# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0aa4ea50-21f3-5e98-a6db-9c3c95bde77a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-10-18
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 18.10.2011 D-5669/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5669-2011_2011-10-18.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung IV
D­5669/2011/wif

U r t e i l   v om   1 8 .   O k t ob e r   2 0 1 1

Besetzung Einzelrichter Fulvio Haefeli,
mit Zustimmung von Richter Bendicht Tellenbach;
Gerichtsschreiber Gert Winter.

Parteien A._______, geboren (…),
Nigeria,
(…),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz. 

Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 6. Oktober 2011 / N .

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Seite 2

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass der Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge seinen Heimatstaat 
ungefähr  Mitte  Juni  2009  auf  dem  Landweg  verliess  und  nach 
mehrmonatigen Aufenthalten in Marokko und Spanien am 8. Juli 2011 via 
Frankreich  in  die  Schweiz  gelangte,  wo  er  noch  gleichentags  im 
Empfangs­  und  Verfahrenszentrum  (EVZ)  M._______  um  Asyl 
nachsuchte,

dass er anlässlich der Befragung vom 19. Juli 2011 zur Person (BzP) im 
EVZ  M._______  sowie  der  Direktanhörung  vom  30.  September  2011 
durch  das  BFM  zur  Begründung  seines  Asylgesuchs  im  Wesentlichen 
geltend machte, er sei nigerianischer Staatsangehöriger und stamme aus 
dem Imo State, wo er als Palmölhändler gearbeitet und mit Frau und Kind 
gelebt habe,

dass er anfangs 2009 nach Kano umgezogen sei, um dort mit Palmöl zu 
handeln,

dass  bald  danach,  im  Juni  2009,  in  Kano  schwere  Unruhen  zwischen 
Christen  und  Moslems  ausgebrochen  seien,  in  deren  Verlauf  es 
zahlreiche Tote und Verletzte gegeben habe,

dass er von den muslimischen Haussa  in der Nacht aufgesucht worden 
sei, doch habe er fliehen und sich nach Niger absetzen können,

dass  er  sich  in  der  Folge  in  Marokko  und  Spanien  aufgehalten  habe, 
bevor er am 8. Juli 2011 in die Schweiz gereist sei,

dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  6.  Oktober  2011  –  eröffnet  am  10. 
Oktober 2011 – in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a des Asylgesetzes 
vom 26. Juni  1998  (AsylG, SR 142.31)  auf  das Asylgesuch nicht  eintrat 
und die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug anordnete,

dass  das  BFM  zur  Begründung  im  Wesentlichen  anführte,  die 
Ausführungen  des  Beschwerdeführers  zur  Frage,  weshalb  er  keine 
Dokumente habe, um seine Identität zu belegen, seien als Ausflüchte zu 
bezeichnen,

dass  demnach  keine  entschuldbaren  Gründe  vorlägen,  die  es  dem 
Beschwerdeführer  verunmöglichten,  Reise­  oder  Identitätspapiere 
einzureichen,

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dass bei Papierlosigkeit zudem zu prüfen sei, ob auf Grund der Anhörung 
sowie  gestützt  auf  Art.  3  und  7  AsylG  die  Flüchtlingseigenschaft 
festgestellt  werden  könne  oder  ob  zusätzliche  Abklärungen  zur 
Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  oder  eines 
Wegweisungsvollzugshindernisses nötig seien,

dass  sich  zur  geltend  gemachten  Zeit,  im  Juni  2009,  in  Kano  keine 
gravierenden  Ausschreitungen  zwischen  Moslems  und  Christen 
feststellen  liessen, und der Beschwerdeführer bezeichnenderweise nicht 
in der Lage gewesen sei, das Ausmass der angeblichen Ausschreitungen 
im Detail zu beschreiben und in allen Einzelheiten anzugeben, wie ihn die 
moslemischen Haussa angegriffen hätten,

dass  die  Behauptung  des  Beschwerdeführers,  er  habe  während  dieser 
Unruhen  nicht  in  sein  heimatliches  Dorf  im  Imo  State  zurückkehren 
können, wirklichkeitsfremd erscheine,

dass des Weiteren auch die Behauptung, die Haussa hätten ihn gemäss 
den  bei  der  einlässlichen  Anhörung  gemachten  Aussagen  auch  im 
mehrere  Hundert  Kilometer  entfernten  heimatlichen  Dorf  im  Imo  State 
gesucht (Luftlinie Kano – N._______: 750 km), erfahrungswidrig sei,

dass  es  bei  dieser  Sachlage  nicht  zu  erstaunen  vermöge,  wenn  der 
Beschwerdeführer sehr wenig über Kano und die dortigen Begebenheiten 
wisse,  weshalb  auch  der  geltend  gemachte,  halbjährige  Aufenthalt  in 
Kano bezweifelt werden müsse,

dass der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 und 
7  AsylG  nicht  erfülle  und  zusätzliche  Abklärungen  zur  Feststellung  der 
Flüchtlingseigenschaft  oder  eines  Wegweisungsvollzugshindernisses 
aufgrund der Aktenlage nicht erforderlich seien,

dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom  13.  Oktober  2011  gegen 
diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob und 
dabei die Kassation der angefochtenen Verfügung und Rückweisung an 
die Vorinstanz zu neuem Entscheid sowie Eintreten auf das Asylgesuch 
beantragte,  eventualiter  sei  seine  vorläufige  Aufnahme  in  der  Schweiz 
anzuordnen,

dass  er  schliesslich  in  prozessualer Hinsicht  das Gesuch  stellte,  es  sei 
ihm die Bezahlung eines Kostenvorschusses zu erlassen,

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dass auf  die Vorbringen  in  der Beschwerdeschrift,  soweit wesentlich,  in 
den nachfolgenden Erwägungen einzugehen ist,

dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  14.  Oktober  2011  beim 
Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig 
über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG, 
SR 172.021])  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines 
Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die 
beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  AsylG  i. V. m. 
Art. 31 – 33  des Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 17. Juni  2005  [VGG, 
SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass  der  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 
ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise 
Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist 
(Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde – 
unter  Vorbehalt  nachstehender  Erwägungen  –  einzutreten  ist  (Art. 108 
Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG),

dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32 – 35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der 
Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass  sich  demnach  die  Beschwerdeinstanz  – sofern  sie  den 
Nichteintretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet –  einer 
selbstständigen materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung 
aufhebt  und  die  Sache  zu  neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz 
zurückweist  (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen 
Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),

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dass  indessen  im Falle  des Nichteintretens  auf  ein Asylgesuch gemäss 
Art.  32  Abs.  2  Bst.  a  und  Abs.  3  AsylG  über  das  Nichtbestehen  der 
Flüchtlingseigenschaft abschliessend materiell zu entscheiden ist, soweit 
dies  im  Rahmen  einer  summarischen  Prüfung  möglich  ist  (vgl.  BVGE 
2007/8 insb. E. 5.6.5 S. 90 f.),

dass  dementsprechend  in  einem  diesbezüglichen  Beschwerdeverfahren 
ungeachtet  der  vorzunehmenden Überprüfung  eines  formellen Nichtein­ 
tretensentscheides  auch  die  Flüchtlingseigenschaft  Prozessgegenstand 
bildet (vgl. BVGE 2007/8 E. 2.1 S. 73),

dass  die  Vorinstanz  die  Frage  der  Wegweisung  und  des  Vollzugs 
materiell  prüft,  weshalb  dem  Bundesverwaltungsgericht  diesbezüglich 
volle Kognition zukommt,

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise 
einer  zweiten Richterin  entschieden wird  (Art. 111 Bst. e AsylG)  und  es 
sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt, 
weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist 
(Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  vorliegend  auf  einen 
Schriftenwechsel verzichtet wurde,

dass auf ein Asylgesuch nicht eingetreten wird, wenn Asylsuchende den 
Behörden nicht innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des Gesuchs 
Reise­ oder Identitätspapiere abgeben (Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG),

dass  diese  Bestimmung  jedoch  keine  Anwendung  findet,  wenn 
Asylsuchende  glaubhaft  machen  können,  sie  seien  dazu  aus 
entschuldbaren Gründen nicht  in der Lage (Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG), 
auf  Grund  der  Anhörung  sowie  gestützt  auf  Art.  3  und  7  AsylG  die 
Flüchtlingseigenschaft festgestellt wird (Art. 32 Abs. 3 Bst. b AsylG) oder 
sich auf Grund der Anhörung erweist, dass zusätzliche Abklärungen zur 
Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  oder  eines 
Wegweisungsvollzugshindernisses  nötig  sind  (Art.  32  Abs.  3  Bst.  c 
AsylG),

dass  hinsichtlich  der  zur  Begründung  des  Asylgesuches  geltend 
gemachten  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  vorweg  auf  dessen  im 
EVZ M._______ am 19. Juli 2011 protokollierten Aussagen sowie auf das 

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Protokoll  der  direkten  Bundesanhörung  vom  30.  September  2011  zu 
verweisen ist,

dass  der  Beschwerdeführer  in  seiner  Beschwerde  im  Wesentlichen 
geltend macht,  die  Vorinstanz  habe  sein  Asylgesuch  abgelehnt,  weil  er 
nicht  in  der  Lage  gewesen  sei,  ein  Reise­  oder  Identitätspapier 
abzugeben,  und  dies,  obschon  sich  seine  Vorbringen  zur  geltend 
gemachten  Verfolgungssituation  in  den  wesentlichen  Punkten  als 
substanziiert  und  widerspruchsfrei  erwiesen  hätten  und  den  Tatsachen 
entsprächen,

dass  der  Konflikt  zwischen  Muslimen  und  Christen,  der  in  den 
vergangenen  Jahren  Tausende  Tote  gefordert  habe,  gerichtsnotorisch 
sei,  weshalb  die  Verneinung  dieser  Tatsachen  durch  die  zuständige 
Behörde Erstaunen auslöse,

dass dies umso mehr der Fall sei, als er die ihm gestellten Fragen auf die 
bestmögliche Weise beantwortet habe,

dass  die  Lebenserfahrung  in  europäischen  Breitengraden  nicht  mit 
derjenigen in Afrika übereinstimme und die Vorinstanz bei der Würdigung 
seines  Wissensstandes  über  Kano  und  die  dortigen  Begebenheiten 
seinem  lediglich  sechsmonatigen  Aufenthalt  in  dieser  Stadt  keine 
Rechnung getragen habe,

dass er aus dem während des Asylverfahrens deklarierten Gründen nicht 
in der Lage sei, ein Reise­ oder Identitätspapier abzugeben,

dass diese Vorbringen  in der Beschwerdeschrift  indessen nicht zu einer 
veränderten Betrachtungsweise zu führen vermögen,

dass der Beschwerdeführer nämlich keine entschuldbaren Gründe für die 
Nichtabgabe  eines  beweistauglichen  Identitätsdokuments  (vgl.  BVGE 
2007/7 E. 4 ­ 6) innerhalb der Frist von 48 Stunden nach Einreichen des 
Asylgesuchs glaubhaft zu machen vermag (Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG; 
vgl. BVGE 2010/2 E. 5 und 6 S. 23 ­ 29, BVGE 2007/8 E. 3.2),

dass  er  in  diesem  Zusammenhang  geltend  machte,  er  habe  nie  einen 
Reisepass gehabt und sich auch keine  Identitätskarte ausstellen  lassen, 
weil  die  Ausstellung  eines  solchen  Dokuments  viel  Zeit  in  Anspruch 
nehme,  sofern  die  Behörden  überhaupt  eine  Identitätskarte  ausstellten 
(A4/10 Ziff. 13.2 S. 3),

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dass er indessen geltend machte, er sei von Marokko aus mit dem Schiff 
nach  Cadiz  (Spanien)  gelangt,  wo  es  keine  Einreisekontrolle  gegeben 
habe (A4/10 Ziff. 16 S. 6),

dass  dieses  Vorbringen  angesichts  der  strikten  Kontrollen  an  den 
Aussengrenzen der Europäischen Union ebenso unglaubhaft  ist wie die 
Behauptung,  er  sei  von  Nigeria  ausgehend  mehr  als  zwei  Jahre 
unterwegs  gewesen  ohne  jemals  kontrolliert  zu werden  (A10/10  F20 S. 
3),

dass der Aufenthalt in Marokko, je nach Anhörung, einmal sechzehn und 
ein anderes Mal sechs Monate gedauert haben soll  (A4/10 Ziff. 16 S. 7, 
A10/10 F26 S. 4),

dass  derartige Unstimmigkeiten  im Zusammenhang mit  der Schilderung 
des  Reisewegs  Rückschlüsse  auf  die  Glaubhaftigkeit  einer  geltend 
gemachten  Verfolgungssituation  zulassen  (EMARK  1998  Nr.  17  E.  4b 
S. 150), was sich auch in casu bestätigt,

dass der Beschwerdeführer, obwohl er sechs Monate lang in Kano gelebt 
und  gearbeitet  haben  will,  ausserstande  war,  sich  substanziiert  zur 
Millionenstadt Kano und den dortigen lokalen Besonderheiten zu äussern 
(A10/10 F38 – F52 S. 4 – 6), weshalb sein halbjähriger Aufenthalt in Kano 
ebenso  wie  die  daran  anknüpfende  Verfolgungssituation  unglaubhaft 
erscheint,

dass  die  Schilderung  der  angeblichen  Verfolgungssituation 
unsubstanziiert  erscheint  (A10/10  F62  S.  6),  was  auch  nicht  weiter 
erstaunlich  ist,  gab  es  doch  zum  geltend  gemachten  Zeitpunkt  keine 
Unruhen zwischen Muslimen und Christen in Kano,

dass der Beschwerdeführer demnach bei seinen Schilderungen nicht auf 
Erinnerungen  an  tatsächliche  Begebenheiten  zurückgreifen  konnte, 
sondern eine Verfolgungssituation lediglich erfunden hat,

dass  sodann  im  vorliegenden Fall  aufgrund  der Aktenlage, wie  sie  sich 
nach  der  Direktanhörung  vom  30.  September  2011  präsentierte,  unter 
Verzicht  auf  zusätzliche  tatbestandliche  oder  rechtliche  Abklärungen  im 
Rahmen einer bloss summarischen Prüfung der Schluss gezogen werden 
konnte,  er  erfülle  die  Flüchtlingseigenschaft  offenkundig  nicht,  und 
ebenso  offenkundig  stünden  einem  Vollzug  der  Wegweisung  keine 
Hindernisse  entgegen  (Art.  32  Abs.  3  Bst.  b  und  c  AsylG;  vgl.  BVGE 

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2009/50 E. 6­8 S. 725 ­733 und E. 10 S. 733­737, BVGE 2007/8 E. 5.5. 
und 5.6.),

dass zusätzliche Abklärungen zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft 
oder  eines  Wegweisungsvollzugshindernisses  offensichtlich  überflüssig 
sind,

dass das BFM demnach  in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG 
zu  Recht  auf  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  nicht  eingetreten 
ist,

dass  die  Ablehnung  eines  Asylgesuchs  oder  das Nichteintreten  auf  ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat 
(Art. 44  Abs. 1  AsylG),  vorliegend  der  Kanton  keine 
Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung 
einer  solchen  besteht  (vgl.  EMARK 2001  Nr. 21),  weshalb  die  verfügte 
Wegweisung  im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und 
demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen 
Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt, 
wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder 
nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des 
Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]),

dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen 
gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  seiner 
Vorgängerorganisation  ARK  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft  gilt,  das  heisst,  sie  sind  zu  beweisen,  wenn  der 
strikte  Beweis  möglich  ist  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu 
machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl,  in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser 
[Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig  ist,  wenn 
völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der 
Ausländerin oder des Ausländers  in den Heimat­, Herkunfts­ oder einen 
Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie 

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Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 
(Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom 
28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker­ und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, 
da  es  dem  Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich 
erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen, 
weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non­Refoulement  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  findet 
und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung im 
Sinne  von  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  von  Art. 3  des 
Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere 
grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art. 3  der  Konvention  vom 
4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und 
Grundfreiheiten  (EMRK,  SR 0.101)  ersichtlich  sind,  die  dem 
Beschwerdeführer in Nigeria droht,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar 
erweist,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer 
Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass weder die allgemeine Lage in Nigeria noch  individuelle Gründe auf 
eine  konkrete  Gefährdung  im  Falle  einer  Rückkehr  schliessen  lassen, 
weshalb der Vollzug der Wegweisung vorliegend zumutbar ist,

dass der  junge und den Akten zufolge gesunde Beschwerdeführer nach 
seiner Rückkehr  in den Heimatstaat nicht damit zu rechnen braucht, mit 
einer existenzgefährdenden Situation konfrontiert zu sein,

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  dem  Beschwerdeführer  in  den 
Heimatstaat  schliesslich  möglich  ist,  da  keine  Vollzugshindernisse 
bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerdeführer obliegt, bei 
der  Beschaffung  gültiger  Reisepapiere  mitzuwirken  (vgl.  Art. 8  Abs. 4 
AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 ­ 515),

dass  nach  dem  Gesagten  der  vom  Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

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dass  es  dem  Beschwerdeführer  demnach  nicht  gelungen  ist  darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder 
unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen 
ist,

dass das Gesuch um Erlass des Kostenvorschusses mit dem Entscheid 
in der Hauptsache gegenstandslos wird,

dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr.  600.– 
(Art. 1 ­  3  des Reglements  vom  21.  Februar  2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 
VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

D­5669/2011

Seite 11

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.  
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

3. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Fulvio Haefeli Gert Winter

Versand: