# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 956e7743-1613-5356-9740-b1742255c76b
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-10-26
**Language:** de
**Title:** Zürich Baurekursgericht 26.10.2017 BRGE IV Nr. 0121/2017
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Baurekurs/ZH_BRK_001_BRGE-IV-Nr--0121-201_2017-10-26.pdf

## Full Text

Baurekursgericht 
des Kantons Zürich 

4. Abteilung 

 

 

 
G.-Nr. R4.2017.00049 
BRGE IV Nr. 0121/2017 
 
 
 
 
  Entscheid vom 26. Oktober 2017 
 
 

 

 

 

Mitwirkende Abteilungspräsident Reto Philipp, Ersatzrichter Daniel Dittli, Baurichter Urs 
Hany, Gerichtsschreiber Andreas Mahler     

 
 
 
 

in Sachen Rekurrent 

Zürcher Heimatschutz ZVH, Eichstrasse 29, 8045 Zürich  

 

 

gegen Rekursgegnerschaft 

1. Stadtrat Bülach, 8180 Bülach  
2. Spital Bülach AG, Spitalstrasse 24, 8180 Bülach  

 

 
 
 
betreffend Stadtratsbeschluss vom 8. März 2017, Verzicht auf Anordnung von Schutz-

massnahmen für Spital Bülach 
_______________________________________________________ 

 

 

R4.2017.00049 Seite 2 

hat sich ergeben: 

A. 

Mit Beschluss vom 8. März 2017 verzichtete der Stadtrat Bülach beim 

ehemaligen Krankenasyl "Brunnerstift" und dem Bettenhaus A auf dem 

Grundstück Kat.-Nr. 8130 an der Spitalstrasse 24 in Bülach (Spital Bülach) 

auf die Anordnung von Schutzmassnahmen. 

B. 

Gegen diesen Entscheid erhob der Zürcher Heimatschutz ZVH mit Eingabe 

vom 18. April 2017 fristgerecht Rekurs beim Baurekursgericht des Kantons 

Zürich mit folgenden Anträgen: 

"1. Der Beschluss des Stadtrates von Bülach, auf die Anordnung für 
Schutzmassnahmen betreffend das Gebäude "Brunnerstift" zu verzich-
ten, sei aufzuheben. 

2. Das Gebäude "Brunnerstift" sei definitiv unter Schutz zu stellen. Der 
Schutzumfang sei gemäss dem Fachgutachten vom 21. Juni 2015 
festzulegen. 

3. Eventualiter sei vor einer erneuten Entscheidung über Schutzmass-
nahmen für das "Brunnerstift" eine ergänzende Machbarkeitsstudie ei-
ner von den Parteien unabhängigen, ausgewiesenen Fachperson ein-
zuholen. Darin seien vertiefte Entscheidungsgrundlagen zu entwickeln, 
zur Klärung der Frage, ob die geplante Spitalsanierung und ‒erwei-
terung auch unter der Vorgabe möglich und ökonomisch vertretbar ist, 
dass das "Brunnerstift" als Schutzobjekt zu erhalten sei. 

4. Der Stadtrat sei anzuweisen, über die Schutzwürdigkeit des Platzes 
zwischen Bettenhaus und Hochfelderstrasse, gebildet durch die südli-
che Fassadenlinie des Bettenhauses A und der Strassenlinie, zu be-
schliessen. 

5. Ebenso sei der Stadtrat anzuweisen, einen Beschluss zur Schutzwür-
digkeit des Spitalareals nach Vorgaben des ISOS zu treffen. 

alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen." 

C. 

Mit Verfügung vom 19. April 2017 wurde der Rekurseingang vorgemerkt 

und das Vernehmlassungsverfahren eröffnet. 

 

 

R4.2017.00049 Seite 3 

D. 

Mit Eingabe vom 18. Mai 2017 beantragte die Vorinstanz die Abweisung 

des Rekurses, soweit darauf einzutreten sei, unter Kosten- und Entschädi-

gungsfolgen zulasten des Rekurrenten. 

Die private Rekursgegnerin beantragte mit Eingabe vom 19. Mai 2017 

ebenfalls die Abweisung des Rekurses, soweit darauf einzutreten sei, unter 

Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Rekurrenten. 

E. 

Mit Replik vom 17. Juni 2017 bzw. Dupliken vom 11. Juli 2017 hielten die 

Parteien an ihren Anträgen fest.  

F. 

Am 23. August 2017 führte die 4. Abteilung des Baurekursgerichtes im Bei-

sein der Parteien einen Augenschein auf dem Lokal durch. 

G. 

Auf die Vorbringen der Parteien und die anlässlich des Lokaltermins ge-

machten Feststellungen wird, soweit zur Entscheidbegründung erforderlich, 

in den nachfolgenden Erwägungen Bezug genommen. 

Es kommt in Betracht: 

1. 

Die Verbandsbeschwerde ist gemäss § 338 b Abs. 1 lit. a des Planungs- 

und Baugesetzes (PBG) zulässig gegen Anordnungen und Erlasse, soweit 

sie sich auf den III. Titel (oder § 238 Abs. 2 PBG) stützen. Dies trifft auf den 

angefochtenen Beschluss zu, weshalb der Rekurrent aufgrund des Ver-

bandsbeschwerderechtes zum Rekurs berechtigt ist (§ 338 b Abs. 1 PBG). 

 

 

R4.2017.00049 Seite 4 

Da die übrigen Prozessvoraussetzungen ebenfalls erfüllt sind, ist auf den 

Rekurs einzutreten. 

2. 

Der Rekurs beruht auf folgender Ausgangslage: Die private Rekursgegne-

rin plant den Ausbau und die Instandstellung der Gebäude des Spitals 

Bülach. Sie verlangte deshalb einen Entscheid über die Schutzwürdigkeit 

des Gebäudes Brunnerstift und des angebauten Bettenhauses A 

(act. 8.10), beides Teile der bestehenden Spitalanlage, obwohl diese weder 

im kommunalen noch im kantonalen Inventar schutzwürdiger Objekte ent-

halten sind. Laut Erwägungen im angefochtenen Beschluss sei eine 

Schutzabklärung angeordnet worden, da das Spitalareal im Inventar der 

schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS) enthalten sei. Aufgrund ei-

nes Gutachtens X [….] habe der Stadtrat die Schutzwürdigkeit des "Brun-

nerstifts" und des durch die südliche Fassadenlinie des Bettenhauses und 

der Strassenlinie Hochfelderstrasse geschaffenen Platzes sowie die im 

Gutachten eingearbeiteten Bewertungen des ISOS hinsichtlich der "Bau-

gruppe Spital" anerkannt. Weil die Erhaltung der Schutzobjekte die Pla-

nungsfreiheit für die Erweiterung und Instandstellung des Spitals beein-

trächtige, habe der Stadtrat eine Güterabwägung vorgenommen. In einer 

Machbarkeitsstudie seien drei Varianten für die Realisierung der Spitaler-

weiterung vorgestellt worden. Zwei davon liessen sich mit den Forderungen 

des ISOS und den Empfehlungen der denkmalpflegerischen Begutachtung 

"zumindest theoretisch" und "prinzipiell" in Einklang bringen. Unter Berück-

sichtigung auch betrieblicher und finanzieller Aspekte, der Etappierbarkeit 

der Ausbauten und der massiven, auch langfristigen Einschränkungen, 

welche eine Unterschutzstellung der fraglichen Elemente auf die weitere 

Entwicklung des Spitals Bülach zeitigen würde, habe der Stadtrat das öf-

fentliche Interesse an der Aufrechterhaltung der Funktionalität des Ge-

sundheitssystems gepaart mit den Erwägungen zum finanziellen Aufwand 

der Spitalerweiterung und den Erfordernissen des Spitalbetriebs höher ge-

wichtet als das öffentliche Interesse an einem adäquaten Denkmalschutz. 

Folglich wurde auf die Anordnung von Schutzmassnahmen verzichtet. 

 

 

R4.2017.00049 Seite 5 

3.1. 

Der Rekurrent stellt in Abrede, dass der Stadtrat mit der vorgenommenen 

Güterabwägung eine ermessensfehlerfreie Entscheidung getroffen habe. 

Es sei nicht hinreichend untersucht worden, ob der Raumbedarf des Spitals 

gedeckt werden kann, ohne das Schutzobjekt zu beeinträchtigten. Es ist 

somit zu prüfen, ob der Erhalt des "Brunnerstifts" verhältnismässig wäre. 

Dazu ist zunächst die Frage der Schutzwürdigkeit zu klären. 

3.2. 

Laut Rekurrent ist das Brunnerstift hochgradig schützenswert. Implizit für 

schützenswert hält er auch den Platz zwischen dem Bettenhaus A und der 

Hochfelderstrasse. 

Die Vorinstanz führt in ihrer Rekursantwort aus, der Grad der Schutzwür-

digkeit des Brunnerstifts sei als mittel bis hoch einzustufen; es handle sich 

nicht um einen hochkarätigen Zeitzeugen und das Erhaltungsinteresse sei 

durchschnittlich. Das Gebäude habe mehrfach erhebliche Änderungen er-

fahren und dadurch an Originalität eingebüsst. Zudem werde der Grad der 

Schutzwürdigkeit durch die umliegenden, aus verschiedenen Epochen 

stammenden Bauten des Spitalareals geschmälert. Das Bettenhaus A sei 

nicht schutzwürdig. 

Die private Rekursgegnerin ist der Auffassung, das Gutachten von X sei 

mangelhaft, wie das von ihr in Auftrag gegebene Gutachten der YZ aufzei-

ge, und bestreitet die Schutzwürdigkeit der Objekte Brunnerstift und Bet-

tenhaus A. Das Gutachten von X habe die bauliche Integrität und die sub-

stantiellen Veränderungen nicht berücksichtigt. Es lasse ausser Acht, dass 

das Treppenhaus und weitere Bestandteile im Inneren, wie die Flügeltüren 

und Fensterflügel, ersetzt und auch räumlich verändert worden seien. Das 

Gutachten verkenne, dass sämtliche Fassaden und auch die Dachgestal-

tung erheblich verändert worden seien. Von einem authentischen Erhal-

tungszustand könne nicht die Rede sein. Die Bekanntheit des Architekten 

sei nicht näher geprüft worden. Die typologische Einordnung als Villa beru-

he auf der falschen Annahme, dass eine rechteckige Grundfläche bestan-

den habe, und sei nicht fundiert. Sodann stütze sich das Gutachten von X 

auf falsch eingeordnete Abbildungen und einseitig beigezogene Literatur, 

ohne den Primärquellen genügend Beachtung zu schenken. Gemäss Gut-

achten YZ sei der baukünstlerische Stellenwert durchschnittlich und werde 

 

 

R4.2017.00049 Seite 6 

durch Umbauten stark reduziert. Das Gebäude eigne sich nicht mehr als 

Denkmal für einen Spitalbau der Zeit um 1900. In städtebaulicher Hinsicht 

sei eine herausragende und wichtige Bedeutung des Brunnerstifts zu ver-

neinen. Dessen Stellenwert beschränke sich auf seine Eigenschaft als 

Kernbau der Spitalanlage. 

3.3. 

Der Rekurrent entgegnet, ältere Teile eines Denkmals seien nicht von 

vornherein wertvoller als jüngere; auch frühere Restaurierungen könnten zu 

den historisch bedeutsamen Zeugnissen gehören. YZ messe die Authenti-

zität fast ausschliesslich am vorhandenen Baubestand aus der Bauzeit. Der 

1923 eingebaute Operationssaal mit innovativer Oberlichtausleuchtung und 

grosser lichtdurchfluteter Fensterfront werde im Gutachten YZ nicht ange-

messen gewürdigt. Dessen Konzeption komme eine wichtige baukünstleri-

sche Zeugenschaft zu, was allein schon ein gewichtiger Grund für die Er-

haltung des Brunnerstifts sei. Weiter werde der Verlust verschiedener Aus-

stattungselemente von YZ bloss vermutet und viele Aussagen zum angeb-

lichen Ursprungszustand würden nicht belegt. Der bautypologische Ver-

gleich beziehe sich auf grosse spitalartige Bauten aus Städten, die mit den 

Krankenasylen auf der Landschaft nicht zu vergleichen seien. YZ habe die 

Sozialgeschichte des Brunnerstifts vollständig ausgeklammert und sich 

auch mit dem ISOS und dem hohen Situationswert nicht auseinanderge-

setzt. 

3.4.1. 

Schutzobjekte sind unter anderem Ortskerne, Quartiere, Strassen und Plät-

ze, Gebäudegruppen, Gebäude und Teile sowie Zugehör von solchen, die 

als wichtige Zeugen einer politischen, wirtschaftlichen, sozialen oder bau-

künstlerischen Epoche erhaltenswürdig sind oder die Landschaft oder Sied-

lungen wesentlich mitprägen, samt der für ihre Wirkung wesentlichen Um-

gebung (§ 203 Abs. 1 lit. c PBG). 

