# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0912c253-e27b-51e7-8dfe-7d023a35fe69
**Source:** Glarus (GL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-01-15
**Language:** de
**Title:** Glarus Verwaltungsgericht 15.01.2014 VG.2013.00080 (VG.2014.1)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GL_Omni/GL_VG_001_VG-2013-00080_2014-01-15.html

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GLARUS

   

   

  
	
   

  
	
  Urteil vom 15. Januar 2014

  
	
   

  
	
   

  
	
  II. Kammer

  
	
   

  
	
   

  
	
  in Sachen

  
	
  VG.2013.00080

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    A.______

    	
    Beschwerdeführerin

    

  

  
	
  vertreten durch B.______

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  gegen

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    Schweizerische Unfallversicherungsanstalt
    (Suva)

    	
    Beschwerdegegnerin

    

  

  
	
   

  
	
   

   

  
	
  betreffend

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  UVG-Leistungen

  
	
  Die Kammer zieht in Erwägung:

  
	
  I.

  
	
  1.

  
	
  A.______ war als
  Angestellte für die C.______AG in […] tätig und in dieser Eigenschaft bei der
  Suva gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen sowie Berufskrankheiten
  versichert. Am 4. Juli 2007 meldete sie sich aufgrund von Handbeschwerden
  rechts erstmals zum Leistungsbezug an. Die Suva verneinte in der Folge ihre
  Leistungspflicht mit Verfügung vom 9. August 2007 sowie mit Einspracheentscheid
  vom 13. November 2007. Die von A.______ dagegen erhobene Beschwerde wies
  sowohl das Verwaltungsgericht (VGer-Urteil VG.2007.00159 vom
  17. Dezember 2008) als auch das Bundesgericht (BGer-Urteil 8C_99/2009
  vom 3. Juli 2009) ab. 

  
	
   

  
	
  2. 

  
	
  Wegen Schulterschmerzen
  rechts meldete sich A.______ am 8. April 2013 erneut bei der Suva zum
  Leistungsbezug an und beantragte die Anerkennung dieser Beschwerden als
  Berufskrankheit. Mit Verfügung vom 26. April 2013 verneinte die Suva
  ihre Leistungspflicht wiederum. Die am 23. Mai 2013 dagegen erhobene Einsprache
  wies die Suva mit Entscheid vom 26. Juli 2013 ab. 

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  3.1 Am 3. September 2013 gelangte A.______ mit
  Beschwerde ans Verwaltungsgericht und beantragte neben der Anordnung einer
  Expertise sinngemäss die Aufhebung des Einspracheentscheids sowie die
  Ausrichtung von Leistungen durch die Suva. Letztere liess sich am 6. November
  2013 vernehmen und schloss auf Abweisung der Beschwerde. 

  
	
   

  
	
  3.2 Am 20. November 2013 gab das Verwaltungsgericht
  A.______ auf deren Antrag hin Gelegenheit zur Beschwerdeergänzung und
  edierte mit Schreiben vom 27. November 2013 die Akten der IV-Stelle
  Glarus. Mit Replik vom 10. und
  12. Dezember 2013 hielt A.______ an ihren Anträgen fest und reichte
  ergänzend eine selbst erstellte Dokumentation nach.

  
	
   

  
	
  II. 

  
	
  1. 

  
	
  Das Verwaltungsgericht ist
  gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung vom
  20. März 1981 (UVG) i.V.m. Art. 56 Abs. 1 und
  Art. 58 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil
  des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 (ATSG) i.V.m. Art. 1
  des Einführungsgesetzes zum Bundesgesetz über die Unfallversicherung vom 3.
  Mai 2009 (EG UVG) zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Da
  auch die übrigen Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf die Beschwerde
  einzutreten.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  2.1 Gemäss Art. 6 UVG gewährt der Unfallversicherer
  Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen sowie
  Berufskrankheiten, sofern das Gesetz nichts anderes bestimmt. Als
  Berufskrankheiten gelten Krankheiten, die bei der beruflichen Tätigkeit
  ausschliesslich oder vorwiegend durch schädigende Stoffe oder bestimmte
  Arbeiten verursacht worden sind (Art. 9 Abs. 1 UVG). Der Bundesrat erstellt
  eine Liste dieser Stoffe und Arbeiten sowie der arbeitsbedingten
  Erkrankungen. Gestützt auf diese Delegationsnorm und Art. 14 der Verordnung
  über die Unfallversicherung vom 20. Dezember 1982 (UVV) hat er in Anhang
  I zur UVV die Liste der schädigenden Stoffe (Ziff. 1) und der arbeitsbedingten
  Erkrankungen (Ziff. 2) erstellt. 

  
	
   

  
	
  2.2
  Nach Art. 9 Abs. 2 UVG gelten aber auch andere Krankheiten als Berufskrankheiten,
  sofern nachgewiesen werden kann, dass sie ausschliesslich oder stark überwiegend
  durch die berufliche Tätigkeit der Versicherten verursacht worden sind. Diese
  Generalklausel bezweckt allfällige Lücken der bundesrätlichen Liste in Anhang
  1 zu schliessen. Ein "stark überwiegender" Zusammenhang ist zu
  bejahen, wenn die Berufskrankheit mindestens zu 75 % durch die berufliche
  Tätigkeit verursacht worden ist, wobei an die Annahme einer Berufskrankheit
  relativ strenge Anforderungen zu stellen sind. Verlangt wird, dass die
  betroffene Person für eine gewisse Dauer einem typischen Berufsrisiko
  ausgesetzt ist, wobei eine einmalige gesundheitliche Schädigung, welche gleichzeitig
  mit der Ausübung des Berufs eintritt, für sich alleine nicht genügt. Für die
  Beurteilung ist dabei die gesamte ausgeübte berufliche Tätigkeit zu
  berücksichtigen (vgl. zum Ganzen BGer-Urteil 8C_295/2012 vom 15. April 2013
  E. 2, mit Hinweisen). 

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  3.1 Es ist Aufgabe des Arztes, sämtliche Auswirkungen
  einer Krankheit oder eines Unfalls auf den Gesundheitszustand der
  versicherten Person zu beurteilen und gege­benenfalls dazu Stellung zu
  nehmen, bezüglich welcher konkreten Tätigkeiten und in welchem Umfang sie
  arbeitsunfähig bzw. in ihrer körperlichen und geistigen Integrität
  beeinträchtigt ist (BGE 125 V 256
  E. 4). Nach dem für das gesamte Verwaltungs-
  und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren geltenden Grundsatz der freien Beweiswürdigung
  haben Versicherungsträger und Sozialversicherungsrichter die Beweise frei,
  d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und
  pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass
  der Richter alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen,
  objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren
  Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs
  gestatten (BGE 125 V 351 E. 3a).

  
	
   

  
	
  3.2 Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist
  entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf
  allseitigen Untersuchungen beruht, die ge­klagten Beschwerden berücksichtigt,
  in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung
  der medizinischen Zusammenhänge und Situation des Patienten einleuchtet und
  ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlagge­bend für den Beweiswert
  ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismit­tels noch die
  Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellung­nahme als
  Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a).

  
	
   

  
	
  3.3 Dennoch hat es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz
  der freien Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte
  Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die
  Beweiswürdigung aufzustellen. Den im Rahmen des Ver­waltungsverfahrens
  eingeholten Gutachten von externen Spezialärzten, welche aufgrund eingehender
  Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht
  erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnis­sen
  gelangen, ist bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange
  nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE
  137 V 210 E. 1.3.4).

  
	
   

  
	
  3.4 Da die Suva in beweisrechtlicher
  Hinsicht ein zur Objektivität verpflichtetes gesetzesvollziehendes Organ ist,
  kann auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte Beweiswert
  beigemessen werden, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar
  begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre
  Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in einem
  Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf
  mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen (vgl. BGE 122 V
  157 E. 1c, mit Hinwei­sen).

  
	
   

  
	
  3.5 Im Beschwerdeverfahren darf der Richter eine
  Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn er von ihrem Bestehen überzeugt
  ist. Im Sozialversicherungsrecht hat der Richter dabei seinen Entscheid –
  sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht – nach dem Beweisgrad der
  überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines
  bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Der Richter hat
  vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die er von allen möglichen
  Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 119 V 7
  E. 3c/aa).

  
	
   

  
	
  3.6 Bei der vorliegend zu beurteilenden Frage ob die
  Schulterbeschwerden eine Berufskrankheit im Sinne von Art. 9 UVG darstellen,
  gilt der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden
  Wahrscheinlichkeit.

  
	
   

  
	
  4.

  
	
  4.1 Die Beschwerdeführerin bringt vor, dass ihre
  ehemalige Arbeitstätigkeit bei der C.______AG – das Verleimen von Griffkorken
  – ihre Schulterbeschwerden hauptsächlich verursacht habe. Die
  Beschwerdegegnerin habe sich bei der Beurteilung zu Unrecht auf die
  Ausführungen des Kreisarztes Dr. med. D.______ sowie auf die
  "veralteten" Urteile des Verwaltungs- und des Bundesgerichts
  betreffend ihre Handbeschwerden gestützt. Es treffe nämlich nicht zu, dass
  das Verleimen von Griffkorken eine sehr leichte körperliche Belastung
  darstelle, bei welcher nur ein Pressdruck von zehn Gramm pro Verleimung
  benötigt werde. Dies widerspreche sowohl den Angaben von ehemaligen
  Mitarbeitern als auch den Herstellerangaben des Klebestoffs "Miracol
  13F2", welche allesamt auf einen viel höheren benötigten Pressedruck
  hinweisen würden. Das habe insbesondere das Bundesgericht in seinem Urteil
  vom 3. Juli 2009 verkannt, obschon ihm damals umfangreiches Material zur Verfügung
  gestanden habe, welches das Gegenteil aufgezeigt habe. Um Klarheit in der
  Sache zu schaffen und aufgrund neu vorgelegter Beweise sei eine Expertise in
  Auftrag zu geben. Falls dieses Gutachten die bundesgerichtlichen Erwägungen
  widerlegen werde, seien nicht die medizinischen Diagnosen für die Anerkennung
  als Unfall bzw. als Berufskrankheit entscheidend, sondern das auslösende
  Ereignis. Ferner sei der vorliegende Sachverhalt als Einzelfall zu behandeln,
  da es in der Schweiz keine vergleichbare Arbeitsstelle gebe und somit auch
  kein Vergleich zur allgemeinen Bevölkerung gezogen werden könne. Schliesslich
  sei zu erwähnen, dass seit Beendigung ihrer Tätigkeit bei der C.______AG
  keine signifikante Verschlechterung ihrer Schulterbeschwerden auszumachen
  sei, womit diese offensichtlich aus der Tätigkeit als
  "Griffkorkenverleimerin" herrührten.

  
	
   

  
	
  4.2 Die Beschwerdegegnerin bestreitet hingegen, dass
  sie sich in ihrem Entscheid auf alte Gerichtsurteile gestützt habe. Vielmehr
  habe das Bundesgericht in seinem damaligen Urteil rechtskräftig festgestellt,
  dass es sich bei der Verleimung von Griffkorken um eine eher leichte Arbeit
  handle und die Berechnungen der Beschwerdeführerin hinsichtlich der Belastung
  falsch angestellt worden seien. Des Weiteren habe Dr. D.______
  festgehalten, dass es sich bei den vorliegenden Schulterbeschwerden um eine
  epidemiologisch häufige Erkrankung handle, welche in der Bevölkerung
  verbreitet vorkomme, sodass sie nicht überwiegend wahrscheinlich durch die
  berufliche Tätigkeit verursacht worden sei. Im Übrigen seien die damals bei
  der C.______AG ausgeführten Arbeiten von den Bewegungsabläufen und
  Belastungen her auch gar nicht geeignet, die Schulter derart zu belasten, um
  die diagnostizierten Erkrankungen verursachen zu können. 

  
	
   

  
	
  5.

  
	
  5.1 Aus den medizinischen Akten ergibt sich, dass Dr.
  med. E.______, Facharzt FMH für
  Chirurgie und Handchirurgie, am 17.
  November 2004 die von der Beschwerdeführerin beklagten Schmerzen in der
  rechten Schulter erstmals erwähnte. Dr. med. F.______, FMH für
  allgemeine Medizin, gelangte am 4. April 2005 sodann zur Ansicht,
  dass zunehmend gewisse Probleme von Seiten des Rückens, primär im Schulter-
  und Nackenbereich, bestünden, welche die Arbeitstätigkeit der Beschwerdeführerin
  erschweren würden.

  
	
   

  
	
  5.2 Den medizinischen Stellungnahmen von Dr. med.
  G.______, FMH für Innere Medizin, vom 26. April 2005 und vom 25. Mai
  2005 lässt sich die Diagnose einer Supraspinatus-Tendinopathie rechts mit
  Impingement sowie einem engen Subacromialraum entnehmen. Die rechtsseitigen
  Schulterschmerzen seien einerseits statisch-muskulär bedingt bei Hohl‑/Rundrücken
  sowie Verspannungen im Nacken-/Schulterbereich, andererseits seien auch
  mässige degenerative Veränderungen der unteren Halswirbelsäule vorhanden. Es
  bestünden weder klinisch noch sonographisch Hinweise für eine
  Rotatorenmanschettenruptur und die Kräftigung der Schultergürtelmuskulatur
  zusammen mit detonisierenden Massnahmen hätten die Schulterbeschwerden rechts
  verringert. Am 10. Januar 2006 bemerkte Dr. G.______ ferner, dass die
  Beschwerden eher langsam zunehmen würden, da es sich um degenerative
  Veränderungen handle.

  
	
   

  
	
  5.3 Gemäss dem Bericht von Dr. H.______, Oberarzt der
  Radiologie des Spitals I.______, vom 12. Dezember 2007 ist durch ein MRI eine
  Tendinopathie der Supraspinatussehne aufgezeigt worden, wobei sich eine
  eigentliche Rissbildung nicht abgrenze. Zudem liege eine deutliche
  AC-Gelenksarthrose mit einer Resorptionszystenbildung vor, wodurch eine
  Einengung des subacromialen Bogens bedingt sei. Das Acromion zeige eine
  angedeutete Hakenform.

  
	
   

  
	
  Den medizinischen
  Diagnosen von Dr. H.______ folgend ergänzte Dr. med. J.______, FMH
  für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, in
  seiner Stellungnahme vom 19. Dezember 2007, dass die Beschwerdeführerin
  eine freie Schultergelenksbeweglichkeit mit guter Kraft aufweise. Dies jedoch
  mit Ausnahme des Jobetests, welcher bei gleichzeitiger Schmerzüberlagerung
  abgeschwächt gewesen sei. Seine Anamnese habe ergeben, dass die Beschwerdeführerin
  seit Jahren, vor allem bei Abduktionsbewegungen, rechtsseitige
  Schulterschmerzen verspüre. An ihrer früheren Arbeitsstelle habe sie
  repetitiv bei einem abduziertem Arm auf die Tischunterlage drücken müssen,
  was aufgrund der dabei empfundenen Schmerzen zunehmend nicht mehr möglich
  gewesen sei. Seit sie nicht mehr arbeite, hätten die Beschwerden deutlich
  nachgelassen, jedoch bestünden nach wie vor Schmerzen beim Heben und beim
  Liegen auf der rechten Seite. Dr. J.______ führte in seinem Schreiben
  vom 19. Dezember 2007 weiter aus, dass bei der Suche nach einer
  geeigneten Arbeitsstelle berücksichtigt werden müsse, dass die Patientin
  keine repetitiven Bewegungen überkopf machen sowie keine Gewichte über zehn
  Kilogramm heben und tragen sollte. Ideal sei eine Arbeit auf Tischhöhe,
  welche möglichst in körpernaher Armhaltung ausgeführt werden könne.

  
	
   

  
	
  5.4 Dr. F.______ berichtete am 28. März 2008 zuhanden
  der Invalidenversicherung, dass im Vergleich zur Situation, wie sie von Dr.
  G.______ Ende 2005 festgestellt worden sei, sich die gesundheitliche
  Situation der Beschwerdeführerin in der Zwischenzeit verschlechtert habe. Zur
  Diagnose der Tendinopathie der Supraspinatussehne und der AC-Gelenksarthrose
  liege zusätzlich die Tendenz einer zunehmenden Schmerzgeneralisierung sowie
  eine depressive Entwicklung mit zunehmender Somatisierung vor.

  
	
   

  
	
  5.5 Dr. med. K.______, Chefarzt der Radiologie des
  Spitals I.______, attestierte der Beschwerdeführerin gemäss seinem Bericht
  vom 21. März 2013, dass gegenüber dem MRI-Befund im Jahre 2007 keine
  Veränderungen vorgefunden worden seien. Weiterhin seien tendinopathische
  Signalerhöhungen der Supraspinatussehne im ansatznahen Bereich, ohne
  signifikante Zunahme und eine AC-Arthrose sowie ein verschmälerter
  humeroacromialer Raum erkennbar.

  
	
   

  
	
  Dieselben Befunde erhob
  auch Dr. med. L.______, Orthopädische Chirurgin FMH, am 28. März 2013.
  Aufgrund der seit Jahren bestehenden Schulterbeschwerden sehe sie jedoch eine
  Operation als indiziert. Durch ein konservativeres Vorgehen mittels
  Infiltration und mehrmonatiger Physiotherapie sei keine dauerhafte Besserung
  zu erwarten.

  
	
   

  
	
  5.6 Suva Kreisarzt Dr. D.______ äusserte sich am 26.
  April 2013 dahingehend, dass die von Dr. L.______ am 28. Januar 2013 (recte:
  28. März 2013) nachgewiesenen Beschwerden keine Berufskrankheit im Sinne von
  Art. 9 Abs. 2 UVG (recte: Art. 9 Abs. 1 UVG) darstellen
  würden, da sie nicht in der Liste im Anhang 1 der UVV aufgeführt seien. Des
  Weiteren handle es sich um eine epidemiologisch häufige Erkrankung im Bereich
  der oberen Extremität, wodurch ein stark überwiegend kausaler Zusammenhang
  zur beruflichen Tätigkeit im Sinne von Art. 9 Abs. 2 UVG nicht nachweisbar
  sei. Insbesondere habe die Beschwerdeführerin keine Überkopfarbeiten geleistet,
  welche die Schulter belastet hätten. Im Übrigen lasse sich aber auch bei
  Überkopfarbeiten (beispielsweise durch einen Gipser, Maler oder Elektriker)
  keine Häufung degenerativer Rotatorenmanschettenveränderungen feststellen.

  
	
   

  
	
  In der kreisärztlichen
  Beurteilung vom 4. November 2013 führte Dr. D.______ mit Verweis auf die
  medizinische Fachliteratur aus, dass eine stark überwiegend wahrscheinlich
  berufsbedingte Ursache der Supraspinatussehnentendinopathie aufgrund des
  Alters der Beschwerdeführerin, ihrer Anatomie und ihrer beruflichen Belastung
  – wobei insbesondere kraftvolle Überkopfarbeiten nicht notwendig gewesen
  seien – nicht bestätigt werden könne.

  
	
   

  
	
  6. 

  
	
  6.1 Übereinstimmend gelangten die behandelnden Ärzte
  zur Ansicht, dass die Beschwerdeführerin an einer Tendinose der Supraspinatussehne
  bei zusätzlicher AC‑Gelenksarthrose und Acromion Typ III leide, was von
  den Parteien nicht bestritten wird. Uneinigkeit besteht hingegen darüber, ob
  die Beschwerden und die damit verbundene Impingementsymptomatik durch die
  berufliche Tätigkeit der Beschwerdeführerin hervorgerufen wurden.

  
	
   

  
	
  6.2 Bei den Schulterbeschwerden handelt es sich um
  keine unfallähnliche Körperschädigung im Sinne von Art. 9 Abs. 2 UVV, da
  es am Erfordernis des schädigenden äusseren Faktors im Sinne eines Auslösers
  mangelt. Entgegen den Vorbringen der Beschwerdeführerin ist nicht
  ersichtlich, weshalb im vorliegenden Fall ein auslösendes Ereignis bestünde
  oder weshalb ein solches für die Anerkennung als Berufskrankheit entscheidend
  wäre. Der Verweis auf die über lange Zeit ausgeführte Arbeit in der
  Korkenverleimung und damit eine andauernde physiologische Beanspruchung des
  Skelettes, der Gelenke, Muskeln, Sehnen und Bänder stellen gerade keinen
  äusseren Faktor dar, welchem ein zwar nicht ungewöhnliches, jedoch gegenüber
  dem normalen Gebrauch der Körperteile gesteigertes Gefährdungspotential innewohnt
  (vgl. zum Ganzen BGE 129 V 466 E. 2.2 und E. 4.1 ff., mit Hinweisen).

  
	
   

  
	
  6.3 Die Schulterschmerzen fallen sodann nicht unter die
  arbeitsbedingten Erkrankungen gemäss Art. 9 Abs. 1 UVG i.V.m. Ziff. 2 des
  Anhang 1 der UVV. Wie die Beschwerdegegnerin nämlich zu Recht bemerkt,
  entspricht die Diagnose keiner der so genannten Listenerkrankungen. So lassen
  sich die Schulterbeschwerden nicht unter die so genannte
  Sehnenscheidenentzündung (Peritendinitis crepitans) subsummieren, da
  unbestrittenermassen eine Tendinose und nicht etwa eine Tendovaginitis vorliegt
  (vgl. dazu Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 259. A.,
  Berlin/New York 2002, S. 1640).

  
	
   

  
	
  6.4

  
	
  6.4.1 Es stellt sich somit die Frage der Anerkennung
  eines anderen Krankheitsbildes im Rahmen der subsidiär anzuwendenden
  Generalklausel gemäss Art. 9 Abs. 2 UVG. Eine solche kommt bezüglich jener
  Leiden zum Zuge, welche nach bisheriger arbeitsmedizinischer Erkenntnis
  (noch) nicht in dermassen qualifizierten Ursachenzusammenhang mit beruflichen
  Tätigkeiten gebracht werden kann, dass sich deswegen ihre Bezeichnung als
  Listenkrankheit rechtfertigte, die aber dennoch, aufgrund ihrer eindeutigen
  beruflichen Genese, im Einzelfall die für Berufskrankheiten vorgesehenen
  Leistungen auslösen soll (BGE 126 V 183 E. 4b). Kann der Nachweis des
  qualifizierten Kausalzusammenhangs (vgl. vorne E. II/2.3) nach der medizinischen
  Empirie allgemein aber nicht geleistet werden, scheidet die Anerkennung im
  Einzelfall aus. So beispielsweise dann, wenn eine Krankheit in der
  Bevölkerung weit verbreitet ist, sodass ausgeschlossen ist, dass eine
  bestimmte versicherte Berufstätigkeit ausübende Person zumindest vier Mal
  häufiger von einem Leiden betroffen ist als die Bevölkerung im Durchschnitt
  (BGE 116 V 136 E. 5c, in fine).

  
	
   

  
	
  6.4.2 Dr. D.______ vertritt die Ansicht, dass es sich
  beim Leiden der Beschwerdeführerin um eine epidemiologisch häufige Erkrankung
  der oberen Extremität handle und somit ein qualifizierter Kausalzusammenhang
  zur beruflichen Tätigkeit ausscheide. Wie durch die medizinische
  Fachliteratur bestätigt werde, sei aufgrund der anatomischen Konfiguration
  bei Acromion Typ III, welche zu einer Impingementsymptomatik führe, das
  Risiko einer Supraspinatussehnendinopathie deutlich erhöht. Epidemiologisch
  sei die Versicherte zudem in einem Alter gehäufter Degenerationen. Die in der
  Korkzapfenverleimung verrichtete Arbeit müsse des Weiteren als leicht
  beurteilt werden und sei mit dem Grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
  auch ungeeignet, die entsprechende Pathologie negativ zu beeinflussen. Diese
  sei vielmehr altersbedingt und als Folge der anatomischen Konfiguration zu
  erklären. 

  
	
   

  
	
  6.4.3 Weitere medizinische Stellungnahmen, welche sich
  explizit zur Kausalität zwischen den Leiden und der beruflichen Tätigkeit
  äussern, sind vorliegend keine ersichtlich. Dr. J.______ bringt
  lediglich vor, dass erhöhte Schmerzen bei Abduktionsbewegungen vorhanden
  seien. Die Beschwerdeführerin habe solche Bewegungen an ihrer ehemaligen Arbeitsstelle
  ständig ausgeführt, wodurch die Schmerzen mit der Arbeit nicht mehr vereinbar
  gewesen seien und die Arbeitsstelle deshalb gekündigt worden sei. Es
  bestünden nach wie vor Schmerzen, wobei diese deutlich nachgelassen hätten,
  seit sie nicht mehr arbeite.

  
	
   

  
	
  Dr. J.______ legt in
  seinen Berichten somit nicht dar, inwiefern die Leiden überwiegend
  wahrscheinlich berufsbedingt sind. Er bemerkt zwar, dass er eine freie Schultergelenksbeweglichkeit
  mit guter Kraft vorgefunden habe, mit Ausnahme beim Jobetest. Damit bestätigt
  Dr. J.______ aber nur die bereits diagnostizierten, unbestritten gebliebenen
  Diagnosen und gibt keine Rückschlüsse auf die in Frage stehende Kausalität.
  Allgemein stellt er auf die Aussagen der Beschwerdeführerin ab und setzt sich
  beispielsweise nicht mit der Möglichkeit einer degenerativen Veränderung der
  Schulter auseinander, wie sie bereits von Dr. G.______ diagnostiziert
  wurde.

  
	
   

  
	
  6.4.4 Soweit sich die Beschwerdeführerin auf die Aussagen
  des Betriebsleiters der C.______AG gemäss Schreiben vom 19. April und
  diejenigen ehemaliger Mitarbeiter stützt, wurden diese Stellungnahmen
  bezüglich der früher geltend gemachten Handbeschwerden bereits durch das
  Verwaltungs- und das Bundesgericht gewürdigt. An der Qualifikation der
  damaligen Tätigkeit als eher leichte Arbeit vermögen diese Aussagen daher
  nichts zu ändern. 

  
	
   

  
	
  Die Beschwerdegegnerin
  musste bei der Beurteilung der Schulterbeschwerden aber auch nicht auf die
  Belastungsangaben beim Griffkorkenverleimen zurückkommen. Die damals als eher
  leicht eingestufte Arbeit hat sich hinsichtlich der Schulterbeschwerden nicht
  zu einer schweren Arbeit gewandelt. Neue Vorbringen, welche an diesen
  Feststellungen etwas ändern würden, sind keine ersichtlich, zumal der Beurteilung
  der Handbeschwerden vorwiegend dieselben Beweise der Beschwerdeführerin
  zugrunde lagen (vgl. hierzu VGer-Urteil VG.2007.00159 E. III/7b).

  
	
   

  
	
  Der Beschwerdeführerin ist
  mit Verweis auf die vorgelegte, ausführliche Dokumentation über das
  Griffkorkenverleimen vom 1. September 2013 und die ergänzenden Ausführungen
  wie sich zehn Gramm anfühlen vom 12. Dezember 2013 jedoch darin
  beizupflichten, dass eine Griffkorkenverleimung mit einem Pressedruck von nur
  zehn Gramm wohl als unmöglich erscheint. Dagegen verkennt sie, dass weder das
  Verwaltungsgericht noch das Bundesgericht in den älteren Urteilen von einer
  Körperbelastung von lediglich zehn Gramm Pressedruck pro Griffkorken
  ausgingen. So erwog das Verwaltungsgericht, dass es sich bei der repetitiven
  Dreh- und Druckbewegung um eine solche handle, welche keinen grossen
  Kraftaufwand erfordere. Sie sei zwar unzählige Male wiederholt worden, was
  aber nicht zur Folge habe, dass der erforderliche Kraftaufwand zu addieren
  sei und somit eine kraftvolle Bewegung resultiere (VGer-Urteil VG.2007.00159 vom
  17. Dezember 2008 E. III/5d). Das Bundesgericht bemerkte weiter, dass
  weder der Kreisarzt noch der Betriebsinhaber davon ausgegangen seien, dass
  lediglich ein Pressdruck von zehn Gramm zur Verleimung notwendig sei. Dennoch
  qualifizierte es die Tätigkeit als leicht (BGer-Urteil 8C_99/2009 vom 3. Juli
  2009 E. 4.2). Daraus folgt, dass die Beschwerdeführerin mit dieser Rüge
  nicht durchdringt.

  
	
   

  
	
  6.4.5 Indem die Beschwerdeführerin aufgrund der 50%igen
  Tätigkeit in der Spedition der C.______AG weitere physische Belastungen
  geltend macht, widerspricht sie den Aussagen des Betriebsleiters vom 10. Juli
  2007. Im Gegensatz zu ihrem Vorbringen, es sei bei dieser Tätigkeit
  unumgänglich gewesen ohne Hilfsmittel dauernd Lasten zu heben und zu
  verschieben, was die havarierte Schulter zusätzlich belastet hätte, betonte
  der Betriebsleiter, es hätten für sämtliche Arbeiten in der Spedition
  Maschinen und Hebewerkzeuge zur Verfügung gestanden. Weiter verkennt die Beschwerdeführerin,
  dass die von Dr. D.______ erwähnten Überkopftätigkeiten für die Anerkennung
  eines Leidens als Berufskrankheit durchaus eine gewisse Relevanz aufweisen können.
  So geht beispielsweise auch die Sportmedizin davon aus, dass Tendinopathien
  am Schultergelenk vor allem bei Überkopfsportarten wie Werfen und
  Gewichtheben auftreten. Insbesondere kommt es bei einer hakenförmigen Akromionkonfiguration
  zu einer relativen Enge mit daraus resultierender immer wiederkehrender
  Einklemmung und letztlich zu einer Tendinopathie der Supraspinatussehne (vgl.
  dazu Dr. med. Philip Karsten, Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin, Nr.
  4/2010, abrufbar unter www.zeitschrift-sportmedizin.de), was im Übrigen auch
  Dr. H.______ in seinem Bericht erwähnte. Da die Beschwerdeführerin keine
  Überkopfarbeiten erledigte, bedarf es hierzu keiner weiteren Ausführungen.

  
	
   

  
	
  6.4.6 Schliesslich legt die Beschwerdeführerin nicht
  überzeugend dar, weshalb die Aussage von Dr. L.______, dass seit Jahren
  Schulterbeschwerden bestünden, welche in letzter Zeit zugenommen hätten,
  falsch ist oder auf einem Missverständnis beruht. Daran vermögen die Berichte
  von Dr. J.______ nichts zu ändern, liegen zwischen seiner Beurteilung und
  derjenigen durch Dr. L.______ doch mehr als fünf Jahre. Vielmehr ist in der
  Bemerkung von Dr. L.______ ein weiteres, wenn auch nicht
  entscheidwesentliches Indiz zu sehen, welches darauf hindeutet, dass sich die
  Schulterschmerzen trotz der beendeten Tätigkeit in der Griffkorkenverleimung
  verschlechtern und somit gerade nicht überwiegend wahrscheinlich aus der
  beruflichen Tätigkeit herrühren, sondern degenerativ bedingt sind.

  
	
   

  
	
  6.4.7 Insgesamt kann den Ausführungen von Dr. D.______
  gefolgt werden, zumal er nachvollziehbar Rückschlüsse auf die vorliegend zu
  beurteilende Frage liefert. Seine Berichte sind mit Verweis auf die
  einschlägige medizinische Literatur einleuchtend und er setzt sich
  hinreichend und schlüssig mit den übrigen im Recht liegenden Akten
  auseinander. Seine Berichte bilden somit eine zuverlässige Beurteilungsgrundlage.

  
	
   

  
	
  6.5 Daraus ergibt sich, dass weder eine Berufskrankheit
  gemäss Art. 9 Abs. 1 UVG noch eine solche gemäss Art. 9 Abs. 2 UVG erstellt
  ist. Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit kann nicht darauf geschlossen
  werden, dass die Beschwerden ausschliesslich, vorwiegend oder zumindest
  überwiegend durch die berufliche Tätigkeit verursacht worden sind.

  
	
   

  
	
  Nach dem Gesagten besteht
  bezüglich der rechten Schulterbeschwerden keine Leistungspflicht der
  Beschwerdegegnerin. Da von weiteren (medizinischen) Abklärungen keine neuen
  Erkenntnisse zu erwarten sind, kann im Sinne einer antizipierten Beweiswürdigung
  darauf verzichtet werden (BGE 124 V 94 E. 4b).

  
	
   

  
	
  7. 

  
	
  Schliesslich ist der
  Beschwerdeführerin auch nicht zu folgen, soweit sie eine mangelhafte
  Begründung des vorinstanzlichen Entscheids rügt. So war es ihr durchaus möglich
  zu erkennen, worauf die Beschwerdegegnerin ihren ablehnenden Entscheid
  stützte und weshalb diese ihre Leistungspflicht verneinte. Die damit implizit
  vorgebrachte Verletzung des rechtlichen Gehörs ist somit unbegründet.

  
	
   

  
	
  Die Beschwerde ist daher
  abzuweisen. 

  
	
   

  
	
  III.
  

  
	
  Die amtlichen Kosten des
  Beschwerdeverfahrens sind von Gesetzes wegen auf die Staatskasse zu nehmen
  (Art. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. a ATSG).

  
	
  Demgemäss erkennt
  die Kammer:

  
	
  	
    1.

    	
    Die
    Beschwerde wird abgewiesen.

    
	
    2.

    	
    Die
    amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens werden auf die Staatskasse
    genommen.

    
	
    3.

    	
    Schriftliche
    Eröffnung und Mitteilung an:

    
	
     

    	
    […]