# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 26aa6b81-0110-521c-8847-e2bdd7f7e4fc
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-01-05
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 05.01.2012 IV 2010/63
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2010-63_2012-01-05.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/14

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2010/63

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 14.05.2020

Entscheiddatum: 05.01.2012

Entscheid Versicherungsgericht, 05.01.2012
Art. 28 IVG. Invaliditätsbemessung, Leidensabzug. Da das Zusammenwirken 
zwischen der Unmöglichkeit, besser entlohnten Schwerarbeit zu leisten, und 
der reduzierten Einsatzfähigkeit wegen dem verminderten Sehvermögen, mit 
dem in der angefochtenen Verfügung gewährten Leidensabzug von 10% 
nicht genug berücksichtigt worden ist, erscheint hier angebracht von einem 
Abzug von 20% auszugehen (Entscheid des Versicherungsgerichts des 
Kantons St. Gallen vom 5. Januar 2012, IV 2010/63).

Präsidentin Lisbeth Mattle Frei, Versicherungsrichter Martin Rutishauser, a.o. 

Versicherungsrichter Christian Zingg; Gerichtsschreiber Jorge Lopez

Entscheid vom 5. Januar 2012

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Irja Zuber Hofer, c/o procap, Froburgstrasse 4, 

Postfach, 4601 Olten,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/14

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Rente

Sachverhalt:

A.       

A.a A.___ meldete sich am 14. August 2008 – unter Hinweis auf eine 

Visuseinschränkung nach Thrombose 05/08 - bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen 

zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Gemäss 

Fragebogen für Arbeitgebende vom 27. August 2009 war der Versicherte vom 

1. Januar 2008 bis zum 31. Mai 2009 bei der B.___ AG als Buschauffeur angestellt 

gewesen. Er habe aber krankheitsbedingt lediglich bis 16. Mai 2008 gearbeitet. Ohne 

Gesundheitsschaden hätte er im Jahr 2009 bei der Firma Fr. 79'100.-- verdient (IV-

act. 53).

A.b Als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit stellte Dr. med. C.___, 

Spezialärztin für Ophthalmologie, im Bericht vom 4. September 2008 eine Hemi-

Zentralvenenthrombose rechts am 17. Mai 2008 und eine diabetische Retinopathie 

fest. Da am rechten Auge eine deutliche Gesichtsfeldeinschränkung bestehe und der 

Visus zum Führen eines Busses ungenügend sei, schrieb sie den Versicherten weiterhin 

zu 100% arbeitsunfähig (IV-act. 11). Im Beiblatt zum Arztbericht führte die Augenärztin 

am 25. September 2008 ergänzend aus, eine Fahrtauglichkeit als Buschauffeur sei 

nicht mehr möglich. Eine Umschulung auf eine gefährliche Tätigkeit, wie z.B. das 

Arbeiten auf einem Gerüst, sollte unbedingt vermieden werden. Es wäre eine 

Berufstätigkeit auszuwählen, die keine hohe Sehscharfe benötige, sodass bei einer 

Visusverschlechterung vergrössernde Sehhilfen eingesetzt werden könnten (IV-act. 16).

A.c Aus kardiologischer Sicht führte Dr. med. D.___, Facharzt für Innere Medizin und 

Kardiologie, in einem Arztbericht vom 23. Juli 2009 die Diagnosen einer koronaren 

Herzkrankheit, eines Diabetes mellitus Typ II mit Adipositas und einer Sehbehinderung 

rechts nach Thrombose an. Gestützt darauf könne von einer Arbeitsfähigkeit von 80 bis 

100% in einer physisch und/oder psychisch leicht belastenden Tätigkeit ausgegangen 

werden. Eine physisch und/oder psychisch mittelschwer belastende Tätigkeit sei dem 

Versicherten zu 60-80% zumutbar (IV-act. 49).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/14

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

A.d Gemäss Arbeitsvertrag vom 5. Oktober 2009 wurde der Versicherte von Mitte 

Dezember 2009 bis Anfangs bzw. Mitte April 2010 zu 100% bei der E.___ AG als 

Bahnangestellter beschäftigt. Dafür wurde ein Monatslohn von brutto Fr. 3´400.-- 

zuzüglich Fr. 200.-- als Pauschalentschädigung für die Verpflegung festgelegt (IV-

act. 59).

A.e Mit Vorbescheid vom 24. November 2009 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die 

Ablehnung des Rentenbegehrens in Aussicht. Denn einem Erwerbseinkommen ohne 

Behinderung von Fr. 79´100.-- stehe ein solches mit Behinderung von Fr. 48´949.-- (bei 

einer Arbeitsfähigkeit von 90% und unter Berücksichtigung eines Leidensabzugs von 

10%) gegenüber, woraus sich ein Invaliditätsgrad von 38% ergebe (IV-act. 66). Hierzu 

nahm Sozialversicherungsfachfrau F.___, Procap, für den Versicherten am 8. Januar 

2010 Stellung (IV-act. 69). Am 15. Januar 2010 verfügte die IV-Stelle im Sinn des 

Vorbescheids (IV-act. 71).

B.     

B.a Gegen dieseleistungsverweigerndeVerfügung erhob Rechtsanwältin Zuber Hofer, 

Procap, für den Versicherten die vorliegende Beschwerde vom 15. Februar 2010 mit 

den Anträgen, unter Kosten und Entschädigungsfolgen sei die Verfügung aufzuheben 

und dem Beschwerdeführer eine Invalidenrente zuzusprechen, oder (eventuell) die 

Angelegenheit zur Vornahme weiterer Abklärungen an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen. Zur Begründung führt sie aus, der behandelnde Kardiologe habe für 

eine physisch und psychisch leicht belastende Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit in einer 

Bandbreite zwischen 80 und 100 Prozent bescheinigt; im Arztbericht vom 23. Juli 2009 

habe er diese mit 33,6 Stunden konkretisiert. Aufgrund der weiteren Prognose 

bezüglich der Entwicklung der Krankheit und im Hinblick auf die verkürzte 

Lebenserwartung sei die Arbeitsfähigkeit auf 80% festzulegen. Es sei betreffend das 

hypothetische Einkommen im Gesundheitsfall von Fr. 79'100.-- unklar, ob die letzte 

Arbeitgeberin mit dieser Angabe lediglich den Grundlohn abgedeckt oder die gemäss 

dem Lohnblatt ausbezahlten Nachtdienstleistungen, Sonntagszulagen und Zulagen bei 

unregelmässigem Dienst einbezogen habe. Da der Beschwerdeführer seit Dezember 

2009 und bis April 2010 in einem Arbeitsverhältnis stehe, sei bei der Ermittlung des 

Einkommens unter Berücksichtigung der Gesundheitsbeeinträchtigungen auf den in 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/14

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

dieser Zeitspanne erzielten Lohn abzustellen. Selbst wenn von den 

Durchschnittslöhnen der Lohnstrukturerhebung ausgegangen werde, sei ein Abzug von 

mindestens 20% vorzunehmen. Dafür sprächen die multiplen Einschränkungen, das 

Alter des Beschwerdeführers, der Verweis auf nur noch leichte Tätigkeiten und die 

Anforderungen an die Sehfähigkeit. Was die Eingliederungsbemühungen anbelange, 

müssten diese nun und gerade im Hinblick auf das Auslaufen der befristeten Tätigkeit 

aktiviert werden (act. G 1).

B.b In der Beschwerdeantwort vom 27. April 2010 beantragt die Beschwerdegegnerin 

die Abweisung der Beschwerde. Sie stellt sich auf den Standpunkt, dass angesichts 

der vom behandelnden Facharzt angegebenen Arbeitsfähigkeit in einem Rahmen von 

80 bis 100% auf den Mittelwert (90%) abzustellen sei. Das erzielbare Einkommen bei 

voller Gesundheit werde durch die Angaben der letzten Arbeitgeberin belegt, während 

dasjenige bei Krankheitsfall gestützt auf einen Tabellenlohn zu ermitteln sei. Letzteres, 

weil es beim von Dezember 2009 bis April 2010 tatsächlich erzielten Lohn nur um eine 

befristete Saisonarbeitsstelle handle. Ein höherer als 10%iger Leidensabzug vom 

Tabellenlohn komme nicht in Betracht, weil es keinen statistischen Nachweis und auch 

keine Vermutung dafür gebe, dass ältere Hilfsarbeiter weniger verdienen würden als 

jüngere. Des Weiteren sei in der angefochtenen Verfügung ausdrücklich festgehalten 

worden, dass der Beschwerdeführer im Anschluss an die Saisonstelle wieder bei der IV 

für Arbeitsvermittlung anmelden könne. Ein entsprechender Auftrag sei nun bereits an 

die zuständige Sachbearbeiterin erteilt worden (act. G 4)

B.c In der Replik vom 27. Mai 2010 hält die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers 

daran fest, der behandelnde Kardiologe habe die sehr konkrete Einschätzung einer 

Arbeitsfähigkeit von 33,6 Stunden bzw. 80% in einer angepassten Tätigkeit 

abgegeben. Darauf sei abzustellen. Da die Angaben in den Fragebögen für 

Arbeitgebende häufig nur den Grundlohn enthielten, die Zuschläge jedoch nicht, sei 

betreffend das hypothetische Erwerbseinkommen im Gesundheitsfall auf den 

abgerechneten Lohn gemäss IK-Auszug im Jahr 2007 abzustellen. Aufgrund dessen, 

dass der Beschwerdeführer nur physisch und psychisch leichte Tätigkeiten ausüben 

könne und noch dazu eine Sehbehinderung vorliege, sei ein Abzug von mindestens 

20% von den Durchschnittslöhnen angebracht (act. G 6).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/14

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

B.d Die Beschwerdegegnerin hält mit ihrer Eingabe vom 18. Juni 2010 unverändert an 

ihren Ausführungen und ihrem Antrag in der Beschwerdeantwort fest (act. G 8).

C.     

Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie den Inhalt der weiteren 

Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den nachstehenden Erwägungen 

eingegangen.

Erwägungen:

1.      

Streitig ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente. Ein solcher 

Leistungsanspruch entsteht frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach seiner 

Geltendmachung (Art. 29 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 29 Abs. 1 ATSG), sofern während einer 

einjährigen Wartezeit durchschnittlich mindestens eine 40%ige berufsbezogene 

Arbeitsunfähigkeit bestanden hat (Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG i.V.m. Art. 6 Satz 1 ATSG). 

Nach Ablauf dieses Jahres muss die versicherte Person gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. c IVG 

i.V.m. Art. 8 Abs. 1 ATSG mindestens 40% invalid gewesen sein.

1.1    Vorab ist festzulegen, zu welchem Zeitpunkt die erforderliche Wartezeit 

abgelaufen bzw. ein allfälliger Rentenanspruch entstanden ist. Die IV-Anmeldung 

erfolgte am 14. August 2008 (IV-act. 1), womit eine Rente im Rahmen von Art. 29 

Abs. 3 IVG seit dem 1. Februar 2009 ausbezahlt werden könnte, wenn eine anhaltende 

Arbeitsfähigkeit in den vorangehenden zwölf Monaten vorliegen würde. Unbestritten ist 

beim Beschwerdeführer als Buschauffeur eine Arbeitsunfähigkeit von 100% seit dem 

17. Mai 2008 erwiesen (IV-act. 11,16; vgl. IV-act. 12, 17, 35). Damit ist die Wartezeit am 

16. Mai 2009 abgelaufen, so dass der 1. Mai 2009 als Zeitpunkt für die Entstehung 

eines allfälligen Rentenanspruches gelten kann. Festzuhalten ist, dass sich die 

Arbeitsunfähigkeit im Zusammenhang mit der Wartezeit lediglich auf die durch 

Gesundheitsschäden bedingte qualitative und/oder quantitative Einbusse an 

funktionellem Leistungsvermögen in der bisherigen Tätigkeit bezieht (BGE 130 V 99 

E. 3.2; BGE 105 V 159 E. 2a; BGE 97 V 231 E. 2).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/14

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

1.2    Anders verhält es sich mit der Arbeitsunfähigkeit im Zusammenhang mit dem 

nach der Wartezeit kumulativ erforderlichen rentenbegründenden Invaliditätsgrad. Nur 

eine Invalidität von zumindest 40% wird gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG rentenmässig 

entschädigt. Die Beschwerdegegnerin ermittelte vorliegend einen Invaliditätsgrad von 

38% (IV-act. 71). Der Invaliditätsgrad bei Erwerbstätigen ist der in Prozenten 

ausgedrückte Fehlbetrag, der aus dem Vergleich zwischen den möglichen 

Erwerbseinkommen ohne und mit Gesundheitsschaden resultiert (Art. 16 ATSG). Unter 

Invalidität versteht Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 Abs. 1 ATSG die 

voraussichtlich bleibende oder längere Zeit andauernde Erwerbsunfähigkeit. Erfasst 

wird damit der Verlust der Erwerbsmöglichkeiten in jeder zumutbaren Tätigkeit. Dieser 

Verlust muss auf eine Beeinträchtigung der Gesundheit zurückgeführt werden können 

und trotz Vornahme von zumutbaren Behandlungs- und Eingliederungsmassnahmen 

verbleiben (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Mithin setzt die Invalidität im rechtlichen Sinn zunächst 

voraus, dass sich der festgestellte Gesundheitsschaden auf eine berufsübergreifende 

Arbeitsfähigkeit, also auf die Arbeitsfähigkeit in einer sogenannt leidensadaptierten 

Tätigkeit auswirkt.

