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**Case Identifier:** 4e251226-d431-5c21-b5f6-917301e96fe0
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-07-25
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 25.07.2023 200 2022 734
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2022-734_2023-07-25.pdf

## Full Text

200 22 734 IV
WIS/BOC/WSI

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 25. Juli 2023

Verwaltungsrichterin Wiedmer, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichter Knapp, Verwaltungsrichter Jakob
Gerichtsschreiberin Bossert

A.________
vertreten durch MLaw B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 27. Oktober 2022

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Juli 2023, IV/22/734, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1969 geborene A.________ (nachfolgend: Versicherte bzw. Beschwer-
deführerin) meldete sich im August 2021 unter Hinweis auf eine rheumati-
sche Erkrankung bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an 
(Akten der IV-Stelle Bern [nachfolgend: IVB bzw. Beschwerdegegnerin; act. 
II] 1). Die IVB nahm erwerbliche und medizinische Abklärungen vor, holte 
die Akten der zuständigen Krankentaggeldversicherung, der C.________ 
Krankenversicherung AG (nachfolgend: C.________), ein und führte ein 
Assessment durch (act. II 9, 10.1 - 10.5, 14, 18 f., 27, 29, 35.1 - 35.8, 43.1 - 
43.5, 44). Am 3. September 2021 teilte die IVB mit, zurzeit könnten keine 
Eingliederungsmassnahmen mit Aussicht auf Erfolg durchgerührt werden; 
der Anspruch auf eine Rente werde geprüft (act. II 21). Im weiteren Verlauf 
liess die IVB die Versicherte durch die D.________ (MEDAS) polydiszi-
plinär begutachten (Expertise vom 18. Juli 2022 [act. II 62.1 - 62.5]). Nach 
durchgeführtem Vorbescheidverfahren (act. II 66, 68, 70 f., 78, 80 f., 83) 
verneinte die IVB mit Verfügung vom 27. Oktober 2022 (act. II 86) bei ei-
nem Invaliditätsgrad von 23 % den Anspruch auf eine Rente.  

B.

Dagegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt B.________, 
am 30. November 2022 Beschwerde. Sie beantragt, unter Aufhebung der 
angefochtenen Verfügung sei ihr eine ganze Rente der Invalidenversiche-
rung zu gewähren, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich ge-
setzlicher Mehrwertsteuer zu Lasten der Beschwerdegegnerin. 

Mit Beschwerdeantwort vom 16. Januar 2023 beantragt die Beschwerde-
gegnerin die Abweisung der Beschwerde.

Die Beschwerdeführerin hält mit unaufgeforderter Replik vom 30. Januar 
2023 an den beschwerdeweise gemachten Ausführungen und gestellten 
Anträgen vollumfänglich fest. 

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Mit Duplik vom 2. März 2023 hält die Beschwerdegegnerin am Antrag auf 
Abweisung der Beschwerde fest. Diese Duplik wurde der Beschwerdefüh-
rerin mit prozessleitender Verfügung vom 6. März 2023 zur Kenntnisnahme 
zugestellt.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Angefochten ist die Verfügung vom 27. Oktober 2022 (act. II 86). 
Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

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1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 
80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Am 1. Januar 2022 sind die Änderungen vom 19. Juni 2020 des IVG 
(Weiterentwicklung der IV) und weiterer Erlasse (insbesondere des ATSG) 
in Kraft getreten (AS 2021 705). In zeitlicher Hinsicht sind – vorbehältlich 
besonderer übergangsrechtlicher Regelungen – grundsätzlich diejenigen 
Rechtssätze massgeblich, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden 
oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 148 V 
162 E. 3.2.1 S. 166, 144 V 210 E. 4.3.1 S. 213). Die angefochtene Verfü-
gung datiert vom 27. Oktober 2022 (act. II 86) und der frühestmögliche 
Zeitpunkt der potentiellen Entstehung des Rentenanspruchs liegt im Jahr 
2022 (vgl. E. 6.2 hiernach), weshalb die Bestimmungen des IVG und dieje-
nigen der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung 
(IVV; SR 831.201) in der ab 1. Januar 2022 gültigen Fassung massgebend 
sind (Rz. 9100 des Kreisschreibens des Bundesamtes für Sozialversiche-
rungen [BSV] über Invalidität und Rente in der Invalidenversicherung 
[KSIR]; zur Bedeutung von Verwaltungsweisungen vgl. BGE 147 V 79 
E. 7.3.2 S. 82, 146 V 224 E. 4.4.2 S. 228, 132 V 121 E. 4.4 S. 125).

2.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur 
Arbeitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeits-
bereich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende 
Erwerbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem aus-
geglichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-

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keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346). Für die Beurteilung des Vorliegens 
einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitli-
chen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt 
zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 
Abs. 2 ATSG).

2.3 Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG sowie 
Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Befund-
lage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann an-
spruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchtigung 
ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 145 V 215 
E. 5.1 S. 221).

Mit der Diagnose eines Gesundheitsschadens ist noch nicht gesagt, dass 
dieser auch invalidisierenden Charakter hat. Ob dies zutrifft, beurteilt sich 
gemäss dem klaren Gesetzeswortlaut nach dem Einfluss, den der Gesund-
heitsschaden auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit hat. Entscheidend ist, 
ob der versicherten Person wegen des geklagten Leidens nicht mehr zu-
mutbar ist, ganz oder teilweise zu arbeiten. Deshalb gilt eine objektivierte 
Zumutbarkeitsprüfung unter ausschliesslicher Berücksichtigung von Folgen 
der gesundheitlichen Beeinträchtigung (BGE 142 V 106 E. 4.4 S. 110).  

2.4 Es ist dem klaren Willen des Gesetzgebers gemäss Art. 7 Abs. 2 
ATSG Rechnung zu tragen, wonach im Zuge einer objektivierten Betrach-
tungsweise von der grundsätzlichen "Validität" der versicherten Person 
auszugehen ist (BGE 141 V 281 E. 3.7.2 S. 295).

Die Sachverständigen sollen die Diagnose so begründen, dass die Rechts-
anwender nachvollziehen können, ob die klassifikatorischen Vorgaben 
tatsächlich eingehalten sind (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 141 V 281 E. 
2.1.1 S. 285). Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung erfolgt die Prü-
fung, ob ein psychischer Gesundheitsschaden eine rentenbegründende 
Invalidität zu bewirken vermag, schliesslich anhand eines strukturierten 
normativen Prüfungsrasters (BGE 143 V 418 E. 7 S. 427, 141 V 281 E. 4.1 
S. 296). Dies gilt für sämtliche psychischen Störungen (BGE 143 V 418 E. 
7.2 S. 429).

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2.5 Eine invalidenversicherungsrechtlich erhebliche Gesundheitsbeein-
trächtigung liegt nur vor, wenn die Diagnose im Rahmen einer Prüfung auf 
der ersten Ebene auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe 
nach BGE 131 V 49 standhält. Danach liegt regelmässig keine versicherte 
Gesundheitsschädigung vor, soweit die Leistungseinschränkung auf Ag-
gravation oder einer ähnlichen Erscheinung beruht (BGE 141 V 281 E. 2.2 
und 2.2.1 S. 287; SVR 2021 IV Nr. 76 S. 257 E. 4.2.1). Liegt auch unter 
dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe eine versicherte Gesundheits-
schädigung vor, erfolgt schliesslich auf der zweiten Ebene anhand eines 
normativen Prüfungsrasters mit einem Katalog von Indikatoren eine ergeb-
nisoffene symmetrische Beurteilung des – unter Berücksichtigung leis-
tungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und Kompen-
sationspotentialen (Ressourcen) anderseits – tatsächlich erreichbaren 
Leistungsvermögens (BGE 141 V 281 E. 3.6 S. 294). Es gilt im Regelfall 
nach gemeinsamen Eigenschaften systematisierte Standardindikatoren zu 
beachten (E. 4.1.3 S. 297), welche sich in die Kategorien "funktioneller 
Schweregrad" (E. 4.3 S. 298) und "Konsistenz" einteilen lassen (E. 4.4 S. 
303). Der Prüfungsraster ist rechtlicher Natur (E. 5 S. 304). Die Anerken-
nung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn 
die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitli-
chen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren 
schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahr-
scheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der Be-
weislosigkeit die materiell beweisbelastete versicherte Person zu tragen (E. 
6 S. 308).

2.6 Die sachverständige Person schätzt das Leistungsvermögen an-
hand der einschlägigen Indikatoren ein. Die Rechtsanwender überprüfen 
die betreffenden Angaben frei, insbesondere dahin, ob die Ärzte sich an die 
massgebenden normativen Rahmenbedingungen gehalten haben, das 
heisst, ob sie ausschliesslich funktionelle Ausfälle berücksichtigt haben, 
welche Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung sind, und ob die ver-
sicherungsmedizinische Zumutbarkeitsbeurteilung auf objektivierter Grund-
lage erfolgt ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG; BGE 141 V 281 E. 5.2.2 S. 307). Eine 
davon losgelöste Parallelüberprüfung "nach besserem juristischen Wissen 
und Gewissen" darf jedoch nicht stattfinden. Vielmehr ist im Rahmen der 

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Beweiswürdigung zu fragen, ob die funktionellen Auswirkungen medizi-
nisch im Lichte der normativen Vorgaben widerspruchsfrei und schlüssig 
mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. 
Entscheidend bleibt letztlich immer die Frage der funktionellen Auswirkun-
gen einer Störung, welche im Rahmen des Sozialversicherungsrechts ab-
schliessend nur aus juristischer Sicht beantwortet werden kann (BGE 145 
V 361 E. 3.2.2 S. 364, 144 V 50 E. 4.3 S. 54). 

Zur Grenzziehung zwischen der freien Überprüfung durch die rechtsan-
wendende Stelle in Anwendung der Standardindikatoren gemäss BGE 141 
V 281 auf der einen und unzulässiger juristischer Parallelbeurteilung auf 
der anderen Seite hat das Bundesgericht Folgendes festgehalten: Von ei-
ner lege artis, normorientierten, d.h. nach Massgabe von BGE 141 V 281 
erfolgten medizinischen Schätzung ist aus triftigen Gründen abzuweichen. 
Solche liegen vor, wenn die medizinisch-psychiatrische Annahme einer 
Arbeitsunfähigkeit unter dem entscheidenden Gesichtswinkel von Konsis-
tenz und materieller Beweislast der versicherten, rentenansprechenden 
Person zu wenig gesichert ist und insofern nicht überzeugt. Dabei ist zu 
beachten, dass die ärztliche Beurteilung Ermessenszüge aufweist, die auch 
den Rechtsanwender begrenzen. Für die Prüfung der Frage, ob und inwie-
weit die ärztlichen Experten ihre Arbeitsunfähigkeitsschätzung unter Beach-
tung der massgebenden Indikatoren (Beweisthemen) hinreichend und 
nachvollziehbar begründet haben, ist erforderlich, dass die Sachverständi-
gen substanziiert darlegen, aus welchen medizinisch-psychiatrischen 
Gründen die erhobenen Befunde das funktionelle Leistungsvermögen und 
die psychischen Ressourcen in qualitativer, quantitativer und zeitlicher Hin-
sicht zu schmälern vermögen. Insbesondere hat der medizinisch-
psychiatrische Sachverständige darzutun, dass, inwiefern und inwieweit 
wegen der von ihm erhobenen Befunde die beruflich-erwerbliche Arbeits-
fähigkeit eingeschränkt ist, und zwar – zu Vergleichs-, Plausibilisierungs- 
und Kontrollzwecken – unter Miteinbezug der sonstigen persönlichen, fami-
liären und sozialen Aktivitäten der rentenansprechenden Person. Kommen 
die Experten dieser Aufgabe unter Berücksichtigung der durch BGE 141 V 
281 normierten Beweisthemen überzeugend nach, wird die medizinisch-
psychiatrische Folgenabschätzung auch aus der juristischen Sicht des 
Rechtsanwenders Bestand haben (BGE 145 V 361 E. 4.3 S. 367). Der Be-

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weis für eine lang andauernde und erhebliche gesundheitsbedingte Ar-
beitsunfähigkeit kann somit als geleistet betrachtet werden, wenn die Prü-
fung der massgeblichen Beweisthemen im Rahmen einer umfassenden 
Betrachtung ein stimmiges Gesamtbild einer Einschränkung in allen Le-
bensbereichen (Konsistenz) für die Bejahung einer Arbeitsunfähigkeit zeigt. 
Fehlt es daran, ist der Beweis nicht geleistet und nicht zu erbringen, was 
sich nach den Regeln über die (materielle) Beweislast zuungunsten der 
rentenansprechenden Person auswirkt (BGE 145 V 361 E. 3.2.2 S. 364, 
144 V 50 E. 4.3 S. 54).

2.7 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine Ren-
te, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines 
Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % 
arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses 
Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. c). Eine Rente 
nach Abs. 1 wird nicht zugesprochen, solange die Möglichkeiten zur Ein-
gliederung im Sinne von Art. 8 Abs. 1bis und 1ter nicht ausgeschöpft sind 
(Art. 28 Abs. 1bis IVG).

Gemäss Art. 28b Abs. 1 IVG wird die Höhe des Rentenanspruchs in pro-
zentualen Anteilen an einer ganzen Rente festgelegt. Bei einem Invali-
ditätsgrad von 50 bis 69 % entspricht der prozentuale Anteil dem 
Invaliditätsgrad (Art. 28b Abs. 2 IVG), bei einem Invaliditätsgrad ab 70 % 
besteht Anspruch auf eine ganze Rente (Art. 28b Abs. 3 IVG). Bei einem 
Invaliditätsgrad zwischen 40 und 49 % gelten die prozentualen Anteile nach 
Massgabe von Art. 28b Abs. 4 IVG.

Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 IVG frühestens nach Ablauf 
von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach 
Art. 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung 
des 18. Altersjahres folgt (Art. 29 Abs. 1 IVG).

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3.

Den Akten ist in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen das Folgende zu 
entnehmen: 

3.1 In der durch die Krankentaggeldversicherung C.________ in Auftrag 
gegebenen Kurzbeurteilung von Dr. med. E.________, Facharzt für Physi-
kalische Medizin und Rehabilitation sowie Rheumatologie, vom 23. August 
2021 wurden die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits-
fähigkeit aufgeführt (act. II 35.3/11 Ziff. 3.3):

 Aktenanamnestisch seronegative Polyarthritis, bestehend seit 03/2019
 DD: Kollagenose mit Raynaud-Symptomatik und bei positivem antinu-

kleärem Faktor 1:640 fein gesprenkelt
 aktuell unter mittelhoher Prednisolonbehandlung und zusätzlich antiin-

flammatorischer Behandlung mit Rinvoq
 darunter klinisch keine entzündliche Gelenksymptomatik
 humoral nicht aktiv: Blutsenkung vom 9. Juli 2019 4mm/1h und CRP vom 

13. Juli 2021 mit 0.4 mg/I und vom 17. August 2021 mit 0 mg/I
 klinisch aktuell keine Synovitis an den peripheren Gelenken feststellbar

 Generalisiertes Schmerzsyndrom, vereinbar mit einer Fibromyalgie
 Lumbovertebralsyndrom mit

 2018 aktenanamnestisch aktivierter Osteochondrose

Dr. med. E.________ führte aus, grundsätzlich könnten die Schmerzen 
nicht objektiviert werden. Bei der Beschwerdeführerin bestehe jedoch ein 
weit ausgebreitetes Schmerzsyndrom, vereinbar mit einer Fibromyalgie, 
welches aus rein rheumatologischer Sicht nicht erklärt werden könne. Den-
noch leide sie an einer Krankheit: Einer Systemkrankheit mit Durchblu-
tungsstörungen an den Fingern (Raynaud-Syndrom) und positiven 
antinukleären Faktoren. Bei diesem Verdacht auf eine Systemerkrankung 
sei eine ausführliche Abklärung angezeigt. In der bisherigen Tätigkeit be-
stehe aus rheumatologischer Sicht gegenwärtig eine 100 %-ige Arbeitsun-
fähigkeit. Er habe der Beschwerdeführerin erklärt, dass sie nebst der 
rheumatischen Problematik mittlerweile auch an einer chronischen 
Schmerzstörung leide, vereinbar mit einer Fibromyalgie. Deshalb sei es 
sehr schwierig genau zu sagen, wie ausgeprägt ihre Schmerzen auf das 
Rheuma zurückzuführen seien. Die Beschwerdeführerin benötige jetzt nicht 
nur eine spezifisch rheumatologische Behandlung mit Medikamenten, son-

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dern parallel dazu eine multimodale Behandlung. Er habe den Verdacht, 
dass die Beschwerdeführerin seit Jahren, wie es scheine, immer 200 - 
300 % gearbeitet habe, nun in einen psycho-physischen Erschöpfungszu-
stand geraten sei und ihre geklagten Körperschmerzen zu einem nicht un-
wesentlichen Teil darauf zurückzuführen seien.

3.2 Dr. med. F.________, Facharzt für Rheumatologie, berichtete am 
31. Januar 2022 (act. II 44) von einem stationären Gesundheitszustand. Als 
Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gab er die Folgende an: 

 Spondylarthritis, DD Psoriasisarthritis

Die Beschwerdeführerin habe starke Schmerzen in Ruhe und verstärkt bei 
Belastung, so am Handgelenk beidseits, an einzelnen PIP, an den Knie- 
und Sprunggelenken sowie am Rücken. In wiederholten Untersuchungen 
habe er sonographisch keine Schwellungen mehr gesehen, dies seit 9/21. 
Die Beschwerdeführerin nehme Palladon bis 16 mg/Tag, Rinvoq 1 x täg-
lich. Cortison habe gestoppt werden können. Pregabalin zur Schmerzdi-
stanzierung habe überhaupt nichts gebracht. Es bestehe eine 100 %-ige 
Arbeitsunfähigkeit im … einer … seit März 2021. Auch wenn er dies mo-
mentan nicht objektivieren könne, erachte er die Beschwerdeführerin auf-
grund der starken Schmerzen auch für eine Verweistätigkeit als nicht 
arbeitsfähig. In der Haushaltführung sei die Beschwerdeführerin bei schwe-
reren Arbeiten auf die Hilfe des Ehemannes angewiesen. 

3.3 Im polydisziplinären Gutachten der MEDAS vom 18. Juli 2022 
(act. II 62.1 - 62.5) mit Untersuchungen in den Fachdisziplinen Allgemeine 
Innere Medizin, Rheumatologie und Psychiatrie wurden in der interdiszi-
plinären Gesamtbeurteilung die folgenden Diagnosen mit Auswirkungen auf 
die Arbeitsfähigkeit aufgeführt (act. II 62.2/6 Ziff. 4.3):

1. Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren, 
F45.41

2. Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, mit 
somatischem Syndrom, F33.11

3. Undifferenzierte Polyarthritis, EM zirka 03/2019, M06.00
 Status nach multiplen Basistherapien mit csDMARDs, bDMARDs
 Klinisch in Remission
 Kombinationsbasistherapie Rinvoq, Salazopyrin

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4. Multifaktorielle Müdigkeit, Erschöpfung, R53
 in erster Linie bei psychiatrischen Diagnosen 1, 2
 bei Opiat-Dauertherapie
 bei beschriebenem leichtem, obstruktivem Schlafapnoesyndrom, Rhon-

chopathie

Zur Begründung der Gesamtarbeitsfähigkeit hielten die Gutachter fest (act. 
II 62.2/7 Ziff. 4.5), die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ergebe sich durch 
die Kombination der somatischen entzündlichen Erkrankung, welche aktuell 
zwar klinisch in Remission sei, jedoch zu wesentlichen und persistierenden 
psychischen Belastungen und Störungen mit relevanten Einschränkungen 
der Funktionen geführt habe. Es bestünden Symptome einer Schmerz-
chronifizierung und zentralen Schmerzsensibilisierung mit Leistungsintole-
ranz, Schmerzverstärkung nach körperlicher Beanspruchung, fehlender 
Verbesserung durch Analgetika, aber auch verschiedenen neuro-
psychischen Begleiterscheinungen. Erschwerend bestünden eine multifak-
toriell bedingte Tagesmüdigkeit und vermehrte Erschöpfung. Gemäss Mini-
ICF-APP zeigten sich auf psychiatrischem Fachgebiet Einschränkungen 
der Anpassung an Regeln und Routine, der Planung und Strukturierung 
von Aufgaben, der Proaktivität und Spontanaktivität. Durch Schmerz-
exazerbationen müssten Aktivitäten häufig unterbrochen, abgesagt oder 
verschoben werden. Aufgrund der geringen Widerstands- und Durchhalte-
fähigkeit müssten Aktivitäten in reduziertem Umfang und über mehrere 
Tage verteilt durchgeführt werden. Die Mobilität sei ebenso eingeschränkt. 
Es finde sich ein Rückzug ins familiäre Umfeld.

Zur Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit hielten die Gutachter fest 
(act. II 62.2/8 Ziff. 4.6), in der bisherigen Tätigkeit in der … in … Arbeits-
umgebung bestehe im Konsens eine volle Arbeitsunfähigkeit bzw. eine 
0 %ige Arbeitsfähigkeit, dies anhaltend seit Februar 2021 und dauerhaft.

Zur Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit gaben die Gutachter an 
(act. II 62.2/8 Ziff. 4.7), im Konsens bestehe aktuell eine volle Arbeitsun-
fähigkeit bzw. eine 0 %ige Arbeitsfähigkeit auch in allen bestens angepass-
ten Tätigkeiten. Diese Einschätzung gelte seit Februar 2021. Aus rein 
somatischer Sicht wäre eine leichte körperliche Tätigkeit ohne Arbeiten in 
belastender Umgebung wie Kälte, Nässe, übermässiger Wärme, ohne re-
petitives Heben von Gewichten über 5 kg, ohne Tätigkeiten über Schulter-

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höhe und ohne reine feinmanuelle Tätigkeiten möglich. Vereinzelt wäre 
auch das Heben von Gewichten oder Arbeiten auch in eher ungünstiger 
Position möglich. Auch wechselbelastende Tätigkeiten wie Administrativar-
beiten oder längere Schreibarbeiten seien möglich, jedoch nicht über meh-
rere Stunden ohne Pause. Tätigkeiten mit Sicherungsfunktionen von sich 
selbst oder anderen seien nicht möglich. Ebenso nicht möglich sei das län-
gere Gehen in unebenem Gelände, auf Leitern oder Gerüsten. Aus rein 
somatischer Sicht wäre in einer so angepassten Tätigkeit eine Arbeits-
fähigkeit von 80 % bzw. eine 20 % Arbeitsunfähigkeit realistisch. Zur Ar-
beitsfähigkeit vor Februar 2021 seien anhand der Aktenlage im Konsens 
"keine belastbaren Angaben" möglich. Zu den medizinischen Massnahmen 
und Therapien mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit hielten die Gut-
achter im Wesentlichen fest (act. II 62.2/9 Ziff. 4.8), unter einem integrati-
ven Ansatz (stationärer Aufenthalt in einer psychosomatischen Klinik mit 
nachfolgender ambulant-psychiatrischer Behandlung und regelmässigem 
Austausch mit anderen Disziplinen wie der Rheumatologie oder Schmerz-
spezialisten) könnte im Zeitverlauf von ein bis zwei Jahren eine Stabilisie-
rung der psychischen Situation und mögliche Wiederaufnahme der 
Arbeitstätigkeit mit entsprechenden Anpassungen möglich sein. Allerdings 
könne dies nur erwartet werden, wenn gleichzeitig die rheumatologische 
Situation zumindest stabil bleibe.

3.4 Im Bericht der Schmerzklinik des Spitals G.________ vom 6. Okto-
ber 2022 (Akten der Beschwerdeführerin [act. I] 6) wurden die folgenden 
(Haupt-)Diagnosen festgehalten: 

1. Chronische multilokuläre Polyarthralgien (Knie, OSG, Hüften, Handgelenke, 
Fingergelenke, Zehengelenke) unklarer Ursache

2. Undifferenzierte Spondylarthritis, EM zirka 3/19
3. Raynaud-Phänomen
4. Lumbalgien seit Jahren mit V.a. facettogener Komponente, DD myofaszial 

oder im Rahmen der Spondylarthritis

Die chronischen Schmerzen der Beschwerdeführerin würden im Rahmen 
der oben genannten Diagnose von Polyarthralgien interpretiert. Die Ursa-
che sei aber unklar. Die Kreuzschmerzen könnten im Rahmen der Spon-
dylarthritis wie von Dr. med. F.________ diagnostiziert worden sei oder 
auch im Rahmen einer Facettengelenkproblematik wie im MRI von 2018 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Juli 2023, IV/22/734, Seite 13

beschrieben worden sei, interpretiert werden. Damals seien auch eine Os-
teochondrose auf Höhe L5/S1 Diskusbulging mit Tangierung der Wurzelta-
schen, jedoch ohne Neurokompression, beschrieben worden.

3.5 Dr. med. F.________ hielt am 19. Oktober 2022 fest (act. II 85), 
anscheinend bestehe eine Unklarheit bezüglich der Therapieoptionen und 
des Grundes für eine Überweisung an die Schmerzklinik. Die Beschwerde-
führerin sei seit 2018 in seiner Behandlung. Man habe diverse Medikamen-
te durchprobiert wie Methotrexat, Leflunomid, Simponi, Cosentyx, Humira, 
nun Rinvoq und zuletzt noch Salazopyrin hinzugefügt. Unter Rinvoq könne 
er keinerlei Schwellungen mehr objektivieren, dies sei zuvor anders gewe-
sen. Die Beschwerden persistierten aber. Daher gehe er von einer Chroni-
fizierung aus, Duloxetin, Pregabalin und Saroten hätten aber keinen Erfolg 
gehabt. Nun ein Medikament zu wechseln, das objektiv klar wirke, mache 
wenig Sinn. Er habe die Beschwerdeführerin daher der Schmerzklinik 
überwiesen.

3.6 Im Bericht vom 14. November 2022 (act. I 7) zur schmerzpsycho-
therapeutischen Untersuchung vom gleichen Tag in der Schmerzklinik des 
Spitals G.________ wurden die gleichen (Haupt-)Diagnosen aufgeführt wie 
im Bericht der Schmerzklinik des Spitals G.________ vom 6. Oktober 2022 
(act. I 6). Es wurde festgehalten, seit über drei Jahren leide die Beschwer-
deführerin unter den Schmerzen, welche sich mittlerweile über den ganzen 
Körper verteilt hätten. Angefangen habe es mit dem linken Arm. Neben der 
Schmerzsymptomatik belaste sie auch ihre Arbeitssituation. Sie könne seit 
zwei Jahren nicht mehr arbeiten, wünsche sich aber wieder arbeitstätig 
sein zu können. Sie berichte von einer kurzzeitigen depressiven Sympto-
matik in Form von Traurigkeit, Hilflosigkeit, Zukunftsängsten, Gedanken-
kreisen und Müdigkeit, welche sich bei vorübergehenden Schmerzexa-
zerbationen zeigen würde. Die Beschwerdeführerin wünsche sich bessere 
Stressbewältigungsstrategien zu erwerben, die Entspannungsfähigkeiten 
zu fördern und den Umgang mit dem Schmerz zu erlernen. Sie sei sehr 
motiviert, um mit der Behandlung in der Schmerzpsychologie zu beginnen.

4.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Juli 2023, IV/22/734, Seite 14

4.1

4.1.1 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2021 IV 
Nr. 54 S. 181 E. 2.3).

4.1.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

4.1.3 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

4.2 Das polydisziplinäre Gutachten der MEDAS vom 18. Juli 2022 (act. 
II 62.1 - 62.5) erfüllt die an den Beweiswert einer medizinischen Expertise 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Juli 2023, IV/22/734, Seite 15

gestellten Anforderungen (vgl. E. 4.1.2 hiervor). Es ist voll beweiskräftig, da 
es – beruhend auf allseitigen Untersuchungen und unter Berücksichtigung 
der geklagten Beschwerden – die streitigen Punkte umfassend abhandelt 
und in Kenntnis der Vorakten abgegeben wurde. Weiter leuchtet es in der 
medizinischen Beurteilung ein und die darin gezogenen Schlussfolgerun-
gen werden eingehend begründet. Der Beweiswert des Gutachtens wird 
denn auch von der Beschwerdeführerin nicht in Frage gestellt. Dass der 
behandelnde Rheumatologe Dr. med. F.________ die Beschwerdeführerin 
auch in einer Verweistätigkeit als nicht arbeitsfähig einstuft (act. II 44), ver-
mag das MEDAS-Gutachten nicht in Zweifel zu ziehen, da Dr. med. 
F.________ selber fest hält, er könne dies momentan nicht objektivieren, 
womit es dieser Einschätzung an einer überzeugenden medizinischen Be-
gründung mangelt.

Zu prüfen bleibt, ob anhand des strukturierten Beweisverfahrens nach BGE 
141 V 281 der Beweis einer rechtlich relevanten Arbeits- und Erwerbsun-
fähigkeit zu erbringen ist, wobei die versicherte Person die materielle Be-
weislast zu tragen hat (vgl. E. 2.5 hiervor).

5.

5.1 Im psychiatrischen Teilgutachten vom 7. April 2022 wurde bezüg-
lich der Beurteilung von Konsistenz und Plausibilität festgehalten (act. II 
62.5/16 Ziff. 6.2), die Schilderungen der Beschwerdeführerin präsentierten 
sich auch unter Berücksichtigung der Vorakten konsistent und plausibel. 
Die Einschränkungen im privaten und beruflichen Kontext stimmten übe-
rein. Es ergäben sich keine Hinweise auf eine Aggravation oder Dissimula-
tion. Die Prüfung der ersten Ebene schliesst damit einen invalidisierenden 
Gesundheitsschaden nicht aus, womit auf der zweiten Ebene anhand der 
Standardindikatoren die ergebnisoffene symmetrische Beurteilung des 
tatsächlich erreichbaren Leistungsvermögens zu erfolgen hat (vgl. E. 2.5 
hiervor).

5.2 Zu prüfen sind zunächst die einzelnen Komplexe der Kategorie 
"funktioneller Schweregrad" (BGE 141 V 281 E. 4.3 S. 298 ff.).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Juli 2023, IV/22/734, Seite 16

5.2.1 Mit Bezug auf den Komplex Gesundheitsschädigung (BGE 141 V 
281 E. 4.3.1 S. 298 ff.) ergibt sich Folgendes:

5.2.1.1 Beim Indikator der Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde 
und Symptome gilt es unter anderem, die Schwere des Krankheitsgesche-
hens anhand aller verfügbaren Elemente aus der diagnoserelevanten Ätio-
logie und Pathogenese zu plausibilisieren (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.1 
S. 298 f.). Fehlt ein hoher Leidensdruck der versicherten Person aufgrund 
ihrer psychischen Erkrankung, so ist laut Bundesgericht trotz einer nicht 
unwesentlichen attestierten Arbeitsunfähigkeit nicht von einer deutlichen 
Ausprägung der diagnoserelevanten psychiatrischen Befunde auszugehen 
(Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 5. Juli 2019, 8C_254/2019, E. 
5.3.3). Über den Leidensdruck kann die Behandlung (und Eingliederung) 
Aufschluss geben. 

Die Beschwerdeführerin befand sich einzig im Jahr 2016 vorübergehend in 
psychiatrischer Behandlung, nach welcher die damaligen psychischen Pro-
bleme vollständig remittierten (act. II 62.5/5 Ziff. 2 und 62.5/7 Ziff. 3.2). Da-
nach begab sie sich erst am 6. Oktober 2022 (act. I 6), also einige Tage vor 
Erlass der angefochtenen Verfügung vom 27. Oktober 2022 (act. II 86), in 
eine Schmerztherapie und am 14. November 2022 erfolgte eine schmerz-
psychotherapeutische Untersuchung (act. I 7). Eine anderweitige psychia-
trische Behandlung hat die Beschwerdeführerin nicht begonnen. Wie dem 
psychiatrischen Teilgutachten zu entnehmen ist, bestehen noch erhebliche 
Therapieoptionen, insbesondere ein stationärer Aufenthalt in einer psycho-
somatischen Klinik mit nachfolgender ambulant-psychiatrischer Behand-
lung mit regelmässigem Austausch mit den anderen Disziplinen wie 
Rheumatologie und den Schmerzspezialisten (act. II 62.5/21 Ziff. 8) und 
eine psychopharmakologische Behandlung (act. II 62.5/23 Ziff. 8). Dem-
nach kann nicht von einem hohen Leidensdruck aufgrund der psychischen 
Erkrankung gesprochen werden, womit auch nicht von einer deutlichen 
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde auszugehen ist. Daran än-
dert nichts, dass die behandelnden Ärzte der Beschwerdeführerin bisher 
keine psychiatrische Behandlung vorgeschlagen bzw. empfohlen haben 
(Beschwerde S. 5 f. Ziff. 19 ff.).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Juli 2023, IV/22/734, Seite 17

Was das Mini-ICF-APP-Rating (act. II 62.5/13 f. Ziff. 4.3) anbelangt (vgl. 
Beschwerdeantwort S. 3 Ziff. 11; Replik S. 1 f. Ziff. 2 ff.; Duplik S. 2 Ziff. 6) 
ist festzuhalten, dass von dreizehn beurteilten Fähigkeiten fünf nicht, zwei 
leicht, drei mässig, zwei erheblich und eine voll beeinträchtigt sind. Es sind 
somit zwar acht von dreizehn Fähigkeiten beeinträchtigt, davon sind jedoch 
nur insgesamt drei Fähigkeiten erheblich oder voll beeinträchtigt, was im 
psychiatrischen Teilgutachten entsprechend festgehalten wurde: Im Zu-
sammenhang mit dem Mini-ICF-APP-Rating wurde auf ausgeprägte Ein-
schränkungen lediglich in den Bereichen Widerstands- und Durchhalte-
fähigkeit, Selbstpflege und Selbstversorgung sowie Mobilität und 
Verkehrsfähigkeit hingewiesen (act. II 62.5/12 Ziff. 4.3). Folglich bestehen 
nur in drei von dreizehn Fähigkeiten ausgeprägte Beeinträchtigungen, wo-
mit nur auf schwach ausgeprägte diagnoserelevante Befunde geschlossen 
werden kann (vgl. Entscheid des BGer vom 18. September 2018, 
9C_331/2018, E. 4.1). 

Mit Blick auf die vorstehenden Ausführungen sind die diagnoserelevanten 
Befunde und Symptome insgesamt nicht stark ausgeprägt.

5.2.1.2 Sodann ist auf die Behandlungs- und Eingliederungserfolge oder       
-resistenzen als wichtige Indikatoren für den funktionellen Schweregrad 
einzugehen (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2 S. 299 f.). Diesbezüglich kann auf 
das in E. 5.2.1.1 hiervor Ausgeführte verwiesen werden. Da noch erhebli-
che Therapieoptionen bestehen, liegt keine Behandlungsresistenz vor. Eine 
Eingliederungsresistenz liegt ebenfalls nicht vor.

5.2.1.3 Was den Indikator Komorbiditäten (BGE 143 V 418 E. 8.1 S. 429 
f., 141 V 281 E. 4.3.1.3 S. 300 ff.) anbelangt ist festzuhalten, dass neben 
der chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Fakto-
ren (F45.41) eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittel-
gradige Episode, mit somatischem Syndrom (F33.11), eine undifferenzierte 
Polyarthritis (M06.00) und eine multifaktorielle Müdigkeit, Erschöpfung 
(R53) diagnostiziert wurden (act. II 62.2/6 Ziff. 4.3). Laut Gutachten werden 
die funktionellen Einschränkungen mit Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit 
in erster Linie durch die psychiatrischen Diagnosen einer chronischen 
Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren sowie eine 
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, mit 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Juli 2023, IV/22/734, Seite 18

somatischem Syndrom, begründet. Durch die rheumatologische Diagnose 
einer undifferenzierten Polyarthritis besteht zudem eine verminderte Be-
lastbarkeit vor allem bei mechanisch hohen Anforderungen an Gelenke und 
Bewegungsapparat sowie eine verminderte Toleranz gegenüber Witte-
rungseinflüssen wie Kälte und Nässe. Erschwerend bestehen eine multifak-
torielle Müdigkeit und Erschöpfung (Diagnose vier [act. II 62.2/7 Ziff. 4.3]). 
Damit kommt den Komorbiditäten eine gewisse ressourcenhemmende Wir-
kung zu.

5.2.2 Betreffend den Komplex Persönlichkeit (BGE 141 V 281 E. 4.3.2 
S. 302) ist festzuhalten, dass laut MEDAS-Gutachten keine erwerbsrele-
vante Störung der Persönlichkeit vorhanden ist (act. II 62.2/7 Ziff. 4.4). 

5.2.3 Weiter ist der Komplex Sozialer Kontext (BGE 141 V 281 E. 4.3.3 
S. 303) zu beleuchten. Die Beschwerdeführerin lebt in einer stabilen Bezie-
hung, pflegt soziale Kontakte in der Nachbarschaft, erhält alle zwei Tage 
von ihrem Untermieter, alle zwei Wochen von ihrem Bruder und ein Mal pro 
Monat von einer Kollegin Besuch (act. II 62.1/4 Ziff. 3.2, 62.3/7 Ziff. 3.2, 
62.5/9 Ziff. 3.2). Damit verfügt die Beschwerdeführerin durchaus über mobi-
lisierbare Ressourcen. 

5.3 Beweisrechtlich entscheidend ist die Kategorie "Konsistenz". Dar-
unter fallen verhaltensbezogene Kategorien (BGE 141 V 281 E. 4.4 S. 
303).

5.3.1 Beim Indikator der gleichmässigen Einschränkung des Aktivitäten-
niveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen (BGE 141 V 281 E. 4.4.1 
S. 303 f.) ist der Tagesablauf der Beschwerdeführerin von Interesse. Die 
Angaben zum Tagesablauf blieben trotz Nachfrage zwar vage (act. II 
62.1/5 Ziff. 3.2). Doch sind immerhin ein geregelter Tagesablauf (Aufstehen 
zu einer bestimmten Zeit, Mittagessen und Nachtessen, zu Bett gehen ab-
hängig von der Schicht des Lebenspartners) und regelmässige Aktivitäten 
(2 x täglich 10 - 15 Minuten Besuch des Fitnessraumes im Haus, Zuberei-
tung des Mittagessens) und zahlreiche Aktivitäten, die sie zwar gesundheit-
lich bedingt nicht immer ausüben kann, denen sie jedoch regelmässig 
nachzugehen scheint (Kochen des Abendessens mit Hilfe des Lebenspart-
ners, verschiedene Hobbies [Aufenthalt in der Natur, Malen, Lesen, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Juli 2023, IV/22/734, Seite 19

Schwimmen]), ersichtlich (act. II 62.1/5 Ziff. 3.2, 62.3/7 Ziff. 3.2, 62.5/9 Ziff. 
3.2). Dieses Aktivitätenniveau ist nicht vereinbar mit einer psychisch be-
dingten Arbeitsunfähigkeit von 100 %. 

5.3.2 Zum behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiese-
nen Leidensdruck (vgl. BGE 141 V 281 E. 4.4.2 S. 304) kann auf E. 5.2.1.1 
hiervor verwiesen werden, wo festgehalten wurde, dass nicht von einem 
hohen Leidensdruck gesprochen werden könne. 

5.4 Im Rahmen der Beweiswürdigung ergibt die Gesamtbetrachtung, 
dass die geltend gemachten funktionellen Auswirkungen der medizinisch 
festgestellten psychischen Beeinträchtigungen anhand der Standardindika-
toren nicht überwiegend wahrscheinlich erstellt sind (vgl. E. 2.4 und 2.5 
hiervor), weshalb der psychiatrisch attestierten 100 %-igen Arbeitsun-
fähigkeit unter rechtlichen Aspekten nicht gefolgt werden kann (vgl. E. 2.6 
hiervor). Infolgedessen ist einzig von einer somatisch bedingten Arbeitsun-
fähigkeit auszugehen. Aus somatischer Sicht ist die Beschwerdeführerin in 
einer angepassten Tätigkeit zu 80 % arbeitsfähig. 

6.

Es bleibt die Invaliditätsbemessung vorzunehmen.

6.1 Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG richtet sich die Bemessung des Invali-
ditätsgrades von erwerbstätigen Versicherten nach Art. 16 ATSG. Der 
Bundesrat umschreibt die zur Bemessung des Invaliditätsgrades massge-
benden Erwerbseinkommen sowie die anwendbaren Korrekturfaktoren. 

Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, 
das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durch-
führung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmass-
nahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Juli 2023, IV/22/734, Seite 20

Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass 
die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst 
genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus 
der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt. Insoweit die 
fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermittelt werden 
können, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu 
schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte miteinander zu ver-
gleichen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 29 
E. 1 S. 30, 104 V 135 E. 2b S. 136; SVR 2019 BVG Nr. 16 S. 64 E. 4.4.2).

Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des (hy-
pothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei Validen- 
und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erheben und 
allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum 
Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3 S. 300, 
129 V 222; vgl. auch Art. 25 Abs. 2 IVV).

Soweit für die Bestimmung der massgebenden Erwerbseinkommen statisti-
sche Werte herangezogen werden, sind die Zentralwerte der Lohnstruktur-
erhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik (BFS) massgebend. Andere 
statistische Werte können beigezogen werden, sofern das Einkommen im 
Einzelfall nicht in der LSE abgebildet ist. Es sind altersunabhängige und 
geschlechtsspezifische Werte zu verwenden (Art. 25 Abs. 3 IVV). Die sta-
tistischen Werte nach Abs. 3 sind an die betriebsübliche Arbeitszeit nach 
Wirtschaftsabteilungen und an die Nominallohnentwicklung anzupassen 
(Art. 25 Abs. 4 IVV). Bezüglich der Anpassung an die Lohnentwicklung ist 
nach Geschlechtern zu differenzieren, d.h. es ist auf den Lohnindex für 
Frauen oder Männer abzustellen (BGE 129 V 408; SVR 2019 IV Nr. 88 S. 
297 E. 4.1).

6.1.1 Für die Ermittlung des Einkommens ohne Invalidität (Validenein-
kommen; Art. 16 ATSG) ist entscheidend, was die versicherte Person im 
Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der 
überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte 
(BGE 134 V 322 E. 4.1 S. 325). Das Valideneinkommen bestimmt sich an-
hand des zuletzt vor Eintritt der Invalidität tatsächlich erzielten Erwerbsein-
kommens. Unterlag das in den letzten Jahren vor Eintritt der Invalidität 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Juli 2023, IV/22/734, Seite 21

erzielte Erwerbseinkommen starken Schwankungen, so wird auf ein ange-
messenes Durchschnittseinkommen abgestellt (Art. 26 Abs. 1 IVV). Kann 
das tatsächlich erzielte Erwerbseinkommen nicht oder nicht hinreichend 
genau bestimmt werden, so wird das Einkommen ohne Invalidität nach 
statistischen Werten nach Art. 25 Abs. 3 IVV für eine Person bei gleicher 
Ausbildung und entsprechenden beruflichen Verhältnissen festgelegt (Art. 
26 Abs. 4 IVV). Nicht massgebend ist, was sie bestenfalls verdienen könnte 
(BGE 135 V 58 E. 3.1 S. 59, 131 V 51 E. 5.1.2 S. 53; SVR 2021 IV Nr. 29 
S. 91 E. 2.2).

6.1.2 Erzielt die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität ein Er-
werbseinkommen, so wird ihr dieses als Einkommen mit Invalidität (Art. 16 
ATSG) angerechnet, sofern sie damit ihre verbliebene funktionelle Leis-
tungsfähigkeit in Bezug auf eine ihr zumutbare Erwerbstätigkeit bestmög-
lich verwertet (Art. 26bis Abs. 1 IVV). Liegt kein anrechenbares 
Erwerbseinkommen vor, so wird das Einkommen mit Invalidität nach statis-
tischen Werten gemäss Art. 25 Abs. 3 IVV bestimmt. Kann die versicherte 
Person aufgrund ihrer Invalidität nur noch mit einer funktionellen Leistungs-
fähigkeit nach Art. 49 Abs. 1bis IVV von 50 % oder weniger tätig sein, so 
werden vom statistisch bestimmten Wert 10 % für Teilzeitarbeit abgezogen 
(Art. 26bis Abs. 3 IVV).

Bei der Heranziehung von statistischen Werten zur Bestimmung des Invali-
deneinkommens wird in der Regel der Totalwert angewendet. Praxis-
gemäss ist beim anhand der LSE vorgenommenen Einkommensvergleich 
sodann von der Tabellengruppe A (standardisierte Bruttolöhne) auszuge-
hen, wobei üblicherweise auf die Tabelle TA1_tirage_skill_level, privater 
Sektor, abgestellt wird. Bei der Verwendung der standardisierten Bruttolöh-
ne ist gemäss Rechtsprechung jeweils vom sogenannten Zentralwert (Me-
dian) auszugehen (BGE 148 V 174 E. 6.2 S. 181, 143 V 295 E. 2.2 S. 297). 

6.2 Die Beschwerdeführerin ist seit dem 3. Februar 2021 dauerhaft in 
der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt (act. II 10.2/32, 19.4) und die Anmeldung 
bei der Invalidenversicherung erfolgte im August 2021 (act. II 1), so dass in 
Anwendung von Art. 28 Abs. 1 und Art. 29 Abs. 1 IVG (vgl. E. 2.7 hiervor) 
der frühestmögliche Rentenbeginn auf Februar 2022 fällt. Auf diesen Zeit-
punkt hin ist ein Einkommensvergleich vorzunehmen (vgl. E. 6.1 hiervor).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Juli 2023, IV/22/734, Seite 22

6.2.1 Für das Valideneinkommen ist auf den bei der H.________ AG zu-
letzt im Jahr 2021 erzielten Lohn von Fr. 58'500.-- (13 x Fr. 4'500.-- [act. II 
19.1 bzw. 18]) abzustellen. Indexiert auf das Jahr 2022 resultiert ein Betrag 
von Fr. 59'202.70 (Tabelle T1.2.20, Nominallohnindex, Frauen 2021 - 2022, 
Ziff. 10 - 33, Verarbeitendes Gewerbe/Herstellung von Waren, Index Jahr 
2021: 99.9 Punkte, Index Jahr 2022: 101.1 Punkte). 

6.2.2 Da für das Invalideneinkommen kein anrechenbares Erwerbsein-
kommen vorliegt, ist dieses anhand statistischer Werte zu bestimmen (vgl. 
E. 6.1.2 hiervor). Entgegen dem Vorgehen der Beschwerdegegnerin ist 
nicht von der LSE 2018 (act. II 86/2), sondern von der am 23. August 2022 
veröffentlichten LSE 2020 auszugehen, da beim Abstellen auf Tabellenlöh-
ne grundsätzlich immer die im Zeitpunkt des angefochtenen Verwaltungs-
aktes – vorliegend am 27. Oktober 2022 erlassen (act. II 86) – bezogen auf 
den Zeitpunkt des Rentenbeginns aktuellsten veröffentlichten statistischen 
Daten zu verwenden sind (BGE 143 V 295 E. 2.3 S. 297; SVR 2022 IV 
Nr. 23 S. 76 E. 6.2.1 und 6.2.2). Gemäss LSE 2020, Tabelle 
TA1_tirage_skill_level, Monatlicher Bruttolohn (Zentralwert) nach Wirt-
schaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, Privater Sektor, beläuft 
sich das Total, Kompetenzniveau 1, Frauen, auf Fr. 4'276.-- monatlich bzw. 
Fr. 51'312.-- jährlich. Indexiert auf das Jahr 2022 resultiert ein Betrag von 
Fr. 52'030.30 (Tabelle T1.2.20, Nominallohnindex, Frauen 2021 - 2022, 
Total, Index Jahr 2020: 100 Punkte, Index Jahr 2022: 101.4 Punkte). An-
gepasst an die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit im Abschnitt Total 
im Jahr 2022 von 41.7 Stunden resultiert ein Betrag von Fr. 54'241.60 
(Fr. 52'030.30 : 40 h x 41.7 h). Unter Berücksichtigung der aus somatischer 
Sicht attestierten Arbeitsfähigkeit von 80 % (act. II 62.2/8 Ziff. 4.7) verbleibt 
ein Betrag von Fr. 43'393.30 (Fr. 54'241.60 x 0.8). Mit Blick auf diese ver-
bleibende Arbeitsfähigkeit und in Anwendung von Art. 26bis Abs. 3 IVV (vgl. 
E. 6.1.2 hiervor) hat die Beschwerdegegnerin zu Recht keinen Abzug vom 
Tabellenlohn vorgenommen. 

6.2.3 Die Gegenüberstellung der beiden hypothetischen Vergleichsein-
kommen ergibt einen Invaliditätsgrad von gerundet 27 % ([Fr. 59'202.70 - 
Fr. 43'393.30] : Fr. 59'202.70 x 100 = 26.70 %; zu den Rundungsregeln vgl. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Juli 2023, IV/22/734, Seite 23

BGE 130 V 121 E. 3.2 und 3.3 S. 123; SVR 2019 IV Nr. 61 S. 198 E. 7.1), 
womit kein Rentenanspruch besteht (vgl. E. 2.7 hiervor).

6.3 Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde abzuweisen.

7.

7.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, sind entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens der Beschwerdeführerin zur Bezah-
lung aufzuerlegen und dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe 
zu entnehmen.

7.2 Es besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung (Umkehr-
schluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG). 

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- MLaw B.________, Rechtsanwalt z.H. der Beschwerdeführerin

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Juli 2023, IV/22/734, Seite 24

- IV-Stelle Bern
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Die Kammerpräsidentin: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.