# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 42387781-4697-5937-acfb-b891e158e929
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-01-05
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 05.01.2012 E-6137/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-6137-2009_2012-01-05.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung V
E­6137/2009

U r t e i l   v om   5 .   J a nua r   2 0 1 2

Besetzung Richter Bruno Huber (Vorsitz),
Richterin Contessina Theis,
Richter Markus König,
Gerichtsschreiberin Carmen Wittwer.

Parteien A._______, geboren (…),
Sri Lanka,
vertreten durch Guido Ehrler, Advokat,
(…),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz

Gegenstand Asyl und Wegweisung;
Verfügung des BFM vom 28. August 2009 / N (…).

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Sachverhalt:

A. 
Der  Beschwerdeführer,  ein  sri­lankischer  Staatsangehöriger  tamilischer 
Ethnie, verliess seinen Heimatstaat eigenen Angaben zufolge am 23. Juli 
2008  auf  dem  Seeweg  und  gelangte  am  8. September  2008  in  die 
Schweiz,  wo  er  am  9.  September  2008  im  Empfangs­  und 
Verfahrenszentrum  (EVZ)  B._______  um  Asyl  nachsuchte.  Am 
18. September 2008 fand gleichenorts die Befragung zur Person und am 
13. August  2009  in  Bern  die  Anhörung  zu  den  Asylgründen  durch  das 
BFM statt.

B. 
Zur  Begründung  seines  Asylgesuches  machte  der  Beschwerdeführer 
geltend, sein  (…), welcher einen (…) geführt habe, sei am (…) von den 
LTTE (Liberation Tigers of Tamil Eelam) getötet worden. Seit (…) habe er 
teilweise  in dessen Geschäft gearbeitet. Zu seinen Kunden hätten unter 
anderem  auch  Soldaten  und  Leute  der  EPDP  (Eelam  People's 
Democratic  Party)  gehört.  Am  (…)  seien  etwa  (…)  bis  (…)  Maskierte, 
mutmasslich  LTTE­Leute,  zu  ihnen  nach  Hause  gekommen  und  hätten 
ihn  und  seine  Mutter  geschlagen  sowie  ihr  Mobiliar  zerstört.  Er  sei 
daraufhin zum Polizeiposten gegangen und habe eine Anzeige gemacht. 
In der Folge hätten sie aber diesbezüglich von der Polizei nichts gehört. 
Danach  habe  er  zwar  Leute  der  EPDP  gemieden,  aber  diese  seien 
weiterhin  seine  Kunden  geblieben.  Etwa  im  (…)  hätten  ihn  zwei 
Motorradfahrer,  mutmasslich  Angehörige  der  LTTE,  auf  der  Strasse 
gestoppt,  ihn  Verräter  genannt  und  damit  gedroht,  ihn  zu  erschiessen. 
Am (…) sei er nach dem Besuch eines Geschäftskollegen seines (…), als 
er  mit  dem  Fahrrad  unterwegs  gewesen  sei,  von  zwei  Personen  auf 
Motorrädern  angehalten  worden,  welche  ihn  nach  dem  Haus  von 
C._______  gefragt  hätten.  Nachdem  er  ihnen  den  Weg  gezeigt  habe, 
hätten sie gefragt, ob er A._______ sei. Als er dies bejaht habe, habe ihn 
einer  der  beiden  gepackt  und  gesagt,  er  müsse  mit  ihm  reden.  Als  er 
nach dem Grund gefragt habe, habe dieser sofort ein Gewehr in die Hand 
genommen, und dann hätten  ihn die beiden zu einem  (…) gezerrt. Dort 
sei  ihm das Gewehr  an die Schläfe  gehalten worden,  und er  habe  sich 
hinknien müssen. Er  sei  beschimpft worden,  und als  er  um Freilassung 
gebeten  habe,  habe  einer  der  beiden  sein  Gewehr  geladen.  Er  habe 
Angst  bekommen,  diesem  sein  Gewehr  weggenommen,  ihn  mit  dem 
Gewehrkolben  auf  den  Hinterkopf  geschlagen  und  mit  den  Füssen  zu 
Boden  gestossen.  Dann  sei  er  zu  einem  Kollegen  geflüchtet  und  habe 

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dort  übernachtet. Auf Anraten  seines Anwaltes  und  seines  (…) habe er 
eine  "clearance"  beantragt  und  D._______  in  Richtung  Colombo 
verlassen, wo er am 17. Juli 2008 angekommen sei. Sein dort wohnhafter 
(…) habe ihm dann einen Schlepper organisiert.

Zur  Untermauerung  seiner  Vorbringen  reichte  der  Beschwerdeführer 
anlässlich  der  Befragung  zur  Person  nebst  seiner  Identitätskarte  einen 
Polizeirapport  vom  (…),  gemäss  welchem  er  geschlagen  und  beraubt 
worden  sei,  eine  ärztliche  Diagnosebescheinigung  betreffend  die  von 
seiner Mutter anlässlich desselben Vorfalls erlittenen Schläge und einen 
Untersuchungsbericht  betreffend  den  Tod  seines  (…)  samt  englischer 
Übersetzung und zwei Zeitungsberichten , wonach dieser von den LTTE 
erschossen  worden  sei,  als  Beweismittel  ein.  Anlässlich  der  Anhörung 
vom 13. August 2009 gab er zudem ein Bestätigungsschreiben seines sri­
lankischen Anwaltes vom 10. November 2008 zu den Akten. 

C. 
Mit Verfügung vom 28. August 2009 – das Datum der Eröffnung geht aus 
den  Akten  nicht  hervor  –  stellte  das  BFM  fest,  der  Beschwerdeführer 
erfülle  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht,  lehnte  das  Asylgesuch  ab  und 
ordnete die Wegweisung aus der Schweiz und den Vollzug an.

Auf  die entsprechende Begründung wird,  soweit  entscheidwesentlich,  in 
den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

D. 
Mit  Rechtsmitteleingabe  vom  28. September  2009  reichte  der 
Beschwerdeführer  durch  seinen  damaligen  Rechtsvertreter  beim 
Bundesverwaltungsgericht  gegen  diese  Verfügung  Beschwerde  ein.  In 
materieller  Hinsicht  beantragte  er  –  unter  Kosten­  und 
Entschädigungsfolge  zu  Lasten  der  Vorinstanz  –  die  vollumfängliche 
Aufhebung  der  angefochtenen  Verfügung,  die  Feststellung  der 
Flüchtlingseigenschaft  und  die  Gewährung  von  Asyl,  eventualiter  die 
Feststellung der Unzulässigkeit  oder zumindest der Unzumutbarkeit  des 
Wegweisungsvollzuges unter Anordnung der vorläufigen Aufnahme.

In prozessualer Hinsicht beantragte er die Bewilligung der unentgeltlichen 
Prozessführung  und  den  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines 
Kostenvorschusses.  Des  Weiteren  ersuchte  der  Rechtsvertreter  um 
ergänzende  Akteneinsicht  in  die  vom  Beschwerdeführer  anlässlich  der 
Befragung  vom 18. September  2008 und der Anhörung  vom 13. August 

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2009  eingereichten  Beweismittel  und  die  Möglichkeit,  anschliessend 
Stellung nehmen zu können. 

