# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fe22a045-a17d-5a0a-b631-26b30adb1fa4
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-09-23
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 23.09.2014 C-5536/2012
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-5536-2012_2014-09-23.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung III 

C-5536/2012 

 

 

  U r t e i l  v o m  2 3 .  S e p t e m b e r  2 0 1 4  

Besetzung 

 
Richter Maurizio Greppi (Vorsitz), 

Richter Beat Weber, Richter David Weiss,    

Gerichtsschreiber Yves Rubeli. 

 

 
 

Parteien 

 
A._______,  

vertreten durch lic. iur. Dieter Studer, Rechtsanwalt,  

Studer Anwälte AG, Hauptstrasse 11a, 8280 Kreuzlingen, 

Beschwerdeführer,  

 
 

 
gegen 

 

 
IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,  

Avenue Edmond-Vaucher 18,  

Postfach 3100, 1211 Genf 2,    

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Invalidenrente (Revision);  

Verfügung der IVSTA vom 19. Oktober 2012. 

 

 

C-5536/2012 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der 1967 geborene und in seiner Heimat wohnhafte deutsche Staatsan-

gehörige A._______ (im Folgenden: Beschwerdeführer) arbeitete als 

Grenzgänger in der Schweiz (IV-act. 1 S. 11). Ab 5. Januar 2004 war er 

als Call Agent in einem vollen Pensum bei der B._______ AG, Frauen-

feld, angestellt (letzter effektiver Arbeitstag: 17. Juli 2004 [Arbeitgeberbe-

richt vom 12. August 2005, IV-act. 4]). 

Am 28. Juli 2005 meldete sich der Beschwerdeführer unter Hinweis auf 

seit Juli 2004 bestehende Beschwerden nach Leistenbruch-Operation bei 

der schweizerischen Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (IV-

act. 1). Die IV-Stelle des Kantons Thurgau traf erwerbliche und medizini-

sche Abklärungen. Insbesondere holte sie ein Gutachten von 

Dr. med. C._______, Arzt für Neurologie und Psychiatrie, Friedrichshafen, 

vom 9. Januar 2006 ein (IV-act. 27). Gestützt darauf und auf die Stellung-

nahme von RAD-Arzt D._______, Facharzt für Chirurgie, vom 3. Februar 

2006 (IV-act. 30) sprach die IV-Stelle für Versicherte im Ausland (IVSTA; 

im Folgenden auch: Vorinstanz) dem Beschwerdeführer mit Verfügungen 

vom 13. April 2006 rückwirkend vom 1. Juli 2005 bis 31. Dezember 2005 

eine ganze Rente (Invaliditätsgrad: 100 %) und ab 1. Januar 2006 eine 

Viertelsrente (Invaliditätsgrad: 45 %) der Invalidenversicherung zu (IV-

act. 47). 

B.  

Eine im März 2009 anhand genommene amtliche Revision ergab keine 

rentenbeeinflussende Änderung (vgl. nervenärztlich-sozialmedizinisches 

Gutachten von Dr. med. E._______, Facharzt für Neurologie und Psychi-

atrie, zu Handen des Sozialgerichts Konstanz vom 21. Januar 2009 [IV-

act. 68 S. 6 - 30] und Stellungnahme von RAD-Arzt Dr. F._______ vom 

17. August 2009 [IV-act. 72 S. 3]), so dass der Anspruch auf eine Viertels-

rente mit Mitteilung vom 3. Dezember 2009 bestätigt wurde (Invaliditäts-

grad: 45 %; IV-act. 71). 

C.  

Am 1. Juni 2010 erlitt der Beschwerdeführer beim Training auf dem Lauf-

band im Fitnessstudio (vgl. Unfallmeldung an die Schweizerische Unfall-

versicherungsanstalt [SUVA] vom 2. Juni 2010, IV-act. 79 S. 214) eine 

Verletzung des rechten Kniegelenks. In einer darauffolgenden arthrosko-

pischen Operation vom 16. Juni 2010 wurden freie Gelenkkörper entfernt 

bzw. lose Knorpelfragmente reseziert (vgl. Operationsbericht von 

C-5536/2012 

Seite 3 

Dr. med. G._______, Arzt für Orthopädie, spezielle Orthopädische Chi-

rurgie, Konstanz, vom 16. Juni 2010 [IV-act. 79 S. 212 f., s. auch seinen 

weiteren Operationsbericht vom 19. April 2011, IV-act. 109 S. 37 f.] sowie 

die Stellungnahme von SUVA-Kreisarzt Prof. Dr. med. H._______, Fach-

arzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, vom 16. Dezember 2011 [IV-

act. 90 S. 20 f.]).  

Am 15. Mai 2011 stürzte der Beschwerdeführer zu Hause auf der Treppe 

(vgl. Einspracheentscheid der SUVA vom 25. Januar 2012, IV-act. 90 S. 9 

lit. D). Vom 8. Juni 2011 bis 12. August 2011 (mit Unterbruch vom 22. Juli 

bis 7. August 2011, IV-act. 78 S. 1 – 11) weilte der Beschwerdeführer in 

der Rehaklinik I._______ (vgl. Austrittsberichte vom 7. Juli 2011 [über die 

Akutrehabilitation vom 8. Juni 2011 bis 7. Juli 2011, IV-act. 79 S. 131 -

 135] und vom 26. September 2011 [über die arbeitsorientierte Rehabilita-

tion vom 7. Juli 2011 bis 12. August 2011 [IV-act. 78 S. 1 – 11]). Mit Ver-

fügung vom 13. Oktober 2011 stellte die SUVA ihre Leistungen ein (ärztli-

che Behandlungsmassnahmen bzw. Physiotherapie per 13. Oktober 2011 

und Taggeldleistungen per 23. Oktober 2011 [IV-act. 80]). In ihrer Verfü-

gung hielt die SUVA fest, dass keine behandlungsbedürftigen Unfallfolgen 

mehr vorlägen und dem Beschwerdeführer seine angestammten Tätigkei-

ten voll zumutbar seien (vgl. auch Einspracheentscheid der SUVA vom 

25. Januar 2012, IV-act. 90 S. 10 lit. G). 

D.  

Im Oktober 2011 leitete die IV-Stelle des Kantons Thurgau erneut eine re-

visionsweise Überprüfung des Rentenanspruchs ein (vgl. IV-act. 81). 

Nach Einholung eines IK-Auszugs (IV-act. 88) sowie der Akten der SUVA 

(IV-act. 90 S. 1 - 291, vgl. auch IV-act. 79 S. 1 - 214) veranlasste sie eine 

Stellungnahme von Dr. med. J._______, Facharzt für Innere Medizin, in-

terner medizinischer Fachdienst, vom 8. Mai 2012 (IV-act. 95). Gestützt 

darauf wurde dem Versicherten mit Vorbescheid vom 11. Juni 2012 (IV-

act. 99) die Aufhebung der bisherigen Viertelsrente in Aussicht gestellt. 

Nach Kenntnisnahme der dagegen am 4. Juli 2012 erhobenen Einwände 

(IV-act. 102) und nach Einholung zusätzlicher medizinischer Unterlagen 

des Ärztlichen Dienstes der Arbeitsagentur Konstanz (IV-act. 109 S. 1 -

 44) sowie einer weiteren Stellungnahme von Dr. J._______ vom 

18. September 2012 (IV-act. 110) verfügte die IVSTA am 19. Oktober 

2012 im angekündigten Sinne (Rentenaufhebung; unter Angabe einer 

zumutbaren vollen Arbeitsfähigkeit als Call-Agent bzw. in jeder anderen 

mittelschweren Tätigkeit [Invaliditätsgrad: 3 %; IV-act. 115 S. 4]). 

C-5536/2012 

Seite 4 

E.  

Gegen die Verfügung der IVSTA vom 19. Oktober 2012 erhob der Be-

schwerdeführer am 27. Oktober 2012 (BVGer-act. 1) bzw. am 

16. November 2012 (BVGer-act. 3) Beschwerde. In seinen Beschwerde-

ergänzungen vom 16. Januar 2013 (BVGer-act. 7) und 26. Februar 2013 

(BVGer-act. 11) liess der - nunmehr durch Rechtsanwalt Dieter Studer, 

Kreuzlingen, vertretene - Beschwerdeführer folgende Anträge stellen: 

1. Die Verfügung vom 19. Oktober 2012 sei aufzuheben. 

2. Es sei ihm auch ab 1. Dezember 2012 weiterhin mindestens eine Viertelsrente 

zuzusprechen und auszurichten. 

