# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b41faea9-418b-52e0-b873-529afa0e0768
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-02-08
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 08.02.2024 720 21 380 / 36 (720 2021 380 / 36)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-21-380---36_2024-02-08.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-
rungsrecht 
 
 
vom 8. Februar 2024 (720 21 380 / 36) 
____________________________________________________________________ 
 
 
Invalidenversicherung 
 
 
Rentenanspruch; die eingereichten Berichte der behandelnden Ärzte begründen keine 
Zweifel an der Beweiskraft des eingeholten Gerichtsgutachten, Kriterien des Malingering 
erfüllt 
 
 
Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsrichter Daniel Noll, Kantons-

richter Jürg Pulver, Gerichtsschreiberin Tina Gerber 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Maude Laforge, 
Rechtsanwältin, schadenanwaelte AG, Totentanz 5, Postfach 2039, 
4001 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Be-
schwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente  

 
 
 
A. Die 1979 geborene A.____ arbeitete zuletzt vom 1. April 2011 bis 31. März 2012 beim 
Alters- und Pflegeheim B.____ in C.____ als Fachperson Betreuung. Am 14. März 2012 meldete 
sie sich unter Hinweis auf Rückenschmerzen, ein Hemangioma und eine Diskushernie sowie 
Schmerzen an der gesamten rechten Körperseite bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung 
(IV) zum Leistungsbezug an. Die zuständige IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) führte in der 

 

 
 
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Folge Abklärungen in erwerblicher, haushalterischer und medizinischer Hinsicht durch. Dabei 
holte sie namentlich im Jahr 2015 bei Dr. med. D.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, 
und Dr. med. E.____, FMH Rheumatologie, ein bidisziplinäres Gutachten und anschliessend im 
Jahr 2019 bei denselben Fachärzten ein Verlaufsgutachten ein. Mit Verfügung vom 1. Oktober 
2021 lehnte die IV-Stelle den Anspruch der Versicherten auf eine Invalidenrente bei einem ermit-
telten Invaliditätsgrad von 17% in der Zeit vom 13. Oktober 2012 bis 17. Juli 2017 (Anwendung 
gemischte Methode) und von 30% ab 18. Juli 2017 (Anwendung allgemeine Methode) ab.  
B. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten durch Rechtsanwältin Maude Laforge, 
am 1. November 2021 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht 
(Kantonsgericht). Sie beantragte, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und es sei die 
Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihr die gesetzlichen Leistungen, insbesondere eine Invali-
denrente, zuzusprechen. Eventualiter sei ein Gerichtsgutachten einzuholen; subeventualiter sei 
die Sache zur erneuten Abklärung und gegebenenfalls der Einholung eines Obergutachtens an 
die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Ferner ersuchte die Beschwerdeführerin um Bewilli-
gung der unentgeltlichen Rechtspflege mit der unterzeichnenden Rechtsanwältin als Vertreterin; 
alles unter o/e-Kostenfolge.  
 
C. Mit Verfügung vom 2. Dezember 2021 bewilligte das Kantonsgericht der Beschwerde-
führerin gestützt auf die eingereichte Bestätigung der Sozialhilfebehörde der Gemeinde F.____ 
die unentgeltliche Prozessführung und die unentgeltliche Verbeiständung mit Rechtsanwältin La-
forge als Rechtsvertreterin.  
 
D. Die Beschwerdegegnerin schloss in ihrer Vernehmlassung vom 16. Dezember 2021 un-
ter Hinweis auf zwei bei ihrem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) eingeholten Stellungnahmen 
auf Abweisung der Beschwerde.  
 
E. Anlässlich der Urteilsberatung vom 4. August 2022 kam das Kantonsgericht zur Auffas-
sung, dass eine abschliessende Beurteilung der Angelegenheit gestützt auf die vorhandene me-
dizinische Aktenlage nicht möglich sei. Insbesondere könne auf das bidisziplinäre Gutachten vom 
30. Dezember 2015 und das bidisziplinäre Verlaufsgutachten vom 9. Oktober 2019 der Dres. 
D.____ und E.____ nicht abgestellt werden. Indessen bildeten auch die von der Beschwerdefüh-
rerin eingereichten Parteigutachten keine verlässliche Entscheidgrundlage. Das Kantonsgericht 
beschloss deshalb, den Fall auszustellen und bei der ZVMB GmbH MEDAS Bern (ZVMB) ein 
bidisziplinäres rheumatologisches-psychiatrisches Gutachten in Auftrag zu geben. Im Anhang 
dieses Beschlusses unterbreitete das Kantonsgericht den Parteien den Entwurf des entsprechen-
den Auftrags und den vorgesehenen Fragenkatalog zur Stellungnahme. Die Parteien erhoben 
keine Einwände gegen die Beauftragung der ZVMB oder gegen den Fragenkatalog. Die Be-
schwerdegegnerin formulierte allerdings Zusatzfragen betreffend den Verlauf seit der Begutach-
tung vom 9. Oktober 2019 und die Beweiskraft der Vorgutachten. Die Beschwerdeführerin wie-
derum beantragte die Erweiterung des Gutachtenauftrags auf eine neurochirurgische Begutach-
tung. Die Anträge der Parteien wurden vorläufig abgewiesen. Der Gutachtenauftrag an die ZVMB 
erging am 13. September 2022. Nachdem die ZVMB dem Kantonsgericht mitteilte, dass die Be-
schwerdeführerin zusätzlich in den Disziplinen Neurologie und Neurochirurgie zu untersuchen 
sei, wurde der Gutachtenauftrag mit Schreiben vom 1. Dezember 2022 erweitert.  

 

 
 
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F. Am 21. September 2023 erstattete die ZVMB ihr interdisziplinäres Gutachten in den 
Fachrichtungen Allgemeine Innere Medizin, Rheumatologie, Psychiatrie, Neurochirurgie und 
Neurologie. Die Parteien erhielten Gelegenheit, sich zum Inhalt des Gutachtens sowie zur Frage 
zu äussern, wie sich dessen Ergebnisse auf den Leistungsanspruch der Versicherten auswirken 
würden. Die Beschwerdegegnerin beantragte in ihrer Stellungnahme vom 12. Oktober 2023, auf 
das Gerichtsgutachten abzustellen. Mit Stellungnahme vom 23. November 2023 äusserte die Be-
schwerdeführerin in verschiedener Hinsicht Kritik am eingeholten Gutachten und beantragte die 
zusätzliche Durchführung eines orthopädischen sowie eines schmerzmedizinischen Gutachtens.  
 
G. Mit Verfügung vom 7. Dezember 2023 wurde der Fall dem Gericht erneut zur Beurteilung 
überwiesen.  
 
H. Die Beschwerdeführerin liess mit Eingaben vom 14. Dezember 2023 und 22. Januar 
2024 weitere Berichte ihrer behandelnden Ärzte einreichen. Die Beschwerdegegnerin liess sich 
am 31. Januar 2024 zum zuletzt eingereichten Bericht vernehmen.  
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 

1.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) 
vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versicherungs-
gericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfah-
rens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständigkeit des 
Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die 
Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kan-
tonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden 
gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vor-
liegenden Beschwerde zuständig. Auf die im Übrigen frist- und formgerecht erhobene Be-
schwerde der Versicherten vom 1. November 2021 ist einzutreten. 
 
1.2 Am 1. Januar 2022 trat die vom Gesetzgeber am 19. Juni 2020 beschlossene Änderung 
des IVG ("Weiterentwicklung der IV", WEIV) in Kraft. Die vorliegend angefochtene Verfügung 
datiert vom 1. Oktober 2021 und damit vor dem 1. Januar 2022. Nach den allgemeinen Grunds-
ätzen des intertemporalen Rechts und des zeitlich massgebenden Sachverhalts (statt vieler: BGE 
144 V 210 E. 4.3.1; 129 V 354 E. 1 mit Hinweisen) sind daher die Bestimmungen des IVG und 
diejenigen der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 sowie des 
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Ok-
tober 2000 in der bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Fassung anwendbar (vgl. Urteil des 
Bundesgerichts vom 23. Februar 2022, 8C_455/2021, E. 2). Sie werden im Folgenden jeweils in 
dieser Version wiedergegeben, zitiert und angewendet. 
 
2. Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Invalidenrente 
hat. Massgebend ist der Sachverhalt, wie er sich bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung 

 

 
 
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vom 1. Oktober 2021 entwickelt hat. Dieser Zeitpunkt bildet rechtsprechungsgemäss die zeitliche 
Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis (BGE 129 V 4 E. 1.2 mit Hinweis). 
 
3.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs-
fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein-
gliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während ei-
nes Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig ge-
wesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c).  
 
3.2  Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-
rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung 
der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähig-
keit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer 
Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berück-
sichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere 
Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Ge-
burtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der 
durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust 
der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verste-
hen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach 
Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berück-
sichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht 
nicht überwindbar ist (Satz 2).  
 
3.3 Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG 
sowie Art. 3 Abs. 1 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten 
Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 
2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit 
ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Ein-
zelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diag-
nose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt 
sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, 
ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (vgl. BGE 143 V 
409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl. Art. 7 
Abs. 2 ATSG).  
 
3.4 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Grad der Invalidität wie folgt abge-
stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70%, 
auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie zu min-
destens 50% und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist.  
 

 

 
 
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3.5 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist Art. 16 ATSG an-
wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach ist der Invaliditätsgrad aufgrund eines Einkommensver-
gleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Ein-
tritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Einglie-
derungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage 
erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie 
erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkommens-
vergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbsein-
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden. Aus 
der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Ein-
kommensvergleichs; bereits für den Zeitraum vor 1. Januar 2003: BGE 128 V 30 E. 1, 104 V 136 
E. 2a und b). Bei nichterwerbstätigen Versicherten, welche in einem Aufgabenbereich (z.B. Haus-
halt) tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden kann, 
wird für die Bemessung der Invalidität in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abgestellt, in wel-
chem Masse sie behindert sind, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen (Betätigungs-
vergleich; Art. 28a Abs. 2 IVG). Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die 
unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die 
Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so 
wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem Falle sind 
der Anteil der Erwerbstätigkeit bzw. der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder 
der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditäts-
grad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (gemischte Methode der 
Invaliditätsbemessung). Seit dem 1. Januar 2018 bestimmt Art. 27

bis
 Abs. 3 lit. a IVV, dass sich 

die Berechnung des Invaliditätsgrades in Bezug auf die Erwerbstätigkeit bei Teilerwerbstätigen, 
die sich zusätzlich im Aufgabenbereich nach Art. 7 Abs. 2 IVG betätigen, nach Art. 16 ATSG 
richtet, wobei das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person durch die Teilerwerbstätigkeit 
erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, auf eine Vollerwerbstätigkeit hochgerech-
net wird.  
 
4. Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrades bildet die Frage, in welchem Aus-
mass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen arbeitsunfähig 
ist. 
 
4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustands und bei der Beurteilung der Arbeitsfähig-
keit der versicherten Person ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterla-
gen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stel-
len haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und 
dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 
Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für 
die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet 
werden können (BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 
 

 

 
 
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4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs-
prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle ande-
ren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 
pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit-
tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestat-
ten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess 
nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, wa-
rum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Be-
weiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange 
umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berück-
sichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der me-
dizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und 
ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 
5.1; 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).  
 
4.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusam-
menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch 
BGE 135 V 469 E. 4.4 und 4.5). So weicht das Gericht bei Gerichtsgutachten nach der Praxis 
nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung des medizinischen Experten ab, dessen 
Aufgabe es ist, seine Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen 
bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen. Ein Grund zum Abweichen kann vorliegen, 
wenn die Gerichtsexpertise widersprüchlich ist oder, wenn ein vom Gericht eingeholtes Obergut-
achten in überzeugender Weise zu andern Schlussfolgerungen gelangt. Eine abweichende Be-
urteilung kann ferner gerechtfertigt sein, wenn gegensätzliche Meinungsäusserungen anderer 
Fachexperten dem Gericht als triftig genug erscheinen, die Schlüssigkeit des Gerichtsgutachtens 
in Frage zu stellen, sei es, dass es die Überprüfung im Rahmen einer Oberexpertise für angezeigt 
hält, sei es, dass es ohne Oberexpertise vom Ergebnis des Gerichtsgutachtens abweichende 
Schlussfolgerungen zieht (BGE 125 V 352 f. E. 3b/aa mit Hinweisen). Im Weiteren ist laut diesen 
Richtlinien den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezial-
ärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie 
nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen 
Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht 
konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit 
weiteren Hinweisen). 
 
4.4 Zu ergänzen ist, dass das Bundesgericht mit BGE 143 V 418 entschieden hat, dass 
grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen einem strukturierten Beweisverfahren nach 
BGE 141 V 281 zu unterziehen sind. Dieses Verfahren definiert systematisierte Indikatoren, die 
– unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und Kom-
pensationspotentialen (Ressourcen) anderseits – im Regelfall erlauben, das tatsächlich erreich-
bare Leistungsvermögen ergebnisoffen und symmetrisch zu beurteilen (vgl. BGE 141 V 281 

 

 
 
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E. 3.6). Entscheidend ist dabei, unabhängig von der diagnostischen Einordnung des Leidens, ob 
es gelingt, auf objektivierter Beurteilungsgrundlage den Beweis einer rechtlich relevanten Arbeits- 
und Erwerbsunfähigkeit zu erbringen, wobei die versicherte Person die materielle Beweislast zu 
tragen hat (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 mit Hinweis auf BGE 141 V 281 E. 3.7.2). 
 
5.1 Im Rahmen der Abklärung des medizinischen Sachverhalts holte die IV-Stelle bei 
Dr. med. D.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, und Dr. med. E.____, FMH Rheumato-
logie, ein bidisziplinäres Gutachten ein. Während der rheumatologische Fachgutachter in seinem 
Teilgutachten vom 25. November 2015 keine rheumatologischen Diagnosen mit Auswirkung auf 
die Arbeitsfähigkeit feststellen konnte, diagnostizierte Dr. D.____ im psychiatrischen Teilgutach-
ten vom 30. Dezember 2015 mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depres-
sive Störung mit chronischem Verlauf und gegenwärtig leicht- bis mittelgradiger Episode ohne 
somatisches Syndrom (ICD-10 F 33.0/1). Aufgrund der psychischen Erkrankung bestehe in jeder 
Tätigkeit eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der Höhe von 20%. Diese Einschränkung 
bestehe mit grosser Wahrscheinlichkeit seit etwa Anfang 2013. Während der drei Hospitalisatio-
nen habe vorübergehend eine Arbeitsunfähigkeit von 100% bestanden, die aktuell weiter andau-
ere, da die Versicherte seit dem 23. November 2015 teilstationär in der Tagesklinik behandelt 
werde. In der bidisziplinären Gesamtbeurteilung vom 24. November 2015 kamen die Gutachter 
zum Schluss, dass an der im psychiatrischen Gutachten postulierten Arbeitsfähigkeit auch aus 
bidisziplinärer Sicht festzuhalten sei.  
 
5.2 Die Beschwerdegegnerin stützte sich in der angefochtenen Verfügung vom 1. Oktober 
2021 bei der Beurteilung des Gesundheitszustandes der Versicherten im Wesentlichen auf das 
bidisziplinäre Verlaufsgutachten vom 9. Oktober 2019 der Dres. D.____ und E.____. Sie ging 
demzufolge davon aus, dass der Versicherten die angestammte Tätigkeit als Fachangestellte 
Gesundheit seit einer Rückenoperation am 11. April 2017 andauernd nicht mehr zumutbar sei. In 
einer adaptierten, körperlich leichten bis mittelschweren Tätigkeit würde indessen – wie bereits 
im Vorgutachten festgehalten – aus psychiatrischen Gründen eine Arbeitsunfähigkeit von 20% 
vorliegen.  
 
5.3.1 Das Kantonsgericht gelangte anlässlich der ersten Urteilsberatung vom 4. August 2022 
zum Schluss, dass dem bidisziplinären Gutachten vom 30. Dezember 2015 sowie dem bidiszip-
linäre Verlaufsgutachten vom 9. Oktober 2019 von Dr. D.____ und Dr. E.____ bei der Beurteilung 
des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin keine ausschlagge-
bende Beweiskraft zukomme. So würden die rheumatologischen (Verlaufs-)Gutachten Diskre-
panzen bei der Diagnosestellung im Vergleich zu den behandelnden Ärzten aufweisen, nament-
lich in Bezug auf einen von den Behandlern diagnostizierten Wirbelbogenbruch mit verzögerter 
Diagnosestellung und Behandlung sowie einem prolongierten Heilungsverlauf. Dr. E.____ 
scheine überdies zu übersehen, dass mit dieser Diagnose und anderen rückenbezogenen Diag-
nosen durchaus eine somatische Ursache für die unbestrittenermassen psychisch überlagerte 
Schmerzsymptomatik bestehe. Der langwierige und schwierige Heilungsverlauf werde von ihm 
mit keinem Wort erwähnt. Vielmehr werde ein solcher wie auch eine somatische Ursache der 
Schmerzsymptomatik implizit verneint, wenn der Gutachter davon ausgehe, dass das auslösende 
Verhebetrauma eine Arbeitsunfähigkeit von maximal zwei Wochen habe verursachen können. 

 

 
 
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Dr. E.____ qualifiziere die Schmerzproblematik als reine Symptomausweitung und Schmerzfehl-
verarbeitung und delegiere deren Beurteilung vollumfänglich an den Psychiater, was im Hinblick 
auf die Krankengeschichte und die im Raum stehenden Diagnosen sowie auf die vom behan-
delnden Arzt diskutierten aktuellen Schmerztrigger nicht nachvollziehbar sei. 
 
5.3.2 Das psychiatrische Gutachten lasse sowohl eine Diskussion der aktenkundlich mehrfach 
gestellten Diagnose einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Antei-
len zugunsten einer rein psychogenen Schmerzproblematik als auch eine Indikatorenprüfung ver-
missen. Obwohl die fehlende Indikatorenprüfung damit begründet werde, dass bei der Beschwer-
deführerin eine bewusstseinsnahe Aggravationstendenz nicht ausgeschlossen werden könne, 
werde eine solche vom Gutachter nicht rechtsgenüglich attestiert. Vielmehr seien allfällige Ag-
gravationstendenzen auch im Rahmen der im Raum stehenden Diagnose akzentuierten Persön-
lichkeitszüge zu untersuchen gewesen. Dr. D.____ bringe weiter vor, dass eine Indikatorenprü-
fung sowie eine testpsychologische Prüfung (Mini-ICF-APP) aufgrund der inkonsistenten Anga-
ben der Beschwerdeführerin nicht möglich gewesen sei. Bei diesen Inkonsistenzen und Wider-
sprüchen handle es sich jedoch teilweise um blosse Relativierungen der Aussagen der Be-
schwerdeführerin. Die Angaben der Explorandin hätten im Rahmen einer Indikatorenprüfung 
durchaus gewertet und beurteilt werden können. Ferner fehle es an einer rechtsgenüglichen Er-
fragung eines weitgehenden sozialen Rückzugs sowie einer Auseinandersetzung mit dem be-
schriebenen Tagesablauf der Explorandin. In Bezug auf die Diagnosestellung betreffend die de-
pressive Störung würden sich Diskrepanzen ergeben. Dr. D.____ verneine das Vorliegen einer 
mittelschweren respektive schweren depressiven Episode unter Hinweis darauf, dass sich die 
Explorandin nicht in stationäre Behandlung begeben habe und keine Psychopharmaka ein-
nehme. Festzustellen ist jedoch, dass die Beschwerdeführerin zumindest über längere Zeit in 
tagesklinischer Behandlung gewesen ist und die medikamentöse Behandlung nach langjähriger 
Einnahme verschiedener Antidepressiva wegen starker Nebenwirkungen und ausbleibender 
Wirksamkeit beendet wurde. Diese Aspekte seien vom Gutachter unberücksichtigt geblieben. 
Letztlich bleibe auch die attestierte Arbeitsunfähigkeit von 20% ohne Begründung, da weder 
Funktionseinschränkungen genannt noch ein Verweisprofil definiert werde.  
 
5.3.3 Ferner vermöge die ausserordentlich kurz gehaltene Konsensbeurteilung nicht zu über-
zeugen. Aufgrund der Schmerzproblematik wäre eine vertiefte Besprechung der fachärztlichen 
Gutachter notwendig gewesen. Insgesamt würden sich die von der IV-Stelle eingeholten Gutach-
ten als mangelhaft erweisen. Das Diagnosebild sowie insbesondere die daraus resultierenden 
funktionellen Einbussen mit Auswirkung auf das Leistungsvermögen blieben unklar. Damit wür-
den auch die Schlussfolgerungen zur Arbeitsfähigkeit im Ergebnis letztlich nicht zu überzeugen 
vermögen.  
 
5.3.4 Da auch die übrigen damals vorliegenden medizinischen Unterlagen keine ausreichende 
Grundlage für eine abschliessende Beurteilung der Beschwerde bildeten, beschloss das Kan-
tonsgericht, den Fall auszustellen und eine zusätzliche Abklärung des medizinischen Sachver-
halts im Rahmen eines bidisziplinären Gerichtsgutachtens vornehmen zu lassen. Mit deren Er-

 

 
 
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stellung wurde die ZVMB GmbH MEDAS Bern (ZVMB) beauftragt. In der Folge wurde der Gut-
achtenauftrag auf Antrag der Begutachtungsstelle um die Fachrichtungen Neurologie und Neu-
rochirurgie erweitert.  
 
6.1.1 Am 21. September 2023 erstattete die ZVMB ihr Gerichtsgutachten, das auf Untersu-
chungen in den Fachrichtungen Rheumatologie, Psychiatrie, Neurochirurgie und Neurologie be-
ruht. Gestützt auf ihre Untersuchungen erheben die involvierten Fachärzte als Diagnosen mit 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: (1) rezidivierende Lumboischialgien, aktuell rechtsbetont 
(ICD-10 GM M 54.4) bei Status nach Spondylodese LWK 5/SWK 1 am 31. Oktober 2012 und 
Status nach Revisionsoperation am 12. April 2017 sowie (2) panvertebrale Schmerzen bei mäs-
siger degenerativer Veränderung an der Halswirbelsäule (HWS) in verschiedenen Segmenten 
und an der Brustwirbelsäule (BWS) in den Segmenten BWK 6/7 bis BWK 8/9 und dem lumbi-
osakralen Übergang (ICD-10 GM M 54.80). Ohne Relevanz für die Arbeitsfähigkeit seien (1) eine 
Persönlichkeitsakzentuierung (ICD-10 Z 73.1); (2) eine undifferenzierte Somatisierungsstörung 
(ICD-10 F 45.1); (3) ein chronischer Schmerz (ICD-10 R 52.2); (4) mehrfach rezidivierende An-
passungsprobleme in der Vorgeschichte; (5) Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung (ICD-
10 Z 73); (6) aus neurologischer Sicht ohne objektivierbares primär neurogenes Schmerzkorrelat 
bei unauffälligem EMG für die Myotome L 5 und S 1 rechts und unauffälligem SEP des Nervus 
tibialios, somit ohne objektivem Nachweis für sensible Störungen sowie anamnestisch unspezifi-
sche Sensibilitätsminderung im rechten Bein und rechten Arm ohne objektivierbare organische 
Korrelate; (7) nebenbefundlich ein leichtes sensibles Karpaltunnelsyndrom; (8) ein mögliches 
Restless -Legs-Syndrom; (9) ein Hinweis auf nicht-authentische Symptom- und Beschwerdeprä-
sentation mit Erfüllung der Kriterien eines Malingering: nicht nachvollziehbare unspezifische Sen-
sibilitätsstörung im rechten Arm und im rechten Bein, nicht nachvollziehbare Diskrepanzen im 
Finger-Nase-Versuch rechts, nicht-authentische Darstellung kognitiver Minderleistungen im REY-
Memory-Test, nicht-authentische Darstellung im SFSS und BDI, hochgradige Darstellung nicht-
authentischer Beweglichkeitseinschränkung an der Halswirbelsäule (HWS), Diskrepanzen inner-
halb und ausserhalb der Untersuchungssituation, auffällig variable Darstellung der sensiblen Stö-
rung, nicht überzeugende Schmerzpräsentation mit Waddell-Zeichen 5/5, auffällig variable Pro-
sodie und im Längsschnittverlauf hochgradig inkonsistent mit nicht plausibler Therapieresistenz 
auf sämtliche Therapiemassnahmen.  
 
6.1.2 Im Rahmen der interdisziplinären Prüfung von Konsistenz und Plausibilität der Be-
schwerdeangaben wird ausgeführt, dass sich im Rahmen der psychiatrischen Untersuchung Hin-
weise auf negative Antwortverzerrungen ergeben hätten und zum Teil widersprüchliche sowie in 
sich nicht konsistente Verhaltensweisen und Aussagen auffielen. Bei der Versicherten bestünden 
aktuell objektivierbar weder affektive noch kognitive oder sonstige relevante psychische Störun-
gen. Bis auf eine Persönlichkeitsakzentuierung, Anpassungsprobleme in der Vergangenheit und 
Gegenwart sowie eine undifferenzierte Somatisierungsstörung würden keine reproduzierbaren 
psychiatrischen Störungen vorliegen. Bei der Versicherten sei bisher auch psychiatrisch eine in-
tensive Therapie durchgeführt worden. Aufgrund der anamnestischen Angaben und der Akten-
lage sei jedoch aus psychiatrischer Sicht davon auszugehen, dass die beschriebenen psychiatri-
schen Symptome überinterpretiert und in ihrer Bedeutung und im Therapieentwurf überbewertet 
worden seien. Die Konsistenzprüfung in der psychiatrischen Untersuchung hätten Auffälligkeiten 

 

 
 
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in der Kooperation in der Untersuchungssituation sowie Inkonsistenzen bzw. Plausibilitätsprob-
leme in den psychiatrischen Testuntersuchungen gezeigt. Bei der Versicherten sei neben dem 
bewusstseinsnahen Wunsch nach Versorgung und Entlastung von einem Vermeidungsverhalten 
und nur teilweise auch von unterbewussten regressiven Prozessen auszugehen. Die beschrie-
benen Beschwerden und Symptome könnten allenfalls einer sogenannten undifferenzierten So-
matisierungsstörung zugeordnet werden, bei der unspezifische Symptome wie Gedächtnisbeein-
trächtigung, Sorgen, Schwindel, Schwächegefühl und Schmerzen auftreten könnten. Diese As-
pekte seien indessen nicht als versicherungspsychiatrisch relevant zu werten.  
 
Im Verlauf der seit elf Jahren bestehenden rheumatologischen Behandlung habe sich zu keinem 
Zeitpunkt ein Hinweis auf das Vorliegen einer entzündlich-rheumatischen Systemerkrankung er-
geben. Aus internistisch-rheumatologischer Sicht ergebe sich keinerlei Funktionseinschränkung 
und damit auch keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Die Beschwerdesymptomatik liege 
aufgrund der Anamnese und der Beschwerdesymptomatik eher auf dem neurochirurgischen 
Fachgebiet.  
 
Indessen könnten die bildgebenden Befunde aus neurochirurgischer Sicht die von der Versicher-
ten präsentierte schwere Schmerzsymptomatik nicht vollumfänglich erklären. Zwar könnten durch 
die erfolgten Operationen und die verschiedenen beschriebenen degenerativen Veränderungen 
der Wirbelsäule eine gewisse Schmerzsymptomatik als auch eine Einschränkung der Beweglich-
keit, namentlich im lumbosakralen Übergang, nachvollzogen werden. Die Versicherte scheine 
den hohen Leidensdruck stark zu präsentieren. Eine Präzisierung der Schmerzangaben habe 
bloss schrittweise mit gezielten Fragen eruiert werden können. Auch die Angabe von sensiblen 
Störungen sei nicht spontan, sondern erst durch direkte Nachfrage erfolgt. Anhand der vorgeleg-
ten Akten könne nicht nachvollzogen werden, inwiefern aus aktueller Sicht eine Fraktur überse-
hen worden sei. Retrospektiv teilweise nicht mehr beurteilbar sei ferner, inwiefern im weiteren 
Verlauf die Schmerzen valide nachvollzogen werden könnten. Auffallend seien jedoch die diskre-
panten Beurteilungen der unabhängigen Gutachter einerseits und den behandelnden Ärzten an-
dererseits sowie die unterschiedliche Interpretation der Bildgebung durch den Fachradiologen 
und den behandelnden Neurochirurgen. Die Angaben der Versicherten, so zur möglichen Geh-
strecke sowie zu den eingenommenen Schmerzmitteln, seien teilweise nicht konsistent. Ergän-
zend habe sich im Rahmen der Untersuchung und im Abgleich mit den Akten nicht nachvollziehen 
lassen, was die Versicherte meine, wenn sie von einem gelähmten Nerv in der Brustwirbelsäule 
spreche. Aus neurochirurgischer Sicht lasse sich die angegebene hohe Unterstützungsbedürftig-
keit im Haushalt und in der Körperpflege nicht erklären.  
 
Anlässlich der neurologischen Untersuchung seien erhebliche Inkonsistenzen aufgefallen. So sei 
bei der Darstellung der Beweglichkeit an der Halswirbelsäule ein massives aktives Gegenspan-
nen der Versicherten beobachtbar, welches bei Ablenkung in dieser Form nicht mehr festzustel-
len sei. Das Verhalten lasse sich nicht durch objektivierbare morphologische Befunde an der 
Halswirbelsäule erklären, zumal die mehrfach durchgeführten bildgebenden Untersuchungen ei-
nen weitgehend altersgemäss unauffälligen Befund ergeben hätten. Die angegebenen subjekti-
ven Sensibilitätsstörungen am rechten Bein seien auffallend variabel und keinem objektivierbaren 

 

 
 
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Segment zuzuordnen; die Reflexe seien völlig symmetrisch. Objektivierbar sei ein geringes sen-
somotorisches Karpaltunnelsyndrom rechts darzustellen, dieses erkläre indessen sicher keine 
signifikante Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit und sei überdies behandelbar. Die angegebe-
nen sensiblen Störungen seien ausserdem bloss teilweise durch das Karpaltunnelsyndrom er-
klärbar. Die Angaben zu subjektiven kognitiven Beeinträchtigungen seien im klinischen Eindruck 
nicht nachvollziehbar, zumal die dargestellten kognitiven Minderleistungen im Symptomvalidie-
rungsverfahren eine erhebliche negative Antwortverzerrung belegen würden. Der aktenkundige 
Sachverhalt und die Angabe, dass sämtliche Therapiemassnahmen letztlich die subjektiv invali-
disierenden Beschwerden nicht hätten behandeln können, sei nicht plausibel. Der belegte, nied-
rigst dosierte Medikamentenspiegel spreche nicht für das Bestehen einer signifikanten Schmerz-
problematik. Die Angaben zum Schmerzniveau in der aktuellen Anamnese (nach der ersten 
Spondylodese «über zehn» bei einer maximal zehnteiligen Analogskala) seien offensichtlich als 
Übertreibung zu werten. Auch in der aktuellen Untersuchung, in welcher bereits bei sanftem Ach-
senstoss Schmerzen lumbal beschrieben worden seien, zeige sich eine massiv ausgeweitete 
Beschwerdeangabe. Die hochgradig gezeigten Bewegungseinschränkungen der Lenden- und 
Halswirbelsäule sowie das Verhalten im Gangbild seien in der Art der Darstellung als massive 
demonstrative Ausgestaltung zu werten und in dieser Form sicher nicht durch organische Be-
funde erklärbar. Die Versicherte habe ferner im Finger-Nase-Versuch jedes Mal exakt auf einen 
Punkt neben der Nase gezeigt, was organisch-neurologisch nicht erklärbar sei und als eindeutig 
bewusst präsentierte nichtauthentische Symptompräsentation zu werten sei. Die Kriterien einer 
Simulation seien bei diesem Verhalten erfüllt. Die Operationsindikation zur Spondylodese im Jahr 
2012 sei letztlich aufgrund der damaligen Aktenlage und der heutigen Befundlage zu hinterfragen 
und relativieren. Es habe weder damals noch im Verlauf eine radikuläre neurogene Schmerzkom-
ponente vorgelegen, die die subjektiv invalidisierende und dargestellte Schmerzproblematik mit 
gänzlicher Therapieresistenz hätte erklären können. Neurogene Beschwerdeanteile seien somit 
nicht objektivierbar. Aufgrund der massiven Inkonsistenzen hinsichtlich der Beschwerde- und 
Symptompräsentation seien die Kriterien des Malingering erfüllt.  
 
6.1.3 Zu den Standardindikatoren wird aus psychiatrischer Sicht ausgeführt, dass weder beim 
Komplex «Gesundheitsschädigung» noch bei den Komplexen «Persönlichkeit» oder «sozialer 
Kontext» relevante Störungen vorlägen. Die gesundheitlichen psychiatrischen Einschränkungen 
hätten aus versicherungsmedizinischer Sicht keine defizitäre Auswirkung und würden die Arbeits-
fähigkeit nicht beeinträchtigen. Bei der Würdigung relevanter Persönlichkeitsaspekte, Belas-
tungsfaktoren und Ressourcen führen die involvierten Fachgutachter aus, dass sich die Explo-
randin sehr klagsam und eingeengt auf die Beschreibung ihrer Schmerzen gezeigt habe. Psychi-
atrisch hätten sich durchgehend histrionisch-anklagende und narzisstische Persönlichkeitszüge 
gezeigt. Sie habe indessen nach ihren Aussagen eine gute Kindheit verbracht, Bindungsunsi-
cherheiten, Erfahrungen mit bedeutenden Konflikten oder Gewalterfahrungen seien nicht vorge-
kommen. Stärkere strukturelle Defizite seien nicht erkennbar. Die Persönlichkeitsstruktur, speziell 
die komplexen Ich-Funktionen würden keine bedeutenden Defizite aufweisen. Bei der Versicher-
ten bestünden bis auf finanzielle Sorgen keine relevanten Probleme im sozialen Kontext. Die 
frühere Beziehungsproblematik habe keine Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit der Versi-
cherten. Eine gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleichbaren Le-
bensbereichen sei nicht nachweisbar. Auch bestehe in Bezug auf Behandlung und berufliche 

 

 
 
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Eingliederung kein ausgewiesener Leidensdruck. Die Beschwerden seien nicht als therapieresis-
tent zu werten. Erschwerend sei für die Versicherte die lange Arbeitsunfähigkeit und die starke 
häusliche Unterstützung sowie die offenbare Chronifizierung und Ausweitung der Schmerzsitua-
tion. Als Ressourcen seien demgegenüber die gute Ausbildung mit entsprechender beruflicher 
Erfahrung sowie die Fähigkeit, leitende, überwachende und administrative Tätigkeiten zu über-
nehmen, zu werten. Es bestünden gesamthaft Inkonsistenzen, welche die Annahme einer Ge-
sundheitsschädigung zwar nicht verbieten würden, jedoch eine Diskrepanz zwischen dem ge-
schilderten Beschwerdebild, dem gezeigten Verhalten und den objektiven Befunden aufzeigen 
würden.  
 
6.1.4 Objektivierbare Auswirkungen auf das Funktions- und Fähigkeitsprofil würden sich auch 
aus interdisziplinärer Sicht lediglich aus den neurochirurgischen Diagnosen ergeben. Es bestehe 
eine verminderte Belastbarkeit und Beweglichkeit der Lendenwirbelsäule sowie eine Einschrän-
kung der Hals- und Brustwirbelsäule. Die Versicherte sei für leichte körperliche Tätigkeiten in 
wechselnder Körperhaltung mit Positionsausgleich einsetzbar. Ideal seien Tätigkeiten im Wech-
sel mit Gehen, Stehen und Sitzen und dazwischen einschiebbaren Pausen zur Lockerung und 
Regeneration. Vermieden werden sollten Tätigkeiten mit wiederholtem Heben, Tragen und Be-
wegen von Gewichten über 10 kg ohne technische Hilfsmittel. Nicht möglich seien Tätigkeiten mit 
häufigen, längeren und repetitiven Zwangshaltungen, Bücken oder Kauern oder mit wiederholten 
oder längeren auf die Wirbelsäule einwirkenden Vibrationen. Tätigkeiten über Kopf, über Brust- 
oder Schulterniveau sowie mit häufiger Kopfdrehung, mit Armvorhalt und besonderer Belastung 
des rechten Armes sowie Tätigkeiten mit längerem Stehen seien nicht geeignet, ebenso wenig 
wie Tätigkeiten auf Leitern, Gerüsten, Treppen oder in Gefährdungsbereichen. Auch Tätigkeiten 
in Zugluft, Kälte oder Nässe sollten nicht anfallen, da diese zu einer Verstärkung der Beschwer-
den führen könnten.  
 
Neurologisch könne die Bewertung aufgrund der nicht-valablen Angaben und Symptompräsen-
tation bloss medizinisch-theoretisch erfolgen. Letztlich könne bloss der Sachverhalt der zwi-
schenzeitlich zweimaligen Wirbelsäulenoperation mit Spondylodese im Jahr 2012 und Re-Spon-
dylodese im Jahr 2017 als beeinträchtigend gewertet werden. Dadurch sei die Rückenbelastbar-
keit vermindert. Rein neurologisch betrachtet könne keine eigenständige Einschränkung des Fä-
higkeitsprofils begründet werden, welche über die Bewertung des neurochirurgischen Gutachtens 
hinausgehe. Das leichte Karpaltunnelsyndrom rechts habe keine Arbeitsrelevanz. Gemäss den 
anamnestischen Angaben sei ausserdem ein Restless-Legs-Syndrom möglich, das jedoch eben-
falls keine Auswirkung auf das Zumutbarkeitsprofil habe.  
 
Aus internistisch-rheumatologischer Sicht sowie aus psychiatrischer Sicht würden sich keine re-
levanten Einschränkungen des Fähigkeits- und Funktionsprofils ergeben. Aus psychiatrischer 
Sicht sei bloss eine leichte Reduzierung der Flexibilität und Umstellfähigkeit festzustellen.  
 
