# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9a26c0e0-6889-59cc-a7f8-827fadc649cc
**Source:** Valais/Wallis (VS)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-08-21
**Language:** de
**Title:** Wallis Sonstiges Gericht Sonstige Kammer 21.08.2025 P3 25 69
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/VS_Gerichte/VS_BZG_999_P3-25-69_2025-08-21.pdf

## Full Text

P3 25 69 

 

 

VERFÜGUNG VOM 21 AUGUST 2025 

 

Kantonsgericht Wallis 

Strafkammer 

 

Dr. Thierry Schnyder, Richter; Marion Biner-Leiggener, Gerichtsschreiberin 

 

in Sachen 

 

X _________, Beschwerdeführer 

 

und 

 

Y _________, vertreten durch Maja Giraldi, Beschwerdeführer 

 

gegen 

 

STAATSANWALTSCHAFT DES KANTONS WALLIS, AMT DER REGION OBER-

WALLIS, vertreten durch Staatsanwältin Dr. Magdalena Fill, Vorinstanz 

 

 

(Nichtanhandnahmeverfügung) 

Beschwerde gegen die Nichtanhandnahmeverfügung der Staatsanwaltschaft des 

Kantons Wallis, Amt der Region Oberwallis, vom 3. März 2025                                                

[SAO 25 211] 

  

- 2 - 

Verfahren 

 

A.  X _________ und der Y _________ hinterlegten am 27. Januar 2025 bei der Staats-

anwaltschaft des Kantons Wallis, Amt der Region Oberwallis, eine Strafanzeige gegen 

Unbekannt wegen Nötigung und Hausfriedensbruch. Die Staatsanwaltschaft erteilte der 

Kantonspolizei Wallis am 28. Januar 2025 einen Ermittlungsauftrag vor Untersuchungs-

eröffnung.  

B.  Der Verwaltungsbericht der Kantonspolizei ging am 21. Februar 2025 bei der Staats-

anwaltschaft ein. Letztere erliess am 3. März 2025 eine Nichtanhandnahmeverfügung. 

Sie trat auf die Strafsache nicht ein und auferlegte die Kosten dem Kanton Wallis. 

C.  Dagegen erhoben X _________ und der Y _________ am 17. März 2025 beim Kan-

tonsgericht Beschwerde. Sie beantragten die Aufhebung der Nichtanhandnahmeverfü-

gung und die Rückweisung der Angelegenheit an die Staatsanwaltschaft zur Eröffnung 

eines Strafverfahrens. Die Staatsanwaltschaft hinterlegte am 9. April 2025 ihre Akten 

und verzichtete auf eine Stellungnahme. 

 

Erwägungen 

 

1.   

1.1  Verfügungen der Staatsanwaltschaft können innert zehn Tagen mittels schriftlicher 

und begründeter Beschwerde beim Einzelrichter des Kantonsgerichts angefochten wer-

den (Art. 393 Abs. 1 lit. a, Art. 396 Abs. 1 StPO; Art. 13 Abs. 1 EGStPO). Die angefoch-

tene Verfügung wurde am 3. März 2025 erlassen und am 5. März 2025 mittels A-Post 

Plus versendet. Die am 17. März 2025 eingereichte Beschwerde erfolgte in Berücksich-

tigung des Fristenlaufs an Wochenenden (Art. 92 Abs. 2 StPO) innert der Rechtsmittel-

frist.  

1.2  Zur Beschwerde ist jede Partei legitimiert, die ein rechtlich geschütztes Interesse an 

der Aufhebung oder Änderung eines Entscheides hat (Art. 382 Abs. 1 StPO). Als Par-

teien gelten die beschuldigte Person, die Privatklägerschaft und im Haupt- und Rechts-

mittelverfahren die Staatsanwaltschaft (Art. 104 Abs. 1 StPO). Privatkläger können 

Nichtanhandnahmen und Einstellungen mit Beschwerde anfechten, soweit sie Geschä-

digte sind, d.h. als Person zu qualifizieren sind, deren Rechte durch die Straftat direkt 

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verletzt worden sind (Art. 382 Abs. 1 i.V.m. Art. 115 Abs. 1 und Art. 118 f. StPO; Art. 310 

Abs. 2 i.V.m. Art. 322 Abs. 2 und Art. 393 ff. StPO; BGE 141 IV 231 E. 2.5, 141 IV 380 

E. 2.3.1, je mit Hinweisen). Die Beschwerdeführer haben als Privatkläger ein rechtlich 

geschütztes Interesse an der Durchführung eines Strafverfahrens und sind zur Be-

schwerde legitimiert (Art. 382 Abs. 1 StPO). 

1.3  Bei der Beschwerde gemäss Art. 393 StPO handelt es sich um ein umfassendes 

ordentliches Rechtsmittel. Der Beschwerdeinstanz kommt gemäss Art. 393 Abs. 2 StPO 

volle Kognition zu (GUIDON, Basler Kommentar, 3. A., 2023, N. 15 zu Art. 393 StPO), sie 

prüft jedoch einzig die in der Beschwerde vorgebrachten Rügen (CALAME, in: Kuhn/Jean-

neret/Perrier Depeursinge [Hrsg.], Commentaire romand, Code de procédure pénale 

suisse, 2. A., 2019, Nr. 5, 6 und 20 zu Art. 385 StPO). 

1.4  Die beschwerdeführende Partei hat gemäss Art. 385 Abs. 1 StPO genau anzuge-

ben, welche Punkte des Entscheids sie anficht (lit. a), welche Gründe einen anderen 

Entscheid nahe legen (lit. b) und welche Beweismittel sie anruft (lit. c). Auch bei Laien-

beschwerden müssen die Beschwerdemotive in jedem Fall bis zum Ablauf der zehntä-

gigen Frist (Art. 396 Abs. 1 StPO) so konkret dargetan werden, dass klar wird, welche 

rechtserheblichen Sachverhalte aus Sicht der beschwerdeführenden Person zu einer 

Anhandnahme der Strafanzeige hätten führen müssen respektive aus welchen Gründen 

die Nichtanhandnahme falsch sei (vgl. Art. 310 Abs. 1 StPO; Bundesgerichtsurteile 

6B_280/2017 vom 9. Juni 2017 E. 2.2.2, 1B_363/2014 vom 7. Januar 2015 E. 2.1 mit 

Hinweisen und 6B_130/2013 vom 3. Juni 2013 E. 3.2). 

Die Beschwerdeführer erklären in ihrer Beschwerde, weshalb sie die angefochtene Ver-

fügung als falsch erachten. Die Begründungsanforderungen an eine Laienbeschwerde 

sind damit erfüllt. 

1.5  Die weiteren Eintretensvoraussetzungen geben zu keinen Bemerkungen Anlass, 

weshalb auf die Beschwerde einzutreten ist. 

2. 

2.1  Die Staatsanwaltschaft verfügte in Bezug auf den von den Beschwerdeführer ange-

zeigte Sachverhalt die Nichtanhandnahme. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen 

an, der Anzeige gehe ein jahrelanger Baurechtsstreit zwischen der Bauherrschaft und 

der Gemeinde A _________ voraus. Der Y _________ habe mehrere Jahre in Aussicht 

gestellt, die notwendigen Arbeiten auf dem Grundstück auszuführen. Am 5. August 2022 

habe die Gemeinde A _________ eine Verfügung betreffend Ersatzvornahme für den 

Rückbau erlassen. Die dagegen erhobene Beschwerde sei vom Staatsrat abgewiesen 

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worden. Der Y _________ sei der Anweisung zum Rückbau nicht nachgekommen, wes-

halb die Gemeinde A _________ ab 13. November 2023 die Ersatzvornahme vorgenom-

men habe. Die Rückbauarbeiten und das Aufstellen eines Gerüsts erfüllten weder den 

Tatbestand des Hausfriedensbruchs noch den Tatbestand der Nötigung, sondern seien 

rechtmässig im Sinne des Entscheids des Staatsrats vom 18. Oktober 2024 erfolgt. 

Die Beschwerdeführer wenden dagegen ein, die Staatsanwaltschaft habe sich einzig auf 

die Ersatzvornahme gestützt, ohne zu prüfen, ob sich einzelne Personen möglicherweise 

durch vorsätzliches und unangemessenes Verhalten strafbar gemacht hätten. Es sei 

nicht untersucht worden, ob die Nötigung durch die Art und Weise der Ersatzvornahme 

oder durch Überschreiten der behördlichen Anweisungen erfolgt sei. Die Staatsanwalt-

schaft sei nicht darauf eingegangen, ob Unbefugte das Grundstück betreten hätten, 

obschon dies in der Strafanzeige thematisiert worden sei. Im Weiteren rügen die Be-

schwerdeführer eine unzureichende Begründung und bringen vor, die Staatsanwalt-

schaft habe nicht konkret dargelegt, warum der objektive und subjektive Tatbestand nicht 

erfüllt sein solle. Sie hätten gegen die Baueinstellungsverfügung vom 24. März 2024 bei 

der Dienststelle Beschwerde erhoben. Sie hätten folglich bis zu einem Entscheid keine 

Bautätigkeiten vornehmen können.  

2.2   

2.2.1  Gemäss Art. 310 Abs. 1 StPO verfügt die Staatsanwaltschaft die Nichtanhand-

nahme der Untersuchung, sobald aufgrund der Strafanzeige oder des Polizeirapports 

feststeht, dass die fraglichen Straftatbestände oder die Prozessvoraussetzungen ein-

deutig nicht erfüllt sind (lit. a), wenn Verfahrenshindernisse bestehen (lit. b) oder aus den 

in Art. 8 StPO genannten Gründen auf eine Strafverfolgung zu verzichten ist (lit. c). Ein 

Strafverfahren kann mithin in sachverhaltsmässig und rechtlich klaren Fällen gemäss 

Art. 310 Abs. 1 StPO durch Nichtanhandnahme erledigt werden. Dies ist der Fall bei 

offensichtlicher Straflosigkeit, wenn der Sachverhalt mit Sicherheit nicht unter einen 

Straftatbestand fällt, oder bei eindeutig fehlenden Prozessvoraussetzungen. Ein Straf-

tatbestand gilt nur dann als eindeutig nicht erfüllt, wenn kein zureichender Verdacht auf 

eine strafbare Handlung besteht; also gar nie ein Verdacht hätte angenommen werden 

dürfen oder der zu Beginn der Strafverfolgung gegebene Anfangsverdacht sich vollstän-

dig entkräftet hat. Die zur Eröffnung einer Strafuntersuchung erforderlichen tatsächlichen 

Hinweise auf eine strafbare Handlung müssen erheblich und konkreter Natur sein. 

Blosse Gerüchte oder Vermutungen genügen nicht. Der Anfangsverdacht muss auf einer 

plausiblen Tatsachengrundlage beruhen, aus welcher sich die konkrete Möglichkeit der 

Begehung einer Straftat ergibt (BGE 141 IV 87 E. 1.3.1; Bundesgerichtsurteile 

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6B_833/2019 vom 10. September 2019 E. 2.4.2, 6B_798/2019 vom 27. August 2019 E. 

3.2). Die Beschwerdeinstanz verfügt bei der Beurteilung über die Nichtanhandnahme 

über einen gewissen Spielraum, den das Bundesgericht nur mit Zurückhaltung überprüft 

(BGE 143 IV 241 E. 2.3.2, 138 IV 86 E. 4.1). 

2.2.2  Hausfriedensbruch im Sinne von Art. 186 StGB begeht, wer gegen den Willen des 

Berechtigten in ein Haus, in eine Wohnung, in einen abgeschlossenen Raum eines Hau-

ses oder in einen unmittelbar zu einem Hause gehörenden umfriedeten Platz, Hof oder 

Garten oder in einen Werkplatz unrechtmässig eindringt oder trotz der Aufforderung ei-

nes Berechtigten, sich zu entfernen, darin verweilt. Geschützt ist die Freiheit des Be-

rechtigten, darüber zu entscheiden, wer sich in bestimmten Räumen aufhalten darf (BGE 

112 IV 31 E. 3, 103 IV 162 E. 1; TRECHSEL/MONA, in: Trechsel/Pieth [Hrsg.], Schweize-

risches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 4. A., 2021, N. 1 zu Art. 186 StGB). Der 

Täter muss gegen den Willen des Inhabers des Hausrechts handeln, wobei der aus-

drückliche (z.B. durch Schrift oder Bild) oder konkludente Wille (z.B. Gartentor mit Glo-

cke) für Drittpersonen erkennbar sein muss (DELNON/RÜDY, Basler Kommentar, 4. A., 

2019, N. 28 zu Art. 186 StGB). Plätze, Höfe oder Gärten sind gemäss einhelliger Lehre 

und Rechtsprechung nur dann erfasst, wenn sie unmittelbar zu einem Hause gehören 

und – mit Zäunen, Mauern oder Hecken – umfriedet sind (TRECHSEL/MONA, a.a.O., N. 4 

zu Art. 186 StGB). Tathandlung ist zunächst das Eindringen bzw. Betreten gegen den 

Willen des Berechtigten, aber auch das Verweilen, trotz Aufforderung des Berechtigten, 

sich zu entfernen. Sowohl das Eindringen als auch das Verweilen trotz Wegweisung 

müssen unrechtmässig sein. Die Unrechtmässigkeit bildet objektives Tatbestandsele-

ment. Das Einverständnis des Berechtigten schliesst die Tatbestandsmässigkeit von 

vornherein aus. Sodann ist das Betreten eines geschützten Raumes bei Vorliegen von 

Amtspflichten oder anderen Rechtfertigungsgründen, wie der Durchführung von Kontrol-

len der Feuerpolizei, Handlungen im Betreibungsverfahren, bei Notstand oder elterlichen 

Erziehungspflichten nicht unrechtmässig (DELNON/RÜDY, a.a.O., N. 38 zu Art.  186 

StGB). Berechtigt ist derjenige, dem die Verfügungsgewalt über das Haus zusteht, 

gleichgültig ob sie auf einem dinglichen oder obligatorischen oder auf einem öffentlich-

rechtlichen Verhältnis beruht (TRECHSEL/MONA, a.a.O., N. 8 zu Art. 186 StGB). In sub-

jektiver Hinsicht ist (Eventual-)Vorsatz erforderlich, wobei dem Täter das unrechtmäs-

sige Eindringen gegen den Willen des Berechtigten bewusst sein muss (DELNON/RÜDY, 

a.a.O., N. 39 zu Art. 186 StGB). 

2.2.3  Der Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB macht sich strafbar, wer jemanden durch 

Gewalt oder Androhung ernstlicher Nachteile oder durch andere Beschränkung seiner 

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Handlungsfreiheit nötigt, etwas zu tun, zu unterlassen oder zu dulden. Unter Einsatz der 

Tatmittel geht es dem Täter darum, die Freiheit des Opfers nach eigenem Gutdünken in 

unzulässiger Weise zu lenken, zu missbrauchen oder auszuschalten (DELNON/RÜDY, 

a.a.O., N. 13 zu Art. 181 StGB). Schutzobjekt ist die Freiheit der Willensbildung und 

Willensbetätigung des Einzelnen (BGE 141 IV 427 E. 3.2.1, 134 IV 126), wobei die Frei-

heit eines jeden durch die Staats- und Rechtsordnung eingeschränkt wird. Die rechtlich 

geschützte Freiheit des einen findet ihre Grenzen meist an der rechtlich geschützten 

Freiheit des andern. Nur innerhalb dieser Grenzen besteht ein Bedürfnis des Freiheits-

schutzes durch Strafbestimmungen (DELNON/RÜDY, a.a.O., N. 5 und 57 zu Art. 181 

StGB). 

Der Tatbestand der Nötigung umfasst drei Tatbestandsvarianten: die Gewaltanwen-

dung, die Androhung ernstlicher Nachteile sowie als Generalklausel die andere Be-

schränkung der Handlungsfreiheit. Die Gewaltanwendung besteht in der physischen Ein-

wirkung auf einen anderen (DELNON/RÜDY, a.a.O., N. 18 zu Art. 181 StGB). Bei der An-

drohung ernstlicher Nachteile wird psychisch auf das Opfer Einfluss genommen, indem 

diesem ein Übel in Aussicht gestellt wird, auf dessen Eintritt der Täter Einfluss hat oder 

mindestens zu haben vorgibt (Bundesgerichtsurteile 6B_1368/2023 vom 18. Juni 2025 

E. 6.2.2; 6B_70/2016 vom 2. Juni 2016 E. 4.3.2; DELON/RÜDY, a.a.O., N. 25 zu Art. 181 

StGB). Das Zwangsmittel der «anderen Beschränkung der Handlungsfreiheit» muss, um 

tatbestandsmässig zu sein, das üblicherweise geduldete Mass an Beeinflussung in ähn-

licher Weise eindeutig überschreiten, wie es für die im Gesetz ausdrücklich genannten 

Zwangsmittel der Gewalt und der Androhung ernstlicher Nachteile gilt. 

