# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 884096ec-cd85-5f48-b669-e4e079752321
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-09-14
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 14.09.2011 S 2011 71
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2011-71_2011-09-14.pdf

## Full Text

S 11 71

3. Kammer als Versicherungsgericht

URTEIL
vom 14. September 2011

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend IV-Rente

1. Der in … wohnhafte …, geboren am … 1960, war zuletzt als Polier und 

Geschäftsführer bei der … AG tätig. Bei einem Autounfall im Jahre 1986 erlitt 

er ein Schädelhirntrauma sowie im Jahre 1997 einen Vorderwandinfarkt und 

im Jahre 1999 einen Re-Infarkt. Aufgrund der beiden Herzinfarkte meldete 

sich der Versicherte am 3. September 1999 bei der Invalidenversicherung 

zum Bezug von IV-Leistungen an. Mit Verfügung vom 22. Juni 2000 bzw. vom 

14. Mai 2001 sprach die IV-Stelle des Kantons Graubünden (nachfolgend IV-

Stelle) dem Versicherten berufliche Massnahmen in Form einer Umschulung 

zum PC-Supporter zu. Nachdem der Versicherte jedoch bereits die erste 

Ausbildungsstufe (PC Anwender) nicht erfolgreich abschliessen konnte und 

auch in der anschliessenden Ausbildung zum LAN-Supporter 

Leistungsschwierigkeiten auftraten, erwies sich die Weiterführung der 

Umschulung aus ökonomischer Sicht als nicht mehr verantwortbar, weshalb 

die Eingliederungsmassnahme vorzeitig abgebrochen wurde. Auf Antrag des 

Berufs- und Laufbahnberaters der Invalidenversicherung vom 13. August 

2002 wurde der Versicherte sodann am 24. September 2002 am 

neuropsychologischen Institut in Zürich untersucht. Dabei attestierte der 

untersuchende Facharzt, lic. phil. …, dem Versicherten in einer den 

Störungen angepassten Arbeitstätigkeit ein volles Arbeitspensum bei einer 

verminderten Leistungsfähigkeit von 20%. Gestützt darauf sprach die IV-

Stelle dem Versicherten aufgrund einer neuropsychologischen 

Einschränkung der Leistungsfähigkeit von 20% mit Verfügung vom 31. 

Oktober 2003 bei einem IV-Grad von 46% eine Viertelsrente, rückwirkend ab 

dem 1. August 2002, zu. 

2. a) Mit Schreiben vom 27. Februar 2005 bzw. Rentenrevisionsgesuch vom 17. 

März 2005 beantragte der Versicherte eine Prüfung seiner IV-Rente. Dabei 

machte er eine Verschlechterung seines Gesundheitszustandes nach dem 

dritten Herzinfarkt im Juni 2004 geltend. 

b) Der behandelnde Hausarzt, Dr. med. …, diagnostizierte im Arztbericht vom 

10. Mai 2005 einen Status nach dreimaligem Myokardinfarkt und attestierte 

dem Versicherten in einer Tätigkeit ohne körperliche und psychische 

Anstrengung eine 50%ige Arbeitsfähigkeit. Im Verlaufsbericht vom 7. April 

2006 machte der Hausarzt eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes 

geltend, indem er neu eine psychische Erkrankung durch Arbeitsstress 

diagnostizierte. Er bescheinigte dem Versicherten dabei eine maximale 

Arbeitsfähigkeit von 4.5 Stunden pro Tag. 

c) Im Zusammenhang mit der Überprüfung des Leistungsanspruchs des 

Versicherten beauftragte die IV-Stelle am 29. August 2006 die Psychiatrische 

Klinik … mit der Erstellung eines psychiatrischen sowie eines 

neuropsychologischen Gutachtens. Im entsprechenden Gutachten vom 15. 

Februar 2007 attestierte der untersuchende Facharzt, Dr. med. …, dem 

Versicherten auf kognitiv-psychischer Ebene eine 20%ige Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit bedingt durch die kognitive Leistungsminderung auch bei 

leichten Arbeiten. Aus kardiologischer Sicht ergebe sich eine Einschränkung 

von 20 - 30% für Tätigkeiten auf dem Bau bzw. andere schwere Tätigkeiten. 

Für Büroarbeiten respektive körperlich nicht belastende Tätigkeiten ergebe 

sich aufgrund der aktuellen kardialen Befunde keine Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit. Gesamthaft sei somit additiv von einer 50%igen 

Arbeitsfähigkeit in der bisherigen schweren Tätigkeit und einer 80%igen 

Arbeitsfähigkeit in einer körperlich nicht belastenden Arbeit auszugehen. Die 

verminderte Leistungsfähigkeit von 20% bei körperlich nicht belastenden 

Arbeiten resultiere aus einer verminderten Konzentrationsfähigkeit und etwas 

verlangsamter Psychomotorik, bedingt durch das organische Psychosyndrom 

nach dem Schädelhirntrauma im Jahre 1986. 

d) Mit IV-Bescheid vom 3. März 2008 wurde dem Versicherten sodann eine 

Kostengutsprache für eine Einführung als Stapelfahrer vom 1. Januar 2008 

bis 31. Dezember 2008 bei der Firma … in … gewährt. 

e) Das Gesuch um Erhöhung der IV-Rente vom 17. März 2005 wurde mit 

Vorbescheid vom 16. Juli 2008 bzw. Verfügung vom 29. September 2008 bei 

einer aus medizinischer Sicht zumutbaren Arbeitsleistung von 50% in der 

bisherigen Tätigkeit bzw. von 80% in einer adaptierten Tätigkeit abgewiesen. 

Der Versicherte habe in den Jahren 2004 - 2006 als Aussendienstmitarbeiter 

einen durchschnittlichen Jahresverdienst von hochgerechnet Fr. 43'756.20 

erzielt. In Gegenüberstellung mit der früheren Tätigkeit als Polier/Bauführer 

mit einem Erwerbseinkommen von Fr. 85'232.65 ergebe dies einen IV-Grad 

von 48.66%. Dieser begründe auch weiterhin den Anspruch auf eine 

Viertelsrente. Nach Abschluss der beruflichen Massnahme per 31. Dezember 

2008 werde die Rentenfrage neu geprüft. 

3. a) Am 5. Oktober 2008 erlitt der Versicherte einen cerebrovaskulären Insult 

(Schlaganfall/Hirnschlag), worauf er vom 5. Oktober 2008 bis 10. Oktober 

2008 im Kantonsspital Graubünden hospitalisiert war. Im Arztbericht vom 19. 

Februar 2009 attestierte der behandelnde Hausarzt, Dr. med. …, dem 

Versicherten bis auf weiteres eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Am 27. August 

2009 wurde dem Versicherten sodann bei nicht anhaltenden, monomorphen 

Kammertachykardien ein ICD-Implantat eingesetzt. Im Arztbericht vom 5. 

