# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8e360815-946b-5c51-a068-63f248eec6c7
**Source:** Freiburg/Fribourg (FR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-10-27
**Language:** de
**Title:** Freiburg Kantonsgericht Strafkammer 27.10.2016 502 2016 210
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/FR_Gerichte/FR_TC_005_502-2016-210_2016-10-27.pdf

## Full Text

Tribunal cantonal TC
Kantonsgericht KG

Augustinergasse 3, Postfach 1654, 1701 Freiburg

T +41 26 304 15 00, F +41 26 304 15 01
www.fr.ch/tc

—
Pouvoir Judiciaire PJ
Gerichtsbehörden GB

502 2016 210
502 2016 223

Urteil vom 27. Oktober 2016 

Strafkammer

Besetzung Präsident: Hubert Bugnon
Richter: Jérôme Delabays, Sandra Wohlhauser
Gerichtsschreiberin: Anna Schwaller

Parteien A.________, Privatklägerin und Beschwerdeführerin, vertreten 
durch Fürsprecher Lars Rindlisbacher

gegen

STAATSANWALTSCHAFT DES KANTONS FREIBURG, 
Beschwerdegegnerin

sowie 

B.________, Beschuldigter und Beschwerdegegner, vertreten 
durch Rechtsanwalt Martin Dreifuss

Gegenstand Einstellung des Verfahrens (Art. 319 ff. StPO)

Beschwerde vom 25. August 2016 gegen die Verfügung der 
Staatsanwaltschaft vom 16. August 2016

Gesuch vom 25. August 2016 um unentgeltliche Rechtspflege

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Sachverhalt

A. Im Jahr 2014 reiste A.________ in die Schweiz, um B.________ hier am 25. Juni 2014 
standesamtlich zu heiraten. Die traditionelle Hochzeit hatte bereits einige Jahre zuvor im Kosovo 
statt gefunden. Aus der Ehe gingen keine gemeinsamen Kinder hervor (act. 2‘005).

B. Am 26. Juni 2015 reichte A.________ Strafklage gegen B.________ wegen einfacher 
Körperverletzung (evtl. Tätlichkeit), Drohung und Freiheitsberaubung (evtl. Nötigung) ein. Diese 
seien begangen worden zwischen September 2014 und März 2015 (act. 2‘004 ff.). 

C. Am 14. April 2016 kam es zu einer Konfrontationseinvernahme. Anlässlich dieser sagte 
A.________ namentlich aus, ihr Ehemann habe sie seit September 2014 regelmässig misshandelt. 
Er habe sie geschlagen (Ohrfeigen und Faustschläge), im Schlafzimmer eingeschlossen und sie 
vor dem Schlafengehen gezwungen, auf einem Bein zu stehen (act. 3‘001). Des Weiteren habe er 
sie am Hals gepackt und gedroht, sie oder ihren Bruder umzubringen. Sie sei die Misshandlungen 
betreffend nie zum Arzt gegangen, unter anderem weil sie erst seit Anfang 2016 krankenversichert 
sei. Ferner habe B.________ ihr das Natel weggenommen, sowie anlässlich eines Ausfluges in 
den Kosovo den kosovarischen und den schweizerischen Ausländerausweis, um sie dann beim 
Polizeiposten ihres Heimatortes auszusetzen (act. 3‘000 ff.).

Im Nachgang an die Einvernahme reichte A.________ psychiatrische Arztberichte ein. Diese 
halten fest, dass sie Opfer von massiver häuslicher Gewalt durch ihren Ehemann gewesen sei und 
dadurch eine Traumatisierung erlitten habe (act. 9‘010 sowie act. 9‘012).

B.________ bestritt die Vorwürfe und sagte aus, seine Frau nie angefasst zu haben. Er habe sich 
im Januar oder Februar 2015 von ihr getrennt. Es gehe vielmehr um einen Komplott gegen ihn und 
seine Familie, da A.________ aufgrund der Trennung ihr Aufenthaltsrecht in der Schweiz verliere. 
Seine Familie sei durch ihre Familie am 1. Januar 2016 im Kosovo angegriffen und verletzt worden 
(act. 3‘001). 

B.________ reichte seinerseits im Nachgang zur Konfrontationseinvernahme verschiedene 
Dokumente ein, welche einen Vorfall vom 1. Januar 2016 im Kosovo dokumentieren. Dabei sollen 
B.________, sein Bruder, dessen Frau und deren Sohn von sieben Männern angegriffen worden 
sein, welche alle mit A.________ verwandt seien (act. 9‘018 ff.).

D. Die Staatsanwaltschaft erliess am 16. August 2016 eine Einstellungsverfügung nach 
Art. 319 Abs. 1 lit. e StPO mit der Begründung, es bestehe ein nicht zu beseitigender Zweifel im 
Strafverfahren wegen einfacher Körperverletzung, Tätlichkeiten, Drohung, Nötigung und 
Freiheitsberaubung gegen B.________ (act. 10‘002 f.). 

E. Gegen diese Verfügung erhob A.________ am 25. August 2016 Beschwerde unter Kosten- 
und Entschädigungsfolge. Sie beantragt Ziffer 1 der Verfügung vom 16. August 2016 sei 
aufzuheben. Die Vorinstanz sei anzuweisen, das Strafverfahren gegen B.________ wegen 
Körperverletzung, Tätlichkeiten, Drohung, Nötigung und Freiheitsberaubung zum Nachteil von 
A.________ fortzuführen. Für das Beschwerdeverfahren sei ihr die unentgeltliche Rechtspflege zu 
gewähren und Fürsprecher Lars Rindlisbacher als amtlicher Anwalt beizuordnen. 

Mit Stellungnahme vom 5. September 2016 beantragte die Staatsanwaltschaft die kostenfällige 
Abweisung der Beschwerde.

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Erwägungen

1. a) Gegen Einstellungsverfügungen kann innert 10 Tagen bei der Strafkammer Beschwerde 
geführt werden (Art. 20 Abs. 1 lit. b, 322 Abs. 2 StPO; Art. 64 lit. c JG).

Die angefochtene Verfügung wurde der Beschwerdeführerin frühestens am 17. August 2016 
zugestellt. Die Beschwerde wurde am 25. August 2016 der Post übergeben, weshalb sie 
fristgerecht erfolgt ist.

b) Mit der Beschwerde können Rechtsverletzungen, die unvollständige oder unrichtige 
Feststellung des Sachverhalts sowie Unangemessenheit gerügt werden (Art. 393 Abs. 2 StPO). 
Die Beschwerde ist zu begründen (Art. 396 Abs. 1 StPO), was vorliegend der Fall ist.  

c) Nach Art. 382 Abs. 1 StPO kann jede Partei, die ein rechtlich geschütztes Interesse an 
der Aufhebung oder Änderung eines Entscheids hat, ein Rechtsmittel ergreifen. Partei im 
Strafverfahren ist nebst der beschuldigten Partei und der Staatsanwaltschaft auch die Privatkläger-
schaft (Art. 104 Abs. 1 StPO). 

Die Beschwerdeführerin ist Trägerin des Rechtsgutes, dessen Verletzung sie geltend macht. Somit 
ist sie zur Beschwerdeführung legitimiert. 

d) Damit ist auf die frist- und formgerechte Beschwerde einzutreten.

e) Die Beschwerde wird in einem schriftlichen Verfahren behandelt (Art. 397 Abs. 1 StPO).

2. Die Staatsanwaltschaft führt im Wesentlichen aus, dass sich die Versionen der beiden 
Parteien im Ergebnis diametral widersprechen. Nach ihren Angaben fehlen klare 
Tatsachenfeststellungen. Insbesondere existieren keine Polizeirapporte betreffend die Vorwürfe 
von häuslicher Gewalt. Die Staatsanwaltschaft legt dar, dass weitere Ermittlungsmöglichkeiten 
(bspw. die Überprüfung der Schliesssituation in der Wohnung oder eine Einvernahme der Eltern 
von B.________) zwar vorliegen, diese aber nicht direkt vermögen, einen Vorwurf zu belegen oder 
zu entkräften. Auch von einer Einvernahme der behandelnden psychiatrischen Ärztin der 
Beschwerdeführerin wird Abstand genommen. Dies mit der Begründung, dass nicht davon 
auszugehen ist, dass sich aus dieser Einvernahme etwas anderes, namentlich eine eigene 
Wahrnehmung der vorliegend zu beurteilenden Taten, ergeben könnte. In ihrer Stellungnahme 
vom 5. September 2016 hält sie weiter fest, dass bereits die Strafanzeige vom 26. Juni 2015 
höchst allgemein gehalten war. Darüber hinaus seien auch die Aussagen anlässlich der 
Konfrontationseinvernahme vom 14. April 2016 in sehr allgemeiner Weise erfolgt und nur mühsam 
zu erhalten gewesen. Dies obschon die Beschwerdeführerin bei dieser Einvernahme durchaus die 
Gelegenheit gehabt hätte, spezifische und präzise Aussagen zu machen. 

Im Ergebnis besteht nach Ansicht der Staatsanwaltschaft ein nicht zu beseitigender Zweifel, 
welcher derart ist, dass auch ein Gericht nicht zu einer Verurteilung des Beschwerdegegners 
gelangen würde. Das Verfahren gegen B.________ sei demnach nach Art. 319 Abs. 1 lit. e StPO 
einzustellen.

3. a) Von der Beschwerdeführerin wird in Bezug auf die Einstellungsverfügung vorgebracht, 
die Vorinstanz habe den rechtserheblichen Sachverhalt ungenügend abgeklärt, insbesondere 
unrichtig und unvollständig erhoben, und fälschlicherweise Einstellungsgründe angenommen. 
Damit verletze die Verfügung die Offizial- bzw. Untersuchungsmaxime sowie die Grundsätze der 
Beweiserhebung und Beweiswürdigung. Ferner liege ein Verstoss gegen die Bestimmungen über 

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die Verfahrenseinstellung vor. Diese Verletzungen würden den Grad der Willkür (Art. 9 BV) 
erreichen.

b) Nach der in Art. 2 Abs. 1 StPO festgehaltenen Offizialmaxime, ist der Staat unabhängig 
vom Willen der Geschädigten verpflichtet, Straftaten zu verfolgen (WOHLERS, Kommentar zur 
StPO, 2. Aufl. 2014, Art. 2 N 1). Als Gegenstück hält Art. 7 Abs. 1 StPO in Form des 
Legalitätsprinzips fest, dass der Staat, wenn Verdacht auf eine Straftat besteht, verpflichtet ist, ein 
Verfahren einzuleiten und durchzuführen. Ziel des Verfahrens soll immer sein, abzuklären, ob ein 
strafrechtlich relevantes Verhalten gegeben ist oder nicht. Bestätigt sich der Verdacht, ist der Staat 
grundsätzlich verpflichtet, Anklage zu erheben, um eine gerichtliche Beurteilung zu erlangen 
(WOHLERS, Art. 7 N 1). Nach dem Untersuchungsgrundsatz in Art. 6 Abs. 1 StPO haben die 
Strafbehörden von Amtes wegen alle für die Beurteilung der Tat und der beschuldigten Person 
bedeutsamen Tatsachen zu ermitteln. Ziel des Strafverfahrens ist sodann die Ermittlung der 
materiellen Wahrheit. Daraus folgt, dass umstrittene Tatsachenvermutungen zu verifizieren sind 
(WOHLERS, Art. 6 N 1).

Bei der Frage, ob ein Strafverfahren über eine (definitive) Verfahrenseinstellung durch die 
Untersuchungsbehörde erledigt werden kann, gilt im schweizerischen Strafprozessrecht der 
Grundsatz "in dubio pro duriore". Dieser Grundsatz fliesst aus dem Legalitätsprinzip (Art. 5 
Abs. 1 BV und Art. 2 Abs. 1 StPO i.V.m. Art. 319 Abs. 1 und Art. 324 Abs. 1 StPO). Er bedeutet, 
dass eine Einstellung durch die Staatsanwaltschaft grundsätzlich nur bei klarer Straflosigkeit bzw. 
offensichtlich fehlenden Prozessvoraussetzungen angeordnet werden darf. Bei der Beurteilung 
dieser Frage verfügen die Staatsanwaltschaft und die Vorinstanz über einen gewissen Spielraum. 
Die Staatsanwaltschaft darf sich jedoch nicht die Rolle des Gerichts anmassen. Es ist (sofern die 
Erledigung mit einem Strafbefehl nicht in Frage kommt) Anklage zu erheben, wenn eine 
Verurteilung wahrscheinlicher erscheint als ein Freispruch. Falls sich die Wahrscheinlichkeiten 
eines Freispruches oder einer Verurteilung in etwa die Waage halten, drängt sich in der Regel, 
insbesondere bei schweren Delikten, ebenfalls eine Anklageerhebung auf (BGE 138 IV 186 E. 4.1; 
BGE 137 IV 219 E. 7.1; RIKLIN, OFK StPO, 2. Aufl. 2014, Art. 319 N 2).

Gemäss Art. 319 Abs. 1 lit. a StPO ist die vollständige oder teilweise Einstellung des Verfahrens zu 
verfügen, wenn kein Tatverdacht erhärtet ist, der eine Anklage rechtfertigt (vgl. Art. 324 
Abs. 1 StPO). Die Staatsanwaltschaft hat nicht eine abschliessende Beurteilung darüber 
vorzunehmen, ob sich die beschuldigte Person einer ihr zur Last gelegten Tat strafbar gemacht 
hat, sondern nur, ob genügend Anhaltspunkte vorhanden sind, die es rechtfertigen, das Verfahren 
weiterzuführen (LANDSHUT/BOSSHARD, Kommentar zur StPO, 2. Aufl. 2014, Art. 319 N 15 mit 
Hinweisen). Die Staatsanwaltschaft trifft ihren Entscheid über Anklageerhebung oder Einstellung 
des Verfahrens nach pflichtgemässem Ermessen. Ihre Aufgabe ist es, nach durchgeführter 
Untersuchung in vorweggenommener Würdigung der Beweise und der Rechtslage eine Prognose 
über den Ausgang eines allfälligen gerichtlichen Verfahrens zu machen. Die Staatsanwaltschaft 
tritt dabei nicht selbst an die Stelle des Sachgerichts, sondern erwägt in Berücksichtigung der 
massgebenden Beweiswürdigungs- und Subsumtionsgrundsätze, welche Möglichkeiten für das 
Sachgericht offenstehen (OBERHOLZER, Grundzüge des Strafprozessrechts, 2012, N 1395).

Sind ausser den sich widersprechenden Aussagen des Geschädigten und der beschuldigten 
Person keine wesentlichen Beweismittel vorhanden, ist ein besonders gewissenhaftes 
Wahrscheinlichkeitskalkül über die Aussichten der Anklage anzustellen. Massgeblich ist die 
Überlegung, ob die Zweifel von derartigem Gewicht sind, dass eine Verurteilung nach den 
praktischen Erfahrungen nicht mehr für wahrscheinlich gehalten werden kann. Steht dem 
bestreitenden Beschuldigten nur die Aussage eines an der Verurteilung unmittelbar interessierten 

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Geschädigten gegenüber und finden dessen Anschuldigungen nicht eine objektive Bestätigung im 
Untersuchungsergebnis, so kann nicht von einem für die Anklageerhebung hinreichenden 
Verdacht gesprochen werden (LANDSHUT/BOSSHARD, Art. 319 N 17 mit Hinweisen).

Keine Einstellung, sondern die Erhebung einer Anklage ist wohl grundsätzlich immer dann 
angezeigt, wenn der Ausgang des Verfahrens ausschliesslich von der Beweiswürdigung abhängt 
(LANDSHUT/BOSSHARD, Art. 319 N 18). Eine Einstellung des Verfahrens ist auch dann aufzuheben 
und die Strafsache in die Untersuchung zurückzuweisen, wenn die Untersuchung wesentliche 
Lücken aufweist und damit Fragen offenbleiben, deren Beantwortung für Freispruch oder 
Schuldspruch der beschuldigten Person wesentlich sein können (OBERHOLZER, N 1398). 

c) Die Beschwerdeführerin bringt in Bezug auf die Beweisführung und Beweiswürdigung im 
Wesentlichen vor, der Sachverhalt sei praktisch nicht untersucht worden. 

aa) So seien der Beschwerdegegner und die Beschwerdeführerin nie einlässlich 
einvernommen worden. An der Konfrontationseinvernahme habe der zuständige Staatsanwalt 
nicht einmal Fragen gestellt. Sie fordert deshalb, dass sie ein zweites Mal in Abwesenheit ihres 
Ehemannes einvernommen wird. Dies begründet sie unter anderem damit, dass gerade in Fällen, 
wo die Sachverhaltsdarstellungen der Parteien konträr sind, weitere Abklärungen des 
Sachverhaltes durch die Staatsanwaltschaft besonders wichtig sind. Sie verweist auf die 
bundesgerichtliche Praxis, gemäss welcher in „Aussage gegen Aussage“-Situationen ohne weitere 
Sachbeweise die Einvernahme der aussagenden Personen nach dem Unmittelbarkeitsprinzip 
unverzichtbar sind (BGer 6B_70/2015 vom 20. April 2016 E. 1.4.1).

Der Einwand geht hier insofern fehl, als im zitierten Bundesgerichtsentscheid die persönliche 
Einvernahme durch das Sachgericht verlangt wird. Vorliegend ist jedoch streitig, ob die 
Staatsanwaltschaft eine weitere Einvernahme hätte durchführen müssen. Darüber hinaus liegt der 
vorliegende Fall anders, da bereits eine Konfrontationseinvernahme stattgefunden hat. Anlässlich 
dieser wurde den Parteien die Gelegenheit gegeben, sich persönlich zu äussern. Nicht treffend ist 
auch das Vorbringen, der zuständige Staatsanwalt habe an der Konfrontationseinvernahme keine 
Fragen gestellt. An der Einvernahme waren gleicherweise die Anwälte der Parteien anwesend. 
Diese hätten ebenfalls Gelegenheit gehabt, Fragen zu stellen und dadurch weitere 
beziehungsweise präzisere Ausführungen zu erhalten. Es ist zudem nicht ersichtlich, inwiefern 
eine weitere Einvernahme der Beschwerdeführerin neue Erkenntnisse bringen würde, hat sie doch 
bisher nur sehr allgemein gehaltene Auskünfte machen können. Sei dies im Rahmen der 
Strafanzeige, an der Konfrontationseinvernahme aber auch in der Beschwerde.

bb) Die Beschwerdeführerin fordert als weitere von der Staatsanwaltschaft zu treffende 
Ermittlungsmöglichkeit eine Einvernahme der sie behandelnden psychiatrischen Ärztin. Die 
Staatsanwaltschaft hält dem entgegen, dass von einer Einvernahme abgesehen werden könne. 
Einerseits weil die Ärztin zum Vorteil ihrer Patientin tätig sei, andererseits weil sich aus einer 
Einvernahme nichts neues, namentlich eine eigene Wahrnehmung der zu beurteilenden 
Tatsachen, ergeben würde. Der Meinung der Beschwerdeführerin folgend, kann nicht davon 
ausgegangen werden, dass die psychiatrische Ärztin allein deswegen, weil es sich um ihre 
Patientin handelt zum Vorteil der Beschwerdeführerin aussagen wird. Privatgutachten unterliegen 
im Prozess wie sämtliche eingebrachten Beweismittel dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung. 
Es läuft diesem Grundsatz zuwider, wenn das Gutachten mit der Grundhaltung gewürdigt wird, 
dass die Ärztin ohnehin zum Vorteil der Patientin tätig sei (BGE 125 V 351 m.w.H. auf Hausärzte). 
Dennoch würde eine Einvernahme der psychiatrischen Ärztin oder die Einforderung eines weiteren 
Berichtes ihrerseits in casu keine neuen Erkenntnisse bringen, da die Ärztin ihre Meinung bereits 
in ihren Schreiben vom 6. Juli 2015 und vom 26. April 2016 ausführlich und präzise äussern 

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konnte. Hinzu kommt, dass sie erst nach der Trennung des Ehepaares aufgesucht wurde und 
somit keine eigene Wahrnehmung der zu beurteilenden Taten haben kann.

Die Staatsanwaltschaft führt weiter aus, dass bspw. auch die Überprüfung der Schliesssituation in 
der ehelichen Wohnung nicht zielführend ist, um nachzuweisen, ob es tatsächlich zu den 
vorgeworfenen Tathandlungen gekommen ist oder nicht. Dieser Ansicht ist zu folgen. Ob die 
Schlüssel tatsächlich zu allen Türen im Haus passen, ist nicht aussagekräftig für die Frage, ob die 
Beschwerdeführerin eingeschlossen war oder nicht.

cc) Die Staatsanwaltschaft hat demnach die Grundsätze über die Beweiserhebung und 
Beweiswürdigung nicht verletzt. Die Parteien konnten sich an der Konfrontationseinvernahme 
persönlich äussern; die weiteren von der Beschwerdeführerin geforderten Beweiserhebungen sind 
nicht zielführend. Daneben ist nicht ersichtlich, inwiefern die Staatsanwaltschaft in ihren 
Untersuchungen präziser hätte sein können. Liegen ihr doch – neben den Berichten der 
behandelnden psychiatrischen Ärztin – keine Arzt- bzw. Polizeiberichte oder Zeugenaussagen vor, 
welche die Vorwürfe der Beschwerdeführerin stützen würden.

d) Die Beschwerdeführerin bringt zudem vor, die Staatsanwaltschaft habe mit der 
erlassenen Verfügung gegen die Bestimmungen über die Verfahrenseinstellung nach 
Art. 319 StPO verstossen. Dies ist insofern zutreffend als die Staatsanwaltschaft das Verfahren 
unter Verweis auf Art. 319 Abs. 1 lit. e StPO einstellt. Vielmehr hätte das Verfahren – wie in Punkt 
3 des vorliegenden Urteils ausgeführt – gestützt auf Art. 319 Abs. 1 lit. a StPO eingestellt werden 
müssen. Dies ändert jedoch nichts am Ergebnis.

e) Im Weiteren erreichen nach Ansicht der Beschwerdeführerin die gerügten 
Rechtsverletzungen den Grad der Willkür (Art. 9 BV). Auf diese Rüge ist nicht einzutreten, da sie 
nicht begründet wurde. Selbst wenn die Rüge zu prüfen wäre, müsste festgestellt werden, dass 
keine Verletzung des Willkürverbots vorliegt. Art. 9 BV soll vor qualifizierter Fehlerhaftigkeit 
schützen. So ist willkürliche Rechtsanwendung typischerweise darin zu sehen, dass ein Entscheid 
in einem offenen Widerspruch zur Rechtsnorm oder zum Sachverhalt steht (TSCHENTSCHER, 
BaKomm, Bundesverfassung, 2015, Art. 9 N 7). Vorliegend kann nicht von einer krassen 
Rechtsverletzung ausgegangen werden. Die betroffenen Personen konnten sich anlässlich der 
Konfrontationseinvernahme persönlich äussern. Die dort vorgebrachten Sachverhalts-
schilderungen sowie die in den Rechtsschriften vorgebrachten Argumente wurden von der 
Staatsanwaltschaft untersucht und gewürdigt.

f) Schliesslich erwähnt die Beschwerdeführerin noch, dass der Punkt der Zustimmung 
bzw. Genehmigung der Generalstaatsanwaltschaft (Art. 322 Abs. 1 StPO) offengeblieben sei. Der 
Generalstaatsanwalt des Kantons Freiburg hat die Einstellungsverfügung am 12. August 2016 
genehmigt (act. 10‘000), sodass dieser Punkt nicht weiter zu prüfen ist.

4. Die Beschwerde wird damit abgewiesen und die Einstellungsverfügung vom 16. August 2016 
bestätigt. Es sind keine weiteren Beweiserhebungen ersichtlich, welche den Tatverdacht erhärten 
könnten. Damit stehen sich nur die Aussagen der an der Verurteilung unmittelbar interessierten 
Beschwerdeführerin und jene des Beschwerdegegners gegenüber. Insbesondere aus einer 
weiteren Einvernahme der Beschwerdeführerin sind keine weiteren bzw. neuen Erkenntnisse zu 
erwarten. Damit reicht die Beweislage nicht aus, um einen für die Anklageerhebung hinreichenden 
Verdacht zu begründen.

5. Wenn die unentgeltliche Rechtspflege schon bestanden hat, muss sie im 
Rechtsmittelverfahren nicht erneut angeordnet werden (SCHMID, Praxiskommentar StPO, 2. Aufl. 
2014, Art. 138 N 3). Der Beschwerdeführerin wurde die unentgeltliche Rechtspflege bereits 
gewährt und Fürsprecher Lars Rindlisbacher als unentgeltlicher Rechtsbeistand beigeordnet 

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(act. 7'065). Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ist damit als gegenstandslos 
abzuschreiben.

6. a) Die unterliegende Partei trägt die Kosten des Rechtsmittelverfahrens (Art. 428 Abs. 1 
StPO). Die Kosten werden auf CHF 570.- (Gebühr CHF 500.-; Auslagen CHF 70.-) festgesetzt.

b) Eine Parteientschädigung ist nicht zuzusprechen (Art. 436 Abs. 1 i.V.m. Art. 433 StPO). 
Der Beschwerdegegner wurde seinerseits nicht zur Stellungnahme aufgefordert und hat somit 
auch keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.

c) Die im Beschwerdeverfahren dem unentgeltlichen Rechtsbeistand zuzusprechende 
Entschädigung ist im Kanton Freiburg durch die Strafkammer festzusetzen. Im vorliegenden Fall 
erscheint eine Entschädigung von CHF 900.- (inkl. Auslagen), zzgl. MwSt. zu CHF 72.- (8 %), bei 
einem Tarif von CHF 180.- pro Stunde, als angemessen.

Die Kammer erkennt:

I. Die Beschwerde wird abgewiesen.

Die Einstellungsverfügung vom 16. August 2016 wird bestätigt.

II. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird als gegenstandslos abgeschrieben.

III. Die Gerichtskosten von CHF 570.- (Gebühr CHF 500.-; Auslagen CHF 70.-) werden 
A.________ auferlegt, unter Vorbehalt der unentgeltlichen Rechtspflege.

IV. Es wird keine Parteientschädigung für das Beschwerdeverfahren zugesprochen.

V. Die angemessene Entschädigung von Fürsprecher Lars Rindlisbacher für das 
Beschwerdeverfahren wird auf CHF 900.- festgesetzt, zzgl. MwSt. zu CHF 72.-. 

VI. Zustellung.

Dieses Urteil kann innert 30 Tagen nach seiner Eröffnung mit Beschwerde in Strafsachen beim 
Bundesgericht angefochten werden. Das Beschwerderecht und die übrigen Zulässigkeits-
voraussetzungen sind in den Art. 78–81 und 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht 
vom 17. Juni 2005 (BGG) geregelt. Die begründete Beschwerdeschrift ist beim Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, einzureichen.

Freiburg, 27. Oktober 2016/pra

Präsident Gerichtsschreiberin