# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9da9f460-fa0d-551c-8b91-9bb5693ba1a3
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-02-20
**Language:** de
**Title:** Endzustand erreicht, Rückenbeschwerden sind nicht auf den Unfall zurückzuführen, Invalideneinkommen höher als Valideneinkommen, Integritätsentschädigung nicht zu beanstanden; Abweisung. (BGE 8C_230/2020)
**Docket/Reference:** UV.2019.00078
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2019.00078.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2019.00078
II. Kammer
Sozialversicherungsrichter Mosimann, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Käch
Ersatzrichterin Lienhard
Gerichtsschreiberin Kübler-Zillig
Urteil
vom
2
0.
Februar 2020
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwalt Eric Stern
Anwaltskanzlei Stern
Beethovenstrasse 24, Postfach 1554, 8027 Zürich
gegen
Suva
Rechtsabteilung
Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
X.___
, geboren 1979, war seit 1. Januar 2011 als Chauffeur bei der
Y.___
angestellt (Urk. 16/1 Ziff. 1 und 3) und dadurch bei der Suva obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen
und Berufskrankheiten
versichert.
Mit Schadenmeldung vom 15. August 2011 teilte die Arbeitgeberin der Suva mit, der Versicherte sei am 3. Juni 2011 beim Paketzustellen gestolpert, mit den Paketen zu Boden gefallen und habe sich dabei den linken Ellenbogen gebrochen (Urk. 16/1 Ziff. 4, 6 und 9).
Am 4. Oktober 2011 stürzte der Beschwer
deführer erneut auf den linken Ellbogen (vgl. Urk. 16/16/3, Urk. 16/39 S. 1).
Die Suva erbrachte die gesetzlichen Leistungen (
vgl.
Urk. 16/2-3).
Nach erfolgten medizinischen Abklärungen
,
einer
beruflichen Standortbestim
mung (Urk. 16/113)
sowie
einer beruflichen Grundabklärung in der
Z.___
(Urk. 16/139)
gewährte die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zü
rich, IV-Stelle,
am 19. November 2013
Frühinterventionsmassnahmen in Form von Arbeitsvermittlung (Urk. 16/140), welche jedoch
am 6. Dezember 2013 ab
gebrochen werden musste (Urk. 16/142). Mit Verfügung vom 16. September 2014 forderte die Suva vom Versicherten Fr. 13'298.60 zurück, nachdem ihr bei der Taggeldabrechnung ein Fehler unterlaufen war
(Urk. 16/188
; vgl. auch Zahlungs
vereinbarung vom 7. November 2014, Urk. 16/202)
.
Nach einer kreisärztlichen Untersuchung am 17. Juli 2015 (Urk. 16/232) erteilte die IV-Stelle am 28. August 2015 Kostengutsprache für eine Umschulung im Rah
men eines kaufmännischen Vorkurses vom 3
1.
August 2015 bis 7. Februar 2016 (Urk. 16/241) sowie am 4. Dezember 2015 für eine Vollzeitausbildung
vom 29. Februar 2016 bis 25. Februar 2018
zur Erlangung des
Handelsdiplom
s
(Urk.
16/253), welche der Versicherte erfolgreich abschliessen konnte (Urk. 16/271, Urk. 16/278).
1.2
Mit Verfügung vom 3. April 2018
sprach die Suva dem Versicherten eine Integ
ritätsentschädigung entsprechend einer Integritätseinbusse von 10 % zu und ver
neinte gleichzeitig einen Rentenanspruch (Urk. 16/283). Die dagegen vom Versi
cherten am 28. April 2018 erhobene (Urk. 16/286) und am
31. Mai 2018 begrün
dete Einsprache (Urk. 16/292) wies die Suva mit
Einspracheentscheid
vom 15. Februar 2019 ab (Urk. 16/329 = Urk. 2).
2.
Der Versicherte erhob am 2
1.
März 2019 Beschwerde gegen den
Einspracheent
scheid
vom 15. Februar 2019 (Urk. 2) und beantragte die Aufhebung des ange
fochtenen Entscheides sowie die Rückweisung der Sache an die Suva zur Neube
urteilung (Urk. 1 S. 2).
Mit Schreiben vom 21. März 2019 reichte er weitere Un
terlagen zu seiner aktuellen Anstellung ein (Urk. 5, Urk. 6/1-2).
Mit Beschwerde
antwort vom 4. Juli 2019 schloss die Suva auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 14), was dem Beschwerdeführer am 16. Juli 2019 mitgeteilt und gleichzeitig die unentgeltliche Rechtsvertretung bewilligt wurde (Urk. 17).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebro
chen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Über
gangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am
3. Juni 2011
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwen
dung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Wird die versicherte Person infolge eines Unfalles zu mindestens 10
%
invalid (Art. 8
des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs
rechts
,
ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
ATSG
). Für die Bestimmung des In
validitätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die ver
sicherte Person nach Eintritt der
unfallbedingten Invalidität und nach Durchführung allfälliger Ein
gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG).
1.3
Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine angemes
sene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dauernde erhebli
che Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität erleidet. Die Integritätsentschädigung wird in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und wird entsprechend der Schwere des Integritätsschadens ab
ge
stuft (Art. 25 Abs. 1 UVG).
Gemäss Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Entschädi
gung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 UVV Gebrauch gemacht. Abs. 1 dieser Vorschrift bestimmt, dass ein Integritätsschaden als dauernd gilt, wenn er vo
raussichtlich während des ganzen Lebens minde
stens in gleichem Umfang be
steht. Er ist erheblich, wenn die körperliche oder geistige Integrität, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird. Gemäss Abs. 2 gelten für die Bemessung der Integritätsentschädigung die Richtlinien des Anhanges
3.
Fallen mehrere körperliche oder geistige Integritätsschäden aus ei
nem oder mehreren Unfällen zusammen, so wird die Integritätsentschädigung nach der gesamten Beeinträchtigung fest
gesetzt (Abs. 3).
1.4
Im Anhang 3 zur UVV hat der Bundesrat Richtlinien für die Bemessung der In
tegritätsschäden aufgestellt und in einer als gesetzmässig erkannten, nicht ab
schliessenden Skala (BGE 124 V 29 E. 1b mit Hinweisen) wichtige und typische Schäden prozentual gewichtet (RKUV 2004 Nr. U 514 S. 416). Für die darin ge
nannten Integritätsschäden entspricht die Entschädigung im Regelfall dem ange
gebenen Prozentsatz des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes (
Ziff.
1
Abs.
1). Die Entschädigung für spezielle oder nicht aufgeführte Integritätsschäden wird nach dem Grad der Schwere vom Skalenwert abgeleitet (
Ziff.
1
Abs.
2). In
tegritätsschäden, die gemäss der Skala 5 % nicht erreichen, geben keinen An
spruch auf Entschädigung (
Ziff.
1
Abs.
3). Die völlige Gebrauchsunfähigkeit eines Organs wird dem Verlust gleichgestellt; bei teilweisem Verlust und teilweiser Ge
brauchsunfähigkeit wird der Integritätsschaden entsprechend geringer, wobei die Entschädigung jedoch ganz entfällt, wenn der Integritätsschaden weniger als 5 % des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes ergäbe (
Ziff.
2).
Die Medizinische Abteilung der Suva hat in Weiterentwicklung der
bundesrätli
chen
Skala weitere Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form (sog. Feinras
ter) erarbeitet. Diese von der Verwaltung herausgegebenen Tabellen stellen zwar keine Rechtssätze dar und sind für die Parteien nicht verbindlich, umso mehr als
Ziff.
1 von Anhang 3 zur UVV bestimmt, dass der in der Skala angegebene Pro
zentsatz des Integritätsschadens für den «Regelfall» gilt, welcher im Einzelfall Ab
weichungen nach unten wie nach oben ermöglicht. Soweit sie jedoch lediglich Richtwerte enthalten, mit denen die Gleichbehandlung aller Versicherten gewähr
leistet werden soll, sind sie mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 29 E. 1c, 116 V 156 E. 3a).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar be
gründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuver
lässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erheb
liche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zu
kommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gutachterin allerdings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 135 V 465 E. 4.4, 125 V 351 E. 3b/
ee
, 122 V 157 E. 1c; vgl. auch BGE 123 V 331 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen Entscheid (Urk. 2) gestützt auf die Beurteilung durch den Kreisarzt sowie die abgeschlossene Umschulung in Form des Besuches einer Handelsschule (S. 5 Ziff. 2.a) davon aus, dass der End
zustand und damit der Zeitpunkt für die Rentenprüfung per 1. März 2018 erreicht sei. Nachdem
der Beschwerdeführer einen Abschluss in einem den Unfallfolgen angepassten Tätigkeit angepassten Beruf erlangt habe, erscheine es sachgerecht, von dieser Tätigkeit im kaufmännischen Bereich auszugehen. Die Argumentation, wonach diese Tätigkeit mit äussersten Schwierigkeiten verbunden sei, sei nicht nachvollziehbar, nachdem die Ausbildung während zweieinhalb Jahren ohne ak
tenkundige Einschränkungen möglich gewesen sei (S. 6 Ziff. 2.b).
Bei einer Ge
genüberstellung von Validen- und Invalideneinkommen resultiere keine Erwerbs
unfähigkeit, weshalb keine Rente geschuldet sei (S. 7 Ziff. 3.c). Gestützt auf die kreisärztliche Beurteilung vom 17. Juli 2015 sei von einem Beuge- und Streck
defizit
im linken Ellbogen und einer im Seitenvergleich minimal eingeschränkte Supination links gegenüber rechts, einer muskulären Hypotrophie der linken obe
ren Extremität und einer leichten Bewegungseinschränkung im Bereich des linken Handgelenks auszugehen. Gemäss Feinrastertabelle 1.2 ergebe dies eine Integri
tätsentschädigung von 10 %. Dieser Wert entspreche auch einer Ellbogenarthrose am Übergang von mässig bis schwer und sei höher angesiedelt als eine Radius
köpfchenresektion (S. 9 Ziff. 4.b).
