# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6607bf5e-7023-524b-9e95-14c146285b18
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-11-10
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 10.11.2022 D-4986/2022
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4986-2022_2022-11-10.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-4986/2022 

law/fes 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 0 .  N o v e m b e r  2 0 2 2  

Besetzung 
 Einzelrichter Walter Lang, 

mit Zustimmung von Richter Markus König; 

Gerichtsschreiberin Sarah Ferreyra. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), Türkei, 

B._______, geboren am (…), Ukraine, 

und ihre Kinder, 

C._______, geboren am (…), 

D._______, geboren am (…), 

Ukraine, 

alle vertreten durch MLaw Saban Murat Özten,  

Verein Rechtsbüro,  

Beschwerdeführende,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Verweigerung vorübergehender Schutz;  

Verfügung des SEM vom 5. Oktober 2022 / N (…). 

 

 

 

D-4986/2022 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass der Beschwerdeführer, türkischer Staatsangehöriger, und die Be-

schwerdeführerin sowie die beiden gemeinsamen Kinder, ukrainische 

Staatsangehörige, alle mit letztem Wohnsitz in E._______, eigenen Anga-

ben zufolge im Juli 2022 die Türkei verliessen und via Moldawien, 

F._______ (Ukraine), G._______ (Ungarn), am 4. August in die Schweiz 

einreisten, wo sie gleichentags um Gewährung vorübergehenden Schut-

zes ersuchten, 

dass sie anlässlich der Kurzbefragung vom 15. und 19. August 2022 zur 

Begründung dieses Gesuchs im Wesentlichen geltend machten, der Be-

schwerdeführer habe die Ukraine mehrmals besucht und 2016 die Be-

schwerdeführerin dort kennengelernt, 

dass sie seit ihrer Heirat in E._______ am 5. September 2018 zusammen 

in der Türkei gelebt hätten, und auch ihre beiden Kinder dort zur Welt ge-

kommen seien, 

dass sich die Beschwerdeführerin, als Christin, dort aber nicht wohl gefühlt 

habe, weil sie ständig dem Druck und der Kontrolle der konservativ einge-

stellten, muslimischen Schwiegereltern ausgesetzt gewesen sei, die die 

meiste Zeit mit ihnen zusammengewohnt hätten, 

dass sie die Traditionen und die ständigen Gäste, welche sie bei ihnen zu-

hause habe bedienen müssen, nicht mehr habe akzeptieren können, ihr 

niemand mit den Kindern geholfen habe und der Beschwerdeführer ständig 

gearbeitet habe, 

dass sie deshalb geplant hätten, nach der Geburt ihres zweiten Kindes in 

die Ukraine zu migrieren, der Beschwerdeführer sein Auto in der Türkei 

habe verkaufen wollen, um in der Ukraine ein Taxi zu kaufen, als am 

24. Februar 2022 der Krieg in der Ukraine ausgebrochen sei, 

dass die Beschwerdeführerin am 22. September 2022 ihre Aufenthaltsbe-

willigung in der Türkei hätte verlängern müssen, 

dass sie schliesslich trotz des Krieges in die Ukraine gereist seien, dass 

sie sich in ihrer Heimatstadt H._______ habe aufhalten wollen, die Stadt 

jedoch von den Russen besetzt gewesen sei, weshalb sie nach F._______ 

gegangen seien, 

D-4986/2022 

Seite 3 

dass ihre Freunde ihnen jedoch geraten hätten, in die Schweiz zu gehen, 

weshalb sie Anfang August 2022 aus der Ukraine ausgereist seien, 

dass die Beschwerdeführenden ihre Reisepässe und andere Dokumente 

vorwiesen, 

dass das SEM das Gesuch der Beschwerdeführenden um Gewährung  

vorübergehenden Schutzes mit Verfügung vom 5. Oktober 2022 – eröffnet 

am 7. Oktober 2022 – ablehnte, die Wegweisung aus der Schweiz verfügte 

und den Wegweisungsvollzug anordnete, 

dass die Beschwerdeführenden mit Eingabe ihres Rechtsvertreters vom 

1. November 2022 gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsge-

richt Beschwerde erheben und beantragen liessen, die Verfügung vom 

5. Oktober 2022 sei aufzuheben, ihnen sei vorübergehender Schutz in der 

Schweiz zu gewähren, eventualiter sei die Beschwerdesache an die Vor-

instanz zur Neubeurteilung zurückzuweisen, 

dass sie in verfahrensrechtlicher Hinsicht um die Gewährung der unent-

geltlichen Prozessführung und Rechtsverbeiständung ersuchten, 

dass sie mit der Beschwerde eine Fürsorgebestätigung vom 18. Oktober 

2022 einreichten, 

dass das Bundesverwaltungsgericht am 2. November 2022 den Eingang 

der Beschwerde bestätigte, 

 

und das Bundesverwaltungsgericht erwägt, 

dass es gemäss Art. 31 VGG zur Beurteilung von Beschwerden gegen Ver-

fügungen nach Art. 5 VwVG zuständig ist und auf dem Gebiet des Asyls in 

der Regel – und auch vorliegend – endgültig entscheidet (Art. 83 Bst. d 

Ziff. 1 BGG; Art. 72 i.V.m. Art. 105 AsylG), 

dass die Beschwerdeführenden am Verfahren vor der Vorinstanz teilge-

nommen haben, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 

sind, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise 

Änderung haben und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert 

sind (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

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Seite 4 

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-

treten ist (Art. 72 i.V.m. Art. 108 Abs. 6 AsylG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 

VGG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), 

dass sich die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen 

Rügen, soweit die Verweigerung vorübergehenden Schutzes betreffend, 

nach Art. 106 Abs. 1 AsylG (i.V.m. Art. 72 AsylG) richten, im Bereich des 

Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5), 

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise 

einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 72 i.V.m. Art. 111 Bst. e 

AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um eine solche 

handelt, weshalb das Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 72 i.V.m. 

Art. 111a Abs. 2 AsylG), 

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG (i.V.m. Art. 72 AsylG) auf einen 

Schriftenwechsel verzichtet wurde, 

dass der Bundesrat am 11. März 2022 gestützt auf Art. 66 Abs. 1 AsylG 

eine Allgemeinverfügung zur Gewährung des vorübergehenden Schutzes 

im Zusammenhang mit der Situation in der Ukraine erlassen hat (BBl 2022 

586), 

dass gemäss Ziff. I dieser Allgemeinverfügung vorübergehender Schutz in 

der Schweiz gewährt wird: 

a) schutzsuchenden ukrainischen Staatsbürgerinnen und -bürgern und 

ihren Familienangehörigen, welche vor dem 24. Februar 2022 in der 

Ukraine wohnhaft waren, 

b) schutzsuchenden Personen anderer Nationalität und Staatenlosen 

sowie deren Familienangehörigen, welche vor dem 24. Februar 2022 

einen internationalen oder nationalen Schutzstatus in der Ukraine 

hatten und, 

c) Schutzsuchenden anderer Nationalität und Staatenlosen sowie ihren 

Familienangehörigen, welche mit einer gültigen Kurzaufenthalts- oder 

Aufenthaltsbewilligung belegen können, dass sie über eine gültige Auf-

enthaltsberechtigung in der Ukraine verfügen und nicht in Sicherheit 

und dauerhaft in ihre Heimatländer zurückkehren können, 

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Seite 5 

dass das SEM zur Begründung der angefochtenen Verfügung im Wesent-

lichen ausführt, die Beschwerdeführenden hätten im Zeitpunkt des Kriegs-

ausbruchs zwar beabsichtigt gehabt, in die Ukraine zu ziehen, sie hätten 

jedoch ihren Lebensmittelpunkt vor dem 24. Februar 2022 nicht in der Uk-

raine, sondern in der Türkei gehabt, weshalb sie die Bedingung der Zuge-

hörigkeit zur Gruppe a) der schutzberechtigten Personen nicht erfüllen wür-

den, 

dass in der Beschwerde geltend gemacht wird, es treffe zwar zu, dass die 

Beschwerdeführenden vor dem 24. Februar 2022 nicht in der Ukraine 

wohnhaft gewesen seien, ihre Situation sei jedoch eine Ausnahme, weil sie 

gezwungenermassen in der Türkei hätten leben müssen und schon lange 

vor dem 24. Februar 2022 hätten in die Ukraine ziehen wollen, 

dass für die Beschwerdeführerin das Leben in der Türkei eine Qual gewe-

sen sei, sie einem Aufenthalt in der Türkei nach der Heirat nur zugestimmt 

habe, weil die Mutter des Beschwerdeführers an einer schweren Depres-

sion gelitten habe, und unter der Bedingung, dass sie in die Ukraine ziehen 

würden, sobald es ihr besser gehe, 

dass gerade dann der Krieg ausgebrochen sei, als sie hätten umziehen 

wollen und die Heimatstadt der Beschwerdeführerin bereits Anfang März 

2022 von der russischen Armee eingenommen worden sei, weshalb sich 

ihre Abreise verzögert habe, ihre Mutter und Schwestern aber immer noch 

dort leben würden, 

dass der Aufenthalt der Beschwerdeführenden in der Türkei nur als vo-

rübergehenden Aufenthalt zu betrachten sei, und sie trotz des Krieges in 

die Ukraine gehen würden, wenn ihnen in der Schweiz kein vorübergehen-

der Schutz gewährt würde, 

dass das Bundesverwaltungsgericht sich nach Durchsicht der Akten der 

Argumentation in der angefochtenen Verfügung anschliesst, welcher in der 

Beschwerde nichts Entscheidendes entgegengehalten wird, 

dass das SEM insbesondere zutreffend ausgeführt hat, die Beschwerde-

führenden hätten seit 2018 in der Türkei gelebt, die beiden Kinder seien in 

E._______ geboren, die Beschwerdeführerin habe über einen temporären 

Aufenthaltstitel in der Türkei verfügt, der Beschwerdeführer aber keinen in 

der Ukraine, und das gemeinsame Einkommen sei in E._______ erwirt-

schaftet worden, 

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Seite 6 

dass unter diesen Umständen entgegen den Ausführungen in der Be-

schwerde nicht von einem bloss vorübergehenden Aufenthalt in der Türkei 

die Rede sein kann, 

dass die Beschwerdeführenden vor Kriegsausbruch am 24. Februar 2022 

nicht in der Ukraine wohnhaft gewesen waren, weshalb sie nicht zur 

Gruppe der schutzberechtigten Personen im Sinne von Ziff. I Bst. a der All-

gemeinverfügung vom 11. März 2022 gehören, 

dass eine Rückkehr in die Türkei unter dem Aspekt der Sicherheit grund-

sätzlich problemlos möglich wäre, die Beschwerdeführenden die Türkei 

nicht wegen flüchtlingsrechtlich relevanten Gründen verlassen haben, um 

im Ausland Schutz zu suchen, in der Schweiz kein Asylgesuch gestellt ha-

ben und die Beschwerdeführerin als Ehefrau eines türkischen Staatsange-

hörigen sowie die gemeinsamen Kindern in der Türkei wieder einen Auf-

enthaltstitel erlangen können, was in der Beschwerde auch nicht bestritten 

wird, 

dass in der Beschwerde geltend gemacht wird, der Beschwerdeführer sei 

Atheist und die Beschwerdeführerin und die Kinder seien Christen, 

dass der Beschwerdeführer deswegen jedoch keine Probleme gehabt 

hatte, und der familiäre Druck auf die Beschwerdeführerin offensichtlich 

nicht als derart unerträglich zu erachten ist, dass ein menschenwürdiges 

Familienleben in der Türkei gänzlich ausgeschlossen erscheint, 

dass das SEM demnach zu Recht das Gesuch um Gewährung des vor-

übergehenden Schutzes abgewiesen hat, 

dass die Ablehnung des Gesuchs um Gewährung des vorübergehenden 

Schutzes in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat (vgl. 

Art. 69 Abs. 4 AsylG), vorliegend insbesondere kein Kanton eine Aufent-

haltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer 

solchen besteht (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.), wes-

halb die verfügte Wegweisung im Einklang mit den gesetzlichen Bestim-

mungen steht und demnach vom SEM ebenfalls zu Recht angeordnet 

wurde, 

dass das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestim-

mungen über die vorläufige Aufnahme regelt, wenn der Vollzug der Weg-

weisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich ist (vgl. Art. 69 

Abs. 4 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]), 

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Seite 7 

dass beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen ge-

mäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard 

wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft gilt, das heisst, sie sind zu 

beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens 

glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.), 

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtliche 

Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des 

Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenste-

hen (Art. 83 Abs. 3 AIG), 

dass die Beschwerdeführenden in der Schweiz kein Asylgesuch gestellt 

haben und den Akten auch keine Hinweise auf eine Verletzung des flücht-

lingsrechtlichen Refoulement-Verbots (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso 

Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung 

der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]) zu entnehmen sind, 

dass auch keine Anhaltspunkte für eine im Heimat- oder Herkunftsstaat 

drohende menschenrechtswidrige Behandlung im Sinn von Art. 25 Abs. 3 

BV, von Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter 

und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung 

oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK ersichtlich sind, 

weshalb sich der Vollzug der Wegweisung als zulässig erweist, 

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar 

erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat aufgrund von Situationen 

wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage kon-

kret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AIG), 

dass in der Beschwerde zutreffend eingewendet wird, das Kindeswohl sei 

mit keinem Wort in der Verfügung erwähnt worden, 

dass die Kinder mit ihren Eltern in die Türkei zurückkehren würden, das 

Wohl des (…)jährigen Kindes und des noch nicht einmal (…) Kindes von 

den Eltern abhängig ist, die Kinder in der Türkei geboren sind, dort gelebt 

haben, der ältere bereits in einem türkischen Kindergarten geschnuppert 

hatte,  

dass mithin nichts gegen die Rückkehr der Kinder mit ihren Eltern in die 

Türkei spricht, zumal die Kinder zu keinem anderen Land einen stärkeren 

Bezug haben, 

D-4986/2022 

Seite 8 

dass deshalb das Kindeswohl einem Wegweisungsvollzug in die Türkei of-

fensichtlich nicht entgegensteht, weshalb auch der Eventualantrag abzu-

weisen ist, 

dass der Beschwerdeführer in der Türkei über ein grosses verwandtschaft-

liches Beziehungsnetz verfügt, er als (…) in seinem eigenen Geschäft ge-

arbeitet hatte, die Beschwerdeführerin als (…) und auch die Familie des 

Beschwerdeführers in guten finanziellen Verhältnissen lebt, weshalb nichts 

einer erfolgreichen Reintegration entgegensteht, 

dass der Beschwerdeführer selbst angab, es spreche einzig der Druck sei-

ner Familie auf seine Frau gegen eine Rückkehr, diesem Druck jedoch aus-

gewichen werden könnte, indem die Beschwerdeführenden wieder – wie 

bereits einmal – eine eigene Wohnung oder in ein anderes Quartier von 

E._______ ziehen, 

dass auch keine gesundheitlichen Gründe gegen einen Wegweisungsvoll-

zug sprechen, 

dass mithin nicht ersichtlich ist, inwiefern die Beschwerdeführenden bezie-

hungsweise ihre Kinder in der Türkei aufgrund der dortigen allgemeinen 

Lage oder aus individuellen Gründen in eine existenzielle Notlage geraten 

könnten, 

dass nach dem Gesagten der Vollzug der Wegweisung in die Türkei nicht 

als unzumutbar zu beurteilen ist, 

dass der Vollzug der Wegweisung der Beschwerdeführenden in die Türkei 

schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse bestehen (Art. 83 

Abs. 2 AIG), und es ihnen obliegt, bei der Beschaffung gültiger Reisepa-

piere mitzuwirken (vgl. Art. 72 i.V.m. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch 

BVGE 2008/34 E. 12), 

dass damit auch der vom SEM angeordnete Vollzug der Wegweisung zu 

bestätigen ist, 

dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechts-

erheblichen Sachverhalt richtig sowie vollständig feststellt (Art. 72 i.V.m. 

Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit überprüfbar – angemessen ist, wes-

halb die Beschwerde abzuweisen ist, 

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Seite 9 

dass das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im 

Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG unbesehen der finanziellen Verhält-

nisse der Beschwerdeführenden abzuweisen ist, da die Beschwerde ge-

mäss den vorstehenden Erwägungen als aussichtslos zu bezeichnen ist 

und es daher an den Voraussetzungen zu deren Gewährung fehlt, 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 750.–  

(Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-

schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) 

den Beschwerdeführenden aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG). 

(Dispositiv nächste Seite)  

D-4986/2022 

Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird abge-

wiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden den Beschwerdeführenden 

auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zuguns-

ten der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die zustän-

dige kantonale Behörde. 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Walter Lang Sarah Ferreyra 

 

 

Versand: