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**Case Identifier:** 920fb775-33a0-5431-8531-986d7f0fc0d8
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-08-18
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 18.08.2017 IV 2016/165
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2016-165_2017-08-18.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2016/165

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 05.05.2020

Entscheiddatum: 18.08.2017

Entscheid Versicherungsgericht, 18.08.2017
Art. 28 Abs. 1 IVG. Rentenanspruch. Würdigung medizinischer Berichte. 
Beweiskraft des polydisziplinären Gutachtens bejaht. Abweisung der 
Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen 
vom 18. August 2017, IV 2016/165).

Entscheid Versicherungsgericht, 18.08.2017

Entscheid vom 18. August 2017

Besetzung                                                                      

Versicherungsrichterinnen Miriam Lendfers (Vorsitz) und Christiane

Gallati Schneider, Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichts-schreiberin Katja 

Meili            

Geschäftsnr.                                                                                                                  

IV 2016/165           

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Linda Keller, Grand & Nisple Rechtsanwälte, 

Oberer Graben 26, 9000 St. Gallen,

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gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand                                                                   

Rente

Sachverhalt

A.   

A.a  A.___ meldete sich am 24. Juni 2014 unter Angabe von Knieproblemen zum Bezug 

von Leistungen der Invalidenversicherung an (Eingang IV-Stelle 1. Juli 2014; IV-act. 4). 

Dr. med. B.___, Fachärztin Allgemeine Medizin FMH, hatte am 8. April 2014 eine 

Hypermenorrhoe und eine Menometrorrhagie bei Uterus myomatosus und eine 

Ovarialzyste rechts diagnostiziert. Sie hatte festgehalten, die von Dr. med. C.___, 

Facharzt Allgemeine Medizin FMH, behandelte chronische Eisenmangelanämie sei 

sicher durch die Hypermenorrhoe erklärbar (IV-act. 56, vgl. auch Bericht vom 6. Mai 

2014; IV-act. 55). Dr. C.___ hatte die Versicherte mit Bericht vom 9. April 2014 seit 18. 

Dezember 2013 als zu 100% arbeitsunfähig erachtet (IV-act. 11). Am 29. August 2014 

stellte er folgende, die Arbeitsfähigkeit der Versicherten beeinträchtigende Diagnosen: 

Knieschmerzen links und rechts, ein mögliches Plicasyndrom bei prominenter Plica 

mediopatellaris links, einen Status nach Operation einer Kniegelenkszyste rechts sowie 

eine Depression. Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er 

unter anderem einen Eisenmangel (IV-act. 20).

A.b  Dr. med. D.___, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, listete am 16. Januar 2015 

als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine posttraumatische 

Belastungsstörung (ICD-10: F43.1), eine depressive Anpassungsstörung (ICD-10: 

F43.21), eine phobische Störung (ICD-10: F40.1), Migräne-Attacken und Knieprobleme 

beidseits auf. Er erachtete die Versicherte für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als 

Verkaufsberaterin bzw. Verkäuferin (vgl. IV-act. 10 f., 18) zu Beginn an 3-5 Halbtagen 

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pro Woche als zu 50% leistungsfähig (IV-act. 22). Dr. C.___ berichtete am 30. März 

2015 über eine zusätzlich sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirkende, persistierende 

gynäkologisch bedingte Anämie bei Status nach laparoskopisch/hysteroskopischer 

Myomentfernung vom 18. Dezember 2014. Er beurteilte, aufgrund der Knieschmerzen 

sei keine körperliche Tätigkeit möglich. Als Verkäuferin könne die Versicherte aktuell 

bedingt durch ihre psychischen Probleme kaum eine verwertbare Arbeitsleistung 

erbringen (IV-act. 39).

A.c  Mit Verlaufsbericht vom 28. April 2015 hielt Dr. D.___ fest, die psychiatrischen 

Symptome hätten sich seit Ende 2012 langsam verschlechtert. Die Versicherte leide 

sicher unter einer behandlungsbedürftigen Depression, möglicherweise bestehe eine 

traumabedingte Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F62.0). Die Versicherte könne sich 

zurzeit die Wiederaufnahme einer beruflichen Tätigkeit nicht vorstellen. Dies sei aus 

psychiatrischer Sicht (subjektives Leiden) vorerst (in den nächsten 12 Monaten) mit 

Sicherheit nicht zu beeinflussen. Im Moment sei die Versicherte vollständig 

arbeitsunfähig (IV-act. 41).

A.d  Am 1. Mai 2015 wies die IV-Stelle das Begehren um berufliche Massnahmen ab, 

da sich die Versicherte nicht in der Lage fühle, an Eingliederungsbemühungen 

mitzuwirken (IV-act. 43).

A.e  Dr. med. E.___, Oberarzt mbF Orthopädie, Spital F.___, diagnostizierte am 11. Juni 

2015 eine beginnende medialbetonte Gonarthrose beidseits und ein CAM-Impingement 

der Hüfte rechts. Er stellte der Versicherten ein Rezept für Einlagen mit 

Aussenranderhöhung aus, um die medialen Kniegelenkskompartimente zu entlasten 

(IV-act. 50). Dr. D.___ berichtete am 2. Oktober 2015, aus psychiatrischer Sicht sei es 

zu einer weiteren Verschlechterung des Allgemeinzustands seit April 2015 gekommen. 

Die Versicherte fühle sich zu krank, um eine berufliche Tätigkeit anzutreten. Aus 

psychiatrischer Sicht seien berufliche Frühmassnahmen aufgrund der chronisch-

depressiven Symptomatik nicht durchführbar. Derzeit bestehe eine vollumfängliche 

Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 58).

A.f  Im Auftrag der IV-Stelle (IV-act. 67) wurde die Versicherte im Januar 2016 durch 

Ärzte der Neurologie H.___ polydisziplinär abgeklärt (Fachrichtungen Allgemeine Innere 

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Medizin, Orthopädie und Psychiatrie). In ihrem Gutachten vom 26. Januar 2016 

diagnostizierten diese keine Krankheiten mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Aus 

interdisziplinärer Sicht sei im Zeitraum seit der Anmeldung bei der IV-Stelle von einer 

vollen Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit auszugehen (IV-act. 69).

A.g  Nach Rücksprache mit RAD-Arzt Dr. med. G.___ (Stellungnahme vom 2. Februar 

2016; IV-act. 70) stellte die IV-Stelle der Versicherten mit Vorbescheid vom 5. Februar 

2016 die Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht. Sie begründete, da weder bei 

der Erwerbs-, noch der Haushaltstätigkeit, welche die Versicherte je zu 50% ausübe, 

eine Einschränkung bestehe, betrage der Invaliditätsgrad 0% (IV-act. 73).

A.h  Dagegen erhob die Versicherte am 14. März 2016 Einwand und beantragte die 

Ausrichtung einer Invalidenrente basierend auf einem Invaliditätsgrad von mindestens 

70%. Eventualiter sei eine polydisziplinäre Begutachtung in Auftrag zu geben. Sie 

brachte vor, die Tätigkeitsaufteilung, gemäss welcher sie je zu 50% im Haushalt und 

ausserhäuslich tätig sein solle, sei nicht nachvollziehbar. Wenn sie nicht erkrankt wäre, 

würde sie als Geschiedene, welche keine Unterhaltszahlungen erhalte, einer vollen 

Erwerbstätigkeit nachgehen. Sie sei in ihrer Arbeitsfähigkeit erheblich eingeschränkt, 

müsse regelmässig Medikamente einnehmen und sei auf eine engmaschige ärztliche 

Behandlung angewiesen (IV-act. 76). Mit Eingabe vom 14. April 2016 teilte die 

Versicherte mit, ihr Hausarzt habe ihr eine stationäre Rehabilitation empfohlen (IV-act. 

82, vgl. IV-act. 82a, letzte Seite).

A.i   Am 18. April 2016 verfügte die IV-Stelle entsprechend ihrem Vorbescheid. Sie 

führte aus, aufgrund des vorliegenden beweiskräftigen Gutachtens könnten durch die 

geplante stationäre Rehabilitation überwiegend wahrscheinlich keine neuen 

Erkenntnisse hinsichtlich Diagnostik und Arbeitsfähigkeitsschätzung erwartet werden. 

Gestützt auf den Einwand akzeptiere sie die Qualifikation der Versicherten als 

Vollerwerbstätige (IV-act. 83).

B.   

B.a  Gegen die Verfügung vom 18. April 2016 richtet sich die vorliegende Beschwerde 

vom 19. Mai 2016. Die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin) beantragt darin 

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deren Aufhebung sowie die Zusprache einer Invalidenrente basierend auf einem 

Invaliditätsgrad von mindestens 70%. Eventualiter sei die IV-Stelle (nachfolgend: 

Beschwerdegegnerin) zu verpflichten, weitere medizinische Abklärungen 

durchzuführen. Der Beschwerdeführerin sei für das vorliegende Verfahren die 

unentgeltliche Prozessführung und Rechtsverbeiständung zu gewähren; unter Kosten- 

und Entschädigungsfolge. Sie führt aus, sie würde ohne Erkrankung einer 

ausserhäuslichen Tätigkeit zu einem Pensum von 100% nachgehen. Die 

Beschwerdegegnerin habe dies in der angefochtenen Verfügung zwar anerkannt, aber 

gleichzeitig in ihren Erwägungen nicht bzw. nur am Rande berücksichtigt. Damit habe 

die Beschwerdegegnerin ihre Verfügung offensichtlich auf einen nur unvollständig 

festgestellten Sachverhalt gestützt und willkürlich gehandelt. Das Gutachten der 

Neurologie H.___ sei nicht nachvollziehbar und könne nicht als Grundlage für die 

ablehnende Verfügung dienen. Die Beschwerdeführerin befinde sich seit Jahren in 

ärztlicher Behandlung. Aktuell habe sie sich einer Physiotherapie mit Gymnastik 

unterzogen und nehme regelmässig Medikamente ein. Diese Umstände und 

insbesondere die in Aussicht stehende stationäre Rehabilitation seien von der 

Beschwerdegegnerin wohl zur Kenntnis genommen, dann aber in der Verfügung 

mangels Massgeblichkeit nicht berücksichtigt worden. Es müsse davon ausgegangen 

werden, dass die Beschwerdegegnerin nicht weiter geprüft habe, ob die Rehabilitation 

ein Hinweis auf eine weitere Verschlechterung des Gesundheitszustandes der 

Beschwerdeführerin sei. Die Verfügung sei daher aufzuheben und die 

Beschwerdegegnerin zu weiteren medizinischen Abklärungen anzuhalten (act. G1).

B.b  Mit Beschwerdeantwort vom 1. Juni 2016 beantragt die Beschwerdegegnerin die 

Abweisung der Beschwerde. Sie macht geltend, das polydisziplinäre Gutachten sei 

beweiskräftig und nachvollziehbar. Im Gegensatz zu den behandelnden Ärzten 

klammere es geltend gemachte Leiden ohne Krankheitswert bei der 

Arbeitsfähigkeitseinschätzung konsequent aus. Die Beschwerdeführerin habe ihre 

Behandlungsmöglichkeiten bei Weitem nicht ausgeschöpft. Die stationäre 

Rehabilitation sei lediglich empfohlen worden und aus dem eingereichten Dokument 

(vgl. IV-act. 82a, letzte Seite) sei nicht ersichtlich, wer dieses verfasst habe. Daraus 

könne nicht auf eine Verschlechterung des Gesundheitszustands geschlossen werden. 

Überdies könne allein aus der Tatsache, dass die Beschwerdegegnerin die 

Qualifikation der Beschwerdeführerin als Vollerwerbstätige anerkannt habe, keine 

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willkürliche Sachverhaltsfeststellung abgeleitet werden. Weitere Abklärungen seien 

nicht angezeigt (act. G4).

B.c  Am 14. Juli 2016 entsprach die Verfahrensleitung dem Gesuch der 

Beschwerdeführerin um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege (act. G8).

B.d  Mit Replik vom 14. September 2016 hält die Beschwerdeführerin an ihren 

Anträgen fest. Sie bringt vor, sie habe sich lediglich aus finanziellen Gründen nur 

“sporadisch“ in psychiatrische Behandlung begeben. Sie habe sich diversen anderen 

Therapien unterzogen, weshalb nicht die Rede davon sein könne, dass sie die ihr 

zumutbaren Therapien nicht in Anspruch nehme (act. G10).

B.e  Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf das Einreichen einer Duplik (Schreiben 

vom 20. September 2016; act. G12).

Erwägungen

1.   

Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der Rentenanspruch 

der Beschwerdeführerin gegenüber der Invalidenversicherung.

1.1  Unter Invalidität wird laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen 

Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die voraussichtlich bleibende 

oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden. 

Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, 

geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer 

Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf 

dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für 

die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen 

der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit 

liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 

ATSG). Volljährige, die vor der Beeinträchtigung ihrer körperlichen, geistigen oder 

psychischen Gesundheit nicht erwerbstätig waren und denen eine Erwerbstätigkeit 

nicht zugemutet werden kann, gelten als invalid, wenn eine Unmöglichkeit vorliegt, sich 

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im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen (Art. 8 Abs. 3 ATSG; siehe auch Art. 5 Abs. 

1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Bei nicht 

erwerbstätigen Versicherten, die im Aufgabenbereich tätig sind und denen die 

Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden kann, wird für die 

Bemessung der Invalidität in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abgestellt, in 

welchem Mass sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen (Art. 28a Abs. 2 

IVG). Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig (gewesen) sind, wird die Invalidität 

für diesen Teil nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im 

Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 

IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit und der Anteil der 

Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad ist in beiden 

Bereichen zu bemessen (Art. 28a Abs. 3 IVG). Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht 

Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 

70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein 

Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente 

und bei einem IV-Grad von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.

1.2  Im Sozialversicherungsprozess gelten die Grundsätze der Untersuchungspflicht 

und der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Demgemäss hat der 

Versicherungsträger bzw. im Beschwerdefall das Gericht den rechtserheblichen 

Sachverhalt von Amtes wegen abzuklären, ohne dabei an die Anträge der Parteien 

gebunden zu sein. Verwaltungsbehörden und Sozialversicherungsgerichte haben 

zusätzliche Abklärungen stets vorzunehmen, wenn hierzu aufgrund der 

Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebender Anhaltspunkte 

hinreichender Anlass besteht (BGE 110 V 53 E. 4a am Schluss).

1.3  Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad 

bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf 

Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur 

Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheit-

zustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 

welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Das 

Gericht hat zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung 

des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Hinsichtlich des Beweiswertes eines 

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Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, 

auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden 

berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der Darlegung der 

medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation 

einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Fachperson begründet 

sind (BGE 125 V 352 E. 3a).

2.   

Vorerst ist die Frage zu klären, ob die medizinische Situation und die Arbeitsfähigkeit 

der Beschwerdeführerin rechtsgenüglich abgeklärt wurden. Die angefochtene 

Verfügung der Beschwerdegegnerin stützt sich in medizinischer Hinsicht vorwiegend 

auf das polydisziplinäre Gutachten der Neurologie H.___ AG vom 26. Januar 2016. Die 

begutachtenden Ärzte diagnostizierten keine Krankheit, welche die Arbeitsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin beeinträchtigen würde; sie hielten sie in ihrer angestammten 

Tätigkeit als zu 100% arbeitsfähig (IV-act. 69). Die Beschwerdeführerin spricht dem 

Gutachten die Beweiskraft ab (act. G1).

2.1  Gestützt auf eine Laboruntersuchung vom 12. Januar 2016 befand der 

allgemeinmedizinisch-internistische Teilgutachter Dr. med. I.___, es seien alle 

relevanten Parameter des roten Blutbildes im Normbereich bei gut aufgefüllten 

systemischen Eisenspeichern. Daraus schloss er nachvollziehbar, die von Dr. C.___ 

diagnostizierte Anämie (vgl. IV-act. 39) bestehe nicht mehr. Es könne davon 

ausgegangen werden, dass die durchgeführte Eisensubstitution und die stattgehabte 

Myomentfernung zur Normalisierung beigetragen hätten. Der von Dr. I.___ aufgeführte 

Status nach hysteroskopischer/laparaskopischer Myomentfernung und linksseitiger 

Salpingektomie 2014 hat sodann als Status-Diagnose ohnehin keinen Einfluss auf die 

Arbeitsfähigkeit, weil diese lediglich aussagt, welcher Umstand bzw. welche 

Erkrankung dem heutigen Zustand vorausgegangen ist (IV-act. 69, S. 9 ff.). Die 

Beurteilung von Dr. I.___, wonach aus allgemeinmedizinisch-internistischer Sicht keine 

versicherungsmedizinisch relevanten Erkrankungen bestehen, ist damit überzeugend.

2.2 

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2.2.1      Dr. med. J.___, orthopädischer Teilgutachter, hielt fest, die von der 

Versicherten beklagten Schmerzen beträfen fast den gesamten Bewegungsapparat. 

Die rechtsseitigen Schulterschmerzen liessen sich auf einen unspezifischen muskulären 

Schmerzzustand der Zwischenschulterblattmuskulatur zurückführen, ohne dass eine 

echte Schulterfunktionsstörung verifizierbar wäre. Vor dem Hintergrund, dass in den 

übrigen Akten (abgesehen von einem Vermerk in IV-act. 82a) keine Hinweise auf 

Beschwerden der oberen Extremitäten bestehen, ist diese Einschätzung sowie die 

Schlussfolgerung, dass die Schmerzangabe allein keine invalidisierende 

Funktionsbeeinträchtigung mit sich ziehe, nachvollziehbar (IV-act. 69, S. 18).

2.2.2      Weiter befand Dr. J.___, für funktionsbeeinträchtigende Einschränkungen des 

rechten Hüftgelenks lägen insgesamt keine richtungsweisenden Befunde vor. Im 

Seitenvergleich löse jedwede Bewegungsprüfung auch des linken Hüftgelenks diffuse 

Beschwerden mit Ausstrahlung in den Oberschenkel, ins Gesäss und in den Rücken 

hinein aus. Mit Verweis auf den Bericht von Dr. E.___ vom 11. Juni 2015 (IV-act. 50) sei 

die Hüftgelenksspalte regelrecht, die Hüftgelenke somit uneingeschränkt 

gewichtsbelastbar (IV-act. 69, S. 18). In Übereinstimmung damit hatte Dr. E.___ 

festgehalten, die Hüfte rechts sei frei beweglich mit Flexion bis 120°. Die Rotation sei 

frei mit endgradiger Schmerzhaftigkeit bei Flexion und Innenrotation. Im Gegensatz zu 

Dr. J.___ schloss Dr. E.___, es zeigten sich konventionell radiologisch Hinweise auf ein 

CAM-Impingement rechts, das die Schmerzhaftigkeit durchaus erklären könne (IV-act. 

50). Dies ist insofern nicht nachvollziehbar, als bei der Untersuchung durch Dr. J.___ 

die Beschwerdeführerin nicht nur rechts, sondern seitengleich diffuse Beschwerden 

beider Hüftgelenke angab. Dr. J.___ erklärte, das CAM-Impingement, welches eine 

verstärkte Kopf-Halskrausenbildung der Hüftgelenke umschreibe, könne bei forcierter 

Innendrehung und gleichzeitiger Beugung des Hüftgelenks mit dynamischer 

Abspreizung zu einem Anschlagen (Impingement) des Hüftkopfes an den Pfannenrand 

und zu einer Schmerzprovokation führen. Die entsprechende Beschwerdesymptomatik 

habe er allerdings am Untersuchungstag nicht hervorrufen können; auch liege keine 

Hüftarthrose vor (IV-act. 69-20). Dr. J.___ hat das Vorliegen eines CAM-Impingement 

damit plausibel verneint; ein solches ist jedenfalls nicht rechtsgenüglich bewiesen. 

Selbst wenn der entsprechende Befund vorläge, hätte er überwiegend wahrscheinlich 

keine rentenrelevante Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (s. E. 3). Im Übrigen lag auch 

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bei der Besprechung therapeutischer Massnahmen bei Dr. E.___ der Fokus auf der 

Knie- und nicht auf der Hüftproblematik.

2.2.3      Bezüglich der Kniegelenke hielt Dr. J.___ einen völlig blanden Befund fest. 

Diese seien am Untersuchungstag frei beweglich sowie nicht überwärmt gewesen und 

es hätten keine Zeichen einer Meniskus- oder Kniescheibenerkrankung bestanden. Ein 

Punctum maximum der Beschwerdesymptomatik an den Kniegelenken habe er nicht 

finden können. Bereits leichte Berührungen hätten im gesamten 

Kniegelenkkapselbereich Beschwerden verursacht. Eine objektivierbare 

Funktionsbeeinträchtigung habe jedoch nicht bestanden (IV-act. 69-19). Dr. E.___ hatte 

am 11. Juni 2015 berichtet, im Bereich der Kniegelenke lasse sich konventionell 

radiologisch eine leichte Gelenkspaltverschmälerung medial nachweisen und das MRT 

des linken Knies von 2014 zeige einen Hinweis auf ein Plicasyndrom sowie 

degenerative Veränderungen am medialen Meniskushorn. Zur Arbeitsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin hatte er sich nicht geäussert (IV-act. 50). Gemäss den 

Untersuchungsergebnissen und der nachvollziehbaren Einschätzung von Dr. J.___ 

bedingt die von Dr. E.___ radiologisch festgestellte “beginnende“ 

Gelenkspaltverschmälerung allein jedoch keine Belastungsminderung. Ausserdem 

erklärte Dr. J.___ plausibel, die im Bereich der inneren Gelenkkapsel gelegene 

Synovialfalte (Plica) sei selbst bei Gesunden nahezu immer arthroskopisch 

nachweisbar und differiere in der Grösse, so dass durchaus Beschwerden auftreten 

könnten. Diese erlaubten allerdings durchwegs eine volle Belastbarkeit des 

Kniegelenks, es sei denn, es lägen zusätzliche Pathologien mit reaktiver Ergussbildung 

und Bewegungseinschränkung vor, was bei der Beschwerdeführerin jedoch nicht 

gesichert sei (IV-act. 69-19 f.). Dr. C.___ hatte am 29. August 2014 und 30. März 2015 

ein Plicasyndrom links als möglich erachtet und beidseitige Knieschmerzen erwähnt. In 

letzterem Bericht hätte er festgehalten, aufgrund der Knieschmerzen sei der 

Beschwerdeführerin keine körperliche Tätigkeit möglich, hatte sich jedoch nicht zu den 

konkreten Auswirkungen der Beschwerden geäussert (IV-act. 20, 39). Da die 

angestammte Tätigkeit als Verkaufsberaterin in einem Schuhgeschäft körperlich nicht 

stark beansprucht, widerspricht dies den Einschätzungen von Dr. J.___ nicht. Im 

Übrigen hatte Dr. C.___ zumindest im Bericht vom 29. August 2014 keine umfassende 

Beurteilung der Arbeitsfähigkeit vornehmen wollen respektive können, sondern hatte 

eine orthopädische und psychiatrische Beurteilung als nötig bezeichnet (IV-act. 20-7). 

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RAD-Arzt Dr. G.___ hatte die lange Krankschreibung bei den Diagnosen Plicasyndrom 

und Eisenmangelanämie bereits am 21. Januar 2015 als äusserst ungewöhnlich 

erachtet (IV-act. 23-3). Entsprechend der Beurteilung von Dr. J.___ ist damit bezüglich 

der Knie von keiner Einschränkung der Arbeitsfähigkeit für die angestammte Tätigkeit 

auszugehen.

2.2.4      Dr. J.___ erhob weiter eine diskrete S-förmige Seitverbiegung (linkskonvex 

lumbal, rechtskonvex thorakal) an der Lendenwirbelsäule, welche jedoch bei 

Rumpfvorbeugung aktiv sehr gut korrigiert werden könne. Die geringfügige 

Seitverbiegung der Wirbelsäule könne im Rahmen von Schwerarbeiten gewisse 

Beeinträchtigungen nach sich ziehen, habe jedoch keine Auswirkung auf die Tätigkeit 

als Schuhfachverkäuferin (IV-act. 69-19). Im Einklang damit hatte Dr. C.___ mit Bericht 

vom 29. August 2014 die Lumboischialgie rechts als Diagnose ohne Auswirkung auf 

die Arbeitsfähigkeit aufgelistet (IV-act. 20-3).

2.2.5      Schliesslich hielt Dr. J.___ fest, die Beschwerdeführerin zeige wenig 

überzeugende klinische Befunde. Im Grunde genommen handle es sich, abgesehen 

von der S-förmigen thorakolumbalen Seitverbiegung, klinisch um einen orthopädischen 

Normalbefund. Die dennoch beklagten subjektiven Beschwerden hätten keine 

hinreichende organpathologische Grundlage. Es bestehe eine Diskrepanz zwischen 

den subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin und den orthopädisch 

objektivierbaren Befunden. Die grossflächige Berührungsschmerzhaftigkeit am 

Integument des gesamten Rückens sowie die starken Schmerzen bei nur geringen 

Bewegungsausschlägen von Hüft- und Kniegelenken passten nicht zum flüssigen, 

hinkfreien Gangbild und dem harmonischen Bewegungsablauf beim An- und 

Auskleiden (IV-act. 69-19 f.). Im Gegensatz zum behandelnden Dr. C.___ 

berücksichtige Dr. J.___ diese Diskrepanzen bei der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit 

zu Recht.

2.3 

2.3.1      In seinem psychiatrischen Teilgutachten diagnostizierte Dr. med. K.___ 

lediglich eine sich nicht auf die Arbeitsfähigkeit auswirkende leichte depressive Störung 

(ICD-10: F32.0). Er erklärte schlüssig, eine mittelgradige depressive Störung sei nicht 

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anzunehmen, weil das “C-Kriterium“ nicht erfüllt sei, mithin unbegründete 

Selbstvorwürfe, Schuldgefühle und wiederkehrende Gedanken an den Tod fehlten. Es 

fänden sich zudem Aggravationshinweise, die Klagen würden theatralisch vorgebracht 

und das Vorbringen der Klagen lasse bei ihm, Dr. K.___, kein Gefühl des 

Betroffenseins, sondern des Unechten, der Nichteinfühlbarkeit und Nichtverstehbarkeit 

entstehen. Die Symptombeschreibung sei undifferenziert, global und plakativ mit 

stereotyper Symptomdarstellung. Die Beschwerdeführerin zeige eine geringe 

Behandlungsaktivität, eine mangelnde Leistungsbereitschaft und eine Selbstlimitierung. 

Die Präsentation erheblicher Behinderung stehe nicht im Einklang mit der 

Verhaltensbeobachtung und dem klinischen Befund (IV-act. 69-31 f.).

2.3.2      Die aus Sicht von Dr. D.___ belastende Vergangenheit, insbesondere 

Erfahrungen mit dem früheren Ehemann (IV-act. 22, 41), wurden von Dr. K.___ ebenfalls 

erhoben (IV-act. 69-22 ff.). Er bezeichnete die von Dr. D.___ gestellten Diagnosen (IV-

act. 22, 41, 58) jedoch plausibel als nicht nachvollziehbar. So hielt Dr. K.___ fest, weder 

spontan noch auf Nachfrage bestünden anhaltende Erinnerungen oder Wiedererleben 

der belastenden Situation, noch würden Umstände, die der Belastung ähneln oder mit 

ihr im Zusammenhang stünden, vermieden. Eine posttraumatische Belastungsstörung 

liege daher nicht vor. Entgegen den Einschätzungen von Dr. D.___ sei eine soziale 

Phobie nicht anzunehmen, da weder eine deutliche Furcht, im Zentrum der 

Aufmerksamkeit zu stehen oder sich peinlich oder erniedrigend zu verhalten, noch eine 

deutliche Vermeidung, im Zentrum der Aufmerksamkeit zu stehen, vorlägen. Das “B-

Kriterium“ sei nicht erfüllt, da die Beschwerdeführerin lediglich angebe, gelegentlich zu 

zittern. Es bestehe keine Einsicht bei der Beschwerdeführerin, dass die Symptome 

oder das Vermeidungsverhalten übertrieben wären. Eine depressive 

Anpassungsstörung sei nicht anzunehmen, da bei dieser – von Dr. D.___ gestellten 

Diagnose – die Symptome innert eines Monats nach der psychosozialen Belastung 

beginnen müssten und der depressive Zustand der Beschwerdeführerin bereits länger 

als zwei Jahre anhalte (IV-act. 69-35). Für Dr. D.___ scheinen die Diagnosen einer 

posttraumatischen Belastungsstörung, einer sozialen Phobie und einer depressiven 

Anpassungsstörung auch nicht im Vordergrund gestanden zu haben. Er erwähnte sie 

zwar in allen aktenkundigen Berichten (IV-act. 22, 41, 58), fokussierte sich bei seiner 

Einschätzung jedoch auf die seiner Ansicht nach behandlungsbedürftige Depression 

(IV-act. 41).

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2.3.3      Wie Dr. K.___ richtig ausführte, hat sich die Beschwerdeführerin bislang kaum 

psychiatrisch behandeln lassen (IV-act. 69-32). Die Behandlung bei Dr. D.___ kam erst 

auf Drängen bzw. proaktiver Einladung zur Abklärung durch die Beschwerdegegnerin 

zu Stande (IV-act. 24, 41). Die Beschwerdeführerin erschien nur zu einigen wenigen 

Konsultation bei Dr. D.___ und brach die Therapie dann ab, weil ihr ihrer Meinung nach 

sowieso nicht geholfen werden könne (IV-act. 58-2). Daneben war sie bei einer 

Psychologin und einem homöopathisch orientierten Therapeuten in Behandlung (IV-act. 

69-32). Auch wenn die Beschwerdeführerin, wie von ihr im Beschwerdeverfahren 

geltend gemacht (act. G1, G10), unter anderem aus finanziellen Gründen die Therapie 

nicht intensiviert haben mag, deutet die nicht konsequent und motiviert verfolgte 

psychiatrische Behandlung zumindest auf keine leistungsrelevante Erwerbseinbusse 

hin (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 7. April 2016, 9C_337/2015, E. 6.2). Dr. K.___ 

beurteilte, die fehlende Therapieadhärenz sei bedingt durch einen regressiven Rückzug 

und nicht krankheitsbedingt (IV-act. 69-33). Weiter erhob Dr. K.___ diverse Hinweise 

auf nicht im geklagten Umfang vorhandene Funktionsbeeinträchtigungen. So 

bestünden unter anderem Diskrepanzen zwischen der subjektiv geschilderten Intensität 

der Beschwerden und deren Vagheit, zwischen massiven subjektiven Beschwerden 

und der erkennbaren körperlich-psychischen Beeinträchtigung in der 

Untersuchungssituation sowie eine Inkonsistenz innerhalb der Beschwerdeschilderung 

in Form wechselhafter, vager, unpräzis-aus¬weichender Schilderung der Beschwerden 

und des Krankheitsverlaufs (IV-act. 69-34). Im Gegensatz zu Dr. D.___ und Dr. C.___ 

berücksichtigte Dr. K.___ bei seiner Einschätzung diese Diskrepanzen. Die prekäre 

psychosoziale Situation, der regressive Rückzug, der sekundäre Krankheitsgewinn und 

die fehlende Ausbildung als IV-fremde Faktoren, welche per se nicht zu Krankheit und 

Arbeitsunfähigkeit führen, hatten jedoch korrekterweise keinen Einfluss auf die 

Einschätzung von Dr. K.___ (IV-act. 69-32).

2.3.4      Dr. D.___ erachtete die Beschwerdeführerin am 16. Januar 2015 zunächst an 

3-5 Halbtagen pro Woche als zu 50% leistungsfähig (IV-act. 22). Diese Einschätzung 

revidierte er sodann am 28. April 2015 und erachtete die Beschwerdeführerin als zu 

100% arbeitsunfähig. Er führte dazu aus, die Beschwerdeführerin könne sich zurzeit 

die Wiederaufnahme einer beruflichen Tätigkeit nicht vorstellen. Dies sei aus 

psychiatrischer Sicht (subjektives Leiden) vorerst mit Sicherheit nicht zu beeinflussen. 

Die Einschätzung einer vollen Arbeitsunfähigkeit stützte sich damit offensichtlich nicht 

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auf objektive Befunde, zumal Dr. D.___ damals keine Verschlechterung des 

Gesundheitszustandes festhielt (IV-act. 41). Am 2. Oktober 2015 hielt Dr. D.___ an 

seiner Arbeitsunfähigkeitsschätzung fest. Er berichtete zwar über eine 

Verschlechterung des Allgemeinzustandes, hielt aber erneut fest, die 

Beschwerdeführerin fühle sich zu krank, um eine berufliche Tätigkeit anzutreten (IV-act. 

58). Wie Dr. K.___ sodann richtig feststellte, hatte Dr. D.___ Zeiträume der 100%igen 

Arbeitsunfähigkeit zurück bis ins Jahr 2010 aufgelistet (IV-act. 22) und eine langsame 

Verschlechterung der psychiatrischen Symptome seit Ende 2012 erwähnt (IV-act. 41), 

obwohl er die Beschwerdeführerin erst seit Herbst 2014 gekannt hatte (vgl. IV-act. 

24-3). Auch RAD-Arzt Dr. G.___ konnte die Aussagen von Dr. D.___ am 8. Oktober 

2015 nicht nachvollziehen. Er stellte fest, es sei wohl ein grosses Wohlwollen des 

behandelnden Psychiaters vorhanden (IV-act. 64). Dr. C.___ stützte sich als 

Allgemeinmediziner bei der psychiatrischen Beurteilung sodann im Wesentlichen auf 

Dr. D.___, weshalb seinen diesbezüglichen Einschätzungen keine eigenständige 

Bedeutung zukommt (IV-act. 39).

2.4  Die Beschwerdeführerin brachte am 14. April 2016 vor, ihr Hausarzt habe ihr eine 

stationäre Rehabilitation empfohlen, welche voraussichtlich in Valens stattfinden werde 

(IV-act. 82, act. G1). Sie legte dem Schreiben ein Dokument mit der Überschrift 

“Verlaufseinträge“ bei (IV-act. 82a). Dieses enthält datiert mit 11. April 2016 den 

Eintrag, eine stationäre Rehabilitation mit zusätzlicher psychiatrischer Betreuung werde 

dringend empfohlen. Sobald die Beschwerdeführerin sich dazu entschieden habe, 

vereinbare sie wieder einen Termin, damit die Kostengutsprache erstellt werden könne. 

Wie die Beschwerdegegnerin richtig ausführt (IV-act. G4), ist nicht ersichtlich, wer 

dieses Dokument erstellt hat. Die Beschwerdeführerin erwähnte zwar ihren Hausarzt, 

im genannten Eintrag wird jedoch die Anamnese nochmals kurz zusammengefasst und 

festgehalten, die Beschwerdeführerin sei aktuell bei Dr. C.___ wegen Gelenkschmerzen 

in Behandlung, was gegen eine Erstellung des Dokuments durch denselben spricht. 

Sodann ist auch unklar, was für eine Art von Rehabilitation angestrebt wird, und es 

handelt sich lediglich um eine Empfehlung zu einer solchen. Dies ist kein tauglicher 

Hinweis auf eine zwischen dem Gutachten der Neurologie H.___ vom 26. Januar 2016 

und der angefochtenen Verfügung vom 18. April 2016 eingetretene Verschlechterung 

des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin. Auch der Umstand, dass die 

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Beschwerdeführerin, wie von ihr vorgebracht (act. G1), sich weiterhin in ärztlicher 

Behandlung befindet, lässt nicht auf eine Verschlechterung schliessen.

2.5  Die Beurteilungen der behandelnden Ärzte sind damit insgesamt nicht geeignet, 

das polydisziplinäre Gutachten der Neurologie H.___ vom 26. Januar 2016 in Frage zu 

stellen. Sie benennen keine objektiven Gesichtspunkte, die im Gutachten nicht 

berücksichtigt worden wären. Bei der Würdigung der medizinischen Situation fällt 

weiter ins Gewicht, dass das Gutachten auf umfassender Aktenkenntnis sowie 

polydisziplinären eigenen Untersuchungen beruht, das gesamte Leidensbild der 

Beschwerdeführerin berücksichtigt und die auf dieser Grundlage gezogenen Schlüsse 

nachvollziehbar sind.

3.   

Die Beschwerdeführerin war bis zum 30. April 2014 zu rund 50% als Verkaufsberaterin 

in einem Schuhgeschäft angestellt (IV-act. 24, Fremdakten 1-11). Im Fragebogen zur 

Rentenabklärung betreffend Erwerbstätigkeit/Haushalt gab sie an, sie habe 

ursprünglich 100% gearbeitet, dann aber ihre Stelle verloren und vorübergehend nur 

Teilzeit gearbeitet. Da sie alleinstehend sei und ihre Kinder erwachsen seien, wäre sie 

ohne gesundheitliche Einschränkungen nun aber wieder in einem 100% Pensum tätig 

(IV-act. 47). In ihrem Einwand vom 14. März 2016 machte sie erneut geltend, sie sei 

geschieden und erhalte keine Unterhaltsleistungen von ihrem Ex-Mann. Sie müsse 

deshalb alleine für ihren Bedarf aufkommen. Wenn sie nicht erkrankt wäre, würde sie 

heute einer vollen Erwerbstätigkeit nachgehen (IV-act. 76). Die Beschwerdegegnerin 

akzeptierte in der angefochtenen Verfügung die Qualifikation der Beschwerdeführerin 

als Vollerwerbstätige (IV-act. 83). Wie die Beschwerdeführerin richtig vorbringt (act. 

G1), setzte die Beschwerdegegnerin dies jedoch fälschlicherweise in ihrer Berechnung 

nicht um und ging weiterhin von einer je 50%igen Erwerbs- und Haushaltstätigkeit 

sowie einem Invaliditätsgrad von 0% aus. Da sich ausgehend von einer vollen 

Arbeitsfähigkeit für die angestammte Tätigkeit die Vornahme eines konkreten 

Einkommensvergleichs und insbesondere die Festsetzung eines Tabellenlohnabzugs 

erübrigt, weil offensichtlich kein rentenbegründender Mindestinvaliditätsgrad von 40% 

resultiert, ist die Verfügung jedoch im Ergebnis nicht zu beanstanden.

4.   

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/17

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4.1  Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.

4.2  Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1‘000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des 

Verfahrens entsprechend ist sie der Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Zufolge 

Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (vgl. act. G8) ist sie von der Bezahlung zu 

befreien.

4.3  Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung die Kosten der 

Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 

61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor 

Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 

12'000.--. Die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin verzichtete auf das Einreichen 

einer Kostennote. In der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit erscheint eine 

pauschale Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- angemessen. Diese ist um einen 

Fünftel zu kürzen (Art. 31 Abs. 3 AnwG). Somit entschädigt der Staat die 

Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin pauschal (vgl. BGE 125 V 201) mit Fr. 

2'800.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer).

4.4  Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur 

Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen 

Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.   

Die Beschwerde wird abgewiesen.

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2.   

Die Beschwerdeführerin wird im Sinne der Erwägungen von der Bezahlung der 

Gerichtsgebühr in der Höhe von Fr. 600.-- befreit.

3.   

Der Staat entschädigt die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin zufolge 

unentgeltlicher Rechtsverbeiständung mit Fr. 2'800.-- (inklusive Barauslagen und 

Mehrwertsteuer).

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	Entscheid Versicherungsgericht, 18.08.2017
	Art. 28 Abs. 1 IVG. Rentenanspruch. Würdigung medizinischer Berichte. Beweiskraft des polydisziplinären Gutachtens bejaht. Abweisung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 18. August 2017, IV 2016/165).

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