# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b7ed195f-de48-5c19-a3d0-d8dc3f6f7ae5
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-04-28
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Versicherungsgericht 28.04.2025 VBE.2024.400
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_007_VBE-2024-400_2025-04-28.pdf

## Full Text

Versicherungsgericht 

2. Kammer 

 

VBE.2024.400 / DB / ss  
Art. 46 

 

Urteil vom 28. April 2025 
 

 

Besetzung  Oberrichterin Peterhans, Präsidentin  

Oberrichterin Fischer  

Oberrichterin Hausherr  

Gerichtsschreiber Bächli          

 

 
   

Beschwerde- 

führerin  

 A._____ 

vertreten durch Matthias Frey, Rechtsanwalt, Speichergasse 35, 

3011 Bern    

     

 
   

Beschwerde- 

gegnerin  

 SVA Aargau, IV-Stelle, Bahnhofplatz 3C, Postfach, 5001 Aarau   

     

 
   

Beigeladene   B._____ 

vertreten durch lic. iur. Daniel Ragaz, Rechtsanwalt, Pelzgasse 15, Post-

fach, 5001 Aarau      

 

    
 

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend IVG Renten 

(Verfügungen vom 20. Juni 2024 und 18. Juli 2024 

i.S. B._____, Vers.-Nr. aaa) 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Am 1. Januar 2023 meldete sich die 1983 geborene, zuletzt als Gärtnerin 

im Detailhandel tätig gewesene Beigeladene wegen "Long Covid", beste-

hend seit Juli 2022, bei der Beschwerdegegnerin zum Bezug von Leistun-

gen (berufliche Integration/Rente) der Eidgenössischen Invalidenversiche-

rung (IV) an. In der Folge tätigte die Beschwerdegegnerin berufliche und 

medizinische Abklärungen und gewährte der Beigeladenen Kostengutspra-

che für ein Aufbautraining vom 2. Mai 2023 bis am 1. Mai 2024. Im Rahmen 

ihrer weiteren Abklärungen gab sie eine neuropsychologische Untersu-

chung in der Rehaklinik C._____ (C._____) in Auftrag. Nach Eingang des 

entsprechenden Berichts, Einholung einer Stellungnahme ihres Regiona-

len Ärztlichen Dienstes (RAD) und durchgeführtem Vorbescheidverfahren 

sprach sie der Beigeladenen mit Verfügungen vom 20. Juni 2024 sowie 

vom 18. Juli 2024 rückwirkend ab 1. Mai 2024 eine ganze Invalidenrente 

zu. 

 

2. 

2.1. 

Mit Eingabe vom 13. August 2024 erhob die Beschwerdeführerin, bei wel-

cher die Beigeladene im Rahmen ihres letzten Arbeitsverhältnisses berufs-

vorsorgeversichert gewesen war, gegen die Verfügungen vom 20. Juni so-

wie 18. Juli 2024 fristgerecht Beschwerde und stellte folgende Rechtsbe-

gehren: 

 

"1. Die Verfügungen vom 20. Juni 2024 und vom 18. Juli 2024 seien auf-
zuheben. 

 
 2. Die Sache sei zur weiteren Abklärung an die Beschwerdegegnerin zu-

rückzuweisen. 
 
    - unter Kosten- und Entschädigungsfolge -" 

 

2.2. 

Mit Vernehmlassung vom 17. Dezember 2024 beantragte die Beschwerde-

gegnerin die Abweisung der Beschwerde. 

 

2.3. 

Mit instruktionsrichterlicher Verfügung vom 7. Januar 2025 wurde B._____ 

zum Verfahren beigeladen und es wurde ihr Gelegenheit gegeben, zur Be-

schwerde und zur Vernehmlassung Stellung zu nehmen. 

 

2.4. 

Die Beigeladene beantragte mit Stellungnahme vom 14. März 2025 die Ab-

weisung der Beschwerde unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. 

 

 - 3 - 

 

 

 
   

Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

1.1. 

Die Beschwerdegegnerin begründete die Zusprache der ganzen Rente mit 

Wirkung ab 1. Mai 2024 damit, dass die bis zu diesem Zeitpunkt durchge-

führten Eingliederungsmassnahmen gezeigt hätten, dass die Beigeladene 

über keine auf dem ersten Arbeitsmarkt verwertbare Arbeitsfähigkeit mehr 

verfüge (vgl. Vernehmlassungsbeilage [VB] 129 S. 4 f.). Die Beschwerde-

führerin stellt sich demgegenüber im Wesentlichen auf den Standpunkt, die 

Beschwerdegegnerin habe den Grundsatz "Eingliederung vor Rente" ver-

letzt und sei zu Unrecht von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit der Beige-

ladenen in jeglicher Tätigkeit ausgegangen (vgl. Beschwerde S. 5 ff.). Die 

Beigeladene macht schliesslich – unter Hinweis auf den Verlauf der Integ-

rationsmassnahmen und die Beurteilung der RAD-Ärztin vom 26. April 

2024 (VB 113) – geltend, die Beschwerdegegnerin sei zu Recht zum 

Schluss gelangt, dass sie einstweilen Anspruch auf eine ganze Rente habe 

(Stellungnahme vom 14. März 2025 S. 2). 

 

1.2. 

Streitig und zu prüfen ist demnach, ob die Beschwerdegegnerin der Beige-

ladenen zu Recht mit Verfügungen vom 20. Juni 2024 (VB 129) sowie vom 

18. Juli 2024 (VB 133) eine ganze Invalidenrente ab dem 1. Mai 2024 zu-

gesprochen hat. 

 

2. 

2.1. 

Gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG haben Anspruch auf eine Rente Versicherte, 

die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu 

betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her-

stellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres 

ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeits-

unfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 

40 % invalid sind (lit. c). Eine Rente nach Art. 28 Abs. 1 IVG wird nicht zu-

gesprochen, solange die Möglichkeiten zur Eingliederung im Sinne von 

Art. 8 Abs. 1bis und 1ter IVG nicht ausgeschöpft sind (Art. 28 Abs. 1bis IVG).  

 

2.2. 

Invalide oder von einer Invalidität bedrohte Versicherte haben nach Art. 8 

Abs. 1 IVG Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit diese not-

wendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im 

Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, zu erhalten oder zu 

verbessern (lit. a), und die Voraussetzungen für den Anspruch auf die ein-

zelnen Massnahmen erfüllt sind (lit. b). Bei der Festlegung der Massnah-

men sind gemäss Art. 8 Abs. 1bis zweiter Satz IVG insbesondere das Alter 

 - 4 - 

 

 

(lit. a), der Entwicklungsstand (lit. b), die Fähigkeiten der versicherten Per-

son (lit. c) und die zu erwartende Dauer des Erwerbslebens (lit. d) zu be-

rücksichtigen. Bei Abbruch einer Eingliederungsmassnahme wird nach 

Massgabe der Absätze 1 und 1bis eine wiederholte Zusprache derselben 

oder einer anderen Eingliederungsmassnahme geprüft (Art. 8 Abs. 1ter 

IVG). 

 

3. 

3.1. 

In den angefochtenen Verfügungen vom 20. Juni 2024 (VB 129) sowie vom 

18. Juli 2024 (VB 133) stützte sich die Beschwerdegegnerin in medizini-

scher Hinsicht im Wesentlichen auf die Aktennotiz der RAD-Ärztin med. 

pract. F._____, Praktische Ärztin, vom 26. April 2024. Diese ging von fol-

gender Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit aus (VB 113): 

 

"- Post-COVID-Symptomatik mit 
o Leistungsintoleranz, Belastungsdyspnoe 
o Spiroergometisch aufgebrauchte kardiale sowie pulmonale Re-

serve 
o Neuropsychologisch: im Zeitverlauf abnehmende Aufmerksam-

keitsaktivitäten sowie Abnahme der kognitiven Belastbarkeit 
o Chronische Kopfschmerzen, Zunahme unter Belastung" 

 

Der Beschwerdeführerin seien körperlich leichte bis maximal kurzzeitig mit-

telschwere Tätigkeiten ohne Zeitdruck und ohne Multitasking zumutbar. Es 

sollten gleichbleibende Arbeitszeiten ermöglicht werden und Arbeiten in 

Wechselhaltung mit der Möglichkeit, immer wieder Kurzpausen einzulegen. 

Weiter führte med. pract. F._____ aus, im Aufbautraining habe innert eines 

Jahres lediglich eine Belastbarkeit für eine adaptierte Tätigkeit in einem 

Teilpensum von vier Stunden pro Tag aufgebaut werden können. Auf 

Grund der notwendigen Kurzpausen werde die Leistungsfähigkeit inner-

halb der möglichen Präsenzzeit mit 75 – 80 % eingeschätzt. Nach einge-

hender Besprechung mit dem begleitenden Eingliederungsberater sei fest-

zuhalten, dass die Arbeitsfähigkeit mit den beschriebenen Limitationen 

nicht im ersten Arbeitsmarkt umgesetzt werden könne. In der interdiszipli-

nären Besprechung mit dem Eingliederungsberater und der Fachspezialis-

tin Geldleistungen sei man zum Schluss gekommen, dass es günstig wäre, 

wenn die Beigeladene ihre Belastbarkeit in sehr kleinen Schritten sukzes-

sive vorerst unter den Bedingungen des geschützten Rahmens weiter auf-

bauen könnte und das Eingliederungspotential in etwa zwei Jahren noch-

mals überprüft werde. In der Zwischenzeit wären weitere Massnahmen in 

Form von Beratung und Begleitung sinnvoll (VB 113).  

 

 

 - 5 - 

 

 

3.2. 

Aus den weiteren Akten ergibt sich betreffend die Arbeitsfähigkeit der Be-

schwerdeführerin und den Verlauf der Eingliederungsmassnahmen im We-

sentlichen Folgendes: 

 

3.2.1. 

Dr. med. H._____, Fachärztin für Kardiologie und für Allgemeine Innere 

Medizin, führte in ihrem Bericht vom 24. Mai 2023 gestützt auf die Ergeb-

nisse des Herz-MRI mit Stress vom 9. März 2023 und des Ruhe- und 

24 Stunden-EKG aus, kardiologischerseits fänden sich – abgesehen von 

der diagnostizierten arteriellen Hypertonie – keine pathologischen Befunde. 

Eine weitere kardiologische Kontrolle sei nicht vorgesehen (VB 112 S. 4 f.). 

 

3.2.2. 