In der Beilage  fanden sich die auf  der Website der NZZ  (Neue Zürcher 
Zeitung)  abgerufenen  Berichte  ("Journalist  in  Sri  Lanka  zu  20  Jahren 
Gefängnis verurteilt" vom 3. September 2009, "Aus Falken werden in Sri 
Lanka keine Friedenstauben" vom 22. Mai 2009 und "Von Solferino nach 
Sri Lanka" vom 23. Mai 2009). 

E. 
Mit Zwischenverfügung vom 2. Oktober 2009 teilte der Instruktionsrichter 
dem  Beschwerdeführer  mit,  er  dürfe  den  Ausgang  des 
Rechtsmittelverfahrens  in  der Schweiz  abwarten,  hiess  das Gesuch  um 
Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  unter  dem  Vorbehalt  der 
Nachreichung  einer  Fürsorgebestätigung  gut  und  verzichtete  auf  die 
Erhebung  eines  Kostenvorschusses.  Gleichzeitig  hiess  er  das  Gesuch 
um ergänzende Akteneinsicht gut und stellte dem Beschwerdeführer die 
einverlangten  Dokumente  mit  der  Möglichkeit  zur  Stellungnahme  innert 
angesetzter Frist in Kopie zu.

F. 
Am  19. Oktober  2009  reichte  der  Beschwerdeführer  fristgerecht  seine 
Stellungnahme  zu  den  vom  Gericht  zugestellten  Dokumenten  ein  und 
stellte das Nachreichen einer Fürsorgebestätigung in Aussicht.

G. 
Am  23. Oktober  2009  reichte  der  Beschwerdeführer  dem  Gericht  per 
Telefax eine Fürsorgebestätigung der ORS Service AG gleichen Datums 
ein.

H. 
Mit  Schreiben  vom  3. November  2009  gelangte  der  dem  Kanton 
E._______ zugewiesene Beschwerdeführer an den Migrationsdienst des 
Kantons  F._______  und  ersuchte  um  Gutheissung  eines 
Kantonswechsels,  da  er  vor  einem  Monat  G._______  geheiratet  habe, 
welche im Kanton F._______ wohne. In der Beilage fand sich eine Kopie 
des Familienbüchleins, welches die Hochzeit  der Genannten am  (…)  in 
H._______ (Kanton F._______) ausweist.

Mit Schreiben vom 9. November 2009 überwies der Migrationsdienst des 
Kantons F._______ das Kantonswechselgesuch zuständigkeitshalber an 

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das BFM und wies  darauf  hin,  dass  von  seiner Seite  nichts  gegen  den 
Wechsel einzuwenden sei.

In  der  Folge  teilte  das BFM  dem Beschwerdeführer mit  Schreiben  vom 
10. Dezember  2009  mit,  er  habe  aufgrund  seiner  Heirat  mit  einer 
Jahresaufenthalterin gestützt auf Art. 43 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 
16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  (AuG, 
SR 142.20)  grundsätzlich  einen  Anspruch  auf  Erteilung  einer 
Aufenthaltsbewilligung,  und  ein  Kantonswechsel  könne  daher  nicht 
verfügt werden.

I. 
Mit  Verfügung  vom  8. Januar  2010  ersuchte  der  Instruktionsrichter  den 
Beschwerdeführer  um  Mitteilung,  ob  er  eine  Aufenthaltsbewilligung 
erhalten  oder  ein Gesuch  um Erteilung  einer  solchen  eingereicht  habe. 
Gleichzeitig  wurde  er  darum  ersucht,  dem  Gericht  innert  gleicher  Frist 
mitzuteilen,  ob  er  an  seiner  Beschwerde  festhalten  wolle  oder  diese 
zurückzuziehen gedenke.

J. 
Mit  Schreiben  vom  14. Januar  2010  gelangte  der  Migrationsdienst  des 
Kantons F._______ an das BFM und hielt bezüglich dessen Schreibens 
vom  10. Dezember  2009  fest,  die  Ehefrau  des  Beschwerdeführers  sei 
lediglich im Besitze einer im Rahmen des Familiennachzuges des Vaters 
erteilten  Aufenthaltsbewilligung  B,  womit  gemäss  Art. 14  Abs. 1  des 
Asylgesetzes  vom 26. Juni  1998  (AsylG,  SR 142.31)  kein Anspruch  auf 
Erteilung  einer  Aufenthaltsbewilligung  bestehe.  Das 
Kantonswechselgesuch  werde  aus  Gründen  der  Zuständigkeit  deshalb 
erneut an das BFM zur Beurteilung überwiesen.

K. 
Am  25. Januar  2010  ersuchte  der  Rechtsvertreter  des 
Beschwerdeführers  den  Instruktionsrichter  Bezug  nehmend  auf  die 
Verfügung vom 8. Januar 2010 um Fristerstreckung, welcher die Frist  in 
teilweiser  Gutheissung  des  Gesuchs  bis  zum  11. Februar  2010 
verlängerte.

L. 
Mit Schreiben vom 28. Januar 2010 setzte das BFM den Migrationsdienst 
des  Kantons  F._______  darüber  in  Kenntnis,  der  Beschwerdeführer 

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werde aufgrund  seiner Heirat mit  der  im Kanton F._______ wohnhaften 
Kasmini Vasanth diesem Kanton zugeteilt.

M. 
Mit  Eingabe  vom  11. Februar  2010  teilte  der  Rechtsvertreter  des 
Beschwerdeführers  dem  Gericht  mit,  der  Prozess  der  Erteilung  einer 
Aufenthaltsbewilligung sei noch im Gange, und offenbar sei erst jetzt die 
Zuständigkeit des neuen Wohnsitzkantons F._______ begründet worden. 
Es sei in nächster Zeit mit dem Abschluss dieses Verfahrens zu rechnen, 
und er werde das Gericht hierüber  in Kenntnis  setzen beziehungsweise 
ihm  dann  einen  allfälligen  Rückzug  der  Beschwerde  voraussichtlich 
mitteilen können.

N. 
Mit Schreiben vom 7. Juni 2011 klärte der Migrationsdienst des Kantons 
F._______  den  Beschwerdeführer  und  seine  Ehefrau  in  Bezug  auf  das 
von  ihnen  gestellte Gesuch  um Familiennachzug  vom  (…)  darüber  auf, 
dass auf dieses in einem formellen Verfahren gestützt auf Art. 14 Abs. 1 
AsylG  nicht  eingetreten  werden  könne,  da  das  Asylgesuch  des 
Beschwerdeführers noch nicht rechtskräftig entschieden sei und gemäss 
Art. 44  AuG  kein  Anspruch  auf  Erteilung  einer  Aufenthaltsbewilligung 
bestehe.  Es  stehe  ihnen  aber  frei,  bis  zum  8. Juli  2011  eine 
beschwerdefähige Verfügung zu verlangen.

O. 
Am 25. August 2011 wandte sich der Beschwerdeführer an das Gericht, 
schilderte  seine  schwierige  arbeitsrechtliche  Situation  und  ersuchte 
sinngemäss um beschleunigte Behandlung seines Asylverfahrens.

P. 
Mit  Verfügung  vom  27. September  2011  erwog  der  Instruktionsrichter, 
das BFM habe  bisher  keine Gelegenheit  erhalten,  zur Beschwerde  und 
zum  Umstand  der  Heirat  des  Beschwerdeführers  mit  einer 
Jahresaufenthalterin  Stellung  zu  nehmen.  Er  lud  das  Bundesamt  ein, 
innert angesetzter Frist eine Vernehmlassung einzureichen. 

Q. 
In  seiner  Vernehmlassung  vom  6. Oktober  2011  führte  die  Vorinstanz 
aus,  der  Beschwerdeführer  habe  angegeben,  vom  (…)  bis  (…)  in 
Colombo gelebt zu haben. Gemäss dem durch das Strassenverkehrsamt 
des Kantons E._______ eingezogenen sri­lankischen Führerausweis, der 

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seit  dem  5. Januar  2010  den  Akten  des  BFM  beiliege,  habe  der 
Beschwerdeführer aber an einer Adresse in Colombo gelebt. Abgesehen 
davon, dass nicht davon auszugehen sei, der Beschwerdeführer hätte in 
Colombo  den  Führerschein  gemacht  und  sich  dort  angemeldet,  falls  er 
tatsächlich  nur  eine Woche  dort  gewesen  wäre,  sei  der  Führerausweis 
am  (…)  ausgestellt  worden,  also  zu  einem  Zeitpunkt,  als  er  gemäss 
eigenen  Angaben  noch  in  D._______  gelebt  haben  wolle.  Die 
Geschehnisse,  welche  zur  Flucht  geführt  hätten,  sollen  im  (…) 
vorgefallen sein. Gemäss den Angaben auf dem Führerausweis habe der 
Beschwerdeführer zu diesem Zeitpunkt aber bereits in Colombo gelebt.

Was  die  Heirat  des  Beschwerdeführers  mit  einer  sri­lankischen 
Staatsangehörigen  mit  Schweizer  Aufenthaltsbewilligung  B  nach  dem 
erstinstanzlichen negativen Entscheid betreffe, so setze die Berufung auf 
die Bestimmung von Art. 8 der Konvention vom 4. November 1950 zum 
Schutze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK,  SR 0.101) 
gemäss  Rechtsprechung  des  Bundesgerichts  voraus,  dass  ein 
Familienmitglied in der Schweiz ein gefestigtes Anwesenheitsrecht habe, 
also  entweder  die  schweizerische  Staatsangehörigkeit,  die 
Niederlassungsbewilligung  oder  eine  Aufenthaltsbewilligung,  auf  deren 
Verlängerung  ein  Anspruch  bestehe,  besitze.  Diese Bedingungen  seien 
vorliegend nicht erfüllt, da die Ehefrau des Beschwerdeführers über kein 
gefestigtes  Anwesenheitsrecht  in  der  Schweiz  im  Sinne  der 
bundesgerichtlichen  Rechtsprechung  verfüge.  Die  Heirat  des 
Beschwerdeführers  mit  einer  Jahresaufenthalterin  rechtfertige  daher 
keine Anpassung ihres Entscheides. 

R. 
Mit vorab per Telefax zugestelltem Schreiben vom 11. Oktober 2011 teilte 
der  bisherige  Rechtsvertreter  dem  Gericht  mit,  der  Beschwerdeführer 
wünsche  keine  weitere  Vertretung  durch  ihn,  und  legte  damit 
(sinngemäss) das Mandat nieder.

S. 
Mit  Verfügung  vom  18. Oktober  2011  bot  der  Instruktionsrichter  dem 
Beschwerdeführer  die  Gelegenheit,  bis  zum  2. November  2011  im 
Rahmen einer Replik zur Vernehmlassung des BFM Stellung zu nehmen.

T. 
Mit Eingabe vom 1. November 2011 teilte der neue Rechtsvertreter dem 
Gericht  die  Mandatsübernahme mit  und  setzte  es  darüber  in  Kenntnis, 

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der Beschwerdeführer  sei  seit  (…)  finanziell  selbständig. Seine Ehefrau 
arbeite  mit  einem  Pensum  von  (…)  als  (…)  bei  der  I._______.  In  der 
Beilage fanden sich der gemeinsame Mietvertrag, die Mutationsmeldung 
betreffend  die  Sozialhilfe  des  Beschwerdeführers  sowie  der 
Arbeitsvertrag und eine Lohnabrechnung der Ehefrau.

Zur  Auffassung  des  BFM, wonach  sich  der  Beschwerdeführer  nicht  auf 
Art. 8  der  Konvention  vom  4. November  1950  zum  Schutze  der 
Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) berufen könne, 
da  seine Ehefrau  über  kein  gefestigtes  Aufenthaltsrecht  in  der  Schweiz 
verfüge,  hielt  er  fest,  diese  sei  falsch,  da  der  EGMR  (Europäische 
Gerichtshof für Menschenrechte) die bundesgerichtliche Rechtsprechung 
zum gefestigten Aufenthaltsrecht nie übernommen habe. Dieser habe mit 
Urteil  vom  29. Juli  2010  in  der  Angelegenheit  Agraw  c.  Suisse  (App. 
3295/06)  entschieden,  dass  sich  auch  abgewiesene  Asylbewerber  auf 
Art. 8  EMRK  berufen  könnten.  Das  angeblich  fehlende  gefestigte 
Aufenthaltsrecht der Ehefrau des Beschwerdeführers führe deshalb nicht 
zur Nichtanwendbarkeit der Konvention. G._______ sei im Rahmen eines 
Familiennachzuges in die Schweiz gekommen. Ihre (…) und (…) wohnten 
in  der  Schweiz.  Sie  sei  beruflich  und  sozial  vollkommen  integriert.  Die 
Ausreise  nach  Sri  Lanka  sei  ihr  nicht  zumutbar.  Werde  ihr  Ehemann 
ausgewiesen,  verletze  dies  den  konventionsrechtlich  geschützten 
Anspruch auf Familienleben (Art. 8 EMRK). Praxisgemäss habe nicht das 
Bundesverwaltungsgericht,  sondern  der  Kanton  im  Rahmen  eines 
Nachzugsgesuches  über  den  Anspruch  auf  Familienleben  zu 
entscheiden.  Gemäss  beigelegtem  Schreiben  vom  7. Juni  2011  stelle 
sich  aber  das  Migrationsamt  F._______  auf  den  Standpunkt,  in 
Anwendung  von  Art. 14  Abs. 1  AsylG  kein  Nachzugsverfahren 
durchführen  zu  können.  Somit  werde  hier  eine  Wegweisung 
ausgesprochen,  ohne  dass  eine  Behörde  den  Anspruch  seines 
Mandanten auf Familienleben geprüft und die verlangte Güterabwägung 
nach  Art. 8  Abs. 2  EMRK  durchgeführt  habe.  Das 
Bundesverwaltungsgericht müsse bei dieser Sachlage gestützt auf Art. 44 
Abs. 1 AsylG (Grundsatz der Einheit der Familie) und Art. 83 Abs. 1 AuG 
(Unzulässigkeit der Wegweisung infolge Verstosses gegen Art. 8 EMRK) 
den Beschwerdeführer  in der Schweiz vorläufig aufnehmen. Eventualiter 
sei  lediglich  die  verfügte  Wegweisung  aufzuheben  und  der  Fall  dem 
Kanton  F._______  zur  Durchführung  des  Nachzugsverfahrens  zu 
überweisen.

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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 

1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021).  Das  BFM 
gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz 
des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende 
Ausnahme  im  Sinne  von  Art. 32  VGG  liegt  nicht  vor.  Das 
Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der 
vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls 
endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des 
Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht 
(Art. 105  AsylG;  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2. Das  Verfahren  richtet  sich  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem 
BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 
AsylG).

1.3.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Der  Be­
schwerdeführer  hat  am Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilgenommen,  ist 
durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein 
schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung.  Er  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert 
(Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 
Abs. 1 und Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2. 
Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3. 

3.1.  Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich  Asyl.  Flüchtlinge  sind  Personen,  die  in  ihrem Heimatstaat 
oder  im Land,  in dem sie zuletzt wohnten, wegen  ihrer Rasse, Religion, 
Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder 
wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt 

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sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu 
werden. Als  ernsthafte Nachteile  gelten  namentlich  die Gefährdung  des 
Leibes,  des  Lebens  oder  der  Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen 
unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG).

3.2.  Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft 
nachweisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft 
gemacht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender 
Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere 
Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich 
widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich 
auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden  (Art. 7 
AsylG).

4. 

4.1.  Die  Vorinstanz  führte  zur  Begründung  ihres  ablehnenden 
Entscheides  aus,  gemäss  dem Subsidiaritätsprinzip  seien Personen mit 
einer  innerstaatlichen  Fluchtalternative  nicht  auf  den  Schutz  eines 
Drittstaates  angewiesen.  Der  Beschwerdeführer  mache  lediglich 
Nachteile  geltend,  welche  sich  aus  lokal  oder  regional  beschränkten 
Verfolgungsmassnahmen  ableiteten.  Da  er  sich  diesen  durch  einen 
Wegzug  in einen anderen Teil  des Heimatlandes, beispielsweise  in den 
Süden des Landes nach Colombo, entziehen könne, sei er nicht auf den 
Schutz  der  Schweiz  angewiesen.  An  diesen  Erwägungen  würden  auch 
die eingereichten Dokumente nichts zu ändern vermögen. Die Vorbringen 
des  Beschwerdeführers  würden  damit  den  Anforderungen  an  die 
Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht standhalten, weshalb es 
sich  erübrige,  auf  allfällige  Ungereimtheiten  in  den  Vorbringen 
einzugehen.

Ein  Wegweisungsvollzug  in  den  Norden  Sri  Lankas  sei  dem 
Beschwerdeführer  zur Zeit  zwar  nicht  zumutbar,  aber  er  könne gestützt 
auf die mit seiner Staatsangehörigkeit verbundene Niederlassungsfreiheit 
in  einem  anderen  Teil  seines  Heimatlandes  –  beispielsweise  im 
Grossraum Colombo – Wohnsitz nehmen.  Insgesamt bestehe  im Süden 
und Westen des Landes keine Situation allgemeiner Gewalt im Sinne von 
Art. 83 Abs. 4 AuG, weshalb  der  Vollzug  der Wegweisung  unter  diesen 
Umständen  nicht  generell  als  unzumutbar  zu  bezeichnen  sei.  Im 
vorliegenden Fall würden zudem individuelle Gründe für die Zumutbarkeit 
einer Wohnsitznahme  in  Colombo  sprechen.  Der  Beschwerdeführer  sei 

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Seite 11

jung und soweit aktenkundig gesund, verfüge über eine ausgezeichnete 
Schulbildung und habe darüber hinaus auch Erfahrung  im Erwerbsleben 
([…]). Zudem verfüge er mit  seinem  (…), der bereits  seit  (…) Jahren  in 
Colombo  lebe  und  arbeite,  über  ein  ausreichend  tragfähiges  soziales 
Beziehungsnetz.  Der  Wegweisungsvollzug  sei  damit  zumutbar  und 
zudem zulässig und möglich.

4.2. In der Beschwerde hält der Beschwerdeführer der Argumentation der 
Vorinstanz  entgegen,  diese  behaupte  nicht,  die  LTTE  hätten  heute 
überhaupt  keine  Macht  mehr,  um  auf  den  als  Verräter  geltenden 
Beschwerdeführer  zuzugreifen.  Die  jüngsten  Ereignisse  könnten  mit 
einem  momentanen  Sieg  der  Regierung  über  die  LTTE  beschrieben 
werden.  Die  Befreiungstiger  seien  in  den  Untergrund  gedrängt  worden, 
würden aber mit Sicherheit nicht aufgeben, sondern sich auf Guerillataktik 
und terroristische Methoden besinnen, die sie schon in der Vergangenheit 
erfolgreich angewandt hätten. Dies habe zur Folge, dass die Regierung 
heute mit resoluter Wachsamkeit ein Wiederaufflammen des Kampfes der 
LTTE  und  ähnlicher  Organisationen  präventiv  bekämpfe.  Zwar  sei  der 
Beschwerdeführer  bisher  der  Armee  beziehungsweise  den  Behörden 
gegenüber  nicht  negativ,  sondern  vielmehr  als  Opfer  der  LTTE 
aufgefallen. Allerdings  habe er  das Land  verlassen,  als  der Bürgerkrieg 
getobt  habe,  und  er  habe  sich  als  Tamile  längere  Zeit  in  der  Schweiz 
aufgehalten.  Dies  werde  bei  einer  Rückführung  offensichtlich  werden. 
Dass die LTTE in der Schweiz über eine starke Basis verfügten, sei kein 
Geheimnis.  Ein  namhafter  Teil  der  finanziellen Mittel  der  LTTE  sei  aus 
der  Schweiz  nach  Sri  Lanka  geflossen.  Da  nun  die  Regierung  ihre 
Überwachung  intensiviert  habe,  sei  bei  einer  Rückkehr  nach  Sri  Lanka 
mit  sehr  genauer  Kontrolle  einreisender  Tamilen  zu  rechnen.  Dabei 
dürften die Einreisenden einem Verhör unterzogen werden, um Näheres 
über  die  Organisation  der  Tamilen  in  der  Schweiz  in  Erfahrung  zu 
bringen. Dass dabei die Menschenrechte  verletzt würden,  sei  notorisch, 
das Risiko für Folter sei enorm gross. Dass Informationen über Übergriffe 
der Armee auf Zivilisten  vor  allem auch  von der Schweiz aus  verbreitet 
würden,  erhöhe  das  Risiko  für  tamilische  Rückkehrer  zusätzlich.  Junge 
Tamilen seien einem generellen Folterrisiko ausgesetzt, wenn sie heute 
nach längerem Aufenthalt in der Schweiz zwangsweise zurückgeführt und 
den sri­lankischen Behörden überstellt würden.

4.3. 

E­6137/2009

Seite 12

4.3.1.  Im  Zusammenhang  mit  der  vom  Beschwerdeführer  geltend 
gemachten Gefährdung durch die LTTE gilt es – zunächst ungeachtet der 
Frage  der  Glaubhaftigkeit  dieser  Vorbringen  –  im  heutigen, 
entscheidwesentlichen  Zeitpunkt  Folgendes  festzuhalten:  Die  aktuelle 
Situation  in Sri Lanka hat sich seit der Ausreise des Beschwerdeführers 
entscheidend verändert. Der Krieg zwischen der sri­lankischen Regierung 
und  den  LTTE  ist  im  Mai  2009  mit  der  Niederlage  der  LTTE  zu  Ende 
gegangen.  Es  ist  somit  davon  auszugehen,  dass  im  heutigen  Zeitpunkt 
von diesen keine Verfolgungshandlungen mehr ausgehen und die LTTE 
respektive  deren  Führungsverantwortliche  nicht  mehr  als  Verfolger  in 
Erscheinung  treten  können.  Eine  beachtliche  Wahrscheinlichkeit,  dass 
der Beschwerdeführer im aktuellen Zeitpunkt oder in absehbarer Zukunft 
seitens  der  LTTE  ernsthafte  Nachteile  im  Sinn  von  Art.  3  AsylG  zu 
befürchten  hätte,  besteht  demnach  nicht  (siehe  zum  Ganzen  das  zur 
Publikation  vorgesehene  Urteil  BVGE  E­6220/2006  vom  27. Oktober 
2011).

4.3.2. Hinzu  kommt,  dass  erhebliche Zweifel  an  der Glaubhaftigkeit  der 
Vorbringen  des  Beschwerdeführers  in  Bezug  auf  das  fluchtauslösende 
Ereignis  vom  (…)  bestehen.  So  konnte  er  weder  auf  nachvollziehbare 
Weise  schildern,  wie  er  sich  aus  der  wohl  ausweglosen  Situation,  mit 
einem geladenen Gewehr an der Schläfe  kniend, gegen zwei Personen 
durchsetzen und fliehen konnte (Akten BFM A 17/18 F51 und F96), noch 
vermochte  er  diese  beiden  auch  nur  annähernd  detailliert  beschreiben 
(A 17/18  F  84­86).  Des  Weiteren  schilderte  er  den  Ablauf  gar 
widersprüchlich,  indem  er  einerseits  aussagte,  sie  (die  beiden 
Motorradfahrer)  hätten  ihn  in  den  (…)  gezerrt,  anderseits  aber  auf  die 
Frage,  wie  er  denn  der  zweiten  Person  habe  entkommen  können, 
antwortete,  diese habe mit  dem Motorrad auf  der Strasse gewartet  und 
nur  eine Person  habe  ihn  zum  (…)  gebracht  (A  2/8 S. 4,  A  17/18  F51, 
F96  und  F98).  Für  die  sich  im  Zusammenhang  mit  dem  vom 
Strassenverkehrsamt  des  Kantons  E._______  eingezogenen  sri­
lankischen  Führerausweis  ergebenden  örtlichen  und  zeitlichen 
Ungereimtheiten kann auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz in 
der Vernehmlassung vom 6. Oktober 2011 verwiesen werden.

4.3.3. Nach dem Gesagten kann zusammenfassend  festgestellt werden, 
dass der Beschwerdeführer sein Asylgesuch mit der Verfolgung durch die 
LTTE  begründete,  von  diesen  im  heutigen  Zeitpunkt  jedoch  aufgrund 
ihrer Zerschlagung  keine Verfolgungshandlungen mehr ausgehen. Auch 
wenn die vorgebrachte und mittels Dokumenten belegte Tötung des (…) 

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des  Beschwerdeführers  durch  die  LTTE  vom  Gericht  nicht  in  Zweifel 
gezogen  wird,  so  lässt  sich  daraus  für  den  Beschwerdeführer  bereits 
aufgrund der zwischenzeitlich veränderten Situation im Heimatland keine 
zukünftige  asylrelevante  Verfolgung  ableiten.  Was  die  weiteren 
Vorbringen  des  Beschwerdeführers,  insbesondere  diejenigen  zum 
fluchtauslösenden Ereignis vom (…), betrifft, so ist festzuhalten, dass sie 
– wie unter Erwägung 4.3.2. vorstehend ausgeführt – den Anforderungen 
an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG zudem nicht standhalten.

4.3.4.  In  der  Beschwerde  wird  des  Weiteren  geltend  gemacht,  der 
Beschwerdeführer  habe  bei  einer  Rückkehr  begründete  Furcht  vor 
zukünftiger  Verfolgung  durch  die  sri­lankischen Behörden, weil  er  seine 
Heimat während des Bürgerkrieges verlassen habe und sich als Tamile 
nun über längere Zeit in der Schweiz, wo die LTTE über eine starke Basis 
verfügten, aufgehalten habe.

Im  Urteil  BVGE  E­6220/2006  vom  27. Oktober  2011  wird  in  Bezug  auf 
diese  Fragestellung  unter  Erwägung  8.4.  ausgeführt,  nach  Ansicht  des 
Gerichts  könne nicht  generell  angenommen werden,  dass abgewiesene 
tamilische  Asylsuchende  aus  der  Schweiz  bei  der  Rückkehr  nach  Sri 
Lanka  alleine  aus  diesem  Grunde  in  einen  behördlichen  Verdacht 
gerieten,  während  ihres  dortigen  Aufenthaltes  Kontakte  mit  führenden 
LTTE­Kadern  unterhalten  zu  haben.  Dies  schliesse  indessen  nicht  aus, 
dass  abgewiesenen  tamilischen  Asylsuchenden  im  Einzelfall  nahe 
Kontakte zu LTTE­Kadern unterstellt werden könnten, was eine konkrete 
Gefährdung  bedeuten  könne.  Die  Einschätzung  einer  diesbezüglich 
gearteten  Gefahr  könne  nicht  generell  vorgenommen  werden,  sondern 
hänge  von  den  individuellen  Gegebenheiten  ab;  dieser  Aspekt  müsse 
somit  fallweise  geprüft werden.  Je  näher  die  betreffende Person  in  das 
Umfeld einer Risikogruppe gerate, desto höher müsse die entsprechende 
Gefahr  eingeschätzt  werden,  seitens  der  sri­lankischen  Behörden  der 
Entfaltung  missliebiger  politischer  Kontakte  respektive  Tätigkeiten 
bezichtigt  und  in  der  Folge  in  asylbeachtlichem  Ausmass  verfolgt  zu 
werden.

Aufgrund der Vorgeschichte des Beschwerdeführers – geltend gemachte 
Verfolgung  durch  die  LTTE  und  Tötung  des  (…)  durch  dieselben – 
bestehen  im  vorliegenden  Fall  keine  Anhaltspunkte  dafür,  die  sri­
lankischen  Behörden  könnten  ihn  bei  einer  Rückkehr  missliebiger 
politischer  Kontakte  respektive  Tätigkeiten  bezichtigen,  weshalb  auch 

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Seite 14

diesbezüglich  keine  begründete  Furcht  vor  zukünftiger  Verfolgung  im 
Heimatsstaat auszumachen ist.

4.3.5.  Damit  hat  das  BFM  das  Asylgesuch  im  Ergebnis  zu  Recht 
abgewiesen. 

5. 

5.1. Lehnt  das Bundesamt  das Asylgesuch  ab  oder  tritt  es  darauf  nicht 
ein,  so  verfügt  es  in  der  Regel  die Wegweisung  aus  der  Schweiz  und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit 
der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

5.2.  Der  Beschwerdeführer  beruft  sich  auf  den  Anspruch  auf 
Familieneinheit  und  macht  dabei  geltend,  seit  dem  (…)  mit  einer 
srilankischen  Staatsangehörigen,  welche  in  der  Schweiz  über  eine 
Aufenthaltsbewilligung B verfüge, verheiratet zu sein.

5.3. Gemäss Art. 44 Abs. 1 AsylG hat das BFM bei der Anordnung des 
Vollzugs  der  Wegweisung  den  Grundsatz  der  Einheit  der  Familie  zu 
beachten. Die Bestimmung von Art. 44 Abs. 1 AsylG geht, wie bereits in 
Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen 
Asylrekurskommission (EMARK) 1995 Nr. 24 festgestellt wurde, über die 
Tragweite  von  Art. 8  EMRK  hinaus  und  beinhaltet,  dass  die  vorläufige 
Aufnahme des einen Familienmitglieds in der Regel auch zur vorläufigen 
Aufnahme  dessen  Familie  führt  (hierzu  EMARK  1998  Nr. 31  E. 8c, 
EMARK 1995 Nr. 24 E. 9, die sich hierfür freilich noch auf Art. 17 Abs. 1 
AsylG in der Fassung gemäss Ziff. I des BB vom 22. Juni 1990 über das 
Asylverfahren           [AS 1990 938], welcher  inhaltlich  indessen Art. 44 
Abs. 1  AsylG  entspricht,  beziehen).  In  personeller  Hinsicht  umfasst  der 
Begriff der Familie dabei den Ehepartner und die minderjährigen Kinder, 
wobei  der  in  dauerhafter  eheähnlicher  Gemeinschaft  lebende  Partner 
dem Ehepartner gleichzustellen ist (EMARK 1995 Nr. 24 E. 7). Bezüglich 
des  geltend  gemachten  Anspruchs  auf  Einheit  der  Familie  ist 
festzustellen,  dass  ein  solcher  auf  Art. 44  Abs. 1  2. Halbsatz  AsylG 
basierender  Anspruch  besteht,  solange  das  Verfahren  des  Ehegatten 
respektive  des  in  eheähnlicher  Gemeinschaft  lebenden  Partners  nicht 
abgeschlossen  ist  beziehungsweise  dieser  über  ein  mit  dem 
Asylverfahren  im  Zusammenhang  stehendes  Anwesenheitsrecht  verfügt 

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(EMARK 1995 Nr. 24 E. 11b, EMARK 1998   Nr. 31, EMARK 1999 Nr. 1, 
EMARK 2002 Nr. 7).

Aktuell  verfügt  die  Ehegattin  des  Beschwerdeführers  über  eine  B­
Bewilligung  und  nicht  über  ein  aus  dem  Asylrecht  abgeleitetes 
Anwesenheitsrecht,  weshalb  sich  der  Beschwerdeführer  nicht  auf  den 
Grundsatz der Einheit der Familie gemäss Art. 44 Abs. 1 AsylG berufen 
kann. 

5.4.  Stellt  sich  die  Frage,  ob  eine  asylsuchende  Person  während 
hängigem Asylverfahren ein fremdenpolizeiliches Verfahren um Erteilung 
einer Aufenthaltsbewilligung einleiten darf, so ist zunächst vorfrageweise 
zu  prüfen,  ob  sich  die  betroffene  Person  grundsätzlich  auf  einen 
Anspruch im Sinne von Art. 14 Abs. 1 AsylG berufen kann. Dabei ist die 
ausländerrechtliche  Gesetzgebung  und  die  bundesgerichtliche 
Rechtsprechung  zu  Art.  8  EMRK  massgeblich.  Ist  ein  grundsätzlicher 
Anspruch auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung zu bejahen,  fällt  die 
konkrete Beurteilung des geltend gemachten Anspruchs und damit auch 
der  Entscheid  über  die  Wegweisung  in  die  Zuständigkeit  der 
fremdenpolizeilichen Behörden.

5.5.  Den  Akten  ist  zu  entnehmen,  dass  die  Ehefrau  des 
Beschwerdeführers  am  (…)  beim  Migrationsdienst  des  Kantons 
F._______  ein  Gesuch  um  Familiennachzug  betreffend  ihren  Ehemann 
eingereicht  hat.  Dieses  wurde  mit  Schreiben  vom  (…)  dahingehend 
beantwortet,  als  ein  Verfahren  um  Erteilung  einer  ausländerrechtlichen 
Aufenthaltsbewilligung  gestützt  auf  Art. 14  Abs. 1  AsylG  nur  eingeleitet 
werden könne, wenn ein Anspruch auf Erteilung einer  solchen bestehe. 
Gemäss Art. 44 AuG könne ausländischen Ehegatten von Personen mit 
Aufenthaltsbewilligung  eine  Aufenthaltsbewilligung  erteilt  werden,  wenn 
sie  mit  diesen  zusammenwohnten,  eine  bedarfsgerechte  Wohnung 
vorhanden  sei  und  sie  nicht  auf  Sozialhilfe  angewiesen  seien.  Ein 
Anspruch auf deren Erteilung bestehe aber nicht. Auf das Gesuch müsste 
daher  in  einem  formellen  Verfahren  nicht  eingetreten  werden.  Aus 
prozessökonomischen  Gründen  werde  auf  den  Erlass  einer 
beschwerdefähigen  Verfügung  verzichtet,  jedoch  stehe  es  den 
Gesuchstellern frei, eine solche zu verlangen.

Anhaltspunkte  dafür,  dass  der  Beschwerdeführer  in  dieser  Sache  ein 
Rechtsmittel  ergriffen  hat,  bestehen  aufgrund  der  aktuellen  Aktenlage 
keine.

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Seite 16

5.6.  Auch  wenn  das  Schreiben  des  Migrationsdienstes  des  Kantons 
F._______  nicht  als  Verfügung  zu  qualifizieren  ist,  wird  darin  doch  klar 
zum Ausdruck gebracht, dass nach seiner Auffassung kein Anspruch auf 
Erteilung  einer  Aufenthaltsbewilligung  bestehe  und  einer  materiellen 
Behandlung  des  Gesuches  daher  Art. 14  Abs. 1  AsylG  entgegenstehe. 
Da sich das Migrationsamt als zuständige Behörde  im Bereich Erteilung 
einer  Aufenthaltsbewilligung  bereits  mit  der  Sache  befasst  und  einen 
entsprechenden  grundsätzlichen  Anspruch  definitiv  verneint  hat,  bleibt 
vorliegend  kein  Raum  für  das  Bundesverwaltungsgericht,  diese  Frage 
vorfrageweise zu prüfen.

5.7. Da sich die ursprüngliche asylrechtliche Anordnung der Wegweisung 
durch  das  BFM mit  derjenigen  der  fremdenpolizeilichen  Behörden  vom 
Ergebnis her deckt, besteht bei dieser Konstellation auch kein Grund, die 
asylrechtlich  angeordnete  Wegweisung  aufzuheben  (zum  Ganzen 
EMARK 2001 Nr. 21). 

5.8.  Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  Anordnung  der 
(asylrechtlichen) Wegweisung zu bestätigen ist.

Dem  Beschwerdeführer  bleibt  es  indes  unbenommen,  sich  nach 
Abschluss  des  Asylverfahrens  bei  der  zuständigen  kantonalen  Behörde 
erneut um die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung zu bemühen. 

6. 
Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht 
möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den 
gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von 
Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG).

Bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen  gilt 
gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  der 
vormaligen  ARK  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte 
Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. 
WALTER  STÖCKLI,  Asyl,  in:  Uebersax/Rudin/Hugi  Yar/Geiser  [Hrsg.], 
Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148).

6.1. 

6.1.1.  Der  Vollzug  ist  nicht  zulässig,  wenn  völkerrechtliche 
Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des 

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Ausländers  in  den  Heimat­,  Herkunfts­  oder  einen  Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG).

So  darf  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen  werden,  in  dem  ihr  Leib,  ihr  Leben  oder  ihre  Freiheit  aus 
einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie 
Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 
(Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom 
28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]).

Gemäss  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  Art. 3  des 
Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere 
grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand der Folter 
oder  unmenschlicher  oder  erniedrigender  Strafe  oder  Behandlung 
unterworfen werden. 

6.1.2. Die  Vorinstanz  wies  in  ihrer  angefochtenen  Verfügung  zutreffend 
darauf hin, dass das Prinzip des  flüchtlingsrechtlichen Non­Refoulement 
nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem 
Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich  erhebliche 
Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der  in Art. 5 
AsylG  verankerte  Grundsatz  der  Nichtrückschiebung  im  vorliegenden 
Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdefüh­
rers  nach  Sri  Lanka  ist  demnach  unter  dem  Aspekt  von  Art. 5  AsylG 
rechtmässig.

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers 
noch  aus  den  Akten  Anhaltspunkte  dafür,  dass  er  für  den  Fall  einer 
Ausschaffung  nach  Sri  Lanka  dort  mit  beachtlicher  Wahrscheinlichkeit 
einer  nach  Art. 3  EMRK  oder  Art. 1  FoK  verbotenen  Strafe  oder 
Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des EGMR sowie jener des 
UN­Anti­Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer  eine konkrete 
Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall 
einer  Rückschiebung  Folter  oder  unmenschliche  Behandlung  drohen 
würde  (vgl.  EGMR  [Grosse  Kammer],  Saadi  gegen  Italien,  Urteil  vom 
28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124 – 127, mit weiteren 
Hinweisen).  Auch  die  allgemeine  Menschenrechtssituation  in  Sri  Lanka 
lässt  den  Wegweisungsvollzug  zum  heutigen  Zeitpunkt  nicht  als 
unzulässig erscheinen.

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6.1.3. Da sich die im ausländerrechtlichen Verfahren zuständige Behörde 
mit  dem  Gesuch  des  Beschwerdeführers  um  Erteilung  einer 
Aufenthaltsbewilligung  befasst  und  dabei  das  Bestehen  eines 
grundsätzlichen Anspruchs verneint hat, haben sich die Asylbehörden bei 
der  Prüfung  der  Zulässigkeit  des  Wegweisungsvollzugs  nicht  mehr  mit 
Art. 8 EMRK zu befassen (EMARK 2001 Nr. 21).

6.1.4. Nach  dem Gesagten  ist  der  Vollzug  der Wegweisung  sowohl  im 
Sinne der asyl­ als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 

6.2. Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 
Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat­ oder Herkunftsstaat auf 
Grund  von  Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner  Gewalt  und 
medizinischer  Notlage  konkret  gefährdet  sind.  Wird  eine  konkrete 
Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter  Vorbehalt  von  Art. 83  Abs. 7  AuG – 
die vorläufige Aufnahme zu gewähren.

6.2.1.  Im  zur  Publikation  vorgesehenen  Urteil  BVGE  E­6220/2006  vom 
27. Oktober  2011  hat  das  Bundesverwaltungsgericht  angesichts  der 
veränderten Lage nach dem Ende des sri­lankischen Bürgerkriegs im Mai 
2009  kürzlich  eine  neue  Beurteilung  der  Situation  und  der 
entsprechenden  Zumutbarkeitskriterien  vorgenommen.  Dabei  ist  es  im 
Wesentlichen  zu  folgender  Einschätzung  gelangt  (a.a.O.,  E. 13.2.1):  Im 
Distrikt  D._______  hat  sich  die  Lage  in  den  vergangenen  zwei  Jahren 
deutlich  gebessert,  und  die  Versorgungslage  ist  entspannt.  Die  Polizei­ 
und  Zivilbehörden  haben  ihre  Funktionen  und  Tätigkeiten  wieder 
aufgenommen  beziehungsweise  von  den  Militärbehörden  übernommen. 
Es herrscht in diesem Distrikt keine Situation allgemeiner Gewalt, und die 
politische  Lage  ist  nicht  dermassen  angespannt,  dass  eine  Rückkehr 
dorthin  als  generell  unzumutbar  eingestuft  werden  müsste.  Angesichts 
der  im  humanitären  und  wirtschaftlichen  Bereich  nach  wie  vor  fragilen 
Lage  ist  aber  im  Hinblick  auf  den  Vollzug  der  Wegweisung  in  dieses 
Gebiet  eine  sorgfältige,  zurückhaltende  Beurteilung  der  individuellen 
Zumutbarkeitskriterien  vorzunehmen.  Dabei  ist  neben  allgemeinen 
Faktoren  (wie  sozioöko­nomischen  und  medizinischen  Aspekten,  dem 
Kindeswohl usw.) auch dem zeitlichen Element gebührend Rechnung zu 
tragen.  Für  Personen,  die  aus  der  Nordprovinz  stammen  und  dieses 
Gebiet erst nach Beendigung des Bürgerkrieges  im Mai 2009 verlassen 
haben,  ist  der  Wegweisungsvollzug  zurück  in  dieses  Gebiet  als 
grundsätzlich zumutbar zu beurteilen, wenn davon ausgegangen werden 
kann,  dass  die  betreffende  Person  auf  die  gleiche  oder  gleichwertige 

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Lebens­  und  Wohnsituation  zurückgreifen  kann,  die  im  Zeitpunkt  der 
Ausreise  bestand,  und  dem  Wegweisungsvollzug  dorthin  zurück  auch 
anderweitig  nichts  entgegensteht.  Liegt  der  letzte  Aufenthalt  der 
betreffenden Person in der Nordprovinz indessen längere Zeit zurück (vor 
Beendigung  des  Bürgerkriegs  im  Mai  2009)  oder  gehen  konkrete 
Umstände  aus  den  Verfahrensakten  hervor,  dass  sich  die 
Lebensumstände  seit  der  Ausreise  massgeblich  verändert  haben 
könnten,  sind  die  aktuell  vorliegenden  Lebens­  und  Wohnverhältnisse 
sorgfältig  abzuklären.  In  diesem  Zusammenhang  erscheinen  für  das 
Bundesverwaltungsgericht  namentlich  die  Existenz  eines  tragfähigen 
Beziehungsnetzes  und  die  konkreten  Möglichkeiten  der  Sicherung  des 
Existenzminimums  und  der  Wohnsituation  als  massgebliche  Faktoren. 
Falls solche begünstigenden Faktoren in der Nordprovinz nicht vorliegen, 
ist  die  Zumutbarkeit  einer  innerstaatlichen  Aufenthaltsalternative  im 
übrigen  Staatsgebiet,  namentlich  im  Grossraum  Colombo,  zu  prüfen 
(diesbezüglich BVGE E­6220/2006 E. 13.3., worin festgehalten wird, dass 
für  aus  diesem  Gebiet  stammende  Personen  ein  Wegweisungsvollzug 
zurzeit  als  grundsätzlich  zumutbar  erachtet  wird).  Hierfür  wird  im  Sri 
Lanka­Kontext  das  Vorliegen  besonders  begünstigender  Faktoren, 
insbesondere  die  Existenz  eines  tragfähigen  familiären  oder  sozialen 
Beziehungsnetzes  sowie  die  Aussichten  auf  eine  gesicherte 
Einkommens­ und Wohnsituation vorausgesetzt (vgl. a.a.O. E. 13.2.2.3). 

6.2.2. Der Beschwerdeführer hat anlässlich der Befragungen angegeben 
– abgesehen von einem Jahr in J._______ – von Geburt an bis zum (…) 
in  D._______  gewohnt  zu  haben  und  im  Heimatstaat  noch  über  seine 
Mutter, einen Bruder und eine Schwester zu verfügen. Vor der Ausreise 
habe  er  sich  während  einer Woche  beim  (…)  in  Colombo  aufgehalten, 
welcher seit etwa (…) bis (…) Jahren zusammen mit seiner Familie dort 
wohne und ebenfalls einen (…) habe.

6.2.3. Wie bereits unter Erwägung 4.3.2. vorstehend darauf hingewiesen, 
stehen diese zeitlichen und örtlichen Angaben jedoch im Widerspruch zu 
den  Angaben  in  seinem  sri­lankischen  Führerausweis,  welcher  am  (…) 
auf  eine  Adresse  in  Colombo  ausgestellt  wurde  und  an  welchem  die 
Kantonspolizei  E._______  keine  objektiven  Fälschungsmerkmale 
feststellen  konnte.  Es  muss  daher  davon  ausgegangen  werden,  der 
Beschwerdeführer habe sich vor seiner Ausreise bereits  für  längere Zeit 
in Colombo aufgehalten.

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6.2.4. In Unkenntnis der tatsächlichen Lebensumstände vor der Ausreise 
des  Beschwerdeführers  aus  seinem  Heimatstaat,  welche  nach 
demvorstehend Gesagten auf eine Verletzung der Mitwirkungspflicht des 
Beschwerdeführers  zurückzuführen  ist,  ist  zumindest  von  einer 
innerstaatlichen Aufenthaltsalternative  in Colombo auszugehen, weshalb 
die  Frage  der  Zumutbarkeit  einer  Rückkehr  nach  D._______  im 
vorliegenden  Fall  offenbleiben  kann.  Der  Beschwerdeführer  wird  sich 
zumindest  in der Anfangszeit wieder an seinen (…)  in Colombo wenden 
können,  zumal  er  anlässlich  der  Anhörung  auch  auf  mehrfaches 
Nachfragen  hin  nicht  nachvollziehbar  darlegen  konnte,  weshalb  er  dort 
nicht  länger als eine Woche habe  leben können  (A17/18 F135­144).  Im 
Übrigen  verfügt  er  in  seinem Heimatstaat mit  seiner Mutter  und  seinen 
Geschwistern  auch  noch  über  nahe  Verwandte,  welche  ihn  bei  Bedarf 
unterstützen können.

6.2.5.  Da  auch  keine  sonstigen  gegen  die  Zumutbarkeit  sprechenden 
Gründe  vorliegen  –  der  Beschwerdeführer  ist  jung  und  (soweit 
aktenkundig) gesund,   hat 14 Jahre die Schule besucht und verfügt über 
mehrjährige Arbeitserfahrung – ist nicht zu befürchten, er könnte bei der 
Rückkehr  in  seine  Heimat  in  eine  konkret  existenzbedrohende  Lage 
geraten.

6.2.6.  Nach  dem  Gesagten  erweist  sich  der  Vollzug  der  Wegweisung 
auch als zumutbar.

6.3.  Schliesslich  obliegt  es  dem  Beschwerdeführer,  sich  bei  der 
zuständigen  Vertretung  des  Heimatstaates  die  für  eine  Rückkehr 
notwendigen  Reisedokumente  zu  beschaffen  (Art. 8  Abs. 4  AsylG  und 
dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 – 515), weshalb der Vollzug der 
Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG).

6.4. Zusammenfassend  hat  die  Vorinstanz  den Wegweisungsvollzug  zu 
Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten 
fällt  eine  Anordnung  der  vorläufigen  Aufnahme  ausser  Betracht  (Art. 83 
Abs. 1 – 4 AuG).

7. 
Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung 
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und 
vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art. 106  AsylG).  Die 
Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

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8. 
Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  wären  die  Kosten  dem 
Beschwerdeführer  aufzuerlegen  (Art. 63  Abs. 1  und  5  VwVG).  Da  sein 
Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Rahmen der 
Instruktion  jedoch  gutgeheissen  wurde,  sind  indessen  keine  Kosten 
aufzuerlegen.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.

3. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  den 
Migrationsdienst des Kantons F._______.

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Bruno Huber Carmen Wittwer

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