# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a9372741-dca8-50e0-b998-6b9b1121ca75
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-12-14
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 14.12.2021 S 2021 60
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2021-60_2021-12-14.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 21 60

3. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz Pedretti

RichterIn von Salis und Audétat

Aktuarin Parolini

URTEIL

vom 14. Dezember 2021

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,

vertreten durch B._____,

Beschwerdeführer

gegen

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden, IV-Stelle, 

Beschwerdegegnerin

betreffend Versicherungsleistungen nach IVG

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I. Sachverhalt:

1. A._____, Jahrgang 1962, war als Mitarbeiter eines Landwirtschaftsbe-

triebs tätig. Er meldete sich erstmals im November 2017 wegen einer 

fronto-temporalen Demenz bei der IV-Stelle zum Bezug von Versiche-

rungsleistungen an. Diese Anmeldung zog er zurück. Auf erneute Anmel-

dung vom 14. Januar 2019 hin wurde ihm mit Verfügung vom 13. Novem-

ber 2019 eine halbe Invalidenrente zugesprochen. Mit Verfügung vom 

4. Dezember 2020 wurde die Invalidenrente ab September 2020 auf eine 

ganze Rente erhöht.

2. Bereits am 14. August 2020 hatte sich A._____ bei der IV-Stelle zum Be-

zug einer Hilflosenentschädigung angemeldet. Am 5. Januar 2021 fand 

eine Abklärung vor Ort statt. Der Abklärungsbericht erging am 8. Januar 

2021.

3. Nach ablehnendem Vorbescheid vom 25. Januar 2021 und Einwand vom 

11. bzw. 19. Februar 2021 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren des 

Beschwerdeführers mit Verfügung vom 30. April 2021 ab. Dabei führte sie 

aus, A._____ sei in keiner der sechs für den Bezug einer Hilflosenentschä-

digung relevanten Lebensverrichtungen auf die regelmässige und erheb-

liche Hilfe Dritter angewiesen. Auch die lebenspraktische Begleitung von 

zwei Stunden wöchentlich über eine Zeitspanne von drei Monaten sei nicht 

ausgewiesen, weshalb die Voraussetzungen der Regelmässigkeit, der 

Dauer und der Intensität an Begleitung nicht erfüllt seien. Was die Anlei-

tung zur Erledigung des Haushalts betreffe, habe eine zusätzliche telefo-

nische Abklärung bei Frau C._____ von der D._____ in Chur vom 12. März 

2021 ergeben, dass A._____ Arbeiten, die er von früher kenne, umsetzen 

könne, dass er wegen seiner kognitiven Defizite teilweise abschweife und 

dass er lediglich eine Tätigkeit nach der anderen erledigen könne. Zusam-

menfassend sei festzustellen, dass A._____ erlernte Arbeiten noch weit-

gehend ausführen könne. Er lebe seit Jahren in der gleichen Struktur und 

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sei nicht in ein Heim eingewiesen worden. Die Arbeiten im Bereich Haus-

halt würden seit Jahren nicht aus gesundheitlichen Gründen durch Dritte 

1:1 übernommen. Aktuell würden sie weiterhin durch Dritte übernommen 

wie vor Eintritt des Gesundheitsschadens. Der angefochtene Vorbescheid 

erweise sich damit als rechtens.

4. Gegen die Verfügung vom 30. April 2021 erhob A._____ (nachfolgend Be-

schwerdeführer) am 26. Mai 2021 Beschwerde an das Verwaltungsgericht 

des Kantons Graubünden. Er beantragte die kostenfällige Aufhebung der 

angefochtenen Verfügung, die Zusprechung einer Hilflosenentschädigung 

für eine Hilflosigkeit mittleren Grades, eventualiter die Rückweisung zu 

weiteren Abklärungen. Zur Begründung brachte er im Wesentlichen vor, 

er könne aufgrund seiner Demenzerkrankung nicht mehr selbst für sich 

kochen oder den Haushalt führen, weshalb eine Hilflosigkeit im Bereich 

des Essens vorliege. Auch könne er nicht mehr selbst adäquate Kleidung 

für sich heraussuchen und er merke nicht, wenn seine Kleidung schmutzig 

sei und gewechselt werden müsse. Daher sei er im Bereich des An- und 

Auskleidens hilfsbedürftig. Dasselbe gelte für den Bereich der Körper-

pflege, da er ohne Aufforderung nicht regelmässig duschen bzw. sich nicht 

rasieren würde. Schliesslich sei er in vielen kleinen alltäglichen Angele-

genheiten auf Hilfe und Begleitung durch Dritte angewiesen, wie z.B. in 

administrativen Belangen, bei der Erinnerung an den PIN-Code seiner 

Bankkarten, bei der Funktionsweise von Parkuhren oder bei der Erinne-

rung an und Begleitung zu Terminen. Da er nebst dem Bedarf an lebens-

praktischer Begleitung auch in den Bereichen Essen, An- und Auskleiden 

sowie Körperpflege auf regelmässige Hilfe Dritter angewiesen sei, habe er 

Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung für eine Hilflosigkeit mittleren 

Grades.

5. Mit Vernehmlassung vom 15. Juni 2021 beantragte die IV-Stelle (nachfol-

gend Beschwerdegegnerin) die kostenfällige Abweisung der Beschwerde. 

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Sie verwies primär auf die Begründung in der angefochtenen Verfügung. 

Der Beschwerdeführer sei noch heute in der Lage, Routinetätigkeiten aus-

zuführen. Deshalb und weil er seit jeher Unterstützung in der Haushalts-

führung erhalten habe, sei unklar geblieben, ob er in der Haushaltsführung 

hilflos sei. Gestützt auf die Akten sowie auf die Fremdauskünfte der 

D._____ (Frau C._____) zum Arbeitsverhalten sei dies nicht mit überwie-

gender Wahrscheinlichkeit erwiesen. Zum neu vorgebrachten Einwand, 

dass er auch in den Bereichen An-/Auskleiden, Essen und Körperpflege 

hilflos sei, gehe aus dem Abklärungsbericht vom 8. Januar 2021 hervor, 

dass die Dritthilfen in diesen Bereichen nicht regelmässig und erheblich 

seien. Der Beschwerdeführer sei an zwei bis drei Tagen allein und erledige 

dann das An- und Auskleiden ohne Unterstützung. Er esse allein und 

benötige keine Hilfe beim Zerkleinern der Nahrung. Zudem sei es ihm zu-

mutbar, eine Duschseife zu benutzen, die auch zum Haare waschen ge-

eignet sei, wenn er Duschgel und Shampoo nicht unterscheiden könne. 

Allein die Aufforderung zum Duschen und die Erinnerung zum Benutzen 

des Rasierschaums stellten noch keine erhebliche und regelmässige Dritt-

hilfe dar.

Auf die weitere Begründung in der angefochtenen Verfügung sowie auf die 

weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften wird, soweit 

entscheidrelevant, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

II. Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Nach Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversiche-

rung (IVG; SR 831.20) sind Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt 

vor dem Versicherungsgericht am Ort der IV-Stelle anfechtbar. Vorliegend 

stellt die angefochtene Verfügung der IV-Stelle des Kantons Graubünden 

vom 30. April 2021 (Akten des Beschwerdeführers [Bf-act.] 3, Akten der 

IV-Stelle [IV-act.] 92) ein taugliches Anfechtungsobjekt für ein Verfahren 

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vor dem Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden dar. Die sachliche 

Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ergibt sich aus Art. 57 des Bundes-

gesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 

(ATSG; SR 830.1) zusammen mit Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über 

die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100). Als Adressat der stritti-

gen Verfügung ist der Beschwerdeführer berührt und weist ein schutzwür-

diges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung auf (Art. 1 Abs. 1 IVG 

i.V.m. Art. 59 ATSG). Auf die im Übrigen frist- und formgerecht (Art. 60 

und Art. 61 ATSG) eingereichte Beschwerde ist somit einzutreten.

2.1. Streitgegenstand bildet der Anspruch auf Hilflosenentschädigung des 

Beschwerdeführers bzw. die Frage, ob die Abweisung seines Gesuchs um 

Ausrichtung einer Hilflosenentschädigung rechtmässig ist oder nicht. 

2.2. Gemäss Art. 61 Ingress ATSG i.V.m. Art. 51 Abs. 2 VRG dürfen Rechts-

begehren, die im vorinstanzlichen Verfahren gestellt wurden, nicht ausge-

dehnt werden (vgl. dazu auch Urteile des Verwaltungsgerichts [nachfol-

gend VGU] R 18 83 vom 14. Juli 2020 E.2.2, A 19 27 vom 25. August 2020 

E.2.1, R 18 94 vom 20. Oktober 2020 E.2). Vorliegend stellte die Be-

schwerdegegnerin in ihrer Vernehmlassung vom 15. Juni 2021 zu Recht 

fest, dass der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde neben dem Bedarf 

an lebenspraktischer Begleitung neu eine Hilfsbedürftigkeit in den 

alltäglichen Lebensverrichtungen Essen, An- und Auskleiden sowie 

Körperpflege geltend macht. Diese Vorbringen beziehen sich allerdings 

auf den hier zu prüfenden Anspruch auf Hilflosenentschädigung. Sie 

erweitern den Streitgegenstand somit nicht, weshalb im Nachfolgenden 

auch auf diese einzugehen ist.

3. Gemäss Art. 42 Abs. 1 IVG haben Versicherte mit Wohnsitz und 

gewöhnlichem Aufenthalt (Art. 13 ATSG) in der Schweiz, die hilflos (Art. 9 

ATSG) sind, Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung. Als hilflos gilt eine 

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Person, die wegen einer Beeinträchtigung der Gesundheit für alltägliche 

Lebensverrichtungen dauernd der Hilfe Dritter oder der persönlichen 

Überwachung bedarf (Art. 9 ATSG). Im Bereich der Invalidenversicherung 

gilt gemäss Art. 42 Abs. 3 IVG auch eine Person, die zu Hause lebt und 

wegen der gesundheitlichen Beeinträchtigung dauernd auf 

lebenspraktische Begleitung angewiesen ist, als hilflos (Satz 1), wobei für 

die Annahme einer Hilflosigkeit mindestens ein Anspruch auf eine 

Viertelsrente gegeben sein muss, wenn nur die psychische Gesundheit 

beeinträchtigt ist (Satz 2; vgl. auch Art. 38 IVV). Ist eine Person lediglich 

dauernd auf lebenspraktische Begleitung angewiesen, so liegt immer eine 

leichte Hilflosigkeit vor (Art. 42 Abs. 3 Satz 3 IVG). 

3.1. Nach Art. 38 Abs. 1 IVV liegt ein Bedarf an lebenspraktischer Begleitung 

im Sinne von Art. 42 Abs. 3 IVG vor, wenn eine volljährige versicherte Per-

son ausserhalb eines Heimes lebt und infolge Beeinträchtigung der Ge-

sundheit ohne Begleitung einer Drittperson nicht selbständig wohnen kann 

(lit. a), für Verrichtungen und Kontakte ausserhalb der Wohnung auf Be-

gleitung einer Drittperson angewiesen ist (lit. b) oder ernsthaft gefährdet 

ist, sich dauernd von der Aussenwelt zu isolieren (lit. c). Zu berücksichti-

gen ist gemäss Art. 38 Abs. 3 Satz 1 IVV nur diejenige lebenspraktische 

Begleitung, die regelmässig und im Zusammenhang mit den in Art. 38 

Abs. 1 IVV erwähnten Situationen erforderlich ist. Als regelmässig im 

Sinne von Art. 38 Abs. 3 Satz 1 IVV gilt die lebenspraktische Begleitung, 

wenn sie über eine Periode von drei Monaten gerechnet im Durchschnitt 

mindestens zwei Stunden pro Woche benötigt wird (BGE 146 V 322 E.6.1, 

BGE 133 V 450 E.6.2; Kreisschreiben über Invalidität und Hilflosigkeit in 

der Invalidenversicherung [nachfolgend KSIH], gültig ab 1. Januar 2015, 

Rz. 8053). Nach der Rechtsprechung umfasst die lebenspraktische Be-

gleitung weder die (direkte oder indirekte) Dritthilfe bei den alltäglichen Le-

bensverrichtungen noch die dauernde Pflege oder persönliche Überwa-

chung im Sinne von Art. 37 IVV; vielmehr stellt sie ein zusätzliches und 

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eigenständiges Institut der Hilfe dar (BGE 146 V 322 E.2.3, BGE 133 V 

450 E.9). 

3.2. Art. 42 Abs. 2 IVG sieht drei Hilflosigkeitsgrade vor (leicht, mittelschwer 

und schwer). Demnach und gestützt auf Art. 37 Abs. 3 IVV gilt die Hilflo-

sigkeit als leicht, wenn die versicherte Person trotz der Abgabe von Hilfs-

mitteln in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig 

in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist (lit. a), einer dau-

ernden persönlichen Überwachung bedarf (lit. b), einer durch das Gebre-

chen bedingten ständigen und besonders aufwendigen Pflege bedarf 

(lit. c), wegen einer schweren Sinnesschädigung oder eines schweren kör-

perlichen Gebrechens nur dank regelmässiger und erheblicher Dienstleis-

tungen Dritter gesellschaftliche Kontakte pflegen kann (lit. d) oder dauernd 

auf lebenspraktische Begleitung im Sinne von Art. 38 IVV angewiesen ist 

(lit. e).

Gemäss Art. 37 Abs. 2 IVV gilt die Hilflosigkeit als mittelschwer, wenn die 

versicherte Person trotz der Abgabe von Hilfsmitteln in den meisten alltäg-

lichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheblicher Weise auf die Hilfe 

Dritter angewiesen ist (lit. a), in mindestens zwei alltäglichen Lebensver-

richtungen regelmässig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewie-

sen ist und überdies einer dauernden persönlichen Überwachung bedarf 

(lit. b) oder in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regel-

mässig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter und überdies dauernd auf 

lebenspraktische Begleitung im Sinne von Art. 38 IVV angewiesen ist 

(lit. c). Nach der Rechtsprechung setzt Hilflosigkeit mittelschweren Grades 

nach Art. 36 (seit 1. Januar 2004: Art. 37) Abs. 2 lit. a IVV eine Hilfsbedürf-

tigkeit in mindestens vier alltäglichen Lebensverrichtungen voraus 

(BGE 121 V 88 E.3b; Urteile des Bundesgerichts 9C_560/2017 vom 

17. Oktober 2017 E.2 und 9C_809/2015 vom 10. August 2016 E.6.1; KSIH 

Rz. 8009).

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3.3. Praxisgemäss (BGE 121 V 88 E.3a mit Hinweisen) sind die folgenden 

sechs alltäglichen Lebensverrichtungen massgebend (BGE 133 V 450 

E.7.2, BGE 127 V 94 E.3c; Urteile des Bundesgerichts 8C_680/2020 vom 

15. Dezember 2020 E.3 und 9C_457/2015 vom 21. Oktober 2015 E.2.1): 

(1.) Ankleiden, Auskleiden; (2.) Aufstehen, Absitzen, Abliegen; (3.) Essen 

(inkl. Nahrung zerkleinern und zum Mund führen); (4.) Körperpflege (inkl. 

Waschen, Kämmen, Rasieren, Baden/Duschen); (5.) Verrichtung der 

Notdurft; (6.) Fortbewegung (im oder ausser Haus), Kontaktaufnahme (vgl. 

auch KSIH Rz. 8010). Bei Lebensverrichtungen, die mehrere Teilfunktio-

nen umfassen, wird nicht verlangt, dass die versicherte Person bei der 

Mehrzahl dieser Teilfunktionen fremder Hilfe bedarf; es genügt vielmehr, 

wenn sie in Bezug auf eine dieser Teilfunktionen regelmässig in erhebli-

cher Weise auf direkte oder indirekte Dritthilfe angewiesen ist (Urteil des 

Bundesgerichts 9C_560/2017 vom 17. Oktober 2017 E.4.2; KSIH 

Rz. 8011). Eine blosse Erschwerung oder verlangsamte Vornahme von 

Lebensverrichtungen vermag nicht bereits eine Hilflosigkeit zu begründen 

(KSIH Rz. 8013; Urteil des Bundesgerichts 9C_633/2012 vom 8. Januar 

2013 E.3.4).

3.4. Das Administrativverfahren vor der IV-Stelle wie auch der kantonale Sozi-

alversicherungsprozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht 

(Art. 43 Abs. 1 ATSG, Art. 61 lit. c ATSG). Danach hat die Behörde bzw. 

das Gericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Feststellung 

des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen (Art. 43 Abs. 1 ATSG, 

Art. 61 lit. c ATSG; BGE 144 V 427 E.3.2; Urteile des Bundesgerichts 

8C_207/2020 vom 5. August 2020 E.2.2 und 8C_398/2018 vom 5. De-

zember 2018 E.3.1). Die Verwaltung als verfügende Instanz und – im Be-

schwerdefall – das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen 

annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversi-

cherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht 

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etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten 

Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Die Richterin und 

der Richter haben vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die 

sie von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste 

würdigen (zum Ganzen: BGE 144 V 427 E.3.2, BGE 138 V 218 E.6).

3.5. Gemäss Art. 69 Abs. 2 IVV kann die IV-Stelle zur Prüfung eines 

Leistungsanspruchs u.a. Abklärungen an Ort und Stelle vornehmen. Nach 

der Rechtsprechung hat ein Abklärungsbericht unter dem Aspekt der 

Hilflosigkeit (Art. 9 ATSG) oder des Pflegebedarfs folgenden 

Anforderungen zu genügen: Als Berichterstatterin oder Berichterstatter 

wirkt eine qualifizierte Person, die Kenntnis der örtlichen und räumlichen 

Verhältnisse sowie der aus den seitens der Mediziner gestellten 

Diagnosen sich ergebenden Beeinträchtigungen und Hilfsbedürftigkeiten 

hat. Bei Unklarheiten über physische oder psychische Störungen und/oder 

deren Auswirkungen auf alltägliche Lebensverrichtungen sind Rückfragen 

an die medizinischen Fachpersonen nicht nur zulässig, sondern 

notwendig. Weiter sind die Angaben der Hilfe leistenden Personen zu 

berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im 

Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext muss schliesslich plausibel, 

begründet und detailliert bezüglich der einzelnen alltäglichen 

Lebensverrichtungen sowie der tatbestandsmässigen Erfordernisse der 

dauernden Pflege, der persönlichen Überwachung und der 

lebenspraktischen Begleitung sein. Schliesslich hat er in Übereinstimmung 

mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben zu stehen. Das Gericht 

greift, sofern der Bericht eine zuverlässige Entscheidungsgrundlage im 

eben umschriebenen Sinne darstellt, in das Ermessen der die Abklärung 

tätigenden Person nur ein, wenn klar feststellbare Fehleinschätzungen 

vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, dass die fachlich 

kompetente Abklärungsperson näher am konkreten Sachverhalt ist als das 

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im Beschwerdefall zuständige Gericht (zum Ganzen: BGE 140 V 543 

E.3.2.1, vgl. auch BGE 147 V 16 E.6.2 sowie Urteile des Bundesgerichts 

9C_98/2020 vom 8. April 2020 E.2.3 und 8C_573/2018 vom 8. Januar 

2019 E.3.2).

4. Unstreitig ist vorliegend, dass der Beschwerdeführer weder dauernd auf 

persönliche Überwachung noch regelmässig in erheblicher Weise auf 

Dritthilfe in den Lebensverrichtungen "Aufstehen, Absitzen, Abliegen", 

"Verrichten der Notdurft" und "Fortbewegung, Kontaktaufnahme" 

angewiesen ist. Zu prüfen ist somit, ob zumindest eine leichte Hilflosigkeit 

vorliegt, indem der Beschwerdeführer in mindestens zwei alltäglichen 

Lebensverrichtungen regelmässig und in erheblicher Weise auf die Hilfe 

Dritter und/oder aber dauernd auf lebenspraktische Begleitung 

angewiesen ist (Art. 37 Abs. 3 IVV; vgl. Erwägung 3.2).

4.1. Zunächst ist zu prüfen, ob in der alltäglichen Lebensverrichtung "Essen" 

eine Hilflosigkeit besteht. 

4.1.1. Während die Beschwerdegegnerin die Vorbringen des 

Beschwerdeführers in dessen Einwand vom 19. Februar 2021 (IV-act. 89) 

zum Bereich Kochen/Waschen/Putzen unter dem Aspekt der 

lebenspraktischen Begleitung prüfte (vgl. die angefochtene Verfügung 

vom 30. April 2021 [IV-act. 92, S. 2 f.]), machte dieser beschwerdeweise 

geltend, er sei in der Lebensverrichtung "Essen" auf Hilfe angewiesen, da 

er nicht mehr selbstständig fähig sei, sich zu ernähren oder den Haushalt 

zu führen. Insofern ist zwischen der (direkten bzw. indirekten) Dritthilfe in 

einer der sechs Lebensverrichtungen und der lebenspraktischen 

Begleitung zu unterscheiden. 

4.1.2. Die benötigte Hilfe in den sechs alltäglichen Lebensverrichtungen kann 

nicht nur in direkter Dritthilfe, sondern auch anhand einer Überwachung 

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bei der Vornahme relevanter Lebensverrichtungen bestehen, indem etwa 

die Drittperson die versicherte Person auffordert, eine Lebensverrichtung 

vorzunehmen, die diese wegen ihres psychischen oder geistigen 

Zustandes ohne besondere Aufforderung nicht vornehmen würde 

(indirekte Dritthilfe; BGE 133 V 450 E.7.2 mit Hinweis auf BGE 121 V 88 

E.3c u.a.; Urteil des Bundesgerichts 9C_381/2020 vom 15. Februar 2021 

E.5.1.1). Direkte oder indirekte Hilfestellungen Dritter, derer die 

versicherte Person bei mehreren Lebensverrichtungen bedarf, können 

grundsätzlich nur einmal berücksichtigt werden (Urteile des 

Bundesgerichts 9C_381/2020 vom 15. Februar 2021 E.5.1.2, 

8C_184/2019 vom 22. Juli 2019 E.5.1, 9C_491/2018 vom 8. Januar 2019 

E.2.2, 9C_839/2009 vom 4. Juni 2010 E.3.3). Dies gilt auch bei 

Überschneidungen im Bedarf an lebenspraktischer Begleitung einerseits 

und der Hilfsbedürftigkeit in den alltäglichen Lebensverrichtungen 

andererseits (vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_381/2020 vom 

15. Februar 2021 E.5.1.2 und 9C_691/2014 vom 11. Dezember 2014 

E.4.2 sowie KSIH, Rz. 8048). Bei der Zuordnung einer Hilfeleistung zu 

einer bestimmten Lebensverrichtung hat eine funktional gesamtheitliche 

Betrachtungsweise Platz zu greifen (Urteile des Bundesgerichts 

9C_381/2020 vom 15. Februar 2021 E.5.1.2, 8C_184/2019 vom 22. Juli 

2019 E.5.1 und 9C_839/2009 vom 4. Juni 2010 E.3.3). 

4.1.3. Demgegenüber umfasst die lebenspraktische Begleitung weder die 

(direkte oder indirekte) Dritthilfe bei den alltäglichen Lebensverrichtungen 

noch die dauernde Pflege oder persönliche Überwachung im Sinne von 

Art. 37 IVV. Vielmehr stellt sie, wie bereits erwähnt (vgl. Erwägung 3.1), 

ein zusätzliches und eigenständiges Institut dar (BGE 146 V 322 E.2.3, 

BGE 133 V 450 E.9). Die Notwendigkeit einer Dritthilfe ist objektiv nach 

dem Gesundheitszustand der versicherten Person zu beurteilen. 

Abgesehen vom Aufenthalt in einem Heim ist die Umgebung, in der sie 

sich aufhält, grundsätzlich unerheblich. Bei der lebenspraktischen 

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Begleitung darf keine Rolle spielen, ob die versicherte Person allein lebt, 

zusammen mit dem Lebenspartner, mit Familienmitgliedern oder in einer 

der heutzutage verbreiteten neuen Wohnformen. Massgebend ist einzig, 

ob die versicherte Person, wäre sie auf sich allein gestellt, erhebliche 

Dritthilfe in Form von Begleitung und Beratung benötigen würde. Von 

welcher Seite diese letztlich erbracht wird, ist ebenso bedeutungslos wie 

die Frage, ob sie kostenlos erfolgt oder nicht (BGE 146 V 322 E.2.3, 

BGE 133 V 450 E.5; Urteil des Bundesgerichts 9C_381/2020 vom 

15. Februar 2021 E.5.2). Die von der Rechtsprechung für grundsätzlich 

sachlich gerechtfertigt und damit gesetzes- und verordnungskonform 

befundene Konkretisierung der Anwendungsfälle der lebenspraktischen 

Begleitung im KSIH (Rz. 8050-8052; vgl. BGE 133 V 450 E.9) sieht in 

Rz. 8050 u.a. was folgt vor: "Die lebenspraktische Begleitung ist 

notwendig, damit der Alltag selbstständig bewältigt werden kann. Sie liegt 

vor, wenn die betroffene Person auf Hilfe bei mindestens einer der 

folgenden Tätigkeiten angewiesen ist: Hilfe bei der Tagesstrukturierung; 

Unterstützung bei der Bewältigung von Alltagssituationen (z. B. Fragen der 

Gesundheit, Ernährung und Hygiene, einfache administrative Tätigkeiten, 

etc.); Haushaltsführung." 

4.1.4. Aus diesen Ausführungen erhellt, dass die vom Beschwerdeführer geltend 

gemachte, krankheitsbedingte Unfähigkeit, sich ohne Dritthilfe 

angemessen zu ernähren bzw. selbst zu kochen oder den Haushalt zu 

führen, der lebenspraktischen Begleitung und nicht der alltäglichen 

Lebensverrichtung Essen zuzuschreiben ist. Bei Letzterer liegt gemäss 

KSIH Rz. 8018 eine Hilflosigkeit vor, wenn die versicherte Person zwar 

selber essen, dies jedoch nur auf eine nicht übliche Art und Weise 

ausführen kann (BGE 106 V 153 E.2b), indem sie beispielsweise die 

Speisen nicht zerkleinern, nur püriert essen oder nur mit den Fingern zum 

Munde führen kann (BGE 121 V 88 E.3c). Dies trifft ausweislich der Akten 

auf den Beschwerdeführer nicht zu. Zwar wird im Abklärungsbericht vom 

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8. Januar 2021 (IV-act. 79) festgehalten, dass er von Zeit zu Zeit das 

Besteck verwechsle und z.B. den Käse mit der Gabel schneiden wolle. 

Allerdings esse er alleine und benötige keine Hilfe beim Zerkleinern der 

Nahrung (IV-act. 79, S. 5). Insofern ist nicht zu beanstanden, wenn die 

Beschwerdegegnerin das Angewiesensein auf regelmässige und 

erhebliche Dritthilfe in der alltäglichen Lebensverrichtung Essen verneint 

hat. Die in der Beschwerde vorgebrachten Hilfestellungen bei der 

Ernährung und Haushaltsführung sind denn auch beim Bedarf an 

lebenspraktischer Begleitung zu prüfen. 

4.2. Der Beschwerdeführer macht sodann geltend, er sei in der alltäglichen 

Lebensverrichtung "An- und Ausziehen" auf Hilfe angewiesen. 

4.2.1. Eine Hilflosigkeit liegt vor, wenn die versicherte Person ein 

unentbehrliches Kleidungsstück oder ein Hilfsmittel nicht selber an- oder 

ausziehen kann. Sie ist aber auch gegeben, wenn sich die versicherte 

Person zwar selber ankleiden, aufgrund kognitiver Probleme sich jedoch 

nicht der Witterung entsprechend kleiden kann oder wenn sie Vor- und 

Rückseite der Kleidungsstücke verwechselt (KSIH Rz. 8014; Urteil des 

Bundesgerichts 9C_381/2020 vom 15. Februar 2021 E.5.3.1). 

Die Hilfe ist gemäss Rechtsprechung erst dann regelmässig, wenn sie die 

versicherte Person täglich oder eventuell (nicht voraussehbar) täglich 

benötigt (Urteile des Bundesgerichts 9C_54/2020 vom 20. Mai 2020 E.6.2, 

8C_533/2019 vom 11. Dezember 2019 E.3.2.3, 9C_562/2016 vom 

13. Januar 2017 E.5.3). Von einer erheblichen Hilfe ist namentlich dann 

auszugehen, wenn die versicherte Person mindestens eine Teilfunktion 

einer einzelnen Lebensverrichtung (z.B. Waschen bei der 

Lebensverrichtung Körperpflege) nicht mehr, nur mit unzumutbarem 

Aufwand oder nur auf unübliche Art und Weise (BGE 106 V 153 E.2b) 

selbst ausüben kann (KSIH Rz. 8026). 

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4.2.2. Im Abklärungsbericht vom 8. Januar 2021 (IV-act. 79, S. 5) wurde zur 

alltäglichen Lebensverrichtung "An- und Auskleiden" festgehalten, der 

Beschwerdeführer könne gemäss seiner Lebenspartnerin die Kleidung 

nicht aus dem Kleiderschrank aussuchen, er erkenne im Schrank die 

Kleidung nicht. Er wechsle die Kleidung unzureichend bei Verschmutzung. 

Er ziehe sich gemäss den Angaben der Lebenspartnerin nicht immer der 

Witterung gerecht an. Die Lebenspartnerin lege ihm die Kleidung bereit 

und fordere ihn bei Verschmutzung zum Wechseln auf. Der 

Beschwerdeführer ziehe sich so alleine und korrekt an. Von Zeit zu Zeit 

müsse sie ihn auffordern, eine Jacke anzuziehen. Der Beschwerdeführer 

sei an zwei bis drei Tagen in der Woche alleine und mache es dann ohne 

Unterstützung. Damit sei eine regelmässige und erhebliche Dritthilfe nicht 

ausgewiesen. Der Aufwand zum Bereitlegen der Kleidung und die 

Aufforderung zum Wechseln werde bei der lebenspraktischen Begleitung 

berücksichtigt (IV-act. 79, S. 5). 

4.2.3. Diesen Ausführungen kann nicht gefolgt werden. Der Beschwerdeführer 

leidet gemäss Bericht von PD Dr. med. E._____, Leitender Arzt 

Neurologie der F._____ Clinic, Universitäre Altersmedizin G._____, vom 

23. Juni 2020 an einer majoren neurokognitiven Störung, Schweregrad 

leicht bis mittelschwer (DSM-5), neurodegenerativer Genese im Rahmen 

einer wahrscheinlichen Alzheimer-Krankheit (IV-act. 52). PD Dr. med. 

E._____ stellte darin aufgrund der eigen- und fremdanamnestischen 

Angaben sowie des klinischen Eindrucks eine Verschlechterung des 

Gesundheitszustands des Beschwerdeführers fest, wobei sich die 

vorbestehenden Einschränkungen im Bereich der episodischen und des 

semantischen Gedächtnisses weiter akzentuiert hätten. Zudem würden 

sich testpsychologisch Zeichen einer eingeschränkten mentalen 

Flexibilität und eines eingeschränkten Sprachverständnisses zeigen. 

Weiter fänden sich im Rahmen der Untersuchung Zeichen einer 

- 15 -

ideomotorischen Apraxie. Zusammengefasst sei die Klinik weiter passend 

zu einer linkshemisphärisch-betonten Alzheimer-Krankheit. Aktuell sei von 

einer majoren neurokognitiven Störung von leichtem bis mittelschwerem 

Schweregrad auszugehen; dies bei zunehmender Unterstützung durch die 

Lebenspartnerin im Alltag, unter anderem im Sinne eines Bereitstellens 

der Kleidung zum Ankleiden 

oder teils auch Unterstützung bei der Hygiene (hinweisen auf den 

Gebrauch von Rasierschaum beim Nassrasieren) (IV-act. 52, S. 3). 

Angesichts dieser fachärztlichen Beurteilung erscheint es plausibel, wenn 

der Beschwerdeführer beschwerdeweise vorbringt, dass er nicht mehr 

selbst adäquate Kleidung für sich heraussuchen könne, sondern diese für 

ihn bereitgelegt werden müsse. Da insbesondere im Rahmen der 

Exekutivfunktionen eine Einschränkung der mentalen Flexibilität und – wie 

bereits anlässlich der neuropsychologischen Abklärung vom 22. März 

2017 festgestellt (IV-act. 4, S. 12) – der Planungsfähigkeit besteht, ist die 

Unfähigkeit des Beschwerdeführers, sich ohne Hilfe situativ der Witterung 

angepasst zu kleiden bzw. verschmutzte Kleider zu erkennen, 

nachvollziehbar. Die dementsprechend notwendige Hilfestellung geht 

entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin über das Ausmass 

einer blossen lebenspraktischen Begleitung im Sinne einer Aufforderung, 

sich anzukleiden bzw. die Kleider zu wechseln, hinaus und ist deshalb 

nicht dort, sondern direkt bei der alltäglichen Lebensverrichtung "An- und 

Auskleiden" zu berücksichtigen (Urteil des Bundesgerichts 9C_381/2020 

vom 15. Februar 2021 E.5.3.1). Zudem hat die Beschwerdegegnerin 

ausser Acht gelassen, dass der Beschwerdeführer in diesem Kontext 

regelmässig und in erheblicher Weise – insbesondere je nach Witterung 

unter Umständen auch mehrmals täglich – auf Unterstützung angewiesen 

ist. Diesbezüglich ist auch auf die vorerwähnte Rz. 8014 KSIH zu 

verweisen. Sollte dem Beschwerdeführer die Hilfsbedürftigkeit in dieser 

Lebensverrichtung aufgrund des Umstands abgesprochen worden sein, 

dass er – wie im Abklärungsbericht vermerkt – an zwei bis drei Tagen in 

- 16 -

der Woche alleine ist und sich "dann ohne Unterstützung" anziehe, ist dies 

dem Umstand geschuldet, dass seine Lebenspartnerin, mit der er nicht 

zusammenwohnt, ausweislich der Akten nur an vier bis fünf Tagen die 

Woche bei ihm ist (IV-act. 79, S. 2). Dies vermag jedoch nicht über den 

Umstand hinwegzutäuschen, dass er – wie aus den fachärztlichen 

neurologischen bzw. neuropsychologischen Beurteilungen erhellt – 

krankheitsbedingt nicht in der Lage ist, seine Kleider witterungsadäquat 

auszusuchen bzw. verschmutzte Kleider zu wechseln, womit er eben 

(mehrmals) täglich einer Hilfestellung bedarf. 

4.2.4. Insgesamt ist somit dem Beschwerdeführer darin beizupflichten, dass er 

auf regelmässige und erhebliche Hilfe in der alltäglichen 

Lebensverrichtung "An- und Ausziehen" angewiesen ist. 

4.3. Sodann ist zu prüfen, ob in der alltäglichen Lebensverrichtung 

"Körperpflege" eine Hilflosigkeit besteht. 

4.3.1. Die Körperpflege umfasst mehrere Teilfunktionen: das Waschen, 

Kämmen, Rasieren und Baden/Duschen (Urteil des Bundesgerichts 

9C_253/2013 vom 17. Juni 2013 E.1 mit Verweis auf KSIH Rz. 8020). Für 

die Annahme von Hilflosigkeit in einer mehrere Teilfunktionen 

umfassenden Lebensverrichtung genügt, wenn die versicherte Person in 

Bezug auf eine dieser Funktionen regelmässig in erheblicher Weise auf 

(direkte oder indirekte) Dritthilfe angewiesen ist (BGE 121 V 88 E.3c, 

BGE 117 V 146 E.2; Urteile des Bundesgerichts 8C_533/2019 vom 

11. Dezember 2019 E.3.2.3 und 9C_560/2017 vom 17. Oktober 2017 

E.4.2; KSIH Rz. 8011). Eine blosse Erschwerung oder verlangsamte 

Vornahme von Lebensverrichtungen vermag nicht bereits eine Hilflosigkeit 

zu begründen (Urteile des Bundesgerichts 8C_681/2014 vom 19. März 

2015 E.5.3, 9C_633/2012 vom 8. Januar 2013 E.3.4 und 9C_373/2012 

vom 22. August 2012 E.4.2, je mit verschiedenen Hinweisen, so auf ZAK 

- 17 -

1986 S. 481, I 25/85 E.2b, Urteil des Eidg. Versicherungsgerichts I 127/00 

vom 26. März 2001 E.3b/dd, Urteil des Bundesgerichts 8C_912/2008 vom 

5. März 2009 E.10.2; vgl. auch KSIH Rz. 8013).

4.3.2. Ergänzend ist auf die einen allgemeinen Grundsatz des 

Sozialversicherungsrechts darstellende Schadenminderungspflicht 

hinzuweisen (BGE 145 V 2 E.4.2.2 und E.4.2.3, BGE 141 V 642 E.4.3, 

BGE 123 V 230 E.3c). Danach hat die versicherte Person auch im Bereich 

der Hilflosenentschädigung, bevor sie Leistungen verlangt, alles ihr 

Zumutbare selber vorzukehren, um die Folgen des Gesundheitsschadens 

bestmöglich zu mildern (BGE 114 V 281 E.3a, BGE 113 V 22 E.4a; Urteil 

des Bundesgerichts 9C_468/2017 vom 11. September 2017 E.4.4.1). 

Solange in diesem Rahmen durch geeignete Massnahmen bei einzelnen 

Lebensverrichtungen die Selbstständigkeit erhalten werden kann, liegt 

diesbezüglich keine relevante Hilflosigkeit vor (Urteile des Eidg. 

Versicherungsgerichts H 150/03 vom 30. April 2004 E.1.3 und H 299/03 

vom 7. Juni 2004 E.1.2, je mit Hinweis auf ZAK 1989 S. 215 E.2b). Von 

der versicherten Person können nur Vorkehren verlangt werden, die unter 

Berücksichtigung der gesamten objektiven und subjektiven 

Gegebenheiten des Einzelfalles zumutbar sind (BGE 113 V 22 E.4a; 

Urteile des Bundesgerichts 9C_674/2019 vom 9. Dezember 2019 E.3.4.3, 

8C_680/2018 vom 11. Januar 2019 E.5.2 und 9C_356/2014 vom 

14. November 2014 E.3.1). Die Auswirkungen des Gesundheitsschadens 

auf die Einsatzfähigkeit sind durch geeignete organisatorische 

Massnahmen und die Mithilfe der Familienangehörigen – denen dadurch 

keine unverhältnismässige Belastung entstehen darf – möglichst zu 

mildern. Diese Mithilfe geht weiter als die ohne Gesundheitsschaden 

üblicherweise zu erwartende Unterstützung (BGE 141 V 642 E.4.3.2 mit 

Hinweis auf Urteile des Eidg. Versicherungsgerichts I 3/04 vom 27. August 

2004 E.3.1, in: SVR 2006 IV Nr. 25 S. 85 und I 457/02 vom 18. Mai 2004 

E.8, nicht publ. in: BGE 130 V 396, aber in: SVR 2005 IV Nr. 6 S. 21). Geht 

- 18 -

es um die Mitarbeit von Familienangehörigen, ist stets danach zu fragen, 

wie sich eine vernünftige Familiengemeinschaft einrichten würde, wenn 

keine Versicherungsleistungen zu erwarten wären (BGE 141 V 642 

E.4.3.2). 

4.3.3. Dem Abklärungsbericht vom 8. Januar 2021 ist zur alltäglichen 

Lebensverrichtung "Körperpflege" namentlich zu entnehmen, dass der 

Beschwerdeführer nach Angaben seiner Lebenspartnerin nicht ohne 

Aufforderung dusche (IV-act. 79, S. 6). Sie beschreibe, dass sie ihn 

mehrheitlich überreden müsse. Er verwechsle beim Duschen das 

Duschmittel und das Shampoo. Der Beschwerdeführer rasiere sich nass, 

vergesse aber den Rasierschaum. Den Ablauf beim Duschen und beim 

Rasieren könne er alleine ausführen. 

Soweit der Beschwerdeführer beschwerdeweise erneut vorbringt, er 

müsse von seiner Lebenspartnerin zum Duschen aufgefordert werden, ist 

auf Rz. 8029.1 (und 8026.1) KSIH hinzuweisen, wonach die indirekte 

Dritthilfe eine gewisse Intensität aufweisen und über eine einfache 

Aufforderung hinausgehen muss. Einer versicherten Person mehrmals zu 

sagen, sie solle duschen, reicht beispielsweise nicht aus. Neben der 

Wiederholung der Aufforderung muss mindestens die Handlung während 

der Ausführung überwacht und im Bedarfsfall eingegriffen werden (KSIH 

Rz. 8029.1). Dass vorliegend eine solche Hilfestellung durch die 

Lebenspartnerin (oder einer anderen Drittperson) beim Duschen 

krankheitsbedingt notwendig ist, erscheint aufgrund der Akten nicht 

ausgewiesen. Vielmehr ist der Beschwerdegegnerin darin beizupflichten, 

dass es dem Beschwerdeführer im Sinne der Schadenminderungspflicht 

zumutbar ist, eine Duschseife zu benutzen, die sowohl zur Reinigung des 

Körpers als auch zum Waschen der Haare geeignet ist (vgl. 

Abklärungsbericht vom 8. Januar 2021 [IV-act. 79, S. 6]). Zwar geht aus 

dem Bericht von PD Dr. med. E._____ vom 23. Juni 2020 hervor, dass der 

- 19 -

Beschwerdeführer auf den Gebrauch von Rasierschaum beim 

Nassrasieren hingewiesen werden müsse (IV-act. 52, S. 2 f.). Dieses 

Angewiesensein auf Hilfeleistung erreicht indes nicht die nach den 

vorerwähnten Grundsätzen notwendige Erheblichkeit. Insbesondere 

macht der Beschwerdeführer nicht geltend und es ist auch nicht 

ersichtlich, dass seine Lebenspartnerin im Bedarfsfall beim oder nach dem 

Rasieren noch nachbessern müsste. Vielmehr kann sich der 

Beschwerdeführer gemäss Abklärungsbericht unbestrittenermassen 

selbstständig hinlänglich rasieren (IV-act. 79, S. 6). 

4.3.4. Insofern ist nicht zu beanstanden, wenn die Beschwerdegegnerin die 

Aufforderung zum Duschen und die Erinnerung zum Benutzen des 

Rasierschaums bei der lebenspraktischen Begleitung berücksichtigt hat. 

4.4. Zu prüfen ist schliesslich, ob der Beschwerdeführer dauernd auf 

lebenspraktische Begleitung angewiesen ist. 

4.4.1. Bei der lebenspraktischen Begleitung handelt es sich – wie bereits 

dargelegt (vgl. Erwägung 3.1) – um ein zusätzliches und eigenständiges 

Institut der Hilfe für Personen, die ausserhalb eines Heimes leben. Ziel der 

lebenspraktischen Begleitung ist es, den Eintritt der versicherten Person 

in ein Heim nach Möglichkeit hinauszuschieben oder zu verhindern 

(BGE 133 V 450 E.5; Urteil des Bundesgerichts 9C_763/2019 vom 17. Au-

gust 2020 E.6.2). Lebenspraktische Begleitung besteht mit anderen 

Worten nur dann, wenn eine Person unter Berücksichtigung der 

Mitwirkungs- und Schadenminderungspflicht nicht fähig ist, ihre 

Grundversorgung sicherzustellen, wenn mithin ein Heimeintritt 

zwingendermassen die Folge wäre (vgl. Rz. 8040 und 8050.3 KSIH). Die 

lebenspraktische Begleitung ist regelmässig, wenn sie über eine Periode 

von drei Monaten gerechnet im Durchschnitt mindestens zwei Stunden pro 

- 20 -

Woche benötigt wird (vgl. Erwägung 3.1 mit Hinweis auf BGE 146 V 322 

E.6.1, BGE 133 V 450 E.6.2; KSIH Rz. 8053).

4.4.2. Im Abklärungsbericht vom 8. Januar 2021 wurde beim Bedarf des 

Beschwerdeführers an lebenspraktischer Begleitung insgesamt ein 

Zeitaufwand von 55 Minuten (recte 65 Minuten; 35 Minuten für Begleitung 

zur Ermöglichung des selbständigen Wohnens und 30 Minuten für 

Begleitung bei ausserhäuslichen Verrichtungen/Kontakten) pro Woche 

festgehalten (IV-act. 79, S. 7 ff.). Diese Zeitangabe erscheint in Anbetracht 

der krankheitsbedingten Einschränkungen des Beschwerdeführers 

gesamtheitlich betrachtet bisweilen zu knapp bemessen, wobei eine 

solche für gewisse Bereiche sogar gänzlich fehlt. Der Beschwerdeführer 

benötigt aufgrund seiner fortschreitenden Demenz nachweislich ein hohes 

Mass an Strukturierung im Alltag. Dabei liegt auf der Hand, dass er 

regelmässig von Dritten an Termine erinnert werden muss. Auch wenn 

dies im Abklärungsbericht vom 8. Januar 2021 in den für die Hilfe bei der 

Tagesstrukturierung vorgesehenen 25 Minuten pro Woche nicht 

ausdrücklich genannt wird, kann diese Hilfestellung anstelle des dort – wie 

in Erwägung 4.2.2 f. dargelegt – zu Unrecht aufgeführten Aufwands für 

das Bereitstellen der Kleidung bzw. die Aufforderung zu deren Wechsel 

als mitberücksichtigt gelten. 

4.4.3. Der Beschwerdeführer ist mit Blick auf die Unterstützung bei der 

Bewältigung von Alltagssituationen ebenfalls auf Dritthilfe angewiesen. Im 

Abklärungsbericht vom 8. Januar 2021 wurden dafür 10 Minuten pro 

Woche veranschlagt (IV-act. 79, S. 8). Dazu wurde ausgeführt, die 

Lebenpartnerin beschreibe den Beschwerdeführer als unsicher im Alltag. 

Er vergewissere sich immer wieder durch Rückfragen, wie z.B. beim 

Wahrnehmen aussergewöhnlicher Termine. Der Beschwerdeführer könne 

mit gespeicherten Nummern telefonieren. Er bewältige den Arbeitsweg 

selbstständig mit dem Auto. In ungewohnten Situationen sei er auf 

- 21 -

Unterstützung angewiesen. Er habe der Abklärungsperson z.B. keine 

Aussage darüber machen können, was er machen würde, wenn ihm das 

Benzin während der Autofahrt ausginge. Er habe den Blick seiner 

Lebenspartnerin gesucht, die immer mit ihm tanken gehe (IV-act. 79, S. 8). 

Aus diesen Ausführungen erhellt, dass im Abklärungsbericht vom 

8. Januar 2021 kein Zeitaufwand für administrative Tätigkeiten 

berücksichtigt wurde (vgl. hierzu Rz. 8050 KSIH). Dass er in diesen 

Belangen krankheitsbedingt unterstützungsbedürftig ist, ist aufgrund der 

medizinischen Aktenlage unbestrittenermassen ausgewiesen. So weist er 

mittelschwere kognitive Einschränkungen im Bereich des Lesens, 

Schreibens und Rechnens, in der Zahlenverarbeitung und beim 

Kurzzeitgedächtnis auf (vgl. Angaben von Dr. med. H._____ im Rahmen 

der Anmeldung zur Hilflosenentschädigung vom 13. August 2020 [IV-

act. 57, S. 7], Arztbericht von Dr. med. H._____ im Rahmen der 

Anmeldung zur beruflichen Integration/Rente vom 16. Februar 2019 [IV-

act. 28, S. 2 f.], neuropsychologische Beurteilung der Dres. med. I._____ 

und J._____, Psychiatrische Dienste Graubünden, vom 7. Juli 2017 [IV-

act. 4, S. 12]). Mit Untersuchungsbericht vom 13. Februar 2019 führten PD 

Dr. med. E._____, Dr. phil. K._____ und L._____ zum 

neuropsychologischen Befund namentlich aus, beim Beschwerdeführer 

zeigten sich schwere Defizite im Benennen, im Schreiben nach Diktat und 

beim lauten Lesen (IV-act. 28, S. 11 f.). Aufgrund der stark 

eingeschränkten Leseleistung gelinge ihm bei der Prüfung des 

Lesesinnverständnisses die Schilderung des zuvor gelesenen Textes 

nicht. Auch das Kopfrechnen sei nicht möglich. Im Bereich der exekutiven 

Funktionen sei das verbale Arbeitsgedächtnis leicht beeinträchtigt. Ein 

Test zur Prüfung der Umstellungsfähigkeit und der kognitiven Flexibilität 

habe wegen grosser Schwierigkeiten beim Sehen der Zahlen und 

Buchstaben vorzeitig abgebrochen werden müssen (IV-act. 28, S. 11 f.). 

Zwar wurde im Abklärungsbericht vom 8. Januar 2021 unter dem Titel 

- 22 -

"Kontakte mit Amtsstellen" vermerkt, dass die gesamte Administration, die 

Behördengänge sowie der Brief- und Mailverkehr durch die 

Lebenspartnerin des Beschwerdeführers erledigt würden, die alle 

Vollmachten besitze und sich um die tägliche Post kümmere, die sie dem 

Beschwerdeführer bei Bedarf auch vorlese (IV-act. 79, S. 9). Der dafür 

veranschlagte Zeitaufwand von 20 Minuten pro Woche erscheint 

angesichts der aufgrund der schweren Defizite des Beschwerdeführers 

notwendigen Hilfeleistungen im administrativen Bereich als zu niedrig 

bemessen und berücksichtigt namentlich dessen Unfähigkeit, 

selbstständig Rechnungen zu kontrollieren und Einzahlungen 

vorzunehmen, das Haushaltsbudget zusammenzustellen oder die 

Steuererklärung auszufüllen vordergründig nicht. Der Abklärungsbericht 

vom 8. Januar 2021 erweist sich insoweit als unvollständig bzw. 

ergänzungsbedürftig. 

4.4.4. Dasselbe gilt mit Blick auf die Haushaltsführung und die Zubereitung von 

Mahlzeiten. Dazu wurde anlässlich der Abklärung vor Ort festgehalten, 

dass der Beschwerdeführer seinen Haushalt noch nie selbst geführt habe 

und die Mahlzeiten seit Jahren durch Drittpersonen vorbereitet und 

gekocht würden. Da diese Dritthilfen folglich der Gewohnheit geschuldet 

seien, wurde im Abklärungsbericht vom 8. Januar 2021 dafür kein 

Zeitaufwand festgehalten (IV-act. 79, S. 8). Nachdem der 

Beschwerdeführer in seinem Einwand unter Hinweis auf die 

Rechtsprechung vorgebracht hatte, dass einzig massgebend sei, ob die 

versicherte Person auf sich alleine gestellt erhebliche Dritthilfe benötigen 

würde, tätigte die Beschwerdegegnerin mangels abschliessender 

Beurteilbarkeit weitere Abklärungen bei der D._____ als Arbeitgeberin des 

Beschwerdeführers, um mögliche Fähigkeiten in gewissen Tätigkeiten zu 

eruieren. In der Folge erhielt er einen Auftrag in der Gartenarbeit (jäten, 

lockern der Erde, Pflanzen setzen), der ihm in kurzen Sätzen beschrieben 

und vor Ort kurz gezeigt wurde. Dabei wurde von Seiten der D._____ 

- 23 -

zurückgemeldet, dass der Beschwerdeführer Arbeiten, die er von früher 

her kenne, umsetzen könne. Er schweife aufgrund seiner kognitiven 

Defizite jedoch teilweise ab und müsse zuerst eine Tätigkeit erledigen, 

bevor er wieder genaue Angaben für die nachfolgende Tätigkeit erhalte 

(vgl. angefochtene Verfügung vom 30. April 2021 [IV-act. 92, S. 3]). Die 

Beschwerdegegnerin rechnete gestützt darauf in der Verfügung vom 

30. April 2021 keinen Aufwand für etwaige Hilfestellungen an. Im 

vorliegenden Beschwerdeverfahren führte sie in der Vernehmlassung aus, 

es könne im konkreten Fall nicht abschliessend beurteilt werden, ob der 

Beschwerdeführer im Bereich Haushaltsführung, einschliesslich 

Mahlzeitenzubereitung, eingeschränkt sei. Aufgrund der Erkenntnisse der 

Abklärung vor Ort, wonach er in der Lage sei, Routinetätigkeiten auch 

heute noch auszuführen und da er seit jeher gewohnt sei, keine 

Haushaltsarbeiten zu übernehmen, bleibe unklar, ob er zum 

Verfügungszeitpunkt in der Haushaltsführung hilflos gewesen sei oder ob 

er weiterhin einfach die gewohnte Unterstützung erhalte. In ihrer 

Vernehmlassung vom 15. Juni 2021 (S. 3) führte die Beschwerdegegnerin 

aus, gestützt auf die übrigen Akten (beispielsweise die Erlaubnis zum 

Führen eines Motorfahrzeuges) sowie die Fremdauskünfte der D._____ 

sei jedenfalls nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon 

auszugehen, dass der Beschwerdeführer in der Haushaltsführung 

invaliditätsbedingt hilflos sei. Diese Schlussfolgerung vermag nicht zu 

überzeugen. Denn es mutet widersprüchlich an, wenn von der nach wie 

vor bestehenden Ausführbarkeit von Routinetätigkeiten (wie Autofahren 

oder Gartenarbeiten) auf eine fehlende Hilfsbedürftigkeit bei der 

Haushaltsführung und Mahlzeitenzubereitung geschlossen wird, obschon 

gleichzeitig anerkannt wird, dass der Beschwerdeführer Letztere noch nie 

bzw. seit Jahren nicht mehr selbst vorgenommen hat, mit anderen Worten 

in der Haushaltsführung und Mahlzeitenzubereitung gerade keine Routine 

vorliegt. Zudem wird übersehen, dass der Beschwerdeführer gemäss 

Rückmeldungen der D._____ selbst bei Routinetätigkeiten wie 

- 24 -

Gartenarbeiten, die ein Hobby von ihm darstellen (vgl. dazu 

Abklärungsbericht vom 8. Januar 2021 [IV-act. 79, S. 2]), aufgrund seiner 

kognitiven Defizite Mühe bekundet und teilweise abschweife bzw. zuerst 

eine Tätigkeit erledigen muss, bevor ihm Anweisungen für die 

nachfolgende Tätigkeit gegeben werden können. Dies widerspiegelt sich 

denn auch in den mit Bericht vom 23. Juni 2020 von PD Dr. med. E._____ 

festgestellten Zeichen einer ideomotorischen Apraxie (IV-act. 52, S. 3), 

mithin einer Störung der Handlungsumsetzung (vgl. RAD-

Abschlussbericht vom 4. August 2020 [IV-act. 66, S. 6]) bzw. der 

Fähigkeit, erlernte Bewegungen zielgerichtet und zweckmässig 

auszuführen (vgl. https://flexikon.doccheck.com/de/Praxie). Da der 

Beschwerdeführer demnach selbst bei ihm bekannten Tätigkeiten 

aufgrund der fortschreitenden Demenz zunehmend auf Dritthilfe 

angewiesen ist, erscheint mehr als fraglich, ob er für ihn neue bzw. schon 

lange nicht mehr ausgeführte Tätigkeiten derart (wieder-)zu erlernen 

vermag, dass er – auf sich alleine gestellt – keine erhebliche Dritthilfe in 

Form von Begleitung und Beratung benötigen würde (vgl. dazu auch 

angefochtene Verfügung vom 30. April 2021 [IV-act. 92, S. 3], worin selbst 

vom Abklärungsdienst als nachvollziehbar erachtet wurde, dass dem 

Beschwerdeführer das Erlernen von neuen Tätigkeiten schwerfällt). 

Jedenfalls hätte die Beschwerdegegnerin vor diesem Hintergrund eine 

krankheitsbedingte Hilfsbedürftigkeit des Beschwerdeführers in der 

Haushaltsführung und Mahlzeitenzubereitung nicht als überwiegend 

wahrscheinlich ausschliessen dürfen. Vielmehr hätten sich aufgrund der 

von ihr festgestellten, fehlenden abschliessenden Beurteilbarkeit 

entsprechende Rückfragen bei den behandelnden (Fach-)Ärzten 

aufgedrängt. Die Angelegenheit ist somit auch in diesem Punkt zu 

weiteren Abklärungen und entsprechenden Zeitaufwanderfassungen für 

Hilfeleistungen Dritter an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. 

- 25 -

4.4.5. Dasselbe gilt mit Blick auf die Begleitung des Beschwerdeführers beim 

Einkaufen, wofür im Abklärungsbericht vom 8. Januar 2021 kein Aufwand 

für Hilfestellungen festgehalten wurde (IV-act. 79, S. 9). Zwar geht daraus 

in Übereinstimmung mit den Vorbringen des Beschwerdeführers in der 

Beschwerde hervor, dass Letzterer die Bankkarte nicht mehr benutzen 

könne, weil er die Zahlen seines PIN-Codes nicht mehr kenne bzw. den 

Geldwert von Banknoten nicht mehr erkenne (IV-act. 79, S. 9). Dies 

erscheint denn auch insbesondere angesichts der vorerwähnten, 

medizinisch ausgewiesenen kognitiven Defizite in der Zahlenverarbeitung 

und 

-erkennung nachvollziehbar (vgl. Erwägung 4.4.3). Soweit daher im 

Abklärungsbericht vom 8. Januar 2021 eine Hilfsbedürftigkeit des 

Beschwerdeführers beim Einkaufen damit abgetan wurde, dass der 

Einkauf von Lebensmitteln seit Jahren von Drittpersonen ausgeführt 

werde (IV-act. 79, S. 9), wird deren krankheitsbedingte Ursache verkannt. 

Gleiches gilt hinsichtlich der Hilfe beim Bedienen von Parkuhren und die 

damit einhergehende notwendige Begleitung durch Drittpersonen, die 

bereits aufgrund der demenzbedingten, stark eingeschränkten 

Leseleistung (vgl. Berichte von PD Dr. med. E._____/Dr. phil. 

K._____/L._____ vom 13. Februar 2019 [IV-act. 28, S. 11 f.] und von PD 

Dr. med. E._____ vom 23. Juni 2020 [IV-act. 52, S. 3]) naheliegen. Die 

von der Beschwerdegegnerin getätigten Abklärungen sind somit auch 

diesbezüglich als ungenügend zurückzuweisen.

4.4.6. Insgesamt hat die Beschwerdegegnerin demnach anhand einer funktional 

gesamtheitlichen Betrachtungsweise die Notwendigkeit einer 

lebenspraktischen Begleitung erneut abzuklären und dabei zu prüfen, ob 

deren Voraussetzungen hinsichtlich Regelmässigkeit, Intensität und 

Dauer erfüllt sind. 

- 26 -

4.5. In Gesamtwürdigung der Umstände des konkreten Einzelfalls ist die 

Beschwerdegegerin ihrer Abklärungspflicht nach Art. 43 Abs. 1 ATSG 

somit nur ungenügend nachgekommen. Die Beschwerde ist aus diesem 

Grund im Eventualstandpunkt gutzuheissen, die angefochtene Verfügung 

vom 30. April 2021 aufzuheben und die Angelegenheit zu weiteren 

Abklärungen in Sinne der Erwägungen und neuem Entscheid an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. 

5.1. Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG i.V.m. Art. 61 lit. fbis ATSG ist das 

Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten über Leistungen aus der 

Invalidenversicherung vor dem kantonalen Versicherungsgericht 

kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und 

unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- 

festgelegt. In Fällen wie dem vorliegenden, bei denen ein 

durchschnittlicher Aufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Kosten in 

Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens auf Fr. 700.-- 

fest. 

5.2. Die Rückweisung zu weiteren Abklärungen gilt praxisgemäss als 

vollständiges Obsiegen der beschwerdeführenden Partei bezüglich der 

Verteilung der Gerichtskosten und der Zusprache einer 

Parteientschädigung (vgl. BGE 141 V 281 E.11.1, BGE 137 V 210 E.7.1 

und BGE 132 V 215 E.6.2; Urteil des Bundesgerichts 8C_509/2019 vom 

8. November 2019 E.6). Infolge des Ausgangs des 

Beschwerdeverfahrens, sind die Gerichtskosten von Fr. 700.-- demnach 

der Beschwerdegegnerin zu überbinden (vgl. Art. 73 Abs. 1 VRG). 

5.3. Der nicht anwaltlich vertretene Beschwerdeführer hat praxisgemäss 

keinen Anspruch auf Parteientschädigung.

- 27 -

III. Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen, die angefochtene Verfügung vom 

30. April 2021 aufgehoben und die Angelegenheit zu weiteren 

Abklärungen in Sinne der Erwägungen und neuem Entscheid an die IV-

Stelle zurückgewiesen.

2. Die Kosten von Fr. 700.-- gehen zulasten der IV-Stelle.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]