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**Case Identifier:** 28696d0f-fd62-5a78-be9a-333ebdc0d0e2
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-06-28
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 28.06.2019 200 2018 829
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2018-829_2019-06-28.pdf

## Full Text

200 18 829 IV
SCJ/TOZ/ARJ

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 28. Juni 2019

Verwaltungsrichter Scheidegger, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Kölliker, Verwaltungsrichter Loosli
Gerichtsschreiberin Tomic

Pensionskasse B.________
vertreten durch Rechtsanwalt C.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

A.________
Beigeladener

betreffend Verfügung vom 10. Oktober 2018

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Juni 2019, IV/18/829, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1965 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beigeladener) bezog im 
Zusammenhang mit einem Augenleiden bereits als Minderjähriger und über 
Jahre hinweg Leistungen der Invalidenversicherung in Form von Hilfsmit-
teln und medizinischen Massnahmen (Akten der Invalidenversicherung 
[act. II] 1.1 S. 1 bis 3, 10 bis 15 [Urteil des Verwaltungsgerichts vom 3. April 
1998, IV 50719], 33, 57 ff., 67 f., 78 f., 90 f., 101, 121, 127, 136, 148, 161 
und act. II 15). Am 27. Februar 2014 meldete er sich unter Hinweis auf das 
Augenleiden sowie eine hinzugetretene depressive Episode erneut bei der 
IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) zum Leistungsbezug an 
(act. II 16), worauf diese nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren 
(act. II 103 und 109) bei einem Invaliditätsgrad (IV-Grad) von 51 % mit zwei 
separaten Verfügungen vom 13. Dezember 2016 (act. II 116) und 3. Januar 
2017 (act. II 117) ab dem 1. September 2014 eine halbe Invalidenrente 
zusprach. Eine dagegen erhobene Beschwerde (act. II 118) hiess das Ver-
waltungsgericht des Kantons Bern mit Urteil vom 8. Mai 2017 (VGE 
IV/2017/90 und IV/2017/91; act. II 127) gut, hob die Verfügungen vom 
13. Dezember 2016 und 3. Januar 2017 auf und wies die Sache zur Vor-
nahme weiterer Abklärungen an die IVB zurück. 

In der Folge veranlasste die IVB eine bidisziplinäre medizinische Begutach-
tung durch die MEDAS D.________ (MEDAS). Gestützt auf deren Gutach-
ten vom 13. November 2017 (act. II 142.1) und einen Abklärungsbericht für 
Selbständigerwerbende vom 1. Juni 2018 (act. II 145) sprach sie - nach 
durchgeführtem Vorbescheidverfahren (act. II 146, 149 und 151) sowie 
Einholung von Stellungnahmen des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) 
vom 27. August 2018 (act. II 153 S. 2) und des Bereichs Abklärungen vom 
7. September 2018 (act. II 155) - mit Verfügung vom 10. Oktober 2018 (act. 
II 157) dem Versicherten ab dem 1. September 2014 eine halbe Invaliden-
rente (IV-Grad von 50 %) und ab dem 1. Februar 2017 eine Viertelsrente 
(IV-Grad von 46 %) zu. 

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B.

Hiergegen erhob die Pensionskasse B.________, vertreten durch Rechts-
anwalt C.________, am 12. November 2018 Beschwerde. Sie beantragt, 
der ergangene Verwaltungsakt sei aufzuheben und die Beschwerdegegne-
rin sei anzuweisen zu verfügen, dass der Versicherte ab dem 1. Juli 2015 
keinen Anspruch auf eine Invalidenrente habe. Eventualiter seien die Akten 
zur weiteren Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. 

Mit Beschwerdeantwort vom 14. Dezember 2018 schliesst die Beschwer-
degegnerin auf Abweisung der Beschwerde.

Der mit prozessleitender Verfügung vom 20. Dezember 2018 beigeladene 
Versicherte beantragt mit Eingabe vom 31. Januar 2019 die Abweisung der 
Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. Ihm sei rückwirkend ab dem 
1. Februar 2017 eine unbefristete halbe Invalidenrente sowie eine 
angemessene Parteientschädigung zuzusprechen.

Am 4. März bzw. 1. April 2019 reichten die Parteien ihre 
Schlussbemerkungen ein. 

Am 4. Juni 2019 ging beim Gericht eine Kopie einer an die 
Beschwerdegegnerin gerichteten Eingabe des Beigeladenen vom 1. Juni 
2019 ein. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-

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anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die örtliche Zuständigkeit ist gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesge-
setzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]) 
und auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 
lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 
23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) sind 
eingehalten. 

Die Beschwerdeführerin ist als Vorsorgeeinrichtung im vorinstanzlichen 
Verfahren mit ihren Anträgen nicht durchgedrungen und durch die ange-
fochtene Verfügung berührt. Grundsätzlich entfällt die Bindung der Vorsor-
geeinrichtung an die Feststellungen der Invalidenversicherung zwar, wenn 
sich die versicherte Person - wie hier (act. II 16 und 102 S. 6 Ziff. 11 f.) - 
verspätet zum Bezug einer Invalidenrente angemeldet hat (vgl. UELI 
KIESER, Kommentar zum ATSG, 3. Aufl. 2015, Art. 59 N. 48). Die Bin-
dungswirkung wird jedoch nicht generell, sondern einzig in Bezug auf die 
damit zusammenhängenden Aspekte des Rentenbeginns (Art. 26 Abs. 1 
des Bundesgesetzes vom 25. Juni 1982 über die berufliche Alters-, Hinter-
lassenen- und Invalidenvorsorge [BVG; SR 831.40]) bzw. der Zuständigkeit 
der Vorsorgeeinrichtung (Art. 23 lit. a BVG) durchbrochen (vgl. HANS-
ULRICH STAUFFER, Berufliche Vorsorge, 2. Aufl. 2012, S. 338 N. 924; MARC 
HÜRZELER, in SCHNEIDER/GEISER/GÄCHTER, Handkommentar zum BVG und 
FZG, 2010, Art. 26 N. 3). Vorliegend hatte die marginale Verspätung indes 
von vornherein keinen Einfluss auf die Leistungszuständigkeit der Be-
schwerdeführerin und darüber hinaus richtet sich das von ihr erhobene 
Rechtsmittel ohnehin gegen die fehlende Befristung der Rente. Ihr kommt 
somit allemal ein schutzwürdiges Interesse an der Verfügungsaufhebung 
zu (Art. 59 i.V.m. Art. 49 Abs. 4 ATSG), weshalb auf die Beschwerde einzu-
treten ist (vgl. Urteil VGE IV/2017/90, E. 1.1). Hieran vermögen die Aus-
führungen des Beigeladenen in seiner Stellungnahme vom 31. Januar 2019 
(S. 2 Ziff. II.A.1) nichts zu ändern. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 10. Oktober 2018 
(act. II 157), mit welcher dem Beigeladenen ab dem 1. September 2014 
eine halbe Invalidenrente und ab dem 1. Februar 2017 eine Viertelsrente 
zugesprochen wurde. Zwar richtet sich die Beschwerde lediglich gegen die 

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ab dem 1. Juli 2015 zugesprochene Rente (vgl. Beschwerde, S. 2 Ziff. I.2), 
die unbestritten gebliebenen Rentenbezugszeiten werden dadurch jedoch 
nicht von der richterlichen Prüfung ausgenommen, denn in anfechtungs- 
und streitgegenständlicher Hinsicht liegt ein einziges Rechtsverhältnis vor 
(BGE 125 V 413; AHI 2001 S. 278 E. 1a). Streitig und zu prüfen ist vorlie-
gend folglich der generelle Anspruch auf eine Invalidenrente, unter Ein-
schluss der vom 1. September 2014 bis 30. Juni 2015 zugesprochenen 
Rente (vgl. Urteil VGE IV/2017/90, E. 1.2).

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem IV-Grad 

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von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei ei-
nem IV-Grad von mindestens 40 % ein solcher auf eine Viertelsrente.

2.3 Für die Bestimmung des IV-Grades wird das Erwerbseinkommen, 
das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durch-
führung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmass-
nahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeits-
marktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, 
das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 
ATSG).

2.4 Um den IV-Grad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und 
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu be-
urteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 
welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind 
ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, 
welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können 
(BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV Nr. 27 
S. 87 E. 4.2.1). 

2.5 Bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten 
IV-Rente sind die für die Rentenrevision geltenden Bestimmungen analog 
anzuwenden (BGE 109 V 125 E. 4a S. 127; AHI 1998 S. 121 E. 1b).

2.5.1 Ändert sich der IV-Grad einer Rentenbezügerin oder eines Renten-
bezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch 
hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben 
(Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche 
Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den IV-Grad 
und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen (BGE 144 I 103 E. 2.1 
S. 105, 141 V 9 E. 2.3 S. 10; SVR 2018 UV Nr. 22 S. 79 E. 2.2.1).

2.5.2 Bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, 
sich im Aufgabenbereich zu betätigen, ist die anspruchsbeeinflussende 
Änderung für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem 
Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass 

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sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu 
berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Mona-
te angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird (Art. 88a 
Abs. 1 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversiche-
rung [IVV; SR 831.201]).

3.

3.1 In medizinischer Hinsicht lassen sich den Akten im Wesentlichen 
die folgenden Angaben entnehmen:

3.1.1 Der ab dem 19. August 2013 behandelnde Dr. med. E.________, 
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, diagnostizierte im Bericht 
vom 10. April 2014 (act. II 28) eine schwere depressive Episode (ICD-10 
F32.2; act. II 28 S. 2 Ziff. 1.1) und attestierte ab dem Behandlungsbeginn 
eine vollständige, ab dem 20. November 2013 eine 50 %ige sowie seit dem 
6. Januar 2014 und bis auf weiteres wiederum eine vollständige Arbeitsun-
fähigkeit (act. II 28 S. 3 Ziff. 1.6).

3.1.2 Die Hausärztin Dr. med. F.________ (im Medizinalberuferegister 
ohne Facharzttitel verzeichnet) hielt im Bericht vom 21. April 2014 (act. II 
29) als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Depression 
(ICD-10 F33.2) fest (act. II 29 S. 2 Ziff. 1.1) und ging von einer andauern-
den 100 %igen Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit aus 
(act. II 29 S. 3 Ziff. 1.6).

3.1.3 Dr. med. G.________, Facharzt für Ophthalmologie, hielt im Bericht 
vom 6. Juni 2014 (act. 37) diagnostisch einen Keratokonus beidseits mit 
Status nach perforierender Keratoplastik links im Jahr 1993 sowie Kerato-
tomien im Jahr 1995 fest. Er kategorisierte diese Diagnose als 
solche ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (act. II 37 S. 2 Ziff. 1.1) 
und gab an, der bestkorrigierte Visus rechts betrage 0.5, was knapp das 
Lesen von kleingedruckten Texten erlaube, wobei der Beigeladene aber 
extrem ermüde; auf dem linken Auge werde wegen einer in den letzten 
Jahren aufgetretenen zunehmenden Unverträglichkeit keine Kontaktlinse 
mehr getragen (act. II 37 S. 3 f. Ziff. 1.4 und 1.7).

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3.1.4 Auf Empfehlung des RAD (act. II 32) wurde der Beigeladene am 
9. Oktober 2014 psychiatrisch begutachtet. In der Expertise vom 10. Okto-
ber 2014 (act. II 50.1) vermerkte Dr. med. H.________, Facharzt für 
Psychiatrie und Psychotherapie, als Diagnosen mit Auswirkung auf die Ar-
beitsfähigkeit eine mittelgradig ausgeprägte depressive Episode mit soma-
tischem Syndrom im Rahmen einer depressiven Entwicklung (ICD-10 
F32.11), vor dem Hintergrund selbstunsicherer und rigid-leistungs-
orientierter Persönlichkeitsanteile (ICD-10: Z73.1; act. II 50.1 S. 14). Er 
erachtete eine vollständige Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätig-
keit seit August 2013 als ausgewiesen (act. II 50.1 S. 20 Ziff. 4) und attes-
tierte seit September 2014 in einer angepassten (ruhigen, stressarmen, 
emotional nicht belastenden und weder hektischen noch monotonen) 
Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 50 % (act. II 50.1 S. 19 f. Ziff. 2 und 4). 
Er ging davon aus, dass die bisherige Tätigkeit diesen Anforderungen 
entspreche und prognostizierte eine Steigerung des Arbeitspensums auf 
100 % innert sechs bis neun Monaten, wobei eine Leistungseinschränkung 
von zirka 20 % bestehen werde (act. II 50.1 S. 19 Ziff. 1 f.).

3.1.5 Die für einen umfassenden Augen-Check und eine „Second Opini-
on“ (act. II 77 S. 1 Ziff. 4) konsultierte Dr. med. I.________ (im Medizinalbe-
ruferegister ohne Facharzttitel verzeichnet) erwähnte im Bericht vom 9. No-
vember 2015 (act. II 81) in diagnostischer Hinsicht zusätzlich zu den bishe-
rigen ophthalmologischen Diagnosen eine seit dem zwölften Lebensjahr 
bestehende funktionelle Amblyopie am linken Auge (act. II 81 S. 2 Ziff. 1.1). 
Sie gab unter anderem an, der Beigeladene sehe verschwommen und es 
träten Schwindel sowie Kopfschmerzen auf. Er könne Distanzen nicht ab-
schätzen und übersehe Niveauunterschiede. Momentan sei je „nach Seh-
belastung“ ein Pensum von 50 bis 60 % zumutbar, wobei durch die 
Sehstörungen und Müdigkeit eine Leistungseinschränkung bestehe (act. II 
81 S. 4 Ziff. 1.7).

3.1.6 Im Verlaufsbericht vom 11. November 2015 (act. II 82) beschrieb 
Dr. med. E.________ eine verbesserte psychische Situation (act. II 82 S. 2 
Ziff. 1). Der Gesundheitszustand habe sich seit Herbst 2014 allmählich 
schrittweise stabilisiert, die massiven Schlafstörungen hätten überwunden 
werden können und die kognitiven Fähigkeiten seien nicht mehr überlagert 

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(act. II 82 S. 2 Ziff. 4). Seit April 2015 bestehe keine psychische Einschrän-
kung der Arbeitsfähigkeit mehr; die Behandlung sei abgeschlossen (act. II 
82 S. 2 f. Ziff. 7 und 11). Die bisherige Erwerbstätigkeit sei grundsätzlich 
zumutbar, erfordere aber einen geeigneten Rahmen, insbesondere bezüg-
lich technischer und ergonomischer Ausrüstung sowie zeitlicher Verteilung 
der einzelnen Aktivitäten. Es sei notorisch, dass Augenprobleme zu einer 
höheren Ermüdbarkeit führten und im Falle des Beigeladenen auch eine 
erhöhte psychische Belastung darstellten. Diesem Umstand sei bei der 
praktischen Arbeitsgestaltung Rechnung zu tragen (act. II 82 S. 3 Ziff. 13). 
Aus psychiatrischer Sicht seien grundsätzlich die typischen mit dem Beruf 
des Beigeladenen verbundenen Tätigkeiten zumutbar. Das zumutbare zeit-
liche und qualitative Ausmass der Bildschirmarbeit sei fachärztlich zu erfra-
gen (act. II 82 S. 3 Ziff. 14). Mit geeigneten Unterstützungsmassnahmen 
sei aus psychiatrischer Sicht eine Präsenzzeit von sechs bis sieben Stun-
den täglich zumutbar (act. II 82 S. 4 Ziff. 15.4).

3.1.7 Die RAD-Ärztin med. pract. J.________, Fachärztin für Allgemeine 
Innere Medizin, ging in ihrer Stellungnahme vom 8. Dezember 2015 (act. II 
89) von einer Leistungsreduktion von 50 % bei einer gut angepassten voll-
schichtigen Tätigkeit aus. Unzumutbar seien Arbeiten, die ein normales 
Gesichtsfeld und räumliche Orientierungsfähigkeit/räumliches Sehen erfor-
derten sowie solche mit Absturzgefahr, mit Fahr-, Steuer- oder Überwa-
chungsfunktion und mit der Gefahr von Augenverletzungen. Computer-
/Büro-Arbeiten mit den von der Sehbehindertenhilfe empfohlenen Hilfsmit-
teln (act. II 51 f., 56) seien dagegen zumutbar (act. II 89 S. 3).

3.1.8 Dr. med. G.________ bezeichnete den Gesundheitszustand im Ver-
laufsbericht vom 8. Dezember 2015 (act. II 90) als stationär (act. II 90 S. 2 
Ziff. 1). Auf die Frage nach der Prognose erklärte er, die Arbeitsfähigkeit 
bei funktioneller Monokelsituation rechts und sich zusätzlich ausbildender 
Presbyopie (Alterssichtigkeit) sei zunehmend schwierig (act. II 90 S. 5 
Ziff. 9). Mit der gegenwärtigen Kontaktlinsenversorgung sei eine Tätigkeit 
am Bildschirm zu zirka 50 % zumutbar, daneben bestehe eine Belastbar-
keit (für Arbeiten ohne grosse visuelle Anforderungen [bspw. Sitzungen]) 
um weitere 30 % (act. II 90 S. 5 Ziff. 13).

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3.1.9 Anlässlich der RAD-Besprechung vom 23. Dezember 2015 (act. II 
93) gelangte med. pract. J.________ zum Schluss, dass ihre Beurteilung 
einseitig auf Tätigkeiten am Bildschirm basiere, wogegen die Stellungnah-
me von Dr. med. G.________ differenziert und gut nachvollziehbar sei. 
Dementsprechend sei von einer Leistungsfähigkeit von 80 % bezogen auf 
ein Vollpensum in einer optimal angepassten Tätigkeit als selbständiger ... 
auszugehen (act. II 93 S. 1).

3.1.10 Im bidisziplinären (psychiatrisch-ophthalmologischen) Gutachten 
der MEDAS vom 13. November 2017 (act. II 142.1) wurden als Diagnosen 
mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine praktisch aufgehobene Sehfähig-
keit links und eine stark eingeschränkte Sehfähigkeit rechts bei Keratoko-
nus beidseits (ICD-10 H18.6), chronischer Benetzungsstörung (ICD-10 
H19.3), Presbyopie (ICD-10 H52.4), Cataracta incipiens (ICD-10 H25.0) 
sowie Innen- und Höhenschielen (linkes Auge; ICD-10 H50.0/50.2) genannt 
(act. II 142.1 S. 17 Ziff. 5.1). Im Rahmen der psychiatrischen Untersuchung 
hätten keine psychopathologischen Befunde erhoben werden können; es 
lägen weder eine aktive psychiatrische Diagnose noch eine Einschränkung 
der Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht vor. Diagnostisch handle es 
sich um eine rezidivierende depressive Störung, welche remittiert sei (act. II 
142.1 S. 11 Ziff. 3.3). Die Beurteilung des früher behandelnden Psychiaters 
Dr. med. E.________ könne aufgrund der heutigen Untersuchung rückwir-
kend nachvollzogen werden. Punktuell habe damals die von Dr. med. 
E.________ attestierte Arbeitsunfähigkeit bestanden. Ebenso könne die 
Einschätzung des psychiatrischen Gutachters Dr. med. H.________ von 
2014 rückwirkend nachvollzogen werden; dieser habe auch eine Besse-
rung des psychischen Gesundheitszustandes mit vollständiger Arbeits-
fähigkeit angegeben. Aufgrund der heutigen Untersuchung könne eine Ar-
beitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht nicht begründet werden. Dies 
stimme auch mit den täglichen Aktivitäten überein, welche dem Beigelade-
nen möglich seien (act. II 142.1 S. 12 Ziff. 3.7). In ophthalmologischer Hin-
sicht bestehe links eine ausgeprägte, irreguläre Hornhautverkrümmung 
nach Keratoplastik, welche eine deutliche Reduktion der Sehschärfe und 
eine erhebliche Blendungsempfindlichkeit verursache. Am rechten Auge 
zeige sich ein Keratokonus mit dünner zentraler Hornhaut. Eine chronische 
Benetzungsstörung bereite dem Beigeladenen Beschwerden und verursa-

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che eine passagere Kontaktlinsenunverträglichkeit. Ohne Kontaktlinse sei 
die Sehschärfe des rechten Auges noch erheblich schlechter. Aufgrund 
einer beginnenden Linsentrübung lägen eine zusätzliche Reduktion der 
Sehschärfe und eine vermehrte Blendungsempfindlichkeit vor. Aufgrund 
der funktionellen Einäugigkeit bestehe kein Stereosehen (act. II 142.1 S. 16 
Ziff. 4.4). Aus ophthalmologischer Sicht bestehe dadurch eine 50 %ige 
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit für alle beruflichen Tätigkeiten mit 
durchschnittlicher Anforderung an die Sehfähigkeit (z.B. Bürotätigkeiten). 
Die Einschränkung ergebe sich durch den erhöhten Pausenbedarf; dieser 
bestehe aufgrund der erhöhten Anstrengung zur Aufrechterhaltung der 
Sehfähigkeit. Aufgrund des fehlenden Stereosehens seien potentiell 
gefährliche Arbeitsplätze (z.B. Arbeiten auf Gerüsten oder an schnell 
drehenden Maschinen) für den Beigeladenen nicht geeignet (act. II 142.1 
S. 16 Ziff. 4.5). Aus bidisziplinärer Sicht sei auf die ophthalmologische Ein-
schätzung abzustützen. Die Gesamtleistungsfähigkeit sei aus ophthalmolo-
gischer Sicht um 50 % reduziert. Retrospektiv könne über die Zeit gemittelt 
die aktuelle Einschätzung der Arbeitsfähigkeit seit September 2013 ange-
nommen werden. Diese Einschätzung stehe zudem auch in 
Übereinstimmung mit den behandelnden Ophthalmologen. Derzeit seien 
weder medizinische noch psychiatrische Massnahmen angezeigt. Der 
Beigeladene sei beruflich optimal eingegliedert (aktuelle Tätigkeit bei der 
K.________ als ...mit einem Pensum von 70 %; act. II 145 S. 4), so dass 
sich auch keine beruflichen Massnahmen aufdrängten (act. II 142.1 S. 18 
Ziff. 6). 

3.1.11 Die RAD-Ärztin, med. pract. L.________, Fachärztin für Physikali-
sche Medizin und Rehabilitation, hielt in der Stellungnahme vom 27. August 
2018 (act. II 153 S. 2) fest, dass sich aus den gegen den Vorbescheid vom 
11. Juni 2018 (act. II 146) vorgebrachten Einwänden keine neuen medizini-
schen Fakten ergäben, welche an der Beurteilung (im Rahmen des Vorbe-
scheids) etwas zu ändern vermöchten. Bereits im Jahr 2015 habe die RAD-
Ärztin med. pract. J.________ die von den behandelnden Augenärzten 
attestierte Einschränkung von 50 % bestätigt, weshalb diesbezüglich kein 
Widerspruch zum Gutachten der MEDAS vom 13. November 2017 (act. II 
142.1) bestehe. 

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3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

3.3 Die Beschwerdegegnerin hat sich in der hier angefochtenen Verfü-
gung vom 10. Oktober 2018 (act. II 157) massgeblich auf das (psychia-
trisch-ophthalmologische) Gutachten der MEDAS vom 13. November 2017 
(act. II 142.1) gestützt. Dieses erfüllt die von der höchstrichterlichen Recht-
sprechung an den Beweiswert eines medizinischen Gutachtens gestellten 
Anforderungen (vgl. E. 3.2 hiervor), weshalb diesem volle Beweiskraft zu-
kommt. Die darin enthaltenen Feststellungen beruhen auf eigenen Ab-
klärungen und sind in Kenntnis der Vorakten sowie unter Berücksichtigung 
der geklagten Beschwerden getroffen worden. Wie sich nachfolgend ergibt, 
sind die Ausführungen in der Beurteilung der medizinischen Zusammen-
hänge einleuchtend und die gezogenen Schlussfolgerungen zum Gesund-
heitszustand und zur Arbeitsfähigkeit werden nachvollziehbar begründet. 
Auch stehen die einzelnen Fachbeurteilungen in Übereinstimmung unter-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Juni 2019, IV/18/829, Seite 13

einander und flossen in die bidisziplinäre Beurteilung ein, so dass darauf 
abzustellen ist. 

3.3.1 Was den psychischen Gesundheitszustand angeht, hat das angeru-
fene Gericht im Urteil VGE IV/2017/90 (E. 3.3.1) die Schlussfolgerung von 
Dr. med. H.________ im Administrativgutachten vom 10. Oktober 2014 
(act. II 50.1), wonach - nach vorgängiger vollständiger Arbeitsunfähigkeit ab 
August 2013 - ab September 2014 eine psychiatrisch begründete Arbeits-
unfähigkeit des Beigeladenen von nunmehr 50 % vorliege, als einleuchtend 
und nachvollziehbar erachtet. Hingegen hat es die Einschätzung des be-
handelnden Psychiaters Dr. med. E.________ vom 11. November 2015, 
wonach seit April 2015 keine psychischen Einschränkungen der Arbeits-
fähigkeit mehr bestünden (act. II 82 S. 3 Ziff. 11), für nicht überzeugend 
befunden. 

Der psychiatrische Gutachter der MEDAS hat im Gutachten vom 13. No-
vember 2017 (act. II 142.1) überzeugend und schlüssig dargelegt, dass 
eine aktive psychiatrische Diagnose nicht vorliege bzw. die rezidivierende 
depressive Störung remittiert sei und dementsprechend auch keine 
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht bestehe (act. 
II 142.1 S. 11 Ziff. 3.3). Daraus hat er nachvollziehbar gefolgert, dass sich 
die Beurteilung von Dr. med. E.________ vom 11. November 2015 (act. II 
82 S. 3 Ziff. 11) nachträglich als korrekt erweise (act. II 142.1 S. 12 Ziff. 
3.7). Folglich ist im Lichte dieser gutachterlichen Einschätzung von einer 
uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht ab April 2015 
auszugehen; dies wird im Übrigen von der Beschwerdeführerin auch nicht 
bestritten (vgl. Beschwerde, S. 7 Ziff. 7). 

3.3.2 In ophthalmologischer Hinsicht hat die Gutachterin der MEDAS 
überzeugend und schlüssig dargelegt, dass eine erhebliche Einschränkung 
der Arbeitsfähigkeit des Beigeladenen für alle beruflichen Tätigkeiten mit 
durchschnittlicher Anforderung an die Sehfähigkeit bestehe. Erforderlich sei 
dabei ein erhöhter Pausenbedarf aufgrund der erhöhten Anstrengung zur 
Aufrechterhaltung der Sehfähigkeit (act. II 142.1 S. 16 Ziff. 4.5). Weiter hat 
die Gutachterin einleuchtend und nachvollziehbar begründet, dass die Ge-
samtleistungsfähigkeit aus ophthalmologischer Sicht um 50 % reduziert sei 
(act. II 142.1 S. 18 Ziff. 6). Diese Beurteilung findet im Bericht von Dr. med. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Juni 2019, IV/18/829, Seite 14

I.________ vom 9. November 2015 (act. II 81) ihren Rückhalt, worin auf-
grund der Sehbehinderung dem Beigeladenen eine Arbeitsfähigkeit von 50 
bis 60 % in der bisherigen Tätigkeit attestiert wurde (act. II 81 S. 4 Ziff. 1.7), 
und steht auch im Einklang mit der RAD-ärztlichen Leistungseinschätzung 
von 50 % bezogen auf ein Vollpensum im Bericht vom 8. Dezember 2015 
(act. II 89 S. 3). Daran vermag nichts zu ändern, dass die RAD-Ärztin med. 
pract. J.________ in einer weiteren Aktenbeurteilung vom 23. Dezember 
2015 (act. II 93) von ihrer Einschätzung abgewichen und nunmehr von ei-
ner Leistungsfähigkeit von 80 % in einer optimal angepassten Tätigkeit als 
selbständiger ... ausgegangen ist (act. II 93 S. 1). Diese Beurteilung stützt 
sich auf den Verlaufsbericht des behandelnden Augenarztes Dr. med. 
G.________ vom 8. Dezember 2015 (act. II 90), worin eine Tätigkeit am 
Bildschirm als zu 50 % zumutbar erachtet und daneben „eine Belastbarkeit 
(welche keine grossen visuellen Anforderungen voraussetzt (Bsp. Sitzung) 
um weitere 30 %" festgehalten wurde (act. II 90 S. 5 Ziff. 13). Aus diesen 
Ausführungen lässt sich - entgegen der RAD-Ärztin med. pract. J.________ 
- nicht ohne Weiteres auf eine Leistungsfähigkeit aus ophthalmologischer 
Sicht von 80 % schliessen, hat doch Dr. med. G.________ einzig darauf 
hingewiesen, dass die Einschränkung bei Tätigkeiten, welche visuell keine 
grossen Anforderungen stellen würden, mit 30 % geringer ausfalle als bei 
Arbeiten am Bildschirm. Im früheren Bericht vom 6. Juni 2014 (act. II 37) 
hat sich der Augenarzt im Übrigen zur Arbeitsfähigkeit gar nicht geäussert 
(act. II 37 S. 4 Ziff. 1.7).

Vor diesem Hintergrund steht die gutachterliche ophthalmologische Beur-
teilung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit von 50 % (act. II 142.1 S. 18 Ziff. 6) 
in grundsätzlicher Übereinstimmung mit den Berichten der behandelnden 
Augenärzte, welche im Übrigen den Gutachtern der MEDAS allesamt be-
kannt waren (vgl. act. II 142.1 S. 4 ff). Es besteht deshalb kein Anlass, auf 
die gutachterliche ophthalmologische Beurteilung der MEDAS nicht abzu-
stellen, womit von einer ophthalmologisch begründeten Arbeitsfähigkeit von 
50 % für alle beruflichen Tätigkeiten mit durchschnittlicher Anforderung an 
die Sehfähigkeit (act. II 142.1 S. 16 Ziff. 4.5) auszugehen ist.

Weitere abklärungsbedürftige Befunde mit Auswirkungen auf die Arbeits-
fähigkeit sind nicht ersichtlich. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Juni 2019, IV/18/829, Seite 15

3.4 Zusammenfassend besteht somit gestützt auf das Gutachten der 
MEDAS vom 13. November 2017 (act. II 142.1) aus bidisziplinärer Sicht 
eine 50 %ige Arbeitsfähigkeit für alle beruflichen Tätigkeiten mit durch-
schnittlicher Anforderung an die Sehfähigkeit (act. II 142.1 S. 16 Ziff. 4.5 
und S. 18 Ziff. 6). Es bestehen keine Anhaltspunkte dafür und es wird auch 
nicht geltend gemacht, dass sich die medizinische Situation bis zum Zeit-
punkt der angefochtenen Verfügung vom 10. Oktober 2018 (act. II 157) 
geändert haben könnte (vgl. Eingabe des Beigeladenen an die Beschwer-
degegnerin vom 1. Juni 2019; in den Gerichtsakten). Weiter ist davon aus-
zugehen, dass die gutachterliche Einschätzung des Leistungsvermögens 
aus ophthalmologischer Sicht zumindest für die Zeit nach der Remission 
der depressiven Störung ab April 2015 Gültigkeit hat (vgl. E. 3.3.1 hiervor). 

4.

4.1 Umstritten ist weiter der Status, d.h. die Frage, in welchem Umfang 
der Beigeladene als Gesunder erwerbstätig wäre. Während die Beschwer-
degegnerin in der angefochtenen Verfügung vom 10. Oktober 2018 (act. II 
157) gestützt auf den Abklärungsbericht für Selbständigerwerbende vom 
1. Juni 2018 (act. II 145 S. 3 Ziff. 3) von einem Status von 100 % Erwerbs-
tätigkeit ausgeht (act. II 155 S. 2), macht die Beschwerdeführerin geltend, 
die (hypothetische) Erwerbstätigkeit betrage lediglich 90 % (vgl. Beschwer-
de, S. 7 Ziff. 8).

4.2 Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig Erwerbs-
tätige oder als Nichterwerbstätige einzustufen ist - was je zur Anwendung 
einer anderen Methode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich, 
Betätigungsvergleich, gemischte Methode) führt -, ergibt sich aus der Prü-
fung, was sie bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine 
gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde (BGE 141 V 15 E. 3.1 S. 20). 
Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der ver-
sicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in 
welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre (BGE 144 I 28 E. 2.3 
S. 30).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Juni 2019, IV/18/829, Seite 16

4.3 Anlässlich der Erhebung vom 16. Mai 2018 hatte der Beigeladene 
gegenüber der Abklärungsperson angegeben, er sei jeweils aus gesund-
heitlichen Gründen einer Teilzeiterwerbstätigkeit nachgegangen. Die seit 
der Pubertät bestehenden Augenprobleme - und die dadurch bedingte Au-
genermüdung - habe der Beigeladene gegenüber den künftigen Arbeitge-
bern immer erwähnt. Ohne gesundheitliche Beeinträchtigung würde er eine 
Vollzeiterwerbstätigkeit ausüben (act. II 145 S. 3 Ziff. 3). 

Die Ausführungen zum hypothetischen Umfang der Erwerbstätigkeit 
erweisen sich mit Blick auf die medizinische Aktenlage (vgl. E. 3.1.1 ff. 
hiervor) ohne weiteres als plausibel und nachvollziehbar. Die gegenteilige, 
nicht näher begründete Auffassung der Beschwerdeführerin, der 
Beigeladene habe das Pensum von 90 % aus gesundheitsfremden 
Gründen ausgeübt (vgl. Beschwerde, S. 7 Ziff. 8), vermag dagegen nicht 
aufzukommen.

Nach dem Ausgeführten ist demzufolge nicht zu beanstanden, dass die 
Beschwerdegegnerin als mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwie-
genden Wahrscheinlichkeit erstellt betrachtet hat, dass der Beigeladene 
ohne gesundheitliche Beeinträchtigung einer vollzeitlichen Erwerbstätigkeit 
nachgehen würde. Der IV-Grad ist im Folgenden - ausgehend von der zu-
mutbaren Arbeitsfähigkeit von 50 % in allen Tätigkeiten mit durchschnitt-
licher Anforderung an die Sehfähigkeit (vgl. E. 3.4 hiervor) - nach der all-
gemeinen Methode des Einkommensvergleichs zu ermitteln. 

5.

5.1

5.1.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 322 
E. 4.1 S. 325; SVR 2017 IV Nr. 52 S. 157 E. 5.1). Lässt sich aufgrund der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Juni 2019, IV/18/829, Seite 17

tatsächlichen Verhältnisse das ohne gesundheitliche Beeinträchtigung rea-
lisierbare Einkommen nicht hinreichend genau beziffern, ist auf Erfahrungs- 
und Durchschnittswerte gemäss Tabellenlohn nach den vom Bundesamt 
für Statistik herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) abzustellen. 
Auf sie darf jedoch im Rahmen der Invaliditätsbemessung nur unter Mit-
berücksichtigung der für die Entlöhnung im Einzelfall gegebenenfalls rele-
vanten persönlichen und beruflichen Faktoren abgestellt werden (BGE 144 
I 103 E. 5.3 S. 110; Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts 
[EVG; heute BGer] vom 30. Oktober 2002, I 517/02, E. 1.2).

5.1.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Übt die versicherte 
Person nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der - ku-
mulativ - besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzu-
nehmen ist, dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer 
Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Ar-
beitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich 
der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE 143 V 295 E. 2.2 
S. 296). Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, 
namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsscha-
dens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätig-
keit aufgenommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne 
gemäss den LSE herangezogen werden (BGE 143 V 295 E. 2.2 S.  297).

Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, 
die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich 
zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurch-
schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit ei-
nem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 
S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass 
Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und 
beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Ein-
schränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Be-
schäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalidenein-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Juni 2019, IV/18/829, Seite 18

kommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wo-
bei der Abzug auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen ist (BGE 135 V 
297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2018 IV Nr. 46 S. 148 
E. 3.3). 

5.2 Das angerufene Gericht ging im Urteil VGE IV/2017/90 (E. 3.3) von 
einem frühestmöglichen Rentenbeginn ab dem 1. September 2014 aus, 
was mit Blick auf die Wartezeit nach Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG (vgl. act. II 28 
S. 3 Ziff. 1.6) sowie die Anmeldung im Februar 2014 (act. II 16) und die 
Karenzfrist von sechs Monaten (Art. 29 Abs. 1 IVG) zu Recht unbestritten 
geblieben ist. Der Einkommensvergleich ist auf diesen Zeitpunkt hin 
vorzunehmen (BGE 143 V 295 E. 4.1.3 S. 300, 129 V 222). 

5.2.1 Es ist davon auszugehen, dass der Beigeladene das 
Arbeitsverhältnis mit der M.________ AG am 26. Mai 2015 aus gesund-
heitsfremden Gründen per 30. November 2015 gekündigt hat (vgl. E. 3.4 
des Urteil VGE IV/2017/90; act. II 145 S. 2 und 4, act. II 155 S. 2), weshalb 
das Valideneinkommen gestützt auf den Tabellenwert der LSE zu ermitteln 
ist. Entgegen der Auffassung des Beigeladenen ist nicht ein Einkommen 
als sogenannter ... in der Höhe von Fr. 165'000.-- heranzuziehen (vgl. des-
sen Stellungnahme vom 31. Januar 2019, S. 6 Ziff. 4; in den Gerichtsak-
ten), da nicht überwiegend wahrscheinlich ist, dass der Beigeladene wei-
terhin in diesem spezifischen Bereich tätig wäre. 

Das der angefochtenen Verfügung zu Grunde liegende Valideneinkommen 
von Fr. 146‘993.-- bei einem Arbeitspensum von 100 % (act. II 145 S. 6 
Ziff. 7) ist nicht zu beanstanden. Für dessen Berechnung stützte sich die 
Beschwerdegegnerin auf die LSE 2014, Tabelle T17 (monatlicher 
Bruttolohn [Zentralwert] nach Berufsgruppen, Lebensalter und Geschlecht; 
privater und öffentlicher Sektor [Bund, Kantone, Bezirke, Gemeinden, 
Körperschaften] zusammen) und darin auf den Wert für Männer (>=50 
Jahre) der Berufsuntergruppe 11 (Geschäftsführer/innen, leitende 
Funktionen in Verwaltung und gesetzgebenden Körperschaften; abrufbar 
unter www.bfs.admin.ch), dies auf die betriebsübliche Wochenarbeitszeit 
von 41.7 Stunden im Sektor III (Dienstleistungen; abrufbar unter 
www.bfs.admin.ch) angepasst und auf ein Jahr aufgerechnet (Fr. 11‘750.-- 
: 40 x 41.7 x 12).

http://www.bfs.admin.ch

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Juni 2019, IV/18/829, Seite 19

5.2.2 Das Invalideneinkommen ist mit Blick auf das ärztlich attestierte 
Zumutbarkeitsprofil (vgl. E. 3.4 hiervor) und den Umstand, dass der Beige-
ladene zum Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns keine Ver-
weistätigkeit im zumutbaren Rahmen aufgenommen hat, aufgrund dessel-
ben Tabellenlohns zu ermitteln. Unter Berücksichtigung der Arbeits- und 
Leistungsfähigkeit von 50 % (vgl. E. 3.4 hiervor) ergibt dies ein jährliches 
Einkommen von Fr. 73‘496.--.

Da die behinderungsbedingten Einschränkungen bereits mit der Einschrän-
kung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 50 % berücksichtigt wurden 
und keine weiteren Gründe, die zu einer Einkommenseinbusse führen 
könnten, ersichtlich sind (vgl. E. 5.1.2 hiervor), rechtfertigt sich vorliegend 
kein leidensbedingter Abzug vom Tabellenlohn.

5.2.3 Bei einem Valideneinkommen von Fr. 146‘993.-- und einem Invali-
deneinkommen von Fr. 73‘496.-- resultiert eine Einkommenseinbusse von 
Fr. 73‘497.--, was einem IV-Grad von gerundet 50 % (zur Rundung: BGE 
130 V 121 E. 3.2 und 3.3 S. 123) entspricht. Damit besteht Anspruch auf 
eine halbe Rente ab dem 1. September 2014 (vgl. E. 5.2 hiervor). 

5.3 Der Beigeladene ist seit dem 1. Februar 2017 bei der K.________ 
als ... mit einem Pensum von 70 % angestellt (vgl. Eingabe des Beigelade-
nen vom 31. Januar 2019 [in den Gerichtsakten]; act. II 144 S. 1, act. II 145 
S. 4). Dieser Umstand stellt einen Revisionsgrund dar (vgl. E. 2.5.1 hier-
vor). Damit ist ab diesem Zeitpunkt eine weitere Invaliditätsbemessung 
vorzunehmen (vgl. E. 5.3.3 hiernach).

5.3.1 Ausgehend vom Valideneinkommen von Fr. 146’993.-- (vgl. E. 5.2.1 
hiervor) und unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung bis zum 
Jahr 2017 (Tabelle T1.1.10, Nominallohnindex Männer 2011 - 2017, Ab-
schnitt O [öffentliche Verwaltung], Index Jahr 2014: 102.3 Punkte, Index 
Jahr 2017: 103.2 Punkte; abrufbar unter www.bfs.admin.ch) resultiert ein 
hypothetischer Bruttojahreslohn von Fr. 148‘286.--.

5.3.2 Beim Invalideneinkommen hat die Beschwerdegegnerin auf das 
beim derzeitigen Arbeitgeber (auf der Basis eines Arbeitspensums von 
70 %; vgl. act. II 144 S. 3) tatsächlich erzielte Einkommen von Fr. 80‘581.-- 
(Fr. 6‘198.50 x 13) abgestellt (act. II 145 S. 7 Ziff. 7). Dieses Vorgehen ist 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Juni 2019, IV/18/829, Seite 20

nicht zu beanstanden. Es bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass dem 
Beigeladenen das effektive Pensum von 70 % nicht zugemutet werden 
könnte und auf seine Behinderung nicht optimal Rücksicht genommen wür-
de. Demzufolge ist davon auszugehen, dass er sein verbliebenes Leis-
tungsvermögen - bei gegebenen stabilen Verhältnissen (Festanstellung seit 
dem 15. September 2018; vgl. Eingabe des Beigeladenen vom 31. Januar 
2019, S. 5 Ziff. 3) - maximal ausschöpft (vgl. E. 5.1.2 hiervor). Allerdings 
kann daraus nicht ohne Weiteres geschlossen werden, dass der Beigela-
dene auch auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt ein Pensum von 70 % verse-
hen könnte. 

5.3.3 Bei einem Valideneinkommen von Fr. 148‘286.-- und einem Invali-
deneinkommen von Fr. 80‘581.-- resultiert eine Einkommenseinbusse von 
Fr. 67‘705.--, was einem IV-Grad von gerundet 46 % (zur Rundung: BGE 
130 V 121 E. 3.2 und 3.3 S. 123) entspricht. Damit besteht Anspruch auf 
eine Viertelsrente. Dass die Beschwerdegegnerin die Rentenanpassung 
bzw. -herabsetzung auf den 1. Februar 2017, d.h. ohne Einhaltung der 
Dreimonatsfrist gemäss Art. 88a Abs. 1 IVV (vgl. E. 2.5.2 hiervor) auf den 
Zeitpunkt der Erwerbsaufnahme bei der K.________ (vgl. E. 5.3 hiervor) 
festgelegt hat, lässt sich vertreten, kann doch ab diesem Zeitpunkt ohne 
Weiteres vom Vorliegen stabiler Verhältnisse ausgegangen werden (vgl. 
E. 5.3.2 hiervor). 

6.

Nach dem Dargelegten ist die angefochtene Verfügung vom 10. Oktober 
2018 (act. II 157) nicht zu beanstanden. Die Beschwerde ist deshalb abzu-
weisen.

7.

7.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung 
oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Juni 2019, IV/18/829, Seite 21

dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Beschwerdefüh-
rerin die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss 
gleicher Höhe entnommen.

7.2

7.2.1 Art. 61 lit. g ATSG schliesst die Zusprechung einer Prozessent-
schädigung an den Sozialversicherungsträger im kantonalen Verfahren 
grundsätzlich aus. Eine Ausnahme von diesem allgemeinen Prozessgrund-
satz liegt hier nicht vor (vgl. BGE 128 V 124 E. 5b S. 133), womit der ob-
siegenden Beschwerdegegnerin keine Parteientschädigung zuzusprechen 
ist.

7.2.2 Der Beigeladene hat hier ebenfalls keinen Anspruch auf eine Par-
teientschädigung. Dies allein schon deshalb, weil der Aufwand zur Wah-
rung seiner Interessen den Rahmen dessen nicht überschritten hat, was 
der Einzelne üblicher- und zumutbarerweise zur Besorgung seiner persön-
lichen Angelegenheiten auf sich zu nehmen hat (BGE 127 V 205 E. 4b 
S. 207). Überdies sind die geltend gemachten Auslagen (vgl. Stellungnah-
me vom 31. Januar 2019, S. 6 Ziff. 5) nicht belegt.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in 
gleicher Höhe entnommen.

3. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Juni 2019, IV/18/829, Seite 22

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt C.________ z.H. der Beschwerdeführerin (samt Einga-

be des Beigeladenen vom 1. Juni 2019)
- IV-Stelle Bern 
- A.________
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.