# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 45390cc0-6f6d-516c-9521-7d2f65c6726c
**Source:** Fribourg (FR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** FR 604_2009_2_01_07_11.pdf
**Docket/Reference:** 604_2009_2_01_07_11.pdf
**URL:** https://www.fr.ch/sites/default/files/contens/tc/_www/files/pdf38/604_2009_2_01_07_11.pdf

## Full Text

604 2009-2 

Urteil vom 1. Juli 2011 

STEUERGERICHTSHOF 

BESETZUNG 

Präsident: 
Beisitzer: 

Gerichtsschreiberin: 

Hugo Casanova 
Michael Hank, Geneviève Jenny, 
Berthold Buchs, Albert Nussbaumer 
Elisabeth Rime Rappo 

PARTEIEN 

EIDGENÖSSISCHE  STEUERVERWALTUNG,  Eigerstrasse  65,  Abteilung 
Direkte Bundessteuer, 3003 Bern, Beschwerdeführerin,     

gegen 

Eheleute X., Beschwerdegegner, vertreten durch Rechtsanwältin C. 

und 

die KANTONALE STEUERVERWALTUNG, Rue Joseph-Piller 13, Postfach, 
1701 Freiburg, Vorinstanz,    

GEGENSTAND 

Einkommenssteuer  der  natürlichen  Personen;  Besteuerung  von  Mit-
arbeiteroptionen,  Vertrauensschutz  (Ruling),  Abzüge  von  Sozialver-
sicherungsbeiträgen sowie von Kosten für die Fremdbetreuung der Kinder  

Beschwerde  vom  30. Dezember  2008  gegen  die  Veranlagungsverfügung 
der Kantonalen Steuerverwaltung vom 1. Dezember 2008; direkte Bundes-
steuer 2006 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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S a c h v e r h a l t  

A. 
a)  Im  Hinblick  auf  die  geplante  Verlegung  gewisser  Geschäftsaktivitäten  in  die 
Schweiz  und  allfällige  damit  verbundene  Wohnsitzwechsel  leitender  Angestellter  unter-
breitete  die  A.  AG  der  Steuerverwaltung  des  Kantons  G.  am  22.  Januar  2004  eine 
Anfrage  betreffend  die  "Mitarbeiterbeteiligungsinstrumente  der  B.-Gruppe"  (ausdrücklich 
im  Hinblick  auf  die  Steuerfolgen  sowohl  auf  kantonaler  Ebene  als  auch  für  die  direkte 
Bundessteuer).  Darin  wurden  der  Sachverhalt,  nämlich  die  Zuteilung  von  Mitarbeiter-
optionen gemäss den Plänen von 1998 und 2003, sowie die geltend gemachte steuerliche 
Beurteilung  (Besteuerungszeitpunkt  der  Optionen,  Bewertung  der  B.-Aktien  für  die 
Vermögenssteuer) dargelegt. Dabei wurde insbesondere ausgeführt: 

"I.   Sachverhalt 

Diverse  Mitarbeiter  der  B.-Gruppe  haben  in  den  vergangenen  Jahren  Mitarbeiter-

optionen gemäss den Plänen von 1998 und in diesem Jahr gemäss Plan 2003 erhalten. 

Die  B.-Aktien  werden  zur  Zeit  nicht  an  einer  Börse  gehandelt.  Es  besteht  jedoch  die 

Absicht, die Aktien der B. Inc. in absehbarer Zeit an die Börse zu bringen. 

Die  Laufzeit  der  nicht  handelbaren  Optionen  beträgt  10  Jahre.  Während  der  Vesting-

Periode  dürfen  die  Optionen  ausgeübt  werden.  Die  bei  der  Ausübung  der  Mitarbeiter-

optionen  erworbenen  Aktien  unterliegen  jedoch  einer  zeitlich  begrenzten  Vesting-

Periode.  Der  Mitarbeiter  ist  bei  Beendigung  des  Arbeitsverhältnisses  während  der 

Vesting-Periode  verpflichtet,  die  bei  der  Ausübung  erworbenen  Aktien  zum 

Erwerbspreis wieder an die Arbeitgeberunternehmung zurückzuverkaufen. Nach Ablauf 

der Vesting-Periode bestehen für die bei der Optionsausübung bezogenen Aktien keine 

Beschränkungen mehr. 

Wie bei Optionen üblich, sind die Halter der Optionen gegen gewisse Kapitalverwässe-

rungen oder Kapitalstrukturanpassungen (z.B. Aktiensplit) geschützt. 

Die Pläne sowie die entsprechenden Agreements liegen diesem Schreiben bei. 

B.  plant,  diverse  Geschäftsaktivitäten  in  die  Schweiz  zu  verlegen.  Dementsprechend 

werden  zahlreiche,  auch  leitende  Mitarbeiter  aus  dem  Ausland  in  die  Schweiz  ziehen. 

Viele dieser Mitarbeiter haben vor dem Zuzug in die Schweiz Optionen erhalten. 

Diese Optionen 

a)  wurden  bereits  vor  dem  Zuzug  in  die  Schweiz  ausgeübt,  und  die  Aktien 

unterliegen keiner Rückgabeverpflichtung mehr, oder 

b)  wurden  bereits  vor  dem  Zuzug  in  die  Schweiz  ausgeübt,  und  die  Aktien 
unterliegen den Rückgabenverpflichtungen bei Austritt aus dem Arbeitsverhält-

nis oder 

c)   sind per Zuzugsdatum in die Schweiz noch nicht ausgeübt worden. 

Ausserdem  ist  in  Zukunft  die  Zuteilung  weiterer  Optionen  gemäss  dem  Optionsplan 

2003 sowie weiteren möglichen Pläne der B. geplant. 

II.  Steuerliche Beurteilung 

… 

 
 
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3.  Optionen – per Zuzugsdatum in die Schweiz noch nicht ausgeübt 

a)  Besteuerungszeitpunkt 

Die  Optionen  gelten  als  nicht  bewertbar  im  Sinne  des  Kreisschreibens  der  Eidgenös-

sischen  Steuerverwaltung  vom  30.  April  1997  und  des  Merkblatts  des  Kantonalen 

Steueramts  G.  vom  1.  September  2003.  Dementsprechend  werden  die  Optionen  erst 

bei der Ausübung besteuert. 

Im  Zeitpunkt  der  Ausübung  der  Optionen  teilt  die  Schweiz  in  der  internationalen 

Ausscheidung  gemäss  internem  Recht  den  Ausübungsgewinn  auf  einer  Pro-Rata-

Temporis-Basis (Anzahl Tage zwischen der Zuteilung und der Ausübung in der Schweiz 

im  Verhältnis  zu  der  gesamten  Anzahl  der  Tage  zwischen  der  Zuteilung  der  Optionen 

und der Ausübung) auf die Schweiz und das Ausland zu: 

Ausübungsgewinn (G) = Aktienkurs im Ausübungszeitpunkt – Ausübungspreis 

Steuerbares Einkommen aus Optionen für die Satzbestimmung = Ausübungsgewinn G 

Steuerbares Einkommen aus Optionen, in der Schweiz besteuert =  

Anzahl Tage zwischen Zuzug in die Schweiz und Ausübung 

G x 

Anzahl Tage zwischen Optionszuteilung und Ausübung 

b)  Bewertung der B.-Optionen für die Vermögenssteuer 

Da  die  Optionen  erst  bei  der  Ausübung  besteuert  werden,  stellen  sie  während  der 

Laufzeit  keinen  Bestandteil  des  steuerbaren  Vermögens  der  begünstigten  Mitarbeiter 

dar. Erst nach der Ausübung werden die Aktien, bzw. bei einem Verkauf der Aktien der 

Verkaufserlös,  zum  Bestandteil  des  der  Vermögenssteuer  unterliegenden  Privatver-

mögens.  

Die Optionen sind pro memoria im Wertschriftenverzeichnis aufzuführen. 

4.   Besteuerung für zukünftige Optionszuteilungen in der Schweiz 

Es  ist  geplant,  für  die  zukünftigen  Optionszuteilungen  in  der  Schweiz  die  Möglichkeit 

der vorzeitigen Ausübung der Optionen während der Vesting-Periode nicht zuzulassen. 

Die  Optionen  sind  demzufolge  vergleichbar  mit  „herkömmlichen”  Optionen  mit 

Vesting-Klauseln.  Während  der  Vesting-Periode  verfallen  die  Optionen  grundsätzlich 

bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses. Wird das Arbeitsverhältnis nach  Beendigung 

der  Vesting-Periode  ausgelöst,  wird  die  Restlaufzeit  der  Optionen  eingekürzt  (sog. 

Truncation). 

Gemäss Rundschreiben der Eidgenössischen Steuerverwaltung vom 6. Mai 2003 sowie 

dem  erwähnten  Merkblatt  des  Steueramts  des  Kantons  G.  vom  1.  September  2003 

sind derartige Optionen erst bei der Ausübung zu besteuern. 

Da  die  Optionen  erst  bei  der  Ausübung  besteuert  werden,  stellen  sie  während  der 

Laufzeit  keinen  Bestandteil  des  steuerbaren  Vermögens  der  begünstigen  Mitarbeiter 

dar. Erst nach der Ausübung werden die Aktien, bzw. bei einem Verkauf der Aktien der 

Verkaufserlös,  zum  Bestandteil  des  der  Vermögenssteuer  unterliegenden  Privatver-

mögens." 

Diese Rulinganfrage wurde vom Chef der Abteilung Wertschriftenbewertung des Kantona-
len  Steueramtes  G.  am  23.  Januar  2004  kommentarlos  gegengezeichnet  (Beschwer-
debeilage 3). 

 
 
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Eine  praktisch  gleich  lautende  Rulinganfrage  wurde  von  der  A.  AG  am  12.  Mai  2004 
ebenfalls an die Steuerverwaltung des Kantons F. gerichtet, welche sich am 18. Mai 2004 
mit  dem  Inhalt  einverstanden  erklärte  (Beschwerdebeilage  5).  In  einer  zweiten,  ergän-
zenden Rulinganfrage vom 22. Juni 2004 (Beschwerdebeilage 6) ging es "ausschliesslich 
um die Frage, wie die Aktien, für welche keine Rückgabeverpflichtungen gemäss Beteili-
gungsplänen der B. mehr bestehen, besteuert werden, wenn B. einen Börsengang macht 
und für die Mitarbeiter / Aktionäre am Ende der Steuerperiode noch eine sog. «Lock-up»-
Periode besteht". 

b)  Am  29.  April  bzw.  25.  Juni  2004  unterbreitete  die  A.  AG  auch  der  Steuerver-
waltung  des  Kantons  E.  eine  solche  Rulinganfrage  (Beschwerdebeilage  4).  Diese 
unterschied sich jedoch wesentlich von der vorne erwähnten Eingabe an die Kantone G. 
und  F.  In  der  Tat  wurde  nun  bezüglich  der  beim  Zuzug  in  die  Schweiz  noch  nicht 
ausgeübten  Optionen ausgeführt (Fassung vom 29. April 2004; jene vom 25. Juni 2004 
befindet sich nicht bei den Akten): 

"I.   Etat de fait 

Au cours des années passées, divers collaborateurs du groupe B. ont reçu des options 

de  collaborateurs  selon  les  plans  de  1998  et,  pour  ce  qui  est  de  l'année  courante, 

selon le plan de 2003. 

Pour  l'instant,  les  actions  de  B.  ne  sont  pas  cotées  en  bourse.  Cependant,  à  plus  ou 

moins court terme, le groupe a l'intention d'inscrire les actions de B. Inc. en bourse. 

Les  options  non  négociables  ont  une  durée  de  10  ans.  Les  options  peuvent  être 

exercées  durant  la  «  période  vesting  ».  Cependant,  les  actions  acquises  lors  de 

l'exercice  des  options  de  collaborateurs  sont  soumises  à  une  «  période  vesting  » 

limitée  dans  le  temps.  Lorsque  la  fin  des  rapports  de  travail  intervient  durant  la 

« période  vesting  »,  le  collaborateur  a  l'obligation  de  revendre  à  l'employeur  au  prix 

d'achat les actions acquises lors de l'exercice. En ce qui concerne les actions acquises 

lors  de  l'exercice  de  l'option,  plus  aucune  restriction  n'existe  après  l'expiration  de  la 

« période vesting ». 

Comme  il  est  usuel  pour  les  options,  les  détenteurs  d'options  sont  protégés  contre 

certains allégements du capital social ou contre des adaptations structurelle du capital 

(p. ex. split d'actions). 

Les plans ainsi que les conventions y relatives sont annexés à la présente. 

B.  a  l'intention  de  transférer  en  Suisse  diverses  activités  commerciales.  Par 

conséquent,  un  nombre  important  de  collaborateurs  –  parmi  lesquels  des  cadres  – 

viendront  s'installer  resp.  sont  déjà  installés  en  Suisse.  Un  bon  nombre  de  ces 

collaborateurs ont reçu des options avant leur arrivée en Suisse. 

Ces options 

a)  ont été exercées avant l'arrivée en Suisse, et les actions ne sont pas soumises 

à une obligation de restitution, ou 

b)  ont été exercées avant l'arrivée en Suisse, et les actions sont soumises à une 

obligation de restitution en cas de sortie des rapports de travail, ou 

c)   n'ont pas encore été exercées au jour de l'arrivée en Suisse. 

Au surplus, à l'avenir il est prévu d'attribuer des options supplémentaires selon le plan 

d'option 2003 ainsi qu'éventuellement selon d'autres plans de B.. 

 
 
 
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II.  Traitement fiscal 

… 

3.  Options non exercées au jour de l'arrivée en Suisse 

a)   Moment d'imposition 

Comme mentionné sous le chiff. 2 de la présente, le Tribunal fédéral a décidé que les 

actions  de  collaborateurs  grevées  d'une  obligation  de  restitution  sont  à  imposer  au 

plus tard lors du transfert de la propriété au collaborateur. 

Dans  le  cas  présent,  la  «  période  vesting  »  ne  concerne  pas  les  options  et  leur 

échéance  mais  les  actions  qui  sont  soumises  à  une  obligation  de  restitution  limitée 

dans le temps. Ce principe peut être illustré de la manière suivante : 

Options B. 

Pour ce qui est des options de B., le collaborateur dispose d'un droit d'exercice à partir 

du moment de l'attribution. L'option n'est donc pas grevée. Seules les actions reçues 

par  le  collaborateur  lors  de  l'exercice  des  options  sont  grevées  d'une  obligation  de 

restitution. 

Le  Tribunal  fédéral  a  clairement  précisé  que,  pour  ce  qui  est  des  actions  de 

collaborateurs, l'imposition des actions intervient au plus tard au moment du transfert 

de  propriété  des  actions.  Ainsi,  «entgegen  der  (…)  Auffassung  resultiert  für  den 

Arbeitnehmer,  dem  das  Unternehmen  Mitarbeiteraktien  überlässt,  spätestens  im 

Zeitpunkt  der  Übertragung  des  Eigentums  an  den  betreffenden  Titeln  reales 

Einkommen,  und  zwar  auch  dann,  wenn  diese  Titel  mit  einer  zeitlich  befristeten 

Rückgabeverpflichtung  belastet  sind.  Mit  der  Annahme  der  Kaufofferte  erhält  der 

Arbeitnehmer einen Anspruch auf Übertragung des Eigentums an den Titeln; mit deren 

Übertragung  auf  ihn  erwirbt  er  das  –  wenn  auch  mit  einer  Verfügungssperre 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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belastete – Eigentum an den Titeln. Die Belastung der Titel mit Verfügungssperre und 

Rückkaufsrecht ändert nichts daran, dass der Arbeitnehmer mit dem Eigentumserwerb 

an  den  Titeln  einen  realen  Vermögenszugang  erfährt»  (cons.  3b)  bb)  de  l'ATF  du 

6 novembre 1995 susmentioné). 

Etant donné qu'il n'existe pas de restriction d'exercices (le collaborateur peut exercer 

les  options  suite  à  leur  attribution)  entre  le  moment  de  l'attribution  des  options  et 

l'acquisition de propriété des actions lors de l'exercice, ce qui constitue en vertu de la 

jurisprudence  du  Tribunal  fédéral  le  moment  le  plus  retardé  pour  l'imposition,  il 

n'existe  aucune  raison  légale  qui  permettrait  de  justifier  un  ajournement  du  moment 
de  l'imposition  (moment  de  l'attribution  des  options  (cid:1)  moment  de  l'acquisition  de  la 
propriété  des  actions).  Lors  de  l'attribution  des  options,  le  collaborateur  a  le  droit  de 

souscrire des actions au prix d'exercice pendant toute la durée des options. Ainsi, les 

options doivent être imposées au moment de leur attribution. Cela ne contrevient pas 

non plus aux causes d'empêchement de l'imposition au moment de l'attribution selon 

la Circulaire n° 5 du 30 avril 1997 (durée plus longue ou délai de blocage, conditions 

individuelles à remplir afin que l'exercice de l'option puisse être exécutée). 

Les  options  de  B.  doivent  ainsi  être  imposées  au  moment  de  l'attribution.  Puisque 

l'attribution  des  options  aux  collaborateurs  bénéficiaires  a  eu  lieu  avant  l'arrivée  en 

Suisse,  l'impôt  sur  le  revenu  n'est  plus  prélevé  en  Suisse  pour  ce  qui  est  de  ces 

options.  Lors  de  l'arrivée  en  Suisse,  ces  options  font  partie  intégrante  de  la  fortune 

privée des collaborateurs de B.. 

b) 

Valorisation des options de B. pour l'impôt sur la fortune 

Selon la pratique courante, les options de collaborateurs imposées lors de l'attribution, 

sont soumis à l'impôt sur la fortune dès l'attribution. La valeur commerciale à la fin de 

la  période  fiscale  resp.  à  la  fin  de  l'assujettissement  à  l'impôt  est  déterminante.  Par 

souci  de  simplification,  nous  proposons  de  valoriser  les  options  de  B.  au  moment  de 

l'attribution.  Le  paramètre  «  valeur  de  l'action  »  est  déterminé  selon  les  principes 

énumérés  sous  les  les  chiff.  1  et  2  de  la  présente.  Par  souci  de  simplification,  la 

volatilité est fixée à 25 %. 

4. 

Imposition en Suisse des futures attributions d'options 

Comme  mentionné  sous  le  chiff.  3  de  la  présente,  les  options  de  B.  selon  les  plans 

1998  et  2003  sont  à  imposer  lors  de  l'attribution.  A  l'avenir,  les  options  qui  seront 

attribuées  aux  collaborateurs  résidents  en  Suisse  selon  les  conditions  du  plan  2003 

seront valorisées pour déterminer l'impôt sur le revenu. En ce qui concerne l'impôt sur 

la  fortune  des  options,  les  principes  de  valorisation  mentionnés  sous  le  chiff.  3  sont 

applicables. 

Cependant,  en  ce  qui  concerne  les  futures  attributions  d'options  en  Suisse,  il  est 

envisageable  de  ne  pas  admettre  la  possibilité  d'un  exercice  anticipé  des  options 

pendant la « période vesting » et d'augmenter la durée des options à 11 ans. En vertu 

de  la  Circulaire  du  30  avril  1997  de  l'Administration  Fédérale  des  contributions,  de 

telles options sont imposables qu'au moment de l'exercice. L'imposition à l'exercice est 

également  valable  pour  les  options  d'une  durée  de  11  ans,  aussi  bien  pour  l'impôt 

fédéral direct que pour les impôts cantonaux E." 

Die  Steuerverwaltung  des  Kantons  E.  beantwortete  diese  Anfrage  mit  Schreiben  vom 
12. November  2004,  wobei  sie  ihre  eigene  Sicht  der Dinge  ausführlich  darlegte  und  der 

 
 
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Gesuchstellerin  zur  Gegenzeichnung  unterbreitete  (Beschwerdeantwort  Beilage  23).  Zu 
Ziff. 3 und 4 der Rulinganfrage wurde betont: 

"3.  Options non exercées au jour de l'arrivée en Suisse 

a. 

Principes d'imposition 

Les options attribuées à l'étranger et non exercées avant l'arrivée en Suisse ne seront 

pas imposées lors de leur exercice en Suisse. 

b. 

Valorisation 

Les  options  attribuées  à  l'étranger  et  non  encore  exercées  lors  de  l'arrivée  en  Suisse 

doivent  être  indiquées  dans  la  fortune  du  collaborateur  au  31.12.2004  (puis  lors  des 

périodes  fiscales  subséquentes).  Par  mesure  de  simplification,  elles  sont  évaluées  à 

15% du strike price. 

Nous  précisons  ici  que  nous  restons  dans  l'attente,  de  la  part  de  votre  cliente,  de 

l'indication du strike price. 

4.  Options attribuées dès l'arrivée en Suisse 

a.   Principes d'imposition 

Les  options  attribuées  au  collaborateur  en  Suisse  seront  imposées,  lors  de  l'exercice 

dans le canton de E., sur la valeur intrinsèque (différence entre la valeur de l'action et 

le  prix  d'exercice),  mais  au  plus  tard  en  cas  de  fin  d'assujettissement.  Les  principes 

d'imposition applicables sont décrits de manière exhaustive dans le document joint en 

annexe  à  la  présente.  Ce  document  doit  être  contresigné  par  tous  les  collaborateurs 

bénéficiant d'options et nous être renvoyé de manière groupée dès que possible. 

Vous trouverez également, en annexe à la présente, un document qui doit être signé 

par l'employeur, ainsi qu'un tableau qui doit être complété par ce dernier pour chacun 

des collaborateurs bénéficiant d'options. 

b. 

Valorisation 

Les  options  attribuées  dès  l'arrivée  en  Suisse  et  non  encore  exercées  doivent  être 

indiquées pro memoria dans la fortune (état des titres) du collaborateur." 

Zu  vermerken  bleibt,  dass  sich  in  der  Zwischenzeit  Rechtsanwältin  C.  im  Namen  der 
Eheleute  X.  ebenfalls  an  die  Steuerverwaltung  des  Kantons  E.  gewandt  hatte,  wobei  sie 
unter  Hinweis  auf  die  Rulinganfrage  der  A.  AG  vom  25.  Juni  2004  um  deren  rasche 
Beantwortung  sowie  ergänzende  Auskünfte  bat  (Schreiben  vom  16.  August  2004; 
Beschwerdeantwort Beilagen 21 und 24). 

a)  Im  April  2004  zogen  die  Eheleute  X.  aus  I.  in  die  Schweiz,  wo  beiden  Stellen 
B. 
angeboten  worden  waren.  Die  Wohnsitznahme  erfolgte  zunächst  im  Kanton  E.  Herr  X. 
trat  seine  neue  Stelle  unverzüglich  im  April  2004  an.  Nachdem  als  Starttermin  für  die 
Stelle  von  Frau  X.  anscheinend  ursprünglich  Oktober  2004  vorgesehen  war,  wurde  der 
Stellenantritt (mit einem Pensum von 50 %) in der Folge um ein Jahr hinausgeschoben. 
Bis  zur  Übernahme  der  neuen  Stelle  war  Frau  X.  zu  100  %  bei  der  Firma  B.  Inc.  in  I. 
angestellt; seit Oktober 2005 arbeitet sie nebst ihrer neuen Stelle zu 50 % für die Firma 
B. H. GmbH. 

In  den  Jahren  1999  bis  2001  hatte  Frau  X.  von  B.  aus  dem  Mitarbeiterbeteiligungsplan 
1998 (Stockplan) 740'000 Mitarbeiteroptionen erhalten. Davon wurden 720'667 vor April 

 
 
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2004 in I. ausgeübt. Die restlichen Mitarbeiteroptionen wurden in der Schweiz ausgeübt 
(2006:  15'000;  2007:  4'333).  Weitere  31'000  Mitarbeiteroptionen  wurden  Frau  X.  am 
18. Juli  2003  aus  dem  Mitarbeiterbeteiligungsplan  2003  zugeteilt.  Von  diesen  Optionen 
wurden 13'000 im Jahr 2006, 12'187 im Jahr 2007 und ein Teil im Jahr 2008 ausgeübt. 
Für die im Jahr 2006 ausgeübten Optionen wurde von B. ein Einkommen von 14'937'450 
Franken errechnet. 

b)  Mit  Schreiben  vom  28.  September  2004  (Beschwerdebeilage  7)  wandte  sich 
Rechtsanwältin  C.  im  Namen  der  Eheleute  X.  mit  folgender  Anfrage  an  die  Steuer-
verwaltung des Kantons Feiburg: 

"Beide,  die  Eheleute  X.,  haben  eine  neue  Stelle  erhalten  (Beilage  2).  Vorläufig  –  seit 

April  2004  –  haben  die  Eheleute  X.  Wohnsitz  im  Kanton  E.  aufgenommen.  Sie 

überlegen sich jedoch, im Kanton Freiburg ein Haus zu kaufen oder zu mieten und in 

den Kanton Freiburg zu ziehen. Das Ehepaar X. hat zwei Steuerfragen, die für sie sehr 

wichtig sind und über welche sie vorab einen Entscheid erhalten möchten: 

1.  In  I.  hat  Frau  X.  einen  "Living  Trust"  errichtet,  in  welchem  sie  ihre  Mitarbeiter-

aktien  B.  eingebracht  hat.  Der  Trust  wurde  nicht  aus  Steuergründen  errichtet.  Er 

wurde in I. denn auch als vollständig transparent betrachtet. Frau X. möchte, dass 

dieser Trust ebenso in der Schweiz gemäss kantonalem wie Bundessteuerrecht als 

transparent angesehen wird. 

Der Trust ist widerrufbar und Frau X. ist während Lebzeiten Begünstigte. Ich bitte 

Sie  mir  zu  bestätigen,  dass  Sie  diesen  Trust  ebenfalls  als  transparent  behandeln 

würden.  Selbstverständlich  würden  wir  Ihnen  jedes  Jahr  über  die  Einkünfte  und 

das Vermögen des Trust Aufschluss geben. Wie erwähnt, handelt es sich dabei vor 

allem um Aktien der Firma B. In der Beilage gebe ich Ihnen die "Trust Declaration" 

(Beilage 3). 

