# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ad8a7da7-cbdd-5f8e-8e4a-b8775153eee7
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-12-22
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 22.12.2011 D-6763/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6763-2011_2011-12-22.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung IV
D­6763/2011/sed

U r t e i l   v om   2 2 .   D e z embe r   2 0 1 1

Besetzung Richterin Nina Spälti Giannakitsas (Vorsitz),
Richterin Muriel Beck Kadima, Richter Thomas Wespi,   
Gerichtsschreiber Lorenz Mauerhofer.

Parteien A._______, geboren am … ,
Irak, 
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Asyl und Wegweisung (Flughafenverfahren); 
Verfügung des BFM vom 12. Dezember 2011 / N … .

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Sachverhalt:

A. 
Der  Beschwerdeführer  –  ein  Staatsangehöriger  des  Irak  –  traf  gemäss 
den Akten am 3. Dezember 2011 auf dem Flughafen Zürich­Kloten ein, 
wo er am  folgenden Tag ein Asylgesuch einreichte. Auf  dem Flughafen 
wurde  bei  ihm  ein  gefälschter  schwedischer  Reisepass  erhoben  und 
Abklärungen der Flughafenpolizei ergaben, dass er Zürich über Tansania 
(…) und von der Türkei (…) kommend erreicht hatte. 

B. 
Mit  Verfügung  des  BFM  vom  4.  Dezember  2011  wurde  dem 
Beschwerdeführer  die  Einreise  in  die  Schweiz  vorläufig  verweigert  und 
ihm wurde  für die Dauer  von maximal 60 Tagen der Transitbereich des 
Flughafens als Aufenthaltsort zugewiesen. 

C. 
Am  5. Dezember  2011  wurde  der  Beschwerdeführer  vom  BFM 
summarisch  befragt  und  am  9. Dezember  2011  einlässlich  zu  seinen 
Gesuchsgründen  angehört.  Dabei  gab  er  zu  seiner  Person  an,  er  sei 
Kurde  und  er  stamme  aus  dem  in  der  Provinz  Kirkuk  gelegenen 
X._______ (…; nordwestlich von Kirkuk­Stadt gelegen), wo er  früher als 
Bauarbeiter  gearbeitet  habe.  Seine  Eltern  seien  bereits  verstorben,  in 
X._______  seien  aber  weiterhin  zwei  Brüder  und  zwei  Schwestern 
wohnhaft. Daneben lebten zwei ältere Schwestern in Erbil, wo auch eine 
Tante und deren Söhne wohnhaft seien. Von 2004 bis 2008 habe er als 
Sicherheitsmann  im  Dienst  der  britischen  S._______  gestanden,  einer 
internationalen  Baufirma  mit  Filialen  in  Bagdad  und  Erbil.  Er  sei  in 
Bagdad  eingesetzt  worden,  bis  er  wegen  fehlender  Aufträge  von  der 
S._______  entlassen worden  sei.  Danach  habe  er  2009  eine Stelle  als 
Sicherheitsmann  bei  der  amerikanischen  T._______  gefunden,  bei 
welcher es sich ebenfalls um eine internationale Baufirma handle. Für die 
T._______  sei  er  in  Y._______  (westlich  von  Kirkuk  gelegen)  tätig 
gewesen,  wo  die  Firma  eine  grosse  elektrische  Station  repariert  habe. 
Ende 2009 habe er seine Tätigkeit für T._______ aufgegeben und er sei 
in  seine Heimatstadt  X._______  zurückgekehrt,  wo  er  bereits  früher  für 
sich ein Haus gekauft habe. Da er in X._______ bedroht worden sei, sei 
er  2010  nach  Erbil  geflüchtet,  wo  er  für  sich  eine  Wohnung  gemietet 
habe. Im November 2011 habe er Erbil verlassen und am 24. November 
2011  sei  er,  ausgestattet  mit  seinem  eigenen  Reisepass,  von 
Suleimaniya  auf  dem  Luftweg  in  die  Türkei  gereist.  Von  dort  sei  er mit 

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Hilfe  einer  Schlepperin  und  ausgestattet  mit  einem  schwedischen 
Reisepass  über  ein  afrikanisches  Land  in  die  Schweiz  gereist,  wo man 
ihm eine Weiterreise nach Belgien verweigert habe. 

Zur  Begründung  seines Gesuches machte  er  im Wesentlichen  geltend, 
nachdem  er  2010  in  seine  Heimatstadt  X._______  zurückgekehrt  sei, 
welche  unter  der  Kontrolle  der  irakischen  Zentralregierung  stehe, 
respektive  bereits  während  seiner  Tätigkeit  für  die  amerikanische 
T._______, sei er von unbekannter Seite – mutmasslich von Anhängern 
von  Saddam  Hussein  oder  einer  Terroristengruppe  –  bedroht  worden. 
Mittels Droh­SMS und auch telefonisch seien von ihm 50'000.– US­Dollar 
gefordert  worden,  ansonsten  er  enthauptet  werde.  Er  habe  das  nicht 
ernst  genommen,  bis  zweimal  auf  sein  Haus  geschossen  worden  sei. 
Danach habe er Angst bekommen und er sei deshalb Anfang 2010 von 
X._______  nach  Erbil  geflüchtet.  Dort  habe  er  sich  während  zehn 
Monaten  aufgehalten,  danach  sei  er  nach  Kirkuk  zurückgekehrt,  wo  er 
sich  einen  Pass  habe  ausstellen  lassen.  Im  Anschluss  daran  habe  er 
zwecks  Finanzierung  seiner  Ausreise  aus  dem  Irak  sein  Haus  in 
X._______  verkauft  und  danach  habe  er  den  Irak  über  Suleimaniya 
verlassen.  Auf Nachfrage  des BFM gab  er  an,  in  X._______  sei  nur  er 
bedroht worden,  nicht  aber  seine Geschwister. Ebenfalls  auf Nachfrage 
des BFM brachte er vor, in Erbil sei es zu keinen Vorfällen gekommen, er 
habe die Stadt  jedoch verlassen, da er dort keine Arbeit gefunden habe 
und  da  dort  das  Leben  sehr  teuer  gewesen  sei  (vgl.  das 
Anhörungsprotokoll vom 9. Dezember 2011; Frage 54 ff.) 

Als  Beweismittel  für  seine  Tätigkeit  für  die  britische S._______  und  die 
amerikanische  T._______  legte  er  diverse  Ausweise  und  auch  ein 
Bestätigungsschreiben  vor.  Zusätzlich  liess  er  sich  während  seines 
Aufenthalts  im Flughafen Zürich­Kloten aus Erbil  per DHL­Kurier  seinen 
Nationalitätenausweis  und  seine  Identitätskarte  sowie  eine 
Aufenthaltsbestätigung  und  eine  Lebensmittelkarte  zusenden  (vgl.  dazu 
im Einzelnen die Akten). 

D. 
Mit Verfügung vom 12. Dezember 2011 – eröffnet durch Vermittlung der 
Flughafenpolizei Zürich­Kloten am 15. Dezember 2011 – lehnte das BFM 
das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  ab  und  ordnete  dessen 
Wegweisung  aus  der  Schweiz  sowie  den Wegweisungsvollzug  an.  Auf 
die Begründung wird – soweit wesentlich – nachfolgend eingegangen. 

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E. 
Gegen diesen Entscheid erhob der Beschwerdeführer am 16. Dezember 
2011  Beschwerde,  wobei  er  in  seiner  Eingabe  zur  Hauptsache  die 
Aufhebung  der  angefochtenen  Verfügung  [1],  die  Feststellung  der 
Flüchtlingseigenschaft  und die Gewährung von Asyl  [2],  eventualiter  die 
Feststellung  der Unzulässigkeit,  Unzumutbarkeit  und Unmöglichkeit  des 
Wegweisungsvollzuges und die Anordnung einer vorläufigen Aufnahme in 
der Schweiz [3] beantragte. Gleichzeitig ersuchte er in seiner Eingabe um 
Erlass  der  Verfahrenskosten  und  um  Befreiung  von  der 
Kostenvorschusspflicht  [4],  sowie  um  Beiordnung  einer  amtlichen 
Rechtsvertretung  (vgl. dazu S. 7), eventualiter um die Wiederherstellung 
der  aufschiebenden  Wirkung  der  Beschwerde  [5]  und  ausserdem  um 
Anordnungen  an  das  BFM  betreffend  die  Nicht­Kontaktnahme  mit  den 
Behörden  seines  Heimatstaates  [6],  eventualiter  eine  diesbezügliche 
Information  [7].  Auf  die  Begründung  wird  –  soweit  wesentlich – 
nachfolgend eingegangen. 

F. 
Die vorinstanzlichen Akten trafen in Kopie (per Telefax) am 16. Dezember 
2011  beim  Bundesverwaltungsgericht  ein  (vgl.  Art.  109  Abs.  2  des 
Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]),

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 
1.1. Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  unter  anderem  zuständig  für  die 
Behandlung  von  Beschwerden  gegen  Verfügungen  des  BFM;  dabei 
entscheidet  das  Bundesverwaltungsgericht  auf  dem  Gebiet  des  Asyls 
endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des 
Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (vgl. 
dazu Art. 105 des Asylgesetzes  vom 26.  Juni  1998  (AsylG, SR 142.31) 
i.V.m.  Art.  31  und  33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005  [VGG,  SR  173.32]  sowie  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2.  Das  Verfahren  richtet  sich  nach  dem  Bundesgesetz  vom  20. 
Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021), 
soweit das VGG oder das AsylG nichts anderes bestimmen (vgl. Art. 37 
VGG sowie Art. 6 und 105 AsylG). 

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1.3. Auf dem Gebiet des Asyls kann mit Beschwerde die Verletzung von 
Bundesrecht,  die  unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des 
rechtserheblichen  Sachverhalts  und  die  Unangemessenheit  gerügt 
werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

1.4.  Auf  die  frist­  und  formgerechte  Eingabe  des  legitimierten 
Beschwerdeführers  ist  einzutreten  (Art.  108  Abs.  2  AsylG  und  Art.  52 
Abs. 1 VwVG sowie Art. 48 Abs.1 VwVG). Dabei  ist aufgrund der Akten 
auf  die  Durchführung  eines  Schriftenwechsels  zu  verzichten  (Art.  111a 
Abs. 1 AsylG). 

2. 
2.1.  Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich  Asyl.  Flüchtlinge  sind  Personen,  die  in  ihrem Heimatstaat 
oder  im Land,  in dem sie zuletzt wohnten, wegen  ihrer Rasse, Religion, 
Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder 
wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt 
sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu 
werden. Als  ernsthafte Nachteile  gelten  namentlich  die Gefährdung  des 
Leibes,  des  Lebens  oder  der  Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen 
unerträglichen  psychischen  Druck  bewirken.  Den  frauenspezifischen 
Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG).

2.2.  Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft 
nachweisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft 
gemacht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender 
Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere 
Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich 
widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich 
auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden  (Art. 7 
AsylG). 

3. 
3.1.  Im  angefochtenen  Entscheid  erklärt  das  BFM  die  Vorbringen  des 
Beschwerdeführers sowohl als flüchtlingsrechtlich nicht relevant als auch 
als  unglaubhaft.  Dabei  hält  das  Bundesamt  vorab  fest,  der 
Beschwerdeführer habe keine staatliche Verfolgung aus einem der in Art. 
3  Abs.  1  AsylG  genannten  Gründe  geltend  gemacht,  sondern  lediglich 
eine Bedrohungslage vonseiten unbekannter Dritter. In dieser Hinsicht sei 
er zudem bloss zu Mutmassungen in der Lage, und im Weiteren habe er 
sich  auch  gar  nicht  um  staatlichen  Schutz  bemüht,  weshalb  den 

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irakischen Behörden keine Verletzung  ihrer Schutzpflichten vorgeworfen 
werden  könne.  Letztlich  sei  der  Beschwerdeführer  auf  eine 
Schutzgewährung durch die Schweiz auch von daher nicht angewiesen, 
da er sich der geltend gemachten Bedrohungslage durch einen Umzug in 
den  Nordirak  habe  entziehen  können.  So  habe  er  sich  vor  seiner 
Ausreise aus dem Irak während Monaten in Erbil aufgehalten, ohne dort 
je  behelligt  worden  zu  sein.  Nach  diesen  Feststellungen  hält  das 
Bundesamt  dafür,  der  Beschwerdeführer  habe  die  geltend  gemachte 
Bedrohungslage  ohnehin  nicht  glaubhaft  machen  können,  da  seine 
Schilderungen  auffallend  vage  und  stereotyp  ausgefallen  seien.  Seine 
Ausführungen zu den geltend gemachten Verfolgern (angeblich Anhänger 
von  Saddam  Hussein  oder  Terroristen)  und  zu  den  behaupteten 
Kontaktnahmen  von  dieser  Seite  (angeblich  über  SMS)  liessen  jegliche 
Details  vermissen.  Schliesslich  ergebe  sich  aus  dem  vorgelegten 
Schreiben der Firma T._______, dass es sich dabei um eine Sicherheits­ 
und nicht um eine Baufirma handle, für welche der Beschwerdeführer als 
Küchenchef  tätig  gewesen  sei.  Da  der  Beschwerdeführer  diese 
Ungereimtheiten  nicht  zu  erklären  vermöge,  hielten  die 
Gesuchsvorbringen den Anforderungen gemäss Art. 7 AsylG nicht stand. 

3.2.  In seiner Beschwerdeeingabe hält der Beschwerdeführer an seinen 
bisherigen  Gesuchsvorbringen  fest,  welche  er  –  dem  wesentlichen 
Sinngehalt nach – als flüchtlingsrechtlich relevant erklärt. Dabei bekräftigt 
er vorab seine Schilderungen zu seinem Engagement erst  für die Firma 
S._______  und  später  für  die  Firma  T._______.  In  diesem 
Zusammenhang führt er neu an, bei T._______ sei er je nach Bedarf als 
Koch  oder  als  Leibwächter  eingesetzt  worden.  Den  Ausführungen  des 
BFM betreffend das Fehlen von Detailschilderungen hält er entgegen, er 
habe  alles  gesagt,  was  er  wisse,  und  den  vorinstanzlichen  Vorhalt 
betreffend  die Möglichkeit  einer Schutzgewährung  an  seinem Heimatort 
durch die örtlichen Sicherheitskräfte erklärt er vor dem Hintergrund der im 
Irak  herrschenden  Verhältnisse  als  realitätsfremd.  Zwar  sei  die  Polizei 
damals  bei  ihm  erschienen  und  habe  gefragt,  wer  auf  sein  Haus 
geschossen  habe.  Mehr  habe  die  Polizei  aber  nicht  gemacht,  da  die 
Polizei  selbst  auf  Schutz  angewiesen  sei  und  ihm daher  keinen Schutz 
bieten  könne.  Deswegen  sei  er  nach  Erbil  gegangen,  dort  seien  aber 
Leute  aus  der  Kirkuk­Provinz  nicht  beliebt.  Die  kurdischen  Behörden 
hätten  vielmehr  ein  Interesse  daran,  dass  Kurden  aus  Kirkuk  auch  in 
Kirkuk bleiben würden,  damit  das Gebiet  kurdisch bleibe. Zwar  habe er 
sich  während  zehn  Monaten  in  Erbil  aufgehalten,  sich  dort  aber  nie  in 
Sicherheit  gefühlt.  Er  habe  vielmehr  dauernd  Angst  gehabt  und  sei 

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ständig  unter  Stress  gestanden,  da  er  dort  jederzeit  einen  Übergriff 
befürchtet habe. Aufgrund seiner Angst habe er auch keinen Kontakt zu 
seinen  Schwestern  in  Erbil  gepflegt  und  deshalb  schliesslich  Erbil 
verlassen.  Dorthin  könne  er  nicht  mehr  zurückkehren,  da  er  von  den 
kurdischen Behörden  gezwungen würde, wieder  nach Kirkuk  zu  gehen, 
da sein Heimatort dort und nicht in Erbil liege. 

4. 
4.1.  Aufgrund  der  Akten  ist  festzustellen,  dass  der  Beschwerdeführer 
nicht  zu  hinreichend  widerspruchsfreien  und  im  Wesentlichen 
nachvollziehbaren  Schilderungen  der  angeblich  ausreiserelevanten 
Ereignisse  in  der  Lage  war.  So  erweist  sich  bereits  die  Datierung  der 
geltend  gemachten  Ereignisse  als  sehr  widersprüchlich.  Der 
Beschwerdeführer  will  sich  ab  Anfang  2010  für  zehn  Monate  in  Erbil 
aufgehalten  haben  und  direkt  anschliessend  aus  dem  Irak  ausgereist 
sein. Seine Ausreise datiert er jedoch auf Ende November 2011, womit er 
sich richtigerweise fast zwei Jahre in Erbil aufgehalten hätte. Im Weiteren 
weisen seine Schilderungen zur geltend gemachten Bedrohungslage von 
Seiten  unbekannter  Dritter 
– wie  vom  BFM  zu  Recht  erkannt  –  keinerlei  nachvollziehbare 
Detailangaben  auf.  Seine  diesbezüglichen  Angaben  und  Ausführungen 
bleiben vielmehr vollständig an der Oberfläche, woraus sich nicht auf ein 
tatsächliches  Erleben  der  vorgebrachten  Ereignisse  schliessen  lässt. 
Zwar  ist aufgrund der eingereichten Beweismittel nicht auszuschliessen, 
dass  er  in  den  Jahren  2004  bis  2009  für  verschiedene  ausländische 
Firmen  tätig  war.  Alleine  von  daher  ist  die  behauptete 
Gefährdungssituation  von  Seiten  unbekannter  Dritter  jedoch  nicht 
glaubhaft  gemacht.  Anlass  zur  Annahme,  der  Beschwerdeführer  sei  ab 
Ende 2009 oder Anfang 2010 und bis zu seiner Ausreise Ende November 
2011  von  Nachstellungen  von  "Terroristen"  oder  von  "Anhängern  von 
Saddam Hussein" bedroht  gewesen,  besteht mangels nachvollziehbarer 
Ausführungen nicht, womit den Gesuchsvorbringen  in zentralen Punkten 
die Grundlage entzogen ist.

4.2. Auch  wenn  davon  ausgegangen  wird,  der  Beschwerdeführer  habe 
vor  seiner  Ausreise  aus  dem  Irak  während  einiger  Jahre  im  Dienst 
ausländischer  Firmen  respektive  der  "Amerikaner"  gestanden,  so  ist 
alleine  damit  die  geltend  gemachte  Verfolgungssituation  nicht  glaubhaft 
gemacht. In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass im Irak, 

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welcher  fast  30  Millionen  Einwohner  zählt,  tausende  lokaler  Helfer – 
darunter  sehr  viele Kurden –  sowohl  für  die  amerikanischen Streitkräfte 
als  auch  für  die  von  dieser  Seite  engagierten  Privatunternehmen  tätig 
waren  (darunter  sowohl  die  britische  S._______  als  auch  die 
amerikanische  T._______,  bei  welcher  es  sich  entgegen  den 
Erwägungen des BFM nicht nur um eine Sicherheitsfirma, sondern auch 
um  eine  Baufirma  handelt).  Der  Beschwerdeführer  weist  in  dieser 
Hinsicht  jedoch  keinerlei  besonderes  Profil  auf,  welches  ihn  von  der 
grossen Zahl der anderen Hilfskräfte unterscheiden würde, weshalb kein 
Anlass  zur  Annahme  besteht,  er  sei  aufgrund  seines  früheren 
Engagements  für  die  S._______  oder  die  T._______  im  Irak  gezielten 
ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  gewesen  oder  er  habe  solche  zu 
befürchten gehabt. 

4.3.  Der  Vollständigkeit  halber  bleibt  anzumerken,  dass  das  BFM 
schliesslich  zu  Recht  auf  das  Vorliegen  einer  innerstaatlichen 
Fluchtalternative  im  kurdischen  Nordirak  verweist,  welche  eine 
Asylgewährung  von  vornherein  ausschliesst.  Der  Beschwerdeführer  hat 
sich  vor  seiner  Ausreise  aus  dem  Irak  in  Erbil  aufgehalten,  wo  er  über 
naheliegende persönliche Anknüpfungspunkte verfügt (zwei Schwestern, 
eine  Tante  und  zudem  verschiedene Cousins).  Vor  diesem Hintergrund 
stossen  seine  Vorbringen  betreffend  seinen  angeblich  ausschliesslich 
zentralirakischen  Hintergrund  (die  von  ihm  gemachte  Herkunft  aus 
X._______)  ins  Leere,  da  kein  Anlass  zur  Annahme  besteht,  er  würde 
von  den  kurdischen  Behörden  aus  dem  Nordirak  in  den  Zentralirak 
weggewiesen.  Aufgrund  seines  persönlichen  Hintergrundes  ist  vielmehr 
davon  auszugehen,  er  wäre  im  nordirakischen  Erbil  –  wie  in  BVGE 
2008/4  beschrieben  –  vor  allfälligen  Nachstellungen  von  Seiten 
zentralirakischer "Terroristen" oder "Anhängern von Saddam Hussein"  in 
Sicherheit.  Die  anders  lautenden  Vorbringen  vermögen  nicht  zu 
überzeugen.  Auf  weitere  Erwägungen  dazu  kann  indes  vor  dem 
Hintergrund der vorstehenden Feststellungen verzichtet werden. 

4.4.  Zusammenfassend  ergibt  sich,  dass  der  Beschwerdeführer  keine 
Gründe  nach  Art.  3  AsylG  nachweisen  oder  glaubhaft  machen  konnte. 
Das BFM hat demnach die Flüchtlingseigenschaft zu Recht verneint und 
das Asylgesuch abgelehnt.

5. 
Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 
verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

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Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 
(Art. 44 Abs. 1 AsylG). 

Nachdem  der  Beschwerdeführer  weder  über  eine  ausländerrechtliche 
Aufenthaltsbewilligung  noch  über  einen  Anspruch  auf  Erteilung  einer 
solchen  verfügt,  ist  die  Anordnung  der Wegweisung  zu  bestätigen  (vgl. 
dazu auch BVGE 2009/50 E. 9 S. 733 m.w.H.).

6. 
6.1.  Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 
nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach 
den  gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von 
Ausländern  (Art. 44  Abs. 2  AsylG  i.V.m.  Art. 83  Abs. 1  des 
Bundesgesetzes  vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]).

Bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen  gilt 
gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  sowie  der 
vormaligen  Schweizerischen  Asylrekurskommission  (ARK)  der  gleiche 
Beweisstandard  wie  bei  der  Flüchtlingseigenschaft,  das  heisst,  sie  sind 
zu  beweisen,  wenn  der  strikte  Beweis  möglich  ist,  und  andernfalls 
wenigstens  glaubhaft  zu  machen  (vgl.  WALTER  STÖCKLI,  Asyl,  in: 
Uebersax/Rudin/Hugi  Yar/Geiser  [Hrsg.],  Ausländerrecht,  2. Aufl., 
Basel 2009, Rz. 11.148).

6.2. 
6.2.1.  Der  Vollzug  ist  nicht  zulässig,  wenn  völkerrechtliche 
Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des 
Ausländers  in  den  Heimat­,  Herkunfts­  oder  einen  Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner 
Form zur Ausreise  in  ein  Land gezwungen werden,  in  dem  ihr  Leib,  ihr 
Leben  oder  ihre  Freiheit  aus  einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG 
gefährdet  ist  oder  in  dem  sie  Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches 
Land  gezwungen  zu  werden  (Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33 
Abs. 1  des  Abkommens  vom  28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der 
Flüchtlinge  [FK,  SR 0.142.30]).  Sodann  darf  gemäss  Art. 25  Abs. 3  der 
Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 
1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 
gegen  Folter  und  andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende 
Behandlung  oder  Strafe  (Folterkonvention;  FoK,  SR 0.105)  und  der 
Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutz der 

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Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK,  SR 0.101)  niemand  der 
Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung 
unterworfen werden.

6.2.2. Die  Vorinstanz  weist  in  der  angefochtenen  Verfügung  zutreffend 
darauf hin, dass das Prinzip des  flüchtlingsrechtlichen Non­Refoulement 
nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem 
Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich  erhebliche 
Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der  in Art. 5 
AsylG  verankerte  Grundsatz  der  Nichtrückschiebung  im  vorliegenden 
Verfahren  keine  Anwendung  finden.  Eine  Rückkehr  des 
Beschwerdeführers  in  den  Heimatstaat  ist  demnach  unter  dem  Aspekt 
von  Art. 5  AsylG  rechtmässig.  Sodann  ergeben  sich  weder  aus  den 
Aussagen  des  Beschwerdeführers  noch  aus  den  Akten  Anhaltspunkte 
dafür, dass er für den Fall einer Rückführung in den Heimatstaat dort mit 
beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK 
verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des 
Europäischen  Gerichtshofes  für  Menschenrechte  (EGMR)  sowie  jener 
des  UN­Anti­Folterausschusses  müsste  der  Beschwerdeführer  eine 
konkrete  Gefahr  ("real  risk")  nachweisen  oder  glaubhaft  machen,  dass 
ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung 
drohen würde  (vgl. EGMR  [Grosse Kammer], Saadi gegen  Italien, Urteil 
vom  28. Februar  2008,  Beschwerde  Nr. 37201/06,  §§ 124 ­ 127,  mit 
weiteren  Hinweisen).  Dies  gelingt  dem  Beschwerdeführer  nicht,  da  die 
angebliche  Bedrohung  von  Seiten  unbekannter  "Terroristen"  respektive 
"Anhängern  von  Saddam  Hussein"  nicht  glaubhaft  ist.  Auch  die 
allgemeine  Menschenrechtssituation  im  Nordirak  lässt  den 
Wegweisungsvollzug  zum  heutigen  Zeitpunkt  nicht  als  unzulässig 
erscheinen (vgl. zur Sicherheitslage im Nordirak sowohl BVGE 2008/4 E. 
6  S.  40  ff.  als  auch  UK  Home  Office,  Country  of  Origin  Information 
Report, Iraq, vom 30. August 2011, u.a. betreffend die Kurdistan Regional 
Government Area, insbes. Ziff. 8.82 ­ 8.84 zur Sicherheitssituation).

6.2.3. Nach  dem Gesagten  ist  der  Vollzug  der Wegweisung  sowohl  im 
Sinne der asyl­ als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.

6.3. 
6.3.1. Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug  für Ausländerinnen 
und  Ausländer  unzumutbar  sein,  wenn  sie  im  Heimat­  oder 
Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg, 
allgemeiner  Gewalt  und  medizinischer  Notlage  konkret  gefährdet  sind. 

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Wird eine konkrete Gefährdung  festgestellt, so  ist – unter Vorbehalt von 
Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren.

Das  Bundesverwaltungsgericht  hat  sich  in  BVGE  2008/4  und  BVGE 
2008/5  ausführlich  mit  der  Sicherheitslage  im  Nordirak 
auseinandergesetzt.  Im  zweitgenannten  Urteil  befasste  es  sich 
insbesondere mit der Frage der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs 
in  die  drei  kurdischen  Provinzen  des  Nordiraks  (Dohuk,  Erbil, 
Suleimaniya).  Es  kam  dabei  zum  Schluss,  dass  in  den  kurdischen 
Nordprovinzen  keine  Situation  allgemeiner  Gewalt  herrsche  und  die 
dortige  politische  Situation  nicht  dermassen  angespannt  sei,  als  dass 
eine  Rückführung  dorthin  als  generell  unzumutbar  betrachtet  werden 
müsste. Die Anordnung des Wegweisungsvollzugs setze  jedoch voraus, 
dass  die  betreffende  Person  ursprünglich  aus  der  Region  stammt  oder 
eine  längere  Zeit  dort  gelebt  hat  und  über  ein  soziales  Netz  (Familie, 
Verwandtschaft  oder  Bekanntenkreis)  oder  über  Beziehungen  zu  den 
herrschenden  Parteien  verfügt.  Andernfalls  dürfte  eine  soziale  und 
wirtschaftliche Integration in die kurdische Gesellschaft nicht gelingen, da 
der  Erhalt  einer  Arbeitsstelle  oder  von  Wohnraum  weitgehend  von 
gesellschaftlichen  und  politischen  Beziehungen  abhänge. 
Zusammenfassend  sei  die  Anordnung  des  Wegweisungsvollzugs  für 
alleinstehende,  gesunde  und  junge  kurdische  Männer,  die  ursprünglich 
aus der Region  stammen und dort  nach wie  vor über ein  soziales Netz 
oder  Parteibeziehungen  verfügen,  in  der  Regel  zumutbar.  Für 
alleinstehende Frauen und für Familien mit Kindern, sowie für Kranke und 
Betagte  sei  bei  der  Feststellung  der  Zumutbarkeit  des 
Wegweisungsvollzugs  grosse  Zurückhaltung  angebracht  (vgl.  BVGE 
2008/5 E. 7.5.8 S. 72).

6.3.2.  Beim  Beschwerdeführer  handelt  es  sich  gemäss  den  Akten  um 
einen gesunden Mann mit langjähriger Berufserfahrung, welcher eigenen 
Angaben zufolge vor seiner Ausreise aus dem Irak in Erbil wohnhaft war, 
wo  er  mit  zwei  Schwestern  und  ihren  Familien,  einer  Tante  und  auch 
mehreren Cousins über enge familiäre Anknüpfungspunkte verfügt. Zwar 
macht er geltend, er habe  in Erbil  keine Arbeitsstelle gefunden und das 
Leben dort sei teuer gewesen. Vor dem Hintergrund seiner mannigfachen 
persönlichen  Verbindungen  vor  Ort  sind  diese  Vorbringen  jedoch  als 
blosse  Schutzbehauptung  zu  erkennen.  Gleichzeitig  kann  auch  das 
Vorbringen,  er  habe  zu  seiner  Verwandtschaft  in  Erbil  kaum  Kontakte 
gepflegt,  nicht  überzeugen.  Durch  die  rasche  Nachreichung  von 
Beweismitteln aus der Heimat – per DHL­Kurier direkt von Erbil – ist von 

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weiterhin  sehr  guten  Beziehungen  vor  Ort  auszugehen.  Aufgrund  der 
Akten  darf  daher  in  entscheidrelevanter  Hinsicht  ohne  weiteres  davon 
ausgegangen  werden,  der  Beschwerdeführer  könne  sich  in  Erbil  sehr 
wohl eine tragfähige Existenzgrundlage erarbeiten. 

6.3.3.  Zusammenfassend  sind  keine  Gründe  ersichtlich,  welche  gegen 
die Zumutbarkeit eines Wegweisungsvollzugs sprechen würden. 

6.4.  Schliesslich  obliegt  es  dem  Beschwerdeführer,  sich  bei  der 
zuständigen  Vertretung  des  Heimatstaates  die  für  eine  Rückkehr 
notwendigen  Reisedokumente  zu  beschaffen  (Art. 8  Abs. 4  AsylG), 
weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist 
(Art. 83 Abs. 2 AuG).

6.5. Nachdem sich  der Vollzug  der Wegweisung als  zulässig,  zumutbar 
und  möglich  erweist,  fällt  eine  Anordnung  der  vorläufigen  Aufnahme 
ausser  Betracht  (Art. 83  Abs. 1 – 4  AuG).  Die  Anordnung  des 
Wegweisungsvollzuges ist demnach zu bestätigen. 

7. 
Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung 
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und 
vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art. 106  AsylG).  Die 
Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen. 

8. 
8.1. Mit vorliegendem Entscheid in der Hauptsache wird das Gesuch um 
Befreiung von der Kostenvorschusspflicht (gemäss Art. 63 Abs. 4 VwVG) 
gegenstandslos,  wie  auch  die  Anträge  auf  Anordnungen  an  das  BFM 
betreffend die Nicht­Kontaktnahme mit den Behörden des Heimatstaates 
[6],  eventualiter  eine  diesbezügliche  Information  [7]  gegenstandslos 
werden.  Das  Ersuchen  um  eine Wiederherstellung  der  aufschiebenden 
Wirkung der Beschwerde [5] war von vornherein gegenstandslos, da die 
aufschiebende  Wirkung  (gemäss  Art.  42  AsylG)  vom  BFM  gar  nie 
entzogen wurde. 

8.2.  Bei  vorliegendem  Ausgang  des  Verfahrens  hätte  der 
Beschwerdeführer die Kosten des Verfahrens zu tragen (gemäss Art. 63 
Abs.  1  VwVG).  Von  einer  Kostenauflage  ist  jedoch  in Gutheissung  des 
Gesuches um Erlass der Verfahrenskosten (im Sinne von Art. 65 Abs. 1 
VwVG) abzusehen, da der Beschwerdeführer aktuell nur über begrenzte 
Barmittel  verfügt  und  die  Beschwerdesache  nicht  als  aussichtslos  zu 

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bezeichnen  war.  Das  Gesuch  um  Beiordnung  eines  unentgeltlichen 
Rechtsbeistandes (im Sinne von Art. 65 Abs. 2 VwVG) ist demgegenüber 
abzuweisen,  da  der  Beschwerdeführer  zur  Wahrung  seiner  Interessen 
nicht  notwendigerweise  der  professionellen  juristischen  Hilfe  eines 
Anwalts oder einer Anwältin bedurfte (vgl. dazu BGE 122 I 49 Erw. 2c S. 
51  ff.;  120  Ia  43  Erw. 2a  S. 44  ff.)  und  in  Verfahren,  welche  – wie  das 
vorliegende  –  vom  Untersuchungsgrundsatz  beherrscht  sind,  strenge 
Massstäbe an die Gewährung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung 
anzusetzen  sind  (vgl.  dazu  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der 
Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2000 Nr. 6 sowie BGE 
122 I 8 Erw. 2c S. 10),

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Dem  Beschwerdeführer  werden  –  im  Sinne  der  Erwägungen  –  keine 
Verfahrenskosten auferlegt. 

3. 
Das Gesuch um Beiordnung eines unentgeltlichen Rechtsbeistandes wird 
abgewiesen. 

4. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber:

Nina Spälti Giannakitsas Lorenz Mauerhofer

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