# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 409923b9-fa3d-5913-a551-7e66e74e00e7
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-10-20
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 20.10.2010 D-7260/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-7260-2010_2010-10-20.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-7260/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 0 .  O k t o b e r  2 0 1 0

Einzelrichter Thomas Wespi, 
mit Zustimmung von Richter Hans Schürch;
Gerichtsschreiber Daniel Stadelmann.

A._______, geboren (...), Vietnam,
zur Zeit im Transit des Flughafens Zürich,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung (Flughafenverfahren); Verfügung
des BFM vom 29. September 2010 / N _______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-7260/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass der Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge seinen Heimat-
staat am 20. Oktober 2009 verliess und über B._______, C._______ 
und D._______ am 11. September 2010 in die Schweiz gelangte,

dass er am 11. September 2010 im Flughafen Zürich von den Schwei-
zer Behörden angehalten wurde, als er versuchte, mit einem ihm nicht 
zustehenden (...) Pass nach E._______ weiterzureisen,

dass der Beschwerdeführer am 13. September 2010 ein Asylgesuch 
stellte, worauf das BFM ihm mit Verfügung gleichen Datums die Einrei -
se in die Schweiz verweigerte und den Transitbereich als Aufenthalts-
ort zuwies,

dass er am 20. September 2010 summarisch zu seinen Asylgründen 
befragt wurde und am 28. September 2010 die direkte Bundesanhö-
rung stattfand,

dass dem Beschwerdeführer aufgrund der geltend gemachten Minder-
jährigkeit für die direkte Anhörung eine Vertrauensperson beigeordnet 
wurde,

dass  er  vorbrachte,  er  sei  vietnamesischer  Staatsangehöriger  aus 
F._______ (Provinz G._______, Kanton H._______),

dass sich seine Eltern im Jahr 2007 hätten scheiden lassen, wobei der 
Vater das Sorgerecht für den gemeinsamen Sohn (den Beschwerde-
führer) erhalten habe,

dass es dem Beschwerdeführer in Vietnam nicht mehr gefallen habe 
und Freunde ihm erklärt  hätten,  in  Europa könne man ein besseres 
Leben führen,

dass seinem Vater beim Spielen das Geld ausgegangen sei und dieser 
durch  den Verkauf  seines Elternhauses die  Ausreise  seines Sohnes 
habe (mit-) finanzieren können,

dass er sich nach seiner Ausreise via B._______ und C._______ von 
März 2010 bis  Oktober  2010 illegal  in  I._______ unter  anderem bei 
vietnamesischen Landsleuten aufgehalten und diesen bei  der  Arbeit 
geholfen habe,

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dass er einen (...)  Pass erhalten habe und dann mit  seinem Freund 
J._______  (Anmerkung  des  Bundesverwaltungsgerichts:  E-
7259/2010), über den Flughafen Zürich nach E._______ habe reisen 
wollen, in der Hoffnung, dort  Arbeit  und Kontakt zu vietnamesischen 
Staatsbürgern zu finden,

dass er sich weder politisch noch religiös betätigt und nie irgendwel -
che Schwierigkeiten mit den heimatlichen Behörden gehabt habe,

dass er abgesehen von einem Geburtsschein, welcher sich vermutlich 
bei der von ihm besuchten Schule in Vietnam befinde, im Heimatstaat 
nie  Reise-  oder  Identitätsdokumente  besessen  oder  beantragt  und 
solche Dokumente auch nie gebraucht habe,

dass er ein Asylgesuch gestellt habe, weil er nicht mehr herumhängen 
und ein normales Leben führen möchte,

dass der Beschwerdeführer Bedrohungen seitens der Schlepperorga-
nisation befürchte, welche seine Reise nach Europa organisiert habe,

dass das BFM das Asylgesuch des Beschwerdeführers mit Verfügung 
vom 29. September 2010 – eröffnet  am 1. Oktober 2010 – ablehnte 
und die  Wegweisung aus dem Transitbereich  des Flughafens Zürich 
und den Vollzug anordnete,

dass das BFM zur Begründung anführte,  die vom Beschwerdeführer 
vorgebrachten Fluchtgründe würden sich auf die allgemeine wirtschaft-
liche und soziale Situation in Vietnam beziehen, welche jedoch keine 
asylbeachtliche Verfolgung im Sinne von Art. 3 des Asylgesetzes vom 
26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) zu begründen vermöge,

dass betreffend die befürchteten Bedrohungen seitens der Schlepper-
organisation  festzuhalten  sei,  es  handle  sich  diesbezüglich  um eine 
Vermutung, die auf keinerlei Hinweisen basiere,

dass bei offensichtlich fehlender Asylrelevanz darauf verzichtet werden 
könne, auf allfällige Unglaubhaftigkeitselemente in den Vorbringen ein-
zugehen,

dass weder die in Vietnam herrschende politische Situation noch an-
dere  Gründe gegen die  Zumutbarkeit  der  Rückführung dorthin  spre-
chen würden,

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dass auch keine individuellen  Gründe gegen die  Zumutbarkeit  einer 
Rückkehr nach Vietnam sprechen würden und der Beschwerdeführer 
dem BFM bis dato keinerlei Ausweispapiere abgegeben habe, weshalb 
insbesondere die geltend gemachte Minderjährigkeit nicht nachgewie-
sen sei,

dass seine Angaben zum Reiseweg zwar wenig plausibel seien, er ei-
genen Aussagen zufolge jedoch über mehrere Monate allein im Aus-
land gelebt und gearbeitet habe,

dass der Beschwerdeführer gemäss eigenen Angaben im Heimatstaat 
über ein familiäres Beziehungsnetz verfüge, jedoch seine Aussagen zu 
den fehlenden Familienverhältnissen sowie der schwierigen finanziel-
len Lage seines Vaters stereotyp und unsubstanziiert  seien und ent-
sprechend als Schutzbehauptungen bewertet werden müssten,

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  technisch  möglich  und  praktisch 
durchführbar sei,

dass der Beschwerdeführer mit  Eingabe vom 8. Oktober 2010 gegen 
diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde erhob 
und in materieller Hinsicht beantragt, die Verfügung des BFM sei auf -
zuheben, es sei ihm die Flüchtlingseigenschaft zuzuerkennen und Asyl 
zu gewähren,  weiter sei  die Unzulässigkeit,  Unzumutbarkeit  und Un-
möglichkeit des Vollzugs der Wegweisung festzustellen und die vorläu-
fige Aufnahme anzuordnen,

dass er in prozessualer Hinsicht beantragt, es sei ihm die unentgelt -
liche  Prozessführung  zu  gewähren,  ein  Rechtsbeistand  beizugeben 
und  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  sei  zu  verzichten, 
eventualiter  sei  die  aufschiebende Wirkung  der  Beschwerde  wieder-
herzustellen und die zuständige Behörde vorsorglich anzuweisen, die 
Kontaktnahme mit  den heimatlichen Behörden sowie  jegliche Daten-
weitergabe  an  dieselben  zu  unterlassen,  eventualiter  sei  der  Be-
schwerdeführer – bei erfolgter Datenweitergabe – in einer separaten 
Verfügung darüber zu orientieren,

dass der Rechtsmitteleingabe lediglich eine handschriftliche, in vietna-
mesischer Sprache verfasste Begründung beiliegt,

dass das Schweizerische Rote Kreuz Kanton Zürich, Sozial-, Rechts- 
und  Rückkehrberatung,  in  seinem  Begleitschreiben  an  das  Gericht 

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vom 8. Oktober 2010 ausführte, eine Übersetzung der fremdsprachi-
gen Beschwerdebegründung sei in die Wege geleitet worden und wer-
de in Kürze nachgereicht,

dass der Instruktionsrichter am 8. Oktober 2010 den Vollzug der Weg-
weisung per sofort bis auf Weiteres aussetzte,

dass  die  in  Aussicht  gestellte  Übersetzung  der  Beschwerdebegrün-
dung am 13. Oktober 2010 (vorab per Fax am 12. Oktober 2010) beim 
Bundesverwaltungsgericht eintraf,

dass  auf  die  Beschwerdebegründung,  soweit  für  den  Entscheid  we-
sentlich, in den Erwägungen eingegangen wird,

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgül-
tig über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes 
vom  20. Dezember 1968  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG, 
SR 172.021])  des  BFM entscheidet  (Art. 105  AsylG i.V.m.  Art. 31-33 
des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005  [VGG, 
SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass sich das Verfahren nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG 
richtet,  soweit  das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und 
Art. 6 AsylG),

dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung beson-
ders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung be-
ziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert ist (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 
Abs. 1 VwVG),

dass sich namentlich aus den Verfahrensakten keine Anhaltspunkte er -
geben,  welche zu Zweifeln an der Urteilsfähigkeit  des nach eigenen 
Angaben  am  (...)  geborenen  Beschwerdeführers  Anlass  geben 
würden, weshalb er unter diesen Umständen, ungeachtet einer all fäl-

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ligen  Glaubhaftigkeit  seiner  geltend  gemachten  Minderjährigkeit,  als 
prozessfähig zu erachten ist,

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde – 
unter  Vorbehalt  der  nachfolgenden  Erwägungen  –  einzutreten  ist 
(Art. 108  Abs. 1  AsylG  und  Art.  105  AsylG  i.V.m. Art.  37  VGG und 
Art. 52 VwVG),

dass auf den Eventualantrag auf Wiederherstellung der aufschieben-
den Wirkung mangels Rechtsschutzinteresses nicht einzutreten ist, da 
die Beschwerde von Gesetzes wegen aufschiebende Wirkung hat (vgl.  
Art. 55 Abs. 1 VwVG) und die Vorinstanz einer allfälligen Beschwerde 
die aufschiebende Wirkung nicht entzog (vgl. Art. 55 Abs. 2 VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli-
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  bezie-
hungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art.  111 Bst. e 
AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt,  um eine 
solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde,

dass  die  Schweiz  Flüchtlingen  grundsätzlich  Asyl  gewährt  (Art.  2 
Abs. 1  AsylG),  wobei  als  Flüchtling  eine  ausländische  Person  aner-
kannt wird, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie 
zuletzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität,  Zugehörig-
keit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen 
Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete 
Furcht  hat,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden  (Art.  3  Abs. 1 
AsylG),

dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaub-
haft gemacht werden muss (Art. 7 AsylG),

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dass der Beschwerdeführer zur Begründung seines Asylgesuchs vorab 
familiäre und wirtschaftliche Gründe anführt und diesbezüglich auf die 
zutreffenden  Erwägungen  der  Vorinstanz  verwiesen  werden  kann, 
ohne diese im Einzelnen zu wiederholen,

dass auch die angeblichen Drohungen seitens der Schlepperorganisa-
tion – die im Gegensatz zum vorinstanzlichen Verfahren auf Beschwer-
deebene massiv ausgeweitet und dramatisiert worden sind und damit 
als nachgeschoben bezeichnet werden müssen – keine asylrelevante 
Verfolgung zu begründen vermögen, zumal nicht ersichtlich ist, inwie-
fern  der  Beschwerdeführer  in  diesem  Zusammenhang  aus  einem 
Grund nach Art. 3 AsylG einen ernsthaften Nachteil zu befürchten hät-
te,

dass der Beschwerdeführer nach dem Gesagten keinerlei Vorbringen 
geltend machen kann, die auch nur ansatzweise geeignet wären, die 
Flüchtlingseigenschaft  zu begründen, weshalb es sich ohne weiteren 
Erwägungsaufwand erübrigt, näher darauf einzugehen,

dass  es  dem Beschwerdeführer  somit  nicht  gelingt,  die  Flüchtlings-
eigenschaft nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen, wes-
halb das Bundesamt das Asylgesuch zu Recht abgelehnt hat,

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge 
hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbe-
willigung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer sol -
chen besteht  (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der  Schweizeri-
schen Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21), weshalb die ver-
fügte  Wegweisung  im  Einklang  mit  den  gesetzlichen  Bestimmungen 
steht und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzli-
chen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern re-
gelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar 
oder nicht möglich ist  (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]), 

dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen 
gemäss  ständiger  Praxis  des Bundesverwaltungsgerichts  und  seiner 
Vorgängerorganisation  ARK der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 

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Flüchtlingseigenschaft  gilt,  dass  heisst,  sie  sind  zu  beweisen,  wenn 
der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu 
machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser, 
Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148), 

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtli -
che  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK,  SR 
0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig 
ist, da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich 
erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, wes-
halb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet 
und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung 
im Sinne von Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schut-
ze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK,  SR  0.101)  er-
sichtlich sind, die im Heimatstaat droht,

dass  der  spezifischen  Situation  unbegleiteter  minderjähriger  Asylge-
suchsteller  unter  dem Gesichtspunkt  der  Zumutbarkeit  des  Wegwei-
sungsvollzugs gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG Rechnung zu tragen ist,

dass sich für das BFM insbesondere die Pflicht ergibt, bei der Prüfung 
des Wegweisungsvollzugs die spezifisch mit der Minderjährigkeit ver-
bundenen Aspekte genügend abzuklären und dabei der Persönlichkeit 
des  Kindes  und  seinen  Lebensumständen  umfassend  Rechnung  zu 
tragen ist,

dass sich für die Asylbehörden daraus grundsätzlich die Verpflichtung 
ergibt, von Amtes wegen abzuklären, welche Situation sich für die im 
Falle einer Heimkehr unbegleitete minderjährige Person im Heimatland 

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realistischerweise  ergeben  könnte,  insbesondere  ob  das  Kind  zu 
seinen Eltern oder anderen Angehörigen zurückgeführt  werden kann 
und ob diese in der Lage sind, seine (dem Alter, der physischen und 
psychischen Verfassung, der Herkunft etc. entsprechenden) Bedürfnis-
se abzudecken (vgl. zum Ganzen EMARK 2006 Nr. 24 S. 259 ff., mit  
weiteren Hinweisen),

dass die Behörden im Asylverfahren gemäss Art. 12 VwVG i.V.m. Art. 6 
AsylG den Sachverhalt  von Amtes wegen festzustellen haben, diese 
Untersuchungspflicht jedoch durch die der asylsuchenden Person ge-
stützt  auf  Art.  8  AsylG  auferlegte  Mitwirkungspflicht  eingeschränkt 
wird,  wobei  sie  insbesondere  ihre  Identität  offenzulegen  und  in  der 
Empfangsstelle  Reisepapiere  und  Identitätsausweise  abzugeben  hat 
(vgl. Art. 8 Abs. 1 Bst. a und b AsylG),

dass  der  Beschwerdeführer  gemäss  eigenen  Aussagen  im  Heimat-
staat  einen Geburtsschein besitzt,  welcher  sich  bei  der  von ihm be-
suchten Schule befinde (vgl. Protokoll vom 20. September 2010 S. 6 
und Protokoll vom 28. September 2010 S. 4), er demzufolge bei den 
heimatlichen Behörden  registriert  ist  und  es  ihm zumutbar  gewesen 
wäre, sich um die Beschaffung eines entsprechenden Identitätsnach-
weises zu bemühen,

dass er aber den Behörden – in Verletzung seiner Mitwirkungspflicht – 
bis zum jetzigen Zeitpunkt keine Reise- oder Identitätspapiere abgege-
ben und auch  keine  erkennbaren Anstrengungen unternommen hat, 
sich solche zu beschaffen,

dass der Beschwerdeführer im Heimatstaat mit seinen Eltern, weiteren 
Verwandten und Schulfreunden – der Vater und der Onkel haben ihm 
beispielsweise seine Ausreise finanziert  (vgl. Protokoll  vom 28. Sep-
tember 2010 S. 6), über ein unterstützungsfähiges und -williges famili -
äres und soziales Beziehungsnetz verfügt,

dass er  seit  seiner  Ausreise  aus dem Heimatstaat  im Oktober  2009 
seinen Lebensunterhalt selbst bestritten hat und in knapp (...) Monaten 
das (...) Lebensjahr vollenden wird,

dass dem Beschwerdeführer angesichts dieser Umstände zugemutet 
werden kann, in seinen Heimatstaat zurückzukehren und dort Kontakt 
mit seinen Eltern, Freunden und wohl auch weiteren Verwandten auf-
zunehmen,

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dass weder die allgemeine Lage im Heimatstaat des Beschwerdefüh-
rers noch individuelle Gründe auf eine konkrete Gefährdung im Falle 
einer  Rückkehr schliessen lassen,  weshalb  der  Vollzug der  Wegwei-
sung vorliegend zumutbar ist,

dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers in den Hei-
matstaat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse beste-
hen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerdeführer obliegt,  bei 
der  Beschaffung  gültiger  Reisepapiere  mitzuwirken  (Art. 8  Abs. 4 
AsylG),

dass  nach  dem Gesagten  der  vom Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

dass der Beschwerdeführer in der Rechtsmitteleingabe beantragt, die 
zuständige Behörde sei vorsorglich anzuweisen, die Kontaktaufnahme 
mit  den Behörden des Heimat-  oder Herkunftsstaates sowie jegliche 
Datenweitergabe an dieselben zu unterlassen, eventuell sei er bei be-
reits erfolgter Datenweitergabe darüber in einer separaten Verfügung 
zu informieren,

dass angesichts  des offensichtlichen Fehlens einer  Gefährdung kein 
Anlass für eine vorsorgliche Anweisung an das BFM bestand und mit  
dem vorliegenden Urteil der Antrag hinfällig wird,

dass – soweit ersichtlich – bisher keine Daten weitergegeben wurden, 
weshalb keine weitere Informationspflicht besteht,

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist, darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt 
oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde ab-
zuweisen ist, soweit darauf einzutreten ist,

dass die Beschwerde aufgrund der vorstehenden Erwägungen als aus-
sichtslos zu qualifizieren ist, weshalb das Gesuch um Gewährung der 
unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG 
abzuweisen ist,

dass  mit  dem  vorliegenden  Urteil  das  Gesuch  um  Verzicht  auf  die 
Erhebung eines Kostenvorschusses hinfällig wird,

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dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr. 600.-  
(Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2])  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  sind  (Art. 63 
Abs. 1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2.
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  im 
Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG wird abgewiesen.

3.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.- werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den  Beschwerdeführer  durch  Vermittlung  der  Flughafenpolizei, 
Grenzpolizeiliche  Massnahmen  Asyl,  (...)  (Einschreiben;  Beilage: 
Einzahlungsschein)

- das  BFM,  Dienst  Flughafenverfahren  (per  Telefax;  Ref-Nr. 
N _______; zur Kenntnis)

- die Flughafenpolizei, Grenzpolizeiliche Massnahmen Asyl, (...) (Ref-
Nr. N _______), mit der Bitte, dieses Urteil dem Beschwerdeführer 
gegen  die  beigelegte  Empfangsbestätigung  auszuhändigen  und 
diese  dem  Bundesverwaltungsgericht  umgehend  zuzustellen  (per 
Telefax)

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Thomas Wespi Daniel Stadelmann

Versand:

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