# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fd9fec03-297a-5483-b7c6-35cde0806f86
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2005-07-27
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Strafkammer 27.07.2005 SB 2005 21
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_004_SB-2005-21_2005-07-27.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 27. Juli 2005 Schriftlich mitgeteilt am: 
SB 05 21 (nicht mündlich eröffnet)

(Eine gegen diese Entscheidung erhobene Nichtigkeitsbeschwerde hat das 
Bundesgericht mit Urteil vom 07. Februar 2006 (6S.17/2006) abgewiesen, auf 
die staatsrechtliche Beschwerde wurde vom Bundesgericht mit Urteil vom 
07. Februar 2006 (keine Nr.) nicht eingetreten.)

Urteil 
Kantonsgerichtsausschuss

Vorsitz Vizepräsident Schlenker
RichterInnen Vital und Möhr 
Aktuarin Duff Walser

——————

In der strafrechtlichen Berufung

des X., Berufungskläger, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Luzius Schmid, Villa 
Fontana, Postfach 546, Obere Strasse 22B, 7270 Davos Platz,

gegen

das Urteil des Bezirksgerichtsausschusses Prättigau/Davos vom 10. Juni 2004, mit-
geteilt am 21. Juli 2004, in Sachen des P., Berufungsbeklagter, vertreten durch 
Rechtsanwalt lic. iur. Patrick Benz, Postfach 18, Talstrasse 42 D, 7270 Davos Platz, 
gegen den Berufungskläger, 

betreffend Beschimpfung,

2

hat sich ergeben:

A. X. wurde am 11. August 1983 in A. geboren. Zusammen mit einem 
Bruder und einer Schwester wuchs er in U. bei den Eltern in geordneten Verhältnis-
sen auf. Im Jahre 1999 trat er in das Lehrerseminar in A. ein, welches er bis zum 
Diplomabschluss als Primarlehrer im Juni 2004 besuchte. Während dieser Zeit hat 
er weder Einkommen erzielt, noch besitzt er Vermögen. Seit Anfang Juli 2004 be-
sucht er die Rekrutenschule und erhält eine EO-Entschädigung von rund Fr. 1'200.-- 
im Monat. X. ist ledig und hat keine Kinder. 

Im schweizerischen Zentralstrafregister ist er nicht verzeichnet.

B. Am 13. Februar 2003 reichte P.  beim Kreisamt Davos eine Ehrverlet-
zungsklage gegen X. ein. Darin  führte der Kläger aus, er sei am 11. Februar 2003 
in Gegenwart von zwei Polizeibeamten von X. und F. beschimpft worden. 

Nachdem anlässlich der Sühneverhandlung vom 5. März 2003 keine Eini-
gung erzielt werden konnte, setzte der Kreispräsident Davos P.  Frist zur Ergänzung 
der Klage an. Letzterer machte von dieser Möglichkeit am 28. März 2003 Gebrauch, 
wobei er seine Ausführungen dahingehend präzisierte, als er von X. und F. auf 
übelste Art beschimpft worden sei, wobei „Huerä Usländer, Arschloch“ nur einige 
der benutzten Ausdrücke gewesen seien.

C. In seiner Klageantwort vom 8. Mai 2003 bestritt X. die gegen ihn erho-
benen Vorwürfe vollumfänglich und beantragte, die Untersuchung gegen ihn sei ein-
zustellen.

D. Nach durchgeführter Untersuchung erliess der Kreispräsident Davos 
am 28. August 2003 die Schlussverfügung. Mit Anklageverfügung des Kreispräsi-
denten Davos vom 6. November 2003 wurde X. wegen Beschimpfung im Sinne von 
Art. 177 StGB in Anklagezustand versetzt. 

E. Mit Urteil vom 10. Juni 2004, mitgeteilt am 21. Juli 2004, erkannte der 
Bezirksgerichtsausschuss Prättigau/Davos:

„1. X. ist schuldig der Beschimpfung gemäss Art. 177 Abs. 1 StGB.

 2. Dafür wird er mit einer Busse in Höhe von Fr. 350.00 bestraft.

 3. Das Ersuchen des P.  um Ausrichtung einer Genugtuung wird ab-
gewiesen.

3

 4. Die Kosten des Verfahrens, bestehend aus:

- Aussöhnungsverfahren vor Kreispräsident von Fr. 300.00
- Untersuchungsverfahren des 
  Kreispräsidenten von Fr. 500.00
- der Gerichtsgebühr von Fr.   1'000.00

total somit von Fr. 1'800.00

gehen zu Lasten des X. und werden mit Rücksicht auf die Bewilli-
gung zur unentgeltlichen Prozessführung vom 10./11. März 2004 
(Proz.-Nr. 130-2004-36) direkt beim Kanton Graubünden erho-
ben. Die Kostenvorschüsse des Strafklägers von insgesamt Fr. 
3'560.00 (Fr. 560.00 an die Kreiskasse Davos und Fr. 3'000.00 an 
die Bezirksgerichtskasse) werden ihm nach Rechtskraft dieses 
Urteils via Überweisung an seinen Anwalt erstattet.

X. hat die Busse von Fr. 350.00 innert 30 Tagen nach Rechtskraft 
dieses Urteils mittels beigeschlossenem Einzahlungsschein der 
Bezirksgerichtskasse, PC 70-3922-1, zu überweisen.

 5. X. hat P.  mit Fr. 800.00 (inkl. Spesen und Mehrwertsteuer) aus-
seramtlich zu entschädigen.

 6. (Rechtsmittelbelehrung).

