# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 98fa751c-3b83-57fb-84b2-b8ff4c2cf15e
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-12-02
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 02.12.2014 SB140245
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB140245_2014-12-02.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    
 
 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB140245-O/U/ad 
 

Mitwirkend: der Oberrichter Dr. Bussmann, Präsident, die Oberrichterinnen 

Dr. Janssen und lic. iur. Wasser-Keller sowie die Gerichtsschreiberin 

lic. iur. Oswald 

 

Urteil vom 2. Dezember 2014 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschuldigter und Berufungskläger 

 

verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X.______ 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat,  
Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 

betreffend grobe Verletzung von Verkehrsregeln 
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 10. Abteilung - Ein-
zelgericht, vom 30. April 2014 (GB140020) 

 

- 2 - 

Anklage:  

Der Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 13. Dezember 2013 

(Urk. 7) ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz:  

1. Der Beschuldigte ist schuldig der groben Verletzung von Verkehrsregeln 

(ungenügender Abstand beim Hintereinanderfahren) im Sinne von Art. 90 

Abs. 2 SVG i.V.m. Art. 34 Abs. 4 SVG und Art. 12 Abs. 1 VRV. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu 

Fr. 290.-- sowie mit einer Busse von Fr. 700.--. 

3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre 

festgesetzt.  

4. Die Busse ist zu bezahlen. 

Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle 

eine Ersatzfreiheitsstrafe von 7 Tagen. 

5. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:  

Fr.  600.--;   die weiteren Auslagen betragen: 

Fr. 900.--   Gebühr Vorverfahren 

Fr. 60.--   Kosten Kantonspolizei 

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

6. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem 

Beschuldigten auferlegt. 

 

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Berufungsanträge: 

a)  Der Verteidigung des Beschuldigten: 

(Urk. 23 S. 2 bzw. Urk. 34 S. 2) 

1.  Es sei das Urteil vom 30.04.2014 aufzuheben und der Berufungskläger 

wegen einfacher Verletzung der Verkehrsregeln mit einer Busse zu 

verurteilen. 

2.  Es sei dem Berufungskläger für das Verfahren vor der Vorinstanz eine 

angemessene Parteientschädigung zuzusprechen. 

3.  Unter o/e Kostenfolge. 

b) Des Vertreters der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat: 

 (Urk. 30) 

 Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils. 

 

______________________________ 

 

Erwägungen: 

I. Prozessgeschichte 

 1. Der Beschuldigte wurde mit Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 10. Ab-

teilung - Einzelgericht, vom 30. April 2014 der groben Verletzung der Verkehrsre-

geln (ungenügender Abstand beim Hintereinanderfahren) im Sinne von Art. 90 

Abs. 2 SVG i.V.m. Art. 34 Abs. 4 SVG und Art. 12 Abs. 1 VRV schuldig gespro-

chen. Er wurde mit einer Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu Fr. 290.– sowie mit 

einer Busse von Fr. 700.– bestraft, wovon der Vollzug der Geldstrafe aufgescho-

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ben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt wurde. Für die schuldhafte Nichtbe-

zahlung der Busse wurde eine Ersatzfreiheitsstrafe von 7 Tagen festgesetzt 

(Urk. 22). 

 2. Das vorinstanzliche Urteil wurde dem Beschuldigten am 30. April 2014 

mündlich eröffnet und im Dispositiv übergeben und der Staatsanwaltschaft am 

5. Mai 2014 schriftlich im Dispositiv zugestellt (Prot. I S. 14, Urk. 16, Urk. 17). Mit 

Eingabe vom 9. Mai 2014 meldete die Verteidigung fristgerecht die Berufung an 

(Urk. 18). Das begründete Urteil wurde der Staatanwaltschaft und dem Beschul-

digten am 27. Mai 2014 zugestellt (Urk. 21/1-2). 

 Mit Eingabe vom 16. Juni 2014 reichte die Verteidigung fristgerecht die Be-

rufungserklärung ein (Urk. 23). Die Staatsanwaltschaft erklärte mit Schreiben vom 

8. Juli 2014 den Verzicht auf Anschlussberufung und verlangte die Bestätigung 

des vorinstanzlichen Urteils (Urk. 30). Beweisergänzungen wurden keine bean-

tragt. 

 Mit Beschluss vom 4. August 2014 wurde das schriftliche Verfahren ange-

ordnet und dem Beschuldigten Frist zur Berufungsbegründung eingeräumt 

(Urk. 31). Die Berufungsbegründung erfolgte innert erstreckter Frist mit Eingabe 

vom 16. September 2014 (Urk. 34). Mit Präsidialverfügung vom 18. September 

2014 wurde der Staatsanwaltschaft Frist zur Berufungsantwort angesetzt und der 

Vorinstanz die Gelegenheit zur freigestellten Vernehmlassung eingeräumt 

(Urk. 36). Die Vorinstanz verzichtete mit Eingabe vom 6. Oktober 2014 auf Ver-

nehmlassung (Urk. 38). Die Berufungsantwort der Staatsanwaltschaft blieb aus, 

weshalb von einem Verzicht auszugehen und aufgrund der Akten zu entscheiden 

ist (vgl. Urk. 36). 

II. Sachverhalt 

 Der Beschuldigte anerkennt den Anklagesachverhalt, so dass als erstellt da-

von auszugehen ist, dass er auf der Autobahn A1 in Richtung Bern dem ihm vo-

rausfahrenden Fahrzeug über eine Distanz von rund 1'000 Metern mit einem Ab-

stand von 12 Metern und einer Geschwindigkeit von 90 km/h folgte. Weiter ge-

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steht er ein, dadurch Art. 34 Abs. 4 SVG verletzt und damit eine wichtige Ver-

kehrsvorschrift missachtet zu haben (vgl. Urk. 34 S. 2 und S. 8). 

III. Rechtliche Würdigung 

 1. Die Vorinstanz würdigte das Verhalten des Beschuldigten als grobe 

Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG (Urk. 22 S. 8). Ohne im 

Einzelnen konkret Bezug auf den vorliegenden Fall zu nehmen, führte die  

Vorinstanz verschiedene Bundesgerichtsentscheide an, die ähnliche Begebenhei-

ten aus dem Strassenverkehr zum Gegenstand hatten (Urk. 22 S. 5 f.). Sie hielt 

abschliessend fest, dass der Abstand, den der Beschuldigte vorliegend einhielt, 

angesichts der ½-Tacho-Regel, wonach der Beschuldigte bei der von ihm gefah-

renen Geschwindigkeit einen Abstand von 45 Metern hätte einhalten müssen, völ-

lig ungenügend gewesen sei (Urk. 22 S. 6). Weiter hielt sie dem Beschuldigten 

zugute, dass er nach seiner glaubhaften Angabe darauf gefasst war, jederzeit ab-

bremsen zu müssen und die Wahrscheinlichkeit eines abrupten Abbremsmanö-

vers der vor ihm fahrenden Fahrzeuge auf dieser Strecke nicht sehr hoch war. Sie 

hielt aber fest, dass der Beschuldigte gemäss der Videoaufnahme so dicht hinter 

dem vor ihm fahrenden Auto her fuhr, dass es ihm nicht möglich gewesen wäre, 

den Abstand zum vorderen Fahrzeug bis zum halben Tacho zu vergrössern (Urk. 

22 S. 7). Es lägen mithin vorliegend keine Umstände vor, wonach das eingeklagte 

Fehlverhalten des Beschuldigten nicht als grobe, sondern lediglich als einfache 

Verkehrsregelverletzung zu qualifizieren sei (Urk. 22 S. 8). 

 2.1. Die Verteidigung beantragte hingegen einen Schuldspruch wegen ein-

facher Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG und die 

Bestrafung lediglich mit einer Busse (Urk. 23 S. 2, Urk. 34 S. 2). 

 2.2. Zusammengefasst wendete die Verteidigung gegen die rechtliche Qua-

lifikation der Vorinstanz im Wesentlichen ein, der Beschuldigte habe mit seinem 

Verhalten keine ernstliche Gefahr für andere hervorgerufen oder in Kauf genom-

men, sondern sich den hiesigen Gegebenheiten im Strassenverkehr angepasst. 

Wie auf dem Video ersichtlich sei, habe zum Zeitpunkt des Deliktsvorwurfs auf 

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diesem Autobahnabschnitt ein reges Verkehrsaufkommen, das als stockender 

Kolonnenverkehr bezeichnet werde, geherrscht. Sowohl auf der Normalspur wie 

auch auf der Überholspur seien sich die Autos in engem Abstand gefolgt. So wer-

de ersichtlich, dass das Polizeifahrzeug, welches diese Fahrtstrecke aufgenom-

men habe, zuerst einen anderen Fahrzeuglenker im Visier gehabt habe, der aber 

dann auf die rechte Fahrspurseite gewechselt habe, um die Autobahn zu verlas-

sen. Danach habe sich das Polizeifahrzeug (zufälligerweise) direkt hinter dem 

Fahrzeug des Beschuldigten befunden und sei diesem während mehreren hun-

dert Metern gefolgt. Auf dem Video sei ersichtlich, dass sämtliche Fahrzeuge, 

welche sich vor dem Auto des Beschuldigten befunden hätten, einen etwa glei-

chen Sicherheitsabstand eingehalten hätten. Der Grund dafür liege darin, dass 

wenn man in einem solchen Konvoi einen grösseren Abstand lasse, diese Lücke 

von den Autofahrern auf der Normalspur ausgenützt werde, die dann in diese Lü-

cke stossen, um ebenfalls zu überholen. Da dann der Abstand zum hinteren 

Fahrzeug zu wenig gross sei und das Tempo dieser Fahrzeuge etwas tiefer, müs-

se man das Fahrzeug auf der Überholspur ständig abbremsen und verliere stän-

dig an Raum. Dies führe dazu, dass bei solchen Verkehrssituationen die Ver-

kehrsteilnehmer automatisch etwas näher auf die vorderen Fahrzeuge aufrückten, 

um dieses Manöver zu unterbinden. Dies stelle einen alltäglichen Verkehrsvor-

gang dar und sei ein im dichten Kolonnenverkehr völlig normales Fahrverhalten. 

Der Beschuldigte sei nicht ein rücksichtsloser Fahrer, der sich einfach um Ver-

kehrsregeln nicht kümmere (Urk. 34 S. 3 f.). 

 Weiter führte die Verteidigung aus, der Beschuldigte wehre sich nicht dage-

gen, dass der Sicherheitsabstand nicht genügend eingehalten worden sei. Aller-

dings stelle dies nicht ein grob fahrlässiges Verhalten dar, da der Beschuldigte 

sein Fahrverhalten so organisiert habe, dass die Nichteinhaltung des Sicherheits-

abstandes keine ernsthafte Gefahr für das vordere Fahrzeug dargestellt habe. 

Wie aus dem Video ersichtlich werde, sei der Beschuldigte ganz links auf der 

Fahrbahn gefahren. Damit habe er nicht nur das vordere Fahrzeug erkennen 

können, sondern auch die Fahrzeuge, die weiter vor ihm gefahren seien. Dank 

dieser Vorsichtsmassnahme sei er jederzeit in der Lage gewesen, auf ein ent-

sprechendes ungewöhnliches Fahrverhalten vor ihm rechtzeitig zu reagieren und 

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im Fall eines Notfallstopps auch rechtzeitig anzuhalten und eine Kollision zu ver-

meiden. Es sei nicht damit zu rechnen, dass auf der Autobahn das direkt vor ihm 

fahrende Fahrzeug eine Vollbremsung einleiten müsse. Entsprechend habe er 

damit keine ernsthafte Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer geschaffen (Urk. 34 

S. 4). 

 Die Verteidigung setzte sich im weiteren einzeln mit den von der Vorinstanz 

aufgeführten Bundesgerichtsentscheiden auseinander (Urk. 34 S. 5 - 8). Auffal-

lend sei an der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zur Frage, ob das Nichtein-

halten des Sicherheitsabstandes als grobe Verkehrsregelverletzung zu bewerten 

sei, die Tatsache, dass einerseits die Grundfrage, ab wann die Nichteinhaltung 

des Sicherheitsabstandes überhaupt einen Gesetzesverstoss darstelle, nicht 

mehr diskutiert werde und entsprechend die in den letzten Jahren stark gewach-

sene Verkehrsflut keine Berücksichtigung finde und andererseits der Erfüllung des 

subjektiven Tatbestandes immer weniger Gewicht beigemessen und im Falle der 

Erfüllung des objektiven Tatbestandes auch automatisch der subjektive Tatbe-

stand als erfüllt erachtet werde. Im BGE 131 IV 133 sei das Bundesgericht davon 

ausgegangen, dass ein ausreichender Abstand gemäss Art. 34 Abs. 4 SVG vor-

liege, wenn die Regel "halber Tacho" oder die "2 Sekunden-Regel" eingehalten 

werde. Was im Jahre 2005 womöglich noch sinnvoll erschienen sei, sei heute 

aufgrund des viel stärkeren Verkehrsaufkommens und auch der Verbesserung 

der Bremstechnik bei heutigen Fahrzeugen nicht mehr haltbar. Die genannten 

Abstände würden auf den Autobahnen im dichten Verkehr nirgends mehr einge-

halten werden und müssten als illusorisch bezeichnet werden. Eine Beibehaltung 

dieser Regel führe dazu, dass auf Autobahnen im dichten Früh- und Feierabend-

verkehr praktisch jeder Verkehrsteilnehmer eine Normverletzung begehe. Dies 

könne aber nicht im Sinne des Gesetzgebers liegen. Entsprechend sei davon 

auszugehen, dass diese Regeln zumindest im dichten Verkehr als überholt zu be-

trachten seien. Die Abstandsregelung sei nach unten zu korrigieren, wobei nicht 

bestritten werde, dass der vorliegend gemessene Abstand von 12 Metern bei ei-

ner Geschwindigkeit von 90 km/h Art. 34 Abs. 4 SVG verletze und eine einfache 

Verkehrsregelverletzung darstelle (Urk. 34 S. 5 ff.). Bei einer Geschwindigkeit von 

90 km/h entspreche dies einem zeitlichen Abstand von 0.48 Sekunden oder 1/7.5 

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Tacho. Der Beschuldigte habe zwar den notwendigen Sicherheitsabstand unter-

schritten, dafür aber mit seiner Fahrweise auf der linken Seite der Fahrspur dafür 

gesorgt, dass er auch den Verkehr vor dem direkt vor ihm fahrenden Fahrzeug 

habe überblicken können. Zudem sei er in ständiger Bremsbereitschaft gestan-

den, wie auf dem Video erkennbar sei, da das Aufleuchten der Bremslichter der 

Autos in der Kolonne auf der Überholspur auf dem Video ebenfalls zu erkennen 

sei. Somit habe die Gefahr einzig darin bestanden, dass das direkt vor ihm fah-

rende Fahrzeug eine Vollbremsung auslöse. Mit einer solchen Handlungsweise 

sei aber nicht zu rechnen, zumal auf der Autobahn nicht mit Verkehrsteilnehmern 

oder Tieren zu rechnen sei, die überraschend die Fahrbahn betreten und eine 

Vollbremsung notwendig machen würden. Aufgrund der Tatsache, dass vor dem 

Fahrzeug des Beschuldigten eine dichte Kolonne gefahren sei, sei auch nicht 

damit zu rechnen gewesen, dass ein Fahrzeug von der Normalspur auf die Über-

holspur wechsle und so das vordere Fahrzeug zu einem Bremsmanöver verleiten 

würde. Der Eintritt einer konkreten Gefährdung sei daher vorliegend nicht nahe 

genug, um den objektiven Tatbestand des Art. 90 Abs. 2 SVG zu erfüllen. Selbst 

wenn man davon ausgehe, dass der objektive Tatbestand erfüllt sei, fehle es an 

der Erfüllung des subjektiven Tatbestandes. Bereits die Vorinstanz habe erkannt, 

dass vorliegend kein rücksichtsloses Verhalten seitens des Beschuldigten vorlie-

ge und sei von einem leichten Tatverschulden ausgegangen. Nun bestehe inso-

fern ein Widerspruch als die bundesgerichtliche Rechtsprechung zur Erfüllung des 

objektiven Tatbestandes ein schweres Verschulden voraussetze und es nur 

schwer verständlich erscheine, dass bei einem nur leichten Verschulden Art. 90 

Abs. 2 SVG in subjektiver Hinsicht erfüllt sein solle. Der Beschuldigte habe die 

Unterschreitung des ordentlichen Sicherheitsabstandes erkannt, aber andere 

Massnahmen ergriffen, um die Gefahr des mangelnden Sicherheitsabstandes 

wieder zu korrigieren. Er habe zumindest aus subjektiver Sicht ausreichende 

Massnahmen ergriffen, um keine Gefährdung entstehen zu lassen. Er habe des-

halb die Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer nicht in Kauf genommen. Dabei 

habe er auf seine grosse Erfahrung als Automobilist zurückgreifen können, der 

jährlich 40'000 Kilometer zurücklege und sich nie etwas habe zu Schulden kom-

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men lassen. Aus diesem Grund sei der subjektive Tatbestand des Art. 90 Abs. 2 

SVG nicht erfüllt (Urk. 34 S. 8 f.). 

 2.3. Auf die Argumente der Verteidigung ist im Rahmen der nachstehenden 

Erwägungen einzugehen. Dabei muss sich das Gericht nicht ausdrücklich mit je-

der tatsächlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinanderset-

zen; vielmehr kann es sich auf die für die Entscheidfindung wesentlichen Ge-

sichtspunkte beschränken (BGE 138 I 232, E. 5.1. mit Hinweisen; Urteil des Bun-

desgerichts 6B_484/2013 vom 3. März 2014, E. 3.2.). 

 3.1. Nach Art. 90 Abs. 2 SVG macht sich strafbar, wer durch grobe Verlet-

zung der Verkehrsregeln eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervor-

ruft oder in Kauf nimmt. Der objektive Tatbestand ist nach der Rechtsprechung er-

füllt, wenn der Täter eine wichtige Verkehrsvorschrift in objektiv schwerer Weise 

missachtet und die Verkehrssicherheit ernstlich gefährdet. Eine ernstliche Gefahr 

für die Sicherheit anderer ist bereits bei einer erhöhten abstrakten Gefährdung 

gegeben. Diese setzt die naheliegende Möglichkeit einer konkreten Gefährdung 

oder Verletzung voraus. Subjektiv erfordert der Tatbestand ein rücksichtsloses 

oder sonst wie schwerwiegendes regelwidriges Verhalten, d.h. ein schweres Ver-

schulden, bei fahrlässigem Handeln mindestens grobe Fahrlässigkeit. Diese ist zu 

bejahen, wenn der Täter sich der allgemeinen Gefährlichkeit seiner Fahrweise 

bewusst ist. Grobe Fahrlässigkeit kommt aber auch in Betracht, wenn der Täter 

die Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer pflichtwidrig gar nicht in Betracht 

zieht. Die Annahme einer groben Verkehrsregelverletzung setzt in diesem Fall vo-

raus, dass das Nichtbedenken der Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer auf 

Rücksichtslosigkeit beruht. Rücksichtslos ist unter anderem ein bedenkenloses 

Verhalten gegenüber fremden Rechtsgütern. Dieses kann auch in einem blossen 

(momentanen) Nichtbedenken der Gefährdung fremder Interessen bestehen. Je 

schwerer dabei die Verkehrsregelverletzung objektiv wiegt, desto eher wird Rück-

sichtslosigkeit subjektiv zu bejahen sein, sofern keine besonderen Gegenindizien 

vorliegen (Urteil des Bundesgerichts 6B_1174/2013 vom 14. Mai 2014 Erw. 2 mit 

weiteren Hinweisen). 

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 3.2. Gemäss Art. 34 Abs. 4 SVG ist gegenüber allen Strassenbenützern 

ausreichender Abstand zu wahren, namentlich beim Kreuzen und Überholen so-

wie beim Neben- und Hintereinanderfahren. Der Fahrzeugführer hat beim Hinter-

einanderfahren einen ausreichenden Abstand zu wahren, so dass er auch bei 

überraschendem Bremsen des voranfahrenden Fahrzeugs rechtzeitig halten kann 

(Art. 12 Abs. 1 VRV). Was unter einem "ausreichenden Abstand" zu verstehen ist, 

hängt von den gesamten Umständen ab. Im Sinne von Faustregeln stellt die 

Rechtsprechung bei Personenwagen auf die Regel "halber Tacho" und die "Zwei-

Sekunden-Regel" ab (BGE 131 IV 133, Erw. 3.1 mit Hinweisen). Die anhand die-

ser Regeln berechnete Distanz entspricht ungefähr der Anhaltestrecke bei plötzli-

chem ordnungsgemässem Bremsen und Anhalten des vorausfahrenden Perso-

nenwagens (BGE 104 IV 912, Erw. 2b). Gemäss ständiger Rechtsprechung des 

Bundesgerichts und in Übereinstimmung mit der schweizerischen Lehre wird für 

die Beurteilung, ob eine grobe Verkehrsregelverletzung anzunehmen ist, als 

Richtschnur die Regel "1/6 Tacho" bzw. der Abstand von 0,6 Sekunden herange-

zogen (Urteil des Bundesgerichts 6B_593/2013 vom 22. Oktober 2013, Erw. 

2.3.2. mit Verweis auf BGE 131 IV 133 Erw. 3.2.2 und weiteren Hinweisen; Jürg 

Boll, Grobe Verkehrsregelverletzung, Davos 1999, S. 57 f.). Weiter entschied das 

Bundesgericht, dass ein Abstand von 12 bis 18 Metern bei einer Geschwindigkeit 

von 120 km/h, entsprechend 1/10 bis rund 1/7 Tacho oder einem zeitlichen Ab-

stand zwischen 0,36 und 0,54 Sekunden, auf dem Überholstreifen einer Autobahn 

während des Überholens von anderen Fahrzeugen jedenfalls eine erhöhte ab-

strakte Gefahr begründe und objektiv als grobe Verkehrsregelverletzung im Sinne 

von Art. 90 Ziff. 2 SVG zu qualifizieren sei, unabhängig davon, wie gross im kon-

kreten Einzelfall das Risiko ist, dass etwa ein Fahrzeug vom rechten Fahrstreifen 

auf die linke Fahrbahn gelangen könnte (Urteil des Bundesgerichts 6B_593/2013 

vom 22. Oktober 2013, Erw. 2.3.3). 

 4.1. Dass im vorliegenden Fall objektiv betrachtet eine erhöhte abstrakte 

Gefährdung durch den Beschuldigten vorlag, ist aufgrund der konkreten Umstän-

de zweifellos gegeben. Wie im vorstehend erwähnten Bundesgerichtsentscheid 

fuhr auch im vorliegenden Fall der Beschuldigte bei hoher Geschwindigkeit im re-

gen Verkehr zu nahe auf. Er folgte dem vorausfahrenden Fahrzeug, ohne dazu 

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gezwungen zu sein (Urk. 22 S. 7), mit einem Abstand von nur 12 Metern bei einer 

Geschwindigkeit von 90 km/h. Wie selbst die Verteidigung einräumte, entsprach 

der vom Beschuldigten eingehaltene Abstand nur 1/7.5 Tacho bzw. 0.48 Sekun-

den, also weniger als 1/6 Tacho, weshalb allein gestützt auf die 1/6-Tacho-Regel 

von einer erhöhten abstrakten Gefährdung auszugehen ist. Dies trifft selbst dann 

zu, wenn wie vorliegend der Beschuldigte ganz links auf der Fahrbahn fuhr und 

dadurch auch weiter vorne fahrende Fahrzeuge erkennen konnte, bestand doch 

bei dem von ihm eingehaltenen Abstand gerade im Kolonnenverkehr erfahrungs-

gemäss ein erhöhtes Risiko, dass aus unerfindlichen Gründen unvermittelt und 

stark abgebremst werden muss. Ein Überblicken der Gesamtsituation und eine 

ständige Bremsbereitschaft allein reichen nicht aus, um eine Gefährdung zu ver-

meiden. Wie Boll zutreffend ausführt, muss im Kolonnenverkehr ein Fahrzeuglen-

ker bei der Bemessung seines Abstandes zum vorderen Fahrzeug berücksichti-

gen, dass dessen Lenker auf den seinerseits vor diesem fahrenden Wagen auf-

fahren und durch den Aufprall dessen Bremsweg erheblich verkürzt werden könn-

te. Der Lenker muss lediglich damit nicht rechnen, dass das Fahrzeug vor ihm 

wegen höherer Gewalt (z.B. Baum oder Felsblock stürzt auf die Strasse) plötzlich 

zum Stehen gebracht wird. Sodann kann sich der nachfolgende Fahrzeuglenker 

nicht darauf verlassen, dass ihm die gleiche Reaktionszeit wie dem Vorausfah-

renden zur Verfügung steht und er somit gleichzeitig mit diesem zu bremsen be-

ginnen kann. Ein Lenker kann in vielen Fällen erst durch das Aufleuchten der 

Bremslichter am vorausfahrenden Fahrzeug erkennen, dass dessen Lenker mög-

licherweise eine Vollbremsung vornimmt. Erst einige Sekundenbruchteile nach 

dem Aufleuchten der Bremslichter kann der Nachfolgende beurteilen, ob der Len-

ker vor ihm bloss Bremsbereitschaft erstellt hat oder bremst und wie stark (Jürg 

Boll, a.a.O., S. 53 f.). Der nachfolgende Fahrzeuglenker muss jederzeit auch auf 

Autobahnen damit rechnen, dass er wegen äusserer Umstände, bspw. verkehrs-

bedingt durch einen anderen Verkehrsteilnehmer, wegen eines plötzlich auf der 

Fahrbahn auftauchenden Hindernisses, wie ein Wirbeltier, durch Verkehrsrege-

lung oder aus fahrzeugtechnischen Gründen sofort bremsen muss, denn eine 

Vollbremsung oder ein brüskes Bremsen ist gemäss Art.12 Abs. 2 VRV im Notfall 

immer gestattet (BGE 137 IV 326, Erw. 3.3.3). 

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 Entgegen der Auffassung der Verteidigung ist nicht einzusehen, wieso eine 

stärker werdende Verkehrsbelastung mit dichtem und hohen Verkehrsaufkommen 

dazu führen sollte, dass diese Regeln keine Geltung mehr hätten und die Recht-

sprechung geändert werden sollte. Die Gründe des Beschuldigten für sein Verhal-

ten mögen darin liegen, dass er verhindern wollte, dass sich ein anderes Fahr-

zeug vor ihm in eine Lücke auf der Überholspur drängt oder dass er sein Verhal-

ten als im dichten Kolonnenverkehr völlig normales Fahrverhalten erachtete. Dies 

ändert aber nichts daran, dass der von ihm nicht genügend eingehaltene Sicher-

heitsabstand objektiv zu einer erhöhten abstrakten Gefährdung anderer Verkehrs-

teilnehmer führte. Dass sich allenfalls auch andere Verkehrsteilnehmer regelwid-

rig verhielten, vermag nichts am Unrechtsgehalt des eigenen Verhaltens des Be-

schuldigten zu ändern. Der Eintritt einer konkreten Gefahr oder gar einer Verlet-

zung lag aufgrund des deutlich zu dichten Aufschliessens auf das voranfahrende 

Fahrzeug nahe, wie die Vorinstanz zu Recht festhielt, selbst wenn keine konkre-

ten Anhaltspunkte für ein etwaiges unverhofftes Bremsen des vor ihm fahrenden 

Autos bestanden haben mögen. Es ist damit erstellt, dass der Beschuldigte durch 

die Verletzung der Verkehrsregel eine erhöhte abstrakte Gefahr für die Sicherheit 

anderer schuf. Das Verhalten des Beschuldigten ist entsprechend als grobe Ver-

kehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG zu qualifizieren, so dass 

nun zu prüfen ist, ob auch der subjektive Tatbestand erfüllt ist. 

 4.2. Der Beschuldigte verweist auf die Vorinstanz, die im Zusammenhang 

mit der Strafzumessung festhält, ihm könne nicht vorgeworfen werden, besonders 

rücksichtslos gefahren zu sein (Urk. 22 S. 9), und macht geltend, damit fehle es 

am schweren Verschulden, so dass der subjektive Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 

SVG nicht erfüllt sei (siehe oben Erw. 2.2.).  

