# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2dd23be6-2f6d-5ac2-bcf0-8e7993150106
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2019-07-19
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 19.07.2019 A-5624/2018
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-5624-2018_2019-07-19.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung I 

A-5624/2018 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 9 .  J u l i  2 0 1 9  

Besetzung 
 Richter Daniel Riedo (Vorsitz), 

Richter Raphaël Gani 

Richterin Sonja Bossart Meier,    

Gerichtsschreiberin Susanne Raas. 
 

 
 

Parteien 
 X._______ AG, …, 

vertreten durch  

Gerhard Hofmann, Rechtsanwalt, …, 

Beschwerdeführerin,  

 
 

 
gegen 

 
 

Oberzolldirektion (OZD),  

Hauptabteilung Verfahren und Betrieb,  

Monbijoustrasse 40,  

3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Ursprungsverfahren; Tarif. 

 

 

 

A-5624/2018 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Zollkreisdirektion Basel (nachfolgend: Zollkreisdirektion) erliess am 

20. Juli 2017 eine Nachforderungsverfügung gegenüber der X._______ 

AG über Einfuhrabgaben (Zölle und Einfuhrmehrwertsteuern) von insge-

samt Fr. 818'126.90 sowie Verzugszins von Fr. 79'035.35 (Akten Vor-

instanz, act. 10.01.18 [in Ordner 8]; vgl. auch Beilage 3 zu dieser Nachfor-

derungsverfügung). Zur Begründung erklärte die Zollkreisdirektion, Unter-

suchungen hätten ergeben, dass im Zeitraum vom 1. Januar 2011 bis 

21. Januar 2015 bei Einfuhren von Steinwaren zu Unrecht eine Präferenz-

abfertigung oder eine Anmeldung unter der falschen Zolltarifnummer er-

folgt sei. Da damit in objektiver Hinsicht Widerhandlungen gegen die Ver-

waltungsgesetzgebung des Bundes begangen worden seien, seien die 

aufgrund der unrichtigen Zollanmeldungen zu Unrecht nicht erhobenen Ab-

gaben nachzuentrichten und sei ein Verzugszins geschuldet.  

B.  

Die gegen diese Nachforderungsverfügung am 13. September 2017 erho-

bene Beschwerde der X._______ AG wurde von der Oberzolldirektion 

(nachfolgend: OZD oder Vorinstanz) mit Beschwerdeentscheid vom 

29. August 2018 kostenpflichtig abgewiesen.  

C.  

Mit Beschwerde vom 1. Oktober 2018 lässt die X._______ AG (nachfol-

gend auch: Beschwerdeführerin) beim Bundesverwaltungsgericht beantra-

gen, der Beschwerdeentscheid der OZD vom 29. August 2018 und die 

Nachforderungsverfügung der Zollkreisdirektion vom 20. Juli 2017 seien 

unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Vorinstanz aufzuhe-

ben. Im Sinne von Beweisofferten beantragt die Beschwerdeführerin eine 

Befragung ihres Geschäftsführers A._______ sowie sinngemäss die Ein-

holung eines Gutachtens eines Buchsachverständigen betreffend die 

Nachverfolgung sämtlicher Transport-, Liefer- und Rechnungsdokumente 

bis zu den Produzenten.  

D.  

Mit innert erstreckter Frist eingereichter Vernehmlassung vom 12. Dezem-

ber 2018 beantragt die OZD, die Beschwerde sei unter Kostenfolge abzu-

weisen. 

A-5624/2018 

Seite 3 

E.  

Am 29. Mai 2019 reicht die Beschwerdeführerin unaufgefordert eine Tarif-

auskunft des Hauptzollamtes [Deutschland] vom 26. April 2019 nach, die 

der Vorinstanz mit Verfügung vom 3. Juni 2019 weitergeleitet wurde.  

 

Auf die Vorbringen der Verfahrensbeteiligten und die eingereichten Akten 

wird, soweit erforderlich, im Folgenden eingegangen.   

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt Beschwerden gegen Verfü-

gungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das 

Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), sofern keine Ausnahme nach 

Art. 32 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverwal-

tungsgericht (VGG, SR 173.32) gegeben ist (Art. 31 VGG). Eine solche 

Ausnahme liegt nicht vor. Der angefochtene Entscheid ist eine Verfügung 

im Sinne von Art. 5 VwVG. Die OZD ist zudem eine Vorinstanz des Bun-

desverwaltungsgerichts (vgl. Art. 33 VGG). Dieses ist daher für die Beur-

teilung der vorliegenden Beschwerde zuständig (vgl. auch Art. 116 Abs. 4 

des Zollgesetzes vom 18. März 2005 [ZG, SR 631.0] sowie Urteil des 

BVGer A-6950/2016 vom 26. Januar 2017 E. 1.2.2 und 1.5.1). Das Verfah-

ren richtet sich – soweit das VGG nichts anderes bestimmt – nach den 

Vorschriften des VwVG (Art. 37 VGG).  

Die Beschwerdeführerin ist Adressatin des angefochtenen Entscheids und 

damit zur Beschwerdeerhebung legitimiert (vgl. Art. 48 Abs. 1 VwVG). Die 

Beschwerde wurde zudem frist- und formgerecht eingereicht (vgl. Art. 20 

Abs. 1 und 3 in Verbindung mit Art. 50 Abs. 1 VwVG; Art. 52 Abs. 1 VwVG).  

Auf das Rechtsmittel ist somit grundsätzlich einzutreten (vgl. aber sogleich 

E. 1.2).  

1.2 Anfechtungsobjekt im Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht 

bildet einzig der vorinstanzliche Entscheid; dieser ersetzt allfällige Ent-

scheide unterer Instanzen (sog. Devolutiveffekt; vgl. BGE 134 II 142 E. 1.4; 

Urteile des BVGer A-2932/2017 vom 18. Januar 2018 E. 1.4, A-2177/2016 

vom 19. Juli 2016 E. 1.2, A-2771/2015 vom 27. Oktober 2015 E. 1.2). So-

A-5624/2018 

Seite 4 

weit die Beschwerdeführerin vorliegend die Aufhebung der Nachforde-

rungsverfügung der Zollkreisdirektion vom 20. Juli 2017 beantragt, ist des-

halb auf ihr Rechtsmittel nicht einzutreten. Immerhin gilt diese Verfügung 

als inhaltlich mitangefochten (vgl. Urteile des BVGer A-6111/2016 vom 

26. Juli 2017 E. 1.3, A-235/2014 vom 26. Mai 2014 E. 1.2).  

2.  

2.1 Das Bundesverwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Ent-

scheid grundsätzlich in vollem Umfang. Die Beschwerdeführerin kann mit 

der Beschwerde neben der Verletzung von Bundesrecht auch die unrich-

tige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhaltes 

sowie die Unangemessenheit rügen (vgl. Art. 49 VwVG).  

Im Beschwerdeverfahren gelten die Untersuchungsmaxime, wonach der 

Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen ist, und der Grundsatz der 

Rechtsanwendung von Amtes wegen (vgl. Art. 62 Abs. 4 VwVG). Das Bun-

desverwaltungsgericht ist verpflichtet, auf den – unter Mitwirkung der Ver-

fahrensbeteiligten – festgestellten Sachverhalt die richtige Rechtsnorm an-

zuwenden (BGE 132 II 113 E. 3.2, 131 II 200 E. 4.2). Dies bedeutet, dass 

es eine Beschwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Grün-

den gutheissen oder den angefochtenen Entscheid im Ergebnis mit ei-

ner Begründung bestätigen kann, die von jener der Vorinstanz abweicht 

(sog. Motivsubstitution, vgl. statt vieler: BVGE 2007/41 E. 2, mit Hinwei-

sen). 

Gestützt auf das Rügeprinzip, welches im Beschwerdeverfahren vor dem 

Bundesverwaltungsgericht in abgeschwächter Form zur Anwendung ge-

langt, ist dieses Gericht nicht gehalten, nach allen möglichen Rechtsfehlern 

zu suchen; für entsprechende Fehler müssen sich mindestens Anhalts-

punkte aus den Vorbringen der Verfahrensbeteiligten oder den Akten erge-

ben (vgl. anstelle vieler: Urteile des BVGer A-2740/2018 vom 15. April 2019 

E. 2.1, A-1617/2016 vom 6. Februar 2017 E. 1.6).  

2.2 Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts kann das Beweisver-

fahren geschlossen werden, wenn die noch im Raum stehenden Beweis-

anträge eine nicht erhebliche Tatsache betreffen oder offensichtlich un-

tauglich sind, etwa weil ihnen die Beweiseignung abgeht oder umgekehrt 

die betreffende Tatsache aus den Akten bereits genügend ersichtlich ist 

und angenommen werden kann, dass die Durchführung des Beweises 

im Ergebnis nichts ändern wird («antizipierte Beweiswürdigung»; BGE 131 

I 153 E. 3; Urteile des BVGer A-714/2018 vom 23. Januar 2019 E. 2.3, 

A-5624/2018 

Seite 5 

A-1746/2016 vom 17. Januar 2017 E. 1.5.5, A-5216/2014 vom 23. April 

2015 E. 1.5.4).  

2.3 Verwaltungsverordnungen (wie Merkblätter, Richtlinien, Kreisschreiben 

etc.) sind für die Justizbehörden nicht verbindlich (MOSER/BEUSCH/KNEU-

BÜHLER, a.a.O., Rz. 2.173). Die Gerichte sollen Verwaltungsverordnungen 

bei ihrem Entscheid allerdings mitberücksichtigen, sofern diese eine dem 

Einzelfall angepasste und gerecht werdende Auslegung der anwendbaren 

gesetzlichen Bestimmungen zulassen (BGE 141 III 401 E. 4.2.2, 123 II 16 

E. 7; BVGE 2010/33 E. 3.3.1; Urteile des BVGer A-6828/2017 vom 29. Ok-

tober 2018 E. 1.3, A-5446/2016 vom 23. Mai 2018 E. 3.1.4, A-6494/2016 

vom 4. September 2017 E. 3.2). 

3.  

Waren, die ins schweizerische Zollgebiet verbracht werden, sind grund-

sätzlich zollpflichtig und nach dem ZG sowie nach dem Zolltarifgesetz vom 

9. Oktober 1986 (ZTG, SR 632.10) zu veranlagen (Art. 7 ZG; vgl. zur Tari-

fierung sogleich E. 4). Solche Gegenstände unterliegen zudem grundsätz-

lich der Einfuhrmehrwertsteuer (Art. 50 ff. des Bundesgesetzes vom 

12. Juni 2009 über die Mehrwertsteuer [Mehrwertsteuergesetz, 

MWSTG, SR 641.20]). Vorbehalten bleiben Abweichungen wie Zollbefrei-

ungen und -erleichterungen sowie Steuerbefreiungen, die sich aus Staats-

verträgen oder besonderen Bestimmungen von Gesetzen oder Verordnun-

gen ergeben (vgl. Art. 2 Abs. 1 ZG, Art. 1 Abs. 2 ZTG sowie Art. 53 

MWSTG). 

4.  

4.1 Gemäss Art. 1 ZTG sind alle Waren, die über die schweizerische Zoll-

grenze ein- und ausgeführt werden, nach dem Generaltarif zu verzollen, 

welcher in den Anhängen 1 und 2 des ZTG enthalten ist. 

Unter dem Begriff Generaltarif (vgl. Art. 3 ZTG) ist ein unter Beachtung der 

inländischen Gesetzgebung und unter Berücksichtigung der nationalen Be-

dürfnisse geschaffener Zolltarif zu verstehen. Er enthält die Tarifnummern, 

die Bezeichnungen der Waren, die Einreihungsvorschriften, die Zollkontin-

gente sowie die höchstmöglichen Zollansätze, wie sie grösstenteils im 

GATT/WTO-Abkommen (Abkommen vom 15. April 1994 zur Errichtung der 

Welthandelsorganisation, SR 0.632.20, für die Schweiz in Kraft seit 1. Juli 

1995; mit Anhängen) konsolidiert worden sind. Die Struktur des Generalta-

rifs basiert auf der Nomenklatur des internationalen Übereinkommens vom 

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14. Juni 1983 über das Harmonisierte System zur Bezeichnung und Co-

dierung der Waren (nachfolgend: HS-Übereinkommen, SR 0.632.11, für 

die Schweiz in Kraft getreten am 1. Januar 1988). 

Der Gebrauchstarif (vgl. Art. 4 ZTG) entspricht im Aufbau dem Generaltarif 

und enthält die aufgrund von vertraglichen Abmachungen und von autono-

men Massnahmen ermässigten Zollansätze. Er widerspiegelt die in Erlas-

sen festgelegten gültigen Zollansätze (vgl. zum Ganzen auch Botschaft 

vom 19. September 1994 zu den für die Ratifizierung der GATT/WTO-Über-

einkommen [Uruguay-Runde] notwendigen Rechtsanpassungen, BBl 1994 

IV 950, S. 1004 f.; vgl. auch Botschaft vom 22. Oktober 1985 betreffend 

das HS-Übereinkommen sowie über die Anpassung des schweizerischen 

Zolltarifs, BBl 1985 III 357, S. 377 f.; vgl. zum Ganzen: Urteile des BVGer 

A-3030/2013 vom 8. Mai 2014 E. 2.1.1, A-5558/2013 vom 4. April 2014 

E. 2.1.2, mit zahlreichen weiteren Hinweisen). Der Gebrauchstarif, der für 

die Alltagspraxis primär relevant ist, umfasst demnach neben den unver-

ändert gebliebenen Ansätzen des Generaltarifs alle zu einem bestimmten 

Zeitpunkt handelsvertraglich vereinbarten Zollansätze und die autonom ge-

währten Zollpräferenzen. Der Gebrauchstarif enthält zudem die in beson-

deren Erlassen geregelten, aufgrund autonomer Massnahmen ermässig-

ten Zollansätze (THOMAS COTTIER/DAVID HERREN, in: Martin Kocher/Diego 

Clavadetscher [Hrsg.], Handkommentar zum Zollgesetz [ZG], 2009 [nach-

folgend: Zollkommentar], Einleitung, N. 103).  

4.2 Der Generaltarif wird in der Amtlichen Sammlung des Bundes-

rechts (AS) nicht veröffentlicht. Die Veröffentlichung erfolgt durch Verweis 

(Art. 5 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 18. Juni 2004 über die Sammlun-

gen des Bundesrechts und das Bundesblatt [Publikationsgesetz, PublG, 

SR 170.512]). Der Generaltarif kann jedoch mitsamt seinen Änderungen 

bei der OZD eingesehen oder im Internet abgerufen werden (www.ezv.ad-

min.ch bzw. www.tares.ch). Dasselbe gilt für den Gebrauchstarif (Art. 15 

Abs. 2 und Anhänge 1 und 2 ZTG). Trotz fehlender Veröffentlichung in der 

AS kommt dem Generaltarif Gesetzesrang zu (statt vieler: Urteil des BGer 

2C_436/2015 vom 22. Juli 2016 E. 5; Urteile des BVGer A-3030/2013 vom 

8. Mai 2014 E. 2.1.2, A-5558/2013 vom 4. April 2014 E. 2.1.3, mit weite-

ren Hinweisen; MICHAEL BEUSCH/MONIQUE SCHNELL LUCHSINGER, Wie har-

monisiert ist das Harmonisierte System wirklich? in: Zollrevue, 1/2017 

S. 12 ff., 12; COTTIER/HERREN, a.a.O., Einleitung, N. 96 ff.). 

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4.3 Die Vertragsstaaten des HS-Übereinkommens (E. 4.1) – darunter die 

Schweiz – sind verpflichtet, ihre Tarifnomenklaturen mit dem Harmonisier-

ten System in Übereinstimmung zu bringen und beim Erstellen der natio-

nalen Tarifnomenklatur alle Nummern und Unternummern des Harmoni-

sierten Systems sowie die dazugehörenden Codenummern zu verwenden, 

ohne dabei etwas hinzuzufügen oder zu ändern. Sie sind verpflichtet, die 

allgemeinen Vorschriften für die Auslegung des Harmonisierten Systems 

(vgl. nachfolgend E. 4.5) sowie alle Abschnitt-, Kapitel- und Unternum-

mern-Anmerkungen anzuwenden. Sie dürfen den Geltungsbereich der Ab-

schnitte, Kapitel, Nummern oder Unternummern des HS nicht verändern 

und haben die Nummernfolge des Harmonisierten Systems einzuhalten 

(Art. 3 Ziff. 1 Bst. a des HS-Übereinkommens; vgl. zum Ganzen Urteil des 

BVGer A-3030/2013 vom 8. Mai 2014 E. 2.2.1, mit weiteren Hinweisen). 

4.4 Die Nomenklatur des Harmonisierten Systems bildet somit die syste-

matische Grundlage des schweizerischen Generaltarifs, dessen Kodierung 

durchwegs als achtstellige Tarifnummer pro Warenposition ausgestaltet 

und damit gegenüber der sechsstelligen Nomenklatur des Harmonisierten 

Systems um zwei Stellen verfeinert ist. Daraus folgt, dass die schweizeri-

sche Nomenklatur bis zur sechsten Ziffer völkerrechtlich bestimmt ist. Die 

siebte und achte Position bilden schweizerische Unternummern, denen 

grundsätzlich ebenso Gesetzesrang zukommt, soweit sie mit Erlass des 

ZTG geschaffen worden sind. Da sowohl Bundesgesetze als auch Völker-

recht für die Zollverwaltung und alle anderen Rechtsanwender massge-

bendes Recht darstellen, ist diesfalls das Bundesverwaltungsgericht an die 

gesamte achtstellige Nomenklatur gebunden (Art. 190 der Bundesverfas-

sung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV, 

SR 101]; vgl. statt vieler: Urteile des BVGer A-2106/2018 vom 31. Dezem-

ber 2018 E. 2.3.4, A-5558/2013 vom 4. April 2014 E. 2.2.2, mit zahlreichen 

weiteren Hinweisen). 

4.5 Die Vertragsstaaten des HS-Übereinkommens beabsichtigen eine ein-

heitliche Auslegung der völkerrechtlich festgelegten Nomenkla-

tur (vgl. Art. 7 Ziff. 1 Bst. b und c und Art. 8 Ziff. 2 des HS-Übereinkom-

mens). Hierzu dienen unter anderem die «Avis de classement» (nachfol-

gend: Einreihungsavisen) und die «Notes explicatives du Système Harmo-

nisé» (nachfolgend: Erläuterungen), welche vom Rat für die Zusammenar-

beit auf dem Gebiet des Zollwesens (Weltzollrat; heute: Weltzollorganisa-

tion) auf Vorschlag des Ausschusses des Harmonisierten Systems 

genehmigt worden sind (Art. 1 Bst. e und f in Verbindung mit Art. 7 Ziff. 1 

Bst. a–c in Verbindung mit Art. 8 Ziff. 2 und 3 des Übereinkommens). Diese 

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Vorschriften sind als materiell internationales (Staatsvertrags-)Recht für 

das Bundesverwaltungsgericht verbindlich. Die Vertragsstaaten haben ein-

zig nach Art. 7 Ziff. 1 sowie Art. 8 Ziff. 1 und 2 des Übereinkommens die 

Möglichkeit, die Überprüfung oder Änderung der Erläuterungen und Einrei-

hungsavisen zu veranlassen (vgl. Urteil des BVGer A-7486/2016 vom 

14. Dezember 2017 E. 3.2). 

4.6 Für die Tarifeinreihung massgebend sind die Art, Menge und Beschaf-

fenheit der Ware zum Zeitpunkt, in dem sie unter Zollkontrolle gestellt wor-

den ist. Auf den Verwendungszweck ist demgegenüber nur dann abzustel-

len, wenn dies in den einzelnen Tarifpositionen als Einreihungskriterium 

ausdrücklich festgehalten ist (Urteile des BVGer A-5558/2013 vom 4. April 

2014 E. 2.3.1, A-525/2013 vom 25. November 2013 E. 2.3, A-662/2013 

vom 16. Oktober 2013 E. 2.4.1). 

4.7 Hinsichtlich der Auslegung sehen die von den schweizerischen Zollbe-

hörden angewendeten «Allgemeinen Vorschriften für die Auslegung des 

Harmonisierten Systems» (AV) übereinstimmend mit den «Allgemeinen 

Vorschriften für die Auslegung des HS» des offiziellen Textes des Überein-

kommens in Ziff. 1 vor, dass für die Tarifeinreihung einer Ware der Wortlaut 

der Nummern und der Abschnitt- oder Kapitel-Anmerkungen sowie die wei-

teren Allgemeinen Vorschriften, soweit diese dem Wortlaut der Nummern 

und der Anmerkungen nicht widersprechen, massgebend sind. Bei der Be-

stimmung der zutreffenden Tarifnummer ist somit stufenweise in der ge-

setzlich festgelegten Reihenfolge (Tariftext – Anmerkungen – Allgemeine 

Vorschriften) vorzugehen. Die nächstfolgende Vorschrift ist immer erst 

dann heranzuziehen, wenn die vorangehende Bestimmung nicht zum Ziel 

geführt, das heisst keine einwandfreie Tarifierung ermöglicht 

hat (vgl. zum Ganzen Urteile des BVGer A-7030/2016 vom 17. Januar 

2018 E. 2.1.4, A-5558/2013 vom 4. April 2014 E. 2.3.2).  

5.  

5.1 Gemäss Art. 21 Abs. 1 ZG hat derjenige, der Waren ins Zollgebiet ver-

bringt, verbringen lässt oder sie danach übernimmt, die Waren unverzüg-

lich und unverändert der nächstgelegenen Zollstelle zuzuführen. Dieser Ar-

tikel umschreibt somit den Kreis der sogenannt zuführungspflichtigen Per-

sonen. Es sind dies – wie die bundesrätliche Verordnung präzisierend fest-

legt – insbesondere der Warenführer, die mit der Zuführung beauftragte 

Person, der Importeur, der Empfänger, der Versender und der Auftraggeber 

(Art. 75 der Zollverordnung vom 1. November 2006 [ZV, SR 631.01]). 

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Jede Überführung in ein Zollverfahren – als solches gilt beispiels-

weise auch die Überführung in den zollrechtlich freien Verkehr – bedarf un-

abhängig vom Status einer Ware einer Zollanmeldung (vgl. Art. 47 Abs. 1 

und 2 ZG; Urteile des BVGer A-2924/2016 vom 23. März 2017 E. 2.1, 

A-1746/2016 vom 17. Januar 2017 E. 2.1; PATRICK RAEDERSDORF, in: Zoll-

kommentar, Art. 33 N. 1).  

Anmeldepflichtig sind neben den in Art. 21 ZG genannten zuführungs-

pflichtigen Personen insbesondere auch Personen, die mit der Zollanmel-

dung beauftragt sind (vgl. Art. 26 Bst. a und b ZG). Bei letzteren Personen 

handelt es sich primär um Speditionen oder Zolldeklaranten, die gewerbs-

mässig Zollanmeldungen ausstellen (BVGE 2015/35 E. 3.3.2; Urteile des 

BVGer A-7466/2016 vom 25. September 2017 E. 2.3.1, A-3296/2008 vom 

22. Oktober 2009 E. 2.1). 

5.2  

5.2.1 Bei der Zollanmeldung (Deklaration) handelt es sich um eine Erklä-

rung, mit welcher die anmeldepflichtige Person einerseits ihr Wissen über 

die jeweilige Ware mitteilt und andererseits formgerecht ihren Willen be-

kundet, die Ware nach Massgabe eines gesetzlichen Zollverfahrens abfer-

tigen zu lassen (vgl. Urteile des BVGer A-2924/2016 vom 23. März 2017 

E. 2.2, A-201/2015 vom 29. Juni 2015 E. 2.3.1; Botschaft ZG, BBl 2004 

567, 602; BARBARA SCHMID, in: Zollkommentar, Art. 18 N. 2 f.; RAEDERS-

DORF, in: Zollkommentar, Art. 33 N. 1).  

5.2.2 Die Zollanmeldung, die auch elektronisch erfolgen kann (Art. 28 

Abs. 1 ZG), basiert auf dem Selbstdeklarationsprinzip. Danach wird von 

der anmeldepflichtigen Person eine vollständige und richtige Deklaration 

der Ware verlangt. Die anmeldepflichtige Person muss die der Zollstelle 

zugeführten, gestellten und summarisch angemeldeten Waren innerhalb 

der von der Zollverwaltung bestimmten Frist zur Veranlagung anmelden 

und die Begleitdokumente einreichen (Art. 25 Abs. 1 ZG). Sodann ist in der 

Zollanmeldung die zollrechtliche Bestimmung der Waren festzulegen 

(Art. 25 Abs. 2 ZG). Hinsichtlich der diesbezüglichen Sorgfaltspflicht wer-

den an die anmeldepflichtige Person hohe Anforderungen gestellt (Bot-

schaft ZG, BBl 2004 567, 601; vgl. BGE 112 IV 53 E. 1a; statt vieler: Urteil 

des BVGer A-201/2015 vom 29. Juni 2015 E. 2.3.1; SCHMID, in: Zollkom-

mentar, Art. 18 N. 3 f., mit weiteren Hinweisen).  

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5.2.3 Soll eine Vorzugsbehandlung (z.B. Präferenzverzollung) erfolgen, 

muss die anmeldepflichtige Person dies in der Zollanmeldung entspre-

chend beantragen (vgl. Art. 79 Abs. 1 Bst. a ZV sowie Art. 80 ZV).  

Gemäss Art. 25 Abs. 1 ZG ist die anmeldepflichtige Person verpflichtet, in-

nerhalb der von der Eidgenössischen Zollverwaltung (nachfolgend: EZV) 

bestimmten Frist die Ware anzumelden und die Begleitdokumente einzu-

reichen. Als Begleitdokumente gelten dabei insbesondere Ursprungsnach-

weise (vgl. Art. 80 Abs. 1 ZV sowie Urteil des BVGer A-2924/2016 vom 

23. März 2017 E. 2.2.2). Die fragliche Frist ist in Art. 4 der Zollverordnung 

der EZV vom 4. April 2007 (ZV-EZV, SR 631.013) geregelt. Demnach muss 

die anmeldepflichtige Person die zugeführten, gestellten und summarisch 

angemeldeten Waren spätestens am Arbeitstag, der auf die Gestellung 

folgt, bei der Zollstelle anmelden. 

Fehlen zum Zeitpunkt der Zollanmeldung Begleitdokumente für die Ge-

währung einer Zollermässigung oder einer Zollbefreiung, kann bzw. 

muss im Rahmen der Anmeldung eine provisorische Veranlagung bean-

tragt werden (vgl. Art. 39 Abs. 1 ZG, Art. 79 Abs. 1 Bst. a ZV sowie Art. 93 

Abs. 1 Bst. a und Abs. 2 Bst. a ZV). Eine solche Veranlagung erlaubt es 

den Zollpflichtigen, unter Sicherstellung der Zollabgaben zum höchsten 

Zollansatz, welcher nach der Art der importierten Ware anwendbar ist, die 

für eine Präferenzverzollung erforderlichen Dokumente innert einer von der 

Zollstelle anzusetzenden Frist nachzureichen und so in den Genuss des 

Präferenzzollansatzes zu kommen (vgl. Art. 39 Abs. 3 und 4 ZG).  

Der provisorischen Veranlagung kommt bei Präferenzansprüchen eine be-

sondere Bedeutung zu, da das Zollrecht eine nachträgliche Präferenzver-

zollung für Waren, welche bereits aus der Zollkontrolle entlassen worden 

sind, prinzipiell nicht zulässt (vgl. bereits zum früheren Zollrecht Urteile des 

BGer 2C_32/2011 vom 7. April 2011 E. 4.5, 2A.566/2003 vom 9. Juni 2004 

E. 2.3; siehe ferner [zum heute geltenden ZG] Urteil des BVGer 

A-2924/2016 vom 23. März 2017 E. 3.3.1). Fehlt der rechtlich vorgese-

hene, gültige Ursprungsnachweis im Zeitpunkt der Zollanmeldung und wird 

dabei kein Antrag auf provisorische Veranlagung gestellt (und ist auch 

keine Berichtigung nach Art. 34 ZG erfolgt bzw. möglich; vgl. Urteil des 

BVGer A-3296/2008 vom 22. Oktober 2009 E. 3.2), führt dies nach kon-

stanter Rechtsprechung letztlich zum Verlust des präferenziellen Ur-

sprungs einer Ware als Bemessungsgrundlage und ist die Ware zum Nor-

maltarif zu verzollen (vgl. statt vieler Urteile des BVGer A-5996/2017 vom 

5. September 2018 E. 2.4.3, A-2924/2016 vom 23. März 2017 E. 3.3.1, 

A-5624/2018 

Seite 11 

A-5689/2015 vom 15. Januar 2016 E. 2.2, A-1941/2015 vom 25. August 

2015 E. 2.4.3, A-6595/2009 vom 6. April 2010 E. 2.4.1, mit Hinweisen; BAR-

BARA SCHMID, in: Zollkommentar, Art. 19 N. 59).  

5.2.4 Durch die Annahme der Zollanmeldung wird diese für die anmelde-

pflichtige Person verbindlich (Art. 33 Abs. 1 ZG; zu hier nicht interessieren-

den Einschränkungen der grundsätzlichen Unabänderlichkeit der ange-

nommenen Zollanmeldung vgl. Art. 34 ZG sowie Urteil des BVGer 

A-581/2016 vom 21. März 2017 E. 2.3 f.). Die Zollverwaltung legt Form und 

Zeitpunkt der Annahme fest (Art. 33 Abs. 2 ZG). Bei elektronischer Abwick-

lung gilt die Zollanmeldung als angenommen, wenn sie die summarische 

Prüfung des Systems «e-dec» bzw. des Systems «NCTS» erfolgreich 

durchlaufen und das System der elektronischen Zollanmeldung Annahme-

datum sowie Annahmezeit hinzugefügt hat (Art. 16 ZV-EZV). Die so ange-

nommene Zollanmeldung ist für die anmeldepflichtige Person auch bei all-

fälligen Widersprüchen zur Ware oder zu den Begleitdokumenten verbind-

lich. Dadurch stellt die elektronische Anmeldung höhere Anforderungen an 

die Sorgfaltspflicht der Zollbeteiligten (Urteil des BVGer A-581/2016 vom 

21. März 2017 E. 2.2.3, mit Hinweisen).  

5.2.5 Nach der Annahme der elektronischen Zollanmeldung führt das Sys-

tem «e-dec» eine Selektion auf der Grundlage einer Risikoanalyse durch 

(Art. 17 Abs. 1 ZV-EZV). Lautet das Selektionsergebnis «gesperrt», muss 

die anmeldepflichtige Person der Zollstelle einen Ausdruck der Zollanmel-

dung und die erforderlichen Begleitdokumente vorlegen. Die Waren dürfen 

erst abtransportiert werden, wenn die Zollstelle sie freigegeben hat (Art. 17 

Abs. 2 ZV-EZV). Lautet das Selektionsergebnis auf «frei mit», so muss die 

anmeldepflichtige Person der Zollstelle einen Ausdruck der Zollanmeldung 

und die erforderlichen Begleitdokumente vorlegen (Art. 17 Abs. 3 Satz 1 

ZV-EZV). Lautet das Selektionsergebnis auf «frei ohne», so gelten die Wa-

ren als freigegeben (Art. 17 Abs. 4 Satz 2 ZV-EZV; die per 1. Februar 2013 

in Kraft getretene Änderung von Art. 17 Abs. 4 ZV-EZV [AS 2013 219] gilt 

zwar für die ab diesem Zeitpunkt erfolgten streitbetroffenen Einfuhren, hat 

aber keine Auswirkungen auf den vorliegenden Fall).  

Die Zollstelle kann umfassend oder stichprobenweise prüfen, ob die Zoll-

anmeldung formell richtig sowie vollständig ist und ob die erforderlichen 

Begleitdokumente vorliegen (Art. 32 Abs. 1 ZG). Trifft dies nicht zu, so weist 

sie die Zollanmeldung zur Berichtigung oder zur Ergänzung zurück. Stellt 

sie offensichtliche Fehler fest, so berichtigt sie diese im Einvernehmen mit 

der anmeldepflichtigen Person (Art. 32 Abs. 2 ZG). Hat die Zollstelle einen 

A-5624/2018 

Seite 12 

vorhandenen Mangel nicht festgestellt und die Zollanmeldung nicht zurück-

gewiesen, so kann die anmeldepflichtige Person daraus keine Rechte ab-

leiten (Art. 32 Abs. 3 ZG).  

Die summarische Prüfung bei der elektronischen Zollanmeldung um-

fasst eine Prüfung der Plausibilität der von der anmeldepflichtigen Person 

übermittelten Zollanmeldung durch das elektronische Datenverarbeitungs-

system der Zollverwaltung (Art. 84 Bst. a ZV) sowie die automatische Zu-

rückweisung der Zollanmeldung, wenn das Datenverarbeitungssystem 

Fehler feststellt (Art. 84 Bst. b ZV). Allerdings sind die Möglichkeiten des 

elektronischen Systems beschränkt: So kann es beispielsweise weder prü-

fen, ob die zugeführte Ware mit der Zollanmeldung übereinstimmt, noch 

klären, ob die erforderlichen Begleitdokumente vorhanden sind und über-

einstimmen (Urteil des BVGer A-581/2016 vom 21. März 2017 E. 2.2.2, mit 

Hinweisen).  

5.2.6 Weil die zollrechtliche Veranlagungsverfügung eine konkrete, augen-

blickliche Fallkonstellation zum Gegenstand hat, lassen sich aus ihr keine 

rechtsverbindlichen Schlüsse auf künftige Veranlagungen ziehen, selbst 

wenn es dannzumal um Waren der nämlichen Gattung ginge. Jede spätere 

Zollanmeldung wird von der Zollverwaltung aufs Neue geprüft, ohne 

dass sich die zollanmeldende Person mit Recht auf frühere Veranlagun-

gen berufen könnte (vgl. Urteile des BGer 2C_591/2015 vom 5. Februar 

2016 E. 5.2, 2C_1174/2012 vom 16. August 2013 E. 3.4.3; Urteile des 

BVGer A-40/2015 vom 3. Juni 2015 E. 2.3, A-3935/2014 vom 27. April 

2015 E. 2.7, je mit Hinweisen).  

Mit anderen Worten lässt sich unter Verweisung auf frühere Veranlagungen 

nicht mit Erfolg geltend machen, eine Veranlagung verstosse gegen den 

Grundsatz von Treu und Glauben (vgl. zu diesem Grundsatz Art. 5 Abs. 3 

BV) oder gegen den Grundsatz des Vertrauensschutzes (vgl. Art. 9 

BV), wonach Private Anspruch darauf haben, in ihrem berechtigten Ver-

trauen in behördliche Zusicherungen oder in anderes, bestimmte Erwar-

tungen begründendes Verhalten der Behörden geschützt zu werden 

(vgl. zum Vertrauensschutz Art. 9 BV sowie anstelle vieler Urteil des BVGer 

A-2106/2017 und A-2084/2017 vom 11. Februar 2019 E. 6, mit Hinweisen).  

A-5624/2018 

Seite 13 

5.3  

5.3.1 Das Abkommen vom 22. Juli 1972 zwischen der Schweizerischen 

Eidgenossenschaft und der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (Frei-

handelsabkommen, FHA, SR 0.632.401) bezweckt insbesondere, die Ein-

fuhrzölle für zahlreiche Ursprungserzeugnisse der Gemeinschaft (bzw. der 

Europäischen Union [EU]) und der Schweiz zu beseitigen (vgl. Art. 1 ff. FHA 

sowie Urteil des BVGer A-1283/2015 vom 11. August 2015 E. 2.2). Gemäss 

Art. 11 FHA legt das Protokoll Nr. 3 (SR 0.632.401.3) die Ursprungsregeln 

fest. 

Vom 15. Dezember 2005 bis 31. Januar 2016 stand das Protokoll Nr. 3 

über die Bestimmung des Begriffs «Ursprungserzeugnisse» in einer Fas-

sung vom 15. Dezember 2005 in Kraft (AS 2013, 2833 ff.). Diese Fassung 

des Protokolls Nr. 3 wird im Folgenden als «Protokoll Nr. 3 2005» bezeich-

net.  

5.3.2 In Art. 16 Abs. 1 Bst. a und b Protokoll Nr. 3 2005 wird festgehalten, 

dass Ursprungserzeugnisse der Gemeinschaft bei der Einfuhr in die 

Schweiz die Begünstigungen des FHA insbesondere dann erhalten, wenn 

eine Warenverkehrsbescheinigung EUR.1 nach dem Muster in Anhang IIIa 

(des Protokolls) oder eine Warenverkehrsbescheinigung EUR-MED nach 

dem Muster in Anhang IIIb (des Protokolls) vorgelegt wird. Gleichermassen 

sind diese Begünstigungen nach dem Protokoll Nr. 3 2005 dann zu gewäh-

ren, wenn (kumulativ) a) der Ausführer ein ermächtigter Ausführer im Sinne 

von Art. 23 des Protokolls ist oder es um Sendungen von einem oder meh-

reren Packstücken geht, die Ursprungserzeugnisse mit einem Wert von 

nicht mehr als EUR 6'000 je Sendung enthalten, b) eine Erklärung des Aus-

führers mit dem in Anhang IVa oder IVb des Protokolls angegebenen Wort-

laut auf einer Rechnung, einem Lieferschein oder einem anderen Handels-

papier vorgelegt wird, und c) diese Erklärung die Erzeugnisse so genau 

bezeichnet, dass die Feststellung der Nämlichkeit möglich ist (sog. «Erklä-

rung auf der Rechnung» bzw. «Erklärung auf der Rechnung EUR-MED»; 

Art. 16 Abs. 1 Bst. c in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 Protokoll Nr. 3 2005; 

zur [hier von vornherein nicht einschlägigen] präferenziellen Veranlagun-

gen ohne Vorlage eines Ursprungsnachweises bei bestimmten Sendungen 

nicht kommerzieller Art einer Privatperson an eine andere Privatperson 

vgl. Art. 27 Protokoll Nr. 3 2005 sowie Urteil des BVGer A-7466/2016 vom 

25. September 2017 E. 2.3.4, mit weiteren Hinweisen).  

A-5624/2018 

Seite 14 

«Erklärungen auf der Rechnung» und «Erklärungen auf der Rechnung 

EUR-MED» sind vom Ausführer eigenhändig zu unterzeichnen, es sei 

denn, die Erklärungen sind von einem ermächtigten Ausführer im Sinne 

von Art. 23 des Protokolls Nr. 3 2005 ausgestellt, der sich gegenüber den 

Zollbehörden des Ausfuhrlandes schriftlich verpflichtet, die volle Verant-

wortung für jede Erklärung auf der Rechnung zu übernehmen, welche ihn 

so identifiziert, als ob er sie eigenhändig unterzeichnet hätte (Art. 22 Abs. 7 

des Protokolls Nr. 3 2005).  

Nach Art. 24 Abs. 1 Protokoll Nr. 3 2005 bleiben die Ursprungsnachweise 

während vier Monaten nach dem Datum der Ausstellung im Ausfuhrland 

gültig und sind sie innert dieser Frist den Zollbehörden des Einfuhrlandes 

vorzulegen. Ursprungsnachweise, welche den Zollbehörden des Einfuhr-

landes nach Ablauf dieser Frist vorgelegt werden, können dann zur Ge-

währung der Präferenzbehandlung angenommen werden, wenn die Frist 

aufgrund aussergewöhnlicher Umstände nicht eingehalten werden 

konnte (Art. 24 Abs. 2 Protokoll Nr. 3 2005) oder wenn die Erzeugnisse den 

Zollbehörden des Einfuhrlandes vor Ablauf der Vorlagefrist gestellt bzw. 

vorgelegt worden sind (Art. 24 Abs. 3 Protokoll Nr. 3 2005). 

Gemäss Art. 25 Satz 1 Protokoll Nr. 3 2005 sind die Ursprungsnachweise 

den Zollbehörden des Einfuhrstaates nach den dort geltenden Verfahrens-

vorschriften vorzulegen. 

5.3.3 Der Ausführer, welcher die Ausstellung einer Warenverkehrsbeschei-

nigung EUR.1 oder EUR-MED beantragt, hat alle zweckdienlichen Unter-

lagen zum Nachweis der Ursprungseigenschaft der betreffenden Erzeug-

nisse sowie der Erfüllung der übrigen Voraussetzungen des Protokolls 

Nr. 3 2005 mindestens drei Jahre lang aufzubewahren (vgl. Art. 29 Abs. 1 

in Verbindung mit Art. 17 Abs. 3 Protokoll Nr. 3 2005). Der Ausführer, wel-

cher eine «Erklärung auf der Rechnung» bzw. eine «Erklärung auf der 

Rechnung EUR-MED» ausfertigt, hat eine Kopie dieser Erklärung sowie 

alle zweckdienlichen Unterlagen zum Nachweis der Ursprungseigenschaft 

der betreffenden Erzeugnisse sowie der Erfüllung der übrigen Vorausset-

zungen des Protokolls Nr. 3 2005 während ebenfalls mindestens drei Jah-

ren aufzubewahren (Art. 29 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 22 Abs. 5 Proto-

koll Nr. 3 2005).  

5.4 Art. 41 Abs. 1 ZG hält ausdrücklich fest, dass Daten und Dokumente, 

die in Anwendung dieses Gesetzes genutzt werden, sorgfältig und syste-

matisch aufzubewahren und vor schädlichen Einflüssen zu schützen sind. 

A-5624/2018 

Seite 15 

Abs. 2 der genannten Bestimmung überträgt dem Bundesrat die Kompe-

tenz, die aufbewahrungspflichtigen Personen zu bezeichnen und die Ein-

zelheiten zu regeln. Der Bundesrat kam dem mit Erlass von Art. 94 ff. ZV 

nach. Als aufzubewahrende Daten und Dokumente genannt werden in 

Art. 94 ZV insbesondere die Zollanmeldungen und Begleitdokumente 

(Bst. a der Bestimmung), die Ursprungsnachweise und -zeugnisse (Bst. c 

der Bestimmung) sowie weitere Unterlagen von zollrechtlicher Bedeutung 

(Bst. e der Bestimmung). Zu den aufbewahrungspflichtigen Personen zäh-

len nach Art. 95 (Bst. a) ZV (insbesondere) die anmeldepflichtigen Perso-

nen.  

Für «Belege zu Ursprungsnachweisen» galt nach Art. 96 Bst. c ZV in der 

bis zum 30. Juni 2012 gültig gewesenen Fassung eine Aufbewahrungsfrist 

von mindestens fünf Jahren; in der seit dem 1. Juli 2012 in Kraft stehenden 

Fassung dieser Bestimmung (AS 2012 3477) sind solche Dokumente wäh-

rend mindestens drei Jahren aufzubewahren.   

Die genannte Verordnungsregelung für «Belege zu Ursprungsnachwei-

sen» gilt, soweit in völkerrechtlichen Verträgen oder im übrigen Bundes-

recht keine abweichende Ordnung aufgestellt wurde (vgl. Art. 97 Abs. 4 

ZV), auch für Originalursprungsnachweise (vgl. Urteil des BVGer 

A-7466/2016 vom 25. September 2017 E. 3.2; RAEDERSDORF, in: Zollkom-

mentar, Art. 41 N. 4). 

5.5 Wer sich oder einem anderen einen unrechtmässigen Zoll- oder Ein-

fuhrmehrwertsteuervorteil verschafft, insbesondere indem er bei der Ein-

fuhr Waren vorsätzlich oder fahrlässig nicht oder unrichtig anmeldet, 

begeht eine Widerhandlung gegen die Zoll- bzw. Mehrwertsteuergesetzge-

bung (Zoll- bzw. Mehrwertsteuerhinterziehung; vgl. Art. 118 ZG, Art. 96 

Abs. 4 MWSTG).  

Sowohl die Zoll- als auch die Mehrwertsteuergesetzgebung gehören 

zur Verwaltungsgesetzgebung des Bundes (statt vieler: Urteile des BVGer 

A-5996/2017 vom 5. September 2018 E. 2.5.1, A-7503/2016 vom 16. Ja-

nuar 2018 E. 8.1).  

5.6  

5.6.1 Gemäss Art. 85 ZG kann die Zollverwaltung bei einer von ihr zu er-

hebenden Zollabgabe, die irrtümlich nicht oder zu niedrig festgesetzt wor-

den ist, den geschuldeten Betrag nachfordern, wenn sie die entsprechende 

A-5624/2018 

Seite 16 

Absicht innert eines Jahres nach dem Ausstellen der Veranlagungsverfü-

gung mitteilt. Diese Regelung gilt nur für eigentliche Irrtümer bei der Zoll-

abfertigung, nicht aber für das Nachbezugsverfahren bei nachträglicher 

Prüfung des Ursprungsnachweises (Urteil des BVGer A-7466/2016 vom 

25. September 2017 E. 2.6.1, mit Hinweisen). Massgebend für das letztere 

Verfahren ist Art. 12 Abs. 1 Bst. a des Bundesgesetzes vom 22. März 1974 

über das Verwaltungsstrafrecht (VStrR, SR 313.0). Danach sind Abgaben 

nachzuentrichten, wenn sie infolge einer Widerhandlung gegen die Verwal-

tungsgesetzgebung des Bundes zu Unrecht nicht erhoben worden sind.  

Die Leistungspflicht im Sinne von Art. 12 VStrR hängt weder von einer 

strafrechtlichen Verantwortlichkeit noch von einem Verschulden oder gar 

der Einleitung eines Strafverfahrens ab (BGE 106 Ib 218 E. 2c; Urteil des 

BGer 2A.242/2006 vom 2. Februar 2007 E. 2.1, mit Hinweisen). Vielmehr 

genügt es, dass der durch die Nichterhebung der entsprechenden Abgabe 

entstandene unrechtmässige Vorteil auf einer objektiven Widerhandlung 

gegen die Verwaltungsgesetzgebung des Bundes gründet (zum Ganzen: 

BGE 129 II 160 E. 3.2, 115 Ib 358 E. 3; Urteil des BGer 2C_420/2013 vom 

4. Juli 2014 E. 3.2; Urteile des BVGer A-5373/2015 vom 23. Februar 2016 

E. 4.6.1, A-823/2014 vom 21. Oktober 2014 E. 2.4.1, mit Hinweisen). 

Leistungspflichtig ist, wer in den Genuss des unrechtmässigen Vorteils ge-

langt ist, insbesondere der zur Zahlung der Abgabe Verpflichtete (Art. 12 

Abs. 2 VStrR). Zu den Nachleistungspflichtigen in diesem Sinne gehören 

rechtsprechungsgemäss insbesondere jene Personen, welche dem Kreis 

der Zollschuldner gemäss Art. 70 ZG entsprechen, denn sie gelten ipso 

facto als durch die Nichtbezahlung der Abgabe bevorteilt (Urteil des BGer 

2C_420/2013 vom 4. Juli 2014 E. 3.3). Zollschuldnerinnen oder Zollschuld-

ner sind nach Art. 70 Abs. 2 ZG unter anderem die Personen, welche die 

Waren über die Zollgrenze bringen oder bringen lassen (Bst. a). Dies sind 

die eigentlichen Warenführenden, aber auch diejenigen, welche als Auf-

traggeber rechtlich oder tatsächlich den Warentransport veranlassen (Ur-

teil des BGer 2C_420/2013 vom 4. Juli 2014 E. 3.4; MICHAEL BEUSCH, in: 

Zollkommentar, Art. 70 N. 4). Einfuhrmehrwertsteuerpflichtig ist, wer nach 

Art. 70 ZG Zollschuldner ist (vgl. Art. 51 Abs. 1 MWSTG).  

5.6.2 Die Verjährung der Pflicht, Abgaben nach Art. 12 VStrR nachzuleis-

ten, richtet sich nach Art. 12 Abs. 4 VStrR (Teilurteil und Zwischenentscheid 

des BVGer A-550/2016 vom 22. Juni 2017 E. 4.3.1; Urteil des BVGer 

A-2078/2016 vom 1. November 2016 E. 4.2.2, mit Hinweisen). Nach dieser 

A-5624/2018 

Seite 17 

Vorschrift verjährt (soweit hier interessierend) die Nachleistungs-

pflicht nicht, «solange die Strafverfolgung und Strafvollstreckung nicht ver-

jährt sind». Die Verfolgungsverjährungsfrist für Übertretungen im VStrR be-

trägt – entgegen dem Gesetzestext von Art. 11 Abs. 1 VStrR – vier 

Jahre (Art. 333 Abs. 6 Bst. b des Schweizerischen Strafgesetzbuches vom 

21. Dezember 1937 [StGB, SR 311.0] in Verbindung mit Art. 2 VStrR; 

vgl. dazu Teilurteil und Zwischenentscheid des BVGer A-550/2016 vom 

22. Juni 2017 E. 4.3.2 f.). Für qualifizierte Übertretungen in Form einer Hin-

terziehung oder einer Gefährdung von Abgaben nach Art. 11 Abs. 2 VStrR 

gilt gemäss Rechtsprechung – und entgegen dem Wortlaut des Gesetzes – 

eine Verfolgungsverjährungsfrist von sieben Jahren entsprechend dem 

nach Art. 97 Abs. 1 Bst. c StGB für Vergehen (und damit auch für den Ab-

gabebetrug im Sinne von Art. 14 Abs. 2 VStrR) geltenden Mass (einge-

hend: BGE 134 IV 328 E. 2.1; vgl. auch BGE 143 IV 228 E. 4.4, 139 IV 62 

E. 1.3.2; BVGE 2009/59 E. 4.3 ff.; siehe ferner Teilurteil und Zwischenent-

scheid des BVGer A-550/2016 vom 22. Juni 2017 E. 4.3.3; Urteile des 

BVGer A-1381/2013 vom 27. März 2014 E. 2.6.2; zum Ganzen Urteil des 

BVGer A-7466/2016 vom 25. September 2017 E. 2.6.1; ANDREAS EICKER 

et al., Verwaltungsstrafrecht und Verwaltungsstrafverfahrensrecht, 2012, 

S. 83 f.; MICHAEL BEUSCH/DANIEL HOLENSTEIN, in: Martin Zweifel et al. 

[Hrsg.], Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Bundesgesetz 

über die Stempelabgabe, 2. Aufl. 2019, Vor Art. 45-50 N. 54a; MICHAEL 

BEUSCH/JASMIN MALLA, in: Martin Zweifel et al. [Hrsg.], Kommentar zum 

Schweizerischen Steuerrecht, Bundesgesetz über die Verrechnungs-

steuer, 2. Aufl. 2012, Vorbemerkungen zu Art. 61-67 N. 54a).  

Diese Verjährung ruht dabei unter anderem während der Dauer eines Ein-

sprache-, Beschwerde- oder gerichtlichen Verfahrens über die Leistungs- 

oder Rückleistungspflicht oder über eine andere nach dem einzelnen Ver-

waltungsgesetz zu beurteilende Vorfrage (vgl. Art. 11 Abs. 3 VStrR in Ver-

bindung mit Art. 333 Abs. 6 Bst. c aStGB [sog. «Transformationsnorm»; 

Fassung vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Oktober 2002; AS 2002 2986] 

bzw. Art. 333 Abs. 6 Bst. c StGB [in Kraft seit 1. Januar 2007]; siehe zum 

Ganzen Urteil des BGer 2C_414/2013 vom 2. Februar 2014 E. 6.1 ff.; Urteil 

des BVGer A-3644/2012 vom 21. März 2013 E. 2.4.3). Wie das Bundesge-

richt in BGE 143 IV 228 E. 5.2 ff. klargestellt hat, bedeutet das Ruhen der 

Verjährung während der «Dauer des Einspracheverfahrens» im Sinne von 

Art. 11 Abs. 3 VStrR, dass die Verjährungsfrist bereits im Zeitpunkt der Er-

öffnung des Entscheids der Steuerbehörde, mit welcher die Leistungs-

pflicht des Steuerpflichtigen verfügt wird, anhält (vgl. dazu auch Teilurteil 

und Zwischenentscheid des BVGer A-592/2016 vom 22. Juni 2017 

A-5624/2018 

Seite 18 

E. 4.3.7). Letzteres muss auch dann gelten, wenn kein Einspracheverfah-

ren vorgesehen ist (siehe zum Ganzen Urteil des BVGer A-714/2018 vom 

23. Januar 2019 E. 10.5.1).  

Die Verjährung der Leistungs- und Rückleistungspflicht gemäss Art. 12 

VStrR richtet sich in Fällen von Art. 96 Abs. 4 MWSTG (Steuerhinterzie-

hung im Veranlagungsverfahren, vgl. E. 5.5) nach Art. 105 Abs. 3 Bst. b 

MWSTG. Letztere Bestimmung verweist auf die Regelung der strafrechtli-

chen Verfolgungsverjährung von Art. 105 Abs. 1 und 2 MWSTG, welche 

folglich analog anzuwenden ist. Demnach tritt die Verjährung der Leis-

tungs- und Rückleistungspflicht (weiterhin) in sieben Jahren ein (Art. 105 

Abs. 1 Bst. d MWSTG in der bis zum 31. Dezember 2017 gültig gewesenen 

Fassung; in gleichem Sinne Art. 105 Abs. 1 Bst. c MWSTG in der seit dem 

1. Januar 2018 geltenden Fassung [AS 2017 3575]). Diese siebenjährige 

Verjährungsfrist richtet sich an die Festsetzungsbehörde (vgl. zum Ganzen 

Urteile des BVGer A-714/2018 vom 23. Januar 2019 E. 10.5.2, 

A-3644/2012 vom 21. März 2013 E. 2.4.4).  

Die Überprüfung der einmal festgesetzten Einfuhrmehrwertsteuerforde-

rung bzw. die Frage nach der ordentlichen materiellen Verjährung der ent-

sprechenden Leistungs- bzw. Nachleistungspflicht richtet sich nach Art. 56 

Abs. 4 MWSTG. Gemäss dieser Bestimmung verjährt die Einfuhrmehrwert-

steuerschuld zur gleichen Zeit wie die Zollschuld (Art. 75 ZG). Diese ver-

jährt fünf Jahre nach Ablauf des Kalenderjahres, in dem sie fällig geworden 

ist (Art. 75 Abs. 1 ZG; relative Verjährung), wobei die Fälligkeit der Zoll-

schuld mit der Entstehung der Zollforderung, d.h. unter Vorbehalt hier nicht 

interessierender Ausnahmen im Zeitpunkt der Annahme der Zollanmel-

dung durch die Zollstelle eintritt (vgl. Art. 69 Bst. a in Verbindung mit Art. 72 

Abs. 1 ZG). Unterbrochen wird diese relative Verjährungsfrist (namentlich) 

durch jede Einforderungshandlung der zuständigen Behörde (vgl. Art. 75 

Abs. 2 ZG). In jedem Fall verjährt die Zollschuld 15 Jahre nach Ablauf des 

Kalenderjahres, in dem sie entstanden ist (Art. 75 Abs. 4 ZG; absolute Ver-

jährung). Der in Art. 75 Abs. 4 ZG verankerte Vorbehalt der Verjährungs-

fristen gemäss Art. 11 und 12 VStrR gilt aber aufgrund des expliziten Aus-

schlusses von Art. 11 und 12 Abs. 4 VStrR durch Art. 101 Abs. 1 MWSTG 

nicht (mehr), es sei denn, es werde ein Steuerstrafverfahren durchgeführt; 

während dieses Strafverfahrens ruht die relative Verjährungsfrist, sofern 

die Eröffnung des Steuerstrafverfahrens der zahlungspflichtigen Person 

mitgeteilt wurde (vgl. Art. 56 Abs. 4 Satz 2 MWSTG). Dennoch bleibt es bei 

der höchstzulässigen (absoluten) Verjährungsfrist von 15 Jahren (Art. 56 

A-5624/2018 

Seite 19 

Abs. 4 Satz 1 MWSTG in Verbindung mit Art. 75 ZG; siehe zum Ganzen Ur-

teile des BVGer A-714/2018 vom 23. Januar 2019 E. 10.5.2, A-3644/2012 

vom 21. März 2013 E. 2.4.4 und 5.2).  

5.7 Art. 99 ZV mit der Überschrift «Korrektur von Veranlagungsverfügun-

gen» sieht Folgendes vor: 

«Führt die EZV während der Aufbewahrungsdauer (Art. 96) eine Kontrolle 

durch, so kann sie die Veranlagungsverfügung entsprechend dem zum Zeit-

punkt der damaligen Veranlagung höchsten Zollansatz, der nach der Art der 

betroffenen Ware anwendbar ist, korrigieren und die Zollabgaben nachfordern, 

wenn: 

a. die aufbewahrungspflichtige Person nicht in der Lage ist, die erforder-

lichen Daten und Dokumente, die eine Zollermässigung, Zollbefreiung 

oder Zollerleichterung nachweisen, in der verlangten Weise vorzule-

gen; und  

b.  aus den gesamten Umständen geschlossen werden muss, dass die 

Veranlagung falsch ist, und dies zum Zeitpunkt der Veranlagung nicht 

ohne Weiteres erkennbar war.» 

6.  

6.1 Der Anspruch auf rechtliches Gehör von Art. 29 Abs. 2 BV verleiht dem 

Betroffenen insbesondere das Recht, vor Erlass eines in seine Rechtsstel-

lung eingreifenden Entscheids Einsicht in die Akten zu nehmen (anstelle 

vieler: BGE 133 I 270 E. 3.1, 132 V 368 E. 3.1).  

In gesetzlicher Konkretisierung des Anspruchs auf rechtliches Gehör sieht 

Art. 26 Abs. 1 VwVG vor, dass die Partei oder ihr Vertreter Anspruch darauf 

hat, die Akten in ihrer Sache einzusehen. Die Akteneinsicht ist auf Gesuch 

der Partei zu gewähren, sofern nicht wesentliche öffentliche oder private 

Interessen eine Geheimhaltung erfordern (vgl. Art. 27 VwVG).  

Das Recht auf Akteneinsicht verlangt nicht, dass die Behörde die Parteien 

von Amtes wegen zur Einsicht einlädt, vielmehr haben die Parteien ein ent-

sprechendes Gesuch zu stellen. Damit sie dieses Recht wahrnehmen kön-

nen, müssen die Parteien aber über die Aktenlage orientiert sein (Urteil des 

BVGer A-5078/2012 vom 15. Januar 2014 E. 2.3, mit Hinweis).  

6.2 Zum Anspruch auf rechtliches Gehör gehört auch, dass die Behörde 

die Vorbringen der Verfahrensbeteiligten tatsächlich hört, prüft und in ihrer 

Entscheidfindung berücksichtigt. Damit hängt die Pflicht der Behörde zu-

A-5624/2018 

Seite 20 

sammen, ihre Verfügung zu begründen, da sich meist nur anhand der Ver-

fügungsbegründung feststellen lässt, ob die Behörde ihrer Prüfungs- und 

Berücksichtigungspflicht nachgekommen ist (vgl. statt vieler BGE 135 V 65 

E. 2.4; Urteil des BVGer A-7503/2016 vom 16. Januar 2018 E. 4.6). Die 

Begründungspflicht soll verhindern, dass sich die verfügende Behörde von 

unsachlichen Motiven leiten lässt, und es den Betroffenen ermöglichen, 

eine Verfügung gegebenenfalls sachgerecht anzufechten. Die sachge-

rechte Anfechtung einer Verfügung ist nur dann möglich, wenn sich sowohl 

der Betroffene als auch die Rechtsmittelinstanz ein Bild über deren Trag-

weite machen können. Deshalb müssen in jedem Fall kurz die wesentli-

chen Überlegungen angeführt werden, von denen sich die zuständige Be-

hörde hat leiten lassen und auf die sie ihre Verfügung stützt. Nicht erfor-

derlich ist, dass mit der Begründung eine einlässliche Auseinandersetzung 

mit allen Parteistandpunkten erfolgt und jedes einzelne Vorbringen aus-

drücklich widerlegt wird (zum Ganzen statt vieler BGE 136 I 184 E. 2.2.1, 

124 V 180 E. 1a; Urteil des BVGer A-7503/2016 vom 16. Januar 2018 

E. 4.6). Die Behörde kann sich auf die für den Entscheid wesentlichen Ge-

sichtspunkte bzw. auf jene Aspekte beschränken, welche sie ohne Willkür 

als wesentlich betrachtet (vgl. BGE 136 I 184 E. 2.2.1; Urteil des BVGer 

A-1805/2014 vom 16. Dezember 2014 E. 3.3; MICHELE ALBERTINI, Der ver-

fassungsmässige Anspruch auf rechtliches Gehör im Verwaltungsverfah-

ren des modernen Staates, 2000, S. 403 f.).  

6.3 Eine nicht besonders schwerwiegende Verletzung des rechtlichen Ge-

hörs kann als geheilt gelten, wenn die betroffene Person die Möglichkeit 

erhält, sich vor einer Rechtsmittelinstanz zu äussern, die sowohl den Sach-

verhalt als auch die Rechtslage frei prüfen kann. Unter dieser Vorausset-

zung ist darüber hinaus – im Sinne einer Heilung des Mangels – selbst bei 

einer schwerwiegenden Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör 

von einer Rückweisung der Sache an die Vorinstanz abzusehen, wenn und 

soweit die Rückweisung zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu 

unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem (der Anhörung gleich-

gestellten) Interesse der betroffenen Partei an einer beförderlichen Beur-

teilung der Sache nicht zu vereinbaren wären (statt vieler BGE 137 I 195 

E. 2.3.2, 133 I 201 E. 2.2; Urteile des BVGer A-714/2018 vom 23. Januar 

2019 E. 3.2, A-4061/2016 vom 3. Mai 2017 E. 2.2, A-1695/2015 vom 

27. April 2016 E. 2.2.2; zur Heilung von Verstössen gegen die Begrün-

dungspflicht vgl. Urteil des BVGer A-1617/2016 vom 6. Februar 2017 

E. 2.3.4).  

A-5624/2018 

Seite 21 

7.  

7.1 Im vorliegenden Fall bemängelt die Beschwerdeführerin in verfahrens-

rechtlicher Hinsicht insbesondere, ihr sei ein Protokoll einer Einver-

nahme ihres (ehemaligen) Angestellten B._______ vom 1. Juli 2015 zu Un-

recht erst mit dem angefochtenen Beschwerdeentscheid zugestellt wor-

den. Nach Ansicht der Beschwerdeführerin hätte ihr im Übrigen das ge-

samte Strafdossier vor Erlass dieses Beschwerdeentscheids vorgelegt und 

ihr eine Gelegenheit zur Stellungnahme zu diesem Einvernahmeprotokoll 

eingeräumt werden müssen. Indem die Vorinstanz dies unterlassen habe, 

habe sie den Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt und ein unfaires Ver-

halten an den Tag gelegt.  

