Die Pulsader sei getroffen 

worden und das Blut sei ziemlich hoch gespritzt. Als sie zusammen ins Badezim-

mer gegangen seien, habe er ihr gesagt, dass er sie nicht in den Finger habe 

schneiden wollen, aber dass er es habe beenden wollen. Er sei aber schon scho-

-   17   - 

ckiert gewesen, dass er sie getroffen habe, was er nicht gewollt habe. Sie hätten 

dann versucht, das mit WC-Papier zu stoppen, was aber nicht gegangen sei. Er 

habe ihr gesagt, sie müsse das unbedingt beim Arzt nähen lassen. Dann habe er 

eine Socke geholt und wie einen Druckverband gemacht. Er habe dann gesagt, 

sie habe viel Blut verloren und solle sich hinlegen, da es ihr schwindlig werden 

könnte. Am nächsten Morgen habe sie sich bei ihrer Chefin gemeldet, sie könne 

nicht arbeiten kommen, sie habe sich beim Frühstück machen in den Finger ge-

schnitten. Dann sei sie alleine ins Arztzentrum in H._____ gegangen. Es habe mit 

vier Stichen genäht werden müssen, und sie sei für 4 Tage krankgeschrieben 

worden (Urk. 6/3 S. 8). 

Die Privatklägerin sagte weiter aus, dass er ihr auf dem Weg, als sie telefoniert 

hätten, gesagt habe, er sei fertig mit ihr und würde jetzt beginnen, Geld mit ihr zu 

machen. Mit dem habe er gemeint, dass andere mit ihr Sex haben könnten und er 

dafür Geld bekommen würde. Sie habe ihn dann die ganze Zeit angefleht, er solle 

dies nicht mit ihr machen, sie würden sich doch lieben. Er habe darauf gesagt, er 

brauche dafür ihr Einverständnis nicht, sondern er könne ihr einfach Drogen ein-

flössen, sodass sie nicht mehr wisse, wer sie sei, wo sie sei und was sie mache. 

In der Wohnung habe er, als sie ihn angefleht habe, gesagt, dass er sie doch 

auch lieben würde und er das alles gar nicht machen müsse, sie solle einfach 

nicht zur Polizei gehen. Wenn sie das machen würde, hätte das schlimme Konse-

quenzen für sie. Dann habe er ihre Familie bedroht. Er habe gesagt, wen er zu-

erst umbringen würde und wen am Schluss. Sie habe ihm gesagt, das werde alles 

nicht passieren, weil sie nicht zur Polizei gehen werde (Urk. 6/3 S. 9). 

Zum Vorfall im Badezimmer befragt, verneinte die Privatklägerin die Frage, ob sie 

sich noch an die genauen Worte der verbalen Drohung erinnern könne, als der 

Beschuldigte sie zur Badewanne gezogen habe (Urk. 6/3 S. 15, Antw. auf Frage 

51). Weiter führte sie auf die Frage, wie der Beschuldigte sie zur Badewanne ge-

schleift habe, aus, sie glaube, sie sei auf allen vieren gewesen. Er habe sie an 

den Haaren gepackt und sie hinter sich hergezogen. Sie glaube, sie sei auf allen 

Vieren gekrochen (Urk. 6/3 S. 15, Antw. auf Frage 52). Als er sie herunterge-

drückt habe, habe er ihr gesagt, sie solle sich nicht wehren und es zulassen. An 

-   18   - 

den Rest könne sie sich nicht mehr erinnern (Urk. 6/3 S. 15). Auf Vorhalt, dass sie 

bei der Polizei gesagt habe, sie würde nicht mehr wissen, ob er etwas gesagt ha-

be, als er sie unter Wasser gedrückt habe, und die Frage, weshalb sie sich heute 

an seine Worte erinnern könne, gab sie zu Protokoll, sie denke, wenn sie sich das 

ab und zu wieder durch den Kopf gehen lasse, würden gewisse Dinge wieder 

hochkommen. Sie vergesse auch Sachen, die damals passiert seien. Deshalb 

könne sie sich auch nicht mehr so gut erinnern, was sie damals bei der Polizei 

gesagt habe (Urk. 6/3 S. 15, Antw. auf Frage 54). 

Auf weitere Fragen führte die Privatklägerin aus, dass der Beschuldigte sie am 

Nacken gehalten habe. Sie habe sich mit ihren Händen am Badewannenrand ab-

gestossen. Dann habe er sie nach unten gedrückt. Sie sei auf den Knien gewe-

sen. Sie denke, er habe sie bis zum Hals in die Badewanne gedrückt, da sie keine 

Luft mehr bekommen habe unter Wasser. Sie habe versucht, sich von der Bade-

wanne wegzustossen und sich aus dieser Lage zu befreien (Urk. 6/3 S. 16, Antw. 

auf Fragen 56 ff.). Der Beschuldigte habe dann gesagt, sie solle aufhören, sich zu 

wehren und es zulassen. Sie habe das Gefühl, dass der Druck auf dem Nacken 

dann weniger geworden sei. Dann habe sie versucht, sich loszumachen. Er habe 

schnell reagiert. Sie habe zuerst irgendwo ihren Rücken angeschlagen und sei 

dann zu Boden gegangen. Sie sei auf dem Rücken gelegen. Eine Hand habe er 

ihr dann auf den Mund gelegt und eine an den Hals. Welche wo gewesen sei, 

wisse sie nicht mehr. Sie denke, er sei dann gerade aufgestanden und habe ihr 

diese zwei Kicks in den Bauch gegeben (Urk. 6/3 S. 16). 

Auf Vorhalt, dass sie gegenüber der Polizei ausgesagt habe, dass der Beschul-

digte ihr ca. 10 bis 15 Sekunden gegen den Hals gedrückt habe mit der Hand, 

führte die Privatklägerin aus, sie könne es nicht genau sagen. Aber sie könne sich 

schlecht denken, dass sie sich das eingebildet habe, wenn sie das so sage. Da-

her denke sie, dass es stimme. Sie sei ja zur Polizei gegangen, um zu sagen, was 

passiert sei und nicht, um Geschichten zu erfinden (Urk. 6/3 S. 16, Antw. auf Fra-

ge 62). 

Auf Frage, wie der Beschuldigte ihr in den Bauch getreten habe, führte sie aus, er 

habe ausgeholt. Sie glaube, mit seinem rechten Bein, und er habe ihr zwei Mal 

-   19   - 

mit seinem Fuss gegen den Bauch gekickt. Es sei im unteren Teil des Bauches 

gewesen. Sie bejahte, Schmerzen gehabt zu haben und gab zu Protokoll, dass 

sie versucht habe, nach Luft zu schnappen. Für ein paar Sekunden sei sie wie er-

starrt gewesen vom Schock. Es habe weh getan, aber den Schmerz genau be-

schreiben könne sie nicht (Urk. 6/3 S. 17, Antw. auf Fragen 64 ff.). Sie sei dann 

auf dem Badezimmerboden gelegen, und er sei ins Wohnzimmer gegangen 

(Urk. 6/3 S. 17). 

Zum Vorfall mit dem Messer befragt, führte die Privatklägerin aus, dies habe sich 

ein paar Tage nach dem Vorfall mit der Badewanne abgespielt. Sie sei dann in 

H._____ zu Dr. F._____ gegangen. Auf Frage, was die genauen Worte des Be-

schuldigten gewesen seien, gab sie zu Protokoll, dass er es jetzt mit ihr beenden 

würde, es wäre jetzt einfach so weit. Auf Nachfrage, was er mit ihr habe beenden 

wollen, sagte sie aus, ihr Leben (Urk. 6/3 S. 19, Antw. auf Fragen 82 ff.). Auf wei-

tere Frage, ob er ihr das so gesagt habe, führte sie aus, sie glaube schon. Sie 

habe das so verstanden, dass er ihr Leben habe beenden wollen. Er habe ja auch 

ein Messer in der Hand gehabt. Dieses Messer sei auf sie gerichtet gewesen. Sie 

sei auf dem Sofa gesessen und er vor ihr gestanden (Urk. 6/3 S. 19, Antw. auf 

Frage 86). Sie glaube, er habe es in der rechten Hand gehabt. Die Klinge des 

Messers sei auf sie gerichtet gewesen auf Augenhöhe, als sie auf dem Sofa ge-

sessen sei. Der Beschuldigte habe das Messer gehalten, und sie habe Angst ge-

habt, ihre Hände vor ihr Gesicht gehalten und ihm gesagt, er solle damit aufhören 

(Urk. 6/3 S. 19). 

Auf Frage, ob der Beschuldigte ihr gesagt habe, weshalb er ein Messer in der 

Hand halte, sagte sie aus, er habe es ja geholt und dann gesagt, es sei jetzt so 

weit, er wolle es jetzt beenden. Auf Frage, was sie dabei empfunden habe, als er 

diese Dinge zu ihr gesagt habe, gab sie zu Protokoll, Angst, Todesangst (Urk. 6/3 

S. 20, Antw. auf Fragen 92 f.). Sie bejahte, dass sie gedacht habe, der Beschul-

digte könnte seine Ankündigung in die Tat umsetzen und führte dazu weiter aus, 

sie habe das Gefühl gehabt, seine Augen seien nur noch schwarz gewesen. Sein 

Blick sei starr gewesen. Er habe nicht mehr den Blick gehabt, welchen er gehabt 

habe, als sie sich in ihn verliebt habe. Weiter bestätigte sie, dass diese Verletzung 

-   20   - 

in einem Arztbericht festgehalten sei, führte aber aus, dass sie ihrem Arzt, 

Dr. F._____, einfach gesagt habe, dass sie sich beim Frühstück machen ge-

schnitten habe. Sie habe diesem nicht die Wahrheit gesagt (Urk. 6/3 S. 20). 

Zum Vorfall vom 11. Juni 2018 befragt und auf die Frage, inwiefern er ihrer Fami-

lie gedroht habe, sagte die Privatklägerin aus, er habe mit dem Tod gedroht. Er 

habe gesagt, er würde mit ihrem Bruder beginnen. Auf Frage, mit was beginnen, 

führte sie weiter aus, ihn umzubringen. Er wäre der erste gewesen, den er um-

bringen würde. Dann wäre der Vater gekommen, ihre Mutter zum Schluss. Aber 

zuerst könne er noch Geld aus ihr herausholen, da sie eine hübsche Frau sei. Auf 

Frage, wem gegenüber er diese Äusserungen gemacht habe, gab sie zu Proto-

koll, dies habe er ihr gegenüber gesagt. Er habe ihr gesagt, dies würde passieren, 

wenn sie zur Polizei gehen würde (Urk. 6/3 S. 24, Antw. auf Fragen. 125 ff.). Auf 

die Frage, was sie dabei empfunden habe, führte sie aus, sie habe gesagt, dass 

es nicht dazu kommen würde, weil sie nicht zur Polizei gehen werde. Sie habe 

Angst bekommen und habe das Gefühl gehabt, so ihre Familie zu schützen, wenn 

sie mit ihm zusammenbleiben und nicht zur Polizei gehen würde. Auf Frage, ob 

sie geglaubt habe, dass er seine Ankündigung umsetzen würde, gab sie zu Pro-

tokoll, ja, er habe noch gesagt, es könne passieren, während er "drin" sei. Auf 

Nachfrage, was sie damit meine, sagte sie aus, während er im Gefängnis sei. 

Dies könnten auch andere Leute machen. Es könne auch nach einem Jahr, nach 

drei Jahren, nach fünf Jahren oder allenfalls nach zehn Jahren passieren. Er wer-

de gerne warten, um sie fertig zu machen. Sie bestätigte, dass sie ihm dies zu-

traue und führte dazu weiter aus, wenn er einen Menschen liebe und ihn so ver-

letzen könne, dann frage sie sich, was er mit anderen mache, für die er nichts 

empfinde. Sie bestätigte, dass sie aktuell noch immer Angst habe und auch ihre 

Eltern darunter leiden würden. Auf die Frage, ob er diese Äusserungen auch ge-

genüber jemandem aus ihrer Familie gesagt habe, gab sie zu Protokoll, nein, er 

habe allen immer etwas vorgespielt, und sie habe mitgemacht (Urk. 6/3 S. 24 f., 

Antw. auf Fragen 129 ff.). 

-   21   - 

5.2.4. Befragung vor Vorinstanz am 23. Januar 2019 

Vor Vorinstanz führte die Privatklägerin aus, sie könne sich am besten an den Fall 

erinnern, als sie ein Gespräch gehabt hätten. Sie wisse nicht mehr, wie es ange-

fangen habe, aber sie sei plötzlich auf allen vieren gewesen und er habe sie an 

den Haaren gepackt. Er habe sie ins Badezimmer gezogen. Dies sei der Fall, 

welchen sie am besten beschreiben könne. Das werde sie nie vergessen. Er habe 

sie an den Haaren gepackt und ins Badezimmer geschleift. Sie wisse, dass sie 

auf allen vieren gewesen sei. Sie habe sich nicht wehren können. Sie habe nicht 

gewusst, was sie machen solle. Sie wisse nicht mehr, was er in diesem Moment 

gesagt habe. Die Badewanne sei schon halb voll gewesen. Er habe sie am Na-

cken gepackt und ihren Kopf ins Wasser "getunkt", sodass sie keine Luft mehr 

bekommen habe. Dies habe er sicher drei bis vier Mal gemacht. Sie habe ver-

sucht, Luft zu holen. Sie sei ja mit den Armen am Beckenrand gewesen. Sie habe 

versucht, irgendetwas zu machen. Er habe dann gesagt, sie solle aufhören, sich 

zu wehren. Sie solle es zulassen. Irgendwann, sie wisse nicht mehr wie, habe 

sich der Griff gelöst. Sie sei mit dem Rücken an etwas gekommen und dann auf 

dem Badezimmerboden gelandet. Sie habe nach Luft geschnappt, da sie endlich 

wieder habe atmen können. Dann sei er gekommen und habe ihr den Mund zu-

gedrückt, sodass sie wieder nicht habe atmen können. Sie wisse nicht, wie lange 

dies gedauert habe. Er habe dann aufgehört und sie habe einen oder zwei Tritte 

in den Bauch bekommen. Dann habe er sie von hinten getreten, und dann sei er 

einfach gegangen und sie am Boden geblieben. Erst dann habe sie wieder richtig 

Luft bekommen. Sie sei geschockt gewesen. Sie habe gedacht, dass sie dort 

sterben würde (Prot. I S. 23 f.). Auf Frage, was dann passiert sei, führte die Pri-

vatklägerin aus, er sei dann wieder ins Badezimmer gekommen mit einem Tuch. 

Er habe sie abgetrocknet. Das habe sie nicht verstanden. Er habe ihr geholfen, 

sich anzuziehen (Prot. I S. 24). 

Zum Vorfall mit dem Messer befragt sagte die Privatklägerin aus, dass sie auf 

dem Sofa gesessen sei. Sie wisse nicht mehr, wie es dazu gekommen sei, dass 

es begonnen habe. Aber er habe ein Küchenmesser in der Hand gehabt und sei 

vor ihr gestanden. Er habe gesprochen, und sie sei auf dem Sofa gesessen. Er 

-   22   - 

sei mit dem Messer direkt vor ihrem Gesicht gewesen. Er habe gesprochen und 

Bewegungen gemacht, sodass sie Angst bekommen habe. Er habe noch gesagt, 

dass er das jetzt einfach nicht mehr mit ihr machen und sie nicht mehr anschauen 

könne. Sie habe die Hände vors Gesicht genommen, und dann habe er sie halt 

plötzlich geschnitten. Er habe sie in den Finger geschnitten, und es habe halt an-

gefangen zu bluten. Es sei so schnell gegangen. Sie könne es nicht besser erklä-

ren. Sie habe doch Angst gehabt, weil er das Messer in den Händen gehalten ha-

be. Dann sei richtig Blut geflossen. Er sei irgendwie selber erschrocken. Sie seien 

dann ins Badezimmer gegangen und hätten versucht, es zu stoppen. Er habe es 

dann verbunden mit einem Socken oder etwas, mit dem man einen Knopf ma-

chen könne. Sie seien dann nicht mehr zum Arzt gegangen, weil sie plötzlich sehr 

müde gewesen sei. Er habe gesagt, dass sie sehr viel Blut verloren habe, und 

dass sie doch am Morgen gehen solle. Sie hätten mit dem komischen Knopf, den 

er gemacht habe, das Blut stoppen können (Prot. I S. 26). 

Auf Frage, was sie dem Arzt dann erzählt habe, führte sie aus, dass sie sich beim 

Vorbereiten für das Morgenessen geschnitten habe. Der Beschuldigte habe ge-

sagt, dass sie nichts sagen dürfe, was in ihrer Wohnung passiert sei. Auf Frage, 

was sie befürchtet habe, gab sie zu Protokoll, das Schlimmste. Als sie ihm erzählt 

habe, mit wem sie etwas gehabt habe, habe er auch immer wieder gesagt, wie er 

mit ihr beginnen würde, Geld zu machen. Dass sie so oder so eine Schlampe sei 

und er wenn schon Geld aus ihr herausholen könne. Er habe gemeint, dass sie 

sich prostituieren gehen würde, sodass Männer mit ihr machen könnten, was sie 

wollten, und er Geld dafür bekommen würde. Dies habe er ihr angedroht (Prot. I 

S. 25 f.). 

Auf Frage, ob sie wisse, in was für einer Situation der Beschuldigte ihrer Familie 

gedroht habe, sagte die Privatklägerin aus, die Situation selber nicht, aber sie 

wisse noch, um was es gegangen sei. Es sei darum gegangen, dass sie nicht zur 

Polizei gehen sollte, sie niemandem etwas sagen würde. Er würde sonst bei ih-

rem kleinen Bruder beginnen und diesen umbringen. Danach ihren Vater, und 

dann ihre Mutter. Da diese eine Frau sei, würde er sie aber auch zuerst benutzen 

lassen, um mit ihr Geld zu machen. Dann würde er sie auch umbringen. Auf Fra-

-   23   - 

ge, wann dies ungefähr gewesen sei im ganzen Verlauf, sagte sie aus, gegen den 

Schluss (Prot. I S. 27 f.). 

5.3. Aussagen des Beschuldigten 

5.3.1. Polizeiliche Einvernahme vom 15. Juni 2018 

Auf Vorhalt, er solle der Privatklägerin gesagt haben, dass er sie nicht mehr se-

hen könne und sie umbringen wolle, führte der Beschuldigte aus, er habe drei Mal 

Schluss gemacht mit ihr. Er habe gar nichts mehr mit ihr zu tun haben wollen, 

doch sie habe ihn angefleht, nicht zu gehen. Er habe die Wohnung verlassen wol-

len, doch sie habe ihn zurückgehalten. Er habe zu ihr gesagt, wenn es doch nicht 

klappe zwischen ihnen und sie die Nerven verlieren würden, sollten sie sich tren-

nen. Doch sie habe das nicht gewollt. Dann sei er halt geblieben, wegen seines 

Herzens. Das sei drei Mal so vorgefallen. Sie habe schlechte Erfahrungen ge-

macht mit ihrem Ex-Freund, und ihre Eltern hätten nicht mehr mit ihr geredet, 

wenn sie schon wieder eine Beziehung beendet hätte. Darum habe sie ihn nicht 

gehen lassen. Sie habe die Wohnungstüre zugeschlagen, doch wenn die Nach-

barn so etwas sehen respektive hören würden, dann sei es immer der Fehler des 

Mannes (Urk. 5/1 S. 4 f.). Auf erneuten Vorhalt, ob er der Privatklägerin mit dem 

Tod gedroht habe, sagte er aus, er sei wütend gewesen und habe zu ihr gesagt, 

wenn sie das noch einmal mache, dann wisse er nicht, was er tun würde. Sie 

kenne sein Land, und sie habe sich etwas zusammenfantasiert. Damit habe er 

gemeint, wenn sie ihn noch einmal betrügen würde. Als er zum zweiten Mal mit 

ihr habe Schluss machen wollen und gemerkt habe, dass er die Nerven verlieren 

würde, habe er sich selber verletzt. Dafür gebe es Zeugen. Aus Reflex habe er 

einen Stein oder sonst einen Gegenstand genommen und sich dabei an seinem 

Oberkörper respektive Bauch verletzt, oberflächlich geritzt. Sie habe das selber 

gesehen (Urk. 5/1 S. 5). Auf nochmaligen Vorhalt, warum die Privatklägerin bei 

der Polizei ausgesagt habe, er habe sie mit dem Tod bedroht, sagte der Beschul-

digte aus, er sei wütend gewesen und habe gesagt, dass er nicht wisse, was er 

dann tun werde, wenn sie ihn wieder betrügen würde. Das sei alles. Er habe nie 

zu ihr gesagt, dass er sie umbringen werde (Urk. 5/1 S. 5). 

