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**Case Identifier:** d0f8c48e-221a-575c-9723-e5a4c4f1cb51
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-12-07
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Kantonsgericht Zivilkammern (inkl. Einzelrichter) 07.12.2017 FO.2015.21
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_KG_002_FO-2015-21_2017-12-07.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/3

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: FO.2015.21

Stelle: Kantonsgericht

Rubrik: Zivilkammern (inkl. Einzelrichter)

Publikationsdatum: 07.12.2017

Entscheiddatum: 07.12.2017

Entscheid Kantonsgericht, 07.12.2017
Art. 285 Abs. 2 ZGB (SR 210): Für den Betreuungsunterhalt wird im Kanton 
St. Gallen in Anwendung einer pauschalierten Betrachtungsweise 
grundsätzlich von einem Betrag von Fr. 2'800.00 für eine Betreuung von 
100% ausgegangen, entsprechend den durchschnittlich anzunehmenden 
Lebenshaltungskosten einer erwachsenen Person. Liegt keine besondere 
Betreuungsbedürftigkeit des Kindes vor, so erscheint (in Anlehnung an die 
Altersstufen im Betreibungsrecht, vgl. Ziff. 3.2 Kreisschreiben der 
Aufsichtsbehörde SchKG über die Berechnung des betreibungsrechtlichen 
Existenzminimums von Dezember 2008) sachgerecht, dem betreuenden 
Elternteil bis zum vollendeten 6. Altersjahr kein Arbeitspensum, bis zum 
vollendeten 12. Altersjahr ein solches von 35% und bis zum vollendeten 16. 
Altersjahr ein solches von 55% zuzumuten (dies in Anlehnung an das 
Verhältnis der nach Altersphasen abgestuften Beträge der Position "Pflege 
und Erziehung" gemäss Zürcher Tabellen 2016, vgl. www.ajb.zh.ch). 
(Kantonsgericht, II. Zivilkammer, 7. Dezember 2017, FO.2015.21, E. IV.11.b; 
noch nicht rechtskräftig).

Aus den Erwägungen:

IV.

11.  b) Der von den Eltern zu deckende gebührende Unterhalt eines Kindes umfasst 

neben dem geldwerten Barunterhalt und dem durch Naturalbetreuung erbrachten 

Naturalunterhalt neu auch den Betreuungsunterhalt. Der Barunterhaltsbedarf, unter den 

die direkten Kosten des Kindes fallen, ist wie bis anhin anhand der konkreten 

Bedarfspositionen zu ermitteln. Für den Betreuungsunterhalt wird im Kanton St. Gallen 

in Anwendung einer pauschalierten Betrachtungsweise für durchschnittliche 

Verhältnisse grundsätzlich von einem Betrag von Fr. 2'800.00 pro Monat für eine 

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Betreuung von 100% ausgegangen, entsprechend den durchschnittlich 

anzunehmenden Lebenshaltungskosten einer erwachsenen Person. Was den 

konkreten Betreuungsanspruch des Kindes anbelangt, galt bisher nach der 

Rechtsprechung des Bundesgerichts die sogenannte 10/16-Regel, nach der dem 

betreuenden Elternteil ab dem vollendeten 10. Altersjahr eine Erwerbstätigkeit von 50% 

und ab dem vollendeten 16. Altersjahr eine solche von 100% zuzumuten sei, wenn 

keine besondere Betreuungsbedürftigkeit des Kindes vorliegt. Jedoch ist unbestritten, 

dass die Einführung des Betreuungsunterhalts Anlass bietet, diese Regel zu 

überdenken bzw. den sich entwickelnden gesellschaftlichen Gegebenheiten 

anzugleichen (vgl. Botschaft, a.a.O., S. 577). Dabei bestehen aber unterschiedliche 

Ansichten darüber, wie eine allfällige Anpassung aussehen könnte (vgl. Jungo/Aebi-

Müller/Schweighauser, Der Betreuungsunterhalt, in: FamPra.ch 2017, S. 163, 166, die 

eine Anpassung im Sinne einer 40-50%-Erwerbstätigkeit ab dem 6. und einer solchen 

von 70-80% ab dem 11. Altersjahr in den Raum stellen; gegen eine Abweichung von 

der bisherigen Regel spricht sich demgegenüber der Leitfaden des Obergerichts Zürich 

aus, vgl. S. 14, Ziff. 4.4; ebenfalls die weitere, allerdings flexible Anwendung der Regel 

befürwortet Spycher, Betreuungsunterhalt, in: FamPra.ch 2017, S. 198, 218 ff.). 

Insbesondere angesichts der Tatsache, dass Eltern regelmässig trotz 

Betreuungspflichten einer (Teilzeit-)Erwerbstätigkeit nachgehen (vgl. Jungo/Aebi-

Müller/Schweighauser, a.a.O., S. 168) und mit Rücksicht auf die Schulstrukturen auch 

nachgehen können, nahm das Kantonsgericht die Revision zum Anlass, die fragliche 

Regel zu modifizieren und den Altersstufen gemäss Betreibungsrecht (vgl. Ziff. 3.2 des 

Kreisschreibens der Aufsichtsbehörde SchKG über die Berechnung des 

betreibungsrechtlichen Existenzminimums von Dezember 2008) anzupassen, die sich 

wiederum im Wesentlichen an den Schulstufen orientieren. Daraus ergeben sich 

Abstufungen bis zum vollendeten 6., danach bis zum vollendeten 12. und schliesslich 

bis zum vollendeten 16. Altersjahr, wobei dem betreuenden Elternteil in der ersten 

Phase grundsätzlich keine Erwerbstätigkeit, in der zweiten Phase eine solche im 

Umfang von ca. einem Drittel (35%) und in der dritten Phase eine solche von 55% 

zugemutet werden kann (dies in Anlehnung an das Verhältnis der nach Altersphasen 

abgestuften Beträge der Position "Pflege und Erziehung" gemäss Zürcher Tabellen 

2016, vgl. www.ajb.zh.ch). Das im Vergleich zur 10/16-Regel etwas geringere erwartete 

Pensum im 11. und 12. Altersjahr wird dabei mit dem danach geltenden, leicht höheren 

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Ansatz ausgeglichen. Der Betreuungsbedarf beträgt damit in der zweiten Phase noch 

65% und in der dritten Phase 45%. Mit dem Erreichen der jeweiligen Altersstufen 

reduziert sich der Betreuungsunterhalt entsprechend. Ist im Übrigen der betreuende 

Elternteil schon früher in höherem Umfang erwerbstätig, ist grundsätzlich – wie schon 

nach der bis anhin geltenden Rechtsprechung – von den tatsächlichen Verhältnissen 

auszugehen.

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	Art. 285 Abs. 2 ZGB (SR 210): Für den Betreuungsunterhalt wird im Kanton St. Gallen in Anwendung einer pauschalierten Betrachtungsweise grundsätzlich von einem Betrag von Fr. 2'800.00 für eine Betreuung von 100% ausgegangen, entsprechend den durchschnittlich anzunehmenden Lebenshaltungskosten einer erwachsenen Person. Liegt keine besondere Betreuungsbedürftigkeit des Kindes vor, so erscheint (in Anlehnung an die Altersstufen im Betreibungsrecht, vgl. Ziff. 3.2 Kreisschreiben der Aufsichtsbehörde SchKG über die Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums von Dezember 2008) sachgerecht, dem betreuenden Elternteil bis zum vollendeten 6. Altersjahr kein Arbeitspensum, bis zum vollendeten 12. Altersjahr ein solches von 35% und bis zum vollendeten 16. Altersjahr ein solches von 55% zuzumuten (dies in Anlehnung an das Verhältnis der nach Altersphasen abgestuften Beträge der Position "Pflege und Erziehung" gemäss Zürcher Tabellen 2016, vgl. www.ajb.zh.ch). (Kantonsgericht, II. Zivilkammer, 7. Dezember 2017, FO.2015.21, E. IV.11.b; noch nicht rechtskräftig).

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