# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b5737701-6ab8-5a88-938d-41b560c46213
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2015-06-25
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 25.06.2015 RH.2015.12
**Docket/Reference:** RH.2015.12
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_RH-2015-12_2015-06-25

## Full Text

Auslieferung an die USA. Auslieferungshaftbefehl (Art. 48 Abs. 2 IRSG).;;Auslieferung an die USA. Auslieferungshaftbefehl (Art. 48 Abs. 2 IRSG).;;Auslieferung an die USA. Auslieferungshaftbefehl (Art. 48 Abs. 2 IRSG).;;Auslieferung an die USA. Auslieferungshaftbefehl (Art. 48 Abs. 2 IRSG).

Entscheid vom 25. Juni 2015  
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Andreas J. Keller, Vorsitz, 

Cornelia Cova und Patrick Robert-Nicoud,  

Gerichtsschreiber Miro Dangubic  

   
 

Parteien 

  

A., in Auslieferungshaft, vertreten durch die 

Rechtsanwälte Stephan A. Buchli und Oliver 

Grundmann,  

 

Beschwerdeführer 

 

 gegen 

   

BUNDESAMT FÜR JUSTIZ, Fachbereich 

Auslieferung, 

 

Beschwerdegegner 

 

Gegenstand  Auslieferung an die USA 

 

 

Auslieferungshaftbefehl (Art. 48 Abs. 2 IRSG) 

 
  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: RH.2015.12 

 

 

 

- 2 - 
 
 

Sachverhalt: 

 

 Am 21. Mai 2015 ersuchte das US-Justizdepartement die Schweiz um 

Verhaftung zwecks Auslieferung des uruguayischen Staatsangehörigen A. 

(act. 3.1). In der Folge verfügte das Bundesamt für Justiz (nachfolgend "BJ") 

am 22. Mai 2015 die Auslieferungshaft gegen A. (act. 3.4).  

 

Dem Obgenannten wird kurz zusammengefasst vorgeworfen, in seiner 

Funktion als Vizepräsident der Südamerikanischen Fussball-Konföderation 

(CONMEBOL) und später als Vizepräsident des Weltfussballverbandes 

(FIFA) bzw. Mitglied des FIFA-Exekutivkomitees im Zusammenhang mit dem 

Verkauf von Marketingrechten der CONMEBOL (sowie teilweise der 

Zentralamerikanischen und Karibischen Fussball-Föderation [CONCACAF] 

für das Jahr 2016) betreffend die Austragung der Copa Amerika für die Jahre 

2015, 2016 (Austragungsort USA), 2019 und 2023 gemeinsam mit anderen 

Offiziellen Bestechungsgelder von der uruguayischen Sportver-

marktungsfirma "B." in Millionenhöhe angenommen zu haben. Die 

Zahlungen seien u.a. über Finanzinstitute und Banken im US-

amerikanischen Raum erfolgt. Dadurch seien die Kontinentalverbände 

CONCACAF und CONMEBOL sowie verschiedene Nationalverbände 

finanziell geschädigt worden. Zudem habe A. in den Jahren 2005 und 2006 

namentlich durch Verwendung von gefälschten medizinischen Gutachten die 

US-Staatsbürgerschaft erschlichen (act. 1.2 und 3.1).  

 

 

 A. wurde am 27. Mai 2015 in Zürich verhaftet (act. 3.5). Im Rahmen seiner 

Einvernahme vom 28. Mai 2015 erklärte er, mit einer vereinfachten 

Auslieferung an die USA nicht einverstanden zu sein (act. 3.7).  

 

 

 Am 5. Juni 2015 erhob A., vertreten durch die Rechtsanwälte Stephan Buchli 

und Oliver Grundmann, Beschwerde gegen den Auslieferungshaftbefehl 

vom 22. Mai 2015. Er beantragt was folgt (act. 1):  

 

"1. Der Auslieferungshaftbefehl des BJ vom 22. Mai 2015 sei aufzuheben 

und der Beschwerdeführer sei unter Anordnung von Ersatzmassnahmen 

(Passsperre, Hausarrest und "Electric Monitoring") aus der 

Auslieferungshaft zu entlassen; eventualiter sei das BJ anzuweisen, den 

Gesundheitszustand des Beschwerdeführers - zwecks Beurteilung der 

Hafterstehungsfähigkeit - umfassend abklären zu lassen. 

 

- 3 - 
 
 

 2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens seien auf die Staatskasse zu 

nehmen und der Beschwerdeführer sei für seine anwaltlichen 

Aufwendungen angemessen zu entschädigen." 

 

 Mit Beschwerdeantwort vom 15. Juni 2015 beantragt das BJ die Abweisung 

der Beschwerde unter Kostenfolge (act. 3). Am 16. Juni 2015 reichte das BJ 

den Arztbericht zum Gesundheitszustand von A. nach (act. 4). Die Replik 

erfolgte am 18. Juni 2015 und wurde am 19. Juni 2015 dem 

Beschwerdegegner zur Kenntnis zugestellt (act. 6).  

 

 

 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 

 

1. Für den Auslieferungsverkehr - mithin auch die Auslieferungshaft - zwischen 

der Schweiz und den USA ist primär der zwischen den beiden Staaten 

abgeschlossene Auslieferungsvertrag vom 14. November 1990 (AVUS; SR 

0.353.933.6) massgebend. Soweit dieser Staatsvertrag die Voraus-

setzungen und Bedingungen der Auslieferung nicht abschliessend regelt, ist 

das schweizerische Landesrecht anwendbar, namentlich das Bundesgesetz 

vom 20. März 1981 über internationale Rechtshilfe in Strafsachen (IRSG; SR 

351.1) und die Verordnung vom 24. Februar 1982 über internationale 

Rechtshilfe in Strafsachen (IRSV; SR 351.11; vgl. Art. 1 Abs. 1 lit a IRSG; 

BGE 132 II 81 E. 1.1). Das innerstaatliche Recht gelangt nach dem 

Günstigkeitsprinzip auch dann zur Anwendung, wenn dieses geringere 

Anforderungen an die Auslieferung stellt (BGE 137 IV 33 E. 2.2.2; 136 IV 82 

E. 3.1; 129 II 462 E. 1.1 S. 464; ZIMMERMANN, La coopération judiciaire 

internationale en matière pénale, 4. Aufl., Bern 2014, N. 229). Vorbehalten 

bleibt die Wahrung der Menschenrechte (vgl. BGE 139 II 65 E. 5.4 letzter 

Absatz; 135 IV 212 E. 2.3; 123 II 595 E. 7c; TPF 2008 24 E. 1.1; 

ZIMMERMANN, a.a.O., N. 211 ff., 223 ff., 681 ff.; BGE 135 IV 212 E. 2.3 S. 215; 

123 II 595 E. 7c S. 616 ff., je m.w.H.). Gemäss Art. 48 Abs. 2 IRSG gelten 

für das vorliegende Beschwerdeverfahren Art. 379–397 StPO sinngemäss.  

 

 

2.  

2.1 Gegen den Auslieferungshaftbefehl des BJ kann der Verfolgte innert 

zehn Tagen ab der schriftlichen Eröffnung Beschwerde bei der 

Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts führen (Art. 48 Abs. 2 IRSG 

i.V.m. Art. 47 IRSG; Art. 19 Abs. 1 des Organisationsreglements für das 

Bundesstrafgericht vom 31. August 2010 [BStGerOR; SR 173.713.161] 

i.V.m. Art. 37 Abs. 2 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. März 2010 über die 

Organisation der Strafbehörden des Bundes [StBOG; SR 173.71]).  

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2.2 Der angefochtene Auslieferungshaftbefehl wurde dem Beschwerdeführer 

am 27. Mai 2015 eröffnet. Seine Beschwerde vom 5. Juni 2015 ist damit 

fristgerecht. Die übrigen Eintretensvoraussetzungen geben keinen Anlass zu 

weiteren Bemerkungen. Auf die Beschwerde ist demnach einzutreten. 

 

 

3. Die Beschwerdekammer ist bei ihrem Entscheid weder an die Anträge noch 

an die Begründungen der Parteien gebunden (Art. 391 Abs. 1 lit. a und b 

StPO i.V.m. Art. 48 Abs. 2 IRSG). Sie prüft die Auslieferungshaft-

voraussetzungen mit freier Kognition, befasst sich jedoch nur mit Tat- und 

Rechtsfragen, die Streitgegenstand der Beschwerde bilden (Entscheide des 

Bundesstrafgerichts RH.2012.10 vom 7. September 2012, E. 3; RH.2012.9 

vom 23. August 2012, E. 3; jeweils m.w.H.). Nach der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung muss sich die urteilende Instanz sodann nicht mit allen 

Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzen und jedes einzelne 

Vorbringen ausdrücklich widerlegen. Sie kann sich auf die für ihren 

Entscheid wesentlichen Punkte beschränken. Es genügt, wenn die Behörde 

wenigstens kurz die Überlegungen nennt, von denen sie sich leiten liess und 

auf welche sich ihr Entscheid stützt (Urteil des Bundesgerichts 1A.59/2004 

vom 16. Juli 2004, E. 5.2, mit weiteren Hinweisen).  

 

 

4. Die Verhaftung des Beschuldigten während des ganzen Auslieferungs-

verfahrens bildet die Regel (BGE 136 IV 20 E. 2.2 S. 23; 130 II 306 E. 2.2 

S. 309). Eine Aufhebung des Auslieferungshaftbefehls sowie eine 

Haftentlassung rechtfertigen sich nur ausnahmsweise, wenn der 

Beschuldigte sich voraussichtlich der Auslieferung nicht entzieht und die 

Strafuntersuchung nicht gefährdet (Art. 47 Abs. 1 lit. a IRSG), wenn er den 

sogenannten Alibibeweis erbringen und ohne Verzug nachweisen kann, 

dass er zur Zeit der Tat nicht am Tatort war (Art. 47 Abs. 1 lit. b IRSG), wenn 

er nicht hafterstehungsfähig ist oder andere Gründe vorliegen, welche eine 

weniger einschneidende Massnahme rechtfertigen (Art. 47 Abs. 2 IRSG), 

oder wenn sich die Auslieferung als offensichtlich unzulässig erweist (Art. 51 

Abs. 1 IRSG). Diese Aufzählung ist nicht abschliessend (BGE 130 II 306 E. 

2.1; 117 IV 359 E. 2a S. 361; vgl. auch Entscheid des Bundesstrafgerichts 

RH.2015.7 vom 29. April 2015, E. 4.1 und weitere dort angeführte 

Entscheide). Offensichtlich unzulässig kann ein Auslieferungsersuchen sein, 

wenn ohne jeden Zweifel und ohne weitere Abklärungen ein 

Ausschlussgrund vorliegt (vgl. BGE 111 IV 108 E. 3a). Im Übrigen sind 

Vorbringen gegen die Auslieferung als solche oder gegen die Begründetheit 

des Auslieferungsbegehrens nicht im vorliegenden Beschwerdeverfahren, 

sondern im eigentlichen Auslieferungsverfahren zu prüfen (vgl. LAURENT 

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MOREILLON / MICHEL DUPUIS / MIRIAM MAZOU, La pratique judiciaire du 

Tribunal pénal fédéral, in Journal des Tribunaux 2009 IV 111 Nr. 190 und 

2008 IV 66 Nr. 322 je m.w.H. auf die Rechtsprechung). Diese Regelung soll 

es der Schweiz ermöglichen, ihren staatsvertraglichen Auslieferungs-

pflichten nachzukommen. Die ausnahmsweise zu gewährende 

Haftentlassung ist deshalb an strengere Voraussetzungen gebunden als der 

Verzicht auf die gewöhnliche Untersuchungshaft in einem Strafverfahren 

oder die Entlassung aus einer solchen (vgl. BGE 130 II 306 E. 2.2 und 2.3; 

111 IV 108 E. 2).  

 

 

5.  

5.1 Mit seiner Beschwerde beantragt der Beschwerdeführer, die 

Auslieferungshaft sei aufzuheben und er sei unter Anordnung von 

Ersatzmassnahmen wie elektronische Überwachung (sog. Electronic 

Monitoring), Abgabe der Ausweispapiere und Hausarrest zu entlassen 

(act. 1). 

 

5.2 Der Beschwerdeführer bestreitet das Vorliegen von Fluchtgefahr. Diese sei 

insbesondere aufgrund seines Alters (83-jährig) und seines 

Gesundheitszustandes nicht gegeben (act. 1 S. 8 f.). Seine Fluchtmotivation 

reduziere sich dadurch, dass seine Auslieferung wahrscheinlich nicht 

bewilligt würde, da keine auslieferungsfähige Straftat i.S.v. Art. 2 AVUS 

vorliege und die Rechtshilfevoraussetzung "doppelte Strafbarkeit" nicht 

gegeben sei (act. 1 S. 5 f. und act. 5 S. 2). Zudem habe er kein Interesse, 

dass seine Familie und er durch eine allfällige Flucht endgültig das Gesicht 

verlieren (act. 1 S. 8). 

 

Der Beschwerdeführer führt weiter aus, dass er zwar keinen Wohnsitz in der 

Schweiz habe, jedoch mit den hiesigen Verhältnissen bestens vertraut sei, 

da er schon seit 20 Jahren jeweils ein- oder zweimal pro Jahr in die Schweiz 

reise (act. 1 S. 8). Eine Flucht in sein Heimatland Uruguay brächte ihm 

nichts, da entsprechende Rechtshilfeabkommen zwischen den USA und 

Uruguay bestünden und ihn mithin auch dort ein Auslieferungsverfahren 

erwarten würde (act. 1 S. 6). Sein Vermögen in Uruguay sei auch bereits 

rechtshilfeweise gesperrt worden (act. 1 S. 7). Aufgrund dieser 

Vermögenssperre könne zur Zeit keine namhafte Sicherheitsleistung 

offeriert werden (act. 1 S. 9). Er verfüge nicht über Vermögen im Ausland, 

was auch gegen Fluchtgefahr spreche (act. 1 S. 7).  

 

Verbleibende Bedenken am Vorliegen von Fluchtgefahr könnten mit 

elektronisch gesichertem Hausarrest Rechnung getragen werden - ergänzt 

durch die Sperrung der Reisepässe. Ein in der Schweiz wohnhafter Freund 

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der Familie würde ihm das entsprechende Gastrecht für die Dauer des 

Auslieferungsverfahrens gewähren (act. 1 S. 9).  

 

5.3 Die konstante Rechtsprechung des Bundesgerichts und des 

Bundesstrafgerichts ist hinsichtlich der Verneinung von Fluchtgefahr 

beispielsweise aus familiären Gründen überaus restriktiv und misst der 

Erfüllung der staatsvertraglichen Auslieferungspflichten im Vergleich zu den 

Interessen des Verfolgten ausserordentlich grosses Gewicht bei 

(vgl. BGE 130 II 306 E. 2 S. 310 ff. m.w.H.; Entscheid des 

Bundesstrafgerichts RH.2015.4 vom 23. Februar 2015, E. 5.2 und weitere). 

Bei drohenden, hohen Freiheitsstrafen ist eine Fluchtgefahr gemäss der 

Rechtsprechung in der Regel selbst bei Niederlassungsbewilligung und 

familiären Bindungen in der Schweiz gegeben (Urteil des Bundesgerichts 

8G.45/2001 vom 15. August 2001, E. 3a). So wurde Fluchtgefahr bejaht 

bspw. bei einem Verfolgten, der seit seinem 17. Lebensjahr seit 10 Jahren 

ununterbrochen in der Schweiz lebte und seine Freundin wie auch den 

Freundeskreis hier hatte (Entscheid des Bundesstrafgerichts BH.2006.4 vom 

21. März 2006, E. 2.2.1). Die Haftentlassung wurde schon bei Verfolgten 

höheren Alters gewährt, z.B. bei einem solchen im Alter von 65 Jahren 

(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8G.66/2000 vom 5. Dezember 2000, E. 9c; 

zum Alter als Kriterium bei der Beurteilung der Fluchtgefahr vgl. BGE 136 IV 

20 E. 2.3; 130 II 306 E. 2.4 S. 311, je m.w.H.) – was diesen allerdings nicht 

an einer späteren Flucht hinderte. Haftverschonung wurde gewährt bei einer 

Person im Alter von 68 Jahren (Urteil des Bundesgerichts G.55/1993 vom 

22. Oktober 1993; vgl. auch Entscheid des Bundesstrafgerichts BH.2005.8 

vom 7. April 2005, E. 2.3), allerdings nur aufgrund der Leistung einer, 

gemessen an der finanziellen Situation des jeweils Betroffenen, 

beträchtlichen Kaution (CHF 300'000.-- bzw. CHF 1 Mio.; zu zusätzlichen 

flankierenden Massnahmen vgl. Entscheid des Bundesstrafgerichts 

RR.2009.321 vom 11. November 2009, E. 3.3). Dabei ist festzuhalten, dass 

das Bundesgericht auch bei Kautionen eine strenge Praxis pflegt und davon 

ausgeht, dass selbst hohe Kautionen bei nicht vollkommen durchsichtigen 

finanziellen Verhältnissen eine Flucht nicht von vornherein zu verhindern 

vermögen (Urteil des Bundesgerichts 8G.11/2003 vom 21. Februar 2003, 

E. 5; Entscheid des Bundesstrafgerichts RH.2014.17 vom 

3. November 2014, E. 5.3 und weitere dort angeführte Entscheide).  

 

5.4 Entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers (act. 1 S. 4), ist für die 

Beurteilung der Fluchtgefahr die abstrakte Strafandrohung massgebend 

(vgl. zuletzt Entscheid des Bundesstrafgerichts RH.2014.15 vom 

30. Oktober 2014, E. 5.4). Die drei Tatbestände betreffend die 

Bestechungsvorwürfe werden mit bis zu 20 Jahren Freiheitsstrafe bedroht. 

Die Höchststrafe für die Erschleichung der US-Staatsbürgerschaft beträgt 

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10 Jahre Freiheitsstrafe (act. 3.1 S. 7), folglich droht dem Beschwerdeführer 

eine langjährige Freiheitsstrafe in den USA. Seine gelegentlichen Besuche 

stellen keine relevanten Verbindungen zur Schweiz dar. Massgebende 

Beziehungen zur Schweiz sind auch nicht ersichtlich. Sein Wohnsitz liegt in 

Uruguay, wo auch seine 17-jährige Tochter und seine Ehefrau leben. Er hielt 

sich hier lediglich im Zusammenhang mit einem FIFA-Kongress auf. Seiner 

Argumentation, wonach er kein Vermögen besitze und dieser Umstand 

gegen das Vorliegen von Fluchtgefahr spreche, kann nicht gefolgt werden. 

Selbst wenn diese Behauptung zuträfe, fällt es jemandem mit seinem 

mutmasslichen Netzwerk leicht, die entsprechenden Mittel bei Drittpersonen 

zu besorgen.  

 

Weiter gilt es zu beachten, dass der Beschwerdeführer trotz hohen Alters 

und angeblich schlechtem Gesundheitszustand offensichtlich immer noch im 

Stande ist, längere Reisen zu unternehmen und anspruchsvolle Mandate 

auszuüben. Unter Berücksichtigung der bereits erwähnten restriktiven 

Rechtsprechung ist bei dieser Sachlage die Gefahr, dass sich der 

Beschwerdeführer einer Auslieferung an die USA durch Flucht entziehen 

könnte, ohne weiteres zu bejahen. Dabei muss eine Flucht in sein 

Heimatland Uruguay in Anbetracht des Auslieferungsvertrages mit den USA 

(Art. 4 sieht die Auslieferung eigener Staatsangehöriger vor; act. 1.3) nicht 

im Vordergrund stehen. Dieser hohen Fluchtgefahr kann auch nicht durch 

Ersatzmassnahmen begegnet werden, insbesondere da der Beschwerde-

führer nicht in der Lage ist, eine Kaution anzubieten, womit auch das vom 

Beschwerdeführer angesprochene Electronic Monitoring nicht in Betracht 

kommt. Dieses vermag nach der Praxis wenn überhaupt nur in Verbindung 

mit einer angemessen hohen Kaution Fluchtgefahr ausreichend zu bannen 

(so bspw. Entscheide des Bundesstrafgerichts RR.2009.329 vom 

24. November 2009, E. 6.4.2; RH.2015.4 vom 23. Februar 2015, E. 5.2).  

 

5.5 Nach dem Gesagten hat der Beschwerdegegner den Auslieferungs-

haftbefehl zu Recht wegen Fluchtgefahr ausgestellt (act. 3 S. 5; siehe oben). 

Entsprechend erübrigen sich Ausführungen zur ebenfalls bestrittenen 

Verdunkelungsgefahr (act. 1 S. 3 ff.; vgl. supra E. 4). In seiner Replik fordert 

der Beschwerdeführer, dass wegen der fehlenden Verdunkelungsgefahr das 

Haftregime entsprechend den Modalitäten eines vorzeitigen Strafvollzuges 

(anstatt der Untersuchungshaft) zu gewähren  (act. 5 S. 4), mithin zu 

entschärfen sei. Er verkennt dabei, dass das Haftregime nicht Gegenstand 

dieses Verfahrens bildet. Der entsprechende Antrag ist bei der zuständigen 

Behörde, mithin beim Beschwerdegegner, zu stellen.   

 

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5.6 Der Beschwerdeführer macht sodann geltend, er sei aufgrund seines Alters 

(83-jährig) und seines gesundheitlichen Zustandes nicht hafterstehungsfähig 

(act. 1 S. 10 ff.).  

 

Der Beschwerdegegner ordnete eine medizinische Untersuchung des 

Beschwerdeführers an. Mit detailliertem Bericht vom 15. Juni 2015 hielt der 

gefängnisärztliche Dienst fest, dass gestützt auf eingehende medizinische 

Abklärungen aktuell kein Handlungsbedarf bestehe, mithin der 

Beschwerdeführer hafterstehungsfähig sei (act. 4.1). Die dagegen 

vorgebrachten Einwände des Beschwerdeführers (act. 5) sowie seine 

Ausführungen zu seinem Gesundheitszustand (act. 1 S. 10 ff.) vermögen 

den Bericht des gefängnisärztlichen Dienstes des Gefängnisses Zürich nicht 

zu entkräften. Freilich wird der Beschwerdegegner diesem Gesichtspunkt in 

Anbetracht von Alter und Gesundheitszustand des Beschwerdeführers 

besondere Aufmerksamkeit widmen müssen.  

 

 

6. Aus dem Gesagten ergibt sich, dass die Beschwerde abzuweisen ist. 

 

 

7. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die Gerichtsgebühr 

ist auf Fr. 1'500.-- festzusetzen (Art. 63 Abs. 5 VwVG und Art. 73 StBOG 

sowie Art. 5 und 8 Abs. 3 lit. a des Reglements des Bundesstrafgerichts vom 

31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und Entschädigungen in 

Bundesstrafverfahren [BStKR; SR 173.713.162]).  

 

  

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Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 

 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.  

 

2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 1'500.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt. 

 

 

Bellinzona, 25. Juni 2015 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Vorsitzende: Der Gerichtsschreiber:  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- Rechtsanwälte Stephan A. Buchli und Oliver Grundmann 

- Bundesamt für Justiz, Fachbereich Auslieferung 

 

 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

 
Gegen selbständig eröffnete Vor- und Zwischenentscheide über die Zuständigkeit und über 
Ausstandsbegehren ist die Beschwerde zulässig (Art. 92 Abs. 1 BGG). Diese Entscheide können 
später nicht mehr angefochten werden (Art. 92 Abs. 2 BGG).  
 
Auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen sind andere selbständig eröffnete Vor- 
und Zwischenentscheide nicht anfechtbar. Vorbehalten bleiben Beschwerden gegen Entscheide 
über die Auslieferungshaft sowie über die Beschlagnahme von Vermögenswerten und 
Wertgegenständen, sofern sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken können, oder 
wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Entscheid herbeiführen und damit einen 
bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen würde (vgl. 
Art. 93 Abs. 1 und 2 BGG). Ist die Beschwerde gegen einen Vor- oder Zwischenentscheid gemäss 
Art. 93 Abs. 1 und 2 BGG nicht zulässig oder wurde von ihr kein Gebrauch gemacht, so sind die 

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betreffenden Vor- und Zwischenentscheide durch Beschwerde gegen den Endentscheid anfechtbar, 
soweit sie sich auf dessen Inhalt auswirken (Art. 93 Abs. 3 BGG).  
 
Gegen einen Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen ist die 
Beschwerde nur zulässig, wenn es sich um einen besonders bedeutenden Fall handelt (vgl. Art. 84 
Abs. 1 BGG). Ein besonders bedeutender Fall liegt insbesondere vor, wenn Gründe für die Annahme 
bestehen, dass elementare Verfahrensgrundsätze verletzt worden sind oder das Verfahren im 
Ausland schwere Mängel aufweist (Art. 84 Abs. 2 BGG). 
 
Die Beschwerde ist innert zehn Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim 
Bundesgericht einzureichen (vgl. Art. 100 Abs. 1 und 2 lit. b BGG).