# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0fa5eb30-ad42-5fe4-9954-9cd015f29ff6
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2016-10-26
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 26.10.2016 D-7189/2015
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-7189-2015_2016-10-26.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-7189/2015 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 6 .  O k t o b e r  2 0 1 6   

Besetzung 
 Richter Bendicht Tellenbach (Vorsitz), 

Richterin Muriel Beck Kadima, Richter Hans Schürch,    

Gerichtsschreiberin Karin Fischli. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Pakistan,   

vertreten durch André Vogelsang, Fürsprecher,  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Vollzug der Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 9. Oktober 2015 / N (…). 

 

 

 

D-7189/2015 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer verliess eigenen Angaben zufolge sein Heimatland 

Pakistan ein erstes Mal am (…) 2013 und reiste via den Iran und die Türkei 

nach Ungarn, wo er ein Asylgesuch einreichte. Da die Schweiz sein Ziel-

land war, reiste er ein bis zwei Monate später via Serbien und der Türkei 

zurück nach Pakistan. Drei Monate später – am (…) 2013 – reiste er erneut 

aus und gelangte via den Iran und die Türkei am 22. Dezember 2013 in die 

Schweiz, wo er am 23. Dezember 2013 um Asyl nachsuchte. 

B.  

Am 13. Januar 2014 wurde er zu seiner Person, zum Reiseweg sowie sum-

marisch zu seinen Asylgründen befragt (Befragung zur Person [BzP]). Am 

8. Juni 2015 wurde er eingehend zu den Gründen seines Asylgesuchs an-

gehört. 

Er begründete sein Asylgesuch im Wesentlichen damit, dass es erstens 

anlässlich des Hochzeitsfestes eines Cousins zu einem Angriff von politi-

schen Gegnern seines Vaters gekommen sei, bei welchem eine Cousine 

umgebracht worden sei. Bei der Abwehr der Angreifer sei auch einer von 

jenen ums Leben gekommen. Zweitens habe er ein Stellenangebot der Ta-

liban erhalten, welches er nicht habe wahrnehmen wollen, worauf er aus-

ser Land geflüchtet sei. 

Als Beweismittel reichte der Beschwerdeführer eine Kopie seiner Identi-

tätskarte sowie einen Polizeibericht der Polizeidienststelle B._______, Dis-

trikt C._______ vom (…) 2009 zu den Akten. 

C.  

Am 21. Januar 2014 ersuchte das SEM die ungarischen Behörden um Aus-

kunft zum angeblichen Asylgesuch des Beschwerdeführers vom (…) 2013 

und dem entsprechenden Asylverfahren. 

Die ungarischen Behörden teilten dem SEM am 12. Februar 2014 mit, dass 

der Beschwerdeführer illegal von Serbien her nach Ungarn eingereist sei 

und am (…) 2013 in Ungarn ein Asylgesuch eingereicht hatte, welches am 

(…) 2013 abgewiesen worden sei. Folglich sei der Beschwerdeführer am 

(…) 2013 nach Serbien ausgeschafft worden. 

D.  

Am 18. Februar 2014 teilte das SEM dem Beschwerdeführer mit, dass das 

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Seite 3 

Dublin-Verfahren beendet wurde und sein Asylgesuch in der Schweiz ge-

prüft werde. 

E.  

Mit Verfügung vom 9. Oktober 2015 – eröffnet am 13. Oktober 2015 – 

lehnte das SEM das Asylgesuch des Beschwerdeführers ab und ordnete 

die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug an. 

F.  

Diese Verfügung focht der Beschwerdeführer mit Eingabe seines Rechts-

vertreters vom 9. November 2015 beim Bundesverwaltungsgericht an. Er 

beantragte die Aufhebung der Dispositivziffern vier und fünf der angefoch-

tenen Verfügung, die Feststellung der Unzulässigkeit des Wegweisungs-

vollzugs sowie die Anordnung einer vorläufigen Aufnahme. 

Als Beweismittel wurde der Bericht der Schweizerischen Flüchtlingshilfe 

(SFH) „Pakistan: Justizsystem und Haftbedingungen“ vom 5. Mai 2010 ein-

gereicht. 

G.  

Mit Zwischenverfügung vom 12. November 2015 wurde der Beschwerde-

führer zur Leistung eines Kostenvorschusses aufgefordert. 

Der Kostenvorschuss wurde fristgerecht geleistet. 

H.  

Mit Instruktionsverfügung vom 1. Dezember 2015 lud das Bundesverwal-

tungsgericht die Vorinstanz zur Vernehmlassung ein. 

I.  

In ihrer Vernehmlassung vom 11. Dezember 2015 hielt die Vorinstanz voll-

umfänglich an ihren Erwägungen fest und beantragte die Abweisung der 

Beschwerde. 

Die Vernehmlassung wurde dem Beschwerdeführer am 16. Dezember 

2015 zur Kenntnis gebracht. 

 

 

 

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Seite 4 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche 

Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb 

das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer-

deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die 

angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges In-

teresse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur 

Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und 108 Abs. 1 AsylG; 

Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzu-

treten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Wegweisungsvollzugspunkt nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 

2014/26 E. 5). 

3.  

Die Verfügung des SEM vom 9. Oktober 2015 ist, soweit sie die Flücht-

lingseigenschaft und die Ablehnung des Asylgesuchs betrifft (Ziff. 1 und 2 

des Dispositivs der angefochtenen Verfügung) in Rechtskraft erwachsen. 

Auch ist die Anordnung der Wegweisung als solche (Ziff. 3 des Dispositivs) 

grundsätzlich nicht mehr zu überprüfen (vgl. Entscheidungen und Mittei-

lungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21). 

Gegenstand des Beschwerdeverfahrens bildet somit lediglich die Frage, 

ob die Wegweisung zu vollziehen oder ob anstelle des Vollzugs eine vor-

läufige Aufnahme anzuordnen ist.  

4.  

4.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis 

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Seite 5 

nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von 

Ausländern (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 [AuG, SR 142.20]). 

Bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungshindernissen gilt ge-

mäss ständiger Praxis das gleiche Beweismass wie bei der Flüchtlingsei-

genschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis mög-

lich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. WALTER 

STÖCKLI, Asyl, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Ausländerrecht, 

2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148).  

4.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land 

gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 

AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 FK). Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des 

Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grau-

same, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, 

SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand der Folter oder 

unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen 

werden.  

4.3 Infolge der auf den Vollzugspunkt beschränkten Anfechtung ist die 

Feststellung, dass der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht 

erfüllt, in Rechtskraft erwachsen. Das Non-refoulement-Prinzip im Sinne 

der vorgenannten flüchtlingsrechtlichen Bestimmungen ist daher nicht tan-

giert.  

4.4 Der Beschwerdeführer begründete sein Asylgesuch im Wesentlichen 

damit, dass er in D._______, Gemeinde E._______, Distrikt C._______, 

Provinz F._______ in Pakistan geboren sei und den grössten Teil seines 

Lebens dort zusammen mit seiner Familie verbracht habe. Er habe wäh-

rend sechs Jahren die Schule besucht, diese aber abgebrochen. An-

schliessend habe er eine Lehre als (…) absolviert und insgesamt sechs 

Jahre lang auf diesem Beruf gearbeitet. Sein erster Asylgrund hänge mit 

dem politischen Engagement seines Vaters zusammen, welcher 

G._______ habe wählen wollen und auch die Quartierbewohnerinnen und 

-bewohner überzeugt habe, wie er zu wählen. Anlässlich eines Familien-

treffens im Zusammenhang mit der Hochzeit eines Cousins im Jahr 2009 

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seien politische Gegner im Haus des Beschwerdeführers aufgetaucht. Sie 

hätten Gäste attackiert, wobei eine Cousine getötet worden sei. Während 

dem Angriff hätten sich einige Personen zur Wehr gesetzt und einen An-

greifer getötet. Dabei seien vor allem ein Cousin des Beschwerdeführers 

und der Beschwerdeführer selbst in die Tat verwickelt gewesen. Als die 

Polizei auf dem Weg zum Haus gewesen sei, habe der Beschwerdeführer 

unverzüglich die Flucht nach Karachi ergriffen. Der involvierte Cousin hin-

gegen sei im Haus geblieben und festgenommen worden. Er habe an-

schliessend während etwa einem Jahr in Haft gesessen. Zu seiner Freilas-

sung habe auch ein Polizeirapport beigetragen, welcher aufgrund der Aus-

sagen des Vaters des Beschwerdeführers verfasst worden sei. Um den 

Cousin leichter aus dem Gefängnis zu holen, habe der Vater der Polizei 

allerdings eine stark abgeänderte Geschichte erzählt, nämlich eine, welche 

den getöteten Angreifer als den Geliebten der ebenfalls getöteten Cousine 

dargestellt habe.  