-   24   - 

Auf Vorhalt, dass er den Kopf der Privatklägerin drei bis vier Mal in der Badewan-

ne unter Wasser gehalten haben soll, führte der Beschuldigte aus, oh mein Gott, 

dazu habe er nichts zu sagen. Das stimme überhaupt nicht. Sie seien sehr wohl 

im Bad gewesen und hätten zusammen gestritten. Doch ein Vorfall mit der Bade-

wanne habe nie stattgefunden. Die Privatklägerin habe eine Lieblingsserie, wel-

che sie jeweils schaue. Diese heisse "Pablo Escobar" und die andere Serie heis-

se "El Cartel de los Sapos 2". In dieser Serie komme eine Szene vor, genau mit 

einer Badewanne. Was passiere, wenn Leute andere Leute betrügen würden. Sie 

hätten diese Serie jeweils zusammen angeschaut und sie habe von ihm jeweils 

wissen wollen, was genau passiere. Er komme ja aus der gleichen Stadt wie Pab-

lo Escobar. Auf Frage, ob der von der Privatklägerin geschilderte Vorfall mit der 

Badewanne gar nie stattgefunden habe, gab der Beschuldigte weiter zu Protokoll, 

ja, das habe nie stattgefunden. Die Privatklägerin sei eine intelligente Frau, sie 

merke sich das, was sie nicht wissen sollte. Sie habe ihn während der Serie je-

weils ganz genau gefragt, was passiert und in der Serie vorgekommen sei, dass 

der eine jemanden betrogen habe und die Strafe sei eben das mit der Badewanne 

gewesen (Urk. 5/1 S. 6). 

Auf die Frage, was er dazu sage, dass er nach dem Badewannenvorfall auf die 

am Boden liegende Privatklägerin gekniet sein und ihr mit einer Hand gegen den 

Hals gedrückt und mit der andern Hand den Mund zugehalten haben soll, sagte er 

aus, das sei nicht vorgefallen, das stimme nicht. Er gebe zu, dass er sie mit einer 

Hand am Hals gepackt habe. Klar sei sie dadurch in Panik geraten. Damit wolle er 

sagen, dass er sie von vorne am Hals festgehalten habe, damit sie wieder auf 

Augenhöhe gekommen seien, weil sie immer zu Boden gesehen habe, und das 

habe er nicht gewollt. Er habe ihr während des Streits in die Augen schauen wol-

len. Zugedrückt habe er nicht (Urk. 5/1 S. 6, Antw. auf Fragen 39 f.). Auf Vorhalt, 

dass er der Privatklägerin anschliessend gegen den Oberkörper und zwei Mal ge-

gen ihren Bauch geschlagen haben soll, wobei diese für einige Sekunden keine 

Luft bekommen habe, führte er aus, so sei es nicht gewesen. Es sei so gewesen, 

wie er es beschrieben habe. Als er ihren Hals losgelassen habe, und zwar, weil er 

das so gewollt habe, habe sie ihm gesagt, dass sie ihn liebe (Urk. 5/1 S. 7). 

-   25   - 

Auf Vorhalt, dass er der Privatklägerin gedroht haben soll, ihre Familie würde 

"drunter kommen", führte der Beschuldigte aus, dies sei alles in ihrer Vorstellung 

und habe mit der Serie zu tun, die sie immer schaue. Wenn in dieser Serie je-

mand den anderen verrate, dann passiere dieser Person sehr schnell etwas. Aber 

eben, dies sei nur in der TV-Serie so (Urk. 5/1 S. 10). 

5.3.2. Hafteinvernahme vom 15. Juni 2018 

Anlässlich der Hafteinvernahme führte der Beschuldigte auf die Frage, was er 

zum Vorwurf sage, er habe die Privatklägerin in die Badewanne gedrückt und ihr 

dabei den Kopf unter Wasser gehalten, aus, er habe bereits der Polizei dazu ge-

antwortet. Das sei Phantasie. Sie hätten nicht einmal vier Tage davor diese Serie 

geschaut. Sie heisse "Il Cartell del los Sapos" und auf erneute Frage, ob er sie in 

die Badewanne gedrückt habe, nein, auf jeden Fall nicht (Urk. 5/2 S. 4, Antw. auf 

Fragen 7 f.). 

Der Beschuldigte sagt zudem erneut aus, dass er die Privatklägerin am Hals ge-

packt habe, weil sie ihn nicht angeschaut habe. Auf Frage, weshalb die Privatklä-

gerin sage, dass er auf ihr gekniet sei und sie am Hals gewürgt habe, gab er ein-

zig zu Protokoll, er verweise auf seine Aussagen gegenüber der Polizei, wo er er-

klärt habe, wie er sie am Hals gepackt habe (Urk. 5/2 S. 5). 

5.3.3. Staatsanwaltschaftliche Einvernahme vom 23. Juli 2018 

Gegenüber der Staatsanwaltschaft führte der Beschuldigte aus, er wolle die Ge-

schichte mit dem Messer so erzählen, wie sie wirklich passiert sei. Er sei an je-

nem Tag zuhause gewesen und die Privatklägerin bei der Arbeit. Er habe einen 

Kollegen, der heisse I._____, der sei am Abend zu ihm auf Besuch gekommen. 

Sie sei dann von der Arbeit nach Hause gekommen. Es habe keine Probleme ge-

geben, und sie habe seinen Kollegen gesehen. Er sei dann auf dem Sofa gele-

gen, als sie nach Hause gekommen sei. Er habe Cannabis geraucht in dieser 

Zeit. Wenn die Privatklägerin nach Hause komme, würde sie immer für sie beide 

kochen. Dies sei um ca. 23.00 Uhr gewesen. Sie habe ihn gefragt, ob er etwas 

essen wolle. Er habe ja gesagt und um Omeletten gebeten. Sie sei dann in der 

-   26   - 

Küche gewesen am Vorbereiten mit dem Messer. In dieser Zeit hätten sie Augen-

kontakt miteinander gehabt. Sie habe ihn gefragt, was er mit I._____ gesprochen 

habe. Sie sei dann am Speck schneiden gewesen für das Omelette, und sie hät-

ten miteinander gesprochen. Während des Gesprächs habe sie ihn immer wieder 

angeschaut und gleichzeitig den Speck geschnitten. Dann habe sie plötzlich ge-

schrien. Er sei dann in Richtung Küche gerannt und habe gesehen, dass das Blut 

spritze. Er sei dann ins WC gerannt und habe Zahnpaste geholt, welche er ihr 

aufgetragen habe, damit es nicht mehr so spritze. Dann habe er mit Papier darauf 

gedrückt. Er sei dann auf die Idee mit dem Socken gekommen, um das Blut zu 

stillen. Er habe sie zum Arzt schicken wollen, aber es sei schon spät gewesen. 

Sie habe ihm gesagt, dass sie lieber am nächsten Morgen vor der Arbeit zum Arzt 

gehen wolle (Urk. 5/3 S. 2 f.). 

5.3.4. Staatsanwaltschaftliche Einvernahme vom 27. Juli 2018 

Auf Vorhalt, dass er der Privatklägerin gesagt haben soll, er könne sie nicht mehr 

sehen und wolle sie umbringen, sagte der Beschuldigte aus, vielleicht habe sie es 

so verstanden. Er habe es aber nicht so gemeint. Zum Vorfall im Badezimmer be-

fragt, führte er aus, das stimme gar nicht. Er habe ihr den Mund nicht zugehalten. 

Das stimme nicht. Am Hals habe er sie gehalten. Es sei auch richtig, dass er sie 

an den Haaren gehalten habe, damit sie ihn anschaue. Das habe er bereits bei 

der Polizei gesagt. Als er sie am Hals gehalten habe, sei das nur so stark gewe-

sen, damit sie ihn angeschaut habe, bzw. dass er ihren Kopf in Richtung seiner 

Augen bewegen konnte. Er habe ihr auch nicht in den Bauch getreten. Das stim-

me nicht (Urk. 5/5 S. 8 f.). 

Zum Vorfall mit dem Messer befragt, gab der Beschuldigte gegenüber der Staats-

anwaltschaft zu Protokoll, das stimme definitiv nicht. Es sei so gewesen, wie er es 

erklärt habe. Sie habe sich selber mit dem Messer geschnitten. Sie gebe ihm die 

Schuld, weil sie miteinander gesprochen hätten wegen diesem Kollegen namens 

I._____ (Urk. 5/5 S. 10). 

Auf Vorhalt, dass er gegenüber der Privatklägerin gedroht haben soll, ihre Familie 

würde "drunter kommen", wenn sie etwas über die Vorfälle der Polizei erzählen 

-   27   - 

würde, wobei er zunächst ihren Bruder, dann ihren Vater und schliesslich ihre 

Mutter umbringen würde, führte er aus, das stimme nicht. Sie habe immer die 

Freiheit gehabt, zu ihren Eltern zu gehen. Wenn sie das alles tatsächlich erlebt 

hätte, hätte sie es auch ihren Eltern sagen können. Sie sei täglich bei ihren Eltern 

gewesen. Diese hätten ja offenbar auch nichts gemerkt. Es seien so viele Men-

schen in ihrer Umgebung gewesen. Er verstehe nicht, warum sie nicht schon frü-

her zur Polizei gegangen sei, wenn sie so traumatisiert gewesen sei (Urk. 5/5 

S. 10 f.). 

5.3.5. Befragung vor Vorinstanz am 23. Januar 2019 

Auf Vorhalt von Anklageziffer 2, wonach der Beschuldigte der Privatklägerin mit 

dem Tod gedroht habe, führte dieser aus, das stimme so nicht. Er habe gesagt, er 

wisse nicht, was er dann mache. Von Umbringen sei nie die Rede gewesen. Er 

sei in diesem Moment wütend gewesen. Auf Nachfrage, was er denn damit ge-

meint habe, gab der Beschuldigte zu Protokoll, er wisse es auch nicht. Er habe 

schon einmal mit ihr Schluss machen wollen. Sie sei wegen dem immer unter 

Druck gewesen und habe Angst gehabt, dass er sie verlassen werde. Das habe 

er mit dem vorherigen Satz auch gemeint. Er habe ihr angedroht, dass wenn sie 

so etwas wieder mache, er Schluss mit ihr machen würde. Sie habe hinter seinem 

Rücken mit Männern abgemacht. Er habe sie dann erwischt. Wenn sie wieder 

solche Sachen hinter seinem Rücken machen würde, wäre es fertig für ihn (Prot. I 

S. 39 f.). 

Befragt zum Vorfall im Badezimmer, wonach er die Privatklägerin mit dem Kopf 

bis zum Hals über den Badewannenrand ins Wasser gedrückt haben soll, sodass 

diese keine Luft mehr bekommen habe, sagte der Beschuldigte aus, dies sei 

falsch. Es sei ein ganz normaler Tag gewesen, und sie sei bei der Arbeit gewe-

sen. Als sie am Feierabend nach Hause gekommen sei, hätten sie miteinander 

gesprochen, und sie sei nachher ins Badezimmer gegangen, um sich abzu-

schminken. Er sei dann auch dorthin gegangen, und sie hätten sich ganz normal 

weiter unterhalten. Sie habe dann eine Nachricht erhalten, in welcher gestanden 

sei, "es war schön gestern". Er habe sie dann gefragt, was diese Nachricht soll. 

