# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c1cec995-1681-5f29-831a-3dd5391b8172
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2003-01-08
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Strafkammer 08.01.2003 SB 2002 29
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_004_SB-2002-29_2003-01-08.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
  Tribunale cantonale dei Grigioni
  Dretgira chantunala dal Grischun

Ref.: Chur, 08. Januar 2003 Schriftlich mitgeteilt am: 
SB 02 29 (fernmündlich eröffnet 

 am 09. Januar 2003)

(Die gegen diese Entscheidung erhobene Nichtigkeitsbeschwerde wurde vom 
Bundesgericht mit Urteil vom 06. August 2003 (6S.132/2003) gutgeheissen.)

Urteil 
Kantonsgerichtsausschuss

Vizepräsident Schlenker, Kantonsrichter Jegen und Schäfer, Aktuarin Mosca.

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In der strafrechtlichen Berufung

des X., Berufungskläger, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. et oec. Christian 
Thöny, Quaderstrasse 16, 7000 Chur,

gegen

das Urteil des Bezirksgerichtsausschusses Inn vom 18. Juni 2002, mitgeteilt am 2. 
September 2002, in Sachen gegen den Berufungskläger,

betreffend Jagdkontravention,

hat sich ergeben:

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A. X. wuchs in B. und in A. auf. Nach dem Besuch der ersten Primarklasse 
in B. und der restlichen fünf Primarklassen in A., absolvierte er das Gymnasium 
Typus D in R.. Danach studierte er während fünf Jahren an der ETH und schloss 
als Elektroingenieur ab. Es folgte ein zweijähriges Nachdiplomstudium für das 
höhere Lehramt, bevor er zum Teil in Zürich auf seinem erlernten Beruf arbeitete 
und im Unterengadin Unterricht erteilte. Seit 1998 arbeitet X. bei der Telekommuni-
kationsfirma S. Sein jährliches Bruttoeinkommen beläuft sich nach eigenen auf Fr. 
200'000.--. Sein steuerbares Vermögen beträgt Fr. 56'000.--. Seit Juni 1999 ist X. 
mit C. verheiratet. Das Ehepaar hat keine Kinder.

Im Schweizerischen Zentralstrafregister ist X. nicht verzeichnet. Hingegen ist 
er im Register des Jagd- und Fischereiinspektorats Graubünden mit einem Fehlab-
schuss aus dem Jahre 1994 verzeichnet.

B. Dem vorliegenden Strafverfahren legt die Staatsanwaltschaft Graubünden 
ihrer Anklage folgenden Sachverhalt zugrunde:

„ Am Samstagnachmittag des 16. Oktober 1999 meldete X. Wildhüter 
D., er habe in E., ein Seitental des F., Gemeinde G., beim Aufräumen 
seiner Jagdhütte auf dem Grat zum H. einen verletzten, etwa sieben-
jährigen Steinbock beobachtet. Nach Rücksprache mit Wildhüter I., 
Bezirkschef des Jagdbezirks T., begab sich Wildhüter D. am frühen 
Morgen des 17. Oktober 1999, an dem das Bündner Erntedankfest 
gefeiert wurde, zusammen mit X. sowie zwei Begleiterinnen ins F., um 
nach dem verletzten Tier zu suchen. Nachdem Wildhüter D. bei J. sei-
nen Jeep abgestellt hatte, stiegen er und seine Begleiter zu Fuss 
durch die K. bis zum L. hinauf, wo sie den fraglichen Steinbock sauber 
aufgebrochen, ausgeweidet und für den Abtransport auf einer Leiter 
festgebunden am Wegrand vorfanden. Da dieser Steinbock offenbar 
von einem berechtigten Steinwildjäger erlegt worden war und somit 
die Nachsuche erledigt war, entschloss sich D., im Zusammenhang 
mit dem Überbestand der Steinwildkolonie M. Reduktionsabschüsse 
beim weiblichen Steinwild vorzunehmen, wie mit seinem Vorgesetzten 
am Vortag besprochen. In der Folge begab sich Wildhüter D. mit sei-
nen Begleitern in Richtung N., um von dort aus wieder zum Fahrzeug 
zu gelangen. Vom O. aus konnten sie im Gebiet P. ein Steinwildrudel 
von 15 Tieren beobachten. Wildhüter D. entschloss sich, aus diesem 
Rudel, in dem er fünf junge, galte Steingeissen ausmachte, ein oder 
zwei Tiere zu schiessen. Kurz vor dem P. scheuchten sie ein Rudel 
Steinböcke auf, die in der Folge in die Richtung der Steingeissen flüch-
teten. Sofort sprangen Wildhüter D. und X. auf die nächste Krete, um 
die sich in einer Mulde befindenden und bereits in Richtung der Fels-
wände ziehenden Steingeissen noch erfolgreich bejagen zu können. 
Damit Wildhüter D. die flüchtenden Steingeissen mit seiner mit einem 
starken Zoom ausgerüsteten Videokamera besser ansprechen 

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konnte, überreichte er seine Repetierbüchse Sauer 200, Kal. 7 mm 
Remington Magnum, X.. In der Folge forderte er X. auf, auf eine von 
ihm bezeichnete Steingeiss zu schiessen. Nachdem dieser auf eine 
Schussdistanz von rund 100 m diese Steingeiss erlegt hatte, wurde 
der Vorgang bei einer weiteren Steingeiss wiederholt. Auch diese 
Geiss zeichnete auf den Schuss und erlag nach kurzer Flucht den 
Schussverletzungen. Bei den ca. um 16.00 Uhr durch X. erlegten Tie-
ren handelt es sich um zwei nichtsäugende Steingeissen von zwei 
bzw. vier Jahren. Die beiden Abschüsse hielt D. mit seiner Videoka-
mera fest. Beim Absteig mit der Beute erkundigte sich Wildhüter I. bei 
Wildhüter D. per Natel bezüglich zwei von Drittpersonen bei der Polizei 
in A. gemeldeten Schüssen, die in dem E. gegenüberliegenden Gebiet 
N. gefallen waren. Wildhüter D. gab in der Folge seinem Vorgesetzten 
an, dort zwei Steingeissen erlegt zu haben. Die zwei Steingeissen 
überliess Wildhüter D. mitsamt Gehörn X. für Fr. 355.20, wobei D. die-
sen Betrag an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden über-
wies.“

C. Mit Strafmandat vom 22. Oktober 2000, mitgeteilt am 2. November 2000, 
erkannte die Kreispräsidentin Suot Tasna:

„1. X. ist schuldig der vorsätzlichen Widerhandlung gegen Art. 17 
Abs. 1 lit. a JSG sowie der vorsätzlichen Widerhandlung gegen 
Art. 12 und 13 KJG in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 KJG.

2. Dafür wird er mit Fr. 1'000.-- Busse bestraft.

3. Vorzeitige Löschung der Busse nach einer Probezeit von einem 
Jahr.

4. Das Jagdpatent wird X. gemäss Art. 20 Abs. 1 lit. b JSG während 
zwei Jahren entzogen.

Der Verurteilte bezahlt die Verfahrenskosten und die Busse, be-
stehend aus:
- Barauslagen der Staatsanwaltschaft Fr. 44.00
- Untersuchungsgebühr der Staatsanwaltschaft Fr. 370.00
-Barauslagen und Gebühr des Kreisamtes Fr. 250.00
- Busse Fr. 1'000.00
Total Fr. 1‘664.00

innert zwanzig Tagen seit Mitteilung, mit beiliegendem Einzah-
lungsschein an die Kreiskasse Suot Tasna.

D. Dagegen liess X. am 7. November 2000 Einsprache bei der Kreis-präsi-
dentin Suot Tasna erklären. Nach erfolgter Ergänzung der Untersuchung erliess das 
Untersuchungsrichteramt Thusis am 19. März 2001 die Schlussverfügung.

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E. Mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 27. August 2001 
wurde X. wegen vorsätzlicher Widerhandlung gegen Art. 17 Abs. 1 lit. a JSG sowie 
vorsätzlicher Widerhandlung gegen Art. 12 und 13 KJG in Verbindung mit Art. 47 
Abs. 1 KJG in Anklagezustand versetzt. Der Fall wurde gestützt auf Art. 346 StGB 
und Art. 48 StPO dem Bezirksgerichtsausschuss Inn zur Beurteilung überwiesen. 
Schliesslich wurde Rechtsanwalt lic. iur. et oec. Christian Thöny als privater Vertei-
diger für X. bestellt.

F. Der Bezirksgerichtsausschuss Inn erkannte mit Urteil vom 18. Juni 2002, 
mitgeteilt am 2. September 2002:

„1.  D. ....

2.a) X. wird schuldig gesprochen der vorsätzlichen Widerhandlung ge-
gen Art. 17 Abs. 1 lit. a JSG .

b) Dafür wird er mit einer Busse von Fr. 1‘200.-- bestraft.

c) Die Busse wird nach Ablauf einer einjährigen Probezeit aus dem 
Strafregister vorzeitig gelöscht.

d) X. wird die Jagdberechtigung in Anwendung von Art. 20 Abs. 1 lit. 
b JSG für die Dauer von einem Jahr entzogen.

e) Das Verfahren wegen vorsätzlicher Widerhandlung gegen Art. 12 
und 13 i.V.m. Art. 47 Abs. 1 KJG wird infolge Verjährung einge-
stellt.

3. Die Kosten, bestehend aus

Gerichtsgebühr Fr. 1‘500.00
Untersuchungskosten der Staatsanwaltschaft Fr. 2'832.00
Barauslagen und Gebühr des Kreisamtes Fr. 500.00
Total Fr. 4'832.00

gehen zu ¾ zulasten der Verurteilten. Ihnen werden somit folgende 
Kosten auferlegt:

D.
½ der ¾ der Verfahrenskosten Fr. 1'812.00
Busse Fr. 300.00
Total Fr. 2'112.00

X.
½ der ¾ der Verfahrenskosten Fr. 1'812.00
Busse Fr. 1'200.00
Total Fr. 3'012.00

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Die auferlegten Verfahrenskosten und die Bussen sind von den 
Verurteilten innert 30 Tagen dem Bezirksamt Inn zu überweisen.

4. D. ...

5. X. wird eine ausseramtliche Entschädigung in der Höhe von Fr. 
1'000.-- ausgerichtet.

6. (Rechtsmittelbelehrung)

7. (Mitteilung)“

G. Da das Urteil des Bezirksgerichtsausschusses Inn vom 18. Juni 2002 in 
Bezug auf den Kostenspruch in Ziff. 3 des Dispositivs und in Bezug auf die aus-
seramtlichen Entschädigungen in Ziff. 4 und 5 des Dispositivs unklar war, und zwar 
insofern, als darin nicht ausdrücklich bestimmt wurde, wer jene Kosten, die nicht 
den Angeklagten auferlegt wurden, zu tragen hat und wer die ausseramtlichen Kos-
ten zu entrichten hat, traf der Bezirksgerichtsausschuss Inn am 16. September 2002 
folgenden Erläuterungsentscheid:

„1. Im Sinne der Erwägungen wird erläuternd festgestellt, dass ¼ der 
staatsanwaltschaftlichen Untersuchungskosten oder Fr. 708.00 
vom Kanton, ¼ der Gerichtsgebühr oder Fr. 375.00 von der Be-
zirksgerichtskasse Inn sowie ¼ der Barauslagen und Gebühren 
des Kreisamtes Suot Tasna oder Fr. 125.00 vom Kreis Suot 
Tasna zu tragen sind.

2. Des Weiteren wird erläuternd festgestellt, dass die ausseramtli-
chen Entschädigungen von der Bezirkskasse Inn zu zahlen sind.

3. Die Kosten dieses Entscheides werden auf die Bezirksgerichts-
kasse Inn genommen.

4. (Rechtsmittelbelehrung)

5. (Mitteilung)“

H. Gegen den Entscheid des Bezirksgerichtsausschusses Inn vom 18. Juni 
2002 beziehungsweise 16. September 2002 liess X. am 16. September 2002 Beru-
fung an den Kantonsgerichtsausschuss von Graubünden erheben. Er beantragte:

„1. Das angefochtene Urteil sei aufzuheben und die Angelegenheit 
sei zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Unter 
voller Kosten- und Entschädigungsfolge für beide Verfahren zu 
Lasten der Vorinstanz.

Dem Berufungskläger sei für beide Verfahren eine ungekürzte 
ausseramtliche Entschädigung auszurichten.

 2. Ziff. 2 a,b,c und d sowie Ziff. 3 und 5 des Urteils seien aufzuheben. 
Der Berufungskläger sei der vorsätzlichen Widerhandlung gegen 

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Art. 17 Abs. 1 lit. a JSG freizusprechen. Unter voller Kosten- und 
Entschädigungsfolge für beide Verfahren zulasten der Vorin-
stanz.“

Die Staatsanwaltschaft Graubünden beantragt in ihrer Vernehmlassung vom 
8. Oktober 2002 die Abweisung der Berufung, soweit darauf einzutreten sei. Die 
Vorinstanz äusserte sich in ihrer Stellungnahme vom 15. Oktober 2002 einzig zum 
Rückweisungsantrag und beantragte diesbezüglich die Abweisung dieses Antra-
ges.

I. Anlässlich der mündlichen Hauptverhandlung vor Kantonsgerichtsaus-
schuss von Graubünden vom 8. Januar 2003 waren X. und D. sowie deren Vertei-
diger Rechtsanwalt lic. iur. et oec. Christian Thöny und Rechtsanwalt lic. iur. Stefan 
Lechmann zugegen. Die Staatsanwaltschaft verzichtete gestützt auf Art. 145 Abs. 
4 StPO auf die Teilnahme an der Hauptverhandlung.  Rechtsanwalt lic. iur. et oec. 
Christian Thöny bestätigte seine schriftlich gestellten Begehren und gab sein Plä-
doyer zu den Akten.

Auf die Begründung der Anträge in den Rechtsschriften und im mündlichen 
Vortrag sowie auf die Erwägungen im angefochtenen Urteil wird, soweit erforderlich, 
in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Der Kantonsgerichtsausschuss zieht in Erwägung :

1. Gegen Urteile und Beschlüsse der Bezirksgerichte und ihrer Ausschüsse 
können der Verurteilte und der Staatsanwalt beim Kantonsgerichtsausschuss Beru-
fung erheben (Art. 141 Abs. 1 StPO). Die Berufung ist innert zwanzig Tagen seit der 
schriftlichen Eröffnung des angefochtenen Entscheides einzureichen. Sie ist zu be-
gründen und hat darzutun, welche Mängel des erstinstanzlichen Entscheides gerügt 
werden und ob das ganze Urteil oder lediglich Teile davon angefochten werden (Art. 
142 Abs. 1 StPO). Diesen Anforderung vermag die form- sowie fristgerecht einge-
reichte Rechtsschrift vom 16. September 2002 zu genügen. Auf die vorliegende Be-
rufung ist demnach einzutreten.

2. a) Der Berufungskläger beantragt, das vorinstanzliche Urteil sei aufzuhe-
ben und die Angelegenheit sei zur Neubeurteilung an den Bezirksgerichtsaus-
schuss Inn zurückzuweisen. Zur Begründung macht er im wesentlichen geltend, die 
Vorinstanz habe die Urteilsberatung in unzulässiger Weise unterbrochen. Anlässlich 

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der Hauptverhandlung vor Bezirksgerichtsausschuss Inn vom 18. Juni 2002 hätten 
die Angeklagten und die Verteidiger aus Zeitgründen auf eine mündliche Eröffnung 
des Urteils verzichtet. Dabei sei vereinbart worden, dass das Urteilsdispositiv den 
Parteien am nächsten Tag telefonisch mitgeteilt werde. Am 19. Juni 2002 habe der 
Bezirksgerichtspräsident Inn dem Rechtsvertreter von D. sodann mitgeteilt, das Ge-
richt habe noch kein endgültiges Urteil gefällt, da die Aktuarin noch gewisse Ab-
klärungen tätigen müsse. Erst einige Tage später sei der Berufungskläger über den 
Ausgang des Prozesses telefonisch orientiert worden. Gemäss Art. 108 und Art. 
124 StPO sei die Hauptverhandlung und insbesondere auch die Urteilsberatung 
zwingend ohne Unterbrechung durchzuführen. Der Berufungskläger beantragt, den 
Präsidenten der Vorinstanz hierzu zu befragen.

b) Der Bezirksgerichtspräsident Inn führt in seiner Stellungnahme vom 15. 
Oktober 2002 aus, es treffe nicht zu, dass die Urteilsberatung unterbrochen worden 
sei. Das Urteil sei am Tage der Hauptverhandlung, nämlich am 18. Juni 2002, nach 
eingehender Beratung gefällt worden. Was die telefonische Aussage des Bezirks-
gerichtspräsidenten vom 19. Juni 2002 gegenüber den Vertretern der Angeklagten 
betreffe, wonach die Aktuarin noch einige Abklärungen zu tätigen habe, habe sich 
diese Aussage auf die Begründung des  Entscheides bezogen. Der Bezirksgerichts-
ausschuss Inn habe aber bereits am 18. Juni 2002 entschieden, dass es sich beim 
Patententzug um eine Massnahme und nicht um eine Nebenstrafe handle.

c) Aufgrund der ausführlichen schriftlichen Stellungnahme des Bezirksge-
richtspräsidenten Inn zu dieser Frage erübrigt sich dessen Befragung. Den Aus-
führungen von Q. kann entnommen werden, dass der Fall am 18. Juni 2002 beraten 
und entschieden worden ist. Das Unmittelbarkeitsprinzip und das Prinzip der Unvor-
eingenommenheit der urteilenden Richter sind somit nicht verletzt worden.  Allein 
aufgrund der Tatsache, dass die Mitteilung des Dispositivs nicht - wie vereinbart - 
am 19. Juni 2002 erfolgt ist, kann nicht abgeleitet werden, die Hauptverhandlung 
sei unterbrochen worden und das Urteil erst einige Tage später gefällt worden. In-
folgedessen sieht der Kantonsgerichtsausschuss von einer Rückweisung des Falles 
ab.

3. a) Die Vorinstanz hat den Berufungskläger der vorsätzlichen Widerhand-
lung gegen Art. 17 Abs. 1 lit. a JSG für schuldig befunden, ihn dafür mit einer Busse 
von Fr. 1‘200.-- bestraft und die Jagdberechtigung in Anwendung von Art. 20 Abs. 
1 lit. b JSG für die Dauer von einem Jahr entzogen. Infolge Verjährung wurde das 
Verfahren gegen X. bezüglich Widerhandlung gegen Art. 12 und 13 KJG in Verbin-

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dung mit Art. 47 Abs. 1 KJG eingestellt. Im vorliegenden Verfahren ist demnach zu 
prüfen, ob X. zu Recht von der Vorinstanz der vorsätzlichen Widerhandlung gegen 
Art. 17 Abs. 1 lit. a JSG für schuldig befunden worden ist.

b) Der Sachverhalt, welcher die Staatsanwaltschaft ihrer Anklage zu Grunde 
gelegt hat, wird vom Berufungskläger nicht bestritten (vgl. vorliegendes Urteil lit. B, 
S. 2 und 3). Es ist unbestritten, dass D. mit seinem Vorgesetzten I., Bezirkschef des 
Jagdbezirks T., vereinbart hat, im Zusammenhang mit dem Überbestand der Stein-
wildkolonie M. Reduktionsabschüsse beim weiblichen Steinwild vorzunehmen. Zu-
sammen mit seinen Begleitern konnte der Berufungskläger am Sonntag, 17. Okto-
ber 1999, vom O. aus im Gebiet P. ein Steinwildrudel von 15 Tieren beobachten. D. 
entschloss sich, aus diesem Rudel ein oder zwei Tiere zu schiessen. Kurz vor dem 
P. scheuchten sie ein Rudel Steinböcke auf, die in der Folge in die Richtung der 
Steingeissen flüchteten. Sofort sprangen Wildhüter D. und X. auf die nächste Krete, 
um die sich in einer Mulde befindenden und bereits in Richtung der Felswände zie-
henden Steingeissen noch erfolgreich bejagen zu können. Damit Wildhüter D. die 
flüchtenden Steingeissen mit seiner mit einem starken Zoom ausgerüsteten Video-
kamera besser ansprechen konnte, überreichte er seine Repetierbüchse Sauer 
200, Kal. 7mm Remington Magnum, X..  In der Folge forderte er X. auf, auf eine von 
ihm bezeichnete Steingeiss zu schiessen. Nachdem dieser auf eine Schussdistanz 
von rund 100 m diese Steingeiss erlegt hatte, wurde der Vorgang bei einer weiteren 
Steingeiss erfolgreich wiederholt.

c) Wie bereits ausgeführt, hat die Vorinstanz X. der vorsätzlichen Widerhand-
lung gegen Art. 17 Abs. 1 lit. a JSG für schuldig befunden. Gemäss Art. 17 Abs. 1 
lit. a JSG wird mit Gefängnis bis zu einem Jahr oder mit Busse bestraft, wer vor-
sätzlich und ohne Berechtigung Tiere jagdbarer und geschützter Arten jagt oder 
tötet sowie Tiere geschützter Arten einfängt, gefangenhält oder sich aneignet. Nach 
Art. 2 JSG in Verbindung mit Art. 5 und 7 Abs. 1 JSG ist der Steinbock eine ge-
schützte Art. Steinböcke können aber gemäss Art. 7 Abs. 3 JSG zur Regulierung 
der Bestände zwischen dem 1. September und dem 30. November gejagt werden. 
Dem kantonalen Recht kann sodann entnommen werden, wer die Abschüsse täti-
gen kann. Im Kanton Graubünden wird der Abschuss von Steinwild im Kantonalen 
Jagdgesetz (KJG) und in der kantonalen Verordnung über die Regelung der Stein-
wildbestände (KVRS) geregelt. In erster Linie erfolgt die Bejagung des Steinwildes 
durch die Jäger (Art. 12 Abs. 1 KVRS). Wird das Abschusskontingent nicht erfüllt, 
verfällt es und die fehlenden Abschüsse werden von der Wildhut getätigt (Art. 12 
Abs. 3 KVRS). Dieser Grundsatz fand seinen Niederschlag auch in der Weisung für 

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den Abschuss von Wild durch die Wildhut des Jagd- und Fischereiinspektorates 
Graubünden vom 2. April 1998 (vgl. act. 4.2a). Dabei unterscheidet diese Weisung 
drei Kategorien, nämlich erstens den Abschuss von kranken, verletzten, schwachen 
und verwaisten Tieren, zweitens den Abschuss schadenstiftender Tiere und drittens 
den Abschuss von Tieren zur Erfüllung des Abschussplanes. Im vorliegenden Fall 
handelte es sich um den Abschuss eines Tieres zur Erfüllung des Abschussplanes. 
Nach dem Gesagten steht somit fest, dass D. zweifelsohne berechtigt gewesen 
wäre, die zwei Steingeissen im Rahmen jagdplanerischer Massnahmen zu erlegen, 
zumal sowohl nach dem Wortlaut der Kantonalen Verordnung über die Regulierung 
des Steinwildes (Art. 12 Abs. 1 KVRS) als auch nach dem Wortlaut der Weisung für 
den Abschuss von Wild durch die Wildhut die fehlenden Abschüsse von der Wildhut 
zu tätigen sind. Ebenso steht unbestritten fest, dass X., der nicht im Besitze eines 
Steinwildhegepatentes war, nicht berechtigt gewesen wäre, in seiner Eigenschaft 
als Jäger diese Abschüsse zu tätigen. Nach Ansicht des Berufungsklägers hat er 
aber nicht als unberechtigter Jäger, sondern als Hilfsperson des Wildhüters gehan-
delt. Es stellt sich somit die Frage, ob D. berechtigt gewesen ist, X. als Hilfsperson 
beizuziehen.

 Wie bereits dargestellt, ist es grundsätzlich verboten, Steinwild zu erlegen. 
Zur Regulierung der Bestände kann aber das Steinwild zwischen dem 1. September 
und dem 30. November bejagt werden (vgl. Art. 7 Abs. 3 JSG). In erster Linie ge-
schieht dies durch die Jäger (Art. 12 Abs. 1 KVRS). Wird das Abschusskontingent 
durch die Jäger nicht erfüllt, verfällt es. Die fehlenden Abschüsse werden von der 
Wildhut getätigt. Nach dem Wortlaut der Kantonalen Verordnung über die Regulie-
rung des Steinwildes (Art. 12 Abs. 1 KVRS) und auch nach dem Wortlaut der Wei-
sung für den Abschuss von Wild durch die Wildhut ist somit einzig die Wildhut 
berechtigt, die fehlenden Abschüsse zu tätigen. Entgegen der Ansicht des Beru-
fungsklägers kann somit nicht behauptet werden, sowohl die besagte Verordnung 
als auch die fragliche Weisung würden weder im zustimmenden noch im verneinen-
den Sinn den Beizug von Hilfspersonen regeln. Kommt hinzu, dass der Beizug von 
Hilfspersonen auch Sinn und Zweck der Kantonalen Verordnung über die Regulie-
rung des Steinwildes widersprechen würde, besagt doch die fragliche Verordnung 
(Art. 12 Abs. 1 KVRS) ausdrücklich, dass das Abschusskontingent bei fehlender 
Erfüllung durch den Jäger verfalle und die fehlenden Abschüsse durch die Wildhut 
zu tätigen sind. Es wäre stossend, wenn der Jäger, welcher im Besitze einer Bewil-
ligung zur Ausübung der Steinwildjagd ist, bei Nichterreichen des Abschusskontin-
gentes den fehlenden Abschuss nicht mehr selber tätigen könnte, die Wildhut hin-
gegen einen anderen Jäger, der nicht im Besitze einer Bewilligung zur Ausübung 

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der Steinwildjagd ist, für den Abschuss beiziehen könnte. Ein weiteres Indiz, wel-
ches ebenfalls dafür spricht, dass keine Hilfspersonen beim Abschuss von Tieren 
zur Erfüllung des Abschussplanes beigezogen werden können, ist darin zu erbli-
cken, dass der Weisung für den Abschuss von Wild durch die Wildhut vom 2. April 
1998 ausdrücklich zu entnehmen ist, welcher Hilfsmittel sich die Wildhut beim Ab-
schuss von Wild bedienen kann. Der Beizug von Hilfspersonen ist darin nicht vor-
gesehen. Das Verwenden von anderen als die ausdrücklich aufgeführten Hilfsmittel 
bedarf der Bewilligung durch die Regierung. Somit erhellt, dass die Delegation der 
Schussabgabe an den Jäger nicht vorgesehen ist.

Der Berufungskläger macht sodann geltend, im vorliegenden Fall handle es 
sich um eine jagdplanerische und nicht um eine jagdpolizeliche Massnahme. Ent-
gegen der vorinstanzlichen Auffassung sei die Abgrenzung zwischen hegerischen 
und jagdplanerischen Funktionen unscharf und der Übergang fliessend, zumal die 
Wildhut auch bei der Erfüllung des Abschussplanes nach hegerischen Gesichts-
punkten vorzugehen habe, das heisse vor allem schwache sowie kränklich wirkende 
Tiere zu erlegen habe, statt die Reduktion wahllos vorzunehmen. In diesem Sinne 
sei der Wildhüter stets hegerisch verpflichtet, ob er nun verletzte oder schadenstif-
tende Tiere erlege oder Reduktionsabschüsse nach hegerischen Kriterien vor-
nehme. Der Sinn der Regulierungsjagd auf Steinwild gebiete, die fehlenden Ab-
schüsse rasch und effizient zu tätigen, weshalb keine höchstpersönliche Vornahme 
durch den Wildhüter gefordert werden dürfe. Denn es sei völlig unerheblich, ob der 
Wildhüter selber den Abschuss tätige oder ob er einen erfahrenen, kompetenten 
Jäger und guten Schützen als Hilfsperson beiziehe und sich selber auf die Auswahl 
des Tieres, die Bestimmung von Ort und Zeitpunkt des Abschusses beschränke. Es 
gebe absolut keinen Sinn, beim Abschuss verletzter und kranker Tiere und höchst-
wahrscheinlich auch von schadenstiftenden Tieren eine Delegation an Hilfsperso-
nen zuzulassen, hingegen beim Reduktionsabschuss eine solche zu verbieten. Eine 
derartige Auslegung der Weisungen, bei der, bei gleichem Wortlaut, ähnliche Sach-
verhalte völlig unterschiedlich beurteilt würden, sei rechtsungleich und damit rechts-
widrig.

Dieser Argumentation kann nicht gefolgt werden. Wie bereits die Vorinstanz 
zutreffend ausgeführt hat, handelt es sich beim Abschuss von kranken und verletz-
ten Tieren um eine Notsituation. Um das Tier nicht länger Qualen erleiden zu lassen, 
erscheint es angebracht, dass die Wildhut in dieser Situation auch einen Jäger als 
Hilfsperson beiziehen kann, welcher das Tier von seinen Qualen erlöst. Der Ab-
schuss verletzter oder kranker Tiere, die nicht jagdbar sind durch einen Jäger, ist 

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aber nur dann nicht rechtswidrig, wenn kein Jagdaufsichtsorgan in der Nähe ist und 
ein solches auch nicht innert nützlicher Frist den Hegeabschuss tätigen kann (vgl. 
PKG 1991 Nr. 40). Mit anderen Worten erfolgt der Abschuss von verletzten oder 
kranken Tieren durch einen Jäger nur in Ausnahmefällen. Auch beim Beizug von 
Hilfspersonen zum Abschuss von schadenstiftenden Tieren handelt es sich um eine 
Notsituation. Um nicht grösseren Schaden entstehen zu lassen, erscheint es in ein-
zelnen Fällen sinnvoll, Hilfspersonen beizuziehen. Beispielsweise wäre es einem 
einzelnen Wildhüter kaum möglich gewesen, den Bergeller Wolf, der eine beträcht-
liche Anzahl Schafe gerissen hat, innert nützlicher Frist zu eliminieren. Diese beiden 
eben beschriebenen Konstellationen unterscheiden sich aber grundsätzlich vom 
Abschuss von Tieren zur Erfüllung des Abschussplanes. Hier besteht keine Dring-
lichkeit, welche den Beizug von Hilfspersonen rechtfertigen würde. Weder muss ein 
Tier von seinem Leiden erlöst werden noch richtet es beträchtlichen Schaden an. 
Bei Reduktionsabschüssen spielen zwei Faktoren eine wichtige Rolle: erstens muss 
die richtige Wahl der zu reduzierenden Tiere getroffen werden und zweitens muss 
ein gezielter und weidgerechter Schuss abgegeben werden. Dass die Auswahl der 
zu reduzierenden Tiere durch den Wildhüter zu erfolgen hat, bedarf keiner weiteren 
Ausführungen und wurde vom Berufungskläger auch nicht bestritten. Entgegen der 
Ansicht des Berufungsklägers hat aber auch die Schussabgabe durch den Wild-
hüter zu erfolgen, zumal kein Grund ersichtlich ist, welcher den Beizug eines Jägers 
rechtfertigen würde. Der Wildhüter, der die Auswahl der zu reduzierenden Tiere ge-
troffen hat, ist in solchen Fällen - im Gegensatz zu den vorstehend dargelegten Not-
situationen, wo der Beizug eines Jägers ausnahmsweise erlaubt ist - immer zuge-
gen und er ist sicherlich in der Lage, einen weidgerechten Schuss abzugeben und 
muss dafür nicht die Hilfe eines Jägers in Anspruch nehmen. Vom Jäger wird im 
Rahmen der Ausübung der Patentjagd auch erwartet, dass er ein jagdbares Tier 
auswählt, anspricht und einen gezielten Schuss abgibt. Nicht zu den zentralen Auf-
gaben des Wildhüters gehört die Videoaufnahme der Schussabgabe. Die Delega-
tion der Schussabgabe an einen Jäger zwecks Videoaufnahmen kann nicht als 
Rechtfertigungsgrund angesehen werden.

 Nicht zu überzeugen vermag im Weiteren auch die Argumentation des Be-
rufungsklägers, wonach der Beizug einer Hilfsperson zu Recht erfolgt sei, zumal 
Fluchtgefahr der Tiere bestanden habe und sie die Situation haben ausnützten wol-
len, um in einem entlegenen Gebiet gleich zwei Steingeissen zu erlegen. Im un-
günstigsten Falle hätten D. und der Berufungskläger auf eine Schussabgabe ver-
zichten müssen, zumal es sich nicht um eine eigentliche Notsituation gehandelt hat, 
das heisst nicht etwa der Abschuss eines verletzten Tieres beabsichtigt war.

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Schliesslich kann auch nicht behauptet werden, der Wildhüter habe zu Recht 
eine Hilfsperson beigezogen, da ersterer während seines Dienstes nicht über seine 
entsprechenden Kompetenzen und die Auslegung der fraglichen Weisung instruiert 
worden sei. Ein Wildhüter hat die von ihm anzuwendenden Bestimmungen zu ken-
nen und muss nötigenfalls selbst für die gehörige Weiterbildung besorgt sein.

Zusammenfassend kann somit festgestellt werden, dass der Wildhüter D. X. 
nicht als Hilfsperson zum Abschuss der zwei Steingeissen hätte beiziehen dürfen. 
Weder dem Wortlaut noch dem Sinn und Zweck der hier interessieren Bestimmun-
gen kann entnommen werden, dass die Inanspruchnahme einer Hilfsperson bei der 
Vornahme von Reduktionsabschüssen gerechtfertigt ist. 

d) In subjektiver Hinsicht muss geprüft werden, ob X. vorsätzlich gehandelt 
hat (Art. 18 Abs. 1 StGB). Vorsätzlich handelt jemand, der die Tat mit Wissen und 
Willen ausführt (Art. 18 Abs. 2 StGB). Verlangt wird ein auf die objektiven Merkmale 
des Deliktstatbestandes bezogenes Wissen und Wollen, nicht aber auch das Be-
wusstsein der Rechtswidrigkeit (BGE 99 IV 59). X. hat mit Wissen und Willen die 
zwei Steingeissen geschossen, weshalb der subjektive Tatbestand der Widerhand-
lung gegen Art. 17 Abs. 1 lit. a JSG ebenfalls erfüllt ist.

e) Im Resultat kann somit festgehalten werden, dass die Vorinstanz zu Recht 
den Berufungskläger der vorsätzlichen Widerhandlung gegen Art. 17 Abs. 1 lit. a 
JSG für schuldig befunden hat.

4. a) Der Berufungskläger macht geltend, dass selbst wenn der Kantonsge-
richtsausschuss der Auffassung sei, dass er zu Unrecht als Hilfsperson für die Re-
duktionsabschüsse beigezogen worden sei, von einer Bestrafung Umgang genom-
men werden müsse. Nach Art. 20 StGB könne der Richter nämlich die Strafe nach 
freiem Ermessen mildern (Art. 66 StGB) oder von einer Bestrafung Umgang neh-
men, wenn der Täter aus zureichenden Gründen angenommen habe, er sei zur Tat 
berechtigt. Wie mehrfach ausgeführt, sei die gesetzliche Regelung und die Praxis 
in Bezug auf die Frage, ob er als Hilfsperson hätte beigezogen werden können, 
alles andere als klar. Selbst jeder Rechtskundige hätte grösste Mühe zu erkennen, 
ober der Wildhüter einen Jäger unter den gegebenen Umständen als Hilfsperson 
hätte beiziehen dürfen. Nach seiner Ansicht hätte jeder Jäger die Tiere in der kon-
kreten Situation auf wildhüterische Aufforderung hin erlegt. Der Präsident einer Jä-
gersektion verfüge - entgegen der von der Vorinstanz vertretenen Meinung - weder 
über vertiefte Kenntnisse des Straf- noch des Jagdrechts.

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b) Gemäss Art. 20 StGB kann der Richter die Strafe nach freiem Ermessen 
mildern (Art. 66) oder von einer Bestrafung Umgang nehmen, wenn der Täter aus 
zureichenden Gründen angenommen hat, er sei zur Tat berechtigt. Nach bundes-
gerichtlicher Praxis liegen „zureichende Gründe“ im Sinne von Art. 20 StGB vor, 
wenn der Irrtum auch bei Anwendung der pflichtgemässen Sorgfalt unvermeidbar 
gewesen wäre. Dementsprechend genügt Rechtsunkenntnis allein nicht. Vielmehr 
ist erforderlich, dass der Irrtum auf Tatsachen beruht, durch die sich auch ein ge-
wissenhafter Mensch hätte in die Irre führen lassen. Dabei geht der Kassationshof 
davon aus, dass das Gesetz vom Täter eine Gewissensanspannung, eine gewis-
senhafte Überlegung oder ein Erkundigen bei Behörden beziehungsweise vertrau-
enswürdigen Personen verlangt. Unterlässt er dies, obgleich zu solchem Tun Anlass 
bestand, so handelt er nach Auffassung der Gerichtes in einem vermeidbaren Irrtum 
(vgl. Rehberg/Donatsch, Strafrecht I, 7. Aufl.,  Zürich 2001, S. 237). Vorliegend gilt 
es zu berücksichtigen, dass der Berufungskläger nach Weisung des Wildhüters ge-
handelt hat. Der Wildhüter ist Fachmann und hat das Jagdrecht, das er vollziehen 
muss, zu kennen. Wie bereits ausgeführt, ist sowohl nach der Kantonalen Verord-
nung über die Regulierung des Steinwildes (Art. 12 Abs. 1 KVRS) als auch nach der 
Weisung für den Abschuss von Wild durch die Wildhut einzig die Wildhut berechtigt, 
die fehlenden Abschüsse zur Erfüllung des Abschussplanes zu tätigen. Von einem 
Wildhüter muss vorausgesetzt werden, dass er diese Tatsache kennt. Nicht nur aus 
dem Wortlaut, sondern auch aus Sinn und Zweck der fraglichen Bestimmungen geht 
klar hervor, dass der Wildhüter für diese Aufgabe keine Hilfsperson beiziehen darf 
(vgl. vorstehend unter Ziff. 3 lit. c). Anders ist die Situation bei einem Jäger zu be-
urteilen. Es darf in diesem Fall nicht vorausgesetzt werden, dass er die besagte 
gerade an die Wildhut gerichtete Weisung für den Abschuss von Wild durch die 
Wildhut kennt. Es kann von ihm auch nicht erwartet werden, dass er sich einer kla-
ren Weisung des Wildhüters widersetzt. Wie der Berufungskläger zu Recht ausführt, 
geniesst der Wildhüter, der zugleich Jagdpolizist ist (vgl. PKG 1991 Nr. 39), bei den 
allermeisten Jägern ein grosses Vertrauen. Er ist Autorität, Respektsperson und 
kennt als Fachmann das Jagdrecht, das er vollziehen muss. Es ist unbestritten und 
durch die Videoaufnahmen belegt, dass der Wildhüter im vorliegenden Fall seine 
Anweisung zu schiessen klar und bestimmt erteilt hat. Unter diesen Umständen 
hatte der Berufungskläger keinen Anlass, an der Rechtmässigkeit seines Tuns zu 
zweifeln.

c) Ist nach dem Gesagten davon auszugehen, dass X. einem beachtlichen 
Rechtsirrtum im Sinne von Art. 20 StGB unterlegen ist, so kann der Richter die 
Strafe nach freiem Ermessen mildern oder von einer Bestrafung Umgang nehmen. 

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Der Kantonsgerichtsausschuss erachtet unter Berücksichtigung aller Umstände die-
ses Falles, eine minimale Busse von Fr. 100.-- als gerechtfertigt. Die Berufung ist 
somit in diesem Punkt teilweise gutzuheissen.

5. a) Nach der Vorschrift von Art. 20 Abs. 1 JSG wird die Jagdberechtigung 
vom Richter für mindestens ein Jahr und höchstens zehn Jahre entzogen, wenn der 
Träger der Berechtigung eine Widerhandlung nach Art. 17 JSG als Täter, Anstifter 
oder Gehilfe vorsätzlich begangen oder versucht hat. Wie bereits ausgeführt, hat 
der Berufungskläger den Tatbestand der vorsätzlichen Widerhandlung gegen Art. 
17 Abs. 1 lit. a JSG erfüllt. Somit muss vorliegend zwingend ein Ausschluss von der 
Jagdberechtigung ausgesprochen werden. Die Vorinstanz hat die Dauer des Pa-
tententzuges auf ein Jahr festgesetzt. Der Kantonsgerichtsausschuss erachtet den 
gesetzlich vorgeschriebenen Minimalentzug von einem Jahr als gerechtfertigt.

b) Im Folgenden ist nun zu prüfen, ob es sich beim Patententzug um eine 
Administrativmassnahme oder um eine Nebenstrafe handelt.

Das geltende Jagdgesetz regelt die hier interessierende Frage in Art. 20 wie 
folgt :

“Die Jagdberechtigung wird vom Richter für mindestens ein Jahr und 
höchstens zehn Jahre entzogen, wenn der Träger der Berechtigung:

a. vorsätzlich oder fahrlässig eine Person auf der Jagd tötet oder er-
heblich verletzt;
b. eine Widerhandlung nach Art. 17 als Täter, Anstifter oder Gehilfe 
vorsätzlich begangen oder versucht hat.

Der Entzug gilt für die ganze Schweiz.

Die Kantone können weitere Entzugsgründe sowie Verweigerungs-
gründe festlegen. Die gestützt darauf erlassenen administrativen Ver-
fügungen gelten nur für den betreffenden Kanton.“

Dem Wortlaut von Art. 20 JSG kann wohl mit Sicherheit entnommen werden, 
dass der Patententzug im vorliegenden Fall zwingend erfolgen muss, nicht aber, ob 
der Bundesgesetzgeber den Entzug der Jagdberechtigung als Nebenstrafe qualifi-
ziert und deshalb die Regeln des bedingten Strafvollzuges gemäss Art. 41 Abs. 1 
StGB Anwendung finden. Im Weiteren hat sich auch das Bundesgericht bisher nicht 
ausdrücklich zur dieser Fragestellung geäussert. Zwar hat das Bundesgericht im 
Entscheid 114 IV 81 ff. den Entzug der Jagdberechtigung als Nebenstrafe bezeich-
net, ohne aber sich mit der entsprechenden Problematik auseinanderzusetzen. Das 

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Kantonsgericht vertritt in konstanter Rechtsprechung die Auffassung, dass die 
Rechtsnatur des Entzuges der Jagdberechtigung - sei dies ein solcher gestützt auf 
kantonales oder Bundesrecht - als administrative Massnahme zu qualifizieren ist 
(zuletzt im Urteil des KGA vom 9. Mai 2000  i.S. R.V., SB 99/89, E. 5). Auch im 
vorliegenden Fall besteht kein Grund, von dieser Praxis abzuweichen. Es entspricht 
nämlich zweifellos nicht dem gesetzgeberischen Willen, den Vollzug eines Patent-
entzuges bedingt aufzuschieben. Analog der Zielsetzung des Führerausweisentzu-
ges im Sinne von Art. 30 Abs. 2 VZV dient der Warnentzug des Jagdpatentes der 
Besserung des Jägers und der Bekämpfung von Rückfällen bei schweren Jagdkon-
traventionen. Beim Warnungsentzug handelt es sich somit um eine der strafrechtli-
chen Sanktion ähnlichen Verwaltungsmassnahme mit präventivem und erzieheri-
schem Charakter (vgl. BGE 104 Ib 398), die indessen nicht strafrechtlich begründet 
ist (PKG 1991 Nr. 38, E. 2). Mit anderen Worten stellt der Jagdausschluss keine 
Strafe im Sinne von Art. 6 EMRK dar. Gemäss der Praxis des Kantonsgerichtsaus-
schusses soll der Richter einen Ausschluss von der Jagdberechtigung daher gene-
rell dann verfügen, wenn er die zu beurteilende kantonalrechtliche Übertretung als 
schwer bezeichnet und ein Ausgang des Strafverfahrens ohne Ausschluss der 
Jagdberechtigung dem Rechtsempfinden zuwider laufen würde (PKG 1991 Nr. 38, 
E. 2). Zieht nun aber bereits eine Übertretung einen zwingenden Jagdpatententzug 
nach sich, so muss dies um so mehr gelten, wenn - wie vorliegend - ein Vergehen 
begangen wurde. 

Im Übrigen spricht auch die Konsultation der Materialien für die vom Kan-
tonsgericht vertretene Praxis. Zwar hat sich der Bündner Standesherr Cavelty in 
den parlamentarischen Beratungen tatsächlich für die Qualifikation des Patentent-
zuges als Nebenstrafe eingesetzt. So stellte er anlässlich der parlamentarischen 
Beratungen zum Jagdgesetz den Antrag, Art. 20 JSG solle entgegen dem Antrag 
der Kommission zu einer Kann-Vorschrift ausgestaltet werden. Nach Ansicht von 
Ständerat Cavelty sollte der Richter in Würdigung der Umstände darüber entschei-
den, ob die Jagdberechtigung im konkreten Fall entzogen wird oder nicht (Amtl. Bull 
S. 1984, S. 503). Gerade dieser Antrag fand aber in den Schlussberatungen keine 
Mehrheit, weshalb davon auszugehen ist, dass das Parlament den Patententzug 
zwingend und ohne Möglichkeit zur Gewährung des bedingten Vollzuges ausgestal-
ten wollte.

c) Im Resultat kann somit festgehalten werden, dass die Entziehung der 
Jagdberechtigung gestützt auf Art. 20 JSG als administrative Massnahme zu quali-

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fizieren ist, weshalb für die Anwendung der Regeln über den bedingten Strafvollzug 
im Sinne von Art. 41 Abs. 1 StGB kein Raum besteht. 

6. Nach dem Gesagten wurde das vorinstanzliche Urteil lediglich in einem 
Punkt abgeändert, und zwar wurde die  Busse von Fr 1'200.-- auf Fr. 100.-- redu-
ziert. Unter diesen Umständen rechtfertigt es sich nicht, die vorinstanzlichen Kosten 
neu zu verteilen.

In Bezug auf die Kosten des Berufungsverfahrens gilt es zu berücksichtigen, 
dass am 8. Januar 2003 vor Kantonsgerichtsausschuss Graubünden eine Haupt-
verhandlung stattgefunden hat, an der sowohl X. als auch D. teilgenommen haben. 
Beide Fälle (SB 02 29 und SB 02 31) wurden somit anlässlich dieser Verhandlung 
behandelt. Wie bereits ausgeführt, ist X. im Berufungsverfahren in der Frage des 
Rechtsirrtums in Sinne von Art. 20 StGB durchgedrungen. Die Busse wurde infol-
gedessen von Fr. 1‘200.-- auf Fr. 100.-- reduziert. Deshalb rechtfertigt es sich, von 
den Kosten des Berufungsverfahrens von insgesamt Fr. 2'000.--, ¼ (Fr. 500.--) X. 
aufzuerlegen. Von den restlichen Fr. 1'500.-- entfallen Fr. 1'000.-- auf D. (SB 02 31) 
und Fr. 500.-- gehen zu Lasten des Kantons Graubünden, welcher X. für das Beru-
fungsverfahren ausseramtlich mit Fr. 1'500.-- zu entschädigen hat (vgl. Art. 160 
StPO).

 

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Demnach erkennt der Kantonsgerichtsausschuss :

1. Die Berufung von X. wird teilweise gutgeheissen und die Ziffer 2 lit. b und c 
des angefochtenen Urteils wird aufgehoben.

2. X. wird mit einer Busse von Fr. 100.-- bestraft.

3. Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 2'000.-- gehen zu ½ (Fr. 1'000.--
) zu Lasten von D. (SB 02 31), zu ¼ (Fr. 500.--) zu Lasten von X. und zu ¼ 
(Fr. 500.--) zu Lasten des Kantons Graubünden, welcher D. für das Beru-
fungsverfahren ausseramtlich mit Fr. 1'000.-- und X. mit Fr. 1'500.-- zu ent-
schädigen hat.

4. Gegen dieses Urteil kann, sofern Verletzung eidgenössischen Rechts gel-
tend gemacht werden will, Nichtigkeitsbeschwerde an den Kassationshof des 
schweizerischen Bundesgerichts geführt werden. Diese ist dem Bundesge-
richt innert 30 Tagen seit Zustellung der vollständigen Ausfertigung des Ent-
scheides in der in Art. 273 des Bundesgesetzes über die Bundesstrafrechts-
pflege (BStP) vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Beschwerdele-
gitimation und die weiteren Voraussetzungen der Nichtigkeitsbeschwerde 
gelten die Art. 268 ff. BStP.

5. Mitteilung an:

__________

Für den Kantonsgerichtsausschuss von Graubünden 
Der Vizepräsident: Die Aktuarin: