# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d8590acd-1c2f-5354-a8cf-c71e9b61ff09
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-08-31
**Language:** de
**Title:** Aargau Spezialverwaltungsgericht Steuern 31.08.2023 3-RV.2023.1
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_SVWG_002_3-RV-2023-1_2023-08-31.pdf

## Full Text

Spezialverwaltungsgericht 

Steuern 

 

3-RV.2023.1       

P 124 
 

 

 

 

Urteil vom 31. August 2023 
 
 

 
 

Besetzung  Präsident Fischer  

Richter Lämmli  

Richter Biondo  

Gerichtsschreiber Fäs          

 

 
 

   

Rekurrent   A._____  

   

 

 
 
 

Gegenstand  Einspracheentscheid der Steuerkommission Q._____ 

vom 13. Oktober 2022 

betreffend Kantons- und Gemeindesteuern 2018 

 

  

 - 2 - 

 

 

 
   

Das Gericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Mit Verfügung vom 25. Januar 2021 wurde A._____ von der Steuer-

kommission Q._____ für das Jahr 2018 zu einem steuerbaren Einkommen 

von CHF 33'200.00 und zu einem steuerbaren Vermögen von CHF 0.00 

veranlagt. Der Veranlagung liegt der Tarif A zugrunde. 

 

2. 

Gegen die Verfügung vom 25. Januar 2021 erhob A._____ mit Schreiben 

vom 3. Februar 2021 Einsprache. Die Steuerkommission Q._____ ging von 

den folgenden sinngemäss gestellten Begehren aus: 

 

"- Tarifänderung: Es sei der Tarif B anstelle des gewährten Tarif A zu gewäh-

ren 

- Berufsauslagen: Die Autokosten seien mit 34 km pro Wegstrecke zu gewäh-

ren 

- Antrag auf Steuererlass für das Jahr 2018 aufgrund von persönlichen finan-

ziellen Ausgaben und die finanzielle Unterstützung des Sohnes B._____" 

 

3. 

3.1. 

Mit Entscheid vom 27. Mai 2021 wies die Steuerkommission Q._____ die 

Einsprache ab, soweit darauf eingetreten werden konnte, und leitete den 

Antrag auf Steuererlass an die Abteilung Finanzen der Gemeinde Q._____ 

weiter. Diesen Einspracheentscheid zog A._____ an das Spezialver-

waltungsgericht weiter.  

 

3.2. 

Das Spezialverwaltungsgericht hob mit Urteil vom 20. Januar 2022 (3-RV. 

2021.105) den Einspracheentscheid vom 27. Mai 2021 betreffend Tarif-

anwendung auf und wies die Angelegenheit zur Vornahme weiterer Abklä-

rungen und Fällung eines neuen Entscheids an die Steuerkommission 

Q._____ zurück.  

 

4. 

Mit Entscheid vom 13. Oktober 2022 wies die Steuerkommission Q._____ 

die Einsprache wiederum ab. 

 

5. 

Den Einspracheentscheid vom 13. Oktober 2022 (Zustellung am 1. Dezem-

ber 2022) hat A._____ mit rechtzeitigem Rekurs vom 28. Dezember 2022 

(Postaufgabe gleichentags) an das Spezialverwaltungsgericht, Abteilung 

Steuern, weitergezogen. Er beantragt,  

 

 - 3 - 

 

 

es sei der Tarif B anzuwenden.  

 

Auf die Begründung wird, soweit für die Entscheidung erforderlich, in den 

Erwägungen eingegangen. 

 

6. 

Die Steuerkommission Q._____ und das Kantonale Steueramt beantragen 

die Abweisung des Rekurses. 

 

7. 

A._____ hat eine Replik erstattet. 

 

 

 

 

  

 - 4 - 

 

 

 
   

Das Gericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Der vorliegende Rekurs betrifft die Kantons- und Gemeindesteuern 2018. 

Massgebend für die Beurteilung ist das Steuergesetz vom 15. Dezember 

1998 (StG). 

 

2. 

2.1. 

Der Rekurrent beantragt, dass der Tarif B anzuwenden sei. 

 

2.2. 

Das Spezialverwaltungsgericht führt in seinem Urteil vom 20. Januar 2022 

(3-RV.2021.105) aus, dass die Steuerkommission Q._____ abzuklären 

habe, ob sich der Sohn des Rekurrenten, B._____, geboren am 

tt.mm.2001, im ganzen Jahr 2018 im C._____ aufgehalten habe. Dann 

komme die Anwendung des Tarifs B nicht infrage.  

 

2.3. 

Die Steuerkommission Q._____ hat den Tarif B nicht angewendet, da sich 

B._____ gemäss schriftlicher Bestätigung seines Beistands (D._____ 

GmbH) vom tt.mm.2017 bis tt.mm.2019 und damit im ganzen Jahr 2018 im 

C._____ aufhielt.   

 

2.4. 

Der Rekurrent führt in der Replik aus, es stimme, dass B._____ im Jahr 

2018 im C._____ gewesen sei.  

 

3. 

3.1. 

Für Verheiratete, die in rechtlich und tatsächlich ungetrennter Ehe leben, 

sowie für verwitwete, getrennt lebende, geschiedene und ledige Steuer-

pflichtige, die mit Kindern im gleichen Haushalt zusammenleben und deren 

Unterhalt zur Hauptsache bestreiten, ist der Steuersatz des halben steuer-

baren Einkommens [Tarif B] anzuwenden (§ 43 Abs. 2 StG). 

 

Der Tarif wird nach den Verhältnissen am Ende der Steuerperiode oder 

Steuerpflicht festgelegt (§ 43 Abs. 4 StG). 

 

3.2. 

3.2.1. 

Die Gewährung des Tarifs B steht also unter den beiden Bedingungen, 

dass der Rekurrent mit einem (eigenen) Kind "im gleichen Haushalt zusam-

menleben" und dessen "Unterhalt zur Hauptsache bestreiten" muss. 

 

 - 5 - 

 

 

3.2.2. 

Gemäss Rechtsprechung des aargauischen Verwaltungsgerichts hängt die 

Frage, ob eine steuerpflichtige Person mit ihrem Kind zusammenlebt, nicht 

vom formellen Wohnsitz des Kindes, sondern davon ab, ob dieses im Haus-

halt der steuerpflichtigen Person lebt (VGE vom 28. Februar 2000 

[BE.1999.00264]). Dass der formelle Wohnsitz nicht ausschlaggebend ist, 

ergibt sich implizit auch aus der bundesgerichtlichen Rechtsprechung. 

Dieser lässt sich nämlich nicht entnehmen, dass für die Frage, welchem 

Elternteil bei alternierender Obhut der Elterntarif (Tarif B) zu gewähren sei, 

der Wohnsitz des Kindes entscheidend sei (BGE 133 II 305 E. 8.5 und 9.1 

= Pra 97 [2008] Nr. 39; BGE 141 II 338 E. 6.3 f. = Pra 105 [2016] Nr. 45). 

Das Bundesgericht geht vielmehr davon aus, dass bei alternierender Obhut 

beide Elternteile mit dem Kind "im gleichen Haushalt zusammenleben".  

 

3.3. 

B._____ hielt sich im gesamten Jahr 2018 im C._____ auf, weshalb der 

Rekurrent nicht mit diesem im gleichen Haushalt zusammenlebte. Fehlt es 

somit an einer Voraussetzung von § 43 Abs. 2 StG, kann der Rekurrent 

nicht zum Tarif B besteuert werden.  

 

3.4. 

3.4.1. 

Der Rekurrent führt aus, dass er ab September 2018 Unterhaltsbeiträge an 

den Beistand seines Sohnes bezahlt habe, da sich seine Exfrau mit den 

Alimenten bereichert und mit B._____ seit Jahren keinen Kontakt habe. Der 

Beistand habe mit diesen Unterhaltsbeiträgen die Schulden von B._____ 

begleichen können. Als alleinerziehender Vater habe er zu 100 % zu 

seinem Sohn geschaut, diesem Kleider gekauft und dessen 

Handyrechnung bezahlt.   

 

3.4.2. 

Diese Ausführungen zeigen, dass sich der Rekurrent um seinen Sohn küm-

mert. Sie vermögen allerdings an der rechtlichen Würdigung, dass der Re-

kurrent im Jahr 2018 nicht mit B._____ im gleichen Haushalt zusammen-

lebte, nichts zu ändern.  

 

3.5. 

Der Rekurs erweist sich somit als unbegründet und ist abzuweisen. 

 

4. 

Bei diesem Verfahrensausgang hat der Rekurrent die Kosten des Rekurs-

verfahrens zu tragen (§ 189 Abs. 1 StG). Es ist keine Parteikostenentschä-

digung auszurichten (§ 189 Abs. 2 StG). 

 

  

 - 6 - 

 

 

 
   

Das Gericht erkennt: 

 

1. 

Der Rekurs wird abgewiesen. 

 

2. 

Der Rekurrent hat die Kosten des Rekursverfahrens, bestehend aus einer 

Staatsgebühr von CHF 300.00, der Kanzleigebühr von CHF 80.00 und den 

Auslagen von CHF 100.00, zusammen CHF 480.00, zu bezahlen. 

 

3. 

Es wird keine Parteikostenentschädigung ausgerichtet. 

 

 

 
   

Zustellung an: 

den Rekurrenten 

das Kantonale Steueramt  

das Gemeindesteueramt Q._____ 

 

 

 
 

   

Rechtsmittelbelehrung  

 

Dieser Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung mit Be-

schwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Aargau angefochten 

werden. Die Beschwerde ist in doppelter Ausfertigung beim Spezialver-

waltungsgericht, Laurenzenvorstadt 9, 5001 Aarau, einzureichen. Die 

Frist steht still vom 7. Tag vor bis und mit dem 7. Tag nach Ostern, vom 

15. Juli bis und mit 15. August und vom 18. Dezember bis und mit dem 

2. Januar. Die unterzeichnete Beschwerdeschrift muss einen Antrag, wie 

der Entscheid zu ändern sei, sowie eine Begründung enthalten. Der ange-

fochtene Entscheid und als Beweismittel angerufene Urkunden sind beizu-

legen (§§ 28 und 43 f. des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 

4. Dezember 2007 [VRPG] in Verbindung mit Art. 145 Abs. 1 der Schwei-

zerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 [ZPO]; §§ 187, 

196 und 198 des Steuergesetzes vom 15. Dezember 1998 [StG]). 

 

  

 - 7 - 

 

 

 

 
   

Aarau, 31. August 2023 

 

Spezialverwaltungsgericht 

Steuern 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Fischer Fäs