6.1.5 Zusammenfassend kommen die involvierten Fachpersonen der ZVMB zum Schluss, 
dass der Versicherten die angestammte Tätigkeit als Fachperson Betreuung spätestens seit der 
Operation vom 31. Oktober 2012 nicht mehr zumutbar sei. In einer leidensangepassten Tätigkeit, 
deren Fähigkeitsprofil vorrangig durch die neurochirurgische Bewertung bestimmt werde, könne 

 

 
 
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eine volle Arbeitsfähigkeit mit ganztägiger Präsenz und ohne Leistungsminderung festgestellt 
werden. Diese Bewertung gelte auch durchgängig retrospektiv. Ausgenommen seien lediglich die 
Zeiten nach den Wirbelsäulenoperationen mit entsprechenden Regenerationszeiten. Nach der 
ersten Operation im Jahr 2012 betrage diese maximal drei Monate, nach dem zweiten Eingriff 
maximal sechs Monate. Die Angaben des behandelnden neurochirurgischen Facharztes könnten 
anhand der Befunde, des Verlaufs und der aktuellen Begutachtung nicht nachvollzogen werden. 
Die Befunde würden zwar verschiedene Beschwerden der Versicherten und auch ein einge-
schränktes Leistungsprofil, nicht jedoch eine aufgehobene Arbeitsfähigkeit erklären.  
 
6.2 Im Rahmen ihrer Stellungnahme zum eingeholten Gerichtsgutachten vom 23. November 
2023 liess die Beschwerdeführerin folgende medizinische Unterlagen einreichen:  
 
6.2.1 In seiner Einschätzung zum psychiatrischen Gutachten aus Behandlersicht vom 13. Ok-
tober 2023 führte Dipl. Psych. G.____ aus, dass die Ergebnisse des psychiatrischen Teilgutach-
tens für ihn unverständlich seien. Der Gerichtsgutachter habe unberücksichtigt gelassen, wie 
schwierig Gutachtenssituationen für die explorierte Person sein könnten. Seine Patientin habe 
überdies anamnestisch mehrfach negative Erfahrungen in Gutachtenssituationen gemacht, wes-
halb wenig Vertrauen bestehe, dass sie gerecht und fair beurteilt werde. Seines Erachtens habe 
die Patientin eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit narzisstischen und histrionischen An-
teilen, wodurch sich das festgestellte Verhalten erklären lasse. Die Einschätzung des Gerichts-
gutachters bezüglich der gestellten Diagnosen weise eine hohe Diskrepanz zu denjenigen der 
behandelnden Ärzten. Er diagnostiziere bei der Patientin eine rezidivierende depressive Störung, 
gegenwärtig schwergradige Episode (ICD-10 F3.2), eine chronische Schmerzstörung mit soma-
tischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F 45.41), eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit 
narzisstischen und histrionischen Anteilen (ICD-10 F 61), psychische und Verhaltensstörungen 
durch Opioide: Abhängigkeit (ICD-10 F 11.2), ein schädlicher Gebrauch von Nikotin (ICD-10 
F 17.1) sowie Probleme in Bezug auf die wirtschaftliche Lage (ICD-10 Z59). Die Patientin weise 
ein sehr ausgeprägt vermindertes Funktionsniveau sowie eine Aktivitäts- und Leistungsbeein-
trächtigung vor. Aus psychiatrischer Sicht bestehe seit 2. Mai 2016 bis auf Weiteres eine Arbeits-
unfähigkeit von 100%. Dabei gelte es auch die körperlichen Einschränkungen zu berücksichtigen. 
Die Prognose sei ungünstig.  
 
6.2.2 Der behandelnde Facharzt Dr. med. H.____, FMH Neurochirurgie, diagnostizierte in sei-
nem Bericht vom 17. Oktober 2023 (1) bewegungsabhängige rechtsseitige Hüftbeschwerden, 
vereinbar mit einer Hüftpathologie; (2) bewegungsabhängige rechtsseitige Schulterbeschwerden; 
(3) eine Lumbalgie bei ungünstiger Statik mit Deformität der Wirbelsäule im lumbosakralen Über-
gang mit lumbaler Hyperlordose bei Status nach traumatischer Spondylolyse L 5 beidseits sowie 
mit beidseitiger Fazettengelenksarthrose L 4/5; (4) eine kongenitale linkskonvexe Thorakalskoli-
ose; (5) ein rechtsseitiges ISG-Syndrom bei Anschlusssegmentdegeneration nach Fusion 
L 5/S 1; (6) eine rechtsseitige Zervikobrachialgie bei rechtsseitig foraminaler Diskushernie C 4/5; 
(7) eine bewegungsabhängige Thorakalgie bei thorakalem Facettensyndrom Th 8/9 und Osteo-
chondrose bei kongenitaler linkskonvexer Thorakalskoliose; (8) eine rechtsseitige Lumbalgie bei 
rechtsseitiger Stress-Fraktur des Processus articularis inferior von LWK 2 bei Hyperlordose; (9) 
ein chronisches lumbospondylogenes Schmerzsyndrom;  

 

 
 
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(10) ein Status nach Spondylodese L 5/S 1 am 31. Oktober 2012 bei traumatischer Spondylolyse 
L 5 beidseits; (11) ein Wirbelbogenbruch beidseits nach Verhebetrauma im Oktober 2011 mit 
verzögerter Diagnosestellung, vorgängig mit elf Kortikosteroidinfiltrationen zwischen 2011 und 
2012; (12) eine Revisions- TLIF (transforaminale lumbale interkorporelle Fusion) L 5/S 1 recht-
seitig, bei rechtsseitiger Beckenkammentnahme bei Pseudoarthrose. Dr. Sailer hielt ferner di-
verse Nebendiagnosen fest. Er kritisierte, dass der Unfallmechanismus des Verhebetraumas im 
gerichtlichen Gutachten nicht gewürdigt worden sei. Eine traumatische Fraktur des pars interar-
ticularis sei nicht diskutiert worden. Die traumatisierenden Episoden mit Kreislaufversagen nach 
den Infiltrationen in den Jahren 2011 und 2012 und der verzögerten Diagnosestellung der Spon-
dylolyse seien von den involvierten Gutachtern ebenso wie die mutmassliche posttraumatische 
Belastungsstörung und die Schlafstörung mit chronischer Übermüdung nicht genügend gewürdigt 
worden.  
 
6.2.3 Dr. med. I.____, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsap-
parates, führte mit Bericht vom 6. November 2023 aus, dass die neurochirurgische Einschätzung 
im Gerichtsgutachten aus seiner Sicht schlüssig sei. In einer belastenden, insbesondere stehend-
gehenden Tätigkeit sei die Patientin arbeitsunfähig. Indessen sei bei der Patientin zusätzlich zu 
den im Gutachten gestellten Diagnosen eine Beinschwäche für die aktive Hüftflexion, möglicher-
weise zum Teil im Zusammenhang mit einem Psoas-Impingement oder einer neurologischen 
Ausfallerscheinung stehend, sowie ein Hüftimpingement recht mit moderat ausgeprägter Co-
xarthrose zu diagnostizieren. Mit Blick auf diese neuen Diagnosen stelle er in Frage, ob für leichte 
körperliche Tätigkeiten in wechselnder Körperhaltung mit Positionsausgleich, im Wechsel mit Ste-
hen, Gehen und Sitzen mit dazwischen einschiebbaren Pausen zur Lockerung und Regeneration 
wirklich eine 100%ige Arbeitsfähigkeit gegeben ist. Mit den Beschwerden im Sitzen (Hüftschmer-
zen) und der massiv eingeschränkten Gehfähigkeit aufgrund der Flexionsschwäche im Hüftge-
lenk sei nach seiner Ansicht auch eine solche adaptierte Arbeitsfähigkeit nicht ohne Weiteres 
gegeben. Es sei ein orthopädisches Gutachten einzuholen.  
 
6.3 Mit Eingabe vom 14. Dezember 2023 reichte die Beschwerdeführerin einen weiteren Be-
richt von Dr. I.____ vom 18. Oktober 2023 ein. Darin diagnostiziert dieser ein femoro-acetabulä-
res Impingement mit beginnender Coxarthrose rechts. Das konventionelle Röntgenbild zeige nor-
male Gelenksspaltweiten beidseits bei nach vorne gekipptem Becken und dadurch überhängen-
dem Pfannenrand. Das MRI zeige insbesondere degenerative Veränderungen am anterioren 
Pfannenrand im Sinne einer Labrumdegeneration und Ruptur sowie Zystenbildung am kontrala-
teralen Übergang. Eine operative Versorgung des Pincer-Impingements sei gelenkserhaltend 
nicht möglich und ein Gelenksersatz sei aktuell nicht indiziert. Er rate ein Zuwarten ab.  
 
6.4 Am 22. Januar 2024 liess die Beschwerdeführerin einen weiteren Bericht einreichen. 
Dr. med. J.____, FMH Rheumatologie sowie Allgemeine Innere Medizin, führte darin am 11. Ok-
tober 2023 folgende Diagnosen auf: ein chronisches multifaktorielles Schmerzsyndrom bei un-
tenstehenden Diagnosen (1) ein chronisches lumbospondylogenes Schmerzsyndrom rechtsbe-
tont nach Verhebetrauma im Oktober 2021 (recte: 2011) mit im Verlauf von ca. 2011 bis 2012 
über zehn Kortikosteroidinfiltrationen, Status nach Spondylodese L 5/S 1 am 31. Oktober 2012 
bei Spondylothesis L 5/S 1 beidseits sowie Status nach Revision TLIF L 5/S 1 rechtsseitig mit 

 

 
 
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Beckenkammentnahme im April 2017 bei Pseudarthrose, mit chronischem lumbovertebralen bis 
lumboglutealen Schmerz rechtsbetont, ISG-Störung und Tendomyosen, einer subjektiven 
Schmerzschwäche und Hypästhesie im rechten Bein, ausgeprägter Wirbelsäulenfehlform und 
Fehlhaltung mit Dekompensation, Dysbalance, Skoliose und Hyperkyphose und einem sekundä-
ren tendomyotischen Schmerzsyndrom mit Generalisierungstendenz; (2) ein zweiter Schmerzfo-
kus im Bereich der mittleren Brustwirbelsäule mit Thorakalgie bei thorakalem Facettensyndrom 
Th 8/9, Osteochondrose, bei kongenitaler linkskonvexer Thorakalskoliose mit deutlicher Hyper-
kyphose und Hyperkyphosierung als Fehlhaltung, differenzialdiagnostisch Osteoporose; (3) eine 
zervikobrachiale Schmerzkomponente, ebenfalls chronifiziert, deutlich rechtsbetont, mit auch ze-
phaler Komponente mit fast täglichen Kopfschmerzen, ohne objektivierbaren klaren neurologi-
schen Ausfällen, mit einer eventuellen Mitkomponente durch eine Schulterperiarthropathie rechts, 
geringer links, welche noch abzuklären sei; (4) über zehnjährige Entwicklung eines chronischen 
Schmerzsyndroms bei obengenannten Diagnosen und erwähnter deutlicher Wirbelsäulenfehlhal-
tung mit Kyphoskoliose und seitlichem Überhang, weichteilrheumatischer Schmerzentwicklung 
mit multipler Schmerzentwicklung mit multiplen bis generalisierten Tendomyosen und Trigger-
punkten, wobei ein entzündlich-muskuläres rheumatisches Geschehen nicht ganz auszuschlies-
sen sei; (5) vermehrte Polyarthralgien mit Schmerzen an der Hüfte rechts (in Abklärung), einer 
Periarthropathie der Schultern rechtsbetont, Arthralgien in den Fussgelenken, Ellbogen und den 
Gelenken der Finger ohne klare Arthritis, intermittierenden Arthralgien bzw. Schmerzen und Mis-
sempfindungen auch in den Fingerspitzen, differenzialdiagnostisch ohne gänzlichem Ausschluss 
einer Spondylarthropathie, eher jedoch beginnende Arthrosen und weichteilrheumatische Be-
schwerden, mit Dysästhesien an den Fingerspitzen 2 bis 5 ohne klares Korrelat, gemäss der 
Patientin ohne klares Resultat im Rahmen der neurologischen Abklärung; (6) Missempfindungen 
und Unruhe an den Füssen, differenzialdiagnostisch ein atypisches Restless-Legs-Syndrom, dif-
ferenzialdiagnostisch eine beginnende Neuropathie, Polyneuropathie; (7) chronische Schlafstö-
rungen und depressive Verstimmungen, eventuell sekundär bei chronischen Schmerzen; (8) 
anamnestisch ein Vitamin B12- und Vitamin D-Mangel; (9) eine Periarthropathie der Hüfte rechts 
bei femoropatellärem gemischten Impingement und Labrumruptur; (10) anamnestisch eine la-
tente Hyperthyreose; (11) ohne Zeichen für eine Osteoporose; (12) eine mögliche Allergie, Kreis-
laufproblematik nach Lokalanästhesie bei Infiltrationen ca. 2012 sowie erneut 2015 bei positivem 
Lidocain-Allergietest. Er habe die Patientin bloss einmal untersuchen können. Die vorgenomme-
nen Untersuchungen zeigten zumindest bisher keine klare sogenannte entzündlich-rheumatische 
Erkrankung. Indessen könne ein Teil der Arthralgien auf beginnende degenerative Veränderun-
gen zurückgeführt werden. Im Vordergrund scheint bei der Patientin die Ausbildung eines chro-
nifizierten Schmerzsyndroms mit somatischen und psychischen Elementen zu liegen. Oberfläch-
lich finde sich in weichteilrheumatisches generalisiertes Schmerzsyndrom mit entsprechender 
Angabe von Schmerzen auf hohem Level sowie den typischen Tenderpoints bei der Untersu-
chung bei ihm. Dieses Krankheitsbild besitze einen eigenen Krankheitswert. Das gerichtliche Gut-
achten gehe indes auf diese Diagnose nicht in genügendem Ausmass ein. Er komme zum 
Schluss, dass die Patientin mit ihrem multifaktoriellen Leiden mit Beteiligung multipler Bewe-
gungsapparatsstrukturen – wie weit auch immer die Ursache somatisch oder psychisch bedingt 
ist – massiver beeinträchtigt sie, als aus den verschiedene Teilgutachten hervorgehe. Aus seiner 
Sicht sei die Patientin heute auch für leichtere bis mittelschwere Belastungen beruflich deutlich 
eingeschränkt einsetzbar. Als Zusatzbefund bzw. Symptom sei zu erwähnen, dass die Patientin 

 

 
 
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angegeben habe, seit einiger Zeit vor allem am Morgen eine Schwäche im Bereich der Augen-
muskeln, vor allem rechts, zu verspüren. Dies habe bei der Untersuchung nicht verifiziert werden 
können. Eventuell müsse eine vertiefte neurologische Abklärung in Betracht gezogen werden.  
 
6.5 Dr. med. K.____, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewe-
gungsapparats, des Regionalen Ärztlichen Dienstes der Beschwerdegegnerin nahm am 31. Ja-
nuar 2024 zum eingereichten Bericht von Dr. J.____ Stellung. Er stellte fest, dass sich der Rheu-
matologe bei genauer Betrachtung nahezu die gleichen subjektiven Beschwerdeschilderungen 
der Versicherten sowie auf Befunde abstützte, wie sie bereits als Beurteilungsgrundlage im Ge-
richtsgutachten vom 21. September 2023 dienten, womit seine sinngemäss abweichende Beur-
teilung bloss eine anderslautende Einschätzung eines unveränderten Sachverhalts darstelle. Es 
sei der unterschiedliche Beurteilungsansatz einer klinischen gegenüber einer gutachterlichen Un-
tersuchung hervorzuheben. Der Bericht von Dr. J.____ sei in diesem Sinne auch primär deskrip-
tiv. Dr. J.____ würde naturgemäss in erster Linie auf die subjektive Beschwerdepräsentation ab-
stellen. Die objektiven Befunde, die sich weitgehend gleich wie anlässlich der gerichtlichen Be-
gutachtung zeigten, würden indes weder klinisch, radiologisch oder laborchemisch das präsen-
tierte Beschwerdeausmass hinlänglich erklären oder eine anderslautende Einschätzung nahele-
gen. Die neu angegebene subjektive und von Dr. J.____ nicht verifizierbare Augenmuskulatur-
schwäche sei vor dem Hintergrund der gutachterlich festgestellten Inkonsistenzen betreffend Be-
schwerdepräsentation bis zum Beweis des Gegenteils als überwiegend wahrscheinlich funktio-
neller Genese zuzuordnen.  
 
7.1 Während die Beschwerdegegnerin in ihrer Stellungnahme vom 12. Oktober 2023 bean-
tragt, auf das Gerichtsgutachten der ZVMB vom 21. September 2023 abzustellen, kritisiert die 
Beschwerdeführerin das Gutachten in ihrer Eingabe vom 23. November 2023 in verschiedener 
Hinsicht und beantragte die zusätzliche Durchführung einer orthopädischen und schmerzmedizi-
nischen Begutachtung.  
 
7.2 Nach den in Erwägung 4.3 hiervor geschilderten Beweismaximen weicht das Gericht bei 
Gerichtsgutachten praxisgemäss nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung der medi-
zinischen Experten ab, deren Aufgabe es ist, ihre Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfü-
gung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen. Vorliegend ist kein 
Grund für ein Abweichen vom polydisziplinären Gerichtsgutachten der ZVMB vom 21. September 
2023 ersichtlich. Es ist viel mehr festzuhalten, dass dieses die rechtsprechungsgemässen Vo-
raussetzungen an eine medizinische Beurteilungsgrundlage in jeder Hinsicht erfüllt: Es weist we-
der formale noch inhaltliche Mängel auf, es ist – wie dies vom Bundesgericht verlangt wird (vgl. 
E. 4.2 hiervor) – für die streitigen Belange umfassend, es stützt sich auf sorgfältige persönliche 
Untersuchungen der Explorandin, es berücksichtigt die geklagten Beschwerden und es ist in 
Kenntnis der Vorakten abgegeben worden. Die involvierten Gutachter setzen sich überzeugend 
mit den abweichenden Einschätzungen der behandelnden Ärzte auseinander. Inhaltlich ist das 
Gutachten widerspruchsfrei und es leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammen-
hänge bzw. der Beurteilung der medizinischen Situation ein. Das gerichtliche Gutachten hat na-

 

 
 
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mentlich die im psychiatrischen Vorgutachten fehlende Prüfung der Standardindikatoren nachge-
holt und die in beiden Vorgutachten erwähnte Aggravation wissenschaftlich verifiziert und bestä-
tigt.  
 
7.3 Was die Beschwerdeführerin vorbringt, vermag die ausschlaggebende Beweiskraft der 
Gerichtsexpertise nicht in Frage zu stellen.  
 
7.3.1 Sie beruft sich bei ihrer Kritik in erster Linie auf Berichte ihrer behandelnden Ärzte. So 
stützt sie sich in ihrer Argumentation einerseits auf den Bericht des behandelnden Psychologen 
Dipl. Psych. G.____ vom 13. Oktober 2023. Hierzu ist vorab festzuhalten, dass es sich bei Herrn 
G.____ um einen Psychologen und nicht um einen psychiatrischen Facharzt handelt. Überdies 
beruft er sich zur Stützung seiner abweichenden Einschätzung auf fachärztliche Berichte aus den 
Jahren 2014 bis 2016, ohne sich zum aktuellen Zustand oder zu der ausführlichen Besprechung 
der Diagnosen durch den psychiatrischen Gerichtsgutachter (vgl. insbesondere S. 36 bis 39 des 
psychiatrischen Teilgutachtens) zu äussern. Das klagsame, aggravatorische Verhalten versucht 
der behandelnde Psychologe mit negativen Erfahrungen der Versicherten in Begutachtungssitu-
ationen und der psychiatrischen Symptomatik zu erklären, ohne sich jedoch mit den im Gerichts-
gutachten ausgeführten Kriterien des Malingering auseinanderzusetzen. Insgesamt stützt sich 
die Einschätzung von Dipl. Psych. G.____ lediglich auf die subjektiven Angaben der Versicherten 
und vermag die fachpsychiatrische Einschätzung nicht in Frage zu stellen. Die Tonaufnahme des 
psychiatrischen Explorationsgesprächs lässt überdies keinerlei Rückschlüsse auf eine konfron-
tative oder unangenehme Untersuchungssituation zu. Sofern die Beschwerdeführerin eine 
schmerzmedizinische Begutachtung beantragt, ist ihr entgegenzuhalten, dass die Schmerzsymp-
tomatik im psychiatrischen Teilgutachten hinreichend gewürdigt und nachvollziehbar eingeordnet 
wurde. Aufgrund des festgestellten aggravierenden Verhaltens der Beschwerdeführerin während 
der Exploration kann nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung überdies ohne Verletzung des 
Untersuchungsgrundsatzes auf weitere medizinische Abklärungen verzichtet werden (vgl. Urteil 
des Bundesgerichts vom 15. Juni 2020, 9C_836/2019, E. 4.3 mit Hinweisen). 
 
7.3.2 Auch die mit Bericht vom 17. Oktober 2023 von Dr. H.____ vorgebrachte Kritik am Ge-
richtsgutachten vermag nicht zu überzeugen. Entgegen seinen Ausführungen ist die Frage, ob 
die Spondylolyse in einem kausalen Zusammenhang mit dem erlittenen Verhebetrauma steht, im 
vorliegenden IV-Verfahren nicht von Relevanz. Im Weiteren ist auch unerheblich, ob die erlittenen 
Spondylolyse eine Fraktur im medizinischen Sinne darstellt, zumal das Gerichtsgutachten die 
operativ versorgte Spondylolyse und die damit zusammenhängenden rezidivierenden Lumbo-
ischialgien durchaus als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit anerkennen. Die da-
malige Operationsindikation wird von den Gutachtern zwar in Frage gestellt, bei der Festlegung 
des Zumutbakeitsprofils wird der entsprechenden gesundheitlichen Situation jedoch ausführlich 
Rechnung getragen. Die weiteren Einwände von Dr. H.____ betreffen namentlich die psychiatri-
sche Situation und sind damit fachfremd. Indessen kann festgehalten werden, dass die Diagno-
sen einer posttraumatischen Belastungsstörung, einer komplexen posttraumatischen Belas-
tungsstörung sowie einer Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung im psychiatrischen 
Teilgutachten auf den Seiten 37 und 38 durchaus diskutiert und mit nachvollziehbarer und schlüs-
siger Begründung verworfen werden.  

 

 
 
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7.3.3 Sofern sich die Beschwerdeführerin auf die Berichte des neu behandelnden Orthopäden 
Dr. I.____ beruft, kann ihr ebenfalls nicht gefolgt werden. Zwar stellt dieser das im Gerichtsgut-
achten definierte Zumutbarkeitsprofil unter anderem unter Hinweis auf eine beginnende Coxarth-
rose im rechten Hüftgelenk in Frage. Diese Kritik wird indessen nicht mit tatsächlichen funktiona-
len Einschränkungen der Versicherten begründet. Auffallend ist überdies, dass Dr. I.____ keine 
operative, physiotherapeutische oder analgetische Behandlungsindikation für die Hüftproblematik 
erkennt und blosses Zuwarten empfiehlt. Unter diesen Gesichtspunkten vermag seine Behaup-
tung, der Beschwerdeführerin sei eine angepasste Tätigkeit in Wechselbelastung und mit inter-
mittierenden Pausen nicht vollschichtig zumutbar, nicht zu überzeugen. Vielmehr kann ohne Wei-
teres davon ausgegangen werden, dass der – im Übrigen bloss beginnenden – Hüftarthrose mit 
dem definierten Verweisprofil genügend Rechnung getragen wird. Damit kann auch auf eine wei-
tere orthopädische Begutachtung verzichtet werden (antizipierte Beweiswürdigung, BGE 141 I 64 
E. 3.3, 124 V 94 E. 4b, 122 V 162 E. 1d, 119 V 344 E. 3c in fine mit Hinweisen). Im Übrigen ist 
darauf hinzuweisen, dass die neu diagnostizierte Cox-Arthrose einen Gesundheitsschaden dar-
stellt, der augenscheinlich nach dem massgeblichen Verfügungszeitpunkt am 1. Oktober 2021 
eingetreten ist, womit er im vorliegenden Verfahren ohnehin nicht zu beurteilen wäre (vgl. E. 2 
hiervor). 
 
7.3.4 Der kurzfristig am 22. Januar 2024 eingereichte Bericht von Dr. J.____ vom 11. Oktober 
2023 enthält im Wesentlichen dieselben Befunde, die im Gerichtsgutachten berücksichtigt wur-
den. So stellt auch der neu behandelnde Rheumatologe fest, dass keine entzündlich-rheumati-
sche Erkrankung vorliege. Betreffend die Schmerzsituation stützt sich Dr. J.____ hauptsächlich 
auf die subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin, ohne eine Konsistenzprüfung vorzuneh-
men. Seine letztlich unbegründete Auffassung, dass die Versicherte «massiver beeinträchtigt 
sei» als im Gerichtgutachten berücksichtigt, verfängt deshalb nicht. Der RAD-Arzt Dr. K.____ hat 
in seiner ausführlichen Stellungnahme vom 30. Januar 2024 im Übrigen zu allen Einwänden des 
Rheumatologen Stellung genommen und diese nachvollziehbar zurückgewiesen. Darauf kann 
verwiesen werden.  
 
7.4 Insgesamt sind nach dem Ausgeführten keine Gründe ersichtlich, die Anlass geben 
könnten, die Ergebnisse des gerichtlichen Gutachtens der ZVMB in Frage zu stellen oder gar 
davon abzuweichen. Die Gerichtsexpertise lässt eine zuverlässige Beurteilung des Gesundheits-
zustandes und der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin zu, weshalb darauf abzustellen ist. 
Demnach ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführerin eine leidensangepasste, körper-
lich leichte, wechselbelastende Tätigkeit in wechselnder Körperhaltung mit möglichen Pausen 
ganztägig und ohne Leistungsminderung zumutbar ist. Damit resultiert letztlich eine höhere Ar-
beitsfähigkeit als bisher angenommen, was indessen im gutachterlichen Ermessen liegt.  
 
8. Die Abklärung der Einschränkungen im Haushalt und die Anwendung der gemischten 
Methode werden von der Beschwerdeführerin zu Recht nicht beanstandet. Es ist folglich davon 
auszugehen, dass sie in der Zeit vom 13. Oktober 2012 bis 17. Juli 2017 im Aufgabenbereich 
nicht eingeschränkt gewesen ist. 

 

 
 
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9.1 Die Beschwerdegegnerin hat in ihrer Verfügung vom 1. Oktober 2021 einen Einkom-
mensvergleich vorgenommen. Dabei hat sie das Valideneinkommen anhand der Angaben der 
ehemaligen Arbeitgeberin und das Invalideneinkommen anhand der Tabelle TA1 der Schweize-
rischen Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik (LSE) 2014, Privater Sektor Total, 
Spalte Frauen, Kompetenzniveau 1, ermittelt. Die Beschwerdeführerin beanstandet – zu 
Recht – weder das ermittelte Valideneinkommen noch den ermittelten Grundwert für das Invali-
deneinkommen. An der für das Invalideneinkommen herangezogenen LSE-Tabelle ändert sich 
durch das neu definierte Zumutbarkeitsprofil nichts, da der ausgeglichene Arbeitsmarkt (Art. 16 
ATSG) von seiner Struktur her einen Fächer verschiedenartiger Stellen offenhält, und zwar so-
wohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie auch 
hinsichtlich des körperlichen Einsatzes (BGE 110 V 273 E. 4b S. 276; ZAK 1991 S. 318 E. 3b). 
Zu beurteilen ist jedoch das Vorbringen der Beschwerdeführerin, wonach beim Invalideneinkom-
men ein leidensbedingter Abzug von mindestens 23% vorzunehmen sei.  
 
9.2 Gegebenheiten, welche einen Abzug vom Tabellenlohn rechtfertigen könnten, sind vor-
liegend nicht ersichtlich. Die gesundheitlichen Beeinträchtigungen sind bereits im leidensange-
passten Tätigkeitsprofil berücksichtigt. Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung wirken sich 
überdies im Kompetenzniveau 1 der Aufenthaltsstatus, die Nationalität sowie die fehlende Be-
rufserfahrung nicht lohnmindernd aus (Urteile des Bundesgerichts vom 2. September 2019, 
9C_323/2019, E. 4.2, vom 24. August 2018, 9C_857/2017, E. 4.3, vom 11. Dezember 2017, 
8C_579/2017, E. 7.4.2, je mit Hinweisen; vgl. BGE 146 V 16 E. 5, 126 V 75 E. 5a/cc). Ein Abzug 
vom Tabellenlohn ist deshalb nicht vorzunehmen.  
 
9.3 Setzt man im Einkommensvergleich die – nunmehr einem 100%-Pensum entsprechen-
den – Invalideneinkommen den korrekt ermittelten Valideneinkommen gegenüber, resultiert ein 
rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 21.3% bzw. 12%. Damit hat die Beschwerdegegne-
rin einen Rentenanspruch der Beschwerdeführerin zu Recht verneint. Die Beschwerde ist nach 
dem Ausgeführten abzuweisen. 
 
10.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Be-
willigung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert 
im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Vorliegend ist dem Kantonsgericht ein über-
durchschnittlich hoher Verfahrensaufwand entstanden, weshalb es sich rechtfertigt, die Verfah-
renskosten auf den gemäss bundesrechtlichem Kostenrahmen maximal zulässigen Betrag von 
Fr. 1'000.-- festzusetzen. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der 
unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist die Beschwerdefüh-
rerin unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihr zu auferlegen sind. Der Beschwer-
deführerin ist nun allerdings mit Verfügung vom 2. Dezember 2021 die unentgeltliche Prozess-
führung bewilligt worden, weshalb die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genom-
men werden. 
 

10.2.1  Im Zusammenhang mit den Kosten für gerichtliche Abklärungen ist Art. 45 Abs. 1 ATSG 
zu beachten. Dieser Bestimmung zufolge hat der Versicherungsträger die Kosten der Abklärung 

 

 
 
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zu übernehmen, soweit er die Massnahmen angeordnet hat. Hat er keine Massnahmen veran-
lasst, so hat er deren Kosten dennoch zu übernehmen, wenn die Massnahmen für die Beurteilung 
des Anspruchs unerlässlich waren oder Bestandteil nachträglich zugesprochener Leistungen bil-
den. Wie das Bundesgericht in BGE 137 V 210 entschieden hat, sind in jenen Fällen, in denen 
zur Durchführung der vom Gericht als notwendig erachteten Beweismassnahme an sich eine 
Rückweisung in Frage käme, eine solche indessen mit Blick auf die Wahrung der Verfahrensfair-
ness entfällt, die Kosten der durch das Gericht in Auftrag gegebenen Begutachtung den IV-Stellen 
aufzuerlegen. Dies sei, so das Bundesgericht weiter, mit der zitierten Bestimmung von Art. 45 
Abs. 1 ATSG durchaus vereinbar (vgl. BGE 137 V 210 E. 4.4.2). In BGE 139 V 496 hat das 
Bundesgericht präzisierend Kriterien aufgestellt, die bei der Beurteilung der Frage, ob die Kosten 
eines Gerichtsgutachtens der Verwaltung auferlegt werden können, zu berücksichtigen sind. Es 
erwog, es müsse ein Zusammenhang bestehen zwischen dem Untersuchungsmangel seitens 
der Verwaltung und der Notwendigkeit, eine Gerichtsexpertise anzuordnen. Dies sei namentlich 
in folgenden Konstellationen der Fall: Wenn ein manifester Widerspruch zwischen den verschie-
denen, aktenmässig belegten ärztlichen Auffassungen bestehe, ohne dass die Verwaltung diesen 
durch objektiv begründete Argumente entkräftet habe; wenn die Verwaltung zur Klärung der me-
dizinischen Situation notwendige Aspekte unbeantwortet gelassen oder wenn sie auf eine Exper-
tise abgestellt habe, welche die Anforderungen an eine medizinische Beurteilungsgrundlage nicht 
erfülle (vgl. BGE 125 V 351 E. 3a). Wenn die Verwaltung dagegen den Untersuchungsgrundsatz 
respektiert und ihre Auffassung auf objektive konvergente Grundlagen oder auf die Ergebnisse 
einer rechtsgenüglichen Expertise gestützt habe, sei die Überbindung der Kosten des erstinstanz-
lichen Gerichtsgutachtens an sie nicht gerechtfertigt, aus welchen Gründen dies auch immer er-
folge (zum Beispiel aufgrund der Einreichung neuer Arztberichte oder eines Privatgutachtens; 
zum Ganzen: BGE 139 V 496 E. 4.4 mit Hinweisen). 
 
10.2.2 Vorliegend ist das Kantonsgericht anlässlich der Urteilsberatung vom 4. August 2022 
zum Ergebnis gelangt, dass ein Sachentscheid gestützt auf die damals vorhandene Aktenlage 
nicht möglich war. Hintergrund bildete der Umstand, dass die rheumatologische Beurteilung von 
Dr. E.____ in Bezug auf die Diagnosestellung und den Heilverlauf Ungereimtheiten und Lücken 
aufwies und nicht zu überzeugen vermochte. Bei der psychiatrischen Beurteilung fehlte sowohl 
die Auseinandersetzung mit einer mehrfach gestellten Diagnose als auch eine Überprüfung der 
Standardindikatoren bzw. eine Beurteilung der Inkonsistenzen. Ferner wies auch die Konsens-
besprechung Mängel auf (vgl. zum Ganzen: Beschluss vom 4. August 2022, E. 5.3 hiervor). Da 
auch die übrigen bei den Akten liegenden medizinischen Berichte keine verlässliche Entschei-
dungsgrundlage bildeten, waren die Abklärungsergebnisse aus dem Verwaltungsverfahren hin-
sichtlich des Diagnosebilds und den daraus resultierenden funktionellen Einbussen mit Auswir-
kung auf das Leistungsvermögen unklar und nicht ausreichend beweiskräftig. Demnach wies das 
Verwaltungsverfahren Untersuchungsmängel auf, die eine ergänzende Abklärung mittels einer 
Gerichtsexpertise notwendig machten. Dafür spricht letztlich auch, dass die beauftragten Gutach-
ter die medizinische Abklärung in weiteren Fachdisziplinen als notwendig erachteten. Im Lichte 
der geschilderten bundesgerichtlichen Rechtsprechung sind die resultierenden Kosten für die po-
lydisziplinäre Begutachtung, welche sich auf insgesamt Fr. 24'732.10 belaufen (vgl. Honorar-
rechnung vom 22. September 2023), der IV-Stelle aufzuerlegen.  
 

 

 
 
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10.3 Gemäss Art. 61 lit. g Satz 1 ATSG hat nur die obsiegende Beschwerde führende Person 
Anspruch auf Ersatz ihrer Parteikosten. Dem Prozessausgang entsprechend ist der Beschwer-
deführerin keine Parteientschädigung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Da der Beschwer-
deführerin mit Verfügung vom 2. Dezember 2021 jedoch auch die unentgeltliche Verbeiständung 
mit ihrer Rechtsvertreterin bewilligt wurde, ist diese für ihre Bemühungen aus der Gerichtskasse 
zu entschädigen. Die Rechtsvertreterin der Versicherten ist mit Verfügungen des Kantonsgerichts 
vom 21. Dezember 2021 und 7. Dezember 2023 aufgefordert worden, innert unerstreckbarer 14-
tägiger Frist ihre detaillierte Honorarnote nach Zeitaufwand einzureichen. Gleichzeitig ist sie da-
rauf hingewiesen worden, dass das Honorar nach Ermessen festgesetzt werde, falls bis zum 
genannten Termin keine Honorarnote eingehen sollte. In der Folge hat die Rechtsvertreterin 
keine Kostennoten eingereicht, sodass das Honorar ankündigungsgemäss nach richterlichem Er-
messen festzusetzen ist. In Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen, der 
von der Rechtsvertreterin erbrachten Bemühungen und im Quervergleich zu Parteientschädigun-
gen, die vom Kantonsgericht in der Vergangenheit in vergleichbaren invalidenversicherungsrecht-
lichen Beschwerdeverfahren mit Anordnung eines gerichtlichen Gutachtens zugesprochen wor-
den sind, erscheint es angemessen, das Honorar der Rechtsvertreterin auf der Basis eines Zeit-
aufwands von insgesamt 15 Stunden festzusetzen. Die Bemühungen sind zu dem in § 3 Abs. 2 
der Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwälte vom 17. November 2003 festgesetzten Ansatz 
bei unentgeltlicher Verbeiständung von Fr. 200.-- pro Stunde zu entschädigen. Der Rechtsvertre-
terin der Beschwerdeführerin ist demnach ein Honorar in der Höhe von Fr. 3'231.-- (15 Stunden 
à Fr. 200.-- zuzüglich 7,7% Mehrwertsteuer) auszurichten.  
 
10.4 Die Beschwerdeführerin wird ausdrücklich auf § 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Or-
ganisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 aufmerksam gemacht, wonach eine Partei, 
der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie 
dazu in der Lage ist. 
 
 

  

 

 
 
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Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen.  

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'000.-- werden der Be-
schwerdeführerin auferlegt.  

Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung werden die Ver-
fahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen.  

 3. Die Kosten der gerichtlichen Begutachtung in der Höhe von 
Fr. 24'732.10 werden der IV-Stelle Basel-Landschaft auferlegt.  

 4. 

 

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.  

Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständung wird der 
Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin ein Honorar in der Höhe von 
Fr. 3'231.-- (inklusive Auslagen und 7,7% Mehrwertsteuer) aus der Ge-
richtskasse ausgerichtet.  

 
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