# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8d9a849c-8c0a-57b4-9dce-dae91c3947ee
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2016-08-10
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 10.08.2016 BB.2016.324
**Docket/Reference:** BB.2016.324
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_BB-2016-324_2016-08-10

## Full Text

Ausstand der Bundesanwaltschaft (Art. 59 Abs. 1 lit. b i.V.m. Art. 56 StPO);;Ausstand der Bundesanwaltschaft (Art. 59 Abs. 1 lit. b i.V.m. Art. 56 StPO);;Ausstand der Bundesanwaltschaft (Art. 59 Abs. 1 lit. b i.V.m. Art. 56 StPO);;Ausstand der Bundesanwaltschaft (Art. 59 Abs. 1 lit. b i.V.m. Art. 56 StPO)

Beschluss vom 10. August 2016  
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Stephan Blättler, Vorsitz, 

Andreas J. Keller und Cornelia Cova,  

Gerichtsschreiberin Chantal Blättler Grivet Fojaja 

   
Parteien  A.,  

Gesuchstellerin 

 

 gegen 

   

1. B., Bundesanwaltschaft,  

2. C., Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich,  

3. AUFSICHTSBEHÖRDE ÜBER DIE BUNDESAN-

WALTSCHAFT,  

Gesuchsgegner 1-3 

 

Gegenstand  Ausstand der Bundesanwaltschaft (Art. 59 Abs. 1 

lit. b i.V.m. Art. 56 StPO) 

 
 
 
  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: BB.2016.324 

 

 

 

- 2 - 
 
 

Die Beschwerdekammer hält fest, dass: 

 

- um den 27. August 2015 bei der Bundesanwaltschaft eine Anzeige von A. 

gegen die liechtensteinischen Rechtsanwälte D. und E. sowie gegen die 

Banken F. und G., jeweils in Zürich, wegen „organisierter grenzüberschrei-

tenen Wirtschaftskriminalität, Verbrechens der Untreue, Missbrauchs der 

Vertretungsmacht, gesetzzwecksfremden Missbrauchs der Stiftungen, 

grenzüberschreitener Geldwäscherei, Korruption, Strafvereitelung im Amt 

und organisierter Vertuschung des Verbrechens am Stiftungskapital in zwei-

stelliger Millionenhöhe“ erstattet worden ist (Verfahrensakten Bundesanwalt-

schaft, Urk. RD-3 und RD-21, in BB.2016.254); 

 

- nach Ausführungen von A. die angeblich Beschuldigten die Vermögenswerte 

der Stiftungen H., I., J. und K. in Millionenhöhe in fremde Kanäle verschoben 

hätten ohne Kenntnis der wirtschaftlich Berechtigten, nämlich A. und deren 

Ehemann (Verfahrensakten Bundesanwaltschaft, Urk. RD-3, in 

BB.2016.254); 

 

- A. in der Folge mit verschiedenen Eingaben wegen Rechtsverweigerung an 

das Bundesstrafgericht gelangte (separates Verfahren BB.2016.254) und 

zudem am 19. Juni 2016 gegen Oberstaatsanwalt C., Zürich, Bundesanwalt 

B. und die Aufsichtsbehörde über die Bundesanwaltschaft „Antrag auf Aus-

stand und Strafanzeige wegen Strafvereitelung im Amt“ erstattete (act. 1);  

 

- auf die Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet wurde (Art. 390 

Abs. 2 StPO). 

 

 

 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass: 

 

- soweit die Beschwerdeführerin den Ausstand von Oberstaatsanwalt C., Bun-

desanwalt B. und der Aufsichtsbehörde über die Bundesanwaltschaft ver-

langt, festzuhalten ist, dass die Beschwerdekammer zum Entscheid über 

Ausstandsgesuche zuständig ist, wenn davon die Bundesanwaltschaft be-

troffen ist (Art. 59 Abs. 1 lit. b StPO i.V.m. Art. 37 Abs. 1 StBOG);  

 

- daher auf die Ausstandsgesuche mit Bezug auf Oberstaatsanwalt C. und die 

Aufsichtsbehörde über die Bundesanwaltschaft von vornherein mangels Zu-

ständigkeit nicht einzutreten ist; 

 

- 3 - 
 
 

- ferner die Partei, die den Ausstand einer in einer Strafbehörde tätigen Per-

son verlangen will, die den Ausstand begründenden Tatsachen glaubhaft 

machen muss (Art. 58 Abs. 1 StPO); 

 

- die Beschwerdeführerin mit Bezug auf die Befangenheit von Bundesanwalt 

B. ausführt, dass dieser „im Land Liechtenstein […] der FMA und u.a. als 

Präsident der Bankvereins tätig war und mit dem Fall in Berührung kam“ 

(act. 1); 

 

- der Glaubhaftmachung von Ausstandsgründen damit nicht Genüge getan 

wird und aufgrund der vorliegenden Akten auch keine konkreten Anhalts-

punkte ersichtlich sind, die auf das Vorliegen von Ausstandsgründen mit Be-

zug auf Bundesanwalt B. schliessen liessen; 

 

- somit auch auf das Ausstandsgesuch hinsichtlich B. nicht einzutreten ist; 

 

- auf die Erhebung von Gerichtsgebühren mangels erheblichen Aufwandes 

der Beschwerdekammer zu verzichten ist. 

 

 

 

- 4 - 
 
 

Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 

 

1. Auf die Ausstandsgesuche wird nicht eingetreten 

 

2. Es wird keine Gerichtsgebühr erhoben. 

 

 

Bellinzona, 11. August 2016 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- A. 

- B., Bundesanwaltschaft  

- C., Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich 

- Aufsichtsbehörde über die Bundesanwaltschaft 

 

 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.