# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b1c2fa17-7d9e-5683-bd65-90ebd9337fab
**Source:** Nidwalden (NW)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-05-20
**Language:** de
**Title:** Nidwalden Gerichte 20.05.2021 20626
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/NW_Gerichte/NW_OG_001_20626_2021-05-20.pdf

## Full Text

GERICHTE     VERWALTUNGSGERICHT  Marktgasse 4, 6371 Stans, 041 618 79 70, www.nw.ch 

 

VA 2018 16  BGer 1C_162/2020 vom 16. April 2021 / Teilweise Gutheissung 

(P 18 18) 

Entscheid vom 24. Juni 2019 

Verwaltungsabteilung 

 

 

Besetzung Präsident Albert Müller, Vorsitz, 

 Verwaltungsrichterin Brigitte Wettstein, 

 Verwaltungsrichter Heinz Metz, 

 Verwaltungsrichter Sepp Schnyder, 

 Verwaltungsrichter Beda Bossard, 

 Gerichtsschreiberin Helene Reichmuth. 

 

 

Verfahrensbeteiligte 1. A._____,  

 2. B._____,  

beide vertreten durch Rechtsanwalt Urs Hofstetter, Post-

fach 2930, Weggisgasse 29,6002 Luzern, 

Beschwerdeführer, 

 

gegen 

 

 

Schützengesellschaft Büren-Oberdorf, 

Beschwerdegegnerin, 

 

und 

 

Regierungsrat des Kantons Nidwalden, 

Dorfplatz 2, Postfach 1246, 6371 Stans, 

Vorinstanz 1, 

 

sowie 

 

Landwirtschafts- und Umweltdirektion Nidwalden, 

Kreuzstrasse 2, Postfach 1242, 6371 Stans, 

Vorinstanz 2. 

 

Gegenstand Gewährung von Erleichterungen für die von der Schüt-

zengesellschaft Büren-Oberdorf betriebene 300-m-

Schiessanlage «Hostetten» auf den Parz. Nr. 175-177, GB 

Oberdorf 

 

Beschwerde gegen den Entscheid des Regierungsrates des 

Kantons Nidwalden Nr. 559 vom 28. August 2018. 

2 I 37 

 

Sachverhalt: 

A.  

a. 

Die von der Beschwerdegegnerin betriebene 300-m-Schiessanlage «Hostetten» in Oberdorf 

ist mit ihren Bauten und Anlagen (Schützenhaus, Scheibenstand und Kugelfang) auf den Parz. 

Nrn. 175-177, GB Oberdorf, situiert (nachfolgend als Schiessanlage «Hostetten» bezeichnet). 

Sie wurde im Jahre 1932 erstellt und wird seither betrieben. 

Im Zusammenhang mit der lärmtechnischen und lärmrechtlichen Sanierung der 300-m-

Schiessanlagen im Kanton Nidwalden fanden bereits seit 1992 umfangreiche Abklärungen 

durch die Justiz- und Sicherheitsdirektion (frühere Militärdirektion), die Landwirtschafts- und 

Umweltdirektion (Vorinstanz 2, nachfolgend als LUD bezeichnet; frühere Direktion des Innern) 

und durch die einzelnen Gemeinden statt. 

Im Dezember 1992 ergab eine Grobanalyse der von der Direktion des Innern eingesetzten 

Gutachterin in Sachen Lärmschutz, der X AG, dass bei 9 von insgesamt 14 ermittelten Emp-

fangspunkten (EP) in der Umgebung der 300-m-Schiessanlage «Hostetten» die Immissions-

grenzwerte um bis zu 13 dB(A) überschritten sind. Die Gutachterin stellte in ihrer Sanierungs-

prognose fest, dass Lärmmessungen durchzuführen seien beziehungsweise eine Feinbeurtei-

lung erforderlich sei, eine Sanierungsverpflichtung bestehe, betriebliche Massnahmen sowie 

spezielle Seiten- und Lägerblenden zu prüfen seien. Die Gutachterin erkannte zudem, dass 

das Sanierungspotential unbedeutend sei und Erleichterungen erforderlich seien.  

Im Nachgang zur Grobanalyse gab der Gemeinderat Oberdorf bei der X AG eine Feinanalyse 

in Auftrag, welche am 27. August 1999 die Sanierungsprognose der Grobanalyse bestätigte. 

Der Betrieb der bestehenden ortsfesten Schiessanlage «Hostetten» überschritt die massge-

benden Immissionsgrenzwerte (IGW; VI1-A-1). Die X AG arbeitete Sanierungsvorschläge aus. 

 

b. 

Am 16. Mai 2000 beantragte der Gemeinderat Oberdorf für die Schiessanlage «Hostetten» 

beim Regierungsrat des Kantons Nidwalden (Vorinstanz 1, nachfolgend als Regierungsrat be-

zeichnet) Sanierungserleichterungen. 

 

3 I 37 

 

c. 

Mit Verfügungen vom 14. Februar 2002 legte die LUD für sieben Gemeinde-Schiessanlagen 

Sanierungsmassnahmen fest. Für die Schiessanlage «Hostetten» ordnete die Direktion Fol-

gendes an: 

«1. Die Inhaber der 300 m-Schiessanlage «Hostetten», Oberdorf, werden verpflichtet, bis zu Be-
ginn der Schiesssaison 2003 mindestens 8 Schallschutztunnels bei den 300 m-Scheiben mit 
elektronischer Trefferanzeige einzubauen. Die Kontrolle über den Einbau und die Benutzung 
obliegt dem Gemeinderat. 

 2. Die Anzahl der bewerteten Schiesshalbtage für Schiessübungen und Ausbildungskurse im 
Interesse der Landesverteidigung sowie für alle privaten Wettkampf- und Trainingsschiessen 
der Schiessvereine wird auf max. 14.5 bewertete Schiesshalbtage (inkl. einen Schiesshalbtag 
an einem Sonntag) beschränkt. Die betrieblichen Einschränkungen gelten bereits ab der 
Schiesssaison 2002 (d.h. ab Frühjahr 2002). 

 3. Die Pegelkorrektur wird auf K = -18.9 dBA begrenzt. 

 4. Die maximal zulässigen, bewerteten Schiesshalbtage gemäss Ziff. 2 des Beschlusses so-
wie die gemäss Ziff. 3 des Beschlusses begrenzte Pegelkorrektur werden alle fünf Jahre 
anhand der VBS-Statistik der letzten drei Jahre neu festgelegt, erstmals ab 1. April 2007. 

 5. Dem Gemeinderat Oberdorf ist rechtzeitig vor Beginn der Schiesssaison das auf Ziff. 2 und 3 
des Beschlusses basierende Schiessprogramm zur Genehmigung einzureichen. Der Land-
wirtschafts- und Umweltdirektion ist eine Kopie zuzustellen. Das genehmigte Schiesspro-
gramm ist im Amtsblatt oder in einem gemeindeinternen Informationsblatt vor Beginn der 
Schiesssaison zu publizieren. 

 6. Die Kontrollen, ob die in Ziff. 2 und 3 des Beschlusses festgelegten Bedingungen im jähr-
lichen Schiessprogramm beachtet werden sowie die Kontrollen über die Einhaltung der 
festgelegten Schiesszeiten im genehmigten Schiessprogramm obliegen dem Gemeinde-
rat. 

 7. Dieser Entscheid ist gleichzeitig mit dem Entscheid des Regierungsrates betreffend die Ge-
währung von Erleichterungen für die 300 m-Schiessanlage «Hostetten», Oberdorf, zu eröff-
nen. 

[8. Rechtsmittelbelehrung].» 
 

d. 

Weil auch nach Realisierung dieser Massnahmen der massgebende IGW bei einigen Emp-

fangspunkten überschritten wurde, verfügte der Regierungsrat mit Beschluss Nr. 139 vom 19. 

Februar 2002 die folgenden Erleichterungen im Zusammenhang mit der Sanierung der 

Schiessanlage «Hostetten» (VI1-A-2): 

4 I 37 

 

«1.  Für die 300 m-Schiessanlage «Hostetten», Oberdorf, werden ab der Schiesssaison 2002 ge-
stützt auf Art. 17 USG sowie Art. 14 Abs. 1 LSV Erleichterungen bei der Sanierung dahinge-
hend gewährt, als für Schiessübungen und Ausbildungskurse im Interesse der Landesvertei-
digung sowie für alle privaten Wettkampf- und Trainingsschiessen der Schiessvereine maxi-
mal 14.5 bewertete Schiesshalbtage (inkl. einem Schiesshalbtag an einem Sonntag) bewilligt 
werden. Die Pegelkorrektur wird auf K = -18.9 dBA begrenzt. 

 2. Die Sanierungserleichterungen gemäss Ziff. 1 des Beschlusses werden unter der Bedin -
gung gewährt, dass die im Entscheid der Landwirtschafts- und Umweltdirektion zur lärm-
technischen Sanierung der 300 m-Schiessanlage «Hostetten», Oberdorf vom 14. Februar 
2002 angeordneten Lärmschutzmassnahmen (Einbau von mindestens 8 Schallschutztun-
nels bei den 300 m-Scheiben mit einer elektronischen Trefferanzeige) bis spätestens zu 
Beginn der Schiesssaison 2003 realisiert sind. 

 3. Die Sanierungserleichterungen gemäss Ziff. 1 des Beschlusses werden vorläufig befristet 
bis zum 31. März 2007 gewährt. Danach findet eine Neubeurteilung durch die zuständigen 
Instanzen statt. 

 4. Von den Ausführungen im Entscheid der Landwirtschafts- und Umweltdirektion zur lärm-
technischen Sanierung der 300 m-Schiessanlage «Hostetten», Oberdorf vom 14. Feb-
ruar 2002 wird in zustimmendem Sinne Kenntnis genommen. Der Entscheid der Land-
wirtschafts- und Umweltdirektion bildet einen integrierenden Bestandteil dieses Entschei-
des. Er ist deshalb gleichzeitig mit dem Entscheid der Landwirtschafts - und Umweltdirek-
tion betreffend die lärmtechnische Sanierung der 300 m-Schiessanlage «Hostetten», 
Oberdorf vom 14. Februar 2002 koordiniert zu eröffnen.  

 5. Dieser Entscheid fällt als gegenstandslos dahin und erwächst nicht in Rechtskraft, wenn 
gegen den Entscheid der Landwirtschafts- und Umweltdirektion betreffend die lärmtech-
nische Sanierung der 300 m-Schiessanlage «Hostetten», Oberdorf vom 14. Februar 2002 
Verwaltungsbeschwerde beim Regierungsrat eingereicht wird (vgl. auch Ausführungen un-
ter Ziff. 4 der Erwägungen). 

[6.  Publikation des Entscheides im Amtsblatt]." 
 

e. 

Am 1. April 2002 erhob A._____ gegen den Entscheid der LUD vom 14. Februar 2002 Be-

schwerde beim Regierungsrat, der diese mit Beschluss Nr. 725 vom 23. September 2003 ab-

wies. Gleichzeitig passte er Ziffer 1 und 2 der angefochtenen Verfügung in zeitlicher Hinsicht 

derart an, dass der Einbau von mindestens 8 Schallschutztunnels bis spätestens zu Beginn 

der Schiesssaison 2004 zu realisieren sei beziehungsweise die betrieblichen Einschränkun-

gen (14.5 bSHT inklusive einem SHT an einem Sonntag) ab der Schiesssaison 2004 gälten. 

Dieser Beschluss und damit auch die Genehmigungs- und Erleichterungsentscheide erwuch-

sen in Rechtskraft. 

 

5 I 37 

 

f. 

Am 1. November 2006 erfuhr die eidgenössische Lärmschutz-Verordnung bezüglich Belas-

tungsgrenzwerte insofern eine für die Schiessanlage «Hostetten» bedeutende Änderung, als 

diesen neu auch Kleinkaliberanlagen unterstellt wurden. Denn diese Anlage besteht nicht nur 

aus einer 300-m-, sondern auch aus einer 50-m-Schiessanlage. Beide Anlagen bilden auf 

Grund ihrer örtlichen und funktionalen Gegebenheiten eine Einheit. Im Zuge dieses Verfahrens 

wurde allerdings festgestellt, dass der Mündungsknall von Klein-kaliberwaffen gegenüber 

grosskalibrigen Waffen massiv tiefer sei. Auf Grund der geringeren Anfangsgeschwindigkeit 

des Projektils werde kein Geschossknall (Überschallknall) erzeugt. Es bestehe somit kein 

Grund zur Annahme, dass die auf der Schiessanlage «Hostetten» durchgeführten Kleinkaliber-

Schiessanlässe anzahl- oder betragsmässig zu zusätzlichen IGW-Überschreitungen führen 

würden. Die Änderung der Lärmschutz-Verordnung habe deshalb für die 50-m-Schiessanlage 

«Hostetten», auf der allein mit Kleinkalibermunition geschossen werde, keine Auswirkungen. 

Sie wurde daher bislang auch nicht zum Inhalt eines Sanierungsverfahrens gemacht. Gegen-

stand dessen Beurteilung war bis anhin allein die 300-m-Schiessanlage «Hostetten». Die LUD 

entschied sodann am 11. Januar 2007 (Beilage 7 zur Beschwerdeantwort der LUD): 

«1. Die wegen überschrittener Immissionsgrenzwerte notwendigen Sanierungserleichterun-
gen für die Schiessanlage "Hostetten", Oberdorf, werden unter folgenden Bedingungen 
und Auflagen gewährt: 

1.1 Die bewerteten Schiesshalbtage werden auf maximal 16.5 beschränkt. Berechnungs-
ansatz: 

Dauer des einzelnen Schiessanlasses in Stunden dividiert durch 4, aufgerundet auf 
0.5 SHT, aufsummiert über die ganze Schiesssaison. 

1.2 Die Pegelkorrektur K wird auf -18.5 festgelegt. 

1.3 Als unregelmässiges Schiessen gelten ausschliesslich diejenigen gemäss Ziffer 5 der 
Erwägungen. Alle übrigen Schiessanlässe müssen bei der Erhebung der SHT be-
rücksichtigt werden. 

1.4 Dem Gemeinderat ist spätestens ein Monat vor dem ersten Schiessanlass das Jah-
res-Schiessprogramm zur Genehmigung einzureichen. Eine Kopie des Programms 
ist gleichzeitig dem Amt für Umwelt zuzustellen. Das Programm muss auf der Ge-
meindekanzlei für jedermann zugänglich sein, hingegen kann auf eine Publikation im 
Amtsblatt verzichtet werden. 

1.5 Die Kontrolle über die Einhaltung der Bedingungen und der festgelegten Schiesszei-
ten obliegt dem Gemeinderat. 

 2. Der Erleichterungsentscheid wird per 31. Dezember 2017 befristet.  

 3./4. [Amtliche Kosten/Rechtsmittelbelehrung].» 

 

Dieser Beschluss erwuchs in Rechtskraft. 

6 I 37 

 

B. 

a. 

Am 2. April 2016 beantragte die Beschwerdegegnerin die Verlängerung der Erleichterungen, 

weil die von der LUD am 11. Januar 2007 verfügten Erleichterungen für die Schiessanlage 

«Hostetten» bis 31. Dezember 2017 befristet waren (Beilage 1 zur Beschwerdeantwort der 

LUD). Die Lärmschutzsituation war auf diesen Zeitpunkt hin neu zu beurteilen. 

 

b.  

Der Entwurf eines neuen Erleichterungsentscheides der LUD wurde am 27. Oktober 2017 der 

Beschwerdegegnerin, dem Gemeinderat Oberdorf sowie lärmbetroffenen Personen wie auch 

den Beschwerdeführern 1 und 2 zur Stellungnahme zugestellt. Ebenso wurde im Amtsblatt Nr. 

44 vom 1. November 2017 die öffentliche Auflage des Erleichterungsentscheides mit der Mög-

lichkeit zur Stellungnahme publiziert. 

 

c. 

Am 21. Dezember 2017 entschied die LUD gestützt auf Art. 14 LSV (Lärmschutz-Verordnung; 

SR 814.41) und gestützt auf eine neue Datenbasis Folgendes (Beilage 2 zur Beschwerdeant-

wort der LUD):  

«1. Die wegen überschrittener Immissionsgrenzwerte notwendigen Sanierungserleichte run-
gen für die Schiessanlage «Hostetten» Oberdorf, werden unter folgenden Bedingungen 
und Auflagen gewährt: 

1.1 Die bewerteten Schiesshalbtage werden auf maximal 15.5 beschränkt. 

1.2 Die Pegelkorrektur K wird auf -19.0 festgelegt. 

1.3 Als unregelmässige Schiessen gelten ausschliesslich solche, die den Kriterien gemäss 
Ziffer 2.6 der Erwägungen genügen. Alle übrigen Schiessanlässe müssen bei der Erhe-
bung der SHT berücksichtigt werden. Die militärischen Schiessen sind bei der Ge-
meinde vorgängig zu melden. 

1.4 Dem Gemeinderat ist spätestens ein Monat vor dem ersten Schiessanlass das Jahres-
Schiessprogramm zur Genehmigung einzureichen. Eine Kopie ist gleichzeitig dem Amt 
für Umwelt zuzustellen. Das Programm muss auf der Gemeindekanzlei für jedermann 
zugänglich sein. 

1.5 Die Kontrolle über die Einhaltung der Bedingungen und der festgelegten Schiesszeiten 
obliegt im Sinne der Erwägungen 2.6 dem Gemeinderat. 

 2. Der Erleichterungsentscheid gilt ab Schiesssaison 2018 und wird per 31. Dezember  2027 
auf 10 Jahre befristet. Sobald im Kanton Nidwalden eine lärmrechtlich gesetzeskonforme 
Anlage vorhanden ist, wird der vorliegende Entscheid aufgehoben. 

[3./4. amtliche Kosten/Rechtsmittelbelehrung].» 

 

7 I 37 

 

C. 

Gegen diesen Entscheid erhoben die Beschwerdeführer am 22. Januar 2018 beim Regie-

rungsrat Beschwerde und beantragten (BF1-A): 

«1. Die Beschwerde sei gutzuheissen. 

 2. Der Entscheid der Landwirtschafts- und Umweltdirektion des Kantons Nidwalden vom 21. De-
zember 2017 betreffend die Schiessanlage «Hostetten» Oberdorf sei vollumfänglich aufzu-
heben. 

 3. Die im Entscheid vom 21. Dezember 2017 erteilten Erleichterungen nach Art. 14 der Lärm-
schutzverordnung (LSV; SR 814.41) seien nicht zu gewähren und die Schiessanlage «Hos-
tetten» Oberdorf sei stillzulegen. 

 4. Eventuell: Im Sinn von vorsorglichen Massnahmen sei der Schiessbetrieb auf der Schiessan-
lage «Hostetten» Büren-Oberdorf ab April 2018 und spätere Jahre wie folgt zu beschränken: 

 4.1  Schiessbetrieb 2018 bis 2023: 6.5 SHT gemäss Anhang 7 LSV; 

4.2  Die durchschnittliche Anzahl jährlicher Schüsse für die Bundesübungen beträgt maxi-
mal 10'500. 

 5. Eventuell: Die Gewährung von Erleichterungen für den Schiessbetrieb im Sinn von Ziffer 4 
vorstehend sei bei der Liegenschaft Y (EP…) bis 2023 zu befristen. 

 6. Eventuell: Ab 2024 sei der Schiessbetrieb auf der Schiessanlage «Hostetten» Oberdorf wie 
folgt zu beschränken: 

 6.1  Schiessbetrieb 2024 und 2025: 2.5 SHT gemäss Anhang 7 LSV; 

 6.2  Die durchschnittliche Anzahl jährlicher Schüsse für die Bundesübungen beträgt maxi-
mal 4'500. 

 7. Ab 2018 seien auf der Schiessanlage «Hostetten» Oberdorf: 

 7.1 nur mehr Schiessanlässe im Interesse der Landesverteidigung zu gestatten, nament-
lich die Bundesübungen im Sinn von Art. 4 Abs. 1 lit. a Ziff. 1 der Verordnung über das 
Schiesswesen ausser Dienst (Schiessverordnung, SR 512.31); 

 7.2 unregelmässig stattfindende Schiessanlässe gemäss Anhang 7 Ziff. 321 Abs. 2 LSV 
ausdrücklich nicht mehr zu gestatten, namentlich etwa die Hauptrunden der Gruppen-
meisterschaft, das militärische Schiessen und weitere ausserordentliche Schiessan-
lässe. 

 8. Eventuell: Die Sache sei im Sinn der Erwägungen des Regierungsrates zu neuem Entscheid 
an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

 9. Sobald im Kanton Nidwalden eine lärmrechtlich gesetzeskonforme Anlage vorhanden ist, sei 
die Schiessanlage «Hostetten» Oberdorf stillzulegen. 

 10. Eventuell: Spätestens am 31. Dezember 2025 sei die Schiessanlage «Hostetten» Oberdorf 
auf jeden Fall stillzulegen. 

 11. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Vorinstanz.» 

 

8 I 37 

 

D. 

Die Beschwerdegegnerin nahm als Betreiberin der Schiessanlage «Hostetten» am 5. Februar 

2018 in der Hauptsache antragslos Stellung zur Beschwerde. Sie hoffte jedoch aus zeitlichen 

Gründen auf eine vorsorgliche Massnahme in Form einer superprovisorischen Verfügung, da-

mit sie die Schiesssaison 2018 wie geplant am 4. April 2018 in Angriff nehmen könne. Mit 

Präsidialentscheid vom 22. März 2018 wurde das Gesuch um vorsorgliche Massnahmen gut-

geheissen. Der Beschwerde gegen den Sanierungsentscheid vom 21. Dezember 2017 für die 

Schiessanlage «Hostetten» wurde die aufschiebende Wirkung entzogen. Demzufolge erfolgte 

das Schiessregime auf der Schiessanlage «Hostetten» bis zum Vorliegen des Hauptentschei-

des nach Massgabe des Sanierungsentscheides vom 21. Dezember 2017 und dem darauf 

basierenden Schiessprogramm der Beschwerdegegnerin. 

 

E. 

Mit Hauptentscheid vom 28. August 2018 (RRB Nr. 559) hiess der Regierungsrat die Be-

schwerde teilweise gut und änderte die Ziffer 1.1 des Beschlusses der LUD vom 21. Dezember 

2017 wie folgt ab (BF-Beleg 2): 

«1.1 Die bewerteten Schiesshalbtage werden auf maximal 13.5 festgesetzt.» 

 

F. 

Gegen diesen RRB Nr. 559 vom 28. August 2018 erhoben die Beschwerdeführer am 24. Sep-

tember 2018 Beschwerde ans Verwaltungsgericht Nidwalden mit folgenden Anträgen: 

«1. Die Beschwerde sei gutzuheissen. 

 2. Der Entscheid des Regierungsrates vom 28. August 2018 (Nr. 559) sei aufzuheben, soweit 
die Beschwerde nicht teilweise gutgeheissen worden ist.  

 3. Eventuell: Die Sache sei im Sinn der Erwägungen des Verwaltungsgerichts zu neuem 
Entscheid an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

 4. Der Entscheid der Landwirtschafts- und Umweltdirektion des Kantons Nidwalden vom 
21. Dezember 2017 betreffend die Schiessanlage «Hostetten» Oberdorf sei vollumfäng-
lich aufzuheben. 

 5. Die im Entscheid vom 21. Dezember 2017 erteilten Erleichterungen nach Art. 14 der Lärm-
schutzverordnung (LSV; SR 814.41) seien nicht zu gewähren.  

 6. Das Verwaltungsgericht habe der Verwaltungsgerichtsbeschwerde aufschiebende Wir-
kung zu gewähren. 

9 I 37 

 

 7. Im Sinn von vorsorglichen Massnahmen sei der Schiessbetrieb auf der Schiessanlage 
«Hostetten» Büren-Oberdorf ab April 2019 und spätere Jahre wie folgt zu beschränken:  

a. Schiessbetrieb 2019 bis 2023: 6.5 SHT gemäss Anhang 7 LSV 

b. Die durchschnittliche Anzahl jährlicher Schüsse für die Bundesübungen beträgt maximal 
10'500. 

8. Die Gewährung von Erleichterungen für den Schiessbetrieb im Sinn von Ziffer 7 vorstehend 
sei bei der Liegenschaft Y (EP…) bis 2023 zu befristen. 

9. Ab 2024 sei der Schiessbetrieb auf der Schiessanlage «Hostetten» Oberdorf wie folgt zu be-
schränken: 

a. Schiessbetrieb 2024 und 2025: 2.5 SHT gemäss Anhang 7 LSV; 

b. Die durchschnittliche Anzahl jährlicher Schüsse für die Bundesübungen beträgt maximal 
4'500. 

10. Ab 2019 seien auf der Schiessanlage «Hostetten» Oberdorf ausschliesslich noch Schiessan-
lässe im Interesse der Landesverteidigung zu gestatten, namentlich die Bundesübungen im 
Sinn von Art. 4 Abs. 1 lit. a Ziff. 1 der Verordnung über das Schiesswesen ausser Dienst 
(Schiessverordnung, SR 512.31). 

11. Ab 2019 seien auf der Schiessanlage «Hostetten» Oberdorf alle unregelmässig stattfindenden 
Schiessanlässe gemäss Anhang 7 Ziff. 321 Abs. 2 LSV ausdrücklich zu verbieten; namentlich 
seien etwa die Hauptrunden der Gruppenmeisterschaft, jegliches militärische Schiessen oder 
weitere ausserordentliche Schiessanlässe ausdrücklich zu untersagen. 

12. Sobald im Kanton Nidwalden eine lärmrechtlich gesetzeskonforme Anlage vorhanden ist, sei 
die Schiessanlage «Hostetten» Oberdorf stillzulegen. 

13. Spätestens am 31. Dezember 2025 sei die Schiessanlage «Hostetten» Oberdorf auf jeden Fall 
stillzulegen. 

14. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin.» 

 

G. 

Mit Schreiben vom 1. Oktober 2018 bestätigte der Vorsitzende den Eingang der Beschwerde 

und ersuchte die Beschwerdeführer um Einzahlung eines Gerichtskostenvorschusses von Fr. 

3'000.00 innert zehn Tagen. 

 

H. 

Nachdem der Gerichtskostenvorschuss bei der Gerichtskanzlei fristgerecht eingegangen war, 

übermittelte der Vorsitzende mit prozessleitender Verfügung vom 10. Oktober 2018 der Be-

schwerdegegnerin sowie den Vorinstanzen die Beschwerdeschrift vom 24. September 2018 

und gab ihnen Gelegenheit zum Einreichen einer Beschwerdeantwort innert 20 Tagen. 

 

10 I 37 

 

I. 

Mit Beschwerdeantwort vom 24. Oktober 2018 beantragte die Beschwerdegegnerin die voll-

umfängliche Abweisung aller gestellten Anträge. Der Regierungsrat beantragte mit Beschwer-

deantwort vom 25. Oktober 2018 die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf eingetreten 

werden könne, unter Kostenfolge zu Lasten der Beschwerdeführer. Die LUD verzichtete mit 

Schreiben vom 30. Oktober 2018 auf eine einlässliche Stellungnahme und verwies auf den 

angefochtenen Entscheid und die Vorakten. 

 

J. 

Mit Replik vom 22. November 2018 erneuerten die Beschwerdeführer ihre Anträge «in der 

Hauptsache und dem Beweis» und verzichteten auf eine einlässliche Replik. 

 

K. 

Mit Duplik vom 7. Dezember 2018 nahm die Beschwerdegegnerin Stellung zum «Replik-Ver-

zicht» und hielt im Wesentlichen fest, man halte am Entscheid der LUD vom 21. Dezember 

2017 für Verlängerung der Erleichterungen auf die Dauer von 10 Jahren bis 31. Dezember 

2027 und an den Erwägungen und Begründungen des Regierungsrates vom 22. März 2018 

fest. Der Regierungsrat hielt mit Duplik vom 11. Dezember 2018 ebenfalls an seinen Anträgen 

vom 25. Oktober 2018 fest, und die LUD verzichtete mit Schreiben vom 6. Dezember 2018 auf 

eine weitere Stellungnahme. 

 

L. 

Mit Schreiben vom 12. Dezember 2018 stellte der Vorsitzende die beiden Dupliken und die 

Verzichtserklärung auf eine Duplik dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführer zur Kenntnis-

nahme zu und erklärte den Rechtsschriftenwechsel als abgeschlossen. Gleichzeitig wurden 

die Parteien aufgefordert, dem Gericht ihre Kostennoten innert 10 Tagen einzureichen.  

 

Mit Schreiben vom 28. Dezember 2018 reichte der Rechtsvertreter der Beschwerdeführer dem 

Gericht seine Kostennote ein. 

 

M. 

Mit Eingabe vom 25. Januar 2019 reichte die Beschwerdegegnerin dem Verwaltungsgericht 

Nidwalden folgendes Gesuch ein:  

 

11 I 37 

 

«Die unterzeichneten Vertreter der Schützengesellschaft Büren-Oberdorf beziehen sich auf den 

letzten Briefwechsel mit Ihnen, nämlich auf die DUPLIK vom 9. Dezember 2018 an das Verwal-

tungsgericht Nidwalden. Verständlicherweise nimmt der VG-Entscheid weitere Zeit in Anspruch 

und ist deshalb noch hängig. Damit wir mit unserer Schiess-Saison 2019 am Mittwoch, 3. Ap-

ril 2019 starten können, stellen wir das höfliche Gesuch um eine vorsorgliche Massnahme in Form 

einer superprovisorischen Verfügung zur Durchführung unseres Jahresprogrammes mit 

15.5. Schiesstagen.»  

 

N. 

Mit Schreiben vom 7. Februar 2019 stellte der Vorsitzende die Eingabe der Beschwerdegeg-

nerin vom 25. Januar 2019 den Beschwerdeführern sowie den Vorinstanzen zur Vernehmlas-

sung innert 10 Tagen zu. Mit Datum vom 13. Februar 2019 reichte die LUD ihre Stellungnahme 

ein und teilte im Wesentlichen mit, der Antrag der Beschwerdegegnerin finde ihre Unterstüt-

zung. Demgegenüber hielten die Beschwerdeführer mit Schreiben vom 18. Februar 2019 an 

ihren eigenen Anträgen fest und beantragten die Abweisung des Antrags auf Entzug der auf-

schiebenden Wirkung. Der Regierungsrat hat sich innert Frist nicht vernehmen lassen. Mit 

Schreiben vom 6. März 2019 stellte der Vorsitzende der Beschwerdegegnerin die eingegan-

genen Stellungnahmen zur Orientierung zu.    

 

O. 

Mit Zwischenentscheid vom 11. März 2019 wies der Vorsitzende sowohl das Gesuch um vor-

sorgliche Massnahmen als auch das Gesuch um aufschiebende Wirkung der Beschwerdefüh-

rer ab, soweit darauf einzutreten war. Der (sinngemässe) Antrag der Beschwerdegegnerin auf 

Entzug der aufschiebenden Wirkung wurde wie folgt gutgeheissen:  

«3.1 Der Beschwerde vom 24. September 2018 gegen den RRB Nr. 559 vom 28. August 2018 
wird die aufschiebende Wirkung entzogen. 

 3.2 Bis zum Vorliegen des Hauptentscheides erfolgt das Schiessregime auf der Schiessanlage 
«Hostetten» in Oberdorf nach Massgabe des RRB Nr. 559 vom 28. August 2018 mit maximal 
13.5 Schiesshalbtagen.» 

 

Die (verspätete) Eingabe der Beschwerdeführer vom 13. März 2019 konnte im Zwischenent-

scheid nicht mehr berücksichtigt werden. Der Zwischenentscheid erwuchs unangefochten in 

Rechtskraft. 

 

12 I 37 

 

P. 

Praxisgemäss wurden die Akten des vorinstanzlichen Verfahrens beigezogen. Auf die Partei-

vorbringen wird – soweit für die Entscheidfindung sinnvoll und erforderlich – in den nachste-

henden Erwägungen eingegangen; die Relevanz aller übrigen Vorbringen wird vom Gericht 

verneint. 

 

Q. 

Die vorliegende Streitsache wurde vom Verwaltungsgericht Nidwalden anlässlich seiner Sit-

zung vom 24. Juni 2019 in Abwesenheit der Parteien abschliessend beraten und beurteilt. Das 

Entscheid-Dispositiv wurde am 1. Juli 2019 versandt. Mit Eingabe vom 3. Juli 2019 verlangten 

die Beschwerdeführer die vollständige Ausfertigung des Entscheids. 

 

 

Erwägungen: 

1. 

Anfechtungsobjekt bildet der RRB Nr. 559 vom 28. August 2018 betreffend die Gewährung 

von Sanierungserleichterungen für die von der Beschwerdegegnerin betriebene Schiessan-

lage «Hostetten» auf den Parz. Nrn. 175-177, GB Oberdorf (BF-Beleg 2). 

 

2. 

2.1 

Die Behörde prüft von Amtes wegen, ob die Voraussetzungen für den Erlass eines Entschei-

des erfüllt sind (Art. 54 Abs. 1 des Gesetzes über das Verwaltungsverfahren und die Verwal-

tungsrechtspflege/Verwaltungsrechtspflegegesetz [VRG]; NG 265.1). Fehlt eine Vorausset-

zung, tritt die Behörde auf die Sache nicht ein (Art. 54 Abs. 3 VRG). 

 

2.2 

Der Erlass eines Entscheides setzt unter anderem die örtliche und sachliche Zuständigkeit 

voraus (Art. 54 Abs. 2 Ziff. 1 VRG). Die vorliegende Verwaltungsgerichtsbeschwerde richtet 

sich gegen einen Beschluss des Regierungsrates. Gemäss Art. 89 Abs. 1 VRG können letzt-

instanzliche Entscheide einer Verwaltungsbehörde mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim 

13 I 37 

 

Verwaltungsgericht angefochten werden. Mithin ist das Verwaltungsgericht Nidwalden für die 

Behandlung der Beschwerde örtlich und sachlich zuständig. 

 

2.3 

Zur Einreichung eines Rechtsmittels sind nach Art. 70 Abs. 1 VRG unter anderem Personen 

befugt, die vor der Vorinstanz am Verfahren teilgenommen haben (Ziff. 1), durch den ange-

fochtenen Entscheid besonders berührt sind (Ziff. 2) und ein schutzwürdiges Interesse an der 

Aufhebung oder Änderung des Entscheids haben (Ziff. 3). A._____ ist Eigentümer der land-

wirtschaftlichen Liegenschaft Y, Büren (Parzelle Nr. …, GB Oberdorf). Das Wohnhaus der 

Liegenschaft Y liegt in unmittelbarer Nähe der hier strittigen Schiessanlage «Hostetten» und 

ist gemäss den Berechnungen der X AG die am stärksten durch den Schiesslärm belastete 

Liegenschaft (vgl. Beilage 4 zur Beschwerdeantwort LUD; EP...). Die Lärmbelastung liegt un-

strittig über dem Immissionsgrenzwert von 65 dB(A). Damit sind die Beschwerdeführer durch 

den angefochtenen Entscheid besonders berührt und haben ein schutzwürdiges Interesse an 

der Aufhebung und Änderung des angefochtenen Entscheids. Zudem haben die Beschwerde-

führer am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen und sind vom angefochtenen RRB Nr. 

559 vom 28. August 2018 besonders betroffen, da sie mit ihren Anträgen nur teilweise durch-

gedrungen sind. Demzufolge sind sie zur vorliegenden Beschwerde offensichtlich berechtigt.  

 

2.4 

Nachdem auch die übrigen Sachentscheidvoraussetzungen gemäss Art. 54 f. VRG erfüllt sind, 

ist unter Vorbehalt der nachstehenden Erwägungen auf die Beschwerde einzutreten und in 

der Sache zu entscheiden (Art. 55 Abs. 1 VRG). 

 

2.4.1 

Soweit die Beschwerdeführer mit Rechtsbegehren Ziffer 4 beantragen, der Entscheid der LUD 

vom 21. Dezember 2017 sei vollumfänglich aufzuheben, ist darauf nicht einzutreten. Aufgrund 

des Devolutiveffekts ist der hier angefochtene RRB Nr. 559 vom 28. August 2018 an die Stelle 

desjenigen der LUD getreten und dieser gilt als inhaltlich mitangefochten (Art. 78 Abs. 1, 

Art. 80 Abs. 2 und Art. 87 VRG; CAVELTI/VÖGELI, Verwaltungsgerichtbarkeit im Kanton St. 

Gallen, 2. Auflage 2003, N. 934 f.); wird der angefochtene RRB aufgehoben, fällt auch der 

Entscheid der LUD dahin. Letzterer ist damit nicht mehr Anfechtungsgegenstand 

(vgl. BGE 134 II 142 E. 1.4; 129 II 438 E. 1; 113 Ib 257 E. 3; 112 Ib 39 E. 1e). 

 

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14 I 37 

 

2.4.2 

Weiter gilt es zu beachten, dass die Verwaltungsgerichtsbeschwerde gemäss Art. 74 Abs. 1 

Ziff. 3 VRG eine Begründung und eine kurz gefasste Darlegung des Sachverhalts zu enthalten 

hat. Praxisgemäss ist in der Begründung in gedrängter Form darzulegen, inwiefern der ange-

fochtene Akt Recht verletzt. Die Begründung muss nicht ausdrücklich die angeblich verletzten 

Rechtsnormen oder Prinzipien bezeichnen und auch nicht zutreffend sein, aber doch sachbe-

zogen auf die massgeblichen Erwägungen der Vorinstanz eingehen und erkennen lassen, 

dass und weshalb nach Auffassung der Beschwerdeführer die Vorinstanz Recht verletzt hat. 

Allgemein gehaltene Einwände, die ohne aufgezeigten oder erkennbaren Zusammenhang mit 

bestimmten Entscheidungsgründen vorgetragen werden, genügen nicht (vgl. Urteile des Bun-

desgerichts [BGer] 2C_1100/2016 vom 17. März 2017 E. 1.2.2 mit Hinweis auf BGE 140 III 86 

E. 2 und 5A_963/2014 vom 9. November 2015 E. 2 sowie BGE 142 I 99 E. 1.7.1). Die Begrün-

dung hat ferner in der Beschwerdeschrift selbst zu erfolgen. Der blosse Verweis auf Ausfüh-

rungen in vorinstanzlichen Rechtsschriften oder auf die Akten reicht nicht aus (Art. 74 Abs. 1 

Ziff. 3 VRG; ALAIN GRIFFEL, in: Griffel, Kommentar VRG, 3. Auflage 2014, § 54 N. 4 und § 23 

N. 18 mit Hinweis auf Urteil des BGer 1P.148/2002 vom 4. Juli 2002 E. 2.5.1; Urteile des 

Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich (VGr) VB.2011.00800 vom 8. August 2012 E. 2.3 und 

VB.2011.00614 vom 6. Juni 2012 E. 1.2; BGE 140 III 115 E. 2). Soweit die Beschwerdeführer 

also lediglich tatsächliche Gegebenheiten einerseits und rechtliche Grundlagen andererseits 

aneinanderreihen und nicht sachbezogen auf die vorinstanzlichen Erwägungen eingehen, ist 

darauf nicht einzutreten. Gleiches gilt für blosse Verweise auf Ausführungen in vorinstanzli-

chen Rechtsschriften oder auf die Akten. 

 

2.4.3 

Ferner ist in diesem Zusammenhang zu berücksichtigen, dass im streitigen Verfahren im Ver-

gleich zum nichtstreitigen Verwaltungsverfahren eine abgeschwächte Untersuchungspflicht 

gilt. Die Verfahrensbeteiligten unterliegen im streitigen Verfahren einer zusätzlichen Mitwir-

kungspflicht in Form einer Begründungs- bzw. Substanziierungspflicht, so dass die rechtsmit-

telführende Partei die ihre Rügen stützenden Tatsachen darzulegen und allenfalls Beweismit-

tel einzureichen hat. Die Partei, die ein Rechtsmittel ergreift, muss dartun, in welchen Punkten 

der angefochtene Entscheid auf einem unrichtigen Sachverhalt beruht. Es ist nicht Aufgabe 

der Rechtsmittelbehörde, systematisch die für die eine oder andere Partei günstigen Tatsa-

chenelemente zu erforschen. Im Prinzip werden nur die vorgebrachten Beanstandungen un-

tersucht. Die Behörde braucht auf Anträge nicht einzutreten, wenn die Parteien die notwendige 

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15 I 37 

 

und zumutbare Mitwirkung verweigern (KASPAR PLÜSS, in: Griffel, Kommentar VRG, § 7 N. 33; 

MARTIN BERTISCHI, in: Griffel, Kommentar zum VRG, Vorbem. zu §§ 19-28a N. 26; FRITZ GYGI, 

Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Auflage 1983, S. 206 und 214 ff.; vgl. auch Art. 50 und Art. 

74 Abs. 1 VRG). 

 

3. 

Die Kognition des Verwaltungsgerichts ist auf Rechtsverletzungen beschränkt (Art. 90 VRG). 

Da das Verwaltungsgericht als einzige richterliche Behörde im innerkantonalen Verfahren ein-

gesetzt ist, kann sich der Beschwerdeführer auch darauf berufen, die angefochtene Verfügung 

oder der angefochtene Entscheid beruhe auf einem unrichtig oder unvollständig festgestellten 

Sachverhalt (Art. 110 Bundesgerichtsgesetz [BGG]; SR 173.110). Der Untersuchungsgrund-

satz wird deswegen jedoch nicht ausgeweitet. Die Parteien sind nach Massgabe des kantona-

len Verfahrensrechts verpflichtet, Anträge zu stellen und in tatsächlicher Hinsicht ausreichend 

zu begründen, was folglich die Anwendung des Rügegrundsatzes nicht ausschliesst (BERN-

HARD EHRENZELLER, in: BSK-BGG, 2008, N. 8 und 17 ff. zu Art. 110 BGG). Im Beschwerde-

verfahren vor dem Verwaltungsgericht können die Parteien und die Vorinstanz neue Tatsa-

chen geltend machen und sich auf neue Beweismittel berufen (Art. 91 Abs. 1 VRG). Hingegen 

können die Parteien die im vorinstanzlichen Verfahren zur Sache gestellten Anträge nicht aus-

dehnen oder inhaltlich ändern (Art. 91 Abs. 2 VRG).  

 

4. 

Als erstes Rügen die Beschwerdeführer eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör 

(Art. 29 Abs. 2 Bundesverfassung [BV]; SR 101) und einen Verstoss gegen den Grundsatz 

von Treu und Glauben (Art. 5 Abs. 3 BV).  

 

4.1 

Formelle Rügen sind vorab zu prüfen, da sie ungeachtet der materiellen Begründetheit der 

Beschwerde allenfalls geeignet sein könnten, eine Aufhebung des angefochtenen RRB 

Nr. 559 vom 28. August 2018 zu bewirken (BGE 142 II 218 E. 2.8.1;141 V 557 E. 3; 138 I 232 

E. 5.1; 137 I 195 E. 2.2; 135 I 187 E. 2.2). Die entsprechenden Verfassungsrügen sind deshalb 

vorweg zu prüfen.  

 

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16 I 37 

 

4.2 

4.2.1 

Unter dem Titel «Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör» bringen die Beschwerde-

führer sinngemäss vor (vgl. v.a. Beschwerdeschrift lit. E S. 8 ff.), der Regierungsrat habe den 

Sachverhalt unvollständig festgestellt und gleichzeitig die Begründungspflicht verletzt. Er habe 

die Rügen der Beschwerdeführer zum Schiessbetrieb zwar in der Erwägung 2.3.1.1 wieder-

gegeben, scheine sich jedoch in der Folge der Auffassung der LUD anzuschliessen, wonach 

ein öffentliches Interesse bestehe, dass die Nidwaldner Angehörigen der Armee ihre ausser-

dienstliche Schiesspflicht im Kanton leisten können und eine Verlegung des Schiessbetriebs 

«Hostetten» auf eine benachbarte Anlage bis auf weiteres nicht erfolgen könne, da auch auf 

den übrigen Nidwaldner Schiessanlagen die Immissionsgrenzwerte überschritten seien. Je-

doch habe der Regierungsrat den Sachverhalt offensichtlich unvollständig abgeklärt und 

gleichzeitig das rechtliche Gehör der Beschwerdeführer auf Begründung des Entscheids ver-

letzt. Die Zahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer an Bundesübungen sei seit 2002 im 

Durchschnitt um ca. 30 % bzw. neu sogar um ca. 50 % zurückgegangen. Deshalb sei davon 

auszugehen, dass die Anforderungen der Schiessverordnung unter Einbezug aller Nidwaldner 

Schiessanlagen erfüllt werden könnten. Ein Teil der auf der Schiessanlage «Hostetten» vor-

gesehenen Trainings für das obligatorische Schiessen und die Jungschützenkurse könnten 

auf benachbarten Schiessanlagen absolviert werden, so dass keine Sanierungserleichterun-

gen mehr notwendig wären. Diese Abklärungen habe der Regierungsrat unterlassen und ohne 

plausible Begründung ausgeschlossen, dass der Schiessbetrieb auf eine benachbarte 

Nidwaldner Anlage verlegt werden könnte. Es sei bis heute nicht offengelegt worden, wie die 

Gesamtsituation auf allen Schiessanlagen in Nidwalden aussehe, und inwieweit die Kapazitä-

ten auf der umstrittenen Anlage den Teilnehmern an den Bundesübungen von Hergiswil zur 

Verfügung gestellt würden. Ebenso wenig sei berücksichtigt worden, dass die Schützen ihre 

obligatorische Schiesspflicht auch auf ausserkantonalen Anlagen erfüllen könnten, namentlich 

auf der «Brünig-Indooranlage». Wieso die LUD diese Möglichkeit, die sie für die Begründung 

des Endtermins des Betriebes der Schiessanlage «Hostetten» (31. Dezember 2025) im Ent-

scheidentwurf vom 27. Oktober 2017 (BF-Beleg 3) unter anderem angeführt habe, wieder fal-

len gelassen habe, sei nicht ersichtlich. Das Ausweichen auf alternative inner- und ausserkan-

tonale Anlagen sei nicht geprüft worden.  

 

17 I 37 

 

4.2.2 

Der Grundsatz des rechtlichen Gehörs als persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht ver-

langt, dass die Behörde die Vorbringen des vom Entscheid in seiner Rechtsstellung Betroffe-

nen auch tatsächlich hört, sorgfältig und ernsthaft prüft und in der Entscheidfindung berück-

sichtigt. Daraus folgt die grundsätzliche Pflicht der Behörden, ihren Entscheid zu begründen. 

Der Bürger soll wissen, warum die Behörde entgegen seinem Antrag entschieden hat. Die 

Begründung eines Entscheids muss deshalb so abgefasst sein, dass der Betroffene ihn gege-

benenfalls sachgerecht anfechten kann. Dies ist nur möglich, wenn sowohl er wie auch die 

Rechtsmittelinstanz sich über die Tragweite des Entscheides ein Bild machen können. In die-

sem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die 

Behörde leiten liess und auf welche sich ihr Entscheid stützt (BGE 126 I 97 E. 2b m.H.). Ins-

besondere bedeutet dies nicht, dass sich die Behörde ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen 

Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen muss. Vielmehr kann sie sich 

auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken ((BGE 138 I 232 E. 5.1; 

136 I 229 E. 5.2; 134 I 83 E. 4.1; 112 Ia 107 E. 2b Urteil des BGer 9C_363/2009 vom 18. März 

2010 E. 3.2). An die Begründungspflicht dürfen von Verfassungs wegen keine hohen Anforde-

rungen gestellt werden (BGE 114 Ia 233 E. 2d). Die verfassungsmässige Begründungsdichte 

ist zudem abhängig von der Eingriffsidentität. Je stärker ein Entscheid in die individuellen 

Rechte eingreift, desto höhere Anforderungen sind an die Begründung eines Entscheids zu 

stellen (BGE 112 Ia 107 E. 2b m.H.).  

 

4.2.3 

Der Regierungsrat hat im angefochtenen Beschluss nachvollziehbar und hinreichend 

differenziert aufgezeigt, von welchen Überlegungen er sich hat leiten lassen. Er hat sich mit 

sämtlichen wesentlichen Aussagen der Beschwerdeführer auseinandergesetzt, so insbeson-

dere mit den Rügen hinsichtlich «Sanierungsfrist» (E. 2.2) und «Schiessbetrieb» (E. 2.3). Die 

Sanierungsfrist wird mit vorliegender Verwaltungsgerichtsbeschwerde denn auch nicht (mehr) 

beanstandet (vgl. Beschwerde Ziff. 16 S. 8). Zur Rüge betreffend «Schiessbetrieb» ist den 

Akten sodann zu entnehmen, dass der Regierungsrat sowohl sämtliche Stellungnahmen der 

Parteien und der Vorinstanz (vgl. BF-Beleg 2, E. 2.3.1) als auch die massgeblichen umwelt- 

und lärmschutzrechtlichen Bestimmungen (vgl. BF-Beleg 2, E. 2.3.2) bei seinem Entscheid 

berücksichtigt hat. Er verwies insbesondere auch auf die Rechtslage betreffend Alternativ-

standorte und Gemeinschaftsanlagen und fasste im Wesentlichen zusammen, dass die Mög-

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18 I 37 

 

lichkeit von Gemeinschaftsanlagen gründlich geprüft werden müsse, bevor eine einzelge-

meindliche Schiessanlage bewilligt werde. Eine absolute Pflicht, sich einer Gemeinschaftsan-

lage anzuschliessen, bestehe aber nicht. Im Kanton Nidwalden seien von Seiten des Kantons 

sowie des Kantonalen Schützenverbandes zwar Bestrebungen nach einer Gemeinschaftsan-

lage im Gange, ein konkretes Projekt liege jedoch nicht vor. Aus rein räumlichen Gründen 

könnte eine Auslagerung des Schiessbetriebs von der Schiessanlage «Hostetten» auf andere 

Schiessanlagen durchaus in Betracht gezogen werden. Dies scheitere jedoch am Umstand, 

dass auch mit dem Schiessbetrieb auf den übrigen Nidwaldner Schiessanlagen die Immissi-

onsgrenzwerte überschritten würden. Damit bestehe zumindest bis auf weiteres keine Mög-

lichkeit, die Schiessen der Beschwerdegegnerin auf einer dieser Anlagen durchzuführen. Im 

Gegenteil würde dies auf den anderen Anlagen zu einer zusätzlichen Mehrbelastung hinsicht-

lich Immissionsgrenzwertüberschreitung führen, was nicht gangbar sei. Die Ausgangslage sei 

demzufolge nicht mit derjenigen vergleichbar, wie sie dem von den Beschwerdeführern vorge-

tragenen Verfahren (vgl. Luzerner Gerichts- und Verwaltungsentscheide [LGVE] II Nr. 4) zu 

Grunde liege. Eine Verlegung des Schiessbetriebs auf eine benachbarte Anlage könne in die-

sem Verfahren nicht erfolgen (vgl. BF-Beleg 2, E. 2.3.4.1). Würden die Schiessvereine keine 

Gemeinschaftsanlage nutzen, habe die Beurteilung der kommunalen Schiessanlagen als be-

stehende ortsfeste Anlage gemäss Art. 13 ff. LSV einzelfallweise für jede einzelne Schiessan-

lage selbst zu erfolgen (vgl. BF-Belegt 2, E. 2.3.4.2). Diese Beurteilung hat der Regierungsrat 

anschliessend vorgenommen und ist im Wesentlichen zum Ergebnis gelangt, dass es sich bei 

der Schiessanlage «Hostetten» um eine kleinere Schiessanlage handle, weshalb es bei der 

Durchführung freiwilliger Schiessübungen bei 9 SHT sein Bewenden haben müsse, wofür Sa-

nierungserleichterungen gewährt werden könnten (vgl. BF-Beleg 2, E. 2.3.4.13). Dabei hat er 

sich auch differenziert zu den vom Bund unterstützten, ausserdienstlichen und zu den rein 

privaten (sportlichen) Schiessanlässen geäussert (vgl. BF-Beleg 2, E. 2.3.4.8) und die gemäss 

VBS-Statistik der Jahre 2014-2016 rückläufige durchschnittliche Teilnehmerzahl an Bundes-

übungen berücksichtigt (vgl. BF-Beleg 2, E. 2.3.4.10 und E. 2.3.4.11). Im Ergebnis gelangte 

der Regierungsrat auf 13.5 statt 15.5 SHT und hiess den angefochtenen Entscheid der LUD 

vom 21. Dezember 2017 demzufolge teilweise gut. Angesichts dieser Erwägungen erweist 

sich die Rüge der Verletzung der Begründungspflicht als unbegründet. Der Regierungsrat hat 

die Kritik der Beschwerdeführer entgegen ihren Behauptungen durchaus zur Kenntnis genom-

men und auch sämtlichen Unterlagen Beachtung geschenkt. Hingegen war nicht erforderlich, 

dass er sich mit allen Parteistandpunkten auseinandersetzte. Er konnte sich vielmehr darauf 

beschränken, kurz die Überlegungen zu nennen, von denen er sich hat leiten lassen und auf 

welche sich sein Entscheid stützt. Zweck der Begründungspflicht ist, sicherzustellen, dass die 

19 I 37 

 

betroffene Person die Verfügung sachgerecht anfechten kann. Sie soll wissen, in welche Rich-

tung sie überhaupt zielen muss. Da sich die Beschwerdeführer im vorliegenden Fall zweifels-

ohne ein Bild über die Erwägungen des Regierungsrates und die Tragweite des Beschlusses 

machen konnten, und es ihnen offensichtlich ohne weiteres möglich war, den angefochtenen 

RRB sachgerecht anzufechten (vgl. Art. 13 EMRK), ist die Rüge der Verletzung der 

Begründungspflicht unberechtigt. Es liegt keine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Ge-

hör (Art. 29 Abs. 2 BV; Art. 6 Abs. 1 EMRK) vor. Der blosse Umstand, dass die Beschwerde-

führer die Argumentation und Schlussfolgerungen des Regierungsrates nicht teilen, stellt in-

dessen keine formelle Frage dar. Die entsprechenden Rügen stellen vielmehr eine Kritik an 

der Würdigung des Sachverhalts durch den Regierungsrat und mithin eine Kritik in der Sache 

selbst dar. Dementsprechend sind sie als Sachverhaltswürdigung in den nachfolgenden ma-

teriellen Erwägungen zu beurteilen (vgl. zum Ganzen: HÄFELIN/HALLER/KELLER/THURNHERR, 

Bundesstaatsrecht, 9. Auflage 2016, N. 838; HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, Allgemeines Verwal-

tungsrecht, 7. Auflage 2016, N. 1001 ff.; BGE 142 II 49 E. 9.2; 137 II 226 E. 3.2; 136 I 229 E. 

5.2). Im Übrigen wöge eine Gehörsverletzung ohnehin nicht derart schwer, dass sie im vorlie-

genden Rechtsmittelverfahren, in welchem das Gericht über volle Kognition verfügt, nicht ge-

heilt werden könnte (BGE 142 II 218 E. 2.8.1; 137 I 195 E. 2.3.2; 133 I 201 E. 2.2; 132 V 387 

E. 5.1). 

 

4.2.4 

Zur Rüge der unvollständigen Sachverhaltsfeststellung ist schliesslich festzuhalten, dass die 

Sachverhaltsfeststellung unrichtig ist, wenn der Verfügung ein falscher und aktenwidriger 

Sachverhalt zugrunde gelegt wird oder Beweise falsch gewürdigt worden sind; unvollständig 

ist sie, wenn nicht alle für den Entscheid rechtswesentlichen Sachumstände berücksichtigt 

werden (vgl. KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des 

Bundes, 3. Auflage 2013, N. 1043; MARCO DONATSCH, in: Alain Griffel, Kommentar VRG, 

3. Auflage 2014, § 20 N. 38 ff.). Obwohl nicht ausdrücklich im Gesetz erwähnt, beruht auch 

eine unvollständige Sachverhaltsfeststellung auf einer Rechtsverletzung. Was rechtserheblich 

ist, bestimmt das materielle Recht; die unvollständige Erstellung der für die rechtliche Beurtei-

lung massgeblichen Tatsachen stellt demzufolge eine Verletzung materiellen Rechts dar (BGE 

136 II 65 E. 1.4; 134 V 53 E. 4.3; 133 IV 293 E. 3.4; LORENZ MEYER, Wege zum Bundesge-

richt - Übersicht und Stolpersteine, ZBJV 146/2010 S. 857). Die Beschwerdeführer führen 

sinngemäss aus, der Regierungsrat habe alternative Massnahmen zur Lärmreduktion, wie na-

mentlich das Ausweichen auf eine benachbarte inner- oder ausserkantonale Schiessanlage 

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20 I 37 

 

unzureichend abgeklärt. Ob im vorliegenden Fall weitere Abklärungen für die rechtliche Beur-

teilung notwendig gewesen wären, bestimmt nach dem Gesagten das materielle Recht und ist 

nicht unter dem Titel «Verletzung des rechtlichen Gehörs» abzuhandeln, sondern im Rahmen 

der nachfolgenden materiellen Beurteilung. 

 

4.3 

4.3.1 

Ferner machen die Beschwerdeführer einen Verstoss gegen den Grundsatz von Treu und 

Glauben (Art. 5 Abs. 3 BV) geltend. Es wird behauptet, die LUD habe im Mitwirkungsverfahren 

die Schliessung der Anlage «Hostetten» bis Ende 2025 in Aussicht gestellt, weshalb sich die 

Beschwerdeführer nicht am Mitwirkungsverfahren beteiligt hätten, da sie sich mit diesem Ent-

scheid noch hätten einverstanden erklären können. Der Entscheid der LUD verletze daher den 

Grundsatz von Treu und Glauben und verdiene schon deshalb keinen Rechtsschutz, weshalb 

der Regierungsrat den Entscheid hätte aufheben müssen. 

 

4.3.2 

Vorliegend gilt es den angefochtenen RRB Nr. 559 vom 28. August 2018 zu beurteilen (BF-

Beleg 2). Nicht massgebend ist, weshalb sich die Beschwerdeführer nicht am Mitwirkungsver-

fahren der LUD beteiligt haben. Entscheidend ist einzig der hier von den Beschwerdeführern 

angefochtene Beschluss, welcher eine Befristung der Erleichterungen bis Ende 2027 vorsieht. 

Die Beschwerdeführer tun im Übrigen in keiner Art und Weise substanziiert dar, inwiefern ein 

Verstoss gegen das verfassungsmässige Gebot des Vertrauensschutzes gegeben ist. Es 

bleibt bei blossen Behauptungen, weshalb auf die Rüge nicht einzutreten ist. Schliesslich wäre 

bei einer Prüfung auch zu beachten, dass ein Berufen auf Treu und Glauben auch scheitert, 

wenn ihr überwiegende öffentliche Interessen gegenüberstehen (vgl. zum Ganzen CHRISTOPH 

ROHNER, St. Galler Kommentar zu Art. 9 BV, N. 36 ff.; HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., § 10 

N. 664; HÄFELIN/HALLER/KELLER/THURNHERR, a.a.O., N. 818 ff.; BGE 129 I 161; 127 I 31 E. 

3a; 126 II 377 E. 3a; 122 II 113 E. 3b/cc; 118 Ia 245 E. 4b).  

 

4.4 

Die formellen Rügen erweisen sich nach dem Gesagten allesamt als unbegründet. Es besteht 

deshalb keine Veranlassung, den angefochtenen RRB Nr. 559 vom 28. August 2018 aus 

formellen Gründen aufzuheben. Insoweit ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf ein-

zutreten ist. 

21 I 37 

 

5. 

Materiell machen die Beschwerdeführer eine Verletzung von Bundesrecht geltend und begrün-

den ihre Beschwerde im Wesentlichen damit, dass sich die Verhältnisse seit den letzten Sa-

nierungsentscheiden wesentlich geändert hätten. Der rechtserhebliche Sachverhalt sei hin-

sichtlich Rückgang der Teilnehmenden an den Bundesübungen seit 2002 und der Ausweich-

möglichkeiten auf alternative inner- und ausserkantonale Schiessanlagen unvollständig ermit-

telt worden. Die Verlängerung des Erleichterungsentscheides und die Festsetzung der bewer-

teten Schiesshalbtage auf maximal 13.5 verletze daher materiell Bundesrecht und eine weitere 

Reduktion der Schiesshalbtage auf maximal 10 Schiesshalbtage sei zu Unrecht abgelehnt 

worden. Zudem sei der Immissionsgrenzwert bei zivilen Schiessveranstaltungen regelmässig 

einzuhalten und der Ausgang des Verfahrens sei schliesslich nicht von der Methodik der 

Lärmermittlung abhängig, sondern von den massgeblichen tatsächlichen und rechtlichen Ver-

hältnissen. Diese hätten sich seit den letzten Sanierungsentscheiden (2002 und 2007) wesent-

lich geändert. Dennoch habe die LUD mit Entscheid vom 21. Dezember 2017 nahezu die glei-

chen, grosszügigen Erleichterungen gewährt wie im Jahr 2007. Das widerspreche offensicht-

lich Bundesrecht.  

 

5.1 

Der angefochtene RRB Nr. 559 vom 28. August 2018 stützt sich wie der ihm zugrundeliegende 

Entscheid der LUD auf die Bundesverfassung und auf öffentliches Recht des Bundes, nament-

lich auf das Umweltschutzgesetz (USG; SR 814.01), die Lärmschutz-Verordnung, die Vor-

schriften des Militärgesetzes (MG; SR 510.10), die Verordnung über das Schiesswesen ausser 

Dienst (Schiessverordnung; SR 512.31) und die Schiessanlagen-Verordnung (SchAV; SR 

510.512). Der Regierungsrat hat die umwelt- und lärmschutzrechtlichen Bestimmungen im an-

gefochtenen Entscheid zutreffend dargelegt (vgl. E. 2.2.2.1, 2.2.2.3, 2.3.2 und 2.3.4); darauf 

kann vollumfänglich verwiesen werden (Art. 56 Abs. 3 VRG). Sodann ist der Regierungsrat in 

Auseinandersetzung mit den Vorbringen der Beschwerdeführer und der einschlägigen Lehre 

und Rechtsprechung mit einlässlicher Begründung zum Ergebnis gelangt, dass die Schiess-

anlage «Hostetten» seit dem Jahre 2002 – und damit in Einklang mit Art. 17 Abs. 3 i.V.m 

Art. 50 LSV – lärmtechnisch als saniert gelte, selbst wenn deren Betrieb nach wie vor zu 

Immissionsgrenzwertüberschreitungen führe (vgl. angefochtener Entscheid, E. 2.2.4.3), und 

die  bewerteten Schiesshalbtage seien auf maximal 13.5 SHT festzusetzen. Auf die entspre-

chenden Erwägungen ist uneingeschränkt zu verweisen, zumal die Beschwerdeführer keine 

stichhaltigen Argumente gegen diesen Entscheid vorbringen. 

22 I 37 

 

5.2 

Zu den einzelnen Rügen der Beschwerdeführer zieht das Gericht ergänzend Folgendes in 

Erwägung: 

 

5.2.1 

Die betroffene Schiessanlage «Hostetten» in der Gemeinde Oberdorf ist unstrittig eine beste-

hende ortsfeste Anlage nach Art. 7 Abs. 7 USG und Art. 2 Abs. 1 LSV, die aufgrund der Mes-

sungen die in Anhang 7 Ziff. 2 LSV festgesetzten Immissionsgrenzwerte überschreitet (VI1-A-

1), und damit den Vorschriften des Umweltschutzgesetzes und der Lärmschutz-Verordnung 

nicht genügt. Die Anlage ist demzufolge nach Art. 16 Abs. 1 USG und Art. 13 ff. LSV zu sanie-

ren und zwar soweit als dies technisch und betrieblich möglich sowie wirtschaftlich tragbar ist 

und die Immissionsgrenzwerte nicht überschritten werden (Art. 11 Abs. 2 USG und Art. 13 

Abs. 2 LSV). Stehen keine überwiegenden Interessen entgegen, so gibt die Vollzugsbehörde 

den Massnahmen, welche die Lärmerzeugung verhindern oder verringern, den Vorzug gegen-

über Massnahmen, die lediglich die Lärmausbreitung verhindern oder verringern (Abs. 3). 

 

5.2.2 

Der Lärmkarte der X AG 2017 ist zu entnehmen, dass trotz der im Jahr 2002 verfügten Lärm-

schutzmassnahmen – Installation von acht Schallschutztunneln bei den 300-m-Scheiben und 

betriebliche Einschränkungen – beim aktuellen Schiessbetrieb an mehreren Empfangspunk-

ten – unter anderen bei der Liegenschaft Y (EP…) – die gesetzlichen Immissionsgrenzwerte 

überschritten werden; dies bis zu 7 dB(A) beim Grundstück Y der Beschwerdeführer (vgl. VI1-

A-4; VI1-A-1 und -2).  

 

5.2.3 

Es ist daher als Erstes zu prüfen, ob im vorliegenden Fall alle technisch und betrieblich mög-

lichen sowie wirtschaftlich tragbaren Massnahmen für eine Verminderung der Lärmbelastung 

ergriffen wurden, oder aber der Regierungsrat bzw. die LUD vor der Gewährung von Sanie-

rungserleichterungen nach Art. 14 LSV weitergehende Massnahmen zur Lärmreduktion hätten 

prüfen müssen (Art. 11 Abs. 1 USG und Art. 13 Abs. 2 LSV). Abzustellen ist dabei auf die 

Sach- und Rechtslage am 1. Januar 2018, da die von der LUD am 11. Januar 2007 gewährten 

Erleichterungen für die Schiessanlage «Hostetten» bis am 31. Dezember 2017 befristet waren 

(vgl. auch angefochtener RRB, E. 2.3.4.10). Der Verweis der Beschwerdeführer auf das Insti-

tut der Anpassung hinsichtlich dem RRB Nr. 725 vom 23. September 2003 geht schliesslich 

23 I 37 

 

grundlegend fehl und ist unbehilflich. Mit RRB Nr. 725 hat der Regierungsrat die verschiede-

nen Beschwerden gegen die Genehmigungs- und Erleichterungsentscheide abgewiesen, so-

fern darauf eingetreten wurde. Die Entscheide sind damit in Rechtskraft erwachsen und waren 

bis 31. März 2007 befristet, womit sie heute keine Rechtswirkung mehr haben. Vorliegend geht 

es einzig um die Beurteilung des RRB Nr. 559 vom 28. August 2018, welcher sich auf den am 

1. Januar 2018 massgeblichen Sachverhalt abstützt. 

 

5.2.3.1 

Aus den Akten geht zunächst hervor, dass der Regierungsrat auch weitere bauliche Sanie-

rungsmassnahmen an der umstrittenen Anlage selbst, wie beispielsweise die Erstellung von 

Lärmschutzhügeln oder das Absenken der Schussbahn, in Erwägung gezogen hat (vgl. ange-

fochtener Entscheid, E. 2.3.4.4; Beilage 5 zur Beschwerdeantwort der LUD E. 8.1 S. 13). Diese 

Massnahmen hat er jedoch zu Recht aufgrund unverhältnismässig hoher Kosten (wie etwa 

auch für den Landerwerb) mit Verweis auf BGE 119 Ib 463 E. 4b verworfen. Kommt hinzu, 

dass der Realisierung solcher Massnahmen auch überwiegende Interessen des Ortsbild-, Na-

tur- und Landschaftsschutzes entgegenstehen würden. Die Beschwerdeführer haben daher 

zu Recht keine weitergehenden Sanierungsmassnahmen an der Anlage selbst verlangt. 

 

5.2.3.2 

Des Weiteren prüfte der Regierungsrat eingangs auch sorgfältig die Möglichkeit einer Gemein-

schaftsanlage im Kanton Nidwalden (vgl. angefochtener Entscheid, E. 2.3.4.1). Dabei ist er 

zum Schluss gelangt, dass im Kanton Nidwalden zwar von Seiten des Kantons sowie des 

Kantonalen Schützenverbandes Bestrebungen nach einer Gemeinschaftsanlage im Gange 

seien, ein konkretes Projekt jedoch nicht vorliege. Damit ergebe sich im Kanton Nidwalden 

nach wie vor die Ausgangslage, dass auf relativ engem Raum diverse Schiessanlagen behei-

matet seien. Würden die Schiessvereine keine Gemeinschaftsanlage nutzen, habe die Beur-

teilung der kommunalen Schiessanlagen als bestehende ortsfeste Anlage gemäss Art. 13 ff. 

LSV einzelfallweise für jede einzelne Schiessanlage selbst zu erfolgen (angefochtener Ent-

scheid, E. 2.3.4.2). Sowohl die rechtlichen Ausführungen als auch der dargelegte Sachverhalt 

des Regierungsrates betreffend Gemeinschaftsanlage sind vom Gericht zu bestätigen. Mit die-

sen vorinstanzlichen Argumenten haben sich die Beschwerdeführer mit keinem einzigen Wort 

auseinandergesetzt. Bereits dem Gesuch der Beschwerdegegnerin für Gewährung von Er-

leichterungen vom 2. April 2016 und dem Entscheid der LUD vom 21. Dezember 2017 (vgl. 

Beilagen 1 und 2 zur Beschwerdeantwort der LUD) ist zu entnehmen, dass eine Arbeitsgruppe 

24 I 37 

 

unter der Leitung der Kantonal-Schützengesellschaft Nidwalden aktuell die Machbarkeit, 

Standort, Kosten und künftige Betriebsgemeinschaften zwar abkläre, ein bewilligtes Projekt 

jedoch noch nicht vorliege. Die Schiesslärmproblematik ist mithin bei diversen anderen kom-

munalen Schiessanlagen im Kanton Nidwalden eine ähnliche. Dennoch konnte eine gemein-

deübergreifende Lösung bis anhin nicht bewerkstelligt werden. War jedoch im massgeblichen 

Zeitpunkt keine Gemeinschaftsanlage vorhanden, so ist mit dem Regierungsrat einig zu ge-

hen, dass die Beurteilung nicht als Gesamtbeurteilung aller Nidwaldner Anlagen, sondern ge-

mäss Art. 13 ff. LSV grundsätzlich einzelfallweise für jede einzelne Schiessanlage selbst zu 

erfolgen hat. Schliesslich sei darauf hingewiesen, dass die Zuweisung und Einrichtung von 

300-m-Schiessanlagen für die Bundesübungen und freiwilligen Übungen der Schiessvereine 

mit Ordonnanzmunition grundsätzlich Sache der Gemeinden ist und nicht in den Zuständig-

keitsbereich der kantonalen Behörden fällt (vgl. Art. 2 Abs. 1 SchAV i.V.m Art. 133 Abs. 1 MG). 

Das Vorantreiben einer Gemeinschaftsanlage ist daher prinzipiell Sache der Gemeinden und 

der Schützen (vgl. jedoch Art. 29 Abs. 1 Schiessverordnung). 

 

5.2.3.3 

a. 

Ausserdem ist dem angefochtenen RRB Nr. 559 vom 28. August 2018 zu entnehmen, dass 

sich der Regierungsrat alternativ auch mit der Möglichkeit einer Verlegung des Schiessbe-

triebs auf eine andere innerkerkantonale Schiessanlage beschäftigt hat (vgl. angefochtener 

Entscheid, E. 2.3.4.1). Im Ergebnis hielt er fest, dass aus rein räumlichen Gründen eine Aus-

lagerung des Schiessbetriebs von der Schiessanlage «Hostetten» auf eine andere Schiess-

anlage durchaus in Betracht gezogen werden könnte. Dies scheitere jedoch am Umstand, 

dass auch mit dem Schiessbetrieb auf den übrigen Nidwaldner Schiessanlagen die Immissi-

onsgrenzwerte überschritten seien. Damit bestehe zumindest bis auf weiteres keine Möglich-

keit, die Schiessen der Beschwerdegegnerin auf einer dieser Anlagen durchzuführen. Im Ge-

genteil würde dies auf den anderen Anlagen zu einer zusätzlichen Mehrbelastung hinsichtlich 

Immissionsgrenzwertüberschreitung führen, was nicht gangbar sei. Die Ausgangslage sei 

demzufolge nicht mit derjenigen vergleichbar, wie sie dem von den Beschwerdeführern vorge-

tragenen Verfahren (LGVE II Nr. 4) zu Grunde liege. Eine Verlegung des Schiessbetriebes auf 

eine benachbarte Anlage könne in diesem Verfahren nicht erfolgen.  

 

25 I 37 

 

b. 

Die Begründung des Regierungsrats ist schlüssig und nachvollziehbar und er hat die Sachlage 

zu Recht – wie bereits oben ausgeführt wurde – aufgrund der am 1. Januar 2018 massgebli-

chen Verhältnisse beurteilt.  

 

c. 

Sowohl der Regierungsrat als auch die LUD haben sich bei den Schiesslärm-Berechnungen 

auf das von der Eidgenössischen Materialprüfungsanstalt (EMPA) entwickelte und vom Bun-

desamt für Umwelt (BAFU) seit August 2014 zur Benutzung für den zivilen Schiesslärm frei-

gegebene Berechnungsmodell sonARMS abgestützt (vgl. angefochtener Entscheid, E. 2.3.3.2 

und BF1-A-2, E. 2.3). Mit sonARMS ist es möglich, die Schiesslärmberechnung flächende-

ckend auf der Grundlage von GIS-Daten durchzuführen. Zudem erlaubt sonARMS den Einbe-

zug von Meteobedingungen, womit die von der Lärmschutz-Verordnung geforderte jahres-

durchschnittliche Belastung noch genauer als mit bisherigen Schiesslärmberechnugen simu-

liert werden kann. Das Modell entspricht dem heutigen Stand der Wissenschaft und Technik 

und ist gemäss den Erläuterungen der X AG vom 25. Oktober 2017 sehr genau (vgl. BF1-A-

4). Die Berechnungen stützten sich auf mehrere hundert Messungen und sind jederzeit nach-

vollziehbar, wodurch die Messungen eine grosse Rechtssicherheit erhalten (vgl. BF1-A-4, Ziff. 

3 S. 3). Aus den Ergebnissen der sonARMS-Modellierung und den aktualisierten Pegelkorrek-

turen gemäss Verfügung 2017 resultieren nicht nur bei der Schiessanlage «Hostetten» in 

Oberdorf, sondern auch bei den Schiessanlagen Beckenried, Ennetmoos, Stans, Ennetbürgen 

und Wolfenschiessen IGW-Überschreitungen (vgl. BF1-A-4, S. 4). Sodann ist gerichtsnoto-

risch, dass die ehemals sehr kritische Anlage Hergiswil zwischenzeitlich stillgelegt ist und die 

jeweiligen Schützen ihr obligatorisches Schiessprogramm auf anderen Schiessanlagen absol-

vieren müssen. So weisen selbst die Beschwerdeführer in ihrem Schreiben vom 18. Februar 

2019 darauf hin, dass der 300-m-Schiesstand Hergiswil "offenbar" bereits geschlossen sei. 

Inwiefern die Kapazitäten auf der umstrittenen Anlage «Hostetten» den Teilnehmern an den 

Bundesübungen von Hergiswil zur Verfügung gestellt werden, spielt an dieser Stelle keine 

Rolle. Ausschlaggebend ist einzig, dass auch die anderen im Kanton Nidwalden betriebenen 

Schiessanlagen die Immissionsgrenzwerte überschreiten. Unter diesen Umständen ist es nicht 

bundesrechtswidrig, wenn der Regierungsrat die Auslagerung des Schiessbetriebs Büren-

Oberdorf auf eine andere innerkantonale Anlage ausgeschlossen hat; und zwar selbst wenn 

eine solche aus rein räumlichen Gründen durchaus in Betracht gezogen werden könnte (BGE 

26 I 37 

 

119 Ib 439 ff. nicht publizierte E. 6cc; 117 Ib 20). Auch dazu äussert sich die Verwaltungsge-

richtsbeschwerde mit keinem einzigen Wort.  

 

d. 

Die Beschwerdeführer setzen sich nicht mit den jeweiligen Belastungsgrenzwerten auseinan-

der. Stattdessen stellen sie sich pauschal und unsubstanziiert auf den Standpunkt, dass ein 

Teil der auf der Schiessanlage «Hostetten» vorgesehenen Trainings auf benachbarten 

Schiessanlagen absolviert werden könne, da die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an den 

Bundesübungen seit 2002 im Durchschnitt um ca. 50 % zurückgegangen seien. Dabei klam-

mern sie nicht nur die bundesrechtlich, methodisch nachgewiesenen Überschreitungen der 

IGW aus, sondern verkennen auch, dass die Beurteilung von kommunalen Schiessanlagen 

als bestehende ortsfeste Anlagen von Bundesrechts wegen nicht als Gesamtbeurteilung aller 

Nidwaldner Anlagen, sondern grundsätzlich einzelfallweise für jede einzelne Schiessanlage 

selbst erfolgen muss (Urteil des BGer 1A.187/2004 vom 21. April 2005 E. 3.4 m.H.). Dies hat 

der Regierungsrat im vorliegenden Fall und anhand der massgebenden bundesrechtlichen 

Berechnungsmodelle getan. Darauf ist nachfolgend näher einzugehen. Daher verfängt auch 

das Argument nicht, wonach die Betreiber benachbarter Schiessanlagen offenbar bereit wä-

ren, die Schützen aus Büren-Oberdorf aufzunehmen. Es handelt sich um eine blosse Behaup-

tung, welche wiederum nicht berücksichtigt, dass auch die anderen innerkantonalen Standorte 

lärmbelastet sind und die Immissionsgrenzwerte überschreiten. Eine unerwünschte Lärmbe-

lastung kann nicht einfach vom einen zum andern Ort transportiert werden (vgl. BGE 119 Ib 

439 E. 6c/cc). 

 

e. 

Unbehilflich ist auch der Verweis auf das publizierte Baugesuch für die Sanierung der Schiess-

anlage Beckenried, zumal die Sachlage nach den am 1. Januar 2018 massgeblichen Verhält-

nissen zu beurteilen ist, und mit einem Baugesuch längst noch keine Kapazitäten realisiert 

sind.  

 

f. 

Insgesamt setzen sich die Beschwerdeführer nicht greifbar mit der Begründung der Vorinstanz 

auseinander und vermögen die behaupteten, bundesrechtskonformen Aufnahmekapazitäten 

nicht substanziiert nachzuweisen. Unter den gegebenen Umständen sind hinsichtlich der 

Frage nach der Auslagerung des Schiessbetriebs auf andere innerkantonale Schiessanlagen 

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27 I 37 

 

keine weitergehenden Abklärungen und Editionen notwendig. Demzufolge ist die Beschwerde 

samt Beweisanträgen in diesem Punkt abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. 

 

5.2.3.4 

Zutreffend ist, dass sich der Regierungsrat im Rahmen der Prüfung weitergehender Massnah-

men zur Lärmreduktion nicht explizit zur Ausweichmöglichkeit auf eine ausserkantonale 

Schiessanlage, namentlich die «Brünig-Indooranlage» mit 300-m-Schiesskanal geäussert hat. 

Allerdings schützt er den Entscheid der LUD weitgehend bis auf die Zahl festgelegter Schiess-

halbtage und damit implizit auch die Meinung der LUD, wonach ein öffentliches Interesse da-

ran bestehe, dass die Nidwaldner Angehörigen der Armee ihre ausserdienstliche Schiess-

pflicht im Kanton leisten können (vgl. angefochtener Entscheid, E. 2.3.1.3). Jedenfalls liegt – 

wie bereits oben ausgeführt wurde – keine Verletzung der Begründungspflicht vor und selbst 

wenn eine Gehörsverletzung vorläge, wöge diese nicht derart schwer, dass sie im vorliegen-

den Rechtsmittelverfahren, in welchem das Gericht über volle Kognition verfügt, nicht geheilt 

werden könnte. Was die LUD in einem Entscheidentwurf ausführte (vgl. BF-Beleg 3), ist im 

Übrigen nicht relevant und nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens. Ferner steht fest, 

dass es sich bei der «Brünig-Indooranlage» um eine private Aktiengesellschaft und nicht um 

eine Anlage des Bundes handelt. Daher können die Schützen Büren-Oberdorf nicht einfach 

einseitig dieser Anlage zugeordnet werden. Die Benützung der Anlage wäre vertraglich zu 

regeln und es würden wohl nicht unerhebliche Kosten anfallen (vgl. auch Urteil des BGer 

1A.183/2001 vom 18. September 2002). Abgesehen davon hätte die Benützung der «Brünig-

Indooranlage» für die Schützen Büren-Oberdorf einen Anfahrtsweg mit dem PW von ca. 40 

km und mit dem ÖV von ca. 2 ½ Stunden (inkl. 30 Min. Fussmarsch ab Bahnhof Lungern) zur 

Folge. Ein derart langer Anfahrtsweg ist nach Auffassung des Gerichts doch mit sehr grossen 

Umständen für die in der Gemeinde ansässigen und noch berufstätigen Schiesspflichtigen 

verbunden und daher schlicht nicht zumutbar. Diese ungünstigen Distanzverhältnisse sowie 

die erheblichen rechtlichen und finanziellen Umstände machen die Verlegung des Schiessbe-

triebs auf die «Brünig-Indooranlage» als nicht gangbar. Andere ausserkantonale Schiessanla-

gen machen die Beschwerdeführer nicht explizit geltend. Im vorliegenden Fall besteht sodann 

auch nach Auffassung des Gerichts zweifellos ein öffentliches Interesse daran, dass die An-

gehörigen der Armee ihre ausserdienstliche Schiesspflicht im Kanton leisten können. Kommt 

hinzu, dass die Benützung einzelner ausserkantonaler Anlagen nicht zuletzt mit Blick auf den 

unerwünschten "Lärmexport" nicht die beste Lösung sein kann. Nach dem Gesagten ist nicht 

zu beanstanden, dass der Regierungsrat im vorliegenden Fall von der Verlegung des Schiess-

betriebs auf eine ausserkantonale Anlage, namentlich die «Brünig-Indooranlage» abgesehen 

28 I 37 

 

hat. Weitere Sachverhaltsabklärungen sind nicht zu treffen und die Beschwerde ist mithin auch 

in diesem Punkt vollumfänglich abzuweisen.  

 

5.2.4 

Unter Berücksichtigung all dieser Faktoren ist als Zwischenergebnis festzuhalten, dass das 

bauliche Sanierungspotential der Schiessanlage «Hostetten» praktisch ausgeschöpft ist und 

weitergehende Massnahmen insbesondere finanziell unverhältnismässig, d.h. wirtschaftlich 

nicht tragbar sind (Umweltrecht in der Praxis, URP 9/1995, S. 314). Ausserdem konnte eine 

Gemeinschaftsanlage bis anhin nicht realisiert werden und die Auslagerung des Schiessbe-

triebs auf eine andere inner- oder ausserkantonale Anlage, namentlich die «Brünig-Indooran-

lage» fällt ebenfalls ausser Betracht. Insoweit hat der Regierungsrat den Sachverhalt vollstän-

dig festgestellt und richtig beurteilt. Es liegt keine Verletzung von Bundesrecht vor.  

 

5.2.5 

Gilt die Schiessanlage «Hostetten» somit als lärmtechnisch saniert, so bleibt zu prüfen, ob die 

vom Regierungsrat ab 1. Januar 2018 gewährten Sanierungserleichterungen im Umfang von 

neu 13.5 Schiesshalbtagen rechtmässig sind.  

 

5.2.5.1 

a. 

Gemäss Art. 17 USG können die Behörden Erleichterungen gewähren, wenn eine Sanierung 

unverhältnismässig wäre. Gemäss Art. 14 LSV gewährt die Vollzugsbehörde Erleichterungen, 

soweit die Sanierung unverhältnismässige Betriebseinschränkungen oder Kosten verursachen 

würde oder überwiegende Interessen entgegenstehen; hiezu sind auch Interessen der Lan-

desverteidigung zu zählen (Art. 14 Abs. 1 lit. b LSV). Die Alarmwerte dürfen jedoch bei priva-

ten, nicht konzessionierten Anlagen nicht überschritten werden (Art. 17 Abs. 2 USG und Art. 

14 Abs. 2 LSV; BGE 117 Ib 20 E. 5; Urteile des BGer 1A_187/2004 vom 21. April 2005 und 

1A_41/2005 vom 4. November 2005). Bestehen solch überwiegende Interessen, führt dies im 

vorliegenden Fall dazu, dass der Schiessbetrieb auf der Anlage «Hostetten» trotz Überschrei-

tung des Immissionsgrenzwertes aufrechterhalten werden kann. 

 

29 I 37 

 

b. 

Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung besteht an der Sicherstellung des der Landesver-

teidigung dienenden Schiesswesens und insbesondere an der Durchführung der Bundes-

schiessübungen ein gewichtiges öffentliches Interesse. Die Landesverteidigung ist zwar nicht 

generell von den Anforderungen des Umweltschutzrechts ausgenommen, doch darf die Um-

weltschutzgesetzgebung das Schiesswesen ausser Dienst nicht verunmöglichen oder unver-

hältnismässig erschweren. Die Erfüllung der Schiesspflicht gehört zur Wehrpflicht (Art. 25 Abs. 

1 lit. c MG). Sie bezweckt, die Schiessfertigkeit der Wehrpflichtigen im Interesse der Landes-

verteidigung zu erhalten und zu fördern. Nach der Praxis des Bundesgerichtes sind daher 

Überschreitungen der Immissionsgrenzwerte oder allenfalls sogar der Alarmwerte unter Ge-

währung entsprechender Sanierungserleichterungen grundsätzlich hinzunehmen, damit die 

obligatorische Schiesspflicht erfüllt werden kann (vgl. angefochtener Entscheid, E. 2.3.4.6 und 

E. 2.3.4.7; Urteile des BGer 1A.187/2004 vom 21. April 2005 E. 3.2 mit Verweis auf BGE 119 

Ib 463 E. 5b-d; 1A.101/2002 vom 24. April 2003 E. 4.3; 1A.183/2001 vom 18. September 2002 

E. 6.7.4; BGE 114 Ia 114 E. 4b).  

 

c. 

Damit steht fest, dass gemäss konstanter Rechtsprechung des Bundesgerichts Sanierungser-

leichterungen im Regelfall gewährt werden dürfen, damit die vom Bund unterstützten Schiess-

anlässe durchgeführt werden können. Unzulässig ist hingegen die Gewährung von Erleichte-

rungen für die Durchführung privater Schiessanlässe beziehungsweise für «tirs sportifs ordi-

naires». Private sportliche Schiessanlässe dürfen somit grundsätzlich nur auf Anlagen durch-

geführt werden, deren Betrieb nicht zu einer Überschreitung der Immissionsgrenzwerte führt 

(vgl. BGE 117 Ib 20, nicht publizierter Entscheid vom 4. Juli 1991 i.S. Commune de Broc; BGE 

119 Ib 463). Die maximal zulässige Anzahl Schiesshalbtage orientiert sich alsdann im Rahmen 

der Sanierung der Schiessanlage allein an der Notwendigkeit des Schiessens ausser Dienst, 

das auch freiwillige Übungen beinhaltet. Soweit die Beschwerdeführer freiwillige Übungen des 

Schiesswesens ausser Dienst als rein private sportliche Schiessen qualifizieren, verkennen 

sie nach wie vor den Inhalt der bundesrechtlichen Gesetzgebung. Gemäss Art. 4 Schiessver-

ordnung gelten als Schiessübungen und Ausbildungskurse im Interesse der Landesverteidi-

gung nicht nur die die Bundesübungen (obligatorische Programme und Feldschiessen, Art. 4 

Abs. 1 lit. a Schiessverordnung), sondern auch die freiwilligen Schiessübungen (Vereinstrai-

nings, Schiesswettkämpfe und Vorübungen zu den Bundesübungen nach Massgabe der 

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30 I 37 

 

Grösse der Schiessanlage, der Anzahl sie benützenden Schützen, der Mitgliederzahl der da-

rauf trainierenden Schiessvereine und der Lärmbelastung), die Schiesswettkämpfe der militä-

rischen Verbände und Vereine (Art. 4 Abs. 1 lit. b Schiessverordnung) sowie die Schiesskurse 

(Art. 4 Abs. 1 lit. c Schiessverordnung). Nicht im öffentlichen Interesse liegen demgegenüber 

die rein zivilen, sportlichen Schiessen (vgl. BGE 120 Ib 89 E. 5b; 119 Ib 463 E. 5d und 6a; 118 

Ib 206 E. 8a; 117 Ib 20 E. 5; 117 Ib 178 E. 4; 112 Ib 280 E. 10-12; ferner Urteil des BGer 

1A.105/1990 vom 4. Juli 1991 E. 3b; HANSJÖRG SEILER, Kommentar USG, Zürich 2001, Art. 5 

N. 10 und N. 28).  

 

d. 

Mit dem Regierungsrat ist einig zu gehen, dass diese Vorgaben bei der Schiessanlage «Hos-

tetten» eingehalten werden, so dass in dieser Hinsicht keine Verletzung von Bundesrecht vor-

liegt. Die vorinstanzlichen Ermittlungen und die Interessenabwägung zwischen Lärmschutz 

und Landesverteidigung sind nicht zu beanstanden. Es liegt auch nach Auffassung des Ge-

richts ein gewichtiges öffentliches Interesse an der Sicherstellung der Landesverteidigung die-

nenden Schiesswesens und insbesondere an der Durchführung der Bundesschiessübungen 

vor. Der Verzicht auf Sanierungserleichterungen würde das Schiesswesen ausser Dienst ver-

unmöglichen und die Schützen Büren-Oberdorf könnten ihre Schiesspflicht nicht mehr erfüllen. 

Durch die Erleichterungen wird ihnen hingegen ermöglicht, auch weiterhin ausserdienstliche 

Schiessübungen und Ausbildungskurse im Interesse der Landesverteidigung zu absolvieren. 

Die Anlage wird denn auch ausschliesslich für Anlässe im Interesse der Landesverteidigung 

(Bundesübungen, Jungschützenkurse, freiwillige Schiessübungen und interne Wettkämpfe so-

wie Vorübungen zu den Bundesübungen) benützt und es finden auch keine militärischen 

Standschiessen (WK-Truppen, RS-Truppen) mehr statt (vgl. BF1-A-2 und BF1-A-5; vgl. auch 

Beilage 5 zur Beschwerdeantwort der LUD, E. 8.1 S. 13). Sodann wird das Eidg. Feldschies-

sen gemäss Angaben der Beschwerdegegnerin in Nidwalden alternierend nur noch in Becken-

ried und in Ennetbürgen geschossen. Hinsichtlich Rechtsbegehren Ziffer 11 sei an dieser 

Stelle noch erwähnt, dass für unregelmässig stattfindende Schiessanlässe wie Hauptrunden 

Gruppenmeisterschaften, Militärische Schiessen und weitere ausserordentliche Schiessan-

lässe keine LSV-Grenzwerte gelten, sie müssen daher generell nach Art. 11 und 15 USG be-

grenzt werden. Die Lärmimissionen während der Hauptrundenschiessen sind jedoch von un-

tergeordneter Bedeutung, da nur sehr wenige Personen daran teilnehmen können und die 

Schiesszeit sehr kurz ist. Im Übrigen muss das Schiessprogramm (inkl. Schiesszeiten) vom 

Gemeinderat Oberdorf rechtzeitig vor Beginn der jeweiligen Schiesssaison genehmigt werden 

und wird der Öffentlichkeit zur Einsicht zugänglich gemacht. Dies ermöglicht den betroffenen 

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31 I 37 

 

Personen, im Voraus Vorkehrungen zu treffen, um dem Lärm auszuweichen, indem sie sich 

gegebenenfalls für einige Stunden im Jahr von der betroffenen Liegenschaft wegbegeben (vgl. 

BGE 126 II 494 E. 7). 

 

e. 

Insgesamt ist davon auszugehen, dass die Interessen der Landesverteidigung die Interessen 

des Lärmschutzes im vorliegenden Fall überwiegen. Weitere Betriebseinschränkungen oder 

gar die Schliessung der Anlage ist nicht im öffentlichen Interesse, hätte dies doch zur Folge, 

dass nicht einmal die Schiessübungen im Interesse der Landesverteidigung durchgeführt wer-

den könnten, was mit Art. 14 Abs. 1 LSV nicht vereinbar wäre (BGE 119 Ib 467 E. 5a und b 

m.H.). Daher ist nicht zu beanstanden, dass im Interesse der Landesverteidigung für die 

Durchführung der Schiessen ausser Dienst (vgl. Art. 62 und 63 MG i.V.m. Art. 2 Schiessver-

ordnung) gestützt auf Art. 14 Abs. 1 lit. b LSV am befristeten Betrieb der Schiessanlage «Hos-

tetten» festgehalten wird. Das Rechtsbegehren Ziffer 10 ist mithin in diesem Sinne abzuwei-

sen. Schliesslich ist festzuhalten, dass die Alarmwerte bei der Schiessanlage «Hostetten» un-

strittig nicht zur Anwendung gelangen (Art. 17 Abs. 2 USG; Art. 14 Abs. 7 LSV und Anhang 

7 LSV, Ziff. 2, Belastungsgrenzwerte) und privatrechtliche Vereinbarungen (BF1-A-2) für die 

öffentliche-rechtliche Beurteilung ohnehin nicht relevant sind und im vorliegenden Fall, soweit 

ersichtlich, von den Sanierungserleichterungen auch nicht tangiert werden. 

 

5.2.5.2 

a. 

Was die konkrete Ermittlung der für die Schiessanlage «Hostetten» zuzulassenden Zahl von 

Schiesshalbtagen anbelangt, kann auf die zutreffenden Ausführungen des Regierungsrates 

(vgl. angefochtener Entscheid E. 2.3.2 ff.) verwiesen werden (Art. 56 Abs. 3 VRG). Aufgrund 

des Umstandes, dass die maximal zulässigen Schiesshalbtage und die Pegelkorrektur von 

sich jeweils änderndem Datenmaterial abhängig sind, wird für diese Parameter regelmässig 

eine Neuberechnung vorgenommen und gestützt darauf die Sanierungserleichterungen im 

Sinne von Art. 14 LSV bestimmt. Dazu hat der Regierungsrat den Sachverhalt richtig festge-

stellt und die einschlägigen bundesrechtlichen Bestimmungen und Berechnungsmodelle voll-

ständig und korrekt angewandt und daraus die zulässigen Schiesshalbtage im vorliegenden 

Fall nachvollziehbar hergeleitet (für die detaillierte Beschreibung und Herleitung der Berech-

nungsmodelle vgl. auch Entscheide der LUD vom 14. Februar 2002 und 11. Januar 2007).  

 

32 I 37 

 

b. 

Ebenso wie die LUD (vgl. Entscheid der LUD vom 21. Dezember 2017, E. 2.5) legte der Re-

gierungsrat seinen Berechnungen zu Recht das massgebende Zahlenmaterial aus der VBS-

Statistik 2014-2016 zu Grunde (vgl. angefochtener Entscheid, E. 2.3.3 und E. 2.3.4.10). Diese 

wies neu durchschnittlich 210 (bisher 335) Teilnehmerinnen und Teilnehmer an Bundesübun-

gen und 23'500 verschossene Patronen (bisher 27'600) aus. Damit steht zunächst fest, dass 

die Vorinstanz den Rückgang der Teilnehmerinnen und Teilnehmer an Bundesübungen um 

rund 30 % seit der letzten Berechnung im Jahr 2007 bereits mitberücksichtigt hat (vgl. ange-

fochtener Entscheid, E. 2.3.3.3, 2.3.4.10, 2.3.4.11). 

 

c. 

Der von den Beschwerdeführern behauptete Rückgang um rund 50 % ist eine reine Behaup-

tung und wird in keiner Art und Weise substanziiert nachgewiesen. Die Beschwerdeführer set-

zen sich nicht mit den vorinstanzlichen Erwägungen auseinander und erläutern nicht näher, 

inwiefern der Rückgang der Teilnehmerinnen und Teilnehmer an Bundesübungen seit 2002 

unvollständig ermittelt worden sei. Stattdessen verlangen sie pauschal, dass beim Amt für 

Militär und Bevölkerungsschutz ein Bericht über die obligatorischen Programme der verschie-

denen Vereine (Anzahl Teilnehmer an Bundesübungen) einzuholen sei und alle Schiesspro-

gramme der Nidwaldner Schützenvereine 2018 zu edieren seien. Diese Beweisanträge sind 

vollumfänglich abzuweisen, zumal sowohl der Regierungsrat als auch die LUD alle erforderli-

chen Abklärungen bereits getroffen haben. Massgebend ist im vorliegenden Fall ausschliess-

lich die VBS-Statistik 2014-2016. Die Statistik wird periodisch aktualisiert und kann als objek-

tive Grundlage für die Anpassung der maximal zulässigen Betriebszeiten herangezogen wer-

den. Zudem bildet diese Statistik Grundlage für einen rechtsgleichen und für die Behörden 

kontrollierbaren Vollzug. Die mit dem Bericht der kantonalen Schiesskommission vom 6. Ok-

tober 2017 (BF1-C-6) ausgewiesene Differenz ist schliesslich marginal und kann nach Auffas-

sung des Gerichts unberücksichtigt bleiben. 

 

d. 

Gestützt auf die VBS-Statistik 2014-2016 und ausgehend vom massgebenden bundesrechtli-

chen Berechnungsmodell errechneten die Vorinstanzen in einem ersten Schritt 2.19 SHT für 

Bundesübungen. Zusätzlich zu den Bundesübungen kommen nach dem Modell der Schiess-

verordnung noch Schiesshalbtage für Vereinstrainings, Schiesswettkämpfe und Vorübungen 

hinzu (Art. 4 Abs. 1 lit. b Schiessverordnung). Während die LUD ausgehend von einer mittleren 

33 I 37 

 

Schiessanlage bei kritischer Lärmbelastung insgesamt 11 SHT für freiwillige Schiessübungen 

(davon 4 SHT für Vorübungen zu Bundesübungen und 7 SHT für Vereinstrainings und 

Schiesswettkämpfe) annahm, wich der Regierungsrat mit angefochtenem RRB Nr. 559 vom 

28. August 2018 zu Recht um rund 20 % davon ab und legte für freiwillige Schiessübungen 

lediglich 9 SHT fest. Diesen Entscheid begründete der Regierungsrat hauptsächlich damit, 

dass es sich bei der Schiessanlage «Hostetten» nicht um eine mittlere, sondern um eine kleine 

und nach wie vor kritische Anlage handle (vgl. angefochtener Entscheid, E. 2.3.4.11). Unter 

Berücksichtigung der weiteren Berechnungsgrundsätze (vgl. insbesondere Anhang 7 LSV, 

Ziff. 32) verfügte der Regierungsrat total 13.5 SHT. Diese Berechnungen sind vollumfänglich 

zu bestätigen. Weitere Betriebseinschränkungen würden dem öffentlichen Interesse der Lan-

desverteidigung widersprechen. 

 

e. 

Die Beschwerdeführer haben sich nicht mit diesen Berechnungen auseinandergesetzt. Sie 

legen insbesondere nicht dar, welche Zahlen bei der Berechnung konkret falsch sind und wel-

che Zahlen gestützt auf welche Grundlagen richtig wären. Sodann gehen sie bei ihrer pau-

schalen Kritik an der von der Vorinstanz getroffenen Bedarfsermittlung von der unzutreffenden 

Annahme aus, dass ein öffentliches Interesse nur an den obligatorischen Schiessübungen 

bestehe. Tatsächlich besteht jedoch – wie oben dargestellt – ein öffentliches Interesse an der 

Schiessanlage «Hostetten» für weit mehr als nur für die obligatorischen Programme. Insbe-

sondere gelten auch die freiwilligen Schiessübungen ausser Dienst als Schiessübungen im 

Interesse der Landesverteidigung (vgl. Art. 4 Schiessverordnung). Weiter verkennen die Be-

schwerdeführer, dass die Schiesspflichtigen aus der Gemeinde Hergiswil nicht der Schiess-

anlage Hostetten zugewiesen werden können. Schiesspflichtige sind in der Wahl der Durch-

führung ihrer obligatorischen Schiessübungen frei. Die vorinstanzlichen Ausführungen basie-

ren mithin zu Recht auf denjenigen Zahlen von Schiesspflichtigen, die ihre obligatorischen 

Schiessübungen auf der Schiessanlage Hostetten effektiv absolviert haben. Alles andere sind 

reine Vermutungen, die von den Beschwerdeführern auch nicht substanziiert vorgebracht wer-

den. Insgesamt vermögen die Beschwerdeführer die vorinstanzlichen Berechnungen in ihrem 

Gehalt in keiner Art und Weise umzustossen oder auch nur annähernd Zweifel an ihrer Rich-

tigkeit zu begründen. Aus umwelt- und lärmrechtlicher Sicht ist die Begrenzung des Schiess-

betriebes bei der Schiessanlage «Hostetten» auf max. 13.5 SHT nicht zu beanstanden und 

verstösst nicht gegen Bundesrecht. Der Regierungsrat hat den Sachverhalt vollständig abge-

klärt und die Bundesrechtsnormen richtig angewandt. Weitere Sachverhaltsermittlungen sind 

34 I 37 

 

nicht erforderlich und eine Rückweisung der Sache fällt ausser Betracht. Die Beschwerde ist 

daher auch in diesem Punkt vollumfänglich abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. 

 

5.2.6 

Schliesslich ist unter Beachtung aller Umstände und in Abwägung der jeweiligen Interessen 

des Lärmschutzes und der Landesverteidigung auch die von der LUD verfügte Befristung bis 

31. Dezember 2027 nicht zu beanstanden. Auch hierzu bringen die Beschwerdeführer keine 

stichhaltigen Argumente vor; sie beschränken sich auf unbegründete Anträge. Es gilt die Ent-

wicklungen in den nächsten Jahren abzuwarten und es ist ausserdem zu beachten, dass die 

Schützengesellschaft Büren-Oberdorf hinsichtlich Reparaturen, baulichen Verbesserungen 

und allfällig notwendigen Investitionen auch einen gewissen Planungsspielraum haben muss. 

Im Übrigen hat die LUD klar angeordnet (vgl. E. 3 Ziff. 1.4), dass der Entscheid aufgehoben 

werde, sobald im Kanton Nidwalden eine lärmrechtlich gesetzeskonforme Anlage vorhanden 

sei. Auf das Rechtsbegehren Ziffer 12 ist daher mangels Rechtsschutzinteresse nicht einzu-

treten und die übrigen Begehren betreffend Befristung allesamt abzuweisen. 

 

5.3 

Insgesamt ist die Beschwerde vollumfänglich abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. 

 

6. 

Die Verfahrenskosten umfassen die amtlichen Kosten (Gebühren und Auslagen) sowie die 

Parteientschädigung (Art. 115 VRG). Im Verfahren vor Verwaltungsgericht richtet sich die 

Festlegung der amtlichen Kosten sowie der Parteientschädigung nach der Gesetzgebung über 

die Prozesskosten (Art. 116 Abs. 3 VRG). 

 

6.1 

Die Partei hat die amtlichen Kosten im Rechtsmittelverfahren zu tragen, wenn sie unterliegt, 

auf ihr Rechtsmittel nicht eingetreten wurde oder wenn sie das Rechtsmittel zurückgezogen 

hat (Art. 122 Abs. 1 VRG). Unterliegt eine kostenpflichtige Partei nur teilweise, werden die 

amtlichen Kosten angemessen herabgesetzt (Art. 122 Abs. 2 VRG). 

 

35 I 37 

 

Die ordentliche Gerichtsgebühr für den vorliegenden Entscheid beträgt pauschal Fr. 4'500.00 

(inkl. Gebühren für den Zwischenentscheid vom 11. März 2019 [P 18 18]; Art. 17 PKoG [Ge-

setz über die Kosten im Verfahren vor den Gerichten und den Justizbehörden/Prozesskosten-

gesetz; NG 261.1]).  

 

Die herabgesetzte Gerichtsgebühr für das Dispositiv beträgt pauschal Fr. 3'000.00 

(Art. 17 i.V.m. Art. 4 Abs. 3 PKoG) und ist ausgangsgemäss unter solidarischer Haftbarkeit 

den Beschwerdeführern 1 und 2 zu überbinden (Art. 122 Abs. 1 VRG).  

 

Mit Schreiben vom 3. Juli 2019 verlangte der Rechtsvertreter der Beschwerdeführer die voll-

ständige Ausfertigung des Entscheids, womit den Beschwerdeführern ebenfalls die Differenz 

zwischen der ordentlichen und der herabgesetzten Gebühr von Fr. 1'500.00 unter solidari-

scher Haftbarkeit zu überbinden ist (Art. 4 Abs. 3 PKoG).  

 

Die gesamte Gerichtsgebühr der Beschwerdeführer beträgt somit Fr. 4'500.00, ist dem bereits 

geleisteten Gerichtskostenvorschuss von Fr. 3'000.00 zu entnehmen und hat in diesem Um-

fang als bezahlt zu gelten. 

 

Die Beschwerdeführer sind anzuweisen, die Restanz von Fr. 1'500.00 unter solidarischer Haft-

barkeit innert 30 Tagen seit Rechtskraft dieses Entscheids an die Gerichtskasse Nidwalden zu 

überweisen. 

 

6.2 

Nicht anwaltlich vertretene Parteien wie die Beschwerdegegnerin haben bei Obsiegen grund-

sätzlich einen Anspruch auf eine Umtriebsentschädigung gemäss Art. 30 PKoG. Eine Um-

triebsentschädigung wird allerdings nur zugesprochen, wenn eine solche auch beantragt und 

begründet wird. Da im vorliegenden Fall ein entsprechender Antrag mit Begründung fehlt, ist 

der obsiegenden Beschwerdegegnerin keine Umtriebsentschädigung zu Lasten der unterlie-

genden Beschwerdeführer zuzusprechen. 

  

36 I 37 

 

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht: 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.  

 

2. Die ordentliche Gerichtsgebühr für den vorliegenden Entscheid beträgt pauschal 

Fr. 4'500.00 (inkl. Gebühren für den Zwischenentscheid vom 11. März 2019; P 18 18). 

Die herabgesetzte Gerichtsgebühr für das Dispositiv beträgt pauschal Fr. 3'000.00 und 

geht ausgangsgemäss unter solidarischer Haftbarkeit zu Lasten der Beschwerdeführer 1 

und 2. 

Die Differenz zwischen der ordentlichen und der herabgesetzten Gebühr von Fr. 1'500.00 

geht ebenfalls unter solidarischer Haftbarkeit zu Lasten der Beschwerdeführer 1 und 2.  

Die gesamte Gerichtsgebühr der Beschwerdeführer 1 und 2 beträgt somit Fr. 4'500.00, 

wird dem bereits geleisteten Gerichtskostenvorschuss von Fr. 3'000.00 entnommen und 

gilt in diesem Umfang als bezahlt. 

Die Restanz von Fr. 1'500.00 haben die Beschwerdeführer 1 und 2 unter solidarischer 

Haftbarkeit innert 30 Tagen seit Rechtskraft dieses Entscheids an die Gerichtskasse 

Nidwalden zu überweisen. 

 

3. Es wird weder eine Partei- noch eine Umtriebsentschädigung zugesprochen. 

 

4. Zustellung dieses Entscheids: 

 
 

Stans, 24. Juni 2019 

VERWALTUNGSGERICHT NIDWALDEN 

Verwaltungsabteilung 

Der Präsident 

 

 

Albert Müller 

Die Gerichtsschreiberin 

 

 

Helene Reichmuth 

37 I 37 

 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. i. V. m. Art. 90 ff. BGG; SR 173.110). 

Die Beschwerde hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unter-

schrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie 

die als Beweismittel angeführten Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 

BGG). Für den Fristenlauf gelten die Art. 44 ff. BGG.