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**Case Identifier:** 71db5b61-5cfb-5b7c-8269-3c9e240be0f2
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-11-09
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 09.11.2023 100 2022 192
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2022-192_2023-11-09.pdf

## Full Text

100.2022.192U
STE/SES/CHS

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 9. November 2023

Verwaltungsrichterin Arn De Rosa, Abteilungspräsidentin
Verwaltungsrichterin Steinmann, Verwaltungsrichter Stohner, 
Gerichtsschreiberin Seiler

1. A.________ und B.________
2. C.________ und D.________
alle vertreten durch Rechtsanwalt …
Beschwerdeführende

gegen

Einwohnergemeinde Reichenbach im Kandertal
Bauverwaltung, Bahnhofstrasse 30, 3713 Reichenbach im Kandertal
Beschwerdegegnerin

und

Bau- und Verkehrsdirektion des Kantons Bern
Rechtsamt, Reiterstrasse 11, 3013 Bern

betreffend Baupolizei; nachträgliche Baubewilligung und Wiederherstellung 
des rechtmässigen Zustands bezüglich verschiedener baulicher 
Veränderungen an ehemaligem Bauernhaus (Entscheid der Bau- und 
Verkehrsdirektion des Kantons Bern vom 27. Mai 2022; BVD 10/2021/163)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 09.11.2023, Nr. 100.2022.192U, 
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Prozessgeschichte:

A.

A.________ und D.________ sind je Alleineigentümer und Alleineigen-
tümerin einer von zwei Stockwerkeinheiten auf der Parzelle Reichenbach im 
Kandertal Gbbl. Nr. 1________ (Stockwerkeinheiten …-2 und …-1), die in 
ein ehemaliges Bauernhaus eingebaut worden sind. Das Grundstück liegt in 
der Landwirtschaftszone und im Streusiedlungsgebiet. Nachdem die 
Baupolizeibehörde der Einwohnergemeinde (EG) Reichenbach im Kandertal 
verschiedene nicht bewilligte Veränderungen am Gebäude festgestellt hatte, 
forderte sie A.________ und D.________ am 12. September 2019 auf, ein 
nachträgliches Baugesuch einzureichen. Mit Gesuch vom 29. Oktober 2019, 
einschliesslich Ausnahmegesuch für das Bauen ausserhalb der Bauzone, 
beantragten diese zusammengefasst die Überdachung der bereits entfern-
ten Silos und des Mistlagers sowie den Ersatz des vorbestehenden Tores. 
Gestützt auf die Verfügung des Amtes für Gemeinden und Raumordnung 
des Kantons Bern (AGR) vom 3. November 2020 erteilte die EG 
Reichenbach im Kandertal am 17. August 2021 die nachträgliche Baube-
willigung für den Abbruch des Silos sowie den Ersatz des Tores, verweigerte 
sie hingegen für die nordseitig erstellten Anbauten (Unterstand und Schaf-
stall) und die dafür erforderlichen Terrainveränderungen und Kunstbauten. 
Zugleich ordnete sie den Rückbau dieser Bauten an. 

B.

Gegen diese Verfügung führten A.________ und B.________ sowie 
D.________ und C.________ am 17. September 2021 Beschwerde bei der 
Bau- und Verkehrsdirektion des Kantons Bern (BVD). Mit Entscheid vom 
27. Mai 2022 wies diese die Beschwerde ab, soweit sie darauf eintrat, und 
ergänzte die Wiederherstellungsanordnung der Gemeinde mit einer Frist von 
sechs Monaten ab Rechtskraft der Verfügung.

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C.

Dagegen haben A.________ und B.________ sowie D.________ und 
C.________ am 29. Juni 2022 Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhoben. 
Sie beantragen, der Entscheid der BVD vom 27. Mai 2022 sei aufzuheben 
und dem Vorhaben seien die Baubewilligung und die Ausnahmebewilligung 
nach Art. 24c des Bundesgesetzes vom 22. Juni 1979 über die 
Raumplanung (Raumplanungsgesetz, RPG; SR 700) zu erteilen. Eventuell 
sei der angefochtene Entscheid aufzuheben und die 
Wiederherstellungsmassnahmen seien genau zu bezeichnen sowie auf das 
notwendige Mass zu reduzieren. Subeventuell sei die Sache unter 
Aufhebung des angefochtenen Entscheids an die BVD zurückzuweisen.

Mit Vernehmlassung vom 14. Juli 2022 beantragt die BVD die Abweisung 
der Beschwerde. Die EG Reichenbach im Kandertal hat sich nicht verneh-
men lassen.

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als letzte 
kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Gesetzes 
vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) 
zuständig (vgl. auch Art. 49 Abs. 2 des Baugesetzes vom 9. Juni 1985 
[BauG; BSG 721.0]). 

1.2 Der Beschwerdeführer 1 und die Beschwerdeführerin 2 haben am 
vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen, sind als Grundeigentümer und 
Grundeigentümerin sowie Baugesuchstellende und zur Wiederherstellung 
Verpflichtete durch den angefochtenen Entscheid besonders berührt und 
haben ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung 
(Art. 79 Abs. 1 VRPG). Die Beschwerdeführerin 1 und der Beschwerdefüh-
rer 2 sind hingegen nicht als Bauherrschaft aufgetreten und von der 

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Gemeinde auch nicht zur Wiederherstellung verpflichtet worden. Die BVD 
hat ihre Beschwerdelegitimation offengelassen (angefochtener Entscheid 
E. 1c). Auch im verwaltungsgerichtlichen Verfahren braucht nicht geklärt zu 
werden, ob sie als (Mit-)Nutzende der umstrittenen Bauten selbständig zur 
Beschwerde befugt wären, haben sie doch gemeinsam mit dem Ehemann 
bzw. der Ehefrau Beschwerde erhoben, welche ihrerseits zur Beschwerde 
befugt sind, womit das Rechtsmittel so oder anders umfassend zu beurteilen 
ist (vgl. Michel Daum bzw. Michael Pflüger, in Herzog/Daum [Hrsg.], Kom-
mentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 20a N. 40 bzw. Art. 79 
N. 2 i.V.m. Art. 65 N. 3; vgl. auch BVR 2022 S. 515 E. 1.6).

