# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8843b4f0-1591-5496-8c2c-6c8c62ac44b5
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-02-09
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 09.02.2018 200 2016 519
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2016-519_2018-02-09.pdf

## Full Text

200 16 519 IV
KNB/COC/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 9. Februar 2018

Verwaltungsrichter Knapp, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Ackermann, Verwaltungsrichterin Fuhrer
Gerichtsschreiberin Collatz

A.________
vertreten durch B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 29. April 2016

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Feb. 2018, IV/16/519, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1958 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich am 30. März 2008 insbesondere unter Hinweis auf eine „Kör-
pererschöpfung“, Muskelschwäche, Schwindel, Schmerzen sowie ein ge-
schwächtes Immunsystem bei der Invalidenversicherung (IV) zum Leis-
tungsbezug an (Akten der IV, Antwortbeilage [AB] 1). Daraufhin führte die 
IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) medizinische und erwerbli-
che Erhebungen durch. Dabei liess sie die Versicherte durch Dr. med. 
C.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, begutachten 
(Gutachten vom 10. Mai 2010; AB 52.1). Gestützt darauf stellte die IVB mit 
Vorbescheid vom 7. Juni 2010 (AB 53) mangels invalidisierenden Gesund-
heitsschadens die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht. 

Nachdem sich die Versicherte damit nicht einverstanden erklärt hatte 
(AB 62), führte die IVB weitere medizinische Erhebungen durch. Dabei ver-
anlasste sie insbesondere eine polydisziplinäre (internistische, psychiatri-
sche, rheumatologische, endokrinologische) Begutachtung durch die 
Fachärzte der D.________ (MEDAS; Gutachten vom 19. Juli 2012; 
AB 89.1; vgl. auch Stellungnahme zum Gutachten vom 10. Dezember 
2012; AB 103). Nach Einholung einer Stellungnahme des Regionalen Ärzt-
lichen Dienstes (RAD; AB 105 und 110) stellte die IVB der Versicherten mit 
Vorbescheid vom 10. April 2013 (AB 111) bei einem ermittelten Invali-
ditätsgrad (IV-Grad) von 58% die Zusprache einer vom 1. April 2010 bis am 
31. August 2011 befristeten halben IV-Rente in Aussicht. Dagegen vernein-
te sie einen Rentenanspruch für die Zeit ab dem 1. September 2011. Mit 
diesem Vorbescheid zeigte sich die Versicherte nicht einverstanden (AB 
117). Daraufhin veranlasste die IVB auf Anraten des RAD (AB 120 und 
121) eine (Nach)Begutachtung durch den rheumatologischen Gutachter der 
MEDAS (Gutachten vom 26. Februar 2014; AB 132.1). 

Mit Vorbescheid vom 23. Juni 2014 (AB 133) stellte die IVB bei einem er-
mittelten IV-Grad von 58% wiederum die Zusprache einer vom 1. April 
2010 bis am 31. August 2011 befristeten halben IV-Rente in Aussicht und 

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verneinte für die Zeit ab dem 1. September 2011 einen Rentenanspruch. 
Damit zeigte sich die Versicherte erneut nicht einverstanden (AB 138; vgl. 
auch AB 158). Nach Einholung einer Stellungnahme des rheumatologi-
schen Gutachters der MEDAS (AB 150.1) und diversen Stellungnahmen 
des RAD (AB 153, 154, 164, 165) sprach die IVB mit Verfügung vom 
29. April 2016 (AB 168) – wie im Vorbescheid angekündigt – eine vom 
1. April 2010 bis am 31. August 2011 befristete halbe IV-Rente zu.

B.

Hiergegen liess die Versicherte am 30. Mai 2016 Beschwerde erheben und 
die kostenfällige Aufhebung der angefochtenen Verfügung sowie die 
Rückweisung an die IVB zur Durchführung eines polydisziplinären Gutach-
tens in den Disziplinen Infektiologie, Endokrinologie, Orthopädie, Rheuma-
tologie, Neuropsychologie und Innere Medizin beantragen. Eventualiter sei 
die Verfügung aufzuheben und der Beschwerdeführerin ab September 
2007 sowie in der Zeit vom 1. Mai 2010 bis 31. August 2011 mindestens 
eine Dreiviertelsrente und auch danach eine Teilrente der IV auszurichten.

In der Beschwerdeantwort schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung 
der Beschwerde. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-

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anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 29. April 2016 
(AB 168). Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch der Beschwerde-
führerin.

In anfechtungs- und streitgegenständlicher Hinsicht liegt ein Rechtsverhält-
nis vor, wenn rückwirkend eine abgestufte und/oder befristete IV-Rente 
zugesprochen wird. Wird nur die Abstufung oder die Befristung der Leis-
tungen angefochten, wird damit die richterliche Überprüfungsbefugnis nicht 
in dem Sinne eingeschränkt, dass die unbestritten gebliebenen Rentenbe-
zugszeiten von der richterlichen Prüfung ausgenommen blieben (BGE 125 
V 413; AHI 2001 S. 278 E. 1a). Folglich ist vorliegend der grundsätzliche 
Anspruch auf eine IV-Rente, unter Einschluss der vom 1. April 2010 bis am 
31. August 2011 befristet zugesprochenen halben IV-Rente, zu prüfen.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

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2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können auch 
solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Die Sachverständigen sollen die Diagnose so begründen, dass die 
Rechtsanwender nachvollziehen können, ob die klassifikatorischen Vorga-
ben tatsächlich eingehalten sind (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 141 V 
281 E. 2.1.1 S. 285). Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung erfolgt 
die Prüfung, ob ein psychischer Gesundheitsschaden eine rentenbegrün-
dende Invalidität zu bewirken vermag, schliesslich anhand eines strukturier-
ten normativen Prüfungsrasters (Entscheid des Bundesgerichts [BGer vom 
30. November 2017, 8C_130/2017 [zur Publikation vorgesehen] E. 7, 
BGE 141 V 281 E. 4.1 S. 296 ff.). Die Anerkennung eines rentenbegrün-
denden IV-Grades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen 
der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im 
Einzelfall anhand von Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei 
mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind 
(BGE 141 V 281 E. 6 S. 308). Dies gilt für sämtliche psychischen Störun-
gen (Entscheid des BGer vom 30. November 2017, 8C_130/2017, E. 7.2 
[zur Publikation vorgesehen]).

2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem IV-Grad 
von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem 
IV-Grad von mindestens 40% ein solcher auf eine Viertelsrente.

2.3 Für die Bestimmung des IV-Grades wird das Erwerbseinkommen, 
das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durch-

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führung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmass-
nahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeits-
marktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, 
das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 
ATSG).

2.4 Um den IV-Grad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und 
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu be-
urteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 
welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind 
ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, 
welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können 
(BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99). 

2.5 Bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten 
IV-Rente sind die für die Rentenrevision geltenden Bestimmungen analog 
anzuwenden (BGE 109 V 125 E. 4a S. 127; AHI 1998 S. 121 E. 1b). 

Ändert sich der IV-Grad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers 
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die 
Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 
Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung 
in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den IV-Grad und damit 
den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb nicht 
nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, son-
dern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen 
(oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) 
des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert 
haben. Dazu gehört die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit aufgrund einer 
Angewöhnung oder Anpassung an die Behinderung. Ein Revisionsgrund ist 
ferner unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine andere Art der 
Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine Wandlung des 
Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 10, 130 V 343 
E. 3.5 S. 349).

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3.

3.1 Bezüglich der Arbeits- und Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführe-
rin finden sich in den Akten insbesondere folgende Angaben:

3.1.1 Prof. Dr. med. E.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin 
und für Allergologie und klinische Immunologie, diagnostizierte im Bericht 
vom 18. Januar 2008 (AB 8 S. 27 ff.) ein depressives Syndrom, eine la-
bormässige Konstellation eines Common variable immunodeficiency Syn-
droms (CVID), eine Hashimoto Thyreoiditis, eine Atopie, eine intermittie-
rende Diarrhoe und Gelenksbeschwerden. Die Beschwerdeführerin leide 
praktisch alle 14 Tage an grippe-ähnlichen Symptomen mit Gliederschmer-
zen, Kopfweh und retrosternalen Augenschmerzen (S. 27). Das eigentliche 
Leitsymptom eines Antikörpermangels, die rezidivierenden Infekte, fehle. 
Trotzdem könnte im Zusammenhang mit der Autoimmun-Thyreoiditis und 
den „wandernden“ Gelenkschmerzen eine gewisse Immuninkompetenz 
bestehen, wobei aber das Ausmass nicht sehr gravierend sei (S. 28). Zu-
sammenfassend sei davon auszugehen, dass es sich um ein depressives 
Syndrom handle, das durchaus im Zusammenhang mit der nicht verarbeite-
ten Trennung im Jahr 2000 zu beurteilen sei (S. 29).

3.1.2 Dr. med. F.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und 
für Rheumatologie, diagnostizierte im Bericht vom 24. April 2008 (AB 29 S. 
10 f.) Polyarthralgien unklarer Denomination, ein rezidivierendes lumbover-
tebrales bis sakrales und zervikovertebrales bis thorakales Schmerzsyn-
drom sowie eine beginnende Arthrose des rechten Hüftgelenks, wenig links 
(S. 10). Die wandernden Arthralgien bis Periarthralgien verbunden mit grip-
peähnlichen Symptomen, die seit Jahren rezidivierten und subjektiv mit 
Schwellungen im Bereich der Hände verbunden seien, könnten nicht objek-
tiviert werden. Die weiterführenden Abklärungen zeigten insbesondere ein 
normales Röntgenbild der Hände sowie insgesamt keine Hinweise für ein 
entzündlich-rheumatologisches Leiden. Die von der Beschwerdeführerin 
immer wieder erwähnte Borreliose sei nicht weiter abgeklärt worden. Hin-
weise für eine radikuläre Reiz- oder Kompressionssymptomatik bestünden 
nicht. Insgesamt bestehe ein umfassendes und vielseitiges Beschwerde-
bild, das bei depressivem Syndrom durchaus psychosomatische Anteile 
beinhalten könnte (S. 11).

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3.1.3 Dr. med. G.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, 
diagnostizierte im zuhanden der Taggeldversicherung der Beschwerdefüh-
rerin erstellten Gutachten vom 27. November 2008 (AB 32) eine hypochon-
drische Störung (ICD-10 F45.2), welche durch diverse körperliche Be-
schwerden (Atopien, asthmatische Beschwerden, Magen-Darm-Be-
schwerden, Globusgefühl, rheumatologische Beschwerden) gekennzeich-
net sei, die zumindest teilweise als psychogen verursacht zu betrachten 
seien. Die Beschwerdeführerin fixiere sich vollkommen auf die hypochon-
drischen Beschwerden, ohne dass sie eine Psychogenese zulasse. Die 
Ursache liege in einer kombinierten Persönlichkeitsstörung, umfassend 
abhängige, ängstlich-vermeidende und histrionische Persönlichkeitszüge 
(ICD-10 F61.0), welche Jahrzehnte lang vorbestehend sei (S. 8). Die aktu-
ell nachweisbare Psychopathologie wirke schwergradig, sodass sich dar-
aus eine Arbeitsunfähigkeit rechtfertigen lasse. Allerdings sei der Be-
schwerdeführerin eine Arbeitswiederaufnahme in einem Teilzeitpensum 
zumutbar, sobald eine Stärkung ihrer Persönlichkeit resp. eine Linderung 
der hypochondrischen Beschwerden erfolgt sei. Deshalb empfahl der Gut-
achter die Durchführung einer stationären Behandlung (S. 9). Danach sollte 
eine Arbeitsaufnahme insbesondere in der Tätigkeit im … zu 50% wieder 
möglich sein (S. 10).

3.1.4 Dr. med. H.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und 
für Endokrinologie-Diabetologie, diagnostizierte im Bericht vom 28. No-
vember 2008 (AB 29 S. 1 ff.) insbesondere ein Erschöpfungssyndrom, eine 
Hashimoto Thyreoiditis sowie eine Früharthrose Hüfte rechts, weniger aus-
geprägt Hüfte links. Ferner attestierte er ab dem 28. September 2007 bis 
auf weiteres eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit (S. 1 und 3). Es bestehe ein 
absoluter Erschöpfungszustand, getriggert möglicherweise durch eine 
Virusinfektion, plurifaktoriell bedingt. Dies äussere sich so, dass auch ein-
fachere und mittlere körperliche Arbeiten aktuell absolut nicht denkbar sei-
en (S. 3). Im weiteren Verlauf bestätigte der Arzt das Bestehen einer 100%-
igen Arbeitsunfähigkeit (AB 40 S. 1, 65).

3.1.5 Dr. med. F.________ diagnostizierte im Bericht vom 7. Mai 2009 
(AB 40 S. 2 f.) neu eine PHS tendinotica Schulter rechts. Seit einem Sturz 
von Ende März (recte: 15. April 2009; AB 74.1) bestünden insbesondere 

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Schmerzen im Schulterbereich rechts (S. 2). Die Befunde ergäben eine 
Impingementsituation subakromial. Weiter finde sich eine diskrete Proble-
matik im Bereich der langen Bizepssehne. Aktuell seien keine sicheren 
Hinweise auf eine Rotatorenmanschettenruptur auszumachen. Radiolo-
gisch fänden sich durchaus normale Befunde (S. 3).

3.1.6 Nachdem die Beschwerdeführerin zur Schadenminderung aufgefor-
dert worden war (AB 37), begab sie sich vom 29. Mai bis 25. Juni 2009 in 
stationäre psychiatrische Behandlung in der Klinik P.________. Letztere 
diagnostizierte im Bericht vom 25. August 2009 (AB 41) mit Auswirkungen 
auf die Arbeitsfähigkeit eine ängstlich-depressive Entwicklung, aktuell mit-
telgradige depressive Episode (ICD-10 F43.22, 32.1), somatoforme Funkti-
onsstörungen (ICD-10 F45.3) und anamnestisch eine Neurasthenie (ICD-
10 F48.8; S. 2). Während des Klinkaufenthaltes sei kein wirksames thera-
peutisches Arbeitsbündnis zustande gekommen, womit die Hospitalisation 
weitgehend erfolglos geblieben sei (S. 4). Der Gesundheitszustand bei Kli-
nikaustritt lasse Eingliederungsmassnahmen bei der weiterbestehenden 
Arbeitsunfähigkeit als wenig erfolgversprechend erscheinen. Gleichzeitig 
ergäben sich aus dem kurzen Klinikaufenthalt zu wenig umfassende Infor-
mationen, um der komplexen Situation gerecht werden zu können (S. 6).  

