# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f7924dbd-169c-5d66-abb3-1ace65ebfa94
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-03-18
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Sonstige Kammern 18.03.2025 VR1 2024 72
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_999_VR1-2024-72_2025-03-18.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Graubünden
Dretgira superiura dal chantun Grischun
Tribunale d'appello del Cantone dei Grigioni

Urteil vom 18. März 2025

Referenz VR1 24 72

Instanz Erste verfassungs- und verwaltungsrechtliche Kammer

Besetzung Audétat, Vorsitz
Pedretti und von Salis
Gees, Aktuar

Parteien A._____ AG
handelnd durch B._____ und C._____, 
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwalt MLaw Lorenz Raschein

gegen

D._____ AG
Beschwerdegegnerin

und

M._____ Architekten AG
Beigeladene

Gegenstand Submission

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Sachverhalt

A. Am 15. April 2024 schrieb die D._____ AG (D._____) im offenen Verfahren 
die Beschaffung der Generalplanung Erweiterung Depot Bahnhof E._____ auf 
simap.ch bzw. im kantonalen Amtsblatt aus. Als Zuschlagskriterien legte die 
D._____ die Auftragsorganisation / Einsatzplanung, die Auftragsanalyse und 
Referenzen des Anbieters (zusammen 60 %) sowie den Preis (40 %) fest. Als 
Eignungskriterien nannte die D._____ die Leistungsfähigkeit / Referenzen des 
Planerbüros (EK1), die Auftragsorganisation / Stellvertretung (EK2) sowie die 
Sprache (EK3).

B. In den Offertunterlagen führte die D._____ bezüglich der Vorbefassung aus, 
dass die Firma A._____ AG vorgängig von der D._____ mit der Grobplanung 
beauftragt worden sei. Die Firma A._____ AG werde dennoch explizit zur Teilnahme 
an dieser Submission zugelassen. Als Ausgleich für den Wissensvorsprung würden 
die Dokumente der Grobplanung der Submission beigelegt und die Dauer der 
Submission so gewählt, dass alle Anbieter denselben Wissensstand erreichen 
könnten (Submissionsbedingungen Ziff. 2.1.2). Offerten waren bis am 21. Juni 2024 
einzureichen.

C. Innert Frist reichten insgesamt sieben Anbieter ihre Angebote ein. Anlässlich 
der Offertöffnung am 25. Juni 2024 zeigte sich folgendes Bild:

1. F._____, G._____ CHF 1'462'358.60
2. H._____, I._____ CHF 1'455'596.95
3. J._____, K._____ CHF 1'861'522.45
4. L._____, E._____ CHF 1'390'077.35
5. M._____, E._____ CHF 1'224'777.65
6. A._____, E._____ CHF 1'249'303.70
7. N._____, K._____ CHF 1'783'350.40

D. Nach Auswertung der Offerten beschloss die D._____ die Vergabe der 
Beschaffung der Generalplanung Erweiterung Depot Bahnhof E._____ an die Firma 
M._____ (Zuschlagsempfängerin) zum Preis von CHF 1'224'778.00. Gleichzeitig 
schloss die D._____ die Angebote der A._____ AG sowie einer weiteren Anbieterin 
infolge Unvollständigkeit vom Vergabeverfahren aus. Diesen Vergabeentscheid 
teilte die D._____ den Anbietern am 26. September 2024 mit.

E. Gegen diesen Vergabeentscheid erhob die A._____ AG (nachfolgend: 
Beschwerdeführerin) am 16. Oktober 2024 Beschwerde beim damaligen 
Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden. Darin beantragte sie die Aufhebung 
des Zuschlagsentscheides vom 26. September 2024, die Erteilung des Zuschlags 
an sich selbst und eventualiter die Rückweisung der Angelegenheit zur neuen 
Beurteilung an die Vergabestelle; unter gesetzlicher Kosten- und 

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Entschädigungsfolge. In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte die 
Beschwerdeführerin die Erteilung der aufschiebenden Wirkung sowie die Edition 
sämtlicher Akten im Zusammenhang mit der Ausschreibung "Generalplanung 
D._____-Depot Bahnhof E._____". Die Beschwerdeführerin begründete ihre 
Beschwerde im Wesentlichen damit, dass ihr Ausschluss ungerechtfertigt erfolgt 
sei. Die Begründung der D._____ für den Ausschluss, wonach die 
Beschwerdeführerin die Positionen "Brandschutz" und "Bauphysik" "nach Aufwand" 
ohne Betrag und nicht, wie in den Ausschreibungsunterlagen gefordert, mit einem 
geschätzten Betrag angeboten habe, stelle keinen wesentlichen Formfehler dar. 
Zudem müsse sich die Beschwerdeführerin diesen Formfehler nicht zu ihren Lasten 
anrechnen lassen, weil diese Positionen in den Ausschreibungsunterlagen 
missverständlich formuliert worden seien. Somit hätte das Missverständnis von der 
D._____ geklärt werden müssen und nicht direkt zum Ausschluss führen dürfen. 
Obschon die Offerte der Beschwerdeführerin aufgrund des ungerechtfertigten 
Ausschlusses nicht ausgewertet worden sei, könne mit überwiegender 
Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass sie eine höhere Bewertung 
erreicht hätte als die Zuschlagsempfängerin, zumal die Beschwerdeführerin ihr 
Fachwissen im Rahmen des Vorprojekts unter Beweis gestellt habe und sie beim 
Preis bloss rund CHF 25'000 hinter der Zuschlagsempfängerin liege, wobei das 
Preiskriterium nur mit 40 % gewichtet werde. Von einem kassatorischen Entscheid 
sei aufgrund unnötiger Zeitverzögerung abzusehen.

F. In ihrer Vernehmlassung vom 25. Oktober 2024 beantragte die D._____ 
(Vergabebehörde; nachfolgend: Beschwerdegegnerin) die Abweisung der 
Beschwerde, unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge. Begründend 
brachte sie vor, aus den Ausschreibungsunterlagen gehe unmissverständlich 
hervor, dass für die Leistungen "Akustiker/Bauphysiker" und 
"Brandschutzingenieur" eine Honorarkalkulation einzufliessen habe. So werde in 
den Unterlagen detailliert auf die von den besagten Spezialisten nachgesuchten 
Leistungen eingegangen und klargestellt, dass auf Basis der vorliegenden 
Volumenstudie und der in einer Beilage hinterlegten Honorarkalkulation ein 
Pauschalhonorar inkl. Nebenkosten zu kalkulieren sei. Wenn die 
Beschwerdeführerin dennoch Zweifel am Vorgehen gehabt hätte, wäre es ihr offen 
gestanden bzw. wäre es ihre Pflicht gewesen, sich vor Abgabe des Angebots über 
Art und Umfang der Leistungen, über allfällige Widersprüche und Besonderheiten 
in der Ausschreibung zu informieren. Nachträgliche Einwände wegen 
ungenügender Rückfrage und/oder mangelhafter Abklärung würden nicht 
anerkannt. Das Versäumnis sei klar der Beschwerdeführerin anzulasten. Zudem 
handle es sich beim Fehlen des geforderten Pauschalhonorars für die Leistungen 

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"Akustiker/Bauphysiker" und "Brandschutzingenieur" eindeutig um wesentliche 
Formfehler bzw. um wesentliche Abweichungen von den verbindlichen 
Anforderungen der Ausschreibung. Ein Ausschluss sei unausweichlich und 
rechtmässig gewesen.

G. Die Zuschlagsempfängerin stellte in ihrer Eingabe vom 25. Oktober 2024 
keine Anträge in der Sache, sondern machte einzig ein Geheimhaltungsinteresse 
an ihren Akten geltend.

H. Mit Schreiben vom 30. Oktober 2024 ordnete der Instruktionsrichter eine 
Beschränkung der Akteneinsicht dahingehend an, dass u.a. die Anbieterinnen nicht 
gegenseitig Einsicht in die Konkurrenzofferte nehmen könnten. Er begründete dies 
damit, dass das Beschwerdeverfahren faktisch auf die Frage des Ausschlusses 
beschränkt sei und das Gericht selbst bei Gutheissung der Beschwerde keine 
eigene Bewertung der Offerte der Beschwerdeführerin vornehmen würde.

I. In ihrer Replik vom 15. November 2024 hielt die Beschwerdeführerin 
vollumfänglich an ihrer Beschwerde fest und vertiefte ihre Argumentation. Sie 
brachte insbesondere vor, dass die Vergabebehörde in ihren 
Honorarberechnungstabellen eine Unklarheit geschaffenen habe, welche nicht 
zulasten der Beschwerdeführerin gehen dürfe. Ausserdem hätte die 
Beschwerdegegnerin zur Vergleichbarkeit auf Basis der anderen Offerten für die 
Beschwerdeführerin ein Pauschalhonorar generieren müssen.

J. Auch die Beschwerdegegnerin hielt in ihrer Duplik vom 27. November 2024 
an ihrer Argumentation fest. So seien die Ausschreibungsunterlagen, so wie sie 
verstanden werden durften und mussten, hinreichend klar gewesen seien. Eine 
Vervollständigung der Offerte durch die Vergabebehörde sei unzulässig, weil sich 
eine solche Bereinigung unzulässigerweise auf das Preis-Leistungs-Verhältnis 
auswirken würde.

Erwägungen

1.1. Angefochten ist vorliegend die Vergabeverfügung der Beschwerdegegnerin, 
mitgeteilt am 26. September 2024, worin diese den Auftrag "Generalplanung 
D._____-Depot Bahnhof E._____" an die Zuschlagsempfängerin (Beigeladene) 
erteilte und die Beschwerdeführerin sowie eine weitere Anbieterin wegen 
unvollständiger Angebote ausschloss (act. B.3). Dagegen wehrte sich die 
Beschwerdeführerin mit Beschwerde vom 16. Oktober 2024.

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1.2. Die fragliche Auftragsvergabe untersteht unbestrittenermassen dem 
öffentlichen Beschaffungsrecht. Konkret kommen die seit dem Beitritt des Kantons 
Graubünden per 1. Oktober 2022 revidierten Normen der IVöB (BR 803.710) zur 
Anwendung. Nach Art. 55 IVöB richtet sich das Verfügungs- und 
Beschwerdeverfahren ausdrücklich nach den Bestimmungen der kantonalen 
Gesetze über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100). Gemäss Art. 53 
Abs. 1 lit. e i.V.m. Art. 56 Abs. 1 IVöB kann gegen den Zuschlag eines Auftrags 
innert 20 Tagen seit dessen Eröffnung Beschwerde erhoben werden. Das heutige 
Obergericht des Kantons Graubünden, auf welches die hängigen Verfahren des 
früheren Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden übertragen wurden 
(Art. 122 Abs. 5 GOG [BR 173.000]), ist zuständig für die Beurteilung von 
Submissionsbeschwerden (vgl. Art. 52 Abs. 1 IVöB). Die örtliche und sachliche 
Zuständigkeit des angerufenen Obergerichts ist damit gegeben.

1.3. Zur Beschwerde an das Obergericht ist laut Art. 50 VRG legitimiert, wer durch 
den angefochtenen Entscheid berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an 
dessen Aufhebung oder Änderung hat. Die Legitimation ist gegeben, wenn die 
Beschwerdeführerin als unterlegene Bewerberin eine realistische Chance hat, bei 
Gutheissung ihres Rechtsmittels mit dem eigenen Angebot zum Zug zu kommen. 
Im vorliegenden Fall verlangt die Beschwerdeführerin, dass ihr Ausschluss 
rückgängig gemacht wird. Mit diesem Begehren besteht für die Beschwerdeführerin 
grundsätzlich die Chance, den Zuschlag zu erhalten, nämlich wenn ihr heute noch 
nicht bewertetes Angebot sich als das vorteilhafteste herausstellen würde. Folglich 
ist sie zur Beschwerde legitimiert. Auf die im Übrigen form- und fristgerechte 
Beschwerde ist einzutreten (Art. 56 Abs. 1 IVöB i.V.m. Art. 1 Abs. 2 VRG und Art. 38 
VRG).

2. Die Beschwerdeführerin beantragt die Aufhebung des Vergabeentscheids 
der Beschwerdegegnerin vom 26. September 2024 (Rechtsbegehren 1) und die 
Vergabe des Auftrags "Generalplanung D._____-Depot Bahnhof E._____" an sie 
selbst (Rechtsbegehren 2); eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die 
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (Rechtsbegehren 3). Sie macht dabei im 
Wesentlichen geltend, sie sei zu Unrecht aufgrund der Unvollständigkeit des 
Angebots vom Verfahren ausgeschlossen worden. Dies gilt es nachfolgend zu 
prüfen.

3.1. Gemäss Art. 34 Abs. 1 IVöB sind Angebote schriftlich, vollständig und 
fristgerecht gemäss den Angaben in der Ausschreibung oder in den 
Ausschreibungsunterlagen einzureichen. Sie müssen die in der Ausschreibung 
genannten Vorgaben einhalten, wobei offensichtliche Rechenfehler von Amtes 

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wegen berichtigt werden (Art. 38 Abs. 1 IVöB). Eine Bereinigung der Angebote 
hinsichtlich der Leistungen sowie der Modalitäten der Erbringung kann nur dann 
stattfinden, wenn erst dadurch der Auftrag oder die Angebote geklärt oder die 
Angebote nach Massgabe der Zuschlagskriterien objektiv vergleichbar gemacht 
werden können (Art. 39 Abs. 1 und 2 lit. a IVöB). Der Auftraggeber kann einen 
Anbieter von einem Vergabeverfahren ausschliessen, wenn das Angebot 
wesentliche Formfehler aufweist oder wesentlich von den verbindlichen 
Anforderungen einer Ausschreibung abweicht (Art. 44 Abs. 1 lit. b IVöB).

3.2. Die Beschwerdeführerin stellt sich auf den Standpunkt, die Begründung der 
Beschwerdegegnerin für deren Ausschluss – nämlich, dass sie die beiden 
Positionen "Brandschutz" und "Bauphysik" nach Aufwand, ohne Betrag und nicht 
wie gefordert mit einem geschätzten Betrag angeboten habe – stelle keine 
wesentliche Abweichung im Sinne von Art. 44 Abs. 1 lit. b IVöB dar. Diese würden 
lediglich zwei von neun Grundleistungen bilden und seien daher nicht massgebend. 
Zudem seien die Vergabeunterlagen unklar gewesen, was der Vergabebehörde und 
nicht der Beschwerdeführerin anzulasten sei. So stehe zwar in den Vorgaben 
gemäss Ziff. 3.2.5 und 3.2.6 der Ausschreibung, dass die Pauschalhonorare zu 
berechnen seien, doch könne diese Berechnung in den beigefügten 
Honorartabellen gar nicht vorgenommen werden. Sie habe davon ausgehen dürfen, 
dass für das Angebot in den Tabellen nur die grün markierten Felder auszufüllen 
gewesen seien; bei den Leistungen "Akustiker/Bauphysiker" und 
"Brandschutzingenieur" seien keine entsprechenden grünen Felder vorhanden 
gewesen, weshalb die Beschwerdeführerin habe annehmen dürfen, dass diese 
nicht ausgefüllt werden müssten. Sodann hätte eine Rückfrage- und Klärungspflicht 
seitens der Beschwerdegegnerin bestanden (vgl. Beschwerde vom 16. Oktober 
2024 [act. A1] Rz. 24 ff. und Replik vom 15. November 2024 [act. A4] Rz. 48 ff.).

3.3. Die Beschwerdegegnerin hält demgegenüber fest, das Fehlen des 
geforderten Pauschalhonorars für die Leistungen "Akustiker/Bauphysiker" und 
"Brandschutzingenieur" sei ein wesentlicher Formfehler bzw. eine wesentliche 
Abweichung von den verbindlichen Anforderungen der Ausschreibung im Sinne von 
Art. 44 Abs. 1 lit. b IVöB. Die Ausschreibungsunterlagen seien zudem nicht 
missverständlich gewesen. So sei bereits der Ziffer 3.2 der Beilage 7 
"Aufgabenstellung und Leistungsbeschrieb" der Submissionsunterlagen zu 
entnehmen gewesen, dass mit der Ausschreibung auch die Leistungen 
"Akustiker/Bauphysiker" und "Brandschutzingenieur" beschafft würden. Zur 
Verdeutlichung sei auch dargestellt, dass einzig die Leistungen 
"Geologe/Geotechniker" sowie das "Schadstoffscreening" nicht in das 

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Honorarangebot einzurechnen seien; diese Dienstleistungen würden vielmehr nach 
Projektstart durch den Generalplaner vorgeschlagen bzw. von Seiten Auftraggeber 
vorgeschlagen bzw. in den Generalplanervertrag integriert. Aus dieser 
Beschreibung habe bereits klar sein müssen, dass alle anderen Leistungen, also 
auch diejenigen des "Akustikers/Bauphysikers" und des "Brandschutzingenieurs" in 
die Honorarkalkulation der Anbieter hätte einfliessen müssen (vgl. 
Beschwerdeantwort vom 25. Oktober 2024 [act. A2] Rz. 3 ff.).

4.1. Ob ein Angebot vollständig ist, ergibt sich aus den Bestimmungen der 
Ausschreibung und den Ausschreibungsunterlagen der Auftraggeberin. Bei der 
Frage, ob bei Unvollständigkeit eines Angebots eine Frist für eine Nachreichung der 
fehlenden Unterlagen oder Angaben gewährt werden kann, muss vorab geklärt 
werden, ob die Nachreichung Auswirkungen auf das Preis-Leistungs-Verhältnis der 
Offerte hat und ob ein schwerer Mangel des Angebots vorliegt. Nur wenn diese 
Frage verneint werden kann, ist die Nachreichung noch möglich. Sobald aber 
Angaben oder Dokumente nachgereicht werden müssten, die einen Einfluss auf das 
Preis-Leistungs-Verhältnis haben, ist die Nachreichung unzulässig (LOCHER, in: 
Trüeb [Hrsg.], Handkommentar zum Schweizerischen Beschaffungsrecht, 2020, 
Art. 44 N. 18 m.H.a. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts B-4969/2017 vom 
24. September 2018 E.4.4 und BEYELER, Der Geltungsanspruch des 
Vergaberechts, 2012, Rz. 1745 ff.).

4.2.1. Zunächst stellt sich die Frage, ob das fehlende Pauschalhonorar für die 
Leistungen "Akustiker/Bauphysiker" und "Brandschutzingenieur" einen 
wesentlichen Formfehler darstellt. Es wird zwischen schwerwiegenden, 
mittelschweren und geringfügigen Fehlern unterschieden. Ein schwerwiegender 
Formfehler liegt vor, wenn das Angebot wesentlich von formellen Vorgaben 
abweicht, die sich aus dem Gesetz ergeben oder die die Auftraggeberin in der 
Ausschreibung bzw. den Ausschreibungsunterlagen festgelegt hat. Der Ausschluss 
eines Angebots mit einem schwerwiegenden Formfehler ist zwingend, da eine 
Berücksichtigung die Gleichbehandlung der Anbieterinnen im Wettbewerb erheblich 
beeinträchtigen würde (KUONEN, in: Trüeb [Hrsg.], Handkommentar zum 
Schweizerischen Beschaffungsrecht, 2020, Art. 34 N. 18 f.). Das Angebot ist somit 
aufgrund eines schwerwiegenden Formfehlers auszuschliessen, wenn die 
Unvollständigkeit wesentliche Punkte des Angebots betrifft. Fehlen in einem 
Angebot Angaben, die sich auf das Preis-Leistungs-Verhältnis auswirken, muss es 
ausgeschlossen werden (KUONEN, a.a.O., Art. 34 N. 20 m.w.H.).

4.2.2. Indem die Beschwerdeführerin das in den Ausschreibungsunterlagen 
verlangte Pauschalhonorar für die Leistungen "Akustiker/Bauphysiker" und 

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"Brandschutzingenieur" nicht beziffert hat, sondern ihre Absicht kundtat, nach 
Aufwand abzurechnen, ist der Gesamtpreis des Angebots unvollständig. Diese 
Unvollständigkeit betrifft zweifellos einen wesentlichen Punkt des Angebots, zumal 
sie sich direkt auf das Preis-Leistungs-Verhältnis auswirkt. So weist die 
Beschwerdegegnerin zu Recht darauf hin, dass bei den eingereichten Offerten die 
Preisspanne dieser Positionen von rund CHF 20'000 bis knapp CHF 45'000 
(Akustiker/Bauphysiker) reiche bzw. von rund CHF 15'000 bis knapp CHF 72'000 
(Brandschutzingenieur). Damit ist der Ausschluss der Beschwerdeführerin 
gezwungenermassen die Folge, da ein wesentlicher Formfehler vorliegt (Art. 34 
Abs. 1 i.V.m. Art. 44 Abs. 1 lit. b IVöB).

4.3. Zu prüfen ist somit noch, ob die Ausschreibungsunterlagen missverständlich 
formuliert waren und deshalb die Vergabebehörde verpflichtet gewesen wäre, die 
Beschwerdeführerin auf ihr Versäumnis hinzuweisen und ihr Gelegenheit zur 
Verbesserung zu geben. Die Beschwerdeführerin macht konkret geltend, die 
Beschwerdegegnerin treffe eine Rückfrage- und Klärungspflicht (vgl. act. A1 Rz. 24 
und 28).

4.3.1. Den Ausschreibungsunterlagen ist an verschiedenen Stellen zu entnehmen, 
dass für die Leistungen "Akustiker/Bauphysiker" und "Brandschutzingenieur" 
Pauschalhonorare zu offerieren waren (vgl. Beilage 7 der 
Ausschreibungsunterlagen [D._____-act. 1] "Aufgabestellung und 
Leistungsbeschrieb", S. 7 Ziff. 3.2: "Planungsdienstleistungen im Angebot 
enthalten" sowie S. 11 f. Ziff. 3.2.5 und 3.2.6). Im Kapitel "Honorarkalkulation" (vgl. 
D._____ -act. 1) werden die Anbieter aufgefordert, für die einzelnen Leistungen ihr 
Honorar einzugeben, so auch für die Leistungen "Akustiker/Bauphysiker" (Beilage 
1.12) und "Brandschutzingenieur" (Beilage 1.13). Aus den Akten geht sodann 
unmissverständlich hervor, dass die Beschwerdeführerin diese beiden Leistungen 
– entgegen den Ausschreibungsunterlagen – nicht mittels Pauschalhonorar beziffert 
hat (vgl. Angebot der Beschwerdeführerin, Beilagen 1.12 und 1.13 in D._____ -act. 
2). Stattdessen hielt sie auf der Beilage 1.17 "Kommentare und Begründungen" 
Folgendes fest: "Wir gehen davon aus, dass die Bauphysik und der Brandschutz 
bewusst nicht in der Berechnung (Vorlage) enthalten sind und diese Arbeiten nach 
effektivem Aufwand verrechnet werden. Die Teile Bauphysik und Brandschutz sind 
in vorliegendem Angebot nicht enthalten" (D._____-act. 2 Beilage 1.17).

4.3.2. Diese Vorgehensweise widerspricht einerseits den klaren Vorgaben in den 
verbindlichen Ausschreibungsunterlagen (vgl. zuvor E.4.3.1) und andererseits der 
Verpflichtung der Anbieter in den Submissionsbedingungen. Dort wird festgehalten, 
dass die Anbieter sich vor Abgabe des Angebots über die Art und den Umfang der 

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von ihnen zu erbringenden Leistungen, über allfällige Widersprüche in den 
Ausschreibungsunterlagen und über Besonderheiten des 
Ausschreibungsgegenstands eingehend zu informieren haben. Nachträgliche 
Einwände und Nachforderungen wegen ungenügender Rückfrage und/oder 
mangelhafter Abklärung würden nicht anerkannt. Weiter seien Unklarheiten oder 
Widersprüche in den Unterlagen der D._____ im Rahmen der Auskunftserteilung 
bzw. der Fragestellung schriftlich mitzuteilen (vgl. D._____-act. 1 Ziff. 2.1.4 
betreffend "Rückfragen bei Unklarheiten").

4.3.3. Objektiv betrachtet ergab sich somit aus den Ausschreibungsunterlagen 
keine Unklarheit darüber, ob für die Leistungen "Akustiker/Bauphysiker" und 
"Brandschutzingenieur" ein Pauschalhonorar zu offerieren war. Sollte seitens der 
Beschwerdeführerin subjektiv eine Unklarheit bezüglich der Angabe von Honoraren 
bestanden haben, so hätte sie vor Abgabe des Angebots tatsächliche oder 
vermeintliche Unklarheiten und Widersprüche aktiv mitteilen und klären lassen 
müssen. Die blosse Mitteilung, sie gehe davon aus, dass diese Leistungen bewusst 
nicht in die Berechnung einbezogen würden und diese deshalb in ihrem Angebot 
nicht enthalten seien (vgl. D._____-act. 2 Beilage 1.17), greift zu kurz. Eine von der 
Beschwerdeführerin geltend gemachte Rückfrage- und Klärungspflicht seitens der 
Vergabebehörde nach Abgabe des Angebots ist zu verneinen (vgl. 
Submissionsbedingungen [D._____-act. 1] S. 3 f. Ziff. 2.1.4). Ein solches 
Nachgreifen wäre nicht rechtmässig, zumal es einen aktiven Eingriff in das Preis-
Leistungs-Verhältnis darstellen würde: Die Beschwerdeführerin würde auf diesem 
Weg wesentliche Leistungen nachofferieren können und zwar – nach Öffnung der 
Offerten – im Wissen um die angebotenen Preise der anderen Anbieterinnen.

5. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Ausschluss der 
Beschwerdeführerin vom Vergabeverfahren wegen Unvollständigkeit rechtmässig 
erfolgte und nicht zu beanstanden ist. Damit erübrigen sich weitergehende 
Ausführungen zum von der Beschwerdeführerin beantragten, direkten Zuschlag an 
sich selbst (vgl. Rechtsbegehren 2 und act. A1 Rz. 30 ff.). Die Beschwerde erweist 
sich als unbegründet und ist vollumfänglich abzuweisen.

6.1. Bei diesem Ausgang des Verfahrens gehen die Verfahrenskosten zulasten 
der Beschwerdeführerin (Art. 73 Abs. 1 VRG). Angesichts des beträchtlichen 
Auftragsvolumens von über CHF 1.2 Millionen und des Rügeprogramms mittlerer 
Komplexität erachtet das Gericht eine Staatsgebühr von CHF 5'000.00 (zzgl. 
Kanzleiauslagen) als angemessen und gerechtfertigt (vgl. etwa Urteil des 
Verwaltungsgerichts U 16 61 vom 22. November 2016 E.6b).

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6.2. Gemäss Art. 78 Abs. 1 VRG wird die unterliegende Partei im 
Rechtsmittelverfahren in der Regel verpflichtet, der obsiegenden Partei die durch 
den Rechtsstreit entstandenen notwendigen Kosten zu ersetzen. Weil die 
Vergabebehörde im Sinne von Art. 78 Abs. 2 VRG im Rahmen ihres amtlichen 
Wirkungskreises obsiegt, hat sie keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung. 
Die beigeladene Zuschlagsempfängerin hat sich am Verfahren nicht beteiligt, 
weshalb ihr keine Parteientschädigung zusteht.

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Es wird erkannt:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Gerichtskosten, bestehend aus

– einer Staatsgebühr von CHF 5'000.00

– und den Kanzleiausgaben von CHF 285.00

Total CHF 5'285.00

gehen zulasten der A._____ AG.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]