# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6a571809-af81-511e-bb84-3539ff8ecff1
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-08-07
**Language:** de
**Title:** Keine unfallähnliche Körperschädigung i.S.v. Art. 9 Abs. 2 UVV
**Docket/Reference:** UV.2016.00151
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2016.00151.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2016.00151
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Philipp
Sozialversicherungsrichter Vogel
Gerichtsschreiberin Leicht
Urteil
vom
7. August 2017
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
gegen
AXA Versicherungen AG
Generaldirektion
General
Guisan
-Strasse 40, Postfach 357, 8401 Winterthur
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
Der 1958 geborene
X.___
war seit dem 16. August 2009 als Lehrper
son beim
Y.___
angestellt und bei der
AXA Versi
cherungen AG (nachfolgend AXA)
obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert, als er am
29. Dezember 2015 beim Aufstehen aus einer tiefen Hocke eine
Verletzung
am rechten Knie erlitt (Urk. 12/A1
)
. Der erstbehandelnde Arzt,
Dr.
med.
Z.___
, Facharzt FMH für Chirurgie, diagnostizierte am 30. Dezember 2015 eine schwere komplexe mediale Meniskusläsion Pars
inter
media
und
Hinterhorn
mit
Meniskusprotrusion
über die
Tibiaplateaukante
sowie eine Zerrung des
meniskofemoralen
und
meniskotibialen
Ligaments
(
Urk. 12/M2 und Urk. 12/M3
).
Zur näheren Abklärung des Vorfalles stellte die AXA dem Versicherten einen Fragenkatalog zu, den dieser am
4. März 2016
ausgefüllt zurücksandte
(Urk. 12/A4)
.
Am
24. März 2016
teilte die AXA dem Versicherten mit, beim Ereignis vom 29
.
Dezember 2015 handle es sich weder um einen Un
fall im Rechtssinn noch um eine unfallähnliche Körperschädigung, weshalb
kein Leistungsanspruch bestehe
(Urk. 12/
A5
).
Daran hielt sie sowohl mit
Verfügung vom 11. April 2016
(Urk. 12/A9)
als auch mit
Einspracheentscheid
vom 13. Juni 2016
(Urk. 12/A15
= Urk. 2
)
fest
.
2.
Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom
18. Juni 2016
Beschwerde und beantragte
sinngemäss
,
der
angefochtene
Entscheid
sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, die gesetzlichen Leistungen für das Er
eignis vom 29. Dezember 2015 zu erbringen
(Urk. 1). Mit Beschwerdeantwort vom 9. November 2016 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (Urk. 11), was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 11. November 2016 mitgeteilt wurde (Urk. 13).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen ist, soweit für die Entscheidfindung erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen einzuge
hen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9.
No
-
vember
2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesgeset
zes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallver
sicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen,
die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Das
hier zu beurteilende
Ereignis hat am 29
.
Dezember 2015
stattgefunden,
wes
halb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorlie
genden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Ein Unfall ist gemäss
Art.
4
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (
ATSG
)
die plötzliche, nicht beabsichtigte schädi
gende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschli
chen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesund
heit oder den Tod zur Folge hat.
1.3
Gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG kann der Bundesrat Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen. Von dieser Kompetenz hat der Bundesrat in Art. 9 Abs. 2 UVV Gebrauch gemacht und fol
gende Körperschädigungen, sofern sie nicht eindeutig auf eine Erkrankung oder eine Degeneration zurückzuführen sind, auch ohne ungewöhnliche äussere Ein
wirkung den Unfällen gleichgestellt:
a.
Knochenbrüche;
b.
Verrenkungen von Gelenken;
c.
Meniskusrisse;
d.
Muskelrisse;
e.
Muskelzerrungen;
f.
Sehnenrisse;
g.
Bandläsionen;
h.
Trommelfellverletzungen.
Diese Aufzählung der den Unfällen gleichgestellten Körperschädigungen ist ab
-
schliessend (BGE 116 V 136 E. 4a, 147 E. 2b, je mit Hinweisen; Maurer, Schweizerisches Unfall
versicherungsrecht, 2. Aufl., 1989, S. 202).
1.4
Bei den unfallähnlichen Körpe
rschädigungen im Sinne von Art.
9
Abs.
2 UVV entfällt im Vergleich zu den eigentlichen Unfällen nach
Art.
4 ATSG einzig das Tatbestandselement der Ungewöhnlichkeit des auf den Körper einwirkenden äusseren Faktors. Alle übrigen Begriffsmerkmale eines Unfalles müssen hinge
gen auch bei den unfallähnlichen Körperschädigungen erfüllt sein. Dies gilt namentlich für das Erfordernis des einwirkenden äusseren Faktors an sich, wo
runter ein ausserhalb des Körpers liegender, objektiv feststellbarer, sinnfälliger
–
eben unfallähnlicher
–
Einfluss auf den Körper zu verstehen ist. Dabei kann die schädigende Einwirkung auch in einer körpereigenen Bewegung bestehen (Urteil des Bundesge
richts 8C_40/2014 vom
8.
Mai 2014 E. 2.2.2 mit Hinweisen auf BGE 139 V 327 E. 3.1, 3.3.1; 129 V 466 E. 2.2, 4.1
;
123 V 43 E. 2b).
Erforderlich für die Bejahung eines äusseren Faktors ist ein gesteigertes
Schädi
gungspotenzial
, sei es zufolge einer allgemein gesteigerten Gefahrenlage, sei es durch Hinzutreten eines zur Unkontrollierbarkeit der Vornahme der alltäglichen Lebensverrichtung führenden Faktors. Die physiologische Beanspruchung des Skeletts, der Gelenke, Muskeln, Sehnen und Bänder stellt keinen äusseren Fak
tor dar (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_696/2013 vom 1
4.
November 2013 E. 5.3 mit Hinweis auf BGE 139 V 327 E. 3.3.1, 129 V 466 E. 4.2.2, 4.3). Ein äusserer Faktor mit erheblichem Schädigungspotenzial liegt nach der Rechtspre
chung vor, wenn die zur Diskussion stehende Betätigung mit einer mehr als physiologisch normalen und psychologisch beherrschten Beanspruchung des Körpers, insbesondere seiner Gliedmassen, verbunden ist (Urteil des Bundesge
richts 8C_40/2014 vom
8.
Mai 2014 E. 2.2.3 mit Hinweis auf BGE 139 V 327
E. 3.3.1). Erfüllt ist das Erfordernis des äusseren schädigenden Faktors bei
Än
-
de
rungen
der Körperlage, die nach unfallmedizinischer Erfahrung häufig zu kör
pereigenen Traumen führen können, so etwa beim plötzlichen Aufstehen aus der Hocke, bei heftigen belastenden Bewegungen oder bei einer wegen äusserer Einflüsse unkontrollierbar gewordenen Positionsände
rung (vgl. BGE 129 V 466 E.
4.2.3, Urteil des Bundesgerichts 8C_40/2014 vom
8.
Mai 2014 E. 2.2.3).
Der Zweck des Instituts der unfallähnlichen Körperschädigung besteht nicht darin, krankhafte oder degenerative Körperschäden von der obligatorischen Unfallversi
cherung auszuschliessen, sondern darin, die oft schwierige Abgren
zung zwischen Unfall und Krankheit zugunsten der Versicherten zu vermeiden. Die sozialen Unfallversicherer haben somit ein Risiko zu übernehmen, das nach der geltenden begrifflichen Abgrenzung von Unfällen und Krankheiten den
letzteren zuzuordnen wäre. Hinzu kommt, dass es für die Bejahung des natürli
chen Kausalzusammen
hangs praxisgemäss genügt, wenn das schädigende Ge
schehen eine Teilursache bildet. Ein degenerativer oder pathologischer
Vorzu
stand
schliesst daher eine unfallähnliche Körperschädigung nicht aus, sofern ein unfallähnliches Ereignis den vorbestehenden Gesundheitsschaden verschlimmert oder manifest werden lässt. Bei
den
in
Art.
9
Abs.
2
lit
. a bis h UVV abschlies
send erwähnten Verletzungen muss aber eine schädigende, äussere Einwirkung wenigstens im Sinne eines Auslösungsfaktors zu den (vor- oder überwiegend) krankhaften oder degenerativen Ursachen hinzutreten, damit eine
unfallähnli
che
Körperschädigung vorliegt (vgl. BGE 123 V 43 S. 45 E. 2b mit Hinweisen, insbes. auf BGE 116 V 155 E. 6c, 117 V 360 E. 4a, 114 V 301 E. 3c; RKUV 1988 Nr. U 57 S. 373 E. 4b).
Schmerzen als Symptome einer Schädigung nach
Art.
9
Abs.
2 UVV fallen als massgebender äusserer Faktor nicht in Betracht, wenn sie bei einer alltäglichen Lebensverrichtung auftreten, ohne dass ein davon unterscheidbares äusseres Moment mitspielen würde. Wer also etwa beim blossen Aufstehen, Absitzen, Abliegen, bei Bewegungen im Raum, Handreichungen und so weiter einen ein
schiessenden Schmerz verspürt, kann allein deswegen noch keine unfallähnliche Körperschädigung geltend machen. Ein äusserer Faktor ist nicht gegeben, wenn die versicherte Person einzig das erstmalige Auftreten von Schmerzen angibt, aber keine gleichzeitig mitwirkende äussere Komponente zu benennen vermag. Auch ist das Erfordernis eines äusseren schädigenden Faktors nicht erfüllt, wenn das Auftreten von Schmerzen bloss mit einem von der versicherten Per
son beschriebenen gewöhnlichen Bewegungsablauf einhergeht. Verlangt wird vielmehr ein Geschehen, welchem ein gesteigertes Gefährdungspotenzial inne
wohnt, was zutrifft, wenn die als Schmerzauslöser angegebene Betätigung im Rahmen einer allgemein gesteigerten Gefahrenlage vorgenommen wird, wie dies bei vielen sportlichen Aktivitäten der Fall ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_40/2014 vom
8.
Mai 2014 E. 2.2.3 mit Hinweis auf
BGE 129 V 466 E. 4.2.1, 4.2.2).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid erwog die Beschwerdegegnerin,
der
Beschwer
-
defüh
rer
habe in der Schadenmeldung sowie im Fragebogen festge
halten, dass er beim Arbeiten im Garten für eine Arbeit an Holzbalken eine tiefe Hocke habe machen müssen und sich dabei eine Rotation ergeben habe, die vermutlich die Ursache der Meniskusläsion gewesen sei. Etwas Ungewöhnliches oder Pro
-
grammwidriges sei von ihm nicht erwähnt worden. Er habe ausgeführt, das
s
es
sich um einen normalen Arbeitsablauf gehandelt habe. Das vom Be
schwer
-
deführer
in seiner Einsprache erstmals erwähnte zusätzliche Element des hohen Kraftaufwandes habe er weder in seiner Schadenmeldung noch im Rah
men der Beantwortung der
v
on der Beschwerdegegnerin gestellten Fragen er
wähnt (Urk. 2 S. 4).
Beim
zu beurteilenden Vorgang
handle es sich
grundsätzlich um eine physiolo
gisch normale Beanspruchung des Körpers im Sinn einer alltäglichen
Lebens
verrichtung
. Hinsichtlich des Hinzutretens eines zur Unkontrollierbarkeit der Verrichtung führenden Faktors sei darauf hinzuweisen, dass die vom höchste
n Gericht im Einz
elfall positiv beurteilten Sachverhalte deutlich machten, dass der äussere schädigende Faktor einer zusätzlichen Komponente wie ruckartig, plötzlich, brüsk, abrupt,
oder einer
Abwehr- oder Reflexbewegung
oder Ä
hnli
ches
bedürfe
. Eine solche Komponente sei vom Beschwerdeführer jedoch nie erwähnt worden. Es sei somit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon aus
zugehen, dass der geschilderte
Bewegungsablauf planmässig
verlaufen sei
und durch keine der erwähnten Komponenten unkontrolliert beeinflusst
worden
sei.
Somit fehle es an einem einwirkenden äusseren Faktor. Eine unfallähnliche Körperschädigung sei daher zu verneinen
(Urk.
2 S. 7).
2.2
Der Beschwerdeführer machte demgegenüber
sinngemäss
geltend,
es liege ein äusserer Faktor im Sinne einer unfallähnlichen Körperschädigung vor. Wenn er
als langjähriger Hobbygärtner
an einem mehrere hundert Kilo schweren Holz
stapel e
inen Balken zurechtrücken wolle und
dabei eine tiefe Hocke machen müsse, so handle es sich zwar
durchaus
um einen normalen Arbeitsablauf,
er wende aber mehr Kraft auf, die als äusserer Faktor
sc
hädigend auf den Menis
kus
wirke
(Urk. 1).
3.
3.1
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin für die Folgen der am
29. Dezember 2015
zugezogenen Knieverletzung leistungspflichtig ist
. Dabei sind
sich
die Parteien bereits uneinig, wie sich der Vorfall vom 29. Dezember 2015 genau abgespielt hat.
3.2
Die einzelnen Umstände des Unfallgeschehens sind von der versicherten Person glaubhaft zu machen. Kommt sie dieser Forderung nicht nach, indem sie un
vollständige, ungenaue oder widersprüchliche Angaben macht, die das Bestehen eines unfallmässigen Schadens als unglaubhaft erscheinen lassen, besteht keine Leistungspflicht des Unfallversicherers. Führt die durch das Gericht vorzuneh
mende Beweiswürdigung zum Ergebnis, dass das Vorliegen eines Unfalles nicht
wenigstens mit Wahrscheinlichkeit erstellt ist – die
blosse Möglich
keit genügt nicht -, so hat der Unfall als unbewiesen zu gelten, was sich zu Lasten der
leis
tungsansprechenden
Person auswirkt (
vgl.
BGE 116 V 136 E.
4b;
114 V 298
E. 5b)
.
3.3
In der nicht datierten Unfallmeldung heisst es, der Beschwerdeführer sei in eine
tiefe Hocke
gegangen, um an einem Hol
z
stapel eine Arbeit zu verrichten.
Beim Aufstehen
sei es zu einem hörbaren Riss des Meniskus (rechts) gekommen (Urk. 12/A1).
In der Folg
e
erkundigte sich die Beschwerdegegnerin schriftlich mit einem Formular nach dem genauen Unfallhergang. Die Frage nach dem detaillierten Hergang des Ereignisses beantwortete der Beschwerdeführer am 4. März 2016 wie folgt: „Beim Arbeiten im Garten musste ich für eine Arbeit am Holzbalken eine
tiefe Hocke
machen, dabei
ergab sich dummerweise eine Rota
tion,
die vermutlich dann die Ursache der Meniskusläsion war“ (Urk. 12/A4
Ziff. 2
).
Auf die Frage, ob sich etwas Ungewöhnliches oder Programmwidriges, z. B. ein Ausgleiten oder ein Sturz, ereignet habe, gab der Beschwerdeführer an, es habe sich um einen normalen Arbeitsablauf gehandelt (Urk. 12/A4 Ziff. 5).
Dr.
Z.___
,
den
der Beschwerdeführer am 30. Dezember 2015
aufgesucht hatte
, berichtete
in seiner Anamnese
, der Beschwerdeführer habe am 29. Dezember 2015 bei Gartenarbeiten in der Hocke einen schweren, blockierten Verschluss aufreissen wollen. Dabei habe er sich eine Kniedistorsion rechts zugezogen (Urk. 12/M3).
In den Arztberichten finden sich keine w
eitere
n
Angaben zum Geschehensablauf.
Nachdem die Beschwerdegegnerin ihre Leistun
gspflicht ver
neint hatte (Urk. 12/A9
), ergänzte der Beschwerdeführer
den Ereignishergang
in seiner Einsprache vom 13. April 2016 wie folgt: „Die Arbeiten waren ausserge
wöhnlich und unüblich für mich, weil ich sehr schwere Dachbalken (10cm x 16cm x 3m), die von einem Abbruch stammten (…) zum Schutz vor Regen bei einer Beige sortierte und ausrichtete. Nun, dabei war eine
tiefe Hocke
notwen
dig. Ich möchte hier klar betonen, dass es sich hierbei nicht um eine nette kleine einfache gymnastische Übung gehandelt hat, sondern eine extrem tiefe, klar aussergewöhnliche,
mit viel Kraftaufwendung verbundene Arbeitsstellung
ge
handelt hat.
Weil sich einer der Balken nicht bewegen liess, musste ich mich
seitlich bewegen
und so, vermute ich, kam es zu einer zusätzlichen plötzlichen Überbelastung durch die Drehung (Urk. 12/A12).
Beschwerdeweise führte er dann aus, dass er an einem
mehrere hundert Kilo schweren Holzstapel
einen Balken habe zurechtrücken wollen und dabei eine tiefe Hocke habe machen müssen
(Urk. 1).
3.4
Z
unächst
ist
festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin ihrer Abklärungspflicht mit Einholung des Fragebogens vom 4. März 2016 (Urk. 12/A4) im Nachgang zur Unfallmeldung (Urk. 12/1) in rechtgenügender Weise nachgekommen ist.
Sie
ging vom Hergang aus, wie ihn der Beschwerdeführer in der Unfallmeldung
und im Fragebogen zum Ereignishergang
geschildert hatte. Sie verwies dabei
auf die Beweismaxime, wonach die sogenannten spontanen „Aussagen der er
sten Stunde“ in der Regel unbefangener und zuverlässiger sind als spätere Dar
stellungen, die bewusst oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen ver
sicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein können (Urk. 2 S.
3 ff.
). Nach der Rechtsprechung ist diese Beweismaxime namentlich dann von Be
deutung, wenn der Versicherte seine Darstellung im Laufe der Zeit wechselt. Den Angaben, die er kurz nach dem Unfall gemacht hat, kommt
diesfalls
meis
tens grösseres Gewicht zu als jenen nach Kenntnis einer Ablehnungsverfügung des Versicherers (vgl. dazu BGE 121 V 45 E. 2a
mit Hinweisen
).
Dass die
Be
schwerdegegnerin
den „Aussagen der ersten Stunde“ mehr Beweiskraft beimass als den späteren Darstellungen des Sachverhalts durch den Beschwerdeführer ist somit nicht zu beanstanden. Dies gilt umso mehr, als die späteren Darstellungen des Ereignisses eine Steigerungstendenz aufweisen.
So wird
erst im Rahmen des Beschwerdeverfahrens ein
mehrere hundert Kilo schwere
r
Holzstapel
erwähnt.
Dass dieses Sachverhaltselement
in der Unfallmeldung und im Fragebogen
der Beschwerdegegnerin unerwähnt geblieben
ist
,
ist nicht nachvollziehbar.
Es
lässt sich
deshalb nicht
erstellen
, d
ass sich der Sachverhalt tatsächlich
so zugetragen hat.
Bei dem von
Dr.
Z.___
in seiner Anamnese festgehaltenen Ereignishergang, wo
nach der Beschwerdeführer bei Gartenarbeiten in der Hocke einen schweren, blockierten Verschluss habe aufreissen wollen
(Urk. 12/
M3
)
, handelt es sich zwar um kurz nach dem Vorfall gemachte Angaben,
das Aufreissen eines blo
ckierten Verschlusses wurde jedoch vom Beschwerdeführer selbst
weder
ereig
nisnah
noch
im Laufe des Verfahrens
je erwähnt
. Gestützt auf die Angaben des Beschwerdeführers ist davon auszugehen, dass er am 29. Dezember 2015 in eine
tiefe Hocke
gegangen ist, um an einem Holzstapel eine Arbeit zu verrichten
, da
bei hat sich eine Rotation ergeben und b
eim Aufstehen
hat er Schmerzen im rechten Knie verspürt
(Urk. 12/
A1
und Urk. 12/
A4
)
.
Ob der Beschwerdeführer bei der Arbeit am Holzstapel einen blockierten Verschluss aufreissen wollte oder nicht, kann offen bleiben, zumal ein sinnfälliges Ereignis
wie Ausgleiten, Stol
pern, reflexartiges Abwehren eines Sturzes oder sonst eine Beeinträchtigung des natürlichen Ablaufs der Körperbewegung nicht ersichtlich ist. Da das Erforder
nis des sinnfälligen Ereignisses im Sinne der Verwirklichung einer gesteigerten Gefahrenlage nicht erfüllt ist, kann
der Vorfall vom 29. Dezember 2015 nicht als unfallähnlich qualifiziert werden.
Auch die im Rahmen des
Einsprachever
fahrens
vorgebrachte
Schilderung
einer
tiefen Hocke, bei der es sich um eine „extrem tiefe, klar aussergewöhnliche,
mit viel Kraftaufwendung verbundene
Arbeitsstellung
“ gehandelt haben soll, ändert daran nichts.
Selbst wenn
die
be
schwerdeweise
geltend gemachte Darstellung
,
wonach
der Beschwerdeführer an einem
schweren Holzstapel
einen Balken
habe
zurechtrücken wollen
,
erstellt wäre,
ist fraglich
, ob ein
den Unfallbegriff erfüllende
r
ausserordentliche
r Kraft
aufwand
im Sinne der Rechtsprechung (vgl.
Urteil des Bundesgerichts
8C_245/2015
vom 19. August 2015 E. 5 und
BGE
116 V 136 E. 3b
) zu bejahen wäre,
zumal die Gewichtsangabe von mehreren hundert Kilo als übertrieben erscheint.
Besondere sinnfällige Umstände sind im Übrigen nicht ersichtlich.
Die ursprüngliche Sachverhaltsbeschreibung
steht auch im Einklang
mit der medizinischen Beurteilung durch
Dr.
med.
A.___
, Facharzt Orthopädische Chirurgie und Traumatologie FMH, wonach wegen der Komplexität der inneren schweren Meniskusschädigung mit Zusammenhangstrennungen in verschiede
nen Richtungen wegen der Lappenbildung, wegen des Fehlens von relevanten Begleitschädigungen in der Band-Peripherie und wegen des fehlenden Nach
weises eines Knochenödems von einer geringen
Traumaenergie
auszugehen sei (Urk. 12/M4 S. 3).
3.5
Nach dem Gesagten hat die Beschwerdegegnerin eine
n Unfall beziehungsweise eine
unfallähnliche Körperschädigung und
damit ihre Leistungspflicht zu
Recht verneint, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
X.___
-
AXA Versicherungen AG
-
Bundesamt für Gesundheit
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der
Be
-
weismit
tel
und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Ur
kunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
HurstLeicht