Aus der vom Gesetz alternativ zur landschafts- oder siedlungsprägenden 

Wirkung vorausgesetzten Zeugeneigenschaft ergibt sich das Erfordernis, 

dass ein Objekt, über welches Schutzmassnahmen verhängt werden sol-

len, namentlich auf Grund seiner ortsbaulichen, baulichen oder ausstat-

tungsmässigen Eigenschaften von einer Epoche Zeugnis abzulegen, d.h. 

die betreffende Epoche zu veranschaulichen und im eigentlichen Wortsinne 

 

 

R4.2017.00049 Seite 7 

zu dokumentieren vermag. Allein der Umstand, dass ein Objekt einer Epo-

che zugeordnet werden kann, ist somit für die Bejahung der Zeugeneigen-

schaft noch nicht ausreichend. Zudem lässt das Gesetz auch die blosse 

Zeugeneigenschaft noch nicht genügen; das betreffende Objekt muss viel-

mehr ein wichtiger Zeuge sein. Diese Qualifikation kann sich aus verschie-

denen, hier nicht abschliessend aufzuzählenden Gründen ergeben. Ein 

wichtiger Zeuge liegt namentlich dann vor, wenn die betreffende Baute auf 

Grund ihrer gesamten Beschaffenheit eine Epoche besonders aussagekräf-

tig und qualitätsvoll zu dokumentieren vermag. 

3.4.2. 

Gemäss dem Gutachten von X kommt dem Brunnerstift eine wichtige sied-

lungsgeschichtliche Zeugenschaft zu. Es handle sich um eine der frühesten 

Bauten des "Kirchfelds" und als einst freistehendes Krankenasyl um die 

Keimzelle des Spitals. Seine heutige besondere ortsbauliche Qualität liege 

in der exponierten Stellung am Eingang des Spitalareals (Visitenkartenfunk-

tion). Im baulichen und spirituellen Zusammenspiel mit der östlich situierten 

katholischen Kirche bilde das Krankenasyl eine Torsituation, die derzeit al-

lerdings durch die Tiefgarage und das Parkdeck stark beeinträchtigt werde. 

Dem prägenden Charakter des quartiertypischen Netzes der Sichtbezüge 

folgend, stehe das Krankenasyl in einer räumlich-visuellen Ausrichtung zur 

Kirche und dem südöstlich positionierten Bezirksgebäude. Das villenartige 

Gebäude erinnere mit seinem Habitus grossbürgerlicher Repräsentanz an 

das grosszügige Legat des Donators Sir John Brunner. Das Krankenasyl 

als Institution zähle seit jeher zum unverzichtbaren Bestandteil der Orts- 

und Regionalgeschichte. Im Gebäude manifestiere sich der Pioniergeist 

sowie die damit verbundene Botschaft von sozialem und medizinischem 

Engagement als auch gesellschaftlicher Verantwortung. Zur baukünstleri-

schen Bedeutung wird im Gutachten festgehalten, die besondere baukünst-

lerische Ausdruckskraft komme bis dato stark zum Ausdruck, obwohl die 

reich ornamentieren Giebelabschlüsse der Dachaufbauten 1938 einer Puri-

fizierung zum Opfer gefallen seien. Aufgrund seines villenartigen Charak-

ters in der Formensprache des Historismus werde es als besonderes Ge-

bäude des Spitalkomplexes wahrgenommen. Das Herzstück bilde das Ent-

ree mit dem Treppenhaus. Es widerspiegle in Formgebung, Ornamentik, 

Materialien und Farbigkeit in nahezu authentischer Überlieferung die zeitty-

pische Raumausstattung von 1900/1901 mit ihrem speziellen Ambiente. Ei-

ne typologische Besonderheit sei der 1923 eingefügte Operationssaal, der 

 

 

R4.2017.00049 Seite 8 

mit seiner speziellen Lichtführung von oben (Oberlichter) und von der Seite 

(raumbreites Fenster) als Novum und in der Spitalarchitektur als Unikum 

und Wegweiser gewürdigt werden könne. Im typologischen als auch bau-

künstlerischen Vergleich sei dem Brunnerstift sehr hohe Bedeutung beizu-

messen, vereine es doch – als Krankenasyl gebaut – die Villen- mit der Sa-

natorienarchitektur. Es liefere prototypisch eine Basis für die Entwicklung 

des kleineren bis mittelgrossen Asyls, sei baukünstlerisch, trotz späterer 

Fassadenpurifizierung, der reichste und ausdrucksstärkste Vertreter seiner 

Gattung zur Zeit der Jahrhundertwende und eines der wenigen erhaltenen 

Krankenasyle dieser Art und Bauzeit im Kanton Zürich. 

Zusammengefasst sei das Brunnerstift wegen seiner wichtigen siedlungs-

geschichtlichen und insbesondere seiner ortsbaulichen Qualitäten, seiner 

bemerkenswerten baukünstlerischen Bedeutung sowie seiner herausra-

genden orts- und sozialgeschichtlichen Zeugenschaft als schützenswerter 

Bau einzustufen. Aufgrund seiner ortsgeschichtlichen Bedeutung für das 

Zürcher Unterland und seiner typologischen Gewichtung in der Architektur-

landschaft der Krankenasyle des Kantons Zürich könne es als überkommu-

nal schutzwürdige Baute qualifiziert werden. 

3.4.3. 

Gemäss Gutachten X vermag das Bettenhaus A die Kriterien für ein 

Schutzobjekt nicht zu erfüllen. Es sei jedoch wegen seiner räumlichen Wir-

kung und Situierung von hoher Bedeutung: Mit der kleinen Einfriedungs-

mauer entlang der Hochfelderstrasse definiere es zusammen mit dem 

Brunnerstift den südlichen Rand des Spitalensembles und übernehme 

durch seine von der Strasse abgerückte Stellung die charakteristische 

Quartierstruktur mit den breiten, begrünten Vorgartenzonen. Dieser Grün-

streifen und die feinfühlige Einbettung des Gebäudes in die Parklandschaft 

verleihe dem Spitalensemble einen ländlichen Habitus und zeichne es als 

Landspital aus. Aus ortsbaulichen Gründen empfiehlt das Gutachten den 

Erhalt dieser Situation. 

3.4.4. 

YZ hatte den Auftrag, den Baubestand des Brunnerstifts hinsichtlich Au-

thentizität und Integrität, den Eigenwert in baukünstlerischer Hinsicht und 

die städtebauliche Bedeutung zu beurteilen. Zu diesem Zweck prüfte YZ 

 

 

R4.2017.00049 Seite 9 

zunächst den Sachverhalt, der dem Gutachten von X zugrunde gelegt wor-

den war.  

Die Baugeschichte wird im Wesentlichen und zumindest soweit sie für die 

Beurteilung der Schutzwürdigkeit von Bedeutung ist, in beiden Gutachten 

übereinstimmend wiedergegeben. Dies trifft auch auf die Dokumentation 

der Veränderungen der Fassaden zu. Dass die Abgrabungen vor dem 

Haupteingang und an der Rückseite im Gutachten X nicht erwähnt werden, 

wie im Gutachten YZ festgehalten, ist für die Beurteilung nicht erheblich. 

