# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8659fbd2-3a87-5ae9-9003-a25ee9ef9100
**Source:** Fribourg (FR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** FR ac_2a_99_40.pdf
**Docket/Reference:** ac_2a_99_40.pdf
**URL:** https://www.fr.ch/sites/default/files/contens/tc/_www/files/pdf3/ac_2a_99_40.pdf

## Full Text

II. Verwaltungsgerichtshof. Entscheid vom 31. August 1999 in der Beschwerdesa-
che 2A 99 40 Arbeitsgemeinschaft W., X., Y. und Z., im Kanton Bern, Beschwerde-
führerin, gegen die Direktion des Innern und der Landwirtschaft, Ruelle Notre-Dame 
2,  Postfach,  1701  Freiburg,  Beschwerdegegnerin,  betreffend  Arbeitsvergabe 
(Verfügung der Direktion vom 30. April 1999) 

Aus dem Sachverhalt 

A. 

Am  12.  März  1999  veröffentlichte  das  Kantonsforstamt  im  Amtsblatt  eine 
Ausschreibung für die Durchführung von Waldstandortkartierungsarbeiten (6 
Lose der Etappe 1999) während der Vegetationsperiode Juni bis September 
1999.  Die  an  diesen  Arbeiten  interessierten  Büros  konnten  die  Ausschrei-
bungsunterlagen  schriftlich  bis  am  23.  März  1999  beim  Kantonsforstamt 
beziehen.  Die  Offerten  waren  bis  zum  12.  April  1999,  um  17.00  Uhr,  beim 
Kantonsforstamt abzugeben. 

Die Arbeitsgemeinschaft W., X., Y. und Z. (nachfolgend: ARGE) hat am 17. 
März  1999  die  Ausschreibungsunterlagen  für  die  Lose  1  und  2  angefordert 
und erhielt darauf einen Fragebogen und ein Pflichtenheft. Zuschlagskriterien 
waren  weder  in  der  Ausschreibung  im  Amtsblatt  noch  in  den  abgegebenen 
Unterlagen  angegeben.  Am  7.  April  1999  reichte  die  ARGE  ihre  ent-
sprechenden Angebote ein. 

Für  das  Los  1  bezifferte  sich  ihr  Angebot  auf  36'500  Franken  (77  Fr./ha) 
zuzüglich MWSt und für das Los 2 auf 41'400 Franken (82 Fr./ha). 

Mit Schreiben vom 30. April 1999 teilte das Kantonsforstamt der ARGE mit, 
dass es die Arbeiten für die Waldstandortkartierung des Loses 1 an das Büro 
A.  und  des  Loses  2  an  das  Büro  B.  vergeben  hatte,  wobei  es  lediglich  die 
Preise des höchsten und des tiefsten Angebots für jedes Los angab. 

Das Angebot des Büros A. für das Los 1 bezifferte sich auf 40'764 Franken 
(86 Fr./ha) und jenes von B. für das Los 2 auf 45'400 Franken (89.90 Fr./ha). 

B. 

Die ARGE erhob am 6. Mai 1999 bei der Direktion des Innern und der Land-
wirtschaft  (nachstehend:  Direktion)  Einsprache  gegen  diese  Vergabe  mit 
dem  Begehren,  dass  die  Offerten  erneut  geprüft  und  auf  die  Vergabe 
zurückgekommen werde. Sie begründete dies damit, dass die Vergabe nicht 
nachvollziehbar sei, weil einerseits ihre Offerten für beide Lose offenbar die 
günstigsten  waren  und  andererseits  die  Sachkenntnis  und  die  Kartierungs-
erfahrung  der  berücksichtigten  Büros  kaum  grösser  sein  könne  als  die 
eigene. Sie behauptete im Gegenteil zumindest die gleiche, wenn nicht noch 

 
 
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mehr Erfahrung nachweisen zu können als die anderen. Zudem verlangte die 
ARGE eine schriftliche Begründung der Zuschlagsentscheide. 