Der zweite Asylgrund des Beschwerdeführers basiere auf seiner Zeit in Ka-

rachi. Nach dem Vorfall in D._______ sei er während mehr als (…) Jahren 

in Karachi geblieben. Er habe als (…) gearbeitet, habe allerdings nur sehr 

wenig verdient. Im Salon seines Arbeitgebers habe er sich mit einem der 

Stammkunden namens H._______ angefreundet, welcher ihm einen viel 

besser bezahlten Job angeboten habe. Etwa ein Jahr, nachdem das Stel-

lenangebot erstmals angesprochen worden sei, habe ihn H._______ ein-

geladen, seinen Chef zu treffen. Der Beschwerdeführer habe eingewilligt 

und sei mit verbundenen Augen zum Chef gefahren worden. Als er den 

Chef und dessen Männer kennen gelernt habe, habe er realisiert, dass sie 

Taliban seien. Bald sei klar geworden, dass er zwar für seine Arbeit viel 

Geld bekommen würde, dass diese jedoch auch das Töten von Menschen 

beinhalte. Um dem Ganzen zu entkommen, habe der Beschwerdeführer 

gefragt, ob er, bevor er die Stelle antreten würde, noch einmal seine Fami-

lie besuchen gehen könne. Nach einigen überzeugenden Worten hätten 

die Taliban eingewilligt, worauf er für zwei bis drei Tage zurück nach 

D._______ gegangen sei. Da er nicht für die Taliban habe arbeiten wollen 

und auch seine Familie dies habe verhindern wollen, sei er schliesslich 

ausgereist. 

Die Flucht in die Schweiz habe er erst bei seinem zweiten Versuch ge-

schafft. Als er erstmals am (…) 2013 Pakistan verlassen habe, sei er via 

dem Iran und der Türkei nach Ungarn gelangt. Dort habe er ein Asylgesuch 

eingereicht, habe aber nicht dort bleiben wollen. So sei er nach ein bis zwei 

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Monaten wieder zurück nach Pakistan gegangen. Die ungarischen Behör-

den hätten seine Reise bis nach Serbien organisiert und von dort habe ihn 

sein Schlepper zurück nach Pakistan gebracht. Da der anfänglich unter-

zeichnete Vertrag mit dem Schlepper die Flucht bis in die Schweiz enthal-

ten habe, und das Geld für diese Reise – 13‘000 Euro – auch bezahlt wor-

den sei, habe ihn der Schlepper ohne Zusatzkosten zurück nach Pakistan 

bringen müssen. Dort habe der Beschwerdeführer während (…) Monaten 

in verschiedenen Dörfern, hauptsächlich aber bei seiner Schwester 

I._______ in der Nähe von E._______ gelebt, bevor es zum zweiten Flucht-

versuch gekommen sei. Während er noch bei seiner Schwester gewesen 

sei, habe es einen weiteren Vorfall gegeben. Als er zusammen mit seiner 

Cousine auf einem Motorrad gefahren sei, hätten Leute aus einem ihnen 

entgegenkommenden Fahrzeug auf ihn geschossen. Er habe diesen Vor-

fall der Polizei melden wollen, habe es sich dann aber anders überlegt und 

habe sich zur erneuten Flucht aus Pakistan entschieden. Am (…) 2013 sei 

er zum zweiten Mal aufgebrochen und sei via dem Iran und der Türkei in 

die Schweiz gelangt, wo er am 23. Dezember 2013 ein Asylgesuch einge-

reicht habe. 

4.5 Das SEM begründete seine Verfügung damit, dass die Schilderungen 

des Beschwerdeführers in wesentlichen Punkten widersprüchlich seien. So 

habe er in der BzP angegeben, der Überfall auf seine Familie im Jahr 2009 

habe sich während der Hochzeitsfeier seines Cousins ereignet. In der An-

hörung habe er demgegenüber zu Protokoll gegeben, die unbekannten 

Personen seien eines Abends in sein Haus eingedrungen. Zu jenem Zeit-

punkt seien einige Verwandte bei ihm zu Besuch gewesen, da sein Cousin 

einige Tage später habe heiraten wollen. Auch wenn der Beschwerdeführer 

den Überfall beide Male in den Kontext der Hochzeit seines Cousins ge-

stellt habe, bleibe weiterhin festzustellen, dass zwischen einer Hochzeits-

feier und einer Zusammenkunft von ungefähr 25 Personen im Vorfeld der 

Hochzeit ein frappanter Unterschied bestehe. Des Weiteren habe er in der 

BzP geschildert, dass nachdem beide Personen ums Leben gekommen 

seien, sein Vater die Polizei gerufen habe. Erst als der Beschwerdeführer 

nach dem Eintreffen Letzterer gemerkt habe, dass er nicht auf deren Un-

terstützung zählen könne und sich die Geschichte nicht regeln lasse, sei er 

nach Karachi geflüchtet. Im Zuge der Anhörung habe er hingegen erklärt, 

er sei geflohen, bevor die Polizei überhaupt eingetroffen sei. Diese grossen 

Widersprüche würden bereits massive Zweifel am Wahrheitsgehalt seiner 

Vorbringen aufkommen lassen. Diese Zweifel würden zudem dadurch er-

härtet, dass das Motiv, welches er als Grund für den Übergriff auf seine 

Familie angebe, in Frage gestellt werden müsse. So habe er angegeben, 

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der Angriff sei aufgrund der Absicht seines Vaters erfolgt, welcher im Zuge 

der Wahlen der Partei von G._______ seine Stimme habe geben wollen. 

Gleichzeitig habe der Beschwerdeführer jedoch gesagt, der Überfall habe 

sich erst nach den Wahlen ereignet, bei welchen G._______ unterlegen 

sei. Auf die Frage, welchen Grund die Angreifer zu jenem Zeitpunkt noch 

gehabt hätten, seine Familie anzugreifen, habe er erklärt, die Gegner hät-

ten durch den Wahlerfolg an Macht gewonnen und aus Hass auf seinen 

Vater die Familie vernichten wollen. Angesichts dieser Erklärung erscheine 

es aber weniger plausibel, dass sein Vater sowie die beiden jüngeren Brü-

der nach diesem Ereignis jahrelang unbescholten im Heimatdorf hätten 

weiterleben können. Diese Unglaubhaftigkeitselemente würden schliess-

lich dadurch ergänzt, dass der vom Beschwerdeführer eingereichte First 

Information Report (FIR) Angaben aufweise, welche seinen Schilderungen 

widersprächen. So verweise die Anzeige darauf, dass er und eine weitere 

Person namens J._______ angeblich eine Frau und einen Mann getötet 

hätten, welche eine illegale Beziehung unterhalten hätten. Der Beschwer-

deführer habe dazu erklärt, dass sein Vater und der dafür eingesetzte An-

walt das durch Bestechung so hätten schreiben lassen, um seinen Cousin 

schneller aus dem Gefängnis zu holen. Diese Erklärung stehe jedoch in 

krassem Widerspruch zu seiner Aussage, dass die Polizei mit seinen An-

greifern zusammengearbeitet habe. Aufgrund all dieser massiven Unge-

reimtheiten könne dem Vorbringen des Beschwerdeführers, von unbe-

kannten Personen aufgrund der politischen Haltung seines Vaters und der 

gewaltsamen Vorfälle im Jahr 2009 verfolgt zu sein, kein Glauben ge-

schenkt werden. Daher erübrige es sich auch, jegliche weitere Vorfälle, 

welche er mit dieser Geschichte in Zusammenhang setze, vertieft zu wür-

digen. 

Des Weiteren mache der Beschwerdeführer geltend, die Taliban hätten 

versucht, ihn für gewaltsame Handlungen anzuwerben. Diese hätten Infor-

mationen über ihn gesammelt und ihm keine Wahl gelassen. Dieser Auf-

forderung habe er sich lediglich durch eine Flucht ins Ausland entziehen 

können. Die Schilderungen des Beschwerdeführers dieser Ereignisse wür-

den wiederum beachtliche Widersprüche aufweisen. So habe er in der BzP 

angegeben, er habe Pakistan das erste Mal aufgrund der Probleme mit den 

Taliban am (…) 2013 verlassen. In seiner freien Schilderung im Zuge der 

Anhörung habe er demgegenüber erzählt, sein Klient habe ihn (…) 2013 

(…) abgeholt, um ihn zu seinem Chef zu bringen. Ausserdem habe er ge-

mäss BzP-Protokoll das Fahrzeug drei Mal gewechselt, als er zu den Tali-

ban gefahren worden sei, während er in der Anhörung lediglich von einem 

Fahrzeugwechsel gesprochen habe. Schliesslich erscheine es denn auch 

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wenig logisch, dass der Beschwerdeführer nach einem Jahr der Überzeu-

gungsarbeit durch seinen Klienten, keine Ahnung gehabt habe, welche Art 

von Arbeit das Jobangebot beinhalte. Angesichts all dieser Widersprüche 

und Ungereimtheiten sei auch dieses Vorbringen als unglaubhaft zu be-

werten. 

Schliesslich sei festzuhalten, dass der Beschwerdeführer wohl kaum frei-

willig auf eine Prüfung seines Asylgesuchs in Ungarn verzichtet hätte und 

eigenständig nach Pakistan zurückgekehrt wäre, wenn er zu jenem Zeit-

punkt tatsächlich eine Gefährdung an Leib und Leben in seinem Heimat-

land zu befürchten gehabt hätte. Dem geltend gemachten Tötungsversuch 

auf seinem Motorrad sei letztlich auch kein Glauben zu schenken, da er 

diesen einmal ganz klar vor seiner ersten Ausreise situiert habe, während 

er später gesagt habe, dies sei erst nach seiner Rückkehr nach Pakistan 

vorgefallen. Die Vorbringen würden somit in ihrer Gesamtheit den Anforde-

rungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG nicht standhalten, so 

dass deren Asylrelevanz nicht geprüft werden müsse. Demzufolge erfülle 

der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht, so dass sein Asyl-

gesuch abzulehnen sei. 

Hinsichtlich des Wegweisungsvollzugs komme das SEM zum Schluss, 

dass der Grundsatz der Nichtrückschiebung gemäss Art. 5 Abs. 1 AsylG 

nicht angewandt werde, da der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigen-

schaft nicht erfülle. Ferner würden sich aus den Akten keine Anhaltspunkte 

dafür ergeben, dass ihm im Falle einer Rückkehr in den Heimatstaat mit 

beachtlicher Wahrscheinlichkeit eine durch Art. 3 EMRK verbotene Strafe 

oder Behandlung drohe. Weder die im Heimatstaat des Beschwerdeführers 

herrschende politische Situation noch andere Gründe sprächen gegen die 

Zumutbarkeit der Rückführung in den Heimatstaat. Zudem sprächen auch 

keine individuellen Gründe gegen den Wegweisungsvollzug. Er sei ein jun-

ger Mann und habe in Pakistan einige Jahre die Schule besucht und eine 

Ausbildung als (…) genossen. Anschliessend habe er mehrere Jahre in 

diesem Beruf gearbeitet und sich damit eine eigene Lebensgrundlage ge-

schaffen. Dass er dies nicht nur in seinem Heimatdorf, sondern auch nach 

seinem Umzug in Karachi getan habe, verweise darauf, dass er in der Lage 

sei auch an einem neuen Ort in Pakistan alleine Fuss zu fassen. Schliess-

lich würden die Eltern und mehrere Geschwister des Beschwerdeführers 

nach wie vor in Pakistan leben und könnten ihm bei der Wiedereingliede-

rung behilflich sein. Ausserdem sei der Vollzug der Wegweisung technisch 

möglich und praktisch durchführbar. 

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4.6 In der auf den Vollzug der Wegweisung beschränkten Beschwerde wur-

den hauptsächlich die bereits geltend gemachten Vorbringen wiederholt, 

welche zum Vermeiden von Wiederholungen hier nicht weiter aufgeführt 

werden. Zum Überfall auf die Familie in ihrem eigenen Haus machte der 

Beschwerdeführer jedoch noch geltend, es sei durchaus logisch, dass den 

restlichen Familienmitgliedern, welche nicht wie er und sein Bruder geflo-

hen seien, nichts angetan worden sei. Hätten die Angreifer ihnen nämlich 

etwas angetan, so hätten sie von ihnen nicht mehr erfahren können, wo 

sich die drei gesuchten Personen nun aufhalten würden. Zudem stimme 

die Aussage des SEM, die Familie des Beschwerdeführers könne unbe-

scholten weiter leben, nicht, da – wie den Befragungsprotokollen zu ent-

nehmen sei – seit dem Ereignis mehrere Anschläge auf die Familie verübt 

worden seien (vgl. exemplarisch act. A29, F55, 100 und 104, sowie F56). 

Speziell hinsichtlich des Wegweisungsvollzugs wendete der Beschwerde-

führer noch ein, dass ihm bei einer Rückkehr in sein Herkunftsland staatli-

che Verfolgungsmassnahmen (im Sinne der Strafverfolgung) sowie Rache-

handlungen seitens der damaligen Angreifer und Exponenten der Taliban 

drohen würden. Das Justizsystem des pakistanischen Staates sei mit Kor-

ruption durchsetzt. Weitgehend würden die Haftbedingungen in pakistani-

schen Gefängnissen als unmenschlich gelten. Schläge (bei Nichtbezahlen 

von Schutzgeldern) und Folter seien an der Tagesordnung. Vorliegend 

stehe durch die eingereichten Unterlagen fest, dass der Beschwerdeführer 

im Rahmen dieses Vorfalles aus dem Jahre 2009 in ein Strafverfahren ver-

wickelt sei. Ihm drohe somit mit grosser Wahrscheinlichkeit eine langjäh-

rige Inhaftierung in einer Haftanstalt mit prekären Bedingungen und damit 

verbunden mit einer unmenschlichen Behandlung. Weitergehend sei der 

mit Korruption durchsetzte pakistanische Staat nicht in der Lage, den Be-

schwerdeführer vor den Rachegelüsten der damaligen Angreifer respektive 

der Exponenten der Taliban wirksam zu beschützen. 

5.  

5.1 Dem Beschwerdeführer ist es nicht gelungen darzulegen, dass er ge-

fährdet sei – weder aufgrund einer Strafverfolgung wegen dem Töten eines 

Angreifers anlässlich eines Überfalls auf seine Familie noch aufgrund von 

Racheakten der übrigen nicht getöteten Angreifer noch aufgrund von Ver-

folgungsmassnahmen seitens der Taliban. Bezüglich dem Töten eines An-

greifers anlässlich eines Überfalls auf seine Familie in seinem Haus ist fest-

zuhalten, dass der Beschwerdeführer unmittelbar danach nach Karachi ge-

gangen ist und dort während über (…) Jahren unbehelligt leben konnte. 

Somit hatte der Beschwerdeführer einerseits einen alternativen Ort zum 

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Seite 11 

Leben und andererseits haben ihn während den gesamten (…) Jahren 

keine Verfolgungsmassnahmen getroffen – weder seitens des Staates auf-

grund einer allfälligen Strafverfolgung noch seitens der Angreifer aus Ra-

chegelüsten. Übereinstimmend mit der Vorinstanz bestehen bezüglich dem 

Angriff ohnehin erhebliche Zweifel an der Glaubhaftigkeit des Vorbringens 

und der angeblich daraus resultierenden Verfolgung beziehungsweise 

Furcht vor Verfolgungsmassnahmen. Auch das Vorbringen des Stellenan-

gebots durch die Taliban basiert auf vagen und widersprüchlichen Ausfüh-

rungen und begründet Zweifel an der Glaubhaftigkeit des Erzählten. Die 

Frage der Glaubhaftigkeit der Vorbringen kann an dieser Stelle jedoch of-

fen gelassen werden, da das entscheidende Element, was die Verfolgung 

oder Furcht vor einer solchen angeht, die Tatsache ist, dass der Beschwer-

deführer (…) 2013 bereits einmal aus Pakistan geflohen ist – nach Ungarn 

– und dann wieder für (…) Monate nach Pakistan zurückgekehrt ist. Dass 

er, bloss weil er nicht in Ungarn um Asyl nachsuchen wollte, wieder zurück 

in seinen Heimatstaat ging, wo er angeblich verfolgt werden soll, spricht 

eindeutig gegen die Existenz einer Verfolgung. An dieser Stelle ist anzu-

merken, dass die Abklärungen des SEM bei den ungarischen Behörden im 

Rahmen des Dublinverfahrens ergaben, dass der Beschwerdeführer in Un-

garn ein Asylverfahren durchlaufen hatte, wobei sein Gesuch abgewiesen 

und seine Wegweisung sowie der Wegweisungsvollzug verfügt wurden. 

Somit musste der Beschwerdeführer Ungarn sowieso verlassen. Allerdings 

hat er dies dem SEM und dem Bundesverwaltungsgericht gegenüber nicht 

so kommuniziert, sondern er hat erklärt, er sei aus eigenem Entschluss 

zurück nach Pakistan gegangen, weil er nicht habe in Ungarn bleiben wol-

len. Während den (…) Monaten zurück in Pakistan hat er dann gemäss 

eigenen Angaben an verschiedenen Orten gewohnt, wobei er sich haupt-

sächlich bei seiner Schwester in der Nähe von E._______ aufhielt. Aller-

dings ist E._______ die gleiche Gemeinde, in welcher sich auch sein Hei-

matdorf befindet, womit es für seine allfälligen Verfolger relativ einfach ge-

wesen wäre, ihn zu orten. Diesbezüglich ist anzumerken, dass der Be-

schwerdeführer zwar geltend machte, auf einem Motorrad fahrend ange-

schossen worden zu sein, jedoch ist dies – wie die Vorinstanz zutreffend 

feststellte – nicht als glaubhaft zu erachten. Der Beschwerdeführer wider-

sprach sich in den Befragungen zum Zeitpunkt des Vorfalls – einmal sagte 

er, es sei vor und einmal nach seinem ersten Fluchtversuch geschehen –, 

was einen markanten Unterschied darstellt. Hätte der Beschwerdeführer 

tatsächliche Furcht vor ernsthaften Nachteilen haben müssen, wäre er 

nicht freiwillig nach Pakistan zurückgekehrt, auch wenn sein Zielland nicht 

Ungarn, sondern die Schweiz war. 

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Seite 12 

5.2 Somit sind keine Gründe ersichtlich, dass der Beschwerdeführer für 

den Fall einer Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahr-

scheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe 

oder Behandlung ausgesetzt wäre. Auch die allgemeine Menschenrechts-

situation in Pakistan lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeit-

punkt nicht als unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug 

der Wegweisung im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestim-

mungen zulässig. 

6.  

6.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf 

Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren (vgl. Botschaft zum Bundesgesetz über die Aus-

länderinnen und Ausländer vom 8. März 2002, BBl 2002 3818). 

6.2 Die Menschenrechtslage in Pakistan muss zwar als angespannt be-

zeichnet werden, es herrscht jedoch aktuell keine Situation von allgemei-

ner Gewalt, Krieg oder Bürgerkrieg, welche für den Beschwerdeführer bei 

einer Rückkehr eine konkrete Gefahr darstellen würde. In der Beschwer-

deschrift sind denn auch keine gegen die Zumutbarkeit sprechenden 

Gründe geltend gemacht worden. Übereinstimmend mit den Ausführungen 

der Vorinstanz stehen dem Wegweisungsvollzug somit auch keine indivi-

duellen Gründe entgegen. Somit erweist sich der Vollzug der Wegweisung 

auch als zumutbar. 

6.3 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 

2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu 

bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 

6.4 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AuG). 

 

 

D-7189/2015 

Seite 13 

7.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

8.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerdefüh-

rer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 600.– fest-

zusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten 

und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]). Für deren Bezahlung ist der bereits geleistete Kostenvor-

schuss zu verwenden. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-7189/2015 

Seite 14 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Für deren Bezahlung wird der bereits geleistete Kostenvorschuss ver-

wendet. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Bendicht Tellenbach Karin Fischli 

 

 

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