 Die grobe Fahrlässigkeit ergibt sich vorliegend wie im zitierten Bundesge-

richtsentscheid vom 22. Oktober 2013 daraus, dass der Beschuldigte aus nichti-

gem Grund eine wichtige Verkehrsregel in objektiv schwerer Weise verletzte und 

die Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer pflichtwidrig gar nicht in Betracht 

zog. Vorliegend wusste der Beschuldigte, dass er zum vorausfahrenden Fahrzeug 

einen zu geringen Abstand einhielt und war sich bewusst, dass sich die allgemei-

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ne Gefahr einer Kollision dadurch erhöhte. Dadurch, dass er ganz links auf der 

Fahrspur fuhr und in Bremsbereitschaft war, vertraute er jedoch darauf, dass es 

im Falle einer Vollbremsung des vorausfahrenden Fahrzeugs zu keiner Kollision 

kommen würde. Dieses Vertrauen muss aber als leichtsinnig bezeichnet werden, 

konnte er sich doch - wie vorstehend ausgeführt - selbst bei einem Gesamtüber-

blick und mit Bremsbereitschaft nicht darauf verlassen, bei dem sehr geringen 

Abstand von nur 12 Metern bei einer Geschwindigkeit von 90 km/h rechtzeitig an-

halten zu können. Ebenso wenig durfte er sich darauf verlassen, dass es zu kei-

ner Vollbremsung kommen würde, denn mit einer solchen ist, gerade im Kolon-

nenverkehr, immer zu rechnen. Die erforderliche Rücksichtslosigkeit ist vorliegend 

im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung mangels entgegenstehender 

konkreter besonderer Umstände infolge der objektiv schwerwiegenden Verkehrs-

regelverletzung ebenfalls zu bejahen. Die Verteidigung irrt im übrigen, wenn sie 

meint, die Vorinstanz habe das Fahrverhalten des Beschuldigten nicht als rück-

sichtslos qualifiziert, beurteilte sie dieses doch zu Recht im Rahmen der Strafzu-

messung bezüglich des Verschuldensausmasses als "nicht besonders" rück-

sichtslos. Das verdeutlicht jedoch nachgerade, dass auch die Vorinstanz zutref-

fend davon ausgeht, dass vorliegend bezüglich des subjektiven Tatbestandes 

Rücksichtslosigkeit gegeben war. 

 4.3. Zusammenfassend ist der Beschuldigte der groben Verletzung der 

Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 34 Abs. 4 

SVG und Art. 12 Abs. 1 VRV schuldig zu sprechen. 

IV. Strafzumessung 

1. Die Vorinstanz hat den Strafrahmen korrekt abgesteckt und die gesetz-

lichen Zumessungsregeln wie auch die hier massgeblichen belastenden und ent-

lastenden Faktoren zutreffend dargelegt. Um unnötige Wiederholungen zu ver-

meiden, kann vorab auf diese Erwägungen im angefochtenen Entscheid verwie-

sen werden (Urk. 22 S. 8 ff.). Ergänzend ist anzufügen, dass Ausgangspunkt bei 

der Strafzumessung die objektive Tatschwere ist, d.h. die Schwere der Verletzung 

oder Gefährdung des betroffenen Rechtsguts bzw. der schuldhaft verursachte Er-

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folg. Ebenso massgeblich ist die subjektive Tatschwere, die sich aus der Intensität 

des deliktischen Willens sowie den Beweggründen für die Tat ergibt. Mit zu be-

rücksichtigen sind schliesslich das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse 

des Täters. 

 2.1. Betreffend die objektive Tatschwere ist ergänzend zu den vorinstanzli-

chen Erwägungen hervorzuheben, dass die Unterschreitung des gebotenen Ab-

stands zum vorderen Fahrzeug, welcher gemäss der Faustregel "halber Tacho" 

45 Meter betragen hätte, mit einem Abstand von nur 12 Metern erheblich war. Al-

lerdings lag der vom Beschuldigten eingehaltene Abstand nur wenig unterhalb der 

Grenze zum Abstand, ab welchem von einer erhöhten abstrakten Gefährdung 

ausgegangen wird. Damit ist die Tat am unteren Rand der möglichen Bandbreite 

bei groben Verletzungen der Verkehrsregeln einzuordnen. Das Verhalten des Be-

schuldigten hätte jedoch zu fatalen Kollisionen mit entsprechenden schweren Fol-

gen führen können. Der Beschuldigte verursachte aber weder einen Sach- noch 

einen Personenschaden. Sein Verschulden wiegt innerhalb des Vorwurfs der gro-

ben Verkehrsregelverletzung in objektiver Hinsicht leicht. 

 Was die subjektive Tatschwere betrifft, so handelte der Beschuldigte bezüg-

lich der Gefährdung nicht vorsätzlich, aber grobfahrlässig. Er hätte ohne Weiteres 

mit korrektem Abstand dem vorderen Fahrzeug folgen können. Im Übrigen ist der 

Würdigung durch die Vorinstanz zuzustimmen, die das Verhalten als nicht beson-

ders rücksichtslos einstuft. In subjektiver Hinsicht ist das Verschulden im Rahmen 

der groben Verkehrsregelverletzung daher ebenfalls noch als leicht zu werten. 

Insgesamt erweist sich eine Einsatzstrafe von 15 Tagessätzen Geldstrafe 

als dem Verschulden angemessen. 

 2.2. Zum Vorleben und den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten 

kann auf die Ausführungen im vorinstanzlichen Urteil verwiesen werden (Urk. 22 

S. 10 f.). Aus der Biographie und den persönlichen Verhältnissen des Beschuldig-

ten ergeben sich keine Anhaltspunkte, die für die Strafzumessung von wesentli-

cher Bedeutung wären.  

- 15 - 

 Der Beschuldigte ist nicht vorbestraft (Urk. 6/1), was aber keine Strafminde-

rung rechtfertigt (BGE 136 IV 1). Strafmindernd wirkt sich hingegen der einwand-

freie automobilistische Leumund des Beschuldigten (Urk. 6/2) aus. Weiter straf-

mindernd ist sodann zu berücksichtigen, dass er eingestand, den gebotenen Ab-

stand missachtet zu haben. 

 Sonstige Straferhöhungs- oder -minderungsgründe sind nicht ersichtlich. 

 2.3. In Würdigung aller massgeblichen Strafzumessungsgründe erweist 

sich die von der Vorinstanz festgesetzte Geldstrafe von 10 Tagessätzen als an-

gemessen. 

 2.4. Bei der Geldstrafe richtet sich die Höhe des Tagessatzes nach den 

persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen des Täters im Zeitpunkt des Ur-

teils, namentlich nach Einkommen und - soweit er davon lebt - Vermögen, ferner 

nach seinem Lebensaufwand, allfälligen Familien- und Unterstützungspflichten 

und nach dem Existenzminimum (Art. 34 Abs. 2 StGB). Ausgangspunkt für die 

Tagessatzberechnung ist das Einkommen, welches dem Täter durchschnittlich an 

einem Tag zufliesst. Dabei bleibt belanglos, aus welcher Quelle dieses Einkom-

men stammt. Abzuziehen ist, was gesetzlich geschuldet ist oder dem Täter wirt-

schaftlich nicht zufliesst, so etwa die laufenden Steuern und die obligatorischen 

Versicherungsbeiträge. Ausserdem ist das Nettoeinkommen um die Unterhalts- 

und Unterstützungsbeiträge zu reduzieren, soweit der Verurteilte ihnen tatsächlich 

nachkommt. Nicht zu berücksichtigen sind Schulden und nach der bundesgericht-

lichen Rechtsprechung in der Regel auch die Wohnkosten (BGE 134 IV 68 ff.). 

 Die Vorinstanz hat die finanziellen Verhältnisse des Beschuldigten einläss-

lich dargelegt und die Tagessatzhöhe von Fr. 290.-- korrekt berechnet. Darauf 

kann verwiesen werden (Urk. 22 S. 10). 

 Insgesamt erweist sich eine Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu Fr. 290.-- als 

angemessen. 

 3.1. Gestützt auf Art. 42 Abs. 4 StGB kann eine bedingte Strafe mit einer 

unbedingten Geldstrafe oder mit einer Busse nach Art. 106 StGB verbunden wer-

- 16 - 

den. Diese kommen insbesondere in Betracht, wenn man dem Täter den beding-

ten Vollzug einer Geld- oder Freiheitsstrafe gewähren möchte, ihm aber dennoch 

in gewissen Fällen mit der Auferlegung einer zu bezahlenden Geldstrafe oder 

Busse einen spürbaren Denkzettel verabreichen möchte. Die Strafenkombination 

dient hier spezialpräventiven Zwecken. Das Hauptgewicht liegt auf der bedingten 

Freiheits- oder Geldstrafe, während der unbedingten Verbindungsgeldstrafe be-

ziehungsweise -busse nur untergeordnete Bedeutung zukommt (BGE 135 IV 188, 

Erw. 3.3).  

 Spricht das Gericht mehrere Sanktionen aus (z.B. eine bedingte Geldstrafe 

und eine Busse), so haben sie aber in ihrer Summe schuldangemessen zu sein 

(BGE 134 IV 53 E. 5.2). Das Gericht bemisst die Busse nach den Verhältnissen 

des Täters so, dass dieser die Strafe erleidet, die seinem Verschulden angemes-

sen ist (Art. 106 Abs. 3 StGB). Bei der Bemessung der Busse ist nebst dem Ver-

schulden der finanziellen Leistungsfähigkeit Rechnung zu tragen. Für die Verhält-

nisse des Täters relevant sind namentlich sein Einkommen und sein Vermögen, 

sein Familienstand und seine Familienpflichten, sein Beruf und Erwerb, sein Alter 

und seine Gesundheit (Hug in: Donatsch/Flachsmann/Hug/Weder, Kommentar 

zum Schweizerischen Strafgesetzbuch, 19. Auflage, Zürich 2013, Art. 106 N 4; 

BGE 129 IV 21). Bestimmt es das Gesetz – wie vorliegend (Art. 90 Abs. 2 SVG) – 

nicht anders, so beträgt die Maximalhöhe einer Busse Fr. 10'000.– (Art. 106 

Abs. 1 StGB). Bei der Verbindungsbusse nach Art. 42 Abs. 4 StGB ist allerdings 

zu beachten, dass sich der Anteil der Verbindungsbusse an der gesamten Strafe 

maximal auf einen Fünftel belaufen darf. Abweichungen von dieser Regel sind je-

doch im Bereich tiefer Strafen zulässig um sicherzustellen, dass der Verbin-

dungsstrafe nicht eine lediglich symbolische Bedeutung zukommt (BGE 135 IV 

188 Erw. 3.4.4, BGE 134 IV 1). 

 3.2. Wie noch zu zeigen sein wird (vgl. nachstehende Erwägung Ziff. V), 

wird der Vollzug der heute auszufällenden Geldstrafe aufzuschieben sein. Der 

Beschuldigte erfüllte sodann einen Tatbestand, der bei geringer Schuld und Tat-

folge als Übertretung, bei höherer Schuld aber als Vergehen ausgestaltet ist. Da 

die Schwelle zum Vergehen überschritten wurde, rechtfertigt es sich vorliegend, 

- 17 - 

die Strafenkombination von Art. 42 Abs. 4 StGB anzuwenden (vgl. Urteil des Bun-

desgerichts 6B_1042/2008 vom 30. April 2009 Erw. 2.2 und BGE 134 IV 60 E. 

7.3.1). 

 Die Vorinstanz hat in Nachachtung dieser Bestimmungen und entsprechend 

der Praxis zu Recht eine Verbindungsbusse ausgesprochen. Infolgedessen ist die 

an sich schuldangemessene Gesamtzahl von 10 Tagessätzen auf 8 Tagessätze 

zu reduzieren und eine Verbindungsbusse festzusetzen. Diese ist bei Berücksich-

tigung der Tagessatzhöhe von Fr. 290.– als Umrechnungsschlüssel auf Fr. 580.– 

festzusetzen. Der Beschuldigte ist demnach mit einer Geldstrafe von 8 Tagessät-

zen zu Fr. 290.– sowie mit einer Busse von Fr. 580.– zu bestrafen. 

 3.3. Bei der Bemessung der Ersatzfreiheitsstrafe steht dem Gericht ein wei-

ter Ermessensspielraum zu. Ist eine Ersatzfreiheitsstrafe für eine Verbindungs-

busse im Sinne von Art. 42 Abs. 4 StGB festzulegen, besteht die Besonderheit, 

dass das Gericht die Höhe des Tagessatzes für die bedingte Geldstrafe und damit 

die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Täters bereits ermittelt hat. Das lässt es 

als sachgerecht erscheinen, die Tagessatzhöhe als Umrechnungsschlüssel zu 

verwenden, indem der Betrag der Verbindungsbusse durch jene dividiert wird 

(BGE 134 IV 60 Erw. 7.3.3). Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhaftem Nichtbe-

zahlen der Busse ist damit auf 2 Tage festzusetzen. 

V. Vollzug 

 Die Vorinstanz hat den Vollzug der Geldstrafe aufgeschoben. Dieser Ent-

scheid ist schon aufgrund des Verschlechterungsverbotes im Sinne von Art. 391 

Abs. 2 StPO ohne Weiteres zu bestätigen und die Probezeit auf zwei Jahre fest-

zusetzen. Zur Begründung kann auf die zutreffenden Erwägungen im angefochte-

nen Entscheid verwiesen werden (Urk. 22 S. 10). 

- 18 - 

VI. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

 1. Ausgangsgemäss ist das erstinstanzliche Kostendispositiv (Ziff. 5 und 

6) zu bestätigen. 

 2. Im Berufungsverfahren tragen die Parteien die Kosten nach Massgabe 

ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Beschuldigte un-

terliegt mit seiner Berufung vollumfänglich, weshalb ihm die Kosten des Beru-

fungsverfahrens aufzuerlegen sind. 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig der groben Verletzung von Verkehrs-

regeln (ungenügender Abstand beim Hintereinanderfahren) im Sinne von 

Art. 90 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 34 Abs. 4 SVG und Art. 12 Abs. 1 

VRV. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 8 Tagessätzen zu 

Fr. 290.– sowie mit einer Busse von Fr. 580.–. 

3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre 

festgesetzt. 

4. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft 

nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 2 Tagen. 

5. Das erstinstanzliche Kostendispositiv (Ziff. 5 und 6) wird bestätigt. 

6. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 1'000.–. 

7. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt. 

8. Schriftliche Mitteilung  in vollständiger Ausfertigung an 

− die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten 
− die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat 

- 19 - 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− das Strassenverkehrsamt des Kantons Aargau, Sektion Massnahmen, 

Postfach, 5001 Aarau, PIN-Nr. … 
− die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A. 

9. Rechtsmittel: 

Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang der vollständigen, be-
gründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung des 

Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichts-

gesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer 

 
 

Zürich, 2. Dezember 2014 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

Oberrichter Dr. Bussmann 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. Oswald 
 

 
 
 
 

- 20 - 

Zur Beachtung: 

Der/die Verurteilte wird auf die Folgen der Nichtbewährung während der Probezeit aufmerksam 

gemacht: 

Wurde der Vollzug einer Geldstrafe unter Ansetzung einer Probezeit aufgeschoben, muss sie vor-

erst nicht bezahlt werden. Bewährt sich der/die Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit, muss 

er/sie die Geldstrafe definitiv nicht mehr bezahlen (Art. 45 StGB); Analoges gilt für die bedingte 

Freiheitsstrafe. 

Eine bedingte Strafe bzw. der bedingte Teil einer Strafe kann im Übrigen vollzogen werden 

(Art. 46 Abs. 1 bzw. Abs. 4 StGB), 

- wenn der/die Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder Vergehen begeht, 

- wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet. 

 
 

	Urteil vom 2. Dezember 2014
	 Anklage:
	Urteil der Vorinstanz:
	1. Der Beschuldigte ist schuldig der groben Verletzung von Verkehrsregeln (ungenügender Abstand beim Hintereinanderfahren) im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG i.V.m. Art. 34 Abs. 4 SVG und Art. 12 Abs. 1 VRV.
	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu Fr. 290.-- sowie mit einer Busse von Fr. 700.--.
	3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.
	4. Die Busse ist zu bezahlen.
	Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 7 Tagen.
	5. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
	Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
	6. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt.
	Berufungsanträge:
	Erwägungen:
	I.  Prozessgeschichte
	II.  Sachverhalt
	III.  Rechtliche Würdigung
	IV.  Strafzumessung
	V.  Vollzug
	VI.  Kosten- und Entschädigungsfolgen

	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig der groben Verletzung von Verkehrsregeln (ungenügender Abstand beim Hintereinanderfahren) im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 34 Abs. 4 SVG und Art. 12 Abs. 1 VRV.
	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 8 Tagessätzen zu Fr. 290.– sowie mit einer Busse von Fr. 580.–.
	3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.
	4. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 2 Tagen.
	5. Das erstinstanzliche Kostendispositiv (Ziff. 5 und 6) wird bestätigt.
	6. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 1'000.–.
	7. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt.
	8. Schriftliche Mitteilung  in vollständiger Ausfertigung an
	 die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat
	 die Vorinstanz
	 das Strassenverkehrsamt des Kantons Aargau, Sektion Massnahmen, Postfach, 5001 Aarau, PIN-Nr. …
	 die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A.

	9. Rechtsmittel: Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.
	Zur Beachtung:
	- wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet.