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**Case Identifier:** 16f63225-7505-5b74-ab1c-0737e1c2123e
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-08-07
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 07.08.2020 720 20 158/192
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-20-158-192_2020-08-07.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 7. August 2020 (720 20 158 / 192) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Alters- und Hinterlassenenversicherung 

 

 

Anspruch auf eine AHV-Waisenrente. Mitwirkungspflicht bei der Bereitstellung von Un-

terlagen, welche zur Beurteilung des Ausbildungscharakters eines Praktikums im Sinne 

von Art. 49bis AHVV notwendig sind. 

 

 
 
Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Gerichtsschreiber i.V. Stefan A. 

Buchwalder 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin 
  

 
gegen 
 
 

 AHV-Ausgleichskasse Exfour, Malzgasse 16, 4010 Basel, Be-
schwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff Waisenrente für Sohn C.____  

 
 
 

A. A.____ bezieht seit dem Tod ihres Ehemannes, B.____, im Jahr 2008 eine Waisenren-
te der Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV) für ihren Sohn C.____, geboren am 
12. März 2002. Dieser beendete im Juni 2019 seine obligatorische Schulausbildung. 
 

 
 
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B. Mit Schreiben vom 31. Januar 2020 teilte die Ausgleichskasse Exfour (Ausgleichskas-
se) A.____ mit, dass sie die Überprüfung des Weiterbestandes des Leistungsanspruches auf-
grund baldigen Erreichens des 18. Altersjahres durch C.____ durchführen müsse. Sie verlangte 
deshalb die Zustellung der entsprechenden aktuellen Ausbildungsnachweise, in Ermangelung 
welcher die Auszahlung der Leistung auf den 31. März 2020 hin eingestellt würde. Zudem ver-
langte sie die Ergänzung des Formulars “Bestätigung der Ausbildungsstelle“ durch den aktuel-
len Arbeitgeber oder die aktuelle Ausbildungsstelle. 
 
C. Am 11. Februar 2020 bestätigte A.____, dass ihr Sohn zunächst von Februar bis Mai 
2020 ein Sozialpraktikum in X.____, und daran anschliessend einen Sprachaufenthalt in 
Y.____, absolvieren werde. Neben dem verlangten Formular reichte sie das elektronische Flug-
ticket für einen Flug von Z.____ via U.____ nach X.____, datiert auf den 7. Februar 2020, ein. 
 
D. Mit Schreiben vom 14. Februar 2020 erklärte die Ausgleichskasse gegenüber A.____, 
dass die eingereichten Unterlagen keine genügende Begründung für die weitere Ausrichtung 
der AHV-Waisenrente darstellen würden. Nach der derzeitigen Aktenlage wäre davon auszuge-
hen, dass C.____ ein Praktikum zur Berufswahl absolvieren würde, weshalb ab dem 1. April 
2020 kein Anspruch auf eine Waisenrente bestehen werde. Sollte er hingegen für einen 
Sprachaufenthalt in X.____ und später in Y.____ weilen, müsse die Bestätigung einer Sprach-
schule vorgewiesen werden, welche bislang ebenfalls fehle. 
 
E. Mit Eingabe vom 26. Februar 2020 verlangte A.____ eine einsprachefähige Verfügung, 
welche ihr am 3. März 2020 von der Ausgleichskasse zugestellt wurde. Gegen diese erhob sie 
in der Folge am 12. März 2020 Einsprache bei der Ausgleichskasse. Ihren Antrag begründete 
sie im Wesentlichen damit, dass es sich beim Sozialpraktikum um einen Sprachaufenthalt im 
Sinne der massgebenden Bestimmungen handle, bei welchem ihr Sohn Portugiesisch lerne und 
hernach auch Italienisch und Spanisch beherrschen würde. Darüber hinaus sei sie auf die Ren-
te zur Zahlung der notwendigen Auslagen für Kranken- und andere Versicherungen, Verpfle-
gung sowie das Umweltschutz-Abonnement ihres Sohnes angewiesen. Die Ausgleichskasse 
wies unter Verweis, dass seit dem Erlass der Verfügung keine Elemente vorgebracht worden 
seien, welche eine Neubeurteilung der Sachlage ermöglichen würden, das Begehren mit Ein-
spracheentscheid vom 3. April 2020 ab. 
 
F. Gegen diesen Entscheid erhob A.____ am 27. April 2020 Beschwerde am Kantonsge-
richt, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Sie beantragte sinngemäss, die 
Ausgleichskasse sei zu verpflichten, die Waisenrente über den 31. März 2020 hinaus zu ent-
richten. Ihren Antrag begründete sie im Wesentlichen mit Verweis auf ihre Argumentation an-
lässlich der Einsprache. Infolge der COVID-19-Pandemie habe C.____ nunmehr allerdings 
auch das ehrenamtliche Sozialpraktikum abbrechen müssen. 
 
G. Mit Vernehmlassung vom 7. Mai 2020 beantragte die Ausgleichskasse die Abweisung 
der Beschwerde. Sie hielt dabei im Wesentlichen an ihrer Begründung im Einspracheentscheid 
vom 3. April 2020 fest. 
 

 
 
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H. Mit Eingabe vom 15. Juni 2020 ergänzte A.____ ihre Beschwerdeschrift und reichte 
das elektronische Flugticket für den Rückflug von X.____ via U.____ nach Z.____ vom 
6. respektive 7. Mai 2020 ein. Sie legte zudem dar, dass aufgrund der COVID-19-Pandemie der 
Sprachaufenthalt in Y.____ derzeit nicht erfolgen könne und ihr Sohn deshalb voraussichtlich 
eine Lehrstelle suchen oder den Zivildienst absolvieren würde. 
 
 
Der Präsident zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1.1 Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, dessen Bestimmungen laut Art. 2 
ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Alters- und Hinterlas-
senenversicherung (AHVG) vom 20. Dezember 1946 auf die Alters- und Hinterlassenenversi-
cherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheentscheide der Ausgleichskassen beim zu-
ständigen kantonalen Versicherungsgericht Beschwerde erhoben werden. Örtlich zuständig ist, 
soweit es sich – wie vorliegend – nicht um einen Einspracheentscheid einer kantonalen Aus-
gleichskasse handelt, nach Art. 58 ATSG das Versicherungsgericht desjenigen Kantons, in dem 
die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat. Dieser befindet 
sich vorliegend in V.____ (BL), so dass die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts Basel-
Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Ver-
waltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Ver-
sicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Ein-
spracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich 
zur Behandlung der vorliegend frist- und formgerecht eingereichten Beschwerde zuständig. 
 
1.2 Gemäss Art. 59 ATSG ist zur Beschwerde nur berechtigt, wer durch die angefochtene 
Verfügung berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung 
hat. Der Begriff des schutzwürdigen Interesses stimmt materiell mit Art. 89 Abs. 1 lit. c des Bun-
desgesetzes über das Bundesgericht vom 17. Juni 2005 (BGG) überein (vgl. BGE 136 V 9 
E. 2.1). Die Legitimation, einen bestimmten Anspruch auf dem Rechtsmittelweg geltend zu ma-
chen, steht in engem Zusammenhang mit der Befugnis, die versicherte Person bei der Verwal-
tung zum Bezug der entsprechenden Leistung anzumelden. Ist eine Person berechtigt, die An-
meldung vorzunehmen, kommt ihr deshalb regelmässig auch die Legitimation zu, den streitigen 
Anspruch im Verwaltungsprozess selbständig zu verfolgen (BGE 138 V 297 E. 4.3.1 mit Hin-
weis). Zur Geltendmachung des Anspruchs auf eine Waisenrente der AHV ist nach Art. 67 
Abs. 1 der Verordnung zur Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVV) vom 31. Oktober 
1947 der Rentenansprecher beziehungsweise für ihn sein gesetzlicher Vertreter oder seine El-
tern befugt (vgl. auch Ziff. 1101 der Wegleitung über die Renten in der Eidgenössischen Alters- 
Hinterlassenen- und Invalidenversicherung [RWL; Stand am 1. Januar 2020] des Bundesamts 
für Sozialversicherungen [BSV]). Auch die Ausbezahlung der Waisenrente ist grundsätzlich an 
den Inhaber der elterlichen Sorge vorzunehmen (BGE 140 V 141 E. 5.1). Volljährige Waisen 
können die Waisenrente an sich selbst verlangen, sofern die Voraussetzungen der zweckge-
mässen Verwendung erfüllt sind (Ziff. 10005 RWL, analog zu Art. 71ter Abs. 3 AHVV); andern-
falls wird sie auch weiterhin dem vormaligen gesetzlichen Vertreter des Kindes ausbezahlt. 

 
 
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1.3 Im vorliegenden Fall wurde die strittige Waisenrente bisher unbestrittenermassen an 
die Beschwerdeführerin und Mutter von C.____ ausbezahlt. Auch war die Korrespondenz zur 
Anmeldung respektive zur Verlängerung der Ausbezahlung der Waisenrente über den acht-
zehnten Geburtstag hinaus stets an sie gerichtet. Dementsprechend ist die Beschwerdeführerin 
im Sinne der vorgenannten Bestimmungen und der hierzu ergangenen Rechtsprechung von der 
erlassenen Verfügung in besonderem Masse betroffen und hat ein schutzwürdiges Interesse an 
deren Aufhebung. Sie ist deshalb zur Erhebung der vorliegenden Beschwerde berechtigt. 
 
2. Gemäss § 55 Abs. 1 VPO entscheidet der Präsident der Abteilung Sozialversiche-
rungsrecht des Kantonsgerichts Streitigkeiten bis zu einem Streitwert von Fr. 20'000.-- durch 
Präsidialentscheid. Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet der Anspruch der Be-
schwerdeführerin auf eine monatliche AHV-Waisenrente ihres Sohnes während eines dreimo-
natigen Sozialpraktikums in X.____, vom 7. Februar 2020 bis 6. Mai 2020. Da die maximale 
monatliche AHV-Waisenrente Fr. 948.-- beträgt, fällt die Beurteilung der Angelegenheit ohne 
weiteres in die präsidiale Kompetenz. 
 
3. Strittig ist vorliegend, ob das Praktikum des Sohnes der Beschwerdeführerin als Aus-
bildung anzuerkennen ist und demzufolge auch nach dem 1. April 2020 ein Anspruch auf Aus-
richtung einer AHV-Waisenrente besteht. 
 
4.1 Gemäss Art. 25 AHVG haben Kinder, deren Vater oder Mutter gestorben ist, Anspruch 
auf eine Waisenrente (Abs. 1 Satz 1). Der Anspruch auf die Waisenrente entsteht am ersten 
Tag des dem Tode des Vaters oder der Mutter folgenden Monats und erlischt grundsätzlich mit 
Vollendung des 18. Altersjahres oder mit dem Tod der Waise (Abs. 4). Für Kinder, die noch in 
Ausbildung sind, dauert der Rentenanspruch bis zu deren Abschluss, längstens aber bis zum 
vollendeten 25. Altersjahr (Abs. 5 Satz 1). Zweck der Waisenrente der AHV für volljährige Wai-
sen ist die Förderung der beruflichen Ausbildung (BGE 143 V 308 E. 3.2, 139 V 126 E. 4.3). 
 
4.2 Art. 25 Abs. 5 Satz 2 AHVG beauftragt den Bundesrat, den Begriff der Ausbildung zu 
regeln, was dieser mit den auf den 1. Januar 2011 in Kraft getretenen Art. 49bis und 49ter AHVV 
getan hat. Dabei handelt es sich um unselbständige Verordnungsnormen im Sinne von geset-
zesvertretenden Bestimmungen, weshalb dem Bundesrat ein weiter Gestaltungsspielraum zu-
kommt (BGE 143 V 308 E. 3.12, 141 V 477 E. 8.2). Gemäss Art. 49bis Abs. 1 AHVV ist ein Kind 
in Ausbildung, wenn es sich auf der Grundlage eines ordnungsgemässen, rechtlich oder zumin-
dest faktisch anerkannten Bildungsganges systematisch und zeitlich überwiegend auf einen 
Berufsabschluss vorbereitet oder sich eine Allgemeinausbildung erwirbt, die Grundlage bildet 
für den Erwerb verschiedener Berufe. Ausserdem gilt ein Kind als in Ausbildung, wenn es Brü-
ckenangebote wahrnimmt wie Motivationssemester und Vorlehren sowie Au-pair- und Sprach-
aufenthalte, sofern sie einen Anteil Schulunterricht enthalten (Art. 49bis Abs. 2 AHVV). Dagegen 
gilt ein Kind nicht als in Ausbildung, wenn es ein durchschnittliches monatliches Erwerbsein-
kommen erzielt, das höher ist als die maximale volle Altersrente der AHV (Art. 49bis Abs. 3 
AHVV). 
 

 
 
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4.3 Nach Art. 49ter Abs. 1 AHVV ist die Ausbildung mit einem Berufs- oder Schulabschluss 
beendet. Nach Abs. 2 derselben Bestimmung gilt die Ausbildung ausserdem als beendet, wenn 
diese abgebrochen oder unterbrochen wird. Nicht als Unterbrechung im Sinne von Abs. 2 gel-
ten allerdings gemäss Abs. 3 derselben Bestimmung die folgenden Zeiten, sofern die Ausbil-
dung unmittelbar danach fortgesetzt wird: Übliche unterrichtsfreie Zeiten und Ferien von längs-
tens vier Monaten (lit. a.); Militär- und Zivildienst von längstens fünf Monaten (lit. b); gesund-
heits- oder schwangerschaftsbedingte Unterbrüche von längstens zwölf Monaten (lit. c). 
 
4.4 Gestützt auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung wird auch ein Praktikum als Aus-
bildung anerkannt, wenn es gesetzlich oder reglementarisch für die Zulassung zu einem Bil-
dungsgang oder zu einer Prüfung vorausgesetzt wird oder wenn es zum Erwerb eines Diploms 
oder eines Berufsabschlusses verlangt wird (Rz. 3361 RWL). Ein Praktikum, welches diese Vo-
raussetzungen nicht erfüllt, wird dennoch als Ausbildung anerkannt, wenn dieses höchstens ein 
Jahr dauert, für eine bestimmte Ausbildung faktisch geboten ist und mit dem Antritt des Prakti-
kums tatsächlich die Absicht besteht, die angestrebte Ausbildung zu realisieren (BGE 140 V 
304 E. 3, 139 V 211 E. 5.3, Rz. 3361.1 RWL). Es wird nicht verlangt, dass das Kind während 
eines Praktikums schulischen Unterricht besucht. Übt das Kind hingegen lediglich eine prakti-
sche Tätigkeit aus, um sich dabei einige Branchenkenntnisse und Fertigkeiten anzueignen, um 
die Anstellungschancen bei schwieriger Beschäftigungssituation zu verbessern oder um eine 
Berufswahl zu treffen, liegt keine Ausbildung vor (BGE 140 V 317 E. 3.2 mit Hinweisen; 
Rz. 3362 RWL). Kinder, welche zwischen der Schulzeit und einer Anschlusslösung ein Brü-
ckenangebot wie das Motivationssemester oder eine berufsorientierende Vorlehre wahrneh-
men, befinden sich in Ausbildung, sofern mindestens 8 Schullektionen (à 45 bis 60 Minuten) pro 
Woche Bestandteil sind (Rz. 3363 RWL). Kinder, welche sich in einem fremdsprachigen Gebiet 
als Au-Pair betätigen oder in einem fremdsprachigen Gebiet einen Sprachaufenthalt machen, 
befinden sich in Ausbildung, sofern mindestens 4 Schullektionen (à 45 bis 60 Minuten) pro Wo-
che Bestandteil sind (Rz. 3364 RWL). 
 
4.5 Verwaltungsweisungen, zu welchen auch die RWL zählt, richten sich primär an die 
Durchführungsstellen und sind für das Kantonsgericht somit nicht verbindlich. Deren Regeln 
werden vom Kantonsgericht dennoch berücksichtigt, sofern sie eine dem Einzelfall angepasste 
und gerecht werdende Auslegung der anwendbaren gesetzlichen Bestimmungen zulassen. Das 
Gericht weicht daher nicht ohne triftigen Grund von Verwaltungsweisungen ab, wenn diese eine 
überzeugende Konkretisierung der rechtlichen Vorgaben darstellen. Insofern wird dem Bestre-
ben der Verwaltung, durch interne Weisungen eine rechtsgleiche Gesetzesanwendung zu ge-
währleisten, Rechnung getragen (vgl. BGE 140 V 317 E. 3.3, 133 V 258 E. 3.2, je mit Hinwei-
sen). Vorliegend sind die Bestimmungen der RWL in der Fassung vom 1. Januar 2020 zu be-
rücksichtigen. 
 
5.1 Die Abklärung des Sachverhaltes ist gemäss dem im Sozialversicherungsverfahren 
geltenden Untersuchungsgrundsatz von Amtes wegen vorzunehmen. Danach haben Ver-
sicherungsträger und Sozialversicherungsgericht von sich aus und ohne Bindung an die Par-
teibegehren für die richtige und vollständige Feststellung des Sachverhaltes zu sorgen (vgl. 
THOMAS LOCHER/THOMAS GÄCHTER, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 4. Auflage, Bern 

 
 
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2014, § 70 Rz 2 f.). Durch die Mitwirkungspflichten der Parteien nach Art. 43 Abs. 1 und Art. 61 
lit. c ATSG wird der Untersuchungsgrundsatz in gewisser Weise ergänzt und gleichzeitig einge-
schränkt (vgl. BGE 125 V 195 E. 2, 121 V 210 E. 6c). Dies gilt vor allem in Bezug auf Tatsa-
chen, die sie besser kennen als die Verwaltungs- oder Gerichtsbehörden und welche diese 
sonst gar nicht oder nicht mit vernünftigem Aufwand erheben können (Urteil des Bundesge-
richts vom 20. Dezember 2016, 9C_669/2016, E. 7.1, vom 6. Juli 2015, 9C_238/2015, E. 3.2.1). 
Im Sozialversicherungsprozess tragen mithin die Parteien in der Regel eine Beweislast nur in-
sofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die 
aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten will. Diese Beweisregel greift 
allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungs-
grundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die 
Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (vgl. LOCHER/GÄCHTER, a.a.O., 
§ 70 Rz 56 f., BGE 138 V 222 E. 6, 117 V 264 E. 3b je mit Hinweisen). Beruft sich eine leis-
tungsberechtigte Person darauf, dass ein Kind noch in Ausbildung begriffen sei, so ist je nach 
Ausbildungs- und Schulungsgang der Lehrvertrag oder eine Bescheinigung des Arbeitgebers, 
ein Ausweis der Lehranstalt, eine Bestätigung der Kanzlei der Universität oder Hochschule, ein 
ordnungsgemäss ausgefülltes Testatbuch, eine Bestätigung über semesterliche Zwischenprü-
fungen oder ein semesterliches Zwischenzeugnis von privaten Unterrichtsanstalten, eine Be-
scheinigung über die Absolvierung von Kursen etc. beizubringen (Rz. 4306 RWL). 
 
5.2 Die Verwaltung als verfügende Instanz und im Beschwerdefall das Gericht dürfen eine 
Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im 
Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Ab-
weichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. 
Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. 
Das Gericht hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen 
Geschehensabläufen als die Wahrscheinlichste würdigt (vgl. BGE 144 V 429 E. 3.2, 115 V 142 
E. 8b). 
 
6.1 Vorliegend unbestritten ist, dass C.____ seine obligatorische Schulzeit im Juni 2019 
abgeschlossen und bis zum Erlass des angefochtenen Einspracheentscheids keine Lehrstelle 
oder andere Ausbildung angetreten hat. Er befindet sich damit offensichtlich nicht in einem ord-
nungsgemässen, rechtlich oder zumindest faktisch anerkannten Bildungsgang, welcher syste-
matisch und zeitlich überwiegend auf einen Berufsabschluss vorbereitet. 
 
6.2 Hingegen macht die Beschwerdeführerin sinngemäss geltend, dass das von ihrem 
Sohn absolvierte Sozialpraktikum bei der Organisation D.____ in X.____ als Praktikum, als 
Brückenangebot oder als Sprachaufenthalt zu qualifizieren sei. Dies sei insbesondere vorlie-
gend der Fall, da er in diesem Aufenthalt Kenntnisse des Portugiesischen erwerben sollte und 
darüber hinaus dann auch Italienisch und Spanisch verstehen würde. Es sei deshalb die AHV-
Waisenrente über den 31. März 2020 hinaus auszurichten. Dies umso mehr, als ihr Sohn für 
das Praktikum keinen Lohn beziehe, sie allerdings weiterhin die notwendigen Beiträge an seine 
Kranken- und sonstigen Versicherungen zahlen und für seine Verpflegung und sein Umwelt-
schutz-Abonnement aufkommen müsse. 

 
 
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6.3 Soweit die Qualifikation als Praktikum im engeren Sinne fraglich ist, legt die Beschwer-
deführerin in ihren Eingaben nicht dar, welches Ausbildungsziel mit dem Sozialpraktikum ver-
folgt wird. Die Organisation D.____ führt zwar – gemäss eigener Darstellung – pädagogische, 
medizinische und kulturelle Einrichtungen sowie Projekte und Initiativen mit festangestellten und 
freiwilligen Helfern in drei Marginalsiedlungen im Süden von X.____ (vgl. Website der Organisa-
tion D.____ [24.07.2020]). Es ist jedoch nicht ersichtlich, inwiefern das Praktikum bei dieser 
Organisation als gesetzlich oder reglementarisch für eine Zulassung zu einem Bildungsgang 
oder zu einer Prüfung vorausgesetzt oder zum Erwerb eines bestimmten Diploms oder eines 
Berufsabschlusses verlangt würde. Da die Art der angestrebten Ausbildung nicht klar ist, ist das 
Sozialpraktikum auch nicht als faktisch geboten anzusehen. Ein als Ausbildung anzuerkennen-
des Praktikum im Sinne der Rz. 3361 und 3361.1 RWL liegt deshalb nicht vor. Vielmehr übte 
C.____ wohl lediglich eine praktische Tätigkeit aus, um sich einige Kenntnisse und Fertigkeiten 
anzueignen und damit seine Anstellungschancen bei einer schwierigen Beschäftigungssituation 
zu verbessern oder eine Berufswahl zu treffen. Ein solches Praktikum fällt allerdings gemäss 
Rz. 3362 RWL wie auch nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung explizit nicht unter den Be-
griff der Ausbildung (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 14. Oktober 2015, 8C_177/2015, 
E. 5.1.1 und vom 1. April 2008, 9C_223/2008, E. 1.2). 
 
6.4 Ebenfalls ausser Betracht fällt die Einordnung des Sozialpraktikums unter die Bestim-
mung für Brückenangebote oder Sprachaufenthalte. Zwar bezieht sich die Beschwerdeführerin 
darauf, dass es sich beim Sozialpraktikum um eine Zwischenlösung nach Abschluss der obliga-
torischen Schulzeit und vor Beginn einer Lehrstelle handle. Notwendige Voraussetzung für die 
Qualifikation als Ausbildung ist jedoch, dass diese Zwischenlösung einen Schulanteil in Form 
von Schulfächern oder Werkstattunterricht von mindestens acht Wochenlektionen vorsieht. 
Auch der Sprachaufenthalt in einem fremdsprachigen Gebiet verlangt zur Anerkennung als 
Ausbildung immerhin einen Schulanteil von mindestens vier Wochenlektionen. Im von der Be-
schwerdeführerin eingereichten Formular ist zwar ein wöchentlicher Ausbildungsaufwand von 
40 Stunden verzeichnet; eine detailliertere Beschreibung, aus welcher der Schulanteil hieran 
ersichtlich würde, fehlt jedoch. Ohne einen Nachweis, dass C.____ tatsächlich die notwendige 
Mindestanzahl an Schullektionen pro Woche absolviert hat, liegt deshalb auch weder ein als 
Ausbildung anzuerkennendes Brückenangebot noch ein Sprachaufenthalt im Sinne der 
Rz. 3363 und 3364 RWL vor. 
 
6.5 Gemäss den geltenden Beweislastmaximen trägt die Beschwerdeführerin das Beweisri-
siko für die anspruchsbegründenden Tatsachen. Ihr wurde in mehreren Verfahrensschritten die 
Gelegenheit gegeben, sich zur Ausbildungsqualität des Sozialpraktikums in X.____ zu äussern 
und einen Praktikumsvertrag oder ähnliche Bescheinigungen vorzulegen. Dennoch ist es ihr 
nicht gelungen, die notwendigen Unterlagen beizubringen, um den behaupteten Anspruch auf 
Verlängerung der Waisenrente aufgrund einer andauernden Ausbildung zu untermauern. So-
weit sie das Reiseprogramm respektive das elektronische Flugticket als Beweismittel bemüht, 
können diese lediglich den Aufenthalt ihres Sohnes in X.____, nicht jedoch die Ausbildungsqua-
lität seines Sozialpraktikums belegen. Auch das von ihr eingereichte und eigenhändig ausgefüll-
te Formular “Bestätigung der Ausbildungsstelle“ genügt den Anforderungen des Bundesgerich-

 
 
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tes nicht; insbesondere da dieses von der Ausbildungsstelle selbst auszufüllen und zu unter-
zeichnen gewesen wäre. Hinzu kommt, dass auch in diesem Falle im Sinne der Bestimmungen 
der RWL eine zusätzliche schriftliche Bescheinigung in Form eines Praktikumsvertrages oder 
eines Ausweises der Sprachlehranstalt beizubringen gewesen wäre. Die Vorinstanz ist deshalb 
zu Recht von einem Ausbildungsunterbruch ausgegangen und war somit berechtigt, die Wai-
senrente bis zur Aufnahme einer anderen Ausbildung einzustellen. Auch unter Berücksichtigung 
der am 15. Juni 2020 nachträglich eingereichten Akten lässt sich kein anderer Schluss begrün-
den. Der angefochtene Einspracheentscheid vom 3. April 2020 ist daher nicht zu beanstanden 
und die dagegen erhobene Beschwerde ist abzuweisen. 
 
7. Letztlich bleibt festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin bezüglich des geltend ge-
machten Sozialpraktikums bisher keine Unterlagen eingereicht hat, welche die Inanspruch-
nahme eines Bildungsangebots mit Ausbildungsqualität mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 
nachweisen würden. Sobald sie entsprechende Unterlagen nachreicht oder der Sohn eine neue 
Ausbildung im Sinne der gesetzlichen Voraussetzungen beginnt, wird die Beschwerdegegnerin 
den Anspruch auf eine Waisenrente (für diese Zeit) erneut zu prüfen haben. 
 
8. Abschliessend bleibt über die Kosten zu befinden. Art. 61 lit. a ATSG i.V.m. Art. 85bis 
Abs. 2 AHVG halten fest, dass der Prozess vor dem kantonalen Gericht für die Parteien grund-
sätzlich kostenlos zu sein hat. Es sind demnach für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu 
erheben.  

 
 
Seite 9   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.