3.1.7 Daraufhin fand eine psychiatrische Begutachtung durch Dr. med. 
C.________ statt. Dieser stellte im Gutachten vom 10. Mai 2010 (AB 52.1) 
keine Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit. Ohne Auswir-
kung auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierte er eine Neurasthenie (ICD-10 
F48.0) und eine Somatisierungsstörung (ICD-10 F45.0; S. 8). Die von der 
Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden hätten – ausser der beste-
henden Hüftarthrose und der PHS der Schulter – somatisch nicht objekti-
viert werden können. Diesbezüglich müsse von einer psychischen Überla-
gerung ausgegangen werden. Eine depressive Störung liege mangels de-
pressiver Symptome nicht vor (S. 9). Der Beschwerdeführerin könne es 
zugemutet werden, trotz der geklagten Beschwerden die nötige Willensan-
strengung aufzubringen, um ganztags einer beruflichen Tätigkeit nachzu-
gehen (S. 10). 

3.1.8 Dr. med. F.________ führte im Bericht vom 19. November 2010 (AB 
74.4 S. 5 f.) aus, im Verlauf habe sich aus dem PHS tedinotika eine „Fro-

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zen Shoulder“ entwickelt, die sich zurzeit wiederum gebessert habe. Die 
Schmerzen hätten sich wesentlich reduziert. Die Beschwerdeführerin sei 
für Arbeiten als … und als … sicher zurzeit stark eingeschränkt. Ein Ar-
beitsversuch mit reduziertem Pensum sei jedoch sinnvoll. Dabei sollten die 
durchgeführten Arbeiten nicht über die Horizontale gehen und kein Heben 
schwerer Lasten beinhalten (S. 5).

3.1.9 Die Fachärzte der MEDAS diagnostizierten im polydisziplinären 
Gutachten vom 19. Juli 2012 (AB 89.1) mit Auswirkungen auf die Arbeits-
fähigkeit ein Impingement Syndrom der rechten Schulter (ICD-10 M75.4) 
und eine regrediente „Frozen Shoulder“ rechts (ICD-10 M75.0). Ohne Aus-
wirkungen auf die Arbeitsfähigkeit führten sie insbesondere eine undiffe-
renzierte Somatisierungsstörung (ICD-10 45.1), eine Neurasthenie (ICD-10 
F48.0), eine Hashimoto-Thyreoiditis und ein panvertebrales Schmerz-
syndrom an (S. 34 f. Ziff. 6; vgl. auch AB 89.3 S. 12 Ziff. 3).

Aus psychiatrischer Sicht könne die vordiagnostizierte hypochondrische 
Störung mangels Überzeugung, an einer bestimmten Krankheit zu leiden, 
nicht aufrechterhalten werden. Anhaltspunkte für eine Persönlichkeitss-
törung bestünden nicht. Zwar sei die Beschwerdeführerin rigide und hyper-
nom mit einer Neigung zum Perfektionismus. Die Abweichung der Persön-
lichkeitsstruktur von der Mehrheit der Bevölkerung falle allerdings nicht 
erheblich genug aus (S. 25). Am meisten fielen die Diskrepanzen zwischen 
den beklagten Beschwerden und dem objektiven Befund auf. Die Be-
schwerdeführerin klage über schnelle Ermüdbarkeit und rasche Erschöpf-
barkeit, präsentiere sich aber aktiv, agil, sthenisch und ohne Ermüdungser-
scheinungen. Deshalb könne die Meinung von Dr. med. C.________, dass 
die Beschwerdeführerin Defizite aufweise, die ausschliesslich in ihrer sub-
jektiven Wahrnehmung vorhanden seien, vollumfänglich geteilt werden. In 
Abwesenheit von signifikanten Komorbiditäten sei es der Beschwerdeführe-
rin möglich, zur Überwindung der beklagten Sensationen eine zumutbare 
Willensanstrengung aufzubringen. Aus psychiatrischer Sicht bestehe eine 
volle Arbeitsfähigkeit (S. 26 f.). Aus rheumatologischer Sicht zeige sich bei 
unauffälliger Beweglichkeit der gesamten Wirbelsäule eine leichtgradige 
Verspannung mit Betonung im zervikalen Bereich der paravertebralen 
Muskulatur. Hinweise auf eine Kompression von Nervenwurzeln fänden 

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sich nicht. Auffällig sei eine ausgeprägte Diskrepanz zwischen dem Aus-
mass der berichteten Beschwerden und den im Wesentlichen unauffälligen 
klinischen Befunden (S. 38). Nach dem Unfall vom 15. April 2009 sei (auf-
grund der Schulterbeschwerden rechts) eine vorübergehende Einschrän-
kung der Arbeitsfähigkeit eingetreten. Zum Zeitpunkt der Begutachtung 
habe sich eine deutliche, wenn auch unvollständige Besserung der Schul-
terfunktion gezeigt. Jedoch seien Überkopfarbeiten sowie körperlich schwe-
re Tätigkeiten, und somit auch die angestammte Tätigkeit als … mit teilwei-
se mittelschweren und schweren Anteilen, nicht mehr zumutbar. Für die 
leichte Tätigkeit als … bestehe aus rheumatologischer Sicht keine relevan-
te Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (S. 32). Aus endokrinologischer Sicht 
wurden keine Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit festgestellt (S. 33 f., 
S. 38). 

Aus interdisziplinärer Sicht kamen die Gutachter zum Schluss, dass die 
körperlich mittelschwere bis schwere Tätigkeit als … aufgrund der seit dem 
Unfall vom 15. April 2009 bestehenden degenerativen Schultererkrankung 
nicht mehr zumutbar sei. In der aktuell ausgeübten Tätigkeit als … – und in 
jeder anderen körperlich leichten bis mittelschweren Tätigkeit ohne die 
Notwendigkeit von Überkopfarbeiten und ohne Kraftanwendung von über 
10kg – sei die Beschwerdeführerin nicht eingeschränkt. Diese Beurteilung 
gelte (spätestens) ab dem Gutachtenszeitpunkt, wobei davon auszugehen 
sei, dass bereits zwischen Januar und Mai 2011 in einer angepassten 
Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit erreicht worden sei (S. 39 - 41).

3.1.10 Dr. med. H.________ führte im Bericht vom 18. Januar 2013 
(AB 104) aus, bei der Beschwerdeführerin hätten sich nach dem Schulter-
trauma massive Beschwerden im Bereich der Halswirbelsäule ausgebildet. 
Aufgrund des – von den MEDAS-Gutachtern nicht erwähnten – ausgepräg-
ten Zervikovertebralsyndroms sei die Beschwerdeführerin sowohl als … 
wie auch als … höchstens zu 20% arbeitsfähig.

3.1.11 Auf Ersuchen der Beschwerdegegnerin nahm der RAD-Arzt 
Dr. med. I.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, für Physika-
lische Medizin und Rehabilitation sowie für Tropen- und Reisemedizin, am 
27. Februar 2013 zum Verlauf der Arbeitsfähigkeit Stellung (AB 110). Ab 
April 2010 bis Januar 2011 sei eine angepasste Tätigkeit gemäss Zumut-

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barkeitsprofil der MEDAS-Gutachter zu 50% zumutbar gewesen. Dies auf-
grund der noch bestehenden Beschwerden und Bewegungseinschränkun-
gen der rechten Schulter. Spätestens seit September 2011 (Zeitpunkt der 
MEDAS-Begutachtung) sei eine angepasste Tätigkeit vollzeitig zumutbar. 

3.1.12 Auf Anraten des RAD (AB 120 und 121) veranlasste die Beschwer-
degegnerin eine (Nach)Begutachtung durch den MEDAS-Rheumatologen, 
Dr. med. J.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für 
Rheumatologie. Dieser diagnostizierte im Gutachten vom 26. Februar 2014 
(AB 132.1) mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ein persistierendes 
myotendinotisches Impingement-Syndrom der rechten Schulter (ICD-10 
M57.4) und eine regrediente „Frozen Shoulder“ rechts (ICD-10 M75.0). 
Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit führte er ein zervikal- und lum-
balbetontes panvertebrales Schmerzsyndrom (ICD-10 M54.2/M54.5) und 
diffuse Polyarthralgien ohne organisches Korrelat (ICD-10 M25.5) an 
(S. 19 f.). Aufgrund sämtlicher klinischen Befunde bestehe kein Hinweis auf 
eine organisch bedingte Einschränkung der HWS. Im Vordergrund stehe 
eine myotendinotische Verspannung der paravertebralen Muskulatur, die 
einen funktionellen Charakter beweise, da sie im Sitzen und im Liegen eine 
unterschiedliche Intensität aufweise (S. 22). Die bildgebend festgestellten 
degenerativen Veränderungen (der HWS) könnten das Ausmass der sub-
jektiven Beschwerden und der vorhandenen muskulären Dysbalance kaum 
erklären (S. 25). Weiter bestätigte der Gutachter das im MEDAS-Gutachten 
vom 19. Juli 2012 erstellte Zumutbarkeitsprofil. Relevante objektivierbare 
Verschlechterungen am Bewegungsapparat liessen sich nicht feststellen 
(S. 27 f.). 

Auf Rückfrage der Beschwerdegegnerin nahm Dr. med. J.________ am 
1. April 2015 nochmals Stellung (AB 150.1). Aus der Aktenlage ergäben 
sich eine Vielzahl von Hinweisen auf das Vorliegen einer psychischen 
(psychosomatischen) Störung und spreche nichts für das Vorliegen einer 
chronischen Borreliose als Ursache der Beschwerden. Die jetzige Argu-
mentation im Einwand (AB 138) sei erneut Ausdruck der Somatisierungs-
störung, indem jeder psychosomatische Zusammenhang in Richtung eines 
rein somatischen (diffusen) Krankheitskonzepts verschoben werde. Die 
behauptete Störung einer chronischen (Neuro-)Borreliose müsste viele 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Feb. 2018, IV/16/519, Seite 13

Jahre zurückreichen. Bei völlig normaler neuropsychologischer Testung 
2009 sei es nicht plausibel, weshalb nun basierend auf dieser (nicht vorlie-
genden) Borreliose eine neuropsychologische Störung eingetreten sein 
sollte (S. 4).

3.1.13 Der RAD-Arzt Dr. med. K.________, Facharzt für Allgemeine Innere 
Medizin und für Rheumatologie, führte im Aktenbericht vom 11. Mai 2015 
(AB 153 S. 12 f.) aus, das Gutachten von Dr. med. J.________ vom 
26. Februar 2014 sei absolut nachvollziehbar und könne nicht beanstandet 
werden. Soweit die Beschwerdeführerin geltend mache, dass bei ihr eine 
chronische Borreliose Stadium 3 bestehe, sei anzumerken, dass eine posi-
tive Borrelienserologie in der Schweiz sehr häufig sei (generell um 10%) 
und nicht jede Serokonversion mit einer Erkrankung einhergehe. Das Sta-
dium 3, welches einer chronischen Neuroborreliose entspreche und sehr 
selten auftrete, gehe z.B. mit einer Enzephalitis, Enzephalomyelitis, 
Menigoenzephalitis und Radikulomyelitis einher. Sämtliche dieser Diagno-
sen seien bei der Beschwerdeführerin nie gestellt worden. Um ein Post-
Lyme-Syndrom mit Beschwerden wie z.B. Kopfschmerzen, Gelenkschmer-
zen, rascher Erschöpfbarkeit diagnostizieren zu können, seien dokumen-
tierte frühere Stadien und entsprechende durchgeführte antibiotische Be-
handlungen nötig. Diese seien von den langjährigen behandelnden Ärzten 
nicht dokumentiert. Auch eine krankheitsbeweisende Gonarthritis oder eine 
Acrodermatitis atrophicans seien nicht dokumentiert. Die Schlussfolgerung 
von Dr. med. J.________, dass die von der Beschwerdeführerin geschilder-
ten Symptome am ehesten Ausdruck der Somatisierungsstörung sei, sei 
nachvollziehbar (S. 12).

3.1.14 Der RAD-Arzt Dr. med. L.________, Facharzt für Allgemeine Innere 
Medizin, bestätigte im Aktenbericht vom 5. Oktober 2015 (AB 164 S. 12), 
dass keine objektiven Hinweise auf das Vorliegen einer Borreliose bestün-
den. Es lägen aber viele Probleme vor, die mit hoher Wahrscheinlichkeit 
unter dem Begriff einer undifferenzierten Somatisierungsstörung zusam-
mengefasst werden müssten. 

3.1.15 Dr. med. M.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, dia-
gnostizierte im – im Beschwerdeverfahren eingereichten – Bericht vom 
27. Januar 2016 (Beschwerdebeilage [BB] 6) einen chronischen Sympto-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Feb. 2018, IV/16/519, Seite 14

menkomplex mit Erschöpfung, wandernden Gelenk- und Weichteilschmer-
zen und Schwindel sowie chronisch rezidivierende Abdominalschmerzen. 
In der RAC kontrollierten Störfelddiagnostik imponiere eine ausgeprägte 
Infektbelastung mit Borrelia burgdorferi, etwas weniger stark Epstein-Barr-
Virus. Die klinische Besserung der Borreliose-Therapie mittels Templax-
Implantaten nehme mindestens ein Jahr in Anspruch. 

3.1.16 Dr. med. N.________ führte im Bericht vom 12. Februar 2017 
(BB 7) aus, die Beschwerdeführerin sei im September 2015 zur Abklärung 
einer chronischen Borreliose bei ihm gewesen. Sowohl die von der Be-
schwerdeführerin ausgefüllte Checkliste wie auch das Ergebnis der Serolo-
gie habe einen dringenden Verdacht auf eine chronische Borreliose erge-
ben, woraufhin im Oktober 2015 eine antibiotische Therapie verschrieben 
worden sei. Seither habe er die Beschwerdeführerin nicht mehr gesehen 
und auch keine Rückmeldung erhalten. 

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Feb. 2018, IV/16/519, Seite 15

3.3 Die MEDAS-Gutachter haben sich in ihren ärztlichen Beurteilungen 
in Kenntnis der medizinischen Vorakten sorgfältig mit den gesundheitlichen 
Einschränkungen der Beschwerdeführerin auseinandergesetzt und ihre 
Schlussfolgerungen insbesondere gestützt auf ihre eigenen Untersuchun-
gen getroffen. Die Ausführungen in der Beurteilung der medizinischen Zu-
sammenhänge sind einleuchtend und die gezogenen Schlussfolgerungen 
zum Gesundheitszustand nachvollziehbar begründet. Somit erfüllen das 
polydisziplinäre Gutachten vom 19. Juli 2012 (AB 89.1) und das rheumato-
logische (Verlaufs-)Gutachten vom 26. Februar 2014 (AB 132.1) samt Stel-
lungnahme vom 1. April 2015 (AB 150.1) die von der höchstrichterlichen 
Rechtsprechung an den Beweiswert eines medizinischen Gutachtens ge-
stellten Anforderungen (vgl. E. 3.2 hiervor), weshalb ihnen volle Beweis-
kraft zukommt (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/bb S. 353). Auf diese Gutachten 
ist – wie nachfolgend dargelegt wird – abzustellen.

3.3.1 Bezüglich des Gesundheitszustandes und der Beurteilung der Ar-
beits- und Leistungsfähigkeit haben die MEDAS-Gutachter unter Beizug 
der klassifikatorischen Vorgaben der ICD-10 (BGE 141 V 281 E. 2.1 
S. 285 f.) einlässlich begründet, dass die Beschwerdeführerin an Schulter-
beschwerden rechts (Impingement Syndrom und regrediente „Frozen 
Shoulder“), einer undifferenzierten Somatisierungsstörung, einer Neura-
sthenie, einer Hashimoto-Thyreoiditis sowie einem panvertebralen 
Schmerzsyndrom leidet, wobei einzig den Schulterbeschwerden rechts 
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zuzuerkennen sei (AB 89.1 S. 34 f. 
Ziff. 6; 89.3 S. 12 Ziff. 3; 132.1 S. 19 f. Ziff. 4). Weiter haben die Gutachter 
nachvollziehbar dargelegt, dass der Beschwerdeführerin seit dem Unfall 
vom 15. April 2009 Überkopfarbeiten und körperlich schwere Tätigkeit und 
somit auch die angestammte Tätigkeit als … nicht mehr zumutbar ist. Zu-
dem haben sie schlüssig begründet, dass nach dem besagten Unfall eben-
falls in jeder anderen Tätigkeit eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit bestanden 
hat und dass spätestens ab dem Untersuchungszeitpunkt (September 
2011; AB 89.1 S. 3) eine angepasste Tätigkeit (körperlich leicht bis mittel-
schwer, ohne die Notwendigkeit von Überkopfarbeiten, ohne Kraftanwen-
dung über 10kg) zu 100% zumutbar ist (AB 89.1 S. 32, S. 38 f., S. 40). Die-
se Einschätzung ist nachvollziehbar und überzeugend, weshalb darauf ab-
zustellen ist. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Feb. 2018, IV/16/519, Seite 16

Soweit sich die MEDAS-Gutachter nicht abschliessend zum Verlauf der 
Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit geäussert haben (AB 89.1 
S. 40), ist der RAD-Arzt Dr. med. I.________ in seiner Stellungnahme vom 
27. Februar 2013 (AB 110) gestützt auf die medizinischen Akten zum 
Schluss gekommen, dass in einer angepassten Tätigkeit ab April 2010 auf-
grund der bestehenden Beschwerden und Bewegungseinschränkungen der 
rechten Schulter eine Arbeitsfähigkeit von 50% bestanden hat. Aus den 
Akten geht nicht hervor, dass die Beschwerdeführerin aufgrund der beste-
henden Schulterbeschwerden in einer angepassten Tätigkeit ab April 2010 
stärker eingeschränkt gewesen wäre. Gegenteiliges wird denn auch nicht 
geltend gemacht. Dabei ist insbesondere darauf hinzuweisen, dass die 
Beschwerdegegnerin im Rahmen ihres Untersuchungsgrundsatzes alles 
unternommen hat, um den Umfang und den Verlauf der bestehenden Ar-
beitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit beurteilen zu können. Die 
MEDAS-Gutachter sahen sich auch nach entsprechender Nachfrage nicht 
in der Lage, diesbezüglich eine genauere Beurteilung abzugeben. Dies 
insbesondere da der behandelnde Rheumatologe Dr. med. F.________ auf 
entsprechende Rückfrage der Gutachter nicht reagiert hat (vgl. Stellung-
nahme vom 10. Dezember 2012; AB 103). Auch auf Anfrage der Be-
schwerdegegnerin hin hat Dr. med. F.________ keine Beurteilung zur Ar-
beitsfähigkeit abgeben resp. keinen ausführlichen Arztbericht eingereicht 
(AB 108 S. 8); da die entsprechende Information allein vom behandelnden 
Arzt erhältlich ist, ist es nicht möglich, sie anderweitig zu beschaffen. Somit 
ist vorliegend bezüglich dem Verlauf der Arbeitsfähigkeit in einer angepass-
ten Tätigkeit auf die Beurteilung des RAD-Arztes Dr. med. I.________ ab-
zustellen. 

3.3.2 Die Kritik der Beschwerdeführerin richtet sich insbesondere gegen 
den psychiatrischen Teil des MEDAS-Gutachtens und beschlägt die mit 
BGE 141 V 281 erfolgte Praxisänderung (Beschwerde S. 2 f.; vgl. E. 2.1 
hiervor). Vorliegend hat der psychiatrische Gutachter die diagnostizierte 
undifferenzierte Somatisierungsstörung und die Neurasthenie – unter Be-
zugnahme auf die damals noch massgebend gewesene Rechtsprechung – 
als mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar qualifiziert und 
deshalb unter den Diagnosen aufgelistet, welchen keine Auswirkung auf 
die Arbeitsfähigkeit zukommt (AB 89.1 S. 25 – 27). Nach altem Verfahrens-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Feb. 2018, IV/16/519, Seite 17

standard eingeholte Gutachten verlieren nicht per se ihren Beweiswert. 
Vielmehr ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit 
seinen spezifischen Gegebenheiten und den erhobenen Rügen entschei-
dend, ob ein abschliessendes Abstellen auf die vorhandenen Beweisgrund-
lagen vor Bundesrecht standhält. In sinngemässer Anwendung dieser in 
BGE 137 V 210 E. 6 S. 266 entwickelten Grundsätze auf die nunmehr ma-
teriell-beweisrechtlich geänderten Anforderungen ist in jedem einzelnen 
Fall zu prüfen, ob die beigezogenen administrativen Sachverständigengut-
achten – gegebenenfalls im Kontext mit weiteren fachärztlichen Berichten – 
eine schlüssige Beurteilung im Lichte der massgeblichen Indikatoren erlau-
ben oder nicht. Je nach Abklärungstiefe und -dichte kann zudem unter Um-
ständen eine punktuelle Ergänzung genügen (BGE 141 V 281 E. 8 S. 309). 
Wie nachfolgend aufgezeigt wird, bietet das MEDAS-Gutachten hinrei-
chend Aufschluss für die Beurteilung nach den Vorgaben gemäss der neu-
en Rechtsprechung. 

Diesbezüglich ist vorab augenfällig, dass sich im Rahmen der Exploration 
deutliche Inkonsistenzen in Bezug auf die beklagte schnelle Ermüdbarkeit 
und rasche Erschöpfbarkeit und dem präsentierten Erscheinungsbild erge-
ben haben (AB 89.1 S. 26). Hinzu kommt, dass seit 2010 keine psychiatri-
sche-psychotherapeutische Therapie mehr in Anspruch genommen wird 
(AB 52.1 S. 8 Ziff. 5; 89.1 S. 26). Ob sich angesichts dieser Ausschluss-
gründe die Annahme einer Gesundheitsbeeinträchtigung verbietet, kann 
hier letztlich offen bleiben, sprechen die Standardindikatoren doch ohnehin 
gegen eine funktionelle Auswirkung der undifferenzierten Somatisierungs-
störung und der Neurasthenie.

Im Rahmen der Kategorie „funktioneller Schweregrad“ (BGE 141 V 281 
E. 4.3 S. 298) ist zunächst der Komplex „Gesundheitsschädigung“ zu prü-
fen (BGE 141 V 281 E. 4.3.1 S. 298): Hier ist festzuhalten, dass die Aus-
prägung der diagnoserelevanten Befunde und Symptome (BGE 141 V 281 
E. 4.3.1.1 S. 298 f.) nicht übermässig ist. Zwar standen bei der Beschwer-
deführerin die Klagen über ihre Beschwerden im Vordergrund. Es war aber 
auch möglich, sich mit ihr über andere Themen zu unterhalten (AB 89.1 
S. 19 – 23). Zudem hat sie gemäss eigenen Angaben einen ziemlich re-
gelmässigen Tagesablauf. Nach dem Aufstehen bereite sie das Frühstück 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Feb. 2018, IV/16/519, Seite 18

vor. An einem Arbeitstag gehe sie um 10.00 bis 19.00 Uhr zur Arbeit. An 
den anderen Tagen mache sie den Haushalt, wobei sie viele Ruhepausen 
einplane. Am Mittag und Abend gebe es eine warme Mahlzeit. Zudem ma-
che sie gerne … und … (AB 89.1 S. 22). Betreffend Behandlungserfolg 
oder -resistenz (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2 S. 299 f.) ist zu bemerken, dass 
nicht von einem Scheitern der durchgeführten Therapien gesprochen wer-
den kann, da seit 2010 keine entsprechende Therapie mehr erfolgt 
(AB 52.1 S. 8 Ziff. 5; 89.1 S. 26). Massgebende Komorbiditäten (BGE 141 
V 281 E. 4.3.1.3 S. 300 ff.) bestehen nicht. Es liegen weder schwere kör-
perliche (vgl. E. 3.3.3 hiernach) noch psychische Begleiterkrankungen vor. 
Soweit Dr. med. G.________ im Gutachten vom 27. November 2008 
(AB 32) eine hypochondrische Störung und eine kombinierte Persönlich-
keitsstörung diagnostiziert und aufgrund der bestehenden Psychopatholo-
gie eine Arbeitsunfähigkeit attestiert hat (S. 8 f.), kann darauf nicht abge-
stellt werden und ändert dies vorliegend nichts. Denn der psychiatrische 
MEDAS-Gutachter hat sich in seiner Beurteilung mit diesen Diagnosen 
auseinandergesetzt und schlüssig dargelegt, warum diese nicht bestehen 
(AB 89.1 S. 25 f.). Diese Schlussfolgerung steht im Einklang mit der Beur-
teilung von Dr. med. C.________ im Gutachten vom 10. Mai 2010 
(AB 52.1), welcher – neben einer Neurasthenie und einer Somatisierungs-
störung, welchen er keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zuerkannt 
hat – keine psychiatrische Diagnosen erhoben hat. Dabei hat Dr. med. 
C.________ auch das Bestehen einer depressiven Störung schlüssig ver-
neint (S. 8 f.; anders die Beurteilung im Bericht der Klinik P.________ vom 
25. August 2009 [AB 41]). 

Weiter sind keine Anhaltspunkte ersichtlich, dass die Persönlichkeit der 
Beschwerdeführerin ein Leistungsvermögen ausschlösse (BGE 141 V 281 
E. 4.3.2 S. 302). Der soziale Kontext (BGE 141 V 281 E. 4.3.3 S. 303) 
zeigt, dass ein Beziehungsnetz besteht, indem die Beschwerdeführerin 
– nebst familiären Verhältnissen – auch weitere soziale Kontakte pflegt 
(AB 89.1 S. 22). Der Umstand, dass die Beschwerdeführerin in ihrem sozi-
alen Leben wenig Einschränkungen zeigt, ist auch im Rahmen des Aspekts 
der „Konsistenz“ respektive der gleichmässigen Einschränkung des Akti-
vitätsniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen zu beachten 
(BGE 141 V 281 E. 281 E. 4.4.1 S. 303 f.). Schliesslich nimmt die Be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Feb. 2018, IV/16/519, Seite 19

schwerdeführerin zurzeit keine therapeutischen Optionen wahr, was gegen 
einen erheblichen Leidensdruck spricht (BGE 141 V 281 E. 4.4.2 S. 304; 
AB 52.1 S. 8 Ziff. 5; 89.1 S. 26). Damit ist überwiegend wahrscheinlich er-
stellt, dass bezüglich der diagnostizierten undifferenzierten Somatisie-
rungsstörung und der Neurasthenie keine zu berücksichtigende Einschrän-
kung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit besteht (vgl. E. 2.1 hiervor). 

Nach dem Dargelegten erübrigen sich Weiterungen bezüglich der vom 
Bundesgericht mit zwei Entscheiden vom 30. November 2017 in den Ver-
fahren 8C_130/2017 und 8C_841/2016 vorgenommenen Praxisänderung.

3.3.3 Dass aus somatischer Sicht – ausser den bestehenden Schulterbe-
schwerden rechts – kein invalidisierender Gesundheitsschaden vorliegt, 
findet in den vorliegenden medizinischen Akten seinen Rückhalt. So stell-
ten weder Prof. Dr. med. E.________ noch Dr. med. F.________ ein (wei-
teres invalidisierendes) somatisches Leiden fest (AB 8 S. 27 ff.; 29 S. 10 f.). 
Dabei ist insbesondere darauf hinzuweisen, dass – entgegen der Auffas-
sung der Beschwerdeführerin (Beschwerde S. 2) – nicht überwiegend 
wahrscheinlich erstellt ist, dass sie an einer chronischen Borreliose Stadi-
um 3 leidet. Der MEDAS-Rheumatologe hat unter Berücksichtigung der 
medizinischen Akten einlässlich dargelegt, warum die geklagten Be-
schwerden nicht auf eine Borreliose zurückgeführt werden können 
(AB 150.1 S. 4). Dies steht im Einklang mit der Beurteilung des RAD-Arztes 
Dr. med. K.________, der das Bestehen einer Borreliose gestützt auf die 
medizinischen Akten und unter Bezugnahme auf den Krankheitsverlauf 
einer Borreliose ebenfalls schlüssig verneint hat (AB 153 S. 12 f.). Dies 
wurde vom RAD-Arzt Dr. med. L.________ ebenfalls bestätigt (AB 164 
S. 12). 