Am  12.  Mai  1999  übermittelte  die  Direktion  die  Eingabe  der  ARGE  in 
Anwendung  von  Art.  16  Abs.  2  des  Gesetzes  vom  23.  Mai  1991  über  die 
Verwaltungsrechtspflege (VRG; SGF 150.1) unter Verweis auf Art. 2 Abs. 1 
des  Gesetzes  vom  11.  Februar  1998  über  das  öffentliche  Beschaffungswe-
sen  (GöB;  SGF  122.91.1)  als  Beschwerde  zuständigkeitshalber  an  das  hie-
sige  Verwaltungsgericht.  In  ihrem  Schreiben  wies  die  Direktion  darauf  hin, 
dass der angefochtene Entscheid von ihr genehmigt worden war. 

C. 

Am 1. Juni 1999 reichte die Direktion ihre Bemerkungen zur Beschwerde ein. 
Darin  hält  sie  fest,  dass  der  öffentliche  Auftrag  die  Waldstandortkartierung 
Etappe  1999  betrifft,  ein  Dienstleistungsauftrag  in  der  Grössenordnung  von 
rund  250'000  Franken.  Die  Vergabe  erfolgte  im  offenen  Verfahren.  Das 
Kantonsforstamt erhielt für die Lose 1 und 2 sechs bzw. vier Offerten. Am 29. 
April 1999 genehmigte die Direktion die vom Kantonsforstamt unterbreiteten 
Vorschläge  für  die  Vergabe  der  Arbeiten.  Das  Kantonsforstamt  informierte 
die  nicht  berücksichtigten  Bewerber  am  30.  April  1999  einzeln  über  den 
Vergabeentscheid,  wobei  es  als  Rechtsmittel 
fälschlicherweise  die 
Beschwerde an die Direktion innert einer Frist von 30 Tagen angab. 

Bezüglich des Arguments der ARGE, sie habe für beide Lose die günstigste 
Offerte eingereicht, führt die Direktion aus, der Wortlaut des Reglements vom 
28.  April  1998  über  das  öffentliche  Beschaffungswesen  (ÖBR;  SGF 
122.91.11) lasse nicht auf den Preis als einziges Kriterium des wirtschaftlich 
günstigsten Angebots schliessen. Der Gesetzgeber selbst habe festgehalten, 
es könnten neben dem Preis besondere Kriterien berücksichtigt werden. Als 
Beispiele nennt das Reglement die Qualität, die Fristen, die Rentabilität, die 
Betriebskosten,  den  Kundendienst,  die  Ökologie,  die  Zweckmässigkeit,  den 
technischen Wert, die Ausbildung von Lehrlingen, die Ästhetik, die Qualitäts-
sicherung,  die  Kreativität  und  die  Infrastruktur.  Für  die  Vergabe  der  ausge-
schriebenen  Arbeiten  sei  insbesondere  die  Qualität  der  Leistung  das  aus-
schlaggebende  Kriterium  gewesen,  da  über  zuverlässige  und  wissenschaft-
lich  wertvolle  Daten  zu  verfügen  sei,  und  nicht  in  erster  Linie  die  Kosten. 
Bezüglich  der  Sachkenntnis  und  der  Erfahrung  der  Mitarbeiter  der  interes-
sierten Unternehmen führt die Direktion denn aus, sie habe sich diesbezüg-
lich  auf  eine  vom  Kantonsforstamt  durchgeführte  Umfrage  über  deren  Aus-
bildung  und  Erfahrung  gestützt,  welche  es  ermöglichen  sollte,  die  Qualifika-
tion  der  einzelnen  Personen  zu  beurteilen.  Bei  seiner  Beurteilung  berück-
sichtigte das Kantonsforstamt neben dem erforderlichen Diplom eine minde-
stens  einjährige  Erfahrung  im  Kanton  Freiburg  als  grundlegendes  Kriterium. 
Es wurde für notwendig erachtet, dass der Auftragnehmer die Besonderhei-

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ten  des  Freiburger  Waldes  und  seiner  Bewirtschaftung  sowie  die  spezifi-
schen Bedürfnisse des Kantonsforstamts bereits kannte. 

Gemäss  den  Ausführungen  der  Direktion  erfüllten  nicht  alle  Mitglieder  der 
ARGE  dieses  Kriterium  und  namentlich  die  Forstingenieure  W.  und  X.,  wel-
che bereits im Kanton tätig gewesen sind, wiesen im Vergleich zu den Büros, 
welchen  die  Lose  1  und  2  zugeschlagen  wurden,  nur  wenig  Erfahrung  auf. 
Aber auch der Erfahrung in anderen Kantonen sei Rechnung getragen wor-
den.  Dabei  sei  festgestellt  worden,  dass die Forstingenieure Y. und X. über 
viel und die Ingenieure W. und Z. über wenig Erfahrung verfügten, was nicht 
ausreichte,  um  die  mangelnde  Erfahrung  auf  freiburgischem  Gebiet  wett-
zumachen. Schliesslich macht die Direktion geltend, sie habe die Qualität der 
Kartierungsarbeit,  welche  in  früheren  Jahren  im  Kanton  Freiburg  geleistet 
worden  sei,  berücksichtigt,  ohne  dass  dieses  Kriterium  jedoch  ausschlag-
gebend  gewesen  sei.  Die  Direktion  notierte  die  beauftragten  Büros  diesbe-
züglich positiv, während sie hingegen für die ARGE keine Tätigkeit im Kanton 
in Betracht ziehen und somit einen solchen positiven Punkt nicht verzeichnen 
konnte.  Aus  diesen  Gründen  ist  die  Direktion  der  Ansicht,  die  vom 
Kantonsforstamt für die Vergabe der Arbeiten vorgeschlagenen Büros verfü-
gen über mehr Erfahrung und Sachkenntnis als die ARGE. 

Zusammenfassend betrachtet die Direktion deswegen die Offerten der Büros 
A. und B. als die wirtschaftlich günstigsten Angebote, obwohl die Offerte der 
ARGE für das Los 1 um 10,5% und für das Los 2 um 8,8% billiger war, und 
beantragt unter Kostenfolge die Abweisung der Beschwerde. 

Mit Eingabe vom 8. Juni 1999 hielt die ARGE an ihrer Beschwerde fest. Sie 
behauptet  nach  wie  vor,  ihre  Offerte  sei  die  günstigste,  und  nicht  bloss 
bezüglich  des  Hauptkriteriums  Preis,  sondern  auch  bezüglich  der  Nebenkri-
terien gemäss Art. 30 Abs. 1 ÖBR. 

Am  5.  Juli  1999  teilte  die  Direktion  dem  Verwaltungsgericht  in  Anwendung 
von Art. 14 Abs. 2 der Vereinbarung über das öffentliche Beschaffungswesen 
(IVöB;  SGF  122.91.2)  mit,  dass  die angefochtenen Verträge abgeschlossen 
worden waren. 

D. 

E. 

Aus den Erwägungen 

1.  a)  Nach Art. 5 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 1995 über den Bin-
nenmarkt  (BGBM;  SR  943.02)  richten  sich  die  öffentlichen  Beschaffungen 
durch Kantone, Gemeinden und andere Träger kantonaler oder kommunaler 
Aufgaben  nach  kantonalem  oder  interkantonalem  Recht.  Art.  1  GöB  hält 

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dazu fest, dass die öffentlichen Beschaffungen des Staates, der Gemeinden 
und  anderer  Träger  kantonaler  und  kommunaler  Aufgaben  den  Vorschriften 
der  IVöB,  dem  BGBM  und  den  dazugehörigen  Ausführungsbestimmungen 
unterstehen. 

Die  Kosten  des  vorliegenden  Dienstleistungsauftrags  übersteigen  offenbar 
403'000  Franken  nicht.  Die  Arbeiten  waren  deshalb  in  Anwendung  von  Art. 
38  ff.  ÖBR  (i.V.m.  Art.  7  IVöB)  zu  vergeben.  Die  Direktion  hat  das  offene 
Verfahren gewählt. 

Die  Zuständigkeit  des  Verwaltungsgerichts  zur  Beurteilung  der  Beschwerde 
gegen den Zuschlagsentscheid ergibt sich aus Art. 2 Abs. 1 GöB und Art. 35 
ÖBR. 

b)  Beschwerden sind schriftlich und begründet innert zehn Tagen seit Eröffnung 
der Verfügung einzureichen (Art. 15 Abs. 2 IVöB). Diese Frist ist eingehalten. 
Der  Zuschlagsentscheid  wurde  den  Beschwerdeführern  am  30.  April  1999 
zugesandt und die Beschwerde am 6. Mai 1999 bei der Direktion eingereicht. 
Gemäss  Art.  28  Abs.  2  VRG  gilt  die  Frist  als  eingehalten,  wenn  die  Partei 
rechtzeitig  an  die  unzuständige  Behörde  gelangt.  Diese  hat  gemäss  Art.  16 
Abs. 2 VRG die Akten ohne Verzug der Behörde zu überweisen, welche sie 
als zuständig erachtet. Zu beachten ist im vorliegenden Fall zudem, dass der 
Vergabeentscheid eine falsche Rechtsmittelbelehrung enthielt. 

2.  a)  Wer  als  Partei  im  Beschwerdeverfahren  teilnimmt,  beurteilt  sich  nach  dem 
anwendbaren  kantonalen  Verwaltungsverfahrensrecht.  Nach  Art.  76  Bst.  a 
VRG ist zur Beschwerde berechtigt, wer durch den angefochtenen Entscheid 
berührt  ist  und  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  dessen  Aufhebung  oder 
Änderung hat. 

Vorliegend kommt eine Aufhebung oder Änderung des Zuschlagsentscheids 
nicht in Frage (vgl. Art. 18 IVöB und unten Erw. 3c). Den Beschwerdeführern 
kann bei Rechtswidrigkeit der Vergabe allenfalls ein Schadenersatz zustehen 
(Peter  Galli/Daniel  Lehmann/Peter  Rechsteiner,  Das  öffentliche  Be-
schaffungswesen  in  der  Schweiz,  Zürich  1996,  N  607  S.  178;  vgl.  auch 
Nicolas  Michel/Roger  Zäch,  Submissionswesen  im  Binnenmarkt  Schweiz, 
Erste praktische Erfahrungen und Entwicklungen, Zürich 1998, S. 10 ff.). Die 
Beschwerdeführer haben somit ein schutzwürdiges Interesse, dass der Ver-
gabeentscheid  in  Beachtung  der  einschlägigen  Bestimmungen  zustande 
gekommen war. Ihre Beschwerdebefugnis ist grundsätzlich zu bejahen. 

b)  Die Beschwerdeführer bilden eine einfache Gesellschaft bestehend aus vier 
Mitgliedern. Eine einfache Gesellschaft ist nicht partei- und somit auch nicht 

 
 
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prozessfähig  (Georg  Leuch/Omar  Marbach/Franz  Kellerhans,  Die  Zivilpro-
zessordnung für den Kanton Bern, 4. Auflage, 1995, N 1b ad Art. 35 S. 138). 
Partei  sind  immer  die  Gesellschafter  unter  Bildung  einer  Streitgenossen-
schaft. Im vorliegenden Fall sind alle vier Gesellschafter als Beschwerdefüh-
rer  angegeben;  ihre  Partei-  und  mithin  Prozessfähigkeit  steht  ausser  Frage. 
Dass  die  Beschwerdeschrift  allein  von  einem  Gesellschafter  unterschrieben 
ist, ändert daran nichts. Denn es ist auch denkbar, dass nach aussen nur ein 
einzelner Gesellschafter auftritt, der das Prozessergebnis im Innenverhältnis 
mit den Mitgesellschaftern zu teilen hat (Hans Ulrich Walder-Richli, Zivilpro-
zessrecht, 4. Auflage, Zürich 1996, § 8 N 5 und Fn 26). 

3.  a)  Mit der Beschwerde an das Verwaltungsgericht können Rechtsverletzungen, 
einschliesslich  Überschreitung  oder  Missbrauch  des  Ermessens  sowie 
unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachver-
halts gerügt werden (Art. 16 Abs. 1 lit. a und b IVöB.) Die Unangemessenheit 
kann jedoch nicht geltend gemacht werden (Art. 16 Abs. 2 IVöB). 

b)  Die  Beschwerdeschrift  muss  die  Begehren  und  eine  Begründung  enthalten 
(Art. 81 Abs. 1 VRG). Es muss gesagt werden, inwiefern (in welchen Punk-
ten)  und  weshalb  der  angefochtene  Entscheid  beanstandet  wird.  Es  genügt 
nicht,  bloss  zu  behaupten,  der  angefochtene  Entscheid  sei  falsch.  Die 
Begründung  muss  sich  wenigstens  in  minimaler  Form  mit  dem  angefochte-
nen  Erkenntnis  auseinandersetzen  und  sinngemäss  darauf  schliessen  las-
sen, welche Rechtsnormen oder Grundsätze der Ermessensausübung nach 
Auffassung  der  opponierenden  Partei  verletzt oder inwiefern Sachverhaltse-
lemente  unrichtig  oder  unvollständig  festgestellt  worden  sind  (Thomas 
Merkli/Arthur  Aeschlimann/Ruth  Herzog,  Kommentar  zum  Gesetz  über  die 
Verwaltungsrechtspflege im Kanton Bern, 1997, N. 15 zu Art. 32). 

