# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 287c1e55-80f2-5022-9b9b-5ec506e51aa7
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-12-28
**Language:** de
**Title:** Depression nach Prüfung Standardindikatoren abweichend vom Gutachten nicht invalidisierend. Abweisung.  (BGE 8C_134/2019)
**Docket/Reference:** IV.2018.00726
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2018.00726.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2018.00726
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Arnold Gramigna
Sozialversicherungsrichterin Philipp
Gerichtsschreiberin Casanova
Urteil
vom
28. Dezember 2018
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwältin Christine Fleisch
Meier
Fingerhuth
Fleisch
Häberli
, Rechtsanwälte
Lutherstrasse 36, 8004 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
X.___
, geboren 1981, meldete sich am 4. Februar 2013 (Eingangsdatum) unter Hinweis auf psychische Beschwerden und eine depressive Entwicklung seit September 2012 bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk.
7
/4).
M
it Verfügung vom 30. Oktober 2014
wies die IV-Stelle
das Leistungsbegehren ab (Urk.
7/41
).
Die hiergegen am 2
8.
November 2014 erhobene Beschwerde (
Urk.
7/42/3 ff.) hiess das hiesige Gericht mit Urteil
IV.2014.01260
vom 2
1.
März 2016 in dem Sinne gut
,
dass es die angefochtene Verfügung aufhob und die Sache an die IV-Stelle zu ergänzender Abklärung und erneuter Entscheidung zurückwies
(
Urk.
7/46)
.
Die IV-Stelle tätigte medizinische und erwerbliche Abklärungen und holte insbe
sondere das Gutachten des
Y.___
vom 2
2.
März 2017 ein (
Urk.
7/74).
Nach durchgeführtem
Vorbescheid
verfahren
(Vorbescheid vom
5.
Dezember 201
7. Urk.
7/84; Einwand vom 12.
De
zember 2017,
Urk.
7/86; ergänzende
Einwandbegründung
vom 1
9.
Januar 2018,
Urk.
7/90) wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren mit Verfügung vom 5.
Juli 2018 ab (
Urk.
2).
2.
Hiergegen erhob die Versicherte am
6.
September 2018
Beschwerde (Urk. 1) und beantragte, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und es sei
ihr eine halbe Invalidenrente zuzusprechen
.
Eventualiter sei die Verfügung aufzuheben und es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, eine Haushaltsabklärung in die Wege zu leiten.
Mit Beschwerdeantwort vom
9.
Oktober 2018
(Urk.
6
unter Beilage ihrer Akten, Urk.
7/1-96
) schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin am
1
5.
Oktober 2018
zur Kenntnis gebracht wurde (Urk.
8
).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
Die Beschwerdegegnerin
hielt in der angefochtenen Verfügung fest (
Urk.
2)
, dass die vorliegende leichte bis mittelgradige depressive Störung einzig als
invalidi
sierend gelte
, wenn sie erwiese
nermassen therapieresistent sei
. Die aktuelle Behand
lung sei nicht ausreichend und der psychische Gesundheitszustand könnte
sich bei ausreichender Therapie verbessern, womit das Leiden nicht therapie
resistent sei.
Bei Intensivierung der psychiatrischen Behandlung und einem Fitness-Training wäre eine Verbesserung von mindestens 20
%
möglich, so dass eine Arbeitsfähigkeit von mindestens 70
%
resultieren würde.
Hinzu komme, dass sich im Rahmen der neuropsychologischen Testung Anhaltspunkte für eine Über
treibung von Krankheitserscheinungen gezeigt hätte
n. Die Motivation für beruf
liche Massnahmen liege nicht vor und da eine Arbeitsfähigkeit von min
destens 50
%
gegeben sei, bestehe kein Anspruch auf Integrations
massnahmen.
Die Beschwerdeführerin brachte demgegenüber im Wesentlichen vor, dass gestützt auf das Gutachten des
Y.___
und insbesondere das psychiatrische Teil
gutachten von einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen
sei. Das
Y.___
Gut
achten
sei beweiskräftig und es sei darauf abzustellen. Auch unter Berück
sichtigung der Standardindikatoren
sei die 50%ige Arbeitsunfähigkeit mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit erstellt. Es sei auch haltlos zu behaupten, dass keine Motivation für berufliche Massnahmen vorliege, da diese seitens der Beschwerdegegnerin nicht in die Wege geleitet worden seien. Die 50%ige Arbeits
fähigkeit führe gestützt auf einen Prozentvergleich zu einem Anspruch auf eine halbe Rente, da sie wieder voll arbeitstätig wäre. Sollte von einer Teilarbeits
tä
tigkeit ausgegangen werden, so wäre vorab eine Haushaltsabklärung durchzu
führen (
Urk.
1).
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts
,
ATSG)
.
Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1
ATSG
). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.2
2.2.1
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1
Bun
desgesetz über die Invalidenversicherung (IVG)
in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, wel
cher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hin
dert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E.
6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Ein
zelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl.
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
2.2.2
Gemäss BGE 143 V 418 sind grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen, nach BGE 143 V 409 namentlich auch leichte bis mittelschwere Depressionen, für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem strukturierten Beweisverfahren nach Massgabe von BGE 141 V 281 zu unterziehen (Änderung der Rechtsprechung). Speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere depressive Störungen hielt das Bundesgericht in BGE 143 V 409 – ebenfalls im Sinne einer Praxisänderung – fest, dass eine invalidenversicherungsrechtlich relevante psychische Gesundheits
schädigung nicht mehr allein mit dem Argument der fehlenden Therapieresistenz auszuschliessen sei (E. 5.1; zur bisherigen Gerichtspraxis vgl. statt vieler: BGE
140 V 193 E. 3.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_13/2016 vom 1
4.
April 2016 E. 4.2). Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sind somit auch bei den leichten bis mittelgradigen depressiven Störungen systematisierte Indikatoren beachtlich, die es – unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits – erlau
ben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V
281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1). Die Therapierbarkeit ist dabei als Indiz in die gesamthaft vorzunehmende allseitige Beweiswürdigung miteinzubeziehen (BGE
143 V 409 E. 4.2.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_449/2017 vom
7.
März 2018 E. 4.2.1).
Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesund
heit
lichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standard
indikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrschein
lich
keit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweis
be
lastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
2.2.3
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sour
cen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
2.3
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen
einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK
1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gut
achtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestell
ten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Unter
suchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychi
schen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegeben
enfalls in Aus
einandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfol
gerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegeben
enfalls deut
lich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin stellte in der angefochtenen Verfügung vom
5.
Juli 2018
(
Urk.
2) im Wesentlichen auf das
pol
ydisziplinäre Gutachten des
Y.___
vom 22.
März 2017
ab. Darin werden die bis zur Begutachtung der Beschwerdeführerin aktenkundigen medizinischen Berichte zusammengefasst (Urk.
7/74/2 ff.),
wes
halb sie an dieser Stelle nicht noch einmal wiedergegeben werden. Soweit erfor
derlich, wird in den nachfolgenden Erwägungen aber darauf Bezug genommen.
3.2
Die Gutachter des
Y.___
hielten eine mittelgradige
chronifizierte
depressive Stö
rung mit somatischem Syndrom (ICD-10 F33.1) mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit fest. Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit notierten sie folgende Diagnosen (
Urk.
7/74/68):
-
Diskretes
myofasziales
Schultergürtel-Syndrom rechts bei geringer muskulärer
Dysbalance
mit leichter
Kettentendinose
rechts (
Brachiorad
ialis
)
-
Wenig ausgeprägte
Tendomy
ose
Hüft-
Aussenrotatoren
rechts
-
A
llgemein
Deconditioning
-Syndrom
-
Chronische Schmerzstörung mit somatischen u
nd psychischen Faktoren (ICD
10
F45.41).
Die Gutachter führten aus (
Urk.
7/74/75 ff.), dass die Beschwerdeführerin a
ktuell im Vordergrund der beklagten Beschwerden diffuse Schmerzen
, insbesondere
Kopfschmerzen
,
sowie wandernde Schmerzen in Armen, Händen und Knien von drückendem Charakter an
gebe. Der Kopfschmerz we
rd
e
von Übelkeit, Phono-und Photophobie begleitet.
Sie nehme täglich einmal
N
ovalgin
500 mg
ein
, da sie vorsichtig sein müsse.
An psychischen Beschwerden w
e
rd
e
eine traurige gedrückte Stimmung ohne Fluktuation während des Tages beklagt. Diese bestehe seit längerer Zeit. Darüber hinaus
beklage sie
Energielosigkeit, Antriebslosigkeit, Lustlosigkeit, Freudlosig
keit, absoluter
Interessenvertust und
sozialer Rückzug (bis auf ihre Familien
an
gehörigen
habe sie
keine weiteren sozialen Kontakte). Zudem
leide sie unter
Selbstzweifel
n
, Schuldgefühle
n
, Appetitlosigkeit,
Libidoverlust
, ein
em Gefühl der Gefühllosigkeit und
psychomotorische
n
Hemmungen. Se
lbsteinschätzend beur
teile
sich die
Beschwerdeführerin
als nicht mehr arbeitsfähig.
Die im Rahmen der aktuellen interdisziplinären Begutachtung durchgeführte in
ternistische Untersuchung ergebe
das Bild einer 35-jährigen, adipösen, kardio
pulmonal kompensierten
Beschwerdeführeri
n in unauffälligem Allgemein
zu
stand
. Die klinische Untersuchung sei
altersentsprechend normal, ohne Hinweise für eine Links-
oder Rechtsherzinsuffizienz oder für eine Lungen
erkrankung. Auch
im Abdominal- und Neurostatus lie
ssen sich keine patholo
gischen Befun
de erheben. Korrelierend dazu fä
nden sich bis auf eine BSR 20
mm/1.h. durchwegs Normalwerte in den Laboruntersuchungen. Das EKG zeig
e
einen unauffälligen Erregungsablauf und die
Spirometrie liefere
keine Hinweise für eine obstruktive oder restriktive Ventilationsstörung.
Aus internistischer Sicht lasse
sich keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründen, weder in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit noch in einer dem Alter und dem Habitus ange
passten Verweistätigkeit
.
Bei der rheumatologischen Unte
rsuchung sei b
ei unauffälliger Voranamnese betr
effend den Bewegungsapparat
festzuhalten, dass die Nie
derlegung der Arbeit im
Z.___
im September
2012 nicht wegen Beschwerden
des Bewegungsapparates erfolgt sei
, sondern aus psy
chiatrischen Gründen. Ebenso sei
- wiederholt nach
gefragt - die Beschränkung der notwendigen Haushaltarbeiten nicht eine Folge von Beschwerden des Bewegungsapparates, sondern mehr Ausdruck der angege
benen Müdigkeit.
Rein rheumatologisch kö
nn
e
aufgrund des beschriebe
nen Untersuchungsbefundes und der Röntgenbilder der H
alswirbel
säule (H
WS
)
sowohl in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit bei
Z.___
(Auspacken der Lieferungen, Auffüllen der Gestelle, vorübergehend Kassenarbeit und Hilfe beim Verkauf von Schmuckstücken) oder bei einer Verweistätigkeit mit analogem Belastungsprofil keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründet werden. Die beschriebenen
wenigen wei
chteilrheumatischen Befunde seien
funktionell nicht beein
trächti
gend und in der breiten Bevölkerung in analoger Weise auch an anderen Gelen
k
en nachweisbar. Dass die Hände z
.B. nach verstärkten Belastungen vor
über
ge
hend etwas schmerzen könn
ten, sei
ebenfalls eine Alltagserfahrung; sowohl k
linisch als auch labormässig sei
eine entzündlich-rheumatische Erkrankung mit Sicherheit ausgeschlossen, was auch das Verschwinden der Beschwerden jeweils
nach drei Tagen erkläre
. Die A
rbeitsfähigkeit als Hausfrau sei
nicht eingeschränkt. Aus
rheumatologischer Sicht bestehe
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit bei
Z.___
sowie
in
einer analogen Verweistätigkeit.
Die Zusammenstellung der Befunde
der neuropsychologischen Begutachtung (Testergebnisse) lasse
auf ein Aggravationsverhalten
der Beschwerdeführerin
schliessen. Daher könn
t
en die Ergebnisse der Leistungstests nicht inhaltlich aus
gewertet werden und liefer
te
n wegen mangelnder Mitarbeit keine verwert
baren neuropsychologischen Befunde, da sie wahrscheinlich nicht das effektiv vorhan
dene kognitive Leistungsniveau abbilde
te
n. Aus neuropsycho
logischer Sicht k
ö
nn
e
wegen mangelnder Mitarbeit keine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit vor
genommen werden.
Im objektiven psychopathologischen Befund in Anlehnung an die AMDP
Richt
linien anlässlich der
psychiatrischen Untersuchung am
8.
Dezember
2016
hätten
psychopathologische
Auffälligkeiten
bestanden
,
die mindestens auf eine mittel-depressive Episode schliessen lie
ssen. Insgesamt
habe die Beschwerdeführerin
nicht schmerzgequält
gewirkt. Im Rahmen der Untersuchung zeigten
sich keine Beeinträchtigungen der Bewusstseinsklarheit und der Bewusstseinshelligkeit
. Im klinischen Eindruck ergä
ben sich keine Hinweise auf umfassende und ausge
prägte kognitive S
törungen. Die Aufmerksamkeit sei
reduziert.
Gedächtnis- oder
Merkfähigkeitsstörungen
lägen nicht vor. Auffallend sei
eine reduzierte Konzen
tration. Die
Beschwerdeführerin
sei
während des ganzen Untersuchungs
verl
aufs reduziert aufmerksam, sie habe
sich auf die gestellten Fragen und die rasch
wechselnden Themen reduziert einzustellen
vermocht. Der formale Gedanken
gang sei
verlangsamt, reduziert beweglich, umständlich, in Kohärenz und Stringenz ungestört.
Krankheitswertige inhaltliche Denkstörungen, strukturelle Ich-Störungen oder Hinweise für Wahn- und Sinnestäuschungen seien nicht fest
stellbar.
Die emotionale Schwingungsfähigkeit
sei
durchgehend reduziert. Die
Beschwerdeführerin zeig
e während der Exploration eine reduzierte Variation an emotionalen Qualitäten. Im Hinblick auf den Affekt
sei
durchgehend eine depressive Stimmungslage
festzustellen
. Analog der Parameter der funktionellen Leistungsfähigkeit in Anlehnung an
den Mini-ICF-APP
best
ünden mittel
schwere Störungen der Aktivität und Partizipation. Unter Würdigung der Versicherungs
akte, der Expl
oration und der Untersuchung sei
diagnostisch von einer am
ehesten
chronifizierten
mittelgradigen depressiven Störung mit somatische
m
Syndrom (ICD-10 F32.11/F32.2)
auszugehen. Darüber hinaus stehe
bei der
Beschwerdeführerin
mit Verweis auf die aktuellen somatischen Untersuchungen ein subjektives Schmerzsyndrom im Vordergrund. Aufgrund der von
ihr
angege
benen körperlichen Schmerzen und der nicht ausreichenden Erklärbarkeit durch ein somatisches Korrelat (vergleiche
Vorakte
, insbesondere rheu
matolo
gische Unter
suchungen) sei
gemäss der ICD-10-Kriterien am ehesten von einer chroni
schen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren gemäss
ICD
10
F45.41 auszugehen
. A
us psychiatrischer Sicht beste
he
eine 50%ige Arbeitsun
fähigkeit für alle Tätigkeiten auf dem primären Arbeitsmarkt.
Zusammenfassend und unter Berücksichtigung aller Gegebenheiten und Befunde
sei die Beschwerdeführerin
aus rheumatologischer Sicht für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit bei
Z.___
sowie einer
analogen Verweistätigkeit 100%
ig arbeitsfähig. Aus psychiatrischer
Sicht besteht eine 50%
ige Arbeitsunfähigkeit für alle Tätig
keiten auf dem primären Arbeitsmarkt.
Das aktuell ermittelte Belastbarkeitsprofil gelte seit dem 2
6.
März 201
3.
4.
4.1
Das
Gutachten des
Y.___
vom 2
2.
März 2017
erfüllt sämtliche rechtsprechungs
gemäss erforderlichen Kriterien für beweiskräftige ärztliche Entscheidungs
grund
lagen (vgl. E. 2.3). Es beruht auf fachärztlichen Untersuchungen durch die Gut
achter und wurde in Kenntnis der relevanten
Vorakten
(
Urk.
7
/
74/2 ff.; Urk.
7/74/38 f.;
Urk.
7/74/44 ff.)
abgegeben. Es würdigt die vorhandenen Arztbe
richte sorgfältig (
vgl. insbesondere
Urk.
7/
74/
66 ff.). Es berücksichtigt die von der
Beschwerdeführer
in
geklagten Beschwerden und setzt sich mit diesen hinreichend auseinander. Die Darlegung der medizinischen Zusammenhänge ist grundsätzlich einleuchtend und das Gutachten ist dem Grundsatz nach schlüssig.
Nach der Rechtsprechung ist es in sämtlichen Fällen gesundheitlicher Beein
träch
tigungen keineswegs allein Sache der mit dem konkreten Einzelfall (gutachter
lich) befassten Arztpersonen, selber
abschliessend
und für die rechtsan
wendende Stelle (Verwaltung, Gericht) verbindlich zu entscheiden, ob das medizinisch fest
gestellte Leiden zu einer (andauernden oder vorüber
gehenden) Arbeitsunfähigkeit (bestimmter Höhe und Ausprägung) führt. Auf
grund dieser tatsächlichen und rechtlichen Gegebenheiten hat die Recht
sprechung seit jeher die Aufgaben von Rechtsanwender und Arztperson im Rahmen der Invaliditäts
bemessung wie folgt verteilt: Sache des (begutachtenden) Mediziners ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und wenn nötig seine Entwicklung im Laufe der Zeit zu beschreiben,
das
heisst
mit den Mitteln fach
gerechter ärztlicher Untersuchung unter Berück
sichtigung der subjektiven Beschwerden die Befunde zu erheben und gestützt darauf die Diagnose zu stellen. Hiermit erfüllt der Sachverständige seine genuine Aufgabe, wofür Verwaltung und im Streitfall Gericht nicht kompetent sind. Bei der Folgenabschätzung der erhobenen gesund
heitlichen Beeinträchtigungen für die Arbeitsfähigkeit kommt der Arzt
person hingegen keine
abschliessende
Beur
teilungskompetenz zu (BGE 140 V 193 E. 3.1 und 3.2). Von einer medizinischen Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit kann aus rechtlicher Sicht abgewichen werden, ohne dass ein - wie vorliegend grund
sätzlich beweiskräftiges - Gutachten dadurch seinen Beweiswert verlöre. Darin liegt weder eine Geringschätzung der ärztlichen Beurteilung noch eine gerichtliche
Kompetenzanmassung
, sondern es ist die notwendige Folge des rein juristischen Charakters der sozialversicherungs
rechtlichen Begriffe von Arbeits
-
/Erwerbsunfähigkeit und Invalidität (Urteil des Bundesgerichts 9C_106/2015 vom 1. April 2015 E. 6.3 mit Hinweis auf Susanne Bollinger, Invalidisierende Krankheitsbilder nach der bundesgerichtlichen Recht
sprechung, in: Jahrbuch zum Sozialversicherungsrecht 2015, herausgegeben von Ueli
Kieser
und Miriam
Lendfers
, S. 114).
4.2
Aus somatischer Sicht attestierten die Gutachter eine volle Arbeitsfähigkeit, was auch seitens der Parteien nicht bestritten wurde.
4.3
Aus psychiatrischer Sicht attestierten die Gutachter des
Y.___
eine 50%ige Arbeits
unfähigkeit. Diese
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht
ist
anhand der Standardindikatoren zu prüfen:
4.3
.1
Die
Y.___
-Gutachter führten als psychiatrische Diagnosen
eine mittelgradige
chro
nifizierte
depressive Störung mit somatischem Syndrom (ICD-10 F33.1) mit Aus
wirkungen auf die Arbeitsfähigkeit und eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F 45.41) ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit an.
Zur Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde im Komplex der Gesundheits
schädigung ist festzuhalten, dass
der psychiatrische Befund als mässig ausg
e
prägt zu beurteilen ist
(
Urk.
7/74/52 ff.)
.
Die Beschwerdeführerin, welche vorgealtert aussehe, habe sich während der gesamten Exploration kooperativ verhalten und sei bemüht gewesen, zu ihren Problemen ausführlich Auskunft zu geben. Sie habe nicht schmerzgequält gewirkt. Die Kontaktaufnahme sei durch die depressive Stimmung und Antrieblosigkeit erschwert gewesen, sie sei dem Gutachter gegen
über durchgehend freundlich und kooperativ zugewandt gewesen. Sie wirke ihrer Herkunft und Bildung entsprechend einfach gebildet und vermindert intro
spekti
ons
fähig. Die Intelligenz werde klinisch als durchschnittlich eingeschätzt.
Im Rahmen der Untersuchung hätten sich keine Beeinträchtigungen der Bewusst
seinshelligkeit oder Bewusstseinsklarheit gezeigt.
Sie sei zu allen Qualitäten vollständig orientiert.
Die Aufmerksamkeit k
ö
nn
e
für die Dauer des Gesprächs durchgehend aufrechterhalten werden. Die
Beschwerde
führerin verfolge
über die gesamte Zeitspanne von zwei S
tunden aufmerksam das Gespräch und könne
dem Untersuchungsverlauf inhaltlich g
ut folgen. Die Kon
zentration sei
zumindest leicht reduziert. Es zeig
t
en sich keine Störu
ngen des Kurzzeitgedächtnisses, der
Merkfähigkeit
oder des
Langzeitgedächtnis
ses
. B
eim Benennen von Daten und Zeit
räumen könn
t
en keine wesentlichen Defizite fest
gestellt werden. Es best
ünden
somit
keine Zeitgitterstörungen.
Klinische
Hinweis
e
auf
Amnesie, K
onfabulationen oder
Paramnesien
lägen keine vor.
Der formale Gedankengang
sei
im Tempo verlangsamt, reduziert beweglich, umständlich
,
in Kohärenz und Stringenz ungestört.
Krankheitswertige
inhaltliche Denkstörungen
seien nicht
feststellbar.
Die Stimmung sei niedergestimmt und deutlich zum depressiven Pol verschoben. Die affektive Modulations
fähigkeit sei nahezu nicht vorhanden. Die Beschwerde
führerin verfüge über ein massgeblich reduziertes Gesamtspektrum der Emotionen. Es fä
nden sich keine Hinweise
auf Ich-Störungen, Wah
r
nehmungs
störungen/Sinnestäuschungen oder Fremd- und Selbstgefährdung. Die Krank
heits
einsicht sei vorhanden. Motivation für berufliche Massnahmen werde keine gezeigt.
4.
3
.2
Zum Indikator „Behandlungserfolg und -resistenz“
führte der b
egutachtende Psychiater aus, dass sich der aktuelle Gesundheitszustand trotz der fachärztlichen Behandlung im Vergleich zu den Vorbefunden
nicht verbessert habe (Urk.
7/74/63).
Allerdings ist dem
G
utachten zu entnehmen, dass die aktuelle psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung mit einer Frequenz alle 14 Tage nicht ausreichend sei
und auch die psychopharmakologische Therapiedosierung leitliniengerecht erweitert werden
müsse
(
Urk.
7/74/51 und
Urk.
7/74/63
;
Urk.
7/74/63).
Damit kann der Behandlungserfolg bzw. die allfällige Behand
lungs
resistenz nicht
abschliessend
beurteilt werden.
4.3
.3
Als rechtlich bedeutsame „Komorbiditäten“ fallen - nebst Begleiterkrankungen mit eigenständiger invalidisierender Bedeutung (vgl. BGE 141 V 281 E. 4.3.1.3) - Beschwerden in Betracht, welchen im konkreten Fall ressourcenhemmende Wir
kung beizumessen ist (vgl. BGE 143 V 418 E. 8.1).
Die diagnostizierte chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren wurde als ohne Aus
wirkungen auf die Arbeitsfähigkeit bewertet.
Als rein somatische Diagnosen führ
ten die Gutachter
1) ein diskretes
myofasziales
Schultergürtel-Syndrom rechts bei
geringer muskulärer
Dysbalance
mit leichter
Kettentendinose
rechts (
Brachio
radialis
) 2) eine wenig ausgeprägte
Tendomyose
Hüft-
Aussenrotatoren
rechts und 3) ein allgemeines
Deconditioning
-Syndrom an. Diese Diagnosen hindern die Beschwerdeführerin allerdings
-
wie von den Gutachtern festgehalten
-
nicht, die zuletzt ausgeübte Tätigkeit oder eine analoge Verweistätigkeit vollumfänglich auszuüben (
Urk.
7/74/77).
4.3
.
4
Hinsichtlich des Komplexes „Persönlichkeit“
ist festzuhalten, dass sich
-
bei aus
ge
glichener Persönlichkeit
-
klinisch keine Hinweise auf eine Persönlichkeits
akzentuierung finde (
Urk.
7/74/57).
4.3
.5
Zum Komplex sozialer Kontext ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin
eine gute emotionale Bindung zu ihren Eltern habe und es in ihrer Ehe sowie mit den drei gemeinsamen Kindern keine Probleme gebe
(
Urk.
7/74/24).
Sie habe auch Kontakt mit den Geschwistern, weitere soziale Kontakte habe sie nicht, sie habe sich sozial zurückgezogen (
Urk.
7/74/51).
4.3
.6
Zu prüfen ist weiter die Konsistenz. Hinsichtlich des Gesichtspunkts der
gleich
mässigen
Einschränkungen des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleichbaren Lebens
bereichen ist festzuhalten, dass diesbezüglich keine
gleichmässigen
Ein
schränkungen bestehen
:
So führte die Beschwerdeführerin zwar aus, dass sie maximal eine Stunde im Haushalt tätigen sein könne, bzw. maximal zwei Stun
den täglich und jeweils längere Pausen machen müsse. Allerdings lebt sie in einem Haushalt mit drei minderjährigen Kindern, denen sie Frühstück zubereite, alle zu
Fuss
in den Kindergarten und die Schule bringe, die Kinder wieder abhole, Mittagessen koche, aufräume, etwas im Haushalt erledige oder mit den Kindern Hausaufgaben mache. Gegen sieben Uhr gebe es Abendessen, danach bereite sie die Kinder aufs Bett vor und wasche dann Wäsche. Um 23
.00
Uhr gehe sie ins Bett (
Urk.
7/74/25 f.).
Die Betreuung von drei Kindern und das Führen des Haushaltes zeugt zusammen
fassend von einem hohen Aktivitätsniveau.
4
.3
.7
In Bezug auf den
behandlungs- und eingliederungsanamnest
isch ausgewiesenen Leidensdruck
ist
schliesslich
festzuhalten,
dass
gemäss
psychiatrischem Gutachter
die aktuelle psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung mit einer Frequenz alle 14 Tage nicht ausreichend sei (
Urk.
7/74/51 und
Urk.
7/74/63). Auch die psychopharmakologische Therapiedosierung sei unter Kontrolle der Serum
spiegelwerte anzupassen und bei ungenügender Wirkung leitliniengerecht zu erweitern (
Urk.
7/74/63).
Hinzu kommt, dass
der Medikamentenspiegel für
Duloxetin
am
8.
Dezember 2016 im therapeutischen Bereich lag, am 1
4.
Dezember 2016 und am 2
5.
Januar 2017
allerdings nur noch sehr knapp im therapeutischen Bereich nachzuweisen war. Der Medikamentenspiegel für
Trittico
befand sich an allen drei Terminen im nicht therapeutischen Bereich (
Urk.
7/74/57).
Die psychiatrisch-psychotherapeutische Konsistenzprüfung habe bis auf die im Rahmen der neuropsychologischen Untersuchung erhaltenen Testresultate keine Hinweise auf nicht im geklagten Umfang vorhandene Funktionsbeeinträch
tigungen
ergeben
(
Urk.
7/74/63). Anlässlich der neuropsychologischen Untersu
chung wurde allerdings festgehalten, dass die Zusammenstellung der Befunde auf ein Aggravationsverhalten
schliessen
lasse.
D
ie Ergebnisse der Leistungstests
könnten
inhaltlich nicht ausgewertet werden und lieferten wegen mangelnder Mitarbeit keine verwertbaren neuropsychologischen
Befunde, da sie wahrschein
lich nicht das effektiv vorhandene kognitive Leistungsniveau abbildeten (
Urk.
7/74/43).
4.4
Aus dem Gesagten ist zu folgern, dass
sich
die
Komorbiditäten allenfalls negativ auf die Ressourcen auswirken könnten. Unter Berücksichtigung der nur
mässig
ausgeprägten
diagnoserelevanten Befunde
, der Persönlichkeit, des sozialen Kon
textes sowie des behandlungsanamnestisch nicht erstellten Leidensdruckes
und des hohen Aktivitätsniveaus
sind funktionelle Auswirkungen des psychischen Gesundheitszustandes
nicht überwiegend
wahrscheinlich.
Da dieses Belastungsprofil den Gutachtern des
Y.___
folgend seit dem 2
6.
März 2013 gilt und die Anmeldung am
4.
Februar 2013 erfolgte
(
Urk.
7/4; Urk.
7/74/77), bestanden keine invalidenversicherungsrechtlich relevanten Arbeits
un
fähigkeiten im
zur Diskussion stehenden
Zeitraum.
4.
5
Die Beschwerdeführerin brachte hiergegen insbesondere vor, dass die
fach
ärztli
che Behandlung intensiviert worden sei, wodurch allerdings keine Zustands
ver
besserung habe erzielt werden können. Dies zeige den se
hr hohen Leidens
druck deutlich (
Urk.
1).
Allerdings unterliess es die Beschwerdeführerin
-
soweit aus den Akten ersichtlich
-
die Intensivierung der Behandlung mit ent
sprechenden Berichten zu belegen. Des Weiteren ist auch darauf hinzuweisen,
da
ss
d
ie
Inan
spruchnahme von therapeutischen Optionen nur solange auf den tatsächlichen Leidensdruck hinweist, solange das betreffende Verhalten nicht durch das lau
fende Versicherungsverfahren beeinflusst ist (BGE 141 V 281 E. 4.4.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_296/2016 vom 29. Juni 2
016 E. 4.1.2) – was vorliegend klar zu verneinen wäre.
4.6
Zusammenfassend sind die funktionellen Auswirkungen der von den Gutachtern gestellten Diagnosen nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt.
Die Beschwerdeführerin ist aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht damit als voll arbeitsfähig zu qualifizieren.
Eine Einschränkung im Haushalt aus somatischer Sicht ist gestützt auf das
Y.___
Gut
achten
auszuschliessen
(vgl. E. 3.2)
und aus psychiatrischer Sicht
sind die funktionellen Auswirkungen ebenfalls nicht überwiegend wahrscheinlich erstellt. Damit kann
offen bleiben
, ob die Beschwerdeführerin einer Teil
erwerbs
tätigkeit nachgehen oder in eine
m vollen Pensum arbeiten würde
-
der Sachver
halt erweist sich ohnehin als
rechtsgenüglich
abgeklärt.
Die angefochtene Verfügung erweist sich damit als rechtens und die Beschwerde ist vollumfänglich abzuweisen.
5.
Gestützt auf Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem kantona
len Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verwei
gerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert unter Berücksichtigung des gesetzlichen Rahmens (Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.--) auf Fr. 600.-- festzusetzen und der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
600
.-- werden
der Beschwerdeführerin
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwältin Christine Fleisch
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundesge
setzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizu
legen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
HurstCasanova