# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** dcf4c452-d9a2-5237-934e-0fdbfbb86d12
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-02-19
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 19.02.2025 SK 2024 102
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2024-102_2025-02-19.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

2. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

2e Chambre pénale

Urteil
SK 24 102

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 19. Februar 2025  

Besetzung Oberrichter Horisberger (Präsident i.V.), 
Oberrichter Knecht, 
Oberrichter Schmid
Gerichtsschreiberin Bucher

Verfahrensbeteiligte A.________
v.d. Rechtsanwältin Dr. B.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

und

C.________
a.v.d. Rechtsanwalt D.________

Strafkläger

Gegenstand Amtsmissbrauch, Tätlichkeiten

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland 
(Einzelgericht) vom 5. September 2023 (PEN 22 849)

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Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Das Regionalgericht Bern-Mittelland (Einzelgericht; nachfolgend Vorinstanz) er-
kannte mit Urteil vom 5. September 2023 Folgendes (pag. 1393 ff.; Hervorhebun-
gen im Original):

I.

[Rechtskräftiges Urteil betreffend E.________

II.

A.________ wird schuldig erklärt:

1. des Amtsmissbrauchs sowie

2. der Tätlichkeiten 

begangen am 11. Juni 2021 in K.________(Ort) z.N. von C.________

und in Anwendung der Art. 34, 42, 47, 103, 106, 126 und 312 StGB, Art. 426 ff. StPO

verurteilt:

1. Zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu CHF 110.00, ausmachend total CHF 9'900.00.

Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf zwei Jahre festgesetzt.

2. Zu einer Übertretungsbusse von CHF 600.00. Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter Nicht-
bezahlung wird auf sechs Tage festgesetzt.

3. Zu den anteilsmässigen Verfahrenskosten insgesamt bestimmt auf CHF 10'819.95, sich zu-
sammensetzend aus:

 [Tabellarische Zusammenstellung der Verfahrenskosten]

Wird keine schriftliche Begründung verlangt, reduziert sich die Gebühr um CHF 500.00. Die re-
duzierten Verfahrenskosten betragen damit CHF 10’319.95.

4. Die amtliche Entschädigung und das volle Honorar für die unentgeltliche Rechtsvertretung von 
C.________ durch Rechtsanwalt D.________ werden wie folgt bestimmt:

[Tabellarische Zusammenstellung der amtlichen Entschädigung]

Der Kanton Bern entschädigt Rechtsanwalt D.________ für die unentgeltliche Rechtsvertretung 
von C.________ mit CHF 19'000.55 (Art. 29 Abs. 3 BV). C.________ hat die Entschädigung 
durch den Kanton Bern nicht zurückzuerstatten (Art. 30 Abs. 3 OHG).

Der Kanton Bern kann von A.________ ein Zweitel der amtlichen Entschädigung für die unent-
geltliche Rechtsvertretung von C.________ verlangen, wenn er sich in günstigen wirtschaftlichen 
Verhältnissen befindet (Art. 138 Abs. 2 i.V.m. Art. 426 Abs. 4 StPO per analogiam). 

A.________ wird verpflichtet, C.________ zuhanden von Rechtsanwalt D.________ ein Zweitel 
des nachforderbaren Betrags, ausmachend CHF 2'295.75, zu bezahlen (Art. 433 Abs. 1 StPO 

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per analogiam). Rechtsanwalt D.________ hat in diesem Umfang gegenüber seiner Klientschaft 
ein Nachforderungsrecht (Art. 42a KAG per analogiam).

III.

Im Zivilpunkt wird verfügt:

1. Auf die Zivilklage wird nicht eingetreten.

2. Es werden keine Kosten ausgeschieden.

IV.

Weiter wird verfügt:

[Eröffnungs- und Mitteilungsformel]

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldete A.________ (nachfolgend Beschuldigter), verteidigt 
durch Rechtsanwältin Dr. B.________, mit Schreiben vom 11. September 2023 
fristgerecht Berufung an (pag. 1399). Die schriftliche Urteilsbegründung datiert vom 
15. Februar 2024 (pag. 1420 ff.) und wurde dem Beschuldigten am 19. Februar 
2024 zugestellt (pag. 1486). Mit Eingabe vom 11. März 2024 erklärte Rechtsanwäl-
tin Dr. B.________ namens und im Auftrag des Beschuldigten fristgerecht, das Ur-
teil in Bezug auf die Schuldsprüche wegen Amtsmissbrauch und Tätlichkeiten, die 
Sanktion sowie die Kosten- und Entschädigungsfolgen anzufechten (pag. 1491 ff.). 

Die Generalstaatsanwaltschaft beantragte mit Schreiben vom 28. März 2024 weder 
ein Nichteintreten auf die Berufung des Beschuldigten noch erklärte sie ihrerseits 
Anschlussberufung (pag. 1506 f.).

Rechtsanwalt D.________ teilte mit Eingabe vom 2. April 2024 mit, namens und im 
Auftrag seiner Klientschaft, des vormaligen Straf- und Zivilklägers C.________, 
werde kein Nichteintreten auf die Berufung des Beschuldigten beantragt und auf 
eine Anschlussberufung verzichtet (pag. 1508). 

3. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Mit Verfügung vom 1. Mai 2024 hiess die Verfahrensleitung die im Rahmen der Be-
rufungserklärung gestellten Beweisanträge des Beschuldigten auf Einvernahme 
von F.________, G.________, H.________ und I.________ als Zeugin bzw. als 
Zeugen und J.________ als Auskunftsperson gut. Der Antrag auf Einvernahme des 
Beschuldigten wurde aufgrund der vorgesehenen oberinstanzlichen Einvernahme 
für obsolet erklärt. Im Zusammenhang mit dem Beweisantrag auf Einvernahme von 
C.________ [auch: L.________] wurde den Parteien mitgeteilt, dass C.________ 
als Partei zur Berufungsverhandlung zu erscheinen habe. Angesichts dessen, dass 
C.________ gemäss Angaben von Rechtsanwalt D.________ ausgeschafft und mit 
einem Einreiseverbot belegt worden sei, sich nicht mehr in der Schweiz aufhalte 
sowie eine Einvernahme unmöglich sei und er die Frage um Bekanntgabe des ak-
tuellen Aufenthaltsorts unter Berufung auf das Anwaltsgeheimnis nicht beantworten 
könne, werde mangels Zustelladresse auf die persönliche Vorladung zur Beru-
fungsverhandlung verzichtet. Es obliege C.________ zu entscheiden, ob er seine 

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aktuelle Adresse bekannt geben wolle und die Kammer infolgedessen über die Vor-
ladung zur Berufungsverhandlung entscheiden könne. Weiter wurde in Aussicht 
gestellt, C.________ mangels Berufung im Zivilpunkt fortan als Strafkläger im Ver-
fahren zu führen (pag. 1530 ff.). Anlässlich der Berufungsverhandlung gab Rechts-
anwalt D.________ für den Strafkläger bekannt, dass sich dieser nach wie vor im 
Ausland befinde und nicht an der Berufungsverhandlung teilnehmen könne. Er be-
antragte, auf die Vorladung bzw. die Anwesenheit des Strafklägers an der Beru-
fungsverhandlung zu verzichten (pag. 1597). Dieser Antrag wurde am 19. Februar 
2025 von der Verfahrensleitung gutgeheissen und der Strafkläger vom persönli-
chen Erscheinen an der Berufungsverhandlung dispensiert (pag. 1599). 

Im Hinblick auf die Berufungsverhandlung wurden über den Beschuldigten ein 
Strafregisterauszug (datierend vom 4. Februar 2025 [pag. 1582]) und ein Betrei-
bungsregisterauszug (datierend vom 31. Januar 2025 [pag. 1581]) eingeholt. Von 
Amtes wegen wurden die Veranlagungsverfügung des Jahres 2023 und die Steu-
ererklärung 2023 inkl. Lohnausweis für das Steuerjahr 2024 ediert (pag. 1579 f.; 
pag. 1584 ff.). 

Anlässlich der Berufungsverhandlung reichte Rechtsanwältin Dr. B.________ 
AP.________ der AB.________ vom ________ (Daten) sowie der Publikation 
«AC.________» vom ________ (Daten), eine Medienmitteilung der Sicherheitsdi-
rektion des Kantons Bern vom ________ (Datum), einen parlamentarischen Vor-
stoss an den Grossen Rat des Kantons Bern vom ________ (Datum), Stellung-
nahmen der M.________(AG) vom 15. Februar 2024 und vom 29. Mai 2024 sowie 
zwei Abbildungen einer Trittstufe eines Fahrzeuges mit davor gehaltenem Mass-
stab ein (pag. 1675 ff.). Die Dokumente wurden mit Beschluss vom 19. Februar 
2025 zu den Akten erkannt (pag. 1598 f.). 

An der Berufungsverhandlung wurden der Beschuldigte sowie F.________, 
G.________, H.________ und I.________ als Zeugin bzw. als Zeugen und 
J.________ als Auskunftsperson einvernommen (pag. 1600 ff.). 

4. Anträge der Parteien

4.1 Anträge des Beschuldigten

Rechtsanwältin Dr. B.________ beantragte für den Beschuldigten in der Beru-
fungsverhandlung was folgt (pag. 1757; Hervorhebungen im Original):

I.

Es sei festzustellen, dass das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 5. September 2023 in-
sofern in Rechtskraft erwachsen ist, als im Zivilpunkt verfügt wurde, dass auf die Zivilklage nicht ein-
getreten werde und hierfür keine Kosten ausgeschieden wurden. 

II.

Herr A.________ sei freizusprechen:

1. vom Vorwurf des Amtsmissbrauchs, angeblich begangen am 11. Juni 2021, um ca. 06:45 
Uhr, in K.________(Ort), zum Nachteil von L.________;  

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2. vom Vorwurf der Tätlichkeiten, angeblich begangen am 11. Juni 2021, um ca. 06:45 Uhr, in 
K.________(Ort), zum Nachteil von L.________; 

unter Auferlegung der erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten an den Kanton Bern sowie 
unter Ausrichtung einer Parteientschädigung für die angemessene Ausübung seiner Verfahrens-
rechte im erst- und oberinstanzlichen Verfahren gemäss eingereichter Honorarnote. 

II.

Allfällige weitere Verfügungen seien von Amtes wegen zu treffen.

4.2 Anträge der Generalstaatsanwaltschaft

Die Generalstaatsanwaltschaft stellte in der Berufungsverhandlung folgende Anträ-
ge (pag. 1762; Hervorhebungen im Original):

I.

A.________ sei schuldig zu erklären:  

1. des Amtsmissbrauchs, sowie  

2. der Tätlichkeiten, 

beides begangen am 11. Juni 2021 um ca. 06:45 Uhr in K.________(Ort) z. N. von L.________;  

und er sei in Anwendung der einschlägigen Gesetzesbestimmungen 

zu verurteilen:

1. zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu CHF 110, unter Gewährung des bedingten Voll-
zugs bei einer Probezeit von 2 Jahren;  

2. zu einer Busse von CHF 600.00, wobei die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter Nichtbezahlung 
auf sechs Tage festzusetzen sei;  

3. zur Bezahlung der anteilsmässigen erst- und der vollständigen oberinstanzlichen Verfahrens-
kosten (inkl. eine angemessene Gebühr gemäss Art. 21 VKD).  

II.

Die amtliche Entschädigung für die unentgeltliche Rechtsvertretung von L.________ sei gerichtlich zu 
bestimmen (Art. 135 StPO).

4.3 Anträge des Strafklägers

Rechtsanwalt D.________ stellte für den Strafkläger anlässlich der Berufungsver-
handlung die folgenden Anträge (pag. 1672):

Die Berufung sei abzuweisen. Das erstinstanzliche Urteil sei vollumfänglich zu bestätigen im Sinne 
des Schuldspruches wegen Amtsmissbrauchs und Tätlichkeiten. Herr A.________ sei zur Bezahlung 
der Verfahrenskosten und zur Bezahlung der Entschädigung von Rechtsanwalt D.________ als Ver-
treter der Strafklägerschaft zu verurteilen. Das gemäss der soeben eingereichten Honorarnote im 
Stundensatz gemäss dem privaten Mandat. Eventualiter sei das amtliche Honorar zu bestimmen, 
ebenfalls gemäss der soeben eingereichten Honorarnote. 

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5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Mit Blick auf den Umfang der Berufung des Beschuldigten und mangels eigenstän-
diger Berufung oder Anschlussberufung der Generalstaatsanwaltschaft und des 
Strafklägers sind die E.________ betreffenden Punkte des erstinstanzlichen Urteils 
sowie der Zivilpunkt in Rechtskraft erwachsen (Ziff. I. und III. des erstinstanzlichen 
Urteilsdispositivs). Dasselbe gilt für die erstinstanzlich festgesetzte und unange-
fochten gebliebene Höhe der Entschädigung der unentgeltlichen Rechtsvertretung 
des Strafklägers, Rechtsanwalt D.________ (vgl. Urteil des Bundesgerichts 
6B_1231/2022 vom 10. März 2023; Ziff. II.4. des erstinstanzlichen Urteilsdisposi-
tivs). 

Angefochten und von der Kammer zu überprüfen sind demgegenüber die Schuld-
sprüche wegen Amtsmissbrauchs und Tätlichkeiten (Ziff. II.1.-2. des erstinstanzli-
chen Urteilsdispositivs), die Sanktion sowie die Kosten- und Entschädigungsfolgen 
(inkl. anteilsmässige Rück- und Nachzahlungspflicht der amtlichen Entschädigung 
der unentgeltlichen Rechtsvertretung des Strafklägers im erstinstanzlichen Verfah-
ren; Ziff. II.1.-4. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs). Weiter hat die Kammer die 
oberinstanzlichen Kosten- und Entschädigungsfolgen zu beurteilen.

Die Kammer verfügt dabei über volle Kognition (Art. 398 Abs. 2 der Schweizeri-
schen Strafprozessordnung [StPO; SR 312.0]). Mangels eigener Berufung oder 
Anschlussberufung der Generalstaatsanwaltschaft und des Strafklägers ist sie an 
das Verschlechterungsverbot gemäss Art. 391 Abs. 2 StPO gebunden, d.h. sie darf 
das Urteil nicht zu Ungunsten des Beschuldigten abändern (Art. 391 Abs. 2 Satz 2 
StPO). 

6. Gültigkeit des Strafantrags

Die Verteidigung des vormaligen Beschuldigten E.________ rügte vor der Vor-
instanz das Fehlen eines gültigen Strafantrags. Es kann diesbezüglich vollumfäng-
lich auf die zutreffenden Erwägungen in der erstinstanzlichen Urteilsbegründung 
verwiesen werden, denen sich die Kammer vorbehaltslos anschliesst (pag. 1426 f., 
S. 7 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; Hervorhebungen im Original):

Das Gericht stellt fest, dass der Privatkläger am 22. Juni 2021 das offizielle Strafantragsformular ei-
genhändig mit Ort und Datum ausgefüllt und unterzeichnet hat (pag. 911 f.). Zwar liess er das Feld, 
weswegen er Strafantrag stellte, offen. Aus den einleitenden Angaben im Strafantragsformular, na-
mentlich Amtsmissbrauch auf dem N.________(Ort) in K.________(Ort), am 11. Juni 2021, um circa 
07:00 Uhr durch Angehörige der Kantonspolizei Bern, ist der Strafantrag indes bereits örtlich, zeitlich 
und persönlich hinreichend bestimmt. Hierauf ist abzustellen. Ein Amtsmissbrauch geht nicht selten 
mit Delikten gegen Leib und Leben oder die Freiheit einher oder steht in einem engen Konnex mit 
diesen, sodass von einem juristischen Laien, welcher keine Amtssprache beherrscht, nicht erwartet 
werden kann, dass er nebst dem Amtsmissbrauch auch die dabei erfolgten Tätlichkeiten zur Bestra-
fung beantragt.

In der Vertretungsanzeige vom 24. Juni 2021 (pag. 919 ff.) wiederholt der Privatklägervertreter den 
Willen des Privatklägers um eine Bestrafung der verantwortlichen Angehörigen der Kantonspolizei. Er 
stellt bezüglich der angezeigten Handlungen vom 11. Juni 2021 Strafantrag «für sämtliche in Betracht 
kommende Delikte». Das Gericht erachtet die gewählte Formulierung als zu offen und diesbezüglich 

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für sich alleine als ungenügend. In derselben Eingabe ersuchte der Privatklägervertreter aber auch 
um unentgeltliche Rechtspflege und führte dazu aus, dass der Privatkläger von einem Angehörigen 
der Kantonspolizei gewaltsam verhaftet, abgeführt und misshandelt worden sei. Der Privatkläger habe 
sich dabei in verschiedenster Weise körperlich verletzt. Wird nun der in der Eingabe vom 24. Juni 
2021 eingangs gestellte Strafantrag im Zusammenhang mit der Begründung für die amtliche Verbei-
ständung gelesen, so kann auch hierin ein gültiger Strafantrag erblickt werden.

Zusammenfassend kommt das Gericht zum Schluss, dass sowohl der eigenhändig unterzeichnete 
Strafantrag des Privatklägers als auch jener im Schreiben des Privatklägervertreters rechtsgültig ge-
stellt worden sind.

7. Verwertbarkeit der Einvernahmen des Strafklägers

7.1 Erwägungen der Vorinstanz

Anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung vom 24. August 2023 beantrag-
te die Verteidigung des Beschuldigten, es seien die Einvernahmen des Strafklägers 
als Folge der Verletzung des Teilnahmerechts aus den Akten zu weisen (pag. 
1312). Die Vorinstanz erwog zusammengefasst, die Ausdehnung der Strafuntersu-
chung auf den Beschuldigten sei erst am 9. Februar 2022 erfolgt, weshalb er im 
Zeitpunkt der Einvernahmen des Strafklägers noch nicht Partei im Verfahren gewe-
sen sei. Eine Verletzung des Teilnahmerechts des Beschuldigten liege somit nicht 
vor. Weiter prüfte die Vorinstanz eine verspätete Ausdehnung der Untersuchung 
auf den Beschuldigten bzw. ob bei sorgfältiger Fallführung der Staatsanwaltschaft 
spätestens im Zeitpunkt der Zweiteinvernahme des Strafklägers ein hinreichender 
Verdacht auf die Täterschaft des Beschuldigten bestanden habe. Sie verneinte dies 
mit der Begründung, dass die Staatsanwaltschaft im Zeitpunkt der beiden Einver-
nahmen des Strafklägers noch zu wenig Anhaltspunkte für eine konkrete Täter-
schaft in der Person des Beschuldigten gehabt habe. Es seinen keine neue Hin-
weise zum Vorschein gekommen, die einen hinreichenden Anfangstatverdacht be-
züglich des Beschuldigten zu begründen vermocht hätten. Deshalb habe keine wei-
tere Einvernahme des Strafklägers stattgefunden. Auch die Rüge der Verletzung 
des Teilnahmerechts sei unbegründet.

Hingegen bejahte die Vorinstanz eine Verletzung des Konfrontationsanspruchs. Im 
Wesentlichen begründete sie dies damit, seit der ersten Einvernahme sei bekannt 
gewesen, dass der Strafkläger Asylsuchender sei. Für die zweite Einvernahme sei 
er gar aus der Ausschaffungshaft zugeführt worden. Somit sei ungewiss gewesen, 
wie lange sich der Strafkläger noch in der Schweiz aufhalten werde. Gleichzeitig 
habe seit seiner ersten Einvernahme der Vorwurf im Raum gestanden, dass er von 
Angehörigen der Kantonspolizei Bern (nachfolgend: Kantonspolizei) in das Trans-
portfahrzeug geworfen worden sei. Mit dem Wissen um den unsicheren Aufent-
haltsstatus des Strafklägers und den Erkenntnissen aus der Einvernahme von 
F.________ vom 24. August 2021, der Einvernahme von J.________ vom 1. De-
zember 2021 sowie gestützt auf die Journaleinträge sei es angezeigt gewesen, das 
Verfahren spätestens im Dezember 2021 auf den Beschuldigten auszudehnen oder 
dem Beschuldigten zumindest vorsorglich das Konfrontationsrecht zu gewähren. 
Aus zeitlicher Perspektive habe die Möglichkeit einer parteiöffentlichen Einvernah-
me vor der Ausschaffung des Strafklägers am 18. Januar 2022 bestanden und sei 

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auch zumutbar gewesen. Eine Ausschaffung hätte nach Rücksprache mit den Mi-
grationsbehörden u.U. auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden können, 
hätte sich kein Einvernahmetermin gefunden. Die Vorinstanz gelangte zum 
Schluss, dass die belastenden Aussagen des Strafklägers nicht zulasten des Be-
schuldigten verwertbar seien (pag. 1431 f., S. 12 f. der erstinstanzlichen Urteilsbe-
gründung).

7.2 Rechtliche Grundlagen

Gemäss Art. 147 Abs. 1 StPO haben die Parteien das Recht, bei Beweiserhebun-
gen durch die Staatsanwaltschaft und die Gerichte anwesend zu sein und einver-
nommenen Personen Fragen zu stellen. Dieses spezifische Teilnahme- und Mitwir-
kungsrecht fliesst aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 der 
Bundesverfassung [BV; SR 101] und Art. 107 Abs. 1 lit. b StPO). Es darf nur in den 
gesetzlich vorgesehenen Fällen eingeschränkt werden (Art. 101 Abs. 1, Art. 108, 
Art. 146 Abs. 4 und Art. 149 Abs. 2 lit. b StPO; BGE 143 IV 397 E. 3.3.1; 141 IV 
220 E. 4.4; 139 IV 25 E. 4.2 mit Hinweis). Nach Art. 147 Abs. 4 StPO dürfen Be-
weise, die in Verletzung der Bestimmungen von Art. 147 StPO erhoben worden 
sind, nicht zulasten der Partei verwendet werden, die nicht anwesend war (BGE 
143 IV 397 E. 3.3.1; 143 IV 457 E. 1.6.1; 139 IV 25 E. 4.2 und 5.4.1; Urteile des 
Bundesgerichts 6B_920/2023 vom 22. August 2024; 6B_224/2023 vom 26. Okto-
ber 2023 E. 3.4.2; 6B_172/2023 vom 24. Mai 2023 E. 2.3; je mit Hinweisen).  

Der in Art. 6 Ziff. 3 lit. d der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und 
Grundfreiheiten (EMRK; SR 0.101) garantierte Anspruch der beschuldigten Person, 
den Belastungszeugen Fragen zu stellen, ist ein besonderer Aspekt des Rechts auf 
ein faires Verfahren. Er wird als Konkretisierung des rechtlichen Gehörs (Art. 29 
Abs. 2 der Bundesverfassung [BV; SR 101]) auch durch Art. 32 Abs. 2 
BV gewährleistet. Nach diesem menschen- bzw. verfassungsrechtlichen Anspruch 
ist eine belastende Zeugenaussage grundsätzlich nur verwertbar, wenn der Be-
schuldigte wenigstens einmal während des Verfahrens angemessene und hinrei-
chende Gelegenheit hatte, das Zeugnis in Zweifel zu ziehen und Fragen an den 
Belastungszeugen zu stellen (BGE 140 IV 172 E. 1.3; 133 I 33 E. 3.1; 131 I 476 E. 
2.2; je mit Hinweisen). Dies gilt auch für die Einvernahme von Auskunftspersonen 
(BGE 150 IV 345 E. 1.6.3.2; Urteile des Bundesgerichts 6B_426/2023 vom 16. Au-
gust 2023 E. 2.1.2; 6B_1092/2022 vom 9. Januar 2023 E. 2.3.3; 6B_14/2021 vom 
28. Juli 2021 E. 1.3.4; je mit Hinweisen). Dem Anspruch gemäss Art. 6 Ziff. 3 lit. d 
EMRK kommt grundsätzlich absoluter Charakter zu (BGE 140 IV 172 E. 1.3 und 
1.5; 133 I 33 E. 3.1; 131 I 476 E. 2.2; je mit Hinweisen). Von einer Konfrontation 
kann nur unter besonderen Umständen abgesehen werden. Die ausgebliebene 
Konfrontation mit Belastungszeugen verletzt die Garantie nicht, wenn die erneute 
Befragung nicht möglich ist, weil sie trotz angemessener Nachforschungen unauf-
findbar bleiben. Die Verwertbarkeit der ursprünglichen Aussage erfordert allerdings, 
dass die beschuldigte Person zu den belastenden Erklärungen hinreichend Stel-
lung nehmen konnte, diese sorgfältig geprüft wurden und ein Schuldspruch sich 
nicht allein darauf abstützt. Ausserdem darf der Umstand, dass die beschuldigte 
Person ihre Rechte nicht (rechtzeitig) wahrnehmen konnte, nicht in der Verantwor-
tung der Behörde liegen (vgl. BGE 131 I 476 E. 2.2 und E. 2.3.4; Urteile des Bun-

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desgerichts 6B_1395/2021 vom 9. Dezember 2022 E. 11.2.3; 6B_173/2022 vom 
27. April 2022 E. 1.3.1; 6B_1219/2019 vom 24. April 2020 E. 2.1; 6B_699/2018 
vom 7. Februar 2019 E. 1.3). Gemäss Bundesgericht ist bei Zeugen mit unsiche-
rem Aufenthaltsstatus eine Konfrontation frühzeitig durchzuführen (Urteil des Bun-
desgerichts 6B_1013/2009 vom 26. März 2010 E. 3.4.).

7.3 Würdigung durch die Kammer

Am 14. Juni 2021 und damit drei Tage nach dem vorliegend zu beurteilenden Vor-
fall eröffnete die Staatsanwaltschaft eine Untersuchung gegen eine unbekannte 
Täterschaft wegen Amtsmissbrauchs (pag. 1). Nach der Identifikation des vormali-
gen Beschuldigten E.________ am 25. Juni 2021 (pag. 2) dehnte die Staatsan-
waltschaft die Untersuchung mit Verfügung vom 16. August 2021 auf eine weitere, 
unbekannte Täterschaft mit dem Hinweis «Mitarbeiter der Kantonspolizei Bern» 
aus (pag. 3). Die Identifizierung des Beschuldigten erfolgte erst mit Verfügung vom 
9. Februar 2022 (pag. 5). Im Zeitpunkt der Einvernahmen des Strafklägers am 
22. Juni 2021 und am 13. Juli 2021 wurden die Ermittlungen – nebst E.________ – 
noch gegen eine unbekannte Täterschaft geführt. Wie von der Vorinstanz zutref-
fend erkannt, war der Beschuldigte folglich in diesen Verfahren noch nicht Partei, 
womit ihm auch kein Recht auf Teilnahme an den beiden Befragungen zukam (vgl. 
BGE 141 IV 220 E. 4.5; Urteil des Bundesgerichts 6B_1320/2020 vom 12. Januar 
2022 E. 4.4.1., nicht publ. in: BGE 148 IV 22). Eine Verletzung von 
Art. 147 Abs. 1 StPO liegt damit nicht vor. 

Anderes gilt allerdings hinsichtlich des Konfrontationsanspruchs gemäss Art. 6 Ziff. 
3 lit. d EMRK. Der Strafkläger wurde am 18. Januar 2022 ausgeschafft und mit ei-
nem Einreiseverbot für die Schweiz belegt (pag. 944). Sein Aufenthaltsort blieb 
seither unbekannt, seine Rechtsvertretung berief sich auf entsprechende Nachfra-
ge der Vorinstanz auf das Anwaltsgeheimnis (pag. 1244) und beantragte anlässlich 
der Berufungsverhandlung den Verzicht auf die Vorladung des Strafklägers (vgl. E. 
3 hiervor). Der Vorinstanz ist zuzustimmen, wonach ungewiss bzw. nicht zu erwar-
ten ist, dass der Strafkläger innert nützlicher Frist wieder in die Schweiz zurückkeh-
ren wird. Er kann somit auch im Rechtsmittelverfahren nicht mehr befragt werden. 
Da eine Konfrontation aus objektiven Gründen nicht mehr möglich ist, liegen nur 
die unkonfrontierten Aussagen des Strafklägers vom 22. Juni 2021 und vom 13. Ju-
li 2021 vor. Erste Hinweise auf eine Straftat durch Angehörige der Kantonspolizei 
ergaben sich bereits aus der Kontaktaufnahme an die AV.________ (Stelle) der 
Kantonspolizei durch F.________ am Tag des Vorfalls und gingen ebenfalls aus 
dem Schreiben des Kommandanten der Kantonspolizei an die Staatsanwaltschaft 
vom 15. Juni 2021 mit dem Hinweis auf die Praxis, wonach Untersuchungshand-
lungen gegen Mitarbeitende der Kantonspolizei nicht von Korpsangehörigen vorge-
nommen werden sollten, hervor (pag. 9). Konkret wurden diese Hinweise anlässlich 
der Ersteinvernahme des Strafklägers («Sie haben mich dann ins Fahrzeug gewor-
fen.» [pag. 100 Z. 100]; «Die Platzwunde habe ich bekommen als sie mich in den 
Wagen geworfen haben.» [pag. 100 Z. 115 f.]; «Sie haben mich zu zweit gepackt, 
ins Auto geworfen, dort schlug ich mit dem Kopf auf und davon habe ich die Platz-
wunde oberhalb des Auges und an der Stirn davongetragen. Als sie mich ins Auto 
geworfen haben, schlug ich oberhalb des Auges an.» [pag. 103 Z. 216 ff.]), wobei 

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die Bezeichnung der Täterschaft vage blieb («Sie waren zu zweit.» [pag. 103 Z. 
213]). Im Anschluss an die Ersteinvernahme des Strafklägers gingen am 24. Juni 
2021 die Journaleinträge bei der Staatsanwaltschaft ein (pag. 425 ff.). Aus den Ein-
trägen ist ersichtlich, dass der Beschuldigte und J.________ als «AD.________» 
vor Ort waren und als eine ihrer Funktion/Rolle «Verladen ins Fahrzeug» angege-
ben ist (pag. 428). Nach Erhalt der Journaleinträge war der Staatsanwaltschaft so-
mit bekannt, um wen es sich bei den für den Verlad des Strafklägers zuständigen 
Polizisten gehandelt haben musste. Angesichts dessen erscheint die am 16. Au-
gust 2021 verfügte Eröffnung eines Strafverfahrens gegen unbekannte Täterschaft 
unverständlich. Weiter bestätigte J.________ in seiner Einvernahme vom 1. De-
zember 2021, dass der Strafkläger von ihm und dem Beschuldigten in das Patrouil-
lenfahrzeug geführt worden war (pag. 225 Z. 125). Spätestens ab diesem Zeitpunkt 
bestand somit ein konkreter Hinweis auf die Identität des Beschuldigten. Wenn die 
Staatanwaltschaft in ihrem Schreiben vom 15. August 2022 festhält, eine Verfah-
renseröffnung zum früheren Zeitpunkt habe mangels konkreter Verdachtsmomente 
nicht erfolgen können (pag. 1055), kann ihr nicht gefolgt werden. Daran ändert 
nichts, dass die mit Vorladung vom 25. Oktober 2021 für den 29. November 2021 
vorgesehene Einvernahme des Beschuldigten als Auskunftsperson abgesetzt wer-
den musste, nachdem Rechtsanwältin Dr. B.________ die Verteidigung des Be-
schuldigten angezeigt hatte (pag. 827 ff.; pag. 1006 ff.). Aufgrund der vorhandenen 
konkreten Verdachtsmomente konnte und musste die Staatsanwaltschaft das 
Strafverfahren gegen den Beschuldigten zu einem früheren Zeitpunkt – spätestens 
im Dezember 2021 – eröffnen. Auf diesen Umstand wurde die Staatsanwaltschaft 
auch parteiseitig hingewiesen; Rechtsanwalt D.________ teilte mit Schreiben vom 
23. Juli 2021 mit, dass die Namen der betroffenen Polizisten der Staatsanwalt-
schaft mittlerweile bekannt seien. Er beantragte deren Einvernahmen sowie eine 
Eröffnung der Untersuchung gegen die Polizisten. Zudem stellte Rechtsanwalt 
D.________ den Antrag auf Befragung der AF.________(Tätigkeit) und machte 
darauf aufmerksam, dass mit einem Zuwarten das Abnehmen der Erinnerungs-
fähigkeit dieser direkten Augenzeugen riskiert werde (pag. 931). Schliesslich 
spricht auch die Verfügbarkeit nicht gegen eine frühere Verfahrenseröffnung; als 
Kantonsangestellter hätte der Beschuldigte der Staatsanwaltschaft ohne Weiteres 
zur Verfügung gestanden. Im Übrigen wurde seitens der Staatsanwaltschaft auch 
die Erstellung einer Fotodokumentation des betreffenden Patrouillenfahrzeugs (vgl. 
E. II.14.1.1 hiervor) erst auf entsprechenden Antrag von Rechtsanwalt D.________ 
hin (vom 22. Juni 2022 und vom 11. Juli 2022 [pag. 1019 f.; pag. 1036 f.]) mit Ver-
fügung vom 15. August 2022 und damit mehr als ein Jahr nach dem Vorfall in Auf-
trag gegeben (pag. 429 ff.). 

Wie ausgeführt, erfolgte die Ausschaffung des Strafklägers am 18. Januar 2022. 
Dass der Strafkläger ausgeschafft werden würde, war der Staatsanwaltschaft be-
wusst: Bereits in seiner ersten Befragung gab der Strafkläger an, er sei Asylsu-
chender (pag. 99 Z. 53 ff.; pag. 105 Z. 295 ff.), für die zweite Einvernahme wurde 
er aus der Ausschaffungshaft zugeführt (pag. 107). Für die Staatsanwaltschaft war 
damit schon früh erkennbar, dass eine spätere parteiöffentliche Befragung schwie-
rig oder ausgeschlossen sein würde. So ist denn auch aktenkundig, dass sich der 
zuständige Staatsanwalt am 22. Juni 2021 bei der Fremdenpolizei nach dem Sta-

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tus der Haft des Strafklägers erkundigte und auf das Erfordernis weiterer Befra-
gungen aufmerksam machte. Der Staatsanwalt brachte den Wunsch an, dass man 
sich mit ihm in Verbindung setze, bevor ein Flug gebucht werde (pag. 886). Am 
25. Juni 2021 erfolgte ein Anruf der Fremdenpolizei an den zuständigen Staatsan-
walt mit dem Hinweis, dass der Strafkläger in den nächsten sieben bis max. 14 Ta-
gen ausgeschafft werden könne (pag. 887). Rechtsanwalt D.________ wies die 
Staatsanwaltschaft am 11. November 2021 wiederum explizit darauf hin, dass die 
ausländerrechtliche Wegweisung verfügt worden und somit unklar sei, wie lange 
der Strafkläger noch in der Schweiz sein werde (pag. 403). Vor diesem Hintergrund 
ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz die Verantwortung für die Verletzung 
des Konfrontationsrechts des Beschuldigten bei der Staatsanwaltschaft verortet. 
Für den ordnungsgemässen Gang des Verfahrens, namentlich für die Wahrung der 
Parteirechte, ist grundsätzlich die Behörde und nicht die beschuldigte Person zu-
ständig. Wie die Vorinstanz zutreffend ausführt, wäre eine Konfrontationseinver-
nahme vor der Ausschaffung des Strafklägers am 18. Januar 2022 und nach der 
Einvernahme von J.________ am 1. Dezember 2021 bzw. nach der Identifizierung 
des Beschuldigten möglich gewesen. Es ist dem Beschuldigten auch nicht vorzu-
werfen, dass er nicht um eine Konfrontationseinvernahme ersuchte, war er doch im 
Zeitraum vor der Ausschaffung noch gar nicht Partei im Verfahren. Die ordnungs-
gemässe und rechtzeitige Durchführung der notwendigen Verfahrensschritte ob-
liegt wie ausgeführt grundsätzlich der Behörde. Dies gilt vorliegend auch für die 
Führung der Voruntersuchung. Es ist nicht auszuschliessen, dass sich ein Belas-
tungszeuge auf Vorhalt der Aussagen einer beschuldigten Person anders oder gar 
zugunsten dieser Person äussert. Überdies hätten die Aussagen des Beschuldig-
ten zeitnah nach dem Vorfall erhoben werden können.

Die Vorinstanz qualifizierte die Aussagen des Strafklägers zum Nachteil des Be-
schuldigten mangels Wahrung des Konfrontationsanspruchs des Beschuldigten 
somit zu Recht als nicht verwertbar. Dies gilt jedoch nicht für jene Aussagen, die 
den Beschuldigten nicht belasten. Mit Blick auf den Schutzzweck der Norm (vgl. E. 
7.2 hiervor) sind diese verwertbar und für die Beweiswürdigung zu berücksichtigen 
(vgl. E. II.14.2.3 hiernach).

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

8. Theoretische Grundlagen der Beweiswürdigung

Die Vorinstanz hat die theoretischen Grundlagen der Beweiswürdigung und der 
Aussagenanalyse zutreffend wiedergegeben. Darauf wird verwiesen (pag. 1428, S. 
9 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Ergänzend ist auf Nachfolgendes hin-
gewiesen:

Zeugenaussagen sind vollgültige Beweismittel. Zeuge ist eine an der Begehung ei-
ner Straftat nicht beteiligte Person, die der Aufklärung dienende Aussagen machen 
kann und nicht Auskunftsperson ist (Art. 162 StPO). Die zeugnisfähige Person ist 
nach Art. 163 Abs. 2 StPO zum wahrheitsgemässen Zeugnis verpflichtet (Art. 307 
Abs. 1 StGB). Zeugenaussagen sind im Strafprozess faktisch von sehr grosser Be-
deutung. Diese Bewertung der Zeugenaussage entspricht allerdings nicht durch-

12

wegs ihrer Verlässlichkeit. Aus zahlreichen Untersuchungen geht hervor, dass 
Zeugenaussagen nicht selten fehlerhaft sind. Sie müssen deshalb kritisch gewür-
digt werden. Aus dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung folgt, dass die Aus-
sage eines Zeugen per se nicht mehr wert ist als ein anderes Beweismittel, etwa 
die Aussage einer Auskunftsperson oder eines Mitbeschuldigten. Die Überzeu-
gungskraft beurteilt sich im konkreten Fall aufgrund der «inneren Autorität» der 
Zeugenaussage und nicht danach, ob der Einvernommene einer strafrechtlich 
sanktionierten Wahrheitspflicht unterstellt ist (Urteil des Bundesgerichts 
6B_457/2016 vom 23. Februar 2017 E. 2.3; DONATSCH, in: DONATSCH/HANSJAKOB 
/LIEBER, Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 3. Aufl. 2020, N. 
12 f. zu Art. 162 StPO). Es ist Aufgabe des Richters, die Qualität und Validität der 
konkreten Aussagen zu beurteilen (DONATSCH, a.a.O., N. 16 zu Art. 162 StPO). 
Nach der spezifischen Belehrung gemäss Art. 177 Abs. 1 StPO ist der Zeuge zu 
Beginn der ersten Einvernahme über seine Beziehungen zu den Parteien sowie zu 
weiteren Umständen zu befragen, die für ihre Glaubwürdigkeit von Bedeutung sein 
können. Neben der Beziehung zu den Parteien ist für die Beurteilung der Glaub-
würdigkeit auch von Bedeutung, ob und gegebenenfalls in welcher Form der Zeuge 
vor seiner Einvernahme zu einer Prozesspartei Kontakt hatte (KERNER, in: Basler 
Kommentar zur StPO/JStPO, 3. Aufl. 2023, N. 9 zu Art. 177 StPO). Zudem sind die 
psychische und physische Verfassung des Zeugen sowohl im Moment der Wahr-
nehmung als auch der Wiedergabe des interessierenden Geschehens zu beurtei-
len (DONATSCH, a.a.O., N. 14 zu Art. 162 StPO). 

Zwar ist es die Aufgabe eines Zeugen, bei der Tatsachenfeststellung zu helfen. Al-
lerdings sagt der Zeuge selbst nicht über Tatsachen aus. Vielmehr ist seine Aussa-
ge die Wiedergabe einer als zutreffend behaupteten Erinnerung an die subjektive 
Wahrnehmung eines tatsächlichen Geschehens, weil jede bewusste Sinneswahr-
nehmung ebenso wie die Wiedergabe ihrer Ergebnisse auf denkbarer Tätigkeit be-
ruht. Der Gegenstand der Zeugenaussage bestimmt sich nach der Funktion des 
Zeugen als Beweismittel. Zum einen soll mit der Zeugenaussage die subjektive 
Wahrnehmung des Zeugen über die beweiserhebliche Tatsache festgestellt wer-
den (Aussage zur Sache). Weil die behauptete subjektive Wahrnehmung aber im-
mer nur ein Indiz für das Vorliegen der Beweistatsache ist, sollten durch die Zeu-
genaussage zum anderen zugleich Informationen über die Beweisstärke dieses In-
dizes erhoben werden (BÄHLER, in: Basler Kommentar StPO/JStPO, 3. Aufl. 2023, 
N. 7 f. zu Art. 162 StPO).

Jede Zeugenaussage ist eine Leistung, die gewisse Sinnes- und Geistesgaben zur 
Wahrnehmung einer Tatsache sowie zur Mitteilung des Wahrgenommenen voraus-
setzt. Die Gefahr einer irrtümlich falschen Aussage liegt in der allgemeinen Un-
zulänglichkeit menschlichen Erkennens absoluter Wahrheit und in der Subjektivität 
des Zeugenbeweises begründet. Dabei beruht die Gefahr einer verfälschten Re-
produktion des tatsächlichen Geschehens durch den Zeugen auf verschiedenen 
Ursachen. Wahrnehmung als sinnhaftes Verarbeiten eines empfundenen Reizes ist 
immer Interpretation. Dem äusseren Empfinden einer Tatsache (Perzeption) muss 
schliesslich die geistige Überführung ins Bewusstsein folgen (Apperzeption), was 
die Fähigkeit voraussetzt, das Wahrgenommene zu begreifen und zu verarbeiten. 
Dabei ist zu beachten, dass der menschlichen Wahrnehmung schon grundsätzlich 

13

physiologische Grenzen gesetzt sind, weil die menschlichen Sinnesorgane nur in 
begrenztem Umfang in der Lage sind, einzelne Reize zu erfassen. So ist bspw. das 
Auge zum Abschätzen von (genauen) Geschwindigkeiten ungeeignet. Auch sind 
die menschlichen Sinnesorgane nur sehr eingeschränkt fähig, gleichzeitig mehrere 
Sinneseindrücke aufzunehmen. Eine weitere Gefahrenquelle ergibt sich aus der 
Struktur der menschlichen Wahrnehmung. Sie steht einer authentischen Erfassung 
des tatsächlichen Geschehens im Weg, weil Wahrnehmungen «gemacht» werden, 
indem Reizempfindungen in ein bereits bestehendes kognitives System eingeord-
net werden. Es hängt deshalb von der Zuordnung eines Reizes zu einem individu-
ellen Schema ab, welche Details eines komplexen Geschehens überhaupt wahr-
genommen werden. Darüber hinaus bewirkt das Zuordnen eines Reizes in ein 
Schema, dass bruchstückhafte Beobachtungen zu einem sinnvollen Ganzen ge-
ordnet und Wahrnehmungslücken entsprechend durch nachträgliche Schlüsse, Er-
fahrungen und Erwartungen, die sich an dem Schema orientieren, dem die Empfin-
dung zugeordnet wird, ausgefüllt werden. 

Wahrnehmungen werden im Gedächtnis gespeichert und im Rahmen der Erinne-
rung aus dem Gedächtnisspeicher abgerufen. Allerdings können nur solche Wahr-
nehmungen abgerufen werden, die vom Kurzzeitgedächtnis nach spätestens 30 
Sekunden in das Langzeitgedächtnis übernommen wurden, ansonsten sie nicht 
mehr erinnert werden können. Da das menschliche Gedächtnis darauf angelegt ist, 
Erinnerungslücken aufzufüllen bzw. noch vorhandene Wahrnehmungen umzudeu-
ten, ist sich der Zeuge seiner mangelnden Erinnerungsleistung oft gar nicht be-
wusst. 

Die Tauglichkeit der Zeugenaussage zur Aufklärung des wahren Sachverhalts wird 
durch die vielfältigen Gefahren einer bewussten oder unbewussten Verfälschung 
der Aussage relativiert. Der Grad der Verfälschungsgefahr wird dabei durch die 
Persönlichkeit und die Motive der befragten Person bestimmt. Die individuelle Aus-
sagetüchtigkeit ist daher mit Blick auf irrtümliche Tatsachenverfälschungen ent-
scheidendes Kriterium, welches bestimmt wird durch die körperlichen und seeli-
schen Eigenarten der zu befragenden Person (BÄHLER, a.a.O., N. 1 ff. zu Art. 163 
StPO mit weiteren Hinweisen).

9. Vorwurf gemäss Anklageschrift

Dem Beschuldigten wird mit Ziffer B. der Anklageschrift vom 16. September 2022 
vorgeworfen, was folgt (pag. 1077.3):

[….] Begangen am 11. Juni 2024, um ca. 06:45 Uhr, in K.________(Ort), N.________(Ort), zum 
Nachteil von L.________, geb. ________, indem der Beschuldigte in seiner Eigenschaft als Angehö-
riger der Kantonspolizei Bern seine Amtsgewalt missbrauchte, um einem anderen einen Nachteil zu-
zufügen und dabei gegen ihn Tätlichkeiten verübte, die keine Schädigung des Körpers oder der Ge-
sundheit zur Folge hatten.