Vorliegend  beantragen  die  Beschwerdeführer,  es  seien  die  Offerten  neu  zu 
prüfen und auf die Vergabe zurückzukommen. Aus der wenig substantiierten 
Begründung  lässt  sich  ableiten,  dass  sie  sinngemäss  die  Aufhebung  des 
angefochtenen Entscheids und den Zuschlag des Auftrags verlangen. Auf die 
knapp formell gültige Beschwerdeschrift ist einzutreten. 

c) 

Ist  der  Vertrag  zwischen  Auftraggeber  und  Unternehmer  noch  nicht  abge-
schlossen,  kann  die  Beschwerdeinstanz  die  Aufhebung  der  Verfügung 
beschliessen  und  in  der  Sache  selbst entscheiden oder sie an den Auftrag-
geber mit oder ohne verbindliche Anordnungen zurückweisen. Ist der Vertrag 
bereits abgeschlossen und erweist sich die Beschwerde als begründet, stellt 
die Beschwerdeinstanz fest, dass die Verfügung rechtswidrig ist (Art. 18 Abs. 
1 und 2 IVöB). 

 
 
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Im  vorliegenden  Fall  informierte  die  Direktion  das  Verwaltungsgericht  am 
5. Juli 1999, dass sie die Verträge mit den gewählten Anbietern abgeschlos-
sen hatte. Soweit also die Beschwerdeführer die Aufhebung des Zuschlags-
entscheids vom 30. April 1999 und den Zuschlag der Arbeiten für sich selbst 
verlangen, ist darauf nicht einzutreten. Das Gericht hat lediglich zu prüfen, ob 
die Verfügung rechtswidrig ist. 

4.  a)  Gemäss  Art.  30  Abs.  1  ÖBR  wird  der  Auftrag  dem  Anbieter  mit  dem  wirt-
schaftlich  günstigsten  Angebot  vergeben.  Bei  der  Bewertung  ist  das  Preis-
Leistungs-Verhältnis  zu  beachten.  Dabei  können  neben  dem  Preis  beson-
ders  folgende  Kriterien  berücksichtigt  werden:  Qualität,  Fristen,  Rentabilität, 
technischer 
Betriebskosten,  Kundendienst,  Ökologie,  Zweckmässigkeit, 
Wert,  Ausbildung  von  Lehrlingen,  Ästhetik,  Qualitätssicherung,  Kreativität 
und Infrastruktur. 

Art.  15  Abs.  1  Bst.  i  ÖBR  bestimmt,  dass  die  Ausschreibungsunterlagen 
mindestens  die  Zuschlagskriterien  in  der  Reihenfolge  ihrer  Bedeutung  ent-
halten sowie die Kostenelemente, die zur Bewertung der angebotenen Preise 
zu berücksichtigen sind. 

b) 

Im  vorliegenden  Fall  wurden  die  Zuschlagskriterien  weder  in  der  Ausschrei-
bung noch in den abgegebenen Unterlagen angegeben. Aus den Unterlagen 
geht lediglich implizite hervor, dass die Auftraggeberin wohl insbesondere die 
Ausbildung,  die  Kartierungserfahrung  (beurteilt  anhand  der  realisierten 
Projekte,  der  kartierten  Gebiete  und  deren  Fläche  sowie  der  beruflichen 
Fortbildung  der  Mitarbeiter  der  interessierten  Unternehmen)  und  die  im 
Kanton  Freiburg  bereits  erbrachten  und  der  Auftraggeberin  bekannten  Lei-
stungen berücksichtigen würde. Dass dies - nebst dem angebotenen Preis - 
in  etwa  die  Zuschlagskriterien  sein  würden,  durfte  den  Beschwerdeführern 
denn  auch  mehr  oder  weniger  klar  gewesen  sein,  wie  es  sich  aus  der  For-
mulierung  ihrer  Beschwerdeschrift  ergibt.  Es  fehlt  in  den  Unterlagen  hinge-
gen jeder Hinweis auf die Bedeutung der Zuschlagskriterien und deren Rei-
henfolge. 

Die Ausschreibung des strittigen Auftrags verletzt somit die Norm von Art. 15 
Abs.  1  Bst.  i  ÖBR  und  somit  das  darin  auf  kantonaler  Ebene  verankerte 
Transparenzprinzip,  das  die  gesamte  Normierung  des  öffentlichen  Beschaf-
fungswesens  beherrscht,  um  namentlich  der  Gefahr  von  Ermessensmiss-
brauch oder -überschreitung bei der Beurteilung der wirtschaftlichen günstig-
sten  Offerte  vorzubeugen.  Das  Bundesgericht  hat  deswegen  in  seiner  jüng-
sten  Rechtsprechung  präzisiert,  dass  der  Auftraggeber  sämtliche 
Zuschlagskriterien  im  Voraus  zu  bestimmen  und  den  Anbietern  in  der  Rei-
henfolge  ihrer  Bedeutung  bekannt  zu  geben  hat  (BGE  125  II  100  E.7c).  Es 

 
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geht  denn  auch  nicht  an,  dass  der  Auftraggeber  die  Kriterien  oder  deren 
Bedeutung oder Gewichtung im nachhinein noch ändert. Die im vorliegenden 
Fall  von  der  Auftraggeberin  gewählte  Formulierung  der  Ausschreibungsun-
terlagen vereitelt die Transparenz des Vergabeverfahrens und öffnet die Tore 
für 
jede  Manipulation  durch  beliebig  unterschiedliche  Wertung  der 
Zuschlagskriterien.  Zudem  erschwert  diese  Vorgehensweise  eine  wirkungs-
volle Kontrolle durch die Beschwerdeinstanz und dies unabhängig von deren 
beschränkten Kognitionsbefugnis. 

5.  a)  Selbst  wenn  die  Kriterien,  welche  die  Auftraggeberin  gemäss  Angaben  der 
Direktion in ihren Bemerkungen zur Beschwerde schliesslich angewandt hat, 
vorschriftsgemäss  in  der  Reihenfolge  ihrer  Bedeutung  bereits  in  den  Aus-
schreibungsunterlagen  angegeben  worden  wären,  ist  es  ausgeschlossen, 
dass  die  Aufträge  auch  tatsächlich  in  Anwendung  dieser  Kriterien  vergeben 
worden sind. 

Die  Beschwerdeführer  machen  geltend,  ihre  Offerte  sei  für  beide  Lose  die 
günstigste gewesen und nicht nur bezüglich des Hauptkriteriums Preis, son-
dern  auch  unter  Berücksichtigung  ihrer  Sachkenntnis  und  Kartierungserfah-
rung. 

Der  angefochtene  Zuschlagsentscheid  selbst  enthielt  keine  Begründung 
(siehe  dazu  Art.  45  Abs.  2  ÖBR).  Aus  den  Bemerkungen  zur  Beschwerde 
ergibt sich aber, dass die Direktion neben dem Preis insbesondere auch die 
Qualität  der  Leistung  als  ausschlaggebendes  Kriterium  angewendet  hat.  Da 
sich diese grundsätzlich aus der Sachkenntnis und Erfahrung der einzelnen 
Mitarbeiter  der  interessierten  Unternehmen  ergebe,  hat  die  Direktion  eine 
Umfrage  bezüglich  Ausbildung  und  Erfahrung  der  einzelnen  Personen 
durchführen  lassen.  Gemäss  den  Ausschreibungsunterlagen,  welche  die 
interessierten  Büros  erhalten  haben,  hatten  jedoch  lediglich  jene  Interes-
senten diese Umfrage zu beantworten, die nicht bereits an der Kartierungs-
kampagne 1997 und 1998 im Kanton Freiburg mitgearbeitet hatten. 

Bei  der  Prüfung,  ob  der  Vergabeentscheid  den  Anforderungen  von  Art.  30 
ÖBR Stand hält, welcher die Vergabe des Auftrags an den Anbieter mit dem 
wirtschaftlich günstigsten Angebot gebietet, ist dem Verwaltungsrichter gros-
se  Zurückhaltung  geboten,  da  er  keine  Befugnis  zur  Prüfung  eines  Ent-
scheids auf Unangemessenheit (Art. 16 Abs. 2 IVöB) hat. 

b)  Die  Direktion  weist  in  ihren  Bemerkungen  darauf  hin,  sie  habe  eine  minde-
stens  einjährige  Erfahrung  im  Kanton  Freiburg  als  grundlegendes  Kriterium 
berücksichtigt.  Diesbezüglich  hält  sie  fest,  dass  die  Forstingenieure  W.  und 
X.,  welche  bereits  im  Kanton  tätig  gewesen  sind,  weniger  Erfahrung  im 

 
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Kanton  aufweisen,  als  die  Mitglieder  der  Büros,  welchen  die  Lose  1  und  2 
zugeschlagen wurden. 

Bezüglich der Kartierungserfahrung in anderen Kantonen, führt die Direktion 
aus, die Forstingenieure Y. und X. verfügten über viel Erfahrung, während Z. 
und W. wenig Erfahrung aufwiesen. Sie ist der Ansicht, dass diese Erfahrung 
nicht  ausreiche,  um  die  mangelnde  Erfahrung  auf  freiburgischem  Gebiet 
wettzumachen. Die Direktion verweist dazu auf eine vom Kantonsforstamt zu 
Handen des Direktors aufgestellten Vergleichstabelle vom 22. April 1999. 

Schliesslich  hat  die  Direktion  die  Qualität  der  Kartierungsarbeit,  welche  die 
Anbieter  in  den  früheren  Jahren  für  den  Kanton  Freiburg  geleistet  haben, 
berücksichtigt. Die beiden Büros, welche den Zuschlag erhielten, leisteten in 
der  Vergangenheit  gute  Arbeit,  während  die  Beschwerdeführer  noch  nie  für 
den  Auftraggeber  tätig  waren  und  somit  bei  diesem  Kriterium  keinen  positi-
ven Punkt erhielten. 

Welche Bedeutung die Direktion den verschiedenen, hier aufgeführten Krite-
rien  nebst  dem  Preis  zugemessen  hat  und  wie  diese  genau  gewichtet  wur-
den, geht aus ihren Ausführungen nicht hervor. 

c)  Bezüglich  dieser  Kriterien  ergibt  ein  erster  Vergleich  zwischen  den 
Beschwerdeführern und dem Büro A., welches für das Los 1 eine 11,7% teu-
rere  Offerte  als  jene  der  Beschwerdeführer  eingereicht  hat,  Folgendes:  Alle 
vier Beschwerdeführer sind Forstingenieure ETH. W. hat im Kanton Freiburg 
im Jahr 1997 200 ha kartiert, X. im Jahr 1996 deren 100. Dazu kommt eine 
Kartierungserfahrung in den Kantonen Bern, Luzern, Nidwalden und Uri von 
3'500  ha  für  Y.,  1'700  ha  für  W.,  4'600 ha  für  X.  und  400  ha  für  Z.  Demge-
genüber  weist  A.  für  die  Diplombiologin  O.  eine  Kartierungserfahrung  von 
lediglich  120  ha  und  für  den  Diplomgeographen  P.  von  155  ha  auf.  Zudem 
bemerkt A., dass es für Kartierungsarbeiten auf die Mitarbeit des Experten Q. 
vom  Büro  B.  angewiesen  ist,  welcher  ebenfalls  einige  Tage  für  Ausbildung 
seiner Kartographen zur Verfügung stehen würde. Als weitere Mitarbeiter gibt 
A. die Forstingenieure R. und S. vom Büro C. sowie die Diplombiologen T., 
U.  und  V.  an,  welche  vergleichsweise  eine  geringere  Kartierungserfahrung 
als  die  Beschwerdeführer  aufweisen.  Auch  wenn  man  die  Kriterien 
anwendet, welche die Direktion im Rahmen dieses Beschwerdeverfahrens in 
gesetzwidriger Weise nachträglich definiert hat, ist festzustellen, dass dieser 
Zuschlag völlig willkürlich erfolgt ist und den Anforderungen von Art. 30 Abs. 
1  ÖBR  in  keiner  Weise  Stand  hält.  Offensichtlich  hat  die  Direktion  die  im 
Voraus  nirgends  angegebene  Erfordernis  einer  Mindestpraxis  von  einem 
im  Kanton  Freiburg  krass  überbewertet  und  praktisch  zum 
Jahr 
Hauptkriterium erhoben. 

 
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Vielmehr fällt auf, dass das von der Auftraggeberin trotz höherem Preis und 
geringerer  Qualifikation  bevorzugte  Unternehmen  aus  dem  Kanton  Freiburg 
stammt  und  unter  seinen  Mitarbeitern  verschiedene  Mitglieder  anderer 
ebenfalls  aus  dem  selben  Kanton  stammenden  Unternehmen  aufführt,  wel-
chen ihrerseits die Lose 2, 3 und 4 zugeschlagen wurden. 

d)  Der zweite Vergleich mit dem Büro B. bezüglich Los 2 lässt ebenfalls Fragen 
offen, und zwar weniger wegen der Erfahrung in der Waldstandortkartierung 
im Kanton Freiburg und anderswo, als wegen der Gewichtung der verschie-
denen  von  der  Direktion  angewandten  Kriterien.  Auch  hier  ist  nämlich  die 
Offerte  von  B.  um  9,6%  teurer  als  jene  der  Beschwerdeführer.  Hingegen 
erfüllen  die  Ersten  zweifellos  die  Bedingung  einer  mindestens  einjährigen 
Erfahrung  im  Kanton,  wobei  aber  global  gesehen  die  Erfahrung  der  Mitglie-
der  der  beiden  fraglichen  Unternehmen  zumindest  vergleichbar  sein  dürfte. 
Auch das Forstingenieurbüro B. führt unter seinen Mitarbeitern verschiedene 
Mitglieder  anderer  Büros  auf.  Mangels  einer  klaren  Angabe  der  Zuschlags-
kriterien  und  einer  Bewertungsskala  kann  das  Gericht  diesen  Vergleich 
jedoch weder nachvollziehen noch eingehend prüfen. Auf den ersten Blick ist 
unerfindlich,  weshalb  bei  anscheinend  gleichwertiger  Kompetenz  das  Ange-
bot mit dem niedrigeren Preis nicht gewählt worden ist. 

e) 

In Abwesenheit von klar definierten Zuschlagskriterien und deren Bedeutung 
ist  deshalb  festzustellen,  dass  die  Vergabe  durch  die  Direktion  willkürlich 
erfolgt ist. 

Zur  Wahrung  der  Transparenz  des  Vergabeverfahrens  und  der  Rechts-
gleichheit  und  zur  Vermeidung  jeglichen  Missverständnisses  hatte  die  Auf-
traggeberin alle Kriterien, die sie zur Beurteilung der eingereichten Angebote 
anzuwenden  gedachte,  in  den  Ausschreibungsunterlagen  festzulegen  und 
deren einzelne Gewichtung in einer technischen Bewertungstabelle anzuge-
ben.  Die  Beschwerdeführer  machen  somit  zu  Recht  geltend,  dass  das  Ver-
gabeverfahren  nicht  nachvollziehbar  war  und  dass  sie  in  Anwendung  der 
zunächst vermuteten und später durch die Direktion bestätigten Kriterien für 
das Los 1 und möglicherweise auch für das Los 2 das wirtschaftlich günstig-
ste Angebot eingereicht hatten. 

6.  a)  Nach  dem  Gesagten  muss  die  Beschwerde  gutgeheissen  werden.  Da  die 
Verträge mit den gewählten Anbietern bereits abgeschlossen wurden, ist es 
nicht  möglich,  den  Vergabeentscheid  aufzuheben  (siehe  oben  Erw.  3c).  Es 
ist  hingegen  festzustellen,  dass  der  angefochtene  Entscheid  im  Sinne  der 
Erwägungen rechtswidrig ist. 

 
 
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b) Bei diesem Ausgang des Verfahrens werden keine Verfahrenskosten erhoben 

(Art. 131 und 133 VRG; FZR 1992 S. 206 ff.).