# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4e06f732-f5f9-5532-a966-35a6e6b22384
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-10-25
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 25.10.2022 SK.2022.37
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_SK-2022-37_2022-10-25.pdf

## Full Text

Urteil vom 25. Oktober 2022 
Strafkammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Martin Stupf, Vorsitz 

Alberto Fabbri und Maric Demont,  

Gerichtsschreiber Hanspeter Lukács  

Parteien  BUNDESANWALTSCHAFT, vertreten durch Staats-

anwältin des Bundes Simone Meyer-Burger, 

 

und 

 

als Privatklägerschaft: 

 

1. Bank B. AG,  

2. C. Genossenschaft,  

3. D. AG,  

 

 

 
gegen 

  A., amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Mar-

kus Dormann 

 

Gegenstand  
Qualifizierter Diebstahl, teilweise Versuch dazu; quali-

fizierte Sachbeschädigung; Hausfriedensbruch; Ge-

fährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase in ver-

brecherischer Absicht; Entwendung eines Fahrzeugs 

zum Gebrauch 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t  

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

Geschäftsnummer: SK.2022.37 

- 2 - 

SK.2022.37 

Anträge der Bundesanwaltschaft: 

1. A. sei schuldig zu sprechen: 

– des mehrfachen qualifizierten Diebstahls, teilweise Versuchs dazu (Art. 139 Ziff. 1 

und Ziff. 3 Abs. 4 StGB);  

– der mehrfachen qualifizierten Sachbeschädigung (Art. 144 Abs. 1 und 3 StGB); 

– des Hausfriedensbruchs (Art. 186 StGB); 

– der mehrfachen Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase in verbrecheri-

scher Absicht (Art. 224 Abs. 1 StGB); 

– der Entwendung eines Fahrzeugs zum Gebrauch (Art. 94 SVG). 

 

2. A. sei zu bestrafen mit einer Freiheitsstrafe von 126 Monaten. Die ausgestandene 

Auslieferungs-, Untersuchungs- und Sicherheitshaft sei auf den Vollzug der Strafe 

anzurechnen. 

 

3. A. sei für die Dauer von10 Jahren des Landes zu verweisen. 

 

4. Die Verfahrenskosten des Vorverfahrens von Fr. 52'603.22, zuzüglich der erstinstanz-

lichen Verfahrenskosten in gerichtlich bestimmter Höhe, seien A. aufzuerlegen. 

 

5. Rechtsanwalt Markus Dormann sei für die amtliche Verteidigung von A. in gerichtlich 

zu bestimmender Höhe aus der Kasse der Eidgenossenschaft zu entschädigen. A. 

sei zu verpflichten, dem Bund die Entschädigung zurückzuzahlen, sobald es seine 

wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben. 

 

6. Der Kanton Schafhausen sei als Vollzugskanton zu bestimmen. 

 

7. Über die beschlagnahmten Vermögenswerte sei nach Ermessen des Gerichts zu ver-

fügen. 

Anträge der Privatklägerschaft Bank B. AG: 

Es wurden keine Anträge eingereicht. 

Anträge der Privatklägerschaft C. Genossenschaft: 

(sinngemäss; TPF 6.552.001)  

 

A. sei zu verpflichten, der C. Genossenschaft als Schadenersatz den Betrag von 

Fr. 8'484.30 zu bezahlen. 

- 3 - 

SK.2022.37 

Anträge der Privatklägerschaft D. AG: 

(sinngemäss; BA-15-07-0001)  

 

A. sei zu verpflichten, der D. AG bzw. der Rechtsnachfolgerin E. AG als Schadenersatz 

den Betrag von Fr. 8'000.50 zu bezahlen. 

Anträge der Verteidigung: 

1. A. sei freizusprechen vom Vorwurf der Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige 

Gase in verbrecherischer Absicht, des qualifizierten Diebstahls, teilweise Versuch 

dazu, der qualifizierten Sachbeschädigung, des Hausfriedensbruchs sowie der Ent-

wendung eines Fahrzeugs zum Gebrauch, alles angeblich begangen in Mittäterschaft 

mit einer unbekannten Täterschaft am 10. Februar 2021 in Wilchingen und am 

2. März 2021 (recte: 3. April 2021) in Buchberg. 

 

2. Eventualiter sei A. schuldig zu sprechen der Gehilfenschaft zur Gefährdung durch 

Sprengstoffe und giftige Gase in verbrecherischer Absicht, des qualifizierten Dieb-

stahls, teilweise Versuch dazu, der qualifizierten Sachbeschädigung, des Hausfrie-

densbruchs sowie der Entwendung eines Fahrzeugs zum Gebrauch, alles angeblich 

am 2. April 2021 (recte: 3. April 2021) in Buchberg. 

 

Eventualiter sei er mit einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten bedingt zu bestrafen. 

 

3. Die entstandenen Verfahrenskosten seien der Schweizerischen Eidgenossenschaft 

aufzuerlegen und es sei A. für die entstandenen Verteidigungskosten eine Entschä-

digung gemäss Kostennote auszurichten. 

 

4. Es sei A. für den ausgestandenen Freiheitsentzug von gesamthaft 338 Tagen (Aus-

lieferungs- und Untersuchungshaft) eine angemessene Genugtuung sowie eine an-

gemessene Erwerbsausfallentschädigung auszurichten. 

 

5. Die geltend gemachten Zivil- resp. Strafklagen seien unter Kostenfolgen abzuweisen, 

allenfalls auf den Zivilweg zu verweisen. 

 

6. A. sei unverzüglich aus der Haft zu entlassen. 

 

  

- 4 - 

SK.2022.37 

Prozessgeschichte: 

A. Am 10. Februar 2021 wurde ein Bankomat der Bank B. AG (nachfolgend: Bank 

B.) an der F.-Strasse in Wilchingen/SH gesprengt und Bargeld entwendet. Am 

3. April 2021 wurde ein Bankomat der Bank G. bei der H.-Filiale an der I.-Strasse 

in Buchberg/SH gesprengt; die Täterschaft konnte kein Bargeld entwenden. Die 

Täterschaft war in beiden Vorfällen flüchtig.  

B. Eine Strafuntersuchung wurde in beiden Fällen von der Staatsanwaltschaft des 

Kantons Schaffhausen eröffnet. Die Bundesanwaltschaft verfügte am 10. Feb-

ruar 2021 (Verfahren SV.21.0256 betreffend Vorfall in Wilchingen; BA-01-01-

0001) und am 3. Mai 2021 (Verfahren SV.21.0549 betreffend Vorfall in Buchberg; 

BA-01-01-0002) die Eröffnung einer Strafuntersuchung gegen Unbekannt wegen 

Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase in verbrecherischer Absicht.  

Mit Verfügung vom 19. Februar 2021 (Verfahren SV.21.0256; BA-02-01-0005 f.) 

bzw. 9. Juni 2021 (Verfahren SV.21.0549; BA-02-02-0006 f.) vereinigte die Bun-

desanwaltschaft gestützt auf Ersuchen der Staatsanwaltschaft Schaffhausen um 

Verfahrensübernahme je eine Vereinigung der kantonaler Gerichtsbarkeit unter-

liegenden Straftaten (Diebstahl, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch betref-

fend Vorfall in Wilchingen bzw. versuchter Diebstahl, Sachbeschädigung, Ent-

wendung eines Fahrzeugs zum Gebrauch betreffend Vorfall in Buchberg) ge-

mäss Art. 26 Abs. 2 StPO zur Strafverfolgung und Beurteilung in der Hand der 

Bundesbehörden. Mit Verfügung vom 14. Juni 2021 vereinigte die Bundesanwalt-

schaft die Verfahren unter der Geschäftsnummer SV.21.0256 (BA-01-02-003 f.). 

Mit Verfügung vom 3. November 2021 dehnte die Bundesanwaltschaft die Straf-

untersuchung im Verfahren SV.21.0256 auf A. aus (BA-01-01-0003). 

C. A. wurde gestützt auf einen Haftbefehl der Bundesanwaltschaft vom 15. Novem-

ber 2021 (BA-06-01-0005 ff.) am 21. November 2021 in Ungarn verhaftet und in 

Auslieferungshaft versetzt (BA-06-01-0032). Nach Bewilligung der Auslieferung 

durch die ungarischen Behörden wurde A. am 20. Dezember 2021 den Schwei-

zer Strafverfolgungsbehörden übergeben und von der Bundeskriminalpolizei 

festgenommen (BA-06-01-0062 ff.).  

Mit Entscheid des Zwangsmassnahmengerichts des Kantons Bern vom 22. De-

zember 2021 wurde A. bis 19. März 2022 in Untersuchungshaft versetzt (BA-06-

01-0080 ff.). Die Untersuchungshaft wurde zweimal um jeweils drei Monate, d.h. 

bis am 17. September 2022, verlängert (BA-06-01-0152 ff., -0187 ff.).  

Ein Gesuch von A. um Bewilligung des vorzeitigen Strafvollzugs wies die Bun-

desanwaltschaft mit Verfügung vom 31. August 2022 ab (BA-06-01-0210 ff.). 

- 5 - 

SK.2022.37 

Mit Entscheid des Zwangsmassnahmengerichts des Kantons Bern vom 5. Sep-

tember 2022 wurde A. auf Antrag der Bundesanwaltschaft – zufolge Anklageer-

hebung am 31. August 2022 (nachfolgend lit. D.) – wegen Fluchtgefahr in Sicher-

heitshaft versetzt. Die Haft wurde bis zum Zeitpunkt des erstinstanzlichen Urteils, 

längstens bis am 30. November 2022, angeordnet (TPF 6.231.7.1 ff.). 

D. Die Bundesanwaltschaft erhob am 31. August 2022 Anklage gegen A. (nachfol-

gend: Beschuldigter) wegen qualifizierten Diebstahls, teilweise Versuch dazu 

(Art. 139 StGB, teilweise i.V.m. Art. 22 StGB), qualifizierter Sachbeschädigung 

(Art. 144 StGB), Hausfriedensbruch (Art. 186 StGB), Gefährdung durch Spreng-

stoffe und giftige Gase in verbrecherischer Absicht (Art. 224 StGB) und Entwen-

dung eines Fahrzeugs zum Gebrauch (Art. 94 SVG) (TPF 6.100.1 ff.).  

E. Die Strafkammer des Bundesstrafgerichts (nachfolgend: Strafkammer) holte ein 

Gutachten beim Institut für Rechtsmedizin der Universität Zürich (nachfolgend: 

IRM), erstattet am 12. Oktober 2022, ein (TPF 6.264.1.12 ff.). Die Akten wurden 

um die Führungsberichte der Gefängnisse J. und K. sowie um einen Strafregis-

terauszug aus dem Schweizerischen Strafregister ergänzt.  

F. Die Hauptverhandlung fand am 24. Oktober 2022 vor der Strafkammer in Bel-

linzona in Anwesenheit des Beschuldigten, seines Verteidigers und der Bundes-

anwaltschaft statt. Die Privatklägerschaft verzichtete auf eine Teilnahme. Das 

Urteil wurde am 25. Oktober 2022 mündlich eröffnet. Gleichentags wurde die Si-

cherheitshaft bis zum 24. Februar 2023 verlängert. 

G. Die Bundesanwaltschaft und die Verteidigung meldeten innert Frist Berufung an. 

Die Strafkammer erwägt: 

1. Prozessuales 

1.1 Bundesgerichtsbarkeit ist in Bezug auf den Tatbestand der Gefährdung durch 

Sprengstoffe und giftige Gase in verbrecherischer Absicht gemäss Art. 224 StGB 

gestützt auf Art. 23 Abs. 1 lit. d StPO gegeben. Die weiteren Straftatbestände 

(Diebstahl; Sachbeschädigung; Hausfriedensbruch; Entwendung eines Fahr-

zeugs zum Gebrauch) unterliegen gemäss Art. 22 StPO grundsätzlich kantonaler 

Gerichtsbarkeit; diesbezüglich erfolgte mit Verfügung vom 19. Februar 2021 

(Verfahren SV.21.0256 betreffend Vorfall in Wilchingen; BA-02-01-0005 f.) bzw. 

vom 9. Juni 2021 (Verfahren SV.21.0549 betreffend Vorfall in Buchberg; BA-02-

02-0006 f.) gestützt auf Art. 26 Abs. 2 StPO jeweils eine Vereinigung zur Straf-

verfolgung und Beurteilung der Taten in der Hand der Bundesbehörden. Dem-

nach ist für alle angeklagten Taten Bundesgerichtsbarkeit gegeben. 

- 6 - 

SK.2022.37 

1.2 Die Kompetenz des Kollegialgerichts der Strafkammer ergibt sich aus Art. 19 

Abs. 2 StPO e contrario i.V.m. Art. 36 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Or-

ganisation der Strafbehörden des Bundes vom 19. März 2010 (StBOG; 

SR 173.71). 

1.3 Weitere prozessuale Vorfragen stellen sich nicht und wurden nicht vorgebracht. 

2. Anklage 

2.1 Anklagevorwurf Tatkomplex 1 vom 10. Februar 2021 (Wilchingen/SH) 

2.1.1 Anklage Ziff. 1.1.2: Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase in verbre-

cherischer Absicht (Art. 224 Abs. 1 StGB) 

Die Bundesanwaltschaft wirft dem Beschuldigten zusammenfassend vor, er habe 

am 10. Februar 2021 um 01:22 Uhr an der F.-Strasse in Wilchingen/SH Leib und 

Leben von Menschen sowie fremdes Eigentum in Gefahr gebracht, indem er sich 

mit einer bislang nicht ermittelten Mittäterschaft zur Geschäftsstelle der 

Bank B.  begeben habe, wo er zusammen mit dieser unbekannten Täterschaft 

mittels Werkzeugen, namentlich einem Geissfuss und einem Flachschraubenzie-

her, die Eingangstüre zum Vorraum der Bankfiliale aufgehebelt, im Notenfach 

des sich im Vorraum befindenden Bankomaten mindestens eine Sprengladung 

von mehreren hundert Gramm – enthaltend ein Sprengstoffgemisch aus u.a. Nit-

roglycerin, 2,4-Dinitrotoluol, Pentaerythrityltetranitrat (Nitropenta, PETN) und  

2,6-Dinitrotoluol (2,6-DNT) – deponiert und mittels eines Bleiakkumulators und 

zwei Stromkabeln, die aus einem am 9. Februar 2021 um ca. 19.15 Uhr in Klett-

gau/Deutschland entwendeten Fahrzeug entnommen worden seien, zur Explo-

sion gebracht habe.  

Personen, welche zufällig vor der Bankfiliale anwesend gewesen oder vorbeige-

gangen wären, seien an Leib und Leben gefährdet gewesen, und es sei Zufall, 

dass keine Menschen von weggeschleuderten Gebäudeteilen oder Glasscher-

ben getroffen und/oder von der verursachten Druckwelle erfasst worden seien. 

Das Gebäude als Eigentum der Gemeinde Wilchingen bzw. als Mietobjekt der 

Bank B. und die Bankomateneinrichtung als Eigentum der Bank B. seien in Folge 

der Explosion konkret gefährdet worden. 

Durch die Explosion sei zudem Schaden an fremdem Eigentum entstanden. Der 

Bankomat sei zerstört und Teile davon in den Vorraum sowie in das hinter dem 

Bankomaten liegende Besprechungszimmer (Tresorraum) geschleudert worden; 

der Vorraum sei durch Splittereinschläge, Anprallstellen und Rissbildungen im 

Wand- und Deckenbereich beschädigt worden; die Scheibe im Eingangsbereich 

zum Vorraum sei zersprungen; der Tresorraum, die Türe zum Tresorraum und 

- 7 - 

SK.2022.37 

Mobiliar seien beschädigt worden; in der Schalterhalle sei ein Spiegel und fassa-

denseitig Fensterscheiben zerborsten; es seien Schäden an den Briefkästen und 

an der Wand, in welcher der Bankomat eingelassen gewesen sei, entstanden.  

Der Beschuldigte habe (eventual-)vorsätzlich und in verbrecherischer Absicht ge-

handelt. 

2.1.2 Anklage Ziff. 1.1.3: Qualifizierter Diebstahl (Art. 139 Ziff. 1 i.V.m. Ziff. 3 Abs. 4 

StGB) 

Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, vorsätzlich und in Aneignungsabsicht zu-

sammen mit einer nicht ermittelten Mittäterschaft den Bankomaten der Bank B., 

wie in Anklage Ziff. 1.1.2 (E. 2.1.1) umschrieben, aufgebrochen und daraus Bar-

geld im Betrag von Fr. 37'380.-- und EUR 8'550.-- behändigt zu haben.  

2.1.3 Anklage Ziff. 1.1.4: Qualifizierte Sachbeschädigung (Art. 144 Abs. 1 i.V.m. Abs. 3 

StGB) 

Im Zusammenhang mit dem Vorfall gemäss Anklage Ziff. 1.1.2 wird dem Beschul-

digten vorgeworfen, auf die in E. 2.1.1 dargestellte Vorgehensweise zusammen 

mit einer nicht ermittelten Mittäterschaft vorsätzlich fremde Sachen beschädigt 

und zerstört zu haben. Der Sachschaden betrage gesamthaft ca. Fr. 51’500.--. 

2.1.4 Anklage Ziff. 1.1.5: Hausfriedensbruch (Art. 186 StGB) 

Im Zusammenhang mit dem Vorfall gemäss Anklage Ziff. 1.1.2 (E. 2.1.1) wird 

dem Beschuldigten vorgeworfen, Hausfriedensbruch begangen zu haben, indem 

er gegen den Willen der Bank B. in das Gebäude eingedrungen sei. 

2.2 Anklagevorwurf Tatkomplex 2 vom 3. April 2021 (Buchberg/SH) 

2.2.1 Anklage Ziff. 1.2.2: Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase in verbre-

cherischer Absicht (Art. 224 Abs. 1 StGB) 

Die Bundesanwaltschaft wirft dem Beschuldigten zusammenfassend vor, er habe 

am 3. April 2021 um 03:34 Uhr an der I.-Strasse in 8454 Buchberg/SH Leib und 

Leben von Menschen sowie fremdes Eigentum in Gefahr gebracht, indem er sich 

mit einer bislang nicht ermittelten Mittäterschaft – bei welcher es sich mindestens 

um zwei weitere Personen handle – zum Bankomaten der Bank G. bei der H.-

Filiale begeben habe, wo er zusammen mit der unbekannten Täterschaft mittels 

Werkzeugen, unter Einsatz eines Geissfusses, das Notenfach des Bankomaten 

aufgehebelt, darin eine Sprengladung von 300 bis 500 Gramm – enthaltend ein 

Sprengstoffgemisch aus u.a. Nitroglycerin und Pentaerythrityltetranitrat (Nitro-

penta, PETN) – deponiert und mittels eines Bleiakkumulators und Kabeln aus 

einem in derselben Nacht entwendeten Fahrzeug, Marke Fiat 500, zur Explosion 

gebracht habe.  

- 8 - 

SK.2022.37 

Das zweistöckige Gebäude an der I.-Strasse in Buchberg – in welchem sich im 

Erdgeschoss ein Laden der H. AG und im Obergeschoss zwei Wohnungen be-

fänden – und die Bankomateneinrichtung sowie das auf der I.-Strasse abgestellte 

Fahrzeug Opel Corsa seien konkret gefährdet worden.  

Die beiden Bewohner im Obergeschoss des betroffenen Gebäudes, L. und M., 

die im Zeitpunkt der Explosion anwesend gewesen seien, sowie zufällig auf der 

I.-Strasse anwesende Personen, seien aufgrund der örtlichen Nähe zum Deto-

nationspunkt an Leib und Leben konkret gefährdet gewesen. Es sei Zufall, dass 

keine Menschen von weggeschleuderten Gebäudeteilen getroffen oder von der 

entstandenen Druckwelle erfasst und verletzt worden seien. 

Durch die Explosion seien zudem folgende Beschädigungen verursacht worden: 

- der Bankomat, welcher in die Wand eingelassen gewesen sei, sei durch die 

Explosion in den unmittelbar dahinterliegenden Tresorraum, der sich im La-

gerraum der H.-Filiale befinde, geschleudert und komplett zerstört worden; 

dadurch sei eine etwa 40 x 40 cm grosse Öffnung im Tresorraum entstanden;  

- die Mauer, in der der Bankomat eingelassen gewesen sei, habe Rissbildungen 

erlitten; das Vordach der H.-Filiale bzw. die Deckenverkleidung über dem Ban-

komaten habe Splittereinschläge und Anprallstellen aufgewiesen; die Verklei-

dung der Beleuchtung und eine Überwachungskamera, die oberhalb des Ban-

komaten am Vordach montiert gewesen sei, seien beschädigt worden; 

- der Tresorraum sei beschädigt worden, insbesondere seien Rissbildungen in 

den Wänden und Beschädigungen an der Deckenverkleidung aufgetreten; die 

Tresortüre sei durch die Detonation aufgegangen und beschädigt worden; 

- Trümmerteile des Bankomaten seien auf den Vorplatz sowie bis zu 50 m weit 

geschleudert worden und hätten u.a. die Heckscheibe eines ca. 40 m vom 

Detonationspunkt entfernt parkierten Fahrzeugs Opel Corsa beschädigt. 

Aufgrund der nicht handhabungssicheren sog. USBV (Unkonventionelle Spreng- 

und Brandvorrichtung) bzw. der hochexplosiven Sprengladung hätte ein weitaus 

grösserer Sachschaden eintreten können. 

Der Beschuldigte habe (eventual-)vorsätzlich und in verbrecherischer Absicht ge-

handelt. 

2.2.2 Anklage Ziff. 1.2.3: Versuchter qualifizierter Diebstahl (Art. 139 Ziff. 1 i.V.m. Ziff. 3 

Abs. 4 StGB i.V.m. Art. 22 StGB) 

Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, er habe bei dem in E. 2.2.1 (Anklage 

Ziff. 1.2.2) beschriebenen Vorfall zusammen mit einer nicht ermittelten Mittäter-

schaft vorsätzlich und in Aneignungsabsicht den Bankomaten der Bank G.  

- 9 - 

SK.2022.37 

aufgebrochen, um Bargeld zu behändigen. Er habe das sich im Bankomaten be-

findende Bargeld von Fr. 502'510.-- und EUR 80'335.-- jedoch nicht entwenden 

können, weil das durch die Explosion entstandene Loch zu klein gewesen sei. 

2.2.3 Anklage Ziff. 1.2.4: Qualifizierte Sachbeschädigung (Art. 144 Abs. 1 i.V.m. Abs. 3 

StGB) 

Im Zusammenhang mit dem Vorfall gemäss Anklage Ziff. 1.2.2 (E. 2.2.1) wird 

dem Beschuldigten vorgeworfen, vorsätzlich zusammen mit einer nicht ermittel-

ten Mittäterschaft fremde Sachen beschädigt und zerstört zu haben. Es sei Sach-

schaden von gesamthaft ca. Fr. 223'000.-- entstanden. 

2.2.4 Anklage Ziff. 1.2.5: Entwendung eines Fahrzeugs zum Gebrauch (Art. 94 Abs. 1 

lit. a SVG) 

Im Zusammenhang mit dem Vorfall gemäss Anklage Ziff. 1.2.2 (E. 2.2.1) wird 

dem Beschuldigten vorgeworfen, am 3. April 2021 ein Fahrzeug zum Gebrauch 

entwendet zu haben, indem er sich um ca. 01.00 Uhr mit einer nicht ermittelten 

Mittäterschaft an der N.-Strasse in 8194 Hüntwangen Zugang zum Fahrzeug 

Fiat 500, Kontrollschilder ZH 1, verschafft, dieses gestartet, benutzt und um 

03.34 Uhr an der I.-Strasse in 8454 Buchberg zurückgelassen habe.  

3. Äusserer Sachverhalt 

3.1 Der Beschuldigte bestritt im Vorverfahren, an den beiden Vorfällen vom 10. Feb-

ruar 2021 und 3. April 2021 beteiligt gewesen zu sein. Er bestritt insbesondere 

einen Aufenthalt in der Schweiz zu den mutmasslichen Tatzeitpunkten und gab 

an, in Rumänien gewesen zu sein; er sei vor seiner Verhaftung nie in der Schweiz 

gewesen (BA-13-01-0004 ff., -0015 ff., -0026 ff., -0047 ff., -0054 ff., -0085 ff.).  

In der Hauptverhandlung bestritt der Beschuldigte die ihm vorgeworfenen Straf-

taten. Er machte im Wesentlichen geltend, er habe sich zur Tatzeit in Rumänien 

befunden und habe in seinem Holzhandelsbetrieb gearbeitet (TPF 6.731.009 ff.). 

In tatsächlicher Hinsicht ist vorab zu prüfen, ob der Beschuldigte an den ihm vor-

geworfenen Taten vom 10. Februar 2021 und 3. April 2021 beteiligt gewesen ist. 

3.2 Rechtliches 

3.2.1 Im Strafverfahren gilt der Untersuchungsgrundsatz. Danach klären die Strafbe-

hörden von Amtes wegen alle für die Beurteilung der Tat und der beschuldigten 

Person bedeutsamen Tatsachen ab (Art. 6 Abs. 1 StPO). Über Tatsachen, die 

unerheblich, offenkundig, der Strafbehörde bekannt oder bereits rechtsgenügend 

erwiesen sind, wird nicht Beweis geführt (Art. 139 Abs. 2 StPO). Beweisanträge 

dürfen mithin nur in den engen Grenzen von Art. 139 Abs. 2 StPO abgewiesen 

- 10 - 

SK.2022.37 

werden. Ungeeignet ist ein Beweismittel, wenn es offensichtlich untauglich ist 

und bei dem daher von vornherein feststeht, dass der angebotene Beweis die 

streitige Tatsache nicht zu beweisen vermag. Die Ermittlung des wahren Sach-

verhalts ist von zentraler Bedeutung. Insofern ist es mit Blick auf das Ziel der 

Erforschung der materiellen Wahrheit erforderlich, dass die Gerichte eine aktive 

Rolle bei der Beweisführung einnehmen (BGE 144 I 234 E. 5.6.2). Nur wenn die 

Gerichte ihrer Amtsermittlungspflicht genügen, dürfen sie einen Sachverhalt als 

erwiesen (oder nicht erwiesen) ansehen und in freier Beweiswürdigung darauf 

eine Rechtsentscheidung gründen. Der Grundsatz «in dubio pro reo» kann sach-

logisch erst zur Anwendung kommen, wenn alle aus Sicht des urteilenden Ge-

richts notwendigen Beweise erhoben wurden (BGE 144 IV 345 E. 2.2.3.2; Urteil 

des Bundesgerichts 6B_789/2019 vom 12. August 2020 E. 2.3; zum Ganzen 

auch: Urteil des Bundesgerichts 6B_110/2020 vom 1. Oktober 2020 E. 1.1.1). 

Eine tatbestandsmässige, zum Schuldspruch beitragende Tatsache ist rechtser-

heblich festgestellt, sobald das Gericht erkennt, dass die Zuverlässigkeit des Be-

weisergebnisses nicht ernsthaft zu bezweifeln ist (BGE 144 IV 345 E. 2.2.3.3). 

Vorausgesetzt für eine Verurteilung wird sodann eine persönliche Gewissheit des 

Richters hinsichtlich der Tatschuld. Es reicht nicht, wenn die vorliegenden Be-

weise objektiv zwar klar auf eine Schuld des Beschuldigten hinzuweisen schei-

nen, den Richter aber persönlich nicht zu überzeugen vermögen. Die Bildung der 

Überzeugung des Richters muss – basierend auf einer eingehenden Auseinan-

dersetzung mit Sachverhalt und Beweislage – objektivier- und nachvollziehbar 

sein (SCHMID/JOSITSCH, Handbuch des schweizerischen Strafprozessrechts, 

3. Aufl. 2017, N. 227). Aus den Anforderungen, welche an den Nachweis der 

Schuld zu stellen sind, ergibt sich, dass das Gericht freisprechen muss, wenn es 

die Überzeugung von der Schuld nicht gewinnen kann (HAUSER/SCHWERI/HART-

MANN, Schweizerisches Strafprozessrecht, 6. Aufl., 2005, § 54 N. 12). 

3.2.2 Gemäss Art. 10 Abs. 3 StPO geht das Gericht von der für die beschuldigte Per-

son günstigeren Sachlage aus, wenn unüberwindliche Zweifel daran bestehen, 

dass die tatsächlichen Voraussetzungen der angeklagten Tat erfüllt sind. Diese 

Bestimmung operationalisiert den verfassungsmässigen Grundsatz der Un-

schuldsvermutung (in dubio pro reo; Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 2 EMRK). 

Sie verbietet es, bei der rechtlichen Würdigung eines Straftatbestands von einem 

belastenden Sachverhalt auszugehen, wenn nach objektiver Würdigung der ge-

samten Beweise ernsthafte Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhalt tatsächlich 

so verwirklicht hat, oder wenn eine für die beschuldigte Person günstigere Tat-

version vernünftigerweise nicht ausgeschlossen werden kann. Auf der anderen 

Seite kann keine absolute Gewissheit verlangt werden; abstrakte und theoreti-

sche Zweifel sind kaum je ganz auszuräumen (BGE 144 IV 345 E. 2.2.1).  

Keine Anwendung findet der Grundsatz in dubio pro reo auf die Frage, welche 

Beweismittel zu berücksichtigen und wie sie gegebenenfalls zu würdigen sind. 

So stellt das Gericht bei sich widersprechenden Beweismitteln nicht unbesehen 

- 11 - 

SK.2022.37 

auf den für den Angeklagten günstigeren Beweis ab. Mit anderen Worten enthält 

der Grundsatz keine Anweisung, welche Schlüsse aus den vorhandenen Beweis-

mitteln zu ziehen sind. Die Beweiswürdigung als solche wird vom Grundsatz der 

freien und umfassenden Beweiswürdigung beherrscht: Nach Art. 10 Abs. 2 StPO 

würdigt das Gericht die Beweise frei nach seiner aus dem gesamten Verfahren 

gewonnenen Überzeugung (BGE 144 IV 345 E. 2.2.3.1). Der Grundsatz in dubio 

pro reo wird erst anwendbar, nachdem alle aus Sicht des urteilenden Gerichts 

notwendigen Beweise erhoben und ausgewertet worden sind. Im Falle einer un-

einheitlichen, widersprüchlichen Beweislage muss das Gericht die einzelnen Ge-

sichtspunkte gegeneinander abwägen und als Resultat dieses Vorgangs das Be-

weisergebnis feststellen. Zum Tragen kommt der Grundsatz in dubio pro reo erst 

bei der Beurteilung des Resultats der Beweisauswertung, das heisst beim auf die 

freie Würdigung der Beweismittel folgenden Schritt vom Beweisergebnis zur 

Feststellung derjenigen Tatsachen, aus denen sich das Tatsachenfundament ei-

nes Schuldspruchs zusammensetzt (BGE 144 IV 345 E. 2.2.3.2, WOHLERS, Zür-

cher Kommentar, 3. Aufl. 2020, Art. 10 StPO N. 12 ff.).  

3.2.3 Die Überzeugung vom Vorliegen rechtlich erheblicher Tatsachen kann direkt 

oder indirekt gewonnen werden. Oft ist es möglich, unmittelbar die Haupttatsa-

che, die Verübung der Straftat, zu beweisen, wenn beispielsweise ein Zeuge den 

Beschuldigten beim Begehen der Tat beobachtet hat (HAUSER/SCHWERI/HART-

MANN, a.a.O., § 59 N. 10 f.; Urteil des Bundesgerichts 6B_605/2016 vom 15. Sep-

tember 2016 E. 2.7). Liegen keine direkten Beweise vor, ist nach der Rechtspre-

chung auch ein indirekter Beweis zulässig. Indizien (Anzeichen) sind Hilfstatsa-

chen, die, wenn selber bewiesen, auf eine andere, unmittelbar rechtserhebliche 

Tatsache schliessen lassen. Es gilt, die Indizien daraufhin zu überprüfen, ob sie 

ausschliesslich für eine Hypothese sprechen oder ob sie ambivalent sind, weil 

sie je nach Kontext unterschiedlich verstanden werden können. Die In-dubio-Re-

gel weist den Rechtsanwender an, ernsthaften Anhaltspunkten für alternative 

Sachverhalte nachzugehen und zu prüfen, ob sich daraus allenfalls ein unüber-

windlicher Zweifel ergibt, der es verbietet, den tatbestandsmässigen Sachverhalt 

anzunehmen. Der erfolgreiche Indizienbeweis begründet eine der Lebenserfah-

rung entsprechende Vermutung, dass die nicht bewiesene Tatsache gegeben ist. 

Für sich allein betrachtet deuten Indizien jeweils nur mit einer gewissen Wahr-

scheinlichkeit auf eine bestimmte Tatsache hin. Auf das einzelne Indiz ist der In-

dubio-Grundsatz nicht anwendbar (Urteile des Bundesgerichts 6B_605/2016 

vom 15. September 2016 E. 2.8; 6B_291/2016 vom 4. August 2016 E. 2.1; 

6B_527/2014 vom 26. September 2014 E. 2.1). Gemeinsam – einander ergän-

zend und verstärkend – können Indizien aber zum Schluss führen, dass die 

rechtserhebliche Tatsache nach der allgemeinen Lebenserfahrung gegeben sein 

muss. Der Indizienbeweis ist dem direkten Beweis gleichgestellt (zum Ganzen: 

BGE 144 IV 345 E. 2.2.3.4, 2.2.3.6; Urteile des Bundesgerichts 6B_1302/2020 

vom 3. Februar 2021 E. 1.2.3, nicht publ. in BGE 147 IV 176; 6B_188/2022 vom 

17. August 2022 E. 3.2; 6B_299/2020 vom 13. November 2020 E. 2.2.2; 

- 12 - 

SK.2022.37 

6B_902/2019 vom 8. Januar 2020 E. 2.2.1; 6B_811/2019 vom 15. Novem-

ber 2019 E. 1.3; je mit Hinweisen; 6B_1427/2016 vom 27. April 2017 E. 3). 

3.2.4 Die Bestreitung der Tätereigenschaft (z.B. bei SVG-Delikten: das Fahrzeug ge-

lenkt zu haben) ist in Strafverfahren ein durchaus übliches Aussageverhalten von 

beschuldigten Personen. Ein trotzdem ergangener Schuldspruch verletzt nicht 

schon die Unschuldsvermutung oder den Grundsatz in dubio pro reo oder den 

nemo-tenetur-Grundsatz (vgl. BGE 140 II 384 E. 3.3.3 und Urteil des Bundesge-

richts 6B_439/2010 vom 29. Juni 2010 E. 5.1 ff.; ferner Urteile 6B_605/2016 vom 

15. September 2016 E. 2.9; 6B_237/2015 vom 16. Februar 2016 E. 2.1; 

6B_515/2014 vom 26. August 2014 E. 3 [mit zahlreichen Hinweisen] und 

E. 5.1 ff.). Ein Beschuldigter kann als unmittelbar Betroffener im eigenen Inte-

resse sachdienliche Hinweise zu seiner Entlastung vorbringen. Verzichtet er da-

rauf, oder behauptet er eine theoretische Möglichkeit einer anderweitigen (unbe-

kannten) Täterschaft, kann dies das Gericht nicht veranlassen, in Verletzung des 

strafprozessualen Legalitätsprinzips einfachhin theoretische Entlastungsgründe 

zu seinen Gunsten zu unterstellen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_605/2016 

vom 15. September 2016 E. 2.9; 6B_116/2016 vom 1. Juni 2016 E. 1.7).  

3.3 Täterschaft des Beschuldigten 

3.3.1 Beweismittel zum Vorfall in Wilchingen vom 10. Februar 2021 

3.3.1.1 Polizeiberichte 

a) Gemäss Bericht der Schaffhauser Polizei vom 10. Februar 2021 (BA-10-01-

01-0001 ff.) ging an jenem Tag um 01.22 Uhr bei der Einsatzzentrale ein auto-

matischer Einbruchalarm der Bank B., Geschäftsstelle Wilchingen, ein. Einige 

Minuten später meldete die Auskunftsperson O., dass ein kleines schwarzes 

Auto Richtung Jestetten gefahren sei. Die Auskunftsperson P. meldete, dass es 

einen lauten Knall, vermutlich eine Explosion, gegeben habe; danach seien zwei 

Fahrzeuge weggefahren. Die ausgerückte Polizeipatrouille stellte fest, dass der 

Bankomat der Bank B. gesprengt worden war. Dieser sei durch die Detonation in 

Einzelteile zerlegt worden, die sich im Vorraum sowie im angrenzenden Sitzungs-

zimmer befunden hätten. Zum Tathergang hielt die Polizei fest, die Aussentür 

zum Vorraum der Bank, wo sich der Bankomat befunden habe, sei mittels unbe-

kannten Werkzeugs aufgehebelt und ein Sprengstoffpaket im Notenfach depo-

niert worden; durch die Detonation sei der Bankomat gesprengt worden. Die un-

bekannte Täterschaft habe die Bankräumlichkeiten betreten, Bargeld vom Ban-

komaten behändigt und die Räumlichkeiten über die Haupteingangstür wieder 

verlassen (BA-10-01-01-0005 f.).  

Mehrere Auskunftspersonen gaben an, um ca. 01.22 Uhr einen lauten Knall ge-

hört zu haben und darob aufgewacht zu sein. Eine Auskunftsperson (Q.) habe 

gesehen, wie ein kleiner, dunkler Personenwagen weggefahren sei, in den zuvor 

- 13 - 

SK.2022.37 

drei Personen, die aus der Bank gekommen seien, sowie eine Person, die im 

Freien gestanden habe, eingestiegen seien; eine Auskunftsperson (R.) habe drei 

Personen erkennen können, die sich in bzw. vor der Bank befunden hätten und 

in ein kleines, schwarzes Auto gestiegen und ohne Licht weggefahren seien; eine 

Auskunftsperson (O.) habe beobachtet, dass nach einem lauten Knall ein 

schwarzer Kleinwagen mit geöffneten Türen vorgefahren sei, in welchen zwei bis 

drei Personen eingestiegen seien, wobei ein bis zwei Personen aus der Bank 

gekommen seien und eine weitere Person sich auf der Strasse befunden und 

«alles gut» gerufen habe; der Kleinwagen sei Richtung Osterfingen weggefahren 

und von einem BMW mit Blaulicht, vermutlich der Grenzwache, verfolgt worden 

(BA-10-01-01-0007 f.).  

Laut Polizeiberichten vom 10. und 13. Februar 2021 konnte durch eine Grenz-

wachtpatrouille ein schwarzer Fiat Panda mit deutschen Kennzeichen bis zur Lie-

genschaft S.-Strasse in Wilchingen verfolgt werden, worauf die Täterschaft das 

Fahrzeug verliess und sich zu Fuss in unterschiedliche Richtungen (BA-10-01-

01-0005) bzw. in Richtung deutsche Grenze (BA-10-01-01-0015) entfernte. Eine 

weiträumige Fahndung durch Polizei und Grenzwachtkorps blieb ergebnislos 

(BA-10-01-01-0009). Es konnten ein Batterie-Pack auf einem Randstein vor der 

Bank und beim Fahrzeug Fiat Panda zwei Kabel festgestellt werden (BA-10-01-

01-0006 f.). Die Geschäftsräumlichkeiten der Bank B. und die angrenzenden Lie-

genschaften sind nicht videoüberwacht (BA-10-01-01-0009). 

b) Gemäss den polizeilichen Feststellungen wurde aus dem Bankomaten Bar-

geld in der Höhe von Fr. 37'380.-- und EUR 8'550.-- (bzw. umgerechnet ca. 

Fr. 9'237.--) entwendet (BA-10-01-01-0010, -0014, -0024). Im zerstörten Banko-

maten wurde restliches Bargeld in Schweizer Franken und Euro sichergestellt, 

welches der Bank B. übergeben wurde (BA-10-01-01-0011). Am Gebäude sowie 

an den Einrichtungen (inkl. Bankomat) entstand laut Polizeibericht ein Sachscha-

den von ca. Fr. 20'000.-- (BA-10-01-01-0010). Die Bank B. beziffert den Sach-

schaden (inkl. Bankomat) mit Fr. 51'500.-- (BA-15-01-0008). 

c) Das Fahrzeug Fiat Panda war am Vorabend in Klettgau (D) entwendet worden 

(BA-10-01-01-0009; 10-01-01-0012 ff.). Gemäss den polizeilichen Feststellun-

gen wurde es, aufgrund der Verschmutzung im Innenraum bzw. am Fussboden, 

mutmasslich von drei Personen benutzt. Das Fahrzeug wurde vermutlich via 

OBD2-Stecker und mit einem «Polen-Schlüssel» gestartet (BA-10-01-01-0014). 

3.3.1.2 Spurenbericht des Forensischen Instituts Zürich (FOR) 

Gemäss Spurenbericht des FOR vom 16. März 2021 (BA-11-01-0001 ff.) wurden 

vor dem Haupteingang der Bank auf einem Randstein ein schwarzer Bleiakku-

mulator (Dimensionen ca. 177 x 60 x 34 mm) und in einer Entfernung von ca. 

180 m zum Tatort ein Fluchtfahrzeug (Fiat Panda) mit Werkzeug und Kabel si-

chergestellt. Im Fahrzeug befand sich auf dem Beifahrersitz ein Kabel mit einer 

- 14 - 

SK.2022.37 

Gesamtlänge von ca. 6 m, wovon etwa zwei Drittel aus einer zweiadrigen Trenn-

nahtlitze mit weisser und grauer Isolation bestanden. Daran waren vier Kupfer-

drähte, zwei mit roter und zwei mit blauer Isolation, befestigt. Davon war ein Draht 

mit blauer Isolation deutlich kürzer als der Rest. Die isolierten Kupferdrähte wur-

den an mehreren Stellen mit schwarzem Klebeband zusammengehalten. Zum 

Bankomaten selber stellte das FOR fest, dass sich die Bedienkonsole nach dem 

Haupteingang an der rechtsseitigen Wand des Vorraumes und der Rest des Ge-

rätes mit dem Tresor in einer Art Schrank im dahinterliegenden Besprechungs-

zimmer, bezeichnet als Tresorraum, befanden. Durch die Wucht der Explosion 

wurde der Bankomat zerstört und Teile davon in den Vorraum und in den Tresor-

raum geschleudert. Die Tresortüre des Gerätes wurde bei der Sprengung durch 

die Schranktüre hindurch bis an die gegenüberliegende Wand katapultiert. Die 

beiden Räume inklusive Inventar waren stark beschädigt und die Glasscheiben 

der Fenster teilweise geborsten. Die restlichen Räume blieben weitgehend un-

beschädigt. Im Aussenbereich lagen Teile der geborstenen Glasscheiben und im 

Eingangsbereich loses Material der Fassade. Ausser dem Akkumulator wurden 

dort keine weiteren Spuren der verwendeten Vorrichtung gefunden. Die instru-

mentalanalytische Untersuchung des Kabels aus dem Fluchtauto (Fiat Panda), 

vermutete Zündseite (A014705409), ergab den Hinweis auf 2,6-DNT und den 

Nachweis von Nitroglycerin, 2,4-DNT und Pentaerythrityltetranitrat (PETN). Der 

Schmauch ab Einrahmung Bankomat aus dem Vorraum (A014705238) und ab 

Tresor und Tresorverkleidung aus dem Tresorraum (A014'705'249) ergab keine 

Hinweise auf Sprengstoffe. Das beschmauchte Tastenfeld des Bankomaten 

(A014705272) ergab den Nachweis von Pentaerythrityltetranitrat (PETN). Das 

Kabelmaterial (A014705409) der Zündleitung bestand aus zwei roten und einem 

blau isolierten Kupferdraht. Diese wiesen jeweils einen Durchmesser von ca. 

1,2 mm und eine Länge von etwa 1 m aus. Etwa mittig wurden die drei isolierten 

Drähte von einem ca. 50 mm breiten, schwarzen Kunststoffklebeband zusam-

mengehalten. Diese lieferten keine Erkenntnisse zur verwendeten Vorrichtung.  

Das FOR hält fest, dass die angetroffene Situation und die Resultate der instru-

mentalanalytischen Untersuchung darauf schliessen lassen, dass das Kabel vom 

Beifahrersitz des Fluchtfahrzeugs als Zündleitung diente. Aufgrund der Konstruk-

tion des Kabels, welches auf einer Seite vier isolierte Kupferdrähte aufweist, wäre 

es möglich (gewesen), zwei Ladungen gleichzeitig zu zünden. Das FOR hält wei-

ter fest, dass aufgrund der Spuren eine Ladung im Tresor des Bankomaten um-

setzte. Zur Auslösung könnte der Akkumulator verwendet worden sein. Teile des 

Zündmittels und ein allfälliges Behältnis der Vorrichtung wurden nicht gefunden. 

3.3.1.3 Gutachten des FOR 

Gemäss Gutachten des FOR vom 24. März 2022 (BA-11-01-0220 ff.) zum Vorfall 

in Wilchingen – worin auf den Spurenbericht der Polizei (ergänzende Akten), 

Nachtrag 1 zum Spurenbericht (BA-11-01-0024 ff.), und den Spurenbericht des 

FOR vom 16. März 2021 (BA-11-01-0001 ff.) verwiesen wird – ist auf Grund des 

- 15 - 

SK.2022.37 

Spurenbildes des zerstörten Bankomatentresors zu folgern, dass die Sprengla-

dung durch das Notenausgabefach in den Tresor eingeführt wurde und im Tresor 

zur Umsetzung gelangte. Aufgrund der Spuren, des Spurenbildes und der doku-

mentierten Schäden am Bankomaten und am Gebäude (vgl. Bildanhang, Abbil-

dungen W1 bis W12; BA-11-01-0239 ff.) sei zu folgern, dass eine unkonventio-

nelle Spreng- und Brandvorrichtung (USBV), bestehend aus mindestens einer 

Sprengladung von einigen 100 g Sprengstoff und zwei elektrischen Sprengzün-

dern, verwendet wurde; Hinweise auf ein allfälliges Sprengstoffbehältnis lägen 

nicht vor. Es sei sowohl möglich, dass zwei Ladungen – eine im Tresor und eine 

zwischen Tresor und Ausgabefach –, als auch, dass nur eine Ladung mit einer 

sog. Doppelzündung (Verwendung von zwei elektrischen Sprengzündern in einer 

Sprengladung) verwendet wurde. Die instrumentalanalytischen Untersuchungen 

der Kabelenden aus dem Fluchtfahrzeug hätten den Nachweis von Nitroglycerin, 

2,4-Dinitrotoluol (2,4-DNT) und Pentaerythrityltetranitrat (Nitropenta, PETN) und 

den Hinweis auf 2,6-Dinitrotoluol (2,6-DNT) ergeben. Anhand dieser Resultate 

könne die Frage, welcher Explosivstoff verwendet wurde, nicht abschliessend 

beantwortet werden. Es könne ein gewerblicher gelatinierter Sprengstoff, ein mi-

litärischer Sprengstoff oder eine Mischung der beiden eingesetzt worden sein 

(BA-11-01-0225 f.). Zur Frage der Zündung der USBV hält das FOR fest, dass 

am Ereignisort vor den Parkplätzen auf einem Randstein ein schwarzer Bleiak-

kumulator mit den Abmessungen von ca. 177 x 60 x 34 mm gefunden worden sei 

(Energiequelle). Im Fluchtfahrzeug habe sich im Bereich Beifahrersitz ein Kabel 

mit einer Gesamtlänge von ca. 6 m befunden (BA-11-01-0003). Dieses bestehe 

einerseits aus einer Trennnahtlitze mit grauer und weisser Isolation sowie je zwei 

rot und zwei blau isolierten Kupferdrähten. Aufgrund der Abmessungen der blau 

und rot isolierten Kupferdrähte handle es sich um Zünderdrähte von elektrischen 

Sprengzündern. Die Trennnahtlitze mit der grauen und weissen Isolation dürfte 

als sog. Schiessleitung (Verlängerung) verwendet worden sein. Aufgrund der 

Energiequelle, der mutmasslichen Zünderdrähte und der Schiessleitung stehe 

eine elektrische Zündung der USBV im Vordergrund (BA-11-01-0227). 

3.3.1.4 Rechtshilfe von Rumänien 

Der Beschuldigte machte, wie erwähnt, geltend, er habe sich zum Tatzeitpunkt 

in Rumänien befunden. Die Bundesanwaltschaft ersuchte daher u.a. in diesem 

Zusammenhang Rumänien um Gewährung von Rechtshilfe (Vorakten, 

Rubrik 18.5). Auf die Rechtshilfeakten, wie auch auf weitere Beweisakten, wird 

nachfolgend in den Ausführungen zum Vorfall in Buchberg Bezug genommen 

(E. 3.3.2). 

3.3.1.5 Aussagen des Beschuldigten  

Zu den Aussagen des Beschuldigten wird zum Vorfall in Buchberg verwiesen 

(E. 3.3.2.8). 

- 16 - 

SK.2022.37 

3.3.2 Beweismittel zum Vorfall in Buchberg vom 3. April 2021 

3.3.2.1 Polizeiberichte 

a) Gemäss Bericht der Schaffhauser Polizei vom 8. April 2021 (BA-10-01-02-

0001 ff.) ging am 3. April 2021 um 03.34 Uhr bei der Einsatzzentrale eine telefo-

nische Meldung der T. AG ein, wonach diese einen generellen Alarm des Ban-

komaten der Bank G. in Buchberg erhalten habe. Eine Minute später meldete 

AA., dass der Bankomat in Buchberg gesprengt worden sei, ein Personenwagen 

vor Ort stehe und drei junge, dunkel gekleidete Männer zu Fuss in Richtung  

BB.-Strasse geflüchtet seien. L. meldete, dass der Bankomat in Buchberg ge-

sprengt worden sei und Personen davongerannt seien. Die ausgerückten Poli-

zeipatrouillen stellten fest, dass vermutlich mittels Geissfusses die Geldausga-

beklappe des Bankomaten aufgehebelt, ein Sprengstoffpaket im Notenfach des 

Bankomaten deponiert und durch die Detonation der Bankomat gesprengt wor-

den war. Der Bankomat wurde durch die Detonation komplett zerstört. Im Um-

kreis von ca. 50 m wurden Trümmerteile vorgefunden, wobei durch ein Trümmer-

teil die Heckscheibe des Personenwagens von M. beschädigt wurde. Auf dem 

Vorplatz wurden ein Elektrokabel sowie ein Personenwagen Fiat 500 mit Zürcher 

Kontrollschildern festgestellt. Die Örtlichkeit wird wie folgt beschrieben: Bei der 

Liegenschaft I.-Strasse in Buchberg handelt es sich um ein freistehendes Ge-

bäude im Dorfkern. Im Erdgeschoss befindet sich ein Laden der H. AG sowie ein 

externer Bankomat der Bank G. und im Obergeschoss zwei Wohnungen (BA-10-

01-02-0010). Laut Polizeibericht vom 29. April 2021 konnte der Fluchtweg der 

Täterschaft vom Tatort bis ins Dorfzentrum von Rüdlingen rekonstruiert werden 

(BA-10-01-02-0034). 

b) Auskunftspersonen, welche an der I.-Strasse bzw. in Sichtdistanz zum Ban-

komaten in Buchberg wohnhaft sind oder sich in der fraglichen Nacht in dortigen 

Wohnhäusern aufhielten, machten gegenüber der Polizei folgende Angaben: 

aa) L. erklärte, er habe sein Schlafzimmer direkt über dem H.-Laden. Er habe 

einen lauten Knall gehört und daraufhin aus dem Fenster geschaut. Er habe ein 

Auto vor dem H.-Laden festgestellt, in welchem drei Personen gesessen hätten. 

Als er aus dem Fenster gerufen habe, seien diese Personen aus dem Auto ge-

stiegen und am H.-Laden vorbei davongerannt (BA-10-01-02-0010). 

bb) M. erklärte, sie habe einen lauten Knall vernommen. Als sie aus dem Fenster 

geschaut habe, habe sie drei Personen wegrennen sehen. Sie habe festgestellt, 

dass der Bankomat gesprengt und durch die Sprengung die Heckscheibe ihres 

Personenwagens beschädigt worden sei (BA-10-01-02-0010). 

cc) AA. erklärte, er habe um ca. 3.35 Uhr einen lauten Knall gehört und danach 

drei junge Männer, alle dunkel gekleidet mit Kapuzenshirts, in Richtung  

BB.-Strasse davonrennen sehen. Er wohne gleich gegenüber vom Bankomaten 

- 17 - 

SK.2022.37 

und habe gesehen, dass dieser gesprengt worden sei. Es sei auch noch ein Per-

sonenwagen auf dem Parkplatz gestanden (BA-10-01-02-0010). 

dd) CC. erklärte, sie sei wach gewesen und habe aus dem Fenster geschaut; 

gegenüber beim H.-Laden habe sie zwei dunkel gekleidete Personen stehen se-

hen. Als diese Personen an einem Auto, das auf dem H.-Parkplatz parkiert ge-

wesen sei, vorbeigegangen seien, habe es gerumpelt. Es sei zu einem verbalen 

Disput zwischen diesen Personen gekommen; es seien Männerstimmen gewe-

sen. Kurz darauf seien die Personen davongerannt. Sie habe drei Personen weg-

rennen sehen; woher die dritte Person gekommen sei, könne sie nicht sagen, 

vielleicht habe sie sich im Fahrzeug befunden (BA-10-01-02-0010 f.). 

ee) DD. erklärte, er habe nach dem Knall aus dem Fenster geschaut. Seine Sicht 

sei wegen eines Hausumbaus eingeschränkt gewesen. Er habe zwei Personen 

beim H.-Laden, der sich schräg gegenüber befinde, stehen sehen. Diese hätten 

miteinander geredet. Er sei nach unten gegangen und habe gesehen, wie die 

Personen zu Fuss die Flucht ergriffen hätten; sie seien links am H.-Laden vorbei 

und hinter dem nächsten Haus weiter nach links gerannt. Er sei ihnen barfuss 

hinterhergerannt, habe sie aber aus den Augen verloren (BA-10-01-02-0011). 

ff) EE. erklärte, sie habe sich nach dem Knall auf den Balkon begeben und zwei 

Personen vor dem H.-Laden gesehen, die sich gestritten hätten. Sie seien dunkel 

gekleidet und es seien Männerstimmen gewesen (BA-10-01-02-0011). 

gg) FF. erklärte, sie habe nach dem Knall aus dem Fenster geschaut und drei 

Personen mit dunklen Parka-Jacken mit Kapuze gesehen, die zuerst auf der 

GG.-Strasse und dann zwischen den Häusern in Richtung Reben gerannt seien. 

Eine Person habe einen Rucksack bei sich gehabt (BA-10-01-02-0011). 

hh) HH. erklärte, er habe einen lauten Knall gehört und sei sofort auf den Balkon 

gegangen. Er habe zwei Personen über die BB.-Strasse in Richtung Rhein ren-

nen sehen. Alles sei sehr schnell gegangen und da es dunkel gewesen sei, 

könne er die Personen nicht beschreiben (BA-10-01-02-0011). 

ii) II. erklärte, sie habe mitten in der Nacht einen Knall gehört. Daraufhin sei sie 

aufgestanden und habe aus dem Fenster geschaut. Sie habe einen Mann wahr-

nehmen können, der an der Ecke, an der Kreuzung beim Restaurant JJ., gestan-

den sei und in Richtung H.-Laden geschaut habe. Von dort her sei ein zweiter 

Mann dahergerannt; dann seien beide in Richtung Kirche gerannt, wobei der 

Zweite ebenfalls zurückgeblickt habe. Sie habe auch noch das Auto vor der Bank 

sehen können. Danach habe sie nichts mehr gesehen (BA-10-01-02-0012). 

jj) KK. erklärte, sie wohne gegenüber vom Tatort und habe ihr Schlafzimmer auf 

der Gebäuderückseite, nicht zur I.-Strasse. Gegen 3.30 Uhr habe sie einen un-

beschreiblich lauten Knall gehört; ihr ganzes Haus habe vibriert. Dann sei sie ins 

zweite Stockwerk, Seite I.-Strasse, ans Fenster gegangen und habe gesehen, 

- 18 - 

SK.2022.37 

wie ihr Nachbar DD. zu Fuss den Tätern hinterherrenne. Die Täterschaft habe 

sie zu keiner Zeit gesehen (BA-10-01-02-0012). 

kk) LL. erklärte, er habe gegen 3.30 Uhr einen lauten Knall gehört. Er habe da-

nach aus dem Fenster geschaut und zwei dunkel gekleidete Typen davonrennen 

sehen. Eine weitere Person, vermutlich sein Nachbar, sei hinterhergerannt. Er 

habe eine Taschenlampe behändigt und nachgeschaut, ob es beim Bankomaten 

brenne. DD., welcher den Tätern nachgerannt sei, sei zurückgekommen; zusam-

men seien sie mit dem Auto in Richtung Kirche gefahren. Sie hätten mit der Ta-

schenlampe die Gegend abgesucht und in den Reben einen weissen Camper 

festgestellt. Bei einem Haus im «Hinteren Chapf» sei vermutlich ein Bewegungs-

melder angegangen. Sie seien weiter nach Rüdlingen und zur Hauptstrasse in 

Richtung Brücke gefahren und hätten von dort die Gegend abgesucht, die Täter-

schaft jedoch nicht feststellen können (BA-10-01-02-0013).  

ll) MM. – wohnhaft im Nachbarort Rüdlingen – erklärte, sie sei wach gewesen 

und habe zwischen 3 und 4 Uhr einen Knall gehört; es habe sich wie eine Spren-

gung angehört. Sie habe ca. 15 - 20 Minuten später Männerstimmen gehört; es 

seien mindestens zwei, wenn nicht drei Personen gewesen. Nach ca. 10 - 15 Mi-

nuten habe sie gehört, wie ein Fahrzeug gestartet worden sei und «in einem Af-

fenzahn» sehr laut weggefahren sei. Sie vermute, dieses Fahrzeug sei auf dem 

unteren Parkplatz beim Rhein (neben der Rheinbrücke Rüdlingen) gestanden 

und danach über die Brücke nach Flaach und weiter nach Volken gefahren, da 

sie es bis dorthin gehört habe. Sie habe nichts gesehen (BA-10-01-02-0011 f.). 

c) Der Sachschaden wurde von der Polizei mit ca. Fr. 223'000.-- beziffert, wobei 

folgende Geschädigte zu verzeichnen sind: Bank G. mit einem Schaden von ca. 

Fr. 200'000.-- (Zerstörung Bankomat und Bankomattresorraum); M. von ca. 

Fr. 1'000.-- (Beschädigung der Heckscheibe am Fahrzeug); C. Genossenschaft 

von ca. Fr. 20'000.-- (Beschädigung an Hausfassade); H. AG Buchberg von ca. 

Fr. 2'000.-- (Beschädigung an Schiebetüre und Plakatständer) (BA-10-01-02-

0008 f., -0015).  

d) Im Bankomaten der Bank G. befand sich Bargeld im Betrag von  

Fr. 502'510.-- und Euro von 80'335.-- (BA-01-02-0016). Dieses wurde von der 

Täterschaft nicht entwendet und konnte der Bank übergeben werden. Gemäss 

den vorgefundenen Spuren dürfte die Täterschaft erfolglos versucht haben, 

durch das durch die Sprengung entstandene Loch hindurchzukriechen, um an 

das im Bankomaten gelagerte Bargeld zu gelangen (BA-10-01-02-0033 f.). 

e) Gemäss Berichten der Schaffhauser Polizei vom 8. und 29. April 2021 wurde 

beim Fiat 500 im Fahrzeuginnern eine Zündquelle in Form einer Batterie (Akku) 

mit den Dimensionen 17,5 x 3,4 x 6 cm aufgefunden (BA-10-01-02-0014). Es 

handelt sich um denselben Typ, wie er bei der Sprengung des Bankomaten in 

- 19 - 

SK.2022.37 

Wilchingen verwendet worden war. Analog dem Vorfall in Wilchingen war die Se-

riennummer unkenntlich gemacht (ausgeritzt). Auf der Fahrerseite, links des Fah-

rersitzes, wurde ein Geissfuss aufgefunden (BA-10-01-02-0032). Beim Fiat 500 

waren, analog dem Fiat Punto (recte: Fiat Panda), der in Wilchingen zur Tatbe-

gehung verwendet wurde, die Tagfahrlichter eingeschlagen (BA-10-01-02-0033).  

f) Der in Buchberg sichergestellte Personenwagen Fiat 500 wurde in der gleichen 

Nacht, am 3. April 2021 zwischen 1.00 und 3.30 Uhr, in Hüntwangen entwendet 

(BA-10-01-02-0014, -0027, 11-01-0058). Das Fahrzeug wurde vermutlich via 

OBD2-Stecker und mit einem «Polen-Schlüssel» gestartet (BA-10-01-02-0027).  

g) Gemäss Bericht der Kantonspolizei Zürich vom 27. Mai 2021 wurde zwischen 

dem 2. April 2021, ca. 16.00 Uhr, und dem 3. April 2021, ca. 8.15 Uhr, in Was-

terkingen ein ohne Kontrollschilder abgestelltes Wohnmobil, Marke Fiat Ducato, 

entwendet; das Fahrzeug wurde am 4. April 2021 in Hüntwangen aufgefunden 

(BA-11-01-0028 ff.). Gemäss Bericht der Kantonspolizei Zürich vom 19. Ap-

ril 2021 wurden zwischen dem 1. April 2021 und dem 4. April 2021 ab einem 

Personenwagen in Wasterkingen die Kontrollschilder ZH 2 entwendet; diese wa-

ren am entwendeten Wohnmobil angebracht worden (BA-11-01-0050 ff.). Sowohl 

an den Kontrollschildern als auch am Wohnmobil wurden Spuren gesichert. 

h) Laut Bericht des FOR vom 26. Mai 2021 wurde am entwendeten Kontrollschild 

ZH 2 die gleiche DNA (PCN 3) festgestellt wie bei der Sprengung des Bankoma-

ten in Buchberg (recte: Wilchingen) (BA-11-01-0058 f., -0064). Gemäss Nach-

trag 1 zum Spurenbericht der Schaffhauser Polizei vom 30. April 2021 ergab sich 

in 14 vergleichbaren DNA-Systemen eine Übereinstimmung des DNA-Profils 

PCN 3 mit der DNA-Spur PCN 4 (Asservat A000178712), welche beim Vorfall 

Wilchingen ab Klebeband des Stromkabels (Asservat A000178701) – das auf 

dem Beifahrersitz des Fiat Panda aufgefunden wurde (BA-11-01-0149) – sicher-

gestellt wurde (BA-11-01-0025 f.). Die Identität dieses DNA-Profils konnte nicht 

ermittelt werden (BA-11-01-0025). 

i) Anlässlich seiner Verhaftung am 21. November 2021 in Ungarn wurde ein dem 

Beschuldigten gehörendes und gemäss seinen Angaben ausschliesslich von ihm 

benütztes Mobiltelefon der Marke Samsung, Modell A51, sichergestellt; dieses 

wurde bei der Auslieferung des Beschuldigten den Schweizer Behörden überge-

ben. Die Auswertung ergab, dass das Gerät am 6. Oktober 2021 in Betrieb ge-

nommen wurde, wobei die Chatverläufe der Messengerdienste wie auch die über 

solche Dienste geführten Telefongespräche in Call-Logs synchronisiert wurden. 

Daher sind insoweit die vor der Inbetriebnahme getätigten Kontakte ersichtlich 

(BA-10-02-0050). Aus den gespeicherten Rufnummern, wovon mit Ausnahme 

von 14 italienischen und einer deutschen Nummer alles rumänische Nummern 

sind, ergaben sich keine Hinweise auf weitere Täter von Bankomatsprengungen; 

auch wurden die gespeicherten Nummern in der Schweiz noch nie an einem  

- 20 - 

SK.2022.37 

Tatort festgestellt (BA-10-02-0050). Ein- und ausgehende Anrufe sowie Anruf-

versuche (Call-Logs) konnten für die Zeit vom 23. November 2019 bis am Tag 

vor der Verhaftung festgestellt werden. Verzeichnete Gespräche vor dem 6. Ok-

tober 2021 wurden ausschliesslich über Messengerdienste geführt (BA-10-02-

0051). Im Zeitraum der Vorfälle in Wilchingen und Buchberg wurde keine Benut-

zung der Messengerdienste festgestellt. Am 19. Januar 2021 wurde das Gerät 

für einen Anruf benutzt, danach erst wieder am 3. März 2021; ein weiterer Unter-

bruch in der Benutzung wurde zwischen dem 30. März 2021 und dem 10. Ap-

ril 2021 bzw. 29. März 2021 und 14. April 2021 verzeichnet (BA-10-02-0052, -

0053, -0046).  

3.3.2.2 Videoaufnahmen von Überwachungskameras 

a) Auswertung des Videomaterials, H.-Laden Buchberg (BA-10-01-02-0034 f.): 

Folgende Vorgänge mit Datum 3. April 2021 sind zu erkennen: 03:27 Uhr: Das 

Fahrzeug Fiat 500 fährt auf den Vorplatz des H.-Ladens; Fahrer und Beifahrer 

vorne steigen aus; der Fahrer geht zum Bankomaten; 03:28 Uhr: beide Personen 

halten sich beim Bankomaten auf; eine Person geht zum Fahrzeug zurück und 

verhilft einer weiteren Person aus dem Fahrzeug zu steigen, welche danach 

ebenfalls zum Bankomaten geht; 03:29 Uhr: hektisches Hin und Her zwischen 

Fahrzeug und Bankomaten; mindestens ein Täter behändigt einen oder mehrere 

Gegenstände aus dem Fahrzeug (Beifahrerseite); ein Täter begibt sich in der 

Folge zur Hausecke (bei Bushaltestelle) und steht dort offenbar «Schmiere»; 

03:30 Uhr: einer der Täter beim Bankomaten hält eine Taschenlampe; das Fahr-

zeug wird ein wenig Richtung Bushaltestelle/Kirche gefahren; der Täter mit der 

Taschenlampe steht auf der Fahrerseite und hält eine Tasche oder einen Ruck-

sack in der Hand; 03:30 Uhr: ein Täter steht bei der Hausecke; die beiden ande-

ren befinden sich beim Bankomaten bzw. gehen hin und her; danach begibt sich 

ein Täter vor das Fahrzeug und geht in Deckung; der andere Täter begibt sich 

zu jenem an der Hausecke; 03:31 Uhr: die Sprengung des Bankomaten erfolgt; 

dabei gehen die Warnblinker des Fahrzeugs und das Licht im H.-Laden an; 

03:32 Uhr: unmittelbar nach der Detonation geht jener Täter, welcher vor dem 

Fahrzeug in Deckung ging, zum Bankomaten, flüchtet jedoch rasch in Richtung 

Kirche; 03:35 Uhr: eine Person mit Taschenlampe erscheint aus Richtung Kirche 

und geht zum Bankomaten (vermutlich Auskunftsperson); 03:42 Uhr: ein Ta-

schenlampenlicht nähert sich aus Richtung Kirche (vermutlich Auskunftsperson). 

b) Auswertung des Videomaterials des Bankomaten der Bank G. (BA-10-01-02-

0035): Bezüglich der Tatvorgänge vom 3. April 2021 (Tatzeit 03.26 Uhr bis 03.31 

Uhr) wurde eine Fotodokumentation erstellt (BA-10-01-02-0083 bis -0096). Auf 

den Aufnahmen ist im Wesentlichen zu erkennen, wie das Fahrzeug Fiat 500 vor 

den H.-Laden fährt und parkiert wird, zwei vermummte Personen – wovon eine 

dunkel gekleidet ist (Jacke mit Kapuze; Täter 1) und die andere eine helle Jacke 

mit Kapuze trägt und einen Rucksack in der Hand hält (Täter 2) – aussteigen und 

sich zum Bankomaten begeben, während sich eine dritte Person zur Hausecke 

- 21 - 

SK.2022.37 

des H.-Ladens begibt und dort wartet (Täter 3), die Täter 1 und 2 mit einem Spray 

zunächst die Überwachungskamera besprühen, danach beim Fahrzeug Gegen-

stände holen, sich mit einem Brecheisen am Geldausgabefach des Bankomaten 

zu schaffen machen, von einem Paket ein Kabel abwickeln und dieses zum Ban-

komaten verlegen, das Paket ins Geldausgabefach hineinschieben, die Täter 1 

und 2 mit Rucksack und Brecheisen zum Fahrzeug zurückgehen, während Tä-

ter 3 weiterhin an der Hausecke steht, das Fahrzeug gestartet und ein paar Meter 

nach vorne verschoben wird, einer der beiden Täter sich zu Täter 3 hinter der 

Hausecke in Deckung und der andere Täter vor das Fahrzeug begibt. Nach der 

Sprengung machte die Kamera keine Aufzeichnungen mehr. 

3.3.2.3 Spurenbericht des FOR 

Mitarbeiter des FOR wurden am 3. April 2021, ca. 4.15 Uhr, durch die Schaffhau-

ser Polizei zur spezialisierten Spurensicherung aufgeboten (BA-11-01-0110 ff.).  

Das FOR hält zum Ereignisort fest, dass sich der gesprengte Bankomat direkt 

rechts neben dem Haupteingang zu einer H.-Filiale an einer Wand befand. Durch 

die Wucht der Explosion wurde der Bankomat zerstört und Teile davon lagen auf 

dem Vorplatz. Einige Meter neben dem Bankomaten stand ein Fiat 500, bei wel-

chem auf der Fahrerseite der Seitenairbag ausgelöst war. Die Zündung des Fahr-

zeugs und die Lichter waren eingeschaltet, die Pannenblinker aktiviert. Die Bei-

fahrertür stand offen. Hinter den Hinterreifen des Fahrzeugs lag ein zweiadriges 

braunes Litzenkabel, welches zu zwei Plakattafeln auf dem Vorplatz der H.-Filiale 

führte und dort mit zwei rot und zwei blau isolierten Drähten verbunden war. Das 

Vordach der H.-Filiale wurde beschädigt. Einige Teile davon lagen auf dem Vor-

platz beim Bankomaten. Eine Überwachungskamera, welche oberhalb des Ban-

komaten am Vordach angebracht war, hing an den Drähten herunter. Die Bedi-

enkonsole des gesprengten Bankomaten befand sich ausserhalb des Gebäudes. 

Der Bankomat selbst (inklusiv Tresor) befand sich im dahinterliegenden Tresor-

raum. Die Tresortür des Gerätes wurde beschädigt und durch die Sprengung 

teilweise geöffnet. Der Tresorraum war stark beschädigt und die Wände hatten 

Risse. Im Raum lagen einige Teile des Bankomaten und Teile der Raumdecke 

am Boden. Die restlichen Räume der Liegenschaft wie auch die grossen Glas-

scheiben der H.-Filiale blieben weitgehend unbeschädigt. Bei einem in der Nähe 

parkierten Fahrzeug war die Heckscheibe zerborsten. 

Das Fahrzeug Fiat 500 wurde ergebnislos auf mögliche Sprengmittel durchsucht. 

Bei der weiteren Spurensicherung durch die Schaffhauser Polizei wurde zwi-

schen Fussschwelle und Fahrersitz ein grauer Geissfuss und hinter dem Fahrer-

sitz ein schwarzer Bleiakkumulator mit den Dimensionen ca. 175 x 60 x 34 mm 

sichergestellt. Auf der Beifahrerseite befand sich ein mit einer Flüssigkeit gefüllter 

Pumpspray. Zwischen den Trümmern auf dem Vorplatz wurden blau und rot iso-

lierte Drahtfragmente sichergestellt (A014'877'908, A014'877'919), auch das 

restliche Material vor dem Bankomaten wurde sichergestellt (A014'877'895). Die 

- 22 - 

SK.2022.37 

beschädigte Tresortür wurde geöffnet und das darin enthaltene Geld sicherge-

stellt. Die Metallteile vom Bankomaten wurden visuell durchmustert und die stark 

beschmauchten Metallteile mittels Wattenrondelle abgerieben (A014'877'953); 

eine Schmauchprobe wurde von der Öffnung vorne und vom Tresordeckel des 

Bankomaten genommen (A014'877'964). Die stark beschmauchten Metallteile 

aus dem Tresor wurden asserviert (A014'877'997). Von den blau und rot isolier-

ten Drähten, welche zwischen den Plakattafeln auf dem Vorplatz mit dem Litzen-

kabel verbunden waren, wurden die Drahtenden für eine Schmauchanalyse ab-

geschnitten (A014877920, A014'877'931). Im Wischasservat (A014'877'895) be-

fanden sich Kupfersplitter, Metallsplitter, Kunststofffragmente und Drahtstücke. 

Die Auswertung der Analysenresultate der Schmauchuntersuchungen ab den 

Kabelenden, roter und blauer Draht (A014877920, A014877931), ergab den Hin-

weis auf die Verwendung von Nitropenta (PETN); jene ab den Metallteilen vom 

Bankomaten (A014'877'953) sowie von Öffnung/Tresordeckel (A014'877'964) 

ergab den Hinweis auf die Verwendung von Nitropenta (PETN) und Nitroglycerin.  

Die vom FOR abgetrennten und untersuchten Drahtenden (A014'877'920 und 

A014'877'931) sowie die blauen Kabelfragmente (A014877908) und die roten 

Kabelfragmente (A014'877'919), weisen jeweils einen Durchmesser mit Isolation 

von ca. 1,2 mm auf. Der Kupferdrahtdurchmesser beträgt jeweils ca. 0,5 mm. 

Zum Vorgehen und zum Aufbau der Sprengvorrichtungen hält das FOR fest: Die 

angetroffene Situation und die Resultate der instrumentalanalytischen Untersu-

chung lassen darauf schliessen, dass das zweiadrige braune Litzenkabel, das 

hinter den Hinterreifen des Fahrzeugs lag, als Zündleitung diente. Aufgrund der 

Konstruktion des Kabels, das auf der Explosionsseite vier isolierte Kupferdrähte 

aufweist, wäre es möglich, zwei Ladungen gleichzeitig zu zünden. Es ist davon 

auszugehen, dass eine Ladung im Tresor des Bankomaten umsetzte. Zur Aus-

lösung könnte der sichergestellte Akkumulator verwendet worden sein. Teile des 

Zündmittels und ein allfälliges Behältnis der Vorrichtung wurden nicht gefunden. 

Das FOR stellte Hinweise auf konkrete materialtechnische und modus operandi-

Zusammenhänge zur Bankomatensprengung in Wilchingen fest: detailgetreue 

Zündleitungen (zweiadriges Litzenkabel mit je zwei rot und zwei blau isolierten 

Drähten, Drahtdurchmesser); Verwendung eines Sprengstoffs auf Basis von 

PETN; gleiche Art und gleiche Abmessung des Akkumulators (BA-11-01-0115).  

3.3.2.4 Gutachten des FOR 

Gemäss Gutachten des FOR vom 24. März 2022 (BA-11-01-0220 ff.) zum Vorfall 

in Buchberg – worin auf den Spurenbericht der Schaffhauser Polizei vom 23. Ap-

ril 2021 (BA-11-01-0067 ff.) und den Spurenbericht des FOR vom 22. Juni 2021 

(BA-11-01-0110 ff.) verwiesen wird – ist aufgrund des Spurenbildes des zerstör-

- 23 - 

SK.2022.37 

ten Bankomaten-Tresors zu folgern, dass die Sprengladung durch das Noten-

ausgabefach nur teilweise in den Tresor eingeführt wurde und in dieser Position 

zur Umsetzung gelangte. Gemäss den gesicherten Spuren, dem Spurenbild, den 

Schäden am Bankomaten und am Gebäude wie auch am Personenwagen Opel 

Corsa (Fotodokumentation der Schaffhauser Polizei [BA-11-01-0093 ff.]; Bildan-

hang Abbildungen B1 bis B10 [BA-11-01-0246 ff.]) sowie der Videoaufnahmen 

der Überwachungskamera wurde ein rechteckiges Paket in das aufgewuchtete 

Notenausgabefach eingebracht und mit mutmasslich zwei elektrischen Spreng-

zündern (Doppelzündung) gezündet. Aufgrund der erkennbaren Paketgrösse 

liegt die verwendete Sprengstoffmenge bei ca. 300 bis 500 g (BA-11-01-0230 f.). 

Unter Hinweis auf die analytischen Resultate im Spurenbericht des FOR vom 

22. Juni 2021 hält das Gutachten fest, dass die Auswertung der Analyseresultate 

der Schmauchuntersuchung den Hinweis auf die Verwendung von Nitropenta 

(PETN) und Nitroglycerin ergab. Das Gutachten hält weiter fest, dass anhand 

dieser Resultate die Frage, welcher Explosivstoff verwendet wurde, nicht ab-

schliessend beantwortet werden könne. Es könnte ein gewerblicher Sprengstoff, 

ein militärischer Sprengstoff oder aber auch eine Mischung der beiden eingesetzt 

worden sein (BA-11-01-0231). Zur Frage der Zündung hält das Gutachten fest, 

dass ein Bleiakkumulator mit den Abmessungen von ca. 177 mm x 60 mm x 

34 mm im Personenwagen Fiat 500 sowie ein zweiadriges braunes Litzenkabel 

(Schiessleitung), an welchem zwei rot und zwei blau isolierte Drähte befestigt 

waren, sichergestellt wurden. Aufgrund der Abmessungen der blau und rot iso-

lierten Kupferdrähte ist zu folgern, dass es sich dabei um Zünderdrähte von 

elektrischen Sprengzündern handelt. Aufgrund der Energiequelle (Bleiakkumula-

tor), der sichergestellten mutmasslichen Zünderdrähte und der Schiessleitung 

stehe eine elektrische Zündung der USBV im Vordergrund (BA-11-01-0231 f.). 

Zu den beiden Vorfällen in Wilchingen und in Buchberg hält das Gutachten fest, 

dass keine konkreten materialtechnischen Zusammenhänge (d.h. ein detailge-

treuer Aufbau von mindestens zwei verschiedenen Tatmitteln) bestehen. Es be-

stünden jedoch folgende Hinweise auf die Verwendung von gleichartigen Mate-

rialien: In beiden Vorfällen wurden schwarze Bleiakkumulatoren mit den gleichen 

Abmessungen sichergestellt. Obwohl bei beiden Akkumulatoren die Beschriftung 

teilweise ausgekratzt sei, sprächen die noch sichtbaren Beschriftungsfragmente 

sehr stark für den gleichen Typ desselben Herstellers. Die rot und blau isolierten 

Kupferdrähte im Vorfall Wilchingen und im Vorfall Buchberg weisen die gleichen 

Dimensionen bezüglich Aussendurchmesser und Leiterdurchmesser sowie das 

gleiche Leitermaterial (Kupfer) auf. Daraus sei zu folgern, dass es sich bei den 

rot und blau isolierten Kupferdrähten um die Zuleitungen von elektrischen 

Sprengzündern handle. Die Schiessleitungen im Vorfall Wilchingen und im Vor-

fall Buchberg würden sich hingegen bereits rein optisch bezüglich der Farbe der 

Isolation und dem Aufdruck auf der Trennnahtlitze unterscheiden. Dennoch sei 

die Art speziell, wie die abisolierten Enden der feinadrigen Kupferdrähte  

(batterieseitig) zu einer Öse geformt und verdreht seien. So seien zum Beispiel 

- 24 - 

SK.2022.37 

im Vorfall Wilchingen die feinadrigen Kupferdrähte der weiss isolierten Ader im 

Uhrzeigersinn, diejenigen der grau isolierten Ader jedoch im Gegenuhrzeigersinn 

verdreht (Stromkabel aus Fiat Punto, Wilchingen, Abbildung 7 und 8). Im Vorfall 

Buchberg (Stromkabel, Abbildung 9 und 10) seien die feinadrigen Kupferdrähte 

beider braun isolierten Adern im Uhrzeigersinn verdreht (BA-11-01-0236 f.). 

3.3.2.5 Bericht des IRM vom 18. März 2022 

Die Bundeskriminalpolizei (BKP) erteilte dem IRM am 9. Februar 2022 schriftlich 

einen Auftrag betreffend die Berechnung des Beweiswerts der am Tatort Buch-

berg vom mutmasslichen Fluchtfahrzeug ab dem Entriegelungsgriff des Beifah-

rersitzes sichergestellten DNA-Spur. Das IRM erstattete am 18. März 2022 einen 

als «Gutachten» bezeichneten Bericht (BA-10-02-0060 ff.). Die Strafkammer hat 

den Auftrag der BKP, welcher sich zunächst nicht in den eingereichten Vorakten 

befand, beigezogen. Daraus ist ersichtlich, dass der Auftrag nicht formell als Gut-

achtensauftrag im Sinne von Art. 184 StPO erteilt wurde (TPF 6.262.1.003 f.). 

3.3.2.6 Gutachten des IRM vom 12. Oktober 2022  

a) Die Strafkammer erteilte am 30. September 2022 dem IRM einen Gutach-

tensauftrag. Grundlage bilden die beim Fahrzeug Fiat 500 in Buchberg sicherge-

stellte DNA-Spur sowie das DNA-Profil des Beschuldigten (PCN 5) gemäss der 

erkennungsdienstlichen Behandlung vom 28. Dezember 2021 (BA-17-01-0019). 

Die Gutachterin des IRM wurde ausserdem in einem Sachverhalt auf die wesent-

lichen, eine Täterschaft bestreitenden Aussagen des Beschuldigten hingewie-

sen. Die Bundesanwaltschaft reichte innert Frist Zusatzfragen ein; die Verteidi-

gung und die Privatkläger stellten keine Zusatzfragen. Das IRM erstattete das 

Gutachten am 12. Oktober 2022 (TPF 6.264.1.12 ff.). Dieses wurde den Parteien 

am 20. Oktober 2022 zur Kenntnis übermittelt (TPF 6.400.8 f.). 

b) Betreffend die Untersuchungsergebnisse der Asservate wird im Gutachten auf 

den separaten Laborbericht verwiesen (TPF 6.264.1.17 f.). Zur DNA-Auswertung 

am Spurenasservat ab Entriegelungsgriff des Beifahrersitzes hält die Gutachterin 

fest: Das ab dem Entriegelungsgriff des Beifahrersitzes gesicherte Spurenasser-

vat wurde dem IRM unter der PCN 6 vom Kriminaltechnischen Dienst der Kan-

tonspolizei Schaffhausen am 12. April 2021 zur DNA-analytischen Auswertung 

zugestellt. Aus diesem Spurenasservat ab Entriegelungsgriff liess sich ein  

DNA-Mischprofil erstellen. Innerhalb dieses DNA-Mischprofils treten bestimmte 

DNA-Merkmale sehr viel stärker in Erscheinung als die übrigen, die nur sehr 

schwach ausgeprägt vorliegen, nicht konstant darstellbar und daher nicht weiter 

interpretierbar sind. Die sehr stark hervortretenden Merkmale lassen sich zu ei-

nem sogenannten DNA-Hauptprofil einer männlichen Person zusammenfassen, 

bestehend aus zehn DNA-Systemen. Der Vergleich dieses DNA-Hauptprofils mit 

dem DNA-Profil PCN 5 des Beschuldigten zeigt in den zehn typisierbaren und 

- 25 - 

SK.2022.37 

vergleichbaren DNA-Systemen vollkommene Übereinstimmung. Der Beschul-

digte kann somit bezüglich des nachgewiesenen DNA-Hauptprofils als Spuren-

geber nicht ausgeschlossen werden (TPF 6.264.1.13 f.).  

In Beantwortung der Fragen führt die Gutachterin aus: Der Beweiswert des nach-

gewiesenen DNA-Hauptprofils lässt sich mit einem sogenannten Likelihood Ratio 

berechnen, unter Gegenüberstellung zweier Hypothesen: 1) Hypothese 0: Das 

im DNA-Rückstand ab Entriegelungsgriff des Beifahrersitzes nachgewiesene 

DNA-Hauptprofil stammt vom Beschuldigten; 2) Hypothese 1: Das im DNA-Rück-

stand ab Entriegelungsgriff des Beifahrersitzes nachgewiesene DNA-Hauptprofil 

stammt von einer unbekannten, mit dem Beschuldigten genetisch nicht verwand-

ten männlichen Person. Auf Basis dieser Hypothesen stellte die Gutachterin fest: 

«Die Berechnungen ergeben unter Verwendung von in der Schweizer Population 

bestimmten Merkmalshäufigkeiten, dass der Beweiswert des im DNA-Rückstand 

ab dem Entriegelungsgriff des Beifahrersitzes nachgewiesenen DNA-Hauptpro-

fils mehrere Milliarden Mal grösser ist (Likelihood Ratio = 2.197 x 1014), wenn 

man Hypothese 0 ‘Spurengeberschaft von A.’ annimmt, als wenn man Hypo-

these 1 ‘Spurengeberschaft einer unbekannten, mit A. genetisch nicht verwand-

ten männlichen Person’ annehmen würde» (TPF 6.264.1.14).  

Zur Frage einer möglichen Übertragung der DNA-Spur ab vom Beschuldigten 

getragenen Kleidern hält die Gutachterin fest: «Eine solche Übertragung von 

DNA-Spuren auf einem Kleidungsstück (z.B. Jacke) auf einen anderen Gegen-

stand wäre grundsätzlich möglich. Diese indirekten Übertragungen hängen je-

doch von zahlreichen verschiedenen Faktoren ab. In wissenschaftlichen Studien 

konnte gezeigt werden, dass sowohl die Art des Materials und die Oberflächen-

struktur des primären Gegenstandes, von dem die DNA-Spur übertragen wird, 

wie auch die Art des Materials und die Oberflächenstruktur des sekundären Ge-

genstandes, auf den die DNA-Spur übertragen wird, eine wesentliche Rolle 

spielt. So erschweren poröse, saugende Oberflächen wie z.B. Baumwolle einen 

Transfer, während nicht-poröses Material oder glatte Oberflächen wie z.B. Plastik 

einen Transfer erleichtern. Umgekehrt absorbieren poröse, saugende Oberflä-

chen transferiertes Material besser als nicht-poröse, glatte Oberflächen. Auch die 

Art der Spur, z.B. Hautzellen oder Körpersekrete wie Speichel oder Blut sowie 

der Zustand der Spur, ob feucht oder trocken, sind relevant. Feuchte Spuren 

werden besser übertragen als trockene Spuren. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist 

die Art, die Dauer und Intensität der Berührung. Reibung verstärkt im Vergleich 

zu passivem Kontakt oder Druck eine Übertragung» (TPF 6.264.1.14 f.). Die Gut-

achterin führt aus, dass weitere wesentliche Faktoren für eine indirekte  

DNA-Übertragung eine Rolle spielen würden, namentlich, ob an der Aussenseite 

der Kleider noch genügend nicht degradierte DNA-Rückstände für eine Übertra-

gung vorhanden gewesen seien, wann der Beschuldigte die Kleider zuletzt selbst 

getragen habe, wo diese seit dem letzten Tragen gelagert worden seien, wie oft 

und wie lange sie zwischenzeitlich von einer anderen Person getragen und ob 

sie gereinigt worden seien. Grundsätzlich nehme die DNA-Menge mit jedem 

- 26 - 

SK.2022.37 

Transferereignis ab. Da zu viele Faktoren nicht bekannt seien, sei eine abschlies-

sende Beurteilung der geltend gemachten DNA-Übertragung schwierig bzw. es 

sei nicht möglich, die Wahrscheinlichkeit der Aussage des Beschuldigten bezüg-

lich der Herkunft der DNA-Spur zu quantifizieren (TPF 6.264.1.15). Zur Qualität 

der Verbindung zwischen dem Beschuldigten und der Spur am Tatort hält die 

Gutachterin fest, dass die Resultate keine Auffälligkeiten zeigen würden. Die 

DNA-Analyse habe ein sogenanntes DNA-Hauptprofil ergeben. Solche Resultate 

ergäben sich oftmals bei der Auswertung von Kontaktspuren (TPF 6.264.1.15). 

Die Qualität des nachgewiesenen DNA-Hauptprofils sei vereinbar mit einem di-

rekten Hautkontakt beim Bedienen des Entriegelungsgriffs. Eine Übertragung der 

DNA-Spur über ein Kleidungsstück könne jedoch nicht prinzipiell ausgeschlos-

sen werden. Eine Übertragung durch einen passiven Kontakt, z.B. eine zufällige, 

kurze Berührung über ein Kleidungsstück mit dem Entriegelungsgriff, sei aber 

unwahrscheinlich, da dabei kaum genügend DNA übertragen worden sein dürfte, 

um daraus ein auswertbares DNA-Profil zu erstellen. Ein Transfer von trockener 

Kleidung auf eine andere trockene, glatte Oberfläche sei eher unergiebig, da auf 

diese Weise kaum Hautzellen haften bleiben dürften (TPF 6.264.1.15). 

3.3.2.7 Aussagen von Auskunftspersonen  

NN., Halterin des Fahrzeugs Fiat 500, erklärte in der polizeilichen Einvernahme 

vom 3. April 2021, sie habe ihr Auto als Occasionsfahrzeug im Dezember 2019 

bei einer Autogarage in Deutschland, unweit ihres Wohnorts, gekauft. Sie habe 

es zuletzt am 2. April 2021 zwischen 18.10 und 18.40 Uhr für einen Einkauf be-

nutzt und danach bei sich zuhause parkiert. In der Nacht, um ca. 1.00 Uhr, sei 

es noch an seinem Platz gewesen. Sie könne sich nicht erklären, weshalb ihr 

Auto in Buchberg gefunden worden sei (BA-10-01-02-0127 ff.). 

3.3.2.8 Aussagen des Beschuldigten 

Der Beschuldigte bestreitet eine Tatbeteiligung an den ihm zur Last gelegten 

Vorfällen in Wilchingen und in Buchberg (BA-13-01-0001 ff.; TPF 6.731.009 ff.).  

a) In der Einvernahme vom 20. Dezember 2021 (BA-13-01-0001 ff.) erklärte der 

Beschuldigte, dass er bis zu seiner Verhaftung nie in der Schweiz gewesen sei. 

In der Zeit von Februar bis April 2021 sei er in Rumänien gewesen; er wisse nicht, 

ob er in dieser Zeit irgendeinmal in Deutschland gewesen sei; er sei in Rumänien 

gewesen (BA-13-01-0004 f.). Zum Grund seiner Einreise nach Ungarn am 

21. November 2021, anlässlich welcher er verhaftet wurde, gab er an, er habe 

nach Österreich weiterreisen wollen, um in der Nähe von Wien ein Auto zu kau-

fen. Er habe sich dort mit einem Bekannten, OO., treffen wollen, um sich mit 

diesem zum Autoverkäufer zu begeben (BA-13-01-0005). Der Beschuldigte er-

klärte, dass er nie im Fahrzeug Fiat 500, das in Buchberg gesichert wurde, ge-

wesen sei. Auf Vorhalt, dass in diesem Fahrzeug eine DNA-Spur gesichert wor-

den sei, deren Auswertung ergeben habe, dass es sich um seine Spur handle, 

- 27 - 

SK.2022.37 

erklärte er: «Ich weiss nicht, wie meine Spur dahin gelangt ist. Ich muss sagen, 

ich war ein Jahr in Frankreich im Gefängnis und all meine Kleider, die ich hatte, 

sind dortgeblieben. Ich frage mich, ob jemand die Kleider genommen hat und so 

meine DNA in das Auto gelangt ist» (BA-13-01-0007). Er ergänzte, in Frankreich 

habe er einen Ladendiebstahl begangen; in einem Baumarkt habe er Autoreifen 

gestohlen; deswegen sei er im Gefängnis gewesen (BA-13-01-0007). 

b) In der Einvernahme vom 21. Dezember 2021 (BA-13-01-0013 ff.) hielt der Be-

schuldigte an seiner Aussage fest, dass er bisher noch nie in der Schweiz gewe-

sen sei, dies sei jetzt das erste Mal. Er könne sich nicht erklären, wie seine DNA 

ins Fahrzeug gelangt sei. Nur die Übertragung über seine Kleider komme ihm als 

Möglichkeit in den Sinn (BA-13-01-0015). Von Anfang Februar bis Mitte Ap-

ril 2021 sei er in Rumänien gewesen und habe in seinem Holzhandelsbetrieb ge-

arbeitet (BA-13-01-0015). Auf Vorhalt, dass er in Frankreich in den Jahren  

2015 - 2016 wegen diversen Einbruchdiebstählen verurteilt und am 6. April 2017 

durch ein Gericht zu 12 Monaten Gefängnis verurteilt worden sei, erklärte er, 

dass das stimme. Er habe diese Diebstähle zusammen mit zwei anderen Perso-

nen verübt, PP. und QQ. Der Beschuldigte verneinte, weitere Vorstrafen zu ha-

ben; er habe auch in Rumänien keine (BA-13-01-0017). Der Beschuldigte er-

klärte, mit dem bei ihm sichergestellten Geld von ca. EUR 2'800.-- habe er ein 

Auto kaufen wollen. Das Geld habe er aus dem Holzverkauf (BA-13-01-0017). 

c) In der Einvernahme vom 21. Januar 2022 (BA-13-01-0024 ff.) erklärte der Be-

schuldigte, zur Frage einer Spurenübertragung von seinen im Gefängnis in 

Frankreich zurückgelassenen Kleidern auf das Fahrzeug Fiat 500, dies sei bloss 

eine Vermutung. Er sei in Nancy im Gefängnis gewesen. Er wisse nicht mehr, 

welche Kleider er dort gelassen habe. Es seien verschiedene Kleidungsstücke 

gewesen: Socken, Schuhe, Hosen, T-Shirts. Er habe nur jene Kleider mitgenom-

men, die er zu diesem Zeitpunkt gerade getragen habe. Er bestätigte, dass der 

Gefängnisaufenthalt in den Jahren 2016/2017 gewesen sei (BA-13-01-0027 f.). 

Nach anfänglichem Bestreiten anerkannte der Beschuldigte weiter, auch in Ita-

lien mehrmals zu Freiheitsstrafen verurteilt worden zu sein (BA-13-01-0028 f.). 

Er erklärte, in der Zeit vom 31. März 2021 bis 14. April 2021 zu Hause gewesen 

zu sein. Er habe sein Mobiltelefon in dieser Zeit bei sich gehabt. Auf Vorhalt, dass 

er gemäss Auswertung seines Mobiltelefons in dieser Zeit dieses praktisch nicht 

benutzt habe, erklärte er, er «habe aber telefoniert», da er für seine Arbeit, den 

Holztransport, ja habe telefonieren müssen. Er sei nicht im Besitz eines weiteren 

Mobiltelefons (BA-13-01-0029). Auf Vorhalt, dass er gemäss Standortaufzeich-

nung seines Mobiltelefons am 30. April 2021 in Norditalien gewesen sei, bestritt 

er, zu diesem Zeitpunkt in dieser Gegend gewesen zu sein (BA-13-01-0030). 

d) In der Einvernahme vom 14. Februar 2022 wurde der Beschuldigte nach Ent-

lastungsbeweisen befragt (BA-13-01-0045 ff.). Er erklärte, er sei von der Aktivis-

tengruppe «RR.» (auf Deutsch: […]) wegen Rodung von Wäldern angegriffen 

- 28 - 

SK.2022.37 

und verletzt worden. Es gebe in diesem Zusammenhang Live-Streams auf Face-

book. Er habe öfters bei der Polizei auf die Nr. 112 angerufen, wenn er angegrif-

fen worden sei. Die Aktivisten hätten ihm in die Augen gesprayt und er habe 

deswegen ins Spital und zum Arzt gehen müssen. Er sei diesbezüglich mit einem 

Anwalt in Z., der in seinem Mobiltelefon mit einer Telefonnummer unter «JJJ.» 

gespeichert sei, in Kontakt gestanden. Dieser Anwalt habe dazu einen Ordner 

mit seinen Anrufen bei der Polizei. Es habe auch Kontrollen durch die Behörden 

gegeben, ob er gesetzeskonform gearbeitet habe. Auf Vorhalt, dass gemäss Ab-

klärungen die erwähnte Aktivistengruppe zwischen dem 6. April 2020 und dem 

2. Oktober 2021 keine Live-Streams gepostet habe, beharrte der Beschuldigte 

darauf, dass es einen Live-Stream von Anfang 2021 gebe, welcher die Polizei, 

die Ambulanz und seinen Lastwagen zeige (BA-13-01-0047 f.).  

Gemäss den vorerst getätigten polizeilichen Abklärungen im Internet konnte ein 

Anwalt namens JJJ. in Z./Rumänien, mit der im Mobiltelefon des Beschuldigten 

gespeicherten Telefonnummer, nicht eruiert werden (BA-13-01-0051). 

e) In der Einvernahme vom 21. März 2022 (BA-13-01-0052 ff.) wurde dem Be-

schuldigten der Vorhalt gemacht, dass auf der Facebook-Seite der Gruppierung 

«RR.» drei Live-Streams und sechs weitere Videos, welche in der Zeit vom 

25. März 2021 bis zum 14. April 2021 erstellt wurden, gesichert worden seien. 

Auf den Live-Streams sei zwar eine Polizeikontrolle in einem Holzverarbeitungs-

betrieb zu sehen, der Beschuldigte sei jedoch auf keinem der Videos zu sehen 

(BA-13-01-0054). Der Beschuldigte erklärte, dass er auf den Kommentaren der 

Videos zu hören sei, wenn man die Kommentare richtig anhören würde. Seine 

Anwesenheit in Rumänien könne er auch mit einem Arztzeugnis und der Anzeige 

bei der Polizei beweisen. Die Anzeige bei der Polizei und das Arztzeugnis habe 

er aber nicht sofort machen können; das sei nicht so einfach gewesen wegen der 

damaligen Corona-Pandemie (BA-13-01-0054).  

Auf Vorhalt eines Telefonkontakts (Cloud-Nachricht) mit einem SS. vom 10. Ap-

ril 2021, wonach dieser den Beschuldigten gefragt hatte, ob er Zeit hätte, einen 

Schnaps zu trinken, und der Beschuldigte geantwortet hatte, er sei nicht zu-

hause, erklärte der Beschuldigte, er wisse nicht mehr, wo er sich an jenem Tag 

aufgehalten habe, vielleicht sei er im Wald bei der Arbeit gewesen; er sei gerade 

nicht zuhause gewesen. SS. habe auch eine Holzverarbeitungsfirma und er ar-

beite mit ihm zusammen; dieser sei wie ein Partner (BA-13-01-0056). 

Auf Vorhalt, dass sich anhand der gesicherten Mobiltelefondaten und der Face-

book-Videos kein Hinweis finden lasse, welcher bestätigen würde, dass er sich 

an den Tatzeiten im Februar 2021 und April 2021 nicht in der Schweiz aufgehal-

ten habe, erklärte der Beschuldigte, man müsse seinen Anwalt kontaktieren, an-

ders könne er nicht beweisen, dass er in Rumänien gewesen sei. Der Anwalt 

habe Kopien vom Arztzeugnis; nur das könne ihn entlasten (BA-13-01-0056). 

- 29 - 

SK.2022.37 

Auf Vorhalt, dass er aktuell in Italien mittels Haftbefehls wegen eines Gefängnis-

ausbruchs gesucht werde, erklärte der Beschuldigte, er wisse dazu nichts, da er 

ja dann abgehauen sei nach Rumänien. Er sei in Italien wegen Diebstahls einge-

sperrt gewesen; mit einer Unterschrift sei er rausgekommen und dann nach Ru-

mänien abgehauen. Er habe in Italien Kupfer gestohlen (BA-13-01-0056 f.). 

Auf Vorhalt von Belastungen und Gutschriften auf dem Bankkonto seiner Firma 

TT. Srl. bei der Bank AAA. in Rumänien in der Zeit vom 5. Mai 2021 bis 24. No-

vember 2021 erklärte der Beschuldigte, dass alles mit dem Holzverkauf zu tun 

habe; es seien Einnahmen aus dem Holzverkauf, Zahlungen an die Waldauf-

sichtsbehörde etc. (BA-13-01-0057 ff.). Er bestätigte, dass er nur das Firmen-

konto und keine anderen Konten habe. Auf das Firmenkonto hätten nur er und 

sein Buchhalter Zugriff, sonst niemand. Er sei im Besitz einer Kreditkarte, die 

über dieses Konto laufe; diese sei von der Bank AAA. Er und seine Frau würden 

diese Kreditkarte normalerweise benützen (BA-13-01-0057). Auf Vorhalt, dass er 

an demselben Bankomaten am 5., 6., 8., 10. und 11. Februar sowie am 1., 2., 3. 

und 6. März 2021 Bargeldbezüge von jeweils zweimal RON 4'000.-- und einmal 

RON 2'000.-- getätigt habe, erklärte er, das sei vielleicht für Diesel, für Treibstoff, 

gewesen. Der Maximalbezug betrage RON 4'000.-- (BA-13-01-0059). 

f) In der Schlusseinvernahme vom 25. Juli 2022 (BA-13-01-0083 ff.) hielt der Be-

schuldigte an seinen bisherigen Aussagen fest und erklärte, er habe nichts zu 

korrigieren oder zu ergänzen. Er beanstande einzig, dass man nicht allen seinen 

Beweisen nachgegangen sei, z.B. auf Facebook. Auch das Arztzeugnis und ein 

Artikel seien nicht berücksichtigt worden (BA-13-01-0085). Man sei nicht seinen 

Hinweisen zur Protestgruppierung nachgegangen; hätte man dies getan, dann 

hätte man festgestellt, dass er damals zuhause gewesen sei (BA-13-01-0091).  

Der Beschuldigte erklärte auf Vorhalt von Berichten der Schaffhauser Polizei und 

des FOR, dass er diese nicht verstehe, da er kein Deutsch könne; die Fotos habe 

er alle gesehen. Er verzichte darauf, sich dazu zu äussern (BA-13-01-0086 ff.). 

Der Beschuldigte erklärte weiter, dass er bei der Arbeit weder Brecheisen noch 

Geissfuss brauche; er arbeite eher mit Kettensäge und Beil (BA-13-01-0087). 

Auf Vorhalt, dass der Angriff auf ihn mit Tränengas am 6. März 2021 erfolgt sei 

(Meldebericht der Kriminalpolizei, Departement Suceava, vom 6. März 2021) und 

seine Strafanzeige vom 2. Juni 2021 datiere, erklärte der Beschuldigte, er habe 

nicht nur wegen dem Tränengasangriff, sondern auch wegen anderen Tätlichkei-

ten Anzeige gemacht, aber das sei nachher gewesen. Die Waldschutzbehörde 

sei nicht nach den Kontrollen gefragt worden, die bei ihm gemacht worden seien. 

Auf den Kontrollen stehe, welcher Chauffeur den Lastwagen mit Holz gefahren 

habe; er sei immer der Chauffeur dieses Lastwagens gewesen (BA-13-01-0092). 

- 30 - 

SK.2022.37 

Auf Vorhalt, dass der Beschuldigte im Zeitraum 1. Januar 2021 bis 30. April 2021 

lediglich zwei Anrufe auf die Notruf Nr. 112 gemacht habe, nämlich am 

6. März 2021 um 22.01 Uhr und am 8. März 2021 um 15.17 Uhr, erklärte der 

Beschuldigte, er wisse nicht mehr genau, wann er dort angerufen habe (BA-13-

01-0092). 

Auf Vorhalt, dass am 23. März 2021 eine Kontrolle betreffend illegale Holztrans-

porte am Geschäftssitz der TT. Srl in Y. in seiner Anwesenheit durchgeführt wor-

den sei, erklärte der Beschuldigte, diese Kontrolle sei im März erfolgt, aber die 

Bäume hätten früher gefällt und transportiert werden müssen (BA-13-01-0092). 

Auf Vorhalt, dass am 22. Januar 2021 eine Kontrolle eines Lastwagens mit Holz 

stattgefunden habe, dessen Chauffeur er (der Beschuldigte) gewesen sei, er-

klärte der Beschuldigte, er bleibe dabei, dass er nicht in der Schweiz gewesen 

sei. Er habe zuhause seine Aktivitäten gemacht (BA-13-01-0092 f.).  

Auf Vorhalt, dass sich in den von den rumänischen Behörden übermittelten Do-

kumenten insgesamt keine Hinweise finden liessen, wonach er sich zu den Tat-

zeiten in Rumänien aufgehalten habe, erklärte der Beschuldigte, dass man viel-

leicht noch weiter hätte nachforschen müssen. Er habe tagtäglich in Rumänien 

gearbeitet und sei ganz sicher nicht in der Schweiz gewesen (BA-13-01-0093). 

Auf Vorhalt von Gutschriften auf dem Firmenkonto der TT. Srl am 4. Feb-

ruar 2021 im Betrag von RON 53'098.05 (umgerechnet ca. Fr. 10'904.--), am 

1. März 2021 von RON 43'000.-- (ca. Fr. 8'830.--), am 2. März 2021 von 

RON 25'650.-- (ca. Fr. 5'270.--), während der Kontostand am 31. Januar 2021 

noch RON 33.19 (umgerechnet Fr. 6.82) betragen habe, erklärte der Beschul-

digte, die Einnahmen stammten aus dem Holzverkauf mittels Überweisungen 

von anderen Firmen. Er habe keine Bareinzahlungen auf seinem Konto getätigt. 

Wenn man verschiedene Bewilligungen oder Pachtzinse bezahlen müsse, sei es 

an der Tagesanordnung, dass sich der Kontostand auf und ab bewege (BA-13-

01-0093 f.).  

Auf erneuten Vorhalt, dass er gemäss den Kontoauszügen der TT. Srl ab dem 

1. März 2021 Bargeldbezüge am Bankomaten von jeweils RON 4'000.-- und 

RON 2'000.-- getätigt habe, erklärte der Beschuldigte, es müsse Treibstoff ge-

kauft werden, auch Benzin für Kettensägen. Auch die Arbeiten müssten bezahlt 

werden; er bezahle seine Arbeiter bar am Ende der Woche (BA-13-01-0094).  

Auf Vorhalt, dass er gemäss Auswertung der Mobilfunkdaten sein Mobiltelefon 

vom 19. Januar 2021 bis zum 3. März 2021 (BA-10-02-0052), d.h. im Zeitraum 

der Bankomatensprengung in Wilchingen vom 10. Februar 2021, nicht benutzt 

habe, erklärte der Beschuldigte, das sei unmöglich, das sei nicht wahr. Es sei 

nicht möglich, dass er sein Handy nicht benutzt habe (BA-13-01-0094). Auf Vor-

halt, dass er sein Mobiltelefon vom 30. März 2021 bis zum 10. April 2021 bzw. 

- 31 - 

SK.2022.37 

vom 29. März 2021 bis zum 14. April 2021 (BA-10-02-0053, -0046), d.h. im Zeit-

raum der Bankomatensprengung in Buchberg vom 3. April 2021, nicht benutzt 

habe, erklärte er, das sei unmöglich, er habe sein Handy benutzt wie immer (BA-

13-01-0094). Auf die Frage, wie häufig er sein Handy normalerweise benutze, 

erklärte der Beschuldigte, im Wald, bei der Arbeit, habe er keinen Empfang. Da 

komme es vor, dass er das Handy nur abends oder am Wochenende brauche. 

Aber wenn er Holz transportiere, dann sei er viel am Handy. Er brauche es für 

die Lieferadresse, den Anfahrtsweg, das GPS usw. (BA-13-01-0094 f.). Er könne 

sich auch nicht erklären, weshalb sein Handy genau im Zeitraum der beiden Ban-

komatensprengungen komplett unbenutzt geblieben sei (BA-13-01-0095). 

g) In der Hauptverhandlung hielt der Beschuldigte an seinen im Vorverfahren ge-

tätigten Aussagen fest und bestätigte diese im Wesentlichen (TPF 6.731.001 ff.). 

Im Übrigen wird auf seine Aussagen im Rahmen der Beweiswürdigung näher 

eingegangen (E. 3.4). 

3.3.2.9 Vorleben des Beschuldigten 

Der Beschuldigte weist mehrere Vorstrafen aus der Zeit von 2005 bis 2017 auf. 

Im schweizerischen Strafregister ist er nicht eingetragen (BA-17-01-0001; TPF 

6.231.1.002). Im rumänischen Strafregister sind nur Urteile aus Italien und Frank-

reich eingetragen (BA-17-01-0006 f.).  

In Italien wurde der Beschuldigte gemäss Auszug des Justizministeriums, Straf-

register, vom 24. Dezember 2021 wiederholt zu Freiheitsstrafen verurteilt (BA-

17-01-0014 f.): Mit Urteil des Tribunale di Latina vom 9. November 2005 wurde 

er zu 9 Monaten Freiheitsstrafe wegen Widerhandlung gegen das Immigrations- 

und Ausländergesetz sowie Ausbruchs (Flucht) verurteilt, wobei ihm mit Verfü-

gung vom 24. November 2006 8 Monate und 27 Tage erlassen wurden; mit Urteil 

des Tribunale di Brescia vom 13. Mai 2010 wurden ihm 8 Monate Freiheitsstrafe, 

bedingt vollziehbar, wegen Besitzes und Herstellung von gefälschten Ausweisen 

auferlegt, wobei mit Verfügung des Tribunale di Roma vom 18. Juni 2018 der 

bedingte Vollzug widerrufen wurde; mit Urteil der Corte di appello di Roma vom 

16. Dezember 2013, in Bestätigung des Urteils des Tribunale di Roma vom 

30. Mai 2013, wurden ihm 2 Jahre Freiheitsstrafe und eine Busse von Euro 600 

wegen Raubes auferlegt, wobei ihm mit Verfügung vom 1. September 2016 der 

bedingte Vollzug für rund 22 Monate gewährt wurde; mit Urteil des Tribunale di 

Frosinone vom 19. November 2014 wurden ihm 6 Monate Freiheitsstrafe und 

eine Busse von Euro 180, bedingt vollziehbar, wegen Diebstahls auferlegt; mit 

Verfügung vom 4. Juli 2018 (Cumulo delle pene inflitte con i provvedimenti il 

13.5.2010, Tribunale di Brescia, e 16.12.2013, Corte di appello di Roma) wurde 

die zu vollziehende Strafe (Determinata la pena da scontare) auf 2 Jahre, 5 Mo-

nate und 29 Tage Freiheitsstrafe sowie eine Busse von Euro 600 festgesetzt. 

- 32 - 

SK.2022.37 

In Frankreich wurde der Beschuldigte gemäss Auszug des Justizministeriums, 

Strafregister, vom 27. Dezember 2021 (BA-17-01-0017 f.) jeweils wegen Ein-

bruchdiebstahls zu folgenden Strafen verurteilt: mit Urteil des Tribunal Correc-

tionnel de Nancy vom 12. Dezember 2016 zu 4 Monaten Freiheitsstrafe (vollzo-

gen); mit Urteil des Tribunal Correctionnel de Sarregemuines vom 3. März 2017 

zu 4 Monaten Freiheitsstrafe sowie einem begrenzten Aufenthaltsverbot von 

5 Jahren; mit Urteil des Tribunal Correctionnel de Saverne vom 6. April 2017 zu 

1 Jahr Freiheitsstrafe sowie einem begrenzten Aufenthaltsverbot von 5 Jahren. 

3.4 Beweiswürdigung 

3.4.1 Die Bankomatensprengung in Wilchingen vom 10. Februar 2021 ist aufgrund der 

Polizeiberichte und der Fotodokumentation der Schaffhauser Polizei, der Spu-

renberichte, des Gutachtens des FOR sowie von Aussagen von Auskunftsperso-

nen zweifelsfrei erstellt. Dies wird denn auch nicht bestritten. 

3.4.2 Die Bankomatensprengung in Buchberg vom 3. April 2021 ist aufgrund der Poli-

zeiberichte und der Fotodokumentation der Schaffhauser Polizei, der Spurenbe-

richte, des Gutachtens des FOR, der Videoaufzeichnungen der Überwachungs-

kameras der Bank G. und des H.-Ladens sowie von Aussagen von Auskunfts-

personen zweifelsfrei erstellt. Dies wird denn auch nicht bestritten. 

3.4.3 Anders als beim Vorfall in Buchberg, wo eine DNA-Spur des Beschuldigten si-

chergestellt und ihm zugeordnet werden konnte, liegt beim Vorfall in Wilchingen 

kein Beweismittel vor, das einen direkten Bezug zum Beschuldigten aufweist.  

3.4.4 Es liegen hingegen diverse Indizien, d.h. bewiesene Hilfstatsachen, vor, welche 

einen Zusammenhang zwischen den Vorfällen in Wilchingen und Buchberg her-

stellen lassen. Vorab ist festzuhalten, dass beide Vorfälle in einer ländlichen Ge-

gend im kleinräumigen Kanton Schaffhausen, in örtlicher Nähe zueinander (in 

rund 20 km Fahrdistanz) und zur Landesgrenze mit Deutschland, nachts, um 

ca. 1.22 bzw. 3.34 Uhr, in einem Abstand von weniger als zwei Monaten, erfolg-

ten.  

3.4.5 Aufgrund der polizeilichen Feststellungen, der Angaben von Auskunftspersonen 

sowie der Videoaufzeichnungen der Überwachungskameras der Bank G. und 

des H.-Ladens in Buchberg steht fest, dass bei der Ausführung beider Bankoma-

tensprengungen mindestens drei Personen beteiligt waren. Bei beiden Vorfällen 

wurde eine identische – indes nicht identifizierte – DNA-Spur sichergestellt, was 

darauf hinweist, dass einer der Täter an beiden Vorfällen beteiligt war. Beim Vor-

fall Buchberg wurde diese Spur ab einem zwischen dem 1. und 4. April 2021 ent-

wendeten Nummernschild, das auf einem im Zeitraum 2./3. April 2021 entwen-

deten Wohnmobil angebracht war, sichergestellt, beim Vorfall Wilchingen ab dem 

Klebeband eines Stromkabels, das im Fluchtfahrzeug gefunden wurde. 

- 33 - 

SK.2022.37 

3.4.6 Zum modus operandi sind in beiden Vorfällen weitere Parallelen feststellbar.  

Für den Transport der Täterschaft zum Tatort wurde jeweils ein am Vorabend 

(Wilchingen) bzw. in der gleichen Nacht (Buchberg) in der Nähe (Klettgau/D bzw. 

Hüntwangen/ZH) entwendeter Kleinwagen der Marke Fiat benutzt. Bei beiden 

Fahrzeugen waren die Tagfahrlichter eingeschlagen, sodass eine Flucht ohne 

Fahrlicht möglich war (Wilchingen) bzw. gewesen wäre (Buchberg); beide Fahr-

zeuge wurden vermutlich auf die gleiche Art, via OBD2-Stecker und mit einem 

«Polen-Schlüssel», gestartet. Da sich am Tatort beim Fiat 500 in Folge der Ex-

plosion der Airbag fahrerseitig geöffnet hatte, war dieses Fahrzeug nicht mehr 

als Fluchtfahrzeug benutzbar. Es bestehen Hinweise darauf, dass beim Vorfall in 

Buchberg ein zweites Fluchtfahrzeug – das auf einem Feldweg aufgefundene, im 

Zeitraum 2./3. April 2021 entwendete Wohnmobil – bereitgestellt worden war; 

dieses konnte bei der Flucht der Täter zu Fuss indes nicht verwendet werden. 

Beim Vorfall in Wilchingen liegen keine Hinweise auf ein zweites Fahrzeug vor. 

Zur Sprengung des Bankomaten wurde in beiden Vorfällen Sprengstoff auf Basis 

von Nitropenta (PETN) verwendet, der durch das gewaltsam – in Wilchingen mit-

tels unbekannten Werkzeugs, in Buchberg mittels eines Geissfusses – geöffnete 

Geldausgabefach in den Tresorraum des Bankomaten eingeführt wurde (was im 

Vorfall Buchberg nur teilweise gelang). Die Zündung der Sprengladung wurde in 

beiden Fällen elektrisch ausgelöst, wozu identische Bleiakkumulatoren (gleiche 

Art, Farbe und gleiche Abmessung) verwendet wurden; bei beiden war die Se-

riennummer unkenntlich gemacht. Die Akkumulatoren wurden am Tatort vorge-

funden (in Wilchingen auf einem Randstein vor der Bank, in Buchberg im Flucht-

fahrzeug). Die Verkabelung zwischen Zündquelle und Sprengstoff erfolgte auf 

praktisch gleiche Art (detailgetreue Zündleitungen [zweiadriges Litzenkabel mit 

je zwei rot und zwei blau isolierten Drähten, Drahtdurchmesser]), wobei gewisse 

Unterschiede feststellbar sind. So unterscheiden sich die verwendeten Schiess-

leitungen (Kabelverlängerungen) rein optisch bezüglich der Farbe der Isolation 

und dem Aufdruck auf der Trennnahtlitze, und die abisolierten Enden der Kup-

ferdrähte waren batterieseitig auf unterschiedliche Art zu einer Öse geformt und 

verdreht (beim Vorfall Wilchingen die eine Ader im Uhrzeigersinn, die andere im 

Gegenuhrzeigersinn; beim Vorfall Buchberg beide Adern im Uhrzeigersinn). 

Auch war der Explosivstoff ungleich zusammengesetzt. Während in beiden Fäl-

len Nitropenta und Nitroglycerin feststellbar waren, fanden sich beim Vorfall Wil-

chingen Hinweise auf 2,4-Dinitrotoluol (2,4-DNT) und 2,6-Dinitrotoluol (2,6-DNT). 

3.4.7 Der Beschuldigte erklärte in der Hauptverhandlung, er habe in Rumänien immer 

dieselbe Telefonnummer benützt, jedoch in verschiedenen Geräten, da diese bei 

der Arbeit manchmal kaputt gegangen seien (TPF 6.731.012, 6.731.014). Ob-

wohl die Auswertung der Mobilfunkdaten des Mobiltelefons des Beschuldigten 

ergab, dass er sein Telefon vom 19. Januar 2021 bis zum 3. März 2021 sowie 

zwischen dem 30. März 2021 und dem 10. April 2021 bzw. dem 29. März 2021 

und dem 14. April 2021 nicht benutzte (BA-10-02-0052, -0053, -0046), d.h. im 

- 34 - 

SK.2022.37 

Zeitraum, in welchen die Bankomatensprengungen in Wilchingen und Buchberg 

fallen, beharrte der Beschuldigte darauf, dass er das Mobiltelefon benutzt habe, 

ausser bei der Arbeit im Wald, wo er keinen Empfang gehabt habe. Da sei es 

vorgekommen, dass er das Handy nur abends oder am Wochenende gebraucht 

habe (BA-13-01-0094 f.). Er habe das Telefon nie ausgeschaltet und es für die 

Kommunikation mit Geschäftspartnern, Auftraggebern und Angestellten benutzt. 

Er habe vielleicht nicht immer Netzabdeckung gehabt; nicht bei der Arbeit im 

Wald, sondern erst wieder unten im Tal. Am Abend habe er Netzabdeckung ge-

habt. Es könne nicht sein, dass es in den genannten Zeiträumen keine Daten auf 

seinem Mobiltelefon gebe. Er habe in diesen Zeiträumen gearbeitet und das Te-

lefon benutzt (TPF 6.731.013).  

Die Nichtbenutzung des Mobiltelefons in den genannten Zeiträumen ist erstellt. 

Da der Beschuldigte das Mobiltelefon praktisch täglich in seinem Holzhandels-

betrieb, der TT. Srl in Rumänien, benötigt und benutzt haben will, spricht die Tat-

sache der Nichtbenutzung in den vorgenannten Zeiträumen gegen seine Anwe-

senheit in Rumänien zur Tatzeit vom 10. Februar 2021 und 3. April 2021.  

3.4.8 Auf die Frage nach einem Alibi für seine Anwesenheit in Rumänien am 10. Feb-

ruar 2021 gab der Beschuldigte an, es gebe mehrere Dokumente sowie GPS-

Daten; es gebe auch «ein technisches Protokoll und andere Dokumente, die aus-

gestellt» worden seien (TPF 6.731.010). Soweit es sich dabei um behördliche 

Dokumente im Zusammenhang mit seinem Holzhandelsbetrieb oder der Strafan-

zeige handelt, wurden diese rechtshilfeweise beigezogen. Weitere Erkenntnisse 

aus anderen, nicht näher bezeichneten Dokumenten sind nicht zu erwarten.  

3.4.9 Die Abklärungen hinsichtlich der Kontrolle der Waldaufsichtsbehörde in seinem 

Holzhandelsbetrieb TT. Srl, welche am 23. März 2021 erfolgte, sowie der Kon-

trollen des von ihm persönlich für den Holztransport gelenkten Lastwagens, wel-

che am 22. Januar und 27. Januar 2021 erfolgten, erbringen nicht den Nachweis 

für eine Anwesenheit des Beschuldigten in Rumänien im Tatzeitraum (BA-18-05-

0177 ff.). Der Beschuldigte führte in der Hauptverhandlung aus, wenn man die 

Aufträge, welche die Polizei jedes Mal überprüft habe, auch angefordert hätte, 

würde man auf diesen Aufträgen die Fahrzeugnummer sehen. Es sei klar, dass 

nur der Chauffeur das Fahrzeug fahren dürfe, und das sei er gewesen. Auf die-

sen Aufträgen, den Auftragsscheinen, sehe man die Standorte, den Abfahrtsort 

und die Route des Holztransports, das müsse immer in diesen Auftragsscheinen 

stehen (TPF 6.731.013 f.). Soweit es sich um die aktenkundigen Polizeikontrollen 

handelt, ist nicht ersichtlich, welche zusätzlichen Erkenntnisse aus den Auftrags-

scheinen hinsichtlich einer Anwesenheit in Rumänien gewonnen werden könn-

ten. Denkbar und wohl anzunehmen ist zwar, dass auch Auftragsscheine für 

Holztransporte bestehen, welche nicht von der Polizei kontrolliert wurden. Dass 

der Beschuldigte in den zwei längeren Zeiträumen, in welchen sein Mobiltelefon 

ausgeschaltet war, solche Transporte durchgeführt hätte, erscheint abwegig. Im 

Vorverfahren erklärte er dazu, wenn er das Holz transportiere, sei er viel am 

- 35 - 

SK.2022.37 

Handy; er brauche es für die Lieferadresse, den Anfahrtsweg, GPS usw. (BA-13-

01-0094 f.). Weitere Beweiserhebungen erübrigen sich damit in dieser Hinsicht. 

3.4.10 Die Mobiltelefonauswertung ergab keine Erkenntnisse zu GPS-Daten. Gemäss 

den Ermittlungen sind auf dem Mobiltelefon des Beschuldigten zwischen dem 

29. März und dem 14. April 2021 keine Daten vorhanden. Es sind auch keine 

Standortdaten vorhanden. Der Beschuldigte dürfte diesen Dienst deaktiviert ha-

ben, sodass sich nicht nachvollziehen lässt, wann er sich wo aufgehalten hat 

(BA-10-02-0046). In der Hauptverhandlung vermochte der Beschuldigte diesen 

Umstand nicht zu erklären (TPF 6.731.013). Beweisergänzungen erübrigen sich.  

3.4.11 In den Clouddaten, auf welche der Beschuldigte Zugriff hatte, wurde eine Nach-

richt von SS. an den Beschuldigten vom 10. April 2021 gefunden. Darin fragte 

SS. den Beschuldigten, ob er Zeit für einen Schnaps habe. Der Beschuldigte 

antwortete diesem mit einer Nachricht über den Facebook-Messengerdienst (BA-

10-02-0052 f.). Auch dieser Kontakt beweist nicht seine Anwesenheit in Rumä-

nien im Tatzeitraum vom 10. Februar 2021 bzw. vom 3. April 2021. 

3.4.12 Sodann erbringen auch die zwischen dem 26. März und dem 10. April 2021 auf-

geschalteten Live-Streams der Aktivistengruppe «RR.» auf der Facebook-Seite 

dieser Gruppierung – auf welchen der Beschuldigte nicht zu erkennen ist (vgl. E. 

3.3.2.8e; BA-10-02-0046) – keinen Beweis. In der Hauptverhandlung vermochte 

der Beschuldigte nicht darzulegen, inwiefern er – wie von ihm behauptet wurde 

– auf diesen Videos zu sehen sein sollte (TPF 6.731.012). 

3.4.13 Die Abklärungen hinsichtlich der Notrufe des Beschuldigten auf die Nummer 112 

bei der Polizei, welche am 6. März 2021 und am 8. März 2021 erfolgten, der vom 

Beschuldigten am 2. Juni 2021 persönlich (handschriftlich) erfolgten Strafanzeige 

und seiner Einvernahme als geschädigte Person am 15. Juni 2021 erbringen 

nicht den Nachweis für eine Anwesenheit des Beschuldigten in Rumänien im