3. Es seien berufliche Eingliederungsmassnahmen zuzusprechen. 

4. Eventualiter sei durch das Gericht eine mehrdisziplinäre Begutachtung anzuord-

nen. 

5. Subeventualiter sei die Sache zur ergänzenden Abklärung und anschliessender 

Neuverfügung an die Verwaltung zurückzuweisen. 

6. Es sei ihm die unentgeltliche Prozessführung und Rechtsverbeiständung zuzu-

sprechen und der unterzeichnete Rechtsanwalt sei ihm als Beistand zu bewilli-

gen. 

Die Vorinstanz beantragte mit Vernehmlassung vom 7. Mai 2013 die Ab-

weisung der Beschwerde (BVGer-act. 13). Mit Eingabe vom 13. Juni 

2013 liess der Beschwerdeführer an seinen Anträgen festhalten (BVGer-

act. 15). 

F.  

Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, so-

weit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Zu beurteilen ist die Beschwerde vom 27. Oktober 2012 gegen die Verfü-

gung vom 19. Oktober 2012, mit welcher die Vorinstanz die bisherige 

Viertelsrente des Beschwerdeführers aufgehoben hat. 

1.1 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich im We-

sentlichen nach den Vorschriften des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 

über das Bundesverwaltungsgericht (VGG, SR 173.32), des Bundesge-

setzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, 

C-5536/2012 

Seite 5 

SR 172.021 [vgl. auch Art. 37 VGG]) sowie des Bundesgesetzes vom 

6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 

(ATSG, SR 830.1 [vgl. auch Art. 3 Bst. d
bis

 VwVG]). Dabei finden nach 

den allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln diejenigen Verfahrens-

regeln Anwendung, welche im Zeitpunkt der Beschwerdebeurteilung in 

Kraft stehen (BGE 130 V 1 E. 3.2; vgl. auch Art. 53 Abs. 2 VGG). 

1.2 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen im Sinne von Art. 5 VwVG, sofern – wie 

vorliegend – keine Ausnahme nach Art. 32 VGG gegeben ist. Als Vorin-

stanzen gelten die in Art. 33 VGG genannten Behörden. Zu diesen gehört 

auch die IV-Stelle für Versicherte im Ausland, die mit Verfügungen über 

Leistungen der IV befindet (Art. 33 Bst. d VGG; vgl. auch Art. 69 Abs. 1 

Bst. b des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversi-

cherung [IVG, SR 831.20]). Das Bundesverwaltungsgericht ist somit zur 

Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zuständig. 

1.3 Nach Art. 59 ATSG ist zur Beschwerdeführung vor dem Bundesver-

waltungsgericht legitimiert, wer durch die angefochtene Verfügung berührt 

ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung 

hat (vgl. auch Art. 48 Abs. 1 VwVG). 

Der Beschwerdeführer hat am vorinstanzlichen Verfahren als Partei teil-

genommen. Als Verfügungsadressat ist er durch die angefochtene Verfü-

gung besonders berührt und hat an deren Aufhebung bzw. Änderung ein 

schutzwürdiges Interesse, weshalb auf die im Übrigen form- und fristge-

recht eingereichte Beschwerde eingetreten werden kann (vgl. Art. 60 

ATSG, Art. 21 Abs. 3, 52 Abs. 1 VwVG). 

1.4 Gemäss Art. 40 Abs. 2 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die 

Invalidenversicherung (IVV, SR 831.201) ist bei Grenzgängern die IV-

Stelle, in deren Tätigkeitsgebiet diese eine Erwerbstätigkeit ausüben, zur 

Entgegennahme und Prüfung der Anmeldungen zuständig. Dies gilt auch 

für ehemalige Grenzgänger, sofern sie bei der Anmeldung ihren ordentli-

chen Wohnsitz noch in der benachbarten Grenzzone haben und der Ge-

sundheitsschaden auf die Zeit ihrer Tätigkeit als Grenzgänger zurückgeht. 

Die Verfügungen werden von der IVSTA erlassen.  

Diese Kompetenzregelung ist nicht nur bei der erstmaligen, sondern auch 

bei der revisionsweisen Prüfung des Rentenanspruchs anzuwenden, so-

fern Versicherte den Wohnsitz nicht gewechselt, die Grenzzone nicht ver-

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Seite 6 

lassen und den Arbeitsort nicht von einem Kanton in einen anderen ver-

schoben haben (Kreisschreiben über das Verfahren in der Invalidenver-

sichrung [KSVI], Rz. 4008). 

Da vorliegend der Beschwerdeführer den Wohnsitz nicht gewechselt hat, 

war die IV-Stelle Thurgau für die revisionsweise Prüfung des Rentenan-

spruchs zuständig. Die angefochtene Verfügung wurde zu Recht von der 

IVSTA erlassen. 

2.  

2.1 Im Rahmen des Beschwerdeverfahrens können die Verletzung von 

Bundesrecht unter Einschluss des Missbrauchs oder der Überschreitung 

des Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des 

Sachverhalts sowie die Unangemessenheit des Entscheids gerügt wer-

den (Art. 49 VwVG). 

2.2 Die Vorinstanz begründete die rentenaufhebende Verfügung damit, 

dass sich der Gesundheitszustand bzw. die Arbeitsfähigkeit des Be-

schwerdeführers verbessert habe, weil ihm spätestens seit seinem Aus-

tritt aus der Rehaklinik I._______ am 12. August 2011 seine Tätigkeit als 

Call-Agent bzw. jede andere mittelschwere Tätigkeit zu 100 % zumutbar 

sei. Dabei verweist sie auf die Abklärungen der SUVA (namentlich den 

Austrittsbericht der Rehaklinik I._______ vom 26. September 2011 [IV-

act. 78 S. 1 - 11]) und der Bundesagentur für Arbeit in Konstanz (IV-

act. 109 S. 1 - 44) sowie auf die Stellungnahmen von Dr. J._______ (etwa 

vom 8. Mai 2012 [IV-act. 95] und vom 18. September 2012 [IV-act. 110 

S. 1 - 6]). In ihrer Verfügung hielt die Vorinstanz fest, der Beschwerdefüh-

rer könne zumutbarerweise ein Invalideneinkommen von Fr. 61'776.12 

pro Jahr erzielen (ohne Leidensabzug). Dies führe bei einem Validenein-

kommen von Fr. 63'523.43 zu einem Invaliditätsgrad von gerundet 3 %, 

weshalb der Beschwerdeführer keinen Rentenanspruch mehr habe.  

In ihrer Vernehmlassung verwies die Vorinstanz in medizinischer Hinsicht 

auf die weitere Stellungnahme von Dr. J._______ vom 29. April 2013 (in 

BVGer-act. 13). Zudem wurde festgehalten, dass seit November 2012 - 

nach einem Unfallereignis vom 10. August 2012 - wiederum eine voll-

ständige Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit bestehe (Ver-

nehmlassung des Amtes für AHV und IV des Kantons Thurgau vom 

18. Februar 2013, in BVGer-act. 13).  

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Seite 7 

2.3 Demgegenüber stellte sich der Beschwerdeführer im Wesentlichen 

auf den Standpunkt, sein Gesundheitszustand habe sich nicht verändert, 

dieser werde von der Vorinstanz im aktuellen Revisionsverfahren bloss 

unterschiedlich beurteilt, was nicht zulässig sei. Es bestehe kein Grund 

für eine revisionsweise Einstellung der bisherigen Rente; es liege ein 

nicht vollständig willentlich überwindbares Schmerzsyndrom mit zahlrei-

chen körperlichen Begleiterkrankungen - unter anderem im Leistenbe-

reich (BVGer-act. 3, vgl. auch IV-act. 102 S. 1) - vor, wobei noch vor der 

angefochtenen Verfügung eine weitere Knieverletzung hinzugekommen 

sei (BVGer-act. 11 S. 12 Ziff. 18). Im Weiteren macht der Beschwerdefüh-

rer geltend, die Vorinstanz habe ihm unabhängig davon, ob er die bishe-

rige Viertelsrente weiterhin beziehe oder nicht, berufliche Eingliede-

rungsmassnahmen zuzusprechen (BVGer-act. 7 S. 4 Ziff. 2). Bei einer 

Revision nach den Schlussbestimmungen der 6. IV-Revision, erstes 

Massnahmenpaket, habe er Anspruch auf die bisherige Rente während 

längstens zwei Jahren und auf Wiedereingliederungsmassnahmen 

(BVGer-act. 11 S. 11 f. Ziff. 17).  