In der Beschwerdeantwort vom 4. Juli 2019 (Urk. 14) führte die Beschwerdegeg
nerin ergänzend aus,
die im Bericht der
A.___
vom 9. Januar 2019 angegebene
Radikulopathie
S1 mit Symptomatik seit August 2018 sei nicht unfallkausal, der Beschwerdeführer habe beim Unfall vom 3. Juni 2011 eine
Ra
diusköpfchenmeisselfraktur
links und keine Rückenverletzung erlitten. Die von ihm nun geltend gemachten Vorbehalte gegen eine Bürotätigkeit seien nicht nachvollziehbar beziehungsweise allfällig relevante Einschränkungen seien nicht unfallbedingt (S. 2 f. Ziff. 4.1). Die aktuelle Tätigkeit des Beschwerdeführers als
Zeitungsverträger
/Frühzusteller beziehungsweise Fahrer der Firma
B.___
sei nicht leidensangepasst, da sie nicht ellbogenschonend sei. Mög
lich seien dem rechtshändigen Beschwerdeführer hingegen körperlich leichte Tä
tigkeiten mit Heben und Tragen von Lasten nur körpernah und nicht körperfern, ohne repetitive Rotationsbewegungen beziehungsweise repetitives Beugen und Strecken im Ellbogengelenk, ohne Tätigkeiten, bei denen der linke Arm Vibrati
onen oder Schlägen ausgesetzt sei und ohne abrupte Zug- und Stossbelastungen. Nicht mehr möglich sei die Chauffeurstätigkeit, die praktisch nie ohne
Be
- und Entladen von Waren einhergehe. Gemäss der Zumutbarkeitsbeurteilung der
A.___
-Ärzte
sei der Beschwerdeführer nicht fahrtauglich. Eine angepasste Tä
tigkeit (Bürotätigkeit) sei ihm jedoch gemäss den erwähnten Zumutbarkeitsbeur
teilungen zu 100 % zumutbar. Dabei könnte er ein rentenausschliessendes Ein
kommen erzielen. Er habe das Handelsdiplom
sowie das Praktikum vom 1. März 2017 bis 28. Februar 2018 erfolgreich abgeschlossen, weshalb die nun vorge
brachten Vorbehalte gegen eine Bürotätigkeit nicht überzeugten. Der aktuell er
zielte Verdienst aus nicht leidensangepasster, nicht genügend schadensmindern
der Teilerwerbstätigkeit könne nicht als Invalideneinkommen herangezogen wer
den (S. 3 Ziff. 4.2).
2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer geltend (Urk. 1), seit November 2018 sei er im Umfang von durchschnittlich 30 % bei der Firma
B.___
tätig
(S. 3 Ziff. 2). Seit dem Unfall vom 3. Juni 2011 und den fol
genden drei Operationen
leide er an anhaltend starken Schmerzen und könne deswegen auch nicht länger sitzend verweilen oder Schlafruhe finden. Aus diesem Grund habe er trotz Umschulung und sehr intensiven Bemühungen eine über das gegenwärtige Arbeitspensum hinausgehende Eingliederung in die Erwerbstätig
keit leider nicht herbeiführen können. Die
A.___
erwäge auf
grund der Untersuchungen im Dezember 2018 eine vierte Operation, um allenfalls doch noch eine gewisse Verbesserung herbeiführen zu können. Weitere Abklä
rungen hätten zudem erhebliche Rückenschäden als Spätfolge des Unfalls zu Tage gefördert (S. 4 Ziff. 3).
Diese seien von der Beschwerdegegnerin völlig unberück
sichtigt geblieben. Die bald vier Jahre zurückliegende Beurteilung durch den Kreisarzt entspreche keineswegs einem Endzustand beziehungsweise der aktuel
len Situation (S. 5). Dr.
C.___
habe sich bei seinem Bericht vom 9. Januar 2019 ausdrücklich auf den Unfall bezogen und die Beschwerdegegnerin habe die ent
sprechenden Untersuchungskosten übernommen. Es sei daher unverständlich, dass sie im angefochtenen Entscheid auf die Einschätzung des Kreisarztes vom 17. Juli 2015 abgestellt und die eindeutig mit dem Unfall zusammenhängenden aktuellen ärztlichen Untersuchungen und Beurteilungen des linken Ellbogens be
ziehungsweise der linken Hand sowie des Rückens völlig unberücksichtigt gelas
sen habe, sowohl bei der Rentenfrage als auch bei der Beurteilung des Integri
tätsschadens (S. 6).
2.3
Strittig und zu prüfen ist demnach einerseits die Frage, ob der Endzustand erreicht ist, und andererseits die Höhe des Invaliditätsgrades sowie der Integritätsentschä
digung.
3.
3.1
Nach der Erstbehandlung im
D.___
am Unfalltag diagnostizierten die Ärzte in ihrem Bericht vom 3. Juni 2011 eine Radiusköpfchenfraktur links (
Meis
selfraktur
), nicht disloziert. Der Beschwerdeführer erhielt eine Oberarmgips
schiene für drei Wochen
sowie eine Verordnung für Physiotherapie. Für die Zeit vom
3.
bis zum 17. Juni 2011 attestierten die Ärzte eine vollständige Arbeitsun
fähigkeit (Urk. 16/8
/2
).
3.2
Am 8. Juni 2012 erfolgte in der
A.___
die erste Operation, wobei gemäss Bericht vom 11. Juni 2012 eine Ellbogenarthroskopie, ein
D
é
bri
dement
ECRB
sowie
ein
osteocapsuläres
D
é
bridement
mit
Kapsulotomie
anterola
teral
und
posterior
links vorgenommen wurde. Der postoperative Verlauf gestal
tete sich unauffällig (Urk. 16/48).
Eine zweite Operation mit offenem
Débridement
und Radiusköpfchenresektion wurde in der
A.___
am 8. März 2013 durchgeführt, der Ver
lauf als regelrecht beschrieben (vgl. Austrittsbericht vom 8. März 2013, Urk. 16/85).
3.3
Auf entsprechende Nachfrage der Beschwerdegegnerin im Rahmen der berufli
chen Abklärung hielt
Dr.
med.
E.___
, Facharzt für Orthopädische Chirur
gie und für Traumatologie des Bewegungsapparates,
A.___
, Orthopädie, am 27. September 2013 fest, in einer angepassten, nicht ellbogenbe
lastenden Tätigkeit bestehe eine 50%ige Arbeitsfähigkeit (Urk. 16/130/2).
3.
4
Dr.
med. F.___
, Facharzt für Chirurgie, Kreisarzt der Beschwerdegegnerin, führte am 5. Juni 2014 aus, für leichte Tätigkeiten ohne Druck-, Zug- und Ge
wichtsbelastung des linken Ellbogens/Arms bestehe keine Arbeitsunfähigkeit mehr. Heben und Tragen von Gewichten solle körpernah erfolgen, zu vermeiden seien repetitiven Rotationsbewegungen sowie Schlag- und Vibrationsexposition. Falls lediglich eine Fahrtätigkeit ohne
Be
- und Entladen ausgeübt werde, könne eine Wiederaufnahme der angestammten Tätigkeit als Chauffeur zu 100 % erwar
tet werden (Urk. 16/157 S. 1). Funktionell könne wahrscheinlich keine wesentli
che Verbesserung mehr erreicht werden, eventuell jedoch eine Verbesserung der Schmerzsituation (S. 2).
3.
5
Am 21. November 2014 erfolgte eine dritte Operation in der
A.___
, bei welcher gemäss Austrittsbericht vom 24. November 2014 eine
Kap
sulektomie
, eine Nachresektion des Radiusköpfchens, eine Seitenbandrekonstruk
tion mittels
Allograft
am Ellbogen links vorgenommen und gleichzeitig zwei stö
rende Lipome entfernt wurden (Urk. 16/205 S. 1).
3.
6
Am 17. Juli 2015 fand die Abschlussuntersuchung des Beschwerdeführers durch Dr.
F.___
statt. In seinem gleichentags erstellten Bericht (Urk. 16/232) nannte er folgende Diagnosen (S. 5):
-
Status nach Sturz am
3
. Juni 2011 mit
Radiusköpfchenmeisselfraktur
linksseitig und konservativer Therapie mit
-
Ellbogenarthroskopie mit
Débridement
Extensor
carpi
radialis
brevis
,
osteokapsulärem
Débridement
mit
Kapsulotomie
anterolateral
und
posterior
links am 8. Juni 2012
-
o
ffenem
Débridement
und Radiusköpfchenresektion Ellbogen links am 8. März 2013
-
Kapsulektomie
Nachresektion Radiusköpfchen
, Seitenbandrekonstruk
tion mittels
Allograft
Ellbogen links am 21. November 2014
Subjektiv persistierten Schmerzen im Ellbogengelenk mit Zunahme
bei Belastung und eine eingeschränkte Beweglichkeit im linken Ellbogen. Objektiv fänden sich ein Beuge- und Streckdefizit im linken Ellbogen und eine im Seitenvergleich mi
nimal eingeschränkte Supination links gegenüber rechts, eine muskuläre Hypo
trophie der linken oberen Extremität und eine leichte Bewegungseinschränkung im Bereich des linken Handgelenks. Der Beschwerdeführer schone den linken Arm verstärkt, weshalb eine Vorstellung in der Schmerzambulanz des
G.___
sinnvoll wäre, um eine Basismedikation einzurichten und viel
leicht doch noch eine etwas bessere Beweglichkeit links zu erreichen. Ansonsten gebe es derzeit keine weiteren Therapievorschläge. Eine wesentliche funktionelle Besserung sei nicht zu erwarten. Aus medizinischer Sicht möglich seien körper
lich leichte Tätigkeiten mit Heben und Tragen von Lasten nur körpernah und nicht körperfern, ohne repetitive Rotationsbewegungen beziehungsweise repeti
tives Beugen und Strecken im Ellbogengelenk, ohne Tätigkeiten bei denen der linke Arm Vibrationen oder Schlägen ausgesetzt sei und ohne abrupte Zug- und Stossbelastungen. Unter Beachtung dieser Einschränkungen sei eine 100%ige Tä
tigkeit möglich. Da die Chauffeurstätigkeit praktisch nie ohne
Be
- und Entladen von Waren einhergehe, dürfte diese Tätigkeit nicht mehr möglich sein (S. 5 f.).
Die Heilkosten nach Abschluss würden sich auf Analgetika und bei
Schmerzex
azerbation
eine gelegentliche Serie Physiotherapie belaufen. Die durch den Unfall vom 3. Juni 2011 erlittene Schädigung sei dauerhaft und erheblich und bedinge eine Integritätsentschädigung (S. 6).
Gemäss Feinrastertabelle 1.2 ergebe eine Beweglichkeit im Ellbogen von 90-30-0° eine Integritätsentschädigung von 10 %. Dieser Wert entspreche auch
demje
nigen
einer E
l
lbogen
arthrose am Übergang von mässig bis schwer und sei höher angesiedelt als eine Radiusköpfchenresektion (Urk. 16/233 S. 1).
3.
7
In seinem Überweisungsschreiben vom 16. Mai 2018 an die
A.___
führte der Hausarzt Dr.
H.___
aus, der Beschwerdeführer sei mit dem Endresultat am linken Arm gar nicht zufrieden. Er habe von März 2017 bis März 2018 in einem Pensum von 50 % ein Büropraktikum im
G.___
versucht und sei nur ungenügend einsatzfähig gewesen. Die
linke Hand könne nicht richtig ein
gesetzt werden, weder
zum
Fassen, Greifen noch Abstützen. Es komme zu Funk
tionseinbussen und Schmerzen beim Anziehen, beim Basteln mit dem Schrau
benzieher, bei der Körperwäsche oder beim Schwimmversuch. Die Bürotätigkeit habe vorwiegend rechts erledigt werden müssen, da das Fassen von Papier oder Ordnern links nicht korrekt erfolgt sei (Urk. 16/294
/4
).
3.
8
Nach einer neurologischen und neurophysiologischen Untersuchung diagnosti
zierten die Ärzte der
A.___
,
I.___
, in ihrem Bericht vom 15. August 2018 (Urk. 16/302
/2-4
) unklare Restschmerzen im Be
reich des resezierten Radiusköpfchens und der Seitenband-Rekonstruktion mit Verdacht auf sekundäres
Ulnar
impaction
-Syndrome Handgelenk links sowie ein unklares intermittierendes Einschlafgefühl
Dig
. I-III links (S. 1).
Klinisch-neuro
logisch habe den sensiblen Auffälligkeiten kein eindeutiges Versorgungsgebiet zugeordnet werden können, formal seien alle sensiblen Hautnerven am Unterarm betroffen. In der elektroneurographischen Kontrolle zeige sich weiterhin ein un
auffälliger Befund der grossen Armnerven ohne Veränderung zur Voruntersu
chung aus dem Jahre 2014 (S. 2).
3.
9
Die Ärzte der
A.___
, Orthopädie, Abteilung für Handchirur
gie, hielten in ihrem Bericht vom 5. September 2018 (Urk. 16/304) bei unverän
derten Diagnosen fest, der Beschwerdeführer arbeite derzeit in einem Pensum von 60 % als Sachbearbeiter in der Buchhaltung. Er
klage
über zunehmende
Schmer
zen, vor allem beim Schreiben (S. 1 f.).
Es
zeige sich eine Neuropathie
Dig
. I-III. Die neurophysiologische Untersuchung sei unauffällig ausgefallen, weshalb ihm probatorisch eine Handgelenksmanschette zur besseren Bilanzierung abgegeben worden sei. Sollten die Beschwerden nicht bessern, könne eine lokale Infiltration mit Kortison veranlasst werden.
Sollten beide Massnahmen die Beschwerden nicht bessern, sei fraglich, ob dem Beschwerdeführer noch durch eine Karpaltun
neldekompression geholfen werden könne. Bevor man sich eine Operation im Handgelenk überlege, müsse man erst die Situation am Ellbogen therapeutisch, gegebenenfalls chirurgisch adressieren (S. 2).
3.
10
Nach einer Untersuchung in der Hand-Sprechstunde nannten die Ärzte der
A.___
, Orthopädie,
Abteilung für Handchirurgie,
in ihrem Bericht vom 18. Oktober 2018 (Urk. 16/312
/2-3
)
im Wesentlichen folgende Diagnosen (S. 1):
-
VISI-Deformität Handgelenk links mit Läsion der Pars
membranacea
des
SL
-Ligamentes, positivem
ulnokarpalen
Impingement
bei
Ulnaplusvarianz
sowie intermittierendem Taubheitsgefühl
Dig
I-III
Derzeit würden die Ellenbogenbeschwerden im Vordergrund stehen. Die Handge
lenksbeschwerden seien klar nicht beschwerdeführend, in der Ursache nicht klar,
multi
lokulär
und kaum aussichtsreich chirurgisch zu behandeln. Entsprechend könne dem Beschwerdeführer lediglich eine
Kortisoninfiltration
angeboten wer
den, zu der er sich bei Beschwerdepersistenz wieder vorstellen könne. Die Be
handlung werde vorläufig als abgeschlossen a
n
gesehen (S. 2).
3.1
1
Die Ärzte des
J.___
,
G.___
, diag
nostizierten in ihrem Bericht vom 3. Dezember 2018 (Urk. 16/328) Schmerzen im Ellbogen links sowie eine Diskushernie mit
radikulärer
Symptomatik rechts (S. 1)
Die Schmerzen seien von
muskuloskelettalem
Charakter und würden gut auf die entzündungshemmenden Medikamente ansprechen, weshalb die neuropathische Komponente im Hintergrund stehe. Der Ellbogen spreche nicht auf Celecoxib an, was durch die langanhaltenden Schmerzen und die
Chronifizierung
erklärt wer
den könne (S. 2
)
.
3.1
2
In ihrem Sprechstundenbericht vom 6. Dezember 2018 (Urk. 16/318) diagnosti
zierten die Ärzte des
K.___
,
A.___
, neu eine schmerzhafte
Radikulopathie
S1 rechts
mit Symptomatik seit August 2018
(S. 1). Im MRI zeige sich eine Diskusextrusion L5/S1 mit Ner
venwurzelkompression S1
rezessal
rechts. Der Beschwerdeführer habe sich zu
nächst für eine Infiltration entschieden. Bei Beschwerdepersistenz werde eine De
kompression L5/S1 besprochen (S. 2).
Am 9. Januar 2019 führten sie bei unverändertem Befund weiter aus, die Infilt
ration habe kurzfristig sehr gut gewirkt, aktuell würden seit mittlerweile in etwa drei Monaten weiterhin die bekannten Schmerzen bestehen. Aufgrund der Lei
densdauer und des Leidensdruckes werde eine operative Dekompression empfoh
len (Urk. 3/4 S. 2).
4.
4.1
In seiner Beschwerde stellte sich der Beschwerdeführer insbesondere
auf den Standpunkt, er leide seit dem Unfall vom 3. Juni 2011 unter anhaltenden Schmer
zen
, weshalb d
ie
A.___
eine vierte Operation
erwäge. W
eitere Abklä
rungen hätten zudem erhebliche Rückenschäden als Spätfolge zu Tage gefördert (E. 2.2)
.
Aus den vorliegenden medizinischen Berichten ergibt sich,
dass sowohl die be
handelnden Ärzte als auch der Kreisarzt der Beschwerdegegnerin eine weitere funktionelle Verbesserung für nicht sehr wahrscheinlich hielten. So führte Dr.
F.___
sowohl im Juni 2014 als auch im Juli 2015 aus, funktionell könne wahrscheinlich keine wesentliche Verbesserung mehr erreicht werden (E. 3.5-6).
Der Hausarzt wies im
Überweisungsschreiben
vom 16. Mai 2018
darauf hin, dass der Beschwerdeführer mit der aktuellen Situation am linken Arm gar nicht zu
frieden sei, bezeichnete diese jedoch ausdrücklich als Endresultat (E. 3.7). Die fol
genden Abklärungen den linken Ellbogen betreffend brachten sodann weitgehend keine weiterführenden Erkenntnisse. Die neurophysiologische Untersuchung fiel unauffällig auf, den sensiblen Auffälligkeiten konnte kein eindeutiges Versor
gungsgebiet zugeordnet werden (E. 3.8). Ob eine Karpaltunneldekompression zu einer wesentlichen Verbesserung führen könnte, hielten die Ärzte
der
A.___
sodann für fraglich. Die Ursache der Handgelenksbeschwerden bezeichneten sie als nicht klar,
multilokulär
und kaum aussichtsreich chirurgisch zu behandeln
(E. 3.9-10)
.
Auch die Ärzte des
G.___
gingen von einer
Chronifizie
rung
der langanhaltenden Schmerzen aus (E. 3.11). Insgesamt durfte
daher
die Beschwerdegegnerin
davon ausgehen
, dass der Endzustand
per Ende Februar 2018
erreicht
war
und keine wesentliche Verbesserung der Schmerzsituation mehr erreicht werden kann.
4.2
Die abschliessende
Untersuchung
durch den Kreisarzt Dr.
F.___
aus dem Jahre 2015
liegt zwar tatsächlich bereits einige Zeit
zurück, aufgrund de
r
bei den Akten liegenden aktuellen Berichte ist jedoch davon auszugehen, dass seine Beurteilung nach wie vor zutreffend ist. Insbesondere erscheint nicht nachvollziehbar, wes
halb der Beschwerdeführer in einer
leidensangepassten
Tätigkeit, bei welcher der linke Ellbogen durch lediglich körperlich leichte Tätigkeiten mit Heben und Tra
gen von Lasten nur körpernah, ohne repetitive Rotationsbewegungen, ohne
repe
titives Beugen und Strecken, ohne Vibrationen und Schläge sowie ohne abrupte Zug- und Stossbelastungen
geschont wird, nicht vollständig arbeitsfähig sein soll
, zumal es sich dabei um seinen
adominanten
Arm handelt (vgl.
Urk.
16/94/1)
. Diese Einschätzung wird denn auch gestützt durch die Tatsache, dass der Be
schwerdeführer die Umschulung zur Erreichung des Handelsdiploms im Rahmen einer Vollzeitausbildung in der Zeit vom 31. August 2015 bis 25. Februar 2018
erfolgreich und
ohne gesundheitsbedingten
Unterbruch abschliessen konnte (vgl. Urk. 16/142, Urk. 16/253, Urk. 16/271, Urk. 16/278).
Was die vom Beschwerdeführer geltend gemachten Rückenbeschwerden betrifft, hielten die Ärzte der
A.___
am 6. Dezember 2018
sowie 9. Ja
nuar 2019
fest, die Symptomatik bestehe seit August 2018
(vgl. vorstehend E. 3.12)
.
Eine Schädigung des Rückens wurde nie zeitnah zum Unfallereignis do
kumentiert.
Hinweise auf einen Zusammenhang mit dem Unfall vom 3. Juni 2011 oder den Beschwerden im linken Ellbogen
sind entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers aus den Berichten
nicht ersichtlich
und
die Rückenbeschwer
den
können
nicht als Spätfolgen des Unfalls qualifiziert werden.
4.3
Zusammenfassend ist
damit
davon auszugehen, dass im Zeitpunkt des Abschlus
ses der Umschulung Ende Februar 2018 der Endzustand erreicht war und
der Beschwerdeführer seit 1. März 2018 in einer
den unfallbedingten Beschwerden im linken Ellbogen angepassten Tätigkeit vollständig arbeitsfähig ist.
5.
5.1
UV170360
Invalidenrente, allgemeine Methode des Einkommensvergleichs, Gesetzestext
08.2018
Zur Bestimmung des Invaliditätsgrades wird gemäss Art. 16 ATSG das Erwerbs
einkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der (unfallbedingten) Inva
lidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Ein
gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung ge
setzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
).
Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkom
men ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestim
men lässt (sog. Allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
5.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Valideneinkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung an
gepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnah
men müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; 135 V 58 E. 3.1; 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
Die Beschwerdegegnerin stützte sich für die Berechnung des
Valideneinkommens
auf die Angaben der früheren Arbeitgeberin und ging für das Jahr 2018 von einem monatlichen Einkommen von Fr. 4'500.-- beziehungsweise einem Jahres
einkommen in der Höhe von Fr. 54'000.--
aus
(Urk. 2 S. 6 Ziff. 3.a, Urk. 16/280). Dieses Vorgehen ist nicht zu beanstanden
und wurde denn auch vom Beschwer
deführer nicht bestritten.
