# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4ed3cca4-e4a8-5f48-b66e-3592db53c553
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-08-14
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsgericht 14.08.2023 B 2023/39
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_VGN_001_B-2023-39_2023-08-14.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: B 2023/39

Stelle: Verwaltungsgericht

Rubrik: Verwaltungsgericht

Publikationsdatum: 05.09.2023

Entscheiddatum: 14.08.2023

Entscheid Verwaltungsgericht, 14.08.2023
Steuerrecht. Sitz/Hauptsteuerdomizil einer juristischen Person. Art. 20 Abs. 
1 StHG (SR 642.14). Art. 71 StG (sGS 811.1). Der Ort der tatsächlichen 
Verwaltung liegt praxisge-mäss dort, wo eine Gesellschaft ihren 
wirtschaftlichen und tatsächlichen Mittelpunkt hat bzw. wo die 
normalerweise am Sitz sich abspielende Geschäftsführung besorgt wird. 
Massgebend ist die Führung der laufenden Geschäfte im Rahmen des 
Gesellschafts-zweckes; bei mehreren Orten ist der Schwerpunkt der 
Geschäftsführung massgebend. Nicht entscheidend ist der Ort der 
Verwaltungsratssitzungen, der Generalversammlun-gen oder der Wohnsitz 
der Aktionäre (BGer 2C_1086/2012 vom 16. Mai 2013 E. 2.2 m.H.). Im 
konkreten Fall ging das Verwaltungsgericht davon aus, dass die Geschäfte 
der Beschwerdeführerin im Rahmen des Gesellschaftszwecks an mehreren 
Orten geführt werden. Die Wahl des Sitzes in Y.__ habe die 
Beschwerdeführerin unter anderem mit dem Umstand erklärt, dass der 
Geschäftsleiter im Kanton AR aufgewachsen sei und in Y.__ in Ruhe arbeiten 
könne (Besprechungen, Planung, Ausarbeitung der Strategie). Wenn 
Beschwerdegegner (Steueramt) und Vorin-stanz (VRK) den wirtschaftlichen 
und tatsächlichen Mittelpunkt dennoch in Z.__/SG lokalisieren, so spreche 
für diesen Stand-punkt insbesondere, dass Besprechungen mit Kunden 
nach Lage der Akten nur zu ei-nem geringen Teil in Y.__ stattfinden dürften. 
So habe die Beschwerdeführerin in einer Stellungnahme vermerkt, dass der 
Geschäftsleiter Kundenbesprechungen fast aus-schliesslich vor Ort bei den 
Kunden durchführe, und damit nicht in Y.__. Hiermit in Ein-klang stehe der 
Umstand, dass einzelne Gespräche in Y.__ durchgeführt worden seien. Die 
mietvertraglichen Gegebenheiten in Y.__ (Untermiete, tiefer Mietpreis 
einschliesslich HK/NK, Raumgrösse) liessen für sich allein jedenfalls nicht 
auf einen Mittelpunkt der Geschäftsführung in Y.__ schliessen. Welche 
planerischen und strategischen Tätigkei-ten der Geschäftsleiter in Y.__ 
ausübe, ergebe sich nicht aus den Akten. Angesichts der geschilderten 
Gegebenheiten bestehe für das Verwaltungsgericht kein zureichender 

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Anlass, die Schlussfolgerung der Vorinstanz, wonach die fundierten 
Abklärungen und Ausführungen des Beschwerdegegners es als sehr 
wahrscheinlich erscheinen liessen, dass sich der Ort der tatsächlichen 
Verwaltung in Z.__/SG befinde, in Frage zu stellen. Abweisung der 
Beschwerde. (Verwaltungsgericht, B 2023/39). Die gegen dieses Urteil 
erhobene Beschwerde ans Bundesgericht wurde mit Urteil vom 2. April 2024 
abgewiesen (Verfahren 9C_591/2023)

Entscheid vom 14. August 2023

Besetzung

Abteilungspräsidentin Lendfers; Verwaltungsrichterin Bietenharder, Verwaltungsrichter 

Engeler; Gerichtsschreiber Schmid

Verfahrensbeteiligte

A.___ AG,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt Thomas Eisenring, Bahnhofstrasse 18, 9230 Flawil,

gegen

Verwaltungsrekurskommission des Kantons St. Gallen,

Unterstrasse 28, 9001 St. Gallen,

Vorinstanz,

und

Kantonales Steueramt, Davidstrasse 41, 9001 St. Gallen,

Beschwerdegegner,

Gegenstand

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Steuerpflicht (Gewinn- und Kapitalsteuer) im Kanton St. Gallen

ab 1. April 2011

 

Das Verwaltungsgericht stellt fest:

A.  

B.  

Die A.__ AG wurde am 20. Februar 2003 mit Sitz in Z.__, B.__-strasse 001_, ins 

Handelsregister eingetragen. Am 22. September 2008 erfolgte eine Sitzverlegung nach 

Y.__. Mit Schreiben vom 4. August 2021 teilte das kantonale Steueramt St. Gallen der 

Gesellschaft mit, dass Hinweise für eine Steuerpflicht im Kanton St. Gallen beständen. 

Sie wurde aufgefordert, sich zu ihrem Geschäftsort zu äussern und Unterlagen 

einzureichen. Mit Stellungnahme vom 3. September 2021 reichte die A.__ AG ein 

Aktionärsverzeichnis, Miet- und Untermietverträge sowie Lohnausweise aus den 

Jahren 2018 bis 2020 ein. Mit Verfügung vom 21. Oktober 2021 stellte das kantonale 

Steueramt fest, dass die A.__ AG seit 1. April 2011 (mindestens für die Steuerperioden 

vom 1. April 2011 bis 31. März 2021) im Kanton St. Gallen (Z.__) aufgrund des Orts der 

tatsächlichen Verwaltung der unbeschränkten Steuerpflicht unterliege (act. G 8/6 II/1).

A.a. 

Die gegen diese Verfügung erhobene Einsprache vom 18. November 2021 wies das 

kantonale Steueramt nach einer Besprechung vom 15. März 2022 (act. G 8/6 III/6) und 

Durchführung eines Augenscheins in den Büroräumlichkeiten der Beschwerdeführerin 

in Y.__ und Z.__ vom 22. März 2022 (act. G 8/6 III/9) mit Einspracheentscheid vom 29. 

März 2022 ab (act. G 3/5, G 8/6 III/10). Den hiergegen von Rechtsanwalt Thomas 

Eisenring, Flawil, für die A.__ AG erhobenen Rekurs vom 6. Mai 2022 wies die 

Verwaltungsrekurskommission des Kantons St. Gallen (VRK) mit Entscheid vom 12. 

Januar 2023 ab (act. G 2). 

A.b. 

Gegen diesen Einspracheentscheid erhob Rechtsanwalt Eisenring für die A.__ AG mit 

Eingabe vom 22. Februar 2023 Beschwerde mit den Anträgen, der Entscheid sei 

aufzuheben und es sei festzustellen, dass keine unbeschränkte Steuerpflicht der 

B.a. 

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Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:

1.  

Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 196 Abs. 1 des 

Steuergesetzes; sGS 811.1, StG; Art. 59 Abs. 1 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP). Die Beschwerdeführerin ist zur Ergreifung 

der Beschwerde legitimiert. Die Beschwerde gegen den Rekursentscheid vom 12. 

Januar 2023 (Eingang beim Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin am 23. Januar 

2023; act. G 1 S. 3) wurde mit Eingabe vom 22. Februar 2023 rechtzeitig erhoben und 

erfüllt formell und inhaltlich die gesetzlichen Anforderungen (Art. 196 Abs. 1 und 

Art. 161 StG in Verbindung mit Art. 64 und Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf die Beschwerde ist 

daher einzutreten.

2.  

Beschwerdeführerin im Kanton St. Gallen (Gewinn- und Kapitalsteuer) ab 1. April 2011 

bestehe. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (einschliesslich Mehrwertsteuer) zu 

Lasten des Beschwerdegegners (act. G 1).

Die Vorinstanz teilte am 28. März 2023 den Verzicht auf eine Vernehmlassung mit (act. 

G 7). Am 13. April 2023 teilte der Beschwerdegegner den Verzicht auf eine 

Vernehmlassung mit. Er beantragte Abweisung der Beschwerde, soweit darauf 

einzutreten sei (act. G 10).

B.b. 

Auf die Vorbringen in den Eingaben des vorliegenden Verfahrens wird, soweit für den 

Entscheid erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

B.c. 

Juristische Personen sind aufgrund persönlicher Zugehörigkeit steuerpflichtig, wenn 

sich ihr Sitz oder ihre tatsächliche Verwaltung in der Schweiz bzw. im Kanton befindet 

(Art. 20 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Harmonisierung der direkten Steuern der 

Kantone und Gemeinden, SR 642.14, StHG, sowie Art. 71 StG). Das 

Hauptsteuerdomizil einer juristischen Person befindet im interkantonalen Verhältnis 

grundsätzlich an ihrem durch die Statuten und den Handelsregistereintrag bestimmten 

Sitz. Auf diesen zivilrechtlichen Sitz wird jedoch dann nicht abgestellt, wenn ihm in 

2.1. 

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einem anderen Kanton ein Ort gegenübersteht, an dem die normalerweise am 

statutarischen Sitz sich abspielende Geschäftsführung und Verwaltung, d.h. die 

leitende Tätigkeit, in Wirklichkeit vor sich geht. In solchen Fällen wird der Ort der 

effektiven Leitung bzw. Verwaltung als Steuerdomizil betrachtet. Entscheidend sind die 

gesamten Umstände des Einzelfalls (BGer 2C_384/2019 vom 18. November 2019 

E. 2.1.2 m.H.; Zweifel/Hunziker, in: Zweifel/Beusch/de Vries Reilingh [Hrsg.], 

Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Interkantonales Steuerrecht, 2. Aufl. 

2021, § 8 N 5). Im interkantonalen Verhältnis räumt das Bundesgericht dem Ort der 

tatsächlichen Verwaltung der juristischen Person den Vorrang gegenüber dem 

statutarischen Sitz ein (BGE 146 II 111 E. 2.3.6).

Ein Indiz für das Hauptsteuerdomizil bildet der Umstand, dass an einem Ort die Post 

effektiv bearbeitet wird und die Gesellschaft telefonisch erreichbar ist, wohingegen der 

Umstand, dass an einem Ort, an welchem zwar Postadresse und Telefonverbindung 

registriert sind, die Post und eingehende Telefone jedoch von einer beauftragten 

Person regelmässig weitergeleitet werden, auf ein Briefkastendomizil hindeutet 

(BGer 2C_539/2017 vom 7. Februar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen). Der Ort der 

tatsächlichen Verwaltung liegt mithin dort, wo eine Gesellschaft ihren wirtschaftlichen 

und tatsächlichen Mittelpunkt hat bzw. wo die Geschäftsführung besorgt wird und die 

wesentlichen Unternehmensentscheide fallen. Nicht erforderlich ist, dass sich dort eine 

feste Geschäftseinrichtung oder Personal befinden. Ist dem aber so, kann dies ein Indiz 

für den Ort der wirklichen Leitung sein (Oesterhelt/Schreiber, in: Zweifel/Beusch [Hrsg.], 

Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, StHG, 3. Aufl. 2017, N 27 f. zu Art. 20 

StHG). Die Träger der tatsächlichen Verwaltung sind regelmässig die zur 

Geschäftsführung autorisierten Vertreter des Verwaltungsrates bzw. der Gesellschafter. 

Mit der Geschäftsleitung bzw. der tatsächlichen Verwaltung ist nicht die Tätigkeit der 

obersten Gesellschaftsorgane, soweit sie sich auf die Ausübung der Kontrolle und 

gewisse Grundsatzentscheide beschränkt, gemeint (Zweifel/Hunziker, a.a.O., § 8 N 12 

f.). Nicht entscheidend ist der Ort der Verwaltungsratssitzungen, der 

Generalversammlungen oder der Wohnsitz der Aktionäre, es sei denn, die 

Geschäftsführung konzentriere sich bei einer Person, die ihre Tätigkeit an 

verschiedenen Orten wahrnimmt, ohne dass die Gesellschaft über feste Einrichtungen 

und eigenes Personal verfügt (BGer 2C_848/2017 vom 7. September 2018 E. 3.2 mit 

Hinweisen).

Die Veranlagungsbehörde trägt grundsätzlich die Beweislast für die 

steuerbegründenden und -erhöhenden, die steuerpflichtige Person jene für die 

steueraufhebenden und -min-dernden Tatsachen (BGE 140 II 248 E. 3.5). In Bezug auf 

https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=steuerpflicht+juristische+Person+sitz+verwaltung+briefkasten&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F140-II-248%3Ade&number_of_ranks=0#page248

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das Hauptsteuerdomizil juristischer Personen gilt der Sitz in der Regel aufgrund des 

Handelsregistereintrags als bewiesen. Der andere Kanton, welcher den Ort der 

tatsächlichen Verwaltung auf seinem Gebiet geltend macht, hat die Umstände darzutun 

und zu beweisen, aus welchen sich ergibt, dass der ausserkantonale Sitz einer 

juristischen Person nur formeller Art ist und die tatsächliche Verwaltung im 

betreffenden Kanton besorgt wird. Erscheint aber der durch den anderen Kanton 

geltend gemachte Ort der tatsächlichen Verwaltung als sehr wahrscheinlich, genügt 

dies in der Regel als Hauptbeweis und obliegt es der steuerpflichtigen juristischen 

Person, den Gegenbeweis für den von ihr behaupteten Ort der tatsächlichen 

Verwaltung ausserhalb des Kantons zu erbringen (BGer 2C_24/2021 vom 6. Oktober 

2021 E. 4.3 m.H.; BGE 147 I 325 E. 2.3).

Im angefochtenen Entscheid legte die Vorinstanz dar, die Beschwerdeführerin habe 

ihren statutarischen Sitz seit mehreren Jahren in Y.__/AR. Der Beschwerdegegner trage 

die Beweislast dafür, dass dieser Sitz nur formeller Art sei und sich die tatsächliche 

Verwaltung in Z.__/SG befinde. Angesichts der vom Beschwerdegegner vorgebrachten 

Umstände erscheine der Sitz in Y.__ als ein blosses "Briefkastendomizil". Die 

Beschwerdeführerin verfüge dort zwar über einen Arbeitsplatz samt Besprechungstisch 

(act. G 8/6 I/7.6). Inwiefern dort tatsächlich Besprechungen/Sitzungen stattgefunden 

hätten, sei nicht ersichtlich und es ergäben sich aus den Akten keine Hinweise, die das 

Behauptete beweisen könnten. Zudem sei die mehrfache Betonung der 

Beschwerdeführerin, C.__ als einziges geschäftsführendes Organ führe 

Kundenbesprechungen fast ausschliesslich vor Ort (bei den Kunden) durch (statt in 

Y.__), widersprüchlich (act. G 8/8). Sowohl die Ausgestaltung des Untermietvertrags als 

auch die Höhe der Monatsmiete deuteten darauf hin, dass die D.__ AG der 

Beschwerdeführerin ihre Geschäftsadresse zur Verfügung stelle, um ein 

Hauptsteuerdomizil zu begründen. Dafür sprächen auch die Abklärungen der 

Vorinstanz, die belegen würden, dass die D.__ AG in der Vergangenheit (nicht zum 

Stand des Rechtsspruchs) mit derselben Wortwahl dafür geworben habe. Über 

Besprechungsräume verfüge die Beschwerdeführerin auch in Z.__. Dort stünden 

mehrere Büroplätze, ein Archiv, eine Packstrasse und ein grosser Vorraum für 

Ausstellungen sowie Lagerung von Produktemustern zur Verfügung. Die dortigen 

Geschäftsräume seien deutlich grösser (als diejenigen in Herisau). Die Lagerung/

Auslieferung in X.__/TG erfolge durch einen externen Dienstleister. Das Personal werde, 

sofern es nicht im Homeoffice oder im Aussendienst sei, überwiegend in Z.__ 

beschäftigt. Auch der Geschäftsführer arbeite gelegentlich dort. Wesentlich sei die 

telefonische Erreichbarkeit in Z.__, welche in Y.__ gänzlich fehle, und der 

2.2. 

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Internetauftritt, in welchem für die Kontaktaufnahme auf die Niederlassung in Z.__ 

verwiesen werde. Ferner sei auf der Visitenkarte die Anschrift in Z.__ aufgeführt. 

Insgesamt sei davon auszugehen, dass sich der wirtschaftliche und tatsächliche 

Mittelpunkt der Beschwerdeführerin in Z.__ befinde. Die dagegen vorgebrachten 

Argumente der Beschwerdeführerin würden nicht überzeugen. Die unterschiedlichen 

Produktebeschriftungen würden (bezüglich der Frage des Hauptsteuerdomizils) keine 

Schlüsse zulassen. Der Wohnort von Mitaktionär E.__ und die Abhaltung der 

Generalversammlung in Y.__ seien nicht entscheidend. Die Beschwerdeführerin habe 

zu Y.__ trotz vorhandener Infrastruktur keine nähere Beziehung. Daran ändere nichts, 

dass in Y.__ tatsächlich die eine oder andere Besprechung stattgefunden habe. Die 

Beurteilung, ob es sich beim Sitz in Y.__ um eine Betriebsstätte handle, liege nicht in 

der Zuständigkeit der Vorinstanz. Die fundierten Abklärungen und Ausführungen des 

Beschwerdegegners liessen es als sehr wahrscheinlich erscheinen, dass sich der Ort 

der tatsächlichen Verwaltung in Z.__ befinde (act. G 2).

Die Beschwerdeführerin wendet ein, die Vorinstanz stütze ihren Entscheid auf teilweise 

falsche Annahmen und Mutmassungen. Sie verkenne, dass nicht die 

Beschwerdeführerin die Beweislast für steuerbegründende Tatsachen trage, sondern 

der Beschwerdegegner. In Y.__ stehe ein separater, abschliessbarer Büroraum mit 

Firmenanschrift zur ausschliesslichen Verfügung der Beschwerdeführerin. Die 

Nettonutzfläche des Büros betrage 16.6 m . Es weise einen Arbeitsplatz mit sämtlichen 

notwendigen Einrichtungen, technisch auf dem neusten Stand, auf sowie einen 

Besprechungstisch für vier bis fünf Personen auf. Im oberen Stock stünden Toiletten-

Anlagen getrennt für Damen und Herren zur Verfügung. Der Geschäftsführer arbeite an 

diesem Arbeitsplatz. Wie in seinem Lohnausweis festgehalten, sei er neben seiner 

Tätigkeit in Y.__ zu rund 50 % im Aussendienst tätig (Kunden- und Lieferantenbesuche 

im In- und Ausland). Zu Kontrollzwecken schaue er zwischendurch auch im Lager in 

X.__ und im Verkaufs- und Einkaufsmusterlager in Z.__ vorbei. Die Geschäftsführung, 

Besprechungen mit Kunden sowie mit der Treuhandstelle fänden in Y.__ statt. Dort 

würden auch die Generalversammlungen abgehalten und werde die Buchhaltung 

geführt. Von den drei Angestellten der Beschwerdeführerin arbeite eine Person 

(Geschäftsführer) in Y.__, eine Person in W.__ sowie eine Person in Z.__ oder im Lager 

X.__. Die Behauptung der Vorinstanz, das Personal werde überwiegend in Z.__ 

beschäftigt, sei somit eindeutig falsch. Sodann bestehe in Y.__ sehr wohl ein 

Telefonanschluss (071 354 84 45). Der Geschäftsführer benütze für Telefongespräche 

zudem vorwiegend sein Mobiltelefon. Die Visitenkarte sei auf den Geschäftsort in Y.__ 

ausgestellt; die bei den Akten des Beschwerdegegners befindliche Visitenkarte sei vor 

2.3. 

2

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der Sitzverlegung nach Y.__ ausgestellt worden. Im Weiteren sei der Geschäftsführer 

im Kanton AR aufgewachsen und weiterhin mit ihm verbunden. Die Trennung der 

Geschäftsführung und Verwaltung von der rein administrativen Tätigkeit sei bewusst 

und aus dem Grund erfolgt, dass der Geschäftsführer für die Führung der Geschäfte, 

für die Planung, die Ausarbeitung der Strategie, für Besprechungen und für den 

Abschluss von Geschäften in Ruhe arbeiten können müsse. Dies sei in Z.__l aufgrund 

des Lärms beim Abpacken und Versenden der Muster-Produkte und Pakete nicht der 

Fall gewesen. In Y.__ würden regelmässig Besprechungen mit Geschäftspartnern und 

Kunden durchgeführt. Vorliegend lägen sowohl der Sitz als auch die tatsächliche 

Verwaltung der Beschwerdeführerin am selben Ort (Y.__). Untergeordnete 

administrative Arbeiten seien nicht massgebend. Die Geschäftsführung finde 

ausschliesslich in Herisau statt und keinesfalls in Z.__. Der von der Vorinstanz zitierte 

BGE 146 II 111 setze sich in E. 2.3.6 zudem nicht konkret mit der Frage des 

Hauptsteuerdomizils auseinander, sondern verweise einzig auf BGer 2C_627/2017 vom 

1. Februar 2019, der von der Lehre stark kritisiert worden sei. Die bisherige 

höchstrichterliche Judikatur, wonach grundsätzlich der statutarische Sitz das 

Hauptsteuerdomizil bilde, werde von der nahezu einhelligen Lehre gestützt. Wo 

Tätigkeiten am statutarischen Sitz nicht nur eine Briefkastenfunktion hätten, sondern 

weitergehende Aufgaben beinhalten würden, sei das Hauptsteuerdomizil selbst dann 

am Sitz anzusiedeln, wenn die Gesellschaft von einem anderen Ort aus geleitet werde. 

Der Ort der tatsächlichen Verwaltung bilde nur eine subsidiäre Anknüpfung bzw. die 

Ausnahme gegenüber der Anknüpfung an den statutarischen Sitz. Konkret arbeite der 

Geschäftsführer in Y.__ und führe von dort aus das Geschäft 

(Unternehmensentscheide, Besprechungen mit Kunden und Lieferanten). In Z.__ 

arbeite keine Person, welche zur Geschäftsführung befugt wäre, weshalb sich die 

Verwaltung nicht in Z.__ befinden könne. Massgebend sei die Führung der laufenden 

Geschäfte. In Z.__ würden keine wesentlichen Unternehmensentscheide getroffen; dort 

erfolge das Lagern, Verpacken und Versenden von Musterprodukten und Paketen und 

es würden unwesentliche administrative Arbeiten erledigt (act. G 1).

Nach Lage der Akten mietete die per Februar 2003 mit Sitz in Z.__ ins Handelsregister 

eingetragene Beschwerdeführerin in Y.__ per 1. Oktober 2008 - gleichzeitig mit der 

Sitzverlegung an diesen Ort (act. G 8/6 I/1) - als Untermieterin ein Büro mit einer Fläche 

von ca. 10 m  (act. G 8/6 III/9) bzw. 16.6 m  (act. G 1 S. 5) und entsprechender 

Infrastruktur. Gegenstand des Untermietvertrags bildet ein "Co-Working-Arbeitsplatz 

inkl. Nutzung der Infrastruktur" zum Mietpreis von CHF 300 pro Monat einschliesslich 

Heiz- und Nebenkosten (act. G 8/6 I/7.6). Die Vermieterin hatte in der Vergangenheit 

2.4. 

2 2

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die Zurverfügungstellung ihrer Geschäftsadresse offenbar mit Hinweis auf die 

Begründung eines steuergünstigen Hauptsteuerdomizils beworben (G 8/6 I/9). Gemäss 

Darlegungen der Beschwerdeführerin arbeitet der Geschäftsführer in diesem Büro und 

hält an diesem Ort Besprechungen ab (act. G 8/6 I/7.6; Bestätigungen in act. G 3/9-12). 

In den von der Beschwerdeführerin in Z.__ seit September 2004 gemieteten Räumen 

befinden sich auf einer Fläche von 100 m  drei Büros und ein Vorraum für 

Ausstellungen sowie Lagerung von Produktemustern (act. G 8/6 I/7.2-7.5), wobei ein 

Büro, ein Showroom und ein Einstellplatz an eine Tochtergesellschaft der 

Beschwerdeführerin untervermietet wurden (act. G 8/6 I/7.7 und 7.8). Die gesamte 

Lagerung/Auslieferung wird durch einen externen Dienstleister/Transportunternehmer 

in X.__/TG durchgeführt (act. G 8/6 I/7). Die Mitarbeiterin T.S. arbeitet, sofern sie nicht 

im Homeoffice oder im Aussendienst ist, in Z.__ bzw. in X.__. Die Mitarbeiterin R.Z. ist 

in W.__ im Homeoffice, im Aussendienst sowie zu einem kleinen Teil in Z.__ oder X.__ 

tätig (act. G 8/1 S. 4 f., G 8/6 I/7.9, G 8/6 I/7.10). Der Geschäftsleiter arbeitet nach 

Darlegungen der Beschwerdeführerin in Y.__ und im Aussendienst sowie zum Teil 

ebenfalls in Z.__ und X.__ (act. G 8/1 S. 7, G 8/2/2; vgl. auch Augenscheinprotokoll, 

act. G 8/6 III/9). Während auf der Visitenkarte des Geschäftsleiters (Akten des 

Beschwerdegegners) noch die Anschrift in Z.__ aufgeführt war (act. G 8/6 III/5), enthält 

die im vorliegenden Verfahren eingereichte aktuelle Visitenkarte nunmehr die Adresse 

in Y.__ (act. G 3/8). Die Internetseite der Beschwerdeführerin verweist für die 

Kontaktaufnahme auf den Standort in Z.__ (act. G 8/6 I/2). 

Wie dargelegt liegt der Ort der tatsächlichen Verwaltung praxisgemäss dort, wo eine 

Gesellschaft ihren wirtschaftlichen und tatsächlichen Mittelpunkt hat bzw. wo die 

normalerweise am Sitz sich abspielende Geschäftsführung besorgt wird. Massgebend 

ist die Führung der laufenden Geschäfte im Rahmen des Gesellschaftszweckes; bei 

mehreren Orten ist der Schwerpunkt der Geschäftsführung massgebend. Nicht 

entscheidend ist der Ort der Verwaltungsratssitzungen, der Generalversammlungen 

oder der Wohnsitz der Aktionäre (BGer 2C_1086/2012 vom 16. Mai 2013 E. 2.2 m.H.). 

Aufgrund der geschilderten Gegebenheiten ist konkret davon auszugehen, dass die 

Geschäfte der Beschwerdeführerin im Rahmen des Gesellschaftszwecks an mehreren 

Orten geführt werden. Die Wahl des Sitzes in Y.__ erklärte die Beschwerdeführerin 

unter anderem mit dem Umstand, dass der Geschäftsleiter im Kanton Appenzell 

Ausserrhoden aufgewachsen sei und in Y.__ in Ruhe arbeiten könne (Besprechungen, 

Planung, Ausarbeitung der Strategie; act. G 1 S. 11). Wenn Beschwerdegegner und 

Vorinstanz den wirtschaftlichen und tatsächlichen Mittelpunkt dennoch in Z.__ 

lokalisieren, so spricht für diesen Standpunkt insbesondere, dass Besprechungen mit 

Kunden nach Lage der Akten nur zu einem geringen Teil in Y.__ stattfinden dürften. So 

2

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3.  

 

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht auf dem Zirkulationsweg zu Recht:

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

vermerkte die Beschwerdeführerin in der Stellungnahme vom 29. Juni 2022, dass der 

Geschäftsleiter Kundenbesprechungen fast ausschliesslich vor Ort bei den Kunden

durchführe (act. G 8/8 S. 2), und damit nicht in Y.__. Nicht im Widerspruch dazu steht 

der Umstand, dass einzelne Gespräche in Y.__ durchgeführt wurden (act. G 3/9-12). 

Die geschilderten mietvertraglichen Gegebenheiten in Y.__ (Untermiete, tiefer Mietpreis 

einschliesslich HK/NK, Raumgrösse) lassen für sich allein jedenfalls nicht auf einen 

Mittelpunkt der Geschäftsführung in Y.__ schliessen. Welche planerischen und 

strategischen Tätigkeiten der Geschäftsleiter in Y.__ ausübt, ergibt sich nicht aus den 

Akten. Angesichts der geschilderten Gegebenheiten besteht für das 

Verwaltungsgericht kein zureichender Anlass, die Schlussfolgerung der Vorinstanz, 

wonach die fundierten Abklärungen und Ausführungen des Beschwerdegegners es als 

sehr wahrscheinlich erscheinen liessen, dass sich der Ort der tatsächlichen Verwaltung 

in Z.__ befinde (act. G 2), in Frage zu stellen.

Somit ist die Beschwerde unter Bestätigung des vorinstanzlichen Entscheids 

abzuweisen. Dementsprechend sind die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens 

der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von 

CHF 1'500 erscheint angemessen (Art. 7 Ziff. 222 Gerichtskostenverordnung, sGS 

941.12). Sie ist durch den von der Beschwerdeführerin geleisteten Kostenvorschuss 

von CHF 1'500 gedeckt.

3.1. 

Zufolge Unterliegens besteht kein Anspruch der Beschwerdeführerin auf 

ausseramtliche Entschädigung. Beschwerdegegner und Vorinstanz haben ebenfalls 

keinen Anspruch auf ausseramtliche Entschädigung (Art. 98 Abs. 1 VRP in Verbindung 

mit Art. 98  VRP; A. Linder, in: Rizvi/Schindler/Cavelti [Hrsg.], Gesetz über die 

Verwaltungsrechtspflege, Praxiskommentar, 2020, N 20 zu Art. 98  VRP); beide 

stellten zu Recht auch keinen Antrag.

3.2. 

bis

bis

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2.

Die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens von CHF 1'500 werden der 

Beschwerdeführerin auferlegt. Sie sind durch den von der Beschwerdeführerin in 

gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss gedeckt.

3.

Ausseramtliche Kosten werden nicht entschädigt.

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	Entscheid Verwaltungsgericht, 14.08.2023
	Steuerrecht. Sitz/Hauptsteuerdomizil einer juristischen Person. Art. 20 Abs. 1 StHG (SR 642.14). Art. 71 StG (sGS 811.1). Der Ort der tatsächlichen Verwaltung liegt praxisge-mäss dort, wo eine Gesellschaft ihren wirtschaftlichen und tatsächlichen Mittelpunkt hat bzw. wo die normalerweise am Sitz sich abspielende Geschäftsführung besorgt wird. Massgebend ist die Führung der laufenden Geschäfte im Rahmen des Gesellschafts-zweckes; bei mehreren Orten ist der Schwerpunkt der Geschäftsführung massgebend. Nicht entscheidend ist der Ort der Verwaltungsratssitzungen, der Generalversammlun-gen oder der Wohnsitz der Aktionäre (BGer 2C_1086/2012 vom 16. Mai 2013 E. 2.2 m.H.). Im konkreten Fall ging das Verwaltungsgericht davon aus, dass die Geschäfte der Beschwerdeführerin im Rahmen des Gesellschaftszwecks an mehreren Orten geführt werden. Die Wahl des Sitzes in Y.__ habe die Beschwerdeführerin unter anderem mit dem Umstand erklärt, dass der Geschäftsleiter im Kanton AR aufgewachsen sei und in Y.__ in Ruhe arbeiten könne (Besprechungen, Planung, Ausarbeitung der Strategie). Wenn Beschwerdegegner (Steueramt) und Vorin-stanz (VRK) den wirtschaftlichen und tatsächlichen Mittelpunkt dennoch in Z.__/SG lokalisieren, so spreche für diesen Stand-punkt insbesondere, dass Besprechungen mit Kunden nach Lage der Akten nur zu ei-nem geringen Teil in Y.__ stattfinden dürften. So habe die Beschwerdeführerin in einer Stellungnahme vermerkt, dass der Geschäftsleiter Kundenbesprechungen fast aus-schliesslich vor Ort bei den Kunden durchführe, und damit nicht in Y.__. Hiermit in Ein-klang stehe der Umstand, dass einzelne Gespräche in Y.__ durchgeführt worden seien. Die mietvertraglichen Gegebenheiten in Y.__ (Untermiete, tiefer Mietpreis einschliesslich HK/NK, Raumgrösse) liessen für sich allein jedenfalls nicht auf einen Mittelpunkt der Geschäftsführung in Y.__ schliessen. Welche planerischen und strategischen Tätigkei-ten der Geschäftsleiter in Y.__ ausübe, ergebe sich nicht aus den Akten. Angesichts der geschilderten Gegebenheiten bestehe für das Verwaltungsgericht kein zureichender

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	Anlass, die Schlussfolgerung der Vorinstanz, wonach die fundierten Abklärungen und Ausführungen des Beschwerdegegners es als sehr wahrscheinlich erscheinen liessen, dass sich der Ort der tatsächlichen Verwaltung in Z.__/SG befinde, in Frage zu stellen. Abweisung der Beschwerde. (Verwaltungsgericht, B 2023/39). Die gegen dieses Urteil erhobene Beschwerde ans Bundesgericht wurde mit Urteil vom 2. April 2024 abgewiesen (Verfahren 9C_591/2023)

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