# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c175cd93-7095-5080-b2b8-e80a11e1f0b9
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-05-31
**Language:** de
**Title:** Keine Veränderung des Gesundheitszustandes ausgewiesen; Kreisarztbericht beweiskräftig
**Docket/Reference:** UV.2017.00009
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2017.00009.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2017.00009
III. Kammer
Sozialversicherungsrichter Gräub, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Daubenmeyer
Sozialversicherungsrichterin Fehr
Gerichtsschreiber Sonderegger
Urteil
vom
31. Mai 2019
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwalt Markus
Loher
schadenanwaelte.ch AG
Alderstrasse
40, Postfach, 8034 Zürich
gegen
Suva
Rechtsabteilung
Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
X.___
, geboren 1960, war seit
1.
Oktober 2000 bei der
Y.___
als
Equipenchef
angestellt und bei der Suva gegen Unfälle versichert. Am 2
2.
April 2002 erlitt er einen Unfall, als beim
Oblicht
ein nicht
richtig fixierte
s
Gerüstbrett
kippte und gegen sein linkes Knie schlug
. Dabei erlitt er eine Kontusion
(
Urk.
9/1 und
Urk.
9/3
).
Am
1.
Februar 2003 erlitt er einen weiteren Unfall, als er beim Schlitten An
stossen in Tiefschnee gelangte, stecken blieb und vornüber hinfiel
(
Urk.
10/3/1). Dabei erlitt er
beidseitige Kniedistorsionen (
Urk.
10/
7) sowie
eine mediale Seiten
bandläsion
rechts
(
Urk.
10/10.2).
Mit Verfügung vom 1
0.
August 2007 (
Urk.
10/380) sprach die Suva dem Versi
cherten
- nach Einsichtnahme in das von der Invalidenversicherung
veranlasste Gutachten des Z.___,
vom
3.
April 2006 (
Urk.
10/350) -
aufgrund der beiden erlittenen Unfälle mit Wirkung ab
1.
Mai 2007 eine Rente basierend auf einer Erwerbsunfähigkeit von 16
%
zu.
1.2
Am 1
6.
Oktober 2009 (
Urk.
10/409) machte der Versicherte eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes geltend (S. 2). Nach Einholen eines kreisärztlichen Be
richts
(vom 1
5.
Dezember 2009,
Urk.
10/411) lehnte die Suva die Ausrichtung
weiterer Versicherungsleistungen mit Schreiben vom 2
2.
Dezember
2009 (
Urk.
10/412) ab.
1.3
Am
6.
Juli 2015 (
Urk.
10/429) machte der Versicherte wiederum eine Verschlech
terung des Gesundheitszustandes geltend (S. 2).
Die Suva veranlasste durch Kreisarzt
Dr.
med.
A.___
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trauma
tologie, eine versicherungsmedizinische Beurteilung (vom 1
8.
Februar
2016,
Urk.
10/455). Mit Verfügung vom 1
9.
Mai 2016 (
Urk.
10/464) lehnte die Suva eine
Erhöhung der Rente ab. Die dagegen am
8.
August 2016 (
Urk.
10/470) erho
be
ne Einsprache wies die Suva mit Entscheid vom
3
0.
November 2016 (
Urk.
2) ab.
2.
Hiergegen erhob der Versicherte am 1
6.
Januar 2017 (
Urk.
1) Beschwerde mit den Anträgen, der angefochtene
Einspracheentscheid
sei aufzuheben und es sei die Sache für weitere Sachverhaltsabklärungen und die anschliessende Anspruchs
prüfung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Sodann ersuchte er um Be
stellung eines unentgeltlichen Rechtsvertreters (S.
2). Die Suva schloss am 2
1.
Februar 2017 (
Urk.
8)
auf Abweisung der Beschwerde, was dem Versicherten am 2
3.
Februar 2017 (
Urk.
11) zur Kenntnis gebracht wurde.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss
Art.
6 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (
Abs.
1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (
Abs.
2). Ausserdem erbringt die Versicherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Verunfallten bei der Heilbehandlung zugefügt werden (
Abs.
3).
1.2
Wird die versicherte Person infolge eines Unfalles zu mindestens 10
%
invalid (Art. 8 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversiche
rungs
rechts, ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Für die Bestimmung des Inva
liditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die ver
sicherte Person nach Eintritt der unfallbedingten Invalidität und nach Durchführung allfälliger Ein
gliede
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbe
zügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17 Abs. 1 ATSG).
1.4
Anlass zur Revision einer Invalidenrente im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Zeitlicher Ausgangspunkt für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des In
va
liditätsgrades ist die letzte rechtskräftige Verfügung, welche auf einer mate
riellen Prüfung des Rentenanspruchs beruht (BGE 134 V 131 E. 3 mit Hinweisen; BGE 133 V 108 E. 5.4).
1.5
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erschei
nen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien
gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche
rungs
träger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangen
heit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versi
che
rungsfall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versich
erungs
internen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzu
neh
men (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die Ablehnung der Rentenerhöhung damit, der Facharzt
sei
zum Schluss gekommen, dass keine erhebliche Befundänderung vorliege
. Nur eine richtunggebende Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen sei geeignet, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen (
Urk.
2 S. 3).
2.2
Der Beschwerdeführer hielt dagegen, es
sei
in den Röntgenaufnahmen vom
1.
Februar 20
1
6
eine zunehmende Arthrose festgestellt worden. Dies sei ein neuer Befund, dessen Auswirkungen auf das Bewegungsausmass des Knies mittels klini
scher Untersuchung festgestellt werden müsse; nur so könne festgestellt werden, ob sich die Arthrose schmerz
- und bewegungsmässig auswirke. Es best
ehe
eine schmerzhafte Bewegungseinschränkung des linken Knies und damit die Möglich
keit, dass die Arthrose zumindest Teilursache für diese Befunde sei (
Urk.
1 S. 5 f.
).
Vorliegend sei zur Klärung des Sach
v
erhalts kein Gutachten in Auftrag gegeben worden. Die Ausführungen von Kreisarzt
Dr.
A.___
seien zu bemängeln, weil er lediglich das Bildmaterial beurteilt habe, ohne auf aktenkundige Befunde einzugehen und ohne klinische Untersuchung durchzuführen (S. 7).
2.3
Vergleichsbasis für das vorliegende Revisionsverfahren bildet das
Schreiben vom 2
2.
Dezember 2009 (
Urk.
10/412)
, mit welchem die Beschwerdegegnerin die Wei
ter
ausrichtung der bisherigen Rente mitteilte und eine Rentenerhöhung ablehnte. Die
s
es
basierte auf einer persönlichen Untersuchung des Beschwerdeführers durch Kreisarzt
Dr.
med.
B.___
, Facharzt FMH für orthopädische Chirurgie, vom 1
5.
Dezember 2009 (
Urk.
10/411) samt Würdigung der vorhandenen Akten. Dass keine Röntgenbilder angefertigt worden waren (vgl. das diesbezügliche Vorbrin
gen des Beschwerdeführers,
Urk.
1 S. 4), ändert hieran nichts, denn dem Kreisarzt waren die medizinischen Akten
bekannt und er erachtete nach seiner klinischen Untersuchung die Einleitung weiterer bildgebender Untersuchungen offenkundig als nicht notwendig. Da
Dr.
B.___
einen unveränderten Sachverhalt festge
stellt hat, sind indes gleichwohl auch die Verhältnisse im Zeitpunkt der
Renten
zusprache
(
Verfügung vom 1
0.
August 2007
,
Urk.
10/380)
zu beleuchten.
3.
3.1
Die
Rentenzusprache
vom 1
0.
August 2007 basierte auf dem Gutachten
des
Z.___
vom
3.
April 2006 (
Urk.
10/350), welches von der Invalidenversicherung in Auf
trag gegeben worden war.
Die Ärzte diagnostizierten (1) ein unspezifisches Schmerz
syndrom der linken Körperhälfte mit/bei
lumbospondylogenem
Syndrom bei degenerativer
Diskopathie
L2/3 und L4/5 und mit/bei Status nach
zerviko
ze
phalem
und
zervikospondylogenem
Syndrom bei
Chondrose
der Bandscheibe C5/6 sowie (2) einen Status nach zweimaliger
arthroskopischer
Meniskusresektion links 1992 und 1995 ohne
Gonarthroseentwicklung
(S. 19).
