# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 19ef95e4-d243-522d-90b3-00d1e496975a
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-11-22
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 22.11.2017 SB170031
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB170031_2017-11-22.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    
 
 

Geschäfts-Nr.: SB170031-O/U/ad 
 

Mitwirkend: Oberrichter Dr. Bussmann, Präsident, Oberrichter lic. iur. Spiess und 

Oberrichterin lic. iur. Bertschi sowie Gerichtsschreiberin MLaw 

Guennéguès 

Urteil vom 22. November 2017 

 

in Sachen 

 

1. A._____,  
2. B._____,  
3. C._____, 
4. D._____, 
Beschuldigte und Berufungskläger 

 

1 amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. X1._____ 

2 amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X2._____ 

3 amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X3._____ 

4 amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin Juristin (Univ.) X4._____ 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl,  
Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 

betreffend Raub etc. und Widerruf 
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 9. Abteilung, vom 
1. Dezember 2016 (DG160255) 

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Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 31. August 2016 

(Urk. 1/141) ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz: 

1. Der Beschuldigte B._____ ist schuldig 

− des Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB, 
− des mehrfachen Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB, 
− der Hehlerei im Sinne von Art. 160 Ziff. 1 Abs. 1 StGB, 
− der Widerhandlung gegen das Waffengesetz im Sinne von Art. 33 

Abs. 1 lit. a WG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 lit. e und g WG, Art. 8 
Abs. 1 WG und Art. 25 Abs. 1 WG sowie 

− des mehrfachen Führens eines Motorfahrzeugs ohne Führerausweis 
im Sinne von Art. 95 Abs. 1 lit. a SVG. 

2.  Der Beschuldigte C._____ ist schuldig 

− des Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB, 
− des mehrfachen Überlassens eines Motorfahrzeugs an einen Führer 

ohne erforderlichen Ausweis im Sinne von Art. 95 Abs. 1 lit. e SVG so-
wie 

− des Vergehens gegen das Bundesgesetz über die obligatorische Ar-
beitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung im Sinne von 
Art. 105 AVIG. 

Vom Vorwurf des Betrugs im Sinne von Art. 146 StGB wird der Beschuldigte 

C._____ freigesprochen. 

3.  Die Beschuldigte A._____ ist schuldig der Gehilfenschaft zu Raub im Sinne 

von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 25 StGB. 

4.  Der Beschuldigte D._____ ist schuldig der Gehilfenschaft zu Raub im Sinne 

von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 25 StGB.  

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5.  Der Beschuldigte B._____ wird bestraft mit 5 ½ Jahren Freiheitsstrafe, wo-

von 327 Tage durch Haft erstanden sind, sowie mit einer Geldstrafe von 300 

Tagessätzen zu CHF 60.  

Der Vollzug der Freiheitsstrafe und der Geldstrafe wird nicht aufgeschoben.  

Es wird davon Vormerk genommen, dass sich der Beschuldigte B._____ seit 

dem 19. Juli 2016 im vorzeitigen Strafvollzug befindet. 

6.  Der Beschuldigte C._____ wird bestraft mit 4 ½ Jahren Freiheitsstrafe, wo-

von 301 Tage durch Haft erstanden sind, sowie mit einer Geldstrafe von 100 

Tagessätzen zu CHF 90.  

Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird nicht aufgeschoben.  

Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre 

festgesetzt. 

Es wird davon Vormerk genommen, dass sich der Beschuldigte C._____ seit 

dem 31. August 2016 im vorzeitigen Strafvollzug befindet. 

7.  Die Beschuldigte A._____ wird bestraft mit 2 ½ Jahren Freiheitsstrafe, wo-

von 152 Tage durch Haft erstanden sind. 

Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 20 Monaten aufgescho-

ben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. Im Übrigen (10 Monate, ab-

züglich 152 Tage, die durch Untersuchungshaft erstanden sind) wird die 

Freiheitsstrafe vollzogen. 

8.  Der Beschuldigte D._____ wird bestraft mit 4 Jahren Freiheitsstrafe, wovon 

179 Tage durch Haft erstanden sind. 

Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird nicht aufgeschoben. 

Es wird davon Vormerk genommen, dass sich der Beschuldigte D._____ seit 

dem 22. Juli 2016 im vorzeitigen Strafvollzug befindet. 

9.  Der bedingte Vollzug bezüglich der mit Strafbefehl Staatsanwaltschaft Win-

terthur/Unterland vom 22. Juli 2015 gegen den Beschuldigten D._____ aus-

gefällten Strafe von 90 Tagessätzen zu CHF 100 wird widerrufen. 

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10.  Die Privatklägerin E._____ AG wird mit ihrem Schadenersatzbegehren auf 

den Weg des Zivilprozesses verwiesen. 

11.  Die Beschuldigten B._____, C._____, A._____ und D._____ werden unter 

solidarischer Haftbarkeit verpflichtet, der Privatklägerin F._____ AG Scha-

denersatz von CHF 146'046  zu bezahlen. Im Umfang von CHF 12'157 wird 

das Schadenersatzbegehren der Privatklägerin F._____ AG abgewiesen. Im 

Umfang von CHF 5'736.90 wird die Privatklägerin F._____ AG mit ihrem 

Schadenersatzbegehren auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen. 

12.  Auf die Begehren der G._____ GmbH wird nicht eingetreten.  

13.  Die beim Beschuldigten B._____ sichergestellte Barschaft in der Höhe von 

CHF 5'465.85 wird nach Eintritt der Rechtskraft zur Deckung seines Anteils 

an den Verfahrenskosten verwendet. 

14.  Die beim Beschuldigten C._____ sichergestellte Barschaft in der Höhe von 

CHF 784.95 und USD 100 (Asservat Nr. A008'702'645) wird nach Eintritt der 

Rechtskraft zur Deckung seines Anteils an den Verfahrenskosten verwen-

det. 

15.  Das Guthaben, das sich auf Konto Nr. ..., lautend auf den Beschuldigten 

B._____, bei der Credit Suisse AG befindet, wird zur Deckung seines Anteils 

an den Verfahrenskosten verwendet. Die Kontosperre wird nach Eintritt der 

Rechtskraft aufgehoben und die Credit Suisse AG angewiesen, den Saldo 

dieses Kontos der Kasse des Bezirksgerichts Zürich zu überweisen. 

16.  Die Guthaben, die sich auf Konto Nr. 1 und Konto Nr. 2, beide lautend auf 

den Beschuldigten B._____, bei der PostFinance AG befinden, werden zur 

Deckung seines Anteils an den Verfahrenskosten verwendet. Die Kontosper-

ren werden nach Eintritt der Rechtskraft aufgehoben und die PostFinance 

AG angewiesen, die Saldi dieser Konti der Kasse des Bezirksgerichts Zürich 

zu überweisen. 

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17.  Das Guthaben, das sich auf Konto Nr. CH..., lautend auf den Beschuldigten 

C._____, bei der Raiffeisenbank ... befindet, wird zur Deckung seines Anteils 

an den Verfahrenskosten verwendet. Die Kontosperre wird nach Eintritt der 

Rechtskraft aufgehoben und die Raiffeisenbank ... angewiesen, den Saldo 

dieses Kontos der Kasse des Bezirksgerichts Zürich zu überweisen. 

18.  Das Guthaben, das sich auf Konto Nr. CH..., lautend auf die Beschuldigte 

A._____, bei der UBS AG befindet, wird zur Deckung ihres Anteils an den 

Verfahrenskosten verwendet. Die Kontosperre wird nach Eintritt der Rechts-

kraft aufgehoben und die UBS AG angewiesen, den Saldo dieses Kontos 

der Kasse des Bezirksgerichts Zürich zu überweisen. 

19.  Die Guthaben, die sich auf Konto Nr. 1 und Konto Nr. 2, beide lautend auf 

den Beschuldigten D._____, bei der PostFinance AG befinden, werden zur 

Deckung seines Anteils an den Verfahrenskosten verwendet. Die Kontosper-

ren werden nach Eintritt der Rechtskraft aufgehoben und die PostFinance 

AG angewiesen, die Saldi dieser Konti der Kasse des Bezirksgerichts Zürich 

zu überweisen. 

20.  Das Guthaben, das sich auf Konto Nr. ..., lautend auf den Beschuldigten 

D._____, bei der Credit Suisse AG befindet, wird zur Deckung seines Anteils 

an den Verfahrenskosten verwendet. Die Kontosperre wird nach Eintritt der 

Rechtskraft aufgehoben und die die Credit Suisse AG angewiesen, den Sal-

do dieses Kontos der Kasse des Bezirksgerichts Zürich zu überweisen. 

21.  Die Sperren folgender Konti bei der PostFinance AG werden nach Eintritt 

der Rechtskraft aufgehoben:  

− Konto Nr. 1, lautend auf den Beschuldigten B._____ 
− Konto Nr. 2, lautend auf den Beschuldigten D._____.  

22.  Die Sperre des Kontos Nr. CH... bei der Raiffeisenbank ..., lautend auf den 

Beschuldigten C._____, wird nach Eintritt der Rechtskraft aufgehoben. 

23.  Die folgenden bei der Bezirksgerichtskasse lagernden Sicherstellungen: 

− A007'787'464 (Gaspistole) 

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− A007'787'453 (Elektroschockgerät) 
− A007'809'203 (30 Schuss Schreckschussmunition) 
− A008'702'145 (Munition Schreckschuss-Patronen)  
− A008'679'729 und A008'679'627 (graues Gewebeklebeband) 
− A008'679'547 (Magazinboden) 

werden eingezogen und nach Eintritt der Rechtskraft der Bezirksgerichts-

kasse zur Vernichtung überlassen. 

24. Die folgenden beim Forensischen Institut Zürich lagernden Sicherstellungen: 

− A008'679'592 (Zigarettenstummel) 
− A008'690'004 (Zigarettenstummel) 
− A008'690'015 (Zigarettenstummel) 

werden eingezogen und nach Eintritt der Rechtskraft dem Forensischen 

Institut Zürich zur Vernichtung überlassen. 

25.  Alle übrigen sichergestellten und bei der Bezirksgerichtskasse lagernden 

Gegenstände der Beschuldigten B._____, C._____, A._____ und D._____ 

werden den jeweils daran berechtigten Beschuldigten gemäss Ziffer III 2.2. 

der Anklageschrift vom 31. August 2016 (S. 15 ff.) ab Eintritt der Rechtskraft 

bis spätestens 3 Monate danach auf erstes Verlangen hin herausgegeben. 

Nach ungenutztem Ablauf dieser Frist werden die Sicherstellungen der La-

gerbehörde zur Vernichtung überlassen. 

26.  Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

27.  Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

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Fr. 15'000.00 ; die weiteren Auslagen betragen: 

Fr. 16'000.00   Gebühr Strafuntersuchung 

Fr. 1'460.00   Auslagen Polizei  

Fr. 2'000.00   Gutachten/Expertisen 

Fr. 61'727.50   Auslagen Untersuchung  

Fr. 6'876.80   Diverse Kosten 

Fr. 3'000.00   Beschwerden OGZ Beschuldigte A._____ 

Fr. 1'400.00   Beschwerde OGZ Beschuldigter D._____ 

Fr. 43'110.90   amtliche Verteidigung RA Dr. X1._____ 

Fr. 20'919.95   amtliche Verteidigungen (à Konto-Zahlungen RA X2._____    nebst Fr. 5'419.95 aus Dossier 4) 
Fr. 21'605.75   amtliche Verteidigung RA X2._____ 

Fr. 36'296.90   amtliche Verteidigung RA X3._____ 

Fr. 43'067.90   amtliche Verteidigung RAin X4._____ 

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

28.  Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausge-

nommen diejenigen der amtlichen Verteidigungen der Beschuldigten sowie 

der nachfolgend in Ziff. 28 und 29 aufgeführten Kosten für diverse Be-

schwerdeverfahren, werden den Beschuldigten in folgendem Umfang aufer-

legt: 

− Beschuldigter B._____:   1/3 
− Beschuldigter C._____:   1/3 
− Beschuldigter D._____: 1/6 
− Beschuldigte A._____:  1/6. 

29.  Die Kosten für folgende Beschwerdeverfahren: 

− Geschäfts-Nr. UB160009; erledigt mit Beschluss des Obergerichts vom 
29. Januar 2016, 

− Geschäfts-Nr. UB160028; erledigt mit Beschluss des Obergerichts vom 
11. März 2016 und 

− Geschäfts-Nr. UB160043; erledigt mit Beschluss des Obergerichts vom 
15. April 2016 

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in der Höhe von insgesamt CHF 3'000 werden der Beschuldigten A._____ 

vollumfänglich auferlegt.  

30. Die Kosten für das Beschwerdeverfahren betreffend Haftentlas-

sung/Verlängerung Untersuchungshaft, Geschäfts-Nr. UB160044 (erledigt 

mit Beschluss des Obergerichts vom 26. April 2016), in der Höhe von 

CHF 1'400 werden dem Beschuldigten D._____ vollumfänglich auferlegt. 

31.  Die Kosten der amtlichen Verteidiger X2._____, X3._____, X1._____ und 

X4._____ werden auf die Gerichtskasse genommen; vorbehalten bleibt eine 

Nachforderung für die einzelnen Beschuldigten hinsichtlich der Kosten ihrer 

eigenen amtlichen Verteidigung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.  

32.  Rechtsanwalt lic. iur. X2._____ wird unter Berücksichtigung der bereits er-

haltenen Akontozahlungen von CHF 15'500 für seine Aufwendungen als 

amtlicher Verteidiger des Beschuldigten B._____ mit CHF 21'605.75 

(inkl. MWST) aus der Gerichtskasse entschädigt.  

33.  Rechtsanwalt lic. iur. X3._____ wird für seine Aufwendungen als amtlicher 

Verteidiger des Beschuldigten C._____ mit CHF 36'296.90 (inkl. MWST) aus 

der Gerichtskasse entschädigt. 

34.  Rechtsanwalt Dr. iur. X1._____ wird für seine Aufwendungen als amtlicher 

Verteidiger der Beschuldigten A._____ mit CHF 43'110.90 (inkl. MWST) aus 

der Gerichtskasse entschädigt. 

35.  Rechtsanwältin lic. iur. X4._____ wird für ihre Aufwendungen als amtliche 

Verteidigerin des Beschuldigten D._____ mit CHF 43'067.90 (inkl. MWST) 

aus der Gerichtskasse entschädigt. 

 

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Berufungsanträge:  

1. a) Der Verteidigung des Beschuldigten 3 C._____: 

(Urk. 288 S. 1 und 13) 

1. Der Beschuldigte sei in Abänderung von Dispositivziffer 6 des ange-

fochtenen Urteils mit einer Freiheitsstrafe von 24 Monaten zu bestrafen 

unter Anrechnung der bereits erstandenen Haft.  

2. Der Vollzug der Freiheitsstrafe sei unter Ansetzung einer Probezeit von 

2 Jahren aufzuschieben. 

3. Eventualiter sei der Beschuldigte mit einer Freiheitsstrafe von 3 Jahren 

zu bestrafen.  

4. Der Beschuldigte sei sofort aus der Haft zu entlassen. 

1. b) Der Verteidigung des Beschuldigten 2 B._____: 

(Urk. 250 S. 1 i.V.m. 289 S. 2 f.) 

1. Es sei Ziff. 1 des angefochtenen Urteils (S. 165) aufzuheben. 

2. Es sei der Beschuldigte, B._____, des mehrfachen Diebstahls im Sinne 

von Art. 139 Ziff. 1 StGB, der Hehlerei im Sinne von Art. 160 Ziff. 1 

Abs. 1 StGB, der Widerhandlung gegen das Waffengesetz im Sinne 

von Art. 33 Abs. 1 lit. a WG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 lit. e und g 

WG, Art. 8 Abs. 1 WG, Art. 25 Abs. 1 WG und Art. 31 Abs. 1 lit. b WG 

sowie des mehrfachen Führens eines Motorfahrzeuges ohne Führe-

rausweis im Sinne von Art. 95 Abs. 1 lit. a SVG schuldig zu sprechen 

und mit einer Geldstrafe von 180 Tagessätzen à Fr. 50.– zu bestrafen, 

unter Anrechnung der bis heute erstandenen Haft.  

3. Des Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 StGB sei der Beschuldigte 

freizusprechen.  

4. Aufgrund der offensichtlichen Überhaft sei der Beschuldigte angemes-

sen zu entschädigen.  

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5. Es sei der Beschuldigte unverzüglich aus der Haft zu entlassen. 

6. Es seien dem Beschuldigten alle ihn und seinen Bruder betreffenden 

Gegenstände und Unterlagen herauszugeben, welche auf Seite 21 der 

Anklageschrift aufgeführt sind. 

7. Es seien ihm die Kosten des Verfahrens anteilmässig aufzuerlegen, 

welche nicht die Strafuntersuchung des Raubes vom 29. Oktober 2015 

betreffen. 

8. Die Kosten der amtlichen Verteidigung seien auf die Staatskasse zu 

nehmen. 

9. Die Zivilforderung der F._____ AG sei auf den Zivilweg zu verweisen. 

10. Eventualantrag: Es sei der Beschuldigte B._____ des Raubes, des 

Diebstahls, der Hehlerei, des Vergehens gegen das Waffengesetz so-

wie des Fahrens ohne Berechtigung schuldig zu sprechen. Es sei der 

Beschuldigte mit einer Gesamt-Freiheitsstrafe von 40 Monaten unter 

Anrechnung der erstandenen Haft zu bestrafen.  

1. c) Der Verteidigung der Beschuldigten 1 A._____: 

(Urk. 291 S. 2 f.) 

1. Die Beschuldigte A._____ sei vom Vorwurf der Gehilfenschaft zu 

einem Raub i.S.v. Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 i.V.m. Art. 25 StGB 

vollumfänglich von Schuld und Strafe freizusprechen. 

2. Für den unrechtmässig erlittenen Freiheitsentzug, mithin für die 

erstandene Untersuchungshaft von insgesamt 152 Tagen, sei ihr eine 

Genugtuung i.S.v. Art. 429 Abs. 1 lit. c StPO in praxisgemässer Höhe 

zuzusprechen.  

3. Für den erlittenen Verdienstausfall von insgesamt 6.5 Monaten sei sie 

in Anwendung von Art. 429 Abs. 1 lit. b StPO mit Fr. 30'217.50 zu 

entschädigen. 

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4. Die Kontosperre betr. das UBS-Konto der Beschuldigten (act. 1/97/1; 

Konto-Nummer CH...) sei ohne weitere Konsequenzen aufzuheben. 

5. Die Beschlagnahme der anlässlich der Hausdurchsuchung vom 

25. Januar 2016 am früheren Wohnort der Beschuldigten 

sichergestellten und ihr gehörenden Gegenstände (act. 1/104/7) sei  

vollumfänglich aufzuheben und sämtliche Sachen seien ihr i.S.v. 

Art. 267 Abs. 1 StPO auszuhändigen.  

6. Gestützt auf Art. 426 Abs. 1 StPO e contrario sowie Art. 428 Abs. 1 

StPO seien sämtliche Verfahrenskosten, einschliesslich des Beru-

fungsverfahrens, A._____ betreffend auf die Staatskasse zu nehmen.  

Eventualanträge: 

1. Die Beschuldigte A._____ sei wegen Gehilfenschaft zu Raub i.S.v. 

Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 i.V.m. Art. 25 StGB schuldig zu sprechen. 

2. Sie sei dafür mit einer Freiheitsstrafe von 12, maximal 18 Monaten zu 

sanktionieren. 

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe sei vollumfänglich zur Bewährung 

aufzuschieben; die Probezeit sei auf 2 Jahre festzusetzen.  

4. Auf die Schadenersatz-Forderung der Privatklägerin F._____ AG sei 

nicht einzutreten; ev. sei die Klägerin mit ihrer Forderung auf den 

Zivilweg zu verweisen. 

5. Das sich auf dem UBS-Konto der Beschuldigen (IBAN: CH...) per 23. 

Februar 2016 befindende Guthaben von Fr. 1'516.35 sei für die 

Deckung der Verfahrenskosten zu verwenden. 

6. Die Kosten der Untersuchung, des erstinstanzlichen Gerichtsver-

fahrens sowie des Berufungsverfahrens seien zu 1/12, höchstens aber 

zu 1/6 der Beschuldigten aufzuerlegen; die Kosten der amtlichen 

Verteidigung jedoch seien auf die Gerichtskasse zu nehmen. 

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7. Die Kosten der Beschwerdeverfahren gemäss Ziff. 29 des 

vorinstanzlichen Erkenntnisses seien auf die Staatskasse zu nehmen.  

1. d) Der Verteidigung des Beschuldigten 4 D._____: 

(Urk. 293 S. 1 f.) 

1. In Gutheissung der Berufung sei das angefochtene Urteil des 

Bezirksgerichtes Zürich vom 1. Dezember 2016 aufzuheben. 

2. Herr D._____ sei vollumfänglich freizusprechen. 

3. Herrn D._____ sei für die unschuldig erlittene Haft eine angemessene 

Genugtuung im Ermessen des Gerichts aus der Staatskasse auszu-

richten. 

4. Herrn D._____ sei für den entgangenen Verdienstausfall nach Ermes-

sen des Gerichts zu entschädigen. 

5. Die beschlagnahmten Gegenstände des Beschuldigten seien an die-

sen herauszugeben. 

6. Der mit Strafbefehl vom 22. Juli 2015 gewährte bedingte Strafvollzug 

sei nicht zu widerrufen. 

7. Die Kosten des Vorverfahrens, des erstinstanzlichen Gerichtsverfah-

rens, der Haftverfahren sowie des vorliegenden Berufungsverfahrens 

seien vollumfänglich auf die Staatskasse zu nehmen.  

Eventualanträge: 

1. Herr D._____ sei mit einer Freiheitsstrafe von zwölf Monaten zu bestra-

fen.  

2. Die mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 

22. Juli 2015 ausgefällte Strafe von 90 Tagessätzen sei an die Dauer 

der Überhaft anzurechnen. Der Berufungskläger sei für die darüber 

hinausgehende Haft angemessen zu entschädigen. 

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3. Die Kosten (inkl. der amtlichen Verteidigung) seien ausgangsgemäss 

zu verteilen.  

Verfahrensantrag: 

Herr D._____ sei aus der Haft zu entlassen. 

2. Des Vertreters der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl:  

(Urk. 253 S. 2, Prot. II S. 56) 

 Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils. 

_____________________________ 

Erwägungen: 

I. 

 1. a) Den vier Beschuldigten wird zur Last gelegt, gemeinsam als Mittäter 

einen Raubüberfall auf das Kleidergeschäft "H._____" an der I._____-Strasse ... 

in ... Zürich geplant zu haben, worauf die Beschuldigten B._____ und C._____ 

diese Tat am 29. Oktober 2015 ausgeführt hätten. Eventualiter seien die Beschul-

digten A._____ und D._____ als Gehilfen ins Recht zu fassen. Im Einzelnen habe 

zunächst A._____ bei ihrer Arbeitstätigkeit im "H._____" bemerkt, dass dort je-

weils am Donnerstagmorgen die Bargeldeinnahmen gezählt und für die wöchent-

liche Abholung bereitgemacht worden seien. Sie habe daraufhin den Gebrüdern 

B._____C._____ den zum Betreten des Kleidergeschäfts nötigen Code mitgeteilt 

und ihnen erklärt, wo sich der Tresorraum befunden habe. D._____ sei in einer 

guten persönlichen und deliktischen Beziehung zu B._____ gestanden. Er sei als 

Vermittler bzw. Drahtzieher für den Überfall zuständig gewesen, weil er aufgrund 

einer früheren Tat über das nötige "Fachwissen" bezüglich Waffenbeschaffung, 

Maskierung, Fluchtauto etc. verfügt und dieses weitergegeben habe. Eventuell 

habe er auch nur als Gehilfe den Gebrüdern B._____C._____ das Wissen über 

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den Zutrittscode und die örtlichen Verhältnisse beim "H._____" weitergegeben, 

welches er seinerseits von A._____ erhalten habe. Am 29. Oktober 2015, 08.10 

Uhr, hätten sodann B._____ und C._____ unter Verwendung des von A._____ 

mitgeteilten Zutrittscodes das Kleidergeschäft "H._____" durch den Personalein-

gang betreten und sich in den 5. Stock begeben. Dort hätten sie, je mit einer 

Faustfeuerwaffe ausgerüstet, vor der Türe des zum Tresorraum führenden Büros 

gewartet. Dabei hätten sie gewusst, dass die normalerweise zu dieser Uhrzeit im 

5. Stock tätigen Mitarbeiter des Dekorationsteams auswärts an einer Weiterbil-

dung teilnahmen. Als die "H._____"-Mitarbeiterin J._____ die Bürotür geöffnet 

habe, hätten die beiden Räuber mit vorgehaltener Waffe das Büro betreten. Sie 

hätten J._____ und deren Arbeitskollegen K._____ mit Klebeband gefesselt, das 

teilweise schon in Postbeutel verpackte Bargeld im Gesamtbetrag von ca. 

Fr. 140'000.– behändigt und sich auf demselben Weg, wie sie zuvor gekommen 

seien, vom Tatort entfernt. 

 b) Dem Beschuldigten B._____ wird zusätzlich vorgeworfen, im Oktober / 

November 2014 Diebesgut im Gesamtwert von mindestens Fr. 24'309.–, nament-

lich zahlreiche Handtaschen, bei sich zuhause versteckt zu haben (Dossier 4/1). 

Ausserdem habe er im Jahre 2014 bei seiner Tätigkeit als Ladendetektiv in den 

Warenhäusern "L._____" bzw. "M._____" unter drei Malen Kleider im Gesamtwert 

von etwas mehr als Fr. 10'000.– gestohlen (Dossiers 4/2-4), ohne die erforderli-

che Bewilligung ein Elektroschockgerät und eine Schreckschusspistole samt Mu-

nition erworben (Dossier 4/5) und im November / Dezember 2014 sowie vom 6. 

Juli bis zum 4. November 2015 etliche Male Autos gelenkt, ohne einen gültigen 

Führerschein zu besitzen (Dossier 4/6). 

 c) Der Beschuldigte C._____ soll ausserdem am 26. Juni bzw. 8. August 

2015 je ein Auto der Marke "N._____" geleast und dabei gegenüber der Leasing-

firma wahrheitswidrig angegeben haben, als fest angestellter ...pfleger monatlich 

netto Fr. 4'800.– zu verdienen. Um dies zu untermauern habe er gefälschte Lohn-

abrechnungen vorgelegt. Tatsächlich habe er von Arbeitslosengeld und temporä-

ren Arbeitseinsätzen gelebt (Dossier 2). Neben dieser als Betrug eingeklagten Tat 

habe C._____ mehrmals seinem Bruder B._____ die erwähnten Autos überlas-

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sen, obwohl er gewusst habe, dass dieser nicht im Besitz eines gültigen Führer-

ausweises gewesen sei (in Dossier 1). Ausserdem habe er sein im Zeitraum vom 

14. Juli bis zum 6. Oktober 2015 mit Temporäreinsätzen erzieltes Erwerbsein-

kommen von insgesamt Fr. 11'535.70 gegenüber der öffentlichen Arbeitslosen-

kasse des Kantons Aargau verschwiegen und so im selben Umfang unrechtmäs-

sig Stempelgeld erlangt (Dossier 3). 

 2. a) Mit Urteil vom 1. Dezember 2016 sprach das Bezirksgericht Zürich, 

9. Abteilung, B._____ des Raubes (Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB), des mehrfachen 

Diebstahls (Art. 139 Ziff. 1 StGB), der Hehlerei (Art. 160 Ziff. 1 Abs. 1 StGB), des 

Vergehens gegen das Waffengesetz (Art. 33 Abs. 1 lit. a WG) sowie des mehrfa-

chen Fahrens ohne Führerausweis (Art. 95 Abs. 1 lit. a SVG) schuldig. B._____ 

wurde zu 5½ Jahren Freiheitsstrafe und zu einer unbedingt vollziehbaren Geld-

strafe von 300 Tagessätzen zu Fr. 60.– verurteilt (Urk. 241 S. 165). 

 b) C._____ wurde des Raubes (Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB), des mehrfa-

chen Überlassens eines Motorfahrzeugs an einen Führer ohne Ausweis (Art. 95 

Abs. 1 lit. e SVG) und des Vergehens gegen das Bundesgesetz über die obligato-

rische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (Art. 105 AVIG) 

schuldig-, vom Vorwurf des Betrugs hingegen freigesprochen. Gegen ihn fällte 

das Gericht sodann 4½ Jahre Freiheitsstrafe und 100 Tagessätze zu Fr. 90.– 

Geldstrafe aus, wobei ihm für letztere der bedingte Vollzug mit zwei Jahren Pro-

bezeit gewährt wurde. 

 c) A._____ wurde der Gehilfenschaft zu Raub (Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 in Ver-

bindung mit Art. 25 StGB) schuldig gesprochen und zu 2½ Jahren Freiheitsstrafe 

verurteilt, wobei der Strafvollzug im Umfang von 20 Monaten aufgeschoben und 

die Probezeit auf zwei Jahre festgesetzt wurde. 

 d) D._____ schliesslich wurde ebenfalls der Gehilfenschaft zu Raub (Art. 

140 Ziff. 1 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 25 StGB) schuldig gesprochen und mit 4 

Jahren Freiheitsstrafe sanktioniert. Ausserdem wurde ihm gegenüber der beding-

te Aufschub von 90 Tagessätzen zu Fr. 100.– Geldstrafe gemäss Strafbefehl der 

-   16   - 

Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 22. Juli 2015 widerrufen und der 

Vollzug dieser Strafe angeordnet. 

 e) Das Gericht entschied ausserdem über mehrere Zivilforderungen und ver-

fügte die Verwendung des sichergestellten Bargeldes bzw. der gesperrten Gutha-

ben zur teilweisen Kostendeckung. Sodann wurden einige Gegenstände zwecks 

Vernichtung eingezogen und die Herausgabe aller übrigen Konfiskate an die je-

weils daran berechtigten Beschuldigten angeordnet. Den Beschuldigten B._____ 

und C._____ wurde je ein Drittel und der Beschuldigten A._____ sowie dem Be-

schuldigten D._____ je ein Sechstel der Verfahrenskosten sowie den beiden 

letztgenannten Beschuldigten je die Kosten der von ihnen erfolglos angestrengten 

Beschwerdeverfahren auferlegt. 

 3. a) Gegen dieses Urteil liessen alle vier Beschuldigten rechtzeitig die Beru-

fung anmelden (B._____: Urk. 218; C._____: Urk. 219; A._____: Urk. 220; 

D._____: Urk. 222; Art. 399 Abs. 1 StPO) und sodann auch fristgerecht 

(vgl. Urk. 228/2-5) die Berufungserklärungen (Art. 399 Abs. 3 StPO) einreichen. 

 b) Der Beschuldigte B._____ ficht den vorinstanzlichen Schuldspruch nur 

hinsichtlich des Raubes an und lässt für die übrigen Delikte eine Geldstrafe von 

180 Tagessätzen zu Fr. 50.– beantragen. Er verlangt ferner eine Entschädigung 

für die nach Anrechung der erlittenen Haft auf die Geldstrafe verbleibende Über-

haft sowie die Verweisung der Privatklägerin F._____ AG auf den Zivilweg 

(Urk. 250 S. 2, Urk. 289 S. 2 f.). 

 c) Der Beschuldigte C._____ wollte im Zeitpunkt der Berufungserklärung 

noch vom Vorwurf des Raubes freigesprochen werden. In der Folge zog er seine 

Berufung betreffend den Schuldpunkt zurück und beschränkte sich auf die An-

fechtung des Strafmasses. Er verlangt eine Reduktion der Freiheitsstrafe auf 24 

Monate und die Gewährung des bedingten Strafvollzugs mit zwei Jahren Probe-

zeit (Urk. 248 S. 2/3, Urk. 276, Urk. 288 S. 1). 

 d) Der Beschuldigte D._____ strebt mit seiner Berufung einen Freispruch 

unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Staates an. Er ficht dem-

-   17   - 

gemäss auch den Widerruf einer bedingt vollziehbaren Geldstrafe, die Verpflich-

tung zur Zahlung von Schadenersatz an die F._____ AG, die Einziehung seiner 

Bankguthaben sowie die ihn betreffenden Kostenauflagen an. Für den Fall, dass 

er doch der Gehilfenschaft zum Raub schuldig gesprochen werden sollte, lässt er 

eine Reduktion des Strafmasses auf ein Jahr Freiheitsstrafe beantragen und ver-

langt die Zusprechung einer angemessenen Entschädigung für die nach Anrech-

nung der zu widerrufenden Geldstrafe verbleibende Überhaft (Urk. 247 S. 2, 

Urk. 293 S. 1 f.). 

 e) Die Beschuldigte A._____ will ebenfalls unter Kosten- und Entschädi-

gungsfolgen zu Lasten des Staates freigesprochen werden. Demgemäss ficht sie 

auch ihre Verpflichtung zur Zahlung von Schadenersatz an die F._____ AG, die 

Einziehung ihres Bankguthabens bei der UBS sowie die sie betreffenden Kosten-

auflagen an. Nebst der geltend gemachten Genugtuungsforderung wegen des un-

rechtmässig erlittenen Freiheitsentzugs, beantragt die Beschuldigte eine Ent-

schädigung für den erlittenen Verdienstausfall für 6.5 Monate in der Höhe von 

Fr. 30'217.50. Für den Fall eines Schuldspruchs wegen Gehilfenschaft zum Raub 

lässt sie eine Freiheitsstrafe von 18 Monaten mit bedingtem Vollzug und zwei 

Jahren Probezeit beantragen (Urk. 242 S. 2, Urk. 291 S. 2 f.). 

 f) Die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl unterliess eine selbständige Appellation 

und teilte dem Gericht nach entsprechender Fristansetzung (Urk. 251) mit, dass 

sie auch auf eine Anschlussberufung verzichte und die Bestätigung des vor-

instanzlichen Urteils beantrage (Urk. 253). 

 g) Seitens der Privatklägerschaft wurden ebenfalls keine Rechtsmittel ergrif-

fen. 

 h) Der Beschuldigte D._____ liess anlässlich der Berufungsverhandlung den 

Beweisantrag stellen, es seien – zur Abklärung weiterer Beziehungen zwischen 

den Gebrüdern B._____C._____ und den "H._____"-Mitarbeitenden – deren Tele-

fonnummern und diejenige von O._____ einzuholen und mit den Telefonverbin-

dungen der Gebrüder B._____C._____ abzugleichen (Urk. 293 S. 9). Diese Ab-

-   18   - 

klärungen sind im Lichte der nachfolgenden Erwägungen nicht erforderlich (vgl. 

Erw. IV/3c). Der Prozess erweist sich als spruchreif. 

 

II. 

 Die vorinstanzlichen Schuldsprüche gegen B._____ (Dispositiv-Ziffer 1) und 

C._____ (Ziff. 2) blieben mit Ausnahme desjenigen gegen B._____ wegen Rau-

bes ebenso unangefochten wie der Freispruch des Beschuldigten C._____ vom 

Vorwurf des Betruges (in Ziff. 2). Gleiches gilt für die vorinstanzlichen Entschei-

dungen über die Zivilansprüche der E._____ AG (Ziff. 10) und der G._____ GmbH 

(Ziff. 12) und über sichergestellte Gelder bzw. Guthaben, soweit die Gebrüder 

B._____C._____ betreffend (Ziff. 13-17 sowie 21 und 22). Nicht Gegenstand der 

Berufungen sind ferner die Einziehungen bzw. die Herausgabe sichergestellter 

Gegenstände (Ziff. 23-25), die Kostenaufstellung (Ziff. 27) und die Festsetzung 

der Honorare für die amtlichen Verteidigungen (Ziff. 32-35). In diesem Umfang ist 

das vorinstanzliche Urteil in Rechtskraft erwachsen (Art. 402 StPO), was vorab in 

einem Beschluss festzustellen ist. 

 

III. 

 1. a) Der amtliche Verteidiger der Beschuldigten A._____ rügte vor Bezirks-

gericht eine Verletzung des Anklageprinzips (Urk. 214 S. 5-7). In der Anklage-

schrift stehe, dass die Beschuldigte A._____ den Raubüberfall zusammen mit den 

Mitbeschuldigten geplant habe, obwohl es dafür keinerlei Anhaltspunkte, ge-

schweige denn Beweise gebe. Dementsprechend sei die Anklage auch hinsicht-

lich des Ortes und des Zeitpunkts der Tatplanung völlig unbestimmt geblieben 

("zu einem nicht näher bekannten Zeitpunkt an einem nicht bekannten Ort", 

Urk. 1/141 S. 4). 

 b) Auch die Verteidigung des Beschuldigten D._____ beanstandete vor ers-

ter Instanz, dass die Anklageschrift den gesetzlichen Anforderungen nicht genü-

ge, indem Ort und Zeitpunkt der Tatplanung nicht einmal approximativ umschrie-

-   19   - 

ben würden. Dies wäre beim Beschuldigten D._____ aber zwingend erforderlich, 

zumal ihm keine weitergehende Mitwirkung an der Tat angelastet werde. Die An-

klage enthalte zudem keine hinreichenden Angaben, welchen Beitrag er zur Tat-

planung geleistet haben solle. Ebenso wenig sei der eventualiter erhobene Vor-

wurf, dass der Beschuldigte die beiden mutmasslichen Haupttäter als Gehilfe un-

terstützt habe, in der Anklage genügend klar umschrieben. Diese werfe ihm nur 

vor, das Wissen über Betriebsinterna des "H._____", welche ihm zuvor A._____ 

mitgeteilt habe, an die Gebrüder B._____C._____ weitergegeben zu haben. Um 

welche Betriebsinterna es sich dabei gehandelt habe, werde nicht dargelegt (Urk. 

215 S. 3-9). 

 2. Auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz kann hierzu vollumfäng-

lich verwiesen werden (Urk. 241 S. 28, 104, 114 und 116). Es liegt keine Verlet-

zung des Anklageprinzips vor. 

 

IV. 

 1. a) Der Beschuldigte C._____ zog wie erwähnt seine Berufung gegen den 

Schuldpunkt auch betreffend Raub zurück, weshalb im Folgenden nur betreffend 

die Beschuldigten B._____, A._____ und D._____ zu prüfen ist, ob sich der 

Sachverhalt gemäss Anklageschrift erstellen lässt. Zur Erstellung des Sachver-

halts betreffend C._____ kann umfassend auf die zutreffenden Erwägungen der 

Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 241 S. 36 ff.). Der ihn betreffende Sachverhalt 

ist gemäss Anklageschrift erstellt. 

 b) Die drei Beschuldigten bestreiten, in irgend einer Weise am Raubüberfall 

auf das Kleidergeschäft "H._____" beteiligt gewesen zu sein (B._____: 

Urk. 1/81/3 S. 6, Urk. 205 S. 6; A._____: Urk. 1/81/10 S. 1, Urk. 1/81/19 S. 8, 

Urk. 208 S. 7; D._____: Urk. 209 S. 6), bzw. verweigerten überhaupt jegliche 

Aussage zur Sache (D._____: Urk. 1/81/12, Urk. 1/81/13, Urk. 1/81/14 S. 4 ff., 

Urk. 209 S. 6-8). Die gesamte Beweisführung muss anhand von Indizien erfolgen. 

Dabei zeigt sich bei den nachstehenden Erwägungen, dass im Falle des Beschul-

digten B._____, welcher den Überfall zusammen mit C._____ ausgeführt haben 

-   20   - 

soll, das Geflecht der Indizien dichter und deren Qualität besser ist als gegenüber 

den Beschuldigten A._____ und D._____. Festzuhalten ist vorab auch, dass trotz 

eines grossen Untersuchungsaufwandes wesentliche Teile des Sachverhaltes im 

Dunkeln geblieben sind. Dies gilt insbesondere für die Frage, was nach dem 

Raub mit der Beute geschah und ob – falls die nun Beschuldigten die Täter waren 

– namentlich zum Zweck der Beutesicherung allenfalls noch weitere Personen am 

Delikt beteiligt waren. Ebenso konnten die von den Geschädigten erwähnten Tat-

waffen nicht gefunden werden. 

 2. a) aa) Beim Beschuldigten B._____ steht als belastendes Beweiselement 

die Tatsache im Vordergrund, dass auf dem Klebeband, mit dem die Geschädig-

ten J._____ und K._____ gefesselt worden waren, seine DNA festgestellt werden 

konnte (Urk. 1/85/3 S. 2). Dem nachfolgend erstellten Gutachten des Instituts für 

Rechtsmedizin (IRM) der Universität Zürich lässt sich im Einzelnen entnehmen, 

dass von den sichergestellten Klebebandstücken je vier Stichproben ab der Ober-

fläche bzw. ab der Klebeseite entnommen und untersucht wurden (Urk. 187 S. 2). 

Bei einer der Stichproben von der klebenden Seite des Bandes konnte ein DNA-

Mischprofil gefunden werden. Darin waren die Merkmale der DNA-Profile des Ge-

schädigten K._____ und des Beschuldigten B._____ in allen 16 typisierten DNA-

Systemen lückenlos nachweisbar. Das IRM berechnete, dass die Spurengeber-

schaft von B._____ (neben K._____) mehrere Milliarden Mal wahrscheinlicher ist 

als diejenige einer unbekannten, mit B._____ genetisch nicht verwandten Person 

(a.a.O., S. 3/4). Aufgrund der dargelegten rechtsmedizinischen Befunde steht mit 

rechtsgenügender Sicherheit fest, dass der Beschuldigte B._____ das am Tatort 

zurückgebliebene Fesselungsmaterial vorgängig berührt hat. 

 bb) B._____ steht in keinem Bezug zum Kleidergeschäft "H._____", der das 

Vorhandensein seiner DNA am Tatort zu erklären vermöchte. Er musste einräu-

men, "keine Ahnung" zu haben, wie es dazu gekommen sein könnte (Urk. 1/81/9 

S. 9). B._____ brachte dazu schliesslich vor Bezirksgericht vor, dass er und sein 

Bruder einige Monate vor der Tat umgezogen seien (Urk. 205 S. 8). Dies mag zu-

treffen, entlastet ihn aber in keiner Weise. Dass irgend ein Umzugshelfer das Kle-

beband samt den bereits daran haftenden DNA-Spuren mitgenommen und später 

-   21   - 

als Täter beim Raubüberfall verwendet haben könnte, kann im Lichte der nachfol-

gend zu erörternden übrigen Indizienlage mit Fug ausgeschlossen werden. Dies 

gilt umso mehr, als die DNA von B._____ auf der klebenden Seite des Fesse-

lungsmaterials gefunden wurde, wohin sie vor dessen Verwendung beim Überfall 

kaum gelangen konnte. Hinzu kommt, dass hinter der Türe des Mitarbeiterein-

gangs zum "H._____" der defekte Boden eines Pistolenmagazins sichergestellt 

wurde (Urk. 1/1 S. 6). Auch darauf wurde eine DNA-Spur gefunden. Dabei handelt 

es sich zwar um ein komplexes Mischprofil, weshalb eine verlässliche Berech-

nung des Beweiswerts dieser Spur nicht möglich war. Die Merkmale des Be-

schuldigten B._____ waren aber bei der mehrfach durchgeführten Typisierung 

dieses Mischprofils konstant nachweisbar, was gemäss dem Gutachten des IRM 

deutlich auf seine Beteiligung an der Spurengeberschaft hinweist (Urk. 187 S. 5) 

und damit ein zusätzliches Indiz für die Täterschaft von B._____ bildet. Eine allfäl-

lige Dritt-Täterschaft hätte ansonsten beim Umzug der Gebrüder B._____C._____ 

ausser grauem Klebeband auch noch eine Waffe mitnehmen und später beides 

beim Raubüberfall verwenden müssen. Für einen solchen Sachverhalt besteht 

nicht der geringste Anhaltspunkt. Insbesondere gaben die beiden Brüder nie an, 

eine Waffe zu vermissen, sondern behaupteten im Gegenteil, keine bzw. schon 

seit längerer Zeit keine mehr besessen zu haben (Urk. 1/81/4 S. 5, Urk. 1/81/3 

S. 11). B._____ sagte aus, er verfüge über durchsichtige und dunkelbraune Kle-

bebänder zum Verpacken von Kartons (Urk. 1/81/5 S. 5). Sein Bruder C._____ 

erklärte in der Untersuchung, dass er zwar möglicherweise Klebebänder besitze, 

aber gelbe, nicht graue (Urk. 1/84/4 S. 5). Trifft demgemäss zu, dass im Haushalt 

der Gebrüder B._____C._____ kein graues Klebeband vorhanden war, so konnte 

auch keine Drittperson solches (mitsamt der DNA des Beschuldigten B._____) 

von dort mitnehmen. Gab es dort aber graues Klebeband, so ist offensichtlich, 

dass B._____ dessen Existenz verschweigt, weil er diesbezüglich etwas zu ver-

bergen hat. Schon allein aufgrund der am Tatort sichergestellten DNA-Spuren des 

Beschuldigten B._____ kann kaum noch bezweifelt werden, dass er einer der 

beiden Männer war, die den Raubüberfall begingen. 

 b) Die betroffenen Mitarbeiter des "H._____" waren schon aufgrund der 

Maskierung der beiden Täter, die den Überfall ausgeführt hatten, und wohl auch 

-   22   - 

wegen des erlittenen Schrecks nicht in der Lage, diese wiederzuerkennen oder 

auch nur ein einigermassen brauchbares Signalement zu liefern. J._____ be-

schrieb den einen Räuber als ca. 185 cm gross, 25-40 Jahre alt, fest oder musku-

lös, mit dunklen Augen, eher ein Südländertyp, mit einer Art Uniform bekleidet 

und mit einer Sturmhaube maskiert. Der zweite Täter sei ca. 180 bzw. 175-185 

cm gross und von eher normaler Statur gewesen. Sonst könne sie zu diesem 

nichts sagen. Die Männer hätten Leuchtwesten getragen (Urk. 1/82/1 S. 6, 

Urk. 1/82/6 S. 6). K._____ schilderte den einen Täter als bis zu 45 Jahre alt, gross 

(vielleicht 185-190 bzw. 180-185 cm) und breitschultrig, von athletischer Statur, 

mit einer dunkelblauen Cargohose, dunkeln Stiefeln und einer Art Warnweste be-

kleidet sowie mit einer schwarzen Sturmhaube maskiert (Urk. 1/82/2 S. 7, 

Urk. 1/82/5 S. 6). Den zweiten Täter habe er praktisch nicht gesehen (Urk. 1/82/3 

S. 9). Einer der beiden Räuber soll Schweizerdeutsch mit einem ausländischen, 

möglicherweise balkanischen Akzent gesprochen haben (K._____, Urk. 1/82/5 

S. 6; J._____: Urk. 1/82/6 S. 7). Die Geschädigten vermochten sodann die beim 

Raub eingesetzten Waffen nur vage zu beschreiben (K._____: Urk. 1/82/2 S. 8, 

Urk. 1/82/5 S. 7/10; J._____: Urk. 1/82/4 S. 8, Urk. 1/82/6 S. 7), und diese blieben 

in der Folge unauffindbar. Letzteres erstaunt allerdings nicht, blieb doch den Be-

schuldigten, wenn sie die Täter waren, genügend Zeit, um die Waffen verschwin-

den zu lassen, bevor sie sechs Tage später (vgl. Urk. 1/125/2 und 1/126/2) ver-

haftet wurden. Die Verteidigung von B._____ brachte zur Täteridentifikation vor, 

dass J._____ – als ursprüngliche Serbin – einerseits hätte erkennen müssen, 

welcher balkanischen Sprache der von ihr festgestellte Akzent zuzuordnen gewe-

sen wäre. Andererseits hätten ihr auch die leuchtend blauen Augen B._____s auf-

fallen müssen (Urk. 289 S. 14 f.). In Anbetracht der stressbeladenen Situation darf 

von der Geschädigten nicht erwartet werden, dass sie diese Details hätte wahr-

nehmen können. Überdies konnte an der heutigen Berufungsverhandlung festge-

stellt werden, dass B._____s Augenfarbe nicht derart auffallend ist. Während des 

Raubüberfalls wurden zudem keine längeren Gespräche geführt, weshalb eine 

Identifizierung der Muttersprache der Täter aufgrund deren Akzents nicht verlangt 

werden kann. Immerhin haben beide Geschädigten festgestellt, dass die Räuber 

Deutsch mit ausländischem Akzent sprachen. Insgesamt vermochten die Ge-

-   23   - 

schädigten zwar B._____ nicht als Täter zu identifizieren. Ihre Aussagen sind 

aber auch nicht geeignet, diesen zu entlasten. Ihre übereinstimmende Schilde-

rung, dass die Räuber Leucht- bzw. Warnwesten getragen hätten, trägt im Ge-

genteil zur weiteren Sachverhaltserstellung bei. 

 c) Der Zeuge P._____ sah nämlich zwei Männer in orangen Leuchtwesten 

aus dem Hinterausgang des "H._____" weg- und durch die Q._____-Strasse in 

Richtung R._____ rennen. Einer sei ca. 175 cm gross und von breiter, eher athle-

tischer Statur gewesen, vom Typ her slawisch und Bauarbeiter, mit eher kurzem 

Haar. Dieser Mann habe eine schwarze Sporttasche getragen. Der zweite Mann 

sei sicher 185 cm gross und bullig, breit, aber athletisch und vom Bewegungsbild 

her nicht dick gewesen. Auch er habe wie ein Slawe und wie ein Bauarbeiter aus-

gesehen (Urk. 1/83/2 S. 1/2, Urk. 1/84/57 S. 3-5). Dem Zeugen S._____ fielen 

sodann um ca. 08.15 Uhr zwei Männer auf, die von der Q._____-Strasse kom-

mend in die V._____-Gasse rannten, in ein dort parkiertes Auto stiegen und in 

Richtung R._____ wegfuhren. Mindestens einer habe eine schwarze Tasche ge-

tragen. Einer sei kleiner und untersetzt gewesen und habe fast eine Glatze oder 

jedenfalls nur sehr kurze Haare gehabt. Dieser Mann sei ca. 35-40 Jahre alt und 

ca. 170 cm gross gewesen. Dessen Gesicht sei rundlich, und er habe einen Drei-

tagebart getragen. Den zweiten Mann konnte S._____ nicht bzw. nur als "schlan-

ker und grösser" (als der andere) beschreiben. Er erinnerte sich aber, dass beide 

Männer eine Art Leuchtweste getragen hatten (Urk. 1/83/3 S. 1/2, Urk. 1/83/31 

S. 3-6). Aufzeichnungen einer Videokamera der Bank T._____ (Q._____-Strasse 

...) zeigen zwei Männer mit orangen Leuchtwesten, die auf dem Trottoir in Rich-

tung U._____-Gasse gehen, und ca. 28 Minuten später zwei in Richtung R._____ 

vorbeirennende Männer, von denen einer etwas Oranges in der Hand hält und der 

andere eine orange Leuchtweste trägt. Die Bildqualität ist zwar so schlecht, dass 

die Gesichter der beiden Männer nicht zu erkennen sind (Urk. 1/18, vgl. Urk. 1/14 

und Urk. 1/16 S. 1). Aufgrund der zeitlichen und örtlichen Situation lässt sich aber 

nicht bezweifeln, dass es sich bei den beiden Männern mit Leuchtwesten um die 

Täter handelte, die kurz zuvor den Überfall im "H._____" ausgeführt hatten. 

-   24   - 

 d) Die beiden Tatverdächtigen wurden mittels eines 3D-Laserscanners ver-

messen und die Ergebnisse hernach mit den Videoaufnahmen aus der T._____ 

Bank verglichen. Dieser Vorgang war dadurch erschwert, dass auf den Videobil-

dern (wegen der ungenügenden Bildqualität, der Bewegungsunschärfe und der 

Verzerrung durch das Glas der Eingangstüre zur Bank) die Standpositionen der 

Männer mit den Leuchtwesten nicht präzise erkennbar waren. Die sog. Bipeden 

(skelettartige Gestalten aus der 3D-Vermessung) von C._____ und B._____ 

konnten aber in die Videoaufnahmen eingepasst und mit den Silhouetten der Tä-

ter mit Ausnahme einer kleinen, mit unterschiedlichen Kleidern und Schuhen er-

klärbaren Differenz bei der Körpergrösse in Übereinstimmung gebracht werden. 

(Urk. 1/86/6 S. 4-6). Dieses Ergebnis des 3D-Scans ist nicht von grossem Be-

weiswert, spricht aber eher für und keinesfalls gegen die Täterschaft der Gebrü-

der B._____C._____. 

 e) Gemäss den Aussagen des Zeugen S._____ sah das Fluchtfahrzeug, 

welches die Männer mit den Leuchtwesten in der V._____-Gasse bestiegen, etwa 

wie ein "N._____ ..." aus, war dunkelgrau und trug ein Zürcher Kennzeichen, des-

sen Nummer sicher mit "..." begann (Urk. 1/83/3 S. 2). Ein gut dazu passendes 

Auto wurde kurz vor und dann wieder kurz nach dem Tatzeitpunkt von der Video-

überwachungskamera der ... an der Ecke Q._____-Strasse / W._____-Strasse 

gefilmt. Die Polizei legte die dabei entstandenen Bilder (vgl. Urk. 1/15) drei 

N._____-Händlern vor, und diese erklärten übereinstimmend, es handle sich beim 

fraglichen Auto um einen "N._____ ... ", Modell ... (Urk. 1/6). Bei einer genaueren 

Untersuchung des Bildmaterials gelangte die Polizei sodann zum Schluss, dass 

das besagte Fahrzeug vermutlich (nicht ein Zürcher, sondern) ein Aargauer Kon-

trollschild mit einer sechsstelligen Nummer trug, wobei es sich bei der vierten Zif-

fer wohl um eine "..." handelte und die beiden letzten Ziffern zwar unleserlich wa-

ren, aber erkennbar war, dass es zweimal dieselbe Zahl sein dürfte (Urk. 1/1 

S. 8). Auf dieser Basis und unter Berücksichtigung von S._____s Aussage, die 

Autonummer habe sicher mit "…" begonnen, wurde in den Registern der Stras-

senverkehrsämter der Kantone Zürich und Aargau nach passenden Fahrzeugen 

gesucht. Es ergab sich, dass im Kanton Zürich acht und im Kanton Aargau sieben 

graue "N._____ ..." immatrikuliert waren, deren Nummern sechsstellig waren und 

-   25   - 

mit "…" begannen. Halter eines dieser Fahrzeuge (AG ...) war der Beschuldigte 

C._____ (Urk. 1/4). Dass es sich dabei um einen blossen Zufall handelt, erscheint 

als äusserst unwahrscheinlich. C._____ sagte zudem aus, dass ausser ihm und 

seinem Bruder B._____ niemand dieses Auto benütze (Urk. 1/81/2 S. 5). Die Un-

tersuchungsergebnisse zum Fluchtfahrzeug bilden ein weiteres deutliches Indiz 

zu Lasten des Beschuldigten B._____. 

 f) Bei der Auswertung eines Mobiltelefons von B._____ kamen zwei Bilder 

zum Vorschein, die am tt. Oktober 2015 aus der Online-Ausgabe der Gratiszei-

tung "..." kopiert wurden und Polizeifahrzeuge vor dem Kleidergeschäft "H._____" 

zeigen (Urk. 1/34). Dies bildet einen weiteren, wenn auch nur schwachen An-

haltspunkt dafür, dass B._____ mit dem dort erfolgten Raubüberfall etwas zu tun 

hatte. 

 g) Die Gebrüder B._____C._____ besuchten am Abend des Tattages ge-

meinsam das Casino in ...(Urk. 1/51  und 1/53). BA._____ sagte aus, dass 

C._____ unmittelbar nach dem Tatzeitpunkt, zwischen 09.00 oder 10.30 Uhr, im 

Reitzentrum ... erschienen sei und ihm die Fr. 1'000.– zurückbezahlt habe, welche 

er, BA._____, ihm in der Nacht zuvor an die Schweizer Grenze gebracht habe 

(Urk. 1/83/19 S. 7/8, Urk. 1/83/21 S. 1, Urk. 1/83/32 S. 4/5). Nachdem die Gebrü-

der B._____C._____ am 4. November 2015 verhaftet wurden, wurden an deren 

Wohnort Fr. 1'000.– und € 2'150.– sichergestellt (Urk. 1/102/5 S. 3). B._____ trug 

bei der Verhaftung Fr. 2'160.– auf sich (Urk. 1/22 S. 4, vgl. auch Urk. 1/87/2). Er 

sagte aus, die bei ihm sichergestellten Fr. 2'160.– habe er mit Schwarzarbeit ver-

dient (Urk. 1/81/3 S. 10). Die am Wohnort vorgefundenen Fr. 1'000.– stammten 

aus derselben Quelle (Urk. 1/81/8 S. 4), und die € 2'150.– seien seine "Euro-

Reserve" und stammten von seinem Lohn (Urk. 1/81/8 S. 5). Er weigerte sich in-

dessen, die Familie zu nennen, die ihn angeblich schwarz beschäftigt hatte 

(a.a.O., S. 4). B._____ konnte nur temporäre Arbeitseinsätze leisten (Urk. 1/81/3 

S. 2/3). Er musste überdies alles über das Existenzminimum hinausgehende Ein-

kommen dem Betreibungsamt abliefern und hatte Kreditschulden von Fr. 30'000.–

, wobei er ausserstande war, etwas zurückzuzahlen (a.a.O., S. 12). Der Beschul-

digte verfügte kurz nach dem Raubüberfall gemessen an seinen Einkommensver-

-   26   - 

hältnissen über relativ viel Bargeld und vermochte dies nicht überzeugend zu er-

klären. Dies bildet ein weiteres, aber nicht sehr gewichtiges Indiz für seine Täter-

schaft. Beizufügen ist an dieser Stelle, dass beim Überfall mehr als Fr. 140'000.– 

erbeutet wurden (Urk. 1/1 S. 6, Urk. 1/89/16, vgl. auch Urk. 1/82/1 S. 2). Weder 

bei den Gebrüdern B._____C._____ noch bei den beiden Mitbeschuldigten liess 

sich nachweisen, dass eine dieser Personen oder alle zusammen nach dem Tat-

zeitpunkt auch nur annähernd soviel Geld besessen hätten. Den einzigen schwa-

chen Anhaltspunkt bildet diesbezüglich die Tatsache, dass die bei der Durchsu-

chung des Reitzentrums ... eingesetzten drei Geldspürhunde gemäss ihren Hun-

deführern in einem dortigen Lagerraum "Interesse zeigten". Dieser Umstand ver-

anlasste die Hundeführer zur Annahme, dass dort einmal Bargeld aufbewahrt 

worden sei (Urk. 1/106/3 S. 6). Dies wiederum ist insofern interessant, als 

C._____ kurz nach dem Überfall das Reitzentrum ... aufsuchte, um BA._____ die 

erwähnten Fr. 1'000.– zu bringen, und die rückwirkend erhobenen Telekommuni-

kationsdaten den Schluss zulassen, dass auch B._____ (vgl. nachstehend 

Erw. IV/2h/aa) und D._____ an jenem Morgen in ... waren. 

 h) aa) Sowohl B._____ als auch C._____ machten geltend, sich zur Tatzeit 

an ihrem gemeinsamen Wohnort in BB._____/AG aufgehalten (Urk. 1/81/2 S. 5, 

Urk. 1/81/3 S. 6) und dort bis mindestens 10 Uhr geschlafen zu haben (C._____: 

Urk. 1/81/9 S. 4; B._____: Urk. 1/81/3 S. 9, Urk. 1/81/5 S. 3, Urk. 205 S. 6). 

B._____ behauptete gar, die Wohnung bis am Freitag nicht mehr verlassen zu 

haben (Urk. 1/81/5 S. 4). Diese Angaben erwiesen sich im Laufe der Untersu-

chung mindestens teilweise als unwahr. So wurde auf dem Mobiltelefon von 

BC._____ u.a. folgende WhatsApp-Nachricht ihres Freundes B._____ vom 29. 

Oktober 2015, 12.06 Uhr gefunden: "Jetzt hei cho. Bitzili mues schloffe" (Urk. 1/23 

S. 1). Sodann befand sich das Mobiltelefon mit der Nummer 077 / 1, welches am 

Wohnort der Gebrüder B._____C._____ sichergestellt (Urk. 1/102/9 S. 5, Ass. Nr. 

A008'702'065) und von B._____ als sein Gerät bezeichnet wurde (Urk. 1/81/8 

S. 5), am 29. Oktober 2015 zwischen 09.51 und 10.22 Uhr zuerst in Wädenswil 

und dann in ... (Urk. 1/108/23, letzte Seite). Gleiches gilt (a.a.O.) für das Telefon 

mit der Nummer 077 / 2 (Ass.Nr. A008'702'861, Urk. 1/102/9 S. 11), welches 

C._____ zuzuordnen ist, befand sich doch darin bei der Sicherstellung des Geräts 

-   27   - 

eine … SIM-Karte mit einer Nummer, die zugegebenermassen C._____ gehörte 

(Urk. 1/112/9 S. 3, Urk. 1/81/2 S. 2). Da zur genannten Zeit Telefonverkehr zwi-

schen den beiden Geräten stattfand (Urk. 1/108/23), ist davon auszugehen, dass 

sie von zwei verschiedenen Personen mitgeführt und benützt wurden. Damit 

drängt sich der Schluss auf, dass sich B._____ zur genannten Zeit nicht in 

BB._____/AG, sondern im Raum Wädenswil-... aufhielt. Dass BA._____ keinen 

Begleiter von C._____ sah (Urk. 1/83/32 S. 4), bedeutet nicht, dass dieser allein 

nach ... gekommen war. C._____ suchte BA._____ im Stall auf, und es kann ohne 

Weiteres sein, dass er Begleiter hatte, die draussen auf ihn warteten (a.a.O., 

S. 5). Irritierend ist einzig, dass das Mobiltelefon mit der Nummer 077 / 1 an die-

sem Tag schon um 06:36 Uhr in .../ZH geortet wurde (Urk. 1/108/23), zu welcher 

Zeit B._____ gemäss den Aussagen seiner Freundin BC._____ (Urk. 1/81/6 S. 2, 

Urk. 1/81/7 S. 4) noch in BB._____/AG war bzw. jedenfalls nicht am Zürichsee 

sein konnte. Dies lässt sich aber zwangslos etwa damit erklären, dass an jenem 

Morgen C._____ mit diesem Telefon unterwegs war. Denkbar ist auch, dass 

B._____ seinen Wohnort schon einiges früher als angegeben verlassen hatte und 

seine Freundin dies verschwieg, um ihn zu decken. Die Verteidigung von B._____ 

bringt zutreffend vor, dass BD._____ – die Mutter von BC._____ – nicht staats-

anwaltschaftlich einvernommen wurde (Urk. 289 S. 17; Urk. 1/83/8). Aufgrund feh-

lender Wahrung der Teilnahme- und Konfrontationsrechte des Beschuldigten dür-

fen ihre Aussagen daher nicht zu seinen Lasten verwendet werden (Art. 147 

Abs. 4 StPO). Daraus kann aber auch nichts ihn Entlastendes abgeleitet werden. 

BC._____ erklärte einerseits, dass B._____ ihr gesagt habe, er müsse noch weg-

gehen (Urk. 1/81/7 S. 4). Dies bildet eine Belastung für B._____, der bestritt, so 

etwas geäussert zu haben (Urk. 1/81/5 S. 3). BC._____ sagte andererseits kon-

stant aus, den Wecker erst auf 6.50 Uhr gestellt zu haben und dann um ca. 07.00 

Uhr aufgestanden bzw. losgefahren zu sein (Urk. 1/81/6 S. 2 und Urk. 1/81/7 

S. 4). Stellt man zugunsten des Beschuldigten B._____ auf diese Aussagen von 

BC._____ ab, ist die Möglichkeit zu prüfen, ob er dennoch kurz nach halb acht 

Uhr an der Q._____-Strasse in Zürich sein konnte.  

 bb) Das Fahrzeug, mit dem die Täter in die Nähe des Tatortes fuhren und 

welches sie hernach zur Flucht benützten, wurde um 07:30:44 Uhr erstmals von 

-   28   - 

der Videokamera der ... Q._____-Strasse erfasst (Urk. 1/13 S. 3). Mit dem Auto 

sind (gemäss einer Distanzberechnung auf www.search.ch) von BB._____/AG bis 

dorthin ca. 29 km zurückzulegen. Wenn B._____ sich, nachdem BC._____ seinen 

Wohnort verlassen hatte, sofort anzog und ebenfalls auf den Weg machte, konnte 

er durchaus kurz nach halb acht Uhr an der Q._____-Strasse sein. Ob und, wenn 

ja, bis wann C._____ an jenem Morgen zuhause war, vermochte BC._____ nicht 

zu sagen (Urk. 1/81/7 S. 4). Die Ortung des Telefons mit der Nummer 077 / 1 in 

.../ZH weist darauf hin, dass er schon früher weggefahren war. In diesem Zu-

sammenhang bleibt auch im Auge zu behalten, dass die Gebrüder 

B._____C._____ über zwei Autos verfügten (Urk. 1/102/15). Es kann daher nicht 

ausgeschlossen werden, dass die Brüder mit verschiedenen Autos unterwegs wa-

ren und sich erst in der Innenstadt trafen. Falls dem so war, lässt sich nicht eruie-

ren, wer mit welchem Auto welchen Weg gefahren ist. 

 cc) Zusammengefasst ergibt sich, dass sich die Alibibehauptung von 

B._____ und C._____ zwar für den Tatzeitpunkt nicht stringent widerlegen lässt, 

aber auch keine positiven Anhaltspunkte für ihre Richtigkeit vorhanden sind. Nie-

mand konnte bestätigen, dass sie zur Tatzeit in BB._____/AG waren, und dies 

lässt sich auch aus den Ergebnissen der Untersuchung, insbesondere der rück-

wirkenden Teilnehmeridentifikation, nicht ableiten. Dass B._____, wie auch sein 

Bruder, bezüglich seines Aufenthaltsorts im weiteren Verlauf des 29. Oktober 

2015 nachweislich log, macht ihn jedenfalls nicht weniger tatverdächtig. 

 i) Bei einer gesamthaften Würdigung der Beweislage zeigt sich, dass der 

dringende Tatverdacht, welcher aus den DNA-Spuren am Tatort resultiert, auf-

grund der weiteren Untersuchungsergebnisse zusätzlich erhärtet werden konnte. 

Hinzu kommt, dass der Teil-Rückzug des Beschuldigten C._____ faktisch ein Ge-

ständnis darstellt, was seinen Bruder weiter belastet. Damit verbleibt kein Raum 

für ernsthafte Zweifel an der Täterschaft von B._____.  

 3. a) Gegenüber den Beschuldigten A._____ und D._____ steht bei der Be-

weisführung die Tatsache im Vordergrund, dass A._____ damals einerseits im 

"H._____" an der I._____-Strasse ... arbeitete und anderseits die Lebenspartnerin 

von D._____ war (Urk. 1/81/10 S. 2, Urk. 1/81/11 S. 2/3). Dieser wiederum war 

-   29   - 

ein guter Kollege von B._____. Man traf sich gemäss dessen Aussagen drei- bis 

viermal im Monat und teilweise bis zu dreimal wöchentlich. Dabei lernten sich 

auch B._____ und A._____ kennen (Urk. 1/81/14 S. 3/4, Prot. II S. 20). 

 b) Um das Kleidergeschäft "H._____" vor der Ladenöffnung durch den Mit-

arbeitereingang betreten zu können, benötigten die beiden Haupttäter, bei denen 

es sich, wie erstellt, um B._____ und C._____ handelte, einen Code. Die Be-

schuldigte A._____ kannte diesen aufgrund ihrer Arbeitstätigkeit im "H._____". 

Sie wusste zugegebenermassen auch, wo der Tresorraum war (Urk. 1/81/11 

S. 4), bestritt jedoch, mitbekommen zu haben, wann jeweils das Bargeld abge-

rechnet und abgeholt wurde (Urk. 1/81/11 S. 4, Urk. 208 S. 11). Von der Verteidi-

gung wird vorgebracht, dass der Arbeitsplatz der Beschuldigten A._____ nicht im 

5. Stock gewesen sei. Das Deko-Team habe sich jeweils nur kurz vor Arbeitsbe-

ginn und nach Arbeitsschluss im 5. Stock eingefunden (Urk. 291 S. 8). Aus dem 

von der Beschuldigten A._____ geschilderten Arbeitstagesablaufs geht indessen 

hervor, dass sie bei verschiedenen Gelegenheiten im 5. Stock zugegen war. Das 

Deko-Team hatte dort einen Tisch mit Stühlen sowie Schränke zur Verfügung. 

Ausserdem stand im 5. Stock ein Computer, welchen das Deko-Team mitbenützte 

(Urk. 1/81/10 S. 12). Bei diesen diversen Arbeiten im 5. Stock konnte sie ohne 

Weiteres wahrnehmen, dass sich auf dem gleichen Stock der Tresorraum befand. 

Sie stellte indessen in Abrede, ihrem Freund oder den Gebrüdern 

B._____C._____ den Zutrittscode für den Personaleingang verraten zu haben 

(Urk. 1/81/14 S. 13/20). Sie habe im Übrigen mit ihrem Freund über die Arbeit ge-

sprochen, wie man halt so darüber rede, nicht aber mit B._____ und C._____ 

(Urk. 1/81/11 S. 4). Die Beschuldigte gab an, nicht mehr zu wissen, ob sie ein 

paar Tage oder schon eine Woche im Voraus erfahren habe, dass sie am 29. Ok-

tober 2015 auswärts an einem Workshop würde teilnehmen müssen (Urk. 1/81/10 

S. 5). Sie sei ziemlich sicher, dass sie dies ihrem Freund gesagt habe 

(Urk. 1/81/11 S. 5). Die Filialleiterin des "H._____" sagte als Auskunftsperson aus, 

das Dekorationsteam, zu dem die Beschuldigte gehörte (vgl. Urk. 1/81/10 S. 2), 

habe am 12. Oktober 2015 die Information erhalten, dass am besagten Tag ein 

Workshop stattfinde, und später die definitive Einladung bekommen (Urk. 1/84/54 

S. 6). Die Beschuldigte A._____ verfügte damit rechtzeitig über alle Kenntnisse, 

-   30   - 

welche nötig waren, um den Raubüberfall so durchzuführen, wie er dann am 29. 

Oktober 2015 stattfand. 

 c) Im Laufe der Untersuchung wurden alle weiteren Angestellten der be-

troffenen "H._____"-Filiale und das dort eingesetzte Reinigungspersonal einver-

nommen (Urk. 1/83/33-37, 1/83/39-43, 1/83/45-1/84/56, 1/54/58-73, 1/84/75-86 

und 1/84/88). BE._____, Detailhandels-Verkaufsberaterin bei "H._____", erklärte 

in ihrer Befragung, dass sie B._____ zwar nicht kenne. Als sie die Vorladung er-

halten und ihrem Mann gezeigt habe, habe dieser den Namen aber erkannt. Ihr 

Mann sei StV-Filialleiter im … L._____ gewesen, als B._____ dort im Sicherheits-

dienst gearbeitet habe (Urk. 1/84/50 S. 2). Diese Aussage ist glaubhaft und daher 

die vorinstanzliche Erwägung hierzu – entgegen den Ausführungen der Verteidi-

gung von D._____ (Urk. 293 S. 7 f.) – dahingehend korrekt, dass niemand der Be-

legschaft des "H._____" die Gebrüder B._____C._____ kannte. Ausser dieser in-

direkten Bekanntschaft ergaben sich keinerlei weiteren Anhaltspunkte für eine 

Verbindung zwischen einer der Mitarbeitenden des "H._____" und den Gebrüdern 

B._____C._____. Damit ist natürlich nicht ausgeschlossen, dass eine solche doch 

bestanden haben könnte, liegt doch auf der Hand, dass die Beteiligten dies ver-

schweigen würden. Gerade dass BE._____ die Bekanntschaft zwischen ihrem 

Mann und B._____ arglos offenlegte, spricht dafür, dass weder sie noch ihr Mann 

etwas mit der Herausgabe von Insiderwissen zu tun hatte, weshalb sich die Ab-

klärung der damaligen Telefonverbindungen zwischen ihr bzw. ihrem Mann und 

B._____ nicht aufdrängt. Auch lässt sich nicht sagen, dass der Raubüberfall ohne 

Unterstützung aus dem Kreise der "H._____"-Belegschaft undurchführbar gewe-

sen wäre. Dass der Geldbote der Post jeweils donnerstags kam, liess sich ohne 

Weiteres von aussen beobachten. Der Standort des Tresors im Bereich der Büro-

räumlichkeiten war zu vermuten, und es dürfte für interessierte Aussenstehende 

nicht allzu schwierig gewesen sein, herauszufinden, dass die Büros sich im 5. 

Stock befanden. Eine nicht über Insiderwissen verfügende Täterschaft konnte 

zwar keine Kenntnis von der Abwesenheit des Dekorationsteams haben, musste 

aber auch nicht unbedingt damit rechnen, dort um acht Uhr morgens schon auf 

eine "Überzahl" von "H._____"-Mitarbeitern zu stossen. Schwieriger wäre nur ge-

wesen, den Code für den Personaleingang zu erlangen. Entgegen den Ausfüh-

-   31   - 

rungen der Verteidigung von B._____ benutzten die Räuber nicht die während der 

am frühen Morgen stattfindenden Kleideranlieferung offenstehende Laderampe 

um in das Gebäude zu gelangen (Urk. 289 S. 12). Aufgrund des Fundortes der 

Waffenteile beim Personaleingang haben die Täter nachweislich diesen Weg be-

nutzt und mussten daher im Besitz des Codes sein (Urk. 1/1 S. 6). Die Untersu-

chung ergab hierzu, dass bei der Schaltfläche vor dem Eingang, auf welcher der 

Code eingetippt werden musste, keine Abdeckung angebracht war (Urk. 1/84/47 

S. 7). Mit etwas Geduld und Geschicklichkeit hätte man also beobachten können, 

welche Ziffernfolge das Personal beim Betreten des Gebäudes tippte. Zu beden-

ken ist allerdings, dass ein Kleidergeschäft – auch ein grosses wie der "H._____" 

– kein typisches, sondern ein eher aussergewöhnliches Objekt für einen Raub-

überfall ist. Dass die Gebrüder B._____C._____ von sich aus auf die Idee kamen, 

gerade dieses Delikt zu begehen, und dann den doch recht grossen Aufwand be-

trieben, der ohne Hilfe eines Insiders nötig war, um die Tat vorzubereiten, er-

scheint als höchst unwahrscheinlich. Sehr viel naheliegender ist, dass sie über In-

siderwissen verfügten, und dabei drängt sich der Verdacht auf, dass dieses von 

der Beschuldigten A._____ stammte. Dies gilt umso mehr, als die Gebrüder 

B._____C._____ zu Beginn der Untersuchung übereinstimmend und wahrheits-

widrig behaupteten, niemanden zu kennen, der im "H._____" arbeite (Urk. 1/81/2 

S. 6, Urk. 1/81/3 S. 9). B._____ gab sogar an, die Beschuldigte A._____ nur zwei- 

oder dreimal gesehen zu haben. Sie arbeite im "BF._____" (Urk. 1/81/8 S. 11). 

Dies ist nicht plausibel, hatte doch insbesondere B._____ regelmässig Kontakt mit 

D._____ (Urk. 1/81/14 S. 3, Prot. II S. 20/33). Dieser Kontakt fand – gemäss den 

Aussagen von D._____ (Prot. II S. 33) – häufig auch an seinem Wohnort statt. 

Dies wird zudem aus den erhobenen Mobiltelefondaten ersichtlich; das Mobiltele-

fon mit der Nummer 076 / ..., das B._____ bei seiner Verhaftung auf sich trug, war 

im Zeitraum der rückwirkenden Teilnehmeridentifikation (1. Oktober bis 4. No-

vember 2015) immerhin am 4., 11., 22., 25. und 28. Oktober 2015 in dessen un-

mittelbarer Nähe eingeloggt (Urk. 1/108/19 S. 2). Es ist demnach davon auszuge-

hen, dass sich auch B._____ und A._____ öfters begegneten. A._____ hatte zwar 

tatsächlich früher bei "BF._____" gearbeitet, aber schon per tt.mm.2015 die Stelle 

im "H._____" angetreten (Urk. 1/81/10 S. 2). Damit liegt nahe, dass B._____ im 

-   32   - 

Oktober 2015 von diesem Stellenwechsel wusste, aber das Warenhaus 

"BF._____" als Arbeitsort von A._____ bezeichnete, um zu vertuschen, dass sie 

die Quelle war, aus der die Gebrüder B._____C._____ das Wissen hatten, wel-

ches ihnen die Begehung des Raubüberfalls sehr leicht machte. 

 d) Im Laufe der Untersuchung wurde sodann das Mobiltelefon der Beschul-

digten A._____ ausgewertet, welches nach ihren eigenen Aussagen nur von ihr 

selbst benützt wurde (Urk. 1/81/10 S. 3). Dabei zeigte sich, dass sie am 8. No-

vember 2015 – wenige Tage nach der Verhaftung der Gebrüder B._____C._____ 

– verschiedene Daten gelöscht und namentlich alle Kontakte neu eröffnet bzw. 

verändert hatte (Urk. 1/75 S. 6). Dasselbe war am 7. November 2015 mit dem 

Mobiltelefon ihres Freundes und Mitbeschuldigten D._____ geschehen (a.a.O., 

S. 4). Bei der Auswertung des Mobiltelefons mit der Nummer 077 / 1, welches 

B._____ zuzuordnen ist (vgl. Erw. IV/2h/aa), ergab sich zudem, dass A._____ 

diesem am 15. Oktober 2015 zwei WhatsApp-Nachrichten geschickt hatte, die 

später gelöscht wurden und nicht wiederhergestellt werden konnten (Urk. 1/31 

S. 2). Ausserdem befand sich auf B._____s Telefon ein Foto der Mitbeschuldigten 

A._____ (a.a.O. und Urk. 1/34 S. 3) und wurde zu einem unbekannten Zeitpunkt 

vom Telefon von BC._____ (Freundin von B._____) auf das Facebookprofil der 

Beschuldigten A._____ aufgerufen (Urk. 1/31 S. 2 und Urk. 1/33). Diese behaup-

tete ihrerseits zunächst, keine Telefonnummer von B._____ zu haben (Urk. 

1/81/10 S. 9). Auf den Vorhalt, dass sie aber am 15. Oktober 2015 über 

WhatsApp Kontakt mit B._____ gehabt hatte, erwiderte die Beschuldigte A._____, 

dass sie das nicht mehr wisse. Eventuell habe sie B._____ mit einem Hund foto-

grafiert, ihm das Foto geschickt und dann die Nummer wieder gelöscht (a.a.O., S. 

10, Urk. 1/81/11 S. 3). Zur erwähnten Löschung weiterer Daten auf ihrem Telefon 

erklärte sie nur: "Kein Kommentar" (Urk. 1/81/18 S. 4). Die dargelegten Ergebnis-

se der Handyauswertungen zeigen sodann auf, dass es sehr wohl direkte Kontak-

te zwischen den Beschuldigten A._____ und B._____ gegeben hatte, und vermit-

teln den Anschein, dass es in diesem Zusammenhang auch etwas zu verbergen 

gab (hierzu aber auch Erw. IV/5d). Erst anlässlich der heutigen Berufungsver-

handlung – mithin zwei Jahre nach der Löschung der Daten – brachte die Vertei-

digung der Beschuldigten A._____ vor, dass Letztgenannte im Rahmen einer Ver-

-   33   - 

tragsverlängerung mit Salt Ende Oktober 2015 ein neues iPhone 6S erhalten ha-

be. Da ihr dieses Modell zu gross gewesen sei und ihr Lebenspartner es gerne 

gehabt hätte, habe er ihr sein iPhone 5S zum Tausch angeboten. Am 8. Novem-

ber 2015 hätten sie dann die SIM-Karten in den Handys ausgetauscht und sämtli-

che Daten und Verläufe gelöscht, um nicht unnötige Daten einer Drittperson auf 

dem Gerät zu haben (Urk. 291 S. 15). An sich erscheint diese Erklärung plausibel; 

weil sie jedoch weder von der Beschuldigten A._____ noch vom Beschuldigten 

D._____ früher vorgebracht wurde, ist sie als Schutzbehauptung zu werten. Es 

können daraus keine die Beschuldigten A._____ und D._____ entlastende 

Schlüsse gezogen werden. Im Gegenteil lässt das Nachschieben dieser Erklärung 

Zweifel daran enstehen, ob der Löschungsvorgang einzig dem Zweck der Neu-

Aufsetzung der Geräte gedient haben soll. Dies verstärkt den Verdacht, dass die 

Beschuldigte A._____ in den Raubüberfall beim "H._____" verwickelt war. 

 e) Anlässlich der Hausdurchsuchung stiess die Polizei auf diverse Bankaus-

züge der Beschuldigten A._____ (Urk. 1/104/11). Diesen lässt sich entnehmen, 

dass sie ihrem Lebenspartner D._____ am 2. November 2015 unter dem Titel 

"Miete" Fr. 1'000.–, am 26. November 2015 mit demselben Zahlungsgrund 

Fr. 800.– und sodann am 30. November 2015 für "Rechnungen" und "Miete" Fr. 

4'000.– überwiesen hatte. Die Vorinstanz hielt vor allem diese letzte Transaktion 

für ungewöhnlich und gewichtete sie demzufolge als belastendes Indiz (Urk. 241 

S. 90/91). Dies ist insofern nachvollziehbar, als A._____ nicht einmal vier Monate 

später erklärte, davon nichts mehr zu wissen (Urk. 1/81/14 S. 19), und vor Be-

zirksgericht dann aussagte, soweit sie sich erinnere, sei das "für Rechnungen und 

ganz normal" gewesen (Urk. 208 S. 8). Bei der Durchsicht der Kontoauszüge von 

D._____, die den Zeitraum von Januar 2015 bis Januar 2016 abdecken 

(Urk. 1/95/7), zeigt sich indessen, dass A._____ ihrem Freund für "Miete" jeden 

Monat Beträge von zunächst Fr. 1'200.– (Januar bis April 2015) und danach Fr. 

800.– überwies. Im Juni 2015 kamen mit dem Vermerk "Kredit" Fr. 1'400.– hinzu 

und im November die beiden bereits erwähnten Zahlungen von Fr. 1'000.– bzw. 

Fr. 4'000.– für "Miete" und "Rechnungen". Vor allem die letztere sprengte zwar 

tatsächlich den üblichen Rahmen. Einen brauchbaren Hinweis auf eine Tatbeteili-

gung von A._____ bildet sie aber gleichwohl nicht. Dazu bedürfte es vielmehr – 

-   34   - 

wie von der Verteidigung zutreffend vorgebracht (Urk. 291 S. 13) – eines nicht er-

klärbaren Zuflusses von Geld, und ein solcher war bei der Beschuldigten jeden-

falls auf dem Bankkonto nicht zu verzeichnen (und auch sonst nicht erkennbar). 

Die Ausführung einer grösseren Zahlung an den Lebenspartner lässt sich im Üb-

rigen auch plausibel damit erklären, dass A._____ wenige Tage zuvor zusammen 

mit dem Novemberlohn auch das 13. Monatssalär erhalten hatte. Die Überwei-

sung der Fr. 4'000.– hatte sodann zur Folge, dass das Konto einen Minussaldo 

aufwies, was aber auch vorher und nachher verschiedentlich vorgekommen war 

(Urk. 1/97/9). 

 f) Zu erwähnen ist schliesslich noch, dass alle Mitarbeiter des "H._____" 

auch danach gefragt wurden, ob A._____ sich ihnen gegenüber einmal interes-

siert gezeigt habe, Informationen über die Bereitstellung und Abholung der Bar-

geldeinnahmen zu erhalten. Alle Arbeitskolleginnen und -kollegen der Beschuldig-

ten gaben zu Protokoll, dass ihnen nie so etwas aufgefallen sei (in Urk. 1/83/33-

37, 1/83/39-43, 1/83/45-1/84/56, 1/84/58-60, 1/84/62, 1/84/64-73, 1/84/75-78, 

1/84/85-86 und 1/84/88). Insoweit ergab sich zumindest keine weitere Belastung 

der Beschuldigten A._____. Bei einer gesamthaften Betrachtung der Indizienlage 

kann aber gleichwohl mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit und damit 

rechtsgenügend zumindest unterstellt werden, dass A._____ die Quelle des In-

siderwissens gewesen sein muss, über welches die beiden Haupttäter offensicht-

lich verfügten. 

 4. a) Beim Beschuldigten D._____ bestehen ebenfalls deutliche Anhalts-

punkte für eine Beteiligung an der Raubtat im "H._____". So ergab die rückwir-

kende Erhebung von Telekommunikationsdaten, dass das bereits mehrfach er-

wähnte Telefon mit der Rufnummer 079 / 1 (vgl. Erw. IV/2h/aa) am Tatmorgen um 

06.36 in .../ZH eingeloggt war, wo zusammen mit A._____ auch D._____ wohnte 

(Urk. 1/108/23, letzte Seite). Kurz nach der Tat, zwischen 09.51 und 10.22 Uhr, 

wurden sodann einerseits die Mobiltelefone 079 / 1 und 079 / 2, welche den Ge-

brüdern B._____C._____ gehörten, in ... benützt (a.a.O.), und zahlte C._____ dort 

die vorstehend erwähnten Fr. 1'000.– an BA._____ zurück (Erw. IV/2g). Ander-

seits befand sich auch das Telefon von D._____ (078 / …; Urk. 1/105/5 S. 1) am 

-   35   - 

selben Morgen um 10.42 Uhr in ... (1/111/14 S. 3). Damit liegt der Schluss nahe, 

dass sich D._____ kurz vor der Tat mit einem der Gebrüder B._____C._____ 

(vermutlich C._____, vgl. Ew. IV/2h/aa) und keine drei Stunden nach dem Raub 

mit C._____ und B._____ traf. Beizufügen ist, dass dies vor allem den Verdacht 

einer Mitwirkung von D._____ bei der Beutesicherung begründet. Eine solche ist 

aber gar nicht eingeklagt. Von eher geringem Indizienwert ist sodann die Tatsa-

che, dass D._____ am Abend des 19. Oktober 2015, an welchem Tag der Zu-

gangscode für den Personaleingang des "H._____" geändert wurde (Urk. 1/83/1 

S. 5), dreimal mit den Gebrüdern B._____C._____ telefonierte. Dies gilt umso 

mehr, als solche Telefonate auch sonst häufig stattfanden (Urk. 1/111/14 S. 3/4). 

 b) Bereits erwähnt wurde, dass nicht nur A._____, sondern auch D._____ 

wenige Tage nach der Verhaftung der Gebrüder B._____C._____ auf ihren Mobil-

telefonen etliche Inhalte, besonders Kontaktinformationen, löschten und letztere 

neu erstellten (Urk. 1/75 S. 4/6). Auch die Verteidigung des Beschuldigten 

D._____ – sowie dieser selber in seiner Befragung – lieferten die vorstehend er-

läuterte Erklärung für den Löschvorgang anlässlich der heutigen Berufungsver-

handlung (Urk. 293 S. 12 f., Prot. II S. 52). Wie erwähnt, ist diese Erklärung an 

sich plausibel; die sehr späte Geltendmachung lässt allerdings daran zweifeln 

(vgl. Erw. IV/3d). Bei der Auswertung des Telefons von D._____ konnte zudem 

eine gelöschte Nachricht vom 11. November 2015 mit folgendem Wortlaut wie-

derhergestellt werden: "Lösch bitte immer den Watts App Verlauf… Immer… Will 

nicht das die auch dich abfucken…" (Urk. 1/75/3, Urk. 1/76). An wen diese Auffor-

derung gerichtet war, liess sich leider nicht mehr feststellen. Die Gebrüder 

B._____C._____ kommen als Adressaten nicht in Frage, weil sie zu diesem Zeit-

punkt bereits im Gefängnis waren, und an A._____ brauchte D._____ eine solche 

Nachricht wohl nicht zu schicken, da sie ja mit ihm zusammenlebte. Aufgrund des 

Inhalts der Nachricht und deren zeitlicher Nähe zur Verhaftung von C._____ und 

B._____ ergibt sich aber dennoch ein starker Verdacht, dass sie dazu diente, je-

manden im Zusammenhang mit dem Raubüberfall im "H._____" vor möglichen 

Untersuchungshandlungen der Strafverfolgungsbehörden zu warnen. Dazu be-

stand aber für D._____ nur ein Anlass, wenn er selber irgendwie mit der Sache zu 

-   36   - 

tun hatte. Offen bleibt dabei allerdings, ob er aktiv an der Tat beteiligt oder aber 

nur Mitwisser war und (nachträglich) die Täterschaft schützen wollte. 

 c) Auf dem Telefon von D._____ befanden sich ausserdem zwei weitere ge-

löschte Nachrichten vom 12. November 2015, die rekonstruiert werden konnten. 

D._____ hatte sich bei einem gewissen "BG._____" in Deutschland erkundigt, ob 

das Geld angekommen sei, und kurz darauf eine bejahende Antwort erhalten 

(Urk. 1/76, letzte Seite). Die Verteidigung von D._____ konnte indessen belegen, 

dass dieser am 9. November 2015 einer Person namens BG._____ € 50.– nach 

Deutschland überwiesen hatte (Urk. 210/1). Demzufolge ist davon auszugehen, 

dass die beiden Nachrichten vom 12. November 2015 nichts mit dem vorliegend 

zu beurteilenden Delikt zu tun hatten. Gleiches gilt für die zwei Wochen Ferien, 

die D._____ im Dezember 2015 / Januar 2016 in Thailand verbrachte (Urk. 

1/81/10 S. 4). Diese wurden nachweislich von seinem Kollegen BH._____ ge-

bucht und bezahlt (Urk. 210/2-3). Entgegen den vorinstanzlichen Erwägungen 

(Urk. 241 S. 99) kann schliesslich auch die Tatsache, dass der Beschuldigte am 

12. Januar 2016 in Süditalien und drei Tage später in Modena war und dabei je-

weils mit seiner Mastercard (vgl. Urk. 1/105/3) eine Zahlung (von € 2.20 bzw. 

€ 17.50) geleistet hatte (Urk. 1/105/6), nicht als verdächtiger Umgang mit Geld 

und damit als belastendes Indiz gewertet werden. Ebenso wenig darf zum Nach-

teil des Beschuldigten gewürdigt werden, dass er – seiner Verteidigungsstrategie 

der konsequenten Aussageverweigerung folgend – nicht bereit war, eine Erklä-

rung für seine Italienreise abzugeben (Urk. 209 S. 7). Eine solche Reise ist im Üb-

rigen nicht sehr teuer und konnte vom Beschuldigten, der monatlich Zahlungen 

der Arbeitslosenversicherung von etwas mehr als Fr. 3'000.– und zudem von sei-

ner Freundin Fr. 800.– als Beitrag an die Mietkosten erhielt, auch ohne Beutegeld 

aus einem Raubüberfall bezahlt werden. Beizufügen ist an dieser Stelle, dass wie 

bei A._____ auch beim Beschuldigten D._____ keinerlei Hinweise auf einen aus-

sergewöhnlichen und nicht erklärbaren Zufluss von Geld gefunden werden konn-

ten. 

 d) Dass B._____ einige Tage nach seiner Verhaftung einem Kollegen 

schrieb, dieser solle doch bitte D._____ darüber informieren, dass er und sein 

-   37   - 

Bruder "leider bei Polizei" seien (in Urk. 1/125/8), lässt nicht ohne Weiteres auf 

eine Tatbeteiligung von D._____ schliessen. Der Grund für diese Bitte konnte 

auch bloss darin liegen, dass B._____ und D._____ einen regen freundschaftli-

chen Kontakt pflegten und D._____ deshalb erfahren sollte, weshalb B._____ nun 

plötzlich unerreichbar blieb. Auch das an BA._____ gerichtete Ersuchen von 

D._____, dieser solle den Gebrüdern B._____C._____ zwei Taschen mit Kleidern 

ins Gefängnis bringen, weil er selber das "nicht könne" (Urk. 1/83/19 S. 6), taugt 

kaum als belastendes Beweiselement. Aktenkundig ist nämlich, dass D._____ 

danach mehrmals Esswaren ins Gefängnis brachte (Urk. 1/81/17) und demnach 

keine Furcht vor einem Bekanntwerden seiner Freundschaft mit den Gebrüdern 

B._____C._____ hatte. 

 e) Eine empfindliche Schwachstelle bei der Sachverhaltserstellung gegen-

über dem Beschuldigten D._____ liegt darin, dass wegen der Totalbestreitung al-

ler vier Beschuldigten die Entschliessungs- und Planungsphase der Raubtat völlig 

im Dunkeln geblieben ist. Die Ergebnisse der Handyauswertungen und die Mobil-

funk-Randdaten erlauben den Schluss, dass er hinsichtlich des Raubüberfalls 

nicht ahnungslos war, sondern zumindest gewusst haben dürfte, dass die Gebrü-

der B._____C._____ und wohl auch seine Freundin A._____ involviert waren. Ein 

solches Wissen ist aber noch keine Straftat. Konkrete Handlungen, mit denen sich 

D._____ an der Vorbereitung und/oder Ausführung der Tat beteiligt hätte, sind 

nicht nachweisbar. Die Anklage geht einerseits davon aus, dass er seine Erfah-

rung als Räuber (Urk. 1/132/6) genutzt und entsprechendes "Fachwissen" betref-

fend Bewaffnung, Maskierung, Fluchtfahrzeug etc. in die Tatplanung eingebracht 

habe. Dies erscheint durchaus als plausibel, bleibt aber eine blosse, durch keiner-

lei Beweismittel gestützte Mutmassung. Nicht anders verhält es sich letztlich aber 

auch mit dem Vorwurf, D._____ habe das Insiderwissen aus dem "H._____" von 

seiner Freundin erhalten und dann an die beiden Haupttäter weitergegeben. Als 

erstellt gelten kann nach dem bereits Gesagten zwar, dass dieses Wissen von 

A._____ stammte (Erw. IV/3a-f), und es war vor allem D._____, der mit den Ge-

brüdern B._____C._____ kommunizierte. Erwiesen ist aber auch, dass zwischen 

A._____ und B._____ zumindest hie und da auch direkte Kontakte über 

WhatsApp oder Facebook stattfanden (Erw. IV/3d). Dabei und anlässlich von 

-   38   - 

B._____s Besuchen bei D._____ und A._____ konnten die nachmaligen Haupttä-

ter auch ohne Mitwirkung von D._____ die für den Raubüberfall nötigen Insider-

kenntnisse erlangen. Der rechtsgenügende Beweis für dessen aktive Beteiligung 

am Informationsfluss lässt sich trotz der dargelegten Indizien nicht erbringen. Der 

Beschuldigte D._____ ist nach dem Grundsatz "in dubio pro reo" freizusprechen. 

 f) Damit entfällt auch der Widerruf des bedingten Vollzugs von 90 Tagessät-

zen zu Fr. 100.– Geldstrafe aus dem Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Win-

terthur / Unterland vom 22. Juli 2015 (vorinstanzliche Dispositiv-Ziffer 9). 

 5. a) Wie bereits erörtert wurde, kann mit rechtsgenügender Sicherheit da-

von ausgegangen werden, dass die Gebrüder B._____C._____ über Insiderwis-

sen aus dem "H._____" verfügten und dieses nicht von einer unbekannten Dritt-

person, sondern von A._____ stammte (Erw. IV/3a-f). Damit sie der Gehilfen-

schaft zum Raub schuldig gesprochen werden kann, muss indessen auch nach-

gewiesen werden, dass sie die Informationen bewusst weitergegeben und dabei 

mit deren Verwendung zur Begehung eines Überfalls auf den "H._____" zumin-

dest gerechnet hatte. 

 b) Bei dieser Beweisführung bildet wiederum die Tatsache, dass alle Be-

schuldigten jegliche Tatbeteiligung bestreiten, eine erhebliche Erschwernis. So 

können im wesentlichen nur Mutmassungen darüber angestellt werden, wer den 

Anstoss zur Tat gab und wie diese anschliessend vorbereitet wurde. Die Anklage 

geht davon aus, dass die vier Beschuldigten aufgrund der Wahrnehmungen von 

A._____ über die jeweils donnerstags stattfindende Bereitstellung und Abholung 

der Bareinnahmen den Raubüberfall gemeinsam geplant hatten (Urk. 1/141 S. 4 

unten). Einen gewissen Anhaltspunkt für die Richtigkeit dieser Hypothese liefert 

die Aussage der Zeugin BI._____, der Bruder des Beschuldigten D._____ habe 

ihr erzählt, dass A._____ darüber gesprochen habe, wieviel Geld beim "H._____" 

im Tresor liege. Wenn sie das laut gesagt habe, dann habe es natürlich auch ihr 

Freund D._____ mitbekommen (Urk. 1/83/25 S. 6). Dessen Bruder BJ._____ stell-

te demgegenüber in Abrede, von A._____ jemals so etwas gehört zu haben (Urk. 

1/84/74 S. 4). Es liegt auf der Hand, dass eine der beiden Zeugenaussagen eine 

Lüge sein muss, und beide Aussagen sind aufgrund der familiären Verbindungen 

-   39   - 

der Zeugen mit dem Beschuldigten D._____ mit grosser Vorsicht zu würdigen. Bei 

BJ._____ ist zu vermuten, dass er ein erhebliches Interesse hat, seinen Bruder zu 

schützen. Dessen Ex-Frau meldete sich ihrerseits von sich aus bei der Polizei. 

Gemäss der dabei erstellten Aktennotiz äusserte sie sich schon am Telefon da-

hingehend, dass ihr Ex-Mann mit seiner Mitbewohnerin ein Verhältnis habe. 

Wenn diese ihren Ex-Mann schützen wolle, solle man ihr sagen, dass dieser ihr, 

der Anruferin, noch bis zum Sonntag vor seiner Verhaftung gesagt habe, er liebe 

sie (Urk. 1/59). Der Verdacht, dass BI._____ von Eifersucht dazu getrieben wur-

de, A._____ und damit auch ihren Ex-Mann zu belasten, verstärkt sich noch, 

wenn man ihre Aussagen als Zeugin liest. Sie klagte erneut darüber, dass ihr Ex-

Mann bis zu seiner Verhaftung von einer gemeinsamen Zukunft mit ihr gespro-

chen habe. Bis Oktober 2015 hätten sie noch intim miteinander verkehrt, und ihr 

Ex-Mann habe bestritten, mit A._____ liiert zu sein. Bei der Polizei habe sie sich 

gemeldet, weil sie gehört habe, dass A._____ möglicherweise aus der Untersu-

chungshaft entlassen werde (Urk. 1/83/25 S. 3/4). Unter diesen Umständen kann 

nicht leichthin auf die Aussagen von BI._____ abgestellt werden, und es liegen 

keine anderen Beweismittel vor, welche die Annahme eines Informationsflusses 

von A._____ über D._____ zu den Gebrüdern B._____C._____ zu stützen ver-

möchten. 

 c) Selbst wenn man unterstellt, dass A._____ vom Geld im Tresor des 

"H._____" sprach, lässt sich daraus nicht zwingend ableiten, sie habe damit einen 

Tipp für einen möglichen Überfall geben wollen. Im Ungewissen bleibt nämlich 

auch dann, in welchem Zusammenhang sie darauf zu sprechen kam und wer da-

bei zugegen war. Durchaus denkbar ist, dass sie aufgrund einer unbedachten, 

beiläufigen Äusserung dieser Art in der Folge von D._____ und/oder von den Ge-

brüdern B._____C._____ gezielt ausgehorcht wurde, ohne selbst zu bemerken, 

dass diese einen Raub begehen wollten. Eher dagegen spricht einzig der Um-

stand, dass die Haupttäter schliesslich auch den Code für den Personaleingang 

des "H._____" kannten. Dass A._____ diesen von sich aus oder auf entspre-

chende Fragen der nachmaligen Mitbeschuldigten hin preisgab, ohne auch zu 

wissen, wozu er verwendet werden sollte, erscheint als wenig wahrscheinlich. 

Nicht widerlegbar ist indessen ihre Aussage, dass ihr Freund Zugang zu ihrem 

-   40   - 

Mobiltelefon gehabt habe und auch ihre SMS habe lesen können (Urk. 1/81/11 

S. 5). Dies ist insofern von Bedeutung, als die Befragung der "H._____"-

Belegschaft zumindest vereinzelte Hinweise darauf ergab, dass nach einem 

Codewechsel der neue Zutrittscode unter den Mitarbeiterinnen nicht nur mündlich 

oder schriftlich, sondern – wie dies A._____ angab (Urk. 1/81/11 S. 5) – bisweilen 

auch per SMS weitergegeben wurde (Urk. 1/84/75 S. 4, 1/84/78 S. 4). D._____ 

hätte seine Freundin aber auch zur Arbeit begleiten und sie beim Eintippen des 

Codes beobachten können. 

 d) Zutreffend ist, dass A._____ gar nie geltend machte, dass die Täterschaft 

die in Frage stehenden Informationen von ihr erschlichen habe, obwohl ihr dies – 

wenn es sich denn so verhielt – eigentlich nach der Verhaftung der Gebrüder 

B._____C._____, sicher aber nach der eigenen Festnahme bewusst werden 

musste. Eine entsprechende Aussage war von ihr aber vernünftigerweise auch 

gar nicht zu erwarten. Zum einen hätte sie damit zwangsläufig ihren Lebens-

partner D._____ erheblich belastet. Zum andern hätte sie gleichzeitig eingeräumt, 

dass das Insiderwissen der Täterschaft von ihr stammte, und wäre ein hohes Ri-

siko eingegangen, dass man ihr bezüglich ihrer diesbezüglichen Ahnungslosigkeit 

im Tatzeitpunkt keinen Glauben schenken würde. Für A._____ bestand unabhän-

gig von der eigenen Schuld oder Unschuld die beste Verteidigungstaktik darin, 

konsequent jegliche Verbindung zwischen ihr und der Raubtat zu bestreiten. Auch 

wenn sie erst im Nachhinein erkannt hatte, dass die Gebrüder B._____C._____ 

und allenfalls ihr Freund für den Überfall verantwortlich waren, gehörte dazu logi-

scherweise auch, möglichst alle Verbindungen zu den Gebrüdern 

B._____C._____ abzustreiten und entsprechende Daten auf ihrem Mobiltelefon 

(und demjenigen von D._____) zu löschen. 

 e) Als erstellt gelten kann nach dem Gesagten zwar, dass zumindest entwe-

der D._____ oder A._____ die beiden Haupttäter vorsätzlich mit dem erwähnten 

Insiderwissen versorgten. Dass dies beide taten, erscheint sodann bei einer ge-

samthaften Würdigung der Beweislage als die wahrscheinlichste Konstellation, 

lässt sich aber nicht mit rechtsgenügender Sicherheit nachweisen. Bereits darge-

legt wurde, dass die Informationen möglicherweise ohne Mitwirkung von D._____ 

-   41   - 

direkt von A._____ zu den Gebrüdern B._____C._____ flossen (Erw. IV/4). Es 

besteht aber auch die nicht bloss ganz theoretische Möglichkeit, dass D._____ 

und die Gebrüder B._____C._____ den Raub planten und A._____ ohne Wissen 

um deren deliktisches Vorhaben als Informationsquelle angezapft wurde. Obwohl 

gegenüber A._____ ebenfalls ein erheblicher Tatverdacht besteht, muss auch sie 

nach dem Grundsatz "in dubio pro reo" freigesprochen werden. 

 6. Die rechtliche Würdigung der Tat als Raub erweist sich ohne Weiteres als 

zutreffend. Beizufügen bleibt hinsichtlich der beim Raub verwendeten Waffen, 

dass diese nicht sichergestellt werden konnten. Nicht ausgeschlossen werden 

kann somit, dass es sich nicht um echte Faustfeuerwaffen, sondern lediglich um 

Attrappen handelte. Der qualifizierte Tatbestand von Art. 140 Ziff. 2 StGB (Mitfüh-

ren einer Schusswaffe) gelangt deshalb nicht zur Anwendung (Donatsch/Flachs-

mann/Hug/Weder, StGB-Kommentar, 13. A., Zürich 2013, N 13 zu Art. 140). Die 

Beschuldigten B._____ und C._____ sind je des Raubes im Sinne von Art. 140 

Ziff. 1 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen. 

 

V. 

 1. a) Der Beschuldigte B._____ hat mehrere Straftaten begangen, wobei der 

Raub (Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB) mit einer Strafandrohung von Freiheitsstrafe 

bis zu zehn Jahren oder Geldstrafe nicht unter 180 Tagessätzen am schwersten 

wiegt. Für die weiteren Delikte von B._____ hat die Vorinstanz eine Geldstrafe 

ausgesprochen. Dabei muss es heute wegen des Verbots der reformatio in peius 

bleiben (Art. 391 Abs. 2 StPO), obwohl in Anbetracht der Vorstrafen von B._____ 

(vgl. Erw. V/3b) eine Erhöhung der Freiheitsstrafe anstelle der zusätzlichen Aus-

fällung einer Geldstrafe keineswegs unangemessen gewesen wäre. Innerhalb 

dieser Deliktsgruppe ist von der Strafe für die schwerste Tat – vorliegend also für 

den (mehrfachen) Diebstahl – auszugehen. Diese ist sodann wegen der weiteren 

Gesetzesverstösse angemessen zu erhöhen (Art. 49 Abs. 1 StGB). Nicht über-

schritten werden darf die erstinstanzlich festgesetzte Gesamtsanktion von 

-   42   - 

5½ Jahren Freiheitsstrafe für den Raub und 300 Tagessätzen Geldstrafe für die 

übrigen Delikte (Art. 391 Abs. 2 StPO). 

 b) Innerhalb des gegebenen Rahmens misst das Gericht die Strafe nach 

dem Verschulden des Täters zu. Es berücksichtigt dabei dessen Vorleben und 

persönliche Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf sein Leben. Das Ver-

schulden wird nach der Schwere der Rechtsgutverletzung, der Verwerflichkeit des 

Handelns und den Beweggründen und Zielen des Täters sowie danach bestimmt, 

wie weit er nach den gesamten Umständen in der Lage war, rechtskonform zu 

handeln (Art. 47 Abs. 1 und 2 StGB). 

 2. a) Beim Raubüberfall wählten die Täter mit dem "H._____" ein Tatobjekt, 

bei dem eine beträchtliche Beute zu holen war und keine strengen Sicherheits-

vorkehrungen überwunden werden mussten. Es handelte sich nicht um eine 

spontan begangene, sondern um eine sorgfältig geplante und vorbereitete Tat. 

Dazu waren insbesondere Kenntnisse über die örtlichen Gegebenheiten und ge-

wisse betriebliche Abläufe am Tatort zu beschaffen, Masken, Warnwesten, Waf-

fen und eine geeignete Tasche für die Beute zu besorgen sowie ein Fluchtfahr-

zeug bereitzustellen. Der Raub wurde sodann auch mit erheblicher Dreistigkeit in 

der belebten ... …-Stadt und in einem grossen Kleidergeschäft ausgeführt, wo die 

Täter jederzeit mit dem Auftauchen von Mitarbeitern rechnen mussten. Gut vorbe-

reitet war offensichtlich auch die Beutesicherung, denn nach der Verhaftung der 

Beschuldigten blieb zumindest der allergrösste Teil der Beute verschwunden. Die 

Deliktssumme war mit mehr als Fr. 140'000.– schon sehr beträchtlich. Die im Tre-

sorraum arbeitenden Angestellten des "H._____" wurden mit vorgehaltener Waffe 

gezwungen, das Geld herauszugeben, und anschliessend mit Klebeband gefes-

selt. Sie wurden zweifellos sehr verängstigt. Zugute gehalten werden kann den 

beiden Beschuldigten immerhin, dass sie die Anwendung von Gewalt auf das Nö-

tigste beschränkten und insbesondere niemandem Verletzungen zufügten. Auch 

wenn die Tat sorgfältig geplant war, gingen die Täter dennoch teilweise etwas di-

lettantisch vor. Gerade das Hinterlassen von Fingerabdrücken am Tatort erwies 

sich als nicht sehr geschickt. Die objektive Tatschwere ist als erheblich zu bewer-

-   43   - 

ten. Die von der Vorinstanz veranschlagten Einsatzstrafe ist aufgrund des teilwei-

se dilettantischen Vorgehens auf 4 Jahre zu reduzieren. 

 b) In subjektiver Hinsicht sind keine Umstände ersichtlich, welche das Ver-

schulden von B._____ vermindern würden. Er hatte zwar nur temporär Arbeit und 

bekam zudem aufgrund einer Lohnpfändung bloss das Existenzminimum ausbe-

zahlt (Urk. 205 S. 4). Nach eigenen Angaben verrichtete er aber daneben noch 

Schwarzarbeit (Urk. 1/81/3 S. 10). In einer dramatischen finanziellen Notlage 

steckte der Beschuldigte also keinesfalls. Es bestehen auch keine Hinweise auf 

eine gesundheitliche Störung, die zu einer Verminderung seiner Schuldfähigkeit 

hätte führen können. 

 c) Hinsichtlich der Ladendiebstähle ist festzuhalten, dass der Beschuldigte 

über eine Zeitspanne von einigen Monaten hinweg Waren im Gesamtwert von ca. 

Fr. 10'000.– stahl. Erschwerend wirkt sich aus, dass er die Taten während seines 

Einsatzes als Ladendetektiv beging und damit eine Vertrauensposition schamlos 

ausnützte. Mit der Vorinstanz ist von einem gerade noch leichten Verschulden 

auszugehen. Die Diebstähle wären für sich allein betrachtet mit etwa 210 Ta-

gessätzen Geldstrafe zu ahnden. 

 d) Als Hehlerei wird dem Beschuldigten angelastet, Diebesgut im Gesamt-

wert von mehr als Fr. 24'000.– während eines halben Monats an seinem Wohnort 

versteckt zu haben. Dabei kann zu seinen Gunsten berücksichtigt werden, dass 

er zunächst nicht sicher wusste, sondern lediglich vermutete, dass die Sachen 

gestohlen waren. Zwar wurde dem Beschuldigten für deren Aufbewahrung ur-

sprünglich eine "Provision" in Aussicht gestellt (Urk. 4/4/5 S. 3). Soweit ersichtlich 

brachte ihm diese Tat aber letztlich keinen Profit ein. Die Vorinstanz erachtete da-

für eine Einsatzstrafe von 150 Tagessätzen als angemessen. Dem kann beige-

pflichtet werden. 

 e) Der Beschuldigte lenkte im November / Dezember 2014 und dann wieder 

von Juli bis anfangs November 2015 etliche Male ein Auto, obwohl ihm das Stras-

senverkehrsamt schon im Jahre 2011 den in der Slowakei erworbenen Führer-

ausweis aberkannt hatte (Urk. 4/5/4). Er setzte sich ohne grosse Hemmungen 

-   44   - 

immer wieder zu seinem Vorteil über das Gesetz hinweg. Zu seinen Gunsten 

kann immerhin berücksichtigt werden, dass er das Autofahren an sich früher ein-

mal gelernt hatte und von ihm deshalb wohl keine erhöhte Gefahr für die anderen 

Strassenbenützer ausging. Damit kann insgesamt von einem gerade noch leich-

ten Verschulden ausgegangen und die Einsatzstrafe für das Fahren ohne Berech-

tigung auf 90 Tagessätze festgesetzt werden. 

 f) B._____ kaufte in Tschechien ein Elektroschockgerät und eine Schreck-

schusspistole samt Munition, führte diese Waffen unberechtigterweise in die 

Schweiz ein und bewahrte sie bei sich zuhause auf, bis sie anlässlich einer in an-

derer Sache durchgeführten Hausdurchsuchung sichergestellt wurden (Urk. 4/4/1 

und 4/4/2). Der Beschuldigte trug die Waffen nicht auf sich und setzte sie auch 

nirgends ein. Die vorinstanzliche Einschätzung dieses Sachverhalts als Bagatell-

delikt mit einer Einsatzstrafe von ca. 20 Tagessätzen ist nicht zu beanstanden. 

 g) Unter Berücksichtigung des Asperationsprinzips erscheint für die Dieb-

stähle, die Hehlerei und die Verstösse gegen das Strassenverkehrs- und das 

Waffengesetz vor Berücksichtigung der täterbezogenen Strafzumessungsfaktoren 

eine Geldstrafe von 360 Tagessätzen als angemessen. 

 3. a) B._____ wurde 1983 in ... (Slowakei) geboren. Er ist slowakischer 

Staatsbürger und besitzt in der Schweiz die Aufenthaltsbewilligung B. Der Be-

schuldigte wuchs zusammen mit einem Bruder und einer Schwester bei den El-

tern in der Slowakei auf. Dort besuchte er auch acht Jahre die Grundschule und 

machte eine dreijährige Lehre als Schlosser. Nach dem anschliessend absolvier-

ten neunmonatigen Militärdienst arbeitete der Beschuldigte in einer Autowerkstatt. 

Nachdem er sich 2003 schon einmal als Tourist hierzulande aufgehalten (und de-

linquiert) hatte, emigrierte er 2007 in die Schweiz. Hier arbeitete er zunächst als 

...pfleger und ab 2008 dann bei verschiedenen Firmen als Sicherheitsangestellter, 

zuletzt bei der BK._____ GmbH. Seit dem Verlust der dortigen Anstellung wegen 

Diebstählen lebte der Beschuldigte von Leistungen der Arbeitslosenversicherung 

und temporären Arbeitseinsätzen auf dem Bau. Daneben besserte er nach eige-

nen Angaben sein Einkommen zeitweise mit Schwarzarbeit auf. Wegen einer 

Lohnpfändung blieb ihm von seinem (legalen) Einkommen indessen nur das be-

-   45   - 

treibungsrechtliche Existenzminimum, welches auf ca. Fr. 2'600.– festgesetzt 

wurde. Seit dem 1. Juli 2015 wohnte der Beschuldigte zusammen mit seinem 

Bruder C._____ in BB._____/AG. Der Beschuldigte ist ledig und kinderlos. Er hat 

kein Vermögen, aber ca. Fr. 30'000.– Kreditschulden. Seit dem 4. November 

2015 befindet er sich ununterbrochen in Haft, aktuell zum vorzeitigen Strafvollzug 

in der JVA ... (Urk. 1/81/3 S. 10 und S. 12/13, Urk. 1/81/19 S. 12-14, Urk. 4/19/4, 

Urk. 205 S. 2-5, Prot. II S. 16 sowie Beizugsakten Staatsanwaltschaft Zürich-

Limmat, Unt. Nr. 2012/3837, Urk. 4/1). Aus dem Lebenslauf des Beschuldigten 

ergeben sich insoweit keine straferhöhenden oder strafmindernden Faktoren. 

 b) Im Strafregister hingegen ist B._____ mit vier Verurteilungen verzeichnet. 

Das Strafgericht Basel-Stadt fällte gegen ihn am 9. Juni 2011 wegen Angriffs eine 

bedingt vollziehbare Freiheitsstrafe von 12 Monaten aus. Am 9. August 2011 folg-

te seitens der Staatsanwaltschaft 2 Emmenbrücke/LU wegen mehrfachen Dieb-

stahls und mehrfachen Diebstahlsversuchs eine Geldstrafe von 30 Tagessätzen 

zu Fr. 150.–, verbunden mit Fr. 900.– Busse. Die Geldstrafe wurde zunächst be-

dingt vollziehbar ausgesprochen, später aber zum Vollzug gebracht. Die Staats-

anwaltschaft Zürich-Limmat sanktionierte den Beschuldigten am 3. Juli 2012 we-

gen mehrfachen Führens eines Motorfahrzeugs ohne Berechtigung mit 80 Ta-

gessätzen zu Fr. 100.– Geldstrafe ohne Vollzugsaufschub. Wegen Betrugs er-

kannte schliesslich die Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis am 24. Mai 2013 auf 

eine unbedingt vollziehbare Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu Fr. 50.– 

(Urk. 179). Diese zum Teil ebenfalls Vermögensdelikte betreffenden Vorstrafen 

und die Begehung des Raubüberfalls im "H._____" während einer laufenden Stra-

funtersuchung wegen mehrfachen Diebstahls etc. wirken sich insgesamt deutlich 

straferhöhend aus. 

 c) Beim Raub bestehen nur diese Straferhöhungs-, aber keine Strafminde-

rungsgründe. Die erstinstanzliche Erhöhung der Einsatzstrafe um ein Jahr erweist 

sich damit als angemessen. Daher ist eine Freiheitsstrafe von 5 Jahren auszufäl-

len. Auf diese Strafe sind bis und mit heute insgesamt 818 Tage erstandene Haft 

anzurechnen (Art. 51 StGB; Urk. 1/125/2-24 und Urk. 4/17/1-12). 

-   46   - 

 d) Bei den weiteren Delikten steht den wiederum straferhöhend in Betracht 

zu ziehenden Vorstrafen als gewichtiger Strafminderungsgrund das vollumfängli-

che Geständnis des Beschuldigten gegenüber. Insgesamt resultiert hier aufgrund 

der Täterkomponente eine leichte Minderung der Einsatzstrafe. Angemessen wä-

re somit eine Geldstrafe von 330 Tagessätzen. Aufgrund des Verschlechterungs-

verbots gegenüber dem allein appellierenden Beschuldigten (Art. 391 Abs. 2 

StPO) muss indessen die erstinstanzliche Geldstrafe von 300 Tagessätzen bestä-

tigt werden. Der Beschuldigte hat aufgrund des heutigen Urteils noch einen länge-

ren Aufenthalt im Gefängnis vor sich. Nach der Haftentlassung muss er, sofern er 

überhaupt in der Schweiz bleiben kann, aufgrund seiner Schulden (vgl. Erw. V/3a) 

erneut mit einer Lohnpfändung rechnen und wird dann, auch wenn er rasch Arbeit 

findet, einstweilen nicht mehr als ca. Fr. 2'600.– pro Monat zur Verfügung haben. 

Bei Tätern, die nahe am oder gar unter dem Existenzminimum leben, muss das 

nach den üblichen Regeln berechnete Einkommen für die Zumessung des Ta-

gessatzes um mindestens die Hälfte reduziert werden. Bei einer hohen Anzahl 

von Tagessätzen, namentlich bei Strafen von mehr als 90 Tagessätzen, ist eine 

zusätzliche Reduktion von 10-30 Prozent angebracht (BGE 134 IV 72 f.). Vorlie-

gend ist deshalb der Tagessatz auf Fr. 20.– festzusetzen. 

 e) Der bedingte oder teilbedingte Vollzug der Freiheitsstrafe ist schon auf-

grund des Strafmasses von mehr als drei Jahren ausgeschlossen (Art. 42 Abs. 1 

und Art. 43 Abs. 1 StGB). Der Beschuldigte B._____ wurde innerhalb der letzten 

fünf Jahre vor der Begehung der heute mit einer Geldstrafe zu ahndenden Delikte 

zu einer Freiheitsstrafe von 12 Monaten verurteilt (Erw. V/3b). Der voll- oder teil-

bedingte Vollzug der Geldstrafe wäre demzufolge nur noch unter der Vor-

aussetzung besonders günstiger Umstände möglich (Art. 42 Abs. 2 StGB; StGB-

Kommentar Donatsch/Flachsmann/Hug/Weder, 19. A., N 3 zu Art. 43), und solche 

sind offensichtlich nicht gegeben. Damit ist auch die Geldstrafe zu vollziehen. 

 

VI. 

-   47   - 

 1. a) Auch der Beschuldigte C._____ hat mehrere Straftaten begangen, wo-

bei der Raub (Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB) mit einer Strafandrohung von Frei-

heitsstrafe bis zu zehn Jahren oder Geldstrafe nicht unter 180 Tagessätzen am 

schwersten wiegt. Für die weiteren Delikte von C._____ hat die Vorinstanz rich-

tigerweise eine Geldstrafe ausgesprochen (BGE 137 IV 253, E. 3.4.2, BGE 138 IV 

122, E. 5.2). Bei deren Zumessung ist von der Strafe für die schwerste Tat – das 

(mehrfache) Überlassen eines Motorfahrzeugs an einen nicht fahrberechtigten 

Lenker (Art. 95 Abs. 1 lit. e SVG) mit einem bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe rei-

chenden Strafrahmen – auszugehen. Der Verstoss gegen das Bundesgesetz über 

die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung 

(AVIG), der mit höchstens sechs Monaten Freiheitsstrafe oder 180 Tagessätzen 

Geldstrafe geahndet werden kann, wirkt sich sodann straferhöhend aus (Art. 49 

Abs. 1 StGB). Nicht überschritten werden darf die erstinstanzlich festgesetzte Ge-

samtsanktion von 4½ Jahren Freiheitsstrafe für den Raub und 100 Tagessätzen 

Geldstrafe für die übrigen Delikte (Art. 391 Abs. 2 StPO). 

 b) Innerhalb des gegebenen Rahmens misst das Gericht die Strafe nach 

dem Verschulden des Täters zu. Es berücksichtigt dabei dessen Vorleben und 

persönliche Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf sein Leben. Das Ver-

schulden wird nach der Schwere der Rechtsgutverletzung, der Verwerflichkeit des 

Handelns und den Beweggründen und Zielen des Täters sowie danach bestimmt, 

wie weit er nach den gesamten Umständen in der Lage war, rechtskonform zu 

handeln (Art. 47 Abs. 1 und 2 StGB). 

 2. a) Da alle Beschuldigten jegliche Beteiligung am Überfall auf den 

"H._____" bestreiten, lässt sich nicht ausmachen, von wem die Initiative zur Tat 

ausging und ob einer der Gebrüder B._____C._____ me