# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0428b277-0de3-57f8-bf5f-75805cd084a0
**Source:** Schwyz (SZ)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-09-09
**Language:** de
**Title:** Schwyz Verwaltungsgericht 1. Kammer 09.09.2020 I 2020 23
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SZ_Verwaltungsgericht/SZ_VG_003_I-2020-23_2020-09-09.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz
Kammer I

I 2020 23

Entscheid vom 9. September 2020 

Besetzung Dr.iur. Vital Zehnder, Vizepräsident
Dr.med. Urs Gössi, Richter
Dr.med. Pierre Lichtenhahn, Richter
MLaw Aaron Steiner, a.o. Gerichtsschreiber

Parteien C.________,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic.iur. D.________,

gegen

E.________, Versicherungs-Gesellschaft AG, E.________, 
1001 Lausanne,
Vorinstanz,

Gegenstand Unfallversicherung (Leistungen)

2

Sachverhalt:

A. C.________ (Jg. 1964) ist bei der M REL AG als kaufmännische Angestell-
te tätig und als solche bei der E.________, Versicherungs-Gesellschaft AG 
(nachfolgend L.________) obligatorisch unfallversichert. Mit UVG-
Schadenmeldung vom 3. Januar 2017 wurde der L.________ ein Unfallereignis 
angezeigt, wonach C.________ am 27. Dezember 2016 als Beifahrerin in einen 
Verkehrsunfall auf einer deutschen Autobahn involviert war, bei welchem ihr 
Fahrzeug von einem LKW aufgrund eines Reifenplatzers in Richtung Mittelplanke 
gedrückt und anschliessend über diese auf die Gegenfahrbahn gehoben wurde, 
worauf sich das Fahrzeug überschlug (Vi-act. 261, S. 5; 271). C.________ erlitt 
ein Polytrauma, u.a. eine inkomplette Berstungsfraktur LW 5, ein Pneumo-Thorax 
rechts, eine dislozierte Fraktur der linken Beckenschaufel, eine Schrägfraktur 
Grundglied Finger 5 rechts sowie eine Avulsionsfraktur Basis Endglied Finger 4 
rechts (Vi-act. 276).

B. Nach der Erstversorgung im Spital M.________ (D) wurde C.________ ins 
Universitätsspital Zürich repatriiert, wo am 5. Januar 2017 eine Becken- sowie 
am 16. Januar 2017 eine Handoperation erfolgt sind (Vi-act. 255; 268). Unmittel-
bar nach dieser Operation hatte sie unter anderem eine Plegie der Fusshebung 
und der Grosszehenhebung links (Vi-act. 121, S. 24) Darauf unterzog sie sich 
verschiedenen Rehabilitationen, u.a. in der Klinik N.________ (23.1.2017 bis 
31.1.2017), in der Klinik/Rehazentrum O.________ (31.1.2017 bis 8.3.2017) und 
in der P.________ (8.3.2017 bis 8.4.2017). Seit dem 9. April 2017 erfolgt die am-
bulante Behandlung in der Schulthess-Klinik/Zürich (Vi-act. 94, S. 4).

Die L.________ anerkannte ihre Leistungspflicht und erbrachte die gesetzlichen 
Leistungen (Vi-act. 265; 271, S. 3; 273).

C. Anlässlich einer Besprechung mit dem Case-Manager der L.________ vom 
21. Juli 2017 äusserte C.________ den Wunsch einer Zweitmeinung betreffend 
die Behandlung ihrer Fussheberparese (Vi-act. 178, S. 2). Mit Schreiben vom 24. 
Oktober 2017 bekräftigte der Hausarzt die Notwendigkeit einer Zweitmeinung 
und stellte das Gesuch um Kostengutsprache. Am 1. November 2017 erteilte die 
L.________ Kostengutsprache für eine Zweitmeinung (Vi-act. 151). Am 20. April 
2018 gab Prof. Dr.med. F.________ ein medizinisches Gutachten ab (Vi-act. 
119; 120; 121). 

Am 7. Mai 2018 unterbreitete der Rechtsvertreter der Versicherung die Kosten-
note von Prof. Dr.med. F.________ über Fr. 6'890.-- zur direkten Begleichung 
(Vi-act. 117). Die L.________ antwortete am 9. Mai 2018, man habe Kostengut-

3

sprache für eine Zweitmeinung erteilt, nicht für ein Gutachten, weshalb man sich 
an den Kosten höchstens mit einem Betrag von Fr. 500.-- beteilige (Vi-act. 117). 

D. Mit Schreiben vom 23. Mai 2018 informierte die L.________ C.________, 
unter Würdigung ihres Gesundheitszustandes sei eine Wiederaufnahme der 
Tätigkeit zu 50% mit schrittweiser Steigerung sofort zumutbar. Auch gemäss 
Prof. Dr.med. F.________ sei eine begleitende psychologische Betreuung not-
wendig. Die Taggelder würden ab dem 1. Juni 2018 zu 50% erbracht und per 31. 
August 2018 eingestellt; die Kosten für die psychologische Unterstützung würden 
übernommen (Vi-act. 111, 114). Nachdem der Rechtsvertreter hiergegen oppo-
nierte, verlängerte die L.________ das volle Taggeld bis 31. August 2018, beton-
te gleichzeitig die Pflicht, dass C.________ eine effiziente psychologische Be-
treuung in Anspruch nehmen müsse (Vi-act. 108). 

Nach weiteren Mailwechseln (betreffend Taggeldzahlung sowie Kostenübernah-
me Gutachten Messmer) hielt die L.________ mit Einschreiben vom 26. Juni 
2018 gegenüber dem Rechtsvertreter von C.________ fest, unter der Vorausset-
zung, dass sie sich unverzüglich in eine engmaschige psychologische Behand-
lung begebe, sei die Versicherung entgegenkommenderweise und ohne Aner-
kennung einer Rechtspflicht bereit, die Hälfte der Gutachterkosten zu überwei-
sen. Sollte sie indes bis in 14 Tagen keine entsprechende Bestätigung betreffend 
Therapeut und Behandlungstermine erhalten, gehe sie von einer Verletzung der 
Schadenminderungspflicht aus, was die sofortige Einstellung der Taggeldleistun-
gen zur Folge habe. Unter psychologischer Betreuung erwarte man ab 1. Sep-
tember 2018 zumindest eine 50%ige Arbeitsfähigkeit (Vi-act. 104). Da auf das 
Einschreiben eine Reaktion seitens C.________ ausblieb, informierte die 
L.________ am 3. August 2018, die Taggeldleistungen würden wie angekündigt 
per 30. Juni 2018 eingestellt (Vi-act. 99). Am 8. August 2018 forderte der 
Rechtsvertreter von C.________ betreffend Kostenübernahme Gutachten 
Messmer und die Leistungseinstellung eine anfechtbare Verfügung (Vi-act. 98); 
diese Forderung wurde am 6. September 2018 erneuert (Vi-act. 96).

E. Am 11. September 2018 gab der Vertrauensarzt der L.________, Dr.med 
Q.________ (FMH orthopädische Chirurgie), eine Beurteilung ab, gemäss wel-
cher C.________ unter adäquater psychologischer Betreuung ab 1. Oktober 
2018 eine 50%-ige Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit und ab dem 1. 
Januar 2019 eine volle Arbeitsfähigkeit attestiert wird. Aus somatischer Sicht sei 
die volle Arbeitsunfähigkeit nicht nachvollziehbar. Mit Verweis auf das Gutachten 
von Prof. Dr.med. F.________ führt er die bestehende Arbeitsunfähigkeit auf ei-
ne schwere depressive Entwicklung zurück; auf die Inanspruchnahme psycholo-

4

gischer Hilfe habe sich C.________ leider bislang nicht durchringen können (Vi-
act. 94). 

F. Mit Verfügung vom 14. September 2018 hielt die L.________ fest, gemäss 
Vertrauensarzt sei die Fortführung einer auch teilweisen Arbeitsunfähigkeit weder 
orthopädisch noch neurologisch erklärbar. Wie von Prof. Dr.med. F.________ 
erwähnt, sei die Arbeitsunfähigkeit durch eine depressive Entwicklung, die eine 
psychologische Unterstützung dringend notwendig mache, erklärbar. Entspre-
chend sei C.________ gemahnt worden, eine psychologische Betreuung unver-
züglich zu organisieren. Dieser Aufforderung sei sie in Verletzung ihrer Scha-
denminderungspflicht nicht nachgekommen. Unter diesen Umständen könne die 
Arbeitsunfähigkeit nur so lange entschädigt werden, wie sie unter erfolgreicher 
psychologischer Betreuung gedauert hätte. Die L.________ zeigte sich bereit, 
das Taggeld noch bis zum 30. September 2018 zu 100% und bis zum 31. De-
zember 2018 zu 50% zu leisten. Des Weiteren erklärte sie sich bereit, eine Pau-
schal-Entschädigung in der Höhe von Fr. 500.-- für die Kosten des Gutachtens 
Messmer zu leisten (Vi-act. 94; 95). 

G. Die Beschwerdeführerin erhob gegen diese Verfügung am 18. Oktober 
2018 Einsprache mit den Anträgen (Vi-act. 84, 86):

1. Die Verfügung sei aufzuheben.

2. Die Verwaltung sei zu verpflichten, die gesetzlichen Leistungen in vollem Um-
fange auszurichten.

3. Evtl. sei die Behandlungsbedürftigkeit und die Arbeitsfähigkeit mittels neutralem 
Gutachten abzuklären.

4. Bis zum Vorliegen des Gutachtens seien die gesetzlichen Leistungen vollum-
fänglich auszurichten.

5. Ev. sei eine neutrale Abklärung der arbeitsplatzbezogenen Leistungsfähigkeit 
(EFL) durchzuführen.

6. Es sei eine fachneurologische Untersuchung, inklusive ENG und EMG durchzu-
führen.

7. Die Verwaltung sei zu verpflichten, die Kosten für die Abklärung bei Herrn Prof. 
Messmer, Klinik Hirslanden, vollumfänglich zu übernehmen.

8. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der L.________.

H. Mit Schreiben vom 19. Februar 2019 gab die L.________ bei der Rehakli-
nik Bellikon ein polydisziplinäres Gutachten in Auftrag (Vi-act. 59), welches diese 
nach ambulanten Untersuchungen im August 2019 sowie der interdisziplinären 
Besprechung vom 11. September 2019 am 17. Dezember 2019 erstattete (Vi-act. 
14). Eine Zusatzfrage der L.________ betreffend Erreichen des Endzustandes 
beantworteten die Gutachter am 23. Januar 2020 (Vi-act. 3).

