# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9567f9b1-f74c-5b81-878e-124501a85662
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-05-23
**Language:** de
**Title:** Zusprache befristeter Rente verlängert; Rückweisung zur Abklärung späterer unklarer Arbeitsfähigkeit  (BGE 9C_520/2014)
**Docket/Reference:** IV.2013.00253
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2013.00253.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2013.00253
II. Kammer
Sozialversicherungsrichter Mosimann, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Käch
Ersatzrichterin Romero-Käser
Gerichtsschreiberin Tiefenbacher
Urteil
vom
23. Mai 2014
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwältin Bettina Umhang
advo5 Rechtsanwälte
Waltersbachstrasse
5, Postfach, 8021 Zürich 1
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
X.___
, geboren 1969,
seit 2000 verheiratet und Vater eines am 1
3.
Dezember 2006 geborenen Sohnes,
meldete sich am
5.
November 20
09
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/11
Ziff.
1.3, 1.7 und 3.1
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte unter anderem ein Gutachten ein, das am
6.
Juli 2011 erstattet wurde (
Urk.
7/54), er
teilte Kostengutsprache für orthopädisches Schuhwerk (
Urk.
7/66) sowie für
Ar
beitstrainings
(
Urk.
7/70;
Urk.
7/119) und sprach dem Versicherten nach durch
geführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
7/89,
Urk.
7/99) mit Verfügung vom
5.
Februar 2013 eine befristete ganze Rente von Mai 2010 bis Juni 2011 zu (
Urk.
7/126 =
Urk.
2).
2.
Gegen die Verfügung vom
5.
Februar 2013 (
Urk.
2) erhob der Versicherte am 1
2.
März 2013 Beschwerde und beantragte zur Hauptsache, diese sei aufzuhe
ben und es sei ihm eine unbefristete Rente zuzusprechen (
Urk.
1 S. 2
Ziff.
1-2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 3
0.
April
2013 (
Urk.
6) die Abweisung der Beschwerde.
Mit Gerichtsverfügung vom 1
9.
August 2013 wurde antragsgemäss (vgl.
Urk.
1 S. 2
Ziff.
5) die unentgeltliche Rechtsvertretung - sowie die unentgeltliche
Pro
zessführung
- bewilligt (
Urk.
20).
Am
4.
Juni 2013 erstattete der Beschwerdeführer seine Replik (
Urk.
11) und am
3.
September 2013 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf Duplik (
Urk.
21), was dem Beschwerdeführer am
6.
September 2013 zur Kenntnis gebracht wurde
(
Urk.
22)
.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die
Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leistung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung. Letztere setzt voraus, dass Revisionsgründe (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen) vorliegen, wobei der Zeitpunkt der Aufhebung oder Herabsetzung nach Massgabe des analog anwendbaren (AHI 1998 S. 121 E. 1b mit Hinweisen)
Art.
88a der Ver
ordnung über die Invalidenversicherung (IVV) festzusetzen ist (vgl. BGE 121 V 264 E. 6b/
dd
mit Hinweis). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Ände
rung des Invaliditätsgrades eingetreten und damit der für die Befristung oder Abstufung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Ver
gleich des Sachverhalts im Zeitpunkt der Rentenzusprechung oder des
Renten
beginns
mit demjenigen zur Zeit der Aufhebung beziehungsweise Herabsetzung der Rente (BGE 125 V 413 E. 2d am Ende, 369 E. 2, 113 V 273 E. 1a, 109 V 262 E. 4a, je mit Hinweisen; vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5). Spricht die Verwaltung der versicherten Person eine befristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die Befristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die unbestritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert blei
ben (BGE 125 V 413 f. E. 2d mit Hinweisen). Die gerichtliche Prüfung hat viel
mehr den Rentenanspruch für den gesamten verfügungsweise geregelten Zeit
raum und damit sowohl die Zusprechung als auch die Aufhebung der Rente zu erfassen (Urteil des Bundesgerichts I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.3
Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenanspruches als auch anlässlich einer Rentenrevision (
Art.
17
Abs.
1 ATSG) stellt sich unter dem Ge
sichtspunkt des
Art.
28a
Abs.
3 IVG in Verbindung mit
Art.
16 und 7
Abs.
2 ATSG die Frage nach der anwendbaren Invaliditätsbemessungsmethode.
Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, führt je zur Anwendung einer anderen Me
thode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich, Betätigungsvergleich, gemischte Methode) und ergibt sich aus der Prüfung, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beein
trächtigung bestünde. Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbs
tätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte,
sondern in welchem Pensum sie hypothetisch,
das heisst
ohne
Gesundheits
scha
den
, aber bei sonst gleichen Verhältnissen, erwerbstätig wäre (
Art.
27
bis
IVV). Die gemischte Methode bezweckt damit eine möglichst wirklichkeitsgerechte Bemessung des Invaliditätsgrades (BGE 133 V 504 E. 3.3 mit Hinweisen).
Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben. Dabei sind die kon
krete Situation und die Vorbringen der versicherten Person nach Massgabe der allgemeinen Lebenserfahrung zu würdigen. Für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Er
werbs
tätigkeit ist der im Sozial
versicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich (
BGE 137 V 334
E. 3.2,
130 V 393
E. 3.3,
125 V 146
E. 2c, je mit Hinweisen).
Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen (vgl.
Art.
27 IVV) sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigun
gen und Begabungen zu berücksichtigen (Urteil 9C_915/2012 des Bundesge
richts vom 1
5.
Mai 2013 mit Hinweisen auf BGE 133 V 504 E. 3.3).
Bei der Bestimmung der im konkreten Fall anwendbaren
Invaliditätsbemes
sungsmethode
und damit der Beantwortung der entscheidenden Statusfrage han
delt es sich um eine hypothetische Beurteilung, die auch hypothetische
Wil
lensentscheidungen
der versicherten Person berücksichtigen muss.
Dies gilt auch für die Frage,
in welchem
Ausmass
die versicherte Person ohne gesund
heitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre
.
Diese
inneren Tatsachen
sind indessen einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in aller Regel aus
äusseren
Indizien erschlossen werden. Die Beurteilung hypothetischer Geschehensabläufe ist eine Tatfrage, soweit sie auf Beweiswürdigung beruht, selbst wenn darin auch Schlussfolgerungen aus der allgemeinen Lebenserfah
rung mitberücksichtigt werden. Rechtsfragen sind hingegen Folgerungen, die
ausschliesslich
- losgelöst vom konkreten Sachverhalt - auf die allgemeine Lebenserfahrung gestützt werden oder die Frage, ob aus festgestellten Indizien mit Recht auf bestimmte Rechtsfolgen geschlossen worden ist (
vgl.
Urteil
e
des Bun
desgerichts 9
C_287/2013 vom
8.
November 2013
E.
3.5
und
8C_511/2013 vom 3
0.
Dezember 2013
,
je
mit Hinweisen).
1.4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversi
cherung (IVG) aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität
und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Einglie
derungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Ar
beitsmarktlage
erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid gewor
den wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.5
Bezog eine versicherte Person aus invaliditätsfremden Gründen (z.B. geringe Schulbildung, fehlende berufliche Ausbildung, mangelnde Deutschkenntnisse, beschränkte Anstellungsmöglichkeiten wegen
Saisonnierstatus
) ein deutlich unterdurchschnittliches Einkommen, ist diesem Umstand bei der
Invaliditäts
bemessung
nach
Art.
16 ATSG Rechnung zu tragen, sofern keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass sie sich aus freien Stücken mit einem bescheideneren
E
in
kommensniveau
begnügen wollte
(BGE 135 V 58 E. 3.1, 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweisen).
Die Parallelisierung der Einkommen trägt  dem Umstand Rechnung, dass die versicherte Person
als Invalide
realistischerweise
nicht den Tabellenlohn erzie
len kann, weshalb ein entsprechend tieferes
Invalideneinkommen
anzunehmen ist (BGE 135 V 58 E. 3.4.3, Urteil des Bundesgerichts 9C_488/2008 vom
5.
September 2008 E. 6.4, zusammengefasst in: SZS 2008 S. 570; Urteile des Bundesgerichts I 428/04 vom
7.
Juni 2006 E. 7.2.2; I 630/02 vom 5. Dezember 2003 E. 2.2.2). Kann tatsächlich oder
zumutbarerweise
ein durchschnittliches Invalideneinkommen erzielt werden, dann besteht kein Grund, ein aus wirt
schaftlichen Gründen unterdurchschnittliches
Valideneinkommen
auf ein durchschnittliches hochzurechnen. Denn mit einer solchen Vorgehensweise würden in gesetzwidriger Weise Einkommenseinbussen berücksichtigt, die nicht gesundheitlich bedingt sind. Entsprechend der gesetzlichen Regelung ist somit das (zumutbare) Invalideneinkommen nicht demjenigen Einkommen gegenüber
zustellen, das ohne Gesundheitsbeeinträchtigung bei vollständiger Ausschöp
fung des wirtschaftlichen Potenzials
zumutbarerweise
hätte erzielt werden können, sondern demjenigen, das konkret erzielt worden wäre (BGE 135 V 58 E.
3.4.3
am Ende
).
1.6
Für die Festsetzung des trotz Gesundheitsschädigung
zumutbarerweise
noch realisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die
versicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der - kumulativ - besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b/
aa
mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts I 850/05 vom 21.
August 2006 E. 4.2).
1.7
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kür
zen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ur
sprüng
lich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Dabei ist zu beachten, dass allfällige bereits bei der Parallelisierung der
Vergleichsein
kommen
mitverantwortliche invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des soge
nannten Leidensabzuges nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen (BGE 134 V 322 E. 5.2).
1.8
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2 Verfü
gungsteil 2) davon aus, dass der Beschwerdeführer seit Beginn der Wartezeit (1
6.
März 2009) in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sei (S. 1 unten) und dass er ohne Gesundheitsschaden zu 80
%
als Pflegehelfer erwerbstätig und zu 20
%
im Aufgabenbereich tätig wäre (S. 2 oben). Vom Ablauf der Wartefrist bis Ende März 2011 sei ihm keine Tätigkeit zumutbar gewesen; ab Datum der Begutachtung (3
1.
März 2011) sei ihm eine - näher umschriebene - angepasste Tätigkeit zumutbar, womit im Erwerbsbereich eine Einschränkung von 25
%
und damit ein Invaliditätsgrad von 20
%
resultierten (S. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber in seiner Beschwerde (
Urk.
1) auf den Standpunkt, das eingeholte Gutachten sei zwar in vielen Punkten kor
rekt (S. 12
Ziff.
34); es
leide allerdings a
uch an - näher bezeichneten - Mängeln (S. 12 f.
Ziff.
35). Er sei arbeitswillig; das von Oktober 2011 bis März 2012 in Aussicht genommene Arbeitstraining habe er
Ende Dezember 2011 aus gesund
heitlichen Gründen abbrechen müssen (S. 13 f.
Ziff.
36 f.). Da Zweifel an der attestierten Arbeitsfähigkeit von 50
%
bestünden, hätte die Beschwerdegegnerin eine ergänzende Begutachtung (am gleichen Ort) veranlassen müssen (S. 16 f.
Ziff.
40).
Ferner machte der Beschwerdeführer geltend, er sei als voll erwerbstätig zu quali
fizieren (S. 17 f.
Ziff.
42), vom Tabellenlohn sei ein Abzug vorzunehmen (S. 19 f.
Ziff.
45)
und
das vor Eintritt des Gesundheitsschadens erzielte - unter
durchschnittliche - Einkommen sei zu parallelisieren (S. 21
Ziff.
46).
In der Replik machte er geltend, sein Gesundheitszustand habe sich nicht erst nach einer Operation am 2
7.
Februar 2013 verschlechtert, sondern habe sich gar nie verbessert gehabt (
Urk.
11 S. 3 ff.
Ziff.
2).
Am 2
2.
Oktober 2012 habe er einen zweiten Arbeitsversuch gestartet; dabei sei es zu
Krankheitsabsenzen
(
von
1
bis
9
Tagen pro Monat
)
gekommen (S. 5 ff.
Ziff.
3).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, wie es sich mit der von der Beschwerdegegnerin ange
nommenen Verbesserung des Gesundheitszustands, mit dem Status des Beschwerdeführers und mit verschiedenen Aspekten der Invaliditätsbemessung verhält.
3.
3.1
3.1.1
Am
6.
Juli 2011 erstattete
Dr.
med.
Y.___
, Facharzt für Innere Medizin FMH, Chefarzt
des
Z.___
,
ein Gutachten im Auf
trag der Beschwerdegegnerin (
Urk.
7/54/1-51
=
Urk.
7/95
). Er stützte sich auf die ihm überlassenen Akten (S. 3 ff.), die Angaben des Beschwerdeführers (S. 17 ff.), die von ihm am 2
3.
März 2011 erhobenen Befunde (S. 23 ff.), ein ortho
pädisches Teilgutachten vom 2
3.
März 2011 (S. 26 ff.; vgl.
Urk.
7/54/59-65), ein neurologisches Teilgutachten vom 3
1.
März 2011 (S. 32 ff.; vgl.
Urk.
7/54/52-58) und ein psychiatrisches Teilgutachten vom 2
8.
März 2011 (S. 38 ff.; vgl.
Urk.
7/54/66-72).
3.1.2
Der Gutachter nannte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit (S. 44
Ziff.
6.1):
-
therapieresistente chronische neuropathische Schmerzen im Bereich des rechten Fusses mit / bei:
-
Status nach iatrogener Verletzung des
N.
ischiadicus
rechts (
Tibialis
-be
tont) im Rahmen einer
periacetabulären
Beckenosteotomie mit
Arthrotomie
und Taillierung des Kopf-/Hals-Überganges wegen
Hüft
dysplasie
am 1
2.
Juni 2009
-
ausgeprägter
Allodynie
des rechten Fusses
-
Status nach Implantation eines Rückenmark-Stimulators
sub
Th10 so
wie IPG
gluteal
rechts am 1
7.
Dezember
2010
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er (S. 44
Ziff.
6.2):
-
residuelle
Hüftdysplasie beidseits mit Pfannen-Retroversion, asympto
matisch, mit / bei
-
Pseudoarthrose im Bereich des
Ramus
superior
ossis
pubis
-
Adipositas Grad I mit / bei:
-
Body Mass Index von 32.6 kg/m
2
-
anamnestisch Schlafapnoesyndrom
-
sonstige Probleme mit Bezug auf die Lebensbewältigung (ICD-10 Z73.8)
3.1.3
Anamnestisch hielt der Gutachter unter anderem fest, bei einer Hüftoperation sei es 2009 zu einer Nervenschädigung mit heftigen Schmerzen im rechten Fuss gekommen (S. 45 unten). Ein im Dezember 2010 eingesetzter Neurostimulator habe infolge ungenügend präziser Platzierung sein Wirkungsfeld nicht
im
Schmerzzentrum; eine
Umplatzierung
sei in den nächsten Tagen vorgesehen (S.
46 unten).
3.1.4
Aus rein internistischer Sicht könne keine dauerhafte Einschränkung der Ar
beitsfähigkeit begründet werden (S. 47 unten).
Orthopädisch
-chirurgisch sei der Versicherte für eine rein gehende Tätigkeit und in der angestammten Tätigkeit als Krankenpfleger zu 100
%
arbeitsunfähig. Auch eine wechselbelastende
Tätigkeit sei nicht uneingeschränkt zumutbar; das Mass der Arbeitsunfähigkeit sei insgesamt mit etwa 50
%
einzuschätzen, die genaue prozentuale Definition sollte im Rahmen einer Arbeitserprobung erfolgen (S. 48 oben). Aus neurologi
scher Sicht sei eine 50%ige körperlich nicht belastende Tätigkeit möglich und vom Versicherten auch gewünscht (S. 48 unten).
Dabei sei zu beachten, dass der Versicherte keine längeren Z
wangspositionen einnehmen müsse
, dass er seine Körperstellung nach Bedarf verändern könne, dass er einerseits Bewegungsfrei
heit habe (um zwischendurch einige Schritte gehen zu können
)
und andererseits die Möglichkeit, Pausen einzulegen und sich nach Möglichkeit sogar hinzule
gen. Wichtig sei auch, dass er bei der Arbeit kein enges Schuhwerk tragen müsse. Insgesamt sollte die Arbeitstätigkeit aber vorwiegend sitzend sein (S. 49 oben). Aus psychiatrischer Sicht bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
(S.
49).
3.1.5
Zusammenfassend hielt der Gutachter fest,
der Versicherte sei aufgrund des neu
ropathischen Schmerzsyndroms und in zweiter Linie durch die Gehbehin
de
rung im Rahmen der Fussparese für körperlich belastende, rein stehende oder gehende Tätigkeiten nicht mehr einsetzbar. Hingegen wäre eine 50%ige körper
lich nicht anspruchsvolle Tätigkeit möglich und dem Versicherten auch zumut
bar. Dabei sei aber zu beachten, dass der Versicherte keine längeren
Zwangs
po
sitionen
einneh
men müsse
, dass er seine Körperstellung nach Bedarf verändern könne, dass er einerseits Bewegungsfreiheit habe (um zwischendurch einige Schritte gehen zu können
)
und andererseits die Möglichkeit, Pausen einzulegen und sich nach Möglichkeit sogar hinzulegen. Wichtig sei auch, dass er bei der Arbeit kein enges Schuhwerk tragen müsse. Insgesamt sollte die Arbeitstätigkeit aber vorwiegend sitzend sein (S. 49
Ziff.
7.4).
3.1.6
Das aktuell ermittelte Belastungsprofil gelte seit dem operativen Eingriff vom Juni 2009; zuvor sei der Versicherte nach seinem Sturz vom 1
6.
März 2009
un
fallbedingt
vorübergehend arbeitsunfähig geschrieben gewesen (S. 50
Ziff.
7.5). In einer der Leiden optimal angepassten, körperlich leichten, vorwiegend sitzen
den Tätigkeit bestehe spätestens ab dem Zeitpunkt der aktuellen Begutachtung aus interdisziplinärer Sicht eine zumutbare Restarbeitsfähigkeit von 50
%
; vor
stellen könnte man sich jede manuelle Tätigkeit in vorwiegend sitzender Posi
tion, Arbeiten am PC, die keine längeren Konzentrationsperioden erforderten
,
und vor allem Arbeitstätigkeiten, bei welchen der Versicherte in sozialem Kon
takt sei
n
könne (S. 50
Ziff.
7.7).
3.2
Dr.
med
.
A.___
, FMH Allgemeine
Medizin, nannte in ihrem Bericht vom
2.
September 2011 (
Urk.
7/62) als Diagnose einen Status nach iatrogener N.
ischiadicus
Parese rechts (
Ziff.
1) und fü
hrte aus, der Beschwerdeführer
be
nötige einen Massschuh (
Ziff.
2.3). Am 1
5.
September 2011 wurde die entspre
chende Kostengutsprache erteilt (
Urk.
7/66).
3.3
Vom 1
6.
bis 2
6.
Januar 2012 weilte der Beschwerdeführer gemäss
Austritts
berich
t
vom
2.
Februar 2012 (
Urk.
7/96 =
Urk.
7/104/2-4
) stationär im
B.___
, dies für eine Morphinrotation auf Methadon bei
chronifiziertem
neuro
pathischem Schmerz (S. 1 unten).
Es wurden folgende Diagnosen gestellt (S. 1):
-
chronifiziertes
neuropathisches Schmerzsyndrom nach iatrogener Läsion des
N.
ischiadicus
rechts
-
Status nach
periacetabulärer
Beckenosteotomie rechts mit
Arthroto
mie
des Kopf-Hals-Überganges Juni 2009
-
beidseitige, asymptomatische Hüftdysplasie
-
partielles Ansprechen auf die Implantation eines SCS Dezember 2010 und April 2011
-
chronischer, insuffizient wirksamer Opiatkonsum
-
obstruktives Schlaf-Apnoe-Syndrom
-
AHI 31/h, DI 70/h, durchschnittliche Sättigung 7
3
%
-
nächtliche CPAP-Therapie geplant
-
interkurrenter grippaler Infekt
Am
1.
Februar
2012 erstattete med.
pract
.
C.___
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
,
B.___
,
ein psychiatrisches Konsilium (
Urk.
7/84) nach Untersuchungen vom 1
8.
u
nd 2
3.
Januar 2012 (S. 1 oben) und führte unter and
erem aus, der Beschwerdeführer
sei zur Umstellung einer inzwischen insuffizienten Opiat- und
Analgetikatherapie
hospitalisiert (S. 1 unten); eine offensichtliche Psychopathologie sei nicht erkennbar gewesen (S. 2 Mitte).
3.4
Am 2
1.
März 2012 erfolgte laut Operationsbericht vom 2
4.
März 2012 (
Urk.
7/97/1-2) und Austrittsbericht vom 2
6.
März 2012 (
Urk.
7/97/3-4)
eine Schraubenentfernung an der Spina
iliaca
anterior
superior
und eine Entfernung von
Osteophyten
unterhalb der Spina
iliaca
anterior
superior
rechts (S. 1).
3.5
Dr.
med.
D.___
, Allgemeine
Innere Medizin FMH, führte in seinem Bericht vom 3
0.
Mai 2012 (
Urk.
7/104/1) aus
, der Beschwerdeführer habe wegen starken Schmerzen den Anforderungen der Ende 2011 empfohlenen
Wiedereingliede
rungsmassnahme
nicht entsprechen können und habe viele Absenzen gehabt. Zwischenzeitlich habe es eine medikamentöse Neueinstellung
gegeben, welche dem Patienten eine Besserung gebracht habe. Dieser möchte glaubhaft eine erneute Wiedereingliederung unter den jetzigen Bedingungen versuchen. Er
Dr
.
D.___
- könne diesen Wunsch als Hausarzt nur unterstützen.
3.6
Dr.
med.
E.___
,
FMH Anästhesie,
F.___
, führte in ihrem Bericht vom
9.
November 2012 aus, dass sich der Beschwerdeführer seit dem 2
7.
September 2012 in schmerztherapeutischer Behandlung befinde und nannte als Diagnose
ein
chronifiziertes
neuropathisches Schmerzsyndrom des rechten Fusses nach iatrogener Läsion des
N.
ischiadicus
rechts (
Urk.
12/1
S. 1). In einem undatierten Attest führte sie aus, die am
9.
November 2012 durch
geführte Schmerzbehandlung habe zu massiven Nebenwirkungen geführt, so dass der Beschwerdeführer am 1
2.
November 2012 nicht in der Lage gewesen sei, seiner normalen Arbeit nachzugehen
(
Urk.
12/2)
.
Dr.
med.
G.___
, praktischer Arzt, attestierte
für folgende Tage oder
Pe
ri
oden
eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
(
Urk.
12/3,
Urk.
12/5-6,
Urk.
12/8-10):
-
1
2.
und 1
9.
bis 2
4.
November 2012
-
3.
bis
8.
und 2
1.
bis 2
7.
Januar 2013
-
1
9.
Februar 2013
-
15., 1
9.
und 2
0.
März 2013
-
1
2.
bis 1
5.
April 2013
-
1
5.
bis 1
7.
Mai 2013
4.
4.1
Der Beschwerdeführer ist ursprünglich gelernter Landwirt (
Urk.
7/11
Ziff.
5.2)
.
Gemäss
Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug) vom 1
8.
August 2010 (
Urk.
7/40)
hat er ab 2001 folgende Einkommen erzielt:
Jahr
Monate
Fr.
2001
1-5
14‘839
Adecco
5-11
32‘778
sairgroup
AG
12
2‘356
Arbeitslosenentschädigung
2002
1-6
19‘001
Arbeitslosenentschädigung
7-10
11‘194
Arbeitslosenentschädigung
9
1‘569
Funkwache AG
10-12
11‘458
Fruros
AG
2003
1-12
36‘053
Fruros
AG
11-12
8‘690
Arbeitgeber nicht erfasst
2004
1-6
25
‘8
00
Arbeitgeber nicht erfasst
1-12
13‘481
Fruros
AG
12
4‘000
Hilcona
AG
2005
1-3
11‘183
Hilcona
AG
1-7
1‘672
Fruros
AG
3-9
17‘234
Arbeitslosenentschädigung
11-12
3‘707
Arbeitslosenentschädigung
2006
1-10
23‘805
Arbeitslosenentschädigung
V
on 1988 bis 2006
sind
Einkommen von t
otal
Fr.
500‘561.-- (
Fr.
509‘999.-- minus
Fr.
4‘279.-- und
Fr.
1‘724.-- im Jahr 1987 sowie
Fr.
1‘308.--,
Fr.
560.--, und
Fr.
1‘472.-- im Jahr 2007 und
Fr.
95.-- im Jahr 2008) verzeichnet.
4.2
In seiner Anmeldung zum Leistungsbezug (
Urk.
7/11) gab der Beschwerdeführer an, er sei von Dezember 2006 bis Januar 2009 als Hausmann (
Ziff.
5.6) und vom 2
4.
Januar bis 3
1.
Mai 2009 im Umfang von 80
%
als Hilfskrankenpfleger erwerbstätig (
Ziff.
5.4) gewesen.
Gemäss dem Bericht der Arbeitgeberin vom
1.
März 2010 (
Urk.
7/24) betrug der dabei erzielte Lohn
Fr.
3’380.15 x 12 =
Fr.
40‘561.80 (
Ziff.
2.10); auch der aktuell ohne Gesundheitsschaden erzielbare Lohn wurde mit
Fr.
40‘561.80 angegeben (
Ziff.
2.11).
Im
Z.___
-Gutachten
(
Urk.
7/54/1-51) wurde unter anderem ausgeführt, der Be
schwerdeführer sei gemäss seinen eigenen Angaben die meiste Zeit
zuhause und kümmere sich
um den vierjährigen Sohn, der im nächsten August in den Kin
dergarten gehen werde; seine Ehefrau arbeite zu 100
%
und verdiene damit
Fr.
5‘000.-- im Monat (S. 18
Ziff.
3.1.3).
4.3
Am 1
1.
Oktober 2011 erteilte die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer Kostengutsprache für ein
Arbeitstraining
im
H.___
vom
3.
Oktober 2011 bis 3
0.
März 2012
(
Urk.
7/70
S. 1
)
.
Un
ter den Rahmenbedingungen wurden eine Präsenzzeit von 50
%
ab Beginn der Massnahme und eine
n kontinuierlichen
Aufbau der Leistungen und Stabilisie
rung auf 50
%
festgehalten (
Urk.
7/70 S. 2
Ziff.
3).
4.4
Im Verlaufsprotokoll Eingliederungsberatung vom 3
0.
Januar 2012 (
Urk.
7/79) wurde ausgeführt, gemäss Rückmeldung
des
H.___
sei
der Beschwerdeführer sehr motiviert, habe aber viele krankheitsbedingte Absenzen. Eine Weiterführung der Massnahme sei nicht sinnvoll; diese sei per 3
1.
Dezember 2011 abgebrochen worden (S. 1). Mit Verfügung vom 3
0.
Januar 2012 hob die Beschwerdegegnerin die erteilte Kostengutsprache auf (
Urk.
7/78).
4.
5
Am
9.
November 2012 erteilte die Beschwerdegegnerin abermals Kostengut
sprache für ein Arbeitstraining
im
H.___
,
nunmehr vom 2
2.
Oktober 2012 bis 2
1.
April 2013 (
Urk.
7/119). In der zugehörigen Eingliederungsvereinbarung (
Urk.
7/118) wurde als Ziel formuliert, dass nach sechs Monaten eine stabile Mindestpräsenz von 50
%
erreicht werde (S. 1
Ziff.
1), und es wurde ein Einsatz von 4 Stunden pro Tag mit zunehmender Arbeitsleistung vorgesehen (S. 1 f.
Ziff.
3).
Mit Mitteilung vom
3.
Mai 2013 wurde der Arbeitsversuch
bei
H.___
bis Ende
Juli 2013 verlängert (
Urk.
12/11).
5.
5.1
Die Arbeitsfähigkeit betreffend stützte sich die Beschwerdegegnerin auf die Ein
schätzung im - nach im März 2011 erfolgten Untersuchungen im Juli 2011 er
statteten
-
Z.___
-Gutachten
(vorstehend E. 3.1), wonach eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
in leidensangepasster Tätigkeit ab April 2011 bestehe.
Auch im Hinblick au
f das im Oktober 2011 begonnene
Arbeitstraining ging die Beschwerdegegnerin von einer
Präsenzzeit und sodann
Arbeitsfähigkeit von 50
%
aus
(vorstehend E. 4.3). Die betreffende berufliche Massnahme wurde je
doch per Ende 2011 aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig abgebrochen (vor
stehend E. 4.4).
Im Januar 2012 war der Beschwerdeführer während 10 Tagen hospitalisiert (vor
stehend E. 3.3) und im März 2012 erfolgte ein operativer Eingriff (vorste
hend E. 3.4).
Ende Mai 2012 berichtete der Hausarzt des Beschwerdeführers über eine ge
sund
heitliche Besserung und empfahl, das Arbeitstraining wieder aufzunehmen (vorstehend E. 3.5), was sodann ab Oktober 2012 umgesetzt wurde (vorstehend E. 4.5).
5.2
Aus dem dargelegten Verlauf (vorstehend E. 5.1) ergibt sich, dass sich die Ar
beitsfähigkeit von 50
%
nicht in dem gutachterlich postulierten Zeitpunkt (März 2011) hat realisieren lassen, und zwar nicht mangels Eigenanstrengung des Beschwerdeführers, sondern infolge ausgewiesener anhaltender gesundheitlicher Beeinträchtigungen.
Gemäss der
zwar knappe
n
, aber einleuchtende
n
Darstellung des Hausarztes (vor
stehend E. 3.5) hat erst die Anfang 2012 erfolgte Behandlung die
Schmerz
situation
soweit zu
verbessern
vermocht, dass die postulierte Arbeitsfähigkeit ab Juni 2012 als realisierbar erachtet werden konnte.
5.3
Somit ist die revisionsrelevante Verbesserung der Arbeitsfähigkeit nicht auf den von der Beschwerdegegnerin angenommenen Zeitpunkt (Juli 2011), sondern ab September 2012 (
Mai
2012 plus 3 Monate) anzusetzen.
Ob diese Verbesserung sodann von Dauer war, lässt sich gestützt auf die vor
handenen Berichte nicht zuverlässig beurteilen: Für die Zeit von November 2012 bis Mai 2013 wurden einzelne und teilweise sich über mehrere Tage erstreckende Arbeitsunfähigkeiten attestier
t
(vorstehend E. 3.6)
; e
s wurde aber auch der im Oktober 2012 begonnene Arbeitsversuch bis Ende Juli 2013 verlän
gert (vorstehend E. 4.5).
6.
6.1
Im Hinblick auf die anzuwendende Methode der Invaliditätsbemessung stellt sich die Statusfrage, also die Frage, in welchem Umfang der
Beschwerdeführer
wäre der Gesundheitsschaden nicht eingetreten - im Zeitpunkt des
Rentenbe
ginns
(Mai 2010) erwerbstätig oder im Aufgabenbereich tätig gewesen wäre (vorstehend E. 1.3).
6.2
Mit der Beschwerdegegnerin ist davon auszugehen, dass der hier zu beurtei
lende Gesundheitsschaden am 1
6.
März 2009 eingetreten ist (vorstehend E. 2.1).
Vor Eintritt des Gesundheitsschadens war der Beschwerdeführer seit der Geburt seines Sohnes, mithin ab Dezember 2006, bis Januar 2009 als Hausmann tätig. Ab 2
4.
Januar 2009 war er im Umfang von 80
%
erwerbstätig; seine Ehefrau war in diesem Zeitpunkt zu 100
%
erwerbstätig (vorstehend E. 4.2).
6.3
Der Beschwerdeführer hat sich - bei gleichzeitiger voller Erwerbstätigkeit seiner Ehefrau - vollzeitlich der Haushaltführung und der Betreuung des gemeinsamen Sohn
es
in dessen ersten zwei Lebensjahren gewidmet. Im Januar 2009 hat er eine Erwerbstätigkeit im Umfang von 80
%
aufgenommen. Damit standen noch 20
%
für den Aufgabenbereich zur Verfügung. Das erscheint zwar angesichts des erst gut zweijährigen Kindes eher wenig, ist aber für die Zeit der effektiv ausgeübten Erwerbstätigkeit belegt.
Vor diesem Hintergrund ist als überwiegend wahrscheinlich zu erachten, dass im Gesundheitsfall auch im Mai 2010 ein Pensum von (mindestens) 20
%
für den Aufgabenbereich aufzuwenden gewesen wäre, und dass gemäss der bis da
hin praktizierten Arbeitsteilung der Beschwerdeführer diese Betreuung über
nommen hätte.
Er ist somit als zu 80
%
erwerbstätig und zu 20
%
im Haushaltbereich tätig zu qualifizieren.
Wie es sich verhält, wenn in einem späteren Zeitpunkt der
Kin
derbetreuungsaufwand
sinken oder die familiäre Einkommenssituation sich ver
ändern sollte, ist nicht im vorliegenden Verfahren zu prüfen.
7.
7.1
Der Beschwerdeführer
hat
mit seiner zuletzt ausgeübten Tätigkeit ein Einkom
men erzielt, das rund
Fr.
40‘562.-- pro Jahr entsprach (vorstehend E. 4.2).
Die im IK-Auszug verzeichneten
Einkommen
von 1988 bis 2006 betragen total
Fr.
500‘561.--
(E. 4.1)
, was
über die berücksichtigten 19 Jahre einen Durch
schnitt von rund
Fr.
26‘345.-- pro Jahr
ergibt
.
Der Beschwerdeführer hat somit im Verlauf seines gesamten Erwerbslebens geringe Einkommen erzielt und das
zuletzt erzielte
Einkommen liegt erheblich über den
davor durchschnittlich
er
zielt
en Einkommen
.
7.2
Die Beschwerdegegnerin hat zur Ermittlung des
hypothetischen
Valideneinkom
mens
auf das vom Beschwerdeführer zuletzt erzielte Einkommen, aufgerechnet auf das Jahr 2011, abgestellt und dieses mit rund
Fr.
41‘132.-- beziffert (
Urk.
7/86 S. 1).
Dies entspricht der Grössenordnung der in den Jahren 2001, 2002 und 2003 erzielten Einkommen und liegt deutlich über den 2005 und 2006 erzielten Einkommen.
Als
Valideneinkommen
ist nicht das Einkommen einzusetzen, das der Beschwer
deführer
ohne Gesundheitsschaden bei vollständiger Ausschöpfung seines wirt
schaftlichen Potentials erzielen könnte, sondern jenes, das er erzielen würde (vorstehend E. 1.5). Dieses ist mit dem von der Beschwerdegegnerin eingesetzten Betrag zutreffend erfasst, weshalb zu der vom Beschwerdeführer beantragten Parallelisierung
(
Urk.
1 S. 21
Ziff.
46)
keine Veranlassung besteht.
Das
Valideneinkommen
ist somit mit
Fr.
40‘846.-- im Jahr 2010
(
Urk.
7/86 S. 1)
zu beziffern.
7.3
Zur Bestimmung des hypothetischen Invalideneinkommens hat die
Beschwerde
gegnerin
auf die Tabellenlöhne der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamts für Statistik abgestellt und den von Männern mit einfa
chen und repetitiven Tätigkeiten über alle Wirtschaftszweige hinweg erzielte
n
mittleren Lohn herangezogen (
Urk.
7/86 S. 2)
, mithin
Fr.
4‘
901
.--
(LSE 2010, S.
26, Tab. TA1, Niveau 4, Männer, Total)
.
Dies ist grundsätzlich zutreffend und wurde auch vom Beschwerdeführer nicht bemängelt.
U
mgerechnet
auf ein Jahr und der durchschnittlichen Arbeitszeit von 41.6 Stun
den (Die Volkswirtschaft 4/2014 S. 90 Tab. B9.2) angepasst betrug der Tabellenlohn im Jahr 2010 somit rund
Fr.
61‘164.-- (
Fr.
4‘901.-- x
12 :
40.0 x 41.6).
7.4
Hingegen machte der Beschwerdeführer zu Recht geltend, es sei ein Abzug vom genannten Tabellenlohn
(vorstehend E. 1.7)
vorzunehmen (
Urk.
1 S. 19 f.
Ziff.
45).
Namentlich anerkennt
d
ie Rechtsprechung unter dem Titel Beschäftigungsgrad bei Männern, welche aus gesundheitlichen Gründen nur noch teilzeitlich er
werbstätig sein können, einen Abzug vom Tabellenlohn nach BGE 126 V 75
(Urteil des Bundesgerichts
8C_20/2012 vom
4.
April 2012 E. 3.2). Damit soll dem Umstand Rechnung getragen werden, dass bei Männern statistisch gesehen Teilzeitarbeit vergleichsweise weniger gut
entlöhnt
wird als eine
Vollzeittätig
keit
(vgl. die nach dem Beschäftigungsgrad differenzierenden Tabellen T2* in der LSE
2006 S. 16
; Urteil des Bundesgerichts
9C_796/2013 vom 2
8.
Januar 2014 E. 3.1.2 mit Hinweisen
).
Ferner ist zu berücksichtigen, dass aus gutachterlicher Sicht erhebliche Restrik
tionen bezogen auf die Arbeitsfähigkeit von 50
%
formuliert wurden: Es muss sich um eine vorwiegend sitzende Tätigkeit ohne
längere Zwangspositionen
handeln
,
dies mit der Möglichkeit, die
Körperstellung nach Bedarf
zu verändern
,
mit Bewegungsfreiheit,
um zwischendurch einige Schritte gehen zu können
,
und
mit der
Möglichkeit, Pausen einzulegen und sich nac
h Möglichkeit sogar hin
zulegen (vorstehend E. 3.1.5).
Unter diesen Umständen ist als überwiegend wahrscheinlich anzunehmen
, dass der Beschwerdeführer mit einem unter
durchschnittlichen Lohn rechnen müsste, was bei der Bemessung des Abzugs vom Tabellenlohn zu berücksichtigen ist.
In Würdigung
dieser
Umstände erscheint ein Abzug von
15
%
als angezeigt
.
7.5
Somit ergibt sich folgende Invaliditätsbemessung für den 80
%
umfassenden Erwerbsbereich, dies aus Praktikabilitätsgründen bezogen auf das Jahr 2010: Das
Valideneinkommen
beträgt
Fr.
40‘846.-- (vorstehend E. 7.2), das
Invaliden
einkommen
rund
Fr.
25‘995.-- (
Fr.
61‘164.-- x 0.5 x 0.85). Die
Einkommensein
busse
beträgt
Fr.
14‘851.--, was eine Einschränkung von 36.36
%
und einen
pensumsentsprechenden
Teilinvaliditätsgrad von 29.09
%
(36.36
%
0.8) ergibt.
Damit ein (knapp) rentenbegründender Invaliditätsgrad von 39.50
%
erreicht würde, müsste der Teilinvaliditätsgrad im Aufgabenbereich mindestens 10.41
%
betragen, die Einschränkung im 20
%
umfassenden Aufgabenbereich also min
destens 52.05
%
betragen (52.05
%
x 0.2 = 10.41
%
).
Dies kann bei einer Ein
schränkung von 50
%
im Erwerbsbereich mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden, womit in antizipierter Beweiswürdigung
(vgl. BGE 124 V 90 E. 4b; 122 V 157 E. 1d) auf eine
Haushaltabklärung verzichtet werden konnte und kann.
7.6
Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass entsprechend der
Invaliditätsbemes
sung
kein Rentenanspruch bestand, soweit von einer Arbeitsfähigkeit von 50
%
in leidensangepasster Tätigkeit auszugehen ist beziehungsweise war.
7.7
Bezogen auf den zeitlichen Verlauf führt dies zu folgenden Ergebnissen: Die Würdigung der medizinischen Sachlage hat ergeben, dass eine relevante Ver
besserung der Arbeitsfähigkeit (erst) ab September 2012 zu berücksichtigen ist (vorstehend E. 5.3). Somit ist die angefochtene Verfügung dahin abzuändern, dass bis Ende August 2012 Anspruch auf eine ganze Rente besteht.
Ab September 2012 besteht (vgl. vorstehende E. 7.5
und E. 7.6
) kein Rentenan
spruch mehr. Allerdings ist nicht geklärt, ob die ab November 2012 aufgetrete
nen Krankheitsabsenzen als untergeordnet und vorübergehend einzustufen sind, oder ob ab November 2012 wieder eine Arbeitsfähigkeit von weniger als 50
%
anzunehmen ist. Diesbezüglich
erweist sich die Sache als nicht spruchreif und sie ist an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, da
mit
sie in geeigneter Weise abkläre, wie es sich mit dem Gesundheitszustand, der Arbeitsfähigkeit und einem allfälligen Rentenanspruch ab November 2012 verhält.
In diesem Sinne ist
die
Beschwerde
gutzuheissen
.
8.
8.1
Die Verfahrenskosten
gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
des Bundesgesetzes über die Inva
lidenversicherung (IVG) sind ermessensweise auf
Fr.
900.-- festzusetzen und
ausgangsgemäss
der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
8.2
Nach
§
34
Abs.
3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) bemisst sich die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert. Gemäss
§
8 in Verbindung mit
§
7
Abs.
1 der seit
1.
Juli 2011 in Kraft stehenden Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht (
GebV
SVGer
) wird - auch im Rahmen der unentgeltlichen Rechtsvertretung - namentlich für unnötigen Aufwand kein Ersatz gewährt.
8.3
Die unentgeltliche Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers hat mit Honorarnote vom 1
2.
September 2013 einen Aufwand von 24.5 Stunden und eine
Kleinspe
senpauschale
von 3
%
in Rechnung gestellt (
Urk.
24).
Sie verrechnet
e
unter anderem 12.5 Stunden (8 + 2 + 2.5) als Arbeit an der Be
schwerde und 4.5 Stunden (3.5 + 0.4 + 0.6) für die Replik
, 3.4 Stunden für telefonische und schriftliche Kontakte mit dem Klienten und 2.1
Stunden
für solche mit der IV-Stelle
.
Der geltend gemachte Aufwand ist der Bedeutung der Streitsache und der Schwie
rigkeit des Prozesses nicht angemessen. Sowohl der fakturierte Aufwand von 17 Stunden für das Verfassen der Rechtsschriften als auch der Instruktions-Aufwand sind als überhöht einzustufen.
Angesichts der zu studierenden Akten der Beschwerdegegnerin, der
Rechts
schriften
, den Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Gesuch um unent
geltliche
Rechtsverbeiständung
sowie der in ähnlichen Fällen zugesprochenen
Beträgen ist die Entschädigung auf der Basis von 13
verrechenbaren
Stunden zum gerichtsüblichen Ansatz von
Fr.
200.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer) auf gerundet
Fr.
2‘900.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen (
Fr.
200.-- x 13 x 1.03 x 1.08 =
Fr.
2‘892.24) und von der Beschwerdegegnerin zu bezahlen.
Das Gericht
erkennt:
1.
In Gutheissung der
Beschwerde
wird
die Verfügung der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, vom
5.
Februar 2013 dahin abgeändert, dass der Beschwer
deführer Anspruch auf eine ganze Rente bis 3
1.
August 2012 hat, und die Sache wird an die IV-Stelle zurückgewiesen, damit sie, nach Abklärung der Verhältnisse ab No
vember 2012 im Sinne der Erwägungen, neu verfüge
.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
900
.-- werden
der Beschwerdegegnerin
auferlegt.
Rech
nung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechts
kraft zugestellt.
3.
Die Beschwerdegegnerin wird
verpflichtet,
der unentgeltlichen Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers, Rechtsanwältin Bettina Umhang, Zürich 1,
eine
Prozessentschä
digung
von
Fr.
2'900
.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) zu bezahlen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwältin Bettina Umhang
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
5.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu
enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Ur
kunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
MosimannTiefenbacher