Sie sei dann nervös geworden und habe auf den Boden geblickt. Er habe dann ih-

-   28   - 

re Stirn gepackt und nach oben gezogen. Sie habe dann Druck nach unten gege-

ben, weil sie sich geschämt habe. Dann habe er ihr Gesicht nach oben gezogen 

und ihr gesagt, sie solle ihm sagen, was mit dem passiert sei. Sie habe sich ent-

schuldigt und schuldig gefühlt. Er sei dann ins Wohnzimmer gegangen und habe 

sein Glas genommen (Prot. I S. 41). Auf Nachfrage, warum die Privatklägerin so 

etwas erzählen sollte, führte er aus, er komme aus einem Land, dessen Name 

schon viel sage. Sie habe das schon immer interessiert, und sie hätten viele "No-

velas" von Kolumbien angeschaut. Dabei habe es sich oft um Gewalt gedreht. Sie 

habe ihn immer gefragt, wieso sie dort solche Sachen machen würden. Sie habe 

auch ein Video gesehen, wo jemand, der "El Capo" genannt werde, eigentlich alle 

erschossen habe bis auf eine Frau, die er in der Badewanne ertränkt habe. Sie 

habe ihn dann gefragt, wieso er diese nicht einfach erschiesse, da dies viel 

schneller gehe (Prot. I S. 41 f.). Weiter führte der Beschuldigte aus, er könne sich 

das nicht erklären. Er habe erzählt, was passiert sei. Er selber frage sich, wie sie 

solche Sachen erfinden könne. Deshalb sei er ja auch hier. Allgemein habe er im 

Gefängnis angefangen, zu verstehen, dass sie über einen Film gesprochen habe. 

Was sie sage, stimme überhaupt nicht (Prot. I S. 42). 

Auf Vorhalt von Anklageziffer 6 (Vorfall mit dem Messer) führte der Beschuldigte 

aus, er habe dazu schon einmal Aussagen gemacht, könne es aber gerne wie-

derholen. Am Abend sei ein Kollege, I._____, zu ihm gekommen. Dieser sei ge-

gangen, kurz bevor die Privatklägerin nach Hause gekommen sei. Sie sei dann 

nach Hause gekommen und habe sich etwas zu Essen machen wollen. Ihre Mut-

ter habe ihr kürzlich Speck gegeben, und sie habe diesen am Abend schneiden 

wollen. Dann habe sie sich mit ihm unterhalten und wissen wollen, was er mit 

I._____ gemacht habe. Sie sei immer neugierig gewesen und habe alles wissen 

wollen. Sie habe Spiegeleier gekocht und begonnen, etwas zu schneiden. Sie ha-

be mit ihm gesprochen, und er habe sie angeschaut, als sie sich plötzlich ge-

schnitten und er einen Schrei gehört habe. Dann habe er überall Blut gesehen. Er 

sei zu ihr gerannt und habe begonnen, ihr zu helfen. Er sei erschrocken, weil es 

so viel Blut gegeben habe. Er habe ihr sogar gesagt, dass sie den Arzt anrufen 

sollten. Sie habe aber freiwillig bis am Morgen warten wollen. Die Frau sei immer 

frei gewesen (Prot. I S. 43). Auf die Frage, wie man sich beim Speckschneiden so 

-   29   - 

verletzen könne, gab der Beschuldigte zu Protokoll, er habe das jetzt erzählt. Er 

habe es ja nicht ganz genau gesehen. Er habe ja gesagt, wie es gewesen sei. Er 

könne garantieren, dass sie sich selber geschnitten habe. Es sei beim Speck-

schneiden passiert, als sie gekocht habe (Prot. I S. 44). 

Auf Vorhalt von Anklageziffer 8, wonach er der Privatklägerin gedroht habe, dass 

ihre Familie "drunter kommen" werde, wenn sie die Vorfälle der Polizei erzähle, 

wobei er zuerst den Bruder, dann den Vater und schliesslich die Mutter umbrin-

gen werde, sagte der Beschuldigte aus, er habe seine Aussagen gemacht. Er ha-

be gesagt, dass es dies gar nicht gegeben habe. Die Frau sei wie ein freier Vogel 

gewesen. Sie sei jederzeit zu ihren Eltern gegangen. Sie sei immer frei gewesen. 

Sie habe jederzeit zur Polizei gehen können. Am selben Tag, als er verhaftet 

worden sei, habe er sich selbst bei der Polizei melden wollen. Er habe ja keine 

Angst vor der Polizei gehabt. Als die Sache mit dem Auge passiert sei, habe er ihr 

auch gesagt, es sei das Beste, die Polizei anzurufen, und die Sache so zu klären. 

Auf die Frage, warum die Privatklägerin die Polizei hätte anrufen sollen, gab er zu 

Protokoll, sie wisse, es sei für ihn kein Problem, dass sie zur Polizei gehe. Er ha-

be seinen Fehler gemacht. Auf Frage, ob er sie dazu aufgefordert habe, zur Poli-

zei zu gehen, sagte er weiter aus, ja, sie sei frei gewesen. Sie habe jederzeit ge-

hen können. Er habe sie sogar mit einem Kollegen zu den Eltern gefahren und 

von dort abgeholt. Sie seien auch bei den Eltern zu Besuch gewesen (Prot. I 

S. 45). 

5.3.6. Befragung anlässlich der Berufungsverhandlung vom 9. Oktober 2020 

Anlässlich der Berufungsverhandlung stellte der Beschuldigte erneut in Abrede, 

der Privatklägerin gesagt zu haben, dass er sie umbringen wolle. Er habe mehr-

mals versucht, Schluss zu machen und von ihr wegzugehen. Auch den Vorfall mit 

der Badewanne bestritt der Beschuldigte weiterhin. Sie seien zwar schon im Ba-

dezimmer gewesen, und es habe dort auch einen Streit gegeben; mit einer Ba-

dewanne sei aber nichts gewesen. Er wisse nicht mehr alles genau, es sei lange 

her (Prot. II S. 22 ff.). Auf die Frage, wieso die Privatklägerin ihn hinsichtlich des 

Vorfalls mit der Badewanne zu Unrecht belasten sollte, sagte der Beschuldigte 

aus, auch sein Land spiele eine Rolle. Die Privatklägerin sei Fan geworden von 

-   30   - 

diesen Serien, welche er ihr gezeigt habe. In diesen seien ein paar Sachen mit 

Gewalt gewesen. Das mit der Badewanne sei aber "total erfunden" (Prot. II S. 24). 

Auch zum Vorfall mit dem Messer befragt führte der Beschuldigte erneut aus, 

dass die Privatklägerin sich beim Kochen selber geschnitten habe. Das wisse er 

noch. Sie habe ganz normal gekocht und Speck geschnitten. Dann habe es plötz-

lich gespritzt, und er sei sofort zu ihr gegangen. Er habe sie dann selber ins Spital 

gebracht an diesem Tag. Dort sei sie alleine gewesen und hätte ganz in Ruhe mit 

der Polizei sprechen können (Prot. II S. 25). 

Auf die Frage, was er zum Vorwurf sage, der Privatklägerin gedroht zu haben, ih-

re ganze Familie würde "drunter kommen", wenn sie zur Polizei gehen würde, gab 

der Beschuldigte ausweichend zu Protokoll, dass die Privatklägerin frei gewesen 

sei. Sie sei jeden Tag zu ihren Eltern gegangen. Sie habe gearbeitet und immer 

gehen können (Prot. II S. 26). Auf die Frage, aus welchem Grund die Privatkläge-

rin zur Polizei gegangen sei, führte er aus, wahrscheinlich habe sie nicht mehr mit 

ihm zusammen sein wollen, dann habe sie es auf diese Art probiert. Diese Frau 

habe selber ihre "Defekte". Ihre Eltern hätten sie gefangen und gezwungen, zur 

Polizei zu gehen. Ihr Ziel sei nicht, dass er nur einen Monat ins Gefängnis gehe, 

sondern sie wolle ihn definitiv dort drin sehen (Prot. II S. 27 f.). 

5.4. Aussagen der Zeugin E._____ 

E._____ war bei den anklagegegenständlichen Vorfällen nicht anwesend, sodass 

sie zu den einzelnen Vorfällen respektive deren Ablauf keine sachdienlichen Aus-

sagen machen konnte, worauf auch die Verteidigung zutreffend hingewiesen hat 

(Urk. 70 S. 6). Allerdings konnte sie Aussagen über einzelne Verletzungen sowie 

den Allgemeinzustand der Privatklägerin machen. Gegenüber der Staatsanwalt-

schaft sagte sie dazu am 23. Juli 2018 in Gegenwart des Beschuldigten, welcher 

mit ihren Aussagen auch konfrontiert wurde (Urk. 5/4), und seiner amtlichen Ver-

teidigung aus, die Privatklägerin habe ihr anlässlich eines Gespräches mitgeteilt, 

was mit ihrem Partner alles gelaufen sei. Sie habe es schon lange gewusst. Aber 

die Privatklägerin habe ihr dann bestätigt, was jeweils zuhause vorgefallen sei. 

Sie habe gewusst, dass diese geschlagen und unter Druck gesetzt werde. Sie 

-   31   - 

habe angenommen, dass diese bedroht werde. Man habe der Privatklägerin auch 

angesehen und bemerkt, dass sie permanent unter Angst gestanden sei. Sie sei 

mit blauen Augen zur Arbeit gekommen. Einmal habe sie ein aufgeschwollenes 

Auge gehabt, und es sei blau gewesen. Es sei zwei Mal vorgekommen. Sie hätte 

auch an ihrem Arm blaue Flecken und Druckstellen gesehen. Die Privatklägerin 

habe permanent verleugnet, dass dies von ihrem Partner stamme. Dies sei im Ap-

ril allenfalls Mai gewesen. Die Privatklägerin sei auch von ihrer Ärztin krankge-

schrieben worden. Sie sei den ganzen Juni nicht mehr zur Arbeit gekommen, weil 

sie wegen psychischer Überbelastung krankgeschrieben gewesen sei. Die Ärztin 

habe diese blauen Flecken auch gesehen und die Privatklägerin darauf ange-

sprochen. Sie habe mit dieser Ärztin ebenfalls gesprochen. Diese habe ihr ge-

sagt, so lange die Privatklägerin nicht sage, dass er es gewesen sei, könnten sie 

nichts machen (Urk. 7 S. 3 ff.). 

Weiter führte E._____ aus, die Privatklägerin sei unkonzentriert, abgelenkt, unge-

pflegt, nicht mehr geschminkt, mit dunklen Augen, also verschlafen gewesen. Er 

habe dieser die ganze Zeit geschrieben und telefoniert, einen richtigen Psychoter-

ror losgelassen. Es habe eigentlich die ganze Mitarbeitercrew mitbekommen, was 

bei der Privatklägerin abgehe. Einige hätten versucht, mit ihr zu reden, aber diese 

habe komplett dicht gemacht (Urk. 7 S. 5). 

