# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2dd382a2-5c84-5dd1-b0be-a29316c45a5e
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-04-01
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 01.04.2016 LC150023
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LC150023_2016-04-01.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Zivilkammer    

 

 

Geschäfts-Nr.: LC150023-O/U.doc 

 

Mitwirkend: Oberrichterin Dr. L. Hunziker Schnider, Vorsitzende, Oberrichter 

lic. iur. M. Spahn und Ersatzoberrichter Dr. M. Nietlispach sowie Ge-

richtsschreiberin lic. iur. J. Freiburghaus 

Urteil vom 1. April 2016 

 

in Sachen 

 
A._____,  

Kläger und Berufungskläger 

 

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 
B._____,,  

Beklagte und Berufungsbeklagte 

 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Y._____ 

 
betreffend Ehescheidung 
 
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts im ordentlichen Verfahren am 
Bezirksgericht Meilen vom 17. März 2015 (FE140014-G) 

- 2 - 

Rechtsbegehren: 

des Klägers (Schlussanträge / Urk. 178 S. 1 f.; Prot. I S. 47, 57, 63;  
sinngemäss): 

1. Es sei die Ehe der Parteien gestützt auf Art. 114 ZGB zu scheiden 
und es seien die Teilvereinbarungen vom 1. Oktober 2014 zu ge-
nehmigen. 

2. Es sei der Kläger zu verpflichten, an den Unterhalt und die Erzie-
hung der Kinder C._____, geb. tt.mm.1999, und D._____, geb. 
tt.mm.2001, monatliche Unterhaltsbeiträge von CHF 1'200.– zuzüg-
lich allfällige gesetzliche und/oder vertragliche Familienzulagen zu 
bezahlen, zahlbar im Voraus ab Rechtskraft des Scheidungsurteils 
bis zum Abschluss einer angemessenen Erstausbildung, auch über 
die Volljährigkeit der Kinder hinaus; zahlbar an die Beklagte, so-
lange sich die Kinder in einer angemessenen Erstausbildung befin-
den, bei der Beklagten wohnhaft sind und keine eigene Zahlstelle 
bezeichnen. 

3. Es sei der Kläger zu verpflichten, der Beklagten monatliche persön-
liche Unterhaltsbeiträge von CHF 600.– zu bezahlen, zahlbar im 
Voraus ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis und mit Mai 2017. 

3.a) Es seien die Unterhaltsbeiträge gemäss Ziff. 2 und 3 hiervor ge-
richtsüblich zu indexieren. 

4. Es seien folgende Grundlagen festzuhalten: 
- Jährliches Nettoerwerbseinkommen des Klägers: 

CHF 243'830.– (inkl. Bonus) 
- Jährliches Nettoerwerbseinkommen der Beklagten: 

CHF 51'420.– (inkl. 13. Monatslohn, zuzügl. Kinderzulagen) 
- Monatliches Nettoerwerbseinkommen der Kinder: 

CHF 0.– 
- Gebührender monatlicher Bedarf der Beklagten und der Kinder: 

CHF 7'270.–. 

5. Es seien die während der Ehedauer angesparten Vorsorgegut-
haben je hälftig zu teilen. 

6. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich MWST) 
zulasten der Beklagten. 

 

 
der Beklagten (Schlussanträge / Prot. I S. 47 f.; sinngemäss): 

1. Es sei die am 14. Mai 1997 geschlossene Ehe der Parteien ge-
stützt auf Art. 114 ZGB zu scheiden. 

- 3 - 

2. Es sei die gerichtliche Teilvereinbarung betreffend die Obhut der 
Kinder zu genehmigen. 
Die gerichtliche Teilvereinbarung in Bezug auf das Güterrecht sei 
für nichtig zu erklären bzw. nicht zu genehmigen. 

3. Es sei der Kläger zu verpflichten, an den Unterhalt und die Erzie-
hung der Kinder C._____, geb. tt.mm.1999, und D._____, geb. 
tt.mm.2001, je CHF 1'500.– bis zum Abschluss einer angemesse-
nen Erstausbildung, mindestens aber bis zur Volljährigkeit zu be-
zahlen, zahlbar monatlich im Voraus (nebst 5% Zins ab Verfall); 
zahlbar an die Beklagte, solange die Kinder bei dieser wohnhaft 
sind und keine eigene Zahlstelle bezeichnen. 

4. Der Kläger sei zu verpflichten, der Beklagten ab Rechtskraft des 
Scheidungsurteils bis zur Erlangung des Facharzttitels FMH Psy-
chiatrie Psychotherapie an ihren persönlichen Unterhalt monatlich 
im Voraus zahlbare Unterhaltsbeiträge in der Höhe von 
CHF 6'268.56 (nebst 5% Zins ab Verfall) zu bezahlen. Die Unter-
haltsbeiträge seien gerichtsüblich zu indexieren. 

5. Die während der Ehe erworbene Austrittsleistung der Parteien sei 
gemäss Art. 122 ZGB hälftig zu teilen und auszugleichen und die 
Pensionskasse des Klägers sei entsprechend anzuweisen, die 
Überweisung an die Pensionskasse der Beklagten vorzunehmen. 

6. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich 8% 
MWST zulasten des Klägers. 

 
 
 
Urteil des Bezirksgerichts Meilen, Einzelgericht im ordentlichen Verfahren, 

vom 17. März 2015 (Urk. 203): 

1. Die Ehe der Parteien wird geschieden. 

2. Die Kinder, C._____, geboren am tt.mm.1999, und D._____, geboren 
am tt.mm.2001, werden unter der gemeinsamen elterlichen Sorge der 
Parteien belassen. 

3. Die Kinder, C._____, geboren am tt.mm.1999, und D._____, geboren 
am tt.mm.2001, werden unter die Obhut der Beklagten gestellt. 

4. Die mit Verfügung vom 2. April 2014 respektive 10. Juni 2014 errichtete 
Beistandschaft bezüglich C._____, geboren am tt.mm.1999, wird aufge-
hoben. 

5. Der Antrag der Beklagten, es sei die Teilvereinbarung der Parteien vom 
1. Oktober 2014 betreffend Güterrecht nicht zu genehmigen, wird abge-
wiesen. 

- 4 - 

6. Die Teilvereinbarungen der Parteien über die Scheidungsfolgen vom 
1. Oktober 2014 betreffend Kinderbelange und Güterrecht werden ge-
nehmigt. Sie lauten wie folgt: 

 Teilvereinbarung betreffend den Scheidungspunkt und die Kinderbelange 
(act. 144): 

  "Scheidungspunkt 

1. […] 

  Kinderbelange 

2. […] 

3. […] 

4. In Anbetracht des Alters der Kinder wird auf eine ausdrückliche Regelung des 
persönlichen Verkehrs verzichtet."  
 

 Teilvereinbarung II betreffend die güterrechtliche Auseinandersetzung 
(act. 145): 

  "Güterrecht 

1. Die Parteien halten der guten Ordnung halber fest, seit dem 22. Februar 2013 
unter dem Güterstand der Gütertrennung zu stehen. 

2. Die Parteien verfügten per Stichtag über folgende Vermögenswerte (ohne Lie-
genschaft, Hausrat, Möbel und Fahrzeuge): 

a) Vermögen des Klägers 

Vermögenswert Errungenschaft Eigengut 

Konto-Nr. … 16'846.80 5'714.20 

Konto-Nr. … 2'500.–  

Konto-Nr. … 13'646.–  

Aktien K._____ AG 25'191.83  

Aktien K._____ AG 17'121.73  

… SAR 21'240.–  

Konto-Nr. … 71.25  

Konto-Nr. … 10'124.40  

Konto-Nr. … 5'054.66  

 

- 5 - 

b) Vermögen der Beklagten 

Vermögenswert Errungenschaft Eigengut 

Konto-Nr. … 485.50  

Konto-Nr. … 7'700.–  

Konto-Nr. … 12.55  

Konto-Nr. … 16'479.10  

Konto-Nr. … 10'124.40  

3. Säule bei … … 13'662.20  

Konto-Nr. … 26.–  

Konto-Nr. … 0  

3. Im Zusammenhang mit der ehelichen Liegenschaft am … [Adresse], halten die 
Parteien Folgendes fest: Die Liegenschaft wurde am 28. Februar 2011 für 
CHF 1'950'000.– gekauft. Die Liegenschaft wurde wie folgt finanziert: 

 - Hypothek: CHF 1'750'000.– 
- Eigenmittel: CHF    200'000.– 

Die Liegenschaft wurde mit Kaufvertrag vom 25. September 2014 für 
CHF 1'830'000.– verkauft. Zu diesem Zeitpunkt betrug die Hypothekarschuld 
CHF 1'701'875.–. Die Notariatskosten betrugen CHF 6'583.–. Die mutmassli-
chen Ausstiegskosten im Zusammenhang mit der frühzeitigen Ablösung der 
Hypothek betragen voraussichtlich CHF 152'022.35. 

Die Parteien sind sich einig, dass mit dem Verkaufserlös die effektiven Kosten 
aus dem Verkauf der Liegenschaft nicht gedeckt werden können. Es wird ein 
Verlust von rund CHF 30'000.– erwartet. Die Parteien sind sich einig, dass die-
ser Verlust als Errungenschaft hälftig zu tragen ist. 

4. Die Parteien haben sich bezüglich Hausrat und Mobiliar bereits auseinander-
gesetzt und verzichten diesbezüglich gegenseitig auf die Geltendmachung von 
weiteren Ansprüchen. 

5. Im Zusammenhang mit dem Darlehen, welches der Vater der Beklagten im 
Jahr 1999 gewährt hat, stimmen die Parteien überein, dass dieses Darlehen 
der Beklagten gewährt wurde und zu ihrer Errungenschaft gehört. 

6. Die Parteien vereinbaren, dass der Beklagten gegenüber dem Kläger ein An-
spruch aus Güterrecht in der Höhe von CHF 20'000.– zusteht. 

7. Mit Erfüllung dieser Vereinbarung erklären sich die Parteien in güterrechtlicher 
Hinsicht vollständig auseinandergesetzt." 

7. Der Kläger wird verpflichtet, an die Kosten des Unterhalts und der Erzie-
hung der Kinder C._____ und D._____ Kinderunterhaltsbeiträge zuzüg-
lich Familien-, Kinder- und/oder Ausbildungszulagen wie folgt zu bezah-

- 6 - 

len: CHF 1'500.– je Kind ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis zum 
ordentlichen Abschluss einer angemessenen Ausbildung der Kinder 
auch über deren Volljährigkeit hinaus. 

 Die Kinderunterhaltsbeiträge sind an die Beklagte zahlbar, und zwar 
monatlich im Voraus jeweils auf den Ersten eines jeden Monats. Die 
Zahlungsmodalitäten gelten auch über die Volljährigkeit hinaus, solange 
die Kinder im Haushalt der Beklagten leben und keine eigenen Ansprü-
che gegenüber dem Kläger stellen bzw. keinen anderen Zahlungsemp-
fänger bezeichnen. 

8. Der Kläger wird verpflichtet, der Beklagten persönlich CHF 4'000.– als 
nachehelichen Unterhalt ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis Mai 
2017 zu bezahlen. 

 Die Unterhaltsbeiträge sind an die Beklagte zahlbar, und zwar monatlich 
im Voraus jeweils auf den Ersten eines jeden Monats. 

9. Die Festsetzung der Unterhaltsbeiträge gemäss Dispositiv-Ziff. 7 und 8 
vorstehend basiert auf folgenden finanziellen Grundlagen:  

- Erwerbseinkommen Kläger (inkl. 13. Monatslohn, zuzüglich  
Familien-, Kinder- und/oder Ausbildungszulagen, bei einer  
Erwerbstätigkeit von 100%): CHF 20'300.– netto; 

- Erwerbseinkommen Beklagte (inkl. 13. Monatslohn, zuzüglich  
Familien-, Kinder- und/oder Ausbildungszulagen, bei einer  
Erwerbstätigkeit von 50%): CHF 4'300.– netto; 

- weitere Einkommen Kläger: CHF 0.–; 
- weitere Einkommen Beklagte: CHF 0.–; 
- Bedarf Kläger: nicht bestimmt (einstufige Methode); 
- Bedarf Beklagte mit den Kindern: CHF 11'400.–. 

10. Die Unterhaltsbeiträge gemäss Dispositiv-Ziff. 7 und 8 vorstehend basie-
ren auf dem Landesindex der Konsumentenpreise des Bundesamtes für 
Statistik, Stand Ende Februar 2015 von 97.9 Punkten (Basis Dezember 
2010 = 100 Punkte). Sie sind jeweils auf den 1. Januar eines jeden Jah-
res, erstmals auf den 1. Januar 2016, dem Stand des Indexes per Ende 
November des Vorjahres anzupassen. Die Anpassung erfolgt nach fol-
gender Formel: 

Neuer Unterhaltsbeitrag  = 
alter Unterhaltsbeitrag  x  neuer Index 

97.9 

11. Die Erziehungsgutschriften für die Berechnung künftiger AHV-/IV-Ren-
ten werden der Beklagten angerechnet.  

12. Die Pensionskasse E._____, wird angewiesen, mit Rechtskraft des 
Scheidungsurteils vom Vorsorgekonto des Klägers (AHV-Nr. …) den Be-

- 7 - 

trag von CHF 384'442.– auf das Vorsorgekonto der Beklagten (AHV-
Nr. …) bei der Vorsorgestiftung F._____, zu übertragen. 

13. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: 
 CHF 9'500.--;  die weiteren Kosten betragen: 
 CHF 16'642.--  Gutachten 
 CHF 26'142.--  Kosten total. 

14. Die Entscheidgebühr wird zu 2/3 dem Kläger und zu 1/3 der Beklagten 
auferlegt. Die übrigen Kosten (Kosten der Fremdplatzierung, Kosten der 
Prozessbeiständin sowie Kosten des kinderpsychiatrischen Gutachtens) 
werden auf die Gerichtskasse genommen.  

15. Der Kläger wird verpflichtet, der Beklagten eine Prozessentschädigung 
von CHF 5'000.-- zu bezahlen. 

16. [Schriftliche Mitteilung] 

17. [Rechtsmittelbelehrung] 
 
 
 

Berufungsanträge: 

des Klägers (Urk. 202 S. 2 f.): 

1. Es seien die Ziffern 7 Abs. 1, 8, 9, 13, 14 Satz 1 und 15 des Ur-
teilsdispositivs des Urteils des Bezirksgerichts Meilen vom 
17. März 2015 (FE140014) aufzuheben und wie folgt zu ersetzen: 

2. Ziff. 7 Abs. 1: Es sei der Kläger zu verpflichten, an die Kosten des 
Unterhalts und der Erziehung der Kinder C._____ und D._____ 
Kinderunterhaltsbeiträge zuzüglich Familien-, Kinder- und/oder 
Ausbildungszulagen wie folgt zu bezahlen: CHF 1'200.-- je Kind ab 
Rechtskraft des Scheidungsurteils bis zum Abschluss einer ange-
messenen Ausbildung der Kinder auch über deren Mündigkeit hin-
aus. 

3. Ziff. 8: Es sei der Kläger zu verpflichten, der Beklagten persönlich 
CHF 600.-- als nachehelichen Unterhalt ab Rechtskraft des Schei-
dungsurteils bis Mai 2017 zu bezahlen. 

4. Ziff. 9: Es sei festzuhalten, dass die Festsetzung der Unterhalts-
beiträge gemäss Dispositiv-Ziffer 7 und 8 vorstehend auf folgenden 
finanziellen Grundlagen basiert: 
- Erwerbseinkommen Kläger (inkl. 13. Monatslohn, zuzüglich  

Familien-, Kinder- und/oder Ausbildungszulagen, bei einer  
Erwerbstätigkeit von 100%): CHF 20'300.-- netto bis Ende Juni 
2015, CHF 12'667.-- netto ab 1. Juli 2015; 

- 8 - 

- Erwerbseinkommen Beklagte (inkl. 13. Monatslohn, zuzüglich  
Familien-, Kinder- und/oder Ausbildungszulagen, bei einer  
Erwerbstätigkeit von 50%): CHF 4'300.-- netto;  

- weitere Einkommen Kläger: CHF 0.--; 
- weitere Einkommen Beklagte: CHF 0.--; 
- Bedarf Kläger: nicht bestimmt (einstufige Methode); 
- Bedarf Beklagte mit Kinder: CHF 7'800.--. 