2.3   

2.3.1  Die Beschwerdeführer werfen einer unbekannten Täterschaft vor, einen Hausfrie-

densbruch begangen zu haben, indem auf ihrer Parzelle ein Gerüst aufgestellt wurde 

und weitere Handlungen vorgenommen wurden. Dabei verkennen sie, dass nur ein un-

rechtmässiges Eindringen strafrechtlich relevant ist. Wie das polizeiliche Ermittlungsver-

fahren ergeben hat, stützten sich die Arbeiten auf dem beschwerdeführerischem Grund-

stück auf eine Verfügung der Gemeinde A _________ vom 5. August 2022, mit welcher 

eine Ersatzvornahme angeordnet wurde, sofern die Beschwerdeführer den Rückbau 

nicht selbst vornehmen (S. 12). Das Betreten des Grundstückes erfolgte damit in Aus-

übung von Amtspflichten. Die Verfügung berechtigte die an der Ersatzvornahme betei-

ligten Personen auch gegen den Willen der Beschwerdeführer das Grundstück zu betre-

ten. Die Beschwerdeführer legen nicht hinreichend konkret dar, inwiefern die Beteiligten 

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die Grenzen der amtlichen Befugnisse überschritten haben sollen, indem sie beispiels-

weise Teile des Grundstücks betreten haben, welche nicht von der Ersatzvornahmever-

fügung gedeckt waren. Es ist aber Aufgabe der Strafanzeiger, von Anfang an möglichst 

genaue und konkrete Angaben zu den angeblich unter die Strafbestimmungen fallenden 

Handlungen zu machen. Ebenfalls fehlen konkrete Anhaltspunkte dafür, dass Unbe-

fugte, mithin Personen, welche nicht zur Ersatzvornahme berechtigt waren, das Grund-

stück betreten haben sollen. Den Behörden ist es jedenfalls gestattet, mit der Ersatzvor-

nahme Drittpersonen zu ermächtigen. Schliesslich vermag der Beschwerdeführer nichts 

zu seinen Gunsten abzuleiten, wenn er ausführt, die Staatsanwaltschaft hätte auch den 

subjektiven Tatbestand prüfen müssen. Ist bereits der objektive Tatbestand nicht erfüllt, 

erübrigen sich Ausführungen zum subjektiven Tatbestand. Der subjektive Tatbestand 

wäre ohnehin auch nicht gegeben. Denn zum Vorsatz gehört das Bewusstsein der Tä-

terschaft, dass das Eindringen gegen den Willen des Berichtigten erfolgt und unrecht-

mässig ist. Aufgrund der vorliegenden Verfügung zur Ersatzvornahme sind die an der 

Ersatzvornahme beteiligten Personen gerade nicht von einer Unrechtmässigkeit ihrer 

Handlungen ausgegangen. 

2.3.2  Auch der Tatbestand der Nötigung ist vorliegend nicht erfüllt. Im von den Be-

schwerdeführern angezeigten Sachverhalt ist weder ein Nötigungsziel noch eine Nöti-

gungshandlung erkennbar. Soweit die Beschwerdeführer vorbringen, es sei zu prüfen, 

ob durch die Art und Weise der Ersatzvornahme oder durch ein Überschreiten der be-

hördlichen Anweisungen eine Nötigung erfolgt sei, kann ihr nicht gefolgt werden. Den 

Ausführungen der Beschwerdeführer lässt sich insbesondere nicht entnehmen, dass ein 

physischer Eingriff in ihre Rechtssphäre stattgefunden hat, mithin, dass es zu einer Ge-

waltanwendung gekommen ist. Ebenso wenig ist erkennbar, dass ihnen ernstliche Nach-

teile in Aussicht gestellt worden sind, welche die Beschwerdeführer gefügig gemacht 

hatte. Auch die Tatbestandsvariante der anderen Beschränkungen der Handlungsfrei-

heit lässt sich nicht ausmachen. Die Beschwerdeführer legen in diesem Zusammenhang 

nicht dar, inwiefern sie in ihrer Handlungsfreiheit beschränkt worden sind und dadurch 

zu einem Tun, Unterlassen oder Dulden genötigt worden sind. Dass Drittpersonen auf 

ihrem Grundstück Rückbauarbeiten gemäss der Verfügung der Gemeinde A _________ 

vom 5. August 2022 ausführten und sie dies dulden mussten, reicht jedenfalls nicht aus, 

um eine Nötigungshandlung im Sinne von Art. 181 StGB zu bejahen. Die Tatbestands-

variante der anderen Beschränkung der Handlungsfreiheit ist ohnehin restriktiv anzu-

wenden und es kommt nur ein Zwangsmittel in Betracht, welches das üblicherweise ge-

duldete Mass der Beeinflussung so eindeutig überschreitet wie Gewalt oder Drohung. 

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Es braucht demnach eine gewisse Intensität (vgl. BGE 141 IV 437 E.  3.2; Bundesge-

richtsurteil 6B_1368/2023 vom 18. Juni 2025 E. 3.2.4). 

2.4  Soweit die Beschwerdeführer schliesslich vorbringen, sie hätten gegen die Bauein-

stellungsverfügung vom 25. März 2024 eine Beschwerde erhoben und es sei trotz des 

hängigen Verfahrens zu einem Beginn der Gerüstarbeiten gekommen, ist ihnen entge-

gen zu halten, dass im vorliegenden Strafverfahren einzig die Verfügung zur Ersatzvor-

nahme der Gemeinde A _________ vom 5. August 2022 relevant ist. Eine dagegen er-

hobene Beschwerde wies der Staatsrat am 18. Oktober 2023 ab. Dass gegen den Ent-

scheid des Staatsrats eine Beschwerde eingereicht wurde und die Verfügung der Ge-

meinde allenfalls nicht rechtskräftig ist, wird von den Beschwerdeführern nicht einge-

wendet. Die Beschwerdeführerin führen folglich nicht konkret an, inwiefern das angeblich 

hängige Verfahren für das vorliegende Strafverfahren bedeutsam ist. 

2.5  Zusammenfassend ist im angezeigten Sachverhalt keine strafrechtlich relevanten 

Tathandlungen ersichtlich, weshalb die Staatsanwaltschaft zu Recht die Nichtanhand-

nahme verfügte. Die Beschwerde ist folglich abzuweisen.  

3. 

3.1  Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe ihres 

Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Die Beschwerdeführer unterliegen 

mit ihren Anträgen, weshalb ihnen die Kosten des Beschwerdeverfahrens aufzuerlegen 

sind. 

3.2  Gemäss Art. 13 Abs. 1 GTar wird die Gerichtsgebühr aufgrund des Umfangs und 

der Schwierigkeit des Falls, der Art der Prozessführung der Parteien sowie ihrer finanzi-

ellen Situation festgesetzt. Für das Beschwerdeverfahren vor einem Richter des Kan-

tonsgerichts beträgt die Gebühr Fr. 90.00 bis Fr. 2‘400.00 (Art. 22 lit. g GTar). Im kon-

kreten Fall rechtfertigt es sich, die Gerichtsgebühr in Berücksichtigung der vorgenannten 

Kriterien – die Akten waren nicht umfangreich – auf Fr. 1’200.00 festzusetzen (Art. 424 

Abs. 2 StPO und Art. 11 GTar). Diese ist entsprechend dem Verfahrensausgang den 

Beschwerdeführern aufzuerlegen und mit dem von ihnen geleisteten Kostenvorschuss 

in derselben Höhe zu verrechnen. 

3.3  Die unterliegenden Beschwerdeführer haben keinen Anspruch auf eine Parteient-

schädigung.  

  

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Das Kantonsgericht erkennt 

 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 1’200.00 gehen zu Lasten von  

X _________ und dem Y _________ und werden mit dem von ihnen geleisteten 

Kostenvorschuss in derselben Höhe verrechnet. 

3. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

Sitten, 21. August 2025