Zur Bestandesbeurteilung des Innern wird ausgeführt, das Treppenhaus sei 

erheblich verändert worden und präsentiere sich nicht mehr authentisch für 

die Bauzeit. Begründet wird dies mit dem Fehlen zeittypischer, zu erwar-

tender Wandbespannungen, mit dem nicht entstehungszeitlichen Boden 

aus sechseckigen Fliesen im Obergeschoss, den Handläufen aus Chrom, 

den veränderten Geschossabschlüssen und drei modernen Fensterflügeln 

im oberen der beiden Fenster. Das Gutachten X steht nicht im Widerspruch 

zu diesen Feststellungen. Dessen Wertung, das Treppenhaus sei "nahezu 

authentisch" erhalten bzw. die Eingangshalle und das Treppenhaus würden 

in ihrer Raumdisposition und Ausstattung "noch weitgehend" den Erbau-

ungszustand dokumentieren, wird indes zu Recht relativiert. Wie sich auch 

anlässlich des Lokaltermins zeigte, kann nicht davon die Rede sein, dass 

das Entree mit dem Treppenhaus "die zeittypische Raumausstattung von 

1900/1901 mit ihrem speziellen Ambiente [...] in Formgebung, Ornamentik, 

den verwendeten Materialien und ihrer Farbigkeit in nahezu authentischer 

Überlieferung" widerspiegelt. Obwohl das Treppenhaus, wie auch YZ fest-

hält, über einen "beachtlichen Teil an Substanz aus der Bauzeit" verfügt 

und die hauptsächlichen Elemente (Eingangstür, Böden, Treppenlauf, Po-

deste, Treppengeländer, ein Teil der Fensterflügel) unstrittig aus der Ent-

stehungszeit stammen, ist der Zeugenwert durch die Veränderungen er-

heblich gemindert. Was die Ausstattung der übrigen Räume angeht, ge-

langt YZ zu keinen anderen Erkenntnissen als X. 

Das Gutachten YZ bemängelt am Gutachten X, es sei ungenügend geklärt 

worden, wer das Brunnerstift entworfen und realisiert habe, kommt dann 

aber nach eigenen Recherchen zum Schluss, es handle sich um eine weit-

gehend unbekannte Firma. Somit ergibt sich in dieser Hinsicht nichts Neu-

es, was für die Schutzwürdigkeit von Bedeutung wäre.  

 

 

R4.2017.00049 Seite 10 

YZ kritisiert die typologische Einordnung des Brunnerstifts durch X. Diese 

sei fälschlicherweise von einer langgestreckten, rechteckigen Grundfläche 

ausgegangen. Der Grundriss sei aber tatsächlich L-förmig und lasse sich 

nur schwer in Verbindung mit dem Villenbau bringen. Äusserlich bediene 

sich das Krankenasyl der Stilmittel des repräsentativen Wohnbaus um 

1900. X stütze sich einseitig auf die äussere Erscheinung und habe die his-

torische Raumdisposition unzureichend abgeklärt, was zur angemessenen 

Beurteilung der Typologie notwendig gewesen wäre. Dem ist zu entgegnen, 

dass durchaus nachvollzogen werden kann, weshalb im Gutachten X von 

einem ursprünglich rechteckigen Grundriss die Rede ist (s. Grundrisse Erd-

geschoss und 1. Obergeschoss mit Terrasse, Gutachten X, S. 74 u. 78. Der 

nördliche Vorbau war ursprünglich nur eingeschossig und diente im Ober-

geschoss als Dachterrasse). Gemäss Gutachten X präsentierte sich das 

Gebäude ursprünglich als repräsentativ gestaltete Villa, habe einen villenar-

tigen Charakter aufgewiesen bzw. die Villen- mit der Sanatorienarchitektur 

vereint (ursprünglich doppelstöckige offene Veranda an der Westfassade). 

Dies erscheint plausibel. Mit der Aussage, äusserlich bediene sich das 

Krankenasyl der Stilmittel des repräsentativen Wohnbaus um 1900, ist YZ 

nicht weit von dieser Einstufung entfernt. Ferner hält YZ fest, das Brunner-

stift folge einem zeittypischen Schema, wobei die Unterordnung der Funkti-

on unter die repräsentative Gebäudehülle bestimmend sei. Damit sei das 

Krankenasyl in baukünstlerischer Hinsicht typisch für die Bauten der Jahr-

hundertwende. 

Bezüglich der bautypologischen Bedeutung stellt YZ die Wertung von X in 

Frage, was sie mit einer ihrer Ansicht nach unzureichenden Abklärung be-

gründet. Stichhaltige Gründe, die gegen die Wertung im Gutachten X spre-

chen würden, bringt YZ indes nicht vor. Dies gilt auch in Bezug auf den 

Operationssaal von 1923, dessen Einzigartigkeit nach Auffassung von YZ 

nicht belegt sei. 

Zur ortsbaulichen Bedeutung hält YZ fest, die gebäudeeigene Erschlies-

sung des Brunnerstifts sei im Laufe der Zeit komplett verändert worden. Die 

ortsbauliche Bedeutung des Brunnerstifts in Bezug zur Achse der Spi-

talstrasse, die heute gekröpft in die Hochfelderstrasse geführt werde, sei 

heute von untergeordneter Bedeutung. Sein Eingang habe die repräsenta-

tive Funktion verloren. Mit einer visuellen Fernwirkung trete v.a. die Ostfas-

sade in Erscheinung (Ansicht vom Parkplatz her). In diesen Ansichten sei 

 

 

R4.2017.00049 Seite 11 

jedoch das Bettenhaus E ebenfalls exponiert und zumindest im gleichen 

Masse bedeutend. Ein besonderer Situationswert fehle. 

3.4.5. 

Das Gutachten der YZ kommt zum Schluss, das Brunnerstift erfülle in ar-

chitektonischer Hinsicht nicht mehr die Voraussetzungen für einen wichti-

gen Zeugen. Der baukünstlerische Stellenwert sei durchschnittlich und die 

Bausubstanz sei durch Umbauten stark reduziert. Durch die Purifizierung 

des Äusseren, den Abbruch wesentlicher Elemente (Veranda) und den 

weitgehenden Verlust der Innenausstattung sei der Eigenwert wesentlich 

geschmälert. Insgesamt eigne sich das Gebäude nicht mehr als Denkmal 

für einen Spitalbau der Zeit um 1900. In sozial- und spitalgeschichtlicher 

Hinsicht sei der Verlust des 1915-16 erbauten Absonderungshauses ein 

schwerwiegender Verlust. Das Gebäude des Brunnerstifts habe keinen we-

sentlichen Einfluss auf die Siedlungsstruktur westlich des Bahnhofs. Seine 

Bedeutung in städtebaulicher Hinsicht sei untergeordnet und gehe nicht 

über den Stellenwert als Kernbau der Spitalanlage hinaus. 

3.4.6. 

Insgesamt ist festzuhalten, dass beide Gutachten in Bezug auf den Baube-

stand im Wesentlichen vom selben Sachverhalt ausgehen. Divergenzen 

bestehen hinsichtlich der Wertung der Authentizität, der genauen typologi-

schen Einordnung und der ortsbaulichen Qualitäten. Für die Beurteilung der 

Schutzwürdigkeit wesentliche Lücken in den Sachverhaltsfeststellungen 

oder Widersprüche im Gutachten X zeigt das Gutachten YZ nicht auf. 

Demzufolge durfte sich die Vorinstanz zur Beurteilung der Schutzwürdigkeit 

auf das Gutachten von X abstützen. 

3.4.7. 

Durch die Aufnahme eines Objektes von nationaler Bedeutung in ein Inven-

tar des Bundes wird dargetan, dass es in besonderem Masse die unge-

schmälerte Erhaltung, jedenfalls unter Einbezug von Wiederherstellungs- 

oder angemessenen Ersatzmassnahmen die grösstmögliche Schonung 

verdient (Art. 6 Abs. 1 Natur- und Heimatschutzgesetz [NHG]). Ein Abwei-

chen von der ungeschmälerten Erhaltung im Sinne der Inventare darf bei 

Erfüllung einer Bundesaufgabe nur in Erwägung gezogen werden, wenn ihr 

bestimmte gleich- oder höherwertige Interessen von ebenfalls nationaler 

Bedeutung entgegenstehen (Art. 6 Abs. 2 NHG).  

 

 

R4.2017.00049 Seite 12 

Das ISOS gilt lediglich bei der Erfüllung von Bundesaufgaben (Art. 2 und 3 

NHG) in unmittelbarer Weise. Bei der Erfüllung von kantonalen und kom-

munalen Aufgaben – wie im vorliegenden Fall – wird der Schutz von Orts-

bildern durch kantonales und kommunales Recht gewährleistet. Dies ergibt 

sich verfassungsrechtlich aus Art. 78 Abs. 1 der Bundesverfassung (BV), 

wonach die Kantone für den Natur- und Heimatschutz zuständig sind. Auch 

bei der Erfüllung von kantonalen und kommunalen Aufgaben sind Bundes-

inventare wie das ISOS indes von Bedeutung. Die Pflicht zur Beachtung 

findet ihren Niederschlag zum einen in der Anwendung der die Schutzan-

liegen umsetzenden (Nutzungs-)Planung, zum andern darin, dass im Ein-

zelfall erforderliche Interessenabwägungen im Lichte der Heimatschutzan-

liegen vorzunehmen sind (vgl. BGr 1C_578/2016 vom 28. Juni 2017, 

E. 3.1., mit Hinweis auf BGE 135 II 209 E. 2.1.). 

3.4.8. 

Der Ortsteil Kirchfeld wird im Bundesinventar der schützenswerten Ortsbil-

der von nationaler Bedeutung (ISOS) als "Gebiet" mit Erhaltungsziel C auf-

geführt (Erhalten des Charakters, d.h. Gleichgewicht zwischen Alt- und 

Neubauten bewahren, die für den Charakter wesentlichen Elemente integ-

ral erhalten, s. Erläuterungen zum ISOS, www.bak.admin.ch). Das darin 

gelegene Brunnerstift figuriert wegen seiner besonderen Bedeutung für das 

Ortsbild als schützenswertes Einzelelement mit Erhaltungsziel A (integrales 

Erhalten der Substanz). Das alte Spitalgebäude, das als eines der ersten 

Gebäude um 1900 auf der damals noch völlig unverbauten Terrasse ent-

standen sei, trete eindrücklich in Erscheinung. Der zweigeschossige Mas-

sivbau mit prägendem Mansardwalmdach sei im Laufe der Zeit um mehrere 

Gebäudetrakte erweitert worden (ISOS, Gemeinde Bülach, S. 20, https:// 

data.geo.admin.ch/ch.bak.bundesinventar-schuetzenswerte-ortsbilder/PDF/ 

ISOS_5332.pdf). Dieser Bewertung ist beim Entscheid über den Verzicht 

auf Schutzmassnahmen für das Brunnerstift Rechnung zu tragen. 

3.4.9. 

Das Gutachten X setzt sich nebst dem Brunnerstift als Einzelobjekt auch 

mit dem Gebiet Kirchfeld und der Baugruppe Spital auseinander. Im Leitbild 

"Bülach Nord" werde für das Gebiet Kirchfeld mit seinen markanten, archi-

tektonisch qualitätsvollen öffentlichen Bauten – wie der katholischen und 

neuapostolischen Kirche, dem Spital und dem Bezirksgebäude – eine Bei-

behaltung der prägenden, von der Strasse zurückversetzten Bauten postu-

 

 

R4.2017.00049 Seite 13 

liert. Als besondere Qualität werde der schöne, öffentlich zugängliche Park 

beim Spital und der im Nordwesten das Spitalareal umschliessende Wald 

als Naherholungsgebiet gewürdigt. Laut Gutachten gilt es langfristig, die 

besondere Charakteristik des Kirchfeldes zu bewahren sowie einer Aufwei-

chung seiner Quartierstrukturen entgegenzuwirken. In Bezug auf die Bau-

gruppe Spital im Speziellen wird ausgeführt, die Begrenzung des Spitalare-

als durch den breiten Grünstreifen zwischen Bettentrakt und Strasse sowie 

die kleine Einfriedungsmauer entlang des Trottoirs, die das Gebiet von der 

Strasse aus räumlich fasse, solle unbedingt Beachtung finden, da eine Auf-

gabe dieser strukturprägenden Elemente eine Entfremdung der charakteris-

tisch ländlichen Situation zugunsten einer städtischen Wirkung von Spital-

gruppe und Kirchfeld bedeuten würde. Ebenso erscheine die Aufrechterhal-

tung des grossen Strassenabstandes von Bedeutung, da ansonsten, bei-

spielsweise durch die Situierung eine monolithartigen Bauvolumens nahe 

der Strasse, die ländliche Wirkung der Baugruppe preisgegeben werde. Ei-

ne Sonderstellung im Spitalareal nehme das Brunnerstift ein. Als ursprüng-

licher Kernbau des Spitals – gar des gesamten Quartiers – basiere dieses 

Gebäude auf dem Konzept des Solitärbaus und nehme im ortsbaulichen 

Kontext als Markstein und als repräsentativer Zugang ("Visitenkarte") zum 

Spitalgebäude eine besondere Rolle ein. Aufgrund seiner exponierten Lage 

– wie auch Volumen, Dachform, Stilistik –, vor allem aber wegen seiner ar-

chitektonischen Ausdruckskraft, werde das Krankenasyl als besonderes 

Gebäude des Spitalkomplexes wahrgenommen. Im baulichen Ensemble 

steche es durch seine repräsentativ gestalteten, historischen Süd- und Ost-

fassaden deutlich hervor. 

3.4.10. 

Das Gutachten von X legt die Bedeutung des Brunnerstifts in siedlungs-, 

orts- und sozialgeschichtlicher sowie in baukünstlerischer Hinsicht grund-

sätzlich überzeugend und schlüssig dar. Auch die ortsbauliche Bedeutung 

wird nachvollziehbar dargelegt. Sie ergibt sich zudem aus dem Eintrag im 

ISOS. Es steht somit ausser Frage, dass es sich beim Brunnerstift um ein 

Schutzobjekt handelt. Zur Bedeutung des Brunnerstifts für das Ortsbild ist 

allerdings festzuhalten, dass sich der Situationswert im Wesentlichen auf 

dessen Ost- und Südfassade beschränkt. An der Westfassade wurde das 

Bettenhaus A angebaut und die stark veränderte Nordfassade kann durch 

ihre Ausrichtung auf den Gebäudekomplex des Spitals keine siedlungsprä-

gende Wirkung entfalten. Die städtebauliche Situation wird sodann durch 

 

 

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die Tiefgarage und das Parkdeck stark beeinträchtigt. Dementsprechend 

kann der Auffassung von YZ gefolgt werden, wonach das Brunnerstift in 

städtebaulicher Hinsicht von untergeordneter Bedeutung ist und sich auf 

seinen Stellenwert als Kernbau der Spitalanlage beschränkt. Dass dem 

Brunnerstift, so das Gutachten X, in baukünstlerischer Hinsicht eine sehr 

hohe Bedeutung beizumessen sein soll, überzeugt angesichts der grossen 

Veränderungen im Inneren wie im Äusseren nicht, dies insbesondere in 

Bezug auf seine Eigenschaft als Vertreter eines Krankenasyls aus jener 

Zeit. Hingegen vermag es nach wie vor Zeugenschaft abzulegen für die 

Entstehungsgeschichte des Spitals und die Stiftung des Krankenasyls 

durch Sir John Brunner und ist insofern ein wichtiger Zeuge einer sozialen 

Epoche. Bei diesen Gegebenheiten erscheint es richtig, dass die Vo-

rinstanz das Erhaltungsinteresse als durchschnittlich einstuft. 

Heimatschutzrechtlich nicht begründet erscheint die Beibehaltung der Stel-

lung der Südfassade des Bettenhauses A zwecks Erhaltung des breiten 

Grünstreifens zwischen dem Bettenhaus und der Hochfelderstrasse. X be-

gründet dies mit dem Erhalt der charakteristisch ländlichen Wirkung der 

Baugruppe Spital bzw. mit dem "ländlichen Habitus" des Spitalensembles. 

Von einem diesbezüglich schützenswerten (qualifizierten) Situationswert 

des Bettenhauses A, bewirkt durch dessen Stellung, kann indes nicht ge-

sprochen werden. Auch aus dem ISOS ergibt sich keine besondere Bedeu-

tung dieser Struktur für das Ortsbild (siehe dazu auch was folgt). 

3.5. 

Der Rekurrent beantragt, der Stadtrat sei anzuweisen, über die Schutzwür-

digkeit des Platzes zwischen Bettenhaus und Hochfelderstrasse, gebildet 

durch die südliche Fassadenlinie des Bettenhauses A und der Strassenli-

nie, zu beschliessen. Ebenso sei der Stadtrat anzuweisen, einen Beschluss 

zur Schutzwürdigkeit des Spitalareals nach Vorgaben des ISOS zu treffen. 

Zur Begründung wird ausgeführt, der Stadtrat habe die Schutzwürdigkeit 

des "Spital-Ensembles" und des besagten Platzes gemäss den Erwägun-

gen im angefochtenen Beschluss anerkannt, aber im Beschluss diesbezüg-

lich nichts geregelt. Insofern sei der Beschluss lückenhaft. 

Dem kann nicht gefolgt werden. Mit dem Provokationsgesuch vom 2. März 

2015 (act. 8.10) verlangte die private Rekursgegnerin einzig einen Ent-

scheid über die Schutzwürdigkeit des Gebäudes des Brunnerstifts und des 

 

 

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angebauten Bettenhauses A. Wie die Vorinstanz daher zutreffend entgeg-

net, ist die Schutzwürdigkeit des fraglichen Platzes und des übrigen Spital-

areals nicht Gegenstand des angefochtenen Beschlusses und hätte es 

auch nicht sein müssen; sie kann daher nicht Gegenstand des vorliegen-

den Rekursverfahrens sein. Daran ändert nichts, dass der Stadtrat im an-

gefochtenen Beschluss erwog, er anerkenne aufgrund des Gutachtens die 

Schutzwürdigkeit des Brunnerstifts und des durch die südliche Fassadenli-

nie des Bettenhauses und die Strassenlinie Hochfelderstrasse geschaffe-

nen Platzes sowie die im Gutachten eingearbeiteten Bewertungen des 

ISOS hinsichtlich der "Baugruppe Spital". Diese Erwägungen erwachsen 

nicht in formelle Rechtskraft. Auf die Anträge 4 und 5 ist daher nicht einzu-

treten. 

4.1. 

Die Qualifikation eines Baudenkmals als wichtiger Zeuge im Sinne von 

§ 203 PBG führt nach ständiger Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts 

nicht zwingend zum Erlass von Schutzmassnahmen gemäss § 205 PBG, 

sondern nur, wenn das öffentliche Interesse an der Erhaltung des 

Schutzobjekts höher zu werten ist als entgegenstehende öffentliche und 

private Interessen (RB 1992 Nr. 62). Im Folgenden sind die der Erhaltung 

des Brunnerstifts entgegenstehenden öffentlichen und privaten Interessen 

zu beurteilen. 

Für das Projekt des Ausbaus und der Instandstellung des Spitals Bülach 

verfasste die M. AG eine Machbarkeitsstudie (act. 8.3). Diese soll zeigen, 

ob die Unterbringung des Raumprogrammes und die Erfüllung der funktio-

nalen Anforderungen unter Berücksichtigung der denkmalpflegerischen 

Empfehlungen (Erhalt des Brunnerstifts, Übernahme der südlichen Fassa-

denlinie des Bettenhauses A und Freihaltung des Grünstreifens zur Hoch-

felderstrasse) möglich ist. Die Studie zeigt drei Konzepte auf und kommt 

zum Ergebnis, dass die gleichzeitige Erfüllung der Forderungen aus dem 

Gutachten von X sowie die Umsetzung einer ökonomischen, betrieblich 

funktionierenden Spitalorganisation nicht umsetzbar sind. 

 

 

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Konzept A erfülle zwar die denkmalpflegerischen Empfehlungen, bedinge 

aber einen wesentlich teureren und langwierigen Neubau, welcher erhebli-

che Eingriffe in den Bestand verursache, da intakte Gebäude rückgebaut 

würden. 

 Konzept A 

 

Konzept B könne weder die denkmalpflegerischen Anforderungen hinrei-

chend erfüllen, noch sei auf der Grundfläche des Neubaus ein sinnvoll zu 

betreibendes Spital denkbar. 

 Konzept B 

 

 

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Konzept C erfülle durch den Rückbau des Brunnerstifts und des Betten-

hauses A die Erwartungen seitens Denkmalpflege nicht, biete jedoch auf 

Grund des grossen, zur Verfügung stehenden Perimeters, ausreichend 

Flexibilität um ein Neubauvolumen zu platzieren, welches sowohl betriebli-

che wie auch städtebauliche Ansprüche erfülle und die langfristige Entwick-

lung des Spitals am heutigen Standort gewährleiste. 

 Konzept C 

 

4.2. 

Der Rekurrent geht mit der Studie einig, dass die Variante A schon aus 

Kostengründen und auch aus ortsbaulicher Sicht nicht zu favorisieren sei. 

Hingegen bezweifelt er, ob die M. AG ernsthaft daran gearbeitet habe, Va-

riante B mit den Bedürfnissen des Spitalbetriebs in Einklang zu bringen. Zu 

denken sei an die Hinzunahme des Entwicklungsperimeters II westlich da-

von, was möglich sei, wie die Variante A zeige. Ohne Hinzunahme dieser 

Fläche verliere die Variante B einen wesentlichen Teil der grundsätzlich zur 

Verfügung stehenden Grundfläche. 

Der Rekurrent ist ferner der Auffassung, die Vorinstanz hätte sich nicht al-

lein auf die von der privaten Rekursgegnerin in Auftrag gegebene Mach-

barkeitsstudie abstützen dürfen. Sie hätte sich über die angebotenen Ent-

scheidungsgrundlagen hinaus Gedanken machen müssen, welche weiteren 

und möglichen Varianten in Betracht kommen könnten, ohne dass schutz-

 

 

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würdige Objekte beeinträchtigt würden. Insbesondere hätten auch Varian-

ten zur Erweiterung im Entwicklungsperimeter IV geprüft werden müssen. 

4.3. 

Die Vorinstanz führt aus, die Machbarkeitsstudie sei aussagekräftig, stich-

haltig und nachvollziehbar; weitere Studien würden sich nicht aufdrängen. 

Mit Variante C könne das notwendige Volumen geschaffen werden und 

grössere An- und Umbauten des Bestandes liessen sich auf ein Minimum 

reduzieren. Es entstehe eine grosse, zusammenhängende Fläche, welche 

einen effizienten Betrieb ermögliche und vom bestehenden Eingang aus 

zentral erschlossen werden könne. Allein mit diesem Konzept könne eine 

Spitalüberbauung geschaffen werden, welche sich städtebaulich optimal 

eingliedere. Demgegenüber könnten mit dem Konzept B die für das Spital 

zwingend notwendigen Betriebsabläufe nicht umgesetzt werden. Des Wei-

teren wären die Etappierbarkeit und künftige Entwicklung des Spital-Areals 

eingeschränkt. Weitere Negativpunkte seien der Städtebau, die Eingriffs-

tiefe in den Bestand und die internen Verbindungen und Wege. Würde im 

Konzept B der bestehende Wald im Entwicklungsperimeter II auch noch in 

Anspruch genommen, müssten sämtliche bestehenden Bauten, Anlagen 

und Baumbestände entlang der Hochfelderstrasse geopfert werde. Auch in 

ortsplanerischer und einordnungsrechtlicher Hinsicht werde das Belassen 

des besagten Waldbestandes aber begrüsst. Das Spitalareal erfahre 

dadurch eine gute Anbindung an den angrenzenden Wald und die Dimen-

sionen des Spitalareals würden reduziert wahrgenommen. Deshalb sei die 

Konzentration der Neubauten auf den Bereich des Bettenhauses A und des 

Brunnerstifts sinnvoll. 

4.4. 

Die private Rekursgegnerin führt aus, laut einer Expertise zum Bestand der 

Gebäude (act. 12.5) werde der Zustand aller Gebäude ausser derjenige 

des Brunnerstifts und des Bettenhauses A als "mittel-gut" bis sehr gut in 

Bezug auf ihre Gebäudesubstanz sowie auch der Haustechnik beurteilt. 

Das Brunnerstift und das Bettenhaus A dagegen seien bezüglich dieser 

beiden Aspekte als minder bzw. schlecht bewertet worden und eine adä-

quate Nutzung für den Spitalbetrieb sei nicht möglich. Schon deshalb drän-

ge sich ein Ersatzbau an Stelle der genannten Gebäude auf. Andere Erwei-

terungsmöglichkeiten auf dem bestehenden Areal seien durch gesetzliche 

Faktoren wie Waldgrenze, Waldabstandslinie und Baulinie und der bereits 

 

 

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ausgenützten Fläche nicht vorhanden. Die dem Rekurrenten vorschweben-

de Verbindung der Varianten B und A sei aufgrund betrieblicher Anforde-

rungen nicht umsetzbar. Zudem hätte dies den Rückbau des Traktes B zur 

Folge, was aus betrieblichen und ökonomischen Gründen nicht realisierbar 

sei. 

4.5.1. 

Die Erweiterung bzw. Erneuerung des Spitals stellt eine hochkomplexe An-

gelegenheit dar. Für die Ausarbeitung von dahingehenden Bauvorhaben 

müssen daher Sachverständige mit dem notwendigen Fachwissen beige-

zogen werden, so wie dies vorliegend die private Rekursgegnerin für die 

Erstellung der Machbarkeitsstudie gemacht hat. Grundsätzlich durfte und 

musste sich die Vorinstanz, die als Denkmalpflegebehörde nicht über spi-

talbauspezifisches Spezialwissen verfügt, auf die Erkenntnisse dieser Stu-

die abstützen. Dies zumal aus der Studie keine Irrtümer, Lücken oder Wi-

dersprüche zutage treten und an der Fachkompetenz der Verfasserin keine 

Zweifel aufkommen. Daran ändert nichts, dass derartige Studien ebenso 

wie Gutachten tendenziell die für den Auftraggeber günstige Betrachtungs-

weise wiedergeben. Diesem Umstand ist mit einer kritischen Würdigung der 

Erkenntnisse Rechnung zu tragen. Jedenfalls ginge es aber zu weit, von 

der Vorinstanz zu verlangen, im Rahmen der Schutzabklärung selbst weite-

re Varianten für die Spitalerweiterung zu entwickeln oder von unabhängiger 

Seite entwickeln zu lassen, die den Erhalt des Schutzobjekts sicherstellen. 

4.5.2. 

Die Kritik des Rekurrenten an der Machbarkeitsstudie der M. AG zielt nicht 

darauf ab, die drei präsentierten Varianten und deren Wertung in Frage zu 

stellen. Vielmehr ist er der Auffassung, dass "unter Aufbietung planerischen 

Geschicks" eine vierte Variante möglich wäre, indem ausgehend von der 

Variante B der Raumbedarf unter Hinzunahme des westlich anschliessen-

den Entwicklungsperimeters II abgedeckt werde. Mit der Rekursantwort 

reichte die private Rekursgegnerin eine Ergänzung der M. AG zur Mach-

barkeitsstudie zu den Akten (act. 12.8), die zu diesem Einwand Stellung 

bezieht. Darin wird festgehalten, dass der Behandlungsbereich mit zentra-

len Funktionen (u.a. Notfallstation, Röntgendiagnostik, OP, Intensivpflege), 

mithin der "Motor" des Spitals neu gebaut werden soll. Daran würden sehr 

hohe betriebliche Anforderungen gestellt. Bestimmte Bereiche müssten 

zwingend auf einem zusammenhängenden Geschoss organisiert werden. 

 

 

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Insbesondere im Operationsbereich und in der Notfallstation sei zwingend 

eine Gebäudetiefe von ca. 30-32 m notwendig. Aus dem Flächenbedarf der 

zusammenhängenden Bereiche ergebe sich eine Grundfläche für den Neu-

bau von ca. 85-90 m x 30-32 m. Die Dimensionen des Entwicklungsperime-

ters II seien für die verlangte Gebäudetiefe nicht ausreichend. Eine Inan-

spruchnahme jener Fläche mit einem Bau des Konzeptes B würde den 

Rückbau und Ersatz des Bettenhauses B bedeuten, was wiederum die 

Nachteile des Konzeptes A zur Folge hätte. Schliesslich würden auch die 

Dimensionen im Entwicklungsperimeter IV nicht ausreichen. 

4.5.3. 

In der Ergänzung zur Machbarkeitsstudie (S. 7) gelangt die Verfasserin 

zum Schluss, dass die Dimensionen im Entwicklungsperimeter nicht aus-

reichend seien. Dabei geht sie allerdings sehr schematisch vor, indem sie 

von einem Gebäude mit einer rechteckigen Grundfläche ausgeht, welches 

durchwegs die angeblich notwendige Gebäudetiefe von 30-32 m aufweist. 

Diese Gebäudetiefe ist allerdings nur für den Operationsbereich erforder-

lich, soweit ersichtlich aber nicht für den Aufwachbereich, der sich aus be-

trieblichen Gründen auf demselben zusammenhängenden Geschoss befin-

den muss (s. Machbarkeitsstudie S. 16). Sodann ist nicht nachvollziehbar, 

weshalb auch die Tagesklinik (Raumbedarf von 347 m2) zwingend auf dem-

selben Geschoss wie die Operationsabteilung und der Aufwachbereich lie-

gen muss (s. Ergänzung zur Machbarkeitsstudie, S. 5). Aus der Machbar-

keitsstudie selbst geht dies nicht hervor und in der bevorzugten Variante C 

ist dies auch nicht so geplant. Gleiches gilt für die Notfallpraxis (Raumbe-

darf 217 m2), die entgegen der Ergänzung zur Machbarkeitsstudie offen-

sichtlich nicht auf demselben Geschoss wie die Notfallstation und die Radi-

ologie angelegt sein muss. Damit ist der minimale Flächenbedarf pro Ge-

schoss etwas geringer anzunehmen, als in der Ergänzung zur Machbar-

keitsstudie. 

Selbst wenn aber die dem Rekurrenten vorschwebende Lösung in betriebli-

cher Hinsicht tatsächlich möglich wäre, führte die Interessenabwägung zu 

keinem anderen Resultat. So könnte der im Entwicklungsperimeter II vor-

handene Wald nicht erhalten werden, wodurch die Qualität des Spitalparks 

empfindlich beeinträchtigt würde. Dies und ein gezwungenermassen höchs-

tens minimaler Abstand zwischen dem Trakt B und dem Neubau würde 

sich insbesondere auf die zum Spitalpark hin gerichteten Räume nachteilig 

 

 

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auswirken. Vor allem aber würden die Möglichkeiten der langfristigen Wei-

terentwicklung eingeschränkt, indem der Perimeter II für mögliche Erweite-

rungen des Neubaus als Ersatz für den Trakt B nicht zur Verfügung stünde 

und die zentrale Fläche auf dem Areal, wo sich heute das Brunnerstift be-

findet, einer verbesserten Nutzung entzogen würde. Weiter müsste das 

Brunnerstift, dessen Substanz und Haustechnik als minder bzw. schlecht 

bewertet werden (s. act. 12.5, S. 27 f.), saniert werden und könnte an jener 

zentralen Lage aber nach wie vor nur für die Verwaltung oder medizinisch 

nicht sensitive Bereiche (z.B. Labor, Schmerz-/Komplementärmedizin, 

Seelsorge) genutzt werden. Schliesslich erweist sich die Integration des 

Brunnerstifts in die Spitalanlage in gestalterischer Hinsicht als äusserst an-

spruchsvoll. 

Wie die Vorinstanz somit zu Recht erkannt hat, stehen dem Erhalt des 

Brunnerstifts gewichtige private Interessen der Spitalbetreiberin wie auch 

das hoch einzustufende öffentliche Interesse an einer kostengünstigen, 

leistungsfähigen und qualitativ zeitgemässen Gesundheitsversorgung ent-

gegen. Dass das lediglich durchschnittliche öffentliche Interesse an der Er-

haltung des Brunnerstifts diese Interessen nach Auffassung der Vorinstanz 

nicht zu überwiegen vermag, erscheint nachvollziehbar und liegt in deren 

Ermessen. Die Erhaltung der Stellung der Südfassade des Bettenhauses A 

ist wie dargelegt heimatschutzrechtlich nicht begründet. Der Stadtrat hat 

folglich zu Recht auf Schutzmassnahmen verzichtet. 

5. 

Zusammengefasst ist der Rekurs abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. 

[….]