# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c8879fd5-40d9-5de9-8f1f-3f09d2a23024
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-01-19
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 19.01.2015 ZK1 2015 4
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZK1-2015-4_2015-01-19.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Ref.: Chur, 19. Januar 2015 Schriftlich mitgeteilt am:
ZK1 15 4 26. Januar 2015

Entscheid 
I. Zivilkammer

Vorsitz Brunner
RichterIn Michael Dürst und Schnyder
Aktuar ad hoc Manser

In der zivilrechtlichen Beschwerde

der X._____, Beschwerdeführerin, 

betreffend fürsorgerische Unterbringung,

hat sich ergeben:

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I. Sachverhalt

A. Mit Einweisungsverfügung vom 1. Januar 2015 wurde X._____ durch Dr. 
med. A._____, Arzt im Spital O.1_____, gestützt auf Art. 429 ZGB in der Klinik 
B._____ fürsorgerisch untergebracht. Als Grund der Einweisung wurde angeführt, 
dass X._____ an einer bipolaren Störung leide, wobei seit Dezember 2014 ein 
langsamer Beginn einer manischen Phase zu beobachten sei, welche seit zehn 
Tagen schwer ausgeprägt sei. Das von der Hausärztin verschriebene Medikament 
Seroquel habe sie nur ca. drei Tage genommen. Seither leide sie zunehmend an 
Ängsten und Verfolgungswahn. X._____ sei nicht fähig, für sich selbst genügend 
zu sorgen oder Hilfe anzunehmen. Es bestehe eine akute Selbstgefährdung.

B. Hiergegen liess X._____ mit Eingabe vom 05. Januar 2015 Beschwerde 
beim Kantonsgericht von Graubünden erheben mit dem sinngemässen Antrag um 
Aufhebung der fürsorgerischen Unterbringung. Sie werde gegen ihren Willen in 
der Klinik B._____ festgehalten, was eine Verletzung ihres Menschenrechts auf 
Freiheit und freie Meinungsäusserung darstelle.

C. Mit Schreiben vom 06. Januar 2015 ersuchte der Vorsitzende der I. Zivil-
kammer des Kantonsgerichts die Psychiatrische Klinik B._____ um einen kurzen 
Bericht zum Gesundheitszustand von X._____, zur Art der Behandlung und insbe-
sondere darüber, ob die Voraussetzungen für eine fürsorgerische Unterbringung 
weiter gegeben seien.

D. Mit Schreiben vom 07. Januar 2015 (Poststempel vom 08. Januar 2015) 
wandte sich X._____ erneut an das Kantonsgericht von Graubünden (vgl. act. 03). 
In ihrem Schreiben beschuldigte sie unter anderem den "Not Arzt" der Psychiatri-
schen Dienste Graubündens (pdgr) der Vernachlässigung seines Eides als Arzt, 
indem er nicht zum Wohle der Patienten agiere. Durch sein Fehlverhalten (vorent-
halten von Wärmepads für den Rücken) habe sie sich in der Nacht sowohl eine 
Lungenentzündung als auch den Bruch mehrerer Rippen zugezogen.

E. Im Bericht der Psychiatrischen Dienste Graubünden, Klinik B._____, vom 
09. Januar 2015 wurde ausgeführt, dass X._____ am 01. Januar 2015 mit ma-
nisch-psychotischer Symptomatik per fürsorgerischer Unterbringung eingewiesen 
worden sei. Bei der Patientin sei seit mindestens fünf Jahren eine bipolare Störung 
bekannt. Die zuletzt verschriebene Medikation habe sie selbständig abgesetzt. Sie 
präsentiere sich auf der geschlossenen Station sehr getrieben und mit starkem 
Rededrang. Weiter zeige sich die Patientin misstrauisch und gereizt sowie nicht 

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lenkbar und absprachefähig. Es bestehe keine Krankheits- und Behandlungsein-
sicht und die Medikation werde verweigert. Es bestehe bei X._____ weiterhin eine 
manische Psychose, welche eine kontinuierliche medikamentöse Therapie erfor-
dere. Ohne Behandlung bestehe aktuell eine potentielle Eigen- und Fremdgefähr-
dung, weshalb eine weniger einschneidende Massnahme als die Unterbringung 
auf der geschlossenen Station zur Zeit nicht ersichtlich sei.

F. Mit prozessleitender Verfügung des Vorsitzenden der I. Zivilkammer vom 
13. Januar 2015 wurde Dipl. med. C._____, Facharzt für Psychiatrie und Psycho-
therapie FMH, gestützt auf Art. 439 Abs. 3 in Verbindung mit Art. 450e Abs. 3 ZGB 
mit der Begutachtung von X._____ betraut. Der Gutachter wurde ersucht, sich 
zum Gesundheitszustand von X._____ und zur Notwendigkeit der fürsorgerischen 
Unterbringung zu äussern, und insbesondere darzulegen, ob und inwiefern ein 
Bedarf an einer Behandlung der festgestellten psychischen Erkrankung bezie-
hungsweise an der Betreuung der betroffenen Person bestehe und mit welcher 
konkreten Gefahr für die Gesundheit oder das Leben der Betroffenen bezie-
hungsweise von Dritten zu rechnen sei, wenn die Behandlung der gutachterlich 
festgestellten Krankheit beziehungsweise die Betreuung unterbliebe. Des Weite-
ren sollte er die Frage beantworten, ob aufgrund des festgestellten Handlungsbe-
darfs eine stationäre Behandlung beziehungsweise Betreuung unerlässlich sei 
oder allfällige ambulante Alternativen bestünden, wobei der Experte auch darüber 
Auskunft zu geben habe, ob die betroffene Person über glaubwürdige Krankheits- 
und Behandlungseinsicht verfüge.

Das entsprechende Kurzgutachten datiert vom 13. Januar 2015 und wurde 
dem Kantonsgericht von Graubünden am 15. Januar 2015 überbracht. Der Gut-
achter attestiert X._____ eine psychische Störung im Sinne einer bipolaren 
Störung mit psychotischen Symptomen ICD10 F 31.2. Die Erkrankung zeige sich 
in einer gehobenen oder gereizten Stimmung, welche während des Gesprächs 
trotz der hohen Zyprexa Medikation immer wieder spürbar gewesen sei. Weitere 
Symptome seien eine Erhöhung des Aktivitätsniveaus im Bereich der Arbeit, sowie 
in sozialer und sexueller Hinsicht. Hierbei würde oftmals die Überzeugung beste-
hen, über besondere Talente, Macht oder Fähigkeiten zu verfügen. Dies zeige 
sich bei X._____ am Beispiel, wie vieler Sprachen sie mächtig sei. Es falle bei ihr 
eine ungewöhnliche Geschwätzigkeit, wie schnelles Reden auf. Sie zeige eine 
deutliche Ideenflucht. Die Gedanken rasen bei ihr phasenweise. Des Weiteren 
falle bei ihr ein übertriebenes Selbstwertgefühl auf und es bestehe immer noch 
eine deutliche Ablenkbarkeit. Die Aufmerksamkeit gleite bei ihr leicht ab. Ana-
mnestisch werde über Ängste, Wahnideen sowie Halluzinationen berichtet. Dies 

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zeige sich bei X._____ in ihrem verworrenen Reden und Denken. X._____ sei un-
behandelt oder ungenügend behandelt selbstgefährdet. Bei einer bipolaren Er-
krankung bestehe ein erhöhtes Risiko für einen Suizid. Sie gehe in krankhafter 
Verkennung der Situation folgenschwere physische Risiken ein. Zudem könne es 
auch zu existenziellen Problemen kommen. Ihr Verhalten sei in krankhaften Mo-
menten eine massive Belastung für Dritte. X._____ sei bezüglich der Notwendig-
keit einer Behandlung und/oder einer Betreuung nur in sehr geringem Grad ein-
sichtig und zur Kooperation fähig. Zurzeit sei die Unterbringung in einer geschlos-
senen Station in der Klinik B._____ dringend notwendig.      

G. Am 19. Januar 2015 fand die mündliche Hauptverhandlung vor der I. Zivil-
kammer des Kantonsgerichts von Graubünden statt, an welcher X._____ mit ihrer 
Begleitperson von der Klinik B._____ teilnahm. Zusammensetzung und Zustän-
digkeit des Gerichts blieben unbestritten. Der Vorsitzende erläuterte X._____ den 
Zweck sowie den Ablauf der Verhandlung. Die anschliessende richterliche Befra-
gung von X._____ bezog sich insbesondere auf ihren gegenwärtigen Gesund-
heitszustand, ihre aktuellen Lebensumstände (Wohn- und Arbeitssituation), ihre 
Krankheits- und Behandlungseinsicht sowie ihre Einstellung gegenüber einer me-
dikamentösen Behandlung.

H. Auf die Aussagen der Beschwerdeführerin anlässlich der richterlichen Be-
fragung wie auch auf die Ausführungen im Gutachten und den beigezogenen Ak-
ten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.    

II. Erwägungen

1.a) Da es sich vorliegend um ein Verfahren handelt, dem eine fürsorgerische 
Unterbringung nach Art. 429 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB; SR 
210) zugrunde liegt, und das Kantonsgericht unter der neuen Rechtsordnung die 
einzige kantonale Beschwerdeinstanz ist (Art. 439 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB in Verbin-
dung mit Art. 60 Abs. 1 des Einführungsgesetzes zum Zivilgesetzbuch [EGzZGB; 
BR 210.100]), hat die Beschwerdeführerin ihr Begehren um gerichtliche Überprü-
fung der fürsorgerischen Unterbringung an der hierfür zuständigen Stelle einge-
reicht.

b) Gegen die am 01. Januar 2015 gestützt auf Art. 429 Abs. 1 ZGB ärztlich 
verfügte fürsorgerische Unterbringung kann die betroffene oder eine ihr naheste-
hende Person innert 10 Tagen schriftlich beim zuständigen Gericht Beschwerde 

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erheben (Art. 439 Abs. 1 und 2 ZGB). Die Beschwerdeführerin ist als unmittelbar 
Betroffene der Einweisungsverfügung klarerweise zu deren Anfechtung legitimiert. 
Eine Begründung ist gemäss Art. 439 Abs. 3 ZGB, welcher die Bestimmungen 
über das Verfahren vor der gerichtlichen Beschwerdeinstanz und damit auch Art. 
450e Abs. 1 ZGB für sinngemäss anwendbar erklärt, nicht erforderlich. Vorliegend 
wurde die Beschwerdefrist mit Eingabe vom 05. Januar 2015 (Poststempel) ge-
wahrt. Aus dem in der Beschwerde gestellten Antrag geht klar hervor, dass die 
Beschwerdeführerin mit der fürsorgerischen Unterbringung in der Klinik B._____ 
nicht einverstanden ist und unverzüglich entlassen werden möchte. Auf die frist- 
und formgerecht erhobene Beschwerde ist somit einzutreten.

2.a) Wie bereits erwähnt, sieht Art. 439 Abs. 3 ZGB für die gerichtliche Überprü-
fung einer ärztlich angeordneten fürsorgerischen Unterbringung eine sinngemässe 
Anwendung der Bestimmungen über das Verfahren vor der gerichtlichen Be-
schwerdeinstanz (Art. 450a ff. ZGB) vor. Von besonderer Bedeutung ist dabei 
Art. 450e ZGB, der an sich das Verfahren für die gerichtliche Beurteilung eines 
durch die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde gefällten Unterbringungsent-
scheids behandelt (vgl. dazu sogleich die nachfolgenden Erwägungen). Zu beach-
ten sind sodann die allgemeinen Verfahrensgrundsätze des erstinstanzlichen Ver-
fahrens (Art. 443 ff. ZGB), die auch im Verfahren vor der gerichtlichen Beschwer-
deinstanz anwendbar sind, soweit das Gesetz in den Art. 450 ff. ZGB keine ab-
weichenden Vorschriften enthält (Daniel Steck, in: Geiser/Reusser [Hrsg.], Basler 
Kommentar zum Erwachsenenschutz, Basel 2012, N. 13 zu Art. 450 ZGB). Dies 
gilt namentlich für die in Art. 446 ZGB verankerte uneingeschränkte Untersu-
chungs- und Offizialmaxime und das an gleicher Stelle festgeschriebene Prinzip 
der Rechtsanwendung von Amtes wegen. Der Anwendungsbereich dieser zentra-
len Verfahrensgrundsätze bezieht sich auf sämtliche Verfahren vor der Kindes- 
und Erwachsenenschutzbehörde und erstreckt sich – wenn auch teilweise in ab-
geschwächter Form – nach dem Grundsatz der Einheit des Prozesses auch auf 
die Verfahren vor der gerichtlichen Beschwerdeinstanz (Christoph Auer/Michèle 
Marti, in: Geiser/Reusser [Hrsg.], Basler Kommentar zum Erwachsenenschutz, 
Basel 2012, N. 1 zu Art. 446 ZGB mit weiteren Hinweisen). Zu erwähnen ist ferner 
der ebenfalls für alle Instanzen geltende Art. 450f ZGB, welcher die Bestimmun-
gen der Schweizerischen Zivilprozessordnung (ZPO; SR 272) als subsidiär an-
wendbar erklärt, soweit die Kantone nichts anderes bestimmen. Von letzterer 
Möglichkeit wurde im Kanton Graubünden kein Gebrauch gemacht. Vielmehr ver-
weist Art. 60 Abs. 2 EGzZGB ebenfalls auf die Zivilprozessordnung als subsidiär 
anwendbares Recht sowie auf die entsprechende kantonale Einführungsgesetz-

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gebung (Einführungsgesetz zur Schweizerischen Zivilprozessordnung [EGzZPO; 
BR 320.100]). In Art. 60 Abs. 3 EGzZGB wird des Weiteren klargestellt, dass die 
Bestimmungen der ZPO über den Fristenstillstand sowie über neue Tatsachen 
und Beweismittel keine Anwendung finden. Dass im Verfahren der gerichtlichen 
Beurteilung von fürsorgerischen Unterbringungen Noven unbeschränkt zuzulassen 
sind und das Gericht seinem Entscheid den Sachverhalt zugrunde zu legen hat, 
wie er sich im Zeitpunkt der Urteilsfällung präsentiert, ergibt sich im Übrigen auch 
aus dem Grundsatz der Prozessökonomie (Thomas Geiser/Mario Etzensberger, 
in: Geiser/Reusser [Hrsg.], Basler Kommentar zum Erwachsenenschutz, Basel 
2012, N. 40 zu Art. 439 ZGB). Aus Art. 450a ZGB wie auch aus Art. 5 Ziff. 4 der 
Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK; SR 
0.101) ergibt sich schliesslich, dass das Gericht sowohl die Tat- als auch die 
Rechtsfragen wie auch die Angemessenheit frei überprüft und ihm von Bundes-
rechts wegen volle Kognition zukommt. Weil die Vorinstanz nicht zwingend eine 
Behörde sein muss, sondern - wie im vorliegenden Fall - auch ein Arzt sein kann, 
hat das Gericht die Sache endgültig zu entscheiden und diese nicht an die Vor-
instanz zu neuer Entscheidung zurückzuweisen. Das Rechtsmittel ist mithin refor-
matorisch. Das Urteil lautet entweder auf Aufhebung oder Aufrechterhaltung der 
Massnahme, wobei das Gericht die Massnahme aber auch abändern kann, indem 
es die betroffene Person beispielsweise in eine andere Einrichtung einweist. Allen-
falls kann sich auch eine Überweisung an die zuständige Kindes- und Erwachse-
nenschutzbehörde für weitere Abklärungen und die Anordnung zusätzlicher Mass-
nahmen aufdrängen. Zur Sicherstellung der gebotenen Fürsorge kann in einem 
solchen Fall die Entlassung auch aufgeschoben werden, bis die zuständige 
Behörde die für ein Leben ausserhalb der Anstalt notwendigen Anordnungen ge-
troffen hat (Geiser/Etzensberger, a.a.O., N. 39 und 41 zu Art. 439 ZGB).

b) Gemäss dem aufgrund des Verweises in Art. 439 Abs. 3 ZGB sinngemäss 
anwendbaren Art. 450e Abs. 3 ZGB muss bei psychischen Störungen für den Ent-
scheid über eine ärztlich angeordnete fürsorgerische Unterbringung zwingend ein 
Gutachten eingeholt werden. Das Gutachten muss von einer unabhängigen, im 
laufenden Verfahren noch nicht involvierten sachverständigen Person erstellt wer-
den und in dem Sinne aktuell sein, dass es sich zu den sich im gerichtlichen Ver-
fahren stellenden Fragen äussert (vgl. Geiser/Etzensberger, a.a.O., N. 48 ff. zu 
Art. 439 ZGB, und Thomas Geiser, in: Geiser/Reusser [Hrsg.], Basler Kommentar 
zum Erwachsenenschutz, Basel 2012, N. 19 zu Art. 450e ZGB sowie BGE 137 III 
289 E. 4.4 f. und Urteil des Bundesgerichts 5A_63/2013 vom 7. Februar 2013 E. 5, 
jeweils noch zum bisherigen Recht und nunmehr zum neuen Recht Urteil des 

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Bundesgerichts 5A_189/2013 vom 11. April 2013 E. 2.2). Mit dem am 15. Januar 
2015 erstatteten Kurzgutachten von Dipl. med. C._____, Facharzt für Psychiatrie 
und Psychotherapie FMH, welcher die Beschwerdeführerin am 13. Januar 2015 in 
der Klinik B._____ persönlich untersuchte und auch die Einweisungsverfügung 
von Dr. med. A._____ sowie die Berichte der Psychiatrischen Dienste Graubün-
den konsultierte, wurde dieser Vorschrift Genüge getan.

c) Gemäss Art. 450e Abs. 4 Satz 1 ZGB muss die gerichtliche Beschwerdein-
stanz die betroffene Person in der Regel als Kollegium anhören, was faktisch 
zwingend zur Durchführung einer mündlichen Hauptverhandlung führt (vgl. Chri-
stof Bernhart, Handbuch der fürsorgerischen Unterbringung, Basel 2011, N. 848 
f.). Mit der Durchführung der mündlichen Hauptverhandlung am 19. Januar 2015 
wurde diese Vorgabe umgesetzt.

3. Gemäss Art. 429 Abs. 1 ZGB können neben der Kindes- und Erwachse-
nenschutzbehörde auch die von den Kantonen bezeichneten Ärzte und Ärztinnen 
eine fürsorgerische Unterbringung, welche die Höchstdauer von 6 Wochen nicht 
überschreiten darf, anordnen. Dabei hat die Ärztin oder der Arzt die betroffene 
Person persönlich zu untersuchen und sie anzuhören (Art. 430 Abs. 1 ZGB) und 
ihr anschliessend den Unterbringungsentscheid mit den gesetzlich vorgeschriebe-
nen Angaben auszuhändigen (Art. 430 Abs. 2 und 4 ZGB). Was die verfahrens-
rechtlichen Anforderungen anbelangt, kann vorab festgestellt werden, dass der 
angefochtene Unterbringungsentscheid des anordnenden Arztes Dr. med. 
A._____ diesen zu genügen vermag. So geht aus dem Entscheid selber hervor, 
dass die Beschwerdeführerin vom obgenannten Arzt persönlich untersucht und 
angehört worden ist. Alsdann enthält der entsprechende Entscheid die gemäss 
Art. 430 Abs. 2 ZGB vorgeschriebenen Minimalangaben. Schliesslich war Dr. med. 
A._____, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin, als im Kanton Graubünden zur 
selbständigen Berufsausübung zugelassener Arzt gemäss Art. 51 Abs. 1 lit. a 
EGzZGB in Verbindung mit Art. 22 der Verordnung zum Kindes- und Erwachse-
nenschutz (KESV, BR; 215.010) zur Anordnung der Unterbringung in der Klinik 
B._____ legitimiert.

4.a) Gemäss Art. 426 Abs. 1 ZGB darf eine Person, welche an einer psychi-
schen Störung oder an geistiger Behinderung leidet oder verwahrlost ist, in einer 
geeigneten Einrichtung untergebracht werden, wenn die nötige Behandlung oder 
Betreuung nicht anders erfolgen kann. Die Belastung und der Schutz von Angehö-
rigen und Dritten sind zu berücksichtigen (Absatz 2). Die betroffene Person wird 
entlassen, sobald die Voraussetzungen der Unterbringung nicht mehr erfüllt sind 

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(Absatz 3). Die Massnahme gelangt zur Anwendung, wenn eine Person der per-
sönlichen Fürsorge oder Pflege bedarf (Geiser/Etzensberger, a.a.O., N 6 vor Art. 
426-439 ZGB). Die fürsorgerische Unterbringung dient dem Schutz der betroffe-
nen Person und nicht der Umgebung (dazu: Botschaft zur Änderung des Schwei-
zerischen Zivilgesetzbuches [Erwachsenenschutz, Personenrecht und Kindes-
recht] vom 28. Juni 2006, BBI 2006 7001, S. 7062). Erste gesetzliche Vorausset-
zung für eine Anordnung der Massnahme ist einer der drei abschliessend genann-
ten (Geiser/Etzensberger, a.a.O., N 12 zu Art. 426 ZGB; Bernhart, a.a.O., N 262; 
Olivier Guillod, in: Büchler/Häfeli/Leuba/Stettler [Hrsg.], FamKomm, Erwachse-
nenschutz, Bern 2013, N 34 zu Art. 426 ZGB) Schwächezustände: psychische 
Störung, geistige Behinderung oder schwere Verwahrlosung. Erforderlich ist so-
dann eine sich aus dem Schwächezustand ergebende Notwendigkeit der Behand-
lung bzw. Betreuung. Weitere Voraussetzung bildet, dass der Person die nötige 
Behandlung oder Betreuung nicht auf andere Weise als durch eine Einweisung 
bzw. Zurückbehaltung in eine Anstalt gewährt werden kann. Gesetzlich verlangt ist 
schliesslich eine geeignete Einrichtung (vgl. Urteile des Bundesgerichts 
5A_189/2013 vom 11. April 2013, E. 2.1; 5A_346/2013 vom 17. Mai 2013, E. 1.2). 
Die genannten Voraussetzungen bedingen sich gegenseitig und sind nur in ihrem 
Zusammenhang verständlich. Der Schwächezustand allein vermag eine fürsorge-
rische Unterbringung nie zu rechtfertigen, sondern immer nur zusammen mit der 
Notwendigkeit einer Behandlung oder Betreuung. Selbst bei Vorliegen einer sol-
chen ist die freiheitsbeschränkende Unterbringung aber nur gesetzeskonform, 
wenn der Zweck der Unterbringung nicht mit einer milderen Massnahme erreicht 
werden kann (Verhältnismässigkeitsprinzip) und die Unterbringung für den ange-
strebten Zweck auch tauglich ist (vgl. Geiser/Etzensberger, a.a.O., N 7 zu Art. 426 
ZGB). Eine Unterbringung fällt in den Worten der Botschaft zum neuen Erwachse-
nenschutzrecht deshalb nur als ultima ratio in Betracht (a.a.O., S. 7062). Als leich-
tere Massnahme kommen den ambulanten Massnahmen und der Nachbetreuung 
sowie der freiwilligen Sozialhilfe entscheidende Bedeutung zu.

b) Gemäss dem Gutachten von Dipl. med. C._____, welcher sich nebst einer 
persönlichen Konsultation zulässigerweise auch auf die Einweisungsverfügung 
von Dr. med. A._____ vom 01. Januar 2015 (act. 01.2) sowie auf den Bericht der 
Klinik B._____ vom 09. Januar 2015 (act. 04) stützte, leidet die Beschwerdeführe-
rin an einer bipolaren affektiven Störung bei gegenwärtig manischer Phase mit 
psychotischen Symptomen (ICD-10: F31.2). Dieses Krankheitsbild stellt eine psy-
chische Störung im Sinne der gesetzlichen Bestimmung von Art. 426 Abs. 1 ZGB 
dar (vgl. Bernhart, a.a.O., S. 118 f.). Dipl. med. C._____ hält in seinem Kurzgut-

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achten zum Psychostatus der Beschwerdeführerin gemäss AMDP Bewertung fest, 
dass sie weder an Bewusstseinsstörungen, Orientierungsstörungen, Befürchtun-
gen und Zwänge, Wahninhalten, Sinnestäuschungen, Ich-Störungen, usw. leide. 
Gemäss dem Gutachter zeige sich die bipolare Störung in einer gehobenen oder 
gereizten Stimmung, welche während des Gesprächs trotz der hohen Zyprexa 
Medikation immer wieder spürbar gewesen sei. Weitere Symptome seien eine Er-
höhung des Aktivitätsniveaus im Bereich der Arbeit, sowie in sozialer und sexuel-
ler Hinsicht. Hierbei würde oftmals die Überzeugung bestehen, über besondere 
Talente, Macht oder Fähigkeiten zu verfügen. Dies zeige sich bei X._____ am 
Beispiel, wie vieler Sprachen sie mächtig sei. Es falle bei ihr eine ungewöhnliche 
Geschwätzigkeit, wie schnelles Reden auf. Sie zeige eine deutliche Ideenflucht. 
Die Gedanken rasen bei ihr phasenweise. Des Weiteren falle bei ihr ein übertrie-
benes Selbstwertgefühl auf und es bestehe immer noch eine deutliche Ablenkbar-
keit. Die Aufmerksamkeit gleite bei ihr leicht ab. Obwohl der Gutachter bezüglich 
des Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin aufgeführt hat, dass bei ihr 
keine Wahninhalte oder Sinnestäuschungen wie Halluzinationen bestehen, führt er 
auf, dass Anamnestisch (Einweisungsverfügung durch Dr. A._____) über Ängste, 
Wahnideen sowie Halluzinationen berichtet werde und kommt zum Schluss, dass 
sich dies bei X._____ in ihrem verworrenen Reden und Denken zeige. Anlässlich 
der Hauptverhandlung am 19. Januar 2015 präsentierte sich die Beschwerdefüh-
rerin dem Kantonsgericht von Graubünden in einer guten Verfassung. So trat sie 
anständig und zugewandt auf und antwortete auf die Fragen des Vorsitzenden 
ruhig, präzise und eloquent. Sie trat bewusstseinsklar und orientiert auf und offen-
barte – soweit das Gericht dies zu beurteilen in der Lage ist – keine Symptome 
einer psychischen Störung. Ob bei der Beschwerdeführerin zum heutigen Zeit-
punkt eine bipolare Störung insbesondere mit gegenwärtig manischer Phase mit 
Psychosen vorliegt, hat sich dem Gericht aus dem angeforderten Kurzgutachten 
von Dipl. med. C._____ (act. 06), welches eher allgemein gehalten ist, wobei die 
gezogenen Schlüsse bezüglich Krankheit und den angezeigten Behandlungs-
massnahmen eher schwer nachvollziehbar sind, nicht restlos erhellt. Dies kann 
aus den nachfolgenden Gründen jedoch offen bleiben.

c/aa) Eine weitere kumulative Voraussetzung für eine fürsorgerische Unterbrin-
gung ist die sich aus diesem Schwächezustand ergebende Notwendigkeit einer 
Behandlung resp. Betreuung. Diesbezüglich führt der Gutachter ohne konkreten 
Bezug zur Beschwerdeführerin aus, dass bei einer bipolaren Erkrankung ein deut-
lich erhöhtes Suizidrisiko bestehe und es auch zu übermässiger Beteiligung an 
Aktivitäten kommen könne, welche mit hoher Wahrscheinlichkeit negative Auswir-

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kungen habe. Es könne dabei auch zu massiven Geldausgaben kommen. Die Be-
schwerdeführerin sei unbehandelt oder ungenügend behandelt und/oder ungenü-
gend betreut selbstgefährdet. Bezogen auf die Beschwerdeführerin führt er aus, 
dass sie in krankhafter Verkennung der Situation auch folgenschwere physische 
Risiken eingehe. Zudem könne es auch zu existenziellen Problemen bspw. durch 
massive Überschuldung kommen. Die Beschwerdeführerin benötige aktuell noch 
eine stationäre Behandlung, um die Medikation fertig einzustellen. Im Weiteren sei 
eine ambulante Nachbehandlung noch vor dem Austritt zu organisieren. Da die 
Beschwerdeführerin nur eine sehr geringe Einsicht in die Notwendigkeit einer Be-
handlung und/oder Betreuung habe und in nur sehr geringen Masse zur Koopera-
tion fähig sei, sei die Unterbringung in der geschlossenen Abteilung einer psychia-
trischen Klinik unumgänglich. Die gemachten Schlussfolgerungen des Gutachtens 
sind vorliegend wenig nachvollziehbar und stehen teilweise gar in Widerspruch zu 
den Akten und zum aktuellen Zustand der Beschwerdeführerin, welchen diese 
anlässlich der Hauptverhandlung offenbart hat.

c/bb) Für die Beurteilung eines Behandlungs- bzw. Betreuungsbedarfs ist we-
sentlich, mit welcher konkreten Gefahr für die Gesundheit oder das Leben der be-
troffenen Person bzw. von Dritten zu rechnen ist, wenn die Behandlung resp. Be-
treuung der gutachterlich festgestellten Krankheit unterbleibt (Urteile des Bundes-
gerichts 5A_872/2013 vom 17. Januar 2014 E. 6.2.2 sowie 5A_236/2014 vom 
11. April 2014 E. 2.4 mit Verweisen auf die Urteile 5A_312/2007 vom 10. Juli 2007 
E. 2.3 und 5A_288/2011 vom 19. Mai 2011 E. 5.3); folglich bedarf es für die An-
ordnung oder Aufrechterhaltung einer fürsorgerischen Unterbringung einer konkre-
ten Selbst- oder Fremdgefährdung von einem gewissen Ausmass. Im vorliegen-
den Fall wurde Suizidalität bereits im Eintrittsbericht der Klinik B._____ vom 09. 
Januar 2015 (act. 04) glaubhaft verneint. Auch das Kurzgutachten vom 13. Januar 
2015 äussert sich zu einer möglichen Suizidgefahr nur pauschal und ohne Bezug 
auf die Beschwerdeführerin, indem festgestellt wird, dass bei einer bipolaren 
Störung ein erhöhtes Risiko für einen Suizid bestehe. Zu erwähnen bleibt, dass 
anlässlich der Hauptverhandlung auch die Beschwerdeführerin bestritten hat, dass 
sie suizidgefährdet sei. Die Frage des Vorsitzenden, wie es zu der fürsorglichen 
Unterbringung gekommen sei, beantwortet sie damit, dass sie mit ihrem VW Pas-
sat vor den Schneeräumdienst gefahren sei und dann steckengeblieben sei. Ihr 
Bruder habe gemeint, dass sie sich habe umbringen wollen, was jedoch nicht 
stimme. Sie sei einfach mit dem Schnee nicht klargekommen. Im Kurzgutachten 
wird des Weiteren ausgeführt, dass die Beschwerdeführerin in krankhafter Ver-
kennung der Situation auch folgenschwere Risiken eingehe. Das Gutachten äus-

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sert sich jedoch in keinerlei Hinsicht dazu, welchen konkreten physischen Gefah-
ren sie sich durch eine krankhafte Verkennung der Situation aussetze. Aus den 
Erwägungen zur Unterbringung geht lediglich hervor, dass sie ein erhöhtes Akti-
vitätsniveau im Bereich der Arbeit sowie in sozialer und sexueller Hinsicht habe 
und dass sie hierbei oftmals der Überzeugung sei, über besondere Talente, Macht 
oder Fähigkeiten zu verfügen. Dies zeige sich bei ihr am Beispiel, wie vieler Spra-
chen sie mächtig sei. Diese Ausführungen reichen jedoch bei Weitem nicht aus, 
um eine hinreichend konkrete Selbstgefährdung zu begründen. Sie stehen auch 
im Widerspruch zum Eindruck, welcher die Beschwerdeführerin anlässlich der 
Hauptverhandlung beim Gericht hinterlassen hat. Wie bereits erwähnt, wirkte die 
Beschwerdeführerin bewusstseinsklar und orientiert. Sie hatte alle Fragen ver-
standen und widerspruchsfrei beantwortet und ihre momentane Situation richtig 
eingeschätzt. Eine Verkennung der Situation war nicht ersichtlich und eine Suizid-
gefahr wurde von ihr verneint. Ebenso wenig ist unter den gegebenen Umständen 
von einer Fremdgefährdung auszugehen. Der Eintrittsbericht vom 09. Januar 2015 
führt dazu aus, dass aktuell keine Hinweise auf Fremdgefährdung vorhanden sei-
en, wobei jedoch in demselben Schreiben an den Vorsitzenden in widersprüchli-
cher Weise eine potentielle Fremdgefährdung angenommen wird. Von einer 
Fremdgefährdung wird auch im Kurzgutachten nicht gesprochen. Es wird lediglich 
ausgeführt, dass es in krankhaften Momenten zu einer massiven Belastung Drit-
ter, im speziellen der Familienmitglieder kommen könne. Dies ist jedoch für eine 
Unterbringung nicht ausreichend (vgl. Thomas Geiser/Mario Etzensberger, in: 
Geiser/Reusser [Hrsg.], Basler Kommentar zum Erwachsenenschutz, Basel 2012, 
N. 41 ff. zu Art. 426 ZGB). Aus dem soeben Gesagten geht hervor, dass zum heu-
tigen Zeitpunkt eine hinreichend konkrete Selbst- oder Fremdgefährdung nicht 
(mehr) ersichtlich ist, welche fürsorgerische Unterbringung rechtfertigen würde.

c/cc) Auch die in den Berichten und im Gutachten zitierte fehlende Krankheits- 
und Behandlungseinsicht gilt es zu relativieren: Es ist richtig, dass die Beschwer-
deführerin bestreitet, an einer bipolaren Störung mit gegenwärtig manischer Phase 
mit psychotischen Symptomen zu leiden. Sie ist jedoch selber der Ansicht, dass 
sie an einer "Belastungsdepression" leide, was sie sowohl bei der Untersuchung 
anlässlich des Kurzgutachtens als auch an der Hauptverhandlung vor Kantonsge-
richt geäussert hat. Sie habe anfangs Dezember eine ungeplante Blinddarmopera-
tion gehabt. Seitdem steige ihr die Magensäure bis in den Mund. Daraufhin habe 
sie Pantoprazol nehmen müssen. Die Operation, die zu hohe Dosierung des Me-
dikaments sowie der Stress seien ihr zu viel geworden. Momentan bekomme sie 
am Morgen und in der Nacht zum Schlafen 20 mg Zyprexa. Dies sei super. Sie 

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habe zusammen mit Herrn D._____ die Medikation bezüglich ihrer "Belastungsde-
pression" gut eingestellt, wobei diese heute stimmen würde. Sie hat dem Gericht 
versichert, nach ihrem Austritt selbst um eine adäquate ambulante Medikamen-
teneinnahme besorgt zu sein. Sie werde nach dem Austritt nach Deutschland 
zurückkehren und sich bei ihrer Hausärztin, der Cousine ihres Vaters melden, um 
die momentane Medikation weiterzuführen.

d) Gemäss Art. 426 Abs. 3 ZGB wird eine Person entlassen, sobald die Vor-
aussetzungen für eine Unterbringung nicht mehr erfüllt sind. Mit dieser Umschrei-
bung beabsichtigte der Gesetzgeber eine im Vergleich zum bisherigen Recht re-
striktivere Regelung der Entlassungsvoraussetzungen, welche der sog. Drehtür-
psychiatrie entgegen wirken sollte (vgl. Botschaft Erwachsenenschutz, a.a.O., 
S. 7063). Bei richtiger Auslegung galt indessen bereits unter altem Recht, dass 
eine Entlassung zu unterbleiben hatte, solange die Voraussetzungen für eine Ein-
weisung gegeben waren. Insofern hat sich die Rechtslage nicht verändert. Der 
Entscheid über die Entlassung ist stets anhand des Zustands des Betroffenen im 
aktuellen Zeitpunkt zu bestimmen (vgl. Geiser/Etzensberger, a.a.O., N 44 zu 
Art. 426 ZGB). Dabei ist eine Interessenabwägung im Hinblick auf den Zweck der 
fürsorgerischen Unterbringung, nämlich die Wiedererlangung der Selbständigkeit 
und der Eigenverantwortung im Entlassungszeitpunkt, vorzunehmen. Ganz allge-
mein resultiert aus dem auch beim Entscheid über die Entlassung zu berücksichti-
genden Grundsatz der Verhältnismässigkeit, dass eine fürsorgerische Unterbrin-
gung nur solange aufrechterhalten werden darf, als im Falle der Entlassung mit 
einer konkreten Selbst- oder Fremdgefährdung von einem gewissen Ausmass zu 
rechnen ist. So hat das Bundesgericht festgehalten, dass bei Bejahung eines Be-
handlungs- bzw. Betreuungsbedarfs weiter wesentlich sei, mit welcher konkreten 
Gefahr für die Gesundheit oder das Leben der betroffenen Person bzw. von Drit-
ten zu rechnen sei, wenn die Behandlung der gutachterlich festgestellten Krank-
heit bzw. die Betreuung unterbleibe (vgl. BGE 140 III 101 E. 6.2.2 sowie BGE 140 
III 105 E. 2.4 mit Verweisen auf die Bundesgerichtsurteile 5A_312/2007 vom 
10. Juli 2007 E. 2.3 und 5A_288/2011 vom 19. Mai 2011 E. 5.3). Im vorliegenden 
Fall wurde Suizidalität schon im Eintrittsbericht glaubhaft verneint und auch vom 
Gutachter im Rahmen seines Kurzgutachtens ohne Bezug auf die Beschwerdefüh-
rerin lediglich als Risiko bei einer bipolaren Erkrankung aufgeführt. Das Kurzgut-
achten diagnostiziert weiter eine potentielle Eigengefährdung in dem Sinne, dass 
sie folgenschwere physische Risiken eingehen könnte und es auch zu existenziel-
len Problemen kommen könne. Konkrete Anhaltspunkte werden jedoch nicht ge-
nannt, welche auf solche Gefahren hindeuten würden. Aufgrund der Akten beste-

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hen ferner auch keine Hinweise auf eine mögliche Fremdgefährdung. Gegenteili-
ges hat sich auch anlässlich der mündlichen Hauptverhandlung nicht ergeben. 
Vielmehr hat die Beschwerdeführerin – wie bereits erwähnt – einen allseits orien-
tierten, geordneten und präsenten Eindruck hinterlassen. Unter diesen Umständen 
und angesichts dessen, dass sie dem Gericht glaubhaft versichert hat, ihre mo-
mentane Medikation nach der Entlassung weiter einzunehmen, ist nicht einzuse-
hen, weshalb die fürsorgerische Unterbringung in der Klinik B._____ noch länger 
aufrechterhalten werden sollte.

5. Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Voraussetzungen für eine 
fürsorgerische Unterbringung nicht (mehr) erfüllt sind. Aufgrund des sich dem Ge-
richt aus dem Kurzgutachten nicht restlos erschliessenden Gesundheitszustands 
der Beschwerdeführerin, welcher nach Meinung des Gerichts heute durchaus sta-
bil ist und keine Anzeichen für eine Eigen- oder Fremdgefährdung offenbart, er-
scheint ein derart einschneidender Freiheitsentzug wie die stationäre Unterbrin-
gung in der Klinik B._____, welcher nur als ultima ratio in Betracht fällt, nicht mehr 
als gerechtfertigt. Wenngleich dem Kurzgutachten zu entnehmen ist, dass die Be-
schwerdeführerin noch eine stationäre Behandlung benötige, um die Medikation 
fertig einzustellen, hat diese anlässlich der Gerichtsverhandlung glaubhaft darge-
legt, dass sie mit Herrn D._____ die Medikation gegen ihre "Belastungsdepressi-
on" gut eingestellt habe und diese auch nach ihrer Entlassung weiter nehmen 
werde. Einem längerdauernden Verbleib in der Klinik ist auch unter diesem Ge-
sichtspunkt jegliche Notwendigkeit abzusprechen. Eine ambulante Nachbetreuung 
muss unter diesen Umständen nicht angeordnet werden. Damit ist die vorliegende 
Beschwerde gutzuheissen und die ärztliche Einweisungsverfügung vom 01. Janu-
ar 2015 aufzuheben.

6. In Bezug auf die Grundsätze der Kostenauflage im erwachsenenschutz-
rechtlichen Beschwerdeverfahren verweisen die Art. 63 Abs. 5 und Art. 60 Abs. 2 
EGzZGB subsidiär auf die Bestimmungen der ZPO. Demnach werden die Pro-
zesskosten gemäss Art. 106 Abs. 1 ZPO grundsätzlich der unterliegenden Partei 
auferlegt. Die Beschwerdeführerin ist mit ihrem sinngemässen Antrag auf sofortige 
Entlassung aus der Psychiatrischen Klinik B._____ vollständig durchgedrungen. 
Bei diesem Verfahrensausgang gehen die Kosten des Beschwerdeverfahrens von 
insgesamt Fr. 2'700.--, bestehend aus Fr. 1'500.-- Gerichtsgebühr und Fr. 1'230.-- 
Gutachterkosten, zu Lasten des Kantons Graubünden.

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III. Demnach wird erkannt:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und die fürsorgerische Unterbringung 
wird aufgehoben.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von insgesamt Fr. 2'730.00.-- (Fr. 
1'500.-- Gerichtsgebühr und Fr. 1'230.00.-- Gutachterkosten) verbleiben 
beim Kanton Graubünden.

3. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 72 BGG Beschwerde in Zivil-
sachen an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, geführt 
werden. Die Beschwerde ist dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 Tagen 
seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der 
gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff. und Art. 90 
ff. BGG.

4. Mitteilung an: