# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e6a1f858-3181-5c7a-9017-e643970f68fc
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-06-05
**Language:** de
**Title:** Zürich Baurekursgericht 05.06.2020 BRGE I Nrn. 0066-0067/2020
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Baurekurs/ZH_BRK_001_BRGE-I-Nrn--0066-006_2020-06-05.pdf

## Full Text

Baurekursgericht 
des Kantons Zürich 
1. Abteilung 

 

 

 
 
G.-Nrn. R1S.2019.05081 und R1S.2019.05086 
BRGE I Nr. 0066/2020 und 0067/2020 
 
 
  Entscheid vom 5. Juni 2020 
 
 
Mitwirkende Abteilungspräsident Walter Linsi, Baurichter Claude Reinhardt, Baurichter 

Christian Hurter, Gerichtsschreiber Daniel Schweikert     
 
 
in Sachen Rekurrierende 

R1S.2019.05081 
Baugenossenschaft O. […] 
vertreten durch […]  

R1S.2019.05086 
1. M. R. […] 
2. T. E. […] 
3. U. M. und E. D. […] 
4. A. und B. E. […] 
5. M. M. […] 
6. H. und I. M. […] 
7. S. S. […] 
8. S. K. […] 
9. R. und S. G. […] 
10. S. R. und S. W. […] 
11. M. B. und F. G. B. […] 
12. U. S. […] 
13. W. E. […] 
14. K. Z. […] 
15. A. H. […] 

Nr. 15 vertreten durch I. H.  
alle vertreten durch […] 
 

 
gegen 

 
Rekursgegnerinnen 
R1S.2019.05081 
1. Bausektion der Stadt Zürich, Amtshaus IV, 8021 Zürich  
R1S.2019.05086 
1. Bausektion der Stadt Zürich, Amtshaus IV, 8021 Zürich  
2. Baudirektion Kanton Zürich, Walchetor, Walcheplatz 2, Postfach, 

8090 Zürich  

 

 

R1S.2019.05086 Seite 2 

3. Baugenossenschaft O. […] 
Nr. 3 vertreten durch […]  

 

 Mitbeteiligte 
 R1S.2019.05081 

2. Baudirektion Kanton Zürich, Walchetor, Walcheplatz 2, Postfach,  
8090 Zürich  

3. Gebäudeversicherung Kanton Zürich, Feuerpolizei,  
Thurgauerstrasse 56, Postfach, 8050 Zürich 

 
 
betreffend R1S.2019.05081 
 […] Baubewilligung für Arealüberbauung […]  

 
R1S.2019.05086 

 […] Baubewilligung für Arealüberbauung […] 
_________________________________________________________________ 

hat sich ergeben: 

A. 
Mit Beschluss vom 4. Juni 2019 erteilte die Bausektion der Stadt Zürich der 
Baugenossenschaft O. (nachfolgend: Bauherrschaft) die Baubewilligung für 
den Ersatzneubau einer Wohnüberbauung mit 134 Wohnungen, einer Kin-
dertagesstätte und Gewerbelokalen im Erdgeschoss sowie 69 Au-
toabstellplätzen in einer Tiefgarage an der L.-Strasse 1 und der W.-
Strasse 1 bis 9 […] in Zürich (Arealüberbauung). Zusammen mit dem Ent-
scheid wurde die Gesamtverfügung der Baudirektion […] betreffend Einhal-
tung der Lärm-Belastungsgrenzwerte, Lage an einer Nationalstrasse und 
Lage in einem Perimeter gemäss Kataster der belasteten Standorte eröff-
net. 

B. 
Mit Eingabe vom 10. Juli 2019 gelangte die Bauherrschaft fristgerecht an 

 

 

R1S.2019.05086 Seite 3 

das Baurekursgericht des Kantons Zürich und beantragte die Aufhebung 
des Bausektionsbeschlusses vom 4. Juni 2019 insoweit, als in Dispositivzif-
fer I.C Ziff. 1 lit. c in Verbindung mit Erwägung C lit. a die Bewilligung für die 
Wegverbindung mit Aussentreppe und den Veloabstellplatz in der Freihal-
tezone verweigert wurde; die entsprechende Bewilligung sei zu erteilen. 
Weiter sei der Beschluss insoweit aufzuheben, als in Dispositivziffer III.C 
Ziff. 92 des Beschlusses verlangt wird, dass die Schleusen in der Tiefgara-
ge mit einem Mindest-Feuerwiderstand EI 60 anstatt mit einer geplanten 
Länge von 1,2 m (bei einer Breite von 1,6 m) mit einer Länge von 2,4 m 
(bei einer Breite von 1,2 m) auszuführen seien; demgemäss seien die 
Schleusen mit einer Länge von 1,2 m (und einer Breite von 1,6 m) zu bewil-
ligen. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Bausek-
tion der Stadt Zürich. 

Vom Rekurseingang wurde mit Verfügung vom 12. Juli 2019 unter der Ge-
schäftsnummer R1S.2019.05081 Vormerk genommen, die Gebäudeversi-
cherung Kanton Zürich in das Verfahren einbezogen und das Vernehmlas-
sungsverfahren eröffnet. 

C. 
Mit gemeinsamer Eingabe vom 12. Juli 2019 gelangten auch M. R., T. E., 
U. M. und E. D., A. und B. E., M. M., H. und I. M., S. S., S. K., R. und S. G., 
S. R. und S. W., M. B. und F. G. B., U. S., W. E., K. Z. sowie A. H. (nach-
folgend: Rekurrierende 1-15) an das Baurekursgericht und beantragten – 
unter den gesetzlichen Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich 
Mehrwertsteuer – die Aufhebung der Entscheide der Bausektion der Stadt 
Zürich und der Baudirektion. 

Von diesem Rekurs wurde mit Verfügung vom 15. Juli 2019 unter der 
G.-Nr. R1S.2019.05086 Vormerk genommen und das Vernehmlassungs-
verfahren eröffnet. 

D. 
Im Rekursverfahren der Bauherrschaft beantragten die Baudirektion mit 
Eingabe vom 9. August 2019 und die Bausektion der Stadt Zürich mit Ein-
gabe vom 14. August 2019 die Abweisung des Rekurses; letztere stellte 
zudem Antrag auf Zusprechung einer Parteientschädigung. Die Gebäude-

 

 

R1S.2019.05086 Seite 4 

versicherung Kanton Zürich beantragte mit Eingabe vom 3. September 
2019 die Abweisung des Rekurses in Bezug auf die feuerpolizeiliche Aufla-
ge in der Tiefgarage. 

Die Bauherrschaft hielt an ihren Anträgen mit Replik vom 26. September 
2019 fest; ebenso die Bausektion der Stadt Zürich mit Duplik vom 21. Ok-
tober 2019. Die Gebäudeversicherung Kanton Zürich verzichtete ausdrück-
lich, die Baudirektion stillschweigend auf Duplik. 

E. 
Im Rekursverfahren der Rekurrierenden 1-15 beantragte die Baudirektion 
mit Eingabe vom 30. Juli 2019 die Abweisung des Rekurses, soweit sie da-
zu Stellung nahm (Lärmschutzrecht). Die Bausektion der Stadt Zürich 
schloss mit Rekursantwort vom 14. August 2019 auf Abweisung des Re-
kurses, soweit darauf einzutreten sei. Die Bauherrschaft beantragte mit 
Vernehmlassung vom 15. August 2019 Abweisung des Rekurses, soweit 
darauf einzutreten sei; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten 
der Rekurrierenden 1-15. 

Mit Replik vom 30. September 2019 hielten die Rekurrierenden 1-15 an ih-
ren Anträgen fest; ebenso die Bauherrschaft und die Bausektion der Stadt 
Zürich mit Dupliken je vom 22. Oktober 2019. Die Baudirektion verzichtete 
stillschweigend auf Duplik. 

F. 
Am 11. November 2019 führte die 1. Abteilung des Baurekursgerichts im 
Beisein aller Parteien mit Ausnahme der Baudirektion einen Augenschein 
vor Ort durch. 

G. 
Mit Eingabe vom 13. Dezember 2019 zeigte die Bauherrschaft im Verfah-
ren G.-Nr. R1S.2019.05081 die Einreichung eines Wiedererwägungsge-
suchs in Bezug auf die feuerpolizeiliche Auflage an. Mit Bauentscheid 
Nr. 102/20 vom 22. Januar 2020 hiess die Bausektion der Stadt Zürich das 
Wiedererwägungsgesuch gut und formulierte die feuerpolizeiliche Auflage 
in der Tiefgarage neu. 

 

 

R1S.2019.05086 Seite 5 

H. 
Mit Eingabe vom 3. März 2020 erklärte die Bauherrschaft in der Folge den 
Rückzug ihres Rekurses in Bezug auf die feuerpolizeiliche Auflage. An der 
Rüge betreffend Dispositivziffer I.C Ziff. 1 lit. c in Verbindung mit Erwä-
gung C lit. a des Beschlusses hielt sie fest. 

Es kommt in Betracht: 

1. 
Die Verfahren G.-Nrn. R1S.2019.05081 und R1S.2019.05086 betreffen 
dasselbe Bauvorhaben, weshalb sie zu vereinigen sind. 

2.1. 
Die Bauherrschaft ist als Baugesuchstellerin und Entscheidadressatin un-
streitig rekurslegitimiert (§ 338a des Planungs- und Baugesetzes [PBG]). 

2.2. 
Zufolge Grundstückeigentums in unmittelbarer Nähe des Bauvorhabens 
sind im Lichte der erhobenen Rügen grundsätzlich auch die Rekurrieren-
den 1-15 im Sinne von § 338a PBG zur Rekurserhebung berechtigt. Die 
Bauherrschaft bestreitet indes, dass E. D. (Rekurrentin 3) und A. H. (Rekur-
rentin 15) rechtsgültig im Sinne von § 315 PBG um Zustellung des bau-
rechtlichen Entscheids ersucht hätten. 

2.3. 
Sinn und Zweck von § 315 PBG liegen im Bestreben des Gesetzgebers, 
den Rechtssicherheitsinteressen des Bauherrn Rechnung zu tragen. Der 
Bauherr soll frühzeitig Kenntnis davon haben, ob er mit Rechtsmitteln ge-
gen das Bauvorhaben zu rechnen hat oder nicht. Gleichzeitig muss er sich 
auch über die Person des möglichen Gegners im Klaren sein. Ein allfälliges 
Vertretungsverhältnis muss daher bereits im schriftlichen Zustellbegehren 
zum Ausdruck kommen. Dabei sind die Bestimmungen über die direkte 

 

 

R1S.2019.05086 Seite 6 

Stellvertretung gemäss Art. 32 des Obligationenrechts (OR) analog anzu-
wenden. Aus dem Text des Begehrens um Zustellung des baurechtlichen 
Entscheids muss somit hervorgehen, ob der Absender das Begehren auch 
oder ausschliesslich in Vertretung einer dritten Person stellt und wer diese 
ist. Gibt sich der Vertreter nicht als solcher zu erkennen, so ist anzuneh-
men, er stelle das Begehren ausschliesslich in eigenem Namen. Ohne eine 
entsprechende Offenbarungspflicht allfälliger Vertretungsverhältnisse im 
Zustellungsbegehren würde der Bauherr den Kreis möglicher Rekurrenten 
nicht vollständig erfahren. Dies verunmöglichte oder erschwerte zumindest 
Vorkehren zur Vermeidung von Rekursen. Wichtig ist sodann, dass der 
Gesetzgeber gerade auch den blossen Anschluss an ein Rechtmittelverfah-
ren unterbinden wollte, weshalb die Anforderungen an die Offenbarungs-
pflicht streng zu handhaben sind. Eine Ausnahme besteht bei den gesetzli-
chen Vertretungsverhältnissen unter Ehegatten (Art. 166 des Schweizeri-
schen Zivilgesetzbuches [ZGB]) oder unmündiger Kinder durch die Eltern 
(Art. 304 ZGB). Diesfalls muss das Vertretungsverhältnis nicht bereits im 
Zustellungsbegehren dargestellt werden (VB.1993/0008 und 0038 vom 
25. Mai 1993, E. 2). 

2.4. 
Ein Blick in das entsprechende Zustellbegehren zeigt, dass U. M. (Rekur-
rent 3) das Zustellbegehren nur in eigenem Namen gestellt hat, ohne auf 
ein Vertretungsverhältnis für E. D. aufmerksam zu machen (act. 28.1). In-
des greift zufolge Ehegemeinschaft (vgl. Prot. S. 13) Art. 166 ZGB. E. D. 
kann sich das durch ihren Ehegatten U. M. gestellte Zustellbegehren dem-
nach anrechnen lassen. Demzufolge ist sie ebenfalls rekurslegitimiert. 

2.5. 
A. H. (Rekurrentin 15) hat nicht in eigenem Namen um Zustellung des bau-
rechtlichen Entscheids ersucht. Es liegt nur ein Zustellbegehren von I. H. 
vor, auf das sich A. H. beruft. Dass I. H. die Tochter von A. H. ist und diese 
vorliegend vertrete, geht aus dem von I. H. gestellten Zustellbegehren in 
keiner Weise hervor (act. 28.2). Demzufolge liegt für A. H. kein rechtsgülti-
ges Zustellbegehren vor, weshalb auf ihren Rekurs nicht einzutreten ist. 

2.6. 
Zusammenfassend ist zufolge Erfüllens auch der weiteren Prozessvoraus-

 

 

R1S.2019.05086 Seite 7 

setzungen auf die Rekurse der Rekurrierenden 1-14 einzutreten. Auf den 
Rekurs der Rekurrentin 15 ist nicht einzutreten. 

3. 
Streitbetroffen ist die Erstellung einer Arealüberbauung entlang der W.-
Strasse auf den Grundstücken Kat.-Nrn. 1, 2, 3 und 4. Auf den drei erstge-
nannten Parzellen ist das "Haus Süd" geplant, auf letztgenannter das 
"Haus Nord", welches entlang der L.-Strasse abkröpft. Die Arealfläche be-
trägt insgesamt 6'491 m2. Die Bauparzellen des Hauses Süd Kat.-Nrn. 1, 2 
und 3 liegen in der viergeschossigen Wohnzone W4, die Bauparzelle Kat.-
Nr. 4 des Hauses Nord teilweise in der viergeschossigen Wohnzone W4 
und teilweise in der Freihaltezone K. Alle Bauparzellen sind der Lärm-
Empfindlichkeitsstufe (ES) III gemäss der Lärmschutzverordnung (LSV) zu-
geteilt. 

4.1. 
Die Rekurrierenden 1-14 rügen als erstes eine mangelnde Ausschreibung, 
weil in der Amtsblattpublikation nicht alle betroffenen Baugrundstücke ge-
nannt worden seien. 

4.2. 
Mängel betreffend Ausschreibung können nur dann erfolgreich gerügt wer-
den, wenn sie sich auf die rekurrentische Interessenwahrung nachteilig 
auswirkten (BRGE II Nr. 0110/2014 in BEZ 2014 Nr. 48). Die Rekurrieren-
den 1-14 hatten offensichtlich Kenntnis von der Baubewilligung und reich-
ten dagegen den vorliegenden Rekurs ein. Sie machen denn auch nicht 
geltend, sie hätten keine Möglichkeit gehabt, sich durch Einsicht in die Auf-
lageakten über das Bauvorhaben zu informieren und ihr Rekursrecht wahr-
zunehmen. Ein Nachteil in der Interessenwahrung ist nicht zu erkennen, 
weshalb den Einzelheiten der Publikation nicht weiter nachzugehen ist. 

5.1. 
Die Rekurrierenden 1-14 bestreiten, dass die erforderliche Mindestarealflä-
che von 6'000 m2 (Art. 8 Abs. 2 der Bau- und Zonenordnung der Stadt Zü-
rich [BZO]) vorliege. Dies, weil zwischen der nördlichen Bauparzelle 

 

 

R1S.2019.05086 Seite 8 

Kat.-Nr. 4 und den südlichen Bauparzellen Kat.-Nrn. 3, 2 und 1 der Z.-Weg 
verlaufe (Parzelle Kat.-Nr. 5; im Eigentum der Stadt Zürich). Es liege dem-
nach kein einheitliches, gesamthaftes Areal vor, dass eine Fläche von min-
destens 6'000 m2 aufweise. 

5.2. 
Die Rüge ist unbegründet. Massgebend ist die von der Baueingabe erfass-
te Fläche. Die Unterteilung der Arealfläche in mehrere Grundstücke spielt 
zunächst keine Rolle. Unerheblich ist vorliegend aber auch, dass die ca. 
250 m lange Arealfläche durch einen ca. 2 m breiten öffentlichen Weg 
durchquert wird. Es ist grundsätzlich zulässig, dass eine Arealfläche von 
privaten bzw. öffentlichen Strassen oder Wegen durchschnitten wird, wel-
che nicht zur Arealfläche gehören. Die Arealüberbauung muss als solche 
wahrgenommen werden können. Sie muss optisch eine Einheit bilden und 
auch architektonisch als Einheit überbaut werden können. Bei den vorlie-
genden Gegebenheiten kann – wie auch der Augenschein gezeigt hat – 
ausgeschlossen werden, dass der schmale Weg zwischen den beiden lan-
gen Baukörpern des Hauses Süd und des Hauses Nord diesen Anforde-
rungen entgegensteht (vgl. zu einem ähnlichen Fall VB.2010.00241 vom 
20. Oktober 2010, E. 3.4; www.vgr.zh.ch). 

6.1. 
In materieller Hinsicht monieren die Rekurrierenden, dass sich das Projekt 
mit Blick auf das Lärmschutzrecht als nicht bewilligungsfähig erweise. In 
103 der 134 vorgesehenen Wohnungen seien gemäss dem Lärmgutachten 
die Immissionsgrenzwerte überschritten. Betroffen seien sehr viele lärm-
empfindliche Räume, worunter auch Schlafzimmer, und die Überschreitung 
der Immissionsgrenzwerte sei mit bis zu 8,2 dB (A) in der Nacht und bis zu 
4 dB (A) tagsüber massiv. Die ohnehin bereits unzulässige Lüftungsfens-
terpraxis werde auch noch ausgeweitet auf Räume, die zwar kein lärmab-
gewandtes Lüftungsfenster hätten, aber über ein anderes Zimmer mit lärm-
abgewandtem Lüftungsfenster gelüftet werden könnten. Das Lärmgutach-
ten leide diesbezüglich auch an einer unklaren Darstellungsweise. Im Wei-
teren sei das Lärmgutachten ungenau und die Berechnung der Abzüge 
scheine eher zu hoch. Die nur gerade vier Sätze umfassende Begründung 
der Baudirektion für die erteilten Ausnahmebewilligungen gemäss Art. 31 
Abs. 2 LSV sei unhaltbar. Dass ein Bedarf an Wohnungen bestehe, entbin-

 

 

R1S.2019.05086 Seite 9 

de nicht von der Einhaltung des Lärmschutzrechts. Daran ändere auch die 
zentrumsnahe, gut erschlossene Lage nichts. Diese Lage dürfte der Grund 
sein, dass die Bauparzellen der Wohnzone W4 und der Empfindlichkeits-
stufe ES III zugeteilt worden seien. Umso grösser sei das Interesse, dass 
wenigstens die entsprechenden Grenzwerte der Empfindlichkeitsstufe 
ES III eingehalten werden. Es gebe keinen Grund, die Wohnfläche auch 
noch durch das Zulassen einer Arealüberbauung zu vergrössern, im Ge-
genteil. Es sei nicht naheliegend, ausgerechnet an den lärmigsten Strassen 
die grössten Wohnhäuser zu erstellen. 

6.2.1. 
Das zur Neuüberbauung vorgesehene Gebiet ist wegen der W.-Strasse 
und der L.-Strasse stark durch Strassenlärm belastet. Die Immissions-
grenzwerte für Wohnen sowie Betriebsräume ohne Betriebsbonus – worun-
ter die im Haus Süd vorgesehene Kindertagesstätte fällt – betragen in der 
hier massgeblichen ES III 65 dB (A) am Tag und 55 dB (A) in der Nacht. 

In tatsächlicher Hinsicht ergeben sich gemäss Lärmgutachten vom 11. De-
zember 2018 folgende Überschreitungen der Immissionsgrenzwerte 
(act. 12.15 S. 17):  

Am Empfangspunkt 1 (inkl. Reflexionen): 4 dB (A) tagsüber, 8,2 dB (A) in 
der Nacht; 
Am Empfangspunkt "Gewerbe ohne Betriebsbonus" (inkl. Reflexionen): 
tagsüber 4 dB (A); 
Am Empfangspunkt 2 (Fenster neben Erker, inkl. Reflexionen): in der Nacht 
1,8 dB (A); 
Am Empfangspunkt 3 (Fenster Küche 1. OG neben Erker, inkl. Reflexio-
nen): in der Nacht 1,7 dB (A); 
Am Empfangspunkt 6 (Wohnen Essen, inkl. Reflexionen) 1,2 dB (A) in der 
Nacht. 

6.2.2. 
Umgelegt auf die einzelnen lärmempfindlichen Räume ergeben sich ge-
mäss Wohnungsspiegel (act. 12.16) im Erdgeschoss des Hauses Süd in 
drei Räumen der Kindertagesstätte sogenannt rote Räume (Räume, bei 
denen die IGW an allen Fenstern überschritten sind) und in der Woh-
nung 99-1 ein roter Raum und zwei gelbe Räume (Räume, bei denen die 
IGW wenigstens an einem Lüftungsfenster eingehalten werden können). Im 
1. Obergeschoss des Hauses Süd sind fünf der dort vorgesehenen zehn 

 

 

R1S.2019.05086 Seite 10 

Wohnungen von roten Räumen betroffen und die fünf weiteren von gelben 
Räumen; mithin liegen bei allen Wohnungen dieses Stockwerks – teils 
massive – Grenzwertüberschreitungen vor. Im 2. Obergeschoss des Hau-
ses Süd verfügen ebenfalls die Hälfte der Wohnungen über rote Räume 
und eine weitere Wohnung (Nr. 99-202) über gelbe Räume. Im 3. Ober-
geschoss des Hauses Süd zeigt sich folgendes Bild: rote Räume in der 
Hälfte der zehn Wohnungen und gelbe Räume in allen weiteren Wohnun-
gen dieses Stockwerks; ebenso im 4. Obergeschoss. Selbst im 5. Oberge-
schoss sind noch neun von zehn Wohnungen von Grenzwertüberschrei-
tungen (gelbe Räume) betroffen. 

Im Haus Nord ist – in der Aufzählung im angefochtenen Beschluss feh-
lend – im Erdgeschoss die Wohnung Nr. 109-1 von einem roten und zwei 
gelben Räumen betroffen. Im 1. Obergeschoss sind sieben von 13 Woh-
nungen von roten Räumen betroffen und fünf weitere Wohnungen von gel-
ben Räumen; mithin ist in diesem Stockwerk nur die Wohnung Nr. 121-102 
in der Abkröpfung zur L.-Strasse hin nicht von IGW-Überschreitungen be-
troffen. Im 2. Obergeschoss existieren noch in drei Wohnungen rote Räume 
und in sechs weiteren Wohnungen gelbe; dementsprechend sind hier neun 
von 14 Wohnungen von IGW-Überschreitungen betroffen. Im 
3. Obergeschoss des Hauses Nord werden die IGW in 13 von 
14 Wohnungen überschritten, wobei es in sechs Wohnungen rote Räume 
gibt. Nur die Wohnung Nr. 121-302 in der Abkröpfung zur L.-Strasse hin 
bleibt in diesem Stockwerk von Grenzwertüberschreitungen verschont. Im 
4. Obergeschoss zeigt sich dieselbe Situation (13 von 14 Wohnungen von 
IGW-Überschreitungen betroffen, wovon deren sechs mit roten Räumen). 
Im 5. Obergeschoss des Hauses Nord gibt es noch eine Wohnung mit ei-
nem roten Raum und sieben mit gelben Räumen. Selbst im 
6. Obergeschoss des Hauses Nord sind noch alle drei dort vorgesehenen 
Wohnungen von IGW-Überschreitungen betroffen, wobei in der Woh-
nung 119-601 sogar noch ein roter Raum existiert. 

In beiden Häusern sind es demnach im Wesentlichen die Garten-
Wohnungen und Garten-Maisonettewohnungen, die allein nach Westen 
orientiert sind, die nicht von IGW-Überschreitungen betroffen sind. In allen 
anderen Wohngeschossen mit Ausnahme des 5. Obergeschosses des 
Hauses Süd ist ein gewichtiger Anteil an Wohnungen mit roten Räumen 
geplant, und die deutliche Mehrzahl der übrigen Wohnungen verfügen im-

 

 

R1S.2019.05086 Seite 11 

mer noch über gelbe Räume. Im 5. Obergeschoss des Hauses Süd sind bis 
auf eine Wohnung noch alle Wohnungen von gelben Räumen betroffen. 

Im Gesamttotal sind von 134 Wohnungen 105 Wohnungen und damit 78 % 
– mehr als Dreiviertel – von IGW-Überschreitungen betroffen. 46 der 105 
von IGW-Überschreitungen betroffenen Wohnungen sowie die Kinderta-
gesstätte verfügen über rote Räume, bei denen die IGW an allen Fenstern 
überschritten sind. Bezogen auf die gesamte Wohnungszahl (134) sind 
34 % aller Wohnungen und damit mehr als ein Drittel von roten Räumen 
betroffen. 

6.3. 
Gemäss Art. 22 Abs. 1 des Umweltschutzgesetzes (USG) dürfen Baubewil-
ligungen für neue Gebäude, die dem längeren Aufenthalt von Personen 
dienen, unter Vorbehalt von Abs. 2 nur erteilt werden, wenn die IGW nicht 
überschritten werden. Sind die IGW überschritten, so werden Baubewilli-
gungen für Neubauten, die dem längeren Aufenthalt von Personen dienen, 
nur erteilt, wenn die Räume zweckmässig angeordnet und die allenfalls 
notwendigen zusätzlichen Schallschutzmassnahmen getroffen werden 
(Art. 22 Abs. 2 USG). Nach Art. 31 Abs. 1 LSV dürfen Neubauten und we-
sentliche Änderungen von Gebäuden mit lärmempfindlichen Räumen 
‒ wenn die IGW überschritten sind – nur bewilligt werden, wenn diese Wer-
te durch die Anordnung der lärmempfindlichen Räume auf der dem Lärm 
abgewandten Seite des Gebäudes (lit. a) oder durch bauliche oder gestal-
terische Massnahmen, die das Gebäude gegen Lärm abschirmen (lit. b), 
eingehalten werden können. Können die IGW durch Massnahmen nach 
Art. 31 Abs. 1 LSV nicht eingehalten werden, so darf die Baubewilligung 
gemäss Art. 31 Abs. 2 LSV nur erteilt werden, wenn an der Errichtung des 
Gebäudes ein überwiegendes Interesse besteht und die kantonale Behörde 
zustimmt. Die Bejahung eines solchen Interesses setzt zwingend eine um-
fassende Interessenabwägung im konkreten Einzelfall voraus 
(BGr 1C_106/2018 vom 2. April 2019, E. 4.2). 

Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung können Zielkonflikte zwi-
schen dem Lärmschutz (als Gesundheitsschutz) und der raumplanerisch 
gebotenen Siedlungsverdichtung bestehen. Dem wichtigen Anliegen einer 
hochwertigen Siedlungsentwicklung nach innen kann jedoch – mit Zustim-
mung des Kantons (Art. 31 Abs. 2 LSV) – auf dem Wege der Ausnahme-
bewilligung Rechnung getragen werden (BGr 1C_106/2018 vom 2. April 

 

 

R1S.2019.05086 Seite 12 

2019, E. 4.3, auch zum Folgenden). Bauvorhaben, die aus dieser Sicht 
wünschenswert erscheinen, kann eine Ausnahmebewilligung erteilt werden, 
wenn die IGW nicht wesentlich überschritten sind, sofern sich deren Einhal-
tung nicht in städtebaulich befriedigender Weise erreichen lässt und mittels 
Lüftungsfenstern an den lärmabgewandten Seiten und allfälligen weiteren 
Massnahmen ein angemessener Wohnkomfort sichergestellt werden kann 
(BGE 142 II 100, E. 4.6; BGr 1C_313/2015 vom 10. August 2016). Wie 
strikt das Bundesgericht die Voraussetzung einer nicht wesentlichen Über-
schreitung der IGW gehandhabt haben will bzw. ab wann von einer wesent-
lichen Überschreitung der IGW auszugehen ist, welche die Erteilung einer 
Ausnahmebewilligung zum vornherein ausschliesst, lässt sich der Praxis 
nicht mit Sicherheit entnehmen. Eine Überschreitung der IGW tagsüber um 
bis zu 4 dB (A), wie sie auch vorliegend gegeben ist, ist zumindest gemäss 
der Auffassung des Bundesamts für Umwelt (BAFU) keine unwesentliche 
mehr (vgl. BGr 1C_106/2018 vom 2. April 2019, E. 4.6 am Ende). Die neue-
re – auch vorliegend angewandte – kantonale Vollzugspraxis lässt diese 
Voraussetzung jedenfalls unbeachtet (VB.2018.00027 vom 18. Dezember 
2019, E. 4.3).  

Die Frage, ob die Überschreitung der IGW im Lichte der neueren bundes-
gerichtlichen Rechtsprechung einer Ausnahmebewilligung im vorliegenden 
Fall generell im Wege stünde, kann indes offenbleiben. Ebenfalls nicht ge-
prüft zu werden braucht, ob die neue kantonale Vollzugspraxis, welche die 
in allen neueren Entscheiden des Bundesgerichts angeführte Vorausset-
zung der nicht wesentlichen Überschreitung der IGW nicht anführt, den An-
forderungen der bundesgerichtlichen Rechtsprechung gerecht wird. Wie 
sogleich aufzuzeigen ist, fehlt es nämlich an einer anderen Voraussetzung 
für die Erteilung der lärmrechtlichen Ausnahmebewilligung, welche sich 
deutlich aus der bundesgerichtlichen Rechtsprechung – und im Übrigen 
auch aus der kantonalen Vollzugspraxis – ergibt. 

6.4. 
Art. 31 Abs. 2 LSV setzt voraus, dass die IGW durch Massnahmen nach 
Art. 31 Abs. 1 LSV nicht eingehalten werden können. Nach Auffassung des 
Bundesgerichts muss vor Erteilung der Ausnahmebewilligung nachgewie-
sen werden, dass alle in Betracht fallenden baulichen und gestalterischen 
Massnahmen geprüft worden sind. Erst wenn erstellt sei, dass sämtliche 
verhältnismässigen Massnahmen ausgeschöpft worden seien, komme als 
"ultima ratio" die Gewährung einer Ausnahme in Betracht (Subsidiarität; 

 

 

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BGr 1C_106/2018 vom 2. April 2019, E. 4.7 mit Hinweis). Das Verwaltungs-
gericht hat diese Praxis mit VB.2018.00027 vom 18. Dezember 2019 über-
nommen und seither bereits mehrfach bestätigt (VB.2019.00341 vom 
27. Februar 2020; VB.2019.00394 vom 27. Februar 2020; VB.2019.00654 
vom 19. März 2020; www.vgr.zh.ch). Die von der Bauherrschaft zitierte 
frühere Rechtsprechung des Baurekursgerichts (vgl. BRGE IV 
Nr. 0020/2017 in BEZ 2017 Nr. 19) ist überholt. 

6.5. 
Verlangt für den Nachweis, dass sämtliche verhältnismässigen Massnah-
men im Sinn von Art. 31 Abs. 1 LSV ausgeschöpft sind, sind nachvollzieh-
bar begründete Darlegungen, welche Massnahmen geprüft, gewählt oder 
verworfen wurden. Diese Darlegungen haben grundsätzlich im Rahmen der 
Zustimmung der kantonalen Amtsstelle (Ziff. 3.2 des Anhangs zur Bauver-
fahrensordnung [BVV]) zur Ausnahmebewilligung nach Art. 31 Abs. 2 LSV 
oder aber anhand eines (privaten) Gutachtens zu ergehen (VB.2019.00394 
vom 27. Februar 2020, E. 5.3.3). 

6.6. 
Im vorliegenden Fall lässt sich aus der Begründung der Zustimmung zur Er-
teilung der Ausnahmebewilligung nach Art. 31 Abs. 2 LSV durch die Fach-
stelle für Lärmschutz des Tiefbauamts (in der Gesamtverfügung der Baudi-
rektion des Kantons Zürich vom 18. März 2019; act. 3.2) nicht nachvollzie-
hen, inwiefern alle in Betracht fallenden Massnahmen nach Art. 31 Abs. 1 
LSV geprüft wurden. In der Gesamtverfügung der Baudirektion des Kan-
tons Zürich findet sich allein die folgende, nicht weiter erläuterte Aussage: 
"Im Rahmen der Prüfung durch die Fachstellen Lärmschutz der Stadt und 
des Kantons Zürich wurden alle in Frage kommenden Massnahmen evalu-
iert und soweit sinnvoll und tragbar ins Bauvorhaben eingebracht." Der Satz 
scheint einem Textbaustein zu entsprechen (vgl. VB.2019.00394 vom 
27. Februar 2020, E. 5.3.4). In ihrer Vernehmlassung vom 30. Juli 2019 
führt die Fachstelle Lärmschutz einzig aus, dass sie Massnahmen an den 
Fassaden als nicht zielführend, eine andere Lage und Art der Baukörper als 
"möglicherweise sogar kontraproduktiv" betrachte. Auch hierbei scheint es 
sich um Standardformulierungen zu handeln (vgl. erneut VB.2019.00394 
vom 27. Februar 2020, E. 5.3.4), ohne dass hieraus hervorginge, was für 
andere Massnahmen effektiv und im vorliegenden Einzelfall geprüft und 
‒ aus welchen Gründen genau – verworfen wurden. Nachdem allein eine 

 

 

R1S.2019.05086 Seite 14 

kantonale Behörde zuständig für die Erteilung der Ausnahmebewilligung 
gemäss Art. 31 Abs. 2 LSV ist, ist es im Übrigen nicht haltbar, wenn in der-
selben Vernehmlassung pauschal auf die vorinstanzliche Beurteilung bzw. 
Interessenabwägung verwiesen wird ("Die Fachstelle Lärmschutz der Bau-
direktion erarbeitet ihre Vollzugspraxis in enger Zusammenarbeit mit der 
Fachstelle Lärmschutz der Stadt Zürich und darf von einer korrekten lärm-
rechtlichen Beurteilung von Baugesuchen im Perimeter der Stadt ausge-
hen. Rügen zur lärmrechtlichen Beurteilung sind dieser Instanz vorzulegen 
bzw. von ihr auszudiskutieren" […]. "Eine kurze Begründung der kommuna-
len Behörde lag zur Zustimmung vor. Eine weitergehende Interessenabwä-
gung müsste allenfalls durch die Bewilligungsbehörde im Rahmen des Re-
kursverfahrens eingebracht werden" [act. 9]). Damit hat die kantonale Be-
hörde auf die von ihr zu tätigende, ernsthafte Interessenabwägung offenbar 
von vornherein verzichtet respektive eine Ermessensunterschreitung (§ 20 
Abs. 1 lit. a [am Ende] VRG) begangen. 

6.7. 
Dem "Gutachten Aussenlärm" vom 11. Dezember 2018 (act. 12.15) lässt 
sich ebensowenig etwas Weiterführendes entnehmen, da es auf andere als 
die gewählten Massnahmen nicht eingeht. Zwar findet sich zunächst der 
Satz, dass bei verbleibenden Überschreitungen "alle Massnahmen am Ge-
bäude nach LSV auszuschöpfen" seien (act. 12.15 S. 5). In der Folge wer-
den dann aber allein Ersatzmassnahmen, um die Auswirkungen der Grenz-
wertüberschreitungen zu mildern, beschrieben (schalltechnisch optimierte 
Balkone, lärmabgewandte Lüftungsfenster usw.; vgl. S. 18). Das ergibt sich 
auch klar aus dem Satz, dass aus Sicht des Lärmgutachtens die gestalteri-
schen Mittel für eine Optimierung des Lärmschutzes ausgeschöpft seien 
(S. 20). Solche Ersatz- und Optimierungsmassnahmen fallen indes nicht 
unter die vom Bundesgericht verlangten gestalterischen und baulichen 
Leistungen im Sinne von Art. 31 Abs. 1 LSV (VB.2019.00654 vom 19. März 
2020, E. 5.3). Massnahmen im letzteren Sinne bleiben unerwähnt. 

6.8. 
In lärmrechtlicher Hinsicht besonders ungünstig scheint sich ein offenbar 
mit der Fachstelle Lärmschutz der Baudirektion abgesprochenes Wettbe-
werbsprogramm ausgewirkt zu haben, das beispielsweise vorgibt, dass 
"maximal" 50 % der Dreizimmerwohnungen über maximal einen roten 
Raum verfügen dürfen; zumal wohl bei Erreichen dieses Ziels Ausnahme-

 

 

R1S.2019.05086 Seite 15 

bewilligungen in Aussicht gestellt wurden (vgl. act. 12.15 S. 5 und 20). Die 
Vorgabe führt jedoch im Umkehrschluss dazu, dass ein jedes am Wettbe-
werb teilnehmendes Architekturbüro ein Projekt plant, bei dem fast in der 
Hälfte der Dreizimmerwohnungen geradezu systematisch ein Raum ent-
steht, bei dem die Immissionsgrenzwerte an allen Fenstern überschritten 
sind. Dieses Ergebnis zeigt sich beispielsweise deutlich im Wohnungsspie-
gel des 2. bis 4. Obergeschosses des Hauses Süd. Der Anteil an Drei- und 
Dreieinhalbzimmerwohnungen mit roten Räumen am Gesamtanteil solcher 
Wohnungen beträgt denn auch insgesamt 44 %. Betroffen von roten Räu-
men sind in solchen Wohnungen auch Schlafzimmer. Die Bauherrschaft er-
klärt selbst, die Schlafzimmer seien "mehrheitlich" auf die lärmabgewandte 
Seite ausgerichtet; die Immissionsgrenzwertüberschreitungen beeinträch-
tigten die für die Gesundheit wichtige Nachtruhe "nur weniger" Bewohner 
(act. 13 S. 27). Dass nicht wenigstens sämtliche Schlafzimmer des Projekts 
für die Anbringung roter Räume von vornherein ausser Betracht fielen, 
kann kaum anders als mit den erwähnten Wettbewerbsbedingungen erklärt 
werden. Die von diesen verfolgte "Zielsetzung" ist lärmschutztechnisch 
kaum haltbar und verhindert eine Prüfung sämtlicher in Betracht fallender 
baulicher und gestalterischer Massnahmen zur grundsätzlichen Vermei-
dung von Grenzwertüberschreitungen im Sinne der bundesgerichtlichen 
Rechtsprechung – quasi wettbewerbsimmanent – von vornherein. Mit dem 
"ultima ratio"-Charakter einer Ausnahmebewilligung gemäss Art. 31 Abs. 2 
LSV ist ein solches, von der kantonalen Fachstelle vorgezeichnetes Projek-
tieren kaum kompatibel. Über die lärmreduzierenden Möglichkeiten von 
Fassadenabwinklungen oder Loggien erfährt man etwa nichts. Auch wes-
halb beispielsweise lärmunempfindliche Reduits über viele Stockwerke im 
Innern der Gebäude angeordnet sind oder eine Kita-Küche nach Westen, 
ein viel lärmempfindlicherer Kita-Hauptraum Gruppe 2 hingegen zur W.-
Strasse hin (wo er als roter Raum in Erscheinung tritt), ist ohne die vorlie-
gend fehlenden Darlegungen betreffend das Ausschöpfen sämtlicher ver-
hältnismässigen Massnahmen zur Vermeidung von Immissionsgrenzwert-
überschreitungen nicht nachvollziehbar.  

6.9. 
Zusammengefasst wurde nicht nachvollziehbar dargelegt, dass alle ver-
hältnismässigen Massnahmen nach Art. 31 Abs. 1 LSV ausgeschöpft wur-
den. Die Zahl der von einer Überschreitung der IGW gemäss ES III be-

 

 

R1S.2019.05086 Seite 16 

troffenen Wohneinheiten ist mit 105 immens. Das geplante Projekt ist mit 
Blick auf das Lärmschutzrecht nicht bewilligungsfähig. 

7. 
Eine Prüfung der weiteren Rügen entfällt bei diesem Ergebnis. Einzig zur 
Rüge der fehlenden Arealüberbauungswürdigkeit ist auf Folgendes hinzu-
weisen: 

Der vorstehend zitierten neueren Rechtsprechung des Bundesgerichts und 
des Verwaltungsgerichts ist klar zu entnehmen, dass die hier festgestellte 
projektspezifische Lärmsituation auch der Bewilligungsfähigkeit des Pro-
jekts als Arealüberbauung (Art. 8 BZO, §§ 69 bis 73 PBG) entgegensteht. 
Nachdem beispielsweise in 44 % der Dreizimmerwohnungen rote Räume 
existieren, könnte all diesen Wohnungen bezüglich des Kriteriums der 
Wohnlichkeit und Wohnhygiene (§ 71 Abs. 2 PBG) keine besonders gute 
Qualität attestiert werden. An dem Kriterium der Wohnlichkeit und Wohnhy-
giene ist grundsätzlich jede einzelne Wohneinheit zu messen, und nicht 
bloss ein Mehrfamilienhaus oder eine Überbauung in ihrer Gesamtheit 
(VB.2019.00394 vom 27. Februar 2020, E. 6 mit weiteren Verweisen). Auch 
aus diesem Grunde ist die Prozentvorgabe bzw. der anteilmässige Zielwert 
betreffend roter Räume bei den Dreizimmerwohnungen kaum sinnvoll. 

8. 
Zusammengefasst ist auf den von A. H. (Rekurrentin 15) erhobenen Rekurs 
nicht einzutreten. Der von den Rekurrierenden 1-14 erhobene Rekurs ist 
gutzuheissen. Demgemäss sind der Beschluss der Bausektion der Stadt 
Zürich vom 4. Juni 2019 und die Verfügung der Baudirektion […] vom 
18. März 2019 aufzuheben. 

Der Rekurs der Bauherrschaft (Verfahren G.-Nr. R1S.2019.05081) ist bei 
diesem Ergebnis als – teilweise bereits durch Rückzug und im Übrigen zu-
folge Gutheissung des Rekurses der Rekurrierenden 1-14 – gegenstands-
los geworden abzuschreiben. 

9.1. 
Ausgangsgemäss sind die Verfahrenskosten zu 1/22 A. H. und zu je 7/22 

 

 

R1S.2019.05086 Seite 17 

der Bausektion der Stadt Zürich, der Baudirektion und der Bauherrschaft 
aufzuerlegen (§ 13 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes [VRG]). 

Nach § 338 Abs. 1 PBG bzw. § 2 der Gebührenverordnung des Verwal-
tungsgerichts (GebV VGr) legt das Baurekursgericht die Gerichtsgebühr 
nach seinem Zeitaufwand, nach der Schwierigkeit des Falls und nach dem 
bestimmbaren Streitwert oder dem tatsächlichen Streitinteresse fest. Liegt 
wie hier ein Verfahren ohne bestimmbaren Streitwert vor, beträgt die Ge-
richtsgebühr in der Regel Fr. 500.-- bis Fr. 50'000.-- (§ 338 Abs. 2 PBG; § 3 
Abs. 2 GebV VGr). In besonders aufwendigen Verfahren kann die Ge-
richtsgebühr bis auf das Doppelte erhöht werden (§ 4 Abs. 1 GebV VGr). 
Bei der Bemessung der Gebührenhöhe steht der Rekursinstanz ein grosser 
Ermessensspielraum zu (Kaspar Plüss, in: Kommentar VRG, 3. Aufl., Zü-
rich/Basel/Genf 2014, § 13 Rz. 25 ff.).  

Im Lichte des vorliegend gegebenen tatsächlichen Streitinteresses (finanzi-
elle Bedeutung des Bauvorhabens im streitgegenständlichen Umfang), des 
getätigten Verfahrensaufwandes (2. Schriftenwechsel, Abteilungsaugen-
schein) sowie der Vereinigung zweier Rekursverfahren ist die Gerichtsge-
bühr auf Fr. 9'000.-- festzusetzen (BGr 1C_566/2015 vom 18. Februar 
2016, E. 2; BGr 1C_244/2013 vom 4. Juli 2013, E. 4; BRGE II Nrn. 0162 
und 0163/2012 vom 23. Oktober 2012, E. 16, in BEZ 2014 Nr. 36; Ent-
scheid bestätigt mit VB.2012.00774 vom 22. August 2013, dieser bestätigt 
mit BGr 1C_810/2013 vom 14. Juli 2014; www.baurekursgericht-zh.ch). 

9.2. 
Gemäss § 17 Abs. 2 lit. a VRG kann im Rekursverfahren und im Verfahren 
vor dem Verwaltungsgericht die unterliegende Partei oder Amtsstelle zu ei-
ner angemessenen Entschädigung für die Umtriebe der Gegenpartei ver-
pflichtet werden, wenn die rechtsgenügende Darlegung komplizierter Sach-
verhalte und schwieriger Rechtsfragen besonderen Aufwand erforderte  
oder den Beizug eines Rechtsbeistandes rechtfertigte. Die Bemessung der 
Umtriebsentschädigung richtet sich nach § 8 GebV VGr.   

Der Beizug eines Rechtsbeistandes ist in aller Regel als Grund für die Zu-
sprechung einer Umtriebsentschädigung einzustufen (VB.2003.00093 vom 
16. Oktober 2003, E. 3.1.). Demnach ist vorliegend den Rekurrieren-
den 1-14 zulasten der Bauherrschaft (§ 17 Abs. 3 VRG) eine Umtriebsent-
schädigung zuzusprechen. Angemessen erscheint ein Betrag von je 

 

 

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Fr. 200.-- (total Fr. 2'800.--). Im Weiteren ist der Bauherrschaft zulasten von 
A. H. eine Umtriebsentschädigung zuzusprechen, wobei auch hier ein Be-
trag von Fr. 200.-- angemessen erscheint. Da die Umtriebsentschädigun-
gen pauschal festgelegt werden, entfällt die Zusprechung von Mehrwert-
steuerzusätzen von vornherein (BRKE II Nrn. 0247 und 0248/2007 in 
BEZ 2007 Nr. 56; www.baurekursgericht-zh.ch). Die Zusprechung der von 
der Bauherrschaft und der Bausektion der Stadt Zürich im Rekursverfahren 
G.-Nr. R1S.2019.05081 beantragten Umtriebsentschädigungen entfällt 
ebenfalls, nachdem einerseits die Bausektion der Stadt Zürich in Bezug auf 
die Gegenstandslosigkeit dieses Rekursverfahrens (im Umfang des Aufhe-
bens der Baubewilligung) als (mit-)unterliegend gilt und andererseits die 
Bauherrschaft im Rückzugsanteil. 

[…]