In Bezug auf die Knieproblematik führten sie aus, i
m Nachgang zu einem Berufs
unfall von 1995 mit mutmasslicher Distorsion des linken Kniegelenks, welche keine länger dauernde Arbeitsunfähigkeit nach sich
ge
zog
en habe
,
sei
der
Be
schwerdeführer
1997 einer
arthroskopischen
Meniskus-Teilresektion unterzogen
worden
. 2002
habe sich
ein erneuter Berufsunfall mit Kniedistorsion links ereig
net. Dieser
habe
die erneute
arthroskopische
Meniskus-Teilresektion nach sich
gezogen
. Ein Nicht-Berufsunfall im Winter 2003
habe
wiederum das linke Knie
gelenk
betroffen
und seither
sei der Beschwerdeführer
arbeitsunfähig geschrie
ben. Die durch die
Beschwerdegegnerin
durchgeführte Rehabilitationsbehandlung in
C.___
im Dezember 2003
habe
zur Feststellung beidseitiger, linksbetonter Knieschmerzen sowie eines
z
ervi
k
ospondylogenen
Syndroms links bei
Osteo
chon
drose
und Spondylose C5/6
geführt
. Man
habe
die berufliche Tätigkeit als Deckenmonteur für ihn nicht mehr
für
zumutbar
gehalten
, jedoch auf volle Arbeitsfähigkeit für eine leichte Tätigkeit mit zusätzlichen Pausen von einer Stunde pro Tag
geschlossen
. Weitere fachärztliche Abklärungen im Dezember 2004
hätten
die Diagnose chronischer posttraumatischer Knieschmerzen beidseits sowie eines
thora
k
overtebralen
und
z
ervi
koz
ephalen
/
-
spondylogenen
Syndroms links mit Attestierung einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit
ergeben
.
Anlässlich der
im Rahmen der Begutachtung
erfolgten orthopädisch-chirurgi
schen und rheumatologischen Untersuchung
habe
sich ein völlig unauffälliger Befund im
Bereich beider Kniegelen
ke ergeben.
Diese s
e
i
e
n ergussfrei,
ligamentär
stabil und ohne klinische Meniskuszeichen. Die seitengleiche muskul
äre Ausprä
gung beider Beine spre
ch
e
gegen eine länger dauernde schmerzbedingte Minder
belastung links.
Gesamthaft k
ö
nn
e
festgehalten werden, dass nach zweimaliger
arthroskopischer
Meniskus-Teilresektion links kein Folgezustand in Form der posttraumatischen Gonarthrose vorlieg
e
. Es d
ü
rf
e
jedoch aus prophylaktischen Erwägungen eine Minderbelastbarkeit des linken Beines postuliert werden, und dies führ
e
zu einer Einschränkung für das körperstammnahe oder körperstammferne Heben
von Ge
wichten über 20 kg resp
ektive
für die Tätigkeit als Decken- und Trennwand
monteur
(S. 20 f.)
.
Gestützt auf dieses eingeschränkte Stellenprofil errechnete die Beschwerde
geg
nerin eine Erwerbsunfähigkeit von 16
%
(
Urk.
10/380).
3.2
Kreisarzt
Dr.
B.___
führte in seinem Bericht vom 1
5.
Dezember 2009 (
Urk.
10/411) über die Untersuchung vom selben Tag aus, der Beschwerdeführer
klage
über massive diffuse Beschwerden, die sich nicht einem patholo
gisch
en
/
anatomischen Substrat zuordnen liessen.
Das Verhalten bei der Untersuchung sei annähernd grotesk, es sei darauf hin
zu
w
ei
sen, dass der Beschwerdeführer bis zu einer Fersen-Gesäss-Distanz von 10 cm niederknien könne, im Sitzen die Hüften bis 110° flektier
e
, im Liegen die Hüfte wie Knie nur bis 60° respektive 90° gebeugt werden könnten. Eine Verschlimmerung sei keinesfalls eingetreten (S. 5 f.).
3.3
3.3.1
In seiner versicherungsmedizinischen Beurteilung vom 1
8.
Februar
2016 (
Urk.
10/455) verwies Kreisarzt
Dr.
A.___
auf die vorhandenen Röntgenbilder beider Kniegelenke vom 1
4.
September 2007, des linken Knies vom
8.
Dezember 2014 sowie beider Kniegelenke vom
1.
Februar 201
6.
Er führte aus, die neusten Röntgenbilder zeigten eine leichte
Sklerosierung
juxtaartikulär
am lateralen
Tibia
kopf
und im Seitenvergleich eine minimale Verschmälerung der lateralen Kniegelenkspalte. In der Aufnahme nach Rosenberg, die degenerative Verände
rungen besser darstelle, komme im Seitenvergleich eine leichte laterale Gelenk
spaltverschmälerung ebenfalls zur Darstellung. Grössere
Osteophyten
als Hinweis auf eine erhebliche Arthrose fehlten in allen Kniegelenkkompartimenten. Im Vergleich mit den Röntgenbildern beider Kniegelenke vom 1
4.
September 2007 zeige sich die laterale
Sklerosierung
im
Tibiakopf
praktisch unverändert, die
Gelenkspaltverschmälerung sei im Millimeterbereich zwischen 2007 und 201
4
.
Die heutigen Bilder entsprächen einer
leichten lateralen Gonarthrose als Folge der Überlastung des lateralen Kompartiments nach
Teilmeniskektomie
, wie dies auch im
S
pect
-CT vom 2
6.
Februar 2015 zur Darstellung gekommen sei.
Eine erhebliche Befundänderung liege nicht vor. Die Meniskusläsion rechts sei offensichtlich aktuell nicht von Bedeutung, das rechte Knie sei im Dossier nicht als problematisch erwähnt und die Bildgebung mit Röntgen
,
aber vor allem auch im
S
pect
-CT
,
sei unauffällig. Die laterale Gonarthrose links nach
Teilmeniskek
tomie
sei höchstens leicht, angesichts der diskreten Gelenkspaltverschmälerung könne sogar in der Rosenberg-Aufnahme noch nicht von einer mässigen Gon
arthrose gesprochen werden. Die Progredienz über die radiologisch überblick
ba
ren letzten gut acht Jahre sei minimal. Entsprechend seien auch Zumutbar
keits
profil und Integritätsentschädigung nach wie vor korrekt. Nach wie vor sei das Ausmass der vom Beschwerdeführer angegebenen Beschwerden anhand der objek
tiven bildgebenden Befunde nicht erklärbar (S. 3).
3.3.2
Dr.
med.
D.___
, FMH Rheumatologie, Sport, Innere Medizin, führte am 1
2.
Juli 201
6 (
Urk.
10/4
67/3) zur Beurteilung von
Dr.
A.___
aus, er denke
, dass dem
Gesamtverlauf und de
r
Komplexität der Problematik
durch
eine einseitige ortho
pädische Beurteilung von vorwiegend nur einem Gelenk (linkes Knie) ungenü
gend Rechnung getragen werde. Ganz abgesehen davon
könne die funktionelle Einschränkung auch einer geringen Arthrose sowie einer nachgewiesenen
osteo
chondralen
Läsion durch eine Bildgebung alleine nicht beurteilt werden. Der Be
schwerdeführer beschreibe seit nun über einem Jahr konstant unter Belastung zunehmende Schmerzen im linken Kniegelenk, die auch seinen Einsatz in einer theoretischen Arbeitsfähigkeit, zumindest was Stehen, Gehen, Tragen betreffe, einschränkten.
3.3.3
Prof.
Dr.
med.
E.___
, Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewe
gungs
apparates FMH,
F.___
, welchem der Beschwerdeführer zur Beur
teilung der Knieschmerzen links zugewiesen worden war, verwies in seinem Bericht vom 1
3.
September 2016 (
Urk.
10/473) auf geklagte Schmerzen im late
ralen Kniegelenksbereich. Am 1
0.
Dezember 2014 sei ein MRI des linken Knie
gelenkes erfolgt, das eine
Chrondromalazie
im lateralen Gelenkkompartiment und einen verkürzten lateralen Restmeniskus mit
Meniskopathie
und eine Signaler
höhung
subchondral
des
anterolateralen
Tibiaplateaus
nachgewiesen habe. Das
Spect
-CT vom 2
6.
Februar 2015 habe einen konkordanten Befund im
anterolate
ralen
Tibiaplateau
gefunden.
Als Befunde nannte er - neben Schmerzklagen und
Druckdolenzen
- ein leicht diffus geschwollenes linkes Knie sowie einen leichten Erguss. Er führte aus, die Knieschmerzen links hätten 2014 und 2015 ein Substrat gehabt. Der Verlauf sei nie weiter nachkontrolliert worden. Es sei sinnvoll, den Befund mit einem MRI zu kontrollieren.
4.
4.1
Dr.
A.___
legte in seinem Bericht vom 1
8.
Februar 2016 in schlüssiger Weise dar, weshalb nicht von einer Verschlechterung der gesundheitlichen Verhältnisse auszugehen ist. Unter Hinweis auf die bildgebenden Untersuchungsresultate ver
wies er wohl auf eine leichte Gonarthrose links, wogegen der Rentenverfügung 2007 und der rentenbestätigenden Mitteilung 2009 diesbezüglich noch unauf
fälli
ge Verhältnisse zugrunde gelegen hatten. Diese schilderte er indessen als so diskret, dass nicht von einer (weiteren) Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit aus
zugehen ist.
Die
Sklerosierung
am lateralen
Tibiakopf
zeigte sich im Vergleich zu den Voraufnahmen von 2007 praktisch unverändert, der Gelenkspalt nur minimal verschmälert.
Dass
Dr.
A.___
angesichts dieser eindeutigen bildgebenden Untersuchungsbe
funde auf eine persönliche Untersuchung verzichtete, ist nicht zu beanstanden. Fest steht, dass sich die Schmerzklagen des Beschwerdeführers im ganzen Ver
fah
ren nur bedingt einem anatomischen Substrat zuordnen liessen und sein Ver
halten zuweilen als annähernd grotesk beschrieben wurde (E. 3.2). In diesem Sinne zielt der Vorhalt von
Dr.
D.___
,
funktionelle Einschränkungen auch einer geringen Arthrose könnten durch eine Bildgebung alleine nicht beurteilt werden (E.
3.3.2), ins Leere. Denn die subjektiven Angaben des Beschwerdeführers an
lässlich einer Untersuchung könnten die bildgebend dargestellte eindeutige Situa
tion nicht in Frage stellen.
4.2
Auch die weiteren Kritikpunkt
e
von
Dr.
D.___
vermögen
die Beurteilung von
Dr.
A.___
nicht in
Zweifel zu ziehen
. Der Verweis auf die subjektiv geklagten Beschwerden kann keine Veränderung der gesundheitlichen Situation darlegen. Vielmehr ist aus seinen Angaben zu schliessen, dass er den gesamten Gesund
heits
zustand des Beschwerdeführers im Auge hatte, brachte er doch ergänzend eine Schulter-, Lenden-, Halswirbelsäulenproblematik sowie
eine
psychische Patho
logi
e
zur Sprache (
Urk.
10/467/3). Diese sind indes unbestrittenermassen nicht unfallkausal und bilden nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens.
4.3
Zum Bericht von Prof.
Dr.
E.___
ist zu konstatieren, dass er offenkundig keine Kenntnis der MRI-Aufnahmen vom
1.
Februar 2016 hatte. Diese zeigten wohl die bekannte
Sklerosierung
am lateralen
Tibiakopf
und die Verschmälerung der late
ralen Kniegelenkspalte. Verglichen mit den Aufnahmen im Jahr 2014 und
–
vor
liegend massgebend - 2007 war aber nur eine geringe und keine relevante Verän
derung zu ersehen. Die Schwellung des linken Knies wurde als diffus bezeichnet und der leichte Erguss nicht weiter thematisiert.
4.4
Bei dieser Ausgangslage kann nicht von einer
massgeblich
veränderten gesund
heitlichen Situation ausgegangen werden.
Zu bemerken bleibt, dass nicht jede Veränderung von Relevanz ist, sondern nur eine solche, die sich auf den Erwerbs
unfähigkeitsgrad auswirken würde. Hierfür wäre jedenfalls erforderlich, dass sich das Stellenprofil änderte. Solches ist den Angaben der Ärzte, auch jenen von
Dr.
D.___
und Prof.
Dr.
E.___
, nicht zu entnehmen.
Zum gleichen Ergebnis führt die Durchsicht der Verlaufsschilderung
(betreffend Flexion)
des
G.___
des linken Kniegelenks (
Urk.
10/433). Am
8.
Dezember 2014 zeigte sich eine stark eingeschränkte Beweglichkeit. Am 3
0.
Dezember 2014 war das Gelenk - nach stattgehabter Infiltration - frei beweg
lich. Auch am 1
9.
Februar 2015 wurde eine freie Beweglichkeit geschildert, ebe
nso am 1
7.
April 2015 und am 1
1.
Dezember
2015 (
Urk.
10/445). Die zwischen
zeitlich eingeschränkter dokumentierte Beweglichkeit
(Flexion bis 90°-100°, Bericht von
Dr.
D.___
vom 2
8.
Oktober 2015,
Urk.
10/434 S. 2) bleibt demnach ohne Be
lang.
4.5
Zusammenfassend
ist eine massgebende Verschlechterung des gesundheitlichen Zustandes des Beschwerdeführers nicht ausgewiesen. Angesichts der eindeutigen bildgebenden Untersuchungsresultate bestehen auch keine geringen Zweifel an der entsprechenden Einschätzung von Kreisarzt
Dr.
A.___
. Weitere Abklä
rungen - so etwas die Anordnung eines Gutachtens - drängen sich nicht auf. Der angefochtene
Einspracheentscheid
ist demgemäss nicht zu beanstanden, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
4.6
Anzufügen bleibt, dass nur der Rentenanspruch Gegenstand dieses Verfahrens bildet, äusserte sich doch die Beschwerdegegnerin nicht zum Anspruch auf eine Integritätsentschädigung. Diesbezüglich ist indes festzuhalten, dass selbst der Beschwerdeführer keinen (aktuellen) Anspruch, sondern lediglich eine absehbare Verschlechterung geltend machte. Die absehbare künftige Entwicklung ist bei der erstmaligen Festsetzung der Integritätsentschädigung zu berücksichtigen, im
Revisionsverfahren drängt sich solches nicht auf. Eine Revision ist nach Eintritt der Verschlechterung einzuleiten.
5.
Da
die
Voraussetzungen
erfüllt
sind
, ist dem Beschwerdeführer
antragsgemäss
Rechtsanwalt Markus
Loher
, Zürich,
als unentgeltliche
r
Rechtsvertreter
zu be
stellen, welcher bei diesem Ausgang des Verfahrens
und nach Einsicht in die Kosten
note vom 1
4.
Mai 2019 (
Urk.
12) - unter Hinweis auf den gerichtsüblichen Stundenansatz von
Fr.
220.-- -
mit
Fr.
2‘868.35
(inkl. Barauslagen und Mehr
wertsteuer) aus der Gerichtskasse zu entschädigen ist.
Der Beschwerdeführer ist auf § 16 Abs. 4
GSVGer
hinzuweisen, wonach er zur Nachzahlung der Auslagen für die Vertretung verpflichtet werden kann, sofern er dazu in der Lage ist.
Das Gericht beschliesst:
In Bewilligung des Gesuchs vom 16. Januar 2017 wird dem Beschwerdeführer in der Person von Rechtsanwalt Markus
Loher
, Zürich, ein unentgeltlicher Rechtsvertreter für das vorliegende Verfahren bestellt,
und erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Der unentgeltliche Rechtsvertreter des Beschwerdeführers, Rechtsanwalt Markus Loher, Zürich,
wird mit
Fr.
2'868.35
(inkl. Barauslagen und
MWSt
) aus der Gerichtskasse ent
schädigt.
Der Beschwerdeführer wird
auf die Nachzahlungspflicht gemäss § 16 Abs. 4
GSVGer
hingewiesen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Markus
Loher
-
Suva
-
Bundesamt für Gesundheit
sowie an:
-
Gerichtskasse
5.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
GräubSonderegger