# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 719ef2de-c442-547f-9388-f28b6aed2b23
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-06-26
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 26.06.2024 A-517/2022
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-517-2022_2024-06-26.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung I 

A-517/2022 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 6 .  J u n i  2 0 2 4  

Besetzung 
 Richter Keita Mutombo (Vorsitz), 

Richter Jürg Steiger, Richterin Iris Widmer,  

Gerichtsschreiberin Karolina Yuan. 
 

 
 

Parteien 
 Personalfürsorgestiftung X.,  

vertreten durch  

Dr. Charles Hermann und Christoph Bolliger,  

KPMG AG,  

Badenerstrasse 172, Postfach, 8036 Zürich,  

Beschwerdeführerin,  

  
 

 
gegen 

 
 

Eidgenössische Steuerverwaltung ESTV,  

Hauptabteilung Direkte Bundessteuer, Verrechnungssteuer, 

Stempelabgaben,  

Eigerstrasse 65, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

  
 

 
 

Gegenstand 
 Verrechnungssteuer; Verzinsung (2010 – 2016). 

 

 

 

A-517/2022 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Die Personalvorsorgestiftung X. (Schweiz; nachfolgend auch: PVS) 

bezweckt die berufliche Vorsorge im Rahmen des Bundesgesetzes vom 

25. Juni 1982 über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvor-

sorge (BVG, SR 831.40) und seiner Ausführungsbestimmungen zugunsten 

der Arbeitnehmer der «X.», Zürich, und der mit dieser eng verbundenen 

Unternehmungen sowie deren Angehörigen und Hinterbliebenen gegen die 

wirtschaftlichen Folgen von Alter, Invalidität und Tod.  

A.b Mit Entscheid Nr. 1*** vom 12. August 2011 verweigerte die Eidgenös-

sischen Steuerverwaltung (nachfolgend: ESTV) die Rückerstattung der 

Verrechnungssteuer auf Erträgen aus einem Diversified Global Equity 

Fund (nachfolgend: indirekter Anlagefonds) für die Jahre 2006 – 2010 und 

verlangte zusätzlich einen Zins für die Zeit der Rückerstattung bis zum Tag 

der Wiedereinzahlung. 

Gegen den Entscheid der ESTV vom 12. August 2011 erhob die PVS am 

8. September 2011 Einsprache, welche die ESTV mit Einspracheentscheid 

vom 11. Januar 2013 vollumfänglich abwies. 

Gegen den Einspracheentscheid der ESTV vom 11. Januar 2013 erhob die 

PVS am 12. Februar 2013 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht, 

welches die Beschwerde mit Urteil A-719/2013 vom 26. März 2015 gut-

hiess, soweit es auf diese eintrat. In seinem Urteil hielt das Bundesverwal-

tungsgericht insbesondere fest, dass der PVS das Recht zur Nutzung der 

steuerbaren Erträge des indirekten Anlagefonds und somit auch der An-

spruch auf Rückerstattung der Verrechnungssteuer auf diesen Erträgen 

zustehe. 

A.c Gegen das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-719/2013 vom 

26. März 2015 erhob die ESTV am 11. Mai 2015 Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten beim Bundesgericht. Mit Urteil 2C_404/2015 

vom 15. September 2016 wies das Bundesgericht die Beschwerde ab.  

B. Während des laufenden (Rechtsmittel-)Verfahrens gegen den Ent-

scheid Nr. 1*** stellte die PVS folgende tabellarisch aufgelistete Anträge 

betreffend die Verrechnungssteuer auf Erträgen aus dem indirekten Anla-

gefonds bei der ESTV: 

  

A-517/2022 

Seite 3 

Abschlagsrückerstattungen (Formular 21) 

Jahr Antrag Nr.  Einreichungsdatum Bescheid ESTV  

2010 719'205 9. April 2010 20. Mai 2010  

2011 444'120 31. März 2011 23. Ma 2012 (recte 

wohl: 8. April 2011) 

2012 460'716 27. März 2012 16. Mai 2012  

2013 865’215 29. April 2013 2. Mai 2013 

2014 914'885 17. Februar 2014 28. Februar 2014 

2015 877'743 11. Mai 2015 21. Mai 2015 

2016 819'179 16. März 2016 23. März 2016 

 

Rückerstattung der Verrechnungssteuer (Formular 25) 

Jahr Antrag Nr. Einreichungsdatum Bescheid ESTV (Ab-

lehnung)  

2011 535'575 18. April 2011 23. Mai 2012 (recte 

wohl: 23. April 2012) 

2012 180'015 26. März 2013 19. April 2013 

2013 567'647 17. Februar 2014 3. März 2014 (recte 

wohl: 24. Februar 

2014) 

2014 630'959 11. Mai 2015 22. Mai 2015 (recte 

wohl:18. Mai 2015) 

2015 962'360 16. März 2016 25. April 2016 (recte 

wohl: 23. März 2016) 

 

A-517/2022 

Seite 4 

 

C.  

C.a Im Anschluss an das Urteil des Bundesgerichts 2C_404/2015 vom 

15. September 2016 ersuchte die PVS mit Schreiben vom 1. November 

2016 (Akten der Vorinstanz [act.] 13) – soweit das vorliegende Verfahren 

betreffend – um Rückerstattung der Verrechnungssteuer auf den Erträgen 

des indirekten Anlagefonds für die Fälligkeitsjahre 2011 – 2015 im Umfang 

von Fr. 1'481'944.61 zuzüglich eines «Verzugszinses» von 5 % pro Jahr. 

Zudem beantragte sie einen «Verzugszins» auf den widerrechtlich zurück-

behaltenen Abschlagsrückerstattungen für die Fälligkeiten der Jahre 

2010 – 2016. 

Mit Entscheid Nr. 2*** vom 23. Juni 2020 verfügte die ESTV, dass auf den 

«Rückleistungsansprüchen» der PVS betreffend die zurückbehaltene Ver-

rechnungssteuer auf steuerbaren Erträgen mit Fälligkeiten in den Jahren 

2011 – 2015 kein Zins geschuldet sei. Es sei auch kein Zins auf den «Rück-

leistungsansprüchen» der PVS betreffend die nicht gewährten Abschlags-

rückerstattungen der Verrechnungssteuer auf steuerbaren Erträgen mit 

Fälligkeiten in den Jahren 2010 – 2016 geschuldet. 

C.b Gegen den Entscheid Nr. 2*** vom 23. Juni 2020 der ESTV erhob die 

PVS am 21. Juli 2020 Einsprache.  

Mit Einspracheentscheid vom 30. Dezember 2021 wies die ESTV die Ein-

sprache vom 21. Juli 2020 vollumfänglich ab und stellte fest, dass die PVS 

keinen Anspruch auf eine Verzinsung der zu Unrecht zurückbehaltenen 

Verrechnungssteuer auf Dividenden mit Fälligkeiten in den Jahren 

2011 – 2015 und ebenso wenig auf eine Verzinsung der zu Unrecht ver-

weigerten Abschlagsrückerstattungen der Verrechnungssteuer auf Divi-

denden mit Fälligkeiten in den Jahren 2010 – 2016 habe. 

D.  

D.a Gegen den Einspracheentscheid vom 30. Dezember 2021 erhob die 

PVS (nachfolgend: Beschwerdeführerin) am 1. Februar 2022 Beschwerde 

beim Bundesverwaltungsgericht. Sie stellt folgende Anträge – unter Kos-

ten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der ESTV (nachfolgend auch: 

Vorinstanz): 

«1. Aufhebung des Einsprache[e]ntscheids Nr. […] der ESTV vom 30. Dezember 2021.  

