# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8c19fb48-f336-516b-856a-be61a9827f61
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-03-22
**Language:** de
**Title:** Gemischte Methode im Vergleich zur Wahl eines reduzierten Arbeitspensums aus freien Stücken. Kriterien für die Berücksichtigung eines beruflichen Aufstiegs bei der Festsetzung des Valideneinkommens. Kriterien für das Abstellen auf den tatsächlich erzielten Lohn bei der Festsetzung des Invalideneinkommens. Rückweisung
**Docket/Reference:** IV.2017.01188
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2017.01188.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2017.01188
II. Kammer
Sozialversicherungsrichter Mosimann, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichter Bachofner
Ersatzrichterin Lienhard
Gerichtsschreiberin Kobel
Urteil
vom
2
2.
März 2019
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwältin Evalotta Samuelsson
ADVOMED
Bahnhofstrasse 12, 8001 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
X.___
,
geborene
Y.___
, Jahrgang 19
70, durchlief nach der Schulzeit von 1985 bis 1988 eine Lehre als Konditorin-Confiseurin und hatte anschliessend verschiedene Stellen im erlernten Beruf inne; des Weiteren
arbeitete sie
als Verkäu
ferin und als Küchenangestellte.
Ab Oktober 2009 war
X.___
bei den
Z.___
tätig,
zunächst bis März 2011 als Zugchefin
bei der
S-Bahn, danach von April bis
September 2011 als Sachbearbeiterin im Bereich Kundenkontakte und schliesslich
- in einem Pensum von 90
%
-
von Oktober 2011 bis März 2013 als Sachbearbeiterin im Bereich Reporting &
Support. Ab April 2013 absol
v
i
erte
sie
eine
n
Stage als Teamleiterin in diesem letzteren Bereich (Lebenslauf in
Urk.
7/22/
2-5; Z
wischenzeugnisse der
Z.___
vom 6.
Oktober 2010, vom
2.
Mai 2013 und vom
4.
März 2014,
Urk.
7/22/8-13
; Angaben vom 1
0.
Juli 2014 im Fragebo
gen für Arbeitgebende,
Urk.
7/2; Arbeitsvertrag in
Urk.
3/4
).
X.___
ist verheiratet und Mutter von vier Kindern (
Urk.
7/22/6).
Im Dezember 2013
unterzog sich
X.___
im
A.___
der Exzision zweier Lipome, die cerv
ical und subcostal links lok
alisiert waren (Operationsbericht vom 1
7.
Dezember 2013,
Urk.
7/11/15).
Postoperativ
persistierten im Bereich der cervicalen Nar
be messerstichartige Schmerzen mit gelegentlicher Ausstrahlung in die linke Schulter und den linken Unterkiefer, und es wurde der Verdacht auf eine
Nervenve
rletzung geäussert (Berichte des
A.___
vom 1
0.
Januar und vom 1
1.
und 2
0.
M
ärz 2014,
Urk.
7/11/17-18, Urk.
7/11/19 und
Urk.
7/11/12-13). Es
folgten
Abklärungen in der chirurgischen Abteilung des
B.___
,
und am 2
3.
Juli 2014 wurde dort eine Operation mit Narbenrevision, Neurolyse und Neurorrhaphie durchgeführt
(
Berichte des
B.___
vom 2
1.
März, vom 2
5.
April, vom
7.
Juli, vom 2
3.
Juli und vom 21.
August
2014,
Urk.
7/11/2-9
und
Urk.
7/17/9
).
1.2
Unmittelbar nach dieser
zweiten Operation
meldete sich
X.___
auf Veranlassung der
Z.___
bei der Invalidenversicherung an (
Schreiben der
Z.___
vom 2
9.
Juli 2014,
Urk.
7/4;
Anmeldeformular und Fragebogen für
Arbeitgebende je vom 1
0.
Juli 2014,
Urk.
7/3 und
Urk.
7/2
).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich (SVA), IV-Stelle, holte von den Spitälern
A.___
und
B.___
sowie von
Dr.
med. C.___
,
Spezialarzt für Neurologie,
die Berichte zum Krankheitsverlauf ein (Be
richte vom
2.
September 2014 und
vom
2
1.
Januar 2015
sowie vom 2
7.
Oktober 2015
,
Urk.
7/12
,
Urk.
7/17
und
Urk.
7/30
), und
es
fanden Gespräche zwischen der Versicherten, deren Arbeitgeberin und der IV-Stelle
zur Wiedereingliederung
im bisherigen Betrieb
statt
(Beschlussprotokolle der
Z.___
vom
6.
August und vom 1
9.
Novemb
er 2015,
Urk.
7/24 und
Urk.
7/31
; Verlaufsprotokolle der Eingliederungsberatung der
IV-Stelle
in
Urk.
7/43). Im Zuge dieser Gespräche gewährte die IV-Stelle f
ür die Zeit von September 2015 bis Mai 2016
Leis
t
ungen
(persönlichen Support und Taggelder)
für die sogenannte «Wirtschaftsnahe Integration mit Support am
Arbeitsplatz (WISA)» (Zielvereinbarung von August/September 2015,
Urk.
7/28; Mitteilungen vom 1
9.
August 2015 und vom
8.
März 2016,
Urk.
7/26+27 und
Urk.
7/33+34
; Verfügungen vom 2
1.
März
und vom 1
5.
Juni
2016,
Urk.
7/36-39
und
Urk.
7/47
).
1.3
Im V
erlauf
n
ach der zweiten Operation vom Juli 2014
war
zunächst eine Zustandsverbesserung eingetreten (
Bericht des
A.___
vom
1.
September 2014,
Urk.
7/17/6-7;
Bericht
der chirurgischen Abteilung des
B.___
vom 1
1.
November 2014,
Urk.
7/48/14-15
); während der Nachbehandlung in der Schmerzsprechstunde des
B.___
hatten die Schmerzen jedoch zeitweise wieder zugenommen (Berichte des behandelnden Arztes
Dr.
med. D.___
und der behandelnden Ärztin
Dr.
med. E.___
vom 3
0.
September 2014,
Urk.
7/17/8, sowie vom 2
0.
März, vom 1
7.
April, vom
2.
Oktober und vom 18.
November 2015,
Urk.
7/20
,
Urk.
7/48/6-
9 und
Urk.
7/48/12-
13), und im Mai 2015 hatte deshalb eine konsiliarische neurologische Beurteilung durch
Dr.
C.___
stattgefunden (Bericht vom 1
0.
Juni 2015,
Urk.
7/48/10-11).
Nachdem
Dr.
E.___
die
Behandlungsmöglichkeiten in der Schmerzsprechstunde
des
B.___
schon am 2
6.
Januar 2016
als ausgeschöpft beurteilt
und ein 50%iges Pensum bei der bisherigen Arbeitgeberin als das wahrscheinliche Maximum bezeichnet hatte
(
Urk.
7/32)
und nachdem die
Z.___
für die
Versicherte
per
1.
Juli 2016
ein
e
50%-Stelle
geschaffen
hatte (E-Mail der
Z.___
vom 2
5.
April 2016,
Urk.
7/41)
,
schloss die IV-Stelle die Eingliederungsmassnahmen ab (Mitteilung vom
8.
Juni 2016,
Urk.
7/44).
1.4
Zur Prüfung des Rentenanspruchs holte die IV-Stelle
anschliessend
den Bericht des
B.___
vom 2
9.
Juni 2016
(
Urk.
7/48
), den Bericht von
Dr.
C.___
vom 2
8.
September 2016 (Eingangsdatum;
Urk.
7/51) und den Bericht des
F.___
vom
6.
Oktober 2016 über eine konsiliarische neurologische Untersuchung
vom September 2016
(
Urk.
7/52) ein
. Ferner nahm sie die Berichte des
F.___
über die Schmer
zbehandlungen von November 2016 bis
Januar 2017 zu den Akten (
Urk.
7/59). Schliesslich liess sie die Versicherte bidisziplinär, neurologisch und psychiatrisch, begutachten (Gutachten von
Dr.
med.
G.___
, Spezialarzt für Neurologie/Verhaltensneurologie, und
Dr.
med. H.___
, Spezialarzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 3
1.
Januar/
1.
Februar 2017,
Urk.
7/61
und
Urk.
7/62).
Am 1
5.
Februar 2017 teilte die Versicherte der IV-Stelle mit, dass sie das Arbeitsverhältnis mit der
Z.___
gekündigt habe und im März die Arbeit bei der
I.___
aufnehmen werde. Sie sei Inhaberin der Unternehmung und werde dort in einem 50%-Pensum, jeweils halbtags
,
arbeiten (Telefonnotiz in
Urk.
7/63).
1.5
Mit Vorbescheid vom
2
0.
Februar 2017 eröffnete die IV-Stelle der Versich
e
rten, dass sie
ihr
für die Zeit von Januar 2015 bis Mai 2015 eine ganze, für die Zeit von Juni 2015 bis Juni 2016 eine halbe und für die Zeit ab Juli 2016 eine Viertelsrente zuzusprechen beabsichtige (
Urk.
7/67; Einkommensvergleich und
Fest
st
ellungsblatt in
Urk.
7/64 und
Urk.
7/65). Mit Verfügu
ng vom 1
8.
April 2017 befand die IV-Stelle
einstweilen über den Anspruch auf die Viertelsrente ab
Mai 2017
(
Urk.
7/71), hob diese Verfügung jedoch am 2
1.
April 2017 wiedererwägungsweise auf (
Urk.
7/74).
Am
2.
Mai 2017 erliess die IV-Stelle einen neuen Vorbescheid, in dem sie der Versicherten für die Zeit von Januar 2015 bis Mai 2015 eine Dreiviertelsrente und für die Zeit von Juni 2015 bis
Juni 2016 eine Viertelsrente
mit anschliessender Rentenaufhebung
in Aussicht stellte (
Urk.
7/79; Einkommensvergleiche und ergänze
ndes Feststellungsblatt in Urk.
7/76 und
Urk.
7/77). Die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin Evalotta Samuelsson, liess mit Eingabe vom 3
0.
Jun
i 2017 Einwendungen erheben und
beantragen, ihr sei eine Rente aufgrund eines Invaliditätsgrades von mindestens 40
%
zuzusprechen (
Urk.
7/85).
Dabei berief sie sich auf einen Bericht
von
Dr.
E.___
der Schmerzsprechstunde des
B.___
vom
1
5.
Juni 2017 (
Urk.
7/84).
Mit Verfügung vom 2
7.
September 2017 entschied die IV-Stelle im Sinne ihres Vorbescheids. Sie sprach der Versicherten für die Zeit von Januar bis Mai 2015 eine Dreiviertelsrente und für die Zeit von Juni bis November 2015 eine Viertelsrente zu, sistierte die Rente von Dezember 2015 bis April 2016 wegen des Taggeldbezugs
,
gewährte für die Monate Mai und Juni 2016 wiederum die Viertelsrente
und verneinte für die Zeit danach einen Rentenanspruch
(
Urk.
2 =
Urk.
7/94
; Feststellungsblatt in Urk.
7/95
).
2.
Die Versicherte liess gegen diese Verfügung durch Rechtsanwältin Evalotta
Samuelsson mit Eingabe vom
1.
November 2017 Beschwerde erheben (
Urk.
1) und beantragen, die Verfügung sei aufzuheben und es sei die Sache an die
Beschwerdegegneri
n zwecks Einholung weiterer Ausk
ünfte bei der ehemaligen Arbeitgeberin
Z.___
und zur Haushaltsabklä
rung zurückzuweisen, damit die
Beschwerde
gegnerin
hernach den Invaliditätsgrad neu bestimme (
Urk.
1 S. 2). Als neue Belege liess sie den Lohnausweis der
Z.___
für das Jahr 2014 (
Urk.
3/3) und den ab dem
1.
Oktober 2011 gültig gewesenen Arbeitsvertrag mit der
Z.___
einreichen (
Urk.
3/3 und
Urk.
3/4).
Die IV-Stelle schloss in der Beschwerdeantwort vom 1
2.
Dezember 2017 auf Abweisung der Bes
chwerde (
Urk.
6). Dies wurde der Versicherten mit Verfügung vom 1
8.
Dezember 2017 bekanntgegeben (
Urk.
8).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität
ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerb
sunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]).
Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit ode
r Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arb
eitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind
nach
Art.
7 Abs. 2 ATSG
ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen
(Satz 1)
. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überw
indbar ist (Satz 2).
1.2
1.2.1
Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 % oder auf eine Viertels
rente, wenn sie mindestens zu 40 % invalid sind.
1.2.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG (in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG) aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sogenanntes Invalideneinkommen
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sogenanntes Valideneinkommen).
Bei nicht erwerbstätigen Versicherten wird gestützt auf Art. 28a Abs. 2 IVG für die Bemessung der Invalidität darauf abgestellt, in welchem Masse sie unfähig sind, sich im nichterwerblichen Aufgabenbereich zu betätigen.
Nach
Art.
28a
Abs.
3 IVG wird bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig
sind, für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt (vgl. Satz 1).
W
aren sie daneben auch in einem nichterwerblichen Aufgabenbereich tätig,
namentlich im Haushalt, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG festgelegt (vgl. Satz 2). In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbs
tätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im Aufgaben
bereich festzulegen und der
Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (vgl. Satz 3; sogenannte gemischte Methode der Invaliditäts
bemessung).
1.2.3
Per
1.
Januar 2018 ist in
Art.
27
bis
Abs.
2–4
der Verordnung über die Invaliden
ver
sicherung (IVV)
ein neues Berechnungsmodell für die Festlegung des Invali
di
täts
grades von teilerwerbstätigen Versicherten nach der gemischten Methode eingeführt worden. Neu ist in
Art.
27
bis
Abs.
3 lit. a IVV vorgesehen, dass das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person durch die Teilerwerbs
tätigkeit
erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, auf eine Vollerwerbs
tätigkeit hochgerechnet wird. Dieses neue Berechnungsmodell gelangt indessen vorliegendenfalls noch nicht zur Anwe
nd
ung, da die ange
fochtene Verfügung
vom 2
7.
September 2017
datiert und der Beurteilung nach dem allgemeinen über
gang
s
rechtlichen Grundsatz jene Rechtsnormen zugrunde zu legen sind, die galten, als
sich der rechtserhebliche Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 130 V 445 E. 1.
2.1, 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen, und Urteil des Bundesgerichts 8C_462/2017 vom 30. Januar 2017 E. 5.3 mit Hinweisen).
1.3
Der Rentenanspruch entsteht nach
Art.
28
Abs.
1 IVG frühestens in dem Zeit
punkt, in dem die versicherte Person während eines Jahres ohne wesentlichen Unter
bruch
durchschnittlich mindestens zu 40
%
arbeitsunfähig war (lit. b),
sofern sie nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40
% invalid ist (lit. c).
Zu
sätzlich kann der Rentenanspruch gemäss
Art.
29
Abs.
1 IVG nicht vor Ablauf von sechs Monaten nac
h der Geltendmachung entstehen.
Während
für die Erwerbsunfähigkeit (
Art.
7 ATSG) und den Invaliditätsgrad (Art. 8 und
Art.
16 ATSG), wie sie nach
Art.
28
Abs.
1 lit. c IVG für die Ren
ten
höhe massgebend sind, nach dem Einkommen zu fragen ist, d
as
eine Person auf
dem gesamten in Frage kommenden Arbeitsmarkt mit einer dem Gesundheits
scha
den angepassten zu
mutbaren Tätigkeit erzielen könnte
, beurteilt sich die Arbeits
unfähigkeit (
Art.
6 ATSG), wie sie für das Wartejahr nach
Art.
28
Abs.
1 lit.
b IVG massgebend ist,
nach der
gesundheitlich
bedingten Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen, und es kommt dabei in der Regel einzig auf die Einschränkungen im bisherigen Beruf an (vgl. BG
E 130 V 97 E. 3.2, 105 V 156 E.
2a, 97 V 226 E. 2).
Im Rahmen der gemischten Methode ist für die Bestimmung der Wartezeit und
des Rentenbeginn
s analog zur Rechtsprechung zur Ermittlung des Invaliditäts
grades auf den gewichteten Durchschnitt der Arbeitsunfähigkeit in beiden Teilbereichen abzustellen (BGE 13
0 V 97 E
. 3.4).
1.4
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbe
zügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt rechtsprechungsgemäss jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditäts
grad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen (vgl. BGE 1
30 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen).
Bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit
ist gestützt auf
Art.
88a
Abs.
1
IVV
die anspruchsbeeinflussende Änderung für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird, und sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat und voraussichtlic
h weiterhin andauern wird. Eine Verschlechterung
der Erwerbsf
ähigkeit ist nach
Art.
88a
Abs.
2
IVV zu berücksichtigen, sobald sie ohne wesentliche Unterbr
echung drei Monate gedauert hat.
2.
2.1
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin einen weitergehenden Rentenanspruch hat, als er ihr von der Beschwerdegegnerin mit der Verfügung vom 2
7.
September 2017 (
Urk.
2) zugestanden worden ist.
2.2
2.2.1
In der medizinischen Beurteilung stimmen
die Gutachter und
die behandelnden Ärztinnen und Ärzte im Wesentlichen miteinander überein.
2.2.2
Der neurologische Gutachter
Dr.
G.___
ordnete das geklagte Schm
erzbild zwe
i Problemkreisen zu (
Urk.
7/61/11
).
Zum einen qualifizierte er d
ie Schmerzen über der
linken Schulter mit Ausstrahlung in den linken Arm und bis hinter das linke Ohr als neuropathischer Natur und bezeichnete als deren Ursache die Operation vom Dezember 2013 mit einer Läsion des Nervus accessorius links und einer
Läsion von Anteilen des Plexus cervicalis. Zum andern führte er die Sensibilitätss
törungen und Schmerzen in
der linken Gesichtshälfte auf
den Befund
eine
s
neurovaskulären Konflikt
s
(
eine Impression des Nervus trigeminus
durch die Arte
ria cerebelli superior) zurück,
wie er sich mit einer
Magnetresonanztomographie vom 2
1.
Mai 2015 hatte nachweisen lassen (vgl. die Beschreibung des Befundes im
Bericht von
Dr.
C.___
vom 2
7.
Oktober 2015,
Urk.
7/30/3, und im
Bericht des
F.___
vom 1
0.
Januar 2017,
Urk.
7/59/1).
Dr.
C.___
hatte als vorbehandelnder Neurologe in den Berichten vom 1
0.
Juni und vom 2
7.
Oktober
2015
sowie vom 2
8.
September 2016 ebenfalls die beiden Krankheitsbilder einer Neuropathie durch Nervenläsion und einer Neuropathie des Nervus trigeminus durch neurovaskul
ären Konflikt beschrieben (Urk.
7/48/
10-11,
Urk.
7/30 und
Urk.
7/51), und die medizinischen Fachpersonen des
B.___
und des
F.___
waren Dr.
C.___
gefolgt (
Urk.
7/48/6+8,
Urk.
7/59
/
1+4+12). Die Diagnostik von Dr.
G.___
, die in
Kenntnis der
Vorakten erfolgte, ist daher nicht anzuzweifeln.
Der psychiatrische Gutachter
Dr.
H.___
konnte
aus der Sicht seines
Fachgebietes keine Diagnosen stellen (
Urk.
7/61/18). Insbesondere schloss er die grundsätzlich in Betracht fallende Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung aus und begründete den Ausschluss damit, dass
sich
die geschilderte Symptomatik nicht ausgedehnt habe, sondern lokal auf das Nervenschädigungsgebiet bezogen geblieben sei, und dass keine Hinweise auf andere psychische Erkrankungen im Sinne einer Komor
bidität bestünden (Urk. 7/61/18
19). Auch diese diagnostischen Überlegungen leuchten ein angesichts dessen, dass
Dr.
H.___
ihnen
eine eingehende Anamnese mit ausführlicher
Befragung der Beschwerdeführerin zugrunde legte (
Urk.
7/61/14-17)
und in der klinischen Exploration nichts Auffälliges feststellen konnte (
Urk.
7/61/17), namentlich
keine Erschöpfungssymp
t
omatik mehr
zu
verifizieren
vermochte (U
rk.
7/61/19), wie sie von
Dr.
C.___
und
Dr.
E.___
im Jahr 20
15
beschrieben worden war (Urk.
7/30/4 und
Urk.
7/48/9).
2.2.3
Einleuchtend ist angesichts des Fehlens einer psychiatrischen Diagnose auch, dass die Gutachter in der Konsensbesprechung nur den neurologischen Befunde
n
Auswirkungen auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit zuschrieben (
Urk.
7/61/23).
Der Neurologe
Dr.
G.___
relativierte wohl die angegebene Schmerzintensität angesichts dessen, dass er die Beschwerdeführerin während der Untersuchung als locker und gelöst
gestimmt wahrnahm
. Insgesamt erachtete er das Vorliegen von relevanten Schmerzen und Beeinträchtigungen jedoch als glaubhaft und wies zur Begründung darauf hin, dass sich die Beschwerdeführerin zahlreichen diagnostischen und therapeutischen Massnahmen unterzogen habe, darunter auch schmerzhaften Vorkehren in Form von Infiltrationen, dass sie um eine Umsetzung der verbliebenen Leistungsfähigkeit im Arbeitsprozess bemüht sei und dass keine Inkonsistenzen im Sinne einer Verdeutlichungstendenz oder Aggravation feststellbar seien (
Urk.
7/61/13).
Unter Berücksichtigung dieser Beobachtungen bemass er die Einschränkungen in der beruflichen Leistungsfähigkeit im Zeitverlauf wie folgt (
Urk.
7/61/13):
bezogen auf ein 90%-Pensum:
80%ige Arbeitsunfähigkeit vom 27.12.2013 bis zum 23.07.2014
100%ige Arbeitsunfähigkeit bis zum 15.09.2014
80%ige Arbeitsunfähigkeit bis zum 01.01.2015
75%ige Arbeitsunfähigkeit bis zum 01.04.2015
60%ige Arbeitsunfähigkeit bis zum 01.06.2015
50%ige Arbei
tsunfähigkeit bis zum 30.06.2016
anschliessend, bezogen auf ein 100%-Pensum:
50%ige Arbeitsfähigkeit in bisheriger Tätigkeit
60%ige Arbeitsfähigkeit in ang
epasster Tätigkeit
Dabei bezog
Dr.
G.___
die Unterscheidung zwischen bisheriger und angepasster Tätigkeit nicht auf die beruflichen Verrichtungen, im Wesentlichen Büroarbeiten, sondern vielmehr auf die Verteilung der Arbeitsstunden auf die Wochentage. Er beurteilte die ganztägige Tätigkeit während zwei oder drei aufeinanderfolgenden Wochentagen,
wie sie offenbar von der Arbei
tgeberin angeordnet wurde (Urk.
7/61/10), als ungünstig,
erachtete hingegen ein höheres, etwa 60%iges
Pensum unter der Voraussetzung als zumutbar, dass pro Tag weniger Arbeitsstunden, beispielsweise lediglich fünf Stunden,
geleistet werden müssten (Urk.
7/61/13
+23
).
Auf die
se
Arbeitsfähig
keitsbeurteilung kann abgestellt werden.
Sie ist vereinbar mit der Beurteilung der vorbehandelnden medizinischen Fachpersonen
; insbesondere besteht kein Widerspruch zur Attestierung einer
Arbeitsfähigkeit von lediglich 40-50
%
durch
Dr.
E.___
in den
Bericht
en
vom 2
6.
Januar 2016
und vom 1
5.
Juni 2017
(
Urk.
7/32
und
Urk.
7/84), da
Dr.
E.___
k
eine
andere Verteilung der Arbeitsstunden
in Betracht
ge
zog
en hatte
.
2.2.4
Damit hat die Beschwerdegegnerin
ri
chtigerweise
auf das Gutachten von
Dr.
G.___
und
Dr.
H.___
ab
g
estellt
(vgl. die Stellungnahme des RAD-Arztes
Dr.
med.
J.___
, Facharzt für Neurologie, vom
8.
Februar 2017,
Urk.
7/65/7). Die Beschwerdeführerin liess denn hierzu auch keine Einwendungen erheben, sondern anerkannte die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung in diesem Gutachten explizit (
Urk.
1 S. 3).
2.3
Hingegen liess die Beschwerdeführerin rügen, dass die Beschwerdegegnerin sie als Vollerwerbstätige eingestuft ha
b
e, die
keinen nichterwerblic
hen Aufgabenbereich zu erfüllen
, sondern vor Eintritt des Gesundheitsschadens aus freien Stücken ein Arbeitspensum von
nur
90
%
verrichtet hab
e (
vgl.
Urk.
1 S. 7).
Diese Einstufung
hatte dazu geführt, dass die Beschwerdegegnerin den Invaliditätsgrad in der Neuberech
n
ung vom
2.
Mai 2017 lediglich anhand von 90
%
der ermittelten
Erwerbseinbusse bemessen und die restlichen 10
%
des Tätigkeitsfeldes der
Beschwerdeführerin ausser Acht gelassen hatte (vgl.
Urk.
7/76).
Tatsächlich lässt sich dieses Vorgehen
, das die Beschwerdegegnerin nicht näher begründete,
mit den nachfolgenden Erwägungen
mit Gesetz und Rechtsprechung
nicht vere
inbaren.
Die Beschwerdeführerin führt
e
gemäss ihren Darlegungen gegenüber
Dr.
G.___
im Zeitpunkt der Begutachtung
einen Zweipersonenhaushalt, in dem während der Ferien zeitweise auch zwei ihrer Kinder leb
t
en (
Urk.
7/61/9). Gegenüber
Dr.
H.___
gab sie zudem an,
sie kümmere sich, wenn sie nicht arbeite,
um den Haushalt, treffe die Tochter, mache Einkäufe und habe manc
hmal Besuch (Urk.
7/61/15).
Es ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin die arbeitsfreie Zeit, die sie durch das reduzierte
Arbeitsp
ensum gewann, schon vor ihrer Erkrankung zu einem guten Teil für Hausarbeiten einsetzte. Sie erwähnte wohl, früher Saxophon g
espielt zu haben (
Urk.
7/61/15);
es bestehen jedoch keine Hinweise darauf,
dass das nur
9
0%ige
Arbeitspensum mit diesem Hobby in einem Zusammenhang gestanden hätte. Der vorliegende Sachverhalt ist somit nicht mit demjenigen
einer teilzeitlich arbeitenden Versicherten mit einem
Einpersonenhaushalt zu vergleichen,
wo das Bundesgericht eine Berücksichtigung der Hausarbeit bei der Invaliditätsbemessung abgelehnt hat (BGE 131 V 51). Vielmehr kommen vorliegendenfalls die Überlegungen des Bundesgerichts zum Tragen, wonach
ein
Haushalt unabhängig von de
r
Grösse oder
von der dafür
eingesetzten Zeit als
nichterwerblicher Aufgabenbereich
im invalidenversicherungsrechtlichen Sinn eingestuft werden kann (BGE 141 V 15 E. 4.5-4.7).
Gemäss der zutreffenden Sichtweise in der Beschwerdeschrift (
Urk.
1 S. 7) ist daher davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin bei guter Gesundheit
weiterhin
zu 90
%
im Beruf und in den verbleibenden 10
%
im Haushalt tätig wäre.
Daran ändert nichts, dass sie ihren Ausführungen gegenüber
Dr.
H.___
zufolge in früheren Jahren auch Stellen mit einem 100%-Pensum innegehabt hatte (vgl.
Urk.
7/61/17). Dies führt zur Anwendbarkeit der gemischten Methode der Invaliditätsbemessung.
2.4
Für die Bestimmung der Leistungseinschränkungen während des Wartejahres, das mit der Operation vom 1
7.
Dezember 2013 begann, bedarf es dennoch keiner weiteren Abklärungen mehr. Denn g
emäss
Dr.
G.___
war die Beschwerdeführerin
schon für ihr nur 90%iges Pensum bis Ende Dezember 2014 durchgehend zu 80
%
und während einiger Wochen sogar zu 100
%
arbeitsunfähig. Aus der
Gewichtung dieser Arbeitsunfähigkeit gemessen am 90%igen Pensum (vgl.
BGE 13
0 V 97 E
. 3.4
) resultiert daher allein für den Erwerbsbereich schon eine Einbusse von üb
er 70
%
, die bei entsprechendem Invaliditätsgrad zu einer ganzen Rente berechtigte.
Da die Anmeldung der Beschwerdeführerin erst
am 3
0.
Juli 2014 einging (Urk.
7/4; Eingangsdatum im Aktenverzeic
hnis der Beschwerdegegnerin), ko
nnte diese Rente gestützt auf
Art.
29
Abs.
1 IVG nach Ablauf von sechs Monaten, also ab Januar 2015, ausgerichtet werden. Davon ist die Beschwerdegegnerin zutreffend ausgegangen (Begründung in
Urk.
2; vgl. auch
Urk.
7/65/9).
2.5
2.5.1
Was die Festlegung der krankheitsbedingten Einbussen anbelangt, so sind
schon in Bezug auf
den
Erwerbsbereich zusätzliche Abklärungen erforderlich.
2.5.2
So liess die Beschwerdeführerin richtigerweise bemängeln (
Urk.
1 S. 5 ff.), dass die Beschwerdegegnerin das
mutmassliche
Valideneinkommen anhand unzureichender
Angaben festgesetzt hatte. Beim Monatslohn von
Fr.
5'869.80, den
di
e
Beschwerdegegnerin
zur Bestimmung des Jahres-Valideneinkommens von 2014 mit dem Faktor 12 multipliziert
e
(
Urk.
7/64/2), handelt es sich um den Wert, den die Arbeitgeberin im Fragebogen vom 1
0.
Juli 2014 als
jeweiligen
Monatslohn der Monate Januar bis April 2014 eintrug (
Urk.
7/2/4). Die Beschwerdeführerin liess indessen zutreffend
darauf hinweisen und durch den Vertrag per
1.
Oktober 2011 belegen, dass sie Anspruch auf einen 1
3.
Mona
tslohn hatte (
Urk.
1 S. 5, Urk.
3/4 S. 2).
Zutr
effend ist sodann auch, dass der
Beschwerdeführerin gemäss diesem Vertrag eine Regionalzulage
zustand
(
Urk.
3/4 S. 2), wobei
noch zu klären ist
, ob diese Zulage im ausgerichteten Monatslohn schon enthalten ist.
Ebenfalls beachtlich ist
des Weiteren
der Hinweis der Beschwerdeführerin
(
Urk.
1 S. 5 f.)
auf die Bemerkung der Arbeitgeberin im Fragebogen, die Frage nach dem gegenwärtigen Verdienst
in der ursprünglichen Tätigkeit werde im Zeitpunkt der Rentenprüfung gemeldet (
Urk.
7/2/4 Ziffer 2.11).
Denn unter diesen Umständen kann
der Lohn, welcher der Beschwerdeführer
in
in der Zeit der Arbeitsunfähigkeit im Jahr 2014 tatsächlich ausgerichtet wurde, nicht ohne Weiteres
als
Lohn gelten,
den sie bei guter Gesundheit erzielt
hätte. Dies gilt vor allem
deshalb, weil die Beschwerdeführerin gemäss dem Zwischenzeugnis der
Z.___
vom
4.
März 2014 zur Zeit der Operation vom Dezember 2013 in einem Stage als Teamleiterin stand (
Urk.
7/22/
8
; vgl. auch
die Angabe im Gutachten von Dr.
G.___
,
Urk.
7/61/9). Ob sie diese Funktion bei guter Gesundheit hätte
weiterführen können und welches Einkommen sie damit erzielt hätte, ist nicht bekannt.
Insbesondere ist nach dem gegenwärtigen Aktenstand
noch
nicht belegt,
dass die Beschwerdeführerin
als Gesunde
per Anfang 2015
im Sinne ihres Vorbringens
in der Beschwerdeschrift (Urk.
1 S. 6 f.) s
tellvertretende Teamleiterin mit e
inem Anfangsbruttosalär von Fr.
98'000.--
gewor
den wäre.
Es ist daher
entsprechend dem Antrag in der Beschwerdeschrift (
Urk.
1 S. 2 und S. 7)
geboten, dass die Beschwerdegegnerin die ehemalige Arbeitgeberin der
Beschwerdeführerin
zu den noch offenen Fragen zum mutmasslichen Einkommen bei guter Gesundheit
detailliert befragt.
In Bezug auf die geltend gemachte
Beförderung im Besonderen ist
auf die Rechtsprechung hinzuweisen, wonach ein
künftiger
beruflicher Aufstieg dort zu berücksichtigen ist, wo konkrete Anhaltspunkte dafür vorhanden sind,
also
bereits bei Eintritt des Gesundheitsschadens spezifische
Schritte unternommen worden sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts
9C_757/2010 vom 2
4.
November 2010
E. 4.2 mit Hinweisen).
2.5.3
Was das mutmassliche Invalideneinkommen betrifft, so ist vorab auf die Rechtsprechung hinzuweisen, wonach
der tatsächlich
erzielte
Lohn
grundsätzlich nur
dort dem Invalideneinkommen gleichgesetzt werden
darf
, wo eine Person im Rahmen eines stabilen Arbeitsverhältnisses die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft und dabei ein Einkommen erzielt, das der
Arbeitsleistung angemessen ist und nicht als Sozial
lohn
erscheint (vgl. BGE 129 V 472 E. 4.2.1 mit Hinweisen).
Vorliegendenfalls gilt es zu beachten, dass
bis
Jun
i
2016 in Zusammenarbeit
zwischen der Arbeitgeberin und der Beschwerdegegnerin Bestrebungen zur Wiedereingliederung der Beschwerdeführerin im angestammten Betrieb stattfanden
(Urk.
7/43/4-10), die schliesslich zur Schaffung einer der gesundheitlichen Beeinträchtigung angepassten 50%-Stelle auf den
1.
Juli 2016 hin führten (
Urk.
7/41 und
Urk.
7/43/4-10). Bis dahin war es invalidenversicherungsrechtlich nicht
angezeigt, dass sich die Beschwerdeführerin auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nach einer noch besser angepassten Stelle umsah. Das Gleiche gilt auch noch für die ersten Monate nach Aufnahme der angepassten Arbeit
bei der
Z.___
, da im Zeitraum bis Ende 2016 eine Konsolidierung der Leistungsfähigkeit auf einem konstanten Niveau erwartet wurde (E-Mail der Arbeitgeberin vom 2
5.
April 2016,
Urk.
7/41).
Das
Invalide
neinkommen
ist daher
bis zur Beendigung
der
Anstellung bei
der
Z.___
per Ende
Januar 2017 (vgl. die Angabe im Gutach
t
en von
Dr.
H.___
,
Urk.
7/61/17, sowie auch
Urk.
7/63) noch anhand der Verhältnisse in dieser ko
nkreten Anstellung zu bemessen
. Das Invalideneinkommen in der Zeit bis Ende Januar 2017, soweit der Rentenanspruch nicht hinte
r dem Taggeldanspruch
zurückstand
(vgl.
Art.
47
IVG)
, entspricht somit grundsätzlich dem Lohn,
welcher der
Beschwerdeführerin aufgrund der ihr attestierten
Arbeitsunfähigkeit
im
Arbeitsverhältnis mit der
Z.___
zustand
.
Nach der Auflösung dieses
Arbeitsverhältnisses kann hingegen das Einkommen, das die Beschwerdeführerin nunmehr mit einer angepassten 60%-Tätigkeit erzielen könnte, entgegen dem Vorgehen der Beschwerdegegnerin (
Urk.
7/64/2
und
Urk.
7/76/2
) nicht durch Aufrechnung des Lohnes im - beendeten - Arbeitsverhältnis mit der
Z.___
bestimmt werden. Vielmehr
sind nun grundsätzlich
die
Verdienstmöglichkeiten
auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt
massgebend, wie sie in den T
abellenlöhne
n
der Lohnstrukturerhebung des
Bundesamt
es für Statistik
(LSE)
dokumentiert
sind
(
vgl. BGE 126 V 75 E
. 3b
/bb
mit Hinweisen
).
Davon abzugehen wäre dann, wenn die neue Tätigkeit im eigenen Geschäft d
ie vorstehend aufgezählten Krit
erien für das
Abstellen auf das tatsächlich erzielte
Einkommen erfüllte. Dies wird die Beschwerdegegnerin im Zuge der Festlegung des Invalideneinkommens ab Februar 2017 noch zu klären haben.
2.6
Zuzustimmen ist der Beschwerdeführerin
schliesslich
auch darin, dass für die Festlegung der Einschränkungen im Haushalt eine Abklärung vor Ort durchgeführt werden muss (vgl.
Urk.
1 S. 2, S. 7 und S. 9). Auch dies wird die Beschwerdegegnerin noch nachzuholen haben.
2.7
Die angefochtene Verfügung vom 2
7.
September 2017 ist damit in Gutheissung der Beschwerde aufzuheben
,
und die Sache ist an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie im Sinne der vorstehenden Erwägungen die erforderlichen Abklärungen zur Festlegung des Validen- und des Invalideneinkommens und zur Ermittlung der Einschränkungen im Haushalt durchführe und hernach über den Rentenanspruch der
Beschwerdeführerin neu verfüge.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens müssen
an dieser Stelle
d
ie Regeln, die bei der Festlegung
der
Rente anhand der gewonnenen Abklärungsergebnisse
zum Zug kommen
, noch nicht im einzelnen erörtert werden. Lediglich summarisch sei darauf hingewiesen, dass
bei der rückwirkenden Reduktion der Rente infolge
Verminderung des Invaliditätsgrades die
Vorschrift
der Rentenrevision in
Art.
88a
Abs.
1 IVV zu beachten ist
und die Herabsetzung somit erst nach dreimonatiger Dauer
der Verminderung erfolgen darf. Dies hat die Beschwerdegegnerin beim Erlass der Verfügung vom 2
7.
September 2017 ausser Acht gelassen (
Urk.
2 und
Urk.
7/76).
Zudem sei i
n diesem Zusammenhang
b
emerkt, dass sich die Rentenprüfung auch auf den
Monat Dezember 2014
erstrecken muss,
für den wegen verspäteter Anmeldung noch keine Rente ausbezahlt we
rden kann (vgl.
Kreisschreiben des Bundesamtes für Sozialversicherungen BSV über Invalidität und Hilflosigkeit in der Inval
idenversicherung [KSIH]
, Rz 2035). Denn die Herabsetzung einer seit Dezember 2014 theoretisch laufenden Rente muss ebenfalls der Vorschrift in
Art.
88a
Abs.
1 IVV gehorchen. Ein weiterer summarischer Hinweis gilt schliesslich den Vorschriften zur Koordinatio
n von Rente und Taggeld in Art.
47 IVG. Auch hier bleiben der Beschwerdeführerin bei einer allfälligen Anfechtung der neuen Rentenverfügung die Rügemöglichkeiten gewahrt.
3.
Gestützt auf
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Verfahren für die unterliegende
Beschwerdegegnerin kostenpflichtig. Die Kosten sind unter Berücksichtigung des g
esetzlichen Rahmens (Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.--) ermessensweise auf Fr. 600.--
festzusetzen.
4
.
Nach Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Person An
spruch auf den vom Gericht festzusetzenden Ersatz der Parteikosten, die ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses zu bemessen sind; als weitere Bemessungskriterien nennen die ergänzenden kantonalen Vorschriften (§ 34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht [GSVGer] sowie § 8 der Verordnung über die Gebüh
ren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht [GebV SVGer]) den Zeitaufwand und die Barauslagen.
Unter Berücksichtigung dieser Kriterien rechtfertigt es sich, der Beschwerdeführerin eine
Prozessentschädigung von
Fr.
2'300.--
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zuzusprechen.
Das Gericht erkennt:
1.
In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom 2
7.
September 2017 aufgehoben, und die Sache wird an die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zurückgewiesen, damit sie im Sinne der vorstehenden Erwägungen die erforderlichen Abklärungen durchführe und hernach über den Rentenanspruch der Beschwerdeführerin neu verfüge.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
600
.-- werden
der Beschwerdegegnerin
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.
3.
Die Beschwerdegegnerin wird
verpflichtet,
der Beschwerdeführerin
eine Prozessentschädigung von
Fr.
2'300.--
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer
) zu bezahlen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwältin Evalotta Samuelsson
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
5.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
MosimannKobel