# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8d8f7eff-3c35-51dd-bd84-b439780a5d88
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2009-06-03
**Language:** de
**Title:** Einschätzung 2006
**Docket/Reference:** ST.2009.90
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_ST_2009_90_ar.pdf

## Full Text

STEUERREKURSKOMMISSION I 
DES KANTONS ZÜRICH 

1 ST.2009.90 

Entscheid 

3. Juni 2009 

Mitwirkend: 

Vizepräsident A. Tobler, die Mitglieder U. Hofstetter, M. Ochsner und Sekretärin  
J. Nartey 

A ,    

vertreten durch B,  

In Sachen 

gegen 

Rekurrent,  

S t a a t   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Nord,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Rekursgegner,  

betreffend 

Einschätzung 2006 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A. Der 1959 geborene A (nachfolgend der Pflichtige) ist in C seit 1. März 1990 

bei der D angestellt. Seit Mai 1992 ist er in C auch ununterbrochen als Wochenaufent-

halter gemeldet. Im Dezember 2000 erwarb er in C für Fr. 680'000.- eine 4 1/2-Zimmer 

Eigentumswohnung,  die  er  seit  November  2001  selber  bewohnt.  Bezüglich  dieser 

Wohnung  war  er  in  C  ab  der  Steuerperiode  2000  beschränkt  steuerpflichtig.  Sein 

Hauptsteuerdomizil  hatte  er  dagegen  stets  in  G  bei  seinen  Eltern,  welche  in  einer  5 

1/2-Zimmer Eigentumswohnung leben. 

Nachdem der Pflichtige den Fragebogen für Wochenaufenthalt ausgefüllt hat-

te, nahm das kantonale Steueramt ab der Steuerperiode 2006 über ihn die Steuerho-

heit in Anspruch. Es erliess zu diesem Zweck am 19. April 2007 einen entsprechenden 

Vorentscheid. 

B.  Hiergegen  erhob  der  Pflichtige  am  18./20. Mai  2007  Einsprache.  Zur  Be-

gründung  brachte  er  vor, er  kehre an  den Wochenenden  regelmässig nach  G zu sei-

nen  Eltern  zurück  und  verbringe  dort  auch  seine  Ferien.  In  der  elterlichen  Wohnung, 

welche sehr gross sei, verfüge er über zwei komfortabel eingerichtete Zimmer (Schlaf-

zimmer und Büro). Die  Beziehung zu seinen Eltern sei ausgesprochen eng und gehe 

weit über das hinaus, was man bei einem ledigen Sohn in seinem Alter üblicherweise 

erwarte.  Dies  liege  daran,  dass  er  die  betagten  Eltern  wegen  ihres  angeschlagenen 

Gesundheitszustands  in  Haushalt  und  Pflege  substanziell  unterstütze  und  so  den 

Verbleib in ihrer Wohnung ermögliche. Daneben sei er in G Mitglied der Kirchgemeinde 

und  einer  politischen  Partei.  In  C  gehe  er  dagegen  nur  der  Arbeit  nach  und  verfüge 

über keinen speziellen Bekanntenkreis. Bei kürzerer Distanz zu  G würde er unter der 

Woche nicht dort wohnen. Er lebe in C allein und habe über die unmittelbaren berufli-

chen  Kontakte  hinaus  keine  Beziehungen.  Sein  Lebensmittelpunkt  bilde  daher  G  und 

nicht C. 

Mit Auflage vom 20. September 2007 führte der Steuerkommissär hinsichtlich 

dieser  Sachverhaltsvorbringen  eine  Untersuchung  durch.  Der  Pflichtige  reichte  am 

29. November 2007 entsprechende Unterlagen und Erklärungen ein. 

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Das kantonale Steueramt wies die Einsprache am 10. Dezember 2007 ab. Es 

erwog, für C als Lebensmittelpunkt des Pflichtigen sprächen sein Alter, der Besitz einer 

Eigentumswohnung und die Arbeitsstelle bei der D. Demgegenüber habe der Pflichtige 

die Pflegebedürftigkeit seiner Eltern in G nicht nachgewiesen, ebenso wenig die regel-

mässige  Betätigung  in  einer  dortigen  politischen  Partei.  Die  Beziehungen  zu  C  über-

wögen daher diejenigen zu G, sodass sich sein Wohnsitz in C befinde. 

