# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a8d39c4b-48d7-5599-8ccf-5bf873fb117a
**Source:** Schwyz (SZ)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-10-14
**Language:** de
**Title:** Schwyz Kantonsgericht Beschwerdekammer 14.10.2025 BEK 2025 125
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SZ_Gerichte/SZ_KG_004_BEK-2025-125_2025-10-14.pdf

## Full Text

Kantonsgericht Schwyz

Beschluss vom 14. Oktober 2025
BEK 2025 125

Mitwirkend Kantonsgerichtspräsident Reto Heizmann,
Kantonsrichterin Annelies Inglin und Kantonsrichter Pius Kistler,
Gerichtsschreiberin Patrizia Castellazzi.

In Sachen A.________,
Beschuldigter und Beschwerdeführer,
amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt B.________,

gegen

1. Staatsanwaltschaft, 1. Abteilung, Sicherheitsstützpunkt Biberbrugg, 
Einsiedlerstrasse 55, 8836 Bennau,
Anklagebehörde und Beschwerdegegnerin,
vertreten durch Staatsanwalt C.________, 

2. D.________,
Privatklägerin und Beschwerdegegnerin,
vertreten durch Rechtsanwältin E.________,

betreffend Sicherheitshaft
(Beschwerde gegen den Beschluss des Strafgerichts Schwyz vom 
1. September 2025, SGO 2025 26);-

hat die Beschwerdekammer,

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nachdem sich ergeben und in Erwägung:

1. a) Das Strafgericht Schwyz sprach den Beschuldigten mit Urteil vom 
1. September 2025 der Drohung (Art. 180 Abs. 1 StGB), der Beschimpfung 
(Art. 177 Abs. 1 StGB), der Freiheitsberaubung (Art. 183 Ziff. 1 StGB), der 
einfachen Körperverletzung (Art. 123 Ziff. 1 StGB), der Nötigung (Art. 181 
StGB), des Diebstahls (Art. 139 Ziff. 1 StGB), der Verletzung des Geheim- 
oder Privatbereichs durch Aufnahmegeräte (Art. 179quater Abs. 1 StGB) und 
des vorsätzlichen Vergehens gegen das Waffengesetz (Art. 33 Abs. 1 lit. a 
WG) schuldig und bestrafte ihn unter Einbezug der widerrufenen Strafe und 
als teilweise Zusatzstrafe zum Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zug vom 
29. Oktober 2024 mit einer unbedingten Freiheitsstrafe von 30 Monaten und 
einer unbedingten Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu Fr. 30.00 (Vi-act. 28 
Dispoziffern 1, 4 und 5). Dagegen meldete der Beschuldigte am 4. September 
2025 Berufung an (Vi-act. 30). Er befindet sich seit dem 18. November 2024 in 
Untersuchungshaft und seit dem 1. April 2025 im vorzeitigen Strafvollzug (U-
act. 4.2.003; U-act. 4.2.052).

b) An der Hauptverhandlung vom 1. September 2025 vor dem Strafgericht 
Schwyz stellte der Beschuldigte ein Haftentlassungsgesuch. Das Strafgericht 
Schwyz wies dieses mit Beschluss vom 1. September 2025 ab und beliess 
den Beschuldigten im vorzeitigen Strafvollzug (Vi-act. 29). Dagegen erhob der 
amtlich verteidigte Beschuldigte am 15. September 2025 Beschwerde und 
beantragte, der Beschluss des Strafgerichts Schwyz sei vollumfänglich aufzu-
heben und der Beschuldigte unverzüglich aus der Haft zu entlassen, eventua-
liter unter Anordnung geeigneter Ersatzmassnahmen. Subeventualiter sei der 
Beschluss des Strafgerichts Schwyz aufzuheben und die Sache im Sinne der 
Erwägungen an die Vorinstanz zurückzuweisen, unter Kosten- und Entschädi-
gungsfolgen zzgl. MWST gemäss Ausgang des Verfahrens (KG-act. 1 S. 2). 
Die Staatsanwaltschaft reichte am 23. September 2025 ihre Beschwerdeant-

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wort ein und verlangte die kostenpflichtige Abweisung der Beschwerde (KG-
act. 6). Der Beschuldigte nahm am 10. Oktober 2025 dazu Stellung (KG-
act. 9). 

2. Sicherheitshaft ist zulässig, wenn die beschuldigte Person eines Verbre-
chens oder Vergehens dringend verdächtig und ernsthaft zu befürchten ist, 
dass sie sich durch Flucht dem Strafverfahren oder der zu erwartenden Sank-
tion entzieht (Art. 221 Abs. 1 lit. a StPO; Fluchtgefahr), Personen beeinflusst 
oder auf Beweismittel einwirkt, um so die Wahrheitsfindung zu beeinträchtigen 
(Art. 221 Abs. 1 lit. b StPO; Kollusionsgefahr) oder durch Verbrechen oder 
schwere Vergehen die Sicherheit anderer unmittelbar erheblich gefährdet, 
nachdem sie bereits früher gleichartige Straftaten verübte (Art. 221 Abs. 1 lit. c 
StPO; Wiederholungsgefahr). Da der Beschuldigte erstinstanzlich verurteilt 
wurde, liegt ein dringender Tatverdacht vor; dessen Vorliegen bestreitet der 
Beschuldigte auch nicht (vgl. KG-act. 1). 

3. a) Der Beschuldigte macht im Wesentlichen geltend, der Haftgrund der 
Wiederholungsgefahr sei nicht gegeben und die Vorinstanz habe diesen in 
mehrfacher Hinsicht falsch erkannt. So liege das Vortatenerfordernis trotz des 
Urteils des Regionalgerichts Plessur vom 2. Mai 2023 (U-act. 14.8.003) sowie 
des Strafbefehls der Staatsanwaltschaft Schwyz vom 5. Oktober 2023 (U-
act. 14.3.005) nicht vor. Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung seien min-
destens zwei schwere Vortaten erforderlich. Zwar sei der Beschuldigte vorbe-
straft, seine Vorstrafen liessen jedoch keine Aggravation erkennen. Zudem sei 
er zum Zeitpunkt der Vorstrafen noch minderjährig gewesen und es sei zwei-
felhaft, ob die beiden Vorstrafen als schwer zu qualifizieren seien. Weiter sei 
die Vorinstanz zu Unrecht davon ausgegangen, dass vom Beschuldigten eine 
Gefährdung für Personen aus seinem sozialen Nahbereich, insbesondere für 
(Ex)-Partnerinnen, ausgehe. Aus den gegen ihn erhobenen Vorwürfen könne 
nicht geschlossen werden, dass er die öffentliche Sicherheit durch schwere 

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Delikte gefährde. Diese Vorwürfe bezögen sich lediglich auf die damalige 
wechselseitig belastende und toxische Beziehung mit der Privatklägerin, die 
längst nicht mehr bestehe. Es sei lebensfremd anzunehmen, dass die beiden 
erneut eine Beziehung eingehen würden. Hinsichtlich zukünftiger Partnerinnen 
liege allenfalls eine rein abstrakte Gefahr vor, zumal sich eine neue Beziehung 
erst anbahnen müsste, was aktuell nicht der Fall sei. Schliesslich lässt der 
Beschuldigte vorbringen, die Vorinstanz habe zu Unrecht eine ungünstige 
Rückfallprognose bejaht. Sie habe sich auf das psychiatrische Gutachten vom 
10. Februar 2025 gestützt, das jedoch aufgrund verschiedener formeller und 
materieller Mängel unverwertbar sei und deshalb nicht als Grundlage dienen 
könne. Insgesamt seien die Voraussetzungen für das Vorliegen von Wieder-
holungsgefahr klarerweise nicht erfüllt (KG-act. 1 Rn. 8–21). 

b) Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu Art. 221 Abs. 1 lit. c 
StPO sind drei Elemente für das Vorliegen von Wiederholungsgefahr konstitu-
tiv: Erstens muss grundsätzlich das Vortatenerfordernis erfüllt sein und es 
müssen schwere Vergehen oder Verbrechen drohen. Zweitens muss hier-
durch die Sicherheit anderer erheblich gefährdet sein. Drittens muss die Tat-
wiederholung ernsthaft zu befürchten sein, was anhand einer Rückfallprogno-
se zu beurteilen ist (BGE 150 IV 149 E. 3.1 und E. 3.2 m.w.H.). 

c) aa) Bei den in Art. 221 Abs. 1 lit. c StPO verlangten Vortaten muss es 
sich um Verbrechen oder schwere Vergehen gegen gleiche oder gleichartige 
Rechtsgüter handeln, wie sie im hängigen Untersuchungsverfahren mass-
geblich sind (BGE 143 IV 9 E. 2.3.1). Verbrechen sind Taten, die mit Frei-
heitsstrafe von mehr als drei Jahren bedroht sind (Art. 10 Abs. 2 StGB), Ver-
gehen solche, die mit Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder mit Geldstra-
fe bedroht sind (Art. 10 Abs. 3 StGB). Der Haftgrund der Wiederholungsgefahr 
erfasst "leichte" Vergehen nicht. Ausgangspunkt für die Unterscheidung zwi-
schen schweren und minder schweren Vergehen bildet die abstrakte Strafdro-

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hung gemäss Gesetz. Voraussetzung für die Einstufung als schweres Verge-
hen ist, dass die Tat mit einer Freiheitsstrafe (bis zu drei Jahren) bedroht ist. 
Vergehens-Tatbestände, wie etwa Art. 177 StGB (Beschimpfung), bei denen 
ausschliesslich eine Geldstrafe vorgesehen ist, gelten als minder schwere 
Vergehen und scheiden deshalb von vornherein als Grundlage für die Anord-
nung von Präventivhaft aus. Bei der Beurteilung der Schwere der Tat sind 
neben der abstrakten Strafdrohung insbesondere auch das betroffene 
Rechtsgut und der Kontext einzubeziehen. Je höherwertig das betroffene 
Rechtsgut ist, desto eher wird ein Eingriff in dieses als schwer zu qualifizieren 
sein. Dem Kontext, insbesondere der konkret vom Beschuldigten ausgehen-
den Gefährlichkeit bzw. dem bei ihm vorhandenen Gewaltpotenzial, das aus 
den Umständen der Tatbegehung hervorgehen kann, ist ebenfalls angemes-
sen Rechnung zu tragen. Diese Gefährlichkeit lässt sich aufgrund der früheren 
Straftaten, aber auch anhand der ihm neu vorgeworfenen Handlungen beurtei-
len, sofern mit genügender Wahrscheinlichkeit erstellt ist, dass er sie beging 
(BGE 143 IV 9 E. 2.6 m.w.H.). 

bb) Das Regionalgericht Plessur (Jugendgericht) verurteilte den Beschuldig-
ten am 2. Mai 2023 neben weiteren Delikten unter anderem wegen mehrfa-
cher einfacher Körperverletzung (Art. 123 Ziff. 1 StGB), Nötigung (Art. 181 
StGB), versuchter Nötigung (Art. 181 StGB i.V.m. Art. 22 StGB), Raub 
(Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB) sowie mehrfacher Gewalt und Drohung gegen 
Behörden und Beamte (Art. 285 Ziff. 1 StGB) und bestrafte ihn mit einem Frei-
heitsentzug von sechs Monaten sowie einer persönlichen Leistung von zehn 
Tagen. Laut den Feststellungen im Urteil schlug der Beschuldigte seine dama-
lige Partnerin mehrmals ins Gesicht und gegen den Körper, fasste sie am Hals 
und drückte sie auf das Bett. Als die Geschädigte versuchte, sich zu wehren 
und den Beschuldigten aufforderte, aufzuhören, soll er geäussert haben, sie 
solle die Fresse halten, andernfalls werde er sie umbringen. Weiter forderte 
der Beschuldigte in einem Volg-Laden von einer Verkäuferin Geld und bedroh-

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te sie dabei mit einem Messer. Zudem drohte er mehreren Mitarbeitenden des 
Vereins G.________, in dessen Einrichtung er damals untergebracht war, mit 
Gewalt. Darüber hinaus bespuckte er einen Polizeibeamten und einen Mitar-
beiter des Jugendheims H.________ und wurde gegenüber diesen Personen 
auch physisch übergriffig (U-act. 14.8.003). 

Die Staatsanwaltschaft Schwyz verurteilte den Beschuldigten mit Strafbefehl 
vom 5. Oktober 2023 unter anderem wegen Nötigung (Art. 181 StGB) und 
Tätlichkeiten (Art. 126 Abs. 1 StGB) und bestrafte ihn gemäss Art. 25 JStG mit 
einem bedingten Freiheitsentzug von 20 Tagen (unter Aufschub einer zweijäh-
rigen Probezeit) und einer Busse von Fr. 100.00. Dem Strafbefehl zufolge film-
te ein Passant den Beschuldigten und einen Kollegen, als diese mehrfach auf 
eine Notausgang-Hinweistafel einschlugen. Nachdem die beiden Täter dies 
bemerkten, begaben sie sich zu dem Passanten, beschimpften ihn und traten 
mit den Füssen gegen dessen Unterkörper. Der Passant versuchte mehrfach, 
sich von den Tätern zu entfernen, wurde jedoch weiterhin verfolgt und be-
drängt (U-act. 14.3.005). 

cc) Die Tatbestände der Nötigung (Art. 181 StGB) und der einfachen Kör-
perverletzung (Art. 123 Ziff. 1 StGB) aus den beiden Vortaten des Beschuldig-
ten sind mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bedroht. Sie 
stellen damit Vergehen dar und sind den vorliegend angeklagten Delikten der 
Nötigung (Art. 181 StGB), der einfachen Körperverletzung (Art. 123 Ziff. 1 
StGB) und der Drohung (Art. 180 StGB) gleichartig. Auch diese Delikte sind 
nach dem abstrakten Strafrahmen als schwere Vergehen beziehungsweise 
Verbrechen einzustufen (soeben vorne E. 3.a.c.aa; Art. 10 Abs. 2 und Abs. 3 
StGB). Der Beschuldigte ist mithin einschlägig vorbestraft.

Die Vortaten und die angeklagten Delikte betreffen insbesondere die Rechts-
güter von Leib und Leben (einfache Körperverletzung), die Freiheit der Wil-

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lensbildung, Willensentschliessung und Willensbetätigung (Nötigung; Del-
non/Rüdy, in: Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Strafrecht II, 
4. A. 2019, Art. 181 StGB N 7) sowie die innere Freiheit zur Entfaltung 
bzw. der Bewahrung des psychischen Gleichgewichts und des Sicherheitsge-
fühls (Drohung; Delnon/Rüdy, in: Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommen-
tar, Strafrecht II, 4. A. 2019, Art. 180 StGB N 5). Beim Haftgrund der Wieder-
holungsgefahr stehen Delikte gegen die körperliche und sexuelle Integrität im 
Vordergrund. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung können auch 
Drohungen die Anordnung von Präventivhaft rechtfertigen, da sie die Sicher-
heitslage einer Person erheblich beeinträchtigen können (BGE 143 IV 9 
E. 2.7; BGer 1B_238/2012 E. 2.4.2). Neben den angeklagten einfachen Kör-
perverletzungen und der Drohung ist die angeklagte Nötigung geeignet, die 
Sicherheitslage einer Person erheblich zu beeinträchtigen. Hinzu kommt, dass 
der Beschuldigte sowohl bei seinen Vortaten (Urteil des Regionalgerichts 
Plessur vom 2. Mai 2023, U-act. 14.8.003, und Strafbefehl der Staatsanwalt-
schaft Schwyz vom 5. Oktober 2023, U-act. 14.3.005) als auch bei den ange-
klagten Delikten neben den Nötigungen mehrfach physisch auf seine Opfer 
einwirkte. Der Versuch des Beschuldigten, die mit Strafbefehl der Staatsan-
waltschaft Schwyz vom 5. Oktober 2023 geahndete Nötigung zu verharmlosen, 
indem er angab, lediglich einem Passanten nachgestellt zu haben (KG-
act. 1 Rn. 12), greift somit nicht. Er verfolgte den Passanten nicht nur, sondern 
ging ihn auch tätlich an und trat mit dem Fuss in dessen Unterkörper. Auf-
grund der abstrakten Strafdrohungen, der betroffenen Rechtsgüter und des 
Kontextes stellen die Vortaten des Beschuldigten somit, entgegen seinen Aus-
führungen, keine Bagatelldelikte, sondern schwere Vergehen dar.

dd) Anhand der abstrakten Strafandrohung der Vortaten des Beschuldigten 
und der ihm vorgeworfenen Delikte (u.a. Nötigung und einfache Körperverlet-
zung) sowie unter Berücksichtigung der Wichtigkeit der geschützten Rechts-

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güter und des aus den Umständen der Tatbegehung ersichtlichen Gewaltpo-
tentials ist das Vortatenerfordernis erfüllt.

d) aa) Als weitere Voraussetzung für das Vorliegen von Wiederholungsge-
fahr müssen die drohenden Delikte die Sicherheit anderer erheblich gefährden 
(vgl. E. 3.b oben). Der Beschuldigte macht geltend, die Vorinstanz sei zu Un-
recht davon ausgegangen, dass von ihm eine Gefährdung für Personen aus 
seinem sozialen Nahbereich, insbesondere für (Ex-)Partnerinnen, ausgehe. 
Nach seinen Ausführungen hätten sich die gegen ihn erhobenen Vorwürfe 
ausschliesslich im Rahmen der damaligen Beziehung zur Privatklägerin ereig-
net. Diese Beziehung bestehe längst nicht mehr und es sei lebensfremd an-
zunehmen, dass die beiden erneut eine Beziehung eingehen würden. Auch 
hinsichtlich allfälliger künftiger Partnerinnen bestehe höchstens eine rein abs-
trakte Gefahr, da sich eine neue Beziehung erst entwickeln müsste, was der-
zeit nicht der Fall sei (KG-act. 1 Rn. 13 ff.) 

bb) Die Briefe des Beschuldigten aus der Haft zeigen auf, dass er nach wie 
vor an einer Beziehung zur Privatklägerin interessiert ist. So führte er mehr-
fach aus, die Privatklägerin noch immer zu lieben und auf eine zweite Chance 
mit ihr zu hoffen. Er schäme sich für seine Taten und habe Angst, die Privat-
klägerin zu verlieren (U-act. 4.2.009, U-act. 4.2.010, U-4.2.012). Selbst wenn 
die Beziehung zwischen dem Beschuldigten und der Privatklägerin inzwischen 
beendet ist, kann bei einer Entlassung aus der Haft eine Kontaktaufnahme 
und damit eine erneute Gefährdung der Privatklägerin durch den Beschuldig-
ten deshalb nicht ausgeschlossen werden. Darüber hinaus besteht gegenüber 
künftigen Partnerinnen nicht lediglich eine abstrakte Gefahr, weil der Beschul-
digte über eine Vielzahl von Online-Dating-Plattformen innerhalb kurzer Zeit 
Kontakt zu neuen Bekanntschaften aufnehmen könnte. Zudem wurde er in der 
Vergangenheit nicht nur gegenüber seinen Partnerinnen, sondern auch ge-
genüber unbeteiligten Dritten und Beamten gewalttätig (U-act. 14.3.005 und 

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U-act. 14.8.003). Die drohenden Delikte der Nötigung und der einfachen Kör-
perverletzung gefährden die Sicherheit anderer Personen, sowohl der Privat-
klägerin als auch potenzieller zukünftiger Partnerinnen und Dritter, mithin er-
heblich.

e) aa) Als dritte Voraussetzung für das Vorliegen von Wiederholungsgefahr 
muss ernsthaft zu befürchten sein, dass der Beschuldigte bei einer Freilas-
sung erneut Vergehen oder schwere Verbrechen beginge (vgl. E. 3.b oben). 
Ob diese Voraussetzung erfüllt ist, ist anhand einer Legal- 
bzw. Rückfallprognose zu beurteilen. Nach der Praxis des Bundesgerichts 
sind bei der Beurteilung der Rückfallprognose insbesondere die Häufigkeit 
und Intensität der fraglichen Delikte zu berücksichtigen. Dabei sind allfällige 
Aggravationstendenzen, wie eine zunehmende Eskalation respektive Gewalt-
intensität oder eine raschere Kadenz der Taten, zu würdigen. Ebenfalls in die 
Abwägung einzubeziehen sind die persönlichen Verhältnisse der beschuldig-
ten Person, d.h. insbesondere ihre psychische Verfassung, ihre familiäre Ver-
ankerung, die Möglichkeiten einer Berufstätigkeit und ihre finanzielle Situation 
(BGE 150 IV 149 E. 3.1.2). Die Einholung eines psychiatrischen Gutachtens 
ist zur Beurteilung der Rückfallgefahr nicht in jedem Fall notwendig 
(vgl. BGer 1B_379/2011 E. 2.10), liegt aber bereits ein psychiatrisches Gut-
achten vor, ist dieses ebenfalls in die Beurteilung miteinzubeziehen. In der 
Regel erscheint die Gefährdung der Sicherheit anderer umso höher, je schwe-
rer die drohende Tat wiegt. Betreffend die Anforderungen an die Rückfallge-
fahr gilt hingegen eine umgekehrte Proportionalität: Je schwerer die drohen-
den Taten sind und je höher die Gefährdung der Sicherheit anderer ist, desto 
geringere Anforderungen sind an die Rückfallgefahr zu stellen. Liegen die 
Tatschwere und die Sicherheitsrelevanz am oberen Ende der Skala, so ist die 
Messlatte zur Annahme einer rechtserheblichen Rückfallgefahr tiefer anzuset-
zen. Zugleich hält das Bundesgericht daran fest, dass der Haftgrund der Wie-
derholungsgefahr restriktiv zu handhaben ist. Eine negative, d.h. eine ungüns-

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tige Rückfallprognose ist zur Annahme von Wiederholungsgefahr notwendig, 
grundsätzlich aber auch ausreichend (BGE 150 IV 149 E. 3.1.2). 

bb) Die Staatsanwaltschaft beauftragte I.________ und J.________ als 
sachverständige Personen mit der psychiatrischen Begutachtung des Be-
schuldigten (U-act. 11.1.001). Das fachpsychiatrische Gutachten vom 10. Fe-
bruar 2025 schätzt das allgemeine Risiko einer Redelinquenz des Beschuldig-
ten als sehr hoch ein. Dies betreffe neben Eigentumsdelikten und Verstössen 
gegen das Betäubungsmittelgesetz insbesondere auch Gewaltkriminalität (U-
act. 11.1.011 S. 53). Da der Beschuldigte die ihm vorgeworfenen Delikte 
während laufender Probezeit begangen habe und diese somit keine abschre-
ckende Wirkung gezeigt habe, sei bereits mittelfristig mit einer Wiederaufnah-
me delinquenten Verhaltens zu rechnen. Vom Beschuldigten gehe insbeson-
dere für Personen aus seinem sozialen Nahbereich eine Gefährdung aus, 
namentlich für (Ex-)Partnerinnen. Sollte der Beschuldigte mit seinen gegen die 
Privatklägerin ergriffenen Rechtsmittel keinen Erfolg haben und er, aus seiner 
Sicht, aufgrund ihres Zutuns Repressalien wie Strafverfolgung, Verurteilung 
oder behördliche Auflagen erleiden, bestehe ein hohes Risiko, dass er ge-
genüber der Privatklägerin Gewalt anwende. Zudem seien in der Vergangen-
heit auch unbeteiligte Dritte in den Fokus des Beschuldigten geraten (U-
act. 11.1.011 S. 54). 

cc) Der Beschuldigte macht geltend, die Vorinstanz habe zu Unrecht eine 
ungünstige Rückfallprognose bejaht, indem sie sich auf das psychiatrische 
Gutachten abgestützt habe. Dieses sei aus diversen formellen und materiellen 
Gründen nicht verwertbar. So sei der Gutachtensauftrag suggestiv formuliert 
gewesen. Der Staatsanwalt habe auf Vorstrafen und angebliche Diagnosen 
aufgrund früherer Begutachtungen des Beschuldigten verwiesen, was zu einer 
unzulässigen Vorbefassung und Befangenheit des Gutachters geführt habe. 
Zudem sei dem Beschuldigten entgegen Art. 184 Abs. 3 StPO vor der Auf-

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tragserteilung keine Gelegenheit eingeräumt worden, sich zur Person des 
Sachverständigen zu äussern und eigene Fragen zu stellen. Ferner sei dem 
Gutachten nicht zu entnehmen, welche Akten dem Gutachter zur Verfügung 
gestanden seien. Dieser habe teilwiese auf Sekundärquellen abgestellt und 
ein Grossteil der Exploration des Beschuldigten sei durch Hilfspersonen er-
folgt, ohne dass hierfür eine entsprechende Ermächtigung der Staatsanwalt-
schaft vorgelegen habe. Nach Auffassung des Beschuldigten sei das Gutach-
ten daher nicht verwertbar. Selbst im Falle der Verwertbarkeit lasse sich aus 
dem Gutachten zur Rückfallgefahr des Beschuldigten nichts ableiten. Es äus-
sere sich nicht dazu, mit welcher Wahrscheinlichkeit welche Delikte unter wel-
chen Bedingungen in Bezug auf die Vergleichspopulation zu erwarten seien 
(KG-act. 1 Rn. 16–21). 

Die Staatsanwaltschaft unterliess es, den Parteien gemäss Art. 184 Abs. 3 
Satz 1 StPO vor der Beauftragung Gelegenheit zu geben, sich zur sachver-
ständigen Person und zu den Fragen zu äussern sowie eigene Anträge zu 
stellen. Der Beschuldigte erhielt den Auftrag zur psychiatrischen Begutach-
tung an I.________ jedoch in Kopie zugestellt und wurde am 11. Februar 
2025 eingeladen, zum Gutachten vom 10. Februar 2025 Stellung zu nehmen 
(U-act. 11.1.001 und U-act. 11.1.014). Diese Gelegenheit nutzte er mit Einga-
be vom 28. Februar 2025, beanstandete dabei jedoch weder den Gutach-
tensauftrag noch die Person des Sachverständigen oder die gestellten Fragen 
(U-act. 11.1.017). Der Beschuldigte hätte somit die Möglichkeit gehabt, 
nachträglich Ausstandsgründe geltend zu machen oder Ergänzungsfragen zu 
stellen. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung kann eine allfällige 
Gehörsverletzung unter diesen Umständen als noch im Untersuchungsverfah-
ren geheilt gelten. Dies gilt umso mehr als den Parteien lediglich ein Mitspra-
cherecht, nicht jedoch ein Anspruch auf die Bestellung eines bestimmten 
Sachverständigen und auf die Formulierung bestimmter Fragen zusteht und 
eine etwaige Gehörsverletzung somit nicht schwer wiegen würde (BGE 148 IV 

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22 E. 5.5.2). Dass der Beschuldigte die nachträgliche Äusserungsmöglichkeit 
genutzt und namentlich Ablehnungsgründe gegen die Experten oder Anmer-
kungen zu den Gutachterfragen vorgebracht hätte, macht er sodann auch 
nicht geltend. Die Rügen des Beschuldigten betreffend den angeblich sugges-
tiven Gutachtensauftrag und die Gehörsverletzung sind somit unbegründet. 

dd) Auch die weiteren Vorbringen des Beschuldigten, wonach nicht nach-
vollzogen werden könne, welche Akten dem Gutachter zur Verfügung gestan-
den hätten, sowie seine Beanstandung, ein Grossteil der Exploration sei durch 
Hilfspersonen ohne entsprechende Bewilligung erfolgt, hätte der Beschuldigte 
bereits in seiner Stellungnahme vom 28. Februar 2025 vorbringen müssen. 
Darauf verzichtete er jedoch (vgl. U-act. 11.1.017). Die Staatsanwaltschaft 
beauftragte sowohl I.________ als auch J.________ als sachverständige Per-
sonen und stellte ihnen für die Erstellung des Gutachtens die Untersuchungs-
akten SU A1 2024 7876 als Beilage zu (U-act. 11.1.001 und U-act. 11.1.004). 
Mit Schreiben vom 6. Januar 2025 ersuchte I.________ um Beizug von 
K.________, Fachpsychologin, zur Durchführung einer psychologischen Tes-
tung des Beschuldigten. Diese Anfrage wurde dem damaligen Verteidiger des 
Beschuldigten zur Kenntnis gebracht, der dagegen keine Einwände erhob (U-
act. 11.1.006). Mithin ergibt sich aus den Akten, dass sämtliche an der Erstel-
lung des Gutachtens beteiligten Personen von der Staatsanwaltschaft beauf-
tragt waren und ihnen die vollständigen Verfahrensakten zur Verfügung stan-
den. Auch diese Rügen des Beschuldigten erweisen sich daher als nicht be-
gründet. 

ee) Der Beschuldigte bringt weiter vor, dass sich selbst im Falle der Ver-
wertbarkeit des Gutachtens aufgrund inhaltlicher Mängel keine Rückfallgefahr 
für ihn daraus ableiten lasse. Der Gutachter habe sich nicht konkret zur Rück-
fallprognose geäussert, namentlich nicht dazu, mit welcher Wahrscheinlichkeit 
welche Delikte unter welchen Bedingungen in Bezug auf die Vergleichspopu-

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lation zu erwarten seien. Damit liege keine belastbare Rückfallprognose im 
Sinne von Art. 221 Abs. 1 lit. c StPO vor (KG-act. 1 Rn. 20). 

Wie aus den vorstehenden Erwägungen hervorgeht, ist die Einholung eines 
psychiatrischen Gutachtens zur Beurteilung der Rückfallgefahr nicht in jedem 
Fall notwendig. Liegt jedoch bereits ein psychiatrisches Gutachten vor, ist die-
ses in die Beurteilung miteinzubeziehen (vgl. E. 3.e.aa oben). Nach dem Ge-
setz muss für die Anordnung von Präventivhaft ernsthaft zu befürchten sein, 
dass der Beschuldigte bei einer Freilassung erneut schwere Vergehen oder 
Verbrechen beginge. Das psychiatrische Gutachten schätzt das allgemeine 
Risiko für Redelinquenz des Beschuldigten als sehr hoch ein, wobei sich die-
ses Risiko auch auf Gewaltkriminalität erstreckt. Selbst wenn das Gutachten 
das Rückfallrisiko des Beschuldigten nicht zahlenmässig quantifiziert, rechtfer-
tigt die Einstufung als „sehr hoch“ die Annahme, dass ernsthaft zu befürchten 
ist, der Beschuldigte beginge im Falle seiner Freilassung erneut schwere Ver-
gehen oder Verbrechen.

f) Zusammenfassend ist somit ernsthaft zu befürchten, dass der Beschul-
digte durch Verbrechen oder schwere Vergehen die Sicherheit anderer unmit-
telbar erheblich gefährdet, nachdem er bereits frühere gleichartige Straftaten 
verübte, weshalb der besondere Haftgrund der Wiederholungsgefahr gegeben 
ist. 

4. a) Der Beschuldigte rügt ferner, die andauernde Sicherheitshaft sei un-
verhältnismässig. Die Vorinstanz habe ausser Acht gelassen, dass die ausge-
sprochene Freiheitsstrafe von 30 Monaten und die Anordnung einer (vollzugs-
begleitenden) ambulanten Massnahme nach Art. 63 StGB noch nicht rechts-
kräftig seien. Die Verteidigung sehe im Berufungsverfahren gute Erfolgsaus-
sichten, da die Vorinstanz ihrer Ansicht nach auf unverwertbare Beweismittel 
abgestellt habe. So hätte dem Beschuldigten von Beginn des Verfahrens an 

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ein notwendiger Verteidiger bestellt werden müssen, was anlässlich der erst-
instanzlichen Hauptverhandlung auch gerügt worden sei. Sämtliche vor der 
Bestellung des notwendigen Verteidigers erhobene Beweise seien nicht ver-
wertbar. Die Vorinstanz habe sich mit diesen Argumenten nicht auseinander-
gesetzt, andernfalls wäre eine Urteilsverkündung am Tag der Hauptverhand-
lung nicht möglich gewesen. Es sei nicht davon auszugehen, dass die Beru-
fungsinstanz die Einschätzung der Vorinstanz teilen und die Freiheitsstrafe 
von 30 Monaten bestätigen werde. Angesichts der realistischen Erfolgsaus-
sichten im Berufungsverfahren sowie der seit November 2024 andauernden 
Haft bestehe die Gefahr einer Überhaft (KG-act. 1 Rn. 22–27). 

b) aa) Laut Art. 212 Abs. 3 StPO dürfen Untersuchungs- und Sicherheits-
haft nicht länger dauern als die zu erwartende Freiheitsstrafe. Liegt bereits ein 
richterlicher Entscheid über das Strafmass vor, stellt dieser ein wichtiges Indiz 
für die mutmassliche Dauer der tatsächlich zu verbüssenden Strafe dar. Nach 
der Rechtsprechung ist bei der Prüfung der zulässigen Haftdauer der Um-
stand, dass die in Aussicht stehende Freiheitsstrafe bedingt oder teilbedingt 
ausgesprochen werden kann, wie auch die Möglichkeit einer bedingten Ent-
lassung aus dem Strafvollzug im Grundsatz nicht zu berücksichtigen 
(BGE 145 IV 179 E. 3.4 m.w.H.).

bb) Das Strafgericht Schwyz sprach den Beschuldigten der Drohung 
(Art. 180 Abs. 1 StGB), der Beschimpfung (Art. 177 Abs. 1 StGB), der Frei-
heitsberaubung (Art. 183 Ziff. 1 StGB), der einfachen Körperverletzung 
(Art. 123 Ziff. 1 StGB), der Nötigung (Art. 181 StGB), des Diebstahls (Art. 139 
Ziff. 1 StGB), der Verletzung des Geheim- oder Privatbereichs durch Aufnah-
megeräte (Art. 179quater Abs. 1 StGB) und des vorsätzlichen Vergehens gegen 
das Waffengesetz (Art. 33 Abs. 1 lit. a WG) schuldig. Es bestrafte ihn mit einer 
unbedingten Freiheitsstrafe von 30 Monaten und einer unbedingten Geldstrafe 
von 90 Tagessätzen zu Fr. 30.00 (Vi-act. 28 Dispoziffern 1, 4 und 5). Gegen 

Kantonsgericht Schwyz 15

dieses Urteil meldete einzig der Beschuldigte Berufung an (Vi-act. 30). Die 
Staatsanwaltschaft und die Privatklägerschaft haben im Rahmen des Beru-
fungsverfahrens jedoch die Möglichkeit, Anschlussberufung zu erheben. In 
diesem Fall stünde es der Berufungsinstanz offen, den Entscheid auch zum 
Nachteil des Beschuldigten abzuändern und folglich eine höhere Strafe aus-
zusprechen (Art. 391 Abs. 2 StPO e contrario). 

cc) Da bislang nur das unbegründete Urteil des Strafgerichts vorliegt, erwei-
sen sich die Einwände des Beschuldigten, die Vorinstanz habe sich mit seinen 
Vorbringen zur Verwertbarkeit der Beweismittel nicht auseinandergesetzt, zum 
jetzigen Zeitpunkt als nicht überprüfbar. Aus dem Umstand allein, dass die 
Vorinstanz ihr Urteil noch am Tag der Hauptverhandlung eröffnete, lässt sich 
jedoch nicht ableiten, sie habe sich mit den Argumenten des Beschuldigten 
nicht auseinandergesetzt.

dd) Bei den angeklagten Vorwürfen handelt es sich grösstenteils um Vierau-
gendelikte, weshalb die Einvernahmen der Beteiligten als zentrale Beweismit-
tel gelten. Selbst wenn die Berufungsinstanz zum Schluss käme, ein Teil der 
Beweismittel sei unverwertbar, liegen sowohl vom Beschuldigten als auch von 
der Privatklägerin Einvernahmen vor, die in Anwesenheit des notwendigen 
Verteidigers durchgeführt wurden und somit auch nach Auffassung des Be-
schuldigten verwertbar sind (vgl. U-act. 10.2.004 ff.). Angesichts der Anzahl 
und Schwere der angeklagten Delikte wäre daher auch im Falle einzelner 
nicht verwertbarer Beweismittel eine Verurteilung des Beschuldigten und da-
mit eine drohende Freiheitsstrafe nicht ausgeschlossen. 

ee) Der Beschuldigte befindet sich seit 11 Monaten in Haft bzw. im vorzeiti-
gen Strafvollzug. Angesichts des verbleibenden zu erwartenden Strafrests von 
18 Monaten (bei einer vorinstanzlich ausgesprochenen Freiheitsstrafe von 30 

Kantonsgericht Schwyz 16

Monaten) und unter Berücksichtigung des Gesagten besteht zum jetzigen 
Zeitpunkt keine Gefahr einer Überhaft.

5. a) Der Beschuldigte rügt im Sinne eines Eventualantrags, dass mildere 
Ersatzmassnahmen ersichtlich seien, die einer Wiederholungsgefahr entge-
genwirken könnten. So liesse sich durch die Anordnung eines Kontakt- und 
Rayonverbots der von der Vorinstanz angenommenen Gefahr gegenüber der 
Privatklägerin begegnen. Mit den in Frage kommenden Ersatzmassnahmen 
habe sich die Vorinstanz jedoch nicht auseinandergesetzt (KG-act. 1 
Rn. 28 f.). 

b) Wie alle strafprozessualen Zwangsmassnahmen muss Untersuchungs-
haft verhältnismässig sein (vgl. Art. 5 Abs. 2, Art. 36 Abs. 3 BV, Art. 197 
Abs. 1 lit. c und Art. 212 Abs. 2 lit. c StPO). Gemäss Art. 237 Abs. 1 StPO ist 
insbesondere anstelle von Untersuchungshaft als mildere Vorkehr eine Er-
satzmassnahme anzuordnen, wenn sie den gleichen Zweck erfüllt.

c) Wie sich aus den vorstehenden Erwägungen ergibt, besteht beim Be-
schuldigten ein sehr hohes Risiko einer Redelinquenz, auch im Hinblick auf 
Gewaltdelikte. Dabei können neben Personen aus seinem engeren sozialen 
Umfeld, wie (Ex)-Partnerinnen, auch unbeteiligte Dritte in den Fokus geraten 
(vgl. E. 3.e.bb oben). Dies zeigt insbesondere die Verurteilung des Beschul-
digten mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Schwyz vom 5. Oktober 2023 
wegen Nötigung und Tätlichkeiten gegenüber einem Passanten (U-
act. 11.1.011 S. 53 f.; U-act. 14.3.005). Das von der Verteidigung vorgeschla-
gene Kontakt- und Rayonverbot gegenüber der Privatklägerin könnte zwar 
dazu beitragen, die vom Beschuldigten ausgehende Rückfallgefahr ihr ge-
genüber einzudämmen. Diese Ersatzmassnahme stellt jedoch kein geeignetes 
Mittel zum Schutz potenzieller zukünftiger Partnerinnen oder unbeteiligter Drit-
ter dar, zu denen der Beschuldigte keine intime Beziehung pflegt. 

Kantonsgericht Schwyz 17

Zudem ergibt sich aus den Akten, dass der Beschuldigte bereits aus der Haft 
heraus über seine Schwester versuchte, Kontakt zur Privatklägerin aufzuneh-
men und auf sie einzuwirken (U-act. 4.2.013 i.V.m. U-act. 8.2.006). Darüber 
hinaus schrieb der Beschuldigte der Privatklägerin Briefe aus der Haft, die von 
der Staatsanwaltschaft zu den Akten genommen wurden (U-act. 2.1.015; U-
act. 4.2.012). Es erscheint daher zweifelhaft, ob sich der Beschuldigte an ein 
Kontakt- oder Rayonverbot halten würde. Ein solches ist somit insgesamt be-
trachtet nicht geeignet, der bestehenden Wiederholungsgefahr ausreichend zu 
begegnen.

d) Als weitere mögliche Ersatzmassnahme kommt eine Auflage an den 
Beschuldigten in Betracht, sich einer ärztlichen Behandlung oder einer Kon-
trolle zu unterziehen. Wie sich aus dem fachpsychiatrischen Gutachten vom 
10. Februar 2025 ergibt, leidet der Beschuldigte an einer kombinierten Per-
sönlichkeitsstörung mit dissozialen und emotional-instabilen Facetten sowie 
an einer Cannabisabhängigkeit. Für die empfohlene Therapie ist von einer 
längeren Behandlungsdauer auszugehen, weshalb eine sofortige Besserung 
ab Therapiebeginn auszuschliessen ist (U-act. 11.1.011 S. 55 und 57 f.). Da-
mit ist eine Auflage zur ärztlichen Behandlung oder einer Kontrolle nicht ge-
eignet, der Wiederholungsgefahr genügend rasch entgegenzuwirken. Ebenso 
erweisen sich die übrigen Ersatzmassnahmen nach Art. 237 StPO angesichts 
des Krankheitsbilds des Beschuldigten und der sehr hohen Gefahr einer Re-
delinquenz als ungeeignet, die Wiederholungsgefahr zu bannen. 

e) Der Eventualantrag, es seien geeignete Ersatzmassnahmen anzuord-
nen, ist mithin abzuweisen. 

6. In prozessualer Hinsicht beantragte der Beschuldigte, die vor-
instanzlichen Verfahrensakten seien vollumfänglich beizuziehen und ihm sei 
insbesondere das Protokoll der Hauptverhandlung vom 1. September 2025 

Kantonsgericht Schwyz 18

zuzustellen. In Nachachtung des rechtlichen Gehörs sei anschliessend ein 
zweiter Schriftenwechsel durchzuführen, da ihm im Zeitpunkt der Einreichung 
seiner Beschwerde das Protokoll nicht vorgelegen habe (KG-act. 1 S. 2 und 
Rn. 6). Die vorinstanzlichen Verfahrensakten wurden beigezogen, was den 
Parteien entsprechend mitgeteilt wurde (KG-act. 7 und KG-act. 8). Das Proto-
koll der Hauptverhandlung ist in den Verfahrenskaten derzeit noch nicht ent-
halten, weshalb sich sowohl die Behandlung des Akteneinsichtsgesuchs als 
auch der beantragte zweite Schriftenwechsel erübrigen. Dem Beschuldigten 
wurden die Beschwerdeantwort der Staatsanwaltschaft und das Aktenüber-
mittlungsschreiben der Vorinstanz zur Kenntnisnahme zugestellt (KG-act. 8). 
Es hätte ihm daher auch ohne Anordnung eines zweiten Schriftenwechsels 
freigestanden, hierzu Stellung zu nehmen (unbedingtes Replikrecht). 

7. Zusammenfassend besteht Wiederholungsgefahr weiterhin, dieser kann 
mit Ersatzmassnahmen nicht ausreichend begegnet werden und die Sicher-
heitshaft ist verhältnismässig. Die Beschwerde ist aus diesen Gründen abzu-
weisen. Ausgangsgemäss trägt der unterliegende Beschuldigte deren Kosten 
(Art. 428 Abs. 1 StPO);-

Kantonsgericht Schwyz 19

beschlossen:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 1’200.00 werden dem 
Beschuldigten auferlegt. 

3. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung nach 
Art. 78 ff. des Bundesgerichtsgesetzes (BGG) Beschwerde in Straf-
sachen beim Bundesgericht in Lausanne eingereicht werden. Die Be-
schwerdeschrift muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen.

4. Zufertigung an den amtlichen Verteidiger (2/R), die Staatsanwaltschaft 
(je 1/R an die 1. Abteilung unter Beilage einer Kopie von KG-act. 9 z.K. 
und an die Amtsleitung/zentraler Dienst), die Privatklägervertreterin 
(2/R) und die Vorinstanz (1/ü) sowie nach definitiver Erledigung an die 
Vorinstanz (1/ES, mit den Akten) und an die Kantonsgerichtskasse (1/ü, 
im Dispositiv).

Namens der Beschwerdekammer
Der Kantonsgerichtspräsident Die Gerichtsschreiberin

Versand 16. Oktober 2025  amu