2.      

Es gilt deshalb zunächst zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin von einer 

Arbeitsfähigkeit von 90% in einer dem Leiden adaptierten Tätigkeit im massgebenden 

Zeitpunkt seit dem oben festgelegten potenziellen Rentenbeginn ab 1. Mai 2009 

ausgehen durfte.

2.1    Dabei ist die Beweiskraft der einschlägigen medizinischen Unterlagen zu 

würdigen. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist unter anderem 

entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, in der 

Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 

medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten 

begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder 

die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 

Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a; 

BGE 122 V 160 E. 1c).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/14

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

2.2    Dr. C.___ hat bezüglich Sehvermögen des Beschwerdeführers festgestellt, dass 

die Hemi-Zentralvenenthrombose rechts durch die diabetische Retinopathie begünstigt 

worden sei. Mit einer Zunahme der diabetischen Retinopathie und damit mit einer 

Abnahme der Sehfähigkeiten müsse gerechnet werden. Es könnten auch weitere 

Gesichtsfeldausfälle hinzukommen (IV-act. 16). Mit einer Verbesserung der Visus- und 

Gesichtsfeldsituation rechts sei nicht zu rechnen, daher sei eine Umschulung 

unumgänglich (IV-act. 11). Damit ist die vollständige Arbeitsunfähigkeit in der 

angestammten Tätigkeit als Buschauffeur hinreichend begründet. Bei einer adaptierten 

Tätigkeit seien gefährliche Arbeiten z.B. auf einem Gerüst sowie eine erhöhte 

Beanspruchung der Sehfähigkeit zu vermeiden (IV-act. 16). Dies erscheint einsichtig im 

Hinblick auf die erhöhte Unfallgefahr und auf eine mögliche Verschlechterung des 

Gesundheitszustands. Somit ist der Beschwerdeführer - unter Beachtung dieser 

Einschränkungen aus ophthalmologischer Sicht – als 100% arbeitsfähig in einer dem 

Leiden angepassten Tätigkeit einzustufen.

2.3    Dr. D.___ hält aus kardiologischer Sicht fest, dass die angestammte Tätigkeit als 

Buschauffeur noch zumutbar gewesen wäre. Bei einer adaptierten Tätigkeit hingegen 

solle der Beschwerdeführer nicht mehr als 10 kg heben müssen. Die Prognose im 

Hinblick auf die Arbeitsfähigkeit falle ungünstig aus, da beim Beschwerdeführer eine 

erhöhte Aussicht auf einen erneuten kardialen oder einen anderen arteriosklerotischen 

Zwischenfall bestehe. Bei leicht belastenden Tätigkeiten betrage die Arbeitsfähigkeit 

zwischen 80 und 100%, bei mittelschwer belastenden zwischen 60 und 80% (IV-

act. 49). Aufgrund der längerfristig ungünstigen Prognose des Leidens erscheinen 

sowohl die verminderte Leistungsfähigkeit als auch das Vermeiden von bestimmten 

Belastungen nachvollziehbar.

2.4    Der Auffassung der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers kann nicht gefolgt 

werden, soweit sie geltend macht, der behandelnde Kardiologe habe im Arztbericht 

vom 23. Juli 2009 die Arbeitsfähigkeit auf eine bestimmte Stundenzahl, nämlich 33,6 

Stunden (80%), konkretisieren wollen (act. G 1 und G 6). Nach der Angabe 

entsprechender Bandbreiten der Arbeitsfähigkeit bei leicht (80 bis 100%) und 

mittelschwer (60 bis 80%) belastenden Tätigkeiten erwähnte der Facharzt nur 

beispielweise, dass eine 80%ige Arbeitsfähigkeit bei einer 42-Stundenwoche etwa 33,6 

Stunden und eine 60%ige Arbeitsfähigkeit etwa 25,2 Stunden ausmache. Die genaue 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/14

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Arbeitsfähigkeit müsse jedoch mit dem konkreten Arbeitsplatz im Sinne einer 

Arbeitsplatzanalyse festgelegt werden (IV-act. 49). Dies weist darauf hin, dass die 

Angabe einer Bandbreite auf die Unmöglichkeit, die Arbeitsfähigkeit genau zu beziffern, 

zurückzuführen ist. Das Bundesgericht legt in solchen Fällen das arithmetische Mittel 

der medizinisch angegebenen Bandbreite (Mittelwert) zugrunde (vgl. Urteile des 

Bundesgerichts vom 20. August 2009, 9C_193/2009, E. 1.3.1, und vom 28. Dezember 

2007, 9C_626/2007, E. 3.2). Gestützt auf die ständige höchstrichterliche 

Rechtsprechung geht die Beschwerdegegnerin von einer 90%igen Arbeitsfähigkeit in 

einer leicht belastenden Tätigkeit aus, was im vorliegenden Fall - trotz der medizinisch-

theoretisch nicht genau bezifferbaren Arbeitsfähigkeit - im Licht der ausgewiesenen 

Gesundheitsbeeinträchtigungen plausibel erscheint. Die ungünstige 

Krankheitsprognose und die verkürzte Lebenserwartung vermögen nicht eine tiefere, 

80%ige Arbeitsfähigkeit zu begründen, hat doch der Facharzt genau diese Umstände 

gewürdigt, ohne eine solche Schlussfolgerung zu ziehen (vgl. act. G. 1, Beschwerde 

Ziff. 3, und IV-act. 49, Arztbericht Ziff. 1.4).

2.5    Mithin steht unter Beachtung der Einschränkungen aus ophthalmologischer und 

kardiologischer Sicht eine Arbeitsfähigkeit von 90% in einer dem Leiden adaptierten 

Tätigkeit fest.

3.      

Des Weiteren sind die erwerblichen Auswirkungen der eingeschränkten Arbeitsfähigkeit 

zu prüfen. Angesichts der bisherigen Vollerwerbstätigkeit des Beschwerdeführers ist 

nach Art.  28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ein Einkommensvergleich vorzunehmen. 

Die zu vergleichenden Einkommen sind auf zeitidentischer Grundlage zu erheben. 

Massgebend ist vorliegend das Jahr 2009 (siehe oben Erwägung 1.1) als Zeitpunkt des 

allfälligen Rentenbeginns (vgl. BGE 129 V 223 ff. E. 4.1, 4.2; BGE 128 V 174).

3.1    Es stellt sich zuerst die hypothetische Frage nach dem Erwerbseinkommen, das 

die versicherte Person im Gesundheitsfall erzielen könnte (Valideneinkommen). Die 

Beschwerdegegnerin stellt gemäss Einschätzung der letzten Arbeitgeberin für das Jahr 

2009 (IV-act. 53) auf ein Einkommen von Fr. 79´100.-- ab (IV-act. 71). Die Rechtsver­

treterin des Beschwerdeführers wendet ein, da sich diese Angabe möglicherweise auf 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/14

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

den Grundlohn beschränke, sei vielmehr vom im IK-Auszug für das Jahr 2007 

ausgewiesenen Jahreslohn von Fr. 86'417.-- auszugehen (act. G 1 und G 6). Ein 

Vergleich mit den Einträgen im IK-Auszug für die vorherigen Jahren (2006, Fr. 78´662; 

2005, Fr. 78´531; 2004, Fr. 78´577) zeigt jedoch, dass der im Jahr 2007 bezogene 

Verdienst überdurchschnittlich hoch war (IV-act. 52). Letzteres lässt sich damit 

erklären, dass der Beschwerdeführer seit 1986 beim damaligen Arbeitgeber tätig 

gewesen war (vgl. IV-act. 8 und 52), weshalb ihm aufgrund seines Alters sowie der 

Dienstjahre bei Auflösung des Arbeitsverhältnisses Ende 2007 wohl eine 

Abgangsentschädigung ausgerichtet wurde (vgl. Art. 339b OR). Daraus kann nicht mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit abgeleitet werden, dass ein solcher Verdienst auch 

im Jahr 2009 erzielt worden wäre (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 16. Juli 2009, 

9C_5/2009), nachdem der Beschwerdeführer per 1. Januar 2008 eine neue Stelle 

angetreten hat und nur bis 16. Mai 2008 effektive Arbeit leisten konnte. Der 

Abrechnung "Kumulativjournal Mitarbeiter" vom 27. August 2009 ist zudem zu 

entnehmen, dass der Grundlohn bei der neuen Arbeitgeberin Fr. 5´886.-- betrug, 

woraus sich auf dieser Basis ein Grundeinkommen von Fr. 76´518.-- (13. Monatslohn 

eingeschlossen) im Jahr 2009 ergeben hätte. Wenn vom im Lauf der 17-monatigen 

Anstellung erzielten Bruttolohn in der Höhe von Fr. 112´555.90 (Zulagen und 13. 