2. Die ESTV sei anzuweisen, der PVS X. einen Zins von 5% p.a. auf der im ordentlichen 

Verfahren zu Unrecht verweigerten Rückerstattung der Verrechnungssteuer der 

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Seite 5 

Fälligkeitsjahre 2011 bis 2015 seit dem Datum des jeweiligen Ablehnungsschreibens zum 

Formular 25 bis zum Zeitpunkt der Rückzahlung (20. Dezember 2016) im Umfang von ins-

gesamt CHF 208’534.94 aufgrund vorliegend erfüllter Voraussetzungen zu bezahlen. 

3. Die ESTV sei anzuweisen, der PVS X. einen Zins von 5 % p.a. auf den zu Unrecht nicht 

gewährten Abschlagsrückerstattungen der Fälligkeitsjahre 2010 bis 2016 seit dem 30. Tage 

nach Fälligkeit der Abschlagsrückerstattungen bis zum Datum des jeweiligen Ablehnungs-

schreibens zum Formular 25 im Umfang von insgesamt CHF 59’727.64 aufgrund vorliegend 

erfüllter Voraussetzungen zu bezahlen.» 

Mit Vernehmlassung vom 28. April 2022 beantragt die Vorinstanz die voll-

umfängliche und kostenpflichtige Ablehnung der Beschwerde. 

D.b Mit Replik vom 2. Juni 2022 teilte die Beschwerdeführerin mit, dass sie 

an ihren Anträgen sowie der Beschwerdebegründung vollumfänglich fest-

halte. 

Mit Eingabe vom 1. Juli 2022 verzichtete die Vorinstanz auf das Einreichen 

einer Duplik.  

Auf die weiteren Vorbringen der Parteien und die Akten wird – soweit für 

den Entscheid wesentlich – im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen 

eingegangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 

(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 

gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 

20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021). Als anfechtbare Verfügungen 

gelten auch Einspracheentscheide der ESTV (Art. 5 Abs. 2 VwVG i.V.m. 

Art. 33 Bst. d VGG). Der angefochtene Einspracheentscheid vom 30. De-

zember 2021 stellt eine Verfügung im Sinne von Art. 5 VwVG dar. Die Vor- 

instanz ist eine Behörde im Sinne von Art. 33 Bst. d VGG. Das Bundesver-

waltungsgericht ist für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde somit 

zuständig. Soweit das VGG nichts anderes bestimmt, richtet sich gemäss 

dessen Art. 37 das Verfahren nach dem VwVG.  

 

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Seite 6 

1.2  

1.2.1 Die Beschwerdeführerin ist als Adressatin des angefochtenen Ein-

spracheentscheids zu dessen Anfechtung legitimiert (vgl. Art. 48 Abs. 1 

VwVG). Die Beschwerde wurde im Übrigen frist- und formgerecht einge-

reicht (Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist 

daher – unter Vorbehalt des hiernach Aufgeführten (E. 1.2.2 f.) – einzutre-

ten. 

1.2.2 In Bezug auf den Sachverhalt sind sich die Parteien zwar einig, dass 

die Anträge der Beschwerdeführerin auf Abschlagszahlungen für die Jahre 

2010 – 2016 von der Vorinstanz abgelehnt wurden (Beschwerde S. 4, 

2. Lemma; Einspracheentscheid vom 30. Dezember 2021 S. 2, Ziff. 2 

Bst. b). Gestützt auf die Akten ist jedoch davon auszugehen, dass die Vor- 

instanz (abweichend zu den Angaben im Einspracheentscheid) in den Jah-

ren 2010 und 2011 der Beschwerdeführerin durchaus Abschlagszahlungen 

gewährt hat (act. 3). So ist aus den Anträgen Nr. 719'205 (Jahr 2010) und 

Nr. 444'120 (Jahr 2011) ersichtlich, dass diese von der Vorinstanz geprüft 

und in Bezug auf den Zahlungsbetrag pro Quartal für gut befunden, die 

Auszahlungsdaten festgesetzt sowie je mit mehreren Stempeln der zustän-

digen Mitarbeitenden versehen wurden. Es sind diesen beiden Anträgen 

auch keine Hinweise auf eine Ablehnung zu entnehmen. Demgegenüber 

wurden auf den Anträgen auf Abschlagszahlungen für die Jahre 

2012 – 2016 je handschriftliche Vermerke «abgelehnt» mit Datum quer 

über das Antragsformular angebracht. Ausserdem zog die Beschwerdefüh-

rerin auf dem Rückererstattungsantrag Nr. 535'575 für das Jahr 2011 (der-

jenige für das Jahr 2010 befindet sich nicht in den Akten) von ihrem geltend 

gemachten Rückerstattungsanspruch von Fr. 334'265.73 Abschlagszah-

lungen im Umfang von Fr. 302'250.- ab. Die Beschwerdeführerin erklärte 

sich mit E-Mail vom 19. April 2012 an die Vorinstanz sodann einverstan-

den, dass ihre Abschlagsrückerstattungen im Umfang von Fr. 302'250.- 

aus indirekt gehaltenen Anlagen mit der Rückerstattungsforderungen aus 

Obligationenanlagen verrechnet würden. 

1.2.3 Zusammenfassend ist hinsichtlich des Sachverhalts festzuhalten, 

dass die Vorinstanz der Beschwerdeführerin für die Jahre 2010 und 2011 

Abschlagszahlungen ausgerichtet hat. Somit kann – entgegen dem Antrag 

(Ziffer 3) der Beschwerdeführerin – eine Verzinsung der verweigerten Ab-

schlagszahlungen nur für die Jahre 2012 – 2016 Gegenstand des vorlie-

genden Verfahrens sein; auf die weitergehenden Anträge der Beschwerde-

führerin betreffend die Verzinsung der Abschlagszahlungen für die Jahre 

2010 und 2011 ist deshalb nicht einzutreten. 

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Seite 7 

1.3 Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht können die Verlet-

zung von Bundesrecht – einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch 

des Ermessens (Art. 49 Bst. a VwVG) – die unrichtige bzw. unvollständige 

Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts (Art. 49 Bst. b VwVG) und 

die Unangemessenheit der vorinstanzlichen Verfügung (Art. 49 Bst. c 

VwVG) gerügt werden.  

1.4 Ausgangspunkt jeder Auslegung ist der Wortlaut, wobei bei Erlassen 

des Bundesrechts die Fassungen in den drei Amtssprachen gleichwertig 

sind. Ist der Text nicht ohne Weiteres klar und sind verschiedene Interpre-

tationen möglich, muss nach der wahren Tragweite der Bestimmung ge-

sucht werden. Vom Wortlaut kann abgewichen werden, wenn triftige 

Gründe für die Annahme bestehen, dass er nicht den wahren Sinn der Vor-

schrift wiedergibt. Solche Gründe können sich aus der Entstehungsge-

schichte, aus Sinn und Zweck der Norm oder aus dem Zusammenhang mit 

anderen Gesetzesbestimmungen ergeben (BGE 143 II 268 E. 4.3.1, 136 

III 373 E. 2.3; Urteil des BVGer A-719/2013 vom 26. März 2015 E. 2.6.4.1 

mit Hinweisen).  

1.5 Gemäss Art. 190 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidge-

nossenschaft vom 18. April 1999 (SR 101; nachfolgend: BV) sind Bundes-

gesetze und Völkerrecht für die rechtsanwendenden Behörden massge-

bend (sog. Anwendungsgebot; vgl. dazu statt vieler: BGE 131 II 217 E. 2.3; 

Urteil des BVGer A 790/2016 vom 29. Juni 2016 E. 1.5). Art. 190 BV ver-

bietet es den rechtsanwendenden Behörden, einer Norm in einem Bundes-

gesetz wegen Verfassungswidrigkeit die Anwendung zu versagen (vgl.  

ULRICH HÄFELIN ET AL., Schweizerisches Bundesstaatsrecht, 10. Aufl. 

2020, Rz. 2089 f.) bzw. von einer klar formulierten Vorschrift des Bundes-

gesetzgebers, deren Wortlaut auch dem Sinn und Zweck der Regelung 

entspricht, abzuweichen (vgl. Urteil des BGer 2C_703/2009 und 

2C_22/2010 vom 21. September 2010 E. 4.4.2; Urteile des BVGer  

A-4682/2018 vom 16. August 2019 E. 5.2.3, A-7025/2016 vom 5. Juli 2017 

E. 1.2.4). 

  

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Seite 8 

2.  

2.1 Der Bund erhebt gestützt auf Art. 132 Abs. 2 BV eine Verrechnungs-

steuer unter anderem auf dem Ertrag von beweglichem Kapitalvermögen 

(Art. 1 Abs. 1 des Verrechnungssteuergesetzes vom 13. Oktober 1965 

[VStG, SR 642.21]). Gegenstand der Verrechnungssteuer auf dem Ertrag 

beweglichen Kapitalvermögens sind gemäss Art. 4 Abs. 1 VStG die Zinsen, 

Renten, Gewinnanteile und sonstigen Erträge der von einem Inländer aus-

gegebenen Obligationen, Serienschuldbriefe, Seriengülten und Schuld-

buchguthaben (Bst. a), der von einem Inländer ausgegebenen Aktien, 

Stammanteile an Gesellschaften mit beschränkter Haftung, Genossen-

schaftsanteile, Partizipationsscheine und Genussscheine (Bst. b), der von 

einem Inländer oder von einem Ausländer in Verbindung mit einem Inlän-

der ausgegebenen Anteile an einer kollektiven Kapitalanlage gemäss Bun-

desgesetz vom 23. Juni 2006 über die kollektiven Kapitalanlagen (KAG, 

SR 951.31 [Bst. c]) sowie der Kundenguthaben bei inländischen Banken 

und Sparkassen (Bst. d).  

2.2 Die Verrechnungssteuer bezweckt im inländischen Verhältnis in erster 

Linie, die Deklaration der Erträge beweglichen Kapitalvermögens zu si-

chern; dem Steuerehrlichen wird sie zurückerstattet (sog. Sicherungs-

zweck; Urteil des BGer 2C_597/2016 vom 10. August 2017 E. 2.4; vgl. Bot-

schaft des Bundesrates vom 18. Oktober 1963 betreffend den Entwurf zu 

einem Bundesgesetz über die Verrechnungssteuer, BBl 1963 II 953, S. 955 

[nachfolgend: Botschaft VStG 1963]). Demgegenüber hat die Verrech-

nungssteuer direkten Fiskalzweck für den im Ausland steuerpflichtigen 

Empfänger der steuerbaren Erträge, soweit dieser nicht aufgrund eines 

Doppelbesteuerungsabkommens geschützt ist, und für den inländischen 

Leistungsempfänger in all den Fällen, in denen diesem die Erfüllung der 

materiellen Anspruchsvoraussetzungen für die Rückerstattung aberkannt 

wird (Urteil des BGer 2C_597/2016 vom 10. August 2017 E. 2.4; Urteile 

des BVGer A-416/2017 vom 2. Juli 2018 E. 3.2, A-719/2013 vom 26. März 

2015 E. 2.2 mit Hinweisen [bestätigt durch Urteil des BGer 2C_404/2015 

vom 15. September 2016]; BAUER-BALMELLI/KÜPFER, in: Zwei-

fel/Beusch/Bauer-Balmelli [Hrsg.], Kommentar zum Schweizerischen Steu-

errecht, Bundesgesetz über die Verrechnungssteuer, 3. Aufl. 2024 [nach-

folgend: VStG-Kommentar], Vorbemerkungen N 71). 

  

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Seite 9 

2.3 Steuerpflichtig ist der Schuldner der steuerbaren Leistung (Art. 10 

Abs. 1 VStG). Die steuerbare Leistung ist bei der Auszahlung, Überwei-

sung, Gutschrift oder Verrechnung ohne Rücksicht auf die Person des 

Gläubigers um den Steuerbetrag zu kürzen (Art. 14 Abs. 1 VStG). Bei Ka-

pitalerträgen beträgt der Steuersatz 35 % der steuerbaren Leistung (Art. 13 

Abs. 1 Bst. a VStG). 

 

2.4 Eine juristische Person hat Anspruch auf Rückerstattung der Verrech-

nungssteuer, wenn sie bei Fälligkeit der steuerbaren Leistung ihren Sitz im 

Inland hatte (Art. 24 Abs. 2 VStG), die mit der Verrechnungssteuer belas-

teten Einkünfte ordnungsgemäss als Ertrag verbucht hat (Art. 25 Abs. 1 

VStG e contrario) und bei Fälligkeit der steuerbaren Leistung das Recht 

zur Nutzung des den steuerbaren Ertrag abwerfenden Vermögenswertes 

besass (Art. 21 Abs. 1 Bst. a VStG). Der Antrag auf Rückerstattung muss 

innert drei Jahren nach Ablauf des Kalenderjahres, in dem die steuerbare 

Leistung fällig geworden ist, bei der ESTV eingereicht werden (Art. 32 

Abs. 1 VStG e contrario).  

2.5  

2.5.1 Abschlagsrückerstattungen (nachfolgend auch: Abschlagszahlun-

gen) sind pauschalierte Anzahlungen bzw. Vorauszahlungen auf den Rück-

erstattungsanspruch (HESS/SCHERRER, VStG-Kommentar, N 14 zu Art. 26 

VStG, LISSI/ VITALI, VStG-Kommentar, N 50 zu Art. 29 VStG). Durch diese 

soll den Fällen, wo grosse Beträge auf dem Spiel stehen oder wo die lange 

Zeitspanne bis zur ordentlichen Rückerstattung eine Härte bedeuten 

würde, auf einfache und billige Weise Rechnung getragen werden (Bot-

schaft VStG 1963, S. 967; kritisch: LISSI/VITALI, VStG-Kommentar, N 18 zu 

Art. 31 VStG, nach welchen die Plausibilitätsüberlegungen hinsichtlich des 

gesetzlichen Ausschlusses des Vergütungszinses gemäss Art. 31 Abs. 4 

VStG [s. dazu E. 2.7.4] mit der fortschreitenden Digitalisierung der Steuer-

verfahren zunehmend als antiquiert erscheinen; vgl. E. 4.5.4). Mittels Ab-

schlagszahlungen kann zudem ein Zinsverlust möglichst geringgehalten 

werden (Entscheid der Steuerrekurskommission des Kantons Basel-Land-

schaft vom 28. Februar 1986, in: Der Steuerentscheid [StE] 1986 B 74.12 

Nr. 1). Sie werden gewährt, wenn der Berechtigte glaubhaft macht, dass 

sich sein für das ganze Jahr berechneter Rückererstattungsanspruch auf 

mindestens Fr. 4'000.- belaufen wird (Art. 65 Abs. 1 der Verrechnungssteu-

erverordnung vom 19. Dezember 1966 [VStV, SR 642.11]). Der Anspruch 

auf Abschlagsrückerstattungen setzt dabei selbstverständlich voraus, dass 

der Antragssteller die Bedingungen des Rückerstattungsanspruchs erfüllt 

(LISSI/VITALI, VStG-Kommentar, N 51 zu Art. 29 VStG). 

A-517/2022 

Seite 10 

2.5.2 Mit den Abschlagsrückerstattungen sind besondere Pflichten verbun-

den. Wer Abschlagsrückerstattungen erhalten hat, ist insbesondere ver-

pflichtet, innert drei Monaten nach Ablauf des betreffenden Jahres einen 

vollständigen Rückerstattungsantrag einzureichen und in ihm die erhalte-

nen Abschlagsrückerstattungen anzugeben (Art. 65 Abs. 3 VStV). Die Ab-

schlagsrückerstattungen werden jeweils auf das Ende der ersten drei Vier-

teljahre geleistet und grundsätzlich so bemessen, dass sie annähernd je 

einem Viertel des voraussichtlichen Rückerstattungsanspruchs des betref-

fenden Kalender- oder Geschäftsjahres entsprechen (Art. 65a Abs. 1 

VStV). Bei Pflichtverletzung behält sich die ESTV vor, gestützt auf Art. 62 

Bst. e und Art. 67 VStG i.V.m. Art. 12 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 

22. März 1974 über das Verwaltungsstrafrecht (VStrR, SR 313.0) Zinsen 

einzuverlangen (Merkblatt der ESTV betreffend Mitwirkungspflichten im 

Verrechnungssteuer-Abschlagsrückerstattungsverfahren [Formular 21]; 

zum Ganzen: LISSI/VITALI, VStG-Kommentar. N 53 zu Art. 29 VStG). 

2.6  

2.6.1 Im Steuerrecht ist die Pflicht zur Bezahlung von Verzugszinsen auf 

einer Steuerforderung regelmässig explizit geregelt (ERNST BLUMENSTEIN/ 

PETER LOCHER, System des Schweizerischen Steuerrechts, 8. Aufl., 2023, 

S. 413). Im Verrechnungssteuerrecht hält denn auch Art. 16 Abs. 2 VStG 

ausdrücklich fest, dass auf Steuerbeträgen, die nach Ablauf der Fälligkeits-

termine noch ausstehen, ohne Mahnung ein Verzugszins geschuldet ist 

(Urteil des BGer 9C_661/2022 vom 26. März 2024 E. 2.1.2 [zur Publikation 

vorgesehen], 9C_662/2022 vom 26. März 2024 E. 2.1.2; Urteil des BVGer 

A-1446/2021 vom 6. September 2023 E. 2.8). 

2.6.2 Nach ständiger Rechtsprechung und herrschender Lehre gilt man-

gels einer besonderen gesetzlichen Regelung oder eines qualifizierten 

Schweigens als allgemeiner Rechtsgrundsatz auch im öffentlichen Recht 

vorbehältlich bestimmter Ausnahmen die Pflicht, Verzugszins zu bezahlen, 

wenn ein Schuldner in Verzug ist (BGE 149 V 109 E. 7.1, 145 V 18 E. 4.1; 

Urteil des BGer 8C_282/2023 vom 9. November 2023 E. 5.1 mit Hinwei-

sen; Urteil des BVGer A-3417/2017 vom 20. Juni 2018 mit Hinweisen). 

Werden Verrechnungssteuerbeträge, die zu Unrecht von der ESTV einem 

ausländischen Antragssteller zurückerstattet wurden, durch Erstere zu-

rückgefordert, so ist ab dem Rückforderungsentscheid gestützt auf Art. 105 

des Obligationenrechts vom 30. März 1911 (SR 220; nachfolgend: OR) ein 

Verzugszins auf diesen Verrechnungssteuerbeträgen geschuldet. Art. 16 

VStG ist diesfalls nicht anwendbar (BGE 141 II 447 E. 8.7; MICHAEL 

BEUSCH/MORITZ SEILER, VStG-Kommentar, N 24 zu Art. 16 VStG). 

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Seite 11 

2.7  

2.7.1 Vom Verzugszins zu unterscheiden ist der Vergütungszins, der auf zu 

viel bezahlte und deshalb zurückzuerstattende Beträge geschuldet ist 

(BGE 143 II 37 E. 5.3; Urteil des BGer 2C_411/2008 vom 28. Oktober 2008 

E. 3.2 mit Hinweis; Urteile des BVGer A-1951/2017 E. 3.8.2, A-2483/2013 

vom 17. März 2014 E. 2.3.5). Im Unterschied zum Verzugszins ist der Ver-

gütungszins wirtschaftlich motiviert und setzt insbesondere keinen Verzug 

der Verwaltung voraus. Der Vergütungszins besteht zugunsten des Steu-

erpflichtigen, der einen Steuerbetrag vorzeitig entrichtet, bevor er nach den 

allgemeinen Fälligkeitsterminen zur Bezahlung verpflichtet ist, oder der 

eine Steuer zu Unrecht bezahlt hat und dem die Steuer zurückerstattet 

werden muss (Urteil des BGer 2C_411/2008 vom 28. Oktober 2008 E. 3.2 

mit Hinweis; BEUSCH/SEILER, VStG-Kommentar, N 7 Vorbemerkungen zu 

Art. 17 – 18 VStG). Eine solche Verzinsung versteht sich aber nicht von 

selbst, sondern muss positiv angeordnet sein. Vergütungszinsen sind da-

her grundsätzlich nur dann geschuldet, wenn dies gesetzlich vorgesehen 

ist, wie dies im Steuerrecht häufig der Fall ist (BGE 143 II 37 E. 5.3; Urteil 

des BGer 2C_411/2008 vom 28. Oktober 2008 E. 3.2 mit Hinweisen; Urteil 

des BVGer A-2483/2013 vom 17. März 2014 E. 2.3.5 mit Hinweisen; 

LISSI/VITALI, VStG-Kommentar, N 22 zu Art. 31 VStG mit Hinweisen).  

2.7.2 Bei der Verrechnungssteuer verweist Art. 12 Abs. 5 VStV, der die 

Rückvergütung nicht geschuldeter Steuern betrifft, auf die Vorschriften 

über die Steuererhebung des VStG, welche auch die Bestimmungen über 

den Verzugszins enthalten. Aufgrund dieses Verweises wird geschlossen, 

dass eine sinngemässe Anwendung der Verzugszinsregelungen auch für 

die Rückvergütung angeordnet wird (vgl. Urteile des BVGer A-5555/2022 

vom 18. Oktober 2023 E. 2.2.2 [zur Publikation vorgesehen], A-2483/2013 

vom 17. März 2014 E. 2.4.2; BLUMENSTEIN/LOCHER, a.a.O., S. 417, 

LISSI/VITALI, VStG-Kommentar, N 22 zu Art. 31 VStG). 

2.7.3 Ausnahmsweise ergibt sich aus Sinn und Zweck der gesetzlichen Re-

gelung, durch Analogieschluss oder aus allgemeinen Prinzipien, dass ein 

Vergütungszins zu bezahlen ist, namentlich für die Rückerstattung bzw. 

Rückvergütung von zu viel bezahlten Steuern (BGE 143 II 37 E. 5.3). Ver-

gütungszinsen rechtfertigen sich besonders dort, wo auch der Steuerpflich-

tige bei nicht rechtzeitiger Zahlung der Steuerforderung einen Verzugszins 

oder Verspätungszins schuldet (BGE 143 II 37 E. 5.3; Urteile des BGer 

2C_1127/2018 vom 30. September 2019 E. 5.2, 2C_411/2008 vom 28. Ok-

tober 2008 E. 3.2 f. mit Hinweis; Urteil des BVGer A-5555/2022 vom 

18. Oktober 2023 E. 2.2.1 [zur Publikation vorgesehen]). Ferner hat das 

A-517/2022 

Seite 12 

Bundesgericht in BGE 108 Ib 12 E. 3 ohne nähere Begründung in analoger 

Anwendung von Art. 1 Abs. 1 der Verordnung vom 30. Oktober 1978 über 

die Verzinsung ausstehender Stempelabgaben (AS 1978 1800) einen Ver-

gütungszins zugesprochen auf der Rückerstattung einer zu Unrecht erho-

benen Stempelsteuer. Später hat das Bundesgericht dies einerseits bestä-

tigt, zugleich aber auf Fälle eingeschränkt, in denen gegenüber dem Abga-

bepflichtigen eine Abgabe verfügt worden ist, und dieser zur Vermeidung 

einer gesetzlichen Verzugszinspflicht gezwungen ist, die Abgabe vorläufig 

unter Vorbehalt zu bezahlen aber gleichzeitig mit Rechtsmitteln die Abga-

bepflicht bestreitet. Unter diesen Voraussetzungen wird praxisgemäss 

auch auf der Rückvergütung einer zu Unrecht zurückverlangten Verrech-

nungssteuer ein Vergütungszins zugesprochen (BGE 143 II 37 E. 5.3 mit 

Hinweisen; Urteil des BGer 2C_896/2008 vom 30. Oktober 2009 E. 5; Ur-

teil des BVGer A-5555/2022 vom 18. Oktober 2023 E. 2.2.2 [zur Publika-

tion vorgesehen]; vgl. Praxishinweis im Sachverhalt des Urteils des BVGer 

A-719/2013 vom 26. März 2015 [bestätigt durch Urteil des BGer 

2C_404/2015 vom 15. September 2016]; LISSI/VITALI, VStG-Kommentar, 

N 23 zu Art. 31 VStG mit Hinweis).  

2.7.4 Mitunter schliesst das Gesetz aber einen Vergütungszins ausdrück-

lich aus, so in Art. 31 Abs. 4 VStG (Urteile des BGer 2C_411/2008 vom 

28. Oktober 2008 E. 3.2 f., 2C_410/2008 vom 28. Oktober 2008 E. 3.2, 

2C_191/2007 vom 11. Oktober 2007 E. 3.2; vgl. auch Urteil des BGer 

2C_689/2011 vom 23. November 2012 E. 2.4.3, wonach mit der Verweige-

rung des Meldeverfahrens gegebenenfalls ein Zinsverlust verbunden sein 

könne, «weil zurückzuerstattende Beträge nicht verzinst werden [Art. 31 

Abs. 4 VStG]»). Diese Bestimmung ist auf zu verrechnende oder zurück-

zuerstattende Beträge gemäss den Art. 21 – 33 VStG anwendbar und nor-

miert, dass zu verrechnende oder zurückzuerstattende Beträge nicht ver-

zinst werden (LISSI/VITALI, VStG-Kommentar, N 21 zur Art. 31 VStG). 

Obschon die Systematik dieser Bestimmung deren Anwendbarkeit nur auf 

Rückerstattungen durch die kantonalen Steuerbehörden vermuten lassen 

könnte, ist sie für die Rückerstattung durch die Kantone als auch den Bund 

anwendbar (Urteil des BGer 2A.660/2006 vom 8. Juni 2007 E. 6.1; LISSI/VI-

TALI, VStG-Kommentar, N 4 zu Art. 31 VStG). In zeitlicher Hinsicht gilt der 

Ausschluss der Verzinsung von der Fälligkeit der Entrichtung der Verrech-

nungssteuer gemäss Art. 16 Abs. 1 VStG bis zu ihrer Rückerstattung 

(LISSI/VITALI, VStG-Kommentar, N 19 zu Art. 31 VStG). 

  

A-517/2022 

Seite 13 

3.  

3.1 Zu prüfen ist vorliegend, ob die Vorinstanz der Beschwerdeführerin für 

die Dauer der verweigerten Rückerstattungen der Jahre 2011 – 2015 so-

wie für die abgelehnten Abschlagszahlungen der Jahre 2012 – 2016 einen 

Verzugs- oder Vergütungszins (E. 4.4.2, 4.5 und 5) schuldet. 

3.2 Die Beschwerdeführerin ist der Auffassung, das Verzinsungsverbot für 

Rückerstattungen der Verrechnungssteuer gemäss Art. 31 Abs. 4 VStG sei 

restriktiv auszulegen und daher nur auf rechtmässig zurückbehaltene bzw. 

rechtzeitig rückerstattete Beträge anwendbar. Hingegen seien unrecht-

mässig zurückbehaltene Beträge nicht vom Anwendungsbereich des Ver-

zinsungsverbots erfasst. Denn bei Ersteren würde eine Verzinsung zu ei-

nem unverhältnismässigen Vollzugsaufwand führen, was bei Letzteren 

nicht zutreffe. Mithin sei nicht davon auszugehen, dass die Vorinstanz ab-

sichtlich eine Vielzahl von Beträgen unrechtmässig zurückbehalte, selbst 

wenn das Verzinsungsverbot ein missbräuchliches Verhalten der Rücker-

stattungsberechtigten schütze. Folglich sei vorliegend nicht das Verzin-

sungsverbot, sondern die allgemeinen Rechtsgrundsätze anwendbar. 

Es sei – so die Beschwerdeführerin weiter – aus ihrer Sicht schwer nach-

vollziehbar, weshalb die Vorinstanz für die Rückerstattungen der Jahre 

2006 – 2010 im Verfahren vor Bundesgericht 2C_404/2015 schadener-

satzpflichtig geworden und dieser Pflicht mittels eines Zinses in der Höhe 

von 5 % nachgekommen sei, nicht aber für die vorliegend betroffenen 

Rückerstattungsanträge der Jahre 2011 – 2016. Denn vorliegend sei der 

verursachte Schaden identisch: So habe die Vorinstanz während der Zeit-

periode von der Ablehnung der Rückerstattung bis zur Auszahlung am 

20. Dezember 2016 rechtswidrig über die Verrechnungssteuerbeträge ver-

fügt. Sie (die Beschwerdeführerin) habe dadurch eine Vermögensbeein-

trächtigung erlitten und deshalb gestützt auf BGE 141 II 447 E. 8.7 einen 

Anspruch auf die Abgeltung der entstandenen Vermögensnachteile bzw. 

den Schadensausgleich in Form eines «Verzugszinses». Für den Beginn 

der Zinspflicht sei auf die jeweiligen Ablehnungsschreiben der Vorinstanz 

abzustellen, die unter Verweis auf den förmlichen Entscheid Nr. 1*** vom 

11. August 2012 erfolgten. Entgegen der Vorinstanz handle es sich bei den 

Ablehnungsschreiben um Verfügungen im Sinne von Art. 5 ff. VwVG. Denn 

hätte sie (die Beschwerdeführerin) für jeden abgelehnten Rückerstattungs-

antrag erneut eine Verfügung verlangt, wären diesen Begehren aufgrund 

der sich nicht veränderten Sachverhalte und mit Hinweis auf das laufende 

Verfahren betreffend den Entscheid Nr. 1*** vom 12. August 2011 von der 

A-517/2022 

Seite 14 

ESTV nicht stattgegeben worden. Sie (die Beschwerdeführerin) wäre damit 

allfälliger Rechtsmittel beraubt worden.  

Die Beschwerdeführerin bringt weiter vor, dass alternativ ein Vergütungs-

zins in der Höhe von 5 % pro Jahr geschuldet sei, da vorliegend sinnge-

mäss die Praxis (Urteil des BGer 2C_896/2008 vom 30. Oktober 2009 E. 5) 

anzuwenden sei, wonach bei einer von der ESTV zu Unrecht zurückgefor-

derten Rückerstattung ein Vergütungszins auszurichten ist. Denn in beiden 

Fällen habe die ESTV einen Vermögensvorteil zuungunsten einer rücker-

stattungsberechtigen Person. Unerheblich sei, dass die Vorinstanz – an-

ders als in der zitierten Praxis – vorliegend keine zurückerstatteten Erträge 

zurückgefordert habe: Zum einen habe sie die Rückerstattung von vornhe-

rein verweigert und zum anderen liege in beiden Fällen ein widerrechtlicher 

förmlicher Entscheid der Vorinstanz vor. 

In Bezug auf die zu Unrecht verweigerten Abschlagsrückerstattungen wäre 

die Vorinstanz verpflichtet gewesen, ihr (der Beschwerdeführerin) diese 

auszubezahlen, da sie (die Beschwerdeführerin) beide Voraussetzungen 

für deren Gewährung erfüllt habe. Da der Vorinstanz nach der Einreichung 

des Rückerstattungsantrags ein umfassendes Prüfungsrecht zustehe, 

hätte sie (die Vorinstanz) die Voraussetzungen für die Rückerstattung der 

Verrechnungssteuer nicht bereits im Zeitpunkt des Antrags auf Abschlags-

rückerstattungen prüfen dürfen. Es sei daher unerheblich, dass die Vo-

rinstanz im Zeitpunkt des Antrags auf Abschlagsrückerstattungen – wider-

rechtlich – davon ausging, dass sie (die Beschwerdeführerin) die Vor-aus-

setzungen für die Rückerstattung der Erträge nicht erfüllen würde. Zwar 

enthalte das Verrechnungssteuerrecht für die vorliegenden Konstellation 

keine Ausführungen, doch könne sie (die Beschwerdeführerin) sich wiede-

rum auf die allgemeinen Rechtsgrundsätze berufen. Eine Verzinsung sei 

umso mehr gerechtfertigt, als die Vorinstanz sich gemäss ihrem Merkblatt 

«Mitwirkungspflichten im Verrechnungssteuer-Abschlagsrückerstattungs- 

verfahren [Formular 21])» vorbehalte, bei zu viel bezahlten Abschlagsrück-

erstattungen einen Zins einzuverlangen. Per Analogieschluss ergebe sich 

daraus eine Verzinsungspflicht seitens der Vorinstanz bei zu Unrecht un-

terbliebenen Abschlagsrückerstattungen.  

Hinsichtlich des Beginns des Verzugszinslaufs sei die Fälligkeit der Ab-

schlagsrückerstattungen auf Ende April, Ende Juni und Ende Oktober zu 

verschieben, da sie die Anträge jeweils im März/April gestellt habe und die 

Abschlagsrückerstattungen praxisgemäss auf je das Ende der ersten drei 

Quartale ausbezahlt würden. Das Ende des Verzugszinslaufs für die 

A-517/2022 

Seite 15 

Abschlagsrückerstattungen sei auf den Beginn des Verzugslaufs für die 

endgültigen Rückerstattungsanträge zu setzen, also bei abgelehnten 

Rückerstattungsanträgen auf das Datum deren formellen Ablehnung. 

3.3 In ihrer Vernehmlassung macht die Vorinstanz geltend, dass vorliegend 

aufgrund der Prozessgeschichte gar keine Verfügungen zur Ablehnung der 

Rückerstattungen hätten erlassen werden können. Selbst wenn sie (die 

ESTV) mit ihren informellen Ablehnungsschreiben tatsächlich anfechtbare 

Verfügungen erlassen hätte, hätte gegen diese innert Frist Einsprache er-

hoben werden müssen. Diesfalls wäre die Rückerstattung der Verrech-

nungssteuer rechtskräftig abgelehnt worden und die Entrichtung eines Ver-

gütungszinses könnte nicht mehr Streitgegenstand eines Verfahrens sein. 

Das vorliegende Streitverfahren beweise daher, dass weder sie (die ESTV) 

noch die Beschwerdeführerin davon hätten ausgehen können, dass es sich 

bei den informellen Ablehnungsschreiben um formelle und anfechtbare 

Verfügungen handle. Überdies wäre eine rechtskräftig abgelehnte Rücker-

stattung der Verrechnungssteuer mit den Fälligkeiten 2011 – 2016 nach 

dem Urteil des BGer 2C_404/2015 vom 15. September 2016 betreffend die 

Fälligkeiten 2006 – 2010 nicht ohne Weiteres rückvergütet worden. Die 

Frage, ob ein informelles Schreiben durch einen Verweis auf einen formel-

len Entscheid Verfügungscharakter habe, könne vorliegend offengelassen 

werden. 

3.4 In Bezug auf die umstrittene rechtliche Qualifikation der E-Mail-Korres-

pondenz zwischen der Vorinstanz und der Beschwerdeführerin handelt es 

sich offensichtlich jedenfalls nicht um eine formelle Verfügung: Einerseits 

genügt die E-Mail-Korrespondenz den formellen Anforderungen an eine 

Verfügung nicht. So fehlen mehrere wesentliche Elemente einer Verfü-

gung, namentlich die Bezeichnung als «Verfügung» sowie das Dispositiv, 

die Rechtsmittelbelehrung und Unterschrift [vgl. Art. 34 Abs. 1 und 1bis so-

wie Art. 35 Abs. 1 und 2 VwVG]). Andererseits beabsichtigte die Vorinstanz 

auch nicht, die Rückerstattungen mittels Verfügung zu verweigern. Dass 

ein (formeller) Entscheid nur dann gefällt wird, wenn ein Anstand «nicht auf 

andere Weise» erledigt werden kann, ist gesetzlich vorgesehen (vgl. 

Art. 51 Abs. 1 VStG). Hätte die Vorinstanz die Verweigerung der Ab-

schlagszahlung (mittels E-Mail-Korrespondenz) formell verfügt, hätte sie 

wohl kaum die Rückerstattungen für die Jahre 2011 bis 2015 im Nachgang 

an das Urteil des Bundesgerichts 2C_404/2015 vom 15. September 2016 

ausbezahlt. In Bezug auf die beantragten Verzugs- bzw. Vergütungszinsen 

bedeutet dies nun, dass die Anträge auf Verzinsung der Rückerstattungen 

für die Jahre 2011 – 2015 nicht bereits mit der E-Mail-Korrespondenz, 

A-517/2022 

Seite 16 

sondern erst mit dem Entscheid Nr. 2*** der Vorinstanz vom 23. Juni 2020 

formell abgelehnt wurde. Da die Beschwerdeführerin im Rechtsmittelver-

fahren gegen den Entscheid Nr. 2*** ihre Rechte vollumfänglich geltend 

machen konnte, erwächst ihr ohnehin kein Nachteil daraus, dass es sich 

bei der E-Mail-Korrespondenz nicht um formelle Verfügungen handelt bzw. 

sie im Nachgang an die E-Mail-Korrespondenz keine anfechtbare Verfü-

gung verlangt hat.  

3.5  

3.5.1 Was die von der Beschwerdeführerin behauptete Verzinsung («Scha-

denersatzpflicht») der zurückzuerstattenden Verrechnungssteuer im Ver-

fahren A-719/2013 anbelangt, ist festzuhalten, dass das Bundesverwal-

tungsgericht auf entsprechende Anträge der Beschwerdeführerin nicht ein-

getreten ist. Dies weil die verschiedenen Zinsanträge als Feststellungsbe-

gehren formuliert waren, ohne dass die Beschwerdeführerin ein schutzwür-

diges Interesse an einer Feststellung nachweisen konnte (Urteil des BVGer 

A-719/2013 vom 26. März 2015 E. 1.2). Die Beschwerdeführerin kann da-

raus nichts zu ihren Gunsten ableiten. 

3.5.2 Betreffend den geltend gemachten Verzugszins für die zunächst ab-

gelehnten Rückerstattungen der Jahre 2011 – 2015 ist der Beschwerde-

führerin entgegenzuhalten, dass ein Verzugszins im Verrechnungssteuer-

recht grundsätzlich nur bei einer «verspätete[n] Zahlung» durch den Steu-

erpflichtigen bzw. den Empfänger der steuerbaren Leistung geschuldet ist. 

Dies trifft einerseits dann zu, wenn die Steuer verspätet entrichtet wird 

(Art. 16 Abs. 2 VStG) und andererseits dann, wenn der Empfänger der 

steuerbaren Leistung die Rückerstattung zu Unrecht erhalten hat und diese 

verspätet zurückzahlt (vgl. BGE 141 II 447). Handelt es sich jedoch um 

eine «Rückzahlung» der ESTV, wenn der Steuerpflichtige eine nicht ge-

schuldete Steuer entrichtet bzw. jemand eine «grundlose Zuwendung» an 

die ESTV getätigt hat (vgl. Urteil des BVGer A-2483/2013 vom 17. März 

2014) oder eine vom Empfänger der steuerbaren Leistung zu Recht erhal-

tene Rückerstattung zu Unrecht von der ESTV zurückgefordert wird (vgl. 

Urteil des BGer 2C_896/2013 vom 30. Oktober 2009), erfolgt die Verzin-

sung mittels Vergütungszins. Da es sich vorliegend um die Frage der Ver-

zinsung einer zunächst abgelehnten Rückerstattung von Verrechnungs-

steuerbeträgen durch die ESTV an eine Empfängerin der steuerbaren Leis-

tung handelt, kann sich von der Konzeption der Verzinsung im Verrech-

nungssteuerrecht daher nur die Frage nach einem Vergütungszins stellen.  

  

A-517/2022 

Seite 17 

3.6  

3.6.1 Hinsichtlich der sodann zu prüfenden Frage nach einem Anspruch 

auf einen Vergütungszins für die zunächst abgelehnte Rückerstattungen ist 

als Erstes festzuhalten, dass eine solche Verzinsungspflicht gesetzlich 

nicht vorgesehen ist, was auch nicht bestritten wird. Insbesondere ist 

Art. 12 Abs. 5 VStV i.V.m. Art. 16 Abs. 2 VStG, der für den Fall der Rück-

leistung einer nicht geschuldeten Steuer an den Steuerpflichtigen die 

Rechtsgrundlage für einen Vergütungszins beinhaltet, vorliegend nicht an-

wendbar. Denn Art. 12 Abs. 5 VStV i.V.m. Art. 16 Abs. 2 VStG beinhaltet 

die Rechtsgrundlage für einen Vergütungszins auf der Steuererhebungs-

seite, wenn die ESTV eine nicht geschuldete Steuer rückvergütet oder – 

mittels Analogieschluss – wenn die ESTV eine «grundlose Zuwendung» 

rückleistet (E. 4.4.2). Vorliegend ist indessen nicht eine Verzinsungspflicht 

gegenüber dem Steuerpflichtigen (Steuererhebungsseite), sondern gegen-

über der an den Verrechnungssteuerbeträgen rückerstattungsberechtigen 

Person zu beurteilen.  

3.6.2 Ist eine Vergütungszinspflicht nicht positivrechtlich geregelt, so kann 

sich ausnahmsweise aus Sinn und Zweck einer gesetzlichen Regelung, 

durch Analogieschluss oder aus allgemeinen Prinzipien ergeben, dass ein 

Vergütungszins zu bezahlen ist (E. 2.7.3), wie dies von der Beschwerde-

führerin geltend gemacht wird. Ob bei (vermeintlich) zu Unrecht abgelehn-

ten Rückerstattungen ein Vergütungszins gestützt auf einen Analogie-

schluss oder aus allgemeinen Prinzipien gerechtfertigt ist, musste das Bun-

desgericht in BGE 143 II 37 nicht entscheiden, da die Beschwerdeführerin 

im damals zu beurteilenden Sachverhalt an den Verrechnungssteuerbeträ-

gen nicht rückerstattungsberechtigt war. Eine Verzinsungspflicht (Verzugs-

zins) mittels Analogieschluss gestützt auf Art. 105 OR hat das Bundesge-

richt für eine Rückerstattung der Verrechnungssteuer erkannt, die zu Un-

recht erfolgt war und daher von der ESTV zurückgefordert worden war 

(E. 2.6.2). Entgegen der Beschwerdeführerin ist der vorliegende Sachver-

halt nicht mit jenem vergleichbar, zumal vorliegend eine Rückerstattung zu-

nächst abgelehnt wurde, die Beschwerdeführerin aber an den Rückerstat-

tungsbeträgen berechtigt ist.  

3.6.3 Im Zusammenhang mit Rückerstattungen ist sodann praxisgemäss 

ein Vergütungszins geschuldet, wenn die ESTV eine zu Recht erfolgte 

Rückerstattung von Verrechnungssteuerbeträgen (zu Unrecht) wieder zu-

rückfordert (E. 2.7.3). Auch bei diesem Sachverhalt ist – im Unterschied zu 

Vorliegendem – die Rückerstattung bereits erfolgt. Die erfolgte bzw. nicht 

erfolgte Rückerstattung ist insoweit entscheidend, als der Gesetzgeber in 

A-517/2022 

Seite 18 

Art. 31 Abs. 4 VStG für zurückzuerstattende Beträge (die französische und 

italienische Fassung entsprechen der deutschen Fassung) einen Aus-

schluss der Verzinsung normiert hat und dieser vom Zeitpunkt der Fälligkeit 

der Entrichtung der Verrechnungssteuer gemäss Art. 16 Abs. 1 VStG an 

bis zu deren Rückerstattung gilt (E. 2.7.4 mit Hinweisen auf höchstrichter-

liche Urteile). Triftige Gründe für die Annahme, dass der Wortlaut von 

Art. 31 Abs. 4 VStG nicht den wahren Sinn der Vorschrift wiedergibt 

(E. 1.4), liegen keine vor. Insbesondere genügt der Umstand, dass infolge 

des technischen Fortschritts heute die Berechnung eines Vergütungszin-

ses wohl möglich wäre, nicht, um vom klaren Wortlaut in Art. 31 Abs. 4 

VStG abzuweichen. Hätte der Gesetzgeber bestimmte Konstellationen der 

Rückerstattung – wie z.B. die vorliegend zu beurteilende – von Art. 31 

Abs. 4 VStG ausnehmen und für diese einen Zins vorsehen wollen, hätte 

er diese Konstellationen im VStG oder zumindest mittels Delegation an den 

Verordnungsgeber in den zugehörigen Verordnungen explizit vom Anwen-

dungsbereich von Art. 31 Abs. 4 VStG ausgeschlossen und womöglich ei-

nen entsprechenden Zinssatz für die Verzinsung vorgesehen. Indessen 

lässt sich weder im Gesetz noch in der zugehörigen Verordnung eine Aus-

nahme vom gesetzlich normierten Ausschluss der Verzinsung von zurück-

zuerstattenden Beträgen ausmachen. Entsprechend ist mit Bezug auf die 

Rückerstattung der Verrechnungssteuer auch auf Verordnungsstufe keine 

Verzinsung vorgesehen. Davon zeugt namentlich die einschlägige Zinsver-

ordnung, welche einen Verzugszins lediglich im Rahmen der Steuererhe-

bung vorsieht (vgl. Art. 1 Abs. 1 Verordnung vom 29. November 1996 über 

die Verzinsung ausstehender Verrechnungssteuern [AS 1996 3432]). Dem-

zufolge ist ein Vergütungszins auch für anfänglich zu Unrecht abgelehnte 

und erst später gewährte Rückerstattungen gesetzlich ausgeschlossen. 

Eine «restriktive» Auslegung der besagten Bestimmung oder ein Rückgriff 

auf einen allgemeinen Rechtsgrundsatz bzw. Analogieschluss zur Gewäh-

rung eines Vergütungszinses – wie es die Beschwerdeführerin fordert – 

würde daher gegen den klaren Wortlaut von Art. 31 Abs. 4 VStG verstos-

sen und damit auch gegen Art. 190 BV, wonach Bundesgesetze für die 

rechtsanwendenden Behörden massgebend sind (E. 1.5).  

3.6.4 Der Ausschluss der Verzinsung der zurückzuerstattenden Verrech-

nungssteuer wird im System der Verrechnungssteuer jedoch gemildert: 

Mit den Abschlagsrückerstattungen hat der Gesetzgeber eine Art «Vorver-

fahren» zum ordentlichen Rückerstattungsverfahren eingeführt, das eine 

pauschalierte Anzahlung bzw. Vorauszahlung auf den Rückerstattungsan-

spruch ermöglicht. Gemäss der bereits erwähnten Botschaft zum VStG soll 

A-517/2022 

Seite 19 

durch die Abschlagsrückerstattungen den Fällen «wo grosse Beträge im 

Spiele stehen oder wo die lange Zeitspanne bis zur ordentlichen Rücker-

stattung eine Härte bedeuten würde, auf einfache und billige Weise Rech-

nung» getragen werden (Botschaft VStG 1963, S. 967; E. 2.5.1). In seiner 

Wirkung kann mit dem Abschlagsrückerstattungsverfahren somit verhin-

dert werden, dass die Empfängerin der steuerbaren Leistung in einen Li-

quiditätsengpass gerät, zumal sie die Rückerstattung frühestens nach Ab-

lauf des Kalenderjahres, in dem die Verrechnungssteuer fällig wurde, be-

antragen kann. Gleichzeitig wird ihr ermöglicht, die erhaltenen Abschlags-

rückerstattungen zinstragend anzulegen. Ihrer Funktion nach gleichen die 

Abschlagsrückerstattungen den Ausschluss der Verzinsung von Art. 31 

Abs. 4 VStG somit in gewisser Hinsicht aus.  

3.6.5 Nach dem Gesagten gilt der Ausschluss der Verzinsung von Art. 31 

Abs. 4 VStG für zurückzuerstattende Beträge auch für anfänglich zu Un-

recht abgelehnte Rückerstattungen. Demenentsprechend hat die Vor- 

instanz der Beschwerdeführerin für die Rückerstattungsanträge im Zusam-

menhang mit der Verrechnungssteuer auf den steuerbaren Erträgen aus 

dem indirekten Anlagefonds der Jahre 2011 – 2015 zu Recht keinen Ver-

gütungszins entrichtet.  

 

4.  

4.1 Was die geforderte Verzinsung der verweigerten Abschlagsrückerstat-

tungen betrifft, sei nochmals erwähnt, dass es sich beim Abschlagsrücker-

stattungsverfahren um eine Art «Vorverfahren» zum ordentlichen Rücker-

stattungsverfahren handelt, mit welchem der Gesetzgeber dem Empfänger 

der steuerbaren Leistung entgegenkommt und damit auch die ausge-

schlossene Verzinsung der zurückzuerstattenden Verrechnungssteuerbe-

träge im ordentlichen Rückerstattungsverfahren mildert (E. 4.5.4).  

4.2 Das Verrechnungssteuerrecht sieht unbestrittenermassen auch für die 

Abschlagsrückerstattungen keine Verzinsung vor. Soweit sich die Be-

schwerdeführerin für eine Verzinsung der verweigerten Abschlagsrücker-

stattungen für die Jahre 2012 – 2016 wiederum auf allgemeine Rechts-

grundsätze beruft bzw. diese über einen Analogieschluss herleiten will, 

kann ihr nicht zugestimmt werden: Einerseits betrifft die Rechtsprechung, 

welche mittels Analogieschluss oder Berufung auf allgemeine Rechts-

grundsätze eine Vergütungszinspflicht bejaht hat, hauptsächlich Konstella-

tionen der Steuererhebungsseite (E. 2.7.3), die vorliegend nicht betroffen 

ist (E. 4.5.1). Andererseits wird zwar praxisgemäss eine Vergütungszins-

pflicht der Vorinstanz erkannt, wenn eine zu Recht erfolgte Rückerstattung 

A-517/2022 

Seite 20 

der Verrechnungssteuer zu Unrecht zurückgefordert wird (E. 2.7.3), doch 

betrifft dies das Verfahren nach einer bereits erfolgten Rückerstattung, 

während vorliegend eine Verzinsung vor erfolgter Rückerstattung zu beur-

teilen ist. Der Beschwerdeführerin ist daher auch in Bezug auf die Ab-

schlagsrückerstattungen – gleich wie für das ordentliche Rückerstattungs-

verfahren (oben E. 4.5.3) – der Ausschluss der Verzinsung gemäss Art. 31 

Abs. 4 VStG entgegenzuhalten. Vor diesem Hintergrund bleibt für eine Ver-

zinsung mittels Rückgriffs auf einen Analogieschluss bzw. allgemeine 

Rechtsgrundsätze kein Raum. Demzufolge erübrigt sich eine Berechnung 

des Beginns und des Endes des Zinslaufs. 

4.3 Anzumerken bleibt in verfahrensrechtlicher Hinsicht, dass die Vor- 

instanz – entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin – im Zeitpunkt 

der Prüfung der Anträge auf Abschlagsrückerstattungen den Rückererstat-

tungsanspruch bereits prüfen darf, zumal der Anspruch auf Abschlagsrück-

erstattungen neben den formellen Voraussetzungen gemäss Art. 65 Abs. 1 

VStV selbstverständlich voraussetzt, dass der Antragssteller die Bedingun-

gen des Rückerstattungsanspruchs erfüllt (E. 2.5.1).  

4.4 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Vorinstanz der Beschwer-

deführerin weder auf den zunächst verweigerten Rückerstattungen für die 

Jahre 2011 – 2015 noch auf den verweigerten Abschlagsrückerstattungen 

für die Jahre 2012 – 2016 einen Verzugs- oder Vergütungszins schuldet. 

Die Beschwerde ist demnach abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. 

5.  

5.1 Ausgangsgemäss hat die unterliegende Beschwerdeführerin die Ver-

fahrenskosten zu tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Diese sind auf Fr. 9'000.- 

festzusetzen (vgl. Art. 1, 2 und 4 des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[VGKE, SR 173.320.2]). Der in gleicher Höhe einbezahlte Kostenvor-

schuss ist zur Bezahlung der Verfahrenskosten zu verwenden. 

5.2 Eine Parteientschädigung ist nicht zuzusprechen (vgl. Art. 64 Abs. 1 

VwVG e contrario und Art. 7 Abs. 1 VGKE e contrario sowie Art. 7 Abs. 3 

VGKE). 

Für das Dispositiv wird auf die nächste Seite verwiesen. 

  

A-517/2022 

Seite 21 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 9'000.- werden der Beschwerdeführerin 

auferlegt. Der im gleichen Umfang einbezahlte Kostenvorschuss wird zur 

Bezahlung der Verfahrenskosten verwendet. 

3.  

Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin und die Vorinstanz. 

 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Keita Mutombo Karolina Yuan 

 

 

  

A-517/2022 

Seite 22 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 

BGG). Die Frist ist gewahrt, wenn die Beschwerde spätestens am letzten 

Tag der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der 

Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder 

konsularischen Vertretung übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die 

Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, 

deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu 

enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit 

sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizulegen (Art. 42 

BGG). 

 

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