C. Dagegen erhob der Pflichtige am 1. Februar 2008 Rekurs.  

Der Einzelrichter der Steuerrekurskommission I wies die Sache auf Antrag des 

kantonalen  Steueramts  mit  Entscheid  vom  7. März  2007  zur  Durchführung  des  Ein-

schätzungsverfahrens an dieses zurück. 

D.  Nach  Einreichung  der  zürcherischen  Steuererklärung  2006  schätzte  der 

Steuerkommissär den Pflichtigen  am 13. Juni 2008 für die Steuerperiode 2006 mit ei-

nem steuerbaren Einkommen von Fr. 204'800.- und einem steuerbaren Vermögen von 

Fr. 1'375'000.- ein. Dabei hielt er an der Inanspruchnahme der Steuerhoheit über den 

Pflichtigen für den Kanton Zürich ab der Steuerperiode 2006 fest. 

Hiergegen liess der Pflichtige am 4. August 2008 durch den neu zugezogenen 

Vertreter erneut Einsprache erheben und beantragen, die Besteuerung im Kanton Zü-

rich auf die Liegenschaft in C zu beschränken. Nach Durchführung einer Besprechung 

zwischen  ihm  und  dem  Steuerkommissär  wies  das  kantonale  Steueramt  die  Einspra-

che am 2. März 2009 ab.  

Mit neuerlichem Rekurs vom 2. April 2009 liess der Pflichtige am Einsprache-

antrag  festhalten  und  Rückweisung  der  Sache  zur  Neufestlegung  der  Steuerfaktoren 

bei  beschränkter  Steuerpflicht  beantragen.  Ausserdem  sei  ihm  eine  Parteientschädi-

gung  zuzusprechen.  Das  kantonale  Steueramt  schloss  am  21. April  2009  auf  Abwei-

sung des Rekurses.  

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Die Rekurskommission zieht in Erwägung: 

1. a) Gemäss Art. 3 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Harmonisierung der 

direkten  Steuern  der  Kantone  und  Gemeinden  vom  14. Dezember  1990  (StHG)  und 

§ 3 Abs. 1 des (kantonalen) Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 (StG) ist eine natürliche 

Person  aufgrund  persönlicher  Zugehörigkeit  (unbeschränkt)  steuerpflichtig,  wenn  sie 

ihren  steuerrechtlichen  Wohnsitz  oder  Aufenthalt  im  Kanton  hat.  Wohnsitz  hat  eine 

Person u. a. dann, wenn sie sich mit der Absicht dauernden Verbleibens aufhält (Art. 3 

Abs. 2 StHG und § 3 Abs. 2 StG).  

aa) Der Wohnsitzbegriff des StHG/StG ist dem des ZGB nachgebildet (Art. 23 

Abs. 1 und Art. 25 ZGB), ohne dass sich diese Begriffe vollständig decken. Der steuer-

rechtliche Wohnsitzbegriff knüpft nach der für das Abgabenrecht geltenden wirtschaftli-

chen Betrachtungsweise an die tatsächliche Gestaltung der Dinge an. Ob demnach ein 

Wohnsitz im Sinn des Steuerrechts vorliegt oder nicht, richtet sich nach den äusserlich 

erkennbaren  Umständen  des  Einzelfalls  und  damit  nach  objektiven  Kriterien.  Auf  die 

subjektiven Absichten des Steuerpflichtigen bzw. dessen gefühlsmässige Bevorzugung 

eines  Ortes  kommt  es  nicht  an;  der  steuerrechtliche  Wohnsitz  ist  insofern  nicht  frei 

wählbar. Das Steuerrecht stellt folglich auf einen objektiven Wohnsitzbegriff ab (Rich-

ner/Frei/Kaufmann/Meuter,  Kommentar  zum  harmonisierten  Zürcher  Steuergesetz, 

2. A., 2006, § 3 N 5). 

bb)  Wenn  sich  eine  Person  abwechslungsweise  an  zwei  Orten  aufhält,  na-

mentlich  wenn  ihr  Arbeitsort  und ihr  sonstiger  Aufenthaltsort  auseinanderfallen,  ist  für 

die Bestimmung des steuerrechtlichen Wohnsitzes darauf abzustellen, zu welchem Ort 

sie  die  stärkeren  Beziehungen  unterhält.  Bei  unselbstständig  erwerbenden  Steuer-

pflichtigen  ist  das  gewöhnlich  der  Ort,  wo  sie  für  längere  oder  unbestimmte  Zeit  Auf-

enthalt  nehmen,  um  von  dort  aus  der  täglichen  Arbeit  nachzugehen,  ist  doch  der 

Zweck  des  Lebensunterhalts  dauernder  Natur.  Die  Frage,  zu  welchem  der  Aufent-

haltsorte  die  steuerpflichtige  Person  die  stärkeren  Beziehungen  unterhält,  ist  jeweils 

aufgrund der Gesamtheit der Umstände des Einzelfalls zu beurteilen (BGE 132 I 29 E. 

4.2 S. 36 f. mit Hinweisen, www.bger.ch). 

cc)  Bei  verheirateten  Personen  mit  Beziehungen  zu  mehreren  Orten  werden 

die  persönlichen  und  familiären  Kontakte  zum  Ort,  wo  sich  ihre  Familie  aufhält,  als 

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stärker erachtet als diejenigen zum Arbeitsort, wenn sie in nicht leitender Stellung un-

selbstständig erwerbstätig sind und täglich oder an den Wochenenden regelmässig an 

den  Familienort  zurückkehren.  Demnach  unterstehen  verheiratete  Pendler  oder  Wo-

chenaufenthalter grundsätzlich ausschliesslich der Steuerhoheit desjenigen Kantons, in 

dem sich ihre Familie aufhält (BGE 132 I 29 E. 4.2 und 4.3 S. 36 f. mit Hinweisen). 

Diese  Praxis  findet  auch  auf  ledige  Personen  Anwendung,  zählt  die  Recht-

sprechung  doch  Eltern  und  Geschwister  ebenfalls  zur  Familie  des  Steuerpflichtigen. 

Allerdings werden die Kriterien, nach denen das Bundesgericht entscheidet, wann an-

stelle des Arbeitsorts der Aufenthaltsort der Familie als Hauptsteuerdomizil anerkannt 

werden  kann,  besonders  streng  gehandhabt;  dies  folgt  aus  der  Erfahrung,  dass  die 

Bindung zur elterlichen Familie regelmässig lockerer ist als diejenige unter Ehegatten. 

Bei  ledigen Steuerpflichtigen  ist  vermehrt  noch  als  bei  verheirateten  Personen  zu  be-

rücksichtigen,  ob  weitere  als  nur  familiäre  Beziehungen  zum  einen  oder  anderen  Ort 

ein Übergewicht begründen. Dadurch erhält der Grundsatz, wonach das Hauptsteuer-

domizil  von  Unselbstständigerwerbenden  am  Arbeitsort  liegt,  grösseres  Gewicht: 

Selbst  wenn  ledige  Steuerpflichtige  allwöchentlich  zu  den  Eltern  oder  Geschwistern 

zurückkehren,  können  die  Beziehungen  zum  Arbeitsort  überwiegen.  Dies  kann  na-

mentlich  dann  zutreffen,  wenn  sie  sich  am  Arbeitsort  eine  Wohnung  eingerichtet  ha-

ben, dort ein Konkubinatsverhältnis haben oder über einen besonderen Freundes- und 

Bekanntenkreis verfügen. Besonderes Gewicht haben in diesem Zusammenhang auch 

die Dauer des Arbeitsverhältnisses und das Alter des Steuerpflichtigen (BGE 125 I 54 

E. 2b/bb S. 57 mit Hinweisen). 

b)  In  Bezug  auf  die  Beweisführung  sind  folgende  Grundsätze  massgebend: 

Der  Umstand,  dass  der  unverheiratete  Steuerpflichtige  vom  Ort  aus,  wo  er  sich  wäh-

rend der Woche aufhält, einer unselbstständigen Erwerbstätigkeit nachgeht, begründet 

nach der Rechtsprechung die natürliche Vermutung, dass er dort sein Hauptsteuerdo-

mizil hat. Diese Vermutung lässt sich nur entkräften, wenn er regelmässig, mindestens 

ein Mal pro Woche, an den Ort zurückkehrt, wo seine Familie lebt, mit welcher er aus 

bestimmten Gründen besonders eng verbunden ist, und wo er andere persönliche und 

gesellschaftliche  Beziehungen  pflegt.  Nur  wenn  der  steuerpflichtigen  Person  der 

Nachweis solcher familiärer und gesellschaftlicher Beziehungen am Ort, wo die Familie 

wohnt, gelingt, obliegt es dem Kanton des Wochenaufenthalts- oder Arbeitsorts, nach-

zuweisen, dass die Person gewichtige wirtschaftliche und allenfalls persönliche Bezie-

hungen  zu 

jenem  Ort  unterhält 

(Urteile  2C_748/2008  vom  19. März  2009; 

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2C_230/2008  vom  27. August  2008  E.  3.2;  2C_769/2007  vom  29. April  2008  E.  3.2; 

2P.200/2006 vom 14. Dezember 2006 E. 3.2; 2P.179/2003 vom 17. Juni 2004 E. 2.4 je 

mit Hinweisen; vgl. auch BGE 125 I 54 E. 3a S. 58). 

2. a) Aus diesen Grundsätzen ergibt sich zunächst die natürliche Vermutung, 

dass sich das Hauptsteuerdomizil des Pflichtigen in der Stadt C befindet: Dort geht er 

seit  1. März  1990,  d.h.  seit  rund  16  Jahren,  einer  unselbstständigen  Erwerbstätigkeit 

beim gleichen Arbeitgeber, der D, nach und lebt seit 11. Mai 1992, d.h. seit 14 Jahren, 

unter  der  Woche  stets  in  unmittelbarer  Nähe  zum  Arbeitsplatz,  zuerst  in  einer  2-

Zimmer  Mietwohnung  und  ab  November  2001  in  einer  4  1/2-Zimmer  Eigentumswoh-

nung.. Gegenüber  dieser  natürlichen  Vermutung  vermag  der  Pflichtige  zwar  gewisse 

Beziehungen  zu  G,  wohin  er  regelmässig  übers  Wochenende  zurückkehrt,  aufzuzei-

gen. So leben dort seine betagten Eltern (Jahrgänge 1925 und 1931), zu denen er trotz 

seines fortgeschrittenen Alters von 47 Jahren immer noch ein enges Verhältnis hat und 

die  er  wegen  ihres  angeschlagenen  Gesundheitszustands  bei  den  Haushaltsarbeiten 

tatkräftig unterstützt. Auch besucht er dort regelmässig die Kirche und ist Mitglied so-

wohl der Kirchgemeinde als auch einer politischen Partei. Indessen gehen diese Kon-

takte nur gerade bezüglich der Eltern etwas weiter bzw. sind sie nur diesbezüglich et-

was enger als die sonst üblichen Kontakte zum regelmässig besuchten Wochenendort. 

Sie  sind  demnach  nicht  derart  ungewöhnlich,  dass  sie  die  natürliche  Vermutung  des 

Arbeitsortes (= Ort, von wo aus der Pflichtige regelmässig seiner Arbeit nachgeht) als 

Wohnsitz umzustossen vermögen. 

b) Dies gilt umso mehr, als der Pflichtige gemäss eigenen Angaben stets erst 

am  Samstagvormittag  oder  gar  erst  am  Samstagnachmittag  nach  G  fährt  und  schon 

am  Sonntagabend  wieder  nach  C  zurückkehrt.  Er  hält  sich  somit  am  Wochenendort 

nicht einmal an zwei vollen  Wochentagen auf. In G verfügt er sodann nicht über eine 

eigene Miet- oder Eigentumswohnung wie in C, sondern lediglich über zwei Zimmer in 

der elterlichen Wohnung. Der politischen Partei in G ist er weiter erst im Jahr 2007 bei-

getreten und verfügt dort ausser zu den Eltern und zum früheren Ortspfarrer über keine 

nennenswerten gesellschaftlichen Kontakte. Solche Kontakte pflegt er zwar auch in C 

nicht,  jedoch  geht  er  nahe  bei  Wohnung  und  Arbeitsplatz  immerhin  regelmässig  zum 

Coiffeur,  hat  sein  Auto  auf  Zürcher  Kontrollschilder  (ZH  …)  eingelöst, bringt  es  in die 

unweit gelegene (Audi-)Garage und sucht in der Nachbarliegenschaft seiner Wohnung 

den Hausarzt auf. Zudem kehrt er über Mittag oder nach Arbeitsschluss in Restaurants 

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der Altstadt von C ein und versorgt sich in dortigen Geschäften mit Lebensmitteln. Die 

Beanspruchung  solcher  Dienstleistungen  bzw.  Besuche  in  G  behauptet  er – mit  Aus-

nahme  eines  kleinen  Teils  der  Lebensmitteleinkäufe  und  der  Kirchenbesuche – nicht. 

Insbesondere kann  die Absolvierung einer Physiotherapie nicht dazu gezählt werden, 

weil  diese  in  I  stattfand.  Kommt  hinzu,  dass  er  in  der  Eigentumswohnung  in  C  doch 

zumindest Familienmitglieder empfängt und am Arbeitsplatz zwangsläufig über gewis-

se soziale Kontakte verfügt. 

Dass er am Wochenende nicht mehr Zeit in G verbringen kann und die tägli-

chen  Verrichtungen  daher  notgedrungen  in  C  erledigen  muss,  weil  er  wegen  seiner 

beruflichen Beanspruchung gar keine andere Wahl hat, liegt nahe, führt aber eben da-

zu, dass dadurch entsprechende Beziehungen zu C und nicht zu G bestehen. 

Demnach  hat  die  natürliche  Vermutung  des  Arbeitsorts  C  als  Wohnsitz  Be-

stand. 

c)  Dieses  Ergebnis  deckt  sich  mit der  neusten  Rechtsprechung  des  Bundes-

gerichts zur Frage der Steuerhoheit von ledigen Erwachsenen: 

Das  oberste  Gericht  hatte  unlängst  den  Fall  eines  31-jährigen  ledigen  Wo-

chenaufenthalters  in  Luzern  mit  eigener  3-Zimmer  Wohnung  zu  beurteilen,  der  in 

Stans/NW  einer  unselbstständigen  Erwerbstätigkeit  nachging  und  die  Wochenenden 

regelmässig  in  Disentis/GR  verbrachte.  In  Disentis  gehört  ihm  ein  Haus,  in  welchem 

seine 70-jährige, verwitwete Mutter, zu der er ein "starkes Verhältnis" hat, wohnrechts-

berechtigt ist. Dort hat er auch seinen Freundes- und Bekanntenkreis, nimmt aktiv am 

Vereinsleben  teil,  interessiert  sich  für  das  Gedeihen  der  Gemeinde  und  wirbt  für  die 

Bergbahnen  Disentis,  indem  er  seinen  Gleitschirm  mit  deren  Logo  bedruckt  hat.  Das 

Bundesgericht erwog, der Beschwerdeführer vermöge damit Beziehungen zu Disentis 

aufzuzeigen, die zwar etwas weiter gingen und enger seien als die üblichen Kontakte 

zum regelmässig besuchten Wochenendort; diese seien jedoch nicht dermassen aus-

sergewöhnlich, dass sie die natürliche Vermutung von Luzern als Wohnsitz umstossen 

könnten.  Selbst  wenn  dies  dem  Beschwerdeführer  gelänge,  vermöchte  der  Kanton 

Luzern  wiederum  den  Nachweis  zu  erbringen,  dass  Ersterer  gewichtige  persönliche 

Beziehungen zur Stadt Luzern unterhalte, weil er dort mit seiner Lebenspartnerin in der 

selbst  möblierten  3-Zimmer  Wohnung  zusammenlebe 

(BGr,  19. März  2009, 

2C_748/2008).  

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Verglichen mit diesem Fall sprechen die beim Pflichtigen massgeblichen Um-

stände ebenfalls klar für den Arbeitsort C als Wohnsitz. So ist der Pflichtige mit 46 Jah-

ren wesentlich älter und wohnte schon weit länger am Arbeitsort als der Beschwerde-

führer  im  bundesgerichtlichen  Präjudiz – Letzterer  war  nach  Luzern  erst  in  der 

Steuerperiode  zugezogen,  für  welche  der  Kanton  Luzern  sogleich  die  Steuerhoheit 

beanspruchte. Auch pflegt er in G weniger soziale Kontakte als der Beschwerdeführer 

in Disentis und verfügt in G nicht über eine eigene Wohnung. Gleich wie dieser besucht 

er  jedoch  am  Wochenendort  ebenfalls  seine  betagten  Eltern,  pflegt  zu  ihnen  eine  für 

sein Alter enge Beziehung und verfügt dort anders als der erwähnte Beschwerdeführer 

nicht über einen speziellen Freundes- und Bekanntenkreis. Der mögliche Einwand, der 

Beschwerdeführer im bundesgerichtlichen Fall habe am Wochenaufenthaltsort Luzern 

eben  noch  mit  einer  Lebenspartnerin  zusammen  gelebt,  sodass  das  Schwergewicht 

der  Beziehungen  zwangsläufig  dort  anzunehmen  gewesen  sei,  sticht  nicht,  da  das 

Bundesgericht die natürliche Vermutung des Arbeitsorts als Wohnsitz schon ohne die-

se Beziehung als gegeben erachtete. 

3. Hat der Pflichtige seinen Wohnsitz demnach in C und nicht in G, ist er hier 

unbeschränkt  steuerpflichtig  (§ 5  Abs. 1  StG).  Eine  Steuerausscheidung  zugunsten 

eines andern Kantons oder des Auslands erübrigt sich daher mangels entsprechender 

Anknüpfungspunkte. 

Die  von  den  Vorinstanzen  ermittelten  Steuerfaktoren – steuerbares  Einkom-

men von Fr. 204'800.- und steuerbares Vermögen von Fr. 1'375'000.- – sind nicht strei-

tig und erweisen sich als gesetzmässig. Die Einschätzung ist daher zu bestätigen. 

4. Diese Erwägungen führen zur Abweisung des Rekurses. Ausgangsgemäss 

sind  die Kosten  des Verfahrens  dem Pflichtigen aufzuerlegen (§ 151 Abs. 1 StG) und 

entfällt die Zusprechung einer Parteientschädigung (§ 152 StG i.V.m. § 17 Abs. 2 des 

Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959/8. Juni 1997). 

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Demgemäss erkennt die Rekurskommission: 

1.  Der Rekurs wird abgewiesen. 

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