# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 49379376-fb60-5747-bc99-6b92154c25ba
**Source:** Glarus (GL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-06-24
**Language:** de
**Title:** Glarus Verwaltungsgericht 24.06.2021 VG.2020.00061 (VG.2021.1057)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GL_Omni/GL_VG_001_VG-2020-00061_2021-06-24.html

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GLARUS

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Urteil vom 24. Juni 2021

  
	
   

  
	
   

  
	
  I. Kammer

  
	
   

  
	
   

  
	
  in Sachen

  
	
  VG.2020.00061

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    WWF Schweiz

    	
    Beschwerdeführer

    

  

  
	
   

  
	
  	
    2.

    	
    WWF Sektion Glarus

    

  

  
	
   

  
	
  	
    3.

    	
    Pro Natura -
    Schweizerischer Bund für Naturschutz

    

  

  
	
   

  
	
  	
    4.

    	
    Pro Natura Glarus

    

  

  
	
   

  
	
  	
    5.

    	
    Schweizerischer
    Vogelschutz SVS/BirdLife Schweiz

    

  

  
	
   

  
	
  	
    6.

    	
    BirdLife Glarnerland

    

  

  
	
   

  
	
  	
    alle vertreten durch Rechtsanwalt A.______

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  gegen

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    Sportbahnen Elm AG

    	
    Beschwerdegegner

    

  

  
	
   

  
	
  	
    vertreten durch Rechtsanwältin B.______

    

  

  
	
   

  
	
  	
    2.

    	
    Gemeinde Glarus Süd

    

  

  
	
   

  
	
  	
    3.

    	
    Departement Bau und
    Umwelt des Kantons Glarus

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  und

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    Regierungsrat des Kantons
    Glarus

    	
    Beigeladener

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
  betreffend

  
	
   

  
	
   

  
	
  Ausbau Beschneiungsanlagen "Futuro"

  
	
   

  
	
  Die Kammer zieht in Erwägung: 

  
	
  I.

  
	
  1.

  
	
  1.1 Die Sportbahnen Elm AG plant, die im Skigebiet Elm
  bereits bestehenden Beschneiungsanlagen auszubauen. Dazu sollen im Rahmen des
  Bauprojekts "Futuro" in den beiden Pistenbereichen Pleus und
  Empächli sowie im Bereich der Talabfahrt Beschneiungsaggregate installiert
  und am Sernf eine Wasserfassung samt dazugehöriger Wasser- und Stromleitungen
  sowie Pumpstationen erstellt werden. Sodann sollen verschiedene
  Pistenkorrekturen umgesetzt werden. Zu diesem Zweck reichte die Sportbahnen
  Elm AG bei der Gemeinde Glarus Süd am 13. September 2019 das entsprechende
  Baugesuch ein. Ebenso stellte sie gleichentags das Gesuch um Erteilung einer
  Ausnahmebewilligung für Bauten ausserhalb der Bauzone, das Gesuch um
  Erteilung eines Näherbaurechts an den Wald, das Gesuch um Eingriffe in die
  Ufervegetation oder Biotope, das Gesuch für die Verbauung von Fliessgewässern
  und das Gesuch für Bauten im Gewässerabstandsbereich oder innerhalb der
  Gewässerbaulinie. 

  
	
   

  
	
  1.2 Im Amtsblatt des Kantons Glarus vom 7. November
  2019 wurden das Baugesuch sowie das dazugehörige Rodungsgesuch öffentlich
  aufgelegt. Dagegen erhoben am 9. Dezember 2019 unter anderem der WWF
  Schweiz, der WWF Glarus, Pro Natura - Schweizerischer Bund für Naturschutz,
  Pro Natura Glarus, der Schweizerische Vogelschutz SVS/BirdLife Schweiz sowie
  BirdLife Glarnerland Einsprache.

   

  
	
  1.3 Das Departement Bau und Umwelt erteilte am 13.
  Januar 2020 die Ausnahmebewilligung zur Unterschreitung des Strassenabstandes
  für bauliche Anlagen, am 6. Februar 2020 die Bewilligung für den Betrieb
  einer Beschneiungsanlage nach Art. 26 des Energiegesetzes vom 7. Mai
  2020 (EnG), die Bewilligung für eine Wasserentnahme sowie die
  Rodungsbewilligung und am 10. Februar 2020 die Bewilligung für ein
  Bauvorhaben ausserhalb der Bauzone und die Zustimmung zur Erteilung einer
  Ausnahmebewilligung nach Art. 60 des Raumentwicklungs- und Baugesetzes vom
  2. Mai 2010 (RBG), jeweils unter Auflagen. Am 28. Januar 2020 erteilte
  die Abteilung Jagd und Fischerei die Bewilligung nach Art. 8 des
  Bundesgesetzes über die Fischerei vom 21. Juni 1991 (BGF), ebenfalls
  unter Auflagen. Die Abteilung Umweltschutz und Energie erteilte sodann am 6.
  Februar 2020 die Ausnahmebewilligung für die Gewässerüberdeckung, die
  Bewilligung für die Entfernung von Ufervegetation, für Eingriffe in Biotope
  und die Verlegung eines Gewässers, die Bewilligung für Eingriffe in
  Grundwasserschutzzonen und in den besonders gefährdeten Gewässerschutzbereich
  Au sowie die Bewilligung zur Erstellung von Bauten im Grundwasser, jeweils
  unter Auflagen. Die Zustimmung nach Art. 16 Abs. 3 des Einführungsgesetzes
  zum Bundesgesetz über den Wald vom 7. Mai 1995 (EG WaG) erteilte die
  Abteilung Wald und Naturgefahren am 16. Januar 2020 unter Auflagen, während
  die Bewilligung für die Erstellung von Bauten und Anlagen im Wald vom
  7. Februar 2020 datiert. In der Folge wies die Gemeinde Glarus Süd am 5.
  März 2020 die erhobenen Einsprachen ab und erteilte die Baubewilligung unter
  Bedingungen und Auflagen.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  2.1 Gegen den Baubewilligungsbeschluss des Gemeinderats
  Glarus Süd vom 5. März 2020 gelangten der WWF Schweiz, der WWF Glarus,
  Pro Natura - Schweizerischer Bund für Naturschutz, Pro Natura Glarus, der
  Schweizerische Vogelschutz SVS/BirdLife Schweiz sowie BirdLife Glarnerland
  mit Beschwerde vom 11. Mai 2020 an den Regierungsrat und beantragten die
  Aufhebung des Baubewilligungsentscheids; unter Kosten- und
  Entschädigungsfolgen. Dieser überwies die Angelegenheit am 3. Juni 2020
  dem Verwaltungsgericht zur Behandlung als Sprungbeschwerde.

  
	
   

  
	
  2.2 Am 23. Juni 2020 verzichtete der Regierungsrat auf
  eine Stellungnahme, beantragte indessen die Abweisung der Beschwerde. Ebenso
  schloss die Gemeinde Glarus Süd am 3. Juli 2020 auf Beschwerdeabweisung;
  unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. Gleichentags ersuchte das Departement
  Bau und Umwelt des Kantons Glarus ebenfalls um Abweisung der Beschwerde;
  unter Kostenfolge. Die Sportbahnen Elm AG beantragte am 17. August 2020
  die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei, sowie die
  Durchführung eines Augenscheins; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. 

  
	
   

  
	
  2.3 Mit Replik vom 26. Oktober 2020 hielten der WWF
  Schweiz, der WWF Glarus, Pro Natura - Schweizerischer Bund für Naturschutz,
  Pro Natura Glarus, der Schweizerische Vogelschutz SVS/BirdLife Schweiz sowie
  BirdLife Glarnerland an ihrer Beschwerde fest. Die Gemeinde Glarus Süd
  verzichtete am 16. November 2020 auf eine Duplik, während sich das
  Departement Bau und Umwelt am 27. November 2020 und die Sportbahnen
  Elm AG am 30. November 2020 erneut äusserten. Dabei hielten diese an
  ihren Rechtsbegehren fest, wobei die Sportbahnen Elm AG auf die
  Durchführung des beantragten Augenscheins ausdrücklich verzichtete.

  
	
   

  
	
  2.4 Mit Eingabe vom 24. Dezember 2020 reichten der WWF
  Schweiz, der WWF Glarus, Pro Natura - Schweizerischer Bund für Naturschutz,
  Pro Natura Glarus, der Schweizerische Vogelschutz SVS/BirdLife Schweiz sowie
  BirdLife Glarnerland ihre Kostennote ein. Gleiches tat die Sportbahnen
  Elm AG am 6. Januar 2021, wozu sich der WWF Schweiz, der WWF
  Glarus, Pro Natura - Schweizerischer Bund für Naturschutz, Pro Natura Glarus,
  der Schweizerische Vogelschutz SVS/BirdLife Schweiz sowie BirdLife
  Glarnerland am 12. Januar 2021 erneut äusserten.

  
	
   

  
	
  II.

  
	
  1.

  
	
  1.1 Das Verwaltungsgericht ist gemäss Art. 79 Abs. 1
  RBG i.V.m. Art. 105 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die
  Verwaltungsrechtspflege vom 4. Mai 1986 (VRG) i.V.m. Art. 105 Abs.
  2 VRG zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Da auch die
  übrigen Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf die Beschwerde
  einzutreten.

   

  
	
  1.2

  
	
  1.2.1 Mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde können gemäss
  Art. 107 Abs. 1 VRG Mängel des angefochtenen Entscheids oder des
  Verfahrens geltend gemacht werden: die unrichtige oder unvollständige
  Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts (lit. a) und die
  unrichtige Rechtsanwendung einschliesslich eines Missbrauchs des Ermessens
  (lit. b). Die Unangemessenheit des Entscheids kann gemäss Art. 107
  Abs. 2 VRG nur ausnahmsweise
  geltend gemacht werden. Baurechtsstreitigkeiten, über welche das
  Verwaltungsgericht als zweite Beschwerdeinstanz entscheidet, fallen nicht
  unter die in Art. 107 Abs. 2 VRG aufgezählten Ausnahmefälle.

  
	
   

  
	
  1.2.2 Vorliegend handelt es sich indessen um eine
  Sprungbeschwerde. Dabei hat der vorinstanzlich zuständige Regierungsrat
  (vgl. Art. 79 Abs. 2 lit. b RBG) im Einverständnis mit
  den Parteien darauf verzichtet, über die bei ihm anhängig gemachte
  Verwaltungsbeschwerde zu entscheiden und die Sache stattdessen zur Behandlung
  an das Verwaltungsgericht überwiesen. Dabei fällt für das Verwaltungsgericht
  ins Gewicht, dass der Regierungsrat die Sache mit voller Kognition überprüft
  hätte (Art. 104 Abs. 1 VRG). Im gleichen Sinne hält Art. 33
  Abs. 3 lit. b des Bundesgesetzes über die Raumplanung vom 22. Juni 1979 (RPG)
  fest, dass bei Verfügungen, welche sich auf das RPG oder dessen kantonalen
  und eidgenössischen Ausführungsbestimmungen stützen, die volle Überprüfung
  durch wenigstens eine (kantonale) Beschwerdebehörde gewährleistet sein muss.
  Da vorliegend insbesondere die Erteilung einer Ausnahmebewilligung gestützt
  auf Art. 24 RPG Verfahrensgegenstand bildet und überdies keine andere
  kantonale Beschwerdeinstanz die vorliegende Streitsache beurteilt, kommt dem
  Verwaltungsgericht ausnahmsweise volle Kognition zu. Folglich darf es auch die
  Unangemessenheit des vorliegenden Entscheids überprüfen (Bernhard
  Waldmann/Peter Hänni, Kommentar zum Raumplanungsgesetz des Bundes, Bern 2006,
  Art. 33 N. 64; vgl. auch BGer-Urteil 1C_278/2018 vom
  20. Februar 2019 E. 3.5). 

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  2.1 Der Beschwerdegegner 3 erteilte für die
  Umsetzung des Bauvorhabens "Futuro" eine Ausnahmebewilligung
  gestützt auf Art. 24 RPG. Diesbezüglich ist zwischen den Parteien strittig,
  ob der Beschwerdegegner 3 zu Recht eine Ausnahmebewilligung erteilte,
  oder ob das vorliegende Bauvorhaben ein separates Sondernutzungsplanverfahren
  benötigt hätte. Wäre dies zu bejahen, würde dies ohne Weiteres zur
  Gutheissung der vorliegenden Beschwerde führen, ohne dass die restlichen
  Beschwerdepunkte weiter zu prüfen wären. Folglich ist in einem ersten Schritt
  näher darauf einzugehen.

  
	
   

  
	
  2.2

  
	
  2.2.1 Die Beschwerdeführer machen geltend, in
  Skisportzonen seien höchstens punktuelle Beschneiungsanlagen zonenkonform.
  Für gross dimensionierte Bauprojekte wie das vorliegende sei hingegen eine
  projektbezogene Nutzungsplanung unumgänglich. Für das vorliegende Projekt
  bestehe eine Umweltverträglichkeitsprüfungspflicht, was ein gewichtiges Indiz
  dafür sei, dass dieses nur über den Weg der Nutzungsplanung realisiert werden
  könne. Damit übereinstimmend habe der Regierungsrat Luzern in einem ähnlich
  gelagerten Fall entschieden, dass Anlagen zur Beschneiung von mehr als
  5 Hektaren der Planungspflicht unterliegen würden. Dies müsse auch
  vorliegend gelten, sei doch vorgesehen, eine Fläche von 13,1 Hektaren zu
  beschneien. Überdies liege das Skigebiet Elm im Jagdbanngebiet Kärpf, dessen
  Schutzgedanken mit dem Ausbau des Skigebiets widersprochen werde. Damit
  würden Konflikte mit den dort lebenden störungsempfindlichen Tierarten
  hervorgerufen, welche auf planerischer Ebene zu lösen seien. Die
  Notwendigkeit des Nutzungsplanverfahrens ergebe sich sodann bereits daraus,
  dass vorgesehen sei, das Skigebiet aus dem Jagdbanngebiet Kärpf zu entlassen.

  
	
   

  
	
  2.2.2 Die Beschwerdegegner 2 und 3 sind hingegen der
  Ansicht, das Bauvorhaben sei zonenkonform, liege es doch in der im
  Nutzungsplan festgelegten Skisportzone und im touristischen
  Intensiverholungsgebiet gemäss kantonalem Richtplan. Zwar bestehe eine
  Pflicht zum Einholen einer Umweltverträglichkeitsprüfung, doch obliege es dem
  Kanton, das für die Bewilligung des Projekts vorgesehene Verfahren zu
  bestimmen. Der Kanton Glarus habe das Baubewilligungsverfahren als
  massgebliches Verfahren festgelegt, was in seinem Ermessen liege. Sodann
  bestehe in anderen Kantonen wie beispielsweise im Kanton Graubünden eine
  Nutzungsplanpflicht erst bei einer Beschneiungsfläche von 15 bis
  20 Hektaren, sodass für das vorliegende Projekt zu Recht das
  Ausnahmebewilligungsverfahren durchgeführt worden sei.

