# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 88fe9ee5-1816-5fea-b7ec-91891437a774
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-06-18
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Strafrecht 18.06.2020 460 19 189
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_004_460-19-189_2020-06-18.pdf

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Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 

18. Juni 2020 (460 19 189) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Strafrecht 

 

 

Qualifizierte Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz etc. 

 

 
Besetzung Präsident Enrico Rosa, Richter Markus Mattle (Ref.), Richter  

Stephan Gass, Richterin Helena Hess, Richterin Susanne Afheldt; 

Gerichtsschreiberin Constanze Seelmann 

 

Parteien Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft,  

Hauptabteilung BM/OK, Rheinstrasse 27, Postfach, 4410 Liestal,  

Anklagebehörde und Anschlussberufungsklägerin 

  

gegen 

 

 A.____,  

vertreten durch Advokatin Wicky Tzikas, 

Oberwilerstrasse 3, Postfach, 4123 Allschwil,  

Beschuldigter und Berufungskläger 

 

B.____, 

vertreten durch Advokatin Sandra Sutter-Jeker,  

Totentanz 4, Postfach 1059, 4001 Basel,  

Beschuldigter und Berufungskläger 

 

Gegenstand Qualifizierte Widerhandlung gegen das  

Betäubungsmittelgesetz etc. 

Berufung gegen das Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 

25. März 2019 

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A.a Mit Urteil vom 25. März 2019 erklärte das Strafgericht Basel-Landschaft (nachfolgend: 

Strafgericht) A.____ (nachfolgend: Beschuldigter 1) der mengenmässig und bandenmässig qua-

lifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, der mehrfachen Widerhandlung 

gegen das Ausländergesetz sowie des mehrfachen Konsums von Betäubungsmitteln schuldig 

und verurteilte ihn in Anwendung von Art. 19 Abs. 1 lit. b, c und d des Bundesgesetzes über die 

Betäubungsmittel und die psychotropen Stoffe (BetmG, SR 812.121) i.V.m. Art. 19 Abs. 2 lit. a 

und b BetmG, Art. 19a Ziff. 1 BetmG, Art. 115 Abs. 1 lit. a und b des Bundesgesetzes über die 

Ausländerinnen und Ausländer (aAuG, SR 142.20; heute Bundesgesetzes vom 16. Dezember 

2005 über die Ausländerinnen und Ausländer und über die Integration [AIG, SR 142.20]), Art. 40 

StGB, Art. 49 Abs. 1 des Schweizerischen Strafgesetzbuches (StGB, SR 311.0), Art. 51 StGB 

und Art. 106 StGB zu einer Freiheitsstrafe von 6 Jahren und 10 Monaten sowie zu einer Busse 

von CHF 300.00, im Falle der schuldhaften Nichtbezahlung zu einer Ersatzfreiheitsstrafe von drei 

Tagen, unter Anrechnung der seit dem 1. Oktober 2017 ausgestandenen Haft (Untersuchungs-

haft vom 1. Oktober 2017 bis zum 26. August 2018; vorzeitiger Strafvollzug seit dem 27. August 

2018) von insgesamt 539 Tagen (Dispositiv-Ziffer I. 1.). Von der Anklage der Widerhandlung ge-

gen das Ausländergesetz im Zeitraum von Januar 2017 bis Ende Februar 2017 sowie im Juni 

2017 sowie von der Anklage des Konsums von Betäubungsmitteln im Zeitraum von Ende 2016 

bis Ende Februar 2017 und von Mitte April 2017 bis Ende Juni 2017 wurde er freigesprochen 

(Dispositiv-Ziffer I. 2.). Zudem wurde der Beschuldigte 1 in Anwendung von Art. 66a Abs. 1 lit. o 

StGB für die Dauer von 12 Jahren des Landes verwiesen (Dispositiv-Ziffer I. 3.). Es wurde verfügt, 

dass die Landesverweisung im Schengener Informationssystem (SIS) einzutragen sei (Dispositiv-

Ziffer I. 4.). Die gegen den Beschuldigten 1 am 19. Juni 2016 von der Staatsanwaltschaft Basel-

Stadt (neben einer Busse von CHF 300.00) bedingt ausgesprochene Geldstrafe von 30 Tagess-

ätzen zu je CHF 30.00, unter Anrechnung von 2 Tagen Untersuchungshaft, bei einer Probezeit 

von 3 Jahren, und die am 29. Juni 2016 von der Staatsanwaltschaft Basel-Stadt (neben einer 

Busse von CHF 600.00) bedingt ausgesprochene Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je 

CHF 30.00, unter Anrechnung von 1 Tag Untersuchungshaft, bei einer Probezeit von 3 Jahren, 

wurden in Anwendung von Art. 46 Abs. 1 StGB für vollziehbar erklärt.  

 

A.b B.____ (nachfolgend: Beschuldigter 2) wurde mit nämlichem Urteil ebenfalls der mengen-

mässig und bandenmässig qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz 

schuldig erklärt und in Anwendung von Art. 19 Abs. 1 lit. b, c und d BetmG i.V.m. Art. 19 Abs. 2 

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lit. a und b BetmG, Art. 40 StGB und Art. 51 StGB zu einer Freiheitsstrafe von 4 Jahren und 6 

Monaten verurteilt, unter Anrechnung der seit dem 1. Oktober 2017 ausgestandenen Haft (Unter-

suchungshaft vom 1. Oktober 2017 bis zum 17. Juni 2018; vorzeitiger Strafvollzug seit dem 

18. Juni 2018) von insgesamt 539 Tagen (Dispositiv-Ziffer II. 1.) Von der Anklage der Widerhand-

lung gegen das Ausländergesetz wurde er freigesprochen (Dispositiv-Ziffer II. 2.). Der Beschul-

digte 2 wurde in Anwendung von Art. 66a Abs. 1 lit. o StGB für die Dauer von 5 Jahren des Landes 

verwiesen (Dispositiv-Ziffer II. 3.). Es wurde verfügt, dass die Landesverweisung nicht im Schen-

gener Informationssystem (SIS) einzutragen sei (Dispositiv-Ziffer II. 4.). 

 

Hinsichtlich des beschlagnahmten Bargelds, der beschlagnahmten Gegenstände, der Verlegung 

der erstinstanzlichen Verfahrenskosten, der Entschädigung der amtlichen Verteidigung der Be-

schuldigten sowie der Rückerstattungspflicht der Entschädigung der amtlichen Verteidigung wird 

auf die Ziffern III. und IV. des vorinstanzlichen Urteilsdispositivs verwiesen.  

 

Auf die Begründung dieses vorinstanzlichen Urteils sowie die nachfolgenden Eingaben der Par-

teien wird, soweit erforderlich, im Rahmen der Erwägungen des vorliegenden Urteils eingegan-

gen.  

 

B. Gegen obgenanntes Urteil meldete der Beschuldigte 1, vertreten durch Advokatin Wicky 

Tzikas, mit Eingabe vom 27. März 2019 Berufung beim Strafgericht Basel-Landschaft an. In sei-

ner Berufungserklärung vom 7. August 2019 an das Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung 

Strafrecht (nachfolgend: Kantonsgericht), begehrte der Beschuldigte 1, er sei (1.) in Abänderung 

von Ziff. I. 1. des Urteils des Strafgerichts vom 25. März 2019 wegen Widerhandlung gegen das 

Betäubungsmittelgesetz zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren zu verurteilen, wobei diese teil-

bedingt auszusprechen sei, unter Anrechnung der seit dem 1. Oktober 2017 ausgestandenen 

Haft. Es sei (2.) Ziff. III. 1. des Urteils des Strafgerichts vom 25. März 2019 aufzuheben und jeg-

liche beschlagnahmten Gegenstände und Vermögenswerte an den Beschuldigten zurückzuge-

ben. Es seien (3.) in Abänderung von Ziff. IV. 1. des Urteils des Strafgerichts vom 25. März 2019 

die dem Berufungskläger auferlegten Verfahrenskosten gemäss den erfolgten und noch zu erfol-

genden Freisprüchen angemessen zu reduzieren. Es sei (4.) dem Berufungskläger für das Beru-

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fungsverfahren die amtliche Verteidigung durch Advokatin Wicky Tzikas zu bewilligen. Dem Be-

rufungskläger sei zudem eine angemessene Frist zur Erstattung einer Berufungsbegründung an-

zusetzen (5.). Dies alles (6.) unter o/e-Kostenfolge. 

 

C. Der Beschuldigte 2, vertreten durch Advokatin Sandra Sutter-Jeker, meldete ebenfalls mit 

Eingabe vom 27. März 2019 beim Strafgericht gegen obgenanntes Urteil Berufung an. In seiner 

Berufungserklärung vom 7. August 2019 an das Kantonsgericht begehrte er, es sei (1.) die Ziffer 

1 des Urteils des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 25. März 2019 bezogen auf das Strafmass 

aufzuheben und der Berufungskläger zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 2 Jahren zu verur-

teilen, unter Anrechnung der bis dahin ausgestandenen Haft seit dem 1. Oktober 2017. Eventu-

aliter sei (2.) die Ziffer 1 des Urteils des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 25. März 2019 be-

zogen auf das Strafmass aufzuheben und der Berufungskläger zu einer teilbedingten Freiheits-

strafe von 3 Jahren, wovon 1,5 Jahre bedingt zu vollziehen seien, zu verurteilen. Dies unter An-

rechnung der seit dem 1. Oktober 2017 ausgestandenen Haft. Es seien (3.) die Ziffern 3 und 4 

des Urteils des Strafgerichts vom 25. März 2019 aufzuheben und auf das Aussprechen einer 

Landesverweisung zu verzichten. Dies (4.) unter o/e-Kostenfolge zu Lasten des Staates. 

 
D. Mit Verfügung des verfahrensleitenden Präsidiums des Kantonsgerichts vom 8. August 

2019 wurden die Berufungserklärungen der beiden Beschuldigten vom 7. August 2019 den übri-

gen Parteien zugestellt. 

 

E. Die Staatsanwaltschaft verzichtete mit Eingabe vom 29. August 2019 auf eine Anschluss-

berufung oder einen Antrag auf Nichteintreten betreffend den Beschuldigten 1, beantragte jedoch 

die vollumfängliche Bestätigung des Urteils des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 25. März 

2019 in seinem Fall. Betreffend den Beschuldigten 2 erhob die Staatsanwaltschaft mit Eingabe 

vom 29. August 2019 Anschlussberufung und begehrte, dass (1.) in teilweiser Abänderung von 

II. Ziffer 3 des Urteils des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 25. März 2019 der Beschuldigte 2 

für die Dauer von 10 Jahren des Landes zu verweisen sei sowie dass ein Eintrag in das Schen-

gener Informationssystem (SIS) vorzunehmen sei. Im Übrigen sei (2.) das Urteil des Strafgerichts 

Basel-Landschaft zu bestätigen und die Berufung vollumfänglich abzuweisen. 

 

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F. Mit Verfügung vom 30. August 2019 liess das Kantonsgericht den Beschuldigten die Ein-

gaben der Staatsanwaltschaft vom 29. August 2019 zur Kenntnisnahme zukommen und setzte 

dem Beschuldigten 1 eine Frist zur Begründung seiner Berufung bis zum 1. Oktober 2019. 

 
G. Mit Schreiben vom 1. Oktober 2019 beantragte Advokatin Wicky Tzikas eine Fristerstre-

ckung für die Einreichung der Berufungsbegründung. 

 
H. Die Frist für die Einreichung der Berufungsbegründung von Advokatin Wicky Tzikas wurde 

durch das Kantonsgericht mit Verfügung vom 2. Oktober 2019 peremptorisch bis zum 13. No-

vember 2019 erstreckt. 

 
I. Mit Schreiben vom 28. Oktober 2019 teilte Advokatin Wicky Tzikas mit, dass sie auf eine 

schriftliche Begründung verzichte und die Berufung anlässlich der Parteivorträge an der Beru-

fungsverhandlung begründen werde. An den mit der Berufungserklärung eingereichten Rechts-

begehren werde vorerst vollumfänglich festgehalten. 

 
J. Mit Verfügung des Kantonsgerichts vom 30. Oktober 2019 wurden Advokatin Sandra Sut-

ter-Jeker im Berufungsverfahren als amtliche Verteidigerin für den Beschuldigten 2 eingesetzt 

sowie Advokatin Wicky Tzikas als amtliche Verteidigerin für den Beschuldigten 1. Den Parteien 

wurde eine peremptorische Frist bis zum 28. November 2019 zur Einreichung von Beweisanträ-

gen gesetzt. Der Schriftenwechsel wurde geschlossen und angekündigt, dass das mündliche 

Verfahren durchgeführt werde (Art. 405 StPO). Die Parteien wurden zur kantonsgerichtlichen Be-

rufungsverhandlung geladen. Über die Beschuldigten wurde ein aktueller Auszug aus dem Straf-

register eingeholt. Die Hauptverhandlung wurde zudem unter Hinweis auf Art. 78 Abs. 5bis StPO 

auf Tonträger aufgenommen. 

 

K. Mit Schreiben vom 31. Oktober 2019 teilte Advokatin Wicky Tzikas bezugnehmend auf die 

kantonsgerichtliche Verfügung vom 30. Oktober 2019 mit, dass vorerst keine Beweisanträge ge-

stellt würden. 

 
L. Mit Eingabe vom 27. November 2019 teilte Advokatin Sandra Sutter-Jeker unter Hinweis 

auf die kantonsgerichtliche Verfügung vom 30. Oktober 2019 mit, dass vorerst ebenfalls auf das 

Stellen von Beweisanträgen verzichtet werde. 

 

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M. Mit Schreiben vom 28. November 2019 liess die Staatsanwaltschaft sich dahingehend ver-

nehmen, dass sie keine Beweisanträge stelle. 

 
N. Mit Eingabe vom 4. Mai 2020 wandte sich Advokat Gabriel Giess an das Kantonsgericht 

und bat darum, als Substitut von Advokatin Wicky Tzikas für die Berufungsverhandlung einge-

setzt zu werden (…). 

 
O. Mit Verfügung des Kantonsgerichts vom 7. Mai 2020 wurde unter Hinweis auf die Eingabe 

von Advokat Gabriel Giess vom 4. Mai 2020 die Substitution von Advokatin Wicky Tzikas als 

amtliche Verteidigerin des Beschuldigten 1 durch Advokat Gabriel Giess während der Dauer des 

Berufungsverfahrens bewilligt. Dies wurde den Parteien schriftlich mitgeteilt. 

