# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9b84c2b1-cd51-59fc-b24b-fa4cf07fcc32
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2016-09-28
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 28.09.2016 E-2795/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-2795-2014_2016-09-28.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-2795/2014 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 8 .  S e p t e m b e r  2 0 1 6  

Besetzung 
 Richterin Esther Marti (Vorsitz), 

Richter Fulvio Haefeli, Richter François Badoud,    

Gerichtsschreiberin Tu-Binh Tschan. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), dessen Kinder  

B._______, geboren am (…), und C._______, geboren am 

(…),  

Syrien,  

Beschwerdeführende,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Flüchtlingseigenschaft und Asyl (ohne Wegweisungsvollzug); 

Verfügung des BFM vom 25. April 2014 / N (…). 

 

 

 

E-2795/2014 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Der Beschwerdeführer und seine Kinder sind syrische Kurden aus 

D._______. Gemäss eigenen Angaben verliess der Beschwerdeführer Sy-

rien definitiv am 3. September 2012 in Richtung Türkei. Die beiden Kinder 

waren mit ihrer Mutter (gemäss den Angaben des Beschwerdeführers 

seine nach Scharia Gesetz „geschiedene“ Ehefrau (E._______, geb. […], 

N […]) bereits vorgängig in die Türkei gereist. Von dort aus ist der Be-

schwerdeführer mit den beiden Kindern (ohne die “geschiedene Ehe-

frau“/Mutter) im Rahmen der erleichterten Visaeinreisebestimmungen für 

syrische Staatsangehörige am 11. Januar 2014 in die Schweiz eingereist 

und hat am 5. Februar 2014 hier um Asyl nachgesucht. Der Beschwerde-

führer wurde am 11. Februar 2014 befragt und am 10. April 2014 zu den 

Asylgründen angehört (vgl. Akten Vorinstanz Befragungsprotokoll: A7/11; 

Anhörungsprotokoll: A12/11). Seine von ihm „geschiedene Ehefrau“ ist al-

leine in die Schweiz gereist und hat hier am 23. Januar 2014 ein Asylge-

such eingereicht, welches gesondert behandelt wurde. 

A.b Der Beschwerdeführer machte geltend, seit Januar 2012 regelmässig 

an Demonstrationen gegen das syrische Regime im Quartier F._______ in 

D._______ teilgenommen zu haben. Anlässlich einer Demonstration am 

6./7. Juli 2012 seien er und viele weitere Demonstranten verhaftet worden. 

Er sei insgesamt zwanzig Tage in Haft gewesen. Zuerst sei er fünf Tage 

lang in der Untersuchungshaft in F._______ befragt, gefoltert und beschul-

digt worden, er habe an einer gegen die Regierung gerichteten Demonst-

ration teilgenommen. Er habe diesen Vorwurf abgestritten und ausgesagt, 

er sei lediglich nach dem Gebet in der Moschee unterwegs nach Hause 

gewesen. Danach habe man ihn ins Gefängnis G._______ verlegt. Dort sei 

er ungefähr dreizehn Tage lang gewesen. Danach sei er zur Sektion des 

Militärsicherheitsdienstes in H._______ gebracht worden, wo er circa zwei 

bis drei Tage verbracht habe, und wo er eine sogenannte Vereinbarung 

habe unterzeichnen müssen, wonach er nicht mehr an weiteren Demonst-

rationen teilnehmen werde. Nach seiner Entlassung sei der Fastenmonat 

Ramadan gewesen. Er habe eine Woche nach seiner Entlassung nach 

dem Fastenbruch in der Nacht wieder an Demonstrationen teilgenommen. 

Kurze Zeit später seien mehrere seiner Freunde anlässlich einer solchen 

Demonstration, wo er auch zugegen gewesen sei, verhaftet worden. Er 

habe fliehen können, habe aber Angst bekommen, selbst auch verhaftet zu 

werden, weshalb er in die Türkei gegangen sei, wo er für zehn Tage ge-

blieben sei. Ein Nachbar in F._______ habe ihn darüber informiert, dass er 

mehrmals von den Behörden zu Hause gesucht worden sei. Er sei danach 

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nach Syrien zurückgekehrt, um sich dort (…) anzuschliessen und für diese 

„Waffen hin und her zu schieben“. Nach der Rückkehr aus der Türkei habe 

er sich während circa acht oder neun Tagen in I._______ bei einem Freund 

aufgehalten. Er habe dort mit einem Mitglied der (…), welche zu diesem 

Zeitpunkt in I._______ vertreten gewesen sei, gesprochen. Dieser habe 

ihm erzählt, man würde demnächst eine Waffenlieferung erhalten, und er 

solle helfen, die Waffen zu transportieren. Die Waffenlieferung sei noch 

nicht eingetroffen, als er einen Telefonanruf erhalten habe von seiner – 

nunmehr „geschiedenen“ – Ehefrau, welche sich zu jenem Zeitpunkt mit 

den Kindern in der Türkei befunden und ihm mitgeteilt habe, sein Sohn sei 

krank. Er sei deshalb von I._______ wieder in die Türkei gereist (vgl. A7/11 

S. 8 und A12/11 S. 4 ff.). 

B.  

Mit Verfügung vom 25. April 2014 – am 29. April 2014 eröffnet – lehnte das 

damalige BFM das Asylgesuche des Beschwerdeführers und seiner Kinder 

ab, verfügte ihre Wegweisung aus der Schweiz und nahm sie wegen un-

zumutbaren Wegweisungsvollzugs vorläufig auf.  

C.  

Mit Beschwerde vom 22. Mai 2014 beantragten die Beschwerdeführenden 

beim Bundesverwaltungsgericht die Aufhebung der angefochtenen Verfü-

gung, die Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft und die Asylgewährung.  

In prozessrechtlicher Hinsicht wurde um Gewährung der unentgeltlichen 

Prozessführung und Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses 

ersucht. 

D.  

Mit Zwischenverfügung vom 12. Juni 2014 wurde das Gesuch um Gewäh-

rung der unentgeltlichen Prozessführung und um Verzicht auf die Erhe-

bung eines Kostenvorschusses gutgeheissen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

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von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgültig 

(Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Die 

Beschwerdeführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und haben 

ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung; sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 

und 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die 

Beschwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung des Schrif-

tenwechsels verzichtet. 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

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Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

5.  

5.1 Die Vorinstanz begründete ihren abweisenden Entscheid in Bezug auf 

die Fluchtgeschichte im Wesentlichen mit der Unglaubhaftigkeit der Vor-

bringen des Beschwerdeführers. So seien seine Aussagen zu der „Fahn-

dung“ nach ihm während seines Aufenthaltes in der Türkei widersprüchlich, 

da er in der Anhörung zunächst vorgebracht habe, der von ihm angewie-

sene Nachbar habe ihn darüber informiert, dass die Behörden ihn mehr-

fach zu Hause gesucht hätten. Im weiteren Verlauf der Anhörung habe er 

hingegen zu Protokoll gegeben, von der Türkei aus den Nachbarn kontak-

tiert zu haben, der ihm anlässlich des Gesprächs erklärt habe, Zivilbeamte 

hätten den Beschwerdeführer am Vortag, also lediglich einmal, gesucht. 

Auf diesen Widerspruch (mehrmalige versus einmalige Suche) angespro-

chen, habe er zunächst angegeben, er wisse es nicht (mehr), um dann 

festzuhalten, dass er nur einmal gesucht worden sei. Zudem habe er un-

terschiedliche Aussagen zu seinem Verhalten nach der Freilassung ge-

macht: So habe er anlässlich der Befragung erwähnt, er sei, bevor er wie-

der von I._______ zurück in die Türkei gegangen sei, noch nach Hause 

(folglich nach D._______) gegangen, hingegen habe er anlässlich der An-

hörung zu Protokoll gegeben, direkt von I._______ in die Türkei zurückge-

kehrt zu sein. Weiter seien die Angaben zu den Umständen der Freilassung 

aus der Haft nicht nachvollziehbar. So sei es angesichts der erläuterten 

Umstände – er sei von inmitten des Demonstrationszuges aus verhaftet 

worden – nicht plausibel, dass die Behörden ihm seine Behauptung, er sei 

bloss auf dem Weg nach Hause gewesen, „abgenommen“ hätten. In An-

betracht des rigorosen Vorgehens der syrischen Behörden gegen jegliche 

Opposition wäre der Beschwerdeführer wohl kaum nach einer so kurzen 

Zeit unter den genannten „glimpflichen“ Bedingungen wieder freigelassen 

worden. Aufgrund dieser Sachlage seien die von ihm geltend gemachten 

Probleme mit den syrischen Behörden sowie die damit zusammenhän-

gende Furcht vor weiteren Verfolgungen nicht glaubhaft. Demzufolge er-

füllten der Beschwerdeführer und seine Kinder die Flüchtlingseigenschaft 

nicht, so dass ihre Asylgesuche abzulehnen seien. 

5.2 Dem wird in der Beschwerde entgegengehalten, dass die vorgehalte-

nen Widersprüche von der Vorinstanz konstruiert worden seien. So gehe 

aus den Antworten des Beschwerdeführers nicht klar hervor, dass er ein-

mal gesagt habe, er sei mehrmals gesucht worden, und ein anderes Mal, 

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er sei lediglich einmal gesucht worden. Betreffend der ungenauen Angabe 

zur Ausreise wird darauf verwiesen, dass er anlässlich der Befragung da-

rauf gedrängt worden sei, sich kurz zu fassen. Betreffend dem Vorhalt des 

nicht nachvollziehbaren Vorgehens der syrischen Behörden entgegnet der 

Beschwerdeführer, er wisse nicht, ob diese ihm seine „Behauptung ge-

glaubt“ hätten. Da die der syrischen Behörden im Allgemeinen bei Verhaf-

tungen willkürlich vorgehen würden, könne es auch zu willkürlichen Entlas-

sungen kommen. Die vorinstanzliche Vorhaltung betreffend der nicht 

glaubhaften Entlassung basiere auf Mutmassungen und nicht Tatsachen. 

Tatsache sei bloss, dass er freigelassen worden sei.  

6.  

6.1 Glaubhaftmachung im Sinne von Art. 7 Abs. 2 AsylG bedeutet – im Ge-

gensatz zum strikten Beweis – ein reduziertes Beweismass und lässt 

Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen der gesuch-

stellenden Person. Entscheidend ist, ob die für die Richtigkeit der Sachver-

haltsdarstellung sprechenden Gründe überwiegen oder nicht. Dabei ist auf 

eine objektivierte Sichtweise abzustellen. Eine wesentliche Voraussetzung 

für die Glaubhaftmachung eines Verfolgungsschicksals ist eine die eigenen 

Erlebnisse betreffende substantiierte, im Wesentlichen widerspruchsfreie 

und konkrete Schilderung der dargelegten Vorkommnisse. Die wahrheits-

gemässe Schilderung einer tatsächlich erlittenen Verfolgung ist gekenn-

zeichnet durch Korrektheit, Originalität, hinreichende Präzision und innere 

Übereinstimmung. Unglaubhaft wird eine Schilderung von Erlebnissen ins-

besondere bei wechselnden, widersprüchlichen, gesteigerten oder nach-

geschobenen Vorbringen. Bei der Beurteilung der Glaubhaftmachung geht 

es um eine Gesamtbeurteilung aller Elemente (Übereinstimmung bezüg-

lich des wesentlichen Sachverhaltes, Substantiiertheit und Plausibilität der 

Angaben, persönliche Glaubwürdigkeit usw.), die für oder gegen die Asyl 

suchende Person sprechen. Glaubhaft ist eine Sachverhaltsdarstellung, 

wenn die positiven Elemente überwiegen. Für die Glaubhaftmachung 

reicht es demnach nicht aus, wenn der Inhalt der Vorbringen zwar möglich 

ist, aber in Würdigung der gesamten Aspekte wesentliche und überwie-

gende Umstände gegen die vorgebrachte Sachverhaltsdarstellung spre-

chen (vgl. BVGE 2015/3 E. 6.5.1 und 2013/11 E. 5.1, jeweils m.w.H.). 

6.2 Vorab ist festzuhalten, dass die von der Vorinstanz bemühten Wider-

sprüche in den Aussagen des Beschwerdeführers zur Fluchtgeschichte 

(vgl. E. 5.1) nach Einschätzung des Gerichts nicht von so gravierender Art 

sind, als dass sie, für sich alleine betrachtet, zur Einschätzung führen wür-

den, dass die Vorbingen insgesamt als unglaubhaft zu betrachten sind. So 

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ist es zwar richtig, dass der Beschwerdeführer anlässlich der freien Erzäh-

lung aussagte, der Nachbar habe ihm mitgeteilt, dass er mehrmals gesucht 

worden sei (vgl. A12/11 S. 4). Auf Nachfragen hin, gab er sodann zu Pro-

tokoll, dass er mehrmals mit dem Nachbarn telefoniert habe. So habe er 

den Nachbarn von der Türkei aus angerufen, um von ihm zu erfahren, ob 

nach ihm gesucht worden sei, was dieser ihm anlässlich des ersten Ge-

sprächs verneint habe. Ein paar Tage später habe dieser ihn angerufen 

und mitgeteilt, am Vortag hätten sich Zivilbeamte des Nachrichtendienstes 

bei ihm zu Hause nach ihm erkundigt (vgl. A12/11 S. 7 ff.). Unpräzise hielt 

die Vorinstanz dazu hingegen fest, dass der Nachbar dem Beschwerdefüh-

rer die einmalige Suche bereits anlässlich des ersten Gesprächs mitgeteilt 

habe. Somit handelt es sich beim ersten Widerspruch zwar tatsächlich um 

eine Ungenauigkeit, welche sich in der freien Erzählung des Beschwerde-

führers eingeschlichen hat. Indes unterläuft der Vorinstanz in diesem Punkt 

ebenfalls eine Ungenauigkeit, indem sie festhält, er habe nur einmal mit 

dem Nachbarn gesprochen, der ihm von einer einmaligen Suche nach ihm 

berichtet habe. Auch der zweite vorgehaltene Widerspruch betrifft ein un-

wesentliches Detail der Verfolgungsgeschichte: So hat der Beschwerde-

führer anlässlich der Befragung in der Tat ausgesagt, dass ihn seine Frau 

nach neun Tagen angerufen und ihm mitgeteilt habe, sein Sohn sei krank. 

Er sei nach Hause zurückgekehrt und wieder ausgereist (vgl. A7/11 S. 8). 

Indes kann dem Beschwerdeführer beigepflichtet werden, dass die von der 

Vorinstanz vorgenommenen Interpretation der Aussage „ich bin nach 

Hause zurückgekehrt“ dahingehend, dass er nach D._______ gegangen 

sei, nicht zwingend ist. Anlässlich der Anhörung gab er nämlich an, er habe 

einen Telefonanruf von seiner Frau erhalten, welche gesagt habe, der Sohn 

sei krank und er solle nach Hause kommen. Seine Frau sei damals in der 

Türkei gewesen (vgl. A12/11 S. 4). So vermag das Bundesverwaltungsge-

richt in diesen Aussagen keinen eindeutig ermittelbaren Widerspruch zu 

erkennen. Schliesslich hat die Vorinstanz unzulässigerweise dem Be-

schwerdeführer das als unlogisch beziehungsweise „nicht nachvollziehbar“ 

empfundene Verhalten der syrischen Behörden angelastet. 

6.3 In der Glaubhaftigkeitsprüfung geht es, wie in Erwägung 6.1 erläutert, 

um eine Gesamtbeurteilung aller Elemente (Übereinstimmung bezüglich 

des wesentlichen Sachverhaltes, Substantiiertheit und Plausibilität der An-

gaben, persönliche Glaubwürdigkeit usw.), die für oder gegen die Asyl su-

chende Person sprechen. Wenn man die oben angeführten, geringfügigen 

Ungenauigkeiten in den Gesamtkontext der Erzählweise des Beschwerde-

führers stellt – so insbesondere zur Art und Weise, wie der Beschwerde-

führer seine Verfolgungsgeschichte schilderte –, so ist festzustellen, dass 

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die positiven Elemente der geschilderten Sachverhaltsdarstellung vorlie-

gend, auch wenn die angeführten Widersprüche nicht als gravierend be-

zeichnet werden können, trotzdem nicht überwiegen. So hinterlässt das 

protokollierte Aussageverhalten des Beschwerdeführers zur Verfolgungs-

geschichte und zur Aus- und Wiedereinreise aus beziehungsweise nach 

Syrien einen unsubstantiierten, vagen, oberflächlichen und unbedarften 

Eindruck. Damit kann die vorinstanzliche Erkenntnis insofern bestätigt wer-

den, als dass die Aussagen des Beschwerdeführers zur Verfolgungsge-

schichte jegliche Realkennzeichen vermissen lassen. So sind die gesam-

ten Ausführungen zu den Demonstrationsteilnahmen, zur Verhaftung, zu 

den Umständen während der Haft und zu den angeblich während der Haft 

erlittenen Misshandlungen derart emotionslos und substanzarm vorge-

bracht worden, dass es nicht erstaunt, dass der vorinstanzliche Befrager 

nach der ungesteuerten Erzählung des Beschwerdeführers (vgl. A12/11 

S. 4) zu letzterem keine spezifischen Nachfragen gestellt hat. Zudem ist 

festzustellen, dass der Beschwerdeführer gemäss eigenen Angaben nach 

dem zehntägigen Aufenthalt in der Türkei nach Syrien zurückgekehrt sei, 

um sich dort der (…) anzuschliessen und für diese „Waffen hin und her zu 

schieben“ (vgl. A7/11, S. 8). Dieses angeführte Motiv für eine Rückkehr 

nach Syrien ist angesichts der vorgebrachten Furcht vor einer erneuten 

Verhaftung als Ausreisegrund und der angeblich von seinem Nachbarn in 

Erfahrung gebrachten behördlichen Suche nach ihm nach Ansicht des Ge-

richts nicht nachvollziehbar. Vielmehr wird dadurch insgesamt der Eindruck 

erweckt, dass die Fluchtgründe für die erste Ausreise konstruiert wurden, 

um daraus eine asylrechtliche Verfolgung herzuleiten. In einer Gesamtwür-

digung der geschilderten Umstände ist die vorinstanzliche Beurteilung der 

Vorbringen somit im Ergebnis zu bestätigen.  

6.4 Unabhängig vom Gesagten fällt Folgendes auf: Gemäss seinen eige-

nen Angaben ist der Beschwerdeführer zweimal legal, das heisst mit sei-

nem eigenen Reisepass, aus Syrien ausgereist und dazwischen wieder 

eingereist (vgl. A7/11 S. 5; A12/11 S. 2). So sei er im Sommer 2012 einmal 

aus einer Demonstration heraus verhaftet worden, weshalb er aus Furcht 

vor einer weiteren Verhaftung im Herbst 2012 zum ersten Mal in die Türkei 

geflohen sei. Nach einem zehntägigen Aufenthalt dort sei er indes freiwillig 

nach Syrien zurückgegangen. Wie oben in der Erwägung 6.3 bereits erläu-

tert, deutet das nicht nachvollziehbare Motiv des Beschwerdeführers zur 

freiwilligen Rückkehr nach Syrien – trotz angeblicher Mitteilung einer be-

hördlichen Suche nach ihm – auf eine konstruierte Geschichte betreffend 

der angeblichen Fluchtgründe hin. Die angeblichen Fluchtgründe verlieren 

aber auch deshalb an Relevanz, weil der Beschwerdeführer mit seiner 

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Rückkehr in den angeblichen Verfolgerstaat ein starkes Indiz dafür setzt, 

dass er des subsidiären flüchtlingsrechtlichen Schutzes nicht bedarf. 

Schliesslich sprechen die legalen Ausreisen des Beschwerdeführers ge-

gen eine flüchtlingsrechtlich erhebliche Suche der syrischen Behörden 

nach ihm. Bezeichnenderweise gab der Beschwerdeführer als Grund für 

seine zweite Ausreise aus Syrien denn auch keinerlei flüchtlingsrechtlich 

relevante Motive an, sondern machte geltend, er habe sich eigentlich für 

die (…) einsetzen wollen, aufgrund der Erkrankung seines Sohnes sei er 

dann aber wieder in die Türkei gereist (vgl. A7/11 S. 8,  A12/11 S. 4).  

6.5 Zusammenfassend ist nach dem Gesagten und in einer Gesamtwürdi-

gung der Aktenlage festzustellen, dass es dem Beschwerdeführer nicht ge-

lungen ist, asylrechtlich erhebliche Fluchtgründe glaubhaft zu machen. Es 

ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer im Zeitpunkt seiner Ausreise 

aus dem Heimatland die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllt hat.  

6.6 Betreffend seiner Gefährdung zum aktuellen Zeitpunkt, ist von Amtes 

wegen festzustellen, dass trotz der im Bundesverwaltungsgerichtsurteil    

D-5779/2013 vom 25. Februar 2015 (als Referenzurteil publiziert) skizzier-

ten Änderung der Lage in Syrien seit Ausbruch des bewaffneten Konflikts 

im März 2011, der Beschwerdeführer keine Identifizierung als Regimegeg-

ner hat glaubhaft machen können, weshalb das im genannten Urteil fest-

gestellte, von den staatlichen syrischen Sicherheitskräften ausgehende, 

brutale und rücksichtslose Vorgehen gegen tatsächliche oder vermeintliche 

Regimegegner (u.a. Verhaftung, Folter sowie willkürliche Tötung) sich 

nicht auf ihn übertragen lässt. Auch wurde im obgenannten Bundesverwal-

tungsgerichtsurteil die nach Ausbruch des Bürgerkrieges geschilderte, re-

pressive Situation in Syrien nicht dergestalt als objektiver Nachfluchtgrund 

definiert, dass der Beschwerdeführer aus seinen Vorbringen, wenn er 

diese denn hätte glaubhaft machen können, in irgendeiner Weise etwas zu 

seinen Gunsten ableiten kann. Folglich hat das SEM sein Asylgesuch zu 

Recht abgelehnt.  

7.  

7.1 Lehnt das Staatssekretariat das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 

ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet 

den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Fa-

milie (Art. 44 AsylG). 

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Seite 10 

7.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche 

Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-

chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 

AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E 4.4 und 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

8.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

9.  

Bei diesem Verfahrensausgang wären die Kosten den Beschwerdeführen-

den aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Da ihnen indes mit Verfügung 

vom 12. Juni 2014 die unentgeltliche Prozessführung gewährt worden ist, 

werden keine Verfahrenskosten erhoben (Art. 1–3 des Reglements vom 

21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-

verwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).  

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 11 

 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

1.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.  

2.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die kanto-

nale Migrationsbehörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Esther Marti Tu-Binh Tschan 

 

 

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