# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a7f6d963-ff8b-543c-ba01-9d3783a04409
**Source:** Glarus (GL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-12-15
**Language:** de
**Title:** Glarus Obergericht 15.12.2023 OG.2023.00010 (OGS.2024.167)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GL_Omni/GL_OG_001_OG-2023-00010_2023-12-15.html

## Full Text

Kanton Glarus

  
	
   

  
	
  Obergericht

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Es wirken mit: Obergerichtsvizepräsidentin MLaw Sarina Dreyer,
  Oberrichterin Monika Trümpi, Oberrichter MLaw Mario Marti, Oberrichterin Ruth
  Hefti und Oberrichter Martin Ilg sowie Gerichtsschreiberin
  MLaw Jasmin Marlovits. 

  
	
   

  
	
   

  
	
  Urteil
  vom 15. Dezember 2023

  
	
   

  
	
   

  
	
  Verfahren
  OG.2023.00010

  
	
   

  
	
   

  
	
  A.______

  
	
  Beschuldigter und

  
	
  Berufungskläger

  
	
   

  
	
  verteidigt durch MLaw Jacques Marti, Rechtsanwalt

  
	
   

  
	
  gegen

  
	
   

  
	
   

  
	
  1. Staats- und
  Jugendanwaltschaft des Kantons Glarus

  
	
  Anklägerin und

  
	
  Berufungsbeklagte

  
	
   

  
	
  vertreten durch lic. iur. Patrick
  Fluri, Staatsanwalt 

  
	
   

  
	
   

  
	
  2. B.______ AG

  
	
  Privatklägerin 1

  
	
   

  
	
  vertreten durch
  [...] 

  
	
   

  
	
   

  
	
  3. C.______ AG

  
	
  Privatklägerin 2

  
	
   

  
	
  vertreten durch
  [...] 

  
	
   

  
	
   

  
	
  4. D.______

  
	
  Privatkläger 3 und 

  
	
  Berufungsbeklagter

  
	
   

  
	
   

  
	
  5. Erbengemeinschaft E.______

  
	
   

  
	
  Privatklägerin 4 und 

  
	
  Berufungsbeklagte

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  betreffend

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Gewerbs-
  und bandenmässiger Diebstahl etc.

  
	
   

  
	
   

  
	
  Anträge
  des Beschuldigten und Berufungsklägers (gemäss
  Berufungserklärung vom 22. Februar 2023 bzw. 7. März 2023
  [act. 42 und act. 51], ergänzt anlässlich der Berufungsverhandlung
  vom 22. September 2023 [act. 63, S. 2], sinngemäss):

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    Es seien
    Dispositiv-Ziff. 1, 3, 5 und 6 des Urteils der II. Kammer des
    Kantonsgerichts Glarus vom 15. Februar 2023 aufzuheben.

     

    
	
    2.

    	
    Der Beschuldigte sei
    vollumfänglich freizusprechen.

     

    
	
    3.

    	
    Eventualiter sei der
    Beschuldigte mit einer Freiheitsstrafe von 34 Monaten zu bestrafen.

     

    
	
    4.

    	
    Der Beschuldigte sei mit
    CHF 200.− pro Tag in Haft seit 9. Juni 2022 zuzüglich Zins
    bei mittlerem Fall zu entschädigen.

     

    
	
    5.

    	
    Unter Kosten- und
    Entschädigungsfolgen zu Lasten des Staates.

     

    

  

  
	
   

  
	
  Anträge
  der Anklägerin und
  Berufungsbeklagten (gestellt anlässlich der Hauptverhandlung vom
  22. September 2023 [act. 63, S. 2], sinngemäss):

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    Die Berufung des Beschuldigten
    sei abzuweisen und das Urteil der II. Kammer des Kantonsgerichts
    Glarus vom 15. Februar 2023 vollumfänglich zu bestätigen.

    
	
     

    	
     

    
	
    2.

    	
    Die Kosten des
    Berufungsverfahrens seien vollumfänglich dem Beschuldigten aufzuerlegen.

    

  

  
	
   

  
	
  ____________________

  
	
   

  
	
   

  
	
  Das Gericht zieht in Betracht:

  
	
   

  
	
  I.          Prozessgeschichte

  
	
   

  
	
  1.         

  
	
  1.1.      Die B.______ AG (nachfolgend "Privatklägerin 1") und
  die C.______ AG (nachfolgend "Privatklägerin 2") reichten im
  Zeitraum vom 9. Oktober 2018 bis 19. November 2018 je drei
  Strafanträge gegen unbekannt jeweils betreffend Hausfriedensbruch und
  Sachbeschädigung ein (act. 2/3.1.01-2/3.2.03). Zudem reichte D.______
  (nachfolgend "Privatkläger 3") im Zeitraum vom 30. Oktober 2018
  bis 13. November 2018 ebenfalls drei Strafanträge gegen unbekannt
  betreffend Hausfriedensbruch ein (act. 2/3.4.01-2/3.4.03). E.______
  (nachfolgend "Privatkläger 4") reichte am 7. und
  19. November 2018 jeweils einen Strafantrag gegen unbekannt betreffend
  Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung ein sowie am 22. Oktober 2018
  einen Strafantrag betreffend Hausfriedensbruch
  (act. 2/3.3.01-2/.3.3.03). Am 4. Januar 2022 verstarb E.______
  (act. 2/3.3.04), womit seine Angehörigen und damit die Erbengemeinschaft
  E.______ (nachfolgend "Privatklägerin 4") in seine Rechte
  eingetreten sind (Art. 121 Abs. 1 StGB).

  
	
   

  
	
  1.2.      Am
  24. November 2022 erhob die Staats- und Jugendanwaltschaft des Kantons
  Glarus (nachfolgend "Staatsanwaltschaft") Anklage gegen A.______
  (nachfolgend "Beschuldigter") wegen gewerbs- und bandenmässigem
  Diebstahl im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB i.V.m. Art. 139
  Ziff. 2 und 3 StGB [Version bis 30. Juni 2023], mehrfacher
  Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB sowie mehrfachem
  Hausfriedensbruch im Sinne von Art. 186 StGB (act. 1).

  
	
   

  
	
  2.         

  
	
  2.1.      Mit
  Urteil vom 15. Februar 2023 sprach die II. Kammer des
  Kantonsgerichts Glarus den Beschuldigten des bandenmässigen Diebstahls im
  Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB i.V.m. Art. 139 Ziff. 3
  Abs. 2 StGB [Version bis 30. Juni 2023], der mehrfachen
  Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB sowie des
  mehrfachen Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB je begangen am
  11. November 2018 schuldig (act. 24, S. 33,
  Dispositiv-Ziff. 1). In Bezug auf die Sachverhalte vom 5. Oktober
  2018 und vom 5. November 2018 sprach sie den Beschuldigten von den
  Vorwürfen des banden- und gewerbsmässigen Diebstahls im Sinne von
  Art. 139 Ziff. 1 StGB i.V.m. Art. 139 Ziff. 2 und 3 StGB
  [Version bis 30. Juni 2023], der mehrfachen Sachbeschädigung im Sinne
  von Art. 144 Abs. 1 StGB sowie des mehrfachen Hausfriedensbruchs im
  Sinne von Art. 186 StGB hingegen frei (Dispositiv-Ziff. 2). Sie
  verurteilte den Beschuldigten zu einer Freiheitsstrafe von 38 Monaten
  unter Anrechnung der erstandenen Haft seit dem 9. Juni 2022 sowie zu
  einer Landesverweisung von 13 Jahren (Dispositiv-Ziff. 3). 

  
	
   

  
	
  2.2.      Die
  Zivilforderungen der Privatkläger verwies die II. Kammer des
  Kantonsgerichts auf den Zivilweg und sprach ihnen auch keine Parteientschädigungen
  zu (act. 24, S. 33 f., Dispositiv-Ziff. 4 und 7). Die
  Gerichtsgebühr setzte sie fest auf CHF 4'000.− und auferlegte
  diese zusammen mit den weiteren Verfahrenskosten von CHF 12'490.70 dem
  Beschuldigten, wobei sie die den Beschuldigten betreffenden
  Übersetzungskosten auf die Staatskasse nahm (Dispositiv-Ziff. 5-6). Dem
  amtlichen Verteidiger erkannte die Vorinstanz eine Entschädigung von CHF
  4'338.90 zu, wobei diese erst vom Beschuldigten bezogen werde, sobald es
  dessen wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Dispositiv-Ziff. 6 und 8).

  
	
   

  
	
  3.         

  
	
  Gegen dieses Urteil erhob der Beschuldigte am
  22. Februar 2023 fristgerecht Berufung beim Obergericht des Kantons
  Glarus und beantragte dabei, das vorinstanzliche Urteil sei bezüglich der
  Dispositiv-Ziff. 1 (Schuldspruch), Dispositiv-Ziff. 3 (Strafe und
  Landesverweisung), Dispositiv-Ziff. 5 (Festsetzung Gerichtsgebühr und
  Verfahrenskosten) und Dispositiv-Ziff. 6 (Kostenauferlegung) aufzuheben.
  Der Beschuldigte sei vollumfänglich freizusprechen und mit CHF 200.−
  pro Tag in Haft seit 9. Juni 2022 (zuzüglich Zins bei mittlerem Fall) zu
  entschädigen (act. 42, S. 3). 

  
	
   

  
	
  4.         

  
	
  Am 24. Februar 2023 beantragte der Beschuldigte den
  vorzeitigen Strafvollzug (act. 43), welcher ihm mit Entscheid des
  Obergerichts vom 3. März 2023 genehmigt wurde (act. 47).

  
	
   

  
	
  5.         

  
	
  Am 1. März 2023 versandte das Kantonsgericht eine
  berichtigte Version des Urteils vom 15. Februar 2023, mit welchem es
  präzisierte, dass sich die Schuldsprüche auf die Anklagesachverhalte 5 und 6
  beziehen und die Freisprüche auf die Anklagesachverhalte 1 bis 4 (vgl.
  act. 39, S. 33 und S. 35; act. 40). Der Beschuldigte
  hielt daraufhin mit Eingabe vom 7. März 2023 an seinen bisherigen
  Berufungsanträgen fest (act. 51).

  
	
   

  
	
  6.         

  
	
  Die Berufungsverhandlung fand am 22. September 2023
  statt. Dabei liess der Beschuldigte die gestellten Anträge um einen
  Eventualantrag ergänzen, wonach der Beschuldigte mit einer Freiheitstrafe von
  34 Monaten zu bestrafen sei (act. 63, insbes. S. 2). Am
  15. Dezember 2023 fällte das Obergericht seinen Entscheid
  (act. 70). Der Entscheid wird schriftlich eröffnet, nachdem die Parteien
  auf eine mündliche Urteilseröffnung ausdrücklich verzichtet haben
  (Art. 84 Abs. 3 StPO; act. 63, S. 5).

   

  
	
   

  
	
  II.         Prozessuales

  
	
   

  
	
  1.         

  
	
  Das vorliegend angefochtene Strafurteil der Vorinstanz
  (act. 39) ist der Berufung zugänglich (Art. 398 Abs. 1 StPO).
  Der Beschuldigte ist zur Berufung legitimiert (Art. 382 Abs. 1
  StPO) und das Obergericht ist als Rechtsmittelinstanz in Strafsachen für die
  Behandlung von Berufungen zuständig (Art. 17 Abs. 1 lit. a GOG
  [GS III A/2]). Der Beschuldigte hat mit der Berufung vom 22. Februar
  2023 die Rechtsmittelfrist gewahrt und erhebt zulässige Rügen (Art. 398
  Abs. 3 StPO; Art. 399 StPO; vgl. act. 42).

  
	
   

  
	
  2.         

  
	
  Nach Art. 398 Abs. 3 StPO können mit der
  Berufung Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung und Missbrauch
  des Ermessens, Rechtsverweigerungen und Rechtsverzögerungen (lit. a), die
  unvollständige oder unrichtige Feststellung des Sachverhalts (lit. b) sowie
  Unangemessenheit (lit. c) gerügt werden.

  
	
   

  
	
  3.         

  
	
  Die Berufungsinstanz überprüft das Urteil nur in den
  angefochtenen Punkten (Art. 404 Abs. 1 StPO). Wird gegen einzelne
  Punkte eines erstinstanzlichen Urteils kein Rechtsmittel ergriffen, erwachsen
  die betreffenden Urteilspunkte rückwirkend auf den Tag der Entscheidung in
  Rechtskraft (Art. 437 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 StPO). Die
  rechtskräftigen Punkte sind im Dispositiv des Berufungsentscheids vorab
  aufzuführen (Daniel Jositsch/Niklaus Schmid, Schweizerische Strafprozessordnung, Praxiskommentar,
  4. Aufl. 2023, N. 1 f. zu Art. 408 StPO). Gemäss
  Art. 408 StPO hat das Berufungsgericht (wenn es auf die Berufung
  eintritt) in jedem Fall ein neues Urteil zu fällen, welches das
  erstinstanzliche Urteil ersetzt. Darin wird unabhängig von einem allfälligen
  Antrag der Parteien auch über die von der Vorinstanz getroffene
  Kostenregelung neu befunden (Art. 428 Abs. 3 StPO; Urteil BGer
  6B_580/2019 vom 8. August 2019, E. 2.2).

  
	
   

  
	
  4.         

  
	
  Vorliegend sind die folgenden
  Punkte des vorinstanzlichen Entscheids unangefochten in Rechtskraft
  erwachsen: Dispositiv-Ziff. 2 (Freisprüche), Dispositiv-Ziff. 4
  (Verweis Zivilforderungen auf Zivilweg), Dispositiv-Ziff. 7
  (Nichtzusprache Parteientschädigungen) und Dispositiv-Ziff. 8
  (Entschädigung der amtlichen Verteidigung).

  
	
   

  
	
  5.         

  
	
  Die Akten des vorinstanzlichen Verfahrens SG.2022.00114
  (act. 1-41/2) wurden beigezogen. Integrierender Bestandteil dieser Akten
  bilden die Strafuntersuchungsakten (Verfahren SA.2022.00604;
  act. 2/1.0.00 ff.) sowie die Akten des Strafverfahrens gegen den
  Mitbeschuldigten F.______  (Verfahren SG.2020.00061 [inkl.
  Strafuntersuchungsakten]; act. 3/1 ff.). Die Akten des
  Berufungsverfahrens werden im gleichen Dossier geführt (ab act. 42).

  
	
   

   

  
	
  III.        Sachverhalt

  
	
   

  
	
  1.         Standpunkte der Parteien und der Vorinstanz

  
	
  1.1.      Angesichts
  dessen, dass die Freisprüche vorliegend bereits in Rechtskraft erwachsen
  sind, ist der Sachverhalt vorliegend lediglich noch in Bezug auf die Vorfälle
  im Zeitraum vom 9. bis 11. November 2018 (Anklagesachverhalt 5) und
  vom 11. November 2018 (Anklagesachverhalt 6) zu überprüfen.
  Diesbezüglich wirft die Staatsanwaltschaft dem Beschuldigten zusammengefasst
  vor, er habe im Zeitraum vom 9. bis 11. November 2018 zusammen mit F.______ , G.______  und
  H.______ bei einer Scheune in [...], die Türe aufgehebelt, wodurch ein
  Sachschaden von CHF 200.− entstanden sei. Der Beschuldigte habe
  sich in die Scheune begeben und diese gezielt nach Werkzeugen durchsucht, um
  diese für Einbruchdiebstähle zu verwenden. Er und seine Mittäter hätten dabei
  einen Pickel, ein Gipserbeil und zwei Schraubenzieher zum Wert von insgesamt
  CHF 73.− entwendet. Am 11. November
  2018 hätten sie um 5.00 Uhr die Schiebetüre des Einkaufszentrums
  [...] aufgehebelt, wobei ein Sachschaden von CHF 5'000.−
  entstanden sei. Danach hätten sie sich ins Einkaufszentrum und zum [Geschäft]
  begeben. Dort hätten sie dessen Schaufensterscheibe eingeschlagen, wobei ein
  Schaden von ca. CHF 4'000.− entstanden sei. Sie hätten sich in den
  [Geschäft] begeben, wo sie diverse Schubladen aufgebrochen hätten, was wieder
  zu einem Schaden von ca. CHF 6'000.− geführt habe. Dabei hätten
  sie insgesamt 195 Smartphones und Smartwatches im Wert von insgesamt
  CHF 152'711.− entwendet. Die entwendeten Werkzeuge hätten sie dort
  zurückgelassen (vgl. zum Ganzen act. 1). 

  
	
   

  
	
  1.2.      Die
  Vorinstanz erachtete die vorstehenden Sachverhalte gestützt auf die Aussagen
  von F.______  und des Beschuldigten sowie den Erkenntnissen aus der
  schweizerischen und der italienischen Polizeikontrolle als erstellt
  (act. 39, S. 15 f., E. III.4.5). Der Beschuldigte lässt
  dagegen vorbringen, diese ihm zur Last gelegten Taten nicht begangen zu
  haben. Die Vorinstanz stütze ihre Schlussfolgerungen zumeist einzig auf die
  Aussagen von F.______ . Dessen Aussagen seien jedoch unglaubwürdig, wobei
  auch die Vorinstanz in ihrem Entscheid gegen F.______  noch grosse Skepsis an
  dessen Aussagen geäussert habe. Das Fahrzeug, in welchem der Beschuldigte
  angeblich gesessen haben soll, habe anlässlich der Polizeikontrolle in Näfels
  nicht kontrolliert werden können. Das Auto seiner Mutter und die Sporttasche
  habe der Beschuldigte den drei rumänischen Staatsangehörigen zur Verfügung
  gestellt, weil er ihnen habe helfen wollen. Unter Berücksichtigung des
  Grundsatzes in dubio pro reo sei der Beschuldigte daher freizusprechen
  (act. 42, S. 3; act. 66, S. 3 ff.; act. 63,
  S. 3 f.).

  
	
   

  
	
  2.         Grundsätze der Beweiswürdigung

  
	
  2.1.      Jede
  Person gilt bis zu ihrer rechtskräftigen Verurteilung als unschuldig
  (Art. 10 Abs. 1 StPO). Nach Art. 10 Abs. 2 StPO würdigt das
  Gericht die Beweise frei nach seiner aus dem gesamten Verfahren gewonnenen
  Überzeugung. Bestehen unüberwindliche Zweifel an der Erfüllung der
  tatsächlichen Voraussetzungen der angeklagten Tat, so geht das Gericht von
  der für die beschuldigte Person günstigeren Sachlage aus (in dubio pro reo;
  Art. 10 Abs. 3 StPO; vgl. act. 39, S. 5 f., E. II).

  
	
   

  
	
  2.2.      Liegen für einen eingeklagten Sachverhalt keine
  direkten Beweise vor, ist nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts auch ein
  indirekter Beweis zulässig. Beim Indizienbeweis wird aus bestimmten
  Tatsachen, die nicht unmittelbar rechtserheblich, aber bewiesen sind
  (Indizien), auf die zu beweisende, unmittelbar rechtserhebliche Tatsache
  geschlossen. Eine Mehrzahl von Indizien, welche für sich alleine nur mit
  einer gewissen Wahrscheinlichkeit auf die Täterschaft oder die Tat hinweisen
  und einzeln betrachtet die Möglichkeit des Andersseins offenlassen, können
  einen Anfangsverdacht verstärken und in ihrer Gesamtheit ein Bild erzeugen,
  das bei objektiver Betrachtung keine Zweifel bestehen lässt, dass sich der
  Sachverhalt so verwirklicht hat. Der Indizienbeweis ist dem direkten Beweis
  gleichwertig. Der Grundsatz "in dubio pro reo" findet auf das
  einzelne Indiz keine Anwendung (Urteil BGer 6B_1205/2022 vom 22. März
  2023, E. 2.1.3; BGE 144 IV 345 E. 2.2.3.2, je m.w.H.).

  
	
   

  
	
  3.         Feststellung des Sachverhalts

  
	
  3.1.      Vorliegend steht fest, dass im
  Zeitraum vom 9. bis 11. November 2018 in die Scheune der
  Privatklägerin 4 in [...], eingebrochen und dabei die Holztür beschädigt
  wurde. Aus der Scheune wurden ein Pickel, ein Gipserbeil sowie zwei
  Schraubenzieher im Wert von insgesamt CHF 73.− entwendet, welche
  dem Mieter der Scheune (Privatkläger 3) gehören (vgl. zum Ganzen
  act. 2/8.6.01 und act. 3/2/8.2.02). Mit diesen Werkzeugen fand am
  11. November 2018 ein Einbruch in den [Geschäft] im Einkaufszentrum
  [...] statt, von welchem die Privatklägerin 2 Eigentümerin ist. Dabei
  wurde die Schiebetür des Einkaufszentrums [...] aufgestemmt und anschliessend
  eine Schaufensterscheibe eingeschlagen sowie mehrere Schubladen der
  Privatklägerin 1 aufgebrochen und beschädigt. Daraus wurden
  195 Smart­phones und Smartwatches der Privatklägerin 1 im Wert von
  insgesamt CHF 152'711.− entwendet. Durch die vorstehenden
  Handlungen entstand ein Sachschaden von CHF 200.− an der Scheunentür,
  von CHF 5'000.− an der Schiebetür des Einkaufszentrums [...], von
  CHF 4'000.− am Schaufenster und von CHF 6'000.− an den
  Schubladen. Die aus der Scheune entwendeten Werkzeuge wurden anschliessend im
  bzw. vor dem Einkaufszentrum [...] zurückgelassen (vgl. zum Ganzen
  act. 2/8.1.01; act. 3/2/8.1.02; act. 3/2/8.1.04). F.______
  wurde diesbezüglich bereits rechtskräftig des bandenmässigen Diebstahls, der
  mehrfachen Sachbeschädigung sowie des mehrfachen Hausfriedensbruchs
  verurteilt (act. 3/34). 

  
	
   

  
	
  3.2.      Umstritten
  ist vorliegend, ob der Beschuldigte an diesen Einbruchdiebstählen ebenfalls
  beteiligt war, was nachfolgend zu prüfen ist. Angesichts
  dessen, dass vorliegend kein direkter Beweis für die Teilnahme des
  Beschuldigten an den Einbruchdiebstählen besteht, wird zunächst die
  Wohnsituation des Beschuldigten im November 2018 dargelegt (E. III.3.3).
  Im Zusammenhang mit dem vorstehend erwähnten Diebstahl fanden ausserdem zwei
  Polizeikontrollen statt. Aufgrund dessen, dass bei der späteren Kontrolle in
  Genua mehr Anhaltspunkte für eine Verbindung zum Beschuldigten bestehen, wird
  zunächst auf diese eingegangen (E. III.3.4) und erst anschliessend auf
  die frühere in Näfels (E. III.3.5). Erst danach ist näher auf die
  eigentliche Tatausführung einzugehen (E. III.3.6). Zum Schluss sind
  schliesslich noch die Indizien für einen Zusammenschluss des Beschuldigten
  und seiner Mitbewohner darzulegen (E. III.3.7).

  
	
   

  
	
  3.3.      Wohnsituation im November 2018

  
	
  Der Beschuldigte gibt vorliegend
  zu, dass er – zumindest vorübergehend – zusammen mit F.______, G.______ und
  H.______ in Genua wohnte, wobei F.______ erst später dazu gekommen sei. Damit
  vereinbar ist auch seine Aussage, dass er F.______ erst wenige Tage kannte
  (vgl. zum Ganzen act. 2/10.1.01, S. 3, N. 76 ff.;
  act. 2/10.1.02, S. 2, Ziff. 6 und Ziff. 13;
  act. 2/10.1.03, S. 4, Ziff. 11; act. 18, S. 3,
  Frage 6; act. 65, S. 5, Frage 15). Ebenso stimmt damit
  die Aussage von F.______ überein, dass sich der Beschuldigte, H.______ und
  G.______ gut kennen würden (act. 3/2/10.1.01, S. 5, Ziff. 10).
  Es ist deshalb davon auszugehen, dass sich der Beschuldigte und F.______
  nicht gut kannten, während sich der Beschuldigte, G.______ und H.______
  besser kannten. 

  
	
   

  
	
  3.4.      Polizeikontrolle in Genua vom
  16. November 2018

  
	
  3.4.1.   Gemäss der E-Mail des Bundesamts für Polizei (fedpol) vom
  16. November 2018 waren der Beschuldigte, F.______, G.______ und
  H.______ mit dem Fahrzeug Ford Fiesta mit dem italienischen Kennzeichen
  EH328KJ unterwegs und führten zahlreiche Mobiltelefone mit sich, deren Herkunft
  sie nicht rechtfertigen konnten (act. 59). Damit überein stimmt auch die
  Meldung von SIRENE Italie vom 23. November 2018, wonach die vier
  erwähnten Personen am 12. November 2018 von der Polizia di Stato Sezione
  Volanti di Genova kontrolliert wurden. Dabei sei der Beschuldigte allerdings
  entkommen. Die anderen drei seien aufgrund von Widerstand gegen die Polizei
  und Hehlerei verhaftet worden, wobei zuvor noch eine Hausdurchsuchung
  erfolgte (vgl. zum Ganzen act. 2/4.1.03-1). Die Mobiltelefone wurden daraufhin
  von der Questura di Genova beschlagnahmt (act. 3/2/5.1.13). Am Folgetag
  seien F.______, G.______ und H.______ wieder freigelassen worden
  (act. 2/4.1.03-1; act. 3/2/5.1.11‑1).

  
	
   

  
	
  3.4.2.   Der Beschuldigte erklärte an seiner ersten Einvernahme, er wisse über
  die Polizeikontrolle in Genua nur, dass Personen mit seinem Auto angehalten
  worden seien und eine Wohnung durchsucht worden sei (act. 2/10.1.01,
  S. 3, N. 71 f.; vgl. auch act. 2/10.1.02, S. 2,
  Ziff. 8). Später erklärt er jedoch, die Kontrolle habe im Wohnhaus
  stattgefunden und sein Auto (welches seiner Mutter gehöre) sei vor dem Haus
  gestanden (act. 2/10.1.01, S. 3, N. 76; act. 2/10.1.02,
  S. 2, Ziff. 7; act. 2/10.1.03, S. 3 f.,
  Ziff. 9 f.; act. 2/10.1.06, S. 3, N. 66 und
  N. 74 ff.). Auch das Deliktsgut habe sich im Haus befunden
  (act. 2/10.1.06, S. 4, N. 86 ff.). Er sei sich sicher,
  dass mehr als eine Tasche sichergestellt wurde, die genaue Anzahl wisse er
  aber nicht mehr (act. 2/10.1.06, S. 4, N. 95). In der Tasche
  mit den Mobiltelefonen seien auch sein Pass und sein Fitnessvertrag gewesen
  (act. 18, S. 7, Frage 26; act. 2/10.1.06, S. 3,
  N. 74 f.; act. 2/10.1.03, S. 4, Ziff. 10). Die
  Tasche habe er F.______, G.______ und H.______ ausgeliehen, nachdem ihn jemand
  beim Coiffeur angerufen habe (act. 2/10.1.06, S. 3,
  N. 78 ff.; act. 18, S. 8, Frage 28). Dies steht
  allerdings im Widerspruch zu den früheren Aussagen des Beschuldigten, dass
  alle vier zusammen vor der Polizeikontrolle in Genua beim Coiffeur gewesen
  seien (act. 2/10.1.01, S. 3 f., N. 85 ff.;
  act. 2/10.1.06, S. 3, N. 68 ff.). 

  
	
   

  
	
  3.4.3.   Auch betreffend seine eigene Beteiligung an der Kontrolle macht der
  Beschuldigte widersprüchliche Angaben: An der Einvernahme vom
  17. Oktober 2022 erklärt er zunächst, dass alle vier vom Coiffeur nach
  Hause gekommen seien, als die Polizei im Haus gewesen sei. Noch an derselben
  Einvernahme erklärt er hingegen später, dass die anderen drei ohne ihn nach
  Hause gekommen seien. Er selbst sei zu seiner Schwiegermutter gegangen
  (act. 2/10.1.06, S. 3, N. 68 ff.). Vor der Vorinstanz erklärte
  er wiederum, dass die Polizei dort gewesen sei, als er vom Coiffeur
  zurückgekommen sei (act. 18, S. 8, Frage 28). Der Beschuldigte
  bestritt aber an mehreren Einvernahmen, dass sein Auto von der Polizei
  kontrolliert worden sei und er dabei anwesend gewesen sein soll
  (act. 2/10.1.03, S. 4, Ziff. 10; act. 2/10.1.06,
  S. 5, N. 145 ff.; act. 65, S. 9, Frage 34). Vor der Vorinstanz erklärte der Beschuldigte ausserdem, er habe
  gesehen, dass in seine Tasche Telefone eingepackt gewesen seien, er wisse
  aber nicht, wer sie dort hingebracht habe. Gesehen haben will er dies jedoch
  erst, als die Polizei die Tasche gefunden habe. Allerdings erklärt er auch,
  nach Rumänien geflüchtet zu sein, als die Polizei kam (act. 18,
  S. 7 f., Fragen 27 und 29 f.). Seine Flucht begründete er
  zunächst damit, dass er nicht gewusst habe, worum es gehe bzw. was passiere,
  und er Angst gehabt habe (act. 2/10.1.06, S. 5,
  N. 151 ff.; act. 18, S. 8, Frage 30). Vor
  Obergericht erklärte er seine Flucht hingegen damit, dass er betrunken gewesen
  sei und keine Versicherung gehabt habe (act. 65, S. 9,
  Frage 32).

  
	
   

  
	
  3.4.4.   Vorliegend
  ist kein Grund ersichtlich, der Zweifel an den polizeilichen Angaben
  (E. III.3.4.1) hervorrufen könnte. Insbesondere ist vorliegend
  unbestritten, dass der Beschuldigte von der Polizeikontrolle in Genua
  geflohen ist (act. 2/10.1.06, S. 5, N. 151 ff.;
  act. 18, S. 7 f., Fragen 29 f.; act. 3/2/8.1.06,
  S. 6, Ziff. 70). F.______ erklärt zwar den polizeilichen Angaben widersprechend,
  dass er bei der Kontrolle in Genua alleine in seinem eigenen Auto gewesen
  sei, während sich die anderen drei im Ford Fiesta befunden hätten
  (act. 3/2/10.1.02, S. 5, Ziff. 10). Allerdings passt dies
  nicht in den weiteren Ablauf, wonach F.______, G.______ und H.______ unter
  anderem aufgrund von Hehlerei verhaftet wurden. Im Zeitpunkt als die
  italienische Polizei F.______ verhaftete, musste diese eine Verbindung
  zwischen den entwendeten Mobiltelefonen und ihm herstellen können. Dies ist
  einzig damit begründbar, dass sich F.______ – entgegen seiner Aussage –
  ebenfalls im Ford Fiesta befand, als dieser anlässlich der Kontrolle von der
  italienischen Polizei angehalten wurde.

   

  
	
  3.4.5.   Die
  Äusserungen des Beschuldigten, welche den polizeilichen Angaben
  widersprechen, sind den vorstehenden Ausführungen zufolge bereits in sich
  widersprüchlich und daher nicht glaubhaft. So erklärt er zum Beispiel
  zunächst, Personen seien mit dem Auto von der Polizei angehalten worden,
  später hingegen, als er und seine Mitbewohner bzw. nur seine Mitbewohner nach
  Hause kamen, sei die Polizei im Haus gewesen. Zudem steht fest, dass der
  Beschuldigte zumindest zu Beginn an der Polizeikontrolle beteiligt war, hätte
  er doch ansonsten nicht davor flüchten können. An seiner letzten Einvernahme
  hat der Beschuldigte sodann komplett andere Gründe für seine Flucht genannt,
  als noch zuvor, was nicht für deren Glaubhaftigkeit spricht. Abgesehen davon
  ist ohnehin fraglich, dass der Beschuldigte aus einer allgemeinen Angst vor
  der Polizei, wegen einer fehlenden Versicherung oder aufgrund von Alkoholkonsum
  bis nach Rumänien geflüchtet sein will. Der lange Fluchtweg deutet vielmehr
  daraufhin, dass der Beschuldigte an den vorliegend zu untersuchenden
  Diebstählen beteiligt war.

  
	
   

  
	
  3.4.6.   Nicht
  im Widerspruch zu den vorliegenden polizeilichen Informationen steht, dass
  zumindest ein Teil des Deliktsguts im Haus gefunden wurde. Da gemäss der
  Meldung des SIRENE Italie eine Hausdurchsuchung stattfand, ist durchaus
  möglich, dass ein Grossteil des Deliktsguts in der vom Beschuldigten und den
  drei Mitbeschuldigten gemeinsam bewohnten Wohnung gefunden wurde. Ausgehend
  von den Informationen gemäss der E-Mail vom 16. November 2018 muss sich
  aber zumindest ein Teil des Deliktsgutes im bzw. beim Auto des Beschuldigten
  befunden haben. Ob das Auto sich dabei auf der Strasse oder auf einem
  Parkplatz befand, ist vorliegend weder relevant noch geht dies aus den
  vorliegenden Polizeimeldungen eindeutig hervor (vgl. zum Ganzen
  E. III.3.4.1 vorstehend).

  
	
   

  
	
  3.4.7.   Glaubhaft ist die Aussage des Beschuldigten, dass die Tasche, in
  welcher sich das Deliktsgut befand, dem Beschuldigten gehört und darin sein
  Pass sowie sein Fitnessvertrag gefunden wurden. Der Beschuldigte nannte diese
  Details an mehreren Einvernahmen und teilweise auch, ohne direkt danach
  gefragt worden zu sein (vgl. act. 2/10.1.03, S. 4, Ziff. 10;
  act. 2/10.1.06, S. 3, N. 74 ff.; act. 18, S. 7,
  Frage 26). Die genannten Umstände deuten darauf hin, dass der
  Beschuldigte an den vorliegend zu beurteilenden Delikten beteiligt war. Dass
  auch sein Pass in der Tasche lag, deutet zudem darauf hin, dass er vom
  Ausland kam oder mit der Tasche ins Ausland gehen wollte. Wie bereits
  vorstehend dargelegt, sind die Aussagen des Beschuldigten betreffend das
  Ausleihen seiner Tasche widersprüchlich (vgl. E. III.3.4.2 f.). Fragwürdig
  ist auch, dass der Beschuldigte telefonisch eine Tasche ausleiht, in welcher
  sich sein Pass befindet. Dabei wäre zumindest zu erwarten, dass er die
  Ausleihenden explizit darauf hinweist, dass dieser zuerst herauszunehmen ist.
  Dies hat der Beschuldigte aber offenbar nicht getan. Dass der Beschuldigte,
  der nahe Verwandte in Italien und in Rumänien hat und deshalb viel reist
  (act. 65, S. 4 f. und S. 11, Fragen 14, 18 und 42;
  act. 18, S. 4, Frage 9 f.), nicht wissen soll, wo sich
  sein Pass befindet, ist nicht denkbar. Hinzu kommt, dass der Beschuldigte
  wusste, dass sich in der Tasche Telefone befanden, obwohl er von der
  Polizeikontrolle geflüchtet ist und daher anlässlich dieser kaum in die
  Tasche sehen konnte. Aufgrund der vorstehenden Ausführungen ist davon auszugehen,
  dass der Beschuldigte seine Tasche nicht ausgeliehen, sondern diese
  mitverwendet hat.

  
	
   

  
	
  3.5.      Polizeikontrolle in Näfels vom
  11. November 2018

  
	
  3.5.1.   Anlässlich einer polizeilichen Fahndung konnte bereits am Sonntag,
  11. November 2018 um etwa 6.45 Uhr ein Personenwagen mit
  rumänischem Kennzeichen [...] in Näfels angehalten und kontrolliert werden.
  Die Insassen dieses Fahrzeuges seien F.______ und G.______ gewesen. Ein
  weiterer Personenwagen mit italieneschen Kontrollschildern – mit welchem
  vermutlich das Deliktsgut abtransportiert worden war –, konnte sich durch
  Flucht einer Kontrolle entziehen. Im flüchtenden Fahrzeug sollen sich dabei
  mindestens zwei Insassen befunden haben (vgl. zum Ganzen
  act. 3/2/4.1.02, S. 2; act. 3/2/4.1.16, S. 2). Diese
  Informationen können nicht aus einer Befragung von F.______ stammen, wurden
  sie doch bereits am 21. November 2018 bzw. am 4. Januar 2019
  festgehalten, F.______ hingegen erst am 7. Januar 2019 von Ungarn in die
  Schweiz eingeflogen (act. 3/2/4.1.02; act. 3/2/4.1.16, S. 2;
  act. 3/2/4.1.12; act. 3/2/4.1.13). Entgegen der Ansicht des
  Beschuldigten (act. 66, S. 4), konnte damit die Polizei anlässlich
  der Kontrolle in Näfels bereits feststellen, dass es sich beim flüchtenden
  Fahrzeug um ein Auto mit einem italienischen Kennzeichen und zwei Insassen
  handelte. 

  
	
   

  
	
  3.5.2.   Gemäss den Aussagen von F.______ seien er und G.______ nach dem
  Einbruch ins Einkaufszentrum in einem Auto gefahren, während der Beschuldigte
  und H.______ in einem anderen Auto der Marke "Ford Fiesta" mit
  italienischem Kennzeichen fuhren. Dieses sei vom Beschuldigten gelenkt worden
  und darin hätten sich auch die Telefone befunden. Das Auto von F.______ sei
  dann beim Bahnübergang kontrolliert worden, während das andere Auto vor ihnen
  wegfuhr (vgl. zum Ganzen act. 3/2/8.1.06, S. 4 ff.,
  Ziff. 56, Ziff. 63 und Ziff. 65; act. 3/2/8.2.04,
  S. 4, Ziff. 13 f. und Ziff. 16; act. 3/2/10.1.01,
  S. 5, Ziff. 9; act. 2/10.1.02, S. 7, Ziff. 24;
  act. 3/20, S. 9, Frage 33). Danach hätten sich alle vier
  wieder in Frankreich im Hotel [...] getroffen (act. 3/2/8.1.06,
  S. 6, Ziff. 68; act. 3/2/10.1.01, S. 5, Ziff. 9),
  von wo sie weiter nach Genua gefahren seien (act. 3/2/10.1.01,
  S. 5, Ziff. 11). Die Aussagen von F.______ betreffend die Kontrolle
  stimmen mit den Angaben der Kantonspolizei überein, sind in sich stimmig und
  widerspruchsfrei, weshalb diese glaubhaft erscheinen. 

  
	
   

  
	
  3.5.3.   Der
  Beschuldigte erklärt, betreffend die Polizeikontrolle in Näfels nichts zu
  wissen und auch bei der Fahrt nach Frankreich und später nach Genua nicht
  dabei gewesen zu sein (act. 2/10.1.02, S. 2, Ziff.  5 und
  Ziff. 7; 2/10.1.03, S. 3, Ziff. 8; act. 18, S. 7,
  Frage 23 f.). Dennoch kennt der Beschuldigte aber gemäss seiner
  Aussage das Hotel [...] neben dem Flughafen und erklärt zu wissen, dass sich
  dort viele Rumänen aufhalten, welche sich mit Einbrüchen beschäftigen
  (act. 2/10.1.02, S. 2, Ziff. 12). Dass der Beschuldigte weiss,
  wo sich rumänische Staatsangehörige im Ausland treffen, welche
  Einbruchdiebstähle begehen, deutet darauf hin, dass er damit ebenfalls in
  Verbindung steht. Weiter erklärt der Beschuldigte, sein Auto (bzw. dasjenige
  seiner Mutter) immer vermietet zu haben, weil er Geld gebraucht habe und habe
  helfen wollen. An wen er sein Auto vermietet habe, wisse er nicht mehr. Sein
  Fahrzeug habe sich im Zeitraum des Einbruchs und der Polizeikontrolle in
  Näfels aber in Genua befunden. Dies wisse er, weil er sein Auto bei einem
  Freund in Genua gelassen habe, welcher dieses auch habe benützen dürfen
  (act. 2/10.1.06, S. 4, N. 102 ff.; act. 18,
  S. 7, Frage 25; act. 65, S. 10, Fragen 36-38). Der
  Beschuldigte legt sich damit nicht eindeutig fest, ob er sein Auto nun
  vermietet oder ob er es einem Freund zum Gebrauch überlassen habe. Zudem
  scheint unglaubhaft, dass der Beschuldigte keinerlei Angaben dazu machen
  kann, über welchen Zeitraum er sein Auto an wen vermietet bzw. überlassen
  hat, er aber trotzdem genau wissen will, dass sich das Auto zu einem
  bestimmten Zeitpunkt in Genua befand. 

  
	
   

  
	
  3.5.4.   Da sich das Deliktsgut gemäss den polizeilichen Angaben nicht im
  Fahrzeug von F.______ befand (vgl. E. III.3.5.1), müssen noch weitere
  Fahrzeuge und Personen darin involviert gewesen sein. Naheliegend ist dabei,
  dass es sich um das von der Kontrolle flüchtende Fahrzeug mit italienischem
  Kennzeichen und zwei Insassen handelte. Das von der Kontrolle in Genua
  betroffene Fahrzeug des Beschuldigten hat ein italienisches Kennzeichen und
  gemäss den Aussagen von F.______ soll es sich bei diesem Fahrzeug um
  dasjenige handeln, welches vor ihnen an der Bahnschranke stand und das
  Deliktsgut geladen hatte (vgl. E. III.3.4.1 und E. III.3.5.2
  vorstehend). Weil der Beschuldigte den vorstehenden Ausführungen zufolge
  nicht glaubhaft darzulegen vermochte, dass er sein Auto vermietet bzw.
  ausgeliehen habe, ist davon auszugehen, dass er selbst damit unterwegs war.
  Hinzu kommt, dass auch F.______ den Beschuldigten als den Fahrer des von der
  Polizeikontrolle in Näfels flüchtenden Fahrzeugs bezeichnet (vgl.
  E. III.3.5.2). Weshalb F.______ falsche Beteiligte nennen sollte, ist
  vorliegend nicht ersichtlich, worauf nachfolgend noch näher eingegangen wird
  (vgl. E. III.3.6.3 f.). Hinzukommt, dass gemäss den polizeilichen
  Angaben sowohl bei der Polizeikontrolle in Näfels als auch in Genua jeweils
  vier Personen beteiligt waren. Von zwei Personen konnte die Anwesenheit an
  beiden Kontrollen polizeilich festgestellt werden, weshalb naheliegend ist,
  dass es sich bei beiden Kontrollen um dieselben vier Personen handelte (vgl.
  zum Ganzen E. III.3.4.1 und E. III.3.5.1 vorstehend). Den vorstehenden
  Ausführungen zufolge, befand sich der Beschuldigte also bei der
  Polizeikontrolle in Näfels im vorderen Fahrzeug mit italienischem Kennzeichen
  und hatte das Deliktsgut geladen.

  
	
   

  
	
  3.6.      Tatausführung

  
	
  3.6.1.   Gemäss den Aussagen von F.______ anlässlich des Strafverfahrens gegen
  ihn selbst, seien am Einbruch in die Scheune sowie am nachfolgenden Einbruch
  in den [Geschäft] am 11. November 2018 er selbst, der Beschuldigte,
  G.______ und H.______ beteiligt gewesen (act. 3/2/8.2.04, S. 3 und
  S. 6, Ziff. 10 und Ziff. 31; act. 3/2/8.1.06, S. 3,
  Ziff. 41). Seiner Ansicht nach hätten der Beschuldigte und H.______
  alles betreffend die Einbrüche gewusst und auch die Idee dazu sei von ihnen
  gekommen (act. 3/2/8.1.06, S. 3, Ziff. 42; act. 3/2/8.2.04,
  S. 3, Ziff. 12; act. 3/2/10.1.02, S. 6, Ziff. 15).
  Der Chef sei seiner Meinung nach H.______ gewesen. Dieser habe auch gewusst,
  wo sich alles befand (act. 3/2/8.1.06, S. 3, Ziff. 46;
  act. 3/2/10.1.01, S. 5, Ziff. 9).

  
	
   

  
	
  3.6.2.   In der Nacht vom 10. auf den 11. November 2018 habe F.______
  während des Einbruchs in die Scheune draussen aufgepasst
  (act. 3/2/8.2.04, S. 3 und S. 5, Ziff. 6 und
  Ziff. 20; act. 3/2/10.1.01, S. 5, Ziff. 9;
  act. 3/2/10.1.02, S. 3 f., Ziff. 1 und Ziff. 3;
  act. 3/20, S. 7, Frage 21). Er habe dann vom Beschuldigen Werkzeug
  (einen Pickel) erhalten und der Beschuldigte und H.______ hätten die zwei
  Schraubenzieher gehabt (act. 3/2/8.1.06, S. 4, Ziff. 52;
  act. 3/2/8.2.04, S. 5, Ziff. 23 und Ziff. 25). Die Autos
  hätten sie in Mollis parkiert und seien anschliessen etwa eine Stunde durch
  den Wald zum etwa 700 bis 800 Meter entfernten Geschäft mit Mobiltelefonen
  gelaufen (act. 3/2/8.1.06, S. 2 f., Ziff. 37 und
  Ziff. 47; act. 3/2/8.2.04, S. 6, Ziff. 31;
  act. 3/2/10.1.01, S. 5, Ziff. 9). Zunächst hätten G.______ und
  H.______ das Einkaufszentrum angeschaut, während F.______ und der
  Beschuldigte ca. 20 Meter entfernt gewartet hätten
  (act. 3/2/8.1.06, S. 3, Ziff. 47; act. 3/2/10.1.01,
  S. 5, Ziff. 9). H.______ habe – unter Umständen mit Hilfe von G.______
  – die Eingangstüre aufgehebelt, als alle vier dort gewesen seien, und
  anschliessend die Schaufensterscheibe des [Geschäft] eingeschlagen
  (act. 3/2/8.1.06, S. 4, Ziff. 48 f.;
  act. 3/2/10.1.01, S. 5, Ziff. 9). F.______ habe dann im [Geschäft]
  die Taschen aufgehalten, während die anderen Mobiltelefone eingepackt und
  Schubladen aufgebrochen hätten (act. 3/2/8.1.06, S. 4,
  Ziff. 50 f.). Alle Telefone (vier Taschen) seien anschliessend in
  das Auto der Marke Ford Fiesta geladen worden (act. 3/2/8.1.06,
  S. 4, Ziff. 56; act. 3/2/10.1.01, S. 5, Ziff. 9).

  
	
   

  
	
  3.6.3.   Die Aussagen von F.______ zum Handlungsablauf sind grundsätzlich
  widerspruchsfrei, ausführlich und detailliert, womit sie im allgemeinen
  glaubhaft erscheinen. Zudem stimmen sie auch mit der von der Polizei
  angetroffenen Situation bei der Scheune und beim Einkaufszentrum überein
  (vgl. E. III.3.1 vorstehend). Nicht ersichtlich ist, weshalb F.______
  Personen als am Einbruch beteiligt nennen sollte, welche dies nicht waren.
  Daran ändert auch nichts, dass F.______ als beschuldigte Person befragt
  wurde, gab er doch seine eigene Teilnahme zu und konnte sich damit mit der
  namentlichen Nennung von zusätzlichen Personen nicht entlasten. Auch ist
  nicht ersichtlich, weshalb F.______ allfällige weitere Mittäter durch die
  Nennung des Beschuldigten entlasten und sich damit der Gefahr einer
  zusätzlichen Verurteilung wegen falscher Anschuldigung (Art. 303 StGB)
  aussetzen sollte. Zweifelhaft scheint hingegen die von F.______ umschriebene
  Rollenverteilung, hat er sich durch die Verharmlosung seiner eigenen und der
  Hervorhebung derjenigen der anderen möglicherweise tatsächlich zu entlasten
  versucht. Seine diesbezüglichen Aussagen sind zudem nicht widerspruchsfrei.
  So soll der Beschuldigte einerseits alles gewusst haben, andererseits jedoch
  passiv mit ihm zusammen in einiger Entfernung zum Einkaufszentrum auf die
  anderen gewartet haben und ausserdem nach Ansicht von F.______ korrekter als
  die anderen sein (vgl. E. III.3.6.1 f. vorstehend und
  act. 3/2/10.1.01, S. 7). Die konkrete Rolle des Beschuldigten geht
  damit aus den Aussagen von F.______ nicht klar hervor.

  
	
   

  
	
  3.6.4.   Die vorstehende
  Würdigung der Aussagen von F.______ steht sodann – entgegen der Auffassung
  des Beschuldigten (act. 63, S. 3 f.) – auch nicht im
  Widerspruch zum Urteil gegen F.______. Daraus geht hervor, dass die
  Vorinstanz bei der Ermittlung des Sachverhalts auf verschiedene Ausführungen
  von F.______ abgestellt hat und auch sein Geständnis nicht anzweifelte (vgl.
  Art. 160 StPO). Aussagen, welche die Darstellung seiner eigenen
  Rolle beim Einbruchdiebstahl betreffen, hat die Vorinstanz hingegen als
  zweifelhaft erachtet (vgl. zum Ganzen act. 3/34, S. 11 ff.,
  E. IV.4.2 ff.). Zudem bezieht sich eine der, anlässlich der
  Hauptverhandlung, zitierten Urteilsstellen auf Vorbringen der Verteidigung
  und nicht auf Aussagen von F.______ (act. 3/34, S. 23,
  E. IV.4.6.3). Geht der Beschuldigte davon aus, dass die Aussagen von
  F.______ nur gesamthaft als glaubwürdig oder nicht glaubwürdig erscheinen
  können, verkennt er, dass bei der Beweiswürdigung die Glaubhaftigkeit der
  konkreten Aussagen massgebend ist und nicht etwa die allgemeine
  Glaubwürdigkeit einer Person (BGE 147 IV 534
  E. 2.3.3; BGE 133 I 33 E. 4.3; Urteil BGer 6F_19/2023 vom
  16. August 2023, E. 1.3).

  
	
   

  
	
  3.6.5.   Der
  Beschuldigte selbst macht keine Aussagen zur Tatausführung, sondern
  beschränkt sich darauf, seine Teilnahme an den Einbruchdiebstählen
  abzustreiten bzw. erklärt, nichts darüber zu wissen (vgl.
  act. 2/10.1.01, S. 3 f., N. 71 und N. 94;
  act. 2/10.1.02, S. 2, Ziff. 2-4 und Ziff. 9-12;
  act. 2/10.1.03, S. 3 ff., Ziff. 4-7,
  Ziff. 13 f. und Ziff. 16-22; act. 2/10.1.06,
  S. 3 ff., N. 50 und N. 115 ff.; act. 18,
  S. 6, Fragen 19 f.; act. 65, S. 8, Fragen 27-29). Wo
  er sich selbst im fraglichen Zeitraum befunden habe, konnte er allerdings
  nicht sagen (act. 2/10.1.06, S. 4, N. 101). Die erwähnten
  Aussagen des Beschuldigten vermögen demgemäss noch keine begründeten Zweifel
  an der Glaubhaftigkeit der Aussagen von F.______ zum Handlungsablauf und zu
  den Tatbeteiligten hervorzurufen.

  
	
   

  
	
  3.6.6.   Aus den
  vorstehenden Ausführungen geht ausserdem hervor, dass der Beschuldigte zum
  Tatzeitpunkt ein Mitbewohner des bereits rechtskräftig verurteilten F.______
  war. Der Beschuldigte war zudem bei der Polizeikontrolle in Genua, anlässlich
  welcher das Deliktsgut beschlagnahmt wurde, (kurz) anwesend. Dass der
  Beschuldigte davor geflüchtet ist, deutet ebenfalls auf eine Tatbeteiligung
  seinerseits hin. Das Deliktsgut befand sich bei der Beschlagnahme ausserdem
  in seiner Tasche zusammen mit seinem Reisepass. Angesicht dessen, dass das Deliktsgut
  aus dem [Geschäft] zu den Autos transportiert werden musste, ist naheliegend,
  dass das Deliktsgut bereits im [Geschäft] in diese Taschen geladen wurde.
  Zudem befand sich das Deliktsgut zumindest in Näfels zusammen mit dem
  Beschuldigten im Auto des Beschuldigten. Diese Umstände sprechen ebenfalls
  alle dafür, dass der Beschuldigte am Einbruchdiebstahl in [...] beteiligt
  war. Auch die übrigen Umstände vermögen daher keine Zweifel an den
  Ausführungen von F.______ zu erwecken, sondern stützen diese vielmehr.

  
	
   

  
	
  3.6.7.   Gemäss
  den vorstehenden Ausführungen steht damit fest, dass der Beschuldigte bei den
  unter E. III.3.1 aufgeführten Einbruchdiebstählen anwesend war, deuten
  doch auch das Vorfinden seines Passes in der Tasche mit dem Deliktsgut sowie
  seine Flucht vor den Polizeikontrollen auf eine bereits frühere Teilnahme
  hin. Nicht nachgewiesen werden konnte ihm hingegen, dass er selbst die Tür
  aufgestemmt hätte oder die Schaufensterscheibe einschlug. In dubio pro reo
  muss ausserdem auch davon ausgegangen werden, dass er weder die Tür der Scheune
  noch die Schubladen im [Geschäft] selbst aufbrach.

  
	
   

  
	
  3.7.      Indizien für einen Zusammenschluss

  
	
  3.7.1.   Der Beschuldigte wurde in Italien
  für einen am 28. Mai 2008 versuchten Diebstahl im Mitverschulden
  verurteilt, wobei dieser bereits als Rückfall bezeichnet wurde. Zudem wurde
  er für einen am 13. Mai 2014 begangenen unberechtigten Besitz von zum
  Einbruch geeigneten Werkzeugen ebenfalls im Mitverschulden verurteilt (vgl.
  zum Ganzen act. 2/1.1.03a). Daraus geht hervor, dass der Beschuldigte
  bereits früher Taten im Zusammenhang mit Einbruchsdiebstählen begangen haben
  muss. Zudem wurden auch die beiden erwähnten Delikte von mehreren Personen
  zusammen ausgeführt, wobei nicht klar ist, wer – abgesehen vom Beschuldigten
  – daran beteiligt war. Erstmals vor Obergericht erklärte der Beschuldigte,
  dass alle diese Probleme vom Alkohol gekommen sein sollen (act. 65,
  S. 7, Frage 26). Angesichts dessen, dass er ein Alkoholproblem bei
  früheren Einvernahmen mit keinem Wort erwähnte und auch aus den Akten keine
  Hinweise auf ein solches hervorgehen, erscheint dies allerdings nicht
  glaubhaft.

  
	
   

  
	
  3.7.2.   Von seinen vorstehend erwähnten (ehemaligen) Mitbewohnern konnte
  ausserdem zumindest H.______ in drei weiteren Kantonen aufgrund von DNA-Spuren
  mit verschiedenen Einbruchdiebstählen in Verbindung gebracht werden. An
  diesen Delikten konnte ausserdem auch die Anwesenheit von anderen Personen
  nachgewiesen werden, welchen wiederum eine Verbindung zu einer Vielzahl von
  weiteren Einbruchdiebstählen nachgewiesen werden konnte. H.______ steht
  deshalb im Verdacht, Teil einer international tätigen rumänischen
  Einbrecherbande bzw. zumindest Teil eines grösseren Netzwerkes zu sein (vgl.
  zum Ganzen act. 3/2/4.1.17, S. 5; act. 3/2/18.1.00,
  Polizeilicher Ermittlungsbericht betreffend H.______, insbes. S. 10, und
  Übersicht Einbruchdiebstähle vom 16. April 2020). 

  
	
   

  
	
  3.7.3.   Notorisch ist ausserdem, dass Übernamen häufig von Banden im Sinne
  von Art. 139 aZiff. 3 StGB verwendet werden (vgl. dazu
  E. IV.2.4 nachfolgend). Die Aussage des Beschuldigten, sie hätten
  Übernamen verwendet (z.B. Knochen, Zigeuner, Wolf usw.), deutet deshalb
  darauf hin, dass es sich um eine solche Bande handeln könnte (act. 65,
  S. 11, Frage 43 f.). Dass der Beschuldigte die tatsächlichen
  (Vor‑)Namen von H.______, G.______ und F.______ nicht (mehr) kenne,
  scheint vor dem Hintergrund des Zusammenlebens wenig glaubhaft.

  
	
   

  
	
  IV.       Rechtliches

  
	
   

  
	
  1.         Mittäterschaft

  
	
  1.1.      Aus
  den vorstehenden Ausführungen geht hervor, dass an dem Anklagesachverhalt mehrere
  Personen beteiligt waren. Vorliegend ist ein zusammenhängender
  Sachverhaltskomplex zu untersuchen, weshalb zunächst geprüft wird, ob dieser
  in Mittäterschaft verübt wurde. Als Mittäter gilt, wer bei der
  Entschliessung, der Planung oder der Ausführung des Delikts vorsätzlich und
  in massgebender Weise mit andern Tätern so zusammenwirkt, dass er als
  Hauptbeteiligter dasteht. Der Mittäter muss ausserdem Tatherrschaft innehaben
  und die Verwirklichung muss auf einem gemeinsamen Tatentschluss basieren
  (vgl. BGE 118 IV 397 E. 2b). Im Übrigen kann auf die zutreffenden
  theoretischen Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (act. 39,
  S. 17 f., E. IV.2).

  
	
   

  
	
  1.2.      Zumindest
  der Beschuldigte, H.______ und G.______ wohnten vor dem 9. bis
  11. November 2018 bereits einige Zeit zusammen (vgl. E. III.3.3
  vorstehend). Zur Begehung der Tat mussten der Beschuldigte und seine
  Mitbewohner ausserdem extra von Genua in die Schweiz bzw. nach [...] fahren.
  Bereits damit steht fest, dass der Beschuldigte mit den weiteren Mittätern
  einen gemeinsamen Tatentschluss fasste. Dieser umfasst den Aufbruch der
  Scheunentür, das Betreten der Scheune und die Entwendung von Werkzeugen
  daraus, um sich damit später mittels Gewalt Zugang zum [Geschäft] zu
  verschaffen und dort Mobiltelefone ebenfalls mittels Gewalt zu entwenden. Den
  vorstehenden Ausführungen zufolge war der Beschuldigte ausserdem auch bei der
  Tatausführung anwesend (vgl. insbes. E. III.3.7.1). Ob er in der Scheune
  bzw. im [Geschäft] selbst Werkzeuge bzw. Mobiltelefone einpackte oder diese
  nur von den weiteren Beteiligten übernahm, spielt dabei keine Rolle. Der
  Beschuldigte hat ausserdem auch im Anschluss an den Einbruch in den [Geschäft]
  das mit dem Deliktsgut beladene Auto zur Verfügung gestellt und ist darin
  gefahren (vgl. E. III.3.5.4 und E. III.3.4.1 vorstehend). Der
  Beschuldigte hat demgemäss sowohl bei der Entschliessung und Planung als auch
  bei der Tatausführung entscheidend mitgewirkt und ist damit als Mittäter zu
  betrachten.

  
	
   

  
	
  2.         Diebstahl

  
	
  2.1.      Des
  Diebstahls nach Art. 139 Ziff. 1 StGB macht sich schuldig, wer eine
  fremde bewegliche Sache zur Aneignung wegnimmt, um sich oder einen anderen
  damit unrechtmässig zu bereichern. Wer den Diebstahl als Mitglied einer Bande
  ausführt, die sich zur fortgesetzten Verübung von Raub oder Diebstahl
  zusammengefunden hat, begeht einen qualifizierten Diebstahl und wird härter
  bestraft (Art. 139 aZiff. 3 StGB).

  
	
   

  
	
  2.2.      Indem der Beschuldigte, H.______, G.______ und/oder F.______ im
  Zeitraum vom 9. bis 11. November 2018 (Anklagesachverhalt 5) einen
  Pickel, ein Gipserbeil sowie zwei Schraubenzieher aus der Scheune mitnahmen,
  haben sie den (fremden) Gewahrsam des Privatklägers 3 gebrochen und
  eigenen Gewahrsam begründet. Dadurch, dass sie die Werkzeuge für den
  nachfolgenden Einbruchdiebstahl im Einkaufszentrum [...] verwendeten, haben
  sie sich diese zumindest vorübergehend zugeeignet sowie einen vorübergehenden
  Vermögensvorteil verschafft (vgl. zum Ganzen Urteil BGer 6B_943/2020 vom
  19. Januar 2021, E. 2.4.1; BGE 91 IV 130, E. 2.a; Urteil BGer
  6B_1205/2013 vom 17. Juli 2014, E. 3.2). Aufgrund der
  Mittäterschaft können dem Beschuldigten diese Tathandlungen objektiv
  angerechnet werden (vgl. E. IV.1 vorstehend). In subjektiver Hinsicht
  steht ausserdem fest, dass der Beschuldigte wollte, dass mindestens einer der
  Beteiligten Werkzeuge aus der Scheune entnahm, wollte er doch damit den
  nachfolgenden Einbruch in das Einkaufszentrum [...] bzw. den [Geschäft] ermöglichen.
  Dem Beschuldigten musste auch bewusst sein, dass es sich um fremde Werkzeuge
  handelte, mussten sie doch die Tür aufbrechen, um dieses mitzunehmen. Da sie
  die Werkzeuge anschliessend nicht zurückbrachten, steht auch fest, dass der
  Beschuldigte den Privatkläger 3 bzw. den Privatkläger 4 dauerhaft
  enteignen wollte (Marcel Alexander
  Niggli/Christof Riedo, in: Basler Kommentar Strafrecht, 4. Aufl.
  2019, N. 26 zu Art. 137 StGB; Günter
  Stratenwerth/Felix Bommer, Schweizerisches Strafrecht, Besonderer Teil
  I, 8. Aufl. 2022, N. 14 zu § 13). Damit hat er den Tatbestand
  des Diebstahls nach Art. 139 Ziff. 1 StGB erfüllt.

   

  
	
  2.3.      Am 11. November 2018 (Anklagesachverhalt 6) wurde der
  (fremde) Gewahrsam der Privatklägerin 1 gebrochen und eigener Gewahrsam
  begründet, indem der Beschuldigte, H.______, G.______ und/oder F.______
  195 Smartphones und Smartwatches aus dem [Geschäft] entwendeten. Durch
  deren Mitnahme (bis nach Genua) haben sie sich diese zugeeignet sowie einen
  Vermögensvorteil verschafft. Da der Beschuldigte auch diesbezüglich ein
  Mittäter ist (vgl. E. IV.1 vorstehend), kann ihm auch diese Handlung unabhängig
  davon, was der Beschuldigte genau im [Geschäft] getan hat, objektiv
  angerechnet werden. In subjektiver Hinsicht steht ausserdem fest, dass der
  Beschuldigte diese Smartphones und Smartwatches bewusst entwenden wollte, was
  sich auch dadurch zeigt, dass er und seine Mittäter diese in sein Auto luden
  und er damit bis nach Genua fuhr (vgl. insbes. E. III.3.4.1 vorstehend).
  Der Beschuldigte hat entsprechend auch damit den Tatbestand des Diebstahls
  nach Art. 139 Ziff. 1 StGB erfüllt.

  
	
   

  
	
  2.4.      Bandenmässigkeit

  
	
  2.4.1.   Wie
  bereits die Vorinstanz zutreffend festhielt, liegt Bandenmässigkeit vor, wenn
  mindestens zwei Personen sich über die Begehung mehrerer (möglicherweise noch
  unbestimmter) Taten einigen. Dabei muss ein Mindestansatz an einer
  Organisation oder ein intensives Zusammenwirken vorliegen, sodass die
  Mittäter bis zu einem gewissen Grade fest verbunden sind und von einem
  stabilen Team gesprochen werden kann. Dies schliesst allerdings nicht aus,
  dass das Team allenfalls nur kurzlebig sein kann (BGE 135 IV 158
  E. 2 und E. 3.4).

  
	
   

  
	
  2.4.2.   Gemäss
  den vorstehenden Ausführungen haben der Beschuldigte, H.______, G.______ und
  F.______ zusammen zwei Einbruchdiebstähle hintereinander verübt, wobei der
  erste Einbruch zur Beschaffung der Werkzeuge für den zweiten diente. Bereits
  daraus geht hervor, dass eine gewisse Organisation hinter dem Zusammenschluss
  stehen muss. Hinzu kommt, dass alle vier gemeinsam in einer Wohnung wohnten
  (vgl. E. III.3.3 vorstehend), was auf ein stabiles Team hindeutet und
  gegen eine bloss einmalige Tatbegehung spricht. In das Einkaufszentrum [...]
  wurde auf dieselbe Art und Weise ausserdem bereits zweimal vor dem
  11. November 2018 eingebrochen (vgl. act. 2/8.1.01, S. 6).
  Dabei gingen auch diesen Einbrüchen jeweils ein Einbruch in die Scheune in
  [...], voraus (act. 2/8.6.01, S. 4). Dies deutet daraufhin, dass
  bereits die vorherigen Einbrüche von zumindest einem Teil der am Einbruch vom
  11. November 2018 beteiligten Personen oder von anderen Personen, welche
  aber derselben grösseren Organisation angehören, verübt wurden. Beides bildet
  demnach ein Indiz für das Bestehen einer Bande im Sinne von Art. 139
  Ziff. 1 StGB. Daran ändert auch nichts, dass gemäss den jeweils
  rechtskräftigen Freisprüchen weder der Beschuldigte noch F.______ an den vor
  dem 9. bis 11. November 2018 verübten Einbrüchen beteiligt waren (vgl.
  E. II.4; act. 39, S. 33, Dispositiv-Ziff. 2;
  act. 3/34, S. 35 f., Dispositiv-Ziff. 2).

  
	
   

  
	
  2.4.3.   Zumindest H.______ konnte ausserdem bereits mit einer Vielzahl von
  weiteren Delikten in der Schweiz in Verbindung gebracht werden (vgl.
  E. III.3.7.2). Dass dieser sich extra für eine einmalige Deliktsbegehung
  mit drei voneinander unabhängigen Personen ausserhalb einer Bande
  zusammenschliessen sollte, ist daher unwahrscheinlich. Zudem scheint auch
  unwahrscheinlich, dass sich die Mitbewohner für eine einzige Tat Übernamen
  ausdenken würden (vgl. E. III.3.7.3). Hinzukommt, dass selbst der
  Beschuldigte bereits in Italien für zumindest versuchten Einbruchdiebstahl im
  Mitverschulden sowie unberechtigten Besitz von zum Einbruch geeigneten
  Werkzeugen ebenfalls im Mitverschulden rechtskräftig verurteilt wurde (vgl.
  E. III.3.7.1). Dies deutet daraufhin, dass der Beschuldigte plante,
  mehrere Delikte zu begehen. Zur beruflichen Situation des Beschuldigten ist
  anzumerken, dass dieser zwar gemäss seinen eigenen Aussagen nie über eine
  längere Zeit ohne Arbeit war. Allerdings hat er seine Jobs und seinen
  Einsatzort oft gewechselt: So hat er seinen eigenen Angaben zufolge im Sommer
  2018 [in Italien] am Meer Glace verkauft und während der Winterzeit den
  Eltern [Mutter und Schwiegervater] in der Zahnarztpraxis mit
  Handwerkerarbeiten ausgeholfen. Zudem habe er im November 2018 ein
  Unternehmen in Genua gehabt, welches recycelt und Innenreparaturen gemacht
  habe. Danach habe er mit seinem Vater in einem 24-Stunden-Autoservice [in
  Rumänien] gearbeitet (vgl. zum Ganzen act. 65, S. 4 f. und
  S. 10 f., Fragen 14, 17 f., 39 und 45). Vor der
  Vorinstanz gab er zudem noch an in dieser Zeit eine Ausbildung als
  Flugbegleiter gemacht zu haben bzw. beim [...] Möbel zusammengestellt zu
  haben (vgl. act. 18, S. 3 und 5, Fragen 7 und 13). Hat der
  Beschuldigte alle diese Jobs ausgeführt, steht fest, dass es sich jeweils nur
  um kurze Einsätze gehandelt haben kann. Zwischen den Wechseln seiner Jobs war
  es dem Beschuldigten ohne weiteres möglich, als Teil einer Bande
  Einbruchdiebstähle zu begehen.

  
	
   

  
	
  2.4.4.   Insbesondere
  aufgrund des Zusammenlebens der am Einbruch vom 11. November 2018
  beteiligten Personen, der ständig wechselnden Arbeitsstellen des
  Beschuldigten sowie des Masses an Organisation der Einbrüche im Zeitraum vom 9. bis
  11. November 2018, kann im Zusammenhang mit den weiteren vorstehenden
  Indizien darauf geschlossen werden, dass sich der Beschuldigte nicht bloss zu
  einer einmaligen Tatbegehung mit den übrigen Tatbeteiligten und allenfalls
  weiteren Personen zusammenschloss, sondern zukünftig weitere (noch
  unbestimmte) Taten geplant waren. Zu präzisieren ist allerdings, dass es sich
  vorliegend um mehrfachen bandenmässigen Diebstahl handelt, fanden vorliegend
  doch zwei Diebstähle statt (vgl. E. IV.2.2 f. vorstehend). Das
  Verschlechterungsverbot gemäss Art. 391 Abs. 2 StPO steht dem nicht
  entgegen, geht doch bereits aus dem vorinstanzlichen Dispositiv hervor, dass
  der Beschuldigte für zwei bandenmässige Diebstähle verurteilt wurde (vgl.
  act. 39, S. 33, Dispositiv-Ziff. 1).

  
	
   

  
	
  3.         Sachbeschädigung

  
	
  3.1.      Der
  Sachbeschädigung nach Art. 144 Abs. 1 StGB macht sich schuldig, wer
  eine Sache, an der ein fremdes Eigentums-, Gebrauchs- oder Nutzniessungsrecht
  besteht, beschädigt, zerstört oder unbrauchbar macht. Das Delikt wird nur auf
  Antrag verfolgt. Aus diesem Grund ist vorab festzuhalten, dass die
  Privatklägerin 1, die Privatklägerin 2 sowie der
  Privatkläger 4 jeweils einen entsprechenden Strafantrag für die Delikte
  im Zeitraum vom 9. bis 11. November 2018 bzw. vom 11. November 2018
  fristgerecht einreichten (vgl. E. I.1.1 vorstehend sowie Art. 31
  StGB).

  
	
   

  
	
  3.2.      H.______,
  G.______ und/oder F.______ beschädigten vorliegend unter Anwesenheit des
  Beschuldigten im Zeitraum vom 9. bis 11. November 2018 die Holztür der Scheune des
  Privatklägers 4, als sie diese aufbrachen. Diese Tathandlung kann dem
  Beschuldigten aufgrund der Mittäterschaft angerechnet werden, auch wenn er
  diese nicht selbst vorgenommen hat (vgl. E. IV.1 vorstehend). In
  subjektiver Hinsicht steht ausserdem fest, dass der Beschuldigte sich der
  Beschädigung bewusst war und diese auch wollte, wollte er doch an das für den
  späteren Einbruch notwendigen Werkzeuge gelangen (vgl. E. IV.2.2
  vorstehend). Anders war dies nicht möglich und der Aufbruch hatte auch
  notwendigerweise eine Beschädigung der Tür zur Folge. Demgemäss erfüllt der
  Beschuldigte vorliegend den Tatbestand der Sachbeschädigung im Sinne von
  Art. 144 Abs. 1 StGB.

  
	
   

  
	
  3.3.      Am
  11. November 2018 stemmten H.______ und/oder G.______ im Beisein vom
  Beschuldigten und F.______ ausserdem die Schiebetür des Einkaufszentrums
  [...] auf, welche hierdurch beschädigt wurde und im Eigentum der
  Privatklägerin 2 steht. Zudem haben sie die der Privatklägerin 2
  bzw. der Privatklägerin 1 gehörende Schaufensterscheibe eingeschlagen
  und diverse Schubladen der Privatklägerin 1 aufgebrochen, welche
  hierdurch ebenfalls beschädigt wurden (vgl. zum Ganzen E. III.3.1 und
  E. III.3.6.2). Auch diese Handlungen können dem Beschuldigten aufgrund
  der Mittäterschaft angerechnet werden (vgl. E. IV.1 vorstehend). Der
  Beschuldigte wollte diese Handlungen sowie die Beschädigung bewusst, da er
  nur so in den [Geschäft] eindringen und an die Telefone gelangen konnte (vgl.
  dazu E. IV.2.3 vorstehend). Der Beschuldigte erfüllt damit auch durch
  diese drei Handlungen den Tatbestand der Sachbeschädigung gemäss
  Art. 144 Abs. 1 StGB.

  
	
   

  
	
  4.         Hausfriedensbruch

  
	
  4.1.      Des
  Hausfriedensbruchs nach Art. 186 StGB macht sich schuldig, wer gegen den
  Willen des Berechtigten in ein Haus, eine Wohnung, einen abgeschlossenen Raum
  eines Hauses oder einen unmittelbar zu einem Haus gehörenden umfriedeten
  Platz, Hof oder Garten oder in einen Werkplatz unrechtmässig eindringt oder,
  trotz der Aufforderung eines Berechtigten, sich zu entfernen, darin verweilt.
  Dieses Delikt wird ebenfalls nur auf Antrag verfolgt, wobei auch
  diesbezüglich die Privatkläger 1 bis 4 rechtzeitig einen Strafantrag
  einreichten (vgl. E. I.1.1 vorstehend sowie Art. 31 StGB).

  
	
   

  
	
  4.2.      Der
  Beschuldigte, H.______, G.______ und/oder F.______ drangen den vorstehenden
  Ausführungen zufolge im Zeitraum vom 9. bis 11. November 2018 gegen den Willen
  der Privatkläger 3 und 4 in die Scheune in [...], ein. Diese Handlung
  kann dem Beschuldigten auch unabhängig davon, ob er selbst die Scheune
  betreten hat, aufgrund der Mittäterschaft objektiv angerechnet werden (vgl.
  E. IV.1 vorstehend). In subjektiver Hinsicht steht fest, dass der
  Beschuldigte dies auch wusste und wollte, musste doch dafür extra die Tür
  aufgebrochen werden. Damit hat der Beschuldigte den Tatbestand des
  Hausfriedensbruchs nach Art. 186 StGB erfüllt.

  
	
   

  
	
  4.3.      Der
  Beschuldigte drang ausserdem am 11. November 2018 in das Einkaufszentrum
  [...] ein, als dieses geschlossen war. Damit sowie dadurch, dass zunächst
  eine Tür aufgestemmt werden musste, steht fest, dass er dies gegen den Willen
  der Privatklägerin 2 sowie wissentlich und willentlich tat. Danach ist
  der Beschuldigte ausserdem gegen den Willen der Privatklägerin 1 in den
  ebenfalls geschlossenen [Geschäft] eingedrungen. Auch diesbezüglich steht
  fest, dass der Beschuldigte dies wissentlich und willentlich tat, musste doch
  dafür extra eine Schaufensterscheibe eingeschlagen werden. Damit ist
  erwiesen, dass der Beschuldigte durch das Eindringen in das Einkaufszentrum
  [...] und anschliessend in den [Geschäft] den Tatbestand des
  Hausfriedensbruchs nach Art. 186 StGB erfüllt.

   

  
	
   

  
	
  V.        Strafzumessung und Vollzug

  
	
   

  
	
  1.         

  
	
  1.1.      Die
  Vorinstanz verurteilte den Beschuldigten für bandenmässigen Diebstahl im
  Sinne von Art. 139 Ziff. 1 i.V.m. aZiff. 3 StGB, den
  mehrfachen Hausfriedensbruch im Sinne von Art. 186 StGB sowie die
  mehrfache Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB
  jeweils begangen im Zeitraum vom
  9. bis 11. November 2018
  (Anklagesachverhalt 5) sowie am 11. November 2018
  (Anklagesachverhalt 6) zu einer Freiheitsstrafe von 38 Monaten,
  unter Anrechnung der erstandenen Haft seit dem 9. Juni 2022
  (act. 39, S. 33, Dispositiv-Ziff. 1 und 3).

  
	
   

  
	
  1.2.      Der
  Beschuldigte erachtet dieses Strafmass als zu hoch und beantragt mit seinem
  Eventualbegehren eine Freiheitsstrafe von 34 Monaten. Er lässt
  vorbringen, dass ein Vergleich der Strafe des Beschuldigten mit derjenigen
  von F.______ auf eine zu hohe Strafe beim Beschuldigten und eine willkürliche
  Bemessung derselben schliessen lasse. Aufgrund des Gleichbehandlungsprinzips
  hätte wegen der tieferen Einsatzstrafe beim Beschuldigten, der den
  Beschuldigten hingegen belastenden individuellen Täterkomponente dieselbe
  Gesamtstrafe resultieren müssen (vgl. zum Ganzen act. 66, S. 2 und
  9 ff.). Die Staatsanwaltschaft verweist betreffend die Strafzumessung
  auf das vorinstanzliche Urteil (act. 67, S. 4).

  
	
   

  
	
  2.         

  
	
  2.1.      Das Gericht bemisst die Strafe nach dem Verschulden des Täters. Dabei
  sind das Vorleben, die persönlichen Verhältnisse sowie die Wirkungen der
  Strafe auf das Leben des Täters zu berücksichtigen (Art. 47 Abs. 1
  StGB). Was die detaillierten Strafzumessungskriterien und insbesondere die
  Unterscheidung zwischen den Tat- und Täterkomponenten betrifft, kann auf die
  zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (act. 39,
  S. 21 ff., E. V.1.2). Zur allgemeinen Methodik der
  Strafzumessung ist allerdings Folgendes zu ergänzen:

  
	
   

  
	
  2.2.      Ist der Täter wegen einer Mehrheit, und/oder teilweise mehrfach
  begangener Taten zu bestrafen, hat das Gericht basierend auf der
  Tatkomponente zunächst die Einsatzstrafe für das schwerste Delikt zu
  bestimmen. In einem weiteren Schritt sind die übrigen Delikte – wiederum
  basierend auf der Tatkomponente – zu beurteilen und es ist dafür unter
  Berücksichtigung der jeweiligen Umstände die hypothetische Strafe zu
  ermitteln. Sodann hat es bei gleichartigen Strafen unter Berücksichtigung des
  Asperationsprinzips die hypothetische Gesamtstrafe für sämtliche dieser
  Delikte festzulegen (Art. 49 Abs. 1 StGB; Urteil BGer 6B_808/2017
  vom 16. Oktober 2017, E. 2.1.1; BGE 138 IV 120 E. 5.2).
  Nach der Festlegung der hypothetischen Gesamtstrafe für sämtliche Delikte
  sind schliesslich die Täterkomponente und weitere tatunabhängige
  Zumessungsfaktoren zu berücksichtigen (vgl. zum Ganzen Urteil BGer
  6B_865/2009 vom 25. März 2010, E. 1.2.2 und E. 1.6.1; Urteil
  BGer 6B_496/2011 vom 19. November 2012, E. 2 und E. 4.2).

  
	
   

  
	
  2.3.      Sind mehrere Mittäter im gleichen Verfahren zu beurteilen, ist das
  gegenseitige Verhältnis der jeweiligen Tatbeiträge bei der
  Verschuldensbewertung mitzuberücksichtigen. Der Grundsatz der
  Gleichbehandlung ist dabei nur verletzt, wenn die beiden Strafzumessungen
  nicht im Sinne einer Gesamtbetrachtung in Einklang gebracht wurden. Ist
  hingegen nur über einen Mittäter zu urteilen, während die Strafe des anderen
  Mittäters bereits feststeht, muss ein hypothetischer Vergleich angestellt
  werden. Dabei hat das Gericht nach seinem pflichtgemässen Ermessen von
  denjenigen Strafen auszugehen, welche es ausfällen würde, wenn beide Mittäter
  gleichzeitig beurteilt würden. Die richterliche Unabhängigkeit kann zur Folge
  haben, dass die Strafen zweier Mittäter in einem Missverhältnis stehen.
  Solange die Strafe als solche angemessen ist, ist dies hinzunehmen. Ein
  Anspruch auf "Gleichbehandlung im Unrecht" besteht hingegen nicht.
  Bei der Begründung muss allerdings auf die Strafe des Mittäters Bezug
  genommen werden und dargelegt werden, weshalb sich diese nicht als
  Vergleichsgrösse eignet (vgl. zum Ganzen BGE 135 IV 191 E. 3.2 f.;
  Urteil BGer 6B_1141/2013 vom 8. Mai 2014, E. 1.6.2).

  
	
   

  
	
  3.         

  
	
  3.1.      Nach
  Art. 139 aZiff. 3 StGB kommt bei einem bandenmässigen Diebstahl
  ausschliesslich eine Freiheitsstrafe, bei einem Hausfriedensbruch nach Art.
  186 StGB sowie einer Sachbeschädigung nach Art. 144 StGB hingegen
  grundsätzlich eine Freiheits- oder eine Geldstrafe in Frage. Wie nachfolgend
  noch aufzuzeigen sein wird, kommen vorliegend aber auch für diese Delikte –
  abgesehen von der Sachbeschädigung im Zeitraum vom 9. bis 11. November 2018
  bei der Scheune – bereits aufgrund des Verschuldens des Beschuldigten
  ausschliesslich Freiheitsstrafen in Frage. 

  
	
   

  
	
  3.2.      Im
  Übrigen sind vorliegend die Voraussetzungen von Art. 41 Abs. 1
  lit. b StGB erfüllt, wonach das Gericht statt auf eine Geldstrafe auf
  eine Freiheitsstrafe erkennen kann, wenn eine Geldstrafe voraussichtlich
  nicht vollzogen werden kann: Der Beschuldigte wird vorliegend des Landes
  verwiesen (vgl. dazu E. VI nachfolgend) und hat demgemäss nach seiner
  Haftentlassung die Schweiz zu verlassen. Ein Vollzug der Geldstrafe scheint
  daher fraglich, unabhängig davon, ob der Beschuldigte im Anschluss nach
  Rumänien oder nach Italien reist. Insbesondere ist zu berücksichtigen, dass
  der Beschuldigte trotz der internationalen Personenfahndung seit dem
  23. November 2018 (act. 2/4.1.03) erst rund dreieinhalb Jahre
  später am 9. Juni 2022 in Bulgarien verhaftet werden konnte
  (act. 2/4.1.06-1; act. 2/4.1.17, S. 8 f.). Der
  Beschuldigte verfügt aktuell ausserdem weder über Vermögen in der Schweiz
  noch über ein Einkommen. Auch im Ausland hat er maximal illiquides Vermögen
  und zudem Schulden im Umfang von ca. EUR 100'000.− (vgl.
  act. 65, S. 6, Frage 21). Es muss deshalb davon ausgegangen
  werden, dass der Beschuldigte eine Geldstrafe nicht vor seiner Ausreise
  bezahlen oder sicherstellen könnte, selbst wenn diese tief ausfallen würde (110
  Tagessätze à CHF 10.− bis CHF 30.−; vgl. dazu
  nachfolgend E. V.4.2.3). Dementsprechend ist auch für die
  Sachbeschädigung im Zeitraum vom
  9. bis 11. November 2018 (Anklagesachverhalt 5)
  eine Freiheitsstrafe auszusprechen.

  
	
   

  
	
  3.3.      Vollständigkeitshalber
  ist festzuhalten, dass vorliegend aufgrund der Bandenmässigkeit auch in Bezug
  auf den Sachverhalt im Zeitraum vom 9. bis 11. November 2018 bei der Scheune
  (Anklagesachverhalt 5) keine geringfügigen Vermögensdelikte im Sinne von
  Art. 172ter Abs. 1 StGB in Frage kommen (Art. 172ter
  Abs. 2 StGB; vgl. BGE 123 IV 113 E. 3.g; vgl. auch Philippe
  Weissenberger, in: Basler Kommentar Strafrecht, 4. Aufl. 2019,
  N. 48 zu Art. 172ter StGB).

  
	
   

  
	
  4.         

  
	
  4.1.      Bandenmässiger Diebstahl nach Art. 139 Ziff. 1 i.V.m.
  aZiff. 3 StGB

  
	
  4.1.1.   Der
  bandenmässige Diebstahl nach Art. 139 Ziff. 1 i.V.m. aZiff. 3
  StGB wird mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren bestraft.
  Geschützt wird dabei das Rechtsgut des Vermögens (Urteil BGer 6B_786/2014 vom
  10. April 2015, E. 1.5.3; Urteil BGer 6B_1075/2013 vom
  17. Februar 2014, E. 2.3).

  
	
   

  
	
  4.1.2.   Betreffend
  den Diebstahl im Einkaufszentrum [...] vom 11. November 2018
  (Anklagesachverhalt 6) ist zur objektiven Tatkomponente festzuhalten, dass
  insgesamt 195 Smartphones und Smartwaches im Wert von CHF 152'711.− entwendet wurden. Dabei handelt es sich
  grundsätzlich bereits um eine beträchtliche Summe, wobei aber auch Diebstähle
  – insbesondere bandenmässig begangene – mit weit höheren Deliktsbeträgen
  denkbar sind. Innerhalb der Bande scheint der Beschuldigte zumindest keine
  Führungsposition innegehabt zu haben. Im Rahmen eines bandenmässig begangenen
  Delikts ist die objektive Tatschwere daher noch im unteren Bereich
  (Freiheitsstrafe von 32 bis 44 Monaten) einzuordnen. In subjektiver Hinsicht
  ist straferhöhend zu beachten, dass der Beschuldigte sich durch den Diebstahl
  offenbar bereichern wollte und damit einen egoistischen bzw. verwerflichen
  Beweggrund hatte. Die kriminelle Energie des Beschuldigten ist daher als
  mittelmässig bis gross einzustufen, weshalb sich die objektive durch die
  subjektive Tatschwere leicht erhöht. Dem Beschuldigten ist vorliegend deshalb
  ein mittleres Verschulden zur Last zu legen. Ausgehend
  von der objektiven Tatschwere im unteren Bereich (konkret von 32 Monaten
  Freiheitsstrafe) erscheint daher nach Berücksichtigung der subjektiven
  Elemente eine Einsatzstrafe von 34 Monaten angemessen.

  
	
   

  
	
  4.1.3.   Beim vorherigen Diebstahl in der Scheune wurden lediglich
  Werkzeuge zu einem Wert von CHF 73.−
  entwendet, womit es sich um einen geringen Deliktsbetrag handelt. Zudem
  konnte dem Beschuldigten auch diesbezüglich keine führende Rolle innerhalb
  der Bande nachgewiesen werden. Die objektive Tatschwere ist daher im
  untersten Bereich bei einer Freiheitsstrafe von 6 Monaten einzuordnen.
  Der Beschuldigte verübte diesen Diebstahl lediglich, um Werkzeuge für den
  später geplanten grösseren Einbruch in das Einkaufszentrum [...] zu erhalten.
  Der Beschuldigte handelte demgemäss aus einem verwerflichen Beweggrund, was
  verschuldenserhöhend zu berücksichtigen ist. Die subjektive Tatschwere vermag
  deshalb die objektive Tatschwere leicht zu erhöhen, wobei aber dennoch
  weiterhin von einem insgesamt leichten Verschulden ausgegangen werden kann.
  Als Einsatzstrafe scheint daher eine Freiheitsstrafe von sieben Monaten
  angemessen.

  
	
   

  
	
  4.2.      Sachbeschädigung nach Art. 144 StGB

  
	
  4.2.1.   Die
  Sachbeschädigung nach Art. 144 StGB wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei
  Jahren oder Geldstrafe bestraft. Geschützt werden dabei einerseits das
  Eigentum andererseits aber auch Gebrauchs- und Nutzniessungsrechte an einer
  Sache (Philippe Weissenberger,
  in: Basler Kommentar Strafrecht, 4. Aufl. 2019, N. 2 zu
  Art. 144 StGB).

  
	
   

  
	
  4.2.2.   In
  Bezug auf die objektive Tatschwere ist festzuhalten, dass bei der Schiebetür
  des Einkaufszentrums [...] ein Schaden von CHF 5'000.− entstand, am Schaufenster des [Geschäft]
  ein solcher von CHF 4'000.−
  und an den Schubladen im [Geschäft] ein solcher von CHF 6'000.−. Die Schadenssumme von insgesamt
  CHF 15'000.− (vgl. Jürg-Beat Ackermann, in: Basler
  Kommentar Strafrecht, 4. Aufl. 2019, N. 33 zu Art. 49 StGB)
  ist beträchtlich, wobei aber auch noch höhere Schäden vorstellbar sind. Die
  objektive Tatschwere ist daher im unteren bis mittleren Bereich (Strafe von
  13 bis 16 Monaten) einzuordnen. In subjektiver Hinsicht ist wiederum das
  verwerfliche Motiv des Beschuldigten straferhöhend zu berücksichtigen, wurden
  die Sachbeschädigungen doch einzig zum Zweck des Diebstahls der Mobiltelefone
  bzw. der Smartwatches begangen. Allerdings ist auch zu beachten, dass dem
  Beschuldigten nicht nachgewiesen werden konnte, die Beschädigungen selbst
  verursacht zu haben. Dem Beschuldigten ist somit insgesamt ein knapp
  mittleres Verschulden zur Last zu legen und die nach der objektiven Tatschwere
  auf 13 Monate festgelegte Freiheitsstrafe aufgrund der subjektiven
  Elemente auf 14 Monate zu erhöhen.

  
	
   

  
	
  4.2.3.   An der Scheunentür entstand hingegen lediglich ein Schaden von
  CHF 200.−, was als
  gering einzustufen ist. Betreffend die Scheune befindet sich die objektive
  Tatschwere deshalb noch im untersten Bereich (Strafe bis zu vier Monaten). In
  subjektiver Hinsicht ist auch hier zu berücksichtigen, dass dem Beschuldigten
  nicht nachgewiesen werden konnte, die Tür selbst beschädigt zu haben.
  Aufgrund des verwerflichen Motives der Ermöglichung eines grösseren
  Diebstahls ist aber trotzdem auch diese Strafe von konkret 100 Tagen leicht
  zu erhöhen. Dem Beschuldigten ist daher nach der Berücksichtigung der
  subjektiven Elemente zwar immer noch ein eher leichtes Verschulden zur Last
  zu legen, die Strafe jedoch auf 110 Tagen zu erhöhen.

  
	
   

  
	
  4.3.      Hausfriedensbruch nach Art. 186 StGB

  
	
  4.3.1.   Der
  Hausfriedensbruch nach Art. 186 StGB wird mit Freiheitsstrafe bis zu
  drei Jahren oder Geldstrafe bestraft. Geschütztes Rechtsgut ist dabei das
  Hausrecht. Damit ist die Befugnis gemeint, über die Anwesenheit von anderen
  Personen in den eigenen Räumen selbst entscheiden zu können (BGE 146 IV 320
  E. 2.3; BGE 112 IV 31 E. 3). Das Hausrecht stellt damit eine
  Element der Privatsphäre dar (Vera
  Delnon/Bernhard Rüdy, in: Basler Kommentar Strafrecht, 4. Aufl.
  2019, N. 5 zu Art. 186 StGB; Urteil BGer 6B_971/2020 vom
  19. Januar 2021, E. 5.4).

  
	
   

  
	
  4.3.2.   Zur
  objektiven Tatschwere ist anzumerken, dass das Einkaufzentrum [...] sowie der
  [Geschäft] zu den Öffnungszeiten grundsätzlich öffentlich zugänglich sind.
  Dem jeweiligen Inhaber des Hausrechts ist es aber dennoch möglich, bestimmten
  Personen oder zu bestimmten Zeiten den Zutritt zu den Räumlichkeiten zu
  verwehren. Der Eingriff in die Privatsphäre dürfte aber weniger schwer
  wiegen, als beispielsweise beim unbefugten Betreten einer (bewohnten)
  Wohnung. Dasselbe gilt auch für das Betreten der Scheune. Die objektive
  Tatschwere kann daher bei beiden Hausfriedensbrüchen noch im untersten bis
  unteren Bereich eingeordnet werden (Strafe von 5 bis 8 Monaten). In
  subjektiver Hinsicht ist auch in Bezug auf die Hausfriedensbrüche zu
  beachten, dass der Beschuldigte beide nur deshalb vornahm, weil er in den
  Räumlichkeiten einen Diebstahl begehen wollte. Der Beschuldigte handelte
  deshalb aus einem verwerflichen Beweggrund, was verschuldenserhöhend zu
  berücksichtigen ist. Dem Beschuldigten ist deshalb betreffend beide
  Hausfriedensbrüche ein leichtes bis mittleres Verschulden zur Last zu legen.
  Als Strafe kommt demzufolge einzig eine Freiheitsstrafe in Frage. Ausgehend von der objektiven Tatschwere im unteren
  Bereich (konkret von sechs Monaten Freiheitsstrafe) erscheint daher nach
  Berücksichtigung der subjektiven Elemente eine Einsatzstrafe von je
  sieben Monaten angemessen.

  
	
   

  
	
  4.4.      Festlegung der Gesamtstrafe

  
	
  4.4.1.   Wie
  bereits erwähnt, muss nun aus den für die einzelnen Delikte festgelegten
  Freiheitsstrafen eine Gesamtstrafe gebildet werden, wobei von der
  Einsatzstrafe für das schwerste Delikt auszugehen ist (Art. 49
  Abs. 1 StGB). Werden mehrere Straftatbestände mit demselben Strafrahmen
  bedroht, ist von der konkret höchsten Strafe auszugehen (Hans Mathys, Leitfaden Strafzumessung,
  2. Aufl. 2019, N. 485). Das Gericht hat die Zahl und Schwere der
  Einzeltaten zu gewichten und auf diese Weise das Gesamtstrafmass
  festzusetzten. Dabei sind namentlich das Verhältnis der einzelnen Taten
  untereinander, ihr Zusammenhang, ihre grössere oder geringere Selbstständigkeit
  sowie die Gleichheit oder Verschiedenheit der verletzten Rechtsgüter und
  Begehensweisen zu berücksichtigen. Der Gesamtschuldbeitrag des einzelnen
  Delikts wird dabei geringer zu veranschlagen sein, wenn die Delikte zeitlich,
  sachlich und situativ in einem engen Zusammenhang stehen (Urteil BGer
  6B_466/2013 vom 25. Juli 2013, E. 2.3.4; vgl. auch Hans Mathys, a.a.O.,
  N. 500 ff.; Urteil BGer 6B_905/2018 vom 7. Dezember 2018,
  E. 4.3.3; BGE 144 IV 217 E. 3.5.4).

  
	
   

  
	
  4.4.2.   Der
  bandenmässige Diebstahl ist vorliegend mit dem schärfsten Strafrahmen
  bedroht, wobei die Tat vom 11. November 2018 (Anklagesachverhalt 6)
  härter als diejenige im Zeitraum vom 9. bis 11. November 2018
  (Anklagesachverhalt 5) bestraft wird. Aus diesem Grund ist vorliegend von der
  für den bandenmässigen Diebstahl vom 11. November 2018
  (Anklagesachverhalt 6) verhängten Strafe von 34 Monaten auszugehen
  und diese aufgrund des weiteren bandenmässigen Diebstahls, der
  Sachbeschädigungen und der Hausfriedensbrüche angemessen zu erhöhen.

  
	
   

  
	
  4.4.3.   Diebstahl,
  Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch schützen unterschiedliche Rechtsgüter,
  was grundsätzlich für eine umfangreiche Anrechnung der Einzelstrafen sprechen
  würde. Zu beachten ist allerdings, dass alle Taten vorliegend in einem engen
  zeitlichen, sachlichen und örtlichen Zusammenhang stehen. So bezweckten alle
  vorausgehenden Taten lediglich, den Diebstahl vom 11. November 2018 zu
  ermöglichen. Aus diesem Grund haben sich die weiteren Taten nur in einem
  geringen Umfang auf die Gesamtfreiheitsstrafe auszuwirken. Konkret ist die
  Strafe aufgrund des bandenmässigen Diebstahls im Zeitraum vom 9. bis
  11. November 2018 sowie der Hausfriedensbrüche um jeweils eineinhalb
  Monate, aufgrund der Sachbeschädigung vom 11. November 2018 um
  dreieinhalb Monate und aufgrund der Sachbeschädigung im Zeitraum vom 9. bis
  11. November 2018 um einen Monat zu erhöhen. Insgesamt ist deshalb eine
  Gesamtfreiheitsstrafe von 43 Monaten festzulegen.

  
	
   

  
	
  4.4.4.   Betreffend
  die Täterkomponente ist festzuhalten, dass der Beschuldigte nach wie vor
  nicht geständig ist und dementsprechend auch keine Einsicht oder Reue
  ersichtlich ist. Der Beschuldigte ist vorbestraft, wobei es sich sowohl beim
  versuchten Diebstahl vom 28. Mai 2008, bei der Beschädigung vom
  15. Februar 2015 sowie dem Besitz von zum Einbruch geeigneten Werkzeugen
  am 13. Mai 2014 um einschlägige Delikte handelt, welche allesamt im
  Mitverschulden begangen wurden (vgl. zum Ganzen act. 2/1.1.03a). Der
  Beschuldigte zeigt damit eine ausgeprägte Uneinsichtigkeit. Angesichts dessen,
  dass alle diese Straftaten bereits etwas weiter zurückliegen, sind diese zwar
  nicht mehr stark aber dennoch spürbar straferhöhend zu berücksichtigen.
  Ebenfalls straferhöhend fällt ins Gewicht, dass der Beschuldigte
  ausschliesslich in die Schweiz einreiste, um hier Straftaten zu begehen (BGE
  143 IV 145 E. 8.3.2). Der Beschuldigte wechselt seine Jobs und auch sein
  Aufenthaltsland regelmässig. Er hat zwar zwei Kinder, kann diese aber
  aufgrund seiner jeweiligen Wechsel des Aufenthaltslandes sowie auch aufgrund
  der langen Arbeitszeiten regelmässig über längere Zeit nicht bzw. nur wenig
  sehen (vgl. act. 65, S. 4, Fragen 13 f.; vgl. auch
  E. III.3.4.7 und E. IV.2.4.3 vorstehend). Die Auswirkungen der
  Freiheitsstrafe auf das Leben des Beschuldigten gehen vorliegend deshalb
  nicht über das übliche Mass hinaus. Insgesamt ist die Gesamtstrafe aufgrund
  der Täterkomponente deshalb um drei Monate auf 46 Monate zu erhöhen.

  
	
   

  
	
  4.4.5.   Nach Art. 391 Abs. 2 StPO
  darf das Urteil nicht zum Nachteil des Beschuldigten abgeändert werden
  (Verbot der reformatio in peius), wenn das Rechtsmittel nur zu seinen Gunsten
  ergriffen wurde. Massgebend ist
  dabei das Dispositiv (BGE 148 IV 89 E. 4.3; BGE 139 IV 282
  E. 2.6). Weil die Vorinstanz lediglich eine Freiheitsstrafe von 38
  Monaten angeordnet hat, darf diese nicht auf 46 Monate erhöht werden,
  sondern ist bei 38 Monaten zu belassen. Der Beschuldigte befindet sich seit
  dem 9. Juni 2022 in Haft, wobei er zunächst in Bulgarien inhaftiert war
  und sich erst seit dem 29. Juli 2022 in der Schweiz in Haft befindet
  (vgl. act. 4.1.06-1; act. 2/4.1.14; act. 2/4.1.17,
  S. 8 f.; act. 2/4.1.22; act. 2/4.1.40; act. 5;
  act. 25). Die seit dem 9. Juni 2022 ausgestandene Haftzeit ist auf
  die Freiheitsstrafe anzurechnen (vgl. Art. 51 StGB sowie act. 39,
  S. 27, E. V.2.5).

  
	
   

  
	
  4.4.6.   Ein
  Vergleich der Einzelstrafen des Beschuldigten mit denjenigen von F.______ ist
  vorliegend nur schon deshalb nicht möglich, weil im Urteil betreffend
  F.______ für alle Hausfriedensbrüche, alle Sachbeschädigungen bzw.
  bandenmässigen Diebstähle jeweils zusammen eine Strafe festgehalten und
  daraus eine Gesamtstrafe gebildet wurde (vgl. act. 3/34, S. 27,
  E. V.2.2 f.). Wie bereits festgehalten, ist das Obergericht sodann
  – entgegen der Auffassung des Beschuldigten (act. 66, S. 9 f.)
  – bei der Festlegung der Strafe für den Beschuldigten in keiner Weise an die
  bereits rechtskräftig feststehende Strafe von F.______ gebunden (vgl.
  E. V.2.3 vorstehend). Müsste das Obergericht die Strafe für F.______
  festlegen, so würde es unter anderem die geringe Stellung von F.______ als
  unerfahrenes Bandenmitglied berücksichtigen (vgl. act. 3/34,
  S. 23 f., E. IV.4.6.3). Aufgrund dieser Stellung unterhalb
  derjenigen des Beschuldigten wäre die Strafe betreffend die bandenmässigen
  Diebstähle – soweit möglich – bereits aufgrund der objektiven Tatschwere
  tiefer als beim Beschuldigten anzusetzen. Bei den Sachbeschädigungen und den
  Hausfriedensbrüchen würde die Tatschwere hingegen etwa gleich wie beim
  Beschuldigten ausfallen. F.______ hat im Gegensatz zum Beschuldigten aber
  keine einschlägigen Vorstrafen, weshalb sich auch die Täterkomponente beim
  Beschuldigten belastender auf die Strafhöhe auswirkt. Zusammengefasst
  rechtfertigt es sich vorliegend also, dass der Beschuldigte zu einer im
  Gegensatz zu F.______ höheren Strafe verurteilt wird.

   

  
	
   

  
	
  VI.       Landesverweisung

  
	
   

  
	
  1.         

  
	
  Die Vorinstanz verurteilte den Beschuldigten
  gestützt auf Art. 66a Abs. 1 lit. d StGB zu einer
  Landesverweisung von 13 Jahren. Zur Begründung führte sie auf, dass der
  Beschuldigte als Kriminaltourist und Mitglied einer Bande die öffentliche
  Ordnung und Sicherheit erheblich verletzt habe. Ein erhebliches legales
  Interesse, dass der Beschuldigte in die Schweiz einreisen könne, bestehe
  nicht. Ein persönlicher Härtefall oder Schuldausschlussgrund sei nicht ersichtlich.
  Demgemäss rechtfertige es sich auch unter Berücksichtigung der
  Freizügigkeitsrechte eine Landesverweisung über 13 Jahre anzuordnen
  (act. 39, S. 27 ff., E. VI, und S. 33,
  Dispositiv-Ziff. 3). Weder der Beschuldigte noch die Staatsanwaltschaft
  kritisieren im Berufungsverfahren diese vorinstanzliche Landesverweisung
  (act. 66, S. 10, und act. 67, S. 4).

  
	
   

  
	
  2.         

  
	
  2.1.      Nach
  Art. 66a Abs. 1 lit. c und d StGB verweist das Gericht einen
  Ausländer, der wegen eines qualifizierten Diebstahls (Art. 139
  Ziff. 3 StGB) oder eines Diebstahls (Art. 139 StGB) in Verbindung
  mit Hausfriedensbruch (Art. 186 StGB) verurteilt wird, unabhängig von
  der Höhe der Strafe für 5-15 Jahre aus der Schweiz. Ist der Beschuldigte
  Staatsbürger eines Mitgliedstaates der Europäischen Union (Nachfolgend: EU),
  ist ausserdem das Freizügigkeitsabkommen (FZA; SR 0.142.112.681) zu
  berücksichtigen. Die durch das FZA eingeräumten Rechte dürfen nur
  eingeschränkt werden, wenn dies der öffentlichen Ordnung, Sicherheit und
  Gesundheit dient (Art. 5 Ziff. 1 Anhang I FZA). Geschützt wird
  hierdurch allerdings nur ein bereits bestehendes und gültiges (umfassendes)
  Aufenthaltsrecht des ausländischen Staatsangehörigen in der Schweiz, über
  welches dieser bei einem bestehenden Arbeitsverhältnis oder der nachgewiesenen
  Arbeitssuche verfügt (vgl. Art. 2 und Art. 6 Anhang I FZA;
  Urteil BGer 6B_907/2018 vom 23. November 2018, E. 2.4.3; vgl. auch
  act. 39, S. 29, E. VI.3.2 m.w.H.).

  
	
   

  
	
  2.2.      Wie
  bereits die Vorinstanz zutreffend festhielt (act. 39, S. 28,
  E. VI.3.1), kann sich der Beschuldigte vorliegend ausschliesslich auf
  sein Einreise- und Aufenthaltsrecht über maximal drei Monate berufen
  (Art. 3 FZA i.V.m. Art. 9 Abs. 1 VFP [SR 142.203] i.V.m.
  Art. 10 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). Der Beschuldigte verfügt
  damit über kein im Sinne der vorstehenden Erwägungen durch das FZA
  geschütztes Aufenthaltsrecht. Hinzu kommt, dass der Beschuldigte ohnehin
  keinen Bezug zur Schweiz aufweist, ist er doch seinen eigenen Angaben zufolge
  bisher lediglich ein bzw. mehrere Male auf der Durchreise in der Schweiz
  gewesen (act. 2/10.1.01, S. 4, N. 119 ff.; act. 18,
  S. 4, Frage 11; act. 65, S. 5, Frage 19). Daran
  ändert auch nichts, dass der Beschuldigte in unbestimmter Zukunft gerne in
  der Schweiz (bei einem noch unbestimmten Arbeitgeber) arbeiten würde
  (act. 18, S. 6, Frage 21; act. 65, S. 5, Frage 20).
  Der Beschuldigte erfüllt vorliegend durch den bandenmässigen Diebstahl selbst
  und dadurch, dass er in Verbindung mit diesem einen Hausfriedensbruch beging,
  sogar zwei Katalogtaten, für welche die obligatorische Landesverweisung
  anzuordnen ist. Dies zeigt die besondere Gefahr, welche vom Beschuldigten
  ausgeht. Aufgrund dessen, dass den Beschuldigten auch frühere Verurteilungen
  im Zusammenhang mit (versuchten) Einbruchdiebstählen nicht von der Begehung
  weiterer Delikte abhalten konnten, ist von einer erheblichen Rückfallgefahr
  auszugehen. Selbst wenn also von der Anwendbarkeit des FZA ausgegangen werden
  könnte, würden die Interessen betreffend die öffentliche Sicherheit eindeutig
  überwiegen. Ein Härtefall im Sinne von Art. 66a Abs. 2 StGB ist
  nicht ersichtlich. Die Schwere der Taten sowie die Rückfallgefahr
  rechtfertigen auch die vorinstanzlich angeordnete Dauer der Landesverweisung
  von 13 Jahren. Aufgrund des Verbots der reformatio in peius
  (Art. 391 Abs. 2 StPO) ist vorliegend nicht zu prüfen, ob sogar
  eine längere Dauer bis zu 15 Jahren gerechtfertigt wäre.

   

  
	
  2.3.      Da es
  sich beim Beschuldigten um einen rumänischen Staatsangehörigen und damit
  einen Staatsangehörigen eines EU-Mitgliedstaates handelt, ist die vorliegende
  Landesverweisung nicht im Schengener-Informationssystem (SIS) auszuschreiben
  (Art. 20 i.V.m. Art. 2 lit. f N-SIS-Verordnung [SR 362.0]).

   

  
	
   

  
	
  VII.      Kosten- und
  Entschädigungsfolgen

  
	
   

  
	
  1.         

  
	
  1.1.      Die Vorinstanz hat die Gerichtsgebühr von CHF 4'000.−
  sowie die weiteren Verfahrenskosten von insgesamt CHF 12'490.70
  abzüglich der den Beschuldigten betreffenden Übersetzungskosten
  vollumfänglich dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der amtlichen
  Verteidigung seien dabei erst dann vom Beschuldigten zu beziehen, wenn es
  seine finanziellen Verhältnisse erlauben (vgl. zum Ganzen act. 39,
  S. 33 f., Dispositiv-Ziff. 5 und 6). Der Beschuldigte
  beantragt, dass sowohl Dispositiv-Ziff. 5 betreffend die Höhe der
  vorinstanzlichen Verfahrenskosten als auch Dispositiv-Ziff. 6 betreffend
  die Verteilung der Kosten aufzuheben seien und diese auf die Staatskasse zu
  nehmen seien (vgl. act. 42, S. 3; act. 66, S. 2 und
  S. 11).

  
	
   

  
	
  1.2.      Da
  vorliegend ausschliesslich der Beschuldigte Berufung gegen den
  vorinstanzlichen Entscheid erhoben hatte, kann der Entscheid nicht zum
  Nachteil des Beschuldigten abgeändert werden (Art. 391 Abs. 2
  StPO). Die vorinstanzlichen Verfahrenskosten dürfen vorliegend demzufolge
  nicht erhöht werden, weshalb die von der Vorinstanz nicht berücksichtigten
  Übersetzungskosten betreffend die schriftliche Übersetzung durch [...] über
  CHF 90.− (vgl. act. 2/17.1.03; act. 2/4.1.11;
  act. 2/4.1.13-1) sowie die mündliche Übersetzung an der vorinstanzlichen
  Verhandlung (act. 15; Art. 422 Abs. 2 lit. b StPO)
  vorliegend nicht mehr hinzugerechnet werden dürfen. Weitere Gründe, welche
  eine Änderung der Höhe der vorinstanzlichen Kosten rechtfertigen würden, sind
  nicht ersichtlich und werden vom Beschuldigten auch nicht vorgebracht. Die
  vorinstanzlichen Verfahrenskosten sind daher in unveränderter Höhe zu
  belassen.

  
	
   

  
	
  1.3.      Da das
  Obergericht als Rechtsmittelinstanz vorliegend einen neuen Entscheid fällt
  (Art. 408 StPO), ist auch über die Kostenregelung gemäss E. VII.1.1
  vorstehend neu zu befinden (Art. 428 Abs. 3 StPO). Nach
  Art. 426 Abs. 1 StPO trägt die beschuldigte Person die
  Verfahrenskosten, wenn sie verurteilt wird. Erschwert die beschuldigte Person
  die Durchführung des Verfahrens, so können ihr die Verfahrenskosten auch bei
  einem Freispruch auferlegt werden (Art. 426 Abs. 2 StPO).
  Übersetzungskosten können dem Beschuldigten gemäss Art. 426 Abs. 3
  lit. b StPO hingegen nicht auferlegt werden, wenn diese durch dessen
  Fremdsprachigkeit notwendig wurden. Dies trifft nur auf Übersetzungskosten
  zu, welche erfolgen, weil der Beschuldigte die Verfahrenssprache des Gerichts
  nicht versteht oder spricht. Fallen Übersetzungskosten an, weil die
  Strafverfolgungsbehörde Dokumente ansonsten nicht verstehen würde, können
  diese Kosten dem Beschuldigten auferlegt werden (BGE 133 IV 324 E. 5.1; Thomas Domeisen, Basler Kommentar
  Strafprozessordnung, 3. Aufl. 2023, N. 17 zu Art. 426 StPO).

  
	
   

  
	
  1.4.      Das
  Obergericht bestätigt die Schuldsprüche der Vorinstanz vollumfänglich, wobei
  kein sachlicher Grund ersichtlich ist, welcher eine Änderung der
  Kostenregelung nahelegen würde. Wie bereits die Vorinstanz zutreffend
  festhielt (act. 39, S. 32, E. VIII.3), hat der Beschuldigte
  die Durchführung des Verfahrens erschwert, indem er ins Ausland flüchtete und
  über mehrere Jahre nicht aufgegriffen werden konnte. Hinzu kommt, dass
  ohnehin keine grösseren Untersuchungshandlungen ausschliesslich für die Taten
  der beiden Freisprüche anfielen (vgl. Urteil BGer 6B_85/2021 vom
  26. November 2021, E. 23.3.1; Urteil BGer 6B_460/2020
  vom 10. März 2021, E. 10.3.1). Die
  erstinstanzlichen Verfahrenskosten können dem Beschuldigten daher vorliegend
  trotz der Freisprüche vollumfänglich auferlegt werden. Zu präzisieren ist
  allerdings, dass sich die den Beschuldigten betreffenden Übersetzungskosten
  vorliegend auf CHF 330.− belaufen und aus den jeweiligen
  mündlichen Übersetzungen durch [...] bestehen (act. 2/17.1.02;
  act. 2/17.1.04; act. 2/17.1.08). Diese können dem Beschuldigten
  gemäss Art. 426 Abs. 3 lit. b StPO nicht auferlegt werden.
  Dasselbe gilt auch für die im Rahmen der Entschädigung der amtlichen
  Verteidigung geltend gemachten Übersetzungskosten im Umfang von
  CHF 516.95 (inkl. MwSt.; act. 20). Die schriftlichen
  Übersetzungskosten von der [...] im Umfang von insgesamt CHF 1'821.80
  (act. 2/17.1.01; act. 2/17.1.05) hingegen waren notwendig, damit
  die schweizerischen Strafverfolgungsbehörden ausländische Dokumente bzw. die
  ausländischen Strafverfolgungsbehörden schweizerische Dokumente verstehen
  konnten (vgl. act. 2/4.1.07-1; act. 2/1.1.03a). Diese sind den vorstehenden
  Ausführungen entsprechend dem Beschuldigten aufzuerlegen.

  
	
   

  
	
  1.5.      Zusammengefasst
  sind die den Beschuldigten betreffenden Übersetzungskosten im Umfang von
  CHF 330.− auf die Staatskasse zu nehmen. Die Kosten der amtlichen
  Verteidigung für das erstinstanzliche Verfahren sind dem Beschuldigten im
  Umfang von CHF 3'821.95 aufzuerlegen. Die erstinstanzliche
  Gerichtsgebühr in Höhe von CHF 4'000.− sowie die verbleibenden
  weiteren Verfahrenskosten im Umfang von CHF 7'821.80 werden dem
  Beschuldigten vollumfänglich auferlegt.

  
	
   

  
	
  2.         

  
	
  2.1.      Die
  Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist auf CHF 3'500.−
  festzusetzen (Art. 6 und Art. 8 Abs. 1 lit. b
  Ziff. 2 der Zivil- und Strafprozesskostenverordnung;
  GS III A/5). Die weiteren Verfahrenskosten betragen
  CHF 105.− und bestehen aus den Übersetzungskosten betreffend die
  Berufungsverhandlung (act. 69). Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens
  tragen die Parteien nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens
  (Art. 428 Abs. 1 StPO).

  
	
   

  
	
  2.2.      Im vorliegenden Berufungsverfahren
  waren die Schuldsprüche, die Strafzumessung sowie die Auferlegung der Kosten
  strittig, wobei sich die geänderte Kostenauferlegung einzig auf die
  geforderten Freisprüche stützte (vgl. act. 66, S. 11). Der
  Beschuldigte unterliegt im vorliegenden Verfahren vollumfänglich, weshalb ihm
  nach dem Ausgang des Verfahrens die Gebühr für das Berufungsverfahren von
  CHF 3'500.− vollumfänglich aufzuerlegen ist. Die Übersetzungskosten im Umfang von CHF 105.− sind
  hingegen auf die Staatskasse zu nehmen (Art. 426 Abs. 3 lit. b
  StPO).

  
	
   

  
	
  3.         

  
	
  3.1.      Zu den
  Kosten des Berufungsverfahrens zählen auch die Kosten der amtlichen
  Verteidigung (Art. 422 Abs. 2 lit. a StPO). Die vom
  Rechtsvertreter des Beschuldigten für das Berufungsverfahren geltend
  gemachten Aufwendungen in Höhe von CHF 4'732.70 (inkl. Auslagen und
  MwSt.) erscheinen angemessen (act. 68; Art. 3 Abs. 1 i.V.m.
  Art. 6 Abs. 1 des Tarifs für die Entschädigung der öffentlichen
  Verteidigung und der unentgeltlichen Rechtsvertretung [GS III I/5]).

  
	
   

  
	
  3.2.      Angesichts
  des vorliegenden Ausgangs des Verfahrens hat der Beschuldigte die
  Gerichtsgebühr des Berufungsverfahrens vollumfänglich zu tragen (vgl.
  E. VII.2.2 vorstehend). Demgemäss sind ihm auch die Verteidigungskosten
  des Berufungsverfahrens grundsätzlich vollumfänglich aufzuerlegen. Davon
  ausgenommen sind wiederum die vom Verteidiger geltend gemachten
  Übersetzungskosten im Umfang von CHF 452.35 (inkl. MwSt.). Insofern hat
  der Beschuldigte dem Staat von den Kosten der amtlichen Verteidigung im
  Berufungsverfahren, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben,
  CHF 4'280.35 zurückzuerstatten.

  
	
   

  
	
  4.         

  
	
  Für das Berufungsverfahren werden keine
  Parteientschädigungen zugesprochen.

  
	
   

  
	
  ____________________

  
	
   

  
	
   

  
	
  Das Gericht erkennt:

  
	
   

  
	
  1.       Es wird
  vorgemerkt, dass die nachfolgenden Dispositiv-Ziffern des Urteils der
  II. Kammer des Kantonsgerichts Glarus vom 15. Februar 2023 im
  Verfahren SG.2022.00114 unangefochten in Rechtskraft erwachsen sind und nicht
  Gegenstand des Berufungsverfahrens bildeten:

  
	
  	
    "2.

    	
    A.______ wird
    freigesprochen von den Vorwürfen:

    
	
     

    	
    des banden- und gewerbsmässigen
    Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB i.V.m.
    Art. 139 Ziff. 2 und 3 StGB [Version bis 30. Juni 2023];

    
	
     

    	
    der mehrfachen Sachbeschädigung
    im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB;

    
	
     

    	
    des mehrfachen Hausfriedensbruchs
    im Sinne von Art. 186 StGB

    
	
     

    	
    in Bezug auf die Anklagesachverhalte (1), (2), (3) und
    (4) [Sachverhalte im Zeitraum vom 5. bis 7. Oktober 2018, vom
    9. Oktober 2018, im Zeitraum vom 2. bis 5. November 2018 und vom
    5. November 2018].

    
	
     

    	
     

    
	
    4.

    	
    Die B.______ AG, die C.______ AG, die Erben von E.______  und
    D.______ werden mit ihren Zivilforderungen auf den Zivilweg verwiesen.

    
	
     

    	
     

    
	
    7.

    	
    Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.

    
	
     

    	
     

    
	
    8.

    	
    Rechtsanwalt MLaw Jacques Marti wird als amtliche
    Verteidigung im Verfahren vor Kantonsgericht mit CHF 4'338.90 aus der
    Gerichtskasse entschädigt."

     

    

  

  
	
  	
    2.

    	
    A.______ ist schuldig:

     

    
	
     

    	
    des mehrfachen
    bandenmässigen Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 i.V.m.
    aZiff. 3 StGB;

    
	
     

    	
    der mehrfachen
    Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB;

    
	
     

    	
    des mehrfachen
    Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB,

    
	
     

    	
    in Bezug auf den Sachverhalt im Zeitraum vom 9. bis 11. November 2018 (Anklagesachverhalt 5)
    sowie den Sachverhalt vom 11. November 2018 (Anklagesachverhalt 6).

    
	
     

    	
     

    
	
    3.

    	
    A.______ wird zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von
    38 Monaten, unter Anrechnung der ausgestandenen Haft seit dem 9. Juni
    2022, verurteilt.

    
	
     

    	
     

    
	
    4.

    	
    A.______ wird gestützt auf Art. 66a StGB für
    13 Jahre aus der Schweiz verwiesen.

    
	
     

    	
     

    
	
    5.

    	
    Die Gerichtsgebühr für das erstinstanzliche Verfahren
    SG.2022.00114 wird auf CHF 4'000.− festgesetzt. 

     

    
	
     

    	
    Die weiteren Untersuchungs- und
    erstinstanzlichen Verfahrenskosten betragen:

    

  

  
	
  	
    CHF

    	
    5'000.−

    	
    Untersuchungsgebühr
    (SA.2022.00604)

    
	
    CHF

    	
    500.−

    	
    Entscheid ZMG, SG.2022.00063 (act.
    2/4.1.22)

    
	
    CHF

    	
    500.−

    	
    Entscheid ZMG, SG.2022.00090
    (act. 2/4.1.40)

    
	
    CHF

    	
    1'400.10

    	
    schriftliche Übersetzung, [...]
    (act. 2/17.1.01)

    
	
    CHF

    	
    150.−

    	
    mündliche Übersetzungen, [...]
    (act. 2/17.1.02)

    
	
    CHF

    	
    60.−

    	
    mündliche Übersetzungen, [...]
    (act. 2/17.1.04)

    
	
    CHF

    	
    421.70

    	
    schriftliche Übersetzung, [...]
    (act. 2/17.1.05)

    
	
    CHF

    	
    120.−

    	
    mündliche Übersetzungen, [...]
    (act. 2/17.1.08)

    
	
    CHF

    	
     4'338.90

    	
    amtliche Verteidigung

    
	
    Total

    	
    CHF 12'490.70

    
				

  

  
	
   

  
	
  	
    6.

    	
    Die
    Gerichtsgebühr und die weiteren Kosten für das erstinstanzliche Verfahren
    SG.2022.00114 und das Untersuchungsverfahren SA.2022.00604 von insgesamt
    CHF 11'821.80 (exkl. Kosten der amtlichen Verteidigung und A.______
    betreffende Übersetzungskosten) werden A.______ vollumfänglich auferlegt
    und von ihm bezogen. 

    
	
     

    	
    Die Kosten
    der amtlichen Verteidigung für das erstinstanzliche Verfahren von
    CHF 4'338.90 werden A.______ im Umfang von CHF 3'821.95 auferlegt
    und erst von ihm bezogen, wenn es dessen wirtschaftlichen Verhältnisse
    erlauben. Die wirtschaftlichen Verhältnisse von A.______ werden spätestens
    im Februar 2028 überprüft.

    
	
     

    	
    Die A.______ betreffenden
    Übersetzungskosten im Umfang von CHF 330.− werden auf die
    Staatskasse genommen.

    
	
     

    	
     

    
	
    7.

    	
    Für das
    Berufungsverfahren wird eine Gerichtsgebühr im Betrag von CHF 3'500.−
    festgesetzt. Diese Gebühr wird A.______ vollumfänglich auferlegt und von
    ihm bezogen.

    
	
     

    	
    Die weiteren Verfahrenskosten
    (exkl. Kosten der amtlichen Verteidigung) betragen CHF 105.−
    (Übersetzung an Berufungsverhandlung) und werden auf die Staatskasse
    genommen.

    
	
     

    	
     

    
	
    8.

    	
    Rechtsanwalt MLaw Jacques Marti
    wird für das Berufungsverfahren als amtlicher Verteidiger von A.______ aus
    der Gerichtskasse mit insgesamt CHF 4'732.70
    (inkl. Auslagen und MwSt.) entschädigt. A.______ wird verpflichtet, der
    Gerichtskasse die Kosten der amtlichen Verteidigung für das
    Berufungsverfahren im Umfang von CHF 4'280.35 zurückzuerstatten, wenn
    es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben.

    
	
     

    	
     

    
	
    9.

    	
    Für das Berufungsverfahren
    werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.

    
	
     

    	
     

    
	
    10.

    	
    Schriftliche
    Mitteilung an:

    
	
     

    	
    [...]