# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e63e8fe9-fcff-5398-8a04-78ef27aae818
**Source:** Zürich Baurekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-06-12
**Language:** de
**Title:** Konzession für private Bauten und Anlagen im Bereich des Zürichsees. Rechtmässigkeit von Konzessionen. Nutzungsgebühren.
**Docket/Reference:** BRGE II Nr. 0057/2018
**URL:** https://www.baurekursgericht-zh.ch/media/entscheidauszug_aus_brge_ii_nr._0057-2018_vom_12._juni_2018a.pdf

## Full Text

Baurekursgericht 
des Kantons Zürich 

2. Abteilung 

G.-Nr. 
BRGE II Nr. 

R2.2017.00143 
0057/2018 

Entscheid vom 12. Juni 2018 

Mitwirkende 

Abteilungspräsident  Peter  Rütimann,  Baurichter Adrian  Bergmann,  Ersatz-
richterin Ursula Räuftlin, Gerichtsschreiber Roland Blaser     

in Sachen 

Rekurrentin 

N. G., [….] 

gegen 

Rekursgegnerin 

1.  Baudirektion  Kanton  Zürich,  Walchetor,  Walcheplatz 2,  Postfach, 

8090 Zürich  

Mitbeteiligter 

2.  Gemeinderat X, [….] 

betreffend 

Gesamtverfügung des Amtes für Abfall, Wasser, Energie und Luft 17-0133 
vom  31.  August  2017;  Bewilligungen  für  diverse  Bauten  und  Anlagen  im 
Uferbereich und im Seegebiet 
______________________________________________________ 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
hat sich ergeben:  

A.  

Mit Verfügung Nr. 17-0133 vom 31. August 2017 bewilligte die Baudirektion 

Kanton Zürich N. G. unter zahlreichen Nebenbestimmungen den unbefriste-

ten  Fortbestand  verschiedener  Bauten  und  Anlagen  auf  ihren  an  den  Zü-

richsee  angrenzenden  Kleingrundstücken  Kat.-Nrn.  [….]  0001,  0002,  0003 

und  0004  in  X  sowie  eine  bis  zum  31.  Dezember  2032  befristete  wasser-

rechtliche Konzession für mehrere Bauten und Anlagen im Zürichsee (Dis-

positiv-Ziffern I.1 und I.2). Für diese Konzession legte die Baudirektion eine 

jährliche  Nutzungsgebühr  von  insgesamt  Fr.  679.85  fest  (Dispositiv-Ziffer 

I.3). 

B. 

Dagegen  rekurrierte  N.  G.  mit  Eingabe  vom  25.  September  2017  fristge-

recht an das Baurekursgericht des Kantons Zürich und beantragte: 

"Die Verfügung des AWEL vom 31. August 2017 sei aufzuheben, eventuell 
an das AWEL zurückzuweisen. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfol-
ge zulasten des AWEL." 

C. 

Mit Verfügung vom 2. Oktober 2017 wurde der Eingang des Rekurses vor-

gemerkt, diesem die aufschiebende Wirkung zuerkannt und das Vernehm-

lassungsverfahren eröffnet. 

D.  
In  ihrer  Rekursantwort  vom  30.  Oktober  2017  beantragte  die  Baudirektion 

die Abweisung des Rekurses und verwies dabei auf den Bericht des Amtes 

für  Abfall,  Wasser,  Energie  und  Luft  (AWEL)  vom  26.  Oktober  2017.  Der 

mitbeteiligte Gemeinderat X liess sich nicht vernehmen.   

E.  

Die  rekurrentische  Replik  datiert  vom  25.  November  2017;  die  Duplik  der 
Baudirektion vom 23. Januar 2018.  

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Seite 2 

 
 
F.  

Auf  die  Ausführungen  der  Parteien  wird,  soweit  entscheidrelevant,  in  den 

nachstehenden Erwägungen Bezug genommen. 

Es kommt in Betracht: 

1. 

Die Rekurrentin ist als Adressatin der angefochtenen Verfügung sowie auf-

grund  ihrer  Einwände  gemäss  §  338a  des  Planungs-  und  Baugesetzes 

(PBG)  rechtsmittellegitimiert.  Die  übrigen  Prozessvoraussetzungen  sind 

ebenfalls erfüllt, so dass auf ihren Rekurs einzutreten ist. 

2.1. 

Die Vorgeschichte dieser Streitsache liest sich wie folgt: Am 13. März 1880 

erteilte der "Director der öffentlichen Arbeiten" (heute: kantonaler Baudirek-

tor) Ferdinand E. unter verschiedenen Auflagen die Konzession für die  Er-
stellung einer 349 m2 grossen Landanlage im Seegebiet vor seinem Haus 
(act. 4.1 und 4.2).  

Mit  dem  Konzessionsbeschluss  wurde  der  Petent  (Gesuchsteller)  Ferdi-

nand  E.  u.a.  verpflichtet,  die  Landanlage  "im  ganzen  Umfange  ihrer  Be-

grenzung  an  den  See  mit  einer soliden  Mauer oder Steinböschung"  zu  si-

chern und "vor dem Fusse derselben eine tüchtige, bis über die Hälfte der 

Umfassungsmauer  oder  Böschung  hinaufragende  Steinvorlage  zum  Bre-

chen der Wellen" anzulegen (Dispositiv-Ziffer I.2). Zudem wurde der jewei-

lige Besitzer der Landanlage verpflichtet, diese "für alle Zeiten unklagbar zu 

unterhalten"  (Dispositiv-Ziffer  I.5).  Schliesslich  hält  Dispositiv-Ziffer  I.4  der 

Konzession fest, dass für die "Ausführung allfälliger Bauten auf der Landan-

lage die Bewilligung der Direktion der öffentlichen Arbeiten einzuholen" ist. 

In der Folge wurde diese Landanlage erstellt, mit einer Ufermauer gesichert 

bzw.  gegen  den  See  abgegrenzt  und  in  mehrere  Kleinparzellen  aufgeteilt. 
Die  zusammenhängenden  rekurrentischen  Grundstücke  haben  Flächen 

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von 48 m2 (Kat.-Nr. [….] 0001), 80 m2 (Kat.-Nr. [….] 0002), 77 m2 (Kat.-Nr. 
[….]  0003)  und  51  m2  (Kat.-Nr.  [….]  0004).  Zudem  wurde  konzessionsge-
mäss die Steinvorlage (auch als Block- oder Steinwurf bezeichnet), welche 

sich bereits im Bereich der Seeparzelle auf öffentlichem Grund befindet, als 

Wellenbrecher zum Schutz der Ufermauer errichtet. Für die Bauten auf der 

Landanlage wurden die entsprechenden Bewilligungen eingeholt.  

Jahrzehnte später wurde im Rahmen von Sanierungsarbeiten anstatt einer 

Steinvorlage  ein  seeseitiger Betonsockel,  in  der angefochtenen  Verfügung 

"Podest (unter Wasser)" genannt, entlang der Ufermauer als Wellenbrecher 

realisiert. Dieser Sockel, der – wie das nachfolgende Foto dokumentiert – je 

nach  Wasserstand  teilweise  aus  dem  Wasser  ragt,  soll  gleich  wie  eine 

Steinvorlage  die  Erosion  und  Abnützung  der  Ufermauer  verhindern  (act. 

9.3;  die  beiden  roten  Pfeile  zeigen  auf  das  rekurrentische  Teilstück).  Für 

den  Fortbestand  dieses  Uferschutzes  erteilte  die  Baudirektion  der  Rekur-

rentin mit der hier strittigen Verfügung eine bis 31. Dezember 2032 befriste-

te  wasserrechtliche  Konzession.  Ferner  konzedierte  die  Baudirektion  eine 

Ufertreppe samt Geländer (grüner Pfeil), das darunterliegende Podest bzw. 

Fundament  dieser  Treppe  (blauer  Pfeil)  und  die  entsprechend  privat  ge-

nutzte  Seefläche.  Für all  diese  Nutzungen  wurde  die  Rekurrentin  zu  einer 

jährlichen Nutzungsgebühr von insgesamt Fr. 679.85 verpflichtet. 

Mit  der  angefochtenen  Verfügung  bewilligte  die  Baudirektion  schliesslich 
den Fortbestand der rekurrentischen Bauten auf dem Landanlagegebiet für 

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den  Eigenbedarf  (u.a.  einen  gedeckten  Sitzplatz,  Einfriedungen,  Treppen 

und  Tore;  violetter  Pfeil).  Dafür  erteilte  die  Baudirektion  bis  anhin  jeweils 

befristete  Bewilligungen,  letztmals  für  die  Dauer  bis  zum  31.  Dezember 

2017  (act.  17.5). Mit  der hier strittigen  Verfügung  wurde  diese  Bewilligung 

nun ohne zeitliches Limit erteilt.  

2.2. 

Die  nicht  durch  einen  Rechtsbeistand  vertretene  Rekurrentin  verlangt  ge-

mäss  ihrem  Hauptantrag  die  Aufhebung  der  angefochtenen  Verfügung; 

eventualiter  die  Rückweisung  (der  Streitsache)  an  die  Baudirektion  (nach 

ihrer  Diktion:  an  das  AWEL).  Diese  Anträge  erweisen  sich  aufgrund  der 

konkreten Ausgangslage, des Inhalts der streitbetroffenen Verfügung sowie 

der rekurrentischen Begründung bzw. Interessen als auslegungsbedürftig.  

Die  u.a.  gemäss  Dispositiv-Ziffer  I.4  der  Konzession  vom  13.  März  1880 

bewilligungspflichtigen  Bauten  auf  dem  Landanlagegebiet  wurden  gemäss 

bisheriger  langjähriger  Praxis  der  Baudirektion  –  wie  bereits  erwähnt  –  je-

weils nur befristet auf 15 Jahre erteilt, letztmals am 16. Dezember 2002 für 

die Dauer bis zum 31. Dezember 2017 (act. 17.5). Ob die damalige Praxis 

rechtens war, kann und braucht im vorliegenden Verfahren nicht geprüft zu 

werden.  Tatsache  ist  vielmehr,  dass  die  befristete  Bewilligung  nunmehr 

ausgelaufen ist und mit der angefochtenen Verfügung zum Vorteil der Re-

kurrentin neu unbefristet erteilt wurde. Damit ist der Fortbestand ihrer Bau-

ten auf ihrem Landanlagegebiet fortan unbefristet gesichert. Es fallen dies-

bezüglich auch keine periodischen Nutzungsgebühren an. Die von der Re-

kurrentin  zumindest  implizit  geäusserte  gegenteilige  Auffassung  ist  somit 

unzutreffend.  

Insgesamt kann es also nicht im Interesse der Rekurrentin liegen, die neue 

Bewilligung für ihre Bauten auf dem Anlagegebiet nicht zu erhalten, womit 

sie  das  Fortbestandsrecht  verlieren  würde  und  die  Bauten  umgehend  zu 

entfernen hätte. Folglich ist der Streitgegenstand auf die Bewilligungspflicht 

der seeseitigen Bauten vor dem Landanlagebiet im Bereich der öffentlichen 

Seeparzelle  und  die  dafür  zu  leistenden  periodischen  Nutzungsgebühren 

einzugrenzen.  Streitgegenstand  sind  zudem  die  damit  verbundenen  Ne-

benbestimmungen,  welche  von  der  Rekurrentin  teilweise  in  Frage  gestellt 
werden.  

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3.1. 

Zur wasserrechtlichen  Konzession,  deren  Rechtmässigkeit  von  der Rekur-

rentin grundsätzlich bezweifelt wird, ist Folgendes festzuhalten:  

Die  mit  der  angefochtenen  Verfügung  konzedierten  privaten  Bauten  und 

Anlagen der Rekurrentin, nämlich gemäss vorinstanzlicher Auflistung "zwei 

Geländer, ein Podest, ein Podest (unter Wasser), eine Ufertreppe sowie ei-

ne  abgegrenzte  Seefläche"  (act.  3,  S.  3)  liegen  unbestrittenermassen  im 

Bereich  des  Zürichsees,  also  eines  öffentlichen  Gewässers.  Gemäss  Art. 

105  Abs.  1  der  Verfassung  des  Kantons  Zürich  (KV)  übt  der  Kanton  die 

Hoheit  über  die  Gewässer  aus.  Die  öffentlichen  Gewässer  stehen  der  All-

gemeinheit im Rahmen des so genannten schlichten Gemeingebrauchs zur 

freien  und  unentgeltlichen  Nutzung  offen  (Tobias  Jaag/Markus  Rüssli, 

Staats-  und  Verwaltungsrecht  des  Kantons  Zürich,  4.  Aufl.,  Zü-

rich/Basel/Genf  2012,  S.  297,  Rz.  3420).  Dazu  gehören  etwa  das  Baden, 

die  Wasserentnahme  in  geringen  Mengen,  das  Tränken  von  Haustieren 

oder die  Schifffahrt  im  Rahmen  der polizeilichen  Ordnung  (§  2  Abs.  1  der 

Konzessionsverordnung zum Wasserwirtschaftsgesetz [KonzV WWG]).  

Die über den schlichten Gemeingebrauch hinausgehenden Nutzungen von 

öffentlichen Gewässern, die dazu erforderlichen Bauten und Anlagen sowie 

deren  Änderungen  bedürfen  je  nach  Nutzungsart  einer  Bewilligung  oder 

Konzession  (§  36  Abs.  1  des Wasserwirtschaftsgesetzes  [WWG]).  Solche 

dürfen nur erteilt werden, sofern sie weder öffentliche Interessen erheblich 

beeinträchtigen  noch  die  Rechte  anderer Wassernutzungsberechtigter  be-

trächtlich schmälern (§ 43 Abs. 1 WWG). Gemäss § 1 lit. c KonzV WWG ist 

die Inanspruchnahme von Gewässer durch Bauten und Anlagen der vorlie-

genden  Art  konzessionspflichtig.  Im  Übrigen  werden  für  neue  Bauten  und 

Anlagen zulasten von Gewässergebiet, vorbehältlich geringfügiger Erweite-

rungen, im Regelfall keine Konzessionen mehr erteilt (§ 26 KonzV WWG).  

Einen Rechtsanspruch auf Erteilung einer  solcher Sondernutzungskonzes-

sion  gibt  es  nicht,  selbst  wenn  die  gesetzlichen  Mindestanforderungen  er-

füllt sind (VB.2013.00360 vom 5. September 2013, E. 7.3). Beim Entscheid 

verfügt  die  Konzessionsbehörde  über einen  erheblichen  Beurteilungs-  und 

Ermessensspielraum  (BRGE  II  Nr.  0009/2017  vom  10.  Januar  2017, 

E. 3.2.1).  Der  Gesuchsteller  hat  aber  immerhin  einen  Anspruch  darauf, 

dass  die  Konzessionsbehörde  ihr  Ermessen  pflichtgemäss  ausübt,  was 
auch  bezüglich  der  erforderlichen  Nebenbestimmungen  gilt  (Ulrich  Häfe-

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lin/Georg Müller/Felix Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 7. Aufl., Zü-

rich/St. Gallen 2016, Rz. 2725 und 2731). 

3.2. 

Konzessionspflichtige  Nutzungen  öffentlicher  Gewässer  sind  in  der  Regel 

zu befristen (§ 44 WWG). Ein solches Sondernutzungsrecht kann nicht un-

befristet  auf  ewig  erteilt  werden,  weil  das  Gemeinwesen  (im  vorliegenden 

Fall  der  Kanton  Zürich)  nicht  auf  seine  Gewässerhoheit  verzichten  kann. 

Das  Gemeinwesen  muss  vielmehr  von  Zeit  zu  Zeit  Gelegenheit  erhalten, 

sich darüber zu vergewissern, ob  die betreffende Sondernutzung noch mit 

dem öffentlichen Interesse vereinbar ist (vgl. u.a. BGE 127 II 69 E. 4c). Ei-

ne "Ersitzung" eines Sondernutzungsrechts an einer öffentlichen Sache ist 

zum vornherein ausgeschlossen (VB.2014.00156 vom 20. November 2014, 

E. 5.3). 

Diese  Rechtspraxis fand Eingang  in  die  geänderte  KonzV WWG. Gemäss 

§ 13  lit.  d  KonzV  WWG  sind  Inanspruchnahmen  von  Gewässern  auf  die 

Dauer von 15-40 Jahre zu befristen. Zudem hält die Übergangsbestimmung 

zur Änderung vom 15. August 2007 in Abs.  1 fest, dass bestehende noch 

unbefristete  Konzessionen  nachträglich  zu  befristen  sind  (vgl.  BRGE  II 

Nr. 0009/2017 vom 10. Januar 2017, E. 3.2.2). Die Konzessions- bzw. Nut-

zungsgebühren  bemessen  sich  nach  den  Bestimmungen  der  Gebühren-

verordnung zum Wasserwirtschaftsgesetz (GebV WWG). 

Daher  ist  der  rekurrentische  Einwand,  solche  periodischen  Konzessionen 

mit den entsprechenden Kostenfolgen seien willkürlich, eine sinnlose Büro-

kratie  und  eine  schikanöse  Einschränkung  des  Privateigentums,  haltlos. 

Nach  dem  Gesagten  ist  gerade  das  Gegenteil  der  Fall;  eine  unbefristete 

Konzessionserteilung 

für  die 

Inanspruchnahme  von  Seegebiet  wäre 

rechtswidrig.  Beim  von  der  Rekurrentin  erwähnten  Entscheid  BGE  139 

II 470 ging es im Übrigen nicht um eine Konzession im Bereich von Seege-

biet,  sondern  um  die  Erstellung  eines  Einfamilienhauses  auf  Landanlage-

gebiet. 

4.1. 
Im Folgenden ist zu prüfen, ob die rekurrentischen Bauten und Anlagen im 
Bereich des Zürichsees (Podeste, Ufertreppe etc.) aufgrund der konkreten 

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Sachlage  konzessionspflichtig  und  damit  gebührenpflichtig  sind,  was  die 

Rekurrentin bestreitet.    

4.2.   

Vorab  geht  es  um  das  so  genannte  "Podest  (unter  Wasser)".  Dieser  vor 

rund 40 Jahren seeseitig entlang der Ufermauer realisierte Betonsockel er-

setzt  die  im 19.  Jahrhundert  zum Schutz  der Mauer erstellte Steinvorlage. 

Für den Fortbestand dieses "neuen" Uferschutzes erteilte die Baudirektion 

der  Rekurrentin  mit  der  hier  strittigen  Verfügung  eine  bis  31.  Dezember 

2032  befristete  wasserrechtliche  Konzession  mit  den  entsprechenden  Ge-

bührenfolgen. 

Die Baudirektion stellt sich auf den Standpunkt, für die von der Konzession 

vom  13.  März  1880  nicht  erfasste  Abweichung,  also  Betonsockel  anstatt 

Steinvorlage, habe die Rekurrentin gestützt auf die §§ 36, 47 und 75 WWG 

eine jährliche Nutzungsgebühr zu bezahlen. Im Rahmen der Bewilligungs-

erneuerung für die  Bauten  auf der Landanlage  sei dieses auf  öffentlichem 

Seegebiet  situierte  Unterwasserpodest,  welches  begehbar  sei,  "gesetzlich 

bereinigt" und daher neu kostenpflichtig konzediert worden. 

Dieses Vorgehen der Baudirektion ist nicht haltbar. Aus den Akten sowohl 

des vorliegenden Verfahrens als auch des Rekursverfahrens, welches das 

Nachbargrundstück  betraf,  ist  klar  ersichtlich,  dass  die  Ufermauer  bereits 

vor  Jahrzehnten  trotz  der  vorhandenen  Steinvorlage  durch  den  Wellen-

schlag  unterspült  worden  war  und  deswegen  saniert  werden  musste.  An-

statt  einer  Steinvorlage  wurde  deshalb  vor  rund  40  Jahren  unter  Wasser 

seeseitig  der  Ufermauer  zusammen  mit  dem  Nachbargrundstück  eine  be-

tonierte  Vormauerung  für  einen  wirksamen  Uferschutz  erstellt  (BRGE  II 

Nr. 0046/2018 vom 8. Mai 2018, E. 3.2).  

Die Baudirektion stellt nicht in Abrede, dass der strittige Betonsockel ohne 

weiteres  die  Funktion  eines  wirksamen  Uferschutzes  erfüllt.  Im  Vergleich 

zum seinerzeitigen Konzessionstext handle es sich bei dieser Bauweise je-

doch  um  eine  konzessionspflichtige  Änderung  mit  den  entsprechenden 

Kostenfolgen.  

Dieser Standpunkt  ist zu  formalistisch  und berücksichtigt  die  tatsächlichen 

Gegebenheiten  nicht.  Fakt  ist,  dass  der  Betonsockel  die  Steinvorlage  in 
seiner  Schutzfunktion  1:1  ersetzt  und  der  Rekurrentin  privat  keinen  wirt-

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Seite 8 

 
 
schaftlichen Nutzen bringt, insbesondere keinen Sondervorteil im Sinne von 

§ 47 Abs. 2 WWG im Rahmen eines Sondernutzungsrechts. Der vorliegen-

de  Sachverhalt  lässt  sich  deshalb  keineswegs  mit  demjenigen  in  den 

Rechtsmittelverfahren  VB.2014.00156  und  VB.2014.00157  vom  20.  No-

vember 2014  vergleichen,  bei  welchen  es  um  die  Vermauerung  eines 

Blockwurfs  (Steinanlage)  zur  Anlegung  eines  grosszügigen  Badeplatzes 

bzw.  zur  bequemen  Bedienung  eines  Bootshauses  ging.  Der  Umstand, 

dass  der  Betonsockel  betreten  werden  kann,  ändert  daran  nichts.  Die 

Steinblöcke  des  früheren  Uferschutzes  konnten  auch  betreten  oder  sogar 

als Sitzgelegenheit genutzt werden. Im Weiteren beansprucht der Betonso-

ckel keineswegs mehr Seegebietsfläche als die Steinvorlage, eher weniger. 

Der Umstand, dass die "neue" Ufersicherung auf einer anderen Konstrukti-

onsweise  basiert  und  auch  visuell  differiert,  genügt  nicht  für  die  Annahme 

einer konzessionspflichtigen Änderung im vorinstanzlichen Sinne.  

Ob,  und  wenn  ja,  in  welcher  Form  die  damalige  bauliche  Sanierung  des 

Uferschutzes  der Baudirektion  hätte  angezeigt  oder  von  dieser formell be-

willigt  werden  müssen,  braucht  beim  vorliegenden  Streitgegenstand  nach 

rund  40  Jahren  nicht  mehr  geprüft  zu  werden.  In  diesem  Zusammenhang 

muss immerhin festgehalten werden, dass seit der Erstellung des Betonso-

ckels  mehrere  wasserbaurechtliche  Verfügungen  der  Baudirektion,  welche 

die  rekurrentischen  Grundstücke  zum  Inhalt  hatten,  erlassen  wurden  (u.a. 

BDV  Nr.  1381/1992  vom  24.  Juni  1992  sowie  BDV  Nr.  2885/2002  vom 

16. November 2002). So erwähnt etwa die letzterwähnte Verfügung explizit 

eine "durchgeführte Kontrolle" auf den streitbetroffenen Grundstücken [….], 

bei welcher der Betonsockel und das Fehlen der Steinvorlage ohne weite-

res erkennbar sein musste. Trotz dieser und möglicherweise schon früherer 

Kontrollen  monierte  die  Baudirektion  die  Ufersicherung  in  der  Form  eines 

Betonsockels bzw. eines Betonpodestes in keiner Weise.  

Insgesamt liegt also bezüglich des ausschliesslich dem Uferschutz dienen-

den  Betonsockels  kein  (neuer)  konzessionsrechtlicher  Tatbestand  vor, 

weshalb  auch  keine  Nutzungsgebühr  für  diesen  Sockel  erhoben  werden 

kann.    

4.3.   
Bezüglich der übrigen konzedierten Bauten und Anlagen auf Seegebiet ist 
hingegen der Argumentation der Baudirektion zu folgen.  

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Seite 9 

 
 
Dabei geht es, wie bereits erwähnt, um eine vom rekurrentischen Landan-

lagegebiet auf eine Betonplatte (Betonpodest) führende Treppe, die beiden 

Treppengeländer  sowie  das  dafür  beanspruchte  Seegebiet  (vgl.  auch  das 

voranstehende Foto unter Ziffer 2.1). Die private Nutzung dieser im Bereich 

eines öffentlichen Gewässers liegenden Bauten und Anlagen geht klar über 

den schlichten Gemeingebrauch hinaus und ist daher konzessionspflichtig. 

Solche Konzessionen dürfen nach dem Gesagten nur noch befristet erteilt 

werden. Die Konzessionsdauer von 15 Jahren entspricht der gängigen kan-

tonalzürcherischen Praxis für Bauten und Anlagen der vorliegenden Art und 

erweist  sich  aufgrund  der  konkreten  Sachlage  auch  als  verhältnismässig. 

Die Berechnungen der jährlichen Nutzungsgebühren gemäss § 17 bzw. 19 

GebV  WWG  sind  korrekt  und  folglich  nicht  zu  beanstanden  (dazu  auch 

BRGE II Nr. 0009/2017 vom 10. Januar 2017, E. 4.5.1 und 4.5.2). 

4.4.   

Rechtskonform sind schliesslich die von der Rekurrentin (kaum substantiell) 

in Frage gestellten Nebenbestimmungen in Dispositiv-Ziffer 1.2 Abs. 2 der 

angefochtenen  Verfügung  sowie  die  angeordnete  Grundbuchanmerkung 

der  streitbetroffenen  wasserrechtlichen  Konzessionen  (Dispositiv-Ziffer  4); 

dies  jedoch  immer  unter  Berücksichtigung,  dass  das  "Podest  (unter  Was-

ser)" weder konzessions- noch gebührenpflichtig ist. 

5. 

Insgesamt erweist sich die Verfügung Nr. 17-0133 der Baudirektion Kanton 

Zürich  vom  31.  August  2017,  soweit  sie  das  "Podest  (unter  Wasser)"  be-

trifft,  als  rechtswidrig.  In  diesem  Umfang  hat  die  Baudirektion  die  entspre-

chenden  Dispositiv-Ziffern  zu  korrigieren,  was  zu  einer  weniger  gross  be-

anspruchten Seefläche und im Ergebnis zu einer entsprechend reduzierten 

jährlichen Nutzungsgebühr führen wird. Im Sinne dieser Erwägungen ist der 

Rekurs teilweise gutzuheissen und im Übrigen abzuweisen. 

[….] 

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