# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 480d0a57-93e9-54a2-a1b8-13d9f57a066f
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-08-13
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 13.08.2021 200 2021 119
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2021-119_2021-08-13.pdf

## Full Text

200 21 119 IV
LOU/GET/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 13. August 2021

Verwaltungsrichter Loosli, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schwegler, Verwaltungsrichterin Wiedmer
Gerichtsschreiber Germann

A.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 8. Januar 2021

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Aug. 2021, IV/21/119, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der … geborenen A.________ (nachfolgend Versicherte bzw. Beschwerde-
führerin) wurden in Anerkennung der Geburtsgebrechen Ziffer 493 und 
insbesondere 390 (spastische Cerebralparese rechts) gemäss Anhang der 
Verordnung vom 9. Dezember 1985 über Geburtsgebrechen (GgV; SR 
831.232.21) diverse Leistungen zugesprochen, so namentlich medizinische 
Massnahmen (Akten der IV-Stelle Bern [nachfolgend IVB bzw. Beschwer-
degegnerin], [act. II], 9; 14; 82; 181) und Hilfsmittel (act. II 88; 107; 129; 
162; 321). Ferner richtete ihr die IVB sei August 2005 eine Hilflosenent-
schädigung für minderjährige Versicherte für eine Hilflosigkeit leichten Gra-
des (act. II 28), ab November 2007 für eine solche mittleren (act. II 39; 63; 
92; 119) und ab Februar 2014 wiederum für eine Hilfslosigkeit leichten 
Grades (act. II 119; 140) aus. Letztere wurde letztmals mit Mitteilung vom 
24. Januar 2018 revisionsweise bestätigt (act. II 219). 

Wie in der Mitteilung vom 24. Januar 2018 (act. II 219) in Aussicht gestellt, 
leitete die IVB im September 2019 eine weitere Revision der Hilfslosenent-
schädigung ein (act. II 244), nachdem die Versicherte am TT. MM 2019 das 
18. Altersjahr erreicht hatte. Die IVB zog medizinische Berichte bei, aus 
welchen hervorging, dass sich die Versicherte am … 2019 in Zusammen-
hang mit dem Geburtsgebrechen 390 einem operativen Eingriff am rechten 
Bein/Fuss unterzogen hatte (act. II 257; 263). Ferner holte sie von ihrem 
Abklärungsdienst einen Abklärungsbericht Hilflosenentschädigung für voll-
jährige Versicherte der IV ein (Bericht vom 2. Juni 2020 [act. II 273 S. 2 
ff.]). Mit Vorbescheid vom 3. Juli 2020 (act. II 280) stellte die IVB der Versi-
cherten die Aufhebung des Anspruchs auf Hilflosenentschädigung in Aus-
sicht. Dagegen erhob die Versicherte, welche sich am 13. Juli 2020 einer 
weiteren Operation (Schraubenentfernung Calcaneus rechts, Glättung late-
rale Calcaneus-Kante rechts [act. II 310 S. 4 f.]) unterzogen hatte, Einwand 
(act. II 293), woraufhin die IVB bei ihrem Abklärungsdienst eine Stellung-
nahme einholte (act. II 312). Ferner ersetzte die Abklärungsfachperson 
nach einer telefonischen Anhörung betreffend Abklärung des von der Ver-
sicherten sinngemäss geltend gemachten Anspruchs auf lebenspraktische 

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Begleitung (act. II 293 S. 2) den Abklärungsbericht vom 2. Juni 2020 (act. II 
273 S. 2 ff.) durch den Abklärungsbericht vom 3. November 2020 (act. II 
315 S. 2 ff.). Nach erneuter Durchführung des Vorbescheidverfahrens (act. 
II 316) hob die IVB mit Verfügung vom 8. Januar 2021 (act. II 327 S. 2 ff.) 
den bisherigen Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung für eine Hilflosig-
keit leichten Grades auf den ersten Tag des zweiten der Zustellung der 
Verfügung folgenden Monats auf. In der Begründung hielt sie fest, die Ver-
sicherte sei hinsichtlich keiner der sechs alltäglichen Lebensverrichtungen 
mehr auf Dritthilfe angewiesen und es bestehe auch kein Bedarf an le-
benspraktischer Begleitung.

B.

Dagegen erhob die Versicherte mit Schreiben vom 5. Februar 2021 Be-
schwerde. Sie beantragt sinngemäss die Aufhebung der angefochtenen 
Verfügung und die "erneute Überprüfung des Sachverhaltes". 

Mit Beschwerdeantwort vom 22. März 2021 beantragt die Beschwerdegeg-
nerin die Abweisung der Beschwerde. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-

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gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 8. Januar 2021 (act. II 
327 S. 2 ff.). In Bezug auf den Streitgegenstand ist festzuhalten, dass 
Rechtsbegehren nach Treu und Glauben auszulegen sind, insbesondere 
im Lichte der dazu gegebenen Begründung (vgl. Entscheid des Bundesge-
richts [BGer] vom 28. Oktober 2019, 9C_300/2019, E. 1.2). Obwohl im An-
trag nicht ausdrücklich erwähnt, geht aus der Beschwerdebegründung klar 
hervor, dass die Beschwerdeführerin weiterhin von Hilflosigkeit in den von 
ihr aufgeführten Lebensverrichtungen und in der Folge von einem entspre-
chenden Leistungsanspruch ausgeht. Streitig und zu prüfen ist somit der 
Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung und dabei insbesondere die 
Frage, ob die Beschwerdegegnerin den bisherigen Anspruch auf eine 
Entschädigung für leichte Hilflosigkeit zu Recht auf Ende Februar 2021 
aufgehoben hat. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Versicherte mit Wohnsitz und gewöhnlichem Aufenthalt (Art. 13 
ATSG) in der Schweiz, die hilflos (Art. 9 ATSG) sind, haben Anspruch auf 
eine Hilflosenentschädigung (Art. 42 Abs. 1 IVG). Als hilflos gilt eine Per-

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son, die wegen der Beeinträchtigung der Gesundheit für alltägliche Le-
bensverrichtungen dauernd der Hilfe Dritter oder der persönlichen Überwa-
chung bedarf (Art. 9 ATSG). Massgebend für die Höhe der 
Hilflosenentschädigung ist das Ausmass der persönlichen Hilflosigkeit 
(Art. 42ter Abs. 1 Satz 1 IVG).

2.1.1 Nach der herrschenden Praxis (BGE 133 V 450 E. 7.2 S. 463) sind 
die folgenden sechs alltäglichen Lebensverrichtungen relevant:

- Ankleiden, Auskleiden;
- Aufstehen, Absitzen, Abliegen;
- Essen;
- Körperpflege;
- Verrichtung der Notdurft;
- Fortbewegung (im oder ausser Haus), Kontaktaufnahme.

2.1.2 Als hilflos gilt ebenfalls eine Person, welche zu Hause lebt und 
wegen der Beeinträchtigung der Gesundheit dauernd auf lebenspraktische 
Begleitung angewiesen ist (Art. 42 Abs. 3 Satz 1 IVG). Gemäss Art. 38 
Abs. 1 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversiche-
rung (IVV; SR 831.201) liegt ein Bedarf an lebenspraktischer Begleitung im 
Sinne von Art. 42 Abs. 3 IVG vor, wenn eine volljährige versicherte Person 
ausserhalb eines Heimes lebt und infolge Beeinträchtigung der Gesundheit 
ohne Begleitung einer Drittperson nicht selbstständig wohnen kann (lit. a), 
für Verrichtungen und Kontakte ausserhalb der Wohnung auf Begleitung 
einer Drittperson angewiesen ist (lit. b) oder ernsthaft gefährdet ist, sich 
dauernd von der Aussenwelt zu isolieren (lit. c). Ziel der lebenspraktischen 
Begleitung ist es, den Eintritt einer versicherten Person in ein Heim nach 
Möglichkeit hinauszuschieben oder zu verhindern (BGE 133 V 450 E. 5 
S. 461; SVR 2008 IV Nr. 17 S. 52 E. 4.2.1).

2.2 Es ist zu unterscheiden zwischen schwerer, mittelschwerer und 
leichter Hilflosigkeit (Art. 42 Abs. 2 IVG). 

2.2.1 Die Hilflosigkeit gilt als schwer, wenn die versicherte Person 
vollständig hilflos ist. Dies ist der Fall, wenn sie in allen alltäglichen Le-
bensverrichtungen regelmässig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter 

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angewiesen ist und überdies der dauernden Pflege oder der persönlichen 
Überwachung bedarf (Art. 37 Abs. 1 IVV).

2.2.2 Die Hilflosigkeit gilt als mittelschwer, wenn die versicherte Person 
trotz der Abgabe von Hilfsmitteln 

a. in den meisten alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erhebli-
cher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist;

b. in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in 
erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist und überdies einer 
dauernden persönlichen Überwachung bedarf; oder 

c. in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in 
erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter und überdies dauernd auf lebens-
praktische Begleitung im Sinne von Art. 38 IVV angewiesen ist (Art. 37 
Abs. 2 IVV).

Nach der Rechtsprechung ist im Rahmen von lit. a dieser Bestimmung 
Hilfsbedürftigkeit in mindestens vier alltäglichen Lebensverrichtungen vor-
ausgesetzt (BGE 121 V 88 E. 3b S. 90).

2.2.3 Die Hilflosigkeit gilt als leicht, wenn die versicherte Person trotz 
der Abgabe von Hilfsmitteln

a. in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in 
erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist;

b. einer dauernden persönlichen Überwachung bedarf;

c. einer durch das Gebrechen bedingten ständigen und besonders auf-
wändigen Pflege bedarf;

d. wegen einer schweren Sinnesschädigung oder eines schweren körperli-
chen Gebrechens nur dank regelmässiger und erheblicher Dienstleis-
tungen Dritter gesellschaftliche Kontakte pflegen kann; oder

e. dauernd auf lebenspraktische Begleitung im Sinne von Art. 38 IVV an-
gewiesen ist (Art. 37 Abs. 3 IVV).

2.2.4 Bei Lebensverrichtungen, welche mehrere Teilfunktionen umfas-
sen, ist nach der Rechtsprechung nicht verlangt, dass die versicherte Per-

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son bei der Mehrzahl dieser Teilfunktionen fremder Hilfe bedarf; vielmehr 
ist bloss erforderlich, dass sie bei einer dieser Teilfunktionen regelmässig in 
erheblicher Weise auf direkte oder indirekte Dritthilfe angewiesen ist (BGE 
121 V 88 E. 3c S. 91).

2.3 Gemäss Art. 17 Abs. 2 ATSG wird – nebst der Rente – auch jede 
andere formell rechtskräftig zugesprochene Dauerleistung von Amtes we-
gen oder auf Gesuch hin erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben, wenn sich 
der ihr zugrunde liegende Sachverhalt nachträglich erheblich verändert hat. 
Darunter ist jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, 
u.a. Verbesserung oder Verschlechterung des Gesundheitszustands oder 
Verwendung neuer Hilfsmittel, zu verstehen, die geeignet ist, den Grad der 
Hilflosigkeit und damit den Umfang des Anspruchs zu beeinflussen. Dabei 
ist das gesamte Rentenrevisionsrecht nach Art. 17 ATSG auf die 
Hilflosenentschädigung nach Art. 42 IVG sinngemäss anwendbar (vgl. 
Entscheid des BGer vom 15. Februar 2018, 9C_248/2017, E. 3.2; UELI 
KIESER, Kommentar zum ATSG, 4. Aufl. 2020, Art. 17 N. 87). Als zeitliche 
Vergleichsbasis ist demnach einerseits der Sachverhalt im Zeitpunkt der 
ursprünglichen Verfügung und anderseits derjenige zur Zeit der streitigen 
Revisionsverfügung zu berücksichtigen (betreffend Rente, vgl. BGE 130 V 
343 E. 3.5.2 S. 351, 125 V 368 E. 2 S. 369; SVR 2010 IV Nr. 53 S. 166 
E. 3.1). Wurde die Hilflosenentschädigung zuvor bereits revidiert oder 
bestätigt, so ist als zeitliche Vergleichsbasis die letzte rechtskräftige 
Verfügung heranzuziehen, sofern eine materielle Überprüfung des 
Leistungsanspruches tatsächlich stattgefunden hat (betreffend Rente, vgl. 
BGE 133 V 108 E. 5.4 S. 114; SVR 2019 IV Nr. 68 S. 220 E. 2). Liegt eine 
erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Leistungsanspruch in 
rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter Berücksichtigung 
des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlaggebenden Tatsa-
chenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Einschätzungen zu prü-
fen (betreffend Rente, vgl. BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b S. 
200; SVR 2019 IV Nr. 39 S. 124 E. 5).

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3.

3.1 Mit (unwidersprochen gebliebener) Mitteilung vom 24. Januar 2018 
(act. II 219) bestätigte die Beschwerdegegnerin die bisherige Entschädi-
gung wegen leichter Hilflosigkeit. Die blosse Mitteilung eines solchen Revi-
sionsergebnisses ist, wenn keine Verfügung verlangt wurde (Art. 74quater 

Abs. 1 IVV), in Bezug auf den Vergleichszeitpunkt einer rechtskräftigen 
Verfügung gleichzustellen (SVR 2013 IV Nr. 44 S. 135 E. 3.1.2, 2010 IV 
Nr. 4 S. 8 E. 3.1), wenn sie auf einer materiellen Überprüfung des 
Leistungsanspruches beruht (vgl. E. 2.3 vorne). Dies trifft vorliegend zu, 
basiert die Mitteilung vom 24. Januar 2018 doch auf dem Abklärungsbericht 
Hilflosenentschädigung für minderjährige Versicherte vom 23. Januar 2018 
(act. II 218 S. 2 ff.) und somit unter den gegebenen Umständen auf einer 
hinreichenden Abklärung des massgeblichen Sachverhalts. Massgebende 
Vergleichszeitpunkte bilden somit die Mitteilung vom 24. Januar 2018 und 
die Verfügung vom 8. Januar 2021 (vgl. E. 2.3 vorne). 

3.2 Bei Erlass der Mitteilung vom 24. Januar 2018 stellte sich der 
massgebliche Sachverhalt im Wesentlichen wie folgt dar: 

3.2.1 Im Bericht vom 19. Juli 2016 (act. II 190), welcher auf dem "Ver-
laufsbericht Physiotherapie" vom Juli 2016 (act. II 186 S. 2 f.) basiert, dia-
gnostizierte Dr. med. B.________, Fachärztin für Kinder- und 
Jugendmedizin, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), eine spastische Hemi-
parese armbetont rechts (Geburtsgebrechen Ziff. 390). Im bereits genann-
ten Verlaufsbericht Physiotherapie wurde überdies festgehalten, die 
Beschwerdeführerin könne rennen, beidbeinig hüpfen, Treppensteigen al-
ternierend ohne Geländer und Fahrradfahren mit dem Therapierad. Die 
rechte Hand setze sie als Hilfshand ein, müsse aber oft daran erinnert wer-
den. Sie könne Gegenstände beidhändig tragen und Bälle werfen und fan-
gen. Die Beschwerdeführerin könne ohne Hilfe schwimmen und sie fahre 
selbständig mit ihrem Therapierad zur Schule. Den Einbeinstand auf dem 
rechten Bein könne sie nur ganz kurz. Hüpfen auf dem rechten Bein sei 
jetzt einmal möglich. Beim Gang zeige sich eine starke Hyperextension im 
Kniegelenk rechts, ein vermindertes Abrollen im oberen Sprunggelenk und 
eine Rotation in der Lendenwirbelsäule (LWS [act. II 186 S. 3]). 

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3.2.2 Im Abklärungsbericht Hilflosenentschädigung für minderjährige 
Versicherte vom 23. Januar 2018 (act. II 218 S. 2 ff.) bejahte die 
Abklärungsfachperson einen Bedarf an dauernder Behandlungspflege (S. 
3) sowie eine Hilfsbedürftigkeit in den alltäglichen Verrichtungen An-
/Auskleiden (S. 4) und Körperpflege (S. 5). In Bezug auf das An-
/Auskleiden hielt sie u.a. fest, der Beschwerdeführerin müssten die 
Beinschienen angezogen werden (S. 4). 

3.3 Für die Zeit zwischen der Mitteilung vom 24. Januar 2018 und der 
vorliegend angefochtenen Verfügung vom 8. Januar 2021 präsentiert sich 
der Sachverhalt im Wesentlichen wie folgt: 

3.3.1 Im Physiotherapiebericht vom 20. August 2018 (act. II 228 S. 3 f.) 
wurde festgehalten, die Beschwerdeführerin sei eine sichere Fussgängerin 
ohne Hilfsmittel, die Gehstrecke sei auf ca. 20-25 Minuten Gehdauer 
eingeschränkt (limitierend seien oft die Rückenschmerzen und/oder 
Schmerzen im Bereich der refixierten Peronaeussehne). Treppensteigen 
sei alternierend ohne Geländer möglich. Die Beschwerdeführerin sei alleine 
meist zu Fuss oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs. Die rechte 
Hand werde als Hilfshand eingesetzt (S. 3). Die Unterschenkelorthese 
werde nicht getragen (Druckstellen), bei akuten Schmerzen im Fuss trage 
die Beschwerdeführerin eine Knöchelbandage (S. 4). 

3.3.2 Dr. med. C.________, Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin, 
diagnostizierte im Bericht vom 18. Februar 2019 (act. II 233) im 
Wesentlichen eine unilaterale spastische Cerebralparese rechts mit/ bei 
Status nach pränataler ischämischer Hirnschädigung mit periventrikulären 
Zysten links, einer Fussinstabilität rechts sowie einem Status nach Luxation 
der Peroneussehne mit operativer Versorgung im April 2017 und weiterhin 
bestehenden Beschwerden. Es beständen seit einigen Wochen 
zunehmende Rückenschmerzen im Rahmen der Rumpfhypotonie. 

3.3.3 Am … 2019 erfolgte ein operativer Eingriff am rechten Bein 
(aussenrotierende und valgisierende distale Femurosteotomie, Calcaneus-
verlängerung nach Evans sowie z-förmige Verlängerung der Achillessehne 
[act. II 263 S. 2]).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Aug. 2021, IV/21/119, Seite 10

3.3.4 Dr. med. D.________, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, 
hielt im Bericht vom 26. Oktober 2019 (act. II 249 S. 2 ff.) fest, die Be-
schwerdeführerin benötige bei den Alltagsverrichtungen An-/Auskleiden 
("Socken anziehen, BH schliessen, Knöpfe schliessen"), Essen ("Fleisch 
schneiden") und Körperpflege ("Hilfe beim Haare, Nägelschneiden, du-
schen") die Hilfe Dritter (S. 2). Die Frage, ob die Beschwerdeführerin die 
regelmässige Unterstützung bei der Bewältigung von Alltagssituationen 
benötige, bejahte sie (S. 3). Sie bräuchte Hilfe bei der Bewältigung eines 
eigenen Haushaltes, was aktuell nicht vorliege. Sie lebe weiterhin im El-
ternhaus. Sie könnte z.B. nicht selbständig putzen oder staubsaugen, 
schwere Sachen tragen und einkaufen. Zum Teil brauche sie auch etwas 
Hilfe beim Kochen und bei der Nahrungszerkleinerung (S. 5). 

3.3.5 Im Abklärungsbericht vom 2. Juni 2020 (act. II 273 S. 2 ff.) hielt die 
Abklärungsfachperson fest, die Beschwerdeführerin könne die Orthesen 
und Socken nun selber an- und ausziehen. Daher sei eine regelmässige 
und erhebliche Hilfestellung beim An- und Auskleiden nicht mehr gegeben 
(S. 4). In Bezug auf die Körperpflege erachtete die Abklärungsfachperson 
den Einsatz von Hilfsmitteln als zumutbar (S. 6). Ferner bejahte sie das 
Erfordernis von Dritthilfe bei der Fortbewegung/Pflege gesellschaftlicher 
Kontakte (S. 6). 

3.3.6 Am … 2020 erfolgte die Schraubenentfernung Calcaneus rechts 
sowie eine Glättung der lateralen Calcaneus-Kante rechts (act. II 310 S. 4). 
Gemäss Verlaufskontrolle vom 19. August 2020 (act. II 310 S. 2 f.) seien 
die vor der Operation vorhandenen Schmerzen weg. Ganz beschwerdefrei 
sei die Beschwerdeführerin jedoch noch nicht, der Schmerz sei jedoch ein 
anderer. Vorübergehend mache die Narbe etwas Probleme.

3.3.7 Im Abklärungsbericht vom 3. November 2020 (act. II 315 S. 2 ff.) 
hielt die Abklärungsfachperson fest, die Beschwerdeführerin könne die mi-
nimalen Anforderungen erfüllen um den Haushalt so zu führen, dass es 
nicht zu einer Heimeinweisung führe (S. 11).

3.4

3.4.1 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Aug. 2021, IV/21/119, Seite 11

unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

3.4.2 Ein Abklärungsbericht unter dem Aspekt der Hilflosigkeit oder des 
Pflegebedarfs hat folgenden Anforderungen zu genügen: Als Berichterstat-
terin wirkt eine qualifizierte Person, welche Kenntnis der örtlichen und 
räumlichen Verhältnisse sowie der aus den seitens der Mediziner gestellten 
Diagnosen sich ergebenden Beeinträchtigungen und Hilfsbedürftigkeiten 
hat. Bei Unklarheiten über physische oder psychische Störungen und/oder 
deren Auswirkungen auf alltägliche Lebensverrichtungen sind Rückfragen 
an die medizinischen Fachpersonen nicht nur zulässig, sondern notwendig. 
Weiter sind die Angaben der Hilfe leistenden Personen zu berücksichtigen, 
wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen 
sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, begründet und detailliert 
bezüglich der einzelnen alltäglichen Lebensverrichtungen sowie den tatbe-
standsmässigen Erfordernissen der dauernden Pflege und der persönli-
chen Überwachung (Art. 37 IVV) und der lebenspraktischen Begleitung 
(Art. 38 IVV) gemäss sein. Schliesslich hat er in Übereinstimmung mit den 
an Ort und Stelle erhobenen Angaben zu stehen. Das Gericht greift, sofern 
der Bericht eine zuverlässige Entscheidungsgrundlage im eben umschrie-
benen Sinne darstellt, in das Ermessen der die Abklärung tätigenden Per-
son nur ein, wenn klar feststellbare Fehleinschätzungen vorliegen. Das 
gebietet insbesondere der Umstand, dass die fachlich kompetente Ab-
klärungsperson näher am konkreten Sachverhalt ist als das im Beschwer-
defall zuständige Gericht (BGE 140 V 543 E. 3.2.1 S. 547). 

3.5 Der Abklärungsbericht Hilflosenentschädigung für volljährige Ver-
sicherte der IV vom 2. Juni 2020 (act. II 273 S. 2 ff.) wurde von einer quali-
fizierten Person sowie im Rahmen einer Erhebung vom 18. Mai 2020 in der 
Wohnung der Beschwerdeführerin bzw. ihrer Eltern (vgl. act. II 272; 315 
S. 2) verfasst und erfolgte – nachdem es sich seit 2004 (act. II 22 S. 2) um 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Aug. 2021, IV/21/119, Seite 12

die neunte Abklärung dieser Art handelte – in genauer Kenntnis der medi-
zinischen Situation respektive der Entwicklung der funktionellen Beein-
trächtigungen. Ferner stützt sich das Ergebnis auf die Angaben der Be-
schwerdeführerin zu den Einschränkungen und dem Dritthilfebedarf 
hinsichtlich der praxisgemäss zu berücksichtigenden sechs alltäglichen 
Lebensverrichtungen (vgl. E. 2.1.1 vorne). Schliesslich ist der Berichtstext 
plausibel, begründet und hinreichend detailliert bezüglich der einzelnen 
alltäglichen Lebensverrichtungen sowie dem tatbestandsmässigen Erfor-
dernis der dauernden Pflege (Art. 37 IVV), womit er den rechtsprechungs-
gemässen Vorgaben (vgl. E. 3.4.2 vorne) und jenen gemäss Rz. 8131 
i.V.m. Rz. 8130 des Kreisschreibens über Invalidität und Hilflosigkeit in der 
Invalidenversicherung (KSIH; zur Bedeutung von Verwaltungsweisungen, 
BGE 144 V 195 E. 4.2 S. 198) entspricht. Das Gesagte gilt auch in Bezug 
auf den Abklärungsbericht vom 3. November 2020 (act. II 315 S. 2 ff.), wel-
cher sich ausschliesslich und in Ergänzung zum Bericht vom 2. Juni 2020 
auf die Abklärung eines Bedarfs an lebenspraktischer Begleitung bezieht. 
Dabei schadet es dem Beweiswert unter den gegebenen Umständen nicht, 
dass sich die Abklärungsperson auf eine telefonische Abklärung (S. 2) be-
schränkte, nachdem – wie eben dargelegt – am 18. Mai 2020 und somit 
zeitnah bereits eine Erhebung vor Ort stattgefunden hatte. 

4.

In Bezug auf den Revisionsgrund (vgl. E. 2.3 vorne) geht aus dem Ab-
klärungsbericht vom 2. Juni 2020 hervor, dass die Beschwerdeführerin bei 
der Abklärung vom 18. Mai 2020 anders noch als bei der Erhebung vom 
22. Januar 2018 (act. II 218 S. 4; 312 S. 3) seit der Operation im … 2019 
Orthesen und (kurze) Socken nunmehr selber anziehen konnte. Dies relati-
viert die Beschwerdeführerin beschwerdeweise einzig mit dem Hinweis, sie 
könne keine langen Socken selber anziehen (S. 1, Ziff. 1), während sie im 
Einwand vom 23. Juli 2020 geltend machte, das Anziehen von Socken sei 
mit der rechten Hand nicht möglich (act. II 293 S. 2). So oder anders liegt 
ein Zugewinn an funktionellem Leistungsvermögen im Bereich der alltägli-
chen Lebensverrichtung An-/Auskleiden vor, worin eine potentiell an-
spruchsrelevante Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen zu erblicken 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Aug. 2021, IV/21/119, Seite 13

und ein Revisionsgrund im Sinne der Erlangung einer grösseren Selbstän-
digkeit (vgl. Entscheid des BGer vom 15. Februar 2021, 9C_381/2020, E. 
4.2) zu bejahen ist. Damit ist der im Streit stehende Anspruch auf Hilflos-
entschädigung (vgl. E. 1.2 vorne) in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht 
unter Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung aus-
schlaggebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere 
Einschätzungen zu prüfen (vgl. E. 2.3 vorne). 

5.

5.1 Die Beschwerdegegnerin hat in der angefochtenen Verfügung vom 
8. Januar 2021 (act. II 327 S. 2 ff.) in Bezug auf keine der sechs alltägli-
chen Lebensverrichtungen einen anspruchsrelevanten Dritthilfebedarf mehr 
anerkannt. Ebenso wenig bestehe ein Bedarf an lebenspraktischer Beglei-
tung (S. 4). Die Beschwerdeführerin macht demgegenüber in Bezug auf die 
Lebensverrichtungen An-/Auskleiden, Aufstehen/Absitzen/Abliegen, Essen 
und Körperpflege einen Dritthilfebedarf sowie einen Anspruch auf lebens-
praktische Begleitung geltend. Dabei stellt sie ihre eigene Sichtweise den 
Ergebnissen des Abklärungsberichts gegenüber. 

5.2 In grundsätzlicher Hinsicht ist zunächst auf die Rechtsprechung 
zur einen allgemeinen Grundsatz des Sozialversicherungsrechts darstel-
lenden Schadenminderungspflicht (BGE 129 V 460 E. 4.2 S. 463; SVR 
2020 EL Nr. 6 S. 23 E. 7.3.1) hinzuweisen. Danach hat die versicherte Per-
son auch im Bereich der Hilflosenentschädigung, bevor sie Leistungen ver-
langt, alles ihr Zumutbare selber vorzukehren, um die Folgen des 
Gesundheitsschadens bestmöglich zu mildern, wobei – solange in diesem 
Rahmen durch geeignete Massnahmen bei einzelnen Lebensverrichtungen 
die Selbstständigkeit erhalten werden kann – diesbezüglich keine relevante 
Hilflosigkeit vorliegt. In dieser Hinsicht ist weiter festzuhalten, dass von der 
versicherten Person nur Vorkehren verlangt werden können, die unter 
Berücksichtigung der gesamten objektiven und subjektiven Gegebenheiten 
des Einzelfalles zumutbar sind (Entscheid des Eidgenössischen Versiche-
rungsgerichts [EVG, heute BGer] vom 30. April 2004, H 150/03, E. 1.3). 
Dabei ist zu ergänzen, dass sich der Passus "trotz der Abgabe von Hilfsmit-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Aug. 2021, IV/21/119, Seite 14

teln" in Art. 37 Abs. 2 und 3 IVV zwar nur auf die von der IV abgegebenen 
Hilfsmittel bezieht, dass aber unabhängig davon aufgrund der Schaden-
minderungspflicht der versicherten Person zuzumuten ist, gewisse wenig 
kostspielige Hilfsmittel oder Anpassungen selber zu tragen (Entscheid des 
BGer vom 5. Januar 2007, I 639/06, E. 4.1).

5.3

5.3.1 Hinsichtlich der alltäglichen Lebensverrichtung An-/Auskleiden ist 
Hilflosigkeit gegeben, wenn die versicherte Person ein unentbehrliches 
Kleidungsstück oder eine Prothese nicht selber an- oder ausziehen kann 
(Entscheid des BGer vom 22. Mai 2013, 9C_656/2012, E. 4.2; Rz. 8014 
KSIH in der seit 1. Juli 2020 in Kraft stehenden Fassung).

Hierzu hielt die Abklärungsfachperson fest, die Beschwerdeführerin könne 
sich selber an- und auskleiden. Enge Sachen könne sie nicht selber an- 
und ausziehen, kurze Socken dagegen schon. Den BH müsse die Mutter 
schliessen. Die Orthesen könne die Beschwerdeführerin seit der Operation 
im … 2019 selber anziehen. Beim in die Schuhe steigen und Schuhe bin-
den brauche die Beschwerdeführerin Hilfe. Weiter hielt die Abklärungs-
fachperson fest, im Sinne der Schadenminderungspflicht sei es der 
Beschwerdeführerin zumutbar, Kleider und Schuhe der Behinderung ange-
passt zu tragen (nicht zu eng geschnitten). Zudem müsste das Anziehen 
der Schuhe mit einem Schuhlöffel selber möglich sein. Auch gebe es An-
ziehhilfen, die das einhändige Anziehen des BH ermöglichen sollten. Fer-
ner könne die Beschwerdeführerin die Orthesen und Socken nun selber an- 
und ausziehen. Daher sei eine regelmässige und erhebliche Hilfestellung 
beim An- und Auskleiden seit … 2019 nicht mehr gegeben (act. II 273 S. 
4).

Die Beschwerdeführerin zählt beschwerdeweise diverse Kleidungsstücke 
auf, welche sie gemäss eigenen Angaben nicht selbständig an- oder aus-
ziehen kann (lange Socken, Winterschuhe, Handschuhe, "formale Klei-
dung" im Rahmen der beruflichen Tätigkeit; vgl. Beschwerde, S. 1, Ziff. 1). 
Auch im Bericht von Dr. med. D.________ vom 26. Oktober 2019 wird ein 
Dritthilfebedarf mit dem Hinweis "Socken anziehen, BH schliessen, Knöpfe 
schliessen" bejaht (act. II 249 S. 2).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Aug. 2021, IV/21/119, Seite 15

Bereits im Abklärungsbericht Hilflosentschädigung für minderjährige Versi-
cherte der IV vom 28. Oktober 2013 (act. II 115 S. 2 ff.) wies die Ab-
klärungsfachperson die Beschwerdeführerin unter Aushändigung der Bro-
schüre der Rheumaliga Schweiz "Kleine Helfer, grosse Wirkung" (vgl. 
<www.rheumaliga.ch> -> medien) in allgemeiner und grundsätzlicher Wei-
se daraufhin, dass durch geeignete Hilfsmittel die Hilflosigkeit vermindert 
werden könne (S. 7). Dies wiederholte sie in den Abklärungsberichten vom 
31. Dezember 2014 (act. II 139 S. 8) und vom 23. Januar 2018 (act. II 218 
S. 6), wobei sie der Beschwerdeführerin jeweils ausdrücklich konkret in 
Frage kommende Hilfsmittel empfahl. Schliesslich stellte die Abklärungs-
fachperson auch im Abklärungsbericht vom 2. Juni 2020 fest, dass an 
Hilfsmitteln lediglich eine Orthese zur Verfügung stehe, die Hilflosigkeit 
jedoch namentlich mittels Hilfsmitteln für die Körperpflege und durch An-
ziehhilfen vermindert werden könnte (act. II 273 S. 4). Die Beschwerdefüh-
rerin legt nicht (nachvollziehbar) dar, dass sie trotz diverser auf dem Markt 
erhältlicher Hilfsmittel und entgegen der Einschätzung der Abklärungsfach-
person beim An-/Ausziehen auch weiterhin in anspruchsrelevanter Weise 
auf Dritthilfe angewiesen wäre, zumal sie auch beschwerdeweise nicht in 
Abrede stellt, dass sie nach wie vor nicht über geeignete Hilfsmittel im Sin-
ne der von Seiten der Abklärungsfachperson erfolgten Empfehlungen ver-
fügt. Soweit sie dagegen vorbringt, sie müsste im Falle einer 
Leistungsablehnung die Kosten für die Anschaffung solcher Hilfsmittel sel-
ber tragen, verkennt sie, dass ihr dies im Lichte der Rechtsprechung zu-
mutbar ist, zumal es sich bei den in Frage kommenden Hilfsmitteln nicht 
um kostspielige Geräte handelt (vgl. E. 5.2 vorne). Ferner wurde im Ab-
klärungsbericht vom 2. Juni 2020 in Übereinstimmung mit der Rechtspre-
chung (vgl. MEYER/REICHMUTH, Bundesgesetz über die 
Invalidenversicherung [IVG], 3. Aufl. 2014, S. 492, Rz. 8) zutreffend festge-
halten, dass die Beschwerdeführerin im Lichte der Schadenminderungs-
pflicht auch gehalten ist, behinderungsangepasste Kleidung zu tragen (act. 
II 273 S. 4). Soweit sie geltend macht, sie sei gezwungen, "Business forma-
le" Kleidung zu tragen und die Beschwerdeführerin dabei durchblicken 
lässt, dass sie ohne solche Kleidung "diesen Beruf" nicht ausüben könne, 
kann offen bleiben, ob dieser Aspekt überhaupt bei der Hilflosenentschädi-
gung zu berücksichtigen wäre (vgl. Rz. 8012 KSIH). So oder anders ver-
möchte sie aus diesen allgemein gehaltenen und nicht belegten Vorbringen 

http://www.rheumaliga.ch

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Aug. 2021, IV/21/119, Seite 16

nichts zu ihren Gunsten abzuleiten. Im Übrigen absolviert die Beschwerde-
führerin nach den Akten seit August 2020 die ... (act. II 323 S. 1), wobei sie 
diese Ausbildung gemäss eigenen Angaben vollzeitig und ohne berufliche 
Begleittätigkeit bestreitet (act. II 281 S. 1). Dass insoweit Regeln und Vor-
schriften zur gewünschten Kleidung im schulischen Umfeld beständen, 
welchen die Beschwerdeführerin auch unter Berücksichtigung von Hilfsmit-
teln nicht gerecht werden könnte, wird weder geltend gemacht noch ergibt 
sich dergleichen anderweitig aus den Akten. Schliesslich vermag die Be-
schwerdeführerin auch aus dem Bericht von Dr. med. D.________ vom 26. 
Oktober 2019 nichts zu ihren Gunsten abzuleiten, legt die Ärztin doch nicht 
näher dar, inwieweit medizinische Befunde den von ihr postulierten Dritthil-
febedarf – sei es mit der oder ohne die Verwendung von Hilfsmitteln – be-
gründen (vgl. act. II 249 S. 2).

Zusammenfassend ist es somit nicht zu beanstanden, dass die Ab-
klärungsperson mit Blick auf die zunehmende Selbständigkeit im Umgang 
mit den funktionellen Beeinträchtigungen einerseits und die Schadenminde-
rungspflicht bzw. den Hinweis darauf, dass durch den Einsatz einfacher 
Hilfsmittel die Selbstständigkeit der Beschwerdeführerin weiter erhöht wer-
den könnte, andererseits, einen anspruchsrelevanten Dritthilfebedarf ver-
neinte. Die vorgeschlagenen Massnahmen sind denn auch zumutbar. 

5.3.2 Die Beschwerdeführerin macht beschwerdeweise erstmals gel-
tend, sie sei auch bei der Lebensverrichtung Aufstehen/Absitzen/Abliegen 
auf Dritthilfe angewiesen (Beschwerde, S. 1). Sie begründet dies jedoch 
nicht weiter. Eine relevante Dritthilfebedürftigkeit bestand denn auch zu 
keinem Zeitpunkt, mithin auch nicht, als die Beschwerdeführerin noch min-
derjährig war (vgl. act. II 22 S. 4; 27 S. 4; 37 S. 5; 61 S. 5; 91 S. 4; 115 
S. 5; 139 S. 5; 218 S. 4). Es ist im Lichte der im Verlaufe der Jahre bis ins 
Erwachsenenalter zunehmend erlangten Selbständigkeit und Angewöh-
nung an die vom Gericht nicht verkannten funktionellen Beeinträchtigungen 
nicht ersichtlich, weshalb entgegen der von der Abklärungsfachperson im 
Abklärungsbericht vom 2. Juni 2020 getroffenen Feststellung, wonach die 
Beschwerdeführerin insoweit (weiterhin) selbständig sei (act. II 273 S. 5), 
abzurücken wäre. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Aug. 2021, IV/21/119, Seite 17

5.3.3 Mit Bezug auf die alltägliche Lebensverrichtung Essen liegt Hilflo-
sigkeit insbesondere vor, wenn die versicherte Person zwar selber essen, 
die Speisen aber nicht zerkleinern kann, oder wenn sie die Speisen nur mit 
den Fingern zum Mund führen kann (BGE 121 V 88 E. 3c S. 91). 

Die Abklärungsfachperson hielt hierzu fest, die Beschwerdeführerin sei in 
diesem Punkt selbständig (act. II 273 S. 5). Letztere macht beschwerde-
weise demgegenüber geltend, sie könne Nahrung nicht zerkleinern und 
Brot weder schneiden noch streichen. Auch die Zubereitung des Essens 
gehe nicht (Beschwerde, S. 2, Ziff. 2).

Bereits im Abklärungsbericht vom 28. Oktober 2013 berücksichtigte die 
Abklärungsfachperson die damals geltend gemachte Hilflosigkeit in Bezug 
auf das Zerkleinern der Speisen mit dem Hinweis auf den fehlenden Ein-
satz von geeigneten Hilfsmitteln nicht mehr (vgl. act. II 115 S. 5). Auch in 
der weiteren Folge wurde bei dieser Lebensverrichtung keine Hilflosigkeit 
mehr anerkannt (act. II 139 S. 5; 218 S. 4), wogegen die Beschwerdeführe-
rin nie opponierte. Dass sie für das Essen im Sinne des tatbestandsmässi-
gen Kriteriums nunmehr Hilfsmittel verwenden würde, geht weder aus dem 
Abklärungsbericht vom 2. Juni 2020 hervor noch macht dies die Beschwer-
deführerin beschwerdeweise geltend. Im Übrigen – und entgegen der Dar-
stellung in der Beschwerde – geht bereits aus dem Abklärungsbericht vom 
23. Juni 2018 hervor, dass die Beschwerdeführerin selbständig Brot strei-
chen kann (act. II 218 S. 4), welche Feststellung – wie eben gezeigt – un-
widersprochen blieb. Nichts Anderes folgt aus dem Bericht von Dr. med. 
D.________, welche ausschliesslich für das Schneiden von Fleisch einen 
Dritthilfebedarf bejahte (act. II 249 S. 2). Selbst jedoch, wenn ein solcher – 
entgegen dem Abklärungsbericht vom 2. Juni 2020 (act. II 273 S. 5) – auch 
weiterhin gegeben wäre, vermöchte ein allfälliger (direkter) Dritthilfebedarf 
allein beim Zerschneiden harter Speisen keine Hilflosigkeit zu begründen 
(Entscheid des BGer vom 8. April 2010, 8C_30/2010, E. 6.2). Dasselbe gilt 
in Bezug auf eine blosse Erschwerung oder verlangsamte Vornahme dieser 
Verrichtungen (Entscheid des BGer vom 19. März 2015, 8C_681/2014, E. 
5.3). Soweit die Beschwerdeführerin schliesslich geltend macht, auch die 
Zubereitung der Nahrung sei nicht möglich, so ist dies insoweit unbeacht-
lich, als die Hilfsbedürftigkeit im Bereich Essen nur die Nahrungsaufnahme 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Aug. 2021, IV/21/119, Seite 18

als solche betrifft, nicht aber das Zubereiten der Speisen oder das an den 
Tisch bringen (Entscheid des EVG vom 13. Oktober 2005, I 431/05, E. 3.5; 
vgl. dazu auch E. 5.5.1 hinten). 

Zusammenfassend ist die Schlussfolgerung im Abklärungsbericht vom 
2. Juni 2020, wonach hinsichtlich der allgemeinen Lebensverrichtung Es-
sen (auch weiterhin) keine Hilflosigkeit im Rechtssinne besteht, in Würdi-
gung sämtlicher Umstände nicht zu beanstanden.

5.3.4 Im Bereich der Körperpflege ist die Hilfe erheblich, wenn die versi-
cherte Person sich nicht selber waschen oder kämmen oder rasieren oder 
nicht selber baden bzw. duschen kann (BGE 121 V 88 E. 3c S. 91). Auch 
insoweit gilt jedoch, dass die Hilfe erst dann regelmässig ist, wenn sie die 
versicherte Person täglich oder eventuell (nicht voraussehbar) täglich 
benötigt (vgl. Entscheid des BGer vom 13. Januar 2017, 9C_562/2016, E. 
5.3). 

Im Abklärungsbericht vom 2. Juni 2020 wurde hierzu festgehalten, die Be-
schwerdeführerin sei beim Haarewaschen und -zusammenbinden auf Dritt-
hilfe angewiesen. Sie könne die Haare mit einer Hand nicht gründlich 
waschen. Auch beim Rasieren sei sie auf Hilfe angewiesen. Das Kämmen 
und Zähneputzen mache die Beschwerdeführerin alleine. Im Sinne der 
Schadenminderungspflicht sei es ihr mit 18 Jahren zumutbar, entsprechen-
de Hilfsmittel einzusetzen, damit die Haarwäsche alleine durchgeführt wer-
den könne. Auch das Rasieren mit einem elektrischen Rasierer müsste 
alleine möglich sein (act. II 273 S. 6). Die Beschwerdeführerin macht dem-
gegenüber geltend, sie könne sich weder selbständig die Haare waschen 
oder binden noch eigenhändig rasieren (Beschwerde, S. 2, Ziff. 3). 

Die Darstellung der Beschwerdeführerin, wonach sie die (gemäss eigenen 
Angaben kurzen [Beschwerde, S. 2, Ziff. 3) Haare mit der linken Hand nicht 
gründlich waschen könne, leuchtet nicht ein. Davon abgesehen, weist die 
Abklärungsfachperson auch insoweit zutreffend darauf hin, dass durch das 
Verwenden von (nicht kostspieligen) Hilfsmitteln (vgl. etwa 
<www.alltagshilfen24.com> -> Kopf- und Haarwaschbürste; E. 5.2 vorne) 
das Haarewaschen selbständig möglich sei. Auch ist nicht plausibel, inwie-
fern die Beschwerdeführerin trotz kurzen Haaren Hilfe für deren Zusam-

http://www.alltagshilfen24.com

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Aug. 2021, IV/21/119, Seite 19

menbinden benötigt. Schliesslich wies die Abklärungsfachperson in der 
Stellungnahme vom 2. November 2020 überzeugend darauf hin, dass die 
Rasur elektrisch selbständig möglich wäre. Weiter hielt sie zutreffend fest, 
dass die Rasur an Körperstellen, an welche die Beschwerdeführerin nicht 
gelangt (und an welche – so wie etwa beim Rücken – auch funktionell nicht 
Beeinträchtigte nicht selber gelangen), nicht als regelmässige und damit im 
Sinne der Rechtsprechung unterstützungsbedürftige Lebensverrichtung zu 
betrachten ist (vgl. act. II 312 S. 4). 

Demnach ist es nicht zu beanstanden, wenn im Abklärungsbericht vom 
2. Juni 2020 auch hinsichtlich der Körperpflege eine rechtlich relevante 
Hilflosigkeit verneint wurde. 

5.3.5 In Bezug auf die alltägliche Lebensverrichtung Fortbewe-
gung/Pflege gesellschaftlicher Kontakte bejahte die Abklärungsfachperson 
im Bericht vom 2. Juni 2020 das Erfordernis der Dritthilfe (act. II 273 S. 6). 
Indem dies im Bericht nicht weiter erläutert wird, insoweit zuletzt (und auch 
im Minderjährigenalter) ebenfalls kein Dritthilfebedarf bestand (act. II 218 
S. 5) und auch weder die Beschwerdeführerin selber (act. II 293 S. 2; Be-
schwerde) noch Dr. med. D.________ (vgl. act. II 249 S. 2) dergleichen 
geltend machen, liegt hier mangels anderweitiger Anhaltspunkte in den 
Akten sowie der Feststellung im Abklärungsbericht vom 3. November 2020 
entsprechend (act. II 315 S. 7) keine Hilflosigkeit vor. 

5.3.6 Schliesslich wurde im Abklärungsbericht vom 2. Juni 2020 auch 
ein Bedarf an dauernder Pflege bejaht (act. II 273 S. 3). Dies ist jedoch für 
sich genommen vorliegend nicht anspruchsbegründend, zumal kein An-
wendungsfall nach Art. 37 Abs. 3 lit. c IVV zur Diskussion steht respektive 
die von Therapeuten durchgeführte Physiotherapie weder das quantitative 
Kriterium eines grossen Zeitaufwandes oder besonders hoher Kosten noch 
die qualitative Voraussetzung von unter erschwerenden Umständen zu 
erfolgenden pflegerischen Verrichtungen (vgl. Entscheid des BGer vom 
17. Januar 2017, 8C_663/2016, E. 2.2.2) erfüllt.

5.4 Zusammenfassend besteht in keiner der praxisgemäss zu berück-
sichtigenden alltäglichen Lebensverrichtungen (vgl. E. 2.1.2 vorne) ein an-
spruchsbegründender Dritthilfebedarf mehr. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Aug. 2021, IV/21/119, Seite 20

5.5 Im Weiteren macht die Beschwerdeführerin einen Bedarf an le-
benspraktischer Begleitung (vgl. E. 2.1.2 vorne) geltend (Beschwerde, S. 2, 
Ziff. 4). 

5.5.1 In Bezug auf die Tatbestandsvariante gemäss Art. 38 Abs. 1 lit. a 
IVV ("ohne Begleitung einer Drittperson nicht selbstständig wohnen kann"), 
in deren Rahmen neben der indirekten auch die direkte Dritthilfe zu berück-
sichtigen ist (BGE 133 V 450 E. 10.2 S. 467), hielt die Abklärungsfachper-
son im Abklärungsbericht vom 3. November 2020 (act. II 315 S. 2 ff.) 
Folgendes fest: 

5.5.1.1 Die Beschwerdeführerin berichte, dass ihr das Kochen für sich 
alleine nicht möglich sei. Das Rühren in der Pfanne sei nicht möglich. Zu-
dem könne sie nicht rüsten und gewisse Verpackungen nicht öffnen. Die 
Mutter sei immer dabei, wenn sie etwas kochen möchte. Nach dem Kochen 
könne die Beschwerdeführerin das Essen nicht aus der Pfanne nehmen. 
Auch mit einem Schöpflöffel sei dies nicht möglich. Das Reinigen der 
Küche sei nicht möglich und auch den Tisch könne die Beschwerdeführerin 
nicht selber putzen. Kleine Einkäufe "wie etwas zum Mittagessen oder et-
was zum Trinken" könne sie selber erledigen, grössere Einkäufe gingen 
nicht. Mit einem Rucksack oder Einkaufswagen könne die Beschwerdefüh-
rerin nicht lange gehen, da sie Rückenschmerzen bekomme (S. 8). 

Ferner könne die Beschwerdeführerin nicht mit einem Lappen Staub abwi-
schen. Auch das staubsaugen mit einem kabellosen Sauger sei auf dem 
Teppichboden nicht möglich. Einen Hartboden mit einem Swiffer zu reini-
gen habe sie noch nie versucht. Das Badezimmer könne sie oberflächlich 
reinigen. Für die gründliche Reinigung fehle ihr jedoch die Kraft. Je nach 
Geräte und Fläche würde das Aufnehmen des Bodens eventuell gehen; die 
Beschwerdeführerin habe es jedoch noch nie versucht. Sie könne mit einer 
Hand die Wäsche nicht sortieren und in die Maschine füllen. Die Wasch-
maschine starten gehe. Die nasse Wäsche könne die Beschwerdeführerin 
nicht aus der Maschine nehmen und aufhängen oder in den Tumbler füllen. 
Das Zusammenlegen und Versorgen der Wäsche gehe nicht alleine (S. 8).

Schliesslich erledige sie die administrativen Sachen am PC mit der Ein-
handtastatur selber. Termine vereinbare die Beschwerdeführerin selber 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Aug. 2021, IV/21/119, Seite 21

und sie könne diese einhalten. Eine Tagesstruktur könne sie sich selber 
geben (S. 9).

5.5.1.2 Zu diesen geltend gemachten Beeinträchtigungen hielt die Ab-
klärungsfachperson fest, mit angepassten Hilfsmitteln wie Anti-
Rutschmatte, Nagelschneidebrett, Spezialmesser und Hilfsmittel für das 
Öffnen von Verpackungen müsste der Beschwerdeführerin das Öffnen und 
Rüsten mehrheitlich selber möglich sein. Ebenso sei das Kochen mit einer 
Hand lernbar und möglich. Das Rühren von Teigwaren, Kartoffeln und 
Gemüse für eine Person sei mit einer Hand machbar. Ferner besitze die 
Beschwerdeführerin ein der Behinderung angepasstes Fahrrad. Es gebe 
Fahrradkörbe, welche auf das Fahrrad montiert werden könnten. Damit 
wäre es der Beschwerdeführerin möglich, Einkäufe nach Hause zu bringen. 
Warum ferner das Reinigen des Tisches und der Küchenkombination mit 
einer Hand nicht möglich sei, sei nicht nachvollziehbar. Auch Personen mit 
zwei funktionsfähigen Armen und Händen benutzten nur eine Hand um 
eine Fläche abzuwischen. Auch das einhändige Staubsaugen mit einem 
kabellosen Sauger sei zumutbar. Diese Staubsauger wiesen ein sehr ge-
ringes Eigengewicht auf; zudem sei in der Regel die Saugstärke einstellbar, 
so dass der Sauger mit fast keinem Kraftaufwand gut führbar sei. Schliess-
lich könne die Wäsche auch mit einer Hand sortiert und in die Maschine 
gefüllt werden. Das Befüllen der Maschine sei ebenfalls mit einer Hand 
möglich. Die nasse Wäsche könne mit erhöhtem Aufwand mit einer Hand 
aus der Maschine genommen und in den Tumbler gefüllt werden. Mit Hilfe 
eines Faltbrettes sei das Zusammenlegen der Wäsche mit einer Hand 
möglich. Ebenso sei das Einräumen der Wäsche auch einhändig möglich 
(S. 8 f.).

5.5.1.3 Diesen ausführlichen und überzeugenden Einschätzungen der 
Abklärungsfachperson ist beizupflichten. Einerseits ist in der Tat nicht 
nachvollziehbar, warum der Beschwerdeführerin, welche die linke Hand 
nach den Akten normal gebrauchen und bereits seit 2016 beidhändig Ge-
genstände tragen und etwa Bälle fangen und werfen kann (vgl. E. 3.2.1 
vorne), beispielsweise das Abwischen einer Oberfläche, das Rühren jed-
welcher Nahrungsmittel in einer Pfanne oder das Füllen oder Leeren der 
Waschmaschine mit einer Hand und der rechten Hand als Hilfshand (vgl. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Aug. 2021, IV/21/119, Seite 22

E. 3.3.1 vorne) nicht möglich sein soll. Andererseits hat die Abklärungs-
fachperson zu Recht auch unter dem Titel der lebenspraktischen Beglei-
tung auf die Schadenminderungspflicht (vgl. E. 5.2 vorne) verwiesen. Dabei 
kommt dem Einsatz von Hilfsmitteln namentlich dann wesentliche Bedeu-
tung zu, wenn – wie hier – aufgrund somatisch bedingter funktioneller Be-
einträchtigungen direkter Dritthilfebedarf in Zusammenhang mit der 
Erledigung des Haushalts geltend gemacht wird. Dass die Beschwerdefüh-
rerin die im Abklärungsbericht vom 3. November 2020 empfohlenen Hilfs-
mittel inzwischen angeschafft hätte, macht sie nicht geltend. Unter dem 
Titel der Schadenminderungspflicht ist zudem ergänzend zu bemerken, 
dass Auswirkungen des Gesundheitsschadens auf die Einsatzfähigkeit 
auch durch die Mithilfe der Familienangehörigen möglichst zu mildern sind, 
wobei diese Mithilfe weitergeht als die ohne Gesundheitsschaden üblicher-
weise zu erwartende Unterstützung (vgl. Entscheid des BGer vom 9. No-
vember 2007, I 1013/06, E. 7.2). Insoweit steht fest, dass die 
Beschwerdeführerin zumindest bis zum massgeblichen Zeitpunkt der ange-
fochtenen Verfügung vom 8. Januar 2021 (act. II 327 S. 2 ff.) in der Woh-
nung der Eltern wohnte. Dies allein schliesst zwar einen Anspruch auf 
lebenspraktische Begleitung rechtsprechungsgemäss nicht aus, jedoch ist 
die Mithilfe der Eltern, welche (auch) zuletzt durch die Mutter geleistet wur-
de (act. II 273 S. 7), namentlich bei der Haushaltführung zu berücksichtigen 
(vgl. Rz. 8050.3 KSIH). Dabei gehen die für die beschwerdeweise geltend 
gemachten – jedoch mittels Verwendung von Hilfsmitteln in erheblichem 
Umfang behebbaren – Einschränkungen bei der Haushaltserledigung zu 
erbringenden Hilfestellungen nicht über das den Familienangehörigen im 
Rahmen der Schadenminderungspflicht Zumutbare hinaus. Insbesondere 
kann keine Rede davon sein, dass ganze Bereiche der Haushalterledigung 
oder gar die Haushalttätigkeit insgesamt an die Eltern bzw. die Mutter 
überwälzt werden. An dieser Einschätzung ändert schliesslich auch der 
Bericht von Dr. med. D.________ nichts, wurde darin doch die mögliche 
Verwendung von Hilfsmitteln nicht in Erwägung gezogen (vgl. act. II 249 S. 
5). 

5.5.2 Hinsichtlich der Tatbestandsvariante gemäss Art. 38 Abs. 1 lit. b 
IVV ("für Verrichtungen und Kontakte ausserhalb der Wohnung auf Beglei-
tung einer Drittperson angewiesen ist") hielt die Abklärungsfachperson im 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Aug. 2021, IV/21/119, Seite 23

Abklärungsbericht vom 3. November 2020 (act. II 315 S. 2 ff.) Folgendes 
fest: 

5.5.2.1 Die Beschwerdeführerin mache nach der Arbeit mit Arbeitskolle-
gen ab. Wenn sie nach der Arbeit nach Hause gehe, mache sie danach 
nichts mehr ausser Haus, da ihr die Kraft fehle. Den Arbeitsweg oder den 
Weg in die Schule bewältige die Beschwerdeführerin mit den öffentlichen 
Verkehrsmitteln. An den Bahnhof werde sie in der Regel gefahren, da es 
für sie zu Fuss zu weit sei. An Arzttermine werde sie gefahren. Je nach 
Arzttermin begleite sie die Mutter ins Sprechzimmer. Wenn die Beschwer-
deführerin neue Kleider und Schuhe brauche, gehe die Mutter oder 
Schwester mit um ihr beim Umziehen zu helfen. Einkäufe für den täglichen 
Bedarf könne sie nur in kleinen Mengen machen, da sie die Sachen nur 
schlecht mit dem Rucksack oder dem Einkaufwagen nach Hause bringen 
könne (S. 9).

5.5.2.2 Zu diesen geltend gemachten Beeinträchtigungen hielt die Ab-
klärungsfachperson fest, die Beschwerdeführerin habe ein Fahrrad mit 
Stützrädern, mit welchem sie die Strecke bis zum Bahnhof zurücklegen 
könnte. Die öffentlichen Verkehrsmittel könne die Beschwerdeführerin sel-
ber benutzen. Soziale Kontakte pflege sie nach der Arbeit oder der Schule. 
Eine regelmässige und erhebliche Hilfeleistung könne nicht angerechnet 
werden. Das Anprobieren von der Behinderung angepassten Kleidern wäre 
ihr selber möglich. Auch verfüge ... über Lebensmittelgeschäfte. Der Be-
schwerdeführerin müsste es möglich sein, in diesen Geschäften Einkäufe 
alleine zu tätigen und diese mit dem Velo nach Hause zu bringen (S. 9).

5.5.2.3 Auch diesen Schlussfolgerungen der Abklärungsfachperson ist 
zuzustimmen. Sie decken sich auch mit dem Bericht von Dr. med. 
D.________ vom 26. Oktober 2019, welche hinsichtlich einer allfälligen 
Begleitung durch Drittpersonen für Verrichtungen und Kontakte ausserhalb 
der Wohnung ebenfalls keinen Bedarf feststellte (act. II 249 S. 5). Schliess-
lich legen sowohl die einwandweisen Vorbringen im Verwaltungsverfahren 
(act. II 293 S. 2) wie auch die beschwerdeweisen Ausführungen den 
Schluss nahe, dass die Beschwerdeführerin insoweit auch nicht von einer 
namhaften Einschränkung ausgeht. Insbesondere legt sie in der Be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Aug. 2021, IV/21/119, Seite 24

schwerde dar, dass sie das Einkaufen (nun) selbständig erledige (S. 2, Ziff. 
4). 

5.5.3 Schliesslich ist unbestritten, dass die Beschwerdeführerin ohne 
Dritthilfe nicht ernsthaft gefährdet ist, sich dauernd von der Aussenwelt zu 
isolieren (Art. 38 Abs. 1 lit. c IVV). Gegenteilige Anhaltspunkte ergeben sich 
weder aus den im Verwaltungsverfahren gemachten (act. II 293 S. 2) noch 
den beschwerdeweisen Vorbringen. Dr. med. D.________ hat im Bericht 
vom 26. Oktober 2019 einen entsprechenden Dritthilfebedarf verneint (act. 
II 249 S. 5), was mit der Einschätzung im Abklärungsbericht vom 3. No-
vember 2020 übereinstimmt (act. II 315 S. 10). 

5.5.4 Demnach hat die Abklärungsfachperson im Bericht vom 3. No-
vember 2020 und in der Folge die Beschwerdegegnerin, welche diesen 
Bericht zum Bestandteil der angefochtenen Verfügung vom 8. Januar 2021 
machte (act. II 327 S. 4), zu Recht einen Bedarf an lebenspraktischer Be-
gleitung verneint. 

5.6 Zusammenfassend ist der rechtserhebliche Sachverhalt hinrei-
chend abgeklärt, womit es der beschwerdeweise beantragten weiteren Ab-
klärungen nicht bedarf. Damit liegt in Bezug auf die alltäglichen 
Lebensverrichtungen kein anspruchsrelevanter Dritthilfebedarf mehr vor. 
Ebenso wenig besteht ein rechtlich relevanter Bedarf an lebenspraktischer 
Begleitung. Die Beschwerdegegnerin hat folglich den Anspruch auf Hilflo-
senentschädigung zu Recht auf Ende Februar 2021 aufgehoben (Art. 35 
Abs. 2 IVV). Die angefochtene Verfügung vom 8. Januar 2021 ist demnach 
nicht zu beanstanden und die Beschwerde abzuweisen.

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Aug. 2021, IV/21/119, Seite 25

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Beschwerdefüh-
rerin die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen. 
Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss gleicher Höhe entnom-
men. 

6.2 Gemäss Art. 1 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 61 lit. g ATSG 
(Umkehrschluss) besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung. Die 
obsiegende Beschwerdegegnerin hat als Sozialversicherungsträgerin nach 
allgemeinem sozialversicherungsrechtlichem Prozessgrundsatz keinen 
Anspruch auf eine Parteientschädigung (vgl. BGE 128 V 124 E. 5b S. 133).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe ent-
nommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- A.________
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.