Monatslohn eingeschlossen) ausgegangen wird, ergibt sich ein Monatslohn von Fr. 6

´621.-- bzw. ein Jahreinkommen von Fr. 79 451.-- (IV-act. 53). Deshalb erscheintdas 

von der Beschwerdegegnerin gestützt auf den Fragenbogen für Arbeitgebende 

angenommene Valideneinkommen in der Höhe von Fr. 79´100.-- als angemessen.

3.2    Demgegenüber hat die Beschwerdegegnerin das Erwerbseinkommen, das nach 

dem Gesundheitsschaden und nach Durchführung von Eingliederungsmassnahmen auf 

zumutbare Weise und bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erreicht werden könnte 

(hypothetisches Invalideneinkommen), gestützt auf die statistischen Werte gemäss den 

vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen 

(LSE) festgesetzt. Ein nach Eintritt des Krankheitsfalls tatsächlich erzielter Verdienst gilt 

nur als Invalidenlohn, wenn - kumulativ - besonders stabile Arbeitsverhältnisse 

gegeben sind und anzunehmen ist, dass die versicherte Person die ihr verbleibende 

Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und zudem das Einkommen aus 

der Arbeitsleistung als angemessen erscheint und nicht als Soziallohn (BGE 135 V 301 

E. 5.2). Der im Zeitraum vom Dezember 2009 bis April erzielte 2010 Zwischenverdienst 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/14

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

wurde zurecht nicht herangezogen, da es sich um ein vorübergehendes, saisonales 

Arbeitsverhältnis handelt, das keinen Aufschluss über den allgemeinen Arbeitsmarkt 

gibt. Deshalb sind hier die standardisierten Bruttolöhne gemäss LSE heran zu ziehen. 

Im Jahr 2008 erzielten Männer gemäss Tabelle 1 (Privater Sektor) im tiefsten 

Anforderungsniveau 4 (einfache und repetitive Tätigkeiten) und bei einer Arbeitszeit von 

40 Wochenstunden einen Monatslohn in der Höhe von Fr. 4´806.--. Zugrunde zu legen 

sind allerdings die Zahlen des Jahres 2009. Zu berücksichtigen ist somit die seither 

eingetretene Nominallohnentwicklung für die Männer (+ 2,1%) und die betriebsübliche 

wöchentliche Arbeitszeit von 41,7 Wochenstunden, woraus ein Jahreslohn von Fr. 61

´392.-- resultiert ([Fr. 4´806.-- x 0,021]/40 x 41,7 x 12). Ausgehend von einer 90%igen 

Arbeitsfähigkeit ergibt sich ein Invalideneinkommen in der Höhe von Fr. 55´253.-- 

(Fr. 61´392.-- x 0,9).

3.3    Zu beurteilen bleibt noch die Frage, ob und in welchem Umfang ein sogenannter 

Leidensabzug auf dem Invalideneinkommen vorzunehmen ist.

3.3.1           Behinderungsbedingte und anderweitige Umstände vermögen zusätzliche 

Abzüge vom Tabellenlohn zu begründen, wenn Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die 

versicherte Person wegen persönlicher und beruflicher Merkmale wie Art und Ausmass 

der Behinderung, Lebensalter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder 

Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad ihre gesundheitlich bedingte 

Restarbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem 

erwerblichen Erfolg verwerten kann. Es rechtfertigt sich aber nicht, für jedes zur 

Anwendung gelangende Merkmal separat quantifizierte Abzüge vorzunehmen und 

diese zusammenzuzählen, da damit Wechselwirkungen ausgeblendet würden. Diese 

zusätzlichen Abzüge erfolgen nicht automatisch, sie sind vielmehr unter Würdigung der 

Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und 

auf insgesamt höchstens 25% zu begrenzen (BGE 134 V 327f. E. 5.2; BGE 126 V 78ff. 

E. 5).

3.3.2           Bei behinderungsbedingten Umständen ist darauf zu achten, ob sie bereits 

in die Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit eingeflossen sind. Mit der Festlegung einer 

Arbeitsunfähigkeit von 10% wurde genügend Rechnung getragen, dass aufgrund der 

erhöhten Aussicht auf erneute kardiale oder andere arteriosklerotische Komplikationen 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/14

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

der Beschwerdeführer eine reduzierte Leistung erbringt, weshalb auf dieser Grundlage 

keine zusätzliche Herabsetzung der Tabellenlöhne gerechtfertigt ist. Anders verhält es 

sich mit der aus kardiologischer Sicht empfohlenen Vermeidung von schweren 

Tätigkeiten. Diese Vorgabe verweist auf die in Frage kommenden angepasste 

Tätigkeiten, ohne an sich allein eine Arbeitsunfähigkeit zu begründen (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 9C_624/09 vom 7. Oktober 2009 E. 4.1.1). Die 

Lohnstrukturerhebungen beinhalten allerdings auch Löhne für körperlich schwere 

Tätigkeiten, die in der Regel besser entlöhnt werden und welche der Beschwerdeführer 

nicht mehr ausüben kann. Ein solcher Nachteil ist mit dem (behinderungsbedingten) 

Abzug auszugleichen (BGE 129 V 481 f. E. 4.2.).

3.3.3           Ebenfalls kann die Feststellung einer vollständigen Arbeitsfähigkeit aus 

ophthalmologischer Sicht nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Beschwerdeführer 

aufgrund des verminderten Sehvermögens auch für leichte Tätigkeiten nur noch 

beschränkt einsatzfähig ist, womit er gegenüber gesunden Hilfsarbeitern mit einer 

tieferen Entlöhnung zu rechnen hat. Dieser Umstand macht das verminderte 

Sehvermögen abzugsfähig.

3.3.4           Das Argument der Beschwerdegegnerin, das Alter stelle statistisch 

gesehen keinen Nachteil dar, findet zwar Stütze bei vereinzelten Urteilen des 

Bundesgerichts (vgl. Urteile 9C_610/07 vom 23. Oktober 2007 E. 4.3, I 304/06 vom 

22. Januar 2007 E. 4.2, I 376/05 vom 5. August 2005 E. 4.2, I 39/04 vom 20. Juli 2004 

E. 2.4). In der Mehrheit der seit BGE 126 V 75 ergangenen Rechtsprechung wird jedoch 

das fortgeschrittene Alter (ab 50 Jahren) als Abzugsgrund zugelassen (vgl. etwa Urteile 

des EVG I 481/01 vom 10. Mai 2002 E. 4c, U 245/02 vom 27. Januar 2003 E. 3.2.2, 

I 511/03 vom 13. September 2004 E. 5.3, I 617/03 vom 4. Juni 2004 E. 5.2, I 106/04 

vom 23. November 2004 E. 5.2.2, U 471/05 vom 15. März 2006 E. 4.2.3, I 447/06 vom 

5. September 2006 E. 3.2.2 sowie des Bundesgerichts 8C_9/2009 vom 10. November 

2009 E. 4.4.3, 9C_93/2008 vom 19. Januar 2009 E. 7.3, 9C_677/2008 vom 

30. September 2008, 9C_17/2010 vom 22. April 2010 E. 3.3.3, 9C_617/2010 vom 

10. Februar 2011 E. 4.3, 9C_678/2010 vom 22. Februar 2011 E. 3.4.4, 9C_686/2010 

vom 29. September 2010 E. 2.2.3 und 9C_436/2011 vom 5. August 2011 E. 3.3). 

Massgebend ist insbesondere die Tatsache, dass für entlassene ältere Arbeitskräfte – 

v.a. mit vergleichsweise schlechten Qualifikationen – schwieriger ist, eine Stelle zu 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/14

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

finden als für jüngere, so dass sie bei Wiedereinstellung mit "deutlichen" 

Lohneinbussen zu rechnen haben (Seco, Die Arbeitsmarktfähigkeit der älteren 

Arbeitnehmenden, 2005, Bundesamt für Statistik, Erwerbstätigkeit der Personen ab 50 

Jahren, 2008, [Fn. 18], S. 13). Das ist vorliegend beim Beschwerdeführer mit Jahrgang 

1950 zu berücksichtigen.

3.3.5           Auch wenn die Bedeutung der Dienstjahre im privaten Sektor abnimmt, je 

niedriger das Anforderungsprofil ist (vgl. Bundesgerichtsurteil vom 27. August 2008, 

8C_780/2007), wirkt sich der Umstand, dass der Beschwerdeführer als neu 

Anzustellender nicht mehr vom bisher erworbenen Dienstalter (Postautochauffeur von 

1979 bis Dezember 2007 und anschliessend Chauffeur, IV-act. 19) profitieren kann, 

zusätzlich lohnsenkend aus. Dazu kommt der Nachteil, dass die langjährige und 

einseitige Ausübung der Chauffeurtätigkeit die berufliche Umorientierung erschwert.

3.3.6           Aus all dem folgt, dass die Unmöglichkeit, besser entlöhnte Schwerarbeit 

zu leisten, die reduzierte Einsatzfähigkeit wegen dem verminderten Sehvermögen, das 

fortgeschrittene Alter und die Umstände der beruflichen Umorientierung eine 

Abweichung vom statistischen Lohn rechtfertigen. Bei der Höhe des vorzunehmenden 

Abzuges handelt es sich um eine Ermessensfrage. Dieses Zusammenwirken zwischen 

invaliditätsbegründeten und -fremden Faktoren ist mit dem in der angefochtenen 

Verfügung gewährten Leidensabzug von 10% nicht ausreichend berücksichtigt; 

vielmehr ist der Leidensabzug auf 20% festzusetzen. Das Invalideneinkommen beläuft 

sich damit auf Fr. 44´202.-- (Fr. 55´253.-- x 0.80).

3.4    Aus der Differenz zwischen dem Valideneinkommen (Fr. 79´100.--) und dem 

Invalideneinkommen (Fr. 44´202.--) resultiert eine Einkommenseinbusse von Fr. 34

´898.--. Diese entspricht einem rentenbegründend Invaliditätsgrad von 44%. Gemäss 

Art. 28 Abs. 2 IVG steht dem Beschwerdeführer eine Viertelsrente zu.

4.        

Nachdem ein Rentenanspruch besteht, stellt sich im Hinblick auf den Grundsatz 

"Eingliederung vor Rente" die Frage, ob zumutbare Eingliederungsmassnahmen 

durchgeführt worden sind. Von einer medizinischen Behandlung kann aktengemäss 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/14

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

keine Verbesserung der Leistungsfähigkeit erwartet werden. Eine Umschulung wäre 

angesichts des fortgeschrittenen Alters des Beschwerdeführers auch nicht zielführend. 

Deshalb ist der Sachverhalt spruchreif für die Beurteilung einer Berentung.

5.        

5.1    Im Sinne der vorstehenden Ausführungen ist die Beschwerde unter Aufhebung 

der angefochtenen Verfügung vom 15. Januar 2010 gutzuheissen und dem 

Beschwerdeführer eine Viertelsrente mit Wirkung ab 1. Mai 2009 zuzusprechen.

5.2    Gemäss Art. 69 Abs. 1  IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um 

die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung vor 

dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1’000.-- festgelegt. Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint in der vorliegend 

zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Nach Art. 95 Abs. 1 VRP hat in 

Streitigkeiten jener Beteiligte die Kosten zu tragen, dessen Begehren ganz oder 

teilweise abgewiesen werden. Die Beschwerdegegnerin unterliegt. Ihr ist deshalb die 

gesamte Gerichtsgebühr aufzuerlegen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- 

(act. G 3 und G 4) ist dem Beschwerdeführer zurückzuerstatten.

5.3    Die obsiegende beschwerdeführende Partei hat bei diesem Verfahrensausgang 

einen Anspruch auf eine Parteientschädigung. Die Parteientschädigung bemisst sich 

gemäss Art. 61 lit. g ATSG nach der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit 

des Prozesses. Mit Blick auf den relativ gering Aktenumfang und die sich daraus 

ergebenden anwaltlichen Bemühungen erweist sich eine Parteientschädigung von 

Fr. 2'500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

entschieden:

bis

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/14

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

1.       In Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung vom 15. Januar 2010 

aufgehoben und dem Beschwerdeführer mit Wirkung ab 1. Mai 2009 eine Viertelsrente 

zugesprochen. Die Sache wird zur Festsetzung der Rentenhöhe sowie zur Ausrichtung 

der geschuldeten Leistungen an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2.       Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtskosten von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der 

geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist dem Beschwerdeführer 

zurückzuerstatten.

3.       Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung 

vom Fr. 2´500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 05.01.2012
	Art. 28 IVG. Invaliditätsbemessung, Leidensabzug. Da das Zusammenwirken zwischen der Unmöglichkeit, besser entlohnten Schwerarbeit zu leisten, und der reduzierten Einsatzfähigkeit wegen dem verminderten Sehvermögen, mit dem in der angefochtenen Verfügung gewährten Leidensabzug von 10% nicht genug berücksichtigt worden ist, erscheint hier angebracht von einem Abzug von 20% auszugehen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 5. Januar 2012, IV 2010/63).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte