# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2a896a0c-45a9-599a-a066-95c4bb80dde1
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-10-13
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 13.10.2017 200 2017 492
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2017-492_2017-10-13.pdf

## Full Text

200 17 492 IV
MAW/IMD/ARJ

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 13. Oktober 2017

Verwaltungsrichter Matti, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Loosli, Verwaltungsrichter Grütter
Gerichtsschreiber Imhasly

A.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 5. April 2017

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Okt. 2017, IV/17/492, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1981 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich im September 2010 unter Hinweis auf seit 2003 bestehende 
starke Rückenschmerzen bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung 
(IV) zum Leistungsbezug an (Akten der IV, Antwortbeilage [AB] 2). Die IV-
Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) nahm Abklärungen in erwerbli-
cher und medizinischer Hinsicht vor und wies das Leistungsbegehren – 
nachdem die Versicherte keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen 
wünschte (Protokoll per 03.07.2017 S. 2 [Eintrag vom 11.03.2011]) – mit 
Mitteilung vom 5. Juli 2011 ab (AB 17).

B.

Im Mai 2012 ersuchte die Versicherte die IVB erneut um Zusprechung von 
Leistungen aufgrund von Rückenschmerzen (AB 19). Diese traf die übli-
chen Abklärungen und holte ein psychiatrisch-rheumatologisches Gutach-
ten bei den Dres. med. B.________, Facharzt für Psychiatrie und Psycho-
therapie, und C.________, Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabi-
litation und Rheumatologie, ein (Gutachten vom 27. August 2014 bzw. 
15. September 2014 [AB 55.1, 56.1]), welche der Versicherten im Begut-
achtungszeitpunkt eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in einer körper-
lich leichten Tätigkeit von höchstens 20 % attestierten (AB 55.1 S. 19, 23). 
Nachdem die Versicherte zwischen Begutachtung und Ausfertigung des 
Gutachtens einen Suizidversuch unternommen und sich danach in statio-
närer psychiatrischer Behandlung befunden hatte (AB 60), traf die IVB wei-
tere Abklärungen und versuchte (in zwei Anläufen) vergeblich, die Versi-
cherte beruflich einzugliedern (AB 68 f., 82 f., 87).

In der Folge holte die IVB bei der MEDAS D.________ (MEDAS) ein vom 
24. Oktober 2016 datierendes Gutachten ein (AB 108.1) und stellte mit 
Vorbescheid vom 7. März 2017 (AB 116) die Abweisung eines Rentenan-
spruchs bei einem Invaliditätsgrad von 35 % in Aussicht. Nach dagegen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Okt. 2017, IV/17/492, Seite 3

vorgebrachten Einwänden (AB 119) verfügte sie am 5. April 2017 (AB 121) 
wie vorgesehen.

C.

Hiergegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom "16.08.2017" (Postauf-
gabe: 22. Mai 2017) Beschwerde mit den Anträgen, die angefochtene Ver-
fügung sei aufzuheben und ihr sei eine IV-Rente zuzusprechen. 

Mit Beschwerdeantwort vom 3. Juli 2017 schliesst die Beschwerdegegnerin 
auf Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-

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tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 5. April 2017 
(AB 121). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin 
auf eine Rente der Invalidenversicherung.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf 
eine Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgaben-
bereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 

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Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.3 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

2.5 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

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Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen Spezia-
lärzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen und Untersuchun-
gen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörte-
rung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Be-
weiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 
E. 3b bb S. 353; SVR 2016 IV Nr. 2 S. 5 E. 4.1).

2.6 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; SVR 2015 IV Nr. 28 S. 86 E. 4.1).

2.7 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG).

2.7.1 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit 
den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb nicht 
nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, son-
dern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen 
(oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) 
des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert 
haben. Dazu gehört die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit aufgrund einer 
Angewöhnung oder Anpassung an die Behinderung. Ein Revisionsgrund ist 
ferner unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine andere Art der 
Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine Wandlung des 
Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 10, 130 V 343 
E. 3.5 S. 349). Unerheblich unter revisionsrechtlichem Gesichtswinkel ist 
nach ständiger Praxis die unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentli-

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chen gleich gebliebenen Sachverhaltes (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11; SVR 
2014 UV Nr. 7 S. 22 E. 2.2). Auch eine neue Verwaltungs- oder Gerichts-
praxis rechtfertigt grundsätzlich keine Revision des laufenden Rentenan-
spruchs zum Nachteil des Versicherten (BGE 135 V 201 E. 6.4 S. 210, 115 
V 308 E. 4a bb S. 313).

2.7.2 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-
gebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invali-
ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b 
S. 200; SVR 2011 IV Nr. 37 S. 109 E. 1.1).

2.7.3 Als zeitliche Vergleichsbasis ist einerseits der Sachverhalt im Zeit-
punkt der ursprünglichen Rentenverfügung und anderseits derjenige zur 
Zeit der streitigen Revisionsverfügung zu berücksichtigen (BGE 130 V 343 
E. 3.5.2 S. 351, 125 V 368 E. 2 S. 369; SVR 2010 IV Nr. 53 S. 166 E. 3.1).

2.7.4 Bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten 
IV-Rente sind die für die Rentenrevision geltenden Bestimmungen analog 
anzuwenden (BGE 109 V 125 E. 4a S. 127; AHI 1998 S. 121 E. 1b).

3.

3.1 Den medizinischen Akten ist – soweit entscheidwesentlich – das 
Folgende zu entnehmen:

3.1.1 Dr. med. E.________, Facharzt für Innere Medizin, diagnostizierte 
im Bericht vom 10. August 2012 (AB 25) lokale lumbale Rückenschmerzen. 
Er hielt fest, es bestünden keine geistigen Einschränkungen, psychisch 
höchstens durch Angstzustände, die aber keinen Einfluss auf die Arbeits-
fähigkeit hätten. Die Patientin sei tagsüber noch ca. sechs Stunden mobil, 
dabei leiste sie leichte Hausarbeiten ohne Tragen von Gewichten über 
3 kg. Den Rest des Tages verbringe sie in Ruhe, sitzend oder liegend. Ak-
tuell komme keine Arbeitstätigkeit in Frage. Eine Arbeitsunfähigkeit (100 %) 

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Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Okt. 2017, IV/17/492, Seite 8

attestierte er zuletzt für den Zeitraum vom 20. Dezember 2010 bis 2. Janu-
ar 2011.

3.1.2 Dem Bericht des Spitals F.________ vom 25. März 2013 (AB 36) 
betreffend Hospitalisation vom 5. Dezember 2012 bis 22. Februar 2013 
sind die folgenden Diagnosen zu entnehmen:

- Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychologischen 
Anteilen (ICD-10: F45.41), bestehend seit 2003

- Entwicklung depressiver und ängstlicher Symptomatik, aktuell mittel-
gradige depressive Episode (ICD-10: F32.1), bestehend seit 2005 (?)

- Opiatabhängigkeitssyndrom, ärztlich verordnete Dauermedikation 
(ICD-10: F11.24)

- Akzentuierung der sensitiven, emotional-instabilen Zügen vom Border-
line-Typus sowie abhängigen Persönlichkeitszügen (ICD-10: Z73.1) 

- Differenzialdiagnostisch wird eine komorbide Persönlichkeitsstörung 
(ICD-10: F61), bzw. eine andauernde Persönlichkeitsänderung bei 
chronischem Schmerzsyndrom (ICD-10: F62.80) diskutiert.

Die psychische Erkrankung zeige einen chronifizierenden und sich ver-
schlechternden Verlauf in den letzten zehn Jahren. Es bestehe der Ver-
dacht einer tiefgreifenden Störung der Persönlichkeit. Der Beginn der 
Störung scheine im Zusammenhang mit der anhaltenden Belastung auf-
grund der Schmerzproblematik zu stehen. Seit dem 5. Dezember 2012 
(Beginn der stationären Behandlung) bis auf weiteres liege eine vollständi-
ge Arbeitsunfähigkeit vor.

3.1.3 Dr. med. G.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychothera-
pie, attestierte im Bericht vom 18. November 2013 (AB 44) eine seit Beginn 
der Behandlung am 18. März 2013 bestehende Arbeitsunfähigkeit von 
100 %. Eine Tätigkeit in der freien Marktwirtschaft sei seines Erachtens erst 
nach intensiver Psychotherapie und mit Hilfe einer von der IV unterstützten 
Integrationsmassnahme möglich.

3.1.4 Dem Operationsbericht des Spitals H.________ vom 31. März 
2014 (AB 51 S. 10 ff.) ist zu entnehmen, dass die Versicherte am 27. März 
2014 aufgrund eines schweren septischen Zustandsbildes bei Pancolitis 
und Colonvolvulus des rechtsseitigen Colon transversum mit beginnender 
Durchwanderungsperitonitis und bei Pneumonie basal links notfallmässig 
operiert werden musste. Im Rahmen des chirurgischen Eingriffs wurde ihr 
eine endständige temporäre Ileostomie im rechten Mittelbauch angelegt.

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Im Austrittsbericht desselben Spitals vom 30. April 2014 (AB 51 S. 3 ff.) 
wurde eine vollständige Arbeitsunfähigkeit für den Zeitraum vom 10. April 
2014 (Austrittstag) bis zum 22. April 2014 attestiert.

3.1.5 Aus dem Kurzaustrittsbericht der Spitäler I.________ AG vom 17. 
Mai 2014 (AB 51 S. 1 ff.) geht hervor, dass sich die Versicherte im Rahmen 
eines stationären Aufenthaltes vom 14. bis 17. Mai 2014 einem Opiatent-
zug in Narkose unterzogen hat. Der Verlauf habe sich komplikationslos 
gestaltet. Am 20. Mai 2014 werde die Patientin in die Klinik J.________ 
zum Lamotriginentzug eintreten.

3.1.6 Die Dres. med. B.________ und C.________ diagnostizierten im 
interdisziplinären Gutachten vom 27. August 2014 mit Auswirkung auf die 
Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depressive Störung mit gegenwärtig 
leichtgradiger Episode ohne somatisches Syndrom (ICD-10: F33.0 
[AB 55.1 S. 14]) und Kreuzschmerz (ICD-10: M54.5 [AB 56.1 S. 26]). 

Aus psychiatrischer Sicht sei neben der rezidivierenden depressiven 
Störung auch eine chronische Schmerzstörung mit körperlichen und psy-
chischen Anteilen (ICD-10: F45.41) zu diagnostizieren, welche aktuell je-
doch keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit mehr habe. Infolge der Be-
schwerden von Seiten der rezidivierenden depressiven Störung mit gegen-
wärtig leichtgradiger Episode lasse sich eine Einschränkung der Arbeits-
fähigkeit sowohl in der zuletzt ausgeübten als auch in einer alternativen 
Tätigkeit von 20 % begründen. Dabei mitenthalten sei eine gleichzeitige 
Verminderung der Leistungsfähigkeit. Von etwa Mitte 2012 bis Ende April 
2014 sei aufgrund eines mindestens mittleren Schweregrades des somato-
formen Anteils an der chronischen Schmerzstörung, eines erheblichen 
Opiatabhängigkeitssyndroms von ärztlich verordnetem Methadon und einer 
ausgeprägteren depressiven Episode von einer mindestens 70 %-igen Ar-
beitsunfähigkeit auszugehen gewesen. Von Dezember 2011 bis Mitte 2012 
lasse sich vor allem wegen der Depression eine Einschränkung der Ar-
beitsfähigkeit von 40 % begründen (AB 55.1 S. 14, 19). 

Der rheumatologische Gutachter hielt fest, die Versicherte leide an einem 
Kreuzschmerz ohne Hinweise auf ein umschriebenes strukturelles Korrelat. 
Die Schmerzen liessen sich keinem neurologischen Krankheitsbild zuord-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Okt. 2017, IV/17/492, Seite 10

nen. Es finde sich eine Dysästhesie und eine Hyperalgesie, so dass ein 
lokal begrenztes neuropathisches Schmerzbild vorhanden sein könne. Als 
Folge der lang andauernden Schonung habe sich eine ausgeprägte Mus-
keldekonditionierung und Muskeldysbalance mit Schon- und Fehlhaltung 
entwickelt. Die bisherige Tätigkeit als ... sei für die Versicherte wegen der 
ausgeprägt muskulär dekompensierten Wirbelsäule nicht mehr zumutbar. 
Zumutbar sei eine leichte Arbeit, am besten Büroarbeit, wo sie nicht über 
7.5 kg heben, ziehen oder stossen und sich nicht häufig bücken müsse. Bei 
einer entsprechend adaptierten Tätigkeit könnte sie eine Leistung von min-
destens 80 % erbringen (AB 56.1 S. 30 ff.).

In der interdisziplinären Beurteilung kamen die Gutachter zum Schluss, 
dass der Explorandin keine rückenbelastenden und lediglich noch körper-
lich leichte Tätigkeiten zumutbar seien. Die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als 
... sei nicht mehr zumutbar. Darüber hinaus könne die im psychiatrischen 
Gutachten festgehaltene Beurteilung uneingeschränkt übernommen wer-
den (AB 55.1 S. 23). 

3.1.7 Am 11. Dezember 2014 (AB 60) berichtete Dr. med. K.________, 
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, über einen am 12. August 
2014 unternommenen medikamentösen Suizidversuch. Dieser sei im Zu-
sammenhang mit den Trennungsabsichten des Ehemannes erfolgt. Im 
Rahmen der seit dem 26. September 2014 durchgeführten stationären Be-
handlung sei es zu einer deutlichen Besserung der depressiven Sympto-
matik gekommen. Auch sei die Patientin jetzt besser im Stande mit dem 
chronifizierten Schmerzsyndrom des Rückens umzugehen. Sie habe über 
die Wochen ein deutlich höheres Aktivitätsniveau erreicht, als dies in den 
letzten Jahren der Fall gewesen sei.

In einem weiteren Bericht vom 18. Februar 2015 (AB 80 S. 10 ff.) attestierte 
Dr. med. K.________ eine vollständige Arbeitsunfähigkeit seit dem 
26. September 2014 bis zum 19. Februar 2015 und bis auf weiteres.

3.1.8 Dr. med. L.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychothera-
pie, diagnostizierte im Bericht vom 7. September 2015 (AB 80 S. 2 ff.) eine 
depressive Störung mittleren Grades ohne somatische Symptome (ICD-10: 
F32.10), einen Status nach Suizidversuch am 12. August 2014, Züge eines 

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abhängigen Persönlichkeitsstils und ein chronifiziertes Schmerzsyndrom 
bei failed back surgery. Seit dem 26. September 2014 und bis auf weiteres 
bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 100 %.

3.1.9 Dem Gutachten der MEDAS vom 24. Oktober 2016 (AB 108.1) 
sind die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zu 
entnehmen (S. 55 Ziff. 7.1):

- Dissoziative Störung der Bewegung und Empfindung 
- DD chronisches Schmerzsyndrom mit somatischen und psychischen 

Faktoren mit/bei
- chronischem lumbosakralem Schmerzsyndrom mit perispinöser 

Schmerzhaftigkeit L5/S1 unklarer Zuordnung, eingeschränkter Beweg-
lichkeit und Belastbarkeit der LWS
- ohne radikuläres Reiz- und Ausfallsyndrom an den unteren Extre-

mitäten bei
- St. n. posterolateraler instrumentierter Spondylodese L4 bis S1 

02/2015 bei Spondylolyse L5 beidseits mit Spondylolisthesis L5/S1 
Meyerding Grad 1

- St. n. Metallentfernung 2010
- unauffälligem radiologischem St. n. Spondylodese L4 bis S1 (Rx 

09/2016)
- Wirbelsäulenfehlstatik bei sagittaler Imbalance und Skoliose, mus-

kulärer Insuffizienz sowie Haltungsinsuffizienz
- Akzentuierte (dependente) Persönlichkeitszüge (ICD-10: Z73) mit/bei

- schädlichem Gebrauch von Opioiden (ICD-10: F11.1)
- St. n. Opiatabhängigkeit bei (ärztlich verordneter) hochdosierter 

Opiattherapie mit 
- St. n. gescheitertem stationärem Opiatentzug 2012, stationäre 

Therapieumstellung auf Methadon Ende 2012 / Anfang 2013, er-
folgreicher stationärer Opiatentzug in Narkose 2014

- aktuell Wiederaufnahme einer MST-Therapie unter ärztlicher Ver-
ordnung

- St. n. subtotaler Kolektomie und Ileosigmoidostomie bei Colon volvu-
lus 02/2014 wahrscheinlich als Folge hochdosierter Opiatmedikation.

Anlässlich der interdisziplinären Untersuchung hätten sowohl im somati-
schen wie auch im psychiatrischen Bereich wenige Befunde erhoben wer-
den können, welche die von der Versicherten als teilweise invalidisierend 
beschriebenen Schmerzen zu erklären vermöchten. Im somatischen Be-
reich bestünden gut konsolidierte postoperative Veränderungen im Bereich 
der Spondylodese L4/S1. Neurologisch fänden sich keine radikulären Zei-
chen. Das von der Versicherten lokal beschriebene, ausgeprägte Schmerz-
syndrom lasse sich neurologisch auch nur sehr bedingt erklären. Theore-
tisch denkbar wäre eine Läsion der Hautäste des Ramus dorsalis der ent-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Okt. 2017, IV/17/492, Seite 12

sprechenden Spinalnerven. Abgesehen von der Rarität eines solchen Syn-
droms spreche die symmetrische Verteilung der schmerzhaften Sensibi-
litätsstörung gegen eine solche Ätiologie. Entsprechend könne ein neuro-
pathisches Schmerzsyndrom heute nur mit grossem Vorbehalt postuliert 
werden. Aus somatischer Sicht bemerkenswert sei das Fehlen relevanter 
lumbovertebraler Beschwerden, wobei die Versicherte zum Zeitpunkt der 
Untersuchung unter ausgebauter Schmerztherapie gestanden sei, womit 
die diesbezügliche Beurteilung auch erschwert gewesen sei. Auch psychia-
trisch habe sich ein im Wesentlichen unauffälliger psychopathologischer 
Status gefunden. Die psychiatrische Diagnose erschliesse sich heute viel 
eher aus dem längsschnittlichen Verlauf als aus dem aktuellen psychopa-
thologischen Bilde, welches, im Wesentlichen unauffällig, eine gewisse 
belle indifférence der Versicherten beinhaltend gezeigt habe. Im Sinne der 
Verleugnung/Verdrängung würden heute sämtliche beklagten Beeinträchti-
gungen unter dem somatisch kaum zu erklärenden Schmerzsyndrom sub-
sumiert, inkl. der massiven psychosozialen Folgeprobleme (S. 56 f.).

Prinzipiell lasse sich eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in qualitati-
vem Ausmass lediglich in einer körperlich schweren Tätigkeit aufgrund der 
Veränderung der Lendenwirbelsäule nach Spondylodese begründen. Es 
verböten sich auch intermittierend schwere oder rückenbelastende Tätig-
keiten wie etwa die Patientenumlagerung. Spitextätigkeiten, welche das 
rasche Aufsuchen einer Toilette (aufgrund der subtotalen Kolektomie und 
Ileosigmoidostomie) nicht ermöglichten, seien ebenfalls ausgeschlossen. In 
der angestammten Tätigkeit als ... sei die Versicherte nur als arbeitsfähig 
zu erachten, sofern die genannten Einschränkungen berücksichtig werden 
könnten. In diesem Falle bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 70 %. Die deut-
liche Verminderung des Rendements begründe sich im Schmerzerleben, 
insbesondere unter körperlicher Belastung bzw. Tätigkeit. Dieses Zumut-
barkeitsprofil entspreche einer adaptierten Tätigkeit, das heisse, in einer 
dem körperlichen Leiden angepassten Tätigkeit bestehe aktuell eine Ar-
beitsfähigkeit von 70 % (S. 59 f.); dies mindestens ab April 2016, mit Wahr-
scheinlichkeit bereits ab Dezember 2015 (S. 61).

3.2 Das von der MEDAS erstellte Administrativgutachten vom 24. Ok-
tober 2016 (AB 108.1) erfüllt die von der höchstrichterlichen Rechtspre-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Okt. 2017, IV/17/492, Seite 13

chung an den Beweiswert eines derartigen Berichts gestellten Anforderun-
gen und erbringt damit vollen Beweis (vgl. E. 2.5 hiervor). Es ist für die 
streitigen Belange umfassend, berücksichtigt die geklagten Beschwerden 
sowie die erhobenen Befunde und wurde in Kenntnis der Vorakten (Ana-
mnese) abgegeben. Im Weiteren ist es in der Darlegung der medizinischen 
Zusammenhänge einleuchtend und die Schlussfolgerungen sind begrün-
det. Die von der Beschwerdeführerin bzw. Dr. med. M.________, Facharzt 
für Neurochirurgie, im Bericht vom 11. Mai 2017 (Beschwerdebeilage [BB] 
1) gegen die Expertise vorgebrachte Kritik verfängt nicht:

Soweit Dr. med. M.________ – mit Hinweis auf das Rechtsgutachten von 
Prof. Dr. iur. Jörg Paul Müller und Dr. iur. Johannes Reich vom 11. Februar 
2010 (Rechtsgutachten zur Vereinbarkeit der bundesgerichtlichen Recht-
sprechung zur medizinischen Begutachtung durch Medizinische Ab-
klärungsstellen betreffend Ansprüche auf Leistungen der Invalidenversiche-
rung mit Art. 6 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der 
Menschenrechte und Grundfreiheiten) – die Objektivität und Unabhängig-
keit der Experten der MEDAS anzweifelt, ist dies von vornherein unbeacht-
lich (vgl. dazu BGE 136 V 376 E. 4.2 S. 378 ff. und Urteil des Bundesge-
richts [BGer] vom 15. September 2010, 8C_253/2010, E. 5.1).

Bezüglich der Kritik in medizinischer Hinsicht ist festzustellen, dass diese 
sehr allgemein gehalten ist. Es fehlt an einer einleuchtenden medizinischen 
Begründung, inwieweit die von den Gutachtern gezogenen Schlussfolge-
rungen unzutreffend seien. Hinzu kommt, dass das MEDAS-Gutachten 
weitgehend mit dem psychiatrisch-rheumatologischen Gutachten der Dres. 
B.________ und C.________ vom 27. August 2014 bzw. 15. September 
2014 (AB 55.1, 56.1) übereinstimmt. Schliesslich ist darauf hinzuweisen, 
dass der Suizidversuch der Beschwerdeführerin vom 12. August 2014 we-
der einer psychischen Erkrankung noch den Schmerzen zugeordnet wer-
den kann, sondern eine Reaktion auf die Trennungsabsichten ihres Ehe-
manns war (AB 60 S. 1).

3.3 Nicht gefolgt werden kann dem MEDAS-Gutachten insoweit, als 
darin der Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der Begutachtung eine Ein-
schränkung der Arbeitsfähigkeit aus psychischen Gründen in einer dem 
körperlichen Leiden angepassten Tätigkeit attestiert wird (AB 108.1 S. 51). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Okt. 2017, IV/17/492, Seite 14

Der psychiatrische Gutachter erlebte die Beschwerdeführerin im Rahmen 
der Begutachtung in einem affektiv ausgeglichenen Zustand, das aktuell 
beklagte Schmerzsyndrom sei nach ihren Angaben derzeit "aushaltbar". 
Objektiv zeigten sich keinerlei Hinweise auf ein Schmerzerleben, welches 
eine Funktionseinschränkung zur Folge hätte (AB 108.1 S. 51 Ziff. 4.4.5.2). 
Die von ihm attestierte Einschränkung von 30 % begründete der Gutachter 
mit einer dissoziativen Störung. Hierzu ist festzustellen, dass der Gutachter 
diese Diagnose lediglich differenzialdiagnostisch stellte und sie als Aus-
druck der abhängigen und wenig durchsetzungsfähigen Persönlichkeitszü-
ge der Versicherte sah (AB 108.1 S. 50). Diese stellen jedoch als Z-
Diagnose (ICD-10: Z73) kein bei der Beschwerdegegnerin versichertes 
Risiko dar. Bei den sogenannten Z-Kodierungen handelt es sich um Fakto-
ren, die den Gesundheitszustand beeinflussen und zur Inanspruchnahme 
des Gesundheitswesens führen. Die Kategorien Z00-Z99 sind für Fälle vor-
gesehen, in denen Sachverhalte als "Diagnosen" oder "Probleme" angege-
ben sind, die nicht als Krankheit, Verletzung oder äussere Ursache unter 
den Kategorien A00-Y89 klassifizierbar sind. Diese Belastungen fallen als 
solche nicht unter den Begriff des rechtserheblichen Gesundheitsschadens 
(vgl. Entscheid des BGer vom 4. Mai 2009, 8C_570/2008, E. 4.2.5; SVR 
2008 IV Nr.15 S. 43, E. 2.2.2.2). Bei fehlender invalidenversicherungsrecht-
lich relevanter psychiatrischer Störung hat eine ärztlich attestierte Ein-
schränkung bei der Festlegung des Leistungsanspruchs unbeachtet zu 
bleiben. Insofern ist ab April 2016 (AB 108.1 S. 61) von einer vollständigen 
Arbeitsfähigkeit in einer dem körperlichen Leiden angepassten Tätigkeit 
auszugehen.

Indessen war der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin im Zeit-
raum zwischen der Neuanmeldung bzw. dem aus dem Anmeldungszeit-
punkt (Mai 2012 [AB 19]) abgeleiteten frühestmöglichen Rentenbeginn am 
1. November 2012 (vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG) und dem Zeitpunkt der Verfü-
gung vom 5. April 2017 (AB 121) nicht stationär. Vorab war die psychische 
Situation nicht stabil. Des Weiteren hat die Beschwerdeführerin einen 
Darmdurchbruch mit Sepsis erlitten, weswegen sie am 27. März 2014 not-
fallmässig operiert werden musste (AB 51 S. 10 ff.). Schliesslich war sie, 
insbesondere nach ihrem Suizidversuch, in stationärer psychiatrischer Be-
handlung (AB 60), was ihre Arbeitsfähigkeit erheblich einschränkte.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Okt. 2017, IV/17/492, Seite 15

3.3.1 Für den Zeitraum von Mitte 2012 bis Ende April 2014 gingen die 
Gutachter Dres. med B.________ und C.________ aufgrund des erhebli-
chen Opiatabhängigkeitssyndroms von ärztlich verordnetem Methadon und 
einer ausgeprägteren depressiven Episode von einer mindestens 70 %-
igen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus (AB 55.1 S. 19). Dem MEDAS-
Gutachten lässt sich für diesen Zeitraum keine andere Einschätzung ent-
nehmen. Vielmehr gehen die MEDAS-Gutachter von einer zeitlich weiter 
bestehenden Arbeitsunfähigkeit aus, indem sie festhielten, eine verwertba-
re Arbeitsfähigkeit habe nach Spitalentlassung bei erfolgtem Opiatentzug 
(14. bis 17. Mai 2014 [AB 51 S. 1 ff.]) und Stomarückverlagerung (August 
2014) auch in diesem Monaten nicht bestanden (AB 108.1 S. 60). Dass 
sich die Arbeitsunfähigkeit zumindest auch auf den Monat Mai 2014 er-
streckte, leuchtet ohne weiteres ein, da im Anschluss an den stationären 
Opiatentzug der Eintritt zum Lamotriginentzug geplant war (20. Mai 2014 
[AB 51 S. 1 ff.]). Wie es sich mit der Arbeitsunfähigkeit in den Monaten Juni 
und Juli 2014 effektiv verhalten hat, kann – wie nachstehend dargelegt (vgl. 
E. 4.4) – offen bleiben.

3.3.2 Für die Zeit nach dem Suizidversuch am 12. August 2014 bis zum 
Austritt aus der Klinik P.________ bzw. der Tagesklinik des Spitals 
Q.________ (19. Februar 2015 [AB 80 S. 10 ff.]) gingen die Gutachter 
"nicht von einer längerdauernden Arbeitsfähigkeit" aus. Vielmehr attestier-
ten sie der Beschwerdeführerin über diesen Zeitpunkt hinaus eine weiter-
gehende Arbeitsunfähigkeit und hielten fest, das von ihnen definierte Zu-
mutbarkeitsprofil gelte mindestens ab ca. 1. April 2016, wahrscheinlich be-
reits ab Dezember 2015 (AB 108.1 S. 60 f.). Angesichts des Hinweises auf 
die Notwendigkeit einer schrittweisen Steigerung des Arbeitspensums 
(AB 108.1 S. 62 Ziff. 10.2), ist das Erreichen der vollständigen Arbeitsfähig-
keit in einer leidensadaptierten Tätigkeit auf den 1. April 2016 festzulegen.

3.3.3 Insgesamt ist damit nach dem Gesagten abgesehen von einer 
allfälligen – nicht relevanten (vgl. E. 4.4 hiernach) – Unterbrechung in den 
Monaten Juni und Juli 2014 von einer von Mitte 2012 bis Ende März 2016 
dauernden durchgehenden iv-relevanten Einschränkung der Arbeitsfähig-
keit von mindestens 70 % auszugehen. Gestützt darauf ist nachfolgend die 
Invaliditätsbemessung vorzunehmen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Okt. 2017, IV/17/492, Seite 16

4.

4.1 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-
ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 
bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 129 V 222). Auf-
grund der im Mai 2012 erfolgten Anmeldung (AB 19) konnte ein Rentenan-
spruch frühestens am 1. November 2012 entstehen (Art. 29 Abs. 1 IVG), 
sofern zu diesem Zeitpunkt das Wartejahr (Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG) abge-
laufen war. Diesbezüglich ergibt sich aus dem Gutachten der Dres. 
B.________ und C.________, dass sich eine Einschränkung der Arbeits-
fähigkeit um 40 % ab Dezember 2011 begründen lasse (AB 55.1 S. 19). Im 
Arbeitgeberbericht vom 22. August 2012 (AB 26) werden vor dem 31. Juli 
2011 (Ende der Anstellung) lediglich bis 21. April 2011 Arbeitsunfähigkeiten 
ausgewiesen. Die im Zusammenhang mit der Neuanmeldung eingereichten 
medizinischen Unterlagen (AB 23) stammen allesamt aus dem Jahr 2012 
und enthalten keine attestierten Arbeitsunfähigkeiten im Jahr 2011. Damit 
ist davon auszugehen, dass das Wartejahr im Dezember 2011 begonnen 
hat und im Dezember 2012 abgelaufen ist.

4.2 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325).

4.3 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2016 UV Nr. 13 
S. 40 E. 2.2). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheits-
schadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbs-
tätigkeit aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöh-
ne gemäss den vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstruk-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Okt. 2017, IV/17/492, Seite 17

turerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 142 V 178 E. 2.5.7 
S. 188, 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2016 UV Nr. 13 S. 40 E. 2.2).

Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, 
die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich 
zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurch-
schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit ei-
nem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 
S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass 
Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und 
beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Ein-
schränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Be-
schäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalidenein-
kommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wo-
bei der Abzug auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen ist (BGE 135 V 
297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2015 IV Nr. 1 S. 1 E. 2.2). 

4.4 Wie vorstehend dargelegt (E. 3.3.3 hiervor) bestand im Zeitpunkt 
des frühestmöglichen Beginns des Rentenanspruchs im Dezember 2012 
(E. 4.1 hiervor) eine Arbeits- bzw. Erwerbsunfähigkeit von mindestens 
70 %, woraus sich ein Invaliditätsgrad von zumindest 70 % ergibt (Prozent-
vergleich [BGE 114 V 310 E. 3a S. 313, 107 V 17 E. 2d S. 22, 104 V 135 
E. 2b S. 137]). Daraus resultiert ein Anspruch auf eine ganze Rente (vgl. 
E. 2.2 hiervor), sofern die Arbeitsunfähigkeit während des Wartejahres 
durchschnittlich ebenfalls 70 % betrug (AHI 1996 S. 177).

Ab Dezember 2011 bis Ende Juni 2012 betrug die Arbeitsunfähigkeit 40 % 
(vgl. E. 3.1.6 und 4.1), im Rest des Wartejahres 70 % (vgl. E. 3.3.1). Dies 
ergibt eine durchschnittliche Arbeitsunfähigkeit von 52.5 % ([7 x 40 % + 5 x 
70 %] / 12). Damit hat die Beschwerdeführerin ab 1. Dezember 2012 einen 
Anspruch auf eine halbe Rente, welche gestützt auf Art. 88a Abs. 2 der 
Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung (IVV; 
SR 831.201) drei Monate später (1. März 2013) auf eine ganze Rente zu 
erhöhen ist (ULRICH MEYER/MARCO REICHMUTH, Bundesgesetz über die 
Invalidenversicherung, 3. Auflage, Art. 28 N. 36). Der allfällige Unterbruch 
der Arbeitsunfähigkeit in den Monaten Juni und Juli 2014 (vgl. E. 3.3.1 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Okt. 2017, IV/17/492, Seite 18

hiervor) hat auf den Rentenanspruch keinen Einfluss, da er jedenfalls we-
niger als drei Monate gedauert hat (Art. 88a Abs. 1 IVV).

4.5 Auf den Zeitpunkt der Verbesserung des Gesundheitszustandes 
hin (1. April 2016 [vgl. E. 3.3.2 hiervor]) ist eine Revision vorzunehmen.

4.5.1 Die Beschwerdegegnerin hat das Valideneinkommen für das Jahr 
2012 anhand der Angaben des früheren Arbeitgebers (AB 9.2) auf 
Fr. 75'227.-- festgesetzt (AB 121 S. 2), was nicht zu beanstanden ist, da 
davon auszugehen ist, dass die Beschwerdeführerin bei guter Gesundheit 
weiterhin in ihrer angestammten Tätigkeit als ... im ... tätig wäre. Unter 
Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung ergibt sich für das Jahr 2016 
ein im Rahmen der Invaliditätsbemessung zu berücksichtigendes Validen-
einkommen von Fr. 77'487.-- (Fr. 75'227.-- / 2630 x 2709 [BFS, Tabelle 
T39, Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Re-
allöhne, Frauen, Index 2012 bzw. 2016]).

4.5.2 Das Invalideneinkommen wurde von der Beschwerdegegnerin 
anhand der LSE-Tabelle TA1 (Total) bestimmt. Da die Beschwerdeführerin 
keine ihrem Zumutbarkeitsprofil (E. 3.3 hiervor) entsprechende Erwerbs-
tätigkeit aufgenommen hat, ist das Abstellen auf einen Tabellenlohn kor-
rekt. Allerdings erscheint angesichts der Tatsache, dass die Beschwerde-
führerin die Matura bestanden und einen Fachhochschulabschluss als ... 
erlangt hat (AB 19 S. 3 f. Ziff. 5.2 f.), das Abstellen auf das Kompetenzni-
veau 1 nicht korrekt, vielmehr ist auf das Kompetenzniveau 2 abzustellen.

Unter Berücksichtigung der Tabelle TA1 der LSE 2014, Frauen, Position 
Total, Kompetenzniveau 2 ergibt sich ein Jahreseinkommen von 
Fr. 60'961.-- (Fr. 4'808.-- x 12 Monate / 40 Wochenstunden x 41.7 Wo-
chenstunden [BUA, Total, 2016] / 103.6 x 105 [Tabelle T1.2.10, Total, 
Frauen, 2016]). Gründe für einen Abzug vom Tabellenlohn sind keine er-
sichtlich, zumal die Beschwerdeführerin in einer leidensangepassten Tätig-
keit vollumfänglich einsatzfähig ist. Invaliditätsfremde Gründe, welche einen 
Abzug rechtfertigen würden (vgl. E. 4.3 hiervor), liegen ebenfalls nicht vor.

4.5.3 Aus der Gegenüberstellung der beiden Vergleichseinkommen re-
sultiert eine Erwerbseinbusse von Fr. 16'526.-- bzw. ein Invaliditätsgrad von 
21 % ([Fr. 77'487.-- - Fr. 60'961.--] / Fr. 77'487.-- x 100), was zu keiner 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Okt. 2017, IV/17/492, Seite 19

Rente mehr berechtigt (vgl. E. 2.2 hiervor). Die ganze Rente ist damit in 
Anwendung von Art. 88a Abs. 1 IVV per 30. Juni 2016 aufzuheben.

4.6 Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung vom 5. April 
2017 (AB 121) in teilweiser Gutheissung der Beschwerde dahingehend 
abzuändern, als der Beschwerdeführerin für die Zeit vom 1. Dezember 
2012 bis 28. Februar 2013 eine halbe und für die Zeit vom 1. März 2013 bis 
30. Juni 2016 eine ganze IV-Rente zugesprochen wird. Im Übrigen ist die 
Beschwerde abzuweisen.

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung 
oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach 
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzulegen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, haben bei die-
sem Ausgang des Verfahrens die teilweise unterliegende Beschwerdefüh-
rerin und die teilweise unterliegende Beschwerdegegnerin je zur Hälfte zu 
tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). Der von der Be-
schwerdeführerin zu tragende Anteil wird dem von ihr geleisteten Kosten-
vorschuss von Fr. 800.-- entnommen. Der Rest des Vorschusses, ausma-
chend Fr. 400.--, ist ihr nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils zurückzuer-
statten.

5.2 Da der Aufwand für die Beschwerdeführung nicht das Mass des-
sen überstieg, was dem Einzelnen zur Besorgung eigener Angelegenheiten 
zugemutet werden darf, hat die nicht vertretene Beschwerdeführerin trotz 
ihres teilweisen Obsiegens keinen Anspruch auf Ausrichtung einer Partei-
entschädigung (BGE 127 V 205 E. 4b S. 207).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Okt. 2017, IV/17/492, Seite 20

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Ver-
fügung der IV-Stelle Bern vom 5. April 2017 dahingehend abgeändert, 
als der Beschwerdeführerin für die Zeit vom 1. Dezember 2012 bis 
28. Februar 2013 eine halbe und für die Zeit vom 1. März 2013 bis 
30. Juni 2016 eine ganze IV-Rente zugesprochen wird. Im Übrigen 
wird die Beschwerde abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
und der Beschwerdegegnerin je zur Hälfte auferlegt. Der von der Be-
schwerdeführerin zu tragende Anteil wird dem von ihr geleisteten Kos-
tenvorschuss von Fr. 800.-- entnommen. Der Rest des Vorschusses, 
ausmachend Fr. 400.--, wird ihr nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils 
zurückerstattet.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- A.________
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

  

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.