# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 47c138f7-0073-54c5-bd5b-fe0d597bf68c
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2008-04-22
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 22.04.2008 UV 2007/99
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2007-99_2008-04-22.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2007/99

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 04.05.2020

Entscheiddatum: 22.04.2008

Entscheid Versicherungsgericht, 22.04.2008
Art. 6 UVG: vorübergehende Verschlimmerung einer vorbestandenen 
degenerativen Gesundheitsschädigung im Bereich der LWS nach Sturz auf 
den Rücken (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen 
vom 22. April 2008, UV 2007/99). Bestätigt durch Urteil des Bundesgerichts 
8C_448/2008.

Vizepräsident Joachim Huber, Versicherungsrichterinnen Christiane Gallati Schneider 

und Marie-Theres Rüegg Haltinner; Gerichtsschreiberin Susanne Bertschler

Entscheid vom 22. April 2008

in Sachen

G.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Bernhard Zollinger, Rämistrasse 5, Postfach 462, 

8024 Zürich,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358, 

6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

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Versicherungsleistungen

Sachverhalt:

A.         

A.a    Der 1957 geborene G.___ war seit 1. Januar 1996 bei der A.___ als Hilfsarbeiter 

und Maschinist im Tiefbau angestellt und in dieser Eigenschaft bei der 

Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) gegen die Folgen von Unfällen und 

Berufskrankheiten versichert. Am 2. Oktober 1999 wurde er wegen einer lumbalen 

Diskushernie L5/S1 in der Klinik für Neurochirurgie des Kantonsspitals St. Gallen 

(KSSG) operiert (Suva-act. 4, 5). Die Operationskosten gingen zu Lasten des 

Krankenversicherers (Suva-act. 6). Am 29. Januar 2004 glitt der Versicherte auf einem 

eisigen Vorplatz aus und fiel auf den Rücken (Suva-act. 1a). Am 30. Januar 2004 

suchte der Versicherte seinen Hausarzt, Dr. med. B.___, Innere Medizin FMH, auf. Im 

Arztzeugnis vom 28. April 2004 erhob dieser die Befunde eines lumbalen Hartspanns 

sowie einer Prellmarke lumbal mit einem Hämatom von 5 cm und stellte die Diagnose 

einer lumbalen Kontusion. Im Weiteren attestierte Dr. B.___ ab 29. Januar 2004 eine 

100%ige Arbeitsunfähigkeit (Suva-act. 1b). Die vom Hausarzt zwischenzeitlich beim 

Röntgeninstitut Dr. med. C.___ in Auftrag gegebene und am 17. Febraur 2004 

durchgeführte vertebro-spinale Kernspintomographie (Th 10-S3) hatte keine ossäre 

Läsion ergeben. Erhoben wurde aber eine ausgeprägte Osteochondrose L5/S1 mit 

dorsaler Spondylose, jedoch ohne Nachweis einer Rezidivdiskushernie. Hingegen fand 

sich eine Hernie median auf Höhe L4/L5, welche leicht nach kaudal luxierte mit 

Einengung des Spinalkanals und bilateraler recessaler Einengung sowie begleitenden 

hypertrophierenden Spondylarthrosen L4/L5, weniger auch im Bereich L5/S1 und L3/

L4 (Suva-act. 2). Die Suva erbrachte für den Unfall vom 29. Januar 2004 

Taggeldleistungen und kam für die Heilungskosten auf. Nach Durchführung von 

ärztlichen Untersuchungen in der Klinik für Neurochirurgie (Suva-act. 10) sowie der 

Klinik für Neurologie des KSSG (Suva-act. 18, 19), eines stationären Aufenthalts in der 

Klinik Valens vom 11. bis 21. Oktober 2004 (Suva-act. 30) sowie nach Einholung einer 

kreisärztlichen Stellungnahme von Dr. med. D.___ (Suva-act. 35) eröffnete die Suva 

dem Versicherten mit Verfügung vom 13. Dezember 2004, dass gestützt auf die 

vorliegenden Unterlagen - was vor allem die aktuellen radiologischen Befunde 

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nachgewiesen hätten - die heute bestehenden Rückenschmerzen nicht mehr 

unfallbedingt, sondern ausschliesslich auf die degenerativen (krankhaften) 

Veränderungen der Wirbelsäule zurückzuführen seien. Was die Unfallfolgen anbelange, 

müsse der Fall deshalb per 31. Dezember 2004 abgeschlossen und müssten die 

Leistungen (Taggeld und Heilkosten) eingestellt werden (Suva-act. 36). Die gegen diese 

Verfügung am 13. Januar 2005 erhobene Einsprache (Suva-act. 39) wies die Suva - im 

wesentlichen unter Hinweis auf die Beurteilung von Dr. D.___ vom 6. Dezember 2004 

(Suva-act. 35) - mit Einspracheentscheid vom 8. Februar 2005 ab (Suva-act. 42). Die 

gegen diesen Einspracheentscheid von Rechtsanwalt Dr. iur. R. Ilg, Zürich, für den 

Versicherten am 10. Mai 2005 eingereichte Beschwerde mit den Anträgen, die 

angefochtene Verfügung sei aufzuheben, es seien dem Beschwerdeführer die vollen 

Taggeldleistungen/Heilkosten für eine Arbeitsunfähigkeit von 100% auch weiterhin 

auszurichten, im Weiteren sei auch die Ausrichtung einer Übergangsrente zu prüfen 

und zu verfügen, da berufliche Massnahmen und Arbeitsvermittlung beantragt worden 

seien, und eventualiter sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, eine angemessene 

Rente und Integritätsentschädigung auszurichten, unter Kosten- und 

Entschädigungsfolge, hiess das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen mit 

Entscheid vom 8. März 2006 in dem Sinn gut, dass der Einspracheentscheid vom 8. 

Februar 2005 aufgehoben und die Angelegenheit zur weiteren Abklärung im Sinne der 

Erwägungen und zu anschliessender Neuverfügung an die Suva zurückgewiesen wurde 

(Suva-act. 45).

A.b   Am 20. Februar 2007 legte Dr. med. E.___, Wirbelsäulenzentrum am Rosenberg, 

das am 7. November 2006 von der Suva in Auftrag gegebene Gutachten vor (Suva-act. 

56, 65).

A.c    Mit Verfügung vom 9. Mai 2007 eröffnete die Suva dem Rechtsvertreter des 

Versicherten, dass das Gutachten von Dr. E.___ ihre seinerzeitige Beurteilung 

bestätige. Nach Angaben von Dr. E.___ sei der Status quo sine, d.h. der Zustand, der 

sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf des krankhaften Vorzustandes auch ohne 

Unfall eingestellt hätte, per Ende 2004 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit wieder 

erreicht gewesen. Per 1. Januar 2005 spiele der Unfall vom 29. Januar 2004 keine 

wesentliche Rolle mehr, d.h. die weiterbestehende Arbeitsunfähigkeit/Behandlung sei 

auf vorbestehende, degenerative (krankhafte) Veränderungen zurückzuführen. Was die 

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Unfallfolgen anbelange, müsse der Fall deshalb per 31. Dezember 2004 abgeschlossen 

und müssten die Leistungen (Taggeld und Heilkosten) eingestellt werden (Suva-act. 

68).

B.        

Die gegen diese Verfügung am 11. Juni 2007 erhobene Einsprache (Suva-act. 69) wies 

die Suva mit Einspracheentscheid vom 27. Juli 2007 ab (Suva-act. 72).

C.        

C.a   Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die von Rechtsanwalt lic. iur. B. 

Zollinger, Zürich, für den Versicherten erhobene Beschwerde vom 14. September 2007. 

Der Rechtsvertreter beantragt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben. Es seien 

dem Beschwerdeführer die vollen Taggelder/Heilkosten für eine Arbeitsunfähigkeit von 

100% auch weiterhin auszurichten. Eventualiter sei die Beschwerdegegnerin zu 

verpflichten, weitere Abklärungen vorzunehmen, unter Kosten- und 

Entschädigungsfolge. Zur Begründung wurde geltend gemacht, es sei aktenkundig, 

dass der Beschwerdeführer vor dem Unfall voll arbeitsfähig gewesen sei, wenn auch 

nicht ganz beschwerdefrei. Der behandelnde Hausarzt Dr. B.___ attestiere dem 

Beschwerdeführer seit dem Unfall eine ununterbrochene 100%ige Arbeitsunfähigkeit, 

die ihren Ursprung im Unfallgeschehen habe. Dennoch verzichte die 

Beschwerdegegnerin auf die Einholung eines zusätzlichen Gutachtens von Dr. B.___. 

Erstaunlich sei ausserdem, dass zwischen dem Entscheid des Versicherungsgerichts 

und dem Gutachten von Dr. E.___ beinahe ein Jahr vergangen sei, womit dessen 

Zuverlässigkeit fraglich sei. Dr. B.___ empfehle angesichts der widersprechenden 

Arztmeinungen die Einholung eines zusätzlichen polydisziplinären Gutachtens beim 

KSSG. Die Beschwerdegegnerin habe den vorliegenden Schadenfall daher 

offensichtlich basierend auf einer ungenügenden Sachverhaltsabklärung und zur Unzeit 

abgeschlossen.

C.b In der Beschwerdeantwort vom 4. Oktober 2007 beantragt die 

Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde. Auf die Begründung des Antrags 

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wird - soweit erforderlich - in den nachfolgenden rechtlichen Erwägungen 

eingegangen.

C.c   Mit Replik vom 26. Oktober 2007 hält der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers 

an seinen Anträgen und Standpunkten fest. Die Beschwerdegegnerin hat auf die 

Einreichung einer Duplik verzichtet.

Erwägungen:

1.         

1.1    Die Leistungspflicht des Unfallversicherers gemäss Art. 6 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) setzt voraus, dass 

zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, 

Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ob zwischen dem schädigenden 

Ereignis und dem Gesundheitsschaden ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, 

beurteilt sich nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit; die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs 

genügt für die Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 177; BGE 119 

V 337 E. 1 mit Hinweisen). Wie der leistungsbegründende natürliche 

Kausalzusammenhang muss auch der Wegfall eines ursächlichen Zusammenhangs 

zwischen dem Unfallereignis und den bestehenden Beschwerden mit dem Beweisgrad 

der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Weil es sich dabei um eine 

anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast - anders als bei der Frage, 

ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht 

beim Versicherten, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45, 1994 

Nr. U 206 S. 328). Wird durch einen Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert 

oder überhaupt erst manifest, entfällt die Leistungspflicht des Unfallversicherers, wenn 

entweder der (krankhafte) Zustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat 

(Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, der sich nach dem schicksalsmässigen 

Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne den Unfall früher oder später 

eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b, 1992 

Nr. U 142 S. 75 E. 4b, je mit Hinweisen). Im Rahmen der Prüfung des Dahinfallens der 

Leistungspflicht des Unfallversicherers genügt es für die Bejahung des fortbestehenden 

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natürlichen Kausalzusammenhangs, wenn der Unfall für die fragliche gesundheitliche 

Störung immer noch eine Teilursache darstellt. Gemäss Art. 36 Abs. 1 UVG werden die 

Pflegeleistungen und Kostenvergütungen sowie die Taggelder und 

Hilfslosenentschädigungen nicht gekürzt, wenn die Gesundheitsschädigung nur 

teilweise Folge eines Unfalls ist. Diese Bestimmung beinhaltet eine Durchbrechung des 

Kausalitätsprinzips für Fälle, in denen ein Gesundheitsschaden durch das 

Zusammenwirken konkurrierender, teils unfallbedingter, teils unfallfremder Ursachen 

bewirkt worden ist (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG, seit 1. 

Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 18. Februar 2003, 

U 287/02, E. 4.4).

1.2    Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Danach haben die 

beurteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche 

Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel 

unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu 

entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des 

streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts 

ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen 

Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis 

der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der 

medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation 

einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 

352 E. 3a mit Hinweisen).

2.         

Unbestritten ist, dass die Beschwerdegegnerin das Ereignis vom 29. Januar 2004 als 

einen Unfall im Sinn von Art. 4 ATSG und ihre gesetzliche Leistungspflicht bis zum 

31. Dezember 2004 anerkannt hat. Sie verweigert jedoch die Weiterausrichtung von 

Versicherungsleistungen über diesen Zeitpunkt hinaus, da die Beschwerden ab dem 

1. Januar 2005 nicht mehr unfall-, sondern krankheitsbedingt gewesen seien. 

Demgegenüber stellt sich der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers auf den 

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Standpunkt, dieser sei bis zum Unfall voll arbeitsfähig gewesen. Seither bestehe eine 

100%ige Arbeitsunfähigkeit, die laut Dr. B.___ ihren Ursprung im Unfallgeschehen 

habe. Demgemäss liege gegenüber der Beurteilung von Dr. E.___ eine 

widersprechende ärztliche Meinung vor.

3.         

3.1    Aktenmässig erstellt und unbestritten ist, dass der Beschwerdeführer im Oktober 

1999 wegen einer lumbalen Diskushernie L5/S1 operiert worden war, in den darauf 

folgenden Jahren bzw. vor dem Unfall vom 29. Januar 2004 jedoch nie gänzliche 

Schmerzfreiheit bestanden hat. Seiner Tätigkeit als Hilfsarbeiter und Maschinist im 

Tiefbau der A.___ konnte der Beschwerdeführer bis zum Unfall dennoch 

uneingeschränkt nachgehen. Nur vier Monate vor dem fraglichen Unfallereignis, d.h. 

am 23. September 2003, wurde im Röntgeninstitut Dr. med. C.___ die LWS des 

Beschwerdeführers untersucht. Dabei wurden eine Osteochondrose L5/S1, beginnend 

L3/L4 und L4/L5, eine mässig starke Spondylose, eine distal zunehmende Spondyl­

arthrose sowie mässige Scheuermann-Veränderungen am thorakalen Übergang 

diagnostiziert, jedoch keine Strukturpathologie und kein Wirbelgleiten (Suva-act. 2). 

Beim Beschwerdeführer lag somit auch nach der Operation im Oktober 1999 bzw. vor 

dem Unfall ein deutlicher degenerativer Vorzustand vor. Anlässlich der nach dem 

Unfallereignis bzw. am 17. Februar 2004 im Röntgeninstitut Dr. C.___ durchgeführten 

vertebrospinalen Kernspintomographie (Th10-S3) wurde wiederum die ausgeprägte 

Osteochrondrose L5/S1 mit dorsaler Spondylose unter linksseitiger Bevorzugung und 

linksseitiger Dekonfiguration des Spinalkanals auf dieser Höhe, jedoch ohne Nachweis 

einer Rezidivdiskushernie festgestellt. Ossäre Läsionen ergaben sich ebenfalls keine. 

Hingegen fand sich eine Hernie median auf Höhe L4/L5, welche leicht nach kaudal 

luxierte mit Einengung des Spinalkanals und bilateraler recessaler Einengung sowie 

begleitenden hyperthrophierenden Spondylarthrosen L4/L5, weniger auch L5/S1 und 

L3/L4. Entgegen der damaligen Feststellung des Versicherungsgerichts im Entscheid 

vom 8. März 2006 ist darauf hinzuweisen, dass die Diskushernie im Segment L4/L5 

bereits vor dem Unfallereignis vom 29. Januar 2004 bzw. im Bericht der Klinik für 

Neurochirurgie des KSSG vom 29. September 1999 diagnostiziert worden war (Suva-

act. 4; vgl. auch Suva-act. 65.5 f.). Demzufolge steht mit dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, dass der Beschwerdeführer durch den 

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fraglichen Unfall keine klar ausgewiesene neue, bleibende Gesundheitsschädigung im 

Sinn einer strukturellen Veränderung, d.h. weder eine ossäre Läsion noch eine rein 

traumatische Diskushernie, erlitten hat.

3.2    Angesichts der obigen Erwägungen kommen damit nur noch eine 

vorübergehende Verschlimmerung eines Vorzustandes durch die Traumatisierung oder 

eine dauernde Verschlimmerung eines degenerativen Vorzustandes in Betracht. In 

beiden Fällen käme dem Unfall damit eine Teilursächlichkeit zu. Im Fall einer 

vorübergehenden Verschlimmerung eines Vorzustandes endet die Leistungspflicht, wie 

bereits erwähnt, wenn die Unfallfolgen nach Erreichen des Status quo sine bzw. ante 

keine Rolle mehr spielen, d.h. wenn sich nur noch das vorbestandene Grundleiden 

auswirkt (vgl. Ziff.1.1). Angesichts der ebenfalls vorbestandenen Diskushernie L4/L5 

steht in diesem Zusammenhang fest, dass sich die Frage, ob von einer 

vorübergehenden oder dauerhaften Verschlimmerung auszugehen ist, nicht mehr im 

Sinn der im Entscheid des Versicherungsgerichts vom 8. März 2006 formulierten 

Abgrenzungsfrage (S. 8) stellt, ob die Diskushernie L4/L5 mit Blick auf den gegebenen, 

konkreten Vorzustand als letztes Ereignis eines lang dauernden degenerativen 

Prozesses und damit als vorübergehende Verschlimmerung oder als dauerhafte 

Verschlimmerung zu werten sei.

3.3    Die Beschwerdegegnerin geht im angefochtenen Einspracheentscheid vom 27. 

Juli 2007 von einer vorübergehenden Verschlimmerung des Vorzustandes aus, für 

welche der Status quo sine per 31. Dezember 2004 wieder erreicht sei und stützt sich 

dabei auf das Gutachten von Dr. E.___ vom 20. Februar 2007 (Suva-act. 65) ab. Dr. 

E.___ hält fest, der Unfall vom 29. Januar 2004 habe mit Sicherheit nur zu einer 

vorübergehenden Verschlimmerung der bekannten degenerativen Veränderungen 

geführt. Es bestehe keine richtunggebende Verschlimmerung durch den Unfall. Der 

Status quo ante sei nie mehr erreicht worden. Der Status quo sine sei indessen mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit bis Ende Jahr 2004 erreicht worden. Bis zu diesem 

Zeitpunkt sei die gänzliche Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers allein durch die 

unfallbedingte Verschlechterung des Vorzustandes verursacht worden. Ab dem 1. 

Januar 2005 mit Erreichen des Status quo sine sei jedoch die weiterbestehende 

Arbeitsunfähigkeit auf die krankhafte vorbestehende degenerative Veränderung der 

LWS zurückzuführen. Diese Beurteilung lasse sich damit begründen, dass durch den 

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Unfall keine Bild gebend fassbaren morphologischen Veränderungen an der LWS 

aufgetreten seien. Die auf der vertebro-spinalen Kernspintomographie vom 17. Februar 

2004 sichtbaren Veränderungen, nämlich Dehydratation der Bandscheiben L4/L5, L5/

S1, Höhenverminderung dieser Bandscheiben, Spondylarthrose L4/L5 und L5/S1 

sowie Diskusprotrusion L4/L5 seien alle bereits in den Computertomographien der 

LWS vom 3. März 1995 und 28. September 1999 dargestellt. Es könne somit davon 

ausgegangen werden, dass die durch den Unfall ausgelösten Verletzungen am Rücken 

aus Prellungen und Stauchungen bestanden hätten, welche in aller Regel innert 

Wochen, höchsten Monaten, folgenlos abheilen würden. Selbstverständlich seien die 

direkten Unfallfolgen einer derartigen Verletzung bei einem degenerativ 

vorgeschädigten Rücken primär schwerwiegender. Aber auch bei einem 

vorgeschädigten Rücken würden die objektiv nachweisbaren Veränderungen mit der 

Zeit ausheilen, sodass schlussendlich lediglich der Vorzustand symptomverursachend 

werde.

3.4    Das Gutachten von Dr. E.___ bzw. dessen Antworten auf die Fragen der 

Beschwerdegegnerin vom 11. August 2006 (Suva-act. 47.1) stützen sich auf die 

vorhandenen Akten und die Erkenntnisse aus den Bild gebenden Untersuchungen, die 

Angaben des Beschwerdeführers sowie die eigenen Untersuchungsbefunde ab. Die 

Beurteilung erfolgte somit in Kenntnis der Vorakten, unter Berücksichtigung der 

geklagten Beschwerden sowie aufgrund von allseitigen Untersuchungen. Die von Dr. 

E.___ dargelegte Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge ist sodann 

einleuchtend und seine Schlussfolgerungen sind begründet und nachvollziehbar. - Eine 

signifikante, dauernde Verschlimmerung einer vorbestandenen degenerativen 

Schädigung der Wirbelsäule, hervorgerufen durch einen Unfall, ist nur dann bewiesen, 

wenn die Radioskopie ein plötzliches Zusammensinken der Wirbel und das Auftreten 

bzw. die Vergrösserung von Randzacken nach einem Trauma aufzeigt (E. Morscher, in: 

Baur/Nigst [Hrsg.], Versicherungsmedizin, 2. Aufl., Bern 1985, S. 191). Die 

medizinischen Akten enthalten keine Hinweise darauf, dass sich der degenerative 

Zustand der LWS im Zeitpunkt des Unfalls vom 29. Januar 2004 massiv verändert 

hätte. Dr. E.___ stellt in seinem Gutachten insbesondere ausdrücklich fest, dass sich in 

allen drei Schichtuntersuchungen (3. März 1995, 28. September 1999, 17. Februar 

2004) eine medio-links-laterale Diskusprotrusion L4/L5 praktisch unveränderten 

Grössenausmasses gezeigt habe. Es ist mithin davon auszugehen, dass beim 

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Beschwerdeführer nach dem Unfall einzig unveränderte degenerative Vorzustände 

radiologisch ausgewiesen waren. Dr. B.___ diagnostizierte im Arztzeugnis vom 28. April 

2004 sodann ausschliesslich eine lumbale Kontusion. Dr. E.___ geht damit 

nachvollziehbarerweise von einer vorübergehenden Verschlimmerung der beim 

Beschwerdeführer vorliegenden lumbalen Beschwerden aus. Es ist eine medizinische 

Erfahrungstatsache, dass Prellungen, Verstauchungen oder Zerrungen der Wirbelsäule 

ohne strukturelle Läsionen normalerweise innert kurzer Zeit - in der Regel innerhalb von 

sechs Monaten, spätestens innerhalb eines Zeitraums von einem Jahr - folgenlos 

abheilen und sich die damit verbundenen Beschwerden gänzlich zurückbilden. Insofern 

zeichnet sich eine vorübergehende Verschlimmerung eines Vorzustands im Bereich der 

Wirbelsäule im Regelfall durch eine stetige Besserung des unfallkausalen 

Beschwerdeanteils aus (vgl. dazu Bär/Kiener, Prellung, Verstauchung oder Zerrung der 

Wirbelsäule, Medizinische Mitteilungen der Suva Nr. 68, S. 17). Im Rahmen der 

Kausalitätsbeurteilung ist es im Weiteren allgemein von Bedeutung, dass eine 

gesundheitliche Schädigung nicht schon dann als durch den Unfall verursacht gelten 

kann, wenn sie zeitlich nach diesem aufgetreten ist (BGE 119 V 341 f.). Desgleichen 

vermag der Umstand, dass seit dem Unfall anhaltende, zu Beginn als unfallkausal 

taxierte Schmerzen sowie eine damit verbundene Arbeitsunfähigkeit bestehen, nicht 

automatisch für das Vorliegen anhaltender Unfallrestfolgen bzw. eine andauernde 

unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit zu sprechen. Die Leistungseinstellung der 

Unfallversicherer bedingt keine Beschwerdefreiheit bzw. volle Arbeitsfähigkeit. 

Entscheidend ist allein, ob der durch den Unfall ausgelöste Beschwerdeschub seine 

kausale Bedeutung verloren hat (RKUV 1994 Nr. U 206 s. 329 E. 3b). Aus Art. 36 UVG 

vermag der Beschwerdeführer nichts zu seinen Gunsten abzuleiten. Diese Bestimmung 

ist nur auf Leistungskürzungen, nicht aber auf die Frage anzuwenden, ob überhaupt 

eine Leistungspflicht besteht. Mit anderen Worten stellt sich die Frage der 

Leistungskürzung nach Art. 36 UVG erst, wenn überhaupt ein anspruchsbegründender 

natürlicher Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und einer 

Gesundheitsschädigung zu bejahen ist (RKUV 1993 Nr. U 166 S. 94). Anhaltende 

Beschwerden können - wie auch im konkreten Fall anzunehmen ist - mit unfallfremden 

Befunden, beispielsweise degenerativer Art, erklärt werden.

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass das Gutachten von Dr. E.___ die 

Anforderungen gemäss EVG-Rechtsprechung, die an ein Gutachten bzw. an einen 

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Arztbericht gestellt werden (vgl. BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen), erfüllt, womit den 

Einschätzungen von Dr. E.___ volle Beweiskraft zukommt. Im Übrigen zeigt der 

Rechtsvertreter des Beschwerdeführers in seinen Eingaben in keiner Weise auf, 

inwiefern die Zuverlässigkeit der Beurteilung von Dr. E.___ anzuzweifeln wäre. Weshalb 

der Umstand, dass das Gutachten erst ein Jahr nach dem Entscheid des 

Versicherungsgerichts vom 8. März 2006 erstellt wurde, dessen Beweiswert zu mindern 

vermöchte, ist nicht ersichtlich und wird vom Rechtsvertreter des Beschwerdeführers 

auch nicht näher dargelegt. Dies zumal sich die von Dr. E.___ zu beantwortenden 

medizinischen Fragen offensichtlich retrospektiv beantworten liessen. Nachdem Dr. 

B.___ ohne jegliche Begründung lediglich eine weitere Begutachtung empfiehlt, das 

Gutachten von Dr. E.___ indessen überzeugt, erübrigen sich schliesslich sowohl 

weitere Abklärungen bei Dr. B.___ als auch eine erneute Begutachtung.

3.5    Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sich der angefochtene 

Einspracheentscheid, mit welchem eine weitere Leistungsausrichtung ab 1. Januar 

2005 mangels andauernder unfallkausaler Gesundheitsstörungen abgelehnt wurde, 

nicht beanstanden lässt.

4.         

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Bestätigung des 

Einspracheentscheids vom 27. Juli 2007 abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu 

erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1.        Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.        Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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