5

K. Am 10. Februar 2020 erging durch die L.________ folgender, dem Rechts-
vertreter von C.________ eröffnete Einspracheentscheid (Vi-act. 1):

3.1 - Die UVG-Leistungen werden am 4. September 2019 eingestellt
- Vom 1. Oktober 2018 bis 31. März 2019 wird eine volle Arbeitsunfähigkeit 

und vom 1. April 2019 bis 4. September 2019 eine 80%-ige Arbeitsunfähig-
keit anerkannt

- Die unfallkausalen Heilungskosten werden bis 4. September 2019 über-
nommen

- Die Honorare von Prof. Messmer werden im Umfang von Fr. 2'045.-- über-
nommen

- Ein Anspruch auf Rente wird verneint 
- Eine Integritätsentschädigung von 15% wird zugesprochen

L. Gegen den Einspracheentscheid lässt C.________ am 12. März 2020 beim 
Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz fristgerecht Beschwerde erheben mit 
den Rechtsbegehren:

1. Die Verfügung vom 14. September 2019 und der Einsprache-Entscheid vom 
10. Februar 2020 seien aufzuheben.

2. Über die im Einsprache-Entscheid vom 10. Februar 2020 neuen Entscheid-
Elemente sei zunächst in Form einer Verfügung zu befinden.

3. Die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, die gesetzlichen Leistungen wei-
terhin in vollem Umfang auszurichten.

4. Der medizinische Sachverhalt, sei weiter abzuklären und die erforderlichen ärzt-
lichen Untersuchungen in die Wege zu leiten (u.a. ENG und EMG).

5. Eventualiter sei von einer verbleibenden Arbeitsfähigkeit von maximal 60% 
auszugehen und gestützt darauf die Rentenberechnung vorzunehmen.

6. Es sei ein leidensbedingter Abzug von mindestens 10% zu berücksichtigen.

7. Für die Abklärung des Integritätsschadens sei der medizinische Endzustand 
abzuwarten und dieser dann zu beurteilen.

8. Eventualiter sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten der Beschwerdeführe-
rin eine angemessene Frist für einen Tätigkeitswechsel anzusetzen und bis zu 
diesem Zeitpunkt die vollumfänglichen Geldleistungen auszurichten.

9. Die Kosten des Gutachtens von Prof. Dr. med. G.________ vom 20. April 2018 
in der Höhe von CHF 6'890.00 seien vollumfänglich von der Beschwerdegegne-
rin zu übernehmen.

10.Es sei ein zweiter Schriftenwechsel anzuordnen.

11.Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Beschwerdegegnerin.

M. Mit Vernehmlassung vom 14. April 2020 beantragt die Vorinstanz die Ab-
weisung der Beschwerde sowie die Bestätigung des Einspracheentscheids vom 
10. Februar 2020, dabei seien keine Kosten zu vergüten. Am 16. April 2020 ord-
net der verfahrensleitende Richter einen zweiten Schriftenwechsel an. Am 3. Juni 

6

2020 repliziert die Beschwerdeführerin; die Duplik der Vorinstanz erfolgt am 25. 
Juni 2020.

Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. Strittig sind vorliegend die Hauptfragen betreffend die Leistungspflicht der 
Vorinstanz für die Folgen aus dem Unfall vom 27. Dezember 2016 (Heilbehand-
lung, Taggelder resp. Invalidenrente und Integritätsentschädigung) sowie betref-
fend Kostenbeteiligung / Kostenübernahme Gutachten Prof. Dr.med. H.________ 
des Streitpunktes der Leistungspflicht der Vorinstanz rügt die Beschwerdeführe-
rin zum einen grobe Mängel im Verfahren und zum andern eine fehlerhafte 
Sachverhaltsfeststellung und Rechtsanwendung.

2.1 In der Verfahrensführung der Vorinstanz seien gemäss Beschwerdeführerin 
diverse gravierende Mängel auszumachen. Vergleiche man beispielsweise die 
Verfügung vom 14. September 2018 mit dem Einspracheentscheid vom 10. Fe-
bruar 2020 falle insbesondere auf, dass im Einspracheentscheid über neue Ele-
mente befunden werde, auf die in der Verfügung noch mit keinem Worte einge-
gangen worden sei. Mit der Verfügung als Grundlage dürfe im Einspracheent-
scheid lediglich über den Umfang und die Dauer der Leistung der Taggelder, die 
Arbeitsfähigkeit und die Kostenübernahme des Gutachtens von Prof. Dr.med. 
F.________ entschieden werden. Im Einspracheentscheid werde hingegen auch 
über die Rentenfrage sowie über die Integritätsentschädigung befunden. Erst-
mals würden Ausführungen zur Übernahme der Heilungskosten, die Erreichung 
des Endzustandes, die für die Bestimmung des Invaliditätsgrades erforderlichen 
Erwerbseinkommen und zum Einkommensvergleich sowie zur Notwendigkeit 
weiterer medizinischer Abklärungen gemacht. Dieser Umstand führe dazu, dass 
die Beschwerdeführerin sich erstmals im Beschwerdeverfahren vor dem Verwal-
tungsgericht überhaupt zu diesen Themen äussern könne. Dies stelle eine Ver-
letzung des rechtlichen Gehörs dar, ferner werde die Beschwerdeführerin da-
durch um einen ihr zustehenden Instanzenzug gebracht.

Hinzu komme, dass die Vorinstanz zum Verfügungszeitpunkt den rechtserhebli-
chen Sachverhalt noch in keiner Weise ausreichend abgeklärt habe und daher 
die Verfügung gestützt auf völlig unzureichende medizinische Unterlagen und 
aufgrund einer höchst fragwürdigen Interpretation erlassen habe. Sie sei damit 
ihrer Pflicht, den rechtserheblichen Sachverhalt vor Verfügungserlass abzuklären 
nicht nachgekommen und habe stattdessen die notwendigen Abklärungshand-
lungen ins Einspracheverfahren verlegt. Dies sei nicht nur unüblich und unseriös, 
sondern ganz einfach nicht zulässig. Dabei handle es sich auch nicht um ergän-

7

zende Abklärungen, zu denen die in der Einsprache vorgebrachten Einwände 
Anlass gegeben hätten, sondern die Vorinstanz habe schlichtweg ihren Job nicht 
gemacht. Dies ginge zu Lasten der Beschwerdeführerin, indem das Verfahren 
verzögert worden sei, viele unnötige und zusätzliche Auseinandersetzungen um 
die Ausrichtung der gesetzlichen Leistungen geführt werden mussten und ihr 
schliesslich auch ein wichtiger zusätzlicher Verfahrensschritt vorenthalten werde 
(Beschwerde, S. 14 Rz. 25).

2.2 Die Vorinstanz hält in ihrer Vernehmlassung dagegen fest, die Beschwer-
deführerin resp. ihr Rechtsvertreter selber habe sie mehrmals aufgefordert, einen 
Einspracheentscheid zu erlassen; der Rechtsvertreter müsse somit wissen, dass 
ein Einspracheentscheid direkt vor dem Gericht anfechtbar sei (Vernehmlassung, 
S. 2 f.).

Es sei auch zu erwähnen, dass sie als Verwaltungsinstanz den Sachverhalt voll-
umfänglich abgeklärt habe. Bei Erhebung einer Einsprache werde das Verwal-
tungsverfahren durch den Einspracheentscheid abgeschlossen, welcher die ur-
sprüngliche Verfügung ersetze. Für eine nachfolgende richterliche Beurteilung 
seien denn auch grundsätzlich die Verhältnisse zur Zeit des Erlasses des stritti-
gen Einspracheentscheides massgebend. Selbst wenn Widererwarten von einer 
Verletzung des rechtlichen Gehörs ausgegangen werde, müsse diese als geheilt 
betrachtete werden, da das kantonale Gericht sowohl den Sachverhalt wie die 
Rechtslage frei würdigen könne und eine Rückweisung zu einer unnötigen Ver-
zögerung führen würde (Vernehmlassung, S. 3).

2.3 Replizierend führt die Beschwerdeführerin aus, die Vorinstanz scheine die 
Ausführungen in der Beschwerde nicht verstanden zu haben. Sie vermische zu 
Unrecht Aspekte, welche nichts miteinander zu tun hätten und versuche damit 
Tatsachen zu verschleiern. Weder der Umstand, dass ein Einspracheentscheid 
direkt vor Gericht angefochten werden könne, noch die Möglichkeit, sich zwi-
schen Verfügung und Einsprache-Entscheid theoretisch zu verschiedenen Punk-
ten äussern zu können, ändere etwas an der Unzulässigkeit der Verfahrens-
führung der Vorinstanz im vorliegenden Falle. Um den gesetzlich vorgeschriebe-
nen und der Beschwerdeführerin zustehenden Instanzenzug ausschöpfen zu 
können, dürfe nicht im Einspracheentscheid über etwas entschieden werden, 
was in der vorangehenden Verfügung nicht Thema gewesen sei. Stelle sich her-
aus, dass eine Verfügung verfrüht erlassen wurde, oder dass sich die Verfügung 
über weitere materielle Punkte aufdränge, habe die Vorinstanz entweder die be-
reits erlassene Verfügung aufzuheben und eine neue zu erlassen, oder dann be-
züglich der neuen Inhalte zusätzlich zu verfügen. Es verstosse gegen die Verfah-
rensgrundsätze, wenn die Beschwerdegegnerin alles, was sie vorher vergessen 

8

und unterlassen habe, noch schnell in den Einspracheentscheid "hineinwurstle" 
und die Haltung entwickle, dass sich die Beschwerdeführerin ja dann vor Gericht 
dagegen wehren könne. Sinn und Zweck des Einspracheverfahrens sei schliess-
lich die Entlastung der Gerichte (Replik, S. 7).

Duplizierend macht die Vorinstanz geltend, sie habe die Feststellung des rechts-
erheblichen Sachverhalts nicht ins Einspracheverfahren verschoben, sondern 
dem in der Einsprache beantragten Gutachten zugestimmt. Die Taggeldleistun-
gen habe sie aufgrund der erwähnten Umstände nicht bis zum Vorliegen des 
Gutachtens leisten können. Es werde nochmals betont, dass sie davon ausge-
gangen sei, der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin habe unverzüglich nach 
dem Vorliegen des Gutachtens einen Einspracheentscheid im eigentlichen Sinne 
wollen. Zu erwähnen sei auch, dass die Verzögerung der Begutachtung auch 
zum Teil auf die Anträge und ausstehende Rückmeldungen des Rechtsvertreters 
der Beschwerdeführerin zurückzuführen sei (Duplik, S. 4).