   

  
	
  3.

  
	
  3.1 Für die Errichtung von Bauten und Anlagen ausserhalb
  der Bauzone kann eine Ausnahmebewilligung erteilt werden, wenn der Zweck der
  Bauten oder Anlagen einen Standort ausserhalb der Bauzone erfordert (lit. a)
  und wenn keine überwiegenden Interessen entgegenstehen (lit. b; vgl. Art. 24
  RPG). Eine Ausnahmebewilligung benötigen sodann einzig Bauten ausserhalb der
  Bauzone, welche in der jeweils zugeteilten Zone nicht zonenkonform erstellt
  werden können (Rudolf Muggli, in Aemisegger et al., Praxiskommentar RPG:
  Bauen ausserhalb der Bauzone, Zürich/Basel/Genf 2017, Vorbemerkungen zu den
  Art. 24 ff. N. 30). Zuständig für die Erteilung von
  Ausnahmebewilligungen für Bauten ausserhalb der Bauzone ist der
  Beschwerdegegner 3 (Art. 24 RPG i.V.m. Art. 62 Abs. 2 RBG
  i.V.m. Art. 3 der Verordnung über den Vollzug der Raumentwicklungs- und
  Baugesetzgebung vom 7. Juni 2011).

  
	
   

  
	
  3.2 Die Ausnahmebewilligung hat sich auf die vom
  Gesetzgeber umschriebenen Sonderfälle zu beschränken und darf weder
  Normenkorrektur betreiben noch die raumplanerische Ordnung des
  Nichtbaugebiets unterlaufen (Muggli, Vorbemerkungen zu den
  Art. 24 ff. N. 21). Denn für Bauten und Anlagen, welche ihrer
  Natur nach nur in einem Planungsverfahren angemessen erfasst werden können,
  darf keine Ausnahmebewilligung erteilt werden. Wann ein nicht zonenkonformes
  Vorhaben hinsichtlich seines Ausmasses und seiner Auswirkungen auf die
  Nutzungsordnung so gewichtig ist, dass es erst nach einer Änderung oder
  Schaffung eines Nutzungsplans bewilligt werden darf, ergibt sich aus der
  Planungspflicht (Art. 2 RPG), den Planungsgrundsätzen und -zielen (Art. 1 und
  3 RPG), dem kantonalen Richtplan (Art. 6 ff. RPG) sowie der Bedeutung des
  Projekts im Lichte der in Art. 4 und 33 f. RPG festgelegten
  Verfahrensordnung. Dabei fällt insbesondere ins Gewicht, dass einerseits das
  Planungsverfahren eine bessere und umfassendere Koordination aller
  raumbedeutsamen Interessen ermöglicht und dass sich andererseits die
  Standortauswahl aus einer bewussten Wahl der Planungsbehörde ergibt, die eine
  hinreichende Mitwirkung der Bevölkerung gewährleistet (Waldmann/Hänni, Art. 2
  N. 27). 

  
	
   

  
	
  3.3 In der Regel sind Anlagen, für welche eine
  Umweltverträglichkeitsprüfung nach Art. 10a ff. des Bundesgesetzes über
  den Umweltschutz vom 7. Oktober 1983 (USG) vorgeschrieben ist, nur auf dem
  Wege der Nutzungsplanung realisierbar (BGer-Urteil 1C_7/2012 vom 11. Juni
  2012 E. 2.4, mit Hinweisen). Weitere Indizien für eine Planungspflicht sind
  eine räumliche Ausdehnung von mehr als 5'000 m2; die Intensität der
  geplanten Nutzung und das Konfliktpotential bzw. der Abstimmungs- und
  Regelungsbedarf gegenüber anderen Nutzungen; oder der Bedarf nach einer
  aufwendigen Erschliessung (Christoph Jäger, in Alain Griffel et al.,
  Fachhandbuch öffentliches Baurecht, Zürich/Basel/Genf 2016, Rz. 3.107).
  Generell ausgeschlossen ist die Erteilung einer Ausnahmebewilligung für
  standortgebundene Bauten und Anlagen mit erheblichen Auswirkungen auf Raum,
  Erschliessung und Umwelt. Auch die Anpassung oder Erweiterung einer Baute
  oder Anlage muss diesfalls auf dem Planungsweg erfolgen (Muggli, Art. 24
  N. 46).

  
	
   

  
	
  3.4 In Grenzfällen kommt den kommunalen und kantonalen
  Behörden bei der Beurteilung, ob ein Ausnahmebewilligungs- oder ein
  Nutzungsplanverfahren durchzuführen ist, indessen ein gewisses Ermessen zu
  (vgl. BGer-Urteil 1C_561/2016 vom 14. November 2017 E. 4.3). So hat das
  Bundesgericht in BGE 113 Ib 371 E. 5 erwogen, es habe zwar in einem
  früheren Urteil in der gleichen Sache nicht ausgeschlossen, dass das im
  Streit liegende Bauprojekt auch ohne Nutzungsplanverfahren gestattet werden könne.
  Wenn sich aber die zuständigen kommunalen und kantonalen Behörden für die
  Nutzungsplanrevision und nicht für das Ausnahmebewilligungsverfahren
  entschieden hätten, sei dies mit Blick auf das Ausmass und die Auswirkungen
  der Anlage auf die Nutzungsordnung zu begrüssen (vgl. BGer-Urteil 1C_7/2012
  vom 11. Juni 2012 E. 2.3). 

  
	
   

  
	
  3.5

  
	
  3.5.1 Der Umweltverträglichkeitsprüfung unterstellt sind
  Anlagen, welche Umweltbereiche erheblich belasten können, so dass die
  Einhaltung der Vorschriften über den Schutz der Umwelt voraussichtlich nur
  mit projekt- oder standortspezifischen Massnahmen sichergestellt werden kann
  (Art. 10a Abs. 2 USG). Terrainveränderungen von mehr als 5'000 m2
  für Sportanlagen und Beschneiungsanlagen mit einer beschneibaren Fläche von
  mehr als 50'000 m2 unterliegen der Umweltverträglichkeitsprüfung
  (Art. 10a Abs. 3 USG i.V.m. Art. 4 der Verordnung über die
  Umweltverträglichkeitsprüfung vom 19. Oktober 1988 [UVPV] i.V.m.
  Ziffn. 60.3 f. Anhang UVPV). Das für die Prüfung massgebliche Verfahren
  bestimmt das kantonale Recht (Art. 5 Abs. 2 UVPV i.V.m.
  Ziffn. 60.3 Anhang UVPV). Die Kantone wählen dasjenige Verfahren, das
  eine frühzeitige und umfassende Prüfung ermöglicht (Art. 5 Abs. 3 Satz 2
  UVPV). Dabei ist jedoch die bundesgerichtliche Rechtsprechung, wonach für
  UVP-pflichtige Anlagen ausserhalb der Bauzone ein Sondernutzungsplanverfahren
  gewöhnlich zwingend ist, also unabhängig davon stattzufinden hat, ob das
  kantonale Recht für Anlagen des fraglichen Typs dieses Verfahren vorsieht, zu
  beachten (Alain Griffel/Heribert Rausch, Kommentar zum Umweltschutzgesetz,
  Ergänzungsband zur 2. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2011, Art. 10a
  N. 15).

  
	
   

  
	
  3.5.2 Gemäss Art. 11 des Einführungsgesetzes zum
  Bundesgesetz über den Umweltschutz vom 7. Mai 1989 (EG USG) i.V.m.
  Ziffn. 60.3 f. des Anhangs der Verordnung über die Durchführung der
  Umweltverträglichkeitsprüfung vom 25. März 1996 (kUVPV) ist das im
  Kanton Glarus massgebliche Verfahren für Terrainveränderungen von mehr als
  5'000 m2 für Sportanlagen und für Beschneiungsanlagen mit einer
  beschneibaren Fläche von mehr als 50'000 m2 das Baubewilligungsverfahren
  nach Art. 66 und 67 RBG.

  
	
   

  
	
  3.6

  
	
  3.6.1 Skisportzonen (Wintersportzonen) dienen den
  Bedürfnissen des Skisports (Freihaltung des Geländes, spezifische
  Infrastrukturen). Sie verfolgen keine auf Siedlungszwecke ausgerichtete
  Nutzung, weshalb sie als Nichtbauzone einzustufen sind. Daher sind in
  Skisportzonen nach Bundesrecht ausschliesslich Bauten und Anlagen
  zonenkonform, welche unmittelbar dem Skisport dienen, beispielsweise eine Skipiste
  ohne grössere Geländeeingriffe, lokal begrenzte Terrainveränderungen, kleine
  Kunstbauten oder punktuelle Beschneiungsanlagen. Für gross dimensionierte
  Bauten und Anlagen ist in Skisportzonen eine projektbezogene
  Sondernutzungsplanung wohl unumgänglich; für kleinere Bauten genügt eine
  spezielle Prüfung der Voraussetzungen nach Art. 24 RPG.
  Sondernutzungszonen nach Art. 18 Abs. 1 RPG können auch ausserhalb von
  Bauzonen für die Verwirklichung konkreter Bauvorhaben erlassen werden und die
  Rahmennutzungsordnung abändern (projektbezogene Sondernutzungsplanung mit
  Verfügungscharakter). Sondernutzungspläne sollten – im Unterschied zur
  Rahmennutzungsplanung – detailliert aufzeigen, wo im erfassten Gebiet welche
  Nutzung vorgesehen ist (Standort, konkrete Ausgestaltung, Erschliessung).
  Zudem ist eine umfassende Koordination und Abwägung aller räumlichen
  bzw. entgegenstehenden Interessen (vor allem des Landschafts- und des
  Naturschutzes) nötig. Ein Detailnutzungsplan ist für neue Skipisten, Bauten
  und Anlagen (beispielsweise Gipfelrestaurant, Aussichtsturm,
  Beschneiungsanlagen) angezeigt, falls deren Errichtung weiträumige
  Geländeeingriffe, grossdimensionierte Kunstbauten oder umfangreiche
  Lawinenschutzverbauungen bedingt. Dasselbe gilt für grossflächige Terraineingriffe
  und Beschneiungsanlagen bei bestehenden Skipisten. Es handelt sich um
  Vorhaben, welche in (Rahmennutzungs-) Skisportzonen nicht zonenkonform sind
  (Michael Bütler, Erschliessung und Ausbau von Skigebieten aus rechtlicher
  Sicht, in URP 2010, S. 417 ff.). Folglich genügt die Schaffung einer
  Skisportzone in einem Rahmennutzungsplan nicht, um gestützt darauf wichtige
  neue Beschneiungsanlagen zu bewilligen. Solche Anlagen können bedeutende
  Auswirkungen auf die Raumplanung und die Umwelt haben. Für diesen Fall
  erfordert die Planungspflicht gemäss Art. 2 RPG, die Interessenabwägung im
  Rahmen einer Sondernutzungsplanung vorzunehmen (URP 2005 S. 696 ff.
  mit Verweis auf BGer-Urteil 1A.185/2004 vom 25. Juli 2005 E. 2.4,
  siehe auch Waldmann/Hänni, Art. 18 N. 31).

  
	
   

  
	
  3.6.2 Nach Art. 20 lit. f RBG können die
  Grundnutzungszonen nach Art. 19 RBG mit Zonen für Skiabfahrt- und
  Skiübungsgelände überlagert werden. Diese dienen der Freihaltung von Gelände
  für die Ausübung des Skisports (Art. 29 der Bauverordnung vom 23. Februar
  2011 [BauV]). Gemäss Art. 5 der Bauordnung Elm vom 27. November
  1998 (BO) dient die Zone 10 der Freihaltung des für Skipisten und Loipen
  geeigneten Geländes gegen Verbauung. Die Gebiete sind von jeglichen
  Überbauungen oder Vorrichtungen, die die Sicherheit und flüssige Führung der
  Skipisten beeinträchtigen können, freizuhalten. Die Loipen sind möglichen
  Überbauungen und Wegen anzupassen. Ebenso sind Ersatzbauten und neue
  standortgebundene Bauten und Anlagen gestattet.

  
	
   

  
	
  4.

  
	
  4.1

  
	
  Gemäss dem vom Bundesrat
  genehmigten kantonalen Richtplan 2004 liegt das Skigebiet Elm wie auch das
  vorliegend zu beurteilende Bauvorhaben im touristischen
  Winter-Intensivgebiet. Darin wird eine intensive Erholungsnutzung mit den
  notwendigen touristischen Anlagen angestrebt. Innerhalb dieser Gebiete
  scheiden die Gemeinden in Abwägung der lokal vorhandenen Raumansprüche Zonen
  aus, in denen touristische Bauten und Anlagen erstellt werden können (L2-1
  kantonaler Richtplan 2004). Überdies sind in diesen touristischen
  Winter-Intensivgebieten insbesondere Pistenskifahren und -snowboarden,
  touristische Transportanlagen und Betriebsgebäude sowie Skilanglauf auf
  Loipen erwünscht (L2-1/1 kantonaler Richtplan 2004). Der kantonale Richtplan
  2004 wurde in der Zwischenzeit überarbeitet und es wurde der kantonale
  Richtplan 2018 erstellt. Dieser liegt zur Zeit zur Genehmigung beim Bund.
  Nicht Teil dieser Genehmigungseingabe bildet jedoch der Teil "T
  Tourismus und Freizeit". Darin wird das Skigebiet Elm weiterhin als
  touristisches Intensiverholungsgebiet ausgewiesen. Gemäss den Ausführungen im
  nicht in der Genehmigungseingabe enthaltenen kantonalen Richtplan 2018 im
  Bereich T2, Abschnitt A, Ausgangslage, sind die Intensiverholungsgebiete
  bezüglich Angebot, Betrieb und Komfort auf die sich verändernden
  Gästebedürfnisse auszurichten und laufend zu optimieren (Bereitstellung
  zeitgemässer Anlagen, beschneite Pisten, optimierte Einstiegsmöglichkeiten,
  Infrastrukturen für Sommer).

  
	
   

  
	
  4.2 Die Ortsgemeinde Elm hat das Skigebiet Elm in ihrem
  Nutzungsplan grösstenteils der Landwirtschafts- und der Waldwirtschaftszone
  zugeteilt. Diese wird in den allermeisten Pisten-Bereichen durch die
  Zone 10, Skipisten, Skirennpisten, Loipen gemäss Art. 5 BO
  überlagert. Sodann befindet sich das Skigebiet Elm, mit Ausnahme von ungefähr
  einem Viertel des untersten Bereichs der Talabfahrt, im Jagdbanngebiet Kärpf.

  
	
   

  
	
  5.

  
	
  5.1 Der Beschwerdegegner 3 stufte das vorliegende
  Bauvorhaben in seiner Bewilligung für ein Bauvorhaben ausserhalb der Bauzone
  vom 10. Februar 2020 als nicht zonenkonform ein. Dies begründete er
  insbesondere damit, dass in Art. 5 der BO keine Ausführungen zu den in
  der Zone 10 zulässigen und damit zonenkonformen Bauten zu finden seien.
  Daher könne für die in der Zone 10 geplanten Beschneiungsanlagen keine
  Zonenkonformität abgeleitet werden. Im Rahmen der Beschwerdeantwort vom
  3. Juli 2020 im vorliegenden Beschwerdeverfahren änderte er indessen
  seine Meinung und stellte sich auf den Standpunkt, in der im Nutzungsplan
  ausgewiesenen Skisportzone und dem im Richtplan festgelegten touristischen
  Intensiverholungsgebiet sei die Erstellung der geplanten Beschneiungsanlagen
  zonenkonform. Ebenso geht die Beschwerdegegnerin 1 von der
  Zonenkonformität des geplanten Bauvorhabens in der Zone 10 gemäss
  Art. 5 BO aus.

  
	
   

  
	
  5.2 Das Bauvorhaben umfasst insbesondere die Erstellung
  von rund 150 neuen Beschneiungsschächten, an welche 110 bis 130 neue
  Beschneiungsaggregate angeschlossen werden sollen. Damit soll das bereits
  heute vorhandene Beschneiungssystem mit 70 Beschneiungsschächten und 23
  Schneeaggregaten ergänzt werden. Das für die geplante zusätzliche Beschneiung
  benötigte Wasser und der dafür notwendige Strom sollen mittels neu zu
  verlegender Leitungen, welche eine Gesamtlänge von rund 9,5 km ausmachen
  sollen, vom Tal ins Skigebiet gepumpt und zwischen den Beschneiungsschächten
  verteilt werden. Die Beschneiungsschächte und die Leitungen sind mehrheitlich
  entlang der bereits bestehenden Pisten im Skigebiet, entlang der Talabfahrt
  sowie im oberen Bereich der Schlittelbahn geplant. Für die Wasserversorgung
  der Beschneiungsanlage ist die Erstellung einer Wasserpumpe mit Pumpstation
  am Sernf sowie die Errichtung dreier weiterer Pumpstationen im Skigebiet
  vorgesehen. Sodann sollen Pistenkorrekturen von gesamthaft 18'928 m2
  sowie Rodungen von total 2'941 m2 umgesetzt werden.

  
	
   

  
	
  5.3 Zwar befindet sich das Skigebiet Elm und damit auch
  die Umsetzung des geplanten Bauvorhabens gemäss Nutzungsplan Elm
  grossmehrheitlich in der überlagernden Zone 10, Skipiste, Skirennpiste,
  Loipen, und damit in einer (überlagernden) Skisportzone. Diese dient der
  Freihaltung des für die Ausübung des Skisports benötigten Geländes, sodass
  darin jegliche Überbauungen und Vorrichtungen, welche die sichere Führung der
  Skipisten beeinträchtigen können, unzulässig sind (vgl. Art. 5 BO
  und Art. 29 BauV). Daraus kann indessen nicht im Umkehrschluss
  geschlossen werden, jede der Sicherstellung des Pistenbestandes und damit der
  Sicherstellung des Skibetriebs dienende bauliche Anlage sei in der
  Zone 10 als zonenkonform einzustufen, zumal weder Art. 5 BO noch
  Art. 29 BauV die Erstellung von Beschneiungsanlagen samt aller
  dazugehöriger Einrichtungen als in der Zone 10 zonenkonforme Bauten
  umschreiben. Kein anderer Schluss lässt sich mit Blick auf den heute im
  Skigebiet Elm noch massgebenden kantonalen Richtplan 2004 ziehen, welcher
  zwar eine intensive Erholung mit den notwendigen touristischen Anlagen
  anstrebt. Darin sind gemäss den ausdrücklichen Ausführungen im Richtplantext
  Pistenskifahren und -snowboarden erwünscht, ebenso touristische
  Transportanlagen und Betriebsgebäude. Nicht erwähnt werden hingegen
  Beschneiungsanlagen und die dafür benötigte Infrastruktur (dies im Gegensatz
  zum für den Bereich Tourismus erst im Entwurf vorliegenden Richtplan 2018).
  Jedenfalls kann beim vorliegend geplanten Bauvorhaben nicht vom Errichten von
  punktuellen Beschneiungsanlagen oder lokal begrenzten Terrainveränderungen
  ausgegangen werden, sollen doch die bereits vorhandenen Beschneiungsaggregate
  ungefähr versechsfacht und die Beschneiungsschächte mehr als verdoppelt
  werden, wozu insbesondere eine umfassende Wasser- und Stromversorgung mit
  einem mehrere Kilometer langen Leitungssystem zu erstellen ist. Entsprechend
  hält auch die Beschwerdegegnerin 1 im Rahmen des Projektbeschriebs
  "Futuro" ausdrücklich fest, dass mit dem geplanten Bauvorhaben ihre
  Weiterexistenz gesichert werden solle, welche ohne dessen Umsetzung akut
  gefährdet sei. Daraus kann einzig der Schluss gezogen werden, dass es sich
  beim vorliegenden Bauvorhaben auch aus Sicht der Beschwerdegegnerin 1 um
  wichtige Beschneiungsanlagen handelt, wofür eine (überlagernde) Skisportzone
  im Rahmen einer Rahmennutzungsplanung ungenügend ist
  (vgl. E. II/3.6.1).

  
	
   

  
	
  5.4 Sodann handelt es sich beim geplanten Bauvorhaben um
  einen umfassenden Ausbau eines Beschneiungssystems, welches die Beschneiung
  von zusätzlich 13,1 Hektaren Pistenfläche bezweckt. Weiter sollen
  Pistenkorrekturen von 18'928 m2 umgesetzt werden, sodass dieses
  unbestrittenermassen der UVP-Pflicht untersteht (Art. 10a Abs. 3
  USG i.V.m. Art. 4 UVPV i.V.m. Ziffn. 60.3 f. Anhang UVPV). Ferner
  ist es offensichtlich, dass bei der Umsetzung des geplanten Bauvorhabens
  umfangreiche Geländeeingriffe in einem Grossteil des Skigebiets Elm
  unumgänglich sind. So ist beispielsweise am Sernf eine Wasserfassung neu zu
  erstellen, wofür umfassende Bauarbeiten anfallen werden, wodurch der
  Wasserfluss wie auch die Bachumgebung am Sernf betroffen sein werden. Ebenso
  werden für die Erstellung der drei Pumpstationen, der bis zu 150
  Beschneiungsschächte und der dazugehörigen Leitungen umfangreiche
  Grabarbeiten nötig, wovon die gesamte Landschaft und die dort lebenden Tiere
  unweigerlich tangiert sein werden. Sodann liegt es in der Natur des
  vorliegenden Bauvorhabens, dass dieses grossmehrheitlich in unwegsamem
  Gelände umgesetzt werden soll, sodass die Bauplätze nicht über eine bereits
  bestehende Strassenerschliessung verfügen. Dementsprechend soll ein Grossteil
  der zu verlegenden Materialien auf dem Luftweg ins Baugebiet transportiert
  werden, was zu ungefähr 390 Helikopterrotationen führen soll. Ebenso werden
  die geplanten Pistenkorrekturen und Rodungen zu Geländeeingriffen führen.
  Schliesslich erfordert die Stromversorgung der geplanten Beschneiungsanlagen
  Ausbauten am Stromnetz zwischen Schwanden und Elm sowie die Erstellung neuer
  Transformatorenstationen in Elm, wozu weitere Bauarbeiten nötig sind.
  Diesbezüglich weisen die Technischen Betriebe Glarus Süd sogar daraufhin,
  dass bei den Beschneiungsanlagen zwischenzeitlich mit Leistungsreduktionen zu
  rechnen ist, um die Stromversorgung im Sernftal gewährleisten zu können.

  
	
   

  
	
  Ist das Bauvorhaben einmal
  umgesetzt, ist ebenfalls mit zusätzlichen Einwirkungen auf die Umgebung zu
  rechnen. So müssen die zu erstellenden Anlagen, Schächte und Leitungen
  unterhalten werden, wozu Personen die Anlagen, mehrheitlich mit den
  notwendigen Transportmitteln und den benötigten Unterhaltsmaterialien,
  aufsuchen werden. Ferner wird der Betrieb der Schneeaggregate unter anderem
  zu Lärmemissionen führen, welche insbesondere von den im Skigebiet Elm lebenden
  Wildtieren wahrgenommen werden. Schliesslich müssen die Schneeaggregate im
  Herbst installiert und im Frühling abtransportiert werden, was entsprechende
  Transporte auf dem Land- oder allenfalls auf dem Luftweg nötig machen wird.

  
	
   

  
	
  5.5

  
	
  5.5.1 Weiter fällt ins Gewicht, dass sich das Skigebiet
  Elm und damit auch ein Grossteil des Bauvorhabens "Futuro" im
  Jagdbanngebiet Kärpf befinden. Die Zielsetzung des Jagdbanngebiets Kärpf
  besteht gemäss dessen Objektbeschreibung im Inventar der eidgenössischen Jagdbanngebiete
  in der Erhaltung des Gebiets als vielfältigen Lebensraum für wildlebende
  Säugetiere und Vögel, in der Regulierung der Rothirsch-, Gems- und
  Rehbestände zur Wildschadenverhütung in den Schutzwäldern, in der Erhaltung
  der Rauhfusshuhnbestände und im Schutz der wildlebenden Tiere vor Störung
  (vgl. Art. 2 der Verordnung über die eidgenössischen
  Jagdbanngebiete vom 30. September 1991 [VEJ]). Tiere dürfen im
  Banngebiet nicht gestört, vertrieben oder aus dem Banngebiet herausgelockt werden
  (Art. 5 Abs. 1 lit. b VEJ). In Jagdbanngebieten ist
  insbesondere das Skifahren ausserhalb der markierten Pisten, Routen und
  Loipen verboten (Art. 5 Abs. 1 lit. g VEJ).

  
	
   

  
	
  5.5.2

  
	
  5.5.2.1 Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) führte dazu in
  seiner Stellungnahme vom 12. Dezember 2019 einerseits aus, dass
  Helikopterflüge während der Bauphase aufgrund der damit einhergehenden
  Störung der Wildtiere so zurückhaltend wie möglich einzusetzen seien.
  Andererseits wies es daraufhin, dass die künstliche Beschneiung zu einer
  Intensivierung des Skibetriebs führe, indem sämtliche beschneiten Pisten von
  Saisonbeginn bis Saisonende zur Verfügung stehen und befahren würden (höhere
  Nutzungsfrequenz). Sodann würden durch die Beschneiung die ruhigen Zeiten im
  Spätherbst durch verstärkte menschliche Präsenz verkürzt. Weiter bleibe der
  Kunstschnee zwei bis drei Wochen länger liegen, wodurch sich der Beginn des
  Pflanzenwachstums verzögere. Daher werde die Intensivierung des Skibetriebs
  zu einer weiteren Beeinträchtigung der Winter-Kernlebensräume von
  störungsempfindlichen Arten führen. Es sei absehbar, dass es dadurch zu einer
  zusätzlichen Beeinträchtigung schutzwürdiger Lebensräume in einem
  Schutzgebiet von nationaler Bedeutung kommen werde, weshalb der Bau der
  Beschneiungsanlagen nicht vereinbar sei mit den Zielsetzungen des
  eidgenössischen Jagdbanngebiets Kärpf. Somit werde zum Projekt negativ
  Stellung genommen. 

  
	
   

  
	
  5.5.2.2 Die Abteilung Jagd und Fischerei des Kantons Glarus
  hielt am 29. Januar 2020 ebenfalls fest, die negativen Auswirkungen der mit
  dem geplanten Bauvorhaben angestrebten Intensivierung des Skibetriebs könnten
  nicht auf ein Niveau reduziert werden, welche mit den Schutzzielen des
  Jagdbanngebiets und damit mit der VEJ vereinbar seien. Dies gründe
  insbesondere in der zusätzlichen Störung der Wildtiere durch die verlängerte
  Saison wie auch in der latenten Gefahr von Variantenskifahrern abseits der
  Piste. Daran würden auch die verschiedenen Auflagen nichts ändern. Die Lage
  des Skigebiets Elm im Jagdbanngebiet Kärpf stelle auch für künftig notwendige
  Ausbauschritte des Tourismusgebiets rund um Elm einen kaum lösbaren Konflikt
  dar, weshalb eine Anpassung des Perimeters des Jagdbanngebiets unumgänglich
  sei.

  
	
   

  
	
  5.5.3 Soweit sich die Beschwerdegegnerin 1 dennoch auf
  den Standpunkt stellt, das geplante Bauvorhaben werde zu keinen zusätzlichen
  Auswirkungen auf die Flora und Fauna im Jagdbanngebiet führen, ist ihr nicht
  zu folgen. Denn es erhellt sich dem Gericht nicht, aus welchen Gründen den
  vorstehenden, übereinstimmenden Ausführungen von sachverständigen
  Fachbehörden nicht zu folgen wäre, zumal diese ihre Ausführungen zu der zu
  erwartenden Nutzungsintensivierung nachvollziehbar begründen. Überdies weist
  auch der Umweltverträglichkeitsbericht verschiedentlich darauf hin, dass mit
  dem Bauprojekt "Futuro" dem Schutzgedanken des Jagdbanngebiets
  widersprochen werde. Zwar hält die Beschwerdegegnerin 1 im Grundsatz zu
  Recht fest, dass bereits mit dem heutigen Betrieb des Skigebiets Elm ein
  Konflikt mit den Interessen und den Zielsetzungen des eidgenössischen
  Jagdbanngebiets, insbesondere mit dem Schutz der wildlebenden Tiere vor
  Störungen, besteht. Denn bereits heute sind im Skigebiet Elm in den
  Wintermonaten unzählige Menschen zum Zwecke der Ausübung des Skisports und
  zum Zwecke des Unterhalts der verschiedenen Sportanlagen stark präsent und
  bereits heute besteht die latente Gefahr von Variantenskifahrern. Allerdings
  vermögen diese Tatsachen keine Intensivierung der bereits vorhandenen
  Störungen der Wildtiere im Jagdbanngebiet ohne Weiteres zu rechtfertigen, da
  sich nichts daran ändert, dass Störungen der Wildtiere im Jagdbanngebiet
  grundsätzlich zu unterlassen sind (BVGer-Urteil A-5459/2015 vom
  27. Dezember 2016 E. 6.3.3).

  
	
   

  
	
  5.5.4 Sodann obliegt es dem Bund und den Kantonen, bei
  der Erfüllung ihrer Aufgaben dafür zu sorgen, dass die Schutzziele der
  Banngebiete nicht durch andere Nutzungen beeinträchtigt werden (Art. 6 Abs. 1
  VEJ). Dabei ist zu beachten, dass durch die Aufnahme eines Gebiets in ein
  Jagdbanngebiet und damit in ein Inventar des Bundes von nationaler Bedeutung
  dieses unter Einbezug von Wiederherstellungs- oder angemessener
  Ersatzmassnahmen die grösstmögliche Schonung verdient
  (BGE 134 II 97 E. 3.5.2).

  
	
   

  
	
  In diesem Zusammenhang
  haben sowohl der Beigeladene wie auch die Beschwerdegegner 2 und 3 erkannt,
  dass der Schutzgedanke des Jagdbanngebiets mit dem Betrieb des Skigebiets Elm
  nicht vereinbar ist. Daher sind sie in Zusammenarbeit mit dem BAFU darum
  bemüht, das Skigebiet Elm aus dem Jagdbanngebiet Kärpf zu entlassen. Im
  Rahmen dieser Abklärungen hat sich ergeben, dass das Skigebiet Elm eine
  Gesamtfläche von fast 10 % des Jagdbanngebiets Kärpf umfasst, womit eine
  Entlassung nur unter gleichzeitiger Aufnahme einer gleich grossen
  Ersatzfläche möglich ist (vgl. Art. 3 lit. b VEJ). Zurzeit ist
  die allenfalls neu ins Jagdbanngebiet aufzunehmende Ersatzfläche noch nicht
  bestimmt, sodass im jetzigen Zeitpunkt eine Entlassung des Skigebiets Elm
  unter gleichzeitiger Neuaufnahme einer Ersatzfläche nicht absehbar ist.
  Dennoch erteilte der Beschwerdegegner 3 die Ausnahmebewilligung für die
  Umsetzung des Bauvorhabens "Futuro", was dazu führen würde, dass
  die im Jagdbanngebiet lebenden Wildtiere auf unbestimmte Zeit in ihren
  Lebensräumen gestört würden. Dies steht dem Schutzgedanken des Jagdbanngebiets
  Kärpf diametral entgegen, worauf der Beschwerdegegner 3 selber hinweist.
  Somit würde mit diesem Vorgehen der bestehende Konflikt zwischen den
  Zielsetzungen des Jagdbanngebiets und der touristischen Nutzung weiter
  verschärft, ohne dass eine Lösung dieses Konflikts bereitstehen und umgesetzt
  werden könnte. Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass auch die Interessen
  des Tier- und Jagdschutzes vom vorliegend geplanten Bauvorhaben betroffen
  sind.

  
	
   

  
	
  5.6 Ferner ergibt sich aus dem
  Umweltverträglichkeitsbericht, dass verschiedene schützenswerte Lebensräume
  im Baugebiet liegen, womit der Naturschutz tangiert wird. Darüber hinaus
  werden durch die Erstellung der Wasserfassung am Sernf und das Pumpen des
  Sernfwassers in das Skigebiet Eingriffe in Gewässer und Gewässerschutzzonen
  nötig werden, womit die Interessen des Gewässerschutzes betroffen sind.
  Gleiches zeigen die verschiedenen, für die Umsetzung des Bauprojekts
  benötigten Ausnahmebewilligungen und die darin festgelegten umfassenden
  Auflagen. Daraus kann einzig der Schluss gezogen werden, dass die Umsetzung
  des vorliegenden Bauvorhabens wie auch der daran anschliessende Betrieb des
  Skigebiets Elm bedeutende Auswirkungen auf die Umwelt und die Raumplanung
  haben.

  
	
   

  
	
  Folglich ist das
  Bauvorhaben in der (überlagernden) Zone 10 gemäss Art. 5 BO als
  nicht zonenkonform einzustufen, weshalb es eine projektbezogene
  Sondernutzungsplanung benötigt, in welcher alle aus dem Bauprojekt
  resultierenden Auswirkungen zu erfassen und gegeneinander abzuwägen sind
  (vgl. E. II/3.6.1 vorne). Daran ändert auch die Tatsache nichts,
  dass für die Neuerstellung der Gondelbahn ins Ämpächli im Jahr 2002 eine
  Konzession des eidgenössischen Departements Umwelt, Verkehr, Energie und
  Kommunikation erteilt worden war, kommt doch der seilbahnrechtlichen Plangenehmigung
  der Charakter eines Sondernutzungsplans zu (Bütler, S. 419).

  
	
   

  
	
  5.7 Im Übrigen weisen die Beschwerdegegner schliesslich
  zwar zu Recht darauf hin, dass Art. 11 EG USG i.V.m. Ziffn. 60.3 f.
  Anhang kUVPV das Baubewilligungsverfahren als massgebendes Verfahren
  bezeichnet. Allerdings müssen dabei die im Bundesrecht verankerten
  Raumplanungsgrundsätze beachtet werden. Denn gestützt auf diese im kantonalen
  Verordnungsrecht vorgesehene Bestimmung kann die im RPG gründende
  Notwendigkeit einer Sondernutzungsplanung für das vorliegende Bauvorhaben
  nicht umgangen werden (vgl. Art. 49 der Bundesverfassung der
  Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV];
  vgl. E. II/3.5.1 vorne).

  
	
   

  
	
  5.8 Der Beschwerdegegner 3 hat mit dem von ihm
  gewählten Vorgehen der Erteilung einer Ausnahmebewilligung im
  Baubewilligungsverfahren für das Bauvorhaben "Futuro" ein Verfahren
  gewählt, welches den raumplanerischen Grundsätzen von Art. 1 ff.
  RPG und insbesondere der Planungspflicht gemäss Art. 2 RPG widerspricht.
  Ist aufgrund der einschlägigen Gesetzesgrundlagen im RPG erstellt, dass ein
  Sondernutzungsplanverfahren durchzuführen ist, steht es dem
  Beschwerdegegner 3 nicht zu, ein anderes Verfahren zu wählen, da er
  damit Bundesrecht verletzt. Somit hat der Beschwerdegegner 3 Ermessen
  ausgeübt, obwohl ihm keines zukam, was eine Rechtsverletzung darstellt, zu
  deren Überprüfung das Verwaltungsgericht berechtigt ist (vgl. Ulrich Häfelin/Georg Müller/Felix Uhlmann,
  Allgemeines Verwaltungsrecht, 8. A., Zürich/St. Gallen 2020, Rz. 437,
  442).

   

  
	
  5.9 Dies führt zur Gutheissung der Beschwerde. Der
  Baubewilligungsentscheid der Beschwerdegegnerin 2 vom 5. März 2020
  sowie alle damit koordiniert eröffneten Bewilligungen sind aufzuheben. Das
  Projekt "Futuro" ist zu überarbeiten und im Rahmen eines
  projektbezogenen Sondernutzungsplanverfahrens unter Mitwirkung der
  Bevölkerung zu erlassen.

  
	
   

  
	
  III.

  
	
  1.

  
	
  Nach Art. 134 Abs. 1 lit.
  c VRG hat die Partei, welche im Beschwerde-, Klage- oder Revisionsverfahren
  unterliegt, die amtlichen Kosten zu tragen. Da weder der
  Beschwerdegegnerin 2 noch dem Beschwerdegegner 3 Kosten auferlegt
  werden können und der Beigeladene sich am vorliegenden Verfahren überdies
  nicht beteiligt hat (Art. 135 Abs. 1 und Abs. 2 VRG, Art. 16 Abs. 3
  VRG), sind die Gerichtskosten von pauschal Fr. 2'500.- ausgangsgemäss
  der Beschwerdegegnerin 1 aufzuerlegen. Den Beschwerdeführern ist der von
  ihnen geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 2'500.-
  zurückzuerstatten.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  2.1 Soweit in einem Beschwerdeverfahren Parteien mit
  gegensätzlichen Interessen beteiligt sind, kann gemäss Art. 138 Abs. 2 VRG
  der obsiegenden Partei zu Lasten jener, die unterliegt oder ihr Begehren
  zurückzieht, eine angemessene Parteientschädigung zugesprochen werden. Sodann
  erhalten Parteien zu Lasten der Vorinstanz eine angemessene
  Parteientschädigung, wenn sie im Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren
  obsiegen (Art. 138 Abs. 3 lit. a VRG). Die Aufteilung unter mehreren
  entschädigungspflichtigen Parteien geschieht nach Art. 137 Abs. 1
  VRG (Art. 138 Abs. 2 Satz 2 VRG).

  
	
   

  
	
  2.2 Aus dem Umstand, dass nur eine "angemessene" Parteientschädigung zuzusprechen
  ist, leitet das Verwaltungsgericht in ständiger Praxis ab, dass die
  Parteientschädigung in der Regel nicht sämtliche erforderlichen Kosten
  umfasst, die einer Partei entstanden sind, sondern nur einen Teil des nötigen
  Prozessaufwands. Im Übrigen hat die entschädigungsberechtigte Partei ihren
  notwendigen Aufwand selber zu tragen. Dabei wird davon ausgegangen, dass es
  der entschädigungsberechtigten Partei grundsätzlich zuzumuten ist, für einen
  Teil ihrer erforderlichen Kosten selber aufzukommen (zur vergleichbaren Rechtslage
  im Kanton Zürich: Kaspar Plüss, in Alain Griffel [Hrsg.], Kommentar zum
  Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich, 3. A.,
  Zürich/Basel/Genf 2014, § 17 N. 80).

  
	
   

  
	
  Nach welchen Kriterien die
  Parteientschädigung zuzusprechen ist, regelt das anwendbare
  Verwaltungsprozessrecht nicht. In der Regel dürfte es naheliegen, sinngemäss
  die Regeln über die Bemessung der Spruchgebühren heranzuziehen. Gemäss
  § 7 Abs. 2 der Verordnung über amtliche Kosten im
  Verwaltungsverfahren und in der Verwaltungsrechtspflege vom 24. Juni
  1987 (KoV) bemisst sich die
  Spruchgebühr nach dem Arbeits- und Zeitaufwand der entscheidenden Behörde
  (für die Parteientschädigung ist der Arbeits- und Zeitaufwand des
  Rechtsvertreters massgebend), der Bedeutung und Schwierigkeit der Sache sowie
  nach den für die Parteien auf dem Spiele stehenden Vermögens- oder sonstigen
  Interessen an der Angelegenheit
  (VGer-Urteil VG.2010.00105 vom 27. Februar 2020 E. III/2, nicht
  publiziert; VG.2018.00079 vom 8. November 2018 E. III/2.2,
  VG.2016.00111 vom 29. Juni 2017 E. III/2.1, VG.2016.00039 vom
  26. Januar 2017 E. III/1.2).

  
	
   

  
	
  2.3 Der
  Rechtsvertreter der Beschwerdeführer reichte dem Verwaltungsgericht seine
  Honorarnote im Gesamtbetrag von Fr. 20'292.06 ein. Reicht
  ein Rechtsvertreter eine Honorarnote ein oder legt er anderswie dar, wie hoch
  sein Aufwand war, folgt aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör gemäss
  Art. 29 Abs. 2 BV, dass die Behörde verpflichtet ist, zu begründen,
  weshalb sie die Höhe der zugesprochenen Parteientschädigung als angemessen erachtet.
  Mit anderen Worten darf sie sich in einem derartigen Fall nicht damit
  begnügen, ohne nähere Begründung eine "angemessene
  Parteientschädigung" zuzusprechen (Plüss, § 17 N. 87). Im
  Gegensatz zur Bemessung der Entschädigung des unentgeltlichen Rechtsbeistands
  müssen aber weder der Zeitaufwand noch der Stundenansatz genau beziffert
  werden, sondern es genügt, wenn die Parteientschädigung unter
  Berücksichtigung der dargelegten Kriterien in pflichtgemässer
  Ermessensausübung festgesetzt wird (VGer-Urteil
  VG.2018.00079 vom 8. November 2018 E. III/5.2; vgl. Urteil
  des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich VB.2009.00126 vom 8. Juli
  2009 E. 5.2.2, www.vgr.zh.ch).

  
	
   

  Die Streitsache ist für die Parteien nicht unerheblich,
  kommt doch den Beschwerdeführern im Rahmen deren ideellen Zwecks ein nicht
  unwesentliches Interesse zu, welches jedoch nicht vermögensrechtlicher Natur
  ist. Indessen beschränkte sich das Verfahren auf die Frage der Notwendigkeit
  einer Sondernutzungsplanung, welche nicht als überaus komplexe Frage
  einzustufen ist. Sodann ist zu
  berücksichtigen, dass ein doppelter Schriftenwechsel durchgeführt wurde,
  wobei die Replik der Beschwerdeführer einige Wiederholungen enthält.
  Angesichts all dieser Umstände erscheint eine Parteientschädigung in der Höhe
  von Fr. 6'000.- (inkl. Mehrwertsteuer) als angemessen. Diese ist
  von den unterliegenden Beschwerdegegnern 1 bis 3 zu gleichen Teilen in
  der Höhe von je Fr. 2'000.- zu tragen. Da sich der Beigeladene am
  Verfahren nicht beteiligte, wird er nicht entschädigungspflichtig
  (Art. 16 Abs. 3 VRG).

  
	
   

  
	
  2.4 Den Beschwerdegegnern 2 und 3 ist mangels Obsiegens
  keine Parteientschädigung zuzusprechen, zumal auch keine besonderen Umstände
  ersichtlich sind, welche dies rechtfertigen würden (Art. 138 Abs. 2 VRG und
  138 Abs. 4 VRG e contrario).

  
	
  Demgemäss erkennt die Kammer:

  
	
  1.

  	
  Die Beschwerde wird im Sinne der Erwägungen
  gutgeheissen. Der Baubewilligungsentscheid der Beschwerdegegnerin 2 vom
  5. März 2020 sowie alle damit
  koordiniert eröffneten Bewilligungen werden
  aufgehoben.

  
	
  2.

  	
  Die Gerichtskosten von Fr. 2'500.- werden der
  Beschwerdegegnerin 1 auferlegt und von ihr bezogen. Der von den
  Beschwerdeführern geleistete Kostenvorschuss von Fr. 2'500.- wird ihnen
  zurückerstattet.

  
	
  3.

  	
  Die Beschwerdegegner 1 bis 3 werden verpflichtet, den
  Beschwerdeführern innert 30 Tagen nach Rechtskraft des vorliegenden
  Entscheids eine Parteientschädigung von je Fr. 2'000.- (inkl.
  Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

  
	
  4.

  	
  Schriftliche
  Eröffnung und Mitteilung an:

  
	
   

  	
  […]