# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9d50788a-cd97-5844-8975-f3a9a0a37421
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-12-05
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 05.12.2022 SK 2022 10
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2022-10_2022-12-05.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

2. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

2e Chambre pénale

Urteil
SK 22 10

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 5. Dezember 2022 

Besetzung Oberrichter Horisberger (Präsident i.V.), Oberrichterin Friederich 
Hörr, Oberrichter Schlup
Gerichtsschreiber Lüthi

Verfahrensbeteiligte A.________
a.v.d. Rechtsanwältin B.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

und

C.________
gesetzlich v.d. D.________
v.d. Rechtsanwältin E.________

Straf- und Zivilklägerin

Gegenstand sexuelle Handlungen mit Kindern und Widerhandlung gegen das 
Waffengesetz

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Emmental-
Oberaargau (Kollegialgericht) vom 14. Oktober 2021 (PEN 20 
298)

2

Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Das Regionalgericht Emmental-Oberaargau (Kollegialgericht in Dreierbesetzung; 
nachfolgend Vorinstanz) fällte über den Beschuldigten und Berufungsführer 
A.________ (nachfolgend Beschuldigter) das folgende Urteil (pag. 512 ff.; Hervor-
hebungen im Original):

I.

Das Strafverfahren gegen A.________

wegen Widerhandlungen gegen das Waffengesetz, angeblich begangen durch Erwerb von verbo-
tenen Waffen (Schmetterlingsmesser und Nunchaku) ohne Ausnahmebewilligung, festgestellt am 
26.07.2019 in Bern,

wird eingestellt,

ohne Ausrichtung einer Entschädigung und ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten.

II.

A.________ wird freigesprochen:

von der Anschuldigung der Widerhandlung gegen das Waffengesetz, angeblich begangen durch 
Erwerb einer verbotenen Waffe («Kubotan») ohne Ausnahmebewilligung, festgestellt am 26.07.2019 
in Bern,

ohne Ausrichtung einer Entschädigung und ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten.

III.

A.________ wird schuldig erklärt:

1. der sexuellen Handlungen mit Kindern, begangen im Zeitraum zwischen dem 28.06.2019 und 
29.06.2019 in F.________ (Ort), z.N. von C.________;

2. der Widerhandlung gegen das Waffengesetz, festgestellt am 26.07.2019 in Bern, begangen 
durch Erwerb einer bewilligungspflichtigen Waffe (Teleskopschlagstock) ohne Berechtigung;

und in Anwendung der 

Art. 34, 40, 42 Abs. 1, 44 Abs. 1, 47, 67 Abs. 3 lit. b, 187 Ziff. 1 StGB, 
33 Abs. 1 lit. a WG,
Art. 426 ff. StPO

verurteilt:

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten.
Die Untersuchungshaft von 13 Tagen wird im vollen Umfang auf die Freiheitsstrafe angerechnet.
Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.

2. Zu einer Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu CHF 30.00, ausmachend total CHF 300.00.

3

Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.
Zu einem lebenslänglichen Tätigkeitsverbot im Sinne von Art. 67 Abs. 3 lit. b StGB.

3. A.________ wird jede berufliche und jede organisierte ausserberufliche Tätigkeit, die einen re-
gelmässigen Kontakt zu Minderjährigen umfasst, lebenslänglich verboten.

4. Zu den Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus Gebühren von CHF 12'650.00 und Aus-
lagen von CHF 2'365.20, insgesamt bestimmt auf CHF 15'015.20 (ohne Kosten für die amtliche 
Verteidigung).

Kosten der Untersuchung CHF 6’650.00
Kosten des Gerichts (inkl. schriftl. Begründung) CHF 6’000.00
Total CHF 12’650.00

Auslagen der Untersuchung CHF 1’115.20
Auftritt der Staatsanwaltschaft CHF 1’250.00
Total CHF 2’365.20

Total Verfahrenskosten CHF 15’015.20

Die Gebühren setzen sich zusammen aus:

Die Auslagen setzen sich zusammen aus:

Wird keine schriftliche Begründung verlangt, reduziert sich die Gebühr um CHF 1'000.00. Die 
reduzierten Verfahrenskosten betragen damit CHF 14'015.20 (ohne Kosten für die amtliche 
Verteidigung).

5. A.________ hat der Straf- und Zivilklägerin C.________ eine Entschädigung von CHF 8'796.95 
für ihre Aufwendungen im Verfahren zu bezahlen.

IV.

Die amtliche Entschädigung und das volle Honorar für die amtliche Verteidigung von A.________ 
durch Rechtsanwältin B.________ werden wie folgt bestimmt:

Hauptverfahren PEN 20 298
Stunden Satz

amtliche Entschädigung 53.00 200.00 CHF 10’600.00
Reisezuschläge CHF 150.00

CHF 502.70
Mehrwertsteuer 7.7% auf CHF 11’252.70 CHF 866.45
Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 12’119.15

volles Honorar CHF 13’250.00
Reisezuschläge CHF 150.00

CHF 502.70
Mehrwertsteuer 7.7% auf CHF 13’902.70 CHF 1’070.50
Total CHF 14’973.20

nachforderbarer Betrag CHF 2’854.05

Auslagen MWSt-pflichtig

Auslagen MWST-pflichtig

Beschwerdeverfahren BK 19 343 und 19 416
Stunden Satz

amtliche Entschädigung 6.25 200.00 CHF 1’250.00
CHF 12.00

Mehrwertsteuer 7.7% auf CHF 1’262.00 CHF 97.15
Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 1’359.15

Auslagen MWST-pflichtig

Der Kanton Bern entschädigt Rechtsanwältin B.________ für die amtliche Verteidigung von 
A.________ mit CHF 13'478.30. 

4

A.________ hat dem Kanton Bern die ausgerichtete amtliche Entschädigung für das Hauptverfahren 
von CHF 12'119.15 zurückzuzahlen und Rechtsanwältin B.________ die Differenz zwischen der amt-
lichen Entschädigung und dem vollen Honorar für das Hauptverfahren von CHF 2'854.05 zu erstatten, 
sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO). Die amtliche Entschä-
digung für die Beschwerdeverfahren ist von der Rückzahlungspflicht gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO 
ausgenommen; A.________ hat diese Kosten weder dem Kanton zurückzubezahlen noch Rechtsan-
wältin B.________ die Differenz zwischen dem amtlichen und dem vollen Honorar zu erstatten.

V.

Betreffend Zivilpunkt wird erkannt:

1. A.________ wird verurteilt, der Straf- und Zivilklägerin C.________ eine Genugtuung von 
CHF 4'000.00 zuzüglich Zins zu 5 % seit 29.06.2019 zu bezahlen. 
Soweit weitergehend wird die Genugtuungsforderung der Straf- und Zivilklägerin C.________ ab-
gewiesen.

2. A.________ wird verurteilt, der Straf- und Zivilklägerin C.________ Schadenersatz von 
CHF 422.80 zu bezahlen.

3. Für den Zivilpunkt werden keine Verfahrenskosten und keine Entschädigungen ausgeschieden.

VI.

Weiter wird beschlossen:

1. Folgende Waffen werden zur Vernichtung eingezogen:
- Nunchaku (Ass.-Nr. A1)
- Schmetterlingsmesser (Ass.-Nr. C5)
- Teleskopschlagstock (Ass.-Nr. C8)

2. Folgender Gegenstand wird A.________ nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils 
zurückgegeben:
- Kubotan (Ass.-Nr. C11)

3. Die Zustimmung zur Löschung nach Art. 17 Abs. 3 lit. a der Verordnung über die Bearbeitung 
biometrischer erkennungsdienstlicher Daten (lebenslängliches Tätigkeitsverbot nach Art. 67 Abs. 
3 lit. b StGB) ist nicht erforderlich (Art. 19 Abs. 1 der Verordnung über die Bearbeitung biometri-
scher erkennungsdienstlicher Daten).

[Eröffnungs- und Mitteilungsformel]

2. Berufung und Beweisanträge des Beschuldigten

Gegen dieses Urteil meldete der Beschuldigte, amtlich verteidigt durch Rechtsan-
wältin B.________, mit Schreiben vom 15. Oktober 2021 fristgerecht die Berufung 
an (pag. 518). Nach Zustellung der schriftlichen Urteilsbegründung vom 5. Januar 
2022 (pag. 529) erklärte der Beschuldigte mit Eingabe vom 26. Januar 2022 
(pag. 602 ff.) fristgerecht die «vollumfängliche» Berufung. Er stellte zudem den 
Beweisantrag, es sei ein Glaubhaftigkeits- bzw. Glaubwürdigkeitsgutachten betref-
fend C.________ (nachfolgend Straf- und Zivilklägerin) bzw. betreffend ihre Aussa-
gen anlässlich der Videobefragung vom 7. August 2019 vom Obergericht des Kan-
tons Bern in Auftrag zu geben (pag. 604).

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Die Generalstaatsanwaltschaft verzichtete mit Stellungnahme vom 4. Februar 2022 
(pag. 616) auf die Erklärung einer Anschlussberufung und machte keine Gründe für 
ein Nichteintreten auf die Berufung des Beschuldigten geltend. Zudem beantragte 
sie die Abweisung des vom Beschuldigten gestellten Beweisantrags. 

Rechtsanwältin E.________ teilte ihrerseits mit Eingabe vom 17. Februar 2022 
(pag. 618) namens und im Auftrag der Straf- und Zivilklägerin mit, sie verzichte auf 
die Erklärung der Anschlussberufung und mache keine Gründe für ein Nichteintre-
ten auf die Berufung des Beschuldigten geltend. Auch sie beantragte zudem die 
Abweisung des Beweisantrags.

Mit Beschluss vom 16. März 2022 wies die Kammer den Beweisantrag, welcher be-
reits in der Voruntersuchung (pag. 380) und zwei Mal im Hauptverfahren (pag. 443 
und pag. 478) gestellt und jeweils begründet abgewiesen wurde, begründet ab 
(pag. 629 ff.).

3. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Im Hinblick auf die Berufungsverhandlung vom 2. Dezember 2022 wurden von Am-
tes wegen ein Leumundsbericht inkl. Formular über die wirtschaftlichen Verhältnis-
se (datierend vom 16. November 2022; pag 641 ff.) sowie ein aktueller Strafregis-
terauszug (datierend vom 17. November 2022; pag. 647) eingeholt.

An der oberinstanzlichen Hauptverhandlung wurden zudem die gesetzliche Vertre-
terin der Straf- und Zivilklägerin (pag. 651 ff.) sowie der Beschuldigte (pag. 661 ff.) 
noch einmal befragt.

4. Anträge der Parteien

Rechtsanwältin B.________ stellte und begründete anlässlich der oberinstanzli-
chen Verhandlung vom 2. Dezember 2022 namens und im Auftrag des Beschuldig-
ten die folgenden Anträge (pag. 693; Hervorhebungen im Original):

1. Es sei festzustellen, dass das Urteil des Regionalgerichts Emmental-Oberaargau vom 
14.10.2021 insofern in Rechtskraft erwachsen ist, als

a) das Strafverfahren gegen A.________ wegen Widerhandlungen gegen das Waffengesetz, 
angeblich begangen durch Erwerb von verbotenen Waffen (Schmetterlingsmesser und 
Nunchaku) ohne Ausnahmebewilligung, festgestellt am 26.07.2019, in Bern, eingestellt 
wurde, ohne Ausrichtung einer Entschädigung und ohne Ausscheidung von Verfahrenskos-
ten;

b) A.________ freigesprochen wurde von der Anschuldigung der Widerhandlung gegen das 
Waffengesetz, angeblich begangen durch Erwerb einer verbotenen Waffe («Kubotan») oh-
ne Ausnahmebewilligung, festgestellt am 26.07.2019 in Bern, ohne Ausrichtung einer Ent-
schädigung und ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten.

2. A.________ sei freizusprechen

a) von der Anschuldigung der sexuellen Handlungen mit Kindern, angeblich begangen im 
Zeitraum zwischen dem 28.06.2019 und 29.06.2019 in F.________ (Ort), z.N. von 
C.________;

b) von der Anschuldigung der Widerhandlung gegen das Waffengesetz, festgestellt am 

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26.07.2019 in Bern, angeblich begangen durch Erwerb einer bewilligungspflichtigen Waffe 
(Teleskop-schlagstock) ohne Berechtigung.

3. Die Zivilklage von C.________ sei abzuweisen. 

4. Für die Überhaft von 13 Tagen sei A.________ eine angemessene Entschädigung von 
CHF 200.00 pro Tag, insgesamt ausmachend CHF 2'600.00, zu entrichten.

5. Die Verfahrenskosten vor der ersten und zweiten Instanz seien dem Kanton Bern aufzuerlegen.

6. A.________ sei für die Verteidigungskosten vor der ersten und zweiten Instanz eine angemes-
sene Entschädigung i.S.v. Art. 436 Abs. 1 StPO i.V.m. Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO zuzusprechen.

7. Es seien die nötigen Verfügungen zu treffen.

Staatsanwältin G.________ beantragte und begründete ihrerseits für die General-
staatsanwaltschaft Folgendes (pag. 688; Hervorhebungen im Original):

I.

Es sei festzustellen, dass das erstinstanzliche Urteil des Regionalgerichts Emmental-Oberaargau 
(Kollegialgericht in Dreierbesetzung) vom 14. Oktober 2021 in Rechtskraft erwachsen ist hinsichtlich

1. der Einstellung des Verfahrens wegen Widerhandlungen gegen das Waffengesetz, angeblich 
begangen durch Erwerb von verbotenen Waffen (Schmetterlingsmesser und Nunchaku) ohne 
Ausnahmebewilligung;

2. des Freispruchs von der Anschuldigung der Widerhandlung gegen das Waffengesetz, angeb-
lich begangen durch Erwerb einer verbotenen Waffe (Kubotan) ohne Ausnahmebewilligung;

3. der Verfügung über die beschlagnahmten Gegenstände

II.

A.________ sei schuldig zu erklären:

1. der sexuellen Handlungen mit Kindern, begangen im Zeitraum zwischen dem 25. Juni 2019 
und 29. Juni 2019 in F.________ (Ort) z.N. von C.________

2. der Widerhandlung gegen das Waffengesetz, festgestellt am 26. Juli 2019 in Bern, begangen 
durch Erwerb einer bewilligungspflichtigen Waffe (Teleskopschlagstock) ohne Berechtigung.

und sei in Anwendung der einschlägigen Gesetzesartikel 

zu verurteilen:

1. zu einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten, unter Gewährung des bedingten Vollzugs bei einer 
Probezeit von 2 Jahren sowie unter Anrechnung der ausgestandenen Untersuchungshaft von 13 
Tagen;

2. zu einer Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu CHF 30.00, unter Gewährung des bedingten Voll-
zugs bei einer Probezeit von 2 Jahren;

3. zu einem lebenslänglichen Tätigkeitsverbot im Sinne von Art. 67 Abs. 3 lit. b StGB;

4. zur Bezahlung der erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten (inkl. eine angemessene 
Gebühr gemäss Art. 21 VKD).

III.

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Die Honorare der amtlichen Verteidiger seien gerichtlich zu bestimmen (Art. 135 StPO).

Rechtsanwältin E.________ beantragte und begründete namens und im Auftrag 
der Straf- und Zivilklägerin hingegen die folgenden Anträge (pag. 690): 

1. Die Berufung sei vollumfänglich abzuweisen und das erstinstanzliche Urteil sei vollumfänglich zu 
bestätigen.

2. Die auf den Zivilpunkt entfallenden Verfahrenskosten seien dem Beschuldigten/Berufungsführer 
aufzuerlegen.

3. Der Beschuldigte/Berufungsführer sei zu verurteilen, der Straf- und Zivilklägerin einen Parteikos-
tenersatz in der Höhe der Kostennote ihrer Rechtsvertreterin zu bezahlen.

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Der Beschuldigte hat das erstinstanzliche Urteil vom 14. Oktober 2021 gemäss Be-
rufungserklärung «vollumfänglich» angefochten, «insbesondere die Schuldsprüche 
gegen den Berufungsführer, dessen Verurteilungen (auch im Zivilpunkt) sowie die 
Kosten- und Entschädigungsfolgen». 

Mangels Anschlussberufung seitens der Generalstaatsanwaltschaft und der Straf- 
und Zivilklägerin ist das erstinstanzliche Urteil insoweit in Rechtskraft erwachsen, 
als: 

- das Strafverfahren gegen den Beschuldigten wegen Widerhandlungen gegen 
das Waffengesetz, angeblich begangen durch Erwerb von verbotenen Waf-
fen (Schmetterlingsmesser und Nunchaku) ohne Ausnahmebewilligung, fest-
gestellt am 26. Juli 2019 in Bern, ohne Ausrichtung einer Entschädigung und 
ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten eingestellt wurde (Ziff. I. des vor-
instanzlichen Urteilsdispositivs; pag. 512).

- der Beschuldigte freigesprochen wurde von der Anschuldigung der Wider-
handlung gegen das Waffengesetz, angeblich begangen durch Erwerb einer 
verbotenen Waffe («Kubotan») ohne Ausnahmebewilligung, festgestellt am 
26. Juli 2019 in Bern, ohne Ausrichtung einer Entschädigung und ohne Aus-
scheidung von Verfahrenskosten (Ziff. II. des vorinstanzlichen Urteilsdisposi-
tivs; pag. 512).

- der Kubotan (Ass.-Nr. C11) dem Beschuldigten zurückzugeben ist (Ziff. VI.2. 
des vorinstanzlichen Urteilsdispositivs; pag. 515).

Angefochten und von der Kammer zu beurteilen sind demgegenüber die Schuld-
sprüche wegen sexueller Handlungen mit Kindern, begangen im Zeitraum zwi-
schen dem 28. Juni 2019 und 29. Juni 2019 in F.________ (Ort) z.N. der Straf- 
und Zivilklägerin, und wegen Widerhandlung gegen das Waffengesetz, festgestellt 
am 26. Juli 2019 in Bern, begangen durch Erwerb einer bewilligungspflichtigen 
Waffe (Teleskopschlagstock) ohne Berechtigung (Ziff. III. des vorinstanzlichen Ur-
teilsdispositivs; pag. 512) sowie die dafür ausgesprochenen Sanktionen inklusive 
des Tätigkeitsverbots (Ziff. III/1.-3. des vorinstanzlichen Urteilsdispositivs; pag. 512 
f.), die Kosten- und Entschädigungsfolgen (Ziff. III./4. und 5. sowie Ziff. IV. des vor-
instanzlichen Urteilsdispositivs; pag. 513 f.) sowie die Zivilklage der Straf- und Zi-
vilklägerin (Ziff. V. des vorinstanzlichen Urteilsdispositivs; pag. 515) und die im Zu-

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sammenhang mit den Gegenständen getroffenen Verfügungen (Ziff. VI./1. + 2. des 
vorinstanzlichen Urteilsdispositivs [pag. 515]). 

Ebenfalls neu zu befinden ist schliesslich über die Verfügung betreffend die erho-
benen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten (Ziff. VI./3. des vorinstanzli-
chen Urteilsdispositivs [pag. 515]), welche nicht der Rechtskraft zugänglich ist. 

In Bezug auf die angefochtenen Punkte verfügt die Kammer über volle Kognition 
(Art. 398 Abs. 2 der Schweizerischen Strafprozessordnung, StPO; SR 312.0). 
Mangels Anschlussberufung oder eigenständiger Berufung der Generalstaatsan-
waltschaft und der Straf- und Zivilklägerin darf das erstinstanzliche Urteil nicht zum 
Nachteil des Beschuldigten abgeändert werden (sog. Verschlechterungsverbot, 
Art. 391 Abs. 2 StPO).

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

6. Allgemeine Grundlagen der Beweiswürdigung

Für die allgemeinen Grundlagen (theoretische Grundlagen, Aussagenanalyse und 
Kinderaussagen im Besonderen) wird auf die korrekten Ausführungen der Vor-
instanz verwiesen (Ziff. III./1. der vorinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 534 ff.).

7. Unbestrittener Sachverhalt

7.1 Sexuelle Handlungen mit Kindern

Wie die Vorinstanz richtig festgehalten hat, ist bezüglich der sexuellen Handlungen 
mit Kindern der Rahmensachverhalt unbestritten: Es ist als erwiesen zu erachten, 
dass der Beschuldigte am 28. und 29. Juni 2019 die damals 6 ¼-jährige Straf- und 
Zivilklägerin sowie ihren jüngeren Bruder U.________ bei ihnen zuhause in 
F.________ (Ort) hütete, während deren Mutter wegen einer Operation an der 
Hand im Spital war. Der Beschuldigte hielt sich dabei während mehrerer Stunden 
mit den beiden Kindern alleine in der Wohnung auf und befand sich zu irgendeinem 
Zeitpunkt alleine mit der Straf- und Zivilklägerin in einem der Badezimmer, wenn-
gleich dies gemäss seinen Angaben nur zum Zähneputzen war. In diesem Zusam-
menhang ist ebenfalls unbestritten, dass es in der fraglichen Wohnung in 
F.________ (Ort) zwei Badezimmer gibt; eines im oberen und eines im unteren 
Stock, wobei sich im unteren Badezimmer keine Toilette befindet.

Weiter ist unbestritten, dass der Beschuldigte im damaligen Zeitpunkt der Freund 
der Tante der Straf- und Zivilklägerin (H.________) war und nach wie vor ist. Zwi-
schen dem Beschuldigten und der Straf- und Zivilklägerin, welche ihn «Uncle 
A.________» nannte, sowie deren Familie bestand ein Vertrauensverhältnis. Wel-
ches Ausmass dieses Vertrauensverhältnis tatsächlich hatte, wird später erörtert.

7.2 Widerhandlung gegen das Waffengesetz betreffend Teleskopschlagstock

Der Sachverhalt bezüglich der noch zu beurteilenden Widerhandlung gegen das 
Waffengesetz ist weitgehend unbestritten: Der Beschuldigte hat den Teleskop-
schlagstock vor mittlerweile ca. 4-6 Jahren mit dem Zweck erworben, ihn in seinen 
(Kampf- bzw. Action-)Filmen als Waffe einzusetzen. Auch die Funktionalität des 

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Teleskopschlagstockes – mithin das schnelle und automatische Öffnen des Sto-
ckes auf eine Länge von über einen Meter – ist unbestritten. Entsprechend wird auf 
eine diesbezügliche Würdigung verzichtet und vollumfänglich auf die vorinstanzli-
chen Erwägungen verwiesen (S. 39 f. der vorinstanzlichen Urteilsbegründung, 
pag. 567 f.). Von der Verteidigung gerügt und nachfolgend zu klären sind einzig 
rechtliche Fragen, namentlich die Waffenqualität des fraglichen Gegenstandes so-
wie der subjektive Tatbestand (vgl. Ziff. 12 hiernach).

8. Bestrittener Sachverhalt

Wie die Vorinstanz korrekt ausgeführt hat, wird vom Beschuldigten der Kernsach-
verhalt bestritten, d.h. die ihm vorgeworfenen sexuellen Handlungen mit der Straf- 
und Zivilklägerin (Berühren/Betasten im Genitalbereich bzw. Reiben an der Schei-
de, Lecken mit der Zunge an der Scheide sowie Onanieren vor ihr bis zum Samen-
erguss), welche er während des Hütens an den vorgenannten Tagen bei ihr zuhau-
se in F.________ (Ort) vorgenommen haben soll. Ferner ist bestritten, dass sich 
der Beschuldigte mit der Straf- und Zivilklägerin zu irgendeinem Zeitpunkt im obe-
ren Badezimmer aufgehalten hat.

9. Beweismittel

Nebst einer Vielzahl von subjektiven Beweismitteln (vgl. die Auflistung der Vor-
instanz auf S. 11 der vorinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 539) liegen als ob-
jektive Beweismittel zunächst der Anzeigerapport samt Beilagen (zwei Fotos der 
Vagina des Opfers vom 20. resp. 21. Juli 2019 [aufgenommen durch ihre Mutter] 
und drei Fotos des Badezimmers der Familie D.________ in F.________ (Ort) 
[pag. 103 ff.]) vor.

Die Straf- und Zivilklägerin begab sich am 21. Juli 2019 in Begleitung ihrer Eltern 
für eine körperliche sowie eine gynäkologische Untersuchung zunächst ins Spital in 
J.________ (Ort), wo sie nach einer ersten Untersuchung in den Kindernotfall der 
K.________ (Spital) verwiesen und rechtsmedizinisch abgeklärt wurde. Im Zu-
sammenhang mit diesen Untersuchungen wurden folgende Arztberichte und der-
gleichen erstellt: 
- ein kindergynäkologischer Bericht vom 22. Juli 2019 resp. Nachtrag vom 

15. August 2019 von Dr. med. I.________ von der Kinder- und Jugendgynäko-
logie K.________ (Spital) 

- Befunde vom Institut für Infektionskrankheiten der Universität Bern, datierend 
vom 23. Juli 2019 (pag. 206 ff. resp. 366 ff. sowie pag. 223);

- eine rechtsmedizinische Befunddokumentation von med. pract. L.________ 
und Dr. med. M.________ vom Institut für Rechtsmedizin der Universität Bern, 
datierend vom 23. Juli 2019 (pag. 218 ff.);

- ein Bericht von Dr. med. N.________ vom Notfallzentrum für Kinder und Ju-
gendliche K.________ (Spital) datierend vom 21. Juli 2019 (pag. 221 f.);

- ein Arztbericht von Dr. med. O.________ von der Universitätsklinik für Kinder-
chirurgie K.________ (Spital) datierend vom 25. Februar 2020, welcher im Auf-
trag der Staatsanwaltschaft erfolgte und sich auf die Beantwortung verschie-

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dener Fragen im Zusammenhang mit der gynäkologischen Untersuchung des 
Opfers am 21. Juli 2019 beschränkte (pag. 216 f.);

- die Beantwortung von Ergänzungsfragen zum Bericht vom 25. Februar 2020 
durch Dr. med. I.________ vom 13. Oktober 2020 (pag. 226 resp. pag. 372)

- eine Bildmappe des Instituts für Rechtsmedizin K.________ (Spital) mit Fotos 
des Genital- sowie Analbereichs des Opfers, datierend vom 15. Oktober 2020, 
(pag. 227 ff. resp. 373 ff.; aufgenommen wurden die Fotos anlässlich der 
rechtsmedizinischen Untersuchung vom 22. Juli 2019, vgl. pag. 226 resp. 
pag. 372 Antwort 4)

- ein Arztbericht von Dr. med. P.________ vom Spital J.________ (Ort), datie-
rend vom 11. März 2020, welcher im Auftrag der Staatsanwaltschaft erfolgte 
und sich auf die Beantwortung verschiedener Fragen im Zusammenhang mit 
der gynäkologischen Untersuchung des Opfers am 21. Juli 2019 beschränkte 
(pag. 232 f.);

- die Beantwortung von Ergänzungsfragen zum Arztbericht vom 11. März 2020 
durch Dr. med. P.________ vom 22. September 2020 (pag. 236 resp. 
pag. 378).

Schliesslich wurden anlässlich der am 26. Juli 2019 am Domizil des Beschuldigten 
durchgeführten Hausdurchsuchung u.a. Datenträger sichergestellt und im An-
schluss daran ausgewertet, wobei keine fallrelevanten Daten festgestellt werden 
konnten (pag. 105 sowie pag. 170 ff.).

10. Beweiswürdigung durch die Kammer

Wie die Vorinstanz in ihrer Urteilsbegründung zutreffend festhielt, konnten – wie so 
oft bei Sexualdelikten – einzig die Straf- und Zivilklägerin sowie der Beschuldigte 
eigene Beobachtungen machen. Indes können aus den aktenkundigen Aussagen 
der Mutter, der Grossmutter sowie des Stiefvaters der Straf- und Zivilklägerin, wel-
chen diese vom angeblichen Vorfall erzählt haben soll, Rückschlüsse auf die Kon-
stanz sowie auf die Entstehungsgeschichte der Aussagen der Straf- und Zivilkläge-
rin und eine damit zusammenhängende Suggestionsproblematik gewonnen wer-
den.

10.1 Aussagen der Straf- und Zivilklägerin

10.1.1 Vorbemerkung und Zusammenfassung der Aussagen

Notorischerweise kommt der Analyse von Aussagen eines kindlichen Opfers bei 
Sexualdelikten eine besondere und zentrale Bedeutung zu. Dies gilt nicht bloss für 
das gesprochene Wort, sondern auch für die Mimik und Gestik. Entsprechend wer-
den nachfolgend die anlässlich der Videobefragung vom 7. August 2019 getätigten 
Aussagen der Straf- und Zivilklägerin ausführlich zusammengefasst und – soweit 
aussagekräftig – ihre dabei geäusserte Mimik und Gestik beschrieben. Da dies 
dem Vorgehen der Vorinstanz entspricht, werden deren korrekten Ausführungen 
grundsätzlich übernommen und an einzelnen Stellen – insbesondere auch betref-
fend Mimik und Gestik – angepasst. Der besseren Lesbarkeit halber werden die 
Anpassungen ohne besondere Hervorhebung angebracht. Selbstverständlich ver-
mag eine solche schriftliche Wiedergabe der Aussagen die Videovisionierung (vgl. 
pag. 118) nicht zu ersetzen.

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Die damals rund 6 ¼-jährige Straf- und Zivilklägerin wurde am 7. August 2019 in 
der K.________ (Spital) Bern durch Frau Q.________ von der Kinderschutzgruppe 
per Video befragt (p. 115 ff.). Direkt hinter der Straf- und Zivilklägerin stand ein Re-
gal, auf welchem sich auf dem oberen Tablar Kinderbücher und auf dem unteren 
ein Korb (gefüllt mit Spielsachen) befanden. Auf dem kleinen Tisch vor ihr befan-
den sich zu Beginn der Einvernahme eine Trinkflasche und ein Plüschhase, welche 
sie selber ans Gespräch mitgebracht hatte. 

Die Videobefragung fing damit an, dass die Straf- und Zivilklägerin lachend und en-
thusiastisch erzählte, weshalb sie nun zwei Väter habe; dies nämlich, weil ihre Mut-
ter mit dem ersten Papa geschieden sei und nun einen anderen Mann gefunden 
und geheiratet habe. Beide seien heute mitgekommen, nicht aber ihr Bruder, wel-
cher noch zu klein und zu seiner Gotte gegangen sei, wo auch ihre beste Freundin 
sei. Bereits zu Beginn, als die Straf- und Zivilklägerin über die Formalitäten infor-
miert wurde, sagte sie von sich aus, dass sie es eigentlich nicht habe sagen wollen, 
aber eigentlich habe sie es schon gesagt, was mit dem «Djundi» passiert sei. Sie 
habe zuerst etwas Angst gehabt und immer noch etwas Angst (02 min 32 sec). 
Weiter führte sie aus, dass einmal etwas Böses mit einem Freund passiert sei, da 
habe sie es trotzdem erzählt, obwohl sie es nicht hätte sagen wollen (05 min 
20 sec). Als die Befragerin die Regeln der Befragung erklärte und sie darauf hin-
wies, dass sie im Laufe der Befragung vielleicht etwas frage, was sie nicht mehr 
wisse und sie dann sagen könne, sie wisse es nicht mehr, antwortete die Straf- und 
Zivilklägerin «oder vilech isches o gar nid passiert», woraufhin die Befragerin wei-
terführte, dass dies die zweite Regel sei; man erzähle hier nur, was auch wirklich 
stimme und man erlebt habe, nichts Erfundenes oder Falsches, worauf die Straf- 
und Zivilklägerin mit einem missbilligenden Kopfschütteln reagierte. Als sie die Re-
geln wiederholen sollte, rieb sie sich die Augen und sagte, sie sei «mega müed», 
worauf ihr die Befragerin die Regeln noch einmal wiederholte (05 min 47 sec). So-
dann erzählte sie zu Beginn der eigentlichen Befragung auf Frage hin ausführlich 
und enthusiastisch insbesondere über ihr Abschlussfest im Kindergarten (06 min 
59 sec), wobei sie ihren Plüschhasen auf das Regal legte, aufstand und einen Tanz 
auch kurz ansatzweise vorzeigte (07 min 55 sec). Als sie gefragt wurde, ob sie am 
Tanzen Freude gehabt habe, strahlte sie, bewegte sitzend ihre Arme und Oberkör-
per und sagte, sie wolle später Sängerin werden (08 min 29 sec). Sie erzählte – 
stets grinsend und gestikulierend – dass sie in ihrem Alltag viel zu tun habe. In die-
ser ersten Phase des Gesprächs war ihr Blick und ihre Haltung fast ausschliesslich 
auf die Befragerin gerichtet. Auf offene Frage der Befragerin, ob sie ihr erzählen 
könne, weswegen sie heute gekommen sei (10 min 30 sec), wandte sie ihren Blick 
von der Befragerin ab, drehte unmittelbar ihren Kopf und sodann ihren ganzen 
Körper zum Regal, behändigte dort ihren Plüschhasen, drückte diesen gegen sich, 
klemmte ihn zwischen Schulter und Kopf ein und flüsterte, das sei ihr Glücksbrin-
ger, ihr bester Freund (10 min 30 sec). Sie schaute runter, streichelte den Hasen 
und murmelte, dass sie nicht genau wisse, was sie zuerst erzählen solle, worauf 
die Befragerin ihr erklärte, dass sie dort anfangen dürfe, wo sie möchte (10 min 
59 sec). Nachdem sie anschliessend fragte, ob sie gewisse Sachen auch auf Eng-
lisch sagen dürfe, wenn sie es nicht auf Deutsch sagen könne und ihr dies bestätigt 
wurde, erzählte sie dann zunächst von der Operation ihrer Mutter (11 min 10 sec). 

12

Sodann erklärte sie, sie hätten einen Film geschaut. Aber dann habe er gesagt, 
«komm, wir gehen ins Badezimmer». Und dabei habe er «öpis, öpis Böses» ge-
macht. Und zwar sei es – wiederum drehte sie sich zur Wand ab, zog den Korb 
kurz aus dem Regal, schaute rein, schob ihn wieder zurück und zögerte noch kurz 
–, dass er ihre «Tschutschu» «aglängt» habe, irgendwie so, habe sie gemeint. Sie 
zögerte erneut, wiederholte einzelne Wörter des Satzes und sagte, dann sei es 
passiert, dass er sogar «aglickt» habe. Und so blöde Sachen, die sie halt nicht so 
gern gehabt habe. Er habe das «Djundi» [unverständlich]. Es störe einfach. Er ha-
be es «aglängt», das habe sie ja schon gesagt. Was habe er sonst noch gemacht? 
Es sei zwei Tage passiert (11 min 35 sec). Auf Frage, ob sie noch etwas mehr 
darüber erzählen könne (12 min 49 sec), führte sie aus, er sei ihr «Uncle 
A.________» und fragte, ob ihr (Befragerin) dies schon jemand gesagt habe (13 
min 05 sec). Auf Frage, es sei etwas mit diesem «Uncle A.________» gewesen (13 
min 33 sec), erklärte sie, er habe so hier «aglängt», «Uncle A.________» beim 
«Tschutschu». Dabei zeigte sie auf ihren Intimbereich. Er habe «draglickt», wobei 
sie ihre Hand senkrecht neben ihren Mund hielt, als würde sie es jemandem ins 
Ohr flüstern wollen. Es sei etwas blöd, unangenehm, es klebe irgendwie (13 min 39 
sec). Auf Frage bestätigte sie, dass «dralicke» «schläcke» sei (14 min 01 sec). So-
dann führte sie weiter aus, er habe das «Djundi» «inetah». Auf Frage bestätigte 
sie, dass das «Djundi» der Penis sei (14 min 12 sec). Bei der Frage, was mit dem 
«Djundi» gewesen sei, drehte sie sich erneut zum Regal ab, zog kurz den Korb 
heraus und schob ihn wieder zurück, während sie den nächsten Satz begann und – 
wieder zur Befragerin gewandt – sagte, er habe noch etwas anderes gemacht. Er-
neut drehte sie sich zur Wand, zog den Korb kurz heraus und starrte die Wand an, 
während sie zu sich selbst «was heter scho wieder gmacht?» murmelte. Sie starrte 
anschliessend die Decke an und sagte, sie wisse es nicht mehr, vielleicht könne sie 
es später noch sagen (15 min 57 sec) Auf Frage, ob sie zu dem, was er mit dem 
«Tschutschu» gemacht habe, noch etwas mehr sagen könne, wie er das genau 
gemacht habe (16 min 02 sec), erklärte sie, sie habe es eben auch «aglängt», weil 
er ihr gesagt habe, dass sie es auch hätte machen müssen (16 min 18 sec). Ihre 
Stimme verlangsamte, ihr Blick senkte sich und sie fingerte an ihren Fingernägeln 
herum. Auf Frage, was sie auch «aglängt» habe, sagte sie, das «Djundi» habe sie 
auch «aglängt», weil er gesagt habe, sie solle es auch «alänge». Aber sie habe 
sonst nichts gemacht (16 min 29 sec). Dann habe er so «dragribt». Dies zeigte sie 
mit ihren Händen vor. Dann sei so... ah ja, jetzt habe sie das, was sie habe sagen 
wollen. Dann habe er einfach so «dragribe». Das zeigte sie erneut mit ihren Hän-
den vor. Dann sei so Weisses «usecho», «uf ihn, aber i ha nüt gha» (16 min 46 
sec). Als die Befragerin rekapitulierte und von Reiben des «Djundis» sprach, fiel ihr 
die Straf- und Zivilklägerin ins Wort und sagte «är hets gribt» (17 min 05 sec). Sie 
drückte den Plüschhasen an ihren Mund und schloss kurz die Augen. Auf Frage, 
was er dann mit dem «Djundi» und dem «Weissen» gemacht habe (17 min 28 sec), 
sagte sie, dass er es gewaschen habe. Sonst habe er glaublich nichts gemacht (17 
min 42 sec). Auf Frage, wie er das gemacht habe, als er es gewaschen habe (17 
min 49 sec), erklärte sie, er sei zum Lavabo gegangen und sei auf die Zehenspit-
zen gestanden und dann habe er so «gribt» und «gribt» und gewaschen mit Seife. 
Dann habe er ein Tuch umgelegt und die Hosen angezogen und das Tuch wieder 

13

hingetan. Während dieser Erzählung legte sie den Plüschhasen auf den Tisch, 
stand auf und zeigte alles vor: sie begab sich vor das Regal, ging auf die Zehen-
spitzen und zeigte mit beiden Händen vor, wie er den Penis mit der Hand nach 
oben gehalten habe. Sie imitierte die Reibbewegungen, während sie gleichzeitig 
mit der rechten Hand die (imaginäre) Seife behändigte, die Hand wieder zum (ima-
ginären) Penis führte und weitere Reibbewegungen machte. Anschliessend imitier-
te sie das Umhängen eines Tuches, drehte sich ab und zeigte das Anziehen der 
Hosen sowie das Zurückhängen des Tuches vor, wobei sie sich für Letzteres wie-
der umdrehte (17 min 53 sec). Auf Frage, was mit den Kleidern von «Uncle 
A.________» gewesen sei, als er beim «Djundi» gerieben habe (18 min 33 sec), 
führte sie aus, es sei einfach auf das T-Shirt gefallen (18 min 41 sec). Auf Frage, 
was auf das T-Shirt gefallen sei (18 min 47 sec), sagte sie, wie Wasser, das Weis-
se sei hier «draufgefallen» (18 min 49 sec). Die Frage, ob es beim T-Shirt von 
«Uncle A.________» gewesen sei, bejahte sie, während sie sich zur Seite abwand-
te und die Wand anschaute (18 min 55 sec). Auf Frage, was mit seinen Kleidern 
unten gewesen sei, wo er die hingetan habe, führt sie aus, «dHose», er habe sie in 
die Wäsche von ihm getan, er habe so ein Säckli gehabt. Auf Frage, ob sie sagen 
könne, wie genau er sie bei der «Tschutschu» angefasst habe (19 min 30 sec), er-
klärte sie, sie habe ihre Hosen ausgezogen, was sie stehend vorzeigte. Die Befra-
gerin fragte nach, ob «Uncle A.________» ihr die Hosen ausgezogen habe, was 
sie umgehend korrigierte. Sie habe ihre Hosen ausgezogen, was sie erneut vor-
zeigte (19 min 51 sec). Auf Frage, weshalb sie die Hosen auszogen habe (20 min 
18 sec), sagte sie, er habe gesagt, dass er schnell aufs WC müsse und dann sei 
sie schnell mitgegangen. Dann habe er gefragt, ob er es «alänge» dürfe. Sie habe 
«nein» gesagt und er habe es immer noch gemacht (20 min 32 sec). Ja, er habe 
pinkeln müssen, nicht sie. Es sei nicht ihre Idee gewesen. Auf Frage führte sie aus, 
hier beim «Tschutschu» «alänge». Dann habe sie gesagt, «nein», sie wolle nicht, 
dass ihr etwas passiere. Dann sei nicht bei ihm, aber bei ihr etwas passiert beim 
«Tschutschu». In dieser Phase des Gesprächs bewegte sie sich vermehrt unge-
duldig auf dem Stuhl umher und kniete wiederholt auf den Boden und auf den 
Stuhl. Auch rieb sie sich vermehrt im Gesicht und hielt den Plüschhasen vor ihren 
Mund. Sie habe eine Wunde gehabt, sie habe das immer noch, es sei aber besser 
(20 min 59 sec). Auf Frage, was er beim «Alänge» der «Tschutschu» genau ge-
macht habe (21 min 30 sec), erklärte sie, er habe es einfach so «aglängt», «dra-
gribt». Dabei stand sie auf und zeigte mit der Hand kreisförmige Bewegungen im 
Intimbereich vor (21 min 37 sec). Sie drehte sich ungeduldig ab, zeigte an die De-
cke und fragte, was das da oben sei. Auf Frage, was er beim «Schlecken/Licken» 
genau gemacht habe (22 min 10 sec), sagte sie, er habe einfach «draglickt». Sonst 
habe er glaublich nichts gemacht (22 min 20 sec). Auf Frage, wo sie gewesen sei 
und wie das genau gegangen sei (22 min 35 sec), erklärte sie, es sei im Badezim-
mer gewesen. Sie sei einfach gestanden, was sie wiederum vorzeigte (22 min 48 
sec). Auf Frage, wie «Uncle A.________» gewesen sei (23 min 03 sec), führte sie 
aus, er sei gekniet. Das zeigte sie ebenfalls vor (23 min 06 sec). Auf Frage, wie das 
mit dem «Schlecken» gegangen sei und er das gemacht habe (23 min 21 sec), er-
klärte sie, er sei auf die Knie gegangen, er habe den Kopf so gemacht und habe so 
gemacht. Dabei ging sie auf die Knie, drehte den Kopf bzw. senkte ihn zur Seite 

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und bewegte die Zunge geräuschvoll hin und her. Sie habe es eben nicht gesehen, 
aber sie glaube, er habe es schon gemacht (23 min 27 sec). Auf Frage, was sie 
gespürt habe (23 min 42), sagte sie, so wie Wasser. Dabei schüttelte sie leicht den 
Kopf und verzog das Gesicht (23 min 45 sec). Ihre Stimme wurde leiser und sie 
murmelte etwas Unverständliches vor sich hin, ehe sie mit dem Finger auf etwas 
zeigte und die Befragerin fragte, für was das Papier gebraucht werde, sie (Straf- 
und Zivilklägerin) könne ja darauf malen. Auf Frage, wie das «Djundi» ausgesehen 
habe (24 min 43 sec), erklärte sie, es sei so lange gewesen. Dabei zeigte sie es mit 
den Händen nach vorne vor; sie führte ihre beiden Zeigefinger von ihrer Hüfte weg 
gerade nach vorne und formte am Ende einen (Halb-)Kreis. Dabei sagte sie «pink, 
pink, pink» (24 min 47 sec). Auf Frage führte sie aus, es sei nach vorne gestanden, 
was sie wiederum vorzeigte (25 min 04 sec). Die Frage, ob er sonst noch etwas 
gemacht habe, verneinte sie, während sie sich zum Regal abwandte und den Korb 
hervorschob (25 min 38 sec). Daraufhin gab es eine Pause, in welcher sie gröss-
tenteils konzentriert zeichnete und dabei eine Melodie summte (25 min 46 sec). Als 
die Befragerin den Raum wieder betrat, gab ihr die Straf- und Zivilklägerin lachend 
und gestikulierend an, dass sie erschrocken sei. Die folgende Frage, wie es dazu 
gekommen sei, dass sie ihre Hose heruntergezogen habe (32 min 56 sec), konnte 
sie nicht beantworten. Sie könne sich nicht mehr erinnern, es sei schon lange her 
(33 min 20 sec). Dabei kniete sie sich wieder auf den Boden und hielt sich das Ge-
sicht. Auf Frage, was er mit dem T-Shirt mit dem weissen Wasser gemacht habe 
(33 min 43 sec), sagte sie, das sei nicht giftig, er habe es einfach getragen. Die 
Hose habe er gewechselt (33 min 53 sec). Auf Frage nach dem nicht giftig (34 min 
04 sec) erklärte sie, sie wisse es wegen «Uncle A.________» (34 min 28 sec). Die 
Frage, ob er so etwas gesagt habe, bejahte sie (34 min 33 sec). Auf Frage, ob sie 
sich erinnern könne, was er genau gesagt habe (34 min 39 sec), sagte sie, er habe 
gesagt, das sei nicht giftig und er habe sogar «chly» probiert. Er habe vom T-Shirt 
so gemacht und so gemacht. Dies zeigte sie mit dem Finger beim T-Shirt und mit 
dem Finger zum Mund vor. Er habe einfach probiert und gesagt, das sei gar nicht 
giftig. Das habe sie ihrem Mami eben auch noch nicht gesagt. Sie müsse es ihr 
dann noch sagen (34 min 44 sec). Sie verneinte, ob er sonst noch etwas mit seinen 
Händen bei ihr gemacht habe. Einfach «aglängt» (35 min 22 sec). Sie habe bei 
sich angefasst und dann sei «chly» rot auf den Händen gewesen, es sei aber kein 
Blut gewesen, sie sei sich sicher (35 min 48 sec). Dies zeigte sie mit ihren Händen 
vor. Auf Frage, weshalb sie bei sich angefasst habe (36 min 10 sec), sagte sie, weil 
es sie gekratzt habe (36 min 12 sec). Auf Frage, weshalb es gekratzt habe (36 min 
16 sec), führte sie aus, sie wisse es nicht (36 min 21 sec). Auf Frage, wie es zu der 
Verletzung gekommen sei (36 min 25 sec), erklärte sie, er habe «draglickt» und 
«aglängt» und so habe er etwas gekratzt. Dann sei es offen gewesen und das sei 
die Wunde.  Oder sie wisse nicht, warum sie eine Wunde habe, vielleicht sei es 
deswegen (36 min 32 sec). Auf Frage bestätige sie, dass es an zwei Tagen pas-
siert sei (37 min 07 sec). Auf Frage, was an welchem Tag gewesen sei (37 min 23 
sec), erklärte sie, alles sei gleich gewesen, alles sei am gleichen Tag passiert. Auf 
erneute Nachfrage fing sie einen Satz an mit «weisch…är het, eifach…weisch…». 
Sie machte ein angestrengtes Gesicht, schloss die Augen und nuschelte zu sich 
selbst, «wie heisst ds?». An einem Tag habe er das gemacht, was sie jetzt erzählt 

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habe, und am anderen Tag sei einfach das Gleiche passiert (37 min 57 sec). Auf 
Frage sagte sie, einmal sei es beim «Djundi» passiert, aber dann sei nichts ande-
res passiert (38 min 26 sec). Sie nahm den Plüschhasen auf und hielt ihn sich an 
den Mund. Als die Befragerin fragte, was zuerst gewesen sei, ihre Mutter sei ja 
operieren gegangen, grinste sie und bestätigte, dass ihre Mutter zuerst operieren 
gegangen sei. Auf Frage führte sie aus, das mit dem «Tschutschu» sei nicht am 
ersten Tag gewesen (39 min 27 sec). Dabei spielte sie sichtlich abgelenkt mit ihrer 
Trinkflasche. Auf Frage, ob sie das erklären könne (39 min 38 sec), sagte sie «i 
wett nid». Sie habe es ja schon… «wie oft habe ich es jetzt schon erzählt?» (39 
min 44 sec). Sie verneinte, bei sich «häreglängt» zu haben (40 min 01 sec). So et-
was mit dem «Djundi» und «Tschutschu» sei ihr «nie im Läbe» schon einmal pas-
siert. Nur ihre Mutter dürfe sie und ihren Bruder beim Waschen anfassen. Sie zeig-
te mit ihren Händen vor, wo sie ihren Bruder bereits alles angefasst habe, ihre Mut-
ter habe aber gesagt, sie dürfe das nicht (40 min 15 sec). Sie stand wieder auf, 
drehte sich ab und wollte anfangen zu zeichnen. Nach einer weiteren kurzen Pause 
sagte sie auf Frage, zuerst seien die beiden Tage gewesen, dann am anderen Tag 
habe es sie gekratzt (47 min 50 sec). Die Frage, ob er ihr etwas gesagt habe, was 
sie machen oder nicht machen solle, verneinte sie, sie glaube nicht (48 min 11 
sec). Sie drehte sich um und behändigte einen Korb aus dem Regal. Die erneute 
Frage verneinte sie (48 min 30 sec). Sie verneinte auch die Frage, ob er ihr am 
Schluss etwas gesagt habe, dass sie etwas erzählen oder nicht erzählen soll (48 
min 38 sec). Sie gähnte und lehnte sich mit einem Arm an die Wand. 

10.1.2 Konkrete Würdigung

Die Vorinstanz würdigte die Aussagen sowie das Aussageverhalten der Straf- und 
Zivilklägerin sehr detailliert und sorgfältig. Die Kammer schliesst sich ihren Erwä-
gungen grundsätzlich an. Diese werden deshalb nachfolgend zitiert und vereinzelt 
ergänzt oder präzisiert. 

Zunächst hielt die Vorinstanz ganz allgemein fest (S. 14 f. der vorinstanzlichen Ur-
teilsbegründung, pag. 542 f.):

«In allgemeiner Weise lässt sich festhalten, dass die Straf- und Zivilklägerin anlässlich der Videobe-
fragung einen aufgeweckten Eindruck vermittelte. Ihr Verhalten war für ein rund 6 ¼-jähriges Kind al-
tersgerecht. Sie konnte sich sprachlich verständlich und altersadäquat ausdrücken (z.B. «Tschut-
schu», «Djundi», «öpis, öpis Böses» [11 min 40 sec]). Auch ihre Körpersprache und ihr Benehmen 
während der Befragung entsprachen ihrem Alter. Alterstypisch waren demnach die körperliche Bewe-
gung/Dynamik und geringe Körperbeherrschung/-kontrolle (mehrmaliges Aufstehen, Knien neben 
dem Stuhl, Spiel mit dem Hasen, Umherrutschen auf dem Stuhl etc.) und die gut wahrnehmbare Mi-
mik (sichtbares Nachdenken, Stirnrunzeln). Die charakteristische Ausdrucksweise und die körperliche 
Aktivität zogen sich mehr oder weniger konstant durch die gesamte Befragung und waren bei positi-
ven und negativen Schilderungen grundsätzlich gleichbleibend. Dass die Straf- und Zivilklägerin zu-
dem nach einer gewissen Zeit müde wirkte bzw. gewisse Konzentrationsschwächen zeigte – wie die 
Verteidigung zurecht bemerkte – und sich teilweise zur Spielkiste bzw. zum Möbel umdrehte (z.B. 25 
min 45 sec, 41 min 15 sec), ist in Anbetracht ihres jungen Alters normal und spricht nicht gegen ihre 
Glaubwürdigkeit. Die Einvernahme mit zwei Pausen dauerte insgesamt rund 50 Minuten, was für ein 
6-jähriges Kind doch relativ lange ist. Ebenso ist nachvollziehbar, dass es der Straf- und Zivilklägerin 
unangenehm war, über den Vorfall zu berichten, weshalb sie sich gerade auch zu Beginn nach hinten 
drehte (11 min 52 sec). Ihre Aussagequalität wurde durch dieses Verhalten jedenfalls nicht gemindert. 
Trotz des kindlichen Auftretens beantwortete die Straf- und Zivilklägerin die gestellten Fragen allge-

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mein sachlich und unaufgeregt, äusserte sich präzise und war in der Lage, der Befragung zu folgen 
und Unrichtiges oder Unklares wahrzunehmen und darauf zu reagieren. Es ist auch ersichtlich, dass 
sie teilweise kurz nachdachte, bevor sie eine Antwort gab. Sie fragte sich z.B. selber, was er sonst 
noch gemacht habe (12 min 37 sec) und «Was het är, has gad vergässe, wart» (15 min 08 sec). Dies 
spricht nach Ansicht des Gerichts – entgegen der Auffassung der Verteidigung – gerade für und nicht 
gegen die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen. So verdeutlichen die Fragen, dass die Straf- und Zivilkläge-
rin laut denkt und aktiv darum bemüht ist, sich möglichst genau an die Ereignisse zu erinnern, zumal 
es sich um für sie nicht vollständig verständliche Handlungen ging. Die Aussagen wirken folglich nicht 
einstudiert.»

Wie die Vorinstanz, erachtet auch die Kammer die Überlegungspausen der Straf- 
und Zivilklägerin, in denen sie laut überlegt, als Realkennzeichen. Für ein 6-
jähriges Mädchen wirkt sie äusserst reflektiert und gerade auch aufgrund der Über-
legungspausen entsteht nie der Eindruck, als würde sie vorschnell und leichtsinnig 
antworten. Konnte sie sich dann trotz der eingelegten Pausen an eine Sache nicht 
erinnern, gab sie dies auch kund. Im Übrigen gehören laute Überlegungspausen of-
fensichtlich zu ihrer natürlichen Art, legte sie doch bereits zu Beginn der Befragung, 
als sie über ihren Alltag erzählte, dasselbe Verhaltensmuster an den Tag. Nach-
dem sie diverse Freizeitaktivitäten aufzählte wie Chor, Gitarre und Geräteturnen, 
nuschelte sie zu sich selber «und wo gani süsch no?», worauf sie mit den Schul-
tern zuckte und den Satz abbrach (09 min 50 sec). Würde der Argumentation der 
Verteidigung gefolgt, müsste man diese Erzählung ebenfalls anzweifeln oder sogar 
als Lüge taxieren. Kommt hinzu, dass ihr ca. 2 Minuten, nachdem sie im von der 
Vorinstanz genannten Beispiel angab, es vergessen zu haben (15 min 08 sec), 
sichtlich erfreut wieder in den Sinn kam, was sie eigentlich hätte sagen wollen (16 
min 50 sec). Solche sprunghaften Erzählungen wirken nicht zuletzt auch authen-
tisch.

Ferner ist zutreffend, dass sich die Straf- und Zivilklägerin phasenweise unruhig 
umherbewegte. Indes ist präzisierend festzuhalten, dass solche Konzentrations-
schwankungen nur vereinzelt auftraten. Mit der Zeit verlor sie auch das Interesse, 
über den Vorfall zu sprechen, was angesichts der langen Dauer der Befragung und 
auch insofern verständlich ist, als sie das – doch relativ kurze und für sie anschei-
nend eher unbedeutende – Geschehen mehrfach wiederholen musste. Insofern 
kann die Straf- und Zivilklägerin insgesamt als geduldig bezeichnet werden. 

Eindrucksvoll und besonders spürbar ist ferner der Stimmungswechsel der Straf- 
und Zivilklägerin nach ihren anfänglichen Erzählungen über das Kindergartenfest 
und ihren Wunsch, einmal Sängerin zu werden. Nach sehr lebhaften und enthusi-
astischen Erzählungen wandte sie sich auf Frage, ob sie vom Vorfall erzählen kön-
ne, unmittelbar zur Wand ab, griff nach ihrem Plüschhasen, drückte ihn fest an sich 
und sagte, das sei ihr Glücksbringer und bester Freund (10 min 30 sec). Bevor sie 
die erste Tathandlung beschrieb und erstmals das Wort «Tschutschu» benutzte, 
drehte sie sich zum Regal um, zog den Korb heraus, schaute kurz rein, schob ihn 
gleich wieder zurück und fasste sich ins Gesicht (11 min 55 sec). Es war ihr an-
fänglich sichtlich unangenehm, über das Vorgefallene zu sprechen, was sich aber 
im Laufe der Befragung dann wieder legte. Die Sache schien ihr dann auch nicht 
sonderlich nahe zu gehen, was sich in ihrer sachlichen und relativ nüchternen Er-
zählweise wiederspiegelte. Dies führte letztlich auch dazu, dass sie nichts dramati-

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sierte und den Beschuldigten auch teilweise entlastete (z.B. indem sie angab, sie 
habe sich selbst ausgezogen, oder aber dass er seinen «Djundi» angefasst habe 
und nicht sie). 

«Weiter ist zum Inhalt der Aussagen der Straf- und Zivilklägerin zu bemerken, dass die Schilderun-
gen, wonach der Beschuldigte ihre «Tschutschu» «aglängt» und daran «gelicked» habe sowie etwas 
mit seinem «Djundi» gemacht habe, in der Videobefragung im Rahmen des freien Berichts spontan 
von ihr aus und ohne irgendeine Nachfrage der Befragerin erfolgten (11 min 35 sec). Bereits vor Be-
ginn der eigentlichen Befragung hatte die Straf- und Zivilklägerin zudem von sich aus erwähnt, dass 
einmal etwas Böses passiert sei (05 min 20 sec). Sodann nannte sie auch «Uncle A.________» von 
sich aus als Täter (13 min 05 sec).»

Dass sie den Beschuldigten von sich aus nannte, ist zutreffend. Auffallend ist in 
diesem Zusammenhang aber, dass sie zu Beginn der Befragung noch explizit von 
«einem Freund», mit welchem das ganze passiert sei (05 min 20 sec), sprach. Den 
Beschuldigten brachte sie dann erst nach knapp 13 Minuten, nachdem sie bereits 
erste Handlungen beschrieben hatte, in Form einer Gegenfrage explizit ins Spiel, 
indem sie die Befragerin fragte, ob ihr schon jemand gesagt habe, dass es der 
«Uncle A.________» gewesen sei, dies möglicherweise in der Hoffnung, sie müsse 
ihn nicht selber verpetzen. Hätte die Straf- und Zivilklägerin auf Anweisung hin den 
Beschuldigten als Täter nennen sollen, wäre zu erwarten gewesen, dass sie dies 
explizit von Anfang an mit Nennung des Namens getan hätte und nicht erst später 
und dazu noch beiläufig. 

«Die detaillierteren Schilderungen der Straf- und Zivilklägerin zu den vorgeworfenen Handlungen er-
folgten sodann auf Nachfrage. Das ist jedoch bei einem 6-jährigen Kind zu erwarten. In diesem Alter 
kann ein Kind einen solchen Vorfall noch gar nicht richtig einordnen und weiss insbesondere nicht, 
welche Handlungen für die strafrechtliche Beurteilung wichtig und relevant sind und welche nicht. 
Dementsprechend ist auch – entgegen der Ansicht der Verteidigung – nachvollziehbar, dass ein 6-
jähriges Kind ausführlicher von sich aus über ein Fest im Kindergarten berichtet, als über einen ihm 
schwer verständlichen Vorfall betreffend die Intimsphäre.»

Dies ist bereits deshalb nachvollziehbar, weil sie ganz offensichtlich begeistert war 
vom Tanzen und Singen, weshalb sie auch lieber darüber erzählte als vom besag-
ten Vorfall. Ihr war auch bewusst, dass sie wegen des Vorfalls dort sein musste, 
entsprechend wird es für sie auch erfrischend gewesen sein, über Positives spre-
chen zu können. Dies zeigte sich anschaulich an den Stimmungswechseln in den 
Pausen oder in den Sequenzen, in welchen das Thema kurz gewechselt wurde, 
z.B. als sie grinsend der Befragerin sagte, dass sie ja auch auf dem grossen Papier 
malen könne, welches sich im Raum befand (24 min 02 sec), oder als die Operati-
on der Mutter kurz wieder zur Sprache kam (38 min 50 sec). Wäre sie instruiert 
worden, wäre zu erwarten gewesen, dass sie wenig Zeit auf den Kindergarten ver-
schwendet hätte und sogleich zur einstudierten Sache gekommen wäre. Diesbe-
züglich wäre ferner zu erwarten gewesen, dass sie bereits zu Beginn im freien Be-
richt die gesamte Geschichte erzählt und nicht Teile ausgelassen hätte, die noch 
erfragt werden mussten. In diesem Fall hätte auch nicht mit solch sachlich vorge-
tragenen Details gerechnet werden können.

«Festzuhalten ist sodann, dass auf Nachfrage hin weitere detaillierte und anschauliche – und keines-
wegs nur schematische – Aussagen zum Kerngeschehen und zu den einzelnen Handlungen erfolg-
ten, wie sie von einem 6-jährigen Kind erwartet werden können. Ihre Aussagen zu den sexuellen 
Handlungen wirken insgesamt detailliert, anschaulich und lebhaft: Betreffend das «Alänge» der 

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«Tschutschu» präzisierte sie, dass sie «nein» gesagt habe und er es doch gemacht habe (20 min 32 
sec). Er habe «dragribt» (21 min 37 sec). Diese Schilderung ist plastisch und erfolgte zudem unter 
Wiedergabe einer Äusserung sowie einer Interaktionsschilderung. Bezüglich des Leckens waren die 
ergänzenden Aussagen bzw. bildlichen Darstellungen der Straf- und Zivilklägerin originell, ausgefallen 
und räumlich eingeordnet: So sei «Uncle A.________» gekniet, auf die Knie gegangen, habe den 
Kopf [gedreht] und [mit der Zunge geleckt] (23 min 27 sec). Aufgrund der Position des Beschuldigten 
erscheint auch ihre Aussage nachvollziehbar und logisch, dass sie das mit dem Lecken eben nicht 
gesehen habe, aber sie glaube, er habe es schon gemacht (23 min 39 sec). Betreffend das «Djundi» 
konnte sie zunächst nichts Konkreteres sagen, wobei sie sichtlich angestrengt überlegte (15 min 02 
sec). Als sie sodann später erneut über das «Djundi» erzählte, kam ihr wieder in den Sinn, was sie 
zuvor erzählen wollte («ah ja», 16 min 50 sec). Dabei ist gut ersichtlich, dass die Erinnerung schlagar-
tig wieder da war, als sie erneut über den Vorfall mit dem «Djundi» berichtete. Er habe einfach so 
«dragribe». Dann sei etwas «Weisses» «usecho», «so fiin» (16 min 46 sec). Diese Schilderungen 
sind detailliert, plastisch und altersgerecht, wusste doch die Straf- und Zivilklägerin nicht genau, was 
vor sich ging und erklärte es in ihren eigenen Worten nach Farbe und Form. Den Inhalt der Antwort 
lieferte sie dabei frei von sich aus. Die weitere Aussage, wonach der Beschuldigte das «Djundi» dann 
gewaschen habe (17 min 43 sec) und hierfür zum Lavabo gegangen, auf die Zehenspitzen gestanden 
sei, gerieben und mit Seife gewaschen habe (17 min 53 sec), passt in den Ablauf und ist zugleich 
sehr originell, detailliert, lebensnah und räumlich-zeitlich eingeordnet. Diese Aussage lässt sich auch 
mit den räumlichen Verhältnissen des Badezimmers in Einklang bringen (p. 110 ff.). All diese derart 
facettenreichen und ausgefallenen Schilderungen zu den einzelnen Handlungen lassen darauf 
schliessen, dass die Straf- und Zivilklägerin Auskunft über etwas gibt, das ihr tatsächlich wiederfahren 
ist. Es ist kaum denkbar, dass ein 6-jähriges Kind derart aussergewöhnliche Handlungen erfinden 
könnte. Dasselbe gilt für die Schilderung, dass das Weisse auf das T-Shirt von «Uncle A.________» 
gefallen sei (18 min 41 sec) und er gesagt habe, das sei nicht giftig und er davon probiert habe (34 
min 44 sec). Auch das nach vorne stehende «Djundi» beschrieb sie anschaulich (24 min 47 sec). Die 
Schilderungen sind auch logisch-konsistent und folgerichtig. Wirklichkeitsnah erscheint sodann auch 
die Aussage der Straf- und Zivilklägerin, sie habe dies ihrer Mutter noch nicht gesagt, das müsse sie 
noch tun (35 min 10 sec), handelt es sich dabei doch um die engste Vertrauensperson. Dass sie da-
mit den Erwartungen ihrer Mutter gerecht werden möchte, wie die Verteidigung vorgebracht hat, er-
scheint abwegig. Weiter ist auch festzuhalten, dass sie die relevanten Handlungen im Grundsatz stets 
gleichbleibend und damit konstant schilderte, so insbesondere mit dem «Alänge» und «Licken» (13 
min 39 sec, 20 min 32 sec, 21 min 37 sec). Die Aussagen der Straf- und Zivilklägerin zu den einzel-
nen Handlungen weisen somit nach Ansicht des Gerichts zahlreiche Realitätskriterien auf.

Weiter ist auffallend, dass die Straf- und Zivilklägerin ihre Erzählungen oftmals mit lebhaften Gesten 
untermalte bzw. konkretisierte, die natürlich wirken. Insgesamt blieb die Gestik sowohl bei Aussagen 
zum Kindergartenfest als auch zum Kerngeschehen dynamisch. Dass ein 6-jähriges Kind Handlun-
gen, deren Bedeutung es nicht genau kennt bzw. nicht richtig einordnen kann, teilweise besser mit 
Gesten (entsprechend dem Erlebten) als mit Worten beschreiben kann, ist zu erwarten. So zeigte die 
Straf- und Zivilklägerin mit ihren Händen an der entsprechenden Stelle an ihrem Körper, wie der Be-
schuldigte sie an der «Tschutschu» «aglängt» (13 min 39 sec, 21 min 37 sec) und wie er «dragribe» 
habe (16 min 46 sec, 21 min 37 sec). Weiter zeigte sie auch sehr anschaulich und originell, wie der 
Beschuldigte gekniet, seinen Kopf gedreht und mit der Zunge an ihrer Vagina geleckt habe (23 min 
27 sec). Zudem stellte sie dar, wie der Beschuldigte an seinem «Djundi» gerieben habe (16 min 46 
sec). Ebenfalls zeigte sie vor, wie er vom «Weissen» probiert habe (34 min 56 sec). Ausserdem stellte 
sie auch dar, wie der Beschuldigte auf die Zehenspitzen gestanden sei und seinen «Djundi» gerieben 
und gewaschen habe (17 min 53 sec). Ferner zeigte sie auch, wie das «Djundi» nach vorne gestan-
den sei (24 min 47 sec). Auch diesbezüglich ist festzuhalten, dass ein 6-jähriges Kind derart ausser-
gewöhnliche Abläufe, welche ihr nicht bekannt sind, kaum erfinden und dann selber so darstellen 
könnte. Es lässt sich somit sagen, dass sich die Schilderungen der Straf- und Zivilklägerin zum vor-
geworfenen Sachverhalt durch eine natürliche Dynamik und lebendige Gestik auszeichnen, welche für 
die Glaubhaftigkeit der Aussage sprechen und dagegen, dass sie Unwahres, Auswendiggelerntes 
oder durch Suggestion Vermitteltes wiedergibt.»

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Zu betonen ist indessen, dass die Straf- und Zivilklägerin sich nicht bloss der be-
schriebenen Gesten bediente, sondern diese auch in ihren eigenen Worten detail-
reich und anschaulich beschrieb. Sie versuchte nicht, in Gesten auszudrücken, was 
sie nicht in Worte fassen konnte; vielmehr entsprach dies ihrer Art, eine Geschichte 
zu erzählen. Diese Erzählweise zog sich wie ein roter Faden durch die gesamte 
Befragung. Ein Unterschied zwischen ihren anfänglichen Erzählungen zum Kinder-
gartenfest und den späteren zum Vorfall ist in dieser Hinsicht nicht erkennbar, was 
wiederum authentisch wirkt und gegen Auswendiggelerntes spricht.

Gerade die anschauliche Erzählung des Nachtatverhaltens des Beschuldigten, 
welche sie durch die passenden Imitationen bildlich untermauerte, ist nach Ansicht 
der Kammer an Glaubhaftigkeit nicht zu überbieten. Dass er seinen Penis im Lava-
bo gewaschen, hierfür daran gerieben habe und dafür auch noch auf die Zehen-
spitzen habe stehen müssen, kann sich ein 6-jähriges Mädchen kaum ausdenken, 
hätte sie es nicht mit eigenen Augen gesehen. Es dürfte ihr auch kaum bekannt 
gewesen sein, dass ein solches Verhalten für das männliche Geschlecht nach ei-
nem Samenerguss überhaupt infrage kommen könnte. Ebenso unwahrscheinlich 
ist, dass ihr jemand, wenn er ihr die Geschichte eingetrichtert hätte, auch gleich 
solche Details – welche sich nicht auf die Tat an sich, sondern auf das Nachtatver-
halten beziehen und damit von untergeordneter Bedeutung sind – beibringen wür-
de, und darüber hinaus auch gleich die damit harmonisierenden Bewegungen. 
Kommt hinzu, dass sie auch das Aufhängen des Tuches (wofür sie sich beim Vor-
zeigen mit dem Oberkörper umdrehte) sowie das Wechseln der Hose und Ablegen 
in den Wäschesack, den er mitgenommen habe, beschrieb und vorzeigte. Solche 
Details, welche sich im Übrigen alle einwandfrei in die Geschichte einfügen lassen, 
dürften kaum Platz in einer eingetrichterten oder erfundenen Geschichte finden. 
Vielmehr wäre bei einer solchen nicht nachvollziehbar, weshalb sie das Wechseln 
der Hose und nicht des T-Shirts erwähnen würde, wenn sie doch der Meinung war, 
dass das Sperma nur das T-Shirt getroffen habe. Auch das spricht offensichtlich 
dafür, dass sie es eben genau so erlebt hatte, wie sie es wiedergab.

Den Penis formte sie schliesslich ebenfalls äusserst anschaulich mit ihren Händen, 
umrahmte vorne am Penis die Eichel und beschrieb ihn als «pink, pink, pink» und 
als nach vorne stehend. Ihre Beschreibung wirkt altersgerecht, ebenso ihre anfäng-
liche Übersetzung des Wortes «Djundi»: sie erklärte, es handle sich um das, was 
ihr Bruder da unten habe. Sie beschrieb den Penis folglich mit Verweis auf etwas, 
was sie – wie sie selber sagte – bereits mehrfach gesehen hatte, was ebenfalls 
sehr authentisch wirkt und gegen eine Instruktion spricht.

Das Gesagte trifft ebenfalls auf die Beschreibung des Spermas zu, welches sie an-
schaulich und altersgerecht beschrieb. Diesbezüglich ist indes festzuhalten, dass 
sie das Sperma nach Ansicht der Kammer nicht als «so fiin» beschrieb (16 min 
46 sec), sondern sie «uf ihn» sagte, was mit ihrer darauffolgenden sowie späteren 
Aussage korreliert, wonach das Sperma eben auf sein T-Shirt und nicht auf sie ge-
fallen sei. Ferner erklärte sie, dass der Beschuldigte das Sperma probiert und ihr 
gesagt habe, es sei nicht giftig, was wiederum ein Verhalten nach der eigentlichen 
Tat betrifft und entsprechend authentisch und glaubhaft wirkt. Die diesbezügliche 
Rüge der Verteidigung, wonach das T-Shirt des Beschuldigten durch die Befragerin 

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suggeriert worden sei, ist nachweislich falsch: Zum einen hat die Straf- und Zivil-
klägerin – wie soeben ausgeführt – nicht gesagt «so fiin», sondern «uf ihn», gefolgt 
von «aber i ha nüt gha». Sie deutete also bereits an dieser Stelle, bevor das T-Shirt 
überhaupt Thema war, an, dass das Sperma nur ihn getroffen habe und nicht sie. 
Zum anderen wurde sie erst geschlossen gefragt, ob es auf das T-Shirt von «Uncle 
A.________» gefallen sei, nachdem sie von sich aus das T-Shirt ins Spiel gebracht 
und gesagt hatte, dass es einfach auf das T-Shirt gefallen sei. Dass sie dann auf 
erneute Nachfrage kurz überlegte und die geschlossene Frage dann bejahte, kann 
folglich nicht zu Gunsten des Beschuldigten ausgelegt werden.

Ihre Erzählungen waren – wie bereits erwähnt – insgesamt sachlich; sie aggravier-
te das Verhalten des Beschuldigten nicht. Sie erzählte sämtliche Erlebnisse im 
gleichen Stil und überliess die Gewichtung und Einordnung der beschriebenen 
Handlungen den Erwachsenen. Es ist evident, dass sie die Situationen, welche sie 
schilderte, selber nicht richtig einordnen konnte. Dass jedoch sämtliche, teilweise 
sprunghaft erzählte Situationen einen Zusammenhang mit den sexuellen Handlun-
gen aufweisen, kann kein Zufall sein. Kommt hinzu, dass sie die jeweiligen Hand-
lungen eindeutig räumlich und zeitlich miteinander verknüpfte. Sie gab jeweils an, 
wo und wann welcher Teil der Erzählung stattgefunden hat. Dabei ist nach Ansicht 
der Kammer auch von untergeordneter Bedeutung, dass sie sich mit den Tagen 
nicht mehr sicher war: Fakt ist, dass sie den Vorfall eindeutig und immerzu mit der 
Operation der Mutter am Handgelenk verknüpfte. Es handelte sich dabei um die 
erste und damit zu diesem Zeitpunkt einzige Operation der Mutter (pag. 653 Z. 28), 
weshalb eine diesbezügliche Verwechslung ausgeschlossen werden kann. Es ist 
zudem unbestritten, dass die Straf- und Zivilklägerin an diesem Wochenende mit 
dem Beschuldigten alleine Zeit verbrachte. Diese Verknüpfung lässt auch die alter-
native Täterhypothese in den Hintergrund rücken.

Für die Kammer ist schliesslich nicht ersichtlich, welchen Erwartungen der Mutter 
die Straf- und Zivilklägerin hätte gerecht werden wollen. Die einzige Erwartung ei-
ner Mutter an ihre Tochter dürfte in einer solchen Situation sein, dass diese die 
Wahrheit erzählt. Die Verteidigung hat auch nicht spezifiziert, welche Erwartungen 
eine Mutter an ihre Tochter in einer solchen Situation genau haben sollte. Aus der 
Aussage, wonach sie etwas ihrer Mutter noch nicht erzählt habe, lässt sich jeden-
falls nichts ableiten, was gegen die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen oder für eine 
Suggestion spricht. Vielmehr zeigt es, dass die Straf- und Zivilklägerin keine klar 
einstudierte Geschichte runterspulte, sondern, dass ihr Teile des Vorfalls erst 
später wieder einfielen und sie sich an etwas erinnerte, was sie ihrer Mutter, wel-
che bislang ihre erste und engste Ansprechperson war, noch nicht erzählt hatte. 
Bei einer erfundenen (und zumindest von der Mutter eingetrichterten) Geschichte 
gäbe es keine Situationen, welche sie ihrer Mutter noch mitteilen müsste. Im Übri-
gen anerkennt sogar der Beschuldigte die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen, gab er 
doch explizit an, er habe aufgrund ihrer Erzählweise schon das Gefühl, dass ir-
gendwann mal so etwas passiert sei (pag. 664 Z. 30 ff.).

«Ebenso verknüpfte die Straf- und Zivilklägerin die Ereignisse mit eigenen psychischen Vorgängen 
und assoziierte sie mit etwas Bekanntem: Das Lecken an der Vagina sei blöd, unangenehm gewesen 
und habe irgendwie geklebt (13 min 50 sec). Das Lecken habe sich wie Wasser angefühlt (23 min 45 
sec). Weiter äusserte sie, dass etwas «Weisse» herausgekommen sei, das wie Wasser gewesen sei 

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(18 min 49 sec). Zudem schilderte sie auch eine Interaktion mit dem Beschuldigten, wonach dieser 
gefragt habe, ob er es «alänge» dürfe, sie «nein» gesagt habe und er es doch gemacht habe (20 min 
32 sec). Diese anschaulichen Aussagen sind alterstypisch und lassen darauf schliessen, dass die 
Straf- und Zivilklägerin Auskunft über etwas gibt, das ihr tatsächlich wiederfahren ist.

Weiter ist zu bemerken, dass sich in den Aussagen der Straf- und Zivilklägerin in ein paar Punkten 
gewisse Unklarheiten ergeben, was allerdings zu erwarten ist. So erklärte sie zunächst, sie habe sich 
auch «aglängt», weil er ihr gesagt habe, dass sie es auch machen müsse (16 min 18 sec). Auch er-
klärte sie, dass er das «Djundi» «inetah» habe (14 min 16 sec) sowie dass sie das «Djundi» auch 
«aglängt» habe, weil er gesagt habe, dass sie das tun solle (16 min 29 sec). Später führte sie aus, 
dass sie nicht bei sich «häreglängt» habe (40 min 01 sec) und dass er ihr nicht gesagt habe, was sie 
machen solle (48 min 11 sec). Zum «Djundi» wurden diese Aussagen später nicht wiederholt. Zudem 
schilderte sie, dass das Ganze an zwei Tagen passiert sei, wobei ihre folgenden Aussagen, was 
wann passiert sei, nicht ganz nachvollziehbar waren (37 min 07 sec). Es blieb unklar, ob die Handlun-
gen an einem oder zwei Tagen passierten. Zu bemerken ist, dass die Staatsanwaltschaft bezüglich 
der Punkte, bei denen Unklarheiten bestanden, nicht Anklage erhob. Insbesondere wurde nur ein Vor-
fall an einem Tag angeklagt, wovon bei der Würdigung auszugehen ist. Nach dem Gesagten lässt 
sich nicht der Umkehrschluss ziehen, dass die Aussagen der Straf- und Zivilklägerin falsch gewesen 
wären. Allgemein muss berücksichtigt werden, dass der Vorfall im Zeitpunkt der Einvernahme bereits 
knapp 1.5 Monate zurücklag, was für ein Kind in diesem Alter eine lange Zeit ist, vor allem wenn es 
um Sachen geht, die es nicht restlos einordnen kann bzw. ihm unangenehm sind. Zudem ist es gera-
de für ein 6-jähriges Kind schwierig, die Handlungen an einen genauen Tag zu verorten. Entschei-
dend ist, dass die Straf- und Zivilklägerin den Vorfall zeitlich klar mit der Operation der Mutter und 
räumlich mit dem Badezimmer verknüpfen, den Täter aus ihrer Sicht und die entscheidenden Um-
stände nennen konnte. Die erwähnten Punkte vermögen folglich nach Ansicht des Gerichts an der 
grundsätzlichen Glaubhaftigkeit der Aussagen der Straf- und Zivilklägerin, insbesondere mit Blick auf 
ihr Alter, nichts zu ändern.»

Die von der Vorinstanz genannten Unstimmigkeiten in den Aussagen der Straf- und 
Zivilklägerin sind aktenkundig. Gerade die Verwirrung mit den Tagen wurde bis zu-
letzt nicht geklärt. Hierzu Folgendes:

Zunächst ist anzumerken, dass es vereinzelt zu sprachlichen Missverständnissen 
kam. Die Straf- und Zivilklägerin wies bereits zu Beginn der Befragung auf ihre 
sprachlichen Defizite hin (11 min 10 sec). Beispielsweise verstand sie das Wort 
«beschreiben» nicht, weshalb sie die Befragerin, als sie etwas beschreiben sollte, 
wiederholt darauf hinwies, dass sie nicht schreiben könne, sie könne es aber er-
klären oder malen (z.B. 24 min 43 sec). Dieses Missverständnis wurde von der Be-
fragerin bis zuletzt nicht erkannt, weshalb es mehrfach zu dieser Situation kam. 
Auch verwechselte die Straf- und Zivilklägerin nach der ersten Pause die Wörter 
«usegange» und «ufgstande» und wurde von der Befragerin korrigiert (32 min 07 
sec). In Bezug auf die zwei Tage ist teilweise nicht ganz klar, ob sie tatsächlich 
sagte «es isch a zwöi Tag passiert» oder «es isch am zwöite Tag passiert». Dies 
betrifft insbesondere die Sequenz bei 37 min 07 sec, als der Eindruck entsteht, sie 
würde die Befragerin auf deren Frage nach den zwei Tagen hin korrigieren mit den 
Worten «es isch am zwöite Tag passiert», worauf sie ein paar Sekunden später 
bestätigte, es sei alles am selben Tag passiert. Dieses Missverständnis könnte 
dann durch das mehrfache Nachfragen und die Hinweise der Befragerin, dass das 
mit den zwei Tagen nicht ganz klar sei, auch bei der Straf- und Zivilklägerin für 
Verwirrung und Unsicherheit gesorgt haben, weshalb sie dann sagte, es sei dann 
nochmal das Gleiche passiert. Ebenfalls nicht ganz klar ist, ob sie diese Bemer-
kung auch immer auf die sexuellen Handlungen bezog, oder beispielsweise auf das 

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Hüten. So sagte sie einmal, dass zuerst die zwei Tage vorbei gewesen seien und 
danach am anderen Tag habe es sie gekratzt (47 min 50 sec). Auch gab es mehr 
als einmal ähnliche Verwirrungen, welche durch die Befragerin umgehend aufge-
klärt wurden. So beispielsweise, als über die Verletzung und Operation der Mutter 
gesprochen und sie gefragt wurde, was denn mit «Uncle A.________» passiert sei, 
worauf sie antwortete «bi ihm isch nüt passiert» (38 min 50 sec), wobei sie offen-
sichtlich noch beim Thema Verletzung und Operation verblieben war und den 
Sprung zum Vorfall nicht gemacht hatte.

Solche Erklärungsversuche vermögen die Unstimmigkeiten weder zu beseitigen 
noch lückenlos zu erklären. Indes ist klar, dass es vorliegend nur um einen Vorfall 
an einem Tag geht; etwas anderes ist nicht angeklagt. Der vorliegend zu beurtei-
lende Sachverhalt beinhaltet sodann «nur» das Lecken und Berühren/Betasten der 
Vagina sowie die Manipulation am eigenen Glied bis zum Samenerguss. Die weite-
ren kurzzeitig infrage stehenden Handlungen fanden damit keinen Eingang in der 
Anklage. Insofern kann offenbleiben, ob diese nun tatsächlich stattgefunden haben 
oder nicht. Jedenfalls vermögen die genannten Unstimmigkeiten der generellen 
Glaubhaftigkeit der Aussagen der Straf- und Zivilklägerin in Bezug auf das ange-
klagte Geschehen keinen Abbruch zu tun. Dafür enthalten die restlichen Schilde-
rungen schlicht zu viele Realkennzeichen. Die Unstimmigkeiten lassen damit keine 
Zweifel am angeklagten Geschehen aufkommen.

«In diesem Zusammenhang ist zu bemerken, dass die Straf- und Zivilklägerin anlässlich ihrer Befra-
gung auf Nachfragen verneinte, ob der Beschuldigte ihr gesagt habe, dass sie es nicht erzählen soll 
(48 min 38 sec). Zu berücksichtigen ist, dass die Fragen am Ende der Videobefragung erfolgten, als 
die Straf- und Zivilklägerin nicht mehr sehr konzentriert schien. Die Mutter (p. 120 Z. 52, 56 f. und 58 
f., p. 121 Z. 67 f.) wie auch die Grossmutter (p. 141 Z. 195 f.) und der Stiefvater (p. 145 Z. 87 f.) der 
Straf- und Zivilklägerin haben übereinstimmend und glaubhaft geschildert, dass die Straf- und Zivil-
klägerin ihnen gegenüber erklärt hat, dass der Beschuldigte ihr gesagt habe, dass sie niemandem da-
von erzählen dürfe und sie ihm dies versprochen habe (vgl. auch Ziff. III.2.6.3, 2.6.4 und 2.6.5 hier-
nach). Selbst im Einzelgespräch gegenüber der Ärztin erwähnte sie dies (p. 232). Gerade die Mutter 
schilderte anschaulich und lebhaft die innere Zerrissenheit ihrer Tochter, die weinte und sich ent-
schuldigte (p. 120 f. Z. 51 ff.). Dass die Straf- und Zivilklägerin gegenüber ihrer Mutter zunächst ver-
neinte, dass etwas passiert sei (p. 120 Z. 34 ff.), sowie ihre starke emotionale Reaktion lassen sich 
damit erklärten, dass sie aus ihrer Perspektive ihren «Onkel A.________», zu welchem sie ein sehr 
gutes Verhältnis pflegte, hinterging, das Versprechen brach und so ihre Beziehung zu ihm kaputt ging. 
Mit demselben Grund lässt sich erklären, weshalb die Straf- und Zivilklägerin erst nach mehreren Wo-
chen gegenüber der Mutter auf deren Beobachtungen und Fragen hin vom Vorfall erzählte. Nach dem 
Gesagten geht das Gericht davon aus, dass der Beschuldigte nach dem Vorfall zur Straf- und Zivil-
klägerin zumindest sinngemäss gesagt hat, dass sie niemandem vom Vorfall erzählen dürfe.»

Diesen Ausführungen schliesst sich die Kammer an. Die Kammer hegt keine Zwei-
fel daran, dass die Straf- und Zivilklägerin vom Beschuldigten dahingehend beein-
flusst wurde, dass sie es niemandem erzählen sollte. Beim Beschuldigten handelte 
es sich um eine Vertrauensperson, der sie nahestand und die sie sehr mochte. Der 
Vorfall kam einzig ans Licht, weil sich die Straf- und Zivilklägerin im Genitalbereich 
kratzte, die Mutter dies beobachtete und daraufhin entsprechend handelte. Ob der 
Vorfall ohne diese Umstände überhaupt je entdeckt worden wäre, ist äusserst zwei-
felhaft, zumal sie bereits knapp drei Wochen lang nichts gesagt hatte. Die Frage, 
ob er an diesen zwei Tagen etwas zu ihr gesagt habe, was sie machen oder nicht 
machen soll, sowie die Anschlussfrage, ob er ihr an diesen zwei Tagen irgendet-

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was gesagt habe, sind schliesslich so offen gestellt, dass aus ihrem anfänglichen 
Kopfschütteln resp. aus ihrem «gloub nid» kaum etwas in Bezug auf ein allfälliges 
Schweigeversprechen abgeleitet werden kann. Ihre anschliessende Aussage «das 
heter nid gseit» fand sodann in der allerletzten Minute des Gesprächs statt, in wel-
cher sie ihre Aufmerksamkeit kaum noch der Befragerin zuwandte. Die Befragerin 
musste sie zu diesem Zeitpunkt mehrfach bitten, sich noch kurz hinzusetzen resp. 
zuzuhören. Der Beschuldigte kann daraus ohnehin nichts zu seinen Gunsten ablei-
ten, da auch diese Unstimmigkeit an der generellen Glaubhaftigkeit der Straf- und 
Zivilklägerin keinen Abbruch tut und keine Zweifel am angeklagten Sachverhalt 
aufkommen lässt.

«Weiter räumte die Straf- und Zivilklägerin auch Erinnerungslücken ein, was ebenfalls grundsätzlich 
für die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen spricht. So konnte sie sich zunächst auf Nachfrage, was sonst 
noch passierte, nicht an die Episode mit dem «Djundi» erinnern (15 min 02 sec). Als es ihr später 
wieder in den Sinn kam, wirkte die Schilderung authentisch und anschaulich (16 min 50 sec). Weiter 
gab sie an, dass sie nicht genau wisse, woher sie die Verletzungen habe (36 min 21 sec), und was an 
welchem Tag passiert sei (39 min 44 sec). Die Straf- und Zivilklägerin war nicht darauf bedacht, mög-
lichst reif und glaubwürdig zu wirken. Ihre Aussagen wirken als freie und spontane Wiedergabe ihrer 
Erinnerungen, die naturgemäss auch gewisse Lücken aufweisen, aber nicht durch Hinzugedichtetes 
geschlossen werden.

Die Straf- und Zivilklägerin belastete den Beschuldigten auch nicht übermässig. So verneinte sie z.B., 
ob er sonst noch etwas mit seinen Händen bei ihr gemacht habe (35 min 22 sec). Sonst habe er 
glaublich nichts gemacht (17 min 42 sec). Die Frage, ob er sonst noch etwas gemacht habe, verneinte 
sie später erneut (25 min 38 sec). Weiter schilderte sie bezüglich der Wunde im Intimbereich, dass sie 
es nicht genau wisse und es «vielleicht» deswegen sei (36 min 32 sec). Sie erwähnte z.B. nicht, dass 
der Beschuldigte ihr Schmerzen zugefügt hätte. Hätte sie den Beschuldigten zu Unrecht belasten wol-
len, hätte sie ihre Aussagen ohne weiteres aggravieren können.

Es bestehen kein Motiv für eine Falschbelastung des Beschuldigten durch die Straf- und Zivilklägerin 
und insbesondere auch keine Anhaltspunkte, dass sie sich in der Person des Täters irrt, im Gegenteil: 
Unbestritten ist, und wurde von mehreren Personen ausgeführt, dass das Verhältnis zwischen dem 
Beschuldigten und der Straf- und Zivilklägerin sehr gut war (p. 138 Z. 83 f., p. 146 Z. 90 ff., p. 149 Z. 
32 ff.).»

Zum Thema Falschbelastung resp. Irrtum in der Person des Beschuldigten gibt es 
Folgendes zu ergänzen: Zunächst lässt sich nicht erklären, weshalb sie sich in Be-
zug auf die Person des Täters irren sollte, zumal sie den Beschuldigten sehr gut 
kennt, den Vorfall zeitlich und räumlich dorthin verortet, wo sie mit dem Beschuldig-
ten alleine war und detailliert über den Vorfall erzählt. Es ist kaum vorstellbar, dass 
sie sich an so viele Details erinnern, jedoch die Person verwechseln würde. Eine 
Falschbelastung ist nach Ansicht der Kammer ebenso abwegig: Nicht nur war das 
Verhältnis zwischen dem Beschuldigten und der Straf- und Zivilklägerin ausge-
zeichnet, vielmehr bestand auch zwischen dem Beschuldigten und der Mutter (so-
wie Stiefvater) der Straf- und Zivilklägerin ein enges Vertrauensverhältnis: Sie lies-
sen den Beschuldigten an diesem Wochenende (wohlbemerkt in einer für sie be-
lastenden Situation [Operation der Mutter]) während mehrerer Stunden sowohl ihre 
6-jährige Tochter als auch ihren damals knapp 3-jährigen Sohn hüten. Zudem durf-
te der Beschuldigte, wie er selber anlässlich der oberinstanzlichen Hauptverhand-
lung zu Protokoll gab, im Ehebett schlafen (pag. 668 Z. 14). Die Mutter, welche die 
Schwester der Freundin des Beschuldigten ist, gab ihrerseits an, der Beschuldigte 
sei für sie wie ein Bruder gewesen (pag. 652 Z. 2). Auch hat sie angegeben, dass 

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sie ihre Tochter, als sie ihr vom Vorfall erzählt habe, zunächst aufgefordert habe, 
sie nicht anzulügen (pag. 120 Z. 60 f.). Bevor sie mit ihrer Tochter ins Spital re-
spektive zur Polizei gegangen sei, habe sie ihrer Mutter (der Grossmutter der Straf- 
und Zivilklägerin) ein Bild der Vagina geschickt, woraufhin sie mit ihr telefoniert ha-
be. Dies bestätigte die Grossmutter (pag. 121 Z. 100 ff.; bestätigt von der Gross-
mutter ohne entsprechenden Vorhalt, pag. 137 Z. 38 ff.). Hätte man den Beschul-
digten absichtlich falsch belasten wollen, wäre dieses Vorgehen nicht logisch ge-
wesen; man hätte vielmehr direkt die Polizei aufgesucht. Konkrete Hinweise auf ei-
ne Falschbelastung bestehen im Übrigen nicht.

«Wie soeben ausgeführt, tat sich die Straf- und Zivilklägerin sehr schwer damit, gegenüber ihrer Mut-
ter überhaupt über den Vorfall zu sprechen und als sie es dann doch tat, war ihre innere Zerrissenheit 
spürbar. Weiter äusserte sie gegenüber ihrer Mutter, dass sie es nicht falsch finde, was der Beschul-
digte mit ihr gemacht habe, sondern dass die Erwachsenen sagen würden, dass ein Erwachsener das 
mit einem Kind nicht machen dürfe (p. 126 Z. 36 ff.). Auch in diesen Aussagen finden sich eigene 
psychische Vorgänge wieder, die natürlich wirken und auf die Glaubhaftigkeit der Aussagen der Straf- 
und Zivilklägerin schliessen lassen. Wie dargelegt, fiel es ihr offensichtlich sehr schwer, den Beschul-
digten nach ihrem Versprechen zu «verraten», zumal sie dadurch in Kauf nahm, das Verhältnis zu 
ihm zu zerstören. Die Schilderung des Vorfalls führte denn auch dazu, dass die Straf- und Zivilkläge-
rin und der Beschuldigte keinen Kontakt mehr haben (p. 483 Z. 31 f., p. 484 Z. 7 ff.). Für das Gericht 
sind nach dem Gesagten keine Gründe ersichtlich, weshalb die Straf- und Zivilklägerin fälschlicher-
weise derart schwere Vorwürfe gegen den Beschuldigten erheben sollte. 

Die Verteidigung hat ferner vorgebracht, dass die Straf- und Zivilklägerin zu Beginn der Befragung 
gesagt habe, «Oder villech isch es o gar nid passiert» (05 min 50 sec), was nahe lege, dass nichts 
passiert sei (p. 497). Das Gericht teilt diese Ansicht nicht, da die Aussage der Straf- und Zivilklägerin 
im Kontext zu betrachten ist: So wies die Befragerin die Straf- und Zivilklägerin zu Beginn auf ihre 
Rechte und Pflichten hin (05 min 02 sec), insbesondere dass sie nur das erzählen dürfe, was wirklich 
stimme und sie wirklich erlebt habe (05 min 57 sec). Die Straf- und Zivilklägerin bestätigte sodann, 
dass sie es verstanden habe (06 min 53 sec). Die Aussage tätigte die Straf- und Zivilklägerin mithin 
nicht im Zusammenhang mit der Schilderung des vorliegend zu prüfenden Vorfalls, sondern während 
der allgemeinen Ausführungen der Befragerin. Die Straf- und Zivilklägerin wollte selber darauf auf-
merksam machen, dass Erlebtes von nicht Erlebtem zu trennen ist. Daraus lässt sich nichts zu Guns-
ten des Beschuldigten ableiten.»

Die Kammer schliesst sich auch diesen Ausführungen an. Die Aussage «oder vil-
lech isch es o gar nicht passiert» ist, wenn sie in den richtigen Kontext gebracht 
wird, offensichtlich im Zusammenhang mit der Erklärung der «Regeln» getätigt 
worden: Zwischen der Erklärung der Befragerin, dass sie sagen könne, wenn sie 
etwas nicht mehr wisse und ihrer Äusserung verging nicht die geringste Pause. Zu-
dem lässt die Intonation der Straf- und Zivilklägerin (Erhöhung der Stimme am En-
de des Satzes, ähnlich einer Frage) erkennen, dass sie damit von sich aus eine 
weitere «Regel» nannte resp. die soeben von der Befragerin genannte ergänzte. 
Insofern geht die Argumentation der Verteidigung, wonach sie die Aussage von 
sich aus getätigt habe, fehl. Sie stand eindeutig in direktem Zusammenhang mit 
den Erklärungen der Befragerin. Schliesslich wäre auch undenkbar, dass die Straf- 
und Zivilklägerin die nachfolgenden 45 Minuten mit so glaubhaften Aussagen und 
ohne nochmals zu erwähnen, dass es nicht passiert sei, durchgestanden hätte, 
wenn sie bereits bei der Einführung ins Gespräch den Drang verspürt hätte, eine 
solche Aussage zu tätigen.

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Schliesslich ist kurz auf das Argument der Verteidigung einzugehen, wonach die 
Verletzungen vom Geräteturnen oder vom Spagat hätten kommen können: 
Zunächst ist anzumerken, dass die Verletzungen nicht zweifelsfrei auf den Vorfall 
zurückgeführt werden können (vgl. Ziff. 10.7 hiernach), weshalb die Argumentation 
der Verteidigung zwar berechtigt, vorliegend aber nicht weiter von Relevanz ist. 
Nichtsdestotrotz ist darauf hinzuweisen, dass die Straf- und Zivilklägerin selber ein 
Jucken und eine Wunde explizit mit dem Vorfall in Verbindung brachte (36 min 32 
sec). Mit ihrer anschliessenden Aussage, ob die Wunde vom Vorfall stamme, ist in-
des – wie die Verteidigung vorgebracht hat – kein Widerspruch verbunden, im Ge-
genteil: Die Straf- und Zivilklägerin sagte zwar, er habe sie beim Anfassen gekratzt, 
weshalb es zur Wunde gekommen sei. Sie hat aber von Anfang an betont, dass es 
sich dabei um eine von möglichen Ursachen handeln könnte, sie sich dessen aber 
nicht sicher sei, was sie dann letztlich auch auf Nachfrage der Befragerin bestätig-
te. Sie führte folglich nicht mehrere widersprüchliche Versionen ins Feld, sondern 
gab einzig eine Vermutung ab. Dass sie an diese Vermutung den Hinweis anfügte, 
dass sie sich nicht sicher sei, zeigt ein weiteres Mal, dass sie nicht darauf bedacht 
war, den Beschuldigten mit Vorwürfen einzudecken und dessen Handlungen zu 
aggravieren.

Im Ergebnis erachtet die Kammer – gleich wie die Vorinstanz – die erlebnisbasier-
ten und mit Realkennzeichen übersäten Aussagen der Straf- und Zivilklägerin als 
äusserst glaubhaft. Darauf ist abzustellen.

10.2 Zur Frage der Suggestion

Die Verteidigung hat anlässlich der oberinstanzlichen Hauptverhandlung erneut ei-
ne angebliche Suggestionsproblematik vorgebracht. Als Sinnbild hierfür nannte sie 
die Aussage der Straf- und Zivilklägerin «wieviu mau hanis jetz scho gseit?» (38 
min 18 sec). Auch diese Aussage ist in den richtigen Kontext zu stellen: Sie wurde 
nach der Pause im Rahmen der Ergänzungsfragen getätigt, als das Gespräch bei 
der Thematik der zwei Tage «feststeckte». Die Befragerin fragte wiederholt nach 
und wies die Straf- und Zivilklägerin, welche zu diesem Zeitpunkt sichtlich das In-
teresse am Gespräch verloren hatte, darauf hin, dass es wichtig sei, dass sie (die 
Befragerin) es verstehe, ob sie (die Straf- und Zivilklägerin) es ihr noch einmal er-
klären könne, worauf die Straf- und Zivilklägerin augenverdrehend, kopfschüttelnd 
und schulterzuckend antwortet: «nei, i wett nid…wieviu mau hanis jetz scho 
gseit?». Die Aussage bezieht sich damit offensichtlich auf das Gespräch mit der 
Befragerin. Die Straf- und Zivilklägerin scheint nicht zu verstehen, weshalb sie nun 
zum wiederholten Mal dieselbe Frage beantworten muss. Daraus kann nichts in 
Bezug auf eine Suggestionsproblematik abgeleitet werden.

Die Vorinstanz hat sich im Übrigen bereits ausführlich mit der Suggestionsproble-
matik auseinandergesetzt. Sie hat die Gespräche, welche mit der Straf- und Zivil-
klägerin geführt wurden, chronologisch wiedergegeben und gewürdigt. Darauf kann 
in erster Linie verwiesen werden (vgl. S. 20 ff. der vorinstanzlichen Urteilsbegrün-
dung, pag. 548 ff.). Im Ergebnis schliesst sich die Kammer der vorinstanzlichen 
Erwägungen an; es sind keine Hinweise auf eine suggestive Einflussnahme er-
sichtlich. Im Gegenteil finden sich in den Aussagen der Straf- und Zivilklägerin viele 

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detaillierte Schilderungen, welche eine Suggestion ausschliessen. Die Vorinstanz 
hat dies zutreffend wie folgt festgehalten:

«Entscheidend bei der vorliegenden Beurteilung ist vorab der Inhalt der Aussage: Die Straf- und Zivil-
klägerin schilderte wie dargelegt ein Geschehen, welches als originell und unkonventionell zu werten 
ist. So wird von ihr kein «klassisches» Tatvorgehen (Berührungen beim Baden, im Bett etc.) geschil-
dert. Im Gegenteil schildert sie ein Tatvorgehen, welches von üblichen Mustern abweicht (am Boden 
gekniet, den Kopf gedreht und mit der Zunge an der Scheide geleckt; den Penis nach der Ejakulation 
auf das T-Shirt auf den Zehenspitzen am Lavabo gewaschen). Mit welchen Fragen und/oder Ge-
sprächen ein derartig besonders gelagertes Geschehen hätte suggeriert werden können, ist nicht er-
kennbar. Zudem ist festzuhalten, dass auch in zeitlicher Hinsicht wenig Raum für Beeinflussungs- und 
Störungsfaktoren bestand.

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass aus der Art und Weise, wie die Aussagen der 
Straf- und Zivilklägerin zum vorliegenden Tatvorwurf entstanden sind, keine Schlüsse gezogen wer-
den können, welche die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen ernsthaft in Frage zu stellen vermögen. Für 
eine suggestive Einflussnahme von Aussenstehenden bestehen keine Anhaltspunkte. Es ist folglich 
davon auszugehen, dass die Aussagen der Straf- und Zivilklägerin die Wiedergabe von tatsächlich Er-
lebtem darstellen und nicht das Ergebnis einer (unbewussten) Suggestion sind. Dafür spricht insbe-
sondere der Detailreichtum der Aussagen der Straf- und Zivilklägerin und die Originalität des geschil-
derten Handlungsablaufs. Solche Schilderungen eines 6-jährigen Kindes sind nicht durch (unbewuss-
te) Suggestion erklärbar.»

Im Übrigen bestehen keine konkreten Hinweise auf eine Suggestion, welche die 
Schilderungen in irgendeiner Weise beeinflusst haben könnten. Alleine aus dem 
Umstand, dass verschiedene Gespräche mit verschiedenen Leuten stattgefunden 
haben, kann eine solche nicht abgeleitet werden. Abgesehen davon, dass die Aus-
sagen der von dieser Suggestionsthematik betroffenen Personen weitestgehend 
übereinstimmen und nicht im Laufe der Zeit aggravierten oder komplett neue Hand-
lungen zum Vorschein kamen, gibt es in den Schilderungen der Straf- und Zivilklä-
gerin Details, welche kaum von aussen suggeriert werden konnten. Zu denken ist 
neben den von der Vorinstanz aufgeführten, anschaulich vorgezeigten und mit 
Emotionen beschriebenen Handlungen insbesondere das Nachtatverhalten des 
Täters. Es ist bereits deshalb äusserst unwahrscheinlich, dass solche Sequenzen 
suggeriert worden sind, weil der Fokus der jeweils befragenden Personen (Eltern, 
Grosseltern und auch Ärzte) wohl kaum auf solchen Handlungen gelegen haben 
dürfte. Dies bestätigte im Übrigen auch die Mutter der Straf- und Zivilklägerin an-
lässlich der oberinstanzlichen Hauptverhandlung, als sie mit der Suggestionshypo-
these konfrontiert wurde: Sie bestritt, dass sie, ihr Mann oder ihr Ex-Mann der 
Straf- und Zivilklägerin etwas beigebracht hätten und gab später an, dass sie keine 
Gesten gemacht hätten, als sie mit ihr gesprochen hätten (pag. 659 Z. 41 ff.). In der 
Videobefragung sei auch Vieles rausgekommen, was sie selber gar nicht gewusst 
hätten, weil sie es nicht gefragt hätten oder mit ihren Fragen nicht so «tief gegan-
gen» seien. Auch die Bewegungen, welche im Protokoll zur Videobefragung be-
schrieben seien, hätten sie zuvor nie gesehen. Ihnen gegenüber habe C.________ 
keine Gesten gemacht, sie hätte dies auch gar nicht so genau wissen wollen (pag. 
655 Z. 22 ff. und pag. 659 Z. 311 ff.). 

10.3 Aussagen D.________

Da die Mutter der Straf- und Zivilklägerin nur Angaben vom Hörensagen machen 
konnte und ihre Aussagen grösstenteils nur dazu geeignet sind, im Direktvergleich 

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mit den Aussagen der Straf- und Zivilklägerin Rückschlüsse auf deren Glaubhaftig-
keit zu ziehen, wird auf eine eingehende Würdigung verzichtet und grundsätzlich 
auf die korrekte Zusammenfassung und Würdigung der Vorinstanz verwiesen 
(S. 24 ff. der vorinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 552 ff.). Anlässlich der obe-
rinstanzlichen Hauptverhandlung hat sie ihre bisher gemachten Aussagen bestätigt 
und auch sonst sind keine Widersprüche zu ihren früheren Aussagen auszuma-
chen. So schilderte sie, wie sich die Straf- und Zivilklägerin, nachdem sie aus den 
Ferien mit ihrem Vater gekommen sei, in zwei Situationen gekratzt habe und auf 
Frage hin jeweils gesagt habe «es biisst». Nachdem sich D.________ die Genitali-
en ihrer Tochter (nach dem zweiten Kratzen) angeschaut und die Rötun-
gen/Hämatome entdeckt habe, habe diese ihr zunächst gesagt, sie dürfe nicht 
darüber sprechen. Sie beschrieb die innere Zerrissenheit ihrer Tochter, wie sie – 
nachdem sie ihr gesagt habe, sie solle nicht lügen – geweint und ihr gesagt habe, 
«Uncle A.________» habe seine Finger dorthin getan und sie geleckt. Daraufhin 
habe D.________ ihren Mann gerufen und die Straf- und Zivilklägerin habe diesen 
umarmt (pag. 654 Z. 14 ff.). Schliesslich gab sie an, der Vorfall habe im oberen Ba-
dezimmer stattgefunden. Ihre Aussagen zum Vorfall decken sich damit mit ihren 
früheren Aussagen. Ihre vor oberer Instanz gemachten Aussagen sowie ihr Verhal-
ten (u.a. weinte sie mehrmals während der Einvernahme) machten deutlich, dass 
der Vorfall sie als Mutter des Opfers nach wie vor beschäftigt. Dies anders als die 
Straf- und Zivilklägerin, welche gemäss D.________ nicht mehr über den Vorfall 
spreche und sich seither nicht verändert habe, sie sei nach wie vor das fröhliche 
Kind, welches sie früher gewesen sei (pag. 652 Z. 32 sowie Z. 44 f.). 

Wie bereits hiervor erwähnt, sind ferner keine Gründe ersichtlich, weshalb die Mut-
ter der Straf- und Zivilklägerin ihrer Tochter den angeklagten Sachverhalt hätte ein-
trichtern sollen. Auch eine Beeinflussung durch Suggestion wird ausgeschlossen. 
In diesem Zusammenhang fällt ganz allgemein auf, dass D.________ – trotz be-
merkbarer emotionaler Betroffenheit – sachlich und nicht dramatisierend berichtete 
und nicht negativ und wertend über den Beschuldigten sprach. Dies lässt ihre Aus-
sagen glaubhaft erscheinen und spricht weiter gegen eine von ihr ausgehende fal-
sche Belastung oder eine Suggestion. 

10.4 Aussagen R.________ und S.________

Die Grossmutter sowie der Stiefvater der Straf- und Zivilklägerin wurden im vorlie-
genden Strafverfahren je einmal einvernommen. Wie D.________ konnten auch sie 
nur Aussagen vom Hörensagen tätigen. Die Vorinstanz hat beide Aussagen zu-
sammengefasst und sorgfältig gewürdigt (vgl. S. 28 f. resp. 30 f. der vorinstanzli-
chen Urteilsbegründung; pag. 556 f. resp. 558 f.). Die Kammer schliesst sich die-
sen korrekten Erwägungen, welche letztlich zur Aufklärung des angeklagten Sach-
verhalts nur insoweit etwas beitragen, als sie grösstenteils mit den weiteren Aussa-
gen übereinstimmen, an. Im Ergebnis erachtet die Kammer beide Personen als 
glaubhaft und sieht keine Gründe, die Richtigkeit ihrer Aussagen in Zweifel zu zie-
hen. Insbesondere fällt – wie die Vorinstanz erwähnt hat – auf, dass sowohl die 
Grossmutter als auch der Stiefvater, welcher wohlbemerkt zwischenzeitlich vom 
Umfeld des Beschuldigten (siehe nachfolgend) beschuldigt wurde, die Straf- und 
Zivilklägerin u.a. zwischen den Beinen angefasst zu haben, nichts Schlechtes über 

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den Beschuldigten sagten. Die Grossmutter, welche ihn sogar selber auch «Onkel 
A.________» nannte, hielt insbesondere fest, dass dieser immer sehr lieb und für 
ihre Tochter da gewesen sei, sie habe ihn als anständigen Jungen kennengelernt. 
Er sei immer ein grosses Vorbild für die Straf- und Zivilklägerin gewesen (pag. 138 
Z. 83 und 92 f.). Dies bestätigt ein weiteres Mal das enge Vertrauensverhältnis zwi-
schen der Straf- und Zivilklägerin und dem Beschuldigten und widerspricht ein wei-
teres Mal der Suggestions- sowie Fremdbelastungshypothese. 

10.5 Schreiben T.________ / Aussagen H.________

T.________, die Mutter des Beschuldigten, reichte am 29. Juli 2019 bei der Staats-
anwaltschaft unaufgefordert ein Schreiben ein (pag. 245 f.), in welchem sie von ei-
nem angeblichen Gespräch zwischen der Freundin des Beschuldigten 
(H.________) und der Straf- und Zivilklägerin berichtete, in welchem es um intime 
Handlungen von Personen im Umfeld der Straf- und Zivilklägerin mit ihr gegangen 
sei. Insbesondere sei dabei herausgekommen, dass der Stiefvater der Straf- und 
Zivilklägerin (S.________) nackt mit ihr dusche und sie beim Waschen an intimen 
Orten anfasse. Für den genauen Inhalt wird auf das Schreiben auf pag. 245 f. ver-
wiesen. 

Die Vorinstanz hielt diesbezüglich fest, dass im Nachgang an das Schreiben 
H.________ (nachfolgend H.________) am 16. Oktober 2019 (pag. 130 ff.) dele-
giert einvernommen worden sei. Dies gilt es zu präzisieren: Die Staatsanwaltschaft 
reagierte auf das Schreiben von T.________ vorerst nicht. Erst, als die Verteidi-
gung am 6. August 2019 den Beweisantrag stellte, es sei (unter anderem) 
H.________ umgehend als Zeugin zu befragen, wurde die Einvernahme angesetzt. 
Zur Begründung führte die Verteidigung aus, dass H.________ ihr gegenüber tele-
fonisch mitgeteilt habe, dass die Straf- und Zivilklägerin ihr, als die Mutter operiert 
worden sei, erzählt habe, dass ihr Stiefvater Sachen mit ihr mache, die sie nicht 
möchte (pag. 283). 

Vorab kann auf die korrekte vorinstanzliche Zusammenfassung der Einvernahme 
von H.________ verwiesen werden (S. 33 ff. der vorinstanzlichen Urteilsbegrün-
dung; pag. 559 ff.). Die Vorinstanz würdigte die Aussagen von H.________ wie 
folgt:

«Die Aussagen von H.________ muten ohnehin speziell an: Ihre Schilderung mit dem Nacktduschen 
bezog sich auf den Zeitraum um Weihnachten 2018 (p. 131 Z. 23 f.), was nicht zum vorliegend vor-
geworfenen Vorfall passt. Zudem erscheint es komisch, will sie bereits knapp ein Jahr zuvor etwas 
derart Gravierendes von der Straf- und Zivilklägerin erfahren, aber in der Folge nichts unternommen 
und deren Mutter, ihre Schwester, nicht informiert haben. Weiter hat die Straf- und Zivilklägerin selber 
nichts Derartiges geschildert. Es scheint sich um einen Gegenangriff gegen den Stiefvater der Straf- 
und Zivilklägerin zu handeln. Ihre Aussagen stimmen auch nicht mit den weiteren Aussagen überein: 
So hat die Grossmutter der Straf- und Zivilklägerin nicht gesagt, dass der Stiefvater die Straf- und Zi-
vilklägerin schlage (p. 139 Z. 113 ff.). Die Mutter der Straf- und Zivilklägerin hat zudem verneint, dass 
der Stiefvater die Straf- und Zivilklägerin unangebracht zwischen den Beinen angefasst habe (p. 127 
Z. 55 ff.). Ausserdem mutet die Aussage seltsam an, dass H.________ die Straf- und Zivilklägerin am 
besagten Abend geduscht haben will und diese keine Schmerzen gehabt habe (p. 134 Z. 191 ff.); die-
se Behauptung lässt sich ebenfalls nicht stützen. H.________ sagte zielgerichtet und konstruiert aus 
und wollte mit ihren Aussagen den Beschuldigten schützen, was ihre übertriebenen Beteuerungen be-
legen (p. 133 Z. 127 f. und Z. 131 ff., p. 134 Z. 194 f. und Z. 198 ff.). Im Ergebnis sind ihre Aussagen 
nicht als besonders glaubhaft zu werten. Ohnehin konnte sie keine Aussagen zum Kerngeschehen 

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machen. Nach dem Gesagten lässt sich aus dem Schreiben von T.________ und der Einvernahme 
von H.________ somit nichts zu Gunsten des Beschuldigten ableiten.»

Die Kammer schliesst sich der Ansicht der Vorinstanz an. Ganz allgemein ist fest-
zuhalten, dass es sich bei H.________ um die langjährige Freundin des Beschul-
digten handelt und sie dem Umfeld des Beschuldigten zuzuordnen ist: Sie ist zwar 
mit der Mutter der Straf- und Zivilklägerin familiär verbunden und pflegte vor dem 
Vorfall ein enges Verhältnis, doch schlug sie sich danach offensichtlich auf die Sei-
te des Beschuldigten. So gab die Mutter der Straf- und Zivilklägerin anlässlich der 
oberinstanzlichen Hauptverhandlung an, keinen Kontakt mehr mit ihrer Schwester 
zu haben (pag. 651 Z. 36 ff.). Sie war sichtlich enttäuscht und verärgert darüber, 
dass sich ihre Schwester weder regelmässig gemeldet noch sich im Nachgang an 
das Geschehen für die Straf- und Zivilklägerin interessiert und gekümmert habe. 
Beispielsweise äusserte sie weinend ihr Unverständnis darüber, dass ihre Schwes-
ter bei der Straf- und Zivilklägerin nie nachgefragt habe, was wirklich passiert sei 
und ob der Beschuldigte ihr wirklich wehgetan habe (pag. 657 Z. 4 ff.). Der Be-
schuldigte bestätigte seinerseits den Kontaktabbruch unmittelbar nach Aufnahme 
des Strafverfahrens (pag. 664 Z. 3 ff.). H.________ gab an, mit ihrer Schwester 
nicht über die Straf- und Zivilklägerin gesprochen zu haben und somit nichts über 
die Diagnose zu wissen; sie wisse nur etwas über Verletzungen bzw. Rötungen 
(pag. 134 Z. 157 f.). Diese starke Loyalität zum Beschuldigten spiegelt sich in ihren 
Aussagen wieder: Sie beschränkt sich nicht darauf, das ihr angeblich von der Straf- 
und Zivilklägerin Erzählte vorzutragen. Vielmehr versuchte sie, kurz nachdem sie 
explizit angab, nicht den Beschuldigten, sondern die Straf- und Zivilklägerin schüt-
zen und lediglich die Informationen weitergeben zu wollen, sodass «damit gearbei-
tet werden könne», die Aussagen der Straf- und Zivilklägerin anlässlich der Video-
befragung in Zweifel zu ziehen. So könne es gar nicht sein, dass der Beschuldigte 
auf die Zehenspitzen stehen müsse, um zum Lavabo zu gelangen, schliesslich ha-
be er eine normale Körpergrösse (pag. 133 Z. 115 ff.). Unmittelbar danach wieder-
holte sie, den Beschuldigten nicht schützen zu wollen (pag. 133 Z. 140). Nach dem 
Durchlesen des Protokolls gab sie schliesslich aus Eigeninitiative die diffuse Er-
klärung ab, der Beschuldigte wäre ja «blöd», wenn er der Straf- und Zivilklägerin 
gesagt hätte, dass sie es niemandem sagen solle, da er ja wisse, «dass man 
C.________ nicht sagen [könne], sie solle es niemandem erzählen, weil sie würde 
es trotzdem erzählen». Abgesehen davon, dass diese Aussage nicht nachvollzieh-
bar ist, zielt sie auch einzig darauf ab, die Aussagen der Straf- und Zivilklägerin 
zum Schutz des Beschuldigten in Zweifel zu ziehen.

Wie die Vorinstanz ferner zutreffend festhielt, äusserten T.________ sowie 
H.________ vage Verdachtsmomente vom Hörensagen gegen diverse Personen, 
welche sich im Nachgang an die Einvernahme insbesondere durch die Einvernah-
me des Stiefvaters nicht erhärten liessen. Zu dieser von ihnen implizierten Alterna-
tivhypothese, wonach es sich beim Stiefvater der Straf- und Zivilklägerin um den 
Täter handeln könnte, gibt es Folgendes zu bemerken: Diese ist bereits deshalb 
abzulehnen, weil die Straf- und Zivilklägerin anlässlich ihrer Videobefragung die Tat 
explizit mit dem Beschuldigten in Verbindung brachte und auch spezifische Details 
nannte, welche nur auf den Beschuldigten zutreffen können. Zu nennen ist insbe-
sondere ihre Erzählung, wonach der Täter nach den sexuellen Handlungen seine 

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Hosen ausgezogen und in ein «Wäschesäcklein» getan habe, welches er extra 
mitgebracht habe. Dies deutet eindeutig darauf hin, dass es sich beim Täter um ei-
ne Person aus fremdem Haushalt handeln musste. In Verbindung mit der zeitlichen 
Komponente (am Wochenende der Operation der Mutter) sowie des Umstandes, 
dass keine Hinweise darauf bestehen, dass neben dem Beschuldigten an diesem 
Wochenende eine weitere fremde Person alleine Kontakt mit der Straf- und Zivil-
klägerin in dessen Haus gehabt hatte, kommt als Täter nur der Beschuldigte infra-
ge. 

Gegen diese Implikation (Stiefvater als Täter) spricht ferner, dass gemäss Angaben 
der Mutter die Straf- und Zivilklägerin gleich nach dem Erzählen des Vorfalles wei-
nend den Stiefvater umarmt habe (pag. 654 Z. 37 f.). Eine solche Reaktion wäre 
wohl kaum zu erwarten, wenn er der Täter gewesen wäre. Wäre sodann die Mutter 
ebenfalls ins Vertuschen des wahren Täters (d.h. des Stiefvaters) involviert gewe-
sen, wäre nicht nachvollziehbar, weshalb sie überhaupt das Strafverfahren gegen 
den Beschuldigten initiiert hätten, wäre es doch ein Leichtes gewesen, den Vorfall 
verdeckt zu halten. Weshalb sie dann als