# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c5e77685-d5c4-5156-b363-b6bc275cc2e9
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2018-10-12
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 12.10.2018 D-1965/2018
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-1965-2018_2018-10-12.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-1965/2018 

 

 
 

  U r t e i l  v o m   1 2 .  O k t o b e r  2 0 1 8  

Besetzung 
 Richterin Jeannine Scherrer-Bänziger (Vorsitz), 

Richterin Claudia Cotting-Schalch, 

Richter Simon Thurnheer,    

Gerichtsschreiberin Nathalie Alemayehu. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Sri Lanka,   

vertreten durch MLaw Géraldine Kronig, 

Caritas Schweiz, 

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung; 

Verfügung des SEM vom 1. März 2018 / N (…). 

 

 

 

D-1965/2018 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer – ein unbegleiteter minderjähriger Asylsuchender 

(…) Ethnie – suchte am 10. Januar 2018 in der Schweiz um Asyl nach. Die 

vom SEM in Auftrag gegebene Handknochenanalyse vom 16. Januar 2018 

ergab ein Knochenalter von (…) Jahren. Am 25. Januar 2018 wurde der 

Beschwerdeführer summarisch befragt und am 19. Februar 2018 einläss-

lich angehört. 

Dabei machte er im Wesentlichen geltend, er stamme aus B._______ (Dis-

trikt C._______), wo er gemeinsam mit seiner Familie gelebt habe. In sei-

ner Heimat habe er die Schule bis zur 10. Klasse besucht und danach we-

gen seiner Ausreise abgebrochen. Sein Vater sei ab dem Jahr 1991 für drei 

oder vier Jahre bei den (…) aktiv gewesen und habe in den Jahren 2015 

und 2016 an den Feierlichkeiten zum Märtyrertag teilgenommen. Nach der 

Teilnahme im Jahr 2015 sei sein Vater von den sri-lankischen Behörden 

festgenommen worden und danach für rund einen Monat in Haft gewesen, 

wo er zusammengeschlagen und eingeschüchtert worden sei. Im (…) 2016 

habe sein Vater wieder an den Feierlichkeiten zum Märtyrertag teilgenom-

men und sei daraufhin erneut von den Behörden gesucht worden, weshalb 

er Anfang des Jahres 2017 von zu Hause fortgegangen sei und sich seither 

in Sri Lanka versteckt halte. Nach dem Fortgang seines Vaters hätten sich 

die Behörden etwa ab (…) 2017 bei ihm (Beschwerdeführer) nach dem 

Aufenthaltsort des Vaters erkundigt, wobei es sich vorerst nur um normale 

Befragungen gehandelt habe. Nachdem er den Behörden keine Auskunft 

habe geben können, habe man ihn im Rahmen von fünf oder sechs weite-

ren Befragungen bedroht und geschlagen, weshalb er sich für rund zwei 

Monate bei einem Onkel in D._______ aufgehalten habe. Nach seiner 

Rückkehr nach Hause etwa im (…) 2017 sei er von Mitgliedern einer krimi-

nellen Bande zwei Mal dazu aufgefordert worden, sich ihnen anzuschlies-

sen. Nachdem er sich geweigert habe, sei er von den Mitgliedern übel be-

schimpft worden. Obschon die Bande von der Polizei und der Armee ge-

sucht und verfolgt werde, habe er von einer Anzeige abgesehen, da er 

keine Probleme mit den Bandenmitgliedern hätte haben wollen. Im (…) 

2017 habe er schliesslich aus Furcht vor den Behörden und den Banden-

mitgliedern Sri Lanka verlassen und sei in Begleitung seiner Mutter – sie 

sei zwischenzeitlich nach Sri Lanka zurückgekehrt – mit einem gültigen Vi-

sum nach F._______ geflogen, von wo er in die Schweiz weitergereist sei. 

Nach seiner Ausreise sei seine Schwester einmalig nach seinem Verbleib 

und dem des Vaters gefragt worden.  

D-1965/2018 

Seite 3 

B.  

Mit Verfügung vom 1. März 2018 stellte das SEM fest, der Beschwerdefüh-

rer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte sein Asylgesuch ab, ver-

fügte die Wegweisung aus der Schweiz und ordnete den Vollzug an. 

C.  

Der Beschwerdeführer focht diese Verfügung mit Beschwerde vom 4. April 

2018 beim Bundesverwaltungsgericht an. Er beantragte, es sei die ange-

fochtene Verfügung aufzuheben, seine Flüchtlingseigenschaft festzustel-

len und ihm Asyl zu gewähren, eventualiter sei die Unzulässigkeit und Un-

zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen und die vorläufige 

Aufnahme anzuordnen, eventualiter sei die Sache zur Abklärung des Sach-

verhalts an die Vorinstanz zurückzuweisen und diese sei anzuweisen, eine 

Botschaftsabklärung in Sri Lanka vorzunehmen. In prozessualer Hinsicht 

ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und um 

Beiordnung einer amtlichen Rechtsbeiständin in der Person der rubrizier-

ten Rechtsvertreterin. 

Dem Rechtsmittel legte er folgende Beweismittel bei:  

 Geburtsurkunde einer Tante vom 18. Januar 2008 

 Register of Births vom 17. August 2017  

 Kurzprotokoll der Hilfswerkvertretung (HWV) vom 19. Februar 2018 

 Spendebeitrag an die (…) vom 10. Mai 2007 (fremdsprachig) 

 Schreiben der Dorfpräsidentin vom 18. März 2018  

 beglaubigtes Schreiben der Mutter vom 17. März 2018  

 Zeitungsausschnitt vom Oktober 2017 (fremdsprachig) 

 Zeitungsausschnitt betreffend Angriff auf eine Mutter und einen Sohn 

(fremdsprachig) 

 Zeitungsausschnitt vom 29. Oktober 2017 (fremdsprachig) 

 Fürsorgebestätigung vom 3. April 2018  

 Kostennote vom 3. April 2018  

D.  

Die Instruktionsrichterin forderte den Beschwerdeführer mit Verfügung vom 

11. April 2018 auf, bis zum 26. April 2018 entsprechende Übersetzungen 

der fremdsprachigen Beweismittel einzureichen, hiess die Gesuche um 

Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und Rechtsverbeistän-

dung gut und ordnete dem Beschwerdeführer Géraldine Kronig als amtli-

che Rechtsbeiständin bei.  

D-1965/2018 

Seite 4 

E.  

Mit Eingabe vom 26. April 2018 reichte der Beschwerdeführer Übersetzun-

gen zu den Zeitungsausschnitten sowie weitere Zeitungsausschnitte vom 

Oktober 2013, Oktober 2017 und 17. November 2017 zu den Akten. Er 

machte geltend, es ergebe sich aus diesen Dokumenten, dass die sri-lan-

kischen Behörden sich gegen Bandenkriminalität nicht wirkungsvoll zur 

Wehr setzen könnten, mithin nicht schutzfähig seien.  

F.  

Mit Eingabe vom 11. Mai 2018 reichte der Beschwerdeführer innert er-

streckter Frist Übersetzungen zum Spendebeitrag an die (…) vom 10. Mai 

2007 und zum Zeitungsausschnitt vom 29. Oktober 2017 zu den Akten. 

Daraus ergebe sich, dass aufgrund der chaotischen Lage im (…) zahlrei-

che Schiessereien auf (…) Jugendliche erfolgen würden, die Situation im 

(…) Sri-Lankas sei von Gewalt und Anarchie geprägt. 

G.  

Am 25. Mai 2018 reichte das SEM eine Vernehmlassung zu den Akten.  

H.  

Der Beschwerdeführer replizierte mit Eingabe vom 15. Juni 2018 unter Bei-

lage einer aktuellen Kostennote.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgültig 

(Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).  

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer-

deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die 

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Seite 5 

angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges In-

teresse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur 

Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und 108 Abs. 1 AsylG; 

Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzu-

treten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

4.  

4.1 Das SEM führte zur Begründung seiner Verfügung im Wesentlichen 

aus, die vom Beschwerdeführer im Zusammenhang mit den Befragungen 

zum Verbleib seines Vaters durch die sri-lankischen Behörden erlittenen 

Nachteile, namentlich verbale Einschüchterungen und Drohungen sowie 

Schläge und Ohrenziehen, würden mangels Intensität keine Nachteile im 

Sinne von Art. 3 AsylG darstellen. Zudem sei er nie in Haft gewesen, son-

dern lediglich einmal kurz in einem Fahrzeug mitgenommen und befragt 

worden. Auch bezüglich des vorgebrachten Rekrutierungsversuchs durch 

eine kriminelle Bande fehle es an der nötigen Intensität. Ungeachtet des-

sen lasse sich auch keine gegen seine Person zielgerichtete Verfolgung 

D-1965/2018 

Seite 6 

feststellen. Darüber hinaus habe er angegeben, dass die Bandenmitglieder 

durch die sri-lankischen Behörden gesucht und verfolgt würden. Aus den 

Akten würden keine Hinweise hervorgehen, weshalb ihm die Behörden kei-

nen Schutz vor einer allfälligen Verfolgung durch die Bande hätten geben 

sollen. Für die Schutzwilligkeit spreche zudem, dass ihm seine Mutter so-

gar geraten habe, Anzeige zu erstatten. Aufgrund des Umstandes, dass er 

von einer Anzeige abgesehen habe, könne den sri-lankischen Behörden 

betreffend die Schutzgewährung keine Unterlassung vorgeworfen werden. 

Es sei aufgrund der Aktenlage auch bei einer Prüfung anhand sogenannter 

Risikofaktoren nicht ersichtlich, weshalb er bei einer Rückkehr nach Sri 

Lanka in asylrelevanter Weise verfolgt werden sollte. Bestätigend dafür 

seien seine Aussagen, dass seine Mutter nach der gemeinsamen Ausreise 

unbehelligt nach Sri Lanka zurückgekehrt sei und – mit Ausnahme, dass 

seine Schwester einmalig nach seinem Aufenthaltsort und jenem des Va-

ters gefragt worden sei – die Familie keinerlei Nachteile durch die sri-lan-

kischen Behörden erfahren habe. 

4.2 Der Beschwerdeführer führte in seiner Rechtsmittelschrift im Wesentli-

chen aus, mehrere Familienmitglieder hätten eine Verbindung zu den (…). 

Nebst dem Vater sei auch ein Cousin der Mutter bei der Bewegung gewe-

sen und dabei gestorben, ebenso der Bruder der Mutter, der aber zwi-

schenzeitlich seine politischen Aktivitäten eingestellt habe, und ein Onkel. 

Letzterer habe bei einer Splittergruppe der (…) gekämpft und befinde sich 

zwischenzeitlich in der Schweiz; er spende den (…) Geld. Er (Beschwer-

deführer) sei aufgrund der nicht unbedeutenden politischen Aktivität des 

Vaters zugunsten der (…) und dessen Flucht einer Reflexverfolgung aus-

gesetzt. Er sei von den Behörden bedroht und geschlagen worden, um In-

formationen über den Verbleib seines Vaters Preis zu geben. Die sri-lanki-

schen Behörden würden davon ausgehen, dass er mit seinem Vater in 

Kontakt sehe. Die Befragungen seien immer bedrohlicher und gewalttäti-

ger geworden, es sei ihm sogar mit dem Tod bedroht worden. Es liege da-

mit eine subjektiv als auch objektiv begründete Furcht vor einer Verfolgung 

vor, zumal der psychische Druck unerträglich geworden sei. Darüber hin-

aus sei eine begründete Furcht vor einer künftigen Verfolgung im Falle ei-

ner Rückkehr nach Sri Lanka ebenfalls gegeben. Obwohl er legal aus Sri 

Lanka ausgereist sei, besitze er keine ordentlichen Identitätspapiere mehr. 

Da seine Flüchtlingseigenschaft erfüllt sei, würde er bei einer Rückkehr mit 

grosser Wahrscheinlichkeit bei der Einreise kontrolliert und zu seinem Aus-

landaufenthalt befragt werden. Zudem sei dem Umstand, dass er noch 

minderjährig sei, im Hinblick auf das Kindeswohl besonders Rechnung zu 

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Seite 7 

tragen. Hinsichtlich stark risikobegründenden Faktoren sei eine Verbin-

dung zur (…) im Sinne einer Reflexverfolgung aufgrund der Mitgliedschaft 

des Vaters bei den (…) sowie dessen politischen Engagements und der 

erfolgten Haft gegeben. Es sei zudem nicht auszuschliessen, dass der Va-

ter auf einer sogenannten „Stop-List “ stehe und für ihn eine erhöhte Gefahr 

allfälliger Repressalien durch die Behörden bestehe. Seine Mutter sei bei 

ihrer Rückkehr nur deshalb einer Befragung durch die heimatlichen Behör-

den entkommen, weil sie diese mit Geld bestochen habe. Zudem könne 

aus diesem Umstand nicht ohne weiteres geschlossen werden, dass er 

ebenfalls unbehelligt in Sri Lanka einreisen könne. Die Schutzfähigkeit des 

Staates hinsichtlich der Massnahmen gegenüber der genannten Bande 

sei, auch bei gegebenem Schutzwille, nicht vorhanden. Quellen zufolge 

würden die Behörden die Ermittlungen gegen die Mitglieder der Bande für 

willkürliche Verhaftungen missbrauchen. Im Zusammenhang mit der Be-

kämpfung der Bande würden wahllos Menschen verhaftet, auch solche, die 

nichts mit der Gruppierung zu tun hätten. Es hätte ihm nicht zugemutet 

werden können, sich an die Behörden zu wenden, da er entweder der Ge-

fahr, die Behörden erneut auf sich aufmerksam zu machen, oder gewalttä-

tigen Nachteilen der Gruppierung ausgesetzt gewesen wäre. 

4.3 In der Vernehmlassung führte das SEM aus, es sei nicht ersichtlich, 

weshalb aus einer vom Onkel getätigten Spende für die (…) im Jahr 2007 

zum jetzigen Zeitpunkt eine Gefährdung des Beschwerdeführers resultie-

ren sollte, insbesondere als dieser geltend gemacht habe, dass seine Prob-

leme erst nach der Teilnahme des Vaters an den Feierlichkeiten zum Mär-

tyrertag im Jahr 2015 begonnen hätten. Die mit der Beschwerdeschrift ein-

gereichten Schreiben der Dorfpräsidentin und der Mutter würden keine 

neuen Tatsachen beinhalten. Es erübrige sich auf die beiden Zeitungsaus-

schnitte (vom Oktober 2017 und vom 29. Oktober 2017) zur allgemeinen 

Situation in Sri Lanka einzugehen, da sich die angefochtene Verfügung auf 

aktuelle Länderinformationen stütze.  

4.4 In der Replik legte der Beschwerdeführer dar, der Spendebeitrag des 

Onkels an die (…) zeige, dass seine ganze Familie die Gesinnung der (…) 

teile. Die Schreiben der Dorfpräsidentin und der Mutter seien sehr wohl 

geeignet, die Intensität der erlittenen Nachteile sowie die begründete 

Furcht vor künftigen Nachteilen zu belegen. Das Kindeswohl im Sinne von 

Art. 3 KRK müsse bei der Beurteilung und Würdigung der Intensität der 

Verfolgung als prioritäres Element miteinbezogen werden, zumal er nach 

wie vor minderjährig sei. Die Zeitungsausschnitte würden die äusserst pre-

käre Situation von (…) Jugendlichen in C._______ betreffend die Gefahren 

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Seite 8 

von Polizeigewalt und kriminellen Banden unterstreichen. Schliesslich 

bleibe anzumerken, dass die Schweiz die (…) nicht als terroristische 

Gruppe qualifiziert habe, was die politischen Beziehungen der Schweiz 

und Sri Lanka belaste und in der Folge nicht ausgeschlossen werden 

könne, dass für ihn eine Rückkehr aus der Schweiz mit grossem Risiko 

verbunden sei. 

5.  

5.1 Nach Prüfung der Akten gelangt das Bundesverwaltungsgericht zum 

Schluss, dass die Vorinstanz das Asylgesuch des Beschwerdeführers zu 

Recht abgelehnt hat. Die Ausführungen in der angefochtenen Verfügung 

erweisen sich als zutreffend und Vorbringen auf Beschwerdeebene und die 

zu deren Stützung eingereichten Dokumente sind insgesamt nicht geeig-

net, an der vorinstanzlichen Einschätzung etwas zu ändern. 

5.2 Der Beschwerdeführer brachte vor, er sei wegen den politischen Akti-

vitäten seines Vaters (Engagements für die (…) von 1991 bis etwa 1995, 

Teilnahme an den Feierlichkeiten zum Märtyrertag 2015 und 2016) einer 

Reflexverfolgung ausgesetzt gewesen. Unter Reflexverfolgung sind be-

hördliche Belästigungen oder Behelligungen von Angehörigen aufgrund 

des Umstandes zu verstehen, dass die Behörden einer gesuchten, poli-

tisch unbequemen Person nicht habhaft werden oder schlechthin von de-

ren politischer Exponiertheit auf eine solche auch bei Angehörigen schlies-

sen. Der Zweck einer solchen Reflexverfolgung kann insbesondere darin 

liegen, Informationen über effektiv gesuchte Personen zu erlangen bezie-

hungsweise Geständnisse von Inhaftierten zu erzwingen. Vorliegend stel-

len sich die behördlichen Erkundigungen den Angaben zufolge als Nach-

fragen nach dem Verbleib des Vaters, verbale Einschüchterungen und 

Drohungen sowie Schläge und Ohrenziehen dar. Auch wenn diese erlitte-

nen Nachteile – namentlich angesichts der Minderjährigkeit des Beschwer-

deführers – zu einer für ihn stark belastenden Situation geführt haben mö-

gen, so fehlt es ihnen an der im Sinne von Art. 3 AsylG erforderlichen In-

tensität. Es liegen auch mit Blick auf das Alter des Beschwerdeführers 

keine Anzeichen vor, dass die genannten Vorfälle einen unerträglichen 

psychischen Druck bewirkt hätten, der ihm ein menschenwürdiges Leben 

in Sri Lanka in unzumutbarer Weise erschwert hätte, zumal er den Anga-

ben nach zwar für zwei Monate bei seinem Onkel in C._______ gewohnt 

hat, dabei aber innerhalb des gleichen Distrikts geblieben und weiterhin die 

Schule besucht hat. Ausserdem liegen derzeit keine Hinweise vor, welche 

auf eine künftige Furcht vor einer Reflexverfolgung schliessen lassen, zu-

mal er – abgesehen davon, dass seine Schwester einmal nach seinem 

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Seite 9 

Verbleib gefragt worden sei – keine weiteren Befragungen seiner Familie 

geltend gemacht hat. Das Bestehen einer Reflexverfolgung kann daher 

ausgeschlossen werden. 

5.3 Soweit der Beschwerdeführer darlegte, er sei zweimal von Mitgliedern 

einer kriminellen Bande aufgefordert worden, sich ihnen anzuschliessen, 

sind mangels Intensität der Behelligungen ebenfalls keine asylrelevanten 

Nachteile festzustellen, zumal er ausführt, die Mitglieder hätten ihn nach 

seiner Weigerung, der Bande beizutreten, zwar mit üblen unanständigen 

Schimpfwörtern betitelt, seien danach aber weggegangen (vgl. SEM act. 

A15 F80). Auch ist nicht von einer gezielten Belästigung des Beschwerde-

führers auszugehen, nachdem er von der Gruppe nicht ausgesucht worden 

ist, sondern diese alle, die an der Bushaltestelle gewartet hätten oder im 

Bus gewesen seien, zum Beitritt aufgefordert hätten (vgl. SEM act. A15 

F100). Im Übrigen ist auch nicht anzunehmen, dass die sri-lankischen Be-

hörden dem Beschwerdeführer keinen Schutz vor solchen Behelligungen 

hätten gewähren sollen. Das SEM hat diesbezüglich zutreffend darauf hin-

gewiesen, dass der Umstand, dass ihm seine Mutter sogar zur Erstattung 

einer Anzeige gegen die Bande geraten hatte, durchaus für eine Schutz-

willigkeit und Schutzfähigkeit der sri-lankischen Behörden spricht.  

5.4 Schliesslich vermag der Beschwerdeführer auch aus den eingereichten 

Beweismitteln nichts zu seinen Gunsten abzuleiten. Die eingereichten Zei-

tungsausschnitte betreffen nicht ihn persönlich. Den zwei Bestätigungs-

schreiben kommt einerseits aufgrund des Gefälligkeitscharakters, anderer-

seits aufgrund der leichten Beschaffbarkeit nur ein äusserst geringer Be-

weiswert zu. Insgesamt vermögen die eingereichten Dokumente an der 

Einschätzung der fehlenden Asylrelevanz seiner Vorbringen nichts zu än-

dern.  

5.5 Der Beschwerdeführer weist ferner zu seinem Kindesalter keine der im 

Urteil des Bundesverwaltungsgerichts E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 E. 8 

(als Referenzurteil publiziert) erarbeiteten Risikofaktoren (Eintrag in die 

„Stop-List“, Verbindung zur LTTE, exilpolitische Tätigkeiten, Narben am 

Körper oder frühere Verhaftungen) auf, weshalb nicht anzunehmen ist, 

dass er bei einer Rückkehr ins Heimatland die Aufmerksamkeit der sri-lan-

kischen Behörden in einem flüchtlingsrechtlich relevanten Ausmass auf 

sich ziehen würde. 

D-1965/2018 

Seite 10 

5.6 Zusammenfassend ergibt sich, dass keine asylrechtlich relevanten Ver-

folgungsgründe ersichtlich sind, weshalb die Vorinstanz zu Recht die 

Flüchtlingseigenschaft verneint und das Asylgesuch abgelehnt hat. 

6.  

Lehnt das Staatssekretariat das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 

ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet 

den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Fa-

milie (Art. 44 AsylG). Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine aus-

länderrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Er-

teilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeord-

net (Art. 44 AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

7.  

7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis 

nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme 

(Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). Beim Geltendmachen von 

Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss Praxis des Bundesverwal-

tungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei der Prüfung der Flücht-

lingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis 

möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 

2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

7.2  

7.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AuG). Vorliegend kommt dem Beschwerdeführer keine Flüchtlingseigen-

schaft zu. Das flüchtlingsrechtliche Rückschiebungsverbot von Art. 33 

Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der 

Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) und Art. 5 AsylG ist daher nicht anwendbar. 

Die Zulässigkeit des Vollzugs beurteilt sich vielmehr nach den allgemeinen 

verfassungs- und völkerrechtlichen Bestimmungen (Art. 25 Abs. 3 BV; 

Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und an-

dere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder 

Strafe [FoK, SR 0.105]; Art. 3 EMRK).  

Der EGMR hat sich mit der Gefährdungssituation im Hinblick auf eine 

EMRK-widrige Behandlung namentlich für Tamilen, die aus einem europä-

ischen Land nach Sri Lanka zurückkehren müssen, wiederholt befasst (vgl. 

D-1965/2018 

Seite 11 

EGMR, R.J. gegen Frankreich, Urteil vom 19. September 2013, Be-

schwerde Nr. 10466/11; T.N. gegen Dänemark, Urteil vom 20. Januar 2011, 

Beschwerde Nr. 20594/08; P.K. gegen Dänemark, Urteil vom 20. Januar 

2011, Beschwerde Nr. 54705/08; N.A. gegen Grossbritannien, Urteil vom 

17. Juli 2008, Beschwerde Nr. 25904/07). Dabei unterstreicht der Gerichts-

hof, dass nicht in genereller Weise davon auszugehen sei, zurückkehren-

den Tamilen drohe eine unmenschliche Behandlung. Vielmehr müssten im 

Rahmen der Beurteilung, ob der oder die Betroffene ernsthafte Gründe für 

die Befürchtung habe, die Behörden hätten an seiner Festnahme und Be-

fragung ein Interesse, verschiedene Aspekte – welche im Wesentlichen 

durch die in Erwägung 5.7.1 identifizierten Risikofaktoren abgedeckt sind 

(vgl. EGMR, T.N. gegen Dänemark, a.a.O., § 94) – in Betracht gezogen 

werden, wobei dem Umstand gebührend Beachtung zu schenken sei, dass 

diese einzelnen Aspekte, auch wenn sie für sich alleine betrachtet möglich-

erweise kein "real risk" darstellen, diese Schwelle bei einer kumulativen 

Würdigung erreichen könnten. 

Wie bereits erwogen, ist es dem Beschwerdeführer nicht gelungen, nach-

zuweisen, dass er bei einer Rückkehr in den Heimatstaat die Aufmerksam-

keit der heimatlichen Behörden in einem flüchtlingsrechtlich relevanten 

Mass auf sich ziehen wird. Es bestehen somit auch keine Anhaltspunkte 

dafür, ihm drohe eine menschenrechtswidrige Behandlung. 

7.2.2 Der Beschwerdeführer als unbegleiteter Minderjähriger unterliegt den 

Normen der KRK. Das Kindeswohl gemäss Art. 3 KRK und die aus der 

KRK fliessenden Rechte sind im Rahmen der Zumutbarkeitsprüfung von 

Art. 83 Abs. 4 AuG (nachfolgend) als gewichtige Aspekte zu berücksichti-

gen (vgl. BVGE 2014/20 E. 8.3.6, 2009/51 E. 5.6, je m.w.H.). 

 

7.2.3 Weder die allgemeine Menschenrechtssituation in Sri Lanka noch in-

dividuelle Faktoren in Bezug auf die Situation des Beschwerdeführers las-

sen demnach den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt als unzu-

lässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung 

sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen 

zulässig. 

8.   

8.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind.  

D-1965/2018 

Seite 12 

8.2 Das SEM erachtete den Wegweisungsvollzug in der angefochtenen 

Verfügung als zumutbar. Der Beschwerdeführer sei ein junger, gesunder 

Mann, der in seiner Heimat über ein gutes familiäres und tragfähiges Be-

ziehungsnetz und auch über eine gesicherte Wohnsituation verfüge. Es 

könne daher davon ausgegangen werden, dass er bei einer Rückkehr auf 

die Unterstützung seiner Familie zählen könne. Hinsichtlich des Kinds-

wohls sei eine Wegweisung anzustreben, damit er mit seinen wichtigsten 

Bezugspersonen – den Eltern und Geschwistern – sein könne. Seine Fa-

milie lebe gemäss seinen Angaben von den Einkünften, die seine Mutter 

vom Verkauf von (…) erwirtschafte. Betreffend die Vollzugsmodalitäten sei 

der KRK Rechnung zu tragen, weshalb sicherzustellen sei, dass er bei ei-

ner Rückkehr nach Sri Lanka dort in Empfang genommen werde. 

8.3 Der Beschwerdeführer entgegnete in der Beschwerde, eine Rückkehr 

sei aufgrund der unzureichenden Sicherheitslage auf der E._______, der 

wirtschaftlichen Situation seiner Familie und des Kindeswohls nicht zumut-

bar.  

8.4 Das SEM führte in seiner Vernehmlassung aus, eine In-Empfang-

nahme des Beschwerdeführers in Sri Lanka könne durch den Immigration 

Liaison Officer der Schweizer Vertretung in Colombo, eventuell in Zusam-

menarbeit mit der Internationale Organisation für Migration (IOM), sicher-

gestellt werden. Zudem sei gar davon auszugehen, dass durch Vermittlung 

des Liaison Officer beziehungsweise durch IOM eine direkte In-Empfang-

nahme durch die Mutter gewährleistet werden könne.  

8.5 Der Beschwerdeführer hielt in seiner Replik dagegen, eine Zusammen-

arbeit mit der IOM komme nicht in Frage, denn gemäss aktueller Recht-

sprechung würden Personen, welche mit deren Hilfe nach Sri Lanka zu-

rückkehren, eher ins Visier der sri-lankischen Behörden geraten und ge-

nauer überprüft werden. Das Schreiben der Mutter bezeuge ihre grosse 

Furcht im Falle seiner Rückkehr, was es unwahrscheinlich mache, dass sie 

jemandem vertraue oder für die In-Empfangnahme an den Flughafen in 

Colombo reise. 

8.6 Nach einer eingehenden Analyse der sicherheitspolitischen Lage in Sri 

Lanka ist das Bundesverwaltungsgericht zum Schluss gekommen, dass 

der Wegweisungsvollzug in die Nordprovinz (mit Ausnahme des „Vanni-

Gebiets“) zumutbar ist, wenn das Vorliegen der individuellen Zumutbar-

keitskriterien (insbesondere Existenz eines tragfähigen familiären oder so-

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Seite 13 

zialen Beziehungsnetzes sowie Aussichten auf eine gesicherte Einkom-

mens- und Wohnsituation) bejaht werden kann (Urteil E-1866/2015 

E. 13.2). Bei der Beurteilung der Frage der Zumutbarkeit des Wegwei-

sungsvollzuges ist der besonderen Situation unbegleiteter minderjähriger 

Asylsuchender besondere Beachtung zu schenken. Es ergibt sich für das 

SEM die Pflicht, die spezifisch mit der Minderjährigkeit verbundenen As-

pekte vertieft abzuklären und namentlich den individuellen Verhältnissen 

der betroffenen Person gebührend Rechnung zu tragen (vgl. BVGE 

2015/30 E. 7.3). Es bedarf indessen in der Regel nicht weitergehender Ab-

klärungen, wenn klare Anhaltspunkte für das Vorhandensein tragfähiger 

Anknüpfungspunkte bestehen, sondern es ist vorab sicherzustellen, dass 

die minderjährige Person wiederum in das ihr vertraute Umfeld zurückkeh-

ren kann (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D-3552/2012 vom 

23.Juli 2012 m.w.H.). 

8.7 Der Beschwerdeführer verfügt in B._______, wo seine Mutter und Ge-

schwister nach wie vor wohnen, über ein tragfähiges Beziehungsnetzt und 

eine gesicherte Wohnsituation. Gemäss seinen Angaben kommt seine 

Mutter mittels dem Verkauf von (…) für den Lebensunterhalt der Familie 

auf. Zudem senden Verwandte, welche in F._______ leben, gelegentlich 

ein wenig Geld. Er ist jung, gesund und hat die Schule bis zur 10. Klasse 

besucht, wobei es ihm zuzumuten ist, seine Schulausbildung bei seiner 

Rückkehr wieder aufzunehmen. Es kann angenommen werden, dass der 

Beschwerdeführer bei einer Rückkehr von seiner Familie, namentlich der 

Mutter und dem Onkel, bei der Wiedereingliederung soweit erforderlich un-

terstützt wird. Es ist daher davon auszugehen, dass er sich bei einer Rück-

kehr nach Sri Lanka zurechtfinden wird respektive ihm die familiären und 

verwandtschaftlichen Strukturen in einer sozial und kulturell gewohnten 

Umgebung für seine Weiterentwicklung förderlich sein werden. Sein noch 

junges Alter und der nur kurze Aufenthalt in der Schweiz sprechen eben-

falls dafür, dass er bei seiner Mutter im Sinne des Kindeswohls am besten 

aufgehoben ist. 

8.8 Der Vollständigkeit halber ist an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass 

das SEM die individuellen Faktoren, welche den Wegweisungsvollzug als 

zulässig und zumutbar erachten lassen, von welchen Kriterien es sich lei-

ten liess und warum es zum Resultat der Verfügung gelangte, in der ange-

fochtenen Verfügung in genügender Weise dargelegt hat, zumal aus den 

Akten klar hervorgeht, dass die Familie – mit welcher der Beschwerdefüh-

rer in Kontakt steht – in B._______ lebt, diese das Leben zu bestreiten 

vermag und keine Gründe ersichtlich sind, weshalb der Beschwerdeführer 

D-1965/2018 

Seite 14 

nicht zu ihnen zurückkehren könnte. Das SEM hat demzufolge den Sach-

verhalt genügend abgeklärt und die Begründungspflicht im Sinne von 

Art. 29 VwVG nicht verletzt. 

8.9 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als 

zumutbar. 

8.10 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 

2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu 

bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 

8.11 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AuG). 

9.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

10.  

10.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Verfahrenskosten dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Da mit Zwischen-

verfügung vom 11. April 2018 jedoch die unentgeltliche Prozessführung 

gutgeheissen wurde, sind keine Verfahrenskosten zu erheben.  

10.2 Mit Zwischenverfügung vom 11. April 2018 wurde zudem der Antrag 

auf amtliche Rechtsverbeiständung gutgeheissen. Bei amtlicher Vertretung 

geht das Gericht in der Regel von einem Stundenansatz von Fr. 100.− bis 

Fr. 150.− für nicht-anwaltliche Vertreterinnen und Vertreter aus (vgl. Art. 12 

i.V.m. Art. 10 Abs. 2 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kos-

ten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]), wobei nur der notwendige Aufwand zu entschädigen ist 

(vgl. Art. 8 Abs. 2 VGKE). Die eingereichte Kostennote vom 15. Juni 2018 

weist einen Gesamtzeitaufwand von 27,83 Stunden aus. Dieser Aufwand 

erscheint nicht vollumfänglich angemessen beziehungsweise notwendig 

im Sinne von Art. 64 Abs. 1 VwVG (Art. 12 i.V.m. Art. 10 Abs. 2 VGKE) und 

ist unter Berücksichtigung der massgebenden Bemessungsfaktoren 

D-1965/2018 

Seite 15 

(Art. 9-13 VGKE) und der Entschädigungspraxis in Vergleichsfällen auf ins-

gesamt 10 Stunden zu kürzen. Der amtlichen Rechtsbeiständin wird ein 

amtliches Honorar von gerundet Fr. 1620.‒ (inkl. Mehrwertsteuerzuschlag) 

zugesprochen.  

(Dispositiv nächste Seite)  

D-1965/2018 

Seite 16 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Der amtlichen Rechtsbeiständin Géraldine Kronig wird ein amtliches Ho-

norar von Fr. 1‘620.– ausgerichtet. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Jeannine Scherrer-Bänziger Nathalie Alemayehu 

 

 

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