# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d7a88ad7-b8c7-5007-ad72-9866b3d40ce3
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-12-22
**Language:** de
**Title:** Zug Obergericht Zivilabteilung 22.12.2022 Z2 2022 19
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Obergericht/ZG_OG_001_Z2-2022-19_2022-12-22.pdf

## Full Text

20220901_111809_neu_ANOM.docx

II. Zivilabteilung Z2 2022 19
(VA 2022 51 / VA 2022 64)

Oberrichter Dr.iur. A. Staub, Abteilungspräsident
Oberrichter lic.iur. P. Huber
Oberrichter lic.iur. St. Scherer
Gerichtsschreiberin MLaw K. Fotsch

Urteil vom 22. Dezember 2022 [rechtskräftig]

in Sachen

A.________,
vertreten durch RA Dr.iur. B.________,
Gesuchsteller und Berufungskläger,

gegen

C.________,
vertreten durch RA MLaw D.________,
Gesuchsgegnerin und Berufungsbeklagte,

betreffend

vorsorgliche Massnahmen im Scheidungsverfahren gemäss Art. 276 ZPO (Abänderung) 
(Berufung gegen den Entscheid des Einzelrichters am Kantonsgericht Zug vom 30. März 2022)

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Rechtsbegehren

Gesuchsteller und Berufungskläger

1. Der Entscheid [des Einzelrichters am Kantonsgericht Zug vom 30. März 2022] sei aufzuheben und zu-
folge Gehörsverletzung und Herstellung der "Double Instance" der Vorinstanz zur Bearbeitung und Ver-
vollständigung zurückzuweisen.

2. Eventualiter, für den Fall, dass das Obergericht selbst entscheidet, sei festzustellen, dass

a. bei den Kindern kein Mankofall gemäss Art. 286a ZGB mehr besteht.

b. der Gesuchsteller ab Gesuchseinreichung bei der Vorinstanz keinen Unterhalt zufolge Verlet-
zung seines Existenzminimums mehr schulde, eventualiter ab 1. August 2020 [Beginn 46%-Pen-
sum der Gesuchsgegnerin].

c. die Gesuchsgegnerin dem Gesuchsteller Unterhalt in Höhe von CHF 1'013.00 ab dem 1. August 
2020 schulde [Beginn 46%-Pensum der Gesuchsgegnerin].

d. die Gesuchsgegnerin Unterhalt in Höhe von CHF 800.00 ab dem 1. August 2022 [Schuleintritt 
H.________] schulde.

e. eine Besuchsbeistandschaft anzuordnen sei mit folgenden Aufgaben:
i. Die Eltern in Erziehungsfragen zu unterstützen und zu beraten
ii. In Konfliktfällen vermittelnd zu unterstützen
iii. Die Parteien bei der Festlegung des Ferien- sowie Feiertagsrecht zu unterstützen
iv. Erstellen eines Quartalsberichts, welcher jeweils die wesentlichen Punkte der Kinder in 

Bezug auf Entwicklung, Umgang mit den Eltern, Einfluss des Elternkonflikts auf die Kin-
der, Optimierungsmöglichkeiten in Bezug auf die Kinderbelange etc. festhält

v. Insbesondere im Konfliktfall sei die Beistandschaft zu berechtigen, Anträge beim zustän-
digen Gericht zu stellen

f. das Videokontaktrecht auf 30 Minuten auszudehnen sei und die Kinder zu berechtigen seien, 
dieses allein auszuüben. Auf erstes Verlangen eines Kindes finde das Kontaktrecht zwecks 
Wahrung der Persönlichkeitsrechte der Kinder jeweils mit diesem allein statt.

Im Falle der Anordnung der alternierenden Obhut sei das Videokontaktrecht zu streichen.

g. die alternierende Obhut herzustellen sei, wobei die Kinder in I.________ (ZG) zur Schule gehen 
sollten.

Es sei die Obhuts- und Besuchsrechtsregelung derart anzupassen, dass die gemeinsame Toch-
ter J.________ und der gemeinsame Sohn H.________ einen Tag mehr unter der Woche bei ih-
rem Vater verbringen können und als zusätzlicher Tag soll der Mittwoch (während der Schulzeit 
von Mittwochmittag ab Schulschluss [unverpflegt] bis am Donnerstagmorgen Schulbeginn [ver-
pflegt] bzw. in den Ferien von Mittwochmorgen 08.30 [verpflegt] bis Donnerstagmorgen 08.30 
[verpflegt]) ab 1. August 2022 gerichtlich festgelegt werden, soweit die Parteien nichts anderes 
im gegenseitigen Einvernehmen vereinbaren.

Zudem sei im Falle der alternierenden Obhut auch der Gesuchsgegnerin ein Ferienrecht von 
fünf Wochen pro Jahr zuzugestehen, wobei maximal zwei Wochen am Stück genommen werden 
können.

h. ohnehin der Entscheid so zu präzisieren sei, dass die Kinder jeweils von einem Elternteil ge-
bracht werden müssten. Sei dies aufgrund von Arbeit oder Schule nicht möglich, so gilt die Hol-

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schuld. Sei auch dies nicht möglich, so habe der mehrleistende Elternteil gegenüber dem ande-
ren Anspruch auf Ersatz der Bar-Auslagen.

i. Es seien für alle Anträge direkt Vollstreckungsmassnahmen in Anwendung der Offizialmaxime 
zu definieren.

j. Die Parteientschädigung von RA D.________ sei zufolge offensichtlicher Unangemessenheit zu 
streichen, eventualiter um mindestens 50 % auf maximal CHF 2'000.00 zu reduzieren.

k. Alle Kostenfolgen zulasten der Gesuchsgegnerin sowie infolge unnötiger Kosten infolge der fal-
schen Rechtsanwendung und Verweigerung des rechtlichen Gehörs nach Massgabe von 
Art. 108 ZPO zulasten der Gerichtskasse.

Gesuchsgegnerin und Berufungsbeklagte

1. Die Berufung des Berufungsklägers sowie die zusätzlichen Rechtsbegehren gemäss Stellungnahme 
vom 15. Juni 2022 seien vollumfänglich abzuweisen.

2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich Mehrwertsteuer zu Lasten des Gesuchstellers 
und Berufungsklägers.

Sachverhalt

1. A.________ (nachfolgend: Gesuchsteller) und C.________ (nachfolgend: Gesuchsgegnerin) 
haben am tt.mm.2016 geheiratet. Sie sind die Eltern von J.________, geb. tt.mm.2016, und 
H.________, geb. tt.mm.2017. Die Familie wohnte gemeinsam im Elternhaus des Gesuch-
stellers in I.________ (ZG). Anfang Oktober 2018 bezog die Gesuchsgegnerin eine eigene 
Wohnung in E.________ (SZ) und meldete auch die Kinder neu in E.________(SZ) an. Seit-
her leben die Parteien getrennt.

2.1 Am 9. November 2018 reichte die Gesuchsgegnerin gegen den Gesuchsteller ein Gesuch 
um Erlass von Eheschutzmassnahmen beim Kantonsgericht Zug ein (ES 2018 605). Die Par-
teien einigten sich, die Kinder unter die alternierende Obhut zu stellen, und der Gesuchsteller 
verpflichtete sich, der Gesuchsgegnerin an deren Unterhalt sowie an denjenigen der Kinder 
monatliche Unterhaltsbeiträge von insgesamt CHF 4'200.00 pro Monat exkl. Kinderzulagen 
(1. März 2019 bis 31. Juli 2019) bzw. von CHF 2'400.00 exkl. Kinderzulagen (ab 1. August 
2019) zu bezahlen. Mit Entscheid vom 19. Februar 2019 genehmigte der Einzelrichter am 
Kantonsgericht Zug diesen Vergleich und erhob ihn zum Entscheid (act. 19 im Verfahren 
ES 2018 605; nachfolgend: Ersturteil).

2.2 Beide Parteien wirkten bereits kurze Zeit später auf eine Abänderung dieses Vergleichs hin. 
Der Gesuchsteller stellte am 13. März 2019 ein Berichtigungs- respektive Revisionsgesuch, 
das sich primär auf die finanziellen Belange bezog. Die Gesuchsgegnerin stellte am 26. März 
2019 bei der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde G.________ das Gesuch, es sei ihr 
der Wegzug in die Ostschweiz zusammen mit den Kindern zu bewilligen. 

3.1 Am 30. September 2019 reichte der Gesuchsteller beim Kantonsgericht Zug ein Gesuch um 
Abänderung der Eheschutzmassnahmen ein, worin er in erster Linie eine Anpassung der Un-

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terhaltsbeiträge beantragte sowie die Umteilung der Obhut an ihn, falls die Gesuchsgegnerin 
an ihrem Vorhaben, in die Ostschweiz zu ziehen, festhalten sollte. Die Gesuchsgegnerin ih-
rerseits stellte unter anderem den Antrag, es sei ihr die alleinige Obhut über die beiden Kin-
der zuzuteilen und es sei ihr mit den Kindern der Umzug in den Kanton Zürich, an den obe-
ren Zürichsee oder in die Ostschweiz zu bewilligen (ES 2019 559). 

3.2 Am 20. August 2020 bewilligte die Einzelrichterin am Kantonsgericht Zug der Gesuchsgegne-
rin den Umzug zusammen mit den zwei Kindern in den Kanton Zürich, an den oberen Zürich-
see oder in die Ostschweiz, stellte die Kinder ab dem Umzug unter die Obhut der Gesuchs-
gegnerin und passte die Unterhaltsbeiträge an.

3.3 Gegen diesen Entscheid reichte der Gesuchsteller am 28. August 2020 Berufung beim Ober-
gericht des Kantons Zug ein, verbunden mit Anträgen auf superprovisorischen Erlass vor-
sorglicher Massnahmen. Am 15. September 2020 wurde der Berufung mittels Präsidialverfü-
gung die aufschiebende Wirkung erteilt und der Gesuchsgegnerin unter Androhung der Wi-
derhandlungsfolgen gemäss Art. 292 StGB verboten, den Wohnsitz der Kinder J.________ 
und H.________ während des laufenden Berufungsverfahrens zu verlegen. Mit Eingabe vom 
8. Oktober 2020 gab die Gesuchsgegnerin bekannt, sie habe den Umzug inzwischen vollzo-
gen. 

3.4 Mit Urteil des Obergerichts des Kantons Zug vom 11. November 2020 (Verfahren Z2 2020 39) 
wurde die Berufung teilweise gutgeheissen und die Dispositiv-Ziffern 3 und 4 des Entscheids 
der Einzelrichterin am Kantonsgericht Zug vom 20. August 2020 wurden wie folgt geändert 
und ergänzt (Änderungen und Ergänzungen kursiv; nachfolgend: Zweiturteil):

" 3. In Abänderung von Ziff. 2.2, 2.3 und 2.4 des Entscheides ES 2018 605 des Einzelrichters des 
Kantonsgerichts des Kantons Zug wird der Gesuchsteller ab dem Umzug der Gesuchsgegnerin 
zusammen mit den Kindern in den Kanton Zürich, an den oberen Zürichsee oder in die Ost-
schweiz berechtigt und verpflichtet, die Kinder J.________ und H.________ wie folgt zu be-
treuen:

• jedes zweite Wochenende von Freitag, Kindergarten- bzw. Schulschluss bzw. 12.00 Uhr 
(falls die Kinder am Freitag keinen Kindergarten oder keine Schule haben), bis Montag, Kin-
dergarten- oder Schulbeginn bzw. 8.00 Uhr (falls die Kinder keinen Kindergarten oder keine 
Schule haben). Ferner wird der Gesuchsteller berechtigt, zweimal pro Woche (Mittwoch-
abend und Sonntagabend) in jenen Wochen ohne Besuchswochenende mit den Kindern 
J.________ und H.________ über Videotelefonie in Kontakt zu treten;

• während fünf Wochen Ferien, wobei das Ferienrecht unter den Parteien mindestens drei Mo-
nate im Voraus abzusprechen ist. Falls sich die Parteien nicht auf ein Datum einigen können, 
kommt dem Gesuchsteller in Jahren mit ungerader Jahreszahl und der Gesuchsgegnerin in 
Jahren mit gerader Jahreszahl das Entscheidungsrecht zu;

• über die Weihnachtstage an einem Tag, von 10.00 Uhr mit anschliessender Übernachtung 
bis 10.00 Uhr. Das Weihnachtsfeiertagsrecht ist unter den Parteien frühzeitig, mindestens ei-
nen Monat im Voraus abzusprechen. Für den Fall, dass sich die Parteien nicht auf den Tag 
einigen können, kommt dem Gesuchsteller in Jahren mit ungerader Jahreszahl und der Ge-
suchsgegnerin in Jahren mit gerader Jahreszahl das Entscheidungsrecht zu.

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• Fällt das Besuchswochenende des Gesuchstellers auf Ostern, so ist dieser berechtigt und 
verpflichtet, die Kinder J.________ und H.________ von Donnerstag, Kindergarten- bzw. 
Schulschluss bzw. 12.00 Uhr (falls die Kinder am Donnerstag keinen Kindergarten oder 
keine Schule haben) bis Dienstag, Kindergarten- oder Schulbeginn bzw. 8.00 Uhr (falls die 
Kinder am Dienstag keinen Kindergarten oder keine Schule haben) zu sich oder mit sich auf 
Besuch zu nehmen.

Fällt das Besuchswochenende des Gesuchstellers auf Auffahrt, so ist dieser berechtigt und 
verpflichtet, die Kinder von Mittwoch, Kindergarten- bzw. Schulschluss bzw. 12.00 Uhr (falls 
die Kinder am Mittwoch keinen Kindergarten oder keine Schule haben) bis Montag, Kinder-
garten- oder Schulbeginn bzw. 8.00 Uhr (falls die Kinder am Montag keinen Kindergarten 
oder keine Schule haben) zu sich oder mit sich auf Besuch zu nehmen.

Fällt das Besuchswochenende des Gesuchstellers auf Pfingsten, so ist dieser berechtigt und 
verpflichtet, die Kinder von Freitag, Kindergarten- bzw. Schulschluss bzw. 12.00 Uhr (falls 
die Kinder am Freitag keinen Kindergarten oder keine Schule haben) bis Dienstag, Kinder-
garten- oder Schulbeginn bzw. 8.00 Uhr (falls die Kinder am Dienstag keinen Kindergarten 
oder keine Schule haben) zu sich oder mit sich auf Besuch zu nehmen.

• Die übrigen gesetzlichen Feiertage des Kantons Zürich verbringen die Kinder jeweils bei 
demjenigen Elternteil, bei dem sie sich gemäss dem regulären Turnus befinden.

4. In Abänderung von Ziff. 2.5 des Entscheides ES 2018 605 des Einzelrichters des Kantonsge-
richts des Kantons Zug wird der Gesuchsteller verpflichtet, der Gesuchsgegnerin an deren Un-
terhalt sowie an denjenigen der Kinder J.________ und H.________ folgende monatliche Unter-
haltsbeiträge zu bezahlen, zahlbar je zum Voraus auf den Ersten des Monats, soweit es sich um 
zukünftige Unterhaltsbeiträge handelt:

CHF 693.00 zzgl. allfälliger Familienzulagen ab 1. Januar 2020 aufgeteilt wie folgt:

- Für J.________: CHF 346.50 (Barunterhalt);
- Für H.________: CHF 346.50 (Barunterhalt) sowie

CHF 0.00 (Betreuungsunterhalt);
- Für die Gesuchsgegnerin: CHF 0.00.

Im Sinne von Art. 286a ZGB wird festgestellt, dass mit dem Unterhaltsbeitrag der gebührende 
Unterhalt der Kinder J.________ und H.________ nicht gedeckt ist. Es fehlt monatlich ein Be-
trag von CHF 1'707.00, wovon CHF 153.50 auf J.________ (Manko Barunterhalt) und 
CHF 1'553.50 auf H.________ (CHF 153.50 Manko Barunterhalt; CHF 1'400.00 Manko Betreu-
ungsunterhalt) entfallen.

CHF 1'083.00 exklusive Familienzulagen ab dem 1. Dezember 2020, aufgeteilt wie folgt:

- Für J.________: CHF 554.00 (Barunterhalt);
- Für H.________: CHF 529.00 (Barunterhalt) sowie

CHF 0.00 (Betreuungsunterhalt);
- Für die Gesuchsgegnerin: CHF 0.00.

Im Sinne von Art. 286a ZGB wird festgestellt, dass mit dem Unterhaltsbeitrag der gebührende 
Unterhalt der Kinder J.________ und H.________ nicht gedeckt ist. Es fehlt monatlich ein Be-
trag von CHF 366.00, wovon CHF 118.00 auf J.________ (Manko Barunterhalt) und 

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CHF 248.00 auf H.________ (CHF 118.00 Manko Barunterhalt; CHF 130.00 Manko Betreuungs-
unterhalt) entfallen. "

3.5 Die vom Gesuchsteller gegen dieses Urteil erhobene Beschwerde wurde vom Bundesgericht 
mit Urteil vom 10. Februar 2021 abgewiesen (Urteil 5A_962/2020).

4. Seit dem 5. Oktober 2020 ist am Kantonsgericht Zug das Ehescheidungsverfahren zwischen 
den Parteien hängig (A1 2020 71). 

5. Mit Eingabe vom 3. Februar 2021 an den Referenten des Ehescheidungsverfahrens ersuchte 
der Gesuchsteller um Erlass vorsorglicher Massnahmen während des Scheidungsverfahrens 
bzw. um Abänderung der Eheschutzmassnahmen (ES 2021 43). In seinem Gesuch stellte er 
im Wesentlichen den Antrag, es sei festzustellen, dass er keine Unterhaltsleistungen mehr 
zahlen müsse. Im weiteren Verfahren beantragte er unter anderem, die Kinder seien unter 
die alternierende Obhut zu stellen und das Videokontraktrecht sei auszudehnen. Mit Ent-
scheid vom 30. März 2022 wurde das Gesuch in allen Punkten abgewiesen (Vi act. 49).

6.1 Gegen diesen Entscheid reichte der nicht anwaltlich vertretene Gesuchsteller am 5. April 
2022 fristgerecht Berufung mit dem eingangs genannten (materiell-rechtlichen) Rechtsbe-
gehren – jedoch noch ohne den zweiten Absatz von Ziff. 2 lit. f und ohne den zweiten und 
dritten Absatz von Ziff. 2 lit. g – ein (act. 2). 

Ausserdem stellte er mehrere prozessuale Anträge. Auf diese ist in den Erwägungen einzu-
gehen. Sein bereits mit Eingabe vom 31. März 2022 gestelltes Gesuch um Gewährung der 
unentgeltlichen Rechtspflege wurde am 1. April 2022 gutgeheissen und RA Dr.iur. 
B.________ mit Präsidialverfügung vom 20. Mai 2022 als unentgeltlicher Rechtsbeistand be-
stellt (act. 1 und 12; VA 2022 51).

6.2 In ihrer Berufungsantwort vom 22. April 2022 beantragte die Gesuchsgegnerin die kostenfäl-
lige Abweisung der Berufung (act. 7). Ihr gleichzeitig gestelltes Gesuch um unentgeltliche 
Rechtspflege wurde mit Präsidialverfügung vom 20. Mai 2022 gutgeheissen und RA MLaw 
D.________ als unentgeltliche Rechtsbeiständin bestellt (act. 12; VA 2022 64).

6.3 In Ausübung seines unbedingten Replikrechts reichte der – nunmehr anwaltlich vertretene – 
Gesuchsteller am 15. Juni 2022 eine Stellungnahme ein und ergänzte das Rechtsbegehren 
im eingangs genannten Sinn, indem er einen Antrag zu den Modalitäten der alternierenden 
Obhut bzw. Besuchsrechtsregelung stellte (zweiter Absatz von Ziffer 2 lit. b seines Rechtsbe-
gehrens; act. 15).

6.4 Zu dieser Eingabe reichte die Gesuchsgegnerin am 12. Juli 2022 in Ausübung ihres unbe-
dingten Replikrechts eine Stellungnahme ein. Sie beantragte zusätzlich auch die Abweisung 
des vom Gesuchsteller mit Eingabe vom 15. Juni 2022 neu gestellten Antrags (act. 19). 

6.5 Auf diese Eingabe replizierte der Gesuchsteller am 4. August 2022 (act. 21) und hierauf wie-
derum die Gesuchsgegnerin am 22. August 2022 (act. 22).

6.6 Mit Eingabe vom 7. Oktober 2022 machte der Gesuchsteller persönlich unaufgefordert Aus-
führungen zur Sache und stellte unter anderem den Antrag, es sei vorab im Rahmen eines 

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Zwischenentscheids über die alternierende Obhut zu entscheiden. Zudem stellte er die An-
träge gemäss Ziff. 2 lit. f zweiter Absatz und Ziff. 2 lit. g dritter Absatz des eingangs genann-
ten Rechtsbegehrens (act. 26). Die Gesuchsgegnerin replizierte auf diese Eingabe am 
31. Oktober 2022 (act. 29). Am 10. November 2022 reichte der Gesuchsteller und am 
16. November 2022 die Gesuchsgegnerin je eine weitere Eingabe ein (act. 32 und 34).

6.7 Eine Berufungsverhandlung wurde nicht durchgeführt.

Erwägungen

1. Die örtliche, sachliche und funktionelle Zuständigkeit der angerufenen Gerichte ist (unbestrit-
tenermassen) gegeben (§ 19 Abs. 1 Bst. b GOG sowie die zutreffende E. 1 des angefochte-
nen Entscheids [Vi act. 49]).

2. Bevor auf die Begründung des angefochtenen Entscheids und die dagegen vorgebrachten 
Rügen eingegangen wird, ist in prozessualer Hinsicht Folgendes festzuhalten:

2.1 Neue Vorbringen sind im Berufungsverfahren grundsätzlich nur noch unter den Vorausset-
zungen von Art. 317 Abs. 1 ZPO zulässig. Danach sind neue Tatsachen und Beweismittel 
nur noch zu berücksichtigen, wenn sie – kumulativ – ohne Verzug vorgebracht werden 
(Art. 317 Abs. 1 lit. a ZPO) und trotz zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz vor-
gebracht werden konnten (Art. 317 Abs. 1 lit. b ZPO). Art. 296 ZPO statuiert jedoch für Kin-
derbelange in familienrechtlichen Angelegenheiten – wie sie vorliegend mitunter zu beurtei-
len sind – den uneingeschränkten Untersuchungsgrundsatz und den Offizialgrundsatz, wes-
halb das Gericht in diesem Bereich den Sachverhalt von Amtes wegen erforscht und ohne 
Bindung an die Parteianträge entscheidet. In Verfahren, welche der umfassenden Untersu-
chungsmaxime unterstehen, können die Parteien auch im Berufungsverfahren neue Tatsa-
chen und Beweismittel unbeschränkt vorbringen. Die Bestimmung von Art. 317 Abs. 1 ZPO 
gilt somit nicht für Verfahren, in welchen Kinderbelange zu beurteilen sind (BGE 144 III 349 
E. 4.2.1). 

2.2 Der Untersuchungsgrundsatz entbindet die Parteien indessen nicht davon, durch Hinweise 
zum Sachverhalt oder die Bezeichnung von Beweisen am Verfahren mitzuwirken. Sie müs-
sen das Gericht über den Sachverhalt orientieren und ihm die verfügbaren Beweismittel nen-
nen (Urteile des Bundesgerichts 5A_702/2020 vom 21. Mai 2021 E. 4.4; 5A_1037/2019 vom 
22. April 2020 E. 2.5, je unter Hinweis auf BGE 128 III 411 E. 3.2.1 und 130 I 180 E. 3.2).

2.3 Der – damals noch nicht anwaltlich vertretene – Gesuchsteller reichte am 5. April 2022 die 
Berufung ein (act. 2). Dabei stellte er mitunter neue Anträge, wie beispielsweise jenen zur Er-
richtung einer Besuchsrechtsbeistandschaft. Sein am 20. Mai 2022 bestellter Rechtsvertreter 
präzisierte den ursprünglichen Antrag zur alternierenden Obhut mit Eingabe vom 15. Juni 
2022 und machte im Rahmen des unbedingten Replikrechts ergänzende Ausführungen 
(act. 15; s. Ziff. 2 lit. g zweiter Absatz des Rechtsbegehrens). Mit Eingabe vom 7. Oktober 
2022 brachte der Gesuchsteller eine weitere Ergänzung an, indem er erklärte, dass das Vi-
deokontaktrecht im Falle der Anordnung der alternierenden Obhut zu streichen und der Ge-
suchsgegnerin ebenfalls ein Ferienrecht von fünf Wochen im Jahr zuzugestehen sei (act. 26 

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S. 2; s. Ziff. 2 lit. f zweiter Absatz und lit. g dritter Absatz des Rechtsbegehrens). Diese Kla-
geänderungen im Berufungsverfahren sind vorliegend zulässig. Denn im Rahmen der hier 
anwendbaren Untersuchungs- und Offizialmaxime, die für sämtliche Kinderbelange in famili-
enrechtlichen Angelegenheiten zur Anwendung gelangen (Art. 296 Abs. 1 und 3 ZPO), ist 
eine Klageänderung – sofern in diesem Zusammenhang überhaupt von diesem Begriff ge-
sprochen werden kann – wegen der fehlenden Bindung der Berufungsinstanz an die Partei-
anträge stets zugelassen (Urteil des Obergerichts des Kantons Zug Z2 2019 34 vom 12. De-
zember 2019 E. 5.1; BGE 120 II 229 E. 1.c).

2.4 Ungeachtet der Untersuchungs- und Offizialmaxime ist jedoch zu beachten, dass das Beru-
fungsverfahren als eigenständiges Verfahren ausgestaltet ist. Es dient nicht der Vervollstän-
digung des vorinstanzlichen Verfahrens, sondern der Überprüfung und Korrektur des erstin-
stanzlichen Entscheids im Lichte konkret dagegen vorgebrachter Beanstandungen. Entspre-
chend ist die Berufung nach Art. 311 Abs. 1 ZPO begründet einzureichen. Dabei muss der 
Berufungskläger aufzeigen, inwiefern und weshalb er den angefochtenen Entscheid in 
tatsächlicher oder rechtlicher Hinsicht als fehlerhaft erachtet bzw. weshalb (zulässige) Noven 
oder neue Beweismittel einen anderen Schluss aufdrängen. Um diesen Anforderungen nach-
zukommen, genügt es nicht, wenn der Berufungskläger lediglich auf seine Vorbringen vor 
erster Instanz verweist, sich mit Hinweisen auf frühere Prozesshandlungen zufriedengibt 
oder den angefochtenen Entscheid in allgemeiner Weise kritisiert. Vielmehr muss er im Ein-
zelnen die vorinstanzlichen Erwägungen bezeichnen, die er beanstandet, sich mit ihnen ar-
gumentativ auseinandersetzen und die Aktenstücke nennen, auf denen seine Kritik beruht. 
Die Begründung muss hinreichend explizit sein, sodass sie von der Berufungsinstanz einfach 
nachvollzogen werden kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_598/2019 vom 23. Dezember 
2019 E. 3.1 m.w.H., insbesondere auf BGE 142 III 413 E. 2.2.2 und 138 III 374 E. 4.3.1).

Die Begründung ist eine gesetzliche, von Amtes wegen zu prüfende 
Zulässigkeitsvoraussetzung für die Berufung. Lässt die Berufung insgesamt oder hinsichtlich 
eines bestimmten Streitpunkts eine (hinreichende) Begründung vermissen, so tritt die 
Berufungsinstanz darauf nicht ein. Die gerichtliche Fragepflicht nach Art. 56 ZPO entbindet 
nicht von einer gehörigen Begründung der Rechtsmitteleingabe. Ebenso wenig besteht eine 
Pflicht des Berufungsgerichts, die Berufung zur Verbesserung zurückzuweisen. Dabei 
handelt es sich nicht um einen verbesserlichen Mangel im Sinne von Art. 132 Abs. 1 ZPO 
(vgl. Urteile des Bundesgerichts 5A_350/2019 vom 26. Oktober 2020 E. 4.1 und 
5A_342/2020 vom 4. März 2021 E. 3.3, je m.w.H.).

2.5 Der Gesuchsteller beantragt im Hauptstandpunkt, der angefochtene Entscheid sei aufzuhe-
ben und die Sache sei an die Vorinstanz zum neuerlichen Entscheid zurückzuweisen. 

Gemäss Art. 318 ZPO kann die Rechtsmittelinstanz den angefochtenen Entscheid bestätigen 
(lit. a), neu entscheiden (lit. b) oder die Sache an die erste Instanz zurückweisen, wenn ein 
wesentlicher Teil der Klage nicht beurteilt wurde oder der Sachverhalt in wesentlichen Teilen 
zu vervollständigen ist (lit. c). Eine Bestätigung oder ein Neuentscheid sind die Regelfälle. 
Die Rückweisung an die erste Instanz hat aus prozessökonomischen Gründen und in 
Berücksichtigung des verfassungsrechtlichen Beschleunigungsgebotes die Ausnahme zu 
bleiben (Reetz/Hilber, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur 
Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO], 3. A. 2016, Art. 318 ZPO N 29). Da Art. 318 

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ZPO als "Kann-Vorschrift" ausgestaltet ist, entscheidet die Berufungsinstanz nach ihrem 
pflichtgemässen Ermessen, ob sie ein reformatorisches oder kassatorisches Urteil fällt. Aus 
diesem Grund kann einer Prozesspartei von vornherein kein Rechtsanspruch auf Fällung 
eines Rückweisungsentscheids zukommen. Der Gesetzgeber hat den Grundsatz der "double 
instance", dem nicht Verfassungsrang zukommt, nicht zum massgeblichen Kriterium erhoben 
und folglich in Kauf genommen, dass einer Partei nicht in jedem Fall zwei Instanzen mit 
voller Kognition zur Verfügung stehen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 5A_342/2022 vom 
26. Oktober 2022 E. 4.3.2 f., 4A_129/2019 vom 27. Mai 2019 E. 1.2.2 und 5A_424/2018 vom 
3. Dezember 2018 E. 4.2, je m.w.H.; Urteil des Obergerichts des Kantons Zug Z1 2017 8 
vom 13. Juli 2018 E. 4.2.1, in: GVP 2018 S. 161 ff.). Vorliegend erscheint eine Rückweisung 
weder erforderlich noch sachgerecht, sodass davon abzusehen ist.

3. Die rechtlichen Grundlagen der Abänderung von Eheschutzmassnahmen nach Einleitung 
des Scheidungsverfahrens lassen sich wie folgt zusammenfassen:

3.1 Wird der gemeinsame Haushalt aufgehoben, so legt das Gericht auf Begehren eines Ehegat-
ten die Unterhaltsbeiträge an die Kinder und den Unterhaltsbeitrag an den Ehegatten fest, re-
gelt die Benützung der Wohnung und des Hausrates und ordnet die Gütertrennung an, wenn 
es die Umstände rechtfertigen. Haben die Ehegatten minderjährige Kinder, so trifft das Ge-
richt nach den Bestimmungen über die Wirkungen des Kindesverhältnisses die nötigen 
Massnahmen (Art. 176 Abs. 1 und Abs. 3 ZGB). Ändern sich die Verhältnisse, so passt das 
Gericht auf Begehren eines Ehegatten die Massnahmen an oder hebt sie auf, wenn ihr 
Grund weggefallen ist. Die Bestimmungen über die Änderung der Verhältnisse bei Scheidung 
gelten sinngemäss (Art. 179 Abs. 1 ZGB).

3.2 Verlangt ist dabei eine wesentliche und dauernde Veränderung. Eine Abänderung ist ferner 
angebracht, wenn die tatsächlichen Umstände, die dem Massnahmeentscheid zugrunde la-
gen, sich nachträglich als unrichtig erwiesen haben oder wenn sich der Entscheid nachträg-
lich im Ergebnis als nicht gerechtfertigt herausstellt, weil dem Massnahmegericht die Tatsa-
chen nicht zuverlässig bekannt waren. Andernfalls steht die formelle Rechtskraft des Ehe-
schutzentscheids einer Abänderung entgegen. Das Abänderungsverfahren bezweckt nicht, 
das erste Urteil zu korrigieren, sondern es an veränderte Umstände anzupassen. Eine Abän-
derung ist ferner ausgeschlossen, wenn die Sachlage durch eigenmächtiges, widerrechtli-
ches, mithin rechtsmissbräuchliches Verhalten herbeigeführt worden ist (vgl. BGE 141 III 376 
E. 3.3.1; Urteil des Bundesgerichts 5A_157/2021 vom 24. Februar 2022 E. 3.1.1). Sollen die 
elterliche Sorge oder die Obhut neu geregelt werden, ist zusätzlich zu den veränderten Um-
ständen erforderlich, dass die Abänderung aufgrund von Kindeswohlüberlegungen geboten 
erscheint (vgl. Urteile des Bundesgerichts 5A_100/2021 vom 25. August 2021 E. 3.1 und 
5A_951/2020 vom 17. Februar 2021 E. 4). Vereinbarte Eheschutzmassnahmen, insbeson-
dere Unterhaltsbeiträge, können nur abgeändert werden, wenn die Änderung eine von bei-
den Seiten für sicher gehaltene Grundlage der Vereinbarung betrifft. Keine Abänderung er-
folgt hingegen bezüglich Tatsachen, die vergleichsweise definiert worden sind, um eine un-
gewisse Sachlage zu beseitigen (sog. caput controversum; vgl. BGE 142 III 518 E. 2.5 f.).

3.3 Eheschutzmassnahmen bleiben auch über die Rechtshängigkeit des Scheidungsverfahrens 
hinaus gültig. Die Zuständigkeit für die Abänderung oder Aufhebung der zuvor angeordneten 
Eheschutzmassnahmen verschiebt sich mit der Rechtshängigkeit des Scheidungsverfahrens 

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jedoch zum Scheidungsgericht (vgl. Art. 276 Abs. 2 ZPO). Die Bestimmungen zum Schutz 
der ehelichen Gemeinschaft sind ungeachtet dessen weiterhin sinngemäss anwendbar. Dazu 
gehört auch Art. 179 ZGB, weshalb sich an den vorstehend in E. 3.2 dargelegten Vorausset-
zungen für die Änderung oder Aufhebung von Massnahmen zur Regelung des Getrenntle-
bens nichts ändert (vgl. Art. 276 Abs. 1 ZPO; Stalder/van de Graaf, in: Oberhammer/Domej/  
Haas [Hrsg.], Kurzkommentar Schweizerische Zivilprozessordnung, 3. A. 2021, Art. 276 ZPO 
N 5).

3.4 Grundsätzlich müssen veränderte Verhältnisse im Zeitpunkt der Rechtshängigkeit des Abän-
derungsbegehrens vorliegen (Urteil des Bundesgerichts 5A_547/2012 vom 14. März 2013 
E. 4.2 in fine; BGE 137 III 604 E. 4.1.1). Lagen zum Zeitpunkt der Rechtshängigkeit noch 
keine veränderten Verhältnisse vor, verändern sich die Verhältnisse aber während des Ver-
fahrens, stellt dies in der Regel ein zu berücksichtigendes Novum (Art. 229 ZPO) dar. Die 
Abänderungsvoraussetzungen müssen deshalb spätestens im Urteilszeitpunkt (Zeitpunkt 
des Abänderungsentscheids) erfüllt sein (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_428/2014 vom 
22. Juli 2014 E. 6.2).

3.5 Zu beachten ist im Zusammenhang mit der Abänderung von Eheschutzmassnahmen 
schliesslich, dass es sich bei Eheschutzmassnahmen um vorsorgliche Massnahmen handelt, 
die naturgemäss einen provisorischen Charakter haben, auch wenn sie bei strittigen Verhält-
nissen teilweise mehrere Jahre in Kraft bleiben können. Der berücksichtigte Zeithorizont ist 
regelmässig dadurch begrenzt, dass das Eheschutzverfahren meist in die erste Phase unmit-
telbar nach der Trennung fällt, die für beide Parteien oft von einer Instabilität der Verhältnisse 
und damit auch von Unvorhersehbarkeit geprägt ist, sodass eine zuverlässige Prognose 
schwerfällt. Zudem werden sie im Summarverfahren angeordnet, das auf rasche Entschei-
dung abzielt, nur begrenzt Beweiserhebungen zulässt und deshalb oft keine umfassende 
Abklärung der Sachlage gestattet. Mit Blick darauf besitzen sie nur beschränkte materielle 
Rechtskraft. Zwar kann der Richter bei gleichbleibenden Umständen nicht ohne Weiteres auf 
sie zurückkommen, doch rechtfertigt sich bei einer wesentlichen Veränderung der Verhält-
nisse die Vornahme einer Anpassung (Urteil des Obergerichts Zug Z2 2020 63 vom 14. Juli 
2021 E. 6.4; Isenring/Kessler, Basler Kommentar, 7. A. 2022, Art. 179 ZGB N 1). 

4. Im vorliegenden Verfahren geht es bereits um die zweite Abänderung der Eheschutzmass-
nahmen, welche die Parteien am 19. Februar 2019 vor dem Einzelrichter des Kantons Zug im 
Rahmen eines Vergleichs vereinbart haben und welche anschliessend durch den Einzelrich-
ter genehmigt und zum Urteil erhoben wurden. Inzwischen ist das Scheidungsverfahren zwi-
schen den Parteien hängig, was jedoch – wie soeben dargelegt – auf den vorliegenden Ent-
scheid inhaltlich keinen Einfluss hat. Wie schon in den vorangegangenen Verfahren sind die 
wesentlichen Streitpunkte auch im vorliegenden Verfahren die Obhutszuteilung und die Höhe 
der Unterhaltsbeiträge. Da eine Veränderung bei der Obhut grundsätzlich auch zu einer An-
passung der Unterhaltsbeiträge führt, ist zunächst auf die Obhutsthematik einzugehen. Da-
nach sind die weiteren Rügen und Anträge des Gesuchstellers zu prüfen.

4.1 Die Vorinstanz verneinte einen Abänderungsgrund in Bezug auf die Obhutsregelung und be-
gründete dies zusammengefasst wie folgt (Vi act. 49 E. 5.1):

Seite 11/47

4.1.1 Der Gesuchsteller stütze seinen Antrag auf Abänderung der Obhutsregelung vorab auf ein 
medizinisches Gutachten vom 25. November 2020 und mache geltend, dieses Gutachten 
thematisiere und verneine eine Beeinträchtigung bei der Kinderbetreuung explizit, während 
das Obergericht Zug im Zweiturteil noch davon ausgegangen sei, die (schlechte) Gesundheit 
des Gesuchstellers habe erheblichen Einfluss auf die Betreuung der Kinder. Das Obergericht 
Zug habe im Zweiturteil aber nicht nur die gesundheitlichen Aspekte des Gesuchstellers 
berücksichtigt, sondern auch festgehalten, dass die Gesuchsgegnerin die Kinder in den ers-
ten 3 bzw. 1,25 Lebensjahren stark überwiegend betreut habe, was trotz der darauffolgenden 
1,5 Jahre alternierender Obhut, in denen sie die Kinder jedoch zu 65 % betreut habe, zu ei-
ner tendenziell stärkeren Bindung geführt haben müsse. Das Obergericht Zug habe zur Be-
gründung der Obhutszuteilung weiter darauf hingewiesen, dass den Aspekten der Intensität 
der Bindung und insbesondere auch der Kontinuität, was den Ausblick in die Zukunft betreffe, 
in Konstellationen wie der vorliegenden eine hohe Bedeutung beizumessen sei. Der Ent-
scheid über die Obhutszuteilung habe mithin auf verschiedenen Kriterien basiert und nicht 
nur auf gesundheitlichen Aspekten. Inwiefern hinsichtlich dieser Kriterien – der Intensität der 
Bindung und der Kontinuität der Betreuung – seit dem Zweiturteil eine wesentliche und daue-
rhafte Veränderung eingetreten sei, habe der Gesuchsteller nicht dargelegt und sei auch 
nicht ersichtlich.

4.1.2 Die vom Gesuchsteller zitierte neuropsychologische Beurteilung ändere auch nichts daran, 
dass – wie schon im Zweiturteil festgehalten – noch keine endgültige Diagnose gestellt wor-
den und daher völlig offen sei, wie sich die gesundheitliche Situation des Gesuchstellers in 
Zukunft entwickeln werde. Der neuropsychologischen Beurteilung könne zwar entnommen 
werden, dass die Erziehungsfähigkeit aus rein neuropsychologischer Sicht aktuell als gege-
ben erachtet werde. Die neuropsychologische Beurteilung vom 25. November 2020 sei aller-
dings höchstens ein Parteigutachten und die Aussagen darin seien lediglich als – unbelegte 
– Parteibehauptungen zu werten, die noch keine wesentlichen und dauerhaften Veränderun-
gen zu beweisen oder glaubhaft darzulegen vermöchten. Die der Beurteilung der Obhutszu-
teilung zugrunde liegenden gesundheitlichen Aspekte hätten sich mithin seit dem Zweiturteil 
auch gestützt auf die neuropsychologische Beurteilung nicht wesentlich und dauerhaft verän-
dert.

4.1.3 Auch aus den weiteren Ausführungen des Gesuchstellers und den von ihm geschilderten 
Problemen in Bezug auf die Kinderübergabe an den Besuchswochenenden oder hinsichtlich 
gewisser Erziehungsfragen ergebe sich nicht, inwiefern sich das Verhalten des Gesuchstel-
lers oder der Gesuchsgegnerin gegenüber den Kindern seit dem Zweiturteil wesentlich und 
dauerhaft verändert haben soll, so dass eine Änderung der Regelung der Kinderbelange ge-
rechtfertigt wäre. Schwierigkeiten bei der Ausübung des Besuchsrechts oder eine Verhinde-
rung des persönlichen Verkehrs rechtfertigten in der Regel keine Abänderung der Unterhalts-
beiträge und gäben nur in Ausnahmefällen Anlass zu einer Änderung der Obhutszuteilung. 
Daran ändere auch der vom Gesuchsteller diesbezüglich zitierte Entscheid des Obergerichts 
Zug in einem Vollstreckungsverfahren (BZ 2021 52) nichts. Einerseits habe der Gesuchstel-
ler nicht dargelegt, inwiefern dies zu einer Änderung der Obhutsregelung und der Regelung 
des persönlichen Kontakts berechtigen sollte, und andererseits habe das Obergericht Zug 
das Vollstreckungsbegehren abgewiesen, was zeige, dass die bisherige Regelung angemes-
sen sei. Es mache somit den Anschein, dass der Gesuchsteller mit immer neuen Anträgen 
das Vorliegen von geänderten Verhältnissen vielmehr aufbauen wolle.

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4.2 Der Gesuchsteller richtet sich unter anderem gegen die Feststellung der Vorinstanz, die der 
Obhutszuteilung zugrunde liegende Beurteilung seiner Gesundheit habe sich seit dem Zwei-
turteil nicht wesentlich und dauerhaft verändert.

4.2.1 Zur Begründung bringt er zunächst vor, wenn die Vorinstanz das Gutachten von Prof.Dr.med. 
F.________ als (wertloses) Parteigutachten bewerte, verkenne sie, dass das Gutachten im 
Rahmen der IV-Abklärung erfolgt sei und dem K.________ [Universitätsspital ________] in 
diesem Zusammenhang eine erhöhte Glaubwürdigkeit zukomme. Der RAD [Regionale Ärztli-
che Dienst] habe die Arbeitsunfähigkeit des Gesuchstellers von 50 % anerkannt und festge-
halten, dass in einem polydisziplinären Gutachten die angepassten Tätigkeiten noch beurteilt 
werden müssten. Damit habe die Vorinstanz das Gutachten rechtsfehlerhaft aus dem Recht 
gewiesen. Dies umso mehr, als bei vorsorglichen Massnahmen Tatsachen lediglich glaubhaft 
gemacht werden müssten. Die Gesuchsgegnerin sei ihrer Bestreitungspflicht in keiner Art 
und Weise nachgekommen (act. 2 Rz 19).

4.2.2 Einerseits ist dem Gesuchsteller zwar entgegenzuhalten, dass er das Gutachten von 
Prof.Dr.med. F.________ nur auszugsweise als Fotografie in seine Rechtsschrift integriert 
und das Dokument selbst weder im Original noch in Kopie eingereicht hat (vgl. Vi act. 35 
S. 4). Aus diesem Textabschnitt ist weder der Verfasser ersichtlich noch ob das Gutachten 
im Rahmen der IV-Beurteilung erfolgt ist, wie der Gesuchsteller behauptet. In dieser Form 
kann das Gutachten nicht richtig gewürdigt werden. Andererseits hat die Gesuchsgegnerin 
die Authentizität des fotografierten Abschnitts im erstinstanzlichen Verfahren nicht angezwei-
felt (Vi act. 45 Rz 33) und auch die Vorinstanz hat den damals nicht anwaltlich vertretenen 
Gesuchsteller nicht zur Einreichung weiterer Teile des Gutachtens aufgefordert. Insofern 
kann ihm dieser Umstand nicht zum Nachteil gereichen. 

4.2.3 Ob der fotografierte Ausschnitt des Gutachtens von Prof.Dr.med. F.________ für sich allein 
als Beweismittel genügt hätte, kann vorliegend aber ohnehin offenbleiben, weil der Gesuch-
steller inzwischen die interdisziplinäre Gesamtbeurteilung der Medizinischen Abklärungs-
stelle (MEDAS) ________ vom 18. Mai 2022 (nachfolgend: MEDAS-Gutachten) als echtes 
Novum im Berufungsverfahren eingereicht hat. Dieses Gutachten wurde im Auftrag der IV-
Stelle verfasst. Im Hinblick auf die Ermittlung des medizinischen Sachverhalts sind die ME-
DAS gesetzlich vorgesehene Hilfsorgane der Invalidenversicherung und unterliegen als sol-
che gleich wie die IV-Stellen selber dem verfassungsmässigen Gebot eines neutralen und 
objektiven Gesetzesvollzugs (BGE 137 V 210 E. 2.2.2 und 2.3). Es handelt sich dabei somit 
nicht um ein Parteigutachten, wie die Gesuchsgegnerin meint (act. 19 Rz 38 und 44), son-
dern um das Gutachten einer anderen Behörde. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtspre-
chung darf der Zivilrichter ein Gutachten, das von einer anderen Behörde in Auftrag gegeben 
und in einem anderen Verfahren erstattet wurde (z.B. ein im Strafverfahren eingeholtes ver-
kehrstechnisches Gutachten oder eine vom Sozialversicherungsträger veranlasste medizini-
sche Expertise) als gerichtliches Gutachten beiziehen. Fremdgutachten sind mithin ebenso 
beweistauglich wie die vom Zivilrichter selbst eingeholten Gutachten, wobei sich ihre Beweis-
kraft selbstverständlich nach dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung richtet (BGE 140 III 
24 E. 3.3.1.3). 

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4.2.4 Dass der Gesuchsteller an einer primär sklerosierenden Cholangitis (PSC) leidet, wird im 
MEDAS-Gutachten offenbar nicht (mehr) infrage gestellt. Gegenstand des Gutachtens war 
vielmehr die Frage, ob sich die anhaltende rasche Ermüdbarkeit des Gesuchstellers mit der 
PSC begründen lässt. Dies wird von den Gutachtern bejaht. In der Folge wird dem Gesuch-
steller eine Arbeitsunfähigkeit im angestammten Beruf von 58 % attestiert. Weiter ist im Gut-
achten festgehalten, dass eine PSC progressiv verläuft und derzeit keine effektiven Mass-
nahmen dagegen existieren (vgl. act. 15/16 S. 3, 7 und 9). Wie schon im vom Gesuchsteller 
zitierten Gutachten von Prof.Dr.med. F.________ wird in Bezug auf die "Erziehungsfähigkeit" 
des Gesuchstellers [gemeint ist wohl die Fähigkeit zur Kinderbetreuung und nicht die Erzie-
hungsfähigkeit im familienrechtlichen Sinn] auch im MEDAS-Gutachten festgehalten, diese 
sei von der Krankheit nicht betroffen (act. 15/16 S. 11). 

4.2.5 Zwar hat sich die MEDAS mit der (gesundheitlichen) Fähigkeit des Gesuchstellers zur Kin-
derbetreuung nicht eingehend auseinandergesetzt und es wird auch nicht näher begründet, 
gestützt worauf die Gutachter zu diesem Ergebnis gelangt sind. Das ist zumindest im vorlie-
genden Verfahren aber unerheblich, da Tatsachen im summarischen Verfahren lediglich 
glaubhaft gemacht werden müssen und das MEDAS-Gutachten zumindest dafür auf jeden 
Fall ausreicht. Aus demselben Grund verfängt auch der Einwand der Gesuchsgegnerin nicht, 
das MEDAS-Gutachten sei in massgebendem Umfang geschwärzt worden, sodass dessen 
Aussagekraft nicht beurteilt und nicht darauf abgestützt werden könne (act. 19 Rz 38 und 
44). Freilich kann die volle Tragweite einer Urkunde meist nur erfasst werden, wenn sie un-
geschwärzt eingesehen werden kann. Vorliegend geht es aber primär um die konkreten Be-
funde zur Arbeits- und zur Erziehungsfähigkeit (verstanden als Fähigkeit zur Kinderbetreu-
ung) des Gesuchstellers. Diese sind gerade nicht geschwärzt und zudem sehr explizit gehal-
ten. Inwiefern der geschwärzte Teil des Gutachtens dazu geeignet sein könnte, den wesentli-
chen Sinngehalt dieser zentralen Befunde abzuschwächen oder von ihrem Sinngehalt her zu 
verändern, ist nicht ersichtlich. Das Gutachten macht diese Befunde daher trotz der teilwei-
sen Schwärzung jedenfalls glaubhaft, sodass offenbleiben kann, ob auch ein strikter Beweis 
damit erbracht werden könnte.

4.2.6 Ergänzend ist anzufügen, dass es keinerlei Anzeichen dafür gibt, dass der Gesuchsteller in 
den letzten beiden Jahren seit dem Zweiturteil mit der Kinderbetreuung aufgrund seiner ge-
sundheitlichen Beschwerden überfordert gewesen wäre. Auch die Gesuchsgegnerin macht 
keine solchen Anzeichen geltend. Dies bekräftigt den gutachterlichen Befund.

4.2.7 Im Zeitpunkt des Zweiturteils lagen zwar auch schon mehrere ärztliche Berichte vor. Diese 
vermittelten jedoch – anders als das MEDAS-Gutachten – kein derart umfassendes Bild vom 
gesundheitlichen Zustand des Gesuchstellers. In Bezug auf die Fähigkeit des Gesuchstellers 
zur Kinderbetreuung äusserten sich die damals vorliegenden Berichte zudem überhaupt 
nicht, sodass das Obergericht Zug selbst eine Annahme treffen musste. So ging man im 
Zweiturteil – hauptsächlich basierend auf den eigenen Schilderungen des Gesuchstellers – 
von einer erheblichen gesundheitlichen Beeinträchtigung aus, die sich auch bei der Kinder-
betreuung auswirken würde (vgl. Urteil des Obergerichts Zug Z2 2020 39 vom 11. November 
2020 E. 4.11.3 f.). Anhand des MEDAS-Gutachtens (und der zwischenzeitlich gemachten Er-
fahrung) stellt sich diese Annahme nun aber als unzutreffend heraus. Somit hat sich die Lage 
in Bezug auf die Einschätzung der gesundheitlichen Beeinträchtigung des Gesuchstellers ge-
genüber dem Zweiturteil dauerhaft verändert.

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4.3 In einem weiteren Schritt ist zu prüfen, ob diese in tatsächlicher Hinsicht glaubhaft gemachte 
dauerhafte Veränderung rechtlich als wesentlich zu qualifizieren ist, also eine Neubeurteilung 
der Obhutszuteilung rechtfertigt.

4.3.1 Wie die Vorinstanz grundsätzlich zu Recht ausführte, war die Gesundheit des Gesuchstellers 
nicht der einzige Aspekt, der gemäss Zweiturteil zur Zuteilung der Obhut an die Gesuchsgeg-
nerin geführt hat. Das Fazit lautete damals wie folgt (Urteil des Obergerichts Zug Z2 2020 39 
vom 11. November 2020 E. 4.12):

Zusammengefasst sprechen somit für eine Obhutszuteilung an den Gesuchsteller seine bessere 
Bindungstoleranz und das familiäre Umfeld, das er den Kindern in I.________ (ZG) bieten 
könnte. Für eine Zuteilung an die Gesuchsgegnerin spricht hingegen, dass sie gesundheitlich voll 
leistungsfähig ist und dass sie die Kinder in den ersten 3 bzw. 1,25 Lebensjahren stark überwie-
gend betreut hat, was trotz der darauffolgenden 1,5 Jahre alternierender Obhut, in denen sie die 
Kinder jedoch zu 65 % betreute, zu einer tendenziell stärkeren Bindung geführt haben muss. Die 
übrigen Faktoren sind neutral zu werten. Werden diese Kriterien gewichtet, so bleibt es auch an-
gesichts der neuen Umstände dabei, dass die alleinige Obhut über die beiden Kinder 
J.________ und H.________ der Gesuchsgegnerin zuzuteilen ist, sodass der vorinstanzliche 
Entscheid im Ergebnis zu bestätigen ist. Den Aspekten der Intensität der Bindung und insbeson-
dere auch der Kontinuität, was den Ausblick in die Zukunft betrifft, ist in Konstellationen wie der 
vorliegenden eine hohe Bedeutung beizumessen (so auch Urteil des Bundesgerichts 
5A_106/2016 vom 7. Juni 2016, E. 3.2. m.H.; BGE 142 III 498 E. 4.5). Natürlich ist es möglich 
und zu hoffen, dass die Krankheit des Gesuchstellers günstig verläuft. Wie vorstehend dargelegt, 
ist aber leider auch das Gegenteil denkbar. Es besteht in dieser Hinsicht ein Risiko, das ange-
sichts der Gesamtumstände nicht in Kauf genommen werden kann. Das Kriterium des familiären 
Umfelds tritt dagegen etwas in den Hintergrund, zumal der Kontakt zur Stammfamilie des Ge-
suchstellers auch im Rahmen der Besuchsrechtsausübung weiterhin gepflegt werden kann […]

4.3.2 Die Vorinstanz zog daraus offenbar fälschlicherweise den Schluss, eine Veränderung bloss 
in Bezug auf die Gesundheit des Gesuchstellers genüge so oder anders nicht, um eine 
Abänderung der Obhut zu begründen. Dieser Auffassung kann nicht gefolgt werden. Der Ent-
scheid über die Zuteilung der Obhut ist das Ergebnis einer Abwägung aller massgebenden 
Faktoren. Das bedeutet aber nicht, dass sich für die Abänderung eines Obhutsentscheids 
zwingend alle dieser Faktoren dauerhaft verändert haben müssen. Vielmehr reicht es aus, 
wenn sich einzelne Faktoren so verändert haben, dass sich das Gleichgewicht verschiebt 
und im Ergebnis eine Abänderung des ursprünglichen Entscheids angezeigt erscheint. Auf 
die anderen Faktoren käme es im vorliegenden Fall daher nur an, wenn die Gesundheit des 
Gesuchstellers im Zweiturteil von vornherein nur eine untergeordnete Bedeutung gehabt 
hätte oder wenn die Abwägung der verschiedenen Kriterien im Zweiturteil derart klar zu einer 
Zuteilung der Obhut an die Gesuchsgegnerin geführt hätte, dass auch die neuen Erkennt-
nisse zur Gesundheit des Gesuchstellers das Ergebnis nicht zu beeinflussen vermöchten. 

4.3.3 Das ist aber beides nicht der Fall. Wie sich aus dem zitierten Abschnitt im Zweiturteil ergibt, 
fiel der damalige Entscheid keineswegs klar zugunsten der Gesuchsgegnerin aus. Vielmehr 
sprachen grundsätzlich gleich viele Gründe für wie gegen eine Zuteilung der Obhut an die 
Gesuchsgegnerin. Für sie sprachen ihre gesundheitlich volle Leistungsfähigkeit sowie die 
tendenziell stärkere Bindung der Kinder an sie, während für den Gesuchsteller seine bessere 
Bindungstoleranz und das familiäre Umfeld in I.________ (ZG) sprachen. Erst im Rahmen ei-
ner Gewichtung dieser Faktoren konnte eine Entscheidung zugunsten der Gesuchsgegnerin 

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gefällt werden. Wichtig ist dabei zu beachten, dass es damals nicht darum ging, in dem 
Sinne Kontinuität zu schaffen, dass eine bis dahin gelebte Betreuungssituation hätte weiter-
geführt werden können. Das damals bereits während 1,5 Jahren gelebte Betreuungsmodell 
war ja gerade die alternierende Obhut. Weil aber die Gesuchsgegnerin von E.________(SZ) 
nach L.________ (ZH) umgezogen war, war eine Weiterführung der alternierenden Obhut 
damals vorerst für beide Parteien nicht mehr vorstellbar. Die Obhut musste demnach zu je-
nem Zeitpunkt einem der Elternteile allein zugeteilt werden, was für die Kinder so oder an-
ders eine Umstellung bedeutete. In diesem Kontext war unter dem Gesichtspunkt der Konti-
nuität primär die Überlegung ausschlaggebend, dass aufgrund der Unsicherheit in Bezug auf 
die Ursache der Beschwerden des Gesuchstellers mit der realistischen Gefahr einer Ver-
schlechterung gerechnet werden musste, sodass er die alleinige Obhut über die Kinder mög-
licherweise nicht längerfristig hätte übernehmen können. Das hätte einen erneuten Wechsel 
der Obhut samt Wohnsitz- und Schulwechsel erforderlich gemacht. Ein solches Hin und Her 
sollte den Kindern erspart werden.

4.3.4 Daraus folgt, dass der Gesundheitszustand des Gesuchstellers eine zentrale Rolle bei der 
Zuteilung der alleinigen Obhut an die Gesuchsgegnerin gespielt hat: Einerseits weil davon 
ausgegangen wurde, die Krankheit beeinträchtige die Betreuungsfähigkeit des Gesuchstel-
lers unmittelbar, andererseits weil aufgrund der unklaren Prognose in Frage gestellt werden 
musste, ob der Gesuchsteller zur Wahrnehmung der (alleinigen) Obhut längerfristig in der 
Lage ist. Der (mutmassliche) Gesundheitszustand des Gesuchstellers war mithin eine zen-
trale Grundlage des Zweiturteils, die anhand des nun vorliegenden MEDAS-Gutachtens neu 
einzuschätzen ist. Insofern ist die Veränderung ohne Weiteres wesentlich und rechtfertigt 
eine Neubeurteilung der Obhut. Ein Abänderungsgrund liegt mithin vor, sodass über die Zu-
teilung der Obhut unter Einbezug der neuen Erkenntnisse zum Gesundheitszustand des Ge-
suchstellers neu zu entscheiden ist.

4.4 Zunächst sind daher sämtliche Aspekte, die bei der Zuteilung der Obhut im Zweiturteil einbe-
zogen wurden, einer kurzen Überprüfung zu unterziehen, sodass im Anschluss eine Gesamt-
betrachtung der Situation, wie sie sich heute präsentiert, vorgenommen werden kann.

4.4.1 Im Zweiturteil wurde zur Zuteilung der Obhut zusammengefasst Folgendes festgehalten (Ur-
teil des Obergerichts Zug Z2 2020 39 vom 11. November 2020 E. 4.5 ff.): 

Die Erziehungsfähigkeit sei bei beiden Parteien ohne Weiteres gegeben und es sei offen-
sichtlich, dass die Kinder beiden sehr wichtig seien. Allerdings träten bei der Bindungstole-
ranz der Gesuchsgegnerin deutliche Defizite zutage, was eher für eine Zuteilung der Obhut 
an den Gesuchsteller spreche. So habe die Gesuchsgegnerin unmittelbar im Anschluss an 
die Vereinbarung über die Folgen des Getrenntlebens vom 19. Februar 2019, worin man sich 
auf eine alternierende Obhut geeinigt habe, ein Gesuch um Bewilligung des Umzugs in die 
Ostschweiz, namentlich in die Kantone St. Gallen, Appenzell Innerrhoden oder Appenzell 
Ausserrhoden gestellt. Dies habe sie im Bewusstsein getan, dass ein solcher Umzug die von 
ihr ohnehin von Anfang an nicht gewollte alternierende Obhut erschweren oder gar verun-
möglichen würde. In der Folge habe sie den Umzug nach L.________(ZH) noch während des 
laufenden Berufungsverfahrens und entgegen der anderslautenden Anordnung des Oberge-
richts Zug unbeirrt durchgezogen. Der Vorhalt des Gesuchstellers, dass die Gesuchsgegne-
rin zu eigenmächtigem Handeln neige, habe sich somit bestätigt und seine Befürchtung, 

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nach Zuteilung der alleinigen Obhut an die Gesuchsgegnerin von ihr nicht mehr eingebunden 
zu werden, sei nachvollziehbar.

In Bezug auf die Stabilität der Verhältnisse sei mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass 
während des Zusammenlebens (d.h. für J.________ während knapp 3 Jahren und für 
H.________ während rund 1,25 Jahren) die Gesuchsgegnerin die Hauptbetreuungsperson 
der Kinder gewesen sei, zumal der Gesuchsteller in einem 100%-Pensum gearbeitet habe. 
Daraufhin sei die alternierende Obhut während rund 1,5 Jahren gelebt worden. Der Gesuch-
steller sei dadurch sicherlich auch zu einer wichtigen (Haupt-)Bezugsperson für die Kinder 
geworden. Die intensive Zuwendung der Gesuchsgegnerin in den ersten Lebensjahren der 
Kinder habe aber insgesamt zu einer tendenziell stärkeren Bindung geführt. In Bezug auf das 
Betreuungskonzept seien sich die Parteien ebenbürtig (bei beiden bestünden diesbezüglich 
noch offene Fragen).

Das Kriterium des schulischen und sozialen Umfelds sei neutral zu werten. J.________ und 
H.________ seien 4,5 und knapp 3 Jahre alt, sodass sie noch stärker auf ihre Bezugsperso-
nen und nicht auf die Umgebung fixiert seien. Hinsichtlich des familiären Umfelds habe der 
Wohnort I.________ (ZG) den Kindern allerdings mehr zu bieten als das in L.________(ZH) 
der Fall sei, weil die Tante und der Grossvater im selben Haus wie der Gesuchsteller wohn-
ten. Der Kindeswille sei aufgrund des Alters der Kinder, das eine Anhörung ausschliesse, 
kein relevantes Kriterium.

Was schliesslich den Gesundheitszustand des Gesuchstellers betreffe, so bestreite dieser 
zwar wiederholt und vehement, dass seine Beschwerden ihn bei der Betreuung der Kinder 
beeinträchtigten. Dies widerspreche allerdings seiner eigenen, sehr greifbaren Schilderung 
seiner Beschwerden. Die Fähigkeit des Gesuchstellers, die Kinder zu betreuen, sei in Anleh-
nung an die ärztlichen Befunde und vor allem an seine eigene Schilderung sicherlich nicht 
derart schwerwiegend eingeschränkt, dass er dazu überhaupt nicht mehr in der Lage wäre. 
Gerade weil eine endgültige Diagnose noch nicht gestellt und daher im Grunde völlig offen 
sei, wie sich die gesundheitliche Situation des Gesuchstellers in der Zukunft entwickeln 
werde, stelle seine gesundheitliche Beeinträchtigung aber auf jeden Fall einen Faktor dar, 
der gegen die Zuteilung der alleinigen Obhut an ihn spreche. Immerhin habe es offenbar im 
August 2019 bereits einmal eine Phase gegeben, in der er sich nicht dazu in der Lage gefühlt 
habe, die Kinder wie vorgesehen zu betreuen. Es sei durchaus möglich, dass sich sein Zu-
stand wieder verschlechtere, sodass es im schlechtesten Fall zu einer neuerlichen Umteilung 
der Obhut kommen würde. Dies sei nicht im Interesse der Kinder.

Zusammengefasst würden somit für eine Obhutszuteilung an den Gesuchsteller seine bes-
sere Bindungstoleranz und das familiäre Umfeld, das er den Kindern in I.________ (ZG) bie-
ten könnte, sprechen. Für eine Zuteilung an die Gesuchsgegnerin spreche hingegen, dass 
sie gesundheitlich voll leistungsfähig sei und dass sie die Kinder in den ersten 3 bzw. 
1,25 Lebensjahren stark überwiegend betreut habe, was trotz der darauffolgenden 1,5 Jahre 
alternierender Obhut, in denen sie die Kinder jedoch zu 65 % betreute, zu einer tendenziell 
stärkeren Bindung geführt haben müsse. Die übrigen Faktoren seien neutral zu werten. Wür-
den diese Kriterien gewichtet, so bleibe es auch angesichts der neuen Umstände dabei, dass 
die alleinige Obhut über die beiden Kinder J.________ und H.________ der Gesuchsgegne-
rin zuzuteilen sei, sodass der vorinstanzliche Entscheid im Ergebnis zu bestätigen sei. Den 

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Aspekten der Intensität der Bindung und insbesondere auch der Kontinuität, was den Aus-
blick in die Zukunft betreffe, sei in Konstellationen wie der vorliegenden eine hohe Bedeutung 
beizumessen. Natürlich sei es möglich und zu hoffen, dass die Krankheit des Gesuchstellers 
günstig verlaufe. Wie vorstehend dargelegt, sei aber leider auch das Gegenteil denkbar. Es 
bestehe in dieser Hinsicht ein Risiko, das angesichts der Gesamtumstände nicht in Kauf ge-
nommen werden könne. Das Kriterium des familiären Umfelds trete dagegen etwas in den 
Hintergrund, zumal der Kontakt zur Stammfamilie des Gesuchstellers auch im Rahmen der 
Besuchsrechtsausübung weiterhin gepflegt werden könne. 

4.4.2 Keine Änderungen gegenüber dieser Einschätzung haben sich in Bezug auf die Erziehungs-
fähigkeit und Bindungstoleranz der Parteien sowie das Betreuungskonzept ergeben. In die-
sem Zusammenhang ist allerdings anzumerken, dass die Parteien – entgegen dem Bild, das 
insbesondere von der Rechtsvertreterin der Gesuchsgegnerin vermittelt wird – in den letzten 
beiden Jahren offenbar durchaus Fortschritte bei der Kommunikation miteinander gemacht 
haben. Wie sich aus dem vom Gesuchsteller eingereichten Whatsapp-Chat-Protokoll zwi-
schen den Parteien von Januar 2020 bis Mai 2022 (act. 2/10) ergibt, gibt es zwar nach wie 
vor immer wieder einmal Streit, der sich meist an Kleinigkeiten entzündet. Insgesamt zeigt 
sich jedoch, dass es den Parteien immer besser gelingt, ihre persönlichen Differenzen zu-
gunsten der Kinder in den Hintergrund zu stellen und zum Wohle der Kinder als Eltern mitein-
ander zu kooperieren.

4.4.3 Beim sozialen und familiären Umfeld gibt es, soweit ersichtlich, ebenfalls kaum Veränderun-
gen. Die Kinder haben sich in L.________(ZH) offenbar gut eingelebt und auch Freunde ge-
funden (so zumindest J.________ gemäss ihren eigenen Aussagen in der Anhörung vom 
4. Mai 2022 im Scheidungsverfahren [act. 15/15 S. 2]). Seit dem Sommer 2022 besucht 
J.________ die erste Klasse und H.________ ist gleichzeitig in den Kindergarten eingetre-
ten. Das schulische Umfeld hat sich insofern verändert und die Kinder sind mit der Einschu-
lung in L.________(ZH) stärker ortsgebunden.

4.4.4 Zur Stabilität der Verhältnisse ist in tatsächlicher Hinsicht festzuhalten, dass die Kinder nun 
seit rund 2 Jahren hauptsächlich bei der Gesuchsgegnerin leben und der Gesuchsteller sie 
jedes zweite Wochenende von Freitagmittag bis Montagmorgen sowie während 5 Wochen 
Ferien im Jahr betreut. 

4.4.5 Die Kinder sind zwischenzeitlich 6,5 und 5 Jahre alt. Weil J.________ das entsprechende 
Mindestalter für eine Kinderanhörung erreicht hat (vgl. Urteil des Bundesgerichts 
5A_723/2019 vom 4. Mai 2020 E. 5.1), wurde sie am 4. Mai 2022 im Rahmen des Schei-
dungsverfahrens vom Einzelrichter am Kantonsgericht Zug angehört (act. 15/15). Dabei äus-
serte sie sich mit Bezug auf die Obhutsfrage im Wesentlichen wie folgt: Der Gesuchsteller 
hole H.________ an den Besuchswochenenden jeweils am Freitagmittag von der Kita ab. Er 
und H.________ würden dann gemeinsam vor dem Kindergarten auf J.________ warten. An-
schliessend würden alle gemeinsam ins Migros Restaurant essen gehen und einkaufen. Sie 
und H.________ seien drei Nächte beim Gesuchsteller und das sei gut und gefalle ihr. Am 
Montag bringe der Gesuchsteller sie in den Kindergarten und H.________ zur Gesuchsgeg-
nerin. In I.________ (ZG) würden sie jeweils reiten und schwimmen gehen. Sie würde sich 
freuen, wenn sie einen Tag mehr beim Gesuchsteller wäre. Es wäre schön, wenn sie einen 
Tag unter der Woche beim Gesuchsteller wäre und er sie am nächsten Tag zur Schule brin-

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gen würde. So wie es jetzt sei, sei es aber auch in Ordnung. Sie habe sowohl beim Gesuch-
steller als auch bei der Gesuchsgegnerin Spielsachen und Kleider. Wenn sie abwechslungs-
weise eine Woche beim Gesuchsteller und eine Woche bei der Gesuchsgegnerin wäre, wäre 
das etwas schwierig, weil der Gesuchsteller arbeiten müsse. Sie hätten nicht so viel Geld, 
weshalb beide Eltern arbeiten müssten. Die Gesuchsgegnerin arbeite nur donnerstags und 
freitags. Donnerstags esse sie, J.________, im Schülerclub und H.________ in der Kita.

4.4.6 Was die neuen Erkenntnisse in Bezug auf den Gesundheitszustand des Gesuchstellers be-
trifft, kann auf die E. 4.2.4 verwiesen werden.

4.5 Werden all diese veränderten Faktoren einer umfassenden Würdigung unterzogen, sprechen 
die Umstände heute insgesamt für die Wiedereinführung einer alternierenden Obhut.

4.5.1 In rechtlicher Hinsicht ist dazu vorab festzuhalten, dass sich auch die Rechtslage wesentlich 
entwickelt hat. So sind seit dem Zweiturteil vom 11. November 2020 mehrere wichtige Ent-
scheide des Bundesgerichts zur alternierenden Obhut ergangen bzw. veröffentlicht worden. 
Das Bundesgericht hat ab Herbst 2020 in mehreren Entscheiden seine Praxis dahingehend 
geändert, dass die alternierende Obhut bei einem entsprechenden Antrag eines Elternteils 
praktisch zum Regelfall wird, sofern die entsprechenden Voraussetzungen vorliegen, und 
ein Abweichen von dieser Regel begründungspflichtig ist (BGE 147 III 121; Urteil des Bun-
desgerichts 5A_367/2020 vom 19. Oktober 2020; 5A_629/2019 vom 13. November 2020; 
5A_345/2020 vom 30. April 2021; vgl. Aebi-Müller, Aktuelle Rechtsprechung des Bundesge-
richts zum Familienrecht, Jusletter 1. März 2021 S. 21 ff.; dieselbe, Aktuelle Rechtsprechung 
des Bundesgerichts zum Familienrecht, Jusletter 14. Februar 2022 S. 21 ff.). Auch längere 
Fahrtwege zwischen den Wohnorten der Eltern bzw. zwischen den Wohnorten und der 
Schule sind nach der neuen Rechtsprechung hinzunehmen und sprechen nicht per se gegen 
eine alternierende Obhut, solange dieser Weg die Kinder nicht in besonderer Weise belastet 
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_345/2020 vom 30. April 2021 E. 5.4.3). 

4.5.2 Ob eine seit dem Zweiturteil veränderte Rechtslage im Abänderungsentscheid berücksichtigt 
werden kann, ist umstritten und vorliegend auch nicht grundsätzlich zu diskutieren. In einer 
Konstellation wie der vorliegenden, bei der die Abänderung von vorsorglichen Massnahmen 
im Scheidungsverfahren zur Debatte steht, drängt es sich jedoch auf, der neuen Rechtspre-
chung bereits im Abänderungsverfahren Rechnung zu tragen. Denn die veränderte Rechts-
lage wird auf jeden Fall im bevorstehenden Scheidungsurteil, d.h. im Hauptsachenentscheid, 
zu berücksichtigen sein. Wenn – wie vorliegend – absehbar ist, dass aufgrund der gesamten 
Umstände mit hoher Wahrscheinlichkeit bei der Scheidung eine alternierende Obhut anzu-
ordnen sein wird, lässt es sich aus Kindswohlüberlegungen nicht rechtfertigen, aus bloss for-
mellen Gründen bis dahin noch an der alleinigen Obhut eines Elternteils festzuhalten. Denn 
Zeit ist ein ganz wesentlicher Faktor, wenn es um die Zuteilung der Obhut geht. Nicht nur ist 
das subjektive Zeitempfinden von Kleinkindern anders, sodass bereits wenige Monate in ih-
rer Wahrnehmung eine lange Zeit bedeuten. "Verpasste" Betreuungszeit kann auch nicht 
mehr aufgeholt werden.

4.5.3 Soweit im Zweiturteil festgehalten wurde, die Distanz zwischen den Wohnorten der Parteien 
sei zu gross, als dass den Kindern die für eine alternierende Obhut nötigen Autofahrten zu-
gemutet werden könnten, wird an dieser Auffassung – auch im Lichte der erwähnten neuen 

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Rechtsprechung – künftig nicht mehr festgehalten werden können. Die Gesuchsgegnerin ist 
zwar nach wie vor der Ansicht, dass die Distanz zwischen L.________(ZH) und I.________ 
(ZG) viel zu gross sei, um die vom Gesuchsteller beantragte alternierende Obhut mit einem 
zusätzlichen Betreuungstag des Gesuchstellers ab Mittwochmittag bis Donnerstagmorgen 
umzusetzen (act. 19 Rz 24). Die Distanz zwischen dem Wohnort der Gesuchsgegnerin in 
L.________(ZH) und demjenigen des Gesuchstellers in I.________ (ZG) beträgt rund 33 km 
bzw. rund 45 Minuten Autofahrt gemäss Google Maps (vgl. Urteil des Obergerichts Zug Z2 
2020 39 vom 11. November 2020 E. 4; wobei der Gesuchsteller behauptet, aufgrund seiner 
besonderen Ortskenntnis könne er den Weg in nur 30 Minuten zurücklegen). Inwiefern dieser 
Weg für die Kinder eine besondere Belastung darstellen würde, legt die Gesuchsgegnerin 
nicht dar und ist auch nicht ersichtlich. Insbesondere hat auch die Anhörung von J.________ 
keine Hinweise darauf ergeben, dass ihr die Autofahrten zum Wohnort des Gesuchstellers 
bzw. von dort zur Schule Mühe bereiten würden. Der Gesuchsteller selbst führte dazu aus, 
die Kinder schauten jeweils Kinderbücher an und würden im Auto Geschichten hören. Aus-
serdem würden sie auch sehr viel mit dem Vater reden, wenn er sie in die Schule bringe oder 
von dort abhole (act. 2 Rz 25). Diese Darstellung wurde von der Gesuchsgegnerin nicht be-
stritten (act. 7 Rz 90-95). Hinzu kommt, dass die Kinder inzwischen zwei Jahre älter gewor-
den sind, sodass ihnen auch aus diesem Grund etwas längere Fahrten zugemutet werden 
können. Schliesslich ist zu berücksichtigen, dass die Kinder diesen Weg gemäss den vom 
Gesuchsteller vorliegend beantragten Betreuungszeiten (Ziff. 2 lit. g zweiter Absatz seines 
Rechtsbegehrens) nicht täglich oder gar mehrmals täglich zu bewältigen haben.

4.5.4 Weiter ist zu dieser Thematik in Erinnerung zu rufen, dass sich die Parteien im Februar 2019 
ursprünglich bereits einmal auf eine alternierende Obhut mit einem Betreuungsanteil der Ge-
suchsgegnerin von 65 % und einem solchen des Gesuchstellers von 35 % geeinigt hatten. 
Dieses Modell wurde daraufhin während rund 1,5 Jahren auch gelebt, bis die Gesuchsgeg-
nerin im Oktober 2020 – in Missachtung der ihr erstinstanzlich auferlegten Pflicht, einen all-
fälligen Umzug mindestens zwei Monate im Voraus anzukündigen, und entgegen der anders-
lautenden Anordnung des Obergerichts Zug – ihren Wohnsitz nach L.________(ZH) verlegte. 
Unter dem Eindruck dieses sehr kurzfristig erfolgten Wohnsitzwechsels vertrat damals auch 
der Gesuchsteller den Standpunkt, dass eine Weiterführung der alternierenden Obhut wohl 
nicht mehr umsetzbar sei, und er beantragte die Zuteilung der alleinigen Obhut an sich selbst 
(Urteil des Obergerichts Zug Z2 2020 39 vom 11. November 2020 E. 4). Bei dieser Aus-
gangslage, in der keiner der Elternteile eine alternierende Obhut beantragte, hätte es nicht 
dem Kindeswohlinteresse entsprochen, eine solche anzuordnen, sodass diese Option auch 
gar nicht eingehend geprüft wurde. Vielmehr stand das Ziel im Fokus, erst einmal Ruhe in die 
Situation zu bringen. Es galt damals folglich von vornherein (nur) darüber zu befinden, ob die 
Obhut entweder der Gesuchsgegnerin oder dem Gesuchsteller allein zuzuteilen war. Inzwi-
schen zeigt sich die Situation anders. Es sind zwei Jahre vergangen, in denen sich die Par-
teien (und auch die Kinder) mit der neuen Situation vertraut machen konnten. In dieser Zeit 
konnten sie eine bessere Vorstellung davon erlangen, was unter den neuen Umständen um-
setzbar ist und was nicht.

4.5.5 Die 6,5-jährige Tochter J.________ hat sich denn auch durchwegs positiv zur Idee geäus-
sert, zusätzlich einen Wochentag beim Gesuchsteller zu verbringen. Ihre diesbezüglichen 
Äusserungen gegenüber dem Einzelrichter am Kantonsgericht machen einen spontanen und 
altersgerechten Eindruck. Anzeichen dafür, dass ihre Aussagen von einem Elternteil beein-

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flusst worden wären, liegen nicht vor. Sie verbringt offensichtlich gerne Zeit beim Gesuchstel-
ler. Dem klar formulierten Wunsch von J.________ ist Beachtung zu schenken, auch wenn 
sie bezüglich der Frage der Betreuungsregelung (noch) nicht urteilsfähig ist (BGE 142 III 612 
E. 4.3; Urteile des Bundesgerichts 5A_222/2021 vom 15. Dezember 2021 E. 3.1.1 und 
5A_67/2021 vom 31. August 2021 E. 3.1.3). Die Kinder absolvieren den Weg zwischen 
I.________ (ZG) und L.________(ZH) nun schon seit zwei Jahren regelmässig und zwar 
nicht nur an den Wochenenden. Vielmehr holt der Gesuchsteller jeweils bereits am Freitag-
nachmittag H.________ bei der Gesuchsgegnerin und J.________ in der Schule bzw. im Kin-
dergarten ab und bringt beide Kinder am Montagmorgen auch wieder dorthin. Weshalb sich 
J.________ bei dieser Ausgangslage nicht vorstellen können soll, wie es wäre, wenn der Ge-
suchsteller sie zusätzlich an einem anderen Wochentag in der Schule abholen würde und sie 
am nächsten Morgen wieder dahin zurückbrächte, wie die Gesuchsgegnerin geltend macht 
(act. 19 Rz 24), ist daher nicht ersichtlich. H.________ ist zwar nach wie vor zu jung, um 
selbst angehört zu werden. Die Äusserungen von J.________ wirken sich aber insofern auch 
auf ihn aus, als Geschwister nach Möglichkeit nicht zu trennen sind (vgl. Urteil des Bundes-
gerichts 5A_589/2021 vom 23. Juni 2022 E. 3.1.2).

4.5.6 Gemäss den neuesten Erkenntnissen ist der Gesundheitszustand des Gesuchstellers – ent-
gegen der Annahme im Zweiturteil – für eine alternierende Obhut sodann kein Hindernis 
mehr. So hat der Gesuchsteller glaubhaft gemacht, dass seine Fähigkeit zur Kinderbetreu-
ung von seinen gesundheitlichen Beschwerden nicht tangiert ist. Was die Zukunftsaussichten 
betrifft, stellt zwar auch das MEDAS-Gutachten dem Gesuchsteller keine gute Prognose. So 
ist allgemein von einem progressiven Verlauf der Erkrankung die Rede und auch davon, 
dass die Erkrankung ohne Organspende mutmasslich in absehbarer Zeit lebensbedrohlich 
verläuft (vgl. act. 15/16 S. 11). Dass sich die Situation in Zukunft verändern könnte und die 
Obhut bzw. die Betreuungsanteile dannzumal wiederum angepasst werden müssten, ist da-
her weiterhin nicht ausgeschlossen. Vorliegend beantragt der Gesuchsteller aber lediglich 
die Ausdehnung seiner Betreuungszeit um einen einzigen Tag unter der Woche (was zu ei-
ner alternierenden Obhut und damit zu einer Obhutsumteilung führt [vgl. BGE 147 III 121 
E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 5A_67/2021 vom 31. August 2021 E. 3.1.2]). Die Kinder 
werden weiterhin ihren Lebensmittelpunkt in L.________(ZH) haben und auch weiterhin dort 
zur Schule gehen. Selbst wenn also die Betreuungszeit des Gesuchstellers irgendwann wie-
der reduziert werden müsste, würde dies das Leben der Kinder – anders als eine komplette 
Obhutsumteilung samt Wohnorts- und Schulwechsel – nicht auf den Kopf stellen. Entspre-
chend steht auch der Gesichtspunkt der Kontinuität der vom Gesuchsteller beantragten alter-
nierenden Obhut nicht entgegen.

4.5.7 Die unverändert bessere Bindungstoleranz des Gesuchstellers wirkt sich nach wie vor ten-
denziell zu seinen Gunsten aus, während die Erziehungsfähigkeit sowie das Betreuungskon-
zept auch weiterhin neutrale Faktoren bleiben. Neutral zu werten ist im heutigen Zeitpunkt im 
Weiteren der Faktor des sozialen und familiären Umfelds, da die Kinder offenbar zwischen-
zeitlich auch in L.________(ZH) einen Freundeskreis gewonnen haben. Die verbesserte 
Kommunikationsfähigkeit der Parteien und das gute soziale Umfeld an beiden Wohnorten be-
günstigen eine alternierende Obhut.

4.5.8 Der inzwischen mutmasslich gewachsenen Bindung der Kinder zur Gesuchsgegnerin kann 
schliesslich aus verschiedenen Gründen kein allzu hohes Gewicht beigemessen werden. Ei-

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nerseits sind die Kinder älter und somit auch unabhängiger geworden. Andererseits geht es 
vorliegend nicht um eine vollständige Umteilung der Obhut, sondern nur um die (Wieder-)Ein-
führung der alternierenden Obhut, wobei der Betreuungsanteil des Gesuchstellers auch wei-
terhin tiefer bleiben wird als derjenige der Gesuchsgegnerin. Zudem ist in diesem Kontext zu 
beachten, dass es die Gesuchsgegnerin war, welche die alternierende Obhut, auf die sich 
die Parteien zuvor eigentlich geeinigt hatten, mit ihrem Wegzug faktisch untergraben hat. Da-
bei hat sie mitunter gegen gerichtliche Anordnungen verstossen und vollendete Tatsachen 
geschaffen. Sie muss sich daher vorhalten lassen, dass ihr damaliges unrechtmässiges Ver-
halten einen nicht unwesentlichen Einfluss darauf hatte, dass sie heute die Hauptbezugsper-
son der Kinder ist. Das missbräuchliche Verhalten eines Elternteils, welcher sich nach der 
Trennung der Fortsetzung einer bis dahin gelebten alternierenden Obhut widersetzt, darf 
nicht gebilligt werden. Tatsachen, die auf ein solches Verhalten zurückgehen, dürfen daher 
bei der Begründung des Obhutsentscheids – Kindeswohlüberlegungen vorbehalten – nicht 
berücksichtigt werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_367/2020 vom 19. Oktober 2020 
E. 3.4.3).

4.5.9 Das Urteil des Obergerichts Zug Z2 2020 39 vom 11. November 2020 ist nach dem Gesag-
ten nicht mehr haltbar, soweit darin die Zuteilung der alleinigen Obhut an die Gesuchsgegne-
rin bestätigt wurde. In Abänderung dieses Entscheids ist die alternierende Obhut anzuordnen 
und dem Gesuchsteller ist zusätzlich zu seiner aktuellen Betreuungszeit ein weiterer Betreu-
ungstag unter der Woche zuzuteilen.

4.6 Umstritten ist im Weiteren, an welchem Wochentag der Gesuchsteller seinen zusätzlichen 
Betreuungstag haben soll.

4.6.1 Der Gesuchsteller beantragt, die Kinder zusätzlich von Mittwoch, 08.30 Uhr (während der 
[Schul-]Ferien) bzw. Schulschluss (während der Schulzeit), bis Donnerstagmorgen, 08.30 
Uhr bzw. Schulbeginn, betreuen zu dürfen. Die Gesuchsgegnerin wendet diesbezüglich ein, 
wenn überhaupt sei dem Gesuchsteller nicht der Mittwoch als zusätzlicher Betreuungstag zu-
zugestehen. Am Mittwochnachmittag hätten die Kinder schul- bzw. kindergartenfrei. Der Mitt-
wochnachmittag sei prädestiniert für Kindergeburtstage und fürs Abmachen mit Freunden 
und Freundinnen. Die Kinder könnten an solchen Veranstaltungen nicht mehr teilnehmen, 
wenn sie dann beim Gesuchsteller wären. Die Kinder und auch die Gesuchsgegnerin würden 
durch eine solche Regelung gestraft. Die Gesuchsgegnerin sei Lehrerin und habe am Mitt-
wochnachmittag frei, wie auch ihre Kinder. Ihr dann die Kinder aufgrund der alternierenden 
Obhut "wegzunehmen", sei unangebracht (act. 19 Rz 55, act. 29 Rz 12).

4.6.2 Dem ist zunächst zu entgegnen, dass die Gesuchsgegnerin sachfremd argumentiert, wenn 
sie davon spricht, sie selbst würde "gestraft", wenn ihr die Kinder am Mittwochnachmittag 
"weggenommen" würden. Vorliegend stehen die Interessen der Kinder im Mittelpunkt und 
nicht diejenigen der Eltern.

4.6.3 Aber auch sonst kann der Gesuchsgegnerin nicht gefolgt werden. Gerade aufgrund des für 
eine alternierende Obhut doch eher langen Weges zwischen den Wohnorten der Parteien er-
scheint es sinnvoll, wenn der zusätzliche Betreuungstag des Gesuchstellers auf einen Tag 
fällt, an dem er die Kinder auch während der Schulzeit schon am Mittag zu sich nehmen 
kann. Entgegen der Auffassung der Gesuchsgegnerin bedeutet dies zudem nicht, dass die 

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Kinder dann am Mittwochnachmittag nie mehr an Kindergeburtstagen oder Ähnlichem teil-
nehmen könnten. Freilich wäre der Koordinationsaufwand – zumindest zu Beginn – wohl ein 
wenig höher, weil die meisten Eltern der anderen Kinder bisher vielleicht nur mit der Ge-
suchsgegnerin in Kontakt standen. Ansonsten ändert sich aber nur insofern etwas, als der 
Gesuchsteller künftig das letzte Wort hinsichtlich einer Teilnahme an solchen Veranstaltun-
gen am Mittwochnachmittag haben wird und nicht mehr die Gesuchsgegnerin. Es gibt keinen 
Grund zur Annahme, dass der Gesuchsteller es den Kindern kategorisch verbieten wird, am 
Mittwochnachmittag auch einmal an einem Kindergeburtstag teilzunehmen. Im Übrigen 
scheinen solche Treffen und Veranstaltungen auch gar nicht so häufig an einem Mittwoch-
nachmittag stattzufinden, wie die Gesuchsgegnerin vorgibt. Von den elf Einladungen bzw. 
Verabredungen in den Jahren 2021 und 2022, die sie als Beweismittel eingereicht hat, fan-
den nur gerade vier an einem Mittwochnachmittag statt (act. 19/13a und 19/13b). 

4.6.4 Schliesslich bleibt festzuhalten, dass die Gesuchsgegnerin gegen den (Teil-)Antrag, wonach 
die Kinder in den Schulferien mittwochs bereits ab 08.30 Uhr vom Gesuchsteller betreut wer-
den, nicht opponiert. Da die Kinder gerne Zeit im ________ (Wohnort des Gesuchstellers) 
verbringen und bei allfälliger arbeitsbedingter Abwesenheit des Gesuchstellers an Mittwoch-
morgen auch die Schwester oder der Vater des Gesuchstellers einspringen könnten (vgl. 
E. 4.7.3 des Zweiturteils), ist dieser Antrag gutzuheissen. Da beiden Elternteilen je fünf Wo-
chen Ferien mit den Kindern zustehen (vgl. E. 4.8), dürften aber ohnehin nur wenige Mitt-
wochmorgen betroffen sein.

4.7. Als Zwischenergebnis ist demnach festzuhalten, dass die Berufung des Gesuchstellers in 
Bezug auf die Obhut gutzuheissen ist und die geltenden Massnahmen zur Regelung des Ge-
trenntlebens dahingehend anzupassen sind, dass die alternierende Obhut angeordnet wird. 
Die Betreuungszeit des Gesuchstellers umfasst jedes zweite Wochenende von Freitag, Kin-
dergarten-/Schulschluss bzw. 12.00 Uhr (falls die Kinder am Freitag keinen Kindergarten 
oder keine Schule haben), bis Montag, Kindergarten-/Schulbeginn bzw. 08.00 Uhr (falls die 
Kinder keinen Kindergarten oder keine Schule haben), sowie zusätzlich neu jeden Mittwoch 
von 08.30 Uhr (während den Schulferien) bzw. Kindergarten-/Schulschluss (während der 
Schulzeit) bis Donnerstag, 08.30 Uhr bzw. Kindergarten-/  Schulbeginn. Da sich die Kinder 
weiterhin überwiegend am Wohnort der Gesuchsgegnerin aufhalten und dort auch zur Schule 
gehen, ist festzuhalten, dass sie ihren Wohnsitz bei der Mutter haben (vgl. BGE 147 III 121 
E. 3.2.3; Staehelin, Basler Kommentar, 7. A. 2022, Art. 25 ZGB N 5).

4.8 Dass die Kinder – ausser beim Abholen nach Schul- oder Kindergartenschluss – grundsätz-
lich verpflegt zu übergeben bzw. übernehmen sind, scheint selbstverständlich und wird von 
der Gesuchsgegnerin auch nicht im Einzelnen bestritten (vgl. act. 19 Rz 54 f.). Da sich die 
Parteien zuweilen aber über Kleinigkeiten streiten (vgl. Whatsapp-Korrespondenz [act. 2/10], 
so namentlich bezüglich Ferienplanung), rechtfertigt es sich, dieses Detail zu regeln. Da un-
strittig nur der Gesuchsteller derzeit ein Auto besitzt, der Wohnort des Gesuchstellers mit 
den öffentlichen Verkehrsmitteln nicht zu erreichen ist und der Wohnort der Gesuchsgegnerin 
praktisch am Arbeitsweg des Gesuchstellers liegt, rechtfertigt es sich ausserdem, festzuhal-
ten, dass die Kinder jeweils vom Gesuchsteller abzuholen und zu bringen sind. Schliesslich 
ist dem Gesuchsteller zuzustimmen, dass künftig beiden Eltern ausdrücklich ein Recht auf je 
fünf Wochen Ferien pro Jahr mit den Kindern zuzugestehen ist (vgl. act. 26 S. 2). Die Ge-
suchsgegnerin hat sich dazu zwar nicht ausdrücklich geäussert. Ihren Ausführungen lässt 

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sich aber entnehmen, dass sie ein solches Ferienrecht durchaus für sich in Anspruch nimmt 
(act. 34 Rz 4). Jedenfalls erscheint es ohne Weiteres gerechtfertigt, dass die Kinder mit bei-
den Elternteilen je fünf Wochen Ferien verbringen können. Antragsgemäss und mangels spe-
zifischer Einwände der Gesuchsgegnerin ist das Ferienrecht auf maximal zwei Wochen am 
Stück zu beschränken.

4.9 Der Betreuungsanteil des Gesuchstellers beträgt somit neu rund 35 % (je 35 Tage 100 % 
bzw. 0 % [Ferien] und über die restlichen 295 Tage durchschnittlich 32,1 % [108 Stunden / 
14 Tage]). Aus Praktikabilitätsgründen ist es geboten, die neue Obhuts- und Betreuungsre-
gelung ab 1. Januar 2023 festzulegen.

5. Der Gesuchsteller beantragt, im Falle der Anordnung einer alternierenden Obhut sei das 
Videokontaktrecht zwischen ihm und den Kindern zu streichen (act. 26 S. 2). Die Gesuchs-
gegnerin äussert sich dazu nicht (act. 29), sodass angenommen werden muss, sie habe ge-
gen eine Streichung keine Einwände. Tatsächlich erscheint der Verzicht auf das Videokon-
taktrecht angesichts der neuen Betreuungsregelung angezeigt. Diese virtuellen Kontakte wa-
ren stets nur als Ersatz für einen physischen Kontakt gemeint und sind somit nun nicht mehr 
erforderlich. Ausserdem zeigte sich in der Praxis, dass die Umsetzung nicht immer leicht und 
das Ergebnis oft auch unbefriedigend war, weil die Kinder abgelenkt waren und sich nicht 
richtig auf das Gespräch mit dem Gesuchsteller einlassen konnten. Entsprechend ist auf die 
Festsetzung eines Videokontaktrechts zwischen dem Gesuchsteller und den Kindern künftig 
zu verzichten. Den Parteien ist es unbenommen, auf Wunsch der Kinder weiterhin Videotele-
fonate durchzuführen.

6. Nicht gefolgt werden kann dem Gesuchsteller, soweit er die Errichtung einer Besuchsrechts-
beistandschaft beantragt. Eine solche Beistandschaft wird nicht bereits dann errichtet, wenn 
dies in irgendeiner Form nützlich erscheint. Vielmehr handelt es sich um eine Massnahme, 
die nur in Ausnahmefällen ergriffen wird, wenn dies aufgrund gravierender Elternkonflikte das 
einzige Mittel ist, um einer mit der Ausübung des Besuchsrechts zusammenhängenden Ge-
fährdung des Kindeswohls zu begegnen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_831/2018 vom 
23. Juli 2019 E. 6.2). Vorliegend erreichen die Schwierigkeiten zwischen den Parteien bei 
Weitem nicht ein solches Niveau. Der Gesuchsteller macht denn auch selbst geltend, dass 
die Kommunikation zwischen den Parteien gar nicht so schlecht sei, wie die Gesuchsgegne-
rin dies darstelle, und sie durchaus in der Lage seien, selbst Lösungen zu finden (act. 2 
Rz 14, act. 32 Rz 11). Dies ergibt sich auch aus der von ihm eingereichten Whatsapp-Korre-
spondenz, die den Zeitraum von Januar 2020 bis März 2022 abdeckt (act. 2/10). Dort ist er-
sichtlich, dass sich nach einer anfänglich etwas schwierigen Phase mit vielen Streitereien 
zwischen den Parteien eine gewisse Routine und recht gute Zusammenarbeit in Bezug auf 
die Kinder eingestellt hat. 

7. Wegen der Anordnung der alternierenden Obhut mit dem erhöhten Betreuungsanteil des Ge-
suchstellers sind mit dem vorliegenden Entscheid auch die Unterhaltsbeiträge für die Zeit ab 
Rechtskraft der neuen Betreuungsregelung neu festzusetzen. 

7.1 Obwohl vorliegend die Neuregelung der Obhut Anlass für die Anpassung der Unterhaltsbei-
träge gibt, handelt es sich nach wie vor um eine Abänderung und nicht um eine eigentliche 
Neuregelung des Unterhalts. Das bedeutet, dass die Wertungen des Ersturteils (dieses ba-

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sierend auf dem Vergleich vom 19. Februar 2019) wie auch des Zweiturteils grundsätzlich zu 
übernehmen sind. Dies gilt allerdings nur so lange, als sich eine Neubewertung nicht gerade 
aufgrund der veränderten Verhältnisse in einem anderen Punkt als angemessen erweist 
(Zogg, "Vorsorgliche" Unterhaltszahlungen im Familienrecht, in: FamPra.ch 2018 S. 47 ff., 
S. 64 f.; Aeschlimann, FamKomm Scheidung, 4. A. 2022, Art. 286 ZGB N 14). Steht das Kind 
unter der alternierenden Obhut der Elternteile, so sind die finanziellen Lasten bei ähnlicher 
Leistungsfähigkeit umgekehrt proportional zu den Betreuungsanteilen zu tragen und bei 
gleichzeitig asymmetrischem Betreuungsumfang und Leistungsgefälle entsprechend der sich 
daraus ergebenden Matrix (BGE 147 III 265 E. 5.5). Mithin kommt es im Falle einer alternie-
renden Obhut für die Berechnung der Unterhaltsbeiträge immer auf die Einkommen beider 
Elternteile an. Das hat zur Folge, dass das (inzwischen deutlich gestiegene) Einkommen der 
Gesuchsgegnerin in diese Betrachtung miteinzubeziehen ist. Aufgrund des deutlich höheren 
Familieneinkommens rechtfertigt es sich nicht mehr, den jeweiligen Bedarf der Familienmit-
glieder auf das betreibungsrechtliche Existenzminimum zu beschränken, wie dies gemäss 
der bisherigen Regelung der Fall war. Denn soweit es die finanziellen Verhältnisse zulassen, 
ist der gebührende Unterhalt zwingend auf das familienrechtliche Existenzminimum zu erwei-
tern (BGE 147 III 265 E. 7.2).

7.2 Das Einkommen des Gesuchstellers hat sich gemäss seinen eigenen Angaben zwischenzeit-
lich auf CHF 4'178.40 netto pro Monat erhöht (inkl. 13. Monatslohn; act. 2 S. 29). Die Ge-
suchsgegnerin arbeitet seit dem Sommer 2022 in einem 59%-Pensum und verdient damit 
CHF 4'462.45 bzw. inklusive 13. Monatslohn CHF 4'834.30 (act. 32 Rz 12, nicht bestritten in 
act. 34). Die Kinderzulagen betragen unverändert CHF 200.00 pro Kind. Das Familienein-
kommen beträgt somit neu CHF 9'412.70 (gegenüber vormals CHF 6'904.00, vgl. Urteil des 
Obergerichts Zug Z2 2020 39 vom 11. November 2020 E. 6.5).

7.3 Basierend auf dem familienrechtlichen Existenzminimum (vgl. E. 7.1) ist von folgendem aktu-
alisiertem Bedarf der Parteien auszugehen (in CHF; gegenüber dem Zweiturteil neu berück-
sichtigte oder geänderte Bedarfsposten kursiv):

Gesuch-
steller

J.________ H.________ Gesuchs-
gegnerin

J.________ H.________

Grundbetrag 1'350.00 140.00 140.00 1'350.00 260.00 260.00
Wohnungszins (inkl. NK) 1'500.00 1'720.00
Wohnkostenanteil Kinder -750.00 375.00 375.00 -860.00 430.00 430.00
Krankenkasse (KVG) 374.75 359.25 90.95 90.95
IPV -374.75 -82.90 -60.20 -60.20
Gesundheitskosten 83.00
Fahrt zum Arbeitsplatz 600.00 0.00 
Auswärtige Verpflegung 0.00 0.00
Fremdbetreuung 180.00 265.00
Krankenkasse (VVG) 36.55 31.75 29.50
Kommunikationspauschale 100.00 100.00 
Versicherungspauschale 50.00 50.00 
Steuern 143.00 140.00
Total Existenzminimum 3'076.00 515.00 515.00 2'812.90 932.50 1'015.25

Zu den einzelnen Positionen dieses Bedarfs ist Folgendes festzuhalten:

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7.3.1 Grundbeträge: Die einzelnen Beträge ergeben sich aus den Richtlinien der Justizkommission 
des Obergerichts des Kantons Zug für die Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenz-
minimums (Notbedarf) nach Art. 93 SchKG (Kreisschreiben vom 10. Dezember 2009 an die 
Betreibungsämter des Kantons Zug). Bei alternierender Obhut ist beiden Elternteilen der 
Grundbetrag für Alleinerziehende anzurechnen. Die Grundbeträge der Kinder sind entspre-
chend den Betreuungsanteilen zu 35 % dem Vater und zu 65 % der Mutter anzurechnen (vgl. 
Jungo/Arndt, a.a.O., S. 760; Aeschlimann/Bähler/Schweighauser/Stoll, Berechnung des Kin-
desunterhalts – Einige Überlegungen zum Urteil des Bundesgerichts vom 11. November 
2020 […] 5A_311/2019, FamPra.ch 2021, S. 251 ff., 276 ff.; Maier/Waldner-Vontobel, Ge-
danken zur neuen Praxis des Bundesgerichts zum Unterhaltsrecht aus der Perspektive des 
erstinstanzlichen Gerichts, FamPra.ch 2021, S. 871 ff., 887 ff.).

7.3.2 Wohnkosten: Die Mietzinse haben sich bei beiden Parteien nicht verändert. Neu ist aber bei 
beiden Elternteilen ein Anteil für die Kinder auszuscheiden. Praxisgemäss sind die Wohnkos-
ten nach grossen Köpfen (Erwachsene) und kleinen Köpfen (Kindern) zu verteilen (Urteil des 
Obergerichts Zug Z2 2021 30 vom 27. Juli 2022 E. 6.3.2.5 [S. 56]). Das entspricht vorliegend 
1/2 pro Elternteil und je 1/4 pro Kind.

7.3.3 Krankenkasse (KVG und VVG) sowie ungedeckte Gesundheitskosten: Die Höhe der Kran-
kenkassenprämien der Gesuchsgegnerin und der Kinder für das Jahr 2022 sind belegt, ge-
nauso wie die entsprechenden Prämienverbilligungen (act. 7/2-3). Aufgrund der inzwischen 
besseren finanziellen Verhältnisse der Parteien sind auch die Prämien für Zusatzversicherun-
gen zu berücksichtigen. Die Krankenkassenprämien des Gesuchstellers betrugen im Jahr 
2021 CHF 4'497.60 (act. 2/5). Bei ihm ist vorläufig weiterhin von einer vollen Prämienverbilli-
gung auszugehen (vgl. nachfolgend E. 8.6.2). Die ungedeckten Gesundheitskosten des Ge-
suchstellers betrugen zuletzt CHF 83.00 pro Monat (act. 2/5). Für die Gesuchsgegnerin und 
die Kinder wurden keine ungedeckten Gesundheitskosten geltend gemacht.

7.3.4 Fahrten zum Arbeitsplatz: Der Gesuchsteller macht für sich aktuell Kosten für Fahrten an den 
Arbeitsplatz in der Höhe von CHF 1'500.00 monatlich geltend. Zur Begründung führt er aus, 
er müsse fünf Mal pro Woche an seinen Arbeitsplatz an die M.________-strasse in 
N.________ (ZH) und zurück fahren. Bei einer Distanz von 53,6 km pro Weg und Kilometer-
kosten von CHF 0.70 ergäben sich durchschnittliche Kosten von CHF 1'500.00 (act. 2 S. 17 
und 29). Dem kann nicht ganz gefolgt werden. Die M.________-strasse in N.________(ZH) 
ist auf dem kürzesten Weg (via ________) rund 46 km vom Wohnort des Gesuchstellers ent-
fernt (<www.google.com/maps>). Auch wenn dies womöglich nicht die schnellste Route ist, 
sind die notwendigen Fahrtkosten anhand dieser Distanz zu berechnen. Davon ausgehend, 
dass der Neupreis des vom Gesuchsteller gefahrenen O.________ (Auto) (Vi act. 1/9) nicht 
höher als CHF 37'000.00 liegt (der Katalogpreis beträgt offenbar CHF 29'950.00 [Vi act. 1/10 
S. ]) und der Gesuchsteller im Jahr rund 25'000 km fährt (46 Wochen x 5 x 46 km x 2 für die 
Arbeit plus Freizeitfahrten), kostet ein gefahrener Kilometer gemäss TCS maximal CHF 0.56 
bzw. unter Berücksichtigung der gestiegenen Treibstoffpreise (die gemäss TCS bei einer Er-
höhung um 32 Rappen pro Liter mit 2 Rp/km zu Buche schlagen) CHF 0.58 
(<www.tcs.ch/mam/Digital-Media/PDF/  Booklets/kilometerkosten.pdf> und < 
www.tcs.ch/de/testberichte-ratgeber/ratgeber/kontrollen-unterhalt/kilometerkosten.php>, 
beide besucht am 1. Dezember 2022). Dabei ist aber zu berücksichtigen, dass in diesem 
Preis auch Kosten wie Wertminderung oder Amortisation enthalten sind. Diese Kosten sind 

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nicht in den Bedarf aufzunehmen, weil es sich nicht um tatsächlich anfallende regelmässige 
Kosten des täglichen Bedarfs handelt. Auch die Garagierungskosten sind in den Kilometer-
kosten des TCS enthalten, obwohl der Gesuchsteller keine entsprechenden Kosten ausweist. 
Konkret sind dem Gesuchsteller deshalb nur 27,5 Rappen pro Kilometer anzurechnen, ent-
sprechend 47,4 % der Gesamtkosten gemäss Berechnung des TCS (8,4 % Service und Re-
paraturen + 4,9 % Reifenkosten + 16,3 % Treibstoffkosten + 7,7 % Steuern, Pflege etc. + 
10,1 % Versicherungen [<www.tcs.ch/de/testberichte-ratgeber/ratgeber/kontrollen-unter-
halt/kilometerkosten.php>, besucht am 1. Dezember 2022]). Daraus ergeben sich monatliche 
Kosten für die Fahrten zum Arbeitsplatz in der Höhe von CHF 550.00 (= 46 km x 2 x 21,75 
[Arbeitstage pro Monat] x CHF 0.275). 

Hinzu kommen die Kosten für das Holen und Bringen der Kinder. Dabei ist zu beachten, dass 
L.________(ZH) nahe am Arbeitsweg des Gesuchstellers liegt und er die Kinder stets an 
Werktagen direkt zur Schule bzw. in den Kindergarten bringt und auch dort abholt. Folglich 
ist davon auszugehen, dass er die Kinder jeweils auf dem Weg zur Arbeit bringt und holt. Ei-
gentliche Extrafahrten von I.________ (ZG) nach L.________(ZH) sind daher höchstens in 
Ausnahmefällen nötig. Mit dem Umweg via L.________(ZH) verlängert sich der Weg des Ge-
suchstellers indessen um 12,5 km auf 58,5 km (<www.google.com/maps>). Bei 12-maligem 
Holen und Bringen im Monat (8 x am Mittwoch bzw. Donnerstag und 4 x für das Wochen-
ende) fallen aufgrund dieses Umwegs mithin zusätzliche Kilometerkosten in der Höhe von 
CHF 41.25 an (12,5 km x 12 x CHF 0.275). Dem Gesuchsteller sind folglich aufgerundet 
CHF 600.00 pro Monat für die Fahrtkosten anzurechnen.

Der Gesuchsgegnerin sind keine Kosten für die Mobilität mehr anzurechnen, da sie in Gehdi-
stanz zu ihrem Arbeitsplatz lebt und auch die Kinder weder holen noch bringen muss. Sie be-
sitzt denn auch kein Auto mehr (act. 21 Rz 9, nicht bestritten in act. 22) und dass sie ein 
Abonnement für den öffentlichen Verkehr hat bzw. auch benötigt, wurde nicht geltend ge-
macht. Allfällige Mobilitätskosten für die Freizeit hat sie aus ihrem Überschuss zu finanzie-
ren.

7.3.5 Auswärtige Verpflegung: Der Gesuchsteller macht geltend, er könne aufgrund seiner gesund-
heitlichen Situation nur halbtags arbeiten. Sein 50%-Pensum absolviere er auf alle fünf Wo-
chenarbeitstage verteilt "jeweils morgens und mittags". Deshalb sei es ihm nicht möglich, mit-
tags zuhause zu sein und auch noch zu kochen (act. 2 S. 17). Dies überzeugt nicht. Bei je-
weils nur halbtägigen Arbeitseinsätzen ist es dem Gesuchsteller möglich und zumutbar, sich 
jeweils zuhause zu verpflegen, selbst wenn er nicht genau um Mittag zuhause ist. Schliess-
lich beantragt der Gesuchsteller auch, die Kinder am Mittwoch unverpflegt abzuholen, was 
zeigt, dass er offenbar nur bis mittags arbeitet und anschliessend noch für sich und die Kin-
der ein Mittagessen zubereiten kann. Sodann sind auch der Gesuchsgegnerin, die in Gehdi-
stanz zu ihrem Arbeitsplatz wohnt, keine Kosten für auswärtige Verpflegung anzurechnen.

7.3.6 Fremdbetreuung Kinder: Die Betreuungskosten von H.________ haben sich nachweislich auf 
CHF 265.00 pro Monat erhöht (act. 7/4).

7.3.7 Kommunikations- und Versicherungspauschale: Dabei handelt es sich um gerichtsübliche 
Pauschalen, die aufgrund der vorliegend inzwischen gegebenen finanziellen Verhältnisse zu 
berücksichtigen sind.

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7.3.8 Steuern: Bei einem jährlichen Nettoeinkommen des Gesuchstellers von CHF 50'140.90 (12 x 
CHF 4'178.40) und der Gesuchsgegnerin von rund CHF 62'811.00 (Nettolohn von 12 x 
CHF 4'834.30 plus Kinderzulagen von 12 x 2 x CHF 200.00) sowie beidseitig fehlendem Ver-
mögen ist von einer Steuerlast beim Gesuchsteller von CHF 1'714.00 pro Jahr bzw. gerundet 
CHF 143.00 pro Monat und bei der Gesuchsgegnerin von CHF 1'674.00 pro Jahr bzw. gerun-
det CHF 140.00 pro Monat auszugehen (<swisstaxcalculator.estv.admin.ch/#/calculator/in-
come-wealth-tax>). Angesichts des Umstands, dass vorliegend keine Unterhaltsbeiträge zu-
zusprechen sind (vgl. nachfolgend E. 7.7), sind für die Kinder keine Steueranteile auszu-
scheiden. 

7.4 Im Ergebnis lässt sich die aktualisierte finanzielle Situation der Parteien wie folgt abbilden 
(in CHF):

Gesuch-
steller

J.________ H.________ Gesuchs-
gegnerin

J.________ H.________

Einkommen
Monatslohn (inkl. 13. ML) 4'178.40 4'834.30
Kinder-/Familienzulagen 200.00 200.00
Total Einkommen 4'178.40 4'834.30 200.00 200.00

Existenzminimum
Grundbetrag 1'350.00 140.00 140.00 1'350.00 260.00 260.00
Wohnungszins (inkl. NK) 1'500.00 1'720.00
Wohnkostenanteil Kinder -750.00 375.00 375.00 -860.00 430.00 430.00
Krankenkasse (KVG) 374.75 359.25 90.95 90.95
IPV -374.75 -82.90 -60.20 -60.20
Gesundheitskosten 83.00
Fahrt zum Arbeitsplatz 600.00 0.00 
Auswärtige Verpflegung 0.00 0.00
Fremdbetreuung 180.00 265.00
Krankenkasse (VVG) 36.55 31.75 29.50
Kommunikationspauschale 100.00 100.00 
Versicherungspauschale 50.00 50.00 
Steuern 143.00 140.00 p.m. p.m.
Total Existenzminimum 3'076.00 515.00 515.00 2'812.90 932.50 1'015.25
Überschuss/Manko 1'102.40 -515.00 -515.00 2'021.40 -732.50 -815.25

7.5 Daraus ist ersichtlich, dass das Einkommen des Gesuchstellers gerade ausreicht, um seinen 
eigenen Bedarf sowie die bei ihm direkt anfallenden Kinderkosten zu bezahlen. Nach Abzug 
der direkt bei ihm anfallenden Kinderkosten verbleibt ihm lediglich ein geringfügiger Über-
schuss von CHF 72.40. Die Gesuchsgegnerin erzielt demgegenüber einen Überschuss von 
gerundet CHF 2'020.00. Selbst nach Abzug der ungedeckten Kinderkosten von insgesamt 
gerundet CHF 1'550.00 verbleibt ihr somit noch ein Überschuss von CHF 470.00.

7.6 Wie in E. 7.1 dargelegt, hätte der Gesuchsteller grundsätzlich umgekehrt proportional zu sei-
nem Betreuungsanteil, d.h. zu 65 %, für den Barunterhalt der Kinder aufzukommen. Die Ein-
kommen der Parteien sind so nahe beieinander, dass diesbezüglich kein zu berücksichtigen-
des Leistungsgefälle besteht. Da der Gesuchsteller jedoch nach Deckung seines eigenen 
Existenzminimums sowie der direkt bei ihm anfallenden Kinderkosten fast keine verfügbaren 
Mittel mehr hat, kann er zu keinen weiteren Unterhaltsleistungen mehr verpflichtet werden. 

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Die Gesuchsgegnerin leistet auf der anderen Seite sowohl 65 % der Betreuung als auch rund 
60 % des Barunterhalts (CHF 1'547.75 / CHF 2'577.75). Diesem Umstand ist insofern Rech-
nung zu tragen, als ihr der bei ihr anfallende Überschuss in der Höhe von CHF 470.00 nach 
Begleichung der ungedeckten Kinderkosten zu belassen ist. 

7.7 Mit (Wieder-)Einführung der alternierenden Obhut schuldet somit keine Partei der anderen 
mehr einen Unterhaltsbeitrag. Um Unklarheiten zu vermeiden, wird als Stichdatum für die 
Gültigkeit dieser neuen Unterhaltsregelung der 1. Januar 2023 festgelegt.

8. Der Gesuchsteller hält im Berufungsverfahren auch an seiner Auffassung fest, die Unter-
haltsbeiträge seien bereits für die Zeit vor der (Wieder-)Einführung der alternierenden Obhut 
abzuändern.

8.1 Die Vorinstanz vertrat auch in Bezug auf diesen Streitpunkt die Auffassung, ein Abände-
rungsgrund sei nicht gegeben. Zur Begründung führte sie zusammengefasst Folgendes aus:

8.1.1 Zunächst sei entgegen den Behauptungen des Gesuchstellers nicht erstellt, dass die Ge-
suchsgegnerin regelmässig und dauerhaft mit ihrem Vater in einer kostensenkenden Wohn-
gemeinschaft zusammenlebe, auch wenn dieser gelegentlich bei der Gesuchsgegnerin über-
nachte (Vi act. 49 E. 5.3).

8.1.2 Weiter habe die Gesuchsgegnerin zwar unbestrittenermassen ihr Arbeitspensum per Som-
mer 2021 auf 46 % erhöht, sodass sich ihr Einkommen neu auf CHF 3'776.80 netto pro Mo-
nat belaufe. Zusammen mit den Unterhaltsbeiträgen und den Kinderzulagen verfüge die Ge-
suchsgegnerin daher über ein monatliches Einkommen von CHF 5'164.00. Dem stehe 
gemäss Zweiturteil ein Bedarf von CHF 4'307.00 gegenüber. Eine dauerhafte Verbesserung 
der Einkommensverhältnisse des betreuenden Elternteils führe aber nicht automatisch zu ei-
ner Änderung des Unterhaltsbeitrags. Das höhere Einkommen des betreuenden Elternteils 
solle grundsätzlich den Kindern zu Gute kommen, indem es ihnen bessere Lebensbedingun-
gen verschaffe. Dies gelte auf jeden Fall dann, wenn diese Verbesserung der Leistungsfähig-
keit – wie vorliegend – auf die Anstrengungen zurückzuführen sei, die dieser Elternteil durch 
eine höhere Erwerbstätigkeit unternehme. Angesichts dessen führe auch die Pensums- und 
Lohnerhöhung der Gesuchsgegnerin im konkreten Fall nicht zu einer Abänderung (Vi act. 49 
E. 5.4).

8.1.3 Ebenfalls unbestritten sei, dass J.________ in den zweiten Kindergarten gekommen sei und 
auch am Dienstag- und Donnerstagnachmittag in den Kindergarten gehe. Dies führe zu einer 
Reduktion der Fremdbetreuungskosten. Die Ersparnis betrage aber lediglich CHF 3.00 pro 
Nachmittag, an dem J.________ im Kindergarten sei. Zudem hätten sich im Gegenzug die 
Krippenkosten von H.________ um CHF 1.04 pro Tag erhöht, sodass sich die Kostenent-
wicklungen teilweise aufheben würden. Auch hier liege demnach keine wesentliche Ände-
rung vor (Vi act. 49 E. 5.5).

8.1.4 Der Gesuchsteller mache geltend, bei einem Netto-Einkommen von CHF 4'046.00 pro Monat 
(gemäss Zweiturteil) und einem Existenzminimum von CHF 4'086.00 sei es ihm nicht mög-
lich, den Unterhaltsbeitrag von CHF 1'083.00 pro Monat zu leisten, und Vermögen habe er 
auch keines mehr, woraus er den Unterhaltsbeitrag bezahlen könne. Eine wesentliche und 

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dauerhafte Veränderung der Bedarfspositionen des Gesuchstellers sei seit dem Zweiturteil 
aber nicht eingetreten. Grundbetrag und Mietzins seien gleichgeblieben. Ein Betrag für die 
Krankenkassenprämie sei auch in Zukunft nicht anzurechnen, da er aufgrund seines tiefen 
Einkommens auch in Zukunft in den Genuss von Prämienverbilligungen im Umfang seiner 
Prämien kommen werde. Für die Mobilität seien dem Gesuchsteller bereits im Zweiturteil 
CHF 210.00 pro Monat angerechnet worden. Mit diesem Betrag könne der Gesuchsteller die 
effektiven Kosten für die Fahrt zum Arbeitsplatz vielleicht nicht decken. Für ein Fahrzeug 
könnten aber nicht beliebig hohe Kosten geltend gemacht werden. Die vom Gesuchsteller 
geltend gemachten Mobilitätskosten von insgesamt CHF 1'694.85 pro Monat seien in Anbe-
tracht seines 50 % Erwerbspensums ohnehin unverhältnismässig hoch. Die exklusive Nut-
zung des "O.________ (Auto)" stelle keine wesentliche und dauerhafte Veränderung dar. In-
wiefern sich die Situation in Bezug auf den gesundheitlichen Zustand des Gesuchstellers und 
die externe Verpflegung verändert haben solle, sei nicht ersichtlich. Die geltend gemachte 
Feuerwehrabgabe sei wohl schon früher angefallen und sei im strikten Existenzminimum oh-
nehin nicht zu berücksichtigen. Die Franchise von CHF 53.00 pro Monat sei dem Gesuchstel-
ler bereits angerechnet worden und eine im Mass liegende, nicht vorhersehbare Erhöhung 
rechtfertige keine Änderung des Unterhaltsbeitrags (Vi act. 49 E. 5.6 f.).

8.1.5 Der Gesuchsteller reiche zum Beweis seines erhöhten Existenzminimums die Berechnung 
des Sozialamtes I.________ (ZG) ein und machte geltend, er sei heute nachweislich vom 
Sozialamt abhängig. Aus dieser Berechnung könne der Gesuchsteller aber nichts zu seinen 
Gunsten ableiten. Massgebend sei im Abänderungsprozess die Unterhaltsberechnung des 
Gerichts. Beide Instanzen hätten das monatliche Existenzminimum des Gesuchstellers auf 
CHF 2'963.00 (CHF 1'200.00 Grundbetrag + CHF 1'500.00 Mietzins + CHF 53.00 Franchise 
+ CHF 210.00 Mobilität) beziffert. Diese Berechnung basiere auf den Richtlinien der Justiz-
kommission des Obergerichts des Kantons Zug für die Berechnung des betreibungsrechtli-
chen Existenzminimums (Notbedarf) nach Art. 93 SchKG (Kreisschreiben vom 10. Dezember 
2009 an die Betreibungsämter des Kantons Zug). Die Berechnung des Existenzminimums 
des Betreibungsamtes I.________ (ZG) vom 15. Februar 2021 sei zwar auch in Anwendung 
der Richtlinien erfolgt, erscheine aber zu grosszügig. Davon abgesehen verkenne der Ge-
suchsteller, dass das Abänderungsverfahren nicht dazu diene, das frühere Urteil bzw. die 
frühere Existenzminimumsberechnung zu korrigieren (Vi act. 49 E. 5.6.2 f.).

8.1.6 An der vom Obergericht Zug im Zweiturteil anerkannten Arbeitsfähigkeit des Gesuchstellers 
von maximal 50 % habe sich nichts geändert. Ein hypothetisches Einkommen sei dem Ge-
suchsteller dort nicht angerechnet worden. Die Ausführungen des Gesuchstellers zu seinem 
Gesundheitszustand begründeten daher ebenfalls keine Abänderung. Und auch dass der 
Gesuchsteller die Kinder jeweils hole und bringe, sei im Zweiturteil bereits berücksichtigt wor-
den, wobei ihm dafür keine zusätzlichen Kosten angerechnet worden seien (Vi act. 49 
E. 5.7 f.). Schliesslich sei auch schon im Zeitpunkt des Zweiturteils bekannt gewesen, dass 
der Gesuchsteller über kein Vermögen mehr verfüge. Es könne diesbezüglich auf E. 6.4.2 
des Urteils des Obergerichts Zug Z2 2020 39 vom 11. November 2020 verwiesen werden. 
Die Mittellosigkeit des Gesuchstellers sei schon damals nicht als Abänderungsgrund aner-
kannt worden (Vi act. 49 E. 5.9).

8.2 Was der Gesuchsteller dagegen in der Berufung vorbringt, geht weitestgehend an der Sache 
vorbei.

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8.2.1 So macht er über viele Seiten hinweg Ausführungen zum Recht, die – soweit sie nachvoll-
ziehbar sind – im Ergebnis alle darauf abzielen, dass mit der geltenden Unterhaltsverpflich-
tung in den letzten Jahren rechtswidrig in sein Existenzminimum eingegriffen worden sei 
(act. 2 Rz 9-13, Rz 20). Dabei bezieht er sich jedoch nicht auf das Existenzminimum von 
CHF 2'963.00 pro Monat, von dem die Gerichte ausgegangen sind und das sie ihm belassen 
haben, sondern auf einen höheren Betrag, den offenbar das Sozialamt I.________ (ZG) be-
rechnet hat. Seine Ausführungen beruhen entsprechend auf