# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1c526569-1c07-5c4d-8ec0-ae80cd4c2a31
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2016-11-24
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 24.11.2016 B-3618/2013
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_B-3618-2013_2016-11-24.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 

Entscheid aufgehoben durch BGer mit  

Urteil vom 12.02.2020 (2C_113/2017) 

 
 
 
 

 
 

  

 

 Abteilung II 

B-3618/2013 

 

  U r t e i l  v o m  2 4 .  N o v e m b e r  2 0 1 6  

Besetzung 

 
Richter und Richterin  

Stephan Breitenmoser (Vorsitz), 

David Aschmann, Maria Amgwerd, 

Pascal Richard und Francesco Brentani; 

Gerichtsschreiber Ralf Straub. 
 

 
 

Parteien 

 
1. Starticket AG,  

Gustav Maurer-Strasse 10, 8702 Zollikon,   

2. ticketportal AG,  

Rorschacherstrasse 294, 9016 St. Gallen,   

beide vertreten durch die Rechtsanwälte  

Prof. Dr. Philipp Zurkinden und Dr. Bernhard C. Lauterburg,  

Prager Dreifuss AG, Schweizerhof-Passage 7, 3011 Bern,  

Beschwerdeführerinnen,  

 
 

 
gegen 

 

 
1. Aktiengesellschaft Hallenstadion,  

Wallisellenstrasse 45, 8050 Zürich,   

2. Ticketcorner AG,  

Oberglatterstrasse 35, 8153 Rümlang,   

beide vertreten durch die Rechtsanwälte  

Dr. iur. Marcel Meinhardt und Olivier Labhart, 

Lenz & Staehelin, Bleicherweg 58, 8027 Zürich,  

Beschwerdegegnerinnen, 

3. Wettbewerbskommission,  

Hallwylstrasse 4, 3003 Bern,    

Vorinstanz. 

 

Gegenstand 

 
Vertrieb von Tickets im Hallenstadion Zürich. 

 

B-3618/2013 

Seite 2 

Inhaltsverzeichnis: 

Sachverhalt ............................................................................................ 3 

Erwägungen ......................................................................................... 28 

 

I. Prozessvoraussetzungen ................................................................. 28 

II. Rechtliche Grundlage...................................................................... 29 

III. Geltungs- und Anwendungsbereich des Kartellgesetzes ................. 30 

IV. Rechtmässigkeit des vorinstanzlichen Verfahrens .......................... 31 

1) Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes ............................. 32 

2) Verstoss gegen den Anspruch auf rechtliches Gehör ............... 34 

V. Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung  

  gemäss  Art. 7 KG durch die AGH .................................................. 38 

1) Relevanter Markt ...................................................................... 38 

a) Sachlich relevanter Markt .................................................. 39 

b) Räumlich relevanter Markt ................................................. 78 

c) Zeitlich relevanter Markt .................................................... 82 

d) Zwischenergebnis Marktabgrenzung ................................. 85 

2) Marktbeherrschende Stellung ................................................... 86 

3) Wettbewerbswidriges Verhalten ............................................. 104 

a) Grundlage ....................................................................... 105 

b) Koppelungsgeschäft ........................................................ 107 

c) Erzwingung von unangemessenen 

  Geschäftsbedingungen .................................................... 117 

4) Fazit: Missbräuchliches Verhalten gemäss Art. 7 KG  

  durch die AGH........................................................................ 122 

VI. Unzulässige Wettbewerbsabrede gemäss Art. 5 KG  

  zwischen der AGH und Ticketcorner ............................................. 123 

1) Wettbewerbsabrede ............................................................... 123 

2) Relevanter Markt .................................................................... 129 

a) Markt für Veranstaltungslokalitäten .................................. 131 

b) Markt des Ticketings ....................................................... 131 

3) Wettbewerbsbeseitigung ........................................................ 132 

4) Wettbewerbsbeeinträchtigung ................................................ 133 

5) Erheblichkeit .......................................................................... 137 

a) Regelungszweck ............................................................. 138 

b) Beurteilungsgrundlage ..................................................... 141 

c) Qualitative Erheblichkeit .................................................. 143 

d) Quantitative Erheblichkeit ................................................ 146 

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e) Einzelfallbeurteilung ........................................................ 155 

6) Rechtfertigungsgründe ........................................................... 161 

7) Fazit: Wettbewerbswidrige Abrede gemäss Art. 5 KG  

  zwischen der AGH und Ticketcorner ...................................... 163 

VII. Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung  

  gemäss Art. 7 KG durch Ticketcorner ........................................... 164 

1) Relevanter Markt .................................................................... 165 

2) Marktbeherrschende Stellung ................................................. 165 

3) Wettbewerbswidriges Verhalten ............................................. 168 

a) Erzwingung ..................................................................... 168 

b) Generalklausel ................................................................ 169 

4) Fazit: Missbräuchliches Verhalten gemäss Art. 7 KG    durch 

Ticketcorner .................................................................................. 171 

VIII. Gesamtbeurteilung der Beschwerde ............................................. 171 

IX. Verfahrenskosten und Parteientschädigung .................................. 173 

 

Dispositiv ........................................................................................... 176 
 

Hinweis: Alle im Urteil nachfolgend in geschwungenen Klammern aufgeführten 

Leerstellen oder Zahlenangaben bilden Geschäftsgeheimnisse der Parteien oder 

von Dritten. 

 

Sachverhalt: 

A.  Gegenstand 

Gegenstand des vorliegenden Urteils bildet die von der Wettbewerbskom-

mission (nachfolgend auch: WEKO oder Weko) am 14. November 2011 er-

lassene Verfügung im Verfahren Nr. 32-0221, Vertrieb von Tickets im Hal-

lenstadion Zürich (RPW 2012/1, 74 ff., nachfolgend: angefochtene Verfü-

gung), mit der die Untersuchung wegen eines wettbewerbswidrigen Ver-

haltens gemäss Kartellgesetz vom 6. Oktober 1995 (KG, SR 251) im Zeit-

raum zwischen 2009 und 2011 (nachfolgend: massgeblicher Zeitraum) ein-

gestellt worden war: (i) gegen die Aktiengesellschaft Hallenstadion Zürich 

(nachfolgend: AGH oder Beschwerdegegnerin 1) wegen der Ausnutzung 

einer marktbeherrschenden Stellung gemäss Art. 7 KG durch die Verwen-

dung einer besonderen Ticketingklausel gegenüber den Vertragspartnern 

bei der Anmietung des Hallenstadions, sowie (ii) gegen die AGH und die 

Ticketcorner AG (nachfolgend: Ticketcorner oder Beschwer-degegnerin 2) 

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wegen einer unzulässigen Wettbewerbsabrede gemäss Art. 5 KG durch 

den Abschluss einer besonderen Ticketing-Kooperationsklausel, die zur 

Anwendung der Ticketingklausel durch die AGH bei der Vermietung des 

Hallenstadions gegenüber Dritten führt. 

B.  Beschwerdeführerinnen 

B.a   Die Starticket AG (Beschwerdeführerin 1 im vorliegenden Verfahren 

B-3618/2013 und im ursprünglichen Verfahren B-446/2012; vgl. Sachver-

halt [SV] M.a) ist eine im Jahr 2010 gegründete Aktiengesellschaft mit Sitz 

in Zürich (vormals bis zum Jahr 2013 in Zollikon). Der Zweck der Gesell-

schaft besteht im Betrieb einer Ticketingorganisation für Veranstaltungen 

jeglicher Art einschliesslich der Erbringung verschiedenster Ticketing-

dienstleistungen. 

B.b   Die ticketportal AG (vormals bis zum Jahr 2009 als VisionOne AG 

firmierend; Beschwerdeführerin 2 im vorliegenden Verfahren B-3618/2013 

bzw. Beschwerdeführerin 3 im ursprünglichen Verfahren B-446/2012) ist 

eine im Jahr 1999 gegründete Aktiengesellschaft mit Sitz in St. Gallen. Der 

Zweck der Gesellschaft besteht in der Erbringung von EDV-Dienstleistun-

gen aller Art sowie dem Handel mit Hard- und Software in der Computer-

branche. Im Bereich des Ticketings tritt sie als Anbieterin von webbasierten 

Gesamtlösungen auf. Aufgrund eines Fusionsvertrags zwischen der Be-

schwerdeführerin 1 und der Beschwerdeführerin 2 sind die Aktien und Pas-

siven der Beschwerdeführerin 2 zum 9. November 2016 auf die Beschwer-

deführerin 1 übergegangen. 

C.  Beschwerdegegnerinnen 

C.a   Die AGH ist eine im Jahr 1938 gegründete Aktiengesellschaft mit Sitz 

in Zürich. Der Zweck der Gesellschaft besteht vorrangig im Betrieb des 

Hallenstadions in Zürich, einer Multifunktionshalle für die Durchführung von 

unterschiedlichsten Veranstaltungen. 

C.b   Ticketcorner ist eine schweizerische Aktiengesellschaft mit Sitz in 

Rümlang, die im Jahr 2011 aus der Fusion der im Jahr 2003 gegründeten 

ehemaligen Ticketcorner AG und einer ehemaligen Ticketcorner Holding 

AG hervorgegangen ist, wobei letztere wiederum im Jahr 2006 aus der Fu-

sion von zwei im Jahr 1997 und 2004 gegründeten Gesellschaften hervor-

gegangen war. Ihr Geschäftszweck besteht im Betrieb einer Ticketingorga-

nisation, welche im Wesentlichen den Absatz von Tickets und sonstigen 

Ticketingdienstleistungen umfasst, wobei sie den Geschäftsbetrieb der 

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ehemaligen Ticketcorner AG weitergeführt hat. Ticketcorner ist eine 100%-

ige Tochtergesellschaft der neuen Ticketcorner Holding AG (vgl. SV D.b). 

D.  Sonstige Unternehmen 

D.a   Die Ticketino AG (nachfolgend: Ticketino; Beschwerdeführerin 2 im 

ursprünglichen Verfahren B-446/2012) ist eine im Jahr 2003 gegründete 

Aktiengesellschaft mit Sitz in Root (vormals bis zum Jahr 2009 in Zürich). 

Der Zweck der Gesellschaft besteht darin, Lösungen für das Ticketing, be-

stehend aus Hardware, Software und Dienstleistungen, anzubieten. 

D.b   Die Ticketcorner Holding AG (nachfolgend: Ticketcorner Holding) ist 

eine im Januar 2010 unter dem Namen Eventim CH AG gegründete und 

sogleich umfirmierte schweizerische Gesellschaft mit Sitz in Rümlang (vor-

mals bis 2013 in Zürich). Der Zweck der Gesellschaft besteht im Erwerb 

und Halten sowie in der Verwaltung und in der Veräusserung von Beteili-

gungen an Unternehmen in der Schweiz und im Ausland. Die Ticketcorner 

Holding ist eine 100%-ige Tochtergesellschaft der CTS Eventim Schweiz 

AG (vgl. SV D.c). 

D.c   Die CTS Eventim Schweiz AG (nachfolgend: Eventim Schweiz) ist 

eine im Jahr 2000 gegründete Aktiengesellschaft mit Sitz in Rümlang (vor-

mals bis zum Jahr 2013 in Basel). Ihr Geschäftszweck umfasst Aufbau, 

Unterhalt, Betreuung und Weiterentwicklung eines grenzüberschreitenden 

Ticketverkaufssystems. Die Eventim Schweiz war bis zum Jahr 2010 eine 

100%-ige Tochtergesellschaft der deutschen CTS Eventim AG (nachfol-

gend Eventim Holding) mit Sitz in München, die der Eventim-Gruppe vor-

steht, welche im Bereich des Veranstaltungsgeschäfts international tätig 

ist; ab diesem Zeitpunkt wurden 50% der Anteile durch die Ringier AG (vgl. 

SV D.d) übernommen.  

D.d   Die Ringier AG (nachfolgend: Ringier) ist eine im Jahr 1930 gegrün-

dete schweizerische Aktiengesellschaft mit Sitz in Zofingen. Der Zweck der 

Gesellschaft besteht in der Ausübung aller Tätigkeiten im Medienbereich 

und der Informationsvermittlung, insbesondere im Verlagswesen. Die Rin-

gier AG ist eine Gruppengesellschaft der Ringier-Gruppe unter Führung 

der Ringier Holding AG.  

D.e   Die Good News Production AG (nachfolgend: Good News) ist eine 

im Jahr 1970 gegründete Aktiengesellschaft mit Sitz in Opfikon. Der Zweck 

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der Gesellschaft besteht unter anderem in der Vermittlung und Organisa-

tion von Pop- und Jazzveranstaltungen sowie der Vermittlung und Promo-

tion von Musikern, Discjockeys und anderen Künstlern. 

E.   Verflechtungen 

E.a    Im massgeblichen Zeitraum ergaben sich die nachfolgend aufgeführ-

ten Verflechtungen zwischen den vorstehend bezeichneten Unternehmen. 

E.b   Zwischen der AGH und Ticketcorner bestand ein Ticketing-Koopera-

tionsvertrag über die Zusammenarbeit im Bereich des Ticketings (vgl. SV 

K.a). 

E.c   Zwischen der AGH und der Good News bestand ein Vertragsverhält-

nis, der die Good News als strategischen Partner der AGH im Bereich 

Rock/Pop qualifizierte. 

E.d   Zwischen Good News und Ticketcorner bestand ein Kooperations-

vertrag, der Ticketcorner das Recht einräumte, {50-100%} aller Tickets der 

Veranstaltungen von Good News in der Schweiz zu vertreiben. 

E.e   Im Februar 2010 erfolgte die Übernahme der (ehemaligen) Ticketcor-

ner durch die Eventim-Gruppe und die Ringier-Gruppe, womit beide Unter-

nehmensgruppen jeweils 50%-Anteile an der Eventim Schweiz aufweisen 

(vgl. Pressemitteilung der Eventim-Gruppe vom 19.2.2010 unter 

www.eventim.de/obj/media/DE-eventim/relations/press/2010/2010-02-19-

Presse-Ticketcorner.pdf; Pressemitteilung der Ringier vom 19.2.2010 un-

ter www.ringier.ch/de/medienmitteilungen/general-press-releases/ueber-

nahme-der-schweizer-ticketcorner-holding-ag; beide zuletzt abgerufen am 

1.9.2016). Dadurch halten sowohl die Ringier als auch die Eventim Holding 

jeweils indirekt einen 50%-Anteil an Ticketcorner. 

E.f   Die Ticketcorner Holding hält in Umsetzung des Ticketing-Kooperati-

onsvertrags 5% der Aktien an der AGH. 

E.g   Die Ringier hält 48% und die DEAG Deutsche Entertainment AG 52% 

der Anteile an Good News. 

E.h   Ein Mitglied des Verwaltungsrats der AGH ist zugleich Präsident des 

Verwaltungsrats von Ticketcorner, des Verwaltungsrats der Ticketcorner 

Holding und des Verwaltungsrats der Eventim Schweiz sowie Vorstands-

vorsitzender der Eventim Holding. 

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E.i   Daneben bestehen innerhalb der Eventim- bzw. der Ringiergruppe 

und der von ihnen jeweils gehaltenen Beteiligungen gewisse Mehrfachver-

tretungen in den jeweiligen Organen durch verschiedene Personen. 

F.   Feststellungen zum Verfahrensgegenstand 

Die nachfolgenden Ausführungen in den Abschnitten G. bis K. zum Inhalt 

des Veranstaltungsgeschäfts, zu den verschiedenen Arten von Veranstal-

tungen und Veranstaltungslokalitäten, den Merkmalen des Hallenstadions 

sowie dem Geschehensablauf beruhen auf den Feststellungen der Vor-in-

stanz sowie den im Rahmen des Verfahrens eingereichten Unterlagen der 

Parteien und den Feststellungen des Gerichts. Sie bieten eine grundle-

gende Übersicht über den Verfahrensgegenstand. Spezifische Abhandlun-

gen von Einzelheiten erfolgen zu den jeweiligen Detailaspekten im Rah-

men der Erwägungen.  

G.   Veranstaltungsgeschäft 

G.a   Für die Durchführung einer Veranstaltung müssen von der Verpflich-

tung der jeweiligen Akteure über die Anmietung einer bestimmten Lokalität, 

die Beschaffung der Veranstaltungslogistik einschliesslich der Gewährleis-

tung einer erforderlichen technischen Ausstattung, den Verkauf von Tickets 

bis hin zur Verpflegung der Zuschauer eine Vielzahl von verschiedensten 

Leistungen abgerufen und erbracht werden. Angesichts der inhaltlichen 

Spannweite der erforderlichen Leistungen werden diese regelmässig durch 

verschiedene spezialisierte Unternehmen erbracht. Allerdings besteht – 

wie in anderen Wirtschaftsbereichen – auch im Veranstaltungsgeschäft die 

Tendenz, möglichst viele Leistungen aus einer Hand anbieten zu können. 

G.b   Im vorliegenden Zusammenhang sind die wirtschaftlichen und recht-

lichen Beziehungen zwischen Veranstaltern, Vermietern von Veranstal-

tungslokalitäten und den Betreibern von Ticketingsystemen aus wettbe-

werbsrechtlicher Sicht zu beurteilen.  

G.c   Die Veranstalter sind regelmässig eigenständige Unternehmen, wel-

che kulturelle, sportliche oder sonstige Veranstaltungen planen, organisie-

ren und umsetzen. Dabei bilden sie den Drehpunkt zwischen den Darbie-

tenden und den übrigen Erbringern der für die Durchführung der Darbie-

tung notwendigen Leistungen. Bei gewissen Arten von Veranstaltungen, 

wie beispielsweise Generalversammlungen, handelt es sich beim Veran-

stalter um das Unternehmen, welches den Gegenstand der Veranstaltung 

selbst bildet.   

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G.d   Die Vermieter der Veranstaltungslokalitäten stellen die vom Veran-

stalter ausgewählten Räumlichkeiten zur Verfügung. Gegebenenfalls bie-

ten sie auch darüber hinausgehende Leistungen an, die mit einer Vermie-

tung der Halle unmittelbar in Zusammenhang stehen, wie beispielsweise 

die Einlasskontrolle, oder nur mittelbar mit der Vermietung in Zusammen-

hang stehen, wie beispielsweise das Catering. 

G.e    Der Verkauf von Tickets an die Besucher einer Veranstaltung (nach-

folgend mit dem Begriff des „Ticketing“ anstatt mit dem umgangssprachli-

chen Begriff „Ticketvertrieb“ umschrieben, um die notwendige sprachliche 

Abgrenzung gegenüber einem rechtlichen Vertriebsverhältnis herzustel-

len) übernimmt für den Veranstalter ein Ticketingunternehmen, welches 

hierzu ein Netz an physischen Verkaufsstellen und/oder ein elektronisches 

Ticketverkaufssystem im Internet betreibt. 

G.f   Im Bereich des Ticketings sind in grundsätzlicher Hinsicht der Fremd- 

und der Eigenabsatz von Tickets zu unterscheiden. Beim Eigenabsatz 

setzt der Veranstalter die Tickets für seine Veranstaltungen gegenüber den 

Besuchern unmittelbar selbst ab. Beim Fremdabsatz überträgt der Veran-

stalter diese Aufgabe einem Dritten, wobei es sich üblicherweise um ein 

auf dieses Geschäft spezialisiertes Ticketingunternehmen handelt. 

G.g   Für den Fremdabsatz der Tickets ist zu beachten, dass ein Doppel- 

oder Mehrfachabsatz von Tickets durch eine Aufteilung auf mehrere Ticke-

tingunternehmen in der Praxis regelmässig nicht sinnvoll ist und auch nicht 

durchgeführt wird. Die entsprechenden Abklärungen der Vorinstanz erga-

ben, dass die Veranstalter deshalb grundsätzlich die Zusammenarbeit mit 

dem von ihnen bevorzugten Ticketingunternehmen vorziehen würden. 

Überwiegend wurde von den Veranstaltern auch kein prinzipieller Vorteil in 

einer Nutzung von zwei oder mehreren Ticketingunternehmen ausge-

macht. Demgegenüber wurden verschiedene grundsätzliche nachteilige 

Aspekte, wie insbesondere der zusätzliche Aufwand, eine notwendige Kon-

tingentierung der Tickets und die Gefahr von Doppelbuchungen sowie die 

erhöhten Kosten gegenüber einem Ticketabsatz durch ein einziges Ticke-

tingunternehmen, angegeben. Ein Mehrfachabsatz erfolge daher nur aus-

nahmsweise, soweit folgende spezifischen Umstände vorliegen: (i) Verlan-

gen der Künstler auf Einbindung eines bestimmten Ticketingunterneh-

mens; (ii) Verlangen der Vermieter von Veranstaltungslokalitäten auf Ein-

bindung eines spezifischen Ticketingunternehmens; (iii) Einbindung von 

bestimmten Vertriebskanälen, etwa im benachbarten Ausland. Dabei 

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werde von Seiten der Veranstalter aber jeweils dennoch ein Teil des Ticke-

tabsatzes über das von ihnen bevorzugte Ticketingunternehmen abgewi-

ckelt. Die konkreten Abklärungen der Vorinstanz bestätigen damit die Ein-

schätzung aufgrund allgemeiner Überlegungen.   

H.   Veranstaltungen 

H.a   Die möglichen Veranstaltungen umfassen einen weiten Bereich von 

Veranstaltungen, die auf die Durchführung von kulturellen, sportlichen, ge-

schäftlichen oder sonstigen Darbietungen ausgerichtet sind. 

H.b   Bei den Veranstaltungen ist eine grundsätzliche Unterscheidung zwi-

schen Aussenveranstaltungen (auch als Freiluftveranstaltungen bezeich-

net), die unter freiem Himmel in offenen Lokalitäten durchgeführt werden, 

und Innenveranstaltungen, die in geschlossenen Räumlichkeiten durchge-

führt werden, vorzunehmen. Im Laufe der Zeit wurde aufgrund der zuneh-

menden technischen Möglichkeiten damit begonnen, einerseits Aussen-

veranstaltungen in geschlossenen Lokalitäten und andererseits Innenver-

anstaltungen in offenen Lokalitäten durchzuführen. Daher ist eine weitere 

Differenzierung zwischen originären und abgeleiteten Aussenveranstaltun-

gen bzw. Innenveranstaltungen vorzusehen. Die Gründe für die Durchfüh-

rung von abgeleiteten Innenveranstaltungen (bspw. Eishockeyspiele, Reit- 

und Tennisturniere, Motorradshows, Fussballhallenturniere) beruhen im 

Wesentlichen auf der Intention einer flächendeckenden und zeitlich andau-

ernden Durchführung von gleichartigen Veranstaltungen. Bei abgeleiteten 

Aussenveranstaltungen (bspw. Theater-, Opern- und Musicalaufführun-

gen) bildet demgegenüber der Aspekt der Herstellung einer besonderen 

Atmosphäre und die damit verbundene Besonderheit gegenüber den origi-

nären Innenveranstaltungen den massgeblichen Beweggrund. 

H.c   Abgeleitete Aussenveranstaltungen – jedenfalls mit kulturellem Inhalt 

– weisen eine Ambiance auf, wegen der sie gerade besucht werden und 

die in geschlossenen Lokalitäten nicht in gleicher Weise hergestellt werden 

kann. Demgegenüber können offene Lokalitäten angesichts der Witte-

rungsbedingungen nur während weniger Monate genutzt werden, um die 

potentiellen Probleme von derartigen Aussenveranstaltungen, wie etwa die 

Verletzungsgefahr der Akteure, technische Störfälle infolge von Witte-

rungseinflüssen und die Beeinträchtigung der Zuschauer, möglichst zu ver-

meiden. So weist beispielsweise der Veranstaltungskalender für Open Air-

Veranstaltungen im Jahr 2016 ausschliesslich Termine im Juni, Juli und 

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August aus (vgl. unter www.openairguide.net/festivals/schweiz/_ filter, zu-

letzt besucht am 28. Mai 2016). Die jeweiligen Veranstaltungen weisen da-

her immer besondere Regelungen für den Fall eines Ausfalls von Vorstel-

lungen aufgrund von Witterungsbedingungen und für deren etwaige Nach-

holung auf.      

H.d   Für die vorliegende Betrachtung sind folgende Anlässe als Beispiele 

von Veranstaltungen exemplarisch heranzuziehen: (i) Musikevents, wobei 

hierunter prinzipiell alle Arten an Darbietungen von Unterhaltungsmusik 

wie Pop-, Rock-, Schlager- und Jazzkonzerte, House- und Danceparties 

sowie Konzerte von ernster und neuzeitlicher Musik zu verstehen sind; (ii) 

spezifische Musikanlässe in Form von Open Air-Veranstaltungen, Opern-

Grossproduktionen, Musicals als Dauerveranstaltung; (iii) Unterhaltungse-

vents wie bspw. Comedyshows, Fashionshows und TV-Produktionen; (iv) 

Sportevents wie bspw. Eislauf- und Motorrad-Stuntshows, Fussball- und 

Eishockeyspiele, Tennis- und Reitturniere; (v) Geschäftsanlässe, wie 

bspw. Generalversammlungen von Unternehmen, Produktvorstellungen, 

Kunden- und Mitarbeiteranlässe; Verbandsanlässe; (vi) Messen unter Ein-

beziehung aller Arten von Grosshandels-, Einzelhandels- oder spezifi-

schen Fachmessen sowie museale Veranstaltungen; (vii) Informationse-

vents wie Kongresse, Tagungen, Seminare; (viii) Privatanlässe wie bspw. 

Grosshochzeiten oder Jubiläumsfeiern. 

I.  Veranstaltungslokalitäten 

I.a   Die Veranstaltungslokalitäten umfassen einen weiten Bereich von 

unterschiedlichen Arten von Räumlichkeiten.  

I.b   Im vorliegenden Zusammenhang lassen sich in grundsätzlicher 

Weise für den massgeblichen Zeitraum von 2009 bis 2011 folgende Arten 

an Veranstaltungslokalitäten anhand ihres baulichen Bestimmungszwecks 

sowie ihrer Ausgestaltung und Besucherkapazität unterscheiden und grup-

pieren:  

(α)  Open Air-Plätze: Darunter sind Lokalitäten für Veranstaltungen unter 

freiem Himmel ohne Bestuhlung zu verstehen, wobei diese von freiem Ge-

lände (bspw. Paleo Festival Nyon mit ca. 40´000/Tag und insgesamt rund 

230´000 Zuschauern an 6 Tagen; Open Air St. Gallen mit ca. 30´000/Tag 

und insgesamt rund 120´000 Zuschauern an 4 Tagen; Greenfield Festival 

mit ca. 25´000/Tag und insgesamt rund 100´000 Zuschauern an 4 Tagen; 

Gurtenfestival mit 18´000/Tag und insgesamt über 70´000 Zuschauern an 

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4 Tagen) bis hin zu grösseren öffentlichen Plätzen (bspw. Open Air Basel 

mit 5´000/Tag und insgesamt rund 10´000 Zuschauern an 2 Tagen) rei-

chen.   

(β)  Grossstadien: Letzigrund Zürich (50´000), St. Jakobspark Basel 

(45´000), Stade de Suisse Bern (40´000) und Stade de Genève (30´000). 

(γ) Grosshallen: PostFinance Arena Bern (17´131), Hallenstadion Zürich 

(13´000), Patinoire de Malley (10´000), Forum Fribourg (10´000); Arèna de 

Genève (9´500) und St. Jakobshalle Basel (9´000). 

(δ) Stadien: bspw. Stockhorn Arena Thun (20´000), swissporarena Lu-

zern (20´000), AFG Arena St. Gallen (19´568), Stade de Tourbillon Sion 

(16´500), La Pontaise Lausanne (15´786), Stadion Brühl Grenchen 

(15´100), Stade de la Maladière Neuenburg (12´500), Stadion Schützen-

wiese Winterthur (12´500), Brügglifeld Aarau (8´000), Rankhof Basel 

(7´600), Stadio di Cornaredo Lugano (6´330) und Stadion FC Solothurn 

(6´300). 

(ε) Eventhallen: Festhalle Bern Expo (5´000 – wobei diese gemäss Plä-

nen aus dem Jahr 2013 durch eine neue Multifunktionshalle mit einem Fas-

sungsvermögen von 9´000 Personen bis zum Jahr 2018 ersetzt werden 

soll; vgl. hierzu den Artikel der Berner Zeitung-Online vom 26. März 2013 

unter www.bernerzeitung.ch/region/bern/Bern-erhaelt-eine-Event-

halle/story/3187389 5, zuletzt besucht am 1.9.2016), Congress Event Halle 

St. Gallen (4´000) und Event Halle Basel (3´000). 

(ζ) Kleinstadien: bspw. Stadion La Blancherie Delémont (5´263), Stadion 

Kleinfeld Kriens (5´100), Stadion Hertiallmend Zug (4´900), Stadion Breite 

Schaffhausen (4´200), Stadion Ringstrasse Chur (1´820) und Stadion 

Kleinholz Olten (1´500). 

(η) Sport- und Eishallen: bspw. Kloten Arena Kloten (7´624), Ilfis-Eishalle 

Langnau (6´000), Patinoire de Mélèzes La Chaux-de-Fonds (5´800), Eis-

halle Schoren Langenthal (4´500), Litterna-Eishalle Visp (4´300), Kreuz-

bleiche-Halle St. Gallen (4´200), Patinoire de Voyeboeuf Ajoie (4´200), Eis-

halle Güttingersreutli Weinfelden (3´100), Saalsporthalle Zürich (3´000), 

BBC-Arena Schaffhausen (2´400), Eulach-Halle Winterthur (2´300), Sport-

halle Lachen Thun (2´000), Sporthalle Moos Gümlingen (1´500) und 

Krauer-Halle Kriens (1´300).   

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Seite 12 

(θ) Freiluftbühnen: bspw. Kasernenareal Basel (Basel Tatoo, ca. 8000), 

Forum Romanum Avenches (Festival Opéra, 6´000), Thuner Seebühne 

(Thunerseespiele, ca. 2´600), Walenseebühne (2´000), Klosterhof St. Gal-

len (St. Galler Festspiele, keine Angaben), Landschaftstheater Ballenberg 

(750) und Freilichtbühne Theater Gurten (500). 

(ι) Kultur-Grosssäle: Konzert- und Theatersäle wie bspw. 2m2c Mont-

reux Music- & Convention Centre (1´800), Volkshaus Zürich (1´597), Musi-

cal Theater Basel (1´557), Z7 Pratteln (1´500), Tonhalle Zürich (1´455), 

Kursaal Bern (1´500), KKL Luzern (1´300), Konzertsaal Biel (1´250), The-

aterhalle Wankdorf-City-Areal Bern (950 – Halle für das Musical „Ewigi 

Liebi“) und Maag Mucic Hall Zürich (930).  

(κ) Kongresssäle: bspw. CICG Genf (2´196), Kongresszentrum Davos 

(1´800), Congress Center Basel (1´500), Parkarena Winterthur (1´250); 

Kongresszentrum Zürich (1´239), Kongresszentrum Interlaken (1´200), Pa-

lazzo Congressi Lugano (1´150), Iflishalle Langnau (1´000).  

(λ) Kleinhallen: vorliegend keine detaillierten Angaben erforderlich. 

(μ) Kultur-Kleinsäle: vorliegend keine detaillierten Angaben erforderlich. 

(ν) Tagungs- und Seminarräume: vorliegend keine detaillierten Angaben 

erforderlich. 

(ξ) Allmend: öffentliche Veranstaltungsplätze und sonstiger öffentlicher 

Grund, die für Strassenveranstaltungen genutzt werden; vorliegend keine 

detaillierten Angaben erforderlich. 

I.c   Bei den Veranstaltungslokalitäten ist eine Unterscheidung zwischen 

offenen und geschlossenen Lokalitäten vorzunehmen. Offene Lokalitäten 

umfassen die Open Air-Plätze, Gross-, Klein- und sonstige Stadien sowie 

Freiluftbühnen und die Allmend. Gegenüber den geschlossenen weisen of-

fene Lokalitäten den Nachteil auf, dass sie nicht über die notwendige Inf-

rastruktur einschliesslich der technischen Ausstattung für die Durchführung 

von Veranstaltungen oder – wie bei den Stadien – anderen als sportlichen 

Anlässen verfügen. Deshalb muss die für eine Veranstaltung notwendige 

Infrastruktur erst gesamthaft oder zumindest teilweise aufgebaut werden. 

Aussenveranstaltungen erfordern daher im Vergleich mit geschlossenen 

Lokalitäten einen erheblichen Zusatzaufwand zur Durchführung einer Ver-

anstaltung.  

B-3618/2013 

Seite 13 

I.d   Für die Open Air-Plätze und Freiluftbühnen ist zudem zu beachten, 

dass es sich hierbei zumeist nicht um allgemein verfügbare Räumlichkeiten 

handelt, die als Veranstaltungslokalität angeboten werden und in beliebiger 

Weise von einem Veranstalter für ein bestimmtes Datum angemietet wer-

den können. Vielmehr werden die jeweiligen Flächen als Veranstaltungs-

gelände nur für die jeweilige Aussenveranstaltung freigehalten und ge-

nutzt. Im Hinblick auf die privatrechtlichen und öffentlich-rechtlichen Vo-

raussetzungen einer Nutzung haben die Veranstalter der jeweiligen Aus-

senveranstaltung die entsprechenden Flächen zumeist ausschliesslich für 

ihre Veranstaltung „erschlossen“. Die notwendige Infrastruktur für die Aus-

senveranstaltung wird dabei jeweils nur für die Veranstaltung aufgebaut 

und ist ansonsten nicht verfügbar. Die Teilnahme in einer Aussenveranstal-

tung kann vom Veranstalter einer bestimmten Darbietung zudem nicht be-

liebig herbeigeführt werden, sondern ist von der Zustimmung des Veran-

stalters der Aussenveranstaltung abhängig. Diese Zustimmung ist von 

vornherein ausgeschlossen, wenn die Konzeption der Aussenveranstal-

tung eine Mitwirkung von Dritten gar nicht vorsieht, wie dies vielfach der 

Fall ist.  

I.e   Für die Stadien, Kleinstadien, Sport- und Eishallen ist zu beachten, 

dass diese ganz überwiegend nicht als allgemeine Veranstaltungslokalitä-

ten zur Verfügung stehen. Die Eishallen stehen zudem von vornherein für 

mehr als die Hälfte des Jahres nicht für andere Veranstaltungen zur Verfü-

gung. Es sind auch keine Anhaltspunkte ersichtlich, dass diese Räumlich-

keiten in der Praxis tatsächlich in einem beachtenswerten Umfang für an-

dere als die aufgrund ihres Bestimmungszwecks jeweils vorgesehenen 

sportlichen Veranstaltungen genutzt werden. So verweist die angefochtene 

Verfügung auch ausschliesslich auf die Grossstadien als alternative Veran-

staltungsstätten für Pop- und Rockkonzerte. 

I.f   Bei den geschlossenen Veranstaltungslokalitäten ist eine Unter-

scheidung zwischen Multifunktionshallen und einfachen Lokalitäten vorzu-

nehmen. Multifunktionshallen bieten den Vorteil, dass sie über die notwen-

dige Infrastruktur, insbesondere die technische Ausstattung für verschie-

dene Arten von Veranstaltungen, verfügen. Dadurch ist es bei ihnen mög-

lich, auch verschiedene Arten von Veranstaltungen hintereinander ohne 

längere Umbauzeiten abzuwickeln. Aufgrund der vorinstallierten techni-

schen Einrichtungen ist es für einen Veranstalter möglich, den Aufwand für 

die Durchführung der Veranstaltung geringer als bei sonstigen Veranstal-

tungslokalitäten zu halten.  

B-3618/2013 

Seite 14 

I.g   Die erforderliche Wirtschaftlichkeit einer Veranstaltung, soweit sie im 

Wesentlichen durch das Besucheraufkommen bewerkstelligt wird, lässt 

sich aufgrund der praktischen Erkenntnisse der Veranstalter in Form des 

Auslastungsgrads einer Veranstaltung als massgebliche Rentabilitäts-

schwelle konkretisieren. Der Auslastungsgrad bezeichnet dabei das Ver-

hältnis zwischen maximaler Besucherkapazität einer Veranstaltungslokali-

tät für die betreffende Veranstaltungskategorie und dem tatsächlichem Be-

sucheraufkommen einer Veranstaltung. Für die im vorliegenden Zusam-

menhang relevanten Veranstaltungen lassen sich aufgrund der Feststel-

lungen der Vorinstanz folgende Anforderungen an den Auslastungsgrad 

stellen: 

(α)    Als allgemeine Faustregel ist davon auszugehen, dass ein Auslas-

tungsgrad zwischen 50% und 80% erforderlich ist, um die Rentabilität einer 

Veranstaltung zu erzielen. 

(β)  Bei Grossveranstaltungen liegt die Rentabilitätsschwelle höher; sie 

ist in einem Bereich zwischen 65% als unterem und 80% als oberem Aus-

lastungsgrad anzusiedeln. Als mittlere Rentabilitätsschwelle für Grossver-

anstaltungen ergibt sich demzufolge ein Wert in der Höhe von 72,5%. 

J.   Merkmale des Hallenstadions 

J.a   Als Grundlage der Beurteilung lassen sich aufgrund der Feststellung 

der Vorinstanz und der Angaben der Beschwerdegegnerinnen verschie-

dene Merkmale des Hallenstadions bestimmen, die für die Abgrenzung des 

relevanten Markts sowie die Beurteilung der Marktstellung der AGH von 

Bedeutung sind.  

J.b   Das Hallenstadion lässt sich in verschiedene Segmente aufteilen, 

wodurch sich unterschiedliche Besucherkapazitäten bei deren Nutzung er-

geben. Der Produktbeschrieb 5/2014 der AHG sieht folgende sogenannte 

Layouts mit unterschiedlichen Fassungsvermögen und Gebühren vor: (i) 

„Arena“ mit 13´000 Besuchern und 50´000 CHF Minimumgebühr; (ii) „The-

ater“ mit 7´300 Besuchern und 35´000 CHF Minimumgebühr; sowie (iii) 

„Club“ mit 4´500 Besuchern und 25´000 CHF Minimumgebühr. Zeitgleiche 

Veranstaltungen in den Layouts „Theater“ und „Club“ sind dabei ausge-

schlossen. Die maximalen Nutzungsgebühren einschliesslich der gegebe-

nenfalls anfallenden zusätzlichen variablen Ticketgebühr ist bei allen Vari-

anten mit 120´000 CHF gleich.   

B-3618/2013 

Seite 15 

J.c   Unter Berücksichtigung des massgeblichen Auslastungsgrads erge-

ben sich für das Hallenstadion mit Bezug auf Veranstaltungen im Layout 

„Arena“ bei maximaler Zuschauerkapazität die folgenden wirtschaftlichen 

Eckdaten für die Durchführung der jeweiligen Veranstaltungen: 

(α) Maximale Kapazität: 13´000 Zuschauer (aufgrund der tatsächlichen 

Besucherzahlen ergibt sich faktisch wohl eine Kapazität von 13´500 Zu-

schauern). 

(β) Minimaler Auslastungsgrad: 6´500 Zuschauer (entspricht der not-

wendigen Rentabilitätsschwelle von 50% für alle Anlässe bei einer Maxi-

malkapazität von 13´000 Zuschauern). 

(γ) Unterer Auslastungsgrad Grossanlässe: 8´450 Zuschauer (entspricht 

der Rentabilitätsschwelle von 65% für Grossanlässe bei einer Maximalka-

pazität von 13´000 Zuschauern). 

(δ)  Mittlerer Auslastungsgrad Grossanlässe: 9´425 Zuschauer (ent-

spricht der Rentabilitätsschwelle von 72,5% für Grossanlässe bei einer Ma-

ximalkapazität von 13´000 Zuschauern). 

(ε) Oberer Auslastungsgrad: 10´400 Zuschauer (entspricht der notwen-

digen Rentabilitätsschwelle von 80% für alle Anlässe bei einer Maximalka-

pazität von 13´000 Zuschauern). 

J.d   Die durchschnittliche Besucherzahl der Veranstaltungen im Hallen-

stadion liegt gemäss Angaben der AGH für die Jahre 2009 bis 2011 bei 

7‘242, 7‘057 und 6‘639 Zuschauern. Bei diesen Kennzahlen handelt es sich 

allerdings um den Durchschnitt aller Veranstaltungen, die im Hallenstadion 

stattgefunden haben. Dabei ist das Hallenstadion nach Angaben von AGH 

bei {5–30} von {120–150} Veranstaltungen pro Jahr ausverkauft. Folglich 

wird das Platzangebot im Hallenstadion in mindestens {3%–25%} vollstän-

dig ausgeschöpft. Aus der nachfolgenden Darstellung ist allerdings ersicht-

lich, dass die verschiedenen Arten von Veranstaltungen ganz unterschied-

liche Besucherzahlen aufweisen. 

J.e   Bei einer detaillierteren Aufschlüsselung der von der AGH vorgeleg-

ten Besucherzahlen für die Jahre 2009 bis 2011 nach Art der Veranstaltung 

ergeben sich die nachfolgend aufgeführten Ergebnisse. Dabei wird eine 

grundsätzliche Einteilung vorgenommen zwischen Eishockeyliga-spielen 

als Wettbewerbsveranstaltungen (vgl. E. 113y), Geschäftsanlässen (wel-

che sowohl Corporate Events als geschlossene Veranstaltungen, vgl. E. 

B-3618/2013 

Seite 16 

108δ, Messen als Verkaufsveranstaltungen, vgl. E. 108β, Kongresse und 

Seminare als Fachveranstaltungen, vgl. E. 108γ, umfassen), Sachshows 

(vgl. E. 118γ) und Bühnenshows (vgl. E. 118β). Letztere umfassen wiede-

rum Musikanlässe und sonstige Unterhaltungsanlässe. Innerhalb der Büh-

nenshows sowie der Musikanlässe bzw. sonstigen Anlässe erfolgt eine 

weitere Differenzierung nach den Schwellenwerten von 6´500 Besuchern, 

welche den minimalen Auslastungsgrad für alle Arten von Veranstaltungen 

bildet (vgl. SV J.cβ), sowie von 5´000 Besuchern, welche gegenüber den 

Grosshallen die Obergrenze der nächst kleineren Gruppe der Eventhallen 

bildet (vgl. SV I.b.ε): 

 

Veranstaltungen 2009 

ART DER  

VERANSTALTUNG 

Vorstel-

lungen 

 Besucher   

 Anzahl %-Anteil Anzahl %-Anteil Ø 

TOTAL {…}  {…}  {…} 

Eishockeyligaspiele {…} {…} {…} {…} {…} 

Geschäftsanlässe {…} {…} {…} {…} {…} 

Sachshows {…} {…} {…} {…} {…} 

Bühnenshows {…} {…} {…} {…} {…} 

> 6´500 {…} {…} {…} {…} {…} 

> 5´000 {…} {…} {…} {…} {…} 

< 5´000 {…} {…} {…} {…} {…} 

— Musikanlässe {…} {…} {…} {…} {…} 

> 6´500 40 {…} {…} {…} {…} 

> 5´000 {…} {…} {…} {…} {…} 

< 5´000 {…} {…} {…} {…} {…} 

— Sonstige {…} {…} {…} {…} {…} 

> 6´500 {…} {…} {…} {…} {…} 

> 5´000 {…} {…} {…} {…} {…} 

< 5´000 {…} {…} {…} {…} {…} 

 

  

B-3618/2013 

Seite 17 

Veranstaltungen 2010 

ART DER  

VERANSTALTUNG 

Vorstel-

lungen 

 Besucher   

 Anzahl %-Anteil Anzahl %-Anteil Ø 

TOTAL {…}  {…}  {…} 

Eishockeyligaspiele {…} {…} {…} {…} {…} 

Geschäftsanlässe {…} {…} {…} {…} {…} 

Sachshows {…} {…} {…} {…} {…} 

Bühnenshows {…} {…} {…} {…} {…} 

> 6´500 {…} {…} {…} {…} {…} 

> 5´000 {…} {…} {…} {…} {…} 

< 5´000 {…} {…} {…} {…} {…} 

— Musikanlässe {…} {…} {…} {…} {…} 

> 6´500 25 {…} {…} {…} {…} 

> 5´000 {…} {…} {…} {…} {…} 

< 5´000 {…} {…} {…} {…} {…} 

— Sonstige {…} {…} {…} {…} {…} 

> 6´500 {…} {…} {…} {…} {…} 

> 5´000 {…} {…} {…} {…} {…} 

< 5´000 {…} {…} {…} {…} {…} 

 

Veranstaltungen 2011 

ART DER  

VERANSTALTUNG 

Vorstel-

lungen 

 Besucher   

 Anzahl %-Anteil Anzahl %-Anteil Ø 

TOTAL  {…}  {…}  {…} 

Eishockeyligaspiele {…} {…} {…} {…} {…} 

Geschäftsanlässe {…} {…} {…} {…} {…} 

Sachshows {…} {…} {…} {…} {…} 

Bühnenshows {…} {…} {…} {…} {…} 

> 6´500 {…} {…} {…} {…} {…} 

> 5´000 {…} {…} {…} {…} {…} 

< 5´000 {…} {…} {…} {…} {…} 

— Musikanlässe {…} {…} {…} {…} {…} 

> 6´500 34 {…} {…} {…} {…} 

> 5´000 {…} {…} {…} {…} {…} 

B-3618/2013 

Seite 18 

< 5´000 {…} {…} {…} {…} {…} 

— Sonstige {…} {…} {…} {…} {…} 

> 6´500 {…} {…} {…} {…} {…} 

> 5´000 {…} {…} {…} {…} {…} 

< 5´000 {…} {…} {…} {…} {…} 

 

Durchschnitt Veranstaltungen 2009 bis 2011 

ART DER  

VERANSTALTUNG 

Vorstel-

lungen 

 Besucher   

 Anzahl %-Anteil Anzahl %-Anteil Ø 

TOTAL  {…}  {…}  {…} 

Eishockeyligaspiele {…} {…} {…} {…} {…} 

Geschäftsanlässe {…} {…} {…} {…} {…} 

Sachshows {…} {…} {…} {…} {…} 

Bühnenshows {…} {…} {…} {…} {…} 

> 6´500 {…} {…} {…} {…} {…} 

> 5´000 {…} {…} {…} {…} {…} 

< 5´000 {…} {…} {…} {…} {…} 

— Musikanlässe {…} {…} {…} {…} {…} 

> 6´500 33 {…} {…} {…} {…} 

> 5´000 {…} {…} {…} {…} {…} 

< 5´000 {…} {…} {…} {…} {…} 

— Sonstige {…} {…} {…} {…} {…} 

> 6´500 {…} {…} {…} {…} {…} 

> 5´000 {…} {…} {…} {…} {…} 

< 5´000 {…} {…} {…} {…} {…} 

 

J.f   Aus den vorstehenden Daten lassen sich folgende Ergebnisse ablei-

ten.  

J.g   Die Bühnenshows machen in den einzelnen Jahren von 2009 bis 

2011 sowie im Durchschnitt dieser drei Jahre sowohl nach Anzahl der Ver-

anstaltungen als auch nach Besucherzahlen den weitaus grössten Anteil 

der im Hallenstadion durchgeführten Veranstaltungen aus. Das gleiche gilt 

insbesondere für Musikanlässe, welche den grössten Anteil an den Büh-

nenshows ausmachen. Sogar die Kategorie der Musikanlässe mit mehr als 

B-3618/2013 

Seite 19 

6´500 Personen (nachfolgend: „Musikgrossanlässe“) weist immer noch ei-

nen grösseren Anteil auf als die anderen Veranstaltungen. Mit der Schwelle 

von 6´500 Personen wird dabei zu Gunsten der Beschwerdegegnerinnen 

die unterste Schwelle der Rentabilitätsgrenze (vgl. SV J.c) angesetzt. 

J.h   Mit Bezug auf die Anzahl der Veranstaltungen ergibt sich im Drei-

Jahres-Durchschnitt folgende Aufteilung: Bühnenshows {40%–50%); Mu-

sikanlässe {30%–40%}; Musikgrossanlässe {20%–30%}; Sachshows 

{20%–30%); Eishockeyligaspiele {10%–20%); Geschäftsanlässe {10%–

20%).  

J.i   Mit Bezug auf die Besucherzahlen ergibt sich im Drei-Jahres-Durch-

schnitt folgende Aufteilung: Bühnenshows {50%–60%}; Musikanlässe 

{40%–50%}; Musikgrossanlässe {30%–40%}; Eishockeyligaspiele {20%–

30%}; Sachshows {10%–20%}; Geschäftsanlässe {0%–10%}. 

J.j   Auch bei den durchschnittlichen Besucherzahlen weisen die Büh-

nenshows gegenüber den anderen Veranstaltungen die deutlich höheren 

Werte auf, wobei insbesondere die Musikanlässe und die Musikgrossan-

lässe massiv höhere durchschnittliche Besucherzahlen als die übrigen Ver-

anstaltungen aufweisen. Im Drei-Jahres-Durchschnitt ergibt sich folgende 

Aufteilung: Musikgrossanlässe {11´000–12´000 Personen}; Musikanlässe 

{8´000–9´000 Personen}; Bühnenshows {8´000–9´000 Personen}; Eisho-

ckeyligaspiele {7´000–8´000 Personen}; Sachshows {6´000–7´000 Perso-

nen}; Geschäftsanlässe {2´000–3´000 Personen}. 

J.k   Bei Musikgrossanlässen, die immerhin {30%–40%} der Veranstaltun-

gen im Hallenstadion ausmachen, liegt der tatsächliche Zuschauerschnitt 

im Drei-Jahres-Durchschnitt mit über {11´00-12´000} Personen sowohl 

über dem oberen Auslastungsgrad des Hallenstadions von 80%, der eine 

Anzahl von 10´400 Zuschauern voraussetzt, und dem mittleren Auslas-

tungsgrad für Grossanlässe von 72,5%, der eine Anzahl von 9´425 Zu-

schauern voraussetzt (vgl. SV J.c). Dabei sind wiederum {30%–40%} der 

Musikgrossanlässe ausverkauft und beanspruchen das maximale Fas-

sungsvermögen des Hallenstadions von 13´000 Personen. 

J.l   Die vorstehenden Daten weisen darauf hin, dass die meisten der im 

Hallenstadion durchgeführten Musikgrossanlässe aufgrund des Zuschau-

erzuspruchs nur noch in der PostFinance Arena in Bern durchgeführt wer-

den könnten, nicht aber in den anderen Grosshallen Patinoire de Malley 

(10´000), Forum Fribourg (10´000), Arena de Geneve (9´500) oder der St. 

B-3618/2013 

Seite 20 

Jakobshalle Basel (9´000), weil deren maximales Fassungsvermögen be-

reits diese Durchschnittswerte nicht erreicht. 

K.   Geschehensablauf 

K.a    AGH und Ticketcorner haben zum 1. Januar 2009 einen Kooperati-

onsvertrag mit einer 5-jährigen Laufzeit bis zum 31. Dezember 2014 abge-

schlossen. Darin werden verschiedenste Regelungen über die Zusammen-

arbeit im Geschäftsbereich des Ticketings getroffen, von denen die wich-

tigsten Regelungen folgende Verpflichtungen betrafen.  

K.b   Die AGH verpflichtete sich, Ticketcorner als ausschliesslichen Part-

ner im Bereich des Ticketings zu verwenden. Zum einen wurde dadurch 

Ticketcorner die Möglichkeit zu umfangreichen spezifizierten Werbemass-

nahmen eingeräumt. Zum anderen übernahm Ticketcorner auch den Be-

trieb der Kassenhäuschen auf dem Areal des Hallenstadions, wofür eine 

gesonderte jährliche Vergütung an die AGH zu entrichten war. 

K.c    Zudem verpflichtete sich die AGH, ihre bislang durchgeführten Tätig-

keiten im Bereich des Ticketabsatzes einzustellen. Die AGH war bis dahin 

für verschiedene Ticketingunternehmen als Verkaufsstelle sowie als 

Abendkasse an Veranstaltungstagen tätig gewesen. 

K.d   Ziff. 10 des Kooperationsvertrags statuierte zudem eine Ticketing-

Kooperationsklausel mit folgendem Inhalt (im vorinstanzlichen Verfahren 

als „50%-Vereinbarung“ bezeichnet): 

"Ticketcorner hat das Recht, mindestens 50% aller Tickets (exkl. V.I.P.-Pakete mit 

Zusatzleistungen) sämtlicher Ticketkategorien für alle Veranstaltungen im Hallen-

stadion über alle möglichen gegenwärtigen elektronischen sowie in Zukunft allen-

falls weiteren oder anderen Vertriebskanälen und Vertriebsarten (Call Center, In-

ternet und POS) zu vertreiben." 

K.e    Im Gegenzug musste von Ticketcorner eine jährliche Marketingzah-

lung an die AGH geleistet werden, die sich aus einem Grundbetrag sowie 

einer Zusatzzahlung in Abhängigkeit von der Anzahl an durch Ticketcorner 

verkauften Tickets für Veranstaltungen im Hallenstadion zusammensetzte. 

Unter Berücksichtigung der im Hallenstadion abgesetzten Tickets (vgl. 

SVJ.e, E. 396) resultierte daraus eine substantielle jährliche Zahlung an 

die AGH.  

B-3618/2013 

Seite 21 

K.f   Darüber hinaus bestand für Ticketcorner die Verpflichtung, die Ver-

anstaltungen im Hallenstadion in den von ihr betriebenen Medien zu be-

werben.  

K.g   Der Kooperationsvertrag sah ausserdem vor, dass Ticketcorner 5% 

der Aktien an der AGH erwirbt. Diese Aktien hält zwischenzeitlich die Ti-

cketcorner Holding AG. 

K.h   Der Ticketing-Kooperationsvertrag wurde von der AGH und Ticket-

corner im Jahr 2014 für weitere fünf Jahre verlängert. 

K.i  Die AGH schliesst mit den Veranstaltern Verträge über die Überlas-

sung und Nutzung des Hallenstadions für die jeweilige Veranstaltung ab, 

die sie als „Veranstaltungsverträge“ bezeichnet. Dabei verwendet die AGH 

gegenüber den Veranstaltern unterschiedliche allgemeine Geschäftsbe-

dingungen in Abhängigkeit davon, ob für die Vermarktung der Veranstal-

tung ein Ticketingsystem eingesetzt wird. Die allgemeinen Geschäftsbe-

dingungen des Veranstaltungsvertrags für Veranstaltungen ohne Ticketing 

weisen keine spezifischen Regelungen für das Ticketing auf.  

K.j   Demgegenüber enthielten die allgemeinen Geschäftsbedingungen 

des Veranstaltungsvertrags für Veranstaltungen mit Ticketing in Ziff. 14.1 

eine Ticketingklausel mit folgendem Inhalt (im vorinstanzlichen Verfahren 

als „50%-AGB-Klausel“ bezeichnet): 

"Der Veranstalter ist verpflichtet, der AGH ein Kontingent von mindestens 50% der 

Tickets aus sämtlichen Kategorien zu Standardkonditionen in Konsignation zur 

Verfügung zu stellen. Ausgenommen davon sind mit zusätzlichen Dienstleistun-

gen veredelte Tickets bis max. 5% der Marktkapazität. Die AGH vertreibt diese zu 

den gleichen, vom Veranstalter festgelegten Preisen wie die anderen 50% der Ti-

ckets zuzüglich Systembenutzungsgebühr/Vorverkaufsgebühr über eigene Ver-

triebskanäle und -partner (aktuell Ticketcorner AG)." 

K.k    Auch nach Verlängerung des Ticketing-Kooperationsvertrags im 

Jahr 2014 wurde die Ticketingklausel in Ziff. 14 der allgemeinen Geschäfts-

bedingungen für Veranstaltungen mit Ticketing bis heute beibehalten. Da-

bei wurde eine inhaltliche Anpassung insoweit vorgenommen, als der Ver-

anstalter nun unmittelbar einen Ticketingvertrag mit Ticketcorner als Ticke-

ting-Kooperationspartner der AGH abzuschliessen hat.  

K.l   Aufgrund der Feststellungen der Vorinstanz wirkt die Ticketingklausel 

bei den meisten Veranstaltungen wie eine Verpflichtung zur vollständigen 

B-3618/2013 

Seite 22 

Übertragung des Ticketings, weil es aus praktischen Gründen in den meis-

ten Fällen nicht zweckmässig ist, zwei unterschiedliche Ticketingunterneh-

men mit dem Vertrieb von Tickets für eine Veranstaltung zu betrauen (vgl. 

SV G.g). Die Ticketingklausel wirkt demzufolge regelmässig nicht als 50%-

Regelung, sondern als 100%-Regelung. 

K.m   Aus dem Zusammenwirken von Ticketing-Kooperationsklausel und 

Ticketingklausel ergibt sich folgende allgemeine Konstellation: Die Ticke-

ting-Kooperationsklausel statuiert faktisch die Verpflichtung der AGH, ge-

genüber den Veranstaltern sicherzustellen und durchzusetzen, dass sie 

das Ticketing mindestens zu 50% an die AGH übertragen, welcher dann 

von Ticketcorner als Ticketing-Kooperationspartner der AGH zu Standard-

konditionen durchgeführt wird. Diese Verpflichtung wird mit der Ticketing-

klausel umgesetzt. 

K.n   Für einen Veranstalter von Veranstaltungen mit Ticketabsatz ergibt 

sich damit die Ausgangslage, dass er eine Veranstaltung im Hallenstadion 

nur durchführen kann, wenn er gleichzeitig das Ticketing – in der Praxis im 

Regelfall zu 100%, in wenigen Ausnahmefällen auch nur zu 50% – der 

AGH überträgt, der gegen Bezahlung von zusätzlichen Systembenut-

zungsgebühren bzw. Vorverkaufsgebühren von Ticketcorner als Ticketing-

Kooperationspartner der AGH durchgeführt wird. Dem Veranstalter wird 

demzufolge die Möglichkeit genommen, das Ticketing vollständig selbst 

abzuwickeln oder durch ein sonstiges Ticketingunternehmen durchführen 

zu lassen.  

K.o   Durch die Ticketing-Kooperationsklausel sichert sich Ticketcorner 

faktisch den Zugang zum Ticketing für alle entsprechenden Veranstaltun-

gen im Hallenstadion ab. Dabei erfasst dieser Zugang regelmässig das Ti-

cketing zu 100%, während er nur in Ausnahmefällen auf die vertraglich vor-

gesehenen 50% beschränkt ist. 

L.   Vorinstanzliches Verfahren 

L.a   Mit Schreiben vom 24. Februar 2009 reichte die Eventim Schweiz 

beim Sekretariat der Wettbewerbskommission eine Anzeige gegen die 

AGH ein und beantragte die Einleitung einer Vorabklärung gemäss Art. 26 

Abs. 1 KG wegen eines missbräuchlichen Erzwingens unangemessener 

Geschäftsbedingungen gemäss Art. 7 Abs. 2 lit. c KG durch die Verwen-

dung der Ticketingklausel gegenüber den Veranstaltern. Ferner stellte sie 

B-3618/2013 

Seite 23 

den Antrag, als Beteiligte im Sinne von Art. 43 Abs. 1 lit. a KG am Verfahren 

teilnehmen zu können. 

L.b   Am 2. April 2009 eröffnete das Sekretariat der Wettbewerbskommis-

sion eine Vorabklärung gegen die AGH. Mit Schreiben vom 8. April 2009 

wies das Sekretariat den Antrag der Eventim Schweiz auf Beteiligung an 

der zu diesem Zeitpunkt laufenden Vorabklärung ab und begründete die 

Abweisung damit, dass erst im Untersuchungsverfahren die Möglichkeit 

zur Beteiligung am Verfahren bestehe.  

L.c   Am 23. Juni 2009 erstattete die Beschwerdeführerin 2 ebenfalls An-

zeige gegen die AGH. Sie beantragte damit die Einleitung einer Vorabklä-

rung sowie die Eröffnung einer Untersuchung und machte geltend, die AGH 

sei marktbeherrschend und missbrauche diese Stellung, indem sie den 

Verkauf der Tickets an die Vermietung des Hallenstadions kopple. 

L.d   Am 2. Februar 2010 eröffnete das Sekretariat der Wettbewerbskom-

mission im Einvernehmen mit einem Mitglied des Präsidiums die Untersu-

chung Nr. 32-0221 gemäss Art. 27 KG gegen die AGH und Ticketcorner 

betreffend den Vertrieb von Tickets im Hallenstadion Zürich. Gegenstand 

der Untersuchung bildete die Frage, ob die AGH über eine marktbeherr-

schende Stellung verfüge und diese durch die Verwendung der Ticketing-

klausel missbrauche. Ebenso untersuchte das Sekretariat der Vorinstanz, 

ob zwischen der AGH und Ticketcorner eine unzulässige Wettbewerbsab-

rede vorliege. 

L.e   Mit Schreiben vom 11. bzw. 12. März 2010 beschwerte sich die Ti-

cketino AG über die vertragliche Beziehung zwischen der AGH und Ticket-

corner und teilte mit, sich am Verfahren beteiligen zu wollen. Die Beschwer-

deführerin 1 beantragte mit Eingabe vom 24. März 2010 aus dem gleichen 

Grund, als Verfahrensbeteiligte zugelassen zu werden. 

L.f   Nach Übernahme des 50%-Anteils an Ticketcorner im Februar 2010 

zog die Eventim Schweiz mit Schreiben vom 18. März 2010 ihre Anzeige 

zurück, weil die von ihr ursprünglich befürchteten Wettbewerbsabreden 

doch nicht eingetreten seien. 

L.g   Das Sekretariat der Wettbewerbskommission räumte der Beschwer-

deführerin 1 sowie der Ticketino AG am 29. März 2010 und der Beschwer-

deführerin 2 am 27. April 2010 Parteistellung im Sinne von Art. 6 VwVG 

ein.  

B-3618/2013 

Seite 24 

L.h    Mit Verfügung vom 14. November 2011 wies die Vorinstanz die Be-

weisanträge der Beschwerdeführerin 2 ab (Dispositiv Ziff. 1) und stellte die 

Untersuchung ein (Dispositiv Ziff. 2), da sie aufgrund der Untersuchungs-

ergebnisse zum Schluss kam, dass weder ein Verstoss gegen Art. 7 KG 

vorliege, weil die AGH nicht über eine marktbeherrschende Stellung ver-

füge und folglich auch nicht gegen Art. 7 KG verstossen haben könne, noch 

eine unzulässige Wettbewerbsabrede gemäss Art. 5 KG zwischen der AGH 

und Ticketcorner vorliege. 

M.   Bundesverwaltungsgerichtliches Beschwerdeverfahren   

(B–446/2012) 

M.a   Diese Verfügung wurde von den Beschwerdeführerinnen sowie der 

Ticketino AG mit Beschwerde vom 23. Januar 2012 beim Bundesverwal-

tungsgericht mit den folgenden Anträgen angefochten:  

"(1) Die Verfügung der Vorinstanz vom 14. November 2011 sei aufzuhe-

ben. 

(2) Es sei festzustellen, dass die Beschwerdegegnerin 1 auf dem Markt 

für die Vermittlung von Lokalitäten für die Durchführung von Pop- und 

Rock-Veranstaltungen eine marktbeherrschende Stellung innehat. 

(3) Es sei festzustellen, dass die Anwendung von Ziff. 14.1 der Allgemei-

nen Geschäftsbedingungen (nachfolgend AGB) der Beschwerdegegnerin 

1 vom 1. November 2008 eine missbräuchliche Verhaltensweise eines 

marktbeherrschenden Unternehmens im Sinne von Art. 7 KG darstelle und 

es sei der Beschwerdegegnerin unter Sanktionsdrohung gemäss Art. 

50/54 KG zu verbieten, Ziff. 14.1 anzuwenden. 

(4) Die Beschwerdegegnerin 1 sei gestützt auf Art. 7 KG i.V.m. Art. 49a 

Abs. 1 KG angemessen zu sanktionieren. 

(5) Es sei festzustellen, dass die Rz. 10 der Kooperationsvereinbarung 

vom 1. Januar 2009 zwischen der Beschwerdegegnerin 1 und der Be-

schwerdegegnerin 2 eine unzulässige Wettbewerbsabrede im Sinne von 

Art. 5 Abs. 1 und 3 Bst. c/Abs. 4 KG und/oder eine missbräuchliche Ver-

haltensweise eines marktbeherrschenden Unternehmens im Sinne von 

Art. 7 KG darstelle und es sei den Beschwerdegegnern unter Sanktions-

drohung nach Art. 50/54 KG zu verbieten, diese anzuwenden. 

(6) Die Beschwerdegegner seien gestützt auf Art. 5 Abs. 1 und Abs. 3 lit. c/ 

Abs. 4 KG und/oder Art. 7 KG i.V.m. Art. 49a Abs. 1 KG angemessen zu 

sanktionieren. 

B-3618/2013 

Seite 25 

(7) Eventualiter: Ziff. 1 und 2 der Verfügung der Vorinstanz vom 14. No-

vember 2011 seien aufzuheben und es sei der Sachverhalt zur Neubeur-

teilung an die Vorinstanz zurückzuweisen und es sei die Vorinstanz anzu-

weisen, den Beweisanträgen der Beschwerdeführerinnen 1 und 2 stattzu-

geben. 

Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen." 

M.b   Am 10. Februar 2012 stellten die AGH und Ticketcorner den Antrag 

auf Einräumung der Parteistellung als Beschwerdegegnerinnen im vorlie-

genden Verfahren, die ihnen vom Gericht mit Verfügung vom 15. März 

2012 zugesprochen wurde.  

M.c   Die Vorinstanz liess sich am 22. Mai 2012 innert erstreckter Frist zur 

Beschwerde vernehmen. Sie beantragte deren Abweisung unter Kosten-

folge, soweit darauf einzutreten sei.  

M.d   Mit Beschwerdeantwort vom 30. Mai 2012 beantragten die Be-

schwerdegegnerinnen, auf die Beschwerde sei nicht einzutreten, eventua-

liter sei sie unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Be-

schwerdeführerinnen abzuweisen. 

M.e   Mit Schreiben vom 9. und. 31. Juli 2012 teilten sowohl die Vor-instanz 

als auch die Beschwerdegegnerinnen mit, dass sie jeweils wechselseitig 

auf eine Stellungnahme zur Beschwerdeantwort vom 30. Mai 2012 bzw. 

zur Vernehmlassung vom 22. Mai 2012 verzichteten. 

M.f   Die Beschwerdeführerinnen sowie die Ticketino AG reichten am 20. 

August 2012 ihre Stellungnahme zur Vernehmlassung der Vorinstanz und 

zur Beschwerdeantwort der Beschwerdegegnerinnen ein. 

M.g   Mit Urteil vom 19. September 2012 trat das Bundesverwaltungsge-

richt mangels Beschwerdebefugnis der Beschwerdeführerinnen nicht auf 

die Beschwerde ein.  

N.   Beschwerdeverfahren vor Bundesgericht 

N.a   Gegen dieses Urteil erhoben die Beschwerdeführerinnen sowie die 

Ticketino AG Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beim 

Bundesgericht und beantragten, das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts 

vom 19. September 2012 sei aufzuheben und das Bundesverwaltungsge-

richt anzuweisen, auf die Beschwerde vom 23. Januar 2012 einzutreten 

B-3618/2013 

Seite 26 

und die materiellen Rügen zu behandeln, eventualiter das Bundesverwal-

tungsgericht anzuweisen, das Verfahren zur Neubeurteilung an die Wett-

bewerbskommission zurückzuweisen.  

N.b   Die Vorinstanz, das Bundesverwaltungsgericht und das Eidgenössi-

sche Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung verzichteten auf 

eine Vernehmlassung. Die Beschwerdegegnerinnen beantragten die Ab-

weisung der Beschwerde. 

N.c   Mit Urteil vom 5. Juni 2013 hiess das Bundesgericht die Beschwerde 

teilweise gut, hob den angefochtenen Entscheid insoweit auf und wies die 

Sache zu neuer Entscheidung an das Bundesverwaltungsgericht zurück, 

als den Beschwerdeführerinnen die Beschwerdebefugnis abgesprochen 

worden war (BGer, 5.6.2013, 2C_1054/2012, publ. in BGE 139 II 328). Mit 

Bezug auf die Ticketino AG wies das Bundesgericht die Beschwerde ab. 

Überdies wurde die Sache zur Neuverlegung der Kosten und der Partei-

entschädigung des Verfahrens B-446/2012 an das Bundesverwaltungsge-

richt zurückgewiesen.  

O.   Fortführung des bundesverwaltungsgerichtlichen   

Beschwerdeverfahrens (B–3618/2013) 

O.a   Das ursprüngliche Verfahren B–446/2012 wurde hinsichtlich der Ti-

cketino AG durch Urteil im neuen Verfahren B–3546/2013 abgeschlossen, 

wobei eine Kostenverteilung entsprechend dem Ausgang des Verfahrens 

vorgenommen wurde. Das Urteil wurde den anderen Beteiligten des Ver-

fahrens B–446/2012 zugestellt.  

O.b   Am 3. Juli 2013 verfügte das Bundesverwaltungsgericht, dass das 

ursprüngliche Verfahren B–446/2012 unter der neuen Geschäftsnummer 

B–3618/2013 weitergeführt wird.  

O.c   Mit gleicher Verfügung wurde den Parteien Gelegenheit eingeräumt, 

sich im Nachgang zum Urteil des Bundesgerichts vom 5. Juni 2013 zum 

Verfahren zu äussern, insbesondere darüber, ob vor einem abschliessen-

den Schriftenwechsel eine mündliche Instruktionsverhandlung durchzufüh-

ren sei. Mit Schreiben vom 16. August 2013 bzw. 19. August 2013 verzich-

teten die Beschwerdeführerinnen und die Beschwerdegegnerinnen auf die 

Durchführung einer mündlichen Instruktionsverhandlung.  

B-3618/2013 

Seite 27 

O.d   Mit Instruktionsverfügung vom 25. März 2014 forderte das Bundes-

verwaltungsgericht die Beschwerdegegnerinnen auf, ihre gesellschafts-

rechtlichen, vertraglichen und personellen Verflechtungen darzulegen und 

entsprechende Beweismittel einzureichen, die über die in der Verfügung 

der Vorinstanz vom 14. November 2011 aufgeführten Verbindungen hin-

ausgehen würden. Des Weiteren wurden sowohl die Beschwerdeführerin-

nen als auch die Beschwerdegegnerinnen ersucht, ihre allfälligen gegen-

wärtigen und vergangenen Verbindungen mit der ABC Production AG, der 

Eventim-Gruppe sowie mit der Good News darzulegen und entsprechende 

Beweismittel einzureichen. Mit ihren Eingaben vom 2. Mai 2014 kamen die 

Parteien diesen Aufforderungen nach. 

O.e   Mit Schreiben vom 11. Mai 2015 wiesen die Beschwerdeführerinnen 

auf neuere Entwicklungen hin, die nach ihrer Ansicht für die Beurteilung 

des Untersuchungsgegenstands hilfreich seien und ihre bisherige Argu-

mentation untermauern würden. 

O.f   Mit Eingabe vom 9. Juli 2015 nahmen die Beschwerdegegnerinnen 

Stellung zum Schreiben der Beschwerdeführerinnen vom 11. Mai 2015, 

welches nach ihrer Ansicht keine relevanten Neuerungen enthalte. 

O.g   Mit Eingabe vom 17. November 2016 teilten die Beschwerdeführe-

rinnen mit, dass sie unter Fortführung der Beschwerdeführerin 1 fusioniert 

hätten. Gemäss Handelsregister des Kantons St. Gallen wurde diese Fu-

sion auf den 9. November 2011 durchgeführt (zur Entwicklung des Verhält-

nisses zwischen den Beschwerdeführerinnen vgl. auch die Mitteilung des 

Sekretariats der Wettbewerbskommission, RPW 2016/1, 65). 

O.h   Mit gleicher Eingabe vom 17. November 2016 beantragte die Be-

schwerdeführerin 1 eine Sistierung des Verfahrens. Zur Begründung gab 

sie an, dass die Beschwerdeführerin 1 und Ticketcorner beabsichtigten, 

eine Partnerschaft einzugehen und eine gemeinsame Schweizer Ticketing-

Gruppe zu gründen. Die Durchführung dieses Zusammenschlussvorha-

bens sei der Wettbewerbskommission gemeldet worden. Die Sistierung 

des Verfahrens sei unumgänglich, weil die Beschwerde nach einem Zu-

sammenschluss umgehend zurückgezogen werde. 

 

 

 

B-3618/2013 

Seite 28 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

I. PROZESSVORAUSSETZUNGEN 

1.   Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich ge-

mäss Art. 37 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, 

SR 173.32) nach dem Verwaltungsverfahrensgesetz vom 20. Dezember 

1968 (VwVG, SR 172.021), soweit das Verwaltungsgerichtsgesetz nichts 

anderes bestimmt. Danach prüft das Bundesverwaltungsgericht von Amtes 

wegen gemäss Art. 7 VwVG sowie mit freier Kognition, ob die Prozessvo-

raussetzungen erfüllt sind und ob und in welchem Umfang auf eine Be-

schwerde einzutreten ist (vgl. die ständige Rechtsprechung seit BVGE 

2007/6 E. 1). 

2.   Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt gemäss Art. 31 VGG Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG, welche von einer der in 

Art. 33 VGG aufgeführten Institutionen erlassen wurden, soweit keine der 

in Art. 32 VGG aufgeführten Ausnahmen gegeben ist. Bei der angefochte-

nen Verfügung, mit der die Vorinstanz das Begehren der Beschwerdefüh-

rerinnen auf Feststellung und Ahndung der Wettbewerbswidrigkeit eines 

bestimmten wirtschaftlichen Verhaltens abgelehnt haben, handelt es sich 

um eine Verfügung im Sinne von Art. 5 VwVG. Die Wettbewerbskommis-

sion stellt aufgrund ihrer Ausgestaltung durch Art. 18 und 19 KG gemäss 

Art. 2 Abs. 3 und Art. 57a Regierungs- und Verwaltungsorganisationsge-

setz vom 21. März 1997 (RVOG, SR 172.010) in Verbindung mit Art. 7 und 

8a Regierungs- und Verwaltungsorganisationsverordnung des Bundesrats 

vom 25. November 1998 (RVOV, SR 172.010.01) als ausserparlamentari-

sche Behördenkommission der dezentralen Bundesverwaltung im Sinne 

von Art. 178 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossen-

schaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101) eine eidgenössische Kommission 

im Sinne von Art. 33 lit. f VVG dar. Da keine Ausnahme von der sachlichen 

Zuständigkeit im Sinne von Art. 32 VGG vorliegt, ist das Bundesverwal-

tungsgericht zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde sachlich zu-

ständig. 

3.   Die Beschwerdeführerinnen sind im Handelsregister eingetragene 

Aktiengesellschaften und damit als juristische Personen des Privatrechts 

rechtsfähig und über ihre Organe handlungsfähig. Die Voraussetzungen 

ihrer Beschwerdefähigkeit gemäss Art. 6 VwVG sind somit gegeben. 

B-3618/2013 

Seite 29 

4.   Die Beschwerdelegitimation setzt gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG vor-

aus, dass ein Beschwerdeführer am vorinstanzlichen Verfahren teilgenom-

men hat bzw. ihm keine Möglichkeit zur Teilnahme eingeräumt wurde, er 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist und er ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung hat. Mit Urteil vom 5. Juni 2013 

erteilte das Bundesgericht den Beschwerdeführerinnen 1 und 2 die Be-

schwerdebefugnis (vgl. SV N.c). Es stellte dabei fest, dass das Bundesge-

setz über Kartelle und andere Wettbewerbsbeschränkungen vom 6. Okto-

ber 1995 (Kartellgesetz, KG, SR 251) als Ordnung zur Gewährleistung ei-

nes wirksamen Wettbewerbs die Konkurrenten in eine besondere, beach-

tenswerte und nahe Beziehung zueinander versetze. Die Konkurrenten 

seien von einer unzulässigen Wettbewerbsbeschränkung direkt und unmit-

telbar betroffen und hätten an deren Beseitigung ein praktisches und 

schutzwürdiges Interesse (BGE 139 II 328 E. 3.5). 

5.     Gemäss Art. 50 Abs. 1 VwVG ist die Beschwerde innert 30 Tage 

nach Eröffnung der Verfügung einzureichen. Die angefochtene Verfügung 

wurde den Beschwerdeführerinnen am 9. Dezember 2011 zugestellt. Die 

Beschwerdefrist begann somit am 10. Dezember 2011 zu laufen und en-

dete unter Berücksichtigung des Fristenstillstands vom 18. Dezember 2011 

bis und mit 2. Januar 2012 gemäss Art. 22a Abs. 1 Bst. c VwVG am 24. 

Januar 2012. Diese Beschwerdefrist wurde mit der Beschwerde vom 23. 

Januar 2012 eingehalten. Die Anforderungen an Form und Inhalt der Be-

schwerdeschrift gemäss Art. 50 und 52 Abs. 1 VwVG  wurden gewahrt. Der 

Kostenvorschuss gemäss Art. 63 Abs. 4 VwVG wurde fristgerecht bezahlt. 

Der Vertreter der Beschwerdeführerinnen hat sich durch Vollmacht rechts-

genüglich gemäss Art. 11 Abs. 2 VwVG ausgewiesen. Die übrigen Prozess-

voraussetzungen sind somit ebenfalls gegeben.  

6.   Da alle Prozessvoraussetzungen vorliegen, ist auf die Beschwerde 

einzutreten. 

II. RECHTLICHE GRUNDLAGE 

7.   Von den Beschwerdeführerinnen wird mit ihren Beschwerdeanträgen 

Ziff. 3 und 5 geltend gemacht, dass entgegen den Feststellungen der vo-

rinstanzlichen Verfügung zum einen in unterschiedlicher Ausprägung eine 

missbräuchliche Verhaltensweise eines marktbeherrschenden Unterneh-

mens gemäss Art. 7 KG sowie zum anderen eine unzulässige Wettbe-

werbsabrede gemäss Art. 5 KG vorliege. 

B-3618/2013 

Seite 30 

8.   Gegenstand dieses Urteils bilden nach Feststellung des Anwen-

dungsbereichs des Kartellgesetzes (vgl. Abschnitt III) sowie der formellen 

Rechtmässigkeit der vorinstanzlichen Verfügung (vgl. Abschnitt IV) somit 

die Prüfung, (i) ob die Verwendung der Ticketingklausel auf dem massge-

blichen Markt für Veranstaltungslokalitäten eine unzulässige Beschrän-

kung des Wettbewerbs gemäss Art. 7 KG durch die AGH darstellt (vgl. Ab-

schnitt V), und/oder (ii) ob die Vereinbarung der Ticketing-Kooperations-

klausel auf den massgeblichen Märkten des Ticketings und der Veranstal-

tungslokalitäten eine unzulässige Wettbewerbsabrede gemäss Art. 5 KG 

durch die AGH und Ticketcorner darstellt (vgl. Abschnitt VI), und/oder (iii) 

ob die Vereinbarung der Ticketing-Kooperationsklausel auf den massgebli-

chen Märkten des Ticketings und der Veranstaltungslokalitäten eine unzu-

lässige Beschränkung des Wettbewerbs gemäss Art. 7 KG durch Ticket-

corner darstellt (vgl. Abschnitt VII). 

9.   Dabei wird jeweils zu prüfen sein, ob das Bundesverwaltungsgericht 

inhaltlich ausreichende Feststellungen treffen kann, um entsprechend den 

Beschwerdeanträgen Ziff. 3, 4, 5 und 6 der Beschwerdeführerinnen selbst 

eine abschliessende Entscheidung über die Zulässigkeit des in Frage ste-

henden Verhaltens sowie dessen Sanktionierung vornehmen zu können, 

oder ob die vorliegende Angelegenheit entsprechend des von den Be-

schwerdeführerinnen eventualiter gestellten Beschwerdeantrags Ziff. 7 zur 

Neubeurteilung an die Vorinstanz – allenfalls unter Berücksichtigung der 

bereits gestellten Beweisanträge – zurückzuweisen ist. 

10.   Abschliessend ist in Abhängigkeit von der Gesamtbeurteilung der Be-

schwerde (vgl. Abschnitt VIII) über die Kosten des Verfahrens und eine all-

fällige Parteientschädigung zu entscheiden (vgl. Abschnitt IX). 

III. GELTUNGS- UND ANWENDUNGSBEREICH DES KARTELLGESETZES 

11.   Wie sich bereits aus den Urteilen des Bundesverwaltungsgerichts 

vom 19. September 2012 und des Bundesgerichts vom 5. Juni 2013 in die-

ser Angelegenheit (vgl. SV  M.g, N.c) ergibt, ist der Geltungs- und Anwen-

dungsbereich des Kartellgesetzes gemäss Art. 2 KG gegeben. Vorliegend 

kann daher auf eine entsprechende Darstellung verzichtet werden. 

 

B-3618/2013 

Seite 31 

IV. RECHTMÄSSIGKEIT DES VORINSTANZLICHEN VERFAHRENS 

12.   Die Beschwerdeführerinnen erheben verschiedene Rügen gegen-

über der Rechtmässigkeit des vorinstanzlichen Verfahrens. Die angefoch-

tene Verfügung bildet den Abschluss eines Kartellverfahrens der Vor-in-

stanz, welches aufgrund der Art. 18 ff. KG sowie der ergänzenden Be-stim-

mungen des Verwaltungsverfahrensgesetzes durchgeführt worden war. 

13.   Gegenstand der Rügen bilden die aus Sicht der Beschwerdeführe-

rinnen ungenügende Aufklärung des Sachverhalts und eine fehlende Be-

rücksichtigung der angemahnten Abklärungen durch die Vorinstanz, die in 

der fehlenden Behandlung von mehreren Beweisanträgen zum Ausdruck 

kommt. Dabei handelt es sich um folgende Anträge, die von den Beschwer-

deführerinnen im Laufe des vorinstanzlichen Verfahrens eingereicht wur-

den und für die – wie in der vorinstanzlichen Verfügung bestätigt – von der 

Vorinstanz keine Abklärungen vorgenommen wurden: 

α) Offen- bzw. Vorlegung des Aktienbuchs der Beschwerdegegnerin 1 

durch diese zwecks Beweises der von der Beschwerdegegnerin 2 und der 

von Stadt und Kanton Zürich gehaltenen Beteiligung sowie Auskunftsertei-

lung über die von der öffentlichen Hand gewährten Darlehen;  

β) Offen- bzw. Vorlegung sämtlicher seit 1. Januar 2009 mit den Veranstal-

tern betreffend Benützung bzw. Ticketing im Hallenstadion abgeschlosse-

ner Verträge durch die Beschwerdegegnerinnen sowie Auskunftserteilung 

darüber, ob neben der Beschwerdegegnerin 2 noch andere Unternehmun-

gen mit dem Ticketing für im Hallenstadion stattfindende Anlässe beauf-

tragt wurden; 

γ) Offen- bzw. Vorlegung sämtlicher allfälliger seit 1. Januar 2009 mit an-

deren Ticketingunternehmen abgeschlossener Verträge zur Koordination 

des Ticketings von im Hallenstadion stattfindenden Anlässen (act. 15, Rz. 

5); 

δ) Offen- bzw. Vorlegung der mit Ovation Sports AG betreffend Victoria Cup 

2009 abgeschlossenen Verträge sowie Angabe der in Abhängigkeit mit 

dem Umfang des Ticketkontingents angebotenen Konditionen durch die 

Beschwerdegegnerin 2; 

ε) Befragung der Ovation Sports AG bzw. eines kollektivzeichnungsberech-

tigten Mitarbeiters derselben; 

B-3618/2013 

Seite 32 

ζ) Vorlage sämtlicher Verträge der Beschwerdegegnerin 1 mit den Veran-

staltern im Hallenstadion und Überprüfung  insbesondere durch Nach-

frage bei den entsprechenden Veranstaltern  der Angaben der Beschwer-

degegnerin; 

η) Untersuchung der Auswirkungen der Verflechtungen zwischen der Be-

schwerdegegnerin 1 und Good News auf die faktische 100%-Klausel zu-

gunsten der Beschwerdegegnerin 2 im Kooperationsvertrag zwischen den 

Beschwerdegegnerinnen. 

14.   Hinsichtlich der fehlenden Behandlung dieser Beweisanträge ma-

chen die Beschwerdeführerinnen eine Verletzung des Untersuchungs-

grundsatzes und des Anspruchs auf rechtliches Gehör geltend. Für den 

Fall einer Rückweisung des Sachverhalts zur Neubeurteilung an die Vo-

rinstanz wird eventualiter beantragt, den Beweisanträgen stattzugeben. 

1) Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes 

15.   Sowohl im Kartellverwaltungsverfahren als auch im Beschwerdever-

fahren vor dem Bundesverwaltungsgericht ist der Sachverhalt gemäss Art. 

12 VwVG i.V.m. Art. 39 KG bzw. Art. 37 VGG von Amtes wegen zu unter-

suchen (vgl. BVGer, 14.9.2015, B–7633/2009, Swisscom AG und 

Swisscom (Schweiz) AG gg. Weko, zit. ADSL II, E. 185 mit Verweis auf 

BVGer, B–506/2010, Gaba, E. 5; BVGer, B–2977/2007, Publigroupe, E. 3 

[S. 19]). Dieser Untersuchungsgrundsatz verpflichtet die Behörde und die 

Beschwerdeinstanz, den Sachverhalt aus eigener Initiative richtig und voll-

ständig abzuklären (vgl. BGE 138 V 218 E. 6; BGE 117 V 282 E. 4a; BVGE 

2012/21 E. 5.1; KRAUSKOPF PATRICK/EMMENEGGER KATRIN/BABEY FABIO, 

in: Waldmann/Weissenberger [Hrsg.], Praxiskommentar Verwaltungsver-

fahrensgesetz, 2. Aufl. 2016, zit. WW-VwVG, Art. 12 Rn. 16; MOSER 

ANDRÉ/BEUSCH MICHAEL/KNEUBÜHLER LORENZ, Prozessieren vor dem 

Bundesverwaltungsgericht, 2. Aufl. 2013, zit. Prozessieren, Rn. 3.119; RHI-

NOW RENÉ/KOLLER HEINRICH/KISS CHRISTINA/THURNHERR DANIELA/ BRÜHL-

MOSER DENISE, Öffentliches Prozessrecht, 3. Aufl. 2014, zit. Prozessrecht, 

Rn. 991 f., 994 f., 1660 f.; SCHOTT MARKUS, Rechtsschutz, in: Biag-

gini/Häner/Saxer/Schott [Hrsg.], Fachhandbuch Verwaltungsrecht, 2015, 

zit. FHB-VerwR, Rn. 24.38 f.; TANQUEREL THIERRY, Manuel de droit admi-

nistratif, 2011, zit. droit administratif, Rn. 1559). Hierfür sind alle rechtser-

heblichen Aspekte zu ermitteln, sämtliche notwendigen Unterlagen zu be-

schaffen und die erforderlichen Beweise abzunehmen (vgl. KÖLZ ALF-

B-3618/2013 

Seite 33 

RED/HÄNER ISABELLE/BERTSCHI MARTIN, Verwaltungsverfahren und Verwal-

tungsrechtspflege des Bundes, 2013, zit. Verwaltungsverfahren, Rn. 456, 

1133; KRAUSKOPF/EMMENEGGER/BABEY, WW-VwVG, Art. 12 Rn. 20 f.; MO-

SER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, Prozessieren, Rn. 3.119 f.). Als rechtserheblich 

gelten alle Tatsachen, welche den Ausgang des Entscheids beeinflussen 

können (vgl. BGE 117 V 282 E. 4a; KRAUSKOPF/EMMENEGGER/BABEY, WW-

VwVG, Art. 12 Rn. 28; MOSER/BEUSCH/ KNEUBÜHLER, Prozessieren, Rn. 

3.120 f.).  

16.   Der Untersuchungsgrundsatz gilt allerdings nicht uneingeschränkt. 

Das Ausmass der Untersuchung ist vielmehr von vornherein auf solche As-

pekte beschränkt, die zur Aufklärung des Sachverhalts notwendig sind und 

deren Abklärung vernünftigerweise erwartet werden kann (vgl. BGE 

112 Ib 65 E. 3; BVGer, 14.7.2010, B–3608/2009, A. gg. Landwirtschaftl. 

Rekurskommission Kanton X., E. 6.1; KRAUSKOPF/EMMENEGGER/BABEY, 

WW-VwVG, Art. 12 Rn. 27 f.; ähnlich MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, Pro-

zessieren, Rn. 3.144). Einschränkungen einer amtlichen Ermittlung können 

sich im Einzelfall zudem durch Mitwirkungspflichten der Parteien, die ob-

jektive Beweislast, die Tauglichkeit von Beweismitteln und das treuwidrige 

Verhalten einer Partei ergeben (vgl. KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwaltungs-

verfahren, Rn. 457 f., 1134 f.; KRAUSKOPF/EMMENEGGER/BABEY, WW-

VwVG, Art. 12 Rn. 50 f.; MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, Prozessieren, 

Rn. 1.49, 3.123c; SCHOTT, FHB-VerwR, Rn. 24.39; TANQUEREL, droit admi-

nistratif, Rn. 1560 f.). 

17.   Die Sachverhaltsuntersuchung bezieht sich auf Tatsachen und Erfah-

rungssätze. Die Rechtsanwendung, d.h. die Beurteilung von rechtlichen 

Aspekten, untersteht demgegenüber von vornherein nicht dem Untersu-

chungsgrundsatz (vgl. KRAUSKOPF/EMMENEGGER/BABEY, WW-VwVG, 

Art. 12 Rn. 17; MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, Prozessieren, Rn. 3.119b). 

Daher bedarf es einer inhaltlichen Abgrenzung zwischen Sach- und 

Rechtsfragen (vgl. BVGE 2009/35, Marktzugang schneller Bitstrom, 

E. 7.4). Soweit abweichende Rechtsauffassungen zwischen den Kartellbe-

hörden und den jeweiligen Parteien eines Kartellverwaltungsverfahrens 

bestehen, die im Hinblick auf den unterstellten Sachverhalt einen unter-

schiedlichen Umfang an sachlicher Abklärung erfordern, ergibt sich dem-

zufolge nicht allein deshalb eine Verletzung des Untersuchungsgrundsat-

zes, weil die Kartellbehörden keine Abklärungen über Tatsachen oder Er-

fahrungssätze vorgenommen haben, auf die eine Partei ihre abweichende 

Rechtsposition abstützt. 

B-3618/2013 

Seite 34 

18.   Im vorliegenden Verfahren kommt das Gericht nachfolgend im Rah-

men einer ihm möglichen vorläufigen Beurteilung zum Ergebnis, dass von 

einem wettbewerbswidrigen Verhalten von Seiten der AGH und Ticketcor-

ner auszugehen ist, weshalb der Sachverhalt entsprechend dem Eventu-

alantrag der Beschwerdeführerinnen zur notwendigen Neubeurteilung an 

die Vorinstanz zurückzuweisen ist. 

19.   Diese Feststellung des Gerichts erfolgt aufgrund der im Recht liegen-

den Beweise und Informationen, ohne dass ein Rückgriff auf das inhaltliche 

Ergebnis der von den Beschwerdeführerinnen gestellten Beweisanträge 

erforderlich ist. Die Abklärung der durch die Beweisanträge gestellten 

Sachfragen ist daher nicht notwendig, weshalb es sich hierbei nicht um 

rechtserhebliche Tatsachen handelt. Eine Verletzung des Untersuchungs-

grundsatzes in Bezug auf diese Beweisanträge durch die  

Vorinstanz liegt demzufolge nicht vor. 

20.   Dies gilt ungeachtet dessen, dass die Vorinstanz im Rahmen ihrer 

Neubeurteilung noch festzustellen haben wird, in welchem Umfang das Ti-

cketing für Mega-Bühnen-Einzelshows in Grosshallen in der Deutsch-

schweiz von Ticketcorner und anderen Ticketingunternehmen durchgeführt 

wurde (vgl. E. 422). Denn die von den Beschwerdeführerinnen gestellten 

Beweisanträge auf Offen- bzw. Vorlegung aller Ticketingvereinbarungen 

zwischen den Veranstaltern und den Beschwerdegegnerinnen sowie an-

deren Ticketingunternehmen und den Beschwerdegegnerinnen für das 

Hallenstadion gehen einerseits inhaltlich über diese im Rahmen der Neu-

beurteilung notwendigen Massnahme hinaus – und laufen im Übrigen auf 

eine Ausforschung der Geschäftsverhältnisse im Bereich des Ticketings 

durch die Beschwerdeführerinnen hinaus –, während sie andererseits for-

mal nicht ausreichend sind, weil sie nur das Hallenstadion, nicht aber die 

übrigen Grosshallen in der Deutschschweiz einbeziehen.      

21.   Auf die von den Beschwerdeführerinnen angeführten fehlenden tat-

sächlichen Abklärungen der Vorinstanz wird im Rahmen der inhaltlichen 

Erwägungen eingegangen.  

2) Verstoss gegen den Anspruch auf rechtliches Gehör 

22.   Der Anspruch auf rechtliches Gehör ist das verfassungsmässige 

Recht zur aktiven Teilnahme in einem administrativen oder gerichtlichen 

Rechtsverfahren eines hiervon Betroffenen, welches in allgemeiner Weise 

in Art. 29 Abs. 2 BV ausdrücklich statuiert und zumindest für Teilelemente 

B-3618/2013 

Seite 35 

darüber hinaus auch zusätzlich aus Art. 6 EMRK abgeleitet wird. Es dient 

der Verwirklichung des übergeordneten Grundsatzes eines fairen Verfah-

rens. Durch die Einbindung eines Betroffenen in ein Rechtsverfahren mit 

der Möglichkeit, eigene Hinweise, Informationen und Argumentationen vor-

zubringen, werden sowohl die Wahrscheinlichkeit der inhaltlichen Richtig-

keit eines Entscheids als auch dessen mögliche Akzeptanz auf Seiten der 

Beteiligten erhöht (vgl. BVGer, B–7633/2009, ADSL II, E. 197 f. mit Verweis 

auf BGE 140 I 99 E. 3.4; BGE 135 I 187 E. 2.2; BGE 127 I 6 E. 5b; BGE 

127 I 54 E. 2b; HÄFELIN ULRICH/HALLER WALTER/KELLER HELEN/THURN-

HERR DANIELA, Schweizerisches Bundesstaatsrecht, 9. Aufl. 2016, zit. Bun-

desstaatsrecht, Rn. 835; KELLER HELEN, Garantien fairer Verfahren und 

des rechtlichen Gehörs, in: Detlef Merten/Hans-Jürgen Papier [Hrsg.], 

Handbuch der Grundrechte in Deutschland und Europa, § 225 Rn. 29; 

KNEUBÜHLER LORENZ, Gehörsverletzung und Heilung, ZBl 1998, 100; MÜL-

LER JÖRG PAUL/SCHÄFER MARKUS, Grundrechte in der Schweiz, 4. Aufl. 

2008, zit. Grundrechte, 846 ff.; RHINOW/KOLLER/KISS/THURNHERR/BRÜHL-

MOSER, Prozessrecht, Rn. 310 f.; RHINOW RENÉ/ SCHEFER MAR-

KUS/UEBERSAX PETER, Schweizerisches Verfassungsrecht, 3. Aufl. 2016, 

Rn. 3040 f.; STEINMANN GEROLD, in: Ehrenzeller/Mastro-nardi/Schwei-

zer/Vallender [Hrsg.], Die schweizerische Bundesverfassung, 3. Aufl. 

2014, zit. SGK-BV, Art. 29 Rn. 42).  

23.   Der Anspruch auf rechtliches Gehör steht natürlichen und juristischen 

Personen zu sowie Dritten, welche von einem Rechtsverfahren unmittelbar 

in ihren Rechten betroffen werden (vgl. BGE 137 I 120 E. 5.3; MÜL-

LER/SCHEFER, Grundrechte, 848 f.; RHINOW/KOLLER/KISS/THURN-

HERR/BRÜHL-MOSER, Prozessrecht, Rn. 312).   

24.   Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst als Teilgarantien die 

ordnungsgemässe Durchführung verschiedener Aspekte im Hinblick auf 

den Ablauf eines Rechtsverfahrens (vgl. BVGer, B–7633/2009, ADSL II, E. 

199 mit Verweis auf BGE 135 II 286 E. 5.1; BVGer, 24.2.2010, B–

2050/2007, Swisscom (Schweiz) AG gg. Weko, publ. in BVGE 2011/32, zit. 

Terminierung Mobilfunk, E. 6.1; HÄFELIN/HALLER/KELLER/THURNHERR, Bun-

desstaatsrecht, Rn. 838; KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwaltungsverfahren, 

173 ff.; MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, Prozessieren, Rn. 3.80 f.; RHI-

NOW/KOLLER/KISS/THURNHERR/BRÜHL-MOSER, Prozessrecht, Rn. 317 ff.; 

SCHOTT, FHB-VerwR, Rn. 24.48 f.; STEINMANN, SGK-BV, Art. 29 Rn. 44 f.; 

TANQUEREL, droit administratif, Rn. 1526 ff.; THURNHERR DANIELA, Verfah-

rensgrundrechte und Verwaltungshandeln, Die verfassungsrechtlichen 

Mindestgarantien prozeduraler Gerechtigkeit unter den Bedingungen der 

B-3618/2013 

Seite 36 

Diversität administrativer Handlungsmodalitäten, 2013, Verfahrensgrund-

rechte, Rn. 317 ff., 402 ff.): (i) vorgängige Orientierung über Gegenstand 

und Inhalt des Rechtsverfahrens sowie den Vorwurf gegenüber dem Be-

troffenen; (ii) Mitwirkung bei der Feststellung des Sachverhalts, insbeson-

dere der Stellung von eigenen Beweisanträgen (vgl. BGE 127 I 54 E. 2b 

[S. 56], HÄFELIN ULRICH/MÜLLER GEORG/UHLMANN FELIX, Allgemeines Ver-

waltungsrecht, 7. Aufl. 2016, zit. Verwaltungsrecht, Rn. 1016); (iii) persön-

liche Teilnahme am Verfahren einschliesslich der Möglichkeit zur Verbei-

ständigung; (iv) Akteneinsicht; (v) Möglichkeit zur Abgabe einer Stellung-

nahme einschliesslich der Kenntnisnahme und Berücksichtigung durch die 

verfahrensleitende Instanz (vgl. KIENER REGINA/KÄLIN WALTHER, Grund-

rechte, 2. Aufl. 2013, 421; MÜLLER/SCHEFER, Grundrechte, 868); (vi) Eröff-

nung des Entscheids; (vii) Begründung des Entscheids (vgl. BGE 133 I 270 

E. 3.1; REKO/WEF, 4.5.2006, FB/2004-4, Berner Zeitung AG und Tamedia 

AG gg. Weko, RPW 2006/2, 347, zit. 20 Minuten, E. 4.1; RHINOW/KOL-

LER/KISS/THURNHERR/BRÜHL-MOSER, Prozessrecht, Rn. 343 ff.; THURN-

HERR, Verfahrensgrundrechte, Rn. 412 f.; vgl. zu den Anforderungen an die 

Begründung überdies BVGer, 2.7.2013, B–2612/2011, Swissperform/Suisa 

gg. Verband Schweizer Privatradios u.a., E. 4.3.1; REKO/WEF, 4.11.1999, 

FB/1999-7, Cablecom Holding AG gg. Teleclub AG und Weko, RPW 

1999/4, 618, E. 4.3; ALBERTINI MICHELE, Der verfassungsmässige An-

spruch auf rechtliches Gehör im Verwaltungsverfahren des modernen 

Staates, 2000, 369, 404). Im vorliegenden Fall werden von den Beschwer-

deführerinnen eine ausreichende Mitwirkung an der Feststellung des Sach-

verhalts infolge der fehlenden Umsetzung der Beweisanträge durch die Vo-

rinstanz und deren Berücksichtigung in der angefochtenen Verfügung ge-

rügt.   

25.   Der Anspruch auf rechtliches Gehör ist grundsätzlich auf rechtser-

hebliche Sachfragen beschränkt. Ausnahmsweise werden die Parteien 

auch zur rechtlichen Würdigung angehört, wenn sich die Rechtslage geän-

dert hat, ein ungewöhnlich grosser Ermessensspielraum besteht oder die 

Behörden sich auf Rechtsnormen stützen, mit deren Anwendung die Par-

teien nicht rechnen mussten (vgl. BGer, 2A.492/2002, Elektra Baselland 

Liestal [EBL] gg. Watt Suisse u.a., Weko, RPW 2003/3, 695, E. 3.2.3; BGE 

127 V 431 E. 2b). 

26.   Beim Anspruch auf rechtliches Gehör handelt es sich um ein selb-

ständiges formelles Recht, dessen Verletzung grundsätzlich zur Aufhebung 

des angefochtenen Hoheitsakts führt, unabhängig davon, ob die Rechts-

verletzung für den Ausgang des Verfahrens sachlich relevant ist (vgl. BGE 

B-3618/2013 

Seite 37 

132 V 387 E. 5.1; BGE 129 V 73 E. 4.1; HÄFELIN/MÜLLER/UHL-MANN, Ver-

waltungsrecht, Rn. 1101 f.; HÄFELIN/HALLER/KELLER/THURN-HERR, Bundes-

staatsrecht, Rn. 839; MÜLLER/SCHEFER, Grundrechte, 853 f.; RHINOW/KOL-

LER/KISS/THURNHERR/BRÜHL-MOSER, Prozessrecht, Rn. 270, 314; SCHOTT, 

FHB-VerwR, Rn. 24.49; STEINMANN, SGK-BV, Art. 29 Rn. 59 ff.). Nach 

ständiger Rechtsprechung kann durch die jeweilige Rechtsmittelinstanz al-

lerdings unter bestimmten Umständen eine Heilung der Rechtsverletzung 

erfolgen. Voraussetzung hierfür ist die verfahrensrechtliche Konstellation, 

wonach bei einem Vergleich mit dem vorinstanzlichen Verfahren die 

Rechtsmittelinstanz über die gleiche Kognition in Rechts- und Sachver-

haltsfragen verfügt und dem Betroffenen die gleichen Mitwirkungsrechte 

zustehen, so dass die Gewährung des rechtlichen Gehörs vollumfänglich 

nachgeholt werden kann. Eine Heilung wird auch im Falle schwerwiegen-

der Rechtsverletzungen ausnahmsweise dann als zulässig erachtet, wenn 

die Rückweisung bloss zu einem formalistischen Leerlauf führen würde 

und dies nicht im Interesse des Betroffenen wäre (vgl. BGE 133 I 201 E. 

2.2; BGE 127 V 431 E. 3d/aa; a.A. für schwerwiegende Rechtsverletzun-

gen HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, Verwaltungsrecht, Rn. 1178 f.; MÜL-

LER/SCHEFER, Grundrechte, 857 f.; vgl. kritisch zur Praxis des Bundesge-

richts auch SCHINDLER BENJAMIN, Die „formelle Natur“ von Verfahrens-

grundrechten, ZBl 2005, 169, 175; KNEUBÜHLER LORENZ, Gehörsverlet-

zung und Heilung, ZBl 1998, 97, 107 ff.; KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwal-

tungsverfahren, Rn. 548 ff.; SCHOTT, FHB-VerwR, Rn. 24.49; STEINMANN, 

SGK-BV, Art. 29 Rn. 59 ff.; RHINOW/KOLLER/KISS/THURN-HERR/BRÜHL-MO-

SER, Prozessrecht, Rn. 271 f., 314; KIENER/KÄLIN, Grundrechte, Rn. 

487 f.). Die Möglichkeit einer Heilung wurde auch für Verfahren mit einer 

ausserordentlich langen Verfahrensdauer bestätigt, um dem Gebot der 

fristgemässen Beurteilung zu entsprechen (vgl. BGE 138 II 77 E. 4.3). Auch 

der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte lässt die Heilung eines 

Verstosses gegen den Grundsatz des rechtlichen Gehörs zu, soweit das 

jeweilige Gericht über volle Kognition verfügt (vgl. EGMR, 1.3.2001, 

29082/95, Dallos gg. Ungarn, Ziff. 52; EGMR, 8.10.2013, 29864/03, Mu-

losmani gg. Albanien, Ziff. 132 m.w.H.). 

27.    Im vorliegenden Fall kommt das Gericht nachfolgend im Rahmen 

einer ihm möglichen vorläufigen Beurteilung zum Ergebnis, dass von ei-

nem wettbewerbswidrigen Verhalten von Seiten der AGH und Ticketcorner 

auszugehen ist, weshalb die Sache entsprechend dem Eventualantrag der 

Beschwerdeführerinnen zur notwendigen Neubeurteilung an die Vo-

rinstanz zurückzuweisen ist. 

B-3618/2013 

Seite 38 

28.   Diese Feststellung des Gerichts erfolgt aufgrund der im Recht liegen-

den Beweise und Informationen, ohne dass ein Rückgriff auf das inhaltliche 

Ergebnis der von den Beschwerdeführerinnen gestellten Beweisanträge 

erforderlich ist. Durch eine Ausführung dieser Beweisanträge  hätte das 

vorinstanzliche Untersuchungsverfahren demzufolge von vornherein we-

der zu einem faireren Rechtsverfahren noch zu einer erhöhten Richtigkeit 

des Ergebnisses geführt. Zudem hat die Vorinstanz im Rahmen des vo-

rinstanzlichen Untersuchungsverfahrens die von den Beschwerdeführerin-

nen gestellten Beweisanträge unstrittig entgegengenommen, geprüft und 

deren Ausführung unter Hinweis auf sachliche Aspekte abgelehnt. Demzu-

folge liegt eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör durch die 

Vorinstanz nicht vor.  

29.   Angesichts dieser Verfahrenskonstellation bedarf die Rüge einer Ver-

letzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör vorliegend demzufolge von 

vornherein keiner weiteren formellen und materiellen Behandlung. 

V. MISSBRAUCH EINER MARKTBEHERRSCHENDEN STELLUNG GEMÄSS  

ART. 7 KG DURCH DIE AGH 

30.   Die Verwendung der Ticketingklausel auf dem massgeblichen Markt 

für Veranstaltungslokalitäten stellt eine unzulässige Beschränkung des 

Wettbewerbs gemäss Art. 7 KG dar, wenn die AGH auf dem relevanten 

Markt (Abschnitt V.1) als marktbeherrschendes Unternehmen gemäss 

Art. 4 Abs. 2 KG zu qualifizieren ist (Abschnitt V.2) und sie mit der Verwen-

dung der Ticketingklausel ihre Stellung auf dem Markt missbraucht hat, in-

dem sie andere Unternehmen bei der Aufnahme oder Ausübung des Wett-

bewerbs behindert oder die Marktgegenseite benachteiligt hat (Abschnitt 

V.3). 

1) Relevanter Markt 

31.   Für die Feststellung einer marktbeherrschenden Stellung gemäss 

Art. 7 i.V.m. 4 Abs. 2 KG (vgl. E. 172 ff.) ist es formal erforderlich, in einem 

ersten Schritt den massgeblichen Markt, auf dem diese marktbeherr-

schende Stellung eingenommen wird, abzugrenzen, bevor in einem zwei-

ten Schritt die Marktstellung ermittelt werden kann (vgl. BGer, 29.6.2012, 

2C_484/2010, Publigroupe SA u.a. gg. Weko, publ. in BGE 139 I 72, zit. 

Publigroupe, E. 9.1; BVGer, B-7633/2009, ADSL II, E. 256). Ungeachtet 

B-3618/2013 

Seite 39 

dessen stehen sich Marktabgrenzung und Ermittlung der Marktstellung 

nicht isoliert gegenüber, sondern üben eine gegenseitige Wechselwirkung 

aus, weil sie die notwendigen Elemente der Marktbeherrschungsanalyse 

bilden (vgl. BVGer, B-7633/2009, ADSL II, E. 256). 

32.   Das Kartellgesetz enthält weder eine Definition des relevanten 

Markts noch statuiert es einzelne Kriterien für dessen Bestimmung. Nach 

ständiger Rechtsprechung finden hierfür die in Art. 11 Abs. 1 und 3 der Ver-

ordnung des Bundesrats vom 17. Juni 1996 über die Kontrolle von Unter-

nehmenszusammenschlüssen (VKU, SR 251.4) aufgeführten Abgren-

zungskriterien des sachlich, räumlich und zeitlichen Markts auch für die 

Beurteilung von anderen Wettbewerbsbeschränkungen Anwendung (vgl. 

BGE 139 I 72, Publigroupe, E. 9.1; BVGer, B–7633/2009, ADSL II, E. 257; 

zur h.L. vgl. BORER JÜRG, Schweizerisches Kartellgesetz, 3. Aufl. 2011, zit. 

KG, Art. 4 Rn. 17; DAVID LUCAS/JACOBS RETO, Schweizerisches Wettbe-

werbsrecht, 5. Aufl. 2012, zit. WBR, Art. 689 f.; KÖCHLI ROLAND/REICH PHI-

LIPPE M., in Baker McKenzie [Hrsg.], Stämpflis Handkommentar, Kartellge-

setz, 2007, zit. SHK-KG, Rn. 42; MARTENET VINCENT/HEINEMANN ANDREAS, 

Droit de la Concurrence, 2012, zit. Concurrence, 30; REINERT MANI/BLOCH 

BENJAMIN, in: Amstutz/Reinert [Hrsg.], Basler Kommentar, Kartellgesetz, 

2010, zit. BSK-KG, Art. 4 Abs. 2 Rn. 105; WEBER ROLF H./VOLZ STEPHANIE, 

Fachhandbuch Wettbewerbsrecht, 2013, zit. FHB-WBR, Rn. 2.33). 

a) Sachlich relevanter Markt 

33.   Die Vorinstanz nimmt eine sachliche Marktabgrenzung im Sinne ei-

nes „Alles-in-einem-Markt“ vor, nach der ein einziger Markt für alle Arten 

von kulturellen, sportlichen, geschäftlichen und sonstigen Veranstaltungen 

vorliegt, der neben dem Hallenstadion weitere Open Air-Plätze, Stadien, 

Sport- und Messehallen, Konzert-, Theater und andere Kultursäle, Kon-

gresszentren und sonstige Lokalitäten umfasst, in denen von Musikanläs-

sen, Theater- und Opernaufführungen, TV- und Comedyshows über Sport-

veranstaltungen bis hin zu Generalversammlungen und sonstigen Ge-

schäftsanlässen sowie Messen und Kongressen, beliebige Veranstaltun-

gen durchgeführt werden. 

 

(1) Vorbringen der Beschwerdeführerinnen 

B-3618/2013 

Seite 40 

34.   Nach Ansicht der Beschwerdeführerinnen hat die Vorinstanz es un-

terlassen, den relevanten Markt nach Art und Grösse der Veranstaltungen 

sowie nach der jeweils erforderlichen Infrastruktur und weiteren Kriterien 

konkret abzugrenzen. 

35.   Hierzu verweisen die Beschwerdeführerinnen in allgemeiner Weise 

auf den Umstand, dass die Vorinstanz – entgegen des von ihr selber ein-

geräumten Umstands, wonach sich die Anforderungen an eine Lokalität 

aus Sicht der Veranstalter je nach Art der Veranstaltung unterscheiden wür-

den – die Kriterien für die jeweiligen Veranstaltungsarten einschliesslich 

von Pop- und Rockkonzerten nicht herausarbeite und im Detail beurteile. 

Vielmehr werde in völlig unstrukturierter Art und Weise von einer Veranstal-

tungsart zur anderen hin- und hergewechselt, ohne auch nur für eine dieser 

Arten die Veranstalter und deren genaue Bedürfnisse zu analysieren. 

36.   Bei einer ordnungsgemässen Marktabgrenzung wäre jedenfalls ein 

sachlich relevanter Markt von Lokalitäten für Pop- und Rockkonzerte mit 

einer Besucherzahl von mindestens 12´000 Zuschauern – ohne infrastruk-

turelle Einschränkungen (wie bspw. bei Eisflächen, Reitparcours, Tennis-

courts etc.), welche die Zuschauerkapazität reduzierten – abzugrenzen. 

37.    Hierzu führen die Beschwerdeführerinnen im Einzelnen zumindest 

dem Grunde nach im Wesentlichen diejenigen Aspekte an, die im Rahmen 

der Würdigung durch das Gericht für eine entsprechende Marktabgren-

zung nachfolgend behandelt werden. 

38.   Zur Unterstützung ihrer Argumentation verweisen die Beschwerde-

führerinnen zum einen auf die Praxis ausländischer Wettbewerbsbehörden 

zur Marktdefinition und Beurteilung der Marktposition und nehmen unter 

anderem Bezug auf einen Fusionskontrollentscheid des Bundeskartellamts 

vom 6. Dezember 2012 hin. Zum anderen berufen sie sich auch auf die im 

Ergebnis gleiche Ansicht der Eventim Schweiz als erste Anzeigerin eines 

entsprechenden wettbewerbswidrigen Verhaltens der AGH. 

 

 

(2) Vorbringen der Vorinstanz 

B-3618/2013 

Seite 41 

39.   Die Vorinstanz grenzt den sachlich relevanten Markt für die Vermie-

tung von Lokalitäten für die Durchführung von Anlässen formal dahinge-

hend ab, dass dieser neben dem Hallenstadion andere Hallen sowie Sta-

dien und offene Veranstaltungsplätze umfasse. Angesichts der Vielzahl an 

unterschiedlichen Arten von Veranstaltungen, die im Hallenstadion durch-

geführt werden, bezieht sie inhaltlich allerdings auch kleinere Lokalitäten, 

insbesondere Konzert-, Theater- und sonstige Kultursäle, sowie Messehal-

len, Kongresszentren und sonstige Geschäftsräumlichkeiten in den sach-

lich relevanten Markt mit ein. Sie gelangt dadurch faktisch zu einem „Alles-

in-einem-Markt“ für Veranstaltungen. 

40.   Hierbei bestimmt die Vorinstanz die Marktgegenseite als Veranstalter 

von Anlässen, welche von der AGH die Bereitstellung einer Lokalität für die 

Durchführung eines bestimmten Anlasses nachfragen. Im Hinblick auf 

diese Veranstalter trifft sie folgende Feststellungen: Mit der grossen Band-

breite der Veranstaltungen von Konzerten über Sportveranstaltungen bis 

hin zu Geschäftsanlässen gehe auch eine grosse Bandbreite der Veran-

stalter einher. Entsprechend umfasse die Marktgegenseite nicht nur Ver-

anstalter von Konzerten und anderen Unterhaltungsanlässen, sondern 

auch Sportvereine, Grossunternehmen oder Messeveranstalter. Dabei 

würden sich Veranstalter auf bestimmte Arten von Anlässen spezialisieren; 

so gebe es insbesondere auch Veranstalter, welche hauptsächlich Pop- 

und Rockkonzerte organisierten. Allerdings würde keine Spezialisierung 

hinsichtlich anderer Aspekte vorgenommen; insbesondere würden sich 

Veranstalter nicht auf die Durchführung von Anlässen einer bestimmten 

Grösse und Besucherzahl spezialisieren. Grundsätzlich würden sich die 

Bedürfnisse der einzelnen Veranstalter bei der Wahl einer geeigneten Lo-

kalität unterscheiden. Dennoch würden alle diese Veranstalter vorliegend 

die Marktgegenseite bilden; insbesondere könne eine bestimmte Kategorie 

„Grossanlassveranstalter“ als Marktgegenseite nicht eingegrenzt werden. 

41.    Ungeachtet dessen macht die Vorinstanz gegenüber einer Katego-

risierung der verschiedenen Arten von Veranstaltungen allerdings im We-

sentlichen geltend, die Marktabgrenzung könne nicht davon abhängen, in-

wiefern ein einzelner Veranstalter für einen spezifischen Anlass das Hal-

lenstadion mit anderen Lokalitäten als substituierbar erachte. Denn auf-

grund der Multifunktionalität des Hallenstadions weise die Marktgegenseite 

ein breites Tätigkeitsfeld auf. Entscheidend sei folglich die Sicht der Veran-

stalter insgesamt.  

B-3618/2013 

Seite 42 

42.   Nach Ansicht der Vorinstanz wäre selbst bei einer Unterteilung nach 

Art des Anlasses kein Markt für Pop- und Rock-Grossveranstaltungen ab-

zugrenzen, wie von den Beschwerdeführerinnen gerügt. Denn wie sich ge-

zeigt habe, spezialisierten sich Veranstalter zwar auf bestimmte Arten von 

Anlässen, nicht aber auf bestimmte Grössen von Anlässen.  

43.   Bei einer Auswahl der Lokalität würden die Veranstalter verschiedene 

Kriterien berücksichtigen, insbesondere das Fassungsvermögen, die Miet-

kosten, die Lage und die technische Ausstattung der Lokalität sowie deren 

Ambiente und Verfügbarkeit. Des Weiteren würden auch der Wunsch und 

insbesondere der Tourneeplan des jeweiligen Künstlers eine Rolle spielen. 

Dabei würden Gewichtung und Priorität dieser Kriterien je nach konkretem 

Anlass  und zwar auch innerhalb derselben Art von Anlässen  unter-

schiedlich ausfallen, weshalb sich insofern keine pauschale und allgemein-

gültige „Rangordnung" aufstellen lasse. Entscheidend für die Wahl der Lo-

kalität sei vielmehr in jedem Fall das Gesamtpaket, welches eine Lokalität 

dem Veranstalter biete. Je nach seinen individuellen Präferenzen und vor 

allem in Abhängigkeit von den Bedürfnissen des konkret betroffenen An-

lasses werde der Veranstalter festlegen, welche Kriterien er wie stark ge-

wichte und sich erst dann für ein Angebot entscheiden. 

44.    Die Folge davon sei, dass die valablen Substitute für das von der 

AGH angebotene Hallenstadion nicht immer dieselben seien, aber  und 

dies sei der zentrale Punkt  regelmässig solche alternativen Lokalitäten 

existieren würden. 

45.   Nach Ansicht der Vorinstanz sei die Grösse des Anlasses – gemes-

sen an der erwarteten Besucherzahl – daher ein wichtiges, allerdings nicht 

das allein entscheidende Kriterium für die Wahl der Lokalität. Es gebe bei-

spielsweise Künstler, die es bevorzugten, in kleineren Hallen zu spielen, 

dafür aber höhere Eintrittspreise verlangen könnten. Zudem gelte es zu 

berücksichtigen, dass ein Veranstalter bei gewissen Veranstaltungen die 

Möglichkeit habe, diese auf mehrere Vorstellungen aufzuteilen, um diese 

in einer kleineren Lokalität stattfinden zu lassen. Dies dürfte vor allem bei 

Musicals der Fall sein, für welche eine grosse Halle von den darauf spezi-

alisierten Veranstaltern als weniger geeignet angesehen werde. Eine sol-

che Veranstaltung werde dann typischerweise während mehrerer Wochen 

mit mehreren Aufführungen pro Woche gespielt, so dass nach einer gewis-

sen Laufzeit eine höhere Anzahl von Zuschauern erreicht werden könne, 

als wenn die Veranstaltung nur einmal, aber dafür in einer grösseren Loka-

lität stattfinden würde. Hierzu verweist sie auf das Musical „Ewigi Liebi“, 

B-3618/2013 

Seite 43 

welches in der Maag Music Hall in Zürich während dreier Jahre 450´000 

Besucher angezogen habe und danach in Bern einer eigens dafür errich-

teten Theaterhalle mit Platz für 950 Personen auf dem WankdorfCity-Areal 

gespielt worden sei.  

46.   Das Hallenstadion verfüge über eine Maximalkapazität von 13‘000 

Plätzen. Allerdings sei das Hallenstadion nur in einer geringen Anzahl von 

Anlässen pro Jahr ausverkauft. Die durchschnittliche Besucherzahl von 

Anlässen im Hallenstadion betrage knapp 7‘000 Personen. Dies bedeute, 

dass im Hallenstadion Anlässe mit einer relativ breiten Streuung mit Bezug 

auf die Zuschauerzahlen stattfinden würden und das Platzangebot des 

Hallenstadions keineswegs immer ausgereizt werde. Die AGH nehme 

keine Kategorisierung der Anlässe in Abhängigkeit der Anzahl Zuschauer 

vor. Seitens der Veranstalter sei die Bestimmung des Besucheraufkom-

mens eines Anlasses mit nicht unerheblichen Unsicherheiten und entspre-

chenden Risiken verbunden.  

47.   Anlässe mit 13’000 oder mehr Plätzen könnten in der Schweiz nur in 

grossen Hallen wie dem Hallenstadion oder der Postfinance Arena in Bern, 

in offenen Stadien oder offenen Veranstaltungsplätzen durchgeführt wer-

den. Anlässe mit 7‘000 Personen, d.h. der durchschnittlichen Besucherzahl 

von Anlässen im Hallenstadion, könnten in der Schweiz nebst dem Hallen-

stadion insbesondere auch in den folgenden gedeckten Lokalitäten durch-

geführt werden: Post Finance Arena und Festhalle in Bern, St. Jakobshalle 

in Basel und Arena in Genf.  

48.   Dabei seien sowohl das Hallenstadion als auch die St. Jakobshalle 

in Basel als Mehrzweckhallen zu qualifizieren, weshalb in diesen Hallen 

eine breite Palette von Anlässen durchgeführt werden könnten. Auch in den 

Stadien könnten sehr verschiedene Arten von Anlässen stattfinden, wes-

halb diese für die hier betrachteten Veranstalter ebenfalls Substitute bilde-

ten.  

49.   Nach Ansicht der Vorinstanz kommen als Substitute für das Hallen-

stadion daneben auch Lokalitäten mit einer kleineren Zuschauerkapazität 

in Betracht, wie z.B. der Kursaal in Bern, das KKL in Luzern oder das Volks-

haus in Zürich. In diesem Zusammenhang sei auch zu berücksichtigen, 

dass für die Veranstalter aus rein kommerzieller Sicht, d.h. unter Berück-

sichtigung von Aufwand, Ertrag und Risiko, kleine Anlässe gewinnbringen-

der sein könnten als die grossen Anlässe.  

B-3618/2013 

Seite 44 

50.   Klarstellend führt die Vorinstanz überdies aus, dass die in der Verfü-

gung angegebene durchschnittliche Besucherzahl beim Hallenstadion vor 

allem zeigen solle, dass die Grösse des Hallenstadions keineswegs immer 

ausgereizt werde und in kapazitätsmässiger Sicht durchaus auch ande