# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fd3c30c5-c5ea-5fed-a7d8-ff738e0bb0df
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-01-23
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 23.01.2023 F-437/2022
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-437-2022_2023-01-23.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-437/2022 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 3 .  J a n u a r  2 0 2 3  

Besetzung 
 Richterin Susanne Genner (Vorsitz), 

Richterin Regula Schenker Senn,  

Richter Yannick Antoniazza-Hafner,    

Gerichtsschreiberin Maria Wende. 
 

 
 

Parteien 
 A._______,  

vertreten durch MLaw Pascale Hollinger-Bieri,  

Berner Anwälte,  

Beschwerdeführer,  

 
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM, 

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Nationales Visum aus humanitären Gründen. 

 

 

 

F-437/2022 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Am 29. September 2021 beantragte der Beschwerdeführer bei der Schwei-

zerischen Botschaft in Pakistan die Ausstellung eines humanitären Visums. 

B.  

Mit Formularverfügung vom 4. Oktober 2021 verweigerte die Schweizeri-

sche Botschaft die Ausstellung des Visums. 

C.  

Am 20. Dezember 2021 wies die Vorinstanz die dagegen erhobene Ein-

sprache des Beschwerdeführers ab. 

D.  

Mit Rechtsmitteleingabe vom 28. Januar 2022 (Poststempel) gelangte der 

Beschwerdeführer an das Bundesverwaltungsgericht und beantragte die 

Aufhebung der angefochtenen Verfügung, die Erteilung eines humanitären 

Visums und damit die Ermöglichung der Einreise in die Schweiz. Eventua-

liter sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache zur Neu-

beurteilung sowie zur vollständigen und richtigen Abklärung des rechtser-

heblichen Sachverhalts an die Vorinstanz zurückzuweisen. Ferner sei ihm 

die unentgeltliche Rechtspflege unter Beiordnung der rubrizierten Rechts-

vertreterin als unentgeltliche Rechtsbeiständin zu gewähren.  

E.  

Am 10. Februar 2022 hiess das Bundesverwaltungsgericht das Gesuch 

des Beschwerdeführers um unentgeltliche Rechtspflege gut und ordnete 

ihm die rubrizierte Rechtsvertreterin als amtliche Rechtsbeiständin bei.  

F.  

In ihrer Vernehmlassung vom 10. März 2022 beantragte die Vorinstanz die 

Abweisung der Beschwerde. 

G.  

In seiner Replik vom 25. April 2022 hielt der Beschwerdeführer an seinen 

Begehren und deren Begründung fest.   

H.  

In seinen Eingaben vom 17. Oktober 2022, vom 9. November 2022, vom 

28. November 2022, vom 5. Januar 2023 und vom 11. Januar 2023 machte 

der Beschwerdeführer ergänzende Ausführungen.  

F-437/2022 

Seite 3 

I.  

Auf die eingereichten Beweismittel wird – soweit erheblich – in den Erwä-

gungen eingegangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Einspracheentscheide des SEM betreffend humanitäre Visa sind mit 

Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht anfechtbar (Art. 112 Abs. 1 

AIG [SR 142.20] i.V.m. Art. 31 ff. VGG). In diesem Bereich entscheidet das 

Bundesverwaltungsgericht endgültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 BGG). 

 

1.2 Das Rechtsmittelverfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit das 

VGG nichts anderes bestimmt (vgl. Art. 37 VGG). 

1.3 Der Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat, der ein schutzwür-

diges Interesse an der Änderung oder Aufhebung der angefochtenen Ver-

fügung hat, zur Beschwerde legitimiert (vgl. Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auch die 

übrigen Sachurteilsvoraussetzungen (Rechtsmittelfrist [Art. 50 Abs. 1 

VwVG] und Form der Beschwerde [Art. 52 Abs. 1 VwVG] sind erfüllt. Auf 

die Beschwerde ist einzutreten. 

2.  

Mit Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht können die Verletzung 

von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Er-

messens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheb-

lichen Sachverhaltes und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 49 

VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet das Bundesrecht von Am-

tes wegen an. Es ist gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG nicht an die Begründung 

der Begehren gebunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als 

den geltend gemachten Gründen gutheissen oder abweisen.  

3.  

Der Beschwerdeführer moniert, die Vorinstanz habe seinen Anspruch auf 

rechtliches Gehör verletzt, indem sie seine Gefährdung in Afghanistan 

kaum beurteilt habe.  

3.1 Der Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 VwVG) verlangt von der 

Behörde, dass sie die Vorbringen des Betroffenen tatsächlich hört, ernst-

haft prüft und in ihrer Entscheidfindung angemessen berücksichtigt. Dies 

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Seite 4 

gilt für alle form- und fristgerechten Äusserungen, Eingaben und Anträge, 

die zur Klärung der konkreten Streitfrage geeignet und erforderlich erschei-

nen (Art. 32 Abs. 1 VwVG). Die Begründung muss so abgefasst sein, dass 

der Betroffene den Entscheid gegebenenfalls sachgerecht anfechten kann. 

Sie muss kurz die wesentlichen Überlegungen nennen, von denen sich die 

Behörde hat leiten lassen und auf die sie ihren Entscheid stützt. Nicht er-

forderlich ist, dass sich die Begründung mit allen Parteistandpunkten ein-

lässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich wi-

derlegt (vgl. BGE 141 V 557 E. 3.2.1; 136 I 184 E. 2.2.1). 

3.2 Die Vorinstanz stellt sich in der angefochtenen Verfügung auf den 

Standpunkt, dem Beschwerdeführer drohe keine Ausschaffung nach Af-

ghanistan. Entsprechend war eine Prüfung seiner Gefährdung in Afghanis-

tan nicht zwingend erforderlich. Ob die Annahme der Vorinstanz jedoch zu-

treffend ist, stellt eine materielle Frage dar, auf die unter E. 6 einzugehen 

sein wird.  

3.3 Der Beschwerdeführer macht ferner geltend, die Vorinstanz habe die 

eingereichten Beweismittel nicht gewürdigt. Darunter die Fotos, aus wel-

chen hervorgehe, dass er ranghoher Offizier der afghanischen Armee ge-

wesen sei und mit internationalen Truppen zusammengearbeitet habe.  

Die Vorinstanz bestreitet in der angefochtenen Verfügung nicht, dass der 

Beschwerdeführer Offizier der afghanischen Armee gewesen ist und mit 

internationalen Truppen zusammengearbeitet hat. Folglich ist nicht erkenn-

bar, worin die mangelnde Würdigung der entsprechenden Fotos bestehen 

soll. Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs liegt nicht vor.  

4.  

4.1 Als Staatsangehöriger Afghanistans unterliegt der Beschwerdeführer 

der Visumspflicht gemäss Art. 9 der Verordnung vom 15. August 2018 über 

die Einreise und die Visumerteilung (VEV, SR 142.204). Mit seinem Ge-

such beabsichtigt er einen längerfristigen Aufenthalt, weshalb es nicht nach 

den Regeln zur Erteilung von Schengen-Visa, sondern nach den Bestim-

mungen des nationalen Rechts zu prüfen ist (vgl. BVGE 2018 VII/5 E. 3.5 

und E. 3.6.1). 

4.2 Gemäss Art. 4 Abs. 2 VEV kann in Abweichung von den allgemeinen 

Einreisevoraussetzungen (vgl. Art. 4 Abs. 1 VEV) in begründeten Fällen 

aus humanitären Gründen ein Visum für einen längerfristigen Aufenthalt 

erteilt werden. Ein solcher Fall liegt insbesondere vor, wenn die betreffende 

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Seite 5 

Person im Herkunftsstaat unmittelbar, ernsthaft und konkret an Leib und 

Leben gefährdet ist. Praxisgemäss werden humanitäre Visa nur unter sehr 

restriktiven Bedingungen ausgestellt (vgl. BVGE 2015/5 E. 4.1.3). Diese 

werden dann als erfüllt angesehen, wenn bei einer Person aufgrund der 

konkreten Umstände offensichtlich davon ausgegangen werden muss, 

dass sie sich im Heimat- oder Herkunftsstaat in einer besonderen Notsitu-

ation befindet, die ein behördliches Eingreifen zwingend erforderlich macht 

und es rechtfertigt, ihr – im Gegensatz zu anderen Personen in derselben 

Lage – ein Einreisevisum zu erteilen. Dies kann etwa bei akuten kriegeri-

schen Ereignissen oder aufgrund einer konkreten individuellen Gefähr-

dung, die sie mehr als alle anderen Personen betrifft, gegeben sein. Befin-

det sich die betroffene Person bereits in einem Drittstaat (BVGE 2018 VII/5 

E. 3.6.3) oder ist sie nach einem Aufenthalt in einem solchen freiwillig in ihr 

Heimat- oder Herkunftsland zurückgekehrt (vgl. Urteil des BVGer  

F-4658/2017 vom 7. Dezember 2018 E. 4.3) und hat sie die Möglichkeit, 

sich erneut in den Drittstaat zu begeben, ist in der Regel davon auszuge-

hen, dass keine Gefährdung mehr besteht. Das Visumsgesuch ist unter 

Berücksichtigung der aktuellen Gefährdung, der persönlichen Umstände 

der betroffenen Person und der Lage im Heimat- oder Herkunftsland sorg-

fältig zu prüfen. Dabei können auch weitere Kriterien wie das Bestehen von 

Bindungen zur Schweiz und die hier bestehenden Integrationsaussichten 

oder die Unmöglichkeit, in einem anderen Land um Schutz nachzusuchen, 

berücksichtigt werden (vgl. BVGE 2018 VII/5 E. 3.6.3; Urteil des BVGer  

F-4658/2017 vom 7. Dezember 2018 E. 3.2 f.). 

5.  

5.1 Die Vorinstanz führt zur Begründung ihres Entscheids an, es sei nicht 

klar, an welchem Ort in Pakistan sich der Beschwerdeführer aufhalte. Je-

denfalls sei nicht ersichtlich, inwiefern er in Pakistan, in einem Bezirk mit 

Millionen von Einwohnern, individuell von den Taliban gesucht und an Leib 

und Leben gefährdet sein sollte. Auch bestünden keine Hinweise, dass die 

vom Beschwerdeführer verurteilten Taliban ihn bis nach Pakistan verfolgen 

würden, zumal die geltend gemachte Aussage zur Verhaftung von ehema-

ligen Taliban-Mitgliedern nicht substantiiert untermauert worden sei. Es 

gebe auch keine Hinweise, dass ehemalige Mitglieder der afghanischen 

Nationalarmee in Pakistan verhaftet worden oder verschwunden seien. Der 

Schweizerischen Auslandvertretung seien keine Fälle bekannt, in denen 

ehemalige afghanische Armeeangehörige nach Afghanistan zurückgeführt 

worden seien. Dies habe der Beschwerdeführer auch nicht geltend ge-

macht. Es bestünden keine Anhaltspunkte für eine individuelle und akute 

Gefährdung des Beschwerdeführers an Leib und Leben in Pakistan. Ferner 

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Seite 6 

würde das Land Personen, welche beim UNHCR registriert seien, den Auf-

enthalt gestatten, bis eine dauerhafte Lösung gefunden werde.  

5.2 Der Beschwerdeführer führt dagegen an, er habe nach Pakistan aus-

reisen müssen, um dort das Gesuch für ein Visum aus humanitären Grün-

den stellen zu können. Es verstosse gegen Treu und Glauben, wenn er 

gezwungen werde, seinen Heimatstaat zu verlassen, um die Möglichkeit 

zu haben, ein Gesuch für ein humanitäres Visum zu stellen, und sich an-

schliessend die Visumsgeber mit der Begründung aus der Verantwortung 

ziehen würden, die betroffene Person befinde sich nun in einem Drittstaat.  

Er sei während über 30 Jahren in der afghanischen Armee tätig gewesen, 

sei ranghoher Offizier mit dem Dienstgrad Major gewesen und habe mit 

internationalen Truppen – wie der NATO – eng zusammengearbeitet. Er 

habe unter anderem zusammen mit der NATO Soldaten im Kampf gegen 

den Terrorismus weitergebildet. Des Weiteren sei er (…) des (…), Direktor 

(…) und Mitglied der (…) in verschiedenen Provinzen gewesen. 

Es sei bekannt, dass die pakistanische Regierung die Taliban unter der 

Hand stark unterstützt habe. Entsprechend könne auch nicht davon aus-

gegangen werden, ihm drohe keine Gefahr seitens der pakistanischen Po-

lizei. Die Behauptung der Vorinstanz, die Schweizerische Auslandvertre-

tung habe festgestellt, es bestünden keine Hinweise, wonach Mitglieder 

der afghanischen Armee in Pakistan verhaftet worden oder verschwunden 

seien, sei durch nichts belegt. Ferner sei Korruption dort allgegenwärtig. Er 

sei bereits von der pakistanischen Polizei aufgesucht worden. Aufgrund 

seiner Tätigkeit bei der Armee gelte er in den Augen der Taliban als Verrä-

ter. Zudem habe er dabei mitgewirkt, dass die für den Tod seines Bruders 

(der ebenfalls in der Armee gedient habe) verantwortlichen Taliban inhaf-

tiert worden seien. Folglich bestehe ein hohes Risiko, dass Racheakte ge-

gen ihn seitens der Taliban verübt würden. Als seine Familie noch in Afgha-

nistan gewesen sei, sei sie von den Taliban aufgesucht worden und diese 

hätten sich nach ihm (dem Beschwerdeführer) erkundigt. Dabei hätten sie 

seine Familienmitglieder bedroht und gefoltert. Die Folter sei mit Fotos do-

kumentiert. Obwohl die Taliban der Familie versichert hätten, sie würden 

ihn (den Beschwerdeführer) nur verhaften, sei klar, dass er eine Inhaftie-

rung durch die Taliban nicht überleben würde. Durch verschiedene Medi-

enquellen sei belegt, dass ehemalige Armeeangehörige von den Taliban 

bereits bedroht, gefoltert und gehängt worden seien. Er verdanke sein Le-

ben ehemaligen Armeeangehörigen, die ihn vor den falschen Spielen der 

Taliban gewarnt und ihn auf seiner Flucht bei sich zu Hause aufgenommen 

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hätten. Die Warnungen seien belegt. Die Vorinstanz lasse ferner ausser 

Acht, dass Pakistan kein Vertragsstaat des Abkommens vom 28. Juli 1951 

über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK; SR 0.142.30) sei. Selbst bei 

einer Registrierung beim UNHCR sei nicht davon auszugehen, dass 

Flüchtlingen in Pakistan effektiver und dauerhafter Schutz gewährt würde. 

Rückschiebungen nach Afghanistan könnten nicht ausgeschlossen wer-

den. Abgesehen davon verkenne die Vorinstanz, dass Hilfe vom UNHCR 

in Peshawar angerufen werden könne, nicht jedoch in B._______, wo er 

sich zurzeit befinde. Er habe versucht, Hilfe von der C._______ zu erhal-

ten, jedoch ohne Erfolg. Es stehe ihm auch nicht frei, überall nach Unter-

stützung zu fragen, da er sonst erkannt werden könnte. 

Schliesslich habe die Vorinstanz seine Verbindung zur Schweiz – seine 

Tochter (geb. […]) lebe hier – kaum gewürdigt. Er habe vor ihrer Ausreise 

eine enge Beziehung zu ihr gepflegt und sie sei in der Schweiz gut inte-

griert.  

5.3 In ihrer Vernehmlassung führt die Vorinstanz aus, der Beschwerdefüh-

rer habe sich an verschiedenen Orten in Pakistan bewegen können. Ent-

sprechend könne ihm auch die Inanspruchnahme der Hilfe des UNHCR 

zugemutet werden. Die ins Recht gelegten Medienberichte würden sich 

nicht auf die individuellen Umstände des Beschwerdeführers beziehen. 

Auch wenn es gemäss einem Bericht von Human Rights Watch [HRW] zur 

Tötung von rund 100 Angehörigen verschiedener Sicherheitskräfte (ge-

meint: durch die Taliban in Afghanistan) gekommen sein solle, würden 

keine Hinweise für eine flächendeckende Verfolgung ehemaliger Armeean-

gehöriger bestehen. Dem Beschwerdeführer sei vor seiner Flucht aus Af-

ghanistan nichts zugestossen. Die Behauptung, er sei drei Mal zu Hause 

von Taliban aufgesucht worden, sei nicht verifizierbar. Es falle auf, dass die 

angebliche Folterung seiner Familienangehörigen erst in der Einsprache 

geltend gemacht und in der Beschwerdeschrift wiederholt werde. Eine un-

mittelbare, konkrete und ernsthafte Gefährdung des Beschwerdeführers in 

Afghanistan oder Pakistan sei nicht belegt.  

5.4 In seiner Replik erwidert der Beschwerdeführer, eine Registrierung 

beim UNHCR stelle keine Alternative zu einem humanitären Visum dar. 

Gemäss einem Bericht des SEM vom 30. März 2022 würden Afghanen in 

Pakistan, welche über keine gültigen Reisedokumente verfügen und weder 

Inhaber einer Proof of Registration Card (PoR) noch einer Afghan Citizen 

Card (AC) seien, von pakistanischen Behörden als illegale Einwanderer 

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Seite 8 

betrachtet. Afghanische Flüchtlinge, welche über keine gültigen Reisedo-

kumente verfügen würden, lediglich beim UNHCR registriert seien und 

über keinen der genannten Aufenthaltstitel verfügen würden, könnten ver-

haftet und nach Afghanistan rückgeführt werden, da sie gegen das pakis-

tanische Ausländerrecht verstossen hätten. Personen, welche illegal nach 

Pakistan eingereist seien, würden festgenommen und ausgeschafft wer-

den. Er (der Beschwerdeführer) verfüge über kein Visum. Überdies sei es 

ihm nicht zuzumuten, sich aus seinem Versteck zu begeben und beim UN-

HCR vorzusprechen. Eine Registrierung beim UNHCR würde ihn ohnehin 

nicht vor einer Rückführung nach Afghanistan schützen. Wenn er nicht zu 

einem Ortswechsel gezwungen sei, verlasse er seine Unterkunft nicht. Er 

halte sich seit mehreren Monaten auf wenigen Quadratmetern auf. Die 

Frauen der Familie würden die Unterkunft verlassen, um einzukaufen. Es 

sei nicht absehbar, wie lange er mit seiner Familie eine Unterkunft werde 

zur Verfügung gestellt bekommen. Sein Aufenthalt in Pakistan sei nicht ge-

sichert. Seine Wohnung in Afghanistan sei mittlerweile fünf Mal von den 

Taliban durchsucht worden. Dabei hätten diese seine Militärkleider, Waffen 

und Fotos mitgenommen. Die Durchsuchungen seien mittels eines Videos, 

welches er vom Hauswart der Wohnung im (…) 2022 erhalten habe, belegt. 

Andere Wohnungen im Haus seien nicht durchsucht worden. Aus dem Be-

richt von HRW gehe hervor, dass die Taliban die sich ergebenden Sicher-

heitskräfte angewiesen hätten, sich registrieren zu lassen. Daraufhin hät-

ten diese ein Schreiben erhalten, welches ihre Sicherheit garantieren solle. 

Dieses Vorgehen habe jedoch dazu gedient, Menschen zu inhaftieren und 

kurz danach hinzurichten. Bei ihm (dem Beschwerdeführer) seien die Tali-

ban ähnlich vorgegangen.  

In seiner Eingabe vom 17. Oktober 2022 ergänzt der Beschwerdeführer, 

das pakistanische Innenministerium habe im Juni 2022 entschieden, dass 

Personen, welche sich über die Gültigkeitsdauer ihres Visums hinaus in 

Pakistan aufhalten, Strafen umgehen können, indem sie eine Ausreisege-

nehmigung ausstellen lassen und das Land bis am 31. Dezember 2022 

verlassen. Nach dem 31. Dezember 2022 würden gegen diejenigen, die 

bis zu diesem Datum nicht ausgereist seien, Massnahmen ergriffen und sie 

würden auf eine schwarze Liste für die Einreise nach Pakistan gesetzt.  

Mit Schreiben vom 28. November 2022 ergänzt der Beschwerdeführer, die 

pakistanischen Behörden hätten in seinem Wohngebiet nach afghanischen 

Flüchtlingen gesucht. Der Eigentümer des Wohnblocks, in welchem er (der 

Beschwerdeführer) sich aufgehalten habe, habe ausgesagt, es würden 

sich keine afghanischen Flüchtlinge in seinem Wohnblock aufhalten. Nach 

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Seite 9 

diesem Vorfall habe er (der Beschwerdeführer) zusammen mit seiner Fa-

milie die Unterkunft verlassen müssen.  

6.  

Nachfolgend ist zu prüfen, ob der Beschwerdeführer über ein Profil verfügt, 

mit dem er in seinem Heimatland Afghanistan einer unmittelbaren und in-

dividuellen Gefährdung ausgesetzt wäre, die sich von anderen Personen 

massgeblich abhebt. 

6.1 Unbestritten ist, dass der Beschwerdeführer während rund 30 Jahren 

in der afghanischen Armee gedient hat, insbesondere im Rang eines Ma-

jors und mit US-Truppen und der NATO zusammengearbeitet hat. Seine 

Tätigkeit ist durch Dienstausweise, Zertifikate und Fotos belegt. Gemäss 

Angaben des Beschwerdeführers seien ihm mehrere Tausend Soldaten 

unterstellt gewesen. Des Weiteren habe er zur Verhaftung jener Taliban 

beigetragen, welche für den Tod seines Bruders verantwortlich gewesen 

seien. Letztere Angaben sind nicht belegt, sind jedoch – wie nachfolgend 

aufgezeigt wird – nicht entscheidrelevant.  

6.2 Aufgrund seiner Tätigkeit in der afghanischen Armee und der Zusam-

menarbeit mit internationalen Truppen ist davon auszugehen, dass der Be-

schwerdeführer von den Taliban als eine der ehemaligen afghanischen Re-

gierung sowie der internationalen Gemeinschaft nahestehende Person und 

als Unterstützer derselben wahrgenommen wird. Angehörige der Sicher-

heitskräfte sind am häufigsten und stärker als andere potentielle Risiko-

gruppen Übergriffen durch die Taliban ausgesetzt (vgl. dazu SEM, Focus 

Afghanistan – Verfolgung durch Taliban: Potentielle Risikoprofile, 15. Feb-

ruar 2022, Bern, S. 4 und S. 14, ˂ www.sem.admin.ch ˃ Internationales & 

Rückkehr ˃ Herkunftsländerinformationen ˃ Asien und Nahost, abgerufen 

am 14.12.2022 [nachfolgend: SEM, Risikoprofile]. Zudem weisen auch 

Personen, welche für die US-Armee gearbeitet haben, ein erhöhtes Risi-

koprofil auf (vgl. dazu SEM, Risikoprofile, S. 21). Entgegen ihren Ausfüh-

rungen in der Vernehmlassung hält die Vorinstanz im Übrigen bezüglich 

der Gefährdung des Beschwerdeführers in Afghanistan in ihren Akten 

selbst fest, dass er ein Risikoprofil aufweist (vgl. vorinstanzliche Akten pag. 

159). Die vom Beschwerdeführer geltend gemachten Drohungen und Ge-

waltanwendungen gegenüber seinen damals noch in Afghanistan verblie-

benen Familienangehörigen, die von den Taliban durchgeführten Haus-

durchsuchungen und deren vermeintliche Hilfsangebote fügen sich in das 

im Bericht der Vorinstanz (SEM Risikoprofile, S. 47 f.) und in anderen öf-

http://www.sem.admin.ch/

F-437/2022 

Seite 10 

fentlichen Quellen (vgl. bspw. HRW, Afghanistan: Taliban lassen Ex-Be-

amte hinrichten oder verschwinden, 30.11.2021, 

< https://www.hrw.org/de/news/ 2021/11/30/afghanistan-taliban-lassen-ex-

beamte-hinrichten-oder-verschwinden >, abgerufen am 21.12.2022; Euro-

pean Union Agency for Asylum [EASO], Afghanistan Country Focus, Ja-

nuar 2022, S. 45 ff., < https://coi.euaa.europa.eu/administration/easo/PLib/ 

2022_01_EASO_COI_Report_Afghanistan_Country_focus.pdf >, abgeru-

fen am 21.12.2022) beschriebene Bild der Vorgehensweise der Taliban ein. 

Die Fotos und Videos, welche einerseits die Verletzungen seiner Familien-

mitglieder aufgrund von Behelligungen seitens der Taliban und anderer-

seits den Zustand der Wohnung nach mehreren Durchsuchungen durch 

die Taliban zeigen sollen, stützen seine Vorbringen. Zudem dürfte es für 

die Taliban ein Leichtes sein, den Beschwerdeführer als ehemaligen Ar-

meeangehörigen zu identifizieren, da diese in einer biometrischen Daten-

bank registriert sind (vgl. SEM, Risikoprofile, S. 48 f.). Aus dem Gesagten 

folgt, dass der Beschwerdeführer einer Personengruppe angehört, bei der 

gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts davon auszugehen ist, 

dass sie in Afghanistan aufgrund ihrer Exponiertheit einem erhöhten Ver-

folgungsrisiko ausgesetzt ist und für welche sich die Gefährdungslage seit 

der im August 2021 erfolgten Übernahme der Kontrolle über das gesamte 

Staatsgebiet durch die Taliban und dem inzwischen vollständigen Abzug 

der amerikanischen und anderen ausländischen Streitkräfte erheblich ak-

zentuiert hat (vgl. Urteile des BVGer E-5294/2022 vom 26. Oktober 2022 

E. 8; D-2118/2022 vom 2. September 2022 E. 4.3; E-562/2022 vom 5. April 

2022 E. 5.2; D-2161/2021 vom 12. Januar 2022 E. 7; SEM, Risikoprofile, 

S. 21 ff.).  

6.3 Es ist folglich davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer in 

Afghanistan mehr als andere Personen in der gleichen Lage, insbesondere 

mehr als andere ehemalige Angehörige der Armee und der Sicher-

heitskräfte, einer unmittelbaren und individuellen Gefährdung ausgesetzt 

wäre.  

7.  

Zu prüfen ist nachfolgend, ob dem Beschwerdeführer eine Ausschaffung 

aus Pakistan nach Afghanistan droht.  

7.1 Die Vorinstanz hält in der angefochtenen Verfügung zur Frage von Aus-

schaffungen afghanischer Staatsangehöriger aus Pakistan lediglich fest, 

es seien keine Fälle bekannt, in denen ehemalige afghanische Armeean-

gehörige nach Afghanistan zurückgeführt worden seien. Zu Rückführungen 

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Seite 11 

afghanischer Staatsangehöriger im Allgemeinen äussert sie sich nicht. In 

der Vernehmlassung geht sie auf die Vorbringen des Beschwerdeführers 

in diesem Zusammenhang nicht ein.  

7.2 Es ist basierend auf der aktuellen Quellenlage zu befürchten, dass 

zwangsweise Rückführungen von afghanischen Staatsangehörigen von 

Pakistan nach Afghanistan stattfinden. Für eine Rückführung scheint zu 

sprechen, dass der Grenzübertritt der betreffenden Person nach Pakistan 

illegal war und sich auch der allenfalls nachfolgende dortige Aufenthalt zu 

keinem Zeitpunkt als rechtmässig erwies (vgl. ausführlich hierzu Urteil des 

BVGer F-985/2022 vom 1. Dezember 2022 E. 6.2-6.4). 

7.2.1 Dass nicht dokumentierte Personen, die weder über eine PoR noch 

eine AC verfügen und ausschliesslich beim UNHCR registriert sind, von 

zwangsweisen Rückführungen nach Afghanistan betroffen sein können, 

hält die Vorinstanz in ihrem öffentlich zugänglichen Bericht «Focus Pakis-

tan / Iran / Türkei – Situation afghanischer Migrantinnen und Migranten» 

vom 30. März 2022 (˂ www.sem.admin.ch ˃ Internationales & Rückkehr ˃ 

Herkunftsländerinformationen ˃ Asien und Nahost, abgerufen am 

14.12.2022 [nachfolgend: SEM, Focusbericht]) selbst fest. Dies wird von 

verschiedenen weiteren Quellen mit den nachfolgenden Präzisierungen 

bestätigt: So gibt das UNHCR in einem Factsheet von Januar 2022 zum 

Registrierungsprozess an, Pakistan verfüge über kein Asylsystem und 

habe die Flüchtlingskonvention nicht unterzeichnet. Das UNHCR selbst 

führe die Registrierung von Personen mit erhöhtem Schutzbedürfnis durch. 

Pakistan respektiere grundsätzlich die Entscheidungen des UNHCR, einer 

Person den Flüchtlingsstatus zuzuerkennen (vgl. UNHCR, Pakistan 

Country Factsheet, January 2022, S. 3, ˂ https://data2.un-

hcr.org/en/documents/download/90451 ˃, abgerufen am 22.12.2022). Ei-

ner weiteren Quelle lässt sich zum obengenannten Registrierungsprozess 

des UNHCR konkretisierend entnehmen, dass nur in sehr wenigen Fällen 

eine tatsächliche Bestimmung des Flüchtlingsstatus durchgeführt werde. 

Gemäss in dieser Quelle wiedergegebenen Angaben eines Experten des 

UNHCR könnten Personen, denen es unmöglich sei, nach Afghanistan zu-

rückzukehren, vom UNHCR als Asylsuchende registriert und es könne 

ihnen ein entsprechender Ausweis ausgestellt werden. (vgl. KATJA MIELKE, 

et al, Figurations of Displacement in and beyond Pakistan, 08.2021, S. 9, 

˂ https://trafig.eu/output/working-papers/figurations-of-displacement-in-

and-beyond-pakistan/D054-TWP-Figurations-of%20Displacement-Pakis-

tan-Mielke-etal-2021-v02p-2021-11-05.pdf ˃, abgerufen am 22.12.2022 

[nachfolgend: MIELKE, Displacement]). Die European Agency for Asylum 

http://www.sem.admin.ch/
https://data2.unhcr.org/en/documents/download/90451
https://data2.unhcr.org/en/documents/download/90451
https://trafig.eu/output/working-papers/figurations-of-displacement-in-and-beyond-pakistan/D054-TWP-Figurations-of%20Displacement-Pakistan-Mielke-etal-2021-v02p-2021-11-05.pdf
https://trafig.eu/output/working-papers/figurations-of-displacement-in-and-beyond-pakistan/D054-TWP-Figurations-of%20Displacement-Pakistan-Mielke-etal-2021-v02p-2021-11-05.pdf
https://trafig.eu/output/working-papers/figurations-of-displacement-in-and-beyond-pakistan/D054-TWP-Figurations-of%20Displacement-Pakistan-Mielke-etal-2021-v02p-2021-11-05.pdf

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(EUAA) hält in einem Bericht von Mai 2022 fest, dass eine Registrierung 

als asylsuchende Person beim UNHCR temporären Schutz vor Rückfüh-

rungen biete, auch wenn dies von Sicherheitskräften nicht immer verstan-

den oder respektiert werde (vgl. Pakistan – Situation of Afghan refugees, 

Country of Origin Information Report, 05.2022, S. 58, ˂ https://euaa.eu-

ropa.eu/sites/default/files/publications/2022-05/2022_05_EUAA_COI_Re-

port_Pakistan_Situation_of_Afghan_refugees.pdf ˃, abgerufen am 

22.12.2022). Gemäss dem niederländischen Aussenministerium hätten 

sich in den ersten drei Monaten nach dem Fall von Kabul 50 000 Afghanen 

beim UNHCR registriert, das UNHCR habe aber nur 1500 Bescheinigun-

gen ausgestellt. Es gebe für das UNHCR in Pakistan derzeit kaum Mög-

lichkeiten, afghanischen Neuankömmlingen, die die Voraussetzungen als 

Flüchtlinge erfüllen, Schutz zu bieten (Ministerie van Buitenlandse Zaken, 

Algemeen ambtsbericht Afghanistan, 03.2022, < https://open.over-

heid.nl/repository/ronl-

affc26defdfe4f42b3b4f33e3990a4988022501b/1/pdf/afghanistan-aab-

2022.pdf >, abgerufen am 22.12.2022). Nur in sehr wenigen Fällen werde 

der Prozess der Feststellung des Flüchtlingsstatus durchgeführt und nur 

die wenigsten Afghanen würden einen Asylbewerber-Status erhalten 

(MIELKE, Displacement, S. 9; vgl. ausführlich zum Ganzen: Urteil 

F-985/2022 E. 6.2-6.4). 

7.2.2 Zusammenfassend ist zum jetzigen Zeitpunkt davon auszugehen, 

dass die pakistanischen Behörden die Entscheide des UNHCR über die 

Flüchtlingseigenschaft von afghanischen Staatsangehörigen oder deren 

Einstufung als Asylsuchende in der Regel respektieren. Jedoch erhalten 

nur die wenigsten Afghanen, welche sich beim UNHCR registriert haben, 

tatsächlich auch den Status eines Asylbewerbers oder eines Flüchtlings, 

da die Ressourcen des UNHCR derzeit nicht ausreichen, alle Voranmel-

dungen («pre-screenings») zu behandeln. In Übereinstimmung mit der 

Vorinstanz ist somit davon auszugehen, dass eine Registrierung beim UN-

HCR als solche keinen Schutz vor einer Rückführung nach Afghanistan 

bietet.   

7.3 Aus den Akten geht hervor, dass der Beschwerdeführer illegal nach 

Pakistan eingereist ist. Er verfügt über kein Visum für Pakistan und hält 

sich dort illegal auf. Er besitzt weder eine PoR noch eine AC. Auch ist er 

nicht beim UNHCR registriert. Ob ihm eine Registrierung beim UNHCR zu-

mutbar wäre, kann vorliegend offen bleiben. Wie die Vorinstanz in ihrem 

Bericht selbst ausführt und wie vorstehend dargelegt (vgl. E. 7.2), bietet 

eine Registrierung beim UNHCR allein keinen Schutz für Personen, welche 

https://euaa.europa.eu/sites/default/files/publications/2022-05/2022_05_EUAA_COI_Report_Pakistan_Situation_of_Afghan_refugees.pdf
https://euaa.europa.eu/sites/default/files/publications/2022-05/2022_05_EUAA_COI_Report_Pakistan_Situation_of_Afghan_refugees.pdf
https://euaa.europa.eu/sites/default/files/publications/2022-05/2022_05_EUAA_COI_Report_Pakistan_Situation_of_Afghan_refugees.pdf

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– wie der Beschwerdeführer – weder über eine PoR noch eine AC verfü-

gen. Zudem führt eine Registrierung beim UNHCR nur in den wenigsten 

Fällen zu einem Status, der einen gewissen Schutz vor Ausschaffungen 

nach Afghanistan bieten kann. Vor diesem Hintergrund ist eine Rückfüh-

rung des Beschwerdeführers nach Afghanistan unter Zwang als unmittel-

bare, ernsthafte und konkrete Gefahr zu betrachten. Die Vorinstanz hat 

– wie bereits unter E. 7.2 dargelegt – sich mit der Frage von Rückführun-

gen afghanischer Staatsangehöriger von Pakistan nach Afghanistan nicht 

auseinandergesetzt und somit nicht alle für den Entscheid wesentlichen 

Sachumstände berücksichtigt. Damit hat sie den Sachverhalt in diesem 

Punkt unvollständig erstellt (Art. 49 Bst. b VwVG). Solange nicht angenom-

men werden kann, dass der Beschwerdeführer in Pakistan wirksam vor 

einer Ausschaffung nach Afghanistan geschützt ist, kann – insbesondere 

mit Blick auf dessen Risikoprofil – das Visum nicht verweigert werden. 

8.  

Die Angelegenheit ist daher an die Vorinstanz zurückzuweisen, damit sie 

die aktuelle Gefahrenlage neu beurteile und über den Visumsantrag zeit-

nah befinde. Beim Entscheid ist auch die Tatsache zu berücksichtigen, 

dass die Tochter des Beschwerdeführers (Jahrgang […]) seit 2015 in der 

Schweiz lebt (vgl. E. 4.2 am Ende).  

9.  

Die Beschwerde ist daher gutzuheissen, die angefochtene Verfügung auf-

zuheben und die Sache im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zu-

rückzuweisen. 

10.  

10.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu erheben 

(Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG). 

10.2 Dem anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer ist für die ihm erwach-

senen notwendigen Kosten eine angemessene Parteientschädigung zu 

Lasten der Vorinstanz zuzusprechen (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG, Art. 7 

Abs. 1 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-

schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

Die Rechtsvertreterin hat keine Kostennote eingereicht, so dass die Partei-

entschädigung aufgrund der Akten festzulegen ist (Art. 14 Abs. 2 VGKE). 

Deren Höhe ist mit Blick auf den aktenkundigen Aufwand und in Anwen-

dung von Art. 7 ff. VGKE auf Fr. 2'500.– festzusetzen. 

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(Dispositiv nachfolgende Seite)  

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen. 

2.  

Die angefochtene Verfügung wird aufgehoben und die Sache zur Neube-

urteilung im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurückgewiesen. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

4.  

Die Vorinstanz wird verpflichtet, dem Beschwerdeführer eine Partei-

entschädigung von Fr. 2’500.– zu bezahlen. 

5.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer und die Vorinstanz. 

 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Susanne Genner Maria Wende 

 

 

 

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