# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4b045759-23c3-5914-b099-06af27783c95
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-12-07
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsgericht 07.12.2011 B 2011/156
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VG_001_B-2011-156_2011-12-07.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: B 2011/156

Stelle: Verwaltungsgericht

Rubrik: Verwaltungsgericht

Publikationsdatum: 07.12.2011

Entscheiddatum: 07.12.2011

Urteil Verwaltungsgericht, 07.12.2011
Öffentliches Beschaffungswesen. Der im Vergaberecht geltende Grundsatz 
der Transparenz verlangt, dass alle für die Zuschlagserteilung 
massgebenden Kriterien unter Einschluss ihrer Gewichtung und allfälliger 
Subkriterien in der Ausschreibung definiert werden. Konkret hat die 
Vergabebehörde diesen Grundsatz verletzt, indem sie erst mit dem 
Vergabeentscheid den Anbietern die Beurteilungskriterien bekanntgab, die 
einem Zuschlagskriterium zugrunde gelegt wurden. Der Vergabefehler führt 
hier zur Aufhebung der Zuschlagsverfügung (Verwaltungsgericht, B 
2011/156).

Anwesend: Vizepräsident lic.iur. A Linder; Verwaltungsrichter lic. iur. A. Rufener, Dr. S. 

Bietenharder-Künzle; Ersatzrichter lic.iur. D Gmünder Perrig, Ersatzrichter Dr. W. 

Engeler; Gerichtsschreiber Dr. H. Fenners

_______________

 

In Sachen

Hekla Energy GmbH, Postfach 3342, DE-29233 Celle,

Beschwerdeführerin,

p. Adr. Handelskammer Deutschland-Schweiz, Frau Dr. Marion Hohmann-Viol, 

Tödistrasse 60, 8002 Zürich,

gegen

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

 

Politische Gemeinde St. Gallen, St. Galler Stadtwerke, St. Leonhard-Strasse 15, 

9001 St. Gallen,

Vorinstanz,

und

 

ITAG Tiefbohr GmbH, ITAG-Strasse, DE-29221 Celle,

Beschwerdegegnerin,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Joachim Brauer, KSB Intax, 

Hannoversche Strasse 57, DE-29221 Celle,

 

betreffend

öffentliches Beschaffungswesen; Geothermieprojekt St. Gallen, Bohrungen St. Gallen, 

Erstellung von zwei Geothermiebohrungen für eine geothermische Dublette am 

Standort Au, St. Gallen

 

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:

A./ Die St. Galler Stadtwerke planen ein Geothermieheizkraftwerk. Zu diesem Zweck 

schrieben sie im August 2010 einen Auftrag für zwei geothermische Tiefbohrungen im 

selektiven Verfahren aus. Insgesamt gingen neun Teilnahmegesuche ein. Davon 

erwiesen sich zwei Gesuche als verspätet, und weitere zwei Teilnehmer erfüllten ein 

Eignungskriterium nicht. Die entsprechenden Gesuche bzw. Teilnehmer wurden 

deshalb vom Vergabeverfahren ausgeschlossen. Die anderen Teilnehmer wurden 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

demgegenüber mit Verfügung vom 26. November 2010 zur Angebotsabgabe 

zugelassen.

Innert der Angebotsfrist bis 8. Juni 2011 gingen von den fünf präqualifizierten 

Teilnehmern sieben Angebote ein. Eine Bewerberin gab jedoch – entgegen der 

Vorgabe in den Vergabeunterlagen - ihre beiden Angebote in Euro ab, worauf diese 

vom Vergabeverfahren ausgeschlossen wurden. Für die Vergabe wurden somit fünf 

Angebote mit Nettopreisen zwischen Fr. 11'162'899.44 und Fr. 14'751'077.01 

berücksichtigt. Den Zuschlag erhielt schliesslich die ITAG Tiefbohr GmbH zu einem 

Preis von Fr. 13'876'723.56. Die Zuschlagsverfügung datiert vom 8. Juli 2011.

B./ Dagegen erhob die Hekla Energy GmbH mit Eingabe vom 21. Juli 2011 

Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem (sinngemässen) Antrag, die Verfügung 

vom 8. Juli 2011 sei aufzuheben; weiter beantragte sie die Erteilung der 

aufschiebenden Wirkung der Beschwerde. Die St. Galler Stadtwerke liessen sich mit 

Eingabe vom 27. Juli 2011 vernehmen. Sie beantragten, es sei die Beschwerde 

abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden könne, und die aufschiebende Wirkung 

sei nicht zu gewähren; eventualiter sei die Beschwerdeführerin anzuweisen, eine 

angemessene Sicherheitsleistung zu hinterlegen. Die berücksichtigte Anbieterin 

beantragte mit Eingabe vom 27. Juli 2011, der Antrag auf aufschiebende Wirkung der 

Beschwerde sei zurückzuweisen; eventualiter sei diese nur gegen Sicherheitsleistung 

durch die Beschwerdeführerin zuzulassen.

Der Vizepräsident des Verwaltungsgerichts erteilte der Beschwerde mit Verfügung vom 

29. Juli 2011 die aufschiebende Wirkung, untersagte der Vorinstanz einstweilen den 

Vertragsabschluss, wies den Eventualantrag um Hinterlegung einer Sicherheit ab und 

lud die Beschwerdegegnerin ein, innert einer Frist bis 15. August 2011 materiell zur 

Beschwerde Stellung zu nehmen.

Die Beschwerdegegnerin erstattete am 15. August 2011 ihre Beschwerdeantwort. 

Dabei liess sie die Abweisung der Beschwerde beantragen.

Am 16. August 2011 wurde der Beschwerdeführerin die Vernehmlassung der 

Beschwerdegegnerin zugestellt. Gleichzeitig wurde ihr eine Frist von vierzehn Tagen 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

eingeräumt, um zu den in der Vernehmlassung allfällig vorgebrachten neuen 

tatsächlichen und rechtlichen Argumenten eine ergänzende Stellungnahme 

einzureichen. Die Beschwerdeführerin liess sich mit Eingabe vom 25. August 2011 

ergänzend vernehmen. Die Vorinstanz erstattete am 8. September 2011 unaufgefordert 

eine Duplik. Am 7. Dezember 2011 liess die Beschwerdegegnerin (vorab per Fax) eine 

weitere Eingabe einreichen.

Die von den Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge gemachten 

Ausführungen werden, soweit erforderlich, in den folgenden Erwägungen dargelegt und 

gewürdigt.

 

Darüber wird in Erwägung gezogen:

1. (…).

Die Beschwerdeführerin ist zudem als nicht berücksichtigte Anbieterin zur Beschwerde 

legitimiert. Fehl geht in diesem Zusammenhang der Einwand der Beschwerdegegnerin, 

die Beschwerdeführerin sei durch die angefochtene Zuschlagsverfügung nicht 

beschwert, weil sie ein ausschreibungswidriges Angebot abgegeben habe, welches 

auszuschliessen gewesen wäre. Die Beschwerdeführerin hat den Skonto von 1% nicht 

erst nach Offertöffnung gewährt. Er war vielmehr schon im Eingabeformular aufgeführt 

und nur betragsmässig nicht angegeben. Zudem verlangte die Vorinstanz von der 

Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 14. Juni 2011 eine schriftliche Bestätigung, das 

ursprünglich nur bis 30. September 2011 gültige Angebot bis zum 31. Dezember 2011 

zu verlängern. Dies hat die Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 17. Juni 2011 

getan. Von daher hätte sich die Vorinstanz treuwidrig verhalten, wenn sie in der Folge 

das (in einem untergeordneten Punkt geänderte) Angebot der Beschwerdeführerin 

trotzdem von der Vergabe ausgeschlossen hätte.

Auf die Beschwerde ist damit einzutreten.

2. Nach Art. 16 Abs. 1 IVöB können mit der Beschwerde Rechtsverletzungen, 

einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens (lit. a), sowie die 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts (lit. b) 

gerügt werden. Aufgrund von Abs. 2 der gleichen Bestimmung kann hingegen 

Unangemessenheit nicht geltend gemacht werden. Diese Regelung entspricht der 

Vorschrift von Art. 61 VRP.

Aus Art. 16 IVöB leitet das Verwaltungsgericht in ständiger Rechtsprechung ab, dass 

die Beschwerdeinstanz nicht von Amtes wegen eine angefochtene Verfügung auf 

allfällige Sachverhaltsmängel oder Rechtswidrigkeiten überprüfen muss, sondern die 

Beschwerdeführerin im Einzelnen darzulegen hat, inwiefern die Verfügung mangelhaft 

sein soll. Die Beschwerdeführerin muss also dartun, in welchen Punkten die 

angefochtene Verfügung auf einem unrichtigen oder unvollständig festgestellten 

Sachverhalt beruht oder Rechtsnormen unrichtig oder in Überschreitung bzw. 

Missbrauch des Ermessens angewendet wurden (vgl. dazu GVP 1999 Nr. 37 mit 

Hinweisen).

2.1. Die Beschwerdeführerin bringt in der Beschwerde vom 21. Juli 2011 vor, es seien 

ihr die Kriterien für die Bewertung von Position 1.3., also für die qualitative und 

technische Bewertung der Geräteliste, vorher nicht bekannt gewesen, und es sei die 

durch die Vorinstanz erfolgte Punktevergabe nicht nachvollziehbar. Weiter rügt sie, es 

seien unter Position 1.3. Komponenten doppelt und überdies wenig relevante 

Komponenten bewertet worden. Schliesslich erachtet sie die beim Preis angewandte 

lineare Interpolation als nicht gerechtfertigt.

Weitere Rügen erhebt die Beschwerdeführerin in der Replik vom 25. August 2011 nicht. 

Sie vertieft darin lediglich die in der Beschwerdeschrift angeführten Argumente. Dies 

erweist sich mit Blick auf die im öffentlichen Beschaffungswesen kurz bemessenen 

Fristen als zulässig. Ansonsten nahm die Beschwerdeführerin noch zu den in den 

Beschwerdevernehmlassungen vorgetragenen neuen Rechts- und 

Tatsachenbehauptungen Stellung. Dies will das Recht zur Replik gerade sicherstellen. 

Entgegen der Meinung der Vorinstanz ist daher die Replik der Beschwerdeführerin 

nicht aus dem Recht zu weisen.

2.2. Die von der Beschwerdeführerin bemängelte qualitative und technische Bewertung 

beruht auf einer Geräteliste, welche die fünf präqualifizierten Teilnehmer mit ihrem 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Angebot einzureichen hatten. Sie umfasst insgesamt 12 Seiten und enthält Angaben 

zur Bohranlage und –ausrüstung. Daraus wurden schliesslich gewisse Komponenten 

auf ihre Verfügbarkeit hin überprüft (1.3.1.); ausserdem hat die Vorinstanz die folgenden 

Anlagekomponenten (1.3.2.-1.3.10.) miteinander verglichen: Hakenregellast, verfügbare 

Eingangsleistung Hebewerk, Leistung Kraftdrehknopf (Top Drive), verfügbare 

Eingangsleistung (gesamt) Spülpumpen, Gesamtvolumen Spülungssystem (aktives 

System), Anzahl Schüttelsiebe, Durchsetzkapazität Desander, Durchsetzkapazität 

Desilter, Verschraubmoment Torque Wrench. Die Beschwerdeführerin bezeichnet diese 

quantitative Bewertung sowie die Auswahl der erwähnten Komponenten als sachwidrig 

und moniert sodann die unterbliebene Offenlegung der bewerteten Komponenten vor 

der Zuschlagserteilung.

2.3. Der Vergabebehörde kommt in der Auswahl der Zuschlagskriterien ein erheblicher 

Ermessensspielraum zu. Das öffentliche Beschaffungsrecht bezweckt nicht, die 

rechtsgeschäftlichen Handlungsfreiheiten ausser Kraft zu setzen, sondern es soll auch 

den öffentlichen Auftraggebern möglich sein, neben dem Inhalt und dem Umfang der 

nachgefragten Leistung auch die jeweiligen Qualitätsanforderungen frei zu bestimmen. 

Die Vergabebehörde hat ihr Ermessen jedoch pflichtgemäss zu betätigen. Dabei hat sie 

darauf zu achten, dass die gewählten Kriterien nicht sachfremd sind und sich nicht 

diskriminierend auswirken (vgl. Galli/Moser/ Lang/Clerc, Praxis des öffentlichen 

Beschaffungsrechts, 2. Auflage, Nr. 544).

Eine pflichtwidrige Ermessensbetätigung kann der Vorinstanz bei der Auswahl der 

bewerteten Komponenten nicht vorgeworfen werden. Es zeigt sich zwar, dass vor 

allem Leistungsmerkmale in die entsprechende Bewertung eingeflossen sind. 

Deswegen erweisen sich aber die gewählten Beurteilungselemente noch nicht als 

unhaltbar. Die Vorinstanz war nicht gehalten, bei der Auswahl der zu bewertenden 

Komponenten besonderen Wert auf eine möglichst moderne Technik zu legen. Sie 

konnte die jeweiligen Anforderungen vielmehr frei festlegen. Wenn sie es also für 

sachgerecht hielt, Grösse und Stärke einer Anlage stark zu gewichten, so liegt dies in 

ihrem Ermessen und ist demnach nicht zu beanstanden. Auf jeden Fall ist sie dabei 

nicht in Willkür verfallen. Seitens der Beschwerdeführerin wird im Übrigen nicht 

behauptet, die Zuschlagskriterien seien nicht in gleicher Weise und nach gleichen 

Massstäben angewendet worden. Solches ist denn auch nicht erkennbar.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

2.4. Nicht zu beanstanden ist weiter, dass die Vorinstanz das günstigste Angebot mit 

der höchsten Punktzahl, das teuerste Angebot mit null Punkten benotet und 

dazwischen linear abgestuft hat. Auch bei der Preisbewertung kommt der 

Vergabebehörde ein weites Ermessen zu (Galli/Moser/Lang/Clerc, a.a.O., Nr. 553). 

Dieses Ermessen hat die Vorinstanz weder missbraucht noch überschritten.

Nicht nachvollziehbar ist demgegenüber das Benotungssystem, das der Bewertung der 

zehn ausgewählten Anlagekomponenten gemäss Geräteliste (1.3.1.-1.3.10.) zu Grunde 

liegt. In Betracht fällt, dass jeweils das Angebot mit dem geringsten Wert einen Punkt 

und das Angebot mit dem höchsten Wert drei Punkte erhielt. Im Unterschied dazu 

wurde bei der Hakenausnahmelast (1.1), beim Top-Drive Drehmoment im Dauerbetrieb 

(1.2.) sowie beim Preis (2.1. und 2.2.) das schlechteste Angebot jeweils mit null 

Punkten bewertet, während das beste Angebot die höchste Punktezahl erhielt. Es fehlt 

somit an einer einheitlichen Vorgehensweise, und ein plausibler Grund dafür ist weder 

dargetan noch erkennbar.

2.5. Hinzu kommt, dass sich das Kriterium der "qualitativen und technischen 

Bewertung der Geräteliste" als (zu) wenig bestimmt erweist. Es verlangt geradezu nach 

einer näheren Umschreibung mittels Subkriterien. Die fünf präqualifizierten Teilnehmer 

erhielten mit den Vergabeunterlagen nur die Geräteliste ausgehändigt, welche sie dann 

mit ihrem Angebot einzureichen hatten. Daraus konnten sie nicht schliessen, welche 

Komponenten die Vorinstanz zu bewerten gedenke und wie diese gewichtet werden. 

Aus den Vergabeunterlagen ergibt sich nur, dass für die technische und qualitative 

Bewertung der Geräteliste 30 Punkte vergeben werden. Ihre Aushändigung erfolgte 

jedoch nicht in Form einer anfechtbaren Verfügung.

Der Beschwerdeführerin kann in diesem Zusammenhang auch nicht vorgeworfen 

werden, sie hätte sich mittels einer Rückfrage über die Anlagekomponenten, die bei 

diesem Zuschlagskriterium bewertet werden, ins Bild setzen können. Aus dem 

Grundsatz von Treu und Glauben wird zwar unter bestimmten Voraussetzungen eine 

Fragepflicht der Anbietenden bei unklaren Ausschreibungsunterlagen abgeleitet (Galli/

Moser/Lang/Clerc, a.a.O., Nr. 229 und 419 ff.). Ob diese Voraussetzungen hier 

gegeben sind, kann jedoch offen bleiben. Die Vorinstanz räumt in ihrer Stellungnahme 

vom 8. September 2011 ein, die relevanten Punkte hätten sich erst bei der Auswertung 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

der Offerten gezeigt; es habe erst nach Vorliegen der Gerätelisten aller Anbieter 

abgeschätzt werden können, welche Anlagekomponenten überhaupt vergleichend 

bewertbar seien. Standen aber die zu bewertenden Komponenten während der Frist 

zur Angebotseinreichung noch nicht fest, kann der Beschwerdeführerin auch nicht zum 

Vorwurf gemacht werden, dass sie sich dannzumal nicht informiert, sondern sich ohne 

Rückfrage weiter auf das Verfahren eingelassen hat. Ein treuwidriges Verhalten seitens 

der Beschwerdeführerin ist nicht auszumachen. Aufgrund der Unkenntnis der bei der 

technischen und qualitativen Bewertung geforderten Anlagenkomponenten war es ihr 

nicht möglich, ihr Angebot danach auszurichten oder – infolge erkennbarer 

Chancenlosigkeit gegenüber den anderen Mitbewerbern – von der Abgabe eines 

Angebots abzusehen.

Die nachträgliche Konkretisierung der geforderten Anlagekomponenten birgt die Gefahr 

von Missbrauch und Mauscheleien. Für die letztlich nicht berücksichtigten Anbieter ist 

es zudem ungleich schwerer, den Nachweis zu erbringen, dass diskriminierende 

Komponenten in die Bewertung eingeflossen sind, als wenn diese von Beginn weg 

offen gelegt worden wären (vgl. dazu Beyeler, Öffentliche Beschaffung, Vergaberecht 

und Schadenersatz, Diss. Freiburg 2004, Nr. 243). Die erst nachträgliche Bekanntgabe 

der einzelnen Beurteilungskriterien genügt deshalb den Anforderungen nicht, welche an 

die Transparenz von Vergabeunterlagen gestellt werden. Daran ändert auch nichts, 

dass die entsprechenden Kriterien lediglich das Hauptkriterium konkretisieren und auch 

nicht schon im Voraus ein Schema mit fester Gewichtung bestand (vgl. dazu BGE 2P.

111/2003, E. 2.1.1). Die Pflicht zur vorgängigen Bekanntgabe von 

Beurteilungselementen kann nicht davon abhängen, dass die Vergabebehörde solche 

schon vorgängig aufgestellt hat. Das Bedürfnis der Anbietenden nach Transparenz ist 

im einen wie im anderen Fall nicht geringer (Galli/Moser/Lang/Clerc, a.a.O., Nr. 628).

2.6. Als Zwischenergebnis ist somit festzuhalten, dass die Benotung der zehn 

Anlagekomponenten durch die Vorinstanz unter Position 1.3. (teilweise) nicht 

nachvollziehbar ist. Zudem ist ein Verstoss gegen das Transparenzgebot darin zu 

erblicken, dass die Beurteilungskriterien unter Position 1.3. nicht zum Voraus bekannt 

gegeben wurden. Es stellt sich die Frage, welche Folgen diese Vergabefehler zeitigen.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

2.6.1. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung handelt es sich beim Gebot der 

Transparenz um eine Regel formeller Natur. Dies hat grundsätzlich die Aufhebung des 

Zuschlags zur Folge. Das Bundesgericht liess im Übrigen die Frage offen, ob von einer 

Aufhebung abgesehen werden kann, wenn die Verletzung des Transparenzgebots den 

Vergabeentscheid nicht zu beeinflussen vermag (BGE 2P.299/2000, E. 4). Zumindest 

bei gravierenden Verletzungen lehnte es das höchste Gericht ab, den Zuschlag 

aufrechtzuerhalten (BGE, a.a.O.).

2.6.2. Vorliegend gab die Vorinstanz den Anbietern erst mit dem Vergabeentscheid die 

Beurteilungskriterien bekannt, welche für die qualitative und quantitative Bewertung 

herangezogen wurden. Es mag zwar sein, dass der entsprechende Verstoss gegen das 

Transparenzgebot für sich allein nicht sonderlich schwer wiegt, waren doch die 

bewerteten Anlagekomponenten immerhin in der mit den Vergabeunterlagen 

abgegebenen Geräteliste enthalten. Problematisch erscheint jedoch, dass das 

Ergebnis der Vergabe (unter Umständen) anders ausgefallen wäre, wenn andere 

(ebenfalls sachgerechte) Komponenten aus der Geräteliste bewertet worden wären. Da 

sich zudem die Benotung der gewählten Komponenten als nicht nachvollziehbar 

erweist, rechtfertigt es sich, den Vergabeentscheid aufzuheben und die Streitsache zur 

erneuten Beurteilung und zum Neuentscheid an die Vorinstanz zurückzuweisen.

3. (…).

 

Demnach hat das Verwaltungsgericht

zu Recht erkannt:

1./ Die Beschwerde wird gutgeheissen und die Zuschlagsverfügung der Vorinstanz 

vom 8. Juli 2011 aufgehoben.

2./ Die Angelegenheit wird zur neuen Beurteilung und zum Neuentscheid an die 

Vorinstanz zurückgewiesen.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

3./ Die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 5'000.--(inklusive Kosten 

der Zwischenverfügung vom 29. Juli 2011) werden je zur Hälfte der 

Beschwerdegegnerin und der Vorinstanz auferlegt. Der geleistete Kostenvorschuss von 

Fr. 15'000.-- wird der Beschwerdeführerin zurückerstattet.

4./ Die Vorinstanz und die Beschwerdegegnerin haben die Beschwerdeführerin unter 

solidarischer Haftbarkeit mit Fr. 500.-- ausseramtlich zu entschädigen.

 

V.          R.           W.

 

Der Vizepräsident:                       Der Gerichtsschreiber:

 

Versand dieses Entscheides an:

-   die Beschwerdeführerin (p. Adr. Handelskammer Deutschland-Schweiz, Frau Dr. 

Marion Hohmann-Viol, Tödistrasse 60, 8002 Zürich)

-   die Vorinstanz

-   die Beschwerdegegnerin (durch Rechtsanwalt Dr. Joachim Brauer, p. adr. 

Rechtsanwälte.og42, Oberer Graben 42, 9001 St. Gallen)

 

am:

 

Rechtsmittelbelehrung

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Die Rechtsmittelberechtigung gegen diesen Entscheid richtet sich nach Art. 82 ff., 

insbesondere Art. 83 lit. f und Art. 113 ff. BGG. Das Rechtsmittel ist innert dreissig 

Tagen nach der Eröffnung beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, 

einzureichen.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Urteil Verwaltungsgericht, 07.12.2011
	Öffentliches Beschaffungswesen. Der im Vergaberecht geltende Grundsatz der Transparenz verlangt, dass alle für die Zuschlagserteilung massgebenden Kriterien unter Einschluss ihrer Gewichtung und allfälliger Subkriterien in der Ausschreibung definiert werden. Konkret hat die Vergabebehörde diesen Grundsatz verletzt, indem sie erst mit dem Vergabeentscheid den Anbietern die Beurteilungskriterien bekanntgab, die einem Zuschlagskriterium zugrunde gelegt wurden. Der Vergabefehler führt hier zur Aufhebung der Zuschlagsverfügung (Verwaltungsgericht, B 2011/156).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T12:06:03+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen