# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7353693e-9bae-5196-a728-59d8cc1d3875
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-11-30
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 30.11.2011 E-7343/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-7343-2009_2011-11-30.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung V
E­7343/2009

U r t e i l   v om   3 0 .   No v embe r   2 0 1 1

Besetzung Richter Bruno Huber (Vorsitz),
Richterin Jenny de Coulon Scuntaro,
Richterin Regula Schenker Senn,
Gerichtsschreiber Peter Jaggi.

Parteien A._______, geboren angeblich (…),
Afghanistan,
vertreten durch Ralph Wiedler Friedmann, Rechtsanwalt, 
(…),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Gegenstand Asyl und Wegweisung;
Verfügung des BFM vom 15. Oktober 2009 / N (…).

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Sachverhalt:

A. 
Der  Beschwerdeführer  verliess  seinen  Heimatstaat  gemäss  eigenen 
Angaben  im  (…)  und  gelangte  am  (…)  in  die  Schweiz,  wo  er  am 
28. April 2009  um  Asyl  nachsuchte.  Im  B._______  wurde  er  am  6. Mai 
2009  zu  seiner  Person,  zum  Reiseweg  sowie  –  summarisch  –  zu  den 
Asylgründen  befragt  und  daselbst  am  2. Juni  2009  im  Beisein  einer 
Vertrauensperson einlässlich zu seinen Asylgründen angehört.

Zur  Begründung  seines  Asylgesuches  machte  der  Beschwerdeführer 
geltend,  er  sei  afghanischer  Staatsangehöriger  (…)  Ethnie  und  (…) 
Religionszugehörigkeit mit (…) in (…) (Provinz Herat), wo er geboren und 
aufgewachsen  sei.  Er  habe  in  einer  Moschee  Lesen  und  Schreiben 
gelernt  und  seit  seinem  (…)  Lebensjahr  ohne  Berufsausbildung  (…) 
gearbeitet. Mit einem (…) Nachbarsmädchen namens C._______, in das 
er  sich  verliebt  habe,  habe  er  heimlich  eine  Beziehung  geführt.  Eines 
Tages habe deren Mutter ihn mit C._______ auf der Strasse gesehen. Er 
habe  seiner  Mutter  erklärt,  dass  er  C._______  liebe  und  sie  heiraten 
möchte. Einige Monate später habe seine Mutter  für  ihn bei der Familie 
von C._______ um deren Hand angehalten. C._______s Mutter habe ihre 
Zustimmung  zur  Heirat  aus  religiösen  Gründen  verweigert  und  den 
Antrag abgelehnt. Er habe sich aber weiterhin mit C._______ getroffen, 
wobei es auch zum Geschlechtsverkehr gekommen sei. C._______ habe 
ihrer  Mutter  davon  erzählt  und  erklärt,  sie  müsse  ihm  nun  zur  Frau 
gegeben werden. Danach sei es zwischen C._______ und  ihrer Familie 
zu  einem  Streit  gekommen,  wobei  C._______  verprügelt  worden  sei. 
Tags  darauf  sei  er  von  zwei  Brüdern  C._______s  aufgesucht, 
zusammengeschlagen,  beschimpft  und  mit  dem  Tode  bedroht  worden. 
Sein  Onkel  und  seine Mutter  hätten  ihn  vor  den  beiden  Brüdern  retten 
können.  Als  sein  Vater  abends  nach  Hause  gekommen  sei  und  von 
dieser  Auseinandersetzung  erfahren  habe,  sei  er,  um  den  Streit  zu 
schlichten,  zu  C._______s  Familie  gegangen.  Doch  auch  zwischen 
seinem  Vater  und  C._______s  Familie  sei  es  zu  einer 
Auseinandersetzung  gekommen,  anlässlich  derer  sein  Vater 
zusammengeschlagen  worden  sei.  Nachdem  sein  Vater  nach  Hause 
zurückgekehrt  sei,  habe dieser  ihn  ebenfalls  zusammengeschlagen und 
beschimpft,  durch  sein  Verhalten  die  Ehre  beider  Familien  verletzt  zu 
haben.  Er  habe  sich  dann  eine  Woche  zu  Hause  aufgehalten.  Als  er 
wieder  nach  draussen  gegangen  sei,  sei  er  erneut  von  C._______s 
Brüdern  angegriffen  und  zusammengeschlagen  worden.  Er  habe  zu 