[…]

Der Beschuldigte führte L.________, evtl. zusammen mit dem Polizeiangehörigen J.________, zu ei-
nem bereitstehenden Patrouillenfahrzeug VW Transporter. Dort wendete er den Verhältnissen nicht 
mehr angepasste Gewalt an, indem er L.________ vor der geöffneten Seitentüre bewusst mit unnötig 

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starkem Schwung, der für das Verbringen des nicht renitenten L.________ ins Fahrzeug nicht nötig 
gewesen wäre, nach vorne ins Fahrzeuginnere stiess, so dass dieser ins Fahrzeug stürzte, mit dem 
Kopf aufschlug, sich eine Rissquetschwunde an der Schläfe rechts zuzog (1.5 cm durchmessend mit 
einer ca. 0.8 cm durchmessenden Hautdurchtrennung, mit folgenloser Abheilung) und auf dem Fahr-
zeugboden liegen blieb. Anschliessend übergab der Beschuldigte L.________ in die Obhut der Fahr-
zeugbesatzung.

10. Ausgangslage

Vorab ist kurz auf den Kontext des der Anklage zugrundeliegenden Sachverhalts 
einzugehen. Hintergrund des vorliegend zu beurteilenden Vorfalls bildet eine An-
haltung des Strafklägers, die sich am 11. Juni 2021 auf dem N.________(Ort) in 
K.________(Ort) zugetragen hat. Zufällig hielt sich zur gleichen Zeit in unmittelba-
rer Nähe eine Gruppe von AO.________ (Tätigkeit) auf, die diese Anhaltung mit-
verfolgen konnten. Deren Beobachtungen bildeten im Nachgang der Anhaltung 
Gegenstand einer breiten ________ in den AU.________. Zudem wurden jene der 
damals anwesenden AO.________ (Tätigkeit), welche Beobachtungen gemacht 
hatten, im gegen den vormaligen Beschuldigten E.________ und den Beschuldig-
ten geführten Strafverfahren als Zeugin bzw. als Zeugen einvernommen. 

Die Anhaltung des Strafklägers lässt sich in zwei Phasen aufteilen. In einer ersten 
Phase wurde der Strafkläger einer Kontrolle durch den vormaligen Beschuldigten, 
E.________, und einer Angehörigen der Kantonspolizei unterzogen. Da sich die 
Kommunikation mit dem ________ sprechenden Strafkläger schwierig gestaltete, 
beschlossen E.________ und die Polizistin, die Kontrolle auf dem Polizeiposten 
W.________(Ort) durchzuführen und den Strafkläger in Handschellen zu legen. 
Dagegen sperrte sich der Strafkläger. Seitens der Staatsanwaltschaft wurde 
E.________ vorgeworfen, in der Folge den Verhältnissen nicht mehr angepasste 
Gewalt angewendet zu haben. Namentlich habe er mehrfach vergeblich versucht, 
den Strafkläger zu Boden zu drücken, unter anderem mit gezielten Griffen ins Ge-
sicht und in die Haare. Er habe einen Kniestoss in den Unterleib des Strafklägers 
ausgeführt und ihn an den Schultern zu Boden geschwungen, wobei er sich selbst 
eine Verletzung an der Hand zugezogen habe. Am Boden habe er den Strafkläger 
während weniger als einer Minute und 35 Sekunden kniend fixiert, um die Hand-
schellen auch am rechten Handgelenk anzubringen. Bei dieser Fixation habe er mit 
seinem rechten Unterschenkel bewusst Druck auf die Hals- und Nackenregion des 
Strafklägers ausgeübt, was bei Letzterem zu Atemnot geführt habe. Zudem sei 
dem Strafkläger vorübergehend schwarz vor Augen geworden (pag. 1077.2). Die 
Vorinstanz kam bezüglich der ersten Phase der Anhaltung des Strafklägers zum 
Schluss, dass das rechte Schienbein/Knie von E.________ während etwas mehr 
als einer Minute in der Hals-/Nackenregion des Strafklägers positioniert gewesen 
war, während er versuchte, den Arm des Strafklägers unter dessen Körper hervor-
zuziehen. Dabei habe E.________ je nach Bewegung und Gewichtsverlagerung 
unterschiedlich viel Druck auf die Hals-/Nackenregion des Strafklägers ausgeübt, 
jedoch nicht derart viel Druck, dass der Strafkläger ohnmächtig geworden sei. Die 
Vorinstanz erachtete als erstellt, dass E.________ in dieser Zeit primär auf den 
Arm des Strafklägers und das Funken bzw. seinen verletzten Daumen fokussiert 
gewesen sei und nicht auf die Position seiner Beine geachtet bzw. diese nicht aktiv 

15

wahrgenommen habe. Die Vorinstanz sprach E.________ in der Folge von den 
Vorwürfen des Amtsmissbrauchs und der Tätlichkeiten frei. In dieser Hinsicht er-
wuchs das erstinstanzliche Urteil wie dargelegt (vgl. E. I.5) in Rechtskraft und ist für 
das Obergericht des Kantons Bern (nachfolgend: Obergericht) bindend. Somit bil-
det es nicht mehr Gegenstand des oberinstanzlichen Verfahrens. 

In einer zweiten und damit der vorliegend interessierenden Phase wurde der Straf-
kläger in Handschellen zu einem Patrouillenfahrzeug geführt, in dem er anschlies-
send zum Polizeiposten W.________(Ort) transportiert wurde.

11. Beweisergebnis der Vorinstanz

In ihrem Beweisergebnis hinsichtlich der zweiten Phase und den Beschuldigten be-
treffend gelangte die Vorinstanz zum Ergebnis, dass der Beschuldigte den Straf-
kläger beim Einsteigen in das Patrouillenfahrzeug gezielt gestossen habe, worauf-
hin der Strafkläger gestürzt und auf dem Fahrzeugboden aufgeschlagen sei. Es 
lasse sich hingegen nicht erstellen, dass sich der Strafkläger dabei eine Riss-
quetschwunde an der Stirn zugezogen habe. Die Vorinstanz gab an, sich für diesen 
Beweisschluss primär auf die Aussagen der Zeugin F.________ zu stützen, die 
durch die Aussagen der weiteren Zeugen untermauert würden. Dagegen erachtete 
sie die Aussagen des Beschuldigten und von J.________ als nicht glaubhaft und 
die von der Verteidigung des Beschuldigten vorgebrachte Sachverhaltsvariante als 
nicht überzeugend (pag. 1444 ff., S. 25 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung).

12. Unbestrittener / Bestrittener Sachverhalt und Beweisfragen

Unbestritten und erstellt ist, dass der Beschuldigte den Strafkläger im Anschluss an 
dessen Fesselung übernommen und zu einem bereitstehenden Patrouillenfahrzeug 
geführt hat. Beim Einsteigen in das Patrouillenfahrzeug ist der Strafkläger nach 
vorne und damit ins Innere des Fahrzeuges gefallen. 

Folgende, von der Vorinstanz geprüfte Beweisfragen sind oberinstanzlich nach wie 
vor strittig (eingehend zu den Vorbringen der Verteidigung, der Generalstaatsan-
waltschaft und der Rechtsvertretung des Strafklägers: pag. 1671 f. und pag. 1674) 
und werden nachfolgend in dieser Reihenfolge abgehandelt:

Hat sich der Strafkläger beim Sturz eine Rissquetschwunde an der rechten Schläfe 
zugezogen (E. 14.3), war es der Beschuldigte, der den Strafkläger in das Fahrzeu-
ginnere geführt hat (E. 14.4) und falls ja, hat der Beschuldigte den Strafkläger mit 
starkem Schwung nach vorne in das Fahrzeuginnere gestossen, so dass der Straf-
kläger in das Fahrzeug gestürzt ist (E. 14.5). 

13. Beweismittel

Die Vorinstanz hat die Aussagen der Beteiligten vollständig aufgelistet und korrekt 
zusammengefasst, weshalb darauf verwiesen wird (pag. 1429 ff., S. 10 ff. der erst-
instanzlichen Urteilsbegründung). Auf eine Auflistung bzw. Zusammenfassung der 
übrigen sowie der oberinstanzlich erhobenen Beweismittel wird an dieser Stelle 
verzichtet. Soweit für die jeweilige Klärung der Beweisfragen von Relevanz, wird an 
den entsprechenden Stellen auf die Beweismittel eingegangen.

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An dieser Stelle ist der Hinweis angebracht, dass die Zeugin und die Zeugen erst-
mals vor Obergericht gerichtlich einvernommen wurden. Die Kammer konnte damit 
– im Gegensatz zur Vorinstanz – einen persönlichen Eindruck gewinnen. 

14. Konkrete Beweiswürdigung

14.1 Dokumentationen, Gutachten und Berichte 

14.1.1 Fotodokumentation Patrouillenfahrzeug

Am 28. August 2022 reichte die Kriminaltechnik der Kantonspolizei Bern eine Foto-
dokumentation des am 11. Juni 2021 involvierten Patrouillenfahrzeugs zu den Ak-
ten (pag. 437 ff.). Auf der Fotodokumentation ist ein Patrouillenfahrzeug (VW-Bus) 
in unterschiedlichen Seitenansichten jeweils mit geöffneten Schiebetüren sowie in 
einer Front- und Heckansicht abgebildet. Ebenfalls fotografisch festgehalten wurde 
der Innenraum des Fahrzeugs. Überdies erfolgte eine Vermessung des Bereichs 
der seitlichen Schiebetüren sowie des Innenbereichs. Demnach beträgt der Ab-
stand zwischen der Seitenwand und der geöffneten seitlichen Schiebetüre 105 cm. 
Zwischen der Trittstufe und der Fahrzeugdachunterkante beträgt die Distanz 
136 cm, jene zwischen der Trittstufe und der Fahrzeugdecke des Innenraums 
140 cm (vgl. pag. 445). Der Abstand zwischen der Trittstufe und dem Boden be-
trägt 46 cm, jener zwischen dem Fahrzeugboden des Innenraums und dem Boden 
53 cm (pag. 446). Auf der Abbildung des Innenraums ist auf der rechten Seite (in 
Fahrtrichtung) ein Tischchen ersichtlich, das sich – entsprechend den Vorrichtun-
gen im Boden – auch mittig oder links befestigen liesse. Die Breite des Innenraums 
misst 135 cm, die Distanz zwischen dem Gitter der Führerkabine und der Rück-
banklehne beträgt 175 cm (pag. 447). Auf der Abbildung des Hecks sind sodann 
verschiedene Gegenstände ersichtlich, die sich im Kofferraum des Fahrzeugs be-
finden (pag. 440). 

Auszüge dieser Fotodokumentation wurden den Beteiligten erstmals anlässlich ih-
rer Einvernahmen an der Berufungsverhandlung und damit dreieinhalb Jahre nach 
dem Vorfall vorgelegt (dazu sogleich).

14.1.2 Forensisch-toxikologischer Abschlussbericht und rechtsmedizinisches Gutachten

Etwas mehr als eine Stunde nach dem Ereignis wurde dem Strafkläger Blut ent-
nommen. Die Untersuchung ergab ein positives Ergebnis auf Kokain, Benzodiaze-
pine und Cannabinoide. Dem forensisch-toxikologischen Abschlussbericht vom 
9. August 2021 ist zu entnehmen, dass der Strafkläger im Zeitpunkt der Messung 
eine Blutalkoholkonzentration (BAK) von 1.2 Promille aufwies. Die rückgerechnete 
minimale BAK betrug im Tatzeitpunkt 1.14 Gewichtspromille, die rückgerechnete 
maximale BAK 1.73 Gewichtspromille (pag. 511; pag. 513). Gemäss Beurteilung 
des Instituts für Rechtsmedizin (nachfolgend: IRM) stand der Strafkläger im Zeit-
punkt des Ereignisses unter dem Einfluss von Alkohol, Kokain, Cannabis und Dia-
zepam (pag. 515). 

Weiter erfolgte am 16. Juni 2021 und damit fünf Tage nach dem Vorfall eine kör-
perliche Untersuchung des Strafklägers. Dem rechtsmedizinischen Gutachten vom 
29. September 2021 kann entnommen werden, dass sich am Körper des Strafklä-
gers in Abheilung befindliche Hautdefekte, betont an exponierten Körperstellen wie 

17

der Augenbraue rechts, den Ellbogen oder Knien beidseits sowie den Handrücken 
beidseits präsentieren würden. Diese dürften mehrere Tage alt und Folgen stump-
fer Gewalteinwirkung gewesen sein. An den Schienbeinen des Strafklägers konn-
ten keine Verletzungen festgestellt werden; diese fanden sich an und gleich unter-
halb des rechten Knies sowie auf der Rückseite des rechten Unterschenkels und 
am linken Knie (pag. 372 ff.). 

14.1.3 E-Mails, Berichte und ________

Aktenkundig ist eine E-Mail, in der sich F.________ am 11. Juni 2021 um 
11:17 Uhr an die AV.________(Stelle) der Kantonspolizei wendete und um eine 
Stellungnahme bis spätestens 15:00 Uhr ersuchte. F.________ schildere den 
Sachverhalt dabei u.a. wie folgt: «Minutenlang knieten die beiden Beamten auf ihm, 
wobei der Polizist den Kopf und danach den Hals des Mannes mit dem Knie zu 
Boden drückte». Sie richtete folgende Fragen an die AV.________(Stelle): «Wie 
begründen die beiden Beamten die massive Gewalt gegen diese Person, die sich 
zwar sträubte aber nicht aktiv zu wehren schien» und «Und weshalb wurde der ver-
letzte Mensch, der in Handschellen keine Gefahr mehr darstellte und auch keine 
Fluchtmöglichkeit mehr hatte, zum Schluss wie ein Sack in den Polizeiwagen ge-
stossen? War das wirklich nötig?» (pag. 10). Gleichentags um 14:27 Uhr schickte 
F.________ erneut eine E-Mail an die AV.________(Stelle) und fügte dieser drei 
«Augenzeugenberichte» an. Sie hätten den Eindruck, dass etwas nicht so gelaufen 
sei, wie es sollte und hätten den Einsatz im Sinne des kantonalen Polizeigesetzes 
und gemäss gesundem Menschenverstand als unverhältnismässig empfunden 
(pag. 11 ff.). Am 3. Juni 2022 stand H.________ per E-Mail in Kontakt mit dem zu-
ständigen Staatsanwalt und führte aus, der Vorfall sei sehr lange her, die Erinne-
rung nicht mehr frisch. Allerdings habe er als umgehende Reaktion auf den Vorfall 
seine Beobachtungen niedergeschrieben und der AR.________ für die ________ 
zur Verfügung gestellt. Diese könne er dem Staatsanwalt zukommen lassen, da es 
sich wohl um die akkurateste, wenn auch relativ emotionale Sicht auf die Dinge 
handle (pag. 32). Weiter findet sich eine E-Mail vom 12. Juni 2021 von Prof. em. 
Dr. med. O.________, Facharzt für Rechtmedizin, an G.________ in den Akten. 
Darin teilt Prof. em. Dr. med. O.________ G.________ mit, dass er im 
AP.________ im «AC.________» vom ________ (Datum) in falschem Zusammen-
hang zitiert worden sei. Prof. em. Dr. med. O.________ bemängelte weiter die An-
gabe im AP.________, wonach der Strafkläger mit dem Kopf aufgeschlagen sei. 
Da sich dies im Fahrzeug zugetragen habe, seien dies wohl reine Vermutungen, 
denn der Strafkläger könne ebenso gut ein Knie oder einen Ellbogen angeschlagen 
haben (pag. 18). Als Antwort auf diese E-Mail schrieb G.________ am 13. Juni 
2021 u.a. was folgt: «Schliesslich der Punkt, den Sie anführen: Dass wir reine 
Vermutungen äusserten in Bezug auf den aufschlagenden Kopf. Hier können wir 
beide klar sagen, dass wir eine ähnliche Perspektive hatten wie der 
AG.________(Tätigkeit) und es aus nächster Nähe beobachten konnten, wie der 
Mann in den Wagen gestossen wurde. Und wir sahen den ganzen Ablauf und sa-
hen den Mann dann auch der ganzen Länge nach, bzw. leicht eingerollt im Wagen-
innern liegen. […] Aber wir wollen uns hier auch nicht Spekulationen hingeben. 
Was wir dafür nochmals und in aller Deutlichkeit wiederholen möchten: Über die 
ganze Aktion hinweg betrachtet gewannen wir den Eindruck, dass dieser Mann 

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nicht menschenwürdig behandelt wurde. Mehrmals wurde er so angepackt, dass 
die beiden Polizisten es in Kauf nahmen, dass ihm Schmerzen zugefügt wurden. 
Für uns war das der Fall, als er auf dem harten Boden hin und her gewuchtet und 
als er am Ende in den Wagen gestossen wurde. Hier empfanden wir es so, als sei 
der Mann mit völliger Gleichgültigkeit und schonungslos in den Wagen gestossen 
worden – als ob er ein Sack wäre. Eine Sache und kein Mensch. Über alles gese-
hen: Am Anfang war da ein Mann, der torkelte und dem es schlecht ging. Am Ende 
war da ein Mann, der verletzt und womöglich ohne Bewusstsein in einem Polizeiau-
to lag. Mit freundlichen Grüssen G.________ und F.________» (pag. 23).

Im Zusammenhang mit den vorerwähnten «Augenzeugenberichten» konnten als 
Verfasserin des Berichts 1 F.________ (pag. 1611 Z. 4 f.), als Verfasser des Be-
richts 2 H.________ (pag. 1639 Z. 22 f.) und des Berichts 3 G.________ (pag. 
1626 Z. 31 f.; vgl. auch pag. 31 und pag. 182 ff.) identifiziert werden. Der ebenfalls 
anwesende Zeuge I.________ erstellte gemäss eigenen Angaben keinen Bericht, 
da er im Schreiben nicht gut sei (pag. 1650 Z. 6). Soweit für den fraglichen Vorfall 
von Relevanz finden sich im Bericht 1 folgende Angaben: «Ein hinzugekommener 
Polizist führt den Mann zum zweiten Polizeiwagen und stösst ihn hinein, so dass er 
sich dort am Boden nochmals den Kopf aufschlägt» (pag. 11). Im Bericht 2 führte 
H.________ aus, dass die Beamten angefangen hätten, auf den Strafkläger einzu-
prügeln. Der Zugriff sei für ihn ein brutaler: Da sei ein Box in die Magengegend, ein 
Tritt, da versuchten sie ihn auf den Boden zu werfen. Weiter wird festgehalten: «Ein 
Polizist aus der Nachhut schmeisst, man muss es so formulieren, den Mann mit 
Schwung in den Kastenwagen, ein Knall ist zu hören. Er bewegt sich nicht mehr» 
(pag. 12). Schliesslich wird im Bericht 3 ausgeführt, was folgt: «Gegen Ende des 
Einsatzes sehe ich, wie der Mann – inzwischen von mehreren Polizisten – zum 
Kastenwagen geführt wird. Mir scheint, als müsse der Mann gestützt werden, damit 
er nicht stürzt. Ich frage mich, ob er noch bei vollem Bewusstsein ist und ob er al-
lein überhaupt noch stehen könnte. […] Zum Schluss wird der Mann in den seitlich 
offenen Lieferwagen hineinbugsiert (ich bin nicht sicher, aber wahrscheinlich ist es 
zu diesem Zeitpunkt nicht mehr der gleiche Beamte wie am Anfang, der dies tut). 
Ich kann es nicht anders sagen: Der Mann wird ohne jede Rücksicht in den Wagen 
befördert – es ist eine Mischung aus Stossen, Werfen und Fallen lassen. Diese 
Szene geht mir von allen am nächsten: Wenn ich mich richtig erinnere, höre ich, 
wie der Kopf des Mannes auf dem Boden des Fahrzeugs aufschlägt». G.________ 
berichtete von teilweiser Brutalität (pag. 12 f.). 

Schliesslich veröffentlichten die im vorliegenden Verfahren als Zeugin und Zeugen 
einvernommenen AO.________ (Tätigkeit) F.________ und G.________ mehrere 
AQ.________, in denen über die Anhaltung des Strafklägers berichtet wurde (pag. 
1675 ff.). Dem AQ.________ «AC.________» vom ________ (Datum) sind u.a. 
folgende Passagen zu entnehmen: «Am Ende wird er wie ein Kartoffelsack in ein 
Fahrzeug geworfen. Wir hören, wie sein Kopf auf dem Kabinenboden aufschlägt. 
[…] Schliesslich bugsiert ein Polizist den verletzten Mann in den Kastenwagen. Es 
ist eine Mischung aus Stossen, Werfen und Fallenlassen. Der Mann schlägt mit 
dem Kopf auf und bleibt regungslos liegen» (pag. 16). Weitere AQ.________ tra-
gen die Titel: «________»; «________?», «________», «________» und 
«________» (pag. 16; pag. 25; pag. 1685 f.; pag. 1692).

19

14.1.4 Strafverfahren gegen den Strafkläger

Der Vollständigkeit halber ist zu erwähnen, dass das gegen den Strafkläger geführ-
te Verfahren wegen Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte, Diebstahl 
und Sachbeschädigung mit Verfügung vom 29. März 2022 eingestellt (pag. 1209) 
und die dagegen geführte Beschwerde von der Beschwerdekammer des Oberge-
richts mit Beschluss vom 15. Dezember 2022 abgewiesen wurde (pag. 1217). 

14.2 Allgemeine Aussagewürdigung

14.2.1 Aussagen der Zeugin und der Zeugen

Anders als die Vorinstanz räumt die Kammer – auch mit Blick auf den Grundsatz 
der freien Beweiswürdigung – den Aussagen von F.________ keinen Vorrang ge-
genüber den übrigen Aussagen ein. Weder hatte F.________ eine umfassendere 
und bessere Sicht auf die Anhaltung des Strafklägers, noch konnte sie sachdienli-
chere Angaben machen. Es trifft zwar zu, dass sich die Aussagen von F.________ 
durch Detailreichtum auszeichnen. Dieser Umstand ist allerdings auch mit der Ver-
wendung von Notizen während ihrer Einvernahmen erklärbar (dazu sogleich). Die 
Vorinstanz liess die von F.________, G.________ und H.________ verfassten 
AQ.________, Berichte und E-Mails (vgl. E. 14.1.3 hiervor) im Rahmen der Be-
weiswürdigung gänzlich unberücksichtigt, obwohl diese in Übereinstimmung mit 
den Ausführungen der Verteidigung des Beschuldigten im oberinstanzlichen Par-
teivortrag für die Beurteilung der Entstehungsgeschichte der Aussagen von ent-
scheidender Bedeutung sind. Insbesondere bei den aktenkundigen Berichten 1 bis 
3 handelt es sich nicht ausschliesslich um eine unabhängige und neutrale Nieder-
schrift eigener Erlebnisse und Erinnerungen. Wie nachfolgend noch dargelegt wird, 
verfassten die Zeugin und die Zeugen diese Berichte, nachdem sie sich zu den 
Vorkommnissen auf dem N.________(Ort) bereits ausgetauscht hatten. Aufgrund 
der von der Zeugin und den Zeugen geschilderten Eindrücken und Emotionen ist 
ferner die zeitlich vorgelagerte erste Phase der Anhaltung ebenfalls in die Aussa-
gewürdigung miteinzubeziehen. Schliesslich liess die Vorinstanz die Tatsache, 
dass der vormals Beschuldigte E.________ trotz der ihn belastenden Zeugenaus-
sagen freigesprochen wurde, für die Beweiswürdigung betreffend den Beschuldig-
ten zu Unrecht ausser Acht. 

Vorab ist auf die Entstehungsgeschichte der Zeugenaussagen einzugehen. Im Zu-
sammenhang mit der ersten Phase der Anhaltung des Strafklägers schilderten die 
Zeugen wie in ihren Berichten in ihren Einvernahmen massive gegenüber dem 
Strafkläger ausgeübte Gewalt (F.________ sprach von einem Kampf [pag. 116 Z. 
83 ff.; pag. 167 Z. 94 ff.]; H.________ gab an, die Polizei habe angefangen, Gewalt 
anzuwenden. Sie hätten ihn niedergerungen und er habe einen Kick gesehen. Das 
habe aus seiner Sicht sehr brutal ausgesehen [pag. 277 Z. 83 ff. und Z. 88]). Im 
AQ.________ vom ________ (Datum) (als Verfasser genannt sind F.________, 
G.________ und I.________) wurde ein Interview mit einem Facharzt für Rechts-
medizin im Zusammenhang mit dem Tod von George Floyd zitiert (pag. 17), was 
den betreffenden Facharzt wie ausgeführt zu einer Rüge bewog (vgl. E. 14.1.3 
hiervor). Es erhellt, dass aus Sicht der Zeugin und der Zeugen bereits die erste 
Phase der Anhaltung nicht korrekt abgelaufen war und sie dies – jedenfalls mittel-

20

bar in Form eines Zitats aus einem früheren Interview – mit einem weltweit bekann-
ten Fall von Polizeigewalt in Verbindung brachten. Unter dem Eindruck dieses Vor-
falles standen die Zeugen auch während der vorliegend zu beurteilenden zweiten 
Phase der Anhaltung. Ein kurz zuvor stattfindendes Erlebnis, dass als massive 
Gewalt interpretiert wird, hinterlässt unweigerlich einen prägenden Eindruck. Dieser 
Eindruck wirkt sich auf die Verfassung im Moment der Wahrnehmung und konse-
quenterweise auf die Überzeugungskraft der Aussagen aus. Daran ändert im Lichte 
der Lehre und Rechtsprechung (vgl. E. 8 hiervor) und entgegen der Vorinstanz die 
Tatsache nichts, dass die Zeugen unter Strafandrohung ausgesagt haben. 
F.________, G.________, H.________ und I.________ arbeiten als 
AI.________(Tätigkeit) für die M.________(AG) und waren bzw. sind eine Arbeits-
kollegin und Arbeitskollegen (pag. 1608 Z. 19; pag. 1624 Z. 17; pag. 1637 Z. 21; 
pag. 1648 Z. 17). Angesichts dessen ist zu prüfen, in welchem Kontakt sie nach 
dem Vorfall standen. F.________ gab oberinstanzlich zu Protokoll, es sei nach 
dem Schliessen der Türe gut möglich, dass sie sich nachher auch abgedreht und 
mit den Kollegen gesprochen habe. Sie glaube, sie hätten schon darüber gespro-
chen, aber sie wisse nicht mehr, was. Sie seien alle etwas konsterniert darüber 
gewesen, was sie gesehen hätten (pag. 1613 Z. 44 ff.). Bereits in einer vorherigen 
Einvernahme hatte sie angegeben, sich unmittelbar danach dazu Notizen gemacht 
und mit ihren Kollegen darüber gesprochen zu haben, dass es nicht so gehandhabt 
worden sei, wie sie sich das vorgestellt hätten (pag. 193 Z. 153 ff.). Sie habe an der 
AS.________ angesprochen, was sie gesehen habe, weil sie sich mit den Kollegen 
darüber habe austauschen wollen, was sie gesehen hätten (pag. 198 Z. 333 ff.). 
G.________ gab an, nach der Flyeraktion seien sie zurück auf die AR.________ 
gegangen und hätten beschlossen, dass man etwas machen müsse (pag. 253 Z. 
176 f.). Auch ging H.________ im Anschluss an die Anhaltung nicht nur nach Hau-
se, um sich seinem Studium zu widmen, wie er oberinstanzlich angab (pag. 1639 
Z. 29 f.). Er schrieb noch am gleichen Tag einen Bericht und reichte diesen seiner 
Kollegin und seinen Kollegen ein (pag. 1639 Z. 32 ff.; vgl. pag. 11 f.). I.________ 
führte auf Frage, ob ihn jemand gefragt habe, was er gesehen habe, aus: «Wir ha-
ben schon die ganze Situation besprochen, ja» (pag. 1650 Z. 9). Auf Frage, wie 
lange er noch hingeschaut habe, nachdem der Strafkläger im Fahrzeug gelegen 
habe und warum er anschliessend den Blick abgewandt habe, sagte er, er sei ge-
schockt gewesen und habe dann auch mit seinen Kollegen gesprochen: Ist das 
jetzt wirklich passiert? (pag. 1652 Z. 28 f.). Aus den Aussagen wird deutlich, dass 
sich die Zeugin und die Zeugen bereits kurz nach dem Vorfall untereinander ausge-
tauscht hatten. Gestützt auf ihre Angaben wurden die drei Berichte zwar noch am 
Tag des Vorfalls, jedoch erst einige Zeit später verfasst (F.________: am Morgen 
um 10:00 Uhr [pag. 175 Z. 360]; G.________: um 10:00 Uhr [pag. 253 Z. 179]; 
H.________: glaublich am Mittag des 11. Juni 2021 [pag. 287 Z. 448 f.]), womit – 
entgegen dem Vorbringen der Generalstaatsanwaltschaft im oberinstanzlichen Par-
teivortrag – nicht ausgeschlossen werden kann, dass die Erinnerungen der Zeugin 
und der Zeugen als Folge dieses Austausches bereits verfälscht worden waren. 
Der intensive Austausch riss sodann nicht ab. Wie dargelegt wurden verschiedene 
E-Mails ausgetauscht, die AV.________(Stelle) der Kantonspolizei zur Stellung-
nahme aufgefordert und mehrere AQ.________ publiziert. F.________ besuchte 

21

gar den Strafkläger in der Justizvollzugsanstalt, berichtete darüber (pag. 198 Z. 319 
ff.; pag. 1675 ff.) und trat am ________ (Datum) gemeinsam mit dem ________ 
(Funktion) und einer ________ (Funktion) in der Fernsehshow «P.________» auf 
AE.________ auf (X.________(Link) [zuletzt abgerufen am 04.09.2025]). Interes-
sant ist ihre Aussage ab Minute 05:05: «Am Schluss hei mer äbe gseh, wine dä Po-
lizist när dert… mir bruche äbe aui dä Begriff ‹gschosse›. Auso eifach sehr unsanft 
dert ine i dä Chastewage». Daraus folgt, dass ein gemeinsamer Begriff verwendet 
wurde. Auf ihre Angabe im «P.________» angesprochen sagte F.________ obe-
rinstanzlich, dass sie es gesehen und den Kollegen gefragt habe, ob er es auch so 
gesehen habe und ob er es auch so sagen würde (pag. 1618 Z. 43 f.). Grundsätz-
lich spricht für die Glaubhaftigkeit der Aussagen der Zeugin und der Zeugen, dass 
sich die Geschehnisse für sie unerwartet zugetragen haben und sie diese unab-
hängig ihrer Funktion als AI.________(Tätigkeit) und rein zufällig beobachtet ha-
ben. Allerdings befassten sie sich bereits kurz nach dem Ereignis intensiv damit 
und es fand ein reger Austausch statt. Es handelt sich vorliegend nicht um eine 
Zeugin und um Zeugen, die sich bis zu ihren Einvernahmen nur mit den eigenen 
Gedanken auseinandersetzten. Weiter wurden sie sogleich in ihrer Funktion als 
AL.________ (Funktion) tätig. Angesichts dessen kann den Ausführungen der Ge-
neralstaatsanwaltschaft im oberinstanzlichen Parteivortrag nicht gefolgt werden, die 
die Zeugin und die Zeugen zusammenfassend als aussergewöhnlich und beson-
ders aufmerksam bezeichnet hatte. Die Zeugin und die Zeugen waren nicht vor Ort, 
um ein Ereignis zu beobachten und darüber objektiv und unvoreingenommen zu 
berichten. Die Beweisstärke ihrer Aussage wird angesichts dieser Entstehungsge-
schichte relativiert, zumal eine Angleichung oder Anpassung der Wahrnehmung an 
diejenige der anderen Zeugen nicht ausgeschlossen werden kann. Eine – wenn 
auch ungewollte – Absprache ist vor diesem Hintergrund durchaus möglich. Den-
noch war, wie noch aufgezeigt werden wird, die Beobachtung des Rahmengesche-
hens gerade nicht aussergewöhnlich und auch nicht besonders aufmerksam. 

Die Vorinstanz erachtete die Aussagen von F.________ zum Kerngeschehen als 
konstant, was auf tatsächlich Erlebtes hindeute und als Realkennzeichen zu werten 
sei. Diesbezüglich gilt allerdings zu berücksichtigen, dass F.________ an beiden 
staatsanwaltlichen Einvernahmen ihre Notizen vor sich hatte (pag. 166 Z. 60 ff.; 
pag. 173 Z. 287; pag. 191 Z. 52 ff.). Im Normalfall macht die einvernommene Per-
son ihre Aussage auf Grund ihrer freien Erinnerung (Art. 143 Abs. 6 Satz 1 StPO). 
Die Aussage soll im Zwiegespräch mit der einvernehmenden Person entwickelt und 
es soll verhindert werden, dass eine Person ihre Aussage gestützt auf (allenfalls 
von Drittpersonen) vorbereiteten Notizen in einer Art Plädoyer präsentiert. Mit Zu-
stimmung der Verfahrensleitung kann die einvernommene Person aber auch 
schriftliche Unterlagen verwenden (Art. 143 Abs. 6 Satz 2 StPO). Dies kann insbe-
sondere bei der Befragung über zurückliegende Daten, Zahlen, technische Details, 
Vorgängen in einer Buchführung etc. sinnvoll sein. Aus dem Einvernahmeprotokoll 
muss sich aber unmissverständlich ergeben, was die befragte Person ohne Hilfs-
mittel aus freier Erinnerung ausgesagt hat und bei welchen Aussagen sie Schriftun-
terlagen beigezogen hat. Um ein nachträgliches Abstellen auf die massgeblichen 
Schriftstücke zu ermöglichen, sind die von der einvernommenen Person verwende-
ten Schriftstücke nach dem Abschluss der Einvernahme zu den Akten zu nehmen 

22

(Art. 143 Abs. 6 StPO; HÄRING, in: Basler Kommentar StPO, 3. Aufl. 2023, N. 42 zu 
Art. 143 StPO). Eine Konstanz in den Aussagen zu erreichen ist mithilfe von Noti-
zen und auch vor dem Hintergrund, dass sich die Zeugin intensiv mit dem Ge-
schehnis befasst hat, erfahrungsgemäss einfacher, was sich relativierend auswirkt. 
Ebenfalls lässt sich vor diesem Hintergrund der bemerkenswerte Detailreichtum ih-
rer Aussagen erklären. Entgegen der Vorinstanz ist allerdings keine logische Kon-
sistenz in der Angabe der Zeugin zu sehen, wonach der Strafkläger schlecht zu 
Fuss gewesen und dann einfach reingeworfen worden sei. Erfahrungsgemäss kann 
auch eine Person mit gutem Stand in ein Fahrzeug befördert werden. Weiter trifft 
der vorinstanzliche Schluss, wonach der Einwand, dass F.________ im Kernge-
schehen bzgl. der Frage nach dem Stossen oder Fallen massgeblich aggraviert 
habe, mit den übereinstimmenden Aussagen der übrigen Zeugen entkräftet werde, 
nicht zu. Vielmehr gehen die Aussagen der Zeugin und der Zeugen – bei näherer 
Betrachtung – gerade in diesem Punkt auseinander. 

Die Aussagen, in denen die Zeugin ihre Gefühle und Emotionen wiedergab (sie sei 
danach erschüttert gewesen [pag. 194 Z. 198 f.]; als er am Boden gelegen habe, 
habe sie gedacht, jetzt kommen sie und helfen ihm und dann sei sie irritiert gewe-
sen, dass sie ihm offenbar nicht so geholfen hatten, wie sie das erwartet habe [pag. 
1615 Z. 17 ff.]), sind als glaubhaft zu werten. Für die Kammer bestehen keine Zwei-
fel, dass die Beobachtung einer Anhaltung – insbesondere in der ersten Phase – 
einen Eindruck hinterlässt und schockierend sein kann. Zu den Nebenpunkten kam 
die Vorinstanz zum Ergebnis, dass Abweichungen und Erinnerungslücken in den 
Aussagen der Zeugin bestünden, die aber dem Zeitablauf geschuldet seien. 
Tatsächlich konnte die Zeugin nicht mehr angeben, ob die Fahrzeugtüre offen ge-
wesen sei oder nicht (pag. 191 Z. 78 f.; pag. 1616 Z. 4 f.). Die Deklaration solcher 
Erinnerungslücken spricht ebenfalls grundsätzlich für die Glaubhaftigkeit der Aus-
sagen.

Diesen teils glaubhaften Aussagen stehen eine Reihe von widersprüchlichen An-
gaben gegenüber. Zum fraglichen Vorfall gab F.________ an, der Polizist habe den 
Strafkläger in das Fahrzeug «gheit» bzw. «geschmissen» (pag. 167 Z. 127; pag. 
173 Z. 297 f.; pag. 194 Z. 198 ff.). Die Bewegung vom «Schmeissen» sei ihr recht 
präsent, der Strafkläger sei mit dem Oberkörper voran gefallen (pag. 191 Z. 86 ff.; 
pag. 194 Z. 180 ff.). Sie habe die Bewegung und den Sturz vor Augen (pag. 194 Z. 
193 ff.). Sie habe es wie ein Hineinwerfen eines Kartoffelsacks wahrgenommen 
(pag. 174 Z. 326 ff.). Weiter gab sie an: «Wir alle hatten nach dem Vorfall den Ein-
druck, dass er ihn ‹geschmissen› hat. Ich war danach erschüttert. Ich war nicht die 
Einzige, die diesen Eindruck hatte. Mein Kollege, G.________, war da vorsichtiger, 
verwendete blumige Worte und sprach von ‹buxieren›. Aber für mich war es ein 
Schmeissen. Man schmeisst etwas hin» (pag. 194 Z. 198 ff.), was allerdings ein 
Auf-den-Boden-Werfen suggeriert. Oberinstanzlich gab sie zu Protokoll, dass sie 
dieses Bild nicht mehr vor Augen habe, sie habe es in ihren Notizen bzw. sie habe 
am Tag vorher die Sachen nachgelesen, die sie damals gesagt habe (pag. 1609 Z. 
7 f.; pag. 1612 Z. 31 f.). Sie habe das Gefühl gehabt, dass er ihn hineingeworfen 
habe. Sie hätten alle davon gesprochen, dass er ihn hineingeworfen und die Türe 
geschlossen habe, dann seien sie weggefahren. Sie habe das Bild des Strafklägers 
am Boden in Kauerstellung und die Türe gehe zu (pag. 1609 Z. 9 ff.). Von einer 

23

Kauerstellung bzw. einer Embryostellung des Strafklägers berichtete sie bereits in 
den früheren Einvernahmen (pag. 167 Z. 120 ff.; pag. 173 Z. 297 ff.; pag. 174 Z. 
326 ff.; pag. 191 Z. 72). Aus diesen Aussagen erhellt, dass die Zeugin nicht nur ei-
gene Erinnerungen, sondern auch Notizen und Erzählungen ihrer Kollegen wieder-
gab. Besonders deutlich geht dies aus ihrer oberinstanzlichen Angabe hervor, wo-
nach sie sich primär auf das Gedächtnisprotokoll beziehe, welches sie zwei Stun-
den später verfasst habe. Das sei der erste Text und für sie sei dieser relevant 
(pag. 1614 Z. 39 ff.). Im Widerspruch zu ihren Aussagen eines «Schmeissens» und 
Werfens machte sie in der zweiten Einvernahme sowie an der Berufungsverhand-
lung eine Stossbewegung (pag. 191 Z. 79 ff.; pag. 1612 Z. 34 und Z. 44). Darauf 
angesprochen gestand sie diese Unklarheit selbst ein: «Wie gesagt, es ist dreiein-
halb Jahre her und meine Erinnerung verblasst. Sie hacken zu recht darauf herum. 
Man setzt sich damit auseinander. Erinnerungen können überschrieben werden. 
Damals, als es sehr frisch war, ist es mir wie ein Werfen vorgekommen. Ich kann 
die Bewegung, von dem Werfen nicht exakt... Wir haben es nicht gefilmt. Und ich 
würde heute, soweit ich mich erinnere, sagen, es ist ein Werfen gewesen» (pag. 
1619 Z. 18 ff.). Obwohl auch H.________ und I.________ den Begriff «Schmeis-
sen» verwendeten, wollen sie zusätzlich eine Schwungbewegung wahrgenommen 
habe F.________ konnte nicht bestätigen, dass es eine Ausholbewegung gegeben 
hatte (pag. 1613 Z. 24), was allerdings für das Werfen eines Kartoffelsacks in ein 
Fahrzeug unabdingbar ist. Auf entsprechende Nachfrage sagte F.________ in der 
Berufungsverhandlung, man könne jemandem einen «Schupf» geben, wenn man 
wolle, dass er am Boden liege (pag. 1619 Z. 38), was jedoch gegen eine Aushol-
bewegung spricht. Zwar definiert der Duden «Werfen» als Synonym des Begriffs 
«Schmeissen», jedoch besteht ein gewichtiger Unterschied zu einem Stossen und 
einem fallen lassen, wie es G.________ beschrieb. Zum Nachgang des Vorfalls 
konnte F.________ angeben, dass die Polizisten zu zweit wegefahren seien. Die 
zweite Person sei erst beim Wegfahren im Auto gewesen und sie meine, sie sei 
von hinten gekommen. Sie glaube, sie sei auf den Beifahrersitz gestiegen (pag. 
197 Z. 286 ff.). Damit ist sie die einzige Zeugin, die die anderen Polizisten einstei-
gen und wegfahren sehen konnte. 

Mehrfach sagte F.________ aus, dass der Polizist unmittelbar nach dem Hinein-
werfen die Türe geschlossen habe und sie sofort abgefahren seien (pag. 174 Z. 
330 f.; pag. 192 Z. 90; pag. 194 Z. 172). Dies stimmt mit der Angabe von 
H.________ überein. Im Gegensatz dazu gab jedoch I.________ an, dass es vor 
dem Schliessen der Türe noch Bewegungen vor dem Fahrzeug gegeben habe. Es 
stellt sich einerseits die Frage, wie die Zeugin den Strafkläger regungslos auf dem 
Fahrzeugboden liegen sehen will, wenn umgehend die Türe geschlossen wurde. 
Andererseits erstaunt sehr, dass nicht sämtliche der anwesenden Zeugen das ge-
schilderte unmittelbare Schliessen der Fahrzeugtüre wahrnahmen. Im Widerspruch 
zu den Aussagen des Beschuldigten, von J.________ und von I.________ sagte 
F.________ zudem aus, der Beschuldigte sei links vom Strafkläger gewesen und 
habe ihn mit dem rechten Arm am linken Arm gehalten (pag. 1615 Z. 32 und Z. 35; 
vgl. auch pag. 1612 Z. 42 f.). Sie verknüpfte diese Aussage an der Berufungsver-
handlung anschaulich mit der Erklärung, dass sie hinten um das Fahrzeug herum 
gekommen seien und der Strafkläger näher am Fahrzeug gewesen sei, weshalb 

24

der Polizist links von ihm gewesen sei (pag. 1615 Z. 38 ff.). Der Beschuldigte gab 
allerdings nicht minder lebensnah und in Übereinstimmung mit den Aussagen von 
J.________ an, dass er, da er Linkshänder sei, rechts vom Strafkläger gestanden 
habe. Obwohl die originelle Erklärung dieser Wahrnehmung für die Glaubhaftigkeit 
der Aussage der Zeugin spricht, ist sie offensichtlich falsch. Gleiches gilt im Zu-
sammenhang mit ihrer Aussage, der Strafkläger sei nur von einem Polizisten zum 
Patrouillenfahrzeug geführt worden, obwohl der Strafkläger nicht so gut auf den 
Beinen gewesen sei (pag. 167 Z. 125 f.; pag. 173 Z. 296 f.; pag. 192 Z. 112 f.). Auf 
Vorhalt, dass es Aussagen gebe, wonach zwei Polizisten den Transport durchge-
führt hätten, führte F.________ aus: «Ich habe einen Polizisten gesehen. Und da 
bin ich mir wirklich ganz sicher, weil es mich eben schockiert hat, weil ich registrier-
te, dass er nicht richtig laufen konnte und ich demnach der Meinung war, dass es 
zwei Polizisten hätten sein sollen» (pag. 193 Z. 151 ff.). Oberinstanzlich bestätigte 
sie diese Aussagen mehrfach und gab zu Protokoll, sie habe sich damals überlegt, 
wieso das nur einer mache, der Strafkläger könne ja nicht mehr gehen (pag. 1609 
Z. 5 f.; pag. 1612 Z. 26 f.; pag. 1618 Z. 33; pag. 1620 Z. 19). Er sei sicher um das 
Auto herum gekommen und es sei sicher eine Person gewesen, denn das habe sie 
irritiert. Es müsse so gegangen sein (pag. 1613 Z. 9 f.). Wiederum konnte die Zeu-
gin diese Aussage originell und anschaulich mit der an sich selbst gestellten Frage 
verknüpfen, weshalb der Strafkläger in diesem Zustand nur von einem Polizisten 
zum Fahrzeug geführt worden war, was eigentlich für selbst Erlebtes spricht. Auch 
I.________ hatte angegeben, zu glauben, dass der Strafkläger nur von einem Poli-
zisten zum Fahrzeug geführt worden sei. Diese Aussage steht allerdings im Wider-
spruch zu den Aussagen von G.________, H.________, des Beschuldigten, von 
J.________ und nicht zuletzt des Strafklägers selbst. Ein solches Vorgehen würde 
vor dem Hintergrund, dass der Strafkläger gemäss den Aussagen sämtlicher Betei-
ligter nicht mehr gut zu Fuss war, tatsächlich keinen Sinn ergeben. Überdies waren 
der Beschuldigte und J.________ zu zweit als Patrouille unterwegs und beide für 
den Verlad des Strafklägers verantwortlich. Der Beschuldigte gab denn auch an, 
dass sie einen Verlad immer zu zweit durchführen würden. Der Strafkläger berich-
tete von zwei Polizisten, die ihn in das Fahrzeug geworfen haben sollen. Somit trifft 
auch diese Aussage der Zeugin nicht zu. 

Ferner stehen die Aussagen der Zeugin zum Zustand des Strafklägers in diametra-
lem Widerspruch zu den übrigen Zeugenaussagen. H.________ beschrieb den Zu-
stand des Strafklägers sowohl in seinem Bericht als auch in seiner Einvernahme 
als offensichtlich betrunken oder unter Drogeneinfluss (pag. 11; pag. 277 Z. 67 f.). 
R.________, der im Zusammenhang mit dem ersten Vorfall als Zeuge einvernom-
men worden war, gab an, dass der Strafkläger in Schlangenlinien gelaufen sei. Er 
habe gesehen, dass es ihm offensichtlich nicht gut gegangen sei (pag. 154 Z. 58 
f.). Im Verlauf der weiteren Einvernahme bestätigte er, dass der Strafkläger in 
Schlangenlinien gelaufen sei und geschwankt habe. Er sei einfach in einem Zu-
stand gewesen, der nicht gut sei. Wahrscheinlich habe er etwas genommen, aber 
er könne nicht sagen, was. Er hätte gesagt, stark alkoholisiert (pag. 154 Z. 88 ff.; 
pag. 159 Z. 247). I.________ beschrieb den Zustand dahingehend, dass der Straf-
kläger sich an den Pfahl angelehnt habe, nicht wahnsinnig stabil (pag. 292 Z. 85). 
F.________ hingegen gab zu Protokoll: «Es war früh am Morgen, er wirkte als wä-

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re er von einer durchzechten Nacht gekommen. So ein wenig fröhlich, torkelnd… 
torkelnd eben nicht, das ist mir nicht aufgefallen. Aber er wirkte wie ein lustiger Ge-
selle» (pag. 169 Z. 152 ff.). Sie habe ihn als fröhlich wahrgenommen, ob er getanzt 
habe, wisse sie nicht (pag. 177 Z. 446). Ihr sei das Torkeln nicht aufgefallen, sie 
habe es eher als tänzelnd beurteilt (pag. 178 Z. 488 f.). Er habe zufrieden, halb-
wegs fröhlich auf sie gewirkt (pag. 1621 Z. 13 f.). Ins Auge stechen nicht nur diese 
eklatanten Widersprüche zu den übrigen Zeugenaussagen, sondern auch die 
Übereinstimmungen mit den Aussagen des Strafklägers («Ich war glücklich, ich 
tanzte, ich drehte mich um…» [pag. 109 Z. 62]; «[…] ich schnippte mit den Fingern, 
ich spielte Fussball und tat so, als würde ich tanzen gehen, ich tanzte» [pag. 109 Z. 
65 f.]). Im Abgleich mit den Aussagen des Strafklägers entsteht der Eindruck, dass 
die Zeugin ihre Aussagen nach dem Besuch des Strafklägers am 18. Juni 2021 in 
der Justizvollzugsanstalt (vgl. pag. 1675 ff.) und damit vor ihrer Ersteinvernahme 
am 24. August 2021 dessen Aussagen angeglichen hat. Dafür spricht die Tatsa-
che, dass sie den Zustand des Strafklägers in ihrem vor dem Besuch mitverfassten 
AP.________ vom ________ (Datum) und ihrer mitunterzeichneten E-Mail vom 13. 
Juni 2021 – wie die übrigen Zeugen – als nicht gut bzw. schlecht und torkelnd be-
schrieben hatte (pag. 16; pag. 22 f.). 

Weiter finden sich in den Aussagen der Zeugin Anhaltspunkte, dass sie den Vorfall 
nicht mit voller Aufmerksamkeit beobachtet hatte. F.________ gab im Zusammen-
hang mit der ersten Phase der Anhaltung zu, dass sie nicht immer hingeschaut ha-
be, man wolle nicht starren bzw. sie habe nicht wie bei einem Krimi die ganze Zeit 
hingeschaut (pag. 167 Z. 114; pag. 194 Z. 175 f.; pag. 1609 Z. 2 f.). Auf Frage, 
wieso sie den Aufschlag des Strafklägers auf den Boden nicht gesehen habe, sag-
te F.________ oberinstanzlich: «Ich weiss nicht, ob es sich nicht bei mir einge-
brannt hat oder ich kurz weggesehen habe. Wie gesagt, ich habe nicht hingestarrt. 
Ich habe immer wieder auch ehrlich betreten nicht hingeschaut. Vielleicht habe ich 
kurz weggeschaut. Ich weiss es nicht» (pag. 1613 Z. 32 ff.). Sie gestand somit ein, 
ihre Aufmerksamkeit auch mal vom Geschehen abgewendet zu haben. Dies, ob-
wohl sie ebenfalls angab, dass die Sequenz sehr schnell gegangen sei (pag. 1613 
Z. 37). Insofern war die Zeugin entgegen den Ausführungen der Generalstaatsan-
waltschaft im oberinstanzlichen Parteivortrag nicht besonders aufmerksam, was ihr 
letztlich auch nicht vorzuwerfen ist, da sie nicht in ihrer Funktion als 
AH.________(Tätigkeit) vor Ort gewesen war. 

Die Frage, ob es sein könne, dass der Strafkläger gestolpert sei, verneinte 
F.________. Dazu führte sie aus: «Bei diesem ‹reinbuxieren› ist er selbstverständ-
lich mit dem Oberkörper voran aber ich habe nicht die Reaktion wahrgenommen, 
dass er zusammengesackt wäre und der Polizist ihn aufgefangen hätte oder ver-
sucht hat, ihm ins Auto zu helfen. Und ich hatte auch nicht den Eindruck, dass der 
Polizist sich verhielt als wäre etwas schiefgelaufen» (pag. 194 Z. 181 ff.). Sie habe 
keine Reaktion im Sinne von «ups, er ist mir aus der Hand gefallen» beobachtet 
bzw. ein Erschrecken oder Nachgreifen gesehen (pag. 169 Z. 129 ff.; pag. 174 Z. 
335 ff. pag. 1612 Z. 36 f.). Es sei keine Reaktion gekommen, als wäre es unerwar-
tet gewesen (pag. 1615 Z. 26 f.). Aus diesen Aussagen folgt, dass die Schlussfol-
gerung der Zeugin auch auf der von ihr beobachteten Reaktion des Beschuldigten 
und insofern auf einer subjektiven Interpretation basiert. Dabei lässt F.________ al-

26

lerdings die Möglichkeit ausser Acht, dass der Strafkläger in das Fahrzeug gefallen 
bzw. gestolpert sein könnte und dies für die Polizisten keine Besonderheit darstell-
te. Dafür spricht auch, dass sich die Zeugin nicht erklären konnte, weshalb der Be-
schuldigte den Strafkläger in das Fahrzeug geworfen haben sollte. Es sei kein Poli-
zist gewesen, der am Kampf beteiligt und deshalb emotional geladen gewesen sei 
(pag. 174 Z. 339 f.). Nicht zutreffend ist ferner ihre Angabe, wonach der betreffende 
Polizist ausgesagt habe, dass der Strafkläger ihm aus der Hand gefallen sei (pag. 
169 Z. 129 ff.; pag. 174 Z. 335 ff.). Bereits in der ersten Stellungnahme der 
AV.________(Stelle) der Kantonspolizei vom 11. Juni 2021 wurde ausgeführt, dass 
der Strafkläger zu Fall gekommen sei und durch die Einsatzkräfte nicht rechtzeitig 
habe aufgefangen werden können. Für diese Antwort mussten unweigerlich Ab-
klärungen getätigt und die betroffenen Polizisten kontaktiert werden. Daran ändert 
nichts, dass sich der Beschuldigte oberinstanzlich nicht mehr daran erinnern konn-
te, eine solche Nachfrage erhalten oder Auskunft erteilt zu haben (pag. 1666 Z. 
29), da dies angesichts des Zeitablaufs wenig überrascht. Auch bei dieser Angabe 
der Zeugin handelt es sich somit nachweislich um ihre eigene Interpretation, die sie 
allerdings nicht als solche auswies. 

Die Zeugin belastete die Polizei teilweise übermässig, was der Glaubhaftigkeit ihrer 
Aussagen nicht dienlich ist. Besonders deutlich zeigt sich dies im Zusammenhang 
mit ihren Aussagen zur ersten Phase der Anhaltung. Als sie von der Staatsanwalt-
schaft danach gefragt wurde, ob sie gesehen habe, dass E.________ sein Knie auf 
die Kopf-/Halsregion des Strafklägers gelegt habe, wie es im von ihr verfassten 
AQ.________ geschrieben worden sei, gab sie zu, nicht mehr sagen zu können, 
das gesehen zu haben (pag. 175 Z. 373). Bezeichnend ist ihre diesbezügliche Er-
klärung: «Das ist verkürzt, einen AP.________ muss man lesen können und man 
hat nur eine bestimmte Anzahl an Zeichen zur Verfügung. Das Detail, dass das 
Knie zuerst auf dem Kiefer war und dann auf den Hals ging, das haben wir wegge-
lassen. Das Knie blieb aber länger auf dem Hals. Wenn es ein Fehler gewesen wä-
re und Herr E.________ dies aufgefallen wäre, dann hätte er das Knie ja wieder 
justiert aber es blieb dort» (pag. 175 Z. 379 ff.). Trotz dieser offensichtlichen Inter-
pretation blieb die Zeugin bei ihren Aussagen. E.________ wurde wie dargelegt 
von diesem Vorwurf rechtskräftig freigesprochen. Ebenfalls im Rahmen der ersten 
Phase wollte die Zeugin gesehen haben, dass es am Boden Blut gehabt habe 
(pag. 171 Z. 238 f.). Allerdings ist ein Schreiben eines weiteren Mitarbeiters der 
M.________ an F.________ aktenkundig, in dem dieser angab: «Einzig die Blutla-
che, die du heute an der Sitzung erwähnt hast, wäre mir nicht aufgefallen. Dass es 
Blut hatte, könnte ich nicht bestätigen. Der Mann hatte eine ziemlich arge Schram-
me am Kopf, aber Blut am Boden habe ich nirgends gesehen – geschweige denn 
eine Lache» (pag. 186). Auch sonst berichtete keine der anwesenden Personen 
von Blut am Boden und solches wurde – trotz der Anwesenheit von AM.________ 
(Tätigkeit), den Aufnahmen des AN.________ (Tätigkeit) und der ________ – von 
niemandem dokumentiert. Diesbezüglich ist eine gewisse Übertreibung in der Dar-
stellung auszumachen.

G.________ gab anlässlich seiner Einvernahme vor der Staatsanwaltschaft vom 
29. März 2022 zu, vor der Einvernahme nochmals seine Sachen durchgelesen und 
die Sendung auf AE.________ geschaut zu haben (pag. 250 Z. 57 f. und Z. 63 f.). 

27

Auch oberinstanzlich gab er an, dass er sich auf das stütze, was er sich damals für 
sich selbst aufgeschrieben habe. Das sei die stärkste Erinnerung (pag. 1624 Z. 28). 
Nach der Fixation sei jener Moment gekommen, der ihn am meisten schockiert ha-
be, als sie ihn in einer Mischung aus Werfen und Stossen in dieses Auto bugsiert 
hätten (pag. 250 Z. 87 f.; pag. 255 Z. 264 ff.; pag. 256 Z. 284 f.). Oberinstanzlich 
bestätigte er dies und führte aus, er wisse nur noch den Schluss, der ihn erschreckt 
habe, als er auf eine sehr rücksichtslose Art in das Fahrzeug bugsiert worden sei. 
Das sei ihm auch stark in Erinnerung geblieben. Er sei auf diesen Boden geschla-
gen oder geworfen oder gestossen worden. Es sei ja noch so schwierig zu sagen 
(pag. 1624 Z. 32 ff. und Z. 37 f.). Obwohl diese Schilderung von Emotionen und 
Gefühlen für Selbsterlebtes spricht, kann der Vorinstanz nicht gefolgt werden, wenn 
sie im Vergleich zur ersten Phase einen Eindruck und Hinweis für die Intensität des 
Verladens in das Fahrzeug erblickt und eine Missinterpretation des Zeugen aus-
schliesst. Vielmehr lässt die Verknüpfung der beiden Phasen der Anhaltung darauf 
schliessen, dass der Eindruck der vorangehenden Geschehnisse noch nachhallte. 
Andernfalls stellt sich die Frage, warum der anwesende AG.________(Tätigkeit) 
diesen Moment, bei dem es sich aus Sicht von G.________ um die Klimax des Ge-
schehnisses gehandelt hat, nicht ebenfalls fotografisch festgehalten hat, sei es 
auch nur, um die involvierten Polizisten zu fotografieren. Weiter gab G.________ 
folgendes an: «Den Vorgang habe ich gesehen. Also geworfen – da muss man 
aufpassen. Ich habe geschrieben ‹reinbuxiert›, eine Mischung aus Stossen, Wer-
fen… Werfen ist übertrieben. Eine Mischung aus Stossen und Fallenlassen» (pag. 
256 Z. 283 ff.). Damit korrigierte er seine Erstaussage, wonach es eine Mischung 
aus Werfen und Stossen gewesen sei und widersprach damit zugleich der Darstel-
lung des «Werfens» von H.________. Die Schiebetüren seien offen gewesen und 
der Strafkläger sei dort mit gefesselten Händen reingestossen worden (pag. 255 Z. 
246 ff.). Er sei wie ein Kartoffelsack im Auto gelandet (pag. 255 Z. 264 ff.). Oberin-
stanzlich gab er zu, schon damals nach Worten gerungen zu haben, was es genau 
gewesen sei. Er habe irgendwo geschrieben, dass es eine Mischung aus Werfen, 
Stossen und Fallenlassen gewesen sei. Er hätte gesagt, es sei einfach so ein Hin-
einwuchten. Irgendwo hätten sie es so beschrieben, wie wenn man einen Sack 
«hineinschmeisst», der schwer sei (pag. 1625 Z. 2 ff.). Auf Vorhalt, dass man einen 
Sack entweder stossen oder mit Schwung hineinwerfen könne, sagte G.________, 
die Höhe der Schwelle sei ca. 20, 30 cm gewesen. Der Mann stehe und der Kör-
perschwerpunkt sei darüber. Es würde auch genügen, ihn hineinkippen zu lassen. 
Ein Sack müsse man vom Boden aufheben, das sei etwas anderes. Deshalb sage 
er, es sei eine Mischung aus allem gewesen (pag. 1625 Z. 15 ff.). Auch die Aussa-
gen von G.________ sind von Unklarheiten geprägt und geben keinen Aufschluss 
darüber, wie genau der Strafkläger in das Fahrzeug befördert worden sein soll. Ob 
es eine Ausholbewegung gegeben hatte, wie von H.________ und I.________ an-
gegeben, konnte G.________ nicht mehr sagen (pag. 1625 Z. 9). Auf Vorhalt der 
Aussage von I.________, der ein Ausholen schilderte, führte er aus, wenn man 
versuche, eine Masse in Bewegung zu versetzen, dann könne er sich das gut vor-
stellen. Wie genau das in Bewegung setzen dieser Masse gegangen war, wusste 
er allerdings nicht (pag. 1628 Z. 38 ff.). Auf Frage, ob es irgendeine Dynamik ge-
gen vorne gegeben habe, sagte G.________, es habe schon eine Beschleunigung 

28

gebraucht, dass es so zustande gekommen sei, wie er es gesehen habe (pag. 
1625 Z. 22 ff.). Es sei wie ein recht wuchtiges Hineinbefördern einer Person gewe-
sen. G.________ zeigte hierzu im Widerspruch zu seiner Angabe, wonach es ein 
Werfen gewesen sei, eine Stossbewegung mit beiden Händen (pag. 1631 Z. 31 
und Z. 38), F.________ hatte im Gegensatz dazu eine solche mit einem Arm ge-
zeigt. Diese Vielzahl an Widersprüchen lassen ernsthafte Zweifel an der Glaubhaf-
tigkeit der Aussagen aufkommen.

Weiter konnte G.________ angeben, dass es ein Polizist gewesen sei (pag. 255 Z. 
256 f.), geführt worden sei er jedoch von zwei Polizisten (pag. 255 Z. 246; pag. 259 
Z. 399). Die Person sei links oder hinter dem Strafkläger gestanden, sodass er ins 
Auto gekonnt habe (pag. 1631 Z. 14). Damit widersprach er wie ausgeführt den 
Aussagen von F.________. Anders als F.________ konnte er auch nicht wahr-
nehmen, dass der Strafkläger eine Wunde gehabt oder «________» gesagt hätte 
(pag. 251 Z. 104 f.). Zudem gab G.________ an, dass es vor dem Einsteigen oder 
Hineinwerfen eine Verzögerung gegeben habe (pag. 1631 Z. 24 f.) und er wisse 
auch nicht, ob sie vielleicht gewollt hätten, dass er selbst einsteige und es nicht ge-
gangen sei (pag. 1631 Z. 18 f.). Diese Verzögerung des Verladens wird von keinem 
der anderen Zeugen geschildert. G.________ sagte ferner aus, nicht mehr genau 
zu wissen, ob die Türe unmittelbar geschlossen worden sei. Der Strafkläger sei je-
denfalls eine Zeit lang im Auto gewesen. Er wisse nicht, wann sie mit ihm wegge-
fahren seien. Es sei aber niemand in das Auto reingegangen, um zu schauen, wie 
es ihm gehe. Irgendwann sei die Türe geschlossen worden und sie seien mit ihm 
weggefahren (pag. 256 Z. 308 ff.). Auch oberinstanzlich bestätigte er, dass es noch 
eine Zwischenphase gegeben habe (pag. 1629 Z. 11). G.________ schilderte das 
Geleit des Strafklägers zum Patrouillenfahrzeug eindrücklich (Er sei von zwei Per-
sonen von der Rückseite des Autos zugeführt worden. Das sei die Szene, die ihn 
an Otto Warmbier erinnert habe, der auch von beiden Seiten gestützt worden sei 
[pag. 259 Z. 397 ff.; bestätigt anlässlich der Berufungsverhandlung pag. 1628 Z.  
f.]), und verknüpfte Erlebtes mit seinen damaligen Gedankengängen. Nicht minder 
selbst erlebt wirken allerdings auch die entgegenstehenden Aussagen von 
F.________, wonach der Strafkläger nur von einem Polizisten zum Fahrzeug ge-
führt worden sei. Damit wären die beiden, sich diametral widersprechenden Aussa-
gen für sich als glaubhaft einzustufen, obwohl sich einer der Zeugen offensichtlich 
irrt. Dieser Widerspruch zweier an sich als glaubhaft zu qualifizierenden Aussagen 
zeigt exemplarisch die Unvollkommenheit der menschlichen Wahrnehmung und in-
sofern auch die Subjektivität des Zeugenbeweises. 

Auf Nachfrage verneinte auch G.________ die Möglichkeit, dass der Strafkläger 
selbst gefallen sein könnte. Er sei nicht gestolpert (pag. 256 Z. 294 f.; pag. 1630 Z. 
4). Als Erklärung brachte er vor, dass der Strafkläger – wäre er selbst gestürzt – 
vor dem Fahrzeug zusammengesackt wäre (pag. 256 Z. 289 f.). Hierzu erwog die 
Vorinstanz, dass ein sich wehrender Strafkläger nicht wie ein Kartoffelsack in das 
Fahrzeug geworfen bzw. gestossen hätte werden können. Diese Überlegung decke 
sich mit den Aussagen von G.________ und H.________, wonach der Strafkläger 
ohne das Stossen einfach vor dem Fahrzeug zusammengesackt oder nicht so weit 
in das Innere des Fahrzeugs «geflogen» wäre (pag. 1446, S. 27 der erstinstanzli-
chen Urteilsbegründung). Diese Argumentation verfängt aus den nachfolgenden 

29

Gründen nicht. Vorab ist unbestritten, dass sich der Strafkläger in dieser Phase 
seiner Anhaltung nicht gewehrt hat. Angesichts der räumlichen Verhältnisse beim 
Einstieg in das Fahrzeug musste sich der Strafkläger leicht bücken, um durch die 
Öffnung der Schiebetüre zu gelangen. Ein gebückter Körper beeinflusst erfah-
rungsgemäss insofern den Körperschwerpunkt, als sich dieser nach vorne verla-
gert. Stolpert eine Person aufgrund eines Hindernisses, muss sie schnell reagieren, 
um das Gleichgewicht wiederherzustellen und einen Sturz zu verhindern. Ge-
schieht dies nicht, führt die Verlagerung des Körperschwerpunkts ausserhalb der 
Stabilitätsgrenze zu einem Verlust des Gleichgewichts und damit zu einem Sturz. 
Stolpert eine Person während des Einsteigens in ein Fahrzeug über eine Trittstufe 
– wie vom Beschuldigten geschildert – bei eingezogenem Kopf und mit einer Fes-
selung hinter dem Rücken, befindet sie sich bereits in einer Vorwärtsbewegung und 
stürzt konsequenterweise dem Körperschwerpunkt folgend in Richtung des Fahr-
zeuginnern. Die Interpretation von G.________, dass eine Person, die über einen 
Tritt stolpert, vor dem Fahrzeug zusammensacken würde, ist damit widerlegt. 
G.________ verneinte anlässlich der Berufungsverhandlung sodann die Frage, ob 
er gesehen habe, dass der Strafkläger bereits auf dem ersten oder zweiten Tritt 
gestanden habe. Er schliesse das aus (pag. 1625 Z. 28). Dem ist entgegenzuhal-
ten, dass beim vor dem Fahrzeug stehenden Strafkläger, wäre er gemäss den 
Aussagen von G.________ in einer Mischung aus Stossen und Fallenlassen in das 
Fahrzeug befördert worden, wegen den Trittstufen des Fahrzeugs (vgl. pag. 446) 
Verletzungen an den Schienbeinen zu erwarten gewesen wären. Dies muss umso 
mehr gelten, als der Strafkläger kurze Hosen trug (vgl. pag. 45 ff.) und sich auf-
grund seiner Fesselung hinter dem Rücken nicht abstützen konnte. Das IRM stellte 
jedoch keine derartigen Verletzungen fest (vgl. E. 14.1.2 hiervor). G.________ führ-
te weiter aus, wenn der Einwand komme, die Person sei gestolpert und hineinge-
kippt, dann hätten am Schluss die Füsse herausgeschaut. Dies sei aber nicht der 
Fall gewesen und man habe nicht mehr nachjustieren müssen (pag. 1631 Z. 33 ff.). 
Diese Einwendung lässt sich mit den Aussagen des Beschuldigten entkräften; so 
sei der Strafkläger über den zweiten Tritt gestolpert und mit dem Oberkörper be-
reits im Fahrzeug gewesen. Die Darstellung des Beschuldigten steht im Einklang 
mit dem Verletzungsbild des Strafklägers und liefert eine nachvollziehbare Er-
klärung dafür, dass sich nach dem Sturz auch die Füsse des Strafklägers im Fahr-
zeug befunden haben. 

Hervorzuheben ist ferner folgende Aussage von G.________ auf die Frage, ob er 
gesehen habe, dass der Strafkläger Handschellen getragen habe: «Gesehen habe 
ich es schon aber ich weiss es nicht mehr. Ich habe kein inneres Bild, welches es 
beweist. Mein Indiz ist, dass als er in dem Fahrzeug gelandet ist, er sich nicht wie 
bei einem normalen Fall abgestützt hat. Das ist das, was mich so geärgert hat, weil 
er so seinen Kopf nicht schützen konnte» (pag. 255 Z. 272 ff.). Er gestand ein, eine 
gewisse Sensibilität für dieses Thema zu haben: «Wenn man schaut, wie Personen 
beispielsweise in Amerika in Polizeifahrzeuge geladen werden. Man hält die Hand 
auf den Kopf, damit sie nicht mit dem Kopf anschlagen. Trump sagte im 2017 vor 
Polizeisprechern, sie sollen das nicht mehr machen und nicht zu nett zu ihnen sein. 
Verdächtige, selbst wenn sie schlimme Sachen gemacht haben, kommen in dem 
Moment, in dem sie in Gewahrsam genommen werden, in die Obhut des Staates. 

30

Das dünkte mich damals krass verletzt. Das wurde mir damals noch bewusst» 
(pag. 1630 Z. 23 ff.). Diese Aussagen legen den Schluss nahe, dass der Zeuge ei-
ne Wahrnehmungslücke (das Tragen der Handschellen) durch einen nachträgli-
chen Schluss sowie Erfahrungen und Erwartungen eines bestehenden kognitiven 
Systems ausfüllte. Dieses Aussageverhalten lässt sich zwanglos mit den Feststel-
lungen zur Struktur der menschlichen Wahrnehmung in Einklang bringen (vgl. 8 
hiervor). Dafür sprechen auch die Widersprüche in den Aussagen zum angeblichen 
Aufschlagen des Kopfes des Strafklägers im Fahrzeug (dazu sogleich). 

H.________ führte anlässlich seiner ersten Einvernahme vom 22. Juni 2022 aus, 
als Vorbereitung für die Einvernahme die Texte nachgelesen zu haben, die sie über 
das Thema geschrieben hätten (pag. 277 Z. 57). Auch oberinstanzlich gab er zu, 
seine Unterlagen noch angeschaut zu haben. Damals habe er zum Glück etwas 
aufgeschrieben, wobei seine Beschreibung nicht extrem ins Detail gegangen sei 
(pag. 1637 Z. 43; pag. 1638 Z. 1 ff.). Aus seiner Sicht sei definitiv nicht in Ordnung 
gewesen, dass man eine Person, die schon gefesselt am Boden liege, dermassen 
in das Auto «reinhieve», sodass sie sich verletzen könne. Er habe das in seinen 
Notizen schon beschrieben als «wie einen Abfallsack ins Auto geworfen» (pag. 278 
Z. 99 ff.). Er wisse nur noch, dass der Strafkläger mit einer schwungvollen Bewe-
gung ins Auto geschmissen worden sei. Man habe einen Knall gehört. Einer seiner 
Kollegen habe damals «Hey!» gerufen. Das sei krass gewesen (pag. 281 Z. 212 ff.; 
pag. 284 Z. 309 ff.). Der Vorinstanz ist beizupflichten, dass die Verknüpfung mit der 
vorherigen ersten Phase der Anhaltung sowie die Wiedergabe von eigenen Ge-
danken und ausgefallenen Einzelheiten grundsätzlich für die Glaubhaftigkeit seiner 
Aussagen sprechen (pag. 1447, S. 28 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Al-
lerdings berücksichtigt die Vorinstanz auch im Rahmen der Würdigung der Aussa-
gen dieses Zeugen nicht, dass er unter dem Eindruck der Geschehnisse der ersten 
Phase stand. Zudem enthalten die Aussagen von H.________ einige Ungereimt-
heiten. Auf Frage, ob er das «Schmeissen» noch präzisieren könne, gab er zu Pro-
tokoll: «Es ist wirklich lange her, es tut mir leid... für mich war es ein ‹Nehmen› am 
Rücken, wenn ich mich richtig erinnere und dann Kopf voran ins Auto rein. So habe 
ich es in Erinnerung. Man müsste es fast zeigen, es ist schwierig zu beschreiben. 
Er wurde mit beiden Händen hinten gepackt und dann als wollte man ihn werfen» 
(pag. 282 Z. 255 f.). Soviel er wisse, habe ein Polizist die Bewegung ausgeführt, 
die aus seiner Sicht nicht in Ordnung sei (pag. 281 Z. 219 ff.; pag. 282 Z. 249 f.). 
Im Widerspruch dazu gab er an, sei ein «Schmeissen» gewesen, dann habe man 
ihn fallen gelassen und gestossen habe man ihn auch (pag. 285 Z. 350 f.). Auf 
Frage, ob er diese Aussage erklären könne, sagte H.________ anlässlich der Be-
rufungsverhandlung, man habe ihn gepackt und ihn offensichtlich in das Auto brin-
gen wollen. Man habe ihn aus diesem Grund extrem unsanft gepackt, wie eine Sa-
che und in das Auto geschmissen, gewuchtet, geworfen (pag. 1641 Z. 15 ff.). Wie-
derum verdeutlichen diese Aussagen die bestehenden Unklarheiten hinsichtlich der 
Frage, wie genau der Beschuldigte den Strafkläger in das Fahrzeug befördert ha-
ben soll. Im Gegensatz zu G.________, der ein Stolpern über die Kante des Fahr-
zeuges ausschloss, gab H.________ zu Protokoll, dass der Strafkläger offensicht-
lich gestolpert und auf der Fläche des Autos aufgeschlagen sei. Auf weitere Nach-
frage sagte er, er denke, dass der Strafkläger beim Anfang der Fläche, bei der 

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Kante, gestolpert sei. Wenn man jemanden hineinwuchte, würden ja die Füsse 
hängen bleiben (pag. 1640 Z. 38 f. und Z. 43 f.). Er konnte sich allerdings nicht 
mehr genau erinnern, ob der Strafkläger am Absatz des abgebildeten Fahrzeugs 
hängen geblieben war (pag. 1641 Z. 9). H.________ zeigte an der Berufungsver-
handlung mit beiden Händen eine Ausholbewegung und führte dazu aus, dass der 
Strafkläger wie so gepackt worden sei. Die Ausholbewegung sei so, wie er es in 
seiner Erinnerung habe (pag. 1640 Z. 23 ff. und Z. 33). Damit sind H.________ und 
I.________ die einzigen Zeugen, die gesehen haben wollen, wie der Strafkläger 
gepackt und mit Schwung in das Fahrzeug geworfen wurde. Insofern stehen seine 
Aussagen im Widerspruch zu jenen von F.________ und G.________. Weiter sag-
te H.________ aus, dem Strafkläger sei die Türe geöffnet worden (pag. 278 Z. 97; 
pag. 281 Z. 213), was den Angaben von G.________ und J.________ widerspricht, 
die übereinstimmend angeben hatten, dass die Türe offen gewesen sei (pag. 224 
Z. 117 f.; pag. 255 Z. 249 f.). Oberinstanzlich gab H.________ zudem an, es so in 
Erinnerung zu haben, dass man noch einen Moment vor dem Fahrzeug gestanden 
habe, als es passiert sei (pag. 1641 Z. 22), was mit der Aussage von G.________ 
übereinstimmt. Der Polizist habe unmittelbar nach dem von ihm beobachteten Hin-
einstossen die Tür geschlossen (pag. 283 Z. 298). 

Auf Nachfrage verneinte H.________ die Möglichkeit, dass der Strafkläger gefallen 
oder gestolpert sei und die Polizisten ihn nicht hätten auffa