# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8e7ea0d9-12b1-5e62-9f4f-94a17538b186
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-08-20
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 20.08.2010 D-8148/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-8148-2009_2010-08-20.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-8148/2009
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 0 .  A u g u s t  2 0 1 0

Einzelrichter Robert Galliker,
mit Zustimmung von Richter Walter Lang;
Gerichtsschreiber Martin Maeder.

A._______, geboren (...),
Afghanistan,
vertreten durch Klausfranz Rüst-Hehli, (...),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung (Wiedererwägungsentscheid); 
Verfügung des BFM vom 8. Oktober 2009 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-8148/2009

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass der Beschwerdeführer am 14. Mai 2007 in der Schweiz um Asyl  
nachsuchte,

dass er am 21. Mai 2007 im Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) 
Kreuzlingen zu seiner Person und summarisch zum Reiseweg sowie 
den Gründen der  Ausreise aus dem Wohnsitzstaat  Iran – in  seinem 
Heimatland  Afghanistan  hat  er  sich  nach  eigenen  Angaben niemals 
aufgehalten – befragt wurde,

dass die Befragung in der vom Beschwerdeführer bezeichneten Mut-
tersprache Farsi  unter Mitwirkung einer Dolmetscherperson durchge-
führt wurde,

dass das BFM den Beschwerdeführer am 27. Juni 2007 im EVZ ein-
lässlich zu den Asylgründen anhörte, wobei die anwesende – nicht mit 
derjenigen  der  Befragung  vom 21.  Mai  2007  identischen  –  Dolmet-
scherperson ebenfalls die Sprache Farsi verwendete,

dass  das  BFM mit  Verfügung  vom 13. Juli  2007  feststellte,  der  Be-
schwerdeführer  erfülle  die  Flüchtlingseigenschaft nicht,  das  Asylge-
such ablehnte und die  Wegweisung aus der Schweiz sowie den Voll-
zug anordnete,

dass diese Verfügung dem Beschwerdeführer am 16. Juli 2007 gegen 
Unterzeichnung einer Empfangsbestätigung persönlich eröffnet wurde,

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 24. Juli 2007 (Eingangs-
datum  des  Telefaxes  beim  BFM)  um  Zustellung  der  Akten  an  die 
Rechtsberatungsstelle B._______ ersuchte,

dass das BFM am 3. August 2007 eine Kopie des Aktenverzeichnisses 
und  Kopien  der  als  entscheidwesentlich  erachteten  Akten  an  die 
Rechtsberatungsstelle B._______ versandte,

dass die Verfügung des BFM vom 13. Juli 2007 nach ungenutzt abge-
laufener Beschwerdefrist in Rechtskraft erwuchs,

dass der Beschwerdeführer am 28. Mai 2008 (Poststempel) durch die 
Rechtsberatungsstelle  B._______  ihrerseits  handelnd  durch  den 

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rubrizierten  Rechtsvertreter  als  ihrem  damaligen  Mitarbeiter,  beim 
BFM in schriftlicher Form ein zweites Asylgesuch einreichen liess,

dass in  der Gesuchsschrift  ausgeführt  wurde,  der  Beschwerdeführer 
lasse durch seinen Rechtsvertreter  erneut  um Schutz vor drohender 
Verfolgung, insbesondere um die Flüchtlingsanerkennung ersuchen,

dass  das  BFM mit  Verfügung  vom 12. Mai  2009  auch  jenes  zweite 
Asylgesuch bei gleichzeitiger Nichtzuerkennung der Flüchtlingseigen-
schaft ablehnte und die Wegweisung aus der Schweiz einschliesslich 
deren Vollzugs anordnete,

dass  der  Beschwerdeführer  diese  Verfügung  mit  Beschwerde  vom 
13. Juni 2009 beim Bundesverwaltungsgericht anfechten liess,

dass er die Begehren stellte, es sei die angefochtene Verfügung aufzu-
heben und ihm unter Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft Asyl zu 
gewähren,

dass  der  zuständige  Instruktionsrichter  im  derart  angehobenen  Be-
schwerdeverfahren D-3812/2009 mit Zwischenverfügung vom 29. Juni 
2009  dem  Beschwerdeführer  unter  anderem  die  Berechtigung  zum 
Weiterverbleib in der Schweiz bis zum Abschluss des Verfahrens be-
stätigte,

dass dieses Beschwerdeverfahren zurzeit beim Bundesverwaltungsge-
richt noch hängig ist,

dass der Gesuchsteller am 19. Juli 2009 (Poststempel, Datierung der 
Eingabe auf den 18. Juli 2009) durch seinen Rechtsvertreter mit einer 
als "Wiedererwägungsgesuch" bezeichneten Eingabe an das BFM ge-
langte,

dass in dieser Eingabe ausgeführt  wurde, es werde um wiedererwä-
gungsweise  Flüchtlingsanerkennung  und  Asylgewährung  sowie  "zu-
erst" um unentgeltliche Rechtspflege ersucht,

dass  der  Beschwerdeführer  zusammen  mit  der  Gesuchsschrift  eine 
"auf die Schullaufbahn fokussierte Biografie", eine "Gedächtnisnieder-
schrift  einer individuellen Petitionsschrift  an die iranische Regierung" 

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und einen "Bericht über die später folgende Inhaftierung" zu den Akten 
reichte,

dass  der  Beschwerdeführer  mit  Folgeeingabe  vom  21.  September 
2009 an das BFM die  Begründung der  in  der  Eingabe vom 18. Juli  
2009  formulierten  Begehren  ergänzte  und  als  weiteres  Beweismittel 
einen selber verfassten "Bericht betreffend Dolmetscherverhalten" ins 
Recht legte,

dass der Beschwerdeführer am 1. Oktober 2009 beim BFM eine wei-
tere Ergänzung der Begründung einreichte und um "ungesäumte An-
handnahme" des Wiedererwägungsgesuchs ersuchte,

dass das BFM mit Verfügung vom 8. Oktober 2009 das Wiedererwä-
gungsgesuch vom 18. Juli 2009 abwies, die Rechtskraft und Vollstreck-
barkeit der Verfügung vom 13. Juli 2007 bestätigte, für das Verfahren 
eine  Gebühr  von  Fr. 600.-  erhob  und  festhielt,  einer  allfälligen  Be-
schwerde komme keine aufschiebende Wirkung zu,

dass der Beschwerdeführer gegen diesen Entscheid am 15. November 
2009 (Eingang per  Telefax und Aufgabe  des Originals  bei  der  Post) 
durch  seinen  Rechtsvertreter  Beschwerde  beim Bundesverwaltungs-
gericht erheben liess,

dass er beantragte, es sei die Verfügung vom 8. Oktober 2009 aufzu-
heben und die Streitsache mit der "Massgabe" an die Vorinstanz "an-
zuweisen", dass die Untersuchung bezüglich des "rechtswidrigen und 
mutmasslich  strafbaren  Verhaltens  des  Dolmetschers  anlässlich  der 
ES-Befragung zu ergänzen sei",

dass  er  gleichzeitig  ein  Gesuch  um Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG, 
SR 172.021) stellte,

dass er zusammen mit der Beschwerdeschrift einen Ausdruck der auf 
der Internetdomäne Wikipedia abrufbaren Informationen zu den Begrif -
fen "C._______" und "Reza Schah Pahlevi" einreichte,

dass er mit Telefax vom 10. August 2010 eine "Verdeutlichung der Be-
schwerdeschrift" nachreichte,

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dass er mit Telefax-Eingabe vom 11. August 2010 die Begründung der 
Beschwerde weiter ergänzte und um "Einleitung eines disziplinarrecht-
lichen und eines Strafverfahrens gegen den mutmasslich schwer fehl-
baren Dolmetscher" ersuchte,

dass er am 9. August 2010 (Poststempel, angekündigt mit Telefax vom 
9. August  2010)  das Beweismaterial  mit  vier  Internetausdrucken mit 
"Begriffsdefinitionen  respektive  -umschreibungen  der  shariatischen 
Institution der Taqiyya" ergänzte,

und zieht in Erwägung,

dass gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 17. Juni 
2005 (VGG, SR 173.32)  das Bundesverwaltungsgericht  unter  Vorbe-
halt  der  in  Art. 32 VGG genannten Ausnahmen Beschwerden gegen 
Verfügungen nach Art. 5  VwVG  beurteilt,  welche von einer in Art. 33 
VGG aufgeführten Behörde erlassen wurden,

dass  darunter  auch  Verfügungen  fallen,  mit  denen  das  BFM  (vgl. 
Art. 33 Bst. d VGG) ein Gesuch um Wiedererwägung eines rechtskräf-
tigen Entscheides auf dem Gebiet des Asyls abgewiesen hat,

dass dagegen erhobene Beschwerden vom Bundesverwaltungsgericht 
endgültig beurteilt werden (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsge-
setzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor dem BFM teilgenommen 
hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist und sich 
auf ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungswei-
se Änderung berufen kann (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 
1998 [AsylG, SR 142.31] i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), 
womit er zur Einreichung der dagegen gerichteten Beschwerde legiti-
miert ist,

dass die Beschwerde von ihm innert der gesetzlichen Frist von 30 Ta-
gen in gültiger Form eingereicht wurde, weshalb auf sie einzutreten ist 
(Art. 108  Abs.  1  AsylG  und  Art.  105  AsylG  i.V.m. Art.  37  VGG und 
Art. 52 Abs. 1 VwVG),

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dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art.  106  Abs. 1 
AsylG),

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli-
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung eines zweiten Richters entschie-
den wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfol-
gend aufgezeigt, um eine solche handelt, weshalb der Beschwerdeent-
scheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde,

dass  die  Akten  des  vom Beschwerdeführer  angehobenen,  hängigen 
Beschwerdeverfahrens D-3812/2009 beigezogen wurden,

dass das Bundesverwaltungsgericht unter Befolgung des Grundsatzes 
der  Rechtsanwendung von Amtes wegen (Art.  62  Abs. 4 VwVG)  auf 
den festgestellten  Sachverhalt  jene Rechtsnormen anwendet,  die es 
als  zutreffend  erachtet,  und  ihnen  jene  Auslegung  gibt,  von  der  es 
überzeugt  ist  (vgl.  Entscheide  des  Schweizerischen  Bundesverwal-
tungsgerichts [BVGE] 2007/41 E. 2 S. 529 f.),

dass zur Begründung des Wiedererwägungsgesuchs vom 18. Juli 2009 
geltend gemacht wurde, der Dolmetscher in der summarischen Befra-
gung vom 21. Mai 2007 im EVZ habe den Beschwerdeführer "nachhal-
tig eingeschüchtert", indem er ihm mit der Bemerkung von einer Fort-
setzung  der  begonnenen  Schilderung  einer  Inhaftierung  im  (...)-Ge-
fängnis von Teheran abgehalten habe, er würde sonst in den Iran zu-
rückgeschafft,

dass zusätzlich argumentiert  wurde, wenn man die "Traumatisierung" 
des Beschwerdeführers  in  Rechnung  stelle,  weise sein  Bericht  über 
die im Iran erlebte Inhaftierung die "Realitätskriterien der forensischen 
Aussagepsychologie und keine Phantasiesignale" auf,

dass in der Gesuchsergänzung vom 21. September 2009 ausgeführt 
wurde, die durch das Verhalten des Dolmetschers vereitelten Aussa-
gen seien geeignet, zur Gutheissung des Asylgesuchs zu führen,

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dass gemäss herrschender Lehre und ständiger Praxis des Bundesge-
richts aus Art. 29 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidge-
nossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101) unter bestimmten Vor-
aussetzungen  ein  verfassungsmässiger  Anspruch  auf  Wiedererwä-
gung abgeleitet wird (vgl. BGE 127 I 133 E. 6 mit weiteren Hinweisen),

dass unter anderem Revisionsgründe nach Art. 66 VwVG einen sol-
chen Anspruch begründen können, sofern sich diese auf eine rechts-
kräftige  Verfügung  beziehen,  die  entweder  unangefochten  geblieben 
oder deswegen niemals einer materiellen Prüfung unterzogen worden 
ist,  weil  das  angehobene  Beschwerdeverfahren  mit  einem formellen 
Prozessurteil  geendet  hat  (qualifiziertes  Wiedererwägungsgesuch  in 
der Variante des Gesuchs um Widerruf einer ursprünglich fehlerhaften 
Verfügung, vgl. EMARK 2003 Nr. 17 E. 2a S. 103 f.),

dass insbesondere die Verletzung wesentlicher Verfahrensvorschriften 
im ursprünglichen Verfügungsverfahren oder das Bekanntwerden neu-
er, erheblicher Tatsachen und Beweise im revisionsrechtlichen Sinne, 
die trotz aller zumutbaren Sorgfalt nicht früher, namentlich nicht in ei -
nem  ordentlichen  Rechtsmittelverfahren  geltend  gemacht  werden 
konnten, einen Anspruch auf Wiedererwägung der fehlerhaften Verfü-
gung begründen (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweize-
rischen Asylrekurskommission [EMARK] 1995 Nr. 21 E. 1a S. 203 mit 
weiteren Hinweisen),

dass  Wiedererwägungsgesuche  nicht  dazu  missbraucht  werden  dür-
fen, eine unterlassene förmliche Beschwerde zu ersetzen beziehungs-
weise Beschwerdefristen zu umgehen (vgl. EMARK 2000 Nr. 24 E. 3b 
S. 217 f. mit weiteren Hinweisen),

dass  im  konkreten  Fall  der  Beschwerdeführer  die  im  Wiedererwä-
gungsgesuch angebrachten Rügen und Tatsachenbehauptungen aus-
nahmslos bereits zwei Jahre früher mit einer ordentlichen Beschwerde 
gegen die Verfügung des BFM vom 13. Juli 2007 dem Bundesverwal-
tungsgericht zur Prüfung hätte unterbreiten können,

dass sein sinngemässer Erklärungsversuch, wonach eine Einschüch-
terung durch den bei der Befragung vom 21. Mai 2007 tätigen Dolmet-
scher beziehungsweise eine vorhandene "Traumatisierung" ihn unver-
schuldeterweise von einem solchen Vorgehen abgehalten hätten, nicht 
zu greifen vermag,

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dass der Beschwerdeführer anlässlich der Anhörung zu den Asylgrün-
den vom 27. Juni 2007 ein Verhalten zeigte, das die Existenz einer ent -
sprechenden Verängstigung oder psychischen Blockade vernünftiger-
weise ausschliesst,

dass er sich etwa zu Beginn der Anhörung auf die Frage hin, ob er die 
Angaben  in  der  ersten  Befragung  vollumfänglich  bestätige,  nicht 
scheute zu erklären,  er  habe im Iran noch weitere Probleme gehabt 
und diese auch erwähnt, doch seien sie nicht ins Protokoll aufgenom-
men worden (vgl. act. A18/27 S. 2),

dass er ebenso wenig Hemmungen verriet, die dabei von der Dolmet-
scherperson angeblich gespielte Rolle zu thematisieren,

dass er diesbezüglich ausführte, auf seine Frage bei der Rücküberset -
zung des Protokolls, warum die anderen Probleme nicht aufgenommen 
worden seien, habe der Dolmetscher ihm gesagt, er solle diese in der 
zweiten Anhörung erwähnen,

dass er sodann am Ende der freien Schilderung der Asylgründe ohne 
erkennbare  Zurückhaltung  oder  Beklommenheit  anmerkte,  er  müsse 
noch erwähnen, dass er im Iran dreimal von der Polizei verhaftet und 
in ein Ausschaffungslager gebracht worden sei, wo man ihn insgesamt 
während mehr als 80 Tagen festgehalten und zur Verrichtung von Bau-
arbeiten gezwungen habe (vgl. act. A18/27 S. 13, 17 f. und 20),

dass es ihm mangels Hinweisen auf eine unverschuldete Verhinderung 
seinerseits  ohne  weiteres  zuzumuten  gewesen  wäre,  auf  dem Weg 
einer Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht gegen die Verfü-
gung des BFM vom 13. Juli 2007 konkret zu beanstanden, er sei in der 
summarischen Befragung vom 21. Mai 2007 vom Dolmetscher einge-
schüchtert beziehungsweise – wie er es in der Beschwerdeergänzung 
vom  10. August  2010  bezeichnet  –  zum  Verschweigen  eines  zirka 
sechsmonatigen Gefängnisaufenthalts "genötigt" worden,

dass seine dahingehenden Rügen und Sachvorbringen im Wiederer-
wägungsgesuch sich demnach als verspätet erweisen (Art. 66 Abs. 3 
VwVG in analogiam),

dass  hinlänglich  auszuschliessen  ist,  die  Nichtberücksichtigung  der 
verspäteten Vorbringen hätte eine Verletzung völkerrechtlicher Bestim-

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mungen wie namentlich der  Rückschiebungsverbote von Art. 33 des 
Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge 
(Flüchtlingskonvention,  FK,  SR 0.142.30)  und  Art.  3  der  Konvention 
vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grund-
freiheiten (EMRK, SR 0.101) zur Folge (vgl. EMARK 1995 Nr. 9 E. 7 
S. 83 ff., EMARK 1998 Nr. 3 E. 3b S. 21 f.),

dass es dem Beschwerdeführer mit seinem nachträglichen Vorbringen, 
er  sei  im  berüchtigten  (...)-Gefängnis  in  Teheran  inhaftiert  gewesen 
und gefoltert worden, nicht gelingt, eine offensichtlich bestehende Ge-
fahr  glaubhaft  zu  machen,  im  Fall  einer  Rückschiebung  in  den  Iran 
oder nach Afghanistan flüchtlingsrechtlich relevanter Verfolgung oder 
einer Art. 3 EMRK zuwiderlaufenden Strafe oder Behandlung ausge-
setzt zu werden (vgl. EMARK 1995 Nr. 9 E. 7g S. 89 f.),

dass die Nichterwähnung des Gefängnisaufenthalts (auch) in der aus-
führlichen  Anhörung  vom 27. Juni  2007  als  klares  Indiz  für  die  Un-
glaubhaftigkeit des Vorbringens zu werten ist, zumal der Beschwerde-
führer  gleichzeitig  eine  dreimalige  Festhaltung  in  einem  Ausschaf-
fungslager  zur  Sprache  brachte  und  bezeichnenderweise  dazu  an-
merkte, es sei dort hundertmal schlimmer als in einem Gefängnis, er 
wünsche nicht einmal seinen schlimmsten Feinden, dorthin verbracht 
zu werden (vgl. act. A18/27 S. 18),

dass der Beschwerdeführer somit, wie aufgrund des Erwogenen fest-
gehalten  werden  kann,  keine  Gründe  für  eine  Wiedererwägung  der 
rechtskräftigen Verfügung vom 13. Juli 2007 namhaft zu machen ver-
mag,

dass auf  weitere  Einwendungen in  der  Beschwerde  und den Folge-
eingaben sowie auf die eingereichten Beweismittel nicht näher einzu-
gehen ist, da diese nach dem Gesagten nicht geeignet sind, das Prü -
fungsergebnis zu beeinflussen,

dass  aufgrund  der  bestehenden  Aktenlage  der  rechtlich  erhebliche 
Sachverhalt  für  genügend  geklärt  erachtet  und  ohne  Willkür  vorweg 
die Annahme getroffen werden kann, weitere Beweiserhebungen ver-
möchten keine wesentlichen Erkenntnisse zu vermitteln und mithin zu 
keiner anderen Entscheidung zu führen (antizipierte Beweiswürdigung; 
vgl. BVGE 2008/24 E. 7.2, EMARK 2003 Nr. 13 E. 4a S. 84),

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dass aus diesem Grund keine Veranlassung zu weiteren Abklärungen 
wie  einer  Anhörung  des  Beschwerdeführers,  einer  "sozialpsychiatri -
schen  und  somatisch-ärztlichen  Diagnosestellung",  Befragung  von 
Drittpersonen  oder  zu  einer  disziplinarrechtlichen  Untersuchung  und 
Einleitung eines Strafverfahrens gegen den Dolmetscher besteht,

dass die dahingehenden Anträge – sofern sie vom Beschwerdeführer 
als solche gemeint sind und überhaupt in die Zuständigkeit des Bun-
desverwaltungsgerichts fallen – abzuweisen sind,

dass das BFM in der angefochtenen Verfügung zu Recht das Wieder-
erwägungsgesuch des Beschwerdeführers abgewiesen hat,

dass der Vollständigkeit halber die sinngemässe Abweisung des Ge-
suchs um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und die Erhe-
bung einer Verfahrensgebühr von Fr. 600.- in der angefochtenen Ver-
fügung (Ziffer 3 des Verfügungsdispositivs) ebenfalls zu bestätigen ist,

dass das BFM eine Verfahrensgebühr erhebt, sofern es – wie vor lie-
gend –  ein  nach  rechtskräftigem  Abschluss  des  Asyl-  und  Wegwei-
sungsverfahrens eingereichtes Wiedererwägungsgesuch ablehnt oder 
darauf nicht eintritt (Art. 17b Abs. 1 AsylG),

dass das BFM auf Gesuch hin die gesuchstellende Person von der Be-
zahlung von Verfahrenskosten befreit, wenn sie bedürftig ist  und ihre 
Begehren  nicht  von  vornherein  aussichtslos  erscheinen  (Art.  17b 
Abs. 2 AsylG),

dass  der  Beschwerdeführer  zwar  die  Aufhebung  der  Verfügung  des 
BFM vom 8. Oktober 2009 ohne Einschränkung beantragte (Beschwer-
debegehren 1), ohne jedoch zu rügen, das BFM habe unter Verstoss 
gegen die genannten Bestimmungen sein Gesuch um Befreiung von 
der  Bezahlung  von Verfahrenskosten  abgewiesen  und  ihm eine  Ge-
bühr von Fr. 600.- auferlegt,

dass  das  Wiedererwägungsgesuch  von  vornherein  aussichtslos  er-
schien,  weshalb  die Voraussetzungen für  eine Kostenbefreiung nicht 
gegeben waren und das BFM zu Lasten des Beschwerdeführers eine 
Gebühr erheben durfte,

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dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletze,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststelle 
oder unangemessen sei (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde ab-
zuweisen ist,

dass aus den soeben dargelegten Gründen den Beschwerdebegehren 
keine ernsthaften Erfolgsaussichten beschieden waren,  weshalb  das 
gleichzeitig  eingereichte  Gesuch  um Gewährung der  unentgeltlichen 
Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG unabhängig von der 
Frage der prozessualen Bedürftigkeit des Beschwerdeführers abzuwei-
sen ist,

dass  entsprechend dem Ausgang des Verfahrens die  Kosten im ge-
samten  Umfang  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  sind  (Art.  63 
Abs. 1 und 5 VwVG),

das die fehlenden Erfolgssaussichten der Beschwerde bei vernunftge-
mässer  Überlegung  ohne  weiteres  erkennbar  gewesen  wären,  wes-
halb  die  Prozessführung  als  mutwillig  zu  bezeichnen  (vgl.  ANDRÉ 
MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER,  Prozessieren  vor  dem Bun-
desverwaltungsgericht,  Basel  2008,  S. 198  f.  Rz. 4.22)  und  die  Ge-
richtsgebühr zu erhöhen ist (Art. 2 Abs. 2 des Reglements vom 21.  Fe-
bruar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesver-
äwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]),

dass  unter  diesen  Umständen  die  vom Gesuchsteller  zu  tragenden 
Verfahrenskosten  auf  insgesamt  Fr. 1800.-  festzulegen  sind  (Art. 2 
Abs. 1 und Art. 3 Bst. b VGKE) sind.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unengeltlichen  Rechtspflege  wird 
abgewiesen.

3.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 1800.-  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  nach  Versand  des 
vorliegenden Urteils zu Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers (Einschreiben; Beilage: 
Einzahlungsschein)

- das BFM, Abteilung Aufenthalt, zu den Akten N (...) (in Kopie)
- (kantonale Migrationsbehörde) (in Kopie)

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Robert Galliker Martin Maeder

Versand: 

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