 
P. Anlässlich der kantonsgerichtlichen Berufungsverhandlung erscheinen der Beschuldigte 1 

mit seinem Verteidiger Advokat Gabriel Giess, der Beschuldigte 2 mit seiner Verteidigerin, Sandra 

Sutter-Jeker, und die Vertreterin der Staatsanwaltschaft. Die Beschuldigten wurden vor Gericht 

unter Beizug eines Dolmetschers eingehend zur Person und zur Sache befragt. Im Übrigen wie-

derholen die Parteien ihre Anträge gemäss den schriftlichen Eingaben. Auf die von den Anwe-

senden getätigten Ausführungen wird wiederum, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwä-

gungen eingegangen.  

 

 

Erwägungen 

I. Formelles 

1. Die Berufung ist gemäss Art. 398 Abs. 1 der Schweizerischen Strafprozessordnung 

(StPO, SR 312.0) zulässig gegen Urteile erstinstanzlicher Gerichte, mit denen das Verfahren 

ganz oder teilweise abgeschlossen worden ist. Laut Art. 398 Abs. 3 StPO können mit der Beru-

fung gerügt werden: Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung und Missbrauch des Er-

messens, Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung (lit. a), die unvollständige oder unrichtige 

Feststellung des Sachverhaltes (lit. b) sowie Unangemessenheit (lit. c), wobei das Berufungsge-

richt das Urteil in allen angefochtenen Punkten umfassend überprüfen kann (Art. 398 Abs. 2 

StPO). Gemäss Art. 399 Abs. 1 und Abs. 3 StPO ist zunächst die Berufung dem erstinstanzlichen 

Gericht innert 10 Tagen seit Eröffnung des Urteils schriftlich oder mündlich anzumelden und da-

nach dem Berufungsgericht innert 20 Tagen seit der Zustellung des begründeten Urteils eine 

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schriftliche Berufungserklärung einzureichen. Die Anschlussberufung hat innert 20 Tagen nach 

Eingang der Berufungserklärung zu erfolgen (Art. 400 Abs. 3 lit. b StPO). Gemäss Art. 382 Abs. 1 

StPO kann jede Partei, die ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung 

eines Entscheides hat, ein Rechtsmittel ergreifen. 

 

2. Vorliegend wird das Urteil des Strafgerichts vom 25. März 2019 angefochten, welches 

ein taugliches Anfechtungsobjekt darstellt. Mit den beiden Berufungsanmeldungen der Beschul-

digten 1 und 2 vom 27. März 2019 wurde die zehntägige Frist eingehalten (Akten Strafgericht 

S669 und S673). Aus den Akten ergibt sich, dass das begründete schriftliche Urteil des Strafge-

richts den Verteidigerinnen der Beschuldigten am 22. Juli 2019 zugegangen ist. Mit den beiden 

Berufungserklärungen vom 7. August 2019 wurde die zwanzigtägige Frist nach Eingang des 

schriftlichen Urteils somit gewahrt. Die Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft vom 29. Au-

gust 2019 betreffend den Beschuldigten 2 ist innerhalb der zwanzigtätigen Frist nach Eingang 

der Berufungserklärung bei der Staatsanwaltschaft am 12. August 2019 erfolgt. Somit haben die 

beiden Beschuldigten als Berufungskläger und die Staatsanwaltschaft als Anschlussberufungs-

klägerin die Rechtsmittelfrist gewahrt und sind zudem der Erklärungspflicht gemäss Art. 399 Abs. 

3 und 4 StPO nachgekommen. Sowohl die Beschuldigten als auch die Staatsanwaltschaft sind 

Parteien gemäss Art. 104 Abs. 1 lit. a und c StPO und haben ein rechtlich geschütztes Interesse 

an der Aufhebung oder Änderung des Urteils. Die Berufungen der beiden Berufungskläger sowie 

der Anschlussberufungsklägerin erfüllen somit sämtliche Formalien, weshalb auf diese einzutre-

ten ist. Die Zuständigkeit der Fünferkammer des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung 

Strafrecht, als Berufungsgericht zur Beurteilung des vorliegenden Rechtsmittels ergibt sich aus 

Art. 21 Abs. 1 lit. a StPO sowie aus § 15 Abs. 1 lit. a in Verbindung mit lit. b des Einführungsge-

setzes zur Schweizerischen Strafprozessordnung (EG StPO, SGS 250). 

 

 
II. Materielles 

A.  Allgemeines 

Mit Blick auf die Prozessökonomie erlaubt es Art. 82 Abs. 4 StPO den Rechtsmittelinstanzen, für 

die tatsächliche und rechtliche Würdigung des in Frage stehenden Sachverhalts auf die Begrün-

dung der Vorinstanz zu verweisen, wenn sie dieser beipflichten. Hingegen ist auf neue tatsächli-

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che Vorbringen und rechtliche Argumente einzugehen, die erst im Rechtsmittelverfahren vorge-

tragen werden (DANIELA BRÜSCHWEILER / RETO NADIG / REBECCA SCHNEEBELI, in: Zürcher Kom-

mentar StPO, 3. Aufl., Zürich / Basel / Genf 2020, N 10 zu Art. 82 StPO). 

 

B. Gegenstand der Berufung 

1.1 Gemäss Art. 404 Abs. 1 StPO überprüft das Berufungsgericht das erstinstanzliche Urteil 

nur in den angefochtenen Punkten. Aufgrund der Tatsache, dass im Fall des Beschuldigten 1 nur 

dieser ein Rechtsmittel ergriffen hat, darf das Kantonsgericht unter Berücksichtigung des Verbots 

der «reformatio in peius» (vgl. Art. 391 Abs. 2 StPO) das vorinstanzliche Urteil entweder nur be-

stätigen oder zugunsten des Beschuldigten mildern, hingegen nicht verschärfen (vgl. Art. 391 

Abs. 2 StPO). Im Fall des Beschuldigten 2 ist jedoch aufgrund der erfolgten Anschlussberufung 

durch die Staatsanwaltschaft betreffend die Landesverweisung und den Eintrag im Schengener 

Informationssystem (SIS) die reformatio in peius nicht anwendbar. Sämtliche nicht angefochtene 

Punkte des vorinstanzlichen Urteils vom 25. März 2019 sind in Rechtskraft erwachsen (Art. 437 

Abs. 1 lit. a StPO). 

 

1.2.1 Das Urteil wird durch den Beschuldigten 1 nur in Ziffer I. 1, III. 1 und IV. 1. und somit 

nicht umfassend angefochten. An der kantonsgerichtlichen Berufungsverhandlung führt Advokat 

Gabriel Giess aus, dass Ziff. I. 1. des Urteils vom 25. März 2019 vollumfänglich angefochten 

werde, die Strafzumessung jedoch der Hauptpunkt sei. Die Widerhandlungen gegen das Auslän-

dergesetz und der mehrfache Konsum würden nur betreffend Strafart und Strafzumessung, nicht 

jedoch in der Schuldfrage angefochten. Ein Freispruch gefordert werde aber betreffend Ziffer 2.3 

der Anklageschrift, also der Ereignisse vom März 2017. Die Qualifizierung als Bande im Zusam-

menhang mit den Betäubungsmitteldelikten vom 10. Juli 2017 bis zum 1. Oktober 2017 sei zudem 

fraglich. Im Rahmen der Strafzumessung sei zudem auch der Eintrag in das SIS von Amtes we-

gen zu überprüfen. Angefochten sind damit Dispositionsziffer I. 1. betreffend Schuldspruch in 

Anklageziffer 2.3, betreffend die bandenmässige Qualifizierung (aber nicht die mengenmässige) 

in Ziffer 2.4 der Anklageschrift, sowie betreffend Strafmass insgesamt, sowie die Beschlagnahme 

und die Kostenauferlegung. Die Schuldsprüche betreffend die mehrfache Widerhandlung gegen 

das Ausländergesetz sowie den mehrfachen Konsum von Betäubungsmitteln sind damit bereits 

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in Rechtskraft erwachsen, ebenso die Landesverweisung. Ob der Eintrag ins Schengener Infor-

mationssystem (SIS) von Amtes wegen im Rahmen der Strafzumessung zu prüfen ist, wird unter 

den Ausführungen zu der Strafzumessung diskutiert. 

 

1.2.2 Die Berufung des Beschuldigten 2 vom 7. August 2019 richtet sich nur gegen die Straf-

zumessung sowie die Landesverweisung. 

 

1.2.3 Die Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft betreffend den Beschuldigten 2 begehrt 

eine Landesverweisung von 10 statt 5 Jahren sowie den Eintrag in das Schengener Informati-

onssystem (SIS). 

 

Damit sind im Hinblick auf den Beschuldigten 2 der Schuldspruch betreffend die qualifizierte Wi-

derhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, der Freispruch betreffend die Widerhandlung 

gegen das Ausländergesetz, die Beschlagnahme sowie die Kostenauferlegung in Rechtskraft er-

wachsen. 

 

1.3 Der Einfachheit halber folgt das Kantonsgericht grundsätzlich dem Aufbau des angefochte-

nen Urteils des Strafgerichts vom 25. März 2019 insofern, als dass zuerst die Geschehnisse ge-

mäss Anklageschrift Ziffer 2.4 behandelt werden und danach die der Ziffer 2.3. 

 
 
C.  Ausführungen der Parteien  
 
1.1 Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft vom 25. Juni 2018 wirft dem Beschuldigten 1 

vor, sich spätestens ab Februar 2017 einer in der Schweiz und insbesondere im Grossraum Basel 

bereits bestens etablierten, im grossen Stil am internationalen Betäubungsmittelhandel beteilig-

ten, überaus professionell aufgebauten, hierarchisch strukturierten und von den Niederlanden 

aus gesteuerten nigerianischen Drogenhändlergruppierung angeschlossen zu haben. Diese 

Gruppierung sei hier unter bandenmässigem Vorgehen überregional dem unbefugten Handel mit 

grossen Mengen Kokain nachgegangen, indem wöchentlich kilogrammweise unbefugt in die 

Schweiz eingeführtes Kokain an zahlreiche Abnehmer im Inland verkauft worden sei. Die aus 

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diesem qualifizierten Betäubungsmittelhandel herrührenden eingenommenen Bargeldbeträge 

seien zwecks Verschleierung der Herkunft sowie der Vereitelung der Auffindung und/oder Einzie-

hung kontinuierlich nach Holland zurückgeschafft worden. Der Beschuldigte 1 habe sich den von 

den Auftraggebern bereits ausgearbeiteten Tatplan zu eigen gemacht und sich bis zu seiner Fest-

nahme am 1. Oktober 2017 als eines von zahlreichen Bandenmitgliedern an den von der Bande 

in vorbildlicher Arbeitsteilung ausgeführten illegalen Geschäften beteiligt, die allesamt darauf aus-

gerichtet gewesen seien, durch einen schwunghaften Drogenhandel einen möglichst hohen Ge-

winn zu erzielen. Dazu habe der Beschuldigte 1 bereitwillig die ihm übertragenen Aufgaben erle-

digt. Dies als Kokainverteiler, anfangs unter der Führung von C.____ (genannt c.____) und 

D.____ (genannt d.____), spätestens ab Juni 2017, evtl. Juli 2017, als eigenständig handelndes 

Bandenmitglied unter der direkten Führung der Auftraggeber in den Niederlanden. Für die Ab-

wicklung der Drogen- und Geldwäschereigeschäfte habe die Bande in der Regel verschiedene 

Wohnungen angemietet, die nicht nur der Unterbringung von Bandenmitgliedern gedient habe, 

sondern vor allem als Empfangs- und Zwischenlagerungsstätte sowie als Verteilzentrale des für 

den schweizweiten Vertrieb bestimmten Kokains wie auch als Sammelstelle des aus diesem Ver-

kauf stammenden und nach Holland zurückzuführenden Drogenerlöses. Vermutlich nach der Ver-

haftung von d.____ im März 2017 habe der Beschuldigte 1 – genannt a.____ – eine neue Unter-

kunft/Loge gesucht, und diese ab Juni 2017, evtl. ab Juli 2017, am Wohnort des Beschuldigten 2 

an der X.____strasse 15 in Y.____ gefunden. Spätestens ab diesem Zeitpunkt habe sich der 

Beschuldigte 2 – genannt b.____ – als Logengeber zu Beginn mindestens konkludent dieser in-

ternational operierenden Drogenhändlerbande angeschlossen und sich mit dem Beschuldigten 1 

vereint, um mit diesem zusammen wissentlich und willentlich arbeitsteilig den Drogenhandel auf 

unbestimmte Dauer fortzusetzen. Die Vorgehensweise der Bande habe so ausgesehen, dass 

wöchentlich – vorwiegend frühmorgens am Sonntag oder Montag – von den Auftraggebern in 

Holland gesandte Kuriere mit jeweils unterschiedlichen Mengen Kokain, jeweils aber mindestens 

1 ½ Kilogramm (entweder inkorporiert, am Körper oder auf andere Weise verstreckt) im grenzna-

hen Ausland eingetroffen seien und dann von einem Bandenmitglied – wie z.B. dem Beschuldig-

ten 2 – abgeholt und über die Grenze in die Schweiz gebracht worden seien. In den Depotwoh-

nungen angekommen hätten die Kuriere das zuvor unbefugt in die Schweiz eingeführte, bereits 

vertriebsfertig in Fingerlinge à ca. 10 Gramm abgepackte Kokain den Depothaltern übergeben, 

welche dann umgehend mit der schweizweiten Feinverteilung der Drogen an die Abnehmer be-

gonnen hätten. Die Zuordnung der abgepackten Drogen sei anhand der angebrachten Kürzel auf 

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den Fingerlingen erfolgt. Die für die Verteilung in der Schweiz zuständigen Kuriere hätten die 

auszuliefernden Kokainfingerlinge entweder in den Depotwohnungen oder an einem vereinbarten 

Treffpunkt erhalten und sich von dort auf den Weg zu den jeweiligen Übergabeorten gemacht. 

Die Depothalter hätten den Inlandkurieren mitgeteilt, wenn sie die Ware nicht nur an die Abneh-

mer übergeben, sondern von diesen auch Bargeld für diese oder auch eine frühere Lieferung 

entgegennehmen sollten. Die Depothalter seien zudem die Ansprechspersonen der Inlandkuriere 

bei Problemen mit den Abnehmern gewesen. Teilweise hätten die Depothalter Übergaben im 

Raum Basel auch eigenhändig durchgeführt. 

 

1.2 Die Delikte, welche dem Beschuldigten 1 und dem Beschuldigten 2 gemeinsam zur Last 

gelegt werden, seien innerhalb des Zeitraums Juni/Juli 2017 bis 1. Oktober 2017 begangen wor-

den. Der Beschuldigte 1 sei in der Hierarchie der Organisation aufgestiegen, vermutlich nach der 

Verhaftung von D.____. Er habe die Stellung eines Depothalters am Wohnort des Beschuldigten 

2 und die vorgängig beschriebenen Aufgaben übernommen. Er sei für die Inempfangnahme der 

Auslandkuriere samt dem gelieferten Kokain sowie für die anschliessende Inlandverteilung ver-

antwortlich gewesen. Der Beschuldigte 1 sei dafür sowohl mit den Auftraggebern in Holland als 

auch mit den Abnehmern des Kokains in der Schweiz in Kontakt gestanden. Der Beschuldigte 2 

habe seinerseits die Wohnung als Empfangs- und Verteilzentrum zur Verfügung gestellt, die Ku-

riere im grenznahen Ausland in St. Louis/F abgeholt und zusammen mit dem Kokain über die 

Grenze in die Schweiz an seinen Wohnort in Y.____ gebracht. Anschliessend habe er einen Teil 

der Inlandverteilung übernommen, wobei er hauptsächlich am Bahnhof in Aarau, aber auch in 

Zürich Kokain an verschiedene Abnehmer übergeben habe. Die durch den Drogenhandel erziel-

ten und eingezogenen Bargeldbeträge in unbekannter Höhe habe der Beschuldigte 1 nach Abzug 

sämtlicher Auslagen (unter anderem Lohn für ihn, für den Beschuldigten 2 und die Kuriere) ent-

weder durch die Auslandkuriere oder andere dafür bestimmte Personen zurück an die Auftrag-

geber in Holland bringen lassen. 

 

1.3 Konkret belegt seien sieben Kokainlieferungen nach dem geschilderten Muster. Diese Lie-

ferungen könnten anhand von Telefonkontrollen, Durchfahrtsberichten der Automatischen Fahr-

zeugfahndung und Verkehrsüberwachung (AFV) an der Grenze, Aussagen der beiden Beschul-

digten sowie anderer Beschuldigter und Auskunftspersonen belegt werden. Diese Lieferungen 

und die anschliessende Verteilung seien am 10./11. Juli 2017, am 16./17. Juli 2017, am 13./14. 

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August 2017, zwischen dem 20. und 22 August 2017, am 4. September 2017, am 11. September 

2017 sowie am 1. Oktober 2017 erfolgt. Die Menge der Lieferungen habe aus je mindestens 1 ½ 

Kilogramm Kokain bestanden. Bei der Hausdurchsuchung vom 1. Oktober 2017 in der Wohnung 

des Beschuldigten 2 sei eine Gesamtmenge von 4'560 Gramm Kokain mit einem Reinheitsgehalt 

von 55% sichergestellt worden, bestehend aus einer Lieferung von 1 ½ Kilogramm Kokain durch 

E.____ und 3'060 Gramm Kokain, welches sich bereits in der Wohnung befunden habe. Daraus 

ergebe sich für alle Lieferungen zusammen eine Menge von 5'508 Gramm reinem Kokain, wenn 

für die ersten sechs Lieferungen ein durchschnittlicher Reinheitswert von 33.3% Kokain-Hydro-

chlorid angenommen werde. Diese Menge an Kokain sei geeignet, die Gesundheit vieler Men-

schen unmittelbar oder mittelbar in Gefahr zu bringen, was sowohl der Beschuldigte 1 als auch 

der Beschuldigte 2 gewusst habe oder zumindest habe annehmen müssen. 

 

1.4 Dem Beschuldigten 1 wird in Ziff. 2.3 der Anklageschrift zusätzlich vorgeworfen, bereits 

im März 2017 an Betäubungsmitteldelikten beteiligt gewesen zu sein. Am 5. März 2017 habe 

D.____ eine unbestimmte Menge Kokainfingerlinge unter anderem mit den Bezeichnungen "TS", 

"AIT", "OK" und eventuell "B52" in die Schweiz eingeführt und in eine Depotwohnung gebracht, 

zu welcher auch der Beschuldigte 1 Zugang gehabt habe. Dies habe D.____ ausgesagt. 

Nachdem die Fingerlinge – eventuell durch den Beschuldigten 1 – sortiert und in 

Mehrzweckbeutel verpackt worden seien, habe der Beschuldigte 1 im Auftrag von D.____ die für 

den Depothalter f.____ bestimmten Kokainfingerlinge und/oder Bargeld in nicht bekannter Höhe 

um ca. 13:55 Uhr beim Z.____ring in der Nähe des Q.____ übergeben. Dies gehe aus TK-

Protokollen vom 5. März 2017 hervor. Rund eine Stunde später, um 15:01 Uhr, habe der 

Beschuldigte 1 den Depothalter f.____ erneut kontaktiert und diesen gefragt, ob er im Besitz der 

Kokainfingerlinge mit der Bezeichnung "B52" sei. Nachdem f.____ dies bejaht habe, hätte der 

Beschuldigte 1 ihn informiert, dass jemand diese Fingerlinge bei ihm abholen werde, da sie für 

einen anderen Abnehmer bestimmt seien. Am 6. März 2017 habe der Beschuldigte 1 zusammen 

mit D.____ eine grössere Kokainübergabe mittels Inlandkurier an einen nicht identifizierten 

Abnehmer in Lausanne koordiniert. Der telefonisch durch D.____ instruierte Inlandkurier G.____ 

sei auf dem Weg nach Lausanne um 19:20 Uhr einer Polizeikontrolle unterzogen worden, bei der 

im Auto 20 Fingerlinge mit der Bezeichnung "B52" (197 Gramm Kokaingemisch mit einem 

durchschnittlichen Reinheitsgrad von 31.1% Kokain-Hydrochlorid, also 61.3 Gramm reines 

Kokain), verpackt in einen durchsichtigen Mehrzweckbeutel, 22 Fingerlinge mit der Bezeichnung 

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"TS" (209.6 Gramm Kokaingemisch mit einem durchschnittlichen Reinheitsgrad von 37.1% 

Kokain-Hydrochlorid, also 77.8 Gramm reinem Kokain), verpackt in einen durchsichtigen 

Mehrzweckbeutel, 10 Fingerlinge mit der Bezeichnung "OK" (98.6 Gramm Kokaingemisch mit 

einem durchschnittlichen Reinheitsgrad von 28.3% Kokain-Hydrochlorid, also 27.9 Gramm 

reinem Kokain) und 13 Fingerlinge mit der Bezeichnung "AIT" (128.6 Gramm Kokaingemisch mit 

einem durchschnittlichen Reinheitsgrad von 57.5% Kokain-Hydrochlorid, also 73.9 Gramm 

reinem Kokain), zusammen verpackt in einen durchsichtigen Mehrzweckbeutel, gefunden 

wurden. An den Knoten der Mehrzweckbeutel, welche die Fingerlinge mit den Bezeichnungen 

"B52" und "TS" enthielten, habe durch die Spurensicherung die DNA des Beschuldigten 1 

festgestellt werden können. Ebenfalls habe die DNA von D.____ an den Knoten der beiden 

genannten Mehrzweckbeutel festgestellt werden können. Der Beschuldigte 1 habe am 6. März 

2017 auch telefonischen Kontakt mit dem Abnehmer in Lausanne gehabt, und ihm mitgeteilt, dass 

der am Nachmittag bereits von D.____ genannte Geldbetrag in der Höhe von CHF 1'940.00 den 

Fingerlingen mit den Markierungen "AIT" und "OK" zuzuordnen sei. Die Telefonnummer 077 XXX 

XX XX sei dabei von dem Beschuldigten 1 und D.____ gemeinsam genutzt worden. Am 20. März 

2017 habe der Beschuldigte 1 zudem nach 20:17 Uhr 7 Kokainfingerlinge à ca. 10 Gramm mit 

der Bezeichnung "TK" und 10 Kokainfingerlinge à ca. 10 Gramm mit der Bezeichnung "M", 

gesamthaft 170 Gramm Kokaingemisch, bei einem angenommenen durchschnittlichen 

Reinheitsgrad von 33.3% Kokain-Hydrochlorid, also 56.6 Gramm reinem Kokain, an einen oder 

mehrere Abnehmer an einem unbekannt gebliebenen Ort, vermutlich in einer Depotwohnung im 

Raum Basel, übergeben. Dies gehe aus TK-Protokollen vom 20. März 2017 hervor. Somit soll 

der Beschuldigte 1 im März mit einer Gesamtmenge von 803.8 Gramm Kokaingemisch (297.5 

Gramm reines Kokain) Umgang gehabt haben. 

 
2.1 Das Strafgericht erachtet in tatsächlicher Hinsicht den angeklagten Sachverhalt mit Blick 

auf die vorliegende Beweislage im Wesentlichen als erstellt (vgl. S. 24 f. des Urteils der Vo-

rinstanz). Zu Ziff. 2.4 der Anklageschrift wird Folgendes ausgeführt: Die anlässlich der Haus-

durchsuchung vom 1. Oktober 2017 festgestellte Menge an Kokain sowie die AFV-

Durchfahrtsberichte würden seitens der Beschuldigten nicht bestritten. Die Protokollierung der 

Telefonkontrollen würden ebenfalls nicht bestritten, hingegen würden die Beschuldigten teilweise 

bestreiten, dass es sich bei den Gesprächsteilnehmern um sie handeln würde. Das Strafgericht 

würdigt eingehend die Aussagen der beiden Beschuldigten (Urteil S. 6 ff.). Die Aussagen des 

Beschuldigten 1 seien in weiten Teilen nicht glaubhaft und widersprüchlich und stünden teilweise 

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im Widerspruch zu Aussagen Dritter oder zu objektiven Beweisen. Die vom Beschuldigten 1 dar-

gestellten Lebensumstände seien undurchsichtig und der von ihm als Grund für seinen Aufenthalt 

in der Schweiz angegebener Grund sei nicht glaubhaft. Der Beschuldigte 2 mache ebenfalls wi-

dersprüchliche und wechselhafte Aussagen und relativiere seine Aussagen teilweise. Ebenfalls 

gewürdigt worden seien die Aussagen von E.____, welcher sowohl den Beschuldigten 1 als auch 

den Beschuldigten 2 belaste und zugegeben habe, als Kokainkurier am 1. Oktober 2017 durch 

den Beschuldigten 2 in St. Louis abgeholt worden zu sein und dann in der Wohnung in Y.____ 

dem Beschuldigten 1 das Kokain übergeben zu haben. Seine Aussagen würden betreffend die 

Kernpunkte als glaubhaft angesehen. 

 

2.2 Betreffend die Kokainmenge verweist das Strafgericht zuerst auf die am 1. Oktober 2017 

beschlagnahmte Menge mit einem Reinheitsgrad von 55%, was rechnerisch 2'508 Gramm reines 

Kokain ergebe. Die Annahme der Staatsanwaltschaft, welche bei den sechs vorherigen Lieferun-

gen von einer Menge von je 1 ½ Kilogramm mit einem Reinheitsgrad von 33.3% ausgehe, erfolge 

stark zu Gunsten der Beschuldigten. Denn unter der Berücksichtigung der Wirtschaftlichkeit von 

internationalen Drogentransporten seien 1.5 Kilogramm pro Lieferung nicht sonderlich viel. Die 3 

Kilogramm Kokain, die sich vor der Lieferung durch E.____ vom 1. Oktober 2017 bereits in der 

Wohnung des Beschuldigten 2 befunden hätten, könnten gemäss Strafgericht keine Überbleibsel 

vorheriger Lieferungen sein, wenn nicht sehr viel grössere Mengen an Kokain umgeschlagen 

worden seien. Dies deshalb, da es sich dann um zwei unangetastete vollständige Lieferungen 

handeln würde, die Beschuldigten jedoch fortwährend Kokain verteilt hätten. Die Anklage unter-

schreite somit die plausibel anzunehmende Umschlagsmenge pro Lieferung bei weitem, was ei-

nerseits das Gericht aufgrund des Anklageprinzips binde, andererseits aber auch deutlich mache, 

dass die Staatsanwaltschaft trotz zwangsläufig vorzunehmender Schätzungen und Hochrechnun-

gen der Kokainmenge den Grundsatz "in dubio pro reo" mit der Anklage nicht verletze. Auch die 

Annahme des Reinheitsgrades der sechs Lieferungen von 33.3% sei stark zu Gunsten der Be-

schuldigten ausgefallen, da es aus zahlreichen Vergleichsfällen gerichtsnotorisch sei, dass Lie-

ferungen von Kokain aus den Beneluxstaaten regelmässig höhere Reinheitsgrade aufweisen 

würden. Das Strafgericht geht für die insgesamt 7 Lieferungen sowie dem in der Wohnung ge-

fundenen Kokain von einer Gesamtmenge von 5'505 Gramm reinem Kokain aus. Aufgrund der 

Beweiswürdigung nimmt das Strafgericht an, dass die beiden Beschuldigten im Zeitraum vom 10. 

Juli 2017 bis zum 1. Oktober 2017 bei der Einfuhr und Verteilung von Kokain in der Schweiz 

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beteiligt gewesen seien. Betreffend die Liefermengen sowie beschlagnahmte Mengen an Kokain 

und den jeweiligen Reinheitsgrad sowie betreffend einzelne Verteilungshandlungen folgt die Vor-

instanz der Anklageschrift, mit einer minimalen Korrektur betreffend die Gesamtmenge an reinem 

Kokain (insgesamt 5'505 Gramm). Unzweifelhaft sei, dass der Beschuldigte 1 und der Beschul-

digte 2 gemeinsam und arbeitsteilig vorgegangen seien und in eine international agierende Or-

ganisation eingebunden gewesen seien. Zwar würden die Hintermänner in den Beneluxstaaten 

sowie die Strukturen innerhalb der Organisation im Dunkeln liegen, jedoch lasse sich betreffend 

den Beschuldigten 1 festhalten, dass er die Einfuhr von Kokain in die Schweiz zumindest mitko-

ordiniert habe, erste Anlaufstation der Kuriere gewesen sei und sich um die anschliessende Ver-

teilung im Inland gekümmert sowie dabei international (mit seinen Auftraggebern) und national 

(mit den Abnehmern des Kokains) mit Dritten in Kontakt gestanden sei. Aufgrund dessen sowie 

aufgrund der Mengen des umgesetzten Kokains und des Reinheitsgrades des beschlagnahmten 

Kokains sei davon auszugehen, dass der Beschuldigte 1 sich innerhalb der Organisation weit 

über einem sogenannten Läufer oder "Kügelidealer" befunden habe. Betreffend den Beschuldig-

ten 2 lasse sich feststellen, dass dieser vor allem mit dem Beschuldigten 1, welchem er zeitweise 

Unterkunft gewährt habe, in Kontakt gestanden sei, auf dessen Anweisung hin Drogenkuriere in 

St. Louis/F abgeholt und in die Schweiz zu dem Beschuldigten 1 gebracht habe sowie Kokain 

verteilt und Geld eingesammelt habe. Dass er sich am Kokainhandel beteiligte, habe dem Be-

schuldigten 2 spätestens am Abend des 10. Juli 2017 klar gewesen sein müssen, als er die ersten 

Fahrten zur Drogenverteilung durchgeführt habe. Aufgrund seiner Stellung gegenüber dem Be-

schuldigten 1 und im Hinblick darauf, dass er sich regional bewegte und kommunizierte, sei davon 

auszugehen, dass er dem Beschuldigten 1 untergeordnet gewesen und in dubio im Kokainhandel 

international nicht vernetzt gewesen sei. Aber auch seine Stellung könne aufgrund der umgesetz-

ten Kokainmenge und der damit einhergehenden Vertrauensposition hinsichtlich des Warenwerts 

und der eingenommenen Geldbeträge keine niedrige gewesen sein. Ob der Beschuldigte 2 die 

Stellung eines Depothalters entsprechend den Ausführungen unter Ziff. 2.2 der Anklageschrift 

innegehabt habe, müsse offenbleiben. Ihm könne aber zumindest keine völlig eigenständige 

Rolle, wie sie in Ziff. 2.2 der Anklageschrift suggeriert werde, unterstellt werden, da gemäss An-

klageschrift der Beschuldigte 1 jede Lieferung in Empfang genommen habe und selbst die Ver-

teilung in der Schweiz koordiniert und den Beschuldigten 2 u.a. mit Botengängen sowie Zufüh-

rung von Drogenkurieren beauftragt habe. 

 

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2.3 In rechtlicher Hinsicht führt das Strafgericht aus, dass beide Beschuldigte zweifellos die 

Tatbestandsvarianten von Art. 19 Abs. 1 lit. b, c und d BetmG erfüllt hätten. Die mengenmässige 

Qualifizierung gemäss Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG liege vor, wenn der Täter wisse oder annehmen 

müsse, dass sich die Widerhandlung auf eine Menge von Betäubungsmitteln beziehe, welche die 

Gesundheit vieler Menschen in Gefahr bringe. Gemäss konstanter Rechtsprechung des Bundes-

gerichts liege der Grenzwert für das erforderliche Gefährdungspotential, ab welchem bei Kokain 

die mengenmässige Qualifikation nach Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG zu bejahen sei, bei 18 Gramm 

reinem Kokain. Vorliegend bezögen sich die strafbaren Handlungen der beiden Beschuldigten 

hinsichtlich der Ziff. 2.4 der Anklageschrift auf mindestens 5'505 g reines Kokain. Damit sei der 

Grenzwert der mengenmässigen Qualifikation bei beiden Beschuldigten um mehr als das 300-

fache überschritten und es sei zweifellos davon auszugehen, dass sich die Beschuldigten bei 

dieser Drogenmenge der Gesundheitsgefährdung vieler Menschen bewusst gewesen sein muss-

ten. Folglich seien sie der qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz ge-

mäss Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG schuldig zu sprechen. 

 

2.4 Eine qualifizierte Widerhandlung gemäss Art. 19 Abs. 2 lit. b BetmG liege vor, wenn der 

Täter als Mitglied eine Bande handle, die sich zur fortgesetzten Ausübung des unerlaubten Be-

täubungsmittelhandels zusammengefunden habe. Entsprechend den Ausführungen zum Sach-

verhalt sei davon auszugehen, dass der Beschuldigte 1 hauptsächlich die Einfuhr von Kokain und 

dessen Verteilung in der Schweiz zumindest mitorganisiert und hierbei international und in der 

Schweiz mit Dritten wiederkehrend in Kontakt gestanden sei. Die zu verteilenden Kokainfinger-

linge seien bereits bei der Einfuhr in die Schweiz zur Weiterverteilung gekennzeichnet gewesen. 

Dies weise, neben den wiederkehrenden Kontakten und der umgesetzten Menge, auf eine inter-

national agierende Organisation hin, welche Grosshandel betreibe und in welche der Beschul-

digte 1 wissentlich und willentlich eingebunden gewesen sei. Der Beschuldigte 2 sei ebenfalls in 

diese Organisation eingebunden gewesen. Denn auch wenn er hauptsächlich Anweisungen des 

Beschuldigten 1 ausgeführt und diesem Unterschlupf gewährt habe, sei er doch aufgrund seiner 

Abhol- und Kurierfahrten mit weiteren Personen in Kontakt gestanden und müsse insbesondere, 

aber nicht nur, aufgrund der Abholung der Drogenkuriere in Frankreich um den internationalen 

Bezug und seine Einbindung in eine grössere Organisation gewusst haben. Indem die beiden 

Beschuldigten untereinander, wie auch innerhalb der Organisation arbeitsteilig und wie ein ge-

festigtes Team aufgetreten seien, um auf Dauer eine bestimmte Anzahl an Delikten zu verüben, 

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hätten sie die Grenze von der blossen Mittäterschaft zur Bande überschritten und seien dement-

sprechend gemäss Art. 19 Abs. 2 lit. b BetmG zu verurteilen. Die Einbindung in eine bandenmäs-

sige Organisation sei betreffend den Beschuldigten 1 spätestens ab März 2017 und betreffend 

den Beschuldigten 2 spätestens ab dem 10. Juli 2017 anzunehmen. 

 

2.5 Hinsichtlich der Ziff. 2.3 der Anklageschrift führt das Strafgericht aus, dass der Beschuldigte 

1 jegliche Beteiligung an den ihm unter dieser Ziffer der Anklageschrift zur Last gelegten Betäu-

bungsmittelgeschäften bestreite. Dies, obwohl seine DNA auf am 6. März 2017 beschlagnahmten 

Säckchen zu finden sei und Telefonkontrollen ihn mit diesen wie auch den anderen in Ziff. 2.3 

der Anklageschrift aufgeführten Kokainfingerlingen in direkte Verbindung bringen würden. Der 

Beschuldigte 1 habe angegeben, im März in Ungarn gewesen zu sein, nichts mit den Betäu-

bungsmittelgeschäften zu tun gehabt zu haben und die Telefonnummer 077 XXX XX XX nicht mit 

D.____ geteilt zu haben. Bei den ihm vorgespielten Telefonaten würde es sich nicht um seine 

Stimme handeln. Die im Rahmen der Telefonkontrollen aufgetauchten Personen h.____, c.____, 

d.____ und f.____ würde er nicht kennen. Betreffend seine DNA-Spur habe er lediglich erklärt, 

dass wohl irgendwo ein Fehler passiert sein müsse. Das Strafgericht habe aber keine Zweifel an 

dem DNA-Gutachten bzw. der Auswertung und gehe folglich davon aus, dass der Beschuldigte 

1 mit beiden am 6. März 2017 beschlagnahmten Säckchen mit Kokainfingerlingen unmittelbar 

Kontakt gehabt habe. D.____, der angegeben habe, ein Freund des Beschuldigten 1 gewesen 

zu sein, habe diesen in seinen Aussagen mehrfach belastet. Er habe ausgesagt, dass das Ko-

kain, auf welchem sich seine DNA befunden habe, vom Beschuldigten 1, in dessen Wohnung er 

gewesen sei, stammen würde. Er gab zudem an, für den Beschuldigten 1 Telefonanrufe entge-

gengenommen zu haben, wenn dieser das Haus verlassen habe. Im Rahmen einer Konfrontati-

onseinvernahme habe er zwar angegeben, den Beschuldigten 1 nie mit Kokain gesehen zu ha-

ben und dass auch das Kokain mit seiner DNA nicht durch den Beschuldigten 1 geschickt worden 

sei. Er habe sich dabei auf eine falsche Protokollierung seiner Aussagen berufen. Aus Sicht des 

Strafgerichts sei aber die geltend gemachte Falschprotokollierung unglaubhaft, und sei in einer 

Gesamtbetrachtung der Aussagen von D.____ ersichtlich, dass er den eigenen Tatbeitrag klein-

reden und den Beschuldigten aus welchen Gründen auch immer nicht belasten wolle. Jene Aus-

sagen, die er nicht widerrufen habe, würden nur einen Sinn ergeben, wenn auch ein Zusammen-

hang mit dem Kokain bestünde. Folglich sei der Widerruf der Aussagen unbeachtlich. Aufgrund 

der belastenden Aussagen von D.____, der Tatsache, dass seine Aussagen im Kern mit den 

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Telefonkontrollen und den daraus gezogenen Erkenntnissen übereinstimmten, sowie den gesi-

cherten DNA-Spuren des Beschuldigten 1 und von D.____ bestehe kein Zweifel an der aktiven 

Beteiligung des Beschuldigten 1 an den in Ziff. 2.3 zur Last gelegten Betäubungsmitteldelikten. 

In dubio sei aber zu Gunsten des Beschuldigten 1 anzunehmen, dass er im März 2017 noch nicht 

so hoch in der Hierarchie der Organisation positioniert gewesen sei wie im Juli 2017. 

 

3.1 Der Beschuldigte 1 hat keine schriftliche Berufungsbegründung eingereicht, sondern auf 

die mündlichen Ausführungen an der kantonsgerichtlichen Hauptverhandlung verwiesen (Ein-

gabe von Wicky Tzikas vom 28. Oktober 2019). Der substituierende Verteidiger des Beschuldig-

ten 1, Gabriel Giess, bringt anlässlich der kantonsgerichtlichen Hauptverhandlung vor, dass die 

Vorgeschichte seines Mandanten zu dem Autohandel erst jetzt in dieser Version und so detailliert 

erzählt worden sei, da der Beschuldigte 1 vorher nie genau dazu befragt worden sei. Es habe 

aber schon vorher einen roten Faden in der Geschichte des Beschuldigten 1 gegeben.  

 

3.2 Zu der Frage, ob die Eintragung im Schengener Informationssystem (SIS) mit angefoch-

ten sei, gebe es einen neuen Bundesgerichtsentscheid, vom 8. April 2020, 6B_572/2019. Dort 

sei es auch um eine Berufung gegangen, wobei dort Thema die reformatio in peius gewesen sei. 

Die erste Instanz habe in diesem Fall keinen Eintrag im Schengener Informationssystem (SIS) 

angeordnet. Das Berufungsgericht habe aufgrund des Verbots der refomatio in peius nicht ver-

schlechtern dürfen, habe aber trotzdem einen Eintrag im Schengener Informationssystem (SIS) 

gemacht. Das Bundesgericht sei zu dem Schluss gekommen, dies falle nicht unter das Verbot 

der reformatio in peius, aber das rechtliche Gehör sei verletzt worden. Ein Eintrag im Schengener 

Informationssystem (SIS) sei per se nicht eine Sanktion. Es müsse aber von jedem Gericht ge-

prüft werden, ob ein Eintrag im Schengener Informationssystem (SIS) zu erfolgen habe. Wenn 

dies offensichtlich zu Lasten des Beschuldigten gemacht werden könne, müsse es zulässig sein, 

den Eintrag im Schengener Informationssystem (SIS) auch zu seinen Gunsten noch einmal ge-

nau zu prüfen. Aufgrund der Akten sei zudem völlig klar, dass die Partnerin und die Kinder des 

Beschuldigten 1 in Ungarn lebten und dass er dort 10 Jahre gelebt habe. Er habe als "family 

member of a hungarian citizen" ein Aufenthaltsrecht in Ungarn, dies stehe auf seinem ungari-

schen Ausweis. Es stelle sich deshalb auch die Frage, ob eine Ausschreibung im Schengener 

Informationssystem (SIS) in einem solchen Fall überhaupt korrekt sei. Der Beschuldigte 1 sei 

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nicht ein reiner Drittstaatenangehöriger, sondern aufgrund der Aufenthaltsbewilligung im Schen-

genraum ein Drittstaatenangehöriger der sich auf das Freizügigkeitsabkommen berufen könne. 

Er habe nichts in der SIS-II-Verordnung gefunden, dass den Eintrag zwingend verlangen würde. 

Man müsse bedenken, dass man durch einen SIS-Eintrag die Autorität von Ungarn beschneide. 

Wenn Ungarn dem Beschuldigten 1 einen "resident permit" geben würden, dann sei das ihre 

eigene Entscheidung. Die Schweiz könne den Beschuldigten 1 aus dem eigenen Land verweisen 

– aber dass man dann sein Recht beschneide, sich in Ungarn aufzuhalten, sei nicht zulässig. 

 

3.3 Zur Stellung des Beschuldigten 1 im Drogenhandel führt der Verteidiger aus, dass es 

seiner Meinung nach wenig Anhaltspunkte gebe, dass der Beschuldigte 1 eine so hohe Position 

innerhalb des Drogenhandels gehabt habe, wie die Staatsanwaltschaft und auch das Strafgericht 

annehmen würden. Der Beschuldigte 1 habe einen relativ einfachen Lebenswandel gehabt, habe 

also nicht von dem Drogenhandel profitiert wie man sich das von einem Drogenbaron mit teurer 

Uhr oder viel Geld auf einem Konto vorstellen würde. Er habe selber die Drecksarbeit machen 

müssen, wie Telefonate, und habe direkten Umgang mit den Drogen gehabt. Hätte er eine hohe 

Stellung gehabt, hätte er keine solchen Arbeiten erledigen müssen und sich damit der Gefahr, 

erwischt zu werden, ausgesetzt. Er habe sich in einer Drucksituation befunden, da I.____ ihm 

das Geld nur habe zurückgeben wollen, wenn er die Sachen für ihn erledigte. Er habe zu diesem 

Zeitpunkt eine schwangere Partnerin und ein kleines Kind in Ungarn gehabt. Es habe zudem 

keine Kommunikation zwischen dem Beschuldigten 1 und Personen in höheren Positionen nach-

gewiesen werden können. Zudem hätten ihn im Verfahren andere Personen belastet, was auch 

gegen eine hohe Position sprechen würde. Wäre er tatsächlich in einer hohen Position gewesen, 

wären andere Leute vorsichtiger damit gewesen, ihn zu belasten. 

 

3.4 Hinsichtlich der Bandenmässigkeit würden im Urteil der Vorinstanz viele Sachen be-

hauptet und gemutmasst. Man habe aber wenig gesehen von der Struktur dieser Bande. Dies 

reiche für ihn nicht, um Bandenmässigkeit annehmen zu können. Es gebe dafür keine rechts-

genüglichen Beweise. Neben der Struktur einer Bande sei zudem auch subjektiv ein Bandenwille 

gefordert. Der Beschuldigte 1 habe zwar zugegeben, Fehler gemacht zu haben, jedoch betont, 

dass er diese bereue. Aber dass er einen Willen gehabt habe, bei einer Bande mitzumachen, sei 

etwas zu hoch gegriffen. Es sei nicht klar, ob der Beschuldigte 1 überhaupt Einblick darin gehabt 

habe, wie die Struktur der Organisation beschaffen war und ob er habe mitwirken wollen. 

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3.5 Zu der Menge der Drogen führt Advokat Giess aus, dass er es erstaunlich finde, von 1.5 

Kilogramm pro Lieferung auszugehen. In der Anklageschrift sei auffällig, dass die Feinverteilung 

des Kokains grösstenteils nicht klar sei, also wie viel wohin weiterverteilt worden sei. Ein Teil sei 

an die Kurierin j.____ weitergegeben worden. Der Rest sei dann aber irgendwo verschwunden. 

Für ihn sei der Verbleib des Kokains am Schluss sehr unklar. Es sei deshalb nicht belegt, dass 

es sich bei den Lieferungen jeweils um 1.5 Kilogramm gehandelt habe. In der Anklageschrift sei 

dies nicht so geschildert worden, wie es heute von der Staatsanwaltschaft erklärt worden sei. 

Deshalb stelle sich auch die Frage, ob das Anklageprinzip gewahrt worden sei. Man könne ma-

ximal von den konkreten Grammbeträgen aus der Anklageschrift ausgehen, und nicht pauschal 

von 1.5 Kilogramm pro Lieferung. Dann komme man auf viel kleinere Mengen an Kokain, auch 

wenn die Menge insgesamt immer noch qualifiziert sei. Man sollte also von den konkret nach-

weisbaren Beträgen ausgehen und ausrechnen, wie viel sich damit insgesamt ergebe.  

 

3.6 Das Bestehen des subjektiven Tatbestands wolle er in Frage stellen, also ob der Be-

schuldigte 1 gewusst habe, um wie viel Kokain es sich gehandelt habe. Er wisse nicht, ob das 

dem Beschuldigten 1 bewusst gewesen sei, oder ob er einfach irgendwelche Umschläge verteilt 

habe. Damit es ihm angelastet werden könne, müsste es ihm subjektiv bekannt gewesen sein. 

Dass er für Telefonate und andere Arbeiten benutzt worden sei, scheine nicht abwegig, da es 

Leute gebe, die sich nicht exponieren wollten. Es sei deshalb nicht klar, ob dem Beschuldigten 

bewusst gewesen sei, worum es gegangen sei. Somit sei nicht automatisch auch der subjektive 

Tatbestand erfüllt. 

 

3.7 Zur Ziffer 2.3 der Anklageschrift sei zu sagen, dass der Beschuldigte 1 ausgesagt habe, 

er sei zu diesem Zeitpunkt gar nicht in der Schweiz gewesen. Der Beschuldigte 1 bestreite zudem, 

dass er in dem entsprechenden Telefonat zu hören sei. Die belastenden Aussagen von D.____ 

seien nicht über alle Zweifel erhaben, da er zuerst belastende Aussagen gemacht habe, dann 

aber gewisse Aussagen widerrufen habe. Wie die DNA des Beschuldigten 1 an den Knoten des 

Plastiksacks gekommen sei, müsse offenbleiben. Es sei nicht nachvollziehbar, weshalb der Be-

schuldigte 1 in diesem Fall bestreiten sollte, überhaupt in der Schweiz gewesen zu sein, dies für 

den späteren Zeitraum aber zugegeben habe. Es sei deshalb nicht genügend erstellt, dass der 

Beschuldigte 1 diese Straftat begangen habe. Deshalb müsse er in diesem Punkt freigesprochen 

werden. 

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3.8 Betreffend die Strafzumessung, also den Hauptpunkt der Berufung, führt der Verteidiger 

was folgt aus: Die Strafe von 6 Jahren und 10 Monaten sei viel zu hoch, was auch bereits der 

Beschuldigte 1 gesagt habe. Die Strafzumessung sei zudem von der Vorinstanz nicht korrekt 

durchgeführt worden. Die Vorinstanz habe eine Einheitsstrafe von 6 Jahre festgelegt. So wie die 

bundesgerichtliche Rechtsprechung zu verstehen sei, müsse man jedoch zuerst einmal prüfen, 

ob eine natürliche Handlungseinheit vorliege. Nur dann sei es zulässig, dass man alles zusam-

men nehme und 6 Jahre dafür ausspreche. Er gehe hier nicht von einer natürlichen Handlungs-

einheit aus, da verschiedene abgeschlossene Lieferungen vorlägen. Dann gelte die sog. konkrete 

Methode für die Gesamtstrafe gemäss des Schweizerischen Bundesgerichts, festgehalten in 

BGE 144 IV 217. Weiter habe das Bundesgericht klargestellt, dass Geld- und Freiheitsstrafe keine 

gleichartigen Strafen seien. Diese Frage sei relevant, da geprüft werden müsse, ob für die Wi-

derhandlung gegen das Ausländergesetz eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe auszuspre-

chen sei. Damals, bis Ende 2017, hätte auch noch eine höhere Tagessatzanzahl (bis 360) aus-

gesprochen werden können. Es hätte also sauber einzeln behandelt und begründet werden müs-

sen, warum keine Geldstrafe ausgesprochen worden sei. Es gelte immer noch der Vorrang der 

Geldstrafe vor der Freiheitsstrafe. Um korrekt vorzugehen, müsse für die grösste nachgewiesene 

Lieferung, also diejenige vom 1. Oktober 2017, eine Einsatzstrafe innerhalb des Strafrahmens 

gebildet und dann aufgrund der Mehrheit der Tathandlungen angemessen erhöht werden, nach 

dem Grundsatz der Asperation. Dann käme ein korrektes und viel tieferes Resultat heraus. Die 

Asperation sei im erstinstanzlichen Urteil erstens nicht ersichtlich und zweitens sei sie auch ver-

gessen gegangen. Die Vorinstanz wäre von einer grösseren Menge an Drogen ausgegangen als 

die Staatsanwaltschaft angeklagt habe, sei aber an das Anklageprinzip gebunden gewesen. Dies 

merke man an der Strafzumessung, welche "resultatorientiert" gewesen sei.  

 

3.9 Er komme zum Schluss, dass eine Freiheitsstrafe wegen mehrfacher Widerhandlung 

gegen das BetmG von drei Jahren ausgesprochen werden könne, da von einer geringeren Menge 

als angeklagt ausgegangen werden müsse und die Strafzumessung richtig durchzuführen sei, 

mit der Asperation. Daraus resultiere eine Freiheitsstrafe von maximal 3 Jahren, welche auch 

teilbedingt aussprechbar sei. Der teilbedingte Vollzug sei zu gewähren, da nichts dagegenspre-

chen würde. Der Beschuldigte 1 habe Reue gezeigt, habe ein kleines Kind, das er noch nicht 

gesehen habe, und werde deshalb nicht erneut straffällig werden. Der unbedingte Teil der Strafe 

wäre mittlerweile abgesessen. Er müsse somit aus der Haft entlassen werden. 

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3.10 Grundsätzlich, so Advokat Giess, sei zu der Strafzumessung bei Betäubungsmitteldelik-

ten mit Kokain anzumerken, dass es dort wahnsinnig hohe Strafen gebe. Es gebe wenig Fälle mit 

so hohen Strafen, da sei man im Bereich von Tötungen oder schwere Vergewaltigungen. Es stelle 

sich die Frage, ob dies verhältnismässig sei. Kokain sei eine Lifestyle-Droge, welche in den meis-

ten Fällen freiwillig konsumiert werde. Mit der Ansicht, dass man mit dem Handel irgendein Dro-

genelend unterstützt, habe er Mühe. Es sei natürlich verboten, aber die konkreten Umstände 

seien bei der Strafzumessung zu berücksichtigen. 

 

3.11 Anlässlich der Befragung an der kantonsgerichtlichen Berufungsverhandlung zur Person 

und zur Sache bestätigt der Beschuldigte 1 seine bisherigen Depositionen. Er sei für seinen Mas-

terabschluss nach Ungarn gereist und dann in Ungarn einer Arbeit nachgegangen. In Ungarn 

habe er zudem eine Lebenspartnerin und zwei kleine Kinder. Er sei ausserdem im Autohandel 

tätig gewesen, und sei über diesen auf einem Flug von Ungarn nach Nigeria (mit Transit in Istan-

bul) in Kontakt mit einer Person namens I.____ gekommen. Da sein Onkel aus Nigeria einen 

Mercedes C-Klasse habe erwerben wollen, und I.____ ihm mitgeteilt habe, dass er einen solchen 

organisieren könne, habe er I.____ 2'000.00 Euro überweisen lassen (via seinen Schwiegervater 

aus Ungarn per Western Union). Der Mercedes hätte von I.____ nach Mulhouse gebracht werden 

sollen, von wo aus der Beschuldigte 1 diesen nach Hamburg/D habe verbringen wollen um ihn 

dort Richtung Nigeria verschiffen zu lassen. Da I.____ das Auto aber nicht gebracht habe, sei der 

Beschuldigte 1 – obwohl er im Jahr 2016 aus der Schweiz weggewiesen worden sei – Mitte Juni 

2017 nach Basel gereist, um I.____ zu suchen. Er habe diesen schliesslich auch finden können. 

I.____ habe ihm dann eröffnet, dass er die 2'000.00 Euro nicht für den Autokauf genutzt habe, 

sondern für den Drogenhandel. I.____ habe gesagt, der Beschuldigte 1 müsse, um sich das Geld 

zurückzuverdienen, einige Sachen für ihn erledigen. So sei es dazu gekommen, dass er für I.____ 

Telefonate getätigt habe und er in den Drogenhandel hineingeraten sei. Dies habe er aus einer 

Drucksituation heraus getan, da seine Freundin schwanger gewesen sei, und er das Geld benö-

tigt habe. Im März sei er nicht in der Schweiz gewesen, sondern in Ungarn. Er könne sich nicht 

erklären, weshalb sich seine DNA auf dem Plastiksack mit dem Kokain befunden habe, welcher 

im März 2017 beschlagnahmt worden sei. Es sei wohl irgendwo ein Fehler passiert. Die Telefon-

gespräche (Akten Beschuldigter 1 S. 2115) kenne er, es sei aber meist nicht seine Stimme, son-

dern I.____s, die man höre. Im März 2017 sei er nicht in der Schweiz gewesen und habe auch 

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keine Anrufe getätigt. Er kenne D.____ nicht, er habe nur 2018 eine Konfrontationseinvernahme 

mit ihm gehabt. 

 

4.1 Die Verteidigerin des Beschuldigten 2 bringt in ihrer Berufungsbegründung vom 7. Au-

gust 2019 betreffend die qualifizierte Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz vor, 

dass der Beschuldigte 2 in die ganze Sache hineingeraten sei, weil er über eine Drittperson an-

gefragt worden sei, ob er einem Landsmann eine Unterkunft zur Verfügung stellen könne. Es sei 

bekannt, dass international operierende Drogenhändlergruppierungen in der Schweiz Landsleute 

mit Niederlassungsbewilligung gezielt angehen würden, um an einem sicheren Ort unterzukom-

men und die Ortskundigkeit der Gastgeber auszunützen. Unter Afrikanern sei es abgesehen da-

von nicht ungewöhnlich, einander zu helfen, selbst wenn man sich fremd sei. Dem Beschuldigten 

sei nicht bewusst gewesen, dass er sich durch seine Hilfsbereitschaft einen Drogenhändler ins 

Haus geholt habe. Bis zu dem Zeitpunkt, in welchem er Herrn Nzewi bei sich aufgenommen habe, 

hätte er keinerlei Kontakte ins Drogenmilieu gehabt. Er lebe seit 2001 in der Schweiz und habe 

nie mit Drogen zu tun gehabt und sei auch nicht vorbestraft. Die geschiedene Ehefrau des Be-

schuldigten habe ihn als gutmütigen und sehr hilfsbereiten Menschen geschildert, der nicht nach-

frage und glaube, was man ihm sage. Deshalb habe er auch dem Beschuldigten 1 geglaubt, als 

dieser angab, im Autohandel tätig zu sein. Die zumindest anfänglich gegebene Arglosigkeit des 

Beschuldigten 2 zeige sich auch daran, dass er mit seinem auf ihn registrierten Mobiltelefon te-

lefoniert habe, als er Kurierdienste für den Beschuldigten 1 erledigte. Der Beschuldigte habe auch 

ausschliesslich mit dem Beschuldigten 1 telefonischen Kontakt gehabt. Es gebe keine Telefonate 

mit Lieferanten, Inlandkurieren oder Abnehmern. Es sei ausschliesslich der Beschuldigte 1 ge-

wesen, der diesbezüglich die Fäden in der Hand gehalten habe. Das forensisch-chemische Gut-

achten habe zudem ergeben, dass der Fingernagelschmutz und die Kleider des Beschuldigten 2 

nicht mit Kokain kontaminiert gewesen seien, was ebenfalls ein Hinweis sei, dass er nicht direkt 

mit dem Kokain in Kontakt gekommen sei. Er sei zudem anders als etwa die Kurierin j.____ nicht 

für seine Tätigkeit entlöhnt worden, sondern habe, wenn überhaupt, nur eine Spesenentschädi-

gung bekommen. Entgegen der Argumentation der Vorinstanz habe er sich nicht in Widersprüche 

verstrickt, weil er auf eine Spesenentschädigung bestanden habe, da eine solche auch für legale 

Botendienste erwartet werden dürfe, vor allem da der Beschuldigte 2 und der Beschuldigte 1 nicht 

in einer freundschaftlichen Beziehung gestanden seien. Wenn er gewusst hätte, um was es wirk-

lich gegangen sei, hätte er nicht nur eine Spesenentschädigung verlangt, sondern sich auch für 

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das eingegangene Risiko entschädigen lassen. All dies spreche dafür, dass er als Drogenkurier 

missbraucht worden sei. Erst als der Beschuldigte 1 ihn angewiesen habe, «einen Finger» weg-

zunehmen, habe er angefangen zu ahnen, was sich in den Couverts befunden habe, die er habe 

verteilen müssen. Da er gemäss Vorinstanz zumindest ab einem gewissen Zeitpunkt die Augen 

nicht mehr habe verschliessen dürfen, dass es um Drogenhandel ging, und sich sofort hätte zu-

rückziehen müssen, werde der Schuldspruch wegen qualifizierter Widerhandlung gegen das Be-

täubungsmittelgesetz akzeptiert. Die Berufung richte sich deshalb ausschliesslich gegen die 

Strafzumessung sowie die Landesverweisung. 

 

4.2 Der Beschuldigte 2 sei ausser wegen eines SVG-Delikts aus dem Jahr 2012 nicht vor-

bestraft. Er sei von den Drogenhändlern belogen und ausgenutzt worden. Er habe eine sehr un-

tergeordnete Rolle gespielt und sei nicht einmal entlöhnt worden. Die wirklichen Drahtzieher be-

fänden sich in den Beneluxstaaten und sowohl er als auch der Beschuldigte 1 seien beliebig 

austauschbar. In dubio pro reo müsse auch die anfängliche Arglosigkeit des Berufungsklägers 

berücksichtigt werden. Auch wenn der Beschuldigte 2 mit der Zeit gemerkt habe oder zumindest 

hätte merken müssen, dass es nicht um Autohandel gegangen sei, so habe er nicht einfach aus-

steigen können, da er als Mitwisser erpressbar gewesen sei und seine Familie in Gefahr hätte 

bringen können. Im Sinne einer verfassungs- und schuldkonformen Gesetzesauslegung müsse 

mit einbezogen werden, dass die sehr hohe Strafandrohung bei einem Delikt nach Art. 19 Abs. 2 

BetmG, also eines abstrakten Gefährdungstatbestandes mit einem ohnehin nur schwachen Be-

zug zum Rechtsgut der Gesundheit, mit dem Schuldprinzip eigentlich nicht vereinbar sei. Betref-

fend eine bedingt vollziehbare Strafe bei einer Reduktion des Strafmasses, sei anzumerken, dass 

für den Beschuldigten eines günstige Legalprognose vorliege, lebe er doch seit 20 Jahren in der 

Schweiz und sei nicht einschlägig vorbestraft. Er lebe zudem in stabilen persönlichen Verhältnis-

sen und es sei mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass sich 

das Vorgefallene nicht wiederholen werde. Ein eventualanträglich geforderter teilbedingter Voll-

zug sei ebenfalls aufgrund der guten Legalprognose möglich. 

 

4.3 Eine Landesverweisung treffe den Beschuldigten 2 härter als jede Freiheitsstrafe. 

Dadurch werde der Beschuldigte 2 im Ergebnis härter bestraft als der Beschuldigte 1, da diesem 

durch die Landesverweisung kein Nachteil entstehe. Im Rahmen einer Härtefallprüfung sei zu 

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berücksichtigen, dass der Beschuldigte 2 seit bald 20 Jahren in der Schweiz lebe, eine Nieder-

lassungsbewilligung besitze, mehrere Jahre mit einer Schweizerin verheiratet gewesen sei und 

mit dieser einen gemeinsamen Sohn habe. Gemäss Auskunft seiner geschiedenen Ehefrau, zu 

der er immer noch einen guten Kontakt pflege, habe er sich immer um seinen Sohn gekümmert 

und sei seinen Unterhaltspflichten zuverlässig nachgekommen. Sein Bruder K.____, der ihm na-

hestehe, lebe ebenfalls in der Schweiz. Abgesehen von vorübergehender Arbeitslosigkeit im 

Jahre 2016 und 2017 habe der Beschuldigte 2 stets gearbeitet. Es gebe zudem keine Verlust-

scheine und die Vorstrafe könne aufgrund des Zeitablaufs, der fehlenden Einschlägigkeit und 

mangels vergleichbarer Schwere der Tat nicht ins Gewicht fallen. Der Beschuldigte verfüge somit 

zweifelsohne über eine starke Bindung zur Schweiz. Zudem sei, entgegen der Vorinstanz, die 

Bedrohungslage im Heimatland des Beschuldigten 2 bereits in der Härtefallprüfung miteinzube-

ziehen und nicht erst im Rahmen eines Vollzugs. Bestehe der begründete Verdacht einer dro-

henden Verletzung des Non-Refoulement-Gebots, müsse dies durch den Strafrichter bereits im 

Rahmen der Härtefallprüfung berücksichtigt werden. Werde das Non-Refoulement-Gebot durch 

die Landesverweisung verletzt, liege ein Härtefall vor und sei eine Interessenabwägung vorzu-

nehmen. Auch das Bundesgericht spreche sich im Entscheid 6B_651/2018 vom 17. Oktober 2018 

dafür aus, dass die Situation des Ausländers in seiner Heimat ein massgeblicher Gesichtspunkt 

der Härtefallprüfung darstelle. Das Gericht müsse sich mit den entsprechenden sich aus den 

Akten ergebenden Aspekten sowie den vorgebrachten Argumenten des Ausländers auseinan-

dersetzen. Es gäbe zudem noch eine Lehrmeinung, welche besage, dass eine Härtefallprüfung 

nur dann vorgenommen werden müsse, wenn sich ein Bleibe- und Aufenthaltsrecht nicht schon 

aus dem Völkerrecht ergebe. Hier seien zum Beispiel Art. 3 der Konvention zum Schutze der 

Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK), also das Folterverbot, zu nennen oder Art. 8 

EMRK (das Recht auf Privat- und Familienleben). Hier seien etwa auch die Rechte des Sohnes 

des Beschuldigten zu berücksichtigen. Eine Rückkehr des Beschuldigten nach Nigeria würde ei-

nem Todesurteil gleichkommen, da er früher ein führendes Mitglied einer Gruppierung gewesen 

sei, welche sich gegen Korruption und für die Rechte von Homosexuellen eingesetzt hätte. Re-

gierungstreue, bewaffnete Männer seien im April 1996 auf der Suche nach dem Beschuldigten 2 

in das Haus seiner Familie eingedrungen und hätten seinen Vater erschossen, als sich dieser 

ihnen in den Weg gestellt habe. Der Beschuldigte 2 habe fliehen können, habe seine Familie 

fortan jedoch nur noch an verstreckten Orten treffen können und habe schlussendlich durch die 

Heirat mit einer Schweizerin Nigeria verlassen können. Seiner Mutter werde noch heute gedroht, 

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dass ihrem Sohn das gleiche Schicksal drohe wie ihrem Mann, falls er zurückkehren sollte. Die 

bereits der Vorinstanz eingereichten Belege zu den damaligen Vorfällen, ein Polizeirapport, ein 

Zeitungsartikel und eine Todesbescheinigung, würden als Beweise nochmals aufgeführt. Neben 

dem vorliegenden Härtefall überwiege zudem das private Interesse des Beschuldigten das öf-

fentliche Interesse an der Landesverweisung, da das Risiko weiterer Delinquenz in casu ver-

schwindend klein sei. 

 

4.4 Anlässlich der kantonsgerichtlichen Berufungsverhandlung führt die Verteidigerin ergän-

zend aus, dass die Betäubungsmitteldelikte – als Gefährdungsdelikte mit der dominanten Kom-

ponente einer Beteiligung an eigenverantwortlicher, sonst straflosen Selbstgefährdung – durch 

die enorm hohen Strafen verschuldensmässig in die Nähe von klassischen Kapitalverbrechen wie 

Tötung oder Vergewaltigung gerückt würden, was abwegig sei. Die hohen Strafen würden nicht, 

wie ursprünglich beabsichtigt, präventiv wirken, weshalb man sich fragen solle, ob nicht ein Kurs-

wechsel bezüglich der Strafhöhe angebracht sei. Zum Thema der Härtefallprüfung wurde ange-

führt, dass der Umstand, dass der Sohn des Beschuldigten diesen nie im Gefängnis besucht 

habe, nichts über deren Beziehung aussage. Es sei einem Kind vielmehr nicht zumutbar, seinen 

Vater im Gefängnis zu besuchen. Hauptsächlich werde aber geltend gemacht, dass die Bedro-

hungslage in Nigeria eine Landesverweisung nicht zulasse. Eine vom Gericht ausgesprochene 

Landesverweisung müsse zwingend vollstreckt werden, so dass die Frage der Zumutbarkeit der 

Rückkehr ins Heimatland nicht erst im Rahmen des Vollzugs der Landesverweisung geprüft wer-

den könne. 

 

4.5 Der Beschuldigte 2 äussert sich anlässlich der kantonsgerichtlichen Berufungsverhand-

lung zur Person, zum Sachverhalt und zu den Ereignissen in Nigeria im Jahr 1996. Zu den Ereig-

nissen in Nigeria, die zum Tod seines Vaters geführt haben sollen, führt er aus, dass die Regie-

rung Leute gesendet habe, die ihn angegriffen hätten. Es seien 9 oder 10 Personen gewesen, 

die ihn festgehalten hätten. Sein Vater habe versucht, einen von ihnen anzugreifen, und sei dann 

mit einer Pistole angeschossen worden. Er selbst sei dann weggelaufen und zusammen mit sei-

nen Brüdern zur Polizei gegangen. Der Vater sei am Abend im Spital verstorben. Als dem Be-

schuldigten 2 vorgehalten wird, dass seine Aussagen nicht mit dem Polizeirapport und dem Zei-

tungsartikel aus Nigeria übereinstimmen würden, da dort stehe, es seien 4 Angreifer gewesen, 

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sagt der Beschuldigte 2 aus, dass es insgesamt zwei Angriffe gegeben habe. Als er zudem ge-

fragt wird, wer die Person L.____ sei, welche die Anzeige gemäss Polizeirapport und Zeitungs-

artikel gemacht habe (die Person bezeichnete sich selbst gemäss Polizeirapport als Schwester 

von B.____), sagt er aus, dass es sich bei der Person, welche die Anzeige gemacht habe, um 

seine Cousine gehandelt habe. Zum Thema Homosexualität macht er widersprüchliche Angaben. 

Zuerst führt er aus, dass die Gruppe, in welcher er Mitglied gewesen sei, verlangt habe, dass 

man an homosexuellen Praktiken mitwirkte, damit gegen alle Mitglieder ein Druckmittel vorliege, 

so dass man an die Gruppe gebunden sei. Auf Nachfrage, und nachdem ihm der Polizeirapport 

und der Zeitungsartikel vorgehalten wurden, in dem zu lesen ist, dass er ein Menschenrechtsak-

tivist und gegen Korruption engagiert gewesen sei, aber dass er auch "at the fore-front in the fight 

against Homosexual and Gay practice in his town" gewesen sei, also "an vorderster Front im 

Kampf gegen homosexuelle und schwule Praktik(en) in seiner Stadt", führt er aus, dass er sich 

gegen Homosexualität engagiert habe. Die Verteidigerin des Beschuldigten 2 wirft ein, dass er 

sich nun möglicherweise in die Enge gedrängt fühle, und fürchte, dass man ihm aus einem En-

gagement für Homosexuelle/Homosexualität einen Strick drehen wolle, und deshalb nun seine 

Aussage geändert habe. 

 

Der Beschuldigte 2 sagt weiter aus, dass er in die ganze Sache mit den Drogen durch den Be-

schuldigten 1 hineingeraten sei. Er habe schon mehrfach ausgesagt, dass er zuerst nicht gewusst 

habe, dass es um Drogen gehe. Ein Freund habe ihn gefragt, ob er den Beschuldigten 1 für eine 

gewisse Zeit bei sich daheim beherbergen könne. Dies habe er getan, und viermal eine Person 

aus St. Louis/F für den Beschuldigten 1 abgeholt und Pakete für diesen verteilt. Er habe keine 

Entlöhnung dafür bekommen, aber Spesenvergütungen für Benzin. 

 

In Bezug auf das Verhältnis zu seinem Sohn sagt er aus, es sei ein gutes Verhältnis. Der Sohn 

habe ihn zwar nicht im Gefängnis besucht, aber er habe ihm Briefe geschrieben. Insgesamt drei 

oder vier. Das Verhältnis zu seiner Exfrau sei gut, er habe zudem immer gearbeitet, sofern dies 

möglich gewesen sei und habe sich zuvor nichts zuschulden kommen lassen. 

 

5.1 Die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft ihrerseits macht mit Anschlussberufung betref-

fend den Beschuldigten 2 vom 29. August 2019 sowie vor den Schranken des Kantonsgerichts 

geltend, die Landesverweisung sei für 10 statt 5 Jahre auszusprechen und es sei ein Eintrag im 

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Schengener Informationssystem (SIS) vorzunehmen. Die Landesverweisung stelle keinen 

schweren persönlichen Härtefall für den Beschuldigten 2 dar. Die von der Verteidigung vorge-

brachte Bedrohungslage in Nigeria sei erst eine Frage des Vollzugs, und nicht bereits in der Här-

tefallprüfung vorzunehmen. Zudem gehe die Geschichte des Beschuldigten 2 nicht auf. Es sei 

nicht erwiesen, dass es sich bei dem im Zeitungsartikel und im Polizeirapport B.____ tatsächlich 

um den Beschuldigten 2 handle. In den Akten des Migrationsamtes tauche ein zweiter B.____ 

auf, und der Name des Vaters des Beschuldigten 2 würde in den Akten des Migrationsamtes 

M1.____ und nicht M2.____ lauten. Selbst wenn angenommen würde, es sei tatsächlich der Vater 

des Beschuldigten 2, der 1996 getötet worden sei, und der Beschuldigte 2 habe damals in Nigeria 

einer Anti-Korruptions-Organisation angehört, so sei nicht ersichtlich, weshalb eine Rückkehr 

nach der Verbüssung der Strafe für den Beschuldigten 2 einem Todesurteil gleichkäme. Dieser 

habe sich noch lange Zeit nach dem Tod des Vaters weiterhin in Nigeria aufgehalten und seine 

Verwandten besucht. 

 

5.2 Der Beschuldigte 2 sei, so die Staatsanwältin, im Zeitraum von 2016 bis Mitte 2017 fast 

ausnahmslos arbeitslos gewesen und habe in dieser Zeit Arbeitslosenentschädigung bezogen. 

Er sei in den Jahren 2012 und 2013 bis Ende Januar 2014 mit über CHF 80'000.00 von der 

Sozialhilfe unterstützt worden. Trotz der langen Anwesenheitsdauer sei der Beschuldigte der 

deutschen Sprache kaum mächtig. Die Dauer der Landesverweisung von 5 Jahren sei nicht an-

gemessen, da die Höhe der Landesverweisung unter Würdigung der allgemeinen Strafzumes-

sungskriterien nach Art. 47 StGB nach dem Verschulden des Täters zu bemessen sei. Auch wenn 

sich das Strafgericht nicht explizit zum Ausmass des Verschuldens des Beschuldigten 2 äussere, 

sei es doch aufgrund seiner Ausführungen zum Schluss gekommen, dass eine Freiheitsstrafe 

von 4 Jahren und 6 Monaten tat- und schuldangemessen sei. Dies entspreche in etwa einem 

mittelschweren Verschulden im unteren Bereich. Der Beschuldigte 2 habe mit der Verteilung der 

Drogen und dem Abholen der Kuriere in Frankreich keinen geringen Tatbeitrag geleistet und sei 

in der Hierarchie nicht mehr auf der untersten Stufe anzusiedeln. Er habe sich jederzeit entschei-

den können, die Aufträge des Beschuldigten 1 abzulehnen, da sich in den Akten keine Beweise 

finden liessen, dass er sich in einer Bedrohungslage befunden habe. Die Gefahr für die öffentliche 

Gesundheit durch die Betäubungsmittel sei zweifellos gross gewesen. Die Beziehung zu seinem 

Sohn sei nicht so innig, dass ein genügender Ansporn für ein künftiges Wohlverhalten bereits bei 

einer Landesverweisung von 5 Jahren gegeben sei. Das habe sich auch daran gezeigt, dass das 

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Kinderzimmer als Empfangszentrale für die ankommenden Drogenkuriere gedient habe. Die Be-

ziehung zu seinem Sohn könne nach der Entlassung des Beschuldigten 2 auch via soziale Me-

dien sowie Besuche des dann bereits 21 Jahre alten Sohnes am Wohnort des Beschuldigten 2 

im Ausland gepflegt werden. Die Legalprognose für den Beschuldigten 2 erscheine zwar besser 

als für den Beschuldigten 1, jedoch nicht so positiv, wie vom Strafgericht geschildert. Es sei zu-

dem nicht ersichtlich, wieso der Beschuldigte 2 eine um 7 Jahre tiefere Landesverweisung erhal-

ten soll als der Beschuldigte 1. Aufgrund dieser Ausführungen sei eine Landesverweisung von 

10 Jahren für den Beschuldigten 2 als angemessen anzusehen. 

 

5.3 In Bezug auf die geforderte SIS-Ausschreibung führt die Staatsanwaltschaft aus, dass 

die Schweiz nicht über einen Zugriff zum internationalen VOSTRA verfüge, was zur Folge hätte, 

dass ein Schengen-Staat weder von einer Verurteilung noch von einer Landesverweisung einer 

Person Kenntnis erlange, wenn auf die Ausschreibung im Schengener Informationssystem (SIS) 

verzichtet werde. Art. 24 Ziff. 2 der SIS-II-Verordnung verpflichte zu einer Ausschreibung, wenn 

eine Freiheitsstrafe von mindesten seinem Jahr ausgesprochen werde. Dies sei auch verhältnis-

mässig, da der betroffene Schengen-Staat informiert werde und vor einem Entscheid noch eine 

eigene Verhältnismässigkeitsprüfung durchführe. Die Ausschreibung im Schengener Informati-

onssystem (SIS) käme deshalb nicht einer Verweisung aus dem gesamten Schengen-Raum 

gleich. Werde keine Ausschreibung vorgenommen, verhindere man dadurch eine wirksame Zu-

sammenarbeit zwischen Migrations-, Polizei-, Zoll- und Justizbehörden in der EU und den asso-

ziierten Schengen-Staaten. Von Personen, die im internationalen Betäubungsmittelhandel tätig 

seien, ohne dem Konsum verfallen zu sein, gehe zudem stets eine Gefahr für die öffentliche 

Sicherheit und Ordnung aus, weshalb eine Ausschreibung im Schengener Informationssystem 

(SIS) in diesen Fällen immer verhältnismässig sei. 

 

5.4 Hinsichtlich des Beschuldigten 1 führt die Staatsanwaltschaft aus, dass vollumfänglich 

auf das absolut zutreffend begründete Urteil des Strafgerichts vom 25. März 2019 verwiesen 

werde, in welchem auch die Aussagen des Beschuldigten 1 minutiös gewürdigt worden seien. 

Allein dieses Ergebnis hab gezeigt, dass sich der Beschuldigte 1 den in der Anklageschrift um-

schriebenen Betäubungsmittelhandel zwischen März 2017 und 1. Oktober 2017 zuschreiben las-

sen müsse. Untermauert werde das Ergebnis von den zahlreichen Telefonprotokollen, den 

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Durchfahrtsberichten und der Sicherstellung vom 1. Oktober 2017 am Wohnort des Beschuldig-

ten 2. 

 

 

D.  Ziffer 2.4 der Anklageschrift 

a) Tatsächliches 

1.1 Auch wenn die Schuldsprüche in Ziff. 2.4 der Anklageschrift von beiden Beschuldigten 

nicht grundsätzlich angefochten werden, sind die zentralen Beweise und Indizien zu würdigen. 

Beide Beschuldigte haben zwar zugegeben, am Kokainhandel mitgewirkt zu haben, jedoch wei-

chen ihre Aussagen hinsichtlich des konkreten Wissens um den Drogenhandel oder um ihre Rol-

len vom Vorgeworfenen und von den Feststellungen der Vorinstanz ab. Auch die Verteidigerin 

des Beschuldigten 2 und der Verteidiger des Beschuldigten 1 führen aus, dass die beiden Be-

schuldigten zweifellos in den Handel mit Kokain involviert gewesen seien, jedoch gewisse As-

pekte anders zu würdigen seien, als von der Vorinstanz. 

 

In casu liegen in den Akten folgende Beweise in Bezug auf die in Ziff. 2.4 der Anklageschrift 

vorgeworfenen Handlungen vor: Die 466 Kokainfingerlinge (Akten Beschuldigter 1 S. 377), die 

bei der Hausdurchsuchung am 1. Oktober 2017 in der Wohnung des Beschuldigten 2 gefunden 

worden sind, mit einem durchschnittlichen Reinheitsgehalt von 55%, somit insgesamt 2'508 

Gramm reines Kokain (Anklageschrift Ziff. 2.4.7, S. 15). Die Situation, welche anlässlich der 

Hausdurchsuchung angetroffen wurde: Der Beschuldigte 1 und E.____ hielten sich im Kinderzim-

mer auf und die 466 Kokainfingerlinge lagen auf dem Boden verteilt herum (Akten Beschuldigter 

1 S. 333 ff.). Der Beschuldigte 2 befand sich im Wohnzimmer (Akten Beschuldigter 1 S. 413). In 

der Wohnung wurden zudem Bargeldbeträge (zum Teil mit Kokain kontaminiert), mehrere Mobil-

telefone und SIM-Karten sowie ein Pass und eine VISA-Karte eines N.____ (nigerianischer 

Staatsangehöriger) gefunden. Die Leggins des Beschuldigten 1 waren ebenfalls mit Kokain kon-

taminiert (Akten Beschuldigter 1 S. 493). 

 

Es sind durch die Kantonspolizei Zürich in der Operation "WAVE" unzählige Telefonanschlüsse 

überwacht, und die entsprechenden Telefonate in Protokollen festgehalten worden. Diese würden 

Gespräche zwischen den beiden Beschuldigten sowie anderen Personen anhand der Telefonda-

ten (verwendete Telefonnummern, Standortdaten), der Zuordnung der verwendeten Kürzel (der 

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Personen sowie der Kokainfingerlinge), der Identifikation der Stimmen durch die Übersetzer (Ak-

ten Beschuldigter 1 S. 603) und anhand von Aussagen der Beschuldigten sowie weiterer invol-

vierter Personen belegen. 

 

Der Beschuldigte 2 konnte aufgrund seines auf ihn registrierten Mobiltelefons (Nummer 077 YYY 

YY YY) identifiziert werden, von dem er selber ausgesagt hat, dass nur er dieses benutzen würde 

(Akten Kantonspolizei Zürich S. 1429; Akten Beschuldigter 2 S. 783). Es bestehen vier Durch-

fahrtsberichte der automatischen Fahrzeugfahndung und Verkehrsüberwachung (AFV-

Durchfahrtsberichte) von Grenzübertritten zwischen Frankreich und der Schweiz mit einem Auto, 

welches auf den Beschuldigten 2 registriert ist (BL ZZZZZZ; Akten Kantonspolizei Zürich 

S. 1425). Diese Fahrten stehen zeitlich in Zusammenhang mit geführten Telefonaten über die 

Abholung von Personen in Mulhouse/St. Louis/F, auf welche anschliessend durch die TK-

Protokolle belegte Verteilaktionen gefolgt sind. Zudem hat eine Observation mit technischen 

Überwachungsgeräten gemäss Art. 280 ff. StPO stattgefunden (Akten Kantonspolizei Zürich 

S. 1475 ff.) sowie am Tag der Hausdurchsuchung eine Observation der Liegenschaft, in welcher 

sich die Wohnung des Beschuldigten 2 befunden hat (Akten Beschuldigter 1 S. 413). Ebenso gibt 

es Aussagen der beiden Beschuldigten, sowie von E.____ und D.____ (gegen diese laufen se-

parate; Im Fall von E.____ ist am 7. August 2018 ein Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft 

ergangen, Akten S75 ff.), welche sich belastend auswirken. Die objektiven Umstände der Haus-

durchsuchung vom 1. Oktober 2017, die Durchfahrtsberichte von den Grenzübertritten mit dem 

Auto des Beschuldigten 2 und die Korrektheit der protokollierten Telefonkontrollen sind, wie be-

reits durch die Vorinstanz ausgeführt, nicht bestritten. Strittig aus Sicht der Beschuldigten ist je-

doch ihr Wissen über die Drogen, die Menge der ihnen zurechenbaren Drogen, ihre Rolle in dem 

Geschehen (Hierarchiestellung und Qualifikation als Bande) sowie betreffend die Telefonkontrol-

len, ob tatsächlich die Beschuldigten jeweils die Telefonate getätigt haben. 

 

1.2 Vorab ist zu konstatieren, dass sich die Vorinstanz eingehend mit den massgeblichen 

Beweisen und Indizien sowie insbesondere mit den Aussagen der beiden Beschuldigten sowie 

von E.____ und D.____ auseinandergesetzt und diese weitestgehend zutreffend gewürdigt hat 

(S. 4 ff. des angefochtenen Urteils). Es soll jedoch noch einmal in den wichtigsten Punkten auf 

die Aussagen der beiden Beschuldigten sowie von E.____ und D.____ eingegangen werden, um 

hernach auf die durch die Beschuldigten ausdrücklich bestrittenen sowie neuen Aussagen und 

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Sachverhaltselemente detaillierter einzugehen. Es wird jedoch an dieser Stelle ergänzend auf die 

Würdigung der Vorinstanz verwiesen. 

 

2. Nach dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 10 Abs. 2 StPO) hat das urtei-

lende Gericht frei von Beweisregeln und nur nach seiner aus dem gesamten Verfahren gewon-

nenen persönlichen Überzeugung aufgrund gewissenhafter Prüfung darüber zu entscheiden, ob 

es eine Tatsache für bewiesen hält. Das Gericht trifft sein Urteil unabhängig von der Anzahl der 

Beweismittel, welche für eine bestimmte Tatsache sprechen, und ohne Rücksicht auf die Art des 

Beweismittels. Auch besteht keine Rangfolge der Beweise. Massgebend ist allein deren Stichhal-

tigkeit (CHRISTOF RIEDO / GERHARD FIOLKA / MARCEL ALEXANDER NIGGLI, Strafprozessrecht, 2011, 

Rz. 234; THOMAS HOFER, in: Basler Kommentar StPO, 2. Aufl., Basel 2014, N 41 ff. zu Art. 10 

StPO).  

 

3. Beteiligung am Drogenhandel 

3.1 Beschuldigter 1 

Der Beschuldigte 1 ist, wie unter II. C. 3.11 ausgeführt, bei seiner grundsätzlichen Aussage ge-

blieben, dass er wegen eines Autokaufs in die Schweiz eingereist sei und aufgrund einer Druck-

situation für I.____ Telefonate getätigt habe. Erst hier habe er über den von I.____ geleiteten 

Drogenhandel erfahren. Zu verschiedenen Elementen seiner Erzählung macht er – wie die Vor-

instanz ausgiebig darstellt – unterschiedliche Aussagen, gibt gewisse Sachen zu, streitet andere 

ab und widerspricht sich auch zum Teil stark. Seine Angaben zu seinem Masterstudium in Un-

garn, seiner Partnerin und seinen Kindern konnten nicht verifiziert werden. So konnte er nicht 

angeben, an welcher Universität er studiert hat (bzw. gab anlässlich der kantonsgerichtlichen 

Hauptverhandlung an, an der "Balaton University" studiert zu haben, über die sich jedoch keinerlei 

Informationen finden lassen), hat sich erst anlässlich der strafgerichtlichen Hauptverhandlung an 

sein Studienfach erinnert (Akten Beschuldigter 1 S. 79; Protokoll der strafgerichtlichen Hauptver-

handlung S. 6) und die durch ihn als Telefonnummer seiner Partnerin O.____ angegebene Tele-

fonnummer war nicht gültig (Akten Beschuldigter 1 S. 81, 89). Es ist zwar aktenkundig, dass er 

über eine ungarische Aufenthaltsgenehmigung (residence permit) verfügt, weil er Familienange-

höriger eines ungarischen Bürgers/einer ungarischen Bürgerin ist (Akten Beschuldigter 1 S. 17), 

jedoch gibt es darüber hinaus keinerlei Anhaltspunkte über die näheren Umstände. In der Befra-

gung am 3. November 2017 hat der Beschuldigte 1 zu seinem Sohn ausgesagt: "Im April wird er 

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5 Jahre alt" (Akten Beschuldigter 1 S. 79). An der strafgerichtlichen Hauptverhandlung am 

18. März 2019, also mehr als 14 Monate später, sagte er ebenfalls "Im April wird er 5 Jahre alt" 

(S. 4 des Protokolls der strafgerichtlichen Hauptverhandlung). Zu seiner Arbeitsstelle in Ungarn 

konnte er ebenfalls erst nur sehr allgemeine Angaben machen bzw. sich nur erinnern, dass er 

"mit Computern und Software und solchen anderen Sachen" gearbeitet habe (Akten Beschuldig-

ter 1 S. 83), und erst an der Hauptverhandlung vor dem Strafgericht den Namen der Firma nen-

nen, in der er gemäss eigenen Angaben in Ungarn gearbeitet haben will (R.____; S. 3 des Pro-

tokolls der strafgerichtlichen Hauptverhandlung). Über die Firma lassen sich indes keine Informa-

tionen finden. Einerseits hat er 2017 ausgesagt, er lebe seit 7 Jahren in Ungarn (Akten Beschul-

digter 1 S. 527), andererseits hat er an der kantonsgerichtlichen Berufungsverhandlung erklärt, 

er sei 2008 nach Ungarn gekommen. Einmal führt er an, sein Vater sei vor 13 Jahren verstorben 

(Akten Beschuldigter 1 S. 583), ein anderes Mal, vor 12 Jahren (Akten Beschuldigter 1 S. 1080.9). 

Das Auto, dass er mit der Hilfe von I.____ habe erwerben wollen, ist einmal ein Mercedes E-

Klasse (Akten Beschuldigter 1 S. 1080.10), das andere Mal ein Mercedes C-Klasse (Akten Be-

schuldigter 1 S. 727; kantonsgerichtliche Hauptverhandlung). Den ursprünglich angegebenen 

zweiten Grund, weshalb er 2017 in die Schweiz gekommen sei, nämlich die Bezahlung seiner 

Bussen aus dem Jahr 2016 (da er dies von Ungarn aus nicht habe tun können; Akten Beschul-

digter 1 S. 83), hat er jedoch nicht mehr vorgebracht. Dieser zweite Grund ist auch, wie bereits 

die Vorinstanz ausführt, nicht nachvollziehbar, da natürlich von einer ungarischen Bank aus eine 

Überweisung in die Schweiz getätigt werden kann. Die Geschichte, dass er einen I.____ auf dem 

Flug nach Nigeria kennen gelernt haben, und ihm direkt 2'000.00 Euro als Anzahlung für einen 

Autokauf überwiesen haben will, ohne diesen näher zu kennen oder das fragliche Auto je gese-

hen zu haben, erscheint höchst unglaubhaft. Seine gesamte Vorgeschichte sowie die Begrün-

dung, weshalb er sich in der Schweiz aufgehalten hat, sind somit höchst fragwürdig und geprägt 

von Widersprüchlichkeiten. 

 

Zu seiner Beteiligung am Drogenhandel hat der Beschuldigte 1 ebenso widersprüchliche Aussa-

gen gemacht. In den Einvernahmen und vor dem Strafgericht hat der Beschuldigte wiederholt 

angegeben, erst kurz vor der Hausdurchsuchung, im September 2017, in die Schweiz gekommen 

zu sein (S. 4 des Protokolls der strafgerichtlichen Hauptverhandlung), an der kantonsgerichtlichen 

Berufungsverhandlung sprach er jedoch von Mitte Juni 2017 als Einreisedatum in die Schweiz. 

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In seinem Pass ist ersichtlich, dass er am 16. April 2017 aus Ungarn aus- und nach Nigeria ein-

gereist ist, sowie, dass er am 31. Mai 2017 aus Nigeria ausgereist und am 1. Juni 2017 in Ungarn 

eingereist ist (Akten Beschuldigter 1 S. 13 ff.). An der Hauptverhandlung vor dem Strafgericht hat 

er angegeben, die ihm vorgespielten Telefonate vom 10./11. Juli 2017 in der Schweiz getätigt zu 

haben, jedoch insgesamt nur 2 bis 3 Telefonate gemacht zu haben. Danach gibt er wiederum an, 

erst im September die besagten Telefonate getätigt zu haben (Protokoll der strafgerichtlichen 

Hauptverhandlung S. 6). Die SIM-Karte für die Telefonnummer, mit der er einen Teil der ihm 

vorgehaltenen Telefonate getätigt haben soll (Nummer 077 TTT TT TT), und die anlässlich der 

Verhaftung bei ihm sichergestellt werden konnte, will er in einer Bar von einem Fremden ge-

schenkt bekommen haben um seine Familie anrufen zu können. In einer anderen Version habe 

ihm I.____ das Telefon mit SIM-Karte gegeben (Akten Beschuldigter 1 S. 547, 603). Die entspre-

chende Telefonnummer ist seit dem 16. Juni 2017 aktiv (Akten Beschuldigter 1 S. 573). Es gibt 

ein Telefonat vom 17. Juni 2017, in dem der Beschuldigte 1 sich gemäss der Kantonspolizei Zü-

rich nach einer Wohnmöglichkeit erkundigt habe (Akten Beschuldigter 1 S. 1080.26; Akten der 

Kantonspolizei Zürich S. 283, 287). Der Beschuldigte 1 hat einerseits meist darauf beharrt, nur 

einige wenige Telefonate im Auftrag von I.____ getätigt zu haben, da er nur so das Geld zurück-

erhalten könne und Probleme mit seiner Familie hätte vermeiden können (Akten Beschuldigter 1 

S. 727 ff.). Andererseits hat er auch angegeben, bereits am 9. Juli 2017 Kokain von I.____ erhal-

ten zu haben und an B.____ zum Verteilen weitergegeben zu haben (Akten Beschuldigter 1 S. 

729). Er hat auch zuerst angegeben, kein Kokain zu konsumieren bzw. schon lange nicht mehr 

zu konsumieren, um dann später zu sagen, dass er am letzten Montag vor der Hausdurchsu-

chung das letzte Mal Kokain konsumiert habe (Akten Beschuldigter 1 S. 555). Dass der Beschul-

digte 1 direkten Umgang mit Kokain gehabt hat, zeigt sich auch daran, dass seine Leggins mit 

Kokain kontaminiert war. Der Beschuldigte 1 verstrickt sich wie aufgezeigt in Widersprüchen, gibt 

immer wieder zuerst an sich nicht zu erinnern um dann später eine Geschichte zu erzählen, die 

aber immer wieder abgeändert wird. Diese Vorgeschichte und das Aussageverhalten des Be-

schuldigten 1 ist relevant für die Frage, seit wann er in den Kokainhandel involviert gewesen ist 

und was seine Beweggründe waren, um sich daran zu beteiligen. Die von ihm angeführten 

Gründe für den Aufenthalt in Basel und die Zeitangaben sind unglaubhaft. Es ist ihm möglich 

gewesen, spätestens ab Anfang Juni 2017 (erneut) in die Schweiz einzureisen. Nicht zuletzt auf-

grund der am 16. Juni 2017 in Betrieb genommenen Telefonnummer, von der aus er am 17. Juni 

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2017 einen Anruf tätigte um eine neue Wohnung zu finden, ist davon auszugehen, dass der Be-

schuldigte 1 spätestens ab dem 17. Juni 2017 die organisatorischen Vorkehrungen für eine Fort-

setzung seiner Beteiligung am Kokainhandel eingeleitet hat. Für die Zeit im Drogenhandel davor 

ist auf Erw. E. a) ff. hinzuweisen. 

 

3.2 Beschuldigter 2 

Der Beschuldigte 2 hat zuerst alle Beteiligung und alles Wissen von den Drogen abgestritten 

(Akten Beschuldigter 1 S. 1155). Er hat jedoch angegeben, er habe für den Beschuldigten 1 Geld 

abgeholt und Pakete verteilt (Akten Beschuldigter 1 S. 1185, 1341 ff.). Dabei habe er aber nicht 

gewusst, dass er am Drogenhandel mitwirke, sondern gemeint, es ginge um Autohandel. Er hat 

zuerst ausgesagt, er habe ausser E.____ keine weiteren Leute abgeholt (Akten Beschuldigter 1 

S. 1163), hat später aber zugegeben, insgesamt vier Fahrten über die Grenze getätigt zu haben 

(Akten Beschuldigter 1 S. 1399). Zuerst hat er ausgesagt, ein Bekannter habe ihn gefragt, ob der 

Beschuldigte 1 bei ihm übernachten könne (Akten Beschuldigter 1 S. 1377), ein anderes Mal, 

dass der Beschuldigte 1 ihn direkt angefragt hätte (Akten Beschuldigter 1 S. 1161). Er hat die 

Person, mit der er in den ihm vorgehaltenen Telefongesprächen telefoniert hat, als den Beschul-

digten 1 identifiziert, die gleiche Person, welche in den Polizeiakten als a.____ geführt wird (Akten 

Beschuldigter 1 S. 1185). Er hat zudem ausgesagt, manchmal Geld (200 Franken) für den Trans-

port erhalten zu haben (Akten Beschuldigter 1 S. 1189). Der Beschuldigte 2 hat dann angegeben, 

erst etwa eine Woche vor der Hausdurchsuchung vom 1. Oktober 2017 realisiert zu haben, dass 

es bei seinen Kurierdiensten um Drogen gegangen sei, als der Beschuldigte 1 ihm gesagt habe, 

er solle "einen Finger" aus einem Paket wegnehmen (Akten Beschuldigter 1 Seite 1407). Das 

Telefonat, in dem davon die Rede war, "1 Ding" bzw. später "ein Mädchen" runter-/wegzuneh-

men, fand jedoch bereits am 11. September 2017 statt (Akten Beschuldigter 1 S. 1323, 1329). 

Sieht man sich zudem die TK-Protokolle vom 10. Juli 2017 an (Akten Beschuldigter 1 S. 1183), 

wo mindestens 28 Telefonate zwischen dem Beschuldigten 1 und dem Beschuldigten 2 festge-

halten sind, die zwischen 04:59 Uhr morgens am 10. Juli 2017 bis um 02:09 morgens am 11. Juli 

2017 andauern, so ist die Darstellungsweise des Beschuldigten 2, dass er nur ab und zu auf dem 

Weg von oder zu seiner Arbeit mal ein Couvert an jemanden übergeben habe oder Geld einkas-

siert habe, absolut unglaubhaft. Bereits am 10. Juli 2017 war der Beschuldigte 2 bestens in das 

Verteilsystem integriert und kannte die Abläufe. Der Beschuldigte 2 telefonierte von seinem auf 

ihn registrierten Mobiltelefon aus, von dem er auch angegeben hat, dass es ausser ihm niemand 

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anders benutze. Die Gespräche sind also klar ihm zuordenbar. In den Gesprächen ist von "Mäd-

chen" und "Jungs" und "falschen Weissen" die Rede, welche abgeholt und übergeben werden 

sollen. Ebenfalls werden die Abkürzungen "BB", "AIT", "ROT" oder "CRK" benutzt und über ver-

schiedene Geldbeträge gesprochen, welche der Beschuldigte 2 erhalten soll oder erhalten hat, 

gegen die Abgabe der zu verteilenden Sachen. Die Abkürzung "BB" befindet sich auch auf einem 

Teil der am 1. Oktober 2017 beschlagnahmten Fingerlinge. Die Bezeichnungen "AIT" findet sich 

auf einem Teil der am 6. März 2017 in Waadt beschlagnahmten Fingerlinge (Akten Beschuldigter 

1 S. 1587). Der Beschuldigte 2 hat angegeben, nicht gewusst zu haben, was in den Couverts 

war, die er verteilen sollte, und sich auch keine Gedanken dazu gemacht zu haben. Bei dem 

Geld, dass er eingesammelt hätte, habe er gedacht, es gehe um Schulden welche Personen bei 

dem Beschuldigten 1 hatten oder um Autogeschäfte. Dies könnte allenfalls dann noch gelten 

gelassen werden, wenn er die Botengänge insgesamt nur zwei- bis dreimal getätigt hätte. Er 

verteilte jedoch bereits am 10. Juli 2017 mehrere Pakete und kassierte bei mehreren Personen 

ein, während er mit dem Beschuldigten 1 darüber in codierter Form redete. Es ist nicht ersichtlich, 

weshalb die Couverts als "(grosse) Mädchen" und "Jungs" bezeichnet werden sollten, wenn es 

nicht darum gegangen wäre, zu verschleiern, worum es dabei tatsächlich ging. Es bestehen kei-

nerlei Zweifel, dass der Beschuldigte 2 spätestens ab dem 10. Juli 2017 wusste, bei was für 

Geschäften er mitwirkte. 

 

3.3 Aussagen von E.____ 

Auch die Aussagen von E.____ sind für den vorliegenden Fall von Wichtigkeit. E.____ hat bereits 

in seiner ersten Einvernahme am 2. Oktober 2017 zugegeben, dass er 150 Kokainfingerlinge in 

die Schweiz gebracht und diese an den Beschuldigten 1 übergeben habe. Er sei mit einem Auto 

aus Belgien an die Schweizer Grenze gefahren worden und in Frankreich durch den Beschuldig-

ten 2 abgeholt und in die Wohnung nach Y.____ verbracht worden. Dort habe er die Kokainfin-

gerlinge dem Beschuldigten 1 übergeben, nachdem er sie noch einmal gezählt habe (Akten Be-

schuldigter 1 S. 581). Er habe dann darauf gewartet, dass der Beschuldigte 1 ihm das verspro-

chene Geld gebe, bis dann die Polizei erschienen sei (Akten Beschuldigter 1 S. 1085). E.____ 

hat angegeben, zum ersten Mal Kokain transportiert zu haben, und zwar aus einer Notsituation 

heraus, weil er seine Arbeit in Spanien verloren habe und seine Frau in Nigeria schwanger ge-

wesen sei (Akten Beschuldigter 1 S. 1083, 1095). Er ist jedoch in der Schweiz bereits aktenkundig 

aufgrund einer erkennungsdienstlichen Behandlung aus dem Jahr 2003 im Kanton Zürich. E.____ 

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hatte zuvor unter einem anderen Namen ein Asylgesuch gestellt. Zudem ist seine DNA auf Ko-

kainfingerlingen gefunden worden, welche im Jahr 2015 in der Schweiz gehandelt worden sind 

(Akten Strafgericht S87). Damit sind seine Aussagen also nicht in jeder Hinsicht als glaubhaft 

anzusehen, jedoch sind seine Angaben betreffend den Transport und die Übergabe der 150 Ko-

kainfingerlinge an den Beschuldigten 1 als glaubhaft anzusehen, da er sich mit seinen Aussagen 

selbst belastet und sich kein Vorteil für ihn durch diese Aussagen ergibt. Zudem schildert er De-

tails, wie dass er die Fingerlinge nicht schlucken konnte, und sie deshalb in zwei Saftpackungen 

verpackt in die Schweiz eingeführt habe (Akten Beschuldigter 1 S. 1109). Dies spricht für einen 

tatsächlich erlebten Lebenssachverhalt. Durch die Aussagen von E.____ lässt sich jedoch nur 

belegen, dass das Kokain aus Belgien in die Schweiz eingeführt wurde, dass der Beschuldigte 2 

E.____ in seinem Auto über die Grenze gebracht hat, und dass die Kokainfingerlinge bestim-

mungsgemäss an den Beschuldigten 1 übergeben worden sind, welcher die restlichen Kokainfin-

gerlinge bereits in seinem Gewahrsam hatte. 

 

3.4 Aussagen von D.____ 

Die Aussagen von D.____ sind für den vorliegenden Fall relevant, da er ausführliche Aussagen