# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4ae46b37-5653-5229-8dd6-315a14100df2
**Source:** Appenzell Ausserrhoden (AR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-01-01
**Language:** de
**Title:** Appenzell Ausserrhoden Kantonsgericht Sammlung ARGVP ARGVP 1992 3223
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AR_Gerichte/AR_KG_005_ARGVP-1992-3223_nodate.pdf

## Full Text

C. Gerichtsentscheide 3223

4.2 Enteignung

3223

Massgeblicher Zeitpunkt für die Verzinsung der Entschädigungsfor­
derung ist der Entscheid der Schätzungskommission (Art. 14 des Ge­
setzes über die Zwangsabtretung, bGS 711.1).

Gemäss Art. 14 des Gesetzes über die Zwangsabtretung vom 27. April 
1902 (bGS 711.1) gilt als massgebender Zeitpunkt für die Berechnung 
der Enteignungsentschädigung die öffentliche Bekanntmachung des 
Abtretungsplanes (Planauflage). Diese Regelung, die damaliger Auf­
fassung entsprach, erscheint unter dem Aspekt der Eigentumsgaran­
tie, welche einen verfassungsrechtlichen Anspruch auf volle Entschä­
digung im Falle einer Enteignung gewährt (Art. 22ter Abs. 3 BV, Art. 12 
Abs. 2 KV), fragwürdig. Es ist daher zunächst zu prüfen, ob die er­
wähnte Bestimmung des Zwangsabtretungsgesetzes vor dem überge­
ordneten Recht standhält (vgl. H.J. , Gesetz über das Verwal­
tungsverfahren des Kantons Appenzell Ausserrhoden, 1985, N.7 zu Art. 
20). In BGE 89 I 343 ff. = Pr 52 (1963) Nr. 158 hat das Bundesgericht 
in einem Verfahren, das nach dem Enteignungsgesetz des Bundes ab­
zuwickeln war, den Zeitpunkt des Entscheides der Schätzungskom­
mission als massgebend bezeichnet. Es räumte zwar ein, dass in Zei­
ten rasch steigender Bodenpreise unter dem Gesichtspunkt der vollen 
Entschädigung auf den Wert am Auszahlungstag abgestellt werden 
müsste. Hingegen sprächen praktische Hindernisse gegen eine solche 
Lösung. Den Zeitpunkt der Planauflage hat das Bundesgericht aus­
drücklich abgelehnt. An dieser Praxis ist in der Folge festgehalten 
worden (BGE 93 1144 Erw. 7 b).

Unter den hier vorliegenden Umständen käme es einem Verstoss 
gegen die Eigentumsgarantie gleich, wenn auf die nunmehr zehn 
Jahre zurückliegende Planauflage abgestellt würde, um den Entschä­
digungsanspruch des Appellanten zu beziffern. Mit der Vorinstanz ist

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somit der 5. September 1988, der Zeitpunkt des Entscheids der Schät­
zungskommission, als Stichtag zu bezeichnen. Dabei ist anzumerken, 
dass weder der Appeiiant noch der Appeliat gegen diesen Punkt des 
kantonsgerichtlichen Urteils opponiert haben.

OGer 30. 6. 1992

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