1.3 Die Bestimmungen über Form und Frist sind eingehalten (Art. 81 
Abs. 1 i.V.m. Art. 32 VRPG). Auf die Beschwerde ist unter Vorbehalt des in 
E. 1.2 hiervor Gesagten einzutreten.

1.4 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 Bst. a und b VRPG).

2.

Die Beschwerdeführenden erheben vorab verschiedene verfahrensrechtli-
che Rügen.

2.1 Zunächst machen sie geltend, die Vorinstanz habe zu Unrecht keinen 
formellen Fehler darin erkannt, dass die Gemeinde bloss den Beschwerde-
führer 1 und die Beschwerdeführerin 2 am Verfahren beteiligte, dessen Ehe-
partnerin bzw. deren Ehepartner hingegen nicht (Beschwerde Rz. 24). – 
Nach Art. 46 Abs. 2 BauG ist eine Wiederherstellungsverfügung grundsätz-
lich an die Person zu richten, die über das Grundeigentum oder ein Baurecht 
verfügt. Zwar empfiehlt es sich je nach Umständen mit der Grundeigen-
tümerschaft nicht identische Nutzerinnen und Nutzer einer Baute zusätzlich 
ins Recht zu fassen; notwendige Parteien sind diese jedoch nicht 
(VGE 2021/40 vom 19.1.2022 [bestätigt durch BGer 1C_136/2022 vom 
28.2.2023] E. 2.4). Wie die Vorinstanz zutreffend erwogen hat, haben die 
Grundeigentümerin und der Grundeigentümer – die gleichzeitig die Stock-
werkeigentümergemeinschaft bilden – am Verfahren teilgenommen. 

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Mitnutzerinnen und -nutzer der Liegenschaft mussten nicht zusätzlich von 
Amtes wegen beteiligt werden. Von einer Gehörsverletzung gegenüber der 
Beschwerdeführerin 1 und dem Beschwerdeführer 2 kann daher nicht die 
Rede sein (vgl. hierzu BVR 2018 S. 43 E. 2.2; Michel Daum, a.a.O., Art. 12 
N. 10). 

2.2 Weiter rügen die Beschwerdeführenden, sie seien von der Gemeinde 
vorgängig zum Erlass der Wiederherstellungsverfügung nicht angehört 
worden. Thema des Verfahrens sei einzig die Bewilligungsfähigkeit der 
Bauten gewesen (Beschwerde Rz. 25 ff.). – Da die Gemeinde die Beschwer-
deführerin 1 und den Beschwerdeführer 2 nicht am Verfahren beteiligen 
musste (E. 2.1 hiervor), kann sie deren Anspruch auf rechtliches Gehör von 
vornherein nicht verletzt haben. Zu prüfen ist nur, wie es sich mit den ande-
ren beiden Beschwerdeführenden verhält.

2.2.1 Aus dem in Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung (BV; SR 101), 
Art. 26 Abs. 2 der Verfassung des Kantons Bern (KV; BSG 101.1) und 
Art. 21 ff. VRPG gewährleisteten Anspruch auf rechtliches Gehör ergibt sich 
unter anderem das Recht der Betroffenen, sich vor Erlass einer Verfügung 
oder eines Entscheids zur Sache äussern zu können (Art. 21 Abs. 1 VRPG; 
BVR 2018 S. 281 E. 3.1). 

2.2.2 Es ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer 1 und die Beschwer-
deführerin 2 mit (nicht aktenkundigem) Schreiben vom 12. September 2019 
bloss aufgefordert wurden, ein nachträgliches Baugesuch einzureichen. 
Einen ausdrücklichen Hinweis darauf, dass als Folge eines Bauabschlags 
der Abbruch der ohne Bewilligung erstellten Bauten angeordnet werden 
kann, enthielt das Schreiben offenbar nicht. Zwar dürfte allgemein bekannt 
sein, dass rechtswidrige Bauten grundsätzlich nicht stehen bleiben dürfen; 
die Wiederherstellungspflicht und der Umfang einer allfälligen Wiederherstel-
lungsanordnung ergibt sich aber nicht automatisch aus dem Bauabschlag. 
So steht eine Verpflichtung zur Wiederherstellung des rechtmässigen 
Zustands unter dem Vorbehalt der Verhältnismässigkeit und droht nicht in 
jedem Fall der Abbruch der Baute (z.B. VGE 2016/93 vom 12.12.2016 
[bestätigt durch BGer 1C_40/2017 vom 22.12.2017] Bst. C; zum Ganzen 
Zaugg/Ludwig, Kommentar zum bernischen BauG, Band I, 5. Aufl. 2020, 
Art. 46 N. 8 f.; hinten E. 5). Die Beschwerdeführenden hätten deshalb Gele-

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genheit erhalten müssen, sich zu einer in Aussicht genommenen Wieder-
herstellungsverfügung zu äussern. Jedenfalls von juristischen Laien kann 
nicht verlangt werden, dies unaufgefordert zu tun, insbesondere wenn sich 
die Gemeinde – wie hier – nicht an das gesetzliche Baupolizeiverfahren hält 
(vgl. zum Ablauf Art. 46 Abs. 2 Bst. a-e BauG, wonach zuerst eine Wieder-
herstellungsverfügung zu erlassen ist, die aufgeschoben wird, wenn innert 
30 Tagen ein nachträgliches Baugesuch eingereicht wird). 

2.2.3 Die Gemeinde hat insoweit eine Gehörsverletzung begangen, was 
die Vorinstanz zu Unrecht verneint hat. Die Beschwerdeführenden haben 
sich indes vor der Vorinstanz einlässlich zur Wiederherstellung des recht-
mässigen Zustands äussern und ihr Anhörungsrecht nachträglich wahrneh-
men können. Da die BVD über dieselbe Kognition verfügt wie die Gemeinde 
(Art. 66 VRPG), konnte sie die Gehörsverletzung heilen (vgl. zu den Voraus-
setzungen der Heilung BGE 142 II 218 E. 2.8.1 [Pra 106/2017 Nr. 2]; 
BVR 2012 S. 28 E. 2.3.5; Michel Daum, a.a.O., Art. 21 N. 11). Wie die 
Beschwerdeführenden zu Recht vorbringen (Beschwerde Rz. 27), hätte dies 
allerdings kostenmässig berücksichtigt werden müssen (BVR 2008 S. 97 
E. 4; Ruth Herzog, in Herzog/Daum [Hrsg.], Kommentar zum bernischen 
VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 108 N. 21). Der Kostenschluss der Vorinstanz ist 
deshalb anzupassen.

2.3 Die Beschwerdeführenden halten sodann den Vorsteher der BVD, 
der den angefochtenen Entscheid unterzeichnet hat, für befangen und aus-
standspflichtig. Sie begründen dies zum einen damit, dass die Baukontrolle 
der Gemeinde genau in jene Zeit gefallen sei, in der der Beschwerdeführer 1 
Missstände bei einer anderen Baustelle entdeckt (und die Berner Behörden 
kritisiert) habe. Zudem habe der Vorsteher der BVD sich in einem 
Zeitungsartikel vom 26. Juni 2022 zum Ausgang des vorinstanzlichen Ver-
fahrens geäussert, obwohl der angefochtene Entscheid noch nicht rechts-
kräftig gewesen sei (Beschwerde Rz. 16; Beschwerdebeilage 4, act. 1C). – 
Allfällige Ausstandsgründe sind unverzüglich, d.h. in der Regel innert sechs 
bis sieben Tagen nach Kenntnis, geltend zu machen (vgl. BGE 140 I 271 
E. 8.4.3 [Pra 104/2015 Nr. 54]). Dass der Vorsteher der BVD Beschwerde-
entscheide unterzeichnet, ergibt sich aus Art. 4 Abs. 1 der Verordnung vom 
18.10.1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau- und Verkehrs-

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direktion (Organisationsverordnung BVD, OrV BVD; BSG 152.221.191). Die 
angeblichen Missstände bei einer anderen Baustelle beschäftigten den 
Beschwerdeführer 1 spätestens seit Herbst 2020 (vgl. Mail der Beschwerde-
führenden vom 27.9.2020 an die Gemeinde, Akten Gemeinde 4B pag. 44). 
Es wäre den Beschwerdeführenden folglich zumutbar gewesen, daraus 
abgeleitete Ausstandsgründe bereits in ihrer Beschwerde vom 
17. September 2021 vor der Vorinstanz geltend zu machen; vor Verwal-
tungsgericht sind sie verspätet (VGE 2020/465 vom 3.3.2022 E. 2.5; Lucie 
von Büren, in Herzog/Daum [Hrsg.], Kommentar zum bernischen VRPG, 
2. Aufl. 2020, Art. 9 N. 55). Die Aussagen im erwähnten Zeitungsartikel, die 
der Vorsteher der BVD fast einen Monat nach dem angefochtenen Entscheid 
machte, sind zudem sachlich gehalten und nicht geeignet, (rückblickend) auf 
einen Ausstandsgrund schliessen zu lassen.

3.

3.1 Die Beschwerdeführenden haben das unbestrittenermassen vor 
1972 erbaute ehemalige Bauernhaus im Jahr 1996 umgebaut und bewohnen 
es seither mit ihren Familien (Beschwerde Rz. 11). Auf der Nordseite des 
Gebäudes war das nach Westen abfallende Gelände mit zwei Stützmauern 
in drei annähernd ebene Abschnitte geteilt. Die obere, an die Nordfassade 
des Hauptgebäudes angrenzende Mauer bestand nach Angaben der 
Beschwerdeführenden aus Eisenbahnschwellen und Bruchsteinen und 
wurde im Jahr 2001 entfernt (Beschwerde an die BVD, Akten BVD 4A 
pag. 1 ff. Rz. 24; vgl. auch Plan zum nachträglichen Baugesuch «Grundriss 
+ Querschnitt», Akten Gemeinde 4B pag. 19); danach bestand an dieser 
Stelle eine kleine Böschung (Foto von 2013, Akten Gemeinde 4B pag. 40). 
Die untere, betonierte Mauer schloss an den Anbau nordwestlich des Haupt-
gebäudes (Werkstatt) an und bildete die gut 1,8 m hohe Rückwand des un-
bestrittenermassen seit den 70er Jahren bestehenden Mistlagers 
(Beschwerde Rz. 15). Auf der Fläche unterhalb der oberen Mauer standen 
früher zwei Futtersilos vor der Nordfassade des Hauptgebäudes. Das klei-
nere Maissilo wurde gemäss Angaben der Beschwerdeführenden bereits in 
den 80er Jahren entfernt (Beschwerde Rz. 12; vgl. auch undatiertes Foto vor 
1996, Akten BVD 4A pag. 41); das grössere Futtersilo war nach unbe-

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strittenen Angaben des AGR am 26. März 1975 bewilligt worden (Verfügung 
AGR vom 3.11.2020, Akten Gemeinde 4B pag. 39). Im an das Hauptge-
bäude angrenzenden Teil des Werkstattanbaus bestand laut Angaben der 
Beschwerdeführenden seit jeher ein Unterstand für Geräte und Fahrzeuge, 
der früher mit einem an der Nordfassade des Anbaus angebrachten 
Schiebetor verschlossen war (Foto von 2013, Akten Gemeinde 4B pag. 40 
und 71; Beschwerde Rz. 12 und 19). Diese baulichen Gegebenheiten be-
standen jedenfalls bis 2013 (Akten Gemeinde 4B pag. 40 f.). 

3.2 Zu einem unbekannten späteren Zeitpunkt entfernten die Beschwer-
deführenden das Futtersilo, den Fassadenteil mit dem alten Schiebetor 
sowie die Ostfassade des Werkstattanbaus (Foto Beschwerde Rz. 12; vgl. 
auch Beschwerde Rz. 13 und 19), wobei das Dach über dem abgebrochenen 
Gebäudeteil bestehen blieb (Foto Akten Gemeinde 4B pag. 42; Illustration 
zum Baugesuch Akten Gemeinde 4B pag. 15). Anstelle der Böschung, etwas 
westlich von der Stelle, an der früher die Mauer aus Eisenbahnschwellen 
bzw. Bruchsteinen stand, erstellten die Beschwerdeführenden eine am 
höchsten Punkt gut 2 m hohe und gut 6 m lange Betonstützmauer (vgl. Plan 
Grundriss und Querschnitt vom 27.2.2020, Akten der Gemeinde 4B pag. 19) 
und überdachten den zwischen der neuen Mauer und dem abgebrochenen 
Werkstattteil neu entstandenen Platz in Ergänzung zum vorbestehenden 
Werkstattdach mit einem Ziegeldach. Dass für den neuen Unterstand keine 
Terrainveränderungen erforderlich waren (Beschwerde Rz. 19), trifft nicht 
zu: Die neue Stützmauer bildet – auch wenn sie nicht bis zum neuen Dach 
reicht – die westliche Wand des neuen Unterstands; durch sie wurde die 
ebene Fläche für und vor dem Unterstand deutlich vergrössert (vgl. Fotos 
von 2013 und 2019, Akten Gemeinde 4B pag. 40 ff., vgl. auch das deutlich 
nach Osten verlegte Traufrohr an der Fassade; Foto Beschwerde Rz. 39). 
Entgegen der Behauptung der Beschwerdeführenden bestand zudem früher 
über den Silos auch kein Dach und trifft nicht zu, dass dieses bloss «gegen 
Norden weitergezogen» wurde (Beschwerde Rz. 12; anschaulich Fotos 
Akten Gemeinde 4B pag. 40 f. im Vergleich zu pag. 42). Das alte Tor haben 
die Beschwerdeführenden offenbar an die Rückwand des neuen Unter-
stands versetzt (Plan «Nordfassade» vom 15.4.2020, Akten Gemeinde 4B 
pag. 20; vgl. auch Illustration in den als ungültig abgestempelten, insoweit 
aber noch aktuellen Unterlagen vom 28.10.2019, Akten Gemeinde 4B 

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pag. 33 und 35). In die Ecke zwischen dem neuen Unterstand und der ver-
bliebenen Nordfassade des Werkstattanbaus haben die Beschwerdeführen-
den sodann auf den Umfassungsmauern des ehemaligen Mistlagers einen 
weiteren mit einem Ziegeldach gedeckten Unterstand gebaut (vgl. Bauge-
such Akten Gemeinde 4B pag. 55; Fotos Akten Gemeinde 4B pag. 42). Auf 
den mit dem Baugesuch eingereichten Plänen sind die Wände des neuen 
Unterstands fälschlicherweise als «bestehend» eingezeichnet (Akten 
Gemeinde 4B pag. 18); soweit überhaupt vorhanden, waren die Mauern um 
das Mistlager deutlich tiefer (Akten Gemeinde 4B pag. 40; vgl. auch pag. 42). 
Dieser Unterstand dient gemäss Angaben der Beschwerdeführenden den 
Schafen der Beschwerdeführerin 2 und – wenn die Schafe auf der Alp sind – 
Velos sowie anderen Gerätschaften als Witterungsschutz (Beschwerde 
Rz. 15, 32). 

3.3 Zusammengefasst haben die Beschwerdeführenden nach 2013 
einerseits das alte Futtersilo entfernt und das Schiebetor versetzt; beides 
wurde nachträglich bewilligt und ist nicht mehr Gegenstand des Verfahrens. 
Anderseits haben sie zwei neue Unterstände erstellt und dazu einen Teil des 
Hangs abgetragen, Teile der Werkstattfassaden abgebrochen und eine 
Stützmauer, Stützen sowie neue Wände und Dächer gebaut. 

4.

Die Beschwerdeführenden nutzen die Liegenschaft unbestrittenermassen 
zonenfremd und sind auf eine Ausnahmebewilligung für das Bauen 
ausserhalb der Bauzone angewiesen. Umstritten ist, ob ihnen eine solche 
hätte erteilt werden müssen. 

4.1 Die Vorinstanz hat für die beiden Unterstände eine erleichterte Aus-
nahmebewilligung nach Art. 24c des Bundesgesetzes vom 22. Juni 1979 
über die Raumplanung (Raumplanungsgesetz, RPG; SR 700) geprüft und 
ausgeschlossen. Auch die Beschwerdeführenden berufen sich ausschliess-
lich auf diese Bestimmung. Das ehemalige Bauernhaus liegt zwar in einem 
Streusiedlungsgebiet, für welches das Bundesrecht eine besondere Ausnah-
mebestimmung kennt (Art. 24 Bst. a RPG i.V.m. Art. 39 der Raumplanungs-

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verordnung vom 28. Juni 2000 [RPV; SR 700.1]). Danach sind aber bloss 
Umnutzungen von rechtmässig bestehenden Gebäudevolumen zugelassen; 
Neubauten – einschliesslich Erweiterungs- oder Ersatzbauten für zu Wohn-
raum aufgegebene Flächen – sind grundsätzlich ausgeschlossen (vgl. 
Stellungnahme AGR vom 22.10.2021, Akten Gemeinde pag. 39; AGR, 
Bauen ausserhalb der Bauzone, Themenblatt A4, S. 1 f., einsehbar unter: 
<www.bauen.dij.be.ch>, Rubriken «Bauen ausserhalb der Bauzone/The-
menblätter»). Die Verfahrensbeteiligten gehen deshalb zu Recht davon aus, 
dass für die neuen Unterstände bloss eine Ausnahmebewilligung nach 
Art. 24c RPG zur Diskussion steht (zum Verhältnis der beiden Ausnahmen 
vgl. VGE 2021/383 vom 13.7.2023 E. 5.1 mit Hinweisen). 

4.2

4.2.1 Nach Art. 24c Abs. 1 RPG sind bestimmungsgemäss nutzbare 
Bauten und Anlagen ausserhalb der Bauzonen, die nicht mehr zonenkon-
form sind, in ihrem Bestand grundsätzlich geschützt. Sie können mit Bewilli-
gung der zuständigen Behörde erneuert, teilweise geändert, massvoll 
erweitert oder wiederaufgebaut werden, sofern sie rechtmässig erstellt oder 
geändert worden sind, wobei die Vereinbarkeit mit den wichtigen Anliegen 
der Raumplanung in jedem Fall vorbehalten bleibt (Art. 24c Abs. 2 und 5 
RPG). Eine Änderung gilt als teilweise und eine Erweiterung als massvoll, 
wenn die Identität der Baute oder Anlage einschliesslich ihrer Umgebung in 
den wesentlichen Zügen gewahrt bleibt (Art. 42 Abs. 1 RPV). Dabei legt 
Art. 42 Abs. 3 RPV quantitative Obergrenzen fest, bei deren Überschreiten 
dies jedenfalls nicht mehr der Fall ist. Ansonsten ist darauf abzustellen, ob 
eine Änderung bei einer Gesamtbetrachtung von untergeordneter Natur ist 
(BGE 132 II 21 E. 7.1.1; vgl. aus neuerer Zeit etwa BGer 1C_79/2022 vom 
30.9.2022 E. 6.3). Massgeblicher Vergleichszustand für die Beurteilung der 
Identität ist der Zustand, in dem sich die Baute oder Anlage im Zeitpunkt der 
Zuweisung zum Nichtbaugebiet befand (Art. 42 Abs. 2 RPV); abzustellen ist 
in der Regel – so auch hier – auf den Stichtag vom 1. Juli 1972 (vgl. BGE 
147 II 309 [BGer 1C_469/2019 und 1C_483/2019 vom 28.4.2021] E. 5.4, 
nicht publ. E. 6.2; BVR 2016 S. 471 E. 3.2). 

4.2.2 Veränderungen am äusseren Erscheinungsbild müssen zudem seit 
1. November 2012 für eine zeitgemässe Wohnnutzung oder eine energeti-

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sche Sanierung nötig oder darauf ausgerichtet sein, die Einpassung in die 
Landschaft zu verbessern (Art. 24c Abs. 4 RPG; vgl. AS 2012 S. 5535 ff.). 
Diese Bestimmung ist hier anwendbar, weil für die Beurteilung nachträglicher 
Baugesuche auf das zum Zeitpunkt der Ausführung geltende Recht abzu-
stellen ist (BGE 123 II 248 E. 3a/bb; BVR 2011 S. 107 E. 4.2.1; 
Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 46 N. 14a mit weiteren Hinweisen) und die fragli-
chen Bauten frühestens 2013 erstellt wurden (vorne E. 3.2; angefochtener 
Entscheid E. 4c). Art. 24c Abs. 4 RPG enthält eigenständige Voraussetzun-
gen, die unabhängig vom Identitätserfordernis erfüllt sein müssen 
(BVR 2016 S. 471 E. 3.3). Die Bestimmung zielt vorab auf den Abbruch und 
Wiederaufbau von altrechtlichen Bauten sowie Volumenerweiterungen; für 
blosse Gartenumgestaltungen ist sie nicht beachtlich (zum Ganzen 
BGer 1C_567/2021 vom 23.1.2023 E. 4.2, 1C_480/2019 und 1C_481/2019 
vom 16.7.2020 E. 3.3). «Für eine zeitgemässe Wohnnutzung notwendig» 
bedeutet, dass die ursprüngliche Wohnnutzung auf einen zeitgemässen 
Stand gebracht werden darf (Bericht der Kommission für Umwelt, Raumpla-
nung und Energie [UREK] des Nationalrats vom 22.8.2011 zur Standesinitia-
tive Bauen ausserhalb der Bauzone, in BBl 2011 S. 7083 ff., 7090). Dabei 
geht es nicht darum, grosszügige und komfortable Lösungen zu erlauben, 
sondern bloss das tatsächlich objektiv Erforderliche (Rudolf Muggli, in 
Praxiskommentar RPG: Bauen ausserhalb der Bauzone, 2017, Art. 24c 
N. 36; AGR, Bauen ausserhalb der Bauzonen, Themenblatt A1, S. 2, einseh-
bar unter: <www.bauen.dij.be.ch>, Rubriken «Bauen ausserhalb der 
Bauzone/Themenblätter»; vgl. implizit auch BGer 1C_284/2017 vom 
1.3.2018 E. 5.2).

4.3 Von diesen Anforderungen ist auch die Vorinstanz ausgegangen. 
Nach ihr vermögen die Beschwerdeführenden nicht darzutun und zu bele-
gen, weshalb die neuen Unterstände für eine zeitgemässe Wohnnutzung 
objektiv notwendig sein sollten, verfüge die Liegenschaft doch bereits über 
Unterstände und Garagen und sei die Schafhaltung per se nicht objektiv 
nötig für eine zeitgemässe Wohnnutzung. Von einer besseren Einpassung 
in die Umgebung könne ebenfalls nicht gesprochen werden (angefochtener 
Entscheid E. 4d). 

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4.4 Was die Beschwerdeführenden gegen diese überzeugenden Erwä-
gungen vorbringen, verfängt nicht: Soweit in der nordwestlichen Ecke der 
Werkstatt hinter dem Schiebetor früher ein geschlossener Unterstand vor-
handen war (vorne E. 3.1), ändert dies nichts daran, dass die Fläche des 
neuen, offenen Unterstands offensichtlich deutlich grösser ist. Das Mistlager 
war sodann ein betonierter Platz ohne Dach. Es kann daher entgegen den 
Beschwerdeführenden nicht die Rede davon sein, dass keine zusätzlichen 
Gebäudevolumina erstellt worden sind (Beschwerde Rz. 30). Die Ände-
rungen des äusseren Erscheinungsbilds wären folglich nur zulässig, wenn 
sie den Anforderungen von Art. 24c Abs. 4 RPG genügen würden (vorne 
E. 4.2.2). Die Notwendigkeit der neuen Unterstände begründen die 
Beschwerdeführenden damit, dass landwirtschaftliche Fahrzeuge viel Platz 
benötigten und die bestehenden Garagen und Unterstände nicht aus-
reichten. Sie legen aber mit keinem Wort dar, weshalb für eine zeitgemässe 
(landwirtschaftsfremde) Wohnnutzung landwirtschaftliche Fahrzeuge unter-
gestellt werden müssen (Beschwerde Rz. 32). Das leuchtet denn auch nicht 
ein, zumal die Erweiterung nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung direkt 
der Wohnnutzung zu dienen hat und nicht bloss mittelbar das Wohnen 
erleichtern oder unterstützen darf (BGer 1C_284/2017 vom 1.3.2018 E. 5.2). 
Ebenso zutreffend ist die Feststellung der BVD, dass eine Schafhaltung für 
eine zeitgemässe Wohnnutzung nicht notwendig ist. Auch die Überdachung 
des Mistlagers für einen Schafstall ist daher nicht bewilligungsfähig. Das 
Mistlager war zudem kein in seiner Substanz erhaltener Gebäudeteil, der 
allenfalls für eine hobbymässige Tierhaltung hätte umgebaut werden dürfen 
(Art. 24e Abs. 1 RPG; vgl. zu den Voraussetzungen für eine solche Bewilli-
gung Rudolf Muggli, a.a.O., Art. 24e N. 7 ff., namentlich N. 9 und 15). 

4.5 Soweit die Beschwerdeführenden sodann geltend machen, die An-
bauten dienten der besseren Einpassung in die Landschaft, weil sie aus der 
Ferne nicht auffallen würden und das alte Silo gestört habe (Beschwerde 
Rz. 33), kann ihnen ebenso wenig gefolgt werden. Wohl mag der Abbruch 
des Silos zu einer besseren Einpassung beigetragen haben; die neuen An-
bauten haben das Erscheinungsbild aber weder «optimiert» noch «aufge-
wertet». Selbst wenn sie die Identität des Bauernhauses nicht verändern 
sollten, wäre das (zusätzliche) Erfordernis der besseren Einpassung in die 
Landschaft offensichtlich nicht erfüllt.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 09.11.2023, Nr. 100.2022.192U, 
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4.6 Nach dem Gesagten erfüllt das Vorhaben bereits die Voraussetzun-
gen nach Art. 24c Abs. 4 RPG nicht. Es erübrigt sich daher, auf das Identi-
tätskriterium einzugehen (vorne E. 4.2.1). Dass bereits die Vorinstanz die 
von den Beschwerdeführenden in diesem Zusammenhang vorgebrachten 
Rügen (Anzahl Silos, genaue Berechnung der vorbestehenden Flächen, 
Erscheinungsbild; Beschwerde BVD, Akten BVD 4A pag. 1 ff. Rz. 18 ff.) 
nicht näher geprüft (angefochtener Entscheid E. 4e) und keinen Augen-
schein durchgeführt hat, ist folglich – entgegen den Beschwerdeführenden 
(Beschwerde Rz. 18 f., 29 f.) – ebenfalls nicht zu beanstanden. Auch für das 
Verwaltungsgericht besteht kein Anlass, sich die Situation vor Ort anzu-
schauen; der entsprechende Beweisantrag (Beschwerde Rz. 20) wird abge-
wiesen. Im Übrigen ist fraglich, ob die abgebrochenen Silos als 
vorbestehende Nebennutzflächen im Sinn von Art. 42 Abs. 3 RPV angerech-
net werden könnten. Dies umso mehr als das grössere Futtersilo unbestrit-
tenermassen erst 1975, mithin nach dem für den Flächenvergleich massge-
benden Zeitpunkt, bewilligt und erstellt wurde. Das kleinere Maissilo wurde 
demgegenüber bereits 2001 entfernt; die Beschwerdeführenden haben 
dessen Nutzung folglich lange vor dem Bau der Unterstände aufgegeben 
(Art. 42 Abs. 4 RPV; BGer 1C_371/2021 vom 15.9.2022 E. 2.5). 

4.7

4.7.1 Schliesslich haben die Behörden im Rahmen eines nachträglichen 
Baugesuchs von Amtes wegen zu prüfen, ob das Vorhaben wenigstens teil-
weise bewilligt werden kann (Art. 46 Abs. 2 Bst. c BauG; Zaugg/Ludwig, 
a.a.O., Art. 46 N. 14). Das setzt voraus, dass sich einzelne Teile des Vorha-
bens unabhängig von den anderen beurteilen lassen, mithin kein Koordina-
tionsbedarf besteht (Art. 32c BauG; BVR 2020 S. 502 E. 5.2, 2015 S. 27 
E. 5.2). 

4.7.2 Die beiden neuen Unterstände sind, auch für sich genommen, nicht 
bewilligungsfähig. Die baulichen Gegebenheiten erlauben offensichtlich 
nicht, dass sie bloss teilweise, im Umfang der Ecke der Werkstatt, bewilligt 
werden könnten. Ein Abbruch und Wiederaufbau des vorbestehenden Werk-
stattteils wurde von den Beschwerdeführenden nicht beantragt und ist nicht 
Gegenstand des vorliegenden Verfahrens. Zwar könnte allenfalls die östliche 
Stützmauer getrennt beurteilt werden, aber auch diese ist für sich genommen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 09.11.2023, Nr. 100.2022.192U, 
Seite 14

nicht bewilligungsfähig. Als blosser Ersatzbau der alten Mauer aus Eisen-
bahnschwellen bzw. Bruchsteinen kann sie nicht betrachtet werden, wurde 
das Interesse an deren Nutzung mit ihrer Entfernung im Jahr 2001 doch 
lange vor den streitigen baulichen Massnahmen aufgegeben (vorne E. 4.6 
betreffend Maissilo). Als neues Element der Umgebungsgestaltung, das 
keine Volumenerweiterung mit sich bringt, ist zwar wohl Art. 24c Abs. 4 RPG 
nicht beachtlich; die Wesensgleichheit muss aber gewahrt bleiben (vorne 
E. 4.2.2). Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Zielsetzung, den schleichen-
den Verlust des Charakters landwirtschaftlich geprägter Landschaften zu 
verhindern, auch bezüglich der Umgebungsgestaltung zu gelten hat. Die am 
höchsten Punkt 2,16 m hohe, gut 6 m lange Betonstützmauer sticht in der 
hügeligen Wiesenlandschaft stark ins Auge, führt zu einem unnatürlichen 
Geländeverlauf und stört den landschaftlichen Charakter. Sie erfüllt damit 
das Identitätserfordernis offensichtlich nicht (vgl. etwa BGer 1C_10/2019 
vom 15.4.2020 E. 4.5). 

4.8 Zusammenfassend ist der Vorinstanz beizupflichten, dass die ohne 
Bewilligung ausgeführten Bauten nicht nachträglich bewilligt werden können. 

5.

5.1 Wird ein Bauvorhaben ohne Baubewilligung oder in Überschreitung 
einer solchen ausgeführt oder werden bei der Ausführung eines bewilligten 
Vorhabens Vorschriften missachtet, so setzt die Baupolizeibehörde der je-
weiligen Grundeigentümerin oder dem jeweiligen Grundeigentümer eine 
angemessene Frist zur Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands 
unter Androhung der Ersatzvornahme (Art. 46 Abs. 1 und 2 BauG). Die Wie-
derherstellungsverfügung muss im öffentlichen Interesse liegen, verhältnis-
mässig sein und darf den Vertrauensgrundsatz nicht verletzen, was von 
Amtes wegen zu prüfen ist (Art. 47 Abs. 6 des Dekrets vom 22. März 1994 
über das Baubewilligungsverfahren [Baubewilligungsdekret, BewD; BSG 
725.1]; statt vieler BVR 2020 S. 380 E. 2.1; Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 46 
N. 9). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 09.11.2023, Nr. 100.2022.192U, 
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5.2 Die Beschwerdeführenden bestreiten nicht, dass ein öffentliches In-
teresse an der Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands, zumal in der 
Landwirtschaftszone, im Allgemeinen gegeben ist (BGE 147 II 309 E. 5.5; 
BVR 2003 S. 97 E. 3d; Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 46 N. 9a; vgl. bereits 
angefochtener Entscheid E. 5c). Auch stellen sie zu Recht nicht ernsthaft in 
Frage, dass sie als baurechtlich bösgläubig zu gelten haben, auch wenn sie 
angeben, aus Nachlässigkeit ohne Bewilligung gebaut zu haben 
(Beschwerde Rz. 37). Denn die Bewilligungspflicht für Bauvorhaben wird all-
gemein als bekannt vorausgesetzt (BVR 2006 S. 444 E. 5.4). Die Beschwer-
deführenden wenden allerdings ein, die Wiederherstellungsanordnung sei 
nicht verhältnismässig, weil sie besitzstandsgeschützte Bauteile betreffe 
(Beschwerde Rz. 38), der Abbruch der Stützmauer zu Hangrutschungen 
führen könne (Beschwerde Rz. 39) und der Abbruch der Unterstände 
Anschlussprobleme zur Folge habe (Verletzungen der Aussenfassade, 
Absturzgefahr beim Mistlager), für die Anordnungen hätten getroffen werden 
müssen (Beschwerde Rz. 40). 

5.3 Diesen Ausführungen kann nicht gefolgt werden. Entgegen den Be-
schwerdeführenden (Beschwerde Rz. 30 und 38) ergibt sich aus der Verfü-
gung der Gemeinde ohne weiteres, dass (nur) die neu erstellten und nicht 
bewilligten Bauteile zurückgebaut werden müssen, wie bereits die 
Vorinstanz zutreffend erwogen hat (angefochtener Entscheid E. 4b). Mit 
Ausnahme der fälschlicherweise als «bestehend» eingezeichneten Wände 
des «Schafstalls» (vorne E. 3.2) stimmen diese mit den von den Beschwer-
deführenden selber als «neu» angegebenen Bauteilen überein (Akten 
Gemeinde 4B pag. 11 ff. und 18 ff.). Was die Wände des «Schafstalls» 
angeht, hat die Gemeinde die vorbestehenden Betonmauern (Nord, Ost) von 
der Rückbaupflicht ausgenommen und folglich den Abbruch nicht für 
«besitzstandsgeschützte Bauteile» angeordnet (Verfügung der Gemeinde 
vom 17.8.2021 Ziff. 4.9 und Pläne im Anhang, Akten Gemeinde 4B pag. 7 
und 11 ff.). Das Gleiche gilt für das vorbestehende Dach der Werkstatt. Der 
Abbruchbefehl erstreckt sich entgegen der Behauptung der Beschwerdefüh-
renden nicht auf den Teil dieses Dachs, der zuvor die Nordost-Ecke der 
Werkstatt überdachte (Akten Gemeinde 4B pag. 12). Sodann ist entgegen 
den Beschwerdeführenden nicht davon auszugehen, dass die Entfernung 
der oberen Stützmauer zu Hangrutschungen führen wird, bestand dort doch 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 09.11.2023, Nr. 100.2022.192U, 
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mindestens seit 2001 keine Mauer mehr, sondern eine Böschung. Die von 
der Gemeinde verfügte und von der Vorinstanz bestätigte Anordnung zum 
Rückbau der Terrainveränderungen schliesst ohne weiteres die Befugnis mit 
ein, wieder eine solche Böschung zu erstellen. Das gilt auch für eine allfällige 
Reparatur der Nordfassade, sollte diese durch den Abbruch des neuen 
Dachs beschädigt werden. Was schliesslich die Fallhöhe beim Mistlager 
anbelangt, ist es an den Beschwerdeführenden, bei Bedarf eine Bewilligung 
für eine landschaftsverträgliche Absturzsicherung zu beantragen. Jedenfalls 
rechtfertigt dies nicht, auf die Wiederherstellung des Unterstands zu verzich-
ten, zumal früher offenbar auch keine Massnahmen nötig waren, um die 
Absturzgefahr zu bannen (vgl. Bilder von 2013 Akten Gemeinde 4B pag. 40). 

6.

6.1 Zusammenfassend sind die beiden Unterstände einschliesslich 
Betonstützmauer nicht bewilligungsfähig. Es bestehen auch keine Gründe, 
auf deren Rückbau zu verzichten. Hingegen hätte die Gemeinde den 
Beschwerdeführer 1 und die Beschwerdeführerin 2 zu den Wiederher-
stellungsmassnahmen anhören müssen. Diese Gehörsverletzung konnte 
zwar geheilt werden, hätte aber im Kostenpunkt berücksichtigt werden 
müssen. Die Beschwerde ist daher insoweit gutzuheissen, im Übrigen ist sie 
abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. 

6.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens obsiegen die Beschwerdefüh-
renden teilweise, unterliegen aber mehrheitlich. Sie werden insoweit kosten-
pflichtig und haben für das Verfahren vor Verwaltungsgericht neun Zehntel 
der Verfahrenskosten unter Solidarhaft zu tragen (Art. 108 Abs. 1 i.V.m 
Art. 106 VRPG). Die als notwendige Partei am Baupolizeiverfahren beteiligte 
Gemeinde (Praxisfestlegung der erweiterten Abteilungskonferenz vom 
27. Februar 2023, Ziff. A/I und A/II/1 sowie B/1/2) unterliegt zu einem 
Zehntel. Da ihr keine Verfahrenskosten auferlegt werden können (Art. 108 
Abs. 1 und Abs. 2 VRPG), wird der entsprechende Kostenanteil nicht erho-
ben. Hingegen hat die Gemeinde den Beschwerdeführenden die Partei-
kosten zu einem Zehntel zu ersetzen (Art. 108 Abs. 1 i.V.m. Art. 104 Abs. 1 
VRPG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 09.11.2023, Nr. 100.2022.192U, 
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6.3 Im Verfahren vor der Vorinstanz konnte die Gehörsverletzung zwar 
geheilt werden, hätte im Kostenpunkt aber berücksichtigt werden müssen. 
Die Beschwerdeführenden haben die vorinstanzlichen Verfahrenskosten 
deshalb bloss zu drei Vierteln zu tragen; die restlichen Verfahrenskosten 
werden nicht erhoben. Die Gemeinde hat den Beschwerdeführenden zudem 
die Parteikosten zu einem Viertel zu ersetzen (Art. 108 Abs. 1 i.V.m. Art. 104 
Abs. 1 VRPG). 

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen und Ziff. 2 und 3 des ange-
fochtenen Entscheids werden wie folgt angepasst:

«2. Die Verfahrenskosten von Fr. 1'200.-- werden den Beschwerdefüh-
renden im Umfang von drei Vierteln, ausmachend Fr. 900.--, 
auferlegt; die restlichen Verfahrenskosten werden nicht erhoben. Die 
Beschwerdeführenden haften solidarisch für den gesamten Betrag. 
Eine separate Zahlungseinladung folgt, sobald dieser Entscheid in 
Rechtskraft erwachsen ist.

3. Die Einwohnergemeinde Reichenbach im Kandertal hat den Be-
schwerdeführenden die Parteikosten, bestimmt auf Fr. 6'326.75.-- 
(inkl. Auslagen und MWSt), zu einem Viertel, ausmachend 
Fr. 1'581.70.--, zu ersetzen.»

Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen, soweit darauf einzutreten 
ist.

2. Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf 
eine Pauschalgebühr von Fr. 3'500.--, werden den Beschwerdeführenden 
zu neun Zehnteln, ausmachend Fr. 3'150.--, auferlegt; die restlichen Ver-
fahrenskosten werden nicht erhoben. Die den Beschwerdeführenden auf-
erlegten Verfahrenskosten werden dem geleisteten Kostenvorschuss von 
Fr. 3'500.-- entnommen. Der Restbetrag von Fr. 350.-- wird den 
Beschwerdeführenden nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils zurück-
erstattet.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 09.11.2023, Nr. 100.2022.192U, 
Seite 18

3. Die Beschwerdegegnerin hat den Beschwerdeführenden die Parteikosten 
für das Verfahren vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf 
Fr. 4'416.95.-- (inkl. Auslagen und MWSt), zu einem Zehntel, ausma-
chend Fr. 441.70, zu ersetzen. 

4. Zu eröffnen:
- Beschwerdeführende 
- Einwohnergemeinde Reichenbach im Kandertal
- Bau- und Verkehrsdirektion des Kantons Bern 
- Bundesamt für Raumentwicklung

und mitzuteilen:
- Amt für Gemeinden und Raumordnung des Kantons Bern 

Die Abteilungspräsidentin: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Eröffnung beim Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss 
Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundes-
gericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.