# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1aeb1529-ca0a-5c97-86d3-ee70d9a3db40
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-08-26
**Language:** de
**Title:** Zürich Baurekursgericht 26.08.2011 BRGE I Nrn. 0159-0160/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Baurekurs/ZH_BRK_001_BRGE-I-Nrn--0159-016_2011-08-26.pdf

## Full Text

BRGE I Nrn. 0159 und 0160/2011 vom 26. August 2011 in BEZ 2012 Nr. 28 

(Bestätigt mit VB.2011.00617 vom 11. Januar 2012) 

12.1 Sodann machen die Rekurrentinnen geltend, die Überbauungsziffer 
werde mit dem Besonderen Gebäude (Garage, gedeckte Abstellplätze) 
überschritten, weil die Überdachungen seitlich des Garagengebäudes nicht als 
Vorsprünge im Sinne von § 256 Abs. 2 PBG zu betrachten seien, sondern als 
eigenständige Carports bzw. Besondere Gebäudeteile. (…) 

12.4.1 Gemäss § 2 Abs. 1 der Allgemeinen Bauverordnung (ABV) sind 
Gebäude und ihnen gleichgestellte Bauwerke solche Bauten und Anlagen, die 
einen Raum zum Schutz von Menschen oder Sachen gegen äussere, 
namentlich atmosphärische Einflüsse mehr oder weniger vollständig ab-
schliessen. Freistehende, offene Autounterstände (Carports) gelten demzufolge 
als Gebäude. Daran ändert nichts, wenn solche Autounterstände an ein 
Wohnhaus, an eine andere Garagenbaute oder (…) an beides angebaut sind. 
Es stellt sich mithin die Frage, inwiefern Gebäude – anders als bauliche 
Vorrichtungen, die für sich allein nicht erstellt werden könnten (z.B. Balkone, 
Erker, Laubengänge) – im Sinne von § 256 Abs. 2 PBG als Vorsprünge von 
anderen Gebäuden gelten.  

Da vorliegend das beidseits des Garagengebäudes weitergeführte Dach 
einzig der Überdachung der beiden seitlich angeordneten Abstellplätze dient, 
da diese Überdachungen auch freistehend und damit selbständig erstellt 
werden könnten und da deren flächenmässige Ausdehnung zusammen-
gerechnet derjenigen des geschlossenen Garagengebäudes gleichkommt, 
erscheint es nicht sachgerecht, diese offenen Autounterstände als blosse 
Vorsprünge im Sinne von § 256 Abs. 2 PBG zu qualifizieren und sie hinsichtlich 
der Anrechenbarkeit an die Überbauungsziffer zu privilegieren.  

Damit ist nicht gesagt, dass jeder einen Witterungsschutz bietende 
oberirdische Vorsprung mit Gebäudequalität (§ 2 Abs. 1 ABV) nicht mehr unter 
§ 256 Abs. 2 PBG zu subsumieren wäre. Vielmehr kommt es in einer
Gesamtbetrachtung insbesondere auf die Zweckbestimmung des Vorsprungs, 
seine räumliche, funktionelle und bauliche Abhängigkeit vom Gebäude sowie 
auf seine Dimensionierung in Relation zum Gebäude an. So haben die in § 256 
Abs. 2 PBG explizit aufgeführten Balkone eine eigene Zweckbestimmung, die in 
räumlicher, funktioneller und baulicher Hinsicht zwingend mit einem Gebäude 
verbunden ist. Balkone gelten daher als Vorsprünge, auch wenn unter ihnen ein 
gedeckter Sitzplatz mit Gebäudequalität entsteht. Ebenso sind etwa dem 
Witterungsschutz dienende Überdachungen von Hauseingangsbereichen als 
Vorsprung zu beurteilen. Demgegenüber ist die Überdachung eines 
Abstellplatzes grundsätzlich in keiner Weise von einem Wohngebäude ab-
hängig; sie kann als Vordach zu einem Gebäude ausgestaltet sein oder auch 

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nicht. Diese bauliche Zufälligkeit kann indes nicht zu einer unterschiedlichen 
Behandlung hinsichtlich der Anrechenbarkeit an die Überbauungsziffer führen. 

12.4.2 Zu prüfen bleibt, in welchem Umfang die überdeckten 
Autoabstellplätze in Anwendung von § 256 Abs. 1 PBG an die Überbauungs-
ziffer anzurechnen sind. Die anrechenbare Fläche ergibt sich aus der 
senkrechten Projektion der grössten oberirdischen Gebäudeumfassung auf den 
Erdboden (§ 256 Abs. 1 PBG). Fehlt eine eigentliche Gebäudeumfassung, etwa 
bei allseits offenen Autounterständen, wäre es nicht sachgerecht, 
gewissermassen als fiktive Gebäudeumfassung auf die allenfalls gegenüber 
dem Dachrand zurückversetzten Stützen abzustellen. Dies jedenfalls insoweit 
nicht, als sich die für die Nutzung notwendige Fläche auch ausserhalb der 
Stützen befindet. Bei dieser Messweise wäre es dem Belieben der 
Bauherrschaft überlassen, durch entsprechende Positionierung der Stützen 
bzw. durch die Wahl der Trägerkonstruktion das Ergebnis der Flächen-

berechnung zu beeinflussen und letztlich gegen Null streben zu lassen, ohne 
dass sich an den Dimensionen des Gebäudes und damit an dessen 
Nutzungsmöglichkeiten (…) etwas Wesentliches änderte. Eine derartige 
konstruktionsbedingte, willkürliche Ungleichbehandlung wäre sachlich nicht 
gerechtfertigt und nicht im Sinne der Bau- und Zonenordnung. Bei den 
streitbetroffenen offenen Autounterständen ist daher die gesamte überdachte 
Fläche an die Gebäudegrundfläche anzurechnen. Damit wird die maximal 
zulässige Gebäudegrundfläche für Besondere Gebäude (…) überschritten.