5. Ziff. 13: Es sei die erstinstanzliche Entscheidgebühr auf 
CHF 9'500.-- festzusetzen. 

6. Ziff. 14 Satz 1: Es sei die erstinstanzliche Entscheidgebühr dem 
Kläger und der Beklagten je hälftig aufzuerlegen. 

7. Ziff. 15: Es seien die erstinstanzlichen Prozessentschädigungen 
wettzuschlagen. 

8. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen für das zweitinstanzliche 
Verfahren zuzüglich 8% MWST zulasten der Berufungsbeklagten. 

 

 
der Beklagten (Urk. 212 S. 2): 

1. Die Berufung sei abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist, und 
das Urteil des Einzelgerichts des Bezirks Meilen vom 17. März 
2015 sei zu schützen. 

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich 8% MWST) 
zulasten des Berufungsklägers. 

 
 
 
 

Erwägungen: 

I. Prozessgeschichte 

1. Mit Eingabe vom 22. Januar 2014 machte der Kläger und Berufungs-

kläger (nachfolgend Kläger) beim Bezirksgericht Meilen, Einzelgericht im ordentli-

chen Verfahren (Vorinstanz), Klage auf Scheidung der am 14. Mai 1997 geschlos-

senen Ehe der Parteien anhängig (Urk. 1). Dem Scheidungsverfahren waren zwei 

Eheschutzverfahren vorausgegangen: Mit Entscheid vom 22. März 2013 hatte die 

Einzelrichterin des Bezirksgerichts Bremgarten AG im summarischen Verfahren 

- 9 - 

Nr. SF.2013.24 per 22. Februar 2013 die Gütertrennung angeordnet (Urk. 4/4). 

Mit Urteil vom 8. November 2013 hatte der Einzelrichter des Bezirksgerichts 

Dielsdorf im summarischen Verfahren Nr. EE130070 unter anderem davon Vor-

merk genommen, dass die Parteien seit dem 22. Januar 2012 getrennt leben, die 

beiden gemeinsamen Kinder C._____ (geboren am tt.mm.1999) und D._____ 

(geboren am tt.mm.2001) für die Dauer des Getrenntlebens unter die Obhut der 

Beklagten und Berufungsbeklagten (im Folgenden Beklagte) gestellt sowie den 

Kläger zur Bezahlung monatlicher Kinder- und Ehegattenunterhaltsbeiträge von 

Fr. 1'500.-- pro Kind bzw. Fr. 4'400.-- für die Beklagte persönlich verpflichtet 

(Urk. 4/3 und Urk. 10/25 = Urk. 206/8).  

Am 1. Oktober 2014 fand die Einigungsverhandlung statt, anlässlich welcher 

die Parteien unter Mitwirkung des Gerichts zwei Teilvereinbarungen über die 

Scheidungsfolgen schlossen. Nach Eingang der schriftlichen Klagebegründung 

und -antwort (Urk. 161 und Urk. 169) und durchgeführter Hauptverhandlung mit 

Replik (Urk. 178) und Duplik (Prot. I S. 47 ff.) sowie einer Stellungnahme des Klä-

gers zu den Dupliknoven (Prot. I S. 57 ff.) fällte die Vorinstanz am 17. März 2015 

das eingangs im Dispositiv wiedergegebene Urteil (Urk. 196 = Urk. 203). Für wei-

tere Einzelheiten der Prozessgeschichte kann auf die dortigen Ausführungen ver-

wiesen werden (Urk. 203 S. 3 ff. E. I). 

2. Gegen das vorinstanzliche Urteil erhob der Kläger mit Eingabe vom 

11. Mai 2015 Berufung, mit welcher er in der Hauptsache die vorstehend ange-

führten Anträge stellt. Zugleich ersuchte er um Erlass vorsorglicher Massnahmen 

für die Dauer des Berufungsverfahrens (Urk. 202). Mit Verfügung vom 19. Mai 

2015 wurde dem Kläger für das Berufungsverfahren ein Kostenvorschuss von 

Fr. 8'000.-- auferlegt (Urk. 208), welcher am 27. Mai 2015 einging (Urk. 209). Die 

fristwahrend erstattete Berufungsantwort der Beklagten datiert vom 8. Juli 2015 

(Urk. 212; s.a. Urk. 210). Nachdem sich die Berufung lediglich gegen die Höhe 

der zugesprochenen Kinder- und nachehelichen Unterhaltsbeiträge sowie die Re-

gelung der Kosten- und Entschädigungsfolgen richtet (vgl. Urk. 202 S. 4 Rz 3) 

und die Beklagte keine Anschlussberufung erhoben hatte, wurde mit Beschluss 

vom 15. August 2015 von der Teilrechtskraft des vorinstanzlichen Urteils Vormerk 

- 10 - 

genommen; zugleich wurde die Berufungsantwort dem Kläger zur Kenntnisnahme 

zugestellt (Urk. 215). Am 25. August 2015 wurde den Parteien eine Kopie des 

Schreibens der Pensionskasse E._____ vom 21. August 2015 (Urk. 218) zur 

Kenntnisnahme zugestellt. Darin hatte diese der Kammer mitgeteilt, dass die ge-

richtlich angeordnete Überweisung von Fr. 384'442.-- an die Vorsorgeeinrichtung 

der Beklagten nicht mehr vorgenommen werden könne, weil der Kläger per 

30. Juni 2015 aus der Pensionskasse E._____  ausgetreten und seine Freizügig-

keitsleistung bereits überwiesen worden sei (Urk. 220). Mit Spontaneingabe vom 

29. August 2015 nahm der Kläger zur Berufungsantwort Stellung und ergänzte 

sein Massnahmebegehren (Urk. 221). Sodann ersuchte er mit Eingabe vom 

1. September 2015 darum, in Abänderung von Dispositiv-Ziffer 12 des vorinstanz-

lichen Urteils neu seine aktuelle Pensionskasse G._____ zur Überweisung des 

festgesetzten Betrags an die Vorsorgeeinrichtung der Beklagten anzuweisen 

(Urk. 224). Auf dieses Begehren trat die Kammer mit Beschluss vom 21. Septem-

ber 2015 nicht ein (Urk. 228). Zugleich wurde der Beklagten die klägerische Ein-

gabe vom 29. August 2015 zur Kenntnisnahme zugestellt. Am 9. Oktober 2015 

erging der Entscheid betreffend vorsorgliche Massnahmen, mit welchem die vom 

Kläger für die weitere Dauer des Verfahrens zu bezahlenden monatlichen Unter-

haltsbeiträge (in Abänderung des Eheschutzentscheids vom 8. November 2013) 

per 1. Juni 2015 auf Fr. 1'200.-- pro Kind bzw. Fr. 3'600.-- für die Beklagte persön-

lich reduziert wurden (Urk. 229). Weitere Eingaben sind nicht erfolgt. 

II. Prozessuales / Vorbemerkungen 

1. Die Rechtsmittelvoraussetzungen sind erfüllt: Die gegen den erstin-

stanzlichen Endentscheid zulässige Berufung (Art. 308 Abs. 1 lit. a ZPO) wurde 

form- und fristgerecht erhoben (Art. 311 Abs. 1, Art. 142 f. und Art. 145 Abs. 1 

lit. a ZPO sowie Urk. 197/2) und der einverlangte Kostenvorschuss rechtzeitig ge-

leistet (Urk. 208 und 209). Unter dem Vorbehalt rechtsgenügender Begründung 

(Art. 311 Abs. 1 ZPO und nachstehend, E. II/2) ist auf die Berufung einzutreten. 

Der Berufungsentscheid kann aufgrund der Akten ergehen (Art. 316 Abs. 1 ZPO). 

- 11 - 

2. Mit der Berufung kann eine unrichtige Rechtsanwendung und eine un-

richtige Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). 

Die Berufungsinstanz verfügt über unbeschränkte Kognition bezüglich Tat- und 

Rechtsfragen, einschliesslich der Frage richtiger Ermessensausübung (Angemes-

senheitsprüfung; BGer 5A_184/2013 vom 26.4.2013 E. 3.1). Dabei ist in der 

schriftlichen Berufungsbegründung (Art. 311 ZPO) hinreichend genau aufzuzei-

gen, inwiefern der erstinstanzliche Entscheid in den angefochtenen Punkten als 

fehlerhaft zu betrachten ist, d.h. an einem der genannten Mängel leidet. Das setzt 

voraus, dass der Berufungskläger die vorinstanzlichen Erwägungen bezeichnet, 

die er anficht, sich inhaltlich mit diesen auseinandersetzt und mittels genügend 

präziser Verweisungen auf die Akten aufzeigt, wo die massgebenden Behauptun-

gen, Erklärungen, Bestreitungen und Einreden erhoben wurden bzw. aus welchen 

Aktenstellen sich der geltend gemachte Berufungsgrund ergeben soll (vgl. BGE 

138 III 374 E. 4.3.1; BGer 5A_247/2013 vom 15.10.2013 E. 3.2; 5A_751/2014 

vom 28.05.2015 E. 2.1). Was nicht in einer den gesetzlichen Begründungsanfor-

derungen genügenden Weise beanstandet wird, braucht von der Rechtsmittel-

instanz nicht überprüft zu werden. Das gilt zumindest insoweit, als ein Mangel 

nicht geradezu ins Auge springt. In diesem Rahmen ist insoweit auf die Parteivor-

bringen einzugehen, als dies für die Entscheidfindung erforderlich ist (BGE 134 I 

83 E. 4.1 S. 88 m.w.Hinw.). 

3. Neue Tatsachen und Beweismittel (Noven) können im Berufungsver-

fahren nur unter den Voraussetzungen von Art. 317 Abs. 1 ZPO berücksichtigt 

werden, d.h., wenn sie – kumulativ – ohne Verzug vorgebracht werden (lit. a) und 

trotz zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz vorgebracht werden konn-

ten (lit. b). Dabei hat, wer sich auf Noven beruft, deren Zulässigkeit darzutun (vgl. 

BGer 5A_330/2013 vom 24.9.2013 E. 3.5.1; 5A_266/2015 vom 24.6.2015 

E. 3.2.2, je m.w.Hinw.). Am derart beschränkten Novenrecht ändert auch der Um-

stand nichts, dass im Scheidungsverfahren auch vor Berufungsinstanz die un-

eingeschränkte Untersuchungsmaxime gilt, soweit es um Kinderbelange geht 

(Art. 296 Abs. 1 ZPO; BGer 5A_807/2012 vom 6.2.2013 E. 4.2.2 und 4.2.3; 

5A_141/2014 vom 28.4.2014 E. 3.4; dazu nachstehende E. II/4). Nach der bun-

desgerichtlichen Praxis regelt Art. 317 Abs. 1 ZPO die Möglichkeit der Parteien, 

- 12 - 

neue Tatsachen und Beweismittel vorzubringen, auch in diesen Fällen abschlies-

send. Insbesondere ist eine analoge Anwendung von Art. 229 Abs. 3 ZPO, wel-

cher das erstinstanzliche Verfahren betrifft, im Berufungsverfahren ausgeschlos-

sen (BGE 138 III 625 E. 2.2; BGer 5A_22/2014 vom 13.5.2014 E. 4.2; 

5A_266/2015 vom 24.6.2015 E. 3.2.2). 

4. Vorauszuschicken ist weiter, dass die Feststellung des entscheidrele-

vanten Sachverhalts für den nachehelichen Unterhalt der Verhandlungsmaxime 

unterliegt (Art. 277 Abs. 1 ZPO; BGer 5A_751/2014 vom 28.5.2015 E. 2.4; 

5A_70/2013 vom 11.6.2013 E. 5). Demgegenüber gelten mit Bezug auf den Kin-

derunterhalt sowohl im erst- wie auch im zweitinstanzlichen Verfahren die Offi-

zialmaxime und der uneingeschränkte Untersuchungsgrundsatz (Art. 296 Abs. 1 

und 3 ZPO; BGer 5A_807/2012 vom 6.2.2013 E. 4.2.3; 5A_513/2014 vom 

1.10.2015 E. 4.1). Ehegatten- bzw. nacheheliche Unterhaltsbeiträge und Kin-

derunterhaltsbeiträge bilden aus Sicht der finanziellen Leistungsfähigkeit des 

Schuldners jedoch ein Ganzes, so dass sich die Untersuchungsmaxime auch auf 

die Tatsachengrundlage (Einkommen und Bedarf der Parteien) für die Bestim-

mung des (nach)ehelichen Unterhalts auswirkt. Die Parteien sind bei der Feststel-

lung des Sachverhalts aber zur aktiven Mitwirkung (durch Hinweise zum Sach-

verhalt und Bezeichnung von Beweisen) verpflichtet und zur loyalen Prozessfüh-

rung angehalten. Aufgrund dieser Mitwirkungspflicht bleibt es auch im Anwen-

dungsbereich von Art. 296 ZPO in erster Linie Sache der Parteien, die massge-

benden Tatsachen vorzutragen und die Beweismittel zu nennen. Faktisch be-

grenzt wird die Untersuchungsmaxime überdies durch die Pflicht der Parteien, ih-

re Eingaben zu begründen (BGer 5A_141/2014 vom 28.4.2014 E. 3.4 m.w.Hinw.; 

vgl. auch BGer 5A_485/2012 vom 11.9.2012 E. 5; 5A_357/2015 vom 19.8.2015 

E. 4.2; BGE 128 III 411 E. 3.2.1; 133 III 507 E. 5.4).  

5. Bei der konkreten Festsetzung der Unterhaltsbeiträge handelt es sich 

um einen Ermessensentscheid im Sinne von Art. 4 ZGB, bei welchem dem Ge-

richt ein weites Ermessen zukommt (vgl. statt vieler BGE 134 III 577 E. 4; 127 III 

136 E. 3.a; BGer 5A_441/2008 vom 29.12.2008 E. 4.5). Das gilt insbesondere 

auch bei der Festsetzung des gebührenden Bedarfs eines Ehegatten im Rahmen 

- 13 - 

der einstufig-konkreten Berechnungsmethode (FamKomm Scheidung II-Aeschli-

mann/Bähler/Freivogel Anh. UB N 130 und N 134).  

III. Materielle Beurteilung 

1. Gegenstand der Berufung 

Wie bereits erwähnt, richtet sich die Berufung (nur) gegen die Höhe der Kin-

der- und nachehelichen Unterhaltsbeiträge (dazu nachstehend, E. III/2) sowie die 

Regelung der Kosten- und Entschädigungsfolgen für das erstinstanzliche Verfah-

ren (dazu hinten, E. IV/1). Im Berufungsverfahren sind somit einzig diese beiden 

Punkte zu beurteilen (s.a. Urk. 202 S. 4 Rz 3). Demgegenüber ist das vorinstanz-

liche Urteil mit Bezug auf den Scheidungspunkt und die weiteren Nebenfolgen in 

Rechtskraft erwachsen (vgl. Urk. 215) und insoweit nicht Gegenstand des Beru-

fungsverfahrens.  

2. Unterhaltsbeiträge 

2.1. Entscheid der Vorinstanz 

2.1.1. Die Vorinstanz ging (unangefochten und zu Recht) von einer lebens-

prägenden Ehe der Parteien aus und erörterte in ihrem Urteil zunächst die rechtli-

chen Grundlagen und Grundzüge der Festsetzung von Kinder- und nachehelichen 

Unterhaltsbeiträgen (Urk. 203 S. 22 ff. E. VI/1). Alsdann ermittelte sie den Unter-

haltsanspruch der Beklagten und der beiden Kinder. Angesichts der sehr guten 

Einkommensverhältnisse der Parteien stützte sie sich dabei (wie bereits im Ehe-

schutzverfahren und im Einklang mit den Vorbringen beider Parteien) auf die ein-

stufig-konkrete Methode (Urk. 203 S. 25 E. VI/2.4). Zur Bestimmung des mass-

geblichen Lebensstandards vor der Trennung stellte sie auf die Verhältnisse der 

Jahre 2009, 2010 und 2011 ab und errechnete bei durchschnittlichen jährlichen 

Einkünften von Fr. 261'612.-- einen effektiven durchschnittlichen Verbrauch ohne 

Wohnkosten von Fr. 85'562.-- pro Jahr bzw. rund Fr. 7'100.-- pro Monat (Urk. 203 

S. 26 ff. E. VI/3). Auf Seiten des Klägers ging die Vorinstanz von einem Einkom-

men von Fr. 244'000.-- pro Jahr bzw. Fr. 20'300.-- pro Monat aus (Urk. 203 S. 28 

- 14 - 

E. VI/4), auf Seiten der Beklagten von einem monatlichen Einkommen von netto 

rund Fr. 4'800.-- (Fr. 4'300.-- zuzüglich Kinderzulagen), welches dieselbe als As-

sistenzärztin mit einem 50%-Pensum aktuell erzielt; ab Juni 2017 rechnete sie der 

Beklagten ein mit einem Vollzeit-Pensum erzielbares hypothetisches Einkommen 

von Fr. 9'100.-- pro Monat (inkl. Kinderzulagen) an (Urk. 203 S. 28 f. E. VI/5). Der 

Bedarf des Klägers wurde nicht näher bestimmt. Immerhin wurde festgehalten, 

dass sich dessen Wohnkosten auf insgesamt Fr. 2'700.-- beliefen (Urk. 203 S. 30 

E. VI/6). Den Bedarf der Beklagten bezifferte die Vorinstanz auf insgesamt 

Fr. 11'400.-- (Urk. 203 S. 30 ff. E. VI/7). Ausgehend von diesen Zahlen verpflich-

tete sie den Kläger zur Leistung monatlicher Kinderunterhaltsbeiträge von 

Fr. 1'500.-- je Kind zuzüglich allfälliger Kinderzulagen, geschuldet ab Rechtskraft 

des Scheidungsurteils bis zum ordentlichen Abschluss einer angemessenen Aus-

bildung der Kinder, auch über deren Volljährigkeit hinaus. Der Beklagten persön-

lich sprach die Vorinstanz ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis Ende Mai 

2017 befristete nacheheliche Unterhaltsbeiträge von Fr. 4'000.-- pro Monat zu 

(Urk. 203 S. 35 ff. E. VI/8). 

2.1.2. Der Kläger beanstandet verschiedene der Beklagten zugestandene 

Bedarfspositionen, bei denen die Vorinstanz in willkürlicher Art und Weise von 

den nachgewiesenen tatsächlichen Verhältnissen abgewichen sei und mit dem 

pauschalen Hinweis auf die guten finanziellen Verhältnisse die rechtsrelevante 

Grundlage des tatsächlich gelebten – im Verhältnis zu den finanziellen Möglich-

keiten eher bescheidenen – Lebensstandards missachtet habe. Dadurch seien 

einzelne Bedarfspositionen ungebührlich "aufgebläht" worden (Urk. 202 S. 6 ff. 

Rz 8 ff.; s.a. Urk. 221 S. 2 Rz 2). Zudem macht er eine unfreiwillige Reduktion 

seines Einkommens geltend (Urk. 202 S. 18 ff. Rz 46 ff.).  

2.1.3. Die Beklagte hält die klägerischen Einwände und damit auch die Beru-

fung für unbegründet und beantragt, das angefochtene Urteil zu bestätigen. Sie 

verweist dabei wiederholt auf den weiten Ermessensspielraum des Gerichts. So-

dann müsse bei der Prüfung, ob die zugesprochenen Unterhaltsbeiträge ange-

messen seien, auch deren zeitliche Befristung bis Ende Mai 2017 berücksichtigt 

werden (Urk. 212, insbes. S. 2 und S. 4 Rz 8). 

- 15 - 

2.2. Einkommen des Klägers 

2.2.1. Die Vorinstanz ging von einem im Zeitpunkt der Entscheidfällung un-

bestrittenen monatlichen Nettoeinkommen des Klägers (bei voller Erwerbstätig-

keit) von Fr. 20'300.-- aus (Urk. 203 S. 28 E. VI/4 und S. 44 Disp.-Ziff. 9). Der Klä-

ger macht in der Berufungsbegründung als neue Tatsache geltend, dass sich sein 

Einkommen zufolge Kündigung seiner bisherigen Arbeitsstelle durch die Arbeit-

geberin, die H._____ AG, und Antritts einer neuen Anstellung bei der I._____ ab 

1. Juli 2015 um rund 38% reduziert habe. Die Kündigung seiner Arbeitsstelle 

durch die H._____ AG sei im Zeitpunkt des vorinstanzlichen Entscheids bekannt 

gewesen, (noch) nicht aber die Anschlusslösung. Nachdem alle Bewerbungen 

und Bemühungen um eine neue Stelle im angestammten Bereich (Credit Risk 

Management) erfolglos verlaufen seien, habe er per 1. Juli 2015 eine neue, feste 

Anstellung bei einem "stabilen" Arbeitgeber gefunden. Ab diesem Zeitpunkt be-

trage sein neues Jahreseinkommen Fr. 180'000.-- brutto bzw. Fr. 152'000.-- netto, 

was einen Nettolohn von Fr. 12'667.-- pro Monat ergebe. Das sei im Unterhalts-

entscheid entsprechend festzustellen (Urk. 202 S. 2 Antrag 4 und S. 18 ff. Rz 46 

ff. m.Hinw. auf Urk. 114/2 und Urk. 206/6). An dieser Darstellung hält der Kläger 

in seiner Stellungnahme vom 29. August 2015 im Wesentlichen fest, wobei er 

seinen aktuellen Nettolohn unter Hinweis auf die beigebrachten Lohnabrechnun-

gen für die Monate Juli und August 2015 (Urk. 223/4) auf Fr. 12'717.-- korrigiert. 

Er widerspricht der beklagtischen Auffassung, wonach die Einkommenseinbusse 

nicht unfreiwillig erfolgt und nur vorübergehender Natur sei (Urk. 221 S. 8 ff. Rz 

17 ff.). 

2.2.2. Die Beklagte führt dazu im Wesentlichen aus, die geltend gemachte 

(und als solche nicht bestrittene) Einkommensreduktion könne im Berufungsver-

fahren nur beachtet werden, wenn sie nicht freiwillig erfolgt sei und die Voraus-

setzungen von Art. 129 ZGB erfüllt seien. Beides treffe vorliegend nicht zu. Einer-

seits habe der Kläger nicht nachgewiesen, dass er sich um eine Stelle im ange-

stammten Bereich bemüht habe, welche ihm ein Einkommen in vergleichbarer 

Höhe ermöglicht hätte. Es sei auch nicht glaubhaft, dass ihm dies nicht hätte ge-

lingen sollen, nachdem sich die Arbeitsmarktsituation im Bankenbereich nach der 

- 16 - 

Finanzkrise wieder stabilisiert und er auch während der Finanzkrise, nämlich seit 

dem Jahr 2009, ein hohes Einkommen (von monatlich rund Fr. 20'300.--) erzielt 

habe. Überdies habe er den neuen Arbeitsvertrag (bereits) am 22. April 2015 und 

mithin über zwei Monate vor Beendigung des Arbeitsverhältnisses unterzeichnet 

und damit auch in zeitlicher Hinsicht seine Möglichkeiten in Bezug auf die Suche 

nach einer angemessenen (gemeint: in etwa gleich entlöhnten) Arbeitsstelle nicht 

ausgenutzt. Da er nicht darzutun vermöge, dass er gezwungen gewesen sei, die 

Lohneinbusse hinzunehmen, und die Einkommensverminderung folglich nicht 

freiwillig (recte: unfreiwillig) gewesen sei, sei ihm ein hypothetisches Einkommen 

auf der Basis seines bisherigen Einkommens anzurechnen. Selbst wenn jedoch 

sein neues Arbeitseinkommen massgeblich sein sollte, könne dies keine Verän-

derung des angemessenen Unterhaltsbeitrags nach sich ziehen, nachdem selbst 

der Kläger auch bei reduziertem Einkommen die einstufig-konkrete Methode für 

massgeblich erachte und die Seite des Unterhaltsverpflichteten bei der Unter-

haltsberechnung nach dieser Methode keine Rolle spiele. Nicht dargetan sei so-

dann, dass die Einkommenseinbusse dauerhaft sei; gegenteils sei angesichts der 

bisherigen beruflichen Laufbahn und der akademischen Ausbildung des Klägers 

anzunehmen, dass die Lohnreduktion nur vorübergehender Natur sei. Zudem sei 

die Unterhaltspflicht des Klägers gegenüber der Beklagten ohnehin nur auf zwei 

Jahre beschränkt. Die finanzielle Einbusse für den Kläger sei für diese Zeit daher 

verkraftbar. Aus alledem ergebe sich, dass die Voraussetzungen für eine Abände-

rung des nachehelichen Unterhalts wegen reduziertem Einkommen des Klägers 

nicht gegeben seien (Urk. 212 S. 13 ff. Rz 51 ff.). 

2.2.3. Wie der Kläger zutreffend ausführt, hatte er bereits vor Vorinstanz auf 

die per 31. Dezember 2014 ausgesprochene Kündigung seines Arbeitsvertrags 

durch die H._____ AG hingewiesen und das Kündigungsschreiben vom 16. Juni 

2014 ins Recht gereicht (Urk. 113 S. 2 und Urk. 114/2). Der Arbeitsvertrag mit 

seiner neuen Arbeitgeberin, der I._____, datiert vom 22. April 2015. Er wurde mit-

hin erst nach Ergehen des angefochtenen Urteils geschlossen (Urk. 206/6). Die-

ser Vertrag und das durch ihn ausgewiesene neue Einkommen bzw. die diesbe-

züglichen Behauptungen des Klägers stellen somit – ebenso wie die beiden (ers-

ten) Lohnabrechnungen der neuen Arbeitgeberin für die Monate Juli und August 

- 17 - 

2015 (Urk. 223/4) und die letzte Absage vom 5. Juni 2015 auf eine Stellenbewer-

bung (Urk. 223/3) – echte Noven dar, die jeweils ohne Verzug vorgebracht wur-

den. Sie sind mithin zulässig und bei der Entscheidfindung zu berücksichtigen 

(Art. 317 Abs. 1 ZPO und vorne, E. II/3), was von der Beklagten auch nicht in Ab-

rede gestellt wird (Urk. 212 S. 13 Rz 51). 

2.2.4. Vorweg ist klarzustellen, dass im vorliegenden Kontext nicht über die 

Abänderung von bereits festgesetzten (nachehelichen und Kinder-)Unterhaltsbei-

trägen zu entscheiden ist. Vielmehr steht die erstmalige Festsetzung solcher Bei-

träge an, welche gestützt auf die prozessrechtskonform erhobenen tatsächlichen 

Grundlagen zu erfolgen hat. Daran ändert nichts, dass die Festsetzung zufolge 

Anfechtung des erstinstanzlichen Urteils von der Berufungsinstanz vorzunehmen 

ist. Zu diesen Grundlagen gehören im Berufungsverfahren neben den bereits vor 

Erstinstanz aktenkundigen Tatsachen auch solche, die nach Massgabe des No-

venrechts (Art. 317 Abs. 1 ZPO) oder aufgrund der Untersuchungsmaxime 

(Art. 296 Abs. 1 ZPO) neu zu den Akten erhoben wurden. Entgegen den unzutref-

fenden Ausführungen der Beklagten (Urk. 212 S. 13 Rz 51) ist eine Berücksichti-

gung der geltend gemachten Lohneinbusse des Klägers somit keineswegs nur 

unter den (Abänderungs-)Voraussetzungen von Art. 129 ZGB möglich.  

Daneben trifft es zwar zu, dass bei Anwendung der von beiden Parteien fa-

vorisierten einstufig-konkreten Berechnungsmethode die Seite des Unterhaltsver-

pflichteten und damit auch die genaue Höhe seines Einkommens für die Berech-

nung des nachehelichen Unterhalts grundsätzlich keine Rolle spielt (vgl. BGer 

5A_198/2012 vom 24.8.2012 E. 8.3.2). Diese Berechnungsmethode setzt jedoch 

besonders gute finanzielle Verhältnisse voraus; fehlen solche, sind die Unterhalts-

beiträge nach Massgabe der zweistufigen Methode festzusetzen. Ob finanzielle 

Verhältnisse vorliegen, die eine Berechnung nach der einstufig-konkreten Metho-

de rechtfertigen, beurteilt sich insbesondere nach dem Einkommen der Schei-

dungsparteien. Die Wahl der Berechnungsmethode hängt somit massgeblich vom 

Einkommen (auch) des Unterhaltsverpflichteten ab. Insofern kommt der behaup-

teten Einkommenseinbusse durchaus Bedeutung zu. 

- 18 - 

2.2.5. Unbestritten und erstellt ist, dass die H._____ AG das Arbeitsverhält-

nis mit dem Kläger am 16. Juni 2014 gekündigt (Urk. 114/2) und der Kläger per 1. 

Juli 2015 eine neue Anstellung bei der I._____ angetreten hat, mit der er ein mo-

natliches Nettoeinkommen von Fr. 12'717.-- erzielt (Urk. 206/6 und Urk. 223/4). 

Notorisch ist sodann, dass gerade im Bankensektor nicht nur in unmittelbarem 

Anschluss an die Finanzkrise im Jahr 2008, sondern auch in den Folgejahren 

grössere Restrukturierungen stattgefunden haben und noch immer stattfinden, in 

deren Verlauf aufgrund des allgegenwärtigen Kostendrucks zahlreiche Stellen 

abgebaut und (insbesondere) auch gut entlöhnte Angestellte (z.B. im Investment 

oder Private Banking) entlassen wurden und werden. Vor diesem Hintergrund be-

steht kein vernünftiger Zweifel, dass die gegenüber dem Kläger ausgesprochene 

Kündigung – wie dort ausgeführt – aus Gründen einer Restrukturierung mit Stel-

lenabbau erfolgte und der Kläger seine Anstellung bei der H._____ AG demnach 

unfreiwillig verloren hat. Angesichts der notorischerweise angespannten Arbeits-

marktlage im Finanzdienstleistungssektor, der zurzeit von anhaltenden Rationali-

sierungsmassnahmen und Stellenabbau geprägt ist, des doch recht hohen bishe-

rigen Einkommens des Klägers und dessen Alters, in welchem eine erfolgreiche 

Stellensuche nach unfreiwilliger Entlassung keinesfalls selbstverständlich, son-

dern oft mit erheblichen, mitunter gar unüberwindbaren Schwierigkeiten verbun-

den ist, kann nicht angenommen werden, der Kläger hätte bei gutem Willen und 

gebotener Anstrengung eine andere (neue) Stelle mit einem ähnlich hohen Ein-

kommen wie bisher gefunden. Daran ändert im Lichte der gegenwärtigen Um-

strukturierungsphase in der Finanzbranche auch der Umstand nichts, dass er 

auch nach der Finanzkrise während mehrerer Jahre ein sehr hohes Einkommen 

erzielen bzw. seine frühere Anstellung "halten" konnte. Vielmehr hat der Kläger 

bei der I._____ eine neue Anstellung gefunden, mit der er ein seiner Ausbildung 

und beruflichen Laufbahn adäquates, noch immer weit überdurchschnittliches 

Einkommen erzielt. Die Annahme, wonach er bei genügender Anstrengung eine 

(noch) besser entlöhnte Stelle gefunden hätte, erschiene unter den gegebenen 

Umständen als reine Spekulation und lässt sich jedenfalls nicht rechtfertigen. Ins-

besondere kann dem 47-jährigen, von seiner früheren Arbeitgeberin entlassenen 

Kläger auch nicht ernsthaft vorgehalten werden, seine Möglichkeiten bei der Stel-

- 19 - 

lensuche in zeitlicher Hinsicht nicht ausreichend ausgeschöpft zu haben, indem er 

zwei Monate vor Ablauf der gekündigten Anstellung das adäquate Angebot der 

I._____ annahm, welches ihm eine lückenlose Fortsetzung seiner Erwerbstätig-

keit ermöglichte (vgl. Urk. 212 S. 14 Rz 53). Die Idee, dieses Angebot in der Hoff-

nung abzulehnen, nach mehrmonatiger Stellensuche doch noch eine höher ent-

löhnte Anstellung zu finden, müsste unter den vorliegenden Umständen nicht nur 

als realitätsfremd, sondern als nachgerade vermessen betrachtet werden. Die mit 

Bezug auf den Vorwurf ungenügender klägerischer Suchbemühungen und An-

strengungen behauptungs- und beweisbelastete Beklagte beschränkt sich denn 

auch darauf, ungenügende Suchbemühungen bloss pauschal zu behaupten, ohne 

konkretere Ausführungen zur Verfügbarkeit derartiger Stellen zu machen oder gar 

diesbezügliche Belege (wie z.B. entsprechende Stellenausschreibungen ö.ä.) bei-

zubringen.  

Im Ergebnis steht damit fest, dass der Kläger eine unfreiwillige Reduktion 

seines monatlichen Nettoeinkommens auf Fr. 12'717.-- hinnehmen musste. Die-

ses tatsächlich erzielte (und kein höheres hypothetisches) Einkommen ist der Un-

terhaltsberechnung zugrunde zu legen und entsprechend vorzumerken. 

2.3. Berechnungsmethode 

2.3.1. Das Gesetz schreibt dem Sachrichter keine bestimmte Methode zur 

Unterhaltsbemessung vor. Dieser geniesst auch bei der Methodenwahl ein weites 

Ermessen (Art. 4 ZGB). Immerhin muss er sich gegebenenfalls zur angewandten 

Methode äussern und diese begründen (statt vieler BGer 5A_589/2009 vom 

24.11.2009 E. 2.3). Dem Grundsatz nach stehen die einstufig-konkrete oder die 

zweistufige Methode zur Verfügung.  

Die einstufig-konkrete Methode erscheint nur bei besonders guten finanziel-

len Verhältnissen (v.a. bei namhafter Sparquote) als sinnvolle Berechnungsweise 

und wird insbesondere auch im Rahmen der Bemessung des nachehelichen Un-

terhalts herangezogen (Hausheer/Spycher, in: Hausheer/Spycher [Hrsg.], Hand-

buch des Unterhaltsrechts, 2. A., Bern 2010, Rz 02.65c). Hierbei wird auf die tat-

sächlich gelebte Lebensstellung des Unterhaltsberechtigten abgestellt und der 

- 20 - 

gebührende Unterhalt direkt anhand seiner tatsächlichen Lebenshaltung unter Be-

rücksichtigung der trennungsbedingten Mehrkosten berechnet, d.h. durch Addition 

sämtlicher Bedarfspositionen ermittelt, welche den bisherigen Lebensstandard si-

cherzustellen vermögen (BGer 5A_384/2008 vom 21.10.2008 E. 4.2.3 m.w.Hinw.; 

5A_310/2010 vom 19.11.2010 E. 2.3.2; Hausheer/Spycher, a.a.O., Rz 02.24). 

Dabei obliegt es dem Unterhaltsberechtigten, diesen Bedarf im Einzelnen zu sub-

stantiieren und nachzuweisen, wobei an den Nachweis keine allzu hohen Anfor-

derungen gestellt werden dürfen (BGer 5A_732/2007 vom 4.4.2008 E. 2.2; 

5A_584/2008 vom 6.5.2009 E. 2; Hausheer/Spycher, a.a.O., Rz 02.65c, Rz 

02.65e und Rz 05.149). Gewisse Pauschalierungen sind allerdings auch hier un-

umgänglich, weil es nahezu unmöglich ist, für bestimmte Auslagenpositionen die 

entsprechenden Zahlen nachträglich zu ermitteln (Hausheer/Spycher, a.a.O., 

Rz 02.65c; vgl. auch BGer 5A_671/2013 vom 29.7.2014 E. 6.1; 5A_95/2012 vom 

28.3.2012 E. 4.3 m.w.Hinw.). 

Demgegenüber eignet sich die zweistufige Methode, die verbreitet beim 

ehelichen Unterhalt zur Anwendung gelangt, für alle finanziellen Verhältnisse, in 

denen die Ehegatten – gegebenenfalls trotz guter finanzieller Verhältnisse – 

nichts angespart haben oder aber die bisherige Sparquote durch die scheidungs- 

bzw. trennungsbedingten Mehrkosten aufgebraucht wird. Zweistufig bedeutet, 

dass zuerst der konkrete (familienrechtliche) Bedarf (aller Personen) dem Ge-

samteinkommen gegenübergestellt und alsdann der rechnerische Überschuss 

nach einem bestimmten Schlüssel auf die unterhaltsberechtigten Personen (Ehe-

gatte und – gegebenenfalls – Kinder) verteilt wird. Dabei dürfen in guten finanziel-

len Verhältnissen ohne Weiteres auch Beträge und Positionen in den Bedarf auf-

genommen werden, die vom betreibungsrechtlichen Existenzminimum nicht er-

fasst sind (BGE 140 III 337 E. 4.2.2 m.w.Hinw.).  

2.3.2. Die Parteien verfügen trotz erlittener Lohneinbusse des Klägers noch 

immer über ein weit überdurchschnittliches (Gesamt-)Nettoeinkommen von rund 

Fr. 17'500.-- pro Monat (Kläger rund Fr. 12'700.-- / Beklagte rund Fr. 4'800.--). Sie 

leben somit weiterhin in sehr guten finanziellen Verhältnissen. Zu Recht gehen 

deshalb nach wie vor beide Parteien vom Vorliegen finanzieller Verhältnisse aus, 

- 21 - 

die eine Berechnung des gebührenden Unterhalts nach der einstufig-konkreten 

Methode rechtfertigen (vgl. Urk. 202 S. 19 Rz 51; Urk. 212 S. 15 Rz 55 [und S. 3 

Rz 5, S. 5 Rz 14, S. 13 Rz 46]); jedenfalls werden keine Einwände gegen die An-

wendung dieser Methode erhoben. Es kann davon ausgegangen werden (und 

wird auch von keiner Seite in Abrede gestellt), dass der Kläger auch mit seinem 

neuen (tieferen) Einkommen finanziell im Stande ist, neben der Deckung seines 

eigenen, aufgrund seines Umzugs nach ... um monatlich Fr. 700.-- reduzierten 

(vgl. Urk. 221 S. 11 Rz 22 und Urk. 223/5) Bedarfs weiterhin auch die vorliegend 

festzusetzenden, sich direkt an den tatsächlichen Lebenshaltungskosten der Be-

klagten orientierenden Unterhaltsbeiträge zu bezahlen, zumal der Einkommens-

rückgang auch zu einer Reduktion seiner Steuerbelastung führt. Ein Wechsel zur 

zweistufigen Berechnungsmethode erscheint daher nicht angezeigt. 

2.3.3. Zur (auch einstufig-konkret vorgenommenen) Bestimmung des gebüh-

renden Unterhalts sind vorweg die massgebenden Lebensverhältnisse der Partei-

en festzustellen. Bei lebensprägender Ehe bemisst sich der gebührende Unterhalt 

an dem in der Ehe zuletzt gemeinsam gelebten Standard (zuzüglich scheidungs-

bedingter Mehrkosten), auf dessen Fortführung bei genügenden Mitteln beide Tei-

le Anspruch haben, der aber gleichzeitig auch die Obergrenze des gebührenden 

Unterhalts bildet. Massgeblich ist dabei nicht der Lebensstandard, den sich die 

Parteien aufgrund ihrer finanziellen Verhältnisse hätten leisten können, sondern 

der vor Aufhebung des gemeinsamen Haushalts tatsächlich gelebte (und damit – 

im Unterschied zum Eheschutz – auch nicht die aktuellen Lebenshaltungskosten 

des Unterhaltsberechtigten). Sodann ist zu prüfen, inwiefern die Ehegatten diesen 

Unterhalt je selber finanzieren können. Ist eine Eigenversorgung einem Ehegatten 

vorübergehend oder dauerhaft nicht möglich bzw. zumutbar, so dass er auf Un-

terhaltsleistungen des anderen angewiesen ist, muss in einem dritten Schritt des-

sen Leistungsfähigkeit ermittelt und ein angemessener Unterhaltsbeitrag festge-

setzt werden; dieser beruht auf dem Prinzip der nachehelichen Solidarität (BGE 

134 III 145 E. 4; 137 III 102 E. 4.2). 

Die Vorinstanz hat sich an diese Vorgehensweise gehalten. Im Berufungs-

verfahren wird weder der im ersten Schritt eruierte tatsächliche Lebensstandard 

- 22 - 

der Parteien, welcher zu einem durchschnittlichen, mit Ausnahme der Wohnkos-

ten und Steuern sämtliche Lebenshaltungskosten der Familie (einschliesslich Fe-

rien, Hobbies, Grundbeträge, Kommunikation, Gesundheitskosten etc.) umfas-

senden monatlichen Verbrauch von rund Fr. 7'100.-- führte (vgl. Urk. 203 S. 26 

E. VI/3; Urk. 202 S. 5 Rz 5; Urk. 212 S. 4 Rz 10), noch die bei der Beklagten er-

mittelte Leistungsfähigkeit (Urk. 203 S. 28 E. VI/5) beanstandet. Hingegen wendet 

sich der Kläger gegen verschiedene der Beklagten zugestandene Bedarfspositio-

nen. Er legt dabei (entgegen dem unzutreffenden Vorhalt der Beklagten; Urk. 212 

S. 15 Rz 58) im Einzelnen dar, inwiefern die Unterhaltsbeiträge zu reduzieren sei-

en. Diese Positionen sind im Folgenden zu prüfen (vgl. vorne, E. II/2). 

2.4. Wohnkosten 

2.4.1. Die Beklagte hatte im vorinstanzlichen Verfahren für sich und die bei-

den Kinder Wohnkosten in der Höhe von insgesamt Fr. 2'660.-- geltend gemacht 

und zum Beleg zwei Mietverträge eingereicht (Urk. 169 S. 5 Rz 13 ff. und S. 12 

Rz 51; Urk. 170/4-5). Der Kläger hatte Wohnkosten von lediglich Fr. 2'510.-- aner-

kennen lassen (Urk. 178 S. 9 f. Rz 13 ff.). Die Vorinstanz führte dazu aus, dass 

die Zumutbarkeit einer Wohnung nicht mathematisch exakt berechnet werden 

könne, sondern im Einzelfall unter Berücksichtigung aller konkreten Umstände zu 

prüfen sei. Wenn zum Beispiel die Eheleute gemeinsam in einem Einfamilienhaus 

mit Garten auf einem grossen Grundstück gelebt hätten, sei es einer Person bei 

günstigen finanziellen Verhältnissen nicht zumutbar, in einer direkt an der Strasse 

gelegenen 2½-Zimmerwohnung oberhalb einer Gastwirtschaft zu wohnen. Vorlie-

gend sei unbestritten, dass die Parteien für das gemeinsame Wohnen in einem 

eigenen Haus in den Jahren 2009 bis 2011 durchschnittlich pro Monat über 

Fr. 4'500.-- ausgegeben hätten. Zudem stehe fest, dass der Kläger für sich allein 

Wohnkosten in der Höhe von Fr. 2'700.-- beanspruche. Vor diesem Hintergrund 

sei offensichtlich, dass die aktuellen Wohnkosten der Beklagten für einen Drei-

personenhaushalt mit Jugendlichen nicht dem während des Zusammenlebens üb-

lichen Standard entsprächen. Die Beklagte und die Kindern hätten sich offensicht-

lich stark eingeschränkt. Da beide Parteien sowie die Kinder grundsätzlich An-

spruch auf den gleichen Lebensstandard hätten, seien der Beklagten im Bedarf 

- 23 - 

Wohnkosten in der Höhe von Fr. 3'250.-- anzurechnen (Urk. 203 S. 31 E. VI/7 [2] 

m.Hinw. auf OGer ZH LE110040 vom 20.12.2012 E. 3.3). 

2.4.2. Der Kläger gesteht der Beklagten den im Mietvertrag vereinbarten 

Mietzins für die Wohnung und eine Garage von Fr. 2'510.-- (Urk. 170/4), nicht 

aber die zusätzlich geltend gemachten Kosten von Fr. 150.-- für einen (von ihrem 

Vater gemieteten) zweiten Garagenplatz (vgl. Urk. 170/5) zu. Ein zweiter Park-

platz für eine Partei (oder für den direkt vis-à-vis wohnenden Vater der Beklag-

ten), dessen Notwendigkeit nicht ersichtlich sei, habe nicht zum Standard gehört, 

wie er während der Ehe gelebt worden sei. Die vorinstanzliche Erhöhung der 

Wohnkosten über die geltend gemachte effektive Höhe hinaus mit dem Argument, 

die Beklagte und die Kinder hätten sich "offensichtlich stark eingeschränkt", beru-

he auf einer tatsächlichen Annahme, die von der Beklagten selbst mit keinem 

Wort behauptet worden sei und in den Akten auch keinerlei Grundlage finde. Die 

von der Beklagten bezogene, in einem ruhigen Einfamilienhausquartier in ... gele-

gene 4½-Zimmerwohnung mit überdurchschnittlicher Wohnfläche und einem 

Mietzins, welcher für eine derartige Wohnung in ... im obersten Preissegment lie-

ge, stelle eine adäquate, dem bisherigen Lebensstandard entsprechende Woh-

nung dar. Die Beklagte habe denn auch nie geltend gemacht, sich in der aktuellen 

Wohnung mit einem gegenüber früher eingeschränkten Lebensstandard konfron-

tiert zu sehen. Indem die Vorinstanz der Beklagten höhere Wohnkosten zuge-

sprochen habe, als diese selbst verlangt habe, habe sie gegen die Dispositions-

maxime (Art. 58 ZPO) verstossen. Zudem sei die Vorinstanz ohne Anhaltspunkte 

und ohne Abklärung der näheren Umstände (z.B. durch Befragung der Parteien) 

in willkürlicher Weise davon ausgegangen, die gemietete Wohnung entspreche 

nicht dem bisherigen Lebensstandard. Die Wohnkosten seien im Bedarf der Be-

klagten entsprechend zu korrigieren (Urk. 202 S. 7 f. Rz 10 ff.; s.a. Urk. 221 S. 4 

ff. Rz 6 ff.). 

Die Beklagte hält die ihr zugestandenen Wohnkosten von Fr. 3'250.-- ange-

sichts der früheren gemeinsamen Kosten von ca. Fr. 4'700.-- pro Monat und den 

eigenen Wohnkosten des Klägers von Fr. 2'700.-- für angemessen. Der zusätzli-

che Parkplatz sei notwendig, weil für Besucher keine andere Möglichkeit bestehe, 

- 24 - 

ihr Fahrzeug zu parkieren. Für die bestrittenen Behauptungen, wonach die Woh-

nung der Beklagten über eine überdurchschnittlich grosse Wohnfläche verfüge 

und sich an bester Lage befinde, offeriere der Kläger keinen Beweis. Bei der ehe-

lichen Liegenschaft habe es sich um ein Haus mit Garten gehandelt. Allein schon 

deshalb sei davon auszugehen, dass die frühere Wohnqualität deutlich höher ge-

wesen sei als bei der nunmehr bewohnten Wohnung. Rechne man die Kosten der 

seinerzeit von vier Personen bewohnten ehelichen Liegenschaft von Fr. 4'700.-- 

auf drei Personen um, würden Wohnkosten von Fr. 3'525.-- resultieren. Es sei 

somit offensichtlich, dass der Mietzins von Fr. 2'510.-- oder Fr. 2'660.-- und die 

neu gemietete Wohnung nicht dem bisherigen, vor der Trennung gelebten Le-

bens- und Wohnstandard entsprächen. Das folge allein schon aus dem Vergleich 

zwischen den seinerzeitigen und den aktuellen Wohnkosten (Urk. 212 S. 6 ff. 

Rz 16 ff.). 

2.4.3. Von vornherein unbegründet ist die Rüge der Verletzung der Dispo-

sitionsmaxime. Wie die Beklagte zutreffend ausführt (Urk. 212 S. 6 f. Rz 20 und 

S. 8 Rz 26), liegt eine solche nur dann vor, wenn der Richter dem Ansprecher 

mehr (oder anderes) zuspricht, als dieser im Rechtsbegehren verlangt hat (oder 

weniger, als die Gegenpartei anerkannt hat). Der Dispositionsgrundsatz betrifft 

mithin nur die Rechtsbegehren bzw. deren Anerkennung (vgl. Art. 58 ZPO), nicht 

jedoch die ihnen zugrunde liegenden einzelnen Bedarfspositionen (BGer 

5A_310/2010 vom 19.11.2010 E. 6.4.3; 5A_899/2012 vom 18.2.2013 E. 3.7 a.E.; 

s.a. BK ZPO II-Hurni Art. 58 N 30). Die von der Vorinstanz zugesprochenen Un-

terhaltsbeiträge (Fr. 4'000.-- und Fr. 1'500.-- für jedes Kind) sind vom Antrag der 

Beklagten (Fr. 6'268.56 und Fr. 1'500.-- je Kind) aber gedeckt. Im Übrigen stehen 

vorliegend auch Kinderunterhaltsbeiträge zur Prüfung, deren Festsetzung der Of-

fizialmaxime unterliegt (Art. 58 Abs. 2 i.V.m. Art. 296 Abs. 3 ZPO; s.a. vorne, 

E. II/4). 

Unbehelflich ist in diesem Zusammenhang auch der Vergleich mit den aktu-

ellen Wohnkosten des Klägers. Einerseits betragen diese, wie vom Kläger im Sin-

ne eines (unbestritten gebliebenen) echten und zulässigen Novums dargelegt 

wird, ab 1. Juli 2015 nur noch Fr. 2'000.-- pro Monat (vgl. Urk. 221 S. 11 Rz 22 

- 25 - 

und Urk. 223/5; Art. 317 Abs. 1 ZPO und vorne, E. II/3). Andererseits spielen bei 

der einstufig-konkreten Berechnungsmethode die Bedarfspositionen und Lebens-

haltungskosten des Unterhaltsverpflichteten ohnehin keine entscheidrelevante 

Rolle (FamKomm Scheidung II-Aeschlimann/Bähler/Freivogel Anh. UB N 130). 

2.4.4. Wie die Vorinstanz zutreffend ausführte (Urk. 203 S. 31), lässt sich die 

Zumutbarkeit einer Wohnung resp. der massgebliche, vor der Trennung gelebte 

Wohnstandard nicht exakt mathematisch berechnen. Er bestimmt sich unter Be-

rücksichtigung der konkreten Einzelfallumstände nach qualitativen Kriterien und 

nicht quantitativ aufgrund der effektiven Wohnkosten. Letztere können höchstens 

als (grobes) Indiz für die gelebte Wohnqualität herangezogen werden. Deshalb 

greift das Argument, wonach allein schon ein Vergleich der monatlichen Kosten 

der ehelichen Liegenschaft von Fr. 4'700.-- (bzw.  Fr. 3'525.-- für drei Personen) – 

der Kläger spricht demgegenüber von Fr. 3'905.-- (Urk. 221 S. 3 Rz 5 und S. 4 

Rz 6) – mit dem nunmehr anfallenden Mietzins von Fr. 2'510.-- oder Fr. 2'660.-- 

zeige, dass der heutige Wohnstandard unter dem zuletzt gelebten liege, ins Lee-

re. Der massgebliche Wohnstandard und die zu dessen Deckung notwendigen 

angemessenen Wohnkosten der Beklagten lassen sich nicht durch blosse (quanti-

tative) Errechnung der bisherigen Kostenanteile bestimmen, wie die Beklagte dies 

im Ergebnis tut. 

Unbestritten ist, dass die Parteien zuletzt gemeinsam in einem Einfamilien-

haus mit Garten in ... lebten (vgl. Urk. 212 S. 7 Rz 25). Heute bewohnt die Beklag-

te mit den beiden Kindern in der gleichen Gemeinde eine Maisonettewohnung mit 

4½ (5½) Zimmern, einem Estrich, einem Keller und einer Garage (vgl. Urk. 

170/4), die gemäss unbestrittener Darstellung der Beklagten selbst eine Wohnflä-

che von 150 m2 aufweist (Prot. I S. 52; s.a. Urk. 221 S. 4 Rz 6). Die Beklagte 

nannte vor Vorinstanz keine konkreten Eigenschaften ihrer Mietwohnung (wie z.B. 

Wohnfläche, Lage, Ausbaustandard usw.), welche auf einen im Vergleich zum 

ehelichen Einfamilienhaus qualitativ niedrigeren Wohnstandard schliessen lassen 

würden. Der zu entrichtende monatliche Mietzins von Fr. 2'510.-- weist im Lichte 

der vom Kläger ins Recht gereichten Mietofferten für andere vergleichbare Woh-

nungen in ... (Urk. 162/1) zudem darauf hin, dass es sich nicht um eine bloss 

- 26 - 

durchschnittliche, sondern um eine Wohnung mit vergleichsweise gehobenem 

Standard handelt. Die dahingehenden Behauptungen des Klägers (Urk. 161 S. 4 

f.) wurden von der Beklagten vor Vorinstanz jedenfalls nicht bestritten. Die Be-

klagte beliess es dabei, ihre neu anfallenden effektiven Mietkosten von Fr. 2'510.-

- bzw. Fr. 2'660.-- als Bedarfsposition für die Unterhaltsberechnung geltend zu 

machen, ohne auch nur ansatzweise auf die konkreten Eigenschaften der Woh-

nung einzugehen oder gar zu behaupten, dass und inwiefern die Wohnung in 

qualitativer Hinsicht nicht dem zuletzt gemeinsam gelebten Wohnstandard ent-

spreche (Urk. 169 S. 5 Rz 13 ff.). Auch im Berufungsverfahren nennt die mit Be-

zug auf ihren gebührenden Bedarf beweisbelastete Beklagte – abgesehen vom 

fehlenden (eigenen) Garten bzw. Umschwung – keine konkreten, standardmin-

dernden Eigenschaften ihrer Mietwohnung. Vielmehr beschränkt sie sich darauf, 

unter blossem Hinweis auf die Höhe des nunmehr bezahlten Mietzinses in pau-

schaler und insofern untauglicher Weise eine "offensichtliche" Standardeinbusse 

zu behaupten, wobei sie es überdies unterlässt, sich zur Zulässigkeit dieses un-

echten neuen Vorbringens zu äussern (vgl. Art. 317 Abs. 1 ZPO und vorne, 

E. II/3). Dass und worin die behauptete Einschränkung tatsächlich bestehen soll-

te, ist somit weder dargetan noch ersichtlich und zufolge Fehlens jedwelcher Hin-

weise sachverhaltlicher Natur auch nicht näher abzuklären (vgl. vorne, E. II/4). 

Mangels anderweitiger Anhaltspunkte ist vielmehr davon auszugehen, dass die 

von der Beklagten selber geltend gemachten Wohnkosten von Fr. 2'510.-- ihren 

gebührenden Wohnbedarf und denjenigen der Kinder decken. Entgegen vo-

rinstanzlicher Auffassung besteht daher kein Anlass, diese Bedarfsposition zu-

gunsten der Beklagten ermessensweise über die effektiven Wohnkosten hinaus 

zu erhöhen (vgl. auch BGer 5A_474/2013 vom 10.12.2013 E. 3.3). Der Beklagten 

sind somit nur monatliche Wohnkosten von Fr. 2'510.-- zuzugestehen. Diesbezüg-

lich ist die Berufung begründet. 

In diesem Betrag eingeschlossen sind gemäss Mietvertrag die Kosten für ei-

ne Garage (Urk. 170/4). Nicht erstellt ist, dass den Parteien im ehelichen Einfami-

lienhaus neben einem eigenen Parkplatz je ein eigener zweiter (Besucher-)Park-

platz zur Verfügung stand. Solches wurde auch nicht explizit behauptet (vgl. 

Prot. I S. 51 oben, wo lediglich von "entsprechenden Parkmöglichkeiten" die Rede 

- 27 - 

ist). Es ist deshalb anzunehmen, dass zum gemeinsam gelebten Wohnstandard 

nur ein Parkplatz pro Ehepartner gehörte. Überdies unterliess die (für ihren Bedarf 

beweisbelastete) Beklagte jedwelche Vorbringen zu den örtlichen Gegebenheiten 

und zur Frage, inwiefern es an ihrem neuen Wohnort an anderweitigen Parkgele-

genheiten für Besucher fehle und ein selbst gemieteter Besucherparkplatz des-

halb zwingend notwendig sei. Ein Blick auf "Google Street View", dessen Inhalt 

als notorisch gelten kann, zeigt im Gegenteil, dass vor der Wohnliegenschaft der 

Beklagten einige Parkplätze liegen, bei denen es sich um Besucherparkplätze 

handeln dürfte (vgl. Urk. 223/1). Die von der Beklagten geltend gemachten Kosten 

von Fr. 150.-- für einen zusätzlichen, ihr gemäss Mietvertrag zustehenden und 

zurzeit von ihrem Vater gemieteten Garagenplatz, die angesichts des vertraglich 

festgesetzten Mietzinses von Fr. 120.-- (vgl. Urk. 170/5) im Übrigen auch nur zum 

Teil belegt sind, können ihr somit nicht als (zusätzliche) Wohnkosten zugestanden 

werden. Dass die bei der Beklagten wohnende Tochter C._____ nach Erreichen 

der Volljährigkeit die Autoprüfung absolvieren wird und den zweiten Parkplatz al-

lenfalls für sich beanspruchen könnte (Prot. I S. 51), ändert daran nichts. 

2.5. Kommunikationskosten 

2.5.1. Als Kommunikationskosten gewährte die Vorinstanz der Beklagten mit 

Fr. 200.-- pro Monat den gerichtsüblichen Betrag für einen Dreipersonenhaushalt 

mit zwei Kindern in besseren finanziellen Verhältnissen sowie Fr. 40.-- für die 

Kosten der Billag (Urk. 203 S. 32 E. VI/7 [4] [5]). Der Kläger hatte anlässlich der 

vorinstanzlichen Hauptverhandlung vom 17. Februar 2015 einen Betrag von ledig-

lich Fr. 125.-- (ohne Billag-Kosten) anerkannt (Urk. 178 S. 10 Ziff. 19 ff.). 

2.5.2. Der Kläger bemängelt berufungsweise, dass die Vorinstanz den Wert 

von Fr. 200.-- ohne Prüfung der eingereichten Belege eingesetzt habe. Er habe 

nachgewiesen, dass die tatsächlich angefallenen Kosten nie höher als Fr. 125.-- 

gewesen seien. Darin eingeschlossen sei das Kombipaket für Fr. 95.-- für Ra-

dio/TV, Internet und Festnetztelefonie sowie Fr. 30.-- für ein Natel-Abonnement, 

welches für den täglichen Gebrauch ausgereicht habe. Tatsächliche Gesprächs-

kosten seien im Grundbetrag enthalten. Angesichts dieser rechtsgenügend aus-

gewiesenen Kosten, die dem tatsächlich gelebten Lebensstandard entsprochen 

- 28 - 

hätten, gebe es keinen Grund, einen höheren Betrag von Fr. 200.-- einzusetzen, 

selbst wenn ein solcher gerichtsüblich sei. Die Kommunikationskosten seien ent-

sprechend herabzusetzen (Urk. 202 S. 9 Rz 18 ff. m.Hinw. auf Urk. 136/5). 

Die Beklagte vertritt den Standpunkt, das vorinstanzliche Vorgehen sei ge-

stützt auf Art. 151 ZPO zulässig. Bei der einstufig-konkreten Methode müsse der 

Richter gewisse Pauschalierungen vornehmen, da nicht auf die heutigen Lebens-

kosten der unterhaltsberechtigten Person, sondern auf den vor der Trennung ge-

meinsam gelebten Lebensstandard abzustellen sei (Urk. 212 S. 8 Rz 30). 

2.5.3. Zwar ist grundsätzlich auch zur Bestimmung der angemessenen (ge-

bührenden) Kommunikationskosten auf den zuletzt gelebten gemeinsamen Le-

bensstandard und nicht auf gerichtsübliche Werte abzustellen. Auch hier be-

stimmt sich dieser Standard jedoch nicht allein bzw. primär nach Massgabe der 

effektiv angefallenen Kosten, sondern nach qualitativen Kriterien. Dabei ist zu be-

rücksichtigen, dass die Nutzungsformen, Angebote und Tarife der Telekommuni-

kationsanbieter notorischerweise laufend ändern. Das hat zur Folge, dass der 

Konsument seine diesbezügliche Vertragssituation fortlaufend überprüfen und ge-

legentlich anpassen muss, um den von ihm gewählten telekommunikationstechni-

schen Standard (im qualitativen Sinne) beibehalten zu können. So betrachtet de-

finiert sich der angemessene Bedarf weniger nach den bisherigen Kosten, die vor 

allem einen Hinweis auf den zu einer bestimmten Zeit gewählten Standard geben, 

sondern vielmehr nach den für die Aufrechterhaltung dieses qualitativen Stan-

dards notwendigen Kosten. Zu dessen Festsetzung sind deshalb gerade auch in 

diesem Bereich gewisse Pauschalierungen sinnvoll, notwendig und zulässig.  

Nach den unbestrittenen Ausführungen des Klägers hatten die Parteien zu-

letzt ein Abonnement für Radio/TV, Internet und Festnetztelefonie sowie ein 

Natel-Abonnement (Urk. 178 S. 10 Rz 19 ff.; s.a. Urk. 203 S. 9 S. 18 ff.). Damit 

entsprach ihr telekommunikationstechnischer Stand demjenigen Stand, der für 

heutige Verhältnisse bei durchschnittlich bis gut verdienenden Familien absolut 

üblich ist. Jedenfalls lebten die Parteien in telekommunikationstechnischer Hin-

sicht keinen unüblich bescheidenen Standard. Selbst wenn die effektiven Kosten 

vor der Trennung tiefer gewesen sein sollten, erscheint es daher angemessen, 

- 29 - 

der Beklagten den gerichtsüblichen Betrag von Fr. 200.-- für einen Dreipersonen-

haushalt mit zwei Kindern in besseren finanziellen Verhältnissen zuzubilligen (vgl. 

Art. 151 ZPO). Dies umso mehr, als die beiden in den Jahren 1999 und 2001 ge-

borenen Kinder – im Unterschied zur Situation vor der Trennung der Parteien im 

Januar 2012 – mittlerweile in einem Alter stehen, in dem ein Mobile Phone auch 

bei ihnen zum gebührenden Bedarf gehört, was ebenfalls zu Mehrkosten gegen-

über der damaligen Situation führt. Dass der eingesetzte Betrag von Fr. 200.-- 

über den üblichen Kosten für einen Haushalt der vorliegenden Art liege, macht 

keine Partei geltend. In diesem Punkt ist die Berufung unbegründet und der ange-

fochtene Entscheid zu bestätigen. 

2.6. Mobilitätskosten 

2.6.1. Zu den Mobilitätskosten, die von der Beklagten auf rund Fr. 904.-- be-

ziffert (Urk. 169 S. 7 Rz 25 ff. und S. 12 Rz 51), vom Kläger aber nur im Umfang 

von Fr. 341.-- anerkannt worden waren (Urk. 178 S. 11 Rz 25 ff.), erwog die Vor-

instanz, dass die Beklagte unbestrittenermassen dreimal in der Woche einen wei-

ten Arbeitsweg von ... nach … (und zurück) mit dem Auto zurücklegen müsse. 

Das entspreche einer jährlichen Strecke von insgesamt 14'400 km. Gemäss Ziff. 

III/3.4.e des Kreisschreibens könnten für Fahrten zum Arbeitsplatz mit dem Auto 

Fr. 100.-- bis Fr. 600.-- im Bedarf angerechnet werden. Bei den monatlichen 

Fr. 600.-- handle es sich um den maximal zulässigen Pauschalbetrag für eine 

Vollzeitbeschäftigung. Effektive Kosten könnten gemäss Praxis nur insoweit im 

Bedarf berücksichtigt werden, als sie verhältnismässig erschienen (was in der 

Praxis nur bei sehr guten Verhältnissen der Fall sei). Diesfalls könne mit einem 

Kilometeransatz von Fr. 0.62 gerechnet werden. Vorliegend sei von sehr guten fi-

nanziellen Verhältnissen auszugehen. Bei 14'400 km pro Jahr und einem Kilome-

terpreis von Fr. 0.62 entsprächen die Kosten einem jährlichen Betrag von 

Fr. 8'928.-- bzw. rund Fr. 750.-- pro Monat. In diesem Umfang seien die Mobili-

tätskosten anzurechnen (Urk. 203 S. 32 f. E. VI/7 [8]). 

2.6.2. Der Kläger wirft der Vorinstanz vor, sich bei ihrem Entscheid ohne Be-

zugnahme auf die Anträge bzw. den tatsächlichen Lebensstandard der Parteien 

auf die Gerichtspraxis bei sehr guten finanziellen Verhältnissen gestützt zu haben. 

- 30 - 

Insbesondere habe sie sich nicht mit der detaillierten klägerischen Kommentie-

rung der geltend gemachten Autokosten anlässlich der Hauptverhandlung vom 

17. Februar 2015 auseinandergesetzt. Die Beklagte benütze einen VW Touran, 

einen günstigen Mittelklassewagen mit niedrigem Treibstoffverbrauch, bei dem 

keineswegs von Kilometerkosten von Fr. 0.62 auszugehen sei. Ferner habe die 

Beklagte zu Protokoll gegeben, dass sie pro Woche nur zwei Fahrten zum Ar-

beitsplatz unternehme. Die effektive Kilometerzahl für den Arbeitsweg liege somit 

bei lediglich 9'600 km pro Jahr. Aus diesem Grund sei maximal ein Pauschalbe-

trag von Fr. 300.-- pro Monat einzusetzen, entsprechend dem Maximalbetrag ge-

mäss Kreisschreiben, unter Berücksichtigung des auf 50% reduzierten tatsächli-

chen Beschäftigungsgrads der Beklagten (Urk. 202 S. 9 f. Rz 21 ff.). 

Die Beklagte entgegnet, die Vorinstanz sei bei den gegebenen finanziellen 

Verhältnissen nicht an das Kreisschreiben gebunden gewesen. Ferner habe sich 

die Vorinstanz gar nicht mit den klägerischen Bestreitungen zu den Mobilitätskos-

ten auseinandersetzen müssen und sich in Bezug auf den Kilometerpreis auf Er-

fahrungssätze des Gerichts gestützt. Schliesslich treffe nicht zu, dass die Beklag-

te, welche zu 50% berufstätig sei und zweieinhalb Tage pro Woche arbeite, nur 

zwei wöchentliche (Hin- und Rück-)Fahrten zum Arbeitsplatz vornehme (Urk. 212 

S. 9 Rz 31 f.).  

2.6.3. Die Kritik des Klägers ist unbegründet. Zunächst liegt (entgegen dem 

sinngemäss erhobenen klägerischen Vorwurf) keine Verletzung des rechtlichen 

Gehörs bzw. der Begründungspflicht (Art. 29 Abs. 2 BV, Art. 53 Abs. 1 ZPO) vor, 

nachdem die Vorinstanz dargelegt hat, dass sie die Fahrzeugkosten aufgrund ei-

ner von den konkreten Kosten losgelösten pauschalierenden Betrachtungsweise 

bestimme und wie sie diese im Einzelnen errechne. Damit brachte sie implizit zum 

Ausdruck, dass sie die konkrete Berechnung des Klägers als für die Entscheidfin-

dung unwesentlich erachte. Auf unwesentliche Ausführungen braucht unter dem 

Gesichtspunkt der Begründungspflicht aber nicht weiter eingegangen zu werden 

(BGer 5A_95/2012 vom 28.3.2012 E. 2; BGE 134 I 83 E. 4.1 m.w.Hinw.). 

In materieller Hinsicht richtet sich die Anrechenbarkeit der Kosten eines zum 

gebührenden Bedarf gehörenden Autos entgegen klägerischer Ansicht keines-

- 31 - 

wegs zwingend nach den Ansätzen des Kreisschreibens (Richtlinien für die Be-

rechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums vom 16. September 

2009). Dieses regelt den betreibungsrechtlichen Notbedarf und nicht den (regel-

mässig höheren) gebührenden nachehelichen Bedarf. Der Scheidungsrichter ist 

daher nicht direkt an das Kreisschreiben gebunden, auch wenn er sich insbeson-

dere bei knappen finanziellen Verhältnissen eng an die darin festgesetzten Ansät-

ze anlehnt. Gerade bei guten finanziellen Verhältnissen kann es sich jedoch als 

sachgerechter erweisen, statt dessen die effektiven Kosten in den Bedarf aufzu-

nehmen, soweit sie verhältnismässig erscheinen (vgl. BGE 140 III 337 E. 4.2.3). 

Diesfalls darf im Sinne einer Pauschalierung auch ohne Rücksicht auf die konkre-

ten Eigenschaften des Fahrzeugs (Grösse, Preis, Treibstoffverbrauch, Alter usw.) 

mit durchschnittlichen Gesamtkosten gerechnet werden (vgl. OGer ZH LC120009 

vom 27.8.2012 E. II/4.g). Orientiert man sich hierfür am steuerlichen Ansatz, lie-

gen diese derzeit bei Fr. 0.70 pro Kilometer (vgl. Ziff. I.1 der Verfügung der Fi-

nanzdirektion über die Pauschalierung von Berufsauslagen Unselbstständig-

erwerbender bei der Steuereinschätzung unter Berücksichtigung des Aus- und 

Weiterbildungsabzugs [ab Steuerperiode 2016] vom 19.3.2015 [LS 631.33]). Der-

selbe Ansatz gilt im Kanton Zürich auch für die Erstattung von Fahrspesen eines 

amtlichen Verteidigers (Leitfaden Amtliche Mandate der OStA, Auflage 2.1, Ziff. 

E/1.3). Der Entschluss der Vorinstanz, die Autokosten in Ausübung des ihr zu-

stehenden Ermessens nach dieser Pauschalmethode zu Fr. 0.62 pro Kilometer zu 

berechnen, ist somit nicht zu beanstanden, zumal die finanziellen Verhältnisse der 

Parteien auch nach der erlittenen Einkommenseinbusse des Klägers (vgl. vorne, 

E. III/2.2) als sehr gut zu bezeichnen sind und die veranschlagten Kosten von 

Fr. 750.-- pro Monat im Ergebnis keineswegs unverhältnismässig erscheinen.  

Zustimmung verdient auch die der Berechnung zugrunde gelegte Fahrleis-

tung von 14'400 km. Einerseits weist der Kläger in der Berufungsbegründung 

nicht nach, dass und wo (Aktenstelle) die Beklagte zu Protokoll gegeben habe, 

lediglich zweimal pro Woche an ihren Arbeitsort zu fahren (vgl. Urk. 202 S. 10 

Rz 23). In ihrer Klageantwort liess sie gegenteils ausführen, sie fahre dreimal pro 

Woche an ihren Arbeitsplatz und zurück (Urk. 169 S. 7 Rz 26), was vom Kläger in 

der Folge nicht bestritten wurde (Urk. 178 S. 11 Rz 25 ff.). Bei einem 50%-Pen-

- 32 - 

sum, welches 2½ Arbeitstagen entspricht, erscheint eine dreimalige wöchentliche 

Fahrt zum Arbeitsplatz auch wesentlich plausibler als eine bloss zweimalige. Fer-

ner machte die Beklagte geltend, das Fahrzeug darüber hinaus im Umfang von 

rund 100 km pro Woche bzw. 5'200 km pro Jahr auch für private Fahrten für sich 

und ihre Kinder zu benutzen (Urk. 169 S. 7 Rz 26), was der Kläger ebenfalls nicht 

in Abrede stellte. Unter diesen Umständen darf ohne Weiteres angenommen wer-

den, die Beklagte lege im Jahr (mindestens) 14'400 km mit dem Auto zurück. 

Damit halten die von der Vorinstanz zugesprochenen Mobilitätskosten im Ergeb-

nis einer Überprüfung stand (vgl. auch Hausheer/Spycher, a.a.O., Rz 02.35). 

2.7. Weitere Berufsauslagen 

2.7.1. Die Vorinstanz rechnete der Beklagten weitere Berufsauslagen von 

Fr. 210.-- pro Monat an. Diese setzen sich zusammen aus monatlichen Verpfle-

gungskosten von Fr. 100.-- sowie einem als Mitglied des Ausbildungsvereins Psy-

chiatrie und Psychotherapie im Jahr 2014 bezahlten Betrag von Fr. 800.--, der 

Jahresgebühr des Verbandes der Schweizerischen Assistenz- und Oberärzte 

(VSAO) für das Jahr 2014 von Fr. 220.-- und dem Jahresbeitrag für den Verband 

FMH von Fr. 270.--, welche Beiträge von der Beklagten persönlich bezahlt worden 

seien (Urk. 203 S. 33 E. VI/7 [9]). 

2.7.2. Der Kläger anerkennt die monatlichen Kosten für auswärtige Verpfle-

gung, nicht jedoch die weiteren Berufsauslagen von Fr. 110.-- (Fr. 1'290.-- pro 

Jahr). Die Beklagte habe – so seine Begründung – nicht nachgewiesen, dass die 

teilweise belegten Beiträge für Ausbildungs- und Berufsverbände von ihr persön-

lich bezahlt und nicht, wie im Jahre 2013, von ihrer Arbeitgeberin zurückerstattet 

worden seien. Als Beweis dafür, dass die Rückerstattung entfallen sei, hätten die 

Lohnausweise 2014 eingereicht werden müssen, was jedoch bis heute nicht ge-

schehen sei. Weiterbildungskosten würden üblicherweise vom Arbeitgeber be-

zahlt. Dass dies im Jahre 2013 der Fall gewesen sei, gehe aus dem Lohnausweis 

2013 der Beklagten (Urk. 136/1) hervor und sei von dieser auch bestätigt worden. 

Die Beklagte habe nicht bewiesen, dass sie bei ihrem neuen Arbeitgeber keine 

Beiträge für Weiterbildung erhalte, weshalb ihr diese Auslagen nicht anzurechnen 

seien (Urk. 202 S. 10 Rz 25 ff.; s.a. Urk. 221 S. 6 Rz 13). 

- 33 - 

Die Beklagte ist der Ansicht, rechtsgenügend nachgewiesen zu haben, dass 

sie die fraglichen Beiträge persönlich bezahlt habe. Wenn der Kläger eine Rück-

erstattung durch ihren Arbeitgeber behaupte, sei er dafür beweispflichtig. Den-

noch habe er keine diesbezüglichen Beweise offeriert (Urk. 212 S. 9 Rz 33 f.). 

2.7.3. Unbestritten ist, dass die von der Beklagten geltend gemachten Be-

rufsauslagen tatsächlich angefallen sind und die damit finanzierten und weiterhin 

anfallenden Weiterbildungskosten und Jahresbeiträge zum gebührenden berufs-

bezogenen Bedarf der Beklagten gehören. Ebenso steht fest, dass die Beklagte 

als Unterhaltsberechtigte nachzuweisen hat, dass diese Beträge tatsächlich von 

ihr persönlich bezahlt wurden bzw. zu bezahlen sind (vgl. vorne, E. III/2.3.1). Das 

hat sie durch Einreichung der entsprechenden Rechnungen und Zahlungsbelege 

in rechtsgenügender Weise getan (Urk. 136/16 = Urk. 170/12-13 und Urk. 180/2-

3). Zwar geht aus dem Lohnausweis 2013 und der Lohnabrechnung März 2014 

der Beklagten hervor, dass ihr die damalige Arbeitgeberin Weiterbildungskosten 

von Fr. 1'325.-- (Fr. 125.-- Kursgeldentschädigung und Fr. 1'200.-- WB Assistenz-

ärzte) bzw. Fr. 400.-- (WB Assistenzärzte) erstattet hatte (Urk. 136/1). Diese Be-

träge stimmen jedoch nur zum Teil mit den von der Beklagten als Bedarfspositio-

nen geltend gemachten beruflichen Aufwendungen überein. Es bleibt deshalb un-

klar, ob und inwieweit damit ebendiese Ausgaben zurückerstattet wurden. Selbst 

wenn dies zutreffen würde, kann daraus nicht gefolgert werden, dass (auch) die 

neue Arbeitgeberin der Beklagten die streitgegenständlichen Berufsauslagen ver-

gütet, was die Beklagte explizit bestritt (Prot. I S. 52 unten). Dies umso weniger, 

als die Beklagte ihre Lohnabrechnungen für die Monate Juli bis Dezember 2014 

vor Vorinstanz beigebracht hat und diese Abrechnungen keine Anhaltspunkte für 

eine entsprechende Annahme enthalten (Urk. 170/16). Daran ändert auch der 

Umstand nichts, dass in der Lohnabrechnung Oktober 2014 eine "Vergütung 

Fortbildung" von Fr. 250.-- aufgeführt ist. Diese Vergütung entspricht ihrer Höhe 

nach keinem derjenigen Beträge, welche die Beklagte in ihrem Bedarf berücksich-

tigt haben will; sie kann deshalb ebenso gut irgendeine andere Fortbildung betref-

fen. Lässt sich die ausgerichtete Vergütung aber keiner der geltend gemachten 

Berufsauslagen zuordnen, kann daraus auch nicht abgeleitet werden, dass die 

neue Arbeitgeberin der Beklagten diese Auslagen erstattet. Dass und inwiefern 

- 34 - 

der nicht zu den Akten gereichte, die Angaben der Monatsabrechnungen zusam-

menfassende (Jahres-)Lohnausweis 2014 diesbezüglich zusätzliche (schlüssige) 

Angaben enthalten könnte, ist nicht anzunehmen, weshalb sich dessen Beizug 

erübrigte. Sodann ist auch nicht (gerichts)notorisch, dass die Übernahme derarti-

ger Kosten, insbesondere von Verbandsmitgliederbeiträgen (VSAO, FMH), durch 

den Arbeitgeber branchenüblich wäre. Allein mit dem vom Kläger erwähnten 

Lohnausweis 2013 und den von der Beklagten beigebrachten Lohnabrechnungen 

Juli bis Dezember 2014 lässt sich der durch die Zahlungsbelege (Urk. 136/16) er-

brachte Hauptbeweis nicht erschüttern. Trotzdem unterliess es der Kläger, für 

seine Behauptung einen Beweis (wie etwa die Einholung einer schriftlichen Aus-

kunft der neuen Arbeitgeberin im Sinne von Art. 190 Abs. 2 ZPO) zu offerieren. 

Statt dessen beliess er es unter Hinweis auf den (aus den dargelegten Gründen 

wenig beweistauglichen) Lohnausweis 2013 (Urk. 136/1) bei der blossen Behaup-

tung, "[s]ämtliche Kosten für Weiterbildung dürften üblicherweise vom Arbeitgeber 

bezahlt werden" (Urk. 178 S. 12 Rz 31; wiederholt in Urk. 202 S. 11 Rz 26), und 

dass er "davon aus[gehe], dass die Mitgliederbeiträge vom Arbeitgeber finanziert 

werden" (Prot. I S. 60). Unter diesen Umständen kann der Vorinstanz auch keine 

Verletzung der Untersuchungsmaxime (Art. 296 Abs. 1 ZPO) vorgeworfen werden 

(vgl. vorne, E. II/4). Mit Bezug auf die weiteren Berufsauslagen ist die Berufung 

unbegründet. 

2.8. Reinigungsfachkraft 

2.8.1. Weiter berücksichtigte die Vorinstanz im Bedarf der Beklagten einen 

Betrag von Fr. 300.-- pro Monat für eine Reinigungsfachkraft. Der Kläger habe 

zwar bestritten, dass eine solche bereits während des Zusammenlebens zum 

ehelichen Standard gehört habe, und sei der Ansicht, die betreffenden Kosten 

seien im Grundbetrag zu berücksichtigen; gegen die Höhe der Kosten habe er je-

doch nichts Substantiiertes vorgebracht. Nachdem beide Parteien anlässlich der 

persönlichen Befragung zu Protokoll gegeben hätten, dass während des Zusam-

menlebens eine Fremdperson gegen Entgelt im gemeinsamen Haushalt Reini-

gungsarbeiten vorgenommen habe, habe dies offensichtlich zum ehelichen Stan-

dard gehört. Unter diesen Umständen erscheine es sachgerecht, wie bereits im 

- 35 - 

Eheschutz einen Betrag von Fr. 300.-- für die Reinigungsfachkraft zu berücksich-

tigen (Urk. 203 S. 34 f. E. VI/7 [12]). 

2.8.2. Der Kläger wendet ein, dass weder im Eheschutz- noch im Schei-

dungsverfahren je ein Beleg dafür eingereicht worden sei, dass tatsächlich regel-

mässig eine Reinigungsfachkraft angestellt gewesen sei. Im Eheschutzverfahren 

habe er es als glaubhaft erachtet, dass für ein grosses Haus mit 252 m2 Wohnflä-

che und Umschwung eine Reinigungskraft nötig sei. Die Beklagte wohne nun 

aber in einer 4½-Zimmerwohnung, die sie neben ihrem Teilzeitpensum problem-

los selber reinigen könne. In ihrer Bedarfsaufstellung habe die Beklagte selber für 

das grosse Haus einen monatlichen Aufwand für eine Reinigungskraft von (ledig-

lich) Fr. 125.-- aufgeführt, welche für die nun kleinere Wohnung nicht mehr nötig 

sei. Es gehe nicht an, dass die Vorinstanz ungeachtet der fehlenden Substantiie-

rung der behaupteten und in keiner Weise bewiesenen Kosten den Betrag von 

Fr. 300.-- aus dem Eheschutz übernehme. Dieser Posten sei aus der Berechnung 

der Lebenshaltungskosten zu streichen oder zumindest auf den Betrag von 

Fr. 125.-- herabzusetzen (Urk. 202 S. 14 f. Rz 38 f.). Daran hält der Kläger in sei-

ner Stellungnahme zur Berufungsantwort fest, wobei er dort nicht mehr die voll-

ständige Streichung, sondern nur noch die Herabsetzung der angerechneten Rei-

nigungskosten auf Fr. 125.-- verlangt (Urk. 221 S. 6 Rz 14). 

Die Beklagte hält die Anrechnung von Fr. 300.-- für eine Reinigungsfachkraft 

für sachgerecht, zumal nicht ersichtlich sei, inwiefern ihre diesbezüglichen Vor-

bringen unsubstantiiert gewesen sein sollten (Urk. 212 S. 11 f. Rz 40 ff.). 

2.8.3. Soweit der Kläger der Vorinstanz mit dem Hinweis auf Art. 58 ZPO 

(Urk. 202 S. 15 Rz 39 a.E.) sinngemäss eine Verletzung der Dispositionsmaxime 

vorwirft, weil sie der Beklagten mit Bezug auf die geltend gemachten Reinigungs-

kosten mehr zugesprochen hat, als diese selber verlangt hat, kann auf das bereits 

Gesagte verwiesen werden (vorne, E. III/2.4.3). Dieser Einwand ist unbegründet. 

2.8.4. Für die Anrechenbarkeit von Reinigungskosten ohne Belang ist, ob es 

der Beklagten möglich sei, ihre Wohnung neben ihrem Teilzeitpensum selber zu 

reinigen, bzw. ob der Beizug einer Reinigungsfachkraft angesichts der heutigen 

- 36 - 

Wohnsituation der Beklagten noch nötig sei. Entscheidend ist allein, ob die Par-

teien im Zeitpunkt des Zusammenlebens eine externe Reinigungsfachkraft beige-

zogen hatten, ein solcher Beizug somit zum massgeblichen Lebensstandard und 

mithin zum gebührenden Bedarf der Beklagten gehört. Die Beklagte hatte dies 

sowohl in der Klageantwort als auch in ihrer mündlichen Duplik bejaht und darauf 

hingewiesen, dass der Kläger selber im Eheschutzverfahren Kosten für eine Rei-

nigungsfachkraft von Fr. 300.-- anerkannt habe (Urk. 169 S. 7 Rz 24 [m.Hinw. auf 

Urk. 170/9 S. 10 Rz 46]; Prot. I S. 52). Der Kläger seinerseits wies anlässlich der 

vorinstanzlichen Hauptverhandlung vom 17. Februar 2015 darauf hin, dass nie ein 

Beleg eingereicht worden sei, aus dem hervorgehe, dass eine Reinigungskraft re-

gelmässig angestellt gewesen sei. Zudem habe die Beklagte selbst in ihrer Le-

benshaltungskostentabelle lediglich Fr. 125.-- für eine Reinigungsfrau eingesetzt 

(Urk. 178 S. 11 Rz 24 [m.Hinw. auf Urk. 136]). Auf entsprechende Frage räumte 

er jedoch ein, sich zwar nicht erinnern zu können, dass die Parteien regelmässig 

eine Reinigungsfachkraft gehabt hätten, dass jedoch ab und zu bzw. in der Pha-

se, als die Beklagte zu 40% gearbeitet habe, jemand gekommen sei, um zu put-

zen. Das sei vielleicht während zweier Jahre gewesen, aber sicher nicht während 

der gesamten zehn Jahre des Zusammenlebens (Prot. I S. 56). Dem entgegnete 

die Beklagte, dass die Parteien stets eine Reinigungsfachkraft gehabt hätten, 

welche jede Woche gekommen sei und pro Monat Fr. 500.-- gekostet habe 

(Prot. I S. 56), worauf der Kläger erwidern liess, dass diese Behauptung von der 

Beklagten zu belegen sei (Prot. I S. 60). 

Nachdem der Kläger selber einräumte, dass die Parteien "vielleicht während 

zweier Jahre" eine externe Reinigungskraft beigezogen hatten, und er mit seinen 

Ausführungen weniger deren Beizug an sich als vielmehr deren aktuelle Notwen-

digkeit in Abrede stellt(e), kann als erstellt gelten, dass eine solche zum zuletzt 

gelebten Lebensstandard gehörte und damit im Bedarf der Beklagten zu berück-

sichtigen ist. Nicht näher substantiiert und nicht einmal ansatzweise belegt wurde 

indessen, mit welchem zeitlichen Aufwand die externe Reinigungsfachkraft tätig 

war und welchen Betrag die Parteien hierfür aufwandten. Im Unterschied zum 

Eheschutzverfahren hat die unterhaltsberechtigte Partei die bestrittenen Bedarfs-

positionen im Scheidungsverfahren nicht nur glaubhaft zu machen, sondern zu 

- 37 - 

beweisen (vgl. vorne, E. III/2.3.1). Soweit ersichtlich, unterliess die Beklagte aber 

jedwelche Ausführungen und Beweisofferten zum Arbeitsumfang und zu den ef-

fektiven Kosten der Reinigungsfachkraft. Von diesbezüglichen Vorbringen war sie 

auch durch die in Kinderbelangen geltende Untersuchungsmaxime (Art. 296 Abs. 

1 ZPO) nicht dispensiert (vgl. vorne, E. II/4). Angesichts der klägerischen Bestrei-

tung dieser Kosten entband allein der Umstand, dass der Kläger im Rahmen des 

Eheschutzverfahrens einen monatlichen Betrag von Fr. 300.-- anerkannt hatte, 

die Beklagte jedenfalls nicht von ihrer Mitwirkungspflicht bei der Feststellung des 

Sachverhalts. Ebenso wenig indiziert das klägerische Zugeständnis im Ehe-

schutzverfahren im erforderlichen Beweismass, dass die Parteien zuletzt regel-

mässig einen Betrag von Fr. 300.-- pro Monat (oder gar mehr) für die Reinigungs-

fachkraft aufgewendet haben. Für eine Anrechnung in dieser Höhe fehlt es daher 

am notwendigen Nachweis. Hingegen erscheint es angemessen, der Beklagten 

im Sinne eines Durchschnittswerts den von ihr selbst unter dem Titel "Reinigungs-

frau" geltend gemachten Betrag von monatlich Fr. 125.-- (vgl. Urk. 136 S. 1) zu-

zugestehen. Insoweit ist die Berufung begründet und das angefochtene Urteil zu 

korrigieren. 

2.9. Vorsorgeunterhalt 

2.9.1. Strittig ist im Weiteren die Höhe des (als Bedarfsposition grundsätzlich 

unbestrittenen) Vorsorgeunterhalts. Davon ausgehend, dass die Beklagte ab Juni 

2017 in der Lage sein werde, ihren persönlichen (auch Vorsorge-)Bedarf durch 

eigenes Einkommen zu decken, bestimmte die Vorinstanz denjenigen Betrag, den 

der Kläger bis zu diesem Zeitpunkt zusätzlich als Altersvorsorgebeitrag zu leisten 

habe. Dazu hielt sie fest, dass die Beklagte heute bei einer 50%-Tätigkeit monat-

lich rund Fr. 4'800.-- netto (inklusive Kinderzulagen) verdiene, was bei vollzeitli-

cher Beschäftigung ein Nettoeinkommen einschliesslich Kinderzulagen von 

Fr. 9'100.-- pro Monat (2 x Fr. 4'300.-- + Fr. 500.--) ergeben würde. Bei diesem 

monatlichen Nettoeinkommen betrage der hypothetische monatliche Bruttolohn 

der Beklagten rund Fr. 10'500.--. Davon sei das heute erzielte monatliche Brutto-

einkommen von rund Fr. 5'500.-- abzuziehen. Damit die Altersvorsorge der Be-

klagten sichergestellt werden könne, bleibe Letzterer unter Berücksichtigung des 

- 38 - 

Koordinationsabzugs ein jährliches Einkommensdefizit von rund Fr. 60'000.-- 

(Fr. 10'500.-- abzüglich Fr. 5'500.– x 12). Bei diesem Einkommen würden pro Jahr 

Fr. 8'900.-- an die 2. Säule sowie rund Fr. 1'800.-- an die AHV angerechnet, falls 

die Erziehungsgutschriften für die beiden Kinder vollumfänglich der Beklagten 

gutgeschrieben würden. Es verbleibe somit ein jährliches Defizit von insgesamt 

Fr. 10'700.-- bzw. rund Fr. 900.-- pro Monat. Dieser Betrag sei der Beklagten bis 

Ende Mai 2017 als Vorsorgebeitrag anzurechnen (Urk. 203 S. 33 f. E. VI/7 [11]). 

2.9.2. Nach klägerischer Auffassung leidet die vorinstanzliche Berechnungs-

weise an mehreren Fehlern, die zu einem überhöhten beklagtischen Einkom-

mensdefizit und damit zu einem zu hohen Vorsorgebeitrag geführt hätten. Sie 

missachte die vom Bundesgericht aufgestellten Grundsätze, wonach erstens nicht 

auf ein hypothetisches Bruttoerwerbseinkommen, sondern auf die massgebende 

Lebenshaltung abzustellen sei, und zweitens, dass bei der Anwendung dieser Be-

rechnungsweise das konkrete Vorsorgeverhältnis massgebend sei.  

Nach dem Vorsorgeverhältnis bei der Vorsorgestiftung F._____, bei der die 

Beklagte versichert sei, führe eine Verdoppelung des heutigen Arbeitspensums 

von 50% auf 100% zu einer Erhöhung des versicherten Brutto-Jahreslohns in der 

Pensionskasse um Fr. 42'979.-- und nicht, wie im angefochtenen Urteil ange-

nommen, um Fr. 60'000.--. Die Vorinstanz habe hier fälschlicherweise (und ent-

gegen dem Wortlaut des Urteils) den Koordinationsabzug nicht berücksichtigt. Die 

konkreten Vorsorgeverhältnisse liessen sich dem der Vorinstanz vorliegenden 

Pensionskassenausweis der Beklagten per 1. Juli 2014 (Urk. 136/3) jedoch ein-

wandfrei entnehmen. Folge man der vorinstanzlichen Berechnungsart, wonach 

der geschuldete Vorsorgeunterhalt auf der Differenz des Bruttoeinkommens beim 

heutigen 50%-Pensum zu einem hypothetisch erzielbaren Bruttoeinkommen bei 

einem 100%-Pensum basiere, betrage dieser unter Berücksichtigung des konkre-

ten Vorsorgeverhältnisses der Beklagten in der 2. Säule Fr. 4'641.60 pro Jahr 

bzw. Fr. 387.-- (statt Fr. 750.--) pro Monat. Zusammen mit dem für die AHV be-

rechneten Defizit von Fr. 1'800.-- pro Jahr bzw. Fr. 150.-- pro Monat ergebe sich 

anstelle des von der Vorinstanz errechneten Betrags von Fr. 900.-- somit ein Vor-

sorgeunterhaltsbedarf von gerundet Fr. 540.-- pro Monat. 

- 39 - 

Die von der Vorinstanz angewandte Berechnungsart zur Ermittlung des hy-

pothetischen Bruttoeinkommens sei jedoch grundsätzlich falsch, weil gemäss 

bundesgerichtlicher Rechtsprechung nicht auf ein hypothetisches Bruttoeinkom-

men abzustellen sei, sondern auf die für die Ehegatten massgebliche Lebenshal-

tung, d.h. den (scheidungsrechtlichen) Verbrauchsunterhalt. Dieser betrage ge-

mäss vorinstanzlicher Berechnung für die Beklagte allein Fr. 7'000.-- netto pro 

Monat. Auch aus diesem Vergleich sei abzulesen, dass die Vorinstanz mit 

Fr. 9'100.-- netto pro Monat einschliesslich Kinderzulagen von einer zu hohen Be-

rechnungsbasis ausgegangen sei. Bei zutreffender Betrachtungsweise ergebe 

sich, ausgehend von einem der Beklagten allein anrechenbaren Bedarf von 

Fr. 6'000.--, ein theoretischer Vorsorgebedarf von Fr. 100.-- pro Monat bis Mai 

2017 (Urk. 202 S. 11 Rz 28 ff.). 

Die Beklagte hält dem entgegen, dass die klägerische Berechnungsweise 

nicht zu einem sachgerechten Resultat führe, wogegen der von der Vorinstanz 

berechnete Vorsorgeunterhalt angemessen sei und die tatsächlichen Verhältnisse 

wiederspiegle. Das Bundesgericht schreibe im zitierten Entscheid keine bestimm-

te Methode vor, sondern habe dort lediglich eine bestimmte Berechnungsmethode 

für zulässig erklärt. Es sei der Vorinstanz deshalb unbenommen gewesen, abwei-

chend von jener Methode von einem hypothetischen Einkommen auszugehen, 

wenn dies zu einem sachgerechten Ergebnis führe. Abgesehen davon spiele es 

vorliegend keine Rolle, ob auf den gebührenden Bedarf oder auf das hypotheti-

sche Einkommen abgestellt werde, nachdem sich bei dem von der Vorinstanz an-

genommenen Bedarf der Beklagten von Fr. 8'800.-- ein fiktives Bruttoeinkommen 

von Fr. 10'100.-- ergeben würde. Wende man die bundesgerichtliche Methode an, 

betrage der Vorsorgeunterhalt gar Fr. 1'030.-- pro Monat (Urk. 212 S. 10 f. 

Rz 35 ff.). 

2.9.3. Im Leitentscheid BGer 5A_210/2008 vom 14.11.2008 (teilweise publi-

ziert in BGE 135 III 158) hat das Bundesgericht im Sinne einer grundsätzlichen 

Stellungnahme die vom Kläger dargelegte Berechnungsart favorisiert. Danach ist 

der Verbrauchsunterhalt der unterhaltsberechtigten Partei, welcher aufgrund der 

konkreten wirtschaftlichen Verhältnisse bzw. der massgebenden ehelichen Le-

- 40 - 

benshaltung (unter Abzug der Kinderkosten) errechnet wird, in ein fiktives Brutto-

einkommen umzurechnen, um darauf die Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeiträge 

zu berechnen, die zusammen, erweitert um eine allfällige Steuerbelastung, den 

Vorsorgeunterhalt ergeben (s.a. Hausheer/Spycher, a.a.O., Rz 05.178). Dabei ist 

das konkrete Vorsorgeverhältnis massgebend, und der tatsächliche Eigenver-

dienst bzw. die darauf bezahlten Beiträge sind zu berücksichtigen. Anders als bei 

der Teilung der während der Ehe erworbenen beruflichen Vorsorge (Art. 122 

ZGB) geht es bei der unterhaltsrechtlichen Altersvorsorge aber nicht um eine rein 

rechnerische Aufgabe, sondern um die Beurteilung der künftigen, allenfalls nur 

beschränkt vorhersehbaren Entwicklung der Lebensverhältnisse. Vereinfachun-

gen sind daher notwendig und zulässig. Es bleibt eine Ermessensfrage, die der 

Scheidungsrichter unter Berücksichtigung sämtlicher Umstände des konkreten 

Einzelfalls nach Recht und Billigkeit zu beantworten hat (BGE 135 III 158 E. 4.4 

und [nicht publ.] E. 7; s.a. BGer 5A_310/2010 vom 19.11.2010 E. 7.4.5; 

5A_899/2012 vom 18.2.2013 E. 3.6.2.1 und 3.6.3).  

In später ergangenen Entscheiden wurde betont, dass die Anwendung an-

derer Berechnungsmethoden als der im Leitentscheid verwendeten für die Fest-

legung des Vorsorgeanteils nicht ausgeschlossen sei und den Gerichten weiterhin 

– auch im Bereich des Vorsorgeunterhalts – ein weites Ermessen zukomme, da 

sich die Festsetzung des Vorsorgebetrags – wie auch die Festsetzung des nach-

ehelichen Unterhalts allgemein – einer exakten mathematischen Berechnung ent-

ziehe. Das liege daran, dass schon die der Berechnung zugrunde gelegten Beträ-

ge (Haushaltseinkommen, erweiterter Bedarf und gebührende Lebenshaltung) ih-

rerseits gerundete oder geschätzte Teilbeträge enthielten und die mathematisch 

genaue Berechnung auf der Basis von letztlich ungenauen Zahlen kein genaues 

Ergebnis liefern könne (BGer 5A_749/2009 vom 15.1.2010 E. 5.2 und BGer 

5A_615/2009 vom 20.1.2010 E. 6.3, je m.Hinw. auf BGer 5A_441/2008 vom 

29.12.2008 E. 4.5; s.a. BGer 5A_310/2010 vom 19.11.2010 E. 7.3.2). 

2.9.4. Die Vorinstanz hat als Ausgangspunkt ihrer Berechnung jenes Ein-

kommen gewählt, das die Beklagte als unterhaltsberechtigte Partei mit einer Voll-

zeiterwerbstätigkeit selber zu erwirtschaften vermag. Ein solches Vorgehen wurde 

- 41 - 

vom Bundesgericht jedoch abgelehnt (BGE 135 III 158 E. 4.3; Hausheer/Spycher, 

a.a.O., Rz 05.178). Der vorinstanzlichen Berechnung kann deshalb nicht gefolgt 

werden. Statt dessen ist – wie der Kläger zutreffend ausführt (Urk. 202 S. 13 

Rz 34) – im Sinne der höchstrichterlich anerkannten Methode von den mass-

geblichen Lebenshaltungskosten (zuzüglich scheidungsbedingter Mehrkosten) 

der Beklagten auszugehen. Diese liegen nach Abzug der Kosten für die Kinder 

(BGer 5A_749/2009 vom 15.1.2010 E. 5.2) bei etwa Fr. 6'300.-- pro Monat (vgl. 

die zusammenfassende Übersicht hinten, E. III/2.12, abzüglich eines ermessens-

weise geschätzten Wohnkostenanteils der Kinder von insgesamt Fr. 800.--). 

Nimmt man mit der Beklagten (vereinfachend) an, dass die Sozialabzüge rund 

13% ihres Bruttoeinkommens ausmachen, resultiert daraus ein fiktives monatli-

ches Bruttoeinkommen von rund Fr. 7'241.-- (Fr. 6'300.-- : 87 x 100) bzw. 

Fr. 86'897.-- pro Jahr. Davon abzuziehen ist das von der Beklagten effektiv erziel-

te Bruttoeinkommen von rund Fr. 4'943.-- pro Monat (Fr. 4'300.-- : 87 x 100) bzw. 

Fr. 59'310.-- pro Jahr, was eine (Bruttolohn-)Differenz von rund Fr. 2'298.-- pro 

Monat bzw. Fr. 27'587.-- pro Jahr ergibt.  

Gestützt darauf würden die in Übereinstimmung mit den Parteien (vereinfa-

chend) auf 10% zu veranschlagenden AHV-Beiträge (Arbeitnehmer und Arbeitge-

ber) Fr. 230.-- pro Monat betragen (BGer 5A_210/2008 vom 14.11.2008 E. 7.3). 

Zu beachten ist indessen, dass die bis Ende 2017 anfallenden Erziehungsgut-

schriften für den Sohn D._____ (Art. 29sexies AHVG) gemäss rechtskräftiger An-

ordnung der Vorinstanz vollumfänglich der Beklagten angerechnet werden (Urk. 

203 S. 14 f. E. III/4 und S. 45 Disp.-Ziff. 11), wodurch sich deren Eigenversor-

gungskapazität verbessert (vgl. BGer 5A_210/2008 vom 14.11.2008 E. 7.3; 

5A_749/2009 vom 15.1.2010 E. 5.2; Hausheer/Spycher, a.a.O., Rz 05.178; gegen 

eine Berücksichtigung der Erziehungsgutschriften demgegenüber Spirig, Der 

nacheheliche Vorsorgeunterhalt nach Art. 125 ZGB, AnwRev 4/2011 S. 178). 

Entgegen der Berechnungsweise des Klägers (Urk. 202 S. 14 Rz 37) dürfen die 

Erziehungsgutschriften von derzeit Fr. 42'300.-- pro Jahr aber nicht einfach zum 

effektiven Jahresbruttoeinkommen der Beklagten für das laufende Jahr addiert 

werden. Denn der AHV-Rentenanspruch, den der Vorsorgeunterhalt zu sichern 

bezweckt, errechnet sich – vereinfacht ausgedrückt – aus den anrechenbaren 

- 42 - 

Beitragsjahren (Art. 29ter AHVG) und dem massgebenden durchschnittlichen Jah-

reseinkommen (Art. 29quater AHVG). Die Erziehungsgutschriften, die in denjenigen 

Jahren angerechnet werden, in welchen ein oder mehrere Kinder unter 16 Jahren 

betreut werden, sind zwar Teil dieses rentenbildenden durchschnittlichen Jahres-

einkommens. Ihre Anrechnung erfolgt jedoch nicht durch simple Addition zum ef-

fektiven Lohn desjenigen Jahres, für das sie angerechnet werden. Vielmehr wird 

rechnerisch deren Durchschnitt, d.h. die Summe sämtlicher Erziehungsgutschrif-

ten dividiert durch die gesamte Beitragsdauer, dem aufgewerteten Durchschnitt 

der versicherten Einkommen zugeschlagen (vgl. AHV Merkblatt 1.07 Erziehungs-

gutschriften, Stand am 1. Januar 2016, Ziff. 8; Ziehe, AHV-Splitting und Vorsor-

geausgleich – wenn Äpfel mit Birnen verglichen werden, AnwRev 4/2014 S. 172). 

Die Anrechnung der gesamten (statt wie vor der Scheidung bloss hälftigen) Erzie-

hungsgutschriften für ein einzelnes Jahr (d.h. für die Dauer der vorliegend festzu-

setzenden nachehelichen Unterhaltspflicht) verbessert die beklagtische Eigenver-

sorgungskapazität bezüglich der 1. Säule im Ergebnis daher nur in sehr be-

schränktem Mass. Es rechtfertigt sich deshalb, bei der Beklagten für die 1. Säule 

von einer Vorsorgebeitragslücke von Fr. 200.-- pro Monat auszugehen, welche 

der Kläger auszugleichen hat. 

Im Bereich der beruflichen Vorsorge berechnet sich der Vorsorgeunterhalt 

aus den Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeiträgen auf dem koordinierten Lohn 

(Art. 8 BVG), d.h. auf dem jährlichen Bruttoeinkommen abzüglich des (aktuellen) 

Koordinationsbetrags von Fr. 24'675.--, geteilt durch zwölf Monate. Der koordi-

nierte fiktive Bruttolohn der Beklagten beträgt rund Fr. 5'185.-- pro Monat 

(Fr. 86'897.-- ./. Fr. 24'675.-- : 12). Davon abzuziehen ist das effektiv erzielte 

(koordinierte) monatliche Bruttoeinkommen von Fr. 3'914.-- (Fr. 59'310.-- ./. 

Fr. 12'338.-- [hälftiger Koordinationsabzug; vgl. Urk. 136/3] : 12; vgl. BGer 

5A_899/2012 vom 18.2.2012 E. 3.6.2.1 a.E.; 5A_210/2008 vom 14.11.2008 

E. 7.4), was eine Differenz von Fr. 1'271.-- pro Monat ergibt. Geht man (vereinfa-

chend) von BVG-Beiträgen von insgesamt 15% aus (Art. 16 BVG; vgl. BGer 

5A_310/2010 vom 19.11.2010 E. 7.4.4-7.4.5), resultiert daraus ein Betrag von 

Fr. 190.--. Auch dieser Betrag steht der Beklagten als Vorsorgeunterhalt zu.  

- 43 - 

Der vom Kläger als Vorsorgeunterhalt zu bezahlende Betrag beläuft sich 

demnach auf Fr. 390.-- pro Monat. Insoweit ist die Berufung begründet und das 

angefochtene Urteil zu korrigieren. 

2.10. Rundung / pauschale Erhöhung des Unterhaltsbeitrags 

2.10.1. In ihrer zusammenfassenden Betrachtung erwog die Vorinstanz 

schliesslich, dass auch bei der einstufigen Methode der nacheheliche Unterhalts-

beitrag nicht schematisch, sondern unter Berücksichtigung der Kriterien gemäss 

Art. 125 Abs. 2 ZGB zu bemessen sei. Dabei sei zu berücksichtigen, dass die 

Parteien während des Zusammenlebens Geldbeträge angespart hätten, die heute 

auf Seiten der Beklagten nicht mehr vorhanden seien. Die Beklagte werde in na-

her Zukunft aufgrund ihrer persönlichen Umstände – im Gegensatz zum Kläger – 

keine Ersparnisse äufnen können. Zudem strebe sie den Facharzttitel im Bereich 

Erwachsenenpsychiatrie an, was zusätzlich Ressourcen binden werde. Der Klä-

ger, dem für sich allein monatlich mehr als Fr. 11'400.-- zur Verfügung stünden, 

werde sich auch nach Abzug der zu leistenden Unterhaltsbeiträge einen höheren 

Lebensstandard leisten können als die Beklagte. Weiter sei massgeblich, dass die 

Parteien während des Zusammenlebens monatlich rund Fr. 7'100.-- zur Deckung 

ihres persönlichen Bedarfs zur Verfügung gehabt hätten, wobei der Anteil der Be-

klagten und der beiden Kinder rund 2/3 bzw. rund Fr. 5'000.-- betragen habe. Zie-

he man vom ausgewiesenen Bedarf der Beklagten von rund Fr. 11'400.-- die Kin-

derunterhaltsbeiträge von Fr. 3'000.-- sowie das von der Beklagten erzielte Ein-

kommen von Fr. 4'800.-- ab, verbleibe ein rechnerisches Manko von Fr. 3'600.--. 

Unter den gegebenen Umständen erscheine es angemessen, den Betrag leicht 

zu erhöhen und den zu leistenden, befristeten Unterhaltsbeitrag für die Beklagte 

auf Fr. 4'000.– festzusetzen (Urk. 203 S. 36 E. VI/8.3). 

2.10.2. Der Kläger macht geltend, aufgrund der als sehr gut eingestuften fi-

nanziellen Verhältnisse sei bei vielen Budgetposten bereits grosszügig aufgerun-

det worden. Den Unterhaltsbeitrag anschliessend nochmals ohne Begründung 

über das ermittelte Manko hinaus um Fr. 400.-- pro Monat aufzurunden, sei 

schlicht willkürlich. Berücksichtige man zudem, dass sich seine finanziellen Ver-

hältnisse aufgrund der erheblichen Einkommenseinbusse deutlich verschlechtert 

- 44 - 

hätten, bestehe kein Raum mehr für die Zusprechung von Unterhaltsbeiträgen, 

die den effektiven Bedarf der Beklagten überstiegen. Der Zuschlag von Fr. 400.-- 

sei daher wegzulassen (Urk. 202 S. 17 Rz 43 f.). 

Nach beklagtischer Auffassung liegt die vorgenommene Erhöhung im Rah-

men des richterlichen Ermessens, das bei Anwendung der einstufig-konkreten 

Methode besonders weit sei; sie sei deshalb korrekt. Zudem könne die erst nach 

Fällung des angefochtenen Urteils eingetretene Einkommenseinbusse des Klä-

gers für die Beurteilung der Rechtmässigkeit des vorinstanzlichen Entscheids kei-

ne Berücksichtigung finden (Urk. 212 S. 13 Rz 46 ff.).  

2.10.3. Letzteres trifft nicht zu. Wie vorstehend (E. III/2.2) erörtert, stellt die 

(unverschuldete) Einkommenseinbusse des Klägers eine im Berufungsverfahren 

zulässige und bei der Entscheidfindung zu berücksichtigende neue Tatsache dar. 

Auch hat die Vorinstanz den Zuschlag von Fr. 400.-- nicht ohne Begründung zu-

gesprochen, sondern in ihrer zusammenfassenden Betrachtung die Gründe dar-

gelegt, aus denen sie ihn für gerechtfertigt hielt. Ob diese Gründe stichhaltig sind, 

ist keine Frage der Begründungspflicht, sondern der materiellen Beurteilung. So-

weit der Kläger sinngemäss eine Verletzung der Begründungspflicht (Art. 29 Abs. 

2 BV, Art. 53 Abs. 1 ZPO) rügt, geht die Berufung somit fehl. 

2.10.4. In der Sache selbst kann den vorinstanzlichen Erwägungen im 

Grundsatz zwar durchaus zugestimmt werden. Angesichts der veränderten Ein-

kommensverhältnisse des Klägers erscheint der ermessensweise gewährte Zu-

schlag von Fr. 400.--, mit dem keine nachgewiesene Bedarfsposition gedeckt 

wird, im vorliegenden Fall aber nicht mehr sachgerecht. Einerseits erlaubt das 

wesentlich tiefere Einkommen dem Kläger nicht mehr bzw. jedenfalls nicht mehr 

im bisherigen Ausmass, Ersparnisse zu äufnen. Auch stehen dem Kläger mit dem 

tieferen Einkommen für sich allein nicht mehr Fr. 11'400.--, sondern nur noch rund 

Fr. 8'400.-- zur Verfügung. Damit wird er sich – im Unterschied zur Einkommens-

situation, wie sie im Zeitpunkt der Fä