# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0ffd15e8-ac83-5ff0-9bd7-f5ab7b6f26cc
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-08-28
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 28.08.2019 S 2017 139
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2017-139_2019-08-28.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 17 139

3. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz Meisser
Richter von Salis, Audétat 

Aktuarin ad hoc Christen

URTEIL

vom 28. August 2018

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,

Beschwerdeführer

gegen 

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden,

Beschwerdegegnerin

betreffend Versicherungsleistungen nach IVG

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1. A._____ gehört der nationalen Minderheit der Jenischen an. Er absolvierte 

keine Berufsausbildung, sondern wurde von seinem Vater in die 

traditionellen Tätigkeiten der Jenischen eingeführt. In der Folge verdiente 

er seinen Lebensunterhalt vor allem mit Schleifarbeiten, insbesondere von 

Aktenvernichtern und Papierschneidemaschinen, und mit 

Antiquitätenhandel.

2. Am 13. September 2004 erlitt A._____ bei einem Sturz auf der Jagd eine 

Bimalleolar-Luxationsfraktur und eine Fraktur des Volkmann-Dreiecks am 

linken Fuss. Diese Verletzungen wurden im Spital B._____ operativ 

versorgt. In der Folge entwickelte sich eine massive OSG-Arthrose, so dass 

im Februar 2006 in der Klinik C._____ eine OSG-Totalprothese eingesetzt 

wurde. Dies verbesserte die Symptomatik und den Bewegungsumfang 

indessen nicht wesentlich, weil sich ein Komplexes Regionales 

Schmerzsyndrom (CRPS) und eine Fussfehlstellung entwickelten.

3. Mit Verfügung vom 23. November 2007 sprach die IV-Stelle des Kantons 

Graubünden (im Folgenden: IV-Stelle) A._____ für den Zeitraum vom 1. 

Oktober 2005 bis am 30. September 2006 eine ganze Invalidenrente zu, 

ab dem 1. Oktober 2006 eine halbe Rente bei einem Invaliditätsgrad von 

55 %.

4. Mit Gesuch vom 3. Februar 2010 beantragte A._____ eine 

Rentenerhöhung. Er stützte sich auf einen Bericht seiner Hausärztin Dr. 

med. D._____ vom 1. März 2010, wonach sich die Gehfähigkeit wegen der 

Schmerzen und der Spitzfussstellung deutlich verschlechtert habe. Die IV-

Stelle liess eine BEFAS-Abklärung im Kompetenzzentrum für berufliche 

Integration Appisberg durchführen. Mit Schlussbericht vom 8. April 2011 

wurde dazu festgehalten, medizinisch-theoretisch könne aktuell aus 

rheumatologischer Sicht bei optimal behinderungsangepassten Tätigkeiten 

nach adäquat bemessener Einarbeitungszeit eine Halbtagesleistung 

zugemutet werden. Als leidensangepasst wurde eine überwiegend 

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sitzende Tätigkeit beschrieben mit der Möglichkeit zu Wechselpositionen 

und zur Hochlagerung des linken Beines.

5. Mit Abschlussbericht vom 24. Mai 2011 hielt die RAD Ärztin E._____ fest, 

abstellend auf das Ergebnis der BEFAS müsse von einer 

Restarbeitsfähigkeit von 50 % in einem Nischenarbeitsplatz ausgegangen 

werden. Die Verschlechterung habe gestützt auf die Angaben der Klinik 

C._____ im März 2009 begonnen.

6. Mit Verfügung vom 21. Oktober 2011 sprach die IV-Stelle A._____ ab dem 

1. Februar 2010 eine Dreiviertelrente aufgrund eines Invaliditätsgrades von 

63 % zu. Die Abklärungen hätten einen verschlechterten 

Gesundheitszustand mit einer Arbeitsfähigkeit von 50 % in einem 

Nischenarbeitsplatz aufgezeigt, das Valideneinkommen für das 

Vergleichsjahr 2011 liege bei Fr. 62‘469.--, das Invalideneinkommen bei Fr. 

23‘426.--.

7. Im Frühjahr 2016 ergaben sich bei Ermittlungen der IV-Stelle zur 

Invalidenrente der Ehefrau von A._____ Hinweise darauf, dass sich die 

funktionellen Einschränkungen bei A._____ verringert hatten. Am 1. Mai 

2016 leitete die IV-Stelle deshalb eine frühzeitige Rentenrevision ein. Im 

Revisionsfragebogen vom 4. Mai 2016 gab A._____ an, sein 

Gesundheitszustand sei im Wesentlichen unverändert, er könne sich 

vorstellen, täglich zwei Stunden Hausieren zu bewältigen.

8. Die IV-Stelle holte bei den behandelnden Ärzten Unterlagen ein. Aus 

verschiedenen Berichten der Klinik C._____ von Frühling und Sommer 

2015 ging hervor, dass der linke Fuss nach wie vor Beschwerden 

verursachte, und im Bericht vom 25. August 2015 wurde festgehalten, der 

Patient berichte nach einer vorübergehenden Gipsruhigstellung des linken 

Sprunggelenkes über einen deutlichen Rückgang der Beschwerden, er sei 

in den orthopädischen Serienschuhen schmerzfrei mobil. Die Hausärztin 

Dr. med. D._____ führte in ihrem Bericht vom 22. Juni 2016 aus, der 

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Gesundheitszustand habe sich verschlechtert, die Fehlstellung und die 

Symptome des Sudeck hätten zugenommen. A._____ sei nicht 

arbeitsfähig, da er nicht lange stehen und gehen könne.

9. Im Auftrag der IV-Stelle observierte die F._____ GmbH A._____ an vier 

Tagen zwischen dem 21. April und dem 12. Juli 2016. Dazu wurde mit 

Bericht vom 25. Juli 2016 festgehalten, A._____ habe wiederholt dabei 

beobachtet werden können, wie er alte Gegenstände an verschiedenen 

Orten abgeholt habe. Das Tragen von schweren Gegenständen habe ihm 

scheinbar keinerlei Probleme verursacht. Ab und zu habe bei seinem Gang 

ein leichtes Hinken festgestellt werden können, sämtliche sonstigen 

Bewegungen seien vollkommen normal und der jeweiligen Situation 

angepasst gewesen. Der Bericht umfasste detaillierte 

Observationsberichte, eine Fotodokumentation und Videoaufnahmen.

10. Am 23. August 2016 führte die IV-Stelle auf ihrer Geschäftsstelle ein 

Evaluationsgespräch mit A._____ durch. Davor und danach wurde er von 

der Fachstelle Bekämpfung Versicherungsmissbrauch (BVM) beobachtet. 

Am 6. September 2016 führte die Fachstelle BVM eine weitere 

Beobachtung durch, diesmal am Wohnort von A._____ auf dem 

Campingplatz G._____ in X._____. 

11. Am 23. August 2016 wurde A._____ durch den RAD Arzt Dr. med. H._____ 

abgeklärt. Mit Bericht vom 1. Dezember 2016 führte Dr. med. H._____ aus, 

am linken Fuss liege eine Wackelsteife in allen Ebenen im Sprunggelenk, 

eine Spitzfussstellung, eine trophische Hautstörung und eine Hyperalgesie 

vor. Das linke Bein sei deutlich verkürzt und die Muskulatur des linken 

Unterschenkels sei atroph. Im Vergleich zur RAD Abschlussbeurteilung 

vom 24. Mai 2011 sei der Gesundheitszustand im Wesentlichen gleich 

geblieben. Es bestehe eine eingeschränkte Beweglichkeit und 

Belastbarkeit des linken Beines mit funktionellen Auswirkungen auf 

Hüftgelenke, IS-Gelenke und LWS durch statische Fehlbelastung. 

Körperlich leichte Arbeiten seien nach wie vor zu 50 % zumutbar.

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12. Auf Veranlassung des RAD Arztes Dr. med. H._____ wurde A._____ in der 

Klinik I._____ einer Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) 

unterzogen. Mit Bericht vom 26. September 2016 wurde dazu festgehalten, 

die beobachtete Belastbarkeit entspreche aufgrund der 

Minderbelastbarkeit der linken unteren Extremität im Wesentlichen einer 

leichten Tätigkeit in einem Pensum von maximal 50 %.

13. Mit Bericht vom 17. Oktober 2016 beurteilte der RAD Arzt K._____ den 

Gesundheitszustand von A._____ unter Berücksichtigung der 

Observationsergebnisse. Er führte aus, der Gesundheitszustand habe sich 

gegenüber dem Zeitpunkt des letzten materiellen Entscheids am 21. 

Oktober 2011 deutlich verbessert. Die damals bestehenden Limiten lägen 

nicht mehr im selben Umfang vor. Der Fuss müsse nicht mehr häufig hoch 

gelagert werden, die Tätigkeit müsse nicht überwiegend im Sitzen 

ausgeübt werden, die Gehstrecken seien vermutlich deutlich länger als 200 

Meter. Tätigkeiten mit Gewichten mute sich A._____ wie selbstverständlich 

zu, das Benutzen von Stöcken und das Tragen von Spezialschuhen seien 

nicht mehr erforderlich. In seinen Aktivitäten des alltäglichen Lebens sei 

A._____ ganz offensichtlich nicht mehr eingeschränkt. Aus medizinischer 

Sicht sei er für eine leichte, wechselbelastende Tätigkeit ohne erhöhte 

Anforderungen an das Heben, Tragen und Bücken zu 100 % arbeitsfähig. 

Und ausweislich der präsentierten Fähigkeiten beim Tragen von Schränken 

und Kästen in der Observation dürfte auch eine mittelschwere Tätigkeit 

zumutbar sein.

14. Am 29. November 2016 gab die IV-Stelle A._____ in einem Gespräch die 

Möglichkeit, zu den Ergebnissen der Observation Stellung zu nehmen.

15. Mit Bericht vom 24. Februar 2017 korrigierte der RAD Arzt Dr. med. 

H._____ nach Einsicht in die Ermittlungsakten seinen Bericht zur RAD 

Abklärung vom 23. August 2016. Er führte aus, zusammenfassend zeigten 

vor allem die Observationsvideos eine erheblich gesteigerte 

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Funktionsfähigkeit und Belastbarkeit des linken Fusses und des linken 

Beines als von ihm in der Anamnese erhoben. Auch die allgemeine 

körperliche Leistungsfähigkeit erscheine im Lichte der Observationsvideos 

höher als von ihm in der klinischen Befunderhebung angenommen. Das bei 

der RAD Abklärung geäusserte Beschwerdebild decke sich nicht mit den in 

den Observationsvideos gezeigten Bewegungsabläufen und Belastungen. 

In einer leidensangepassten körperlich leichten Tätigkeit im Wechsel von 

Gehen, Stehen und Sitzen erscheine A._____ vollpensig arbeitsfähig, dies 

spätestens ab dem Zeitpunkt der RAD Abklärung vom 23. August 2016.

16. In seiner Abschlussbeurteilung vom 24. März 2017 gab der RAD Arzt 

K._____ an, Dr. med. H._____ habe in Kenntnis der Observationsvideos 

seine RAD Abklärungsergebnisse revidiert. Er persönlich sehe die 

Arbeitsfähigkeit – basierend auf den Videos – als noch weniger 

eingeschränkt an. Er empfehle bei der 100%igen Arbeitsfähigkeit in 

adaptierter Tätigkeit von einer höheren Gewichtslimite auszugehen, sei 

A._____ doch dabei beobachtet worden, wie er einen mit Erde gefüllten 

Kessel eine Treppe hochgeschleppt habe, der grob geschätzt mindestens 

50 kg gewogen habe. Seiner Ansicht nach sei „mittelschwer bis selten 

schwer“ angemessen.

17. Mit Vorbescheid vom 30. März 2017 informierte die IV-Stelle A._____ 

darüber, dass sie beabsichtige, die Rentenleistungen einzustellen. Mit 

Einwand vom 11. Mai 2017 beantragte A._____ sinngemäss, es sei auf die 

Einstellung der Rente zu verzichten, sein Gesundheitszustand habe sich 

nicht wesentlich verändert.

18. Mit Verfügung vom 7. September 2017 stellte die IV-Stelle die Rente von 

A._____ per 1. November 2017 ein. Gemäss versicherungsmedizinischer 

Beurteilung könne nach Sichtung des Videomaterials aus der Observation 

von einer Arbeitsfähigkeit von 100 % in einer leidensadaptierten Tätigkeit 

ausgegangen werden. Das Observationsmaterial könne gemäss der 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung verwendet werden. Ein 

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Revisionsgrund liege mit dem augenscheinlich wesentlich verbesserten 

Gesundheitszustand vor. Zwar seien die Diagnosen unverändert, doch 

bestünden die Funktionseinschränkungen nicht mehr im selben Ausmass 

wie im Jahr 2011. Zur Festlegung der Arbeitsfähigkeit könne auf den 

Bericht vom 24. Februar 2017 abgestellt werden, welchen der RAD Arzt Dr. 

med. H._____ in Kenntnis des Observationsmaterials verfasst habe. Diese 

Beurteilung werde von keinem Mediziner in Frage gestellt. Die 

Restarbeitsfähigkeit von A._____ sei in traditionellen Tätigkeiten der 

Fahrenden verwertbar, zu denken sei dabei beispielsweise an den Handel 

mit Antiquitäten und Recyclingmaterial, an das Hausieren mit 

Haushaltsartikeln oder Artikeln des gewerblichen Bedarfs, an das Schärfen 

von leichten Gegenständen sowie den Verkauf auf Jahrmärkten. In solchen 

Tätigkeiten könne A._____ etwa dasselbe Einkommen erzielen, wie er es 

heute in seiner angestammten Tätigkeit als Scheren- und Messerschleifer 

von schweren Gegenständen erzielen könnte. Hinzu komme, dass 

A._____ nicht mit dem Wohnwagen unterwegs, sondern sesshaft sei, im 

Sommerhalbjahr auf dem Campingplatz in X._____ und im Winterhalbjahr 

in Y._____. Die Annahme einer leidensangepassten unselbständigen 

Tätigkeit sei ihm deshalb zumutbar, so dass das Invalideneinkommen 

gestützt auf die Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik (LSE) 

festgelegt werden könne. Für das Vergleichsjahr 2017 ergebe sich so ein 

Invalideneinkommen von Fr. 68‘039.-- (LSE 2014, Tabelle TA 1, 

Kompetenzniveau 1, privater Sektor). Das Valideneinkommen liege bei Fr. 

47‘500.--. Es sei nicht gestützt auf die Bestimmung über die Frühinvalidität 

(Art. 26 Abs. 1 IVV) zu bestimmen, es gebe keine überzeugenden Hinweise 

darauf, dass A._____ aus gesundheitlichen Gründen keine zureichenden 

beruflichen Kenntnisse habe erwerben können.

19. Gegen diese Verfügung erhob A._____ (im Folgenden: Beschwerdeführer) 

am 6. Oktober 2017 Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons 

Graubünden. Er beantragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung 

und machte zur Begründung im Wesentlichen geltend, das 

Observationsmaterial sei nicht verwertbar, weil die Aufnahmen teilweise im 

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privaten Bereich gemacht worden seien, weil die Observation ohne 

ausgewiesene Zweifel eingeleitet worden sei, weil er einer regelmässigen 

oder jedenfalls systematischen Überwachung ausgesetzt gewesen sei und 

weil kein überwiegendes öffentliches Interesse gegeben sei. Weiter machte 

der Beschwerdeführer geltend, die Annahme einer 100%igen 

Arbeitsfähigkeit sei willkürlich, es sei wegen seiner körperlichen 

Behinderung nicht möglich, die Anstrengungen des Hausierens in dem 

Mass zu ertragen, das notwendig wäre, um einen vollen Verdienst zu 

erwirtschaften. Er habe häufig mittlere bis starke Schmerzen und sei nicht 

fähig, allein schwere Lasten zu tragen oder grössere Strecken 

zurückzulegen. Die Videobilder zeigten nur kürzere einmalige 

Anstrengungen, die teilweise als Überanstrengung bezeichnet werden 

müssten und die seinen starken Willen zur Bewältigung seiner Existenz aus 

eigenen Kräften aufzeigten. Aus diesen Momentaufnahmen lasse sich 

nicht auf die Langzeitbefindlichkeit und auf den Dauerzustand schliessen. 

Seine Arbeitsfähigkeit sei gestützt auf den EFL Bericht der Klinik I._____ 

auf 50 % festzulegen. Es sei diskriminierend anzunehmen, das Ergebnis 

dieses Berichts beruhe auf falschen Aussagen seinerseits. Und schliesslich 

widerspreche die Auffassung der IV-Stelle, es sei ihm eine konventionelle 

Erwerbsarbeit zuzumuten, Art. 5 Abs. 1 des Rahmenabkommens des 

Europarates zum Schutz nationaler Minderheiten.

20. Die IV-Stelle beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 24. Oktober 2017 

die Abweisung der Beschwerde. Sie verwies auf die angefochtene 

Verfügung und ging auf die vom Beschwerdeführer vorgebrachten 

Argumente ein.

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften und in 

der angefochtenen Verfügung sowie auf die im Recht liegenden 

Beweismittel wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.

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Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt im vorliegenden Beschwerdeverfahren ist die 

Verfügung der IV-Stelle des Kantons Graubünden vom 7. September 2017. 

Das Verwaltungsgericht ist aufgrund von Art. 69 Abs. 1 lit. a des 

Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) und Art. 

58 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Verbindung mit Art. 49 

Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 

370.100) zur Beurteilung der Beschwerde sachlich und örtlich zuständig. 

Als formeller und materieller Verfügungsadressat ist der Beschwerdeführer 

von der angefochtenen Verfügung unmittelbar betroffen und hat ein 

schutzwürdiges Interesse an deren gerichtlicher Überprüfung (Art. 59 

ATSG). Überdies wurde die Beschwerde frist- und formgerecht beim 

Verwaltungsgericht eingereicht (Art. 60 und Art. 61 lit. b ATSG). 

Demzufolge ist auf die Beschwerde einzutreten.

2. Streitig und zu prüfen ist, ob die IV-Stelle den bisherigen Anspruch des 

Beschwerdeführers auf eine Dreiviertelrente zu Recht per 1. November 

2017 aufgehoben hat. Dabei ist vorneweg zu prüfen, ob die Ergebnisse der 

Observation verwertbar sind (vgl. Erwägung 3). Danach ist zu klären, ob 

ein Revisionsgrund vorliegt (vgl. Erwägung 4) und ob die IV-Stelle die 

Arbeitsfähigkeit und den Invaliditätsgrad korrekt festgelegt hat (vgl. 

Erwägung 6 ff.). Relevant für die Beantwortung der streitigen Fragen ist der 

Sachverhalt, der sich bis zum Zeitpunkt des Verfügungserlasses – 

vorliegend somit bis zum 7. September 2017 - verwirklicht hat (BGE 132 V 

215 E.3.1.1). Dabei ist der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad 

der überwiegenden Wahrscheinlichkeit massgeblich (BGE 133 V 504 E. 

3.3).

3. Der Beschwerdeführer wurde im Auftrag der IV-Stelle von einer privaten 

Detektei und von der Fachstelle Bekämpfung Versicherungsmissbrauch 

(BVM) observiert. Im Folgenden wird geprüft, ob die IV-Stelle zu Recht auf 

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die Ergebnisse dieser Observation abgestellt hat, ober ob diese – wie der 

Beschwerdeführer geltend macht – nicht verwertbar sind.

3.1. Am 25. November 2018 hat das Schweizer Stimmvolk einer Änderung des 

ATSG in dem Sinne zugestimmt, dass eine gesetzliche Grundlage für die 

Überwachung von Versicherten geschaffen wird. Die neuen Art. 43a und 

43b ATSG werden im Lauf des Jahres 2019 in Kraft treten. Nach aktuell 

geltendem Recht hingegen fehlt es gemäss der Rechtsprechung in der 

Invalidenversicherung an einer genügenden gesetzlichen Grundlage, 

welche die verdeckte Überwachung umfassend klar und detailliert regelt 

(BGE 143 I 377 E.4). Zurzeit sind Observationen von Versicherten deshalb 

an und für sich rechtswidrig. Sie erfolgen in Verletzung des Rechts auf 

Achtung des Privat- und Familienlebens (Art. 8 der Europäischen 

Menschenrechtskonvention; EMRK; SR 0.101) beziehungsweise in 

Verletzung des Rechts auf Schutz der Privatsphäre (Art. 13 der 

Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft; BV; SR 101). 

Dennoch ist es nach der Rechtsprechung zulässig, 

Observationsergebnisse zu verwerten, wenn das öffentliche Interesse an 

der Wahrheitsfindung und der Verhinderung des 

Versicherungsmissbrauchs das private Interesse des Versicherten an der 

Wahrung seiner Privatsphäre überwiegt. Dies ist dann der Fall, wenn die 

Observation aufgrund ausgewiesener Zweifel eingeleitet wurde, wenn die 

versicherte Person nur im öffentlichen Raum überwacht und nicht 

beeinflusst wurde und wenn die versicherte Person keiner systematischen 

oder ständigen Überwachung ausgesetzt war (BGE 143 I 377 E.5.1.2). 

Diese Voraussetzungen sind im vorliegenden Fall, wie nachfolgend im 

Detail aufgezeigt wird, allesamt erfüllt.

3.2. Die Observation des Beschwerdeführers wurde aufgrund ausgewiesener 

Zweifel eingeleitet. Im Rahmen der Observation seiner Ehefrau war der 

Beschwerdeführer am 4. Dezember 2015 und am 12. April 2016 in einem 

Gesundheitszustand gefilmt worden, der deutlich gebessert erschien 

gegenüber dem Gesundheitszustand bei Erlass der Verfügung vom 21. 

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Oktober 2011, mit welcher dem Beschwerdeführer eine Dreiviertelrente 

zugesprochen worden war. Grundlage der damaligen Verfügung waren der 

Bericht der BEFAS Appisberg vom 8. April 2011 (IV-act. 189) und die RAD 

Abschlussbeurteilung vom 24. Mai 2011 (IV-act. 207 S. 5). In Letzterer hielt 

die RAD Ärztin E._____ fest, aus medizinischer Sicht kämen nur 

Tätigkeiten in Frage, die überwiegend im Sitzen ausgeübt werden könnten, 

mit der Möglichkeit, den linken Fuss hoch zu lagern. Es könnten nur kurze 

Strecken von weniger als 200 m zu Fuss zurückgelegt werden und 

Tätigkeiten mit Gewichten im Stehen und Gehen seien nicht zumutbar. Die 

Wegefähigkeit sei auch limitiert (IV-act. 207 S. 5). Bei der Observation der 

Ehefrau am 4. Dezember 2015 wurde der Beschwerdeführer nun aber 

dabei beobachtet, wie er bei einem Aufenthalt in einem Einkaufszentrum 

zwar leicht hinkend aber doch recht zügig zu Fuss ging, wie er im 

Restaurant sass ohne sein linkes Bein hoch zu lagern und wie er 

problemlos Auto fuhr (BVM-Dossier 3, Bericht RH, S. 3). Am 12. April 2016 

wurde der Beschwerdeführer dabei gefilmt, wie er auf dem Campingplatz 

G._____ in X._____ von seiner Wohnung über eine Aussentreppe 

wechselbeinig und zügig abstieg. Später wurde beobachtet, wie er einen 

grossen, mit Erde oder Kies gefüllten Kupferkessel alleine auf leicht 

ansteigendem Gelände zum Auto zog und in den Laderaum seines Autos 

hob. Danach wurde der Beschwerdeführer dabei gefilmt, wie er diesen 

Kessel auf dem Campingplatz wieder aus dem Auto auslud, eine kurze 

Strecke über ebenen Boden zog und dann Stufe um Stufe über die 

Aussentreppe hinauf auf die Terrasse vor seiner Wohnung trug (BVM-

Dossier 3, Bericht RH, S. 4). Im Widerspruch zu diesen Beobachtungen im 

Rahmen der Observation seiner Ehefrau gab der Beschwerdeführer am 4. 

Mai 2016 im Fragebogen zur Rentenrevision an, sein Gesundheitszustand 

sei gleich geblieben beziehungsweise habe sich gar verschlechtert (IV-act. 

242 S. 1), er sei beim Gehen, Stehen und Sitzen eingeschränkt, er dürfe 

die Sprunggelenksprothese nicht belasten (IV-act. 242 S. 2 f.). Angesichts 

des offensichtlichen Widerspruchs zwischen dem gefilmten Verhalten des 

Beschwerdeführers und seinen Aussagen hegte die IV-Stelle zu Recht 

Zweifel daran, ob die tatsächlichen Einschränkungen des 

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Beschwerdeführers denjenigen entsprachen, welche er gegenüber den 

Organen der IV geltend machte. Bereits damit lag ein genügender 

Anfangsverdacht vor. 

Bekräftigt wurde dieser Verdacht dadurch, dass das Amt für Jagd und 

Fischerei des Kantons Graubünden mit Schreiben vom 26. November 2015 

bestätigte, dass der Beschwerdeführer in den Jahren 2011 bis 2015 

durchgehend ein Jagdpatent gelöst und jedes Jahr mehrere Tiere 

geschossen hatte (IV-act. 225 S. 3). Dass der Beschwerdeführer als Jäger 

aktiv war, konnte die IV-Stelle auch auf seinem Facebook Konto feststellen, 

wo er diverse Bilder von der Jagd gepostet hatte. Auf einem dieser Bilder 

erkennt man, wie er eine erlegte Gämse auf seinen Schultern trägt, auf 

einem anderen sieht man ihn mit einem erlegten Hirsch in unwegsamem 

Gelände (BVM-Dossier 5, Facebook Konto A._____, S. 15 und 17). Bei der 

Sicherung der Profildaten des Mobiltelefons des Beschwerdeführers hatten 

sich ebenfalls Bilder gezeigt, welche darauf hinwiesen, dass der 

Beschwerdeführer unter geringeren Funktionseinschränkungen litt als 

zuvor im Jahr 2011. So zeigte ein Foto den Beschwerdeführer mit einer 

erlegten Gämse im weglosen, relativ steilen Waldgelände (BVM-Dossier 5, 

Profilbilder, S. 2). Auf weiteren Fotos trägt er ein erlegtes Reh 

beziehungsweise vier massive lange Holzbretter auf den Schultern (BVM-

Dossier 5, Profilbilder, S. 10 und 12).

Mit den Beobachtungen aus der Observation der Ehefrau vom 4. Dezember 

2015 und vom 12. April 2016 und den erwähnten Bildern aus Facebook und 

vom Mobiltelefon waren die Verdachtsmomente entgegen der Ansicht des 

Beschwerdeführers hinreichend belegt. Selbst für einen medizinischen 

Laien ist ersichtlich, dass das in den Observationsvideos und auf den 

Jagdfotos gezeigte Verhalten im Widerspruch steht zur Umschreibung 

seiner Funktionseinschränkungen im RAD Bericht vom 24. Mai 2011 (IV-

act. 207 S. 5). Der Beschwerdeführer macht deshalb zu Unrecht geltend, 

die Observation sei lediglich aufgrund eines negativen Vorurteils 

gegenüber den Jenischen durchgeführt worden. Hinweise auf ein 

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antiziganistisches Verhalten von Seiten der IV-Stelle, des RAD oder der 

Fachstelle BVM finden sich in den Akten nicht. 

3.3. Voraussetzung für die Verwertbarkeit von Observationsergebnissen ist 

sodann wie erwähnt, dass die versicherte Person nicht beeinflusst wurde 

(BGE 143 I 377 E.5.1.2). Im vorliegenden Fall ist eine Beeinflussung des 

Beschwerdeführers durch die observierenden Personen der privaten 

Detektei und der Fachstelle BVM nicht ersichtlich und wird vom 

Beschwerdeführer auch nicht geltend gemacht. 

3.4. Eine weitere Voraussetzung für die Verwertbarkeit von 

Observationsergebnissen besteht darin, dass die versicherte Person nur 

im öffentlichen Raum überwacht wurde (BGE 143 I 377 E.5.1.2). Diese 

Voraussetzung gilt indessen entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers 

nicht absolut. Vielmehr dürfen nach der Rechtsprechung ausnahmsweise 

auch Beobachtungen im privaten Raum verwertet werden, wenn dieser 

private Raum von jedermann ohne weiteres einsehbar ist und wenn einzig 

Verrichtungen des Alltags ohne engen Bezug zur Privatsphäre gefilmt 

wurden (BGE 143 I 377 E.5.1.3, 137 I 327 E.5.6). Bei einer Person, die bei 

freiwillig ausgeübten, von blossem Auge beobachtbaren 

Alltagsverrichtungen in einem von jedermann öffentlich einsehbaren 

Bereich gefilmt wird, darf angenommen werden, sie habe insoweit auf 

einen Schutz der Privatheit verzichtet und in diesem Umfang ihre 

Privatsphäre der Öffentlichkeit ausgesetzt (BGE 137 I 327 E.6.1).

Im vorliegenden Fall wurde der überwiegende Teil der Beobachtungen im 

öffentlichen Raum gemacht. Als Beobachtungen im privaten Raum sind die 

Sequenzen einzustufen, welche den Beschwerdeführer auf der Terrasse 

vor seiner Wohnung auf dem Campingplatz G._____ und auf der 

Aussentreppe von dieser Terrasse hinunter auf den Vorplatz zeigen. 

Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers sind aber auch diese 

Beobachtungen verwertbar. Die Terrasse und die Treppe sind nicht 

abgeschirmt und sowohl für die Passanten auf der nahen Strasse als auch 

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für die Gäste des Restaurants und für die Besucher des Campingplatzes 

problemlos einsehbar. Dies ergibt sich aus den Observationsvideos und 

aus der Fotodokumentation (BVM-Dossier 3, Bilder RH, S. 3). Einen 

anschaulichen Einblick in die räumlichen Verhältnisse auf dem 

Campingplatz G._____ gewinnt man zudem auf dessen Webseite 

(www.campingG._____.ch, zuletzt besucht am 7. Februar 2019). Die 

Beobachtungen, welche im privaten aber öffentlich einsehbaren Bereich 

gefilmt wurden, betreffen sodann klarerweise blosse Alltagsverrichtungen 

ohne engen Bezug zur Privatsphäre. Der Beschwerdeführer wurde dabei 

gefilmt, wie er über die Terrasse und die Aussentreppe aus seiner 

Wohnung kam beziehungsweise in seine Wohnung ging, wobei er 

manchmal Sachen mit sich trug oder mit dem Handy telefonierte. 

An diesem Ergebnis nichts zu ändern vermag das Vorbringen des 

Beschwerdeführers, der Privatbereich von Jenischen sei anders zu 

definieren als der Privatbereich von Personen, die nicht dieser Minderheit 

angehörten. Die Stand- und Durchgangsplätze der Jenischen seien 

gesamthaft als Privatbereich einzustufen. Die Bereiche ausserhalb der 

Wohnwagen gehörten auch zum privaten Lebensraum, die Jenischen 

würden traditionell draussen kochen und sich abends am gemeinsamen 

Feuer treffen. Diese Sichtweise erscheint zwar nachvollziehbar, vorliegend 

kann jedoch offen gelassen werden, ob sie tatsächlich zutrifft. Der 

Beschwerdeführer lebte nämlich zum Zeitpunkt der Observation nicht in 

einem Wohnwagen, sondern in einer Wohnung im Hauptgebäude des 

Campings G._____, und er wurde im Umfeld seiner Wohnung wie erwähnt 

nicht bei Aktivitäten gefilmt, welche typisch für die jenische Lebensweise 

wären. Hinzu kommt, dass der Campingplatz G._____ nicht ausschliesslich 

ein Stand- und Durchgangsplatz für Jenische ist, sondern auch über 

Stellplätze für Touristen und ein öffentlich zugängliches Restaurant verfügt 

(vgl. www.campingG._____.ch, zuletzt besucht am 8. Februar 2019), so 

dass das Hauptgebäude mit dem Restaurant und die unmittelbare 

Umgebung dieses Gebäudes mit dem Parkplatz und dem Zugang zu den 

Stellplätzen nicht als typisch jenische Wohnumgebung einzustufen ist.

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3.5. Zu prüfen bleibt als letzte Voraussetzung für die Verwertbarkeit der 

Observationsergebnisse die Frage, ob der Beschwerdeführer einer 

systematischen oder ständigen Überwachung ausgesetzt war (BGE 143 I 

377 E.5.1.2). Dies ist entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers nicht 

der Fall. Am 4. Dezember 2015 und am 12. April 2016 galt die Observation 

seiner Ehefrau, und der Beschwerdeführer wurde nur nebenbei als deren 

zeitweiliger Begleiter beobachtet. Als Zielperson überwacht wurde der 

Beschwerdeführer durch die Detektei am 21. April 2016 von rund 8 bis 18 

Uhr, am 22. Juni 2016 von rund 7 bis 18 Uhr und am 12. Juli 2016 von rund 

7 bis 16 Uhr. Für den 15. Juni 2016 war eine Überwachung vorgesehen. 

Sie konnte indessen nicht durchgeführt werden, weil der Beschwerdeführer 

nicht in Erscheinung trat (BVM-Dossier 3, Observationsberichte, S. 6 ff.). 

Von der Fachstelle BVM wurde der Beschwerdeführer am 23. August 2016 

kurzzeitig vor und nach dem Evaluationsgespräch auf der Geschäftsstelle 

der SVA Graubünden überwacht, sowie am 6. September 2016 auf dem 

Campingplatz von 14:50 bis 15:15 Uhr (BVM-Dossier 4). Der 

Beschwerdeführer wurde somit innert rund 5 Monaten an 3 Tagen vor- und 

nachmittags und an zwei Tagen nur jeweils kurzzeitig überwacht. Damit 

hält sich die Überwachung in zeitlicher Hinsicht in einem Rahmen, wie er 

vom Bundesgericht regelmässig als akzeptabel erachtet wurde (Urteile des 

Bundesgerichts 9C_234/2018 vom 3. September 2018 E.4.2.2 und 

9C_261/2017 E.4.1). 

3.6. Zusammenfassend kann somit festgehalten werden, dass die Observation 

des Beschwerdeführers zwar rechtswidrig war, dass die Ergebnisse der 

Observation aber rechtsprechungsgemäss verwertbar sind. Angesichts der 

aufgezeigten relativ bescheidenen Eingriffe in die grundrechtliche Position 

des Beschwerdeführers überwiegt das erhebliche und gewichtige 

öffentliche Interesse an der Verhinderung von Versicherungsmissbrauch.

4. Es wird nun geklärt, ob ein Revisionsgrund vorliegt. Die diesbezügliche 

Rechtslage präsentiert sich wie folgt:

- 16 -

4.1. Gemäss Art. 17 Abs. 1 ATSG wird die Rente von Amtes wegen oder auf 

Gesuch hin für die Zukunft erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben, wenn 

sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich ändert. Dabei 

erfolgt eine Aufhebung der Rente frühestens vom ersten Tag des zweiten 

der Zustellung der Verfügung folgenden Monats an (Art. 88bis Abs. 2 lit. a 

der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]). Der 

Invaliditätsgrad wird gemäss Art. 16 ATSG durch einen 

Einkommensvergleich bestimmt. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das 

die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung 

der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen 

durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage 

erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum 

Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 

geworden wäre (Valideneinkommen). Für eine Revision erheblich ist eine 

Änderung des Invaliditätsgrades, wenn sie zu einem veränderten 

Rentenanspruch führt. Beträgt der Invaliditätsgrad mindestens 40 %, 

besteht Anspruch auf eine Viertelrente, bei mindestens 50 % auf eine halbe 

Rente, bei mindestens 60 % auf eine Dreiviertelrente und bei mindestens 

70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG). 

Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen 

Änderung des Invaliditätsgrades bildet die letzte der versicherten Person 

eröffnete rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung 

des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, 

Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs beruht 

(BGE 133 V 108 E.5.4). Anlass zur Revision einer Invalidenrente gibt jede 

wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, 

den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen, 

insbesondere eine wesentliche Änderung des Gesundheitszustands mit 

entsprechender Beeinflussung der Erwerbsfähigkeit (BGE 134 V 132 E.3; 

MÜLLER, Die materiellen Voraussetzungen der Rentenrevision in der 

Invalidenversicherung, Dissertation 2003, S. 133 N 486). Dabei ist gemäss 

- 17 -

Art. 88a Abs. 1 IVV eine Verbesserung der Erwerbsfähigkeit für die 

Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu 

berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie 

voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu 

berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei 

Monate gedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird.

4.2. Zur Beurteilung der Frage, ob eine wesentliche Änderung des 

Gesundheitszustandes stattgefunden hat, ist die Verwaltung und im 

Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die medizinische 

Fachleute zur Verfügung stellen (BGE 125 V 256 E.4). Aufgabe der 

medizinischen Fachleute ist es, den aktuellen Gesundheitszustand der 

versicherten Person zu beurteilen und Stellung zu nehmen zu der Frage, 

in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten diese arbeitsunfähig 

ist (BGE 132 V 93 E.4, BGE 125 V 261 E.4). Weiter ist aufzuzeigen, ob und 

inwieweit sich der Gesundheitszustand verändert hat und wie sich diese 

Veränderung auf die Arbeitsfähigkeit auswirkt. Bei der Beurteilung dieser 

medizinischen Fragen können sich die IV-Stellen und die 

Sozialversicherungsgerichte auf den RAD (Art. 59 Abs. 2bis IVG), auf die 

Berichte der behandelnden Ärztinnen und Ärzte oder auf externe 

medizinische Sachverständige stützen (Art. 59 Abs. 3 IVG).

4.3. Arztberichte unterliegen wie sämtliche Beweismittel in 

sozialversicherungsrechtlichen Verfahren der freien Beweiswürdigung (Art. 

61 lit. c ATSG). Der Beweiswert der ärztlichen Stellungnahmen hängt 

deshalb nach der Rechtsprechung davon ab, ob sie für die streitigen 

Belange umfassend sind, auf allseitigen Untersuchungen beruhen, die 

geklagten Beschwerden berücksichtigen, in Kenntnis der Vorakten 

(Anamnese) abgegeben wurden, in der Beurteilung der medizinischen 

Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchten und in den 

daraus gezogenen Schlussfolgerungen zu überzeugen vermögen. 

Ausschlaggebend für den Beweiswert ärztlicher Stellungnahmen ist folglich 

grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch dessen 

- 18 -

Bezeichnung als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E.5.1). Dennoch 

hat es das Bundesgericht mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung 

als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer 

Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen. 

So kommt rechtsprechungsgemäss auch den Berichten und Gutachten 

versicherungsinterner Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig 

erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind 

und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache 

allein, dass der befragte Arzt in einem Anstellungsverhältnis zum 

Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität 

und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer 

Umstände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung 

objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche 

Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht 

zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters allerdings ein strenger 

Massstab anzulegen (BGE 125 V 351 E.3b/ee). Bei Berichten von 

behandelnden Ärzten darf und soll der Richter der Erfahrungstatsache 

Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre 

auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten 

ihrer Patienten aussagen. Stimmt der Bericht eines behandelnden Arztes 

nicht mit den Berichten der versicherungsinternen Ärzte überein, so ist 

indessen immer zu prüfen, ob der Bericht des behandelnden Arztes die 

Auffassungen und Schlussfolgerungen der versicherungsinternen Ärzte 

derart zu erschüttern vermag, dass davon abzuweichen ist (BGE 135 V 465 

E.4.5, 125 V 361 E.3c).

5. Vor dem Hintergrund der soeben dargelegten Rechtslage wird nun geprüft, 

ob sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers im Zeitraum 

zwischen der Zusprache der Dreiviertelrente mit Verfügung vom 21. 

Oktober 2011 und dem Erlass der angefochtenen Verfügung am 7. 

September 2017 wesentlich verändert hat.

- 19 -

5.1. Die Verfügung vom 21. Oktober 2011 basierte in medizinischer Hinsicht auf 

dem Bericht der BEFAS Appisberg vom 8. April 2011 und auf der 

Abschlussbeurteilung der RAD Ärztin E._____ vom 24. Mai 2011. Im 

BEFAS-Bericht wurden mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zunehmende 

Schmerzen und Funktionseinschränkungen am linken Bein diagnostiziert 

bei deutlicher Spitzfuss- und Varusstellung mit Gangstörung und 

konsekutiv mit Fehlhaltung des Achsenskeletts sowie muskulärer 

Dysbalance mit Insertionstendinopathien am Beckenkamm, bei Status 

nach CRPS nach OSG-Totalprothesen-Implantation bei posttraumatischer 

OSG-Arthrose sowie bei Status nach bimalleolarer Luxationsfraktur sowie 

Fraktur des Volkmann’schen Dreiecks im September 2004 (IV-act. 189 

S. 2). Zur Arbeitsfähigkeit wurde ausgeführt, dem Beschwerdeführer seien 

nur noch behinderungsangepasst körperlich und speziell das linke Bein 

leichter belastende Tätigkeiten zumutbar. Entsprechende Arbeiten sollten 

ebenerdig und überwiegend sitzend, unter Möglichkeit des Einnehmens 

von Wechselpositionen und mit Möglichkeit der Hochlagerung des linken 

Beines auf einem Fussschemel ausgeführt werden können. Kurze 

Strecken könne der Beschwerdeführer gelegentlich stockfrei bewältigen, 

Gehstrecken über 200 bis 300 Meter sollten nicht gefordert werden, ebenso 

wie relevante Hebe- und Tragebelastungen stehend und/oder gehend. Der 

Arbeitsweg im Privatauto sollte eine halbe Stunde pro Weg nicht 

überschreiten. Unter diesen Bedingungen liege die Arbeitsfähigkeit 

medizinisch-theoretisch bei vier bis sechs Stunden pro Tag mit der 

Möglichkeit zu zusätzlichen kurzen Entlastungspausen am Arbeitsplatz (IV-

act. 189 S. 7). Die RAD Ärztin E._____ stellte in ihrer Abschlussbeurteilung 

vom 24. Mai 2011 vollumfänglich auf den BEFAS-Bericht ab und hielt fest, 

gesamthaft resultiere eine Restarbeitsfähigkeit von 50 %, welche in einem 

Nischenarbeitsplatz verwertet werden könne (IV-act. 207 S. 5). Die 

Parteien stellen den medizinischen Sachverhalt, wie er im BEFAS-Bericht 

und in der Abschlussbeurteilung der RAD Ärztin E._____ beschrieben wird, 

zu Recht nicht in Frage.

- 20 -

5.2. Der medizinische Sachverhalt zum Zeitpunkt des Erlasses der 

angefochtenen Verfügung am 7. September 2017 hingegen ist strittig. 

Während die IV-Stelle gestützt auf den Bericht des RAD Arztes Dr. med. 

H._____ vom 24. Februar 2017 und gestützt auf den Bericht des RAD 

Arztes Dr. med. K._____ vom 17. Oktober 2016 von einer wesentlich 

verbesserten gesundheitlichen Situation mit einer 100%igen 

Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit ausging, ist der 

Beschwerdeführer der Ansicht, der Gesundheitszustand sei seit der 

Zusprache der Dreiviertelrente am 21. Oktober 2011 unverändert, es 

bestünden dieselben Diagnosen und die Funktionseinschränkungen hätten 

sich nicht verringert, so dass nach wie vor eine bloss 50%ige 

Arbeitsfähigkeit gegeben sei, wie dies im EFL-Bericht der Klinik I._____ 

vom 26. September 2016 festgehalten werde. Dieser Ansicht kann aus den 

nachfolgend dargelegten Gründen nicht gefolgt werden.

5.2.1. Am 23. August 2016 wurde der Beschwerdeführer durch den RAD Arzt Dr. 

med. H._____, Facharzt FMH für Chirurgie, untersucht und am 19./20. 

September 2016 wurde auf dessen Veranlassung eine Evaluation der 

funktionellen Leistungsfähigkeit in der Klinik I._____ durchgeführt. Mit 

Bericht vom 1. Dezember 2016 hielt Dr. med. H._____ gestützt auf seine 

eigenen Untersuchungsergebnisse und gestützt auf den EFL-Bericht der 

Klinik I._____ vom 26. September 2016 fest, der Beschwerdeführer zeige 

aktuell im Vergleich zur RAD-Abschlussbeurteilung aus dem Jahr 2011 

einen im Wesentlichen gleich gebliebenen Gesundheitszustand. Die 

Beweglichkeit und die Belastbarkeit des linken Beines seien eingeschränkt 

mit funktionellen Auswirkungen auf die Hüftgelenke, die IS-Gelenke und die 

Lendenwirbelsäule durch die statische Fehlbelastung. Die Arbeitsfähigkeit 

in einer leidensadaptierten Tätigkeit liege nach wie vor bei 50 % (IV-act. 

277 S. 7). Diese Einschätzung korrigierte Dr. med. H._____ indessen in 

nachvollziehbarer und überzeugender Weise mit Bericht vom 24. Februar 

2017, nachdem er Einsicht in die Ermittlungsakten genommen hatte. Er 

führte aus, zusammenfassend zeigten vor allem die Observationsvideos 

eine erheblich gesteigerte Funktionsfähigkeit und Belastbarkeit des linken 

- 21 -

Fusses und des linken Beines als von ihm anlässlich der RAD Abklärung 

erhoben. Auch die allgemeine körperliche Leistungsfähigkeit erscheine im 

Lichte der Observationsvideos deutlich höher als von ihm in der klinischen 

Befunderhebung angenommen. Der Beschwerdeführer habe sich soweit in 

den Videos ersichtlich optimal an den chronifizierten Gesundheitsschaden 

eines behinderten linken Sprunggelenkes angepasst und dessen 

Belastbarkeit und seine allgemeine Leistungsfähigkeit in der 

Alltagstauglichkeit hochgradig ausgeglichen. Habe der Versicherte in der 

RAD-Abklärung angegeben, nur eine Gehstrecke von rund 200 m 

bewältigen zu können und sich dann sitzend erholen zu müssen, 

offenbarten die Observationsvideos eine viel höhere Belastbarkeit. Habe 

der Beschwerdeführer ihm gegenüber angegeben, nur leichte Lasten 

tragen zu können, zeigten die Observationsvideos eine viel höhere 

Tragfähigkeit. Habe der Beschwerdeführer in der klinischen 

Befunderhebung eine sehr limitierte Belastung des linken Fusses 

beziehungsweise Beines und eine allgemeine Leistungsminderung 

demonstriert, so zeigten die Observationsvideos eine deutliche höhere 

Agilität, Beweglichkeit, Belastbarkeit und auch eine deutlich niedrigere 

Beschwerdebehaftung (IV-act. 280 S. 1 f.). Weiter führte Dr. med. H._____ 

aus, im Widerspruch zum Beschwerdebild, das der Beschwerdeführer 

anlässlich der RAD-Abklärung geschildert und gezeigt habe, hantiere er in 

den Videos mit offensichtlich schweren Lasten - einem mit Erde gefüllten 

Kessel, einem Holzschrank und einer Holztruhe - unter eindeutiger 

Belastung des linken Fusses. Zudem zeige er in den Videos ein 

andauerndes Stehen und Gehen, er setze sich zum Beispiel beim 

Telefonieren nicht hin. Auch längeres Sitzen sei in den Videos 

dokumentiert, sei es in Speiselokalen oder in seinem Transportwagen. Das 

Gangbild sei zwar hinkend, erscheine in den Videos aber deutlich flotter 

und zügiger als bei der RAD-Abklärung angenommen. Auch in unebenem 

Gelände vermöge der Beschwerdeführer nahezu trittsicher zu gehen und 

anders als bei der RAD-Abklärung trage er in den Videos nie orthopädische 

Schuhe. Schmerzreaktionen seien nirgends ersichtlich. Zusammenfassend 

lasse sich eine ganztägige Arbeitsfähigkeit im Sinne mindestens leichter 

- 22 -

körperlicher Arbeiten in wechselndem Rhythmus zwischen Gehen, Stehen 

und Sitzen feststellen (IV-act. 280 S. 2 f.). An den Diagnosen ändere sich 

nichts, aber die Funktionseinschränkungen seien gestützt auf die 

Observationsvideos weniger ausgeprägt, als zuvor gestützt auf die RAD-

Abklärung und den EFL-Bericht angenommen (IV-act. 280 S. 3). Auf diesen 

ergänzenden Bericht von Dr. med. H._____ hat die IV-Stelle zu Recht 

abgestellt. Es gibt keinerlei Hinweise darauf, dass Dr. med. H._____ die 

Observationsvideos nicht sachgerecht gewürdigt hätte. Seine 

Ausführungen sind nachvollziehbar und seine Begründung für die 

korrigierte Festlegung der Arbeitsfähigkeit ist überzeugend.

5.2.2. Es liegen keine medizinischen Dokumente bei den Akten, welche Zweifel 

an der Beurteilung von Dr. med. H._____ vom 24. Februar 2017 wecken 

könnten. Zwar ist im Bericht vom 22. Juni 2016 der Hausärztin des 

Beschwerdeführers, Dr. med. D._____, Fachärztin FMH für Allgemeine 

Innere Medizin, von einem verschlechterten Gesundheitszustand mit 

verminderter Arbeitsfähigkeit die Rede (IV-act. 252). Dieser Bericht wurde 

aber ohne Kenntnis der Observationsvideos verfasst und überzeugt auch 

inhaltlich nicht. Als Grund für die geltend gemachte Verschlechterung des 

Gesundheitszustandes führte Dr. med. D._____ aus, der 

Beschwerdeführer sei nicht arbeitsfähig, da er nicht lange stehen oder 

gehen könne. Selbst für einen medizinischen Laien ist erkennbar, dass 

diese Einschätzung mit dem Verhalten des Beschwerdeführers in den 

Observationsvideos nicht vereinbar ist.

5.2.3. Die Beurteilung von Dr. med. H._____ vom 24. Februar 2017 wird gestützt 

durch den Bericht von RAD Arzt K._____, Facharzt für Allgemeinmedizin, 

vom 17. Oktober 2016. In diesem Bericht beurteilte der RAD Arzt K._____ 

die Observationsvideos. Er ging dabei sorgfältig und im Detail auf die 

auffälligen Szenen ein (IV-act. 266 S. 4 ff.). In nachvollziehbarer Weise 

fasste er seine Feststellungen damit zusammen, dass der 

Beschwerdeführer den ganzen Tag aktiv sei und sich vermutlich mit dem 

An- und Verkauf von Gegenständen beschäftige. Er übe dabei keine 

- 23 -

überwiegend sitzende Tätigkeit aus, sondern sei den ganzen Tag mit dem 

Fahren eines Lieferwagens, mit Ein- und Aussteigen, mit Verhandeln und 

mit Ein- und Ausladen von Gegenständen beschäftigt. Die Wegefähigkeit 

scheine nur insofern beeinträchtigt, als der linke Fuss eingesteift sei und 

nur seitlich abgerollt werden könne. Bei den in der Observation sichtbaren 

Gehstrecken sei keine wesentliche Limite zu erkennen. Zudem könne der 

Beschwerdeführer trotz der vorhandenen Problematik schwere oder sogar 

sehr schwere Lasten heben und tragen, ohne dass der Eindruck entstehe, 

dass eine Schmerzproblematik im Vordergrund stehe. Der 

Gesundheitszustand habe sich deshalb im Vergleich zu demjenigen am 21. 

Oktober 2011 wesentlich verbessert. Die damals bestehenden Limiten 

lägen nicht mehr im selben Umfang vor. Der Fuss müsse nicht mehr häufig 

hochgelagert werden, die Tätigkeit müsse nicht überwiegend im Sitzen 

ausgeführt werden, die Gehstrecken seien vermutlich deutlich länger als 

200 Meter, das Tragen von Gewichten mute sich der Beschwerdeführer wie 

selbstverständlich zu. Das Benutzen von Stöcken und das Tragen von 

Spezialschuhen seien nicht mehr erforderlich. Der Beschwerdeführer sei 

auch ganz offensichtlich in seinen Aktivitäten des alltäglichen Lebens nicht 

mehr eingeschränkt. Aus medizinischer Sicht sei er in einer 

leidensadaptierten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig (IV-act. 266 S. 9 f.).

5.3. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die IV-Stelle zu Recht 

auf die Berichte von RAD Arzt Dr. med. H._____ vom 24. Februar 2017 und 

von RAD Arzt K._____ vom 17. Oktober 2016 abgestellt hat. Diese Berichte 

zeigen in überzeugender Weise eine wesentliche Verbesserung des 

Gesundheitszustands des Beschwerdeführers seit dem 21. Oktober 2011 

auf. Entsprechend hat die IV-Stelle das Vorliegen eines Revisionsgrundes 

zu Recht bejaht.

6. Zu prüfen ist nun die Frage, ob die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers 

in der angefochtenen Verfügung korrekt festgelegt wurde.

- 24 -

6.1. Die IV-Stelle ging gestützt auf den Bericht von Dr. med. H._____ vom 24. 

Februar 2017 davon aus, dass der Beschwerdeführer in seiner 

angestammten Tätigkeit als Scherenschleifer nicht mehr arbeitsfähig war 

und dass spätestens ab dem Tag der RAD-Abklärung vom 23. August 2016 

in einer behinderungsgeeigneten, körperlich leichten und 

wechselbelastenden Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsfähigkeit vorlag. Dies 

ist nicht zu beanstanden. Wie bereits gezeigt kann dem Bericht von Dr. 

med. H._____ vom 24. Februar 2017 volle Beweiskraft beigemessen 

werden (vgl. vorne Erwägung 5.2.1. ff.). Dass die Vorbringen des 

Beschwerdeführers hieran nicht zu ändern vermögen, wird nachfolgend 

dargelegt.

6.2. Der Beschwerdeführer macht geltend, die IV-Stelle begründe die 

Festlegung der Arbeitsfähigkeit auf 100 % nicht, diese Annahme sei 

willkürlich. Dem kann nicht gefolgt werden. Die IV-Stelle erklärte in der 

angefochtenen Verfügung ausdrücklich, dass sie die Arbeitsfähigkeit 

gestützt auf den Bericht von Dr. med. H._____ vom 24. Februar 2017 

festlege (IV-act. 289 S. 3 lit. d). Für dieses Vorgehen konnte sie sich 

angesichts der uneingeschränkten Beweiskraft dieses Berichtes auf 

ernsthafte und sachliche Gründe stützen. Die IV-Stelle nahm zudem 

ausführlich und nachvollziehbar Stellung zu den Vorbringen, welche der 

Beschwerdeführer in seinem Einwand vom 11. Mai 2017 im 

Zusammenhang mit der Arbeitsfähigkeit erhoben hatte (IV-act. 289 S. 3 f. 

und 287). Damit steht das Vorgehen der IV-Stelle in Einklang mit dem 

Willkürverbot in Art. 9 BV, welches jeder Person den Anspruch garantiert, 

von den staatlichen Organen ohne Willkür und nach Treu und Glauben 

behandelt zu werden. 

6.3. Der Beschwerdeführer macht weiter geltend, er sei nicht zu 100 % 

arbeitsfähig, er sei durch seine körperliche Behinderung nach wie vor bei 

der Ausübung seines traditionellen Gewerbes als Antiquitätenhändler und 

Scherenschleifer eingeschränkt. Er sei nicht im Stande, alleine schwere 

Möbel zu transportieren und Hilfe sei nicht immer verfügbar. Mit diesem 

- 25 -

Vorbringen bezieht sich der Beschwerdeführer allem Anschein nach 

darauf, dass auf der ersten Seite der angefochtenen Verfügung unter dem 

Titel „Abklärungsergebnis“ ausgeführt wurde, aus 

versicherungsmedizinischer Beurteilung könne nach Sichtung des 

gesamten Videomaterials von einer Arbeitsfähigkeit von 100 % in der 

angestammten Tätigkeit als Scherenschleifer sowie in allen anderen 

angepassten Tätigkeiten ausgegangen werden, wobei als angepasst 

körperlich leichte bis mittelschwere, gelegentlich schwere Arbeiten gälten, 

die in wechselndem Rhythmus zwischen Gehen, Stehen und Sitzen 

ausgeführt werden könnten (IV-act. 289 S. 1). Diese Aussage steht im 

Widerspruch dazu, dass die IV-Stelle bei der Bemessung des 

Rentenanspruchs davon ausging, dass der Beschwerdeführer in seiner 

angestammten, körperlich schweren Tätigkeit nicht mehr arbeitsfähig war 

und ihm nur noch körperlich leichte Tätigkeiten zumutbar waren (IV-act. 

289 S. 5). Dass somit letztere Festlegung der Arbeitsfähigkeit relevant ist, 

war für den Beschwerdeführer nicht ohne weiteres ersichtlich. Hätte die IV-

Stelle den Verfügungstext sorgfältiger formuliert, so hätte sich der 

Beschwerdeführer nicht unnötigerweise gegen die missverständliche 

Aussage über die 100%ige Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit 

zur Wehr gesetzt. Die mangelnde Klarheit in der Formulierung des 

Verfügungstextes ändert indessen nichts am Ergebnis dieses 

Beschwerdeverfahrens. Die IV-Stelle sei aber darauf hingewiesen, dass sie 

ihre Verfügungen in Zukunft möglichst klar und auch für juristische Laien 

verständlich zu begründen hat.

6.4. Der Beschwerdeführer macht weiter geltend, dass „Bilder lügen“ würden 

und dass aus den Momentaufnahmen in den Observationsvideos nicht auf 

die Langzeitbefindlichkeit und den Dauerzustand geschlossen werden 

dürfe, weil er offensichtlich auch Anstrengungen und Schmerzen auf sich 

nehme, welche eigentlich eine Überanstrengung darstellten. Dies 

überzeugt nicht. Dr. med. H._____ würdigte die Observationsvideos wie 

gezeigt sorgfältig und sachgerecht (vgl. vorne Erwägung 5.2.1. ff.). Dabei 

stellte er fest, dass der Beschwerdeführer in den Videos das Hantieren mit 

- 26 -

offensichtlich schweren Lasten unter eindeutiger Belastung des linken 

Fusses ohne erkennbare Probleme oder Schmerzreaktionen zeige (IV-act. 

280 S. 2). Er bezog sich damit in nachvollziehbarer Weise auf die 

Aufnahme, in welcher der Beschwerdeführer einen schweren Kupferkessel 

alleine über die Aussentreppe auf seine Terrasse hinauf transportierte, und 

auf die Sequenz, in welcher der Beschwerdeführer zusammen mit einer 

dritten Person ein schweres Möbelstück trug, während sein Begleiter 

danebenstand, ohne ihm diese schwere Arbeit abzunehmen. Entgegen der 

Ansicht des Beschwerdeführers schloss Dr. med. H._____ aus diesen 

auffälligen Einzelbelastungen aber nicht, dass körperlich schwere 

Tätigkeiten in einem vollen Arbeitspensum zumutbar wären, sondern nur, 

dass körperlich leichte Tätigkeiten ohne Einschränkungen zumutbar sind. 

Dies ist nachvollziehbar und nicht zu beanstanden.

6.5. Der Beschwerdeführer ist der Ansicht, die IV-Stelle hätte die 

Arbeitsfähigkeit gestützt auf den EFL-Bericht der Klinik I._____ vom 26. 

September 2016 auf 50 % festlegen müssen. Er macht geltend, bei der 

Abwertung der Einschätzung der Klinik I._____ werde auf das übliche 

antiziganistische Vorurteil zurückgegriffen, dass Zigeuner lügen würden. 

Dies sei diskriminierend. Dem kann nicht gefolgt werden. Zwar warf die IV-

Stelle dem Beschwerdeführer in der Tat vor, er habe bei der RAD-

Abklärung vom 23. August 2016 und bei der EFL vom 19./20. September 

2016 in der Klinik I._____ falsche Angaben gemacht. Dieser Vorwurf 

beruhte aber nicht auf einem rassistischen Vorurteil, sondern auf 

nachvollziehbaren legitimen Gründen, zeigte der Beschwerdeführer doch 

in den Observationsvideos eine körperliche Leistungsfähigkeit, welche 

offensichtlich im Widerspruch stand zu seinen Angaben und seinem 

Verhalten anlässlich der RAD-Abklärung und der EFL (vgl. vorne 

Erwägungen 5.2.1 und 5.2.3).

6.6. Der Beschwerdeführer macht geltend, es dürfe nicht zu seinem Nachteil 

ausgelegt werden, dass er möglichst aktiv gegen die Behinderung 

ankämpfe. Er stelle nicht eine Hilfe ein, wenn er einen Blumenkübel eine 

- 27 -

Treppe hinauftragen müsse, sondern bemühe sich, das allein zu tun. 

Hierbei verkennt der Beschwerdeführer, dass im Sozialversicherungsrecht 

für die Versicherten eine grundsätzliche Schadenminderungspflicht gilt, so 

dass bei der Festlegung der Arbeitsfähigkeit von jedem Versicherten 

erwartet wird, dass er die ihm verbleibenden Möglichkeiten so gut wie nur 

möglich ausschöpft (BGE 141 V 642 E.4.3.1.). Wenn der Beschwerdeführer 

also, wie in der Observation festgestellt, einen schweren Blumenkübel über 

eine Treppe hochtragen kann, so zeigt sich darin seine Fähigkeit, ab und 

zu auch sehr schwere Lasten zu tragen, was die IV-Stelle bei der 

Festlegung der Arbeitsfähigkeit zu Recht berücksichtigt hat.

6.7. Der Beschwerdeführer ist der Ansicht, es spreche nicht gegen eine 

Teilinvalidität, dass er in den Observationsvideos keine Spezialschuhe 

trage. Er trage oft sogenannte Wildwest-Halbschuhe, das seien die 

einzigen Schuhe, in denen er relativ wenig Schmerzen empfinde und die 

bestmögliche Bewegungsfreiheit habe. Ab und zu trage er Bergschuhe, 

was er allerdings nicht lange aushalte. Auch daraus vermag der 

Beschwerdeführer nichts zu seinen Gunsten abzuleiten. In seinem Bericht 

vom 24. Februar 2017 hielt Dr. med. H._____ fest, der Beschwerdeführer 

trage soweit erkennbar über die Knöchel reichendes Schuhwerk, die zur 

RAD-Abklärung getragenen orthopädischen Schuhe erkenne er in den 

Observationsvideos nicht mehr, offensichtlich benötige der 

Beschwerdeführer diese im Alltagsleben nicht (IV-act. 280 S. 2). Bei der 

Einschätzung der Arbeitsfähigkeit bezog Dr. med. H._____ diese 

Feststellung neben den Diagnosen und dem in den Observationsvideos 

ersichtlichen Verhalten in angemessener Weise mit ein. Auch die IV-Stelle 

mass dem Verzicht auf die Spezialschuhe im Alltag keine übermässige 

Bedeutung bei, sondern hielt in der angefochtenen Verfügung den 

Tatsachen entsprechend lediglich fest, das Benutzen von Stöcken oder das 

Tragen von Spezialschuhen sei nicht mehr erforderlich (IV-act. 289 S. 3). 

Obwohl es naheliegend war, verzichtete die IV-Stelle sogar darauf, einen 

Hinweis auf Aggravation darin zu erkennen, dass der Beschwerdeführer 

- 28 -

die Spezialschuhe zur RAD Abklärung trug, obwohl er sie im Alltag nicht 

mehr nötig hatte.

6.8. Zusammenfassend kann somit festgehalten werden, dass die IV-Stelle die 

Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer behinderungsgeeigneten, 

körperlich leichten und wechselbelastenden Tätigkeit ab dem 23. August 

2016 zu Recht auf 100 % festgelegt hat.

7. Bei der Ermittlung des Invaliditätsgrades ging die IV-Stelle von einem 

Valideneinkommen von Fr. 47‘500.-- aus. Sie stützte sich dabei auf den 

Auszug aus dem Individuellen Konto (IK) des Beschwerdeführers, aus 

welchem für die letzten zehn Jahre vor dem Unfall im Jahr 2004 

Einkommen zwischen Fr. 35‘700.-- und Fr. 47‘500.-- hervorgingen (IV-act. 

74). Der Beschwerdeführer erhebt diesbezüglich keine Einwände. In den 

Akten sind auch nirgends höhere Einkommen ausgewiesen (vgl. 

Veranlagungsverfügungen der Steuerbehörden, IV-act. 66 und 67), so 

dass auf den Wert von Fr. 47‘500.-- abgestellt werden kann.

8. Geprüft wird nun das Invalideneinkommen, mithin das Einkommen, 

welches der Beschwerdeführer durch eine ihm zumutbare Tätigkeit bei 

ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Art. 16 ATSG). Dabei ist 

im Zusammenhang mit der Frage, welche Tätigkeiten zumutbar sind, zu 

berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer der Gemeinschaft der 

Jenischen angehört.

8.1. Die Schweiz hat die Jenischen als nationale Minderheit anerkannt und sich 

dazu verpflichtet, die wesentlichen Elemente ihrer ethnisch-kulturellen 

Identität zu schützen (Art. 27 UNO-Pakt II [SR 0.103.2]; Art. 4 Abs. 1 und 

Art. 5 Abs. 1 des Rahmenübereinkommens zum Schutz nationaler 

Minderheiten [RüSNM, SR 0.441.1]; Art. 8 Abs. 2 BV; Webseite des 

Bundesamtes für Kultur > Sprachen und Gesellschaft > Jenische und Sinti 

als nationale Minderheit; zuletzt eingesehen am 21. Februar 2019). Vor 

diesem Hintergrund obliegt es den Behörden bei der Rechtsanwendung, 

- 29 -

den Besonderheiten und Eigenheiten der Lebensweise der Jenischen 

Rechnung zu tragen (BGE 138 I 205 E.6.1). So dürfen nach der 

Rechtsprechung bei der Ermittlung des Invalideneinkommens eines 

Jenischen die der jenischen Lebensweise innewohnenden Besonderheiten 

nicht ausser Acht gelassen werden (BGE 138 I 205 E.6.2). Pflegt ein 

Jenischer eine traditionelle, nomadische Lebensweise, so ist zu 

berücksichtigen, dass sich die hypothetische Auswahl an möglichen 

bezahlten Tätigkeiten drastisch verringert. Ein Abstellen auf die 

Tabellenlöhne der Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik 

(LSE) ist in diesem Fall nicht angemessen, verlangen doch die meisten der 

darin erfassten Tätigkeiten eine sesshafte Lebensweise. Würden die 

Erwerbsmöglichkeiten eines nomadisch lebenden Jenischen an jenen 

gemessen, die Sesshaften zur Verfügung stehen, so würde dies, 

insbesondere im Bereich der einfachen und repetitiven Tätigkeiten, eine 

völkerrechts- und verfassungswidrige indirekte Diskriminierung darstellen 

(BGE 138 I 205 E.6.2). Für die Bemessung des Invalideneinkommens 

eines nomadisch lebenden Jenischen ist nach der Rechtsprechung auf die 

konkreten Umstände abzustellen und es dürfen nur Erwerbsmöglichkeiten 

in Betracht gezogen werden, welche mit der traditionellen Lebensweise der 

Jenischen vereinbar sind (BGE 138 I 205 E.6.3). 

8.2. Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der 

Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation 

auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Übt sie nach 

Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der - kumulativ - 

besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, 

dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll 

ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung 

als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich 

erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE 139 V 592 E.2.3). Im 

vorliegenden Fall zeigte sich in den Observationsvideos, dass der 

Beschwerdeführer als Antiquitätenhändler arbeitete, verlässliche Angaben 

über den Verdienst, den er dabei erzielte, stehen indessen nicht zur 

- 30 -

Verfügung. Im IK-Auszug sind für die Jahre 2005 bis 2015 nur sehr 

geringfügige Einkommen verzeichnet (IV-act. 241), und nach der Angabe 

des Beschwerdeführers im Revisionsfragebogen vom 4. Mai 2016 lag das 

Einkommen in den Jahren 2014 und 2015 bei Fr. 20‘000.-- bis Fr. 25‘000.-- 

(IV-act. 242 S. 2). Mit einem Einkommen in dieser Grössenordnung 

schöpfte der Beschwerdeführer die ihm verbleibende 100%ige 

Restarbeitsfähigkeit in einer körperlich leichten Tätigkeit offensichtlich nicht 

in zumutbarer Weise voll aus, so dass die IV-Stelle zu Recht ein 

hypothetisches Invalideneinkommen ermittelt hat.

8.3. Die IV-Stelle ging bei der Bemessung des Invalideneinkommens davon 

aus, dass der Beschwerdeführer seine Restarbeitsfähigkeit in traditionellen 

Tätigkeiten der Jenischen verwerten könnte. Als Beispiele nannte sie den 

Handel (mit Antiquitäten, Recycling etc.), das Hausieren mit 

Haushaltsartikeln (z.B. Handtücher, Schürzen, Kleidungsstücke wie 

Hemden, Stoffe) oder Artikeln des gewerblichen Bedarfs (zum Beispiel 

Seilerwaren, Arbeitskleidung), das Schleifen von leichten Gegenständen 

sowie den Verkauf auf Jahrmärkten. Die IV-Stelle nahm an, dass der 

Beschwerdeführer in einer solchen Tätigkeit bei einem 100% Pensum ein 

jährliches Einkommen erzielen könnte, welches mindestens so hoch wäre 

wie das Valideneinkommen von Fr. 47‘500.--. Dies ist nicht zu 

beanstanden. Die IV-Stelle ging bei dieser Bemessung des 

Invalideneinkommens von den konkreten Umständen aus und 

berücksichtigte nur Erwerbsmöglichkeiten, welche mit der traditionellen 

Lebensweise der Jenischen vereinbar sind (vgl. vorne Erwägung 8.1). Das 

Handeln und Hausieren mit leichten Gegenständen und das Schleifen von 

leichten Objekten entspricht sodann von der körperlichen Belastung her 

den Möglichkeiten des Beschwerdeführers, wie sie im Bericht von RAD Arzt 

Dr. med. H._____ vom 24. Februar 2017 umschrieben sind. Und 

schliesslich erscheint auch der Betrag von Fr. 47‘500.-- angemessen. 

Dieser Wert ist in der gebotenen Weise tief angesetzt. Die IV-Stelle ging zu 

Recht davon aus, dass mit den für den Beschwerdeführer in Frage 

- 31 -

kommenden Verweistätigkeiten auch in einem vollen Arbeitspensum nur 

ein vergleichsweise tiefes Einkommen generiert werden kann. 

8.4. Der Beschwerdeführer macht geltend, es sei ihm durch seine körperliche 

Behinderung nicht möglich, die Anstrengung des Hausierens in dem Mass 

zu ertragen, das notwendig sei, um einen vollen Verdienst zu 

erwirtschaften. Dem kann nicht gefolgt werden. Entgegen der Ansicht des 

Beschwerdeführers ging die IV-Stelle nicht vom Hausieren mit schweren 

Möbeln und anderen schweren Gegenständen aus. In Übereinstimmung 

mit dem Zumutbarkeitsprofil gemäss dem Bericht von Dr. med. H._____ 

vom 24. Februar 2017 ging sie vielmehr davon aus, dass der 

Beschwerdeführer nur mit leichten Gegenständen arbeiten würde. Dass 

der Beschwerdeführer, wie er geltend macht, vor seinem Unfall vor allem 

im Bereich Möbelhandel tätig war, bedeutet nicht, dass bei der Bemessung 

des Invalideneinkommens von dieser Tätigkeit auszugehen ist. Im Rahmen 

seiner Schadenminderungspflicht ist es dem Beschwerdeführer zumutbar, 

sich den veränderten Umständen anzupassen und das Handeln und 

Schleifen auf leichte Gegenstände zu verlegen. Dass er damit nicht in etwa 

dasselbe Einkommen erwirtschaften könnte wie beim Handeln und 

Schleifen von schweren Gegenständen, ist nicht ersichtlich und wird vom 

Beschwerdeführer auch nicht behauptet.

8.5. Neben der Bemessung des Invalideneinkommens anhand der konkreten 

Umstände hat die IV-Stelle - im Sinne einer Bestätigung – auch ein 

Invalideneinkommen ausgehend von der LSE bemessen und so für das 

Vergleichsjahr 2017 einen Wert von Fr. 68‘039.65 errechnet (LSE 2014, TA 

1, Kompetenzniveau 1, privater Sektor, Lohnentwicklung [2015 0.37 %, 

2016 1 %, 2017 1 %]). Der Beschwerdeführer erhebt zu Recht keine 

Einwände gegen die Berechnung an sich, die IV-Stelle ist dabei korrekt 

vorgegangen. 

Indessen ist der Beschwerdeführer der Ansicht, mit dem Abstellen auf die 

LSE würden seine Rechte als Jenischer verletzt. Dem kann nicht gefolgt 

- 32 -

werden. Wie gezeigt (vgl. vorne Erwägung 8.1) hat die Rechtsprechung 

aus Art. 27 UNO-Pakt II, Art. 5 Abs. 1 RüSNM und Art. 8 Abs. 2 BV 

abgeleitet, dass bei der Ermittlung des Invalideneinkommens eines 

Jenischen ein Abstellen auf die LSE nicht angemessen ist, wenn dieser 

eine traditionelle, nomadische Lebensweise pflegt. Der zentrale Aspekt der 

traditionellen nomadischen Lebensweise besteht dabei darin, dass der 

Jenische nicht in einer Wohnung oder einem Haus an einem fixen Ort lebt 

sondern in einem Wohnwagen an wechselnden Standorten. Diese 

nomadische Lebensweise pflegt nur noch rund ein Zehntel der Jenischen 

in der Schweiz (www.bak.admin.ch > Sprachen und Gesellschaft > 

Jenische und Sinti; zuletzt eingesehen am 25. Februar 2019). Im 

vorliegenden Fall nahm die IV-Stelle zu Recht an, dass der 

Beschwerdeführer keine traditionelle nomadische Lebensweise pflegte. 

Aus den Akten und dem Observationsmaterial ist ersichtlich, dass der 

Beschwerdeführer zusammen mit seiner Ehefrau im Winterhalbjahr in 

einem Haus in Y._____ lebt, im Sommerhalbjahr in einer Wohnung im 

Hauptgebäude des Campings G._____ in X._____. Angesichts dieser 

Wohnverhältnisse ist ein Abstellen auf die LSE nicht diskriminierend, 

stünden dem Beschwerdeführer doch im Bereich der einfachen und 

repetitiven Tätigkeiten gemäss Kompetenzniveau 1 vergleichbare 

Arbeitsmöglichkeiten zur Verfügung, wie einer nicht-jenischen, sesshaften 

Person. Der Beschwerdeführer verkennt, dass das Bundesgericht bei der 

Bemessung des Invalideneinkommens ganz klar zwischen Jenischen mit 

traditioneller nomadischer Lebensweise und sesshaften Jenischen 

unterscheidet. Verfügt ein Jenischer wie der Beschwerdeführer über zwei 

feste Wohnorte, zwischen welchen er halbjährlich wechselt, so ist die 

Bemessung des Invalideneinkommens gestützt auf die LSE mit den 

Vorgaben des Minderheitenschutzes vereinbar. 

8.6. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die IV-Stelle das 

Invalideneinkommen zu Recht auf Fr. 47‘500.-- festgelegt hat. Bei der 

Bemessung des Invalideneinkommens ging die IV-Stelle in korrekter Weise 

primär von den konkreten Umständen aus, unter Berücksichtigung einer 

- 33 -

traditionellen jenischen Erwerbstätigkeit. Im Sinne einer Bestätigung dafür, 

dass das Invalideneinkommen mit Fr. 47‘500.-- nicht zu hoch angesetzt 

war, ermittelte die IV-Stelle ohne Verstoss gegen die Gebote des 

Minderheitenschutzes ein Invalideneinkommen von Fr. 68‘039.65 gestützt 

auf die LSE.

9. Bei einem Valideneinkommen von Fr. 47‘500.-- und einem 

Invalideneinkommen von ebenfalls Fr. 47‘500.-- kam die IV-Stelle in der 

angefochtenen Verfügung zu Recht zum Schluss, der Beschwerdeführer 

erleide ab dem Zeitpunkt der RAD Abklärung vom 23. August 2016 keine 

gesundheitsbedingte Erwerbseinbusse, sein Invaliditätsgrad liege bei 0 %. 

Die Aufhebung der Rente per 1. November 2017 (Art. 88bis Abs. 2 lit. a IVV) 

erweist sich somit als rechtmässig und die Beschwerde ist abzuweisen.

10. Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 

Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen 

vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten 

werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im 

Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1000.-- festgelegt. Vorliegend werden die 

Kosten auf Fr. 700.-- festgesetzt. Diese Kosten hat der unterliegende 

Beschwerdeführer zu übernehmen (Art. 73 Abs. 1 VRG). Der obsiegenden 

IV-Stelle steht keine Parteientschädigung zu (Art. 61 lit. g ATSG e 

contrario).

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten von Fr. 700.-- gehen zulasten von A._____ und sind innert 30 

Tagen seit Zustellung dieses Entscheides an die Finanzverwaltung des 

Kantons Graubünden, Chur, zu bezahlen.

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