# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fadbc15e-acb3-5311-984a-2140cf8b393b
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-12-12
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 12.12.2023 B-5919/2017
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_B-5919-2017_2023-12-12.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 
 

 

 

  

 

 
 Abteilung II 

B-5919/2017 

 

  U r t e i l  v o m  1 2 .  D e z e m b e r  2 0 2 3  

Besetzung 

 
Richter Stephan Breitenmoser (Vorsitz), 

Richter David Aschmann, Richterin Mia Fuchs; 

Gerichtsschreiber Ralf Straub. 

 

 
 

Parteien 

 
Koch Group AG Wallisellen  

(vormals Paul Koch AG),  

Birgistrasse 3, 8304 Wallisellen,  

vertreten durch die Rechtsanwälte  

Dr. Patrick Sommer, Stefan Brunnschweiler  

und/oder Marquard Christen,  

CMS von Erlach Partners AG,  

Räffelstrasse 26, Postfach, 8022 Zürich,  

Beschwerdeführerin,   
 

 
gegen 

 

 
Wettbewerbskommission,  

Hallwylstrasse 4, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  
Gegenstand 

 
Unzulässige Wettbewerbsabrede. 

 

B-5919/2017 

Seite 2 

Inhaltsverzeichnis: 

Sachverhalt ............................................................................................ 3 

Erwägungen ......................................................................................... 17 

 

I. Prozessvoraussetzungen .............................................................. 17 

II. Geltungs- und Anwendungsbereich des Kartellgesetzes ................ 18 

III. Rechtmässigkeit des bundesverwaltungsgerichtlichen Verfahrens 19 

1) Ausschluss der Feststellung einer Preisabrede .................................. 19 

2) Ausschluss einer Sanktionierung ...................................................... 24 

3) Vorabprüfung vor Veröffentlichung .................................................. 32 

IV. Rechtmässigkeit des vorinstanzlichen Verfahrens ......................... 36 

1) Verletzung der Verfahrensgarantien von Art. 6 EMRK ....................... 36 

2) Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes ....................................... 38 

3) Verstoss gegen den Anspruch auf rechtliches Gehör ......................... 42 

V. Relevanter Markt ......................................................................... 44 

1) Sachlich relevanter Markt ................................................................ 44 

2) Räumlich relevanter Markt .............................................................. 50 

3) Zeitlich relevanter Markt ................................................................. 54 

4) Fazit Marktabgrenzung .................................................................... 55 

VI. Unzulässige Wettbewerbsabrede gemäss Art. 5 KG ...................... 55 

1) Abreden .......................................................................................... 56 

a) Beteiligte einer Wettbewerbsabrede .................................. 56 

b) Verhältnis der Abredebeteiligten ........................................ 57 

c) Abredeform ....................................................................... 61 

2) Wettbewerbsbeschränkung ............................................................. 77 

3) Wettbewerbsbeseitigung ................................................................. 95 

4) Wettbewerbsbeeinträchtigung ........................................................ 96 

5) Erheblichkeit ................................................................................... 96 

6) Rechtfertigungsgründe .................................................................. 102 

7) Fazit Wettbewerbsabrede .............................................................. 106 

VII. Sanktionen ................................................................................ 106 

1) Massgebende Sanktionsvorschriften .............................................. 106 

2) Vorwerfbarkeit .............................................................................. 108 

3) Sanktionsbemessung ..................................................................... 116 

a) Allgemeines ..................................................................... 117 

b) Basisumsatz .................................................................... 120 

c) Basisbetrag ..................................................................... 120 

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d) Dauer des wettbewerbswidrigen Verhaltens .................... 130 

e) Berücksichtigung des mutmasslichen Gewinns ............... 135 

f) Sonstige Erhöhungsgründe ............................................. 139 

g) Milderungsgründe ............................................................ 139 

h) Maximalsanktion .............................................................. 141 

i) Sanktionsreduktion .......................................................... 142 

j) Übersicht Sanktionsbemessung ...................................... 163 

k) Sanktionsherabsetzung wegen Dauer des Verfahrens .... 164 

VIII. Verjährung ................................................................................. 164 

IX. Vorinstanzliche Verfahrenskosten .............................................. 166 

X. Gesamtbeurteilung der Beschwerde ........................................... 168 

XI. Verfahrenskosten und Parteientschädigung ............................... 168 
 

Dispositiv ........................................................................................... 169 
 

Hinweis: Bei allen im Urteil nachfolgend in geschwungenen Klammern aufgeführ-

ten Leerstellen, Ersetzungen oder Zahlenangaben handelt es sich um Anonymi-

sierungen von Geschäftsgeheimnissen der Parteien oder von Dritten. 

 

Sachverhalt: 

A.  Gegenstand 

Gegenstand des vorliegenden Urteils bildet die von der Wettbewerbs-

kommission (nachfolgend auch: WEKO oder Weko) am 18. Oktober 2010 

erlassene Verfügung in Sachen Untersuchung Nr. 22-0358 betreffend 

Baubeschläge für Fenster und Fenstertüren (RPW 2010/4, 717, nachfol-

gend: angefochtene Verfügung). Danach hätten im Zeitraum zwischen 

2004 und 2007 (nachfolgend: massgeblicher Zeitraum) verschiedene Un-

ternehmen der Fensterbeschlagbranche einschliesslich der Beschwerde-

führerin durch die Mitwirkung an einer Preisabrede hinsichtlich der Durch-

führung von Preiserhöhungen bei Beschlägen für Fenster- und Fenstertü-

ren eine unzulässige Wettbewerbsbeschränkung gemäss Art. 5 des Kar-

tellgesetzes vom 6. Oktober 1995 (KG, SR 251) verwirklicht, weshalb die 

Beschwerdeführerin mit einem Betrag gemäss Art. 49a KG sanktioniert 

wurde.  

  

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B.  Beschwerdeführerin 

B.a   Die Beschwerdeführerin (vormals bis 2015: Paul Koch AG; nach-

folgend: Koch) ist eine seit 1979 bestehende schweizerische Aktienge-

sellschaft mit Sitz in Wallisellen. Der Zweck der Gesellschaft besteht im 

Handel mit Beschlägen, Werkzeugen und Maschinen, Planung, Montage 

und Service von Schliessanlagen sowie Zutritts-, Verschluss- und Ret-

tungswegtechnik.  

B.b   Die Beschwerdeführerin ist eine Gruppengesellschaft der Koch-

Gruppe, welche nach ihrem eigenen Vorbringen die grösste Händlerin für 

Fenster- und Fenstertürbeschläge in der Schweiz ist. Weitere Gruppen-

gesellschaften der Koch-Gruppe sind die Koch-Group AG St. Gallen 

(vormals bis 2015: Eugen Koch AG) und die Koch Group AG Bern (vor-

mals bis 2015: KWB Beschläge AG). 

C.  Sonstige Unternehmen 

C.a   Die nachfolgend aufgeführten Unternehmen waren als Untersu-

chungsadressaten ebenfalls in die Untersuchung der Vorinstanz einbezo-

gen und stellen auch Verfügungsadressaten der angefochtenen Verfü-

gung dar. Zum Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung er-

geben sich hierbei die nachfolgend aufgeführten Unternehmensaspekte. 

C.b   Die Roto Frank (Schweiz) GmbH (nachfolgend: Roto) ist eine 

1972 gegründete Gesellschaft mit Sitz in Dietikon (vormals bis 2012: Roto 

Frank AG mit Sitz in Zürich). Ihr Zweck besteht im Vertrieb von Baube-

schlägen und Bauzubehör. Sie ist eine Tochtergesellschaft der deutschen 

Roto Frank AG in Leinfelden-Echterdingen (nachfolgend: Roto D) und 

damit eine Konzerngesellschaft der Roto-Gruppe. 

C.c   Die Siegenia-Aubi AG (nachfolgend: Siegenia) ist eine 1977 ge-

gründete Aktiengesellschaft mit Sitz in Uetendorf. Ihr Zweck besteht in 

der Herstellung und dem Vertrieb von Baubeschlägen sowie der Verwer-

tung von Patenten und Schutzrechten und dem Erwerb von Grundstü-

cken. Sie ist eine Tochtergesellschaft der deutschen Siegenia-Aubi KG in 

Wilnsdorf (nachfolgend: Siegenia D) und damit eine Konzerngesellschaft 

der Siegenia-Gruppe. 

C.d    Die Gretsch-Unitas AG (nachfolgend: GU) ist eine 1991 gegründe-

te Aktiengesellschaft mit Sitz in Rüdtligen bei Kirchberg. Ihr Zweck be-

steht im Handel und der Herstellung von Baubeschlägen sowie Metallwa-

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ren aller Art. Sie ist eine Tochtergesellschaft der deutschen Gretsch-

Unitas GmbH in Ditzingen (nachfolgend: GU D) und damit eine Konzern-

gesellschaft der GU-Gruppe. 

C.e   Die SFS unimarket AG (nachfolgend: SFS) ist eine 2001 gegrün-

dete Aktiengesellschaft mit Sitz in Widnau und Domiziladresse in 

Heerbrugg. Ihr Zweck bestand im Vertrieb sowie der Entwicklung und 

Herstellung von Beschlägen, Befestigungselementen, Konstruktionstei-

len, Werkzeugen und anderen Produkten. Sie ist eine Tochtergesellschaft 

der SFS Group AG (vormals: SFS Holding AG) mit Sitz in Heerbrugg 

(nachfolgend: SFS Holding) und damit eine Konzerngesellschaft der SFS-

Gruppe. Nach mehreren Fusionen mit anderen Gruppengesellschaften 

lautet ihre Firma heute SFS Group Schweiz AG. 

C.f   Die deutsche Winkhaus Fenstertechnik GmbH & Co. KG in Teltge 

betrieb bis Juni 2007 eine Zweigniederlassung in Winterthur. Seit diesem 

Zeitpunkt bearbeitet die Winkhaus-Gruppe (nachfolgend: Winkhaus) den 

schweizerischen Markt direkt aus Deutschland mit zwei Aussendienstmit-

arbeitern der Aug. Winkhaus GmbH & Co. KG in Teltge. 

C.g   Die Mayer & Co. Beschläge GmbH (nachfolgend: Maco) ist eine 

österreichische Gesellschaft mit Sitz in Salzburg. Ihr Zweck besteht in der 

Produktion von Baubeschlägen für Fenster und Fenstertüren, Türschlös-

sern, Fenstergriffen und Ladenbeschlägen. 

D.  Wesentliche Aspekte des Geschäftsbereichs 

D.a   Den Gegenstand der angefochtenen Verfügung bilden die Wett-

bewerbsverhältnisse im Geschäftsbereich der Baubeschläge für Fenster 

und für Fenstertüren (nachfolgend zusammen: Fensterbeschläge).  

D.b   Bei einer Fenstertüre handelt es sich im Wesentlichen um ein 

Fenster mit Türfunktion. Da eine sachliche Differenzierung zwischen 

Fenstern und Fenstertüren für die vorliegende Angelegenheit nicht erfor-

derlich ist, wird eine entsprechende Differenzierung nachfolgend nicht 

mehr erwähnt, sondern nur noch insgesamt auf den Begriff «Fenster» 

abgestellt.  

D.c   Als Fensterbeschläge sind alle mechanischen Teile zu qualifizie-

ren, welche Fensterrahmen und Fensterflügel verbinden und die Öff-

nungs- und Schliessfunktion eines Fensters steuern. Fensterbeschläge 

umfassen dabei alle Beschlagskomponenten, welche die Öffnungs- und 

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Schliessfunktion sicherstellen. Dabei sind die Beschlagskomponenten 

aufeinander abgestimmt und bilden eine funktionale Einheit, wodurch sich 

jeweils spezifische Beschlagsgarnituren für bestimmte Fenstertypen er-

geben. 

D.d   Fensterbeschläge werden in unterschiedlicher Art für Fenster mit 

verschiedenen Arten der Fensteröffnung hergestellt: Dreh-Kipp-

Mechanismus, Drehmechanismus, Kippmechanismus, Schwingmecha-

nismus, Hebeschiebmechanismus, Parallelschiebmechanismus, Falt-

schiebmechanismus. Der ganz wesentliche Teil der Fensterbeschläge im 

Umfang von rund 80%-90% ist in Zentraleuropa als Dreh-Kipp-Beschlag 

ausgestaltet, wodurch bei einem Fenster eine Öffnung sowohl mittels ei-

ner Kippstellung als auch durch eine Drehstellung verwirklicht werden 

kann. 

D.e   Bei Fenstern lassen sich aufgrund ihrer Bauart zwei grundsätzli-

che Kategorien unterscheiden: Holz- und Kunststofffenster sowie Alumi-

niumfenster. Während Holz- und Kunststofffenster zumeist durch speziali-

sierte Fensterproduzenten oder Holzbetriebe hergestellt werden, erfolgt 

die Produktion von Aluminiumfenstern durch Metallbaubetriebe, Fassa-

denbauer und Schlossereien. Aufgrund der Bauart bedürfen die jeweili-

gen Fenster unterschiedlicher Fensterbeschläge.   

D.f   Von den Fensterbeschlägen zu unterscheiden ist das Beschlags-

zubehör. Hierzu zählen Fenstergriffe, Bänder, Bauchemie, Schwellen, 

Regenschienen, Dichtungen, Schrauben, Getriebe u.a. Das Beschlags-

zubehör wird üblicherweise über andere Bezugsquellen als die Fenster-

beschläge bezogen.  

D.g   Für die Herstellung eines Fensterbeschlags werden vorwiegend 

nichtrostende metallische Stoffe wie Stahl, Zamak und Aluminium einge-

setzt. 

E.  Vertriebsstrukturen 

E.a   Die massgeblichen Hersteller von Fensterbeschlägen in Europa 

sind Roto D, Siegenia D, GU D, Maco und Winkhaus. Auf diese fünf Be-

schlaghersteller entfallen auch nahezu sämtliche in der Schweiz abge-

setzten Produkte an Fensterbeschlägen. Neben diesen massgeblichen 

Beschlagherstellern sind in Europa nur noch einige wenige Hersteller von 

Fensterbeschlägen vorhanden, deren Fokus auf Nischenmärkte ausge-

richtet ist und die in der Schweiz nicht selbst geschäftstätig sind.  

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E.b   Der Vertrieb ihrer Fensterbeschläge innerhalb der Schweiz durch 

die massgeblichen Beschlaghersteller erfolgt im Wesentlichen über natio-

nale Vertriebsvertretungen in Gestalt von Tochtergesellschaften oder Nie-

derlassungen und/oder über Zwischenhändler als Vertriebsmittler in Ge-

stalt von Grosshändlern (Koch und SFS) oder kleineren Einzelhändlern 

(z.B. Rudolf Geiser AG, Immer AG, Fritz Blaser & Cie. AG) an die Her-

steller von Fenstern (nachfolgend: Fensterproduzenten). Diese verwen-

den die Fensterbeschläge zum Einbau in die jeweils von ihnen hergestell-

ten Fenster, die sie wiederum gegenüber den Endkunden in Gestalt von 

Bauunternehmen, Architekten und Privaten, welche den Einbau eines 

montagefertigen Fensters nachfragen, absetzen. Im Bedarfsfall beliefern 

sich die Grosshändler auch gegenseitig. In einem sehr geringen Umfang 

werden Fensterproduzenten auch direkt von Lieferanten aus Deutschland 

beliefert.  

E.c   Im massgeblichen Zeitraum haben die Hersteller Roto D und GU 

D sowie Winkhaus ihre Produkte über ihre in der Schweiz domizilierten 

Tochtergesellschaften Roto und GU sowie ihre Zweigniederlassung ver-

trieben. Diese nationalen Herstellervertretungen haben sowohl die Fens-

terproduzenten direkt als auch die Zwischenhändler beliefert. 

E.d   Siegenia D hat ihre Produkte ebenfalls über ihre schweizerische 

Tochtergesellschaft Siegenia vertrieben. Siegenia wiederum hat die Pro-

dukte mehrheitlich über die Koch-Gruppe abgesetzt, die als Grosshändle-

rin wiederum an Fensterproduzenten und Einzelhändler verkauft. Dane-

ben hat Siegenia auch direkte Lieferbeziehungen zu drei grösseren Kun-

den unterhalten, um die Geschäfte mit diesen Kunden nicht zu verlieren. 

E.e   Auf Kundenwunsch haben die Koch-Gruppe und SFS als Gross-

händler auch Fensterbeschläge anderer Beschlaghersteller als die von 

ihnen üblicherweise vertriebenen Produkte geliefert. 

E.f   Maco hat ihre Produkte in der Schweiz über SFS vertrieben, die 

als Grosshändlerin wiederum die Fensterproduzenten und die Einzel-

händler beliefert hat. Darüber hinaus hat Maco einen Kunden auch direkt 

beliefert. 

E.g   Die Fensterproduzenten lassen sich in drei Kategorien einteilen, 

die sich hinsichtlich Produkteangebot, Betriebsgrösse und Umsatz deut-

lich voneinander unterscheiden. Den grossen Fensterproduzenten mit ei-

nem Umsatz von mehr als 20 Mio. CHF, welche die Fenster automatisiert 

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und in grossen Stückzahlen produzieren, stehen die kleinen Fensterpro-

duzenten mit einem Umsatz von weniger als 10 Mio. CHF gegenüber, die 

zumeist als Schreinereibetriebe ausgestaltet sind. Bei den mittelgrossen 

Unternehmen mit einem Umsatz zwischen 10 und 20 Mio. CHF variiert 

die Ausgestaltung entsprechend. 

E.h   Die grosse Mehrheit der Fensterproduzenten bezieht die Fenster-

beschläge stets vom gleichen Lieferanten. Der Wechsel eines Lieferanten 

ist mit relativ grossem Aufwand in Bezug auf die elektronische Erfassung 

und Verwendung im Kalkulations- und Produktionsprozess durch das je-

weilige IT-System sowie die Schulung der Mitarbeiter verbunden. Ein Lie-

ferantenwechsel kommt deshalb relativ selten vor. 

E.i  Preiserhöhungen werden auf unterschiedliche Art und Weise vor-

genommen. In der Regel wird die Preisbasis, d.h. der Verkaufspreis des 

jeweiligen Lieferanten, erhöht, indem diese mit einem Materialteuerungs-

zuschlag (nachfolgend: MTZ) versehen wird. Vereinzelt bleibt die Preis-

basis unverändert, und die Preiserhöhung erfolgt mittels Kürzungen von 

Nachlässen, insbesondere durch die mit den einzelnen Abnehmern ver-

handelten individuellen Rabattanpassungen.  

F.   Marktverhältnisse 

F.a   Für den relevanten Markt der Fensterbeschläge mit Dreh-Kipp-

Mechanismus bestanden aufgrund der durchgeführten Marktuntersu-

chungen für das Jahr 2007 folgende, vorliegend relevanten Marktanteile: 

(1) die Koch-Gruppe, die Siegenia-Gruppe, die Roto-Gruppe und Wink-

haus sowie SFS wiesen einen Gesamtanteil von über 90% des Markts 

auf; (2) die Koch-Gruppe, die Siegenia-Gruppe, die Roto-Gruppe und 

Winkhaus vereinten einen Gesamtanteil von über 80% des Markts auf 

sich. 

G.  Geschehensablauf 

G.a   In der Zeit zwischen November 1999 und Juli 2007 kam es zu ho-

rizontalen Preisabsprachen von europäischen Herstellern von Fensterbe-

schlägen einschliesslich der für die Schweiz massgeblichen Beschlag-

hersteller, in welche die jeweiligen nationalen Vertriebsgesellschaften der 

Hersteller in den einzelnen Staaten der Europäischen Union (nachfolgend 

auch «EU») einbezogen waren. Die EU-Kommission sanktionierte neun 

Hersteller wegen dieser wettbewerbswidrigen Abreden mit einer Geld-

busse von 86 Mio. Euro (EU-Kom, 28.3.2012, COMP/39452 – Beschläge 

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für Fenster und Fenstertüren, Siegenia-Aubi KG, Roto AG u.a., ABl. 2012 

C 292/6). Die Sanktionsverfügungen gegenüber den als Verfügungsad-

ressaten in Anspruch genommenen einzelnen Unternehmen wurden 

rechtskräftig, weil von diesen keine Rechtsmittel ergriffen oder eingelegte 

Rechtsmittel zurückgezogen wurden. 

G.b   In den Jahren 2004 sowie 2006/2007 kam es auch zu Preiserhö-

hungen von Fensterbeschlägen in der Schweiz. Dabei erfolgte eine Viel-

zahl von Kontakten zwischen den Untersuchungsadressaten in der 

Schweiz.  

G.c   Für die Beurteilung des von der Beschwerdeführerin gemäss der 

angefochtenen Verfügung zu sanktionierenden Verhaltens sind die nach-

folgend aufgeführten Ereignisse von massgeblicher Bedeutung.  

G.d  Zu Beginn des Jahres 2006 war eine neuerliche Preiserhöhung 

bei Fensterbeschlägen durch die Beschlaghersteller aufgrund der gestie-

genen Rohstoffpreise absehbar. Daraufhin kam es im Laufe des Jahres 

2006 zu verschiedenen Kontaktaufnahmen der schweizerischen Untersu-

chungsadressaten mit einem Austausch über die Ausgestaltung der 

Preiserhöhung. 

G.e   Im Rahmen einer solchen Kontaktaufnahme wurde Roto von Sie-

genia im August 2006 mitgeteilt, dass diese eine Preiserhöhung von 5% 

bis 6% auf den 1. September 2006 durchführen werde. Bereits vorgängig 

war durch Siegenia eine Preiserhöhung von 6% auf den 1. September 

2006 gegenüber Koch angekündigt worden. 

G.f   Mit E-Mail vom 7. September 2006 lud Koch sämtliche Untersu-

chungsadressaten mit Ausnahme von Maco und GU zu einem Treffen ein. 

Unter dem Betreff «Terminanfrage Umsetzung MTZ 2007» wurde u.a. 

ausgeführt: «Aufgrund der Preisentwicklung der Rohmaterialien Stahl, 

Zink und Alu sowie der gestiegenen Sozial- und Transportkosten werden 

alle Hersteller Preisaufschläge ankündigen. Bezüglich Umsetzung und 

Höhe sollten wir uns in der Schweiz abstimmen, um dem internationalen 

Preisniveau etwas näher zu kommen.» 

G.g  Mit E-Mail vom 8. September 2006 bestätigte Koch den Bespre-

chungstermin vom 22. September 2006. Zudem wurde darüber informiert, 

«dass sich GU entschuldigen lässt, diese hätten ohnehin einen MTZ von 

4,2% per 01.09.2006 umgesetzt».  

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G.h    Am Treffen vom 22. September 2006 nahmen Koch, Roto, Siege-

nia, Winkhaus und SFS teil. Gegenstand der Besprechung bildete der 

Aspekt, ob eine Preiserhöhung für 2007 vorgenommen werden soll und 

falls ja, wie hoch diese Preiserhöhung ausfallen und zu welchem Zeit-

punkt sie angekündigt und durchgeführt werden soll. Hierzu tauschten die 

Teilnehmer Informationen über Verkaufspreise, Marktsituation und ihre 

Vorstellungen und Absichten über Preiserhöhungen aus.   

G.i  Anlässlich der Besprechung verständigten sich Koch, Roto und 

Siegenia darüber, bis Ende Oktober 2006 eine Preiserhöhung in Form ei-

nes Materialteuerungszuschlags in Höhe von mindestens 5% zum 1. Feb-

ruar 2007 anzukündigen. Von Seiten der Selbstanzeigerin Roto wurde der 

Inhalt dieser Verständigung folgendermassen angegeben: Roto um 5,8% 

zum 1. Februar 2007, Koch und Siegenia um 5,7% zum 1. Februar 2007 

sowie Winkhaus um 6% bereits zum 1. Januar 2007. Von Seiten Koch 

wurde dementsprechend geltend gemacht, dass im Rahmen der Verstän-

digung ihre angekündigte Preiserhöhung von 6% auf den 1. September 

2006 in eine Preiserhöhung von 5,7% zum 1. Februar 2007 umgewandelt 

worden sei. 

G.j   Mit E-Mail vom 16. Oktober 2006 informierte Winkhaus die übri-

gen Teilnehmer der Besprechung, dass die Preiserhöhung in Höhe von 

6% bis spätestens 1. Februar 2007 umgesetzt sei. Dabei wurde das be-

treffende Preiserhöhungsschreiben an die Kunden als Anlage beigefügt. 

Die E-Mail weist zudem die Aufforderung zum gegenseitigen Austausch 

der Preiserhöhungsschreiben auf. Bereits vorgängig hatte Winkhaus an-

lässlich eines Treffens am 29. September 2006 über die Umsetzung der 

Preiserhöhung um 6% auf den 1. Januar 2007 informiert. 

G.k  Die Ankündigung der Preiserhöhungen wurde durch Koch, Siege-

nia, Roto und Winkhaus wie vorgesehen bis Ende Oktober gegenüber 

den jeweiligen Kunden vorgenommen. 

G.l   Die Preiserhöhungsschreiben an die Kunden wurden von Koch, 

Siegenia, Roto und Winkhaus wechselseitig ausgetauscht. 

G.m   Die Preiserhöhungen wurden durch Koch, Roto, Siegenia und 

Winkhaus wie vorgesehen im Januar bzw. Februar vorgenommen. 

G.n   Die Anwendung des koordinierten Materialteuerungszuschlags 

durch die Abredebeteiligten einschliesslich der Beschwerdeführerin er-

folgte jedenfalls bis Juli 2007. Zu diesem Zeitpunkt waren aufgrund einer 

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Selbstanzeige von Roto Hausdurchsuchungen bei verschiedenen Ab-

redebeteiligten durch die Wettbewerbsbehörden durchgeführt worden. Im 

Nachgang hierzu erfolgte in unterschiedlicher Ausgestaltung auch eine 

gewisse Kooperation der Abredebeteiligten mit den Wettbewerbsbehör-

den.  

G.o   Der wesentliche Inhalt der Besprechung am 22. September 2006 

wird durch verschiedene handschriftliche Notizen sowie Aktennotizen von 

Sitzungsteilnehmern belegt. Im Übrigen sind die Durchführung des Tref-

fens einschliesslich der Teilnahme der angeführten Unternehmen, der 

Gegenstand der Besprechung einschliesslich des Austauschs von Infor-

mationen über die Preiserhöhungen sowie die vorgesehene Ankündigung 

der Preiserhöhungen und die Umsetzung der Preiserhöhungen unstrittig. 

H.  Vorinstanzliches Verfahren 

H.a   Am 10. Juli 2007 ging beim Sekretariat der Wettbewerbskommis-

sion (nachfolgend: Sekretariat) eine Selbstanzeige in Form einer schriftli-

chen Unternehmenserklärung von Roto ein. Am 26. Juli 2007 hat das 

Sekretariat im Einvernehmen mit einem Mitglied des Präsidiums der 

Wettbewerbskommission unter Vorbehalt von Art. 11 Abs. 1 SVKG den 

vollständigen Erlass der Sanktion gemäss Art. 8 Abs. 1 SVKG zu Guns-

ten von Roto bestätigt. Im weiteren Verlauf des Untersuchungsverfahrens 

hat Roto ergänzende Beweismittel und angefragte Informationen übermit-

telt.     

H.b   Gestützt auf diese Selbstanzeige eröffnete das Sekretariat am 

16. Juli 2007 eine Untersuchung gemäss Art. 27 KG gegen die potentiel-

len Abredebeteiligten einschliesslich der Beschwerdeführerin als Verfü-

gungsadressaten. Das Sekretariat gab die Eröffnung der Untersuchung 

mittels amtlicher Publikation im Schweizerischen Handelsamtsblatt vom 

30. Juli 2007 (Nr. 145, S. 38) sowie im Bundesblatt vom 7. August 2007 

(BBl 2007 6007) bekannt. 

H.c   Bei verschiedenen Untersuchungsadressaten wurden daraufhin 

Hausdurchsuchungen im Sinne von Art. 42 Abs. 2 KG durchgeführt. Im 

Rahmen der Hausdurchsuchungen wurde umfangreiches Aktenmaterial 

beschlagnahmt und dieses in Beschlagnahmungsprotokollen unter Anga-

be von Gegenstand, Fundort etc. dokumentiert. Die Server dieser Unter-

nehmen wurden dabei gespiegelt. 

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H.d   Nach vorgängig angekündigter voller Kooperationsbereitschaft hat 

SFS dem Sekretariat eine Meldung im Sinne von Art. 12 Abs. 3 SVKG 

samt Beilagen eingereicht.  

H.e   Ab dem 12. März 2008 wurden die Untersuchungsadressaten vom 

Sekretariat schriftlich befragt. Die schriftlichen Antworten gingen zwischen 

dem 26. März 2008 und dem 18. Januar 2010 ein. Des Weiteren wurden 

55 Fensterverarbeiter, neun Zwischenhändler, zwei schweizerische Fach-

verbände sowie Dritte zur Abgabe von Auskünften aufgefordert. Sämtli-

che Antworten gingen zwischen dem 12. Februar 2009 und dem 22. Mai 

2009 beim Sekretariat ein.  

H.f   Am 2. Oktober 2008 gab die Beschwerdeführerin beim Sekretariat 

eine Protokollerklärung ab, mit der sie ihre volle Kooperationsbereitschaft 

zusicherte. Die entsprechende Bestätigung des Sekretariats erfolge am 

10. Oktober 2008. Im Rahmen ihrer Kooperation lieferte die Beschwerde-

führerin am 18. Februar 2009 anlässlich einer Besprechung zusätzliche 

Informationen und reichte diese anschliessend in schriftlicher Form ein. 

H.g   Am 14. Juli 2010 übermittelte das Sekretariat sämtlichen Untersu-

chungsadressaten den Verfügungsantrag zur Stellungnahme. Die einzel-

nen Stellungnahmen hierzu wurden im Laufe des August 2010 einge-

reicht. 

H.h   Ebenfalls am 14. Juli 2010 versandte das Sekretariat einen Vor-

schlag einer einvernehmlichen Regelung an Roto, Siegenia, SFS, Koch 

und Winkhaus einschliesslich einer voraussichtlichen Sanktionsberech-

nung. Im August 2010 wurde zwischen dem Sekretariat sowie Roto, Sie-

genia und Winkhaus eine einvernehmliche Regelung abgeschlossen. Von 

Koch und SFS sowie von Maco wurde der Abschluss einer einvernehmli-

chen Regelung abgelehnt. 

H.i   Am 18. Oktober 2010 erliess die Wettbewerbskommission die an-

gefochtene Verfügung mit folgendem Dispositiv: 

«1. Es wird festgestellt, dass die von den Untersuchungsadressaten Roto 

Frank AG, Dietikon, Aug. Winkhaus GmbH & Co. KG, Telgte, Siegenia-Aubi 

AG, Uetendorf, Paul Koch AG, Wallisellen, und SFS unimarket AG, 

Heerbrugg, im Jahre 2006/2007 praktizierte/getroffene Wettbewerbsabrede 

betreffend Preiserhöhungen nach Massgabe von Art. 5 Abs. 1 i.V.m. Art. 5 

Abs. 3 lit. a KG unzulässig ist.  

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Seite 13 

2. Es wird festgestellt, dass die von den Untersuchungsadressaten Roto 

Frank AG, Dietikon, und Siegenia-Aubi AG, Uetendorf, praktizierte/getroffene 

Wettbewerbsabrede betreffend Preiserhöhungen im Jahre 2004 nach Mass-

gabe von Art. 5 Abs. 1 i.V.m. Art. 5 Abs. 3 lit. a KG unzulässig ist.  

3. Die zwischen dem Sekretariat der Wettbewerbskommission und den Un-

tersuchungsadressaten Roto Frank AG, Aug. Winkhaus GmbH & Co. KG 

und Siegenia-Aubi AG abgeschlossenen einvernehmlichen Regelungen wer-

den genehmigt im Sinne von Art. 29 Abs. 2 KG.  

4. Die Untersuchung gegen Gretsch-Unitas AG, Rüdtligen b. Kirchberg, und 

Mayer & Co. Beschläge GmbH, Salzburg, wird ohne Folgen eingestellt.  

5. Die an den unzulässigen Wettbewerbsabreden beteiligten Untersu-

chungsadressaten werden für das unter Ziffer 1 und Ziffer 2 vorstehend be-

schriebene Verhalten gestützt auf Art. 49a KG mit folgenden Beträgen belas-

tet:  

Roto Frank AG 0 CHF 

SFS unimarket AG    557‘200 CHF 

Siegenia-Aubi AG 3‘876‘465 CHF 

Aug. Winkhaus GmbH & Co. KG 235‘381 CHF 

Paul Koch AG  2‘957‘817 CHF 

6. Die Verfahrenskosten von insgesamt CHF 718‘670 (bestehend aus einer 

Gebühr von CHF 715‘670 und Auslagen von CHF 3‘000) werden den Adres-

saten der Verfügung zu gleichen Teilen und unter solidarischer Haftung auf-

erlegt. Da die Untersuchung gegen GU und Maco eingestellt wird, geht ihr 

Anteil zu Lasten der Staatskasse. Somit werden die verbleibenden Unter-

nehmen wie folgt belastet: 

Roto Frank AG 102‘667 CHF 

SFS unimarket AG    102‘667 CHF 

Siegenia-Aubi AG 102‘667 CHF 

Aug. Winkhaus GmbH & Co. KG 102‘667 CHF 

Paul Koch AG  102‘667 CHF 

7. [Rechtsmittelbelehrung] 

8. [Eröffnung]» 

 

I.  Bundesverwaltungsgerichtliches Beschwerdeverfahren  

(B–8430/2010) 

I.a   Die Verfügung der Wettbewerbskommission wurde von der Be-

schwerdeführerin mit Beschwerde vom 6. Dezember 2010 beim Bundes-

B-5919/2017 

Seite 14 

verwaltungsgericht mit den später modifizierten Anträgen (vgl. SV K.d, 

K.e) angefochten. 

I.b   Die Beschwerdeführerin beantragte, die angefochtene Verfügung 

sei sowohl aus formellen als auch aus materiellen Gründen vollumfäng-

lich aufzuheben. Sie brachte dabei die Einwände vor, die von ihr auch im 

fortgeführten Verfahren weiterhin geltend gemacht werden. 

I.c  Die Vorinstanz liess sich am 28. Februar 2011 innert erstreckter 

Frist zur Beschwerde vernehmen und beantragte deren Abweisung unter 

Kostenfolge, soweit darauf einzutreten sei. Dabei stützt sie sich auf die 

Gründe, die sie in der angefochtenen Verfügung und im vorliegenden Ver-

fahren vorgetragen hat 

I.d  Mit Replik vom 12. Mai 2011 und Duplik vom 11. Juli 2011 führten 

die Parteien ihre jeweiligen Standpunkte weiter aus, wobei sie an ihren 

Anträgen festhielten. 

I.e   Am 29. Mai 2012 fand eine Instruktionsverhandlung statt. Die 

schriftliche Beantwortung der anlässlich der Verhandlung gestellten Fra-

gen erfolgte seitens der Vorinstanz am 16. Juli 2012 und seitens der Be-

schwerdeführerin am 27. Juli 2012. Die Parteien hielten dabei an ihren 

Anträgen fest.  

I.f  Am 23. September 2014 erliess das Bundesverwaltungsgericht 

ein Urteil (nachfolgend: Ausgangsurteil, zit. Baubeschläge-Koch–I) mit 

folgendem Dispositiv:  

«1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und es werden die Ziffern 1, 

5 und 6 des Dispositivs der Verfügung vom 18. Oktober 2010 – so-

weit die Beschwerdeführerin betreffend – aufgehoben. 

2. Der geleistete Kostenvorschuss von CHF 24'000.– wird der Be-

schwerdeführerin nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Ur-

teils zurückerstattet. 

3. Der Beschwerdeführerin wird für das Verfahren vor der Beschwer-

deinstanz zu Lasten der Vorinstanz eine Parteientschädigung von 

CHF 60'000.– (inkl. Auslagen und MWST) zugesprochen. 

4. Der Beschwerdeführerin wird für das Verfahren vor der Vorinstanz 

keine Parteientschädigung zugesprochen.»  

  

B-5919/2017 

Seite 15 

J.  Beschwerdeverfahren vor Bundesgericht (2C_1017/2014) 

J.a   Gegen das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts erhob das Eid-

genössische Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung im Inte-

resse der Wettbewerbskommission Beschwerde in öffentlich-rechtlichen 

Angelegenheiten beim Bundesgericht mit den Anträgen, das Urteil des 

Bundesverwaltungsgerichts sei aufzuheben und es sei festzustellen, dass 

Koch an einer unzulässigen Abrede nach Art. 5 Abs. 3 i.V.m. Abs. 1 betei-

ligt sei, weshalb die Sache zur Festsetzung der Sanktion nach Art. 49a 

KG an das Bundesverwaltungsgericht zurückzuweisen sei; eventualiter 

sei das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts aufzuheben und die Sache 

an dieses zur Neubeurteilung zurückzuweisen.  

J.b   Die Beschwerdeführerin beantragte als Beschwerdegegnerin die 

Beschwerde abzuweisen. 

J.c   Mit Urteil vom 9. Oktober 2017 erliess das Bundesgericht ein Ur-

teil (nachfolgend: Rückweisungsurteil, zit. Baubeschläge-Koch–I) mit fol-

gendem Dispositiv: 

«1. Die Beschwerde wird gutgeheissen, das Urteil des Bundesverwal-

tungsgerichts B–8430/2010 vom 23. September 2014 aufgehoben 

und die Sache zur Sachverhaltsabklärung und -feststellung sowie zu 

neuem Entscheid an die Vorinstanz zurückgewiesen. 

2.  Die Gerichtskosten von Fr. 20´000.-- trägt die Beschwerdegegnerin. 

3. Dieses Urteil wird den Verfahrensbeteiligten und dem Bundesverwal-

tungsgericht, Abteilung II, schriftlich mitgeteilt.» 

 

K.  Fortführung des bundesverwaltungsgerichtlichen   

Beschwerdeverfahrens (B–5919/2017) 

K.a   Nach Zustellung des bundesgerichtlichen Urteils wurde der beste-

hende Rechtsstreit im bundesverwaltungsgerichtlichen Verfahren unter 

dem neuen Aktenzeichen B–5919/2017 fortgeführt. 

K.b   Mit Verfügung vom 6. Juni 2018 wurden die Parteien aufgefordert, 

unter Berücksichtigung der neuesten Entwicklungen im Kartellrecht seit 

dem aufgehobenen Urteil des Bundesverwaltungsgerichts zu den bisheri-

gen Vorbringen Stellung zu nehmen. 

B-5919/2017 

Seite 16 

K.c   Mit Schreiben vom 18. August 2018 hat die Beschwerdeführerin 

ihre Stellungnahme eingereicht.  

K.d   Die Beschwerdeführerin modifizierte dabei ihre bislang gestellten 

Anträge, indem sie einerseits ihren bisherigen Antrag auf eine Entschädi-

gung für das vorinstanzliche Verfahren zurücknahm, weil diese Frage 

höchstrichterlich beurteilt worden sei, und sie andererseits einen Eventu-

alantrag als neue Ziff. 3 hinzufügte:  

«1. Es sei die Verfügung vom 18. Oktober 2010 vollumfänglich aufzu-

heben. 

2.  Es sei festzustellen, dass die Beschwerdeführerin durch ihr Ver-

halten nicht gegen das Kartellgesetz verstossen hat. 

3.  Eventualiter sei Koch für einen Verstoss gegen das Kartellgesetz 

nicht zu sanktionieren. 

4.  Subeventualiter seien die in der Verfügung vom 18. Oktober 2010 

der Beschwerdeführerin auferlegte Sanktion sowie die auferlegten Kos-

ten nach freiem Ermessen des Gerichts zu reduzieren. 

5.  Alles unter Verzicht auf Kostenfolge zu Lasten der Beschwerde-

führerin und unter Entschädigungsfolgen zu Lasten der Vorinstanz.» 

K.e    Auch die prozessualen Anträge wurden durch die Beschwerdefüh-

rerin modifiziert, indem einerseits die bis dahin geltend gemachten Anträ-

ge zurückgenommen wurden und andererseits die folgenden neuen An-

träge gestellt wurden: 

«1.  Für den Fall weiterer Sachverhaltsabklärungen/-feststellungen sei 

der Beschwerdeführerin Gelegenheit zur Stellungnahme zu deren Er-

gebnis zu gewähren. 

2.  Für den Fall einer Entscheidpublikation sei der Beschwerdeführe-

rin der zu publizierende Text vor dessen Veröffentlichung zur Prüfung auf 

allfällige Geschäftsgeheimnisse zuzustellen.»  

K.f  Die Beschwerdeführerin macht geltend, dass auch unter Berück-

sichtigung der neuesten Entwicklung der kartellrechtlichen Rechtspre-

chung des Bundesgerichts das durch die angefochtene Verfügung bean-

standete Verhalten keine Wettbewerbsbeschränkung gemäss Kartellge-

setz darstelle. Hierzu führt sie weiterhin die bereits vorgebrachten formel-

len und materiellen Einwände gegenüber der angefochtenen Verfügung 

auf. Zudem erhebt sie weitere formelle und materielle Einwände. Sämtli-

B-5919/2017 

Seite 17 

che Einwände werden nachfolgend im Rahmen der Erwägungen abge-

handelt. 

K.g  Mit Schreiben vom 12. Oktober 2018 nahm die Wettbewerbskom-

mission Stellung, wobei die bisherigen Positionen und Anträge beibehal-

ten wurden. 

L.   Parallelverfahren in Sachen Siegenia 

L.a   Im Parallelverfahren gegenüber Siegenia als Abredebeteiligte 

erging ebenfalls mit Datum vom heutigen Tage ein Urteil (BVGer, 12. De-

zember 2023, B-5918/2017, Siegenia-Aubi AG gg. Weko, zit. Baube-

schläge-Siegenia–II), auf das verwiesen wird, soweit dies als sachdienlich 

erscheint. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

I. PROZESSVORAUSSETZUNGEN 

1.  Das Bundesverwaltungsgericht prüft gemäss Art. 7 Verwaltungs-

verfahrensgesetz vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021) mit freier 

Kognition, ob die Prozessvoraussetzungen erfüllt sind und ob und in wel-

chem Umfang auf eine Beschwerde einzutreten ist (ständige Rechtspre-

chung seit BVGE 2007/6 E. 1). 

2.   Das Bundesverwaltungsgericht ist gemäss Art. 31 des Verwal-

tungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) zur Beurtei-

lung von Beschwerden der betroffenen Unternehmen gegen Verfügungen 

der Wettbewerbskommission, mit der die Feststellung und Ahndung der 

Wettbewerbswidrigkeit eines von ihnen ausgeübten wirtschaftlichen Ver-

haltens vorgenommen wird, zuständig (BVGer, 14.9.2015, B-7633/2009, 

Swisscom AG u.a. gg. Weko, zit. ADSL II, E. 2 ff.; BVGer, 18.12.2018, 

B-831/2011, Six Group AG u.a. gg. Weko, zit. DCC, E. 2 ff.). 

3.   Die Beschwerdefähigkeit der Beschwerdeführerin als im Handels-

register eingetragene Aktiengesellschaft ist gemäss Art. 6 VwVG gege-

ben. 

B-5919/2017 

Seite 18 

4.   Die Beschwerdelegitimation der Beschwerdeführerin ist gemäss 

Art. 48 Abs. 1 VwVG gegeben, da sie am vorinstanzlichen Verfahren teil-

genommen hat und als Verfügungsadressatin von der angefochtenen 

Verfügung besonders berührt wird, weshalb sie auch ein schutzwürdiges 

Interesse an deren Aufhebung aufweist. 

5.   Auch wenn in einzelnen Rechtsschriften der Parteien auf weitere 

Gruppengesellschaften der Koch-Gruppe verwiesen wurde, wird unge-

achtet des massgeblichen Kartellrechtssubjekts schon mangels eines 

entsprechenden Parteiantrags auf deren Beiziehung zum Verfahren ver-

zichtet, unabhängig davon, ob die Beschwerdelegitimation dieser Grup-

pengesellschaften überhaupt gegeben wäre.  

6.   Die formalen Anforderungen an eine Beschwerde hinsichtlich Be-

schwerdefrist gemäss Art. 50 VwVG, Form und Inhalt gemäss Art. 52 

VwVG, ordnungsgemässe Vertretung gemäss Art. 11 Abs. 2 VwVG sowie 

die fristgerechte Einzahlung des angeforderten Kostenvorschusses ge-

mäss Art. 63 Abs. 4 VwVG sind erfüllt. 

7.   Da alle Prozessvoraussetzungen vorliegen, ist auf die Beschwer-

de einzutreten. 

II. GELTUNGS- UND ANWENDUNGSBEREICH DES KARTELLGESETZES 

8.   Die angefochtene Verfügung hat den Abschluss einer Wettbe-

werbsabrede durch verschiedene Unternehmen und damit ein Verhalten 

gemäss Art. 2 Abs. 1 KG zum Gegenstand. Bei der Koch-Gruppe handelt 

es sich um einen Konzern und damit um ein Unternehmen gemäss Art. 2 

Abs. 1bis KG, weil bei einem Konzern die gesamte Unternehmensgruppe 

und nicht einzelne Konzerngesellschaften das massgebliche Kartell-

rechtssubjekt bilden (BGer, 29.6.2012, 2C_484/2010, Publigroupe SA u.a. 

gg. Weko, publ. in BGE 139 I 72, zit. Publigroupe, E. 3; ausführlich 

BVGer, B–7633/2009, ADSL II, E. 26 ff., 29; BVGer, B-831/2011, DCC, 

E. 39 ff., 48). Die Beschwerdeführerin stellt die Repräsentantin des mas-

sgeblichen Kartellrechtssubjekts dar, die als Verfügungsadressatin und 

damit als Partei im Rechtsmittelverfahren beteiligt werden kann.  

9.   Ein Vorbehalt zugunsten anderer Vorschriften gemäss Art. 3 KG 

ist nicht ersichtlich. Das festgestellte Verhalten erfolgte zwischen den 

Jahren 2006 und 2007 und wird daher gemäss Art. 62 f. KG von der zeit-

lichen Geltung der Sanktionsvorschrift des Art. 49a KG erfasst. 

B-5919/2017 

Seite 19 

10.  Der Geltungs- und der Anwendungsbereich des Kartellgesetzes 

sind daher gegeben. Dies wird von der Beschwerdeführerin nicht bestrit-

ten. 

III. RECHTMÄSSIGKEIT DES BUNDESVERWALTUNGSGERICHTLICHEN   

VERFAHRENS 

11.   Die Beschwerdeführerin weist auf verschiedene formale Aspekte 

im Hinblick auf die Fortführung des Beschwerdeverfahrens vor dem Bun-

desverwaltungsgericht hin. Danach würden sich aus dem Rückweisungs-

urteil des Bundesgerichts (vgl. SV J), mit dem das Ausgangsurteil des 

Bundesverwaltungsgerichts (vgl. SV I) aufgehoben wurde, verschiedene 

Einschränkungen im Hinblick auf den Gegenstand und den Inhalt des neu 

zu erlassenden Urteils durch das Bundesverwaltungsgericht ergeben. 

Zudem werden ergänzend formelle Anforderungen an den Erlass des Ur-

teils durch das Bundesverwaltungsgericht von Seiten der Beschwerdefüh-

rerin gestellt. 

1) Ausschluss der Feststellung einer Preisabrede  

12.   Die Beschwerdeführerin macht zunächst geltend, es sei ausge-

schlossen, dass das Bundesverwaltungsgericht das Vorliegen einer unzu-

lässigen horizontalen Preisabrede aufgrund des bislang festgestellten 

Sachverhalts feststellen und bejahen könne, weshalb ohne weitere zu-

sätzliche Sachverhaltsabklärungen von Seiten des Gerichts oder der 

Wettbewerbskommission ein unzulässiges Verhalten der Beschwerdefüh-

rerin nicht feststellbar sei. Eine weitere zweckdienliche Sachverhaltsauf-

klärung scheide angesichts der langen Verfahrensdauer – nachdem zwei 

Instanzen umfangreiche Untersuchungsmassnahmen getroffen hätten 

und der festgestellte Sachverhalt von drei Instanzen rechtlich gewürdigt 

worden sei – allerdings wohl aus. 

(1) Vorbringen der Beschwerdeführerin 

13.   Die Beschwerdeführerin erhebt den Einwand, der Ausschluss der 

Feststellung einer Preisabrede ergäbe sich zwingend aus dem Entscheid 

des Bundesgerichts, die Angelegenheit wieder an das Bundesverwal-

tungsgericht zurückzuweisen. 

B-5919/2017 

Seite 20 

14.   Denn zur Feststellung des Vorliegens einer unzulässigen horizon-

talen Preisabrede hätte das Bundesgericht vor dem Hintergrund seiner 

umfassenden Kognition in rechtlicher Hinsicht selber gelangen müssen. 

Indem das Bundesgericht gestützt auf die Sachverhaltsfeststellungen des 

Bundesverwaltungsgerichts nicht auf das Bestehen einer Vereinbarung 

schliesse, sondern lediglich auf Anhaltspunkte hinweise und die Sache 

zur weiteren Sachverhaltsabklärung an das Bundesverwaltungsgericht 

zurückverweise, habe das Bundesgericht den durch das Bundesverwal-

tungsgericht festgestellten Sachverhalt aber – für das Bundesverwal-

tungsgericht verbindlich – rechtlich gewürdigt und es sei in Übereinstim-

mung mit dem Bundesverwaltungsgericht zum Schluss gelangt, dass 

aufgrund des festgestellten Sachverhalts zwar Anhaltspunkte für eine ho-

rizontale Preisabrede in Form einer Vereinbarung oder einer abgestimm-

ten Verhaltensweise bestünden, der entsprechende Nachweis hierfür 

aber nicht erbracht sei. 

15.   Selbst wenn sich für das Bundesgericht aus dem festgestellten 

Sachverhalt lediglich das Vorliegen einer Vereinbarung ergeben hätte, 

nicht aber auch deren Qualifikation als unzulässige Preisabrede i.S.v. 

Art. 5 Abs. 1 i.V.m. Art. 5 Abs. 3 lit. a KG, hätte das Bundesgericht nicht 

nur von Anhaltspunkten für eine Vereinbarung gesprochen, sondern de-

ren Bestehen verbindlich festgestellt und die Sache lediglich mit Bezug 

auf die Qualifizierung der Vereinbarung unter Art. 5 KG zur weiteren 

Sachverhaltsabklärung und anschliessenden rechtlichen Würdigung an 

das Bundesverwaltungsgericht zurückgewiesen. 

16.   Andernfalls müsste sich das Bundesgericht denselben Vorwurf ge-

fallen lassen, den es gegenüber dem Bundesverwaltungsgericht zu erhe-

ben scheint, dass es nämlich seine Kognition in rechtlicher Hinsicht sel-

ber nicht umfassend ausgeübt hätte. 

17.   Dieser Umstand sei auch durch den Entscheid des Bundesge-

richts in Sachen Altimum bestätigt worden. Dort sei das Bundesgericht 

gestützt auf die Sachverhaltsfeststellungen des Bundesverwaltungsge-

richts zum Schluss gekommen, dass bei allen Händlern eine vertikale 

Preisabrede bestanden habe und nicht nur in Bezug auf gewisse Händler, 

wie vom Bundesverwaltungsgericht angenommen. Auch bei dieser Fest-

stellung handle es sich um eine rechtliche Würdigung des Sachverhalts 

durch das Bundesgericht, welche von derjenigen des Bundesverwal-

tungsgerichts abweichen würde. Der bislang erstellte Sachverhalt würde 

daher die Feststellung einer Preisabrede nicht zulassen, selbst wenn das 

B-5919/2017 

Seite 21 

Bundesgericht wie in Sachen Altimum an die Grenzen seiner Kognitions-

befugnis gegangen wäre.     

(2) Vorbringen der Vorinstanz 

18.   Die Vorinstanz hält die von der Beschwerdeführerin vorgetragenen 

Einwände aus sachlichen Gründen für unzutreffend. 

(3) Würdigung durch das Gericht 

19.   Im Hinblick auf die inhaltlichen Wirkungen, die sich aus dem 

Rückweisungsurteil des Bundesgerichts für das vom Bundesverwal-

tungsgericht zu fällende Urteil ergeben, sind die folgenden Aspekte zu be-

rücksichtigen. 

20.  Das Bundesgericht hält in seinem Rückweisungsurteil ausdrück-

lich fest, dass der rechtsrelevante Sachverhalt durch das vorgängige Ur-

teil des Bundesverwaltungsgerichts nicht in abschliessender Weise fest-

gestellt worden sei (E. 2.2 a.E).  

21.  In diesem Zusammenhang weist es zunächst darauf hin, dass das 

Bundesverwaltungsgericht angesichts seiner vollen Kognition in tatsächli-

cher und rechtlicher Hinsicht die für das Verfahren fehlenden rechtser-

heblichen Tatsachen grundsätzlich selbst zu ermitteln und alle damit zu-

sammenhängenden notwendigen Beweise zu erheben habe (E. 2.2). Da 

keine Hinderungsgründe für die Beweisbeschaffung und das Schliessen 

allfälliger Beweislücken ersichtlich seien, könne der vom Bundesverwal-

tungsgericht angewendete Grundsatz in dubio pro reo jedenfalls keine 

Berücksichtigung finden (E. 2.2). Zudem habe sich das Bundesverwal-

tungsgericht mit dem von der Wettbewerbskommission bejahten Vorlie-

gen eines abgestimmten Verhaltens gar nicht näher auseinandergesetzt 

(E. 2.2). Darüber hinaus würde ein angebliches Preisdiktat der Hersteller 

weder eine Vereinbarung noch ein abgestimmtes Verhalten ausschlies-

sen, weshalb auch aus dieser Differenzierung kein Nachweisproblem fol-

ge (E. 3.2). 

22.   Das Bundesgericht nimmt im Rahmen seiner Entscheidung kei-

nerlei eigene Sachverhaltsfeststellungen vor. Da das Bundesgericht ge-

mäss Art. 105 Abs. 1 BGG an die Feststellungen des Bundesverwal-

tungsgerichts als Vorinstanz zum Sachverhalt gebunden ist, könnte es 

B-5919/2017 

Seite 22 

auch nicht ohne Weiteres an die unter Umständen inhaltlich anders gela-

gerten Sachverhaltsfeststellungen der Wettbewerbskommission als ver-

fügende Behörde anknüpfen. 

23.  Dementsprechend erfolgt die Rückweisung an das Bundesverwal-

tungsgericht durch das Bundesgericht im Rückweisungsurteil ausdrück-

lich «zu erneutem Entscheid mit offenem Ausgang» (E. 4). 

24.   Darüber hinaus hat das Bundesgericht im Rückweisungsurteil 

ebenfalls ausdrücklich festgestellt, dass das Bundesverwaltungsgericht 

bei seiner ursprünglichen rechtlichen Beurteilung materiell-rechtlich von 

unzutreffenden Prämissen ausgegangen sei (E. 2.2). Das Bundesgericht 

verweist in seinen Klarstellungen hierzu auf seine neuere Rechtspre-

chung in Sachen Gaba (BGer, 28.6.2016, 2C_180/2014, Colgate-

Palmolive Europe Sàrl [ehemals Gaba International AG] gg. Weko, publ. 

BGE 143 II 297, zit. Gaba, E. 5.1-5.3, 5.6), die zwar erst nach Erlass des 

aufgehobenen Urteils ergangen war, wodurch sich aber abweichende 

Bewertungen im Hinblick auf Wettbewerbsabreden ergeben würden 

(E. 3.1). 

25.   Aufgrund dieser Erwägungen können aus dem Urteil des Bundes-

gerichts weder in Bezug auf eine Feststellung und Beurteilung des Sach-

verhalts noch hinsichtlich der rechtlichen Beurteilung einer Preisabrede 

allfällige inhaltliche Einschränkungen im Rahmen eines neuen Urteils 

durch das Bundesverwaltungsgericht abgeleitet werden. Vielmehr ist auf-

grund der rechtlichen Hinweise des Bundesgerichts davon auszugehen, 

dass die Neubeurteilung unter Berücksichtigung der durch das Bundes-

gericht zwischenzeitlich konkretisierten Rechtsprechung zu Wettbe-

werbsabreden zu erfolgen hat und dass die bisherige Beurteilung im Aus-

gangsurteil dieser neuen Ausrichtung offensichtlich nicht mehr entspricht. 

Insbesondere ergibt sich aus dem ausdrücklichen Hinweis, wonach ein 

angebliches Preisdiktat der Hersteller entgegen der im Ausgangsurteil 

vertretenen Auffassung des Bundesverwaltungsgerichts weder eine Ver-

einbarung noch ein abgestimmtes Verhalten ausschliessen würden, dass 

das Bundesgericht offensichtlich eine andere rechtliche Würdigung des 

bislang bereits erhobenen und bekannten Sachverhalts vornimmt. Entge-

gen der Behauptung der Beschwerdeführerin kann den Feststellungen 

des Bundesgerichts demzufolge aufgrund einer objektiven Würdigung ge-

rade nicht entnommen werden, dass aufgrund des bekannten Sachver-

halts der Nachweis einer Wettbewerbsabrede nicht erbracht werden kön-

ne.   

B-5919/2017 

Seite 23 

26.   Demzufolge hat das Bundesverwaltungsgericht im fortzuführen-

den Verfahren die angefochtene Verfügung aufgrund der Beschwerde der 

Beschwerdeführerin vollumfänglich und ohne jegliche Einschränkung, al-

lerdings unter Berücksichtigung der vom Bundesgericht vorgegebenen 

Einschätzung hinsichtlich des Preisdiktats der Hersteller, zu überprüfen. 

27.   Hierfür wäre eine neue Sachverhaltsfeststellung durch das Bun-

desverwaltungsgericht nur insoweit vorzunehmen, als sich eine erneute 

rechtliche Beurteilung im Sinne der neuen bundesgerichtlichen Recht-

sprechung nicht auf die bisherigen Feststellungen zum Sachverhalt ab-

stützen liesse. 

28.  Allerdings kann aufgrund der neuen bundesgerichtlichen Recht-

sprechung in den Sachen Gaba (BGE 143 II 297) sowie auch Hors-Liste–

Pfizer-II (BGer, 4.2.2021, 2C_149/2018, Eidg. Departement für Wirtschaft, 

Bildung und Forschung gg. Pfizer AG, publ. BGE 147 II 72, zit. Hors-

Liste–Pfizer-II), mit der eine entscheidende Konkretisierung und Auswei-

tung der rechtlichen Qualifizierung von Wettbewerbsabreden gegenüber 

der früheren Wettbewerbspraxis vorgenommen wurde, die rechtliche Be-

urteilung der vorliegenden Angelegenheit ohne Weiteres anhand der bis-

herigen Vorbringen der Abredebeteiligten durchgeführt werden. Dies wird 

nachfolgend im Rahmen der Anwendung der einzelnen Tatbestands-

merkmale des Art. 5 KG dargelegt. Aus diesem Grund sind auch keine 

neuen Sachverhaltsfeststellungen durch das Bundesverwaltungsgericht 

erforderlich. 

29.   Der Einwand der Beschwerdeführerin (vgl. E. 13-16) erweist sich 

angesichts der eindeutigen Feststellungen des Bundesgerichts als kon-

struiert und daher unbeachtlich. Insbesondere entbehren die Ausführun-

gen, wonach das Bundesgericht im Rückweisungsurteil den Nachweis ei-

ner Vereinbarung oder einer abgestimmten Verhaltensweise aufgrund des 

bekannten Sachverhalts ausgeschlossen habe, jeglicher sachlichen 

Grundlage. 

30.   Dies gilt entgegen dem Einwand der Beschwerdeführerin (vgl. 

E. 17) auch unter Berücksichtigung des bundesgerichtlichen Urteils in 

Sachen Altimum (BGer, 18.5.2018, 2C_101/2016, Eidg. Departement der 

Wirtschaft, Bildung und Forschung gg. Altimum SA, publ. BGE 144 II 246, 

Pra 2019, Nr. 53, 536, zit. Altimum). Denn aus diesem Urteil lassen sich 

keine Einschränkungen im Hinblick auf die im Rückweisungsurteil für den 

B-5919/2017 

Seite 24 

vorliegenden Sachverhalt ausdrücklich getroffenen Feststellungen ablei-

ten.  

2) Ausschluss einer Sanktionierung 

31.   Mit ihrem Antrag Nr. 3 macht die Beschwerdeführerin eventualiter 

geltend, dass sie für einen allenfalls durch das Bundesverwaltungsgericht 

festgestellten Verstoss gegen das Kartellgesetz durch die Koch-Gruppe 

nicht mehr sanktioniert werden könnte. 

(1) Vorbringen der Beschwerdeführerin 

32.   Den Antrag begründet die Beschwerdeführerin unter Hinweis auf 

das Urteil des Bundesgerichts in Sachen Altimum mit den folgenden Aus-

führungen. 

33.    Gemäss Bundesgericht in Sachen Altimum könne sich eine Partei 

im Beschwerdeverfahren nicht darauf beschränken, die Aufhebung des 

angefochtenen Urteils zu verlangen, weil es sich bei der Beschwerde 

gemäss Art. 107 Abs. 2 BGG um ein reformatorisches Verfahren handle. 

Vielmehr müsse sie auch einen Antrag in der Sache stellen. Soweit Geld-

forderungen den Gegenstand der Beschwerde bilden würden, müssten 

diese – «sous peine d’ irrevocabilité» – im Rahmen eines bezifferten Be-

gehrens beantragt werden.  

34.   Da das zuständige Departement für den Fall der Aufhebung des 

Urteils nur eine Rückweisung an das Bundesverwaltungsgericht zur Fest-

setzung der Sanktion beantragt, aber keinen bezifferten Sanktionsbetrag 

in seinen Anträgen vor Bundesgericht bezeichnet habe, würde nur ein 

unsubstantiierter Antrag vorliegen. Dabei würde es sich in Bezug auf eine 

Sanktionierung der Beschwerdeführerin nicht um ein zulässiges Begeh-

ren im Sinne von Art. 107 Abs. 1 BGG handeln. Da ein entsprechender 

Antrag nicht gestellt worden sei, hätte das Bundesgericht auf die Verhän-

gung einer Sanktion verzichten müssen.  

35.   Das Fehlen eines solchen Begehrens spiele auch im Rahmen des 

vorliegenden Verfahrens vor dem Bundesverwaltungsgericht eine Rolle. 

Denn auch im Beschwerdeverfahren vor dem Bundesgericht habe das 

zuständige Departement nur einen Rückweisungsantrag und keinen be-

zifferten Antrag auf Sanktionierung gestellt. Nach Ansicht der Beschwer-

B-5919/2017 

Seite 25 

deführerin habe das zuständige Departement mit seinen Rügen im bun-

desgerichtlichen Beschwerdeverfahren den Verfahrensgegenstand damit 

auch für das fortzuführende Verfahren vor dem Bundesverwaltungsge-

richt festgelegt. 

36.   Das Bundesverwaltungsgericht sei an die Erwägungen des Bun-

desgerichts gebunden und könne nicht das in Frage stellen, was das 

Bundesgericht ausdrücklich oder stillschweigend anerkannt habe. Der 

von einer Rückweisung erfasste Streitpunkt dürfe entsprechend BGE 135 

III 334 E. 2.2.1 zudem weder ausgeweitet noch auf eine neue Grundlage 

gestellt werden. Dasselbe gelte für diejenigen Elemente, welche von der 

Beschwerde führenden Partei im Rahmen ihrer Beschwerde nicht gerügt 

worden sei. Auch diese dürften nicht Gegenstand des Rückweisungsver-

fahrens bilden. 

37.   Dass es sich in Sachen Altimum um ein reformatorisches und kein 

kassatorisches Urteil gehandelt habe, sei nicht relevant, weil dieser Um-

stand keine Auswirkung auf die Frage des Streitgegenstands habe. Denn 

dieser bestimme sich gemäss Art. 107 Abs. 1 BGG allein durch die Be-

gehren der Beschwerde führenden Partei.   

38.   Dem Bundesverwaltungsgericht sei es im Ergebnis deshalb ver-

wehrt, eine Sanktion auszusprechen. Ansonsten würde es den vom Bun-

desgericht gestützt auf die Beschwerde des zuständigen Departements 

festgelegten Streitgegenstand erweitern.  

39.  Ein anderes Ergebnis wäre stossend, weil der einzige Unterschied 

zwischen den beiden Verfahren darin bestünde, dass das Bundesgericht 

im Verfahren Altimum in der Sache selbst entschieden habe, weil es den 

Nachweis für ein sanktionsbedrohtes Verhalten als erbracht erachtet ha-

be, während es sich im vorliegenden Fall für eine Rückweisung entschie-

den habe, weil der Nachweis bislang nicht habe erbracht werden können. 

Dies würde – vereinfacht ausgedrückt – dazu führen, dass trotz dessel-

ben Antrags im Fall eines klaren Kartellrechtsverstosses keine, in einem 

weniger klaren Fall hingegen eine Geldbusse verhängt werden würde. 

(2) Vorbringen der Vorinstanz 

40.   Die Vorinstanz hält die von der Beschwerdeführerin vorgetragenen 

Ausführungen für unzutreffend. 

B-5919/2017 

Seite 26 

(3) Würdigung durch das Gericht 

41.   Mit dem Rückweisungsurteil hat das Bundesgericht offensichtlich 

dem Begehren des zuständigen Departements als Beschwerdeführerin 

im bundesgerichtlichen Verfahren entsprochen. Dabei erfolgt die Rück-

weisung an das Bundesverwaltungsgericht durch das Bundesgericht 

ausdrücklich «zu erneutem Entscheid mit offenem Ausgang» (E. 4). Dem-

zufolge hat das Bundesverwaltungsgericht, wie bereits vorstehend darge-

legt, im fortzuführenden Verfahren die angefochtene Verfügung aufgrund 

der Beschwerde der Beschwerdeführerin vollumfänglich und ohne jegli-

che Einschränkung unter Berücksichtigung der zwischenzeitlich geänder-

ten Rechtsprechung des Bundesgerichts zu überprüfen. Dies gilt insbe-

sondere auch für die Sanktionierung eines allfällig festzustellenden wett-

bewerbswidrigen Verhaltens der Koch-Gruppe. 

42.   Demgegenüber ist die von der Beschwerdeführerin geltend ge-

machte Einschränkung des Streitgegenstands im Hinblick auf die Beurtei-

lung der Sanktionierung im fortzuführenden Verfahren vor dem Bundes-

verwaltungsgericht wegen des Fehlens eines bezifferten Antrags des zu-

ständigen Departements im bundesgerichtlichen Beschwerdeverfahren 

aus mehreren Gründen unzutreffend (im Ergebnis nunmehr ebenso BGE 

147 II 72, Hors-Liste–Pfizer-II, E. 8.1, allerdings unter Verweis auf den 

ausdrücklichen Antrag des Beschwerde führenden Departements, die 

Entscheidung der Wettbewerbskommission und damit die vorgesehene 

Sanktionierung zu bestätigen). 

(a) Rechtslage nach Rückweisung 

43.   Dies ergibt sich zum einen ohne Weiteres aus der Rechtslage 

nach der Rückweisung einer Rechtssache an das Bundesverwaltungsge-

richt. 

44.  Denn es bedarf keiner zusätzlichen ausdrücklichen Aufnahme der 

im vorinstanzlichen Verfahren gestellten Anträge in eine Beschwerde an 

das Bundesgericht, mit der die vollständige Aufhebung eines vorinstanzli-

chen Urteils des Bundesverwaltungsgerichts beantragt wird, damit diese 

Anträge im angestrebten Falle einer Rückweisung durch das Bundesge-

richt vom Bundesverwaltungsgericht zu berücksichtigen sind.  

B-5919/2017 

Seite 27 

45.   Das umfassende Begehren auf vollständige Aufhebung eines vor-

instanzlichen Urteils und auf Rückweisung zur neuerlichen Beurteilung an 

das Bundesverwaltungsgericht im Beschwerdeverfahren vor Bundesge-

richt enthält notwendigerweise zugleich auch den Antrag auf Wiederher-

stellung des Verfahrensstands vor Erlass des vorinstanzlichen Urteils. 

Dabei handelt es sich offensichtlich um den Inhalt und im Falle des Ob-

siegens um das Ergebnis des umfassenden Aufhebungs- und Rückwei-

sungsantrags eines Beschwerdeführers. Denn im Falle der vollständigen 

Aufhebung des vorinstanzlichen Urteils durch das Bundesgericht wird das 

bisherige Verfahren durch das Bundesverwaltungsgericht fortgeführt, als 

ob das aufgehobene Urteil nie erlassen worden wäre. Dabei wird nicht ein 

völlig neues Verfahren eröffnet, das nochmals von vorne begonnen wer-

den müsste, auch wenn das fortgeführte Verfahren formal ein neues Ak-

tenzeichen mit aktueller Jahresangabe erhält. Dies wird dadurch belegt, 

dass die bisherigen Verfahrenshandlungen von Seiten des Gerichts und 

der Parteien erhalten bleiben und nicht wiederholt werden müssen. Die 

regelmässig vom Bundesverwaltungsgericht bei Fortführung des Verfah-

rens vorgenommene Instruktion, wonach die Parteien mitzuteilen haben, 

ob und inwieweit sie an ihren bisherigen Anträgen festhalten, bildet keine 

Voraussetzung für die Wirksamkeit der bisherigen Anträge, sondern gibt 

ihnen lediglich die Möglichkeit, ihre bisherigen Parteivorbringen unter Be-

rücksichtigung der vom Bundesgericht festgestellten Rechtsaussagen 

anzupassen. Bei einer Aufhebung des vorinstanzlichen Urteils wird daher 

der Verfahrensstand vor Erlass des Urteils vollumfänglich wieder herge-

stellt. Damit behalten auch die im bisherigen vorinstanzlichen Verfahren 

gestellten Anträge der Parteien ohne Weiteres ihre volle Wirksamkeit. 

46.   Im Übrigen ist zudem davon auszugehen, dass die im vorinstanz-

lichen Verfahren gestellten Anträge als Bestandteil des Verfahrensstands 

vor Erlass des vorinstanzlichen Urteils implizit im Begehren auf Aufhe-

bung- und Rückweisung enthalten sind, weshalb sie keiner ausdrückli-

chen Erwähnung bedürfen. Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin 

lässt sich insbesondere nicht konstruieren, dass sämtliche im erstinstanz-

lichen Verfahren gestellten Anträge streng vom Begehren auf vollständige 

Aufhebung des vorinstanzlichen Urteils und Rückweisung zur Entschei-

dung an das Bundesverwaltungsgericht abzugrenzen wären, weil es sich 

hierbei um jeweils völlig unterschiedliche Sachpunkte handeln würde.  

47.   Ausnahmen von dieser grundsätzlichen Ausgangslage bestehen 

nur in den Fällen, in denen ein Beschwerdeführer selbst im Rahmen der 

Beschwerde entweder (i) nur eine teilweise Aufhebung des Urteils geltend 

B-5919/2017 

Seite 28 

macht, oder (ii) eine spezifische Wiederherstellung des Verfahrensstands 

vor Erlass des vorinstanzlichen Urteils verlangt. So kann eine Beschwer-

de z.B. von vornherein nur auf die Festsetzung einer bestimmten Sankti-

on ausgerichtet sein, oder z.B. aufgrund der jeweils geltend gemachten 

Rechtsverletzung gerade auf die Wiederholung des gesamten vorinstanz-

lichen Verfahrens abzielen. In derartigen Fällen kann die Stellung eines 

bestimmten zusätzlichen Antrags erforderlich sein. Dies ist vorliegend 

nicht der Fall und bedarf deshalb im hier massgeblichen Zusammenhang 

keiner allgemeinen Beantwortung. 

48.   Denn im vorliegenden Sachverhalt ergibt sich ohne Weiteres, dass 

der Antrag des zuständigen Departements im Beschwerdeverfahren vor 

Bundesgericht auf vollständige Aufhebung des vorinstanzlichen Urteils 

und auf Rückweisung an das Bundesverwaltungsgericht die Herstellung 

des Verfahrensstands einschliesslich des in der angefochtenen Verfü-

gung statuierten und im bundesverwaltungsgerichtlichen Beschwerdever-

fahren gestellten Antrags auf Sanktionierung der Koch-Gruppe durch die 

Abweisung von deren Beschwerde umfasst hat. 

(b) Anforderungen an eine Beschwerde    

49.   Zum anderen kann die Stellung der im vorinstanzlichen Verfahren 

bereits gestellten Anträge im Beschwerdeverfahren vor Bundesgericht, 

das auf die Prüfung von durch die Vorinstanz beurteilten Rechtsfragen 

beschränkt ist, nicht den Inhalt und den Umfang des Streitgegenstands 

im Falle einer Rückweisung durch das Bundesgericht präjudizieren. Denn 

dies würde den formalen und materiellen Anforderungen an eine zulässi-

ge Beschwerde an das Bundesgericht widersprechen. 

50.   Eine solche Beschwerde ist gemäss Art. 95 f. BGG auf die Gel-

tendmachung einer Rechtsverletzung durch die Vorinstanz(en) be-

schränkt. Gemäss Art. 42 BGG hat der Beschwerdeführer dabei seine 

Begehren sowie deren Begründung und die Angabe allfälliger Beweismit-

tel in seiner Beschwerdeschrift anzugeben. Mit der Begründung ist darzu-

legen, inwiefern der angefochtene Akt das Recht verletzt. Ohne Eingabe 

einer entsprechenden Begründung ist ein Antrag von vornherein als unzu-

reichend und dementsprechend als unbeachtlich zu qualifizieren. Demzu-

folge ist eine Beschwerde an das Bundesgericht auf die Geltendmachung 

von Rechtsverletzungen beschränkt. 

B-5919/2017 

Seite 29 

51.  Daher ist es bereits aus formalen Gründen ausgeschlossen, dass 

ein Beschwerdeführer quasi vorbeugend und der Vollständigkeit halber 

die im vorinstanzlichen Verfahren gestellten Anträge zusätzlich zu einem 

Antrag auf vollständige Aufhebung des vorinstanzlichen Urteils und auf 

Rückweisung an die Vorinstanz zur Neuentscheidung stellt. Denn andern-

falls müssten zum einen auch Anträge im Hinblick auf sonstige Aspekte 

gestellt werden, bei denen gar keine Rechtsverletzung seitens der Vor-

instanz geltend gemacht wird. Zudem müssten derartige Anträge auch 

noch begründet werden, um deren Berücksichtigung überhaupt sicher-

stellen zu können. Dies würde letztlich dazu führen, dass ein Beschwer-

deführer sämtliche Vorbringen des vorinstanzlichen Verfahrens auch in 

das Beschwerdeverfahren einbringen müsste, um eine ordnungsgemässe 

Beschwerde zu gewährleisten. Dies steht in einem offensichtlichen Wi-

derspruch zur Anforderung der ausschliesslichen Geltendmachung von 

Rechtsverletzungen.     

52.  Darüber hinaus ergibt sich auch aus dem verfassungsrechtlichen 

Grundsatz der Prozessökonomie, wonach die Behörden und Gerichte ein 

effektives, d.h. ein möglichst zeitnahes und ressourcenschonendes Ver-

waltungs- und Gerichtsverfahren zu gewährleisten haben (BVGer, 

B-7633/2009, ADSL II, E. 71 m.w.N.), dass in einem Beschwerdeverfah-

ren vor dem Bundesgericht nicht alle Parteivorbringen des vorinstanzli-

chen Verfahrens mit uneingeschränkter Kognition zu überprüfen sind.     

53.  Überdies ist im Hinblick auf die massgebliche Sachverhaltskons-

tellation darauf hinzuweisen, dass bereits die Wettbewerbskommission im 

bundesverwaltungsgerichtlichen Verfahren nicht notwendigerweise einen 

bezifferten Antrag auf Festsetzung einer bestimmten Sanktionierung zu 

stellen hat. Vielmehr ist es regelmässig ausreichend, dass sie nur einen 

allgemeinen Antrag auf Abweisung der Beschwerde des jeweiligen Verfü-

gungsadressaten stellt, um damit die Rechtswirksamkeit der angefochte-

nen Verfügung einschliesslich des darin bezifferten Sanktionsbetrags her-

zustellen. Dies gilt im Übrigen auch für die Festsetzung aller sonstigen 

Massnahmen in der angefochtenen Verfügung. Daher wird mit dem Be-

gehren auf vollständige Aufhebung des vorinstanzlichen Urteils und auf 

Rückweisung an das Bundesverwaltungsgericht zugleich auch das Be-

gehren auf Abweisung der vorinstanzlichen Beschwerde des Verfügungs-

adressaten geltend gemacht, das im Falle des Obsiegens im bundesge-

richtlichen Verfahren im fortgeführten Verfahren vor dem Bundesverwal-

tungsgericht weiter verfolgt wird. Es ist bereits deshalb nicht ersichtlich, 

warum sich aus der Erhebung einer Beschwerde an das Bundesgericht 

B-5919/2017 

Seite 30 

auf vollständige Aufhebung des vorinstanzlichen Urteils eine Änderung 

des Begehrens im bundesverwaltungsgerichtlichen Verfahren ergeben 

sollte und das Departement zu Handen der Wettbewerbskommission da-

her in seiner Beschwerde an das Bundesgericht zwingend spezifizierte 

Anträge aufzunehmen hätte. 

54.  Dies gilt entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin (vgl. E. 37) 

auch ungeachtet des Vorgehens des Bundesgerichts in Sachen Altimum 

(BGE 144 II 246, Altimum, E. 8.1). Denn das Bundesgericht hat dort kein 

Rückweisungsurteil erlassen, sondern gemäss Art. 107 Abs. 2 BGG 

selbst ein Urteil in der Sache gefällt. Für den Fall einer Rückweisung sind 

deshalb ausschliesslich die vorstehend dargelegten Aspekte massge-

bend. 

(c) Berücksichtigung des Urteils in Sachen Altimum 

55.   Darüber hinaus ist die von der Beschwerdeführerin für das vorlie-

gende Verfahren konstruierte Analogie zum Verfahren in Sachen Altimum 

(BGE 144 II 246) sachlich nicht begründet. 

56.   Wenn das Bundesgericht eine Beschwerde gutheisst und gemäss 

Art. 107 Abs. 2 BGG trotz des Rückweisungsantrags eines Beschwerde-

führers einen eigenen Entscheid in der Sache fällt, berücksichtigt es da-

bei sowohl die von den Parteien vorgenommenen Verfahrenshandlungen 

als auch die materielle Beurteilung der Angelegenheit. Dabei darf das 

Bundesgericht gemäss Art. 107 Abs. 1 BGG nicht über die Begehren ei-

ner Partei hinausgehen.  

57.   Dies bedeutet, dass das Bundesgericht einen Entscheid in der 

Sache nur dann fällen kann, wenn dieser ohne Rückweisung an das 

Bundesverwaltungsgericht und damit ohne Berücksichtigung des Verfah-

rensstands vor Erlass des aufgehobenen Urteils formal und materiell ge-

troffen werden kann und der jeweilige Sachentscheid auch bei diesem 

Vorgehen durch das Begehren des jeweiligen Beschwerdeführers abge-

deckt ist. Soweit ein allfälliger Sachentscheid hingegen nicht durch das 

Begehren eines Beschwerdeführers abgedeckt wäre, müsste das Bun-

desgericht auf einen entsprechenden Sachentscheid verzichten und die 

Sache zwingend an das Bundesverwaltungsgericht zurückweisen, weil es 

nicht über das Begehren eines Beschwerdeführers hinausgehen darf. 

B-5919/2017 

Seite 31 

58.   Demgegenüber wäre es widersprüchlich, wenn das Bundesgericht 

einerseits einen Entscheid in der Sache fällen würde, obwohl ein Be-

schwerdeführer einen Antrag auf vollständige Aufhebung des vorinstanz-

lichen Urteils und auf Rückweisung an die Vorinstanz gestellt hat, ohne 

dabei den Verfahrensstand vor Aufhebung des vorinstanzlichen Urteils 

einschliesslich eines im vorinstanzlichen Verfahren bereits gestellten An-

trags inhaltlich zu berücksichtigen, und dies andererseits gerade damit 

begründen würde, dass das geltend gemachte Begehren auf vollständige 

Aufhebung und Rückweisung diesen Antrag nicht umfassen würde und 

ein entsprechender ausdrücklicher Antrag nicht zusätzlich gestellt worden 

sei. 

59.  Das Bundesgericht könnte daher nicht einen Sachentscheid tref-

fen und dem Beschwerdeführer trotz dessen Antrags auf vollständige 

Aufhebung des vorinstanzlichen Urteils und Rückweisung an das Bun-

desverwaltungsgericht unter Verweis auf einen fehlenden spezifischen 

Sanktionierungsantrag von einer im vorinstanzlichen Verfahren jedenfalls 

beantragten und gegebenenfalls sogar im angefochtenen Entscheid vor-

gesehenen Sanktionierung absehen. Denn entweder ist der Antrag auf 

Bestätigung der in der angefochtenen Verfügung vorgesehenen Sanktio-

nierung als Bestandteil des Begehrens auf Abweisung der vorinstanzli-

chen Beschwerde und damit des Verfahrensstands vor Aufhebung des 

vorinstanzlichen Urteils im Aufhebungs- und Rückweisungsbegehren ent-

halten, weshalb das Bundesgericht ohne Weiteres einen Sachentscheid 

treffen kann. Oder dieser Antrag auf Bestätigung der in der angefochte-

nen Verfügung vorgesehenen Sanktionierung wird nicht als vom Begeh-

ren auf Aufhebung des vorinstanzlichen Urteils und Rückweisung an das 

Bundesverwaltungsgericht umfasst angesehen. In diesem Fall scheidet 

ein Sachentscheid allerdings aus, weil das Bundesgericht in diesem Fall 

an den Rückweisungsantrag des Beschwerdeführers gebunden ist und 

nicht eigenmächtig über die Sanktionierung entscheiden und hierbei über 

das Begehren des Beschwerdeführers hinausgehen kann. 

60.   Dies gilt umso mehr dann, wenn ein Beschwerdeführer wie im vor-

liegenden Fall sogar einen ausdrücklichen Antrag auf Rückweisung an 

das Bundesverwaltungsgericht zur Festsetzung der Sanktion im bundes-

verwaltungsgerichtlichen Verfahren gestellt hat. Wenn dieser Antrag im-

plizit einen Verweis auf die in der angefochtenen Verfügung vorgenom-

mene Sanktionierung als Richtschnur für eine gerichtliche Sanktionsbe-

messung aufweist, dann kann das Bundesgericht eine Festlegung der 

Sanktion selbst vornehmen und einen Sachentscheid fällen. Soweit das 

B-5919/2017 

Seite 32 

Vorhandensein eines entsprechenden impliziten Verweises verneint wird, 

kann auch keine Sanktionsentscheidung durch das Bundesgericht vorge-

nommen werden, weil eine solche dann über das ausdrückliche Rückwei-

sungsbegehren zur Sanktionsbemessung hinausgehen würde. In beiden 

Fällen ist bei einer Rückweisung durch das Bundesgericht jedenfalls eine 

Einschränkung des Streitgegenstands zu Lasten des Beschwerdeführers 

und der Sanktionsentscheidung des Bundesverwaltungsgerichts ausge-

schlossen.    

61.  Für das vorliegende Verfahren ist die von der Beschwerdeführerin 

geltend gemachte Analogie zum Urteil in Sachen Altimum daher nicht zu 

berücksichtigen. 

62.   Ergänzend ist darauf hinzuweisen, dass die Möglichkeit des Bun-

desgerichts, bei Gutheissung einer Beschwerde entweder eine Rückwei-

sung vorzunehmen oder selbst einen Sachentscheid zu fällen, in Art. 107 

Abs. 2 BGG ausdrücklich vorgesehen ist. Auch deshalb ist entgegen der 

Ansicht der Beschwerdeführerin kein Grund für eine inhaltliche Ein-

schränkung des Bundesverwaltungsgerichts bei einem Entscheid nach 

Abschluss des fortgeführten Verfahrens ersichtlich. 

3) Vorabprüfung vor Veröffentlichung 

63.   Mit dem prozessualen Antrag Nr. 2 macht die Beschwerdeführerin 

geltend, für den Fall einer Publikation des vorliegenden Urteils sei ihr der 

zu publizierende Text vor dessen Veröffentlichung zur Prüfung auf allfälli-

ge Geschäftsgeheimnisse zuzustellen. 

(1) Vorbringen der Beschwerdeführerin 

64.   Die Beschwerdeführerin führt zu ihrem prozessualen Antrag Nr. 2 

aus, das Bundesverwaltungsgericht habe die für die Wettbewerbsbehör-

den nach Art. 25 Abs. 1 und 4 KG ex lege geltende Pflicht zur Wahrung 

von Geschäftsgeheimnissen sinngemäss ebenfalls zu befolgen und Ent-

scheide grundsätzlich in anonymisierter Form zu veröffentlichen. Dies er-

gebe sich aus Art. 29 Abs. 2 VGG i.V.m. Art. 4 Abs. 2 und 8 des Informati-

onsreglements für das Bundesverwaltungsgericht (SR 173.320.4). 

B-5919/2017 

Seite 33 

65.   Für den Fall einer Entscheidpublikation sei die Beschwerdeführe-

rin daher der zu publizierende Text vor dessen Veröffentlichung zur Prü-

fung auf allfällige Geschäftsgeheimnisse zuzustellen.  

(2) Vorbringen der Vorinstanz 

66.   Die Vorinstanz hält den durch die Beschwerdeführerin geltend 

gemachten Anspruch für unbegründet. 

(3) Würdigung durch das Gericht 

67.   Der Antrag der Beschwerdeführerin auf Vorlage des Urteilstexts 

vor dessen Publikation zur Prüfung auf allfällige Geschäftsgeheimnisse 

ist unbegründet und daher abzuweisen.   

68.   Für einen entsprechenden Anspruch der Beschwerdeführerin be-

steht weder eine gesetzliche Grundlage noch kann ein solcher Anspruch 

aus Vorschriften über die Wahrung von Geschäftsgeheimnissen abgelei-

tet werden. 

69.   Der Ableitung eines solchen Anspruchs aus Geheimhaltungsvor-

schriften stehen mehrere Gründe entgegen. Dabei ist zwischen den ver-

schiedenen Varianten an geheimhaltungsbedürftigen Tatsachen zu unter-

scheiden. 

70.   Im Rahmen eines Kartellverwaltungsverfahrens werden regelmäs-

sig eine Vielzahl von Tatsachen, die als Geschäftsgeheimnisse zu qualifi-

zieren sind, von den Wettbewerbsbehörden erfasst, ungeachtet dessen, 

ob sie von einem Unternehmen mitgeteilt oder im Rahmen der Ermittlun-

gen aufgedeckt werden. Dementsprechend wird auch zumeist eine be-

trächtliche Anzahl an geheimnisbelasteten Tatsachen in einem Be-

schwerdeverfahren durch das Bundesverwaltungsgericht erfasst. Den er-

fassten geheimnisbelasteten Tatsachen kommt allerdings nicht zwingend 

eine Entscheidungserheblichkeit zu, nur weil sie als Geschäftsgeheimnis 

zu qualifizieren sind. Soweit geheimnisbelastete Tatsachen für die jeweili-

ge Entscheidung des Gerichts nicht relevant sind, finden sie denn auch 

keine Aufnahme in ein Urteil. Hinsichtlich derartiger Tatsachen kann dem-

zufolge auch von vornherein kein Anspruch auf Prüfung des Urteils vor 

dessen Publikation zu Gunsten eines Beschwerdeführers bestehen.  

B-5919/2017 

Seite 34 

71.   Selbst wenn eine Tatsache als Geschäftsgeheimnis zu qualifizie-

ren ist, kann es aus Gründen der Rechtssicherheit und der Rechtsgleich-

heit erforderlich sein, diese im Rahmen eines Urteils detailliert oder zu-

mindest näherungsweise bekannt zu geben. Denn andernfalls könnten 

weder bestimmte Anforderungen an ein wettbewerbsgemässes Verhalten 

noch die Kriterien für ein wettbewerbswidriges Verhalten durch die Recht-

sprechung überhaupt kommuniziert und damit für die Marktteilnehmer 

auch erkennbar gemacht und klargestellt werden. Hinsichtlich derartiger, 

notwendigerweise bekannt zu gebender geheimnisbelasteter Tatsachen 

kann aber von vornherein kein Anspruch auf eine Entfernung aus dem Ur-

teil bestehen, weshalb hierfür auch kein Anspruch auf eine vorgängige 

Prüfung der Behandlung von Geschäftsgeheimnissen durch das Urteil 

anzuerkennen ist. So sind zum Beispiel die Umstände der jeweiligen Ver-

haltenskoordination im Urteil darzulegen, unabhängig davon, ob es sich 

hierbei um Geschäftsgeheimnisse handelt. 

72.   Ein Anspruch auf die vorgängige Vorlage eines Urteils zur Prüfung 

der Behandlung von Geschäftsgeheimnissen, die im Hinblick auf nicht 

notwendigerweise bekannt zu gebende geheimhaltungsbedürftige Tatsa-

chen bestehen, würde wiederum voraussetzen, dass auch ein Anspruch 

eines Beschwerdeführers auf eine entsprechende Korrektur des Ur-

teilstexts besteht. Ansonsten käme einer Vorlagepflicht des Urteils zur 

Prüfung von Geschäftsgeheimnissen von vornherein keine Bedeutung zu. 

Die Entscheidung darüber, ob eine geheimhaltungsbelastete Tatsache 

notwendigerweise im Urteil zu berücksichtigen ist, stellt allerdings eine 

originäre Aufgabe des jeweiligen Gerichts im Rahmen einer Feststellung 

des massgeblichen Sachverhalts dar, auf den sich die materielle Beurtei-

lung stützt. Deshalb kann einem Beschwerdeführer kein Anspruch auf ei-

ne vorgängige Vorlage und Korrektur des Urteils vor dessen Publikation 

zukommen, weil in diesen originären Entscheid des Gerichts ausnahms-

los nicht (mehr) eingegriffen werden kann.  

73.   Der Anerkennung eines Anspruchs auf vorgängige Vorlage und 

Korrektur des Urteils vor dessen Publikation stehen zudem die zwingen-

den Vorschriften zur Einhaltung der Rechtsmittelfristen entgegen. Da ein 

Beschwerdeführer gegen ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts nur 

innerhalb eines beschränkten, kurzen Zeitraums eine Beschwerde an das 

Bundesgericht zulässigerweise erheben kann, ist es von vornherein aus-

geschlossen, dass eine Vorlage des Urteils zur Prüfung der Behandlung 

von Geschäftsgeheimnissen und eine allfällige Korrektur des Urteils vor 

dessen Zustellung an den Beschwerdeführer erfolgt. Denn dadurch wür-

B-5919/2017 

Seite 35 

de faktisch die gesetzlich vorgesehene Rechtsmittelfrist in unzulässiger 

Weise zu Gunsten eines Beschwerdeführers ausgedehnt.  

74.   Einer Vorlage des Urteils zur Prüfung der Behandlung von Ge-

schäftsgeheimnissen und einer allfälligen Korrektur des Urteils nach des-

sen Zustellung an einen Beschwerdeführer aber vor dessen Publikation 

stehen die Anforderungen an eine rasche Veröffentlichung des Urteils 

entgegen. Denn mit Erlass eines Urteils entstehen unter Berücksichtigung 

der vom Gesetzgeber vorgesehenen prinzipiellen Publizität von kartell-

rechtlichen Entscheiden auch Informationspflichten gegenüber den übri-

gen Parteien und sonstigen Wirtschaftsteilnehmern, die in einem sachli-

chen Gegensatz zu einer Prüfung der Behandlung von Geschäftsge-

heimnissen vor dessen Publikation stehen. Angesichts der vorhersehba-

ren Auseinandersetzungen zwischen Beschwerdeführer und Gericht über 

die richtige Behandlung von einzelnen Geschäftsgeheimnissen und der 

dadurch bedingten Folge, dass die Publikation des Urteils hinausgescho-

ben wird – was von einem Beschwerdeführer auch aus anderen Gründen 

angestrebt werden könnte –, sowie wegen des Fehlens eines Korrek-

turanspruchs kommt den Interessen eines Beschwerdeführers auf eine 

Prüfung kein Vorrang vor den Publikationsinteressen zu. 

75.   Im Übrigen besteht für einen solchen Anspruch auch kein ausrei-

chendes sachliches Bedürfnis auf Seiten eines Beschwerdeführers. Denn 

ein Beschwerdeführer hat die geheimnisbelasteten Tatsachen bereits in 

seinen Rechtsschriften in ausreichender Weise kenntlich zu machen. 

76.    Wurde eine entsprechende Kennzeichnung unterlassen, hat ein 

Beschwerdeführer auch die sich daraus ergebenden Folgen einer Veröf-

fentlichung von geheimnisbelasteten Tatsachen im Rahmen des Urteils 

selbst zu verantworten.  

77.   Soweit das Gericht ausreichend gekennzeichnete geheimnisbe-

lastete Tatsachen im Rahmen seines Urteils als entscheidungsrelevant 

berücksichtigt, steht es in seiner Verantwortung, unter Berücksichtigung 

der vom Gesetzgeber vorgesehenen grundsätzlichen Publizität von kar-

tellrechtlichen Entscheiden zu entscheiden, ob und inwieweit diese un-

kenntlich zu machen sind. Soweit es sich nicht um notwendigerweise be-

kannt zu gebende geheimnisbelastete Tatsachen handelt, werden diese 

entsprechend dem einschlägigen Informationsreglement des Bundesver-

waltungsgerichts (SR 173.320.4) unkenntlich gemacht. Dabei hat das Ge-

richt auch die Konsequenzen zu tragen, die sich aufgrund von staatshaf-

B-5919/2017 

Seite 36 

tungsrechtlichen Ansprüchen aus einer fehlerhaften Veröffentlichung von 

Geschäftsgeheimnissen im Rahmen eines Urteils ergeben. Daher kommt 

einem Beschwerdeführer auch im Hinblick auf derartige Tatsachen kein 

Anspruch auf vorgängige Vorlage und Korrektur des Urteils vor einer Pub-

likation zu. 

78.  Dies mag umgekehrt allerdings nicht ausschliessen, dass das Ge-

richt im Einzelfall nach Erlass und vor Publikation des Urteils den Ur-

teilstext fakultativ einem Beschwerdeführer zur Prüfung einer Bekanntga-

be von möglichen Geschäftsgeheimnissen vorlegt, um allfällige eigene 

Zweifel über die ordnungsgemässe Behandlung von Geschäftsgeheim-

nissen dadurch auszuräumen. 

79.   Im vorliegenden Fall besteht für das Gericht kein Anlass für eine 

fakultative Vorlage des Urteils, um eine Prüfung durch die Beschwerde-

führerin zu ermöglichen. Denn die im Urteil bekannt gegebenen Tatsa-

chen beschränken sich zum einen auf die für die Erfassung des Sachver-

halts notwendigen Informationen und zum anderen ist ihre Darstellung für 

die Erfassung der rechtlichen Qualifizierung von Verhaltenskoordinatio-

nen gerade unter Berücksichtigung der von der Beschwerdeführerin gel-

tend gemachten Einwänden unabdingbar. Im Übrigen sind die bekannt 

gegebenen Daten aufgrund der bereits erfolgten Publikation im Rahmen 

der angefochtenen Verfügung und angesichts ihres Alters nicht mehr als 

relevante Geschäftsgeheimnisse zu qualifizieren. Ungeachtet dessen 

werden die Umsätze der Beschwerdeführerin im massgeblichen Zeitraum 

unkenntlich gemacht. 

IV. RECHTMÄSSIGKEIT DES VORINSTANZLICHEN VERFAHRENS 

80.   Die angefochtene Verfügung bildet den Abschluss eines Kartell-

verfahrens der Vorinstanz, welches aufgrund der Art. 18 ff. KG sowie der 

ergänzenden Bestimmungen des Verwaltungsverfahrensgesetzes durch-

geführt wurde. Die Beschwerdeführerin erhebt verschiedene Rügen ge-

genüber der Rechtmässigkeit des vorinstanzlichen Verfahrens. 

1) Verletzung der Verfahrensgarantien von Art. 6 EMRK 

81.   Die Beschwerdeführerin rügt, das Untersuchungsverfahren der 

Wettbewerbskommission verstosse gegen die Verfahrensgarantien ge-

B-5919/2017 

Seite 37 

mäss Art. 6 EMRK, weshalb die verhängte Sanktion vollständig aufzuhe-

ben sei. 

(1) Vorbringen der Beschwerdeführerin 

82.   Die Beschwerdeführerin macht geltend, dass einer Sanktion ge-

mäss Art. 49a Abs. 1 KG ein pönaler Charakter zukäme, weshalb die Ver-

fahrensgarantien von Art. 6 EMRK zur Anwendung gelangen würden. 

83.   Die Beschwerdeführerin erhebt hierzu den Einwand, dass die 

Wettbewerbskommission die Anforderungen von Art. 6 EMRK an ein un-

abhängiges und unparteiisches Gericht nicht erfüllen würde, weil diese 

nicht eine selbständige richterliche Instanz sei, sondern es sich bei ihr 

aufgrund ihrer Zusammenarbeit mit dem Sekretariat um eine Verflechtung 

von Anklage- und Entscheidinstanz handle. 

84.   Gemäss der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für 

Menschenrechte (nachfolgen: EGMR) würde ein Beschwerdeverfahren 

diese Mängel des unrechtmässigen vorinstanzlichen Verfahrens nicht zu 

heilen vermögen. Vielmehr müsse dies die vollständige Aufhebung des 

erstinstanzlichen Verfahrens zur Folge haben. Dies gelte insbesondere 

dann, wenn die zu sanktionierende Handlung wie im vorliegenden Fall 

kein Bagatelldelikt darstelle, sondern die Sanktion erheblich sei. Der Be-

schwerdeführerin sei deshalb ein faires Verfahren verwehrt worden. 

(2) Vorbringen der Vorinstanz 

85.   Die Vorinstanz verweist zur Rechtsmässigkeit des vorinstanzli-

chen Verfahrens auf die einschlägige Rechtsprechung. 

(3) Würdigung durch das Gericht 

86.   In nunmehr ständiger Rechtsprechung haben das Bundesgericht 

und das Bundesverwaltungsgericht unter Berücksichtigung der einschlä-

gigen Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschen-

rechte (EGMR, 3.12.2002, 53892/00, Lilly France gg. Frankreich, Ziff. 2 

[S. 9]; EGMR, 27.9.2011, 43509/08, Menarini Diagnostics S.R.L. gg. Ita-

lien, zit. Menarini, Ziff. 38 ff.) die Rechtmässigkeit einer Durchführung des 

Kartellverwaltungsverfahrens durch die Wettbewerbskommission festge-

B-5919/2017 

Seite 38 

stellt (ausführlich BVGer, B–7633/2009, ADSL II, E. 58 ff.), wobei es sich 

trotz des strafrechtsähnlichen Charakters, d.h. eines strafrechtlichen Ver-

fahrens im Sinne von Art. 6 EMRK, um ein Verwaltungsverfahren handelt, 

weshalb strafrechtliche Grundsätze nicht ohne Weiteres und nur insoweit 

eingeschränkt Anwendung finden, als dies unter Berücksichtigung der 

wettbewerblichen Gegebenheiten sachgerecht ist (BGE 147 II 72, Hors-

Liste–Pfizer-II, E. 8.3.2 f.; BGer, 9.12.2019, 2C_985/2015, Swisscom AG 

u.a. gg. Weko, publ. BGE 146 II 217, zit. ADSL II, E. 8.5.3; BGE 143 II 

297, Gaba, E. 9.1; BGE 139 I 72, Publigroupe, E. 2.2.2; BVGer, 

B-831/2011, DCC, E. 98 f.; BVGer, 19.12.2013, B–506/2010, Gaba Inter-

national AG gg. Weko, zit. Gaba, E. 6.1.3; BVGer, 24.2.2010, 

B-2050/2007, Swisscom (Schweiz) AG gg. Weko, zit. Terminierung Mobil-

funk, E. 4.2). Ein Kartellverwaltungsverfahren kann deshalb auch unter 

Berücksichtigung der Verhängung von hohen Geldbussen durch eine 

Verwaltungsbehörde zulässigerweise durchgeführt werden, soweit deren 

Entscheidung im Rahmen eines Rechtsmittels durch ein unabhängiges 

Gericht mit umfassender Kognition überprüft werden kann. Da die Kogni-

tion des Bundesverwaltungsgerichts im Rahmen einer Beschwerde ge-

gen Verfügungen der Wettbewerbskommission umfassend ausgestaltet 

ist, wie das Bundesgericht bereits im Rückweisungsurteil (vgl. E. 2.2) so-

wie unlängst nochmals ausdrücklich festgestellt hat (BGer, 12.2.2020, 

2C_113/2017, Aktiengesellschaft Hallenstadion und Ticketcorner AG gg. 

Weko, zit. Hallenstadion, E. 3.1), ergeben sich auch unter Berücksichti-

gung der Verfahrensgarantien von Art. 6 und 7 EMRK keine grundsätzli-

chen Einwände gegen die Rechtmässigkeit des kartellverwaltungsrechtli-

chen Verfahrens.   

87.   Die Einwände der Beschwerdeführerin wegen einer Verletzung 

der in Art. 6 EMRK gewährleisteten Verfahrensgarantien durch das Kar-

tellverwaltungsverfahren der Wettbewerbskommission und deren Auf-

rechterhaltung nach Rückweisung durch das Bundesgericht (vgl. SV K.b) 

sind daher unzutreffend. 

2) Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes 

88.   Die Beschwerdeführerin macht eine Verletzung des Untersu-

chungsgrundsatzes geltend. 

 

B-5919/2017 

Seite 39 

(1) Vorbringen der Beschwerdeführerin 

89.   Die Grundlagen dieser Rüge bilden die aus Sicht der Beschwerde-

führerin ungenügende Aufklärung des Sachverhalts und eine fehlende 

Berücksichtigung der von ihnen angemahnten Abklärungen durch die Vor-

instanz. Der festgestellte Sachverhalt sei daher unvollständig, unrichtig 

und könne nicht als Grundlage des Entscheids dienen. Hierzu erheben 

sie verschiedene Einwände. 

90.   Die Beschwerdeführerin bringt zunächst vor, die Vorinstanz habe 

den Sachverhalt weitgehend einer fremden Selbstanzeige entnommen, 

ohne diese genügend zu verifizieren. 

91.   Zudem habe die Vorinstanz sich nicht hinreichend mit dem rechts-

erheblichen Vorbringen auseinandergesetzt. So habe die Koch-Gruppe 

an einer vermeintlichen horizontalen Abrede mit den Herstellern und de-

ren schweizerischen Vertriebsgesellschaften bereits aufgrund ihrer 

Marktposition nicht teilnehmen können, weil sie weder auf der gleichen 

Marktstufe wie die ausländischen Beschlaghersteller noch auf der glei-

chen Marktstufe wie deren schweizerische Vertriebsgesellschaften tätig 

gewesen sei. Die unvollständige Sachverhaltsermittlung der Vorinstanz 

lasse die relevante Wettbewerbssituation auf der Marktstufe, auf der die 

Koch-Gruppe tätig sei, völlig ausser Betracht. 

92.   Die von der Vorinstanz vorgenommene Befragung der Fenster-

produzenten habe lediglich die Wettbewerbssituation zwischen den Be-

schlagherstellern zum Gegenstand, obwohl die Koch-Gruppe sich auf der 

Zwischenhandelsstufe befinde. Die durch die Vorinstanz vorgenommene 

Befragung sei zudem nicht repräsentativ, weil sie sich lediglich auf 55 von 

den in der Schweiz tätigen 600 bis 700 Fensterproduzenten beschränke. 

93.   Überdies hätte die Vorinstanz ermitteln müssen, inwiefern die 

Koch-Gruppe die Preiserhöhungen gegenüber den von ihr belieferten 

Fensterproduzenten tatsächlich habe durchsetzen können, um festzustel-

len, welche Auswirkungen ihr vermeintlich kartellrechtlich relevantes Ver-

halten auf den Wettbewerb gehabt habe. Angaben, welche sich spezifisch 

auf die Koch-Gruppe bezögen, lägen aber gar nicht und allgemein nicht in 

einem aussagekräftigen Masse vor. Die Sachverhaltsermittlung sei dem-

zufolge unvollständig. 

B-5919/2017 

Seite 40 

94.   Die Wettbewerbskommission habe auf die Berücksichtigung der 

Aussagen von Fensterproduzenten, wonach der Wettbewerb auf dem be-

troffenen Markt eher intensiv sei, als Bestandteil des ermittelten Sachver-

halts verzichtet. Dies habe sie mit der haltlosen und nicht nachvollziehba-

ren Begründung abgelehnt, die befragten Marktteilnehmer wären aus 

strategischen Gründen nicht in der Lage gewesen, eine objektive Ein-

schätzung der Wettbewerbsverhältnisse abzugeben, obschon in einem 

anderen Zusammenhang gerade auf die Aussagen der Fensterproduzen-

ten abgestellt worden sei. Dadurch sei der Sachverhalt falsch ermittelt 

worden. 

95.   Die mangelnde Sorgfalt und Präzision der Wettbewerbskommissi-

on würden sich auch in der Handhabung der für die Berechnung der 

Sanktion zu berücksichtigenden Umsätze zeigen. Die Koch-Gruppe habe 

die entsprechenden Daten sorgfältig ermittelt und transparent mitgeteilt. 

Dennoch habe sie feststellen müssen, dass die ihrerseits eingereichten 

Umsatzzahlen sich auch auf Produkte beziehen würden, welche von den 

anderen Untersuchungsadressaten offenbar nicht als Teil des sachlich re-

levanten Markts betrachtet worden seien. Auch dieses Vorgehen stelle 

deshalb eine Verletzung der Untersuchungsmaxime dar. 

(2) Vorbringen der Vorinstanz 

96.   Nach Ansicht der Vorinstanz sind die durchgeführten Untersu-

chungsmassnahmen ausreichend zur Begründung des festgestellten 

wettbewerbswidrigen Verhaltens. 

(3) Würdigung durch das Gericht 

97.   Sowohl im Kartellverwaltungsverfahren als auch im Beschwerde-

verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht ist der Sachverhalt gemäss 

Art. 12 VwVG i.V.m. Art. 39 KG bzw. Art. 37 VGG von Amtes wegen zu 

untersuchen (ausführlich BVGer, B–7633/2009, ADSL II, E. 185, m.w.N.). 

Dieser Untersuchungsgrundsatz verpflichtet die Wettbewerbsbehörden 

und die Beschwerdeinstanz, den Sachverhalt aus eigener Initiative richtig 

und vollständig abzuklären. Hierfür sind alle rechtserheblichen Aspekte zu 

ermitteln, sämtliche notwendigen Unterlagen zu beschaffen und die erfor-

derlichen Beweise abzunehmen. Als rechtserheblich gelten alle Tatsa-

chen, welche den Ausgang eines Entscheids beeinflussen können. Der 

B-5919/2017 

Seite 41 

Untersuchungsgrundsatz gilt allerdings nicht uneingeschränkt. Das Aus-

mass der Untersuchung ist vielmehr auf solche Aspekte beschränkt, die 

zur Aufklärung des Sachverhalts notwendig sind und deren Abklärung 

vernünftigerweise erwartet werden kann. Einschränkungen einer amtli-

chen Ermittlung können sich im Einzelfall zudem durch Mitwirkungspflich-

ten der Parteien, die objektive Beweislast, die Tauglichkeit von Beweismit-

teln und das treuwidrige Verhalten einer Partei ergeben. Die Sachver-

haltsuntersuchung bezieht sich dabei auf Tatsachen und Erfahrungssätze. 

Die Rechtsanwendung, d.h. die Beurteilung von rechtlichen Aspekten, un-

tersteht demgegenüber von vornherein nicht dem Untersuchungsgrund-

satz. Demzufolge ergibt sich nicht allein deshalb eine Verletzung des Un-

tersuchungsgrundsatzes, weil keine Abklärungen über Tatsachen oder Er-

fahrungssätze vorgenommen werden, auf die eine Partei ihre abweichen-

de Rechtsposition abstützt (BVGer, B–7633/2009, ADSL II, E. 185, 

m.w.N.).   

98.  Im vorliegenden Verfahren kommt das Gericht wie bereits die 

Wettbewerbskommission zum Ergebnis, dass von einem wettbewerbs-

widrigen Verhalten der Koch-Gruppe auszugehen ist. Diese Feststellung 

des Gerichts erfolgt aufgrund einer anderen inhaltlichen Beurteilung der 

massgeblichen Rechtsfragen, als derjenigen, die von der Beschwerdefüh-

rerin geltend gemacht wird. Dabei stützt sich die gerichtliche Beurteilung 

auf den Sachverhalt, der auch aufgrund der unstrittigen, von der Be-

schwerdeführerin selbst eingestandenen Tatsachen als rechtserheblich zu 

qualifizieren ist. 

99.   Die Einwände der Beschwerdeführerin, wonach die Sachverhalts-

feststellungen fehlerhaft (E. 94, 95) und unzureichend (E. 91 f.) seien, auf 

einer Missachtung ihrer Verlangen auf Abklärung besonderer Umstände 

(E. 89) und einer nicht ausreichenden Verifizierung der Selbstanzeige 

(E. 90) beruhen und deshalb weitere Sachverhaltsfeststellungen von Sei-

ten des Bundesverwaltungsgerichts erfordern würden, sind nicht von Be-

deutung, weil sie ausschliesslich auf einer gegensätzlichen Bewertung 

der vom Gericht und der Wettbewerbskommission als rechtserheblich 

qualifizierten, bereits bekannten und letztlich unstrittigen Tatsachen des 

Sachverhalts beruhen. Die Rüge wegen einer angeblichen Verletzung 

des Untersuchungsgrundsatzes erweist sich daher insgesamt als unbe-

gründet.  

100.  Eine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes liegt nicht vor.  

B-5919/2017 

Seite 42 

3) Verstoss gegen den Anspruch auf rechtliches Gehör 

(1) Vorbringen der Beschwerdeführerin 

101.   Die Beschwerdeführerin macht eine Verletzung des Anspruchs auf 

rechtliches Gehör geltend. Dabei wiederholen sie letztlich die gleichen 

Einwände wie im Hinblick auf eine Verletzung des Untersuchungsgrund-

satzes (vgl. E. 89 ff.). 

102.   Die Koch-Gruppe habe während des Verfahrens mehrmals Unge-

nauigkeiten bezüglich des festgestellten Sachverhalts gerügt. Dabei habe 

die Koch-Gruppe auf die Marktverhältnisse, ihre spezifische Marktposition 

als reine Zwischenhändlerin, die fehlende Möglichkeit zur Teilnahme an 

einer horizontalen Abrede und die Bedeutung dieser Aspekte für die 

Sanktionsberechnung hingewiesen. Die Wettbewerbskommission habe 

diese rechtserheblichen Argumente nicht berücksichtigt oder nur mit va-

gen und damit ungenügenden Sachverhaltsargumenten verworfen. 

(2) Vorbringen der Vorinstanz 

103.   Nach Ansicht der Vorinstanz wurden die Stellungnahmen und An-

merkungen der Beschwerdeführerin in ausreichendem Masse inhaltlich 

berücksichtigt. 

(3) Würdigung durch das Gericht  

104.   Der Anspruch auf rechtliches Gehör ist das verfassungsmässige 

Recht zur aktiven Teilnahme in einem administrativen oder gerichtlichen 

Rechtsverfahren einer hiervon betroffenen natürlichen oder juristischen 

Person, welches in allgemeiner Weise in Art. 29 Abs. 2 BV ausdrücklich 

statuiert und zusätzlich auch aus Art. 6 EMRK abgeleitet wird. Es dient 

der Verwirklichung des übergeordneten Grundsatzes eines fairen Verfah-

rens und umfasst insbesondere die folgenden Teilgarantien für eine ord-

nungsgemässe Durchführung verschiedener Aspekte eines Rechtsverfah-

rens (ausführlich BVGer, B–7633/2009, ADSL II, E. 197 f. m.w.N.): (i) vor-

gängige Orientierung über Gegenstand und Inhalt des Rechtsverfahrens 

sowie die Vorwürfe gegenüber den Parteien und Verfahrensbeteiligten; (ii) 

Mitwirkung bei der Feststellung des Sachverhalts, insbesondere das Stel-

len von eigenen Beweisanträgen; (iii) persönliche Teilnahme am Verfah-

B-5919/2017 

Seite 43 

ren einschliesslich der Möglichkeit zur Verbeiständigung; (iv) Aktenein-

sicht; (v) Möglichkeit zur Abgabe einer Stellungnahme einschliesslich der 

Kenntnisnahme und Berücksichtigung durch die verfahrensleitende In-

stanz; (vi) Eröffnung des Entscheids; (vii) Begründung des Entscheids. 

Dabei ist der Anspruch grundsätzlich auf rechtserhebliche Sachfragen 

beschränkt. Ausnahmsweise werden die Parteien auch zur rechtlichen 

Würdigung angehört, wenn sich die Rechtslage geändert hat, ein unge-

wöhnlich grosser Ermessensspielraum besteht oder die Behörden sich 

auf Rechtsnormen stützen, mit deren Anwendung die Parteien nicht rech-

nen mussten. 

105.   Obschon eine Verletzung des Gehörsanspruchs grundsätzlich zur 

Aufhebung des angefochtenen Hoheitsakts führt, kann durch die jeweilige 

Rechtsmittelinstanz nach ständiger Rechtsprechung eine sog. Heilung 

der Rechtsverletzung erfolgen, wenn sie über die gleiche Kognition in 

Rechts- und Sachverhaltsfragen wie die Vorinstanz verfügt und dem Be-

troffenen die gleichen Mitwirkungsrechte zustehen, so dass die Gewäh-

rung des rechtlichen Gehörs vollumfänglich nachgeholt werden kann 

(ausführlich BVGer, B–7633/2009, ADSL II, E. 197 f. m.w.N.). Dabei wird 

auch eine Heilung schwerwiegender Rechtsverletzungen ausnahmsweise 

dann als zulässig erachtet, wenn die Rückweisung bloss zu einem forma-

listischen Leerlauf führen würde und dies nicht im Interesse der Betroffe-

nen wäre. Auch der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte lässt 

die Heilung eines Verstosses gegen den Grundsatz des rechtlichen Ge-

hörs zu, soweit das jeweilige Gericht über volle Kognition verfügt (EGMR, 

1.3.2001, 29082/95, Dallos gg. Ungarn, Ziff. 52; EGMR, 8.10.2013, 

29864/03, Mulosmani gg. Albanien, Ziff. 132 m.w.N.). 

106.  Im vorliegenden Verfahren kommt das Gericht wie bereits die 

Wettbewerbskommission zum Ergebnis, dass von einem wettbewerbs-

widrigen Verhalten der Koch-Gruppe auszugehen ist. Diese Feststellung 

des Gerichts erfolgt aufgrund einer anderen inhaltlichen Beurteilung der 

massgeblichen Rechtsfragen als von der Beschwerdeführerin geltend 

gemacht wird. Dabei stützt sich die gerichtliche Beurteilung auf den 

Sachverhalt, der auch aufgrund der unbestrittenen, von der Beschwerde-

führerin selbst eingestandenen Tatsachen als rechtserheblich zu qualifi-

zieren ist. 

107.   Die Einwände der Beschwerdeführerin (E. 102), wonach die not-

wendigen Begründungen für den Entscheid gänzlich fehlen würden oder 

inhaltlich unzureichend seien und keine ausreichende Mitwirkung an der 

B-5919/2017 

Seite 44 

Feststellung des Sachverhalts infolge der fehlenden Berücksichtigung der 

angebrachten sachlichen Hinweisen zugelassen worden sei, sind nicht 

von Bedeutung, weil sie ausschliesslich auf einer gegensätzlichen Bewer-

tung der vom Gericht und der Wettbewerbskommission als rechtserheb-

lich qualifizierten, bereits bekannten und letztlich unstrittigen Tatsachen 

des Sachverhalts beruhen. Die Rüge wegen einer angeblichen Verlet-

zung des Gehörsanspruchs ist daher insgesamt nicht relevant. 

108.   Ein Verstoss gegen den Anspruch auf rechtliches Gehör liegt nicht 

vor. 

V.  RELEVANTER MARKT 

109.  Das Kartellgesetz enthält weder eine Definition des relevanten 

Markts noch statuiert es einzelne Kriterien für dessen Bestimmung. Nach 

ständiger Rechtsprechung finden die in Art. 11 Abs. 1 und 3 der Verord-

nung des Bundesrats vom 17. Juni 1996 über die Kontrolle von Unter-

nehmenszusammenschlüssen (VKU, SR 251.4) aufgeführten Abgren-

zungskriterien des sachlich, räumlich und zeitlich relevanten Markts auch 

für die Beurteilung von anderen Wettbewerbsbeschränkungen Anwen-

dung (BGE 139 I 72, Publigroupe, E. 9.1; BGer, 2C_113/2017, Hallensta-

dion, E. 5.1; BVGer, B–7633/2009, ADSL II, E. 257 m.w.N; BVGer, 

24.11.2016, B–3618/2013, Starticket AG u.a. gg. Aktiengesellschaft Hal-

lenstadion, Ticketcorner AG und Weko, zit. Hallenstadion, E. 32, m.w.N.; 

BVGer, B–831/2011, DCC, E. 230 m.w.N.). 

110.   Die angefochtene Verfügung hat einen Handelsmarkt für Dreh-

Kipp-Fensterbeschläge für Holz- und Kunststofffenster auf Stufe der 

Fensterproduzenten in der Schweiz als relevanten Markt abgegrenzt, bei 

dem sich einerseits die massgeblichen Beschlaghersteller und die grös-

seren Zwischenhändler sowie andererseits die Fensterproduzenten und 

die kleineren Zwischenhändler gegenüberstehen.