# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 20614d69-c3c6-5c95-a4ca-3a007327c8eb
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-11-15
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 15.11.2021 SK 2021 252
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2021-252_2021-11-15.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

2. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

2e Chambre pénale

Urteil
SK 21 252

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 15. November 2021 

Besetzung Obergerichtssuppleant Horisberger (Präsident i.V.), 
Oberrichter Aebi, Oberrichterin Bratschi
Gerichtsschreiberin i.V. Frieden

Verfahrensbeteiligte A.________

Beschuldigte/Berufungsführerin

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

Gegenstand Widerhandlung gegen das Gastgewerbegesetz

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Emmental-
Oberaargau (Einzelgericht) vom 5. Mai 2021 (PEN 20 326)

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Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil
Das Regionalgericht Emmental-Oberaargau (Einzelgericht; nachfolgend Vorin-
stanz) erklärte A.________ (nachfolgend Beschuldigte) mit Urteil vom 5. Mai 2021 
(pag. 42 ff.) wegen Widerhandlung gegen das Gastgewerbegesetz durch Nichtsch-
liessen des Gastwirtschaftsbetriebes zur gesetzlichen Schliessungsstunde, began-
gen am 27. Juni 2020, ca. 01.05 Uhr in B.________, schuldig (Ziff. I. des erstin-
stanzlichen Urteils; pag. 43). Es verurteilte sie zu einer Übertretungsbusse von 
CHF 200.00, unter Festsetzung der Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter Nichtbe-
zahlung auf 2 Tage (Ziff. I.1. des erstinstanzlichen Urteils; pag. 43) sowie zur Be-
zahlung der erstinstanzlichen Verfahrenskosten, bestimmt auf CHF 1'450.00 (Ziff. 
I.2. des erstinstanzlichen Urteils; pag. 43). 

2. Berufung
Gegen dieses Urteil meldete die Beschuldigte mit Eingabe vom 14. Mai 2021 frist-
gerecht Berufung an (pag. 47). Die Berufungserklärung vom 5. Juli 2021 ging 
ebenfalls innert Frist am 6. Juli 2021 ein (pag. 69).

Die Generalstaatsanwaltschaft verzichtete mit Schreiben vom 8. Juli 2021 auf die 
Teilnahme am oberinstanzlichen Verfahren (pag. 73).

3. Oberinstanzliche Beweisergänzungen
In ihrer Berufungserklärung vom 5. Juli 2021 stellte die Beschuldigte den Bewei-
santrag, es sei ihr letzter Gast des Abends vom 27. Juni 2020 als Zeuge zu befra-
gen (pag. 69). Dieser Antrag wurde mit begründetem Kammerbeschluss vom 
16. Juli 2021 abgewiesen (pag. 75 ff.).

4. Schriftliches Verfahren
Mit Beschluss vom 16. Juli 2021 wurde in Anwendung von Art. 406 Abs. 1 Bst. c 
StPO die Durchführung des schriftlichen Verfahrens angeordnet und die Beschul-
digte aufgefordert, innert 30 Tagen eine schriftliche Begründung der Berufung ein-
zureichen (Art.  406 Abs. 3 StPO; pag. 75 ff.). Am 24. August 2021 reichte die Be-
schuldigte fristgerecht die schriftliche Berufungsbegründung ein (pag. 79 f.).

5. Antrag der Beschuldigten
Die Beschuldigte beantragt im Berufungsverfahren dem Sinn nach, sie sei von der 
Anschuldigung der Widerhandlung gegen das Gastgewerbegesetz freizusprechen 
(pag. 79 f.). 

6. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer
Die Beschuldigte ficht das erstinstanzliche Urteil vollumfänglich an. Die Kammer 
überprüft sowohl den Schuldspruch als auch die verhängte Sanktion (Ziff. I sowie 
Ziff. I.1. des erstinstanzlichen Urteils). Konsequenterweise ist auch die Kostenver-

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legung der Vorinstanz zu überprüfen (Ziff. I.2. des erstinstanzlichen Urteils; Art. 428 
Abs. 3 StPO). 

Gegenstand des erstinstanzlichen Verfahrens bildete ausschliesslich eine Übertre-
tung. Die Kammer verfügt daher über eine eingeschränkte Kognition und überprüft 
das erstinstanzliche Urteil nur auf Rechtsfehler und auf offensichtlich unrichtige 
bzw. auf Rechtsfehlern beruhende Feststellung des Sachverhalts (Art. 398 Abs. 4 
StPO). Neue Behauptungen und Beweise können nicht vorgebracht werden 
(Art. 398 Abs. 4 StPO).

Mangels staatsanwaltschaftlicher Berufung bzw. Anschlussberufung ist die Kam-
mer an das Verschlechterungsverbot gemäss Art. 391 Abs. 2 StPO gebunden und 
darf das erstinstanzliche Urteil nicht zum Nachteil der Beschuldigten abändern.

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

7. Angeklagter Sachverhalt
Der Beschuldigten wird im Strafbefehl vom 16. November 2020, der als Anklage-
schrift gilt (Art. 356 Abs. 1 StPO), folgendes zum Vorwurf gemacht (pag. 08):

Obschon die Beschuldigte als verantwortliche Person der C.________ (Bar) nicht im Besitz einer 
Überzeitbewilligung war, bewirtete sie nach der gesetzlichen Schliessungsstunde (00.30 Uhr gemäss 
Betriebsbewilligung) weiterhin zwei Gäste im Aussenbereich.

8. Vorinstanzliche Beweiswürdigung und unbestrittener Sachverhalt
Anlässlich ihrer Einvernahme an der erstinstanzlichen Hauptverhandlung aner-
kannte die Beschuldigte den Anklagesachverhalt gemäss Anzeigerapport vom 
7. Juli 2020 (pag. 40). Es ist unbestritten, dass in der Nacht vom 27. Juni 2020 um 
ca. 01.05 Uhr im Aussenbereich der C.________ (Bar) an der D.________ (Gasse) 
in B.________ zwei Personen an einem Tisch sassen und je ein Dosenbier kon-
sumierten. Als die Polizei vor Ort eintraf, befand sich die Beschuldigte im Ein-
gangsbereich der Bar und war nicht im Besitz einer vorgängig ausgefüllten Über-
zeitbewilligung (pag. 01 f.). 

Ergänzend zum Anzeigerapport führte die Beschuldigte in ihrer Stellungnahme vom 
14. August 2020 an das Regierungsstatthalteramt aus, sie habe den Betrieb am 
27. Juni 2020 regelkonform geschlossen, indem sie die Türe der Bar um 00.30 Uhr 
mit dem Schlüssel geschlossen hatte. Erst eine halbe Stunde später, ca. um 
01.00 Uhr, habe sie den Innenbereich verlassen, um im Aussenbereich Stühle und 
Tische zusammen zu stellen. Das Dosenbier habe sie im Vorfeld einer der beiden 
Personen zum Gassenpreis verkauft (zum Ganzen pag. 13). 

An der erstinstanzlichen Hauptverhandlung sagte die Beschuldigte aus, es habe an 
besagtem Abend um 00.30 Uhr noch viele Leute in der Gasse gehabt. Diese kä-
men oft noch diskutieren, wenn bei ihr Licht brenne. Deshalb sei sie reingegangen 
und habe die Türe der Bar geschlossen. Kurz vor Feierabend anlässlich der letzten 
Runde sei der eine Gast gekommen und habe noch zwei Bier zum Mitnehmen ge-
holt. Als sie eine halbe Stunde später wieder rausgegangen sei, sei auch gleich die 
Polizei gekommen. Sie sei zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort gewesen und 

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habe nicht gewusst, dass die beiden Gäste wieder bei ihr an einem Tisch sassen 
(zum Ganzen pag. 40). 

Gestützt auf die Akten und die Aussagen der Beschuldigten erachtete die Vorin-
stanz den zur Anklage gebrachten Sachverhalt als erstellt. Ob die Türe zum Betrieb 
seit der Polizeistunde offenstand oder nicht, stufte die Vorinstanz als unwesentlich 
ein und ging zu Gunsten der Beschuldigten davon aus, dass sie zunächst ge-
schlossen gewesen sei. Mit Blick auf die rechtliche Würdigung kann vorwegge-
nommen werden, dass die wesentlichen Tatsachen des vorinstanzlichen Bewei-
sergebnisses unbestritten sind. 

9. Vorbringen der Beschuldigten
Die Beschuldigte bringt in ihrer Berufungsbegründung vom 24. August 2021 
(pag. 79 f.) vor, dass die zwei Gäste das Terrain der Bar zwischenzeitlich verlassen 
und sich erst später ohne ihr Wissen wieder an einen Tisch im Aussenbereich der 
Bar gesetzt hätten. Ihrerseits habe sie die Aussenbewirtung regelkonform und ord-
nungsgemäss sogar etwas vor 00.30 Uhr eingestellt, den Betrieb geschlossen und 
keine Gäste mehr nach der gesetzlichen Schliessungsstunde bewirtet. Überdies 
führte sie aus, sie kenne keine Gastronomen, die ihre Terrassenmöbel jeden 
Abend in den Innenbereich ihres Gastronomiebetriebs räumen würden. Das habe 
sie nie so gelernt. Einzig die Tische, die sie an autofreien Wochenenden auf die 
Strasse stellen dürfe, räume sie jeweils weg. Die zwei Personen seien nicht an ei-
nem solchen Tisch gesessen. 

10. Würdigung der Kammer
Die Kammer prüft die vorinstanzliche Sachverhaltsermittlung nur auf offensichtliche 
Unrichtigkeit (siehe E. 6 oben). „Offensichtlich unrichtig“ bedeutet willkürlich. Nach 
ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichts liegt eine im Sinne von Art. 9 der 
Schweizerischen Bundesverfassung (BV; SR 101) willkürliche Beweiswürdigung 
dann vor, wenn das Sachgericht sein Ermessen missbraucht, indem es zum Bei-
spiel offensichtlich unhaltbare Schlüsse zieht oder erhebliche Beweise übersieht 
oder solche willkürlich ausser Acht lässt. Willkür liegt nicht schon dann vor, wenn 
eine andere Lösung ebenfalls vertretbar erscheint oder gar vorzuziehen wäre. Eine 
Sachverhaltsermittlung ist insbesondere nicht schon dann offensichtlich unrichtig, 
wenn sich Zweifel anmelden, sondern erst, wenn sie eindeutig und offensichtlich 
unhaltbar ist (Urteil des Bundesgerichts 5D_112/2015 vom 28. September 2015 
E. 3). Erforderlich ist also ein qualifizierter Mangel, ein klares Abweichen der 
tatsächlichen Gegebenheiten von der Sachverhaltsfeststellung im angefochtenen 
Entscheid (ZIMMERLIN, in: Donatsch/Lieber/Summers/Wohlers [Hrsg.] Kommentar 
zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 3. Aufl. 2020, Art. 398 N 23). 

Der vorinstanzlich erstellte Sachverhalt, wie er zuvor wiedergegeben wurde (E. 8), 
ist grundsätzlich unbestritten. Zurecht ging die Vorinstanz im Hinblick auf die recht-
liche Würdigung in dubio davon aus, dass die Eingangstüre zur Bar vorerst ge-
schlossen war und erst kurz vor der Polizeikontrolle durch die Beschuldigte geöff-
net wurde. 

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Bei ihrem Vorbringen, die zwei Gäste hätten den Betrieb zwischenzeitlich verlassen 
und sich erst später und von ihr unbemerkt wieder an den Tisch gesetzt, handelt es 
sich um eine neue Behauptung. Neue Behauptungen sind im vorliegenden Beru-
fungsverfahren nicht zulässig, weshalb darauf nicht einzugehen ist (Art. 398 Abs. 4 
StPO; siehe E. 6 oben). Ohnehin hätte dies nichts am massgebenden Beweiser-
gebnis geändert. Die zwei Personen konsumierten nach der gesetzlichen Schlies-
sungsstunde an einem Tisch im Aussenbereich der Bar der Beschuldigten ein bei 
ihr gekauftes Bier. Ob sich die Gäste zwischenzeitlich vom Terrain des Betriebs 
entfernt hatten, ist für die rechtliche Qualifikation irrelevant.

Im Weiteren beschlagen die Vorbringen der Beschuldigten nicht die Beweiswürdi-
gung, sondern die rechtliche Würdigung (siehe Ziff. III hiernach). 

Da keine konkreten Elemente der Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz als un-
richtig gerügt wurden, stützt sich die Kammer auf den willkürfrei erhobenen vorin-
stanzlichen Sachverhalt ab. 

III. Rechtliche Würdigung

11. Tatbestand
Zwecks Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung sowie zum Schutz der Nachbar-
schaft vor übermässigen Einwirkungen (Art. 1 Abs. 2 Bst. e und f des Gastgewer-
begesetzes [GGG; BSG 935.11]) dürfen Gastgewerbebetriebe nicht vor 05.00 Uhr 
morgens geöffnet werden und sind spätestens um 00.30 Uhr des folgenden Tages 
zu schliessen (Art. 11 Abs. 1 GGG). Sinn und Zweck von Art. 11 GGG ist, dass 
sich die Gäste während der Sperrzeiten nicht in den Betriebsflächen aufhalten und 
Speisen oder Getränke konsumieren. Art. 21 Abs. 1 Bst. d GGG auferlegt der ver-
antwortlichen Person die Pflicht, die Gäste rechtzeitig auf die Schliessungsstunde 
aufmerksam zu machen und sie zum Verlassen des Betriebs aufzufordern. Wer 
den Betrieb zur Schliessungsstunde nicht ordnungsgemäss schliesst und nicht im 
Besitz einer gültigen Überzeitbewilligung ist, wird gemäss Art. 49 Abs. 1 Bst. e 
GGG mit Busse bestraft. 

Wie die Vorinstanz zutreffend festhielt, sind unter dem Begriff «Betrieb» nicht nur 
die Innenräume zu verstehen, sondern auch allfällige Aussenbereiche, wie z.B. 
Terrassen (Ziff. III.1. des erstinstanzlichen Urteilsmotivs; pag. 57). Sie sind eben-
falls spätestens um 00.30 Uhr zu schliessen. Die Anforderungen an die ordnungs-
gemässe Schliessung sind unter Berücksichtigung von Sinn und Zweck der gesetz-
lichen Schliessungsstunde zu betrachten. Die verantwortliche Person hat zu signa-
lisieren, dass ihr Betrieb inkl. Aussenbereich geschlossen ist. Der Gastgewerbebe-
trieb muss für konsumwillige Gäste nach der gesetzlichen Schliessungsstunde ein-
deutig als geschlossen erscheinen. Dies kann sogar mit einer nach wie vor offenen 
Eingangstüre der Fall sein. So z.B., wenn das Personal Reinigungsarbeiten erle-
digt, Abrechnungen vornimmt oder die Bestuhlung etc. bereits bei Seite geräumt 
wurde. In solchen Fällen ist von einer faktischen Schliessung auszugehen (zum 
Ganzen Urteil des Obergerichts des Kantons Bern SK 14 63 vom 27. Januar 2015 
Ziff. III.3.). Aus dem Gesagten ergibt sich, dass die Schliessung nicht erfordert, die 
gesamte Aussenbestuhlung in den Innenbereich des Betriebes zu räumen. Erfor-

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derlich ist einzig, den Gästen eindeutig zu signalisieren, dass auch die Terrasse 
geschlossen ist.

12. Subsumtion
Als Gastgewerbebewilligungsinhaberin trägt die Beschuldigte die Verantwortung 
dafür, ihren Betrieb rechtzeitig zu schliessen. Sie hat dafür zu sorgen, dass sich 
nach gesetzlicher Schliessungsstunde keine Gäste mehr im Innen- oder Aussenbe-
reich aufhalten und Getränke oder Speisen konsumieren. Die Betriebsschliessung 
muss klar signalisiert werden. Mit Abschliessen der Eingangstüre der Bar um 
00.30 Uhr hat die Beschuldigte die Schliessung des Innenbereichs deutlich zum 
Ausdruck gebracht. Eine ordnungsgemässe Betriebsschliessung erfordert nach 
dem Gesagten zusätzlich die eindeutige Signalisation, dass auch die Aussenberei-
che geschlossen sind. Den Akten ist indes kein Hinweis zu entnehmen, dass die 
Beschuldigte Anstalten zur Schliessung der Terrasse getroffen hat. Indem sie 
gemäss eigenen Angaben erst um ca. 01.00 Uhr begonnen hat, Teile der Aussen-
bestuhlung zusammen zu räumen, hat sie indirekt den konsumwilligen Gästen si-
gnalisiert, die Terrasse stünde bist dahin – und somit über die reguläre Polizeistun-
de hinaus – noch für den Konsum der zuvor bei ihr gekauften Getränke zur Verfü-
gung. Sie vermag nichts zu ihren Gunsten daraus abzuleiten, dass sie vorbringt, 
sie kenne niemanden, der seine Terrassenmöbel jeden Abend in den Innenbereich 
räume. Nach dem Gesagten ist nicht erforderlich, dass die gesamte Aussenbestuh-
lung in den Innenbereich geräumt wird. Vielmehr genügt es, die Schliessung der 
Terrasse anderweitig zu kennzeichnen. Alleine die Schliessung der Eingangstüre 
vermag den Gästen jedoch nicht eindeutig zu signalisieren, dass auch die Terrasse 
geschlossen ist und sie sich dort nicht mehr aufhalten dürfen. Eine Überzeitbewilli-
gung lag überdies keine vor.

Ihren eigenen Aussagen zufolge, wusste die Beschuldigte, dass sich unmittelbar 
nach der gesetzlichen Schliessungsstunde viele konsumwillige Gäste in den Gas-
sen von B.________ aufhalten. Anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung 
hat sie selber ausgesagt, dass die Leute noch diskutieren kämen, wenn Licht bren-
ne (pag. 40, Rz. 19 ff.). Vor diesem Hintergrund musste die Beschuldigte im Sinne 
eines Begleitwissens damit rechnen, dass sich die Leute aus der Gasse in den 
Aussenbereich ihrer Bar setzen und Getränke konsumieren. Insbesondere musste 
sie es für möglich halten, dass die Käufer, welche zuvor bei ihr ein Bier über die 
Gasse gekauft haben, sich wieder auf die Terrasse setzen, um das Bier zu trinken. 
Entscheidend ist, ob die Beschuldigte die Schliessung der Terrasse klar genug si-
gnalisiert hat. Vorliegend wurde nichts unternommen, um den Gästen die Schlies-
sung der Terrasse zu signalisieren. Dadurch hat die Beschuldigte zumindest in 
Kauf genommen, dass sich Personen, insbesondere der Bierdosenkäufer und sein 
Kollege, nach der ordentlichen Polizeistunde in ihrem Aussenbereich, d.h. an ei-
nem ihrer Tische aufhalten und das bei ihr gekaufte Bier konsumieren werden. Im 
Weiteren musste die Beschuldigte als Inhaberin der Betriebsbewilligung A wissen, 
was erlaubt ist und was nicht, zumal die Hinweise des Regierungsstatthalteramts 
Emmental klar festhalten, dass die Aussenbewirtung spätestens zur Polizeistunde 
einzustellen ist und sie als Betreiberin dafür zu sorgen hat, dass keine Gäste mehr 

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Speisen oder Getränke im Freien konsumieren. Sie handelte somit eventualvor-
sätzlich. 

Im Übrigen sind keine Rechtfertigungs- oder Schuldausschliessungsgründe ersicht-
lich. Zu den Vorbringen der Beschuldigten über das angebliche Verhalten anderer 
Gastgewerbebetriebe kann auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz ver-
wiesen werden. Es besteht kein Anspruch auf eine sogenannte Gleichbehandlung 
im Unrecht (Ziff. III.2. des vorinstanzlichen Urteilsmotivs; pag. 58). Auch aus dem 
Umstand, dass die Polizisten ein Verschieben der Tische geduldet hätten, kann die 
Beschuldigte nichts zu ihren Gunsten ableiten. Der Tatbestand war bereits vor dem 
Verschieben des Mobiliars vollendet. Die Beschuldigte hat sich der Nichtschlies-
sung des Betriebes im Sinne von Art. 49 Abs. 1 Bst. e GGG schuldig gemacht.

IV. Strafzumessung

13. Vorbemerkung
Tathandlungen nach Art. 49 Abs. 1 Bst. e GGG werden mit Busse bestraft. Das 
Gericht bemisst die Übertretungsbusse und Ersatzfreiheitsstrafe je nach den Ver-
hältnissen des Täters so, dass dieser die Strafe erleidet, die seinem Verschulden 
angemessen ist (Art. 106 Abs. 3 StPO). Hierbei soll vermieden werden, dass die 
Busse die wirtschaftlich Schwächeren härter trifft, als die wirtschaftlich Stärkeren 
(MATHYS, Leitfaden Strafzumessung, 2. Aufl. 2019, Rz 458). Im Unterschied zu 
Geldstrafen erfordert das Gesetz bei Bussen nicht, dass der Richter ausweist, wie 
stark das Verschulden und die persönlichen Verhältnisse bei der Bussenbemes-
sung gewichtet wurden (BSK StPO-HEIMGARTNER, 2. Auflage, Art. 106 N 19). 

14. Strafrahmen
Wer den Betrieb zur Schliessungsstunde nicht schliesst, ohne im Besitz einer gülti-
gen Überzeitbewilligung zu sein, wird mit Busse von CHF 200.00 bis 
CHF 20'000.00 bestraft (Art. 49 Abs. 1 Bst. e GGG).

15. Schwere des Verschuldens
Den vorinstanzlichen Ausführungen zur Schwere des Verschuldens kann gefolgt 
werden. Es handelt sich um einen absoluten Bagatellfall und die Beschuldigte hat 
lediglich eventualvorsätzlich nicht dafür gesorgt, dass die verkauften Dosenbiere 
nach der Schliessungsstunde nicht mehr im Aussenbereich ihres Betriebs konsu-
miert werden (können). Das Verschulden wiegt sehr leicht. Das Bussenminimum 
von CHF 200.00 erscheint angemessen. 

16. Ersatzfreiheitsstrafe
Die Ersatzfreiheitsstrafe für den Fall schuldhafter Nichtbezahlung der Übertre-
tungsbusse ist in Anwendung von Art. 106 Abs. 2 StGB sowie aufgrund der Emp-
fehlungen der VBRS-Richtlinien (S. 4) auf 2 Tage festzusetzen. 

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V. Kosten und Entschädigung
Die beschuldigte Person trägt die Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens, wenn 
sie verurteilt wird (Art. 426 Abs. 1 StPO). Die Schuldsprüche der Vorinstanz wer-
den bestätigt. Die erstinstanzlichen Verfahrenskosten sind daher der Beschuldigten 
aufzuerlegen. Deren Höhe von CHF 1'450.00 (inkl. Gebühr für die Ausfertigung des 
Urteilsmotivs) ist gerechtfertigt und nicht zu beanstanden. 

Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe ihres 
Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). In oberer Instanz unterliegt 
die Beschuldigte mit ihren Anträgen vollumfänglich. Die in Anwendung von Art. 24 
Bst. a des Verfahrenskostendekrets (VKD [BSG 161.12]) auf CHF 800.00 bestimm-
ten oberinstanzlichen Verfahrenskosten werden daher der Beschuldigten zur Be-
zahlung auferlegt. 

Bei diesem Verfahrensausgang erübrigt sich das Zusprechen einer Entschädigung 
an die Beschuldigte (Art. 429 und Art. 436 Abs. 1 StPO). 

VI. Mitteilungen
Gemäss Art. 51 Abs. 1 GGG sind auf das Gastgewerbegesetz gestützte Strafurtei-
le dem örtlich zuständigen Regierungsstatthalteramt mitzuteilen. 

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VII. Dispositiv

Die 2. Strafkammer erkennt:

I.

A.________ wird schuldig erklärt:

der Widerhandlung gegen das Gastgewerbegesetz durch Nichtschliessen des Gast-
wirtschaftsbetriebes zur gesetzlichen Schliessungsstunde, begangen am 27.06.2020, 
ca. 01.05 Uhr, in B.________

und in Anwendung der Artikel 
47, 106 StGB
11 Abs. 1, 49 Abs. 1 Bst. e GGG
1 KStrG
426 Abs. 1, 428 Abs. 1 und 3 StPO

verurteilt:

1. Zu einer Übertretungsbusse von CHF 200.00. Die Ersatzfreiheitsstrafe bei 
schuldhafter Nichtbezahlung wird auf 2 Tage festgesetzt. 

2. Zu den erstinstanzlichen Verfahrenskosten von CHF 1'450.00.

3. Zu den oberinstanzlichen Verfahrenskosten von CHF 800.00.

II.

Zu eröffnen:
- der Beschuldigten/Berufungsführerin
- der Generalstaatsanwaltschaft

Mitzuteilen:
- der Vorinstanz
- dem Regierungsstatthalteramt Emmental (innert 10 Tagen)

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Bern, 15. November 2021 Im Namen der 2. Strafkammer

Der Präsident i.V.:

Obergerichtssuppleant Horisberger

Die Gerichtsschreiberin i.V.:

Frieden

Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung beim Bundesgericht, Av. du Tribunal fédéral 29, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 90 ff. des Bundesgerichtsgeset-
zes (BGG; SR 173.110) geführt werden. Die Beschwerde muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entspre-
chen.