# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d0517c58-acee-5ee6-a2c4-29ef861f185c
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-11-18
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsbehörden Bau- und Verkehrsdirektion 18.11.2022 110 2022 68
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_BVD/BE_VB_001_110-2022-68_2022-11-18.pdf

## Full Text

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Bau- und Verkehrsdirektion

Reiterstrasse 11
3013 Bern
Telefon +41 31 633 30 11
info.ra.bvd@be.ch
www.bvd.be.ch/ra

BVD 110/2022/68

Entscheid der Bau- und Verkehrsdirektion des Kantons Bern (BVD)
vom 18. November 2022

in der Beschwerdesache zwischen

Herrn C.________
Beschwerdeführer 1

Frau D.________
Beschwerdeführerin 2

und

Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Köniz, Bauinspektorat, Landorfstrasse 1,
3098 Köniz

betreffend die Verfügung der Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Köniz vom 29. März 2022 
(Geschäftsnummer: 19256-P1n; Fassadenfarbe und Struktur)

I. Sachverhalt

1. Die Beschwerdeführenden sind Eigentümer der Parzelle Köniz Grundbuchblatt 
Nr. F.________. Die Parzelle liegt in der gemischten Zone AW, Bauklasse E. Bei der Liegenschaft 
A.________weg 3 der Beschwerdeführenden handelt es sich um ein erhaltenswertes 
Baudenkmal, das sich in der Strukturgruppe 1 (Köniz, Liebefeld, B.________) befindet. Die 
Beschwerdeführenden reichten am 15. April 2020 bei der Gemeinde Köniz ein Baugesuch ein für 
eine energetische Fassadensanierung. Mit Entscheid vom 3. Dezember 2020 erteilte die 
Gemeinde Köniz den Beschwerdeführenden die Baubewilligung. Auf dem am 3. Dezember 2020 
bewilligten Fassadenplan ist für die neue Fassade «Aussendämmung abgerieben, Korngrösse 
6 mm, Farbe weiss» bewilligt worden. Die Baubewilligung wurde unter anderem mit den folgenden 
Auflagen verknüpft:

Die Farbe und Struktur der Fassade ist dem vorhandenen Gebäude anzupassen. Werden Abweichungen 
beabsichtigt, so sind die Muster der Materialien und der Farbgebung rechtzeitig dem Bauinspektorat zur 
Genehmigung vorzulegen. Wird im Zusammenhang mit dem Umbau beabsichtigt, die Fassade zu ändern 
(Material und/oder Farbe), so sind die Muster rechtzeitig dem Bauinspektorat zur Genehmigung vorzulegen.
Werden im Zuge der Realisierung Änderungen beabsichtigt, so sind die Muster der Materialien und der 
Farbgebung rechtzeitig dem Bauinspektorat zur Genehmigung vorzulegen.

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Mit Schreiben vom 27. September 2021 informierten die Nachbarn der Beschwerdeführenden die 
Gemeinde, dass die Beschwerdeführenden unter anderem ohne Baubewilligung verschiedene 
bauliche Massnahmen an ihrer Liegenschaft vorgenommen hätten. Nach einem Schriftenwechsel 
führte die Gemeinde am 1. November 2021 eine baupolizeiliche Kontrolle durch und stellte unter 
anderem fest, dass der Sockel mit einem Glattputz ausgeführt, die Fassaden in hellblauer Farbe 
anstelle von weisser Farbe und die Fensterläden neu in weisser anstelle von dunkelblauer Farbe 
gestrichen worden seien. Die Gemeinde sprach daher am 12. November 2021 mündlich die 
Einstellung der Bauarbeiten bis auf weiteres aus und ordnete mit Verfügung vom 16. November 
2021 die Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands an. Gleichzeitig wurden die 
Beschwerdeführenden auf die Möglichkeit zur Einreichung eines nachträglichen 
Projektänderungsgesuchs hingewiesen und für den Fall der Nichtbefolgung wurde die 
Ersatzvornahme angedroht. 

Die Beschwerdeführenden reichten am 24. November 2021 bei der Gemeinde ein nachträgliches 
Projektänderungsgesuch ein. In ihrem Gesuch hielten sie im Wesentlichen fest, dass sie eine 
weisse Fassadenfarbe angebracht hätten, die Farbe weiss lasse diverse Variationen zu. Weiter 
begründeten sie, weshalb sie den Sockel mit einem Verputz versehen hätten, der nicht grobkörnig 
sei. Für die Fensterläden hätten sie die Farbe reinweiss gewählt. Sie beantragten die 
Genehmigung dieses bereits angebrachten Verputzes beim Sockel und der bereits umgesetzten 
Farbgebung der Fassade und Fensterläden. Die Bau- und Planungskommission der Gemeinde 
Köniz (BPK) beurteilte an ihrer Sitzung vom 16. Dezember 2021 das Bauvorhaben negativ, weil 
insbesondere das gewählte Farbkonzept zu modern sei für diese Strukturgruppe und ein Haus im 
Heimatstil aus den 20er Jahren. Mit Verfügung vom 29. März 2022 erteilte die Gemeinde den 
Bauabschlag und ordnete die Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes an, indem 
folgende Massnahmen umzusetzen seien:

a) Die Oberfläche des Sockels ist gemäss vorherigem Bestand zu rekonstruieren.
b) Die Fassadenfarbe ist gemäss vorherigem Bestand zu streichen.
c) Die Fensterläden sind gemäss vorherigem Bestand zu streichen.

2. Gegen diese Verfügung reichten die Beschwerdeführenden am 22. April 2022 Beschwerde 
bei der Bau- und Verkehrsdirektion des Kantons Bern (BVD) ein. Sie stellen den Antrag, die 
Verfügung der Gemeinde sei aufzuheben und die Farbe der Fassade und der Fensterläden sowie 
der Sockel seien gemäss Gesuch vom 24. November 2021 zu genehmigen. Eventualiter 
beantragen sie, die Farbe der Fensterläden sei gemeinsam mit dem Beschwerdeführer 1 von einer 
Fachperson festzulegen. Sie bemängeln insbesondere den unterlassenen Einbezug der 
kantonalen Fachstelle und eine ungenügende Begründung des angefochtenen Entscheids und 
dass die Vorinstanz ihre in der Stellungnahme vorgebrachten Argumente ungenügend gewürdigt 
habe. Weiter sei es stossend, wie die Vorinstanz bei der Behandlung der Gesuche innerhalb der 
Strukturgruppe ungleiche Massstäbe setze. Der Sockel ihres Hauses könne nur entgegen den 
Regeln der Baukunst vollständig grob verputzt werden oder der grobe Verputz nur im oberen Teil 
des Sockels angebracht werden. Insgesamt trete die Gestaltung des Hauses entgegen den 
Ausführungen der BPK nicht modern in Erscheinung.

3. Das Rechtsamt, das die Beschwerdeverfahren für die BVD leitet1, führte den 
Schriftenwechsel durch und holte die Vorakten ein. Die Gemeinde Köniz beantragt mit 
Stellungnahme vom 25. Mai 2022, die Beschwerde sei unter Kostenfolge abzuweisen. Das 
Rechtsamt holte einen ausführlich begründeten Bericht der BPK zur Einordnung des 
Bauvorhabens ins Orts- und Landschaftsbild ein. Weiter holte sie bei der Gemeinde eine aktuelle 

1 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau- und Verkehrsdirektion 
(Organisationsverordnung BVD, OrV BVD; BSG 152.221.191)

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Farbfotodokumentation von allen Gebäuden der gesamten Strukturgruppe und von einigen 
weiteren Parzellen ein. Bei den Beschwerdeführenden holte sie eine Stellungnahme mit der 
Angabe der genauen Farbbezeichnung des Sockels sowie der Fassade gemäss 
Projektänderungsgesuch vom 24. November 2021 und die entsprechenden Farbmuster ein. Die 
Parteien erhielten schliesslich Gelegenheit, Schlussbemerkungen einzureichen. Die 
Beschwerdeführenden machten davon mit Eingabe vom 7. Oktober 2022 Gebrauch.

4. Auf die Rechtsschriften wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den nachfolgenden 
Erwägungen eingegangen.

II. Erwägungen

1. Prozessvoraussetzungen

a) Angefochten ist ein Bauentscheid mit Wiederherstellungsverfügung. Bauentscheide können 
nach Art. 40 BauG2 innert 30 Tagen seit Eröffnung mit Baubeschwerde bei der BVD angefochten 
werden; das Gleiche gilt für Wiederherstellungsverfügungen (Art. 49 BauG). Die BVD ist somit für 
die Beurteilung der Beschwerde zuständig.

b) Zur Beschwerde befugt sind die Baugesuchstellerinnen, die Baugesuchsteller, die 
Einsprecherinnen, die Einsprecher und die zuständige Gemeindebehörde (Art. 40 Abs. 2 BauG). 
Beim Projektänderungsgesuch der Beschwerdeführenden vom 24. November 2021 handelt es 
sich um ein nachträgliches Baugesuch. Das nachträgliche Baugesuch der Beschwerdeführenden 
wurde abgewiesen und sie sind Adressaten der Wiederherstellungsverfügung, weshalb sie durch 
den vorinstanzlichen Entscheid beschwert und daher zur Beschwerdeführung legitimiert sind. Auf 
die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten.

2. Verletzung des rechtlichen Gehörs

a) Die Beschwerdeführenden rügen, die Vorinstanz habe ihren Entscheid ungenügend 
begründet. Aus der Begründung des Entscheids müsse ersichtlich sein, wieso das Baugesuch 
hinsichtlich Fassadenfarbe, Fensterlädenfarbe und Struktur des Sockels nicht genehmigt werde. 
Bezüglich Fassadenfarbe führe die Vorinstanz lediglich aus, dass das gewählte moderne 
Farbkonzept für die Strukturgruppe und ein Haus im Heimatstil aus den 20er Jahren nicht 
erwünscht sei. Aus der Begründung «nicht erwünscht» sei nicht ersichtlich, welche gesetzliche 
Norm der Genehmigung einer weissen Fassadenfarbe entgegenstehe. Weshalb die beantragte 
Sockelstruktur nicht genehmigt werde, begründe die Gemeinde nicht. Dem Entscheid der 
Vorinstanz sei keine seriöse Auseinandersetzung vorausgegangen und er sei nicht 
nachvollziehbar begründet. Weiter rügen die Beschwerdeführenden, dass die Vorinstanz der BPK 
nur das Projektänderungsgesuch, aber nicht ihre am 2. März 2022 eingereichte Stellungnahme 
unterbreitet habe. Somit habe die BPK keine Kenntnis darüber erlangt, dass die 
Beschwerdeführenden angeboten hätten, die Fensterläden in Absprache mit der Gemeinde in 
einer anderen Farbe zu streichen. Insgesamt sei eine fundierte und ausgewogene 
Entscheidfindung nicht möglich gewesen.

2 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721.0)

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b) Der Anspruch auf rechtliches Gehör nach Art. 21 ff. VRPG3 gibt den Parteien das Recht, 
sich zur Sache zu äussern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, 
mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise 
entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern. Der Anspruch auf 
rechtliches Gehör verlangt auch, dass die Behörde die Vorbringen der Betroffenen sorgfältig prüft 
und beim Entscheid berücksichtigt. Daraus ergibt sich die Pflicht der Behörde, ihre Verfügung zu 
begründen (Art. 52 Abs. 1 Bst. b VRPG). Die Begründung muss so abgefasst sein, dass die 
Betroffenen die Verfügung sachgerecht anfechten können. Es müssen wenigstens kurz die 
Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf die sich ihr 
Entscheid stützt. Die Behörde muss jedoch nicht auf jedes Argument der Parteien eingehen; es 
genügt, wenn sie sich mit den wesentlichen Gesichtspunkten auseinandergesetzt hat.4 Der 
Anspruch auf rechtliches Gehör ist ein formeller Anspruch; die Verletzung des rechtlichen Gehörs 
führt deshalb grundsätzlich zur Aufhebung des angefochtenen Entscheids. Eine Gehörsverletzung 
kann aber dann geheilt werden, wenn die Rechtsmittelinstanz dieselbe Kognition hat wie die 
Vorinstanz und der beschwerdeführenden Person aus der Heilung kein Nachteil erwächst. Eine 
Heilung kommt in erster Linie bei nicht besonders schwerwiegenden Gehörsverletzungen in 
Frage. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist aber auch bei schwerwiegenden 
Gehörsverletzungen eine Heilung nicht ausgeschlossen, wenn und soweit die Rückweisung zu 
einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem 
Interesse der betroffenen Partei an einer beförderlichen Beurteilung der Sache nicht zu 
vereinbaren wären.5 Die Heilung des rechtlichen Gehörs ist allenfalls bei der Kostenverlegung zu 
berücksichtigen.6

c) Die Vorinstanz hat sich im angefochtenen Entscheid zwar mehr als eine Seite lang zum 
Thema «Schutz und Gestaltung von Ortsbild und Landschaft» geäussert. In erster Linie hat sie 
jedoch die rechtlichen Grundlagen ausführlich dargelegt, aber die eigentlichen Gründe, wieso das 
konkrete Bauvorhaben nicht bewilligt werden könne, sind sehr knapp und wenig aussagekräftig 
festgehalten. Die Vorinstanz hat in den Erwägungen 4.9 bis 4.10 nur festgehalten, die Bau- und 
Planungskommission sei zum Schluss gekommen, das gewählte moderne Farbkonzept sei für die 
Strukturgruppe und ein Haus im Heimatstil nicht erwünscht. Auch die Fensterläden müssten sich 
deutlich von der Wand abheben. Auf die in der Bewilligung vorgesehene Struktur des Sockels sei 
zu bestehen. Das Bauvorhaben sei nicht so gestaltet, dass es zu einer guten Gesamtwirkung 
beitrage. Die Vorinstanz hat aber nicht erläutert, was sie unter «modernem Farbkonzept» versteht, 
welche Farbgebung in der Strukturgruppe typisch ist etc. Auch der Bericht der Bau- und 
Planungskommission, auf den die Vorinstanz verweist, enthält keine zusätzliche Begründung. 
Zwar musste die Vorinstanz nicht ausführlich auf alle Vorbringen der Beschwerdeführenden 
eingehen, die Entscheidbegründung der Vorinstanz ist aber zu kurz ausgefallen. Die Gemeinde 
kam im vorliegenden Fall ihrer Begründungspflicht nicht vollends nach und hat daher das 
rechtliche Gehör der Beschwerdeführenden verletzt. 

d) Im Beschwerdeverfahren wurde von der BPK eine ausführliche Begründung zur Einordnung 
des Bauvorhabens ins Orts- und Landschaftsbild eingeholt; die BPK hat im Bericht vom 3. August 
2022 umfassend ausgeführt, wieso sich das Bauvorhaben aus ihrer Sicht hinsichtlich der von den 
Beschwerdeführenden gewählten Farben nicht ins Ortsbild einfügt. Den Beschwerdeführenden 
wurde dieser Bericht vom 3. August 2022 zugestellt und sie bekamen Gelegenheit, Stellung zu 
nehmen. Insbesondere hat die BPK auch Stellung dazu genommen, ob die Fassadenfarbe 
bewilligungsfähig ist, sofern lediglich die Fensterladenfarbe geändert wird. Als erste 

3 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21)
4 BVR 2018 S. 341 E. 3.4.2, 2016 S. 402 E. 6.2; BGE 140 II 262 E. 6.2; Michel Daum, in Kommentar zum bernischen 
VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 52 N. 7
5 BGE 142 II 218 E. 2.8.1; Michel Daum, in Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 21 N. 9 bis 11
6 Ruth Herzog, in Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 108 N. 21 und 39

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Rechtsmittelin-stanz kann die BVD das Bauvorhaben schliesslich frei prüfen (Art. 40 Abs. 3 BauG, 
vgl. auch Art. 66 Abs. 1 VRPG); sie hat mit anderen Worten dieselbe Kognition wie die Vorinstanz. 
Damit haben die Beschwerdeführenden ihre Rechte im Beschwerdeverfahren umfassend 
wahrnehmen können. Die Gehörsverletzung konnte somit im vorliegenden Beschwerdeverfahren 
geheilt werden. Ihr ist jedoch im Rahmen der Kostenverlegung Rechnung zu tragen.

3. Einbezug der Denkmalpflege

a) Die Vorinstanz hat das Baugesuch der Beschwerdeführenden am 16. Dezember 2021 der 
BPK vorgelegt, aber die Denkmalpflege des Kantons Bern (KDP) nicht beigezogen. Die 
Beschwerdeführenden bemängeln nun den unterlassenen Einbezug der kantonalen Fachstelle. 
Sie machen geltend, dass ihre Liegenschaft Gegenstand eines Inventars und einer Strukturgruppe 
sei. Die Strukturgruppe sei einer Baugruppe gleichgestellt. In Anwendung von Art. 10c BauG hätte 
daher die zuständige kantonale Fachstelle in jedem Fall einbezogen werden müssen.

b) Zweck des Baubewilligungsverfahrens ist es, Bauvorhaben vor ihrer Ausführung auf ihre 
Übereinstimmung mit den Vorschriften des Bau- und Planungsrechts sowie mit gewissen weiteren 
Vorschriften zu prüfen (vgl. Art. 2 BauG).7 Beim Baubewilligungsverfahren handelt es sich um ein 
Verwaltungsverfahren im Sinn des VRPG, weshalb der Untersuchungsgrundsatz gilt. Die 
Behörden stellen den Sachverhalt von Amtes wegen fest. Sie bestimmen Art und Umfang der 
Ermittlungen, ohne an die Beweisanträge der Parteien gebunden zu sein (Art. 18 Abs. 1 und 2 
VRPG). Es ist somit Sache der Behörden, den rechtserheblichen Sachverhalt von Amtes wegen 
vollständig und richtig abzuklären.8 Den Parteien bleibt es unbenommen, Beweisanträge zu 
stellen. Die Behörde ist jedoch nicht daran gebunden, sondern sie kann und muss den Sachverhalt 
in eigener Verantwortung feststellen und die sachdienlichen Beweismittel auch ohne 
entsprechendes Begehren beiziehen.9

Aus den Verfahrensrechten der Parteien ergeben sich bestimmte Mindestanforderungen an die 
Untersuchungspflicht. Der Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV10, Art. 26 Abs. 2 
KV11, Art. 21 ff. VRPG) verpflichtet die entscheidende Behörde grundsätzlich, ihr rechtzeitig und 
formrichtig angebotene Beweise abzunehmen, soweit diese für den Entscheid erheblich sind. Darf 
die Behörde in antizipierter Beweiswürdigung annehmen, dass ihre Überzeugung durch weitere 
Abklärungen nicht geändert würde, so kann von der Beweisabnahme abgesehen werden.12 
Welche Beweismittel rechtserheblich sind, entscheidet sich danach, über welche 
Sachverhaltselemente und Tatsachen für die Anwendung der in Frage stehenden Normen der 
Beweis zu führen ist. Dies ergibt sich wiederum aus dem materiellen Recht.13 

Ob ein Bauvorhaben den Vorschriften über den Ortsbild-, Landschafts- und Baudenkmalschutz 
entspricht, hat die Baubewilligungsbehörde zu entscheiden. Sie hat die zuständige kantonale 
Fachstelle zu konsultieren, wenn gegen ein Vorhaben Bedenken oder Einwände wegen 
Beeinträchtigung des Ortsbildes oder der Landschaft bestehen, die nicht offensichtlich 
unbegründet sind (Art 22 Abs. 1 Bst. a BewD14). Wo leistungsfähige örtliche Fachstellen 

7 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, Band I, 5. Aufl., Bern 2020, 
Vorbemerkungen zu den Art. 32-44 N.1
8 Michel Daum, in Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 18 N. 1
9 Michel Daum, in Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 18 N. 24
10 Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV; SR 101)
11 Verfassung des Kantons Bern vom 6. Juni 1993 (KV; BSG 101.1)
12 Michel Daum, in Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 18 N. 28
13 vgl. BGE 142 II 243 E. 2.4; 137 II 266 E. 3.2
14 Dekret vom 22. März 1994 über das Baubewilligungsverfahren (Baubewilligungsdekret, BewD; BSG 725.1)

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bestehen, können diese konsultiert werden (Art. 22 Abs. 2 BewD). Die Kommission zur Pflege der 
Orts- und Landschaftsbilder (OLK) ist im Baubewilligungsverfahren nur bei prägenden 
Bauvorhaben beizuziehen (vgl. Art. 10 Abs. 4 BauG und Art. 22a BewD). Der Beizug der KDP als 
zuständige kantonale Fachstelle ist obligatorisch bei schützenswerten Baudenkmälern sowie bei 
erhaltenswerten Baudenkmälern, die Bestandteil einer im Bauinventar aufgenommenen 
Baugruppe sind. Bei den übrigen erhaltenswerten Baudenkmälern genügt der Einbezug der 
Gemeinde (vgl. Art. 10c BauG, Art. 22 Abs. 3 BewD). In den Inventaren sind die Objekte zu 
bezeichnen, für die das Inventar als Inventar des Kantons gilt («K-Objekte»). Dazu gehören 
insbesondere die im Bauinventar als schützenswert bezeichneten Baudenkmäler, die im 
Bauinventar als erhaltenswert bezeichneten Baudenkmäler, wenn sie zu einer Baugruppe des 
Bauinventars gehören oder innerhalb eines Ortsbildschutzperimeters liegen, und die Objekte des 
archäologischen Inventars (Art. 13 Abs. 3 BauV15).

c) Die betroffene Liegenschaft A.________weg 3 ist gemäss Bauinventar zwar erhaltenswert, 
aber nicht Bestandteil einer im Bauinventar aufgenommenen Baugruppe.16 Sie ist lediglich 
Bestandteil einer Strukturgruppe, welche nicht einer Baugruppe gleichzusetzen ist. Damit ist die 
Liegenschaft kein «K-Objekt», also kein Objekt, für die das Bauinventar als Inventar des Kantons 
gilt. Daher war die Vorinstanz nach dem Gesagten nicht verpflichtet, die KDP beizuziehen. Es 
genügte der Einbezug der Fachstelle der Gemeinde.17 Dies ergibt sich im Übrigen auch aus dem 
massgebenden Gemeindebaureglement (GBR18), das vorsieht, dass der Gemeinderat eine 
ständige Bau- und Planungskommission einsetzt, die ihn und die zuständige Direktion als örtliche 
Fachstelle in Bau- und Planungsfragen berät. Diese begutachtet als Fachkommission unter 
anderem Voranfragen und Baugesuche betreffend Bauvorhaben in Schutz- und Schongebieten, 
in Innentwicklungsgebieten und in der Bauklasse E sowie bauliche Veränderungen an 
schützenswerten oder erhaltenswerten Bauten (Art. 95 GBR, vgl. auch Art. 2 des Reglements für 
die Bau- und Planungskommission19). Es ist demnach nicht zu beanstanden, sondern steht viel 
mehr im Einklang mit den kantonalen und kommunalen Bestimmungen, dass die Vorinstanz die 
Bau- und Planungskommission der Gemeinde (BPK), nicht aber die KDP beigezogen hat.

4. Denkmal- und Ortsbildschutz

a) Die Liegenschaft A.________weg 3 der Beschwerdeführenden bildet mit der Liegenschaft 
A.________weg 1 ein Doppelwohnhaus und stammt aus dem Jahr 1926. Es handelt sich um einen 
Massivbau mit geschweiftem Satteldach. Bevor die Beschwerdeführenden die ihnen mit Entscheid 
vom 3. Dezember 2020 baubewilligte energetische Sanierung durchführten und dabei unter 
anderem die Fassade, die Fensterläden sowie den Sockel mit neuem Anstrich bzw. Verputz 
versahen, trug die Fassade der Liegenschaft weisse Farbe; die Fensterläden waren in relativ 
dunkler blauer Farbe gehalten und setzten sich deutlich von der Fassade ab; der Sockel war mit 
grobem Verputz und grauer Farbe versehen.20

Die Beschwerdeführenden beantragten in ihrem am 24. November 2021 bei der Gemeinde 
eingereichten nachträglichen Projektänderungsgesuch im Wesentlichen die Genehmigung der 
bereits angebrachten weissen Fassadenfarbe und der reinweissen Fensterladenfarbe sowie des 

15 Bauverordnung vom 6. März 1985 (BauV; BSG 721.1) 
16 Bauinventarblatt der Gemeinde Köniz zur Liegenschaft A.________weg
17 Vgl. Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, Band I, 5. Aufl., Bern 2020, Art. 10a-
10f N. 17
18 Baureglement der Gemeinde Köniz vom 23. September 2018 (GBR), genehmigt durch das Amt für Gemeinden und 
Raumordnung am 18. Mai 2020
19 Reglement für die Bau- und Planungskommission der Gemeinde Köniz vom 15. Dezember 1993
20 Beschwerdebeilage 18, Fotoaufnahmen Nr. 18.1

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bereits angebrachten feinkörnigen Sockelverputzes.21 Auf der von der Gemeinde eingereichten 
Fotodokumentation und auf dem von den Beschwerdeführenden mit Beschwerde eingereichten 
Fotoaufnahmen ist ersichtlich, dass der Verputz des Sockels in grauer Farbe und feinkörnigem 
Verputz ausgeführt worden ist; die Fassade wurde in weisser Farbe mit einem Blaustich und die 
Fensterläden in reinem Weiss gestrichen.22 Gemäss Stellungnahme der Beschwerdeführenden 
vom 27. Juli 2022 handle es sich bei der Fassadenfarbe um Sto Color System Nr. 34408. Die 
Nennung der genauen Farbe und das eingereichte Farbmuster bestätigen insbesondere, dass die 
Fassade in weisser Farbe mit einem Blaustich gestrichen wurde.

b) Die Beschwerdeführenden bringen in der Beschwerde vor, dass die Gestaltung ihres 
Hauses nicht als modern in Erscheinung trete. Die neue Fassadenfarbe entspreche der 
ursprünglichen Farbe, nämlich weiss. Das ursprüngliche Weiss der Fassade sei leicht gelblich 
gebrochen gewesen. Das heutige Weiss sei neu mit einem leichten blauen Ton gebrochen. Nach 
wie vor sei die Grundfarbe der Fassade aber weiss und nicht hellblau. Die bläulich getönte Farbe 
sei im Geviert nicht neu oder fremd, ausserdem sei sie nicht modern. Es gebe andere Häuser, 
welche blaue Elemente aufweisen würden (bspw. bläulicher Sockel beim Gebäude 
A.________weg 15; bläulicher Windfang am Gebäude A.________weg 17). Aus bautechnischen 
Gründen hätten sie den Sockel mit einem feinen Verputz versehen müssen. Es gehe um die 
Ausführung nach den Regeln der Baukunst, nämlich um die Einhaltung der SIA23-Norm 243. Die 
Beschwerdeführenden legen eine Mail von einem E.________ Eidg. Dipl. Gipserpolier, vom 
18. November 2021 vor. In dieser Mail schreibt Herr E.________ an den Beschwerdeführer 1 unter 
anderem Folgendes:

[…] wie telefonisch besprochen, entspricht die Sockelausbildung mittels einem grob strukturierten Deckputz 
nicht mehr dem Stand der Technik. Sockelbereiche werden mit kapillar inaktiven Dichtungsschlämmen 
ausgeführt, um Sockelschäden zu vermeiden und diesen Bauteil durch Druck und Spritzwasser zu schützen. 
Der Standard unseres Wärmedämmlieferanten entspricht 25-30 cm über Terrain eine Dichtungsschlämme 
auszuführen. Des Weiteren ist der obere Rücksprung eine wasserführende Ebene, welche ebenfalls mit 
einer Dichtungsschlämme ausgeführt werden muss. Aus diesem Grund war es ästhetisch und technisch 
nicht sinnvoll, einen Streifen von etwa 70 cm mit einem groben Deckputz auszuführen.

In den Schlussbemerkungen hielten die Beschwerdeführenden insbesondere fest, dass im 
Bauinventar der Strukturgruppe nicht auf die Farbgebung eingegangen werde. Bei der Ausführung 
hätten sie auf die im Bauinventar ihres Grundstücks aufgeführten Eigenschaften vollumfänglich 
Rücksicht genommen. Ausserdem entspreche eine Mehrheit der im Geviert bestehenden Bauten 
nicht der Farbgebung, welche die BPK in ihrem Bericht vom 3. August 2022 beschreibe. Das 
Geviert lebe und habe sich seit der Entstehung dem Zeitgeist entsprechend weiterentwickelt. Ihre 
Liegenschaft integriere sich in der jetzigen Farbgebung bestens in das Geviert.

c) Baudenkmäler können nach den Bedürfnissen des heutigen Lebens und Wohnens für 
bisherige oder passende neue Zwecke genutzt und unter Berücksichtigung ihres Wertes verändert 
werden (Art. 10b Abs. 1 Satz 1 BauG). Erhaltenswerte Baudenkmäler sind in ihrem äusseren 
Bestand und mit ihren bedeutenden Raumstrukturen zu bewahren (Art. 10b Abs. 3 Satz 1 BauG). 
Bei äusseren Veränderungen an erhaltenswerten Gebäuden, beispielsweise bei Veränderungen 
der Farbgebung, sind neben den Vorschriften zum Denkmalschutz auch die Vorschriften zum 
Ortsbild- und Landschaftsschutz einzuhalten. 

21 Vorakten 19256-P1n Register 1 
22 Fotodokumentation der Gemeinde Köniz, eingereicht mit Schreiben der Gemeinde Köniz vom 29. August 2022, 
Seiten 2 und 3; Beschwerdebeilage 18, Fotoaufnahmen Nrn. 18.2 und 18.6. Vgl. auch Vorakten 19256-P1n Register 4.
23 Schweizerischer Ingenieur- und Architektenverein (SIA)

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Gemäss Art. 9 Abs. 1 BauG dürfen Bauten, Anlagen, Reklamen, Anschriften und Bemalungen 
Orts- und Strassenbilder nicht beeinträchtigen. Diese Vorschrift stellt die «ästhetische 
Generalklausel» im Sinne eines allgemeinen Beeinträchtigungsverbots dar. Eine Beeinträchtigung 
liegt vor, wenn ein Bauvorhaben einen Gegensatz zur bestehenden Überbauung schafft, der 
erheblich stört. Die Gemeinden dürfen eigene Ästhetikvorschriften erlassen, die über die 
kantonalen Vorschriften hinausgehen können. Derartige Vorschriften müssen, um selbständige 
Bedeutung zu erlangen, konkreter gefasst sein als die Anordnungen des kantonalen Rechts, sie 
dürfen Letztere nicht bloss allgemein anders formulieren.24 

Gemäss dem Baureglement der Gemeinde Köniz sind Bauten und Anlagen so zu gestalten, dass 
zusammen mit ihrer Umgebung sowie den prägenden Elementen und Merkmalen des Orts- und 
Landschaftsbildes eine gute Gesamtwirkung entsteht. Dies betrifft insbesondere Lage, Volumen, 
Typologie, Stellung, Form und Proportionen von Bauten und Anlagen, aber auch die Gestaltung, 
Strukturierung, Materialisierung und Farbgebung von Fassaden und Dächern (Art. 6 Abs. 1 GBR). 
Zur Bauklasse E hält Art. 8 GBR fest, dass die im Nutzungsplan bezeichneten Gebiete der 
Bauklasse E die Erhaltung, Erneuerung und Entwicklung des typischen Orts- und 
Landschaftsbildes bezwecken, welche die einzelnen Gebiete präge (Art. 8 Abs. 1 GBR). Bauliche 
Massnahmen seien besonders sorgfältig in das Orts- und Landschaftsbild einzufügen und den 
vorhandenen, prägenden Elementen sei besondere Beachtung zu schenken (Art. 8 Abs. 2 GBR). 
Diese Bestimmungen gehen weiter als Art. 9 Abs. 1 BauG; ihnen kommt daher selbständige 
Bedeutung zu. Der Begriff „gute Gesamtwirkung“ stellt einen unbestimmten kommunalen 
Gesetzesbegriff dar, bei dessen Auslegung die kommunalen Behörden einen gewissen 
Beurteilungsspielraum haben. Jedoch dürfen auch an das Erfordernis der guten Gesamtwirkung 
nicht unverhältnismässig hohe Ansprüche gestellt werden. Die gute Gesamtwirkung ist weder an 
geringen noch an besonders hohen architektonischen Qualitäten zu messen. Das bedeutet bei 
durchschnittlichen örtlichen Gegebenheiten, dass das Mittelmass der Umgebung nicht gestört 
werden darf und sich eine neue Baute oder Anlage an den qualitativ hochwertigeren Bauten und 
Anlagen der Umgebung zu orientieren hat.25

d) Die erhaltenswerte Liegenschaft A.________weg 3 wird im Bauinventar der Gemeinde 
Köniz wie folgt beschrieben: 

Massivbau mit geschweiftem Satteldach. N-seitig grosser Zwerchgiebel in der Hausmitte, 
Sonnenkollektoren auf dem Dach von Nr. 3. Im EG eingewandete Ecklauben, neue Terrassen aus Beton. 
O-seitig, zur I.________strasse hin, Balkon auf ganzer Schmalfrontbreite. Grobkörniger Verputz. Fenster 
ersetzt mit unechten Sprossen. Auf der N-Seite ragen neben den Treppenhäusern die Balkenköpfe aus der 
Wand. Eingänge mit breitem Verdachungsgesims und profilierten Gewänden ausgezeichnet. Türen original. 
Das Doppelhaus bildet die NO-Ecke eines Gevierts mit ähnlichen Häusern – alle mit auffallenden 
geschweiften Satteldächern.

Die Liegenschaft A.________weg 3 ist Teil der Strukturgruppe 1 (Köniz, Liebefeld, B.________). 
Diese wird im Bauinventar wie folgt beschrieben: 

Dicht bebautes Wohnquartier um 1925, lanciert durch den Baumester Carlo Brovelli zusammen mit dem 
Architekten Fred. J. Weber. Die Häuser sind in einem Geviert westl. der I.________strasse am Hang 
angeordnet. Fast alle weisen die charakteristische Dachform eines geschweiften Satteldaches mit First in 
der Falllinie des Hanges auf. Die Einzelhäuser A.________weg 13, 15 u. 17 bilden den oberen Rand der 

24 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, Band I, 5. Aufl., Bern 2020, Art. 9-10 N. 4 
und 13; BVR 2009 S. 328 E. 5.2 mit Hinweisen
25 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, Band I, 5. Aufl., Bern 2020, Art. 9-10 
N. 4a; BVR 2009 S. 329 E. 5.3, BVR 2006 S. 491 E. 6.3.1

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Baugruppe. Die Doppelhäuser A.________weg 1/3, 9/11 u. J.________weg 10/12 definieren die seitl. 
Ränder des grossen Gartenhofs, der im Inneren des Gevierts entstand. Das Einzelhaus (I.________strasse 
204) schliesst die Lücke zur Durchgangsstrasse. Einzelne Häuser kamen erst später hinzu u. unterscheiden 
sich von den ersten Häusern durch ihr Vollwaldmach. Sie vervollständigen aber das Geviert. Einige Häuser 
nördl. des A.________wegs entsprechen dem urspr. Typ mit geschweiftem Satteldach, wurden aber stark 
verändert. Sie bilden auch keinen Gartenhof. Neben der einheitlichen Dachform ist es aber vor allem der 
Gartenhof, der die Baugruppe räumlich auszeichnet.

e) Die BPK kam in ihrer Beurteilung vom 16. Dezember 2021 zum Schluss, dass das gewählte 
moderne Farbkonzept für die Strukturgruppe und ein Haus im Heimatstil aus den 20er Jahren 
nicht erwünscht sei. Auch die Fensterläden müssten sich deutlich von der Wand abheben, was 
hier klar nicht der Fall sei. Auf die in der Baubewilligung vorgesehenen Struktur des Sockels sei 
zu bestehen.

Im während des Beschwerdeverfahrens eingeholten Bericht zur Einordnung des Bauvorhabens 
ins Orts- und Landschaftsbild hielt die BPK am 3. August 2022 Folgendes fest:

Das als «Strukturgruppe» inventarisierte Gebäudeensemble zeichnet sich durch einfache, zweistöckige 
Wohnhäuser mit kleinem Umschwung aus. Die Häuser stammen aus der Zwischenkriegszeit, wobei die 
meisten – so auch das hier zu behandelnde Objekt – stilistisch dem Heimatstil zuzuordnen sind. Der 
Heimatstil war seit den 1900er Jahren eine gerade für einfache Wohnhäuser gängige Architektursprache. 
Diese zeichnet sich dadurch aus, dass traditionelle Bauformen mit traditionellen Baumaterialien in 
handwerklich tadelloser Ausführung zur Anwendung gekommen sind. 
Die Bauten suchte man nicht mit Ornamenten zu schmücken, sondern beschränkte sich auf ein deutliches 
Akzentuieren der einzelnen Elemente wie Sockel, Dachrand, Fensterladen, Balkenköpfe usw. Dieses 
Hervorheben der einzelnen Elemente geschah durch eine kontrastreiche Farbgebung. 
Damals war die Palette der Fassadenfarben, die in der Sonne nicht rasch verbleichten oder gar vom Regen 
abgewaschen wurden, noch auf Erdfarben von einem Grau zu einem gelbliche Beige, zu einem Braun oder 
rostigen Rot beschränkt. Bei den Farben für Holzelemente wie Dachrand, Fensterläden und Balkenköpfe 
waren ein dunkles Grün, ein dunkles Braun oder ein ebenfalls dunkles Weinrot üblich. 
Indem bei dem hier zu beurteilenden Objekt sowohl auf einen erdfarbenen Fassadenton als auch auf einen 
grossen Farbkontrast zwischen der Fassade und den Holzteilen verzichtet worden ist, fällt das Gebäude 
aus dem Gesamtkontext der Strukturgruppe heraus. Das für diese Architektur so wichtige Farbenspiel ist 
ausgesetzt und damit das verbindende Element verloren.

Die Frage, ob die beantragte Fassadenfarbe bewilligungsfähig sei und so belassen werden könne, 
sofern die Fensterlädenfarbe geändert werde, beantwortete die BPK wie folgt:

Wie die Ausführungen oben zeigen, liegen beim gewählten Farbkonzept des zu beurteilenden Gebäudes 
zwei «Regelverstösse» vor: Erstens fehlt ein ausreichender Kontrast zwischen dem Fassadenton und den 
Holzelementen, und zweitens entspricht der gewählte Fassadenfarbton nicht der damals möglichen Palette. 
Beide sind für die gesamte Strukturgruppe störend. Beide sind nicht bewilligungsfähig. Ein Vorschlag, die 
Fassadenfarbe zu belassen und nur die Fensterläden neu zu streichen, ist nicht ästhetisch-sachlich zu 
begründen, sondern allenfalls ein möglicher Kompromiss in Bezug auf die Verhältnismässigkeit der 
anfallenden Kosten einer Wiederherstellung. Eine Verbesserung der derzeit schlechten Situation könnte so 
erreicht werden. Ganz gelöst wäre damit das Problem aber nicht.

f) Die Beurteilung der BPK ist nachvollziehbar und überzeugend. Es ist notorisch, dass bei 
Wohnhäuser, die sich dem Heimatstil zuordnen lassen, die einzelnen Elemente akzentuiert sind 
und sich beispielsweise die Fensterläden, aber auch die Sockel, die Dachränder etc. durch einen 
deutlichen Farbkontrast von der Fassade abheben. Bei Wohngebäuden des Heimatstils sind die 

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Fensterläden grundsätzlich dunkler gehalten als die Fassade. Wie die BPK zudem überzeugend 
erläuterte, waren die früher verwendeten Farben auf eine bestimmte Farbpalette beschränkt. Es 
handelte sich dabei bei den Fassadenfarben um Erdfarben, die einen warmen Unterton hatten. 
Glänzende oder kühle Farben wurden nicht verwendet. Die von der Gemeinde mit Eingabe vom 
29. August 2022 eingereichte Farbfotodokumentation zeigt, dass die Gebäude der 
Strukturgruppe 1 sowie die Gebäude nördlich des A.________wegs genau diese typischen 
Elemente zeigen. Sämtliche Gebäude haben Fensterläden, die eine dunklere Farbe haben als die 
Fassaden und die Fassadenfarben haben einen warmen Unterton. Bei jenen Gebäuden, bei 
denen in der Fotodokumentation der Sockel sichtbar ist, ist erkennbar, dass die Sockel jeweils 
dunkler ausgestaltet sind. Das Ortsbild im Bereich der Strukturgruppe wird somit – wie im 
Bauinventar festgehalten – einerseits durch die geschweiften Satteldächer und den Gartenhof 
geprägt, andererseits – wie in der Fotodokumentation sehr gut ersichtlich – durch die für den 
Heimatstil typische Farbgestaltung der Gebäude. 

Das Gebäude der Beschwerdeführenden weicht von der für die Strukturgruppe prägenden 
Farbgebung ab. Die von den Beschwerdeführenden für die Fassade gewählte weisse Farbe mit 
Blaustich wirkt kühl und vermittelt sogar einen leicht glänzenden Effekt. Sie unterscheidet sich von 
der ursprünglichen Fassadenfarbe des Gebäudes, einem Weiss mit einem gelblichen, warmen 
Unterton. Die neu angebrachte Fassadenfarbe unterscheidet sich damit auch deutlich von den 
anderen Gebäuden der Strukturgruppe, welche Fassaden in überwiegend beigen oder weissen 
Farben mit einem Braunanteil oder einem warmen Gelbton haben. Bereits dadurch schafft das 
Gebäude der Beschwerdeführenden einen Gegensatz, der störend wirkt. Hinzu kommt, dass das 
Gebäude der Beschwerdeführenden sich mit der reinweissen Farbe der Fensterläden deutlich von 
den anderen Gebäuden abhebt und als untypisch heraussticht. Die reinweissen Fensterläden 
wirken modern, glänzend und heben sich kaum von der Fassade ab. Das Haus der 
Beschwerdeführenden ist das einzige, dessen Fensterläden heller sind als die Fassade. Die 
Vorinstanz kam daher zu Recht zum Schluss, die neue Farbgebung der Liegenschaft der 
Beschwerdeführenden wirke zu «modern» und störe das Erscheinungsbild der Strukturgruppe. 
Die neue Fassadengestaltung des Gebäudes der Beschwerdeführenden führt nicht zu einer guten 
Gesamtwirkung und hält die Anforderungen von Art. 8 GBR, wonach sich in der Bauklasse E 
bauliche Massnahmen besonders sorgfältig in das Orts- und Landschaftsbild einzufügen und den 
prägenden Elementen besondere Beachtung zu schenken haben, nicht ein. 

Auch die Beurteilung der Vorinstanz zur Gestaltung des Sockels überzeugt: Im Bauinventar wird 
bei der Liegenschaft A.________weg 3 explizit der grobkörnige Verputz erwähnt. Der von den 
Beschwerdeführenden neu gewählte Verputz weist eine Erscheinung auf, die sich deutlich vom 
ursprünglichen Verputz der alten Häuser unterscheidet. Um die für die Wohnhäuser, die sich dem 
Heimatstil zuordnen lassen, wichtige Akzentuierung der einzelnen Gebäudeelemente zu erhalten, 
ist es u.a. wichtig, dass sich der Sockel von der Fassade unterscheidet. Die Vorinstanz kam daher 
zu Recht zum Schluss, der von den Beschwerdeführenden gewählte Verputz des Sockels sei nicht 
mit dem Ortsbild und dem Erscheinungsbild der Strukturgruppe verträglich. Der Einwand der 
Beschwerdeführenden, wonach der grobe Verputz beim Sockel den Regeln der Baukunst 
widerspreche, ist unbehelflich. Es ist technisch möglich, auch bei gedämmten Fassaden einen 
Sockel mit einem gröberen Verputz auszuführen. Allenfalls ist dies höchstens technisch und 
kostenmässig aufwändiger. Im Übrigen ergibt sich aus der SIA Norm 243 nicht, dass im 
Sockelbereich kein Verputz mit einem grobkörnigen Erscheinungsbild angebracht werden kann.

Zusammengefasst ergibt sich, dass die neue Fassadengestaltung der Liegenschaft der 
Beschwerdeführenden nicht zu einer guten Gesamtwirkung mit der Umgebung führt und die 
Strukturgruppe beeinträchtigt. Das Gebäude fügt sich nicht sorgfältig in das Ortsbild ein und 
schenkt den vorhandenen, prägenden Elementen keine besondere Beachtung. Das von den 

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Beschwerdeführenden ausgeführte Vorhaben widerspricht daher Art. 6 und Art. 8 GBR. Die 
Vorinstanz kam zu Recht zum Schluss, das nachträgliche Baugesuch der Beschwerdeführenden 
sei nicht bewilligungsfähig und sie hat zu Recht den Bauabschlag erteilt. 

g) Die Beschwerdeführenden bringen in der Beschwerde vor, es sei stossend, wie die Vor-
instanz bei der Behandlung der Gesuche innerhalb der Strukturgruppe ungleiche Massstäbe 
setze. So habe die Gemeinde etwa bei der Liegenschaft der A.________weg 1, welche zwei bis 
drei Jahre zuvor saniert worden sei, keinerlei Wert auf die Ausgestaltung des Sockels gelegt. Der 
ehemals vorspringende Sockel sei zu 20-30 cm durch die neue Isolation verdeckt und trete nur 
noch als ca. 70 cm hohes, zurückspringendes Element in Erscheinung, aber sicher nicht als 
fassadengestaltender Sockel. Ausserdem sei dort der Fassadenputz mit einer 2 mm Körnung 
versehen worden, während dem die bisherige Körnung 6-8 mm betragen habe. Eine solche 
Gestaltung sei im ganzen Geviert einmalig und die Gemeinde habe dies bei der Sanierung der 
Liegenschaft A.________weg 1 anstandslos hingenommen. Weiter seien die Garagen der 
Liegenschaften A.________weg 3 und 5 im Jahre 2013 mit einer modernen Architektur bewilligt 
worden.

Der in Art. 8 Abs. 1 BV und Art. 10 Abs. 1 KV enthaltene Grundsatz der Rechtsgleichheit 
verpflichtet die rechtsanwendenden Behörden, gleiche Sachverhalte mit gleichen relevanten 
Tatsachen gleich zu behandeln, es sei denn, ein sachlicher Grund rechtfertige eine 
unterschiedliche Behandlung.26 Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung geht aber der 
Grundsatz der Gesetzmässigkeit der Verwaltung in der Regel der Rücksicht auf die gleichmässige 
Rechtsanwendung vor. Der Umstand, dass das Gesetz in anderen Fällen nicht oder nicht richtig 
angewendet worden ist, gibt den Bürgerinnen und Bürgern grundsätzlich keinen Anspruch darauf, 
ebenfalls abweichend vom Gesetz behandelt zu werden. Ausnahmsweise und unter strengen 
Bedingungen wird jedoch im Rahmen des verfassungsmässig verbürgten Gleichheitsgebots ein 
Anspruch auf Gleichbehandlung im Unrecht anerkannt. Die Gleichbehandlung im Unrecht setzt 
voraus, dass die zu beurteilenden Fälle in den relevanten Sachverhaltselementen übereinstimmen 
und dass dieselbe Behörde in ständiger Praxis vom Gesetz abweicht und zudem zu erkennen 
gibt, auch künftig nicht gesetzeskonform entscheiden zu wollen. Schliesslich dürfen keine 
entgegenstehenden überwiegenden Gesetzmässigkeitsinteressen oder Interessen Dritter 
bestehen.27 Wird eine ständige Praxis zum ersten Mal einer gerichtlichen Prüfung unterzogen, ist 
davon auszugehen, dass die Behörde ihre rechtswidrige Praxis anpasst.28

Falls die Garagen der Liegenschaften A.________weg 3 und 5 mit einer modernen Architektur 
bewilligt worden wären, ist dies nicht vergleichbar mit der Frage, ob ein denkmalgeschütztes 
Wohngebäude als Hauptgebäude farblich und von der Struktur modern in Erscheinung tritt und ob 
es ins Ortsbild passt oder nicht. Garagen sind Nebengebäude und im Gegensatz zu den 
Wohngebäuden im Strukturgebiet nicht denkmalgeschützt. Die relevanten Sachverhaltselemente 
stimmen nicht mit dem Bauprojekt der Beschwerdeführenden überein und die 
Beschwerdeführenden können daraus keinen Gleichbehandlungsanspruch ableiten. Eine 
Verletzung des Rechtsgleichheitsgebots liegt daher nicht vor. Beim Sockel der Liegenschaft 
A.________weg 1 handelt es sich um einen Einzelfall, wie auch die Beschwerdeführenden selbst 
geltend machen. Ein einzelner Fall ist grundsätzlich nicht geeignet, eine ständige gesetzeswidrige 

26 Statt vieler BGE 136 I 345 E. 5 mit Hinweisen; VGE 2016/242 vom 8. Juni 2017 E. 5.3; Tschannen/Zimmerli/Müller, 
Allgemeines Verwaltungsrecht, 4. Auflage 2014, § 23 N. 11 f.
27 BGE 146 I 105 E. 5.3.1, 139 II 49 E. 7.1 (Pra 102/2013 Nr. 33), 136 I 65 E. 5.6; BVR 2013 S. 85 E. 8.1, 2012 S. 74 
E. 4.8.1 je mit Hinweisen; VGE 2017/199 vom 13. August 2018 E. 5.3.1; Tschannen/Zimmerli/Müller, Allgemeines 
Verwaltungsrecht, 4. Aufl. 2014, § 23 N. 11-13 und 18-20; Häfelin/Müller/Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 8. 
Aufl. 2020, N. 599 ff.; Pierre Tschannen, Gleichheit im Unrecht: Gerichtsstrafe im Grundrechtskleid, in ZBl 2011 S. 57 
ff., 65 ff.
28 BGE 146 I 105 E. 5.3.1; BGer 1C_414/2015 vom 10. Februar 2016 E. 4.2, 1C_43/2015 vom 6. November 2015 E. 6

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Praxis zu belegen. Eine Verletzung des Rechtsgleichheitsgebots liegt hier nicht vor. Zudem geht 
aus der Fotodokumentation der Beschwerdeführenden hervor, dass der Sockel der Liegenschaft 
A.________weg 1 zwar zurückversetzt ist. Der Verputz erscheint aber optisch im Vergleich zum 
Sockel der Liegenschaft der Beschwerdeführenden grobkörniger bzw. ist optisch deutlich näher 
beim ursprünglichen Verputz.29 Es ist somit nicht so, dass die Gemeinde hier einen feinen Verputz 
bewilligte oder von ihrer Gestaltungspraxis abwich. Es bestehen auch keine Hinweise, dass die 
Gemeinde Köniz in Zukunft eine andere Gestaltungspraxis verfolgen will: Die Gemeinde Köniz 
gibt nicht zu erkennen, dass sie künftig in diesem Geviert eine moderne Farbgebung an den 
Haupt- bzw. Wohngebäuden zulassen wird. Auch sonst bestehen keine Hinweise, dass die 
Gemeinde eine andere als die bisherige Gestaltungspraxis verfolgen will. Die 
Beschwerdeführenden können daher weder aus dem Sockel der Liegenschaft A.________weg 1 
noch aus den Garagen der Liegenschaften A.________weg 3 und 5 einen 
Gleichbehandlungsanspruch ableiten.

5. Wiederherstellung

a) Wird einem nachträglichen Baugesuch der Bauabschlag erteilt, ist darüber zu entscheiden, 
ob und inwieweit der rechtmässige Zustand wiederherzustellen ist (Art. 46 Abs. 2 Bst. e BauG). 
Die Wiederherstellungsanordnung muss im öffentlichen Interesse liegen, verhältnismässig sein 
und darf den Vertrauensgrundsatz nicht verletzen. Eine Wiederherstellungsmassnahme ist 
verhältnismässig, wenn sie geeignet ist, das angestrebte Ziel zu erreichen, nicht weiter geht, als 
zur Herstellung des rechtmässigen Zustands nötig ist und die Belastung für die pflichtige Person 
in einem vernünftigen Verhältnis zum verfolgten Ziel steht.30

Bei gutem Glauben der Bauherrschaft kann die Wiederherstellung unterbleiben, wenn nicht 
gewichtige öffentlich oder private (nachbarliche) Interessen sie gebieten. Auf guten Glauben kann 
sich nicht berufen, wer bei der Aufmerksamkeit, wie sie nach den Umständen von ihm oder ihr 
verlangt werden kann, nicht hat gutgläubig sein können.31 Es wird allgemein vorausgesetzt, dass 
die Baubewilligungspflicht für Bauvorhaben bekannt ist. Wer bauen und nutzen will, muss sich um 
die Zulässigkeit seines Tuns kümmern und sich bei den Behörden nach der Bewilligungspflicht 
erkundigen. Gutgläubig kann eine Bauherrschaft nur sein, wenn sie bei zumutbarer 
Aufmerksamkeit und Sorgfalt annehmen durfte, sie sei zur Bauausführung oder Nutzung 
berechtigt, z.B. aufgrund einer mangelhaften Bewilligung oder Auskunft.32 

b) Da am Ortsbild- und Landschaftsschutz sowie allgemein an der Einhaltung der baurechtlichen 
Vorschriften und an der konsequenten Verhinderung von Bauten, die der baurechtlichen Ordnung 
widersprechen, gewichtige öffentliche Interessen bestehen,33 ist ein öffentliches Interesse an der 
Wiederherstellung ohne weiteres gegeben. Zu prüfen bleibt die Verhältnismässigkeit.

c) Mit Entscheid vom 3. Dezember 2020 erteilte die Gemeinde Köniz den 
Beschwerdeführenden die Baubewilligung für die energetische Fassadensanierung. Auf dem 
bewilligten Fassadenplan wurde die neue Fassade Aussendämmung abgerieben, Korngrösse 
6 mm, Farbe weiss bewilligt und die Baubewilligung wurde mit den Auflagen verknüpft, bei 

29 Beschwerdebeilage 18, Fotos 18.5-18.7
30 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, Band I, 5. Aufl., Bern 2020, Art. 46 N. 9; 
BVR 2013 S. 85 E. 5.1
31 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, Band I, 5. Aufl., Bern 2020, Art. 46 N. 9b
32 Vgl. zum Ganzen: Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, Band I, 5. Aufl., Bern 
2020, Art. 46 N. 9b Bst. a und b jeweils mit Hinweisen.
33 VGE 2016/269 vom 17. Mai 2018, E. 6.4; BVR 2004 S. 440 E. 4.6, 2003 S. 97 E. 3d, 2002 S. 8 E. 4c; Aldo 
Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 5. Aufl., Band I, Bern 2020, Art. 46 N. 9a

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Abweichungen (im Vergleich zum vorhandenen Gebäude) der Materialien und/oder Farben der 
Fassade dem Bauinspektorat rechtzeitig entsprechende Muster zur Genehmigung vorzulegen. Bei 
der baupolizeilichen Kontrolle am 1. November 2021 stellte die Gemeinde dann unter anderem 
fest, dass der Sockel neu mit einem Glattputz ausgeführt, die Fassaden neu in hellblauer Farbe 
und die Fensterläden neu in weisser Farbe gestrichen worden sind. Aufgrund der Akten, 
insbesondere der Fotodokumentation der Gemeinde Köniz, den von den Beschwerdeführenden 
eingereichten Fotoaufnahmen und eingereichten Farbmuster, hat sich gezeigt, dass der Verputz 
des Sockels neu in grauer Farbe und feinkörnigem Verputz ausgeführt worden ist; die Fassade 
neu in weisser Farbe mit einem Blaustich und die Fensterläden neu in reinem Weiss gestrichen 
worden sind (vgl. hiervor Erwägung 4.a). Bevor die Beschwerdeführenden diese 
Sanierungsarbeiten durchführten, war die Fassade der Liegenschaft weiss, die Fensterläden 
dunkelblau und der Sockel war grau sowie mit grobem Verputz versehen.34 Die 
Beschwerdeführenden haben damit bei der Fassade einen anderen Farbton (weiss mit einem 
Blaustich anstelle von weiss mit warmem Unterton), bei den Fensterläden eine andere Farbe 
(reinweiss anstelle von dunkelblau) und beim Verputz des Sockels eine andere Struktur (feinkörnig 
anstelle von grobem Verputz) angebracht, ohne dem Bauinspektorat vorgängig ein Muster zur 
Genehmigung vorzulegen. Dies obwohl im Entscheid vom 3. Dezember 2020 deutlich auf eine 
solche Pflicht hingewiesen wurde. Unter diesen Umständen gelten die Beschwerdeführenden im 
baurechtlichen Sinn als bösgläubig, weil sie nicht davon ausgehen durften, sie seien ohne 
Genehmigung durch die Gemeinde zur Anbringung der geänderten Farben bzw. geänderter 
Farbtöne und geänderter Struktur berechtigt.

d) Auf den Grundsatz der Verhältnismässigkeit kann sich auch eine Bauherrschaft berufen, die 
nicht gutgläubig gehandelt hat. Sie muss aber in Kauf nehmen, dass die Behörden aus 
grundsätzlichen Erwägungen, namentlich zum Schutz der Rechtsgleichheit und der baulichen 
Ordnung, dem Interesse an der Wiederherstellung des gesetzmässigen Zustandes erhöhtes 
Gewicht beimessen und die der Bauherrschaft allenfalls erwachsenden Nachteile nicht oder nur 
in verringertem Mass berücksichtigen. Wirtschaftliche Interessen haben deshalb nach der 
Rechtsprechung kaum je ausschlaggebendes Gewicht, selbst dann nicht, wenn die Kosten sehr 
hoch sind.35

Die Anordnung, die Oberfläche des Sockels und die Fassade sowie Fensterläden gemäss 
vorherigem Bestand zu rekonstruieren bzw. zu streichen, ist zur Herstellung des rechtmässigen 
Zustands geeignet und erforderlich. Eine mildere Massnahme, mit der dasselbe Ziel (Einpassung 
ins Ortsbild und in die denkmalgeschützte Strukturgruppe) erreicht werden kann, ist nicht 
ersichtlich. Die Frage, ob die beantragte Fassadenfarbe bewilligungsfähig sei und so belassen 
werden könne, sofern die Fensterlädenfarbe geändert werde, verneinte die BPK in ihrem Bericht 
vom 3. August 2022. Ihre Begründung, wonach neben dem fehlenden Kontrast zur Farbe der 
Fensterläden auch der gewählte Fassadenfarbton nicht der anwendbaren möglichen Palette 
entspricht, ist überzeugend. Die von den Beschwerdeführenden verwendete Fassadenfarbe weist 
einen deutlich kühlen Farbton auf und stört die Farbgebung im Strukturgebiet deutlich. Die 
Wiederherstellung des ursprünglichen Zustandes ist zwar für die Beschwerdeführenden mit 
Kosten verbunden. Dies ist aber nicht ausschlaggebend, da sich die Beschwerdeführenden im 
baurechtlichen Sinne bösgläubig verhalten haben. Der Bauentscheid vom 3. Dezember 2020 hielt 
in den Auflagen deutlich fest, dass bei Änderungen der Materialien und Farben dem 
Bauinspektorat rechtzeitig Muster vorzulegen seien. Es wäre daher an den Beschwerdeführenden 
gelegen, sich vor Ausführung der Fassadenumgestaltung beim Bauinspektorat über die 
Zulässigkeit der Farbwahl und der Art des Verputzes zu erkundigen. Die angeordneten 
Wiederherstellungsmassnahmen sind daher verhältnismässig und zu bestätigen.

34 Beschwerdebeilage 18, Fotoaufnahmen Nr. 18.1
35 BVR 2006 S. 444 E. 6.1; VGE 2016/269 vom 17. Mai 2018, E. 6.4.3

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e) Die Vorinstanz hat in der angefochtenen Verfügung vom 29. März 2022 den Neuanstrich 
der Fassade sowie der Fensterläden und die Rekonstruktion der Sockeloberfläche bis am 27. Juni 
2022 angeordnet. Die Wiederherstellungsfrist ist während des Beschwerdeverfahrens abgelaufen. 
Daher setzt sie die BVD neu an. Weil die Wiederherstellungsfrist nun in die Wintermonate sowie 
ein Teil der Frist in die Weihnachts- bzw. Feiertage fällt, rechtfertigt es sich, die 
Wiederherstellungsfrist bis 31. Mai 2023 anzusetzen.

6. Ergebnis und Kosten

a) Die Beschwerdeführenden unterliegen mit ihren Anträgen. Die Beschwerde erweist sich 
insofern als unbegründet und ist daher abzuweisen. Der Entscheid der Gemeinde Köniz vom 
29. März 2022 ist zu bestätigen.

b) Die Verfahrenskosten im Beschwerdeverfahren bestehen aus einer Pauschalgebühr 
(Art. 103 Abs. 1 VRPG). Diese wird festgesetzt auf CHF 1200.00 (Art. 103 Abs. 2 VRPG i.V.m. 
Art. 19 Abs. 1 GebV36).

Gemäss Art. 108 Abs. 1 VRPG werden die Verfahrenskosten der unterliegenden Partei auferlegt, 
es sei denn, das prozessuale Verhalten einer Partei gebiete eine andere Verlegung oder die 
besonderen Umstände rechtfertigten, keine Verfahrenskosten zu erheben. Die 
Beschwerdeführenden unterliegen mit ihren Anträgen und gelten daher als unterliegend. 
Allerdings ist zu berücksichtigen, dass die Gemeinde das rechtliche Gehör der 
Beschwerdeführenden verletzt hat und dies im vorliegenden Verfahren geheilt werden musste. 
Dies stellt einen besonderen Umstand im Sinne von Art. 108 Abs. 1 VRPG dar, welcher es 
rechtfertigt, den Beschwerdeführenden lediglich drei Viertel der Verfahrenskosten, ausmachend 
CHF 900.00, aufzuerlegen.37 Die Gemeinde ist nicht in ihren Vermögensinteressen betroffen, 
weshalb ihr keine Verfahrenskosten auferlegt werden können (Art. 108 Abs. 2 zweiter Satz 
VRPG). Die restlichen Verfahrenskosten in der Höhe von CHF 300.00 trägt deshalb der Kanton.

c) Parteikosten nach Art. 104 Abs. 1 VRPG sind keine angefallen.

III. Entscheid

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

Die Frist zur Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands gemäss Ziffer 6.2. des 
Bauentscheids der Gemeinde Köniz vom 29. März 2022 wird neu angesetzt bis 31. Mai 
2023.

Im Übrigen wird der Bauentscheid mit Wiederherstellungsverfügung der Gemeinde Köniz 
vom 29. März 2022 bestätigt.

36 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; BSG 
154.21)
37 Vgl. VGE 2014/198 vom 6. August 2015, E. 4.3; Ruth Herzog, in Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, 
Art. 108 N. 20 f. mit weiteren Hinweisen.

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2. Den Beschwerdeführenden werden Verfahrenskosten von CHF 900.00 zur Bezahlung 
auferlegt. Die Beschwerdeführenden haften solidarisch für den gesamten Betrag. Eine 
separate Zahlungseinladung folgt, sobald dieser Entscheid in Rechtskraft erwachsen ist. 

3. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

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IV. Eröffnung

- Frau D.________ und Herrn C.________, eingeschrieben
- Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Köniz, Bauinspektorat, eingeschrieben

Bau- und Verkehrsdirektion

Der Direktor

Christoph Neuhaus
Regierungsrat

Rechtsmittelbelehrung

Dieser Entscheid kann innert 30 Tagen seit seiner Eröffnung mit Beschwerde beim 
Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Speichergasse 12, 3011 Bern, angefochten werden. Eine 
allfällige Verwaltungsgerichtsbeschwerde, die mindestens in drei Exemplaren einzureichen ist, 
muss einen Antrag, die Angabe von Tatsachen und Beweismitteln, eine Begründung sowie eine 
Unterschrift enthalten; der angefochtene Entscheid und andere greifbare Beweismittel sind 
beizulegen.