# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c2eb5f42-8af3-572b-bab4-f4683e6c4cee
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-02-23
**Language:** de
**Title:** Zürich Baurekursgericht 23.02.2022 BRGE III Nr. 0030/2022
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Baurekurs/ZH_BRK_001_BRGE-III-Nr--0030-20_2022-02-23.pdf

## Full Text

Baurekursgericht 
des Kantons Zürich 

3. Abteilung 

 

 

 
 
 
G.-Nr. R3.2021.00192 
BRGE III Nr. 0030/2022          

 
 
  Entscheid vom 23. Februar 2022          
 
 
 

Mitwirkende Abteilungsvizepräsidentin Sabine Ziegler, Baurichter Martin Farner, Ersatz-
richter Ivo Brogle, Gerichtsschreiber Alain Thiébaud     

 
 
 

in Sachen Rekurrierende 

1. DA und CS, […]  
2. PH und EH, […] 

beide vertreten durch […] 

 

gegen Rekursgegnerschaft 

1. Ressortvorsteher Hochbau X, […] 

vertreten durch […] 

2. Baugenossenschaft Y, […] 

vertreten durch […] 

 

 
betreffend Verfügung des Ressortvorstehers Hochbau vom 4. Oktober 2021; Genehmi-

gung Material- und Farbkonzept, […] 
_______________________________________________________ 

 

 

R3.2021.00192 Seite 2 

hat sich ergeben: 

A. 

Mit Verfügung vom 4. Oktober 2021 bewilligte der Ressortvorsteher Hoch-

bau X das Farb- und Materialkonzept für das mit Stammbaubewilligung vom 

28. August 2019 baurechtlich bewilligte Projekt der Baugenossenschaft Y 

zur Erstellung von zwei Mehrfamilienhäusern auf den Parzellen Kat.-Nrn. 1 

und 2, A.-Strasse, X. 

B. 

Gegen diesen Entscheid erhoben DA und CS sowie PH und EH mit gemein-

samer Eingabe vom 5. November 2021 Rekurs an das Baurekursgericht des 

Kantons Zürich und beantragten die Aufhebung des angefochtenen Ent-

scheids sowie die Verweigerung der nachgesuchten Bewilligung; unter Kos-

ten- und Entschädigungsfolge zulasten der Rekursgegner. 

C. 

Mit Präsidialverfügung vom 8. November 2021 wurde vom Rekurseingang 

Vormerk genommen und das Vernehmlassungsverfahren eröffnet. Die auf-

schiebende Wirkung des Rekurses wurde auf das Farb- und Materialkonzept 

beschränkt. 

D. 

Mit Rekursvernehmlassung vom 25. November 2021 beantragte die Vor-

instanz die Abweisung des Rekurses, soweit darauf einzutreten sei; unter 

Kostenfolge zulasten der Rekurrierenden. Die private Rekursgegnerin bean-

tragte mit Rekursantwort vom 30. November 2021 die vollumfängliche Ab-

weisung des Rekurses; unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der 

Rekurrierenden. 

 

 

R3.2021.00192 Seite 3 

E. 

Mit Präsidialverfügung vom 21. Dezember 2021 wurde das Augenscheinpro-

tokoll samt Fotografien des Verfahrens G.-Nr. R3.2019.00162 in das vorlie-

gende Verfahren beigezogen. 

F. 

Mit Replik vom 10. Januar 2022 hielten die Rekurrierenden an den gestellten 

Anträgen zur Sache fest. 

G. 

Die Vorinstanz hielt mit Duplik vom 14. Januar 2022 an den bisher gestellten 

Anträgen fest. Die private Rekursgegnerin verzichtete mit Eingabe vom 

25. Januar 2022 auf Erstattung einer Duplik. 

Es kommt in Betracht: 

1. 

Der Bewilligung des vorliegend angefochtenen Farb- und Materialkonzepts 

liegt die folgende prozessuale Vorgeschichte zugrunde: 

Mit Stammbaubewilligung vom 28. August 2019 erteilte der Gemeinderat X 

der privaten Rekursgegnerin die baurechtliche Bewilligung für den Neubau 

von zwei Mehrfamilienhäusern (mit Unterniveaugarage und Photovoltaikan-

lage) auf den Grundstücken Kat. Nrn. 1 und 2 an der A.-Strasse, X. 

Den hiergegen (unter anderem von den vorliegend Rekurrierenden) erhobe-

nen Rekurs hiess das Baurekursgericht mit BRGE III Nr. 0046/2020 vom 

25. März 2020 (Verfahren G.-Nr. R3.2019.00162) teilweise gut. Die ange-

fochtene Stammbaubewilligung wurde mit der Nebenbestimmung ergänzt, 

 

 

R3.2021.00192 Seite 4 

dass die private Rekursgegnerin vor Baufreigabe die Einhaltung der höchst-

zulässigen Baumasse im Sinne der Erwägungen mittels revidierter, zur Be-

willigung einzureichender Pläne nachzuweisen habe.  

Die gegen diesen Entscheid (unter anderem von den vorliegend Rekurrie-

renden) erhobene Beschwerde wies das Verwaltungsgericht mit 

VB.2020.00338 vom 22. Oktober 2020 ab. Auf eine (von den vorliegend Re-

kurrierenden) erhobene Beschwerde trat das Bundesgericht mit Entscheid 

1C_697/2020 vom 30. März 2021 nicht ein. 

Die Rekurrierenden liessen in der Folge wiederum Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten gegen den verwaltungsgerichtlichen Entscheid 

bzw. eventualiter ein Revisionsbegehren hinsichtlich des verwaltungsgericht-

lichen und des bundesgerichtlichen Entscheids einreichen.  

Der mit BRGE III Nr. 0046/2020 vom 25. März 2020 (Verfahren G.-Nr. 

R3.2019.00162) eingeforderte Nachweis wurde noch während der laufenden 

Rechtsmittelverfahren erbracht und mit Entscheid vom 8. Oktober 2020 bau-

rechtlich bewilligt. Letzterer Entscheid ist gemäss Ausführungen der  Vo-

rinstanz in Rechtskraft erwachsen. 

Mit Schreiben vom 11. Mai 2021 wurde von der Vorinstanz die Baufreigabe 

für die Aushubarbeiten erteilt. Mit Schreiben vom 12. August 2021 erteilte die 

Fachspezialistin öffentliches Bauwesen der Abteilung Hochbau/Planung der 

Gemeinde X der Baugenossenschaft Y die Teilbaufreigabe für Bauarbeiten 

bis und mit Oberkant Bodenplatte/Garagendecke. Gegen den letzteren Ent-

scheid erhoben die vorliegend Rekurrierenden mit Eingabe vom 20. August 

2021 (wiederum) Rekurs an das Baurekursgericht (Verfahren G.-Nr. 

R3.2021.00148). 

Mit Entscheid 1C_277/2021 vom 29. September 2021 wies das Bundesge-

richt die von den Rekurrierenden erhobene (erneute) Beschwerde sowie das 

Revisionsgesuch ab, soweit es darauf eintrat. 

Mit Entscheid BRGE III Nr. 0204/2021 vom 15. Dezember 2021 (Verfahren 

G.-Nr. R3.2021.00148) hiess das Baurekursgericht den gegen die Teilbauf-

reigabe bis und mit Oberkant Bodenplatte/Garagendecke erhobenen Rekurs 

 

 

R3.2021.00192 Seite 5 

unter Hinweis auf die Verletzung der kommunalen Zuständigkeitsordnung 

auf. Letzterer Entscheid wurde nicht angefochten.  

2. 

Die Rekurrierenden sind als Miteigentümer der von der Bauparzelle 

Kat.-Nr. 2 nur durch den H.-Weg getrennten Parzelle Kat.-Nr. 3 zur Rekurs-

erhebung im Sinne von § 338a des Planungs- und Baugesetzes (PBG) ohne 

weiteres legitimiert (vgl. bereits BRGE III Nr. 0046/2020 vom 25. März 2020, 

E. 1; bestätigt mit VB.2020.00338 vom 22. Oktober 2020). Da auch die wei-

teren Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf den vorliegenden Rekurs 

einzutreten. 

3.1. 

Mit Bezug auf das vorliegend streitgegenständliche Farb- und Materialkon-

zept sind die Rekurrierenden der Auffassung, dass dafür (bzw.: für die ge-

stalterische Beurteilung) ein Augenschein des von der privaten Rekursgeg-

nerin auf den Baugrundstücken erstellten Mock-up erforderlich sei. Die Er-

stellung des letzteren sei von der Bewilligungsbehörde verlangt worden und 

bilde mithin die Grundlage der umstrittenen Bewilligung. Unter Hinweis auf 

die Angaben im Farb- und Materialkonzept (Farbgebung der Materialien: 

dunkelgrau, tiefschwarz, schwarz eloxiert, natureloxiert) sei ersichtlich, dass 

aufgrund dieser Farb- und Materialwahl deutlich schwarz in Erscheinung tre-

tende Gebäude resultieren würden. Wenn der angefochtene Entscheid an-

führe, dass durch die beschriebene Materialwahl eine harmonische Einbet-

tung in die Umgebung erfolgen solle, sei dies gerade nicht der Fall. Die 

schwarzen Gebäudeblöcke würden zu einem stossenden Gegensatz zur 

baulichen und landschaftlichen Umgebung führen. In der baulichen Umge-

bung fänden sich keine schwarzen oder auch nur dunklen Gebäude. Die 

dunklen Gebäudekörper würden daher äusserst unbefriedigend in Erschei-

nung treten und unhaltbare gestalterische Gegensätze zur Nachbarschaft 

provozieren. Die Anforderungen gemäss § 238 Abs. 1 PBG würden nicht 

eingehalten. Durch die gleiche Farb- und Materialgebung der beiden projek-

tierten Gebäude entstehe aufgrund der Farbgebung zwar eine Ensemble-

Wirkung. Für eine solche Wirkung sei es aber nicht erforderlich, schwarze 

Gebäude zu gestalten, welche einen stossenden Gegensatz zur baulichen 

 

 

R3.2021.00192 Seite 6 

Umgebung bzw. zur Nachbarschaft bewirken würden. Durch die durchge-

hend dunkle, monotone Gestaltung aller Bauteile würden die projektierten 

Bauten auch in sich selber keine genügende Einordnung erreichen. Entspre-

chend sei der angefochtene Entscheid aufzuheben und die Bewilligung des 

Farb- und Materialkonzepts zu verweigern. 

Die (fehlende) Bewilligung des Farb- und Materialkonzepts, so die Rekurrie-

renden weiter, sei vom Bundesgericht noch nicht berücksichtigt worden. Es 

liege keine abgeurteilte Sache vor. Dass sich die schwarze Farbe wohltuend 

von der Standardbauweise abheben würde, treffe nicht zu. Von einer hete-

rogenen baulichen Umgebung könne nicht die Rede sein. 

3.2. 

Im Zusammenhang mit der Bewilligung des streitgegenständlichen Farb- und 

Materialkonzepts beantragen die Rekurrierenden die Durchführung eines 

Augenscheins (vgl. § 7 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes [VRG]). Das 

Baurekursgericht hat unbesehen von Parteianträgen nur dann einen Augen-

schein durchzuführen, wenn die Verhältnisse vor Ort zwar entscheidrelevant, 

auf Grund der Akten aber noch unklar sind. Diese Voraussetzung ist vorlie-

gend nicht erfüllt. Die Verhältnisse auf den Bauparzellen Kat.-Nrn. 1 und 2 

waren bereits im Verfahren G.-Nr. R3.2019.00162 Gegenstand eines (Abtei-

lungs-)Augenscheins. Das entsprechende Protokoll (inkl. Fotografien) 

wurde, wie bereits erwähnt, mit Präsidialverfügung vom 21. Dezember 2021 

in das vorliegende Verfahren beigezogen. Die Besetzung des Spruchkörpers 

im vorliegenden Verfahren ist, unter Ausnahme des (vom Amt zurückgetre-

tenen) Koreferenten Fraefel, dieselbe. Entsprechend ist es – vorbehältlich 

besonderer Verhältnisse oder grösserer zeitlicher Distanz – nicht erforder-

lich, mit Bezug auf die Bewilligung eines Farb- und Materialkonzepts (erneut) 

einen Augenschein durchzuführen. Das vorliegend zur Beurteilung stehende 

Farb- und Materialkonzept enthält keine derart aussergewöhnlichen Ele-

mente, als dass es einer erneuten Begutachtung auf Lokal bedürfte. Die Re-

kurrierenden haben sich anlässlich des zur Stammbaubewilligung durchge-

führten Augenscheins vom 4. Februar 2020 zur Frage der Einordnung ge-

äussert. Ein entsprechendes, bebildertes Augenscheinprotokoll liegt bei den 

Akten des Verfahrens G.-Nr. R3.2019.00162. Dass sich die Situation auf Lo-

kal verändert habe, bringen die Rekurrierenden nicht vor. Wenn die Rekur-

rierenden anführen, dass eine Besichtigung des mit Stammbaubewilligung 

vom 25. März 2020 einverlangten Mock-up erforderlich sei, verkennen sie, 

 

 

R3.2021.00192 Seite 7 

dass die Begutachtung eines solchen keine komplexeren räumlichen Wahr-

nehmungen erfordert, zumal es sich dabei um eine Bemusterung in – ver-

gleichsweise zum Bauvorhaben – geringer Grösse und Höhe handelt. Eine 

solche Bemusterung kann, vorbehältlich besonderer Verhältnisse, ohne wei-

teres in Form von Fotografien in das Rekursverfahren einfliessen. Entspre-

chend hat es zu genügen, wenn die Vorinstanz im vorliegenden Verfahren 

eine Fotodokumentation des Mock-up eingereicht hat, zumal die private Re-

kursgegnerschaft das Mock-up in der Rekursvernehmlassung ebenfalls foto-

grafisch dokumentiert. Aus der Stammbaubewilligung lässt sich nichts Ande-

res herleiten. Entsprechend war vorliegend kein (zusätzlicher) Augenschein 

durchzuführen. 

3.3. 

Soweit den Gemeinden bei der Anwendung von Bestimmungen des kanto-

nalen Rechts als Ausfluss der Gemeindeautonomie eine besondere Ent-

scheidungs- und Ermessensfreiheit zukommt, überprüft das Baurekursge-

richt entsprechende Entscheide mit Zurückhaltung. Beruht der kommunale 

Entscheid auf einer vertretbaren Würdigung der massgebenden Umstände, 

so hat ihn die Rekursinstanz zu respektieren. Die Rekursinstanz darf nur 

dann einschreiten, wenn die Baubehörde ihren Ermessensspielraum über-

schreitet, indem sie sich von unsachlichen, dem Zweck der in Frage stehen-

den Regelung fremden Erwägungen leiten lässt oder allgemeine Rechtsprin-

zipien, wie das Verbot von Willkür oder den Grundsatz der Verhältnismäs-

sigkeit, verletzt. Dabei darf sich die Rekursinstanz jedoch nicht auf eine 

blosse Willkürprüfung beschränken, vielmehr muss die Eingriffsschwelle tie-

fer gesetzt werden (vgl. BGE 145 I 52, E. 3.6., mit Hinweisen). Ob eine Be-

stimmung des kantonalen Rechts den Gemeinden einen autonomen Ent-

scheidungsspielraum einräumt, ist durch Auslegung zu ermitteln (Marco Do-

natsch, in: Kommentar VRG, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2014, § 20 Rz. 62). 

Nach ständiger Praxis der kantonalen Instanzen betrifft dies insbesondere 

§ 238 PBG, ferner aber auch etwa § 71 PBG betreffend die bauliche Gestal-

tung und Einordnung von Arealüberbauungen, § 237 PBG betreffend die Be-

urteilung der Verkehrssicherheit einer Zufahrt und § 357 Abs. 1 PBG betref-

fend die Beurteilung zulässiger Änderungen an vorschriftswidrigen Bauten 

(Donatsch, § 20 Rz. 72). 

3.4. 

 

 

R3.2021.00192 Seite 8 

Für die Praxis des Baurekursgerichts in Einordnungssachen bedeutet das 

Gesagte, dass es nicht bereits von der kommunalen Anwendung von § 238 

PBG abweichen darf, wenn es unter Beachtung der Argumente der Baube-

hörde seine abweichende gestalterische Einschätzung begründet. Vielmehr 

darf es den Einordnungsentscheid der kommunalen Baubehörde nur aufhe-

ben, wenn diese bei der Anwendung von § 238 PBG ihren durch die Gemein-

deautonomie gewährleisteten Beurteilungs- und Ermessensspielraum über-

schritten hat. Dies wiederum trifft nicht nur zu, wenn der Einordnungsent-

scheid sachlich nicht mehr vertretbar und damit willkürlich ist. Da die kom-

munale Behörde ihr Ermessen pflichtgemäss ausüben muss, hat sie dabei 

vom Sinn und Zweck der anzuwendenden Regelung auszugehen und neben 

dem Willkürverbot – wie bereits erwähnt – auch das Rechtsgleichheitsgebot, 

das Verhältnismässigkeitsprinzip und das übergeordnete Gesetzesrecht zu 

beachten. Eine kommunale Behörde überschreitet daher den ihr bei der An-

wendung von § 238 PBG zustehenden Beurteilungs- und Ermessensspiel-

raum auch dann, wenn sie sich von unsachlichen, dem Zweck dieser Rege-

lung fremden Erwägungen leiten lässt oder die Grundsätze der Rechtsgleich-

heit und Verhältnismässigkeit verletzt. Bei der Prüfung der Verhältnismässig-

keit sind die lokalen ästhetischen Interessen gegenüber den privaten und 

den überkommunalen öffentlichen Interessen an der Errichtung der geplan-

ten Baute abzuwägen (zum Ganzen BGE 145 I 52, E. 3.6, mit Hinweisen). 

3.5. 

Die Vorinstanz begründet den angefochtenen Einordnungsentscheid dahin-

gehend, als dass die Begutachtung des Mock-up gezeigt habe, dass das 

Farb- und Materialkonzept sowohl einer harmonischen Einbettung in die Um-

gebung als auch den wirtschaftlichen Aspekten entspreche. Zudem würden 

die (projektierten) Gebäude als Ensemble wahrgenommen. Das gut durch-

dachte Konzept entspreche den Anforderungen von § 238 PBG (definiert als: 

befriedigende Gesamtwirkung; vgl. den vorhergehenden Absatz des ange-

fochtenen Entscheids) vollumfänglich. Vernehmlassungsweise macht die 

Vorinstanz namhaft, die von der privaten Rekursgegnerin präsentierte Lö-

sung überzeuge in ihrer Gestaltung und bautechnischen Umsetzung. Die 

vorgelagerte Verkleidung sei in Aluminium, einem leichtgewichtigen, aber wi-

derstandsfähigen Baustoff vorgesehen. Dank der Perforation der äusseren 

Verkleidung sei die filigrane Unterkonstruktion sichtbar und verleihe den Fas-

saden einen wohltuenden Rhythmus. Die Wetterschutzfolie trage einen le-

 

 

R3.2021.00192 Seite 9 

bensfrohen Farbton und vervollständige das Gesamtsystem. Dank der Per-

foration im Bekleidungssystem würden die einzelnen Bestandteile als Ge-

staltungselement genutzt. Im Ergebnis hebe sich das gewählte Farb- und 

Materialkonzept wohltuend von der verbreiteten Standardbauweise mittels 

verputzter Aussendämmung ab. Die umliegenden Gebäude unterschiedli-

chen Alters in der Wohnzone W1.7 würden über verschiedene äussere Ge-

staltungen verfügen. In sich würden die projektierten Neubauten eine stim-

mige Gesamterscheinung aufweisen. Von einem unhaltbaren gestalteri-

schen Gegensatz, wie dies die Rekurrierenden behaupten, könne in diesem 

heterogenen Umfeld keine Rede sein. 

3.6. 

In Nachachtung des von der Rechtsprechung – im Sinne der vorstehenden 

Ausführungen – definierten Kognitionsrahmens ist vorliegend anhand der be-

währten Dogmatik zu klären, inwiefern ein Eingriff in die dargestellte kommu-

nale Ermessensausübung überhaupt infrage kommt bzw. (allenfalls) käme. 

Zunächst ist festzuhalten, dass es den Rekurrierenden nicht gelingt, grund-

sätzliche Zweifel an der zulässigen vorinstanzlichen Ermessensausübung zu 

erwecken. Dass sich die Vorinstanz von unsachlichen, dem Zweck der in 

Frage stehenden Regelung fremden Erwägungen hätte leiten lassen, ist 

nicht ersichtlich. Zwar lässt bzw. liess die Vorinstanz in ihren Ausführungen 

(auch) wirtschaftliche Elemente einfliessen. Letztere Überlegung ist – im 

Sinne der Verhältnismässigkeit eines allfällig vorzunehmenden Grundrechts-

eingriffs (Eigentumsgarantie [Art. 26 der Bundesverfassung {BV}]) – indes 

nicht unzulässig. Das rekurrentische Vorbringen, dass sich in der baulichen 

Umgebung keine ähnlich "schwarzen" Gebäude befänden, ist mangels (ent-

sprechender) Substantiierung nicht als Rechtsgleichheitsrüge aufzufassen. 

Weitere (möglicherweise) unsachliche Elemente in der vorinstanzlichen Prü-

fung vermögen die Rekurrierenden nicht zu benennen und sind aufgrund der 

Sachlage auch nicht ersichtlich. Insoweit hat der angefochtene Entscheid 

ohne weiteres als sachgerecht zu gelten. 

3.7. 

Die gesamten rekurrentischen Ausführungen laufen darauf hinaus, als dass 

eine – im Sinne der Definitionen gemäss Farb- und Materialkonzept (dunkel-

grau, tiefschwarz, schwarz eloxiert, natureloxiert) – weitgehend als 

"schwarz" wahrzunehmende Gestaltung der Gebäudefassaden monoton sei, 

 

 

R3.2021.00192 Seite 10 

einen stossenden (und damit unzulässigen) Gegensatz zur baulichen Umge-

bung bilde und dass angesichts der monoton "schwarzen" Gestaltung aller 

Bauteile die Bauten in sich selber die Anforderungen an eine genügende 

Einordnung und Gestaltung nicht erreichen würden. Diese Kritik trifft in ob-

jektiver Hinsicht im Ergebnis nicht zu. Am Mock-up (bzw. den entsprechen-

den Fotografien) ist erkennbar, dass die Fassaden relativ dunkel (dunkel-

braun-dunkelgrau) gehalten sein werden. Indes kann von einer eigentlichen 

"pechschwarzen" Farbgebung nicht die Rede sein. Der dunkelbraun-dunkel-

graue Effekt wird vielmehr erreicht durch die Kombination zwischen der hin-

terliegenden Wetterschutzfolie (in Gelb) und dem darüber angeordneten, fein 

gelochten und gewellten Aluminiumblech (in dunkelgrau). Dass sämtliche 

Applikationen monoton dunkelgrau gehalten seien, trifft sodann nicht (bzw.: 

nicht zwingend) zu. Das Farb- und Materialkonzept lässt offen, ob die Holz-

/Metallfenster in Aluminium natureloxiert oder dunkelgrau ausgeführt werden 

sollen. Einzig die Glas-Glas-Module der Fotovoltaikanlage werden effektiv 

tiefschwarz in Erscheinung treten. 

Die Bewilligungserteilung für die beschriebene Farbgebung hält sich ohne 

weiteres an den vorgegebenen Rahmen. Auch farbliche Kontraste können 

sich befriedigend in die bauliche und landschaftliche Umgebung einordnen, 

was vorliegend der Fall ist. Eine besonders grelle, die Nachbarschaft stö-

rende Farbgebung liegt nicht vor (vgl. die fotografischen Beispiele bei Chris-

toph Fritzsche/Peter Bösch/Thomas Wipf/Daniel Kunz, Zürcher Planungs- 

und Baurecht, 6. Aufl., Wädenswil 2019, Bd. 2, S. 841 ff.). Die bauliche Um-

gebung weist, wie aus der Fotodokumentation des Augenscheins im Verfah-

ren G.-Nr. R3.2019.00162 ersichtlich wird, keine besonderen Qualitäten auf. 

Daraus, dass die umliegenden Gebäude eine (punkto Farbtönung) hellere 

Fassadengestaltung aufweisen, kann gestützt auf § 238 Abs. 1 PBG nicht 

eingefordert werden, dass sich dies beim rekursgegenständlichen Bauvor-

haben ebenso verhalte. Besondere Anforderungen dürfen angesichts der 

Geltung von § 238 Abs. 1 PBG von der Vorinstanz gar nicht gestellt werden. 

Nur in einer Kernzone, in welcher gestützt auf § 50 Abs. 3 PBG kommunale 

Kernzonenvorschriften über die Masse und die Erscheinung von Bauten er-

lassen werden können, ist – beispielsweise – die Verweigerung der in unbe-

handeltem Uginox zu erstellenden Bauteile, welche durch ihre hellgraue 

Farbe auffallen und sich vom historisch geprägten Ortsbild, in dem herkömm-

liche Baumaterialien wie Kupfer und Holz dominieren, deutlich abheben wür-

 

 

R3.2021.00192 Seite 11 

den, vom Ermessensspielraum der Baubehörde gedeckt. Bereits die Ver-

wendung von brüniertem (d.h.: nicht auffallendem) Uginox ist jedoch auch in 

Kernzonen zuzulassen (VB.2010.00628 in BEZ 2011 Nr. 3, E. 4.4 und 

E. 4.5). Auch das Bundesgericht hat festgehalten, dass Eingriffen der Bau-

behörde punkto Farb- und Materialwahl (selbst in Kernzonen mit besonderen 

Gestaltungsanforderungen) mit Blick auf die Eigentumsgarantie (Art. 26 BV) 

und das Verhältnismässigkeitsprinzip (Art. 36 BV) klaren Grenzen unterlie-

gen. So ist es – beispielsweise – nicht zulässig, wenn eine Baubehörde an 

(nicht denkmalgeschützten) Gebäuden nur Holz- und keine Aluminiumläden 

bewilligt, obwohl die letzteren in Form und Farbe dem Gebäude angepasst 

wurden und auch eine gute Gesamtwirkung des Ortsbilds erreicht wurde. Im 

nachfolgenden zitierten Entscheid hält das Bundesgericht denn auch fest, 

dass ästhetisch motivierte Eingriffe, bei welchen sich in der Praxis eine 

rechtsungleiche Behandlung der verschiedenen Grundeigentümer nicht ver-

hindern lässt, vor dem Bundesrecht keinen Bestand haben 

(BGr 1C_578/2016 vom 28. Juni 2017, E. 4.6 und E. 4.7, mit Hinweisen). 

In diesem Lichte stünde eine Vorschrift oder eine behördliche Praxis, ge-

mäss welcher die Vorinstanz keine dunklen Farbtöne bzw. Fassadengestal-

tungen bewilligen würde, in einer gewöhnlichen Wohnzone sowohl mit dem 

kommunalen Kompetenzrahmen (§ 50 Abs. 3 PBG, im Umkehrschluss) als 

auch mit dem Gebot rechtsgleicher Behandlung in latentem Widerspruch. 

Der angefochtene Entscheid im Sinne einer Bewilligungserteilung für das 

von der privaten Rekursgegnerin eingereichte (ohne weiteres bewilligungs-

fähige und daher zu bewilligende) Farb- und Materialkonzept ist somit nicht 

nur im Rahmen der Beurteilung der von der Vorinstanz praktizierten Ermes-

sensausübung, sondern gleichsam aus (bundes-)rechtlich zwingenden 

Gründen zu bestätigen. 

3.8. 

Die Rüge betreffend das mit dem angefochtenen Entscheid bewilligte Farb- 

und Materialkonzept – und damit gleichsam der ganze Rekurs – erweist sich 

als unbegründet. 

4. 

Der Rekurs ist abzuweisen. 

 

 

R3.2021.00192 Seite 12 

5. 

Ausgangsgemäss sind die Verfahrenskosten den Rekurrentschaften 1 und 2 

je zur Hälfte unter solidarischer Haftung aufzuerlegen (§ 13 VRG). 

Nach § 338 Abs. 1 PBG bzw. § 2 der Gebührenverordnung des Verwaltungs-

gerichts (GebV VGr) legt das Baurekursgericht die Gerichtsgebühr nach sei-

nem Zeitaufwand, nach der Schwierigkeit des Falls und nach dem bestimm-

baren Streitwert oder dem tatsächlichen Streitinteresse fest. Liegt wie hier 

ein Verfahren ohne bestimmbaren Streitwert vor, beträgt die Gerichtsgebühr 

in der Regel Fr. 500.-- bis Fr. 50'000.-- (§ 338 Abs. 2 PBG; § 3 Abs. 2 GebV 

VGr). Bei der Bemessung der Gebührenhöhe steht der Rekursinstanz ein 

grosser Ermessensspielraum zu (Kaspar Plüss, in: Kommentar VRG, 3. 

Aufl., Zürich/Basel/Genf 2014, § 13 Rz. 25 ff.). Demnach ist die Gerichtsge-

bühr vorliegend auf Fr. 3'000.-- festzusetzen. 

Gemäss § 17 Abs. 2 lit. a VRG kann im Rekursverfahren und im Verfahren 

vor dem Verwaltungsgericht die unterliegende Partei oder Amtsstelle zu ei-

ner angemessenen Entschädigung für die Umtriebe der Gegenpartei ver-

pflichtet werden, wenn die rechtsgenügende Darlegung komplizierter Sach-

verhalte und schwieriger Rechtsfragen besonderen Aufwand erforderte  oder 

den Beizug eines Rechtsbeistandes rechtfertigte. Die Bemessung der Um-

triebsentschädigung richtet sich nach § 8 GebV VGr. 

Der Beizug eines Rechtsbeistandes ist in aller Regel als Grund für die Zu-

sprechung einer Umtriebsentschädigung einzustufen (VB.2003.00093 vom 

16. Oktober 2003, E. 3.1). Demnach ist vorliegend der privaten Rekursgeg-

nerin zulasten der Rekurrierenden eine Umtriebsentschädigung zuzuspre-

chen. Angemessen erscheint ein Betrag von (gesamthaft) Fr. 1'300.--. Ange-

sichts des Verfahrensausgangs steht den Rekurrierenden von vornherein 

keine Umtriebsentschädigung zu.