# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b12cc19a-0f09-5f4d-b001-4bf76459005a
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-10-19
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 19.10.2023 UE230043
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_UE230043_2023-10-19.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
III. Strafkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: UE230043--O/U/HON 

 

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. A. Flury, Präsident, und lic. iur. D. Oehninger, 

Oberrichterin lic. iur. K. Eichenberger und Gerichtsschreiber MLaw 

J. Ahmadi 

 

Verfügung und Beschluss vom 19. Oktober 2023 
 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschwerdeführerin 

 

vertreten durch Rechtsanwältin MLaw X._____ 

 

gegen 

 

1. B._____, 
2. Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich,  
Beschwerdegegner 

 

1 verteidigt durch Rechtsanwalt Y._____ 

 

betreffend Einstellung  
 
Beschwerde gegen die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft I des 
Kantons Zürich vom 1. Februar 2023, B-1/2022/10044123  

- 2 - 

Erwägungen: 

I.  

1. Am 4. bzw. 19. Dezember 2022 rapportierte die Kantonspolizei Zürich we-

gen möglicher Sexualverbrechen, begangen von B._____ (nachfolgend: Be-

schwerdegegner) zum Nachteil von A._____ (nachfolgend: Beschwerdeführerin; 

Urk. 8/1/1; Urk. 8/1/2). Laut der Beschwerdeführerin hat sie sich aus Angst vor der 

Verbreitung von einvernehmlich entstandenen Nacktbildern dazu gezwungen ge-

fühlt, am frühen Morgen des 4. Dezember 2022 zum Wohnort des Beschwerde-

gegners zu gehen und dort Sex mit ihm zu haben (Urk. 8/3/1; Urk. 8/3/2; Urk. 8/1/-

2 S. 3). Die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich eröffnete eine Strafuntersu-

chung gegen den Beschwerdegegner wegen möglicher Sexualverbrechen. Am 

1. Februar 2023 verfügte sie die Einstellung des Verfahrens (Urk. 5 = Urk. 8/12/-

10). 

2. Gegen diese Einstellungsverfügung liess die Beschwerdeführerin mit Ein-

gabe vom 17. Februar 2023 fristgerecht Beschwerde erheben (Urk. 2; Urk. 7). Sie 

beantragt: 

" 1. Es sei die Einstellungsverfügung vom 1. Februar 2023 aufzuheben. 

 2.  Die Strafuntersuchung sei wieder aufzunehmen. 

 3.  Die Akten des Vorverfahrens seien beizuziehen. 

 4. Es sei Frau A._____ für das Beschwerdeverfahren die unentgeltliche Rechtspflege zu 

gewähren, und es sei ihr in der Person von Frau Rechtsanwältin MLaw X._____ eine 

unentgeltliche Rechtsbeiständin beizugeben. 

 5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MwSt.) zu Lasten des Staates." 

3. Da sich die Beschwerde gemäss den folgenden Erwägungen von vornhe-

rein als unbegründet erweist, wurden keine Stellungnahmen eingeholt (vgl. 

Art. 390 Abs. 2 StPO). Die Untersuchungsakten der Staatsanwaltschaft wurden 

beigezogen (Urk. 8). 

- 3 - 

II.  

1.  

1.1. Die Staatsanwaltschaft erwog in der angefochtenen Verfügung zusammen-

gefasst, der Sachverhalt, wie er von der Beschwerdeführerin geschildert worden 

sei, enthalte keine Hinweise auf ein strafbares Verhalten seitens des Beschwer-

degegners. Namentlich gebe es keine Hinweise, dass der Beschwerdegegner die 

Beschwerdeführerin bedroht, Gewalt angewendet, sie unter psychischen Druck 

gesetzt oder zum Widerstand unfähig gemacht habe, weshalb die Tatbestände 

der sexuellen Nötigung (Art. 189 StGB) oder der Vergewaltigung (Art. 190 StGB) 

nicht erfüllt seien. Die Aussagen der Beschwerdeführerin liessen auch nicht da-

rauf schliessen, dass sie im Zeitpunkt der sexuellen Handlungen Urteils- oder Wi-

derstandsunfähig gewesen sei, weshalb auch der Tatbestand der Schändung 

(Art. 191 StGB) nicht gegeben sei. Schliesslich folge aus der Schilderung der Be-

schwerdeführerin, dass der Beschwerdegegner nicht habe erkennen können, 

dass die Beschwerdeführerin die sexuellen Handlungen ablehne, da sie weder 

etwas gesagt noch sich gewehrt habe und es in der Vergangenheit bereits einmal 

zu einvernehmlichem Geschlechtsverkehr gekommen sei (Urk. 5 S. 3 f.). Zum 

Beweisantrag der Beschwerdeführerin vom 30. Januar 2023 betreffend Durchfüh-

rung einer Haar- und Blutanalyse zwecks Nachweis von K.O.-Tropfen und Ähnli-

chem führte die Staatsanwaltschaft aus, das Zeitfenster für eine Blutanalyse sei 

bereits verpasst worden und mittels einer Haaranalyse könne nicht bestimmt wer-

den, zu welchem Zeitpunkt eine allfällige Substanz verabreicht worden sei. We-

sentlich sei in diesem Zusammenhang, dass es der Beschwerdeführerin nach ei-

genen Angaben während der sexuellen Handlungen gut gegangen sei; das Un-

wohlsein habe erst einige Stunden später, in den frühen Morgenstunden einge-

setzt. Zu dieser Zeit sei es aber nicht mehr zu sexuellen Handlungen gekommen 

(ebd., S. 3 f.). 

1.2. Die Beschwerdeführerin lässt demgegenüber ausführen, der Verdacht der 

Schändung stünde im Raum. Es bestünden "genügend Indizien dafür", dass der 

Beschwerdeführerin Betäubungsmittel oder K.O.-Tropfen verabreicht worden sei-

en. Auch die Kantonspolizei gehe hiervon aus. Eine Blut- und Haaranalyse würde 

- 4 - 

Klarheit über diesen Verdacht schaffen (Urk. 2 Rz. 7–9), zumal entsprechende 

Proben am 4. Dezember 2022 entnommen worden seien (ebd., Rz. 8, 12; vgl. 

Urk. 8/4/1–4). Die Staatsanwaltschaft lasse weiter ausser Acht, dass die Be-

schwerdeführerin Zwang und Druck seitens des Beschwerdegegners geltend ge-

macht habe. Der Beschwerdegegner habe ihr mit der Veröffentlichung von Nackt-

bildern gedroht, wenn sie nicht mit ihm mitkomme. Die Staatsanwaltschaft habe 

dies nicht weiter untersucht und auch das Mobiltelefon des Beschwerdeführers 

nicht ausgewertet. Sie habe das Mobiltelefon dem Beschwerdegegner kurz nach 

der Sicherstellung wieder ausgehändigt, sodass davon auszugehen sei, dass 

mittlerweile sämtliche belastenden Beweismittel gelöscht worden seien 

(ebd., Rz. 10). Die Staatsanwaltschaft stütze sich vollständig auf die Aussagen 

des Beschwerdegegners und habe die Aussagen der Beschwerdeführerin nicht 

gewürdigt. Es bleibe "schleierhaft, weshalb [die Beschwerdeführerin] überhaupt 

eine Vergewaltigung geltend machen sollte […]" und weshalb sie sich in den frü-

hen Morgenstunden Hilfe geholt habe, wenn sämtliche Handlungen einvernehm-

lich erfolgt sein sollen (ebd., Rz. 11). 

2. Die Staatsanwaltschaft verfügt gemäss Art. 319 Abs. 1 StPO die Einstel-

lung des Verfahrens u. a. dann, wenn kein Tatverdacht erhärtet ist, der eine An-

klage rechtfertigt (lit. a) und wenn kein Straftatbestand erfüllt ist (lit. b). Der Ent-

scheid über die Einstellung eines Verfahrens hat sich nach dem Grundsatz "in 

dubio pro duriore" zu richten. Danach darf ein Verfahren grundsätzlich nur bei kla-

rer Straflosigkeit oder offensichtlich fehlenden Prozessvoraussetzungen einge-

stellt werden. Sofern nicht die Erledigung mit einem Strafbefehl in Frage kommt, 

ist Anklage zu erheben, wenn eine Verurteilung wahrscheinlicher erscheint als ein 

Freispruch. Ist ein Freispruch genauso wahrscheinlich wie eine Verurteilung, 

drängt sich in der Regel, insbesondere bei schweren Delikten, eine Anklageerhe-

bung auf. Bei zweifelhafter Beweis- oder Rechtslage hat nicht die Staatsanwalt-

schaft über die Stichhaltigkeit des strafrechtlichen Vorwurfs zu entscheiden, son-

dern das zur materiellen Beurteilung zuständige Gericht. Der Grundsatz, dass im 

Zweifel nicht eingestellt werden darf, ist auch bei der Überprüfung von Einstel-

lungsverfügungen im Beschwerdeverfahren zu beachten (BGE 143 IV 241 

- 5 - 

E. 2.2.1 mit Hinweisen; Urteile des Bundesgerichts 6B_1306/2022 vom 13. Juni 

2023 E. 2.2; 6B_823/2021 vom 13. Juni 2022 E. 4.3.2 mit Hinweisen). 

3.   

3.1. Seitens des Beschwerdegegners ist unbestritten, dass es zwischen ihm 

und der Beschwerdeführerin zur fraglichen Zeit zum Geschlechtsverkehr gekom-

men ist (vgl. Urk. 8/2/1, polizeiliche Einvernahme vom 4. Dezember 2022, F/A 

6 ff.). Der Beschwerdegegner sagte zusammengefasst aus, der Sex sei einver-

nehmlich erfolgt. Er und die Beschwerdeführerin hätten Oral- und Vaginalsex ge-

habt (Urk. 8/2/1 F/A 6–10, 31–39). 

3.2. Die Beschwerdeführerin beschrieb die Vorgänge zwischen dem 2. und 

4. Dezember 2022 in der Einvernahme vom 5. Dezember 2022 (Urk. 8/3/2) dem-

gegenüber folgendermassen: Am Abend des 2. Dezember 2022 habe zuerst ein 

Bekannter des Beschwerdegegners ("C._____") die Beschwerdeführerin via 

SMS-Nachrichten dazu bewegen wollen, zu ihm zu kommen, ansonsten er ihre 

Nacktfotos in seiner "Story" veröffentlichen werde. Bis zum 3. Dezember 2022 um 

circa 01:00 Uhr habe sie mehrere Nachrichten erhalten. Sie sei der Aufforderung 

von C._____ in dieser Nacht aber nicht gefolgt. Am 3. Dezember 2022 sei sie 

tagsüber wie geplant arbeiten gegangen (Urk. 8/3/2 [Videoeinvernahme], 

00:06:00–00:07:40). Am Abend habe sie erneut entsprechende Aufforderungen 

von C._____ erhalten ("chum usse!", ebd., 00:07:40–00:08:20). Kurz vor Mitter-

nacht habe C._____ geschrieben, sie solle mit ihrem Ausweis nach D._____ 

kommen (ebd., 00:08:20–00:09:10). Es sei dabei (sinngemäss) um den Abschluss 

von Handy-Abos gegangen, womit man Geld verdienen könne (ebd., 00:30:00–

00:31:10). Am Abend des 3. Dezember 2022, circa 20:00 Uhr, sei sie dann erst-

mals auch vom Beschwerdegegner via "Snapchat" kontaktiert worden. Er habe 

u. a. gefragt, wo sie sei, und geschrieben, er sei "mega spitz". Die Beschwerde-

führerin erwähnte indes nicht, dass der Beschwerdegegner dabei (wie zuvor 

C._____) mit der Veröffentlichung von Nacktfotos gedroht hätte (diesbezüglich ist 

die Protokollierung von Urk. 8/3/2 [ab 00:05:10] fehlerhaft, vgl. Urk. 8/3/1 S. 1, 

["Wesentliche Aussagen", Absatz 2, Zeile 3 f.]). Sie sei schliesslich mit dem vom 

Beschwerdegegner bestellten Uber-Taxi zu ihm gefahren (ebd., 00:09:50–

- 6 - 

00:10:40; 00:25:00–00:25:30). Auch auf die insgesamt drei Mal gestellte Frage, 

was der Beschwerdegegner konkret geschrieben habe, das sie dazu bewogen 

habe, zum Beschwerdegegner zu gehen, erwähnte sie keine Drohungen, sondern 

blosse Aufforderungen (u. a. "la das alles, du chunsch jetzt"). Sie erwähnte dabei 

wiederholt Nachrichten von C._____, obwohl sie konkret nach den Nachrichten 

des Beschwerdegegners gefragt wurde. Sie habe "Panik" bekommen und sei mit 

dem vom Beschwerdegegner bestellten Uber-Taxi zu ihm gefahren. Auf die Fra-

ge, was sie vom Beschwerdegegner befürchtet habe, erwähnte sie eine mögliche 

erneute Drohung und dass der Beschwerdegegner und C._____ möglicherweise 

wüssten, wie ihre Schwester aussehe. Sie habe sich alles durch den Kopf gehen 

lassen, auch die Tatsache, dass der Beschwerdegegner und C._____ im Besitz 

ihrer Bilder seien. Sie sei zum Schluss gekommen, es sei besser, wenn sie zu 

ihm gehe (ebd., 00:25:30–00:29:50). Auch später in der Befragung, als sie nach 

allfälligem Zwang gefragt wurde im Zusammenhang mit der Entscheidung, zum 

Beschwerdegegner zu gehen, schilderte sie kein spezifisches Verhalten des Be-

schwerdegegners, sondern gab an, Angst gehabt zu haben (ebd., 01:20:50–

01:21:20). Für die Phase vor Ort im Kellerraum bzw. in der Waschküche, das 

heisst, unmittelbar vor und während der sexuellen Handlungen, konnte sie kein 

konkretes Verhalten des Beschwerdegegners ausmachen, das sie daran gehin-

dert hätte, den Sex mit ihm zu verweigern. Er habe sie an den Brüsten berührt 

und gesagt, sie solle "abe" (runter) gehen (ebd., 00:34:20–00:34:40). Sie habe 

sich verpflichtet gefühlt, gewehrt habe sie sich hingegen nicht. Sie habe auch 

nicht "Nein" gesagt, folglich schliesse sie eine Vergewaltigung aus (ebd., 

00:34:55–00:36:00). Gewollt habe sie den Sex aber auch nicht (ebd., 00:36:00–

00:36:30). Sie habe befürchtet, der Beschwerdegegner hätte sie am Verlassen 

des Raumes gehindert, wenn sie dies versucht hätte (ebd., 00:36:20–00:37:30). 

Sie habe mit dem Beschwerdegegner Oral- und Vaginalsex gehabt (ebd., 

00:37:45–00:38:20; 00:43:00–00:43:10). Zu Analsex sei es nicht gekommen, weil 

sie dies nicht gewollt habe. Er habe es zwar versucht, aber es sei nicht gegangen; 

sie habe sich dabei weggedreht. Es sei dann "vaginal weitergegangen" (ebd., 

00:42:25–00:43:20; 00:47:00–00:47:20). Auf die Frage, ob bzw. wie der Be-

schwerdegegner habe wissen können, dass die Beschwerdeführerin die sexuellen 

- 7 - 

Handlungen ablehne, gab sie an, er habe dies beim erwähnten Analsexversuch 

(nach dem Oralsex) vielleicht gemerkt (ebd., 00:46:35–00:47:20). Auf die Frage 

nach dem Hauptgrund, weshalb sie den Sex mit dem Beschwerdegegner ausge-

halten habe, sagte sie, sie sei in diesem Raum gewesen, sie habe nicht hinaus-

gehen können und es sei dunkel gewesen. Das einzige Fenster sei vergittert ge-

wesen. Sie habe Pech gehabt, überhaupt dort hingegangen zu sein (ebd., 

00:48:00–00:48:50). Die Tür des Raumes, so die Beschwerdeführerin auf Nach-

frage, sei aber von innen jederzeit ohne Schlüssel zu öffnen gewesen.  

Sie habe schon zu Beginn im Kellerraum befürchtet, es könnte "zu etwas kom-

men", weil der Beschwerdegegner geschrieben habe, er sei "spitz". Angst be-

kommen habe sie erst, als ein weiterer Kollege ("E._____") in den Keller gekom-

men sei, etwa 20 Minuten nach dem Sex mit dem Beschwerdegegner (ebd., 

00:48:40–00:49:55). Mit E._____ seien aber keinerlei sexuelle Handlungen erfolgt 

(ebd., 00:51:00–00:51:20). Die Beschwerdeführerin führte weiter aus, sie habe 

schon einmal im August oder September 2022 mit dem Beschwerdegegner ein-

vernehmlichen Geschlechtsverkehr gehabt. Auf die Frage nach dem Unterschied 

zwischen der ersten und der zweiten Begegnung gab sie an, das erste Mal habe 

sie selbst gewollt, beim zweiten Mal habe sie sich "wie gezwungen gefühlt" (ebd., 

01:14:40–01:17:10).  

4.  

4.1. Anfänglich stand seitens der Ermittlungsbehörden eine mögliche Schän-

dung (Art. 191 StGB) im Raum (vgl. Urk. 8/1/1 S. 2 f.; Urk. 8/2/1 F/A 67 f. [betref-

fend Verabreichung von Substanzen]). Wie die Staatsanwaltschaft korrekt aus-

führt, bieten die Aussagen der Beteiligten allerdings keine Hinweise, dass die Be-

schwerdeführerin während der sexuellen Handlungen urteils- oder widerstandsun-

fähig gewesen wäre bzw. unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln gestanden 

hätte. Die Beschwerdeführerin erwähnte keine Erinnerungslücken oder körperli-

che Einschränkungen für diesen Zeitraum (vgl. E. 3.2). Gefühle von Müdigkeit und 

Unwohlsein beschrieb sie erst für eine spätere Phase. Sie sei mit E._____ und 

dem Beschwerdegegner zuerst an den Flughafen, dann an den Hauptbahnhof, 

von dort wieder an den Flughafen (jeweils mit Aufenthalt) und anschliessend wie-

- 8 - 

der zurück nach D._____ an den F._____ gefahren. Erst für die Zeit, als sie wie-

der am F._____ gewesen sei, erwähnte sie ein Gefühl von Müdigkeit. Während 

der anschliessenden Fahrt im Uber-Taxi sei ihr so schlecht gewesen, dass sie 

das Fahrzeug habe verlassen wollen (Urk. 8/3/2, 00:13:40–00:16:40). Der Eintritt 

von Müdigkeit und Unwohlsein dürfte deshalb erst deutlich nach den sexuellen 

Handlungen erfolgt sein. Der Tatbestand der Schändung kommt deshalb vorlie-

gend nicht in Betracht. 

4.2. Eine Vergewaltigung nach Art. 190 Abs. 1 StGB begeht, wer eine Person 

weiblichen Geschlechts zur Duldung des Beischlafs nötigt, namentlich indem er 

sie bedroht, Gewalt anwendet, sie unter psychischen Druck setzt oder zum Wi-

derstand unfähig macht. Eine sexuelle Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 

StGB ist gegeben, wenn der Täter eine Person zur Duldung einer beischlafsähnli-

chen oder einer ähnlichen Handlung nötigt, namentlich indem er sie bedroht, Ge-

walt anwendet, sie unter psychischen Druck setzt oder zum Widerstand unfähig 

macht. Die in beiden Tatbeständen beispielhaft genannten Nötigungsmittel stim-

men vollständig überein. Art. 189 sowie Art. 190 StGB bezwecken den Schutz der 

sexuellen Selbstbestimmung. Das Individuum soll sich im Bereich des Ge-

schlechtslebens unabhängig von äusseren Zwängen oder Abhängigkeiten frei 

entfalten und entschliessen können. Die sexuellen Nötigungstatbestände von 

Art. 189 und 190 StGB setzen übereinstimmend voraus, dass der Täter das Opfer 

durch eine Nötigungshandlung dazu bringt, eine sexuelle Handlung zu erdulden 

oder vorzunehmen. Die Tatbestände erfassen alle erheblichen Nötigungsmittel, 

auch solche ohne unmittelbaren Bezug zu physischer Gewalt. Es soll ebenfalls 

das Opfer geschützt werden, das in eine ausweglose Situation gerät, in der es 

ihm nicht zuzumuten ist, sich dem Vorhaben des Täters zu widersetzen, auch 

wenn dieser keine Gewalt anwendet. Dementsprechend umschreibt das Gesetz 

die Nötigungsmittel nicht abschliessend. Es erwähnt namentlich die Ausübung 

von Gewalt und von psychischem Druck sowie das Bedrohen und das Herbeifüh-

ren der Widerstandsunfähigkeit, wobei der zuletzt genannten Variante kaum ei-

genständige Bedeutung zukommt (zum Ganzen: BGE 131 IV 167 E. 3 S. 169 f.; 

Urteile des Bundesgerichts 6B_643/2021 vom 21. September 2021 E. 3.3.1 f.; 

6B_1444/2020 vom 10. März 2021 E. 2.3.1 f., je mit Hinweisen). 

- 9 - 

4.3.  Die Tatbestandsvariante des Unter-Druck-Setzens stellt klar, dass sich die 

Ausweglosigkeit der Situation auch ergeben kann, ohne dass der Täter eigentli-

che Gewalt anwendet. Es kann vielmehr genügen, dass dem Opfer eine Wider-

setzung unter den gegebenen Umständen aus anderen Gründen nicht zuzumuten 

ist. Durch Art. 189 f. StGB geschützt werden soll auch das Opfer, das durch Über-

raschungseffekt, Erschrecken, Verblüffung oder aufgrund einer ausweglosen La-

ge keinen Widerstand leistet (BGE 148 IV 234 E. 3.3; Urteil des Bundesgerichts 

6B_488/2021 vom 22. Dezember 2021 E. 5.4.2, je mit Hinweisen). Eine Situation 

kann für das Opfer bereits aufgrund der sozialen und körperlichen Dominanz des 

Täters aussichtslos im Sinne der genannten Tatbestände sein. Diese Dominanz 

muss nicht notwendigerweise mit der Furcht des Opfers vor körperlicher Gewalt 

verknüpft sein (BGE 128 IV 106 E. 3a/bb mit Hinweis; Urteile des Bundesgerichts 

6B_643/2021 vom 21. September 2021 E. 3.3.4; 6B_1444/2020 vom 10. März 

2021 E. 2.3.2). Der psychische Druck, den der Täter durch die Schaffung einer 

Zwangslage erzeugen muss, hat indes von besonderer Intensität zu sein. Zwar 

wird nicht verlangt, dass er zur Widerstandsunfähigkeit des Opfers führt. Die Ein-

wirkung auf dasselbe muss aber immerhin erheblich sein und eine der Gewaltan-

wendung oder Bedrohung vergleichbare Intensität erreichen. Dies ist der Fall, 

wenn vom Opfer unter den gegebenen Umständen und in Anbetracht seiner per-

sönlichen Verhältnisse verständlicherweise kein Widerstand erwartet werden 

kann bzw. ihm ein solcher nicht zuzumuten ist, der Täter mithin gegen den Willen 

des Opfers an sein Ziel gelangt, ohne dafür Gewalt oder Drohungen anwenden zu 

müssen (BGE 131 IV 167 E. 3.1 mit Hinweisen). Die Auslegung von Art. 189 f. 

StGB hat sich insoweit insbesondere an der Frage der zumutbaren Selbstschutz-

möglichkeiten des Opfers zu orientieren (BGE 128 IV 106 E. 3b mit Hinweisen; 

Urteile des Bundesgerichts 6B_803/2021 vom 22. März 2023 E. 7.1.1; 6B_643/-

2021 vom 21. September 2021 E. 3.3.4).  

4.4. Vom Opfer wird nicht verlangt, dass es sich gegen die Gewalt mit allen Mit-

teln zu wehren versucht. Dieses muss sich nicht auf einen Kampf einlassen oder 

Verletzungen in Kauf nehmen. Die von der Rechtsprechung geforderte Gegen-

wehr des Opfers meint grundsätzlich eine tatkräftige und manifeste Willensbe-

zeugung, mit welcher dem Täter unmissverständlich klargemacht wird, mit sexuel-

- 10 - 

len Handlungen nicht einverstanden zu sein (Urteile des Bundesgerichts 6B_643/-

2021 vom 21. September 2021 E. 3.3.3; 6B_1444/2020 vom 10. März 2021 

E. 2.3.2; je mit Hinweisen). Der Tatbestand der sexuellen Nötigung oder Verge-

waltigung ist auch erfüllt, wenn das Opfer unter dem Druck des ausgeübten 

Zwangs im Voraus auf Widerstand verzichtet oder ihn nach anfänglicher Abwehr 

aufgibt (BGE 126 IV 124 E. 3c; 118 IV 52 E. 2b; Urteil des Bundesgerichts 

6B_520/2021 vom 30. August 2021 E. 2.3; je mit Hinweisen). Die Aufgabe des 

Widerstands kann insbesondere aufgrund der Ausweglosigkeit bzw. aus Angst 

vor einer weiteren Eskalation der Situation erfolgen (BGE 147 IV 409 E. 5.5.3 mit 

Hinweisen).  

4.5. Bei der Beurteilung, ob eine sexuelle Nötigung bzw. eine Vergewaltigung 

vorliegt, ist eine Gesamtwürdigung der konkreten Umstände vorzunehmen (BGE 

148 IV 234 E. 3.3 mit Hinweisen). Die Rechtsprechung hat namentlich den verba-

len Widerstand des Opfers unter Berücksichtigung der Gesamtumstände als ge-

nügenden Widerstand qualifiziert (Urteil 6B_803/2021 vom 22. März 2023 E. 7.1.1 

mit Hinweis auf Urteil 6B_367/2021 vom 14. Dezember 2021 E. 2.3). 

5.  

5.1. Die Ausübung von Gewalt durch den Beschwerdegegner ist vorliegend 

auszuschliessen, zumal die Beschwerdeführerin keine entsprechenden Aussagen 

gemacht hat und auch sonst keine Hinweise auf eine Gewaltausübung vorliegen. 

Gleiches gilt für die Tatbestandsvariante der Widerstandsunfähigkeit, denn für die 

Phase der sexuellen Handlungen erwähnte die Beschwerdeführerin keine körper-

lichen Einschränkungen. Den Aussagen der Beschwerdeführerin lässt sich auch 

nicht entnehmen, dass der Beschwerdegegner sie konkret bedroht hätte. 

5.2. Näher zu prüfen ist das Nötigungsmittel des psychischen Drucks. Zusam-

mengefasst gab die Beschwerdeführerin an, sie habe sich verpflichtet bzw. unter 

Druck gesetzt gefühlt, zum Haus des Beschwerdegegners zu gehen, weil ihr be-

wusst gewesen sei, dass der Beschwerdegegner im Besitz ihrer Nacktfotos sei. 

Sie beschrieb hingegen kein konkret nötigendes Verhalten des Beschwerdegeg-

ners. Ihrer Sachverhaltsdarstellung zufolge hat er sie zwar in harscher Weise und 

mit sexueller Anspielung dazu aufgefordert, sich zu ihm zu begeben. Er hat ihr – 

- 11 - 

anders als zuvor offenbar C._____ – hingegen keine Nachteile in Aussicht ge-

stellt, sollte sie dieser Aufforderung nicht nachkommen (insofern unzutreffend die 

Ausführungen in der Beschwerdeschrift, Urk. 2 Rz. 10 sowie die Protokollierung, 

vgl. E. 3.2). Es bestehen auch keine Hinweise, dass der Beschwerdegegner die 

von C._____ offenbar geäusserte Drohung (Veröffentlichung von Nacktbildern) 

übernommen hätte oder diese ihm mittäterschaftlich zuzurechnen wäre. Die Auf-

forderung, wie sie laut der Beschwerdeführerin seitens des Beschwerdegegners 

erfolgte, dürfte zwar ohne Weiteres als anstössig und respektlos empfunden wor-

den sein. Sie erreicht aber nicht die Intensität des psychischen Drucks im Sinne 

von Art. 189 f. StGB. Es gibt auch keinen Grund zur Annahme, dass der Be-

schwerdegegner zu einem früheren Zeitpunkt bzw. im Rahmen früherer Begeg-

nungen Druck ausgeübt oder Drohungen geäussert hätte, sodass das vorliegende 

Verhalten in einem besonderen Licht erschiene. Es ist zwar zutreffend, dass die 

Beschwerdeführerin zum fraglichen Zeitpunkt erst 17 Jahre alt war und von ihr 

generell nicht in gleichem Mass Widerstand erwartet werden kann wie von Er-

wachsenen. Im vorliegenden Fall wäre es ihr aber zuzumuten gewesen, sich der 

Aufforderung zu widersetzen, zum Beschwerdeführer zu gehen, so wie sie es am 

Tag zuvor anlässlich der Drohungen von C._____ getan hatte. Die Ausführungen 

der Beschwerdeführerin, dass sie sich (sinngemäss) machtlos gefühlt habe, sind 

zwar nicht unglaubhaft. Diesem Empfinden steht aber, folgt man ihrer Darstellung, 

kein Verhalten des Beschwerdegegners gegenüber, dass hierfür als adäquat kau-

sal zu qualifizieren wäre. Mit anderen Worten ist ihr Gefühl der Macht- bzw. Aus-

weglosigkeit dem Beschwerdegegner nicht strafrechtlich anzulasten. 

5.3. Für die Situation im Kellerraum beschrieb die Beschwerdeführerin die (von 

ihr empfundene) Drucksituation primär damit, dass sie befürchtet habe, der Be-

schwerdegegner hätte sie am Verlassen des Raumes gehindert, sollte sie dies 

versuchen. Sie machte aber nicht geltend, dass der Beschwerdeführer dies in ir-

gendeiner Weise in Aussicht gestellt bzw. zum Ausdruck gebracht hätte oder 

weshalb sonst dies zu erwarten gewesen wäre. Die Beschwerdeführerin hat sich 

gegen den Sex mit dem Beschwerdegegner weder verbal noch körperlich ge-

wehrt. Sie hat auch nicht auf andere Weise zu erkennen gegeben, dass sie damit 

nicht einverstanden war (zum "Versuch" betreffend Analsex vgl. nachstehend 

- 12 - 

E. 5.4). Der Beschwerdegegner musste also keinen Widerstand überwinden 

(sprich: Nötigungsmittel anwenden), um Sex mit der Beschwerdeführerin zu ha-

ben. Die Beschwerdeführerin erwähnte auch nicht, dass der Beschwerdegegner 

beim Sex grob oder aggressiv gewesen wäre. Dass die Beschwerdeführerin sich 

offenbar zum Sex verpflichtet gefühlt hat, ist dem Beschwerdegegner unter straf-

rechtlich relevanten Gesichtspunkten nicht anzulasten. Auch die erwähnte körper-

liche Überlegenheit des Beschwerdegegners kann für sich allein nicht als psychi-

sches Unter-Druck-Setzen im Sinne des Sexualstrafrechts qualifiziert werden. Er 

hat sich nicht über einen erkennbaren entgegenstehenden Willen der Beschwer-

deführerin hinweggesetzt. 

5.4. Die Beschwerdeführerin sagte aus, der Beschwerdegegner habe versucht, 

mit ihr Analsex zu haben. Sie habe dies aber nicht gewollt. Es sei dann vaginal 

weitergegangen (vgl. E. 3.2). Legt man die Aussagen der Beschwerdeführerin zu-

grunde, so wird man zwar davon ausgehen müssen, dass der Beschwerdegegner 

die fehlende Zustimmung (zum Analsex) zur Kenntnis genommen hat. Ein nöti-

gendes Verhalten seinerseits steht aber auch für diesen Teilsachverhalt nicht im 

Raum, weshalb eine Versuchsstrafbarkeit nicht in Betracht kommt. 

5.5. Nicht zu erkennen ist, was die Erhebung weiterer Beweise an dieser Ein-

schätzung ändern könnte. Namentlich eine Blut- oder Haaranalyse ist nicht ge-

eignet, ein nötigendes Verhalten des Beschwerdegegners zu belegen. Wie bereits 

erwähnt, bestehen keine Anzeichen dafür, dass die Beschwerdeführerin zur Zeit 

der sexuellen Handlungen unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln gestanden 

hätte bzw. widerstandsunfähig gewesen wäre (vgl. E. 4.1). 

5.6. Im Ergebnis liegt deshalb kein Verhalten seitens des Beschwerdegegners 

vor, das den objektiven Tatbestand der sexuellen Nötigung (Art. 189 StGB) oder 

der Vergewaltigung (Art. 190 StGB) erfüllt. Die entsprechenden Ausführungen der 

Staatsanwaltschaft sind nicht zu beanstanden. Sie hat sich im Übrigen, anders als 

die Beschwerdeführerin geltend machen lässt (vgl. Urk. 2 Rz. 11), mit deren Aus-

sagen gründlich auseinandergesetzt bzw. diese ihrer rechtlichen Einschätzung 

sogar zugrunde gelegt. Die Behauptung, die Staatsanwaltschaft hätte "sich ganz 

- 13 - 

auf die Aussagen des [Beschwerdegegners] gestützt", ist falsch; das Gegenteil ist 

der Fall (vgl. Urk. 5 S. 3). 

5.7. Angesichts des von der Beschwerdeführerin geschilderten Ablaufs, na-

mentlich ihres unterbliebenen Widerstands, würde mit sehr grosser Wahrschein-

lichkeit schliesslich nicht nachzuweisen sein, dass der Beschwerdegegner sich 

der ablehnenden Haltung der Beschwerdeführerin zum Oral- und Vaginalsex be-

wusst war. Die Beschwerdeführerin scheint einen entsprechenden (dem Sex ent-

gegenstehenden) Willen auch in der Einvernahme vom 5. Dezember 2022 nicht 

geltend zu machen (vgl. E. 3.2). Abgesehen davon schilderte die Beschwerdefüh-

rerin – wie erwähnt – keine straferheblichen Nötigungshandlungen. Eine Verurtei-

lung des Beschwerdegegners im Sinne von Art. 189 f. StGB scheint damit ausge-

schlossen. 

5.8. Bei dieser Sach- und Rechtslage durfte die Staatsanwaltschaft das Straf-

verfahren einstellen. Die Beschwerde ist folglich abzuweisen. 

III.  

1. Die Beschwerdeführerin beantragt, es sei ihr für das Beschwerdeverfahren 

die unentgeltliche Rechtspflege zu bewilligen (Urk. 2 S. 2). Gemäss Art. 136 

Abs. 1 lit. b StPO ist im Strafverfahren für die Gewährung der unentgeltlichen 

Prozessführung vorausgesetzt, dass die Zivilklage nicht aussichtslos erscheint. 

Die Beschwerdeführerin hat sich als Privatklägerin konstituiert (Urk. 8/8/1 S. 1) 

und macht geltend, sie werde eine Zivilforderung stellen (Urk. 2 Rz. 20). Die Be-

schwerde erweist sich indes nach dem Ausgeführten als klarerweise von vornhe-

rein unbegründet, weshalb eine allfällige Adhäsionsklage ohnehin aussichtslos 

wäre (zu aussichtslosen Strafverfahren vgl. Urteil des Bundesgerichts 

1B_310/2017 vom 26. Oktober 2017 E. 2.4.2). Damit entfällt auch ein Anspruch 

gestützt auf Art. 29 Abs. 3 BV, der ebenfalls verlangt, dass ein Rechtsbegehren 

bzw. ein Rechtsmittel nicht von vornherein, das heisst, im Zeitpunkt der Rechts-

mittelerhebung aussichtslos ist. Zudem lagen keine besonderen Umstände vor, 

wie etwa Verfahrensfehler der Staatsanwaltschaft, die Anlass zur Beschwerdeer-

hebung gegeben hätten (vgl. Urteil des Bundesgerichts 1B_57/2019 vom 

- 14 - 

6. November 2019 E. 2.2 in fine). Auch die in einem Punkt fehlerhafte schriftliche 

Wiedergabe der Videoeinvernahme (vgl. E. II.3.2) hat nicht Anlass zur Beschwer-

deerhebung gegeben. Somit ist das Gesuch der Beschwerdeführerin um Gewäh-

rung der unentgeltlichen Prozessführung abzuweisen. 

2. Ausgangsgemäss sind die Kosten des Beschwerdeverfahrens der Be-

schwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 428 Abs. 1 StPO). Die Gerichtsgebühr ist un-

ter Berücksichtigung von Bedeutung, Aufwand und Schwierigkeit des Falles auf 

Fr. 1'200.– festzusetzen (§ 17 Abs. 1 i. V. m. § 2 Abs. 1 lit. b–d GebV OG). 

3. Aufgrund ihres Unterliegens ist der Beschwerdeführerin für das Beschwer-

deverfahren keine Entschädigung zuzusprechen (Art. 436 Abs. 1 i. V. m. Art. 433 

Abs. 1 StPO). Der Beschwerdegegner musste zur Beschwerde keine Stellung 

nehmen. Folglich wird er weder kostenpflichtig noch entschädigungsberechtigt 

(vgl. BGE 138 IV 248 E. 5.3; Urteil des Bundesgerichts 6B_265/2016 vom 1. Juni 

2016 E. 2.3). 

Es wird verfügt: 
(Oberrichter lic. iur. A. Flury) 

1. Das Gesuch der Beschwerdeführerin um Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtspflege wird abgewiesen. 

2. Schriftliche Mitteilung und Rechtsmittelbelehrung mit nachfolgendem Be-

schluss. 

Sodann wird beschlossen: 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die Gerichtsgebühr wird auf Fr. 1'200.– festgesetzt und der Beschwerdefüh-

rerin auferlegt. 

3. Es werden keine Entschädigungen ausgerichtet. 

- 15 - 

4. Schriftliche Mitteilung an: 

− Rechtsanwältin MLaw X._____, zweifach, für sich und die Beschwerde-
führerin (per Gerichtsurkunde) 

− Rechtsanwalt Y._____, zweifach, für sich und den Beschwerdegeg-
ner 1 (per Gerichtsurkunde) 

− die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich ad B-1/2022/10044123 
(gegen Empfangsbestätigung) 

sowie nach Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. nach Erledigung allfälliger 

Rechtsmittel an: 

− die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich ad B-1/2022/10044123 
unter Rücksendung der beigezogenen Akten (Urk. 8; gegen Emp-
fangsbestätigung). 

5. Rechtsmittel: 

Gegen diesen Entscheid kann Beschwerde in Strafsachen erhoben wer-
den. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an gerechnet, bei der 
gemäss Art. 35 und 35a BGerR zuständigen strafrechtlichen Abteilung des 
Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichts-

gesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 
  

- 16 - 

Hinweis: Eingaben müssen spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht einge-
reicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplo-

matischen oder konsularischen Vertretung übergeben werden. 

 
 
Zürich, 19. Oktober 2023 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

III. Strafkammer 
 

Der Präsident: 
 
 
 

lic. iur. A. Flury 

Der Gerichtsschreiber: 
 
 
 

MLaw J. Ahmadi 
 
 

	Verfügung und Beschluss vom 19. Oktober 2023
	Erwägungen:
	I.
	" 1. Es sei die Einstellungsverfügung vom 1. Februar 2023 aufzuheben.
	2.  Die Strafuntersuchung sei wieder aufzunehmen.
	3.  Die Akten des Vorverfahrens seien beizuziehen.
	4. Es sei Frau A._____ für das Beschwerdeverfahren die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren, und es sei ihr in der Person von Frau Rechtsanwältin MLaw X._____ eine unentgeltliche Rechtsbeiständin beizugeben.
	5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MwSt.) zu Lasten des Staates."
	II.
	III.

	Es wird verfügt:
	1. Das Gesuch der Beschwerdeführerin um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird abgewiesen.
	2. Schriftliche Mitteilung und Rechtsmittelbelehrung mit nachfolgendem Beschluss.
	Sodann wird beschlossen:
	1. Die Beschwerde wird abgewiesen.
	2. Die Gerichtsgebühr wird auf Fr. 1'200.– festgesetzt und der Beschwerdeführerin auferlegt.
	3. Es werden keine Entschädigungen ausgerichtet.
	4. Schriftliche Mitteilung an:
	 Rechtsanwältin MLaw X._____, zweifach, für sich und die Beschwerdeführerin (per Gerichtsurkunde)
	 Rechtsanwalt Y._____, zweifach, für sich und den Beschwerdegegner 1 (per Gerichtsurkunde)
	 die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich ad B-1/2022/10044123 (gegen Empfangsbestätigung)

	sowie nach Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. nach Erledigung allfälliger Rechtsmittel an:
	 die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich ad B-1/2022/10044123 unter Rücksendung der beigezogenen Akten (Urk. 8; gegen Empfangsbestätigung).

	5. Rechtsmittel: Gegen diesen Entscheid kann Beschwerde in Strafsachen erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an gerechnet, bei der gemäss Art. 35 und 35a BGerR zuständigen strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes (1000...
	Hinweis: Eingaben müssen spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung übergeben werden.