Auf Frage, woher sie wisse, dass das Verhalten der Privatklägerin auf den Be-

schuldigten zurückzuführen sei, sagte die Zeugin aus, die Privatklägerin habe mit 

ihr gesprochen. Sie habe der Privatklägerin auch gesagt, sie müsse mit diesem 

Typ Schluss machen. Die Privatklägerin habe ihr dann auch bestätigt, dass sie 

sich wegen ihm so verändert habe. Es sei ein stetiger Prozess gewesen, welcher 

immer schlimmer geworden sei (Urk. 7 S. 5 f., Antw. auf Frage 25). 

Weiter führte die Zeugin aus, die Privatklägerin sei am Schluss ein Wrack gewe-

sen. Die Privatklägerin habe einmal auf krank gemacht und ihr gesagt, es stimme 

nicht, dass es ein blaues Auge sei. Sie habe der Privatklägerin dann nicht ge-

glaubt und dieser gesagt, sie komme jetzt vorbei und schaue sich das an. Die Pri-

vatklägerin habe dann natürlich ein blaues Auge gehabt. Die Privatklägerin habe 

ihr dann gesagt, dies sei nicht von ihm. Das Auge sei ganz zu und aufgeschwol-

-   32   - 

len gewesen. Die Privatklägerin habe behauptet, es sei wegen Heuschnuppen. 

Da habe die Privatklägerin sie aber angelogen. Sie habe der Privatklägerin ge-

droht, dass sie alles ihren Eltern erzählen würde. Davor habe diese immer am 

meisten Angst gehabt (Urk. 7 S. 6). 

5.5. Arztberichte 

Dr. med. F._____ hält in seinem Bericht vom 11. Juli 2018 fest, die Patientin habe 

am 3. April 2018 berichtet, sich selber mit einem Messer in den Ringfinger links 

geschnitten zu haben. Es habe eine ca. 3 cm lange Wunde am Ringfinder gehabt. 

Diese habe genäht werden müssen. Ob der Unfallhergang der Wahrheit entspre-

che, könne nicht beurteilt werden, töne aber plausibel. Eine Selbstbeibringung sei 

möglich. Eine Bedrohung des Lebens habe nicht bestanden, auch ohne ärztliche 

Versorgung. Die Arbeitsunfähigkeit sei vom 3. bis 6. April 2018 100 % gewesen 

(Urk. 17/4). 

Dr. med. G._____ hielt in ihrem Bericht vom 12. Juli 2018 fest, die Patientin sei 

am 7. Mai wegen entzündeter Augen gekommen. Sie habe angegeben wegen ei-

ner Pollenallergie so stark an den Augen gerieben zu haben, dass sie nun auch 

Blutergüsse habe. Darauf angesprochen, ob sie geschlagen worden sei, verneinte 

sie dies. Am 1. Juni 2018 habe sie angegeben, an ihrer Arbeitsstelle überfordert 

zu sein und eine Krankschreibung sowie eine Überweisung an einen Psychiater 

gewünscht. Dort sei sie dann am 12. Juni 2018 gewesen und habe erzählt, dass 

sie seit längerer Zeit von ihrem Freund geschlagen werde. Bei einer telefonischen 

Konsultation am 12. Juni 2018 habe die Patientin dies auch ihr gegenüber bestä-

tigt. Sie habe es ihr aus Angst nicht vorher sagen können. Sie habe bereits den 

Verdacht gehabt, dass die Patientin tätlich angegangen worden sei, was diese 

aber nicht bestätigt habe. Sie denke, die Hämatome seien durch Fremdeinwir-

kung entstanden. Eine Selbstbeibringung erscheine ihr unwahrscheinlich 

(Urk. 17/6). 

-   33   - 

5.6. Gewaltschutzverfahren 

Mit Gewaltschutzverfügung der Kantonspolizei Zürich vom 15. Juni 2018 wurde 

der Beschuldigte aufgrund massiver körperlicher Übergriffe auf die Privatklägerin 

aus der Wohnung in C._____ weggewiesen, und es wurde ihm ein Rayon- und 

Kontaktverbot auferlegt (Urk. 9/1). Zum Sachverhalt wird unter anderem festge-

halten, der Beschuldigte habe die Geschädigte am Genick gepackt und ins Bade-

zimmer gezogen. Dort habe er ihren Kopf drei bis vier Mal komplett unter das kal-

te Wasser der halbvollen Badewanne gedrückt. Nachdem sich die Geschädigte 

dagegen habe wehren und aus dem Griff befreien können, sei sie durch den Be-

schuldigten in Rückenlage zu Boden gedrückt worden. Dieser sei daraufhin auf 

sie gekniet und habe mit einer Hand ihren Hals sowie mit der anderen Hand ihren 

Mund für 10-15 Sekunden zugedrückt. Der Druck sei so heftig gewesen, dass die 

Geschädigte keinen Ton habe von sich geben können. Zudem habe der Beschul-

digte der Geschädigten im genannten Zeitraum mehrfach verbal mit dem Tod ge-

droht (Urk. 9/1 S. 5 f.). Weiter wird zum Zustand der gefährdeten Person festge-

halten: Aufgelöst, weinend, verängstigt (Urk. 9/1 S. 3). Mit Urteil des Zwangs-

massnahmengerichts Meilen vom 22. Juni 2018 wurden die von der Kantonspoli-

zei Zürich angeordneten Schutzmassnahmen verlängert (Urk. 9/2).  

5.7. Beweiswürdigung 

5.7.1. Allgemeine Grundsätze 

Die Grundsätze der Beweiswürdigung und die allgemeingültigen Beweisregeln 

wurden von der Vorinstanz korrekt dargelegt, weshalb vollumfänglich darauf ver-

wiesen werden kann (Urk. 87 S. 14 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO). 

5.7.2. Glaubwürdigkeit 

Der Beschuldigte ist vom Strafverfahren direkt betroffen und hat deshalb ein legi-

times Interesse daran, die Geschehnisse in einem für ihn günstigen Licht darzu-

stellen, was dazu führt, dass seine Aussagen vor dem Hintergrund der Interes-

senlage zu würdigen sind. Es liegen aber keine Anhaltspunkte vor, die von vorn-

herein gegen seine Glaubwürdigkeit sprechen würden. 

-   34   - 

Die Privatklägerin hat aufgrund ihrer Stellung als Verfahrensbeteiligte und der von 

ihr geltend gemachten Zivilansprüche ein eigenes Interesse am Ausgang des Ver-

fahrens. Sie könnte daher versucht sein, die Geschehnisse in einem für sie güns-

tigen Licht darzustellen, was bei der Würdigung ihrer Aussagen entsprechend zu 

berücksichtigen ist. Es liegen jedoch keine Anhaltspunkte vor, welche an ihrer all-

gemeinen Glaubwürdigkeit zweifeln liessen. 

E._____ gab an, in keiner Beziehung zum Beschuldigten zu stehen und diesen 

noch nie gesehen zu haben. Betreffend ihre Beziehung zur Privatklägerin führte 

sie aus, diese sei ihre Angestellte gewesen, welche von November 2017 bis Ende 

Juni 2018 bei ihr gearbeitet habe (Urk. 7 S. 3). Den Akten sind keinerlei Hinweise 

zu entnehmen, welche aufgrund des ehemaligen Angestelltenverhältnisses auf 

eine dadurch begründete Voreingenommenheit schliessen liessen. Hinzukommt, 

dass E._____ als Zeugin unter Hinweis auf die strenge Strafandrohung bei fal-

scher Zeugenaussage gemäss Art. 307 StGB ausgesagt hat (Urk. 7 S. 2). Es be-

steht keine Veranlassung, an der Glaubwürdigkeit der Zeugin zu zweifeln. 

Im Vordergrund steht aber bei allen drei erwähnten Personen die Glaubhaftigkeit 

ihrer Aussagen. 

5.7.3. Aussagen der Privatklägerin 

Die Privatklägerin hat in allen Einvernahmen konstant und im Kerngehalt gleich-

bleibend ausgesagt. Sie schilderte die anklagegegenständlichen Vorfälle, detail-

liert, lebensnah und schlüssig. So gab sie – zum Vorfall im Badezimmer befragt – 

in ihren Einvernahmen konstant zu Protokoll, dass der Beschuldigte sie auf allen 

vieren ins Badezimmer geschleift habe, ihren Kopf bis zum Hals drei bis vier Mal 

je für ein paar Sekunden in der Badewanne unter Wasser gedrückt habe, wäh-

rend sie versucht habe, sich mit den Armen vom Badewannenrand wegzustossen 

und er anschliessend während 10 bis 15 Sekunden seine Hand gegen ihren Hals 

gedrückt sowie ihr mit der anderen Hand den Mund zugehalten habe, als sie auf 

dem Rücken auf dem Badezimmerboden gelegen sei. Bevor er das Badezimmer 

verlassen habe, habe er ihr zudem zwei Tritte in den Bauch verpasst (Urk. 6/1 

S. 3 f.; Urk. 6/3 S. 6 und S. 15 ff.; Prot. I S. 23 f.). Auch ihre Schilderung, wonach 

-   35   - 

das Wasser kalt und die Badewanne nur halbvoll gewesen sei (Urk. 6/1 S. 3), las-

sen den Vorfall erlebt wirken. Gleich verhält es sich mit der ihr gegenüber geäus-

serten Drohung im Zusammenhang mit ihrer Familie. Auch diesbezüglich sagte 

sie in ihren Einvernahmen gleichbleibend aus, der Beschuldigte habe damit ge-

droht, dass ihre Familie "drunter kommen werde", wenn sie der Polizei etwas über 

die Vorfälle erzählen würde, wobei er zunächst ihren Bruder, dann ihren Vater 

und schliesslich ihre Mutter umbringen würde (Urk. 6/2 S. 10; Urk. 6/3 S. 9 und 

S. 24; Prot. I S. 27 f.). 

Entgegen der Verteidigung (Urk. 70 S. 10; Urk. 103 S. 11 f.) betreffen allfällige 

Abweichungen oder Unregelmässigkeiten in den Aussagen der Privatklägerin 

nicht das eigentlich Kerngeschehen, sondern beziehen sich auf das Randgesche-

hen und Nebensächlichkeiten. Entsprechend ist auch nicht weiter von Bedeutung, 

ob der Beschuldigte die Privatklägerin am Nacken oder den Haaren ins Bade-

zimmer geschleift hat, zumal er ihr auch an den Haaren gezogen haben kann, 

wenn er sie am Nacken festgehalten hat. Dass sie dabei auf den Knien und allen 

vieren gewesen sei, als sie vom Beschuldigten ins Badezimmer gezogen wurde, 

sagte sie aber konstant in allen Einvernahmen aus. Der abnehmende Detailie-

rungsgrad ihrer Schilderungen und allfällige Erinnerungslücken entsprechen der 

Erfahrung, dass die Erinnerung zeitnah zu den Vorfällen am zuverlässigsten ist, 

um dann mit zunehmendem Zeitablauf zu verblassen. Entsprechend waren die 

Aussagen der Privatklägerin bei der Polizei und der Staatsanwaltschaft am detail-

liertesten. Anlässlich der Befragung vor Vorinstanz rund ein halbes Jahr nach ih-

rer staatsanwaltschaftlichen Einvernahme machte sie dann geltend, sie habe die 

Reihenfolge nicht ganz im Kopf, wann was passiert sei (Prot. I S. 21). Dies weist 

darauf hin, dass die Privatklägerin nicht einfach Angelerntes wiedergab und ist 

vereinbar mit im Zeitablauf nachlassender Erinnerung. Auch die Abweichung in ih-

ren Aussagen im Zusammenhang mit dem Abtrocknen nach dem Vorfall betrifft 

lediglich das Randgeschehen. So gab sie gegenüber der Staatsanwaltschaft zu 

Protokoll, dass sie sich nach dem Vorfall im Badezimmer selber abgetrocknet und 

angezogen habe (Urk. 6/3 S. 6), während sie vor Vorinstanz aussagte, der Be-

schuldigte habe ihr dabei geholfen (Prot. I S. 24). Diese Aussage der Privatkläge-

rin zeigt zudem, dass sie keinerlei Tendenz zu Übertreibungen und auch kein In-

-   36   - 

teresse daran hat, den Beschuldigten in ein besonders ungünstiges Licht zu rü-

cken respektive sein Verhalten überaus negativ darzustellen. 

Nicht gefolgt werden kann der Verteidigung bei ihrer Argumentation, wonach es 

fraglich sei, ob bei einer gewöhnlichen Badewanne ein volles Untertauchen des 

Kopfes bis zum Hals überhaupt möglich sei, wenn diese nicht einmal bis zur Hälf-

te gefüllt sei (Urk. 70 S. 11; Urk. 103 S. 12). Die Privatklägerin sagte klar aus, die 

Badewanne sei halbvoll gewesen, und da auch eine halbvolle Badewanne genü-

gend Liter Wasser fassen kann, ist es ohne weiteres möglich, den Kopf bis zum 

Hals unter Wasser zu drücken. 

Die Privatklägerin räumte auch ein, wenn sie sich nicht sicher war oder etwas 

nicht mehr wusste. So gab sie auf die Frage, wie lange sie jeweils unter Wasser 

gedrückt worden sei, bei der Polizei zu Protokoll, wie lange könne sie nicht sagen 

(Urk. 6/1 S. 3, Antw. auf Frage 13). Auf die Frage, ob der Beschuldigte etwas ge-

sagt habe, als er sie unter Wasser gedrückt habe, führte sie bei der Polizei aus, 

das wisse sie nicht mehr (Urk. 6/1 S. 4, Antw. auf Frage 16). Wenn die Verteidi-

gung dann geltend macht, die Aussagen der Privatklägerin seien nicht glaubhaft, 

weil sie sich nicht an genügend Details zu erinnern vermöge, sie insbesondere 

nicht mehr wisse, wie lange ihr Kopf vom Beschuldigten unter Wasser gedrückt 

worden sein soll (Urk. 70 S. 10; Urk. 103 S. 11 f.), so kann dieser Argumentation 

nicht gefolgt werden. Gerade in einer belastenden Stresssituation erscheint nach-

vollziehbar, dass zeitliche Dimensionen nur schwer abschätzbar sind und deshalb 

nur sehr eingeschränkt verlässliche Angaben zur Dauer von Vorfällen gemacht 

werden können. Dass die Privatklägerin gegenüber der Staatsanwaltschaft dann 

weiter zu Protokoll gab, der Beschuldigte habe zu ihr gesagt, sie solle aufhören, 

sich zu wehren, sie solle es einfach zulassen (Urk. 6/3 S. 6), führt ebenfalls nicht 

dazu, dass ihre Darstellung unglaubhaft erscheint, zumal es sich um eine auffälli-

ge Aussage mit einer wenig naheliegenden Wortwahl handelt. Es erscheint un-

plausibel, dass die Privatklägerin sich diese ausgedacht hat. Es ist durchaus 

nachvollziehbar, dass Betroffene sich bei traumatischen Erlebnissen im Schock-

zustand nicht an sämtliche Details zu erinnern vermögen, weil gewisse in einer 

solchen Situation in den Hintergrund treten. 

-   37   - 

Auch als die Privatklägerin bei der Staatsanwaltschaft auf die Frage, ob sie nach 

Luft gerungen habe, aussagte, sie wisse es nicht mehr (Urk. 6/3 S. 16, Antw. auf 

Frage 59), oder auf Vorhalt, bei der Polizei habe sie ausgesagt, der Beschuldigte 

habe 10 bis 15 Sekunden gegen ihren Hals gedrückt, zu Protokoll gab, sie könne 

es nicht mehr genau sagen (Urk. 6/3 S. 16, Antw. auf Frage 62), verdeutlicht, 

dass sie nicht einfach Einstudiertes wiedergab und unbesehen Vorhalte aus 

früheren Aussagen bestätigte. Dies zeigt sich auch darin, dass sie in der ersten 

Einvernahme noch aussagte, er habe ihr kurz vor dem Vorfall im Badezimmer ge-

sagt, dass er sie nicht mehr sehen könne, er kein Geld mit ihr machen und sie 

umbringen wolle (Urk. 6/1 S. 3, Antw. auf Frage 10), während sie bei der Staats-

anwaltschaft zunächst noch ausführte, er habe gesagt, er könne nicht mehr mit so 

einer Person zusammen sein (Urk. 6/3 S. 6) und dann im späteren Verlauf die 

Frage, ob sie sich noch an die genauen Worte dieser verbalen Drohung erinnern 

könne, verneinte (Urk. 6/3 S. 15, Antw. auf Frage 51). Auch vor Vorinstanz führte 

sie aus, sie wisse nicht mehr, wie es angefangen habe (Prot. I S. 23). Entspre-

chend lässt sich der Sachverhalt gemäss Anklageziffer 2 (Drohung) mangels kla-

rer Bestätigung durch die Privatklägerin auch nicht erstellen. 

Die Verteidigung macht weiter geltend, die Privatklägerin sei durch ihre Familie 

instrumentalisiert worden und belaste den Beschuldigten nur deshalb (Urk. 70 

S. 12 f.; Urk. 103 S. 14). Auch der Beschuldigte führte aus, dass die Privatklägerin 

und ihre Eltern gewollt hätten, dass er bei der Polizei lande (Urk. 5/1 S. 7; Prot. II 

S. 27). Er sei überzeugt davon, dass sie von ihren Eltern manipuliert worden sei. 

Als er ihr erlaubt habe, ihre Eltern zu besuchen, sei sie hingegangen, und er sei 

sicher, dass sie darüber gesprochen hätten, wie sie ihn nun sprichwörtlich "ficken" 

könnten. Es sei ein Komplott gegen ihn von der Privatklägerin und deren Familie 

(Urk. 5/1 S. 10). Den Akten lassen sich allerdings keine Hinweise auf eine ent-

sprechende Instrumentalisierung und Beeinflussung der Privatklägerin durch ihre 

Familie entnehmen, und auch der Umstand, dass die Privatklägerin sehr zurück-

haltend aussagte und den Beschuldigten nicht übermässig belastet, zeigt, dass es 

ihr nicht darum geht, ihm zu schaden oder eine möglichst hohe Strafe zu erwir-

ken. Sie versuchte auch nicht, ihre Verletzungen übertrieben darzustellen, son-

dern schwächte diese eher ab. Auf die Frage, ob sie durch das Drücken unter 

-   38   - 

Wasser sowie die zahlreichen Schläge verletzt worden sei, führte sie lediglich 

aus, sie habe nur Prellungen und blaue Flecken sowie Kopfschmerzen von allem 

gehabt (Urk. 6/1 S. 4, Antw. auf Frage 20). Auch hinsichtlich des Vorfalls, als der 

Beschuldigte ihr im Badezimmer auf dem Boden mit einer Hand gegen den Hals 

gedrückt und ihr danach zwei Tritte gegen den Bauch versetzt hatte, sagte sie nur 

zurückhaltend aus, indem sie ausführte, er habe sie nur einige Sekunden so ge-

drückt, und sie könne nicht sagen, wie fest er bei seinen Tritten ausgeholt habe 

(Urk. 6/1 S. 4; Urk. 6/3 S. 17). Zudem verneinte sie auch die Frage, ob der Be-

schuldigte Schuhe getragen habe, als er nach ihr getreten habe (Urk. 6/3 S. 26, 

Antw. auf Frage 144). 

Hätte die Privatklägerin den Beschuldigten, wie von ihm geltend gemacht, über-

mässig belasten wollen, wäre es für sie ein Leichtes gewesen, den Vorfall mit 

dem Drücken ihres Kopfes unter Wasser respektive dem Drücken ihres Halses 

oder die Tritte gegen sie dramatischer darzustellen oder auszuführen, dass sie 

von ihm nach diesem Vorfall auch noch zum Geschlechtsverkehr gezwungen 

worden sei. Die Privatklägerin gab aber im Zusammenhang mit dem Ge-

schlechtsverkehr zu Protokoll, dass der Beschuldigte sie diesbezüglich nicht ge-

zwungen und zu nichts gedrängt habe (Urk. 6/2 S. 4; Urk. 6/3 S. 17 f.). Sie habe 

gedacht, dass sie ihm etwas Gutes tun würde (Urk. 6/2 S. 4). Sie verneinte auch 

auf mehrfaches Nachfragen, dass sie zu Oralsex und Geschlechtsverkehr mit 

dem Beschuldigten gezwungen worden oder es dabei zu Gewaltanwendungen 

gekommen sei. Es habe weder Zwang noch Gewalt seinerseits stattgefunden 

(Urk. 6/2 S. 6 ff.). 

Entgegen der Verteidigung (Urk. 70 S. 11) hat der Umstand, dass es nach den 

Gewaltanwendungen im Badezimmer zu einvernehmlichem Geschlechtsverkehr 

zwischen der Privatklägerin und dem Beschuldigten gekommen war, keinen Ein-

fluss auf die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen. Die Privatklägerin führte diesbezüg-

lich bei der Polizei aus, dass es danach bei der Parkbank in C._____ bei der Kir-

che zu einvernehmlichem Oralsex und Geschlechtsverkehr gekommen sei, weil 

sie etwas Gutes habe machen sollen, damit das, was vorher passiert sei, wie ver-

gessen gehe. Es sei ein Gefühlsmix gewesen wegen dem, was vorher passiert 

-   39   - 

sei. Irgendwie habe sie nicht gewusst, was richtig und was falsch sei in diesem 

Moment. Sie liebe ihn (Urk. 6/2 S. 6; Urk. 6/3 S. 6). Sie habe gedacht, dass er et-

was Schlimmeres machen würde, aber es sei ja nur Sex gewesen. Sie glaube, 

dass er dies gebraucht habe, um zu sehen, dass sie ihm verzeihe für das, was er 

gemacht habe (Urk. 6/2 S. 7). Sie habe nicht gewusst, was richtig und falsch war. 

Sie habe einfach gewusst, dass er sie liebe (Urk. 6/2 S. 8). Auch bei der Staats-

anwaltschaft gab sie zu Protokoll, dass sie mitgemacht habe aus Angst, was er 

sonst mit ihr machen könnte. Er habe es so vermittelt, dass sie etwas Gutes ma-

chen solle. Er habe versucht, sie vorher umzubringen. Sie habe in Angst gehan-

delt (Urk. 6/3 S. 17). Auf die Frage, was aus ihrer Sicht passiert wäre, wenn sie 

keinen Geschlechtsverkehr gehabt hätten, sagte sie aus, für sie sei er nachher 

unzurechnungsfähig gewesen. Vielleicht hätte er dort weitergemacht, wo er auf-

gehört habe. Sie habe nicht gewusst, wie weit er noch gehen könnte, wenn er 

schon solche Dinge getan habe (Urk. 6/3 S. 17 f., Antw. auf Frage 72). Die Privat-

klägerin schildert authentisch, dass sie sich in einem Gefühlschaos befunden und 

Angst gehabt habe. Entsprechend erscheint auch glaubhaft, dass sie nicht wuss-

te, wie sie sich in dieser Situation verhalten sollte, und dass sie mit sexuellen 

Handlungen einverstanden war, um den Beschuldigten zu beruhigen respektive 

die ganze angespannte Situation zwischen ihnen zu deeskalieren. 

Die Privatklägerin schildert auch nachvollziehbar und authentisch, wie sehr sie die 

ganze Situation mit dem Beschuldigten belastet habe und wie eingeschüchtert sie 

gewesen sei. So führte sie bei der Polizei aus, dass sie nach Portugal gehen wer-

de, bis alles geregelt sei. Auf Nachfrage, was geregelt werden solle, gab sie zu 

Protokoll, sie wolle einfach, dass er gefunden werde (Urk. 6/2 S. 2). Sie wisse ein-

fach, dass sie nach Portugal gehen wolle. Sie habe Angst vor dem, was nun 

komme (Urk. 6/2 S. 9). Gegenüber der Staatsanwaltschaft gab sie diesbezüglich 

zu Protokoll, dass sie im Flugzeug nur Angst gehabt habe, weil er noch draussen 

gewesen sei und die Polizei ihn noch nicht gefasst gehabt habe. Sie habe Angst-

zustände und Angst, aus der Wohnung zu gehen, gehabt. Sie habe Angst gehabt, 

dass Kollegen von ihm da seien (Urk. 6/3 S. 3). Auch vor Vorinstanz führte sie 

aus, dass sie extrem Angst gehabt habe. Als sie für ihre Aussagen bei der Polizei 

gewesen sei, habe sie draussen noch geraucht. Als sie dort gestanden sei, habe 

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sie gedacht, dass der Beschuldigte mit seinem Kollegen vorbeigefahren sei. Sie 

sei dann panisch hinter dem Auto in Deckung gegangen. Sie habe so Angst ge-

habt, weil sie zur Polizei gegangen sei. Als sie ihre Aussagen gemacht habe, sei 

sie mit ihren Eltern nach Hause gegangen. Sie habe nicht schlafen können. Sie 

habe gesagt, sie könne nicht in der Schweiz bleiben, bis sie ihn finden würden. 

Sie sei nicht sicher. Sie habe Angst. Sie hätten dann noch in dieser Nacht ein Ti-

cket nach Portugal gelöst. Auch als sie ins Flugzeug gestiegen sei, habe sie ge-

meint, sie hätte ihn gesehen. Sie sei panisch gewesen, bis sie in Portugal wirklich 

angekommen sei (Prot. I S. 30). Die Schilderungen der Privatklägerin zeigen an-

schaulich, in was für einem aufgelösten und ängstlichen Zustand sie gewesen 

war, als sie ihre Aussagen bei der Polizei tätigte. Auch die Umstände, dass es zu 

einem Gewaltschutzverfahren gekommen ist, der Beschuldigte aus der Wohnung 

in C._____ weggewiesen und ihm ein Rayon- und Kontaktverbot auferlegt worden 

war, belegen, dass die Privatklägerin Angst vor dem Beschuldigten hatte und 

Schutz vor ihm brauchte (Urk. 9/1; Urk. 9/2). 

Der Umstand, dass die Privatklägerin den Vorfall mit dem Messer erstmals ge-

genüber der Staatsanwaltschaft erwähnte, deutet – entgegen der Verteidigung 

(Urk. 70 S. 13; Urk. 103 S. 14) – nicht darauf hin, dass sie damit den Beschuldig-

ten wahrheitswidrig unter dem Einfluss ihrer Familie belasten wollte. Dass dieser 

Vorfall bei der Polizei unerwähnt geblieben ist, lässt sich durchaus mit ihrem auf-

gelösten und ängstlichen Zustand zu diesem Zeitpunkt in Einklang bringen. So 

sagte sie gegenüber der Polizei weinend aus, sie habe die ganze Nacht nicht ge-

schlafen. Sie habe das Gefühl, dass sie gar nicht zur Polizei hätte gehen sollen. 

Sie fühle sich einfach machtlos (Urk. 6/2 S. 2). Zudem waren es auch viele ein-

zelne Vorfälle, welche die Privatklägerin schildern musste. Anlässlich der polizeili-

chen Einvernahme fragte sie dann auch, ob es noch viele Fragen geben würde, 

sie möge nicht mehr (Urk. 6/2 S. 9). Dass der Privatklägerin nicht jeder einzelne 

Vorfall mit sämtlichen Details bereits bei der Polizei in den Sinn gekommen ist, 

erscheint aufgrund ihres aufgelösten Zustandes somit nachvollziehbar, zumal sich 

auch die Fragen in den polizeilichen Einvernahmen vorwiegend auf den Vorfall in 

der Badewanne sowie allfällige Sexualdelikte im Anschluss daran konzentriert 

haben (Urk. 6/1; Urk. 6/2). 

-   41   - 

Bei der Staatsanwaltschaft und vor Vorinstanz schilderte sie den Vorfall mit dem 

Messer dann konstant und schlüssig. So sagte sie gleichbleibend aus, dass der 

Beschuldigte mit einem Messer in der Hand vor ihr gestanden sei. Sie sei auf dem 

Sofa gesessen, und das Messer sei auf Augenhöhe auf sie gerichtet gewesen. 

Der Beschuldigte habe gesagt, dass er es jetzt mit ihr beenden, sie umbringen 

würde. Sie habe Angst gehabt und ihre Hände schützend vors Gesicht gehalten. 

Dabei habe er sie in den Finger geschnitten (Urk. 6/3 S. 8 und S. 19; Prot. I 

S. 26). Entgegen der Verteidigung (Urk. 70 S. 14; Urk. 103 S. 15) ist auch nicht 

abwegig, dass die Privatklägerin zur Abwehr ihre Hände mit den Handflächen 

nach aussen vor ihr Gesicht genommen hat, zumal eine solche Schutzreaktion in 

einer Bedrohungssituation in der Regel schnell und unüberlegt erfolgt. Was die 

Verteidigung mit diesem Vorbringen zugunsten des Beschuldigten ableiten will, ist 

nicht erkennbar, insbesondere, da es keine Zweifel an der Darstellung der Privat-

klägerin zu begründen vermag. Auch im Zusammenhang mit diesem Vorfall sagte 

die Privatklägerin nur sehr zurückhaltend ohne Aggravationstendenz aus und be-

lastete den Beschuldigten nicht übermässig. So gab sie zu Protokoll, dass der 

Beschuldigte dies nicht gewollt habe. Dieser sei darüber selber erschrocken, habe 

sich dann sofort um sie gekümmert und versucht, die Blutung zu stoppen 

(Urk. 6/3 S. 8). Auch hinsichtlich einer allfälligen Bewegung des Beschuldigten mit 

dem Messer sagte sie nur zurückhaltend aus und gab zu Protokoll, sie habe ihre 

Hände bewegt. Sie glaube, er habe das Messer bewegt, weil es ja an ihre Finger 

geraten sei. Sie wisse nicht, ob er ausgeholt habe. Plötzlich sei an ihrem Finger 

nur noch Blut gewesen. Was er genau mit dem Messer gemacht habe, könne sie 

nicht sagen (Urk. 6/3 S. 20). Auch vor Vorinstanz führte die Privatklägerin aus, der 

Beschuldigte habe Bewegungen gemacht. Sie habe die Hände vors Gesicht ge-

nommen, und dann habe er sie halt plötzlich geschnitten (Prot. I S. 26). Zudem 

sagte sie auch aus, dass der Beschuldigte selber erschrocken sei, als es begon-

nen habe, zu bluten, und er ihr geholfen habe, die Blutung zu stoppen (Urk. 6/3 

S. 8; Prot. I S. 25).  

Die Schnittverletzung der Privatklägerin ist im ärztlichen Bericht von Dr. med. 

F._____ vom 11. Juli 2018 (Urk. 17/4) dokumentiert und hatte eine Arbeitsunfä-

higkeit der Privatklägerin von 100 % für vier Tage zur Folge (Urk. 17/3). Dass 

-   42   - 

Dr. med. F._____ in seinem Bericht festhielt, die Privatklägerin habe am 3. April 

2018 berichtet, sich selber mit einem Messer in den Ringfinger links geschnitten 

zu haben, und es nicht beurteilt werden könne, ob der Unfallhergang der Wahrheit 

entspreche, es aber plausibel töne (Urk. 17/4), führt nicht dazu, dass die von der 

Privatklägerin gegenüber der Staatsanwaltschaft und vor Vorinstanz geschilderte 

Sachverhaltsdarstellung im Zusammenhang mit dem Messervorfall unglaubhaft 

erscheint. Die Privatklägerin erklärte nachvollziehbar, dass sie Angst vor dem Be-

schuldigten gehabt habe, dieser sie kontrolliert und eingeschüchtert habe, sodass 

sie sich nicht getraut habe, sich jemandem anzuvertrauen (Urk. 6/1 S. 5; Urk. 6/2 

S. 3 und S. 9; Urk. 6/3 S. 9; Prot. I S. 26, S. 28 und S. 30 f.). Dies ergibt sich auch 

aus den Aussagen der Zeugin E._____ sowie dem Arztbericht von Dr. med. 

G._____ vom 12. Juli 2018. So sagte die Zeugin E._____ gegenüber der Staats-

anwaltschaft aus, man habe der Privatklägerin angesehen und bemerkt, dass die-

se permanent unter Angst gestanden sei. Sie hätte auch an ihrem Arm blaue Fle-

cken und Druckstellen gesehen. Sie habe permanent verleugnet, dass diese von 

ihrem Partner stammen würden (Urk. 7 S. 4). Aus dem Arztbericht von Dr. med. 

G._____ geht hervor, dass die Privatklägerin bei einer telefonischen Konsultation 

am 12. Juni 2018 bestätigt habe, dass sie seit längerer Zeit von ihrem Freund ge-

schlagen werde. Sie habe es ihr aus Angst nicht vorher sagen können (Urk. 17/6). 

Die Privatklägerin wollte offensichtlich nach aussen verbergen, dass der Beschul-

digte sie verletzt hatte. Dieses Verheimlichen erfolgte nicht nur gegenüber ihrem 

Arbeitsumfeld und den Ärzten, sondern auch gegenüber ihrer Familie (Urk. 6/1 

S. 3; Urk. 6/2 S. 3, S. 7 und S. 9; Urk. 6/3 S. 7 f.; Prot. I S. 20 und S. 26 f.). Ent-

sprechend konnte sie auch nicht mit ihrer Familie oder dem Arzt frei über den 

Messervorfall sprechen, wie dies vom Beschuldigten vorgebracht wird (Urk. 5/2 

S. 3). Dass sich die Privatklägerin selber geschnitten haben soll, erscheint auch 

aufgrund der widersprüchlichen Aussagen des Beschuldigten zu diesem Vorfall 

unglaubhaft (vgl. nachfolgend, Erw. III.5.7.4.). 

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Aussagen der Privatklägerin insge-

samt glaubhaft erscheinen. 

-   43   - 

5.7.4. Aussagen des Beschuldigten 

Der Beschuldigte bestreitet nicht, dass es zum in Anklageziffer 3 umschriebenen 

Zeitpunkt zu Handgreiflichkeiten gekommen ist. Er räumte ein, die Privatklägerin 

im Badezimmer mit der Stirn und dem Kopf nach oben gezogen (Prot. I S. 41), 

und sie vorne am Hals gepackt zu haben, wodurch sie in Panik geraten sei 

(Urk. 5/1 S. 6; Urk. 5/2 S. 5). Als er sie am Hals gehalten habe, sei das nur so 

stark gewesen, damit sie ihn angesehen habe (Urk. 5/5 S. 9). Diese Darstellung 

des Beschuldigten erscheint angesichts seiner Aussage, dass die Privatklägerin 

in Panik geraten sei, unglaubhaft und vermittelt den Eindruck, dass er die Gewalt-

tätigkeiten grundsätzlich zu bagatellisieren versucht. Hätte er sie tatsächlich nur 

am Hals gehalten, ohne zuzudrücken, wäre die Privatklägerin wohl nicht in Panik 

geraten. Weiter führte er auch aus, dass die Privatklägerin sehr empfindlich sei, 

also ihre Haut. Sie esse keine Früchte und kein Gemüse. Sie habe sehr schnell 

blaue Flecken (Urk. 5/1 S. 4). Auch diese Aussagen zeigen auf, dass der Be-

schuldigte dazu tendiert, die Vorfälle sowie die entsprechenden Verletzungsfolgen 

verharmlosend darzustellen. Die weiteren Vorwürfe, insbesondere die anklagege-

genständlichen Vorfälle bezüglich der Badewanne und dem Messer sowie die ihr 

gegenüber geäusserten Drohungen, bestritt er über alle Einvernahmen hinweg 

konstant. Seine Bestreitungen blieben aber pauschal. Vor diesem Hintergrund 

stellt die Konstanz der Bestreitung kein besonderes Realitätskennzeichen dar. 

Auffallend ist auch, dass der Beschuldigte auf gewisse Fragen nur ausweichend 

geantwortet und ausschweifend Nebensächlichkeiten geschildert hat, die mit dem 

eigentlichen Kerngeschehen respektive ihm gestellten Fragen in keinem Zusam-

menhang standen (Urk. 5/1 S. 5 ff.; Urk. 5/2 S. 4; Prot. I S. 40). So betonte er auf-

fallend oft, dass die Privatklägerin frei gewesen sei und jederzeit zur Polizei hätte 

gehen können (Urk. 5/3 S. 3; Urk. 5/5 S. 11; Prot. I S. 44 f.; Prot. II S. 26 f.). Mit 

dem Vorwurf konfrontiert, er habe der Privatklägerin gedroht, dass er sie umbrin-

gen wolle, gab er ausweichend zu Protokoll, die Privatklägerin habe ihn nicht ge-

hen lassen und die Türe zugeschlagen, ohne zum Vorwurf der Drohung Stellung 

zu nehmen. Auch lenkte er jeweils auf andere Themen ab, ohne die eigentliche 

Frage zu beantworten, indem er auf den Vorhalt, er solle der Privatklägerin mit 

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dem Tod gedroht haben, von seinen Selbstverletzungen berichtete (Urk. 5/1 S. 5) 

oder auf die Frage, in welchem Zustand die Privatklägerin bei den Vorfällen je-

weils gewesen sei, ausweichend zu Protokoll gab, an ihrer letzten Arbeitsstätte 

habe sie ihn sogar angerufen, dass er vorbeikommen solle, um zu klauen. Sie 

habe Zutritt gehabt zum Büro, und an Weihnachten habe es dort viel Geld gehabt 

wegen des guten Umsatzes. Sie habe ihm gegenüber davon gesprochen, dieses 

Geld zu klauen. Sie habe auch ausgerechnet, wann die Chefin das Geld einzah-

len gehen würde. Sie habe zu ihm gesagt, Geld könnten sie immer gebrauchen 

(Urk. 5/1 S. 7, Antw. auf Frage 43). Mit diesem Aussageverhalten gedenkt der 

Beschuldigte offensichtlich von der Beantwortung der eigentlich gestellten Frage 

abzulenken und die Privatklägerin dabei gleichzeitig zu diskreditieren. Auch an-

lässlich der Hafteinvernahme wich er der Frage, was er zum Vorwurf sage, dass 

er sich auf die Privatklägerin gekniet und sie am Hals gewürgt haben soll, aus und 

lenkte das Gespräch auf die Privatklägerin, indem er zu Protokoll gab, einmal sei 

sie auf ihn gekniet. Sie hätten eine Abmachung gehabt und austesten wollen, wie 

lange er die Luft anhalten könne. Dies habe ihr dann irgendwie nicht gereicht. Das 

habe er in ihren Augen gesehen. Sie sei dann mit ihrem ganzen Gewicht auf ihm 

gekniet. Er habe Angst bekommen und sie weggestossen. Das habe er nicht ge-

sagt, weil er ein Mann sei (Urk. 5/2 S. 5, Antw. auf Frage 14). 

Der Beschuldigte blieb mit seinen Aussagen generell sehr vage und oberflächlich. 

So führte er aus, er und die Privatklägerin hätten eine Serie geschaut, in dieser 

komme eine Szene vor genau mit einer Badewanne (Urk. 5/1 S. 6; Prot. I S. 42). 

Auch anlässlich seiner Hafteinvernahme und in der Berufungsverhandlung er-

wähnte der Beschuldigte erneut diese Serie (Urk. 5/2 S. 4; Prot. II S. 24). Was der 

Beschuldigte damit sagen will, respektive um was es in dieser Szene genau ge-

hen soll, bleibt mangels weiterer Ausführungen seitens des Beschuldigten unklar. 

Auffallend ist zudem, dass der Beschuldigte die Gewalthandlungen gegenüber 

der Privatklägerin zu bagatellisieren und sein Verhalten zu rechtfertigen versucht. 

Vielmehr stellt er sich selber als Opfer dar. So führte er beispielsweise aus, er ha-

be sich selber verletzt. Das habe er jeweils in dem Moment gemacht, als sie ge-

stritten hätten. Die Privatklägerin habe ihn wütend gemacht und anstatt, dass er 

ihr etwas Schlechtes getan habe, habe er sich lieber selber verletzt. Dies weil er 

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sie so geliebt habe. Er habe immer zuerst sich selber verletzt, bevor er gegen die 

Privatklägerin tätlich geworden sei (Urk. 5/1 S. 5). Er habe jeweils selber unter 

dem gelitten, was er getan habe. Darum habe er ihr umgehend gesagt, warum sie 

ihm das antue, warum sie ihn immer wieder in solche Situationen bringe. Sie habe 

dann geweint und gesagt, es würde ihr leid tun (Urk. 5/1 S. 6 f.). 

Weiter fällt – wie bereits erwähnt – auf, dass der Beschuldigte bei den Einver-

nahmen bemüht ist, sich in ein gutes Licht zu rücken, während er die Privatkläge-

rin schlecht zu machen oder gar zu belasten versucht (Urk. 5/1 S. 7; Urk. 5/2 S. 5; 

Prot. I S. 40 f. und S. 45; Prot. II S. 27 ff.). So führte er beispielsweise aus, die 

Privatklägerin habe viel von ihm profitiert. Er sei ein guter Mann gewesen. Er ha-

be sie dazu gebracht, Sport zu treiben. Jedes Mal, wenn er sie verlassen wollte, 

habe sie begonnen, zu schreiben und ein Drama zu machen. Es sei auch vorge-

kommen, dass sie kein Geld gehabt habe. Sie habe dann auf der "Chilbi" Porte-

monnaies stehlen und ihn dazu anstiften wollen, mitzumachen. Doch er habe das 

nicht gewollt. Das sei der Plan gewesen, doch er habe zu ihr gesagt, das sei der 

falsche Weg. Sie habe auch noch etwas machen wollen mit einer Kokainlieferung 

(Urk. 5/1 S. 7). Der Beschuldigte macht auch die Privatklägerin selber respektive 

ihr Verhalten für seine Wutausbrüche und seine ihr gegenüber erfolgten Hand-

greiflichkeiten verantwortlich. Gegenüber der Polizei führte er beispielsweise aus, 

als sie im Bett gelegen seien, sei ihm alles wieder in den Sinn gekommen und re-

flexartig habe er mit seiner Hand gegen ihren Körper geschlagen. Der ganze Vor-

fall habe begonnen, als sie zu Bett gegangen seien, um zu schlafen und sie dann 

von ihren sexuellen Begegnungen erzählt habe. Da sei er wieder aufgestanden 

und habe das gemacht, was er vorhin ausgesagt habe. Er habe mit dem Stuhl ein 

Loch in die Decke geschlagen (Urk. 5/1 S. 4). Er sei mit den Nerven so fertig ge-

wesen, dass er halt doch mit seiner Hand ausgeholt und sie geschlagen habe 

(Urk. 5/1 S. 5). 

Die Aussagen des Beschuldigten weisen zudem gewisse Widersprüche auf. So 

widerspricht er sich, wenn er einerseits geltend macht, die Eltern der Privatkläge-

rin seien von Anfang an gegen ihre Beziehung gewesen (Urk. 5/1 S. 3) und ande-

rerseits ausführt, sie hätten nicht mehr mit der Privatklägerin gesprochen, wenn 

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sie sich von ihm getrennt hätte (Urk. 5/1 S. 5). Hätten die Eltern der Priv