5.3
Für die Festsetzung des trotz Gesundheitsschädigung
zumutbarerweise
noch rea
lisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist nach der Rechtsprechung pri
mär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versi
cherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstä
tigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumut
barer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Ar
beitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tat
sächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE 139 V 592 E. 2.3; 135 V 297 E. 5.2; 129 V 472 E. 4.2.1; 126 V 75 E. 3b/
aa
).
Gemäss den Angaben des Beschwerdeführers arbeitet
er seit September 2018 im Umfang von durchschnittlich 30 % bei der Firma
B.___
(E. 2.2)
. Nachdem jedoch der medizinische Sachverhalt dahingehend erstellt ist, dass dem Beschwerdeführer eine angepasste Tätigkeit im Umfang von 100 % zu
gemutet werden kann (vgl. vorstehend E. 4.3), schöpft er mit der aktuellen Tätig
keit die ihm verbliebene zumutbare Erwerbsfähigkeit nicht aus, weshalb das vom ihm erzielte Einkommen nicht als Invalideneinkommen angerechnet werden kann.
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgege
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grund
sätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statisti
schen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Der Griff zur Lohnstatistik ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens auf
grund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung,
3.
Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
Nachdem davon auszugehen ist, dass dem Beschwerdeführer trotz bestehender
Beeinträchtigung eine leidensangepasste Tätigkeit in einem Pensum von 100 % zugemutet werden kann, ist das Invalideneinkommen gestützt auf die statisti
schen Löhne gemäss LSE zu ermitteln. Der Beschwerdeführer hat erfolgreich eine Umschulung zur Erlangung des Handelsdiploms abgeschlossen, weshalb vom
mittleren Lohn für Männer, die als Bürokräfte und in sonstigen
verwandten Be
rufen arbeiten, auszugehen ist. Dieser betrug im Jahre 2016 durchschnittlich Fr. 5'787.-- (LSE 2016, Tabelle T17, Männer, Lebensalter 30-49 Jahre, Nr. 4). Un
ter Berücksichtigung einer wöchentlichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden (betriebs
übliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, Total; www.bfs.admin.ch, Arbeit und Erwerb, Erwerbstätigkeit und Arbeitszeit, detaillierte Daten
) sowie der Nomi
nallohnerhöhung (Schweizerischer Lohnindex insgesamt [1939 = 100], Stand 2016:
2’239
, Stand 2018:
2’260;
www.bfs.admin.ch, Arbeit und Erwerb,
Löhne/Erwerbseinkommen, detaillierte Daten, Lohnentwicklung) ergibt dies für das Jahr 2018 ein Einkommen in der Höhe von rund Fr. 73'074.-- (Fr. 5'787.-- x 12 : 40 x 41.7 : 2'239 x 2'260).
5.4
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) al
lenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass per
sönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Le
bensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten (BGE 126 V 75 E. 5b/
aa
). Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schät
zen und darf 25
%
nicht übersteigen (BGE 135 V 297 E. 5.2; 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
bb
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit ein
geschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesund
heitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbeding
ten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichts
punkts führen dürfen (Urteil 9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1 mit Hin
weisen; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.1).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE 126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abwei
chende
Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgerichtes
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2 und
8C_808/2013 vom 14. Februar 2014 E. 7.1.1 mit Hinweisen).
Der Beschwerdeführer ist in seiner Arbeitsfähigkeit aufgrund der Beschwerden im linken Ellbogen dahingehend eingeschränkt, dass ihm lediglich noch körperlich leichte Tätigkeiten, mit Heben und Tragen von Lasten nur körpernah, ohne repe
titive Rotationsbewegungen, ohne repetitives Beugen und Strecken, ohne Vibra
tionen und Schläge sowie ohne abrupte Zug- und Stossbelastungen, in einem Pensum von 100 % zugemutet werden können. Der von der Beschwerdegegnerin vorgenommene und vom Beschwerdeführer nicht substantiiert bestrittene Abzug von 15 % trägt den Gegebenheiten des vorliegenden Falles damit angemessen Rechnung und ist nicht zu beanstanden.
5.5
Unter Berücksichtigung eines Abzuges von 15 % (vgl. vorstehend E. 5.4) beträgt das Invalideneinkommen rund Fr. 62'113.-- (Fr. 73'074.-- x 0.85; vgl. vorstehend E. 5.3) und liegt höher als das
Valideneinkommen
mit
Fr. 54'000.-- (vgl. vorste
hend E. 5.2). Damit liegt keine Invalidität vor und es besteht kein Anspruch auf eine Invalidenrente.
6.
6.1
Die Beurteilung des Integritätsschadens basiert auf dem medizinischen Befund. In einem ersten Schritt fällt es dem Arzt oder der Ärztin zu, sich unter Einbezug der in UVV Anhang 3 und gegebenenfalls in den Suva-Tabellen aufgeführten gesundheitlichen Beeinträchtigungen dazu zu äussern, ob und inwieweit ein Ge
sundheitsschaden vorliegt, welcher dem Typus von Verordnung, Anhang oder Weisung entspricht. Verwaltung und Gericht obliegt es danach, gestützt auf die ärztliche Befunderhebung die rechtliche Beurteilung vorzunehmen, ob ein Integ
ritätsschaden gegeben ist, ob die
Erheblichkeitsschwelle
erreicht ist, und, beja
hendenfalls, welches Ausmass die Schädigung angenommen hat. Der Umstand, dass von den medizinischen Angaben auszugehen ist, ändert nichts daran, dass die Beurteilung des Vorliegens eines Integritätsschadens als Grundlage des ge
setzlichen Leistungsanspruches letztlich Sache der Verwaltung, im Streitfall des Gerichts, und nicht des Arztes oder der Ärztin ist. Der Entscheidungsfreiheit von Verwaltung und
Gericht sind jedoch insofern Grenzen gesetzt, als dem nicht von ihnen zu erbringenden Einsatz medizinischen Wissens für die Anspruchsbeurtei
lung ein sehr hoher Stellenwert zukommt (Urteil des Bundesgerichts U 264/01 vom 5. November 2002 E. 4.1 mit Hinweis).
6.2
In Bezug auf den medizinischen Sachverhalt ist unbestritten, dass der Beschwer
deführer beim Unfall vom 3. Juni 2011 eine
Radiusköpfchenmeisselfraktur
links
seitig erlitt (E. 3.1) und an Restfolgen insbesondere eine Schmerzhaftigkeit
sowie eine eingeschränkte Beweglichkeit bestehen
(E. 3.6).
6.3
Die Bemessung der Integritätsentschädigung richtet sich laut Art. 25 Abs. 1 UVG nach der Schwere des Integritätsschadens. Diese beurteilt sich nach dem medizi
nischen Befund. Bei gleichem medizinischem Befund ist der Integritätsschaden für alle Versicherten gleich; er wird abstrakt und egalitär bemessen. Die Integri
tätsentschädigung der Unfallversicherung unterscheidet sich daher von der pri
vatrechtlichen Genugtuung, mit welcher der immaterielle Nachteil individuell un
ter Würdigung der besonderen Umstände bemessen wird. Es lassen sich im Ge
gensatz zur Bemessung der Genugtuungssumme im Zivilrecht (vgl. BGE 112 II 131 E. 2) ähnliche Unfallfolgen miteinander vergleichen und auf medizinischer Grundlage allgemein gültige Regeln zur Bemessung des Integritätsschadens auf
stellen; spezielle Behinderungen der Betroffenen durch den Integritätsschaden bleiben dabei unberücksichtigt. Die Bemessung des Integritätsschadens hängt so
mit nicht von den besonderen Umständen des Einzelfalles ab; auch geht es bei ihr nicht um die Schätzung erlittener Unbill, sondern um die medizinisch-theo
retische Ermittlung der Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Integri
tät, wobei subjektive Faktoren ausser Acht zu lassen sind (BGE 115 V 147 E. 1, 113 V 218 E. 4b mit Hinweisen; RKUV 2001 Nr. U 445 S. 555 ff.).
6.4
Zur Bestimmung der Höhe der Integritätsentschädigung stützte sich die Be
schwerdegegnerin auf die Beurteilung durch den Kreisarzt
Dr.
F.___
, welcher eine Entschädigung entsprechend einer Integritätseinbusse von 10 % für angemessen hielt. Dabei wies er insbesondere auf die Beweglichkeit im Ellbogen von 90-30-0° sowie ein Beuge- und Streckdefizit im linken Ellbogen, eine im Seitenvergleich minimal eingeschränkte Supination links gegenüber rechts, eine muskuläre Hy
potrophie der linken oberen Extremität sowie eine leichte Bewegungseinschrän
kung im Bereich des linken Handgelenks hin (E. 3.6).
Die Beurteilung durch Dr.
F.___
ist nachvollziehbar und plausibel begründet und insgesamt überzeugend. Aus den nach dem Schlussbericht von Dr.
F.___
verfass
ten medizinischen Berichte ergibt sich sodann nichts, was an der Beurteilung der bestehenden Restfolgen etwas ändern würde. Auch der Beschwerdeführer brachte gegen die Schätzung des Integritätsschadens auf 10 % nichts vor, so dass es
mit der festgesetzten Integritätsentschädigung sein Bewenden hat.
7.
Zusammenfassend ist davon auszugehen, dass per 1. März 2018 der Endzustand erreicht war, und die Beschwerdegegnerin zu Recht einen Rentenanspruch ver
neint
sowie
die Integritätsentschädigung auf 10 % festgesetzt hat.
Weitere Ab
klärungen sind nicht erforderlich.
Damit erweist sich der angefochtene
Ein
spracheentscheid
vom 15. Februar 2019 als rechtens, was zur Abweisung der Be
schwerde führt.
8.
Für das Beschwerdeverfahren wurde mit Verfügung vom
16. Juli 2019 das Ge
such des Beschwerdeführers um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsvertre
tung gutgeheissen, wobei der Rechtsvertreter ausdrücklich
darauf
hingewiesen wurde, dass er die Möglichkeit zur Einreichung einer Honorarnote habe, hierzu jedoch keine Fristansetzung erfolge (Urk. 17). Nachdem keine Honorarnote ein
gegangen ist, ist die Prozessentschädigung gemäss § 34 Abs. 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens zu bemessen. Vorliegend erscheint eine Prozessentschädigung von Fr.
2'275.--
(inkl. Mehrwertsteuer und Barauslagen) als angemessen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Der unentgeltliche Rechtsvertreter des Beschwerdeführers, Rechtsanwalt Eric Stern, Zürich,
wird mit
Fr.
2’275
.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) aus der Gerichtskasse ent
schädigt.
Der
Beschwerdeführer wird
auf die Nachzahlungspflicht gemäss § 16 Abs. 4
GSVGer
hingewiesen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Eric Stern
-
Suva
-
Bundesamt für Gesundheit
sowie an:
-
Gerichtskasse
5.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundesge
setzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizu
legen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
MosimannKübler-Zillig