# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 60dd8f90-fc85-5506-90de-bdd4dd89952b
**Source:** Schwyz (SZ)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-09-28
**Language:** de
**Title:** Schwyz Verwaltungsgericht 3. Kammer 28.09.2023 III 2023 82
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SZ_Verwaltungsgericht/SZ_VG_001_III-2023-82_2023-09-28.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz
Kammer III

III 2023 82

Entscheid vom 28. September 2023 

Besetzung Dr.iur. Vital Zehnder, Vizepräsident
lic.iur. Karl Gasser, Richter
Monica Huber-Landolt, Richterin
MLaw Manuel Gamma, Gerichtsschreiber

Parteien A.________,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic.iur. B.________,

gegen

1. Amt für Migration, Steistegstrasse 13, Postfach 454, 
6431 Schwyz,

2. Regierungsrat des Kantons Schwyz, Bahnhofstrasse 9, Post-
fach 1260, 6431 Schwyz,
Vorinstanzen,

Gegenstand Ausländerrecht (Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und 
Wegweisung)

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Sachverhalt:

A. A.________ (Jg. 1970; von Bosnien und Herzegowina) heiratete am  3. 
Februar 2002 den Landsmann C.________ (Jg. 1963), mit dem sie bereits eine 
gemeinsame Tochter (Jg. 1993) und einen gemeinsamen Sohn (Jg. 1994) hatte. 
Diese Ehe wurde 2008 rechtskräftig geschieden. Noch im selben Jahr reiste 
C.________ in die Schweiz ein und erhielt eine Aufenthaltsbewilligung, die am 
21. Juli 2022 in eine Niederlassungsbewilligung umgewandelt wurde. Am 13. Ja-
nuar 2015 heirateten A.________ und C.________ erneut. Am 1. Mai 2019 ging 
beim Amt für Migration (AFM) der Antrag auf Erteilung eines Visums für den lang-
fristigen Aufenthalt zwecks Familiennachzug von A.________ ein (Vi-act. II-
01/82; nachfolgend vermerkt als AFM-act. 82); am 28. bzw. 29. Mai 2019 folgte 
ihr Gesuch um Familiennachzug (AFM-act. 94). Am 1. Juli 2019 ersuchte 
A.________ um Verlängerung des Schengen-Visums (AFM-act. 284), was vom 
AFM am 5. Juli 2019 abgelehnt wurde mit der Aufforderung, den Schengen-
Raum bis spätestens 9. Juli 2019 zu verlassen (Vi-act. 289). Am 4. Februar 2020 
erhielt sie vom Amt für Migration (AFM) eine Aufenthaltsbewilligung (zuletzt gültig 
bis 13.2.2022) unter der Bedingung eines Stellenantrittes bei der D.________ 
GmbH bzw. der genügenden finanziellen Mittel. Diese Bedingung erfolgte vor 
dem Hintergrund eines IV-Renten- und EL-Bezugs des Ehemannes (AFM-act. 
363, 365, 366). In der Folge reiste A.________ am 14. Februar 2020 zu ihrem 
Ehemann in die Schweiz ein (AFM-act. 367).

B. Am 25. Mai 2020 konfrontierte das AFM A.________ mit der Feststellung, 
sie habe ihre Stelle bei der Firma D.________ GmbH nicht angetreten, weshalb 
der Widerruf der Aufenthaltsbewilligung und die Wegweisung in Erwägung gezo-
gen werde (AFM-act. 377). Im Rahmen des rechtlichen Gehörs informierte 
A.________ am 24. Juli 2020 über gesundheitliche Probleme, welche medizini-
sche Eingriffe notwendig gemacht hätten, sowie die Corona-Pandemie mit 
behördlichem Lockdown, was den Stellenantritt verhindert habe; sie habe indes 
eine Stelle in Aussicht (AFM-act. 423). Am 29. Juli 2020 sistierte das AFM das 
Verfahren (AFM-act. 431) und stellte dieses am 28. September 2020 ein, nach-
dem A.________ Lohnabrechnungen und eine Arbeitsbestätigung eingereicht 
hatte (AFM-act. 435, 440).

C. Am 10. Dezember 2020 ersuchte A.________ um Verlängerung der bis am 
13. Februar 2021 gültigen Aufenthaltsbewilligung (AFM-act. 443). Mit Schreiben 
vom 13. Januar 2021 bestätigte das AFM den Gesuchseingang und erteilte die 
Aufenthaltsbewilligung für ein weiteres Jahr unter der Bedingung, dass 

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A.________ bei der nächsten Verlängerung ein anerkanntes Sprachzertifikat ein-
reiche (AFM-act. 444). 

D. Mit Schreiben vom 17. Juni 2021 informierte die Ausgleichskasse das AFM, 
der Ehemann habe für die Zeit vom März bis Juli 2020 sowie ab 1. Januar 2021 
einen höheren EL-Anspruch als vor dem Familiennachzug, da die Ehefrau in die-
ser Zeit kein oder nur ein tieferes Erwerbseinkommen erzielt habe; für die Zeit 
von August bis Dezember 2020 sei der EL-Anspruch tiefer als vor dem Familien-
nachzug gewesen (AFM-act. 461). Am 16. September 2021 konfrontierte das 
AFM A.________ mit diesem Umstand und teilte mit, den Bewilligungswiderruf 
und ihre Wegweisung aus der Schweiz in Erwägung zu ziehen (AFM-act. 466). 
Mit Stellungnahmen vom 9. und 17. November 2021, 20. Dezember 2021 und 
25. Januar 2022 verwies A.________ auf gesundheitliche Probleme ihrerseits 
sowie ihres Mannes, was sie an einer Erwerbstätigkeit hindere (AFM-act. 472, 
490, 494). Am 14. Dezember 2021 ersuchte A.________ um weitere Verlänge-
rung der Aufenthaltsbewilligung (AFM-act. 500). Am 21. Februar 2022 sistierte 
das AFM das Verfahren (AFM-act. 510); am 17. Mai 2022 bestätigte das AFM, 
dass sich A.________ während des Verfahrens berechtigterweise in der Schweiz 
aufhalten könne (AFM-act. 516). 

E. Mit Schreiben vom 2. Juni 2022 forderte das AFM A.________ auf, einen 
aktuellen Arbeitsvertrag oder eine Bestätigung des Arbeitgebers einzureichen 
und ebenso ein Sprachzertifikat, welches als Bedingung für die Verlängerung der 
Aufenthaltsbewilligung vorausgesetzt werde (AFM-act. 524). Am 8. Juli 2022 
reichte sie einen neuen Arbeitsvertrag (ab 11.7.2022) sowie die Anmeldung für 
den Sprachtest (27.8.2022) ein (AFM-act. 538). Am 4. November 2022 forderte 
das AFM von A.________ die Einreichung des erlangten Sprachzertifikats sowie 
eine neue Arbeitgeberbestätigung (AFM-act. 541). Mit Stellungnahme vom 25. 
November 2022 erklärte A.________, gesundheitliche Gründe hätten sie am 
Sprachtest gehindert, sie sei aber gerne bereit, einen Deutschkurs zu besuchen 
und später, wenn es der Gesundheitszustand zulasse, einen Test zu absolvieren. 
Zudem pflege sie ihren pflegebedürftigen Ehemann, nachdem der Sohn, welcher 
sie bislang darin unterstützte, selber unfallbedingt auf Dritthilfe angewiesen sei. 
Und da die Tochter im Februar 2022 eine 100%-Stelle angetreten habe, betreue 
sie die Enkel (10 und 6 Jahre alt). All dies habe sie an einer Erwerbstätigkeit ge-
hindert. Allerdings habe die Familie entschieden, sie neu für ihren Einsatz zu 
entschädigen, wozu man einen Arbeitsvertrag abschliesse. Mit dieser Lohnzah-
lung von Fr. 1'700.--/Mt. brutto habe sie auch keinen EL-Anspruch mehr (AFM-
act. 581). 

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F. Am 26. Januar 2023 verfügte das AFM die Ablehnung des Gesuchs um 
Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung. A.________ wurde aus der Schweiz 
weggewiesen und angewiesen, das Land bis spätestens 60 Tage nach Rechts-
kraft der Verfügung zu verlassen (AFM-act. 593). Hiergegen erhob A.________ 
am 16. Februar 2023 Verwaltungsbeschwerde mit dem Antrag, die Verfügung 
aufzuheben und die Aufenthaltsbewilligung zu verlängern (AFM-act. 618). Mit 
RRB Nr. 320/2023 vom 25. April 2023 (Versand 2.5.2023) wies der Regierungs-
rat die Beschwerde ab. 

G. Am 25. Mai 2023 lässt A.________ beim Verwaltungsgericht des Kantons 
Schwyz fristgerecht Beschwerde erheben mit den Anträgen:

1. Der Beschluss Nr. 320/2023 des Regierungsrates vom 25. April 2023 sei voll-
umfänglich aufzuheben.

2. In Gutheissung des Gesuchs vom 14. Dezember 2021 sei der Beschwerdefüh-
rerin die Aufenthaltsbewilligung zu verlängern und von ihrer Wegweisung Um-
gang zu nehmen.

3. Eventualiter sei die Angelegenheit zur Abklärung des Sachverhalts und zur 
neuerlichen Entscheidung an die Vorinstanz zurückzuweisen.

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge.

Mit Vernehmlassung vom 5. Juni 2023 beantragt das Sicherheitsdepartement die 
Abweisung der Beschwerde unter Kostenfolge zulasten der Beschwerdeführerin. 
Das AFM reicht innert Frist keine Vernehmlassung ein.

H. Nachdem die Beschwerdeführerin in der Beschwerde die Teilnahme am 
Sprachtest vom 11. Juli 2023 und die Einreichung des Zertifikats ankündigte 
(VG-act. 07), forderte das Gericht am 16. August 2023 die Zustellung des 
Sprachzertifikates bis 28. August 2023 (VG-act. 15). Am 28. August 2023 ersuch-
te die Beschwerdeführerin um Fristerstreckung bis 15. September 2023; mit dem 
noch nicht vorliegenden Zertifikat werde dann auch eine neue EL-Berechnung 
der Ausgleichskasse eingereicht, nachdem sich der Lohn zwischenzeitlich erhöht 
habe (VG-act. 16). Innert erstreckter Frist reichte die Beschwerdeführerin keine 
der angekündigten Unterlagen ein. Mit Schreiben vom 21. September 2023 liess 
sie mitteilen, den Sprachtest aus gesundheitlichen Gründen nicht absolviert zu 
haben, und sie legte eine neue Verfügung der Ausgleichskasse betreffend EL 
vom 14. September 2023 bei.

Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.1 In der Verfügung vom 26. Januar 2023 verwies das AFM auf die unter der 
Bedingung erteilte Aufenthaltsbewilligung zwecks Familiennachzug, die Be-

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schwerdeführerin habe ihre in Aussicht gestellte Arbeitsstelle tatsächlich anzutre-
ten bzw. über genügend finanzielle Mittel für die Bestreitung des Lebensunter-
halts zu verfügen (AFM-act. 593). Eine Aufenthaltsbewilligung könne widerrufen 
oder die Verlängerung verweigert werden, wobei unter anderem die Nennung 
falscher Angaben oder das Verschweigen wesentlicher Tatsachen im Bewilli-
gungsverfahren sowie die Nichteinhaltung einer mit der Verfügung verbundenen 
Bedingung Widerrufsgründe darstellten (Art. 62 Abs. 1 lit. a und d des Bundes-
gesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer und über die Integration [Aus-
länder- und Integrationsgesetz, AIG; SR 142.20] vom 16.12.2005). 

Den ersten Widerrufsgrund habe die Beschwerdeführerin mehrfach erfüllt, indem 
sie trotz Kenntnis der Pflicht, ein Sprachzertifikat einzureichen, und trotz mehrfa-
chen Beteuerungen, einen Sprachkurs und -test zu besuchen, solches nie absol-
viert habe und das AFM auch nie über ihren Nichtbesuch informiert habe. Im Ge-
genteil habe sie das AFM durch Einsendung von Kurs- und Test-Rechnungen, 
welche sie dann nicht beglich, getäuscht. Ebenso habe sie in Kenntnis der Be-
dingung einer Erwerbstätigkeit mehrere Arbeitsverträge eingereicht, aber nie eine 
Stelle angetreten, wobei die eingereichten Belege betreffend Gesundheitszu-
stand den Nichtantritt der Stellen nicht zu begründen vermöchten. Auch habe sie 
es unterlassen, das AFM über den Nichtantritt der Stellen zu informieren. 

Auch den zweiten Widerrufsgrund habe die Beschwerdeführerin mehrfach erfüllt. 
Der Anspruch auf Familiennachzug sei u.a. abhängig von der Fähigkeit, sich in 
der am Wohnort gesprochenen Landessprache verständigen zu können (Art. 43 
und Art. 44 AIG). Hierauf sei sie schon im Rahmen der Gesuchsprüfung am       
9. Mai 2019 aufmerksam gemacht worden, worauf sie mitgeteilt habe, einen 
Deutschkurs besuchen zu wollen. Seither habe sie wohl mehrmals ihre Absicht, 
dies zu tun, wiederholt, in den drei Jahren bis zum Verfügungszeitpunkt aber nie 
einen Nachweis eingereicht. Die vom Gesetz geforderte Bedingung der genü-
genden Sprachkenntnis habe sie damit klar nicht erfüllt. Zweitens sei der Famili-
ennachzug abhängig davon, dass er nicht zum Bezug von EL führe. Der Ehe-
mann der Beschwerdeführerin habe seit dem 1. Oktober 2016 Anspruch auf eine 
IV-Rente sowie EL, wobei die EL inkl. Prämienverbilligung seit 2019 monatlich 
Fr. 1'940.-- betragen habe. Der Familiennachzug der Beschwerdeführerin habe 
nur in wenigen Monaten zu einem tieferen EL-Anspruch geführt, über die längste 
Zeit hingegen zu höheren EL-Zahlungen. Da der EL-Anspruch infolge Familien-
nachzug der Beschwerdeführerin höher sei als zuvor, werde auch diese zweite 
gesetzliche Bedingung nicht erfüllt. 

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Schliesslich prüfte das AFM auch die Verhältnismässigkeit der Nichtverlängerung 
und bejahte diese, worauf der Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und 
die Wegweisung aus der Schweiz verfügt wurden.

1.2 Auf Beschwerde hin bestätigte der Regierungsrat die Nichtverlängerung 
und Wegweisung (VG-act. 11). Entgegen der Behauptung der Beschwerdeführe-
rin habe die Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung vom 13. Januar 2021 sie 
nicht von den gesetzten Bedingungen entbunden. Diese würden über den ge-
samten Aufenthalt hinweg gelten. Basierend auf den Verfügungen der Aus-
gleichskasse stellte der Regierungsrat fest, der EL-Bezug sei für fünf Monate ge-
ringfügig tiefer, im Übrigen aber im Durchschnitt rund 66% höher als vor dem 
Familiennachzug; hinzu komme die Verdoppelung der Prämienverbilligung. Es 
bestünden keine nachvollziehbaren wichtigen Gründe, weshalb die mit der Auf-
enthaltsbewilligung verknüpfte Bedingung (Ausübung einer Erwerbstätigkeit und 
damit Verringerung bzw. sicher nicht Erhöhung des EL-Bezuges) nicht eingehal-
ten werde. Zweitens sei unbestritten, dass die Beschwerdeführerin bis dahin kein 
Sprachzertifikat oder anderweitigen Nachweis über ihre Sprachkompetenzen 
vorgewiesen habe. Auch hierfür vermöge sie keine wichtigen Gründe darzulegen. 
Schliesslich bestätigte der Regierungsrat auch die Verhältnismässigkeit der 
Nichtverlängerung und Wegweisung. 

Nachdem die Beschwerdeführerin die Rechtmässigkeit des Regierungsratsbe-
schlusses bestreitet, gilt es nachfolgend zu prüfen, ob die Voraussetzungen für 
die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und die Wegweisung aus der 
Schweiz gegeben sind.

2.1 Die Beschwerdeführerin ist Staatsangehörige von Bosnien und Herzegowi-
na. Da mit ihrem Heimatstaat kein Vertrag betreffend Aufenthalt und Niederlas-
sung besteht (vgl. Urteil BGer 2C_1048/2017 vom 13.8.2018 E. 1.1) und als 
Drittstaatsangehörige auch das Freizügigkeitsabkommen keine Anwendung fin-
det, gelangt das AlG zur Anwendung. 

Im Zeitpunkt der Einreichung des Gesuchs um Familiennachzug (29.5.2019) so-
wie jenem der Bewilligung (4.2.2020) verfügte der Ehemann der Beschwerdefüh-
rerin über eine Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz; seit dem 21. Juli 2022 ist 
er im Besitz einer Niederlassungsbewilligung (vgl. Ingress Bst. A). Massgeblich 
sind damit die Voraussetzungen für die Aufenthaltsbewilligung im Familiennach-
zug für Angehörige von Personen mit Niederlassungsbewilligung.

2.2 Die Erteilung und Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung für ausländische 
Ehegatten von Personen mit Niederlassungsbewilligung setzt unter anderem vor-
aus, dass sie sich in der am Wohnort gesprochenen Landessprache verständi-

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gen können und die nachziehende Person keine jährlichen Ergänzungsleistun-
gen nach dem Bundesgesetz vom 6. Oktober 2006 über Ergänzungsleistungen 
zur Alters‑, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELG; SR 831.30) bezieht 
oder wegen des Familiennachzugs beziehen könnte (Art. 43 Abs. 1 lit. d und e 
AIG). 

2.2.1 Das Erfordernis der Sprachkompetenz ist für die Verlängerung der Aufent-
haltsbewilligung erfüllt, wenn der Nachweis für das Referenzniveau A1 erbracht 
wird (Art. 73a Abs. 2 der Verordnung über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbs-
tätigkeit [VZAE; SR 142.201] vom 24.10.2007). Von diesem Erfordernis kann ab-
gewichen werden, wenn wichtige Gründe wie namentlich eine Behinderung, eine 
Krankheit oder eine andere Einschränkung, die zu einer wesentlichen Beein-
trächtigung der Fähigkeit zum Spracherwerb führt, vorliegen (Art. 49a AIG). 

2.2.2 Rechtsprechungsgemäss ist bezüglich der Ergänzungsleistungsunabhän-
gigkeit nach Art. 43 Abs. 1 lit. e AIG analog auf die Rechtsprechung zur Sozial-
hilfeunabhängigkeit im Sinne von Art. 43 Abs. 1 lit. c AIG abzustellen (Urteil BGer 
2C_10/2022 vom 21.9.2022 E. 8.2). Danach ist dieses Kriterium erfüllt, wenn 
keine konkrete Gefahr der Sozialhilfeabhängigkeit besteht. Blosse finanzielle Be-
denken genügen nicht, und ebensowenig kann diesbezüglich auf Hypothesen 
und pauschalierte Gründe abgestellt werden (Urteil BGer 2C_795/2021 vom 
17.3.2022 E. 4.2.3 mit Hinweisen). Für die Beurteilung der Gefahr der Sozialhil-
feabhängigkeit ist von den bisherigen und aktuellen Verhältnissen auszugehen 
und die wahrscheinliche finanzielle Entwicklung auf längere Sicht abzuwägen. In 
die Beurteilung sind die finanziellen Möglichkeiten aller Familienangehörigen, die 
an die Lebenshaltungskosten der Familie beitragen sollen und können, miteinzu-
beziehen und daran zu messen, ob und gegebenenfalls in welchem Umfang sich 
dieses grundsätzlich als tatsächlich realisierbar erweist. In diesem Sinn müssen 
die Erwerbsmöglichkeiten und das damit verbundene Einkommen mit einer ge-
wissen Wahrscheinlichkeit auf mehr als nur kurze Frist hin gesichert erscheinen 
(Urteil BGer 2C_795/2021 vom 17.3.2022 E. 4.2.3).

2.3 Aufenthaltsbewilligungen können unter anderem widerrufen werden, wenn 
die Ausländerin oder der Ausländer im Bewilligungsverfahren falsche Angaben 
gemacht oder wesentliche Tatsachen verschwiegen hat (Art. 62 Abs. 1 lit. a AIG), 
oder auch wenn sie eine mit der Verfügung verbundene Bedingung nicht einhält 
(Art. 62 Abs. 1 lit. d AIG). Handelt es sich bei der Bedingung um eine Vorausset-
zung, damit eine Aufenthaltsbewilligung überhaupt erteilt werden kann, ist die 
Nichterfüllung der Bedingung dem Fehlen einer Zulassungsvoraussetzung 
gleichgestellt (OFK/Migrationsrecht-Spescha, 5. Auflage, Art. 62 Rz. 13 mit Hin-
weis auf Urteil BVGer C-2485/2011 vom 11.4.2013 E. 8.3 f.). Die gesetzlichen 

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Widerrufsgründe sind analog als Gründe für die Nichtverlängerung einer befriste-
ten Bewilligung heranzuziehen, denn gemäss Art. 33 Abs. 3 AIG kann die Auf-
enthaltsbewilligung verlängert werden, wenn keine Widerrufsgründe nach Art. 62 
Abs. 1 AIG vorliegen (vgl. OFK/Migrationsrecht-Spescha, a.a.O., Art. 62 Rz. 1; 
Nüssle, Handkommentar AuG, Art. 33 Rz. 33). 

2.4 Der Widerruf resp. die Nichtverlängerung ist bei Erfüllung eines Widerrufs-
grundes nicht automatische Rechtsfolge. Liegt ein Widerrufsgrund vor, ist viel-
mehr zu prüfen, ob sich die ausländerrechtliche Fernhaltemassnahme als ver-
hältnismässig erweist (Art. 96 Abs. 1 AIG), was eine Interessenabwägung unter 
Berücksichtigung aller wesentlichen Umstände des Einzelfalls erfordert. Die Prü-
fung von Art. 96 Abs. 1 AIG deckt sich mit derjenigen nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK, 
soweit dessen Schutzbereich eröffnet ist (Urteil BGer 2C_378/2022 vom 
2.5.2023 E. 4.1 mit Hinweis auf BGE 139 I 145 E. 2.2). Die Erfüllung eines Wi-
derrufsgrundes nach Art. 62 Abs. 1 AIG ist dabei Ausdruck dafür, dass ein ge-
wichtiges öffentliches Interesse an der Nichtverlängerung bzw. dem Widerruf der 
Aufenthaltsbewilligung besteht (Nüssle, a.a.O., Art. 33 Rz. 33). 

3. Die Beschwerdeführerin wirft der Vorinstanz unvollständige und unzutref-
fende Sachverhaltsfeststellung sowie fehlerhafte Rechtsanwendung vor; die 
Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und die Wegweisung seien willkür-
lich, sachfremd und mit dem Gesetz nicht vereinbar. Sie bezieht dies sowohl auf 
die Beurteilung, der Widerrufsgrund nach Art. 62 Abs. 1 lit. d AIG als auch jener 
nach Art. 62 Abs. 1 lit. a AIG seien erfüllt und die Massnahme sei verhältnismäs-
sig. 

3.1.1 Was die Bedingung der Nichterhöhung bzw. Senkung der Ergänzungsleis-
tungen anbelangt (vgl. Art. 43 Abs. 1 lit. e AIG), so wiederholt die Beschwerde-
führerin wie bereits vor dem Regierungsrat, es sei geplant gewesen, dass sie 
nach ihrem Zuzug in die Schweiz erwerbstätig sei. Sie sei am 14. Februar 2020 
eingereist. Einen Monat später seien pandemiebedingt die ausserordentliche La-
ge und bis am 11. Mai 2020 ein Lockdown ausgerufen worden. Dies habe ihren 
Stellenantritt verhindert und wegen schlechter Auftragslage sei auch eine spätere 
Anstellung nicht in Frage gekommen. Hinzugekommen seien gesundheitliche 
Probleme; dennoch habe sie ab August 2020 mit temporärer Arbeit beginnen 
können. All dies sei unverschuldet gewesen, weshalb für den EL-Bezug wichtige 
Gründe vorgelegen hätten. Des Weitern wiederholt sie die Pflegebedürftigkeit ih-
res Ehemannes, welche sie nach dem unfallbedingten Ausfall ihres Sohnes (wel-
cher den Vater bis dahin neben ihr betreut habe) belastet habe, sowie die Be-
treuung der Enkelkinder (10 und 6 Jahre alt), nachdem die Tochter im Februar 

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2022 eine Vollzeitstelle angenommen habe. Sie sei wohl bemüht gewesen, einer 
ausserhäuslichen Tätigkeit nachzugehen, was aufgrund dieser Umstände aber 
unmöglich gewesen sei. Seit dem 1. Dezember 2022 erhalte sie von der Tochter 
gestützt auf einen Arbeitsvertrag für ihre Betreuungsarbeit nun aber einen Lohn 
von Fr. 1'591.20/Mt. netto, was zu einer Reduktion der EL (auf Fr. 1'629.--/Mt. 
zzgl. Prämienpauschale ab 1.1.2023) geführt habe auf das Niveau wie vor dem 
Familiennachzug (Fr. 1'591.--/Mt. zzgl. Prämienpauschale). Mit dem Lohn von 
Fr. 1'591.20/Mt. vermöge sie ihren Anteil an den EL vollumfänglich zu decken, so 
dass seit dem 1. Dezember 2022 keine EL mehr angefallen sei. Damit habe sie 
ihre Bedingung eines Stellenantritts bzw. genügender finanzieller Mittel erfüllt. 
Zudem sei sie weiter gewillt, eine ausserhäusliche Stelle anzutreten und bewerbe 
sich weiter auf Stellen. Mit der Eingabe vom 21. September 2023 reicht die Be-
schwerdeführerin eine neue Verfügung der Ausgleichskasse vom 14. September 
2023 ein, gemäss welcher sich der EL-Anspruch des Ehemannes ab dem 1. April 
2023 noch auf Fr. 1'566.--/Mt. zzgl. Prämienpauschale von Fr. 890.--/Mt. (total 
Fr. 2'456.--/Mt.) beläuft. Der EL-Anspruch seit damit nun tiefer als vor dem Fami-
liennachzug (Fr. 1'591.--/Mt.). 

3.1.2 Die Beschwerdeführerin wiederholt damit weitestgehend die Vorbringen im 
Vorverfahren, ohne sich indes mit den einschlägigen Erwägungen der Vorinstanz 
auseinander zu setzen. So wird die EL-Berechnung bis November 2022 nicht be-
stritten, welche ausweist, dass - von wenigen Monaten abgesehen - der EL-
Bezug deutlich höher war als vor dem Familiennachzug, was sowohl der vom 
AFM klar formulierten Bedingung als ebenso der gesetzlichen Voraussetzung 
des Familiennachzugs (Art. 43 Abs. 1 lit. e AIG) klar widerspricht. Soweit die Be-
schwerdeführerin nun ausführt, mit der Anstellung bei der Tochter und dem Lohn 
von brutto Fr. 1'700.--/Mt. habe der EL-Bezug auf das Niveau von vor dem Nach-
zug reduziert werden können, so trifft auch dies nicht zu. Zum einen war die EL 
selbst nominal noch immer höher und zum andern blendet die Beschwerdeführe-
rin aus, dass über die EL auch noch eine Prämienpauschale Krankenversiche-
rung für sie ausgerichtet werden muss (monatlich Fr. 445.--; Bf-act. 11). 

Was den familieninternen Lohnfluss anbelangt, so legt die Beschwerdeführerin 
wohl Lohnabrechnungen für die Monate Februar bis Mai 2023 ins Recht (Bf-act. 
6-9). Allerdings fällt dabei auf, dass alle Abrechnungen mit 31. Dezember 2022 
datiert sind, was Fragen bezüglich Echtheit aufwirft und auf jeden Fall deren 
Glaubwürdigkeit in Frage stellt. Bankbelege, welche einen echten Lohnfluss be-
legen würden, legt sie nicht vor (immerhin wurden früher reichlich Bankkontoaus-
züge eingereicht, weshalb dies auch in diesem Verfahren erwartet werden dürf-
te). 

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Vernehmlassend äusserte die Sicherheitsdirektion ihr Erstaunen, dass die famili-
eninterne Lohnzahlung nicht so hoch angesetzt worden sei, dass der EL-
Anspruch tief genug ausfallen würde. Der Beilage der neusten Verfügung der 
Ausgleichskasse vom 14. September 2023 (eingereicht am 21.9.2023) kann nun 
entnommen werden, dass die Reduktion der EL um Fr. 63.-- auf neu     
Fr. 1'566.--/Mt. aus einer Erhöhung des Einkommens aus unselbständiger Tätig-
keit der Beschwerdeführerin auf Fr. 21'600.-- resp. Fr. 1'800.--/Mt. resultiert. Die 
Reduktion resultiert damit nicht aus einer erweiterten Erwerbstätigkeit der Be-
schwerdeführerin (einen Arbeitsvertrag reicht sie nicht ein), sondern einer Loh-
nerhöhung durch die Tochter. Zum einen kann bezüglich effektive Lohnzahlung 
und auch die Ausblendung der Prämienpauschale auf das eben Ausgeführte 
verwiesen werden. Zudem ist die finanzielle Situation resp. die Gefahr eines EL-
Bezuges nicht aufgrund des Momentes zu beurteilen, sondern prognostisch. 
Diesbezüglich kann nicht ernsthaft von einer Nachhaltigkeit der finanziellen Ei-
genständigkeit der Beschwerdeführerin ausgegangen werden. Die Tochter ihrer-
seits verdient nur Fr. 4'300.--/Mt. brutto (AFM-act. 571), wovon sie monatlich 
Fr. 1'800.-- zzgl. Arbeitgeberbeiträge für die Entlöhnung der Mutter aufwenden 
soll. Dies zusätzlich zum Unterhalt der eigenen Familie mit zwei Kindern, der in 
den nächsten Jahren mit zunehmendem Alter der Kinder nicht abnimmt. Es ist 
dies eine absolut unsichere finanzielle Situation. Kommt hinzu, dass die Be-
schwerdeführerin mit Jahrgang 1970 noch mindestens 10 Jahre erwerbstätig 
sein muss; die Kinderbetreuung wird keinesfalls so lange notwendig sein. Die 
Aussicht auf erfolgreiche Eingliederung in den ersten Arbeitsmarkt der Be-
schwerdeführerin ist indes gering und wird nicht besser. Mit der Beschwerde hat 
die Beschwerdeführerin weitere neue Arbeitsverträge in Aussicht gestellt, um zu 
belegen, dass sich die Situation noch verbessert hat. Dem ist sie nicht nachge-
kommen. Aufgrund ihrer bisherigen Berufslaufbahn in der Schweiz muss ihre be-
rufliche Integration als nicht erfolgreich beurteilt werden. Es liegen keine Anhalts-
punkte vor, dass sie auf dem ersten Arbeitsmarkt genügend Einkommen erzielen 
könnte, um sich finanziell selber tragen zu können resp. eine Erhöhung des EL-
Anspruchs des Ehegatten zu verhindern. Nachdem ihr offenbar auch die sprach-
liche Integration schwerfällt (vgl. hierzu nachfolgend), sind die Aussichten auf ei-
ne verbesserte Ausgangslage schlecht. Es läge an der Beschwerdeführerin, den 
Nachweis zu erbringen, dass sie mit echter Erwerbstätigkeit ein Einkommen 
gemäss Bedingung für die Aufenthaltsbewilligung zu erzielen vermag, welches 
die EL im Mindesten nicht mehr als vor dem Familiennachzug belastet. Dieser 
Nachweis ist ihr nach dem Gesagten nicht gelungen. 

Nicht zu hören sind auch die Ausführungen bezüglich wichtige Gründe, welche 
sie gehindert hätten, die Bedingung zu erfüllen. Diesbezüglich ist zu entgegnen, 

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dass das Gesetz - anders als bei der Sprachkompetenz - nicht vorsieht, dass bei 
Vorliegen wichtiger Gründe von der Pflicht zur wirtschaftlichen Selbsterhaltungs-
fähigkeit im Sinne von Art. 43 Abs. 1 lit. e AIG entbunden werden könnte. So-
dann stellte der Regierungsrat zu Recht fest, es sei nicht entschuldbar, wenn die 
Beschwerdeführerin im Rahmen des Gesuches um Familiennachzug Arbeitsstel-
len in Aussicht stelle, diese dann aber nach Einreise nicht antrete. Tatsächlich er-
folgte die Einreise am 14. Februar 2020 einen Monat vor dem Lockdown und weit 
vor der medizinischen Behandlung. Warum dennoch kein Stellenantritt bei den 
bereits 2019 vereinbarten Arbeitsstellen erfolgt ist, begründet die Beschwerde-
führerin mit ihren (wiederholten) Ausführungen nicht. Auch erwähnte der Regie-
rungsrat zu Recht, dass der Ehemann vor dem Familiennachzug durch den Sohn 
betreut wurde, weshalb dessen Pflegebedürftigkeit nicht als Begründung für die 
Nichterwerbstätigkeit angeführt werden kann. Zudem wusste die Beschwerdefüh-
rerin bereits im Rahmen des Familiennachzugsgesuches um den gesundheitli-
chen Zustand des Ehemannes und dennoch hat sie gegenüber dem AFM zuge-
sichert, ausserhäuslich erwerbstätig zu sein. Dass sie selbst bisweilen gesund-
heitsbedingt ausfiel oder für den verunfallten Sohn mehr Betreuung leisten muss-
te, kann anerkannt werden. Dies vermag aber nicht die wenigen Bemühungen für 
den Einstieg und Erhalt der Erwerbstätigkeit zu begründen. Auffallend ist etwa 
auch die Kündigung der am 11. Juli 2022 angetretenen Stelle per 12. August 
2022, zu welcher sich die Arbeitgeberin explizit wegen einiger Unstimmigkeiten 
gezwungen sah (vgl. AFM-act. 537, 577). Diese Beendigung der Erwerbstätigkeit 
ist offenkundig nicht auf die Gesundheit zurückzuführen. Schliesslich ist dem Re-
gierungsrat auch darin zuzustimmen, dass die Betreuung der Enkel die Nichtauf-
nahme einer ausserhäuslichen Tätigkeit nicht zu rechtfertigen vermag. Die Be-
schwerdeführerin erhielt die Aufenthaltsbewilligung unter der ausdrücklichen Be-
dingung, erwerbstätig zu sein. Die Enkel waren dannzumal bereits geboren und 
teils eingeschult. Wenn die Tochter eine Erwerbstätigkeit aufnahm, so durfte sie 
im Wissen um diese Bedingung die Kinderbetreuung nicht der Mutter überlassen, 
sondern hätte diese anderweitig organisieren müssen. Diese Kinderbetreuung 
vermag die Nichterwerbstätigkeit nicht zu entschuldigen. 

3.1.3 Insgesamt ist damit nicht zu beanstanden, wenn der Regierungsrat zum ei-
nen feststellte, die Bedingung nach Art. 43 Abs. 1 lit. e AIG (mindestens keine 
Steigerung des EL-Bezugs) habe die Beschwerdeführerin nicht erfüllt und zum 
andern vermöge sie keine wichtigen Gründe für diese Nichterfüllung nachzuwei-
sen. Wenn aber diese Bedingung für den Familiennachzug nicht erfüllt ist, ist der 
Widerrufsgrund nach Art. 62 Abs. 1 lit. d AIG gegeben bzw. erfüllt die Beschwer-
deführerin die Zulassungsvoraussetzung nach Art. 43 Abs. 1 lit. e AIG nicht, was 

12

insgesamt die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung zu begründen ver-
mag.

3.2.1 Als weitere Zulassungsvoraussetzung nach Art. 43 Abs. 1 lit. d AIG hat die 
Beschwerdeführerin den Nachweis genügender Sprachkompetenz (Referenzni-
veau A1) zu erbringen. Auf diesen Umstand wurde die Beschwerdeführerin be-
reits am 9. Mai 2019 ein erstes Mal hingewiesen. Die Aufforderung, den Nach-
weis vorzulegen wurde seitens AFM mehrmals wiederholt und die Beschwerde-
führerin hat dies stets bestätigt bzw. den Test und das Zertifikat in Aussicht ge-
stellt. Dennoch ist es eine unwiderlegte Tatsache, dass die Beschwerdeführerin 
bis heute noch kein Testat vorgelegt hat und auch gar keinen Sprachtest absol-
viert hat. Damit aber ist erstellt, dass die Beschwerdeführerin noch heute diese 
Bedingung nicht erfüllt.

3.2.2 Von diesem Erfordernis kann abgewichen werden, wenn wichtige Gründe 
wie namentlich eine Behinderung, eine Krankheit oder eine andere Einschrän-
kung, die zu einer wesentlichen Beeinträchtigung der Fähigkeit zum Spracher-
werb führt, vorliegen (Art. 49a AIG). Die Beschwerdeführerin vermag einen wich-
tigen Grund in diesem Sinne nicht darzutun.

Vorab ist zu betonen, dass die Beschwerdeführerin seit Gesuchseinreichung um 
die Notwendigkeit eines Sprachnachweises bzw. dessen Bedingung für die Auf-
enthaltsbewilligung wusste. So wurde sie durch das AFM mehrfach auf diesen 
Umstand hingewiesen. Sie hat dies stets unwidersprochen und ohne jegliche 
Vorbehalte angenommen und dem AFM mehrfach Belege bezüglich Sprachkurse 
resp. Sprachtests vorgelegt. Allerdings stellte bereits die Vorinstanz fest, dass 
fraglich ist, ob diese Kurse überhaupt belegt wurden, handelte es sich doch nur 
um Rechnungen ohne Zahlungsbeleg und ohne Teilnahmebestätigungen. Dass 
sie nicht zu den Tests angetreten ist, ist unbestritten. Zuletzt hat sie eine fide-
Test-Teilnahme für den 11. Juli 2023 in Aussicht gestellt. Mit Schreiben vom     
21. September 2023 bestätigt sie jedoch, auch diesen Test nicht absolviert zu 
haben.

Die Beschwerdeführerin beteuert vor Verwaltungsgericht wohl, immer den Willen 
gehabt zu haben, Deutschkurse zu besuchen und den Test abzulegen. Sie ver-
mag indes nicht nachvollziehbar darzulegen, warum es ihr in den vergangenen 
rund vier Jahren nicht gelungen ist, diesen Willen umzusetzen und den von Ge-
setzes wegen geforderten Nachweis zu erbringen. Die familieninternen Betreu-
ungsdienste rechtfertigen dies nicht. Gerade weil sie mit der Familie zusammen-
lebt, sollte sie die Möglichkeit und Unterstützung haben, Kurse besuchen zu kön-
nen. Wenn der Arzt Dr.med. E.________ der Beschwerdeführerin bescheidene 

13

intellektuelle Ressourcen attestiert ("die Intelligenz liegt im unteren Durch-
schnittsbereich"; AFM-act. 574 und so wiederholt im Bericht vom 21.9.2023) so-
wie das Bestehen einer Angststörung erwähnt, so begründet dies noch keine Un-
fähigkeit, welche vom Sprachnachweis zu entbinden vermöchte. Vor allem dis-
pensiert es die Beschwerdeführerin nicht, Deutschkurse zu besuchen und den 
Willen, die Sprache zu erlernen, ernsthaft zu zeigen. Hieran lässt es die Be-
schwerdeführerin seit 2019 missen. 

3.2.3 Indem die Beschwerdeführerin auch nach vier Jahren seit Kenntnisnahme 
und nach drei Jahren seit Einreise den von Gesetzes wegen geforderten 
Sprachnachweis nicht zu erbringen vermochte, hat sie auch diese zweite Bedin-
gung nicht erfüllt. Wenn aber diese Bedingung für den Familiennachzug nicht er-
füllt ist, ist der Widerrufsgrund nach Art. 62 Abs. 1 lit. d AIG erneut gegeben bzw. 
erfüllt die Beschwerdeführerin auch die Zulassungsvoraussetzung nach Art. 43 
Abs. 1 lit. d AIG nicht, was die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung 
ebenfalls zu begründen vermag.

3.3 Damit aber ist erstellt, dass die Beschwerdeführerin den Widerrufsgrund 
nach Art. 62 Abs. 1 lit. d AIG erfüllt. Die Frage der Erfüllung des Widerrufsgrun-
des nach Art. 62 Abs. 1 lit. a AIG kann damit grundsätzlich offen bleiben. Denn 
wenn ein Widerrufsgrund nach Art. 62 Abs. 1 vorliegt, ist von der Verlängerung 
der Aufenthaltsbewilligung abzusehen (Art. 33 Abs. 3 AIG), wenn diese Mass-
nahme auch verhältnismässig ist (vgl. oben E. 2.4).

4.1 Liegt ein Widerrufsgrund vor, ist zu prüfen, ob die damit verbundene auf-
enthaltsbeendende Massnahme verhältnismässig ist (vgl. Art. 5 Abs. 2 BV; Art. 
96 Abs. 1 AIG; oben E. 2.4). 

Vorliegend haben bereits die Vorinstanzen zu Recht festgehalten, dass sich die 
Beschwerdeführerin, welche mit ihrem Ehemann, der über eine Niederlassungs-
bewilligung verfügt, zusammenleben will, auf Art. 8 Ziff. 1 EMRK und Art. 13 BV 
berufen kann. Das in Art. 8 EMRK bzw. Art. 13 BV geschützte Recht ist berührt, 
wenn eine staatliche Entfernungs- oder Fernhaltemassnahme eine nahe, echte 
und tatsächlich gelebte familiäre Beziehung zu einer in der Schweiz gefestigt 
anwesenheitsberechtigten Person beeinträchtigt, ohne dass es dieser möglich 
bzw. zumutbar wäre, das entsprechende Familienleben andernorts zu pflegen 
(vgl. BGE 139 I 330 E. 2.1; BGE 137 I 247 E. 4.1.2). Art. 8 EMRK verschafft pra-
xisgemäss aber keinen Anspruch auf Einreise und Aufenthalt oder auf einen be-
stimmten Aufenthaltstitel. Er hindert die Konventionsstaaten nicht daran, die An-
wesenheit auf ihrem Staatsgebiet zu regeln und den Aufenthalt ausländischer 

14

Personen unter Beachtung überwiegender Interessen des Familien- und Privat-
lebens gegebenenfalls auch wieder zu beenden.

Liegt eine aufenthaltsbeendende oder -verweigernde Massnahme im Schutzbe-
reich von Art. 8 EMRK, ist der Eingriff in das entsprechende Rechtsgut statthaft, 
soweit er gesetzlich vorgesehen und in einer demokratischen Gesellschaft not-
wendig ist für die nationale oder öffentliche Sicherheit, für das wirtschaftliche 
Wohl des Landes, zur Aufrechterhaltung der Ordnung, zur Verhütung von Strafta-
ten, zum Schutz der Gesundheit oder der Moral oder zum Schutz der Rechte und 
Freiheiten anderer (Art. 8 Ziff. 2 EMRK). Die Konvention verlangt, dass die indivi-
duellen Interessen am Erhalt bzw. an der Erteilung des Anwesenheitsrechts und 
die öffentlichen Interessen an dessen Verweigerung sorgfältig gegeneinander 
abgewogen werden (BGE 142 II 35 E. 6.1 S. 47; BGE 139 I 330 E. 2.2; Urteil des 
EGMR El Ghatet gegen Schweiz vom 8.11.2016 [Nr. 56971/10] § 53). 

4.2 Die Beschwerdeführerin bestreitet die Verhältnismässigkeit. Sie wohne zu-
sammen mit ihrem Ehemann und den gemeinsamen Kindern und deren Töchter 
alle gemeinsam unter einem Dach. Das Familienleben sei intensiv. Da der Ehe-
mann über eine Niederlassungsbewilligung verfüge, könne sie sich auf Art. 8 Ziff. 
1 EMRK und Art. 13 Abs. 1 BV berufen. Sie sei vor mehr als drei Jahren einge-
reist und hier diversen ausserhäuslichen Arbeiten nachgegangen. Sie sei gut in-
tegriert und könne sich im Alltag mit andern Personen hinreichend verständigen. 
Dies trotz der zwischenzeitlichen Pandemie und der krankheitsbedingten Ar-
beitsunfähigkeiten. Es liege auch eine erfolgreiche wirtschaftliche Integration und 
finanzielle Unabhängigkeit der Beschwerdeführerin vor; die EL-Bezüge hätten 
auf das Niveau vor Familiennachzug gesenkt werden können. Auch sei sie dar-
an, den fide-Test erfolgreich zu absolvieren. Die Familie A.________ sei zudem 
auf die Hilfe der Beschwerdeführerin angewiesen. Damit die Tochter einer Voll-
zeiterwerbstätigkeit nachgehen könne, sei sie auf die Betreuung der Kinder durch 
die Beschwerdeführerin angewiesen. Der Ehemann sei aus gesundheitlichen 
Gründen auf Dritthilfe angewiesen und da sich sein Zustand verschlechtere, wer-
de die Betreuung intensiver und benötige mehr Zeit. Wenn sie die Schweiz ver-
lassen müsste, wäre er auf sich alleine gestellt. Auch der Sohn, der einer aus-
serhäuslichen Beschäftigung nachgehe, sei dieser Aufgabe nicht mehr alleine 
gewachsen. Für die Betreuung des hilfsbedürftigen Ehemannes sei ihre Anwe-
senheit unabdingbar. Zudem macht die Beschwerdeführerin geltend, eine Rück-
kehr nach Bosnien und Herzegowina sei für sie und ebenso ihren Ehemann un-
zumutbar. Es müsse davon ausgegangen werden, dass sie in der Heimat keine 
Beschäftigung mehr finde; die soziokulturellen und ökonomischen Rahmenbe-
dingungen in der Heimat seien mit den hiesigen nicht vergleichbar. Sie verfüge 

15

dort auch über kein Beziehungsnetz zum Aufbau einer neuen Existenz; es be-
stehe keine Verbundenheit zum Heimatland, zumal die Kernfamilie hier lebe. Ei-
ne Rückkehr wäre mit unüberwindbaren Schwierigkeiten verbunden. Der Kern-
familie sei eine Rückkehr nicht zumutbar. Die gesundheitlichen Probleme des 
Ehemannes könnten in Bosnien und Herzegowina nicht behandelt werden; der 
westeuropäische Standard, auf welchen er dringend angewiesen sei, könne nicht 
geboten werden; eine Rückkehr würde zu einer raschen und lebensgefährden-
den Beeinträchtigung seines Gesundheitszustandes führen. Aufgrund der 
benötigten Dritthilfe bestehe ein eigentliches Abhängigkeitsverhältnis zur Be-
schwerdeführerin. Auch wenn sie erst seit drei Jahren hier lebe, sei es nicht ver-
antwortbar, dass sie den seit rund 15 Jahren hier lebenden Ehemann verlasse 
oder er mit ihr zurückkehre. Es sei medizinisch unzumutbar. Bei all diesen Um-
ständen liege ebenso ein schwerwiegender persönlicher Härtefall im Sinne von 
Art. 30 Abs. 1 lit. b AIG vor, was eine Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung 
erforderlich mache.

4.3 Der Darstellung der Beschwerdeführerin kann nicht gefolgt werden. 

4.3.1 Im Rahmen der Verhältnismässigkeitsprüfung sind die öffentlichen Interes-
sen den privaten der Beschwerdeführerin gegenüberzustellen. Nachdem die Be-
schwerdeführerin - wie unter E. 3 aufgezeigt - auch nach rund vier Jahren und 
trotz mehrmaliger Aufforderung noch immer zwei wesentliche Zulassungsvoraus-
setzungen für den Familiennachzug nicht erfüllt, muss das öffentliche Interesse 
an der Durchsetzung des materiellen Rechts als hoch eingeschätzt werden. 
Wenn sodann die Beschwerdeführerin behauptet, sie sei wirtschaftlich und ge-
sellschaftlich gut integriert und finanziell unabhängig, so kann dem mitnichten ge-
folgt werden. Eine Integration in die ausserhäusliche Berufswelt konnte bislang 
eben gerade nicht erfolgen. Einen Sprachnachweis mit dem minimalen Refe-
renzniveau A1 konnte sie bis heute nicht vorlegen, weshalb die unbelegte Be-
hauptung einer gesellschaftlichen Integration zurückzuweisen ist. Sie macht ja 
gerade geltend, ihre familieninternen Betreuungsdienste hinderten sie an gesell-
schaftlicher Teilhabe, an ausserhäuslicher Erwerbstätigkeit und am Besuch von 
Deutschkursen. Zudem besteht aufgrund der sprachlichen Defizite und des bis 
anhin erfolglosen Einstiegs in die Erbwerbstätigkeit keine günstige Prognose, 
was das öffentliche Interesse an der Fernhaltemassnahme noch erhöht.

4.3.2 Bei den privaten Interessen der Beschwerdeführerin ist anzuerkennen, 
dass ihr Ehemann hier lebt und über die Niederlassungsbewilligung verfügt. Auch 
ihre erwachsenen Kinder sowie ihre Enkel leben hier und zwar an derselben 
Adresse. Auch wenn diese nicht zur eigentlichen Kernfamilie der Beschwerdefüh-

16

rerin und ihrem Ehemann im Sinne von Art. 8 EMRK und Art. 13 BV zählen, be-
stimmt zweifellos auch diese erweiterte Familie das private Interesse der Be-
schwerdeführerin an einem Verbleib, was es ebenfalls anzuerkennen gilt (vgl. 
BGE 144 I 1 E. 6.1). Beachtlich ist ebenso, dass der Ehemann infolge eines psy-
chischen Leidens zu 100% arbeitsunfähig ist und eine IV-Rente bezieht. Gemäss 
Bericht des behandelnden Arztes ist er aufgrund seines komplexen Leidens und 
Bedürftigkeit auf fremde Hilfe angewiesen (AFM-act. 474). Anerkanntermassen 
erbringt diese u.a. die Beschwerdeführerin. Dennoch kann nicht von einem ei-
gentlichen Abhängigkeitsverhältnis gesprochen werden, wie dies die Beschwer-
deführerin macht. Zum einen wiederholen sich die ärztlichen Berichte, ohne in-
des die behauptete Bedürftigkeit zu konkretisieren. Aus den Berichten ist nicht 
ersichtlich, welcher Art und welchen Umfangs die benötigte Hilfe ist. Die Be-
schwerdeführerin führt wohl aus, er sei in der IV hilflosenentschädigungsberech-
tigt. Einen Beleg hierfür brachte sie indes nie bei; es bestehen diesbezüglich ver-
schiedene Grade, so dass die Aussage selbst wenig aussagekräftig (und unbe-
legt) ist. Immerhin lassen sich etwa dem Austrittsbericht vom 1. Oktober 2022 
(nach Schulteroperation) keinerlei Hinweise auf eine Hilfsbedürftigkeit entneh-
men, was aber bei der Schilderung der Beschwerdeführerin zu erwarten wäre. Im 
Gegenteil wird dokumentiert, der Ehemann sei am 3. Tag in gutem Allgemeinzu-
stand entlassen worden. Unter Systemanamnese werden Allergien/Unverträg-
lichkeiten als unbekannt vermerkt, aber ein Diabetes mellitus Typ 2 erwähnt. 
Weitere Auffälligkeiten sind nicht erwähnt. Der Allgemeinzustand sei gut, er sei 
adipös. Er sei zeitlich, örtlich orientiert, autopsychisch orientiert, situativ orientiert, 
die Psyche sei unauffällig. Unter Sozialanamnese wird festgehalten, er sei ledig 
und selbständig, Spitex sei nicht notwendig. Auch wenn dieser Bericht nicht über 
alle Zweifel erhaben ist ('ledig'), so kontrastiert er doch auffällig mit den Behaup-
tungen der Beschwerdeführerin. Wäre er dermassen auf Betreuung angewiesen, 
wie sie dies geltend macht, wäre zu erwarten, dass dies in der Sozialanamnese 
bzw. der Zusammenfassung der Krankengeschichte erwähnt würde, damit auch 
die Nachbetreuung nach Entlassung aus dem Spital und damit der Heilungspro-
zess gewährleistet ist. Gerade im Bereich der privaten Interessen gilt eine weit-
reichende Mitwirkungspflicht der betroffenen Person. Denn sie kommt natur-
gemäss bei Tatsachen zum Tragen, die eine Partei besser kennt als die Behör-
den und die ohne ihre Mitwirkung gar nicht oder nicht mit vernünftigem Aufwand 
erhoben werden können (Urteil BGer 2C_592/2020 vom 28.4.2022 E. 6.4). Die 
Beschwerdeführerin belässt es aber bei den wenig aussagekräftigen, sich wie-
derholenden Arztschreiben von Dr.med. F.________ (vgl. AFM-act. 493, 346) 
und Dr.med. E.________ (vgl. AFM-act. 474, 345, 190), wonach Unterstützung in 
Körperpflege, Tagesstruktur, Mahlzeitenzeiten benötigt werde. Am meisten In-

17

formation enthält ein Bericht von Dr.med. F.________ vom 25. Januar 2019, wo-
nach der Ehemann seit Mitte 2015 im Rahmen eines Diabetes Mellitus sowie ar-
terieller Hypertonie, Dyslipidämie und St.n. Alkoholabusus bei ihm in Behandlung 
sei und wegen rezidivierenden depressiven Episoden bei Dr.med. E.________ 
(AFM-act. 191). Ein eigentliches Abhängigkeitsverhältnis zwischen dem Ehe-
mann und der Beschwerdeführerin kann hieraus nicht abgeleitet werden, nach-
dem sie erst 2015 wieder heirateten, die Beschwerdeführerin aber bis 2020 in ih-
rer Heimat verblieb und der Ehemann soweit nötig Unterstützung vom Sohn er-
hielt. Zudem lebt auch die Tochter an derselben Adresse. Auffallend bzw. zu er-
wähnen ist dabei, dass die Betreuungsnotwendigkeit durch Dr.med. E.________ 
am 23. September 2022 zwar auch bestätigt wurde, aber derart, dass die Pflege 
ausschliesslich durch den Sohn erfolge und weil dieser nun unfallbedingt ausfalle 
die Betreuung extern aufgegleist werden müsse; die Beschwerdeführerin findet 
überhaupt keine Erwähnung (vgl. AFM-act. 573). Damit aber sind sämtliche an-
derslautenden Arztberichte relativiert. Insgesamt ist ein Interesse der Beschwer-
deführerin am Schutz des Familienlebens zwar anzuerkennen und im Rahmen 
der Interessenabwägung zu berücksichtigen. Es ist aber nicht derart, dass es das 
öffentliche Interesse an der Massnahme allein zu überwiegen vermöchte.

4.3.3 Was die weiteren Interessen (zusätzlich zum Familienleben) der Be-
schwerdeführerin an einem Verbleib in der Schweiz anbelangt, so kann auf das 
bereits Ausgeführte verwiesen werden. Entgegen der Darstellung der Beschwer-
deführerin selbst kann sie in keiner Weise als beruflich, sprachlich und gesell-
schaftlich integriert bezeichnet werden. Selbst wenn anzuerkennen ist, dass sie 
bereits vor 2020 im Rahmen des bewilligungsfreien Aufenthalts in der Schweiz 
verweilte, und seit 2020 ganz hier lebt, so vermag sie nicht annähernd aufzuzei-
gen, dass sie über eine enge Beziehung zur Schweiz verfügen würde. Sie bleibt 
jegliche diesbezüglichen Nachweise schuldig. 

4.3.4 Die im Jahr 1970 geborene Beschwerdeführerin hat den weitaus grössten 
Teil ihres Lebens in der Heimat verbracht und reiste erst vor drei Jahren in die 
Schweiz ein. Auch wenn der Ehemann und die Kinder sowie Enkelkinder hier le-
ben, dürfte sie mit der Sprache, Gewohnheiten und Gebräuchen der Heimat wei-
terhin vertraut sein; soweit die Beschwerdeführerin Gegenteiliges behauptet, ist 
dies aufgrund ihrer Biographie unglaubwürdig. Dabei wird nicht bestritten, dass 
eine Reintegration nicht nur leicht sein wird. Auch ist unbestritten, dass die öko-
nomischen, gesellschaftlichen und versorgungsmässigen Umstände in der 
Schweiz besser sein dürften als in Bosnien und Herzegowina. Dies allein macht 
indes eine Rückkehr nicht unzumutbar bzw. gibt dies keinen Anspruch auf Ver-
bleib in der Schweiz, handelt es sich doch um die im Herkunftsland allgemein üb-

18

lichen Lebensverhältnisse (Urteil BGer 2C_777/2018 vom 8.4.2019 E. 3.2). Wei-
ter ergibt sich aus den EL-Akten, dass die Beschwerdeführerin oder ihr Ehemann 
über nicht selbst bewohntes Grundeigentum verfügen (Bf-act. 11); aufgrund des 
Vermögenswertes (rund Fr. 34'000.--) kann angenommen werden, dass es sich 
um Grundeigentum im Heimatland resp. nicht in der Schweiz handelt. Auch dies 
erleichtert eine Rückkehr. Aktenkundig sind sodann Ferienaufenthalte in der 
Heimat, was die Zumutbarkeit der Rückkehr unterstreicht. Soweit dies seitens 
Beschwerdeführerin plakativ bestritten wird, gilt es auf die Rechtsprechung zu 
verweisen, wonach die befürchtete Beeinträchtigung der sozialen Wiedereinglie-
derung im Einzelfall aufgrund der konkreten Umstände glaubhaft erscheinen 
muss; sie muss objektiv nachvollziehbar konkretisiert und beweismässig unter-
legt werden. Allgemein gehaltene Hinweise genügen nicht (Urteil BGer 
2C_1038/2022 vom 21.8.2023 E. 3.2 mit weiteren Hinweisen). Die Beschwerde-
führerin bringt keinerlei Belege für ihre Ausführungen; sie begründet die Unzu-
mutbarkeit auch nicht, sondern stellt einfach Aussagen in den Raum. Dies gilt 
auch für die Darstellung, wonach eine Rückkehr des Ehemannes für diesen le-
bensbedrohlich wäre. Dieser unbelegten Ausführung ist der Verweis auf die Bun-
desgerichtsrechtsprechung entgegen zu halten, wonach Wegweisungen nach 
Bosnien und Herzegowina selbst bei schwerer Depression mit psychotischen 
Symptomen, hoher Selbstgefährdung und Suizidalität zumutbar sind, da eine 
ausreichende medizinische Versorgung sichergestellt ist (Urteil BGer 
2C_940/2020 vom 9.8.2021 E. 3.4 mit weiteren Hinweisen). Gemäss dem Bericht 
SEM zur medizinischen Grundversorgung Bosnien und Herzegowina (2017), ist 
ein Grossteil der Medikamente zur Behandlung der gängigen Krankheitsbilder 
zumindest in grösseren Städten verfügbar und falls in westeuropäischen Ländern 
abgegebene Medikamente nicht vorhanden wären, können diese durch Generika 
ersetzt werden (S. 35); die Behandlung von Diabetespatienten ist ebenso kosten-
los wie Patienten mit psychischen Erkrankungen (S. 46). Letztlich aber bedeutet 
eine Wegweisung der Beschwerdeführerin nicht, dass auch der Ehemann 
zurückreisen muss, verfügt er selber hier doch über eine Niederlassungsbewilli-
gung. Anerkanntermassen führt dies jedoch zu einer Trennung der Kernfamilie. 
Nachdem wie dargelegt aber aus Art. 8 EMRK allein kein Anspruch auf Aufent-
halt abgeleitet werden kann, kein eigentliches Abhängigkeitsverhältnis zwischen 
Ehemann und Ehefrau oder bei Wegweisung der Beschwerdeführerin kein Pfle-
genotstand besteht, die Ehegatten erst seit 2015 (wieder) verheiratet sind, die 
ersten fünf Jahre getrennt lebten, die Beschwerdeführerin erst 2020 in die 
Schweiz einreiste (wobei die Aufenthaltsbewilligung im Februar 2022 ausgelau-
fen ist), die Beschwerdeführerin mit keinem Einreiseverbot belegt ist und auch 
der Ehemann reisefähig ist, werden die Ehepartner das Familienleben wie bereits 

19

bis 2020 mit elektronischen Medien sowie gegenseitigen Besuchen im Rahmen 
des bewilligungsfreien Aufenthaltes pflegen können.

4.4 Damit aber ergibt die Prüfung der Verhältnismässigkeit, dass die öffentli-
chen Interessen an der aufenthaltsbeendenden Massnahme (Nichtverlängerung 
der Aufenthaltsbewilligung und Wegweisung) höher zu gewichten sind als die 
persönlichen Interessen der Beschwerdeführerin am Verbleib in der Schweiz.

5. Soweit die Beschwerdeführerin schliesslich auch einen schwerwiegenden 
persönlichen Härtefall im Sinne von Art. 30 Abs. 1 lit. b AIG geltend macht, so ist 
zu betonen, dass sich bereits schon aufgrund der Stellung dieser Norm im Ge-
setz (unter dem Abschnitt "Abweichungen von den Zulassungsvoraussetzun-
gen"), ihrer Formulierung und den in Art. 31 Abs. 1 VZAE aufgeführten Kriterien 
ergibt, dass dieser Bestimmung Ausnahmecharakter zukommt und dass die Vor-
aussetzungen zur Anerkennung eines Härtefalls restriktiv zu handhaben sind. 
Die betroffene Person muss sich in einer persönlichen Notlage befinden. Das 
bedeutet, dass ihre Lebens- und Existenzberechtigung, gemessen am durch-
schnittlichen Schicksal von ausländischen Personen, in gesteigertem Mass in 
Frage gestellt sein muss bzw. die Verweigerung einer Abweichung von den Zu-
lassungsvoraussetzungen für sie mit schweren Nachteilen verbunden wäre. Bei 
der Beurteilung eines Härtefalles müssen sämtliche Umstände des jeweiligen 
Einzelfalls berücksichtigt werden. Die Anerkennung als Härtefall setzt nicht zwin-
gend voraus, dass die Anwesenheit in der Schweiz das einzige Mittel zur Verhin-
derung einer persönlichen Notlage darstellt. Auf der anderen Seite reichen eine 
lang dauernde Anwesenheit und eine fortgeschrittene soziale und berufliche In-
tegration sowie klagloses Verhalten für sich alleine nicht aus, um einen schwer-
wiegenden persönlichen Härtefall zu begründen. Vielmehr wird vorausgesetzt, 
dass die ausländische Person so enge Beziehungen zur Schweiz unterhält, dass 
von ihr nicht verlangt werden kann, in einem anderen Land, insbesondere in ih-
rem Heimatstaat zu leben. Berufliche, freundschaftliche und nachbarschaftliche 
Beziehungen, welche die betroffene Person während ihres Aufenthaltes in der 
Schweiz knüpfen konnte, genügen normalerweise nicht für eine Abweichung von 
den Zulassungsvoraussetzungen (VGE III 2016 85 vom 28.7.2016 E. 5.3 mit 
Hinweis auf BGE 130 II 39 E. 3; BGE 128 II 200 E. 4; BVGE C-6989/2009 vom 
18.4.2011 E. 4.2 f.). Diese Voraussetzungen sind nicht gegeben, was sich aus 
dem bereits Ausgeführten unweigerlich ergibt. Kommt hinzu, dass die Erteilung 
einer Härtefallbewilligung nach Art. 30 Abs. 1 lit. b AIG nicht Gegenstand der 
Verfügung des Amtes für Migration vom 26. Januar 2023 bildete und über die Er-
teilung von Aufenthaltsbewilligungen in Härtefällen nach Art. 30 Abs. 1 lit. b AIG 
das Volkswirtschaftsdepartement entscheidet (§ 4 Abs. 2 lit. a Vollzugsverord-

20

nung zum Kantonalen Gesetz zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und 
Ausländer und zum Asylgesetz [MigV; SRSZ 111.211] vom 2.12.2008).

6. Damit erweist sich die Beschwerde insgesamt als unbegründet, weshalb 
sie abzuweisen ist.

7. Die Verfahrenskosten von Fr. 1'500.-- (Gerichtsgebühr, Kanzleikosten und 
Barauslagen) werden diesem Ergebnis entsprechend der Beschwerdeführerin 
auferlegt (§ 72 VRP). Anspruch auf eine Parteientschädigung besteht keiner 
(§ 74 VRP).

21

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten von Fr. 1'500.-- (Gerichtsgebühr, Kanzleikosten und Barausla-
gen) werden der Beschwerdeführerin auferlegt. Sie hat am 7. Juni 2023 ei-
nen Kostenvorschuss in gleicher Höhe bezahlt, so dass die Rechnung aus-
geglichen ist.

3. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung Beschwerde* 
in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beim Bundesgericht, 1000 Lau-
sanne 14, erhoben werden, sofern das Bundesrecht oder das Völkerrecht 
einen Bewilligungsanspruch einräumt (Art. 42 und 82ff., insbesondere Art. 
83 lit. c Ziffer 2 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht, BGG, SR 
173.110).

Soweit die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nicht 
zulässig ist, kann innert 30 Tagen seit Zustellung Verfassungsbeschwerde* 
erhoben und die Verletzung von verfassungsmässigen Rechten gerügt 
werden (Art. 113 ff. BGG). Bei gleichzeitiger ordentlicher Beschwerde sind 
beide Rechtsmittel in der gleichen Rechtsschrift einzureichen.

4. Zustellung an:
- den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin (2/R)
- das Amt für Migration des Kantons Schwyz (EB; unter Beilage der Ein-

gabe der Beschwerdeführerin vom 21.9.2023 inkl. Beilagen)
- den Regierungsrat des Kantons Schwyz (EB; unter Beilage der Eingabe 

der Beschwerdeführerin vom 21.9.2023 inkl. Beilagen)
- das Sicherheitsdepartement, Rechts- und Beschwerdedienst (EB; unter 

Beilage der Eingabe der Beschwerdeführerin vom 21.9.2023 inkl. Beila-
gen)

- und das Staatssekretariat für Migration, SEM, 3003 Bern (A). 

Schwyz, 28. September 2023

Im Namen des Verwaltungsgerichts

Der Vizepräsident:

Der Gerichtsschreiber:

22

*Anforderungen an die Beschwerdeschrift 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache (Deutsch, Französisch, Italienisch, Ru-
mantsch Grischun) abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der 
Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form 
darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt. Die Urkunden, auf die 
sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 
hat; der angefochtene Entscheid ist beizulegen.

Versand: 29. September 2023