Dagegen vermag die gegenteilige Auffassung des behandelnden Arztes 
Dr. med. M.________, der hauptsächlich aufgrund der durchgeführten RAC 
kontrollierter Störfelddiagnostik das Vorliegen einer chronischen Borreliose 
bejaht hat (BB 6), nicht zu überzeugen, zumal diese mittels Akupunktur 
durchgeführte Diagnostik für das Stellen der Diagnose einer Borreliose 
ungeeignet scheint. Ebenfalls der Bericht von Dr. med. N.________ vom 
12. Februar 2017 (BB 7) ändert vorliegend nichts, da der Arzt eine Borreli-
ose nicht diagnostiziert, sondern bloss einen Verdacht auf eine chronische 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Feb. 2018, IV/16/519, Seite 20

Borreliose gestellt hat. Darüber hinaus ist davon auszugehen, dass 
Prof. Dr. med. O.________, gegenüber welchem die Beschwerdeführerin 
das (allfällige) Bestehen einer chronischen Borreliose erwähnt hat (AB 8 
S. 28), weitergehende Abklärungen veranlasst hätte, wenn er davon aus-
gegangen wäre, dass die geltend gemachten Symptome, insbesondere die 
geltend gemachten wandernden Gelenkschmerzen, auf eine Borreliose 
zurückzuführen wären. Dies hat er jedoch – soweit ersichtlich – nicht getan. 
Dasselbe hat für den behandelnden Rheumatologen Dr. med. F.________ 
zu gelten, welcher die geltend gemachten, nicht objektivierbaren Be-
schwerden ebenfalls nicht auf eine Borreliose zurückgeführt hat (AB 29 
S. 10 f.). Beide Fachärzte gingen vielmehr – wie im späteren Verlauf auch 
der MEDAS-Rheumatologe und die RAD-Ärzte (AB 150.1 S. 4, 153 S. 12 f., 
164 S. 12) – davon aus, dass das Beschwerdebild von einer psychischen 
Störung geprägt sei (AB 8 S. 29; 29 S. 11).

An der schlüssigen Einschätzung der MEDAS-Gutachter ändert weiter 
nichts, dass Dr. med. H.________ im Bericht vom 28. November 2008 
(AB 29 S. 1 ff.) in allen Tätigkeiten von einer 100%-igen Arbeitsunfähigkeit 
ausgegangen ist (S. 1 und 3). Denn eine nachvollziehbare Begründung der 
attestierten Arbeitsunfähigkeit fehlt in diesem Bericht. Zudem haben die 
MEDAS-Gutachter schlüssig dargelegt, dass – entgegen der Auffassung 
des behandelnden Arztes – weder der geltend gemachten Erschöpfung 
noch der bestehenden Hashimoto Thyreoiditis Einfluss auf die Arbeits-
fähigkeit zukommt (AB 89.1 S. 26 f., S. 33 f.). Soweit Dr. med. H.________ 
im Bericht vom 18. Januar 2013 (AB 104) aufgrund eines ausgeprägten 
Zervikovertebralsyndroms eine 80%-ige Arbeitsunfähigkeit attestiert hat, 
vermag dies die Beurteilung der MEDAS-Gutachter ebenfalls nicht in Zwei-
fel zu ziehen. Denn entgegen der Auffassung von Dr. med. H.________ hat 
sich der rheumatologische Gutachter einlässlich mit den geltend gemach-
ten Beschwerden im Bereich der Halswirbelsäule auseinandergesetzt und 
dargelegt, weshalb diese keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit ha-
ben. Dabei wies er auf die ausgeprägte Diskrepanz zwischen dem Aus-
mass der subjektiven Beschwerden und den blanden klinischen Befunden 
hin (AB 89.1 S. 29). Ferner hat der Gutachter in seinem (Verlaufs-)
Gutachten vom 26. Februar 2014 einlässlich dargelegt, dass aus rheumato-
logische Sicht neben den bestehenden Schulterbeschwerden rechts keine 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Feb. 2018, IV/16/519, Seite 21

Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit bestehen und dass insbesondere 
keine objektivierbare Verschlechterung am Bewegungsapparat festgestellt 
werden konnte (AB 132.1 S. 22, S. 25, S. 27). Darüber hinaus bleibt darauf 
hinzuweisen, dass Dr. med. H.________ mit der Beschwerdeführerin of-
fenbar verwandt ist (Schwägerin; AB 74.4 S. 41), weshalb der Beweiswert 
seiner Berichte bereits deshalb geschmälert ist.

3.4 Zusammenfassend ist demnach festzuhalten, dass die angestamm-
te Tätigkeit als … seit dem 15. April 2009 nicht mehr zumutbar ist und dass 
in einer angepassten Tätigkeit ab dem 15. April 2009 eine 100%-ige und ab 
April 2010 eine 50%-ige Arbeitsunfähigkeit bestanden hat. Seit September 
2011 ist in einer angepassten Tätigkeit von einer 100%-igen Arbeitsfähig-
keit auszugehen. Der Sachverhalt ist somit hinreichend erstellt, weshalb 
– entgegen dem Antrag in der Beschwerde (S. 1) – auf weitere Beweiser-
hebungen zu verzichten ist (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 122 V 157 
E. 1d S. 162).

Nachfolgend ist der IV-Grad mittels Einkommensvergleichs zu ermitteln.

4.

4.1

4.1.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325; SVR 2017 IV Nr. 52 S. 157 E. 5.1).

4.1.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Hat die versicherte 
Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine 
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Feb. 2018, IV/16/519, Seite 22

nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für 
Statistik herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen 
werden (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 297). Es gilt zu berücksichtigen, dass 
gesundheitlich beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten Hilfsarbei-
tertätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und ent-
sprechend einsetzbaren Arbeitnehmern lohnmässig benachteiligt sind und 
deshalb in der Regel mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen 
müssen. Diesem Umstand ist mit einem Abzug vom Tabellenlohn Rech-
nung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). 
Die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, 
hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkre-
ten Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Na-
tionalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad). Der Einfluss sämt-
licher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem 
Ermessen gesamthaft zu schätzen, wobei der Abzug auf insgesamt höchs-
tens 25 % zu begrenzen ist (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 
E. 5.2 S. 327; SVR 2015 IV Nr. 1 S. 1 E. 2.2).

4.2 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-
ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 
bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 129 V 222; Ent-
scheid des BGer vom 14. Juni 2017, 8C_228/2017 [zur Publikation vorge-
sehen], E. 4.1.3). Vorliegend ist seit dem Unfall vom 15. April 2009 eine 
100%-ige Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als … ausge-
wiesen (vgl. E. 3.3.1 hiervor). Der frühest mögliche Rentenbeginn ist des-
halb unter Berücksichtigung des Wartejahres und der Anmeldung im März 
2008 (AB 1) in Anwendung von Art. 28 Abs. 1 i.V.m. Art. 29 Abs. 1 IVG auf 
April 2010 festzusetzen. Auf diesen Zeitpunkt hin ist ein Einkommensver-
gleich durchzuführen.

Entgegen der Auffassung in der Beschwerde (S. 1) war das Wartejahr trotz 
der ab September 2007 attestierten 100%-igen Arbeitsunfähigkeit (AB 29 
S. 1; 40 S. 1; 65) nicht bereits im September 2008 erfüllt, zumal – wie be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Feb. 2018, IV/16/519, Seite 23

reits dargelegt worden ist – vor dem 15. April 2009 kein invalidisierender 
Gesundheitsschaden ausgewiesen ist. 

4.3 Ab April 2010 ist in einer angepassten Tätigkeit von einer 50%-igen 
Arbeitsfähigkeit auszugehen (vgl. E. 3.3.1 hiervor).

4.3.1 Die Beschwerdegegnerin hat das Valideneinkommen gestützt auf 
die Angaben der ehemaligen Arbeitgeberin der Beschwerdeführerin, der …, 
ermittelt, was nicht zu beanstanden ist. Gegenteiliges wird von der Be-
schwerdeführerin denn auch nicht geltend gemacht. Dies ergibt – ausge-
hend von dem im Jahr 2007 als … erzielten Einkommen von Fr. 29‘994.25 
(AB 10 S. 2 Ziff. 16; Fr. 2‘307.25 x 13) und auf das massgebende Jahr 
2010 sowie auf ein 100%-iges Arbeitspensum aufgerechnet – ein Validen-
einkommen von Fr. 62‘789.50 (Fr. 29‘994.25 x 2 : 102.8 x 107.6; Bundes-
amt für Statistik [BFS], Nominallohnindex 2006 – 2010, Tabelle T1.2.05, 
lit. M,N,O).

4.3.2 Die Beschwerdeführerin hat keine Verweistätigkeit im zumutbaren 
Rahmen aufgenommen, weshalb das Invalideneinkommen gestützt die 
Tabellenlöhne (LSE 2010) zu ermitteln ist (vgl. E. 4.1.2 hiervor).

Ausgehend vom Zumutbarkeitsprofil der MEDAS-Gutachter, wonach der 
Beschwerdeführerin eine angepasste Tätigkeit (körperlich leicht bis mittel-
schwer, ohne die Notwendigkeit von Überkopfarbeiten, ohne Kraftanwen-
dung über 10kg) zumutbar ist (AB 89.1 S. 40), ist es vorliegend nicht zu 
beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin das Invalideneinkommen ge-
stützt auf den Totalwert des Anforderungsniveaus 4 (einfache und repetiti-
ve Tätigkeiten) der Tabelle TA1 festgelegt hat, zumal der Beschwerdefüh-
rerin diverse Verweistätigkeiten in diversen Tätigkeitsgebieten offen stehen. 
Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin (AB 138 S. 3) ist das 
Invalideneinkommen nicht ausgehend von ihrer ursprünglich gelernten 
Tätigkeit als …, welcher sie heute wieder nachgeht (Beschwerde S. 1 f.), 
zu ermitteln. Denn der durchschnittliche Lohn in einer Hilfsarbeitertätigkeit 
erweist sich auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt als höher als derjenige 
einer ausgebildeten … (TA1, Total, Anforderungsniveau 4, Frauen: 
Fr. 4‘225.--; TA1, Ziff. 96 [sonstige persönliche Dienstleistungen], Anforde-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Feb. 2018, IV/16/519, Seite 24

rungsniveau 3, Frauen: Fr. 3‘439.--), womit die Beschwerdeführerin ihre 
Restarbeitsfähigkeit in Ersterer besser verwerten kann.

Der massgebliche monatliche Bruttolohn für Frauen beträgt Fr. 4'225.--. Auf 
die betriebsübliche Wochenarbeitszeit von 41.6 Stunden (BFS, Betriebsüb-
liche Wochenarbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, Total) aufgerechnet, 
resultiert daraus ein Einkommen von Fr. 52'728.-- (Fr. 4‘225.-- : 40 x 41.6 x 
12) im Jahr. Unter Berücksichtigung der zumutbaren 50%-igen Arbeits-
fähigkeit ergibt dies ein jährliches Invalideneinkommen von Fr. 26‘364.-- 
(Fr. 52'728.-- x 0.5). Da die behinderungsbedingten Einschränkungen be-
reits mit der verminderten Arbeitsfähigkeit von 50% berücksichtigt wurden 
und keine anderweitigen Faktoren, die zu einer Einkommenseinbusse 
führen könnten (vgl. E. 4.1.2 hiervor), ersichtlich sind, rechtfertigt sich vor-
liegend kein zusätzlicher Abzug vom Tabellenlohn. Ein solcher wurde von 
der Beschwerdegegnerin auch nicht vorgenommen.

4.3.3 Bei einem Valideneinkommen von Fr. 62‘789.50 und einem Invali-
deneinkommen von Fr. 26‘364.-- resultiert ein IV-Grad von gerundet 58% 
(zur Rundung: BGE 130 V 121 E. 3.2 und 3.3 S. 123). Es besteht folglich 
ein Anspruch auf eine halbe IV-Rente (vgl. E. 2.2 hiervor). 

4.4 Ab September 2011 ist in einer angepassten Tätigkeit von einer 
100%-igen Arbeitsfähigkeit auszugehen (vgl. E. 3.3.1 hiervor). Dies stellt 
einen Revisionsgrund dar. Dass die Beschwerdegegnerin diese gesund-
heitliche Verbesserung aufgrund der Tatsache, dass die MEDAS-Gutachter 
zum Schluss gekommen sind, dass bereits zwischen Januar und Mai 2011 
eine gesundheitliche Verbesserung eingetreten sei und spätestens zum 
Untersuchungszeitpunkt im September 2011 eine 100%-ige Arbeitsfähig-
keit in einer angepassten Tätigkeit bestanden habe (AB 89.1 S. 40 f.), per 
sofort und nicht in Anwendung der Dreimonatsfrist nach Art. 88a Abs. 1 der 
Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung (IVV; 
SR 831.201) berücksichtigt hat (AB 168 S. 6), ist korrekt. Gegenteiliges 
wird von der Beschwerdeführerin denn auch nicht geltend gemacht. Somit 
ist der IV-Grad ab September 2011 neu zu ermitteln (vgl. E. 2.5 hiervor). 

4.4.1 Das Valideneinkommen ist wiederum ausgehend von dem im Jahr 
2007 erzielten Einkommen zu ermitteln (vgl. E. 4.3.1 hiervor). Dies ergibt 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Feb. 2018, IV/16/519, Seite 25

auf das massgebende Jahr 2011 aufgerechnet ein jährliches Einkommen 
von Fr. 63‘229.05 (Fr. 62‘789.50 : 100 x 100.7; BFS, Nominallohnindex 
Frauen 2010 – 2016, Tabelle T1.2.10, lit. Q).

4.4.2 Das Invalideneinkommen ist auf Fr. 53‘255.30 (Fr. 52'728.-- [vgl. 
E. 4.3.2 hiervor] : 100 x 101; BFS, Nominallohnindex Frauen 2010 – 2016, 
Tabelle T1.2.10, Total) festzulegen.

4.4.3 Bei einem Valideneinkommen von Fr. 63‘229.05 und einem Invali-
deneinkommen von Fr. 53‘255.30 resultiert ein IV-Grad von gerundet 16%. 
Folglich besteht ab September 2011 kein Anspruch mehr auf eine IV-Rente 
(vgl. E. 2.2 hiervor), weshalb der Rentenanspruch auf Ende August 2011 
zu befristen ist.

4.5 Nach dem Dargelegten ist die angefochtene Verfügung nicht zu 
beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde als unbegründet ab-
zuweisen.

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Beschwerdefüh-
rerin die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss 
gleicher Höhe entnommen.

5.2 Vorliegend besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung 
(Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Feb. 2018, IV/16/519, Seite 26

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden