# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ea879c5a-4574-5900-8ee8-ea906e47b35a
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-12-05
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Strafkammer 05.12.2014 SK1 2014 23
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_004_SK1-2014-23_2014-12-05.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Ref.: Chur, 5. Dezember 2014 Schriftlich mitgeteilt am:
SK1 14 23 [nicht mündlich eröffnet]          9. Dezember 2014

(Mit Urteil 6B_104/2015 vom 20. August 2015 ist das Bundesgericht die gegen 
dieses Urteil erhobene Beschwerde abgewiesen.)

Urteil
I. Strafkammer

Vorsitz Schnyder
RichterInnen Hubert und Pritzi
Aktuar Nydegger

In der strafrechtlichen Berufung

des X._____, Berufungskläger, vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Jana Hre-
bik, Pflanzschulstrasse 47, 8026 Zürich, 

gegen

das Urteil des Bezirksgericht Plessur vom 4. Dezember 2012, mitgeteilt am 11. 
Februar 2013, in Sachen der S t a a t s a n w a l t s c h a f t  G r a u b ü n d e n , Senn-
hofstrasse 17, 7001 Chur, Berufungsbeklagte, gegen den Berufungskläger,

betreffend grobe Verletzung von Verkehrsregeln,

hat sich ergeben:

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I. Sachverhalt

A. X._____ wurde am _____1967 als Sohn der A._____ und des B._____ in 
O.1_____ geboren. Er ist ledig und beruflich als Fachlehrer tätig. Zurzeit arbeitet 
er bei der C._____ in O.2_____ und generiert bei einem Arbeitspensum von 90% 
ein monatliches Einkommen in der Höhe von etwa Fr. 6‘770.00. 

B. Im Schweizerischen Strafregister ist X._____ nicht verzeichnet.

C. Mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Graubünden (nachfolgend: Staats-
anwaltschaft) vom 7. Oktober 2011 wurde X._____ der groben Verletzung der 
Verkehrsregeln nach Art. 34 Abs. 4 SVG, Art. 35 Abs. 2, 3 und 4 SVG und Art. 10 
Abs. 2 VRV in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 2 SVG schuldig erkannt, wobei er mit 
einer Geldstrafe von 15 Tagessätzen zu je Fr. 200.00 sowie einer Busse von Fr. 
600.00 (Ersatzfreiheitsstrafe von 6 Tagen) bestraft wurde. Der Vollzug der Gelds-
trafe wurde bedingt aufgeschoben bei einer zweijährigen Probezeit. Dem Strafbe-
fehl lag folgender Sachverhalt zu Grunde:

„Am 4. Juli 2011, um 11.25 Uhr, lenkte der Beschuldigte sein Motorrad Du-
cati I Hyper Monster, Kontrollschild _____, auf der Passstrasse_____ von 
O.3_____ kommend Richtung O.4_____. In O.5_____, Höhe D._____, 
oberhalb der Örtlichkeit E._____, setzte er zum Überholen eines vor ihm 
fahrenden Polizeifahrzeuges an. Nach dem Überholmanöver bog er aber 
nicht wieder auf seine Fahrspur ein, sondern setzte dieses fort, indem er 
unmittelbar vor einer unübersichtlichen Rechtskurve und bis in diese hinein 
noch ein zweites Fahrzeug überholte. Er tat dies, obwohl er nicht die Ge-
wissheit haben konnte, das Manöver ohne Behinderung des Gegenver-
kehrs abschliessen zu können. Der Beschuldigte überholte das zweite 
Fahrzeug zudem mit einem ungenügenden seitlichen Abstand und bog mit 
einem ungenügenden Abstand vor diesem wieder auf seine Fahrspur ein.“ 

D. Dagegen reichte X._____ bei der Staatsanwaltschaft am 13. Oktober 2011 
fristgerecht Einsprache ein.

E. Am 3. November 2011 eröffnete die Staatsanwaltschaft die Strafuntersu-
chung gegen X._____ wegen grober Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 
90 Ziff. 2 SVG. Anlässlich dieser Strafuntersuchung führte die zuständige Staats-
anwältin am 18. Juni 2012 im Beisein von X._____ als Beschuldigter in Begleitung 
seiner privaten Verteidigerin sowie drei Beamten der Kantonspolizei Graubünden 
an der Örtlichkeit des Überholmanövers in O.5_____ einen Augenschein durch.

F. Am 10. Juli 2012 kündigte die Staatsanwaltschaft X._____ den Abschluss 
der Untersuchung und die Überweisung des Strafbefehls an das Bezirksgericht 
Plessur an. Am 11. Oktober 2012, mitgeteilt am 12. Oktober 2012, verfügte die 

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Staatsanwaltschaft die Überweisung des Strafbefehls gegen X._____ ergänzt mit 
dem Schlussbericht an das Bezirksgericht Plessur. Zudem teilte sie mit, dass sie 
am Strafbefehl festhalte und die Akten dem erstinstanzlichen Gericht zur Durch-
führung des Hauptverfahrens überweise, wobei der Strafbefehl als Anklageschrift 
gelte.

G. Die Hauptverhandlung, zu der mit prozessleitender Verfügung vom 25. Ok-
tober 2012 vorgeladen wurde, fand am 4. Dezember 2012 statt. Anwesend waren 
X._____ als Beschuldigter in Begleitung seiner privaten Verteidigerin, Rechtsan-
wältin lic. iur. Jana Hrebik. Die Staatsanwaltschaft war nicht zugegen. Die Parteien 
stellten die folgenden Schlussanträge:

Anträge der Staatsanwaltschaft Graubünden

1. X._____ sei der groben Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 34 
Abs. 4 SVG, Art. 35 Abs. 2, 3 und 4 SVG und Art. 10 Abs. 2 VRV in 
Verbindung mit Art. 90 Ziff. 2 SVG schuldig zu sprechen.

2. Die beschuldigte Person sei mit einer Geldstrafe von 15 Tagessätzen 
zu je CHF 200.00, bedingt aufgeschoben bei einer Probezeit von 2 Jah-
ren, zu bestrafen.

3. Die beschuldigte Person sei zudem mit einer Busse von CHF 600.00, 
bei schuldhafter Nichtbezahlung ersatzweise zu einer Freiheitsstrafe 
von 6 Tagen, zu bestrafen.

4. Die Kosten des Verfahrens seien der beschuldigten Person aufzuerle-
gen.

Anträge Beschuldigter

1. Der Beschuldigte sei vollumfänglich freizusprechen.

2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Staatskas-
se.

H. Gegen das am 4. Dezember 2012 gefällte, gleichentags mündlich eröffnete 
und am 5. Dezember 2012 ohne schriftliche Begründung mitgeteilte Urteil des Be-
zirksgericht Plessur meldete X._____ (nachfolgend: Berufungskläger) nach der 
mündlichen Eröffnung des Urteilsdispositivs am 4. Dezember 2012 Berufung an. 
Daraufhin teilte das Bezirksgericht Plessur den Parteien am 11. Februar 2013 das 
begründete Urteil mit. Darin erkannte es wie folgt: 

„1. X._____ wird freigesprochen vom Vorwurf der Verletzung von Ver-
kehrsregeln gemäss Art. 34 Abs. 4 SVG sowie Art. 35 Abs. 3 SVG in 
Verbindung mit Art. 10 Abs. 2 VRV.

2. X._____ ist der groben Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 35 
Abs. 2 und 4 SVG in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 2 SVG schuldig.

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3.a) Dafür wird X._____ mit einer Geldstrafe von 15 Tagessätzen zu je 
CHF 180.00 und einer Busse von CHF 400.00 bestraft.

   b) Der Vollzug der Geldstrafe wird unter Ansetzung einer Probezeit von 2 
Jahren aufgeschoben.

   c) Die Ersatzfreiheitsstrafe für die Busse beträgt 4 Tage. Sie tritt an die 
Stelle der Busse, soweit dieselbe schuldhaft nicht bezahlt wird. 

4.a) Die Kosten des Verfahrens von CHF 3‘095.00 (Untersuchungsge-
bühren und Auslagen der Staatsanwaltschaft Graubünden CHF 
1‘595.00, Gerichtsgebühren CHF 1‘500.00) gehen zu Lasten von 
X._____.

   b) X._____ schuldet dem Bezirksgericht Plessur folglich:

- Busse CHF    400.00

- Verfahrenskosten CHF 3‘095.00

Total CHF 3‘495.00

In Rechtskraft erwachsene Bussen und Verfahrenskosten sind dem 
Bezirksgericht Plessur innert 30 Tagen nach Zustellung des begründe-
ten Urteils zu bezahlen.

5. [Rechtsmittelbelehrung]

6. [Mitteilung].“

I. Am 5. März 2013 reichte X._____ die Berufungserklärung beim Kantonsge-
richt von Graubünden ein und hielt darin fest, die Ziffern 2, 3 und 4 des Dispositi-
ves des angefochtenen Entscheids würden angefochten. Der Beschuldigte halte 
nach wie vor an einem Freispruch mit entsprechender Kosten- und Entschädi-
gungsfolge fest.

J. Mit Schreiben vom 7. März 2013 verzichtete das Bezirksgericht Plessur auf 
die Einreichung einer Vernehmlassung.

Am 13. März 2013 verzichtete auch die Staatsanwaltschaft auf die Einreichung 
einer Stellungnahme gemäss Art. 400 Abs. 3 StPO.

K. Mit Verfügung vom 2. April 2013 ordnete der Vorsitzende der I. Strafkam-
mer des Kantonsgerichts von Graubünden gestützt auf Art. 406 Abs. 1 lit. a und 
Abs. 2 lit. a StPO die Durchführung des schriftlichen Verfahrens an.

L. Innert gewährter Fristerstreckung reichte der Berufungskläger am 5. Juli 
2013 die Berufungsbegründung ein. Darin beantragte er was folgt:

„1. Der Beschuldigte sei vom Vorwurf der groben Verletzung von Ver-
kehrsregeln im Sinne von Art. 35 Abs. 2 und 4 SVG in Verbindung mit 
Art. 90 Ziffer 2 SVG freizusprechen.

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2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Gerichts-
kasse.“

M. In der Stellungnahme vom 15. Juli 2013 beantragte die Staatsanwaltschaft 
die Abweisung der Berufung und die Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.

Mit Schreiben vom 18. Juli 2013 verzichtete das Bezirksgericht Plessur auf die 
Einreichung einer Berufungsantwort.

N. Mit Urteil vom 24. September 2013, mitgeteilt am 1. Oktober 2013, ent-
schied das Kantonsgericht von Graubünden was folgt:

"1. Die Berufung wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 3'000.-- gehen vollum-
fänglich zu Lasten von X._____.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilung]."

O. Gegen dieses Urteil erhob X._____ mit Eingabe vom 6. November 2013 
Beschwerde in Strafsachen beim Schweizerischen Bundesgericht und beantragte, 
es sei das Urteil des Kantonsgerichts von Graubünden vom 1. Oktober 2013 (rec-
te: 24. September 2013) unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der 
Gerichtskasse aufzuheben und die Sache sei entweder vom Bundesgericht selbst 
neu zu entscheiden oder zur neuen Entscheidung an die Vorinstanz zurückzuwei-
sen. Ausserdem sei der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu gewähren.

P. Mit Eingabe vom 24. April 2014 beantragte der Vorsitzende der I. Straf-
kammer des Kantonsgerichts von Graubünden, die Beschwerde sei abzuweisen, 
soweit auf sie einzutreten sei.

Q. Mit Urteil vom 19. Mai 2014 entschied das Schweizerische Bundesgericht 
wie folgt:

"1. Die Beschwerde wird gutgeheissen, soweit darauf einzutreten ist. Das 
Urteil des Kantonsgerichts von Graubünden vom 24. September 2013 
wird aufgehoben und zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz 
zurückgewiesen.

2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3. Der Kanton Graubünden hat dem Beschwerdeführer eine Parteien-
tschädigung von Fr. 3'000.-- auszurichten.

4. [Mitteilung]."

Zur Begründung führte das Bundesgericht im Wesentlichen aus, das Kantonsge-
richt von Graubünden habe den Polizeirapport vom 2. August 2011 als entscheid-

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wesentlich betrachtet. Das Kantonsgericht habe zunächst festgehalten, der Poli-
zeirapport sei umstritten und mangels Einvernahme und Befragung der Polizisten 
nicht verwertbar. Entgegen dieser Argumentation habe das Kantonsgericht ansch-
liessend gleichwohl auf den Polizeirapport abgestellt, wenn es ausführe, dass der 
Polizeirapport durch eine DVD-Aufzeichnung "weitgehend" bestätigt werde. Die in 
sich widersprüchliche Beurteilung sei nicht haltbar. Der Beschwerdeführer habe 
nach der vorinstanzlichen Feststellung keine Gelegenheit erhalten, den Beamten 
dazu Fragen zu stellen. Das Urteil sei wegen der bereits von der Vorinstanz fest-
gestellten Verletzung des Gehörsrechts aufzuheben. Im Übrigen sei auf die Be-
schwerde nicht einzutreten.

R. Mit Schreiben vom 1. Juli 2014 teilte der Vorsitzende der I. Strafkammer 
des Kantonsgerichts von Graubünden X._____ mit, dass das Kantonsgericht über 
die von ihm erhobene Berufung noch einmal zu befinden habe. Es treffe zwar zu, 
dass die I. Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubünden in ihrer Erwägung 
6. zum Schluss gekommen sei, der Polizeirapport vom 2. August 2011 könne bei 
der Beweiswürdigung ohne weiteres mitberücksichtigt werden. Die in diesem Zu-
sammenhang getroffenen Ausführungen seien nun insofern widersprüchlich, als 
der Polizeirapport vom 2. August 2011 bei der nachfolgenden Urteilsbegründung 
gar nicht entscheidwesentlich gewesen sei, auch wenn in Erwägung 6. der An-
schein erweckt worden sei, dass er es sei. Die I. Strafkammer des Kantonsge-
richts von Graubünden habe ihr Urteil auf die DVD-Aufzeichnung vom 4. Juli 2011, 
die Feststellungen anlässlich des Augenscheins mit der Staatsanwaltschaft 
Graubünden vom 18. Juni 2012 und die Ausführungen des Berufungsklägers ge-
stützt. Der Polizeirapport vom 2. August 2011 sei daher nicht entscheidwesentlich 
und er werde es auch im Rahmen der Neubeurteilung der Berufung nicht sein.

S. Mit Eingabe vom 7. Juli 2014 stellte der Berufungskläger ein Ausstandbe-
gehren gegen die Richter Schlenker (Vorsitz), Brunner und Michael Dürst. Die 
Ausführungen im Schreiben des Vorsitzenden der I. Strafkammer des Kantonsge-
richts von Graubünden vom 1. Juli 2014 würden die Befangenheit und Voreinge-
nommenheit der I. Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubünden klar mani-
festieren.

T. Mit Schreiben vom 6. August 2014 wurden der Berufungskläger und die 
Staatsanwaltschaft durch das Kantonsgericht von Graubünden aufgefordert, zum 
Urteil des Bundesgerichts Stellung zu nehmen.

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Mit Eingabe vom 5. September 2014 beantragte der Berufungskläger, er sei voll-
umfänglich freizusprechen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der 
Staatskasse.

Mit Eingabe vom 18. September 2014 (Datum Poststempel) beantragte die 
Staatsanwaltschaft die Abweisung der Beschwerde.

U. Mit Schreiben vom 10. September 2014 teilte das Kantonsgericht von 
Graubünden dem Berufungskläger mit, dass das Ausstandbegehren gegen den 
bis anhin vorsitzenden Richter Schlenker mittlerweile gegenstandslos geworden 
sei, weil dessen Amtsdauer am Kantonsgericht am 31. August 2014 abgelaufen 
sei. Richterin Michael Dürst und Richter Brunner würden sich dem Ausstandge-
such nicht widersetzen, sodass sich die I. Strafkammer des Kantonsgerichts von 
Graubünden in der vorliegenden Sache aus den Richtern Schnyder (Vorsitz), Hu-
bert und Pritzi zusammensetze. Der Berufungskläger werde sodann gebeten mit-
zuteilen, ob er mit der Durchführung des schriftlichen Berufungsverfahrens einver-
standen sei, unter gleichzeitiger Angabe, ob er eine erneute Berufungsbegrün-
dung einreichen wolle oder darauf unter Hinweis auf die im Recht liegenden Ein-
gaben verzichte. 

V. Mit Schreiben vom 9. September 2014 (recte: 9. Oktober 2014) erklärte sich 
der Berufungskläger mit der Durchführung des schriftlichen Verfahrens einver-
standen. Im Übrigen verzichtete er mit Verweis auf die im Recht liegenden Einga-
ben auf eine erneute Berufungsbegründung.

W. Mit Eingabe vom 21. Oktober 2014 hielt die Staatsanwaltschaft an ihrem 
Antrag, die Berufung sei kostenfällig abzuweisen, fest. Mit der Anordnung des 
schriftlichen Verfahrens zeigte sie sich einverstanden.

X. Auf die Ausführungen im Urteil des Bundesgerichts vom 19. Mai 2014 
(6B_1057/2013), im Urteil der I. Strafkammer des Kantonsgerichts vom 24. Sep-
tember 2013 (SK1 13 5), im angefochtenen Urteil der Vorinstanz sowie in den 
Rechtsschriften und Stellungnahmen der Verfahrensbeteiligten wird, soweit erfor-
derlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

II. Erwägungen

1. a) Nachdem das Bundesgericht in seinem Urteil vom 19. Mai 2014 
(6B_1057/2013) das Urteil des Kantonsgerichts von Graubünden vom 24. Sep-

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tember 2013 (SK1 13 5) aufgehoben und zu neuer Entscheidung an das Kantons-
gericht von Graubünden zurückgewiesen hat (vgl. Ziff. 1 des Dispositivs), ist die 
vorliegende Berufungssache neu zu beurteilen. Mit der Rückweisung wird der 
Prozess hinsichtlich des davon betroffenen Streitpunktes in die Lage zurückver-
setzt, in der er sich vor Fällung des kantonalen Urteils befunden hat. Der Rahmen 
wird demnach vom Rückweisungsentscheid des Bundesgerichts in rechtlicher 
Hinsicht abgesteckt (BGE 116 II 220 E. 4a).

b) Die Bindungswirkung bundesgerichtlicher Rückweisungsentscheide ergibt 
sich nicht aus dem kantonalen Recht, sondern ausschliesslich aus dem Bundes-
recht. Früher wurde sie für Zivil- und Strafsachen in Art. 66 Abs. 1 des Bundesge-
setzes über die Organisation der Bundesrechtspflege (OG; nicht mehr in Kraft) 
bzw. Art. 277ter des Bundesgesetzes über die Bundesstrafrechtspflege (BStP; 
nicht mehr in Kraft) statuiert, heute ergibt sie sich (unverändert) aus dem unge-
schriebenen Bundesrecht, da die Bestimmung wegen ihrer Selbstverständlichkeit 
nicht in das neue Bundesgerichtsgesetz überführt worden ist (BGE 135 III 334 E 
2.1; Urteil des Bundesgerichts 6B_372/2011 vom 12. Juli 2011 E 1.1.1; vgl. auch 
Botschaft vom 28. Februar 2001 zur Totalrevision der Bundesrechtspflege, BBl 
2001 IV 4346 Ziff. 4.1.4.5). Im Falle eines Rückweisungsentscheides hat die mit 
der Neubeurteilung befasste kantonale Instanz die rechtliche Beurteilung, mit der 
die Zurückweisung begründet wird, ihrer Entscheidung zugrunde zu legen. Diese 
Beurteilung bindet auch das Bundesgericht, falls ihm die Sache erneut unterbreitet 
wird. Aufgrund der Bindungswirkung ist es den nochmals mit der Sache befassten 
Gerichten wie den Parteien verwehrt, der Beurteilung des Rechtsstreits einen an-
deren als den bisherigen Sachverhalt zu unterstellen oder die Sache unter rechtli-
chen Gesichtspunkten zu prüfen, die im Rückweisungsentscheid ausdrücklich ab-
gelehnt oder überhaupt nicht in Erwägung gezogen worden sind (BGE 135 III 334 
E 2 und E 2.1 m.w.H.). Die kantonale Instanz hat sich bei der neuen Entscheidung 
somit auf das zu beschränken, was sich aus den bundesgerichtlichen Erwägungen 
als Gegenstand der neuen Beurteilung ergibt. Es soll nicht das ganze Verfahren 
neu in Gang gesetzt werden, sondern nur soweit dies notwendig ist, um den ver-
bindlichen Erwägungen des Bundesgerichts Rechnung zu tragen. In den Grenzen 
des Verbots der reformatio in peius kann sich dabei die neue Entscheidung auch 
auf Punkte beziehen, die vor Bundesgericht nicht angefochten waren, sofern dies 
der Sachzusammenhang erfordert (Urteil des Bundesgerichts 6B_35/2012 vom 
30. März 2012 E 2.2 m.w.H.). Der vorliegend vom Rückweisungsentscheid des 
Bundesgerichts abgesteckte Rahmen wird im entsprechenden Sachzusammen-
hang näher zu ermitteln sein.