November 2009 erachtete der leitende Arzt der Kardiologie des 

Kantonsspitals Graubünden, Dr. med. …, aufgrund der koronaren 1-

Gefässerkrankung und der multiplen thromboembolisch bedingten 

cerebrovaskulären Insulte eine Tätigkeit als Bauführer als nicht mehr 

zumutbar. Zudem könne der Versicherte als ICD-Träger keine Tätigkeiten in 

der Nähe eines elektromagnetischen Feldes verrichten. Eine Umschulung in 

eine körperlich leichte Arbeit sei daher grundsätzlich zu begrüssen. Dabei sei 

dem Versicherten eine behinderungsangepasste Tätigkeit auch ganztags 

zumutbar. 

b) Mit Vorbescheid vom 30. November 2009 bzw. Verfügung vom 19. Februar 

2010 eröffnete die IV-Stelle dem Versicherten, dass infolge des 

gesundheitsbedingten, frühzeitigen Abbruchs der beruflichen Massnahmen 

per 31. Oktober 2008 ab dem 1. November 2008 wiederum Anspruch auf eine 

Viertelsrente (Wiederaufleben), basierend auf einem IV-Grad von 49%, 

bestehe. Dabei hielt die IV-Stelle fest, dass die Verhältnisse neu überprüft 

werden und anschliessend zur Rente noch Stellung bezogen werde. 

c) Daraufhin beauftragte die IV-Stelle am 2. Dezember 2009 das Ärztliche 

Begutachtungsinstitut Basel (nachfolgend: ABI) mit der Begutachtung des 

Versicherten. Das polydisziplinäre Gutachten des ABI vom 13. Juli 2010 

attestierte dem Versicherten aus psychiatrischer Sicht aufgrund der klinischen 

Untersuchung keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Aus neurologischer 

Sicht bescheinigte das ABI dem Versicherten in einer leichten körperlich 

belastenden Tätigkeit, welche keine hohen Anforderungen an die kognitive 

Leistungsfähigkeit stellt, eine eingeschränkte Arbeitsfähigkeit aufgrund von 

leichten Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen. Dabei sei aufgrund der 

aktuellen neuropsychologischen Untersuchung übereinstimmend mit der 

klinisch neurologischen Untersuchung seit dem cerebrovaskulären Ereignis 

vom Oktober 2008 von einer Leistungseinbusse von 20% auszugehen. Aus 

kardiologischer Sicht wurde die Arbeit im früheren Beruf als Baupolier 

aufgrund der eingeschränkten Herzleistung als nicht mehr zumutbar erachtet. 

Auch eine Tätigkeit in einem elektromagnetischen Feld betrachtete das ABI 

aufgrund des Status nach ICD-Implantation als nicht möglich. Hingegen 

bestünde für eine körperlich leichte Tätigkeit aus rein internistisch-

kardiologischer Sicht eine voll zumutbare Arbeitsfähigkeit. Die 

neuropsychologischen Abklärungen ergaben eine Arbeitsunfähigkeit von 

20%. Diesbezüglich hielt das ABI fest, dass im Vergleich zur 

neuropsychologischen Untersuchung im Jahre 2002 am 

Neuropsychologischen Institut Zürich eine deutliche Leistungsbesserung 

festzustellen sei. Damals seien die Resultate in den meisten Bereichen 

unterdurchschnittlich gewesen, während sich heute in sehr vielen Bereichen 

durchschnittliche Resultate fänden. Aus gesamtmedizinischer Sicht attestierte 

das ABI dem Versicherten sodann für eine körperlich leichte Tätigkeit eine 

vollschichtige Arbeitsfähigkeit mit einer Leistungseinbusse von 20% 

mindestens seit Oktober 2008. Dabei seien dem Versicherten nur Tätigkeiten 

zumutbar, welche keine hohen Anforderungen an die kognitive 

Leistungsfähigkeit stellten. Seine angestammte Tätigkeit als Baupolier wie 

auch sämtliche körperlich schweren und mittelschweren Tätigkeiten seien 

dem Versicherten jedoch nicht mehr zumutbar. 

Im Rahmen der zu beantwortenden Zusatzfrage betreffend allfälliger 

Rentenrevisionsgründe hielt das ABI unter anderem fest, seit der letzten 

rechtskräftigen Verfügung vom 29. September 2008 habe der Versicherte am 

5. Oktober 2008 einen cerebrovaskulären Insult erlitten, welcher zusammen 

mit anderen, möglicherweise asymptomatisch verlaufenden ischämischen 

cerebralen Ereignissen zu einer Einschränkung der neuropsychologischen 

Leistungsfähigkeit geführt habe. Seit der erwähnten Verfügung habe sich die 

Arbeitsfähigkeit in leichten Tätigkeiten von 100% auf 80% reduziert. 

Zusätzlich seien qualitativ nur noch einfachere, kognitiv wenig 

beanspruchende Tätigkeiten möglich. 

d) Mit Vorbescheid vom 13. Dezember 2010, welcher die Verfügung vom 19. 

Februar 2010 ersetzte, teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass sie 

vorsehe, ab dem 1. November 2008 eine Viertelsrente basierend auf einem 

IV-Grad von 49% sowie ab dem 1. Januar 2009 eine halbe Invalidenrente 

basierend auf einem IV-Grad von 50% auszurichten. 

e) Dagegen erhob der Versicherte am 27. Januar 2011 Einwand bei der IV-Stelle 

und beantragte die Aufhebung der Verfügung (recte: Vorbescheid) vom 13. 

Dezember 2010 sowie die Zusprechung einer Dreiviertelsrente ab dem 1. 

November 2008. 

f) In der Abschlussstellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) 

Ostschweiz bestätigte RAD-Arzt … die 100%ige Arbeitsunfähigkeit des 

Versicherten in seiner angestammten Tätigkeit als Polier. Für eine körperlich 

leichte, ganztägig verwertbare Tätigkeit, die keine hohen kognitiven 

Ansprüche erhebt, sei der Versicherte jedoch zu 80% arbeitsfähig. 

g) Mit Verfügung vom 2. Mai 2011, welche die Verfügung vom 19. Februar 2010 

ersetzte, sprach die IV-Stelle dem Versicherten sodann bei einem IV-Grad 

von 49% ab dem 1. November 2008 eine Viertelsrente zu. Sie führte aus, die 

frühere Tätigkeit als Polier bzw. Bauführer sei dem Versicherten nicht mehr 

zumutbar. Eine behinderungsgerechte, körperlich leichte Tätigkeit könne er 

hingegen ab Oktober 2008 wieder im Ausmass von 80% ausüben. Dabei ging 

die IV-Stelle bei der Berechnung des IV-Grades von einem 

Valideneinkommen von Fr. 88'348.80 aus. Das Invalideneinkommen 

korrigierte die IV-Stelle gegenüber dem Vorbescheid vom 13. Dezember 2010 

von Fr. 44'452.30 auf neu Fr. 46'500.19. Die Abweichung resultiere daraus, 

dass entgegen dem Vorbescheid vom 13. Dezember 2010 lediglich ein 

Leidensabzug von 5% für leichte Tätigkeiten statt einem solchen von 9% für 

leichte Tätigkeiten sowie für Teilzeittätigkeit gewährt werde. 

4. Gegen die Verfügung vom 2. Mai 2011 erhob der Versicherte am 27. Mai 2011 

Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden und 

beantragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung sowie die 

Zusprechung einer Dreiviertelsrente ab dem 1. November 2008. Eventualiter 

sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

Begründend führte der Beschwerdeführer aus, das ABI-Gutachten folge in 

seinen Schlussfolgerungen nicht seinen übrigen Ausführungen und sei 

widersprüchlich. In den einzelnen Gutachtensberichten werde je eine 20%ige 

Einbusse der Arbeitsfähigkeit aufgrund der cerebrovaskulären sowie der 

neuropsychologischen Erkrankung festgestellt. Es sei nicht nachvollziehbar, 

dass diese zwei Ergebnisse in der Schlussfolgerung nicht auf 40% addiert, 

sondern gesamthaft lediglich eine Leistungseinbusse von 20% attestiert 

worden sei. Aufgrund der im ABI-Gutachten aus den verschiedenen 

Fachrichtungen festgestellten Einschränkungen sei von einer 

Arbeitsunfähigkeit aus neurologischer und neuropsychologischer Sicht von 

gesamthaft 40% in einer leichten, kognitiv wenig beanspruchenden Tätigkeit 

auszugehen. Weiter habe das ABI unter Ziff. 7.1 der Zusatzfragen 

festgehalten, der Beschwerdeführer habe seit der letzten rechtskräftigen 

Verfügung der IV-Stelle vom 1. November 2008 (recte: 29. September 2008) 

durch den am 5. Oktober 2008 erlittenen neuerlichen cerebrovaskulären Insult 

eine Einschränkung der neuropsychologischen Leistungsfähigkeit erfahren. 

Seit der erwähnten Verfügung habe sich die Arbeitsfähigkeit in leichten 

Tätigkeiten von 100% auf 80% reduziert. Zusätzlich seien qualitativ nur noch 

einfachere, kognitiv wenig beanspruchende Tätigkeiten möglich. Bereits die 

Verfügung vom 29. September 2008 sei aber von einer reduzierten 

Leistungsfähigkeit von 20% ausgegangen. Diese Aussage bestätige die aus 

neuropsychologischer sowie neurologischer Sicht festgestellten 

Leistungseinbussen von je 20%. 

Weiter habe die Vorinstanz den IV-Grad falsch berechnet. Bei einem 

Valideneinkommen gemäss Verfügung vom 2. Juni 2003 (recte: 31. Oktober 

2003) von Fr. 81'250.-- unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung 

ab dem Jahre 2002 sowie einem Invalideneinkommen gemäss 

Schweizerischer Lohnstrukturerhebung (nachfolgend: LSE) 2008 von Fr. 

4'806.--/Monat resultiere im Jahre 2008, 2009 sowie 2010 bei korrekter 

Berechnung ein IV-Grad von 51.28% woraus sich ein Anspruch auf eine halbe 

Rente ab dem 1. November 2008 ergebe. 

Den Leidensabzug betreffend brachte der Beschwerdeführer vor, die 

Verwertung der 80%igen Arbeitsfähigkeit in einem Vollzeitpensum sei mit 

Blick auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung zum Teilzeitabzug ebenfalls 

als Umstand zu werten, welcher die Verwertung der Restarbeitsfähigkeit 

erschwere und damit einen Abzug für Teilzeit begründe. Im Vorbescheid vom 

13. Dezember 2010 sei ein derartiger Abzug von 4% im Gegensatz zur 

Verfügung vom 2. Mai 2011 noch gewährt worden. Mit Blick auf die 

Bundesgerichtspraxis müsste der Abzug für Teilzeit ebenfalls berücksichtigt 

werden. Die Vorinstanz habe fälschlicherweise lediglich einen 

behinderungsbedingten Abzug für leichte Tätigkeiten von 5% gewährt. Dies 

genüge den beim Beschwerdeführer vorliegenden Einschränkungen nicht. Es 

liege insofern eine einschneidende Beschränkung vor, als er durch den 

implantierten Defibrillator keine Tätigkeiten in einem elektromagnetischen 

Feld ausführen könne. Zusätzlich würden diese leichten Tätigkeiten eine 

Einschränkung erfahren, als nur einfache, kognitiv wenig beanspruchende 

Tätigkeiten im Rahmen der leichten Arbeiten aufgrund der Einschränkung der 

neuropsychologischen Leistungsfähigkeit möglich seien. Weiter sei zu 

berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer medikamentös, um weitere 

Infarkte zu verhindern, ständig mit Gerinnungshämmern behandelt werden 

müsse. Dies bedeute, dass jede stumpfe oder offene Verletzung zu 

unkontrollierbarem Blutverlust führen könne. Zudem sei der 

Beschwerdeführer auch durch die berechtigte Angst vor einem weiteren 

Infarkt in seiner beruflichen Leistungsfähigkeit eingeschränkt. Die erwähnten 

Einschränkungen des Beschwerdeführers seien daher mit einem 

Leidensabzug von 25% zu berücksichtigen. Bei einer 20%igen 

Arbeitsunfähigkeit sowie einem Leidensabzug von 25% ergäbe die 

Berechnung einen IV-Grad von 59.85%; bei einer 40%igen Arbeitsunfähigkeit 

und einem Leidensabzug von 9% gar einen IV-Grad von 63.46%. 

Schliesslich hätte zur korrekten Berechnung des IV-Grades statt auf das 

Invalideneinkommen gemäss LSE 2008 auf den tatsächlich erzielten Lohn 

des Beschwerdeführers abgestellt werden müssen, zeige dieser doch auf, in 

welchem Umfang die Restarbeitsfähigkeit verwertet werden könne. Der 

Beschwerdeführer sei bei der … AG als Allrounder mit einem Pensum von 

drei Stunden pro Tag angestellt und erziele dabei ein monatliches Einkommen 

von Fr. 1'000.--. Aufgerechnet auf ein 80%-Pensum und unter 

Berücksichtigung eines 13. Monatslohnes würde ein realisierbares 

Invalideneinkommen von Fr. 28'888.80 resultieren. Daraus ergäbe sich ein IV-

Grad von 68.74%, woraus ein Anspruch auf eine Dreiviertelsrente resultiere. 

5. Mit Vernehmlassung vom 27. Juni 2011 beantragte die IV-Stelle die 

Abweisung der Beschwerde. Vorliegend sei neben der Beurteilung des RAD 

Ostschweiz vom 8. November 2010 insbesondere auf das interdisziplinäre 

Gutachten des ABI Basel vom 13. Juli 2010, welchem voller Beweiswert 

zukomme, abzustellen. Dieses halte fest, dass der Beschwerdeführer in der 

angestammten Tätigkeit als Baupolier zwar arbeitsunfähig, in einer 

behinderungsgeeigneten Tätigkeit aber ab dem 1. November 2008 indes zu 

80% arbeitsfähig sei. Es sei zwar richtig, dass bereits in der Verfügung vom 

29. September 2008 aus neuropsychologischer Sicht von einer um 20% 

reduzierten Leistungsfähigkeit ausgegangen worden sei. Diese Verfügung 

sowie die damaligen ärztlichen Einschätzungen hätten jedoch in Bezug auf 

die hier relevante Frage nach dem Rentenanspruch ab dem 1. November 

2008 keinerlei Bindungswirkung. Die Vorinstanz könne demnach die in einer 

behinderungsgeeigneten Tätigkeit ab dem 1. November 2008 vorliegende 

Arbeitsfähigkeit unabhängig von der Verfügung vom 29. September 2008 

respektive den damaligen ärztlichen Einschätzungen bemessen. Dies 

rechtfertige, dass die Vorinstanz in einer adaptierten Tätigkeit weiterhin von 

einer 80%igen Arbeitsfähigkeit ausgehe. Entgegen der Ansicht des 

Beschwerdeführers könne die Arbeitsfähigkeit nämlich nicht in der Weise 

bemessen werden, dass die in den verschiedenen medizinischen 

Fachgebieten jeweils festgestellten Leistungseinbussen einfach addiert 

würden. Vielmehr hätten die verschiedenen Fachärzte gemeinsam die 

Diagnosen zu erstellen und die Arbeitsfähigkeit im Sinne eines 

multidisziplinären Konsenses zu beurteilen und festzulegen. Demzufolge sei 

das Gutachten des ABI beziehungsweise die darin in einer 

behinderungsgeeigneten Tätigkeit attestierte 80%ige Arbeitsfähigkeit nicht zu 

beanstanden. 

Das Valideneinkommen betreffend brachte die Vorinstanz vor, dass es sich 

beim mit der Verfügung vom 31. Oktober 2003 festgesetzten Einkommen von 

Fr. 81'250.-- um das Valideneinkommen des Jahres 2002 (Jahr des 

Rentenbeginns) oder 2003 (Jahr der Verfügung) handle. Daher könne die 

Nominallohnentwicklung des Jahres 2002 nicht berücksichtigt werden. 

Demnach betrage das Valideneinkommen für das Jahr 2010 höchstens Fr. 

90'802.--. Ein Valideneinkommen in dieser Höhe sei jedoch nicht 

gerechtfertigt. Gemäss Tabelle TA 1 der LSE 2008 belaufe sich der 

monatliche Bruttolohn für die Verrichtung von selbständigen und qualifizierten 

Arbeiten (Anforderungsniveaus 1 + 2) im privaten Sektor „Baugewerbe“, dem 

der Versicherte als Baupolier zuzuordnen sei, bei Männern im Jahre 2008 auf 

Fr. 6'381.--. Auf der Basis der üblichen durchschnittlichen Arbeitszeit von 41.6 

Wochenstunden ergebe dies unter Berücksichtigung der 

Nominallohnentwicklung in den Jahren 2009 und 2010 für das Jahr 2010 ein 

Valideneinkommen von Fr. 82'120.28. 

Auch die Berechnung des Invalideneinkommens sei gemäss der vom 

Bundesamt für Statistik herausgegebenen LSE korrekt. Daraus ergebe sich 

für einfache und repetitive Tätigkeiten (Anforderungsniveau 4) im privaten 

Sektor bei Männern im Jahre 2008 ein monatlicher Bruttolohn von Fr. 4'806.-

-. Auf der Basis der üblichen durchschnittlichen Arbeitszeit von 41.6 

Wochenstunden und bei der 80%igen Arbeitsfähigkeit des 

Beschwerdeführers ergebe dies unter Berücksichtigung der 

Nominallohnentwicklung in den Jahren 2009 und 2010 von 2.1% bzw. 1% 

sowie eines Leidensabzugs von 5% für leichte Tätigkeiten für das Jahr 2010 

ein Invalideneinkommen von Fr. 47'006.62.

Was den Leidensabzug betrifft erläuterte die Vorinstanz, dass Maschinen 

entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers grundsätzlich kein 

elektromagnetisches Feld aufbauen würden, welches ihn bei der Bedienung 

und Überwachung von Maschinen gefährden würde. Demnach gebe es auf 

dem Arbeitsmarkt für den Beschwerdeführer trotz des implantierten 

Defibrillators genügend behinderungsgerechte Einsatzmöglichkeiten wie 

beispielsweise Kurierfahrten, leichte Maschinenbedienung, 

Kontrollfunktionen, leichte Sortier-, Prüf- und Verpackungsarbeiten sowie 

leichtere Arbeiten im Bereich der Lager- oder Ersatzteilbewirtschaftung. Die 

geltend gemachte eingeschränkte neuropsychologische Leistungsfähigkeit 

sei bereits bei der Bestimmung der Arbeitsfähigkeit berücksichtigt worden und 

vermöge deshalb keinen weiteren Leidensabzug zu begründen. Ebenfalls 

nicht ersichtlich sei, inwiefern die Verletzungsgefahr und die Angst vor einem 

weiteren Infarkt einkommensbeeinflussende Merkmale darstellen würden. 

Der von der Vorinstanz gewährte Leidensabzug von 5% für leichte Tätigkeiten 

sei demnach angemessen. 

In Bezug auf den Teilzeitabzug hielt die Vorinstanz fest, dass der 

Beschwerdeführer in einer behinderungsgerechten Tätigkeit zwar nur zu 80% 

arbeitsfähig sei, er eine solche Tätigkeit jedoch ganztags ausüben könne. 

Unter diesem Umstand rechtfertige sich ein Teilzeitabzug nach 

höchstrichterlicher Rechtsprechung nicht. Daran würden auch die in der 

Beschwerde zitierten Urteile nichts ändern, zumal das Bundesgericht im Urteil 

9C_708/2009 vom 19. November 2009 entgegen der Darstellung des 

Beschwerdeführers die Frage einer Änderung der mit dem 

Bundesgerichtsurteil I 69/07 vom 2. November 2007 begründeten und seither 

mehrfach bestätigten Gerichtspraxis offengelassen habe. Daher habe die 

erwähnte Rechtsprechung, wonach eine gesundheitlich bedingte 

Teilzeittätigkeit sich in Bezug auf einen allfälligen Abzug vom Tabellenlohn 

nicht mit einer Vollzeittätigkeit mit gesundheitlich bedingt eingeschränkter 

Leistungsfähigkeit vergleichen lasse, weiterhin Gültigkeit. Ein Leidensabzug 

von 5% für leichte Tätigkeiten sei auch vor dem Hintergrund, dass der 

Beschwerdeführer auf dem relevanten Anforderungsniveau 4 mit seinen 

Schul- und Berufskenntnissen im Vergleich zum Durchschnitt einen 

Wettbewerbsvorteil habe, angemessen, so dass am ermittelten 

Invalideneinkommen des Jahres 2010 von Fr. 47'006.62 festzuhalten sei. Es 

könne nicht auf den Lohn abgestellt werden, den der Beschwerdeführer in 

seiner momentanen Tätigkeit bei der … AG (hochgerechnet auf eine 80%ige 

Erwerbstätigkeit) erziele (jährlich Fr. 28'888.80). Im Sinne der 

Schadensminderungspflicht habe der Versicherte die verbliebene 

Arbeitsfähigkeit bestmöglich auszunützen. Indem der Beschwerdeführer bei 

der … AG (hochgerechnet) zu einem Jahreslohn von Fr. 28'888.80 arbeite, 

komme er der Schadensminderungspflicht nicht bzw. nur teilweise nach. 

Demzufolge sei im Jahr 2010 von einem Valideneinkommen von höchstens 

Fr. 90'802.-- sowie von einem Invalideneinkommen von Fr. 47'006.62 

auszugehen. Der IV-Grad komme somit auf 48.23% zu liegen. Die Vorinstanz 

habe mit der angefochtenen Verfügung daher zu Recht entschieden, dass 

dem Versicherten ab dem 1. November 2008 eine Viertelsrente zustehe. Auch 

sei die Vorinstanz voraussetzungslos berechtigt, eine versicherte Person mit 

der Verfügung im Vergleich zum Vorbescheid schlechter zu stellen. 

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften wird, 

soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen. 

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt im vorliegenden Verfahren bildet die Verfügung der IV-

Stelle vom 2. Mai 2011. Gegenstand des Verfahrens ist die Frage nach dem 

Rentenanspruch des Beschwerdeführers ab dem 1. November 2008. Streitig 

und zu prüfen sind dabei insbesondere das Valideneinkommen, das 

Invalideneinkommen sowie die Arbeitsfähigkeit in einer 

behinderungsgeeigneten Tätigkeit. 

2. a) Als Invalidität gilt die durch einen körperlichen oder geistigen 

Gesundheitsschaden verursachte, voraussichtlich bleibende oder längere 

Zeit andauernde Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1] und Art. 4 

des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Der 

Anspruch auf eine Invalidenrente entsteht nach Ablauf eines Jahres, sofern 

ohne wesentlichen Unterbruch eine Arbeitsfähigkeit von durchschnittlich 

mindestens 40% vorgelegen hat und anschliessend eine rentenbegründete 

Erwerbsunfähigkeit vorliegt (Art. 28 Abs. 1 IVG). Bei erwerbstätigen 

Versicherten erfolgt die Ermittlung der Invalidität in der Regel nach der 

Methode des Einkommensvergleiches (Art. 16 ATSG, Art. 28 Abs. 2 IVG). Bei 

dieser Methode wird das gegenwärtige trotz Behinderung noch zumutbare 

Erwerbseinkommen mit jenem ohne Behinderung verglichen, wobei die 

daraus resultierende Differenz in Prozenten den IV-Grad ergibt. Ist ein 

Versicherter hiernach mindestens 40% invalid, so hat er Anspruch auf eine 

Viertelsrente, bei mindestens 50% auf eine halbe Rente, bei mindestens 60% 

auf eine Dreiviertelsrente und ab 70% auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 

IVG). Für die Festsetzung des IV-Grades kommt es primär auf die 

wirtschaftliche Erwerbsunfähigkeit und nicht auf die medizinische 

Arbeitsunfähigkeit an (BGE 132 V 395 E. 2.1; PVG 2005 Nr. 11). Ohne 

zuverlässige und beweistaugliche Bestimmung der graduellen 

Arbeitsfähigkeit durch die Ärzte – als Beurteilungsgrundlage – ist eine seriöse 

Ermittlung der Erwerbsunfähigkeit (IV-Grad) aber zum Voraus nicht möglich 

(BGE 125 V 261 E. 4, 122 V 160 f. E. 1c). 

b) Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im 

Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ein Arzt, eine 

Ärztin und allenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung stellen. Aufgabe 

der Ärzte und Ärztinnen ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen 

(Befunderhebung, Diagnosestellung) und anzugeben, in welchem Umfang 

und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. 

Die ärztlichen Auskünfte bilden eine wichtige Grundlage für die von der 

Verwaltung oder dem Gericht zu beantwortende Frage, welche 

Arbeitsleistungen der versicherten Person zugemutet werden können (vgl. 

SVR 2008 IV Nr. 40 S. 133 Erw. 3.2). 

c) Für den Beweiswert eines ärztlichen Gutachtens ist entscheidend, ob dieses 

die dem Gutachter gestellten Fragen umfassend beantwortet, auf allseitigen 

Untersuchungen beruht und auch die von der begutachteten Person 

geklagten Beschwerden berücksichtigt, ob es in Kenntnis der Vorakten erstellt 

wurde und sich mit diesen auseinandersetzt, ob es in der Darlegung der 

medizinischen Zusammenhänge und in deren Beurteilung einleuchtet, und ob 

der Gutachter oder die Gutachterin ihre Schlussfolgerungen nachvollziehbar 

begründen, so dass sie für die Verwaltung und das Gericht überprüfbar sind 

(BGE 125 V 351 E. 3b; U. Meyer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum 

IVG, 2. Aufl., Zürich 2010, S. 252; U. Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Aufl.; 

Zürich 2009, Rz 32 zu Art. 44).

3. Der Beschwerdeführer bringt in der Beschwerde vor, das Valideneinkommen 

in der angefochtenen Verfügung vom 2. Mai 2011 sei falsch berechnet 

worden. Insbesondere sei die Nominallohnentwicklung des Jahres 2002 von 

1.8% bei der Aufdatierung des Ausgangslohnes von Fr. 81'250.-- 

fälschlicherweise nicht berücksichtigt worden. Dieser Einwand zielt ins Leere. 

Bei der Berechnung des Valideneinkommens ist, was vom Beschwerdeführer 

nicht bestritten wird, gemäss Verfügung der IV-Stelle vom 31. Oktober 2003 

von Fr. 81'250.-- auszugehen. Dabei handelt es sich um das 

Valideneinkommen des Jahres 2002 (Jahr des Rentenbeginns) oder des 

Jahres 2003 (Jahr der Verfügung). Folglich ist für die Aufdatierung des 

Ausgangslohnes frühestens die Veränderung des Nominallohnes des Jahres 

2003 zu berücksichtigen. Die Nominallohnentwicklung des Jahres 2002 ist 

damit entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers nicht zu beachten. Die 

Berechnung des Valideneinkommens sieht bei korrekter Betrachtung 

demzufolge folgendermassen aus:

Nominallohnentwicklung

 (Quelle: Bundesamt für Statistik, BFS)

 Veränderung gegenüber dem Vorjahr Fr. 81'250.00 

2003 1.4% Fr. 82'387.50 

2004 0.9% Fr.83'128.99 

2005 1.0% Fr. 83'960.28

2006 1.2% Fr. 84'967.80

2007 1.6% Fr. 86'327.29

2008 2.0% Fr. 88'053.83

2009 2.1% Fr. 89'902.96

2010 0.8% Fr. 90'622.19

Demnach resultiert für das Jahr 2010 ein aufdatiertes Valideneinkommen von 

Fr. 90'622.19. Die Abweichung dieses Valideneinkommens zu dem von der 

Vorinstanz in der Vernehmlassung berechneten Valideneinkommen von Fr. 

90'802.-- erklärt sich dadurch, dass die Vorinstanz für das Jahr 2010 

fälschlicherweise von einer Veränderung des Nominallohnes gegenüber dem 

Vorjahr von 1% statt 0.8% ausging. Berechnet man im Sinne einer 

Plausibilitätsprüfung das für den Beschwerdeführer als Baupolier zutreffende 

Valideneinkommen anhand der LSE 2008 auf Basis der üblichen 

durchschnittlichen Arbeitszeit von 41.6 Wochenstunden sowie unter 

Berücksichtigung der Lohnentwicklung in den Jahren 2009 und 2010, ergibt 

dies lediglich ein Valideneinkommen von Fr. 81'957.67 (Fr. 6'381.-- : 40 x 41.6 

x 12 x 1.021 x 1.008). Da die Vorinstanz jedoch ihrerseits in der 

angefochtenen Verfügung von einem indexierten Valideneinkommen von Fr. 

88'348.80 bzw. in ihrer Vernehmlassung von Fr. 90'802.-ausging, rechtfertigt 

es sich vorliegend, der Berechnung des IV-Grades ein indexiertes 

Valideneinkommen von Fr. 90'622.19 zugrunde zu legen. 

4. a) Ebenfalls streitig und zu prüfen ist die Berechnung des Invalideneinkommens. 

Dabei sind sich die Parteien insbesondere über die verbleibende 

Arbeitsfähigkeit in einer behinderungsgeeigneten Tätigkeit sowie über den 

Leidensabzug uneinig geblieben. 

b) Der Beschwerdeführer beanstandet, das ABI-Gutachten folge in seinen 

Schlussfolgerungen nicht seinen übrigen Ausführungen im Gutachten und 

beinhalte damit einen Widerspruch. In den einzelnen Gutachtensberichten 

werde je eine 20%ige Einbusse der Arbeitsfähigkeit aufgrund der 

cerebrovaskulären sowie der neuropsychologischen Erkrankung festgestellt. 

Es sei daher nicht nachvollziehbar, dass diese zwei Ergebnisse in der 

Schlussfolgerung nicht auf 40% addiert worden seien. Hinsichtlich dieser 

Vorbringen kann dem Beschwerdeführer nicht gefolgt werden. Wie schon die 

Vorinstanz zu Recht ausführte, ist die Arbeitsfähigkeit nicht in der Weise zu 

bestimmen, dass die in den verschiedenen medizinischen Fachgebieten 

jeweils festgestellten Leistungseinbussen einfach addiert werden. 

Auszugehen ist vielmehr von der Gesamtbeurteilung aller beteiligten 

Fachärzte. Wie dem ABI-Gutachten in Ziffer 6 (S. 22) zu entnehmen ist, wurde 

die Konklusion bzw. die medizinische Gesamtbeurteilung denn auch durch 

einen multidisziplinären Konsens mit den beteiligten Fachärzten erarbeitet. 

Daraus erhellt, dass die internistische, allgemeinmedizinische, psychiatrische, 

neurologische, kardiologische sowie neuropsychologische Beurteilung in 

einer integrativen Diagnose Eingang gefunden haben und nicht einzeln 

betrachtet worden sind. Aufgrund dieser Diagnosen haben die beteiligten 

Ärzte des ABI die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers sodann 

gemeinsam auf 80% für körperlich leichte, vollschichtig realisierbare 

Tätigkeiten ohne hohe Anforderungen an die Kognition festgelegt sowie die 

angestammte Tätigkeit als Baupolier wie auch sämtliche körperlich schweren 

und mittelschweren Tätigkeiten als nicht mehr zumutbar erklärt. Etwelche 

Widersprüche ergeben sich aus diesen Schlussfolgerungen jedenfalls nicht 

(vgl. Bundesgerichtsurteil 8C_409/ 2009 E. 3.3 vom 29. Januar 2010). 

Unklar sind dagegen die unter dem Titel „Zusatzfragen“ (zur Prüfung der 

Frage, ob ein Revisionsgrund vorliegt) gemachten Ausführungen, wonach 

sich seit der letzten Verfügung vom 29. September 2008 die Arbeitsfähigkeit 

in leichten Tätigkeiten durch den erlittenen Insult vom 5. Oktober 2008 von 

100% auf 80% reduziert habe (Ziffer 7.1 des ABI-Gutachtens). Denn bereits 

der erwähnten Verfügung vom 29. September 2008 ist unter 

„Abklärungsergebnis“ zu entnehmen: 

„Am 1. März 2005 wurde uns ein Gesuch für eine frühzeitige Revision eingereicht. 

Wie die Abklärungen ergeben haben, bestand aufgrund einer weiteren 

Verschlechterung des Gesundheitszustandes vorübergehend für zwei Monate eine 

erhöhte, d.h. 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Ansonsten wird aus med. Sicht für die 

bisherige Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 50% bestätigt und für eine adaptierte 

Tätigkeit sollte es Herr … auch weiterhin möglich sein, eine Arbeitsleistung von 80% 

zu erbringen.“

Die Verfügung vom 29. September 2008 stütze sich im Wesentlichen auf das 

psychiatrische sowie neurologische Gutachten der Psychiatrischen Klinik … 

vom 15. Februar 2007, in welchem Dr. med. … dem Beschwerdeführer unter 

anderem auf kognitiv-psychischer Ebene eine 20%ige Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit bedingt durch die kognitive Leistungsminderung auch bei 

leichten Tätigkeiten attestierte. Das polydisziplinäre Gutachten des ABI vom 

13. Juli 2010 hält nun aber auf die Frage, ob sich der Gesundheitszustand 

respektive die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers seit der letzten 

rechtskräftigen Verfügung vom 29. September 2008 gebessert, unverändert 

geblieben ist oder verschlechtert habe, explizit fest:

„Seit der letzten rechtskräftigen Verfügung erlitt der Explorand einen 

cerebrovaskulären Insult (am 5. Oktober 2008) welcher zusammen mit anderen, 

möglicherweise asymptomatisch verlaufenden ischämischen cerebralen Ereignissen 

zu einer Einschränkung der neuropsychologischen Leistungsfähigkeit geführt hat. 

Der Einfluss dieser Veränderung des Gesundheitszustandes auf die zumutbare 

Arbeitsfähigkeit wird im Hauptgutachten beschrieben. Seit der erwähnten Verfügung 

reduzierte sich die Arbeitsfähigkeit in leichten Tätigkeiten von 100% auf 80%, 

zusätzlich sind qualitativ nur noch einfachere, kognitiv wenig beanspruchende 

Tätigkeiten möglich.“

Diese Ausführungen erscheinen dem Gericht nicht nachvollziehbar. Sie 

erwecken den Anschein, als sei das ABI bei der Beantwortung der erwähnten 

Frage von falschen Tatsachen ausgegangen. Wie dargelegt, ging bereits die 

Verfügung vom 29. September 2008 von einer aus medizinischer 

(neuropsychologischer) Sicht zumutbaren Arbeitsleistung von 80% in einer 

adaptierten Tätigkeit aus. Wenn nun, wie das ABI ausführte, der erlittene 

cerebrovaskuläre Insult vom 5. Oktober 2008 zu einer weiteren 20%igen 

Einbusse der Leistungsfähigkeit in leichten Tätigkeiten geführt hat, ergibt dies, 

entgegen den Folgerungen des ABI, eine verbleibende Arbeitsfähigkeit von 

60% und nicht eine solche von 80%. An diesem Ergebnis vermag auch der 

Hinweis der Vorinstanz, die Verfügung vom 29. September 2008 sowie die 

damaligen ärztlichen Einschätzungen hätten auf die hier relevante Frage nach 

dem Rentenanspruch ab dem 1. November 2008 keinerlei Bindungswirkung, 

nichts zu ändern. Es trifft zwar durchaus zu, dass die Vorinstanz die 

Beurteilung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit unabhängig von der 

rechtskräftigen Verfügung vom 29. September 2008 vornehmen und sie sich 

zur Beurteilung der Leistungsfähigkeit auf aktuelle Gutachten abstützen kann. 

Trotzdem sollte sie sich dabei, auch vor dem Hintergrund der Verständlichkeit 

der Verfügung im Sinne der Akzeptanz durch die Betroffenen, nicht in 

offensichtliche Widersprüche zu früheren Verfügungen verwickeln. Fest steht 

vorliegend jedenfalls, dass sich gemäss ABI-Gutachten vom 13. Juli 2010 seit 

dem am 5. Oktober 2008 erlittenen cerebrovaskulären Insult die 

Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in leichten Tätigkeiten um 20% 

reduziert hat. Vermindert sich die ursprüngliche Leistungsfähigkeit gemäss 

Verfügung vom 29. September 2008 von 80% um weitere 20%, ergibt dies 

unstreitig eine verbleibende Restarbeitsfähigkeit von 60%. Dieses Resultat 

erscheint dem Gericht auch vor dem Hintergrund, dass ein Schlaganfall 

beziehungsweise ein Hirnschlag durchaus weitreichende Auswirkungen auf 

das Leben und demzufolge auf die Leistungsfähigkeit von 

Schlaganfallpatienten haben kann, als gerechtfertigt. Demnach ist zur 

Berechnung des Invalideneinkommens sowie zur Bestimmung des IV-Grades 

nachfolgend von einer ganztätig verwertbaren verbleibenden 

Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers von 60% auszugehen. 

c) Zu klären bleibt damit noch die Frage nach der Berechtigung sowie der Höhe 

eines allfälligen Leidensabzugs, der vom ermittelten Invalideneinkommen in 

Abzug zu bringen wäre und demzufolge für die Höhe des IV-Grades von 

Bedeutung sein könnte. Die Frage, ob und in welchem Ausmass die 

Tabellenlöhne für die Ermittlung des Invalideneinkommens herabzusetzen 

sind, hängt dabei von allen persönlichen und beruflichen Umständen des 

konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, 

Nationalität, Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad), die nach 

pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen sind. Dabei kann ein 

Leidensabzug von höchstens 25% gestattet werden, um den verschiedenen 

Merkmalen – die das Erwerbseinkommen zu beeinflussen vermögen – 

Rechnung zu tragen. Ein Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen, sondern 

nur dann, wenn im Einzelfall genügend Anhaltspunkte dafür bestehen, dass 

der Versicherte wegen eines oder mehrerer der genannten Merkmale seine 

gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen 

Arbeitsmarkt nur noch mit unterdurchschnittlichem Erwerbserfolg verwerten 

kann (BGE 129 V 481 E. 4.2.3, 126 V 80 Erw. 5 b/aa).

Vorab ist dazu festzuhalten, dass die IV-Stelle im Vorbescheid vom 13. 

Dezember 2010 noch einen Leidensabzug von 5% für leichte Tätigkeiten 

sowie von 4% für Teilzeittätigkeit, insgesamt somit einen Leidensabzug von 

9% gewährte. In der angefochtenen Verfügung vom 2. Mai 2011 gewährte sie 

indes lediglich noch einen Abzug für leichte Tätigkeiten von 5%. Was die vom 

Beschwerdeführer geltend gemachte eingeschränkte neuropsychologische 

Leistungsfähigkeit, die Verletzungsgefahr sowie die Angst vor einem weiteren 

Infarkt betrifft, kann das Gericht der Vorinstanz insofern zustimmen, als diese 

Einschränkungen keinen weiteren Abzug vom Tabellenlohn zu rechtfertigen 

vermögen. Die eingeschränkte neuropsychologische Leistungsfähigkeit 

wurde nämlich bereits bei der Bestimmung der Arbeitsfähigkeit berücksichtigt. 

Auch ist nicht ersichtlich, inwiefern die Verletzungsgefahr sowie die Angst vor 

einem weiteren Infarkt einkommensbeeinflussende Merkmale darstellen 

sollen. Die diesbezüglichen Ausführungen des Beschwerdeführers zielen, wie 

schon die Vorinstanz zu Recht festhielt, ins Leere. Bezüglich der ebenfalls 

geltend gemachten Einschränkung, der Beschwerdeführer könne wegen des 

implantierten Defibrillators keine Tätigkeit in einem elektromagnetischen Feld 

ausführen, kann der Vorinstanz indessen nicht gefolgt werden. Der pauschale 

Hinweis der IV-Stelle, dass Maschinen keine elektromagnetischen Felder 

aufbauen, welche den Beschwerdeführer bei der Bedienung und 

Überwachung von Maschinen gefährden würden, ist so keineswegs 

zutreffend. Vielmehr weisen heutzutage praktisch sämtliche Maschinen und 

Geräte elektromagnetische Felder auf, jedoch mit unterschiedlicher Stärke 

und dementsprechend mit unterschiedlichem Risiko für Personen mit 

Herzschrittmacher oder Defibrillatoren. Die Schweizerische 

Unfallversicherungsanstalt (SUVA) weist im Factsheet „Elektromagnetische 

Verträglichkeit (EMV) von aktiven medizinischen Implantaten am Arbeitsplatz“ 

(Version September 2009; abrufbar unter: http://www.suva.ch/factsheet-emv-

von-aktiven-medizinischen-implantaten-am-arbeitsplatz.pdf) explizit auf für 

Träger von Herzschrittmachern und Defibrillatoren besonders gefährdete 

Branchen und Verfahren hin, bei denen hohe elektromagnetische Felder 

erzeugt werden und dementsprechend ein Risiko von Interferenzen besteht. 

Dazu zählen beispielsweise Induktionsverfahren, Schweissarbeitsplätze, 

Elektrolyse, Magnet Resonance Imaging, Elektronische Sicherheitssysteme, 

Kunststoffverarbeitung, Permanentmagnete und Elektromagnete, 

Energieverteilung/Bahnen, sowie Sendeanlagen. Diese Aufzählung ist - wie 

im Factsheet explizit erwähnt - keinesfalls als abschliessend zu betrachten. 

Eine gewisse Einschränkung für den Beschwerdeführer aufgrund seines 

implantierten Defibrillators kann somit nicht von der Hand gewiesen werden. 

So kann es durchaus notwendig sein, dass der Beschwerdeführer auch in 

einer adaptierten Tätigkeit seinen Arbeitsplatz vor Stellenantritt ärztlich 

beurteilen lassen muss, eventuell gewisse Abstände gegenüber Maschinen 

und Geräten einhalten muss und unter Umständen für Arbeiten an Maschinen 

und Geräten nicht geeignet ist, was offensichtlich zu einer Einschränkung in 

gewissen Berufsbereichen führt. Aufgrund des implantierten Defibrillators 

erscheint demnach ein zusätzlicher Abzug vom Tabellenlohn von 5% als 

durchaus angebracht. Unter Würdigung der Gesamtumstände erscheint dem 

Gericht vorliegend ein Leidensabzug von insgesamt 10% für leichte 

Tätigkeiten und aufgrund der Einschränkungen wegen dem implantierten 

Defibrillator als angemessen. 

d) Weiter macht der Beschwerdeführer geltend, bei der Ermittlung des 

Invalideneinkommens sei auf den auf ein 80%-Pensum aufgerechneten Lohn 

von jährlich Fr. 28'888.80 abzustellen, welcher er in seiner ausgeübten 

Tätigkeit bei der … AG erziele. Da der Beschwerdeführer seiner 

Schadensminderungspflicht mit einem Jahreseinkommen von Fr. 28'888.80 

jedoch offensichtlich nicht genügend nachkommt, ist dieses Vorbringen nicht 

zu hören. Zur Ermittlung des Invalideneinkommens ist vielmehr, wie dies die 

IV-Stelle zu Recht getan hat, auf die Schweizerische Lohnstrukturerhebung 

2008 abzustellen. 

e) Das Invalideneinkommen ist demzufolge basierend auf der LSE 2008 zu 

berechnen. Gemäss Tabelle TA 1 belief sich der monatliche Bruttolohn 

(Zentralwert bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden) für einfache 

und repetitive Tätigkeiten (Anforderungsniveau 4) im privaten Sektor bei 

Männern im Jahre 2008 auf Fr. 4'806.--. Auf der Basis der üblichen 

durchschnittlichen Arbeitszeit von 41.6 Wochenstunden und bei der ganztätig 

verwertbaren 60%igen Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers ergibt dies in 

Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung von 2.1% im Jahr 2009 sowie 

0.8% im Jahr 2010 (vgl. vorne Erw. 3) sowie eines Leidensabzugs von 10% 

ein Invalideneinkommen von Fr. 33'333.30 (Fr. 4'806.-- x 12 : 40 x 41.6 x 0.6 

x 1.021 x 1.008 x 0.9 = Fr. 33'333.30).

5. Wie unter Erwägung 2a) ausgeführt, erfolgt die Ermittlung der Invalidität bei 

erwerbstätigen Versicherten nach der Methode des Einkommensvergleichs 

(Art. 16 ATSG). Nach dem Gesagten ist im Jahr 2010 von einem 

Valideneinkommen von Fr. 90'622.19 sowie von einem Invalideneinkommen 

von Fr. 33'333.30 auszugehen. Daraus resultiert ein Invaliditätsgrad von 

63.22%.

Einkommensvergleich (2010)

ohne Behinderung Fr. 90'622.19

mit Behinderung Fr. 33'333.30

Erwerbseinbusse Fr. 57'288.89 = Invaliditätsgrad von 63.22%

Demzufolge hat der Beschwerdeführer bei einem IV-Grad von 63.22% 

gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG rückwirkend ab dem 1. November 2008 Anspruch 

auf eine Dreiviertelsrente. 

6. a) Bei dieser Sachlage braucht die Frage, ob die IV-Stelle in der angefochtenen 

Verfügung vom 2. Mai 2011 beim Invalideneinkommen zu Recht keinen 

Teilzeitabzug vorgenommen hat, nicht abschliessend beantwortet zu werden. 

Wie nachfolgender Berechnung zu entnehmen ist, würde selbst bei 

Berücksichtigung eines Teilzeitabzuges und damit bei einem Leidensabzug 

von insgesamt 15% bzw. sogar von 20% sowie einer reduzierten, vollschichtig 

verwertbaren Arbeitsfähigkeit von 60% ein IV Grad von 65.26% bzw. von 

67.30% resultieren, was ebenfalls nur zu einem Anspruch auf eine 

Dreiviertelsrente führen würde. 

Berechnung Invalideneinkommen bzw. IV-Grad mit Leidensabzug von 15%

Fr. 4'806.-- x 12 : 40 x 41.6 x 0.6 x 1.021 x 1.008 x 0.85 = Fr. 31'481.46

Einkommensvergleich (2010)

ohne Behinderung Fr. 90'622.19

mit Behinderung Fr. 31'481.46

Erwerbseinbusse Fr. 59'140.73 = Invaliditätsgrad von 65.26%

Berechnung Invalideneinkommen bzw. IV-Grad mit Leidensabzug von 20%

Fr. 4'806.-- x 12 : 40 x 41.6 x 0.6 x 1.021 x 1.008 x 0.8 = Fr. 29'629.61

Einkommensvergleich (2010)

ohne Behinderung Fr. 90'622.19

mit Behinderung Fr. 29'629.61

Erwerbseinbusse Fr. 60'992.58 = Invaliditätsgrad von 67.30%

b) Nur am Rande sei jedoch darauf hingewiesen, dass das Verwaltungsgericht 

des Kantons Graubünden einem solchen Teilzeitabzug, entgegen der mit 

Bundesgerichtsurteil I 69/2007 vom 2. November 2007 begründeten Praxis, 

wonach ein solcher Abzug bei Personen mit einer Teilarbeitsfähigkeit, welche 

jedoch in einem vollen Pensum tätig sind, grundsätzlich nicht zulässig ist, 

grundsätzlich positiv gegenübersteht (vgl. Verwaltungsgerichtsurteile S 10 78 

vom 23. November 2010, S 09 161 vom 16. März 2010, S 09 49 vom 8. 

September 2009). Eine Berücksichtigung des Beschäftigungsgrads schloss 

denn auch das Bundesgericht im genannten Urteil nicht kategorisch aus. Zur 

Kritik an dieser Praxis hat das Bundesgericht im Urteil 9C_708/2009 vom 19. 

November 2009 Stellung genommen. Da es im konkreten Fall im Ergebnis 

keine Änderung ergeben hätte, liess es die Frage einer Änderung der 

Gerichtspraxis zwar offen. Es bezeichnete aber die Kritik als berechtigt. Das 

Bundesgericht führte aus, dass es sich nicht zu Ungunsten der betroffenen 

versicherten Person auswirken könne, dass die vergleichsweise tiefere 

Entlöhnung von Teilzeitarbeit statistisch belegt sei (Lohnstrukturerhebung 

[LSE] 06 Tabelle T2 S. 16), solche Angaben in Bezug auf Vollzeitarbeit bei 

eingeschränkter Leistungsfähigkeit hingegen fehlten (Bundesgerichtsurteil 

9C_708/2009 Erw. 2.5.2 mit Hinweisen; vgl. auch Bundesgerichtsurteil 

9C_603/2007 Erw. 4.2.3. vom 8. Januar 2008 sowie Entscheid des 

Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 13. August 2009, IV 

2007/505). Gemäss der nach dem Beschäftigungsgrad differenzierenden 

Tabelle „Monatlicher Bruttolohn, Privater Sektor und öffentlicher Sektor 

(Bund), Schweiz 2008 Zentralwert (Median)“ (abrufbar unter der Rubrik 

„Lohnniveau nach Geschlecht“ von der mit der LSE 2008 ausgelieferten CD-

ROM) ist der von Männern auf dem Anforderungsniveau 4 erzielte, 

standardisierte monatliche Bruttolohn (Zentralwert) bei Vollzeit (90% und 

mehr) von Fr. 4'924.-- denn auch um 10.25% höher als der Lohn bei Teilzeit 

zwischen 50% und 74% von Fr. 4'420.--. Da sich kaum ein Arbeitgeber finden 

wird, der bereit ist, dem ganztätig anwesenden Arbeitnehmer für die Leistung 

von 60% einen höheren Lohn zu bezahlen als dem zeitlich nur 60% 

Anwesenden ohne Leistungseinbusse, erscheint es, auch wenn dies 

statistisch nicht belegbar ist, dem Gericht als angemessen, den statistisch 

ausgewiesenen Teilzeitnachteil sowohl bei teilzeitlich mit voller Leistung als 

auch bei vollzeitlich mit eingeschränkter Leistung arbeitsfähigen Versicherten 

anzuwenden. Da die Mitberücksichtigung eines Teilzeitabzuges, wie vorne 

unter Erwägung 6a) dargestellt, vorliegend jedoch keinerlei Auswirkungen auf 

das Resultat hätte, muss die Frage nicht abschliessend geklärt werden. 

7. a) Die angefochtene Verfügung erweist sich damit als nicht rechtens, was zu 

ihrer Aufhebung und zur Gutheissung der Beschwerde im Sinne der 

Erwägungen führt. Die IV-Stelle ist demnach zu verpflichten, dem 

Beschwerdeführer ab dem 1. November 2008 eine Dreiviertelsrente 

auszurichten. 

b) Bei diesem Ausgang des Verfahrens erübrigt sich die vom Beschwerdeführer 

eventualiter beantragte Zurückweisung der Sache an die IV-Stelle zur 

Neubeurteilung. 

c) Laut Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren – in Abweichung von 

Art. 61 lit. a ATSG – bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder Verweigerung 

von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. 

Diese Kosten werden je nach Verfahrensaufwand und unabhängig vom 

Streitwert im Umfang von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Angesichts des 

Ausgangs dieses Verfahrens rechtfertigt es sich vorliegend, der 

unterliegenden IV-Stelle Kosten in der Höhe von Fr. 700.-- zu überbinden.

d) Zudem hat die IV-Stelle den obsiegenden, anwaltlich vertretenen 

Beschwerdeführer angemessen zu entschädigen (Art. 61 lit. g ATSG). Die von 

der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers eingereichte Honorarnote vom 

11. Juli 2011 enthält Aufwendungen zwischen dem 15. August 2007 und dem 

11. Juli 2011 und beziffert sich auf Fr. 6'558.85 (inkl. Spesen und 

Mehrwertsteuer). Da die verwaltungsgerichtliche Beschwerde jedoch erst am 

27. Mai 2011 eingereicht wurde, sind lediglich diejenigen Tätigkeiten zu 

berücksichtigen, welche in diesem Zusammenhang ausgeführt wurden 

(Tätigkeiten ab dem 5. Mai 2011). Dementsprechend ergibt sich eine Kürzung 

des geltend gemachten Aufwandes auf 9.55 Stunden à Fr. 240.-- pro Stunde 

(üblicher Ansatz gemäss Art. 3 der Verordnung über die Bemessung des 

Honorars der Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte [HV; BR 310.250]), was 

Fr. 2'292.-- ergibt. Zuzüglich Kleinspesen (3%) von Fr. 68.75 sowie 8% 

Mehrwertsteuer von Fr. 188.85 ergibt dies total Fr. 2'549.60. Die IV-Stelle hat 

den Beschwerdeführer damit aussergerichtlich noch insgesamt mit Fr. 

2'549.60 zu entschädigen. 

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen, die angefochtene Verfügung vom 2. Mai 

2011 aufgehoben und die IV-Stelle des Kantons Graubünden verpflichtet, … 

eine Dreiviertelsrente ab dem 1. November 2008 zu gewähren. 

2. Die Kosten von Fr. 700.-- gehen zulasten der IV-Stelle des Kantons 

Graubünden und sind innert 30 Tagen seit Zustellung dieses Entscheides an 

die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, zu bezahlen.

3. Die IV-Stelle des Kantons Graubünden hat … eine aussergerichtliche 

Entschädigung von Fr. 2'549.60 (inkl. MWST) zu bezahlen.