3.1.1 Das sozialversicherungsrechtliche Verwaltungs- und Verwaltungsgerichts-
beschwerdeverfahren ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (vgl. Art. 43 
Abs. 1 und Art. 61 lit. c des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des So-
zialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1] vom 6.10.2000). Danach haben Ver-
waltung und Sozialversicherungsgericht von sich aus für die richtige und 
vollständige Abklärung des Sachverhalts zu sorgen (BGE 122 V 157 Erw. 1a). 
Nach Art. 43 Abs. 1 ATSG prüft der Versicherungsträger die Begehren, nimmt die 
notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vor und holt die erforderlichen Aus-
künfte ein (Satz 1). Das Gesetz weist somit dem Durchführungsorgan die Aufga-
be zu, den rechtserheblichen Sachverhalt nach dem Untersuchungsgrundsatz 
abzuklären, und zwar richtig und vollständig, so dass gestützt darauf die Verfü-
gung über die jeweils in Frage stehende Leistung ergehen kann (BGE 136 V 376 
Erw. 4.1.1).

Was notwendig ist, ergibt sich zum einen daraus, in welchem Umfang Abklärun-
gen vorzunehmen sind, und zum anderen daraus, in welcher Tiefe dies der Fall 
ist. Zunächst sind die für die zu entscheidende Frage massgebenden Bereiche 
abzustecken und in der Folge ist der Sachverhalt abzuklären. Die Verwaltung als 
verfügende Instanz und im Beschwerdefall das Gericht dürfen eine Tatsache nur 
dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im 
Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz 
nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden 
Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachver-
halts genügt den Beweisanforderungen nicht. Der Richter und die Richterin ha-
ben vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die sie von allen mögli-

9

chen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigen (BGE 138 V 218 
Erw. 6; BGE 126 V 353 Erw. 5b; BGE 125 V 193 Erw. 2). 

3.1.2 Bei Geltung des Untersuchungsprinzips darf der Versicherungsträger die 
Abklärungen nicht in das Einspracheverfahren verlegen, sondern die Abklärun-
gen haben vor dem Erlass der verfahrensabschliessenden Endverfügung zu er-
folgen (vgl. BGE 132 V 375). Das Einspracheverfahren verlöre sonst weitgehend 
seinen Sinn und Zweck, letztlich die Gerichte zu entlasten (so SVR 2010 IV Nr. 
51, 9C_363/2009 Erw. 3.1). Vorbehalten bleiben ergänzende Abklärungen, zu 
denen die in der Einsprache vorgebrachten Einwände Anlass geben (dazu SVR 
2010 EL Nr. 7, 9C_724/2009 Erw. 3.2.3.1). Insoweit unterscheidet sich also das 
Untersuchungsprinzip vom Anspruch auf rechtliches Gehör; die Gewährung des 
Gehörsanspruchs darf nämlich nach Art. 42 Satz 2 ATSG in das Einsprachever-
fahren verlegt werden (Kieser, ATSG-Kommentar, 4. A., N 14 zu Art. 43 ATSG).

3.2.1 Bei der Einsprache handelt es sich um ein förmliches Rechtsmittel, mit dem 
eine Verfügung (als Anfechtungsobjekt) bei der verfügenden Verwaltungsbehör-
de zwecks Neuüberprüfung angefochten werden kann (Häfelin/Müller/Uhlmann, 
Allgemeines Verwaltungsrecht, 7. A., Zürich 2016, N 1194; BGE 131 V 407 E. 
2.1.2.1 mit Hinweisen). Die Einsprache ist kein devolutives Rechtsmittel. Die er-
lassende Behörde kann jederzeit ihre Verfügung in Wiedererwägung ziehen.

3.2.2 Das Anfechtungsobjekt ist zwar der Ausgangspunkt und bildet den Rahmen 
des Rechtsmittels, ist jedoch nicht identisch mit deren Streitgegenstand. Dieser 
kann nur sein, was bereits Gegenstand des erstinstanzlichen Verfahrens war 
oder allenfalls hätte sein sollen und was gemäss der Dispositionsmaxime zwi-
schen den Parteien noch strittig ist, was sich wiederum aus den Parteibegehren, 
insbesondere den Beschwerdeanträgen, ergibt. Im Laufe des Rechtsmittelverfah-
rens kann sich der Streitgegenstand verengen bzw. um nicht mehr strittige Punk-
te reduzieren, grundsätzlich jedoch nicht erweitern oder inhaltlich verändern 
(BGE 136 II 457 Erw. 4.2 mit Hinweisen). D.h. grundsätzlich sind nur Rechtsver-
hältnisse zu überprüfen bzw. zu beurteilen, zu denen die zuständige Verwal-
tungsbehörde vorgängig verbindlich - in Form einer Verfügung - Stellung ge-
nommen hat (Urteil BGer 8C_263/2016 vom 24.8.2016 mit Verweis auf BGE 131 
V 164 Erw. 2.1; 125 V 413 Erw. 1a; vgl. BGE 125 V 188 Erw. 1c). Mit der Ein-
sprache kann folglich nur angefochten werden, was Gegenstand der angefochte-
nen Verfügung gewesen ist (Susanne Genner, in: Frésard-Fellay/ Klett/ Leuzin-
ger [Hrsg.], Basler Kommentar zum ATSG, Basel 2020, N 48 zu Art. 52 ATSG mit 
Verweisen; vgl. auch Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts A-5781/2007 
vom 18.6.2008 Erw. 1.3.1).

10

3.2.3 Aus prozessökonomischen Gründen kann das verwaltungsrechtliche Ver-
fahren ausnahmsweise auf eine ausserhalb des Anfechtungsgegenstandes und 
damit auf eine ausserhalb des durch die Verfügung geregelten Rechtsverhältnis-
ses spruchreife Frage ausgedehnt werden, wenn diese mit dem bisherigen 
Streitgegenstand derart eng zusammenhängt, dass von einer Tatbestandsge-
samtheit gesprochen werden kann, vorausgesetzt, dass sich die Verfahrenspar-
teien zu dieser Streitfrage zumindest in Form einer Prozesserklärung geäussert 
haben (vgl. zur Ausdehnung des Streitgegenstandes BGE 122 V 34 Erw. 2a; Ur-
teil BGer 2C_623/2016 vom 26.7.2017 Erw. 2.3.1) und zu den in deren Lichte 
rechtserheblichen Tatsachen das rechtliche Gehör gewährt wurde (BGE 122 V 
Erw. 2c).

3.2.4 Im Einspracheverfahren ist eine Ausdehnung des Streitgegenstands 
grundsätzlich unter den gleichen Voraussetzungen möglich wie im Beschwerde-
verfahren. Es würde aber dem Ziel des Einsprachverfahrens widersprechen, da-
bei allzu formalistisch zu sein. Angesichts des Umstandes, dass Verfügungs- und 
Einsprachebehörde identisch sind, rechtfertigt sich eine gegenüber dem Be-
schwerdeverfahren grosszügigere, pragmatische Betrachtung (Hansjörg Seiler, 
Rechtsfragen des Einspracheverfahrens in der Sozialversicherung [Art. 52 
ATSG], in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Sozialversicherungsrechtstagung 2007, 
S. 80). Eine Ausweitung des Streitgegentands auf alternative Ansprüche ist in 
engen Grenzen möglich (Genner, a.a.O., N 48 zu Art. 52 ATSG; Seiler, a.a.O., 
S. 80 f.). Definiert wird der Streitgegenstand durch die Rechtsbegehren, wobei 
diese nicht formalistisch, sondern in ihrem Zusammenhang und im Lichte der 
Einsprachebegründung auszulegen sind; der Streitgegenstand kann auch Fragen 
umfassen, die nicht ausdrücklich beanstandet worden sind, aber in einem not-
wendigen Zusammenhang stehen (Seiler, a.a.O., S. 82). Beachtlich bleibt aber 
jedenfalls, dass auch hier die Verfahrensrechte gewahrt bleiben.

3.3.1 Vorliegend hatte die Vorinstanz ihre Leistungspflicht aus UVG gegenüber 
der Beschwerdeführerin für die Folgen des Unfalles vom 27. Dezember 2016 an-
erkannt. Des Weitern erhellt aus dem im Ingress (vgl. Bst. C bis G) dargestellten 
Sachverhalt, dass die Vorinstanz aufgrund des Gutachtens Prof. Dr.med. 
F.________ sowie der vertrauensärztlichen Beurteilung im Mai 2018 davon aus-
ging, dass sich weder eine vollständige noch teilweise Arbeitsunfähigkeit aus 
somatischer Sicht begründen lässt, diese vielmehr psychisch bedingt sei. Dem 
entsprechend stellte sie der Beschwerdeführerin die Einstellung der Taggeldleis-
tungen in Aussicht und verpflichtete sie, sich psychologisch behandeln zu lassen. 
Zudem wurde die Beschwerdeführerin ausdrücklich abgemahnt, die erforderliche 
psychologische Behandlung zu beginnen, andernfalls die Leistungen umgehend 

11

eingestellt würden. Da die Beschwerdeführerin dieser Abmahnung keine Folge 
leistete, verfügte die Vorinstanz die Reduktion der Taggelder bzw. deren Einstel-
lung per Ende 2018. Dies unter ausdrücklichem Verweis auf die gesetzlichen 
Grundlagen Art. 21 Abs. 4 ATSG und Art. 61 Verordnung über die Unfallversiche-
rung (UVV; SR 832.202) vom 20. Dezember 1982 (Leistungskürzung/-
verweigerung bei Behandlungsverweigerung) sowie die erfolgten Abmahnungen. 

Gegenstand der Verfügung vom 14. September 2018 bildete damit zweifelsfrei 
einzig (abgesehen der Frage der Kostenübernahme Gutachten Messmer) eine 
Leistungskürzung und -einstellung infolge Verweigerung einer zumutbaren Be-
handlung ohne zureichenden Grund. 

3.3.2 Gegen diese Leistungskürzung und -einstellung erhob die Beschwerdefüh-
rerin am 18. Oktober 2018 Einsprache mit den - sinngemässen - Rechtsbegeh-
ren, die Verfügung sei aufzuheben, die gesetzlichen Leistungen seien zu erbrin-
gen und die notwendigen Abklärungen zu tätigen (Vi-act. 86). In der Begründung 
wird ausgeführt, die vorinstanzliche Behauptung, die Beschwerdeführerin leide 
an einer schweren depressiven Entwicklung und müsse sich psychologisch be-
handeln lassen, sei unhaltbar. Die Verfügung sei nicht rechtens und müsse auf-
gehoben werden. Soweit die Vorinstanz der Meinung sei, der Heilverlauf, die 
notwendige Behandlungsbedürftigkeit und die Arbeitsunfähigkeit seien genauer 
abzuklären, so sei dies mittels neutralem polydisziplinärem Gutachten in Auftrag 
zu geben, wofür konkret die Rehaklinik Bellikon vorgeschlagen wurde. 

Aus den Einspracheanträgen und deren Begründung erhellt somit zweifelsfrei, 
dass die Beschwerdeführerin zum einen die Leistungskürzung bzw. -einstellung 
infolge Behandlungsverweigerung als falsch rügte und deren Aufhebung forderte 
sowie zum andern die Vorinstanz aufforderte, die notwendigen Abklärungen zu 
tätigen, damit begründeterweise über die Frage der weiteren Leistungspflicht 
entschieden werden kann. 

3.3.3 Dem Begehren um Einholen eines polydisziplinären Gutachtens zur Prü-
fung des Leistungsanspruches kam die Vorinstanz nach (vgl. Vi-act. 76). Am 19. 
Februar 2019 erging der Auftrag an die Rehaklinik Bellikon. Die Gutachtenstelle 
wurde darauf hingewiesen, dass man die Leistungen gekürzt bzw. eingestellt ha-
be, nachdem die Beschwerdeführerin nicht bereit gewesen sei, sich in die emp-
fohlene psychologische Betreuung zu begeben. Die Rehaklinik Bellikon wurde 
ersucht, die Beschwerdeführerin zu untersuchen und die Fragen der Vorinstanz 
sowie des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin zu beantworten, damit sie ih-
re Leistungspflicht als UVG-Versicherung festlegen könne. Abgefragt wurde so 
neben der Anamnese, den subjektiven Klagen und objektiven Feststellungen ei-

12

ne Diagnose, die Klärung des Kausalzusammenhanges, die ärztliche Behand-
lung, die Arbeitsfähigkeit sowie ein Integritätsschaden (Vi-act. 59). Ein Entscheid 
über die Einsprache wurde der Beschwerdeführerin nach Vorliegen des Gutach-
tens in Aussicht gestellt (Vi-act. 69 und 41). 

3.3.4 Im Verlaufe der Zeit erkundigte sich die Beschwerdeführerin bei der Vor-
instanz verschiedentlich nach dem Stand der Dinge. Dies nicht zuletzt, weil trotz 
ärztlich attestierter Arbeitsunfähigkeit keine Taggelder geleistet wurden. Mit Email 
vom 7. März 2019 liess die Vorinstanz dem Rechtsvertreter der Beschwerdefüh-
rerin u.a. folgendes mitteilen (Vi-act. 56, S. 1):

Was die Taggelder betrifft, wurden sie bekanntlich mit Verfügung vom 14.9.2018 
wegen Verletzung der Mitwirkungspflicht eingestellt. Das baldige Gutachten soll 
u.a. über die Arbeitsfähigkeit, die Notwendigkeit der verlangten psychologischen 
Betreuung sowie die Fallstabilisation Stellung nehmen. Sollte das Gutachten Ihnen 
Recht geben, werden wir selbstverständlich die Leistungen zurückerstatten.

3.3.5 Am 17. Dezember 2019 erstattete die Rehaklinik Bellikon ihr Gutachten (Vi-
act. 14). Am 8. Januar 2020 erkundigte sich der Rechtsvertreter der Beschwerde-
führerin bei der Vorinstanz nach dem Stand des Gutachtens sowie des Einspra-
cheverfahrens (Vi-act. 12). Tags darauf wurde er informiert, das Gutachten liege 
seit dem Vortag vor und der Vertrauensarzt der Versicherung habe den Gutach-
tern noch die Frage unterbreitet, wann der Endzustand erreicht worden sei. Gut-
achten und Zusatzfrage wurden dem Rechtsvertreter unterbreitet (Vi-act. 6, 5). 
Die Zusatzfrage beantwortete die Rehaklinik Bellikon am 23. Januar 2020 (Vi-act. 
3). 

3.3.6 Am 10. Februar 2020 beschloss die Vorinstanz mit dem Einspracheent-
scheid:

3.1 - Die UVG-Leistungen werden am 4. September 2019 eingestellt
- Vom 1. Oktober 2018 bis 31. März 2019 wird eine volle Arbeitsunfähigkeit 

und vom 1. April 2019 bis 4. September 2019 eine 80%-ige Arbeitsunfähig-
keit anerkannt

- Die unfallkausalen Heilungskosten werden bis 4. September 2019 über-
nommen

- Die Honorare von Prof. Messmer werden im Umfang von Fr. 2'045.-- über-
nommen

- Ein Anspruch auf Rente wird verneint 
- Eine Integritätsentschädigung von 15% wird zugesprochen

3.2 Dieser Einspracheentscheid geht an:
- D.________, 

Rechtsmittelbelehrung

13

3.4 Damit aber hat die Vorinstanz den Streitgegenstand unrechtmässig ausge-
dehnt. Selbst wenn die Frage der Ausdehnung im Einspracheverfahren pragma-
tisch zu beurteilen ist, so fällt vorliegend gleichwohl ins Auge, dass Gegenstand 
der angefochtenen Verfügung einzig die Leistungskürzung/-einstellung infolge 
ungerechtfertigter Verweigerung einer zumutbaren Behandlung war. Hiergegen 
richtete sich auch die Einsprache, wobei die Vorinstanz aufgefordert wurde, den 
Sachverhalt gebührend abzuklären und hierzu ein Gutachten einzuholen. Das 
Gutachten gab die Vorinstanz in Auftrag. Auch hat sie im Einspracheentscheid 
festgestellt, dass die verfügte Leistungskürzung und -einstellung unbegründet 
war; eine Notwendigkeit für eine psychologische Behandlung bestand nicht. Da-
mit liess es die Vorinstanz aber nicht bewenden. Vielmehr entschied sie erstmals 
auch über den Fallabschluss, wobei diesmal nicht gestützt auf Art. 24 Abs. 4 
ATSG resp. Art. 61 UVV, sondern weil per 4. September 2019 der Endzustand 
eingetreten sei, Art 19 UVG. Entsprechend terminierte sie sowohl die Taggeld-
zahlungen als auch die Leistungen für Heilbehandlung. Darüberhinaus befand 
sie gleichzeitig auch über die Renten- und Integritätsentschädigungsfrage. All 
dies bildete nicht Gegenstand der angefochtenen Verfügung und wurde mit der 
Einsprache auch nicht gefordert. Anbegehrt und damit Streitgegenstand war ein-
zig die Leistungskürzung/-einstellung infolge Behandlungsverweigerung und 
Vornahme der notwendigen Abklärungen. Somit hat die Vorinstanz im Einspra-
cheentscheid über Gegenstände entschieden, über welche sie erstinstanzlich 
noch gar nicht verfügt hat, welche nicht Inhalt des Einspracheverfahrens bildeten; 
sie hat die eigentlichen Grundlagen-Abklärungen, die ein Unfallversicherer zur 
Leistungsprüfung zu tätigen hat, ins Einspracheverfahren verlegt, d.h. nicht bloss 
Ergänzungsabklärungen getroffen, zu denen die Einsprache gegen Leistungs-
kürzung/-einstellung infolge Behandlungsverweigerung Anlass gab. Kommt hin-
zu, dass die Vorinstanz der Beschwerdeführerin wohl das Gutachten vom 17. 
Dezember 2019 zugestellt hat, nicht aber die Beantwortung der Zusatzfrage be-
treffend Erreichen des Endzustandes. Auch wurde die Beschwerdeführerin nicht 
aufgefordert, zum Gutachten Stellung zu nehmen. Da ihr mitgeteilt wurde, dass 
den Gutachtern noch eine Zusatzfrage unterbreitet wurde, ist nicht zu beanstan-
den, dass sie zum Gutachten nicht umgehend und unaufgefordert Stellung nahm. 
Vielmehr durfte sie die Zustellung der Zusatzantwort abwarten. Diese wurde ihr 
jedoch erst zusammen mit dem Einspracheentscheid zugestellt. Damit aber hat 
die Vorinstanz nicht nur den Streitgegenstand wesentlich ausgedehnt. Dies er-
folgte zu Unrecht auch unter Verletzung der Verfahrensrechte der Beschwerde-
führerin (vgl. oben Erw. 3.2.3 f.). Bleibt zu ergänzen, dass eine Verfügung, wel-
che die Leistungspflicht eines anderen Versicherungsträgers berührt, auch die-
sem zu eröffnen ist, und dieser die gleichen Rechtsmittel ergreifen kann wie die 

14

versicherte Person (Art. 49 Abs. 4 ATSG). Von der mit Einspracheentscheid be-
schlossenen Leistungseinstellung ist zweifelsohne auch der Krankenversicherer 
der Beschwerdeführerin betroffen. Mithin wäre der Entscheid auch diesem zu 
eröffnen gewesen, was die Vorinstanz zu Unrecht unterliess. Auch dies gilt es im 
weiteren Verfahren zu beachten.

3.5 Die unrechtmässige Ausdehnung des Streitgegenstandes und die Verlet-
zung der Verfahrensrechte der Beschwerdeführerin sind vorliegend gravierend. 
Der Mangel ist nicht im Rahmen des Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahrens 
zu heilen. Vielmehr ist die Beschwerde betreffend Versicherungsleistungen (be-
treffend Kostenübernahme Gutachten Messmer vgl. nachfolgend) insoweit gut-
zuheissen, als die Vorinstanz mit dem Einspracheentscheid mehr als die mit der 
Einsprache vom 18. Oktober 2018 anbegehrte Aufhebung der angefochtenen 
Verfügung vom 14. September 2018 beschloss. Die Vorinstanz wird unter Wah-
rung der Verfahrensrechte der Beschwerdeführerin über deren Leistungsan-
sprüche aus Unfallversicherung mittels anfechtbarer Verfügung zu entscheiden 
haben. Die Sache ist daher unter teilweiser Aufhebung des Einspracheentschei-
des vom 10. Februar 2020 an die Vorinstanz zurückzuweisen, damit sie ord-
nungsgemäss neu über ihre Leistungspflicht verfüge.

4. Strittig ist des Weitern die Beteiligung an bzw. Übernahme der Kosten für 
das Gutachten Prof. Dr.med. I.________ hatte diese mit Fr. 6'890.-- in Rechnung 
gestellt und die Beschwerdeführerin unterbreitete die Rechnung der Vorinstanz 
zur Begleichung. Die Vorinstanz zeigte sich darob irritiert, erklärte sich aber be-
reit, Fr. 500.-- zu bezahlen (Vi-act. 117, 115). Am 11. Juni 2018 verlangte die Be-
schwerdeführerin hierzu eine anfechtbare Verfügung (Vi-act. 107). Im bereits er-
wähnten Einschreiben vom 26. Juni 2018 erklärte sich die Vorinstanz bereit, die 
Hälfte der Kosten zu übernehmen, wenn sich die Beschwerdeführerin in die ver-
langte psychologische Behandlung begebe (vgl. Ingress Bst. D). Am 8. August 
2018 verlangte die Beschwerdeführerin erneut eine anfechtbare Verfügung, sollte 
die Vorinstanz die Kostenübernahme verweigern (Vi-act. 98). 

4.1.1 Am 14. September 2018 verfügte die Vorinstanz:

Betreffend den Gutachtenskosten: Gemäss Art. 10 UVG hat der Versicherte An-
spruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen. Wie in unserem 
Schreiben vom 26.06.18 erwähnt, wurde unser Einverständnis zur Kostenüber-
nahme eines Konsiliums aus medizinischen Gründen erteilt. Hingegen sind Gut-
achtenskosten Verwaltungskosten, die verständlicherweise durch den Auftragge-
ber zu übernehmen sind.

Im vorliegenden Fall ist mit einer Pauschal-Entschädigung von CHF 500.00 unsere 
Leistungspflicht abgegolten.

15

4.1.2 Mit der Einsprache vom 18. Oktober 2018 beantragte die Beschwerdefüh-
rerin die volle Kostenübernahme. Die Vorinstanz habe den Sachverhalt von Am-
tes wegen abzuklären; hierzu gehörten auch die Abklärung der Folgen des Unfal-
les, der Ursache der Unfallfolgen und der Umstände, die zu den Folgen führten. 
Man habe bereits Mitte 2017 die Vorinstanz aufzumuntern versucht, die Akten 
dem Vertrauensarzt vorzulegen, um sich zum Behandlungsverlauf, den Kompli-
kationen und den verordneten Behandlungen zu äussern. Schliesslich habe sie 
sich mit einer "second opinion" einverstanden erklärt und am 1. November 2017 
den Hausarzt beauftragt, diese zu veranlassen, wozu neun Fragen formuliert 
worden seien. Am 27. Dezember 2017 habe die Vorinstanz Prof. Dr.med. 
F.________ das gesamte medizinische Dossier zugestellt. Es liege auf der Hand, 
dass er all dies studiert und die Beschwerdeführerin persönlich untersucht habe. 
Auch sei aufgrund der Abklärungspflicht als Unfallversicherer anzunehmen, dass 
die Vorinstanz an der Frage, ob die Behandlung am USZ lege artis erfolgt sei, 
aufgrund von Regressfragen interessiert sei. Weshalb sie sich dagegen sträube, 
habe sie bislang nicht erklärt. Daher habe der Rechtsvertreter Prof. Dr.med. 
F.________ entsprechende Fragen im Sinne von Ergänzungsfragen unterbreitet. 
Man habe nicht davon ausgehen können, dass ihm die neun Fragen gemäss 
Schreiben vom 1. November 2017 gar nicht unterbreitet worden seien. Dass 
Prof. Dr.med. F.________ seinen Bericht als Gutachten bezeichnet habe, ändere 
nichts daran, dass seine Abklärung für den weiteren Verlauf von grösster Not-
wendigkeit gewesen sei. Das zeige sich auch daraus, dass ihm die Vorinstanz 
noch Zusatzfragen unterbreitet habe. Verglichen mit dem Fragenkatalog der Vor-
instanz habe der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin eigentlich nur eine Zu-
satzfrage formuliert, nämlich ob die Behandlung am USZ lege artis erfolgt sei 
oder ob allenfalls Fehler unterlaufen seien. Es sei daher nicht rechtens, nur einen 
Pauschal-Beitrag von Fr. 500.-- zu leisten.

4.1.3 Im angefochtenen Einspracheentscheid vom 10. Februar 2020 hält die Vor-
instanz fest, sie habe intern die Frage betreffend Behandlungsfehler am 5. Sep-
tember 2017 geklärt und verneint. Auf Wunsch des Hausarztes habe man am 1. 
November 2017 Kostengutsprache für eine Zweitmeinung erteilt in der Annahme, 
Prof. Dr.med. F.________ würde sich zur Zweckmässigkeit der Behandlung äus-
sern. Man habe eine übliche konsiliarische Untersuchung erwartet. Im selben 
Schreiben seien neun Fragen zum Verlauf an den Hausarzt - nicht Prof. Dr.med. 
F.________ - formuliert worden, die dieser am 5. Dezember 2017 beantwortet 
habe. Eine Pflicht zur Klärung von Behandlungsfehlern treffe den UVG-
Versicherer nicht. Prof. Dr.med. F.________ habe anstelle eines Konsiliums ein 
Gutachten erstellt und sei dabei auf die Fragen des Rechtsvertreters und der Be-
schwerdeführerin betreffend Behandlungsfehler eingegangen. Für die Vorinstanz 

16

seien lediglich zwei der 14 Fragen relevant gewesen. Es treffe indes zu, dass 
man sich im Nachgang auf die Schlussfolgerungen von Prof. Dr.med. 
F.________ abgestützt und selber noch fünf Fragen zur Arbeitsfähigkeit gestellt 
habe, welche dieser am 20. Juni 2018 beantwortet habe. Ärztliche Konsilien wür-
den erfahrungsgemäss zwischen Fr. 500.-- und Fr. 1'500.-- kosten. Ein Aktenstu-
dium sei selbstverständlich viel aufwändiger, wenn die Frage zu prüfen sei, ob 
ein Operateur eine Nervenläsion verursacht habe, als wenn es einzig um die ge-
eignete Therapie und Arbeitsfähigkeit gehe. Es könne angenommen werden, 
dass zur Beantwortung von 7 Fragen ein fünf bis zehnseitiger Konsiliarbericht er-
stellt worden wäre. Entgegenkommenderweise übernehme man einen Kosten-
beitrag von Fr. 2'045.--.

4.1.4 Vor Verwaltungsgericht bekräftigt die Beschwerdeführerin, die Vorinstanz 
habe sich schriftlich bereit erklärt, die Kosten für das Gutachten zu übernehmen, 
ohne irgendwelche inhaltlichen oder umfangmässigen Vorgaben zu machen. 
Auch habe sie den Gutachter mit sämtlichen Akten bedient. Erst als die Rech-
nung vorgelegen habe, hätte sie von der erteilten Kostengutsprache nichts mehr 
wissen wollen. Zuvor hätte sie die Möglichkeit gehabt, Bedingungen zu stellen 
oder ein Kostendach zu setzen, was sie versäumt habe. Die Vorinstanz habe 
sich nachweislich nicht an die von ihr selbst erteilte Kostengutsprache gehalten 
und stattdessen die Kosten für eine Abklärungshandlung in einem Verfahren, das 
vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht sei, einfach auf die Beschwerdeführe-
rin überwälzt.

Dem entgegnet die Vorinstanz, sie habe am 1. November 2017 Kostengutspra-
che für eine Zweitmeinung erteilt, um zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin von 
der A.________ Klinik gut behandelt werde, nachdem sie sich mit deren Behand-
lung nicht zufrieden gezeigt habe. Im Auftrag des Hausarztes sei nicht die Rede 
von einem Arztfehler gewesen. Die Vorinstanz habe nicht ahnen können, dass 
nicht eine Zweitmeinung, sondern eine Begutachtung zur Prüfung eines Arztfeh-
lers beabsichtigt worden sei.

4.2.1 Das Sozialversicherungsverfahren ist von der Untersuchungsmaxime ge-
prägt (Art. 43 ATSG). Die Verwaltung hat von sich aus für die richtige und 
vollständige Abklärung des Sachverhalts zu sorgen. Sie prüft die Begehren, 
nimmt die notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vor und holt die erforder-
lichen Auskünfte ein. Das Gesetz weist somit dem Durchführungsorgan die Auf-
gabe zu, den rechtserheblichen Sachverhalt nach dem Untersuchungsgrundsatz 
abzuklären, und zwar richtig und vollständig, so dass gestützt darauf die Verfü-
gung über die jeweils in Frage stehende Leistung ergehen kann. Was notwendig 
ist, ergibt sich zum einen daraus, in welchem Umfang Abklärungen vorzunehmen 

17

sind, und zum anderen daraus, in welcher Tiefe dies der Fall ist (vgl. oben Erw. 
3.1.1).

4.2.2 Aus dem Untersuchungsgrundsatz folgt, dass die Kosten der notwendigen 
Abklärungen grundsätzlich vom Versicherer zu tragen sind. Art. 45 Abs. 1 ATSG 
normiert ausdrücklich, dass der Versicherungsträger die Kosten der Abklärung 
übernimmt, soweit er die Massnahmen angeordnet hat. Hat er keine angeordnet, 
so übernimmt er deren Kosten dennoch, wenn die Massnahmen für die Beurtei-
lung des Anspruchs unerlässlich waren oder Bestandteil nachträglich zugespro-
chener Leistungen bilden. Unerlässlich ist eine Massnahme etwa dann, wenn sie 
im Rahmen der Untersuchungspflicht ebenfalls anzuordnen gewesen wäre. Dies 
selbst dann, wenn damit keine neuen, von den bisherigen Erkenntnissen abwei-
chende gewonnen werden (Verwendbarkeit der Erkenntnisse ist ausreichend) 
und auch dann, wenn in der Folge keine Leistungszusprache erfolgt (vgl. Kieser, 
Kommentar ATSG, 3. Auflage, Art. 45 Rz. 20). So sind etwa die Kosten eines 
von einer versicherten Person veranlassten Gutachtens vom Versicherungsträ-
ger dann zu übernehmen, wenn sich der medizinische Sachverhalt erst aufgrund 
des neu beigebrachten Untersuchungsergebnisses schlüssig feststellen lässt und 
dem Unfallversicherer insoweit eine Verletzung der ihm im Rahmen des Untersu-
chungsgrundsatzes obliegenden Pflicht zur rechtsgenüglichen Sachverhaltsab-
klärung vorzuwerfen ist (RKUV 2004 Nr. U 503 S. 186 ff., U 282/00 und Urteile 
BGer 8C_62/2016 vom 7.7.2016 Erw. 6.1; 8C_280/2014 vom 30. Januar 2015 
Erw. 5). Soweit die nicht angeordnete Massnahme höhere Kosten verursacht hat 
als bei eigener Anordnung, ist zu prüfen, ob eine teilweise Kostenübernahme zu 
erfolgen hat.

4.3 Betreffend Gutachten Prof. Dr.med. F.________ ergibt sich aus den Akten 
was folgt:

4.3.1 Mit Schreiben vom 29. Juni 2017 informierte der Rechtsvertreter der Be-
schwerdeführerin die Vorinstanz, sie sei mit dem jetzigen Ergebnis oder dem jet-
zigen Zwischenstand nicht zufrieden, namentlich habe die Nervenläsion eine 
Lähmung des Beines verursacht. Es stellten sich verschiedene Fragen (Vi-act. 
181). So:

- Erfolgte resp. erfolgt die Behandlung lege artis?

- Wurde die Nervenläsion iatrogen verursacht, trifft das Unispital, resp. der behan-
delnde Arzt eine Sorgfaltspflichtverletzung?

- Wie kann die Behandlung dieser Nervenläsion optimiert werden?

- Weitere Bemerkungen zur Behandlungsart und die Behandlungsmethoden?

18

Er ersuchte die Vorinstanz, die Akten dem Vertrauensarzt zur Beurteilung vorzu-
legen, allenfalls eine second opinion bei einem Hüftspezialisten einzuholen. Ak-
tuell würden sich die Ärzte bedeckt halten, wenn die Beschwerdeführerin die Ur-
sache der Nervenläsion erfrage.

4.3.2 Im Protokoll zur Besprechung der Beschwerdeführerin mit dem Case-
Manager der Vorinstanz vom 21. Juli 2017 ist unter 'Medizinisches' festgehalten, 
die Beschwerdeführerin zeige sich skeptisch gegenüber der Behandlung Neuro-
logie in der A.________ Klinik, da ihr die im Anschluss an die Hüftoperation auf-
getretene Fussheberparese Sorgen bereite. Nur mit Mühe habe sie den behan-
delnden Arzt zu Abklärungen anhalten können. Sie behalte sich vor, bei - aus ih-
rer Sicht - weiterer Stagnation des Heilverlaufes allenfalls eine Zweitmeinung 
einzuholen. Als Massnahme aus der Besprechung wurde notiert, beim beraten-
den Arzt der Versicherung seine Ansicht zur Einholung einer Zweitmeinung in 
Bezug auf den Heilungsverlauf im Allgemeinen und der Fussheberparese im Be-
sonderen einzuholen sowie die vom Rechtsvertreter am 29. Juni 2017 aufgeliste-
ten Fragen zu klären (Vi-act. 178). 

4.3.3 Am 5. September 2017 wurden dem beratenden Arzt Dr.med. J.________é 
Arlettaz (Facharzt Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungs-
apparates, Beratender Arzt der Vorinstanz) die Fragen betreffend Zweitmeinung 
und Behandlungsfehler unterbreitet (vgl. Vi-act. 165 und 166). Das Einholen ei-
ner Zweitmeinung befürwortete er (wobei er sich dabei auf Handchirurgie und 
Schulterspezialist bezieht, was nicht nachvollziehbar ist). Bezüglich Peroneuslä-
sion erachtete er es als erwiesen, dass sie im Anschluss an die Beckenoperation 
im USZ aufgetreten sei. Er beurteilte diese als Behandlungsrisiko; die Unterlagen 
enthielten keine Hinweise für eine grobe Fahrlässigkeit. 

4.3.4 Am 24. Oktober 2017 ersuchte der Hausarzt die Vorinstanz um Kostengut-
sprache für eine Zweitmeinung (Vi-act. 155). Das Hauptproblem der Beschwer-
deführerin sei die persistierende Fussheberparese. Trotz diversen Abklärungen 
sowie Therapien in der A.________ Klinik habe die Lokalisation der Nervenschä-
digung nicht bestimmt werden können. Die Behandlungen würden ebenfalls sehr 
bescheidene Resultate zeigen. Die Beschwerdeführerin wünsche, nicht zuletzt 
aus versicherungstechnischen Gründen, diesbezüglich eine Klarheit zu schaffen. 
Zu diesem Zwecke sei eine Zweitmeinung durch einen erfahrenen Facharzt auf 
dem Gebiet der orthopädischen Unfallmedizin, aufgrund möglicher Interessen-
konflikte, am besten ausserkantonal zu wählen, wozu er Prof. Dr.med. 
K.________ vorschlage. 

19

4.3.5 Am 1. November 2017 erteilte die Vorinstanz dem Hausarzt Kostengut-
sprache für eine Zweitmeinung bei Prof. Dr.med. K.________ in Luzern und er 
wurde um entsprechende Zuweisung gebeten; die Beschwerdeführerin habe 
sämtliches Bildmaterial und entsprechende Befunde mitzubringen. Gleichzeitig 
wurden dem Hausarzt Fragen zum aktuellen Verlauf gestellt (Vi-act. 151). Der 
Hausarzt beantwortete die Fragen zum Verlauf am 5. Dezember 2017 und be-
richtigte gleichzeitig, die Zweitmeinung werde bei Prof. Dr.med. F.________ 
(nicht Trentz) eingeholt. In erster Linie gehe es um die Beurteilung der Kausalität 
der persistierenden Fussheberparese (Vi-act. 144).

4.3.6 Der Rechtsvertreter teilte der Vorinstanz am 23. Dezember 2017 mit, der 
Untersuch bei Prof. Dr.med. F.________ habe am 18. Dezember 2017 stattge-
funden. Er erkundigt sich, welche Fragen die Vorinstanz ihm unterbreitet habe 
und ob man betreffend möglichem Behandlungsfehler ebenfalls Fragen formuliert 
habe. Auch erkundigt er sich, wer sich bei der Versicherung mit dem Regress be-
fasse (Vi-act. 140).

4.3.7 Am 26. Dezember 2017 informierte der Ehemann der Beschwerdeführerin, 
der Untersuchungstermin bei Prof. Dr.med. F.________ habe auf den 10. Januar 
2018 verschoben werden müssen (Vi-act. 139). Gleichentags bat der Rechtsver-
treter die Vorinstanz, ihm zu bestätigen, dass Prof. Dr.med. F.________ sämtli-
che medizinischen Akten zur Verfügung gestellt und welche Fragen ihm unter-
breitet worden seien. Gegebenenfalls werde er selber auch Fragen stellen; er 
denke, die Regressabteilung sei an der Frage nach einem möglichen Behand-
lungsfehler interessiert (Vi-act. 139).

4.3.8 Am 27. Dezember 2017 stellte die Vorinstanz Prof. Dr.med. F.________ 
sämtliche medizinischen Akten zur Verfügung, da er die Beschwerdeführerin am 
10. Januar 2018 konsiliarisch untersuchen werde. Gleichzeitig erbat sie die Zu-
stellung einer Kopie des konsiliarischen Berichts (Vi-act. 138). Am Folgetag wur-
de der Rechtsvertreter über die Aktenzustellung informiert. Dies mit dem Hinweis, 
da es sich nicht um eine Begutachtung handle, hätte man ihm keine Fragen un-
terbreitet. Man habe ihn gebeten, eine Kopie des konsiliarischen Berichts zuzu-
stellen (Vi-act. 138).

4.3.9 Am 5. März 2018 wird die Vorinstanz informiert, am 21. März 2018 werde 
Prof. Dr.med. F.________ die Beschwerdeführerin ein zweites Mal untersuchen; 
eine Fallbesprechung mit dem Case-Manager sei wohl erst danach angezeigt. 
Der Case-Manager antwortete am 8. März 2018, die Frage des beruflichen Wie-
dereinstiegs könne grundsätzlich auch ohne den Bericht Messmer angegangen 

20

werden, da er ja vor allem zu einer allfälligen Medizinalhaftung Stellung zu neh-
men habe (Vi-act. 122).

4.3.10  Am 7. Mai 2018 reichte der Rechtsvertreter der Vorinstanz das Gutachten 
Prof. Dr.med. F.________ vom 20. April 2018 ein (Vi-act. 118 - 121). Prof. 
Dr.med. F.________ hält einleitend fest, das Gutachten sei auf Anfrage durch 
den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin in Ansprache mit der Vorinstanz 
und auf Empfehlung des Hausarztes erstellt worden. Es basiere auf 181 Seiten 
Papierakten der Vorinstanz, dem Fragebogen des Rechtsvertreters und einem 
der Beschwerdeführerin sowie einer CD mit radiologischer Bilddokumentation 
und habe insgesamt einen Aufwand von 21 Stunden verursacht. Prof. Dr.med. 
F.________ fasst die medizinischen Bericht mit Fokus auf die neurologischen 
Defizite zusammen (18 Seiten) und hält die Ergebnisse der beiden Konsultatio-
nen vom 10. Januar und 21. März 2018 fest (die erste Konsultation musste nach 
1½ Std infolge Operationseinsatz von Prof. Dr.med. F.________ abgebrochen 
werden; die zweite Konsultation dauerte erneut 1½ Std). Nach einer Zusammen-
fassung beantwortet er die Fragen des Rechtsvertreters und der Beschwerdefüh-
rerin. Das Gutachten endet mit einer abschliessenden Beurteilung. 

Die Beschwerdeführerin wirke durch den Verlauf des Geschehens gestresst. Sie 
suche nach einer Erklärung für die bei ihr aufgetretenen Langzeitfolgen des Un-
falls und orte die Ursache klar in einem Operationsfehler bei der Operation des 
Beckens am 5. Januar 2017 im USZ. Sie habe viele Fragen zu den Befunden in 
der Krankengeschichte und zum jetzigen Zustand, die er zu beantworten versu-
che. Da die Erstkonsultation abgebrochen werden musste, wurde ein Zweittermin 
vereinbart. Dabei kommt es nochmals zu einer ausführlichen Anhörung der Be-
schwerdeführerin und ihres Ehemannes. Die Untersuchung selbst ergebe in etwa 
dieselben Befunde wie bei der Erstuntersuchung. All die mitgebrachten Fragen 
würden mit beiden ausführlich besprochen.

In der Zusammenfassung gibt Prof. Dr.med. F.________ das Unfallgeschehen, 
den Behandlungsverlauf und den von ihm erhobenen Befund wieder (es bestehe 
ein Steppergang mit dem linken Bein. Hyposensibilität am Fussrücken Dig 1-3 
links, übergehend auf die anterolaterale Seite des Unterschenkels [untere Hälfte 
des Unterschenkels]. eine Sensibilitätsstörung im Bereiche des Beckenkamms 
links. Eine abgeschwächte Dorsiflexion der Grosszehe links sowie ein kompletter 
Fallfuss (M0) links. Die Knieflexion sei gegen Widerstand abgeschwächt). Die 
Beschwerdeführerin sei durch die Unfallfolgen und den Verlauf der Behandlung 
psychisch stark belastet. Sie berichte, dass sie in diesem Zustand ihrem Beruf 
als Immobilienmaklerin nicht mehr nachgehen könne. Sie gebe an, dass es ihr 

21

wichtig sei, herauszufinden, wer an ihrem Zustand schuld sei. Nur so könne sie 
die Situation verarbeiten und abschliessen.

Die Fragen des Rechtsvertreters beziehen sich auf die medizinische Indikation 
zur Operation vom 5. Januar 2017 (Beckenschaufel), zur Ursache der proximalen 
Nervenläsion, zur lege artis-Durchführung der Operation, zur Vermeidung der 
Nervenverletzung sowie zum Kausalzusammenhang der aktuellen Beschwerden 
zum Unfallereignis vom 27. Dezember 2016 oder einem Behandlungsfehler so-
wie zu Behandlungsvorschlägen. Auch die Beschwerdeführerin stellt Fragen be-
treffend Indikation zur Operation vom 5. Januar 2017 im USZ, zu möglichem Be-
handlungsfehler und zur Nervenläsion sowie zur weiteren Therapie und der Mög-
lichkeit einer Beeinträchtigung/gesundheitlichen Einbussen durch die Becken-
kamm-OP im Alltag. 

In seiner abschliessenden Beurteilung beantwortet Prof. Dr.med. F.________ 
schliesslich die Fragen:

1. Wie sind die Beschwerden zu erklären?
2. Gibt es einen kausalen Zusammenhang mit der Beckenoperation im USZ?
3. Wie ist die Prognose?
4. Sind weitere Abklärungen / Massnahmen notwendig?

Zu Frage 1 hält er fest, die unterschiedlichen Ausfälle müssten ihren Ursprung in 
einer Nervenverletzung haben, die zwischen der Nervenwurzel L4 und dem Ni-
veau der Incisura ischiadica, resp. des 2. bis 3. Sakral-Wirbels stattgefunden hät-
ten. Durch dieses anatomische Segment würden alle betroffenen Nervenstruktu-
ren verlaufen. Am schwersten betroffen seien die peronealen Fasern des Plexus 
Ischiadicus (L4-S3), resp. des proximalen N. Ischiadicus.

Theoretisch könne die Verletzung auf die LWK 5 Trümmerfraktur oder auf die 
operative Stabilisation L4-S2 zurückzuführen sein. Allerdings hätten die Ausfälle 
weder nach dem Unfall noch nach der WS-Operation in diesem Ausmass vorge-
legen. Die Indikation zur Osteosynthese der vorliegenden Beckenschaufelfraktur 
sei relativ aber durchaus nachvollziehbar und sicher nicht falsch. Gemäss Rönt-
genbildern sei sie korrekt durchgeführt. Beim durchgeführten Eingriff könnten die 
Nervenstrukturen theoretisch temporär unter Druck geraten, theoretisch auch di-
rekt verletzt werden. Die Positionierung der Retraktoren (die solches verursachen 
könnten) werde im OP Bericht nicht im Detail erwähnt. Da die Ausfälle unmittel-
bar nach der Beckenoperation aufgetreten seien und die Operation theoretisch 
eine Verletzung der im erweiterten Operationsgebiet verlaufenden Nervenstruktu-
ren zulasse, bestehe ein potentieller Zusammenhang der Ausfälle mit der Be-
ckenoperation.

22

Betreffend Frage 3 könne die Prognose ein Jahr nach OP nicht sicher abge-
schätzt werden. Die letzte Untersuchung habe eine im Vergleich zur Voruntersu-
chung tendenziell rückläufige Fussheberparese links gezeigt; die Prognose sei 
mit Vorsicht zu werten. 

Prof. Dr.med. F.________ empfahl abschliessend eine weitere fachneurologi-
sche Untersuchung inkl. ENG und EMG zur weiteren Standortbestimmung. Die 
Beschwerdeführerin benötige bis auf weiteres Physiotherapie, physikalische 
Massnahmen sowie psychologische Unterstützung.

4.3.11 Mit Schreiben vom 23. Mai 2018 zeigte sich die Vorinstanz gegenüber 
Prof. Dr.med. F.________ erstaunt, dass der Rechtsvertreter nicht wie angekün-
digt eine neurologische Zweitmeinung, sondern ein Gutachten organisiert habe. 
Das Gutachten gehe nur am Rande auf Fragen ein, die die Vorinstanz als UVG-
Versicherer interessieren würden. Aus diesem Grunde unterbreitete sie ihm zu-
sätzlich noch Fragen betreffend die Arbeitsfähigkeit (Vi-act. 110). 

In der Antwort vom 20. Juni 2018 erklärt Prof. Dr.med. F.________, die Frage 
der Auftragserteilung sei mit dem Rechtsvertreter zu klären. Ihn erstaune die 
Aussage, das Gutachten gehe auf die Vorinstanz interessierende Fragen nur am 
Rande ein. Das Gutachten sei umfassend, basierend auf der gesamten Kran-
kengeschichte und zweimaligem Untersuch. Ausser der Frage der Arbeitsfähig-
keit seien alle andern von der Vorinstanz gestellten im Gutachten klar erklärt. 
Gleichwohl beantwortet er den Fragenkatalog der Vorinstanz schriftlich. Es liege 
eine vollständige Arbeitsunfähigkeit vor. Die funktionellen Beeinträchtigungen 
seien im Gutachten unter der Konsultation vom 10. Januar 2018 im Abschnitt 
'Objektiv' detailliert aufgeführt. Er zeigte sich überzeugt, dass die Beschwerde-
führerin nebst den objektiv vorliegenden Defiziten eine schwere depressive Ent-
wicklung durchlaufen habe und aus diesem Grund zurzeit nicht arbeitsfähig sei 
und die Schmerzen / Beschwerden nicht willentlich überwinden könne. Da die ak-
tuelle Tätigkeit körperlich nicht besonders anstrengend sei, sei es schwierig, eine 
Arbeitsfähigkeit in einer anderen beruflichen Tätigkeit herzustellen. Schliesslich 
verweist er auf seine im Gutachten festgehaltene abschliessende Empfehlung 
(Vi-act. 106).

4.4.1 Es trifft zu, dass die Vorinstanz Kostengutsprache für eine Zweitmeinung 
erteilt hat. Sie hat dabei die Abklärung nicht selbst angeordnet, sondern die Ver-
anlassung bzw. die Zuweisung an den Facharzt dem Hausarzt überlassen, der 
auch um Kostengutsprache ersucht hatte. Aus dem Verfahrensablauf und insbe-
sondere aus dem Kostengutsprachegesuch des Hausarztes erhellt dabei, dass 
sich die Zweitmeinung auf die Nervenschädigung, deren Ursache und insbeson-

23

dere deren Behandlung beziehen sollte. So stellten sich der Beschwerdeführerin 
Fragen bezüglich der Ursache der Nervenschädigung und sie zeigte sich unzu-
frieden mit der Abklärung und Behandlung in der A.________ Klinik, weshalb sie 
sich gegenüber der Vorinstanz eine Zweitmeinung ausdrücklich vorbehielt (vgl. 
oben Erw. 4.3.2). Der Case-Manager nahm dies entgegen und klärte den An-
spruch mit dem beratenden Arzt, der den Anspruch bestätigte. Das Kostengut-
sprachegesuch des Hausarztes stimmt damit überein; die Lokalisation der Ner-
venschädigung habe bislang nicht bestimmt werden können, die Behandlung 
zeige sehr bescheidene Resultate; die Beschwerdeführerin wolle Klarheit. 

4.4.2 Aus den Akten erhellt ebenso, dass sich der Rechtsvertreter der Be-
schwerdeführerin an der Frage eines etwaigen Behandlungsfehlers am USZ, ei-
ner möglichen Haftung daraus und einem Regress sehr interessiert zeigte. Ver-
schiedentlich äusserte er auch, daran müsse auch die Vorinstanz Interesse zei-
gen. Tatsächlich klärte die Vorinstanz die Frage denn auch mit ihrem beratenden 
Arzt, der in den Unterlagen indes keine Hinweise für eine grobe Fahrlässigkeit 
erkennen konnte, sondern die Peroneusläsion als Behandlungsrisiko qualifizierte. 
Die Angelegenheit schien für die Vorinstanz damit erledigt zu sein. Entsprechend 
reagierte sie auch nicht weiter auf die diesbezüglichen Äusserungen des Rechts-
vertreters. 

Auch ergibt sich aus dem Verlauf, dass die Vorlage der umfassenden medizini-
schen Akten an Prof. Dr.med. F.________ auf ausdrückliche Aufforderung durch 
den Rechtsvertreter hin erfolgte. Sodann hatte die Vorinstanz entgegen der Dar-
stellung der Beschwerdeführerin Prof. Dr.med. F.________ keine Fragen unter-
breitet. Sie erklärte dieses Vorgehen gegenüber dem Rechtsvertreter sogar aus-
drücklich damit, dass es sich nicht um eine Begutachtung, sondern ein Konsilium 
handle. Für diesen Fall behielt sich der Rechtsvertreter eigene Fragen vor, wor-
auf die Vorinstanz nicht reagierte. Gegenüber Prof. Dr.med. F.________ drückte 
sie klar aus, dass sie einen konsiliarischen Bericht erwarte.

4.4.3 Der Vorinstanz ist beizupflichten, dass das vorliegende Gutachten Prof. 
Dr.med. F.________ nicht oder nur teilweise der Zweitmeinung entspricht, für 
welche sie Kostengutsprache erteilt hatte. So hat Prof. Dr.med. F.________ ei-
nen Befund erhoben und die Ursache(n) der Nervenläsion - unter Beizug der 
Krankengeschichte - begründet dargestellt. Auch hat er sich zur Prognose 
geäussert und eine Empfehlung für die weitere Behandlung abgegeben. Dies 
entspricht durchaus dem Gesuch um Kostengutsprache des Hausarztes und er-
füllt diese Erwartungen. Darüber hinaus geht aus dem Gutachten von Prof. 
Dr.med. F.________ aber auch klar hervor, dass die Beschwerdeführerin in ers-
ter Linie Gewissheit haben wollte, wer an ihrem Zustand schuld sei, ob die Ope-

24

ration im USZ lege artis erfolgt sei oder die Nervenläsion da schuldhaft verur-
sacht wurde. Hierzu unterbreiteten sie und ihr Ehemann dem Gutachter viele of-
fene Fragen, was letztlich zu zwei Konsultationen von insgesamt drei Stunden 
führte. Vor beiden Konsultationen wendete der Gutachter 4½ Std. resp. 2½ Std. 
Aktenstudium auf. Hinzu kamen 1 Std. Studium der Radiologiebefunde und 2 
Std. für Literaturstudium. Für die Aktenzusammenfassung wendete er 4 Stunden 
auf und für die Interpretation und die Schlussfolgerung 2 Std. Hinzu kommen 
zwei Stunden Sekretariatsarbeiten. Die Qualität des Gutachtens steht nicht in 
Frage; ebenso wenig, ob die zentrale Frage der Beschwerdeführerin, wer die 
Schuld an ihrem Leiden trägt, durch das Gutachten beantwortet wird oder nicht. 
Tatsache ist, dass Prof. Dr.med. F.________ nicht eine Zweitmeinung im Sinne 
der Kostengutsprache ablieferte, sondern sich in erster Linie mit den Beschwer-
den der Beschwerdeführerin, ihren offenen Fragen bezüglich Schuldzuweisung 
und ihrer Verarbeitung der Situation befasste und die diesbezüglich vom Rechts-
vertreter und der Beschwerdeführerin formulierten Fragen beantwortete. 

4.4.4 Damit steht fest, dass die Vorinstanz wohl Kostengutsprache für eine 
Zweitmeinung erteilt hat. Darauf ist sie zu behaften unabhängig davon, ob dies 
unter dem Gesichtspunkt der Untersuchungspflicht unerlässlich gewesen ist oder 
nicht. Anderseits entspricht das Gutachten offenkundig nicht der zu erwartenden 
Zweitmeinung resp. geht es weit darüber hinaus. So betrachtet handelt es sich 
beim vorliegenden Gutachten nicht um eine von der Vorinstanz angeordnete 
Massnahme. Kommt hinzu, dass namentlich die die Beschwerdeführerin belas-
tende und in ihrem Interesse geklärte Frage einer lege-artis Behandlung am USZ 
bzw. die Frage der Schuldzuweisung für ihre Leiden von der Untersuchungs-
pflicht der Vorinstanz nicht mitumfasst ist (resp. durch ihren beratenden Arzt be-
reits geklärt wurde). Für die Versicherung stand jederzeit unbestrittenermassen 
fest, dass die Diagnose der Nervenläsion unfallkausal und sie dafür leistungs-
pflichtig ist. Soweit das Gutachten über den Inhalt hinausgeht, der von der 
Zweitmeinung abgedeckt ist, besteht auch aufgrund von Art. 45 Abs. 1 Satz 2 
ATSG keine Kostentragungspflicht der Vorinstanz. 

4.4.5 Die Vorinstanz anerkennt, dass sie sich teilweise auf die Schlussfolgerun-
gen von Prof. Dr.med. F.________ abgestützt hat und dass sie ihm Zusatzfragen 
stellte. Kommt hinzu, dass - wie ausgeführt - ein Teil seiner Beurteilung durchaus 
der Vorstellung der Zweitmeinung entspricht, für welche die Vorinstanz Kosten-
gutsprache erteilt hat. Entsprechend ist es richtig, dass sie sich an den Kosten 
des Gutachtens beteiligt. Die im Einspracheentscheid vorgenommene Herleitung 
der Kostenbeteiligung ist nachvollziehbar. Die Dauer der beiden durchgeführten 
Konsultationen resultierte in erster Linie aus den offenen Fragen der Beschwer-

25

deführerin. Für eine Zweitmeinung wäre eine Konsultation à 1½ Std. ausreichend 
gewesen. Damit fällt auch das zweitmalige Aktenstudium ohne weiteres weg. 
Drei Stunden für Studium der Akten und Bildgebungsbefunde für eine Zweitmei-
nung erscheint ebenso angemessen wie eine Stunde für Schlussfolgerung sowie 
eine Stunde Sekretariatsarbeit. Dies ergibt - unter Anwendung der von Prof. 
Dr.med. F.________ genannten Stundenansätze - eine Kostenbeteiligung von 
Fr. 2'045.--.

4.5 Soweit die Beschwerdeführerin die Übernahme der vollen Gutachtenskos-
ten von Fr. 6'890.-- durch die Vorinstanz beantragt, erweist sich die Beschwerde 
damit als unbegründet. Es ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz gestützt 
auf ihre erteilte Kostengutsprache vom 1. November 2017 resp. gestützt auf Art. 
45 Abs. 1 ATSG eine Kostenbeteiligung in der Höhe von Fr. 2'045.-- sprach.

5. Zusammenfassend ist die Beschwerde damit teilweise gutzuheissen. Die 
Punkte 1 bis 3 sowie 5 und 6 des Entscheides Ziff. 3.1 vom 10. Februar 2020 
werden aufgehoben. Der Einspracheentscheid wird bestätigt, soweit die am 14. 
September 2018 verfügte Leistungskürzung resp. -einstellung (vgl. Einspra-
cheentscheid Ziff. 2.6) aufgehoben und an die Kosten Gutachten Prof. Dr.med. 
F.________ eine Kostenbeteiligung von Fr. 2'045.-- gesprochen werden. Die Sa-
che ist daher unter teilweiser Aufhebung des Einspracheentscheides vom 10. 
Februar 2020 an die Vorinstanz zurückzuweisen, damit sie ordnungsgemäss 
über ihre Leistungspflicht verfüge.

6.1 Es werden keine Kosten erhoben (Art. 61 lit. a ATSG).

6.2.1 Die Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zur erneuten Abklärung und 
neuem Entscheid (mit noch offenem Ausgang) gilt nach ständiger Praxis für die 
Frage der Auferlegung der Gerichtskosten wie auch der Zusprechung einer Par-
teientschädigung als Obsiegen der beschwerdeführenden Partei, unabhängig 
davon, ob die Rückweisung überhaupt beantragt, oder ob das entsprechende 
Begehren im Haupt- oder Eventualantrag gestellt wird (vgl. Urteile BGer 
8C_520/2014 vom 29.10.2014 Erw. 6; 8C_604/2013 vom 28.12.2014 Erw. 6, je 
mit Hinweisen u.a. auf BGE 132 V 215 Erw. 6.1; VGE I 2014 62 vom 31.10.2014 
Erw. 6.1; VGE I 2013 41 vom 7.8.2013 Erw. 3.1).

6.2.2 Nachdem die beanwaltete Beschwerdeführerin im vorliegenden Verfahren 
teilweise obsiegt, ist ihr zu Lasten der Vorinstanz eine (infolge des Unterliegens 
betreffend Kostenbeteiligung Gutachten Prof. Dr.med. F.________) leicht redu-
zierte Parteientschädigung zuzusprechen (Art. 61 lit. g ATSG). Die Parteien-
tschädigung ist in Beachtung des kantonalen Gebührentarifs für Rechtsanwälte 

26

(GebTRA; SRSZ 280.411) vom 27. Januar 1975, welcher für das Honorar im Ver-
fahren vor Verwaltungsgericht in § 14 einen Rahmen von Fr. 300.-- bis Fr. 8'400.-
- vorsieht, und unter Beachtung der in § 2 des Gebührentarifs enthaltenen Krite-
rien sowie in Ausübung des pflichtgemässen Ermessens auf insgesamt Fr. 
2'000.-- (inkl. Barauslagen und MwSt) festzusetzen.

27

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:

1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde werden die Punkte 1 bis 3 sowie 
5 und 6 des Einspracheentscheides Ziff. 3.1 vom 10. Februar 2020 aufge-
hoben und die Sache im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurück-
gewiesen, damit sie ordnungsgemäss über ihre Leistungspflicht verfügt. 
Die mit dem Einspracheentscheid beschlossene Aufhebung der Verfügung 
vom 14. September 2018 sowie die Beteiligung an den Gutachtenkosten in 
der Höhe von Fr. 2'045.-- werden bestätigt.

2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3. Die Vorinstanz hat der Beschwerdeführerin eine leicht reduzierte Parteien-
tschädigung in der Höhe von Fr. 2'000.-- (inkl. Barauslagen und MwSt) zu 
bezahlen.

4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung Beschwer-
de* in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beim Bundesgericht, Schwei-
zerhofquai 6, 6004 Luzern, erhoben werden (Art. 42 und 82ff. des Bundes-
gesetzes über das Bundesgericht [BGG; SR 173.110] vom 17.6.2005).

Soweit die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nicht 
zulässig ist, kann in derselben Rechtsschrift subsidiäre Verfassungsbe-
schwerde* erhoben und die Verletzung von verfassungsmässigen Rechten 
gerügt werden (Art. 113ff. BGG).

5. Zustellung an:
- - den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin (2/R) 
- - die Vorinstanz (R)
- - und das Bundesamt für Gesundheit, BAG, 3003 Bern (A).

Schwyz, 9. September 2020

Im Namen des Verwaltungsgerichts

Der Vizepräsident:

Der a.o. Gerichtsschreiber:

28

*Anforderungen an die Beschwerdeschrift 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache (Deutsch, Französisch, Italienisch, Ru-
mantsch Grischun) abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der 
Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form 
darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt. Die Urkunden, auf die 
sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 
hat; der angefochtene Entscheid ist beizulegen.

Versand: 25. September 2020