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**Case Identifier:** cd3f8ce4-09d0-58bd-9898-2fba5ab96b6e
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-05-14
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 14.05.2020 200 2019 847
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2019-847_2020-05-14.pdf

## Full Text

200 19 847 IV
WIS/PES/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 14. Mai 2020

Verwaltungsrichterin Wiedmer, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichter Jakob, Verwaltungsrichter Furrer
Gerichtsschreiber Peter

A.________
vertreten durch B.________, Rechtsanwalt C.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 3. Oktober 2019

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Mai 2020, IV/19/847, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Im September 2013 erfolgte für die 1996 geborene A.________ (nachfol-
gend Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) bei der IV-Stelle Bern (nach-
folgend IV-Stelle bzw. Beschwerdegegnerin) eine Anmeldung für Minder-
jährige für Massnahmen für die berufliche Eingliederung (vgl. Antwortbeila-
ge [AB] 1 – 7). Nach Abklärungen in schulischer und medizinischer Hinsicht 
(vgl. AB 8 – 14) wurde das Leistungsbegehren von der IV-Stelle mit Mittei-
lung vom 4. März 2014 abgewiesen resp. das Verfahren hinsichtlich beruf-
licher Massnahmen abgeschlossen, nachdem die mittlerweile volljährige 
Versicherte erklärt hatte, sich gesund zu fühlen und selbständig ohne Un-
terstützung der IV-Stelle eine Lehrstelle suchen zu wollen (AB 15).

Im Juni 2018 ging bei der IV-Stelle sodann eine Anmeldung für Erwachse-
ne der Versicherten für eine berufliche Integration/Rente ein (AB 16). Nach 
ersten Abklärungen (AB 25, 28, 31 f.) beauftragte die IV-Stelle nach Rück-
sprache mit dem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD; vgl. AB 34 S. 3 f., 
AB 36) Dr. med. D.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, 
mit einer psychiatrischen Abklärung der Versicherten (vgl. AB 40 sowie 
Gutachten des Dr. med. D.________ vom 29. Dezember 2018 [AB 45.1]). 

Mit Mitteilung vom 5. März 2019 gewährte die IV-Stelle der Versicherten 
Integrationsmassnahmen in Form einer Vorbereitung auf eine erstmalige 
berufliche Ausbildung von 25. Februar bis 4. August 2019 (AB 53). Diese 
Massnahme ist laut Vorbescheid vom 25. April 2019 aufgrund eines instabi-
leren Gesundheitszustands der Versicherten per 8. April 2019 vorzeitig 
abgebrochen worden (vgl. auch IV-Protokoll [in den Gerichtsakten] S. 7 f.). 
Gleichzeitig wurde der Versicherten ein Abschluss der beruflichen Einglie-
derung in Aussicht gestellt (AB 60). Nachdem niemand Einwände hatte, 
wurde am 11. Juni 2019 entsprechend verfügt (AB 69). 

Mit Vorbescheid vom 10. Mai 2019 stellte die IV-Stelle der Versicherten 
zudem die Abweisung des Leistungsbegehrens hinsichtlich Invalidenrente 
in Aussicht. Mangels eines Gesundheitsschadens mit invalidisierender Wir-

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kung im Rechtssinne bestehe kein Anspruch auf Leistungen der Invaliden-
versicherung (AB 61).

Am 27. Mai 2019 erhob die Versicherte, vertreten durch B.________, hier-
gegen Einwand (AB 67). Nach Aufforderung zur Nachbesserung der Ein-
wände vom 30. Mai 2019 (AB 68) wurden diese von Seiten der Versicher-
ten, wiederum vertreten durch B.________, mit Eingabe vom 24. Juni 2019 
unter Beilage einer Stellungnahme der Spital E.________ AG vom 12. Juni 
2019 (AB 70 S. 2 ff.) ergänzt (AB 70).

Mit Verfügung vom 3. Oktober 2019 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren 
ihrem Vorbescheid entsprechend ab (AB 71). 

B.

Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte, neu vertreten durch 
B.________, Rechtsanwalt C.________, am 6. November 2019 Beschwer-
de mit den Rechtsbegehren, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben 
und es sei ihr eine ganze Rente der Invalidenversicherung auszurichten. 
Zudem sei ihr die unentgeltliche Rechtspflege unter Beiordnung von 
Rechtsanwalt C.________ als amtlicher Anwalt zu gewähren. Unter Kos-
ten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin.

Mit Beschwerdeantwort vom 9. Dezember 2019 beantragt die Beschwer-
degegnerin die Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 

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6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Angefochten ist die Verfügung der IV-Stelle Bern vom 3. Oktober 
2019 (AB 71). Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin An-
spruch auf eine Rente der Invalidenversicherung hat.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer 
Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen 

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Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem 
nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 
ATSG). 

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden kön-
nen auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. 
Art. 7 ATSG). Die Prüfung, ob ein psychischer Gesundheitsschaden eine 
rentenbegründende Invalidität zu bewirken vermag, erfolgt gemäss höch-
strichterlicher Rechtsprechung anhand eines strukturierten normativen Prü-
fungsrasters (BGE 143 V 418 E. 7 S. 427, 141 V 281 E. 4.1 S. 296). Dies 
gilt für sämtliche psychischen Störungen (BGE 143 V 418 E. 7.2 S. 429).

Eine invalidenversicherungsrechtlich erhebliche Gesundheitsbeeinträchti-
gung liegt nur vor, wenn die Diagnose im Rahmen einer Prüfung auf der 
ersten Ebene auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe nach 
BGE 131 V 49 standhält. Danach liegt regelmässig keine versicherte Ge-
sundheitsschädigung vor, soweit die Leistungseinschränkung auf Aggrava-
tion oder einer ähnlichen Erscheinung beruht. Liegt auch unter dem Ge-
sichtspunkt der Ausschlussgründe nach BGE 131 V 49 eine versicherte 
Gesundheitsschädigung vor, erfolgt schliesslich auf der zweiten Ebene 
anhand eines normativen Prüfungsrasters mit einem Katalog von Indikato-
ren eine ergebnisoffene symmetrische Beurteilung des – unter Berücksich-
tigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und 
Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderseits – tatsächlich erreich-
baren Leistungsvermögens (BGE 141 V 281 E. 3.6 S. 294). Es gilt im Re-
gelfall nach gemeinsamen Eigenschaften systematisierte Standardindikato-
ren zu beachten (E. 4.1.3 S. 297), welche sich in die Kategorien „funktionel-
ler Schweregrad“ (E. 4.3 S. 298) und „Konsistenz“ einteilen lassen (E. 4.4 
S. 303). Der Prüfungsraster ist rechtlicher Natur (E. 5 S. 304). Die Aner-
kennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, 
wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten ge-
sundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindi-
katoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender 
Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der 
Beweislosigkeit die materiell beweisbelastete versicherte Person zu tragen 
(E. 6 S. 308).

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2.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine 
Rente, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufga-
benbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnah-
men wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während 
eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 
40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf 
dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. c). 
Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, 
wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine Dreivier-
telsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad 
von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem 
Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Viertelsrente. Der 
Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG frühestens nach Ab-
lauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs 
nach Art. 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollen-
dung des 18. Altersjahres folgt.

2.4 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

2.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV 
Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1). 

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Sache des (begutachtenden) Mediziners ist es zunächst, den Gesundheits-
zustand zu beurteilen und wenn nötig seine Entwicklung im Laufe der Zeit 
zu beschreiben, d.h. mit den Mitteln fachgerechter ärztlicher Untersuchung 
unter Berücksichtigung der subjektiven Beschwerden die Befunde zu erhe-
ben und gestützt darauf die Diagnose zu stellen. Hiermit erfüllt der Sach-
verständige seine genuine Aufgabe, wofür Verwaltung und Gerichte nicht 
kompetent sind. Bei der Folgenabschätzung der erhobenen gesundheitli-
chen Beeinträchtigungen für die Arbeitsfähigkeit kommt der Arztperson 
hingegen keine abschliessende Beurteilungskompetenz zu. Vielmehr 
nimmt die Arztperson zur Arbeitsunfähigkeit Stellung, d.h. sie gibt eine 
Schätzung ab, welche sie aus ihrer Sicht so substanziell wie möglich be-
gründet. Schliesslich sind die ärztlichen Angaben eine wichtige Grundlage 
für die juristische Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Per-
son noch zugemutet werden können. Nötigenfalls sind, in Ergänzung der 
medizinischen Unterlagen, für die Ermittlung des erwerblich nutzbaren 
Leistungsvermögens die Fachpersonen der beruflichen Integration und 
Berufsberatung einzuschalten (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195; SVR 2017 IV 
Nr. 75 S. 231 E. 4.1.1).

2.6 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

2.7 Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen 
Spezialärzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen und Unter-
suchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der 
Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der 
Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 

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Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 
E. 1.3.4 S. 227, 125 V 351 E. 3b bb S. 353; SVR 2019 IV Nr. 40 S. 128 
E. 3, 2018 IV Nr. 27 S. 87 E. 4.2.2).

3.

3.1 Den medizinischen Akten lässt sich im Wesentlichen Folgendes 
entnehmen:

3.1.1 Im „Arztbericht für Versicherte vor dem 20. Altersjahr“ des 
Dr. med. F.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, vom 18. De-
zember 2013 (AB 13) sind als bei der Versicherten zu stellende Diagnosen 
eine Adipositas, ein anstrengungsinduziertes Asthma bronchiale sowie ein 
Verdacht auf Depression genannt. Der Gesundheitszustand der Versicher-
ten wirke sich nicht auf den Schulbesuch oder die berufliche Ausbildung 
aus. Ein Geburtsgebrechen liege nicht vor. Die Möglichkeit einer späteren 
Eingliederung ins Erwerbsleben lasse sich seines Erachtens durch medizi-
nische Massnahmen (als benötigte Therapien sind eine Asthmabehandlung 
bei Bedarf, eine Ernährungsberatung zur Gewichtsreduktion sowie eine 
Psychotherapie genannt) wesentlich verbessern (AB 13 S. 5). Seit 2012 
bestehe ein behinderungsbedingter Mehraufwand an Hilfeleistung oder 
persönlicher Überwachung im Vergleich zu einem Nichtbehinderten glei-
chen Alters. Er habe die Versicherte am 18. April 2013 letztmals unter-
sucht. Bezüglich des Asthmas sei unter Behandlung eine Besserung zu 
erwarten. Zur psychischen Problematik könne er keine Stellung nehmen 
(AB 13 S. 6). 

3.1.2 Laut Austrittsbericht der Spital H.________ AG vom 3. Juli 2017 
zur teilstationären Behandlung vom 23. Mai bis 30. Juni 2017 liegen bei der 
Versicherten als psychiatrische Diagnosen eine emotional instabile Persön-
lichkeitsstörung vom impulsiven Typ (ICD-10: F60.30), ein schädlicher Ge-
brauch von Cannabis (ICD-10: F12.1), Probleme durch negative Kind-
heitserlebnisse (ICD-10: Z61) sowie andere Probleme in der engeren Be-
zugsgruppe, einschliesslich familiärer Umstände (ICD-10: Z63) vor. Bereits 
die ersten Tage nach Eintritt habe die Versicherte aufgrund psychosomati-
scher Beschwerden gefehlt und nach der Hälfte des Aufenthaltes sei es 

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erneut zu mehreren Tagen gekommen, an welchen sie nicht erschienen 
und auch telefonisch kaum erreichbar gewesen sei. Dies habe dazu ge-
führt, dass kaum eine Behandlung habe stattfinden und die Therapieziele 
kaum hätten bearbeitet werden können. Die von ihnen empfohlene statio-
näre Behandlung habe die Versicherte abgelehnt. Ebenso eine Anmeldung 
in der Klinik I.________ (AB 31 S. 2 f.). 

3.1.3 Gemäss Bericht von Dr. phil. G.________, leitende Psychologin im 
Zentrum J.________, zur Behandlung der Versicherten vom 27. September 
2017 bis 19. Juni (resp. 4. Mai) 2018, bei der IV-Stelle (unvollständig [ohne 
Seite 6]) eingegangen am 16. August 2018 (AB 32), liegen bei der Versi-
cherten als Diagnosen eine emotional instabile Persönlichkeitsstörung vom 
Borderline-Typus (ICD-10: F60.31), ein schädlicher Gebrauch von Canna-
bis (ICD-10: F12.1), Probleme durch negative Kindheitserlebnisse (ICD-10: 
Z61) sowie andere Probleme in der engeren Bezugsgruppe (ICD-10: Z63) 
vor. Die Versicherte sei verschiedentlich in therapeutischer Behandlung 
gewesen und habe die Therapien immer wieder beendet, indem sie sie im 
Sand habe verlaufen lassen. Hinweise auf inhaltliche Denkstörungen, 
Wahrnehmungsstörungen, Ich-Störungen oder Gedächtnisstörungen 
bestünden nicht. Die Versicherte sei jeweils wach, bewusstseinsklar und 
allseits orientiert gewesen, formalgedanklich geordnet und kohärent bei 
erhaltender Schwingungsfähigkeit. Im Gespräch sei sie offen und zuge-
wandt, gleichzeitig aber leicht misstrauisch und um Kontrolle bemüht ge-
wesen. Es bestünden Stimmungsschwankungen sowie eine grosse Hoff-
nungs- und Perspektivenlosigkeit und starke Gefühle des Alleinseins. Der 
Versicherten sei viel Unterstützung in Bezug auf die Wohnsituation und den 
Aufbau einer beruflichen Perspektive geboten worden. Je konkreter die 
Angebote jedoch geworden seien und je mehr Einlassen und Engagement 
diese von der Versicherten verlangt hätten, desto mehr habe sich diese 
zurückgezogen, indem sie Termine verpasst, sich nicht von den Sitzungen 
abgemeldet und Aufgaben nicht erledigt habe, bis sie schliesslich nicht 
mehr erreichbar und ganz abgetaucht gewesen sei. Es scheine ein Muster 
der Versicherten zu sein, dass sie sich „ausklinke“, sobald der Druck und 
die Anforderungen an sie zu gross würden. Anschliessend lasse sie eine 
längere Zeit verstreichen, in der nichts passieren könne, was sie vorwärts 
bringen könnte (AB 32 S. 4). Der Versicherten sei mindestens 4.2 Stunden 

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pro Tag eine dem Leiden angepasste Tätigkeit zumutbar. Sie brauche viel 
Unterstützung, damit es überhaupt zur Ausübung einer Tätigkeit kommen 
könne. Es brauche ein engmaschig begleitetes Setting. Ihr Verhaltensmus-
ter, sich immer „auszuklinken“, sobald sich die Situation konkretisieren 
könnte, stehe einer Eingliederung im Wege (AB 32 S. 6). Die Arbeitsfähig-
keit sei vorhanden (AB 32 S. 5). Eine Medikation finde aktuell nicht statt 
(AB 32 S. 4).

3.1.4 Die psychiatrische Begutachtung durch Dr. med. D.________ 
(AB 45.1) ergab als Diagnosen eine emotional instabile Persönlichkeits-
störung vom impulsiven Typ (ICD-10: F60.30), einen schädlichen Gebrauch 
von Cannabis (ICD-10: F12.1), Probleme durch negative Kindheitserlebnis-
se (ICD-10: Z61) sowie andere Probleme in der engeren Bezugsgruppe, 
einschliesslich familiärer Umstände (ICD-10: Z63). 

Der schädliche Gebrauch von Cannabis könne mit überwiegender Wahr-
scheinlichkeit nicht als selbständiges Krankheitsbild gewertet werden. 
Vielmehr sei davon auszugehen, dass der Cannabiskonsum auf die Grund-
erkrankung der emotional instabilen Persönlichkeitsstörung zurückzuführen 
sei. Dabei sei zu berücksichtigen, dass von der Beschwerdeführerin ver-
sucht werde, die der Persönlichkeitsstörung zu Grunde liegende Sympto-
matik, vor allem die starken emotionalen Anspannungen und Stimmungs-
schwankungen – wenn auch dysfunktional – über den regelmässigen Kon-
sum von Cannabinoiden zu regulieren. Aktuell stünden der Beschwerdefüh-
rerin keine erkennbaren funktionalen Bewältigungs- bzw. Regulationsstra-
tegien zur Verfügung. Trotz langjährigem Cannabiskonsum seien bisher 
keine irreversiblen Sucht-Folgeschäden dokumentiert (AB 45.1 S. 28). 

Hinsichtlich des psychiatrischen Befunds wird die Beschwerdeführerin vom 
Gutachter als 22-jährige, wache, bewusstseinsklare Patientin in gepflegtem 
Allgemein- und adipösem Ernährungszustand beschrieben, die zu allen 
Qualitäten voll orientiert gewesen sei. Aufmerksamkeit und Konzentration 
seien unbeeinträchtigt gewesen. Merkfähigkeitsstörungen und Störungen 
des Kurzzeitgedächtnisses hätten keine bestanden. In Bezug auf das 
Langzeitgedächtnis hätten sich im Hinblick auf die zeitlich exakte Rekon-
struktion der Biografie erhebliche Einschränkungen ergeben. Das formale 
Denken sei flüssig, adäquat und kohärent gewesen. Es hätten sich keine 

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Hinweise auf inhaltliche Denkstörungen, Wahn, Halluzinationen sowie Ich-
Störungen ergeben. Ebenso wenig hätten sich pathologische Ängste, Pho-
bien oder Zwangsgedanken bzw. Zwangshandlungen gefunden. Auch dis-
soziative Zustände seien nicht berichtet worden. Die Stimmung habe sich 
während der Untersuchung normal gezeigt. Die Beschwerdeführerin habe 
jedoch über starke Stimmungsschwankungen berichtet, die einerseits ohne 
erkennbare Auslöser im Tagesverlauf und andererseits von Tag zu Tag 
auftreten würden. Im Hinblick auf die affektive Modulationsfähigkeit hätten 
sich während der Exploration keine Auffälligkeiten ergeben. Nach Angaben 
der Beschwerdeführerin würden regelmässig spontan auftretende, nicht 
regulierbare starke innere Anspannungen bestehen, die seit ca. zwei Jah-
ren des Öfteren zu selbstschädigendem Verhalten (Kratzen) sowie impulsi-
ven Gefühlsdurchbrüchen führen würden. Obwohl im Untersuchungszeit-
punkt keine Auffälligkeiten in Bezug auf Antrieb, Motivation und Psychomo-
torik feststellbar gewesen seien, würden gemäss Beschwerdeführerin in 
den Phasen von starkem Stimmungsabfall bzw. starker innerer Anspan-
nung ein erheblicher Antriebs- und Motivationsverlust bzw. eine ausgepräg-
te Lust- und Interesselosigkeit sowie eine ausgeprägte Lethargie resultie-
ren. Gelegentlich würden Einschlafstörungen auftreten. Durchschnittlich sei 
der Schlaf aber normal. Die Beschwerdeführerin habe sich glaubhaft von 
Suizidalität distanzieren können. Als Grund „nicht zu gehen“ habe sie die 
Verantwortung für ihre Tiere angegeben (AB 45.1 S. 26). 

Die Persönlichkeit der Beschwerdeführerin sei geprägt durch Defizite in der 
Wahrnehmung eigener emotionaler Zustände (Mentalisierungsdefizit) und 
deren adäquaten, funktionalen Regulation (Defizit in der Emotionsregulati-
on). Die fehlende Fähigkeit, emotionale Zustände zu verbalisieren (mentali-
sieren) und diese somit adäquat regulieren zu können, erhöhe die Wahr-
scheinlichkeit von impulsiven, unkontrollierten emotionalen Ausbrüchen 
und selbstschädigendem Verhalten bei innerer Anspannung. Aufgrund der 
Beziehungs- und Interaktionserfahrungen sei darüber hinaus von einem 
eher niedrigen Selbstwert, einer niedrigen Selbstwirksamkeit und stark 
verminderter Frustrationstoleranz auszugehen. Es bestehe ebenfalls ein 
Defizit, anderen Menschen zu vertrauen bzw. sich auf längerfristige Bezie-
hungen einzulassen (Nähe-Distanz-Problem). Zudem bestünden aus der 
Lebensgeschichte resultierende starke emotionale Schemata, die bei hier-

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archischen Anweisungen, ungerechter Behandlung oder nicht nachvoll-
ziehbarer Kritik hochautomatisiert starke negative Emotionen (Wut, Ärger) 
auslösten und zu impulsiven, durch die Beschwerdeführerin nicht kontrol-
lierbaren Reaktionen führten. Hinsichtlich Ressourcen dürfe davon ausge-
gangen werden, dass die Beschwerdeführerin über eine durchschnittliche 
Intelligenz und Humor verfüge. Zudem bestünden zahlreiche Interessen, 
Fähigkeiten und Hobbies: Zeichnen und Gestalten, Zuneigung zu Tieren, 
Freude am Trainieren von Hunden, Naturverbundenheit, Interesse an IT-
Technik. Zudem sei die Beschwerdeführerin, wenn sie sich gesundheitlich 
stabil gefühlt habe, als mehrheitlich zuverlässig, offen und zugänglich 
wahrgenommen worden und könne viel Engagement und Motivation auf-
bringen, wenn sie sich für eine Aufgabe begeistern könne. Aufgrund des 
nahezu vollständigen Fehlens eines sozialen Umfelds inklusive der Primär-
familie bestehe ausser von professioneller Seite (Sozialdienst) kaum Un-
terstützung (AB 45.1 S. 32).

Als Voraussetzung für eine positive Entwicklung des Krankheitsverlaufs 
müsse eine stabile, vertrauensvolle therapeutische Beziehung vorwiegend 
im ambulanten Setting mit einer regelmässigen Behandlungsfrequenz an-
gesehen werden. Im Zentrum der Behandlung sollten dabei die Verbesse-
rung der Mentalisierungsfähigkeit (Wahrnehmung und Beschreibung eige-
ner emotionaler Zustände) und die Fähigkeit zur Emotionsregulation ste-
hen. In den bisherigen Behandlungen habe keine längerfristige stabile the-
rapeutische Beziehung etabliert werden können. Aufgrund der Art und 
Schwere der Erkrankung sei davon auszugehen, dass es sich um einen 
eher langfristigen Therapieverlauf handeln werde, bei dem die der Persön-
lichkeitsstörung zu Grunde liegende Symptomatik sowohl psychopharma-
kologisch als auch psychotherapeutisch eher schwer zu beeinflussen sein 
werde (AB 45.1 S. 33).

Die geklagten Symptome und die daraus abgeleiteten Funktionseinschrän-
kungen seien konsistent und plausibel und die Untersuchungsergebnisse 
valide und nachvollziehbar. Die erhobenen, relativ blanden Befunde stün-
den nicht im Widerspruch zu dem mindestens seit 2012 mit überwiegender 
Wahrscheinlichkeit anzunehmenden Gesundheitsschaden und den in den 
Akten dokumentierten Diagnosen. Sie spiegelten vielmehr die Fähigkeiten 

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und Ressourcen – vor allem auch im zwischenmenschlichen Kontakt – der 
Beschwerdeführerin wider, wenn ein gesundheitlich stabiler Zustand vorlie-
ge. Die von der Beschwerdeführerin beschriebenen, durch sie nicht kontrol-
lierbaren starken Stimmungsschwankungen sowie die starken emotionalen 
Anspannungszustände mit selbstschädigendem Verhalten, impulsiven 
Durchbrüchen und den Konsequenzen im zwischenmenschlichen Verhal-
ten (Beziehungsabbruch, Rückzug) seien in den Akten mehrfach dokumen-
tiert. Es ergäben sich somit keine Inkonsistenzen in Bezug auf die von der 
Beschwerdeführerin beschriebene Symptomatik und die in der Untersu-
chungssituation erhobenen Befunde (AB 45.1 S. 33 f.). 

Gemäss Gutachten müsste eine der Behinderung optimal angepasste 
Tätigkeit inhaltlich den Interessensgebieten der Beschwerdeführerin (Ge-
staltung/Zeichnen; Tierhaltung/Tiertraining; IT/Programmierung) entspre-
chen, flache hierarchische Strukturen aufweisen, durch eine vertrauens-
würdige, berechenbare, wertschätzende Vorgesetzte oder einen vertrau-
enswürdigen, berechenbaren, wertschätzenden Vorgesetzten begleitet 
werden, der Anweisungen bzw. Entscheidungen klar und transparent 
kommunizieren und logisch begründen könne. Nach einer Einführung 
müsste die Tätigkeit ein Mindestmass an Selbständigkeit ermöglichen, die 
Möglichkeit eines zeitweisen Rückzugs (Pausen) beinhalten und es brau-
che zumindest zu Beginn eine gewisse Toleranz gegenüber krankheitsbe-
dingten Fehlzeiten. Aufgrund der aktuell wiederkehrenden starken Stim-
mungsschwankungen und der damit einhergehenden Konzentrations- und 
Aufmerksamkeitsstörungen sowie des Antriebs- und Motivationsmangels 
sei zunächst mit einer Einschränkung der Leistung zu rechnen. Der Um-
fang der Leistungseinschränkung sei prognostisch nur schwer zu quantifi-
zieren. Es sei davon auszugehen, dass die Leistungseinschränkung hoch-
gradig von der Einhaltung der Kriterien einer optimal angepassten Tätigkeit 
abhängig sein werde, da durch diese die Wahrscheinlichkeit einer Aktivie-
rung der bestehenden hochautomatisierten emotionalen Schemata und in 
der Folge die Leistungseinschränkung reduziert werden könne. Bei Aktivie-
rung der Schemata und der daraus resultierenden Konsequenzen in Bezug 
auf die Symptomatik der Beschwerdeführerin müsse mit einer starken Leis-
tungseinschränkung gerechnet werden. Die skizzierten Kriterien einer op-
timal angepassten Tätigkeit dürften gemäss psychiatrischem Gutachter am 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Mai 2020, IV/19/847, Seite 14

ehesten einer geschützten resp. durch die Invalidenversicherung finanzier-
ten Ausbildungsstelle entsprechen. Im freien Arbeitsmarkt müsse bei dem 
bestehenden Gesundheitsschaden bezogen auf ein 100%-Pensum davon 
ausgegangen werden, dass keine Arbeitsfähigkeit vorliege. Der zeitliche 
Verlauf der Entwicklung dieser Arbeitsfähigkeit sei zum gegenwärtigen 
Zeitpunkt prognostisch nicht einschätzbar, da er von vielen Variablen ab-
hänge. Die Arbeitsfähigkeit könne durch medizinische Massnahmen noch 
relevant verbessert werden. Es brauche die Etablierung einer stabilen, ver-
trauensvollen therapeutischen Beziehung vorwiegend im ambulanten Set-
ting mit einer regelmässigen Behandlungsfrequenz einschliesslich psycho-
pharmakologischer Behandlung. Aufgrund der Art und Schwere der Er-
krankung sei von einer längeren Behandlungsdauer auszugehen. Zudem 
sei zu berücksichtigen, dass Persönlichkeitsstörungen per se therapeutisch 
nur schwer angegangen werden könnten und eine hohe Veränderungsre-
sistenz aufwiesen (AB 45.1 S. 35 f.).

3.1.5 Mit Schreiben vom 12. Juni 2019 (AB 70 S. 2 ff.) hielten die Ärzte 
der Spital E.________ AG, wo sich die Beschwerdeführerin seit dem 
22. Mai 2019 in ambulanter psychiatrischer Betreuung befand, als Diagno-
sen eine emotional instabile Persönlichkeitsstörung vom impulsiven Typ 
(ICD-10: F60.30), eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F32.1), 
einen schädlichen Gebrauch von Cannabis (ICD-10: F12.1) sowie Proble-
me durch schädliche Kindheitserlebnisse (ICD-10: Z61) fest (AB 70 S. 2). 
Im Rahmen des Arbeitsversuchs habe die Beschwerdeführerin eine de-
pressive Symptomatik mit ausgeprägtem sozialem Rückzug und Antriebs-
losigkeit entwickelt. Hinzu kämen Durchschlafstörungen, Morgentiefs und 
Gedankenkreisen. Diese Symptome erfüllten die Kriterien einer mittelgradig 
depressiven Episode (ICD-10: F32.1) und hätten zum Arbeitsabbruch ge-
führt. Es sei davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin wegen ihrer 
instabilen Persönlichkeitsstörung vom impulsiven Typ in der Arbeitssituati-
on überfordert gewesen sei, hierdurch eine depressive Symptomatik entwi-
ckelt habe und in der Folge den Arbeitsversuch habe abbrechen müssen. 
Neben der depressiven Symptomatik leide die Beschwerdeführerin unter 
emotionaler Instabilität mit Stimmungsschwankungen mehrmals täglich von 
himmelhoch jauchzend bis zu Tode betrübt, unbeständiger launischer 
Stimmung und emotionalen Durchbrüchen mit Gegenständen schmeissen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Mai 2020, IV/19/847, Seite 15

Hinzu komme selbstschädigendes Verhalten mit Kratzen bis zum Bluten. 
Diese Symptome würden einer emotional instabilen Persönlichkeitsstörung 
vom impulsiven Typ entsprechen. Wie der Arbeitsversuch gezeigt habe, sei 
die Beschwerdeführerin wegen ihrer instabilen Persönlichkeitsstörung vom 
impulsiven Typ in der Arbeitssituation überfordert gewesen und habe eine 
depressive Symptomatik entwickelt. Diese Entwicklung bestätige die in der 
Vergangenheit mehrmals attestierte Notwendigkeit eines engmaschigen 
begleitenden Settings, um die Beschwerdeführerin in den Arbeitsprozess 
zu integrieren (AB 70 S. 2 f.). Im Vorbescheid der Invalidenversicherung sei 
richtig festgestellt worden, dass eine erhebliche Diskrepanz zwischen der 
attestierten vollen Arbeitsunfähigkeit in jeder Tätigkeit und den Freizeitakti-
vitäten der Beschwerdeführerin bestehe. Allerdings liessen die zahlreichen 
Interessen und Fähigkeiten im privaten Bereich nicht den Schluss zu, dass 
die Beschwerdeführerin arbeitsfähig sei, denn ein Hauptsymptom der emo-
tional instabilen Persönlichkeitsstörung vom impulsiven Typ bestehe darin, 
dass Personen mit dieser Störung Schwierigkeiten in der Beibehaltung von 
Handlungen hätten, die nicht unmittelbar belohnt würden, wie dies in einer 
Arbeitstätigkeit eher auftrete als in freiwillig gewählten Aktivitäten in der 
Freizeit, bei welchen sich Anforderungen, Dauer und Intensität frei wählen 
liessen. Der Umstand, dass die Beschwerdeführerin bisher keine regel-
mässige Psychotherapie durchgeführt habe, sei wiederum auf die emotio-
nal instabile Persönlichkeitsstörung vom impulsiven Typ zurückzuführen 
und nicht auf eine mangelnde Kooperationsfähigkeit. Aktivitäten der Be-
schwerdeführerin seien von Impulsivität geprägt. Langfristiges und aufbau-
endes Verhalten seien durch die Erkrankung gestört. Erfreulich sei der Um-
stand, dass die Beschwerdeführerin gegenwärtig motiviert sei, bei ihnen 
eine Psychotherapie durchzuführen. Hauptmotiv sei nach glaubhaften An-
gaben der Beschwerdeführerin die Wiederaufnahme eines Arbeitsversuchs 
mit dem Ziel der Arbeitsintegration. In der Therapie bei ihnen sei sie ge-
genüber einer medikamentösen Behandlung zur Unterstützung des Errei-
chens des Ziels ebenfalls positiv eingestellt. Eine antidepressive Therapie 
mit Escitalopram sei am 22. Mai 2019 begonnen worden. Hierunter hätten 
sich die depressiven Symptome bereits gebessert. Auch bezüglich der 
emotionalen Instabilität wünsche die Beschwerdeführerin eine Medikation. 
Eine entsprechende Behandlung mit Quetiapin sei vorbesprochen worden 
und werde voraussichtlich in der nächsten Behandlung vom 16. Juni 2019 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Mai 2020, IV/19/847, Seite 16

initiiert. Der Umstand, dass die Beschwerdeführerin nun sowohl eine Psy-
chotherapie als auch eine medikamentöse Behandlung durchführen möch-
te, sei wahrscheinlich durch Therapiefortschritte durch die vorangehenden 
Therapien wie auch die aktuelle Therapie bedingt und prognostisch positiv 
zu werten. Zusammenfassend könne angemerkt werden, dass die aktuelle 
Entwicklung mit dem Arbeitsabbruch die Notwendigkeit einer engmaschi-
gen Begleitung in der Arbeitsintegration bestätige. Der Umstand, dass die 
Beschwerdeführerin sowohl für eine psychiatrische wie auch medika-
mentöse Behandlung mit dem Ziel der Arbeitsintegration motiviert sei, sei 
prognostisch günstig zu werten (AB 70 S. 3).

3.2 In medizinischer Hinsicht stützt sich die Beschwerdegegnerin auf 
das Gutachten des Dr. med. D.________ vom 29. Dezember 2018 
(AB 45.1). Das Gutachten erfüllt – jedenfalls in diagnostischer Hinsicht - 
sämtliche der in Erwägung 2.6 hiervor genannten, von der Rechtsprechung 
an medizinische Expertisen gestellten Anforderungen und erbringt damit 
hinsichtlich des psychischen Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin 
vollen Beweis (vgl. E. 2.7 hiervor). Zu keinem anderen Ergebnis führt der 
Bericht der Spital E.________ AG vom 12. Juni 2019 (AB 70). Die Diagno-
sen einer emotional instabilen Persönlichkeitsstörung vom impulsiven Typ 
(ICD-10: F60.30) sowie eines schädlichen Gebrauchs von Cannabis (ICD-
10: F12.1) werden darin bestätigt. Soweit zusätzlich eine mittelgradige de-
pressive Episode diagnostiziert wird, weist die Beschwerdegegnerin in der 
Beschwerdeantwort zu Recht darauf hin, dass sich die depressiven Sym-
ptome gemäss Bericht innerhalb von kurzer Zeit gebessert hätten. Die Be-
schwerdeführerin wolle sowohl eine Psychotherapie als auch eine medika-
mentöse Behandlung durchführen, was prognostisch positiv zu werten sei. 
Hinweise dafür, dass diese günstige Prognose im Zeitpunkt der angefoch-
tenen Verfügung nicht mehr zutreffend gewesen wäre, bestehen nicht. Wei-
ter ist unbestritten und aufgrund der Akten erstellt, dass die Beschwerde-
führerin an keinen die Arbeitsfähigkeit einschränkenden somatischen Be-
einträchtigungen leidet und über eine durchschnittliche Intelligenz verfügt 
(vgl. AB 70 S. 2, AB 45.1 S. 28 und 32). Zusammenfassend erweist sich 
der medizinische Sachverhalt als rechtsgenüglich abgeklärt. Von weiteren 
medizinischen Abklärungen sind bei dieser Ausgangslage keine neuen 
Erkenntnisse mehr zu erwarten, weshalb auf solche in antizipierter Be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Mai 2020, IV/19/847, Seite 17

weiswürdigung zu verzichten ist (vgl. BGE 144 V 361 E. 6.5 S. 368, 124 V 
90 E. 4b S. 94, 122 V 157 E. 1d S. 162; SVR 2019 IV Nr. 50 S. 163 E. 4). 
Etwas anderes wird von den Parteien denn auch nicht geltend gemacht. 

3.3 Gemäss dem psychiatrischen Gutachten vom 29. Dezember 2018 
(AB 45.1) ist eine relevante Einschränkung der Leistungsfähigkeit der Be-
schwerdeführerin dann zu erwarten, wenn die Kriterien einer optimal ange-
passten Tätigkeit (flache hierarchische Strukturen, vertrauenswürdige, be-
rechenbare, wertschätzende Vorgesetzte, welche Anweisungen bzw. Ent-
scheidungen klar und transparent kommunizieren und logisch begründen 
können, Mindestmass an Selbständigkeit, Möglichkeit eines zeitweisen 
Rückzugs [Pausen], zu Beginn eine gewisse Toleranz gegenüber krank-
heitsbedingten Fehlzeiten; vgl. AB 45.1 S. 35 sowie E. 3.1.4 hiervor) nicht 
eingehalten werden, wobei Dr. med. D.________ den Umfang der von ihm 
angenommenen Leistungseinschränkung „prognostisch nur schwer“ quanti-
fizieren und auch den zeitlichen Verlauf der Arbeitsfähigkeit nicht einschät-
zen konnte (AB 45.1 S. 36). Soweit der Gutachter in der Folge den medizi-
nisch zu beurteilenden Bereich verlassend insinuiert, dass eine entspre-
chend angepasste Tätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt nicht existieren 
würde und der Beschwerdeführerin deshalb – anders als die von Septem-
ber 2017 bis Mai 2018 behandelnde Psychologin Dr. phil. G.________, 
welche – wenn auch unter bestimmten Kautelen – immerhin von einer min-
destens 50%-igen Arbeitsfähigkeit ausging (vgl. E. 3.1.3 hiervor), bezogen 
auf den freien Arbeitsmarkt eine vollständige Arbeitsunfähigkeit attestiert 
(vgl. AB 45.1 S. 36), kann ihm aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht 
nicht gefolgt werden. Das trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu-
mutbarerweise erzielbare Einkommen ist bezogen auf einen ausgegliche-
nen Arbeitsmarkt zu ermitteln. Dieser theoretische und abstrakte Begriff 
dient dazu, den Leistungsbereich der Invalidenversicherung von jenem der 
Arbeitslosenversicherung abzugrenzen. Ein ausgeglichener Arbeitsmarkt 
ist gekennzeichnet durch ein gewisses Gleichgewicht zwischen Angebot 
und Nachfrage nach Arbeitskräften und weist einen Fächer verschiedenster 
Tätigkeiten auf und zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen 
und intellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen 
Einsatzes. Er umfasst auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- 
und Arbeitsangebote, bei welchen Behinderte mit einem sozialen Entge-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Mai 2020, IV/19/847, Seite 18

genkommen von Seiten des Arbeitgebers rechnen können (BGE 138 V 457 
E. 3.1 S. 459; SVR 2019 IV Nr. 21 S. 66 E. 4.2). Ob der ausgeglichene 
Arbeitsmarkt dem Zumutbarkeitsprofil entsprechende Stellen kennt, ist eine 
Rechtsfrage (SVR 2010 IV Nr. 39 S. 123). Anders als vom Gutachter in 
Bezug auf den freien Arbeitsmarkt angenommen, ist davon auszugehen, 
dass sich auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt Stellen finden, die die Kri-
terien einer der Behinderung der Beschwerdeführerin optimal angepassten 
Tätigkeit erfüllen und dass die Beschwerdeführerin ihre guten Ressourcen 
somit auch wirtschaftlich nutzen kann. Auf die attestierte vollständige Ar-
beitsunfähigkeit durch Dr. med. D.________ (AB 45.1 S. 36 Ziff. 8.2.3) 
kann folglich bereits aus diesem Grund nicht abgestellt werden. 

3.4 Die psychiatrischen Diagnosen insbesondere einer emotional in-
stabilen Persönlichkeitsstörung vom impulsiven Typ (ICD-10: F60.30) so-
wie eines schädlichen Gebrauchs von Cannabis (ICD-10: F12.1) sind vor-
liegend sachgerecht ausgewiesen und halten auch unter dem Gesichts-
punkt der Ausschlussgründe nach BGE 131 V 49 stand (vgl. E. 2.2 hiervor; 
Hinweise auf ein aggravatorisches Verhalten der Beschwerdeführerin oder 
eine ähnliche Erscheinung finden sich nicht [vgl. AB 45.1 S. 33]). Zu prüfen 
bleibt, ob der psychischen Problematik der Beschwerdeführerin in einer 
gesamthaften Würdigung der massgebenden Indikatoren gemäss BGE 141 
V 281 aus juristischer Sicht eine invalidisierende Wirkung zuerkannt wer-
den kann (vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3 S. 54). Diese Beurteilung ist gestützt 
auf die medizinische Faktenlage und damit auf das in sachverhaltlicher 
Hinsicht grundsätzlich voll beweiskräftige psychiatrische Gutachten des 
Dr. med. D.________ vom 29. Dezember 2018 (AB 45.1) wie auch die üb-
rigen medizinischen Akten, insbesondere auch den Bericht der Spital 
E.________ AG vom 12. Juni 2019 (AB 70 S. 2 ff.), vorzunehmen. Daran 
ändern die Ausführungen in der Beschwerde nichts. 

3.4.1 Kategorie „funktioneller Schweregrad“

3.4.1.1 Komplex Gesundheitsschädigung

Zum Indikator Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde und Sympto-
me ist festzuhalten, dass die psychopathologische Befunderhebung vom 
2. November 2018 durch den psychiatrischen Gutachter Dr. med. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Mai 2020, IV/19/847, Seite 19

D.________ keine relevanten Auffälligkeiten ergab (vgl. AB 45.1 S. 26), die 
gutachterliche Diagnosestellung und die angenommenen Funktionsein-
schränkungen mithin im Wesentlichen auf den Schilderungen der Be-
schwerdeführerin und deren Angaben und Dokumentation in den Vorakten 
beruht (vgl. AB 45.1 S. 33 f.). Angesichts der relativ blanden objektiven 
Befunde anlässlich der psychopathologischen Befunderhebung ist in Über-
einstimmung mit der Beschwerdegegnerin eine erhebliche Ausprägung der 
diagnoserelevanten Befunde zu verneinen resp. von einem relativ gering 
ausgeprägten Leiden auszugehen (vgl. Beschwerdeantwort, S. 3). 

Eine psychiatrische Behandlung lege artis mit optimaler Kooperation wurde 
von der Beschwerdeführerin erst nach Erhalt des Vorbescheids vom 
10. Mai 2019 (AB 61) aufgenommen (vgl. AB 70 S. 2) und hat gemäss Be-
richt des behandelnden Arztes bereits zu einer Besserung der Symptome 
resp. zu Therapiefortschritten und einer entsprechend positiven Prognose 
geführt (vgl. AB 70 S. 3). Eine Behandlungsresistenz kann folglich klarer-
weise verneint werden. Die berufliche Eingliederung im K.________ 
(AB 53) hat die Beschwerdeführerin trotz grundsätzlicher Zumutbarkeit (vgl. 
AB 45.1 S. 36, AB 70 S. 3) abgebrochen (AB 69). Auch wenn die Be-
schwerdeführerin dies damit begründet, sich nicht in der Lage gefühlt zu 
haben, die vereinbarten Ziele zu erreichen (vgl. IV-Protokoll [in den Ge-
richtsakten] S. 8; siehe auch die retrospektive Stellungnahme der 
E.________ AG vom 12. Juni 2019 [AB 70 S. 2]), ist dies angesichts der 
grundsätzlichen Zumutbarkeit der Eingliederungsmassnahme als Indiz für 
eine nicht invalidisierende Beeinträchtigung zu werten.

Eigenständige krankheitswertige Störungen im Sinne von relevanten Ko-
morbiditäten zur emotional instabilen Persönlichkeitsstörung vom impulsi-
ven Typ (ICD-10: F60.30) sind zu verneinen. Der schädliche Gebrauch von 
Cannabis kann gemäss Gutachten nicht als selbständiges Krankheitsbild 
gewertet werden, sondern ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf die 
emotional instabile Persönlichkeitsstörung zurückzuführen und hat bisher 
keine irreversiblen Sucht-Folgeschäden verursacht. Dass die im Gutachten 
genannten Z-Diagnosen (Probleme durch negative Kindheitserlebnisse 
sowie andere Probleme in der engeren Bezugsgruppe, einschliesslich fami-
liäre Umstände), die für sich alleine unstrittig keine rechtserheblichen Ge-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Mai 2020, IV/19/847, Seite 20

sundheitsbeeinträchtigungen darstellen (SVR 2012 IV Nr. 52 S. 188 E. 3.1 
und 3.3), der Beschwerdeführerin über die durch sie begünstigte emotional 
instabile Persönlichkeitsstörung hinaus in relevantem Ausmass Ressour-
cen rauben würden, ist gestützt auf das Gutachten zu verneinen, werden 
diese Diagnosen im Gutachten doch nicht als relevante Komorbiditäten, 
sondern im Wesentlichen als Erklärung für die Entwicklung der emotional 
instabilen Persönlichkeitsstörung der Beschwerdeführerin genannt (vgl. 
AB 45.1 S. 28 ff.). Zusammenfassend liegen bei der Beschwerdeführerin 
nach dem Dargelegten weder in somatischer noch psychischer Hinsicht 
relevante Komorbiditäten mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vor. 

3.4.1.2 Komplex „Persönlichkeit“ 

Die Persönlichkeit der Beschwerdeführerin ist gemäss Gutachten geprägt 
durch Defizite in der Wahrnehmung eigener emotionaler Zuständen und 
deren adäquater funktionaler Regulation, was die Wahrscheinlichkeit von 
impulsiven, unkontrollierten emotionalen Ausbrüchen oder selbstschädi-
genden Verhaltens bei innerer Anspannung erhöhe. Darüber hinaus ist 
gemäss Gutachten von einem eher niedrigen Selbstwert, einer niedrigen 
Selbstwirksamkeit und einer stark verminderten Frustrationstoleranz aus-
zugehen (vgl. AB 45.1 S. 32). Daneben verfügt die Beschwerdeführerin 
jedoch unstrittig auch über zahlreiche Ressourcen/Fähigkeiten mit vielen 
Interessen. Sie zeichnet und gestaltet sehr gerne, ist naturverbunden, liebt 
den Umgang mit Tieren, ist humorvoll und hat eine IT-Affinität (AB 45.1 
S. 34). Bei gesundheitlicher Stabilität und vorhandenem Interesse wird sie 
als zuverlässig, offen, zugänglich, engagiert und motiviert beschrieben (vgl. 
AB 45.1 S. 34), was klar gegen eine relevante Einschränkung der Leis-
tungsfähigkeit der Beschwerdeführerin in einer optimal angepassten Tätig-
keit spricht (vgl. E. 3.3 hiervor).

3.4.1.3 Komplex „Sozialer Kontext“

Die Beschwerdeführerin verfügt über einen geregelten Tagesablauf und ist 
auch an schlechten Tagen in der Lage, ihre Tiere zu versorgen. Sie geht in 
der Regel mehrere Stunden täglich spazieren, erledigt die Arbeiten im 
Haushalt, trainiert mit ihrem Hund, trifft jeden Tag eine Nachbarin und erle-
digt auch ihre administrativen Angelegenheiten weitgehend alleine 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Mai 2020, IV/19/847, Seite 21

(AB 45.1 S. 22 f., AB 45.1 S. 31). Sie befindet sich gemäss Gutachten seit 
September 2018 in einer neuen Beziehung zu einem zur Zeit der Begut-
achtung 25-jährigen Mann. Sie fühlt sich nach eigenen Angaben in der Be-
ziehung wohl, brauche jedoch auch Abstand. Das Paar würde sich circa 
zwei- bis dreimal pro Woche treffen (AB 45.1 S. 31). Auch unter Berück-
sichtigung der Beurteilung im Gutachten, aufgrund des nahezu vollständi-
gen Fehlens eines sozialen Umfelds inklusive der Primärfamilie bestehe 
ausser von professioneller Seite (Sozialdienst) kaum Unterstützung 
(AB 45.1 S. 32), sprechen der beschriebene Tagesablauf resp. des Akti-
vitätsniveau wie auch die offenbar durchaus vorhandenen sozialen Kontak-
te für gute mobilisierbare Ressourcen auch in diesem Bereich.

3.4.2 Kategorie „Konsistenz“

Anders als vom Gutachter beurteilt (AB 45.1 S. 33), liegt bei der Beschwer-
deführerin nach dem Dargelegten kein konsistentes Bild der Einschränkun-
gen des Aktivitätsniveaus in allen Lebensbereichen vor (siehe auch AB 70 
S. 3). In ihren Alltags- und Freizeitaktivitäten ist die Beschwerdeführerin 
praktisch nicht eingeschränkt und ein krankheitsbedingter Leidensdruck ist 
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch nicht ausgewiesen (vgl. 
E. 3.4.1.1 und 3.4.1.3 hiervor). Zwar hat die Beschwerdeführerin mittlerwei-
le eine psychiatrische Behandlung lege artis aufgenommen und scheint 
diesbezüglich nun auch besser zu kooperieren (vgl. AB 70), dazu kam es 
jedoch erst, nachdem ihr die Abweisung ihres Rentenbegehrens in Aus-
sicht gestellt worden war (AB 61). 

3.5 In einer gesamthaften Würdigung der massgebenden Indikatoren 
gemäss BGE 141 V 281 ist nach dem Dargelegten die Schlussfolgerung 
der Beschwerdegegnerin zu bestätigen, wonach ein invalidisierender Ge-
sundheitsschaden nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewie-
sen ist resp. der psychischen Problematik der Beschwerdeführerin aus 
rechtlicher Sicht keine invalidisierende Wirkung zuerkannt werden kann. 
Die angefochtene Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 3. Oktober 
2019 (AB 71) ist somit nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene 
Beschwerde abzuweisen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Mai 2020, IV/19/847, Seite 22

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung 
oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach 
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- festzulegen. 

Die Verfahrenskosten sind vorliegend auf Fr. 800.-- festzusetzen und – 
unter Vorbehalt der unentgeltlichen Rechtspflege – der unterliegenden Be-
schwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 108 Abs. 1 VRPG).

4.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf 
eine Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 61 lit. g 
ATSG [Umkehrschluss]).

4.3 Zu prüfen bleibt das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege.

4.3.1 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei 
von den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, 
wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechts-
begehren nicht aussichtslos erscheint. Unter den gleichen Voraussetzun-
gen kann überdies einer Partei eine Anwältin oder ein Anwalt beigeordnet 
werden, wenn die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse es rechtferti-
gen (Art. 61 lit. f ATSG sowie Art. 111 Abs. 1 und 2 VRPG; SVR 2011 IV 
Nr. 22 S. 61 E. 2, 2011 UV Nr. 6 S. 22 E. 6.1).

4.3.2 Aufgrund des zum Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege einge-
reichten Sozialhilfebudgets (Beschwerdebeilage [BB] 3) ist die Prozessbe-
dürftigkeit der Beschwerdeführerin erstellt. Das vorliegende Beschwerde-
verfahren war auch nicht als von vornherein aussichtslos zu bezeichnen. 
Auch war die anwaltliche Verbeiständung im Beschwerdeverfahren ge-
rechtfertigt. Damit sind die Voraussetzungen zur Gewährung der unentgelt-
lichen Rechtspflege und Verbeiständung im Beschwerdeverfahren erfüllt. 
Das Gesuch ist somit gutzuheissen. Die Beschwerdeführerin ist folglich – 
unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 der Schweizeri-
schen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 (Zivilprozessordnung, 
ZPO; SR 272) – von der Zahlungspflicht betreffend die Verfahrenskosten 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Mai 2020, IV/19/847, Seite 23

zu befreien (Art. 113 VRPG) und ihr ist Rechtsanwalt C.________ als amt-
licher Anwalt beizuordnen.

4.4 Gemäss der Praxis des Verwaltungsgerichts wird der Stundenan-
satz amtlicher Anwältinnen und Anwälte gemeinnützig tätiger Rechtsbera-
tungsstellen unter Beachtung der bundesgerichtlichen Rechtsprechung 
(BGE 135 I 1 E. 7.3 S. 3; SVR 2010 IV Nr. 3 S. 6 E. 5.4) auf Fr. 130.-- fest-
gesetzt. Dieser allgemeingültige pauschalisierte Stundenansatz wird im 
konkreten Fall mit dem gebotenen Aufwand multipliziert (vgl. Rundschrei-
ben der Sozialversicherungsrechtlichen Abteilung und der Abteilung für 
französischsprachige Geschäfte des Verwaltungsgerichts des Kantons 
Bern vom 16. Dezember 2009, abrufbar unter www.justice.be.ch).

Die Kostennote von Rechtsanwalt C.________ vom Rechtsdienst 
B.________ vom 20. Dezember 2019 ist nicht zu beanstanden. Entspre-
chend dem geltend gemachten Aufwand von 8.3 Stunden wird das amtliche 
Honorar von Rechtsanwalt Meier Rhein auf Fr. 1‘079.-- (8.3 h x 
Fr. 130.--/h), zuzüglich Fr. 70.-- Auslagen und Fr. 88.45 Mehrwertsteuer, 
somit auf total Fr. 1‘237.45 festgesetzt. Die Beschwerdeführerin hat dem 
Kanton Bern diese Kosten entsprechend den Voraussetzungen von 
Art. 123 ZPO nachzuzahlen.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung von 
Rechtsanwalt C.________ als amtlicher Anwalt wird gutgeheissen.

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen 
Rechtspflege wird die Beschwerdeführerin – unter Vorbehalt der Nach-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Mai 2020, IV/19/847, Seite 24

zahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht 
befreit.

4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

5. Dem amtlichen Anwalt C.________ wird nach Eintritt der Rechtskraft 
dieses Urteils aus der Gerichtskasse eine auf Fr. 1‘237.45 (inkl. Ausla-
gen und MWSt.) festgesetzte Entschädigung vergütet. Vorbehalten 
bleibt die Nachzahlungspflicht nach Art. 123 ZPO.

6. Zu eröffnen (R):
- B.________, Rechtsanwalt C.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Die Kammerpräsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.