Es kann hier dahingestellt bleiben, ob die OZD die Beschwerdeführerin vor 

Erlass des angefochtenen Beschwerdeentscheids in der zur Wahrung des 

Gehörsanspruches gebotenen Weise über die Aktenlage – insbeson-

dere über den Bestand der aus den Strafverfahren beigezogenen Doku-

mente – informiert hat. Ebenso muss hier nicht geklärt werden, ob die Be-

schwerdeführerin um Einsicht in die von der Vorinstanz beigezogenen 

Strafakten überhaupt ersucht hat und damit bereits im vorinstanzlichen 

Verfahren namentlich Einsicht in das erwähnte Protokoll einer Einver-

nahme von B._______ vom 1. Juli 2015 hätte gewährt werden müssen. Die 

allfälligen, mit den erwähnten Vorbringen der Beschwerdeführerin geltend 

gemachten Verfahrensmängel in Bezug auf die beigezogenen Strafakten 

wären nämlich im vorliegenden Beschwerdeverfahren als geheilt zu be-

trachten:  

Zum einen hatte die Beschwerdeführerin jedenfalls im Verfahren vor dem 

über volle Kognition verfügenden Bundesverwaltungsgericht (vgl. E. 2.1) 

Gelegenheit, zum erwähnten Einvernahmeprotokoll Stellung zu nehmen. 

Zum anderen wurde sie in diesem Verfahren mittels Zustellung des vorlie-

genden Aktenverzeichnisses der Vorinstanz über den Aktenbestand in 

Kenntnis gesetzt und hat sie die Gelegenheit, beim Bundesverwaltungsge-

richt ein Akteneinsichtsgesuch zu stellen, nicht wahrgenommen. Unter die-

sen Umständen ist ohne Weiteres davon auszugehen, dass eine Rückwei-

sung der Sache zur Behebung der behaupteten Verfahrensfehler zu einem 

formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen 

würde, die mit dem (der Anhörung gleichgestellten) Interesse der Be-

schwerdeführerin an einer raschen Beurteilung der Angelegenheit nicht zu 

vereinbaren wären. Selbst wenn also die behaupteten Verfahrensfehler 

vorliegen würden, wäre somit im Sinne einer Heilung auf eine Rückweisung 

A-5624/2018 

Seite 22 

zwecks Akteneinsichtsgewährung und erneutem Entscheid zu verzichten 

(vgl. E. 6.3).  

Das Ausgeführte gilt im Übrigen auch, soweit die Beschwerdeführerin 

nebst einer Gehörsverletzung sinngemäss eine Verletzung des Rechts auf 

ein faires Verfahren (vgl. dazu Art. 29 Abs. 1 BV und BGE 129 I 85 E. 4.1) 

rügen sollte, beschränken sich die entsprechenden Vorbringen doch auf 

die Beanstandung, es sei keine genügende Akteneinsicht ermöglicht wor-

den.  

Da die Beschwerdeführerin vor der Vorinstanz keinen Beizug des gesam-

ten Strafdossiers verlangt hat, ist im Übrigen nicht zu erkennen, inwiefern 

die OZD mit ihrem Verzicht auf die Heranziehung weiterer Strafakten als 

der bei den vorliegenden Akten liegenden Dokumenten aus Strafverfahren 

Verfahrensrechte der Beschwerdeführerin verletzt haben sollte.  

7.2  

7.2.1 Die Beschwerdeführerin macht ferner sinngemäss geltend, die aus 

dem Anspruch auf rechtliches Gehör abgeleitete behördliche Begrün-

dungspflicht sei verletzt. In diesem Zusammenhang bringt sie vor, die streit-

betroffene Nachforderung sei nicht nachvollziehbar begründet worden. 

Erstens habe nämlich die Zollverwaltung keine Zusammenstellung gelie-

fert, aus welcher ersichtlich sei, welcher Gesamtbetrag aufgrund angeblich 

unrechtmässiger Präferenzveranlagungen zum einen und was für ein Ge-

samtbetrag aufgrund angeblich falscher Tarifeinreihung zum andern ge-

schuldet sein soll. Zweitens fehle es auch an einem Zusammenzug der drei 

von der Vorinstanz genannten Fallgruppen «[Name]», «[Land]» und «Tari-

fierung». Drittens habe die Vorinstanz innerhalb der Fallgruppe «Tarifie-

rung» trotz des Umstandes, dass verschiedene Warenbezeichnungen ver-

wendet wurden, so getan, als würden alle Rechnungen dieser Kategorie 

gleich aussehen. Mit anderen Worten habe die OZD innerhalb dieser Fall-

gruppe in Bezug auf eine einzige Rechnung gezogene Schlüsse ohne Be-

gründung auf alle übrigen Rechnungen übertragen.  

7.2.2 Es trifft zu, dass Zusammenzüge der von der Beschwerdeführerin 

genannten Art fehlen. Indessen sind in den neun Nachforderungslisten, die 

der Nachforderungsverfügung vom 20. Juli 2017 beigelegt sind (Akten Vor-

instanz, Ordner 8), sämtliche streitbetroffenen Einfuhren mit Angabe der 

«Quittungsnummern» bzw. der Veranlagungsverfügungs-Nummern des 

Verzollungssystems e-dec der EZV aufgeführt. Die genannten Nummern 

sind dabei identisch mit den Nummern der betreffenden Zollanmeldungen. 

A-5624/2018 

Seite 23 

Sodann ist in den chronologisch geordneten Nachforderungslisten für jede 

dieser Einfuhren namentlich auch das jeweilige Annahmedatum festgehal-

ten. Den Nachforderungslisten lässt sich überdies für jede dieser Einfuhren 

entnehmen, ob die mit der Einfuhr zusammenhängende Nachforderung 

aufgrund (angeblich) unrechtmässiger Präferenzabfertigung oder aufgrund 

(angeblich) falscher Tarifeinreihung erhoben wurde (vgl. dazu auch die Le-

seanleitung in E. 2.4 Abs. 4 des angefochtenen Beschwerdeentscheids).  

Aufgrund der genannten Informationen in den Nachforderungslisten kann 

ohne Weiteres auf die jeweils in Frage stehende Einfuhr (bzw. Zollanmel-

dung und Veranlagungsverfügung) geschlossen werden und lässt sich 

auch feststellen, mit welcher Begründung (unrechtmässige Präferenzab-

fertigung oder falsche Tarifeinreihung) die Zollverwaltung jeweils Einfuhr-

abgaben nacherhebt. Der Begründungspflicht ist damit auch ohne Zusam-

menzüge der von der Beschwerdeführerin genannten Art Genüge getan. 

Es ist nämlich zum einen ohne Weiteres davon auszugehen, dass es der 

Beschwerdeführerin gestützt auf die erwähnten Angaben in den Nachfor-

derungslisten möglich gewesen wäre, soweit ihrer Auffassung nach erfor-

derlich, selbst je eine Zusammenstellung der zu den beiden Bereichen Prä-

ferenzabfertigung und Tarifeinreihung zählenden streitbetroffenen Einfuh-

ren anzufertigen. Zum anderen wurde die Beschwerdeführerin mit den 

Nachforderungslisten in die Lage versetzt, die Einfuhren den einzelnen Ge-

schäftsvorgängen und damit auch den im Folgenden noch näher zu erläu-

ternden Fallgruppen «[Name]», «[Land]» und «Tarifierung» zuzuordnen. 

Eine sachgerechte Anfechtung des angefochtenen Beschwerdeentscheids 

war mit anderen Worten auch ohne Zusammenzüge der nach Auffassung 

der Beschwerdeführerin erforderlichen Art möglich. Insofern ist eine Verlet-

zung der Begründungspflicht zu verneinen.  

7.2.3 Einzugehen bleibt auf den Vorwurf, die OZD habe ihre Begründungs-

pflicht verletzt, indem sie über unterschiedliche Warenbezeichnungen hin-

weggesehen und damit gestützt auf eine einzige Rechnung unhaltbare 

Schlüsse in Bezug auf die übrigen Rechnungen der Fallgruppe «Tarifie-

rung» gezogen habe. 

Im angefochtenen Beschwerdeentscheid hat die OZD die zur Einfuhrzoll-

anmeldung Nr. ***1 gehörende Rechnung als für die Konstellationen der 

Fallgruppe «Tarifierung» repräsentatives Beispiel gewertet und anhand 

dieser Rechnung aufgezeigt, dass ihrer Ansicht nach falsche Tarifeinrei-

hungen unter die Tarifnummer 6801.0000 vorgenommen wur-

den (vgl. E. 7.5 f. des angefochtenen Beschwerdeentscheids). Diese 

A-5624/2018 

Seite 24 

Rechnung, welche für eine am 5. April 2011 angenommene Zollanmeldung 

verwendet wurde (vgl. die Nachforderungsliste für Januar bis Juli 2011) und 

die Zollrechnungsnummer ***2 trägt, betrifft Bodenplatten aus Granit (vgl. 

Akten Vorinstanz, Ordner 12, Blätter 75 ff. [= Einfuhrliste zur Einfuhr 

Nr. ***1.1 sowie Beilage zu dieser Einfuhrliste]). In ihrer Beschwerde an die 

Vorinstanz hatte die Beschwerdeführerin noch selbst davon gesprochen, 

dass es bei den Konstellationen der Fallgruppe «Tarifierung» um die Frage 

der Tarifeinreihung von «Bodenplatten aus Granit» unter die Tarifnummer 

6801.0000 gehe (Beschwerdebeilage 5, S. 6). Unter diesen Umständen ist 

nicht ersichtlich, dass die Vorinstanz ihrer Begründungspflicht in Bezug auf 

die wegen angeblich falscher Tarifeinreihung erhobenen Nachforderungen 

nicht nachgekommen wäre. Dies gilt umso mehr, als die Vorinstanz im an-

gefochtenen Beschwerdeentscheid zur Begründung der fraglichen Nach-

forderungen ergänzend auf eine Aussage von B._______ verwies, welche 

sich auch auf weitere Fälle angeblich unrichtiger Einreihung unter die Ta-

rifnummer 6801.0000 als demjenigen der Einfuhrzollanmeldung Nr. ***1 

bezieht (nämlich insbesondere auf die Einfuhren gestützt auf die Zollrech-

nungen mit den Nummern ***3, ***4 und ***5; vgl. E. 7.9 des angefochte-

nen Beschwerdeentscheids sowie Beschwerdebeilage 3 S. 6).  

Ob die von der Vorinstanz gelieferte Begründung für die Nachforderungen 

aufgrund angeblich falscher Tarifeinreihung im Ergebnis haltbar ist, ist nicht 

hier im Rahmen der Thematisierung des Gehörsanspruchs, sondern bei 

der materiellen Prüfung der Tarifeinreihung zu klären (vgl. dazu hinten 

E. 13 ff.).  

8.  

Im Folgenden wird zunächst zu beurteilen sein, ob die OZD in rechtskon-

former Weise Einfuhrabgaben infolge zu Unrecht erfolgter Präferenzabfer-

tigungen nacherhoben hat. Die diesbezüglich in Frage stehenden Einfuh-

ren, welche von den Verfahrensbeteiligten unter den von ihnen so bezeich-

neten Fallgruppen «[Land]» und «[Name]» zusammengefasst werden, 

zeichnen sich dadurch aus, dass die jeweilige Zollanmeldung elektronisch 

über das System e-dec erfolgte und dabei jeweils kein Antrag auf eine pro-

visorische Veranlagung gestellt, sondern um definitive Präferenzverzollung 

ersucht wurde (vgl. zu den Fällen angeblich zu Unrecht erfolgter Präferenz-

abfertigungen unten E. 9 ff.; zur Fallgruppe «[Land]» insbesondere hinten 

E. 10.1 sowie zur Fallgruppe «[Name]» namentlich hinten E. 10.2).   

Im Weiteren einzugehen sein wird auf die unter der Bezeichnung «Fall-

gruppe ‹Tarifierung›» zusammengefassten Konstellationen, bei welchen 

A-5624/2018 

Seite 25 

die OZD ihre Nachforderungen auf angeblich unrichtige Tarifnummeranga-

ben stützt (siehe dazu hinten E. 13 ff.).  

9.  

Eine definitive – ohne Antrag auf provisorische Veranlagung erfolgte – Prä-

ferenzveranlagung setzt im Anwendungsbereich des hier unbestrittener-

massen einschlägigen FHA nach ständiger Rechtsprechung voraus, dass 

im Zeitpunkt der Zollanmeldung ein rechtlich vorgesehener, gültiger Ur-

sprungsnachweis existierte, ansonsten die Präferenzberechtigung entfällt 

(dies unter Vorbehalt einer vorliegend nicht einschlägigen Ausnahme für 

bestimmte nicht kommerzielle Sendungen unter Privatpersonen; ausführ-

lich E. 5.2.3). Dies gilt selbst bei denjenigen Einfuhren, bei welchen das 

Selektionsergebnis auf «frei ohne» lautete und damit ohne weitere Kon-

trolle eine antragsgemässe Präferenzveranlagung erfolgte.  

Hätte im vorliegenden Fall also für die unter (beantragter) definitiver Präfe-

renzabfertigung importierten und danach so veranlagten Waren der Fall-

gruppen «[Land]» und «[Name]» im Zeitpunkt der jeweiligen Einfuhren je-

weils kein rechtsgenügender Ursprungsnachweis vorgelegen, wären un-

richtige Zollanmeldungen zur (günstigeren) Präferenzverzollung erfolgt. 

Diesfalls wären infolge entsprechendem unrechtmässigem Zoll- und Ein-

fuhrmehrwertsteuervorteils (Differenz zur Normalverzollung; E. 5.2.3) in 

objektiver Hinsicht die Tatbestände der Zoll- und Mehrwertsteuerhinterzie-

hung erfüllt und lägen damit Widerhandlungen gegen die Verwaltungsge-

setzgebung des Bundes vor. Infolge dieser Widerhandlungen wären die zu 

Unrecht nicht erhobenen Einfuhrabgaben grundsätzlich nach Art. 12 VStrR 

nachzuentrichten.  

Unter diesen Umständen fragt sich, ob mit der Vorinstanz als erstellt erach-

tet werden kann, dass bei den Einfuhren der Fallgruppen «[Land]» und 

«[Name]» keine gültigen Ursprungsnachweise bestanden.  

10.  

10.1  

10.1.1 Die Fallgruppe «[Land]» betrifft Waren, die von [einem Land in Eu-

ropa] mit dem Schiff in ein Lager der Beschwerdeführerin in Weil am Rhein 

(D) und später von dort in die Schweiz gebracht wurden. Das Selektions-

ergebnis im System e-dec lautete bei den hier in Frage stehenden Einfuh-

ren dieser Fallgruppe unbestrittenermassen jeweils auf «frei ohne».  

A-5624/2018 

Seite 26 

Zu den Einfuhren ab dem Lager in Weil am Rhein (D) hat ein (ehemaliger) 

Angestellter der Beschwerdeführerin (C._______) gemäss einem akten-

kundigen Untersuchungsbericht der Zollverwaltung vom 21. Januar 2015 

anlässlich einer Hausdurchsuchung bei der Beschwerdeführerin erklärt, 

dass die Zollrechnungen nur dann ausgedruckt und in Ordnern abgelegt 

worden seien, wenn das System der elektronischen Zollanmeldung als Se-

lektionsergebnis «frei mit» oder «gesperrt» angezeigt habe. Bei denjenigen 

Sendungen, bei welchen das Selektionsergebnis «frei ohne» gelautet 

habe, seien die Rechnungen nur im EDV-System abgelegt worden (Akten 

Vorinstanz, act. 06.01.03 [in Ordner 3], S. 2). Anlässlich einer späteren Ein-

vernahme hat dieser Angestellte dazu ausgeführt, man habe bei den mit 

«frei ohne» selektionierten Sendungen die Rechnungen einfach im EDV-

System belassen, weil «man ja keine Papiere» gebraucht habe (Akten Vor-

instanz, act. 08.02.01 [in Ordner 4], S. 12 f.). Der Angestellte bestätigte da-

bei sinngemäss, dass bei den entsprechenden Einfuhren der Fallgruppe 

«[Land]» mit dem Selektionsergebnis «frei ohne» im Zeitpunkt der Einfuh-

ren keine Ausdrucke der Rechnungserklärungen angefertigt wurden und 

folglich auch keine mit Originalunterschriften versehenen Ursprungserklä-

rungen vorlagen (vgl. dazu auch Akten Vorinstanz, act. 08.05.02 [in Ordner 

4], S. 6, wonach eine Angestellte der Beschwerdeführerin [D._______] an-

lässlich einer Einvernahme zu diesen Einfuhren erklärte, es sei ihr nicht 

bewusst gewesen, dass die Rechnungen [gemeint sind die Rechnungen 

mit Ursprungserklärung] eine Unterschrift enthalten müssen). 

Mit Blick auf das hier Ausgeführte und weil unbestrittenermassen keine 

Konstellation vorliegt, bei welcher es keiner Originalunterschrift bedarf 

(vgl. dazu [in Bezug auf «Erklärungen auf der Rechnung» und «Erklärun-

gen auf der Rechnung EUR-MED»] vorn E. 5.3.2 Abs. 2), hat die Vorinstanz 

zu Recht den Schluss gezogen, dass bei den Sendungen der Fallgruppe 

«[Land]» im Zeitpunkt der Importe mangels Originalunterschrift des Aus-

führers zu den Ursprungserklärungen auf den aktenkundigen Zollrechnun-

gen keine gültigen Ursprungsnachweise existierten.  

10.1.2 Nichts am Ergebnis der vorstehenden Würdigung zu ändern vermag 

das Vorbringen in der Beschwerde, es seien «Rechnungen/Lieferscheine» 

mit gültigen Ursprungserklärungen der Beschwerdeführerin in den vorlie-

genden grünen Ordnern mit der Bezeichnung «Weil am Rhein» aktenkun-

dig und man habe diese «Rechnungen/Lieferscheine» unabhängig vom je-

weiligen Selektionsergebnis des Systems der elektronischen Zollanmel-

dung jeweils dem Transporteur mitgegeben, damit dieser wisse, was er 

mitzunehmen habe (vgl. Beschwerde, S. 5 f.):  

A-5624/2018 

Seite 27 

Zum einen hat nämlich die Beschwerdeführerin trotz des umfangreichen 

Aktenbestandes kein einziges konkretes Beispiel einer entsprechenden 

Rechnung oder eines entsprechenden Lieferscheins mit einer gültigen Ur-

sprungserklärung benannt. Vielmehr beschränkte sie sich in der Be-

schwerde darauf, ohne nähere Substantiierung zu erklären, sie verweise 

«zur Belegung auf die vielen Dokumente […], welche von der Beschwer-

deführerin für den Bezug ab Lager Weil am Rhein erstellt» worden seien 

und sich in den Akten der Vorinstanz befänden (Beschwerde, S. 6).  

Zum anderen ist eine stichprobenweise Nachkontrolle durch die OZD do-

kumentiert (Akten Vorinstanz, act. 5 [in Ordner 1]). Aus der entsprechenden 

Zusammenstellung von beschlagnahmten und eingereichten Aktenstücken 

geht schlüssig hervor, dass sich zu insgesamt 202 nachkontrollierten Ein-

fuhrzollanmeldungen keine einzige gültige Ursprungserklärung fand. Zwar 

figurieren unter den Dokumenten, die im Rahmen dieser Stichprobe über-

prüft wurden, vereinzelt «Zollrechnungen» mit der folgenden Erklä-

rung (vgl. etwa die «Zollrechnung» Nr. ***6 vom 14. April 2014 zur Einfuhr-

liste ***7 vom 11. April 2014 in Akten Vorinstanz, act. 5 [in Ordner 1]):  

«Der Ausführer der Waren, auf die sich dieses Handelspapier bezieht, erklärt, 

dass diese Waren, soweit nicht anders angegeben, präferenzbegünstige CE 

Ursprungswaren sind.»  

Die entsprechenden Zollrechnungen bzw. Erklärungen sind aber nicht mit 

einer gültigen Unterschrift versehen. Das Ergebnis der erwähnten Stich-

probe der Vorinstanz kann mit Blick darauf, dass die Beschwerdeführerin 

– wie erwähnt – kein konkretes Beispiel eines gültigen Ursprungsnachwei-

ses nannte, als hinreichend repräsentativ gelten.  

10.2  

10.2.1 Zu den hier interessierenden, unter Präferenzabfertigung erfolgten 

Einfuhren zählen im Übrigen (wie erwähnt) solche, welche die Verfahrens-

beteiligten unter der Bezeichnung «Fallgruppe ‹[Name]›» zusammenfas-

sen. Diese Fallgruppe betrifft Sendungen, die nach Abholung der Waren 

beim Produzenten im Ausland direkt mit dem Lastwagen in die Schweiz 

gebracht wurden und bei welchen das Unternehmen [Name] für die Rech-

nungsstellung sowie das Inkasso zuständig war.  

10.2.2 Es wird seitens der Beschwerdeführerin zu Recht nicht in Abrede 

gestellt, dass sich unter den vorliegenden Akten in Bezug auf die Einfuhren 

der Fallgruppe «[Name]» keine Ursprungserklärungen befinden (vgl. Be-

schwerde, S. 13 f.).  

A-5624/2018 

Seite 28 

Indessen behauptet die Beschwerdeführerin, auf den in der Kiste 2 mit der 

Bezeichnung «Betonsendungen der Firma [Name]» (= Akten Vorinstanz, 

Behältnis Nr. 162) enthaltenen Einfuhrzollanmeldungen werde jeweils auf 

der ersten Seite unter Angabe der jeweiligen Nummer und des jeweiligen 

Datums auf Ursprungserklärungen verwiesen. Letzteres sei – so die Be-

schwerdeführerin – ein Indiz dafür, dass im Zeitpunkt der entsprechenden 

Einfuhren gültige Ursprungsnachweise vorgelegen hätten.  

Die von der Beschwerdeführerin genannten Nummern- und Datumsanga-

ben in den Einfuhrzollanmeldungen lassen indes für sich allein nicht auf die 

Existenz gültiger Ursprungsnachweise im Zeitpunkt der Einfuhren schlies-

sen. Dies gilt schon deshalb, weil diese Angaben keinen Aufschluss dar-

über geben, ob mit Originalunterschrift versehene Ursprungsnachweise 

vorgelegen haben. Es könnte aufgrund dieser Angaben im Übrigen auch 

nicht überprüft werden, ob die nach der Behauptung der Beschwerdefüh-

rerin angeblich vorhanden gewesenen Ursprungsnachweise im Sinne des 

Protokolls Nr. 3 2005 im Zeitpunkt der Einfuhren trotz ihrer nach diesem 

Protokoll auf vier Monate beschränkten Gültigkeitsdauer im Ausfuhrland 

(vgl. E. 5.3.2 Abs. 3) – wenn überhaupt je gültig gewesen – noch gültig 

waren.  

Dahingestellt bleiben kann unter diesen Umständen, ob die von der Be-

schwerdeführerin genannten Angaben auf den Einfuhrzollanmeldungen 

in der erwähnten Kiste ohnehin gar nicht auf Ursprungserklärungen, son-

dern – wie die OZD annimmt (vgl. Vernehmlassung, S. 6) – jeweils auf die 

Nummer und das Datum der zur einzelnen Einfuhr im EDV-System 

«Proffix» hinterlegten Rechnung verweisen.  

10.2.3 Nach Ansicht der Beschwerdeführerin soll auch durch eine Befra-

gung verschiedener Personen nachgewiesen werden können, dass bei der 

Fallgruppe «[Name]» im Zeitpunkt der Einfuhren gültige Ursprungsnach-

weise existierten. In diesem Zusammenhang wurden bereits in der Be-

schwerde an die Vorinstanz im Sinne von Beweisofferten die Befragung 

von A._______, Geschäftsführer der Beschwerdeführerin, die Befragung 

der ehemaligen Mitarbeiter B._______ und C._______ sowie eines aktuel-

len Mitarbeiters namens E._______, die Befragung des Geschäftsführers 

der F._______ GmbH sowie die Befragung des Geschäftsführers des Un-

ternehmens [Name] beantragt (vgl. dazu Beschwerde, S. 13; Beschwerde-

beilage 5, S. 7 f. und 13).  

A-5624/2018 

Seite 29 

Zwar kann aufgrund der direkt aus der Verfassung fliessenden minimalen 

Verfahrensgarantien (insbesondere aufgrund des Anspruches auf rechtli-

ches Gehör gemäss Art. 29 Abs. 2 BV) eine Anhörung von Auskunftsper-

sonen bzw. Zeugen in bestimmten Fällen geboten sein. Eine Befragung 

von Auskunftspersonen bzw. Zeugen ist aber im vorliegenden Fall, in dem 

übergeordnetes Recht formelle Erfordernisse wie die beschriebenen 

schriftlichen Ursprungserklärungen bzw. –nachweise anlässlich der Einfuh-

ren vorschreibt, kaum beweisgeeignet (zumal die Aufbewahrungsfrist da-

mals noch nicht abgelaufen war; vgl. E. 11.3). Jedenfalls ergibt sich aus 

den Akten keineswegs – nicht einmal für Einzelfälle –, dass im Zeitpunkt 

der fraglichen Einfuhren gültige Ursprungsnachweise vorgelegen haben 

könnten. Gegenteilig lässt der Umstand, dass heute zu keiner einzigen der 

fraglichen, zahlreichen Einfuhren ein gültiger Ursprungsnachweis bei den 

Akten liegt oder durch die Beschwerdeführerin beigebracht werden konnte, 

rechtsgenügend und zweifelsfrei darauf schliessen, dass solche Nach-

weise bereits im Zeitpunkt der Einfuhren fehlten. Vor diesem Hintergrund 

war und ist es ohne Weiteres zulässig, auf die Befragung der erwähnten 

Personen sowie allfällige weitere Beweismassnahmen (vgl. dazu Be-

schwerdebeilage 5, S. 13) zu verzichten. Denn das sich aus den Akten er-

gebende einwandfreie Bild bzw. die Sachverhaltsfeststellung durch die 

Vorinstanz sowie das Beweisergebnis des Bundesverwaltungsgerichts 

würden selbst bei Bestätigung dieser Personen anlässlich einer Befragung, 

dass «im Zeitpunkt der Einfuhren gültige Ursprungsnachweise existierten» 

(oder bei weiteren Beweismassnahmen), nicht umgestossen. Insofern 

verstösst ein Verzicht auf die Durchführung dieser Beweismassnahmen 

insbesondere nicht gegen den Gehörsanspruch der Beschwerdeführerin 

(vgl. zur antizipierten Beweiswürdigung vorn E. 2.2). 

Im Übrigen wären jedenfalls Aussagen von A._______, B._______ und 

C._______ ohnehin nur mit Zurückhaltung zu würdigen, da diesen Perso-

nen aufgrund ihrer aktuellen oder früheren Tätigkeit für die Beschwerde-

führerin die notwendige Unabhängigkeit abzusprechen wäre (vgl. Urteile 

des BVGer A-3697/2014 vom 9. Juni 2015 E. 4.5.3, A-103/2011 vom 

21. September 2011 E. 3.4. Das hier zur antizipierten Beweiswürdigung 

Ausgeführte gilt im Übrigen mutatis mutandis auch, soweit die Beschwer-

deführerin eine Befragung von A._______ in Bezug auf die tatsächlichen 

Verhältnisse im Zusammenhang mit den Einfuhren der Fallgruppe 

«[Land]» beantragen sollte [vgl. dazu Beschwerde, S. 7]).  

A-5624/2018 

Seite 30 

10.3 Auf die hinsichtlich sämtlicher Einfuhren der Fallgruppen «[Land]» 

und «[Name]» sinngemäss beantragte Einholung eines Gutachtens eines 

Büchersachverständigen (Beschwerde, S. 7) ist – ebenfalls in antizipierter 

Beweiswürdigung (vgl. E. 2.2) – zu verzichten. Selbst wenn (wie von der 

Beschwerdeführerin behauptet wird) mit einem solchen Gutachten alle 

Transport-, Liefer- und Rechnungsdokumente bis zum jeweiligen Produ-

zenten zurückverfolgt werden könnten, ist nicht zu erwarten, dass er die 

Originalursprungsnachweise beibringen könnte (vgl. E. 5.2.3). Insofern be-

zieht sich der erwähnte Beweisantrag der Beschwerdeführerin auf einen 

nicht rechtswesentlichen Sachumstand.  

Zwar hat die Beschwerdeführerin mit der Beschwerde eine Bestätigung der 

F._______ GmbH vom 17. September 2018 vorgelegt, wonach die von die-

sem Unternehmen produzierten Betonwaren, «soweit nicht anders ange-

geben», «präferenzbegünstigte CE-Ursprungswaren» sind (Beschwerde-

beilage 8). Daraus lässt sich aber nichts zugunsten der Beschwerdeführe-

rin ableiten, da auch mit dieser Bestätigung nicht nachgewiesen ist, dass 

zur Zeit der streitbetroffenen Einfuhren gültige Ursprungsnachweise exis-

tierten.  

11.  

11.1 Nach dem Gesagten ist erstellt, dass bei den Fallgruppen «[Land]» 

und «[Name]», bei welchen Präferenzveranlagungen erfolgten, im Zeit-

punkt der Einfuhren keine gültigen Ursprungsnachweise vorlagen. Die wei-

teren Vorbringen der Beschwerdeführerin vermögen daran – wie im Fol-

genden ersichtlich wird – nichts zu ändern.   

11.2 Die Beschwerdeführerin macht geltend, anlässlich ihrer in den Jahren 

2011 bis 2015 vorgenommenen tausenden (Fallgruppe «[Land]») bzw. 

hunderten (Fallgruppe «[Name]») Einfuhren seien jeweils rund 10 % der 

Zollanmeldungen seitens der Zollverwaltung kontrolliert worden. Trotz die-

ser sehr hohen Zahl an Kontrollen sei es kein einziges Mal zu Beanstan-

dungen gekommen. Deshalb habe die Beschwerdeführerin darauf ver-

trauen dürfen, dass die vorliegend fraglichen Einfuhren zu Recht mit Prä-

ferenzabfertigung erfolgten. Nach Treu und Glauben gehe es nicht an, dass 

die OZD nachträglich geltend mache, es habe an Ursprungsnachweisen 

gefehlt (eine entsprechende Argumentation trägt die Beschwerdeführerin 

auch im Zusammenhang mit denjenigen Einfuhren vor, bei welcher unter 

den Verfahrensbeteiligten die Tarifeinreihung streitig ist).  

A-5624/2018 

Seite 31 

Gemäss der klaren Gesetzesvorschrift von Art. 32 Abs. 3 ZG kann die an-

meldepflichtige Person keine Rechte daraus ableiten, wenn die Zollstelle 

einen vorhandenen Mangel nicht festgestellt und die Zollanmeldung nicht 

zurückgewiesen hat (vgl. E. 5.2.5). Hinzu kommt, dass die zollrechtliche 

Veranlagung stets eine konkrete, augenblickliche Fallkonstellation zum 

Gegenstand hat. Jede spätere (oder andere) Zollanmeldung ist von der 

Zollverwaltung aufs Neue zu prüfen, ohne dass sich die anmeldepflichtige 

Person mit Recht auf eine frühere (bzw. eine sich nicht auf diese Anmel-

dung beziehende) Veranlagung berufen könnte (vgl. E. 5.2.6). Soweit sich 

die Beschwerdeführerin mit dem genannten Vorbringen auf den Grundsatz 

von Treu und Glauben beruft oder einen Anspruch auf Vertrauensschutz 

geltend macht, greift sie vor diesem Hintergrund ins Leere (dies gilt auch 

in Bezug auf die noch näher zu erörternde Fallgruppe der Einfuhren, bei 

welcher die Tarifeinreihung streitig ist). Irrelevant ist unter diesen Umstän-

den ferner, ob die Zollverwaltung anlässlich von Kontrollen von anderen als 

den vorliegend streitbetroffenen Zollanmeldungen – wie die Beschwerde-

führerin behauptet – keine Mängel geltend machte.    

11.3  

11.3.1 Nach Auffassung der Beschwerdeführerin galt für die Ursprungs-

nachweise, deren Fehlen die OZD beanstandet, nach Art. 5 Abs. 1 Bst. b 

der Verordnung vom 23. Mai 2012 über das Ausstellen von Ursprungs-

nachweisen (VAU, SR 946.32) eine Aufbewahrungsfrist von drei Jahren. 

Nach Ablauf dieser Aufbewahrungsfrist könne der Beschwerdeführerin 

nicht mit Recht vorgeworfen werden, es hätten im Zeitpunkt der Einfuhren 

keine Ursprungsnachweise existiert. Insbesondere dürfe aus dem Um-

stand, dass die Beschwerdeführerin heute keine Ursprungsnachweise 

mehr vorlegen könne, nichts zu ihren Ungunsten abgeleitet werden. Zu-

dem müssten nach Ablauf der Aufbewahrungsfrist für den Nachweis, dass 

gültige Ursprungsnachweise vorgelegen hätten, andere Beweismittel als 

die Originalursprungsnachweise zugelassen werden.   

11.3.2 Vorauszuschicken ist hierzu, dass sich die für die Beschwerdefüh-

rerin massgebende Aufbewahrungsfrist nicht nach Art. 5 Abs. 1 Bst. b VAU 

richtet, da die in dieser Vorschrift statuierte Aufbewahrungspflicht nur für 

Personen gilt, welche im Zusammenhang mit einem Export aus dem 

schweizerischen Zollgebiet (vgl. Art. 3 Bst. a und Art. 4 VAU) einen Ur-

sprungsnachweis beantragen oder ausfertigen oder den Auftrag zum Be-

antragen oder Ausfertigen eines Ursprungsnachweises geben. Die Be-

schwerdeführerin fällt nicht unter diese Kategorie von Personen, da sie vor-

liegend den Ursprungsausweis nicht als «Ausführerin» aus der Schweiz im 

A-5624/2018 

Seite 32 

Sinne der VAU ausstellte, sondern als Exporteurin aus dem Ausland (vgl. 

auch Akten Vorinstanz, act. 08.02.01 [in Ordner 4], S. 15).  

Von vornherein nicht massgebend für die Beschwerdeführerin sind auch 

die für «Ausführer» statuierten Aufbewahrungsfristen des Protokolls Nr. 3 

2005 (vgl. zu diesen Fristen vorn E. 5.3.3). Vielmehr gilt für die Beschwer-

deführerin als Spediteurin und/oder Importeurin in Bezug auf die Original-

ursprungsnachweise die Aufbewahrungspflicht von Art. 96 Bst. c ZV, fehlt 

es doch an einer von dieser Vorschrift abweichenden Ordnung in völker-

rechtlichen Verträgen oder im übrigen Bundesrecht (vgl. E. 5.4). 

In Bezug auf die bis zum 30. Juni 2012 erfolgten Einfuhren hatte demnach 

die Beschwerdeführerin die Originalursprungsnachweise während mindes-

tens fünf Jahren aufzubewahren (vgl. Art. 96 Bst. c ZV in der bis zum 

30. Juni 2012 gültig gewesenen Fassung. Für die [materiell-rechtliche] Re-

gelung der Aufbewahrungspflicht ist mangels Übergangsregelung nach all-

gemeinen intertemporalrechtlichen Grundsätzen [vgl. dazu anstelle vieler: 

BGE 140 V 136 E. 4.2.1, mit weiteren Hinweisen] dasjenige Recht mass-

gebend, das im Zeitpunkt der Verwirklichung des Sachverhaltes Geltung 

hatte. Deshalb kommt vorliegend für die bis zum 30. Juni 2012 vorgenom-

menen Einfuhren Art. 96 Bst. c ZV in der erwähnten Fassung zur Anwen-

dung [vgl. zu einer Konstellation mit Übergangsregelung, bei welcher eine 

Aufbewahrungspflicht für Dokumente übergangsrechtlich im Ergebnis als 

materielles Recht qualifiziert wurde, Urteil des BVGer A-3031/2013 vom 

6. Februar 2014 E. 1.4 und 2.8]).  

Hinsichtlich der übrigen streitbetroffenen Einfuhren hatte die Beschwerde-

führerin eine Frist für die Aufbewahrung der Ursprungsnachweise von min-

destens drei Jahren zu beachten (Art. 96 Bst. c ZV in der seit dem 1. Juli 

2012 in Kraft stehenden Fassung dieser Bestimmung [AS 2012 3477]).  

Anzumerken ist, dass die beiden hier massgebenden Fassungen von 

Art. 96 Bst. c ZV (soweit hier interessierend) als rechtskonform zu qualifi-

zieren sind. Die Aufbewahrungsfristen von mindestens fünf bzw. mindes-

tens drei Jahren erscheinen angesichts der Bedeutung der Ursprungs-

nachweise insbesondere nicht als unverhältnismässig. Zu berücksichtigen 

ist in diesem Kontext, dass gemäss der Rechtsprechung zu Art. 96 ZV in 

der bis zum 30. Juni 2012 gültig gewesenen Fassung für aufzubewahrende 

Zolldokumente bei Fehlen einer Regelung der Aufbewahrungsfrist gar eine 

zehnjährige Frist galt, nämlich die Zehnjahresfrist von aArt. 962 des Bun-

A-5624/2018 

Seite 33 

desgesetzes betreffend die Ergänzung des Schweizerischen Zivilgesetz-

buches (Fünfter Teil: Obligationenrecht) vom 30. März 1911 (OR) in 

der vom 1. Juni 2002 bis 31. Dezember 2012 gültig gewesenen Fassung 

(AS 2002 949 f.; vgl. zum Ganzen Urteil des BVGer A-7466/2016 vom 

25. September 2017 E. 3.7.3, mit Hinweis).  

11.3.3 Im vorliegenden Fall hat die Zollverwaltung bei der Beschwerdefüh-

rerin am 21. Januar 2015 eine Hausdurchsuchung durchgeführt. Dabei be-

schlagnahmte sie unter anderem Unterlagen zu den streitbetroffenen Ein-

fuhren der Jahre 2011 und 2012 (vgl. die Liste zum Beschlagnahmeproto-

koll in Akten Vorinstanz, act. 05.01.04 [in Ordner 3], S. 3) sowie insbeson-

dere Unterlagen zu den Einfuhren der Jahre 2013 und 2014 (vgl. die Liste 

zum Beschlagnahmeprotokoll in Akten Vorinstanz, act. 05.01.03 [in Ord-

ner 3], S. 3). Noch gleichentags fanden mehrere Einvernahmen von Ange-

stellten der Beschwerdeführerin statt, bei welchen die fehlenden Ur-

sprungsnachweise Thema waren (vgl. Akten Vorinstanz, act. 08.02.01 [in 

Ordner 4], S. 12 f., act. 08.05.02 [in Ordner 4], S. 6, act. 08.03.01 [in Ord-

ner 4], S. 6 und 10 f.).  

Am besagten Datum, dem 21. Januar 2015, war die fünfjährige Aufbewah-

rungsfrist für Ursprungsnachweise betreffend die bis am 30. Juni 2012 er-

folgten streitbetroffenen Einfuhren noch nicht abgelaufen. Ebenso wenig 

verstrichen war zu diesem Zeitpunkt die dreijährige Aufbewahrungsfrist für 

die Ursprungsnachweise zu den seit dem 1. Juli 2012 vorgenommenen 

Einfuhren.  

Ab dem Zeitpunkt der Durchführung der erwähnten Hausdurchsuchung 

(21. Januar 2015) und der gleichentags erfolgten Einvernahmen hätte die 

Beschwerdeführerin allenfalls vorhanden gewesene Ursprungsnachweise 

zu den streitbetroffenen Einfuhren der Jahre 2011 bis 2015 nicht mehr ver-

nichten oder entfernen dürfen, selbst wenn die in der Zollverordnung sta-

tuierte Mindestaufbewahrungsfrist nach diesem Zeitpunkt abgelaufen 

wäre. Denn jedenfalls seit diesem Zeitpunkt war die Beschwerdeführerin 

darüber im Bild, dass die Zollverwaltung die Ursprungsnachweise nach-

kontrolliert. Aus diesem Grund hätte sie seither nicht mehr in guten Glau-

ben Unterlagen vernichten dürfen, welche für die Präferenzbehandlung be-

weismässig von Bedeutung gewesen wären (vgl. zum guten Glauben bei 

der Vernichtung von Beweisdokumenten im Zusammenhang mit einer Prä-

ferenzbehandlung Urteil des BGer 2C_335/2007 vom 19. November 2007 

E. 3.4).  

A-5624/2018 

Seite 34 

Es erweist sich somit, dass die Beschwerdeführerin unter Berufung auf die 

Regelung der für Ursprungsnachweise vorgeschriebenen Mindestaufbe-

wahrungsdauer mangels deren Ablaufs zum relevanten Zeitpunkt von 

vornherein nichts zu ihren Gunsten ableiten kann. Das Vorbringen, es 

müssten nach Ablauf der Aufbewahrungsfrist andere Beweismittel als Ori-

ginalursprungsnachweise für den Nachweis des Vorliegens gültiger Ur-

sprungsnachweise zugelassen werden, kann unter diesen Umständen da-

hingestellt bleiben.  

11.4 Die Beschwerdeführerin macht ferner geltend, die Vorinstanz habe zu 

Unrecht E. 4.5 des Urteils des BGer 2A.539/2005 vom 12. April 2006 her-

angezogen. Zwischen dem damals vom Bundesgericht beurteilten Fall und 

dem vorliegend zu würdigenden Sachverhalt bestünden – so die Be-

schwerdeführerin – rechtserhebliche Unterschiede. Bei der Gegenstand 

des bundesgerichtlichen Verfahrens bildenden Konstellation habe nämlich 

der Zollpflichtige zunächst lediglich einen Antrag auf eine normale definitive 

Zollabfertigung gestellt, ohne eine Präferenzabfertigung zu verlangen. Das 

Bundesgericht habe beim betreffenden Fall erkannt, dass bei nicht recht-

zeitiger Geltendmachung einer Präferenzbegünstigung eine nachträgliche 

Präferenzbehandlung ausgeschlossen sei. Die entsprechenden Ausfüh-

rungen des Bundesgerichts seien aber nicht auf den vorliegenden Fall 

übertragbar, weil die Beschwerdeführerin schon bei den fraglichen Zollan-

meldungen die streitige Präferenzbegünstigung geltend gemacht habe.  

Mit diesen Ausführungen stösst die Beschwerdeführerin von vornhe-

rein ins Leere. Denn – wie dargelegt – besteht eine konstante, im vorlie-

genden Fall einschlägige neurechtliche Rechtsprechung, wonach eine Prä-

ferenzverzollung ausgeschlossen ist, wenn es im Zeitpunkt der Einfuhr an 

einem gültigen Ursprungsnachweis fehlte und kein Antrag auf provisori-

sche Verzollung gestellt wurde (vgl. E. 5.2.3). Inwieweit danebst das zum 

früheren Zollrecht ergangene Urteil des BGer 2A.539/2005 vom 12. April 

2006 einschlägig ist, spielt deshalb für den Ausgang des vorliegenden Ver-

fahrens keine Rolle.   

12.  

Dem Dargelegten zufolge fehlte es bei den vorliegend streitbetroffenen 

Einfuhren der Fallgruppen «[Land]» und «[Name]» im Zeitpunkt der jewei-

ligen (beantragten) definitiven Präferenzverzollung bzw. -veranlagung je-

weils am erforderlichen gültigen Ursprungsnachweis. Durch die damit ver-

bundenen objektiven Widerhandlungen gegen die Verwaltungsgesetzge-

A-5624/2018 

Seite 35 

bung des Bundes wurden Einfuhrabgaben zu Unrecht nicht entrichtet (aus-

führlich E. 9 hiervor; ob auch die Voraussetzungen für «Korrekturen von 

Veranlagungsverfügungen» im Sinne von Art. 99 ZV [vgl. E. 5.7] erfüllt wä-

ren, braucht unter diesen Umständen ebenso wenig geklärt zu werden, wie 

die Frage, ob diese Verordnungsbestimmung rechtskonform ist). Da die 

Beschwerdeführerin überdies bei den in Frage stehenden Importen unbe-

strittenermassen mindestens als Auftraggeberin im Sinne von Art. 70 

Abs. 2 ZG zu betrachten ist, hat sie die Vorinstanz zu Recht als subjektiv 

nachleistungspflichtig erklärt (E. 5.6.1 in fine).  

Zu prüfen bleibt im Folgenden, ob die erwähnten Nachforderungsansprü-

che verjährt sind.  

12.1 Die Widerhandlungen gegen die Verwaltungsgesetzgebung des Bun-

des, welche Grundlage der fraglichen Zollnachforderungen bilden, beste-

hen (in objektiver Hinsicht) in Zollhinterziehungen, da es bereits im Zeit-

punkt der Zollanmeldungen an gültigen Ursprungsnachweisen fehlte und 

die Zollanmeldungen damit unrichtig waren (E. 5.5). Da folglich (wiederum 

in objektiver Hinsicht) qualifizierte Übertretungen in Form von Hinterzie-

hungen von Abgaben nach Art. 11 Abs. 2 VStrR vorliegen, gilt für die Nach-

leistungspflicht im Sinne von Art. 12 VStrR – soweit es um den zu Unrecht 

nicht erhobenen Zoll geht – rechtsprechungsgemäss eine siebenjährige 

Verjährungsfrist (E. 5.6.2). Diese Frist war im Zeitpunkt des Erlasses der 

Nachforderungsverfügung der Zollkreisdirektion (20. Juli 2017) selbst in 

Bezug auf die älteste der hier streitbetroffenen Einfuhren aus den Jahren 

2011 bis 2015 noch nicht abgelaufen und ruht seit Erlass dieser Verfügung 

(vgl. E. 5.6.2).  

12.2 Die Verjährung der hier in Frage stehenden Pflicht zur Nachentrich-

tung von Einfuhrmehrwertsteuern richtet sich, da Steuerhinterziehungen im 

Sinne von Art. 96 Abs. 4 MWSTG in Frage stehen (E. 5.5), nach dem 

MWSTG, das ebenfalls eine Verjährungsfrist von sieben Jahren für die 

Festsetzung der Forderung kennt (E. 5.6.2). Die Nachbezugsverfügung 

wurde – wie erwähnt – am 20. Juli 2017 erlassen. Zu diesem Zeitpunkt war 

die siebenjährige Frist bzw. waren die siebenjährigen Fristen für die Fest-

setzung der in Frage stehenden Forderungen aus den Jahren 2011 bis 

2015 noch nicht abgelaufen.  

Die relativen Verjährungsfristen von fünf Jahren begannen jeweils im Zeit-

punkt des Eintritts der Fälligkeit der jeweiligen Zollschuld, also zeitgleich 

mit der Entstehung der Zollschuld im Zeitpunkt der Annahme der jeweiligen 

A-5624/2018 

Seite 36 

Zollanmeldung, zu laufen (vgl. E. 5.6.2 in fine). Da der – wie gesehen – als 

zahlungspflichtige Person zu qualifizierenden Beschwerdeführerin die Er-

öffnung einer Zollstrafuntersuchung mit Beschluss vom 20. Januar 2015 

mitgeteilt wurde (Akten Vorinstanz, act. 01.01.06 [in Ordner 3]; Zustellung 

am 21. Januar 2015), ruhten die seinerzeit bereits laufenden relativen Ver-

jährungsfristen ab dem Zeitpunkt dieser Mitteilung (und jedenfalls bis zur 

Einstellung dieser Strafuntersuchung; vgl. dazu die Einstellungsverfügung 

vom 11. April 2016 in Beschwerdebeilage 6). Alle fünfjährigen relativen Ver-

jährungsfristen in Bezug auf die hier streitbetroffenen Einfuhren wurden 

schliesslich im April 2016 unterbrochen, weil die Zollkreisdirektion der Be-

schwerdeführerin mit Schreiben vom 11. April 2016 (zugestellt am 20. April 

2016) im Sinne einer verjährungsunterbrechenden Einforderungshandlung 

mitteilte, dass sie die Nacherhebung von aufgrund zu Unrecht erfolgter 

Präferenzveranlagungen (sowie aufgrund von Falschtarifierungen) nicht 

entrichteten Einfuhrabgaben beabsichtige (vgl. Akten Vorinstanz, 

act. 10.01.01 [in Ordner 6] sowie vorn E. 5.6.2 in fine). Damit ist keine der 

fünfjährigen relativen Verjährungsfristen abgelaufen.  

Schliesslich ist die ab Entstehung der Einfuhrmehrwertsteuer laufende ab-

solute Frist von 15 Jahren (E. 5.6.2 in fine) bei den hier interessierenden 

Nachforderungen ebenfalls noch nicht verstrichen. 

12.3  

12.3.1 Es erweist sich somit, dass die von der Zollverwaltung erhobenen 

Zoll- und Einfuhrmehrwertsteuernachforderungen im Zusammenhang mit 

den zu Unrecht mit Präferenzabfertigung erfolgten Einfuhren der Fallgrup-

pen «[Land]» und «[Name]» noch nicht verjährt sind. Bei diesem Ergebnis 

muss es – wie im Folgenden aufgezeigt wird – selbst dann bleiben, wenn 

man die mit den vorstehenden Erwägungen nicht bereits implizit als unzu-

treffend gewürdigten Vorbringen der Beschwerdeführerin zur Verjährung 

berücksichtigt.  

12.3.2 Die Beschwerdeführerin macht insbesondere geltend, die Regelung 

von Art. 12 Abs. 4 VStrR, wonach die Leistungspflicht nicht verjährt, so-

lange die Strafverfolgung und die Strafvollstreckung nicht verjährt sind, 

könne vorliegend nicht zur Anwendung kommen, weil das Strafverfahren 

gegen die Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 11. April 2016 eingestellt 

worden sei und es somit an einer in objektiver sowie subjektiver Hinsicht 

gegebenen Übertretung fehle. 

A-5624/2018 

Seite 37 

Die Beschwerdeführerin verkennt mit diesem Vorbringen, dass Art. 12 

Abs. 4 VStrR nach ständiger Rechtsprechung bereits dann greift, wenn der 

objektive Tatbestand einer Widerhandlung erfüllt ist (vgl. dazu Urteil des 

BGer 2C_414/2013 vom 2. Februar 2014 E. 6.1, mit Hinweisen). Weil vor-

liegend – trotz der Einstellung des Strafverfahrens gegen die Beschwerde-

führerin – in objektiver Hinsicht Übertretungen in Form von Abgabehinter-

ziehungen vorliegen, kommt nicht nur diese Vorschrift, sondern – entgegen 

der Auffassung der Beschwerdeführerin (vgl. Beschwerde, S. 17) – auch 

Art. 11 Abs. 2 VStrR zur Anwendung, und zwar rechtsprechungsgemäss 

mit der Folge, dass für die Nachleistungspflicht in Bezug auf die Zölle eine 

siebenjährige Verjährungsfrist gilt (vgl. E. 5.6.2 Abs. 1 und E. 12.2).  

12.3.3 Die Beschwerdeführerin stellt sich weiter auf den Standpunkt, dass 

insoweit, als Art. 11 Abs. 2 VStrR vorliegend massgebend sein solle, ge-

mäss dem Wortlaut dieser Vorschrift eine fünfjährige, durch Unterbrechung 

nicht um mehr als die Hälfte hinausschiebbare Verjährungsfrist gelte. Ent-

gegen der Ansicht der Beschwerdeführerin ist jedoch vorliegend, soweit 

Art. 11 Abs. 2 VStrR greift, nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung von 

einer siebenjährigen Verjährungsfrist auszugehen. Diese siebenjährige 

Frist gilt insbesondere nicht – wie die Beschwerdeführerin behauptet (Be-

schwerde, S. 18) – nur für die «maximale Vollstreckungsverjährung». Dies 

ergibt sich aus folgenden Ausführungen des Bundesgerichts (Urteil des 

BGer 2C_414/2013 vom 2. Februar 2014 E. 6.2):  

«Gemäss Art. 11 Abs. 2 VStrR verjährt die Strafverfolgung (Art. 12 Abs. 4 

VStrR) in fünf Jahren, wenn die Übertretung in einer Hinterziehung oder Ge-

fährdung von Abgaben oder im unrechtmässigen Erlangen einer Rückerstat-

tung, Ermässigung oder eines Erlasses von Abgaben besteht; die Frist kann 

durch Unterbrechung um nicht mehr als die Hälfte hinausgeschoben werden. 

Sie ruht zudem nach Art. 11 Abs. 3 VStR bei Vergehen und Übertretungen 

während der Dauer eines Einsprache-, Beschwerde- oder gerichtlichen Ver-

fahrens über die Leistungs- oder Rückleistungspflicht.   

Ergänzend kommen auf das Verwaltungsstrafrecht die allgemeinen Bestim-

mungen des Strafgesetzbuches (StGB) zur Anwendung (Art. 2 VStrR). Auf-

grund des revidierten Art. 333 Abs. 6 lit. a StGB (in Kraft seit 1. Oktober 2002, 

AS 2002 2986), der gemäss seinem Absatz 1 auf das Nebenstrafrecht Anwen-

dung findet, würde die Frist von Art. 11 Abs. 2 VStrR das Doppelte (zehn 

Jahre) betragen. Da jedoch das Bundesgericht entschieden hat, dass die Ver-

jährungsfrist für Übertretungsstrafen nicht länger sein könne, als sie für Ver-

gehen gelte, die im gleichen Gesetz geregelt werden, findet die Verjährungs-

frist von sieben Jahren für Vergehen auch auf die Übertretungen im Verwal-

tungsstrafrecht Anwendung (Art. 97 Abs. 1 lit. c StGB, in Kraft seit 1. Januar 

2007, AS 2006 3459; BGE 134 IV 328 E. 2.1; Urteil 2C_185/2013 vom 16. Juli 

2013 E. 8: in ASA 82 S. 144 [Zusammenfassung]). Sie ruht gemäss Art. 11 

A-5624/2018 

Seite 38 

Abs. 3 VStrR bei Vergehen und Übertretungen während der Dauer eines Ein-

sprache-, Beschwerde- oder gerichtlichen Verfahrens über die Leistungs- oder 

Rückleistungspflicht (BGE 134 IV 328 E. 2.2). Die Regeln über die Unterbre-

chung und das Ruhen der Verfolgungsverjährung wurden mit Änderung des 

StGB vom 22. März 2002 zwar aufgehoben, doch wurde Art. 11 Abs. 3 VStrR 

davon ausgenommen (vgl. Art. 333 Abs. 6 lit. c StGB).»  

12.3.4 Aus dem vorstehenden Rechtsprechungszitat erhellt auch, dass die 

Beschwerdeführerin aus dem Wegfall von Tatbeständen der Verjährungs-

unterbrechung und des Stillstands in den Verjährungsbestimmungen des 

allgemeinen Strafrechts nichts zu ihren Gunsten ableiten kann. Die dies-

bezüglichen Vorbringen der Beschwerdeführerin (vgl. Beschwerde, 

S. 17 f.) entbehren somit jeder Grundlage.  

13.  

In Bezug auf die Einfuhren der Fallgruppe «Tarifierung» nimmt die OZD an, 

dass unrichtige Zollanmeldungen erfolgt seien, indem die Beschwerdefüh-

rerin Steinwaren (insbesondere «Bodenplatten aus Granit» und Stelen aus 

Granit) jeweils fälschlicherweise unter die Tarifnummer 6801.0000 statt un-

ter eine Unternummer der Tarifnummer 6802 eingereiht und damit falsch 

verzollt habe.  

Wie hiervor ausgeführt (E. 5.2.6 und 11.2), kann die Beschwerdeführerin 

aus ihrem Vorbringen, sie habe im Zeitraum von 2011 bis 2015 unzählige 

Male Einfuhren in der Art derjenigen der Fallgruppe «Tarifierung» getätigt, 

ohne dass es zu Beanstandungen seitens der Zollverwaltung gekommen 

sei, nichts zu ihren Gunsten ableiten.  

Davon abgesehen ist zu Recht unbestritten, dass die Beschwerdeführerin 

nach Art. 12 VStrR zur Nachleistung nicht entrichteter Zölle und Einfuhr-

mehrwertsteuern verpflichtet wäre, wenn in den fraglichen Zollanmeldun-

gen, welche zu antragsgemässen Veranlagungen geführt haben, tatsäch-

lich statt der Tarifnummer 6801.0000 die gegebenenfalls jeweils einschlä-

gige Unternummer der Tarifnummer 6802 (mit einem höheren Zollansatz 

als bei der Nummer 6801.0000) hätte angegeben werden müssen (vgl. E. 9 

und 12 in initio hiervor; was die Verjährung der entsprechenden Nachleis-

tungspflicht betrifft, gelten die hiervor zu den Fallgruppen «[Land]» und 

«[Name]» angestellte E. 12 ebenfalls sinngemäss). Streitig und zu klären 

bleibt damit einzig, ob die von der Beschwerdeführerin vorgenommene Ta-

rifeinreihung richtig war.  

A-5624/2018 

Seite 39 

14.  

14.1 Dem Gebrauchstarif (E. 4.1) war im Zeitraum der strittigen Einfuhren 

im Zusammenhang mit den genannten Tarifnummern (soweit hier interes-

sierend) das Folgende zu entnehmen: 

68 Waren aus Steinen, Gips, Zement, Asbest, Glimmer 

oder ähnlichen Stoffen   

6801.0000 Pflastersteine, Bordsteine und Pflasterplatten, aus 

Naturstein (ausgenommen Schiefer) 

6802 Bearbeitete Werk- oder Hausteine (andere als Schie-

fer) und Waren daraus, ausgenommen solche der 

Nr. 6801; Würfel, Steinchen und ähnliche Waren für 

Mosaike, aus Naturstein (einschliesslich Schiefer), 

auch auf Unterlage; Körner, Splitter und Pulver von 

Naturstein (einschliesslich Schiefer), künstlich ge-

färbt:  

6802.1000 - Fliesen, Würfel, Steinchen und ähnliche Waren, auch in 

anderer als quadratischer oder rechteckiger Form, deren 

grösste Fläche in ein Quadrat mit einer Seitenlänge von 

weniger als 7 cm eingelegt werden kann; Körner, Splitter 

und Pulver, künstlich gefärbt  

- andere Werk- oder Hausteine und Waren daraus, ledig-

lich behauen oder gesägt und mit ebenen, glatten Flä-

chen:  

6802.2100  - - Marmor, Travertin und Alabaster 

6802.2300  - - Granit  

6802.2900  - - andere Steine  

- andere:  

6802.9100   - - Marmor, Travertin und Alabaster  

6802.9200         - -   andere Kalksteine  

6802.9300        - -   Granit 

A-5624/2018 

Seite 40 

6802.9900        - -   andere Steine  

14.2 Die Erläuterungen zu Kapitel 68 (zur Bedeutung der Erläuterungen 

E. 4.5) hielten unter der Nummer 6801 (soweit vorliegend relevant) Folgen-

des fest:  

«Pflastersteine, Bordsteine und Pflasterplatten, aus Naturstein (ausge-

nommen Schiefer) 

Hierher gehören Natursteine (z.B. Sandsteine, Granit, Porphyr), andere als 

Schiefer, in Formen wie sie üblicherweise zum Pflastern oder Einfassen von 

Strassen, Bürgersteigen und andern dem Verkehr dienenden Bodenflächen 

gebraucht werden, auch wenn sie für andere Zwecke verwendbar sind. […]» 

14.3 Als Ergänzung der Zollverwaltung zum Entscheid Nr. 3168.20.2000.2 

über Warentarifierungen zum Zolltarif (im Internet abrufbar unter 

www.tares.ch, zu finden über den Link «Entscheide») findet sich folgender 

Passus: 

«N.B. In die TN 6801.0000 gehören nur Platten zum Pflastern von Strassen 

und Plätzen sowie anderen dem Verkehr (öffentlich oder privat) dienenden 

Bodenflächen. Die Dicke solcher Platten ist in der Regel über 6 cm.»  

14.4 Gemäss den schweizerischen Erläuterungen zu Kapitel 68 gehören 

zu den Nummern 6802.2100 bis 6802.2900 «Werksteine und Waren dar-

aus (einschliesslich Warenrohlinge), lediglich behauen oder gesägt, die 

eine oder mehrere ebene oder glatte Flächen haben; diese letzteren kön-

nen mit dem Spitz-, Stock- oder Scharriereisen bearbeitet worden sein». 

Abfasungen und Abrundungen zum Brechen scharfer Kanten und Ecken 

werden nach diesen Erläuterungen noch toleriert.  

Zu den Zolltarifnummern 6802.9100 bis 6802.9900 zählen gemäss diesen 

Erläuterungen ausser Waren, deren Oberfläche vollständig oder teilweise 

poliert ist, namentlich Waren, deren Oberfläche ganz oder teilweise geho-

belt, gesandelt, fein oder grob geschliffen ist.   

15.   

15.1 Die Vorinstanz hat im angefochtenen Beschwerdeentscheid eine mit 

Zollanmeldung Nr. ***1 vom 5. April 2011 erfolgte Einfuhr als repräsentati-

ves Beispiel für sämtliche vorliegend mit Blick auf die Tarifeinreihung strei-

tigen Importe betrachtet. Es rechtfertigt sich deshalb, zunächst aus-

schliesslich auf diese Einfuhr einzugehen:  

A-5624/2018 

Seite 41 

In Bezug auf die Einfuhrzollanmeldung Nr. ***1 vom 5. April 2011 und die 

zugehörige Rechnung legte die OZD dar, dass und weshalb ihrer Auffas-

sung nach die im Rahmen der entsprechenden Einfuhr importierten Bo-

denplatten und Stelen zu Unrecht der Tarifnummer 6801.0000 statt den 

Tarifnummern 6802.9300 (Bodenplatten) bzw. 6802.2300 (Stelen) zuge-

ordnet wurden (vgl. E. 7.6 ff. des angefochtenen Beschwerdeentscheids). 

Hinsichtlich der Bodenplatten hielt die OZD dabei insbesondere für ent-

scheidend, dass diese aufgrund ihrer Dicke von lediglich 3 cm nicht als 

zum Pflastern oder Einfassen von Strassen, Bürgersteigen sowie anderen 

dem Verkehr dienenden Bodenflächen geeignet seien. Zu den Stelen er-

klärte die OZD, die auf der Rechnung (jedoch eben nicht auf der Einfuhr-

zollanmeldung) ausgewiesene Tarifnummer 6802.2300 sei zutreffend.  

15.2  

15.2.1 Die im Rahmen der genannten Zollanmeldung vom 5. April 2011 als 

«Pflastersteine aus Granit» unter der Zolltarifnummer 6801.0000 zur Ein-

fuhr angemeldeten Waren sind in der aktenkundigen «Zollrechnung» ***8