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**Case Identifier:** 07a0019a-e8a0-5bc7-be4d-558194891dd4
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-05-14
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 14.05.2013 S 2012 30
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2012-30_2013-05-14.pdf

## Full Text

S 12 30

3. Kammer als Versicherungsgericht

URTEIL
vom 14. Mai 2013

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend IV-Rente

1. … ist Mutter eines 1985 geborenen Sohnes und geschieden. Nach Besuch der 

Primar- und Realschule absolvierte sie ein Haushaltslehrjahr und war seit 1982 

in verschiedenen Anstellungen, vorab als Hausangestellte und Raumpflegerin, 

tätig. Aufgrund eines länger dauernden psychischen Erschöpfungszustands 

meldete sie sich am 5. September 2008 bei der Sozialversicherungsanstalt des 

Kantons Graubünden (IV-Stelle) zum Bezug von Leistungen der 

Invalidenversicherung an (vgl. beschwerdegegnerische Akten [Bg-act.] 1). Mit 

Verfügungen vom 5. September 2008 lehnte die IV-Stelle eine 

Kostengutsprache für eine Umschulung sowie den Anspruch auf eine 

Invalidenrente ab. Insbesondere aufgrund unterschiedlicher fachärztlicher 

Beurteilungen des Gesundheitszustandes hiess das Verwaltungsgericht des 

Kantons Graubünden mit Urteil vom 7. September 2010 eine gegen die 

Verfügungen der IV-Stelle geführte Beschwerde gut. Das Gericht hielt in seinem 

Urteil fest, dass im Falle von … die in den medizinischen Unterlagen 

geschilderten Gegensätze bezüglich der noch als zumutbar erklärten 

(Rest-)Arbeitsfähigkeit derart gross seien, dass sie offenkundig nicht durch das 

angerufene Gericht ausgeräumt werden könnten. Die Zumutbarkeits-

beurteilungen der konsultierten Fachärzte schwankten – trotz fast identischer 

Beschwerdebilder aus psychiatrischer Sicht – zwischen einer Arbeitsfähigkeit 

von lediglich noch 30% (Dr. med. … [Bg-act. 57 und 62 − 2/3]) bzw. von max. 

noch 50% (Bericht der Klinik … für Psychotherapie [Bg-act. 73]) bis zu einer 

erneuten Arbeitsfähigkeit von 100% (Dr. med. … [Bg-act. 51 − 15/17]), womit 

eine Spannbreite dargetan werde, die aus medizinischer Sicht einzig durch ein 

fachärztliches Obergutachten geklärt werden könne. Erst wenn ein wider-

spruchsfreies, umfassendes und nachvollziehbar begründetes Gutachten mit 

einer einleuchtenden und plausiblen Beurteilung der daraus (allenfalls) 

fliessenden Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit vorliege, könne in einem 

zweiten Verfahrensschritt überhaupt die für den IV-Grad massgebliche 

wirtschaftliche Betrachtungsweise Platz greifen (Urteil des Verwaltungsgerichts 

S 10 54 vom 7. September 2010 E.2b).

2. In der Folge holte die IV-Stelle bei Dr. med. …, Facharzt FMH für Psychiatrie 

und Psychotherapie, ein weiteres Gutachten ein, welches am 17. Februar 2011 

erstattet wurde. Der Gutachter kam zum Schluss, dass … aus psychiatrischer 

Sicht in adaptierter Tätigkeit − beispielsweise für Reinigungsarbeiten oder als 

Haus- oder Küchenangestellte − zu ca. 60% arbeitsfähig sei (Bg-act. 103 − 

18/20). Nachdem die IV-Stelle am 8. März 2011 zwei Vorbescheide erlassen 

hatte, wies sie einen dagegen erhobenen Einwand mit Verfügung vom 

20. Januar 2012 ab und ermittelte einen Invaliditätsgrad von 43 %, womit sie 

einen Anspruch auf eine Viertelsrente erkannte. 

3. Mit Beschwerde vom 10. Februar 2012 beantragte … dem Verwaltungsgericht 

des Kantons Graubünden die Verfügung vom 20. Januar 2012 abzuändern und 

ihr mit Wirkung ab 1. Juni 2010 eine Dreiviertelsrente, eventualiter eine halbe 

Rente, zuzusprechen. Ferner sei ein Verlaufsgutachten betreffend die 

Arbeitsfähigkeit und ein Gutachten betreffend die Frage, ob sie 

invaliditätsbedingt im Sinne von Art. 26 IVV keine Berufsausbildung absolvieren 

haben könne, einzuholen. Schliesslich beantragte die Beschwerdeführerin die 

unentgeltliche Rechtspflege und die unentgeltliche Rechtsverbeiständung für 

das Verfahren vor Verwaltungsgericht. Als Begründung für die Einholung eines 

weiteren Gutachtens führte die Beschwerdeführerin an, dass auch das 

Gutachten von Dr. med. … vom 17. Februar 2011 sich nicht zur Frage äussere, 

ob sie invaliditätsbedingt nach Abschluss der Schule keine ordentliche 

Ausbildung absolvieren habe können. Diese Frage stelle sich, da seit ihrer 

Jugend ein ängstlich-vermeidendes Verhaltensmuster und eine ausgeprägte 

narzisstische-selbstunsichere Problematik bestanden habe. Es sei davon 

auszugehen, dass sie bereits in ihrer Jugend nicht in der Lage gewesen sei, 

eine adäquate, kritische Aussendistanz zu ihren eigenen Überlegungen und zu 

ihrem Verhalten einzunehmen und sich kritisch und abwägend zu hinterfragen, 

sodass von einem pathologischen Zustand gesprochen werden müsse. Der 

Gutachter wäre zu diesem Punkt zu einer Ergänzung des Gutachtens 

aufzufordern. Teile der Gutachter sodann diese Auffassung und bejahe er eine 

krankheitsbedingt nicht erfolgte Berufsausbildung sei das Valideneinkommen 

gestützt auf Art. 26 Abs. 1 IVV zu ermitteln. Wegen der Tendenz sich sozial 

zurückzuziehen und wegen des Unvermögens in einem Team zu arbeiten, sei 

ferner bei der Berechnung des Invalideneinkommens ein Leidensabzug zu 

gewähren. Die IV-Stelle beantragte demgegenüber die Abweisung der 

Beschwerde und erklärte insbesondere, dass der fehlende Erwerb von 

zureichenden beruflichen Kenntnissen im Jugendalter aufgrund der Aktenlage 

nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf gesundheitliche Gründe 

zurückgeführt werden könne, woran auch eine Ergänzung des Gutachtens von 

Dr. med. … nichts zu ändern vermöge. In ihrer Replik bekräftigte die 

Beschwerdeführerin insbesondere ihren Antrag um Ergänzung des Gutachtens, 

was die IV-Stelle duplicando wiederum ablehnte.

4. Nach einer ersten Beratung am 18. September 2012 beschloss das 

Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden eine Ergänzung des Gutachtens 

vom 17. Februar 2011 einzuholen. Dr. med. … beantwortete die Ergänzungs-

fragen des Gerichts mit Schreiben vom 28. November 2012. Die Parteien, 

welche vorgängig zu den Ergänzungsfragen Stellung nehmen konnten, 

äusserten sich zur Ergänzung des Gutachtens in ihren Eingaben vom 

10. Dezember 2012.

Auf weitere Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften und 

Stellungnahmen sowie auf Ausführungen in den Gutachten wird, soweit 

erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt vorliegender Beschwerde bildet die Verfügung der IV-Stelle 

vom 20. Januar 2012. Das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden ist 

aufgrund von Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungs-

rechtspflege (VRG; BR 370.100) und Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes 

über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) vorliegend zur Beurteilung der 

Beschwerde sachlich und örtlich zuständig. Streitig ist die Höhe des 

Einkommens der Beschwerdeführerin ohne Behinderung (Valideneinkommen) 

insofern in diesem Zusammenhang die Anwendbarkeit von Art. 26 der 

Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) zur Debatte 

steht. Ferner wird auch die Höhe des Einkommens mit Behinderung 

(Invalideneinkommen) bestritten, da gemäss Beschwerdeführerin zusätzlich ein 

Leidensabzug vorzunehmen sei. Falls das Valideneinkommen nicht aufgrund 

von Art. 26 IVV ermittelt werden könne, so sei eine Parallelisierung der 

Vergleichseinkommen vorzunehmen. Nicht bestritten wird grundsätzlich die 

gutachterliche Einschätzung der Arbeitsfähigkeit von Dr. med. … vom 

17. Februar 2011, wonach die Beschwerdeführerin aus psychiatrischer Sicht zu 

60% arbeitsfähig ist (vgl. Bg-act. 103 − 19 f./20), welche der Berechnung des 

Invaliditätsgrads gemäss angefochtener Verfügung zugrunde liegt. Die 

Prozessvoraussetzungen geben zu keinen weiteren Bemerkungen Anlass. Auf 

die Beschwerde ist einzutreten.

2. Für die Anspruchsberechtigung und die Höhe der Rentenleistung der 

Invalidenversicherung ist der Invaliditätsgrad einer durch Geburtsgebrechen, 

Krankheit oder Unfall (Art. 4 Abs. 1 IVG) voraussichtlich bleibend ganz oder 

teilweise erwerbsunfähig gewordenen versicherten Person massgebend. 

Gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG haben Versicherte bei einem Invaliditätsgrad von 

mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem 

Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei 

einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine 

Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent 

Anspruch auf eine ganze Rente. Bei erwerbstätigen Versicherten bestimmt sich 

der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen 

Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Verbindung mit Art. 

28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs. Hierzu wird das 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und 

nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei 

ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in 

Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, welches sie erzielen könnte, wenn 

sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkommens-

vergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden 

hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und 

einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz 

der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des Einkommens-

vergleichs; BGE 130 V 343 E.3.4.2 mit Hinweisen).

3. a) In der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 20. Januar 2012 errechnete 

die IV-Stelle für die Zeit ab 1. Juni 2010 einen Invaliditätsgrad von 43 % und 

sprach der Beschwerdeführerin eine Viertelsrente zu. Letztere beantragt mit 

ihrer Beschwerde vom 10. Februar 2012 die Zusprechung einer Dreiviertels-

rente, eventualiter die Zusprechung einer halben Rente. Dabei beanstandet sie 

namentlich die Berechnung des Validen- und des Invalideneinkommens durch 

die IV-Stelle. Bezüglich der Berechnung des Valideneinkommens hält die 

Beschwerdeführerin vorliegend Art. 26 IVV für einschlägig. Die angerufene 

Norm regelt einen besonderen Fall des Einkommensvergleichs, insofern sie 

bestimmt, dass das Valideneinkommen von versicherten Personen, welche 

wegen ihrer Invalidität keine zureichenden beruflichen Kenntnisse erwerben 

konnten, nach einer spezifischen Methode festzusetzen ist (Festsetzung nach 

altersweise abgestuften Prozentsätzen des jährlich aktualisierten Medianwertes 

gemäss der Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik [LSE]). Für 

eine Anwendung von Art. 26 IVV muss allerdings mit dem im 

Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad überwiegender Wahrschein-

lichkeit erstellt sein, dass die versicherte Person wegen ihrer Invalidität und 

nicht wegen invaliditätsfremden Faktoren (z.B. familiäre und wirtschaftliche 

Verhältnisse) nicht zureichende berufliche Kenntnisse erwerben konnte. 

Invaliditätsfremde Umstände sind nicht zu berücksichtigen (ULRICH MEYER, 

Bundesgesetz über die Invalidenversicherung [IVG], 2. Aufl., Zürich 2010, Art. 

28a, S. 330).

b) Hinsichtlich dieser Problematik stellte das Gericht dem Gutachter bezüglich 

seines Gutachtens vom 17. Februar 2011 verschiedene Ergänzungsfragen. 

Diese lauteten: 

1. Ist bei … der fehlende Erwerb von zureichenden beruflichen 

Kenntnissen (ordentliche Ausbildung) im Jugendalter nach Abschluss 

der Schule überwiegend wahrscheinlich auf gesundheitliche Gründe 

zurückzuführen?

2. Falls ja, auf welche gesundheitlichen Gründe ist dies konkret 

zurückzuführen (Diagnose nach ICD-10/DSM) und auf welchen 

medizinischen Befunden beruhen diese Gründe? 

3. Gibt es andere Gründe/Diagnosen, aufgrund derer … nicht normal 

beschult und keine Berufsausbildung absolvieren konnte? 

Dr. med. … beantwortete die Ergänzungsfragen mit Schreiben vom 28. 

November 2012. Dabei hielt er fest, dass er in seinem Gutachten vom 17. 

Februar 2011 hinsichtlich der Persönlichkeit der Beschwerdeführerin mit 

narzisstischen und ängstlich-vermeidenden, aber auch negativistischen Zügen 

von „akzentuierten Persönlichkeitszügen“ ausgegangen sei. Die Persönlich-

keitszüge seien zwar stark ausgeprägt, doch zeigten sich bei der 

Beschwerdeführerin nicht derart anhaltende und völlig abweichende Ver-

haltensmuster, dass mit überwiegender Wahrscheinlichkeit die (massgebliche) 

Diagnose einer Persönlichkeitsstörung gestellt werden könne. Das Vorliegen 

einer definierten Persönlichkeitsstörung hätte eine mögliche Ursache sein 

können, dass die Beschwerdeführerin nach Abschluss der Schule keine 

Berufsausbildung hätte absolvieren können. Auf der anderen Seite habe die 

Beschwerdeführerin in einem sozial sehr auffälligen Umfeld gelebt, sodass 

auch von daher Gründe hätten bestehen können, dass es nicht zu einer 

Berufsausbildung gekommen sei. Letztlich könnten die Ursachen und auch die 

Zusammenhänge die dazu führten, dass die Beschwerdeführerin keine 

Berufsausbildung absolviert habe, rückblickend nicht mit genügender 

Wahrscheinlichkeit benannt werden. Möglicherweise seien es gesundheitliche 

Gründe, möglicherweise auch soziale oder andere nicht näher bekannte 

Gründe gewesen.

c) Aufgrund der nachvollziehbaren, klärenden Äusserungen des Gutachters in 

seinem Schreiben vom 28. November 2012 ist mit der IV-Stelle (vgl. 

Stellungnahme vom 10. Dezember 2012) nunmehr davon auszugehen, dass 

ein allfälliger fehlender Erwerb von zureichenden beruflichen Kenntnissen im 

Jugendalter nicht mit genügender, d.h. überwiegender Wahrscheinlichkeit auf 

gesundheitliche Gründe zurückgeführt werden kann. Daran ändert auch die in 

der Stellungnahme vom 10. Dezember 2012 geäusserte Vermutung der 

Beschwerdeführerin nichts, dass bei ihr eine definierte Persönlichkeitsstörung 

bestehe, welche bereits in ihrer Jugendzeit vorgelegen haben müsse. Gemäss 

Gutachter könnten es allenfalls die gesundheitlichen, hingegen auch soziale 

oder andere Gründe gewesen sein, welche zur fehlenden Berufsausbildung bei 

der Beschwerdeführerin geführt haben. Ursachen und Zusammenhänge 

könnten in diesem Zusammenhang rückblickend nicht mit genügender 

Wahrscheinlichkeit benannt werden. Diese Schlussfolgerung ist nachvollziehbar 

und aufgrund der Aktenlage auch nicht zu beanstanden. Insbesondere bestätigt 

sich damit auch die Argumentation der Beschwerdeführerin nicht, wonach die 

heutigen psychischen (und intellektuellen) Probleme der Beschwerdeführerin 

sowie das daraus herrührende Verhalten (Selbstunsicherheit, Frustration, 

ängstlich vermeidender Stil, keine adäquate kritische Aussendistanz zu ihren 

eigenen Überlegungen und zu ihrem Verhalten) bereits seit der Jugendzeit 

bestanden haben müssen. In ihrer Stellungnahme weist sie sodann auch selbst 

darauf hin, dass Dr. med. … nur sehr vage ausdrückt, dass es auch eine 

definierte Persönlichkeitsstörung gewesen sein könnte, welche dazu führte, 

dass die Beschwerdeführerin keine Berufsausbildung hat abschliessen können. 

Die entsprechenden Ausführungen von Dr. med. … sind richtigerweise so zu 

verstehen, dass es eben gerade nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

erstellt ist, dass das heutige Krankheitsbild für die fehlende Berufsausbildung 

bei der Beschwerdeführerin ursächlich war. Eine Anwendung von Art. 26 IVV 

fällt folglich ausser Betracht. Die IV-Stelle hat somit den IV-Grad zu Recht nach 

der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs berechnet (zur 

Parallelisierung der Vergleichseinkommen vgl. nachstehende Erwägung 4).

4. Die Beschwerdeführerin verlangt für den Fall, dass das Valideneinkommen 

nicht aufgrund von Art. 26 IVV ermittelt werden kann, eine Parallelisierung der 

Vergleichseinkommen. Wenn eine versicherte Person aus invaliditätsfremden 

Gründen ein deutlich unterdurchschnittliches Valideneinkommen aufweist, 

insbesondere wegen geringer Schulbildung, fehlender beruflicher Ausbildung 

oder mangelnder Deutschkenntnisse, so ist dies gemäss bundesgerichtlicher 

Praxis bei der Invaliditätsbemessung zu berücksichtigen. In diesen Fällen ist 

den vorherrschenden Umständen bei der Invaliditätsbemessung nach Art. 16 

ATSG Rechnung zu tragen, sofern jedenfalls keine Anhaltspunkte bestehen, 

dass die versicherte Person sich aus freien Stücken mit einem bescheideneren 

Einkommensniveau begnügt. Eine sogenannte Parallelisierung der Ver-

gleichseinkommen kann praxisgemäss entweder auf Seiten des 

Valideneinkommens durch eine entsprechende Heraufsetzung des effektiv 

erzielten Einkommens oder aber auf Seiten des Invalideneinkommens durch 

eine entsprechende Herabsetzung des statistischen Wertes erfolgen (BGE 135 

V 58 E.3.1 mit Hinweisen). Nach der Rechtsprechung rechtfertigt eine 

Abweichung des tatsächlich erzielten Verdienstes vom branchenüblichen LSE-

Tabellenlohn eine Parallelisierung der Vergleichseinkommen dann, wenn sie 

mehr als 5 % ausmacht. Ab Erreichen des Erheblichkeitsgrenzwertes sind die 

Vergleichseinkommen praxisgemäss nur in dem Umfang zu parallelisieren, in 

welchem die prozentuale Abweichung den Erheblichkeitsgrenzwert von 5 % 

übersteigt (BGE 135 V 297 E.6.1.3). Im vorliegenden Fall wurde in der 

angefochtenen Verfügung eine Parallelisierung der Vergleichseinkommen 

vorgenommen, indem bei der Berechnung des Invalideneinkommens ein Abzug 

von 4,14 % gewährt wurde. Die Parallelisierung wurde vorliegend von der IV-

Stelle zu Recht vorgenommen und weder von dieser im Bestand, noch von der 

Beschwerdeführerin hinsichtlich Bestand oder Höhe bestritten. Es kann deshalb 

auf die diesbezüglichen Ausführungen in der angefochtenen Verfügung 

verwiesen und es dabei belassen werden.

5. a) Die Beschwerdeführerin bestreitet schliesslich die Höhe des von der IV-Stelle 

eingesetzten Invalideneinkommens, insofern bei der Berechnung ein 

Leidensabzug berücksichtigt werden müsse. Mit dem sogenannten 

Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, 

welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwerarbeit verrichteten und nach 

Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten nur noch 

beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche 

Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprünglich nur bei 

Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem 

allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Rechtsprechung dem 

Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche 

Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, 

Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen 

auf die Höhe des Lohnes haben können (weiterführend BGE 134 V 322 E.5.2 

mit Hinweis auf BGE 126 V 75). Mit einem Leidensabzug soll demnach die 

lohnmässige Benachteiligung gesundheitlich beeinträchtigter Personen, die 

selbst bei leichten Hilfstätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu voll 

leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern ausgeglichen 

werden (BGE 124 V 321 E.3b/bb). Zwar ist nicht automatisch und in jedem Fall, 

doch aber in aller Regel bei eingeschränkter Arbeitsfähigkeit und/oder 

behinderungsbedingten zusätzlichen Limitierungen ein Abzug vom 

Tabellenlohn vorzunehmen (vgl. BGE 126 V 75 E.5b/aa; ULRICH MEYER, 

Bundesgesetz über die Invalidenversicherung [IVG], 2. Aufl., Zürich 2010, Art. 

28a, S. 314). Der Leidensabzug darf 25 % nicht überschreiten, sollte allerdings 

auch nicht unter 10 % zu liegen kommen, weil er ansonsten nicht mehr 

materialisierbar und gerichtlich überprüfbar ist (vgl. MEYER, a.a.O., Art. 28a S. 

314; Urteile des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden S 11 142 vom 

22. Mai 2012 E.3b sowie S 11 10 vom 31. Mai 2011 E.4b). Bei der Bestimmung 

der Höhe des Leidensabzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallender 

Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im 

Einzelfall gesamthaft zu schätzen. Zu beachten ist aber, dass allfällige bereits 

bei der Parallelisierung der Vergleichseinkommen mitverantwortliche 

invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des Leidensabzuges nicht nochmals 

berücksichtigt werden dürfen (BGE 134 V 322 E.5.2). 

b) Vorliegend hält die Beschwerdeführerin dafür, dass ein Leidensabzug von 20% 

gerechtfertigt ist; dies nicht wegen der Teilzeitarbeit, sondern wegen ihrer 

Tendenz sich sozial zurückzuziehen und wegen ihres Unvermögens im Team 

zu arbeiten. Die ihr gestellte psychiatrische Diagnose und ihr Verhalten, 

welches sie nicht ändern könne, wirkten sich auf dem Arbeitsmarkt bei der 

Stellensuche hinderlich aus. Auch dem Gutachten von Dr. med. … vom 

17. Februar 2011 sei zu entnehmen, dass das Arbeitspensum von 60 % nur 

möglich sei im Bereich Raumpflege in einem wenig stressbeladenen Milieu. 

Damit werde deutlich, dass ihr nicht alle Tätigkeiten zugänglich seien, welche 

gemäss LSE-Tabellenlohn unter die einfachen und repetitiven Tätigkeiten 

fielen. Es stünden ihr nur ein kleines Spektrum von Tätigkeiten, welche zudem 

auch ihrer verminderten Intelligenz entsprächen, offen. Gegenüber gesunden 

Teilzeitangestellten habe sie deshalb mit einem unterdurchschnittlichen Lohn zu 

rechnen, welcher mit einem Leidensabzug aufgefangen werden müsse. Dies 

bestätige sich auch aufgrund ihrer aktuellen Arbeitsstelle, bei welcher sie einen 

fixen Monatslohn von Fr. 1‘280.-- für ein Pensum von 40 % erhalte, was 

aufgerechnet auf 60 % zu einem Bruttoeinkommen von lediglich Fr. 23‘000.-- 

führe. Auch unter diesem Aspekt sei es gerechtfertigt, einen Leidensabzug 

vorzunehmen. Demgegenüber hält die IV-Stelle in ihrer Verfügung vom 

20. Januar 2012 fest, dass die Beschwerdeführerin gemäss dem Gutachten von 

Dr. med. … vom 17. Februar 2011 ihre 60%ige Arbeitsfähigkeit nicht nur im 

Bereich Raumpflege, sondern grundsätzlich in sämtlichen behinderungs-

geeigneten (= wenig stressbeladenen) Tätigkeiten des Anforderungsniveaus 4 

des LSE-Tabellenlohns verwerten könne. Es gebe typischerweise gerade im 

relevanten Anforderungsniveau 4 zahlreiche wenig stressbeladene 

Arbeitsmöglichkeiten, wobei es sich bei diesen Möglichkeiten definitionsgemäss 

um Tätigkeiten handle, welche keine hohen Anforderungen an die kognitive 

Leistungsfähigkeit stellten. Ferner sei das Krankheitsbild der 

Beschwerdeführerin bereits bei der Bestimmung der Restarbeitsfähigkeit 

berücksichtigt worden. Die Schadenminderungspflicht gebiete es zudem, dass 

die Beschwerdeführerin aus eigenem Antrieb die verbliebene Arbeitsfähigkeit 

bestmöglichst ausnütze. Das Anforderungsniveau 4 biete ihr genügend 

behinderungsgeeignete Tätigkeiten, die sie zu 60 % ausführen und wodurch sie 

ein Erwerbseinkommen gemäss LSE-Tabellenlohn erzielen könne. 

c) Die Beschwerdeführerin kann gemäss Gutachten von Dr. med. … vom 

17. Februar 2011 nicht nur Tätigkeiten im Bereich Raumpflege, sondern auch 

andere im Anforderungsniveau 4 liegende Tätigkeiten ausführen, die nicht 

stressbeladen sind. Beispielhaft wird im Gutachten (Bg-act. 103 − 18/20)  

neben Reinigungstätigkeiten auch eine Anstellung als Haus- oder 

Küchenangestellte erwähnt. Dass eine solche oder eine ähnliche Arbeitsstelle 

auf dem Arbeitsmarkt für die Beschwerdeführerin durchaus im Bereich des 

Möglichen liegt, ergibt sich im Übrigen aus der Tatsache, dass sie gemäss 

eigenen Angaben (in ihrer Beschwerde vom 10. Februar 2012 S. 8 f.) eine 

solche Anstellung (zu einem Pensum von 40 %) in einem Privathaushalt 

gefunden hat. Gerade bei entsprechenden Tätigkeiten spielen gemäss 

Gutachter die verminderten psychischen Ressourcen der Beschwerdeführerin 

eine geringere Rolle, weshalb ohne weitere Einschränkungen eine 

Arbeitsfähigkeit von ca. 60% angenommen werden könne (vgl. Bg-act. 103 − 

18/20). Dass der Beschwerdeführerin insgesamt nur ein kleines Spektrum von 

Tätigkeiten offen stehen soll, überzeugt nicht, zumal im Anforderungsniveau 4 

der LSE-Tabelle eine Vielzahl von wenig stressbeladenen Arbeitsmöglichkeiten 

denkbar sind und diesbezüglich den verminderten psychischen Ressourcen der 

Beschwerdeführerin eben gerade keine ausschlaggebende Rolle zukommt. 

Schon aus diesen Gründen erscheint unter Würdigung der Umstände des 

Einzelfalls ein Leidensabzug nicht gerechtfertigt. Dies bestätigt sich auch, wenn 

sämtliche Umstände in Betracht gezogen werden, so namentlich auch die 

Vorteile, welche die Beschwerdeführerin auf dem Arbeitsmarkt gegenüber dem 

Durchschnitt der Bewerberinnen und Bewerbern des Anforderungsniveaus 4 

der LSE-Tabelle geniesst. Hier ist insbesondere anzuführen, dass die 

Beschwerdeführerin Schweizerin und deutschsprachig ist, sie die Fähigkeit hat 

ein Fahrzeug zu führen und zum heutigen Zeitpunkt noch keine 50 Jahre alt ist. 

Damit hat die IV-Stelle zu Recht keinen Leidensabzug vorgenommen und die 

Verfügung ist auch in diesem Punkt zu bestätigen.

6. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die angefochtene 

Verfügung rechtmässig ist; insbesondere die IV-Stelle den IV-Grad der 

Beschwerdeführerin zu Recht nach der allgemeinen Methode des 

Einkommensvergleichs berechnet hat, die Vergleichseinkommen für die 

Berechnung des IV-Grades zu Recht parallelisiert wurden und vorliegend kein 

Anrecht auf einen Leidensabzug beim Tabellenlohn besteht. Die Beschwerde 

ist entsprechend abzuweisen. 

7. Bei der Zuteilung der Kosten und beim Entscheid über die aussergerichtliche 

Entschädigung ist vorliegend eine differenzierte Betrachtungsweise angezeigt. 

Das vorliegende Verfahren umfasst eine erste Phase, in welcher sich zunächst 

die Frage stellte, ob das Gutachten zusammen mit den übrigen medizinischen 

Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung der sich stellenden rechtlichen Fragen 

erlaubt. Diese Frage musste verneint werden. Die vom Gericht in Auftrag 

gegebene, unerlässliche Ergänzung des Gutachtens vom 17. Februar 2011 

kommt demnach bei einer materiellen Betrachtung einer Rückweisung zu neuer 

Abklärung gleich, was praxisgemäss für die Frage der Auferlegung der 

Gerichtskosten wie auch der Parteientschädigung als volles Obsiegen der 

beschwerdeführenden Partei gilt (BGE 137 V 210 E. 7.1). Was die Kosten der 

Abklärung anbetrifft, so hat diese gemäss Art. 45 ATSG der 

Versicherungsträger zu übernehmen, soweit er die Massnahmen angeordnet 

hat. Hat er keine Massnahmen angeordnet, so übernimmt er deren Kosten 

dennoch, wenn die Massnahmen für die Beurteilung des Anspruchs 

unerlässlich waren oder Bestandteil nachträglich zugesprochener Leistungen 

bilden (vgl. auch BGE 137 V 210 E.4.4.2). Die vom Gericht in Auftrag 

gegebene, unerlässliche Ergänzung des Gutachtens vom 17. Februar 2011 

verursachte zusätzliche Kosten von Fr. 350.-- (vgl. Honorarnote von Dr. med. … 

vom 28. November 2012). Diese Kosten erscheinen gerechtfertigt, sind 

ausgewiesen und entsprechend in vollem Umfang von der IV-Stelle zu 

übernehmen. Die IV-Stelle trägt damit vollumfänglich die Kosten der ersten 

Phase des Verfahrens. Nach Vorliegen der Ergänzung des Gutachtens ging es 

in einer zweiten Phase des Verfahrens um die Beantwortung der 

aufgeworfenen rechtlichen Fragen, insbesondere ob die IV-Stelle den IV-Grad 

der Beschwerdeführerin zu Recht nach der allgemeinen Methode des 

Einkommensvergleichs berechnet hat, die Vergleichseinkommen für die 

Berechnung des IV-Grades zu Recht parallelisiert wurden und ein Anrecht auf 

einen Leidensabzug beim Tabellenlohn besteht. Hier drang die 

Beschwerdeführerin schliesslich mit ihrer Sichtweise und ihren Anträgen nicht 

durch und der angefochtene Entscheid der IV-Stelle wurde vollumfänglich 

bestätigt. Da die Aufwendungen der Parteien nicht strikt den beiden 

Verfahrensphasen zugeteilt werden können, schätzt das Gericht das Obsiegen 

respektive Unterliegen der Parteien hinsichtlich ihrer ursprünglichen Anträge ein 

und berücksichtigt die dementsprechenden Aufwendungen der Parteien. In 

diesem Sinne erkennt das Gericht, dass die Beschwerdeführerin insgesamt zu 

einem Drittel, die Beschwerdegegnerin hingegen zu rund zwei Dritteln obsiegt.

8. a) Laut Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren – in Abweichung von 

Art. 61 lit. a ATSG – bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder Verweigerung 

von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. 

Diese Kosten werden jeweils nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig 

vom Streitwert der Sache im Rahmen von Fr. 200.- bis Fr. 1‘000.-- festgelegt. 

Aufgrund des Aufwandes in vorliegendem Verfahren rechtfertigt es sich Kosten 

von Fr. 700.-- zu erheben. Dabei hat nach Massgabe von Art. 73 Abs. 1 VRG 

die Beschwerdegegnerin Fr. 233.35 und die Beschwerdeführerin Fr. 466.65 der 

Gerichtskosten zu übernehmen.

b) Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Versicherungsgericht 

festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der 

Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. Vorliegend 

hat die Beschwerdeführerin − wie in Erwägung 7 bereits erwähnt − Anspruch 

auf einen Drittel der von ihrer Rechtsvertreterin geltend gemachten 

Aufwendungen und zwar zum vereinbarten Anwaltstarif von Fr. 250.--/Stunde 

(vgl. die Honorarvereinbarung vom 13. April 2010 [bf-act. 1]). Mit Honorarnote 

vom 10. Dezember 2012 machte die Rechtsvertreterin einen Arbeitsaufwand 

von 11 Stunden und 40 Minuten geltend. Der zeitliche Aufwand erscheint 

angemessen, mit Ausnahme von zwei Positionen, welche offensichtlich nicht in 

Zusammenhang mit dem vorliegenden Beschwerdeverfahren stehen. Es 

handelt sich um das Studium eines Formulars inkl. eines Briefs an die 

Beschwerdeführerin am 20. März 2012 und ein Telefonat mit der Organisation 

… am 27. März 2012 (betreffend Ergänzungsleistungen; vgl. die Honoraranote 

vom 11. April 2012). Die dabei angefallenen und verrechneten 35 Minuten sind 

von den geltend gemachten 11 Stunden 40 Minuten abzuziehen. Damit ergibt 

sich ein Total der Aufwendungen von 11 Stunden und 5 Minuten, was bei einem 

Ansatz von Fr. 250.--/Stunde insgesamt einem Honorar von Fr. 2'771.-- 

entspricht. Addiert man die geltend gemachten Barauslagen von Fr. 70.-- dazu, 

ergibt sich ein Aufwand von insgesamt Fr. 2'841.--. Zuzüglich der 

Mehrwertsteuer von 8 % resultiert eine Entschädigung von Fr. 3‘068.30. 

Hiervon ist ein Drittel − d.h. 3 Stunden 42 Minuten zu einem Ansatz von 

Fr. 250.--/Stunde − von der IV-Stelle zu übernehmen, respektive inklusive 

Barauslagen und Mehrwertsteuern sind Fr. 1‘022.75 als Parteientschädigung 

der Beschwerdeführerin auszurichten.

9. Gemäss Art. 61 lit. f ATSG wird der Beschwerde führenden Person, wo die 

Verhältnisse es rechtfertigen, ein unentgeltlicher Rechtsbeistand bewilligt. In 

Art. 76 Abs. 3 VRG wird präzisiert, dass die Behörde auf ihre Kosten eine 

Anwältin oder einen Anwalt bestellt, wo die Verhältnisse es rechtfertigen, und 

dass sich die Entschädigung nach der Anwaltsgesetzgebung richtet. Vorliegend 

ist sowohl die Bedürftigkeit der Beschwerdeführerin als auch die Notwendigkeit 

der anwaltlichen Vertretung ausgewiesen (vgl. das mit Schreiben vom 28. März 

2012 eingereichte Gesuch und die dazugehörigen Unterlagen sowie Bf-act. 4-

6), sodass es sich rechtfertigt, der Beschwerdeführerin in der Person von 

Rechtsanwältin lic. iur. … einen unentgeltlichen Rechtsbeistand zu bestellen. 

Gemäss Art. 5 der Verordnung über die Bemessung des Honorars der 

Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte (HV; BR 310.250) wird für den 

berechtigten Aufwand der unentgeltlichen Vertretung ein Honorar von Fr. 200.-- 

pro Stunde zuzüglich notwendige Barauslagen und Mehrwertsteuer 

ausgerichtet. Zwei Drittel des berechtigten Aufwands von 11 Stunden und 5 

Minuten, d.h. 7 Stunden und 23 Minuten, werden demnach zu einem Ansatz 

von Fr. 200.--/Stunde durch die Gerichtskasse entschädigt. Dies entspricht 

einer Entschädigung von Fr. 1‘476.65, respektive einer Entschädigung von Fr. 

1‘646.40 (inkl. Barauslagen und 8% MWST). 

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.a) Die Gerichtskosten betragen Fr. 700.-- und gehen im Umfang von Fr. 466.65 

zulasten von … und im Umfang von Fr. 233.35 zulasten der IV-Stelle des 

Kantons Graubünden. In Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung 

gemäss Art. 76 VRG werden die Gerichtskosten zulasten von … von der 

Gerichtskasse übernommen. Die Gerichtskosten zulasten der IV-Stelle des 

Kantons Graubünden sind innert 30 Tagen seit Zustellung dieses Entscheides 

an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, zu bezahlen.

b) … wird in der Person von Rechtsanwältin lic. iur. … eine Rechtsvertreterin auf 

Kosten des Staates bestellt. Diese wird durch die Gerichtskasse mit Fr. 1‘646.40 

(inkl. MWST) entschädigt. 

c) Die IV-Stelle des Kantons Graubünden entschädigt … aussergerichtlich mit 

Fr. 1‘022.75 (inkl. MWST). 

d) Wenn sich die Einkommens- oder Vermögensverhältnisse von … gebessert 

haben und sie hierzu in der Lage ist, hat sie das Erlassene und die Kosten der 

Rechtsvertretung zu erstatten (Art. 77 VRG). 

3. Die Kosten für die vom Gericht in Auftrag gegebene Ergänzung des Gutachtens 

in der Höhe von Fr. 350.-- gehen zulasten der IV-Stelle des Kantons 

Graubünden und sind innert 30 Tagen seit Zustellung dieses Entscheides an die 

Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, zu bezahlen.