# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 647f6262-9ce3-5cb7-864c-d3f6cb42bc89
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2008-06-27
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 27.06.2008 UV 2007/109
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2007-109_2008-06-27.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2007/109

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 05.05.2020

Entscheiddatum: 27.06.2008

Entscheid Versicherungsgericht, 27.06.2008
Art. 6 UVG; Art. 4 ATSG: Leistungspflicht bei einer Leistenhernie; 
Unfallbegriff. Leistungspflicht i.c. verneint, da mangels Vorliegens des 
ungewöhnlichen äusseren Faktors kein Unfallgeschehen vorliegt, das 
geeignet ist, eine Bruchverletzung zu bewirken (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 27. Juni 2008, UV 
2007/109).

Präsident Martin Rutishauser, Versicherungsrichter Joachim Huber und 

Versicherungsrichterin Lisbeth Mattle Frei; a.o. Gerichtsschreiberin Barbara Köpfli

Entscheid vom 27. Juni 2008

in Sachen

H.___,

Beschwerdeführer,

gegen

AXA Versicherungen AG, General Guisan-Str. 40, Postfach 357, 8401 Winterthur,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Versicherungsleistungen

Sachverhalt:

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A.         

Der 1974 geborene H.___ war als Trainer beim A.___ tätig und dadurch bei der "AXA 

Winterthur" (nachfolgend: AXA) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert, 

als er am 6. März 2007 eine Skipiste mit Salz präparierte und beim Tragen resp. 

Anheben eines Salzsackes mit dem rechten Bein in ein 50 cm tiefes Schneeloch 

einbrach. Dabei verspürte er einen reissenden Schmerz im Bereich der rechten Leiste 

(UV-act. A 3, A 7, A 10, M 4). Dr. med. B.___ diagnostizierte am 9. März 2007 einen 

rechtsseitigen Leistenbruch (Leistenhernie; Inguinalhernie) mit Scrotalhernie (UV-act. M 

1). Am 15. März 2007 unterzog sich H.___ im Spital Grabs einer Herniotomie nach 

Shouldice und einer Omentumteilresektion (UV-act. M 2, M 3).

B.        

Mit Verfügung vom 30. Mai 2007 verneinte die AXA ihre Leistungspflicht. Es liege kein 

Unfall im Rechtssinn vor; die Verursachung des Leistenbruchs könne gemäss ärztlicher 

Beurteilung nicht auf das Ereignis vom 6. März 2007 zurückgeführt werden (UV-act. 

A 9). Die gegen diese Verfügung erhobene Einsprache des Versicherten wies die AXA 

mit Einspracheentscheid vom 24. Oktober 2007 ab (UV-act. A 17). Die 

Beschwerdegegnerin stützt sich in ihrer Begründung auf die Stellungnahme ihres 

beratenden Arztes vom 13. Juni 2007, Dr. med. C.___, Facharzt FMH für Innere 

Medizin/Geriatrie, wonach eine Druckerhöhung allein nicht ausreiche, um einen 

Leistenbruch zu verursachen. Voraussetzung für einen Leistenbruch sei eine Lücke in 

der Bauchwand. Diese sei als anlagebedingt anzusehen und in der Regel nicht als 

Folge einer hebebedingten Druckerhöhung intraabdominal bzw. eines Einsinkens in ein 

Schneeloch (UV-act. M 5).

C.        

C.a   Gegen diesen Entscheid richtet sich die Beschwerde vom 31. Oktober 2007 mit 

den sinngemässen Anträgen, die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, das Ereignis 

vom 6. März 2007 als Unfall anzuerkennen und die daraus resultierenden gesetzlichen 

Versicherungsleistungen zu erbringen (act. G 1).

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C.b In der Beschwerdeantwort vom 20. Februar 2008 beantragt die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung führt sie im 

Wesentlichen aus, dass im vorliegenden Fall die von der höchstrichterlichen 

Rechtsprechung entwickelten Kriterien für die ausnahmsweise Anerkennung einer 

Leistenhernie als Unfallfolge nicht erfüllt seien. Ein Fehltritt in ein 50 cm tiefes 

Schneeloch während des Hebens eines Salzsackes ermögliche an sich nicht, dass 

aufgrund der sogenannten Bauchpresse eine eingeklemmte Hernie entstehen könne 

(act. G 7). Laut Stellungnahme des beratenden Arztes vom 15. Februar 2008, Dr.  med. 

D.___, Facharzt für Innere Medizin und Rheumatologie FMH, sei der Leistenbruch 

geraume Zeit vor dem Ereignis vom 6. März 2007 im Sinn eines krankhaften Prozesses 

in Gang gekommen (UV-act. M 6).

C.c   Mit Replik vom 3. März 2008 hält der Beschwerdeführer sinngemäss an seinen 

Anträgen fest. Es sei ihm unverständlich, weshalb behauptet werde, der Leistenbruch 

sei nicht am Unfalltag entstanden. Nach dem Ereignis sei eine Wölbung hervorgetreten 

und er habe sofort starke Schmerzen im Bauchbereich verspürt. Zudem habe er vorher 

nie irgendwelche ähnliche Beschwerden gehabt (act. G 9).

Erwägungen:

1.         

Streitig und zu prüfen ist, ob der beim Beschwerdeführer diagnostizierte Leistenbruch 

einen Unfall im Sinn des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; 

SR 832.20) darstellt und somit eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin auslöst.

2.         

Hinsichtlich der Parteibezeichnung der Beschwerdegegnerin ist darauf hinzuweisen, 

dass die "Winterthur" im Juni 2007 die "AXA compagnie d'assurance", Lausanne, 

übernommen hat und dass sie seit dem Zusammenschluss mit der "AXA" unter der 

Marke "AXA Winterthur" auftritt. Rechtsträgerin von Leistungen zu Gunsten und zu 

Lasten der "AXA Winterthur" ist seit dem 19. März 2008 die "AXA Versicherungen 

AG" (vormals "Winterthur Schweizerische Versicherungsgesellschaft") mit Sitz in 

Winterthur.

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3.         

3.1    Nach Art. 6 Abs. 1 UVG werden die Leistungen der Unfallversicherung bei 

Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz 

nichts anderes bestimmt. Als Unfall gilt die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende 

Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die 

eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit oder den Tod zur 

Folge hat (Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Die ersten vier Tatbestandsmerkmale 

umschreiben das Ereignis, welches stattgefunden und zum fünften Merkmal 

(Gesundheitsschaden oder Tod) geführt hat. Sämtliche Tatbestandsmerkmale müssen 

kumulativ erfüllt sein, damit ein Unfall im Rechtssinn vorliegt. Die Ursache muss kausal 

für die entsprechende Folge sein (Thomas Locher, Grundriss des 

Sozialversicherungsrechts, 3. Aufl., Bern 2003, S. 112, Rz. 3).

3.2    Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. 

Danach hat die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht von Amtes wegen für 

die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. 

Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über die 

Rechte und Pflichten so oder anders zu entscheiden ist. Die Verwaltung bzw. das 

Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem 

Bestehen überzeugt sind. Sie haben ihren Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas 

Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den 

Beweisanforderungen nicht. Die Verwaltung und das Gericht haben vielmehr jener 

Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die sie von allen möglichen Geschehensabläufen als 

die wahrscheinlichste würdigen (BGE 125 V 195 Erw. 2 mit Hinweisen).

3.3    Für das Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der Grundsatz der 

freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die urteilenden Instanzen 

die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 

pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig davon, von wem sie 

stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren 

Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. 

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Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die 

streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die 

geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese 

abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in 

der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen 

der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 Erw. 3a mit Hinweisen).

4.         

4.1    Die Beschwerdegegnerin macht im Einspracheentscheid geltend, aufgrund des 

nicht erfüllten Kriteriums der Plötzlichkeit handle es sich beim Leistenbruch nicht um 

einen Unfall im Rechtssinn (act. G 1.1). Diesbezüglich ist anzumerken, dass die Frage, 

ob eine Hernie unfallkausal sei, praxisgemäss nach dem Kriterium des ungewöhnlichen 

äusseren Faktors zu prüfen ist. Das Merkmal der Ungewöhnlichkeit bezieht sich dabei 

nur auf den äusseren Faktor selbst, nicht aber auf dessen Wirkung auf den 

menschlichen Körper (vgl. Rumo-Jungo, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, in: 

Murer/Stauffer (Hrsg.), Rechtsprechung des Bundesgerichts zum 

Sozialversicherungsrecht, 3. Aufl., Zürich 2003, S. 28).

4.2    Bauch- und Unterleibsbrüche – dazu gehören auch Leistenbrüche – sind nach 

medizinischer Erfahrung in der Regel krankheitsbedingte Leiden und nur in seltenen 

Ausnahmefällen Unfallfolge (Mollowitz, Der Unfallmann, 11. Aufl., Berlin 1993, S. 92; 

Rossetti, Traumatische Schäden von Magen-Darm-Kanal und Peritonealhöhle, in: Baur/

Nigst, Versicherungsmedizin, 2. Aufl., Bern 1985, S. 285 f.).

4.2.1             Es kann sich um eine Unfallfolge handeln, wenn der Bruch durch eine 

gewaltsame, von aussen kommende Einwirkung entstanden ist, wenn auf 

mechanischem Weg (Stich, Schlag, Stoss o.ä.) sofort eine Körperverletzung bewirkt 

wird, die in unmittelbarem zeitlichen Zusammenhang ohne weitere unnatürliche 

Geschehnisse zum Auftreten des Bruches führt. Die Folgen der geforderten 

gewaltsamen Einwirkung zeigen sich klinisch zweifelsfrei in erheblichem 

Sofortschmerz, Schock oder Kollaps, Arbeitsunfähigkeit und Inanspruchnahme 

ärztlicher Hilfe. Bei einer Operation lassen sich zudem Gewebezerstörungen mit 

Blutungen feststellen. Bauch- und Unterleibsbrüche, die im Zusammenhang mit einer 

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behaupteten Kraftanstrengung durch Erhöhung des Bauchinnendrucks entstanden sein 

sollen, genügen diesen Anforderungen nicht. Schädigungen, die durch eine erhöhte 

Kraftanstrengung bewirkt werden, sind vielmehr ausschliesslich an den Gliedmassen 

und der Wirbelsäule lokalisiert. Die gewaltsame, von aussen kommende Einwirkung 

allein belegt die unfallmässige Entstehung eines Leistenbruchs nicht, erforderlich sind 

zusätzliche Spuren einer gewaltsamen Einwirkung, wie ein akuter traumatischer 

Muskelriss mit erheblichen Schmerzen oder ein Hämatom (Mollowitz, a.a.O., S. 91 f.). 

Ein Leistenbruch kann somit nur als unfallbedingt qualifiziert werden, wenn anlässlich 

eines bestimmten einmaligen Ereignisses (Überanstrengung, unkoordinierte Bewegung, 

Sturz, Druck von aussen, usw.) ein angeborener Bruchsack erstmalig und plötzlich mit 

Eingeweiden gefüllt wurde (Urteil des Bundesgerichts vom 10. Januar 2008, 

8C_601/2007, Erw. 2.1 mit Hinweis auf EVGE 1951 S. 147 und S. 149 f.). Ob der 

Beschwerdeführer einen angeborenen Bruchsack hatte, kann offen bleiben. 

Massgebend ist, dass sich der Beschwerdeführer erst drei Tage nach dem Ereignis 

vom 6. März 2007 in ärztliche Behandlung begeben hat, und dass für diesen 

dreitägigen Zeitraum keine Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen ist (act. M 1). Nach 

Angaben des Beschwerdeführers seien die Bauchschmerzen zudem nur bei längerem 

Stehen aufgetreten (act. M 5). Somit ist bei dieser Aktenlage davon auszugehen, dass 

sich der Bruchsack nicht plötzlich mit Eingeweiden gefüllt haben kann, da dieser 

Vorgang schwer wiegende Symptome ausgelöst haben müsste.

4.2.2             Kein Unfall liegt vor, wenn eine körperliche Anstrengung nur wegen 

bestehender krankhafter Veränderungen zu körperlichen Schädigungen führt, weil sich 

eine innere Ursache auswirkt, während der äussere, oft harmlose Anlass bloss den 

pathologischen Faktor manifest werden lässt (BGE 116 V 139 Erw. 3b mit Hinweisen). 

Laut Austrittsbericht des Spitals Grabs hat sich bei der Operation ein sehr 

ausgeprägter Befund präsentiert (UV-act. M 12). Dem Operationsbericht ist zu 

entnehmen, dass aufgrund der nicht mehr reponierbaren Scrotalhernie eine operative 

Sanierung durchgeführt worden sei. Bei der aufwändigen Operation seien 

Samenstranggebilde mit dem Bruchsack verklebt gewesen; im Bereich des 

Bruchsackes seien zudem Anteile des Netzes (Omentum majus) teilweise verklebt 

gewesen. Diese adhärenten Teile seien chirurgisch gelöst worden (UV-act. M 3). Nach 

Dr.  C.___s Einschätzung sind dies klare Zeichen dafür, dass sich Wochen oder Monate 

vor dem Ereignis vom 6. März 2007 bereits der Prozess der Hernienbildung abgespielt 

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haben muss (UV-act. M 5). Der Fehltritt in ein Schneeloch beim Heben eines 

Salzsackes sei nicht geeignet, eine Leistenhernie traumatisch zu verursachen. Es sei 

aber möglich und glaubhaft, dass der Versicherte erst nach dieser Manipulation mit 

dem Salzsack wahrgenommen habe, dass sich im Hodensack Gewebe befunden habe, 

das vorher nicht wahrgenommen wurde (UV-act. M 6). Dr. C.___ führt weiter aus, als 

begünstigende Faktoren für das Auftreten einer – wie in diesem Fall – nicht mehr 

reponierbaren Hernie kämen einerseits Narben in der Bauchwand, anderseits eine 

intraabdominale Druckerhöhung in Frage, wie sie auch im Rahmen schwerer 

körperlicher Arbeit vorkämen. Aus medizinischer Sicht sei es nach seiner Einschätzung 

möglich, dass es aufgrund der anstrengungsbedingten Druckerhöhung im Bauchraum 

zu einem Austreten von normalerweise intraabdominalen Strukturen in den 

Leistenkanal gekommen sei. Eine intraabdominale Druckerhöhung stelle jedoch kein 

aussergewöhnliches Ereignis dar, da es bei jedem Husten, jeder Stuhlentleerung, 

jedem Heben von Lasten und anderen Ereignissen zu einer Druckerhöhung komme. 

Eine Druckerhöhung allein reiche nicht aus, um den Bruch zu verursachen, da die 

Voraussetzung dafür eine Lücke in der Bauchwand sei, welche vor allem bei Männern 

sehr häufig vorkomme. Diese sei als anlagebedingt anzusehen und sei in der Regel 

nicht Folge einer hebebedingten Druckerhöhung intraabdominal bzw. eines Einsinkens 

in ein Schneeloch (UV-act. M5). In einem von der Beschwerdegegnerin nachträglich 

eingeholten Bericht vom 15. Februar 2007 hielt Dr. D.___ fest, jede Inguinalhernie setze 

eine Prädisposition im Sinn einer lokalen Schwäche des Bindegewebes voraus. Dass 

die Erweiterung der Bruchpforte eintrete und sich ein offensichtlicher Verlust von 

Darmschlingen in den Hodensack – wie vorliegend – einstelle, setze voraus, dass die 

Bauchpresse stark erhöht werde. Dies geschehe durch Kraftanstrengungen, welche 

ausserordentlich und mit mehr Druck auf die ganze Bauchmuskulatur erfolgen 

müssten, als dies hier der Fall gewesen sei. Ein Fehltritt in ein 50 cm tiefes Schneeloch 

beim Heben eines Salzsackes ermögliche nicht, dass aufgrund der sogenannten 

Bauchpresse eine eingeklemmte Hernie entstehen könne (UV-act. M 6). Das Ereignis 

vom 6. März 2007 war mithin mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht geeignet, 

den diagnostizierten Leistenbruch zu verursachen. Sowohl gemäss Operationsbericht 

als auch gemäss Stellungnahmen der beratenden Ärzte der Beschwerdegegnerin ist 

von einem vorbestehenden Krankheitsbild auszugehen, das durch den Fehltritt akut 

geworden ist.

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4.3    Zusammenfassend ist festzuhalten, dass das Unfallmerkmal der 

Ungewöhnlichkeit nicht bejaht werden kann. Somit liegt kein Unfall im Rechtssinn vor. 

Die Beschwerdegegnerin hat ihre Leistungspflicht aufgrund der nicht unfallbedingten 

Leistenhernie zu Recht abgelehnt.

5.         

Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, er sei bis zum besagten Ereignis 

beschwerdefrei gewesen, ist festzuhalten, dass nach der Formel "post hoc ergo 

propter hoc" eine gesundheitliche Schädigung nicht schon deshalb als durch einen 

Unfall verursacht gilt, weil sie nach diesem aufgetreten ist (BGE 119 V 335 Erw. 2b/bb). 

Anhaltspunkte dafür, dass der Vorfall zur Manifestierung einer vorbestandenen Hernie 

geführt hat, ergeben sich aus den widerspruchsfreien ärztlichen Stellungnahmen. 

Sowohl die Ausführungen von Dr. C.___ als auch diejenigen von Dr. D.___ basieren auf 

den relevanten Vorakten und einer umfassenden Würdigung des medizinischen 

Sachverhaltes. Des Weiteren halten beide Ärzte in schlüssiger und nachvollziehbarer 

Weise fest, weshalb der Leistenbruch des Beschwerdeführers nicht auf das Geschehen 

vom 6. März 2007 zurückzuführen ist. Darauf ist abzustützen.

6.         

Im Sinne der obenstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. 

Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1.        Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.        Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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