 7. (Mitteilung).“

Aufgrund der Aussagen der Polizisten sei erwiesen, dass X. P.  als einen 
„Wichser“ bezeichnet habe. Da es sich bei diesem Kraftausdruck um eine Formal-
injurie handle und überdies ausser Zweifel stehe, dass X. den Kläger so betitelt 
habe, um diesen in seinem subjektiven Ehrgefühl zu kränken, habe der Beklagte 
mit seinem Verhalten den Tatbestand der Beschimpfung erfüllt.

F. Dagegen liess X. am 11. August 2004 Berufung an den Kantonsge-
richtsausschuss von Graubünden erklären, mit folgenden Anträgen:

„1. Die Ziffern 1, 2, 4 und 5 des Urteils des Bezirksgerichtsausschus-
ses Prättigau/Davos vom 10. Juni 2004 (Proz.Nr. 520-2003-14) 
(fernmündlich eröffnet) seien aufzuheben.

 2. Der Berufungskläger sei vom Vorwurf der Beschimpfung gemäss 
Art. 177 StGB freizusprechen.

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich Mehrwert-
steuer für beide Instanzen.“

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Gleichzeitig reichte X. dem Kantonsgerichtspräsidium für das Verfahren vor 
Kantonsgericht ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ein, welches mit Verfü-
gung vom 2. September 2004 gutgeheissen wurde. 

Der Bezirksgerichtsausschuss Prättigau/Davos verzichtete mit Schreiben 
vom 18. August 2004 unter Hinweis auf die Erwägungen im angefochtenen Urteil 
auf eine Stellungnahme.

P.  beantragte in seiner Berufungsantwort vom 2. September 2004: 

„1. Die Berufung vom 11. August 2004 sei vollumfänglich abzuwei-
sen.

 2. Das angefochtene Urteil des Bezirksgerichtsausschusses Prätti-
gau/Davos vom 10. Juni/21. Juli 2004 sei in allen Punkten zu 
bestätigen.

 3. Unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich 
7,6 % MWST zu Lasten von X..“

G. Der Kantonsgerichtsausschuss von Graubünden erkannte mit Urteil 
vom 20. Oktober 2004, mitgeteilt am 19. Januar 2005: 

„1. Die Berufung wird dahin entschieden, als das angefochtene Urteil 
aufgehoben und das Verfahren wegen Beschimpfung gemäss Art. 
177 Abs. 1 StGB eingestellt wird.

2. Die Kosten des Verfahrens, bestehend aus:

- den Kosten des Aussöhnungsversuchs vor dem
 Kreispräsidenten Davos von Fr. 300.--
- den Kosten des Untersuchungsverfahrens des
 Kreispräsidenten Davos von Fr. 500.--
- und der Gerichtsgebühr von Fr. 1'000.--

total somit Fr. 1'800.--

gehen zu Lasten von P. , welcher X. mit Fr. 2'500.-- (inkl. Spesen 
und Mehrwertsteuer) zu entschädigen hat. 

3. Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 1'000.-- gehen zu 
Lasten von P. , welcher X. mit Fr. 1'000.-- (inkl. Spesen und Mehr-
wertsteuer) zu entschädigen hat. 

4. Sollten die zugesprochenen Entschädigungen uneinbringlich 
sein, so hätte der Kanton Graubünden die Aufwendungen des 
Rechtsvertreters nach entsprechender Kostenfestsetzung 

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gemäss Art. 47 Abs. 4 ZPO unter Vorbehalt der Rückforderung zu 
bezahlen.

5. (Rechtsmittelbelehrung). 

6. (Mitteilung).“

  Zur Begründung wurde ausgeführt, für das Wort „Wichser“ liege kein gülti-
ger Strafantrag vor. Der Antragssteller habe nur in allgemeiner Weise wegen Be-
schimpfung Strafantrag gestellt und lediglich zwei konkrete Schimpfwörter genannt, 
worunter der besagte Kraftausdruck eben gerade nicht aufgeführt sei. 

H. Dagegen erhob P.  am 18. Februar 2005 eidgenössische Nichtigkeits-
beschwerde und staatsrechtliche Beschwerde an das Bundesgericht mit folgenden 
Anträgen:

„1. Das Urteil des Kantonsgerichtsausschusses von Graubünden 
vom 20. Oktober 2004, mitgeteilt am 19. Januar 2005, sei vollum-
fänglich aufzuheben und die Berufung von X. sei abzuweisen. 

2. Die Streitsache sei zur neuen Entscheidung an den Kantonsge-
richtsausschuss von Graubünden zurückzuweisen.

3. Der vom Bezirksgerichtsausschuss Prättigau/Davos mit Urteil vom 
10. Juni 2004 gegenüber X. ausgesprochene Schuldspruch, die 
Busse sowie die Kosten- und Entschädigungsfolgen seien zu 
bestätigen.

4. Alles unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüg-
lich 7,6 % Mehrwertssteuer zu Lasten von X..“

I. Mit Urteil vom 4. Mai 2005, mitgeteilt am 8. Juni 2005, erkannte der 
Kassationshof des Schweizerischen Bundesgerichts:

„1. Die eidgenössische Nichtigkeitsbeschwerde wird gutgeheissen, 
soweit darauf einzutreten ist, der Einstellungsbeschluss des Kan-
tonsgerichts Graubünden vom 20. Oktober 2004 aufgehoben und 
die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückgewie-
sen.

2. Die staatsrechtliche Beschwerde wird als gegenstandslos am Ge-
schäftsverzeichnis abgeschrieben.

3. Der Beschwerdegegner hat die bundesgerichtlichen Kosten von 
Fr. 2'000.-- zu bezahlen.

4. Dem Beschwerdeführer wird für das Verfahren der eidgenössi-
schen Nichtigkeitsbeschwerde eine Parteientschädigung von Fr. 
3'000.-- aus der Bundesgerichtskasse ausgerichtet. Der Be-
schwerdegegner hat der Bundesgerichtskasse hierfür Ersatz zu 
leisten.

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5. (Mitteilung).“

Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, dass die Vorinstanz in-
haltlich überspitzte Anforderungen an den Strafantrag gestellt habe. Es sei gar nicht 
selten, dass Straftatbestände des Strafgesetzbuches so gefasst seien, dass sie 
dem Sprachgebrauch des Alltags entsprechen, der unter Beschimpfung die Ver-
wendung herabsetzender Worte verstehe. Zwar sei für die rechtliche Qualifikation 
wesentlich, was genau gesagt wurde. Das Tatgeschehen sei jedoch für einen gülti-
gen Strafantrag ausreichend umschrieben, wenn unter Schilderung der näheren 
Umstände ausgeführt werde, dass der Antragsteller vom Verletzer beschimpft wor-
den sei. Es genüge, dass sich der Strafantrag auf eine bestimmte strafbare Hand-
lung beziehe. Wenn sich im weiteren Verfahren nicht jene Wörter erhärten liessen, 
welche der Antragsteller genannt hat, sondern andere, lasse dies den Strafantrag 
nicht als inhaltlich unzureichend erscheinen. P.  habe daher einen inhaltlich gültigen 
Strafantrag gestellt.

J. Mit Schreiben vom 10. Juni 2005 räumte das Kantonsgericht X. und 
P.  Frist bis zum 4. Juli 2005 ein, um sich zum bundesgerichtlichen Urteil vernehmen 
zu lassen.

In seiner Stellungnahme vom 1. Juli 2005 hält P.  an den in der Berufungs-
antwort gestellten Anträgen fest. 

X. liess sich am 4. Juli 2005 vernehmen. Er bestätigt ebenfalls seine Beru-
fungsbegehren und beantragt überdies die Ausrichtung einer Entschädigung 
gemäss Art. 161 StPO.     

Der Kantonsgerichtsausschuss zieht in Erwägung :

1. Der Kassationshof des Schweizerischen Bundesgerichtes hat, wie be-
reits ausgeführt, das Urteil des Kantonsgerichtsauschusses von Graubünden vom 
20. Oktober 2004 aufgehoben (BGE 131 IV 97). Über die von X. gegen das erstin-
stanzliche Urteil gerichtete Berufung muss deshalb noch einmal befunden werden. 
Dabei sind die Erwägungen des Kassationshofes für den Kantonsgerichtsaus-
schuss verbindlich (Art. 277 ter Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Bundesstraf-
rechtspflege). 

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Zu den Erwägungen des Kassationshofes seien gleichwohl folgende Bemer-
kungen angebracht: 

Beim Ehrverletzungsverfahren handelt es sich um ein Privatstrafklageverfah-
ren. Darin liegt der wesentliche Unterschied zu anderen Antragsdelikten, bei wel-
chen nach Stellung des Strafantrages  - ohne weiteres aktives Dazutun der Parteien 
- die Tätigkeit der staatlichen Untersuchungsorgane in Gang gesetzt wird; dort gibt 
es weder einen Rechtsschriftenwechsel noch eine obligatorische Sühneverhand-
lung. Die Strafklage im Ehrverletzungsverfahren muss daher eine kurze Umschrei-
bung des inkriminierten Vorganges enthalten, so dass der Angeschuldigte  weiss, 
was ihm vorgeworfen wird und wogegen er sich zu verteidigen hat (vgl. W. Padrutt, 
Kommentar zur Strafprozessordnung des Kantons Graubünden, 2. Aufl., Chur 
1996, S. 419, PKG 1990 Nr. 40). Bei einer Ehrverletzung und insbesondere bei einer 
verbalen Beschimpfung ist somit deren Inhalt, das heisst der verbale Ausdruck kon-
kret anzugeben. Nur so weiss der Angeschuldigte, was ihm konkret vorgeworfen 
wird und ob die geltend gemachte Äusserung denn auch eine Ehrverletzung oder 
konkret eine Beschimpfung darstellt oder nicht. Vom Strafkläger nicht zu fordern, 
den verbalen Ausdruck konkret zu nennen, also nicht zu sagen, worin denn konkret 
die Ehrverletzung oder die Beschimpfung bestehe, hiesse die Verteidigungsrechte 
des Angeschuldigten zu beschneiden. Denn ohne zu wissen, was konkret vorge-
worfen wird, könnte wohl auch eine Sühneverhandlung (Art. 164 StPO) kaum er-
folgversprechend durchgeführt werden. Der obligatorische Aussöhnungsversuch 
hat aber gerade den Sinn und Zweck, dass aufgrund des offen und klar dargestell-
ten Sachverhaltes eine gerade in Ehrverletzungssachen geforderte Aussöhnung er-
folgen kann. Müssig zu erwähnen, dass auch die Fortsetzung des Verfahrens (Straf-
klageergänzung des Klägers, Stellungnahme des Angeschuldigten mit allfälligen 
Beweisanträgen) nur auf der Grundlage inhaltlich konkreter Angaben überhaupt erst 
Sinn macht.

2. Liegt nach den verbindlichen Erwägungen des Bundesgerichts ein in-
haltlich gültiger Strafantrag vor und sind somit die formellen Voraussetzungen für 
eine Strafverfolgung des Angeschuldigten wegen Ehrverletzungsdelikten im Sinne 
von Art. 173 ff. StGB als gegeben zu betrachten, so hat der Kantonsgerichtsaus-
schuss entsprechend den Rügen des Berufungsklägers im Weiteren zu prüfen, ob 
die Vorinstanz zu Recht zur Überzeugung gelangt ist, dass X. den ihm zur Last 
gelegten Tatbestand der Beschimpfung gemäss Art. 177 Abs. 1 StGB verwirklicht 
hat. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Vorinstanz den Berufungskläger allein 
wegen des Gebrauchs des Wortes „Wichser“ verurteilt hat. Bezüglich weiterer Kraft-

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ausdrücke ist sie zum Ergebnis gelangt, die Zeugenaussagen würden zuwenig Ge-
währ dafür bieten, dass der Berufungskläger solche verwendet habe. Zudem müsse 
der Richter feststellen, ob eine mündliche Äusserung ehrverletzenden Charakter 
habe. Dazu bedürfe er jedoch der Ausdrücke, die damals konkret genannt worden 
seien. Fehlten diese - wie vorliegend abgesehen von der Bezeichnung „Wichser“ - 
sei eine Verurteilung nicht möglich. Der Berufungsbeklagte hat gegen das vorin-
stanzliche Urteil weder Berufung noch Anschlussberufung erhoben. Er hat das vor-
instanzliche Urteil mithin vollumfänglich akzeptiert, was auch aus seiner Berufungs-
antwort hervorgeht. Der Berufungskläger wiederum ficht das vorinstanzliche Urteil 
nur insoweit an, als er wegen dem Gebrauch des Wortes „Wichser“ verurteilt worden 
ist. Im vorliegenden Berufungsverfahren steht somit nur noch die Verwendung des 
Wortes „Wichser“ gegenüber dem Berufungsbeklagten zur Diskussion. Eine allfäl-
lige Beschimpfung von P.  seitens des Berufungsklägers mittels anderer Kraftaus-
drücke bildet nicht mehr Gegenstand des Berufungsverfahrens. 

3. Entsprechend den Rügen des Berufungsklägers gilt es somit im Fol-
genden zu prüfen, ob letzterer den Berufungsbeklagten einen „Wichser“ genannt 
und damit im Sinne von Art. 177 Abs. 1 StGB in der Ehre verletzt hat oder nicht. 
Anlässlich dieser Prüfung ist eine Würdigung der vorliegenden Beweismittel vorzu-
nehmen und gestützt darauf zu beurteilen, ob die Sachverhaltsdarstellung des An-
geklagten oder der Vorinstanz überzeugend erscheint. Dabei hat das Gericht nach 
Art. 144 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 125 Abs. 2 StPO auch im Berufungsverfahren 
nach freier Überzeugung zu entscheiden (vgl. auch N. Schmid, Strafprozessrecht, 
3. Aufl., Zürich 1997, N 286). Die Beweislast für die dem Angeklagten zur Last ge-
legte Tat liegt grundsätzlich beim Staat (W. Padrutt, a.a.O., S. 306, Ziff. 2). An den 
Beweis sind hohe Anforderungen zu stellen. Verlangt wird mehr als eine blosse 
Wahrscheinlichkeit, nicht aber ein absoluter Beweis der Täterschaft. Nach der aus 
Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 2 EMRK fliessenden Beweiswürdigungsregel „in 
dubio pro reo“ darf sich der Strafrichter jedoch nicht von der Existenz eines für den 
Angeklagten ungünstigen Sachverhaltes überzeugt erklären, wenn bei objektiver 
Betrachtung Zweifel an den tatsächlichen Voraussetzungen für ein verurteilendes 
Erkenntnis bestehen (BGE 124 IV 87 f.). Bloss theoretische und abstrakte Zweifel 
sind indessen nicht massgebend, weil solche immer möglich sind und absolute Ge-
wissheit nicht verlangt werden kann. Es muss sich vielmehr um erhebliche, nicht zu 
unterdrückende Zweifel handeln, das heisst um solche, die sich nach der objektiven 
Sachlage aufdrängen (BGE 120 Ia 37). Aufgabe des Richters ist es, ohne Bindung 
an Beweisregeln die an sich möglichen Zweifel zu überwinden und sich mit Über-
zeugung für einen bestimmten Sachverhalt zu entscheiden, wobei die Bildung der 

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Überzeugung objektivier- und nachvollziehbar sein muss. Die Schuld des Angeklag-
ten muss sich dabei auf vorgelegte Beweise und Indizien stützen, die vernünftige 
Zweifel in ausschliesslicher Weise zu beseitigen vermögen (vgl. PKG 1987 Nr. 12; 
W. Padrutt, a.a.O., S. 307; N. Schmid, a.a.O., N 289). 

Für den konkreten Fall bedeutet dies, dass die Aussagen sowohl des Beru-
fungsklägers als auch jene der Zeugen sowie die weiteren Beweismittel frei zu wür-
digen sind, um dann bei gesamthafter Betrachtung entscheiden zu können, welche 
Sachverhaltsdarstellung zu überzeugen vermag.

4. P.  hat in seiner Klageschrift vom 13. Februar 2003 ausgeführt, er sei 
anlässlich der Auseinandersetzung vor dem Restaurant E. von den beiden Männern 
(X. und F.) andauernd beschimpft worden (act. 05.1.1). In Übereinstimmung dazu 
erklärte er auch anlässlich der Sühneverhandlung, dass er vom Beklagten und F. 
mit Wörtern unter der Gürtellinie beschimpft worden sei. Die beiden Männer hätten 
ihn auch im Beisein der Polizisten beschimpft (act. 05.1.2a). Diese Angaben des 
Berufungsbeklagten decken sich ebenso mit seinen Ausführungen in der Klageer-
gänzung vom 28. März 2003. Darin bestätigte P.  nämlich seine Behauptung, wo-
nach X. und F. sehr ausfallend geworden seien und ihn auch noch nach Ankunft der 
Polizisten beschimpft hätten (vgl. act. 05.1.4). Zwar nannte er anlässlich der Ergän-
zung seiner Klage als konkrete Beispiele für die seitens des Berufungsklägers ge-
gen ihn gerichteten Schimpfwörter lediglich die Ausdrücke „Huerä Usländer“ und 
„Arschloch“ (vgl. act. 05.1.4), nicht jedoch das Wort „Wichser“. Dass der Berufungs-
kläger den Kraftausdruck „Wichser“ verwendet hat, ist jedoch erstellt. X. hat dies 
anlässlich seiner Einvernahme vor dem Kreispräsidenten am 5. November 2003 
(act. 05.1.19, S. 2) sowie in der Berufungsschrift (vgl. act. 01, S. 5, Ziff. IV. 2) selbst 
zugegeben. Entsprechend geht dies auch aus den Zeugenaussagen der beiden Po-
lizeibeamten Z. und D. hervor. So bestätigte der Polizist D., dass F. und X. emotional 
stark geladen waren und entsprechend sehr böse Worte gefallen seien. Es sei unter 
anderem “du bisch a huara Wichser“ gesagt worden, wobei er ausführte, dass beide 
Männer solche Schimpfwörter verwendet hätten (vgl. act. 05.1.12, S. 1, 2). Im Ein-
klang dazu stehen sodann auch die Aussagen des Polizeibeamten Z., welcher aus-
drücklich festhielt, dass viele Schimpfwörter gefallen seien, wobei „Wichser“ von 
beiden Männern als eine Art Standardausdruck verwendet worden sei (act. 05.1.13, 
S.  2). Auch auf Ergänzungsfrage von Rechtsanwalt Benz erklärte der Zeuge noch-
mals einhellig, dass ihm vor allem das Wort „Wichser“ geblieben sei (vgl. act. 
05.1.13, S. 2).

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Der Berufungskläger macht zwar geltend, er habe den Ausdruck „Wichser“ 
nicht gegen P.  gerichtet. Vielmehr sei damit immer ein an der damaligen Konver-
sation nicht beteiligter Dritter, nämlich der Pizzaiolo im Restaurantbetrieb des Beru-
fungsbeklagten gemeint gewesen. Dieser Einwand erscheint jedoch in Anbetracht 
der übrigen Zeugenaussagen als reine Schutzbehauptung. Die Schilderung von Po-
lizist D., wonach „du bisch a huara Wichser“ gesagt worden sei (vgl. act. 05.1.12, S. 
1), zeigt klar, dass der zur Diskussion stehende Kraftausdruck nicht auf einen Drit-
ten gemünzt, sondern an das Gegenüber, also gegen P.  gerichtet war. D. sagte 
zwar, dass sich der Frust der beiden Männer und die Schimpfwörter schon auch 
gegen den Pizzaiolo gerichtet hätten; dieser sei jedoch nicht mehr das Hauptziel 
gewesen. Demgemäss erklärte der Zeuge auf Ergänzungsfrage von Rechtsanwalt 
Schmid nochmals übereinstimmend, dass sich die Schimpfwörter vornehmlich ge-
gen P. richteten (vgl. act. 05.1.12, S. 2). Dabei vermag dem Berufungskläger auch 
der Umstand nichts zu helfen, dass der Zeuge, wie er es selbst ausdrückte, „nicht 
mehr mit hundertprozentiger Sicherheit“ sagen konnte, welcher von beiden Män-
nern dies gesagt habe und hinzufügte, er meine eher F. (vgl. act. 05.1.12, S. 1). X. 
hat nämlich -wie dargelegt- selbst zugegeben, den besagten Kraftausdruck verwen-
det zu haben. Die dargelegten Aussagen lassen mithin darauf schliessen, dass der 
Berufungskläger den Ausdruck „Wichser“ eben gerade entgegen seiner Behaup-
tung in der vom Zeugen D. dargelegten Form vornehmlich gegen P.  gerichtet hat. 
Dass dem so gewesen sein muss, bestätigen denn auch die diesbezüglich klaren, 
in sich geschlossenen Aussagen des Polizeibeamten Z.. Zwar hat dieser ausgesagt, 
der Grössere (X.) habe versucht, den Kleineren (F.) zurückzuhalten (vgl. act. 
05.1.13). Allein daraus lässt sich jedoch entgegen dem Einwand des Berufungsklä-
gers nicht ableiten, dass er P.  nicht mit Kraftausdrücken betitelt haben soll. Dies 
um so weniger, als die weiteren Angaben von Z. eindeutig das Gegenteil bekräfti-
gen. Letzterer hielt nämlich gegenüber dem Kreispräsidenten unmissverständlich 
fest, dass es der „Grössere“, also X. gewesen sei, welcher den Ausdruck „Wichser“ 
mehrmals gebraucht habe, wobei er ausdrücklich klarstellte, dass das Wort „Wich-
ser“ dabei gegen P. gerichtet war (vgl. act. 05.1.13, S. 2). Entsprechend bezieht 
sich die vom Berufungskläger zitierte Aussage des Zeugen, er könne sich nicht 
mehr im Detail erinnern, welcher der beiden was gesagt habe (vgl. act. 05.1.13, S. 
2), auf andere weitere Schimpfwörter, welche gemäss den Zeugenaussagen eben-
falls gefallen sein sollen, vorliegend jedoch- wie dargelegt- nicht mehr zur Diskus-
sion stehen. Der diesbezügliche Einwand des Berufungsklägers vermag ihn folglich 
nicht zu entlasten, zumal die Angaben des Zeugen Z. ganz eindeutig bestätigen, 
dass P.  vom Berufungskläger mit dem Wort „Wichser“ betitelt worden ist. Dabei 
erscheinen die Depositionen von Z. um so glaubhafter, als es sich beim Zeugen um 

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einen Polizeibeamten handelt, der geschult ist und somit von Berufes wegen auch 
entsprechende Erfahrung darin hat, heikle Situationen zu beobachten und genau zu 
erfassen, um seine Wahrnehmungen später zuverlässig und korrekt wiedergeben 
zu können. Kommt hinzu, dass der Polizeibeamte im Gegensatz zum Angeklagten 
in nüchternem Zustand war, als die zu beurteilende Auseinandersetzung im Gange 
war und er die später als Zeuge deponierten Beobachtungen machte (vgl. act. 
05.1.19, S. 2). Ganz abgesehen davon hat der Polizeibeamte Z. als Nichtbeteiligter 
keinerlei Interesse am Ausgang des Verfahrens, und es sind keine vernünftigen 
Gründe ersichtlich, weshalb er den Berufungskläger mit seinen Aussagen zu Un-
recht hätte belasten sollen. Gesamthaft betrachtet vermögen mithin die gegenteili-
gen Behauptungen von X. die in sich geschlossenen, klaren und glaubhaften Aus-
sagen des Polizeibeamten Z., welche im Wesentlichen auch in Einklang zu den An-
gaben des Polizeibeamten D. und des Berufungsbeklagten stehen, nicht zu wider-
legen. In Würdigung der vorliegenden Beweismittel und Zeugenaussagen gelangt 
der Kantonsgerichtsausschuss demnach zur Überzeugung, dass sich der Sachver-
halt so abgespielt hat, wie er von Z. geschildert wurde.

An diesem Beweisergebnis vermöchte auch eine Zeugeneinvernahme von 
F. respektive die Einsichtnahme in die Akten eines allenfalls gegen ihn geführten 
Verfahrens nichts zu ändern. Selbst wenn F. die Sachverhaltsversion des Beru-
fungsklägers bestätigen sollte, stünden nämlich seinen und den Angaben von X. 
nach wie vor die klaren und glaubhaften Schilderungen des Polizeibeamten Z. ge-
genüber. Dabei bleibt zu berücksichtigen, dass nicht nur der Berufungskläger zum 
Zeitpunkt der Auseinandersetzung alkoholisiert war, sondern auch F. unter Alkohol-
einfluss stand (vgl. act. 05.1.12, S. 2; act. 05.1.19, S. 2). Zudem handelt es sich bei 
den beiden jungen Männern gemäss Ausführungen in der Berufungsschrift (vgl. act. 
01, S. 5 Ziff. 2) um Kollegen, womit die Bestätigung der Depositionen von X. durch 
den beantragten Zeugen mit entsprechender Zurückhaltung zu würdigen wäre. 
Demgegenüber lassen die klaren und schlüssigen Angaben des Polizeibeamten Z. 
aus den oben dargelegten Gründen keinerlei Zweifel an ihrer Richtigkeit. Auch eine 
mit den Angaben des Berufungsklägers übereinstimmende Sachverhaltsschilde-
rung von F. als Zeuge vermöchte deshalb die Angaben von Z. nicht zu entkräften. 
Der Antrag des Berufungsklägers um Einsichtnahme in die Akten in das von ihm 
vermutete Verfahren gegen F. sowie um dessen Einvernahme als Zeuge ist daher 
in antizipierter Beweiswürdigung abzuweisen (vgl. BGE 121 I 308 f., PKG 1993 Nr. 
27, N. Schmid, a.a.O., N 291 mit Hinweisen). 

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Ausgangspunkt für die nachfolgend zu beurteilende Frage, ob der Berufungs-
kläger tatbestandsmässig im Sinne von Art. 177 Abs. 1 StGB gehandelt hat, bildet 
somit -wie auch die Vorinstanz zutreffend angenommen hat- die Sachverhaltsdar-
stellung von Z., wonach X. P.  als einen „Wichser“ bezeichnet hat.

5. Gemäss Art. 177 Abs. 1 StGB wird auf Antrag mit Gefängnis bis zu 
drei Monaten oder mit Busse bestraft, wer jemanden in anderer Weise (als durch 
üble Nachrede oder Verleumdung) durch Wort, Schrift, Bild, Gebärde oder Tätlich-
keiten in seiner Ehre angreift. Der objektive Tatbestand ist unter anderem dann er-
füllt, wenn der Täter einem Mitmenschen durch ein abschätziges Werturteil jene 
Achtung versagt, die er ihm objektiv schuldet. Dabei kann es sich um ein reines 
Werturteil handeln (Formalinjurie) oder um ein Werturteil, das sich an eine (explizite 
oder implizite) Tatsachenbehauptung anlehnt. In subjektiver Hinsicht ist Vorsatz ver-
langt, wobei sich dieser bei Beschimpfung durch Werturteil nur darauf richten muss, 
dass die Äusserung ehrenrührig ist, nicht auch darauf, dass sie nicht vertretbar ist 
(vgl. zum Ganzen S. Trechsel, Kurzkommentar zum Schweizerischen Strafgesetz-
buch, 2. Auflage, Zürich 1997, N 2, 6 zu  Art. 177 StGB mit Hinweisen; Niggli/Wi-
prächtiger, Basler Kommentar zum Strafgesetzbuch II, Art. 11-401 StGB, Basel 
2003, N 3, 9 zu Art. 177 StGB).

Vorliegend steht fest, dass X. P.  als einen „Wichser“ betitelt hat. Wie die 
Vorinstanz zutreffend ausführt, handelt es sich bei diesem Kraftausdruck eindeutig 
um eine sogenannte Formalinjurie, welche geeignet ist, dem Adressaten gegenüber 
seine Missachtung auszudrücken. Dass X. wusste, dass er mit der Bezeichnung 
des Berufungsbeklagten als „Wichser“ dessen Ehrgefühl verletzen kann, steht im 
Übrigen ausser Zweifel. Er geht in der Berufungsschrift selbst davon aus, dass der 
Tatbestand der Beschimpfung bei der Verwendung des Wortes „Wichser“ gegenü-
ber einer anderen Person gegeben ist. Nach dem Gesagten steht somit fest, dass 
X. den Tatbestand der Beschimpfung gemäss Art. 177 Abs. 1 StGB sowohl in ob-
jektiver als auch in subjektiver Hinsicht erfüllt hat.  

6. a) Bei der Überprüfung der vorinstanzlichen Strafzumessung setzt der 
Kantonsgerichtsausschuss sein Ermessen anstelle desjenigen der Vorinstanz und 
wendet die Regeln über die Strafzumessung selbständig an. Gemäss Art. 63 StGB 
bemisst der Richter die Strafe nach dem Verschulden des Täters, wobei er insbe-
sondere die Beweggründe, das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse zu 
berücksichtigen hat. Grundlage für die Bemessung der Schuld bildet die Schwere 
der Tat. Weiter unterscheidet man beim Verschulden Tat- und Täterkomponente. 

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Bei der Tatkomponente betrachtet man das Ausmass des verschuldeten Erfolges, 
die Willensrichtung, mit welcher der Täter handelte, und seine Beweggründe. Die 
Täterkomponente hingegen umfasst Vorleben und persönliche Verhältnisse des 
Täters sowie das Verhalten nach der Tat oder im Strafverfahren, wie zum Beispiel 
Reue, Einsicht oder Strafempfindlichkeit (BGE 117 IV 112 ff. mit Hinweisen). Diese 
Elemente wirken strafmindernd oder straferhöhend, wobei in der Begründung der 
Strafzumessung die Überlegungen des Richters nachvollziehbar sein müssen. Lie-
gen keine Strafmilderungs- oder Strafschärfungsgründe vor, hat sich der Richter an 
den vom Gesetzgeber vorgesehenen Strafrahmen zu halten. Grundlage für die 
Strafzumessung im vorliegenden Fall bildet der in Art. 177 Abs. 1 StGB vorgese-
hene Strafrahmen von Gefängnis von drei Tagen bis zu drei Monaten oder Busse 
(Art. 36 StGB). Wird eine Busse ausgesprochen und bestimmt das Gesetz es nicht 
anders, so beträgt der Höchstbetrag der Busse Fr. 40'000.-- (Art. 48 Ziff. 1 Abs. 1 
StGB). Art. 48 Ziff. 2 Abs. 1 StGB schreibt dem Richter vor, den Betrag einer Busse 
je nach den Verhältnissen des Täters so zu bestimmen, dass dieser durch die Ein-
busse die Strafe erleidet, die seinem Verschulden angemessen ist. Dabei sind für 
die Verhältnisse des Täters namentlich sein Einkommen und sein Vermögen, sein 
Familienstand und seine Familienpflichten, sein Beruf und Erwerb, sein Alter und 
seine Gesundheit von Bedeutung (vgl. Art. 48 Ziff. 2 StGB).  

b) Das Verschulden von X. darf nicht bagatellisiert werden. Entgegen seinen 
Ausführungen muss er sich den Vorwurf gefallen lassen, dass er P.  als „Wichser“ 
bezeichnet und ihn dadurch tief in seinem subjektiven Ehrgefühl gekränkt hat. Dies, 
obwohl letzterer ihm keinen Anlass zu einer Beschimpfung gab. Strafmindernd ist 
dem Berufungskläger sein vorstrafenfreies Vorleben sowie der tadellose Leumund 
anzurechnen. Demgegenüber kann er aufgrund der Tatsache, dass er seine Tat bis 
heute bestreitet und sein Fehlverhalten nicht einsehen will, nicht mit Milde rechnen. 
Strafschärfungs- und Strafmilderungsgründe liegen ebenso wie Straferhöhungs-
gründe keine vor. Gemäss Auskunft der Kantonalen Steuerverwaltung A. (act. 
0.1.1.D) sowie eigenen Angaben erzielte X. bis zu seinem Diplomabschluss als Pri-
marlehrer im Juni 2004 mit Ausnahme eines Taschengelds von monatlich Fr. 500.-
- kein Einkommen. Er besitzt auch kein Vermögen. Seit Anfang Juli 2004 erhält er 
gemäss eigenen Ausführungen eine EO-Entschädigung von monatlich rund Fr. 
1'200.--. In Anbetracht der finanziellen Verhältnisse des Berufungsklägers sowie un-
ter Berücksichtigung der konkreten Umstände und sämtlicher Strafzumessungs-
gründe erscheint dem Kantonsgerichtsausschuss die von der Vorinstanz ausge-
sprochene Busse von Fr. 350.-- demnach als dem Verschulden von X. angemes-
sen.

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7. Im Ergebnis steht demzufolge fest, dass das angefochtene Urteil so-
wohl in Bezug auf den Schuldspruch als auch hinsichtlich der Strafzumessung zu 
bestätigen ist. Die diesbezüglichen Rügen von X. erweisen sich mithin als unbe-
gründet. Damit ist auch die vorinstanzliche Kostenverteilung zu bestätigen, womit 
die Berufung von X. vollumfänglich abzuweisen ist. Auf die weiteren Ausführungen 
des Berufungsklägers in seiner Stellungnahme vom 4. Juli 2005 betreffend Antrag 
auf Ausrichtung einer Entschädigung gemäss Art. 161 StPO ist daher nicht weiter 
einzugehen. Eine solche ist nämlich auf Begehren nur im Falle eines Freispruchs 
oder einer Einstellung des Verfahrens zuzusprechen. 

8. a) Erweist sich das vorinstanzliche Urteil als rechtmässig und ist die 
Berufung abzuweisen, so sind die Kosten des Berufungsverfahrens gemäss Art. 
167 Abs. 5 StPO dem unterliegenden Berufungskläger aufzuerlegen, welcher dem 
obsiegenden Berufungsbeklagten überdies eine angemessene ausseramtliche Ent-
schädigung zu bezahlen hat.

b) X. reichte dem Kantonsgerichtspräsidium für das Verfahren vor Kantons-
gericht ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ein. Dieses wurde mit Verfügung 
vom 2. September 2004 gutgeheissen. Die dem Berufungskläger auferlegten amtli-
chen Kosten des Berufungsverfahrens sowie die Kosten seiner Rechtsvertretung 
sind somit dem Kanton Graubünden in Rechnung zu stellen. Die Rückforderung im 
Sinne von Art. 45 Abs. 2 ZPO bleibt vorbehalten. Der Rechtsvertreter des Beru-
fungsklägers ist überdies darauf hinzuweisen, dass die angerufene Instanz nur für 
die Festsetzung der jeweils in ihrem Verfahrensabschnitt entstandenen Kosten der 
Rechtsvertretung zuständig ist (Art. 47 Abs. 4 ZPO). Die von ihm in der Honorarnote 
vom 4. Juli 2005 ebenfalls geltend gemachten Rechtsvertretungskosten für die üb-
rigen Verfahrensabschnitte (Vorinstanz, Bundesgericht) sind folglich im Festset-
zungsverfahren vor Kantonsgericht nicht zu berücksichtigen. Der Rechtsvertreter 
des Berufungsklägers wird daher ersucht, innert 10 Tagen seit Mitteilung dieses 
Urteils eine detaillierte und tarifgemässe Honorarnote einzureichen, welche sich auf 
die in diesem Verfahrensabschnitt entstandenen Kosten der Rechtsvertretung be-
schränkt. 

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Demnach erkennt der Kantonsgerichtsausschuss :

1. Die Berufung wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 1'000.-- gehen zu Lasten von 
X., welcher P.  für das Berufungsverfahren mit Fr. 1'000.-- inkl. Mehrwert-
steuer zu entschädigen hat.

3. a) Die dem Berufungskläger auferlegten amtlichen Kosten des Berufungs-
verfahrens sowie die in diesem Verfahrensabschnitt entstandenen Kosten 
seiner Rechtsvertretung werden gestützt auf die am 2. September 2004 ge-
währte unentgeltliche Rechtspflege dem Kanton Graubünden in Rechnung 
gestellt. 

b) Die Rückforderung der geleisteten Kostenhilfe durch den Kanton Graubün-
den bleibt im Sinne von Art. 45 Abs. 2 ZPO vorbehalten.

c) Der Rechtsvertreter des Berufungsklägers wird aufgefordert, innert 10 Ta-
gen seit Mitteilung dieses Urteils eine detaillierte und tarifgemässe Honorar-
note für die im Berufungsverfahren entstandenen Kosten der Rechtsvertre-
tung einzureichen. Bei Nichteinhaltung dieser Frist wird die Entschädigung 
nach pflichtgemässem Ermessen festgesetzt.

4. Gegen dieses Urteil kann, sofern Verletzung eidgenössischen Rechts gel-
tend gemacht werden will, Nichtigkeitsbeschwerde an den Kassationshof des 
schweizerischen Bundesgerichts geführt werden. Diese ist dem Bundesge-
richt innert 30 Tagen seit Zustellung der vollständigen Ausfertigung des Ent-
scheides in der in Art. 273 des Bundesgesetzes über die Bundesstrafrechts-
pflege (BStP) vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Beschwerdele-
gitimation und die weiteren Voraussetzungen der Nichtigkeitsbeschwerde 
gelten die Art. 268 ff. BStP.

5. Mitteilung an:

__________

Für den Kantonsgerichtsausschuss von Graubünden 
Der Vizepräsident Die Aktuarin