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seinem Onkel väterlicherseits flüchten können. Der Onkel und sein Vater 
seien zum Schluss gekommen, dass er ausser Landes fliehen müsse, da 
ihn  C._______s  Brüder  sonst  umbringen  würden.  Mit  Hilfe  eines 
Schleppers sei er über (…) und (…) nach (…) gelangt, wo er (…) von der 
Polizei  aufgegriffen  und  zuerst  in  ein  Flüchtlingslager  und  später  nach 
(…) verbracht worden sei. Nach einigen Monaten Aufenthalt in (…) sei er 
schliesslich über Italien und Frankreich in die Schweiz gelangt.

Für  die  weiteren  Aussagen  wird  auf  die  Akten  und,  soweit  für  den 
Entscheid wesentlich, auf die nachfolgenden Erwägungen verwiesen.

Der  Beschwerdeführer  reichte  im  erstinstanzlichen  Verfahren  seinen 
afghanischen Identitätsausweis (Tazkera) zu den Akten.

B. 
Die am 12. Mai 2009 im Auftrag des BFM durchgeführte Altersschätzung 
(radiographische Knochenaltersbestimmung der linken Hand gemäss der 
Methode  von Greulich  und  Pyle)  ergab  gemäss  ärztlichem Bericht  vom 
13. Mai 2009 ein wahrscheinliches chronologisches Alter von 19 Jahren 
oder mehr. Dem Beschwerdeführer wurde  anlässlich  der  Anhörung  das 
rechtliche Gehör zum Ergebnis der Knochenaltersanalyse gewährt.

C. 
Mit Verfügung  vom 15. Oktober 2009  –  eröffnet  am 23. Oktober  2009 – 
stellte  das  BFM  fest,  der  Beschwerdeführer  erfülle  die 
Flüchtlingseigenschaft  nicht,  lehnte  sein  Asylgesuch  28.  April  2009  ab 
und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug an.

Das  Bundesamt  führte  zur  Begründung  seines  ablehnenden 
Entscheides an,  der Beschwerdeführer habe massiv widersprüchliche 
Angaben  zu  seinem  Alter  gemacht.  Bei  den  (…)  Behörden  (gemäss 
EURODAC­Treffer vom  […]) und anlässlich der Kontrolle vom (…) an 
der (…) Grenze habe er ein Alter von über 18 Jahren angegeben, bei 
der  Befragung  zur  Person  hingegen  ausgesagt,  er  sei  zu  diesem 
Zeitpunkt  erst  17  Jahre  alt  gewesen.  Zudem  habe  die 
Knochenaltersbestimmung ein wahrscheinliches chronologisches Alter 
von  19  Jahren  oder mehr  ergeben.  Die  diesbezüglichen  Erklärungen 
des  Beschwerdeführers  anlässlich  der  Gewährung  des  rechtlichen 
Gehörs seien nicht geeignet, diese Unstimmigkeiten aufzulösen, womit 
erhebliche Zweifel an der Glaubhaftigkeit seiner Vorbringen insgesamt 
entstünden.

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Des  Weiteren  habe  der  Beschwerdeführer  etliche  Elemente  seiner 
Vorbringen  ohne  zwingenden  Grund  erst  im  späteren  Verlauf  des 
Verfahrens  geltend  gemacht.  Insbesondere  habe  er  die  angebliche 
zweite  Auseinandersetzung  mit  den  Brüdern  der  jungen  Frau, 
anlässlich  derer  er  erneut  verprügelt  worden  sei,  erstmals  bei  der 
Anhörung  geltend  gemacht.  Auf  entsprechenden  Vorhalt  hin  habe  er 
lediglich angeführt, man habe ihn bei der Befragung zu seiner Person 
nicht  danach  gefragt.  Angesichts  der  Tatsache,  dass  der 
Beschwerdeführer  dieses  für  seine  Ausreise  massgebliche  Ereignis 
nicht  bereits  bei  der  Kurzbefragung  geltend  gemacht  habe,  sei  nicht 
nur  der Wahrheitsgehalt  dieses  Vorbringens,  sondern  auch  derjenige 
seiner Aussagen insgesamt äusserst zweifelhaft.

Hinzu  komme,  dass  die  Aussagen,  seine  Mutter  sei  in  Begleitung 
seiner  Schwester  und  der  Frau  seines  Onkels  zur  Familie  seiner 
Freundin gegangen und habe für  ihn um deren Hand angehalten, was 
die Mutter seiner Freundin abgelehnt habe, abgesehen davon, dass er 
wesentliche  Elemente  erst  bei  der  Anhörung  erwähnt  habe,  vor  dem 
Hintergrund  des  islamischen  und  insbesondere  des  afghanischen 
Kontextes  klar  der  allgemeinen  Erfahrung  widersprächen,  zumal  es 
äusserst  unüblich  sei,  dass  ausschliesslich  weibliche 
Familienangehörige über eine allfällige Hochzeit verhandelten.

Die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  vermöchten  somit  den 
Anforderungen an die Glaubhaftigkeit nicht standzuhalten. Es erübrige 
sich,  auf  weitere  Unglaubhaftigkeitselemente  in  den  Aussagen 
einzugehen oder deren Asylrelevanz zu prüfen. Der Beschwerdeführer 
erfülle  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht,  weshalb  sein  Asylgesuch 
abzulehnen sei.

Die  Folge  der  Ablehnung  eines  Asylgesuches  sei  in  der  Regel  die 
Wegweisung aus der Schweiz und deren Vollzug vorliegend zulässig, 
zumutbar und möglich.

D. 
Mit  Rechtsmitteleingabe  vom  23.  November  2009  beantragte  der 
Beschwerdeführer durch seinen Rechtsvertreter in materieller Hinsicht die 
vollumfängliche  Aufhebung  der  angefochtenen  Verfügung  und 
sinngemäss die Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zur  richtigen 
und  vollständigen  Feststellung  des  Sachverhalts,  eventualiter  die 
Gewährung  von  Asyl,  subeventualiter  unter  Feststellung  der 

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Undurchführbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  die  Erteilung  der 
vorläufigen  Aufnahme.  In  prozessualer  Hinsicht  beantragte  er  den 
Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und für den Fall der 
Gutheissung der Beschwerde die Kosten­ und Entschädigungsfolgen zu 
Lasten der Vorinstanz.

Auf die Begründung der Rechtsbegehren wird, soweit  für den Entscheid 
wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

E. 
Mit  Zwischenverfügung  vom  1.  Dezember  2009  stellte  der 
Instruktionsrichter  fest,  der  Beschwerdeführer  dürfe  den  Ausgang  des 
Verfahrens  in  der  Schweiz  abwarten.  Gleichzeitig  forderte  er  dessen 
Rechtsvertreter auf, bis zum 9. Dezember 2009 eine Anwaltsvollmacht im 
Original  einzureichen,  und  hiess  unter  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines 
Kostenvorschusses  das  sinngemässe  Gesuch  um  Gewährung  der 
unentgeltlichen  Rechtspflege  –  unter  Vorbehalt  des  Einreichens  einer 
Fürsorgebestätigung und einer allfälligen nachträglichen Veränderung der 
finanziellen Verhältnisse – gut.

F. 
Am  9. Dezember 2009  reichte  der  Rechtsvertreter  seine 
Anwaltsvollmacht  im  Original  und  am  17. Dezember 2009  eine 
Fürsorgeabhängigkeitsbestätigung der (…) vom (…) zu den Akten.

G. 
Das BFM beantragte in seiner Vernehmlassung vom 29. Januar 2010 die 
Abweisung der Beschwerde.

In  seiner  Replik  vom  18.  Februar  2010  hielt  der  Beschwerdeführer  an 
seinen  Rechtsbegehren  fest  und  beantragte  unter  Zuerkennung  der 
Flüchtlingseigenschaft die Gewährung von Asyl.

Auf die Begründungen wird, soweit  für den Entscheid wesentlich,  in den 
nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 

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1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021).  Das  BFM 
gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz 
des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende 
Ausnahme  im  Sinne  von  Art. 32  VGG  liegt  nicht  vor.  Das 
Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der 
vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls 
endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des 
Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht 
(Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 
Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG, 
SR 173.110]).

1.2. Das  Verfahren  richtet  sich  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem 
BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 
AsylG).

1.3. Die Beschwerde ist frist­ und formgerecht eingereicht. Der Beschwer­
deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die 
angefochtene Verfügung besonders  berührt  und hat  ein  schutzwürdiges 
Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er  ist  daher 
zur Einreichung der Beschwerde  legitimiert  (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 
AsylG,  Art. 48  Abs. 1  sowie  Art. 52  VwVG).  Auf  die  Beschwerde  ist 
einzutreten.

2. 
Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3. 
Vorab  ist  zu  prüfen,  ob  sich  die Rüge,  das BFM habe  den Sachverhalt 
unvollständig  respektive  unrichtig  festgestellt,  als  begründet  erweist, 
zumal gegebenenfalls die angefochtene Verfügung zu kassieren und die 
Sache an die Vorinstanz zur Neubeurteilung zurückzuweisen wäre.

In  den  Protokollen  finden  sich  weder  Anzeichen  für  eine  erschwerte 
sprachliche  Verständigung  noch  für  eine  unvollständige  respektive 
unrichtige  Protokollierung  der  Aussagen.  Der  Beschwerdeführer 

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bestätigte  vielmehr  am Schluss  der  Befragungen,  das Protokoll  sei  ihm 
rückübersetzt  worden  und  entspreche  seinen  Aussagen.  Zudem  hat 
anlässlich  der  Anhörung  weder  die  Vertrauensperson  noch  die 
Hilfswerkvertreterin Einwände geltend gemacht und sie regten auch keine 
weiteren Abklärungen an.  Insgesamt  ist mangels gegenteiliger Hinweise 
in  den  Akten  davon  auszugehen,  dass  die  Aussagen  des 
Beschwerdeführers  richtig  und  vollständig  protokolliert  wurden.  Des 
Weiteren wurde dem Beschwerdeführer das Merkblatt  für Asylsuchende 
ausgehändigt, in welchem er auf seine ihm obliegende Mitwirkungspflicht 
aufmerksam  gemacht  wurde.  Zu  Beginn  der  Anhörung  wurden  ihm  die 
wichtigsten  Mitwirkungspflichten  in  Erinnerung  gerufen,  und  er  wurde 
insbesondere auch aufgefordert, allfällig vorhandene Dokumente und alle 
Beweismittel  vorzulegen.  Das  Bundesamt  sah  sich  zu  Recht  nicht 
veranlasst,  weitergehende  Abklärungen  –  wie  beispielsweise  eine 
Botschaftsabklärung  –  in  die  Wege  zu  leiten.  Die  Rüge,  der 
rechtserhebliche  Sachverhalt  sei  von  der  Vorinstanz  unvollständig 
respektive  unrichtig  festgestellt  worden,  erweist  sich  somit  als 
unbegründet,  weshalb  das  diesbezügliche  Rechtsbegehren  abzuweisen 
ist.

4. 
4.1.  Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich  Asyl.  Flüchtlinge  sind  Personen,  die  in  ihrem Heimatstaat 
oder  im Land,  in dem sie zuletzt wohnten, wegen  ihrer Rasse, Religion, 
Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder 
wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt 
sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu 
werden. Als  ernsthafte Nachteile  gelten  namentlich  die Gefährdung  des 
Leibes,  des  Lebens  oder  der  Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen 
unerträglichen  psychischen  Druck  bewirken.  Den  frauenspezifischen 
Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG).

Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft  nachweisen 
oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 
Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  für 
gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere  Vorbringen,  die  in 
wesentlichen  Punkten  zu  wenig  begründet  oder  in  sich  widersprüchlich 
sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte 
oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).

5. 

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5.1.  Nach  einlässlicher  Prüfung  der  Akten  gelangt  das 
Bundesverwaltungsgericht  vorliegend  zum  Schluss,  dass  das  BFM  im 
Ergebnis  zu  Recht  die  gesuchsbegründenden  Aussagen  des 
Beschwerdeführers  als  den  Anforderungen  von  Art.  7  AsylG  an  die 
Glaubhaftigkeit nicht entsprechend qualifiziert hat.

5.2. Die  Vorbringen  auf  Beschwerdeebene  sind mangels  Stichhaltigkeit 
insgesamt  nicht  geeignet,  eine Änderung  der  angefochtenen Verfügung 
zu bewirken.

Zwar  wurde  in  der  Beschwerde  zutreffend  eingewendet,  es  sei  in 
Afghanistan entgegen den Erwägungen in der angefochtenen Verfügung 
durch­aus üblich, dass sich in erster Linie Frauen um Eheverhandlungen 
kümmern  würden.  Das  BFM  hat  denn  auch  in  seiner  Vernehmlassung 
vom  29.  Januar  2010  ausgeführt,  Abklärungen  hätten  ergeben,  dass 
dieser  Einwand  zutreffe.  Anderseits  ist  festzustellen,  dass  sich  der 
Beschwerdeführer  in  Bezug  auf  das  angebliche  Vorsprechen  seiner 
Mutter bei der Familie seiner Freundin in Widersprüche verwickelt hat, da 
er  bei  der  Erstbefragung  erklärte,  seine Mutter  sei  ohne Begleitung  zur 
Familie  der  jungen  Frau  gegangen  (Akten  BFM  A1/13  S.  5  f.),  und 
anlässlich der Anhörung anführte, seine Mutter habe in Begleitung seiner 
Schwester  und  der  Frau  seines  Onkels  um  die  Hand  von  C._______ 
angehalten  (A41/19  S.  4).  Nicht  zu  überzeugen  vermag  in  diesem 
Zusammenhang  seine  weitere  Aussage,  seine  Mutter  habe  erst  drei 
Monate  nach  Entdecken  der  Beziehung  Eheverhandlungen 
aufgenommen (A 14/19 S. 9). Angesichts dieser Sachlage gelingt es dem 
Beschwerdeführer  entgegen  seinen  Ausführungen  in  der  Replik  vom 
18. Februar  2010  mit  seinem  berechtigten  Einwand  nicht,  seine 
diesbezüglichen Aussagen glaubhafter erscheinen zu lassen.

Der Beschwerdeführer vermag seine divergierenden Altersangaben auch 
auf  Beschwerdeebene  nicht  zu  erklären.  Seine  Argumentation,  er  habe 
sich  in  Griechenland  verständlicherweise  nicht  als  minderjährig  zu 
erkennen geben wollen, um nicht  länger  in einem Lager  festgehalten zu 
werden,  erweist  sich  als  wenig  stichhaltig.  Auch  der  weitere 
Erklärungsversuch,  er  sei  bei  der  Kontrolle  am  Grenzübergang  zur 
Schweiz  von  den  Grenzbeamten  eingeschüchtert  worden  und  mangels 
Anwesenheit eines Übersetzers irrtümlicherweise davon ausgegangen, er 
könne aus drei an­gegebenen Jahreszahlen ein Geburtsjahr auswählen, 
vermag in keiner Weise zu überzeugen. Nicht nachvollziehbar  ist zudem 
seine  Antwort  auf  die  Frage,  weshalb  er  an  der  Grenze  nicht  sein 

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tatsächliches  Alter  angegeben  habe,  er  sei  nicht  ein  so  gebildeter 
Mensch,  er  habe  das  einfach  so  geschrieben  (A  14/19  S.  14). 
Festzuhalten  ist  in diesem Zusammenhang, dass der Beschwerdeführer 
seine  Altersangabe  gegenüber  den  schweizerischen  Grenzbeamten 
gemacht hat. Zudem ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer 
nach  seinen  Erfahrungen  im  Zusammenhang  mit  seiner  Anhaltung  in 
Griechenland durchaus in der Lage war, zu verstehen, was die Beamten 
von  ihm  wollten.  Der  Tatsache,  dass  im  eingereichten  afghanischen 
Identitätsausweis als Geburtsdatum der (…) vermerkt  ist, kommt  für den 
Ausgang  des  Beschwerdeverfahrens  selbst  bei  Annahme  der  Echtheit 
dieses Dokumentes keine relevante Bedeutung zu, zumal das BFM dem 
inzwischen  mit  Sicherheit  volljährigen  Beschwerdeführer  im 
erstinstanzlichen Verfahren vor der Anhörung zu seinen Asylgründen eine 
Vertrauensperson beigeordnet hat.

Der  weitere  Einwand,  der  Beschwerdeführer  habe  die  fluchtauslösende 
erneute  Auseinandersetzung  mit  C._______s  Brüdern  nicht  schon 
deshalb bereits bei der Kurzbefragung erwähnt, weil ihn der Dolmetscher 
dazu  angehalten  habe,  nur  die  ihm  gestellten  Fragen  zu  beantworten, 
erweist  sich  als wenig  stichhaltig.  Eine Durchsicht  des  Protokolls  ergibt 
vielmehr,  dass  der  Beschwerdeführer  nach  seinem  freien  Bericht  zu 
seinen Asylgründen die Frage, ob er nun alle Gründe genannt habe, die 
zu seiner Ausreise aus Afghanistan geführt hätten, ausdrücklich bejahte 
(A1/13  S.  5),  und  im  weiteren  Verlauf  der  Befragung  die  Frage,  ob  es 
noch  andere  Gründe  gebe,  ausdrücklich  verneinte  (A  1/13  S.  6).  Der 
Beschwerdeführer hätte somit ohne weiteres die Möglichkeit gehabt, nicht 
nur das fluchtauslösende Ereignis, sondern auch den angeblichen Angriff 
auf  seinen  Vater  anlässlich  dessen  Besuchs  bei  der  Familie  von 
C._______ bereits bei der Befragung zu seiner Person vorzutragen. Da 
es  sich  bei  diesen  Aussagen  um  zentrale  Vorbringen  und  nicht  um 
Konkretisierungen von schon bei der Kurzbefragung geltend gemachten 
Ereignissen  handelt,  müssen  diese  als  nachgeschoben  und  somit  als 
unglaubhaft qualifiziert werden.

5.3.  Zusammenfassend  folgt,  dass  es  dem  Beschwerdeführer  nicht 
gelungen ist, Gründe nach Art. 3 AsylG nachzuweisen oder glaubhaft zu 
machen. Die Vorinstanz hat sein Asylgesuch zu Recht abgelehnt.

6. 
6.1. Lehnt  das Bundesamt  das Asylgesuch  ab  oder  tritt  es  darauf  nicht 
ein,  so  verfügt  es  in  der  Regel  die Wegweisung  aus  der  Schweiz  und 

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ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit 
der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

6.2. Der Beschwerdeführer  verfügt weder  über  eine  ausländerrechtliche 
Aufenthaltsbewilligung  noch  über  einen  Anspruch  auf  Erteilung  einer 
solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 
Abs. 1 AsylG; BVGE 2009/50 E. 9 S. 733).

7. 
7.1.  Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 
nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach 
den  gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von 
Ausländern  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des  Bundesgesetzes 
vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer  [AuG, 
SR 142.20]).

Bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen  gilt 
gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  der 
vormaligen  Schweizerischen  Asylrekurskommission  (ARK)  der  gleiche 
Beweisstandard  wie  bei  der  Flüchtlingseigenschaft,  das  heisst,  sie  sind 
zu  beweisen,  wenn  der  strikte  Beweis  möglich  ist,  und  andernfalls 
wenigstens  glaubhaft  zu  machen  (vgl. WALTER  STÖCKLI,  Asyl,  in: 
UEBERSAX/RUDIN/HUGI  YAR/GEISER  [Hrsg.],  Ausländerrecht,  2. Aufl., 
Basel 2009, Rz. 11.148).

7.2. 
7.2.1.  Der  Vollzug  ist  nicht  zulässig,  wenn  völkerrechtliche 
Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des 
Ausländers  in  den  Heimat­,  Herkunfts­  oder  einen  Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG).

So  darf  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen  werden,  in  dem  ihr  Leib,  ihr  Leben  oder  ihre  Freiheit  aus 
einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie 
Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 
(Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom 
28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]).

Gemäss  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  Art. 3  des 
Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere 
grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 

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(FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art. 3  der  Konvention  vom 
4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten 
(EMRK,  SR 0.101)  darf  niemand  der  Folter  oder  unmenschlicher  oder 
erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.

7.2.2. Die  Vorinstanz  wies  in  ihrer  angefochtenen  Verfügung  zutreffend 
darauf hin, dass das Prinzip des  flüchtlingsrechtlichen Non­Refoulement 
nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem 
Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich  erhebliche 
Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der  in Art. 5 
AsylG  verankerte  Grundsatz  der  Nichtrückschiebung  im  vorliegenden 
Verfahren  keine  Anwendung  finden.  Eine  Rückkehr  des  Beschwer­
deführers  in  den Heimatstaat  ist  demnach  unter  dem Aspekt  von Art. 5 
AsylG rechtmässig.

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers 
noch  aus  den  Akten  Anhaltspunkte  dafür,  dass  er  für  den  Fall  einer 
Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit 
einer  nach  Art. 3  EMRK  oder  Art. 1  FoK  verbotenen  Strafe  oder 
Behandlung  ausgesetzt  wäre.  Gemäss  Praxis  des  Europäischen 
Gerichtshofes  für  Menschenrechte  (EGMR)  sowie  jener  des  UN­Anti­
Folterausschusses  müsste  der  Beschwerdeführer  eine  konkrete  Gefahr 
("real  risk")  nachweisen  oder  glaubhaft machen,  dass  ihm  im Fall  einer 
Rückschiebung  Folter  oder  unmenschliche  Behandlung  drohen  würde 
(vgl.  EGMR  [Grosse  Kammer],  Saadi  gegen  Italien,  Urteil  vom 
28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124 – 127, mit weiteren 
Hinweisen).  Auch  die  allgemeine  Menschenrechtssituation  im 
Heimatstaat  lässt  den  Wegweisungsvollzug  zum  heutigen  Zeitpunkt 
klarerweise nicht als unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der 
Vollzug  der  Wegweisung  sowohl  im  Sinne  der  asyl­  als  auch  der 
völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.

7.3. 
Gemäss  Art. 83  Abs. 4  AuG  kann  der  Vollzug  für  Ausländerinnen  und 
Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat­ oder Herkunftsstaat auf 
Grund  von  Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner  Gewalt  und 
medizinischer  Notlage  konkret  gefährdet  sind.  Wird  eine  konkrete 
Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter  Vorbehalt  von  Art. 83  Abs. 7  AuG – 
die vorläufige Aufnahme zu gewähren.

7.3.1. 

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7.3.1.1  Zur  allgemeinen  Situation  in  Afghanistan  ist  auf  das  zur 
Publikation vorgesehene Urteil BVGE E­7625/2008 vom 16. Juni 2011 zu 
verweisen.  Hinsichtlich  der  Lage  in  der  Grossstadt  Herat,  wo  der 
Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge  (…) bis zu seiner Ausreise 
gelebt  hat,  ist  das  Bundesverwaltungsgericht  in  dem  zur  Publikation 
vorgesehenen  Urteil  BVGE  D­2312/2009  vom  28. Oktober  2011  zur 
Erkenntnis  gelangt,  dass  diese  mit  derjenigen  in  der  Stadt  Kabul 
vergleichbar  und  der  Vollzug  der  Wegweisung  dorthin  grundsätzlich – 
vorbehältlich  der  in  BVGE  E­7625/2008  statuierten  individuellen 
Voraussetzungen – zumutbar ist.

7.3.1.2  Vorliegend  ergeben  sich  aus  den  Akten  keine  individuellen 
Umstände, welche es rechtfertigen würden, den Vollzug der Wegweisung 
in  die  Stadt  Herat  als  unzumutbar  zu  qualifizieren.  Beim 
Beschwerdeführer  handelt  es  sich  um  einen  –  soweit  aktenkundig – 
gesunden jungen Mann, der seit seinem (…) Lebensjahr bis zur Ausreise 
(…) gearbeitet hat. Zudem verfügt er in (…) mit (…) über ein tragfähiges 
verwandtschaftliches Beziehungsnetz, dass ihm beim Wiederaufbau einer 
neuen Existenzgrundlage behilflich sein kann.

7.3.2.  Nach  dem  Gesagten  erweist  sich  der  Vollzug  der  Wegweisung 
auch als zumutbar.

7.4.  Schliesslich  obliegt  es  dem  Beschwerdeführer,  sich  bei  der 
zuständigen  Vertretung  des  Heimatstaates  die  für  eine  Rückkehr 
notwendigen  Reisedokumente  zu  beschaffen  (vgl.  Art. 8  Abs. 4  AsylG 
und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 – 515), weshalb der Vollzug 
der  Wegweisung  auch  als  möglich  zu  bezeichnen  ist  (Art. 83  Abs. 2 
AuG).

7.5. Zusammenfassend  hat  die  Vorinstanz  den Wegweisungsvollzug  zu 
Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten 
fällt  eine  Anordnung  der  vorläufigen  Aufnahme  ausser  Betracht  (Art. 83 
Abs. 1 – 4 AuG).

8. 
Aufgrund  der  vorstehenden  Erwägungen  erübrigt  sich  eine 
Auseinandersetzung  mit  den  weiteren  Ausführungen  auf 
Beschwerdeebene, da diese nicht geeignet sind, eine andere Beurteilung 
herbeizuführen.

E­7343/2009

Seite 13

9. 
Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung 
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und 
vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art. 106  AsylG).  Die 
Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

10. 
Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  wären  die  Kosten  dem  Be­
schwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Aufgrund der Akten 
ergibt  sich  indessen,  dass  nach  wie  vor  von  der  prozessualen 
Bedürftigkeit des Beschwerdeführers auszugehen  ist, weshalb die am 1. 
Dezember 2009 verfügte Gutheissung des Gesuchs um Gewährung der 
unentgeltlichen  Rechtspflege  zu  bestätigen  und  der  Beschwerdeführer 
von der Bezahlung der Verfahrenskosten zu befreien ist.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Der  Beschwerdeführer  wird  von  der  Bezahlung  der  Verfahrenskosten 
befreit.

3. 
Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und (…).

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Bruno Huber Peter Jaggi

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