2.  Das  Ehepaar  X.  weiss,  dass  B.  für  den  Kanton  E.  ein  Ruling  angefragt  hat 

betreffend  die  Besteuerung  von  Optionen  und  Mitarbeiteraktien  B.  wie  auch  über 

die Bewertung der Aktien B. In der Beilage gebe ich Ihnen diese Anfrage in Kopie 

(Beilage 4) und richte namens und im Auftrag meiner Klienten dieselbe Anfrage an 

Sie.  Offenbar  wurde  eine  ähnliche  Anfrage  –  in  F.  unter  Berechnung  der 

vorgeschlagenen Bewertung – auch in anderen Kantonen eingereicht. Die Eheleute 

X. konnten beiliegende Bestätigung des Kantons F. erhältlich machen (Beilage 5). 

Es  ist  für  die  Eheleute  X.  wichtig,  dass  sie  entsprechend  der  Rulinganfrage 

besteuert werden und somit der Kanton Freiburg dazu sein Einverständnis gibt. (E. 

hat  auf  diese  Anfrage  offenbar  noch  nicht  geantwortet.)  Hingegen  wurde 

betreffend  Bewertung  der  Aktien  von  B.  mit  F.  bereits  eine  entsprechende 

Vereinbarung getroffen.  

Sollten  Sie  mit  diesen  beiden  Punkten  einverstanden  sein,  also  sowohl  den  Trust  als 

transparent  ansehen  wie  auch  die  vorgeschlagene  Besteuerung  von  Optionen  und 

Mitarbeiteraktien  B.  sowie  die  Bewertung  der  Aktien  B.  (analog  dem  Kanton  F.) 

akzeptieren  können,  so  bitte  ich  Sie  um  Unterzeichnung  und  Rücksendung  des 

beiliegenden Briefdoppels. 

Wie Herrn Y. mitgeteilt, ist die Anfrage dringend und ich wäre entsprechend dankbar, 

wenn wir Ihre Reaktion baldmöglichst erhalten könnten." 

 
 
 
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Am 8.  Oktober 2004  erklärten sich der Stellvertretende Verwalter  sowie der Abteilungs-
leiter  Verrechnungssteuer  im  Namen  der  Kantonalen  Steuerverwaltung  "mit  dem  Inhalt 
dieses  Briefes  einverstanden"  (Vermerk  auf  dem  gegengezeichneten  Doppel  der  Ruling-
anfrage). 

c)  Am  8.  Dezember  2004  nahmen  die  Eheleute  X.  in  M.  Wohnsitz.  In  der  Folge 

verlegten sie ihren Wohnsitz am 18. Mai 2007 nach N. 

C. 
In  ihrer  Steuererklärung,  welche  sie  am  15.  Mai  2007  für  die  Steuerperiode  2006 
einreichten,  deklarierten  die  Eheleute  X.  einerseits  (unter  Code  1.11)  ihre  Einkommen 
aus  unselbständiger  Haupterwerbstätigkeit  sowie  andererseits  (unter  Code  3.21)  Ein-
kommen  und  Vermögen  aus  Wertschriften  und  sonstigen  Kapitalanlagen  im  Betrag  von 
8'021'999  Franken  bzw.  …  Franken.  Zudem  machten  sie  insbesondere  Abzüge  von 
441'797 Franken unter  Code 4.35 ("AHV/IV/EO/ALV - Beiträge nicht erwerbstätiger Per-
sonen")  mit  dem  Vermerk  "Aktienoptionen"  sowie  von  39'303  Franken  für  die  Fremd-
betreuungskosten  der  Kinder  (Code  6.21)  geltend.  Unter  Berücksichtigung  der  übrigen 
Elemente  ergaben  sich  ein  steuerbares  Einkommen  von  7'495'987  Franken  und  ein 
steuerbares Vermögen von … Franken. 

Bereits einige Monate früher meldete die Eidgenössische Steuerverwaltung, nachdem sie 
von den verschiedenen Rulings bezüglich der Mitarbeiteroptionen der B.-Gruppe Kenntnis 
erhalten hatte, der Steuerverwaltung des Kantons Freiburg ihre Vorbehalte an. 

In der Folge kam es im Rahmen des Veranlagungsverfahrens zu verschiedenen Schriften-
wechseln und Besprechungen zwischen der Kantonalen Steuerverwaltung, der Eidgenös-
sische  Steuerverwaltung  und  der  Vertreterin  der  Steuerpflichtigen.  Gegenstand  bildeten 
einerseits die in der Steuererklärung geltend gemachten Abzüge für Sozialversicherungs-
beiträge  und  Kinderbetreuungskosten  sowie  andererseits  die  Fragen  der  Steuerbarkeit 
der im Jahre 2006 ausgeübten Optionen und damit verbunden der Gültigkeit des Rulings. 
In  diesem  Zusammenhang  ist  insbesondere  auf  das  Schreiben  der  Eidgenössischen 
Steuerverwaltung  vom  23.  April  2008  (Beschwerdebeilage  11)  hinzuweisen,  in  welchem 
der Vertreterin der Steuerpflichtigen unter anderem mitgeteilt wurde: 

"Um weitere Missverständnisse zu vermeiden, halten wie daher Folgendes fest: 

-  Die ESTV erachtet sich hinsichtlich der Besteuerung der Mitarbeiteroptionen B. für 

die direkte Bundessteuer nicht an das Ruling vom 28. September/8. Oktober 2004 

gebunden; 

- 

sofern dieses Ruling vom 28. September/8. Oktober 2004 überhaupt für die ESTV 

hinsichtlich der direkten Bundesteuer eine Bindungswirkung bzw.  für das Ehepaar 

X.  einen  Vertrauensschutz  bewirken  konnte,  widerrufen  wir  hiermit  ausdrücklich 

dieses  Ruling  bzw.  damit  allfällig  verbundene  Zusagen  hinsichtlich  der  Frage  der 

Besteuerung der Mitarbeiteroptionen B. bei der direkten Bundessteuer;  

-  die  ESTV  verlangt  für  die direkte  Bundessteuer  eine  Besteuerung  der  Mitarbeiter-

optionen B. (der Beteiligungspläne 1998 und 2003) gemäss dem von A. im Kanton 

G. eingeholten Ruling vom 22. bzw. 23. Januar 2004 (vgl. Beilage, insbes. Ziff. 3a, 

S. 6); 

- 

infolge Ausübung von Mitarbeiteroptionen B. der Beteiligungspläne 1998 und 2003 

durch  Frau  X.  in  den  Jahren  2006  und  2007  müssen  daher  bei  der  direkten 

Bundessteuer  gemäss  den  von  B.  ausgestellten  Lohnausweisen  im  Jahr  2006 

 
 
 
- 10 - 

Fr. 8'748'465.10  und 

im  Jahr  2007  Fr.  9'211'015.65  zur  Besteuerung 

herangezogen werden; 

-  gemäss  der  von  Ihnen  zugestellten  Auflistung  wurden  bisher  5'813  Optionen  des 

Beteiligungsplans  2003  noch  nicht  ausgeübt;  diese  sind  daher  ebenfalls  im 

Zeitpunkt  ihrer  Ausübung  –  entsprechend  dem  von  A.  im  Kanton  G.  eingeholten 

Ruling vom 22./23. Januar 2004 zu besteuern (vgl. Beilage, insbes. Ziff. 3a, S. 6) 

Abschliessend  möchten  wir  noch  anmerken,  dass  wir  davon  ausgehen,  dass  die 

gemäss  der  von  Ihnen  zugestellten  Auflistung  im  Jahre  2007  neu  zugeteilten  50 Mit-

arbeiteroptionen  dem  „B.  Inc.  2004  Stock  Plan”  angehören  und  diese  daher  unseres 

Erachtens  nicht  vom  Ruling  vom  28.  September/8.  Oktober  2004  betroffen  sind.  Die 

Frage  der  Besteuerung  dieser  50  Mitarbeiteroptionen  lassen  wir  daher  ausdrücklich 

offen, da hierzu allenfalls ein weiteres Ruling existiert." 

Im  Anschluss  an  eine  weitere  Besprechung  legte  die  Eidgenössische  Steuerverwaltung 
der  Vertreterin  der  Steuerpflichtigen  am  18.  September  2008  (Beschwerdebeilage  13) 
nochmals ausführlich ihren Standpunkt dar. Abschliessend fügte sie bei, sie habe nun die 
Kantonale  Steuerverwaltung  angewiesen,  die  definitive  Veranlagung  für  das  Jahr  2006 
vorzunehmen. Dabei "soll, aufgrund der Ausübung von Mitarbeiteroptionen B. durch Frau 
X. im Jahr 2006, der Betrag von Fr. 8'748'465.10 (gemäss Lohnausweis B.) ebenfalls als 
Einkommen bei der direkten Bundessteuer erfasst werden". 

Gemäss Veranlagungsanzeige vom 1. Dezember 2008 (Beschwerdebeilage 1) wurden die 
unter Code 1.11 und 3.21 deklarierten Zahlen sowohl für die Kantonssteuern als auch - 
entgegen  der  klaren  Weisung  der  Eidgenössischen  Steuerverwaltung  -  für  die  direkte 
Bundessteuer  unverändert  übernommen.  Unter  Berücksichtigung  der  übrigen  Faktoren 
ergaben sich ein steuerbares Vermögen von … Franken (geschuldete Steuer: … Franken) 
sowie  ein  steuerbares  Einkommen  von  7'958'100 Franken  (Kanton;  geschuldete  Steuer: 
1'074'343.50 Franken)  bzw.  7'954'350  Franken  (direkte  Bundessteuer;  geschuldete 
Steuer: 914'744.50 Franken). Die Abweichung gegenüber der Steuererklärung ergibt sich 
zur  Hauptsache  aus  der  Verweigerung  des  Abzuges  von  441'797  Franken  unter  Code 
4.35. 

Diese Veranlagung wurde von den Steuerpflichtigen nicht angefochten. 

D.  Mit  Eingabe  vom  30.  Dezember  2008  reichte  die  Eidgenössische  Steuerverwaltung 
gegen  diese  Veranlagungsanzeige,  soweit  sie  die  direkte  Bundessteuer  betrifft,  beim 
Kantonsgericht  Beschwerde  ein.  Sie  beantragt,  die  angefochtene  Verfügung  aufzuheben 
und das steuerbare Einkommen für die direkte Bundessteuer 2006 auf 16'300'321 Fran-
ken  festzusetzen.  Zur  Begründung  macht  sie  hauptsächlich  geltend,  die  Mitarbeiterbe-
teiligungspläne  1998  und  2003  enthielten  typische  sogenannte  I.-Optionen  mit  zahl-
reichen Bedingungen (gestaffelte Vesting-Perioden, Verfallklauseln), weshalb sie nach der 
langjährigen Praxis der Eidgenössischen Steuerverwaltung im Zeitpunkt der Ausübung als 
Einkommen  zu  versteuern  seien.  Für  die  im  Jahr  2006  durch  Frau  X.  aufgrund  der 
"Stockplans"  ausgeübten  Mitarbeiteroptionen  sei  von  B.  ein  Einkommen  von  insgesamt 
14'937'450 Franken errechnet worden. Da die Optionen in I. zugeteilt und in der Schweiz 
ausgeübt  worden  seien,  entspreche  der  in  der  Schweiz  der  Einkommenssteuer  unter-
liegende Anteil der Dauer der hier ausgeübten Tätigkeit der Mitarbeitenden, gemessen an 
der  gesamten  Zeitspanne  zwischen  der  Optionszuteilung  und  dem  Entstehen  des 
Ausübungsrechts  (Aufteilung  pro  rata  für  jedes  Land;  mit  Progressionsvorbehalt).  Im 
vorliegenden  Fall  ergebe  dies  eine  (zusätzliche)  Besteuerung  von  Einkommen  im  Betrag 

 
 
- 11 - 

von  8'306'668  Franken  (8'748'465.10  Franken  abzüglich  AHV-Beiträgen  von  441'797 
Franken).  Dieser  Besteuerung  stehe  auch  der  Grundsatz  von  Treu  und  Glauben  nicht 
entgegen.  Es  sei  von  vornherein  zweifelhaft,  ob  mit  dem  Ruling  überhaupt  auch  die 
Besteuerung bei der direkten Bundesteuer erfasst worden sei. Falls dem trotzdem so sein 
sollte,  müsse  davon  ausgegangen  werden,  dass  das  Ruling  keine  Wirkung  zu  entfalten 
vermöge.  Dieses  beruhe  nämlich  auf  unvollständigen  Angaben  und  es  widerspreche 
zudem  der  auch  für  Dritte  klar  erkennbaren  Praxis  der  Eidgenössischen  Steuerver-
waltung. Sodann habe die Steuerpflichtige keineswegs im Vertrauen  auf die (unrichtige) 
Auskunft Dispositionen getroffen, welche nicht ohne Nachteil rückgängig gemacht werden 
könnten  und  die  sie  nicht  ohnehin  getroffen  hätte.  Schliesslich  hätte  ein  allfälliger  Ver-
trauensschutz aus Gründen des öffentlichen Interesses dem Legalitätsprinzip zu weichen 
(Gleichbehandlung  mit  anderen  Mitarbeitern  von  B.,  welche  im  Zeitpunkt  der  Ausübung 
der  Mitarbeiteroptionen  besteuert  würden,  wie  dies  im  Ruling  mit  dem  Kanton  G.  vor-
gesehen worden sei). In einem Nebenpunkt rügt die Beschwerdeführerin noch, dass den 
Steuerpflichtigen  zu  Unrecht  ein  Abzug  im  Umfang  von  39'303  Franken  für  die  Fremd-
betreuung der Kinder gewährt worden  sei, obwohl ein solcher im DBG nicht vorgesehen 
sei. 

In  ihrer  Beschwerdeantwort  vom  4.  Februar  2009  schliesst  die  Kantonale  Steuerver-
waltung auf Abweisung. Sie bestreitet im Hauptpunkt insbesondere die Ansicht der Eidge-
nössischen  Steuerverwaltung,  wonach  eine  langjährige,  in  deren  Rundschreiben  präzis 
formulierte  Praxis  bestehe.  Vielmehr  sei  es  so,  dass  die  Besteuerung  der  Mitarbeiter-
optionen  schweizweit  unterschiedlich  gehandhabt  werde.  Zudem  seien  im  vorliegenden 
Fall  die  Auslandkomponenten  und  der  Einfluss  des  Wohnsitzwechsels  von  I.  in  die 
Schweiz  zu  berücksichtigen.  Im  Nebenpunkt  betreffend  die  Kinderbetreuungskosten 
wendet  die  Kantonale  Steuerverwaltung  ein,  die  Analyse  der  Abzugsfähigkeit  sei  in 
Anwendung der Expatriates-Verordnung vom 3. Oktober 2000 vorgenommen worden. 

Die  Eheleute  X.,  weiterhin  vertreten  durch  Rechtsanwältin  C.,  schliessen  in  ihrer 
Stellungnahme  vom  27.  Februar  2009  ebenfalls  auf  Abweisung  der  Beschwerde.  Zudem 
stellen  sie  -  auch  für  den  Fall  der  Abweisung  der  Beschwerde  -  den  Antrag,  "es  sei  der 
Abzug der geleisteten Sozialversicherungsbeiträge zu gewähren" (alles unter Kosten- und 
Entschädigungsfolge  zu  Lasten  der  Beschwerdeführerin).  Sie  legen  im  Hauptpunkt 
einerseits  dar,  weshalb  die  Mitarbeiteroptionen  bereits  im  Zeitpunkt  der  Zuteilung  und 
nicht  erst  bei  der  Ausübung  zu  besteuern  gewesen  seien.  Andererseits  berufen  sie  sich 
auf den Vertrauensschutz, der sich aus den erhaltenen Zusicherungen (Freiburger Ruling) 
ergebe.  Zum  Nebenpunkt  betreffend  die  Kosten  für  die  Fremdbetreuung  der  Kinder 
äussern sie sich hingegen nicht. Schliesslich begründen  sie ihren Antrag auf Gewährung 
des  Abzuges  der  Sozialversicherungsbeiträge  mit  dem  Hinweis  auf  die  geltende 
Offizialmaxime und die Zulässigkeit einer "reformation in peius vel in melius". In diesem 
Sinne  sei  von  Amtes  wegen  zu  berücksichtigen,  dass  aufgrund  der  Ausübungsbesteue-
rung  im  Kanton  G.  auf  den  ausgeübten  Optionen  AHV-Abzüge  im  Umfang  von  441'797 
Franken vorgenommen worden seien. 

In  ihrer  Replik  vom  8.  Juni  2009  hält  die  Eidgenössische  Steuerverwaltung  die  Be-
schwerde vollumfänglich aufrecht. Auch die Beschwerdegegner und die Vorinstanz halten 
in ihren Schlussbemerkungen vom 16. bzw. 23. Juli 2009 an ihrem Standpunkt fest. 

Die  einzelnen  Argumente,  welche  die  Verfahrensbeteiligten  in  ihren  insgesamt  um  die 
hundert  Seiten  umfassenden  Rechtsschriften  vorbringen,  werden  in  den  nachstehenden 
Erwägungen dargelegt und, soweit wesentlich, gewürdigt. 

 
 
- 12 - 

E r w ä g u n g e n  

a)  Gemäss  Art.  16  des  Bundesgesetzes  vom  14.  Dezember  1990  über  die  direkte 
1. 
Bundessteuer  (DBG;  SR  642.11)  unterliegen  der  Einkommenssteuer  alle  wiederkehren-
den und einmaligen Einkünfte (Abs. 1). Als Einkommen gelten auch Naturalbezüge jeder 
Art;  sie  werden  nach  ihrem  Marktwert  bemessen  (Abs.  2).  Steuerfrei  sind  hingegen  die 
Kapitalgewinne  aus  der  Veräusserung  von  Privatvermögen  (Abs.  3).  Steuerbar  sind 
insbesondere alle Einkünfte aus privatrechtlichem oder öffentlich-rechtlichem Arbeitsver-
hältnis  mit  Einschluss  der  Nebeneinkünfte  wie  Entschädigungen  für  Sonderleistungen, 
Provisionen,  Zulagen,  Dienstalters-  und  Jubiläumsgeschenke,  Gratifikationen,  Trink-
gelder, Tantiemen und andere geldwerte Vorteile (Art. 17 Abs. 1 DBG). 

b)  Steuerbare  Naturaleinkünfte  aus  unselbständiger  Erwerbstätigkeit  liegen  insbe-
sondere  bei  der  Abgabe  von  Beteiligungsrechten  (Mitarbeiteraktien  bzw.  -optionen)  vor. 
Neben  der  klassischen  Mitarbeiterbeteiligung  mittels  Aktien  sind  seit  einigen  Jahren 
vermehrt  Mitarbeiteroptionspläne  eingeführt  worden.  Anders  als  bei  der  Ausgabe  von 
Mitarbeiteraktien wird bei der Mitarbeiteroption (entgeltlich oder unentgeltlich) das Recht 
abgegeben,  während  einer  gewissen  Zeitspanne  eine  bestimmte  Anzahl  von  Aktien  - 
meistens  der  Arbeitgeberfirma  oder  allenfalls  einer  ihr  nahe  stehenden  Institution  (z.B. 
Konzerngesellschaft)  -  zu  einem  festgelegten  Preis  zu  erwerben  oder  (seltener)  zu 
veräussern.  Dabei  stellt  sich  einerseits  die  Frage,  in  welchem  Zeitpunkt  solche  Ein-
kommen  als  realisiert  gelten,  wobei  auf  die  Verfügbarkeit  bzw.  den  festen  Rechtsan-
spruch  abgestellt  wird.  Andererseits  erweist  sich  die  Bemessung  des  aus  einer  Mit-
arbeiterbeteiligung  erzielten  Einkommens  als  heikel,  wenn  die  ausgegebenen  Beteili-
gungsrechte  nicht  frei  handelbar  sind  oder  wenn  für  den  Fall  des  Austritts  aus  der 
Unternehmung  eine  Rückgabeverpflichtung  besteht.  Unklar  ist  der  Umfang  des  steuer-
baren  Einkommens  auch,  wenn  lediglich  Optionen  auf  Aktien  der  Arbeitgeberfirma  aus-
gegeben  werden.  Dies  gilt  insbesondere  bei  einer  langen  Ausübungsdauer  oder  einem 
späten  Ausübungszeitpunkt.  Die  Eidgenössische  Steuerverwaltung  hat  daher  die  steuer-
liche  Behandlung  von  Mitarbeiteraktien  und  Mitarbeiteroptionen  in  ihrem  Kreisschreiben 
Nr.  5  vom  30.  April  1997  geregelt  (ASA  66,  130  ff.;  vgl.  zudem  das  Rundschreiben  der 
Eidgenössischen  Steuerverwaltung  vom  6.  Mai  2003  zur  Besteuerung  von  Mitarbeiter-
optionen  mit  Vesting-Klauseln).  Danach  ist  bezüglich  der  Optionen  davon  auszugehen, 
dass  die  Arbeitgeberfirma  aufgrund  ihrer  Mitwirkungspflicht  eine  fachmännische  Be-
wertung  vornehmen  lässt.  Zu  ermitteln  ist  der  Preis  für  eine  sofortige  Ausübung  der 
Option und der Preis, der sich bei Berücksichtigung der Sperrfrist ergibt. Besteht für die 
Ausübung  der  Option  eine  Sperrfrist  von  mehr  als  5  Jahren  oder  hat  die  Option  eine 
Laufzeit von mehr als 10 Jahren, gilt die Option nicht mehr als bewertbar. In diesem Fall 
spricht  die  Eidgenössische  Steuerverwaltung  (untechnisch)  von  einer  blossen  Anwart-
schaft weshalb die Besteuerung auf den Zeitpunkt der Ausübung der Option verschoben 
wird. Die sofortige Besteuerung einer Mitarbeiteroption setzt somit voraus, dass keinerlei 
Sperrfrist besteht und die Laufzeit der Option nicht länger als 10 Jahre beträgt. In diesem 
Fall wird gleich wie bei der ungebundenen Mitarbeiteraktie bei Annahme der Offerte oder 
Ausgabe der Option Erwerbseinkommen in der Differenz zwischen dem Ausgabepreis und 
dem  tatsächlichen  Wert  der  Option  realisiert  (BRUNO  KNÜSEL  in  Zweifel  /  Athanas, 
Kommentar  zum  DBG,  2.  Aufl.,  Basel  2008,  N. 10  ff.  zu  Art.  17;  vgl.  auch  JEAN-BLAISE 
ECKERT  in  Yersin  /  Noël [édit.],  Commentaire  romand  de  la loi  sur l'impôt  fédéral  direct, 
Bâle 2008, n. 25 ss et 31 ss ad art. 17 LIFD; PETER LOCHER, Kommentar zum Gesetz über 

 
 
 
- 13 - 

die  direkte  Bundessteuer,  I.  Teil,  Therwil/Basel  2001,  N  63  ff.  zu  Art.  16,  je  mit 
zahlreichen Hinweisen). 

2. 
Im  vorliegenden  Fall ist  vorweg  zu  prüfen,  ob  die  Beschwerdegegner  im  Vertrauen 
auf den bei der Steuerverwaltung des Kantons Freiburg eingeholten Vorbescheid (Ruling) 
zu schützen seien. 

a)  Gemäss  dem  vormals  aus  Art.  4  aBV  abgeleiteten  und  nunmehr  -  in  seiner 
spezifisch  grundrechtlichen  Ausprägung  -  in  Art.  9  BV  ausdrücklich  verankerten  Grund-
satz  von  Treu  und  Glauben  können  unrichtige  Zusicherungen,  Auskünfte,  Mitteilungen 
oder Empfehlungen von Behörden unter gewissen Umständen Rechtswirkungen entfalten. 
Voraussetzung  dafür  ist,  dass  sich  die  Auskunft  der  Behörde  auf  eine  konkrete,  den 
betreffenden  Bürger  berührende  Angelegenheit  bezieht,  dass  die  Amtsstelle,  welche  die 
Auskunft  gegeben  hat,  hiefür  zuständig  war  oder  der  Bürger  sie  aus  zureichenden 
Gründen als zuständig betrachten durfte, dass der Bürger die Unrichtigkeit der Auskunft 
nicht  ohne  weiteres  hat  erkennen  können,  dass  er  im  Vertrauen  hierauf  nicht  ohne 
Nachteil  rückgängig  zu  machende  Dispositionen  getroffen  hat  und  dass  die  Rechtslage 
zur  Zeit  der  Verwirklichung  des  Tatbestandes  noch  die  gleiche  ist  wie  im  Zeitpunkt  der 
Auskunftserteilung (Bundesgerichtsurteile 2C_99 und 107/2010 vom 6. September 2010 
Erw.  4,  2A.46/2000  vom  1.  November  2000  Erw.  3a;  BGE  131  II  627  Erw.  6.1,  126  II 
377 Erw. 3a, 121 II 473 Erw. 2c). Doch steht selbst dann, wenn diese Voraussetzungen 
alle  erfüllt  sind,  nicht  fest,  ob  der  Steuerpflichtige  mit  seiner  Berufung  auf  Treu  und 
Glauben durchdringen kann. Das Interesse an der richtigen Durchsetzung des objektiven 
Rechts  und  dasjenige  des  Vertrauensschutzes  müssen  gegeneinander  abgewogen 
werden.  Überwiegt  das  öffentliche  Interesse  an  der  Anwendung  des  positiven  Rechts, 
muss sich der Bürger unterziehen (BGE 116 Ib 185 Erw. 3c; ASA 56, 659 Erw. 6b). 

Die in der Praxis gemeinhin als Rulings bezeichneten Verständigungen zwischen Steuer-
pflichtigen  und  Steuerbehörden  über  bestimmte  Elemente  eines  steuerrechtlichen  Sach-
verhalts  sind  aus  dem  steuerrechtlichen  Alltag  nicht  wegzudenken  und  auch  volkswirt-
schaftlich  von  nicht  zu  unterschätzender  Bedeutung.  Selbst  ohne  ausdrückliche  gesetz-
liche  Grundlage  ist  die  Zulässigkeit  von  Verständigungen  in  einem  gewissen  Rahmen 
anerkannt (vgl. das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 2. September 2008, BVGE 
2008,  714  Erw.  2.3  mit  zahlreichen  Hinweisen).  Auch  in  der  Lehre  werden  Zulässigkeit 
und Bedeutung vorgängiger Auskünfte im Steuerrecht hervorgehoben, wobei die Voraus-
setzungen  gemäss  der  bundesgerichtlichen  Rechtsprechung  grundsätzlich  übernommen 
und noch näher ausgeführt werden (siehe insbesondere PETER EISENRING, Vorgängige Aus-
künfte von Steuerbehörden in der Schweiz, ASA Bd. 68, 97 ff.; URS R. BEHNISCH / ROGER 
M.  CADOSCH,  Die  Bedeutung  von  vorgängigen  Auskünften  von  Steuerbehörden  im  Recht 
der  direkten  Bundessteuer  -    Eine  Bemerkung  zu  einem  neuen  Entscheid  des  Bundes-
gerichts,  in:  Jusletter  23.  April  2001;  MICHAEL  BEUSCH,  Zulässigkeit  und  Wirkungen  von 
Verständigungen  (Rulings),  in:  zsis  2009,  Nr.  1,  S.  4  ff.;  DENIS  BERDOZ,  Pratique  et 
jurisprudence  en  matière  de  rulings,  in:  Journée  de  droit  fiscal  2009, 237  ff.;  CATHERINE 
MORF  /  ANDREAS  MÜLLER  /  THERES  AMSTUTZ,  Schweizer  Steuerruling  -  Erfolgsmodell  und 
Werthaltigkeit - Bedeutung und Verbindlichkeit für den Steuerstandort, ST 2010, 813 ff.; 
STEFAN  OESTERHELT  /  HAROLD  GRÜNINGER,  Steuerrechtliche  Entwicklungen  [insbesondere  im 
Jahr  2010],  SZW  2011,  90  ff.;  vgl.  zudem  auch  PETER  RICKLI,  Die  Einigung  zwischen 
Behörde  und  Privaten  im  Steuerrecht,  Basel  1987;  FELIX  RICHNER,  Verständigungen  im 
Steuerverfahren, ZStP 2007, 87 ff.). 

 
 
 
- 14 - 

Solche  Rulings  oder  Vereinbarungen  über  die  Umschreibung  und  (gesetzeskonforme) 
Würdigung  der  massgebenden  Veranlagungselemente  sind  zu  unterscheiden  von  den 
eigentlichen Steuerabmachungen oder Steuerabkommen, mit denen die Steuerleistung in 
einer  von  der  allgemeinen  gesetzlichen  Regelung  abweichenden  Weise  verfügt  wird. 
Letztere  sind unter dem Gesichtspunkt der Rechtsgleichheitsgebotes äusserst problema-
tisch und sie bedürfen einer ausdrücklichen gesetzlichen Grundlage (vgl. dazu insbeson-
dere  ERNST  BLUMENSTEIN  /  PETER  LOCHER,  System  des  schweizerischen  Steuerrechts, 
6. Aufl., G. 2002, 320 ff.; MARKUS REICH, Steuerrecht, Zürich 2009, 57 f.) 

b)  Nach  Ansicht  der  Beschwerdeführerin  ist  das  Ruling,  welches  die  Beschwerde-
gegner  mit  der  Vorinstanz  getroffen  haben,  für  den  vorliegenden  Fall  nicht  verbindlich. 
Sie  anerkennt  zwar,  dass  die  Steuerverwaltung  des  Kantons  Freiburg  aufgrund  ihrer 
Veranlagungskompetenz  -  grundsätzlich  auch  bezüglich  der  direkten  Bundessteuer  -  für 
die  Auskunftserteilung  zuständig  war.  Hingegen  erachtet  sie  als  fraglich,  ob  das  Ruling 
auch  die  direkte  Bundessteuer  abdecke,  da  diese  in  der  Rulinganfrage  nicht  explizit 
erwähnt  worden  sei.  Für  den  Fall,  dass  dies  trotzdem  angenommen  werden  sollte,  er-
achtet  sie  jedoch  die  in  der  bundesgerichtlichen  Rechtsprechung  festgelegten  Voraus-
setzungen des Vertrauensschutzes als nicht erfüllt. 

Diesbezüglich  macht  die  Beschwerdeführerin  zunächst  geltend,  die  von  der  Vorinstanz 
erteilte  Auskunft  habe  der  klaren  Praxis  der  Eidgenössischen  Steuerverwaltung  wider-
sprochen,  welche  für  Dritte  allgemein  erkennbar  gewesen  sei  (Kreisschreiben  Nr.  5  und 
präzisierendes Rundschreiben vom 6. Mai 2003 zur Besteuerung von Mitarbeiteroptionen 
mit Vesting-Klauseln). Ferner hätten die Beschwerdegegner bzw. deren Rechtsvertreterin 
die Unrichtigkeit der Auskunft auch deshalb erkennen müssen, weil - was ihnen ebenfalls 
bekannt gewesen sei - im Kanton G. als Sitzkanton von B. H. GmbH als erstes ein Ruling 
eingeholt  und  eine  Besteuerung  der  Optionen  im  Zeitpunkt  der  Ausübung  festgelegt 
worden  sei.  Demgemäss  habe  die  Firma  B.  auch  den  Lohnausweis  von  Frau  X.  mit  der 
Beilage  über  die  ausgeübten  Optionen  und  der  Berechnung  des  in  der  Schweiz 
steuerbaren  Anteils  ausgestellt.  Interessanterweise  habe  in  der  Rulinganfrage  vom  28. 
September  2004  an  die  Steuerverwaltung des  Kantons Freiburg  das  Ruling  des  Kantons 
F.  vom  12.  Mai  2004  betreffend  die  (Einkommens-)Besteuerung  gefehlt,  da  nur  jenes 
vom  22.  Juni  2004  betreffend  die  Vermögensbewertung  beigelegt  worden  sei.  Zudem 
seien  die  Rulings  mit  dem  Kanton  G.  bewusst  nicht  erwähnt  worden.  Alles  deute  darauf 
hin,  dass  es  sich  hier  um  ein  Ausspielen  der  Kantone  untereinander  und  um  eine 
Verschleierungstaktik handle. Schliesslich sei in diesem Zusammenhang auch auffallend, 
dass  die  im  Kanton  E.  eingereichte  Rulinganfrage,  in  welcher  man  die  Besteuerung  der 
Optionen  im  Zeitpunkt  der  Zuteilung  anstatt  -  wie  in  G.  und  F.  -  bei  der  Ausübung 
verlangt habe, von denselben Personen der A. AG unterzeichnet worden seien.  Es dürfe 
nicht sein, dass mit der Berufung auf Treu und Glauben ein solches Vorgehen geschützt 
werde. 

Sodann  erachtet  die  Beschwerdeführerin  es  auch  als  fraglich,  ob  die  Beschwerdegegner 
überhaupt  im  Vertrauen  auf  die  erhaltene  Auskunft  Dispositionen  getroffen  haben, 
welche nicht ohne Nachteile rückgängig gemacht werden könnten und die nicht ohnehin 
getroffen worden wären. Die Wohnsitznahme in der Schweiz sei aufgrund der von der K. 
angebotenen Stellen erfolgt. Offengeblieben sei einzig noch die Kantonswahl, was jedoch 
in Bezug auf die direkte Bundessteuer keinen Unterschied mache. Auch die Ausübung der 
Optionen  hätte  stattgefunden;  einzig  der  Zeitpunkt  der  Ausübung  sei  möglicherweise 
durch  das  Ruling  beeinflusst  worden,  wobei  die  Besteuerung  aber  einzig  aufgeschoben 
und nicht aufgehoben worden wäre. Mit dem Zuzug in die Schweiz und der Arbeit bei B. 

 
 
 
- 15 - 

habe  nämlich  bereits  eine  latente  Steuerlast  (auf  den  Mitarbeiteroptionen)  bestanden. 
Einzig der Zeitpunkt und der Umfang der Besteuerung sei noch nicht klar gewesen. Dass 
die  Steuerlast in der  Schweiz  mit  zunehmendem  Abwarten  gestiegen  sei,  dürfte  für  den 
Zeitpunkt der Ausübung der Optionen kaum den Ausschlag gegeben haben. 

Im Weiteren macht die Beschwerdeführerin vor allem geltend, für den Vertrauensschutz 
(Bindungswirkung  eines  Rulings)  bedürfe  es  "des  gleichen  Sachverhaltes  im  Zeitpunkt 
der Verwirklichung des Tatbestands und des Zeitpunktes der Auskunftserteilung". Zudem 
müsse den Steuerbehörden der zu beurteilende Sachverhalt durch den Steuerpflichtigen 
oder dessen Vertreter vollständig und ohne gezielte Unterlassungen  offengelegt und zur 
Kenntnis  gebracht  werden.  Dabei  spiele  es  keine  Rolle,  ob  gewisse  Informationen 
absichtlich  oder  allenfalls  nur  aus  Versehen  der  Steuerbehörde  vorenthalten  worden 
seien.  Es  obliege  gemäss  dem  sowohl  von  der  Privatwirtschaft  als  auch  der  Verwaltung 
gebilligten  "Verhaltenskodex  für  Steuerbehörden,  Steuerzahler  und  Steuerberater"  (vgl. 
ST  2003,  1113  ff.)  den  Steuerpflichtigen  bzw.  deren  Vertretern,  den  Sachverhalt  zu  er-
mitteln und darzustellen. Eine Delegation dieser Aufgabe an die Steuerbehörden sei nicht 
Usus. Diesbezüglich könne den Beschwerdegegnern zum Vorwurf gemacht werden, dass 
in  der  Rulinganfrage  die  weitere  Tätigkeit  von  Frau  X.  bei  B.  (H.)  nicht  erwähnt  worden 
sei.  Dort  sei  nur  von  der  Stelle  an  der  K.  die  Rede  gewesen.  Damit  habe  die 
Steuerverwaltung des Kantons Freiburg davon ausgehen können, dass die Einkünfte oder 
geldwerten Vorteile aus den Mitarbeiteroptionen vollständig im Ausland verdient worden 
und  damit  das  Besteuerungsrecht  zu  100 %  I.  zuzurechnen  gewesen  wären.  Ebenfalls 
verschwiegen  worden  seien  die  Rulings  mit  den  Kantonen  G.  und  F.  (betreffend 
Einkommensbesteuerung).  Zudem  seien  die  jeweiligen  Optionsvereinbarungen  ("Stock 
Option  Agreements")  im  Unterschied  zum  allgemein  gehaltenen  Optionsplan  nicht 
eingereicht worden. Diese stellten ein wichtiges Element dar, um festzustellen, für welche 
(vergangenen/künftigen) Elemente der Mitarbeiter die Optionen erhalten habe. Der somit 
nur  unvollständig  und  verzerrend  geschilderte  Sachverhalt,  welcher  der  erhaltenen 
Antwort  zugrunde 
im  vorliegenden  Fall  eine 
Vertrauensgrundlage  zu  bilden.  Auch  angesichts  des  widersprüchlichen  Verhaltens  der 
Beschwerdegegner sowie von B. als Arbeitgeberin von Frau X. sei gar keine verbindliche 
Vertrauensgrundlage  geschaffen  worden.  Das  Wissen  von  B.  bzw.  von  deren  Vertreterin 
A.  AG  sei  den  Beschwerdegegnern  vollumfänglich  anzurechnen.  Das  Steuerruling  im 
Kanton  E.  sei  zwar  im  Auftrag  von  B.,  aber  offensichtlich  für  Frau  X.  eingeholt  worden, 
welche  erwiesenermassen  auch  mit  der  A.  AG  in  Verbindung  gestanden  sei.  Zudem  sei 
der 
(inkl.  Besteuerung  von  Mitarbeiterbeteiligungen)  bestens 
bewanderten  Vertreterin  der  Beschwerdegegner  bekannt,  dass  die  Eidgenössische 
Steuerverwaltung  gemäss  Art.  102  DBG  auf  dem  Gebiet  der  direkten  Bundessteuer  für 
eine  einheitliche  Anwendung  und  damit  für  Rechtssicherheit  zu  sorgen  habe.  Daher  sei 
der  Einbezug  der  Eidgenössischen  Steuerverwaltung  und  das  Vorlegen  des  Rulings  des 
Sitzkantons  (hier  G.)  das  übliche  Vorgehen  betreffend  die  Besteuerung  von 
Mitarbeiteroptionen.  Es  dürfe  auch  nicht  vergessen  werden,  dass  das  Ruling  des 
Sitzkantons,  welches  für  den  Arbeitgeber  verbindlich  sei,  sich  auf  die  Erstellung  des 
Lohnausweises  und  die  AHV-Abzüge  auswirke.  Den  Beschwerdegegnern  sei  sehr  wohl 
bewusst  gewesen,  dass  die  Eidgenössische  Steuerverwaltung  der  im  Kanton  E.  und 
Freiburg  vorgeschlagenen  Besteuerung  nicht  zugestimmt  hätte.  Ein  derartiges  Vorgehen 
könne also keinen Vertrauensschutz verdienen. 

reiche  nicht  aus,  um 

im  Steuerrecht 

liege, 

Abschliessend  vertritt  die  Beschwerdeführerin  noch  den  Standpunkt,  dass  ein  allenfalls 
trotzdem angenommener Vertrauensschutz aus Gründen des öffentlichen Interesses dem 

 
 
- 16 - 

Legalitätsprinzip  zu  weichen  hätte.  In  der  Tat  käme  es  sonst  zu  einer  krassen  Un-
gleichbehandlung,  da  ja  beispielsweise  die  im  Kanton  G.  wohnhaften  Mitarbeiter  von  B. 
im Zeitpunkt der Ausübung der Mitarbeiteroptionen besteuert werden. Eine solche krasse 
Ungleichbehandlung und Verletzung des objektiven Rechts sei zumindest bei der direkten 
Bundessteuer nicht vertretbar. 

c) Die Vorinstanz räumt in ihren Bemerkungen zur Beschwerde einleitend ein, dass 
die  "Hinterfragung"  der  Eidgenössischen  Steuerverwaltung  legitim  sei.  Aufgrund  des 
vorliegenden Einverständnisses des Kantons Freiburg gelte jedoch für die direkte Bundes-
steuer das Gleiche wie auf kantonaler Ebene. 

Im vorliegenden Fall gehe es auch insofern um eine falsche Problemstellung, als sich die 
Beschwerdegegner wahrscheinlich im Kanton E. niedergelassen hätten und nun dort nach 
einem  gleichen  Ruling  besteuert  würden,  falls  Freiburg  vom  Abkommen  zurückgetreten 
wäre.  Es  entziehe  sich  auch  der  Kenntnis  der  Vorinstanz,  ob  das  Anwaltsbüro,  welches 
die  Beschwerdegegner  vertrete,  über  die  vorhandenen  Rulings  mit  der  A.  AG  und  den 
übrigen  Kantonen  genügend 
freiburgische 
Steuerverwaltung nicht im Besitz der Rulings der Kantone G. und F. gewesen sei, müsse 
jedoch  als  irrelevant  betrachtet  werden,  weil  schweizweit  unterschiedliche  Praktiken 
bestünden.  Wie  sich  aus  den  Ausführungen  zur  materiellen  Burteilung  des  Rechtstreits 
ergebe,  bestehe  keine  klare  Praxis  der  Eidgenössischen  Steuerverwaltung  bezüglich  der 
Besteuerung von Mitarbeiteroptionen.  Im Übrigen spiele es auch keine Rolle, ob Frau X. 
ihre  Tätigkeit  bei  der  Firma  B.  (H.)  fortgesetzt  habe  oder  nicht.  Die  Praxis  der 
Westschweizer  Kantone  werde  -  ungeachtet  des  im  Spiel  stehenden  Betrages  -  vom 
Prinzip geleitet, dass die im Ausland zugeteilten Optionen in der Schweiz nicht steuerbar 
seien. 

informiert  gewesen  sei.  Dass  die 

d)  Die  Beschwerdegegner  legen  ihrerseits  insbesondere  dar,  die  Firma  B.  habe 
Rulinganfragen betreffend die Besteuerung der von ihr ausgegebenen Mitarbeiteroptionen 
eingereicht,  um  Rechtssicherheit  für  ihre  Mitarbeiter  zu  schaffen.  Dabei  habe  man  alle 
Kantone  angefragt,  in  denen  Mitarbeiter  von  B.  Wohnsitz  gehabt  hätten.  Eine  solche 
"generell-konkrete"  Anfrage  sei  von  der  A.  AG  am  25.  Juni  2004  auch  im  Kanton  E. 
eingereicht worden, aber entgegen der Annahme der Beschwerdeführerin nicht in ihrem 
Auftrag.  Sie  hätten  von  dieser  Rulinganfrage  -  wie  offensichtlich  auch  die  Beschwerde-
führerin  -  nur  den  Entwurf  vom  29.  April  2004  gekannt.  Der  Inhalt  der  eingeholten 
Rulings sei von B. bzw. der A. AG bestimmt worden und nicht von den neu zugezogenen 
Steuerpflichtigen,  welche  mit  dem  Schweizer  Steuersystem  völlig  unvertraut  gewesen 
seien. Die jeweiligen Rulings mit den verschiedenen Kantonen seien nur den betroffenen 
Mitarbeitern  weitergegeben  worden.  Demzufolge  hätten  die  Steuerpflichtigen  nur  vom 
Inhalt  des  Rulings  des  Kantons  E.  erfahren,  nicht  jedoch  von  den  Einkommenssteuer-
Rulings  in  den  Kantonen  G.  und  F.  Davon  hätten  sie  erst  später,  nämlich  im  Jahr  2007 
erfahren. In ihrer eigenen Rulinganfrage sei es ihnen nicht um die Einkommens-, sondern 
um  die  Vermögensbesteuerung  gegangen.  Sie  wären  mit  jeder  Besteuerung  noch  nicht 
ausgeübter  Optionen  einverstanden  gewesen.  Allerdings  hätten  sie,  falls  sie  ein  Ruling 
gleichlautend  wie  jenes  in  G.  erhalten  hätten,  natürlich  sofort  andere  Dispositionen 
getroffen, nämlich alle Optionen sofort ausgeübt. Für sie also sei nur die Kenntnis wichtig 
gewesen,  was  gelte,  um  entsprechend  disponieren  zu  können.  Die  Anfrage  im  Kanton 
Freiburg  sei  eingereicht  worden,  nachdem  der  Kanton  E.  einen  weiteren  Monat  habe 
verstreichen  lassen,  ohne  Stellung  zu  nehmen.  Die  beigefügte  Rulinganfrage  vom 
22. Juni  2004  an  den  Kanton  F.  betreffend  die  Bewertung  gevesteter  Mitarbeiteraktien 
während einer "Lock-up"-Periode habe Frau X. weder von B. noch von der A. AG, sondern 

 
 
 
 
- 17 - 

von  einem  Arbeitskollegen  erhalten.  Diese  Bewertung  sei  sehr  wichtig  gewesen,  weil  B. 
im  August  2004  an  die  Börse  gegangen  und  die  Aktien  für  ein  halbes  Jahr  gesperrt 
gewesen  seien.  Der  Entwurf  der  Rulinganfrage  an  den  Kanton  E.  (vom  29.  April  2009) 
habe jedoch keine Bewertungsformel enthalten.  

Im  Weiteren  beharren  die  Beschwerdegegner  darauf,  dass  der  für  die  Beurteilung  des 
Besteuerungszeitpunktes  der  Mitarbeiteroptionen  relevante  Sachverhalt  klar,  vollständig 
und  korrekt  dargestellt  worden  sei.  Insbesondere  hätten  sie  sogar  explizit  auf  "offenbar 
bestehende ähnlich Rulinganfragen in anderen Kantonen" hingewiesen. Abgesehen davon 
sei eine solche Angabe für den Vertrauensschutz ohnehin kaum erforderlich, da allgemein 
bekannt sei, dass die kantonalen Praxen (auch betreffend die direkte Bundessteuer) aus-
einander gingen. Auf jeden Fall enthalte das Ruling im Kanton G., dessen Gültigkeit nicht 
in  Frage  gestellt  werde,  auch  keinen  solchen  Hinweis.  Die  Beschwerdegegner  bestreiten 
auch,  dass  die  Steuerverwaltung  des  Kantons  Freiburg  vom  weiteren  Anstellungsver-
hältnis bei B. keine Kenntnis gehabt habe soll. Allein schon die Tatsache, dass überhaupt 
ein Ruling mit entsprechendem Inhalt beantragt worden sei, lasse keinen andern Schluss 
zu,  als  dass  Frau  X.  weiterhin  für  B.  arbeiten  würde.  Es  hätte  andernfalls  kaum  einen 
Sinn gemacht, die Fragen der Besteuerung der Mitarbeiteraktien mit Vesting-Periode und 
der Mitarbeiteroptionen mit Vesting Schedule durch ein Ruling abklären zu lassen. 

Ebenso wird geltend gemacht, die Sachverhaltsdarstellung in der zur Diskussion stehen-
den  Rulinganfrage  habe  insbesondere  die  tatsächlichen  Verhältnisse  hinsichtlich  der 
Optionen  der  Mitarbeiterbeteiligungspläne  1998  und  2003  korrekt  wiedergegeben.  Weil 
die  Optionen  folglich  jederzeit,  also  ab  dem  "Date  of  Grant"  hätten  ausgeübt  werden 
können  und  der  Rechtserwerb  im  Zeitpunkt  der  Zuteilung  stattgefunden  habe,  sei  der 
Entwurf  der  Rulinganfrage  der  A.  AG  zum  Schluss  gekommen,  dass  die  Optionen  im 
Zeitpunkt  der  Zuteilung  zu  besteuern  seien.  Dies  sei  dann  von  der  Freiburger 
Steuerverwaltung  bestätigt  worden  und  entspreche  auch  der  späteren  Haltung  der 
Steuerverwaltung  E.  Ein  entsprechender  Vermerk  sei  dann  von  der  Arbeitgeberin  auch 
auf dem Lohnausweis 2004 angebracht worden. Der Lohnausweis 2006 erfasse die in der 
Schweiz  ausgeübten  Optionen  zwar  als  Lohn,  doch  werde  im  Anhang  klargestellt,  dass 
diese  Erträge  gemäss  Steuerruling  des  Kantons  Freiburg  nicht  steuerbar  seien.  Erst 
infolge  einer  Rückfrage  zu  diesem  Lohnausweis  hätten  die  Beschwerdegegner  erstmals 
erfahren,  dass  der  Kanton  G.  diese  Optionen  bei  Ausübung  (teilweise)  besteuere.  Eine 
solche  pro  rata  Besteuerung  für  in  der  Schweiz  ausgeübte  Optionen  sehe  weder  das 
Rundschreiben  noch  das  Kreisschreiben  vor.  Stelle  man  hier  auf  das  OECD 
Musterabkommen ab, so stünde der Schweiz jedoch kein Besteuerungsrecht zu, da die in 
Frage  stehenden  Optionen  ab  dem  ersten  Tag  hätten  ausgeübt  werden  können  und  im 
Ausland  gewährt  worden  seien.  Im  Übrigen  komme  dem  Ruling  im  Sitzkanton  G.  kein 
erhöhtes  Vertrauen  zu.  Eine  solche  Annahme  würde  der  im  DBG  verankerten 
Kompetenzordnung  zuwiderlaufen.  Die  örtliche  Zuständigkeit  zur  Erhebung  der 
Einkommenssteuer  liege  nicht  beim  Sitzkanton  des  Arbeitgebers,  sondern  beim 
Wohnsitzkanton des Arbeitnehmers. 

Abschliessend verwahren sich die Beschwerdegegner auch dagegen, dass es sich um ein 
Ausspielen  der  Kantone  untereinander  und  um  eine  Verschleierungstaktik  handeln  soll. 
Diese  Behauptung  sei  nicht  nur  aktenwidrig,  sondern  auch  als  haltlose  Unterstellung  zu 
betrachten,  welche  gegen  den  "Ethikcode"  zwischen  Steuerbehörden  und  Steuerpflichti-
gen ("Verhaltenskodex für Steuerbehörden, Steuerzahler und Steuerberater") verstosse. 

 
 
- 18 - 

Unter  diesen  Umständen  gelangen  die  Beschwerdegegner  zum  Schluss,  dass  sämtliche 
Voraussetzungen  für  den  Schutz  berechtigten  Vertrauens  erfüllt  seien.  Die  Auskunft  sei 
von  der  zuständigen  Behörde  auch  für  die  direkte  Bundessteuer  vorbehaltlos  erteilt 
worden,  und  zwar  aufgrund  eines  klar,  vollständig  und  korrekt  unterbreiteten  Sachver-
haltes. Zudem sei die Auskunft richtig bzw. deren Unrichtigkeit nicht erkennbar gewesen. 
In der  Tat bestehe im Bereich der  Besteuerung von Mitarbeiterbeteiligungen keine klare 
Praxis  und  es  herrsche  eine  grosse  Rechtsunsicherheit.  Im  Übrigen  seien  aufgrund  der 
Auskunft  nachteilige  Dispositionen  getroffen  worden  (Verzicht  auf  die  umgehende  Aus-
übung  der  Optionen;  entsprechende  Zunahme  der  Steuerlast  -  um  ungefähr  975'000 
Franken  -  infolge  der  Wertsteigerung  nach  dem  Börsengang  von  B.  sowie  der  pro  rata 
Besteuerung  nach  der  Haltedauer).  Schliesslich  gehe  der  Vertrauensschutz  unter  den 
gegebenen Umständen dem Gesetzmässigkeitsprinzip vor. 

e)  Im  vorliegenden  Fall  ist  zunächst  davon  auszugehen,  dass  das  zur  Diskussion 
stehende Ruling auch für die direkte Bundessteuer getroffen worden ist. Es trifft zwar zu, 
das  diese  in  der  Rulinganfrage  vom  28.  September  2004  nicht  explizit  erwähnt  wurde. 
Hingegen betraf die Eingabe vom 29. April 2004 an die Steuerverwaltung des Kantons E., 
welche  der  Freiburger  Steuerverwaltung  als  integrierender  Bestandteil  der  Anfrage 
eingereicht worden ist, klarerweise auch die direkte Bundessteuer. Dementsprechend hat 
die  Steuerverwaltung  des  Kantons  Freiburg  der  Rulinganfrage  denn  auch  ausdrücklich 
sowohl  für  die  Kantonssteuern  als  auch  die  direkte  Bundessteuer  zugestimmt.  Somit 
bleibt  zu  prüfen,  ob  die  Bindungswirkung  des  Rulings  für  die  -  allein  streitige  -  direkte 
Bundessteuer aus einem andern Grund zu verneinen sei. Ist nämlich eine der vorne (Erw. 
2.a)  dargelegten  Voraussetzungen  des  Vertrauensschutzes  nicht  erfüllt,  so  kann  die 
Eidgenössische  Steuerverwaltung  im  Veranlagungsverfahren  entsprechend  intervenieren 
(vgl.  MORF  /  MÜLLER  /  AMSTUTZ,  816  Ziff.  4.4.1;  BERDOZ,  255).  In  Bezug  auf  die  hier 
vorzunehmende Beurteilung der Verbindlichkeit des Rulings mit den Freiburger Behörden 
ist  vorweg  festzuhalten,  dass  sich  die  Beschwerdegegner  die  Kenntnisse  und  das 
Verhalten  ihrer  Vertreter  anrechnen  lassen  müssen  (vgl.  das  Bundesgerichtsurteil 
2C_24/2010 vom 1. Juni 2010, StE 2011 A 21.14 Nr. 20 Erw. 4.3 und 4.5). 

Ein  Ruling  entfaltet  seine  Wirkung  im  nachfolgenden  Einschätzungsverfahren  insbeson-
dere nur dann, wenn die Auskunft in Bezug auf einen konkreten, korrekt und vollständig 
dargelegten  Sachverhalt  erteilt  worden  ist.  Dies  stellt  in  der  Tat  eine  zentrale  Voraus-
setzung  dafür  dar,  dass  sich  die  Beschwerdeführer  auf  den  Grundsatz  von  Treu  und 
Glauben  berufen  können  (vgl.  EISENRING,  115  f.;  BEHNISCH  /  CADOSCH,  Rz  1  f.;  BERDOZ, 
283).  Es  muss  alles,  was  auf  die  Beurteilung  Einfluss  hat,  offengelegt  werden;  insbe-
sondere dürfen keine gezielten Unterlassungen erfolgen. Diesbezüglich fällt im vorliegen-
den Zusammenhang sofort auf, dass in den verschiedenen Rulinganfragen der einleitend 
(nur  kurz  und  mit  Verweis  auf  die  Pläne  sowie  die  entsprechenden  Agreements) 
dargestellte  Sachverhalt  zwar  gleich  formuliert,  dann  jedoch  von  den  Gesuchstellern 
selber  unterschiedlich interpretiert  und  qualifiziert  worden  ist,  um  daraus  eine  geradezu 
diametral  entgegengesetzte  Steuerfolge  abzuleiten  (vgl.  die  vorne  unter  A.  a  und  b 
wiedergegeben  Auszüge).  So  wurde  einerseits  in  der  ersten  Rulinganfrage,  welche  am 
22.  Januar  2004  im  Namen  der  Arbeitgeberin  B.  am  Sitzkanton  G.  (und  später  auch  im 
Kanton  F.)  eingereicht  worden  ist,  ausdrücklich  betont,  die  früher  erhaltenen,  aber  am 
Zuzugsdatum in die Schweiz noch nicht ausgeübten Optionen hätten als nicht bewertbar 
im Sinne des Kreisschreibens der Eidgenössischen Steuerverwaltung vom 30. April 1997 
und  des  Merkblatts  des  Kantonalen  Steueramts  G.  vom  1.  September  2003  zu  gelten. 
Dementsprechend  seien  diese  Optionen  erst  bei  der  Ausübung  zu  besteuern,  wobei  die 

 
 
 
- 19 - 

in  der 

internationalen  Ausscheidung  gemäss 

internem  Recht  den 
Schweiz 
Ausübungsgewinn  auf  einer  Pro-Rata-Basis 
zuteile.  Dieser  Betrachtungsweise 
entsprechend  könnten  die  Optionen  während  der  Laufzeit  auch  keinen  Bestandteil  des 
steuerbaren  Vermögens  darstellen.  Demgegenüber  wurde  andererseits  in  der  Ruling-
anfrage (ebenfalls im Namen von B.) an den Kanton E., welche integrierender Bestandteil 
der  Eingabe  der  Beschwerdegegner  an  die  Steuerverwaltung  des  Kantons  Freiburg 
bildete, für die gleiche Konstellation insbesondere dargelegt, die Vesting-Periode betreffe 
nicht  die  Optionen,  sondern  die  Aktien.  Da  der  einzelne  Mitarbeiter  bereits  ab  dem 
Zeitpunkt  der  Zuteilung  ein  Ausübungsrecht  besitze,  seien  die  Optionen  unbelastet. 
Lediglich  die  Aktien,  welche  der  Mitarbeiter  bei  der  Ausübung  erhalte,  seien  mit  einer 
Rückgabeverpflichtung  belastet.  Mangels  Beschränkung  des  Ausübungsrechts  zwischen 
der  Zuteilung  der  Optionen  und  dem  Zeitpunkt,  in  welchem  der  Mitarbeiter  bei  der 
Ausübung das Recht an den Aktien erwerbe, ergebe es keine gesetzliche Rechtfertigung, 
um  die  Besteuerung  der  Optionen  über  den  Zeitpunkt  der  Zuteilung  hinaus  aufzu-
schieben.  Angesichts  dieser  Ausgestaltung  des  Beteiligungsrechts  entspreche  die  Be-
steuerung der Optionen bei deren Zuteilung der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zur 
Frage, in welchem Zeitpunkt das Einkommen beim Erwerb von Mitarbeiteraktien realisiert 
sei; dies widerspreche  auch nicht den Grundsätzen für eine aufgeschobene Besteuerung 
gemäss dem Kreisschreiben Nr. 5 vom 30. April 1997. Diese Betrachtungsweise habe zur 
Folge, dass die (noch nicht ausgeübten) Mitarbeiteroptionen bei den Mitarbeitern von B. 
ab deren Wohnsitznahme in der Schweiz als Vermögen zu besteuern seien.  

Es ist evident, dass ein solches Vorgehen - zumindest soweit es die gleiche Steuer betrifft 
-  dem  Verbot  widersprüchlichen  Verhaltens  zuwiderläuft  und  somit  gegen  Treu  und 
Glauben  verstösst.  Erst  recht  verletzt  es  auch  den  von  beiden  Parteien  angerufenen 
"Verhaltenskodex  für  Steuerbehörden,  Steuerzahler  und  Steuerberater"  (vgl.  ST  2003, 
1113 ff.), wonach die verfolgten Interessen offenzulegen sind. Danach soll generell offen, 
sachlich  und  transparent  informiert  sowie  Gleiches  gleich  und  Ungleiches  ungleich  beur-
teilt werden. Als verpönt bezeichnet werden allgemein unseriöse Praktiken und insbeson-
dere das "Antwort-Shopping" bei Mitarbeitern derselben Verwaltung, worunter grundsätz-
lich auch die jeweiligen kantonalen Verwaltungen für die direkte Bundessteuer fallen (vgl. 
Art. 102 Abs. 2 DBG). Die Feststellung treuwidrigen Verhaltens erscheint hier umso mehr 
gerechtfertigt,  als  es  im  Zusammenhang  mit  Mitarbeiterbeteiligungen  allgemein  üblich 
ist,  ein  allfälliges  Ruling  am  Sitzkanton  der  Gesellschaft  einzuholen  und  dieses  dann  in-
formationshalber  an  die  betroffenen  Kantone  weiterzuleiten.  Eine  solche  "generell-
konkrete"  Anfrage  des  Arbeitgebers  betrifft  nämlich  insbesondere  auch  -  in  grund-
sätzlicher  Übereinstimmung  mit  der  steuerrechtlichen  Beurteilung  -  die  Abrechnung  der 
Sozialversicherungsbeiträge  (vgl.  dazu  BGE  133  V  346)  sowie  die  entsprechende  Er-
stellung  der  Lohnausweise.  Dies  hat  grundsätzlich  auch  Drittwirkungen  für  die  be-
troffenen Arbeitnehmer. Soweit es gewissen Beteiligten (insbesondere Arbeitnehmern mit 
anderem  Wohnsitz)  darum  geht,  trotzdem  allfällige  unterschiedliche  steuerliche  Praxen 
der  Kantone  gezielt  auszunützen,  muss  die  gebotene  Grenze  zumindest  darin  bestehen, 
dass  dieses  Vorgehen  auf  die  kantonalen  Steuern  beschränkt  bleibt.  Hingegen  kann  es 
nicht angehen, für die schweizweit einheitlich zu handhabende direkte Bundessteuer be-
wusst unterschiedliche Rulings zu vereinbaren oder geradezu zu erschleichen. Es darf ja 
nicht  sein,  dass  das  gleiche  Einkommen  (ein-  und  desselben  Arbeitgebers!)  bewusst  in 
gewissen  Kantonen  der  direkten  Bundessteuer  unterstellt  wird  und  in  andern  Kantonen 
nicht. Hier geht es schlicht um den in Art. 8 Abs. 1 BV statuierten Anspruch auf Rechts-
gleichheit  vor  dem  Gesetz  sowie  die  entsprechende  Pflicht  zur  Gewährleistung  der  ein-
heitlichen  Rechtsanwendung,  wie  sie  in  Art.  102  Abs.  2  und  Art.  104  Abs.  1  DBG  aus-

 
 
- 20 - 

drücklich vorgesehen ist. Dazu kommt im vorliegenden Fall, dass die im streitigen Punkt 
klarerweise  entgegengesetzten  Rulinganfragen  verschwiegen  wurden.  Während  in  der 
Eingabe  der  Firma  B.  an  den  Kanton  E.  von  anderen  Rulings  überhaupt  nicht  die  Rede 
war,  wurde  im  Schreiben  der  Steuerpflichtigen  vom  28. September  2004  an  die 
Freiburger  Steuerverwaltung  ausdrücklich  betont,  es  sei  "offenbar  …  eine  ähnliche 
Anfrage  [Hervorhebung  durch  den  Urteilsredaktor]  -  in  F.  unter  Berechnung  der 
vorgeschlagenen  Bewertung  -  auch  in  anderen  Kantonen  eingereicht"  worden.  Damit 
wurde  geradezu  der  Eindruck  erweckt,  dass  dort  die  gleichen  Anträge  gestellt  worden 
seien.  Dieser  Hinweis  war  umso  irreführender,  als  nicht  die  erste  Anfrage  vom  12. Mai 
2004,  sondern  bloss  eine  Kopie  des  zweiten  Rulingantrages  vom  22.  Juni  2004  an  den 
Kanton F. beigelegt wurde. In Letzterem ging es jedoch - im Hinblick auf einen allfälligen 
Börsengang  der  B.  mit  entsprechenden  "Lock-up"-Sperrfristen  für  die  Aktionäre  - 
ausschliesslich um die Bewertung von bereits bezogenen Aktien, für welche gemäss den 
Beteiligungsplänen der B. keine Rückgabeverpflichtung mehr bestand. Die Vorinstanz hat 
denn auch ausdrücklich bestätigt, dass sie im damaligen Zeitpunkt von den in G. und F. 
eingereichten  Anfragen  betreffend  die  Einkommensbesteuerung  keine  Kenntnis  hatte. 
Entgegen  der  Behauptung  der  Beschwerdegegner  hatten  übrigens  die  Rulinganfragen  in 
den  Kantonen  E.  und  Freiburg  sehr  wohl  auch  die  Einkommens-  und  nicht  nur  die 
Vermögenssteuer  zum  Gegenstand.  Unter  diesen  Umständen  konnte  die  Vorinstanz 
keinen Verdacht hegen, dass im gleichen Zusammenhang - insbesondere für die direkte 
Bundessteuer  -  bereits  ein  gegenteiliges  Ruling  vereinbart  worden  war.  Beigefügt  kann 
noch  werden,  dass  Rechtsanwältin  C.  in  der  Rulinganfrage,  welche  sie  am  16.  August 
2004  im  Namen  der  Beschwerdegegner  bei  der  Steuerverwaltung  des  Kantons  E. 
eingereicht hat (Beschwerdeantwort Beilage 21), sogar ausdrücklich betonte: 

"Les  époux  X.  ont  été  informés  du  fait  que,  le  25  juin  2004,  le  groupe  B.  vous  a 

adressé une demande par le biais de A. SA concernant, entre autres, la valorisation 

des  options  et  actions  de  collaborateurs  B.  pour  l'impôt  sur  la  fortune  et  leur  date 

d'imposition.  Une  telle  demande  [Hervorhebungen  durch  den  Urteilsredaktor]  a 

également été faite dans d'autres cantons, lesquels l'ont apparemment acceptée." 

Soweit  die  Beschwerdegegner  einwenden,  das  von  der  Firma  B.  am  Sitzkanton  ein-
geholte, anders lautende Ruling sei ihnen nicht bzw. erst im Jahr 2007 bekannt gewesen, 
kann  ihnen  nicht  gefolgt  werden.  Ebenso  wenig  spielt  es  eine  Rolle,  ob  ihnen  bei  ihrem 
Wohnsitzwechsel  das  schweizerische  Steuersystem  geläufig  war  oder  nicht.  Massgebend 
ist  in  diesen  Punkten,  dass  sich  die  Beschwerdegegner,  wie  bereits  dargelegt,  auch  die 
Kenntnisse  und  das  Verhalten  ihrer  Vertreter  anrechnen  lassen  müssen.  Dabei  ist  nicht 
zu  übersehen,  dass  sowohl  die  Rulinganfragen in  den  Kantonen  G.  und  F.  als  auch  jene 
im  Kanton  E.  von  der  gleichen  Vertreterin  der  Firma  B.,  nämlich  der  A.  AG  eingereicht 
worden  sind.  In  deren  Namen  hat  jeweils  insbesondere  Dr.  Z.  unterzeichnet,  sodass  - 
was auch sonst nahe liegend erscheint - eine umfassende Kenntnis und Bearbeitung der 
Steuerfragen  im  Zusammenhang  mit  den  Mitarbeiterbeteiligungen  der  Firma  B.  ange-
nommen werden kann. Aus den Akten ergibt sich zudem, dass sowohl Rechtsanwältin C., 
welche  zunächst  im  Kanton  E.  und  dann  in  Freiburg  im  Namen  der  Steuerpflichtigen 
auftrat,  als  auch  die  Beschwerdegegner  selber  mit  den  Beratern  der  A.  AG  in  Kontakt 
standen.  So  teilte  Herr  X.  Rechtsanwältin  C.  bereits  in  einer  Mail-Nachricht  vom 
22. September  2004  im  Hinblick  auf  die  in  Freiburg  einzureichende  Rulinganfrage 
einleitend  mit,  seine  Frau  habe  soeben  mit  den  Leuten  der  A.  AG  gesprochen,  welche 
regelmässig  bei  der  Steuerbehörde  des  Kantons  E.  nachfragten,  wie  es  mit  dem  Ruling 
stehe (Beschwerdeantwort Beilage 22). Erst recht kann unter den gegebenen Umständen 
angenommen  werden,  dass  sich  auch  Parteivertreterin  C.,  welche  als  erfahrene  und  in 

 
 
- 21 - 

steuerrechtlichen  Fragen  bewanderte  Rechtsanwältin  die  besondere  Tragweite  des 
(primär)  im  Sitzkanton  einzuholenden  Rulings  kennen  musste,  sich  vom  spezialisierten 
Sachbearbeiter  der  A.  AG  umfassend  über  die  von  der  Arbeitgeberin  bereits 
vorgenommenen Schritte informieren liess. Dies gilt umso mehr, als sie selber bereits am 
16.  August  2004  die  Steuerverwaltung  des  Kantons  E.  ebenfalls  um  Beantwortung  des 
Rulings bat, welches die A. AG im Namen der Firma B. unterbreitet hatte, und gleichzeitig 
ergänzende  Fragen  vortrug  (Beschwerdeantwort  Beilage  21).  Zudem  reichte  sie  in 
Freiburg  ausdrücklich  "dieselbe  Anfrage"  ein  wie  die  A.  AG  im  Namen  der  Firma  B. 
(Beschwerdebeilage 7). Daraus ergibt sich der Schluss, dass die Vorinstanz - zumindest 
was  die  direkte  Bundessteuer  betrifft  -  nicht  vollständig  und  korrekt  informiert  worden 
ist.  Schon  aus  diesem  Grund  sowie  angesichts  des  dargelegten  widersprüchlichen 
Verhaltens  der  Beteiligten  entfällt  der  von  den  Beschwerdegegner  angerufene 
Vertrauensschutz. 

Auch  nicht  durchzudringen  vermögen  die  Beschwerdegegner  im  Weiteren  mit  dem  Ein-
wand,  eine  allfällige  Unrichtigkeit  der  erhaltenen  Auskunft  sei  nicht  erkennbar  gewesen. 
Als unrichtig gilt eine Auskunft, wenn sie entweder dem Gesetz oder einer für Dritte klar 
erkennbaren  Praxis  (Kreisschreiben  usw.)  widerspricht.  Hat  der  Steuerpflichtige  einen 
Steuerberater  mit  dem  Einholen  einer  Auskunft  beauftragt,  so  dürfen  höhere 
Anforderungen  an  die  Erkennbarkeit  gestellt  werden.  Der  Steuerpflichtige  hat  sich  auch 
hier  das  Wissen  seines  Vertreters  anrechnen  zu  lassen  (vgl.  zu  diesen  Aspekten  MORF  / 
MÜLLER  /  AMSTUTZ,  815  Ziff.  4.2.4;  BERDOZ,  267  ff.  sowie  die  dort  erwähnten  Bundes-
gerichtsurteile).  Diesbezüglich  ist  den  Beschwerdeführern  zwar  einzuräumen,  dass  die 
Besteuerung  von  Mitarbeiteroptionen  während  Jahren  umstritten  war  und  über  längere 
Zeit hinweg Gegenstand parlamentarischen Beratungen bildete, welche erst kürzlich ab-
geschlossen wurden (vgl. die Botschaft zum Bundesgesetz über die Besteuerung von Mit-
arbeiterbeteiligungen,  BBl.  2005,  575 ff.,  sowie  das  schliesslich  am  17.  Dezember  2010 
erlassene Bundesgesetz, BBl. 2010, 8987 ff.).  Nichtsdestoweniger ist für das Jahr 2004, 
in  dem  die  Rulings  eingeholt  wurden,  davon  auszugehen,  dass  die  Eidgenössische 
Steuerverwaltung  die  steuerliche  Behandlung  von  Mitarbeiteraktien  und  Mitarbeiter-
optionen  in  ihrem  überarbeiteten  Kreisschreiben  Nr.  5  vom  30.  April  1997  (ASA  66, 
130 ff.)  geregelt  und  zudem  vor  allem  das  Rundschreiben  vom  6.  Mai  2003  zur  Be-
steuerung von Mitarbeiteroptionen mit Vesting-Klauseln erlassen hatte. Dies musste den 
Vertretern der Beschwerdegegner bekannt sein. Dass dem auch tatsächlich so war, ergibt 
sich  insbesondere  aus  den  …-NEWS  zum  Thema  "Neues  Rundschreiben  der  Eidgenössi-
schen Steuerverwaltung zur Besteuerung von  Mitarbeiteroptionen mit Vesting-Klauseln", 
welche die A. AG im Mai 2003 an ihre Kunden gerichtet hat. Darin wird einleitend betont, 
das  neue  Rundschreiben  habe  einen  beträchtlichen  Einfluss  auf  die  Besteuerung  von 
Mitarbeiteroptionen  in  der  Schweiz.  Es  dränge  sich  daher  eine  detaillierte  Analyse  der 
Auswirkungen für Unternehmen und Mitarbeiter auf, da ein grosses Potenzial für Steuer- 
und Sozialversicherungseinsparungen bestehe. Im Einzelnen wurde dann dargelegt: 

"Grundzüge des neuen Rundschreibens 

Mit dem per 6. Mai 2003 veröffentlichen Rundschreiben, adressiert an die kantonalen 

Steuerverwaltungen,  versucht  die  Eidgenössische  Steuerverwaltung,  die  Auslegung 

ihres  Kreisschreibens  vom  30.  April  1997  mit  dem  Urteil  des  Zürcher  Verwaltungs-

gerichts in einer praktikablen Art und Weise zu harmonisieren. Die neue Auslegung der 

Eidgenössischen  Steuerverwaltung  stellt 

jedoch  eine  Kehrtwendung 

in  der 

Besteuerungspraxis von Mitarbeiteroptionen mit Vestingklauseln dar. 

 
 
- 22 - 

Das  Rundschreiben  der  Eidgenössischen  Steuerverwaltung  ist  rechtlich  als  Ver-

waltungsverordnung,  als  Anweisung  an  die  kantonalen  Steuerverwaltungen  für  die 

Veranlagung der direkten Bundessteuer, zu verstehen. Es ist noch nicht absehbar, ob 

die  neuen  Regeln  auch  den  Eingang  in  die  Praxis  für  die  kantonalen  Steuern  finden 

werden. 

Das  Rundschreiben  der  Eidgenössischen  Steuerverwaltung  befasst  sich  nur  mit  Mit-

arbeiteroptionen,  die  sogenannten  Vesting-Klauseln  unterliegen.  Als  Vesting-Klauseln 

werden  die  Bestimmungen  in  Optionsplänen  verstanden,  wonach  der  begünstigte 

Mitarbeiter  zugeteilte  Optionen  verlieren  kann,  wenn  das  Arbeitsverhältnis  während 

einer  gewissen  Periode  –  der  Vesting-Periode  –  aufgelöst  wird.  Da  der  Grossteil  der 

Optionspläne  über  derartige  Vesting-Klauseln  verfügt,  sind  auch  die  meisten  gegen-

wärtigen  und  zukünftigen  Optionsinhaber  sowie  die  Arbeitgeber  von  den  Neuerungen 

des Rundschreibens betroffen. 

Von der Zuteilungsbesteuerung… 

Gemäss der bisherigen Praxis der direkten Bundessteuer und einer Vielzahl der Kann-

tone musste der Mitarbeiter seine bewertbaren Optionen bei der Zuteilung versteuern, 

auch  wenn  diese  Optionen  mit  Vesting-Klauseln  versehen  waren.  Im  Zeitpunkt  eines 

allfälligen Verfalls der Optionen aufgrund dieser Vesting-Klauseln (bei Beendigung des 

Arbeitsverhältnisses)  konnte  der  Mitarbeiter  steuerlich  einen  sogenannten  Minuslohn 

geltend machen. 

… zur Ausübungsbesteuerung 

Eine  neue  rechtliche  Analyse  der  Eidgenössischen  Steuerverwaltung  hat  nun  ein 

anderes  Bild  ergeben.  Die  Eidgenössische  Steuerverwaltung  kommt  nun  –  wie  das 

Zürcher Verwaltungsgericht – zum Schluss, dass die Optionen mit Vesting-Klauseln im 

Zeitpunkt  der  Zuteilung  noch  nicht  „unwiderruflich  erworben”  werden.  In  der  Praxis 

enthalten  die  meisten  Optionspläne  weitere  Bedingungen  und  Einschränkungen  nach 

der  Vesting-Periode,  wie  zum  Beispiel  sofortiger  Verfall  der  Optionen  bei  Kündigung 

aus  wichtigem  Grund  (Art.  337  OR  gemäss  Schweizer  Recht)  oder  Einkürzung  der 

Ausübungsfrist bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses (sogennante „Truncation”). 

Auch  nach  dem  Ablauf  der  Vesting-Periode  ist  damit  grundsätzlich  bei  den  meisten 

Optionen  noch  kein  „unwiderruflicher  Rechtserwerb  gegeben,  dessen  Erfüllung  nicht 

besonders  unsicher  ist”.  Der  steuerliche  Zufluss  erfolgt  deshalb  gemäss  dem  neuen 

Rundschreiben der Eidgenössischen Steuerverwaltung im Zeitpunkt der Ausübung. 

Verpflichtungen für den Arbeitgeber 

Sind  Mitarbeiteroptionen  im  Zeitpunkt  der  Zuteilung  noch  nicht  steuerbar,  haben  die 

Arbeitgeber  gemäss  Rundschreiben  auf  die  Zuteilung  der  Optionen  im  Lohnausweis 

unter  der  Rubrik  „Bemerkungen”  hinzuweisen.  Ausserdem  haben  sie  auf  einem 

separaten  Beiblatt  zuhanden  der  steuerpflichtigen  Personen  sinngemäss  festzuhalten, 

dass die Optionen blosse Anwartschaften darstellen, und dass die Besteuerung erst bei 

allfälliger Ausübung erfolgen wird.  

Bei  der  Ausübung  muss  der  Arbeitgeber  den  Ausübungsgewinn  (d.h.  die  Differenz 

zwischen  dem  Aktienkurs  im  Zeitpunkt  der  Ausübung  und  dem  Ausübungspreis)  als 

Teil des Bruttoeinkommens auf dem Lohnausweis deklarieren, und die entsprechenden 

Sozialversicherungsabgaben entrichten. 

Sozialversicherungen 

 
 
- 23 - 

In  Anlehnung  an  Artikel  7  der  AHV-Verordnung  richtet  sich  der  Zeitpunkt  der  Er-

fassung  von  Mitarbeiteroptionen  für  Sozialversicherungszwecke  nach  den  Vorschriften 

der  direkten  Bundessteuer.  Demzufolge  müssten  auch  die  Sozialversicherungsbe-

hörden  die  Änderung  der  Praxis  der  Eidgenössischen  Steuerverwaltung  übernehmen. 

In welcher Form dies das Bundesamt für Sozialversicherungen tun wird, ist noch nicht 

klar. 

Da sich das Rundschreiben als Präzisierung zum Kreisschreiben Nr. 5 bezeichnet, stellt 

sich die Frage, ob die Zuteilungsbesteuerung von Optionen mit Vesting-Klauseln in der 

Vergangenheit  falsch  war.  In  diesem  Fall  hätte  der  Arbeitgeber  die  Lohnausweise, 

welche die Optionszuteilungen gemäss alter Praxis beinhalten, zurückzurufen und neue 

Lohnausweise unter Berücksichtigung der neuen Praxis auszustellen. Es stellt sich die 

Frage, inwieweit sich ein Arbeitgeber auf ein mit den Steuerbehörden ausgehandeltes 

Besteuerungsgutachten  stützen  kann.  Der  Nettolohnbetrag  der  vergangenen  Jahre 

ändert sich jedenfalls dann (und es sollte ein neuer Lohnausweis ausgestellt werden), 

wenn die gemäss alter Praxis zuviel bezahlte AHV zurückgefordert wird. 

Übergangsregeln und Planungsmöglichkeiten 

Das Rundschreiben bezeichnet sich selber als „Präzisierung des Kreisschreibens Nr. 5”. 

Tatsächlich  liegen  die  Aussagen  des  Rundschreibens im  Auslegungsbereich  des  Kreis-

schreibens;  es  handelt  sich  aber  rechtlich  klarerweise  um  eine  signifikante  Praxis-

änderung. 

Bei  einer  Praxisänderung  hat  der  Mitarbeiter  das  Anrecht,  für  alle  noch  offenen 

Steuerjahre  gemäss  der  neuen  Praxis  beurteilt  zu  werden.  Wenn  also  ein  Mitarbeiter 

im  Jahr  2001  Optionen  erhalten  hat,  die  gemäss  der  damals  anwendbaren  Praxis  bei 

der Zuteilung steuerbar waren, kann er – sofern er noch nicht definitiv veranlagt ist – 

ein  Rektifikat  der  Steuererklärung  einreichen  und  die  Besteuerung  von  Mitarbeiter-

optionen  mit  Vesting-Klauseln  im  Zeitpunkt  des  definitiven  Rechtserwerbs,  also  ge-

mäss  dem  neuen  Rundschreiben  in  den  meisten  Fällen  bei  Ausübung,  verlangen.  In 

diesem  Zusammenhang  stellt  sich  andererseits  die  Frage,  ob  sich  das  Unternehmen 

und  die  Mitarbeiter  unter  Berufung  auf  Treu  und  Glauben  auf  die  vorgängig  ausge-

handelten Besteuerungsgutachten stützen können.  

Die praktische Anwendung dieses Rundschreibens sowie die Übergangsbestimmungen 

sind zur Zeit noch unklar. Wir sind der Ansicht, dass sich aufgrund der neuen Grund-

lagen  für  viele  Arbeitnehmer,  die  Steuern  und  Sozialversicherungsabgaben  bei  der 

Zuteilung  der  Optionen  bezahlt  haben,  beträchtliche  Sparmöglichkeiten  ergeben.  Wir 

empfehlen deshalb, eine detaillierte Analyse der Auswirkungen des Rundschreibens auf 

das Unternehmen wie auch auf die Mitarbeiter vorzunehmen." 

Abschliessend  wurde  übrigens  für  weitere  Informationen  auch  an  Dr.  Z.  verwiesen, 
welcher  bekanntlich  die  Rulinganfragen  der  A.  AG  unterzeichnet  hat.  Dr.  Z.  kann  ohne 
Zweifel  auch  als  einer  der  besten  Kenner  der  Materie  betrachtet  werden,  hat  er  doch 
1999  seine  (berufsbegleitend  verfasste)  Dissertation  zum  Thema  "Mitarbeiteroptionen 
und  -aktien,  Bewertung  -  Rechnungslegung  -  Besteuerung"  als  Band  164  der  Schriften-
reihe der Treuhand-Kammer veröffentlicht. Im Lichte dieser Publikationen kann nicht im 
Ernst  behauptet  werden,  die  Vertreter  der  Beschwerdegegner  hätten  die  aktuelle  Praxis 
der  Eidgenössischen  Steuerverwaltung  zur  Besteuerung  von  Mitarbeiteroptionen  nicht 
gekannt.  Im  Gegenteil  ergibt  sich  daraus  mit  aller  Deutlichkeit  der  Schluss,  dass  die 
federführenden Beteiligten sachkundig und ganz gezielt vorgegangen sind. Auch deshalb 

 
 
- 24 - 

sind  die  Voraussetzungen,  welche  Rechtsprechung  und  Lehre  an  den  Schutz  des  in  eine 
behördliche Auskunft gesetzten Vertrauens stellen, vorliegend nicht erfüllt. 

3. 
a)  In  materieller  Hinsicht  bringt  die  Eidgenössische  Steuerverwaltung  in  ihrer  Be-
schwerde  insbesondere  vor,  es  bestehe  bezüglich  der  Besteuerung  von  Mitarbeiter-
optionen  eine  langjährige,  allgemein  bekannte  Praxis,  welche  mit  dem  Rundschreiben 
vom 6. Mai 2003 weiter präzisiert worden sei. Nicht als Mitarbeiteroptionen im Sinne des 
Kreisschreibens  Nr.  5  gälten  Gestaltungsrechte  auf  Erwerb  von  Beteiligungsrechten, 
deren  Wert  sich  nicht  objektiv  feststellen  lasse,  weil  sie  zahlreiche  individuelle  Bedin-
gungen enthalten. Dies sei beispielsweise dann der Fall, wenn extrem lange Sperrfristen 
oder Laufzeiten vorhanden sind oder wenn es an der Volatilität oder anderen Rechnungs-
parametern  fehlt.  Im  Rundschreiben  sei  ferner  darauf  aufmerksam  gemacht  worden, 
dass "gevestete" Optionen in der Regel auch nach Ablauf der Vesting-Periode noch nicht 
unwiderruflich  erworben  seien.  Der  Rechtserwerb  werde  nämlich  meistens  zusätzlich 
davon abhängig gemacht, dass der Mitarbeiter bis zur Ausübung der Optionen weiterhin 
bei  der  Unternehmung  beschäftigt  bleibe.  Eine  Besteuerung  nach  Ablauf  der  Vesting-
Periode  müsse  auch  deswegen  unterbleiben,  weil  eine  zutreffende  objektive  Bewertung 
"gevesteter"  Optionen  aufgrund  der  unterschiedlichen,  individuellen  Bedingungen  und 
Umstände gar nicht zuverlässig möglich sei. Die Einkommensbesteuerung habe daher bei 
der Ausübung der Optionen zu erfolgen. 

Davon  ausgehend  macht  die  Beschwerdeführerin  im  vorliegenden  Fall  insbesondere 
geltend: 

"5. 

„1998 Stock Plan” 

5.1  Den  uns  vorliegenden  „Stock  Option  Agreements  –  Early  Exercise”  zum  „1998 

Stock Plan” können die nachfolgenden, wichtigsten Elemente für die steuerliche Beur-

teilung  der  am  27.  Oktober  1999,  30.  März  2000  und  23.  Oktober  2001  Frau  X. 

zugeteilten  Optionen  entnommen  werden  (vgl.  Beschwerdebeilage  12.)  Die  Stock 

Option Agreements für die letzten beiden Optionszuteilungen im September 2000 und 

Oktober 2001 liegen uns zwar nicht vor – es kann jedoch davon ausgegangen werden, 

dass  diese  gleich  oder  ähnlich  lauten.  Hiernach  wird  daher  die  rechtliche  Beurteilung 

anhand der Zahlen und Daten der Optionszuteilung vom 27. Oktober 1999 aufgezeigt:  

Date of Grant 

27.10.1999 = Zuteilungsdatum der Option 

Vesting Commencement Date 

27.09.1999 

= Beginn der jeweiligen Sperrfrist / 

Vestingperiode 

Exercise Price per Share 

$0.20  = Ausübungspreis pro Aktie 

Total Number of Shares 

140'000  = Anzahl zugesicherter Aktien 

Total Exercise Price 

$ 28'000  = Ausübungspreis insgesamt 

5.2  Die  Option  ist  ganz  oder  teilweise  ausübbar,  wobei  folgende  Bedingungen  / 

Sperrfristen gelten: 25% der betreffend Aktien sind während einem Jahr (d.h. bis am 

27.09.2000)  gesperrt,  womit  die  Option  damit  faktisch  bis  dahin  nicht  ausübbar  ist 

(Vestingperiode). Danach läuft jeden folgenden Monat eine weitere Vestingperiode für 

1/48  der  Option  (d.h.  jeweils  2916  Aktien)  ab.  Die  Option  wird  damit  gemäss  Stock 

Option  Agreement  erst  mit  dem  Ablauf  der  jeweiligen  Vestingperiode  für  die  ent-

 
 
- 25 - 

sprechende  Tranche  unbeschränkt  ausübbar.  Bis  zum  Ablauf  der  letzten  Vesting-

periode dauert es insgesamt 4 Jahre. 

5.3   Ferner  liegt  folgende  weitere  Bedingung  bei  der  Ausübung  der  Option  vor: 

„Termination Period: This Option may be exercised, to the extent it is then vested, for 

three months after Optionee ceases to be a Service Provider. (…)”. 

Damit  hätte  die  Option  bei  einer  allfälligen  Beendigung  des  Arbeitsverhältnisses 

zwischen  B.  und  Frau  X.  nur  während  der  darauf  folgenden  drei  Monate  und  nur  in 

jenem  Umfang  noch  ausgeübt  werden  können,  für  welche  die  Vestingperiode  bereits 

abgelaufen gewesen wäre. Der Rest der Option wäre verfallen. Dies zeigt auf, dass die 

Option 

faktisch  –  entgegen  der  Ansicht  der  Beschwerdegegner  und  deren 

Rechtsvertreter/in  –  eben  nicht  bereits  am  ersten  Tag  nach  der  Zuteilung  hätte 

ausgeübt werden können, sondern dass es sich um eine blosse Anwartschaft handelte. 

Die Option ist zudem unverkäuflich ausgestaltet (Ziff. 7 des Stock Option Agreements: 

Non-Transferability  of  Option;  siehe  Beschwerdebeilage  12).  Daraus  ergibt  sich,  dass 

der  Rechtsanspruch  auf  den  Wert  der  Option  während  der  ganzen  Laufzeit  einerseits 

vom Ablauf der Vestingperiode und andererseits vom Bestand des Arbeitsverhältnisses 

abhängt (sog. Truncation Klausel) und damit in der Schwebe ist. 

5.4  Die  vorliegende  Option  kann  daher  nicht  als  Mitarbeiteroption  im  Sinne  des 

Kreisschreibens Nr. 5 angesehen werden, da die vorliegenden individuellen Bedingun-

gen  eine  objektive  Bewertung  der  Option  verunmöglichen.  Es  handelt  sich  hierbei 

gemäss  Kreisschreiben  Nr.  5  um  ein  Gestaltungsrecht  bzw.  eine  blosse  Anwartschaft, 

womit  erst  im  Zeitpunkt  der  Ausübung  der  Option  steuerbares  Einkommen  realisiert 

wird (vgl. dazu auch Rundschreiben, Ziff. 2). 

5.5  Theoretisch  wäre  eine  Bewertung  per  Zuteilungstag,  d.h.  per  27. September 

1999,  möglich,  doch  müsste  das  ganze  Paket  in  die  jeweiligen  Tranchen  aufgeteilt 

werden.  Eine  solche  Aufteilung  wurde  von  der  ESTV  bisher  nie  akzeptiert.  Bei  derart 

vielen  Tranchen  liegt  eine  Häufung  von  individuellen  Bedingungen  vor  (vgl.  Kreis-

schreiben Nr. 5, Ziffer 4.1. Grundsätze) und die ESTV schliesst in solchen Fällen immer 

auf Nichtbewertbarkeit der Optionen und damit auf die Besteuerung im Zeitpunkt der 

Ausübung.  Hinzu  kommt,  dass  B.  im  Zeitpunkt  der  jeweiligen  Zuteilungen  noch  gar 

nicht  börsenkotiert  war,  was  eine  objektive  Bewertung  der  Optionen  dieses  Start-Up-

Unternehmens auf den Zeitpunkt der Zuteilung äusserst erschwert hätte. 

5.6  Wie  bereits  erwähnt,  wurden  unter  dem  „1998  Stock  Plan”  weitere  Optionen 

zugeteilt.  Die  Option  Agreements  betreffend  die  Zuteilungen  per  30.  März  und 

26. September  2000  sehen  die  gleichen  Sperrfristen  für  etwas  andere  Tranchen  vor 

(20 nach einem Jahr; 1/60 für jeden weiteren Monat); im Übrigen sind die Bedingun-

gen,  soweit  ersichtlich,  dieselben.  Die  hiervor  gemachten  Ausführungen  gelten  daher 

auch für diese späteren Zuteilungen. 

6. 

„2003 Stock Plan” (No. 2)" 

6.1   Im  „June  2003  Bonus  Stock  Option  Grant”  wird  das  bisherige  „System”  weiter-

geführt. Es liegen hier folgende Eckdaten vor: 

Date of Grant 

18.07.2003 

= Zuteilungsdatum der Option 

Total Number of Shares 

31'000 

= Anzahl zugesicherter Aktien 

 
 
- 26 - 

Exercise Price per Share 

$ 5.00 

= Ausübungspreis pro Aktie 

Vesting Commencement 

Date 

28.09.2003 

= Beginn der jeweiligen Sperrfrist 

Vesting Schedule 

Vesting  Commence-

15% cliff vesting 

12  Monate  nach 

ment Date 

13. – 24. Monat 

(cid:1) 17.5% annual vesting (credited monthly) 

25. - 36. Monat 

(cid:1) 20.0% annual vesting (credited monthly) 

37. – 48. Monat 

(cid:1) 22.5% annual vesting (credited monthly) 

49. – 60. Monat 

(cid:1) 25.0% annual vesting (credited monthly) 

6.2  Die  Vestingperioden  beginnen  am  28.  September  2003  zu  laufen.  Unter  dem 

Vesting  Schedule  sind  die  tranchenweisen  Sperrfristen  nun  klar  ersichtlich  aufgelistet 

worden. Die letzte Tranche kann nach 5 Jahren ausgeübt werden. 

6.3  Durch  diese  Möglichkeit  der  tranchenweisen  Ausübung  der  Option  liegt  eine 

Häufung  von  individuellen  Bedingungen  vor  (vgl.  Kreisschreiben  Nr.  5,  Ziffer  4.1. 

Grundsätze). Zudem enthält der „2003 Stock Plan” eine Klausel, dass Optionen, deren 

Vestingperiode  abgelaufen  ist,  innert  30  Tagen  nach  Beendigung  des  Arbeitsverhält-

nisses  auszuüben  sind  (Truncation  Klausel).  Der  Rest  verfällt  dagegen  („2003  Stock 

Plan”, Ziffer 10 lit. b.). Darin zeigt sich wieder, dass die Optionen rein anwartschaftli-

chen  Charakter  haben.  Sie  sind daher  im  Sinne  des  Rundschreibens  bei  Ausübung  zu 

versteuern. 

Zusammenfassend  lässt  sich  an  dieser  Stelle  festhalten,  dass  sich  die  vorliegenden 

Mitarbeiterbeteiligungspläne  1998  und  2003  nur  unwesentlich  unterscheiden.  Sie 

enthalten  typische  sogenannte  I.-Optionen  mit  zahlreichen  Bedingungen  (gestaffelte 

Vestingperioden,  Verfallklauseln),  weshalb  sie  nach  der  langjährigen  Praxis  der  ESTV 

im Zeitpunkt der Ausübung als Einkommen zu versteuern sind." 

b) Die Vorinstanz bestreitet in ihren Bemerkungen, dass eine langjährige und präzis 
formulierte  Praxis  bestanden  habe.  Die  Prüfung  der  Optionspläne  durch  die  Eidgenössi-
sche  Steuerverwaltung  beanstandet  sie  grundsätzlich  nicht.  Ihres  Erachtens  wurde  je-
doch  ein  wichtiges  Element  ausser  Acht  gelassen,  nämlich  der  Einfluss  des  Wohnsitz-
wechsels von I. in die Schweiz. Dieser Aspekt werde weder vom Kreisschreiben noch vom 
Rundschreiben  erfasst.  Gemäss  den  im  internationalen  Verhältnis  anwendbaren  Regeln 
sei  es  "nicht  unverständlich  zu  schliessen,  dass  die  vor  der  Einreise  in  die  Schweiz  im 
Ausland zugeteilten Optionen der schweizerischen Steuerhoheit definitiv entzogen" seien. 
Dies werde auch durch die (beigelegte) Tagungsunterlage des OREF-Steuerseminars vom 
2.  und  3.  Oktober  2008  (Fall  5)  bestätigt.  Zudem  erachtet  die  Vorinstanz  die 
Ausführungen  der  Beschwerdeführerin  als  widersprüchlich.  Der  Schluss  auf  das  System 
der  Pro-Rata-Besteuerung  ergebe  sich  nicht  aus  dem Rundschreiben,  sondern  aus  der  - 
nach  Vereinbarung  des  Rulings  veröffentlichten  -  Botschaft  zum  Bundesgesetz  über  die 
Besteuerung von Mitarbeiterbeteiligungen vom 17. November 2004. Darin werde jedoch 
ausdrücklich dargelegt: 

"Das  Bundesgesetz  über  die  Besteuerung  von  Mitarbeiterbeteiligungen  bezweckt 

hauptsächlich  die  Wiederherstellung  der  Rechtssicherheit  bei  der  Besteuerung  von 

geldwerten Vorteilen aus Mitarbeiterbeteiligungen. Insbesondere haben in den letzten 

Jahren die Mitarbeiteroptionen als Salärbestandteil an Bedeutung stark zugenommen, 

 
 
 
 
 
 
 
- 27 - 

weshalb  sich  eine  Praxis  aufdrängt,  die  sich  auf  klare  gesetzliche  Grundlagen  stützen 

kann. Mit Artikel 17 DBG hat der Gesetzgeber zwar eine Rechtsgrundlage geschaffen, 

um auch solche geldwerte Vorteile zu besteuern. Da die meisten Mitarbeiteraktien und 

–optionen  einer  Verfügungssperre  unterliegen,  vermag  diese  Rechtsgrundlage  in  der 

Praxis  aber  nicht  zu  genügen.  Es  stellt  sich  nämlich  bei  den  Mitarbeiteraktien  die 

Frage,  ob  das  Einkommen  bereits  bei  ihrem  Erwerb  oder  erst  bei  Wegfall  der 

Verfügungssperre realisiert ist. Bei den Mitarbeiteroptionen stellt sich die Frage, ob das 

Einkommen  bei  ihrer  Zuteilung,  beim  unwiderruflichen  Rechtserwerb  oder  bei 

Ausübung  zu  erfassen  ist.  In  der  Veranlagungspraxis  wurden  diese  Fragen  teilweise 

sehr  unterschiedlich  beantwortet.  Der  vorliegende  Gesetzesentwurf  will  auf  diese 

Fragen  eine  eindeutige  Antwort  geben,  indem  er  den  verschiedenen  Typen  von 

Mitarbeiterbeteiligungen  einen  entsprechenden  Besteuerungszeitpunkt  zuordnet." 

(Botschaft Übersicht Seite 576) 

„Das  Ergebnis  der  Vernehmlassung  kann  wie  folgt  zusammengefasst  werden:  

Alle Vernehmlassungsadressaten haben es begrüsst, dass eine gesetzliche Lösung für 

die Besteuerung von Mitarbeiterbeteiligungen vom Bundesrat angestrebt wird. Vielfach 

wurde  diese  Notwendigkeit  mit  der  Rechtsunsicherheit  begründet,  die  sich  daraus 

ergibt, dass die Kantone keine einheitliche Praxis bei der Besteuerung der Mitarbeiter-

optionen  befolgen.  Es  wurde  darauf  hingewiesen,  dass  neuere  Entscheide  von 

kantonalen  Rekurskommissionen  oder  Verwaltungsgerichten  zur  Verunsicherung 

beigetragen  hätten.  Daher  sei  dringend  Rechtssicherheit  auf  diesem  Gebiet 

herzustellen”. (Botschaft 1.1.7 Seite 586) 

„Die  Vorbringen  der  Kantone  sind  zutreffend.  In  den  letzten  Jahren  haben  vermehrt 

I.-Unternehmen  Optionen  an  ihre  Mitarbeiterinnen  und  Mitarbeiter  schweizerischer 

Tochtergesellschaften  abgegeben,  die  zahlreiche  Bedingungen  enthalten.  Diese 

Bedingungen  können  suspensiver  oder  resolutiver  Art  sein.  Dies  stellt  in  der  Praxis 

erhöhte  Anforderungen  an  die  Veranlagungsbehörden,  um  zu  entscheiden,  ob  beim 

unwiderruflichen  Rechtserwerb  oder  bei  der  Ausübung  besteuert  werden  soll.  Es  kam 

bereit  unter  der  bisherigen  Praxis  vor,  dass  die  gleiche  Option  durch  die  eine 

Veranlagungsbehörde  bei  Zuteilung  und  durch  die  andere  bei  Ausübung  steuerlich 

erfasst wurde”. (Botschaft 1.3.2 Seite 589)." 

c)  In  ihrer  Beschwerdeantwort  bestreiten  die  Beschwerdegegner  die  Annahme  der 
Beschwerdeführerin, wonach die Optionen im Zeitpunkt des Zuzugs in die Schweiz (April 
2004)  weder  ausübbar  noch  bewertbar  gewesen  seien.  Beides  sei  aktenwidrig  falsch. 
Unter  diesen  Umständen  erweise  sich  die  von  der  Beschwerdeführerin  beantragte 
Besteuerung im Lichte der anwendbaren Bestimmungen und Grundsätze als unzulässig. 

aa)  Am  23.  Oktober  2001  zugeteilte  Mitarbeiteroptionen  (basierend  auf  dem  Mit-
arbeiterbeteiligungsplan 1998) 

Diesbezüglich  wird  dargelegt,  die  Laufzeit  der  Optionen  betrage  nicht  mehr  als  zehn 
Jahre. Der Ausübungspreis entspreche mindestens dem Marktwert der Aktie bei der Zu-
teilung. Die Ausübungsrechte seien in einem Option Agreement geregelt worden. Gemäss 
dem  "Stock  Option  Agreement  -  Early  Exercise",  welches  für  die  Zuteilungen  per 
27. Oktober  1999,  30.  März  2000  und  26.  September  2000  vorliege,  habe  für  die 
Optionen 1999 folgender Vesting Schedule bestanden: 

"25 % of the Shares subject to the Option shall vest twelve months after the Vesting 

Commencement  Date,  and  1/48  of  the  Shares  subject  to  the  Option  shall  vest  Each 

 
 
 
- 28 - 

month  thereafter,  subject  to  Optionee's  continuing  to  be  a  Service  Provider  in  such 

dates." 

Für  die  Optionen  2000  habe  je  ein  "Stock  Option  Agreement  -  Early  Exercise"  mit  dem 
ähnlichen Vesting Schedule bestanden: 

"20 % of the Shares subject to the Option shall vest twelve months after the Vesting 

Commencement  Date,  and  1/60  of  the  Shares  subject  to  the  Option  shall  vest  Each 

month  thereafter,  subject  to  Optionee's  continuing  to  be  a  Service  Provider  in  such 

dates." 

Das  Stock  Option  Agreement  2001  liege  nicht  vor.  Es  zeige  sich  jedoch  aus  den 
Lohnausweisen 2004 und der folgenden Jahre immer deutlich, welche Optionen von B. zu 
welchem  Zeitpunkt  gewährt  worden  seien  und  mit  welcher  Vesting-Periode.  Dasselbe 
zeige  sich  aus  dem  Year  End  Activity  Statement  2004  ("Note:  Shares  can  be  exercised 
before  vesting  for  this  grant.").  So  ergebe  sich  daraus,  dass  von  den  am  23. Oktober 
2001 zugeteilten 40'000 Optionen deren 8'000 am 27. September 2002 (also nach zwölf 
Monaten)  und  der  Rest  monatlich  bis  zum  27.  September  2006  (also  über  48  Monate 
verteilt)  das  "date  de  vesting"  hatten.  Die  Regelung  entspreche  also  jener  für  die 
Optionen 2000. Aus dieser Vesting-Klausel könne entgegen der Ansicht der Beschwerde-
führerin nicht geschlossen werden, dass die Optionen damit faktisch bis anhin nicht aus-
übbar gewesen seien. Vielmehr hätten sie bereits am ersten Tag der Zuteilung ausgeübt 
werden können. Die Stock Option Agreements 1999 und 2000 räumten den Mitarbeitern 
unter  der  Überschrift  "Exercise  of  Option"  verschiedene  Rechte  zur  Ausübung  ein. 
Einerseits die Ausübung nach Massgabe der oben erwähnten Vesting Schedules: 

"… this Option shall be exercisable cumulatively according to the vesting schedule set 

forth in the Notice of Grant." 

Andererseits  -  was  von  der  Beschwerdeführerin  gänzlich  übersehen  worden  sei  -  als 
Alternative ein sogenanntes "early exercise": 

"Alternatively, at the election of the Optionee, this Option may be exercised in whole 

or in part at any time as to Shares which have not yet vested. Vested Shares shall not 

be subject to the Company's repurchase right… ." 

Bedingung für diese Ausübungsvariante sei gewesen: 

"As a condition to exercising this Option for unvested shares th Optionee shall execute 

the Restricted Stock Purchase Agreement." 

Somit  hätten  Optionen  auch  vor  Ablauf  der  Vesting-Periode  ab  dem  Zeitpunkt  der  Ge-
währung  ausgeübt  und  (mit  derselben  Vesting-Periode  versehene)  Aktien  bezogen 
werden  können.  Von  dieser  zweiten  Möglichkeit  habe  Frau  X.  weitgehend  Gebrauch 
gemacht und alle per 27. Oktober 1999 und 30. März 2000 sowie mehr als die Hälfte der 
per 23. Oktober 2001 zugeteilten Optionen vor Ablauf der Vesting-Periode ausgeübt (was 
ohne Weiteres auch aus dem Lohnausweis 2004 ersichtlich sei). Für die streitbetroffenen 
Optionen  des  Jahres  2002  ergebe  sich  sodann  aus  den  "Stock  Option  Cash  Exercises  - 
Letter  of  Authorization",  dass  bereits  am  10.  April  2002,  also  rund  6½  Monate  nach 
Zuteilung,  16'000  (alle  noch  "unvested")  von  40'000  zugeteilten  Optionen  (also  40  %) 
ausgeübt  worden  seien.  Und  am  11.  November  2002  seien  nochmals  4'000  Optionen 
(10 %)  ausgeübt  worden.  Weitere  "early  exercises"  seien  am  6.  Januar  2004  und  am 
12. März 2004 erfolgt. Der "Stock Option Cash Exercise - Letter of Authorization" besage 
entsprechend in Ziff. 3 der Anleitung: "If you are purchasing shares which have not yet 

 
 
- 29 - 

become vestet… ." Die Behauptung, dass die Optionen faktisch bis anhin nicht ausübbar 
gewesen seien, erweise sich somit offensichtlich als aktenwidrig falsch. 

bb) Am 18. Juli 2003 zugeteilte Mitarbeiteroptionen 

Wie  dazu  dargelegt,  basieren  diese  Optionen  auf  dem  Mitarbeiterbeteiligungsplan  2003. 
Die Laufzeit der Optionen sollte nicht mehr als zehn Jahre betragen. Der Ausübungspreis 
der zugeteilten Optionen sollte mindestens 85 % des Marktwertes der Aktie bei Zuteilung 
entsprechen.  Die  Ausübungsrechte  sollten  in  einem  Option  Agreement  geregelt  werden. 
Das  Stock  Option  Agreement  2003  liege  allerdings  nicht  vor.  Die  Details  ergäben  sich 
jedoch  aus  dem  "June  2003  Bonus  Stock  Option  Grant"  und  seien  mit  Bezug  auf  den 
Vesting Schedule von der Beschwerdeführerin korrekt wiedergegeben worden. Allerdings 
habe  die  Beschwerdeführerin  wiederum  die  Möglichkeit  des  "early  exercise"  übersehen, 
welche  Ausdrücklich  vorgesehen  worden  sei:  "If  you  wish  to  exercise  this  option  early. 
please  contact  …  our  in-house  stock  administrator."  Dasselbe  zeige  sich  wiederum  aus 
dem  Year  End  Activity  Statement  2004  ("Note:  Shares  can  be  exercised  bevore  vesting 
for this grant."). 

Zusammenfassend ergebe sich, dass alle Optionen jederzeit, also ab dem "Date of Grant" 
ausgeübt  werden  konnten,  sodann  jedoch  für  die  bezogenen  Aktien  eine  Sperrfrist  mit 
Rückgabeverpflichtung  bestanden  habe.  Es  seien  also  nicht  die  Optionen,  sondern 
vielmehr  die  bezogenen  Aktien  mit  einer  Vesting-Klause  verküpft  gewesen,  weshalb  es 
im "Stock Option Agreement - Early Exercise" 1999 auch heisse "… Shares subject to the 
Option  shall  vest…  ."  Im  Übrigen  könne  der  Beweis  der  sofortigen  Ausübbarkeit  aller 
Optionen auch mit den Year End Activity Statement 2003 und 2004 erbracht werden. 

cc) Bewertbarkeit der Optionen 

Diesbezüglich  machen  die  Beschwerdegegner  insbesondere  geltend,  es  handle  sich  bei 
den hier relevanten Mitarbeiteroptionen um sogenannte Incentive Stock Options (ISO) im 
Sinne  des  I.-Steuerrechts,  respektive  bei  den  2003  zugeteilten  Optionen  um  Non-
Qualified  Stock  Options  (welche  in  I.  nur  geringfügig  anders  behandelt  würden).  Die 
Incentive  Stock  Options  unterlägen  bestimmten  steuergesetzlichen  Voraussetzungen, 
nämlich: 

"● 

• 

• 

• 

• 

• 

• 

• 

Mitarbeiterstatus von der Zuteilung bis zu Ausübung; 

Grundsätzlich  nur  Mitarbeiter  mit  einem  Aktienanteil  von  weniger  als  10% 

(andernfalls erhöhter Ausübungspreis [110%] und verkürzte Laufzeit [5 Jahre]); 

Schriftlicher Stock Option Plan; 

Zustimmung der Aktionäre; 

Maximale Laufzeit des Stock Option Plans von 10 Jahren; 

Vorausbestimmter  Ausübungspreis  muss  mindestens  dem  Verkehrswert  des 

Basistitels entsprechen; 

Verkehrswert  der  Basistitel,  welche  durch  Ausübung  erworben  werden  können, 

darf bei Zuteilung höchstens USD 100'000 betragen; 

Unübertragbarkeit." 

Diese Voraussetzungen seien vorliegend erfüllt. In den verschiedenen "Stock Option Cash 
Exercises  -  Letter  of  Authorization"  würden  die  Optionen  denn  auch  als  ISO  bezeichnet. 
Mit Ausnahme des Ausübungspreises (mindestens 85 % statt 100 % des Verkehrswertes 

 
 
- 30 - 

der  Basistitel)  sowie  des  Verkehrswertes  der  Basistitel  (welcher  vorliegend  die  Grenze 
von  USD  100'000  übersteige)  würden  dies  Voraussetzungen  auch  von  den  NQSO  des 
Mitarbeiterbeteiligungsplans  2003  erfüllt.  NATHALIE  PETER  (US-amerikanische  Mitarbeiter-
beteiligungspläne  im  Einkommens-  und  Vermögenssteuerrecht  der  Schweiz,  Diss.  ZH 
2001,  36  ff.)  habe  klar  festgehalten,  dass  Incentive  Stock  Options  (ISO)  die  Anforde-
rungen  des  Kreisschreibens  Nr.  5  aus  dem  Jahre  1997  regelmässig  erfüllten.  Dement-
sprechend seien sie bewertbar.  Gleiches treffe für die NQSO des Jahres 2003 zu, da für 
sie im Wesentlichen die gleichen Parameter gälten wie für die ISO des Jahres 2001. 

An  der  Bewertbarkeit  der  Optionen  ändert  nach  Ansicht  der  Beschwerdegegner  auch 
nichts,  dass  B.  im  Zeitpunkt  der  Zuteilung  nicht  börsenkotiert  gewesen  ist.  Die  Be-
wertung  von  Optionen  nicht  börsenkotierter  Unternehmen  sei  alltäglich  und  es  gebe 
hiefür  spezialisierte  Unternehmen.  Entgegen  der  Behauptung  der  Beschwerdeführerin 
treffe es also nicht zu, dass bei Zuteilung eine objektive Bewertung der Optionen unmög-
lich gewesen sei. Die Bewertbarkeit könne auch nicht mit dem Hinweis verneint werden, 
dass  aufgrund  der  Aufteilung  des  Pakets  in  Tranchen  eine  Häufung  individueller  Bedin-
gungen  vorliege.  Massgebend  sei,  dass  nicht  die  Optionen,  sondern  vielmehr  die  be-
zogenen Aktien mit einer Sperrfrist mit Rückgabeverpflichtung verknüpft gewesen seien. 
Die  Optionen  hätten  sofort  ab  dem  "Date  of  Grant"  jederzeit  ausgeübt  werden  können 
und  sie  seien  insofern  weder  bedingt  noch  mit  einer  Sperrfrist  versehen.  Selbst  wenn 
man  die  Optionen  aufgrund  des  Vesting-Schedule  als  bedingt  betrachten  wollte,  könnte 
nicht  ernsthaft  behauptet  werden,  es  liege  eine  Häufung  von  individuellen  Bedingungen 
vor, welche die Nichtbewertbarkeit der Optionen zur Folge hätte. Vielmehr würde für jede 
Option  ausschliesslich  eine  Resolutivbedingung  vorliegen,  die  eine  objektive  Bewertung 
keineswegs  unmöglich  mache.  Es  lägen  unterschiedlich  lange  Resolutivbedingungen  bei 
verschiedenen Optionen vor, deren Anzahl jedoch im Voraus genau bestimmt sei und die 
je für sich objektiv bewertbar seien. 

dd) Rechtsanwendung 

In  rechtlicher  Hinsicht  betonen  die  Beschwerdegegner,  dass  in  der  Schweiz  eine  detail-
lierte  gesetzliche  Regelung  der  Besteuerung  von  Optionen  fehle.  Erst  im  Jahr  2004  sei 
dem  Parlament  ein  Gesetzesentwurf  unterbreitet  worden,  welcher  dann  während  Jahren 
nicht habe verabschiedet werden können. Sowohl in Anwendung des Kreisschreibens Nr. 
5  vom  30.  April  1997  als  auch  des  Rundschreibens  vom  6.  Mai  2003  seien  die  zur  Dis-
kussion stehenden Optionen im Zeitpunkt der Zuteilung zu besteuern. Wie nachgewiesen 
handle es sich nämlich um echte, bewertbare Optionen, deren Erwerb nicht aufschiebend 
bedingt gewesen sei und die nicht zahlreiche individuelle Bedingungen enthielten. 

Für  den  Fall,  dass  entgegen  ihrer  Ansicht  die  Ausübungsbesteuerung  Anwendung  finden 
sollte,  machen  die  Beschwerdegegner  geltend,  die  Schweiz  habe  "aufgrund  der  abkom-
mensrechtlichen  Einkommensallokation"  im  vorliegenden  Fall  kein  Besteuerungsrecht. 
Doppelbesteuerungsrechtlich  stehe  der  Schweiz  nur  ein  Besteuerungsrecht  hinsichtlich 
jener  Einkünfte  zu,  die der  Steuerpflichtige  für  die  hier  ausgeübte  Arbeit  bezogen  habe. 
Der  OECD-Kommentar  zum  Musterabkommen  (Ziff.  12.9  zu  Art.  15) differenziere  eben-
falls zwischen Optionen, die mit einer aufschiebenden Bedingung versehen, und solchen, 
die  sofort  ausübbar  seien  und  allenfalls  eine  auflösende  Bedingung  enthielten.  Die  Ver-
knüpfung  einer  ausübbaren  Mitarbeiteroption  mit  einer  auflösenden  Bedingung  stelle 
eben  keine  Vesting-Klausel,  sondern  eine  Verfallsklausel  dar,  die  aber  keinen  Einfluss 
mehr  darauf  habe,  dass  die  Option  bei  ihrer  Ausübbarkeit  erworben  bzw.  "verdient" 
worden  sei.  Da  vorliegend  die  Optionen  jederzeit,  das  heisst  sofort  ab  der  Zuteilung 

 
 
- 31 - 

ausübbar  gewesen  seien  (Möglichkeit  des  "early  exercise"),  stünden  die  vor  dem  Zuzug 
in die Schweiz zugeteilten Optionen nicht in Zusammenhang mit der in der Schweiz aus-
geübten Arbeitstätigkeit. Das Abstellen auf den Ausübungszeitpunkt würde auch zu sach-
lich nicht vertretbaren ungleichen Resultaten führen. 

d) Im Rahmen des zweiten Schriftenwechsels nahmen sämtliche Parteien nochmals 

ausführlich Stellung zu diesen Fragen. 

aa)  Die  Beschwerdeführerin  legt  ergänzend  insbesondere  dar,  hinsichtlich  des  Besteue-
rungszeitpunktes  sei  in  den  Rulinganfragen,  welche  in  G.  und  F.  eingereicht  worden 
seien,  ja  ausdrücklich  auf  die  Praxis  der  Eidgenössischen  Steuerverwaltung  Bezug  ge-
nommen worden. Die geltend gemachte Rechtsunsicherheit bestehe somit nicht mangels 
klarer  Praxis,  sondern  allein  deshalb,  weil  bei  Einkommen  aus  Mitarbeiterbeteiligungen 
ein  genauer  Zeitpunkt  der  Realisation  des  Einkommens  aufgrund  der  vorliegenden  Mit-
arbeiterbeteiligungspläne  und  darauf  basierender  Vereinbarungen  -  abhängig  von  all-
fälligen Bedingungen - oft schwer zu bestimmen seien. Die Rechtsunsicherheit fusse also 
darin,  dass  -  solange  das  Bundesgesetz  über  die  Besteuerung  von  Mitarbeiterbeteili-
gungen noch nicht in Kraft sei - die allgemeinen Grundsätze zur Einkommensrealisierung 
zur  Anwendung  gelangten.  Mit  der  Publikation  des  Kreisschreibens  und  des  Rund-
schreibens habe man versucht, mehr Klarheit und eine einheitliche Rechtsanwendung für 
die  direkte  Bundessteuer  zu  schaffen.  Aus  der  bundesgerichtlichen  Rechtsprechung  er-
gebe  sich,  dass  die  Praxis  der  Eidgenössischen  Steuerverwaltung  -  unter  Berücksichti-
gung  geäusserter  Kritik  sowie  ergangener  Urteile  -  zwar  öfters  angepasst  worden,  an-
sonsten aber klar sei. Eine Praxisänderung habe insbesondere mit dem Erlass des Kreis-
schreibens  Nr.  5  vom  30.  April  1997  stattgefunden.  Zudem  sei  mit  dem  Rundschreiben 
vom  6.  Mai  2003  einem  Urteil  Rechnung  getragen  worden,  welches  das  Verwaltungs-
gericht  des  Kantons  Zürich  am  20.  November  2002  bezüglich  "gevesteter"  Mitarbeiter-
optionen gefällt habe. 

Sodann  wird  darauf  hingewiesen,  dass  im  vorliegenden  Fall  bislang  kein  Gutachten 
vorgelegt  worden  sei,  welches  den  Wert  der  Optionen  im  Zeitpunkt  der  Zuteilung  hätte 
nachweisen  und  damit zu  einer  Besteuerung  im  Zeitpunkt  der  Zuteilung  führen  können. 
Eine seriöse Bewertung setze immer voraus, dass folgende Parameter bekannt seien: 

"a. Sperrfrist 

b. Ausübungspreis 

c. risikoloser Zinssatz 

d. Volatilität 

e. Laufzeit 

f. Dividendenrendite" 

Die Parameter d) und f) lägen bei einer nicht börsenkotierten Unternehmung (wie die B. 
Inc.  I.  im  Zeitpunkt  der  Zuteilung  der  Optionen)  nicht  vor.  Vor  allem  nicht  bekannt  sei 
die  historische  Volatilität.  Es  müsste  dann  vergleichsweise  diejenige  anderer 
Informationstechnologie-Unternehmungen  herangezogen  werden.  Da  solche  IT-Unter-
nehmungen  Volatilitäten  bis  zu  50  %  oder  sogar  mehr  ausweisen  könnten,  sei  ein  Ver-
gleich  in  dieser  Branche  immer  mit  grossen  Unsicherheiten  behaftet  und  deswegen 
letztlich untauglich, auch wenn man zur Erkenntnis gelange, dass eine Bewertung theo-
retisch möglich sein könnte. Im Übrigen zeige der Bericht der gemischten Arbeitsgruppe 
zur  Besteuerung  von  Mitarbeiteroptionen  zuhanden  des  Eidgenössischen  Finanzdeparte-
mentes vom 21. Dezember 2001, dass gerade diese variablen Werte es verunmöglichten, 

 
 
 
- 32 - 

die  Optionen  von  jungen  IT-Unternehmungen  zu  bewerten.  Damit  sei  dargetan,  dass  es 
sich vorliegend eben um nicht bewertbare Optionen handle. Solche stellten gemäss dem 
Kreisschreiben Nr. 5 im Zeitpunkt der Abgabe bloss eine Anwartschaft dar und sie seien 
damit einkommenssteuerrechtlich irrelevant. 

Im Weiteren nimmt die Beschwerdeführerin Bezug auf das Urteil des Verwaltungsgerichts 
des Kantons Zürich vom 20. November 2002 hin, wonach der  Erwerb von Optionen, die 
an  eine  Vesting-Periode  gebunden  seien,  im  Sinne  von  Art.  151  Abs.  2  OR  suspensiv 
bedingt  erfolgt  sei,  sodass  der  definitive  Rechtserwerb  erst  nach  Ablauf  der  Vesting-
Periode  eintrete.  Dementsprechend  sei im  Rundschreiben  vom  6.  Mai  2003  festgehalten 
worden,  dass  "gevestete"  Optionen  in  der  Regel  auch  nach  Ablauf  der  Vesting-Periode 
noch nicht unwiderruflich erworben seien, da der unwiderrufliche Rechtserwerb meistens 
zusätzlich  noch  davon  abhängig  gemacht  werde,  dass  der  Mitarbeiter  bis  zur  Ausübung 
der  Optionen  weiterhin  bei  der  Unternehmung  beschäftigt  bleibe.  Bis  zur  allfälligen 
Ausübung  der  Optionen  habe  der  Mitarbeiter  keine  Möglichkeit,  den  darin  verkörperten 
Wert zu realisieren. Sie würden nur dann zu einem Einkommen führen, wenn die Optio-
nen  auch  tatsächlich  ausgeübt  werden  könnten.  Bis  dahin  handle  es  sich  weiterhin  um 
eine blosse Anwartschaft. Eine Besteuerung nach Ablauf der Vesting-Periode sei deshalb 
abzulehnen.  Sie  müsse  auch  deswegen  unterbleiben,  weil  eine  zutreffende  objektive 
Bewertung  "gevesteter"  Optionen  aufgrund  der  unterschiedlichen,  individuellen  Bedin-
gungen  und  Umstände  gar  nicht  zuverlässig  möglich  sei.  Falls  es  sich  bei  den  Optionen 
bis  zur  Ausübung  um  blosse  Anwartschaften  handle,  habe  die  Einkommensbesteuerung 
daher  entsprechend  dem  Kreisschreiben  Nr.  5  erst  bei  der  Ausübung  der  Optionen  zu 
erfolgen. 

Im  Übrigen  sei  auch  im  Bericht  über  die  Vernehmlassung  zum  Bundesgesetz  über  die 
Besteuerung  von  Mitarbeiterbeteiligungen  vom  19.  September  2003  zur  damaligen 
Rechtslage und der Entstehung des Rundschreibens ausgeführt worden, dass die meisten 
Mitarbeiterbeteiligungspläne  Klauseln  aufwiesen,  aufgrund  derer  ein  zeitlich  einheitlicher 
Rechtserwerb gar nicht bestimmbar sei. Zudem fänden sich bei I.-Plänen meistens noch 
weitere  Verfallklauseln.  Der  Eidgenössischen  Steuerverwaltung  sei  im  Jahr  2003  ein 
einziger  Plan  unterbreitet  worden,  in  dem  sich  ein  klar  bestimmbarer  Zeitpunkt  für  den 
unwiderruflichen  Rechtserwerb  habe  ausfindig  machen  lassen.  Die  praktische  Erfahrung 
zeige  jedoch,  dass  die  meisten  Mitarbeiterpläne  nicht  nur  einen,  sondern  in  der  Regel 
sogar  mehrere  Zeitpunkte  für  den  unwiderruflichen  Rechtserwerb  aufwiesen.  Angesichts 
dieser Situation habe die Eidgenössische Steuerverwaltung die Kantonalen Verwaltungen 
für die direkte Bundessteuer mit dem Rundschreiben vom 6. Mai 2003 ersucht, die Pläne 
auf  zusätzliche  Verfallklauseln  und  Bedingungen  zu  untersuchen  und  gegebenenfalls  die 
Besteuerung  entsprechend  dem  Kreischreiben  Nr.  5  vorzunehmen.  Diese  habe  nämlich 
bereits  damals  die  Ausübungsbesteuerung  bei  zahlreichen  individuellen  Bedingungen 
vorgesehen. Somit könne vorliegend nicht glaubhaft geltend gemacht werden, die Praxis 
der Eidgenössischen Steuerverwaltung sei nicht bekannt gewesen. Diese Besteuerung bei 
der  tatsächlichen  Ausübung  der  Optionen  sei  auch  unter  dem  Gesichtspunkt  zutreffend, 
dass die Rechtsausübung unter Umständen - wie auch vorliegend - vom Eintritt weiterer 
Bedingungen  abhängig  sein  könne  (z.B.  der  Truncation-Klausel).  Erst  dann  seien 
sämtliche Bedingungen weggefallen. 

Weiter wird betont, aus den Mitarbeiterplänen (1998 und 2003 Stock Plan) sowie insbe-
sondere den zugehörigen Optionsvereinbarungen sei nicht klar ersichtlich, worauf sich die 
Vesting-Periode  genau  beziehe.  So  sei  einmal  von  "shares"  und  ein  anderes  Mal  von 
"options"  die  Rede.  Den  mit  der  Vernehmlassung  der  Beschwerdegegner  nun  erstmals 

 
 
- 33 - 

unterbreiteten Unterlagen könne zwar entnommen werden, dass die Optionen tatsächlich 
vor  dem  Ablauf  des  Vesting-Datums  hätten  ausgeübt  werden  können  -  auch  wenn  dies 
faktisch in der Schweiz durch Frau X. nie gemacht worden sei. Dies ändere jedoch nichts 
an der entscheidenden Tatsache der fehlenden Bewertbarkeit der Optionen im Zeitpunkt 
vor  deren  Zuteilung  (aufgrund  anderer  Bedingungen  wie  der  Truncation-Klausel  und 
fehlender  Bewertungsparameter).  Einzig  durch  Vorlage  eines  Gutachtens  über  die 
Bewertung  der  Optionen  hätte  die  Besteuerung  im  Zeitpunkt  der  Zuteilung  anerkannt 
werden  können.  Die  Frage  des  "Vestings",  ob  dieses  nun  auf  den  Optionen  oder  den 
Aktien vorliege, spiele daher gar keine entscheidende Rolle mehr. 

Ebenso wird darauf hingewiesen, dass dem Ruling des Kantons G., welches im Sitzkanton 
im  Zweifel 
des  Arbeitgebers  erfolgt 
Massgeblichkeit attestiert werden müsse.  

ist,  erhöhtes  Vertrauen  zugestanden  und 

Bezüglich  der  von  den  Beschwerdegegnern  geltend  gemachten  unterschiedlichen  Hand-
habung  in  der  West-  und  Deutschschweiz  betont  die  Eidgenössische  Steuerverwaltung, 
dass  vorliegend  nur  die  direkte  Bundessteuer  im  Streit  liege,  für  deren  einheitliche 
Anwendung sie zu sorgen habe. Da sich das DBG nicht zur Frage äussere, wann das aus 
der  Überlassung  von  Mitarbeiterbeteiligungen  resultierende  Einkommen  als  realisiert 
anzusehen sei, habe man dies im Kreisschreiben Nr. 5 und im Rundschreiben vom 6. Mai 
2003  geregelt.  An  diese  Verwaltungsverordnungen  der  Aufsichtsbehörde  hätten  sich  die 
kantonalen Rechtsanwendungsbehörden zu halten. Dementsprechend habe die Eidgenös-
sische Steuerverwaltung eine unterschiedliche Handhabung für die direkte Bundessteuer 
auch  nie  anerkannt.  Abgesehen  davon  scheine  es  so  zu  sein,  dass  eine  abweichende 
Praxis gewisser Kantone nur insofern vorliege, als auf eine Besteuerung verzichtet werde, 
wenn  die  an  sich  im  Zeitpunkt  der  Ausübung  zu  besteuernden  Optionen  im  Ausland 
zugeteilt  worden  seien.  Vorliegend  sei  jedoch  kein  solcher  Fall  gegeben,  da  geltend 
gemacht  werde,  dass  der  Zuteilungszeitpunkt  für  die  Besteuerung  massgebend  sei. 
Zudem  bestünden  auch  Unterschiede  zwischen  der  steuerlichen  Behandlung  in  den 
Kantonen E. und Freiburg, sodass von einer verbindlichen Praxis keine Rede sein könne. 
Nicht einmal die Praxis des Kantons Freiburg sei einheitlich. Dies ergebe sich aus einem 
weiteren  Ruling,  welches  am  25.  August  2006  im  Auftrag  von  B.  betreffend  den  "2004 
Stock Plan" eingeholt worden sei. Obwohl es hier um gleichartige Optionen gegangen sei, 
habe  man  -  insbesondere  in  Anbetracht  der  Truncation-Klausel  -  den  Zeitpunkt  der 
Ausübung  als  richtigen  Besteuerungszeitpunkt  vereinbart.  Auch  insofern  liege  ein 
Widerspruch  vor,  der  nicht  hinzunehmen  sei.  Es  gehe  also  den  Beschwerdegegnern 
offensichtlich nur darum, jeweils die für sie günstigste Lösung zu erhalten. Da Frau X. am 
5.  Oktober  2007  50  solche  Optionen  zugeteilt  worden  seien,  müsse  deren  steuerliche 
Behandlung (inklusive das entsprechende Bewertungsgutachten) offengelegt werden, um 
das nötige Gesamtbild zu erhalten. Der Lohnausweis der Firma B. für das Jahr 2007 ent-
halte  nämlich  kein  entsprechendes  Einkommen,  sondern  nur  -  in  Übereinstimmung  mit 
dem  Ruling  im  Kanton  G.  -  solches  aus  der  Ausübung  von  Optionen.  Im  Übrigen  werde 
auch  nirgends  klar,  ob  die  angebliche  Praxis  einzelner  Kantone  auch  auf  die  direkte 
Bundessteuer ausgedehnt worden sei. In diesem Zusammenhang sei auch zu erwähnen, 
dass NATHALIE PETER in ihrer bereits von den Beschwerdegegnern erwähnten Dissertation 
festhalte, alle Kantone folgten dem Kreisschreiben Nr. 5 und schöben damit regelmässig 
die Besteuerung von nicht bewertbaren Optionen bis zum Zeitpunkt der Ausübung auf. 

Unter  dem  Gesichtspunkt  der  internationalen  Doppelbesteuerung  legt  die  Beschwerde-
führerin schliesslich dar, das Land I. habe (unbestrittenermassen) die Optionen nicht im 
Zeitpunkt der Zuteilung besteuert und es könnte diese bei der Ausübung in der Schweiz 

 
 
- 34 - 

nicht  besteuern.  Somit  liege  keine  echte  Doppelbesteuerung  vor  und  es  sei  einzig  zu 
prüfen,  ob  allenfalls  eine  virtuelle  Doppelbesteuerung  gegeben  sei.  Diesbezüglich  sei 
davon auszugehen, dass Frau X. mit der Ausübung der streitigen Optionen im Jahr 2006 
Einkommen  im  Betrag  von  14'937'450  Franken  erzielt  habe  (Differenz  zwischen  dem 
Ausübungspreis und dem Akteinkurs im Ausübungszeitpunkt; vgl. Lohnausweis). Mit der 
vorliegenden  Beschwerde  werde  jedoch  nur  die  Besteuerung  eines  anteilsmässigen  Be-
trages (gemäss dem Ruling im Kanton G.) in der Höhe von 8'748'465 Franken verlangt. 
Damit  würden  die  Bestimmungen  des  DBA-I.  (insbesondere  Art.  15)  entsprechend  be-
rücksichtigt. Entgegen  der  Behauptung der Beschwerdegegner  stelle dies keine Vorweg-
nahme des Bundesgesetzes über die Besteuerung der Mitarbeiterbeteiligungen dar. Viel-
mehr  entspreche  die  anteilsmässige  Besteuerung  der  jetzigen  Praxis  bzw.  den  Grund-
sätzen betreffend die Anwendung von Doppelbesteuerungsabkommen. Ohne Abkommen 
könnte sogar der ganze Betrag besteuert werden. Gemäss dem Kommentar zum Muster-
abkommen  der  OECD,  welcher  als  Auslegungshilfe  dienen  könne,  sei  entscheidend,  für 
welche Tätigkeit die Zuteilung der Optionen erfolge. Dabei könne es sich um vergangene, 
aber auch um künftige Tätigkeiten für den Arbeitgeber handeln. Danach sei im Zweifels-
fall  davon  auszugehen,  dass  der  Arbeitnehmer  die  Optionen  primär  für  zukünftige  Leis-
tungen erhalten habe. Zudem enthalte das DBA-I. eigene Auslegungsregeln. So verweise 
dessen  Art.  3  Abs. 2  letztlich  auf  die  lex  fori  bzw.  das  schweizerische  Recht  indem  er 
festhalte: 

"Bei  der  Anwendung  dieses  Abkommens  durch  einen  Vertragsstaat  hat  jeder  im 

Abkommen  nicht  definierte  Ausdruck  die  Bedeutung,  die  ihm  nach  dem  Recht  dieses 

Staates  über  die  Steuern  zukommt,  für  die  dieses  Abkommen  gilt,  ausser  wenn  der 

Zusammenhang  etwas  anderes  erfordert  oder  die  zuständigen  Behörden  sich  nach 

Art. 25 (Verständigungsverfahren) auf eine gemeinsame Auslegung geeinigt haben." 

Da das DBA-I. hinsichtlich des Zeitpunktes der Einkommensrealisation keine Bestimmung 
enthalte, könnten die Vertragsstaaten aufgrund dieser Auslegungsregel hierzu ihr eigenes 
Recht  anwenden.  Damit  komme  schweizerisches  Recht  und  wiederum  die  bereits  dar-
gelegte Praxis der Eidgenössischen Steuerverwaltung zum Tragen. Demzufolge sei die im 
Ruling des Kantons G. festgehaltene anteilsmässige Aufteilung anzuwenden, wonach auf 
die  Aufenthalts-  bzw.  Arbeitsdauer  zwischen  der  Zuteilung  und  der  Ausübung  abgestellt 
werde  (unabhängig  von  jeweiligen  Sperrfristen).  Dies  lasse  sich  unter  anderem  damit 
erklären,  dass  das  Einräumen  von  Optionsrechten  die  Mitarbeiter  an  das  Unternehmen 
binden  und  die  Arbeitsmotivation  steigern  soll.  Der  Arbeitnehmer  soll  so  am  höheren 
Unternehmenswert, der sich im steigenden Aktienkurs ausdrückt, partizipieren. Im Zeit-
punkt  der  Ausübung  der  Option  werde  der  Mitarbeiter  für  seine  Treue  zum  Betrieb  be-
lohnt. Damit habe das Einkommen seinen Grund nicht nur in der vergangenen, sondern 
auch  in  der  künftigen  Arbeitsleistung  des  Arbeitnehmers,  welche  vorliegend  in  der 
Schweiz erfolgt sei. Der beabsichtigte Bindungswille von B. lasse sich insbesondere auch 
aus  den  Vesting-Perioden  und  der  Truncation-Klausel  erkennen,  welche  in  den  Options-
vereinbarungen  enthalten  seien.  Damit  sei  auch  gesagt,  dass  nicht  nur  die  Zeit,  in 
welcher Frau X. in I. für B. gearbeitet habe, sondern auch jene Zeit, in welcher sie in der 
Schweiz  für  B.  tätig  gewesen  sei,  in  die  Berechnung  miteinbezogen  werden  müsse.  Als 
Arbeitgeber habe B. ja diese anteilsmässige Besteuerung auch selber vorgeschlagen und 
damit  erklärt,  dass  die  Optionszuteilung  vor  dem  Hintergrund  der  weiteren,  künftigen 
Mitarbeit für B. erfolgt sei (und zwar vom Zeitpunkt der Zuteilung bis zur Ausübung). 

bb)  Die  Vorinstanz  behauptet  in  ihrer  ergänzenden  Stellungnahme  nun  plötzlich,  das 
Rundschreiben  der  Eidgenössischen  Steuerverwaltung  sei  "gar  nicht  richtig  publiziert" 

 
 
- 35 - 

worden und somit nicht öffentlich zugänglich gewesen. Ein aus dem Ausland zugezogener 
Steuerpflichtiger könne daher nur das inzwischen zwölf Jahre alte Kreisschreiben kennen. 
Somit  bleibe  ihm  nichts  anderes  übrig  als  ein  Ruling  einzuholen,  wenn  er  sich  verge-
wissern wolle, dass die dort vorab vorgesehene Besteuerung im Zeitpunkt der Zuteilung 
noch gelte. 

Bezüglich der Bewertung der Optionen im Zeitpunkt der Zuteilung wendet die Vorinstanz 
ein, die Beschwerdeführerin übersehe mit ihrer Forderung nach einem Gutachten willent-
lich,  dass  es  sich  um  eine  börsenkotierte  Gesellschaft  gehandelt  habe  und  dass  die  da-
maligen Titelkäufe per "Knopfdruck" validiert worden seien. Demzufolge seien die Optio-
nen doch als bewertbar einzustufen, ansonsten sie ja nicht vor Ende der Laufzeit hätten 
ausgeübt  werden  können.  Für  börsenkotierte  Optionen,  welche  zum  Verkauf  angeboten 
würden,  bestehe  logischerweise  bereits  ein  Marktwert.  Dieser  sei  bei  börsenkotierten 
Gesellschaften  höher  einzustufen  als  jeder  aus  einer  Formel  errechnete  theoretische 
Wert. Mithin habe im Zeitpunkt der Unterzeichnung des Rulings in jedem Fall ein gültiger 
Marktwert  bestanden.  Das  Ruling  stelle  eine  Momentsituation  dar  und  die  Parteien 
müssten  sich  grundsätzlich  darüber  einig  sein.  Dabei  könne  natürlich  die  Börsenent-
wicklung in beide Richtungen verlaufen. Auch die Eidgenössische Steuerverwaltung habe 
diese  positive  Entwicklung  des  Börsenkurses  so  hinzunehmen,  ohne  nach  Jahren  die  an 
sich schon unsichere Situation einfach zu hinterfragen und zu ihrem Vorteil auszunützen. 
Wie  bei  den  meisten  ihr  bekannten  Rulinganfragen  handle  es  sich  auch  hier  um  den 
Erwerbe  einer  börsenkotierten  Option,  mit  der  Möglichkeit  des  späteren  Aktienerwerbs 
für einen Mitarbeiter. Das einzig Spezielle sei der rasante Kursanstieg während der Lauf-
zeit der Optionen gewesen, was jedoch vorher nie in diesem Mass habe erwartet werden 
können. 

Im Weitern weist die Vorinstanz noch darauf hin, dass die meisten Beteiligungspläne für 
Mitarbeiter,  welche  ihr  in  den  letzten  Jahren  unterbreitet  worden  seien,  bezüglich  der 
Verfallklausel klar definiert gewesen seien. Im vorliegenden Fall seien ihr die wichtigsten 
Punkte  des  zu  unterzeichneten  Rulings  und  dessen  Bedeutung  von  der  Vertreterin  der 
Steuerpflichtigen  so  geschildert  geworden,  dass  sie  genau  gewusst  habe,  was  sie 
unterschreibe. Für diese Regelung habe es nicht noch eines speziellen Einverständnisses 
der  Eidgenössischen  Steuerverwaltung  gebraucht.  Letztere  übersehe,  dass  zeitig  habe 
festgelegt werden müssen, ob die Optionen als nicht besteuerte Anwartschaften oder als 
steuerbares  Vermögen  zu  behandeln  seien.  Die  Optionen  hätten  jederzeit  ausgeübt 
werden können und es hätte sich dann eben um gesperrte Mitarbeiterklauseln gehandelt. 
Unter diesen Umständen habe sich die Suche nach speziellen Vertragsklauseln erübrigt. 

Sodann  bestreitet  die  Vorinstanz,  dass  das  Ruling  im  Sitzkanton  massgebend  sein  soll, 
um  eine  einheitliche  Veranlagung  der  direkten  Bundessteuer  in  der  ganzen  Schweiz  zu 
gewährleisten.  Dies  würde  zwar  für  die  Firma  bzw.  deren  davon  betroffene  Mitarbeiter 
zutreffen.  Damit  werde  jedoch  keine  einheitliche  Besteuerung  aller  Gesellschaften  bzw. 
deren  Mitarbeiter  in  der  Schweiz  verwirklicht.  Da  in  der  Schweiz  anerkanntermassen 
verschiedene kantonale Praxen existierten, sei es sehr wohl möglich, dass ein Kanton ein 
Ruling  unterzeichne,  das  beispielsweise  nicht  mit  der  Praxis  im  Kanton  G.  identisch  sei. 
Auf jeden Fall sei die von der Eidgenössischen Steuerverwaltung entwickelte Praxis schon 
prinzipiell nicht dazu geeignet, eine einheitliche Praxis zu garantieren. 

Bezüglich  der  unterschiedlichen  Besteuerung  von  Mitabeiterbeteiligungen  in  der  West- 
und  Deutschschweiz  wird  dargetan,  das  Kreisschreiben  Nr.  5  beinhalte  keine  Lösung  für 
ausländische Zuzüger. Auf eidgenössischer Ebene bestünden oft nur lückenhafte oder gar 

 
 
- 36 - 

keine  Informationen,  was  die  kantonalen  Behörden  vor  entsprechende  Probleme  stelle. 
Da die Eidgenössische Steuerverwaltung wenig vertrauenswürdig vorgehe und nicht wirk-
lich  bemüht  sei,  schweizweit  klare  Verhältnisse  zu  schaffen,  dürfe  davon  ausgegangen 
werden,  dass  die  Entscheidungen  der  kantonalen  Verwaltungen  toleriert  würden.  Die 
Eidgenössische  Steuerverwaltung  habe  ja  auch  Kenntnis  gehabt  von  den  abweichenden 
Steuer-  oder  Gerichtsentscheiden  aus  der  Westschweiz.  Es  sei  daher  selbstverständlich, 
dass  die  Kantone  ihre  eigene  Praxis  auch  uneingeschränkt  für  die  direkte  Bundessteuer 
anwendeten. Daran ändere auch die Aufsichtskompetenz der Eidgenössischen Steuerver-
waltung  nichts.  Es  sei  ja  kaum  auszudenken,  wie  eine  unterschiedliche  Behandlung 
zwischen den Bundes- und Kantonssteuern auf Stufe des Arbeitgebers umzusetzen wäre. 

Schliesslich ist nach Ansicht der Vorinstanz die spätere Rulinganfrage des Jahres 2006 in 
einem  anderen  Zusammenhang  ergangen.  Dort  seien  nicht  neu  zuziehende  Aktionäre, 
sondern  Mitarbeiter  betroffen  gewesen,  welche  ihren  Wohnsitz  bereits  in  der  Schweiz 
hatten  und  Aussicht  auf  künftige  Beteiligungen  an  der  Firma  B.  gehabt  hätten.  Insofern 
habe das in G. unterzeichnete Ruling sicher Sinn gemacht. Demgegenüber hätten sich die 
Beschwerdegegner zumindest zu Beginn in einer völlig anderen Lage befunden, in der es 
auch üblich gewesen sei, sich entsprechend abzusichern. 

Unter  dem  Gesichtspunkt  der  Doppelbesteuerung  legt  die  Vorinstanz  abschliessend  dar, 
dass  mit  der  blossen  Vermutung,  welche  von  der  Beschwerdeführerin  geäussert  werde, 
eine  Doppelbesteuerung  noch  nicht  ausgeschlossen  werden  könne.  Die  Eidgenössische 
Steuerverwaltung  habe  übrigens  anlässlich  einer  Besprechung  vom  27.  Mai  2008  ein 
Dokument  der  Firma  B.  aus  dem  Jahr  2003  erhalten,  aus  welchem  zweifellos  ersichtlich 
sei,  dass  die  damals  garantierten  "june  2003  bonus  stock  options"  aufgrund  der  in  der 
Vergangenheit erfolgten Erwerbstätigkeit zugeteilt worden seien. Sonst wäre wohl kaum 
mit  der  Bemerkung  geschlossen  worden:  "On  behalf  of  B.  and  EMG,  thank  you  for  all 
your  hard  work  and  we  look  forward  to  our  continued  success."  Auf  jeden  Fall  sei  der 
Wohnsitzwechsel  vom  Ausland  in  die  Schweiz  bezüglich  Mitarbeiteraktien  und  -optionen 
mit  zahlreichen  Ungewissheiten  verbunden  gewesen,  die  weder  mit  den  vorhandenen 
Kreisschreiben  noch  mittels  Doppelbesteuerungsabkommen  zur  Zufriedenheit  geregelt 
seien. 

cc)  Die  Beschwerdegegner  machen  in  ihren  Schlussbemerkungen  insbesondere  noch 
geltend,  bei  Naturalleistungen  sei  gemäss  der  bundesgerichtlichen  Rechtsprechung  der 
Eigentumserwerb  für  die  Fixierung  des  Realisierungszeitpunktes  bestimmend.  Das  Ein-
kommen aus der Zuteilung von Mitarbeiteroptionen fliesse dem Mitarbeiter im Zeitpunkt 
des vollendeten Eigentumserwerbs zu. Bei sogenannten echten Mitarbeiteroptionen (d.h. 
solchen  ohne  aufschiebende  Bedingung  bzw.  Vesting-Periode)  sei  der  Rechtserwerb  bei 
der  Zuteilung.  Im  vorliegenden  Fall  seien  die  zugeteilten  Optionen  nicht  bloss  anwart-
schaftlicher  Natur.  Es  liege  kein  aufschiebend  bedingter  Rechtserwerb  vor,  sondern  es 
habe im Zeitpunkt der Zuteilung ein unmittelbar vollendeter Rechtserwerb stattgefunden, 
was  sich in ihrer  sofortigen  Ausübbarkeit  reflektiere.  Die  Optionen  hätten  ab  dem  "Date 
of  Grant"  ausgeübt  werden  können  und  seien  nicht  mit  einer  Vesting-Periode  versehen 
gewesen.  Dass  die  mit  Ausübung  der  Optionen  beziehbaren  Aktien  ihrerseits  mit  einer 
Vesting-Periode versehen gewesen seien, ändere am vollendeten Rechtserwerb bezüglich 
der Optionen nichts. Selbst wenn man auf den Aktienerwerb abstellen würde, käme man 
zum  Ergebnis  der  Zuteilungsbesteuerung.  Bei  Mitarbeiteraktien  finde  nämlich  die  Ein-
kommensrealisation unabhängig von einer allfälligen Vesting-Periode gemäss der Recht-
sprechung immer im Zeitpunkt der Zuteilung statt. 

 
 
- 37 - 

Ebenfalls unter Berufung auf die Rechtsprechung wird sodann vorgebracht, es komme für 
die  Frage  des  Einkommenszuflusses  nicht  auf  die  Bewertbarkeit  der  Mitarbeiteroptionen 
an. Die Bewertbarkeit einer Option habe keinen Einfluss auf die Frage des Rechtserwerbs. 
Beide  Fragen  seien  unabhängig  voneinander  zu  prüfen.  Wenn  die  Zuteilung  einer  nicht 
bewertbaren  echten  Option  zu  einem  Zeitpunkt  erfolgt  sei,  in  dem  der  Mitarbeiter  im 
Ausland gewohnt habe und in der Schweiz nicht steuerpflichtig gewesen sei, so bestehe 
keinerlei  Veranlassung,  behelfsmässig  auf  die  Ausübungsbesteuerung  Rückgriff  zu 
nehmen. Ganz unabhängig von der Bewertung stehe der Schweiz kein Besteuerungsrecht 
zu.  Somit  sei  das  von der  Beschwerdeführerin  verlangte  Bewertungsgutachten  gar  nicht 
nötig.  Die  Besteuerung  von  im  Ausland  erworbenen  echten  Optionen  bei  ihrer  späteren 
Ausübung  in  der  Schweiz  stehe  im  Widerspruch  zum  Einkommens-  und  insbesondere 
Realisationsbegriff des DBG und sie verletze das Periodizitätsprinzip. 

Im Weiteren halten die Beschwerdegegner daran fest, dass es sich bei den hier relevan-
ten  Mitarbeiteroptionen  um  sogenannte  Incentive  Stock  Options  im  Sinne  des 
I.-Steuerrechts  handle,  welche  bewertbar  seien.  Während  des  Wohnsitzes  in  I.  sei  eine 
Bewertung nicht nötig gewesen. Sodann sei nach dem Zuzug in die Schweiz weder vom 
Kanton  E.  noch  vom  Kanton  Freiburg  ein  Bewertungsgutachten  verlangt  worden,  da 
aufgrund des Rulings das Besteuerungsrecht im Ausland liege. Somit sei eine Bewertung 
auch heute noch nicht nötig. 

Unter  dem  Gesichtspunkt  der  Doppelbesteuerung  erachten  die  Beschwerdegegner  als 
irrelevant,  ob  und  wie  die  Mitarbeiteroptionen  bei  der  Zuteilung  im  Ausland  besteuert 
wurden.  Dies  sei  eine  Frage  des  entsprechenden  nationalen  Steuerrechts.  Da  das  Be-
steuerungsrecht an den Optionen ausschliesslich im Ausland liege, sei die Besteuerung in 
der  Schweiz  ausgeschlossen.  Die  Optionen  seien  übrigens  im  Ausland  ordnungsgemäss 
deklariert worden. Aus dem DBA lasse sich auch kein vom schweizerischen Einkommens-
steuerrecht  abweichender,  steuerbegründender  Tatbestand  der  Einkommensrealisation 
ableiten.  Als  Grundsatz  gelte,  dass  Optionen  im  Zeitpunkt  ihrer  Ausübbarkeit  erworben 
bzw.  "verdient"  worden  seien.  Da  vorliegend  die  Optionen  jederzeit  hätten  ausgeübt 
werden  können,  seien  sie  nach  schweizerischem  Einkommenssteuerrecht  bei  der  Zutei-
lung  und  damit  im  Ausland  erworben.  Es  gehe  nicht  an,  auf  das  Vesting  der  unter-
liegenden  Aktien  abzustellen  und  daraus  abzuleiten,  die  Optionen  seien  primär  für 
künftige,  teilweise  in  der  Schweiz  ausgeübte  Arbeitsleistung  zugeteilt  worden.  Die  ent-
sprechende  Argumentation  der  Beschwerdeführerin  sei  widersprüchlich.  Zudem  sei  zu 
berücksichtigen, dass die Aktien einem gestaffelten Vesting unterlagen, welches zu einem 
grossen Teil noch während des Wohnsitzes im Ausland eingetreten sei. Mitarbeiteraktien 
gälten in der Schweiz ohnehin immer bei der Zuteilung als sofort erworben, unabhängig 
von einer allfälligen Vesting-Periode. 

Im Lichte dieser Ausführungen sind die Beschwerdegegner der  Meinung, dass die Praxis 
der Westschweizer Kantone einer  richtigen Anwendung des nationalen und internationa-
len  Steuerrechts  entspricht.  Ihres  Erachtens  kann  man  kaum  unterschiedlicher  Auf-
fassung  sein.  Sollte  dies  trotzdem  der  Fall  sein,  so  wäre  dies  der  klassische  Fall  einer 
Frage,  die  durch  ein  Ruling  geklärt  werde.  Im  Übrigen  sei  auch  zu  erwähnen,  dass 
mehrere  Kantone  ganz  offiziell  von  der  sogenannt  festen  Praxis  der  Eidgenössischen 
Steuerverwaltung abwichen. Insofern könne von einer konsequenten Durchsetzung einer 
einheitlichen Praxis keine Rede sein. 

 
 
- 38 - 

Schliesslich  wird  noch  beigefügt,  dass  der  Mitarbeiterbeteiligungsplan  "2004  Stock  Plan" 
für  das  vorliegende  Verfahren  aus  verschiedenen  (näher  dargelegten)  Gründen  völlig 
belanglos sei. 

e) Zu diesen Streitpunkten ist im Wesentlichen Folgendes festzuhalten: 

aa)  Im  vorne  bereits  erwähnten  Kreisschreiben  Nr.  5  vom  30.  April  1997  hat  die 
Eidgenössische  Steuerverwaltung  die  steuerliche  Behandlung  von  Mitarbeiteraktien  und 
Mitarbeiteroptionen  (teilweise)  neu  geregelt.  Dabei  hat  sie  insbesondere  einem  Bundes-
gerichtsurteil  vom  6.  November  1995  (ASA  65,  733)  Rechnung  getragen.  Darin  wurde 
einerseits die Praxis bestätigt, wonach Einkommen bei Mitarbeiteraktien im Zeitpunkt der 
Aktienüberlassung  erzielt  wird,  und  zwar  auch  dann,  wenn  diese  Titel  mit  einer  Ver-
fügungssperre  und  einer  zeitlich  befristeten  Rückgabepflicht  belastet  sind.  Andererseits 
hatte  das  Bundesgericht  die  Diskontierungsmethode  des  früheren  Kreisschreibens  als 
bundesrechtswidrig  erklärt.  Gleichzeitig  benutzte  die  Eidgenössische  Steuerverwaltung 
die Gelegenheit, um die Behandlung der verschiedenen Typen von Mitarbeiteroptionen zu 
präzisieren. Im Einzelnen wurde insbesondere ausgeführt: 

"2. Begriffe und Besteuerungsgrundsätze 

… 

2.2.  Mitarbeiteroptionen  räumen  den  Beteiligten  zu  einem  Vorzugspreis  ein 

Gestaltungsrecht  auf  Erwerb  von  Beteiligungsrechten  des  die  Optionen  emittierenden 

Unternehmens oder eines nahestehenden Unternehmens ein (sog. Call-Optionen). 

   Nicht  als  Mitarbeiteroptionen  im  Sinne  dieses  Kreisschreibens  gelten  Gestaltungs-

rechte  auf  Erwerb  von  Beteiligungsrechten,  deren  Wert  sich  nicht  objektiv  feststellen 

lässt,  weil  sie  zahlreiche  individuelle  Bedingungen  enthalten.  Dies  ist  beispielsweise 

dann  der  Fall,  wenn  extrem  lange  Sperrfristen  oder  Laufzeiten  vorhanden  sind  oder 

wenn es an der Volatilität oder anderen Rechnungsparametern fehlt (vgl. Ziff. 4.1). In 

diesen Fällen enthalten die Mitarbeiteroptionen blosse Anwartschaften. 

… 

4. Die Besteuerung von Mitarbeiteroptionen 

4.1. Grundsätze 

   Dem  Mitarbeiter  fliesst  mit  dem  Erwerb  der  Option  zu  einem  Vorzugspreis 

Einkommen aus einer unselbständigen Erwerbstätigkeit zu. 

   Die  Arbeitgeberin  unterliegt  angesichts  des  komplexen  Sachverhalts,  der  mit  der 

Herausgabe  von  Mitarbeiteroptionen  geschaffen  wird,  einer  besonderen  Mitwirkungs-

pflicht sowohl bei der Abgabe der Option als auch während der Dauer einer allfälligen 

Verfügungssperre (keine Ausübung, keine Veräusserung oder Übertragung). 

   Die  Mitwirkungspflicht  beinhaltet  u.a.,  dass  die  Arbeitgeberin  die  Bewertung  durch 

Fachleute  vornehmen  lässt,  die  dauernd  im  Optionsgeschäft  tätig  sind  und  die  über 

anerkannte Bewertungsprogramme verfügen (s. Ziff. 4.3). 

   Optionen  mit  einer  Laufzeit  von  über  zehn  Jahren  oder  mit  einer  Verfügungssperre 

von  mehr  als  fünf  Jahren  gelten  nicht  als  Mitarbeiteroptionen  im  Sinne  dieses 

Kreisschreibens,  weil  sie  objektiv  nicht  bewertbar  sind.  Gleiches  gilt,  wenn  sie  zahl-

reiche individuelle Bedingungen enthalten. Da in solchen Fällen blosse Anwartschaften 

bestehen,  kann  im  Zeitpunkt  der  Abgabe  kein  Einkommen  aus  unselbständiger  Er-

werbstätigkeit  zufliessen.  Erst  im  Zeitpunkt  ihrer Ausübung  erzielt  der  Mitarbeiter ein 

 
 
 
- 39 - 

steuerbares  Einkommen.  Lässt  sich  dennoch  aufgrund  eines  anerkannten  Gutachtens 

ein Wert der Option im Zeitpunkt der Zuteilung nachweisen, so kann die Besteuerung 

in diesem Zeitpunkt erfolgen. 

   Die  Zuteilung  der  Option  ist  im  Lohnausweis  zu  vermerken.  Die  Anzahl  der  zuge-

teilten  Optionen  sowie  deren  steuerlich  relevanter  Wert  sind  auf  einem  Beiblatt  zu 

bescheinigen. 

…" 

Als  Verwaltungsverordnung  ist  dieses  Kreisschreiben  von  den  rechtsanwendenden 
Behörden  zu  beachten,  soweit  es  den  richtig  verstandenen  Sinn  des  Gesetzes  (Art.  16 
und 17 Abs. 1 DBG) wiedergibt. Für die Gerichtsbehörden ist es hingegen nicht verbind-
lich (vgl. StE 2003 B 22.2 Nr. 17, B. Erw. 1c). 

In der Folge entschied das Verwaltungsgericht des Kantons Zürich mit Urteil vom 20. No-
vember 2002 (StE 2003 B 21.2 Nr. 16) für die kantonalen Steuern, dass das Einkommen 
aus  der  Zuteilung  "gevesteter"  Optionen  erst  nach  Ablauf  der  Vesting-Periode  realisiert 
sei.  Bis  dahin  handle  es  sich  um  eine  einkommensteuerlich  unbeachtliche  Anwartschaft, 
weil  der  unwiderrufliche  Rechtserwerb  noch  nicht  erfolgt  sei.  Diese  Entwicklung  in  der 
Rechtsprechung gab der Eidgenössischen Steuerverwaltung Anlass, die Besteuerung von 
Mitarbeiteroptionen  mit  Vesting-Klauseln  in  einem  Rundschreiben,  das  sie  am  6.  Mai 
2003 an die kantonalen Verwaltungen für die direkte Bundessteuer richtete, zu präzisie-
ren. Darin wird insbesondere festgehalten: 

"2. 

Präzisierung des Kreisschreibens Nr. 5 

Vorab  ist  festzuhalten,  dass  die  im  Kreisschreiben  Nr.  5  vom  30.  April  1997  aufge-

stellten  Besteuerungsgrundsätze  unverändert  gelten.  Grundsätzlich  sind  gesperrte 

Optionen  bei  der  Zuteilung  zu  besteuern,  obwohl  in  den  letzten  beiden  Jahren  eine 

Tendenz zur Ausübungsbesteuerung festzustellen ist, weil den Verwaltungen mehrheit-

lich  Pläne  mit  Laufzeiten  von  über  10  Jahren  oder  mit  zahlreichen  Bedingungen 

unterbreitet  wurden.  Die  rechtliche  Qualifikation  der  Bedingungen  ist  nicht  immer 

leicht. So wurden sog. Vesting-Klauseln vielfach als Sperrfristen verstanden.  

Als Vestingperiode ist der Zeitraum zu verstehen, während welchem der Mitarbeiter die 

Optionen „verdienen” muss. Werden bestimmte Leistungsziele nicht erreicht oder ver-

lässt  der  Mitarbeiter  die  Unternehmung,  kann  er  die  Optionen  verlieren,  bevor  sie 

ausübbar werden. 

Bis  zum  Ablauf  der  Vestingperiode  ist  der  Rechtserwerb  somit  aufschiebend  bedingt. 

Solange  die  Bedingung  nicht  eingetreten  ist,  liegt  kein  unwiderruflicher  Rechtserwerb 

vor  und  es  handelt  sich  folglich  um  eine  blosse  Anwartschaft.  Die  Besteuerung 

„gevesteter” Optionen im Zuteilungszeitpunkt ist deshalb nicht richtig.  

Eine  Prüfung  der  heute  bestehenden  Mitarbeiteroptionspläne  im  Lichte  dieses  Ent-

scheids  zeigte  aber,  dass  „gevestete”  Optionen  in  der  Regel  auch  nach  Ablauf  der 

Vestingperiode noch nicht unwiderruflich erworben sind. Der unwiderrufliche Rechtser-

werb  wird  meistens  zusätzlich  davon  abhängig  gemacht,  dass  der  Mitarbeiter  bis  zur 

Ausübung der Optionen weiterhin bei der Unternehmung beschäftigt bleibt. Bis zur all-

fälligen  Ausübung  der  Optionen  hat  der  Mitarbeiter  keine  Möglichkeit,  den  darin  ver-

körperten  Wert  zu  realisieren,  denn  Mitarbeiteroptionen  sind  unveräusserlich.  Sie 

führen  nur  dann  zu  einem  Einkommen,  wenn  die  Optionen  auch  tatsächlich  ausgeübt 

 
 
- 40 - 

werden können. Bis dahin handelt es sich weiterhin um eine blosse Anwartschaft. Eine 

Besteuerung  nach  Ablauf  der  Vestingperiode  ist deshalb  abzulehnen.  Sie  müsste  auch 

deswegen unterbleiben, weil eine zutreffende objektive Bewertung „gevesteter” Optio-

nen aufgrund der unterschiedlichen, individuellen Bedingungen und Umstände gar nicht 

zuverlässig möglich ist. 

Falls es sich bei den „gevesteten” Optionen bis zur Ausübung der Optionen um blosse 

Anwartschaften handelt, hat die Einkommensbesteuerung erst bei Ausübung der Optio-

nen  entsprechend  dem  Kreisschreiben  Nr.  5  vom  30.  April  1997  zu  erfolgen.  Deshalb 

sind  die  zugeteilten  Mitarbeiteroptionen  auch  bis  zu  ihrer  Besteuerung  im  Wert-

schriftenverzeichnis pro memoria aufzulisten. 

3. 

Arbeitgeberpflichten 

Sind  Mitarbeiterbeteiligungen  im  Zeitpunkt  der  Zuteilung  noch  nicht  steuerbar,  haben 

die  Arbeitgeber  auf  die  Zuteilung  der  Optionen  im  Lohnausweis  unter  der  Rubrik 

„Bemerkungen”  hinzuweisen.  Ausserdem  haben  sie  auf  einem  separaten  Beiblatt 

zuhanden  der  steuerpflichtigen  Person  sinngemäss  festzuhalten,  dass  die  Optionen 

blosse  Anwartschaften  darstellen  und  dass  die  Besteuerung  erst  bei  allfälliger 

Ausübung erfolgen wird. Die Unternehmung hat bei Ausübung der Option die Differenz 

zwischen  dem  Ausübungspreis  und  dem  Wert  der  abgegebenen  Aktien  auf  dem 

Lohnausweis  als  Bruttolohnbestandteil  aufzuführen  und  über  die  Sozialversicherungs-

beiträge abzurechnen. 

…" 

Soweit  die  Vorinstanz  geltend  macht,  dieses  Rundschreiben  sei  "gar  nicht  richtig  publi-
ziert"  worden,  ist  ihr  entgegenzuhalten,  dass  sie  als  Veranlagungsbehörde  für  die 
Bundessteuer  direkter  Adressat  des  Rundschreibens  war  und  somit  in  erster  Linie  für 
dessen  Umsetzung  zu  sorgen  hatte.  Zudem  wurde  vorne  in  Erw.  2.e  bereits  dargelegt, 
dass das Rundschreiben und mithin die von der Eidgenössischen Steuerverwaltung postu-
lierte  Praxis  auch  den  übrigen  Beteiligten  offensichtlich  zur  Genüge  bekannt  war.  Im 
Übrigen  ist  beizufügen,  dass  in  der  Tagungsunterlage  des  28.  OREF-Seminars  ("Casse-
tête pour experts fiscaux - impôts directs"), auf welche sich die Vorinstanz - wenn auch 
im Zusammenhang mit der internationalrechtlichen Zuzugsproblematik - beruft, zwar auf 
die unterschiedlichen kantonalen Praxen hingewiesen wird. Gleichzeitig wird jedoch auch 
ausdrücklich  festgehalten,  dass  nicht  bewertbare  Optionen  sowie  solche  mit  einer 
Vesting-Klausel  für  die  direkte  Bundessteuer  in  Übereinstimmung  mit  der  Deutsch-
schweizer  Praxis  bei  der  Ausübung  (bzw.  at  vesting)  zu  besteuern  sind  (vgl.  MICHAEL 
HILDEBRANDT  /  OLIVIER  WENIGER,  REMUNERATION,  Sujet  No.  V,  Solutions,  S.  24).  Damit 
wird die Behauptung, es habe bezüglich der direkten Bundessteuer keine klare Praxis be-
standen,  ebenso  widerlegt  wie  durch  die  Tatsache,  dass  im  Ruling  des  Kantons  G.  zur 
Ausübungsbesteuerung  von  der  Vertreterin  der  Firma  B.  selber  ausdrücklich  auf  die 
Praxis der Eidgenössischen Steuerverwaltung Bezug genommen wurde. 

bb)  Im  vorliegenden  Fall  waren  die  zugeteilten  Optionen  an  sich  gestaffelt  innert  ge-
wisser  Fristen  bzw.  -  wie  sich  vor  allem  aus  nachträglich  eingereichten  Unterlagen  er-
geben  hat  -  sofort  ausübbar.  Dabei  ist  jedoch  zu  beachten,  dass  die  allfällige  sofortige 
Ausübung  nur  zum  Erwerb  "gevesteter"  Aktien  geführt  hätte.  Insofern  erscheint  die 
Grenze  zum  Erwerb  von  Mitarbeiteroptionen  mit  Vesting-Klauseln  (bei  welchem  bloss 
nicht steuerbare Anwartschaften bestehen) fliessend und es ist gemäss den Beteiligungs-

 
 
- 41 - 

plänen  sowie  Agreements  auf  jeden  Fall  so,  dass  die  erhaltenen  Optionen  bzw.  Aktien 
durch weitere Mitarbeit bei B. "verdient" werden mussten. Wie dem auch sei, ergibt sich 
insgesamt,  dass  die  zugeteilten  und  in  Wirklichkeit  nicht  sofort  ausgeübten  Optionen  - 
wie  von  der  Beschwerdeführerin  dargestellt  (vgl.  vorne  Erw.  3.a)  -  durch  eine  Häufung 
individueller  Bedingungen  geprägt  wurden  (tranchenweise  gestaffelte,  über  Jahre  ver-
teilte  Ausübbarkeit  bzw.  -  unter  einer  gewissen  Bedingung  -  Alternative  des  early 
exercise;  Laufzeit  an  der  Grenze  von  10  Jahren;  Unverkäuflichkeit;  Verfallklauseln; 
Truncation-Klausel). Dementsprechend wurde eine objektive, realitätsbezogene und nicht 
bloss  schematische  Bewertung  erschwert  oder  geradezu  verunmöglicht.  Entgegen der 
Ansicht der Vorinstanz wurden ja seinerzeit nichtbörsenkotierte Optionen zugeteilt. Auch 
im  Zeitpunkt  der  Rulinganfragen  (Herbst  2004)  wurde  der  Börsengang  der  B.  (gemäss 
eigenen Angaben) erst  in Aussicht gestellt, wobei dies wiederum besondere Sperrfristen 
für allenfalls bereits erworbene Aktien nach sich ziehen sollte. 

Unter  diesen  Umständen  lässt  sich  aus  guten  Gründen  darauf  schliessen,  dass  die  zur 
Diskussion  stehenden  Optionen  bei  der  Zuteilung  nicht  genügend  bewertbar  waren  und 
mithin  nicht  als  Mitarbeiteroptionen  im  Sinne  des  Kreisschreibens  zu  betrachten  sind 
(blosse Anwartschaften). Dieser Schluss drängt sich umso mehr auf, als die Arbeitgeberin 
B. selber im Rahmen der ersten Rulinganfrage, welche sie - im Hinblick auf die geplante 
Verlegung  weiterer  Geschäftsaktivitäten  in  die  Schweiz  und  die  damit  verbundenen 
Wohnsitzwechsel von Mitarbeitern - im Sitzkanton G. (und nachher auch noch in anderen 
Kantonen)  unterbreitete,  eine  solche  Qualifikation  des  von  ihr  gestalteten  Sachverhalts 
beantragte.  Da  es  sich  bei  Mitarbeiterbeteiligungen  um  Naturaleinkommen  aus 
unselbständiger  Erwerbstätigkeit  handelt,  versteht  es  sich  von  selbst,  dass  der 
Arbeitgeberfirma  in  diesem  Zusammenhang  eine  besondere  Rolle  zukommt.  Im  Kreis-
schreiben  und  im  Rundschreiben  wird  denn  auch  mit  aller  Deutlichkeit  auf  die  entspre-
chenden  besonderen  Mitwirkungspflichten  hingewiesen.  Die  für  den  Fall  einer  sofortigen 
Steuerbarkeit  der  Optionen  vorgesehenen  Bewertungen  durch  Fachleute  wurden  jedoch 
von der Arbeitgeberfirma nie eingereicht. Im Gegenteil ging diese über Jahre hinweg von 
der Hypothese einer Besteuerung der Mitarbeiteroptionen bei der Ausübung aus, was ins-
besondere  auch  in  der  Abrechnung  der  Sozialversicherungsbeiträge  und  den  Lohnaus-
weisen  zum  Ausdruck  kommt.  Insofern  sind  das  Verhalten  des  Arbeitgebers  und  das  im 
Sitzkanton ausgehandelte Ruling von grundlegender Tragweite, mit einer gewissen Dritt-
wirkung für die Arbeitnehmer. Diese selbstgewünschte Qualifikation wurde somit am Sitz 
der  B.  auch  tatsächlich  umgesetzt.  Ebenso  wenig  wurde  in  der  Folge  je  einmal  geltend 
gemacht,  die  ursprüngliche  und  sowohl  in  den  Geschäftsbüchern  festgehaltene  als  auch 
steuerlich  berücksichtigte  Betrachtungsweise  habe  sich  als  falsch  erwiesen  und  es  seien 
entsprechende  Anpassungen  vorzunehmen.  Darauf  sind  die  Beteiligten  auch  nach  Treu 
und Glauben zu behaften. 

Unter  diesen  Umständen  erweist  sich  der  Standpunkt  der  Beschwerdeführerin,  wonach 
die zur Diskussion stehenden Optionen im Zeitpunkt der Ausübung zu besteuern sind, als 
zutreffend. 

cc) Entgegen der Ansicht der Beschwerdegegner und der Vorinstanz verstösst eine solche 
Besteuerung auch nicht gegen die Regeln des internationalen Doppelbesteuerungsrechts. 

Einerseits  besteht  keine  Gefahr  einer  effektiven  Doppelbesteuerung.  Die  Beschwerde-
gegner  weisen  zwar  darauf  hin,  dass  die  Optionen  in  I.  ordnungsgemäss  deklariert 
worden seien. Sie machen jedoch nicht geltend, dass sie dort auch tatsächlich besteuert 
worden sind. Erst recht haben sie keinen entsprechenden Nachweis erbracht. 

 
 
- 42 - 

Andererseits  ist  unter  dem  Gesichtspunkt  einer  allfälligen  virtuellen  Doppelbesteuerung 
davon  auszugehen,  dass  die  Frage  der  internationalen  Besteuerungsbefugnis  aufgrund 
des  Abkommens  vom  …  (DBA-I.)  zu  klären  ist.  Dessen  Art.  15  Abs.  1  sieht  vor,  dass 
Gehälter,  Löhne  und  ähnliche  Vergütungen,  die  eine  in  einem  Vertragsstaat  ansässige 
Person aus unselbständiger Arbeit bezieht, nur in diesem Staat besteuert werden, es sei 
denn,  die  Arbeit  werde  in  einem  anderen  Vertragsstaat  ausgeübt.  Solche  Einkünfte 
stellen  auch  die  Mitarbeiteroptionen  dar  (vgl.  PETER  LOCHER,  Einführung  in  das 
internationale Steuerrecht der Schweiz, 3. Aufl., Bern 2005, 418 mit weiteren Hinweisen 
in Fn. 58). Dabei ist eine Pro-Rata-Besteuerung vorzunehmen, falls das Einkommen aus 
im Ausland zugeteilten Optionen dem Arbeitnehmer erst nach dem Zuzug in die Schweiz 
zufliesst (vgl. dazu die Urteile des Steuergerichts BL vom 10. Oktober 2003, BStPra 2004 
131 Erw. 4 sowie der Steuerrekurskommission des Kantons Bern vom 21. Juni 2005, BVR 
2006,  433,  je  mit  weiteren  Hinweisen).  Dass  die  Zuzugsproblematik  im  Kreisschreiben 
sowie 
leuchtet  angesichts  der 
anwendbaren  allgemeinen  Regeln  über  die  internationale  Doppelbesteuerung  ein.  Auf 
jeden Fall spielt dies vorliegend entgegen der Ansicht der Vorinstanz keine Rolle. 

im  Rundschreiben  nicht  eigens  geregelt  wurde, 

In  welchem  Zeitpunkt  ein  Einkommen  als  realisiert  zu  gelten  hat,  wird  nicht  im  DBA-I. 
geregelt.  Demzufolge  ist  die  Frage  vorliegend  nach  internem  schweizerischem  Recht  zu 
beurteilen.  Wie  vorne  bereits  festgehalten,  wurde  im  vorliegenden  Fall  das  Einkommen 
aus  den  zur  Diskussion  stehenden  Optionen  nicht  bei  der  Zuteilung,  sondern  bei  der 
Ausübung realisiert. In der Tat wurde ja der entsprechende geldwerte Vorteil nicht nur im 
Ausland  erworben,  sondern  er  musste  auch  durch  die  weitere  Zusammenarbeit  in  der 
Schweiz  "verdient"  werden.  Es  ist  gerade  Sinn  und  Zweck  solcher  Mitarbeiterbeteiligun-
gen, dem Arbeitnehmer zusätzlich zur normalen Vergütung auch eine besondere Erfolgs-
motivation für die Zukunft ("Anreiz-Lohn") zu verschaffen (vgl. Steuergericht BL, a.a.O.). 
Somit  kommt  der  Schweiz  ein  anteilsmässiges  Besteuerungsrecht  zu.  Dass  gewisse 
Westschweizerkantone dies anscheinend anders handhaben, kann gegebenenfalls nur die 
kantonalen  Steuern  betreffen  und  vermag  für  die  Veranlagung  der  gesamtschweizerisch 
einheitlich zu handhabenden direkten Bundessteuer keine Bindungswirkung zu entfalten. 

Im  Übrigen  ist  auch  in  diesem  Zusammenhang  wiederum  darauf  hinzuweisen,  dass  die 
Arbeitgeberin B. selber im Rahmen der ersten Rulinganfrage, welche sie - im Hinblick auf 
die  geplante  Verlegung  weiterer  Geschäftsaktivitäten  in  die  Schweiz  und  die  damit 
verbundenen  Wohnsitzwechsel  von  Mitarbeitern  -  im  Sitzkanton  G.  (und  nachher  auch 
noch  in  anderen  Kantonen)  unterbreitete,  eine  solche  anteilsmässige  internationale 
Steueraufteilung beantragte. 

Demzufolge  erweist  sich  auch  in  dieser  Hinsicht  der  Standpunkt  der  Eidgenössischen 
Steuerverwaltung  als  gerechtfertigt.  Somit  ist  die  Beschwerde  gutzuheissen,  soweit  sie 
die anteilsmässige Besteuerung des Einkommens betrifft, welches mit der Ausübung der 
Mitarbeiteroptionen erzielt worden ist. 

a) In einem zweiten Punkt rügt die Beschwerdeführerin, dass den Steuerpflichtigen 
4. 
zu Unrecht ein Abzug im Umfang von 39'303 Franken für die Fremdbetreuung der Kinder 
gewährt worden sei, obwohl ein solcher im DBG nicht vorgesehen sei. 

Die Vorinstanz wendet demgegenüber ein, der Abzug sei in Anwendung der Expatriates-
Verordnung vom 3. Oktober 2000 vorgenommen worden. 

 
 
- 43 - 

Dem entgegnet die Beschwerdeführerin im Rahmen des zweiten Schriftenwechsels, dass 
die Voraussetzungen dieser Verordnung nicht erfüllt seien. 

Die  Beschwerdegegner  ihrerseits  haben  zu  diesem  Beschwerdebegehren  nicht  Stellung 
genommen. 

b)  Wie  der  Steuergerichtshof  schon  im  Urteil  4F  2007-44/45  vom  6.  Juli  2007 
festgestellt  hat,  enthielt  das  DBG  im  Gegensatz  zum  kantonalen  Recht  bis  anhin  keine 
Sondervorschrift über die steuerliche Berücksichtigung von Kinderbetreuungskosten. Erst 
mit  dem  am  25.  September  2009  verabschiedeten  Bundesgesetz  über  die  steuerliche 
Entlastung von Familien mit Kindern wurde in den neuen Art. 33 Abs. 3 und 212 Abs. 2bis 
die Möglichkeit zum Abzug von Kinderbetreuungskosten geschaffen (mit Wirkung ab der 
Steuerperiode  2011).  Insofern  besteht  also  für  die  vorliegend  streitige  Steuerperiode 
keine entsprechende gesetzliche Grundlage. 

Gemäss  ihrem  Art.  1  Abs.  1  gilt  die  vom  Eidgenössischen  Finanzdepartement  erlassene 
"Verordnung über den Abzug besonderer Berufskosten bei der direkten Bundessteuer von 
vorübergehend  in  der  Schweiz  tätigen  leitenden  Angestellten,  Spezialisten  und  Spezia-
listinnen"  (Expatriates-Verordnung;  SR  642.118.3)  nur  für  leitende  Angestellte,  die  von 
ihrem  ausländischen  Arbeitgeber  vorübergehend  in  die  Schweiz  entsandt  werden  (lit. a) 
oder  für  Spezialisten  und  Spezialistinnen  aller  Art,  die  in  der  Schweiz  eine  zeitlich  be-
fristet Aufgabe erfüllen (lit. b). Im vorliegenden Fall erfüllen die Beschwerdegegner diese 
Voraussetzung offensichtlich nicht. In der Tat  sind sie ja zwecks Übernahme der Stellen 
bei  der  K.  (nebst  einer  50%-Stelle  bei  B.  Schweiz  für  die  Ehegattin)  und  nicht  bloss 
befristet in die Schweiz gezogen 

Unter  diesen  Umständen  erweist  sich  die  Beschwerde  der  Eidgenössischen  Steuerver-
waltung auch in diesem Punkt als begründet. 

Soweit  die  Beschwerdegegner  "für  den  Fall  der  Abweisung  der  Beschwerde"  den 
5. 
Antrag  stellen,  "es  sei  der  Abzug  der  geleisteten  Sozialversicherungsbeiträge  zu  gewäh-
ren",  ist  das  Begehren  gegenstandslos.  Die  gutgeheissenen  Begehren  der  Beschwerde-
führerin tragen im Übrigen den geleisteten Sozialversicherungsbeiträgen Rechnung. 

6.  Dem  Ausgang  des  Verfahrens  entsprechend  sind  die  Kosten  in  Anwendung  von 
Art. 144  Abs.  1  DBG  den  Beschwerdegegnern  aufzuerlegen.  Die  Höhe  der  Verfahrens-
kosten wird durch das kantonale Recht bestimmt (Art. 144 Abs. 5 DBG). Das heisst, dass 
insbesondere  der  Tarif  vom  17.  Dezember  1991  der  Verfahrenskosten  und  Entschädi-
gungen in der Verwaltungsjustiz zur Anwendung gelangt (vgl. Art 146 f. VRG). 

Im  vorliegenden  Fall  erscheint  es  angemessen,  die  Gerichtsgebühr  auf  20'000 Franken 
festzusetzen. 

D e r   H o f   e r k e n n t :  

I. 

Die Beschwerde wird gutgeheissen. 

Demzufolge  wird  das  steuerbare  Einkommen  für  die  direkte  Bundessteuer  auf 
16'300'321 Franken (anstatt 7'954'350 Franken) festgesetzt. 

 
 
 
 
- 44 - 

II.  Die Kosten (Gebühr: 20'000 Franken) werden den Beschwerdegegnern auferlegt. 

Der  vorliegende  Entscheid  kann  gemäss  Art.  146  DBG  und  82 ff.  des  Bundesgesetzes 
vom  17.  Juni  2005  über  das  Bundesgericht  (BGG;  SR  173.110)  innert  30  Tagen  seit 
Eröffnung  mit  einer  Beschwerde  in  öffentlich-rechtlichen  Angelegenheiten  beim  Bundes-
gericht, Lausanne, angefochten werden. 

Gegen die Festsetzung der Höhe der Verfahrenskosten ist innert 30 Tagen die Einsprache 
an  die  Behörde,  die  entschieden  hat,  zulässig,  sofern  nur  dieser  Teil  des  Entscheides 
angefochten wird (Art. 148 VRG). 

Art. 8 Abs. 1, 9 BV; Art. 16, 17 Abs. 1, 102 Abs. 2, 104 Abs. 1 DBG; Art. 15 Abs. 1 DBA-I.