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2. a) Die Berufung ist zulässig gegen Urteile erstinstanzlicher Gerichte, mit de-
nen das Verfahren ganz oder teilweise abgeschlossen worden ist (Art. 398 Abs. 1 
der Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO; SR 312]). Die Berufung bezieht 
sich somit auf Entscheide, in denen über Straf- und Zivilfragen materiell befunden 
wird (vgl. Art. 80 Abs. 1 Satz 1 StPO), in erster Linie Urteile, die auf Verurteilung 
oder Freispruch lauten und der Fall vor der ersten Instanz damit abgeschlossen 
wird (Luzius Eugster, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar zur 
Schweizerischen Strafprozessordnung, Basel 2011, N 2 zu Art. 398 StPO). 
Gemäss Art. 399 Abs. 1 StPO ist die Berufung dem erstinstanzlichen Gericht in-
nert 10 Tagen seit Eröffnung des Urteils schriftlich oder mündlich zu Protokoll an-
zumelden, worauf das erstinstanzliche Gericht die Anmeldung nach Ausfertigung 
des begründeten Urteils zusammen mit den Akten dem Kantonsgericht als Beru-
fungsgericht übermittelt (Art. 399 Abs. 2 StPO; Art. 22 des Einführungsgesetzes 
zur Schweizerischen Strafprozessordnung [EGzStPO; BR 350.100]). Nach Art. 
399 Abs. 3 StPO reicht die Partei, welche Berufung angemeldet hat, dem Kan-
tonsgericht innert 20 Tagen seit der Zustellung des begründeten Urteils eine 
schriftliche Berufungserklärung ein, worin sie anzugeben hat, ob sie das Urteil 
vollumfänglich oder nur in Teilen anficht (lit. a), welche Abänderungen des erstin-
stanzlichen Urteils sie verlangt (lit. b) und welche Beweisanträge sie stellt (lit. c). 

b) Gegen das am 4. Dezember 2012 gefällte, gleichentags mündlich eröffnete 
und am 5. Dezember 2012 ohne schriftliche Begründung mitgeteilte Urteil des Be-
zirksgerichts Plessur meldete der Berufungskläger nach der mündlichen Eröffnung 
des Urteilsdispositivs am 4. Dezember 2012 Berufung an (SK1 13 5, act. A.1). 
Nach Zustellung des begründeten Urteils am 11. Februar 2013 reichte der Beru-
fungskläger alsdann fristgemäss am 5. März 2013 seine Berufungserklärung ein 
(SK1 13 5, act. A.2). Da auch alle anderen Zulässigkeitsvoraussetzungen gege-
ben sind, ist auf die Berufung einzutreten.

c) Als Berufungsgericht kann das Kantonsgericht das erstinstanzliche Urteil in 
allen angefochtenen Punkten umfassend überprüfen (Art. 398 Abs. 2 StPO). Die 
Berufung ist somit ein vollkommenes Rechtsmittel, mit welchem erstinstanzliche 
Urteile in sachverhaltsmässiger wie auch in rechtlicher Hinsicht mit freier Kognition 
überprüft werden können (vgl. Niklaus Schmid, Schweizerische Strafprozessord-
nung, Praxiskommentar, 2. Aufl., Zürich/St. Gallen 2013, N 1 zu Art. 398 StPO; 
Markus Hug, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber [Hrsg.], Kommentar zur Schweizeri-
schen Strafprozessordnung [StPO], 2. Aufl., Zürich 2014, N 14 zu Art. 398 StPO). 
Das Berufungsgericht überprüft das erstinstanzliche Urteil grundsätzlich nur in den 
angefochtenen Punkten (vgl. Art. 404 Abs. 1 StPO). Die nicht angefochtenen 

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Punkte sind rechtskräftig geworden und stehen damit nicht länger zur Diskussion 
(vgl. Eugster, a.a.O., N 3 zu Art. 404 StPO). Tritt das Berufungsgericht auf die Be-
rufung ein, so fällt es ein neues Urteil, welches das erstinstanzliche ersetzt (vgl. 
Art. 408 StPO). Weist das erstinstanzliche Verfahren aber Mängel auf, die im Be-
rufungsverfahren nicht geheilt werden können, so hebt das Berufungsgericht das 
angefochtene Urteil auf und weist die Sache zur Durchführung einer neuen Haupt-
verhandlung und zur Fällung eines neuen Urteils an das erstinstanzliche Gericht 
zurück (vgl. Art. 409 Abs. 1 StPO). Wie sich aus den nachstehenden Erwägungen 
ergibt, kann das Berufungsgericht im vorliegenden Fall selber ein Urteil fällen.

3. a) Das Berufungsverfahren ist grundsätzlich mündlich (Art. 405 StPO). Schrift-
liche Berufungsverfahren sollen nach der Schweizerischen Strafprozessordnung 
die Ausnahme bilden (BGE 139 IV 290 E. 1.1 m.w.H.). Art. 406 StPO zählt absch-
liessend auf, in welchen Fällen das Berufungsgericht die Berufung im schriftlichen 
Verfahren behandeln kann. Gemäss Art. 406 Abs. 1 StPO kann das schriftliche 
Verfahren angeordnet werden, wenn ausschliesslich Rechtsfragen zu entscheiden 
sind (lit. a), wenn der Zivilpunkt angefochten ist (lit. b), wenn Übertretungen Ge-
genstand des erstinstanzlichen Urteils bilden und mit der Berufung nicht ein 
Schuldspruch wegen eines Verbrechens oder Vergehens beantragt wird (lit. c), 
wenn Kosten-, Entschädigungs- und Genugtuungsfolgen (lit. d) oder Massnahmen 
im Sinne von Art. 66-73 StGB angefochten sind (lit. e). Mit dem Einverständnis der 
Parteien kann das schriftliche Verfahren zudem angeordnet werden, wenn die 
Anwesenheit der beschuldigten Person nicht erforderlich ist oder wenn Urteile ei-
nes Einzelgerichts Gegenstand der Berufung sind (Art. 406 Abs. 2 StPO). Ob die 
Anwesenheit des Beschuldigten erforderlich ist, hängt von den Gegebenheiten 
des Einzelfalles ab. Für den Verzicht auf ein mündliches Berufungsverfahren ist 
etwa an Fälle zu denken, bei denen eine Befragung des Beschuldigten nicht erfor-
derlich ist und auch keine Beweise erhoben werden. Die Parteirolle in der Beru-
fungsverhandlung würde sich hier praktisch auf die Plädoyers beschränken, die 
ohne weiteres durch Rechtschriften ersetzt werden können (Niklaus Schmid, 
Schweizerische Strafprozessordnung, Praxiskommentar, 2. Aufl., Zürich/St. Gallen 
2013, N 13 zu Art. 406 StPO; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 6B_482/2012 
vom 3. April 2013 E. 2.4.2).

b) Der Berufungskläger hat sich vorliegend mit der Anordnung des schriftli-
chen Verfahrens einverstanden erklärt (SK1 14 23, act. A.6). In einer Gesamts-
chau der Umstände des vorliegenden Falles erscheint die Anwesenheit des Beru-
fungsklägers als beschuldigte Person nicht erforderlich, zumal er sich mehrmals 
und ausführlich zur Sache äussern konnte und geäussert hat, sodass eine erneute 

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Befragung nicht nötig ist. Im Übrigen werden im Berufungsverfahren keine neuen 
Beweise erhoben. Die vorliegende Berufungssache kann deshalb im schriftlichen 
Verfahren behandelt werden.

4. a) Die Vorinstanz hat den Berufungskläger der groben Verletzung der Ver-
kehrsregeln gemäss Art. 35 Abs. 2 und 4 in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 2 des 
Strassenverkehrsgesetzes (SVG; SR 741.10) schuldig gesprochen. Gegen das 
vorinstanzliche Urteil liess der Berufungskläger Berufung einlegen mit dem Antrag, 
er sei vom Vorwurf der groben Verletzung von Verkehrsregeln im Sinne von Art. 
35 Abs. 2 und 4 SVG in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 2 SVG freizusprechen. Nach-
folgend ist daher zu prüfen, ob der Berufungskläger sich der groben Verletzung 
der Verkehrsregeln gemäss Art. 35 Abs. 2 und 4 SVG in Verbindung mit Art. 90 
Ziff. 2 SVG schuldig gemacht hat oder nicht.

b) In formeller Hinsicht macht der Berufungskläger zunächst einen Verstoss 
gegen das Anklageprinzip (Art. 9 StPO) geltend (Berufungsbegründung [SK1 13 5, 
act. A.5], S. 3 ff.). Die Vorinstanz hält in ihrem Entscheid vom 4. Dezember 2012 
fest, es hätten zur Zeit der groben Verkehrsregelverletzung durch den Beschuldig-
ten und Berufungskläger besondere Umstände vorgelegen. Es sei Mittagszeit ge-
wesen, was bedeute, dass mit Gegenverkehr zu rechnen gewesen sei. Kurz vor 
dem Überholmanöver seien dem Berufungskläger Fahrzeuge entgegen gefahren. 
Der Beschuldigte habe somit im Wissen darum, dass unmittelbar vor dem Über-
holmanöver Gegenverkehr geherrscht habe, um ca. 11.30 Uhr, unmittelbar vor 
einer unübersichtlichen Rechtskurve den grünen Subaru überholt. Damit habe der 
Eintritt - und nicht bloss die Möglichkeit - einer konkreten Gefährdung bezie-
hungsweise sogar einer Verletzung allfällig entgegenkommender Verkehrsteil-
nehmer nahe gelegen (vgl. Erwägung 6b des angefochtenen Urteils). Der Beru-
fungskläger will darin eine Verletzung des Anklageprinzips erkennen. Begründend 
führt er in diesem Zusammenhang aus, es handle sich hierbei um reine Spekulati-
onen der Vorinstanz. In der Anklageschrift seien diese Annahmen denn auch nicht 
weiter konkretisiert oder umschrieben worden. Es sei somit davon auszugehen, 
dass keinerlei Gegenverkehr geherrscht habe und dass zum Zeitpunkt des Über-
holmanövers perfekte Sicht- und Strassenverhältnisse vorgelegen haben (Beru-
fungsbegründung, S. 4 f.). Dieser Argumentation kann nicht gefolgt werden.

c) Nach dem Anklagegrundsatz gemäss Art. 9 StPO kann eine Straftat nur 
gerichtlich beurteilt werden, wenn die Staatsanwaltschaft gegen eine bestimmte 
Person wegen eines genau umschriebenen Sachverhalts beim zuständigen Ge-
richt Anklage erhoben hat. Das Bundesgericht hat bereits vor Inkrafttreten der 

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Schweizerischen Strafprozessordnung in langjähriger Rechtsprechung aus Art. 29 
Abs. 2 und Art. 32 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenos-
senschaft (BV; SR 101) sowie aus Art. 6 Ziff. 1 und Ziff. 3 lit. a und b EMRK Inhalt 
und Tragweite des Anklagegrundsatzes abgeleitet. Diese Grundsätze behalten 
auch unter Art. 9 StPO Gültigkeit. Demnach bestimmt die Anklageschrift den Ge-
genstand des Gerichtsverfahrens (Umgrenzungsfunktion). Die Anklage hat die der 
beschuldigten Person zur Last gelegten Delikte in ihrem Sachverhalt so präzise zu 
umschreiben, dass die Vorwürfe in objektiver und subjektiver Hinsicht genügend 
konkretisiert sind. Es muss aus ihr erkennbar sein, inwiefern die inkriminierte 
Handlung den objektiven und subjektiven Tatbestand des angerufenen Straftatbe-
standes erfüllt. Das Gericht ist an den in der Anklage wiedergegebenen Sachver-
halt gebunden, nicht aber an dessen rechtliche Würdigung durch die Anklage-
behörde (Art. 350 Abs. 1 StPO). Das Anklageprinzip bezweckt zugleich den 
Schutz der Verteidigungsrechte der angeschuldigten Person und dient dem An-
spruch auf rechtliches Gehör (Informationsfunktion; BGE 133 IV 235 E. 6.2 f. mit 
Hinweisen).

d) Die Staatsanwaltschaft hält in ihrer Anklageschrift Folgendes fest: „Nach 
dem Überholmanöver bog er aber nicht wieder auf seine Fahrspur ein, sondern 
setzte dieses fort, indem er unmittelbar vor einer unübersichtlichen Rechtskurve 
und bis in diese hinein noch ein zweites Fahrzeug überholte. Er tat dies, obwohl er 
nicht die Gewissheit haben konnte, das Manöver ohne Behinderung des Gegen-
verkehrs abschliessen zu können" (vgl. Strafbefehl vom 7. Oktober 2011 [StA act. 
15]). Die Staatsanwaltschaft beantragte dabei, der Berufungskläger sei der groben 
Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 34 Abs. 4 SVG, Art. 35 Abs. 2, 3 und 4 
SVG und Art. 10 Abs. 2 der Verkehrsregelnverordnung (VRV; SR 741.11) in Ver-
bindung mit Art. 90 Ziff. 2 SVG schuldig zu sprechen. Der Sachverhalt ist dem-
nach genügend klar umschrieben und die dem Berufungskläger zur Last gelegten 
Taten sind klar erkennbar. Mit anderen Worten sind die Vorwürfe in objektiver und 
subjektiver Hinsicht genügend konkretisiert. Daran ändern auch die von der Vorin-
stanz gemachten Feststellungen im angefochtenen Urteil nichts. Vielmehr ist es so 
- wie nachstehende Ausführungen zeigen werden -, dass mit Gegenverkehr zu 
jeder Tages- und Uhrzeit gerechnet werden muss. Dass zur Zeit des Überhol-
manövers Mittagszeit herrschte, ergibt sich, was der Berufungskläger verkennt, 
aus dem eingeklagten Sachverhalt selbst: So hält dieser ausdrücklich fest, das 
Überholmanöver habe "um 11.25 Uhr" stattgefunden. Beim Überholen vor einer 
unübersichtlichen Kurve, in die man nicht hineinsieht, weil sie eben unübersichtlich 
ist, ist es im Übrigen unerheblich, ob konkret Gegenverkehr geherrscht hat oder 

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nicht. Entscheidend ist, dass mit solchem - eben im Voraus nicht feststellbarem - 
Gegenverkehr jederzeit gerechnet werden muss. Schliesslich ist für den vorlie-
gend zu beurteilenden Fall in diesem Zusammenhang unwesentlich, welche Sicht- 
und Strassenverhältnisse zum Zeitpunkt des Überholmanövers geherrscht haben, 
da in einer unübersichtlichen Rechtskurve - wie dargelegt - gerade nicht zu sehen 
ist, ob ein anderes Fahrzeug respektive ein anderer Verkehrsteilnehmer auf der 
anderen Fahrspur entgegenkommt oder nicht. Der Anklagevorwurf ist gegenständ-
lich somit genügend klar erstellt und eine Verletzung des Anklagegrundsatzes 
nicht ersichtlich. Die Berufung erweist sich in diesem Punkt als unbegründet.

5. Alsdann gilt es festzuhalten, dass das rechtliche Gehör nach Art. 29 Abs. 2 
BV verlangt, dass die Behörde die Vorbringen des vom Entscheid in seiner 
Rechtsstellung Betroffenen auch tatsächlich hört, prüft und in der Entscheidfin-
dung berücksichtigt (BGE 136 I 229 E. 5.1; 124 I 49 E. 3a; 124 I 241 E. 2, je 
m.w.H.). Daraus folgt die Verpflichtung der Behörde, ihren Entscheid zu begrün-
den. Dabei ist es nicht erforderlich, dass sie sich mit allen Parteistandpunkten ein-
lässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt. 
Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Punkte beschrän-
ken. Die Begründung muss so abgefasst sein, dass sich der Betroffene über die 
Tragweite des Entscheids Rechenschaft geben und ihn in voller Kenntnis der Sa-
che an die höhere Instanz weiterziehen kann. In diesem Sinne müssen wenigs-
tens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde hat lei-
ten lassen und auf die sich ihr Entscheid stützt (vgl. BGE 136 I 229 E. 5.1; 134 I 
83 E. 4.1). Im Rechtsmittelverfahren kann das Gericht gemäss Art. 82 Abs. 4 
StPO für die tatsächliche und die rechtliche Würdigung des angeklagten Sachver-
halts auf die Begründung der Vorinstanz verweisen.

6. a) Das Gericht würdigt die Beweise gemäss Art. 10 Abs. 2 StPO frei nach sei-
ner aus dem gesamten Verfahren gewonnenen Überzeugung. Jede Person gilt bis 
zu ihrer rechtskräftigen Verurteilung als unschuldig (Art. 10 Abs. 1 StPO). Beste-
hen unüberwindliche Zweifel an der Erfüllung der tatsächlichen Voraussetzungen 
der angeklagten Tat, so geht das Gericht von der für die beschuldigte Person 
günstigeren Sachlage aus (Art. 10 Abs. 3 StPO). Als Beweislastregel folgt aus der 
derart statuierten Unschuldsvermutung, dass es nicht Sache der beschuldigten 
Person ist, ihre Unschuld zu beweisen, sondern dass die Strafbehörden verpflich-
tet sind, den Nachweis der Schuld zu führen (BGE 120 Ia 31 E.2c; Wolfgang 
Wohlers, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen 
Strafprozessordnung [StPO], 2. Aufl., Zürich 2014, N 6 zu Art. 10 StPO). An die-
sen Nachweis sind hohe Anforderungen zu stellen. Verlangt wird mehr als eine 

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blosse Wahrscheinlichkeit, nicht aber ein absoluter Beweis der Täterschaft. Nach 
der aus Art. 32 Abs. 1 BV, Art. 6 Ziff. 2 EMRK und Art. 10 Abs. 3 StPO fliessenden 
Beweiswürdigungsregel „in dubio pro reo“ darf sich der Strafrichter jedoch nicht 
von der Existenz eines für den Angeklagten ungünstigen Sachverhaltes überzeugt 
erklären, wenn bei objektiver Betrachtung Zweifel an den tatsächlichen Vorausset-
zungen für ein verurteilendes Erkenntnis bestehen (BGE 124 IV 86 E. 2a). Bloss 
theoretische und abstrakte Zweifel sind indessen nicht massgebend, weil solche 
immer möglich sind und absolute Gewissheit nicht verlangt werden kann. Es muss 
sich vielmehr um erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel handeln, das 
heisst um solche, die sich nach der objektiven Rechtslage aufdrängen (BGE 120 
Ia 31 E. 2c). Aufgabe des Richters ist es, sich in freier Würdigung der Beweise für 
einen bestimmten Sachverhalt zu entscheiden, wobei die Bildung der Überzeu-
gung objektivier- und nachvollziehbar sein muss. Die Schuld des Angeklagten 
muss sich dabei auf Beweise und Indizien stützen, die vernünftige Zweifel in aus-
schliesslicher Weise zu beseitigen vermögen (vgl. PKG 1987 Nr. 12; Niklaus 
Schmid, Strafprozessrecht, Eine Einführung auf der Grundlage des Strafprozess-
rechts des Kantons Zürich und des Bundes, 4. Aufl., Zürich 2004, N 294 f.). Diese 
allgemeine Rechtsregel kommt nicht schon dann zur Anwendung, wenn Aussage 
gegen Aussage steht. Es ist vielmehr anhand sämtlicher sich aus den Akten erge-
benden Umstände zu untersuchen, ob die Darstellung der Anklage oder jene des 
Angeklagten den Richter zu überzeugen vermag. Erst wenn eine solche Überzeu-
gung weder in der einen noch in der anderen Richtung zu gewinnen ist, muss 
gemäss dem Grundsatz „in dubio pro reo“ der für den Angeklagten günstigere 
Sachverhalt angenommen werden (PKG 1978 Nr. 31).

b) Beim Vorliegen verschiedener Beweismittel verbietet der Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung eine Rangordnung (Schmid, Praxiskommentar, a.a.O., N 
5 zu Art. 10 StPO). Vielmehr schliesst der strafprozessuale Grundsatz der Ermitt-
lung der materiellen Wahrheit eine Bindung an die Anträge und Vorlagen der Par-
teien aus (ZR 90 1991 Nr. 30). Insbesondere sind Aussagen von Zeugen, Aus-
kunftspersonen und Angeklagten vollgültige Beweismittel mit derselben Beweis-
eignung. Auch wenn der Angeklagte am Verfahren direkt beteiligt ist, stellt seine 
Aussage gleichwohl ein Beweismittel dar und sind seine Aussagen richterlich auf 
ihre materielle Richtigkeit hin zu würdigen. Bei der Beweiswürdigung ist nicht die 
Form, sondern der Gesamteindruck, das heisst die Art und Weise der Bekundung, 
sowie die Überzeugungskraft der Beweismittel im Einzelfall, entscheidend (Hau-
ser/Schweri/Hartmann, Schweizerisches Strafprozessrecht, 6. Aufl., Basel 2005, § 
54 N 5), wobei nicht in erster Linie die Glaubwürdigkeit des Aussagenden, son-

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dern vielmehr die Glaubhaftigkeit seiner konkreten Aussage im Vordergrund steht. 
Mehrere Indizien, die, einzeln betrachtet, immer nur mit einer gewissen Wahr-
scheinlichkeit auf die Täterschaft oder die Tat hinweisen, können zusammen vol-
len Beweis und volle Überzeugung bringen und jeden vernünftigen Zweifel aus-
schliessen. In diesem Fall sind sie nicht einzeln, sondern in ihrer Gesamtheit zu 
würdigen (Urteil des Bundesgerichts 1P.87/2002 vom 17. Juni 2002 E. 3.4). Als 
Kennzeichen wahrheitsgetreuer Aussagen sind dabei die innere Geschlossenheit 
und Folgerichtigkeit in der Darstellung des Geschehens sowie die konkrete und 
anschauliche Wiedergabe des Erlebten zu werten (vgl. im Detail: Friedrich Arnt-
zen/Else Michaelis-Arntzen, Psychologie der Zeugenaussage, System der Glaub-
würdigkeitsmerkmale, 3. Aufl., München 1993).

7. a) Die Strafbehörden setzten zur Wahrheitsfindung alle nach dem Stand von 
Wissenschaft und Erfahrung geeigneten Beweismittel ein, die rechtlich zulässig 
sind (Art. 139 Abs. 1 StPO). Beweismittel sind unter anderem die von den Straf-
behörden zusammengetragenen Akten (Art. 100 Abs. 1 lit. b StPO). Die Polizei ist 
eine Strafverfolgungsbehörde (Art. 12 lit. a und Art. 15 StPO), weshalb auch ein 
Polizeirapport grundsätzlich ein zulässiges Beweismittel darstellt. Einem Polizei-
rapport kommt denn auch ein gewisser Beweiswert zu. So kann der Inhalt eines 
Rapports bei der Beweiswürdigung berücksichtigt werden, soweit er mit den An-
gaben des Angeklagten und den Akten übereinstimmt und Ermittlungsergebnisse 
festhält, welche auf eigenen Feststellungen beruhen und allenfalls verifizierbar 
sind. Gleiches gilt, wenn weitere Abklärungen getroffen wurden, dank denen das 
Gericht die Glaubhaftigkeit der Angaben überprüfen kann (vgl. PKG 2002 Nr. 11 
mit Hinweisen auf BGE 98 Ia 253 und ZR 86 Nr. 87 E. 1). Verzeigende Polizisten 
sind jedoch als Zeugen zu hören, wenn ihre Beobachtungen umstritten sind (vgl. 
Willy Padrutt, Kommentar zur StPO des Kantons Graubünden, 2. Aufl., Chur 1996, 
S. 211, Ziff. 1.3). Der Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 3 Abs. 2 lit. c StPO) 
gewährt den Parteien dabei das Recht, Belastungszeugen zu befragen (Art. 6 Ziff. 
3 lit. d EMRK). Von hier nicht zutreffenden Ausnahmen abgesehen, in denen eine 
Konfrontation nicht möglich war, ist eine belastende Zeugenaussage grundsätzlich 
nur verwertbar, wenn der Beschuldigte den Belastungszeugen wenigstens einmal 
während des Verfahrens in direkter Konfrontation befragen konnte (BGE 133 I 33 
E. 3.1; Urteile des Bundesgerichts 6B_510/2013 vom 3. März 2014 E. 1.3, 
6B_333/2012 vom 11. März 2013 E. 2.3 und 6B_75/2013 vom 10. Mai 2013 E. 
3.3.1). Das Gericht hat nur solchen Beweisanträgen zu folgen, die nach seiner 
Würdigung rechts- und entscheiderheblich sind (BGE 125 I 127 E. 6c/cc; Urteil 
des Bundesgerichts 6B_655/2012 vom 15. Februar 2013 E. 2.2).

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b) Der vorinstanzliche Schuldspruch wie auch das in der vorliegenden Beru-
fungssache ergangene Urteil des Kantonsgerichts SK1 13 5 vom 24. September 
2013 stützen sich unter anderem auf die Beobachtungen der beiden Beamten der 
Kantonspolizei Graubünden, Gfr F._____ und Wm mbA G._____, deren Feststel-
lungen im Polizeirapport vom 2. August 2011 (StA act. 1) festgehalten wurden. 
Eine Einvernahme der Polizisten als Zeugen fand indes nicht statt, was ein klares 
Versäumnis der Untersuchung darstellt. Der Berufungskläger erhielt somit auch 
keine Gelegenheit, den Polizisten im Rahmen einer Zeugeneinvernahme Fragen 
zu stellen. Da das Kantonsgericht von Graubünden in seinem Entscheid SK1 13 5 
vom 24. September 2013 gleichwohl - nebst anderen Beweismitteln, welche die 
Angaben im Polizeirapport "weitgehend bestätigt" hätten (E. 6b) - auf den besag-
ten Polizeirapport abstellte, verletzte es, wie das Bundesgericht in seinem Ent-
scheid 6B_1057/2013 vom 19. Mai 2014 festgestellt hat, den Anspruch des Beru-
fungsklägers auf rechtliches Gehör (E. 2.4 und 2.5).

Eine Beweisergänzung durch die Einvernahme der betroffenen Polizisten wäre an 
sich möglich; sie dürfte jedoch nach dem Ablauf von über drei Jahren seit dem 
Tathergang nicht mehr zu verlässlichen und damit auch entscheidrelevanten Er-
gebnissen führen. Wie nachfolgend zu zeigen sein wird, werden die für die Beur-
teilung der vorliegenden Berufungssache relevanten Sachverhaltselemente durch 
andere Beweismittel - namentlich durch eine DVD-Aufzeichnung des fraglichen 
Überholmanövers, durch Feststellungen anlässlich eines am Tatort durchgeführ-
ten Augenscheins sowie durch die Ausführungen des Berufungsklägers selbst - 
rechtsgenüglich erstellt. Im Weiteren ist vorweg zu nehmen, dass durch die Aus-
sagen der betroffenen Polizisten das Beweisergebnis nicht beeinflusst wird. Die 
Einvernahme der betroffenen Polizisten ist deshalb entbehrlich, mit der Konse-
quenz allerdings, dass der fragliche Polizeirapport im vorliegenden Berufungsver-
fahren unbeachtlich zu bleiben hat.

8. a) Gemäss Art. 35 Abs. 2 und 4 SVG ist Überholen und Vorbeifahren an Hin-
dernissen nur gestattet, wenn der nötige Raum übersichtlich und frei ist und der 
Gegenverkehr nicht behindert wird. Im Kolonnenverkehr darf nur überholen, wer 
die Gewissheit hat, rechtzeitig und ohne Behinderung anderer Fahrzeuge wieder 
einbiegen zu können. In unübersichtlichen Kurven, auf und unmittelbar vor 
Bahnübergängen ohne Schranken sowie vor Kuppen darf nicht überholt werden, 
auf Strassenverzweigungen nur, wenn sie übersichtlich sind und das Vortrittsrecht 
anderer nicht beeinträchtigt wird. Aus der Entstehungsgeschichte ergibt sich je-
doch, dass der Ausdruck „in unübersichtlichen Kurven“ mit „bei“ oder „im Bereich 
von derartigen Kurven“ gleichgesetzt werden muss (BGE 109 IV 136; Jürg Boll, 

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Grobe Verkehrsregelverletzung, Davos, 1999, S. 83; Philippe Weissenberger, 
Kommentar zum Strassenverkehrsgesetz, Zürich/St. Gallen 2011, N 1 zu Art. 35 
SVG m.w.H.). Art. 35 Abs. 2 und 4 SVG verbieten das Überholen, wo die Strecke 
unübersichtlich ist. Diese Gesetzesbestimmung stellt eine Grundregel dar, welche 
in der konkreten Situation eine Beurteilung durch den Verkehrsteilnehmer erfordert 
und auch im Zusammenhang mit der konkreten Verkehrssignalisation beachtet 
werden muss. Im Strassenverkehrsrecht sind Markierungen mit Bezug auf das 
Überholen unspezifisch (René Schaffhauser, Grundriss des Schweizerischen 
Strassenverkehrsrechts, Bd. I, Bern 1984, N 554). So hat sich derjenige, der über-
holen will, wie in jeder anderen Situation, den allgemeinen Verhaltensanweisun-
gen zu unterziehen, die Markierungen beinhalten. Er darf also auch dann nicht 
überholen, wenn die Strasse zwar übersichtlich und frei ist und kein anderer Ver-
kehrsteilnehmer behindert würde, der Fahrzeugführer aber zum Überholen eine 
Sicherheitslinie überfahren müsste. Umgekehrt wird ihm das Überholen etwa vor 
Kuppen ausdrücklich erlaubt, soweit dies rechts von Sicherheitslinien und ohne 
Behinderung der Benützer der eigenen Fahrbahnbreite möglich ist. Markierungen 
sind damit durchwegs unspezifische Schranken für Überholvorgänge (Schaffhau-
ser, a.a.O., N 554). Die Regeln über das Überholen bezwecken durchwegs, diese 
Fahrmanöver entweder in Situationen zu verbieten, in denen sie üblicherweise 
übergrosse Gefahren bewirken würden, oder sie an eine Reihe von Anforderun-
gen zu knüpfen, bei deren Beachtung die zusätzlichen Risiken minimiert werden 
(Schaffhauser, a.a.O., N 550). Schaffhauser bezeichnet die Gesamtheit der Re-
geln über das Überholen als Netz von allgemeinen und besonderen, weitmaschi-
gen und enggefassten Geboten und Verboten, mit Ausnahmebestimmungen und, 
systematisch betrachtet, unnötigen Wiederholungen und Verstärkungen (Schaff-
hauser, a.a.O., N 550). Demnach darf ein Fahrzeugführer dann überholen, wenn 
das Überholen nicht überhaupt verboten ist, der nötige Raum übersichtlich und frei 
ist und andere Verkehrsteilnehmer nicht behindert oder gefährdet werden, wobei 
er im Moment, in dem er das Überholmanöver beginnt, die Gewissheit haben 
muss, dass diese Voraussetzungen gegeben sind (Schaffhauser, a.a.O., N 551; 
vgl. auch PKG 1997 Nr. 24 m.w.H.).

b) Der Berufungskläger bringt zunächst vor, die Strassenmitte sei mit einer 
Leitlinie versehen, was ein Überholen - im Gegensatz zu Sicherheitslinien - gestat-
ten würde (Berufungsbegründung, S. 5). Er verkennt dabei, dass ein derartiges 
Vorgehen gerade nicht dem System der heute geltenden Überholregeln entspricht. 
Wie zuvor ausgeführt ist im Strassenverkehr nicht immer ein Verkehrssignal vor-
handen, welches das Überholen in einer konkreten Situation allgemeingültig und 

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absolut erlaubt oder verbietet. Dies gilt auch für die im vorliegenden Fall massge-
bende Leitlinie. Im Gegensatz zum Vorliegen von durchgezogenen Sicherheitslini-
en erlaubt die gestrichelte Linie ein Überholmanöver, jedoch nicht absolut und oh-
ne Beachtung der übrigen Verkehrsregeln. Vielmehr wird im Strassenverkehrs-
recht auf die Eigenverantwortung des einzelnen Verkehrsteilnehmers abgestellt, 
der in jeder konkreten Situation anhand sämtlicher Überholregeln abzuwägen hat, 
ob ein Überholmanöver erlaubt ist oder nicht. Das Vorliegen einer gestrichelten 
Linie bedeutet nicht, dass ein Überholen absolut gestattet ist, wie dies auch das 
Bundesgericht im zitierten BGE 109 IV 134 E. 2 festgehalten hat (vgl. dazu auch 
PKG 1997 Nr. 24 mit weiteren Hinweisen). Wer vor einer unübersichtlichen Kurve 
überholt (vgl. DVD, StA act. 23), muss berücksichtigen, dass bis zum Abschluss 
des Überholvorganges aus der Biegung heraus ein Fahrzeug auftauchen und sich 
ihm nähern könnte. Ob tatsächlich Gegenverkehr geherrscht hat, ist jedenfalls in 
dieser Hinsicht irrelevant. Der Umstand, dass die Strasse an der Stelle des Über-
holmanövers nicht mit einer Sicherheitslinie versehen war, erlaubt, wie zuvor aus-
geführt, noch kein vorbehaltloses Überholen, sondern gestattet nur ein Überholen 
ohne Behinderung des Gegenverkehrs. Dieser Aspekt ist nachfolgend zu prüfen.

c) Das Überholen und Vorbeifahren an Hindernissen ist gemäss Art. 35 Abs. 2 
SVG nur gestattet, wenn der nötige Raum übersichtlich und frei ist und der Ge-
genverkehr nicht behindert wird. Frei ist der nötige Raum, wenn er frei von Hin-
dernissen ist und mit dem Auftauchen von solchen auch nicht gerechnet werden 
muss (vgl. Schaffhauser, a.a.O., N. 722). Ein korrekt durchgeführtes Überhol-
manöver setzt somit unter anderem voraus, dass die Gegenfahrbahn über die ei-
gentliche Überholstrecke hinaus frei überblickbar ist und in diesem Bereich auch 
kein Fahrzeug entgegen fährt. Konkret bedeutet dies, dass nicht nur die für den 
Überholvorgang benötigte Wegstrecke übersichtlich und frei sein muss, sondern 
zusätzlich auch jene, die ein entgegenkommendes Fahrzeug bis zu diesem Punkt 
zurücklegt oder zurücklegen könnte, wo der Überholende die linke Strassenseite 
wieder freigibt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_508/2012 vom 3. Mai 2013 E. 
1.1). Das Überholmanöver muss soweit vor diesem Punkt beendet sein, dass ein 
während des Überholvorgangs allenfalls auf der Gegenfahrbahn auftauchendes 
Fahrzeug seinen Weg unter Einhaltung einer angemessenen Geschwindigkeit 
fortsetzen kann, ohne gefährdet zu werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 
6B_272/2010 vom 9. Juli 2010 E. 4; BGE 121 IV 235 E. 1b; 109 IV 134 E. 2; 
Weissenberger, a.a.O., N 11 zu Art. 35 SVG). Dabei muss derjenige, der überholt, 
berücksichtigen, dass ein Fahrzeug mit der zulässigen Höchstgeschwindigkeit 
entgegen kommen könnte (BGE 118 IV 277, E. 5). Erkennt der Überholende 

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während des Überholmanövers, dass er es nicht gefahrlos zu Ende fahren kann, 
so ist er verpflichtet, das Manöver abzubrechen und sich hinter dem zu Überho-
lenden in den Verkehr einzuordnen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 
6B_1209/2013 vom 26. Juni 2014 E. 1.1.1 und 6B_508/2012 vom 3. Mai 2013 E. 
1.1). Der Überholende muss aber von Anfang an die Gewissheit haben, sein 
Überholmanöver sicher und ohne Gefährdung Dritter abschliessen zu können, das 
heisst, er muss sich vergewissern, dass die gesetzlichen Voraussetzungen in dem 
Zeitpunkt erfüllt sind, wo er zum Überholen ansetzt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 
6B_1209/2013 vom 26. Juni 2014 E. 1.1.1). Wer keine Gewissheit hat, bevor er 
das Überholmanöver einleitet, gefahrlos vor dem Ende des für ihn sichtbaren 
Raumes wieder einbiegen zu können, verletzt somit Art. 35 Abs. 2 SVG (vgl. BGE 
129 IV 155 E. 3.2.1; PKG 1997 Nr. 24 m.w.H.; Schaffhauser, a.a.O., N. 551; 
Weissenberger, a.a.O., N. 17 zu Art. 35 SVG). Weiter ist beim Beenden des Über-
holvorgangs ein Sicherheitsabstand sowohl gegenüber dem überholten Fahrzeug 
als auch gegenüber dem allenfalls entgegenkommenden Fahrzeug einzuhalten. 
Was den Abstand zum entgegenkommenden Fahrzeug betrifft, hat das Kantons-
gericht von Graubünden in Anlehnung an Jürg Boll wiederholt ausgeführt, dass ein 
Sicherheitsabstand von mindestens 2 Sekunden einzuhalten ist. So führte der 
Kantonsgerichtsausschuss Graubünden in seinem Urteil SB 02 45 vom 23. Januar 
2003 in E. 4 und 5 mit überzeugender Begründung aus, dass ein Abstand von 
zwei Sekunden der Sache angemessen sei (Rechtsprechung bestätigt mit Urteil 
des Kantonsgerichtsausschusses SB 04 41 vom 13. April 2005 E. 7b; sodann 
auch mit den Urteilen der I. Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubünden 
SK1 11 39 vom 14. März 2012 E. 7b bzw. SK1 14 8 vom 11. Juni 2014 E. 13; vgl. 
auch Boll, a.a.O., S. 84). Es wird somit verlangt, dass zwischen dem Zeitpunkt des 
Wiedereinbiegens nach dem Überholmanöver und dem Kreuzen eines (allfällig) 
entgegenkommenden Fahrzeuges eine gewisse Sicherheitsmarge bestehen 
muss, damit nicht die Gefahr droht, dass der (allfällig) entgegenfahrende Fahr-
zeuglenker sich aufgrund einer drohenden Frontalkollision falsch verhalten und 
dadurch einen Unfall verursachen könnte.

d) Gemäss den Berechnungen der Vorinstanz benötigte der Berufungskläger 
für ein gesetzeskonformes Überholmanöver - gemessen an der Stelle, als sich der 
Berufungskläger auf Höhe des grünen Subaru befand - eine Strecke von insge-
samt 98.3 Metern (vgl. Erwägung 5d/bb des angefochtenen Urteils). Demnach 
hätte die Sichtweite des Beschuldigten zum massgeblichen Zeitpunkt, als er den 
grünen Subaru überholte, mindestens 196.6 Meter (2 * 98.3 m; das Doppelte des 
restlichen Überholungswegs) betragen müssen. Die anlässlich des Augenscheins 

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(StA act. 33) ausgemessene Sichtweite von 93 Metern genüge somit bei Weitem 
nicht (vgl. Erwägung 5d/aa des angefochtenen Urteils). Der Berufungskläger mo-
niert, die für den Überholweg vorgenommene Formelberechnung im vorinstanzli-
chen Urteil sei einerseits nicht nachvollziehbar sowie andererseits lediglich Theo-
rie, ohne dabei die erstellten tatsächlichen Gegebenheiten zu berücksichtigen. 
Mithin seien besagte Berechnungen allenfalls willkürlich (Berufungsbegründung, 
S. 6 f.).

aa) Vorab ist in diesem Zusammenhang zu bemerken, dass Streitgegenstand 
des vorliegenden Berufungsverfahrens nur die Fortsetzung des Überholmanövers 
des Beschuldigten ist. Mit anderen Worten ist der Berufungskläger vom Vorwurf 
der Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 34 Abs. 4 SVG sowie Art. 35 Abs. 
3 SVG in Verbindung mit Art. 10 Abs. 2 VRV gemäss Ziffer 1 des Dispositives des 
angefochtenen Entscheids freigesprochen worden, weshalb die dahingehenden 
berufungsklägerischen Ausführungen beziehungsweise Berechnungen (vgl. Beru-
fungsbegründung, S. 6 ff.) nicht Thema des hiesigen Verfahrens sein können und 
mithin auch nicht darauf eingegangen wird.

bb) Die Länge des Überholwegs kann gemäss Giger annäherungsweise wie 
folgt berechnet werden (vgl. Hans Giger, Kommentar zum Strassenverkehrsge-
setz, 8. Aufl., Zürich 2014, N 10 zu Art. 35 SVG): Überholweg = Durchschnittliche 
Geschwindigkeit des überholenden Fahrzeuges x (Aus- + Einbiegestrecke in m + 
Länge des überholenden Fahrzeuges + Länge des überholten Fahrzeuges) / 
(durchschnittliche Geschwindigkeit des überholenden Fahrzeuges in km/h - durch-
schnittliche Geschwindigkeit des überholten Fahrzeuges in km/h). Obwohl das 
Kantonsgericht von Graubünden bereits mehrfach festgestellt hat, dass sich die 
Giger-Formel in vieler Hinsicht als ungenau erweist, kann mit ihr jedoch immerhin 
auf eine einfache Art und Weise ein Annährungswert berechnet werden, sodass 
dieser Wert durchaus im Sinne einer Richtschnur Anwendung finden kann. Dies 
rechtfertigt sich insbesondere, weil in den wenigsten Fällen der genaue Überhol-
vorgang und damit der exakte Überholweg für den fraglichen Zeitpunkt rekonstru-
iert und errechnet werden kann (vgl. dazu das Urteil des Kantonsgerichtsaus-
schusses SB 02 42 vom 23. Januar 2003, S. 19 f; ferner auch Urteil des Kantons-
gerichtsausschusses SB 04 41 vom 13. April 2005).

cc) Anlässlich der Einvernahme vom 4. Juli 2011 im Beisein seiner Rechtsver-
tretung (vgl. StA act. 3) gab der Berufungskläger zu, nachfolgend geschilderten 
Überholvorgang vorgenommen zu haben: Der Berufungskläger überholte mit sei-
nem Motorrad (_____) unbestrittenermassen am 4. Juli 2011 auf der Passstras-

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se_____ in O.5_____ in Richtung O.4_____ zunächst einen gekennzeichneten 
Polizeistreifenwagen und im Anschluss daran, ohne nach besagtem Überholvor-
gang wieder auf die Normalspur zurückzufahren, einen grünen Personenwagen, 
Marke Subaru, in dieselbe Richtung (vgl. dazu auch StA act. 23). Wie sich aus der 
Video-aufzeichnung des Überholvorganges (StA act. 23) ergibt, hat der Beru-
fungskläger im konkreten Fall vor einer unübersichtlichen Rechtskurve einen Per-
sonenwagen überholt. Dieser Eindruck - wonach es sich hierbei um eine unüber-
sichtliche Kurve handelt - wird durch die anlässlich des Augenscheins gemachten 
Fotoaufnahmen (StA act. 31 und 32) untermauert, mit der Konsequenz, dass der 
Berufungskläger einen allenfalls herannahenden Gegenverkehr gerade nicht ein-
sehen konnte (dass konkret keiner herannahte, ist - wie bereits dargelegt - völlig 
irrelevant). Einsehbar war vorliegend lediglich jene Strecke, die für das Überhol-
manöver selbst benötigt wurde, was aber - wie dargelegt (E. 8c) - gerade nicht 
genügt, wusste der Berufungskläger doch nicht, ob hinter der nicht einsehbaren 
Biegung Gegenverkehr herannahte oder nicht. Die Videoaufzeichnung belegt aus-
serdem klar, dass der Berufungskläger das Überholmanöver erst (knapp) in der 
Kurve abgeschlossen hatte.

Wie anlässlich des Augenscheins vom 18. Juni 2012 ausgemessen, betrug die 
Sichtweite des Berufungsklägers auf der Höhe des Subaru 93 Meter (vgl. Ziff. 3 
des anlässlich des Augenscheins erstellten Protokolls vom 18. Juni 2012 [StA act. 
33]). Diese 93 Meter wurden vom Berufungskläger im Rahmen seiner Berufung an 
das Kantonsgericht denn auch nicht in Abrede gestellt (vgl. Berufungsbegründung, 
S. 9 und 11). Erstmals in seiner Beschwerde an das Bundesgericht (SK1 13 5, act. 
F.2a [S. 9]) führt der Berufungskläger aus, das Foto StA act. 32 sei erst ein Jahr 
nach dem Überholmanöver (nämlich anlässlich des Augenscheins vom 18. Juni 
2012) erstellt worden und die Vegetation habe sich ein Jahr zuvor ganz anders 
gezeigt, sodass er über die Leitplanke hinaus durch die Böschung gesehen habe 
(was die Sichtweite entsprechend vergrössert hätte). Ob diese Vorbringen prozes-
sual überhaupt noch zulässig sind, ist fraglich (vgl. Art. 99 Abs. 1 des Bundesge-
richtsgesetzes [BGG; SR 173.110]), kann jedoch letztlich offen gelassen werden, 
da sie ohnehin nicht stichhaltig sind. Die anlässlich des Augenscheins vorgefun-
denen Verhältnisse (Jahreszeit, Witterung, Sichtverhältnisse, Vegetation etc.) sind 
nämlich praktisch identisch mit denjenigen am Tag des fraglichen Überholmanö-
vers (zum Vergleich s. StA act. 2, 23 und 32). Inwiefern also der Umstand, dass 
der Augenschein ein Jahr nach dem Überholvorgang stattgefunden hat, eine Aus-
wirkung auf die anlässlich des Augenscheins ausgemessene Sichtweite des Beru-
fungsklägers haben sollte, ist nicht ersichtlich und wird vom Berufungskläger auch 

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nicht näher dargelegt. Im Übrigen geht auch aus dem Protokoll des Augenscheins 
vom 18. Juni 2012 (StA act. 33) nicht hervor, dass der Berufungskläger, welcher 
am Augenschein mitanwesend war, mit der damals ausgemessenen Sichtweite 
nicht einverstanden gewesen wäre. Gemäss diesem Protokoll war es der Beru-
fungskläger selbst, welcher an der entsprechenden Stelle (nämlich dort, wo er das 
Überholmanöver zum Überholen des grünen Subaru weitergeführt hat) zeigte, wie 
weit er gesehen hatte. Aufgrund dieser Angaben wurde eine Sichtweite von 93 
Metern errechnet (vgl. StA act. 33 [Ziff. 3]). Es gibt keinen Grund, diesen Wert vor-
liegend in Zweifel zu ziehen, weshalb nach wie vor von einer Sichtweite von 93 
Metern auszugehen ist. Im Übrigen würde, wie sich nachfolgend ergibt, auch eine 
Sichtweite von 130 Metern, welche der Berufungskläger im erstinstanzlichen Ver-
fahren noch geltend machte (BG act. 13, Antwort auf Sachfrage 1; vgl. aber auch 
BG act. 14 [S. 8 und 10], wo der Berufungskläger von einer Sichtweite von 93 Me-
tern ausgeht), im Ergebnis nichts ändern.

Für den überholten Subaru wird eine Länge von 4 Metern angenommen, für das 
vom Berufungskläger gefahrene Motorrad eine Länge von 2 Metern (vgl. Erwä-
gung 5b/bb des angefochtenen Urteils). Für den überholten Subaru wird eine 
Durchschnittsgeschwindigkeit von 45 km/h angenommen, währenddem davon 
ausgegangen wird, dass der Berufungskläger sein Überholmanöver mit einer 
Durchschnittsgeschwindigkeit von 80 km/h durchgeführt hat (vgl. Erwägung 5c des 
angefochtenen Urteils). Diese Werte sind nicht bestritten (vgl. Berufungsbegrün-
dung, S. 6). Die Aus- und Einbiegestrecke entspricht ungefähr der in km/h ausge-
drückten Geschwindigkeit des überholenden Fahrzeuges (Giger, a.a.O., N 11 zu 
Art. 35 SVG) und beträgt vorliegend daher - entgegen der Berechnungen des Be-
rufungsklägers, welcher die Einbiegestrecke mit dem Sicherheitsabstand ver-
wechselt (vgl. Berufungsbegründung, S. 6 ff.) - 80 Meter.

Gestützt auf diese Angaben resultiert somit ein theoretischer Überholweg von 
196.6m (80 km/h x [(80 m + 2 m + 4 m) / (80 km/h - 45 km/h)] = 196.6 m). Weil 
vorliegend auf die Sichtweite des Berufungsklägers auf Höhe des überholten Sub-
aru abgestellt wird, Ausgangspunkt der Berechnung mithin die Mitte eines kom-
pletten Überholmanövers bildet, ist der tatsächlich benötigte Überholweg vorlie-
gend zu halbieren, weshalb ein Überholweg von 98.3 Metern verbleibt. Damit wird 
zugleich auch der Vorwurf des Berufungsklägers gegenstandslos, wenn er vor-
bringt, vorliegend hätte keine Ausbiegestrecke sowie keine Einrechnung der Ge-
samtlänge des zu überholenden Fahrzeuges in der Formel zur Berechnung des 
Überholweges eingesetzt werden dürfen (Berufungsbegründung, S. 6). Denn mit 
der zuvor dargelegten Halbierung des Überholweges (98.3 m statt 196.6 m) wurde 

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diesem Einwand, der im Umstand gründet, dass vorliegend ein fortgesetzter 
Überholvorgang zur Beurteilung steht, vollumfänglich und berechtigterweise 
Rechnung getragen. Die auf diese Weise errechnete Strecke von 98.3 Metern 
deckt sich mit der vorinstanzlichen Berechnung und ist damit nicht zu beanstan-
den. Insbesondere ist sie nicht willkürlich.

Das Überholmanöver dauerte nach dieser Berechnung 4.42 Sekunden (98.3 m / 
80 km/h). In dieser Zeit hätte ein herannahendes Fahrzeug mit der maximal zuläs-
sigen Geschwindigkeit von 80 km/h ebenfalls 98.3 Meter zurückgelegt. Berück-
sichtigt man weiter eine Sicherheitsmarge von 2 Sekunden, so ergibt dies im Hin-
blick auf die für das Überholen nötige Sichtweite eine Strecke 88.88 m ([80 km/h * 
2 Sekunden] * 2), welche in der Zeit von 2 Sekunden von beiden Fahrzeugen 
zurückgelegt würde und zum Überholweg (98.3 m) sowie zur Strecke des derweil 
herannahenden Fahrzeuges (98.3 m) hinzuzuzählen ist. Auf diese Weise ergibt 
sich eine Strecke von insgesamt rund 285.5 Metern (88.88 m + 98.3 m + 98.3 m), 
welche für das vom Berufungskläger durchgeführte Überholmanöver hätte über-
blickt werden müssen. Da die Sichtweite jedoch erwiesenermassen lediglich 93 
Meter betrug, erwies sich das Überholmanöver nach dieser Berechnungsart bei 
Weitem nicht als regelkonform.

dd) Der Berufungskläger wendet gegen diese (abstrakte) Berechnungsweise 
ein, der Überholvorgang sei, wie aus der Videoaufnahme hervorgehe, nach rund 2 
Sekunden beendet gewesen. Er habe für das eingeklagte Überholmanöver mit 
einem gleich schnell (nämlich 80 km/h) entgegenkommenden Fahrzeug 88.88 Me-
ter benötigt, um keine Verkehrsteilnehmer zu gefährden. Somit hätte die einsehba-
re Distanz von 93 Metern zum Überholen genügt (Berufungsbegründung, S. 9).

Richtig daran ist, dass der Überholvorgang ab Höhe des überholten Subaru 
gemäss der Videoaufzeichnung tatsächlich rund 2 Sekunden gedauert hat. Geht 
man mit dem Berufungskläger von besagten 2 Sekunden aus, welche das Über-
holmanöver gedauert haben soll, so ergibt sich anhand dessen eine für das Über-
holmanöver zurückgelegte Strecke von 44.44 Metern (2 Sekunden * 80 km/h). Ein 
entgegenkommendes Fahrzeug mit der in diesem Bereich zulässigen Höchstge-
schwindigkeit von 80 km/h hätte dabei ebenfalls 44.44 Meter zurückgelegt. Der 
Berufungskläger geht demnach davon aus, dass vorliegend 88 Meter Wegstrecke 
ausreichten, um benanntes Überholmanöver mit seinem Motorrad auszuführen. 
Dabei lässt er jedoch die Sicherheitsmarge von 2 Sekunden ausser Acht. Diese 
beträgt ebenfalls 88.88 Meter ([80 km/h * 2 Sekunden] * 2), woraus sich - nach der 
(konkreten) Berechnungsmethode des Berufungsklägers - eine Strecke von rund 

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178 Metern errechnen lässt, welche beim durchgeführten Überholmanöver hätte 
überblickt werden müssen. Bei einer Sichtweite von lediglich 93 Metern war die 
verbleibende Strecke somit auch nach dieser Berechnungsart bei Weitem nicht in 
dem Ausmass überblickbar, dass die Gewähr bestand, das Überholmanöver ohne 
Behinderung allfällig entgegenkommender Verkehrsteilnehmer beenden zu kön-
nen. Daran würde selbst dann nichts ändern, wenn auf eine vom Berufungskläger 
im erstinstanzlichen Verfahren geltend gemachte Sichtweite von 130 Metern (BG 
act. 13, Antwort auf Sachfrage 1) abgestellt würde. Der Berufungskläger hat dem-
zufolge Art. 35 Abs. 2 und 4 SVG selbst dann verletzt, wenn auf seine eigenen 
Angaben abgestellt wird.

9. a) Ist somit erstellt, dass die verfügbare Strecke nicht übersichtlich und frei 
genug für ein verkehrsregelkonformes Überholmanöver war und der Berufungs-
kläger gegen Art. 35 Abs. 2 und 4 SVG verstossen hat, ist nun die Frage zu prü-
fen, ob der Berufungskläger den Tatbestand von Art. 90 Ziff. 2 SVG erfüllt hat. 
Gemäss dieser Bestimmung wird, wer durch grobe Verletzung von Verkehrsregeln 
eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt, mit 
Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. Der qualifizierte 
Tatbestand von Art. 90 Ziff. 2 SVG ist objektiv erfüllt, wenn der Täter eine wichtige 
Verkehrsvorschrift in objektiv schwerer Weise missachtet und die Verkehrssicher-
heit ernstlich gefährdet. Eine ernstliche Gefährdung für die Sicherheit anderer ist 
nicht erst bei einer konkreten, sondern bereits bei einer erhöhten abstrakten Ge-
fährdung gegeben (vgl. BGE 130 IV 32 E. 5.1; 123 IV 88 E. 3a, je m.w.H.). Objek-
tiv grob ist ein Verstoss gegen die Verkehrsregeln immer dann, wenn eine wichti-
ge Verkehrsvorschrift in gravierender Weise betroffen ist, das heisst, wenn der 
Verstoss nach den konkreten Umständen als schwerwiegend bezeichnet werden 
muss (vgl. PKG 1989 Nr. 39 mit Hinweisen auf die bundesgerichtliche Rechtspre-
chung). Ob eine konkrete, eine erhöhte abstrakte oder nur eine abstrakte Gefahr 
geschaffen wird, hängt von der Situation ab, in welcher die Verkehrsregelverlet-
zung begangen wird. Wesentliches Kriterium für die Annahme einer erhöhten abs-
trakten Gefahr ist die Nähe der Verwirklichung (vgl. BGE 131 IV 133 E. 3.2). Die 
allgemeine Möglichkeit der Verwirklichung einer Gefahr genügt demnach nur zur 
Erfüllung des Tatbestands von Art. 90 Ziff. 2 SVG, wenn in Anbetracht der Um-
stände des Einzelfalles – Tageszeit, Verkehrsdichte, Sichtverhältnisse – der Ein-
tritt einer konkreten Gefährdung oder gar eine Verletzung nahe liegt (vgl. BGE 123 
IV 88 E. 3a; BGE 118 IV 285 E. 3a).

Subjektiv erfordert der Tatbestand von Art. 90 Ziff. 2 SVG nach der Rechtspre-
chung ein rücksichtsloses oder sonst schwerwiegend verkehrswidriges Verhalten, 

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das heisst ein schweres Verschulden, bei fahrlässigem Handeln mindestens grobe 
Fahrlässigkeit (vgl. BGE 130 IV 32 E. 5.1; 126 IV 192 E. 3; 123 IV 88 E. 2a und 
4a). Diese ist zu bejahen, wenn der Täter sich der allgemeinen Gefährlichkeit sei-
ner verkehrswidrigen Fahrweise bewusst ist. Grobe Fahrlässigkeit kann aber auch 
vorliegen, wenn der Täter die Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer pflichtwid-
rig gar nicht in Betracht gezogen, also unbewusst fahrlässig gehandelt hat (vgl. 
BGE 130 IV 32 E. 5.1 mit Hinweis; BGE 126 IV 192 E. 3; 106 IV 49). In solchen 
Fällen ist grobe Fahrlässigkeit zu bejahen, wenn das Nichtbedenken der Gefähr-
dung anderer Verkehrsteilnehmer auf Rücksichtslosigkeit beruht (vgl. BGE 118 IV 
285 E. 4 mit Hinweisen). Rücksichtslosigkeit ist unter anderem ein bedenkenloses 
Verhalten gegenüber fremden Rechtsgütern. Dieses kann auch in einem blossen 
(momentanen) Nichtbedenken der Gefährdung fremder Interessen bestehen (vgl. 
BGE 131 IV 133 E. 3.2; 130 IV 40; 106 IV 49 f.; Urteile des Bundesgerichts 
6B_616/2010 vom 19. Oktober 2010 E. 3.1; 6S.11/2002 vom 20. März 2002 und 
6S.56/1994 vom 11. April 1994 sowie 6S.100/2004 vom 29. Juli 2004).

b) Das Überholen gehört – insbesondere auf Strassen mit Gegenverkehr – zu 
den gefährlichsten Fahrmanövern überhaupt und ist deshalb nur gestattet, wenn 
keine anderen Verkehrsteilnehmer behindert oder gefährdet werden. Die Regeln 
über das Überholen bezwecken, die damit verbundenen Risiken zu minimieren. 
Wer sich über diese Normen hinwegsetzt, handelt den Verkehrsvorschriften 
grundsätzlich in grober Weise zuwider. Der vom Berufungskläger missachtete Art. 
35 Abs. 2 bzw. 4 SVG ist deshalb eine für die Gewährleistung der Sicherheit im 
Strassenverkehr wichtige Bestimmung (vgl. BGE 129 IV 155 E. 3.2.1; 121 IV 235 
E. 1 c; Urteil des Bundesgerichts 6B_616/2010 vom 19. Oktober 2010 E. 3.2.2; 
Weissenberger, a.a.O., N. 69 zu Art. 90 SVG).

c) Der Berufungskläger macht geltend, aufgrund seiner Berechnungen und 
des Videobeweises (StA act. 23) sei nicht erstellt, dass in objektiver Hinsicht der 
Überholvorgang des Beschuldigten bis in die Kurve hineingedauert habe und es 
sei demnach der Grundsatz „dubio pro reo“ zugunsten des Beschuldigten anzu-
wenden (Berufungsbegründung, S. 9 f.). Weiter könne dem Beschuldigten auf-
grund sämtlicher Erwägungen in subjektiver Hinsicht nicht vorgeworfen werden, 
dass er das Überholmanöver fortgesetzt habe. Es sei erstellt, dass die ausgemes-
sene Sichtweite von 93 Metern durchaus genügt habe, um das Überholmanöver 
noch vor der Kurve zu beenden (Berufungsbegründung, S. 10 f.). Die Vorinstanz 
erwägt dazu in ihrem Entscheid (vgl. Erwägung 6b des angefochtenen Urteils), 
dass der Berufungskläger durch das Überholmanöver kurz vor einer unübersichtli-
chen Rechtskurve und aufgrund des Umstands, dass die Sichtweite des Beschul-

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digten die erforderliche Sichtweite für ein gefahrloses Überholmanöver nicht 
annähernd erreichte, eine wichtige Verkehrsvorschrift (Art. 35 Abs. 2 und 4 SVG) 
in schwerer Weise missachtet habe. Komme hinzu, dass zur Tatzeit besondere 
Umstände wie beispielsweise die Gefahr von Gegenverkehr geherrscht hätten. 
Der Beschuldigte habe durch sein Handeln - auch abgesehen von diesen beson-
deren Umständen - eine Gefahrensituation geschaffen, in welcher die Möglichkeit 
nahe gelegen habe, dass die Sicherheit der anderen Verkehrsteilnehmer konkret 
gefährdet würde. Die objektive Voraussetzung der ernstlichen Gefährdung der 
Verkehrssicherheit sei mithin erfüllt (Art. 90 Ziff. 2 SVG). In subjektiver Hinsicht 
hielt die Vorinstanz fest, die Fahrweise des Beschuldigten müsse als rücksichtslos 
und mindestens grobfahrlässig taxiert werden und erfülle daher den Tatbestand 
der groben Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 35 Abs. 2 und 4 SVG in 
Verbindung mit Art. 90 Ziff. 2 SVG (vgl. Erwägung 6 des angefochtenen Ent-
scheids).

Auf die wiedergegebenen und grundsätzlich zutreffenden Ausführungen der Vor-
instanz kann in Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO verwiesen werden. Es bleibt 
anzumerken, dass, wie bereits erwähnt, die Regelung über das Kreuzen und 
Überholen für die Gewährleistung der Sicherheit im Strassenverkehr eine wichtige 
Bestimmung ist (Weissenberger, a.a.O., N 1 zu Art. 35 SVG). Dem Einwand des 
Berufungsklägers, der Überholvorgang habe nicht bis in die Kurve hineingedauert, 
kann nicht gefolgt werden (vgl. oben E. 8d/cc). Selbst wenn dem so wäre, würde 
dies in der Sache letztlich nichts ändern. Denn es genügt nicht, dass ein Fahr-
zeuglenker danach trachtet, den Überholvorgang kurz vor der Biegung abzusch-
liessen, sondern er hat ihn so weit vor der Kurve zu beenden, dass das während 
des Überholens allenfalls auf der Gegenfahrbahn auftauchende Fahrzeug seinen 
Weg fortsetzen kann, ohne gefährdet zu werden (BGE 121 IV 238, 109 IV 135). Im 
konkreten Fall bedeutet dies, dass durch das geschilderte Verhalten des Beru-
fungsklägers ein allenfalls entgegenkommender Verkehrsteilnehmer gefährdet 
worden wäre, da die ausgemessene Sichtweite von 93 Meter für das durchgeführ-
te Überholmanöver klarerweise nicht ausreichte.

Eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer im Sinne von Art. 90 Ziff. 2 SVG 
ist - wie erwähnt - bereits beim Vorliegen einer erhöhten abstrakten Gefährdung 
gegeben, was vorliegend mit Blick auf die gemachten Ausführungen und die dar-
gelegten Grundsätze zu bejahen ist. Der Eintritt einer konkreten Gefahr lag nahe, 
da auf der allgemein stark befahrenen Strecke O.4_____ - O.3_____ bekanntlich 
mit Gegenverkehr gerechnet werden musste. Dies zeigt sich vorliegend nur schon 
daran, dass, wie aus der Videoaufzeichnung ersichtlich ist, ca. 5 bzw. 10 Sekun-

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den, bevor der Berufungskläger den grünen Subaru überholte, jeweils ein Perso-
nenfahrzeug entgegenkam (StA act. 23). Ein während des Überholmanövers des 
Berufungsklägers entgegenkommendes Fahrzeug hätte bei den berechneten 
Sichtweiten, Überholwegen und Sicherheitsmargen brüsk abbremsen müssen; 
das Bremsmanöver hätte dabei sehr wahrscheinlich auch noch in der Kurve statt-
gefunden. Dadurch bestand eine erhöhte abstrakte Unfallgefahr. Der objektive 
Tatbestand von Art. 90 Ziff. 2 SVG ist mithin erfüllt.

Auch in subjektiver Hinsicht ist der Tatbestand von Art. 90 Ziff. 2 SVG erfüllt. Auf-
grund der konkreten Umstände - namentlich aufgrund der klarerweise und deutlich 
ungenügenden Sichtweite für das Überholmanöver - konnte der Berufungskläger 
nicht die Gewissheit haben, das Manöver ohne erhebliche Behinderung des Ge-
genverkehrs abschliessen zu können, zumal ihm kurz zuvor zwei Fahrzeuge ent-
gegen kamen. Aufgrund der für das durchgeführte Überholmanöver deutlich zu 
geringen Sichtweite, musste er damit rechnen, dass ein allenfalls entgegenkom-
mendes Fahrzeug brüsk hätte abbremsen müssen. Die Gefährlichkeit der damit 
provozierten Situation war - wie dem Berufungskläger bewusst sein musste - um-
so grösser, als es sich bei der besagten Strecke, auf der das Überholmanöver 
stattfand, um eine Bergstrecke mit nicht unerheblichem Gefälle und talwärts stark 
abfallender Böschung handelte. Der Berufungskläger handelte damit rücksichts-
los, indem er die allgemeine Gefährlichkeit seines verkehrsregelwidrigen Über-
holmanövers, die unter den gegebenen Umständen offensichtlich erkennbar war, 
nicht bedachte beziehungsweise sich bedenkenlos über die Interessen der ande-
ren Verkehrsteilnehmer hinwegsetzte, damit er - um die Worte des Berufungsklä-
gers zu verwenden - die zulässigen 80 km/h "geniessen" (StA act. 20, Antwort auf 
Ergänzungsfrage 1) konnte. Mit anderen Worten hat der Berufungskläger mit dem 
Überholen an besagter unübersichtlicher Stelle eventualvorsätzlich, zumindest 
aber grobfahrlässig, gehandelt und eine Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer 
bedenkenlos in Kauf genommen. Auch hier kann im Übrigen auf die Erwägungen 
der Vorinstanz verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO). Die Rüge des Berufungs-
klägers erweist sich somit auch diesbezüglich als unbegründet.

10. Zusammenfassend ergibt sich, dass der Berufungskläger die wichtigen 
Verkehrsbestimmungen (Art. 35 Abs. 2 und 4 SVG) in objektiv und subjektiv 
schwerer Weise missachtet und die Verkehrssicherheit ernstlich gefährdet hat 
(Art. 90 Ziff. 2 SVG). Er handelte - wie in vorstehender Erwägung 9 dargelegt - 
rücksichtslos, indem er die allgemeine Gefährlichkeit seines verkehrsregelwidrigen 
Manövers bedenkenlos in Kauf nahm. Die vom Berufungskläger dagegen erhobe-
nen Einwände führen letztlich zu keinem anderen Ergebnis. Das Fahrverhalten 

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beziehungsweise das Überholmanöver des Berufungsklägers ist mit der Vorin-
stanz objektiv und subjektiv als grobe Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 
90 Ziff. 2 SVG zu würdigen, was durch die Videoaufzeichnung des Überholvor-
ganges zweifelsfrei bestätigt wird. Der vorinstanzliche Schuldspruch ist deshalb - 
ungeachtet der vorliegend abweichenden Werte bezüglich der zum Überholen 
notwendigen Strecke - im Ergebnis nicht zu beanstanden, was zur Abweisung der 
Berufung führt. 

11. Betreffend die Strafzumessung kann im Sinne von Art. 82 Abs. 4 StPO auf 
die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (vgl. dazu Erwä-
gung 7 des angefochtenen Urteils). Dies umso mehr, als sich der Berufungskläger 
mit dem Strafpunkt nicht auseinandersetzt.

12. a) Da die Berufung abgewiesen wird, bleibt es bei der vorinstanzlichen Kos-
tenregelung (Art. 428 Abs. 3 StPO e contrario).

b) Gemäss Art. 428 Abs. 1 StPO tragen die Parteien die Kosten des Rechts-
mittelverfahrens nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens. Vorliegend 
ist der Berufungskläger mit seinen Anträgen nicht durchgedrungen und die Beru-
fung wurde vollumfänglich abgewiesen. Demnach gehen die Kosten des Beru-
fungsverfahrens zu Lasten des Berufungsklägers. Für Entscheide im Berufungs-
verfahren wird eine Gerichtsgebühr von Fr. 1'500.00 bis Fr. 20'000.00 erhoben 
(vgl. Art. 7 der Verordnung über die Gerichtsgebühren in Strafverfahren [VGS; BR 
350.210]). Die Kosten des Berufungsverfahrens werden vorliegend auf Fr. 
3'000.00 festgesetzt.

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III. Demnach wird erkannt:

1. Die Berufung wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 3‘000.-- gehen vollumfänglich 
zu Lasten von X._____.

3. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 78 des Bundesgerichtsgeset-
zes (BGG) Beschwerde in Strafsachen an das Schweizerische Bundesge-
richt, 1000 Lausanne 14, geführt werden. Die Beschwerde ist dem Bundes-
gericht schriftlich, innert 30 Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausferti-
gung der Entscheidung in der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen 
Weise einzureichen. Für die Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die 
weiteren Voraussetzungen und das Verfahren der Beschwerde gelten die 
Art. 29 ff., 78 ff. und 90 ff. BGG.

4. Mitteilung an: