# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 606031d1-516c-5791-abac-aa964bff927a
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-06-02
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 02.06.2014 200 2014 38
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2014-38_2014-06-02.pdf

## Full Text

200 14 38 IV
GRD/SCC/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 2. Juni 2014

Verwaltungsrichter Grütter, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schütz, Verwaltungsrichter Scheidegger
Gerichtsschreiberin Schertenleib Gamero

A.________
vertreten durch B.________, Fürsprecher C.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 27. November 2013

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Juni 2014, IV/14/38, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1963 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
absolvierte eine …, danach arbeitete er im Sommer als … und im Winter 
als … (Dossier der IV-Stelle Bern [IVB], Antwortbeilage [AB] 33). Er melde-
te sich erstmals im April 1997 zum Bezug von Leistungen an (AB Vorakten 
33). Mit Verfügung vom 6. August 1998 wies die IVB das Leistungsbegeh-
ren ab mit der Begründung, es habe nicht während mindestens einem Jahr 
ununterbrochen eine Arbeitsunfähigkeit von mindestens 40 % bestanden 
(AB Vorakten 9). 

Im Januar 2000 meldete sich der Versicherte erneut bei der IVB an (AB 1). 
Die IVB holte die Akten der Arbeitslosenkasse (AB 5, 11), Berichte der be-
handelnden Ärzte PD Dr. med. D.________, Spezialarzt für Neurochirurgie 
FMH, vom 9. Mai 2000 (AB 7) und Dr. med. E.________, Allgemeine Medi-
zin FMH, vom 18. Oktober 2000 (AB 24) sowie vom 9. Januar 2001 (AB 28) 
ein. Nach Einholung eines Schlussberichts der Abteilung berufliche Ein-
gliederung vom 9. Mai 2001 (AB 33) und eines Abklärungsberichts Land-
wirtschaft vom 5. Dezember 2001 (AB 36) verfügte die IVB am 12. März 
2002 – wie mit Vorbescheid in Aussicht gestellt (AB 37) – ab dem 1. Januar 
2000 eine Rente bei einem Invaliditätsgrad von 54 % (AB 39).

Bei zwei Revisionen von Amtes wegen im Oktober 2004 (AB 40) und Sep-
tember 2008 (AB 46) wurde die bisherige Rente bei einem Invaliditätsgrad 
von 54 % bestätigt (Verfügungen vom 15. Dezember 2004 [AB 43] und 
30. März 2009 [AB 56]). 

B.

Im Rahmen einer weiteren Revision von Amtes wegen im Oktober 2012 
(AB 58) machte der Versicherte eine Verschlechterung des Gesundheits-
zustandes geltend (AB 58). Die IVB holte einen IK-Auszug (AB 57) und 
einen Bericht des Hausarztes Dr. med. E.________ vom 12. Dezember 

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2012 (AB 63) ein. Weiter veranlasste sie eine Untersuchung durch Dr. med. 
F.________, Facharzt für Innere Medizin FMH, Regionaler Ärztlicher Dienst 
(RAD; Untersuchungsbericht vom 27. Mai 2013 [AB 65]).

Mit Vorbescheid vom 15. Oktober 2013 stellte die IVB wiedererwägungs-
weise die Aufhebung der Rente nach Zustellung der Verfügung auf Ende 
des folgenden Monats in Aussicht. In der Begründung hielt sie fest, die ur-
sprüngliche Rentenverfügung vom 12. März 2002 erweise sich als zweifel-
los unrichtig, da die IVB beim Einkommensvergleich einzig auf die Ein-
schätzung der Arbeitsfähigkeit in der angestammten Arbeit und nicht auf 
diejenige in einer leidensangepassten Verweisungstätigkeit, welche für die 
Bestimmung des Invaliditätsgrades massgebend gewesen wäre, abgestellt 
habe. Die Zusprechung der halben Rente sei daher in unrichtiger Anwen-
dung der für die konkrete Invaliditätsbemessung einschlägigen Rechtsre-
geln erfolgt. Die korrekte Invaliditätsbemessung hätte hinsichtlich des Leis-
tungsanspruchs zu einem anderen Ergebnis geführt. Die damalige Beja-
hung der halben Rente habe sich somit nicht mehr im Bereich der vertret-
baren Ermessensausübung bewegt. Die Zusprechung der halben Rente 
gemäss der ursprünglichen Verfügung vom 12. März 2002 sei damit als 
zweifellos unrichtig einzustufen (AB 67). 

Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch B.________, am 14. No-
vember 2013 (AB 69) Einwendungen. Mit Verfügung vom 27. November 
2013 stellte die IVB wiedererwägungsweise die Rente auf Ende Dezember 
2013 ein (AB 72).

C.

Am 13. Januar 2014 hat der Versicherte, vertreten durch B.________, Für-
sprecher C.________, Beschwerde erhoben. Er beantragt das Folgende:

1. Die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 27. November 2013 sei aufzuheben.
2. Es sei dem Beschwerdeführer weiterhin eine halbe Invalidenrente zuzusprechen.
3. Dem Beschwerdeführer sei die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen und er 

sei von allfälligen Vorschuss- und Sicherheitsleistungen zu befreien. Zudem sei ihm 
die unentgeltliche Rechtsverbeiständung durch den Unterzeichnenden zu ge-
währen.

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin.

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Der Versicherte bestreitet das Vorliegen eines Wiedererwägungsgrundes. 
Anlässlich der erstmaligen Rentenfestsetzung im Rahmen der Invaliditäts-
bemessung sei abgewogen worden, ob das Invalideneinkommen gestützt 
auf die bisherige oder eine angepasste Tätigkeit festzulegen sei. Der Ent-
scheid sei im Lichte der damaligen Praxis auch klar vertretbar. Die Frage 
nach einer gesundheitlichen Veränderung seit der Rentenzusprechung sei 
dem RAD nicht explizit gestellt worden. Der RAD habe eine angepasste 
Tätigkeit von maximal 6 Stunden als zumutbar erachtet, dabei gehe er von 
einer Leistungsminderung von 30 % aus. Eine gesundheitliche Verände-
rung mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit seit der Rentenzusprechung 
sei nicht eingetreten. Auch eine Veränderung der Verwertbarkeit werde 
nicht behauptet, dies sei auch in keiner Weise überprüft worden. Es liegen 
somit weder ein Revisions- noch ein Wiedererwägungsgrund vor, der eine 
Rentenanpassung erlauben würde.

Mit Beschwerdeantwort vom 13. Februar 2014 verweist die Beschwerde-
gegnerin auf die Ausführungen in der angefochtenen Verfügung und ver-
zichtet auf eine Stellungnahme im Beschwerdeverfahren.

Am 27. Mai 2014 fand eine nichtöffentliche Urteilsberatung gemäss Art. 56 
Abs. 5 bzw. 6 des kantonalen Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Orga-
nisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft (GSOG; BSG 
161.1) i.V.m. Art. 37 Abs. 1 lit. b des kantonalen Gesetzes über die Verwal-
tungsrechtspflege vom 23. Mai 1989 (VRPG; BSG 155.21) statt.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 

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(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a GSOG Beschwerden gegen 
solche Entscheide. Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren 
mit seinen Anträgen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Ent-
scheid berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, 
weshalb er zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zustän-
digkeit ist gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Inva-
lidenversicherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Be-
stimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; 
Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 VRPG) eingehalten sind, ist auf die Beschwer-
de einzutreten.

1.2 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.3 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen sind in 
zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgeblich, die 
bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führen-
den Tatbestandes Geltung haben (BGE 132 V 215 E. 3.1.1 S. 220). In der 
Zeit zwischen der Rentenzusprechung (12. März 2002 [AB 39]) und der 
streitigen Rentenaufhebung (14. Februar 2013 [AB 78]) erfolgten die 4., die 
5. und die 6. IV-Revision. Ab dem 1. Januar 2012 sind ferner auch die Be-
stimmungen der 6. IV-Revision beachtlich. Die 5. IV-Revision brachte für 
die Invaliditätsbemessung keine substanziellen Änderungen gegenüber der 
bis zum 31. Dezember 2007 gültig gewesenen Rechtslage, sodass die zur 
altrechtlichen Regelung ergangene Rechtsprechung weiterhin massgebend 
ist (Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 28. August 2008, 
8C_373/2008, E. 2.1). Dasselbe gilt für die 6. IV-Revision, erstes Mass-
nahmenpaket, wurde damit doch keine Änderung der Invaliditätsbemes-
sung vorgenommen.

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2.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG).

2.3 Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, 
geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer 
Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust 
der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche-
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied 
zur Arbeitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätig-
keitsbereich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleiben-
de Erwerbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem 
ausgeglichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder 
bloss teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbs-
unfähigkeit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.4 Nach aArt. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die 
Invalidenversicherung vom 19. Juni 1959 (IVG; SR 831.20 [in der bis zum 31. 
Dezember 2003 geltenden Fassung]) besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens zu zwei Dritteln, derjenige 
auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zur Hälfte invalid ist. Bei einem 
Invaliditätsgrad von mindestens 40% besteht Anspruch auf eine 
Viertelsrente. In Härtefällen hat die versicherte Person nach aArt. 28 Abs. 
1bis IVG bereits bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% Anspruch 
auf eine halbe Rente.

Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG (resp. aArt. 28 Abs. 1 IVG geltend bis Ende 
2007) besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, wenn die versicherte 
Person mindestens 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie 
mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 
50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad 
von mindestens 40 % ein solcher auf eine Viertelsrente.

2.5 Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfol-
gen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig 
möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf 
sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt. 
Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermit-

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telt werden können, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten 
Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte mitein-
ander zu vergleichen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; 
BGE 128 V 29 E. 1 S. 30, 104 V 135 E. 2b S. 136).

Wird eine Schätzung vorgenommen, so muss diese nicht unbedingt in einer 
ziffernmässigen Festlegung von Annäherungswerten bestehen. Vielmehr 
kann auch eine Gegenüberstellung blosser Prozentzahlen genügen. Das 
ohne Invalidität erzielbare hypothetische Einkommen ist alsdann mit 100 % 
zu bewerten, während das Invalideneinkommen auf einen entsprechend 
kleineren Prozentsatz veranschlagt wird, so dass sich aus der Prozentdiffe-
renz der Invaliditätsgrad ergibt (sogenannter Prozentvergleich; BGE 114 V 
310 E. 3a S. 313, 107 V 17 E. 2d S. 22, 104 V 135 E. 2b S. 137).

Lassen sich die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen nicht zuverläs-
sig ermitteln oder schätzen, so ist in Anlehnung an die spezifische Methode 
für Nichterwerbstätige (Art. 28a Abs. 2 IVG; bis 31. Dezember 2007 
aArt. 28 Abs. 2bis IVG) zunächst anhand eines Betätigungsvergleichs die 
leidensbedingte Behinderung festzustellen. Diese ist alsdann im Hinblick 
auf ihre erwerblichen Auswirkungen noch besonders zu gewichten. Eine 
bestimmte Einschränkung im funktionellen Leistungsvermögen einer er-
werbstätigen Person kann zwar, braucht aber nicht notwendigerweise eine 
Erwerbseinbusse gleichen Umfangs zur Folge zu haben (ausserordentli-
ches Bemessungsverfahren; BGE 128 V 29 E. 1 S. 31, 104 V 135 E. 2c 
S. 138).

2.6

2.6.1 Der Versicherungsträger kann auf formell rechtskräftige Verfügun-
gen oder Einspracheentscheide zurückkommen, wenn diese zweifellos 
unrichtig sind und wenn ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist 
(Art. 53 Abs. 2 ATSG). 

2.6.2 Das Erfordernis der zweifellosen Unrichtigkeit ist in der Regel erfüllt, 
wenn eine Leistungszusprache auf Grund falsch oder unzutreffend ver-
standener Rechtsregeln erfolgt ist oder wenn massgebliche Bestimmungen 
nicht oder unrichtig angewandt wurden. Anders verhält es sich, wenn der 
Wiedererwägungsgrund im Bereich materieller Anspruchsvoraussetzungen 

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liegt, deren Beurteilung notwendigerweise Ermessenszüge aufweist. Er-
scheint die Beurteilung einzelner Schritte bei der Feststellung solcher An-
spruchsvoraussetzungen (Invaliditätsbemessung, Arbeitsunfähigkeits-
schätzung, Beweiswürdigung, Zumutbarkeitsfragen) vor dem Hintergrund 
der Sach- und Rechtslage, wie sie sich im Zeitpunkt der rechtskräftigen 
Leistungszusprache darbot, als vertretbar, scheidet die Annahme zweifello-
ser Unrichtigkeit aus. Zweifellos ist die Unrichtigkeit, wenn kein vernünftiger 
Zweifel daran möglich ist, dass die Verfügung unrichtig war. Es ist nur ein 
einziger Schluss – derjenige auf die Unrichtigkeit der Verfügung – denkbar 
(SVR 2010 IV Nr. 5 S. 10, E. 2.2).

2.6.3 Eine allgemein gültige betragliche Grenze für die Voraussetzung der 
Erheblichkeit der Berichtigung lässt sich nicht festlegen. Massgebend sind 
die gesamten Umstände des Einzelfalles. Die Erheblichkeit ist bei periodi-
schen Leistungen in jedem Fall zu bejahen (BGE 119 V 475 E. 1c S. 480).

3.

3.1 Zunächst ist zu prüfen, ob die rentenzusprechende Verfügung vom 
12. März 2002 (AB 39) zweifellos unrichtig im Sinne von Art. 53 Abs. 2 
ATSG (E. 2.6.1 hiervor) ist. Bei der Beurteilung, ob eine Wiedererwägung 
wegen zweifelloser Unrichtigkeit zulässig ist, muss vom Rechtszustand 
ausgegangen werden, wie er im Zeitpunkt des Verfügungserlasses bestan-
den hat, wozu auch die seinerzeitige Rechtspraxis gehört; eine Praxisände-
rung vermag kaum je die frühere Praxis als zweifellos unrichtig erscheinen 
zu lassen (BGE 138 V 147 E. 2.1 S. 149, 125 V 383 E. 3 S. 390).

3.2 Bis zum Zeitpunkt der Leistungszusprechung (AB 39) lässt sich den 
medizinischen Akten im Wesentlichen Folgendes entnehmen:

3.2.1 Im Bericht vom 5. Mai 2000 diagnostizierte PD Dr. med. 
D.________ einen Status nach Postdiskektomie-Instabilität und Verplattung 
L4/S1 nach Louis mit posterolateraler Spondylodese, Entfernung des Os-
teosynthesematerials mit Auffinden eines adäquaten ossären Durchbaus. 
Die letzte Abklärung mittels Funktionsaufnahmen der LWS und MR-
Diagnostik sei unauffällig ausgefallen, insbesondere könne keine Neuro-

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kompression oder Überlastung des angrenzenden Bewegungssegments 
nachgewiesen werden. Weiterhin beklage der Beschwerdeführer lumbover-
tebrale Beschwerden, meist häufig lumbal blockiert. Es bestehe eine zu-
sätzliche psychosoziale Problematik (AB 7 S. 1). Zur Arbeitsfähigkeit hielt 
Dr. med. D.________ fest, wenn das Heben und Tragen von Lasten über 
10 kg vermieden werden könne, sollte die Erwerbstätigkeit möglich sein, 
inwieweit dies im Landwirtschaftsbetrieb realisierbar sei, sei fraglich. Eine 
Umschulung sei aufgrund der vorgängig gemachten Angaben schwierig 
(AB 7 S. 3).

3.2.2 Im Bericht vom 18. Oktober 2000 (AB 24) bzw. 9. Januar 2001 
(AB 28 S. 5) diagnostizierte der Hausarzt Dr. med. E.________ mit Auswir-
kung auf die Arbeitsfähigkeit osteodegenerative Veränderungen im Bereich 
der LWS, eine Diskushernie L5/S1, eine Spondylodese L4/S1, eine rezidi-
vierende ISG Blockierung, Fingeramputationen an beiden Händen nach 
Sprengunfall, eine Teilamputation Dig. IV links nach/durch Beil, Rippenfrak-
turen und eine Scapulafraktur links nach Motorradunfall. Der Hausarzt at-
testierte eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % ab Januar 1999 (AB 28 S. 5). 
Eine Arbeit sei dem Beschwerdeführer insgesamt noch zumutbar mit redu-
zierter Belastbarkeit. Unmöglich sei das Tragen von Gewichten über 20 bis 
25 kg, entsprechendes Heben; es müssten nach drei bis vier Stunden Ar-
beitspausen mit Liegen von 15 bis 30 Minuten eingeschaltet werden. Damit 
seien das Arbeitstempo und die tägliche Arbeitsleistung entsprechend re-
duziert. Die Feinmotorik sei durch die Amputationen erheblich einge-
schränkt. Es seien somit nur ‚grobe‘ Arbeiten möglich (AB 28 S. 8).

3.3 Die Beschwerdegegnerin stellte bei der Rentenzusprechung auf die 
Berichte der behandelnden Ärzte (vgl. E. 3.2 hiervor), den Abklärungsbe-
richt Landwirtschaft vom 5. Dezember 2001 (AB 36) sowie den Schlussbe-
richt der beruflichen Abklärung vom 9. Mai 2001 (AB 33) ab. In den ärztli-
chen Berichten wurde ein nachvollziehbares Zumutbarkeitsprofil formuliert. 
Dieses wurde von den Fachleuten der IVB bei der Einschätzung der Ar-
beits- und Leistungsfähigkeit übernommen, dabei befassten sie sich nicht 
nur mit den Einschränkungen im Zusammenhang mit den Rückenbe-
schwerden, sondern es wurde auch festgehalten, dass die Feinmotorik der 
Hände eingeschränkt sei (vgl. AB 28 S. 8, 33 S. 1, 36 S. 1). Im Ab-

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klärungsbericht Landwirtschaft vom 5. Dezember 2001 (AB 36) sowie im 
Schlussbericht der beruflichen Abklärung vom 9. Mai 2001 (AB 33) wurde 
auch die berufliche Situation des Beschwerdeführers beurteilt: Die Fachleu-
te legten im Schlussbericht der beruflichen Eingliederung vom 9. Mai 2001 
(AB 33) – unter Berücksichtigung der Auswirkung der Behinderung (AB 33 
S. 1) – dar: „eine einigermassen angepasste Tätigkeit zu finden (die dann 
auch noch realisierbar ist), gleicht beinahe der Quadratur des Kreises“. Sie 
erachteten zudem, dass körperlich belastende Arbeiten auf die Dauer nicht 
machbar seien, da sonst die Gefahr einer Überlastung der an die Spondy-
lodese anschliessenden Segmente zu gross sei. Die schwereren Arbeiten 
auf der … wie im kleinen eigenen Landwirtschaftsbetrieb übernehme im 
Moment die Partnerin des Beschwerdeführers. Weiter kamen sie zum 
Schluss, dass eine mehr handwerklich orientierte Tätigkeit, welche körper-
lich nicht zu anstrengend sei, wie z.B. … oder ähnliches, was dem Be-
schwerdeführer eigentlich entsprechen würde, angesichts der einge-
schränkten Funktion und Empfindlichkeit der Hände nicht denkbar sei 
(AB 33 S. 2). Im Abklärungsbericht Landwirtschaft vom 5. Dezember 2001 
wurde in der Folge festgehalten, dass eine bessere Eingliederung durch die 
Abteilung für berufliche Eingliederung bereits geprüft worden sei (AB 36 
S. 3). Im Schlussbericht der beruflichen Abklärung vom 9. Mai 2001 wurde 
der Anteil des Landwirtschaftseinkommens am Gesamteinkommen – der 
Beschwerdeführer war weiterhin beim … und als … tätig – auf maximal 40 
% berechnet (AB 33 S. 2). Im Betätigungsvergleich im landwirtschaftlichen 
Bereich ergab sich eine Arbeitsfähigkeit von 67 % (AB 36 S. 8). Die Fach-
leute erachteten zudem die weiteren Tätigkeiten als zumutbar. Dabei 
berücksichtigten sie die Abgeltung als … als Invalider nunmehr zur Hälfte, 
da die Partnerin aufgrund der Einschränkungen vermehrt Aufgaben über-
nehme (als Valider zu 2/3; AB 36 S. 2 unten). Die Tätigkeit als … (oder 
eine ähnliche leichte Arbeit) wurde als zumutbar erachtet (AB 36 S. 3 
oben). Gestützt auf die Abklärungen ermittelten die Fachleute im Ab-
klärungsbericht Landwirtschaft vom 5. Dezember 2001 ein Valideneinkom-
men von Fr. 42‘490.-- (Einkommen des Beschwerdeführers als … und …) 
und ein Invalideneinkommen von Fr. 19‘500.-- (gestützt auf das Einkom-
men als …, … und … oder einer ähnlichen leichten Arbeit). Der Einkom-
mensvergleich ergab einen Invaliditätsgrad von 54 % (AB 36 S. 3).

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3.4 Die Ermittlung des Invaliditätsgrades von 54 % basierte auf den von 
den Fachleuten vorgenommenen Abklärungen und ist demzufolge nicht als 
zweifellos unrichtig zu bezeichnen (vgl. E. 2.6.1 hiervor). Nach der Recht-
sprechung hat ein selbstständig erwerbender Landwirt zwar unter bestimm-
ten Voraussetzungen aus der Sicht der Invalidenversicherung aufgrund der 
Schadenminderungspflicht seinen Hof aufzugeben (vgl. Entscheid des Eid-
genössischen Versicherungsgerichts [EVG; heute: Bundesgericht] vom 
18. Februar 2002, I 287/00, E. 3a) und es kann die Aufnahme einer un-
selbstständigen (Haupt-)Erwerbstätigkeit als zumutbar erscheinen, wenn 
hiervon eine bessere erwerbliche Verwertung der Arbeitsfähigkeit erwartet 
werden kann und der berufliche Wechsel unter Berücksichtigung der ge-
samten Umstände (Alter, Aktivitätsdauer, Ausbildung, Art der bisherigen 
Tätigkeit, persönliche Lebensumstände) als zumutbar erscheint (vgl. ZAK 
1983 S. 256; Entscheid des EVG vom 12. September 2001, I 145/01, 
E. 2b). Die IVB hat hier im Zeitpunkt der Rentenzusprechung mit Verfügung 
vom 12. März 2002 (stillschweigend) verneint, dass die Voraussetzungen 
für einen beruflichen Wechsel beim Beschwerdeführer vorhanden waren: 
Nach dem oben Gesagten haben sich die Abklärungsfachleute mit der Fra-
ge, ob dem Beschwerdeführer eine andere als die landwirtschaftliche 
Tätigkeit im eigenen Betrieb zumutbar wäre, auseinandergesetzt und zu 
Recht die Aufgabe des Landwirtschaftsbetriebes als unzumutbar erachtet. 
Auch wenn sie sich nicht explizit zu den einzelnen Voraussetzungen äus-
serten, so erfolgten doch Bemerkungen zu den persönlichen Lebensum-
ständen des Beschwerdeführers; zudem berücksichtigten sie die medizini-
sche Situation, insbesondere auch die eingeschränkte Arbeitsfähigkeit in 
anderen Tätigkeiten (z.B. …; AB 33 S. 2). Es lässt sich somit ein einziger 
denkbarer Schluss – derjenige auf die Unrichtigkeit der Verfügung – nicht 
ziehen (BGE 138 V 324 E. 3.3 S. 328; SVR 2012 IV Nr. 18 S. 82 E. 3.2). 

3.5 Nach dem Gesagten ist die rentenzusprechende Verfügung vom 
12. März 2002 (AB 39) nicht zweifellos unrichtig im wiedererwägungsrecht-
lichen Sinne.

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4.

4.1 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG).

Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächli-
chen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den 
Rentenanspruch zu beeinflussen (BGE 134 V 131 E. 3 S. 132). Die Invali-
denrente ist deshalb nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des Ge-
sundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerb-
lichen Auswirkungen (oder die Auswirkungen auf die Betätigung im übli-
chen Aufgabenbereich) des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszu-
standes erheblich verändert haben. Ein Revisionsgrund ist ferner unter 
Umständen auch dann gegeben, wenn eine andere Art der Bemessung der 
Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine Wandlung des Aufgabenbe-
reichs eingetreten ist (BGE 130 V 343 E. 3.5 S. 349, 117 V 198 E. 3b 
S. 199; Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 25. Juli 2013, 
8C_441/2012, E. 3.1.1).

4.2 Zu vergleichen ist hier der Sachverhalt im Zeitpunkt der ursprüngli-
chen Rentenzusprechung vom 12. März 2002 (AB 39) mit demjenigen der 
angefochtenen Verfügung vom 27. November 2013 (AB 72; vgl. BGE 130 V 
343 E. 3.5.2 S. 351). Die IVB nahm zwar im Oktober 2004 (AB 40) und 
September 2008 (AB 46) Revisionen von Amtes wegen vor; es fand jedoch 
keine materielle Überprüfung des Leistungsanspruches statt, d.h. es wurde 
kein Einkommensvergleich durchgeführt (vgl. BGE 133 V 108 E. 5.4 
S. 114; Entscheid des BGer vom 25. Juli 2013, 8C_441/2012, E. 3.1.2). 
Vorliegend ist den Akten zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer nun-
mehr lediglich noch als … tätig ist und seine Arbeit als … und … aufgege-
ben hat (vgl. AB 66 S. 5). Damit liegt im Erwerbsbereich eine wesentliche 
Änderung des Sachverhalts vor, weshalb der Rentenanspruch in rechtlicher 
und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter Berücksichtigung des gesam-
ten für die Leistungsberechtigung ausschlaggebenden Tatsachenspek-
trums neu und ohne Bindung an frühere Invaliditätsschätzungen zu prüfen 
ist (BGE 117 V 198 E. 4b S. 200; SVR 2011 IV Nr. 37 S. 109 E. 1.1).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Juni 2014, IV/14/38, Seite 13

4.3

4.3.1 Im Rahmen der Revision von Amtes wegen von Oktober 2012 
(AB 58) holte die IVB den Bericht des Hausarztes Dr. med. E.________ 
vom 12. Dezember 2012 ein (AB 63). Darin wurde von einem unveränder-
ten Gesundheitszustand ausgegangen (vgl. AB 83 S. 3 Ziff. 1.6). Weiter 
hielt der Hausarzt fest, es beständen körperliche Einschränkungen durch 
Fingerteilamputationen nach Sprengunfall sowie Rückenschmerzen bei 
chronischem Rückenleiden bei Diskopathie/Spondylopathie. Feinmotori-
sche Arbeiten könnten nicht verrichtet werden und die Belastbarkeit (Heben 
über 15 bis 20 kg) sowie Belastungsdauer seien vermindert (AB 63 S. 3 
Ziff. 1.7). 

4.3.2 Im RAD-Bericht vom 25. Juni 2013 hielt Dr. med. F.________ zur 
Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit fest, als …, wobei der Be-
schwerdeführer körperliche Schwerstarbeit nach Möglichkeit vermeide, 
bestehe eine Arbeitsfähigkeit von maximal 50 %. Als angepasste Tätigkeit 
bezeichnete Dr. med. F.________ eine körperlich leichte Arbeit, mit der 
Möglichkeit von zusätzlichen Arbeitspausen, ohne belastende Körperhal-
tungen (ohne Zwangshaltungen, ohne Haltearbeit), eher wechselbelastend, 
zumeist kein Heben und Tragen von Lasten, maximale gelegentliche Ge-
wichtsbelastung von 10 kg, ohne unerwartete asymmetrische Lasteinwir-
kungen, ohne Rotationsbewegungen des Oberkörpers sowie ohne vibrie-
rende und rüttelnde axiale Einwirkungen auf die Wirbelsäule. Eine solche 
Tätigkeit erachtete der RAD-Arzt in einem Arbeitspensum von maximal 
6 Stunden und mit einer Leistungsminderung von 30 % für zumutbar 
(AB 33 S. 5).

4.4 Der Bericht des RAD-Arztes vom 25. Juni 2013 erfüllt die Anforde-
rungen der Rechtsprechung an Expertisen (BGE 137 V 2010 E. 6.2.2 
S. 269): der Bericht erfolgte gestützt auf eine Untersuchung (AB 65) und 
der RAD-Arzt hatte Kenntnis der Vorakten (AB 66 S. 2 ff.). Die Beurteilung 
der medizinischen Situation leuchtet ein und die Einschätzung der Arbeits-
fähigkeit in der landwirtschaftlichen und in einer angepassten Tätigkeit ist 
nachvollziehbar und schlüssig. Damit erbringt er vollen Beweis (vgl. 
BGE 125 V. 351 E. 3b/bb S. 353). Somit ist von einer Arbeitsfähigkeit von 
50 % als … und in einer angepassten Tätigkeit von einem zumutbaren Ar-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Juni 2014, IV/14/38, Seite 14

beitspensum von maximal 6 Stunden und einer Leistungsminderung von 30 
% auszugehen.

4.5 Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung vom 
27. November 2013 (AB 72) von einer zweifellosen Unrichtigkeit der ur-
sprünglichen rentenzusprechenden Verfügung vom 12. März 2002 (AB 39) 
und nicht von einer Revision aus, weshalb sie keine weiteren Abklärungen 
vorgenommen hat und keinen Abklärungsbericht Landwirtschaft einholen 
liess. Dies wird sie nunmehr nachzuholen haben, dabei wird sie das Fol-
gende zu berücksichtigen und abzuwägen haben: Es ist vorab die Frage zu 
prüfen, ob dem Beschwerdeführer heute allenfalls die Aufgabe des land-
wirtschaftlichen Betriebs und ein beruflicher Wechsel unter Berücksichti-
gung der gesamten Umstände (Alter, Aktivitätsdauer, Ausbildung, Art der 
bisherigen Tätigkeit, persönliche Lebensumstände) zumutbar wären. Denn 
einerseits hat der Beschwerdeführer (Jg. 1963) noch eine längere Akti-
vitätsdauer von 15 Jahren vor sich und es liegt offensichtlich ein nichtexis-
tenzsichernder landwirtschaftlicher Betrieb vor, denn die Beschwerdegeg-
nerin hat das Invalideneinkommen in der ursprünglichen Verfügung vom 
12. März 2002 nicht nur aufgrund der damals vom Beschwerdeführer aus-
geübten Tätigkeit als selbstständiger … ermittelt, sondern auch gestützt auf 
die erzielten Einkommen als … auf der … im Sommer und als … im Winter 
(oder eine ähnliche leichte Tätigkeit; AB 36 S. 3), wobei er letztere Tätigkei-
ten aufgegeben hat (AB 66 S. 5). Anderseits übt der Beschwerdeführer die 
landwirtschaftliche Tätigkeit, in welcher er zu 50 % arbeitsfähig ist (vgl. E. 
4.4 hiervor), seit Jahren aus (Übernahme des Betriebes im September 
2001 [AB 36 S. 2]) und er ist mittlerweile über 50 Jahre alt. Zudem ist unter 
Berücksichtigung der verbliebenen Restarbeitsfähigkeit, welcher ein erheb-
liches Gewicht zukommt (vgl. Entscheid des BGer vom 21. September 
2010, 9C_124/2010, E. 5.2), festzustellen, dass dem Beschwerdeführer 
eine angepasste Tätigkeit zwar zumutbar ist, dabei jedoch das vom RAD-
Arzt formulierte Zumutbarkeitsprofil und die attestierte Arbeitsfähigkeit zu 
beachten sind (AB 66 S. 5). Die attestierte Arbeitsfähigkeit in einer ange-
passten Tätigkeit beträgt denn auch 6 Stunden pro Tag bzw. 30 Stunden 
pro Woche und die Leistungsminderung 30 %. Dies entspricht einer Ar-
beitsfähigkeit von ca. 50 % auch in einer angepassten Tätigkeit (30 ./. 41,7 
[Die Volkswirtschaft, Heft 12, 2013, Tabelle B9.2 betriebsübliche wöchentli-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Juni 2014, IV/14/38, Seite 15

che Arbeitszeit, Total, 2012] x 100 x 0,7 = 50,3). Damit ist letztlich die me-
dizinisch theoretische Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit nicht 
höher zu veranschlagen als diejenige in der Landwirtschaft. Es bestehen 
somit auch Gründe dafür, dass die Frage der Zumutbarkeit eines Berufs-
wechsels nicht anders zu beantworten ist, als dies die IVB im Zeitpunkt der 
ursprünglichen rentenzusprechenden Verfügung vom 12. März 2002 (AB 
39) vorgenommen hat. 

Geht die Beschwerdegegnerin nach Berücksichtigung der gesamten Um-
stände davon aus, dass dem Beschwerdeführer die Aufgabe des landwirt-
schaftlichen Betriebes allenfalls nicht zumutbar ist, so hat sie im landwirt-
schaftlichen Bereich einen Betätigungsvergleich zu erstellen. Zudem hat 
sie angesichts des nichtexistenzsichernden landwirtschaftlichen Betriebes 
weiter die Frage zu prüfen, wie der Beschwerdeführer die nicht durch Auf-
gaben des landwirtschaftlichen Betriebs gebundene Leistungsfähigkeit – 
nach dem Wegfall der Tätigkeit als … und … (vgl. AB 36 S. 2 f., 66 S. 5) – 
erwerblich zu verwerten hat.

4.6 Nach dem Gesagten kann bei der Ermittlung des Invalideneinkom-
mens zurzeit nicht ein Einkommen gestützt auf die Tabellenlöhne gemäss 
den vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstrukturerhebun-
gen (LSE) herangezogen werden. Vielmehr hat die Beschwerdegegnerin 
weitere Abklärungen vorzunehmen, insbesondere auch einen Abklärungs-
bericht Landwirtschaft zu erstellen und gestützt darauf eine Ermittlung des 
Invaliditätsgrades vorzunehmen. 

Mit angefochtener Verfügung vom 27. November 2013 wurde die Rente 
nach Zustellung der Verfügung auf Ende des folgenden Monats aufgeho-
ben und einer Beschwerde die aufschiebende Wirkung entzogen (AB 72 
S. 3). Während der Dauer des Abklärungsverfahrens wird die Beschwerde-
gegnerin die Rente nicht auszurichten haben (vgl. Entscheid des BGer vom 
11. November 2010, 8C_451/2010, E. 4.3 und 4.4). Sollten die noch vorzu-
nehmenden weiteren Abklärungen allenfalls ergeben, dass der Beschwer-
deführer nach wie vor einen Anspruch auf eine Invalidenrente hat, wird die 
IVB diese Rente seit ihrer Einstellung auf Ende Dezember 2013 nachzu-
zahlen haben. 

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4.7 In Gutheissung der Beschwerde ist die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 27. November 2013 aufzuheben und die Sache an die 
Vorinstanz zurückzuweisen zum weiteren Vorgehen im Sinne der Erwä-
gungen.

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). Der geleistete Kostenvor-
schuss von Fr. 700.-- ist dem Beschwerdeführer nach Eintritt der Rechts-
kraft des Urteils zurückzuerstatten.

5.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG). Gemäss der Praxis des Ver-
waltungsgerichts wird der Parteikostenersatz bei gemeinnützig tätigen 
Rechtsberatungsstellen sowie Rechtsschutzversicherungen, Gewerkschaf-
ten und Berufsverbänden aufgrund eines allgemeingültigen pauschalisier-
ten Stundenansatzes festgesetzt, welcher im konkreten Fall mit dem gebo-
tenen Aufwand multipliziert wird. Der Stundenansatz wird je nach fachlicher 
Qualifikation der Vertretung festgelegt, wobei als fachlich qualifizierte Ver-
tretung diejenige durch Juristinnen und Juristen sowie durch eidgenössisch 
diplomierte Sozialversicherungsexpertinnen und -experten gilt. Als fachlich 
nicht qualifizierte Vertretung gelten alle übrigen Parteivertreterinnen und -
vertreter (vgl. Rundschreiben der Sozialversicherungsrechtlichen Abteilung 
und der Abteilung für französischsprachige Geschäfte des Verwaltungsge-
richts des Kantons Bern vom 16. Dezember 2009, abrufbar unter 
www.justice.be.ch). Im Falle der Vertretung durch eine gemeinnützig tätige 
Rechtsberatungsstelle im Sinne der Rechtsprechung (BGE 135 I 1 E. 7.4.1 
S. 4) wird der Stundenansatz bei einer fachlich qualifizierten Vertretung auf 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Juni 2014, IV/14/38, Seite 17

Fr. 130.-- und bei einer fachlich nicht qualifizierten Vertretung auf Fr. 80.-- 
festgelegt.

Gestützt auf die angemessene Kostennote von Fürsprecher C.________, 
vom 25. Februar 2014 ist die Parteientschädigung auf Fr. 1‘521.-- (11,7 
Stunden à Fr. 130.--), zuzüglich Ausgaben von Fr. 137.60 und Mehrwert-
steuer von Fr. 132.70 (8% auf Fr. 1‘658.60), somit Fr. 1‘791.30, festzuset-
zen.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 27. November 2013 aufgehoben und die Sache an 
die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie nach Vornahme 
der Abklärungen neu verfüge.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt. Der vom Beschwerdeführer geleistete Kos-
tenvorschuss von Fr. 700.-- wird nach Rechtskraft des Urteils zurück-
erstattet.

3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 1‘791.30 (inkl. Auslagen und MWSt.), zu 
ersetzen.

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4. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. des Beschwerdeführers (samt eingereichten Akten)
- IV-Stelle Bern (samt eingereichten Akten)
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Hinweis: Im Falle einer Anfechtung dieses Entscheides sind die Akten dem 
Bundesgericht zuzustellen.

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.