# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 12d8a90d-c5a1-5ee3-8154-ebacb7093ee3
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-06-13
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 13.06.2024 720 21 274 / 134 (720 2021 274 / 134)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-21-274---134_2024-06-13.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 13. Juni 2024 (720 21 274 / 134) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung  

 

 

Rentenanspruch einer versicherten Person aufgrund eines psychiatrischen Gerichtsgut-

achtens bejaht 

 

 
 
 
Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Kantonsrichter Daniel Noll, Kantons-

richter Christof Enderle, Gerichtsschreiberin Gisela Wartenweiler 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Daniel Altermatt, 
Rechtsanwalt, Neuarlesheimerstrasse 15, Postfach 435, 4143 Dor-
nach 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Be-
schwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente  

 
 
 
 
 

 

 
 
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A.1 Die 1969 geborene A.____ erlitt im März 1990 als Beifahrerin einen Autounfall und leidet 
seither an Nackenschmerzen, Schwindel und einem Rauschen im Kopf. Am 6. August 2012 mel-
dete sie sich unter Hinweis auf die seit dem Unfall bestehenden gesundheitlichen Einschränkun-
gen bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an. Nach Abklä-
rung der erwerblichen und gesundheitlichen Verhältnisse wies die IV-Stelle Basel-Landschaft mit 
Verfügung vom 11. November 2013 einen Anspruch von A.____ auf eine Invalidenrente ab. Die 
gegen diese Verfügung erhobene Beschwerde hiess das Kantonsgericht, Abteilung Sozialversi-
cherungsrecht (Kantonsgericht), mit Urteil vom 27. April 2017 (720 13 364 / 99) gut. Das Kan-
tonsgericht stützte sich dabei im Wesentlichen auf das von ihm in Auftrag gegebene polydiszipli-
näre Gutachten der Academy of Swiss Insurance Medicine (asim) vom 11. September 2015. Ge-
stützt auf dieses Urteil sprach die IV-Stelle der Versicherten am 21. August 2017 vom 1. Februar 
2013 bis 28. Februar 2014 eine Viertelsrente, vom 1. März 2014 bis 31. Dezember 2014 eine 
ganze Rente und ab 1. Januar 2015 eine Dreiviertelsrente zu.  
 
A.2 Am 19. Juni 2017 ersuchte die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Daniel Alter-
matt, aufgrund der seit der Operation an der Halswirbelsäule (HWS) vom 18. Januar 2016 einge-
tretenen Verschlechterung des somatischen Gesundheitszustandes um Erhöhung der Dreivier-
telsrente auf eine ganze Invalidenrente. In der Folge klärte die IV-Stelle den Gesundheitszustand 
der Versicherten erneut ab. Gestützt auf die Abklärungsergebnisse lehnte sie nach durchgeführ-
tem Vorbescheidverfahren das Gesuch um Erhöhung der laufenden Dreiviertelsrente mit Verfü-
gung vom 1. März 2018 ab. Die Abweisung des Rentenerhöhungsgesuchs bestätigte das Kan-
tonsgericht mit Urteil vom 21. Februar 2019 (720 18 121 / 48).  
 
A.3 Noch während der Hängigkeit des Beschwerdeverfahrens (720 18 121 / 48) machte die 
Versicherte, weiterhin vertreten durch Rechtsanwalt Daniel Altermatt, am 29. November 2018 bei 
der IV-Stelle eine Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes geltend und beantragte die Er-
höhung der Rentenleistungen. In der Folge gab die IV-Stelle bei der Ärztlichen Begutachtungs-
institut GmbH (ABI) eine polydisziplinäre Begutachtung der Versicherten in Auftrag. Gestützt auf 
das ABI-Gutachten vom 18. Januar 2021 wies die IV-Stelle mit Verfügung vom 3. August 2021 
das Rechtsbegehren der Versicherten ab. Zur Begründung führte sie an, dass bei einer verblei-
benden 50%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit und einem Leidensabzug vom 
Tabellenlohn im Umfang von 5 % ein Invaliditätsgrad von 60 % bestehe, weshalb sie weiterhin 
einen Anspruch auf eine Dreiviertelsrente habe.  
 
B.  Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte durch ihren Rechtsvertreter am 14. Sep-
tember 2021 Beschwerde ans Kantonsgericht. Sie beantragte, die Sache sei in Aufhebung der 
angefochtenen Verfügung zur erneuten Abklärung der Arbeitsfähigkeit an die IV-Stelle zurückzu-
weisen; alles unter o/e-Kostenfolge, wobei ihr die unentgeltliche Prozessführung und die unent-
geltliche Verbeiständung zu bewilligen seien. In der Begründung führte sie an, dass das ABI-
Gutachten insofern widersprüchlich sei, als es eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes 
bestätige, ihr aber dennoch eine unveränderte Arbeitsunfähigkeit von 50 % attestiere. Dazu 
komme, dass die quantitative Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit unklar 
sei. Ausserdem sei das ABI-Gutachten nicht mehr aktuell, nachdem sie sich am 30. August 2021 
einem erneuten operativen Eingriff an der HWS habe unterziehen müssen.  

 

 
 
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C. Mit Verfügung vom 20. Oktober 2021 wies das instruierende Präsidium das Gesuch um 
Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung und der unentgeltlichen Verbeiständung ab. 
Diese Verfügung bestätigte das Kantonsgericht mit Beschluss vom 2. Dezember 2021.  
 
D. In ihrer Vernehmlassung vom 22. November 2021 schloss die IV-Stelle mit Verweis auf 
die Stellungnahme von Dr. med. B.____, Fachärztin für Physikalische und Rehabilitative Medizin, 
Regionaler Ärztliche Dienst (RAD), vom 1. Oktober 2021 auf Abweisung der Beschwerde.  
 
E. Mit Replik vom 28. Februar 2022 und mit Duplik vom 24. März 2022 hielten die beiden 
Parteien an ihren Rechtsbegehren und Begründungen fest.  
 
F.  Am 14. April 2022 reichte der Rechtsvertreter der Versicherten die Stellungnahme der 
Psychiatrie Baselland zum ABI-Gutachten vom 6. April 2022 und am 23. Mai 2022 den Sprech-
stundenbericht des behandelnden Neurochirurgen, Dr. med. C.____, vom 5. Mai 2022 ein. 
 
G. Die IV-Stelle hielt in ihren Eingaben vom 3. Mai 2022 und 23. Juni 2022 gestützt auf die 
RAD-Berichte von Dr. med. D.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom 3. Mai 2022 und 
von Dr. B._____ vom 9. Juni 2022 an ihrem Antrag auf Abweisung der Beschwerde fest.  
 
H. Anlässlich der Urteilsberatung vom 13. Oktober 2022 gelangte das Kantonsgericht zum 
Ergebnis, dass eine abschliessende Beurteilung der Angelegenheit gestützt auf die vorhandene 
medizinische Aktenlage nicht möglich sei. Zwar seien die somatischen Fachgutachten der ABI 
rechtsgenüglich begründet und nachvollziehbar. Das psychiatrische Gutachten von Dr. med. 
E.____ weise jedoch inhaltliche Mängel auf und sei nicht mehr aktuell, weshalb es keine verläss-
liche Entscheidgrundlage bilde. Es beschloss deshalb, den Fall auszustellen und zur Klärung der 
medizinischen Sachlage ein psychiatrisches Gerichtsgutachten bei Dr. med. F.____, FMH Psy-
chiatrie und Psychotherapie, in Auftrag zu geben. Im Anhang zu diesem Beschluss unterbreitete 
das Kantonsgericht den Parteien den Entwurf des entsprechenden Auftrags und den vorgesehe-
nen Fragenkatalog. Die Parteien erhoben keine Einwände gegen die Person der Gutachterin (vgl. 
Eingaben vom 20. Dezember 2022 und 9. Januar 2023). Am 5. September 2023 erstattete Dr. 
F._____ ihr psychiatrisches Gerichtsgutachten.  
 
I. Die Parteien erhielten mit Verfügung vom 12. September 2023 Gelegenheit, sich zum 
Inhalt des Gutachtens und zu den allfälligen Auswirkungen der medizinischen Beurteilung auf 
den Leistungsanspruch zu äussern. Die IV-Stelle verzichtete mit Eingabe vom 27. September 
2023 auf eine Stellungnahme. Am 23. Mai 2023 (richtig wohl 13. November 2023) liess die Ver-
sicherte durch ihren Rechtsvertreter mitteilen, dass die Gutachterin bestätige, dass seit mindes-
tens November 2020 keine verwertbare Arbeitsfähigkeit mehr bestehe. Für die Zeit davor mache 
sie keine Aussagen. Aus der medizinischen Aktenlage ergebe sich, dass vor November 2020 ein 
vergleichbarer psychischer Zustand bestanden habe. Es sei deshalb davon auszugehen, dass 
bereits im Zeitpunkt des Gesuchs um Rentenerhöhung vom 29. November 2018 eine vollständige 
Arbeitsunfähigkeit vorgelegen habe. Sie habe damit bereits ab 1. November 2018 Anspruch auf 
eine ganze Invalidenrente.  

 

 
 
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J. Mit Verfügung vom 21. November 2023 überwies der instruierende Präsident die Ange-
legenheit dem Dreiergericht zur (erneuten) Beurteilung.  
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) 
vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versicherungs-
gericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfah-
rens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, so dass die örtliche Zuständigkeit des 
Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die 
Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das 
Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwer-
den gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der 
vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die frist- und formgerecht erhobene Beschwerde der 
Versicherten vom 14. September 2021 ist demnach einzutreten. 
 
1.2 Am 1. Januar 2022 trat die vom Gesetzgeber am 19. Juni 2020 beschlossene Änderung 
des IVG ("Weiterentwicklung der IV", WEIV) in Kraft. Die vorliegend angefochtene Verfügung 
erging vor dem 1. Januar 2022. Nach den allgemeinen Grundsätzen des intertemporalen Rechts 
und des zeitlich massgebenden Sachverhalts (statt vieler: BGE 144 V 210 E. 4.3.1, 129 V 354 
E. 1 mit Hinweisen) sind daher die Bestimmungen des IVG und diejenigen der Verordnung über 
die Invalidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 sowie des Bundesgesetzes über den All-
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 in der bis 31. De-
zember 2021 gültig gewesenen Fassung anwendbar (Urteil des Bundesgerichts vom 23. Februar 
2022, 8C_455/2021, E. 2). Sie werden im Folgenden jeweils in dieser Version wiedergegeben, 
zitiert und angewendet. 
 
2.1 Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet die Frage, ob die IV-Stelle das Ge-
such der Versicherten, wonach ihre laufende Dreiviertelsrente auf eine ganze Rente zu erhöhen 
sei, zu Recht abgewiesen hat.  
 
2.2 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs-
fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein-
gliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während ei-
nes Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig ge-
wesen und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. b). 
 
2.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine ganze Rente, 
wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine 
halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 
40 % invalid ist.  
 

 

 
 
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2.4 Nach Art. 6 ATSG ist die Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung der körper-
lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bis-
herigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird 
auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 
2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde 
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, 
Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträch-
tigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutba-
rer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmög-
lichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 
ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach Art. 7 Abs. 2 
ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen (Satz 
1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar 
ist (Satz 2).  
 
2.5 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psychischen Gesundheitsbeeinträchti-
gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Diagnose nach einem wissenschaftlich an-
erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 
E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht 
ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine 
Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grund-
sätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entschei-
dend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der 
versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 
141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG). 
Gemäss BGE 143 V 418 sind grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen einem struktu-
rierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen. Diese Abklärungen enden laut 
Bundesgericht stets mit der Rechtsfrage, ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststellun-
gen anhand der nach BGE 141 V 281 rechtserheblichen Indikatoren auf Arbeitsunfähigkeit 
schliessen lassen (BGE 143 V 418 E. 7.1). 
 
3.1 Nach Art. 17 Abs. 1 ATSG sind laufende Invalidenrenten für die Zukunft zu erhöhen, 
herabzusetzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgrad in einer für den Anspruch erheb-
lichen Weise ändert. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächli-
chen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu be-
einflussen. Zeitliche Vergleichsbasis für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung des 
Invaliditätsgrades bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, 
welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsab-
klärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten 
für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustandes) beruht 
(BGE 133 V 108 E. 5.4, 130 V 71 E. 3.2.3). 
 
3.2 Vorliegend sprach die IV-Stelle gestützt auf das Urteil des Kantonsgerichts vom 27. April 
2017 mit Verfügung vom 21. August 2017 erstmals eine Viertelsrente für die Zeit vom 1. Februar 

 

 
 
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2013 bis 28. Februar 2014, eine ganze Rente für die Zeit vom 1. März 2014 bis 31. Dezember 
2014 und eine Dreiviertelsrente ab 1. Januar 2015 zu. Mit Verfügung vom 1. März 2018 wies die 
IV-Stelle das Gesuch der Versicherten um Erhöhung ihrer Rente ab. Diese Verfügung bestätigte 
das Kantonsgericht nach eingehender materieller Prüfung des Rentenanspruchs mit Urteil vom 
21. Februar 2019. Dieser Entscheid ist rechtskräftig. Das erneute Rentenerhöhungsgesuch der 
Versicherten vom 29. Dezember 2019 lehnte die IV-Stelle mit der vorliegend angefochtenen Ver-
fügung vom 3. August 2021 ab. Demgemäss beurteilt sich die Frage, ob eine Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen eingetreten ist, die eine revisionsweise Erhöhung der laufenden Drei-
viertelsrente rechtfertigt, durch Vergleich des Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der Verfügung 
der IV-Stelle vom 1. März 2018 bzw. des Urteils des Kantonsgerichts vom 21. Februar 2019 be-
standen hat, mit demjenigen im Zeitpunkt des Erlasses der vorliegend angefochtenen Verfügung 
vom 3. August 2021.  
  
4.1 Für die Beurteilung der strittigen Frage, ob sich der Gesundheitszustand bzw. das Aus-
mass der (Rest-) Arbeitsfähigkeit der Versicherten seit der Ablehnung des Rentenanspruchs im 
Juli 2013 in einer für den Anspruch erheblichen Weise verschlechtert hat, ist die rechtsanwen-
dende Behörde auf Unterlagen angewiesen, die ihr vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfü-
gung zu stellen sind. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu be-
urteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die 
versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige 
Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet 
werden können (BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 
 
4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs-
prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle ande-
ren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 
pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit-
tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestat-
ten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess 
nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, wa-
rum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Be-
weiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange 
umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berück-
sichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der me-
dizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und 
ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 
E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).  
 
5.1 In der Verfügung vom 1. März 2018 stützte sich die IV-Stelle auf die Ergebnisse, zu 
denen die RAD-Ärztin Dr. B._____ in ihren Stellungnahmen vom 4. Januar 2018, 25. April 2018 
und 9. November 2018 gelangte. Dr. B._____ ging davon aus, dass sich der Gesundheitszustand 
der Versicherten seit der Begutachtung in der asim im September 2015 nicht dauerhaft ver-
schlechtert habe und deshalb nach wie vor in einer leidensangepassten Tätigkeit eine 50%ige 

 

 
 
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Arbeitsfähigkeit vorliege. Den Beurteilungen der asim mass das Kantonsgericht in seinem rechts-
kräftigen Urteil vom 21. Februar 2019 volle Beweiskraft zu. Die asim-Gutachter hielten damals 
als Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches zervikovertebrales und ein 
chronisch-rezidivierendes mässiges lumbovertebrales Schmerzsyndrom, eine chronische 
Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F54.41) und zusätzlich eine 
leicht- bis mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1) sowie akzentuierte Persönlichkeits-
züge (ICD-10 Z73) fest. In psychiatrischer Hinsicht führte die begutachtende Psychiaterin Dr. 
med. G.____ in ihrem Fachgutachten vom 27. Juni 2015 aus, dass die chronische Schmerzstö-
rung mit somatischem Korrelat sowie erkennbarem primärem innerseelischem Konflikt die Be-
lastbarkeit der Versicherten reduziere. Unter zusätzlichen psychosozialen Belastungen habe sich 
ausserdem eine depressive Symptomatik entwickelt, welche in Betrachtung des Längsverlaufs 
als depressive Episode im Rahmen einer rezidivierenden depressiven Störung zu werten sei. 
Gegenwärtig sei sie leicht- bis mittelgradiger Ausprägung. Als Grundlage erkennbar sei eine seit 
früher Jugend bestehende Persönlichkeitsakzentuierung, die als Vulnerabilitätsfaktor die psychi-
sche Resilienz in Belastungssituationen reduziere. Aus psychiatrischer Sicht bestehe aufgrund 
der komplexen komorbiden Störung eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit von 50 %. Psy-
chiatrisch lasse sich eine Einschränkung mit der Gefahr rezidivierender depressiver Kompensa-
tionen begründen, die bei Überforderung aufgrund der Persönlichkeitsakzentuierung der Versi-
cherten zu fürchten seien. Bei dieser Einschätzung seien auch die Auswirkungen der chronischen 
Schmerzstörung berücksichtigt. In der Konsensbeurteilung kam das Expertenteam zum Schluss, 
dass es der Versicherten grundsätzlich zumutbar sei, ab 1. Januar 2012 sämtliche leidensange-
passten Tätigkeiten im Umfang von 50 % auszuüben. Die Arbeitsunfähigkeit wurde mit den kom-
plexen morbiden psychischen Störungen begründet.  
 
5.2 Das Rentenerhöhungsgesuch vom 29. November 2018 lehnte die IV-Stelle mit Verweis 
auf das von ihr in Auftrag gegebene polydisziplinäre Gutachten der ABI vom 18. Januar 2021 ab 
(vgl. angefochtene Verfügung vom 3. August 2021). Die ABI-Gutachter diagnostizierten aus ge-
samtmedizinischer Sicht mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depressive Stö-
rung, gegenwärtig leichte Episode (ICD-10 F33.0), eine chronische Schmerzstörung mit somati-
schen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41), ein chronisches therapieresistentes lumbos-
pondylogenes Schmerzsyndrom rechtsbetont und ein chronisches zervikospondylognes 
Schmerzsyndrom. Die somatischen und psychischen Beeinträchtigungen schränkten die Arbeits-
fähigkeit der Versicherten weiterhin zu 50 % ein. Diesem Gutachten konnte das Kantonsgericht 
hinsichtlich der psychiatrischen Beurteilung nicht volle Beweiskraft beimessen. Aus diesem 
Grund beauftragte es mit Beschluss vom 13. Oktober 2022 Dr. F._____ mit einer psychiatrischen 
Begutachtung der Versicherten.  
 
5.3 In ihrem Gutachten vom 5. September 2023 diagnostizierte Dr. F._____ eine somato-
forme Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41), eine kom-
binierte Persönlichkeitsstörung mit ängstlich-selbstunsicheren und zwanghaften Zügen (ICD-10 
F61), psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol, Abhängigkeitssyndrom ständiger Ge-
brauch (ICD-10 F10.25), und eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige 
Episode (ICD-10 F33.1). In der Beurteilung führte die Gutachterin aus, dass die Versicherte zu 

 

 
 
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Beginn der Untersuchung ausschliesslich über körperliche Symptome geklagt habe. Die Explo-
ration sei auch wegen körperlicher Beschwerden mehrmals unterbrochen worden. Erst im Verlauf 
des Gesprächs habe sie begonnen, über ihre psychischen Probleme zu reden. Dabei habe sie 
sehr leise gesprochen, habe oft unsicher und schüchtern gewirkt. Die Gangart sei vorsichtig ge-
wesen und die Bewegungsabläufe seien mit Rücksicht auf die körperlichen Beschwerden ausge-
führt worden. Im Ausdrucksverhalten sei sie eher zurückhaltend und im Antrieb gehemmt gewe-
sen. Die Versicherte habe eine spezifische soziale Angst beschrieben und berichtet, dass sie 
Menschenmengen und Einkaufsläden meide. Sie fürchte sich auch vor Verurteilungen durch an-
dere Menschen. Die Stimmung und der Affekt seien empfindsam, ängstlich, depressiv-verstimmt 
sowie gedrückt gewesen. Sie habe eine deutliche Störung der Vitalgefühle gezeigt. Deutlich spür-
bar seien Scham- und Schuldgefühle sowie Unsicherheit gewesen. Die Versicherte habe 2006 
und 2012 zwei schwerwiegende Suizidversuche begangen, welche zu Hospitalisationen geführt 
hätten. Aktuell bestehe keine akute Suizidalität; es liege jedoch ein Lebensüberdruss vor. Der 
AUDIT (=Alcohol Use Disorders Identification)-Test habe gezeigt, dass die Versicherte stark al-
koholabhängig sei. Einen stark übermässigen Alkoholkonsum bestätigten auch die Laborunter-
suchungen und der stark erhöhte Leberwert Gamma GT. Beim Screening-Fragebogen zum SKID 
V (= Structured Clinical Interview for DSM-5 Disorders) habe sie alle Items erfüllt, was auf eine 
abhängige und selbstunsichere Persönlichkeit hinweise. Die Kriterien für eine zwanghafte Per-
sönlichkeitsstörung seien knapp erfüllt gewesen.  
 
Die Schmerzsymptomatik sei ein Teil der psychiatrischen Erkrankung, mit welcher die Versicherte 
immer wieder einen legitimen Anspruch auf Zuwendung von medizinischen Fachpersonen stellen 
könne, ohne als verrückt oder süchtig zu gelten. Diese Dynamik sei vereinbar mit der Diagnose 
einer somatoformen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren, die durch ei-
nen andauernden quälenden Schmerz definiert werde und mehrere Körperbereiche gleichzeitig 
betreffen könne. Aufgrund der langwierigen Krankheitsgeschichte mit diversen Eingriffen, auch 
invasiver Art, seien die körperlichen und psychischen Ursachen der Schmerzen nicht mehr klar 
voneinander zu trennen. Die Grundlage der Schmerzstörung sei wahrscheinlich in der Persön-
lichkeitsentwicklung der Versicherten zu sehen. Sie sei als Kind parentifiziert worden; sie habe 
viel Verantwortung für ihre jüngere Schwester übernehmen müssen. Die mütterliche Versorgung 
ihr gegenüber sei emotional ungenügend gewesen. Sie habe wenig positive Rückmeldungen in 
Bezug auf ihre Leistungen und Begabungen erhalten. Es sei daher eine grosse Selbstunsicher-
heit und Ängstlichkeit zurückgeblieben, welche die Versicherte in jungen Jahren, als sie körperlich 
fit und äusserlich attraktiv gewesen sei, durch soziale Aktivitäten oder «flotte» Autos habe kom-
pensieren können. Sie habe aber nie eine längerdauernde und befriedigende Liebesbeziehung 
eingehen können. Vielmehr sei sie von einer früheren Beziehung massiv enttäuscht worden. So 
habe ein früherer Partner sie wegen einer anderen Frau verlassen, nachdem sie bei einem von 
ihm verursachten Autounfall schwer verletzt worden sei. Grosse Enttäuschungen habe sie auch 
von ihren Familienangehörigen erlebt. Inzwischen habe sie die Beziehung zu ihrer jüngeren 
Schwester, die noch die einzig lebende nahe Verwandte sei, aufgegeben. In der Dynamik der 
psychischen Störungen habe sich ein immer schwerwiegenderes Alkoholproblem entwickelt, wel-
ches die Versicherte trotz einigen Entzugsversuchen nicht mehr kontrollieren könne. Obwohl eine 
einmalige Untersuchung nicht ausreiche, um eine Persönlichkeitsstörung eindeutig diagnostizie-
ren zu können, weise der Screening-Fragebogen zum SKID V sehr stark darauf hin, dass bei der 

 

 
 
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Versicherten eine selbstunsichere, abhängige Persönlichkeitsstörung bestehe. Dazu kämen aus-
geprägte zwanghafte Züge, d.h. eine Tendenz, alles unter Kontrolle zu haben und alles perfekt 
zu machen. Damit lägen zwei sich widersprechende Anteile der Persönlichkeit vor, die den inne-
ren Konflikt verstärkten. Damit der innere Konflikt aushaltbar sei, konsumiere die Versicherte Al-
kohol, der ihr emotionale Distanz zu den inneren Spannungen verschaffe, gleichzeitig aber auch 
Antrieb für die depressive Symptomatik gebe. Inzwischen habe sich die Alkoholkonsumstörung 
zu einer eigenständigen psychischen Störung entwickelt.  
 
Insgesamt lägen vier verschiedene psychiatrische Diagnosen vor, welche sich gegenseitig be-
einflussten und in ihrer Gesamtheit die psychische Funktionsfähigkeit der Versicherten schwer-
wiegend beeinträchtigten. Bei der vorliegenden Suchterkrankung und dem gleichzeitigen Wunsch 
nicht aufzufallen, keine Fehler zu begehen und es allen recht zu machen, sei es nachvollziehbar, 
dass sich die Versicherte primär der somatischen medizinischen Versorgung zugewendet habe. 
Für sie bedeute eine psychische Erkrankung ein unerträgliches Stigma, das Scham und Vermei-
dungsverhalten auslöse. Früher habe sie über viele Fähigkeiten verfügt. So habe sie an gesell-
schaftlichen Ereignissen teilgenommen, habe Hobbys sowie soziale Kontakte gepflegt und sei in 
beruflicher Hinsicht erfolgreich gewesen. In den letzten 30 Jahren habe einhergehend mit der 
Zunahme ihrer körperlichen Beschwerden eine Abwärtsspirale begonnen. Aufgrund ihrer 
Schmerzproblematik und ihrer Substanzabhängigkeit sei sie heute in Bezug auf das Einhalten 
von Regeln und Routinen im Vergleich zu gesunden Menschen massiv eingeschränkt. Sie sei 
nicht mehr in der Lage, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen oder einer beruflichen Aktivität 
nachzugehen. Die administrativen Angelegenheiten könne sie seit Mai 2021 nicht mehr selbst-
ständig erledigen. Es sei deswegen auch eine Beiständin eingesetzt worden. Sie sei auch in der 
Flexibilität und der Umstellungsfähigkeit erheblich beeinträchtigt. In Kombination mit der Abhän-
gigkeitserkrankung könne sie sich auf wechselnde Verhältnisse nicht mehr einstellen. Zudem be-
stehe eine sehr grosse Einschränkung im Selbstvertrauen und in der Durchhaltefähigkeit sowie 
in sozialer Hinsicht. Angesichts des fortgeschrittenen Alters der Versicherten, der geringen Res-
sourcen auch in körperlicher Hinsicht und der Chronizität der Erkrankung könne selbst bei einer 
optimalen Behandlung nicht davon ausgegangen werden, dass sich ihre psychische Funktions-
fähigkeit dauerhaft und entscheidend verbessern würde. Sie lebe auf einem sehr eingeschränk-
ten Funktionsniveau. Aus psychiatrischer Sicht liege weder in der angestammten noch in einer 
leidensangepassten Tätigkeit eine verwertbare Arbeitsfähigkeit im ersten Arbeitsmarkt vor. Seit 
dem letzten Aufenthalt in der Klinik H.____, d.h. seit November 2020, bestehe eine 100%ige 
Arbeitsunfähigkeit. Vor November 2020 sei die Versicherte für eine längere Zeit nicht in psychi-
atrischer oder psychotherapeutischer Behandlung gestanden. Aus diesem Grund könne sie den 
Verlauf vor November 2020 nicht schlüssig beurteilen.  
 
6.1 Wie alle Beweismittel unterliegen Gerichtsgutachten der freien richterlichen Beweiswürdi-
gung. Kriterien der Beweiswürdigung bilden die Vollständigkeit, die Nachvollziehbarkeit und die 
Schlüssigkeit des Gutachtens. Das Gericht hat zu prüfen, ob das Gutachten alle Fragen beant-
wortet, sich auf den zutreffenden Sachverhalt stützt und den Befund ausreichend begründet. In 
Sachfragen weicht das Gericht jedoch "nicht ohne zwingende Gründe" von einer gerichtlichen 
Expertise ab. Aufgabe der medizinischen Expertin bzw. des medizinischen Experten ist es, ihre 
bzw. seine Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten 

 

 
 
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Sachverhalt medizinisch erfassen zu können (BGE 125 V 351 E. 3b/aa). Ein Grund zum Abwei-
chen kann vorliegen, wenn die Gerichtsexpertise widersprüchlich ist oder wenn ein vom Gericht 
eingeholtes Obergutachten in überzeugender Weise zu anderen Schlussfolgerungen gelangt. 
Eine abweichende Beurteilung kann ferner gerechtfertigt sein, wenn gegensätzliche Meinungs-
äusserungen anderer Fachexperten dem Gericht als triftig genug erscheinen, die Schlüssigkeit 
des Gerichtsgutachtens in Frage zu stellen, sei es, dass es die Überprüfung durch einen Ober-
experten für angezeigt hält, sei es, dass es ohne Oberexpertise vom Ergebnis des Gerichtsgut-
achtens abweichende Schlussfolgerungen zieht (BGE 118 V 286 E. 1b, 112 V 30 E. 1a mit Hin-
weisen).  
 
6.2 Nach Würdigung der vorliegenden medizinischen Aktenlage kommt das Gericht zum 
Schluss, dass dem Gutachten von Dr. F._____ vom 5. September 2023 volle Beweiskraft beizu-
messen ist. Das psychiatrische Gutachten ist sorgfältig erstellt worden. Es beruht auf einer um-
fassenden persönlichen Exploration, berücksichtigt die ganze Krankheitsgeschichte und ist in 
Kenntnis der Vorakten abgegeben worden. Die Gutachterin erhob in allen Bereichen eine Anam-
nese (Familie, Kindheit, Schule, Beruf, Gesundheit) und begründet überzeugend die Herleitung 
ihrer Diagnosen und ihre Schlussfolgerungen leuchten ein. Zudem setzte sie sich eingehend mit 
den abweichenden medizinischen Beurteilungen auseinander. Insbesondere begründete sie 
nachvollziehbar, weshalb der Beurteilung und der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit von 
Dr. E._____ nicht gefolgt werden kann (vgl. Gutachten S. 27 f.). Die gutachterliche Schlussfolge-
rung, wonach die Versicherte sowohl ihre angestammten Tätigkeiten als auch eine Verweistätig-
keit ab November 2020 nicht mehr auf dem freien Arbeitsmarkt ausführen könne, kann gut nach-
vollzogen werden.  
 
6.3 Wird der Gesundheitszustand der Versicherten zum Zeitpunkt der angefochtenen Ver-
fügung vom 3. August 2021 mit demjenigen der Verfügung der IV-Stelle vom 1. März 2018 ver-
glichen, so ist festzustellen, dass sich der psychische Gesundheitszustand der Versicherten seit-
her deutlich verschlechtert hat. So entsprach der psychische Gesundheitszustand der Versicher-
ten im März 2018 im Wesentlichen immer noch demjenigen, den die asim-Gutachterin im Sep-
tember 2015 festgestellt hatte; d.h. die Versicherte war aufgrund der somatischen und psychi-
schen Beeinträchtigungen zu 50 % in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. Gemäss Dr. F._____ 
hat sich die psychische Situation seither derart verschlechtert, dass die Versicherte seit Novem-
ber 2020 keiner Erwerbstätigkeit mehr im ersten Arbeitsmarkt nachgehen kann. Aufgrund dieser 
Sachlage ist eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes und damit ein Revisionsgrund im 
Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG hinreichend nachgewiesen.   
 
6.4 Gegen die Schlüssigkeit des Gutachtens von Dr. F._____ bringen weder die Versicherte 
noch die IV-Stelle Einwände hervor. Es besteht daher Einigkeit, dass die Versicherte über keine 
verwertbare Arbeitsfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt verfügt. Dr. F._____ bestätigt eine 
100%ige Arbeitsunfähigkeit ab November 2020. Demgemäss hat die Versicherte in Anwendung 
von Art. 88a Abs. 2 IVV ab 1. Februar 2021 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente. 
 
6.5 Dem Vorbringen der Versicherten, wonach aus den medizinischen Unterlagen hervor-
gehe, dass sie schon zum Zeitpunkt des Gesuchs um Rentenerhöhung am 29. November 2018 

 

 
 
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zu 100 % arbeitsunfähig gewesen sei und deshalb bereits ab 1. November 2018 Anspruch auf 
eine ganze Invalidenrente habe, kann nicht gefolgt werden. Ein Blick in die Akten zeigt auf, dass 
seit dem Gesuch um Rentenerhöhung vom 29. November 2018 bis zum Aufenthalt in der Klinik 
H.____ vom 31. Oktober 2020 bis 11. November 2020 keine psychiatrischen oder psychothera-
peutischen Berichte vorliegen. Die Versicherte macht auch nicht geltend, dass sie sich während 
des fraglichen Zeitraumes in einer entsprechenden Behandlung befunden habe. Mangels echt-
zeitlicher psychiatrischer Berichte ist es nicht möglich, zuverlässig zu beurteilen, ob vor dem Kli-
nikaufenthalt bereits eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden hat. Es liegt somit Beweislosig-
keit vor, deren Folgen im Sozialversicherungsrecht diejenige Partei zu tragen hat, welche aus 
dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten möchte (BGE 117 V 261 E. 3b mit 
Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts vom 12. Juni 2014, 9C_701/2013, E. 4.1).  
 
6.6 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die bisherig ausgerichtete Dreiviertelsrente in 
Anwendung von Art. 88a Abs. 2 IVV per 1. Februar 2021 revisionsweise auf eine ganze Rente zu 
erhöhen ist. Demzufolge ist in Gutheissung der Beschwerde die angefochtene Verfügung vom 3. 
August 2021 aufzuheben und festzustellen, dass die Versicherte mit Wirkung ab 1. Februar 2021 
Anspruch auf eine ganze Invalidenrente hat.  
 
7.1 Es verbleibt über die Kosten zu befinden. Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwer-
deverfahren bei Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kos-
tenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im 
Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen in-
folge wiederholter Urteilsberatungen durch das Kantonsgericht ein grosser Verfahrensaufwand 
entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskosten in Berücksichtigung des bundesrechtli-
chen Kostenrahmens auf Fr. 1'000.-- fest.  Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten 
in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist die 
IV-Stelle unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihr aufzuerlegen sind. 
 
7.2 Nach Art. 45 Abs. 1 ATSG hat der Versicherungsträger die Kosten der Abklärung zu über-
nehmen, soweit er die Massnahmen angeordnet hat. Hat er keine Massnahmen angeordnet, so 
übernimmt er deren Kosten dennoch, wenn die Massnahmen für die Beurteilung des Anspruchs 
unerlässlich waren oder Bestandteil nachträglich zugesprochener Leistungen bilden. Wie das 
Bundesgericht in BGE 137 V 210 entschieden hat, sind in den Fällen, in denen zur Durchführung 
der vom Gericht als notwendig erachteten Beweismassnahme an sich eine Rückweisung in Frage 
käme, eine solche indessen mit Blick auf die Wahrung der Verfahrensfairness entfällt, die Kosten 
der durch das Gericht in Auftrag gegebenen Begutachtung dem Versicherer aufzuerlegen. Dies 
sei, so das Bundesgericht weiter, mit der zitierten Bestimmung von Art. 45 Abs. 1 ATSG durchaus 
vereinbar (BGE 137 V 210 E. 4.4.2). Vorliegend ist das Gericht anlässlich seiner ersten Urteils-
beratung vom 13. Oktober 2022 zum Ergebnis gelangt, dass ein Entscheid in der Angelegenheit 
gestützt auf die damals vorhandene Aktenlage nicht möglich ist. Es hat deshalb beschlossen, den 
Fall auszustellen und zur weiteren Klärung des medizinischen Sachverhalts ein psychiatrisches 
Gerichtsgutachten in Auftrag zu geben. Wie sich anlässlich der heutigen Urteilsberatung gezeigt 
hat, war das in der Folge eingeholte Gerichtsgutachten von Dr. F._____ vom 6. September 2023 
für eine abschliessende Beurteilung des medizinischen Sachverhalts unerlässlich. Im Lichte der 

 

 
 
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geschilderten bundesgerichtlichen Rechtsprechung sind demnach die Kosten der Begutachtung 
der IV-Stelle zu überbinden. Diese Kosten belaufen sich gemäss Rechnung von Dr. F._____ vom 
6. September 2023 auf Fr. 4'200.--.  
 
5.3 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Da die Versicherte obsiegende Partei ist, ist ihr eine Parteientschädigung 
zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Der Rechtsvertreter der Versicherten hat in seinen Hono-
rarnoten vom 24. Mai 2022 und 5. Dezember 2023 für das vorliegende Verfahren einen Zeitauf-
wand von insgesamt 17,1667 Stunden geltend gemacht, was sich als zu hoch erweist. So enthält 
die Deservitenkarte eine zweimalige Berücksichtigung des nachprozessualen Aufwands für das 
Studium des Urteils und der Besprechung mit der Klientin von je 1 Stunde. Diese Bemühungen 
sind nur einmal zu entschädigen. Ausserdem wurde ein Aufwand von je 15 Minuten für die Aus-
arbeitung der Honorarnote geltend gemacht. Dieser Aufwand wird jedoch praxisgemäss nicht 
entschädigt. Aufgrund dieser Ausführungen ist eine Kürzung des geltend gemachten Zeitaufwan-
des um 1,5 Stunden vorzunehmen. Somit ergibt sich ein zu entschädigender Gesamtaufwand 
von 15,6667 Stunden. Nicht zu beanstanden sind indessen die in der Honorarnote ausgewiese-
nen Auslagen von insgesamt Fr. 117.--. Der Versicherten ist deshalb eine Parteientschädigung 
in der Höhe von Fr. 4'344.25 (15,6667 Stunden à Fr. 250.-- + Auslagen von Fr. 117.-- zuzüglich 
7,7 % Mehrwertsteuer) zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. 
 
  

 

 
 
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Demgemäss wird  e r k a n n t : 
 

://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom 
3. August 2021 aufgehoben und es wird festgestellt, dass die Beschwer-
deführerin Anspruch auf eine ganze Invalidenrente mit Wirkung ab 
1. Februar 2021 hat. 

 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 1'000.-- werden der IV-Stelle Basel-Land-
schaft auferlegt. Der Beschwerdeführerin wird der geleistete Kostenvor-
schuss in Höhe von Fr. 800.-- zurückerstattet. 

 3. Die Kosten für das gerichtliche Gutachten von Dr. med. Claudine 
F._____ in der Höhe von insgesamt Fr. 4'200.-- werden der IV-Stelle 
Basel-Landschaft auferlegt. 

 4. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat der Beschwerdeführerin eine Partei-
entschädigung in der Höhe von Fr. 4'344.25 (inkl. Auslagen + 7,7 % 
Mehrwertsteuer) zu bezahlen.