In seinem Bericht vom 31. Januar 2024 führte Dr. phil. I._____, Fachpsy-

chologe für Neuropsychologie, gestützt auf die von ihm in der neuropsy-

chologischen Untersuchung vom 16. Januar 2024 erhobenen Befunde aus, 

klinisch imponiere eine freundlich zugewandte, allseits orientierte Beigela-

dene, welche leistungsorientiert an der Untersuchung teilnehme. In der 

Anamnese sei sie sehr beredsam mit schnellem Sprechtempo und wirke 

häufig klagend, was sich jedoch später beim Bearbeiten der Aufgaben nicht 

mehr zeige. Im Kontakt falle unmittelbar eine starke Kurzatmigkeit auf, wel-

che aber bei fokussierter Konzentrationszuwendung auf die Testaufgaben 

schnell zu einer ruhigen Atemfrequenz abnehme, um in Zwischenphasen 

wieder zuzunehmen. Die Beigeladene wirke während der ganzen Untersu-

chung angestrengt, wiederholt werde den Schmerzen gestisch Ausdruck 

verliehen. Formal geprüft finde sich ein weitgehend alters- und ausbil-

dungsentsprechendes kognitives Leistungsprofil mit normentsprechenden 

Leistungen in den Bereichen Aufmerksamkeit, exekutive Funktionen sowie 

Lernen und Gedächtnis; Hinweise auf eine Aphasie, visuelle Agnosie oder 

eine visuo-konstruktive Störung ergäben sich keine. Als Hauptbefund lasse 

sich eine im Verlauf der Untersuchung deutlich abnehmende Leistung in 

der tonischen und phasischen Alertness objektivieren. Eine zweifache Prü-

fung derselben ergebe im Abstand von rund 150 Minuten eine zunehmende 

Verlangsamung der Reaktionszeiten. Diese Befunde würden eine zuneh-

mende kognitive Ermüdung im zeitlichen Verlauf widerspiegeln, welche 

sich zudem auch auf klinischer Ebene im Sinne einer abnehmenden allge-

meinen Konzentration beim Bearbeiten der Aufgaben habe beobachten 

lassen und anamnestisch von zunehmenden Kopfschmerzen und "Brain 

Fog" begleitet gewesen sei. Diagnostisch lägen aus neuropsychologischer 

Sicht eine "[i]m Zeitverlauf abnehmende Aufmerksamkeitsaktivierung/kog-

nitive Belastbarkeit bei ansonsten unauffälligem kognitiven Leistungsprofil 

sowie anamnestisch Hinweise auf das Vorliegen einer Fatigue, eine 'Brain 

Fogs' sowie chronischen Kopfschmerzen, ätiologisch wahrscheinlich im 

Rahmen eines Long-Covid-Syndroms" vor. Aus neuropsychologischer 

Sicht könnte die Beigeladene aktuell maximal während vier Stunden pro 

 - 6 - 

 

 

Tag (Präsenzzeit) für kognitiv leicht belastende Tätigkeiten eingesetzt wer-

den, jedoch nur unter der Voraussetzung, dass ein strukturiertes Pausen-

management eingehalten werden könne (z.B. mit einer zehnminütigen 

Pause alle 60 Minuten). Dies entspreche ungefähr dem Leistungsniveau, 

das die Beigeladene bisher im Aufbautraining erreicht habe. Prospektiv sei 

davon auszugehen, dass sie bis zum Ende des Programms ihre Belastbar-

keit weiter werde aufbauen könne. Nach Beendigung des Aufbautrainings 

im Mai 2024 könne eine berufliche Wiedereingliederung anvisiert werden, 

wobei das Anfangspensum eine Präsenzzeit von 50 % nicht übersteigen 

sollte und auf die Umsetzung eines strukturieren Pausenmanagements ge-

mäss den Empfehlungen der Eingliederungsexperten zu achten sei 

(VB 103 S. 5 ff.). 

 

3.2.3. 

In der Folge führte Dr. med. J._____, Facharzt für Pneumologie und für 

Allgemeine Innere Medizin, in seinem Bericht zur Spiroergometrie vom 2. 

April 2024 aus, der Beigeladenen sei weiterhin eine sitzende bzw. mittel-

schwere Tätigkeit im Stehen möglich. In der bisher ausgeübten Tätigkeit 

als Gärtnerin mit Tragen von Lasten über 10 kg bestehe eine 100%-ige 

Arbeitsunfähigkeit (VB 112 S. 2 f.). 

 

3.2.4. 

Im "Bericht Aufbautraining" vom 5. April 2024 führten die Ergotherapeuten 

K._____ sowie L._____, Rehaklinik C._____, aus, bei der Präsenzzeit habe 

eine positive Tendenz erkannt werden können; bei Abschluss der Mass-

nahme habe die Präsenzzeit bei vier Stunden an fünf Arbeitstagen gelegen. 

Um dieses Pensum umsetzen zu können, benötige die Beigeladene wäh-

rend der Präsenzzeit alle 60 Minuten eine kurze Pause. Innerhalb der ak-

tuellen Präsenzzeit könne die Leistungsfähigkeit bei körperlich leichten, 

wechselbelastenden und bei kognitiven Tätigkeiten auf mittelschwerem Ni-

veau auf 75 bis 80 % eingestuft werden (VB 107 S. 5 f.). Die Beigeladene 

zeige sich jeweils pünktlich und es seien keine unentschuldigten Absenzen 

verzeichnet. Jedoch seien die allgemeine Belastbarkeit und die Leistungs-

fähigkeit tagesformabhängig deutlich reduziert, dies zeige sich durch eine 

schnelle Ermüdbarkeit und eine starke Atmung. Psychosoziale Belastungs-

faktoren würden sich deutlich auf die Leistungsfähigkeit auswirken und 

könnten zu deren Abnahme führen. Seit der neuropsychologischen Unter-

suchung im Januar 2024 habe die Belastbarkeit abgenommen, da es zu 

einem "Crash" gekommen sei. Deswegen gehe die Beigeladene bewusster 

und teilweise vorsichtiger mit ihren Ressourcen um. Anhand der gezeigten 

Leistungen könne davon ausgegangen werden, dass die Beigeladene die 

Anforderungen des ersten Arbeitsmarktes zum aktuellen Zeitpunkt erst teil-

weise erfülle. Eine Rückkehr in die angestammte Tätigkeit als Gärtnerin sei 

aufgrund der aktuell eingeschränkten körperlichen und kognitiven Leis-

tungsfähigkeit weiterhin als kritisch zu betrachten. Ein möglicher nächster 

Schritt könnte versuchsweise eine Vermittlung in den ersten Arbeitsmarkt 

 - 7 - 

 

 

in Form eines Arbeitstrainings oder Arbeitsversuches sein, jedoch unter 

klaren Voraussetzungen. Das Arbeitspensum sollte zu Beginn 50 % nicht 

überschreiten und in kontinuierlichen Schritten mit genügend Stabilisie-

rungsphasen aufgebaut werden. Eine engmaschige Begleitung durch ein 

Job Coaching sei bei einem Einstieg in den Arbeitsmarkt klar zu empfehlen. 

Die Beigeladene benötige zum aktuellen Zeitpunkt eine Arbeitsstelle mit 

strukturgebenden Arbeitszeiten, welche nicht stressexponiert sei und die 

Möglichkeit zu Wechselpositionen, Kurzpausen und Unterbrechungen 

biete. Empfohlen sei auch, die psychotherapeutische Behandlung sowie 

die aktuell installierten weiteren Therapien (Trainings- und Ergotherapie) 

fortzuführen (VB 107 S. 9 f.).  

 

4. 

4.1. 

Aus den erwähnten Berichten ergibt sich übereinstimmend, dass die Bei-

geladene aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen zwar nicht 

mehr in der Lage ist, ihre angestammte Tätigkeit als Gärtnerin auszuüben, 

indes in angepassten Tätigkeiten noch über eine namhafte Leistungsfähig-

keit verfügt. Dies zeigten auch die beiden insgesamt durchaus positiv ver-

laufenen Aufbautrainings, in welchen die Beigeladene ihr Pensum von zwei 

auf vier Stunden täglich zu steigern vermochte und im Rahmen dieses Pen-

sums gemäss den zuständigen Ergotherapeuten der Rehaklinik C._____ 

immerhin eine Leistung von 75 bis 80 % erbrachte, was an sich einer Ar-

beitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit von knapp 40 % entspricht. 

Eine solche stellt denn auch die Beigeladene nicht in Abrede (vgl. Stellung-

nahme vom 14. März 2025 S. 2). Zwar gelangten die Ergotherapeuten der 

Rehaklinik C._____ kurz vor Abschluss der zweiten Massnahme zum 

Schluss, dass die Beschwerdeführerin die Anforderungen für eine Tätigkeit 

im ersten Arbeitsmarkt – noch – nicht vollumfänglich erfülle, brachten indes 

auch klar zum Ausdruck, dass weitere Eingliederungsmassnahmen, na-

mentlich ein weiteres Arbeitstraining, ein Arbeitsversuch und/oder ein Job 

Coaching (vgl. VB 107 S. 10), durchaus erfolgsversprechend seien. So be-

fand denn auch die RAD-Ärztin med. pract. F._____, dass die Beigeladene 

zwar derzeit noch über keine auf dem ersten Arbeitsmarkt umsetzbare Ar-

beitsfähigkeit verfüge, es aber "günstig" wäre, wenn sie ihre Belastbarkeit 

sukzessive "vorerst unter den Bedingungen des geschützten Rahmens" 

weiter aufbauen könnte (vgl. VB 113).  

 

4.2. 

Der Grundsatz "Eingliederung vor Rente" bzw. "Eingliederung statt Rente" 

greift, solange die Erwerbsfähigkeit einer versicherten Person voraussicht-

lich durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder hergestellt, er-

halten oder verbessert werden kann. Nur wenn keine entsprechenden 

Massnahmen (mehr) in Frage kommen, kann ein Rentenanspruch bejaht 

werden; andernfalls sind vorab geeignete Eingliederungsmassnahmen an-

zuordnen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_24/2024 vom 23. Dezember 

 - 8 - 

 

 

2024 E. 5.2.1 mit Hinweisen; E. 2.1). Vor dem Hintergrund der geschilder-

ten Gegebenheiten ist nicht nachvollziehbar, dass die Beschwerdegegne-

rin der Beigeladenen nach dem 1. Mai 2024 keine weiteren beruflichen 

Massnahmen gewährte, sondern am 20. Juni bzw. 18. Juli 2024 mit Wir-

kung ab 1. Mai 2024 eine auf einem Invaliditätsgrad von 100 % basierende 

ganze Rente zusprach. Anzumerken ist in diesem Zusammenhang, dass 

die den beiden Rentenverfügungen zu Grunde liegende Annahme einer 

100%igen Arbeitsunfähigkeit in jeglicher Tätigkeit (vgl. VB 129 S. 4) einer 

Grundlage in den medizinischen Akten entbehrt, liegt doch kein fachärztli-

cher Bericht vor, in welchem der Beigeladenen eine gänzliche Arbeitsunfä-

higkeit in einer Verweistätigkeit attestiert worden wäre.  

 

5. 

5.1. 

Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde in dem Sinne gutzuheissen, 

dass die Verfügungen vom 20. Juni 2024 sowie vom 18. Juli 2024 aufzu-

heben sind und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist, 

damit diese weitere Eingliederungsmassnahmen durchführe und danach 

neu über den Rentenanspruch der Beigeladenen verfüge. 

 

5.2. 

Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Kosten 

werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im 

Rahmen von Fr. 200.00 bis Fr. 1'000.00 festgesetzt. Für das vorliegende 

Verfahren betragen diese Fr. 800.00. Sie sind gemäss dem Verfahrens-

ausgang der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. 

 

5.3. 

Der Beschwerdeführerin steht aufgrund ihrer Stellung als Sozialversiche-

rungsträgerin (BGE 126 V 143 E. 4 S. 149 ff.) und der Beschwerdegegne-

rin und der Beigeladenen nach dem Ausgang des Verfahrens (Art. 61 lit. g 

ATSG) kein Anspruch auf Parteientschädigung zu. 

 

 
   

Das Versicherungsgericht erkennt: 

 

1.      

In Gutheissung der Beschwerde werden die Verfügungen vom 20. Juni 

2024 sowie vom 18. Juli 2024 aufgehoben, und die Sache wird an die Be-

schwerdegegnerin zurückgewiesen, damit diese weitere Eingliederungs-

massnahmen durchführe und danach über den Rentenanspruch der Bei-

geladenen neu verfüge. 

 

2. 

Die Verfahrenskosten von Fr. 800.00 werden der Beschwerdegegnerin auf-

erlegt.  

 - 9 - 

 

 

 

3. 

Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

 

 
   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim 

Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung 

mit Art. 90 ff. BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom sieb-

ten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli 

bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar 

(Art. 46 BGG).  

 

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 

Luzern, zuzustellen. 

 

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 

der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines 

Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweis-

mittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Hän-

den hat (Art. 42 BGG). 

 

 
   

Aarau, 28. April 2025 

 

Versicherungsgericht des Kantons Aargau 

2. Kammer 

Die Präsidentin:    Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Peterhans    Bächli