# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bdc951ce-4331-5370-ac54-1b92daee70cc
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-04-07
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 07.04.2014 D-7210/2013
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-7210-2013_2014-04-07.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 
 

 

 

  

 
 Abteilung IV 

D-7210/2013/mel 

 

 

  U r t e i l  v o m  7 .  A p r i l  2 0 1 4  

Besetzung 

 
Richter Hans Schürch (Vorsitz), 

Richter Daniele Cattaneo, Richter Thomas Wespi, 

Gerichtsschreiberin Anna Dürmüller Leibundgut. 

   Parteien 
 

A._______, geboren (…), 

Pakistan, 

vertreten durch Dr. iur. Oliver Brunetti, 

Beratungsstelle für Asylsuchende der Region Basel (BAS), 

(…), 

Beschwerdeführer, 

 

  
gegen 

  
Bundesamt für Migration (BFM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz 

 

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung; 

Verfügung des BFM vom 2. Dezember 2013 / N (…). 

 

 

D-7210/2013 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Der Beschwerdeführer, ein pakistanischer Staatsangehöriger und 

ethnischer Punjabi mit letztem Wohnsitz in B._______ (Provinz Punjab), 

verliess seinen Heimatstaat eigenen Angaben zufolge am 2. August 2010 

in Richtung Iran. Einige Tage später sei er in die Türkei und von dort wei-

ter nach Griechenland gereist, wo er acht Monate lang geblieben sei. Am 

19. September 2011 sei er von dort herkommend via Mazedonien, Ser-

bien, Ungarn sowie weitere, ihm unbekannte Länder illegal in die Schweiz 

eingereist. Am 20. September 2011 stellte der Beschwerdeführer im Emp-

fangs- und Verfahrenszentrum C._______ ein Asylgesuch, wurde dort am 

5. Oktober 2011 zu seiner Identität, zum Reiseweg sowie summarisch zu 

den Asylgründen befragt und in der Folge für die Dauer des Verfahrens 

dem Kanton C._______ zugewiesen. Das BFM hörte den Beschwerde-

führer am 12. Juli 2013 gestützt auf Art. 29 Abs. 1 des Asylgesetzes vom 

26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) ausführlich zu seinen Asylgründen an. 

A.b Zur Begründung seines Asylgesuchs brachte der Beschwerdeführer 

im Wesentlichen vor, er habe öfters in D._______, dem Herkunftsort sei-

ner Mutter, Verwandte besucht. Mehrere Nachbarn dieser Verwandten 

seien Angehörige der Religionsgruppe der Ahmadiyya gewesen; er habe 

ab und zu mit deren Kindern gespielt. In seinem Herkunftsdorf seien alle 

Sunniten, und die Ahmadi gälten als Ungläubige und würden gehasst. 

Trotzdem habe er ungefähr im Herbst 2009 begonnen, sich für diese Re-

ligion zu interessieren und sich deren Lehre erklären zu lassen. Er sei 

auch mehrmals in die Ahmadi-Moschee mitgegangen und habe mit dem 

ansässigen Imam diskutiert. Seine Eltern hätten schliesslich davon erfah-

ren und ihn beschimpft. Ausserdem sei er von seinem Vater und einem 

Bruder geschlagen worden. Das ganze Dorf habe sich gegen ihn gestellt, 

und er sei auf der Strasse beschimpft und zusammengeschlagen worden. 

Daraufhin hätten ihn seine Eltern zu seinem Schutz ungefähr eine Woche 

lang in seinem Zimmer eingeschlossen. In der Folge sei sein ältester 

Bruder eines nachts zu ihm gekommen und habe ihm erzählt, der Dorf-

imam habe eine Fatwa gegen ihn erlassen. Am nächsten Tag werde eine 

grosse Versammlung stattfinden, wobei über das weitere Vorgehen ihn 

betreffend entschieden werde. Sein Bruder habe ihm nahegelegt, das 

Dorf umgehend zu verlassen, da sein Leben in Gefahr sei, und habe ihm 

etwas Geld mitgegeben. Daraufhin habe er das Dorf sofort verlassen. Er 

sei auf dem Weg zur Stadt Quadarabad gewesen, als er von unbekann-

ten Männern, die in einem Auto neben ihm angehalten hätten, betäubt 

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Seite 3 

und entführt worden sei. Als er wieder zu sich gekommen sei, habe er 

sich in einem Zimmer mit drei anderen jungen Männern befunden, die 

vermutlich ebenfalls entführt worden seien. Einige Tage später habe man 

sie abgeholt. Sie hätten je eine Tasche tragen müssen, worin sich vermut-

lich Rauschgift befunden habe. Er sei in der Folge von Schleppern bis 

nach Istanbul, Türkei, gebracht worden. Von dort aus sei er mit anderen 

Flüchtlingen zusammen in ein Schiff mit Kurs auf Italien verfrachtet wor-

den. Unterwegs habe das Schiff jedoch Leck geschlagen, und sie seien 

alle auf einer griechischen Insel gestrandet. Er habe sich daraufhin abge-

setzt, wobei er seine Tasche zurückgelassen habe. In der Folge habe er 

sich zunächst einige Zeit in Griechenland aufgehalten und sei dann via 

verschiedene Länder in die Schweiz gereist. Seit er sein Zuhause verlas-

sen habe, könne er nicht mehr ruhig schlafen, er leide zudem an 

Schmerzen am ganzen Körper und gehe deswegen oft zum Arzt. Von der 

Schweiz aus habe er mit seinem ältesten Bruder telefoniert und erfahren, 

was an der Dorfversammlung beschlossen worden sei: Seine Eltern dürf-

ten ihn nicht mehr als Familienmitglied anerkennen, und falls er gefunden 

würde, würde er umgebracht. Sein Vater habe ihn inzwischen enterbt.  

A.c Der Beschwerdeführer reichte im Verlauf des vorinstanzlichen Verfah-

rens folgende Unterlagen zu den Akten: seine Geburtsurkunde, eine 

Schulabschlussbestätigung, Identitätskarten der Eltern (Kopien), eine ei-

desstattliche Erklärung seines Freundes M. K., eine Kopie der Identitäts-

karte von M. K., eine Kopie der Enterbungserklärung seines Vaters, ein 

Arztbericht von Dr. med. R. B. vom 25. März 2013 sowie ein Arztbericht 

von lic. phil. S. T. vom 2. Mai 2013. 

B.  

Das BFM stellte mit Verfügung vom 2. Dezember 2013 – eröffnet am 

4. Dezember 2013 – fest, die Asylvorbringen des Beschwerdeführers sei-

en nicht glaubhaft. Demzufolge verneinte es die Flüchtlingseigenschaft 

und lehnte das Asylgesuch ab. Gleichzeitig verfügte es die Wegweisung 

aus der Schweiz und ordnete den Vollzug an. 

C.  

Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht vom 23. Dezember 

2013 liess der Beschwerdeführer beantragen, die angefochtene Verfü-

gung sei aufzuheben, es sei seine Flüchtlingseigenschaft festzustellen 

und ihm Asyl zu gewähren. Eventuell sei er infolge Unzumutbarkeit des 

Wegweisungsvollzugs vorläufig aufzunehmen. In prozessualer Hinsicht 

wurde um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von 

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Art. 65 Abs. 1 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 

1968 (VwVG, SR 172.021) sowie um Verzicht auf die Erhebung eines 

Kostenvorschusses ersucht.  

Der Beschwerde lagen folgende Unterlagen bei: eine Kopie der ange-

fochtenen Verfügung vom 2. Dezember 2013, ein Arztzeugnis der (…) 

vom 20. Dezember 2013, ein Country of Origin Information Report zu Pa-

kistan vom 9. August 2013, ein Bericht der Minority Rights Group Interna-

tional vom 24. September 2013 zur Situation von Minderheiten in Pakis-

tan, ein Bericht der Integrated Regional Information Networks (IRIN) vom 

17. Oktober 2013 zum Thema "Minderheiten unter Druck in Pakistan" so-

wie eine Fürsorgebestätigung vom 6. Dezember 2013. 

D.  

Mit Zwischenverfügung vom 6. Januar 2014 forderte der Instruktionsrich-

ter den Beschwerdeführer auf, innert Frist einen aktuellen und umfassen-

den Arztbericht betreffend seine gesundheitlichen Probleme einzureichen. 

Ausserdem wurde mitgeteilt, über das Gesuch um Gewährung der unent-

geltlichen Rechtspflege (Art. 65 Abs. 1 VwVG) werde im Endentscheid 

befunden werden.  

E.  

Der Beschwerdeführer liess mit Eingabe vom 20. Januar 2014 einen 

Arztbericht der C._______ vom 17. Januar 2014 sowie eine Entbin-

dungserklärung zu den Akten reichen.  

F.  

Das BFM hielt in seiner Vernehmlassung vom 23. Januar 2014 vollum-

fänglich an seiner Verfügung fest und beantragte die Abweisung der Be-

schwerde. 

G.  

Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers replizierte darauf mit Einga-

be vom 19. Februar 2014 und hielt dabei an den in der Beschwerde ge-

stellten Rechtsbegehren fest.  

H.  

Mit Eingabe vom 2. April 2014 (Poststempel) liess der Beschwerdeführer 

einen provisorischen Austrittsbericht der C._______ vom 25. März 2014 

einreichen. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

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Seite 5 

1.  

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt gestützt auf Art. 31 des Ver-

waltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG, welche von einer Vor-

instanz im Sinne von Art. 33 VGG erlassen wurden, sofern keine das 

Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG vorliegt. 

Demnach ist das Bundesverwaltungsgericht zuständig für die Beurteilung 

von Beschwerden gegen Entscheide des BFM, welche in Anwendung des 

AsylG ergangen sind, und entscheidet in diesem Bereich endgültig, aus-

ser bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor wel-

chem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; 

Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 

[BGG, SR 173.110]). Eine solche Ausnahme liegt nicht vor.  

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem 

BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 

AsylG). 

1.3 Die Schweizerische Bundesversammlung hat am 14. Dezember 2012 

eine Revision des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 verabschiedet 

(AS 2013 4375), welche am 1. Februar 2014 in Kraft getreten ist. Gemäss 

Abs. 1 der diesbezüglichen Übergangsbestimmungen gilt für die im Zeit-

punkt des Inkrafttretens hängigen Verfahren grundsätzlich das neue 

Recht.  

1.4 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer-

deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die 

angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges 

Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher 

zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 

AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist 

einzutreten. 

2.  

Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht können die Verletzung 

von Bundesrecht (einschliesslich Missbrauch und Überschreiten des Er-

messens) sowie die unrichtige und unvollständige Feststellung des 

rechtserheblichen Sachverhalts gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

  

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Seite 6 

3.  

3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder 

begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als 

ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des 

Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen 

psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentli-

chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den 

Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ver-

fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

4.  

4.1 Die Vorinstanz führte zur Begründung ihres ablehnenden Entscheids 

im Wesentlichen aus, die Asylvorbringen des Beschwerdeführers seien 

unglaubhaft, da seine Aussagen unsubstanziiert, unplausibel und teilwei-

se widersprüchlich ausgefallen seien. Er wisse nur sehr wenig über die 

Religionsgemeinschaft der Ahmadiyya, obwohl er sich angeblich dafür in-

teressiert habe. So habe er beispielsweise in der Empfangsstellenbefra-

gung gesagt, die Ahmadiyya sei nicht in Gruppen unterteilt. Er habe auch 

nicht gewusst, wer damals (d.h. vor seiner Ausreise) das religiöse Ober-

haupt der Ahmadi in Pakistan gewesen sei. Er habe zudem zu Protokoll 

gegeben, er habe in der Schweiz seinen Glauben vergessen. Falls er tat-

sächlich so sehr an der Ahmadiyya interessiert gewesen wäre, so hätte er 

diesem Interesse auch in der Schweiz nachgehen können, was er jedoch 

nicht getan habe. Insgesamt sei nicht glaubhaft, dass er sich ernsthaft für 

die Ahmadiyya interessiert habe. Sodann sei nicht plausibel, dass seine 

Verwandten erst nach ungefähr einem Jahr von seinen Kontakten zu den 

Ahmadi in der Nachbarschaft erfahren hätten. Zwar treffe es zu, dass es 

in Pakistan immer wieder zu Übergriffen auf die Ahmadiyya komme und 

die Ahmadi diskriminiert würden. Die Mehrheit könne ihren Glauben je-

doch ungestört ausüben und werde nicht in asylrelevantem Ausmass be-

helligt. Daher sei auch nicht von einer Kollektivverfolgung der Ahmadiyya 

auszugehen. Entsprechend habe der Beschwerdeführer selber ausge-

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sagt, seinem Freund M. K., welcher ein Ahmadi sei, gehe es gut, und er 

nehme nicht an, dass die Nachbarn der Grosseltern ihres Glaubens we-

gen Schwierigkeiten gehabt hätten. Vor diesem Hintergrund sei nicht 

nachvollziehbar, dass der Beschwerdeführer, welcher nicht Ahmadi und 

damals noch ein Kind gewesen sei, verfolgt worden sei, nur weil er sich 

für die Ahmadiyya interessiert habe. Er habe im Weiteren einerseits aus-

gesagt, er habe den Eindruck gehabt, sein Vater und einer seiner Brüder 

hätten ihn töten wollen. Hätten sie dies vorgehabt, hätten sie ihn indessen 

kaum – wie von ihm geltend gemacht – zu seinem Schutz in sein Zimmer 

eingeschlossen. Es sei auch nicht plausibel, dass sich der Beschwerde-

führer, nachdem er bereits einmal im Dorf tätlich angegriffen worden sei, 

trotzdem noch alleine unterwegs gewesen sei. Unverständlich sei zudem, 

weshalb er ausser den Kleidern auf seinem Leib und dem Geld, welches 

er von seinem Bruder erhalten habe, nichts auf seine nächtliche Flucht 

mitgenommen habe, zumal die ihm drohende Gefahr erst am folgenden 

Tag eingetreten wäre. Die geltend gemachte Verfolgungssituation könne 

aus diesen Gründen nicht geglaubt werden. Die eingereichten Beweismit-

tel würden daran nichts ändern. Beim Affidavit von M. K. handle es sich 

um ein typisches Gefälligkeitsschreiben. Das vom Vater des Beschwerde-

führers verfasste Dokument, welches die Enterbung belegen solle, liege 

nur in Kopie vor und hätte ausserdem von irgendwem verfasst werden 

können; es weise daher keinen Beweiswert auf. Die Schilderung der Rei-

se von Pakistan sei ebenfalls wenig glaubhaft; sie entspreche nicht der 

allgemeinen Lebenserfahrung und enthalte Widersprüche. Es sei sehr 

unwahrscheinlich, dass der Beschwerdeführer in der Nähe seines Dorfes 

betäubt, festgehalten und zum Rauschgiftschmuggel gezwungen worden 

sei. Die Schilderung der Entführung sei äusserst stereotyp ausgefallen, 

und der Beschwerdeführer habe sich bezüglich der Anzahl Personen, die 

mit ihm im Zimmer gewesen seien, widersprochen. Es sei auch nicht 

plausibel, dass er der Polizei in Griechenland nicht von den Taschen mit 

Rauschgift habe erzählen können. Insgesamt sei zwar glaubhaft, dass 

der Beschwerdeführer die von ihm dargelegte Reise in die Schweiz erlebt 

habe, jedoch ohne die Entführung und den Rauschgiftschmuggel. Dem-

nach sei davon auszugehen, dass er für die Reise habe bezahlen müs-

sen. Nachdem er in Pakistan kein eigenes Einkommen erzielt habe, sei 

ferner davon auszugehen, dass seine Familie für die Reise bezahlt habe. 

Auch aus diesem Grund sei nicht glaubhaft, dass er von seiner Familie 

verstossen worden sei. Nach dem Gesagten erfülle der Beschwerdefüh-

rer die Flüchtlingseigenschaft nicht, und das Asylgesuch sei abzulehnen. 

Den Wegweisungsvollzug erachtete das BFM als zulässig, zumutbar und 

möglich.  

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Seite 8 

4.2 In der Beschwerde wird zunächst der Sachverhalt und die bisherige 

Prozessgeschichte rekapituliert. Sodann wird zu den Erwägungen des 

BFM in der angefochtenen Verfügung Stellung genommen und ausge-

führt, der Beschwerdeführer habe sich primär emotional zu den Ahmadi, 

welche er kennen gelernt habe, hingezogen gefühlt. Er habe sich durch-

aus für den Glauben dieser Gruppe interessiert, aber mehr für die daraus 

fliessenden Verhaltensweisen als für dogmatische und organisatorische 

Fragen. Dies erkläre sich auch dadurch, dass er damals 13-14 Jahre alt 

gewesen sei und die Ahmadi über befreundete Personen kennen gelernt 

habe. Aus diesem Grund sei es auch nachvollziehbar, dass er sich nach 

seiner Ankunft in der Schweiz nicht mehr besonders für die Ahmadi inte-

ressiert habe. Der Beschwerdeführer habe im Übrigen immerhin erwähnt, 

er habe im Verlauf der Zeit erfahren, dass es neben der ihm bekannten 

Ahmadi-Gruppe auch eine Lahori-Gruppe der Ahmadiyya gebe, und dass 

die Moschee, welche er jeweils besucht habe, von der ursprünglichen 

Ahmadi-Gruppe betrieben worden sei. In der Beschwerde wird sodann 

vorgebracht, der Grossvater des Beschwerdeführers habe den ganzen 

Tag auf dem Feld gearbeitet, sein Onkel sei im Militär gewesen und die 

Frauen hätten das Haus nur ausnahmsweise verlassen. Daher sei es 

nicht erstaunlich, dass seine Verwandten erst nach einem Jahr erfahren 

hätten, dass der Beschwerdeführer mit den Ahmadi-Kindern gespielt, sich 

für deren Glauben interessiert und deren Moschee besucht habe. Ferner 

sei es entgegen der Schlussfolgerung des BFM durchaus möglich, dass 

die Ahmadi im einen Dorf mehr oder weniger unbehelligt leben könnten, 

während die Ahmadi in einem anderen Dorf Verfolgungshandlungen aus-

gesetzt seien. Ob ein Ahmadi in Pakistan verfolgt werde, hänge sowohl 

von seinem Verhalten als auch von Zufälligkeiten ab, beispielsweise da-

von, ob er als Ahmadi erkannt werde und ob er von strenggläubigen Mus-

limen umgeben sei oder nicht. Die Tatsache, dass der Beschwerdeführer 

gar kein formelles Mitglied der Ahmadi gewesen sei, spiele keine Rolle, 

da den einschlägigen Berichten zufolge schon der blosse, oftmals unbe-

gründete Verdacht nicht islamkonformer Verhaltensweisen genüge, um 

Verfolgungshandlungen auszulösen. Auch Minderjährige könnten dabei 

Opfer von Diskriminierungen und tätlichen Angriffen werden. Beim Be-

schwerdeführer komme erschwerend hinzu, dass er nicht bloss der Zu-

gehörigkeit zu den Ahmadi, sondern der Konversion verdächtigt worden 

sei. Entgegen den Ausführungen des BFM sei es zudem plausibel, dass 

der Vater des Beschwerdeführers eine Bestrafung seines Sohnes durch 

Dritte habe verhindern wollen, gleichzeitig jedoch bereit gewesen sei, 

selber Massnahmen gegen diesen zu ergreifen, namentlich um sich 

durch Verstossung oder Tötung des Sohnes öffentlich vom Verdacht zu 

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befreien, selber ein Ahmadi zu sein beziehungsweise die Ahmadiyya zu 

tolerieren. Ebenfalls nachvollziehbar sei, dass der Beschwerdeführer trotz 

des ersten tätlichen Angriffs gegen ihn später erneut alleine auf die Stras-

se gegangen sei. Er habe gehofft, die Situation habe sich beruhigt. Auf-

grund seines jugendlichen Alters habe er sicherlich auch die Gefahr un-

terschätzt. Nach der nächtlichen Warnung durch seinen Bruder sei er be-

strebt gewesen, schnell von zuhause weg zu kommen, um im Zeitpunkt 

der Versammlung am nächsten Tag schon möglichst weit weg zu sein. Es 

erscheine normal, dass er dabei eher panisch reagiert und daher ausser 

dem Geld seines Bruders und den Kleidern am Leib nichts mitgenommen 

habe. Im Zusammenhang mit der vom Beschwerdeführer geltend ge-

machten Entführung und den Umständen der Reise von Pakistan in die 

Schweiz sei festzustellen, dass sich der Beschwerdeführer im Anschluss 

an seine Entführung den Raum mit drei weiteren entführten Personen ge-

teilt habe, von diesen jedoch später nur zwei mit ihm zusammen gereist 

seien, weshalb es nicht ungewöhnlich sei, dass er im Rahmen der kurzen 

Befragung in der Empfangsstelle lediglich die beiden mit ihm gereisten 

Personen erwähnt habe. Es sei sodann auch verständlich, dass er der 

Polizei in Griechenland nichts von den Drogen erzählt habe. Er wäre aus 

sprachlichen Gründen nicht in der Lage gewesen, die komplexe Ge-

schichte und seine Rolle darin zu schildern, und hätte damit rechnen 

müssen, selber in Schwierigkeiten zu geraten. Entsprechend habe er in 

der Anhörung erwähnt, dass er Angst gehabt habe. Im Übrigen habe der 

Beschwerdeführer entgegen der Auffassung des BFM den Drogentrans-

port angemessen und stimmig geschildert. Insgesamt seien seine Vor-

bringen als glaubhaft zu erachten. In der Beschwerde werden sodann ei-

nige Erwägungen aus dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 

10. Mai 2011 in Sachen E-4992/2006 betreffend die Situation der Ahmadi 

in Pakistan zusammengefasst und es wird ausgeführt, im fraglichen Urteil 

sei das Bundesverwaltungsgericht zum Schluss gekommen, der Wegwei-

sungsvollzug des Betroffenen sei unzumutbar, da er ein Ahmadi aus dem 

Punjab sei und überdies aus einem Dorf stamme, welches bekannter-

massen im Visier von Extremisten gestanden habe. Seit diesem Urteil 

habe sich die Lage der Ahmadi eher verschlechtert; dies gehe aus zahl-

reichen aktuellen Berichten über die Lage in Pakistan hervor (vgl. dazu 

die Beilagen Nr. 3-5). Die Ahmadi seien die am stärksten verfolgte Min-

derheit in Pakistan, wobei es regelmässig auch zu (extra-legalen) Tötun-

gen komme. Der aus dem Punjab stammende Beschwerdeführer sei auf-

grund seines Kontaktes zu Ahmadi verdächtigt worden, zur Ahmadiyya 

konvertiert zu sein. Deswegen sei er von Dorfbewohnern sowie von sei-

nem Vater und Bruder misshandelt worden. Kurz nach seiner Flucht habe 

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Seite 10 

der lokale Imam eine Fatwa gegen ihn ausgesprochen, und er sei von 

seinem Vater öffentlich enterbt worden. Aufgrund dessen sei davon aus-

zugehen, dass beim Beschwerdeführer neben der ihm vorgeworfenen 

Zugehörigkeit zu den Ahmadi zusätzliche persönliche Gefährdungsindi-

zien mit individuellem Charakter vorlägen. Deshalb sei im Gegensatz zum 

vorstehend zitierten Urteil des Bundesverwaltungsgerichts nicht nur von 

der Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs, sondern vom Vorliegen 

von Asylgründen auszugehen. Eine innerstaatliche Fluchtalternative be-

stehe nicht, da der Beschwerdeführer nirgendwo in Pakistan Schutz vor 

den Verfolgungen durch seine Familie, sein Dorf und die religiösen Autori-

täten finden könne. Das pakistanische Gesetz selbst stelle für ihn eine 

Gefahr dar. Ihm sei daher in der Schweiz Asyl zu gewähren. Eventuell sei 

der Beschwerdeführer zumindest infolge Unzumutbarkeit des Wegwei-

sungsvollzugs vorläufig aufzunehmen. Der Beschwerdeführer leide an 

erheblichen psychischen und psychosomatischen Krankheiten. Er werde 

seit dem 29. November 2013 im Rahmen einer posttraumatischen Belas-

tungsstörung stationär in den C._______ behandelt. Ein ausführlicher 

Arztbericht werde nachgereicht. Er habe Pakistan im Alter von knapp 

15 Jahren verlassen und sei heute knapp 18-jährig. Es sei davon auszu-

gehen, dass er im Falle einer Rückkehr nach Pakistan keinen Zugang zu 

einer adäquaten Behandlung seiner Leiden hätte.  

4.3 In seiner Vernehmlassung führt das BFM aus, der Beschwerdeführer 

habe seine Verfolgungssituation in Pakistan nicht glaubhaft machen kön-

nen. Daher sei davon auszugehen, dass seine psychischen Probleme auf 

seine Situation nach Erhalt des negativen Asylentscheids zurückzuführen 

seien. Im Übrigen könne der Beschwerdeführer auch in Pakistan medizi-

nisch behandelt werden. Eine Rückkehr in den vertrauten Sprach- und 

Kulturraum dürfte für sein Wohlbefinden zudem von Vorteil sein. Ange-

sichts des engen zeitlichen Zusammenhangs zwischen dem Erhalt der 

BFM-Verfügung und den Suizidgedanken des Beschwerdeführers seien 

diese als Ausdruck einer Lebenskrise zu werten, nicht als krankheitsbe-

dingte Suizidalität. Stehe die Suizidalität ohne erkennbare Merkmale ei-

ner Krankheit in unmittelbarem Zusammenhang zu einer Wegweisungs-

anordnung, so spreche sie nicht gegen einen Wegweisungsvollzug, da 

sie vor diesem Hintergrund als krisenbedingt zu qualifizieren sei und zu-

dem gegebenenfalls kurzfristig im Rahmen einer psychiatrischen Krisen-

intervention behandelt werden könne.  

4.4 In der Replik wird entgegnet, das BFM widerspreche deutlich den 

Ausführungen im eingereichten Arztbericht, ohne seinerseits ein medizi-

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Seite 11 

nisches Gutachten einzuholen. Im Arztbericht würden die diagnostizierten 

Leiden des Beschwerdeführers auf traumatisierende Ereignisse in seinem 

Heimatland zurückgeführt. Ausserdem berücksichtige das BFM bei seiner 

Annahme nicht, dass der Beschwerdeführer bereits seit Oktober 2011 in 

ärztlicher Behandlung stehe. Dem BFM seien am 6. Mai 2013 entspre-

chende Arztberichte eingereicht worden. Die Fachpsychologin Frau T. ha-

be schon damals ausgeführt, sie gehe beim Beschwerdeführer von einer 

posttraumatischen Symptomatik aus. Vor diesem Hintergrund sei die An-

nahme, wonach die von den C._______ gestellten Diagnosen eine blosse 

Folge des negativen Asylentscheids seien, nicht haltbar. Vielmehr sei da-

von auszugehen, dass der Beschwerdeführer durch die von ihm geschil-

derten Erlebnisse in Pakistan traumatisiert worden sei. Sodann gehe aus 

dem Arztbericht der C._______ hervor, dass sich alleine schon die sub-

jektive Wahrnehmung des Beschwerdeführers bezüglich seiner Situation 

in Pakistan negativ auf seine posttraumatische Belastungsstörung aus-

wirken würde und damit zu rechnen sei, dass im Herkunftsland die Sym-

ptomatik deutlich zunehmen werde. Im Gegensatz zu den Ausführungen 

des BFM sei daher die Behandelbarkeit seiner Leiden im Heimatland 

grundsätzlich in Frage zu stellen.  

4.5 In der Eingabe vom 2. April 2014 (Poststempel) wird vorgebracht, der 

Beschwerdeführer habe am 12. März 2014 erfahren, dass sein Bruder ei-

ne Woche zuvor verschwunden sei und seine Mutter daraufhin notfall-

mässig ins Krankenhaus habe eingeliefert werden müssen. Diese Nach-

richt habe beim Beschwerdeführer eine Verschlechterung seines psychi-

schen Zustands bewirkt. Er sei deswegen vom 13. bis 19. März 2014 sta-

tionär in den C._______ behandelt worden (Beilage: provisorischer Aus-

trittsbericht der C._______ vom 25. März 2014). Er mache sich Sorgen 

um seine Familie und vermute, das Verschwinden des Bruders hänge mit 

seiner Flucht, bei welcher ihm sein Bruder behilflich gewesen sei, zu-

sammen. Ein aktueller Arztbericht werde nachgereicht, ebenso allfällige 

pakistanische Medienberichte zum Verschwinden des Bruders. 

5.  

Nachfolgend ist zu prüfen, ob das BFM die Flüchtlingseigenschaft des 

Beschwerdeführers im Sinne von Art. 3 und 7 AsylG zu Recht verneint 

hat. 

5.1 Der Beschwerdeführer bringt vor, er sei in Pakistan in asylrelevanter 

Weise verfolgt worden, weil er sich für die Religionsgemeinschaft der 

Ahmadiyya interessiert habe. Aus nachfolgenden Gründen ist dieses Vor-

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Seite 12 

bringen jedoch als unglaubhaft zu qualifizieren: Zunächst ist festzustellen, 

dass der Beschwerdeführer über äusserst geringe Kenntnisse der Ahma-

diyya verfügt, obwohl er eigenen Aussagen zufolge ungefähr ein Jahr 

lang regelmässig mit Angehörigen der Ahmadiyya verkehrte, mehrfach 

deren Moschee besuchte und mit dem dortigen Imam diskutierte. Der Be-

schwerdeführer konnte insbesondere nicht sagen, wer im damaligen 

Zeitpunkt das religiöse Oberhaupt der von ihm frequentierten Ahmadiyya 

in Pakistan war (vgl. A18 S. 14). Ausserdem schien ihm zunächst nicht 

bekannt, dass die Ahmadiyya in zwei Gruppen gespalten ist (Ahmadiyya 

Muslim Jamaat und Ahmadiyya Anjuman Inschat-i-Islam Lahore); er er-

klärte dazu vielmehr ausdrücklich, die Ahmadiyya sei nicht in Gruppen 

unterteilt (A4 S. 6). Erst in der Direktanhörung erwähnte er, er habe ein-

mal etwas von einer Lahori Gruppe gehört, konnte dazu aber nichts Wei-

teres erzählen (vgl. A18 S. 13). Seine Vorbringen betreffend die Ahma-

diyya beschränken sich auf Informationen, die einem Grossteil der pakis-

tanischen Bevölkerung allgemein bekannt sind respektive ohne grossen 

Aufwand beschafft werden können, wie beispielsweise das Gründungs-

jahr der Bewegung, die Herleitung des Namens sowie der Umstand, dass 

die Moscheen der Ahmadiyya in Pakistan – aufgrund eines Gesetzes – 

keine Minarette haben und den Gebetsruf nicht via Lautsprecher verbrei-

ten dürfen (vgl. A18 S. 13). Die vom Beschwerdeführer zu Protokoll ge-

gebenen Fakten über die Ahmadiyya müssen insgesamt als spärlich, 

oberflächlich und wenig differenziert bezeichnet werden. Selbst wenn der 

Beschwerdeführer damals erst 13 oder 14 Jahre alt gewesen ist, wäre mit 

Blick auf das von ihm geltend gemachte, damalige starke Interesse an 

dieser Religionsgemeinschaft, der Häufigkeit seiner Besuche bei den 

Ahmadi sowie der Tatsache, dass er, um die Ahmadiyya besser zu ver-

stehen, angeblich gar Diskussionen mit dem Imam geführt hat, zu erwar-

ten, dass er über relativ fundierte Kenntnisse dieser Glaubensgemein-

schaft verfügt. Insbesondere überzeugt bei dieser Sachlage das Argu-

ment in der Beschwerde, wonach sich der Beschwerdeführer primär auf 

emotionaler Ebene zur Gemeinschaft der Ahmadi hingezogen gefühlt ha-

be und ihn dogmatische Fragen nicht so sehr interessiert hätten, nicht. 

Insgesamt erwecken die Ausführungen des Beschwerdeführers nicht den 

Eindruck, als ob er tatsächlich, wie von ihm geltend gemacht, während 

längerer Zeit relativ intensiven Kontakt zur Ahmadiyya-Gemeinschaft des 

Nachbardorfs unterhielt. Bezeichnenderweise zeigte er nach seiner Aus-

reise aus Pakistan und namentlich hier in der Schweiz überhaupt kein In-

teresse mehr an der Ahmadiyya (vgl. A18 S. 12); dies obwohl er diese 

Religion hier ungestört ausüben könnte und davon auszugehen wäre, 

dass er – nicht zuletzt mit Blick auf die geltend gemachte unfreiwillige 

D-7210/2013 

Seite 13 

Ausreise aus dem Heimatland – in der Fremde Trost und Unterstützung 

bei der ihm angeblich vor der Ausreise ans Herz gewachsenen Glau-

bensgemeinschaft suchen würde. Dieser Umstand lässt ebenfalls darauf 

schliessen, dass es sich beim geltend gemachten Verfolgungsgrund um 

eine konstruierte Geschichte handelt. Die Verfolgungsvorbringen sind fer-

ner auch deshalb als unglaubhaft zu erachten, weil sie unplausibel und 

teilweise widersprüchlich ausgefallen sind. So erklärte der Beschwerde-

führer beispielsweise zunächst, er sei ein- bis zweimal in die Moschee 

der Ahmadi mitgegangen (vgl. A18 S. 5 und 11). Kurz darauf gab er da-

gegen zu Protokoll, er sei jedes Mal, wenn er die Grosseltern besucht 

habe, in die Ahmadi-Moschee gegangen (vgl. A18 S. 11). (Aus seinen 

Vorbringen ergibt sich ergänzend, dass er seine Grosseltern zahlreiche 

Male besucht habe [vgl. A18 S. 5 und 6].) Im Weiteren erscheint es völlig 

realitätsfremd, dass die Angehörigen des Beschwerdeführers erst unge-

fähr nach einem Jahr von seinen regelmässigen Kontakten zur Ahma-

diyya-Gemeinschaft erfahren haben. In der Beschwerde wird diesbezüg-

lich vorgebracht, seine Verwandten in D._______ hätten davon lange 

nichts mitbekommen, weil der Grossvater den ganzen Tag auf dem Feld 

gearbeitet habe, der Onkel im Militär gewesen sei und die Frauen das 

Haus kaum verlassen hätten. Diese Erklärung überzeugt jedoch nicht. In 

der Regel erzählen 13-jährige Kinder jeweils ihren Angehörigen, was sie 

den Tag hindurch gemacht und mit wem sie gespielt haben beziehungs-

weise werden danach gefragt. Ausserdem ist davon auszugehen, dass 

zumindest die Cousins des Beschwerdeführers (vgl. A4 S. 6 und A18 S. 

4) und/oder die übrigen Nicht-Ahmadi-Dorfbewohner bemerkt hätten, 

dass sich der Beschwerdeführer häufig mit den Ahmadi trifft und sogar 

deren Moschee besucht, und – angesichts der ausgeprägten gesell-

schaftlichen Ächtung der Ahmadi seitens der anderen Muslime – die An-

gehörigen des Beschwerdeführers entsprechend informiert hätten. Der 

Beschwerdeführer brachte zudem vor, seine Mutter sei manchmal mit ihm 

zusammen die Verwandten besuchen gegangen (vgl. A18 S. 6). Es ist 

völlig unplausibel, dass die Mutter anlässlich dieser Aufenthalte in 

D._______ zusammen mit dem Beschwerdeführer nicht bemerkt oder er-

fahren hätte, mit wem ihr Sohn dort Umgang pflegte. Nach dem Gesagten 

erscheint es nicht glaubhaft, dass der Beschwerdeführer derart lange un-

bemerkt mit den Ahmadi-Nachbarn seiner Verwandten verkehren konnte. 

Vielmehr ist davon auszugehen, dass dies relativ schnell von seinen An-

gehörigen entdeckt und der Beschwerdeführer von weiteren Kontakten 

mit den entsprechenden Personen abgehalten worden wäre. Ebenso un-

plausibel ist das Vorbringen, wonach der Dorfimam gegen den Be-

schwerdeführer eine Fatwa erlassen habe, wonach er umzubringen sei, 

D-7210/2013 

Seite 14 

respektive an der Dorfversammlung die Tötung des Beschwerdeführers 

beschlossen worden sei. Zunächst ist festzustellen, dass es sich bei einer 

Fatwa grundsätzlich um ein religionsrechtliches Gutachten zu einem be-

stimmten Sachverhalt handelt und nicht um einen Urteilsspruch. Im Wei-

teren ist das angebliche Vorgehen der Eltern des Beschwerdeführer so-

wie der Dorfgemeinschaft gegenüber dem Beschwerdeführer als äusserst 

unrealistisch zu erachten. Der Beschwerdeführer war im damaligen Zeit-

punkt erst 13 oder 14 Jahre alt und damit noch ein Kind. Selbst wenn er 

sich tatsächlich im geltend gemachten Ausmass für die Ahmadiyya inte-

ressiert hätte und dies öffentlich bekannt geworden wäre, wäre er deswe-

gen kaum so ohne weiteres von seiner Familie verstossen und von der 

Dorfgemeinschaft zum Tod verurteilt worden. Vielmehr hätte man in ihm 

mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ein Opfer des missionarischen En-

gagements der Ahmadiyya gesehen, und der Zorn der Dorfgemeinschaft 

hätte sich gegen die Ahmadis im Nachbardorf gerichtet. Ergänzend wäre 

zu erwarten gewesen, dass der Dorfimam versucht hätte, den Beschwer-

deführer unter Einsatz von geeigneten pädagogischen Mitteln zum sunni-

tischen Islam zurückzuführen. Der vom Beschwerdeführer geschilderte 

Ablauf der Ereignisse ist dagegen völlig unrealistisch und damit unglaub-

haft. Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer sei-

ne Reise nach Europa spontan viel ausführlicher und lebendiger schilder-

te als seine Asylvorbringen (vgl. A18 S. 16 ff.), was ebenfalls darauf 

schliessen lässt, dass er wohl die Reise selber erlebt hat (wobei das BFM 

allerdings zu Recht Vorbehalte bezüglich der angeblichen Entführung und 

des erzwungenen Drogenschmuggels angebracht hat), nicht jedoch die 

zur Asylbegründung vorgetragenen Begebenheiten. Nach dem Gesagten 

sind die vom Beschwerdeführer geltend gemachten Asylgründe als un-

glaubhaft zu erachten. Dementsprechend ist auch nicht davon auszuge-

hen, dass das Verschwinden des Bruders des Beschwerdeführers (vgl. 

dazu die Eingabe vom 2. April 2014) einen Zusammenhang mit den vom 

Beschwerdeführer geltend gemachten Asylgründen aufweist. 

5.2 An der Einschätzung der Unglaubhaftigkeit der Asylvorbringen ver-

mögen auch die eingereichten Beweismittel, namentlich der Affidavit von 

M. K. sowie die Enterbungserklärung nichts zu ändern. Dem eingereich-

ten Affidavit ist zu entnehmen, dass dieser M. K. weder aus B._______ 

noch aus D._______ stammt. Es ist unklar, wo und wie der Beschwerde-

führer diese Person kennen gelernt hat. Das Dokument wurde zudem of-

fensichtlich nicht von M. K. selber versandt, sondern von einer Person 

namens R. A. aus Gujarat. Mit Blick auf die vorstehenden Erwägungen 

muss davon ausgegangen werden, dass es sich bei diesem Affidavit um 

D-7210/2013 

Seite 15 

ein reines Gefälligkeitsschreiben handelt. Auch die angebliche Enter-

bungserklärung des Vaters des Beschwerdeführers ist als beweisun-

tauglich zu erachten, zumal es sich dabei nicht um ein amtliches Doku-

ment handelt und der Verfasser somit nicht feststeht.  

5.3 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die geltend gemachten 

Asylgründe nicht geeignet sind, eine asylrechtlich relevante Verfolgung 

beziehungsweise eine entsprechende Verfolgungsfurcht zu begründen. 

An dieser Einschätzung vermögen weder die weiteren Ausführungen auf 

Beschwerdeebene noch die übrigen, vorstehend nicht ausdrücklich ge-

würdigten Beweismittel etwas zu ändern, weshalb darauf nicht mehr nä-

her einzugehen ist. Unter Berücksichtigung der gesamten Umstände 

folgt, dass der Beschwerdeführer keine Gründe nach Art. 3 AsylG nach-

weisen oder glaubhaft machen konnte. Die Vorinstanz hat daher zu Recht 

die Flüchtlingseigenschaft verneint und das Asylgesuch abgewiesen.  

6.  

6.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, 

so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet 

den Vollzug an (Art. 44 AsylG). 

6.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche 

Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-

chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 

AsylG; BVGE 2009/50 E. 9 m.w.H.). 

7.  

Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht 

möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die 

Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). 

In Bezug auf die Geltendmachung von Wegweisungsvollzugshindernis-

sen gilt gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Be-

weisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, 

sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andern-

falls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 

m.w.H.). 

7.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in 

D-7210/2013 

Seite 16 

den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 

Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein 

Land gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit 

aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 

Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 

(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 

28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 

Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eid-

genossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 FoK und der Pra-

xis zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutz der 

Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) darf niemand 

der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behand-

lung unterworfen werden. 

7.2 Die Vorinstanz wies in der angefochtenen Verfügung zutreffend darauf 

hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur 

Personen schützt, welche die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem 

Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Ge-

fährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 

AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden 

Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdefüh-

rers nach Pakistan ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG 

rechtmässig. 

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers 

noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Aus-

schaffung nach Pakistan dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer 

nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung 

ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für 

Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses 

müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachwei-

sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter 

oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. EGMR [Grosse 

Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Beschwerde 

Nr. 37201/06, §§ 124–127, mit weiteren Hinweisen). Aufgrund der Akten 

sowie der vorstehenden Erwägungen zur Frage der Flüchtlingseigen-

schaft ist indessen nicht davon auszugehen, dass ihm im Falle einer 

Rückschiebung nach Pakistan eine derartige Gefahr droht. Die allgemei-

ne Menschenrechtssituation in Pakistan lässt den Wegweisungsvollzug 

im heutigen Zeitpunkt ebenfalls nicht als unzulässig erscheinen. Nach 

dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers 

D-7210/2013 

Seite 17 

sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen 

zulässig. 

7.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat 

aufgrund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und 

medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Ge-

fährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die 

vorläufige Aufnahme zu gewähren. 

7.3.1 In Pakistan herrscht keine landesweite Situation allgemeiner Ge-

walt, weshalb der Wegweisungsvollzug als generell zumutbar zu erachten 

ist.  

7.3.2 Aufgrund der Aktenlage ist sodann auch nicht davon auszugehen, 

dass der Beschwerdeführer aus individuellen Gründen wirtschaftlicher, 

sozialer oder gesundheitlicher Natur in eine existenzbedrohende Situation 

geraten würde. Er ist offensichtlich nicht Ahmadi (vgl. dazu seine Aussa-

gen in A18 S. 12), und sein Vorbringen, wonach er sich vor der Ausreise 

aus Pakistan für die Ahmadiyya interessiert habe und deswegen verfolgt 

worden sei, wurde für unglaubhaft befunden (vgl. dazu die vorstehenden 

Erwägungen im Asylpunkt). Demnach erübrigt es sich, an dieser Stelle 

auf die Situation der Ahmadi und deren allfällige Gefährdung in Pakistan 

sowie die diesbezüglichen Ausführungen in der Beschwerde näher einzu-

gehen. Mit Blick auf die vorstehenden Erwägungen im Asylpunkt ist so-

dann auch nicht glaubhaft, dass der Beschwerdeführer von seiner Familie 

verstossen wurde. Somit ist davon auszugehen, dass er an seinem Her-

kunftsort nach wie vor über ein tragfähiges familiäres Beziehungsnetz 

verfügt, welches ihn bei einer Rückkehr unterstützen könnte. Der Be-

schwerdeführer hat Pakistan im Alter von knapp 15 Jahren verlassen und 

hat dementsprechend noch keine Berufserfahrung sammeln können. Den 

Akten zufolge sind aber seine Eltern Bauern mit eigenem Land, womit der 

Beschwerdeführer zumindest die Möglichkeit hat, bei einer Rückkehr 

nach Pakistan im elterlichen Bauernbetrieb mitzuarbeiten und so seinen 

Lebensunterhalt zu bestreiten. In der Schweiz befindet sich der Be-

schwerdeführer seit Oktober 2011 aufgrund von psychischen respektive 

psychosomatischen Problemen in ärztlicher Behandlung; vom 29. No-

vember 2013 bis am 12. Januar 2014 sowie vom 13. bis 19. März 2014 

stand er deswegen in stationärer Behandlung. Den Arztberichten der UPK 

vom 17. Januar 2014 und 25. März 2014 ist zu entnehmen, dass bei ihm 

eine akute Belastungsreaktion, eine mittelgradige depressive Episode 

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Seite 18 

ohne somatische Symptome sowie eine posttraumatische Belastungsstö-

rung diagnostiziert wurden. Beim Beschwerdeführer bestünden zwar la-

tente Suizidgedanken, er habe aber nicht konkret die Absicht geäussert, 

sich umbringen zu wollen. Aktuell bestehe keine Suizidalität. Die behan-

delnden Ärzte empfehlen eine weiterführende ambulante psychiatrisch-

psychotherapeutische und pharmakotherapeutische Therapie und gehen 

davon aus, dass eine Ausschaffung des Beschwerdeführers nach Pakis-

tan zu einer Verschlechterung seines Zustandes führen würde. Vorlie-

gend wird nicht bestritten, dass der Beschwerdeführer an den diagnosti-

zierten psychischen Beschwerden leidet. Allerdings erscheint es mit Blick 

auf die Erwägungen im Asylpunkt als unglaubhaft, dass er aufgrund der 

von ihm geschilderten Asylgründe traumatisiert wurde. Denkbar ist indes-

sen, dass der Beschwerdeführer infolge anderer Vorfälle im Heimatland, 

aufgrund von Erlebnissen während seiner Reise in die Schweiz oder un-

ter dem Eindruck seiner unsicheren Aufenthaltssituation in der Schweiz 

psychische Störungen entwickelt respektive ein Trauma erlitten hat. Bei 

einer Erkrankung kann nur dann auf Unzumutbarkeit des Wegweisungs-

vollzugs geschlossen werden, wenn eine notwendige medizinische Be-

handlung im Heimatland schlicht nicht zur Verfügung steht und die Rück-

kehr zu einer raschen und lebensgefährdenden Beeinträchtigung des 

Gesundheitszustands der betroffenen Person führen würde. Als wesent-

lich wird die allgemeine und dringende medizinische Behandlung erach-

tet, die zur Gewährleistung einer menschenwürdigen Behandlung absolut 

notwendig ist, wobei Unzumutbarkeit jedenfalls noch nicht vorliegt, wenn 

im Heimatstaat eine nicht dem schweizerischen Standard entsprechende 

medizinische Behandlung möglich ist (vgl. BVGE 2009 Nr. 2 E. 9.3.2). 

Vorliegend ist davon auszugehen, dass die medizinischen Probleme des 

Beschwerdeführers durchaus auch in Pakistan adäquat – wenn auch 

nicht auf schweizerischem Niveau – weiterbehandelt werden können. In 

Pakistan verfügen sowohl öffentliche Spitäler als auch private Kliniken 

über psychiatrische Abteilungen, wobei allerdings die psychiatrische Ver-

sorgung in den ländlichen Gegenden schlechter ist als in den Städten. In 

Lahore, der Hauptstadt der Herkunftsprovinz des Beschwerdeführers 

(Punjab), befinden sich namentlich die beiden renommierten Institutionen 

"Punjab Institute of Mental Health" und "Fountain House Institute for Men-

tal Health", in denen ambulante und stationäre Behandlungen von psy-

chischen Erkrankungen aller Art verfügbar sind. Zwar ist nicht auszu-

schliessen, dass sich eine Rückkehr des Beschwerdeführers nach Pakis-

tan zunächst negativ auf seinen psychischen Gesundheitszustand aus-

wirken könnte. Eine Behandlung im Heimatland bringt aber durchaus 

auch positive Aspekte mit sich (vertraute Umgebung, Kommunikation in 

D-7210/2013 

Seite 19 

der Muttersprache, Beistand durch Angehörige), weshalb die Erfolgs-

chancen einer Behandlung in Pakistan als intakt zu bezeichnen sind. 

Ferner ist darauf hinzuweisen, dass einer möglichen Dekompensation 

und Suizidalität im Hinblick auf einen allenfalls zwangsweisen Vollzug der 

Wegweisung durch geeignete medikamentöse oder nötigenfalls psycho-

therapeutische Massnahmen entgegengewirkt werden kann. Sofern not-

wendig, wäre im Zuge flankierender Massnahmen in Zusammenarbeit mit 

der Schweizer Vertretung vor Ort und den zuständigen Stellen der Vorin-

stanz auch sicherzustellen, dass die Weiterführung einer allenfalls not-

wendigen Behandlung im Heimatstaat im Zeitpunkt des Vollzugs effektiv 

gewährleistet ist. Der Beschwerdeführer hat ausserdem die Möglichkeit, 

zusätzliche medizinische Hilfeleistungen im Rahmen der individuellen 

Rückkehrhilfe (Art. 93 Abs. 1 Bst. d AsylG) zu beantragen (z.B. Kauf von 

Medikamenten, Organisation einer medizinischen Behandlung nach der 

Rückkehr, ärztliche Begleitung während der Heimreise).  

7.3.3 Nach dem Gesagten bestehen insgesamt keine konkreten Hinweise 

dafür, dass der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr nach Pakistan in 

eine existenzielle Notlage geraten wird. Damit erweist sich der Wegwei-

sungsvollzug als zumutbar.  

7.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen 

Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch 

BVGE 2008/34 E. 12 S. 513–515), weshalb der Vollzug der Wegweisung 

auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 

7.5 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Vorinstanz den Weg-

weisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet 

hat. Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt damit ausser Betracht 

(Art. 83 Abs. 1–4 AuG). 

8.  

Aus diesen Erwägungen folgt, dass die angefochtene Verfügung Bundes-

recht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und 

vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist demnach 

abzuweisen. 

9.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären dessen Kosten dem Be-

schwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Nachdem jedoch die 

D-7210/2013 

Seite 20 

Beschwerde nicht als aussichtslos bezeichnet werden konnte und auf-

grund der Aktenlage nach wie vor von der prozessualen Bedürftigkeit des 

Beschwerdeführers auszugehen ist (vgl. Bestätigung der Fürsorgeabhän-

gigkeit vom 6. Dezember 2013), ist in Gutheissung des Gesuchs um Ge-

währung der unentgeltlichen Rechtspflege von einer Kostenauflage abzu-

sehen (Art. 65 Abs. 1 VwVG). 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-7210/2013 

Seite 21 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne 

von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird gutgeheissen.  

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Hans Schürch Anna Dürmüller Leibundgut 

 

 

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