3.  

3.1 Der Beschwerdeführer ist deutscher Staatsangehöriger mit Wohnsitz 

in Deutschland, weshalb das am 1. Juni 2002 in Kraft getretene Abkom-

men vom 21. Juni 1999 zwischen der Schweizerischen Eidgenossen-

schaft einerseits und der Europäischen Gemeinschaft und ihrer Mitglieds-

staaten andererseits über die Freizügigkeit (FZA, SR 0.142.112.681) zu 

beachten ist. 

3.2 Nach Art. 1 Abs. 1 des auf der Grundlage des Art. 8 FZA ausgearbei-

teten und Bestandteil des Abkommens bildenden (Art. 15 FZA) Anhangs 

II ("Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit") des FZA in Ver-

bindung mit Abschnitt A dieses Anhangs wenden die Vertragsparteien un-

tereinander insbesondere die Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 des Rates 

vom 14. Juni 1971 zur Anwendung der Systeme der sozialen Sicherheit 

auf Arbeitnehmer und Selbstständige sowie deren Familienangehörige, 

die innerhalb der Gemeinschaft zu- und abwandern (nachfolgend: Ver-

ordnung Nr. 1408/71), und die Verordnung Nr. 574/72 oder gleichwertige 

Vorschriften an. Diese sind am 1. April 2012 durch die Verordnungen 

(EG) Nr. 883/2004 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 

29. April 2004 zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit so-

wie (EG) Nr. 987/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 

16. September 2009 zur Festlegung der Modalitäten für die Durchführung 

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Seite 8 

der Verordnung (EG) Nr. 883/2004 über die Koordinierung der Systeme 

der sozialen Sicherheit abgelöst worden.  

3.3 Nach Art. 4 der Verordnung (EG) Nr. 883/2004 haben Personen, für 

die diese Verordnung gilt, die gleichen Rechte und Pflichten aufgrund der 

Rechtsvorschriften eines Mitgliedstaats wie die Staatsangehörigen dieses 

Staates. Dabei ist im Rahmen des FZA auch die Schweiz als "Mitglied-

staat" im Sinne dieser Koordinierungsverordnungen zu betrachten (Art. 1 

Abs. 2 Anhang II des FZA).  

3.4 Soweit das FZA bzw. die auf dieser Grundlage anwendbaren gemein-

schaftsrechtlichen Rechtsakte keine abweichenden Bestimmungen vor-

sehen, ist mangels einer einschlägigen gemeinschaftsrechtlichen bzw. 

abkommensrechtlichen Regelung die Ausgestaltung des Verfahrens so-

wie die Prüfung der Anspruchsvoraussetzungen einer schweizerischen 

Invalidenrente grundsätzlich Sache der innerstaatlichen Rechtsordnung.  

Demnach bestimmt sich die Frage, ob weiterhin Anspruch auf Leistungen 

der schweizerischen Invalidenversicherung besteht, allein aufgrund der 

schweizerischen Rechtsvorschriften.  

4.  

In zeitlicher Hinsicht sind – vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher 

Regelungen – grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei 

der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden 

Tatbestandes Geltung haben (BGE 132 V 220 E. 3.1.1 und 131 V 11 

E. 1). Ein allfälliger Leistungsanspruch ist für die Zeit vor einem Rechts-

wechsel aufgrund der bisherigen und ab diesem Zeitpunkt nach den neu-

en Normen zu prüfen (pro rata temporis; vgl. BGE 130 V 445 E. 1.2.1). 

Nach der Rechtsprechung stellt das Sozialversicherungsgericht bei der 

Beurteilung einer Streitsache in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des 

Erlasses der streitigen Verwaltungsverfügung (hier: 19. Oktober 2012) 

eingetretenen Sachverhalt ab (BGE 129 V 1 E. 1.2 mit Hinweis). 

5.  

In materiell-rechtlicher Hinsicht ist auf jene Bestimmungen des IVG und 

der IVV respektive des ATSG und der ATSV abzustellen, die für die Beur-

teilung eines Rentenanspruchs jeweils relevant waren und in Kraft stan-

den. Vorliegend ist die Rentenauszahlung ab dem 1. Dezember 2012 

strittig, weshalb das IVG und die IVV in den Fassungen der 6. IV-

Revision, erstes Massnahmenpaket (Revision 6a), anzuwenden sind (IVG 

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Seite 9 

in der Fassung vom 18. März 2011 [AS 2011 5659], in Kraft seit 1. Januar 

2012; die IVV in der entsprechenden Fassung). 

Da die 6. IV-Revision (erstes Massnahmenpaket) hinsichtlich Invaliditäts-

bemessung keine substanziellen Änderungen gegenüber der bis 

31. Dezember 2011 gültig gewesenen Rechtslage gebracht hat, ist die zur 

altrechtlichen Regelung ergangene Rechtsprechung weiterhin massge-

bend. 

6.  

6.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde 

ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Die Invali-

dität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 

Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der kör-

perlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach 

zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teil-

weise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung 

des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen 

der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs-

unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über-

windbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). 

6.2  

6.2.1 Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher 

Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von 

Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Fol-

gen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversi-

cherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschränkungen der Erwerbs-

fähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung allen guten Wil-

lens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könn-

te; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. 

Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er-

werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychischen 

Beeinträchtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden 

führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als ange-

nommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) 

sei der versicherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 

131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen). 

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Seite 10 

6.2.2 Zur Annahme der Invalidität nach Art. 8 ATSG ist - auch bei psychi-

schen Erkrankungen - in jedem Fall ein medizinisches Substrat unab-

dingbar, das (fach-)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachge-

wiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträch-

tigt. Je stärker psychosoziale und soziokulturelle Faktoren wie beispiels-

weise Sorge um die Familie oder Zukunftsängste (etwa ein drohender fi-

nanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vordergrund treten und das Be-

schwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich 

festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vorhanden sein. Das 

bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträchti-

gungen, welche von den belastenden soziokulturellen Faktoren herrüh-

ren, bestehen darf, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Be-

funde zu umfassen hat, zum Beispiel eine von depressiven Verstim-

mungszuständen klar unterscheidbare andauernde Depression im fach-

medizinischen Sinne oder einen damit vergleichbaren psychischen Lei-

denszustand. Solche von der soziokulturellen Belastungssituation zu un-

terscheidende und in diesem Sinne verselbstständigte psychische Stö-

rungen mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit sind un-

abdingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann. Wo 

die begutachtende Person dagegen im Wesentlichen nur Befunde erhebt, 

welche in den psychosozialen und soziokulturellen Umständen ihre hin-

reichende Erklärung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein invali-

disierender psychischer Gesundheitsschaden gegeben (BGE 127 V 294 

E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009 E. 2). 

6.2.3 Eine fachärztlich (psychiatrisch) diagnostizierte anhaltende somato-

forme Schmerzstörung begründet als solche noch keine Invalidität. Viel-

mehr besteht eine Vermutung, dass die somatoforme Schmerzstörung 

oder ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar 

sind. Bestimmte Umstände, welche die Schmerzbewältigung intensiv und 

konstant behindern, können den Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess 

unzumutbar machen, weil die versicherte Person alsdann nicht über die 

für den Umgang mit den Schmerzen notwendigen Ressourcen verfügt. 

Ob ein solcher Ausnahmefall vorliegt, entscheidet sich im Einzelfall an-

hand verschiedener Kriterien. Im Vordergrund steht die Feststellung einer 

psychischen Komorbidität von erheblicher Schwere, Ausprägung und 

Dauer. Massgebend sein können auch weitere Faktoren, so: chronische 

körperliche Begleiterkrankungen; ein mehrjähriger, chronifizierter Krank-

heitsverlauf mit unveränderter oder progredienter Symptomatik ohne län-

gerdauernde Rückbildung; ein sozialer Rückzug in allen Belangen des 

Lebens; ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr beeinflussbarer inner-

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Seite 11 

seelischer Verlauf einer an sich missglückten, psychisch aber entlasten-

den Konfliktbewältigung (primärer Krankheitsgewinn; "Flucht in die 

Krankheit"); das Scheitern einer konsequent durchgeführten ambulanten 

oder stationären Behandlung (auch mit unterschiedlichem therapeuti-

schen Ansatz) trotz kooperativer Haltung der versicherten Person. Je 

mehr dieser Kriterien zutreffen und je ausgeprägter sich die entsprechen-

den Befunde darstellen, desto eher sind - ausnahmsweise - die Voraus-

setzungen für eine zumutbare Willensanstrengung zu verneinen (BGE 

130 V 352). 

Diese im Bereich der somatoformen Schmerzstörungen entwickelten 

Grundsätze werden rechtsprechungsgemäss bei der Würdigung des inva-

lidisierenden Charakters von Fibromyalgien (BGE 132 V 65 E. 4), disso-

ziativen Sensibilitäts- und Empfindungsstörungen (SVR 2007 IV Nr. 45 S. 

150, I 9/07 E. 4 am Ende), Chronic Fatigue Syndrome (CFS; chronisches 

Müdigkeitssyndrom) und Neurasthenie (Urteile 9C_662/2009 vom 

17. August 2010 E. 2.3; 9C_98/2010 vom 28. April 2010 E. 2.2.2 und I 

70/07 vom 14. April 2008 E. 5), bei dissoziativen Bewegungsstörungen 

(Urteil 9C_903/2007 vom 30. April 2008 E. 3.4), bei einer HWS-

Verletzung (Schleudertrauma) ohne organisch nachweisbare Funktions-

fälle (BGE 136 V 279) sowie bei nicht organischer Hypersomnie (BGE 

137 V 64 E. 4.1 und 4.2 mit Hinweisen) analog angewendet, nicht hinge-

gen, wenn sich die Frage nach der invalidisierenden Wirkung einer 

Cancer-related Fatigue stellt (BGE 139 V 346 E. 3 mit Hinweisen). 

7.  

7.1 Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen ge-

ben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf 

eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent 

Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindes-

tens 60 Prozent Anspruch auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invali-

ditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente 

(Art. 28 Abs. 2 IVG).  

7.2 Viertelsrenten werden allerdings gemäss Art. 29 Abs. 4 IVG nur an 

Versicherte ausbezahlt, die ihren gewöhnlichen Aufenthalt im Sinn von 

Art. 13 ATSG in der Schweiz haben. Nach der Rechtsprechung des Eid-

genössischen Versicherungsgerichts (EVG, heute: Bundesgericht) stellt 

Art. 29 Abs. 4 IVG eine besondere Anspruchsvoraussetzung dar (vgl. 

BGE 121 V 264 E. 6c). Gestützt auf das FZA können indessen Angehöri-

C-5536/2012 

Seite 12 

ge von EU-Staaten sowie dort lebende Schweizer Bürgerinnen und Bür-

ger ebenfalls eine Viertelsrente beanspruchen. 

8.  

Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Ren-

tenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Ge-

such hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-

hoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesent-

liche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den 

Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbe-

sondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Ge-

sundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die er-

werblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszu-

standes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinwei-

sen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei 

gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität 

und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile 

des Bundesgerichts 9C_261/2009 vom 11. Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 

vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche 

Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert geblie-

benen Gesundheitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein ge-

nommen keinen Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar. 

Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen 

Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung 

oder der letzte rechtskräftige Einspracheentscheid, welche oder welcher 

auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer 

Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung be-

ruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bun-

desgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen). 

9.  

9.1  

Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 

Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche 

und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-

ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand 

zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und be-

züglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im 

Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die 

C-5536/2012 

Seite 13 

Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person 

noch zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4; 125 V 256 E. 4). 

9.2 Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist ent-

scheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend 

ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklag-

ten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben 

worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in 

der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die 

Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 

134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a) 

9.3 Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und 

Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, 

nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchfrei sind und keine 

Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass 

der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis 

zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objekti-

vität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer 

Umstände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung 

objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche 

Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zu-

kommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gutachterin al-

lerdings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; 

BGE 122 V 157 E. 1c; vgl. auch 123 V 331 E. 1c; zur Beweiskraft von 

Stellungnahmen der Regionalen Ärztlichen Diensten (RAD) vgl. etwa 

auch Bundesgerichtsurteil 9C_323/2009 vom 14. Juli 2009 E. 4; BGE 137 

V 210 E. 1.2.1). 

10.  

Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen 

Änderung bildet vorliegend die - auf dem neurologischen und psychiatri-

schen Gutachten von Dr. C._______ vom 9. Januar 2006 (IV-act. 27) ba-

sierende - rentenzusprechende Verfügung vom 14. April 2006. Denn die 

darauffolgende Rentenbestätigung vom 3. Dezember 2009 (IV-act. 71) 

beruht nicht auf einer genügenden Sachverhaltsabklärung inklusive einer 

präzisen Stellungnahme zur Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit. Das 

(spätere) nervenärztlich-sozialmedizinische Gutachten von Dr. E._______ 

zu Handen des Sozialgerichts Konstanz vom 21. Januar 2009 hielt in Be-

zug auf die Arbeitsfähigkeit des zuletzt als EDV-Administrator erwerbstä-

tigen Beschwerdeführers einzig fest, dass entgegen früheren Gutachten 

C-5536/2012 

Seite 14 

(arbeitsmarktliches Gutachten vom 14. Juni 2006 und MDK-Gutachten 

vom 6. Juli 2007), welche ein vollschichtiges Leistungsvermögen ange-

geben hatten, keine volle Belastbarkeit gegeben sei bzw. der Beschwer-

deführer nicht mehr in der Lage sei, seinen Beruf normal auszuüben (vgl. 

IV-68 S. 27 ff. Ziff. 2 und 6). Im Weiteren verneinte der RAD-Arzt 

Dr. F._______ am 17. August 2009 eine Veränderung des Gesundheits-

zustandes des Beschwerdeführers ("ähnliche Diagnosekonstellation und 

vergleichbare Befunderhebung" wie im neurologischen und psychiatri-

schen Gutachten von Dr. C._______ vom 9. Januar 2006 [IV-act. 72 

S. 3]). 

Laut Beurteilung des neurologischen und psychiatrischen Gutachtens von 

Dr. C._______ vom 9. Januar 2006 wurden seinerzeit folgende Diagno-

sen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit erhoben (Gutachten S. 8 

Ziff. 4.1): 

- Neuralgieformes Schmerzsyndrom im Bereich der rechten Leiste nach 

OP und Rezidiv-OP einer Leistenhernie rechts (ICD-10 G57.2) 

- Persönlichkeitsstörung mit vor allem histrionischen Zügen (ICD-10 

F60.4) 

- Depressive Episode, leichter Ausprägung (ICD-10 F32.0) 

Daraus resultierte eine (Rest-)Arbeitsfähigkeit von 60 % in angepassten 

Tätigkeiten (IV-act. 27 S. 8 f. Ziff. 5.1 f.). 

11.  

11.1 In medizinischer Hinsicht stützte sich die Vorinstanz bei ihrer An-

nahme, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers, der 

am 1. Juni 2010 eine Knieverletzung beim Laufbandtraining erlitten habe, 

verbessert habe und ihm seit 12. August 2011 (Austritt aus der Rehaklinik 

I._______) seine Tätigkeit als Call-Agent sowie jede andere mittelschwe-

re Tätigkeit zu 100 % zumutbar sei, unter anderem auf Abklärungen der 

Rehaklinik I._______. 

11.2 Im neuropsychologischen Untersuchungsbericht der Rehaklinik 

I._______ vom 15. Juli 2011 (gezeichnet: Dr. phil. K._______ und Psychi-

ater Dr. L._______, IV-act. 90 S. 93 - 99) wurde ausgeführt, im Rahmen 

der neuropsychologischen Abklärung vom 15. Juli 2011 habe der Be-

schwerdeführer sehr unterschiedliche, teilweise auch inkonsistente Test-

ergebnisse erzielt. Bei ausschliesslicher Betrachtung des Testprofils wür-

de man zum Schluss kommen, dass eine leichte bis mittelgradige neuro-

C-5536/2012 

Seite 15 

psychologische Störung vorliege. Der Beschwerdeführer leide an einer 

Schmerzverarbeitungsstörung im Sinne einer chronischen Schmerzstö-

rung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41). Im 

Vordergrund des klinischen Bildes stünden seit mehr als sechs Monaten 

bestehende Schmerzen im rechten Knie. Beim Beschwerdeführer sei kei-

ne weitere, komorbide psychische Störung - wie beispielsweise eine An-

passungsstörung oder eine depressive Störung - anzunehmen. Der Be-

schwerdeführer habe psychisch-affektiv durchaus gut kompensiert ge-

wirkt. Seine Stimmungslage sei trotz Schmerzproblematik sogar eher hei-

ter und fröhlich gewesen. In einem Selbstbeurteilungsfragebogen zur 

Einschätzung der eigenen psychischen Befindlichkeit (Beck Depressions-

Inventar) habe sich zwar ein Summenwert von 19 Punkten ergeben, was 

rein gemäss Auswertungskriterien auf die Möglichkeit des Vorliegens ei-

ner leichten depressiven Symptomatik hinweise. Es sei jedoch anzuneh-

men, dass auch hier die beim Beschwerdeführer vorliegende Tendenz zur 

Verdeutlichung seiner Symptome zu einer Verzerrung des eigentlichen 

Beschwerdebildes mit erhöhter Darstellung des subjektiven Leidensdru-

ckes geführt habe. In Bezug auf die Persönlichkeitsstruktur des Be-

schwerdeführers (sogenannte Achse-II) sei festzuhalten, dass dieser im 

Rahmen der Abklärung und im offenen Gespräch durch erheblich narziss-

tische, teilweise auch histrionische Züge aufgefallen sei. Der Beschwer-

deführer habe mehrfach erwähnt, dass er über einen überdurchschnittli-

chen IQ verfüge, dass Europa ihm die Existenz der DVD verdanke, nach-

dem er diese im Jahre 1996 mit einem Geschäftskollegen eingeführt ha-

be. Auch habe er seine früheren sportlichen "Exploits" betont und sich 

seiner Erfolge im Rahmen von Schlägereien gerühmt. Insgesamt hätten 

die Egozentrik, die Selbstbezogenheit und das Verlangen nach Anerken-

nung und Aufmerksamkeit jedoch nicht ein solches Ausmass erreicht, als 

dass von einer Persönlichkeitsstörung von Krankheitswert, sondern eher 

von akzentuierten Persönlichkeitszügen (ICD-10 Z73.1) auszugehen sei. 

Sicherlich seien die Schilderungen des Beschwerdeführers in Bezug auf 

seine vor einigen Wochen aufgetretenen Konzentrations- und Gedächt-

nisprobleme auch vor dem Hintergrund dieser auffälligen Persönlichkeits-

struktur mit anhaltendem Verlangen nach Aufmerksamkeit zu interpretie-

ren. Die nach Angabe des Beschwerdeführers erst einige Wochen nach 

dem Treppensturz bzw. nach der möglichen leichten traumatischen Hirn-

verletzung aufgetretenen Konzentrations- und Gedächtnisprobleme wür-

den gegen einen kausalen Zusammenhang mit dem Unfall sprechen. Ein 

solch stark verzögertes Auftreten von Beschwerden entspreche keines-

wegs einem üblichen Verlauf nach Erleiden einer leichten traumatischen 

Hirnverletzung. Für gewöhnlich träten die Beschwerden direkt oder innert 

C-5536/2012 

Seite 16 

weniger Stunden nach dem Unfall auf, würden einige Tage oder Wochen 

anhalten, um dann normalerweise wieder gänzlich zu verschwinden. Ein 

verzögertes Auftreten der Beschwerden wäre höchstens in Zusammen-

hang mit dem Erleiden einer strukturellen Verletzung des Gehirns verein-

bar. Gemäss den Befunden der Schädel-MRI vom 20. Juli 2011 habe der 

Beschwerdeführer jedoch keinerlei strukturelle Hirnschädigung erlitten. In 

ihrer Stellungnahme zur beruflichen Funktionsfähigkeit hielten die Dres. 

K._______ und L._______ fest (IV-act. 90 S. 99 Mitte), aus neuropsycho-

logischer Sicht bestehe keine Einschränkung. 

11.3 Im neurologischen Konsilium der Rehaklinik I._______ vom 22. Juli 

2011 (IV-act. 90 S. 90 ff.) wurde eine abschliessende Beurteilung noch 

nicht für möglich erachtet. 

11.4 Im neurootologischen Untersuchungsbericht der Rehaklinik 

I._______ vom 10. August 2011 hielt Dr. med. M._______, Facharzt für 

Ohren-, Nasen- und Halskrankheiten, fest, aus rein ohrenärztlicher Sicht 

könne dem Beschwerdeführer seine Tätigkeit als IT-Supporter bzw. Call-

Agent voll zugemutet werden (IV-act. 79 S. 22 f.). 

11.5 Der Psychiater Dr. L._______, Rehaklinik I._______, verneinte nach 

einem (einmaligen) Beratungsgespräch vom 11. August 2011 in seinem 

Psychosomatischen Konsilium vom 22. August 2011 (IV-act. 79 S. 18 ff.), 

welches zwecks Zweitmeinung bei schwierigem Verhalten im Rehabilita-

tionsverlauf eingeholt wurde, das Vorliegen einer psychopathologischen 

Störung. Dr. L._______ diagnostizierte jedoch akzentuierte Persönlich-

keitszüge in Form von hoher Aktivität, Ungeduld, leicht Anstoss nehmend, 

grossem Mitteilungsbedürfnis mit beschleunigtem Gedankengang (ICD-

10 Z73.1). 

11.6 Der Oberarzt Dr. med. N._______ von der Uniklinik O._______ 

nannte in seinem orthopädischen Bericht vom 13. September 2011 (auf 

Zuweisung der Rehaklinik I._______ für eine Zweitmeinung, IV-act. 90 

S. 100 ff.) als Diagnosen unklare Schmerzen im Bereich des Knies rechts 

mit subjektiver Instabilität bei 

- Status nach Kniedistorsion rechts am 1. Juni 2010 (beim Laufbandtraining) 

- Status nach KAS rechts am 16. Juni 2010 (fecit Dr. G._______): Fissur zentraler 

Femurkondylus, Resektion loser Knorpelanteile 

- Status nach KAS rechts am 19. April 2011 (fecit Dr. G._______): partielle Syno-

vektomie, Knorpelshaving retropatellär und medialer Femurkondylus 

C-5536/2012 

Seite 17 

Dr. N._______ empfahl eine therapeutische Kniegelenksinfiltration, wel-

che keine operativ bedürftige Pathologie ergab (Berichte vom 13. und 

17. Oktober 2011 [IV-act. 90 S. 51 ff. und IV-act. 109 S. 35 f.]). 

11.7 Im Austrittsbericht der Rehaklinik I._______ vom 26. September 

2011 (gezeichnet: Med. pract. P._______, Spitalfachärztin, und 

Med. pract. Q._______, Oberarzt Arbeitsorientierte Rehabilitation), wur-

den (zusammenfassend) folgende (Haupt-)Diagnosen genannt (IV-act. 78 

S. 1 f.): 

- Unfall vom 1. Juni 2010: Beim Laufbandtraining gestolpert und das rechte Knie 

geprellt, Kniekontusion rechts 

- Unfall vom 15. Mai 2011: Treppensturz zu Hause (eigenanamnestische Angabe): 

Fragliche Schädelkontusion, subjektive Störung von Konzentration und Gedächt-

nis  

- Arterielle Hypertonie, medikamentös behandelt (ED 05/2011) 

Als "Probleme bei Austritt" wurden genannt (IV-act. 78 S. 2):  

1. Erhebliche Symptomausweitung 

2. Bewegungs- und Belastungsschmerz Knie rechts, minimal verbessert bei Austritt 

3. Zuhilfenahme einer Gehstütze rechts 

4. Unsicherheitsgefühl Knie rechts, auch beim Gehen in der Ebene 

5. Taubheitsgefühl am lateralen Fussrand und im Bereich der Grosszehe rechts  

6. Subjektiv Störung von Konzentration und Gedächtnis seit dem angegebenen 

Treppensturz vom 15. Mai 2011 

Aus unfallkausaler Sicht ergab sich folgende Zumutbarkeitsbeurteilung 

(IV-act. 78 S. 3):  

Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit und Zumutbarkeit aus psychiatrischer 

und neuropsychologischer Sicht: Es liegt keine psychopathologische Störung 

vor, welche eine arbeitsrelevante Leistungsminderung begründen könnte. 

Zumutbarkeit für die berufliche Tätigkeit als Call-Center-Agent (gekündigt per 

31. August 2011): Arbeitszeit: Ganztags. Spezielle Einschränkungen: Keine. 

Ärztlich attestierte Arbeitsunfähigkeit 100 % ab 13. August 2011 bis zur Kon-

siliaruntersuchung am 1. September 2011 in der Uniklinik O._______ 

(Zweitmeinung). Zumutbarkeit für andere berufliche Tätigkeiten: (Aktuell) 

mindestens mittelschwere Arbeit. Arbeitszeit: Ganztags. Spezielle Ein-

schränkungen: Aktuell ohne Kniezwangspositionen wie Knien oder in der 

Hocke. Es ist von einer weiteren Verbesserung im Verlauf der nächsten zwei 

Monate auszugehen, sodass dann wieder alle Arbeiten ohne Einschränkun-

gen zugemutet werden können. 

C-5536/2012 

Seite 18 

11.8 In seiner Aktenbeurteilung vom 16. Dezember 2011 (IV-act. 90 

S. 20 f.) hielt der SUVA-Kreisarzt Dr. H._______ fest, bis auf die entfern-

ten freien Gelenkkörper und einen kleinen Knorpelschaden könnten kei-

nerlei pathologischen Befunde im rechten Kniegelenk festgestellt werden. 

Dem stehe ein subjektiv beklagter Schmerzbefund gegenüber, der sich 

nicht durch medizinische Fakten belegen lasse. Aus kreisärztlicher Sicht 

bestünden im konkreten Fall erhebliche Diskrepanzen zwischen den sub-

jektiv geklagten Beschwerden und dem medizinisch objektivierbaren Be-

fund. 

11.9 Auf Einwand des Beschwerdeführers holte das Amt für AHV und IV 

des Kantons Thurgau von der Bundesagentur für Arbeit in Konstanz wei-

tere medizinische Akten ein (IV-act. 109 S. 1 - 44). 

11.10 Der Diplom-Psychologe R._______ führte in seinem psychologi-

schen Gutachten vom 14. November 2011 betreffend Eignung des Be-

schwerdeführers zur Ausbildung zum IT-System-Kaufmann aus, der Be-

schwerdeführer habe in der Untersuchung durchaus kooperativ und moti-

viert mitgearbeitet. Er verfüge über einen differenzierten Wortschatz und 

habe manchmal im Reden etwas gebremst werden müssen. Auch schei-

ne er über ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein zu verfügen. Er habe von 

einer Legasthenie berichtet, die durch die Untersuchung nicht habe bes-

tätigt werden können. Zudem habe der Beschwerdeführer ein einge-

schränktes räumliches Sehvermögen angegeben. Die Ergebnisse der 

eignungspsychologischen Untersuchung lägen überwiegend auf befriedi-

gendem, teilweise überdurchschnittlichem Niveau im Vergleich zur Grup-

pe altersgleicher Erwachsener. Der Beschwerdeführer verfüge über ein 

gutes formal- und befriedigendes zahlenlogisches Denkvermögen. Das 

Sprachverständnis sei gut durchschnittlich ausgeprägt, Lücken hätten 

sich allerdings in der Rechtschreibung gezeigt. Im Umgang mit Massein-

heiten, einfachen Dreisatz-, Prozent- und Zinsrechenaufgaben sei er ge-

übt. Gleichungen und Formelumstellungen seien ihm nicht bekannt ge-

wesen. Bei textgebundenen Rechenaufgaben habe er befriedigende Leis-

tungen erreicht. Er könne auf ein durchschnittliches mechanisch-

technisches Verständnis zurückgreifen. Mit den Aufgaben zum zeichneri-

schen Geschick und mit dem räumlichen Vorstellungsvermögen habe er 

Schwierigkeiten. Unter Zeitdruck arbeite er befriedigend und schnell bei 

sehr guter Sorgfalt. Die kurzfristige Merkfähigkeit für schriftliche Inhalte 

sei als noch durchschnittlich einzustufen. Insgesamt sei beim Beschwer-

deführer noch von einer Eignung für die angestrebte Umschulung zum IT-

Systemkaufmann auszugehen (IV-act. 109 S. 39 f.). 

C-5536/2012 

Seite 19 

11.11 Dr. J._______ hielt in seiner Aktenbeurteilung vom 8. Mai 2012 fest 

(IV-act. 95 S. 14), der Beschwerdeführer habe sich 2011 mehrere Wo-

chen in der Rehaklinik I._______ aufgehalten und sich dort verschiedens-

ten Untersuchungen unterzogen. Zu keinem Zeitpunkt habe er über Be-

schwerden in der Leiste geklagt, so dass mit überwiegender Wahrschein-

lichkeit davon ausgegangen werden könne, dass diese Beschwerden 

nicht mehr relevant seien. Der Beschwerdeführer unterstreiche seine Be-

schwerdefreiheit damit, dass er nach eigenen Angaben seit Jahren viele 

Stunden im Fitnessstudio Sport treiben könne. Im September 2011 habe 

er sogar einen Jahresvertrag für ein Fitnessstudio unterschrieben. In 

Übereinstimmung mit diesen Überlegungen hätten die Untersucher und 

Behandler der Rehaklinik I._______ bestätigt, dass dem Beschwerdefüh-

rer eine vollschichtige Arbeit als Call-Agent oder jede andere mittelschwe-

re Tätigkeit zugemutet werden könne. Dr. L._______ von der Rehaklinik 

I._______ habe auffällige Persönlichkeitszüge festgehalten, aber keine 

weitere wesentliche psychische Störung diagnostiziert. Eine Leistungs-

einschränkung aus psychiatrischer Sicht liege nicht vor. 

11.12 In seinem Bericht vom 31. Juli 2012 hielt Dr. med. S._______, 

Facharzt für Chirurgie, Unfallchirurgie, T._______, anamnestisch ein 

Sturzereignis vom 25. Juli 2012 fest und diagnostizierte eine Handge-

lenksdistorsion links (in BVGer-act. 13). 

11.13 Am 10. August 2012 erlitt der Beschwerdeführer einen Verkehrsun-

fall, bei welchem er sich am linken Knie verletzte (vgl. IV-act. 105). Die 

behandelnden Ärzte der Klinik T._______ hielten in ihrem Bericht vom 

21. August 2012 über die stationäre Behandlung vom 20. bis 24. August 

2012 als Diagnosen eine komplette intraligmentäre VKB [Vorderes 

Kreuzband] Ruptur links, Synovitis linkes Kniegelenk und eine intraliga-

mentäre Innenbandruptur links fest. Den von ihnen durchgeführten Ein-

griff bezeichneten sie als arthroskopische vordere Kreuzband-

Ersatzplastik, Fixierung und arthroskopische Teilsynovektomie linkes 

Kniegelenk (BVGer-act. 3 Beilage). 

11.14 Dr. J._______ erklärte in seiner Stellungnahme vom 18. September 

2012 (IV-act. 110 S. 1 - 6), der Beschwerdeführer erhalte wegen einer 

psychischen Gesundheitsstörung, die 2006 gutachterlich diagnostiziert 

worden sei, eine Viertelsrente. In seiner ersten Stellungnahme vom 8. Mai 

2012 (IV-act. 95) habe er festgehalten, dass dem Beschwerdeführer eine 

vollschichtige Arbeit als Call-Agent oder jede andere mittelschwere Tätig-

keit zugemutet werden könne, weil eine relevante gesundheitliche Stö-

C-5536/2012 

Seite 20 

rung nicht mehr habe nachgewiesen werden können. Zugrunde gelegen 

hätten die Aussagen von Dr. L._______ von der Rehaklinik I._______, 

der zwar auffällige Persönlichkeitszüge aber keine weitere wesentliche 

psychische Störung habe diagnostizieren können. Auch die Zusatzkrite-

rien seien nicht erfüllt gewesen. Eine Besserung des Gesundheitszustan-

des sei eingetreten und eine Leistungseinschränkung aus psychiatrischer 

Sicht habe nicht mehr vorgelegen. Aus den Unterlagen der Arbeitsagentur 

Konstanz gehe hervor, dass der Beschwerdeführer auch bei der deut-

schen Agentur für Arbeit in Konstanz gutachterlich beurteilt worden sei. 

Insgesamt drei Mal in den Jahren 2006, 2008 und 2012. Eine dazu er-

gänzende psychiatrische Untersuchung (8/2008) habe keine relevante 

psychiatrische Diagnose unabhängig vom Schmerzsyndrom ergeben. In 

allen Leistungsbeurteilungen sei enthalten, dass der Beschwerdeführer in 

vollem Umfang arbeitsfähig sei. Die letzte Begutachtung von Februar 

2012 habe sogar eine vollschichtige Arbeitsfähigkeit in einer mittelschwe-

ren Tätigkeit ausgewiesen. Die Call-Agent-Tätigkeit sei eine körperlich 

sehr leichte Arbeit, weshalb sie ihm ebenfalls in vollem Umfang zumutbar 

sei. Eine Änderung der medizinischen Einschätzung ergebe sich durch 

die zusätzlich nachgereichten Berichte nicht. 

11.15 Im nach dem Erlass der angefochtenen Verfügung (vom 

19. Oktober 2012, IV-act. 115) verfassten Befund- und Entlassbericht der 

Klinik V._______ vom 8. November 2012 über die stationäre Behandlung 

vom 18. Oktober 2012 bis 7. November 2012 wurde folgende (Unfall-

)Diagnosen genannt (in BVGer-act. 13 S. 1): 

- Anhaltende Schmerzsymptomatik und Bewegungseinschränkung mit Streckdefi-

zit des linken Kniegelenks nach stattgehabter vorderer Kreuzbandplastik vom 

21. August 2012 im Krankenhaus T._______ mittels Semitendino-

sus/Gracilissehnentransfer und Fixierung durch Crosspins 

- Weiterhin Gefühlsstörungen am medialen Fussrand und über der Zehe D1 

- Zustand nach Innenbandruptur links 

Anamnestisch wurde festgehalten, der Beschwerdeführer habe berichtet, 

dass ihm am 10. August 2012 ein Pkw in sein drei-rädriges Motorrad (Tri-

ke) gefahren sei. Die MRT-Diagnostik zeigte eine vordere Kreuzbandrup-

tur sowie einen Innenbandabriss am linken Femuranteil. Am 21. August 

2012 sei im Krankenhaus T._______ eine vordere Kreuzbandersatzplastik 

erfolgt. Aufgrund unveränderter Schmerzen sei der Beschwerdeführer ab 

18. Oktober 2012 stationäre behandelt worden. Über den Verlauf der sta-

tionären Heilbehandlung wurde berichtet, der Beschwerdeführer sei am 

C-5536/2012 

Seite 21 

5. November 2012 mit deutlich gebesserter Schmerzsymptomatik er-

schienen. Nach eigenen Angaben hätten ihm daheim durchgeführte Aku-

punktursitzungen die Beschwerden nahezu genommen. Er könne nun 

auch das linke Bein nahezu voll belasten. Bei einem ärztlichen Gespräch 

habe der Beschwerdeführer die Vollbelastung beidseits ohne jegliche 

Gehstütze für ungefähr zehn Meter demonstriert (a.a.O. S. 4). In Bezug 

auf die Arbeitsfähigkeit wurde festgehalten, zum aktuellen Zeitpunkt sei 

der Beschwerdeführer aufgrund seiner Unfallverletzung im Rahmen sei-

ner Umschulungstätigkeit zum IT-Systemkaufmann noch nicht vollständig 

arbeitsfähig. Die Arbeitsfähigkeit müsse nach spätestens vier Wochen 

neu evaluiert werden (a.a.O. S. 8) bzw. eine Arbeitstätigkeit im Rahmen 

einer Umschulungstätigkeit sei nach vier Wochen möglich (a.a.O. S. 2 

"Procedere"). 

11.16 Im Bericht der Klinik W._______, vom 18. Januar 2013 wurden fol-

gende Diagnosen genannt (BVGer-act. 11 Beilage 1): Verdacht auf 

Arthrofibrose linkes Kniegelenk, Zustand nach VKB-Plastik linkes Kniege-

lenk (T._______). 

11.17 Im MRT des linken Handgelenks vom 23. Januar 2013 wurde als 

Befund eine zentrale Perforation des Diskus ulnocarpalis im radialen An-

teil sowie umschriebene Synovialitis im ulnaren Anteil angegeben. Hin-

weise auf eine grössere Ruptur fanden sich nicht. Genannt wurde auch 

eine beginnende Arthrose im Radioulnargelenk und ein kleines dorsal ge-

legenes Ganglion (BVGer-act. 11 Beilage 2). 

11.18 Am 25. Januar 2013 wurde der Beschwerdeführer in der Klinik 

W._______, am linken Knie operiert (Operationsbericht vom 30. Januar 

2013, BVGer-act. 11 Beilage 3). 

11.19 In seiner Stellungnahme vom 4. Februar 2013 erklärte 

Dr. J._______ (Verlaufsprotokoll S. 6, in BVGer-act. 13), der Beschwerde-

führer mache geltend, dass er im Sommer des vergangenen Jahres einen 

Verkehrsunfall mit erheblichen Verletzungen erlitten habe, die nicht be-

rücksichtigt worden seien. Die zum damaligen Zeitpunkt von der Arbeits-

agentur Konstanz eingeholten Berichte hätten keine Hinweise auf ein Un-

fallereignis enthalten. Im Rahmen der Behandlung des Unfallschadens in 

der Klinik V._______ (Bericht vom 8. November 2012, in BVGer-act. 13) 

habe eine gute Verbesserung der Funktion und eine Schmerzreduktion 

erzielt werden können. Der Beschwerdeführer habe die Rehabilitations-

behandlung Anfang November 2012 gegen ärztlichen Rat vorzeitig ab-

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Seite 22 

gebrochen, als er nach einem Wochenende zu Hause nahezu beschwer-

defrei in die Klinik zurückgekommen sei. Er habe fast vollständig belaste-

ten und ohne Gehilfe gehen können, was er den Ärzten demonstriert ha-

be. Eine deutliche Besserung sei offensichtlich eingetreten. Bei der ange-

stammten Tätigkeit des Beschwerdeführers in einem Call-Center handle 

es sich um eine leichte, sitzende Tätigkeit ohne Belastung des Knies. 

Deshalb könne ihm diese Tätigkeit, die ihm schon vor dem Unfall zumut-

bar gewesen sei, auch danach in vollem Umfang abverlangt werden. Eine 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bei dieser Tätigkeit liege weiterhin 

nicht vor. Von einer weiteren funktionellen und belastbaren Besserung der 

Knieläsion sei auszugehen. 

11.20 In seiner letzten Stellungnahme vom 29. April 2013 erklärte 

Dr. J._______, es könne sich vorliegend nicht um einen Schlussbestim-

mungs-Fall handeln, da eine somatische Schädigung des Bewegungs- 

und Stützapparates, speziell des linken Knies, vorhanden sei. Diese 

Schädigung habe keine Auswirkung auf die angestammte Tätigkeit als 

Call-Center-Mitarbeiter, welche ausschliesslich im Sitzen erfolge. Auch 

Personen mit Beinlähmung bzw. Amputation könnten diese Tätigkeit aus-

üben (in BVGer-act. 13). 

12.  

Vorliegend geht die Vorinstanz davon aus, dass beim Beschwerdeführer 

nach seinem Verkehrsunfall vom 10. August 2012 ab November 2012 im 

Zeitpunkt der Renteneinstellung (per Ende November 2012) wiederum 

eine vollständige Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit bestan-

den habe (vgl. etwa Vernehmlassung des Amtes für AHV und IV des Kan-

tons Thurgau vom 18. Februar 2013, in BVGer-act. 13). Auch der Versi-

cherungsarzt Dr. J._______ hielt in seiner letzten Aktenbeurteilung vom 

29. April 2013 fest, dass die Kniebeschwerden links keine Auswirkung auf 

die sitzende Tätigkeit des Beschwerdeführers in einem Call-Center hät-

ten.  

Entgegen der Vorinstanz können jedoch insbesondere die geklagten 

Kniebeschwerden links im Zeitpunkt der Rentenaufhebung nicht als me-

dizinisch genügend abgeklärt betrachtet werden. Denn die behandelnden 

Ärzte der Klinik V._______ hielten diesbezüglich - nachdem der Be-

schwerdeführer die Vollbelastung beidseits ohne jegliche Gehstütze für 

ungefähr zehn Meter demonstriert hatte - noch am 8. November 2012 

abweichend eine nicht vollständig vorhandene Arbeitsfähigkeit fest (in 

Bezug auf die Umschulungstätigkeit zum IT-Systemkaufmann), wobei sie 

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Seite 23 

eine Neuevaluation spätestens nach vier Wochen empfahlen (Befund- 

und Entlassbericht in BVGer-act. 13). Zudem ist zu berücksichtigen, dass 

der behandelnde Orthopäde Dr. G._______ dem Beschwerdeführer auf-

grund einer zusätzlichen Verletzung an der linken Hand noch am 

30. November 2012 ein ärztliches Attest für einen Rollator ausstellte (in 

BVGer-act. 11 Beilage 4) und der Beschwerdeführer am 25. Januar 2013 

erneut am linken Knie operiert wurde (BVGer-act. 11 Beilage 3). Unter 

diesen Umständen vermögen die blossen Aktenbeurteilungen des medi-

zinischen Dienstes nicht zu genügen, sondern es rechtfertigt sich eine 

persönliche Untersuchung des Beschwerdeführers, bei welcher auch das 

geltend gemachte andauernde Leiden im Bereich der Leiste zu prüfen ist 

(bei Rentenzusprache: neuralgieformes Schmerzsyndrom im Bereich der 

rechten Leiste), auch wenn - wie die Vorinstanz richtig bemerkte - wäh-

rend des Rehabilitationsaufenthaltes in der Rehaklinik I._______ die 

Kniebeschwerden rechts im Vordergrund gestanden haben (IV-act. 90 

S. 97 Mitte).  

Da bei Rentenzusprache auch psychische Beschwerden berücksichtigt 

worden waren und da auch im neuropsychologischen Untersuchungsbe-

richt der Rehaklinik I._______ vom 15. Juli 2011 noch eine Schmerzver-

arbeitungsstörung angegeben wurde (IV-act. 90 S. 5 Mitte, vgl. auch ner-

venärztlich-sozialmedizinisches Gutachten von Dr. E._______ zu Handen 

des Sozialgerichts Konstanz vom 21. Januar 2009, in welchem allerdings 

eine deutliche Besserung des Schmerzsyndroms unter multimodaler 

Schmerztherapie erwartet worden war [IV-act. 68 S. 28 Ziff. 3]), drängt 

sich auch eine umfassende psychiatrische Untersuchung auf. Diese hat 

in Kenntnis aller somatischen Befunde zu erfolgen und der begutachten-

de Arzt oder die begutachtende Ärztin hat sich bei Vorliegen eines etwai-

gen ätiologisch unklaren syndromalen Zustandes auch dazu zu äussern, 

ob eine psychische Komorbidität oder weitere Umstände gegeben sind, 

welche die Schmerzbewältigung im Hinblick auf eine erwerbliche Tätigkeit 

behindern (vgl. zu den einzelnen Kriterien vorstehende E. 6.3, siehe auch 

Urteil des Bundesgerichts 9C_482/2010 vom 21. September 2010 E. 4.3). 

Diese Rückweisung an die Vorinstanz erfolgt in Übereinstimmung mit der 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung (BGE 137 V 210 E. 4.4.1.4). 

  

C-5536/2012 

Seite 24 

13.  

Bei dieser insgesamt unklaren und vor allem unvollständigen medizini-

schen Aktenlage lässt sich nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit eine Besserung des Gesundheitszustandes des Be-

schwerdeführers feststellen. 

Nach dem Gesagten ist die Beschwerde in dem Sinne gutzuheissen, als 

die angefochtene Verfügung vom 19. Oktober 2012 aufgehoben und die 

Sache an die IVSTA zurückgewiesen wird, damit diese, nach Durchfüh-

rung einer interdisziplinären Gesamtbegutachtung des Beschwerdefüh-

rers (in orthopädisch/rheumatologischer, neurologischer und psychiatri-

scher Hinsicht unter Berücksichtigung der bereits eingeholten Berichte) 

die Frage, ob seit 2006 eine Besserung des Gesundheitszustandes ein-

getreten ist, abkläre und anschliessend neu verfüge. 

14.  

Soweit der Beschwerdeführer weiter geltend macht, die Vorinstanz habe 

ihm unabhängig davon, ob er die bisherige Viertelsrente weiterhin bezie-

he oder nicht, berufliche Eingliederungsmassnahmen zuzusprechen 

(BVGer-act. 7 S. 4 Ziff. 2), fehlt es für einen Entscheid über den entspre-

chenden Anspruch an einem Anfechtungsgegenstand und somit an einer 

Sachurteilsvoraussetzung (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.1, 125 V 413 E. 1a), 

da die Vorinstanz einzig über den Rentenanspruch verfügte, weshalb in-

soweit auf die Beschwerde nicht einzutreten ist.  

Anzumerken bleibt, dass die Vorinstanz die vorliegende Rentenaufhe-

bung nicht auf die 6. IV-Revision, erstes Massnahmenpaket (Revision 6a) 

stützte, bei welcher Massnahmen zur Wiedereingliederung nach Art. 8a 

IVG zu prüfen wären (Schlussbestimmungen der Änderung vom 18. März 

2011 lit. a). 

15.  

Zu befinden bleibt noch über die Verfahrenskosten und eine allfällige Par-

teientschädigung. 

15.1 Da eine Rückweisung praxisgemäss als Obsiegen der beschwerde-

führenden Partei gilt, sind weder dem Beschwerdeführer noch der Vorin-

stanz Verfahrenskosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 e contrario und 2 

VwVG; vgl. BGE 132 V 215 E. 6.1). 

15.2 Der durch einen schweizerischen Anwalt vertretene Beschwerdefüh-

rer hat Anspruch auf eine Parteientschädigung, die von der Vorinstanz zu 

C-5536/2012 

Seite 25 

leisten ist (Art. 64 Abs. 1 und 2 VwVG i.V.m. Art. 7 ff. des Reglements 

vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem 

Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Da keine Kostennote 

eingereicht wurde, ist die Entschädigung aufgrund der Akten festzusetzen 

(14 Abs. 2 VGKE). Unter Berücksichtigung des gebotenen und aktenkun-

digen Aufwandes des anwaltlichen Vertreters wird die Parteientschädi-

gung inklusive Auslagenersatz auf Fr. 2'800.– festgesetzt (Art. 10 VGKE). 

15.3 Bei diesem Ergebnis wird der am 27. Oktober 2012 gestellte und mit 

Beschwerdeergänzung vom 16. Januar 2013 erneuerte Antrag auf unent-

geltliche Prozessführung und Rechtsverbeiständung gegenstandslos. 

  

C-5536/2012 

Seite 26 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird, soweit darauf eingetreten wird, in dem Sinne gut-

geheissen, dass die angefochtene Verfügung vom 19. Oktober 2012 auf-

gehoben und die Sache an die Vorinstanz zurückgewiesen wird, damit 

diese, nach erfolgter Abklärung im Sinne der Erwägungen, über den Ren-

tenanspruch des Beschwerdeführers neu verfüge. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Dem Beschwerdeführer wird eine von der Vorinstanz zu leistende Partei-

entschädigung von Fr. 2'800.– zugesprochen. 

4.  

Das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung und Rechtsverbeistän-

dung wird als gegenstandslos geworden abgeschrieben. 

5.  

Dieses Urteil geht an: 

– den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr._______; Einschreiben) 

– das Bundesamt für Sozialversicherungen (Einschreiben) 

 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Maurizio Greppi Yves Rubeli 

  

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Seite 27 

 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten geführt werden, sofern die Voraussetzungen 

gemäss den Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 

17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) gegeben sind. Die Rechtsschrift hat die 

Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Un-

terschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel 

sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 

BGG). 

 

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