# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5bf9b9ab-c0fb-5e89-816f-ab6cc0a418b5
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-07-09
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Beschwerdekammer in Strafsachen 09.07.2021 BK 2021 145
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_008_BK-2021-145_2021-07-09.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

Beschwerdekammer in 
Strafsachen

Cour suprême
du canton de Berne

Chambre de recours pénale

Schriftliche Begründung des 
Beschlusses vom 9. Juli 2021
BK 21 145

Hochschulstrasse 17
Postfach
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 09
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 20. August 2021

Besetzung Oberrichter J. Bähler (Präsident), Oberrichter Schmid
Oberrichter Gerber
Gerichtsschreiber Rudin

Verfahrensbeteiligte A.________
a.v.d. Rechtsanwalt B.________

Verurteilter/Beschwerdeführer

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern
v.d. Staatsanwältin D.________

Bewährungs- und Vollzugsdienste des Kantons Bern, Süd-
bahnhofstrasse 14d, 3001 Bern
v.d. Fürsprecher C.________, Gerechtigkeitsgasse 36, Postfach, 
3001 Bern

Partei gemäss Art. 104 Abs. 2 StPO

Gegenstand Verwahrung gemäss Art. 62c Abs. 4 StGB

Strafverfahren wegen Pornografie, Mordes, Brandstiftung, ver-
suchter Nötigung, versuchter Unzucht etc.

Beschwerde gegen den Beschluss des Regionalgerichts Berner 
Jura-Seeland, Kollegialgericht Fünferbesetzung, vom 12. Februar 
2020 (PEN 18 249)

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Erwägungen:

I. Prozessgeschichte / Formelles

1. Ausgangsurteile

1.1 A.________ wurde mit Urteil der Kriminalkammer des Obergerichts des Kantons 
Bern vom 31. November 1988 wegen qualifizierter Brandstiftung, Versuchs zur 
Nötigung zu einer anderen unzüchtigen Handlung, wiederholter versuchter Unzucht 
mit Kindern in vier Fällen, wiederholten Diebstahls in zwei Fällen, wiederholter 
Sachbeschädigung in zwei Fällen sowie fortgesetzter Entwendung von Motorfahr-
zeugen zum Gebrauch bzw. Versuchs hierzu in fünf Fällen und Entwendung eines 
Fahrrads zum Gebrauch schuldig gesprochen und zu 3 1/2 Jahren Gefängnis ver-
urteilt, verbunden mit einer ambulanten Behandlung gemäss Art. 43 aStGB für die 
Zeit während und nach dem Strafvollzug (pag. 1084 ff. Verfahren 5661 [Bd. 4]).

1.2 Das Geschworenengericht des IV. Bezirks des Kantons Bern sprach A.________ 
am 26. August 1991 des Mordes an E.________ schuldig und verurteilte ihn zu 16 
Jahren Zuchthaus, unter gleichzeitiger Anordnung einer psychiatrisch-
psychotherapeutischen Behandlung während und nach dem Strafvollzug gemäss 
Art. 43 Ziff. 1 Abs. 1 aStGB (pag. 2131 ff. Verfahren 5745 [Bd. 5]).

1.3 Mit Urteil vom 11. April 2005 wurde A.________ vom Strafgericht des Kantons Zug 
wegen Pornografie gemäss Art. 197 Ziff. 3bis aStGB schuldig gesprochen und zu 10 
Tagen Gefängnis verurteilt (pag. 841 ff. Vollzugsakten [Bd. 4]).

1.4 Mit Urteil vom 1. November 2006 ordnete das Kreisgericht III Aarberg-Büren-Erlach 
anstelle der mit Verfügung der damaligen Abteilung für Straf- und Massnahmen-
vollzug vom 14. Januar 2003 abgebrochenen vollzugsbegleitenden ambulanten 
Massnahme eine Verwahrung gemäss Art. 43 Ziff. 1 Abs. 2 aStGB an. Der verblei-
bende Strafrest wurde zugunsten dieser Massnahme aufgeschoben (pag. 384 ff. 
und 416 f. Akten S 03 1007).

1.5 Mit Urteil des Obergerichts des Kantons Bern vom 30. November 2008 wurde diese 
altrechtliche Verwahrung aufgehoben und es wurde eine stationäre therapeutische 
Massnahme gemäss dem per 1. Januar 2007 in Kraft getretenen Art. 59 StGB an-
geordnet. Der verbleibende Strafrest wurde zugunsten dieser Massnahme aufge-
schoben (pag. 189 ff. Akten S 07 189).

1.6 Das Obergericht des Kantons Bern verlängerte mit Urteil vom 24. März 2014 die 
stationäre Massnahme nach Art. 59 StGB rückwirkend ab dem 30. November 2013 
um 5 Jahre (pag. 250 ff. Akten SK 13 316 [Bd. 2]).

2. Aufhebung der Massnahme nach Art. 59 StGB und Antrag auf Anordnung 
einer Verwahrung durch die BVD

Die mit Urteil des Obergerichts des Kantons Bern vom 24. März 2014 verlängerte 
stationäre Massnahme nach Art. 59 StGB wurde durch die Abteilung Straf- und 
Massnahmenvollzug, Amt für Freiheitsentzug und Betreuung, mit Verfügung vom 
26. Mai 2016 wegen Aussichtslosigkeit aufgehoben (pag. 2081 ff. Vollzugsakten 

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[Bd. 7]). Auf die von A.________ dagegen erhobene Beschwerde trat die damalige 
Polizei- und Militärdirektion nicht ein. Am 22. März 2018 stellten die Bewährungs- 
und Vollzugsdienste (nachfolgend: BVD) dem Regionalgericht Berner Jura-Seeland 
gestützt auf Art. 62c Abs. 4 StGB den Antrag, im Anschluss an die rechtskräftig 
aufgehobene stationäre Massnahme nach Art. 59 StGB die Verwahrung von 
A.________ nach Art. 64 StGB anzuordnen (pag. 1 ff. Akten Vorinstanz).

3. Amtliche Verteidigung

Mit Verfügung des Regionalgerichts Berner Jura-Seeland vom 16. Mai 2018 wurde 
Rechtsanwalt B.________ als amtlicher Verteidiger von A.________ eingesetzt 
(pag. 92 Akten Vorinstanz).

4. Erstinstanzlicher Beschluss

Mit Beschluss vom 12. Februar 2020 entschied die Vorinstanz: 
1. Der Antrag der Bewährungs- und Vollzugsdienste des Kantons Bern (BVD) vom 22.03.2018 auf 

Anordnung einer Verwahrung gemäss Art. 62c Abs. 4 StGB wird gutgeheissen. A.________ 
wird verwahrt (Art. 64 Abs. 1 StGB).

2. Die Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus Gebühren von CHF 13’100.00 und Ausla-
gen (inkl. Kosten für die amtliche Verteidigung) von CHF 58’345.30, insgesamt bestimmt auf 
CHF 71'445.30 (ohne Kosten für die amtliche Verteidigung auf CHF 49'009.50) werden 
A.________ zur Bezahlung auferlegt (Art. 416 i.V.m. Art. 426 Abs. 1 StPO und Art. 22 f. VKD). 
[…]

Am 17. März 2021 wurde den Parteien die schriftliche Begründung des Beschlus-
ses eröffnet.

5. Verfahren vor Obergericht

5.1 Am 29. März 2021 erhob A.________ (nachfolgend: Beschwerdeführer), amtlich 
vertreten durch Rechtsanwalt B.________, bei der Beschwerdekammer in Strafsa-
chen des Obergerichts des Kantons Bern (nachfolgend: Beschwerdekammer) Be-
schwerde gegen den Beschluss des Regionalgerichts Berner-Jura Seeland (nach-
folgend: Vorinstanz). Prozessual beantragte er die Edition der Therapiepläne sowie 
der zur Krankheitsgeschichte geführten Notizen der behandelnden Therapeuten 
seit dem 1. Juli 2011, die Ergänzung und Verbesserung des von Dr. med. 
F.________ verfassten Gutachtens über ein durch einen gerichtlich zu bestimmen-
den Sachverständigen zu erstellendes Zweitgutachten sowie den vorgängigen Bei-
zug eines unabhängigen, gerichtlich zu bestimmenden Sachverständigen zwecks 
Vermittlung des nötigen aktuellen Fachwissens betreffend die korrekte Anwendbar-
keit von aktuarischen Risk-Assessment-Instrumenten bei älteren Gefangenen.

5.2 Mit Verfügung vom 6. April 2021 eröffnete die Verfahrensleitung ein Beschwerde-
verfahren und stellte den Parteien in Aussicht, eine mündliche Verhandlung durch-
zuführen. Am 10. Mai 2021 wies sie die Verfahrensanträge des Beschwerdeführers 
vollumfänglich ab. Die Anträge der Generalstaatsanwaltschaft auf Befragung des 
Beschwerdeführers und von Dr. med. F.________, welchen sich die BVD ange-
schlossen hatten, wurden demgegenüber gutgeheissen bzw. von Amtes wegen 
angeordnet. Im Hinblick auf die mündliche Verhandlung wurde ferner von Amtes 

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wegen bei der Justizvollzugsanstalt Thorberg ein aktueller Verlaufsbericht über den 
Beschwerdeführer eingeholt.

5.3 Mit Schreiben vom 22. Juni 2021 stellte der Beschwerdeführer den Antrag auf Aus-
schluss der Öffentlichkeit von der mündlichen Verhandlung. Die Beschwerdekam-
mer wies diesen mit begründetem Beschluss vom 28. Juni 2021 ab (pag. 347 ff. 
Akten BK 21 145).

5.4 Die oberinstanzliche Parteiverhandlung fand am 8./9. Juli 2021 statt (pag. 371 ff. 
Akten BK 21 145). Der Beschwerdeführer erneuerte in prozessualer Hinsicht die 
Beweisanträge, welche bereits mit Schreiben vom 22. Juni 2021 gestellt und mit 
Beschluss vom 28. Juni 2021 abgewiesen worden waren. Die Beschwerdekammer 
wies die Beweisanträge erneut ab (vgl. zur Begründung pag 395 ff. Akten BK 21 
145). 

Der Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt B.________, beantragte in 
der Hauptsache Folgendes (pag. 411 Akten BK 21 145):
1. Der Beschluss des Regionalgerichts Berner Jura-Seeland vom 12. Februar 2020 (PEN 18 249) 

sei aufzuheben. 
2. Der Antrag der Beschwerdegegnerin und der Vollzugsbehörde auf Anordnung einer Verwahrung 

gemäss Art. 62c Abs. 4 StGB sei abzuweisen und der Beschwerdeführer sei aus dem Mass-
nahmevollzug bedingt bei Ansetzung einer Probezeit von 5 Jahren zu entlassen. 

3. Der Beschwerdeführer sei zu verpflichten, sich während der Probezeit ambulant behandeln zu 
lassen. 

4. Die Verfahrenskosten seien dem Kanton Bern aufzuerlegen. 
5. Dem Beschwerdeführer seien die entstandenen Verteidigungskosten für das erstinstanzliche wie 

auch für das vorliegende Verfahren gemäss damals und aktuell eingereichter Kostennote zu 
entschädigen. 

6. Dem Beschwerdeführer sei eine Entschädigung für ungerechtfertigt erstandene Haft seit dem 
26. Mai 2016 auszurichten (CHF 100/Tag). 

Eventualiter / und Ziffer 7 aus der Beschwerdeschrift vom 29. März 2021 ersetzend: 
7. Das Honorar für den amtlichen Verteidiger sei gemäss eingereichter Kostennote zu bestimmen 

und das amtliche Honorar an ihn auszurichten

Die BVD, vertreten durch Fürsprecher C.________, stellten folgende Anträge (pag. 
417 Akten BK 21 145):
1. Die Beschwerde von A.________ vom 29. März 2021 gegen den Beschluss des Regionalge-

richts Berner Jura-Seeland vom 12. Februar 2020 (Beschlussbegründung vom 17. März 2021) 
sei vollumfänglich abzuweisen.

2. Die Verfahrenskosten seien dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.
3. Das Honorar des amtlichen Verteidigers sei gerichtlich zu bestimmen.
4. Die erforderlichen weiteren Verfügungen seien von Amtes wegen zu treffen. 

Die Generalstaatsanwaltschaft, vertreten durch Staatsanwältin D.________, bean-
tragte (pag. 419 Akten BK 21 145):
1. Die Beschwerde sei abzuweisen.
2. Die Verfahrenskosten seien dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.
3. Die Entschädigung für die amtliche Verteidigung sei gerichtlich festzusetzen.

5.5 Am 9. Juli 2021 eröffnete und begründete der Kammervorsitzende den Parteien 
mündlich den Beschluss der Beschwerdekammer.

6. Prozessvoraussetzungen

6.1 Der angefochtene Beschluss erging im Verfahren der selbstständigen nachträgli-
chen Entscheide gemäss Art. 363 ff. der Schweizerischen Strafprozessordnung 

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(StPO; SR 312.0). Das Rechtsmittel gegen derartige Entscheide ist die Beschwer-
de. Dies entspricht der bundesgerichtlichen Rechtsprechung (BGE 141 IV 396 
E. 4.7). Zur Beurteilung der Beschwerde ist die Beschwerdekammer in Strafsachen 
zuständig (Art. 35 des Gesetzes über die Organisation der Gerichtsbehörden und 
der Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1] i.V.m. Art. 29 Abs. 2 des Organisati-
onsreglements des Obergerichts [OrR OG; BSG 162.11]). Die Beschwerde ist in-
nert 10 Tagen seit der Zustellung des schriftlich begründeten Entscheides einzurei-
chen (Art. 396 Abs. 1 StPO i.V.m. 384 Bst. b StPO). Der Beschwerdeführer ist 
durch die Anordnung der Verwahrung unmittelbar in seinen rechtlich geschützten 
Interessen betroffen und damit zur Beschwerde legitimiert (Art. 382 Abs. 1 StPO). 
Auf die form- und fristgerechte Beschwerde ist einzutreten. 

II. Materielles

7. Gesetzliche Grundlagen

7.1 Ist bei der Aufhebung einer Massnahme, die aufgrund einer Straftat nach Art. 64 
Abs. 1 StGB angeordnet wurde, ernsthaft zu erwarten, dass der Täter weitere Ta-
ten dieser Art begeht, so kann das Gericht auf Antrag der Vollzugsbehörde die 
Verwahrung anordnen (Art. 62c Abs. 4 StGB). Gemäss Art. 64 Abs. 1 StGB ordnet 
das Gericht gegenüber dem Täter, der eine der in dieser Bestimmung umschriebe-
nen Straftaten begangen hat, die Verwahrung an, wenn aufgrund der Persönlich-
keitsmerkmale des Täters, der Tatumstände und seiner gesamten Lebensumstän-
de ernsthaft zu erwarten ist, dass er weitere Taten dieser Art begeht (Bst. a) oder 
wenn aufgrund einer anhaltenden oder lang andauernden psychischen Störung von 
erheblicher Schwere, mit der die Tat in Zusammenhang stand, ernsthaft zu erwar-
ten ist, dass der Täter weitere Taten dieser Art begeht und die Anordnung einer 
Massnahme nach Art. 59 StGB keinen Erfolg verspricht (Bst. b).

Das Gericht stützt sich bei seinem Entscheid über die Anordnung einer Massnah-
me auf eine sachverständige Begutachtung (Art. 56 Abs. 3 StGB). Diese äussert 
sich über die Notwendigkeit und die Erfolgsaussichten einer Behandlung des 
Täters, die Art und die Wahrscheinlichkeit weiterer möglicher Straftaten und die 
Möglichkeiten des Vollzugs der Massnahme (Art. 56 Abs. 3 StGB, Art. 182 StPO; 
BGE 146 IV 1 E. 3.1). Das Gericht würdigt Gutachten grundsätzlich frei (Art. 10 
Abs. 2 StGB). In Fachfragen darf es davon indessen nicht ohne triftige Gründe ab-
weichen und Abweichungen müssen begründet werden. Allerdings kann das Ab-
stellen auf eine nicht schlüssige Expertise bzw. der Verzicht auf die gebotenen zu-
sätzlichen Beweiserhebungen gegen das Verbot willkürlicher Beweiswürdigung 
(Art. 9 BV) verstossen (zum Ganzen: BGE 146 IV 114 E. 2.1; 142 IV 49 E. 2.1.3; 
141 IV 369 E. 6.1; vgl. zur Willkür BGE 146 IV 88 E. 1.3.1 mit Hinweisen).

8. Vorbemerkungen Kritik Gutachten

8.1 Die Vorinstanz stützte sich bei der Frage der Anordnung der Verwahrung massge-
blich auf das Gutachten vom 21. Dezember 2018 von Dr. med. F.________ sowie 
auf seine Aussagen anlässlich der vorinstanzlichen Verhandlung. 

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8.2 Der Beschwerdeführer brachte gegen das Gutachten mehrmals vor, dieses genüge 
den Anforderungen gemäss Art. 56 Abs. 3 und 4 StGB nicht. Seine diesbezügli-
chen Rügen erhob er erstmals in seiner Eingabe vom 13. Mai 2019 im Vorfeld der 
erstinstanzlichen Verhandlung. Der Gutachter, Dr. med. F.________, verfasste zu 
den gemachten Rügen bereits am 9. August 2019 eine ausführliche Stellungnah-
me. Die Vorinstanz ging in ihrer Verfügung vom 11. Juli 2019 (pag. 437 ff. Akten 
Vorinstanz) und schliesslich im angefochten Beschluss eingehend auf diese Rügen 
ein, ohne dass der Beschwerdeführer sich damit weder im Vorfeld der oberinstanz-
lichen Verhandlung noch an der Verhandlung selbst auseinandergesetzt hätte, wie 
auch die Generalstaatsanwaltschaft anlässlich des Parteivortrags zu Recht geltend 
machte.

8.3 Der Beschwerdeführer rügt vorab im Zusammenhang mit dem Verdacht eines con-
firmation bias die kurze Erstellungszeit, da zwischen dem Gutachtensauftrag am 
25. Oktober 2018 und der Fertigstellung des Gutachtens weniger als zwei Monate 
liegen. Allein aufgrund dieser verhältnismässig sehr kurzen Verfassungszeit sei 
fraglich, wie vertieft sich der Gutachter mit den Akten auseinandergesetzt und in-
wiefern er die persönlichen Gespräche mit dem Beschwerdeführer tatsächlich 
berücksichtigt habe. Auch aus der auffällig unsorgfältigen und fehlerreichen 
Schreibweise lasse sich ableiten, dass sich Dr. med. F.________ nur sehr wenig 
Zeit für das Verfassen des Gutachtens genommen habe. Die kurze Erstellungszeit, 
die Sorgfaltsmängel und die «nicht undifferenzierte» (gemeint wohl: die nicht diffe-
renzierte) Betrachtung der Prognose aufgrund von wahrscheinlich nicht tauglichen 
Instrumenten deuteten entweder darauf hin, dass der Gutachter einem grossen 
zeitlichen Druck unterlegen habe und/oder das Ergebnis schon zu Beginn klar ge-
wesen sei. Das Gutachten diene nach dem erweckten Eindruck nicht der unabhän-
gigen Diskussion und Analyse, sondern nur der Bestätigung des Schlussresultates 
des Vorgutachtens, da nur Aussagen, Ergebnisse und Interpretationen berücksich-
tigt worden seien, welche für die Hypothese sprechen würden. Es bestünden somit 
deutliche Anzeichen auf einen confirmation bias des Gutachters.

8.4 Dr. med. F.________ nahm in seiner Stellungnahme vom 9. August 2019 bereits 
ausführlich zum Vorwurf der angeblich zu kurzen Erstellungszeit Stellung (pag. 
454 ff. Akten Vorinstanz). Anlässlich der erstinstanzlichen Verhandlung führte er 
aus, er habe noch nie länger als zwei Monate an einem Gutachten gearbeitet. War-
tezeiten ergäben sich nicht daraus, dass man sechs Monate Akten lese, sondern 
dass man mehrere Aufträge gleichzeitig habe und priorisieren müsse. Der Be-
schwerdeführer sei aber vorgezogen worden, weil sich dieser in Sicherheitshaft be-
funden habe (pag. 553 Z. 25 Akten Vorinstanz). Die Begründung ist auch weiterhin 
absolut einleuchtend und gibt zu keinen weiteren Bemerkungen Anlass, ist doch 
die vorgenommene Priorisierung vielmehr zu begrüssen. Auf die weiteren Rügen 
wird im Folgenden im Zusammenhang mit den jeweils zu prüfenden Voraussetzun-
gen eingegangen.

9. Anlasstat 

9.1 Die erste Voraussetzung für die Anordnung einer Verwahrung ist das Vorliegen 
einer Katalogstraftat oder einer anderen mit einer Höchststrafe von fünf oder mehr 

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Jahren bedrohte Tat, durch die der Täter die physische, psychische oder sexuelle 
Integrität einer anderen Person schwer beeinträchtigt hat oder beeinträchtigen woll-
te (Art. 64 Abs. 1 StGB). 

9.2 Der Beschwerdeführer wurde wegen qualifizierter Brandstiftung, Versuchs zur 
Nötigung zu einer anderen unzüchtigen Handlung, wiederholter versuchter Unzucht 
mit Kindern in vier Fällen etc. von der damaligen Kriminalkammer des Obergerichts 
des Kantons Bern am 31. Oktober 1988 verurteilt (pag. 1045 ff. Verfahren 5661 
[Bd. 4]). Am 26. August 1991 sprach ihn das Geschworenengericht des IV. Bezirks 
des Kantons Bern ferner des Mordes schuldig (pag. 2131 ff. Verfahren 5745 
[Bd. 5]).

9.3 Das Erfordernis mehrerer Anlasstaten ist augenscheinlich erfüllt und mithin auch 
unbestritten; es kann an dieser Stelle auf die Erwägungen der Vorinstanz verwie-
sen werden (pag. 93 Akten BK 21 145):

A.________ wurde 1988 unter anderem wegen qualifizierter Brandstiftung, versuchter sexueller Nöti-
gung (im Tatzeitpunkt: «versuchte Nötigung zu einer anderen unzüchtigen Handlung») und mehrfa-
cher versuchter sexueller Handlungen mit Kindern (im Tatzeitpunkt: «wiederholte versuchte Unzucht 
mit Kindern») sowie 1991 wegen Mordes verurteilt (vgl. oben Ziff. 1.1). Dass bei der sexuellen Nöti-
gung und den sexuellen Handlungen mit Kindern lediglich eine versuchte Tatbegehung vorliegt, spielt 
nach dem einleitend Gesagten keine Rolle. Mit den genannten Verurteilungen liegen mehrere Taten 
des Deliktskatalogs von Art. 64 Abs. 1 StGB vor. Während die (qualifizierte) Brandstiftung und der 
Mord namentlich im Deliktskatalog von Art. 64 Abs. 1 StGB aufgeführt sind, fallen die mit einer Straf-
androhung von bis zu 10 Jahren Freiheitsstrafe versehene (versuchte) sexuelle Nötigung (vgl. Art. 
189 Abs. 1 StGB) und die mit Freiheitsstrafe von maximal 5 Jahren bedrohten sexuellen Handlungen 
mit Kindern (vgl. Art. 187 Abs. 1 StGB) unter die Generalklausel der «anderen mit einer Höchststrafe 
von fünf oder mehr Jahren bedrohten Tat». Was die Brandstiftung anbelangt, so hat das erkennende 
Gericht damals festgestellt, dass A.________ um den Aufenthalt von vier Personen im Bauernhaus, 
namentlich auch einer über 80-jährigen Frau, im Zeitpunkt der Brandlegung wusste und die Bewohner 
durch das nächtliche Feuer im Schlaf überrascht wurden (vgl. pag. 1059 f. Verfahren 5661 [Bd. 4]). 
Aufgrund der vorsätzlichen Gefährdung dieser Menschen wurde er denn auch wegen qualifizierter 
Brandstiftung verurteilt. Dieses Branderlebnis war wegen der potentiell lebensgefährlichen Situation 
unzweifelhaft geeignet, bei den betroffenen Hausbewohnern eine Traumatisierung hervorzurufen. Bei 
der von A.________ begangenen qualifizierten Brandstiftung handelt sich somit um eine schwere 
Straftat, durch die er die physische und psychische Integrität der Bewohner des Bauernhauses 
schwer beeinträchtigte oder dies zumindest in Kauf nahm. Auch in Bezug auf die versuchte sexuelle 
Nötigung und die mehrfachen versuchten sexuellen Handlungen mit Kindern ist von einer schweren 
Beeinträchtigung der sexuellen Integrität der Opfer auszugehen, stellen solche Übergriffe nach der 
allgemeinen Lebenserfahrung doch regelmässig traumatische Erlebnisse für die Betroffenen dar. 
Durch die Ermordung E.________ hat A.________ deren physische Integrität schliesslich in 
schwerstmöglicher Weise beeinträchtigt resp. ausgelöscht. Im Ergebnis liegen mehrere von 
A.________ begangene Delikte vor, die als Katalogtaten in Art. 64 Abs. 1 StGB erfasst sind und durch 
die er die physische, psychische und sexuelle Integrität der Opfer schwer beeinträchtigte oder beein-
trächtigen wollte.

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10. Psychische Störung / Zusammenhang mit der Tat

10.1 Ob eine schwere psychische Störung – welche auch im Zeitpunkt der Massnah-
menverlängerung noch vorhanden sein muss – vorliegt, beurteilt sich zunächst 
nach medizinischen Kriterien. Soweit möglich ist die Störung anhand anerkannter 
Klassifikationssysteme zu erfassen. Der Rechtsbegriff der schweren psychischen 
Störung ist nach der neusten Rechtsprechung jedoch funktionaler Natur, da er sich 
nach dem Zweck der therapeutischen Behandlung, d.h. der Rückfallprävention rich-
tet. Die Schwere der psychischen Störung entspricht im Prinzip dem Ausmass, in 
welchem sich die Störung in der Tat spiegelt (Deliktrelevanz). Die Störung muss 
(gegebenenfalls im Zusammenwirken mit anderen «kriminogenen» Faktoren, z.B. 
akzentuierten, aber nicht pathologischen Persönlichkeitszügen) als vorherrschende 
Ursache der Delinquenz erscheinen. Die rechtlich geforderte Schwere ergibt sich 
mit anderen Worten aus der Intensität des Zusammenhangs zwischen der (nach 
medizinischen Kriterien erheblich ausgeprägten, vorab zweifelsfrei festgestellten) 
Störung und der Straftat (vgl. BGE 146 IV 1 E. 3.5.6; Urteil des Bundesgerichts 
6B_828/2019 vom 5. November 2019 E. 1.2.3). Eine bestimmte Diagnoseanord-
nung kann daher nicht für sich allein genommen und per se als ausreichend 
schwer (oder nicht ausreichend schwer) bezeichnet werden. Es greift zu kurz, un-
mittelbar auf die quantifizierenden Angaben des Sachverständigen (z.B. «mittel-
gradig ausgeprägt») abzustellen. Es ist eine Gesamtbetrachtung sämtlicher Befun-
de vorzunehmen (BGE 146 IV 1 E. 3.5.6).

10.2 Es ist vorliegend im Grundsatz nicht bestritten, dass der Beschwerdeführer zu ei-
nem früheren Zeitpunkt an einer Persönlichkeitsstörung gelitten, zumal er sich in 
Anbetracht seiner Straftaten zumindest für einen früheren Zeitpunkt selbst mit der 
Diagnose einer Persönlichkeitsstörung als einverstanden erklärt (pag. 346 Akten 
Vorinstanz) und zu Beginn auch seine Pädophilie eingesehen hatte (vgl. etwa pag. 
1937 Vollzugsakten [Bd. 7]). Anlässlich der Einvernahme vor der Beschwerde-
kammer brachte der Beschwerdeführer vor, die Diagnosen seien seiner Meinung 
nach aktuell nicht mehr zutreffend (pag. 381 Z. 40-43 Akten BK 21 145). 

10.3 Demgegenüber liegen sieben psychiatrische Gutachten aus den Jahren 1987 bis 
2018 vor, welche beim Beschwerdeführer eine (oder mehrere) schwere psychische 
Störung(en) diagnostizieren, wobei sich deren genaue Einordnung bzw. Bezeich-
nung im Verlauf der Jahre - mitsamt der Lehre und Forschung zur forensischen 
Psychiatrie – gewandelt hat (vgl. hierzu auch die Ausführungen von Dr. med. 
F.________ im Gutachten pag. 351 Akten Vorinstanz).

10.4 Dr. G.________ und Dr. H.________ kamen bereits in ihrem ersten Gutachten, 
datierend vom 4. August 1987, zuhanden des Untersuchungsrichters im Zusam-
menhang mit den versuchten sexuellen Handlungen mit Kindern und der versuch-
ten Nötigung zum Schluss, der Beschwerdeführer verfüge über eine «schwer mili-
eugeschädigte, etwa durchschnittlich intelligente, triebhaft und ungebremste und in 
ihrer Beziehungsfähigkeit erheblich gestörte Persönlichkeit» (pag. 759 Verfahren 
5661 [Bd. 3]). Vor der Pubertät sei er eigentlich anhänglich, problemlos, lieb, je-
doch damals auch schon als rast- und ruhelos beschrieben worden. Nach der Pu-
bertät sei er immer noch anhänglich und lieb gewesen, jedoch auch zunehmend 
raffiniert und verschlossen geworden. Er habe teilweise jähzornig, gewalttätig und 

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aggressiv reagieren können und in distanzloser Art und Weise Körperkontakt mit 
Mädchen gesucht. Er habe sich jeweils an diese geklammert und sie in unsittlicher 
Weise abgetastet. Zudem sei er sehr beeinflussbar geworden, weshalb man seinen 
Kontakt zu gleichaltrigen Kollegen eingeschränkt habe (pag. 741 Verfahren 5661 
[Bd. 3]). Sein Lehrmeister habe ihn als jähzornigen, begriffsstutzigen und teils ar-
beitsscheuen Lehrling beschrieben, der zeitweise sehr frech, vorlaut und aufbrau-
send sei (pag. 741 Verfahren 5661 [Bd. 3]). Ausserdem habe der Beschwerdefüh-
rer angegeben, beim Überfall auf die junge Frau sexuell erregt gewesen zu sein 
(pag. 753 Verfahren 5661 [Bd. 3]).

10.5 In ihrem zweiten Gutachten, datiert auf den 14. Januar 1988 (pag. 785 ff. Verfahren 
5661 [Bd. 3]), veranlasst durch die durch den Beschwerdeführer begangene 
Brandstiftung, verneinten Dr. med. G.________ und Dr. med. H.________ seitens 
des Beschwerdeführers eine Geisteskrankheit, Schwachsinn oder eine schwere 
Störung des Bewusstseins im Sinne von Art. 10 aStGB zum Tatzeitpunkt, konsta-
tierten aber «eine milieugeschädigte, neurotischcharakterneurotisch fehlentwickel-
te, psychisch retardierte (infantil), triebhaft-ungebremste Persönlichkeit. Eine man-
gelhafte geistige Entwicklung ist somit anzunehmen.» (pag. 841 Verfahren 5661 
[Bd. 3]). Das Gutachten ist nicht nur in seinem Fazit weitgehend identisch mit dem 
Vorgutachten, sondern stützt sich soweit ersichtlich insbesondere auf Beobachtun-
gen, welche bereits im ersten Gutachten von 1987 gemacht und in der Folge ledig-
lich wiederholt wurden (vgl. insbesondere pag. 1052 f. Verfahren 5661 [Bd. 4]). 
Hinzugekommen ist insbesondere, dass der Beschwerdeführer im Zusammenhang 
mit der Brandstiftung schilderte, er habe eine innere Stimme gehört («Nimm die 
Streichölzer und komm vor die Käserei»), welche wie diejenige seines Lehrmeis-
ters geklungen habe. Er habe weiter angegeben, eine überdimensionierte Gestalt 
mit Zügen seines Lehrmeisters mit dem Körper einer Ratte gesehen zu haben. Er 
habe daraufhin ein Streichholz angezündet, damit gefuchtelt und «es sei dann auf 
einmal verschwunden» gewesen, worauf er den Brand bemerkt habe (pag. 1057 
Verfahren 5661 [Bd. 4]).

10.6 Nach Bekanntwerden des Tötungsdelikts an E.________ verfasste Dr. med. 
I.________ das Gutachten vom 29. Juni 1990 (pag. 1175 ff. Verfahren 5745 [Bd. 
3]). Er verneinte erneut, dass der Beschwerdeführer zum Tatzeitpunkt geistes-
krank, schwachsinnig oder in seinem Bewusstsein gestört gewesen sei (pag. 
01231 Verfahren 5745 [Bd. 3]), dafür diagnostizierte er eine «schwere Persönlich-
keitsstörung mit Milieuschädigung, charakterneurotischer Fehlentwicklung, psychi-
scher Retardierung und Pädophilie.» (pag. 01225 Verfahren 5745 [Bd. 3]). Die 
Pflegeschwester des Beschwerdeführers habe angegeben, der Beschwerdeführer 
habe Anfälle von Jähzorn und Wutausbrüchen gehabt, in denen er sich völlig ver-
gessen, Gegenstände zerschlagen oder ein Familienmitglied tätlich angegriffen ha-
be. Frauen scheine er gemäss dieser in zwei Kategorien zu trennen, nämlich in 
Heilige, wozu sie selber und ihre Wohnkolleginnen zählten, sowie in Huren, welche 
man anspreche und nach Genuss wegwerfe (pag. 01187 f. Verfahren 5745 [Bd. 3]). 
Die Psychiaterin des Beschwerdeführers habe sich im Nachhinein schockiert ge-
zeigt über die Tatsache, dass dieser in den doch recht intensiven Gesprächen das 
schwere Delikt vom Dezember 1989 vor ihr habe verstecken können (pag. 01201 f. 
Verfahren 5745 [Bd. 3]). 

10

10.7 Dr. med. J.________ und Dr. med. K.________ kamen in ihrem Gutachten vom 8. 
Februar 2000 (pag. 484 ff. Vollzugsakten [Bd. 2]) zur Diagnose einer «Persönlich-
keitsstörung mit sexueller Devianz (heterosexuelle Pädosexualität)» (pag. 501 Voll-
zugsakten [Bd. 2]).

10.8 Dr. med. L.________ stellte in seinem Gutachten vom 31. März 2006 (pag. 0155 ff. 
Verfahren S 03 1007) die Diagnose «kombinierte Persönlichkeitsstörung mit vor-
wiegend dissozialen, aber auch unreifen und narzisstischen Zügen (ICD-10: F60.8) 
sowie Pädosexualität.» Er bestätigte damit die Diagnosen der früheren psychiatri-
schen Gutachten, modifizierte diese allerdings insofern, als dass von einer gewis-
sen Nachreifung ausgegangen werden könne, vor allem was die dynamischen An-
teile der Persönlichkeit betreffe. Er konstatierte eine verbesserte Impulskontrolle 
und Steuerungsfähigkeit in Kränkungs- und Frustrationssituationen (pag. 0280 Ver-
fahren S 03 1007).

10.9 Dr. med. M.________ diagnostizierte in seinem Gutachten vom 12. Dezember 
2014 für den Tatzeitpunkt (1989) (pag. 1946 Vollzugsakten [Bd. 7]): 

- eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit unreifen, dissozialen und emotional instabilen       
(Borderline-)Anteilen (ICD-10: F61.0)

- heterosexuelle pädophile Teilansprechbarkeit (ICD-10: F65.4)
- starker Verdachts auf ein fetales Alkoholsyndrom (DSM-5: 315.8)

Betreffend den aktuellen Zustand (2014) lautete der Befund (pag. 1946 Vollzugsak-
ten [Bd. 7]):

- kombinierte Persönlichkeitsstörung mit unreifen, narzisstischen und weniger dissozialen An-
teilen (ICD-10: F61.0) 

- starker Verdacht auf heterosexuelle pädophile Teilansprechbarkeit (ICD-10: F65.4) 
- starker Verdacht auf ein fetales Alkoholsyndrom (DSM-5: 315.8)

Der Gutachter kam ferner zum Schluss, dass darüber hinaus in der Persönlichkeit 
der zu begutachtenden Person weitere deliktrelevante Problembereiche existierten, 
welche mit Diagnosen gemäss ICD/DSM nicht angemessen beschrieben werden 
könnten. Dabei handle es sich für den Beurteilungszeitraum 1987 – 1990 um fol-
gende Problemfelder (pag. 1947 Vollzugsakten [Bd. 7]):

- deutliche sexuelle Unreife mit fehlender sexueller Identität
- hohe sexuelle Triebhaftigkeit
- problematisches Frauenbild («Huren»)
- heterosexuelle pädophile Teilansprechbarkeit
- schwere Beziehungspathologie

Betreffend den Zeitpunkt der Exploration diagnostizierte er hinsichtlich der Sexua-
lität des Beschwerdeführers ferner (pag. 1947 Vollzugsakten [Bd. 7]):

- Verdacht auf heterosexuelle pädophile Teilansprechbarkeit 
- Beziehungspathologie

Es liessen sich zudem folgende deliktrelevanten Problembereiche (nicht gleichbe-
deutend mit Diagnosen psychischer Störungen) feststellen (pag. 1947 f. Vollzugs-
akten [Bd. 7]): 

- Defizite in der Persönlichkeitsstruktur 
- schwere Beziehungspathologie (alle Delikte gegen Frauen und Kinder) 

o unsicherer Bindungsstil / Borderline-Störung 
o Diskrepanz zwischen Beziehungswunsch und -fähigkeit 

11

o schwere Beziehungslosigkeit zu Opfern, die er wie Gegenstände behandelte 
o instrumentelle Gewaltbereitschaft
o Impulsivität (gewisse Sexualdelikte) 

- sexuelle Problematik 
o pädosexuelle Teilansprechbarkeit (Annäherungsversuche an Mädchen, Pornographie, 

evtl. auch Vergewaltigungsversuch) 
o hohe Triebhaftigkeit (Annäherungsversuche an Mädchen, Nötigung) 
o fragliche sexuelle Gewaltfantasien (versuchte Nötigung, Mord) 

- dissoziale Wertewelt 
o eigene Vorstellung von Gerechtigkeit/ Rache / Selbstjustiz (Brandstiftung, Diebstähle)
o problematische Einstellung gegenüber Frauen
o Ignorieren von Eigentum (Aufbrechen und Entwenden von Fahrzeugen)

10.10 Das aktuellste Gutachten stammt von Dr. med. F.________ und datiert vom 
21. Dezember 2018 (pag. 258 ff. Akten Vorinstanz). Dr. med. F.________ fasst in 
seinem Gutachten zunächst die vorhandenen Akten zusammen (pag. 262 ff. Akten 
Vorinstanz) und zitiert dabei ausführlich aus den früheren Gutachten, da diese zeit-
nah erstellt worden und damit in einem grösseren Masse vor Erinnerungsverfäl-
schungen gefeit seien (pag. 264 Akten Vorinstanz); weiter beschreibt er die Eigen-
anamnese (pag. 316 ff. Akten Vorinstanz). Unter Psychopathologischer Befund 
schildert er insbesondere die Selbsteinschätzung des Beschwerdeführers (Be-
wusstsein, Gedächtnis, Konzentration, Ängste, Phobien, Zwänge, formale 
Denkstörungen, Wahnerleben, Fremdbeeinflussungserleben, Vitalgefühle, Depres-
sionen [verneint], Selbstwerterleben [gut], Hoffnungslosigkeit [verneint], Aggressi-
vität [früher] des Beschwerdeführers in Bezug auf seine Psyche [pag. 344 ff. Akten 
Vorinstanz]). Mit der Diagnose einer Persönlichkeitsstörung sei dieser einverstan-
den (pag. 346 Akten Vorinstanz). Bei der diagnostischen Beurteilung folgen zuerst 
einige Überlegungen betreffend Ursachenforschung für die psychischen Störungen 
(pag. 348 f. Akten Vorinstanz). Der Gutachter stellt in der Folge den Zusammen-
hang mit der Mordtat dar (pag. 360 ff. Akten Vorinstanz) und beurteilt weiter den 
Therapieverlauf und dessen Ergebnisse (pag. 362 ff. Akten Vorinstanz). Er widmet 
sich daraufhin eingehend der Legalprognose, insbesondere den eingesetzten Pro-
gnoseinstrumenten (pag. 365 ff. Akten Vorinstanz), und äussert sich in diesem 
Rahmen auch zu allfälligen Veränderungen der Legalprognose durch therapeuti-
sche Erfolge (pag. 387 ff. Akten Vorinstanz). Schliesslich nimmt er klar zu den ge-
stellten Fragen Stellung (pag. 389 ff. Akten Vorinstanz). 

10.11 Dr. med. F.________ kommt vorab zur Diagnose einer dissozialen Persönlich-
keitsstörung (ICD-10: F60.2) mit deutlicher Psychopathy, narzisstischen und unrei-
fen Anteilen (pag. 350 Akten Vorinstanz). Dem Gutachten ist zu entnehmen, dass 
er seine Diagnose auf eine Mehrzahl von Befunden stützt, welche nahezu exem-
plarisch alle spezifischen Kriterien der dissozialen Persölichkeitsstörung erfüllten, 
wobei nur drei Kriterien ausreichend seien (pag. 349 Akten Vorinstanz). Als erfüllt 
beurteilt er:

- deutliches und überdauerndes Abweichen von den Normen im Bereich der Affektivität, der 
Kognition, der Beziehungsgestaltung zu anderen Menschen mit früher Manifestation in Kind-
heit oder Jugend

- grosse Diskrepanz zwischen Verhalten und geltenden sozialen Normen

12

- bei sehr hoher Selbstbezogenheit Herzlosigkeit und Unbeteiligt-Sein gegenüber den Ge-
fühlen anderer

- deutliche und andauernde Verantwortungslosigkeit und Missachtung sozialer Normen, Re-
geln und Verpflichtungen über Jahre hinweg

- Unvermögen zur Beibehaltung längerfristiger Beziehungen
- ausserordentlich geringe Frustrationstoleranz
- niedrige Schwelle für aggressives und gewalttätiges Verhalten
- Unfähigkeit zum Erleben von Schuldbewusstsein und zum Erlernen aus Erfahrung
- Neigung zur Beschuldigung anderer

10.12 Auch im Bereich der Sexualität kommt Dr. med. F.________ zum Schluss, ange-
sichts der vom Beschwerdeführer über längere Zeit hinweg gezeigten Handlungen, 
aber auch seinen Angaben im Tatzeitraum und der sexuellen Ansprechbarkeit und 
Erregbarkeit durch präpubertäre Mädchen könnten an der Diagnose einer hetero-
sexuell ausgerichteten Pädophilie (ICD-10: F65.4) keine Zweifel bestehen. Die pä-
dosexuelle Ausrichtung erscheine fetischartig auf körperliche Merkmale der vorpu-
bertären oder in der frühen Pubertät sich befindenden Mädchen und den Drang 
zum Berühren und Anfassen ausgerichtet. Prägend seien hier gemäss den Aussa-
gen des Beschwerdeführers seine ersten sexuellen Erfahrungen im Alter von 10 
oder 11 Jahren, welche er noch heute als sehr schön und befriedigend bezeichne, 
ganz anders als die Erfahrungen in späteren Jahren mit älteren Mädchen oder 
Frauen (pag. 352). Weiter bestünden schon allein aufgrund der Angaben über das 
mehrfache tägliche Onanieren über einen längeren Zeitraum hinweg Hinweise auf 
eine deutliche Hypersexualität (ICD-10: F.52.7; pag. 354 Akten Vorinstanz). Mithin 
habe der Beschwerdeführer zumindest früher angegeben, er sei zum Erleben einer 
erfüllenden gemeinschaftlichen Sexualität und zum Koitus unfähig. Erst später ha-
be eine Verwachsung am Frenulum (Hautbändchen der Eichel) als verantwortlich 
identifiziert und chirurgisch behandelt werden können. Diagnostisch spreche man 
hier von einer Dyspareunie, organisch bedingt (ICD-10: N 94.1; pag. 356 Akten 
Vorinstanz).

10.13 Die Diagnose der Pädophilie findet ihre Stütze neben der Verurteilung des Be-
schwerdeführers wegen versuchten sexuellen Handlungen mit Kindern in vier Fäl-
len insbesondere in den Aussagen des Beschwerdeführers anlässlich des Strafver-
fahrens wegen Mordes an E.________, im Rahmen dessen er seinen unkontrollier-
ten Hang zu minderjährigen Mädchen unumwunden zugegeben hatte. So schilder-
te er am 11. Januar 1990 bei der Berner Polizei: «Ich kann keine normale Beziehung zu 
einer erwachsenen Frau aufbauen. Ich fühle mich hingezogen bzw. angezogen von Mädchen im Alter 

von 10-14 Jahre. Warum ich diesen Trieb in mir habe, ist mir bis heute nicht klar geworden. Ich weiss 

jedoch, dass ich nach einem unberührten und unbefleckten weiblichen Wesen Verlangen habe.» 
(pag. 604 Verfahren 5745 [Bd. 2]). Wenn er zufälligerweise einem Mädchen be-
gegne und er sich von diesem angesprochen fühle, komme es richtiggehend über 
ihn. Er sprach diesbezüglich von mehreren Phasen. Bei der ersten versuche er, 
das Mädchen anzusprechen, bei der zweiten sei es schon sexuell gefärbter, er su-
che körperlichen Kontakt, z.B. Händehalten, Streicheln, Küssen – nun habe er be-
reits Mühe, sich unter Kontrolle zu behalten –, übergangslos gehe es in die dritte 
Phase. Was er sich in der ersten Phase vorgestellt habe, wolle er nun verwirkli-
chen. Dabei fange er an zu zittern und verliere die Beherrschung. Er könne nicht 

13

mehr klar denken und werde hemmungslos. Komme er nicht zum Ziel, werde er ru-
helos und depressiv. Wenn es nicht klappe, schreite er meistens zur Selbstbefrie-
digung. Eine schöne, ausgeglichene geschlechtliche Beziehung habe er nie gehabt 
(pag. 278 Akten Vorinstanz; vgl. auch pag. 605 Verfahren 5745 [Bd. 2]). Weiter 
schilderte er gegenüber Dr. med. F.________, wie Schmerzen mit 13 oder 14 Jah-
ren seinen ersten Versuch, Geschlechtsverkehr zu haben, verunmöglicht hätten. 
Gerade als er bei seiner Intimpartnerin habe eindringen wollen, habe er grausame 
Schmerzen am Glied gehabt, wie Nadelstiche. Das Versagen beim ersten Versuch 
und seine Schmerzen dabei seien von dem Mädchen weitererzählt worden und 
man habe ihn in der Schule ausgelacht. Er sei den Mädchen sehr hinterher gewe-
sen und habe noch viele verschiedene andere Intimpartnerinnen gehabt, der Kon-
takt habe sich aber meist auf Küssen im Intimbereich beschränkt, Geschlechtsver-
kehr habe trotz mehrerer Versuche nie funktioniert. Dies habe ihn sehr frustriert. In 
der achten oder neunten Klasse habe er in Spiez vor die Jugendrichterin müssen, 
weil er zusammen mit 3 anderen Knaben der Schule als eine Art «Sport» Mädchen 
«ausgegriffen» (Busen oder zwischen die Beine) habe (pag. 330 f. Akten Vorin-
stanz). Er erinnere sich schon im Zusammenhang mit der Unterstufe daran, bei den 
älteren Schülern gesehen zu haben, wie diese für sexuelle Dinge Mädchen in den 
Keller heruntergezerrt hätten; sie hätten dies später kopiert. Das sei wie normal 
gewesen. Trotz mehrerer Intimpartnerinnen habe er aus «Angst», erneut zu versa-
gen, Geschlechtsverkehr stets vermieden. Natürlich habe er darüber nie mit den 
Partnerinnen gesprochen, sei aber sehr unzufrieden gewesen. Er habe mit Frauen 
nicht richtig kommunizieren können und sich unterlegen gefühlt (pag. 302 Akten 
Vorinstanz). Im Gutachten ist auch vermerkt, dass der Beschwerdeführer gemäss 
Vollzugsbericht vom 8. Juli 2002 zugegeben hatte, im Gefängnis Kinderpornogra-
phie konsumiert zu haben (pag. 297; vgl. auch pag. 675 Vollzugsakten [Bd. 3]). 
Weiter hatte er gemäss Gutachten vom 31. März 2006 offenbar Briefkontakt zu 14- 
bis 15-jährigen Mädchen ausserhalb der Anstalt gepflegt (pag. 739 Akten Vorin-
stanz; vgl. auch pag. 233 Akten S 03 1007: Kontaktaufnahme über Anzeigen im 
Teletext). Zusätzlich kann auf Äusserungen des Beschwerdeführers 1990 verwie-
sen werden, wonach er im Rahmen der Untersuchungen zum Tötungsdelikt an 
E.________ ausgesagt hatte, er habe sich immer zu jungen Mädchen hingezogen 
gefühlt. Es sei schon mehrmals über ihn gekommen. Konkret wolle er jedoch nichts 
aussagen; wo kein Kläger, da kein Richter. Weiter vermerkt sind Annäherungsver-
suche an Mädchen im Hallenbad Biel und zweimal bei der Eisbahn in Neuenburg 
(pag. 277 Akten Vorinstanz; vgl. auch das Gutachten vom 1. März 1990 pag. 1203 
Verfahren 5745 [Bd. 3]). Einschlägig ist ferner in Bezug auf den aktuellen Zustand 
des Beschwerdeführers, was im aktuellen Gutachten ab pag. 353 festgehalten ist. 
So legt der Gutachter dar, dass er die Behauptung des Beschwerdeführers, sich 
eine Beziehung mit einer gleichaltrigen Frau vorstellen zu können, in Zweifel ziehe. 
Zuletzt habe sich der Beschwerdeführer gemäss eigenen Angaben in eine 18-
jährige Auszubildende der Anstalt verliebt, welche ihn an seine erste Freundin erin-
nert habe, mit der er ca. 10 bis 14-jährig erste sexuelle Erfahrungen habe sammeln 
können. Diese Zweifel werden ferner durch die Einschätzung untermauert, dass die 
sexuelle Präferenz ausgesprochen stabil sei und therapeutisch nicht verändert, ge-
heilt oder wegtherapiert werden könne (pag. 353 Akten Vorinstanz). Auch der Be-

14

schwerdeführer anerkannte die Diagnose der Pädophilie über längere Zeit (vgl. 
pag. 346 Akten Vorinstanz) – später stritt er sie gemäss Therapiebericht der Foren-
sisch-Psychiatrischen Dienste vom 17.04.2014 mit der Begründung ab, er sei zum 
Tatzeitpunkt lediglich noch unreif gewesen und habe deshalb in Anbetracht seiner 
Erfolglosigkeit bei Gleichaltrigen die Nähe und Geborgenheit bei jüngeren Mädchen 
gesucht (pag. 310 Akten Vorinstanz; vgl. auch pag. 1525 Vollzugsakten [Bd. 6]).

10.14 Der Beschwerdeführer macht in seiner Beschwerde unter Labeling mit Risiko zu 
self-fullfiilling prophecies geltend, im Gutachten sei nicht ausreichend diskutiert 
worden, dass der Beschwerdeführer sämtliche Taten (bis auf die nicht-
pädosexuelle Internet-Pornografie im Gefängnis) vor seinem 25. Lebensjahr be-
gangen habe – inzwischen sei er bekanntlich über 50 Jahre alt. Die Persönlich-
keitsentwicklung sei erst mit 25 Jahren abgeschlossen, beim Beschwerdeführer al-
lenfalls noch später. Dr. med. F.________ führte hierzu in seiner Stellungnahme 
vom 9. August 2019 aus, dass Entwicklungen in der Persönlichkeit ein ganzes Le-
ben lang möglich seien bzw. dass aus den Ausführungen des Beschwerdeführers 
nicht ganz klar sei, welche Entwicklung bis zum 25. Lebensjahr abgeschlossen sein 
solle. Dem kann hinzugefügt werden, dass der Beschwerdeführer auch noch in den 
00er-Jahren und somit lange nach der Vollendung des 25. Lebensjahres mit dem 
von ihm eingestandenen Besitz von Kinderpornografie (vgl. dazu insbesondere 
pag. 695 f. und 707 f. Vollzugsakten [Bd. 3]), ferner auch mit Brieffreundschaften zu 
14- und 15-Jährigen, negativ auffiel. 

10.15 Nach dem Gesagten bestehen für die Beschwerdekammer keine Zweifel daran, 
dass der Beschwerdeführer an mehreren deutlichen und langanhaltenden psychi-
schen Störungen leidet. Zum einen an einer in sieben Gutachten diagnostizierten 
schweren Persönlichkeitsstörung, welche zuletzt von Dr. med. F.________ als dis-
soziale Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F60.2) mit deutlicher Psychopathy be-
zeichnet wurde. Weiter bestehen auch keine Zweifel an der – seit 1990 in fünf Gut-
achten diagnostizierten – Pädophilie (ICD-10: F65.4), deren Diagnose insbesonde-
re Dr. med. F.________ erneut mit zahlreichen Ereignissen aus der Vergangenheit 
zu untermauern wusste.

10.16 In Bezug auf den Tatzusammenhang kann auf die Ausführungen von Dr. med. 
F.________ verwiesen werden, welcher namentlich anhand der sogenannten 
Ressler-Kriterien (Entblössung der Geschlechtsmerkmale des Opfers, Zurücklas-
sen des Opfers nackt; sexuelles Interesse am Opfer) nachvollziehbar darlegt, wes-
halb unzweifelhaft von einem Zusammenhang zwischen den psychischen Störun-
gen des Beschwerdeführers und seinen Übergriffen gegenüber minderjährigen 
Mädchen auszugehen ist (pag. 384 f. Akten Vorinstanz). Der enge Zusammenhang 
zwischen den psychischen Störungen des Beschwerdeführers und dem Mord an 
E.________ geht ferner eindrücklich aus den Feststellungen des Gutachters her-
vor, welche bereits von der Vorinstanz zitiert wurden (pag. 361 Akten Vorinstanz): 
«Wenn wir nun die Feststellungen des Gerichts zur Mordtat und zum Tatablauf zu Grunde legen, wei-
ter seine Angaben und das Spurenbild beachten, so lässt sich ein Geschehen erkennen, das sehr 
eng an seine psychischen Störungen geknüpft erscheint. Hier ist zunächst die besondere Affinität für 
junge Mädchen zu sehen, aus der heraus er den Kontakt zu dem Opfer suchte, es ansprach und es 
später in ein Maisfeld lockte (Pädophilie). Rasch war er stark sexuell erregt (Hypersexualität; Pädophi-

15

lie). Als das Mädchen Angst bekam und weglaufen wollte, ist er frustriert und gekränkt (Narzissmus). 
Er wollte sich nun mit Gewalt nehmen, wozu er Lust hatte (Dissozialität / Psychopathy). Er ist seine 
rasche Aggressionsbereitschaft (Dissozialität), aber auch die Empathielosigkeit (Psychopathy), die ihn 
dazu brachte, das Kind zu würgen. Das sexuelle Begehren (Pädophilie) führte dazu, dass das Mäd-
chen zu einem gegebenen, nicht näher bekannten Moment ausgezogen und vielleicht am Geschlecht 
ausgegriffen wird […] Ich gehe nun von der Hypothese aus, dass er auch jetzt keinen sexuell befriedi-
genden Akt vollziehen kann, keine sexuelle Befriedigung findet und dies bei ihm massive Wut und Är-
ger auslöst. Sein Unvermögen projizierte er dabei auf sein Gegenüber (was er heute noch in Zusam-
menhang mit den sexuellen Versagenserlebnissen eindrücklich beschreibt), hier also das Mädchen. 
Aus einem solchen, massiven Kränkungserleben heraus, auf dem Boden seiner pathologisch narziss-
tischen Ausrichtung, verknüpft mit viel Hass und Wut auf alles Weibliche (Misogynie), erschlägt er mit 
einem Stein das Mädchen äusserst brutal […] Gerade das Zerschlagen des Kopfes des Mädchens ist 
ein ungewöhnliches Tatmerkmal und spricht deutlich für die Berechtigung einer solch hypothetischen 
Motivanalyse und gegen einen kühl vollzogenen «Mord», allein nur um die Sexualstraftat zu kaschie-
ren und die Aufklärung zu verhindern - wobei gleichwohl bei einer solchen Tat auch mehrere Mo-
tivstränge zusammenfliessen können. Empathiemangel und Gefühlskälte (Psychopathy) offenbaren 
sich schliesslich sehr deutlich auch dort, wo selbst die schwere Verletzung des Mädchens ihn nicht 
weiter zum Abbruch und Hilfe bewegen, sondern er es nun zum Schluss erdrosselt, folgt man jeden-
falls seiner Darstellung des Handlungsablaufs. War das Schlagen mit dem Stein also wahrscheinlich 
noch ein stark von Affekten, von Wut bestimmter Moment, erfolgt das Erdrosseln überlegt und be-
rechnend. Er wird diese Handlung später als durch Mitleid begründet zu erklären versuchen (starke 
kognitive Verzerrung bei Psychopathy). Nur zwei, drei Monate später ist er schon wieder auf neuer 
Kontaktsuche zu Mädchen (Pädophilie) im Zielalter (um 10-jährig). Er weiss im Massnahmenzentrum 
alle zu täuschen (Psychopathy), erscheint er dann auch nicht tiefer erschüttert durch die Tat (dissozia-
le Persönlichkeitsstörung), und ohne hier für sich irgendwelche erkennbaren Konsequenzen zu zie-
hen.»» Auch aus den Ausführungen des Beschwerdeführers selbst gegenüber Dr. 
med. L.________ und dem als erstellt erachteten Sachverhalt anlässlich des dies-
bezüglichen Gerichtsverfahrens («Flirt mit dem Opfer»; als er es von hinten erblickt 
habe, sei es über ihn gekommen) ergibt sich klar ein sexueller Zusammenhang 
bzw. ein Konnex zur Pädophilie des Beschwerdeführers. So bejahten auch Dr. 
med. L.________ und Dr. med. M.________ den Tatzusammenhang (vgl. pag. 268 
f. und 280 Akten S 031007; pag. 1881 ff. und 1948f. Vollzugsakten [Bd. 7]). Die 
Beschwerdekammer hat nach dem Gesagten keine Zweifel am intensiven Zusam-
menhang zwischen der dissozialen Persönlichkeitsstörung sowie der Pädophilie 
(ICD-10: F65.4) einerseits und dem Mord an E.________ sowie mehreren Übergrif-
fen auf Minderjährige andererseits. Darüber hinaus ist auch ein Zusammenhang 
zwischen der dissozialen Persönlichkeitsstörung und der qualifizierten Brandstif-
tung evident. Das Erfordernis einer schweren psychischen Störung ist somit erfüllt. 

11. Therapierbarkeit

11.1 Weitere Voraussetzung für die Anordnung der Verwahrung gemäss Art. 64 Abs. 1 
Bst. b StGB ist eine Behandlungsunfähigkeit bzw. Unbehandelbarkeit des psy-
chisch gestörten Täters. Die Verwahrung kann mithin, auch wenn die übrigen Vor-
aussetzungen im Sinne dieser Bestimmung erfüllt sind, nur angeordnet werden, 
wenn eine stationäre Massnahme nach Art. 59 StGB keinen Erfolg verspricht, d.h. 
wenn zum Urteilszeitpunkt eine langfristige Nichttherapierbarkeit ausgewiesen ist 

16

(BGE 140 IV 1 E. 3.2.4; 137 IV 59 E. 6.3; 134 IV 121 E. 3.4.2 und 315 E. 3.4 und 
3.5; Urteile 6B_257/2018 vom 12. Dezember 2018 E. 7.4; 6B_1397/2017 vom 
26. April 2018 E. 1.1.1). Eine stationäre Behandlung verlangt vom Betroffenen ein 
Mindestmass an Kooperationsbereitschaft. An die Therapiewilligkeit zum Zeitpunkt 
des richterlichen Entscheids dürfen bei der stationären Behandlung von psychi-
schen Störungen nach Art. 59 StGB jedoch keine allzu hohen Anforderungen ge-
stellt werden. Damit wird dem Umstand Rechnung getragen, dass es durchaus 
aufgrund der psychischen Erkrankung des Betroffenen an der Fähigkeit fehlen 
kann, die Notwendigkeit und das Wesen einer Behandlung abzuschätzen. Ein ers-
tes Therapieziel besteht daher oft darin, Einsicht und Therapiewilligkeit zu schaffen, 
was gerade im Rahmen stationärer Behandlungen auch Aussichten auf Erfolg hat. 
Entscheidend ist, ob beim Betroffenen eine minimale Motivierbarkeit für eine thera-
peutische Behandlung erkennbar ist (Urteil des Bundesgerichts 6B_1223/2019 vom 
27. März 2020 E. 7.2.2 mit zahlreichen Hinweisen). 

11.2 Die Vorinstanz hat den Therapieverlauf, den Vollzugsverlauf sowie die gutachterli-
chen Befunde von Dr. med. F.________ detailliert und zutreffend wiedergegeben; 
darauf kann grundsätzlich verwiesen werden, zumal der Beschwerdeführer die 
diesbezüglichen vorinstanzlichen Feststellungen nicht rügt (pag. 742 ff. Akten Vor-
instanz). 

11.3 Bereits Dr. med. J.________ und Dr. med. K.________ hielten in ihrem Gutachten 
vom 8. Februar 2000 betreffend Pädophilie fest, der Hang zu Mädchen sei noch vor 
relativ kurzer Zeit vom Beschwerdeführer selbst benannt worden und der aktuelle 
Stand der Wissenschaft lasse eine Heilung im engeren Sinne nicht erwarten 
(vgl. pag. 500 Vollzugsakten [Bd. 2]). 

11.4 Dr. med. M.________ bemerkte in seinem Gutachten im Jahr 2014, dass der Be-
schwerdeführer die Einsicht in seine Pädophilie aufgegeben habe, konnte aller-
dings keine Gründe dafür nennen (pag. 1937 Vollzugsakten [Bd. 7]): Eine Einsicht in 
die Störung besteht bis heute höchstens ansatzweise. Herr A.________ sah über mehrere Jahre sei-
ne Problematik u.a. in seiner Pädophilie, die er als grundsätzlich nicht veränderbar beschrieb und 
damit phasenweise eine realistische Einschätzung hatte. In den letzten Jahren äusserte er sich dies-
bezüglich deutlich weniger selbstreflektiert. Er gab an, dass ihm dies eingeredet worden sei, er heute 
aber keine solche Ansprechbarkeit habe. Wie es dazu kam dass er seine Einstellung derart änderte, 
ist nicht bekannt und wurde in den Therapieberichten nicht diskutiert. Der Eingewiesene sah in den 
letzten Jahren seine deliktrelevanten Problembereiche ausschliesslich im Bereich der Impulsivität.» 
Er kam deshalb zum Ergebnis, der Beschwerdeführer sei untherapierbar 
(pag. 1958 f. Vollzugsakten [Bd. 7]): «Aus forensisch-psychiatrischer Sicht war die tatzeitnahe 
Beeinflussbarkeit sehr gering. Die aktuelle deliktspezifische Beeinflussbarkeit muss leider immer noch 
als sehr gering bezeichnet werden. Bei Herrn A.________ ist auffällig, dass die allgemeine Beein-
flussbarkeit aktuell höher ist, was daran liegt, dass er in verschiedenen Bereichen Fortschritte machen 
konnte, in hochspezifischen aber hochgradig deliktrelevanten Situationen jedoch nicht oder sehr we-
nig. […] Aus Sicht des Referenten verfügt Herr A.________ leider nicht über ausreichende Ressour-
cen um die zentralen Schwierigkeiten in der Therapie angehen zu können. Der Verlauf der letzten 27 
Jahre macht deutlich, dass es unwahrscheinlich ist, zu den bisher erreichten Erfolgen noch weitere 
Verbesserungen zu machen. Aus Sicht des Referenten müssen noch derart grosse Veränderungen 
passieren bis eine gute Legalprognose gestellt werden kann, so dass die Perspektive, diese geforder-

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ten Veränderungen auch erreichen zu können, sehr gering sind. Auch bei einer weiteren Therapie-
dauer von fünf oder zehn Jahren ist aus heutiger Sicht nicht mit solchen Veränderungen zu rechnen, 
so dass die Behandlung aus forensisch-psychiatrischer Sicht derzeit aussichtslos erscheint.»

11.5 Auch Dr. med. F.________ kommt in seinem Gutachten zum Resultat, dass der 
Beschwerdeführer nach so vielen Jahren im Vollzug und jahrzehntelangen Thera-
pien als austherapiert angesehen werden müsse (pag. 364 Akten Vorinstanz). Er 
weist in diesem Zusammenhang insbesondere darauf hin, dass sich beim Be-
schwerdeführer – nach rund 21 Jahren Therapie – in wichtigen Bereichen ein Bild 
ergebe, als ob dieser noch gar nie in spezifisch forensischer Behandlung gewesen 
sei, was er als Gutachter als eindrücklich empfinde. Weiter führt er aus, dass die 
Therapie einer Person mit Pädophilie sehr schwierig sein könne, wenn zusätzlich 
eine bedeutsame Persönlichkeitsproblematik vorliege; die in casu vorhandene dis-
soziale Störung sei ferner schwer zu behandeln und eine ausgeprägte Psychopa-
thy gelte als weitgehend unbehandelbar. Der modulierende Einfluss einer ein- oder 
zweistündigen wöchentlichen Psychotherapie stehe weiter sehr vielen Stunden an 
anderen Einflüssen in einer geschlossenen Anstalt gegenüber (pag. 364 Akten Vor-
instanz). Hinzuweisen ist in diesem Zusammenhang auf den augenscheinlichen 
Kontakt des Beschwerdeführers zu anderen Pädophilen und dessen Neigung, sich 
zum Sprachrohr der «stigmatisierten» Pädophilen zu machen (pag. 649 Vollzugs-
akten [Bd. 3]).

11.6 Die Untherapierbarkeit des Beschwerdeführers geht auch aus den Therapiebe-
richten hervor. Die Vorinstanz fasst den Therapieverlauf wie folgt zusammen 
(pag. 754 Akten Vorinstanz): Aus dem dargestellten Therapieverlauf geht hervor, dass 
A.________ zwischen 1988 und 2014 während rund fünfzehn Jahren eine ambulante Therapie in den 
Anstalten St. Johannsen, Thorberg, Bostadel und Pöschwies (1988-2007) erhielt und während rund 
sechs Jahren im stationären Setting in den Anstalten Pöschwies und Thorberg therapeutisch behan-
delt wurde (2008-2014). Die Therapien fanden in verschiedenen Institutionen, Settings bzw. Umge-
bungen (ambulant, stationär) und Formen (Einzel-, Gruppen-, Milieutherapie, spezifische Trainings) 
statt, geleitet von unterschiedlich spezialisierten Fachpersonen, wobei verschiedene Therapieansätze 
und Behandlungsstrategien zur Anwendung kamen. Einige Therapeuten begleiteten A.________ über 
mehrere Jahre hinweg, bspw. Herr N.________ (Strafanstalt Bostadel), Herr O.________ (Strafanstalt 
Pöschwies) oder Herr P.________ (Anstalten Thorberg), sodass zumindest zwischenzeitlich auch die 
Konstanz der therapeutischen Beziehung gewährleistet war. 

11.7 Die Berichte der behandelnden Therapeuten für die Jahre 1992 bis 2002 waren 
grundsätzlich noch positiv (vgl. etwa pag. 649 Vollzugsakten [Bd. 3]: Einsicht in pä-
dosexuelle Neigung, Verzichtsleistung und Impulskontrolle, Auseinandersetzung 
mit der Tat). Das positive Bild erhielt erstmals Risse, als der Beschwerdeführer im 
Zusammenhang mit Kinderpornografie negativ auffiel, resp. den diesbezüglichen 
Besitz zugab (vgl. pag. 841 ff. Vollzugsakten [Bd. 4]; pag. 361, Z. 17 ff. Akten S 03 
1007). 

11.8 Der Therapeut O.________ konstatierte beim Beschwerdeführer im Therapiebe-
richt (Zwischenbericht) vom 09. Juli 2008 einen zufriedenstellenden Therapiever-
lauf. Der Beschwerdeführer anerkannte seine pädosexuelle Neigung (noch). Fest-
gestellt wurde allerdings bereits auch eine gewisse Therapiemüdigkeit. Es kam fer-
ner auch die Erforderlichkeit für den Beschwerdeführer zum Ausdruck, die erzielten 

18

therapeutischen Fortschritte nachprüfbar unter Beweis stellen zu können, weshalb 
ein stationäres Setting empfohlen wurde (pag. 151 ff. Akten S 07 189).

11.9 Im Behandlungsbericht vom 11. Februar 2011 wurde zum Verlauf der Milieuthera-
pie in der Forensisch-Psychiatrischen Anstalt Pöschwies (stationäres Setting) aus-
geführt, dass der Beschwerdeführer deutlich zu wenig konstruktive und reflexive 
Ansätze gezeigt habe. Demgegenüber waren Externalisierung, hohe Kränkbarkeit, 
geringe Besprechbarkeit, verbale Angriffe und Abwertungen gegenüber Behand-
lern, geringe Fähigkeit, konstruktiv und selbstreflexiv mit Feedback umzugehen, 
Abwehr/Leugnung, Rigidität, Trotz und geringe Störungs- bzw. Problemeinsicht im 
milieutherapeutischen Setting festzustellen. Eine Behandlung im Rahmen der stati-
onären Massnahme im engeren Sinn sei dadurch nicht mehr möglich (pag. 1276 
Vollzugsakten [Bd. 5]). Die sich daraus ergebenden Schwierigkeiten wurden auch 
vom Therapeuten P.________ im Therapieverlaufsbericht vom 5. September 2012 
wiedergegeben. Dieser konstatierte beim Beschwerdeführer ein hohes Wissen auf 
theoretischer Ebene, welches dieser im Alltag allerdings nicht adäquat umsetzen 
könne. Ein Hauptgrund dafür sei seine Impulsivität. Diese werde in Situationen ak-
tiviert, in denen der Beschwerdeführer sich persönlich angegriffen, kritisiert oder 
ungerecht behandelt fühle. In solchen emotionalen Zuständen sei ihm eine Hand-
lungskontrolle erschwert (pag. 1415 Vollzugsakten [Bd. 5]). Durchwegs positiv ist 
die Mitteilung der Forensisch-Psychiatrischen Dienste vom 12. Dezember 2012 be-
treffend die Absolvierung des Lern-, Trainings- und Behandlungsprogramms «Anti-
Sexuelle Agressivität-Training® Suisse» (pag. 1428 ff. [Bd. 5]. Aus der Beilage 
geht insbesondere hervor, dass der Beschwerdeführer Einsicht in die eigene 
Störung (Pädophilie) gezeigt habe (pag. 1432 Vollzugsakten [Bd. 5]).

11.10 Von grosser Bedeutung ist nach Ansicht der Beschwerdekammer, dass der Be-
schwerdeführer die Diagnose der Pädophilie in der darauffolgenden Beobach-
tungszeit ab Dezember 2012 bis zum Therapieverlaufsbericht vom 17. April 2014 
unvermittelt ablehnte und nicht mehr darüber sprechen wollte – dies entgegen sei-
ner früheren Einsicht. Er sei zum Tatzeitpunkt lediglich noch unreif und bei erwach-
senen Frauen erfolglos gewesen, weshalb er sich ersatzweise die Nähe und Ge-
borgenheit bei jüngeren Mädchen gesucht habe. Dem entsprechenden Bericht ist 
neben positiven Punkten eine deutlich kritischere Haltung des Behandlungsteams 
zu entnehmen (Therapiemüdigkeit, dysfunktionale Konfliktlösungsansätze, bedroh-
liches Auftreten, «leck mir am Arsch», impulsiv-wütend, Probleme bei unvorherge-
sehenen Konflikten). Die Möglichkeit einer Reduktion des Rückfallrisikos auf ein 
vertretbares Mass durch Therapie wurde explizit verneint und es wurde ein diesbe-
zügliches Gutachten angeregt (vgl. Therapieverlaufsbericht vom 17. April 2014 
pag. 1522 ff. [Bd. 5]). Darauf folgte das Gutachten von Dr. med. M.________ vom 
12. Dezember 2014, auf welches bereits eingegangen wurde.

11.11 Der Beschwerdeführer rügt im vorliegenden Verfahren das Gutachten von Dr. med. 
F.________ insofern, als dass keine Auseinandersetzung mit den Therapieerfolgen 
stattgefunden habe. Im Bericht vom 15. November 2012 des Forensisch-
Psychiatrischen Dienstes (FPD) sei noch auf Teilerfolge mit Blick auf die Impulsi-
vität und die in diesem Zusammenhang geplanten weiteren Therapieschritte ver-
wiesen worden. Weiter habe das Amt für Straf- und Massnahmenvollzug mit Ein-

19

gabe vom 24. April 2013 auf Teilerfolge bei der Umsetzung der Massnahme ver-
wiesen. Das aktuelle Gutachten befasse sich nicht mit diesen Therapiefortschritten 
und Teilerfolgen. Dies obschon diese für die Beurteilung der Therapiefähigkeit eine 
absolut zentrale Rolle einnähmen.

Dem Beschwerdeführer ist insoweit Recht zu geben, als dass im Rahmen einzelner 
Beurteilungen – wie bereits erwähnt – verschiedentlich von Teilerfolgen gespro-
chen wurde. Wie beschrieben wurde ab 2012 jedoch offen in Frage gestellt, ob die-
se im Hinblick auf das Ziel einer hinreichenden Reduktion des Rückfallrisikos sei-
tens des Beschwerdeführers ausreichend bzw. wesentlich sind. Die angesproche-
nen Teilerfolge erscheinen ferner insbesondere angesichts des Therapieabbruchs 
2014 – mithin vor ca. 7 Jahren – und der von Dr. med. F.________ angesproche-
nen Möglichkeit, Erlerntes wieder zu vergessen («als ob er noch gar nie in spezi-
fisch forensischer Behandlung gewesen ist»), vorliegend von untergeordneter bzw. 
verfallener Relevanz.

11.12 Nach dem Gesagten kommt die Beschwerdekammer insbesondere gestützt auf die 
Gutachten von Dr. med. F.________ und Dr. med. M.________ sowie den darge-
legten Therapieverlauf zum Ergebnis, dass der Beschwerdeführer austherapiert 
bzw. untherapierbar ist. Abgesehen von der von Beginn weg schwierigen Aus-
gangslage kam es wie beschrieben bereits früh zu Rückschlägen. Ab 2008 konnte 
ferner eine gewisse Therapiemüdigkeit festgestellt werden und es wurde geltend 
gemacht, der Beschwerdeführer müsse das Erlernte in einem stationären Setting 
unter Beweis stellen können. Ebendies misslang dem Beschwerdeführer gemäss 
dem Behandlungsbericht vom 11. Februar 2011, welcher mehrere negative Befun-
de enthält. Vollends zum Scheitern kam die Therapie schliesslich in den Jahren 
2012 – 2014, als der Beschwerdeführer auf seine vorherige Einsicht in die Diagno-
se der Pädophilie zurückkam und nicht mehr darüber sprechen wollte, was die The-
rapie grundsätzlich erschwert. Tatsachen wurden weiter dadurch geschaffen, dass 
der Beschwerdeführer seit 2014 bis zum heutigen Tag (vgl. hierzu den Vollzugsbe-
richt vom 23. Juni 2021) keine Therapie mehr in Anspruch nimmt. An der konsta-
tierten Untherapierbarkeit bestehen nach dem Gesagten keine Zweifel.

12. Hohe Rückfallgefahr

12.1 Voraussetzung für die Anordnung der Verwahrung gemäss Art. 64 Abs. 1 Bst. b 
StGB ist eine hohe Rückfallgefahr, wobei eine qualifizierte Gefährlichkeit erforder-
lich ist (BGE 140 IV 1 E. 3.2.4).

12.2 Das (Prognose-) Gutachten erfordert eine umfassende und in sich nachvollziehba-
re Darstellung des Erkenntnis- und Wertungsprozesses des Sachverständigen. 
Dazu gehören namentlich die Angaben der von ihm herangezogenen und ausge-
werteten Erkenntnismittel sowie der Untersuchungsmethode, deren Auswahl in 
seinem pflichtgemässen Ermessen liegt. Um die Nachvollziehbarkeit und Transpa-
renz zu gewährleisten, hat der Sachverständige im Gutachten umfassend darzule-
gen, wie und weshalb er zu den von ihm gefundenen Ergebnissen gelangt. Das 
Gericht hat das Gutachten nach fachwissenschaftlichen Kriterien zu verstehen und 
zu prüfen. Es muss das Gutachten selbständig beurteilen und darf die Prognose-
entscheidung nicht dem Sachverständigen überlassen. Die richterliche Überprü-

20

fung des Gutachtens hat sich deshalb nicht nur auf das ermittelte Prognoseergeb-
nis als solches zu beziehen, sondern muss sich auf die Qualität der gesamten Pro-
gnosestellung inklusive der vom Sachverständigen allenfalls verwendeten Progno-
seinstrumente erstrecken. Das Gericht muss im Ergebnis eine eigenständige Beur-
teilung des Sachverständigenbeweises im Hinblick auf die Einbeziehung aller für 
die Begutachtung relevanten Umstände vornehmen, damit es gestützt darauf einen 
eigenverantwortlichen Entscheid zur Gefährlichkeit treffen kann (Urteil des Bun-
desgerichts 6B_828/2018 vom 5. Juli 2019 E. 6.2 mit weiteren Hinweisen). Das 
Bundesgericht anerkennt in seiner Rechtsprechung, dass bei der Begutachtung im 
Grundsatz Methodenfreiheit besteht. Die Wahl der Methode muss aber begründet 
sein. Die wissenschaftlichen Standards müssen eingehalten und die Schlussfolge-
rungen transparent sowie für die Verfahrensbeteiligten nachvollziehbar dargestellt 
werden (Urteil des Bundesgerichts 6B_828/2018 vom 5. Juli 2019 E. 6.4 mit weite-
ren Hinweisen).  Die Anwendung möglichst vieler oder mehrerer Instrumente in ei-
ner prognostischen Beurteilung erhöht die Sicherheit der Prognose nicht. Es kommt 
nicht darauf an, möglichst viele Verfahren anzuwenden, sondern diejenigen, wel-
che für den Einzelfall am besten geeignet sind. Für die Auswahl der Instrumente 
muss entscheidend sein, was konkret prognostiziert werden soll und ob das einzel-
ne Instrument hierfür in Bezug auf den zu beurteilenden Täter tauglich ist (Urteil 
des Bundesgerichts 6B_424/2015 vom 4. Dezember 2015 E. 3.6).

12.3 Die Vorinstanz hat die Rückfallprognosen von Dr. med. M.________ im Gutachten 
vom 12. Dezember 2014 und von Dr. med. F.________ vom 21. Dezember 2018 
zutreffend wiedergegeben und das Vorgehen bei den jeweiligen Beurteilungsin-
strumenten, wie es auch aus den beiden Gutachten hervorgeht, ausführlich ge-
schildert. Darauf wird grundsätzlich verwiesen (pag. 762 ff. Akten Vorinstanz).

12.4 Gemäss Gutachten von Dr. med. M.________ aus dem Jahr 2014 erreichte der 
Beschwerdeführer im Test «Psychopathy Checklist-Revised» (nachfolgend: PCL-
R) 13 Punkte und in der Folge beim «Violence Risk Appraisal Guide» (VRAG) 
ebenfalls einen Punktwert von 13. Dies entspreche der Risikokategorie 6; das 
Rückfallrisiko für erneute Anklagen und Verurteilungen wegen eines Gewaltdeliktes 
(einschliesslich Sexualdelikten) liegt gemäss Gutachten bei Straftätern mit einer 
vergleichbaren Merkmalskombination innerhalb von 7 Jahren bei 44% und inner-
halb von 10 Jahren bei 58% (pag. 1963 Vollzugsakten [Bd. 7]). Auch gemäss dem 
Forensischen Operationalisierten Therapie-Risiko-Evaluations-System (FOTRES) 
war von einer deutlichen strukturellen Rückfallgefahr auszugehen. Schliesslich be-
urteilte Dr. med. M.________ die Rückfallgefahr anhand der Dittmann-Liste und 
kam zum Schluss, es sei aus forensisch-psychiatrischer Sicht auch aktuell kurz- bis 
mittelfristig im nicht geschützten Umfeld von einem hohen Risiko für weitere Sexu-
alstraftaten auszugehen (pag. 1941 f. Vollzugsakten [Bd. 7]). Dr. med. M.________ 
konstatierte, dass aus forensisch-psychiatrischer Sicht auch nach 27 Jahren im 
Vollzug leider eine sehr geringe Behandelbarkeit festgestellt worden sei, so dass 
das Rückfallrisiko für weitere Straftaten verglichen mit dem Tatzeitpunkt 1989 nicht 
wesentlich habe gesenkt werden können. Es sei auch nach wie vor von einer ho-
hen Wahrscheinlichkeit für Sexualstraftaten auszugehen. Dabei seien Übergriffe 
auf Mädchen und erwachsene Frauen zu erwarten. In diesem Zusammenhang sei 
das Risiko für schwere Gewaltexzesse zumindest mittelgradig erhöht (pag. 1946 

21

Vollzugsakten [Bd. 7]). Schliesslich kam er zum Schluss (pag. 1958 Vollzugsakten 
[Bd. 7]): «Die tatzeitnahe legalprognostische Einschätzung muss auch aus heutiger Sicht als kritisch 
beurteilt werden. Das Risiko für weitere Sexualstraftaten musste als hoch, Gewaltdelikte in Form von 

Sachbeschädigungen mussten ebenfalls als hoch eingeschätzt werden. Daneben waren Gewaltdelik-

te gegen Personen zumindest mit einem mittelgradigen Risiko zu erwarten. Die deliktspezifische Be-

handelbarkeit musste als sehr gering eingestuft werden. In der achtjährigen ambulanten Therapie 

(1994-2002) und der ebenfalls achtjährigen intensiven Behandlung (2006-2014) teilweise im statio-

nären Setting der Strafanstalt Pöschwies wurde eine deutliche Nachreifung erreicht. Daneben wurde 

eine Stabilisierung der erheblichen emotionalen Schwankungen erreicht. Leider liessen sich die Ver-

haltensmuster in bestimmten Situationen mit starker emotionalem Überschwemmungs-Erleben nur 

ansatzweise verändern, so dass solche Situationen zwar seltener auftraten, bei einem Auftreten aber 

eine weitgehend unverändert problematische Dynamik zeigten wie 1989, so dass sich insgesamt nur 

wenige legalprotektive Veränderungen feststellen lassen. Damit ist die Legalprognose nur leicht ver-

bessert worden.».

12.5 Dr. med. F.________ begründet in seinem Gutachten im Zusammenhang mit dem 
PCL-R die jeweiligen Bewertungen bei den 20 Items deutlich ausführlicher als der 
Vorgutachter und kommt auf 35.6 Punkte («sehr hohe Ausprägung»; pag. 366 ff. 
Akten Vorinstanz). Er setzte sich nachvollziehbar mit den Ergebnissen des Vorgut-
achters (13 Punkte) auseinander und zeigte auf, weshalb er dessen Einschätzung 
nicht teilt, nämlich, weil dieser teilweise deutlich für ein Item sprechende Faktoren 
übersehen und teilweise die Regeln des Handbuchs nicht eingehalten habe (pag. 
370 f. Akten Vorinstanz). Der Beschwerdeführer rügt betreffend die Beurteilung 
beim PCL-R wie bereits vor den Schranken der Vorinstanz Widersprüche bei der 
Anwendung der Prognoseinstrumente. Im Rahmen der Anwendung des PCL-R ha-
be Dr. med. F.________ erwähnt, dass die Prüfung mit Blick auf das Verhalten in 
Freiheit erfolgen müsse. Es handle sich somit um eine tatzeitnahe Einschätzung. 
Bei Beurteilung des Item 2 – übersteigertes Selbstwertgefühl – attestiere Dr. med. 
F.________ dem Beschwerdeführer jedoch einen Punkt mit der Begründung, er 
habe ein selbstsicher wirkendes Auftreten, sei überzeugt, das Opfer eines inkom-
petenten und ungerechten Strafsystems zu sein und beschreibe Mitarbeiter zum 
Teil als niveaulos und dumm. Dabei handle es sich aber gerade nicht um eine Pro-
gnose betreffend das Verhalten in Freiheit. Es bestünden (im Gegenteil) keine 
Zweifel an tatzeitnahen Selbstwertproblemen des Beschwerdeführers. 

Das betreffende Item wurde folgendermassen bewertet:
Item 2 - übersteigertes Selbstwertgefühl

Er hat ein sehr selbstsicher wirkendes Auftreten. Er ist überzeugt das Opfer eines inkompetenten und 
ungerechten Strafsystems zu sein. Mitarbeiter beschreibt er zum Teil als niveaulos und dumm. Für 
den Tatzeitraum gibt der Expl. rückblickend eine schwere Selbstwertproblematik an und lässt sich 
auch heute noch eine narzisstische Problematik erkennen. 

Vorliegend, aber nicht sicher in allen Aspekten erfüllt:

1 Punkt

Die Schilderung von Dr. med. F.________, der Beschwerdeführer trete sehr selbst-
sicher auf und sehe sich als Opfer eines inkompetenten und ungerechten Strafsys-
tems, wobei Mitarbeiter teils als niveaulos und dumm beschrieben würden, ist 

22

tatsächlich ein nachvollziehbares Indiz für überhöhtes Selbstwertgefühl. Mit der 
Vorinstanz ist ferner auf die Einschätzung von Dr. med. F.________ an einer ande-
ren Stelle im Gutachten zu verweisen, wonach sich als narzisstische Störungsan-
teile nebst einer tiefgehenden Selbstwertproblematik unter anderem auch überheb-
liche Verhaltensweisen und -einstellungen beim Beschwerdeführer feststellen lies-
sen (pag. 350 Akten Vorinstanz). Auch Dr. med. L.________ sprach in seinem 
Gutachten vom 21. März 2006 (pag. 0155 ff. Verfahren S 03 1007) von Selbstwer-
tregulationsstörungen und beschrieb diese als ein Schwanken zwischen Selbstun-
sicherheit einerseits und impulsivem, sich auflehnendem, teilweise dissozialem 
Verhalten andererseits. Der Beschwerdeführer sei nicht in der Lage gewesen, sich 
grundlegend in die Gefühlswelt anderer Menschen einzuleben, auf diese einzuge-
hen und auch die Bedürfnisse anderer wahrzunehmen. In diese psychosexuelle 
Entwicklung hätten sich unreife Anteile von naiven Vorstellungen mit Selbstwertü-
berhöhung gemischt (pag. 1787 f. Vollzugsakten [Bd. 7]). Dr. med. F.________ 
wies ferner in seiner Stellungnahme vom 9. August 2019 darauf hin, er habe im 
Gutachten wiederholt auf die narzisstischen Züge in der Person des Beschwerde-
führers hingewiesen (pag. 461 Akten Vorinstanz). Die Rüge des Beschwerdefüh-
rers überzeugt in diesem Punkt folglich nicht. 

12.6 Weiter nimmt Dr. med. F.________ eine Beurteilung anhand des VRAG vor. Es 
handelt sich dabei um ein statisches Prognoseinstrument und die jeweiligen Frage-
stellungen bieten über weite Strecken wenig Ermessensspielraum. So lebte der 
Beschwerdeführer nicht bis zum 16. Lebensjahr bei seinen biologischen Eltern (3 
Punkte), hatte in der Grundschule aktenkundig massive Anpassungsprobleme (5 
Punkte) und sind weiter Alkoholprobleme in der Vorgeschichte des Vaters doku-
mentiert (0 Punkte). Er war nie verheiratet (1 Punkt) und unstreitig vor der Verurtei-
lung wegen Mordes an E.________ wegen nicht gewalttätiger Delikte vor dem An-
lassdelikt verurteilt worden (3 Punkte). In Anbetracht des Mordes während des 
Vollzugs ist auch das Versagen bei früherer bedingter Entlassung (erneute Ankla-
ge) nachvollziehbar, obschon es sich dabei nicht um eine bedingte Entlassung im 
technischen Sinn handelte (3 Punkte). Der Beschwerdeführer war ferner zum Zeit-
punkt des Anlassdelikts jünger als 26 (2 Punkte). Der Verletzungsgrad des Opfers 
(Tod) wirkte sich durch Negativpunkte (-2 Punkte) positiv auf die Prognose aus. 
E.________ war ferner weiblich (-1 Punkte). Der Beschwerdeführer erfüllt darüber 
hinaus die DSM-III-Kriterien für irgendeine Persönlichkeitsstörung (3 Punkte) bzw. 
für Schizophrenie (1 Punkt). Für die mehr als 35 Punkte beim PCL-R sind ferner 
weitere 12 Punkte zu vergeben. Der Beschwerdeführer erreicht so einen Sum-
menwert von 30, was der Risikokategorie 9 (von 9) entspricht. In der Entwicklungs-
stichprobe wiesen weniger als 1 % der Sexual- und Gewaltstraftäter einen höheren 
Summenwert auf. Personen aus dieser Gruppe sind zu 100 % innerhalb von 7 Jah-
ren nach Entlassung erneut wegen eines Gewaltdelikts, einschliesslich Sexualde-
likte, angeklagt oder verurteilt worden.

Der Beschwerdeführer macht dagegen geltend, da bei der Prüfung mittels VRAG 
das Ergebnis des PCL-R miteinfliesse, sei in diesem Zusammenhang zu erwähnen, 
dass ein leicht abweichendes Ergebnis beim PCL-R zu einem deutlich milderen Er-
gebnis beim VRAG geführt hätte. Wäre beispielsweise der eine Punkt für das über-
steigerte Selbstwertgefühl nicht verteilt worden, würde bei Anwendung desselben 

23

Auswertesystems lediglich ein Summenwert von 17 statt 30 erreicht werden, womit 
der Beschwerdeführer nur noch in die Risikokategorie 7 von 9 fallen bzw. die Rück-
fallwahrscheinlichkeit lediglich noch 55-64% betragen würde. 

Der Beschwerdeführer ist in diesem Zusammenhang mit der Vorinstanz vorab dar-
auf hinzuweisen, dass die Risikokategorie 7 von 9 bzw. eine Rückfallwahrschein-
lichkeit von 55-64% in Anbetracht der im Raum stehenden Delikte immer noch ein 
hohes Rückfallrisiko bedeutet. Wie ferner bereits aufgezeigt wurde, hat der Gutach-
ter die betreffende Beurteilung (ein Punkt wegen übersteigertem Selbstwertgefühl) 
zudem nachvollziehbar vorgenommen.

12.7 Dr. med. F.________ stützt sich in seinem Gutachten weiter auf Static-99 (statisch) 
kombiniert mit Stable (dynamisch). Bei Static-99 handelt es sich um das internatio-
nal meist verbreitete und angewandte Verfahren zur Einschätzung der sexuellen 
motivierten Rückfallwahrscheinlichkeit bei bereits verurteilten oder zumindest an-
geklagten Sexualstraftätern (pag. 373 Akten Vorinstanz). Static-99 wird oft mit Sta-
ble kombiniert, um das Vorliegen dynamischer Risikofaktoren zu prüfen (pag. 375 
Akten Vorinstanz).

12.8 Bei Static-99 werden 10 Items zu einem Gesamtwert aufaddiert. Anhand des Ge-
samtwerts kann der Sexualstraftäter in eine von 4 Risikokategorien eingeteilt wer-
den: Punktwert 0-1: Geringes Rückfallrisiko; Punktwert 2-3: Geringes bis mittleres 
Rückfallrisiko; Punktwert 4-5: Mittleres bis Rückfallrisiko; Punktwert 6 oder mehr: 
Hohes Rückfallrisiko (BABIC, Das psychiatrische Gutachten im Strafverfahren, unter 
Berücksichtigung rechtlicher, medizinischer und ethischer Aspekte, 2019 [ZStStr 
101], S. 286). Die Bewertung des Rückfallrisikos des Beschwerdeführers durch Dr. 
med. F.________ erfolgte folgendermassen (pag. 374 Akten Vorinstanz):

1. Derzeitiges Alter zwischen 18 bis 25 Jahren? 
Dies ist zu verneinen, damit sind 0 Punkte zu vergeben. 

2. Verheiratet oder mind. zwei Jahre in fester Beziehung gelebt? 
Dies ist beim Expl. zu verneinen, damit ist 1 Punkt zu vergeben. 

3. Verurteilung beim Indexdelikt auch wegen Gewaltdelikt? 
Dies ist zu bejahen (Mord): 1 Punkt. 

4. Frühere Verurteilungen wegen (nicht sexueller) Gewaltdelinquenz? 
Hier gibt es keine Verurteilungen: 0 Punkte 

5. Frühere Anklagen oder Verurteilungen wegen sexueller Gewalt? Es ist eine Verurteilung 
wegen Nötigungsversuch bekannt. Damit ist 1 Punkt zu vergeben. 

6. Vier oder mehr Vorstrafen? 
Das ist beim Expl. zu verneinen: 0 Punkte 

7. Verurteilung wegen hands-off Sexualdelikten?
Hier liegt eine Verurteilung vor. 1 Punkt. 

8. Gibt es ein Opfer, das nicht mit dem Expl. verwandt ist? 
Dies ist zu bejahen, damit ist 1 Punkt zu vergeben. 

9. Gibt es fremde Opfer (24 Stunden Regel)? 
Ja, wiederholt, auch D.W. war dem Expl. nicht näher bekannt. 1 Punkt. 

10. Gibt es männliche Opfer? 
Es gibt keine männlichen Opfer. 0 Punkte. 

24

Gesamtsumme: 6 Punkte. 

Die Vergabe der einzelnen Punkte ist aufgrund der eindeutig zu beantwortenden 
Fragestellungen überzeugend und gibt zu keinen Bemerkungen Anlass. Der Be-
schwerdeführer erreichte 6 Punkte, gleichbedeutend mit einem hohen Rückfallrisi-
ko erneuter Sexualdelikte (höchste von 4 Risikogruppen). Gemäss Gutachten liess 
sich in einer Validierungsstudie aus dem deutschsprachigen Raum für Täter mit 
dem Wert von 6 Punkten eine 5-Jahresrückfallrate von 14.52% in der Gesamtgrup-
pe und von 21.05% in der Untergruppe allein der «Kindesmissbraucher» ermitteln. 
Der Faktor des relativen Rückfallrisikos betrug in der Gesamtgruppe mit 6 Punkten 
5.13, das Rückfallrisiko von Personen in dieser Gruppe liegt rund 5-fach über dem 
durchschnittlichen Rückfallrisiko aller erfassten Sexualstraftäter (pag. 374 f. Akten 
Vorinstanz)

12.9 Stable wird als Prognoseinstrument zur Ergänzung des Static-99 empfohlen und 
dient zur Überprüfung dynamischer Risikofaktoren. Unter der Rubrik bedeutsame 
soziale Einflüsse führt Dr. med. F.________ aus, der Beschwerdeführer pflege pro-
soziale Aussenkontakte und habe vor allem seine Pflegeschwester, welche aller-
dings mit Handycaps kämpfe und ihn nicht mehr besuchen könne (zutreffend, vgl. 
pag. 318 Akten Vorinstanz). Demgegenüber gäbe es aber dissoziale Kontakte in 
der Anstalt, von welchen er sich jedoch stärker als früher abzugrenzen versuche (1 
Punkt). Die Beschwerdekammer kann sich dem anschliessen. So geht namentlich 
auch aus dem aktuellen Vollzugsbericht vom 23. Juni 2021 hervor, dass der Be-
schwerdeführer zuletzt am 7. Juli 2020 wegen Drohung und verbaler Auseinander-
setzungen mit einem Mitgefangenen mit drei Tagen Arrest, bedingt, «diszipliniert» 
worden sei. Unter Beziehungsfähigkeit wird ausgeführt, der Beschwerdeführer ha-
be nie mit einem Partner zusammengelebt und führe aktuell keine Beziehung (2 
Punkte); beides trifft unstreitig zu. Eine emotionale Identifikation mit Kindern sei 
nicht zu erkennen (0 Punkte). Zu Feindseligkeiten gegenüber Frauen sei es früher 
mit Sicherheit gekommen (1 Punkte). Auch dies ist in Anbetracht der Vorstrafen 
und seiner bereits erwähnten Kategorisierung von Frauen zu bejahen. Unter gene-
riert soziale Zurückweisung und Einsamkeit führt der Gutachter aus, dies treffe 
teilweise zu, da der Beschwerdeführer innerhalb der Vollzugsanstalt keine Freund-
schaften pflegte, allerdings externe Sozialkontakte (1 Punkt). Dem aktuellen Voll-
zugsbericht vom 23. Juni 2021 ist hierzu zu entnehmen, der Beschwerdeführer ha-
be nur oberflächlichen Kontakt zu den meisten Mitgefangenen; zu zwei bis drei 
Mitgefangenen allerdings «engere Kontakte». Empathiedefizite und Impulsivität 
bestätigt der Gutachter sehr deutlich und vergibt jeweils zwei Punkte. Auch dies er-
scheint einleuchtend, zumal insbesondere in den Vollzugsberichten wiederholt von 
diesbezüglichen Problemen berichtet wurde, auch im aktuellen Vollzugsbericht vom 
23. Juni 2021 (vgl. auch pag. 1526 Vollzugsakten [Bd. 6]). Unter defizitäre kognitive 
Lösungsstrategien führt der Gutachter weiter aus, der Beschwerdeführer sei beein-
trächtigt, alltägliche Probleme zu erkennen und angemessen zu lösen (2 Punkte). 
Im Gutachten führt der Gutachter andernorts diesbezüglich überzeugend aus: «Er 
ist in seiner Kommunikationsfähigkeit und in dem Managen konfliktträchtiger Situa-
tionen aber immer noch deutlich beeinträchtigt. Durch die aussergewöhnlich lange 
Vollzugsgeschichte (rund 30 Jahre im Vollzug) mit Inhaftierung als junger Erwach-
sener, hat er nie gelernt, selbständig ein Leben führen zu können.» Weiter führt er 

25

unter negative Emotionalität und Feindseligkeit aus, es gäbe querulatorische Ten-
denzen und immer wieder gebe es auch hitzige verbale Auseinandersetzungen mit 
Betreuungspersonen (2 Punkte). Auch dies ergibt sich bereits in Ansätzen aus dem 
aktuellen Vollzugsbericht. Zur sexuellen Dranghaftigkeit führt Dr. med. F.________ 
aus, es gebe viele Hinweise auf massiv erhöhte sexuelle Dranghaftigkeit, aktuell 
sei diese reduziert (1 Punkt). Die Einschätzung ist allein schon aufgrund des mehr-
fachen Befunds der Hypersexualität nachvollziehbar. Ob der Beschwerdeführer 
Sex als Copingstrategie verwende – so der Gutachter –, erscheine unklar 
(1 Punkt). Dr. med. F.________ wurde zu diesem Item anlässlich der oberinstanzli-
chen Verhandlung befragt und er führte aus, dass hier aufgrund der Unsicherheit 
ein Punkt zu vergeben sei (pag. 391 Z. 2 ff. Akten BK 21 145). Aufgrund der früher 
festgestellten Hypersexualität des Beschwerdeführers erscheint die Bewertung 
nachvollziehbar. Sexuelle Devianz [auch: sexuelle Perversion, bspw. Pädophilie] (2 
Punkte) wurde beim Beschwerdeführer wiederum unbestritten mehrfach diagnosti-
ziert und die Kooperation in Therapie und Bewährung (2 Punkte) darf aufgrund der 
abgebrochenen Therapie mittlerweile tatsächlich als tief bezeichnet werden. Der 
Beschwerdeführer kam so auf 19 Punkte, womit er in der Kategorie hoch von drei 
Risikokategorien (niedrig – moderat – hoch) fällt. Die Gruppe hoch beginnt ab 12 
Punkten. Bei einer Verknüpfung dieses Ergebnisses mit dem Static-99 ergibt sich 
ferner, dass der Beschwerdeführer in die höchste (sehr hoch) von 5 Risikogruppen 
kommt. Das Gericht kann sich zusammenfassend den einzelnen Bewertungen des 
Gutachters anschliessen, die einzelnen Punkte sind aus den Akten nachvollziehbar 
und das Ergebnis schlüssig. 

12.10 Der Beschwerdeführer rügt in diesem Zusammenhang, Dr. med. F.________ habe 
beim Prognoseinstrument PCL-R im Rahmen der Beurteilung des Item 17 – viele 
kurzzeitige ehe(ähn)liche Beziehungen – auf eine Punktevergabe verzichtet, weil 
sich der Beschwerdeführer seit jungem Erwachsenenalter in Haft befände, was ein-
leuchte. Beim Prognoseinstrument Stable seien ihm im Widerspruch dazu für den 
Faktor «Beziehungsfähigkeit» zwei Punkte gegen worden, weil er nie mit einer 
Partnerin zusammengelebt und aktuell keine Beziehung habe, was in Anbetracht 
der langen Haft des Beschwerdeführers stossend sei. 

Der Gutachter führte hierzu einleuchtend aus, dass es sich bei PCL-R und Stable 
um unterschiedliche Instrumente handle, welche von ganz unterschiedlichen Ar-
beitsgruppen entwickelt worden seien und deshalb in unterschiedlicher Weise defi-
niert würden. Man könne beide nicht einfach nebeneinanderstellen und die einzel-
nen Items vergleichen. Item 17 – viele kurzzeitig eheähnliche Beziehungen – im 
PCL-R sei schon grundsätzlich nicht dasselbe wie Beziehungsfähigkeit. Das Hand-
buch zu Stable-2007 führe zu Item 2 – Beziehungsfähigkeit – aus, dass sich die 
Bewertung konkret aus zwei Teilen zusammensetzen müsse. Zum einen müsse 
beurteilt werden, ob die beurteilte Person jemals zwei Jahre mit einem Partner zu-
sammengelebt habe, zum anderen, ob derzeit eine Beziehung bestehe. Beides sei 
beim Beschwerdeführer zu verneinen, also sei der korrekte Wert 2. Jede andere 
Beurteilung wäre falsch (pag. 461 f. Akten Vorinstanz). Die Beschwerdekammer 
kann sich dieser Einschätzung mit der Bemerkung anschliessen, dass bei der Be-
urteilung der Rückfallgefahr eine objektive Beurteilung anhand der festgelegten Kri-
terien im Zentrum steht. 

26

12.11 Unter dem Titel Fehlende altersbedingte Anpassung/ungenügende Berücksichti-
gung der langen Haftdauer rügt der Beschwerdeführer, dass die verwendeten Pro-
gnoseinstrumente bei älteren Gefangenen nicht unproblematisch seien, und macht 
mit Hinweisen auf die Forschung geltend, dass aktuarische Prognoseinstrumente 
ohne zusätzliche Altersanpassung die – mit fortgeschrittenem Alter der Täter ein-
hergehende – Risikoreduktion nicht angemessen berücksichtigten. Bei über 50-
jährigen Straftätern werde daher die Anwendung der neuen Instrumente Static-99R 
und Static-2002R empfohlen, da diese die übertriebene Einschätzung der Rückfall-
gefahr bei regulären Instrumenten korrigieren könnten. Auch das Bundesgericht 
habe sich dahingehend geäussert, dass das Alter als protektiver Faktor ab dem 
50. Lebensjahr zunehmend an Bedeutung zu gewinnen beginne, weshalb eine ver-
tiefte Auseinandersetzung mit dem Faktor Alter angezeigt sein könne (mit Hinweis 
auf das Urteil des Bundesgerichts 6B_424/2015 vom 4. Dezember 2015 E. 2.7). Da 
der Beschwerdeführer zum Zeitpunkt der Begutachtung knapp 51 Jahre alt gewe-
sen sei, falle er in die genannte Alterskategorie. Im Gutachten werde zwar das Alter 
des Beschwerdeführers erwähnt, im Rahmen des Risk-Assessments sei jedoch 
durchgehend auf eine altersbedingte Anpassung verzichtet worden. 

12.12 Es kann vorab auf die Ausführungen der Vorinstanz (pag. 175 Akten Vorinstanz) 
verwiesen werden, mit welchen sich der Beschwerdeführer nicht auseinandersetzt. 
Der Beschwerdeführer war zum Zeitpunkt der Begutachtung 50 Jahre alt, mittler-
weile ist er 53 Jahre alt (zum Zeitpunkt des erstinstanzlichen Beschlusses 52). 
Dr. med. F.________ wies anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung zu 
Recht darauf hin, dass nicht jeder Risikofaktor ab dem 50. Lebensjahr automatisch 
nachlässt. Im Gegensatz zu Gewaltdelikten sei die Rückfallprognose bei pädophi-
len Handlungen Gegenstand wissenschaftlicher Diskussionen; Pädophilie ver-
schwinde aber grundsätzlich nicht mit dem Alter. Bei der dissozialen Persönlich-
keitsstörung würden in gewissen Bereichen die Risikofaktoren kleiner, etwa bei der 
Dynamik oder der Stimulationssuche (vgl. pag. 548 Z. 42 ff., pag. 550 Z. 3 ff. Akten 
Vorinstanz). Die Vorinstanz verweist ferner zu Recht darauf, dass Dr. med. 
F.________ mehrmals in seinem Gutachten auf das Alter und den langjährigen 
Freiheitsentzug des Beschwerdeführers Bezug nimmt (pag. 350, 368 f. und 374 Ak-
ten Vorinstanz). So führte Dr. med. F.________ in seinem Gutachten aus (pag. 388 
Akten Vorinstanz): Aktuell, für den heutigen Zeitpunkt (und auch für die nächsten Jahre), gehe ich 
davon aus, dass das Rückfallrisiko vor allem aufgrund von Alterseffekten mit einer natürlichen Ab-
nahme von dissozialen Verhaltensbereitschaften, aber auch wegen eine Abnahme des zuvor ganz 
übermässig hohen sexuellen Triebes, als etwas weniger ungünstig beurteilt werden muss. Das heisst 
nicht, dass das Rückfallrisiko heute in einem günstigen Feld liegt, sondern hat allenfalls eine Verbes-
serung von „extrem hoch" auf „sehr hoch" stattgefunden. Wesentliche tatbegünstigende Faktoren lie-
gen aber weiter vor. (vgl. dazu ergänzend auch die Ausführungen von Dr. med. 
F.________ im Rahmen der oberinstanzlichen Hauptverhandlung [pag. 389 Z. 26 
ff. Akten BK 21 145]).

Nach dem Gesagten leuchtet nicht ein, inwiefern das Alter des Beschwerdeführers 
ungenügend einbezogen worden sein soll. Mit Dr. med. F.________ ist ferner dar-
auf hinzuweisen, dass das neuste Prognoseinstrument nicht immer das beste zu 
sein braucht. Er führte in seiner Stellungnahme vom 9. August 2019 einleuchtend 
aus, dass er Static-99R und 2002 nicht verwendet habe, da es diesbezüglich nur 

27

sehr wenige wissenschaftliche Studien und Re-Evaluierungen gäbe und diese we-
der in der forensischen Literatur noch in der deutschsprachigen Begutachtungspra-
xis Beachtung gefunden hätten (pag. 458 Akten Vorinstanz). Es ist insofern auch 
an der Erheblichkeit der Rüge zu zweifeln, zumal nicht klar ist, dass der Beschwer-
deführer bei einer Beurteilung mit den gewünschten Instrumenten zu einem tieferen 
Rückfallrisiko gekommen wäre; umgekehrt lassen alle bisher verwendeten Progno-
seinstrumente auf ein hohes Rückfallrisiko schliessen. 

12.13 Dr. med. F.________ stützt sich bei seiner Begutachtung weiter auf das klinische 
Prognoseinstrument HCR-20. Die Vorinstanz stellte Vorgehen und Resultat zutref-
fend dar (pag. 764 f. Akten Vorinstanz):

Der Gutachter führte sodann eine Risikobeurteilung mit dem klinischen Prognoseinstrument HCR-20 
(V2) durch, das zur Vorhersage gewalttätiger Rückfälle bei psychisch gestörten Tätern entwickelt 
wurde (vgl. BSK StGB-HEER/HABERMEYER, a.a.O., Art. 64 N 72c). Dabei gehe es nicht um die 
Vergabe von Punktzahlen, sondern das Instrument erlaube, wesentliche risikobestimmende Faktoren 
zu erfassen, deren genaue Wertigkeit dann in einem weiteren Schritt betrachtet werden müsse. In ei-
nem zweiten Schritt bedürfe es also der Überprüfung der Bedeutsamkeit einzelner Faktoren, um zu 
einem Schluss für die Legalprognose zu kommen. Es gebe daher von Seiten der Entwickler dieses 
Instruments auch keine Angaben über Punktschwellen oder Risikobereiche. In der neuesten, leicht 
veränderten Version (HCR-20 V3) werde völlig auf die Vergabe von «Punkten» verzichtet. Der Gut-
achter weist darauf hin, dass er noch die Version 2 benutzt habe, da diese wesentlich intensiver be-
forscht sei (pag. 371).

Der Gutachter bewertet die in den drei Dimensionen Vergangenheit (Dimension 1; statische Variablen 
[Historical], Gegenwart (Dimension 2: klinische Variablen [Clinical], und Zukunft (Dimension 3: Risiko-
variablen [Risk]) zu prüfenden Items (H-, C- und R-Items) und kommt bei den H-Items zu einem Score 
von 18, bei den C-Items zu einem Score von 7 und bei den R-Items zu einem Score von 10 Punkten, 
insgesamt zu einem Score von total 35 Punkten. Als Ergebnis hält er fest, dass der HCR-20 verdeutli-
che, dass bei A.________ ausgesprochen viele legalprognostische Faktoren zu bejahen seien. Be-
denklich sei aber nicht nur die hohe Anzahl der zu bejahenden Risikofaktoren, sondern vor allem, 
dass sich mehrere Faktoren als äusserst schwergewichtig darstellten (vor allem Art und Schwere der 
Delikte und der Störungen). Er erreiche aber nicht nur in den «historischen» H-Items einen hohen 
Wert, sondern auch in den klinischen C-Items und vor allem auch in den auf die Zukunft gerichteten 
R-Risikoitems (pag. 371 if., insbesondere 373).

12.14 Hervorzuheben sind in diesem Zusammenhang insbesondere die ungünstigen kli-
nischen Variablen (keine Einsicht in Störung und/oder Risiko; negative Einstellun-
gen, psychotische Symptome, Impulsivität und fehlende Behandlungserfolge), wel-
che beim Beschwerdeführer bis auf die Psychose deutlich erfüllt sind. Auch der – 
negativ ins Gewicht fallenden – Beurteilung Dr. med. Hiersemenzels bei den Risi-
kovariablen (Fehlen realistischer Zukunftspläne; Mangel an einem unterstützenden 
Entlassungsumfeld; fehlende Compliance insbesondere mangels Nutzung eines 
ambulanten Therapieangebots; mangelnde Fähigkeiten zur Stressbewältigung) 
kann sich die Beschwerdekammer anschliessen.

12.15 Zuletzt wendet Dr. med. F.________ in seinem Gutachten die Dittmann-Liste an. 
Er beurteilt die Anlasstat (Mord) und die Kriminalitätsentwicklung bis zur Anlasstat 
(qualifizierte Brandstiftung, versuchte sexuelle Nötigung, mehrfache versuchte se-

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xuelle Handlungen mit Kindern) zu Recht als sehr ungünstig.  Er führt weiter zutref-
fend aus, dass beim Beschwerdeführer – wie bereits dargelegt – die sehr ungünsti-
ge Kombination einer dissozialen Persönlichkeitsstörung mit hoher Psychopathy im 
Zusammenhang mit einer Pädophilie und – im Tatzeitraum – einer hypersexuellen 
Störung vorliegt, welche in hohem Masse kriminogen seien. An dieser Beurteilung 
kann nach dem bisher Gesagten kein Zweifel bestehen. Einsicht in seine Krankheit 
oder Störung liess der Beschwerdeführer nicht zuletzt anlässlich der oberinstanzli-
chen Verhandlung vermissen, weshalb die diesbezügliche ungünstige Beurteilung 
durch den Gutachter unumgänglich scheint. Auch die sozialen Kompetenzen legt 
Dr. med. F.________ zutreffend dar und er verweist zu Recht darauf, dass der Be-
schwerdeführer aufgrund seiner langen Vollzugsgeschichte nie gelernt habe, ein 
selbständiges Leben in Freiheit zu führen. Aus den Akten und namentlich auch 
dem aktuellen Vollzugsbericht lässt sich ferner unstrittig entnehmen, dass der Be-
schwerdeführer betreffend situatives Konfliktverhalten mit seiner hohen Impulsivität 
und Neigung zu Aggressionsdurchbrüchen in der Vergangenheit und auch gegen-
wärtig Mühe bekundet. Im Zusammenhang mit der Auseinandersetzung mit der Tat 
zeigte der Beschwerdeführer mitunter anlässlich der oberinstanzlichen Verhand-
lung grundsätzlich Reue, allerdings äusserte er sich auch nicht weiter dazu und 
steht – wie es der Gutachter zutreffend ausdrückt – dem Tötungsdelikt ratlos ge-
genüber bzw. machte gemäss den Akten jeweils Nichterinnern geltend. Auf die feh-
lenden realen Therapiemöglichkeiten sowie die fehlende Therapiebereitschaft wur-
de bereits eingegangen; auch hier fällt die Beurteilung des Therapeuten zu Recht 
negativ aus. Sozialen Empfangsraum bei Entlassung kann der Beschwerdeführer 
trotz einzelner Kontakte nach aussen nicht erwarten. Auch die (negative) Eindrück-
lichkeit des Nachtatverhaltens aufgrund des Fehlens jeglicher Erschütterung über 
die Tat wurde bereits mehrfach festgehalten, genau wie die lange Vollzugsge-
schichte, welche allerdings zu keinem nachhaltigen Erfolg führte. Der aus dem Ge-
sagten resultierenden ungemein ungünstigen Prognose des Gutachters kann sich 
die Beschwerdekammer anschliessen.

12.16 Dr. med. F.________ kommt in seinem Gutachten zum Gesamtergebnis, das Ri-
siko seitens des Beschwerdeführers für erneute Sexual- und Gewaltdelikte sei im-
mer noch aussergewöhnlich hoch, gerade auch im Vergleich mit anderen Sexual- 
und Gewaltstraftätern. Insbesondere auch im Bereich sexueller Tötungsdelikte sei 
deutlich, dass der Beschwerdeführer ein weit überdurchschnittliches Risiko aufwei-
se – selbst im Vergleich mit anderen Menschen, welche schon einmal getötet hät-
ten (pag. 388 Akten Vorinstanz). An anderer Stelle hält er fest, dass ein sehr hohes 
Risiko erneuter Sexual- und Gewaltdelikte bestünde, sollte der Beschwerdeführer 
in Freiheit entlassen werden. Vor allem durch Alterseffekte komme heute das 
Rückfallrisiko etwas weniger hoch zum Liegen als tatzeitnah. Es liege aber immer 
noch in einem sehr ungünstigen Bereich bzw. sei viel zu hoch, als dass aus foren-
sischer Sicht bedeutsame Lockerungen oder gar eine Entlassung in Frage komme. 
Zusammengefasst gehe er von einem sehr hohen Risiko erneuter Sexual- und 
Gewaltdelikte aus, sollte der Beschwerdeführer in Freiheit entlassen werden. Be-
sonders das Risiko sexueller Handlungen mit Kindern schätze er als sehr hoch ein 
(höher als 50%). Die Rückfallquote für Tötungsdelikte sei ferner seitens des Be-
schwerdeführers um ein Vielfaches höher als die Basisrückfallrate bei Tötungsde-

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likten (pag. 398 Akten Vorinstanz, vgl. auch pag. 388 Akten Vorinstanz). Auch das 
Risiko erneuter Brandstiftung sei immer noch deutlich erhöht bzw. erheblich (pag. 
399 Akten Vorinstanz). 

12.17 Die Beschwerdekammer kommt aufgrund ihrer identischen Einschätzung bei den 
jeweiligen Prognoseinstrumenten unweigerlich zum gleichen Endresultat wie Dr. 
med. F.________, nämlich dass die Legalprognose des Beschwerdeführers denk-
bar ungünstig ausfällt und im Falle einer Freilassung ein sehr hohes Risiko eines 
Rückfalls in Form weiterer Sexual- und Gewaltdelikte, insbesondere gegenüber 
Minderjährigen, bestünde. Darüber hinaus ergibt sich ein erhöhtes Risiko für eine 
erneute Brandstiftung durch den Beschwerdeführer. 

13. Verletzung des Abstandsgebots

13.1 Der Beschwerdeführer rügt betreffend den Vollzug der Verwahrung mit Hinweis auf 
die Rechtsprechung des EGMR eine Verletzung des Abstandsgebots, da in der 
Schweiz zurzeit keine für den Verwahrungsvollzug geeignete Einrichtung im Sinne 
von Art. 65 Abs. 5 StGB [recte: Art. 56 Abs. 5 StGB] existiere, weshalb sich die 
Verwahrungsanordnung als unzulässig erweise. Er rügt in diesem Zusammenhang 
insbesondere die Begründung der Vorinstanz, welche die Frage offenliess, da es 
sich um eine Vollzugsfrage handle, wofür die BVD zuständig seien. 

13.2 Sinn und Zweck von Art. 56 Abs. 5 StGB sind vorab darin zu erblicken, dass nicht 
Behandlungen angeordnet werden sollen, welche nicht realisierbar sind bzw. für 
welche keine geeignete Institution zur Verfügung steht (Botschaft vom 21. August 
1998 zur Änderung des Strafgesetzbuches, BBl 1999 1979, 2073, vgl. auch 2070). 
Art. 64 Abs. 4 StGB sieht explizit vor, dass die Verwahrung in einer Massnahmen-
vollzugseinrichtung oder einer Strafanstalt nach Art. 76 Abs. 2 zu vollziehen sei, 
wovon es in der Schweiz zahlreiche gibt. Damit steht eine geeignete Einrichtung im 
Sinne von Art. 56 Abs. 5 StGB zur Verfügung. Die Rüge der Verletzung des Ab-
standsgebots ist im Zusammenhang mit der betreffenden Einweisungsverfügung 
der BVD im Hinblick auf eine konkrete Einrichtung zu erheben und kann nur in die-
sem Zusammenhang sinnvoll überprüft werden. 

14. Verhältnismässigkeit

14.1 Einschränkungen von Grundrechten müssen verhältnismässig sein (Art. 36 Abs. 3 
der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft [BV; SR 101]). Der 
Grundsatz der Verhältnismässigkeit gilt im gesamten Massnahmenrecht; sowohl 
bei der Anordnung von Massnahmen als auch bei den Folgeentscheidungen. Er 
wird im Strafgesetzbuch konkretisiert. Die Anordnung einer Massnahme setzt nach 
Art. 56 Abs. 2 StGB voraus, dass der mit ihr verbundene Eingriff in die Persönlich-
keitsrechte des Täters im Hinblick auf die Wahrscheinlichkeit und Schwere weiterer 
Straftaten nicht unverhältnismässig ist. Der Verhältnismässigkeitsgrundsatz ver-
langt, dass die Sicherheitsbelange der Allgemeinheit und der Freiheitsanspruch 
des Betroffenen als wechselseitiges Korrektiv gesehen und im Einzelfall gegenein-
ander abgewogen werden (BGE 142 IV 105 E. 5.4 S. 112 mit Hinweisen). Im Rah-
men der Verhältnismässigkeit ist auch der Dauer des bereits erfolgten Freiheitsent-
zugs Rechnung zu tragen (BGE 137 IV 201 E. 1.2 S. 203). Bei langandauernder 

http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F142-IV-105%3Ade&number_of_ranks=0#page105
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Unterbringung gewinnt der Freiheitsanspruch des Eingewiesenen zunehmend an 
Gewicht (Urteile 6B_643/2018 vom 5. September 2018 E. 1.2.2; 6B_930/2018 vom 
21. Januar 2019 E. 1.2.3; je mit Hinweisen; 6B_109/2013 vom 19. Juli 2013 E. 
4.4.2). Erreicht die Gefährlichkeit allerdings einen Grad, der im Falle einer Unbe-
handelbarkeit eine Verwahrung rechtfertigen könnte, ist das Kriterium der Dauer 
des Freiheitsentzugs von beschränkter Tragweite (Urteile 6B_1143/2018 vom 22. 
März 2019 E. 2.5.1 und 6B_930/2018 vom 21. Januar 2019 E. 1.2.3 mit Verweis 
auf BGE 137 IV 201 E. 1.2 S. 203). Gleichwohl hebt das Bundesgericht gegebe-
nenfalls auch eine Verwahrung auf, wenn sie sich nicht als verhältnismässig er-
weist (Urteil des Bundesgerichts 6B_889/2019 vom 6. November 2019 E. 1.6.1 mit 
weiteren Hinweisen). 

14.2 Der Beschwerdeführer befindet sich seit über 30 Jahren in Haft. Demgegenüber 
sind mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit erneut Gewalt- und Sexualstraftaten ver-
gleichbar mit den Anlasstaten zu erwarten, würde er in Freiheit entlassen. Die Le-
galprognose ist vorliegend – wie dargelegt – auch im Vergleich zu anderen Sexual- 
und Gewaltstraftätern sehr ungünstig. Es geht um den Schutz von hochrangigen 
Rechtsgütern wie den Schutz der sexuellen Integrität von Minderjährigen und der 
körperlichen Unversehrtheit. Zu berücksichtigen ist in diesem Zusammenhang ins-
besondere auch der Umstand, dass der Beschwerdeführer vor seiner Inhaftierung 
mehrmals sexuelle Handlungen mit Kindern versucht beging (Quantit