# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cd3e0fe5-785d-5e78-bbc9-47cbe3a470a1
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-10-10
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 10.10.2023 SB210328
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB210328_2023-10-10.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
II. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: SB210328-O/U/hb

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Spiess, Präsident, Ersatzoberrichterinnen 

lic. iur. Tschudi und Dr. Schoder sowie Gerichtsschreiberin 

MLaw Lazareva

Urteil vom 10. Oktober 2023

in Sachen

A._____, 
Beschuldigter und Erstberufungskläger

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____

gegen

Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich,
vertreten durch Staatsanwalt lic. iur. Eberle, 

Anklägerin und Zweitberufungsklägerin

sowie

Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich, 
Anklägerin

und

B._____, 
Privatklägerin

unentgeltlich vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Y._____

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betreffend mehrfache qualifizierte Widerhandlung gegen das Betäubungsmit-
telgesetz etc. und Rückversetzung

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 9. Abteilung, vom 
31. März 2021 (DG190216)

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Anklagen:

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 5. Juli 2019 

(Urk. HD 16) sowie die Nachtragsanklageschrift der Staatsanwaltschaft I des Kan-

tons Zürich vom 4. Januar 2021 (Urk. 150/14/5) sind diesem Urteil beigeheftet.

Urteil der Vorinstanz:
(Urk. 186 S. 148 ff.)

1. Das Verfahren gegen den Beschuldigten wegen 

 mehrfacher Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes im Sinne von 

Art. 19a Ziff. 1 BetmG (Hauptanklagepunkt HD/b),

 mehrfacher Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB (Hauptan-

klagepunkte ND 4 und 5),

 einfacher Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB 

(Hauptanklagepunkt ND 5) sowie

 Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen im Sinne von Art. 292 

StGB (Hauptanklagepunkt ND 7)

wird definitiv eingestellt.

2. Der Beschuldigte ist schuldig

 der mehrfachen qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungs-

mittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. c und d BetmG in Verbin-

dung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG (Kokainerwerb bzw. -besitz und 

-verkauf gemäss den Hauptanklagepunkten HD/a bzw. ND 1 und ND 

2a, b, d und e), 

 der mehrfachen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im 

Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. d BetmG (Marihuanaerwerb gemäss 

Hauptanklagepunkt HD/a),

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 der Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 StGB (Hauptanklage-

punkt ND 4),

 der mehrfachen einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 

Ziff. 1 Abs. 1 StGB, teilweise in Verbindung mit Art. 16 Abs. 1 StGB 

(Hauptanklagepunkte ND 4 und 6),

 des versuchten Betruges im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB in Verbin-

dung mit Art. 22 Abs. 1 StGB (Hauptanklagepunkt ND 8),

 der Urkundenfälschung im Sinne von Art. 251 Ziff. 1 StGB (Hauptankla-

gepunkt ND 8),

 des mehrfachen Fahrens ohne Berechtigung im Sinne von Art. 95 

Abs. 1 lit. b SVG (Hauptanklagepunkte ND 12 und 13 sowie Nachtrags-

anklagepunkt D 2) sowie

 der mehrfachen Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes im Sinne 

von Art. 19a Ziff. 1 BetmG (Nachtragsanklagepunkt D 1).

3. Der Beschuldigte wird freigesprochen von den Vorwürfen

 der mehrfachen qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungs-

mittelgesetz im Sinne Art. 19 Abs. 1 lit. d BetmG in Verbindung mit 

Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG betreffend die Vorfälle vom 6. Februar 2016, 

17. Februar 2016, 22. April 2016, 6. Juni 2016, 10. Juni 2016, 16. Juni 

2016, 22. Juni 2016, 28. Juni 2016, 29. Juni 2016, 1. Juli 2016, 4. Juli 

2016, 13. Juli 2016, 18. Juli 2016, 20. Juli 2016, 12. August 2016, 

24. August 2016, 20. Dezember 2016, 12. Januar 2017, 19. Januar 

2017 und 24. Januar 2017 (Kokainerwerb gemäss Hauptanklagepunkt 

HD/a), 

 der mehrfachen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im 

Sinne von Art. 19 lit. d BetmG betreffend die Vorfälle vom 2. Juli 2016, 

13. Juli 2016, 22. Dezember 2016, 4./5. Januar 2017, 10. Januar 2017, 

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12. Januar 2017 und 25. Januar 2017 (Marihuana- und Haschischer-

werb gemäss Hauptanklagepunkt HD/a),

 der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von 

Art. 19 Abs. 1 lit. c BetmG (Verkauf von Marihuana gemäss Hauptan-

klagepunkt ND 2c),

 der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von 

Art. 19 Abs. 1 lit. c BetmG (Kokainabgabe gemäss Hauptanklagepunkt 

ND 3),

 der sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB (Hauptan-

klagepunkt ND 4) sowie

 der Gefährdung des Lebens im Sinne von Art. 129 StGB (Hauptankla-

gepunkt ND 4).

4. Von der Rückversetzung in den Vollzug der mit Strafbefehl der Staatsan-

waltschaft Winterthur/Unterland vom 3. August 2015 ausgefällten Freiheits-

strafe von 6 Monaten wird abgesehen.

5. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 5 ¼ Jahren, wo-

von 499 Tage durch Haft erstanden sind, sowie mit einer Busse von 

CHF 300. 

6. Die Freiheitsstrafe wird vollzogen.

7. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft 

nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 3 Tagen.

8. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin B._____ eine Genugtu-

ung von CHF 13'000, zuzüglich 5 % Zins ab 16. Mai 2017, zu bezahlen.

9. Der mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 

11. Juni 2019 beschlagnahmte und bei der Kantonspolizei Zürich lagernde 

Unihockeyschläger der Marke "Fat Pipe" (Asservate-Nr. A009'837'143) wird 

eingezogen und nach Eintritt der Rechtskraft der Lagerbehörde zur Vernich-

tung überlassen.

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10. Der mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 

11. Juni 2019 beschlagnahmte und bei der Bezirksgerichtskasse unter der 

Belegnummer 296031049 lagernde Bargeldbetrag in der Höhe von 

CHF 2'050 (Asservate-Nr. A009'772'025) wird im Umfang von CHF 1'200 zu 

Gunsten der Staatskasse eingezogen und im Restbetrag zur Deckung der 

Verfahrenskosten verwendet. 

11. Der mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 29. De-

zember 2020 beschlagnahmte und bei der Kasse der Staatsanwaltschaft I 

des Kantons Zürich lagernde Bargeldbetrag in der Höhe von CHF 10'500 

wird zur Deckung der Verfahrenskosten verwendet.

12. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 

11. Juni 2019 beschlagnahmten und bei der Kantonspolizei Zürich unter den 

Lager-Nrn. B04870-2016, B04934-2017 und B01251-2017 lagernden Betäu-

bungsmittel und -utensilien (Asservate-Nrn. A009'771'919, A009'771'920, 

A009'771'931, A009'771'953, A009'771'975, A009'771'997, A009'772'003, 

A009'772'014, A009'772'047, A011'042'301, A011'042'323, A011'042'345, 

A011'042'356, A011'042'367, A011'042'389, A011'042'403, A011'042'414, 

A011'042'505, A011'042'550, A011'042'572, A011'042'583, A010'306'011 

und A010'306'077) werden eingezogen und nach Eintritt der Rechtskraft der 

Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen.

13. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich 

vom 11. Juni 2019 beschlagnahmten und bei der Kantonspolizei Zürich un-

ter der Lager-Nr. B04934-2017 lagernden Dokumente: 

 Prepaid Vertrag C._____, lautend auf D._____

(Asservate-Nr. A011'042'447), 

 Kreditkarte, lautend auf E._____

(Asservate-Nr. A011'042'561),

 ZVV 9-Uhr-Pass, lautend auf den Beschuldigten 

(Asservate-Nr. A011'042'538),

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 Schriftlichkeiten des bzw. an den Beschuldigten 

(Asservate-Nr. A011'042'549), 

werden nach Eintritt der Rechtskraft bis spätestens 3 Monate danach auf 

erstes Verlangen den berechtigten Personen zurückgegeben. Nach unge-

nutztem Ablauf dieser Frist werden die Dokumente der Lagerbehörde zur 

Vernichtung überlassen.

14. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 

11. Juni 2019 beschlagnahmten und bei der Kantonspolizei Zürich teilweise 

unter der Geschäfts-Nrn. 69419347 und 68011701 lagernden Mobiltelefone 

der Marken "Samsung" (Asservate-Nr. A010'306'351), "Nokia" (Asservate-

Nr. A010'306'340) und "iPhone" (Asservate-Nr. A009'772'036) werden ein-

gezogen und nach Eintritt der Rechtskraft der Lagerbehörde zur Vernichtung 

überlassen.

15. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich 

vom 27. Oktober 2017 beschlagnahmten und beim Institut für Rechtsmedizin 

der Universität Zürich bzw. Forensischen Institut Zürich unter der Referenz-

Nr. K170515-073 bzw. Geschäfts-Nr. 69717766 lagernden Spuren und Ge-

genstände: 

a) Damenslip, beige/rosa (A010'382'408)

b) Damen T-Shirt, grau gestreift (A010'383'912)

c) Creole (A010'386'240)

d) Stecknadel zu Ohrschmuck (A010'386'273) 

e) T-Shirt, dunkelgrau "Raw" (A010'386'284)

f) Jeanshose, blau mit Stretchbund "Onelove" (A010'386'295)

g) Fixbetttuch, beige, schmutzig (A010'386'308)

h) Haarbüschel (A010'386'319) 

i) Aufhänger für Vorhang (A010'386'320)

j) Plastik-Bruchstück, weiss (A010'386'331) 

k) Haarspuren ab dunkelgrauem T-Shirt (A010'386'353) 

l) 1 Paar halbhohe Boots, schwarzglänzend "Graceland" (A010'386'502)

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werden nach Eintritt der Rechtskraft der Lagerbehörde zur Vernichtung 

überlassen.

16. Das sichergestellte und bei der Kantonspolizei Zürich unter der Geschäfts-

Nr. 69409627 bzw. Referenz-Nr. K170409-029 lagernde Spurenmaterial 

wird nach Eintritt der Rechtskraft der Lagerbehörde zur Vernichtung überlas-

sen. 

17. Die sichergestellten und beim Institut für Rechtsmedizin der Universität Zü-

rich bzw. Forensischen Institut Zürich unter den Referenz-Nrn. K171110-

055, K161029-008 und K161108-085 lagernden Stichproben von Betäu-

bungsmitteln sowie Spuren und Spurenträger werden nach Eintritt der 

Rechtskraft der Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen. 

18. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

CHF 12'000.00 ; die weiteren Auslagen betragen:

CHF 8'148.70   Auslagen (Gutachten)

CHF 9'716.70   Auslagen 

CHF 11'080.00   Telefonkontrolle 

CHF 1'693.55   Auslagen (Gutachten)

CHF 70.00   Entschädigung Zeuge

CHF 1'504.80   vormalige amtliche Verteidigung 

CHF 3'971.40   vormalige amtliche Verteidigung

CHF 3'311.80   Diverse Kosten

CHF 862.45   Auslagen (Gutachten) Nachtragsanklage

CHF 269.25   Auslagen (Nachtragsanklage)

CHF 980.00   Auslagen (Polizei) Nachtragsanklage

CHF - 10'500.00   Anrechnung Sicherstellung (Nachtragsanklage)

CHF - 850.00   Anrechnung Sicherstellung

CHF 71'024.20   amtliche Verteidigung (Zahlung aus Gerichtskasse)

CHF 9'356.60 Entschädigung Rechtsvertreterin der Privatklägerin     (Zahlung aus Gerichtskasse)

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.

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19. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenom-

men diejenigen der amtlichen Verteidigungen und der unentgeltlichen 

Rechtsvertretung der Privatklägerin, werden zu zwei Dritteln dem Beschul-

digten auferlegt und zu einem Drittel auf die Gerichtskasse genommen.

20. Rechtsanwalt lic. iur. X._____ wird für seine Bemühungen und Barauslagen 

als amtlicher Verteidiger des Beschuldigten mit CHF 71'024.20 (inkl. Mehr-

wertsteuer und Akontozahlung in der Höhe von CHF 17'420.00) aus der Ge-

richtskasse entschädigt.

21. Rechtsanwältin lic. iur. Y._____ wird für ihre Bemühungen und Barauslagen 

als unentgeltliche Rechtsvertreterin der Privatklägerin B._____ mit 

CHF 9'356.60 (inkl. Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse entschädigt.

22. Die Kosten der amtlichen Verteidigungen werden zu einem Drittel definitiv 

und zu zwei Dritteln einstweilen auf die Gerichtskasse genommen; vorbehal-

ten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO im Umfang von 

zwei Dritteln.

23. Die Kosten der unentgeltlichen Rechtsvertretung der Privatklägerin B._____ 

werden definitiv auf die Gerichtskasse genommen.

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Erwägungen:

I. Verfahrensverlauf

1. Zum Verfahrensgang bis zum vorinstanzlichen Urteil kann zwecks Vermei-

dung unnötiger Wiederholungen auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz 

im angefochtenen Entscheid verwiesen werden (Urk. 186 S. 7 ff.).

2. Der Beschuldigte wurde mit Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 9. Abteilung, 

vom 31. März 2021 im Sinne des eingangs wiedergegebenen Dispositivs schuldig 

gesprochen und bestraft (Urk. 183 bzw. Urk. 186). Das Urteil wurde den Parteien 

am 6. April 2021 schriftlich im Dispositiv eröffnet (Urk. 177 und Urk. 178/1-5). Die 

Verteidigung des Beschuldigten hat mit Schreiben vom 12. April 2021 und die 

Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich (nachfolgend: die Staatsanwaltschaft) 

mit Eingabe vom 13. April 2021 Berufung angemeldet (Urk. 181 und Urk. 182; 

Art. 399 Abs. 1 StPO). Das begründete Urteil (Urk. 183 bzw. Urk. 186) wurde den 

Parteien am 15. Juni 2021 zugestellt (Urk. 185/1-4), woraufhin die Staatsanwalt-

schaft und die Verteidigung am 1. bzw. 5. Juli 2021 ihre Berufungserklärungen 

einreichten (Urk. 188 und Urk. 189). Innert der angesetzten Frist (Urk. 191) ver-

zichteten die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich und die Privatklägerin auf 

eine Anschlussberufung und die Privatklägerin stellte den Antrag, dass dem Ge-

richt eine Person gleichen Geschlechts angehört (Urk. 193 und Urk. 194; Art. 399 

Abs. 3 StPO).

3. Am 27. Oktober 2022 wurde zur Berufungsverhandlung auf den 23. und 

24. Mai 2023 sowie 1. Juni 2023 vorgeladen (Urk. 196). Mit Eingabe vom 25. April 

2023 teilte die Rechtsvertretung der Privatklägerin mit, dass sie und die Privatklä-

gerin nicht an der Verhandlung teilnehmen würden (Urk. 198). Aufgrund des 

Sachzusammenhangs war ursprünglich angedacht, das vorliegende Verfahren 

gemeinsam mit dem Strafverfahren gegen F._____ (SB210287) zu verhandeln. 

Da auch ein Sachzusammenhang zwischen dem Verfahren gegen F._____ und 

demjenigen gegen G._____ (SB210249) bestand, sollte auch letzteres am glei-

chen Tag verhandelt werden. Da das Berufungsverfahren betreffend F._____ in-

folge Rückzugs der Berufung in der Zwischenzeit jedoch abgeschrieben wurde, 

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wurde die Berufungsverhandlung in Sachen G._____ wiederum von der vorlie-

genden getrennt (vgl. Urk. 201/1). Die jeweiligen Parteivertreter erklärten sich mit 

diesem Vorgehen einverstanden (Urk. 201/2-3). Einen Tag vor der anberaumten 

Berufungsverhandlung ging ein Verschiebungsgesuch der Verteidigung ein 

(Urk. 203). Dieses wurde noch gleichentags abgewiesen mit dem Hinweis, dass 

die Gelegenheit bestehe, unter Vorlage geeigneter Belege erneut ein Verschie-

bungsgesuch oder ein Dispensationsgesuch zu stellen (Urk. 204). Noch vor Be-

ginn der Berufungsverhandlung vom 23. Mai 2023 reichte die Verteidigung ein 

Arztzeugnis ein, welches die Verhandlungsunfähigkeit des Beschuldigten seit 

dem 22. Mai 2023 bis zum 28. Mai 2023 bescheinigte (Prot. II S. 5; Urk. 206). In-

folgedessen wurde die Verhandlung verschoben (Prot. II S. 5).

4. Mit Eingabe vom 7. Juni 2023 ersuchte die Verteidigung um eine Akontozah-

lung und reichte eine Proformarechnung ein (Urk. 207 und Urk. 208). Mit Präsidia-

lverfügung vom 8. Juni 2023 wurde ihr eine Akontozahlung von Fr. 15'000.– aus-

gerichtet mit dem Hinweis, dass der definitive Entscheid über die Festsetzung der 

Kosten der amtlichen Verteidigung und deren Auflage dem Endentscheid vorbe-

halten bleibt (Urk. 209). 

5. Am 12. Juni 2023 wurden die Parteien zur Berufungsverhandlung auf den 

30. und 31. August 2023 vorgeladen (Urk. 211). Anlässlich der Berufungsver-

handlung vom 30. August 2023 brachte die Verteidigung Vorfragen auf und plä-

dierte dazu (Urk. 214; Prot. II S. 10 f.). Die Staatsanwaltschaft erhielt Gelegenheit, 

dazu Stellung zu nehmen (Prot. II S. 11 f.). Da der Beschuldigte der Verhandlung 

unentschuldigt fernblieb, wurde deren Fortsetzung auf den nächsten Tag ange-

kündigt und gleichzeitig die polizeiliche Vorführung des Beschuldigten gestützt auf 

Art. 205 Abs. 2 StPO verfügt (Urk. 211). Anlässlich der Berufungsverhandlung 

vom 31. August 2023 wurde festgestellt, dass die polizeiliche Vorführung des Be-

schuldigten gescheitert war, da der Beschuldigte von der Kantonspolizei Zürich 

nicht in seiner Wohnung vorgefunden werden konnte. Infolgedessen wurde den 

Parteien die Ansetzung eines neuen Verhandlungstermins in Aussicht gestellt 

(Prot. II S. 16 f.). 

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6. Mit Beschluss vom 31. August 2023 wurden die Beweisanträge der Verteidi-

gung auf Vervollständigung der Akten mit sämtlichen Akten zur Krankenge-

schichte der Privatklägerin, sämtlichen KESB-Akten, IV-Akten sowie allen Akten 

zu den Vorstrafen der Privatklägerin und sonstigen polizeilich aktenkundigen Vor-

fällen sowie auf Einholung eines Gutachtens zur Aussagetüchtigkeit zur Person 

der Privatklägerin und zur Aussageehrlichkeit ihrer Aussagen durch eine sachver-

ständige Person einstweilen abgewiesen (Urk. 215).

7. Am 22. September 2023 wurden die Parteien zur Berufungsverhandlung auf 

den 10. Oktober 2023 vorgeladen (Urk. 217). Die Berufungsverhandlung fand als-

dann in Anwesenheit des amtlichen Verteidigers Rechtsanwalt lic. iur. X._____, 

des Beschuldigten und des Staatsanwaltes lic. iur. Eberle statt (Prot. II S. 19). Der 

Beschuldigte und die Staatsanwaltschaft stellten die eingangs aufgeführten Beru-

fungsanträge (Prot. II S. 19-22; Urk. 219 S. 2 f. und Urk. 218 S. 1-3).

II. Prozessuales

1. Rechtskraft

1.1. In der Berufungsschrift ist anzugeben, welche Abänderungen des erstin-

stanzlichen Urteils verlangt werden (Art. 399 Abs. 3 lit. b StPO). Die Staatsanwalt-

schaft ficht die Dispositivziffern 3, 1., 2. und 6. Lemma (Freisprüche betr. Kokai-

nerwerb gemäss Hauptanklagepunkt HD/a, Marihuana- und Haschischerwerb ge-

mäss Hauptanklagepunkt HD/a und Gefährdung des Lebens), 5 und 7 (Strafe) so-

wie 19, 22 und 23 (Kostenfolgen) und die Verteidigung die Dispositivziffern 2, 

1.-6. Lemma (Schuldsprüche betr. Kokainerwerb bzw. -besitz und -verkauf ge-

mäss den Hauptanklagepunkten HD/a bzw. ND 1 und ND 2a, b, d und e, Marihua-

naerwerb gemäss Hauptanklagepunkt HD/a, Vergewaltigung, mehrfache einfache 

Körperverletzung, versuchten Betrug sowie Urkundenfälschung), 

5-7 (Strafe) sowie 8 (Zivilforderung) des vorinstanzlichen Urteils an (Urk. 188; 

Urk. 189).

1.2. Nicht angefochten sind somit die Dispositivziffern 1 (Einstellungen), 2, 7. und 

8. Lemma (Schuldsprüche wegen mehrfachen Fahrens ohne Berechtigung und 

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mehrfacher Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes gemäss Nachtragsankla-

gepunkt D 1), 3, 3.-5. Lemma (Freisprüche vom Vorwurf der Widerhandlung ge-

gen das Betäubungsmittelgesetz gemäss Hauptanklagepunkt ND 2c und Haupt-

anklagepunkt ND 3 sowie der sexuellen Nötigung), 4 (Absehen von der Rückver-

setzung), 9-17 (Einziehungen, Herausgaben), 18 (Kostenfestsetzung) sowie 

20 und 21 (Entschädigungen). Entsprechend ist vorab mittels Beschluss festzu-

stellen, dass das vorinstanzliche Urteil diesbezüglich in Rechtskraft erwachsen ist.

2. Strafanträge/Verjährung/Anklageprinzip

Zur Thematik der Strafanträge, der Verjährung und des Anklageprinzips kann 

– um unnötige Wiederholungen zu vermeiden – vollumfänglich auf die zutreffen-

den Erwägungen der Vorinstanz im angefochtenen Entscheid verwiesen werden 

(Urk. 186 S. 13 f. und S. 22 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO), zumal die Parteien im Beru-

fungsverfahren diesbezüglich keine neuen Rügen vorbrachten. Die Vorinstanz hat 

mitunter richtigerweise festgehalten, dass das Anklageprinzip gewahrt ist 

(Urk. 186 S. 22 f.). Gewisse Vorwürfe sind verjährt (Urk. 186 S. 14); hier erfolgten 

Einstellungen, nämlich in Bezug auf den Vorwurf der mehrfachen Übertretung des 

Betäubungsmittelgesetzes im Sinne von Art. 19a Ziff. 1 BetmG (Hauptanklage-

punkt HD/b), den Vorwurf der Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB 

(Hauptanklagepunkte ND 4) sowie den Vorwurf des Ungehorsams gegen amtliche 

Verfügungen im Sinne von Art. 292 StGB (Hauptanklagepunkt ND 7). Betreffend 

die Vorwürfe der Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB und der einfa-

chen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB (Hauptanklage-

punkt ND 5) liegt kein gültiger Strafantrag vor, diesbezüglich erfolgte daher eben-

falls eine Einstellung (Urk. 186 S. 13 f.).

3. Prozessuale Einwendungen im Berufungsverfahren

Anlässlich der Berufungsverhandlung brachte die Verteidigung diverse prozessu-

ale Einwendungen auf, zum einen betreffend den Vorwurf der Vergewaltigung und 

zum anderen im Zusammenhang mit den Betäubungsmittelvorwürfen (Urk. 214).

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3.1. Vorfrageweise Anträge betreffend Vorwurf der Vergewaltigung (ND 4)

Betreffend den Vorwurf der Vergewaltigung stellte die Verteidigung den Antrag 

auf Vervollständigung der Akten mit sämtlichen Akten zur Krankengeschichte der 

Privatklägerin, sämtlichen KESB-Akten, IV-Akten sowie allen Akten zu den Vor-

strafen der Privatklägerin und sonstigen polizeilich aktenkundigen Vorfällen sowie 

auf Einholung eines Gutachtens zur Aussagetüchtigkeit zur Person der Privatklä-

gerin und zur Aussageehrlichkeit ihrer Aussagen durch eine sachverständige Per-

son (Urk. 214 S. 2 f.). Zur Begründung führte sie zusammengefasst aus, die Vor-

instanz habe auf die aus diversen Gründen unglaubhaften Aussagen der Privat-

klägerin abgestellt, obwohl diverse Faktoren für die Version des Beschuldigten 

sprechen würden. Entsprechend sei nun alles zu unternehmen, um die Aussagen 

der Privatklägerin eingehend zu prüfen bzw. eine solche Prüfung zu ermöglichen, 

zumal sich aus den Akten diverse Hinweise dafür ergeben würden, welche erheb-

liche Zweifel an der Glaubwürdigkeit, der Aussagetüchtigkeit und der Glaubhaftig-

keit der Aussagen der Privatklägerin wecken würden (Urk. 214 N 27 ff.).

Wie sich aus den im Recht liegenden ärztlichen Unterlagen ergibt (ND 4/7/6) und 

auch aus ihren Aussagen hervorgeht (ND 4/4/2 S. 7; ND 4/4/3 S. 13 f.), stand die 

Privatklägerin – wie von der Verteidigung angeführt (Urk. 214 u.a. N 11, N 32) – 

im Zeitpunkt des Vorfalls vom 15. Mai 2017 tatsächlich unter dem Einfluss eines 

Mix aus Drogen, Alkohol und Medikamenten (dazu ausführlicher noch nachfol-

gend). Es liegen zudem psychotherapeutische Berichte bei den Akten, aus wel-

chen erhellt, dass sie seit dem 21. November 2016 regelmässig bei der 

H._____ AG, Psychiatriezentrum … [Ortschaft], in Behandlung stand, wobei bei 

ihr eine emotional instabile Persönlichkeitsstörung Borderline Typ (F60.31), eine 

einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung (F90.0) und eine soziale Phobie 

(F40.1) diagnostiziert worden ist (Urk. 163/1-2). Gemäss dem Bericht vom 13. Fe-

bruar 2018 beinhalte aber keine dieser Diagnosen bei ihr die Dimensionen eines 

psychotischen und/oder Wahnerlebens (Urk. 163/1).

Die Prüfung der Glaubhaftigkeit von Aussagen ist Teil der Beweiswürdigung und 

Aufgabe des Gerichts (Urteile des Bundesgerichts 6B_795/2009 vom 13. Novem-

ber 2009 E. 3.1 und 6B_667/2013 vom 20. Februar 2014 E. 2.4.5). Gemäss bun-

-   15   -

desgerichtlicher Rechtsprechung drängt sich bei der Beurteilung der Aussage-

tüchtigkeit eine Begutachtung durch eine sachverständige Person nur bei beson-

deren Umständen auf. Dies ist etwa der Fall, wenn schwer interpretierbare Äusse-

rungen eines Kleinkinds zu beurteilen sind, bei Anzeichen ernsthafter geistiger 

Störungen, welche die Aussageehrlichkeit des Zeugen beeinträchtigen könnten, 

oder wenn Anhaltspunkte dafür bestehen, dass der Zeuge durch Drittpersonen 

beeinflusst wird (Urteil des Bundesgerichts 6B_681/2012 vom 12. März 2013 

E. 3.2; BGE 129 IV 179 E. 2.4; BGE 128 I 81 E. 2 S. 86). Dem Gericht steht bei 

der Frage, ob aufgrund der konkreten Umstände eine Begutachtung notwendig 

ist, ein Ermessensspielraum zu (Urteil des Bundesgerichts 6B_441/2013 vom 

4. November 2013 E. 6.5.2)

Vorliegend ist im Sinne einer Grundannahme von der Aussagetüchtigkeit der Pri-

vatklägerin auszugehen. Denn – wie nachfolgend dargelegt wird –, ist selbst bei 

Bejahung der Aussagetüchtigkeit der Privatklägerin nicht von einer Beweislage 

auszugehen, die zu einem Schuldspruch in Bezug auf den Vorwurf der Vergewal-

tigung führt. Dies zeitigt im Endergebnis das gleiche Resultat wie die Verneinung 

der Aussagetüchtigkeit, da sich die Anklageschrift hinsichtlich dieses Vorwurfs in 

erster Linie auf die Aussagen der Privatklägerin abstützt. Dass die Aussagen der 

Privatklägerin aufgrund ihrer damaligen zweifellos fragilen psychischen Situation 

besonders kritisch durchleuchtet und gewürdigt werden müssen, liegt auf der 

Hand, ist aber Aufgabe des Gerichts. Ein Aussagetüchtigkeitsgutachten ist daher 

nicht notwendig und es ist schon nur aus Gründen der Verfahrenseffizienz, aber 

auch zur Schonung der involvierten Personen darauf zu verzichten. Aus demsel-

ben Grund erweist sich auch die beantragte Vervollständigung der Akten mit 

sämtlichen Akten zur Krankengeschichte der Privatklägerin, sämtlichen KESB-Ak-

ten, IV-Akten sowie allen Akten zu den Vorstrafen der Privatklägerin und sonsti-

gen polizeilich aktenkundigen Vorfällen als nicht notwendig.

3.2. Vorfrageweise Anträge betreffend BetmG-Vorwürfe

3.2.1. Wie bereits vor Vorinstanz rügte die Verteidigung in Bezug auf die Betäu-

bungsmittelvorwürfe die Unvollständigkeit des Aktenfundaments (Urk. 214 

N 83 ff.). Die Vorinstanz hat indes zu Recht auf den Beizug weiterer Genehmi-

-   16   -

gungsentscheide verzichtet. Auf ihre diesbezüglichen Ausführungen kann vollum-

fänglich verwiesen werden (Urk. 186 S. 18). Ferner hat die Vorinstanz den Antrag 

der Verteidigung auf Erstellung einer detaillierten und chronologischen Gesamtü-

bersicht betreffend alle stattgefundenen Überwachungsmassnahmen bzw. eines 

sog. Logbuchs zu Recht abgewiesen. Ein solcher genereller Anspruch besteht ge-

mäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung nicht (Urteil des Bundesgerichts 

6B_403/2018 vom 14. Januar 2019 E. 2.3 f.). Auf die Erstellung eines Logbuchs 

kann somit verzichtet werden und es stellt auch keinen Mangel dar, dass ein sol-

ches im Rahmen der Untersuchung und/oder des vorinstanzlichen Hauptverfah-

rens nicht erstellt wurde. Im Übrigen kann wiederum vollumfänglich auf die vor-in-

stanzlichen Ausführungen verwiesen werden (Urk. 186 S. 15 ff.).

3.2.2. Entgegen der Ansicht der Verteidigung (Urk. 213 N 97 und Urk. 219 N 98) 

steht sodann der Verwertung der Observationsberichte nichts im Wege. Anläss-

lich der Berufungsverhandlung machte sie im Rahmen ihres Plädoyers zur Haupt-

sache in diesem Zusammenhang nochmals geltend, dass der Wahrnehmungsbe-

richt vom 18. Oktober 2017 (HD 2/6 Urk. 73/1-7) nicht verwertbar sei, da u.a. des-

sen Zustandekommen nicht nachvollziehbar sei, die beteiligten Personen und die 

Rolle des Erfassers des Berichts unbekannt seien, Unterschriften fehlen würden 

und nicht auf einen Bericht abgestellt werden könne, welcher eineinhalb Jahre 

nach der tatsächlichen Observation verfasst worden sei (Urk. 219 N 98). Dieser 

Argumentation kann nicht gefolgt werden. Vielmehr ist das Zustandekommen die-

ses Berichts sehr wohl hinreichend nachvollziehbar. So hat bereits die Vorinstanz 

– in Bezug auf alle sich in den Akten befindlichen Observationsberichte (Urk. 186 

S. 37) – zutreffend festgehalten, dass der jeweilige Verfasser unter dem Titel "Ein-

leitung" festgehalten habe, dass die Staatsanwaltschaft im Zusammenhang mit 

der Aktion "I._____" um Erstellung eines Wahrnehmungsberichts über die Er-

kenntnisse einer bestimmten Observation (in casu jene vom 12. April 2016) er-

sucht habe (vgl. HD 2/6 Urk. 73/2). Ausserdem geht daraus durchaus hervor, wer 

den Bericht als verantwortlicher Bearbeiter verfasst hat, indem dieser eingangs 

namentlich erwähnt wird. Eine Unterzeichnung des Berichts ist nicht erforderlich. 

Als Verfasser steht der betreffende Polizeibeamte auch ohne seine Unterschrift 

als Garant für die Richtigkeit des von ihm erstellten Polizeirapports (vgl. Urteil des 

-   17   -

Bundesgerichts 6B_1237/2018 vom 15. Mai 2019 E. 1.4.2). Mit der Vorinstanz ist 

zudem auch nicht erforderlich, dass die Personalien sämtlicher überwachenden 

Beamten offengelegt werden, solange deren Identität im Bedarfsfall eruierbar ist, 

um beispielsweise einem konkret gerügten Befangenheitsgrund nachgehen zu 

können. Im Übrigen gilt der Grundsatz, dass die Polizei bei berechtigten Geheim-

haltungsinteressen nicht alle Details ihrer Ermittlungstätigkeit offenlegen muss 

(GALELLA/ RHYNER, BSK StPO, 3. Aufl. Basel, N 25a zu Art. 306 StPO), wozu ins-

besondere auch taktische Details zum Ablauf einer Observation gehören (SIMM-

LER/MARKWALDER, BSK StPO, 3. Aufl. Basel, N 13 FN 70 zu Art. 307 StPO). Somit 

ändern die von der Verteidigung aufgeworfenen Fragen nichts am Umstand, dass 

korrekt abgefasste und verwertbare Observationsberichte vorliegen.

3.2.3. Des Weiteren bemängelte die Verteidigung, dass die in den Akten liegen-

den Erzeugnisse aus den Überwachungsmassnahmen aus diversen Gründen un-

verwertbar seien (Urk. 214 N 97 ff.). Die Vorinstanz hat in diesem Zusammen-

hang detailliert aufgeführt, welche Ergebnisse aus den Überwachungsmassnah-

men verwertbar sind und welche nicht (Urk. 186 S. 31 ff.). In der Folge wurden die 

unverwertbaren Untersuchungsergebnisse auch nicht gegen den Beschuldigten 

verwendet. Auf die Verwertbarkeit der Zufallsfunde aus der Aktion "I._____" wird 

nachfolgend näher eingegangen (vgl. E. III.2.).

3.2.4. Wie bereits vor Vorinstanz bemängelte die Verteidigung sodann im Rah-

men des Berufungsverfahrens, dass die Strafverfolgungsbehörden umgehend 

hätten einschreiten müssen, wenn Übergaben von grossen Mengen Drogen wie 

angeklagt tatsächlich stattgefunden hätten, zum einen um direkte Beweismittel er-

hältlich zu machen und zum anderen mit Blick auf den Rechtsgüterschutz der Ge-

sundheit der Bevölkerung. Dass man nicht eingeschritten sei, müsse im Umkehr-

schluss bedeuten, dass derartige Übergaben wie angeklagt nicht stattgefunden 

hätten, zumindest in Bezug auf die eingeklagten Kokainübergaben. Andernfalls 

sei den Strafbehörden eine Mitverantwortung zu geben, da sie es trotz Garanten-

stellung unterlassen hätten, Straftaten, welche die Gesundheit vieler Menschen 

gefährden, zu verhindern (Urk. 219 N 91 ff.).

-   18   -

Entgegen der Ansicht der Verteidigung kann den Strafverfolgungsbehörden kein 

solcher Vorwurf gemacht werden. Zu Recht hielt die Vorinstanz diesbezüglich 

fest, dass es nicht den Strafverfolgungsbehörden zugeschrieben werden könne, 

dass während dieser fortschreitenden komplexen Strafuntersuchung gegen ver-

schiedene Beteiligte und Aufrechterhaltung der Überwachungsmassnahmen, für 

die der Beschuldigte Anlass geboten habe, weitere Straftaten des Beschuldigten 

offenbart worden seien. Dies falle einzig in dessen Verantwortungssphäre, der 

seinen deliktischen Willen bis zur Verhaftung aufrecht erhalten habe (Urk. 189 

S. 22). Die Wahl der sachlich gebotenen Untersuchungsführung liegt im pflichtge-

mässen Ermessen der Staatsanwaltschaft. Gesetzesmässige Untersuchungs-

massnahmen dürfen (unter den Bedingungen von Art. 275 Abs. 1 StPO) grund-

sätzlich so lange dauern, wie es für die sorgfältige Sachverhaltsabklärung sach-

lich notwendig erscheint (BGE 140 IV 40 E. 4.4.2). Ein Anspruch des Beschuldig-

ten, durch die staatlichen Behörden von Straftaten abgehalten zu werden, die er 

mit Wissen und Willen begeht, besteht grundsätzlich nicht (BGE 140 IV 40 

E. 4.4 f.; Urteile des Bundesgerichts 6P.117/2003 vom 3. März 2004 E. 5.3 ff.; 

6B_484/2013 vom 3. März 2014 E. 4.3 ff.). Mit der Vorinstanz ist festzuhalten, 

dass vorliegend keine Anzeichen erkennbar sind, dass die Strafbehörden die ge-

heimen Überwachungen und deren Auswertung unnötig und übermässig lange 

hinausgezögert hätten, um die Vorwürfe künstlich auszuweiten oder die Verteidi-

gungsrechte zu schmälern. Vielmehr haben sie weitere Beweise erhoben, um die 

Einzelheiten der massgeblichen Sachverhalte festzustellen und damit den Tatver-

dacht zur Anklagereife zu verdichten (vgl. Urk. 186 S. 21 f.).

3.2.5. Weiter hat die Vorinstanz zutreffend festgehalten, welche Einvernahmen 

im vorliegenden Verfahren verwertbar sind. Nicht verwertbar sind insbesondere 

die Einvernahmen von J._____ und K._____, L._____ sowie M._____. Auf die 

diesbezüglichen sehr detaillierten Ausführungen der Vorinstanz kann vollumfäng-

lich verwiesen werden (Urk. 186 S. 28 ff.).

3.2.6. Schliesslich kann der Verteidigung nicht gefolgt werden, dass die Verfah-

ren gegen die verschiedenen an der Aktion "I._____" beteiligten Personen nach 

dem Grundsatz der Verfahrenseinheit gemäss Art. 29 StPO in einem gemeinsa-

-   19   -

men Verfahren hätten beurteilt werden müssen (Urk. 143 N 73 ff.; vgl. Urk. 219 

N 76). Die Vorinstanz hat in diesem Zusammenhang unter Hinweis auf die bun-

desgerichtliche Rechtsprechung zutreffend festgehalten, dass der vom Beschul-

digten angerufene Art. 29 Abs. 1 lit. b StPO, der die gleichzeitige Beurteilung von 

Mittätern und Teilnehmern gebiete, nicht einschlägig sei. Gemäss dem Anklage-

vorwurf seien F._____, N._____ und O._____ die Lieferanten der Drogen des Be-

schuldigten gewesen. Lieferant und Bezüger (von Betäubungsmitteln) würden je-

doch keine gleichgerichteten Ziele verfolgen und seien deshalb in der Regel nicht 

als Mittäter zu behandeln. Im Übrigen seien vorliegend auch diverse sachliche 

Gründe gegeben, um die Verfahren getrennt zu führen, wie beispielsweise die 

drohende Verjährung bestimmter Delikte des Beschuldigten sowie die längerfris-

tige Unerreichbarkeit des flüchtigen O._____ (Urk. 186 S. 20). Es liegt somit keine 

Verletzung des Grundsatzes der Verfahrenseinheit vor.

4. Beweisantrag der Verteidigung

4.1. Anlässlich der Berufungsverhandlung beantragte die Verteidigung die psych-

iatrische Begutachtung des Beschuldigten mit der Begründung, dass dieser im 

Tatzeitraum ein massives Drogenproblem gehabt habe, welches auch noch heute 

bestehe. Es sei nicht bekannt, inwiefern ihn dies bei allfälligen Taten beeinflusst 

habe, insbesondere auch im Zusammenhang mit den Vorfällen betreffend die Pri-

vatklägerin. Im Wesentlichen gehe es bei diesem Beweisantrag um die Frage der 

Schuldfähigkeit und die Frage nach einer allfälligen Massnahmebedürftigkeit so-

wie -fähigkeit (Prot. II S. 37 f.).

4.2. Die Staatsanwaltschaft beantragt die Abweisung des Beweisantrags. Zur 

Begründung führte sie aus, es sei möglich, dass der Beschuldigte im Tatzeitraum 

eine Drogenproblematik gehabt habe. Gegenüber der Staatsanwaltschaft habe er 

dazu jedoch keine, beziehungsweise nur sehr beschränkte, Angaben gemacht. 

Ausserdem sei nicht hervorgegangen, dass er heute noch eine schwerwiegende 

Drogenproblematik habe. Wenn dem so sei, dann stelle sich die Frage einer 

psychiatrischen Begutachtung nicht. Im Übrigen wäre nichts entgegen gestanden, 

sich während der ganzen Zeit auf freiwilliger Basis in Behandlung zu begeben, 

wenn es tatsächlich so nötig gewesen wäre (Prot. II S. 37 f.).

-   20   -

4.3. Gemäss Art. 20 StGB ordnet das Gericht die Begutachtung des Täters durch 

einen Sachverständigen an, wenn ernsthafter Anlass besteht, an dessen Schuld-

fähigkeit zu zweifeln. Dabei ist ein Gutachten nicht nur anzuordnen, wenn das Ge-

richt tatsächlich Zweifel an der Schuldfähigkeit hat, sondern auch, wenn es nach 

den Umständen des Falles ernsthafte Zweifel haben müsste. Es genügt jedoch 

nicht jede geringfügige Herabsetzung der Fähigkeit, sich zu beherrschen, um eine 

verminderte Schuldfähigkeit anzunehmen. Der Betroffene muss nach der Recht-

sprechung vielmehr in hohem Masse in den Bereich des Abnormen fallen. Seine 

Geistesverfassung muss mithin nach Art und Grad stark vom Durchschnitt nicht 

bloss der Rechts-, sondern auch der Verbrechensgenossen abweichen. Die Not-

wendigkeit, einen Sachverständigen beizuziehen, ist daher erst gegeben, wenn 

Anzeichen vorliegen, die geeignet sind, Zweifel hinsichtlich der vollen Schuldfä-

higkeit zu erwecken, wie etwa ein Widerspruch zwischen Tat und Täterpersönlich-

keit oder völlig unübliches Verhalten. Zeigt das Verhalten des Täters vor, während 

und nach der Tat, dass ein Realitätsbezug erhalten war, er sich an wechselnde 

Erfordernisse der Situation anpassen, auf eine Gelegenheit zur Tat warten oder 

diese gar herbeiführen konnte, so hat eine schwere Beeinträchtigung nicht vorge-

legen (Urteile des Bundesgerichts 6B_43/2020 vom 4. Februar 2020 E. 1.2.1; 

6B_1394/2017 vom 2. August 2018 E. 3.2; BGE 116 IV 273 E. 4a). Umstände, 

welche beim Gericht ernsthafte Zweifel hervorrufen müssen, sind nach der 

höchstrichterlichen Praxis beispielsweise bei Drogenabhängigkeit gegeben 

(BGE 102 IV 74; BGE 133 IV 145 E. 3.3; Urteil des Bundesgerichts 6B_519/2015 

vom 25. Januar 2016 E. 1.12.1). In diesem Zusammenhang hat das Bundesge-

richt jedoch klargestellt, dass eine solche nicht schon bei jedem regelmässigen 

Drogenkonsum vorliegt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6P.123/2005 und 

6S.354/2005 vom 11. Dezember 2005 E. 4). 

4.4. Zwingend ist die Einholung einer sachverständigen Begutachtung, wenn die 

Anordnung einer strafrechtlichen Massnahme zur Diskussion steht (vgl. Art. 56 

Abs. 3 StGB). Gemäss Art. 56 Abs. 1 StGB ist eine Massnahme anzuordnen, 

wenn eine Strafe allein nicht geeignet ist, der Gefahr weiterer Straftaten des Tä-

ters zu begegnen, wenn ein Behandlungsbedürfnis des Täters besteht oder die 

öffentliche Sicherheit dies erfordert und wenn die Voraussetzungen von Art. 59-

-   21   -

61, 63 oder 64 StGB erfüllt sind. Ist der Täter von Suchtstoffen oder in anderer 

Weise abhängig, kann das Gericht eine Behandlung anordnen, wenn der Täter 

eine Straftat begangen hat, die mit seiner Abhängigkeit in Zusammenhang steht 

und zu erwarten ist, dadurch lasse sich der Gefahr weiterer mit der Abhängigkeit 

des Täters in Zusammenhang stehender Taten begegnen (Art. 60 Abs. 1 StGB; 

Art. 63 Abs. 1 StGB).

4.5. Der Beschuldigte wurde in der Untersuchung mehrere Male zu seinem Be-

täubungsmittelkonsum befragt. So führte er anlässlich der polizeilichen Einver-

nahme vom 10. April 2017 aus, dass er seit vielen Jahren Kokain konsumiere. Er 

habe damit mit 19/20 Jahren angefangen. Er konsumiere es am Wochenende, 

zwei bis drei Mal im Monat. Ausserdem konsumiere er hin und wieder Marihuana, 

vielleicht drei bis vier Mal im Monat, ein Mal pro Woche (ND 3/3 S. 1 und 5 f.). An-

lässlich der polizeilichen Einvernahme vom 16. Mai 2017 führte er sodann aus, 

gelegentlich Betäubungsmittel zu konsumieren. Kokain konsumiere er durch die 

Nase, vielleicht ein bis zwei Mal pro Monat seit ca. fünf Jahren. Er würde sich 

aber nicht als kokainabhängig bezeichnen (ND 4/3/1 S. 3). Anlässlich der Haftein-

vernahme vom 17. Mai 2017 führte er auf Vorhalt, dass sein Vorstrafenbericht ei-

nen problematischen Umgang mit Betäubungsmitteln aufzeige, aus, dass er einen 

solchen gehabt habe, aber sich das gelegt habe. Er konsumiere vielleicht ganz 

selten noch etwas Kokain. Es komme gelegentlich vor, dass er es konsumiere. Es 

beherrsche ihn oder sein Leben aber überhaupt nicht (ND 4/3/2 S. 4). Anlässlich 

der polizeilichen Einvernahme vom 19. Juli 2017 bestätigte er seine Aussagen 

vom 16. Mai 2017, konkretisierte aber, dass er nicht fünf Jahre am Stück Kokain 

konsumiert habe, sondern mit Unterbrüchen (ND 4/3/3 S. 4). Zudem gab er an, ab 

und zu Kokain zu konsumieren, aber nicht regelmässig (ND 4/3/4 S. 3). Anlässlich 

der polizeilichen Einvernahme vom 18. Dezember 2017 verweigerte er auf die 

Frage nach einem allfälligen Betäubungsmittelkonsum die Aussage. Weiter gab er 

an, gesund zu sein (HD 2/3 S. 9). Letzteres bestätigte er im Grundsatz anlässlich 

der Hafteinvernahme vom 19. Dezember 2017 und fügte an, dass er an Asth-

maerscheinungen leide (HD 2/4 S. 7). Wiederum verweigerte er die Aussage zu 

einem allfälligen Konsum von Betäubungsmitteln, so auch auf Vorhalt seiner Aus-

sage in der Einvernahme vom 10. April 2017 (HD 2/4 S. 4). Schliesslich bestätigte 

-   22   -

er anlässlich der Einvernahme durch die Staatsanwaltschaft vom 17. Dezember 

2018 seine Aussagen, welche er im Rahmen der polizeilichen Einvernahme vom 

19. Juli 2017 sowie derjenigen vom 10. April 2017 gemacht hat (HD 2/16 S. 19).

Schlussfolgernd lässt sich festhalten, dass aus den Aussagen des Beschuldigten 

in der Untersuchung ein gelegentlicher Betäubungsmittelkonsum hervorgeht. 

Dass er schwer drogenabhängig sei, machte er demgegenüber weder bei der Po-

lizei noch bei der Staatsanwaltschaft geltend. Stattdessen wies er darauf hin, 

dass er nicht kokainabhängig sei bzw. dass das Kokain sein Leben nicht beherr-

sche. Auf diesen Aussagen ist er zu behaften, auch wenn er anlässlich der Beru-

fungsverhandlung plötzlich angab, dass er – vor allem im Tatzeitraum – nicht nur 

ab und zu, sondern regelmässig bis täglich Kokain konsumiert habe (Prot. II 

S. 29 f.). Bereits aus diesem Grund war eine psychiatrische Begutachtung des 

Beschuldigten bis zur Berufungsverhandlung vom 10. Oktober 2023 noch über-

haupt kein Thema. Der diesbezügliche Antrag wurde von der Verteidigung auch 

erst vor Berufungsinstanz gestellt.

4.6. Ausserdem ist festzuhalten, dass sich zum heutigen Zeitpunkt selbstredend 

nicht mehr eruieren lässt, wie hoch der Drogengehalt im Blut des Beschuldigten 

zu den jeweiligen Tatzeitpunkten war. Zudem zeichnet sich die Tatausführung als 

solche in Bezug auf die Betäubungsmitteldelikte durch keinerlei Auffälligkeiten 

aus. Einzig in Bezug auf den Vorfall vom 15. Mai 2017 könnten theoretisch Zwei-

fel an der Schuldfähigkeit des Beschuldigten bestehen. Allerdings hat der Be-

schuldigte ein solches Rausch- bzw. Suchtverhalten in diesem Zusammenhang 

nie geltend gemacht, noch geht dies aus seinen eigenen Aussagen hervor. Wie 

dargelegt, äusserte der Beschuldigte gegenüber den Untersuchungsbehörden 

auch keine Krankheitssymptome, sondern erklärte, er sei gesund. Während sei-

ner Inhaftierung sind auch keine Vorfälle aufgrund von Entzugserscheinungen ak-

tenkundig. Insofern lassen weder die Aussagen des Beschuldigten noch die kon-

kreten Umstände der ihm vorgeworfenen Taten Zweifel an seiner Schuldfähigkeit 

aufkommen. Auch liegen in diesem Zusammenhang keine ärztlichen Unterlagen 

vor, welche solche Zweifel erwecken würden. In diesem Zusammenhang ist auch 

-   23   -

zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte angab, sich bisher noch nie in Behand-

lung wegen seines Drogenkonsums begeben zu haben (Prot. II S. 33).

4.7. Im Übrigen kann selbst bei Annahme einer Suchtproblematik im Tatzeitraum 

aus dieser Tatsache allein nicht ohne weiteres darauf geschlossen werden, dass 

die dem Beschuldigten vorgeworfenen Delikte mit seinem Drogenkonsum zusam-

menhingen. Insbesondere würde sich aus diesem Umstand allein nichts unmittel-

bar für seinen Zustand im Deliktszeitraum ableiten lassen. Hierfür fehlen konkrete 

Anhaltspunkte, die für einen Konnex zwischen Drogenmissbrauch und Delinquenz 

des Beschuldigten sprechen.

4.8. Zusammenfassend fehlen konkrete objektive Anhaltspunkte, die ernsthafte 

Zweifel an der Schuldfähigkeit des Beschuldigten zu begründen vermögen und 

die gestützt auf Art. 20 StGB deren Begutachtung verlangt hätten. Der Beweisan-

trag auf psychiatrische Begutachtung des Beschuldigten ist somit abzuweisen.

III. Sachverhalt

1. Vorbemerkungen

1.1. Vorliegend handelt es sich um einen umfangreichen Straffall (2 Thek Haupt-

dossier plus 20 Bundesordner; das vorinstanzliche Urteil umfasst 157 Seiten). Es 

ist daher vorab darauf hinzuweisen, dass im zweitinstanzlichen Urteil auf Wieder-

holungen möglichst verzichtet wird, um den Umfang des Entscheides in Grenzen 

zu halten und die Lesbarkeit zu erhöhen. In Bezug auf die tatsächliche und rechtli-

che Würdigung wird daher ergänzend an den entsprechenden Stellen auf die vor-

instanzlichen Erwägungen verwiesen (vgl. Art. 82 Abs. 4 StPO). Zudem ist darauf 

hinzuweisen, dass sich die urteilende Instanz nicht mit allen Parteistandpunkten 

einlässlich auseinandersetzen und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich wider-

legen muss. Vielmehr wird dem Gericht zugestanden, sich auf die seiner Auffas-

sung nach wesentlichen und massgeblichen Vorbringen der Parteien zu be-

schränken (vgl. dazu Urteile des Bundesgerichts 1P.378/2002 vom 9. September 

2002 E. 5.1; 6B_600/2012 vom 26. Februar 2013 E. 3.2; BGE 136 I 229 E. 5.2; 

BGE 133 I 277 E. 3.1; BGE 129 I 232 E. 3.2; BGE 126 I 97 E. 2b mit Hinweisen). 

-   24   -

Folgerichtig wird sich auch die Berufungsinstanz nur mit denjenigen Einwänden 

auseinandersetzen, welche die relevanten Anklagesachverhalte betreffen und für 

die rechtliche Beurteilung wesentlich sind.

1.2. Mit den Grundsätzen der Beweiswürdigung und Würdigung von Aussagen 

sowie der Glaubwürdigkeit der einvernommenen Personen und der Glaubhaftig-

keit ihrer Aussagen hat sich die Vorinstanz ausführlich und korrekt befasst und sie 

hat zutreffende allgemeine Bemerkungen zur Würdigung der TK-Protokolle sowie 

den gehandelten Substanzen und Preisen gemacht, so dass darauf zur Vermei-

dung unnötiger Wiederholungen vollumfänglich verwiesen werden kann (Urk. 186 

S. 39 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Die Aussagen des Beschuldigten und der Aus-

kunftspersonen sowie die übrigen Beweismittel, insbesondere der Wortlaut der re-

levanten TK-Protokolle, wurden im vorinstanzlichen Urteil in Bezug auf die sach-

lich relevanten Inhalte bei den jeweiligen Anklagevorwürfen umfassend und aus-

führlich wiedergegeben, weshalb auch darauf zu verweisen ist (Art. 82 Abs. 4 

StPO). Auf die konkreten Beweismittel ist nachfolgend daher nur noch ergänzend 

bzw. konkretisierend einzugehen.

1.3. Zur Beweiswürdigung ist anzumerken, dass auch unter dem Gesichtspunkt 

des Grundsatzes "in dubio pro reo" eine absolute Gewissheit nicht verlangt wer-

den kann. Vielmehr müssen erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel an 

der Schuld des Beschuldigten bestehen, die sich nach der objektiven Sachlage 

aufdrängen. Dabei ist es Aufgabe des Richters, seinem Gewissen verpflichtet in 

objektiver Würdigung des gesamten Beweisergebnisses zu prüfen, ob er von ei-

nem bestimmten Sachverhalt überzeugt ist und an sich mögliche Zweifel an des-

sen Richtigkeit zu überwinden vermag (Art. 10 StPO; BGE 124 IV 86 E. 2a). Es 

liegt in der Natur der Sache, dass mit menschlichen Erkenntnismitteln keine abso-

lute Sicherheit in der Beweisführung erreicht werden kann; daher muss es genü-

gen, dass das Beweisergebnis über jeden vernünftigen Zweifel erhaben ist. Lässt 

sich ein Sachverhalt nicht mit letzter Gewissheit feststellen, was schon im Wesen 

menschlichen Erkenntnisvermögens liegt, so hindert dies den Richter nicht, will-

kürfrei subjektiv mit Gewissheit davon überzeugt zu sein (vgl. Urteil des Bundes-

-   25   -

gerichts 6B_172/2009 vom 29. Oktober 2009 E. 1.6 am Ende unter Hinweis auf 

BGE 127 I 54 E. 2b).

1.4. Die Verteidigung machte vor Vorinstanz zur Beweiswürdigung bezüglich der 

BetmG-Delikte grundsätzlich geltend, dass die Sachverhaltserstellung aufgrund 

reiner Interpretation erfolgt sei, quasi als "Bastelanleitung". So seien insbeson-

dere die Art und Mengen der Drogen nicht nachgewiesen (Urk. 176 N 30 ff.). Wei-

ter sei es dem Beschuldigten schlicht nicht möglich gewesen, die in der Anklage 

angeführten Mengen an Betäubungsmitteln zu finanzieren (Urk. 176 N 45 ff.). 

Auch vor Berufungsinstanz stellte sie sich auf den Standpunkt, dass die BetmG-

Vorwürfe auf reinen Interpretationen von Überwachungsergebnissen basieren 

würden. Der Umstand, dass trotz der umfassenden und lange andauernden Über-

wachungen keine direkten Beweismittel vorliegen würden, müsse bereits zu ei-

nem Freispruch führen (Urk. 219 N 71 f.).

1.5. Zur Beweiswürdigung von abgehörten Gesprächen ist darauf hinzuweisen, 

dass notorischerweise die Beteiligten im Betäubungsmittelhandel strengstens dar-

auf achten, dass die ausgetauschten Informationen für Aussenstehende möglichst 

unverständlich bleiben und weder Personen, Ortschaften, Geldbeträge noch Sa-

chen beim (wahren) Namen genannt werden. Es wird insbesondere darauf Wert 

gelegt, weder am Telefon noch in Fahrzeugen "Klartext" zu sprechen, da die Be-

teiligten sich bewusst sind, dass die Polizei auf diese Weise Gespräche abhört. 

Die Verschleierung von Gesprächen ist daher eine übliche Massnahme zur Ab-

wicklung von Drogengeschäften. Bei der Würdigung der vorliegenden Protokolle 

der abgehörten Gespräche fällt auf, dass diesen Grundsätzen minutiös gefolgt 

wurde. So werden Unterhaltungen geführt, welche offensichtlich keinen "legalen" 

Hintergrund haben und in welchen weder die Personen noch die Waren (Drogen) 

namentlich genannt werden. Die Gespräche weisen denn auch oft keine klare 

Satzstruktur auf, sondern es wird mittels "Codewörtern" kommuniziert. Gestützt 

auf das Teilgeständnis des Beschuldigten, welcher einräumt, "ab und zu" bei 

F._____ Portionen von Marihuana und Haschisch bezogen zu haben (HD 2/13 

S. 19 f.), die Sicherstellungen (vgl. ND 2/9/5 S. 1), den gesamten Kontext der ver-

klausulierten Sprache sowie die weiteren Umstände, wie etwa möglichst unbeob-

-   26   -

achtet durchgeführte Treffen, bestehen keine vernünftigen Zweifel daran, dass die 

Verklausulierungen für Drogen, Mengen und Personen stehen und somit keinen 

legalen Hintergrund haben. Den Beteiligten war auch bewusst, dass sie abgehört 

werden könnten, was sich aus der Art der Gesprächsführung ergibt. Diese Vor-

sicht würde keinen Sinn machen, wenn es nicht um den Handel mit Betäubungs-

mitteln gehen würde. Auffallend ist auch, dass der Beschuldigte im anklagerele-

vanten Zeitraum mehrere Telefonanschlüsse verwendete (vgl. hierzu die vorin-

stanzlichen Erwägungen zu den Zuordnungen in Urk. 186 S. 47 ff.). Auch solch 

ein Vorgehen spricht klar für eine Kommunikation betreffend Drogengeschäfte. 

Die abgehörten Gespräche sowie die weiteren beobachteten Umstände (Obser-

vationen etc.) sind daher vor dem Hintergrund des Betäubungsmittelhandels zu 

würdigen. Wie erwähnt, ist der Beschuldigte teilweise geständig, Marihuana und 

Haschisch bezogen zu haben.

1.6. Die Vorinstanz hat Ausführungen zu den verwendeten Verklausulierungen 

gemacht und dabei die Beweismittel gewürdigt. Ihre Erwägungen sind zutreffend, 

so wurde das Wort "lange" offensichtlich als verschlüsselter Begriff für Marihuana 

benutzt (da dieses jeweils in Portionen in länglicher Form verpackt war; Urk. 186 

S. 45 ff.). Ebenso bestehen keine vernünftigen Zweifel daran und ist notorisch, 

dass die verwendete Abkürzung "gr" für Marihuana (Gras) steht. Die Formulierung 

"diese von dein(e) koleg" wurde demgegenüber – entgegen der Würdigung der 

Vorinstanz in Urk. 186 S. 52, welche auch hier Marihuana als Substanz annahm – 

für Kokain verwendet. Dies ergibt sich unter anderem aus der Konversation zwi-

schen dem Beschuldigten und F._____ vom 19. April 2016, wonach der Beschul-

digte die folgende Nachricht schrieb: "Hast du von diese lange und von deine ko-

leg?" (HD 2/6 Urk. 77). Dies deutet eindeutig auf zwei verschiedene Substanzen 

hin. Dies ergibt sich auch aus der Antwort von F._____ "Ales klar fir lange" 

(HD 2/6 Urk. 78) sowie der weiteren Mitteilung des Beschuldigten: "Ok bis nach-

her und geht von deine koleg?" (HD 2/6 Urk. 85), was wiederum klar auf zwei 

Substanzen hinweist, ansonsten nicht die beiden unterschiedlichen Begriffe ver-

wendet worden wären. In der Folge fand denn auch an diesem Tag die Übergabe 

von Kokain und Marihuana statt (vgl. nachfolgend die E. III.3.8.). Die Vorinstanz 

kam zudem zum Schluss, dass aus den gesamten Umständen hervorgehe, dass 

-   27   -

das Kokain immer in Mengen von mindestens 50 Gramm an den Beschuldigten 

verkauft worden sei und dieser Marihuana nur in Mengen von mindestens 

500 Gramm bezogen habe. Diese (Mindest-) Mengen ergeben sich aus den 

glaubhaften Aussagen von F._____ sowie P._____ (Urk. 186 S. 45 ff. mit den ent-

sprechenden Belegstellen). Diese Erwägungen sind zutreffend, weshalb auch 

diesbezüglich zwecks Vermeidung von unnötigen Wiederholungen vollumfänglich 

darauf verwiesen werden kann (Art. 82 Abs. 4 StPO). Die von den Beteiligten ver-

wendeten Deck- bzw. Spitznamen konnten zugeordnet werden, so wurde F._____ 

"F1._____", N._____ "N1._____" und O._____ "O1._____" genannt (Urk. 186 

S. 45 mit den entsprechenden Belegstellen). O._____ war jeweils für das Kokain 

zuständig und N._____ für das Marihuana (Urk. 186 S. 46 f.). Es kann ergänzend 

auf die ausführlichen Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 186 

S. 45 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Die Art und Mengen der Betäubungsmittel lassen 

sich daher ohne vernünftige Zweifel erstellen. Zur finanziellen Lage des Beschul-

digten ist anzumerken, dass dieser seinen eigenen Betäubungsmittelkonsum ei-

nerseits mittels Weiterverkaufs an weitere Endkunden finanzierte und anderer-

seits diesen auch mittels Schulden deckte. So versuchte er im Juni 2016, einen 

Kredit aufzunehmen (vgl. Anklagepunkt ND 8).

2. Unverwertbarkeit der Zufallsfunde in der Aktion "I._____"

2.1. Die Vorinstanz hat festgehalten, dass der Beschuldigte im Rahmen der in 

der Aktion "I._____" erfolgten Anordnungen bzw. Genehmigungen der Überwa-

chungsmassnahmen gegen F._____ jeweils nicht als mitbeschuldigte Person auf-

geführt sei (vgl. dazu Urk. 110/2 ff.), so dass sämtliche der hieraus zu seinen Las-

ten gewonnenen Erkenntnisse als Zufallsfunde im Sinne von Art. 278 StPO zu 

werten seien. Das Zwangsmassnahmengericht des Obergerichtes des Kantons 

Zürich habe diesbezüglich am 15. Februar 2016 – nebst der Bewilligung der zu-

künftigen Telefonkontrolle betreffend die vom Beschuldigten benutzte Tel. Nr. 1 

(TK-Linie L-1) – einmalig die Verwendung der bisher aufgrund der Überwachung 

von F._____ (betr. Tel. Nr. 2) gewonnenen und den Beschuldigten belastenden 

Erkenntnisse rückwirkend genehmigt (vgl. HD 7/1/1/7 S. 4). Ferner seien mit Ver-

fügung vom 12. April 2018 auch die Verwendung der aus der Überwachung in der 

-   28   -

Aktion "I._____" gewonnenen und den Beschuldigten betreffend Betrug und Ur-

kundenfälschung belastenden Ergebnisse als Zufallsfund genehmigt worden (vgl. 

ND 8/6/3). Diese Erkenntnisse seien mithin im vorliegenden Verfahren infolge der 

Genehmigung als Zufallsfunde ohne Weiteres verwertbar. Mit Bezug auf die Er-

gebnisse aus den übrigen Überwachungsanordnungen gegenüber F._____ (na-

mentlich betreffend die angeordnete Audio-Überwachung des Fahrzeuges von 

F._____ vom 25. Januar 2016 bis 22. April 2017, aber auch betreffend die ange-

ordneten Überwachungen der weiteren Telefonanschlüsse von F._____ vom 

3. Juni 2016 bis 22. April 2017, vom 4. November 2016 bis 22. April 2017 und 

vom 21. Dezember 2016 bis 20. September 2017 [vgl. Urk. 110/12-17]), würden 

sich indes keine entsprechenden Genehmigungen des Zwangsmassnahmenge-

richtes in den Akten finden. Daran vermöge auch der Umstand, dass die Verlän-

gerungen der Überwachungen der Anschlüsse von F._____ teilweise gemeinsam 

mit den Verlängerungen der Überwachungen des Beschuldigten vorgenommen 

worden seien, nichts zu ändern, da in diesem Zusammenhang die Überwachun-

gen der Telefonnummern gegenüber F._____ nach wie vor getrennt geführt und 

diese demzufolge nie auf den Beschuldigten ausgedehnt worden seien (vgl. dazu 

HD 8/1/4, 8/2/5, 8/3/5 und 8/4/8). Auch die Ergebnisse der im Verfahren gegen 

F._____ erfolgten Kameraüberwachung des Lagerraums in Q._____ könnten 

nicht gegen diesen verwendet werden, da der Beschuldigte im Rahmen des ent-

sprechenden Genehmigungsprozesses ebenfalls nicht als (Mit)Beschuldigter auf-

geführt sei (vgl. Urk. 110/3) und die daraus resultierenden Ergebnisse im vorlie-

genden Verfahren denn auch nicht als Zufallsfunde bewilligt worden seien. Auf-

grund des Fernwirkungsverbots gemäss Art. 141 Abs. 4 StPO seien auch sämtli-

che weiteren Beweismittel, welche auf den im vorliegenden Verfahren unverwert-

baren Erkenntnissen der Überwachungsmassnahmen beruhen, nicht verwertbar, 

was insbesondere für die Aussagen des Beschuldigten zutrifft, sofern diese auf 

Vorhalt der in diesem Prozess nicht bewilligten Überwachungen zustande gekom-

men seien (Urk. 186 S. 33 ff.).

2.2. Aufgrund dieser Unverwertbarkeiten und mangels anderer zur Verfügung 

stehender Beweismittel sprach die Vorinstanz den Beschuldigten in der Folge 

vom Vorwurf der mehrfachen qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäu-

-   29   -

bungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. d BetmG in Verbindung mit 

Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG betreffend die Vorfälle vom 6. Februar 2016, 17. Fe-

bruar 2016, 22. April 2016, 6. Juni 2016, 10. Juni 2016, 16. Juni 2016, 22. Juni 

2016, 28. Juni 2016, 29. Juni 2016, 1. Juli 2016, 4. Juli 2016, 13. Juli 2016, 

18. Juli 2016, 20. Juli 2016, 12. August 2016, 24. August 2016, 20. Dezember 

2016, 12. Januar 2017, 19. Januar 2017 und 24. Januar 2017 (Kokainerwerb ge-

mäss Hauptanklagepunkt HD/a) sowie vom Vorwurf der mehrfachen Widerhand-

lung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. d BetmG 

betreffend die Vorfälle vom 2. Juli 2016, 13. Juli 2016, 22. Dezember 2016, 

4./5. Januar 2017, 10. Januar 2017, 12. Januar 2017 und 25. Januar 2017 (Mari-

huana- und Haschischerwerb gemäss Hauptanklagepunkt HD/a) frei (Urk. 186 

S. 51 ff.).

2.3. Die Staatsanwaltschaft macht hierzu im Berufungsverfahren geltend, dass 

diese Freisprüche zu Unrecht erfolgt seien, da der Verwertbarkeit die mangelnden 

Genehmigungen als Zufallsfunde nicht entgegen stehen würden. So könnten 

mehrere Einzelhandlungen im Sinne einer sog. natürlichen Handlungseinheit zu-

sammengefasst werden, wenn sie auf einem einheitlichen Willensakt beruhen und 

wegen des engen räumlichen und zeitlichen Zusammenhangs bei objektiver Be-

trachtung noch als ein einheitliches Geschehen erscheinen würden. Dies sei vor-

liegend der Fall, habe der Beschuldigte doch in regelmässigen, zeitlich verhältnis-

mässig geringen Abständen bei der nämlichen Lieferantengruppierung die immer 

ungefähr gleiche Menge bzw. die gleichen Arten an Betäubungsmitteln bezogen, 

wobei auch die Übergaben in einem jeweils sehr ähnlichen Modus vonstattenge-

gangen seien. Daher sei von einem generellen Vorsatz des Beschuldigten auf 

eine dauerhafte Tätigkeit auszugehen, weshalb es in Bezug auf einzelne Sach-

verhalte auch keiner Genehmigung von Zufallsfunden bedürfe. Dieser Schluss er-

gebe sich auch aus dem Verdacht gegen den Beschuldigten, Mitglied einer im 

Drogenhandel tätigen Bande zu sein, weshalb die einzelne Sachverhalte für sich 

allein betrachtet ebenfalls nicht als sog. Zufallsfunde zu qualifizieren seien und 

daher nicht zwangsmassnahmengerichtlich hätten genehmigt werden müssen 

(Urk. 188 S. 3 ff.; Urk. 218 S. 3 ff.).

-   30   -

2.4. Dieser Ansicht der Staatsanwaltschaft kann angesichts der klaren Recht-

sprechung des Bundesgerichts nicht gefolgt werden. Die formellen Voraussetzun-

gen für eine Verwertbarkeit als Zufallsfund liegen klarerweise – dies ist auch von 

der Staatsanwaltschaft unbestritten – nicht vor. Der einschlägige Bundesgerichts-

entscheid BGE 144 IV 254 datiert vom 25. Juni 2018, mithin über ein Jahr vor Er-

hebung der Anklage. Die Rechtsprechung war mithin schon während der Strafun-

tersuchung bekannt. Das Bundesgericht hat zudem schon früher festgehalten, 

dass eine erneute Genehmigung des Zwangsmassnahmengerichts zur Verwen-

dung der Erkenntnisse notwendig sei, wenn sich anlässlich einer bereits geneh-

migten Überwachung eines Telefonanschlusses herausstelle, dass sich nebst der 

beschuldigten Person auch deren nicht in der Überwachungsanordnung aufge-

führte Freundin aktiv an einem Betäubungsmittelhandel beteiligt. Dies zudem un-

abhängig davon, ob die beiden Personen demselben Drogenhändlerring angehö-

ren (vgl. Urteil des Bundesgerichts 1B_211/2012 vom 2. Mai 2012 E. 2.2). Dass 

jeweils Genehmigungen für die Zufallsfunde eingeholt werden mussten, war der 

Staatsanwaltschaft offenkundig während des Untersuchungsverfahrens bewusst, 

hätte sie doch anderenfalls nicht die Verwendung der bisher aufgrund der Über-

wachung von F._____ (betr. Tel. Nr. 2) gewonnenen und den Beschuldigten be-

lastenden Erkenntnisse beantragt (was vom Zwangsmassnahmengericht des 

Obergerichtes des Kantons Zürich am 15. Februar 2016 einmalig rückwirkend ge-

nehmigt wurde (vgl. HD 7/1/1/7 S. 4). Die Staatsanwaltschaft hat zudem die Ver-

wendung der aus der Überwachung in der Aktion "I._____" gewonnenen und den 

Beschuldigten betreffend Betrug und Urkundenfälschung belastenden Ergebnisse 

als Zufallsfund beantragt, was mit Verfügung vom 12. April 2018 ebenfalls bewil-

ligt wurde (vgl. ND 8/6/3). Es muss daher von einem klaren Versäumnis ausge-

gangen werden, welches auch nicht über die Figur der natürlichen Handlungsein-

heit bzw. die Bandenmässigkeit geheilt werden kann, zumal eine natürliche Hand-

lungseinheit nur zurückhaltend angenommen werden darf und dem Beschuldigten 

im Übrigen keine Bandenmässigkeit vorgeworfen wird. Somit ist festzuhalten, 

dass Erkenntnisse über Straftaten von Personen, die in der Überwachungsanord-

nung nicht formell beschuldigt werden, als Zufallsfunde im Sinne von Art. 278 

Abs. 2 StPO zu qualifizieren sind, welche absolut unverwertbar sind, sofern keine 

-   31   -

separate Genehmigung des Zufallsfundes durch das Zwangsmassnahmengericht 

erfolgt. Da dies vorliegend mit Bezug auf die oben genannten Überwachungsan-

ordnungen gegenüber F._____ sowie die Kameraüberwachung des Lagerraums 

in Q._____ nicht gegeben ist, sind die daraus resultierenden Ergebnisse im vorlie-

genden Verfahren nicht verwertbar. Gestützt auf die übrigen Beweismittel lassen 

sich die Sachverhalte nicht erstellen (vgl. Urk. 186 S. 62 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO). 

Die entsprechenden Freisprüche der Vorinstanz gemäss Dispositivziffer 3, 1. und 

2. Lemma sind daher zu bestätigen.

3. Vorfälle gemäss Anklagepunkt HD/a

Die Vorinstanz erstellte mit Bezug auf diesen Anklagekomplex, dass der Beschul-

digte in der Zeit vom 6. Februar 2016 bis 9. Mai 2016 von der Gruppierung um 

F._____ insgesamt 100 Gramm Kokaingemisch mit einem Reinheitsgehalt von 

64 Prozent, entsprechend insgesamt 64 Gramm reinem Kokain, sowie 5.5 Kilo-

gramm Marihuana zu den in der Anklage aufgeführten Preisen übernommen habe 

(Urk. 186 S. 68). Im Einzelnen handelt es sich um die folgenden Vorgänge: 

3.1. Vorfall zwischen dem 13. Januar und dem 6. Februar 2016 (Anklageschrift 

S. 3)

Die Vorinstanz erstellte, dass der Beschuldigte am 6. Februar 2016 auf dem Ge-

biet des Kantons Zürich von F._____ und/oder N._____ ca. 500 Gramm Marihu-

ana (mit deutlich über 1 Prozent liegendem THC-Gehalt) auf Kommissionsbasis 

bezogen habe. Der Bezug der in der Anklageschrift zusätzlich vorgeworfenen 

50 Gramm Kokain lasse sich indes nicht erstellen (Urk. 186 S. 51 f.).

Die Verteidigung macht zu diesem Vorfall keine konkreten Ausführungen, ausser 

dass es sich dabei um unhaltbare Interpretationen handle (Urk. 176 N 65; 

Urk. 219 N 82).

Schon vor dem Treffen vom 6. Februar 2016, nämlich seit Beginn der Überwa-

chungsmassnahmen am 13. Januar 2016, fanden diverse Treffen zwischen 

F._____ und dem Beschuldigten statt, aus welchen sich nur die Vermutung von 

Betäubungsmittelübergaben ergibt, indes keine konkreten Beweise vorliegen 

-   32   -

(HD 1/3 S. 14; HD 2/5 Urk. 2 ff.). Für das Treffen vom 6. Februar 2016 erfolgte 

eine direkte Bestellung, aus welcher sich die Übergabe von Betäubungsmitteln 

nachweisen lässt: So schrieb der Beschuldigte am 5. Februar 2016 um 12.56 Uhr 

F._____: "Oder machen wir morgen, ich bin nicht fertig und morgen auch deine 

koleg, ok?" (HD 2/5 Urk. 111). Vor dem Treffen vom 6. Februar 2016 um 

18.00 Uhr beim "noje platz" bestellte der Beschuldigte noch einmal "Und diese 

von deine koleg" (HD 2/5 Urk. 112-118). Durch die verwendeten Formulierungen 

"auch deine koleg" sowie "Und diese von deine koleg" geht – wie in der Anklage-

schrift vorgeworfen und entgegen der Würdigung durch die Vorinstanz – hervor, 

dass der Beschuldigte sowohl Marihuana als auch Kokain bestellt hatte. Denn die 

Formulierung "diese von deine koleg" steht – wie erwähnt – für Kokain und durch 

die Verwendung der Worte "auch" sowie "und" erhellt, dass diese Bestellung zu-

sätzlich erfolgte, nämlich zu dem Marihuana. Nachdem wie vorstehend ausgeführt 

Marihuana stets in Paketen mit einer Mindestmenge von 500 Gramm und Kokain 

in Mengen von üblicherweise 50 Gramm übergeben wurde, bestehen keine ver-

nünftigen Zweifel daran, dass dem Beschuldigten am 6. Februar 2016 sowohl 

500 Gramm Marihuana als auch 50 Gramm Kokain übergeben worden sind.

3.2. Vorfall vom 17. Februar 2016, ca. 18.15 Uhr (Anklageschrift S. 3)

Die Vorinstanz erstellte, dass der Beschuldigte am 17. Februar 2016 um ca. 

18.15 Uhr in der Umgebung R._____-Strasse/Am S._____ in Zürich von F._____ 

und N._____ ca. 500 Gramm Marihuana (mit deutlich über 1 Prozent liegendem 

THC-Gehalt) auf Kommissionsbasis bezogen habe. Der Bezug von 50 Gramm 

Kokain könne indes nicht erstellt werden (Urk. 186 S. 53 f.).

Die Verteidigung macht zu diesem Vorfall keine konkreten Ausführungen, ausser 

dass es sich dabei um unhaltbare Interpretationen handle (Urk. 176 N 65; 

Urk. 219 N 82).

Dieser Sachverhalt ist erstellt. So fragte der Beschuldigte F._____ am 15. Februar 

2016 per SMS: "Geht am Mittwoch? Und nochmal diese lange" (HD 2/5 Urk. 143). 

In der Folge kam es am 17. Februar 2016 um ca. 18.15 Uhr zu einem Treffen in 

der Sackgasse am S._____ (HD 2/5 Urk. 144-154), welches observiert wurde. 

-   33   -

Gemäss dem Wahrnehmungsbericht der Polizei holte F._____ vor dem Treffen an 

der T._____-Strasse … in Zürich einen weissen Plastiksack, den er im Kofferraum 

seines Autos, dem Audi A4 (ZH 3), verstaute. Dann fuhr er mit seinem Fahrzeug, 

gefolgt vom Audi A3 des Beschuldigten (ZH 4), in die Sackgasse am S._____. Die 

Fahrzeuge wurden hinter den Garagenboxen parkiert, weshalb nicht beobachtet 

werden konnte, was dort stattfand. Indes befand sich nach dem Treffen der 

weisse Plastiksack nicht mehr im Fahrzeug von F._____ (HD 2/5 Urk. 154; 

HD 2/13 S. 11 f.). Somit bestehen keine vernünftigen Zweifel daran, dass es an-

lässlich dieses Treffens zur Übergabe dieses Plastiksacks gekommen ist. Mit der 

Bestellung "diese lange", wobei "lange" wie ausgeführt für Marihuana steht, ist zu-

dem nachgewiesen, dass es sich dabei um die (Mindest-) Menge von 500 Gramm 

Marihuana handelte.

3.3. Vorfall vom 5. März 2016, ca. 19.00 Uhr (Anklageschrift S. 3)

Die Vorinstanz erachtete es als erwiesen, dass der Beschuldigte am 5. März 2016 

um ca. 19.00 Uhr in der Umgebung R._____-Strasse/Am S._____ in Zürich von 

N._____ rund 500 Gramm Marihuana (mit deutlich über 1 Prozent liegendem 

THC-Gehalt) auf Kommissionsbasis übernommen habe (Urk. 186 S. 54 f.).

Die Verteidigung macht zu diesem Vorfall keine konkreten Ausführungen, ausser 

dass es sich dabei um unhaltbare Interpretationen handle (Urk. 176 N 65; 

Urk. 219 N 82).

Auch dieser Sachverhalt lässt sich ohne vernünftige Zweifel erstellen: So fand am 

5. März 2016 ein Treffen zwischen dem Beschuldigten und N._____ bei den Ga-

ragenboxen in der Sackgasse am S._____ statt, wobei das Treffen durch F._____ 

organisiert wurde (vgl. HD 2/5/160-168). Da N._____ – welcher wie ausgeführt für 

das Marihuana zuständig war – die Übergabe vornahm, lässt deren Treffen am 

5. März 2016 vernünftigerweise keinen anderen Schluss zu, als dass dabei die 

(Mindest-) Menge von 500 Gramm übergeben und bezogen wurde.

-   34   -

3.4. Vorfall vom 19. März 2016, ca. 19.30 Uhr (Anklageschrift S. 3)

Die Vorinstanz erstellte diesen Sachverhalt, wie er dem Beschuldigten in der An-

klageschrift vorgeworfen wird. Dieser habe am 19. März 2016 um ca. 19.30 Uhr in 

der Region der U._____-Strasse in Zürich von F._____ ca. 500 Gramm Marihu-

ana (mit deutlich über 1 Prozent liegendem THC-Gehalt) auf Kommissionsbasis 

bezogen (Urk. 186 S. 55 f.).

Die Verteidigung macht zu diesem Vorfall keine konkreten Ausführungen, ausser 

dass es sich dabei um unhaltbare Interpretationen handle (Urk. 176 N 65; 

Urk. 219 N 82). 

Die Bestellung von Marihuana ("lange") ist nachgewiesen, schrieb der Beschul-

digte doch am 19. März 2016 an F._____ "[…] hast du zeit für diese lange am 

18.00?" (HD 2/6 Urk. 10). In der Folge kam es um 19.30 Uhr zu einem Treffen 

zwischen F._____ und dem Beschuldigten (HD 2/6 Urk. 11-20). Zudem hat sich 

F._____ kurz vor dem Treffen mit dem Beschuldigten um ca. 19.00 Uhr ebenfalls 

in der Nähe der U._____-Strasse mit dem für das Marihuana zuständigen 

N._____ getroffen (HD 2/6 Urk. 19), was dafür spricht, dass er bei diesem das 

Marihuana für die Übergabe an den Beschuldigten besorgte. Diese Umstände las-

sen vernünftigerweise keinen anderen Schluss zu, als dass der Beschuldigte an-

lässlich des Treffens von F._____ die (Mindest-) Menge von 500 Gramm Marihu-

ana bezogen hat. 

3.5. Vorfall vom 24. März 2016, ca. 20.05 Uhr (Anklageschrift S. 4)

Die Vorinstanz erstellte anklagegemäss, dass der Beschuldigte am 24. März 2016 

um ca. 20.05 Uhr im Raum Bahnhof V._____ von F._____ ca. 500 Gramm Mari-

huana (mit deutlich über 1 Prozent liegendem THC-Gehalt) bezogen habe 

(Urk. 186 S. 57).

Die Verteidigung macht zu diesem Vorfall keine konkreten Ausführungen, ausser 

dass es sich dabei um unhaltbare Interpretationen handle (Urk. 176 N 65; 

Urk. 219 N 82).

-   35   -

Auch dieser Sachverhalt ist erstellt: Am 24. März 2016 bestellte der Beschuldigte 

bei F._____ Marihuana ("lange"): "Hoi wie geht’s? Hast du zeit für diese lange?" 

(HD 2/6 Urk. 22). Das Treffen fand um ca. 20.05 Uhr in der Nähe des Bahnhofs 

V._____ statt (HD 2/6 Urk. 23-28). Zudem hat sich F._____ vor dem Treffen mit 

dem für das Marihuana zuständigen N._____ getroffen (HD 2/6 Urk. 29). 

3.6. Vorfall vom 2. April 2016, ca. 18.30 Uhr (Anklageschrift S. 4)

Die Vorinstanz erstellte anklagegemäss, dass der Beschuldigte am 2. April 2016 

um ca. 18.30 Uhr im Raum Bahnhof V._____ von F._____ ca. 500 Gramm Mari-

huana (mit deutlich über 1 Prozent liegendem THC-Gehalt) bezogen habe 

(Urk. 186 S. 58 f.).

Die Verteidigung macht zu diesem Vorfall keine konkreten Ausführungen, ausser 

dass es sich dabei um unhaltbare Interpretationen handle (Urk. 176 N 65; 

Urk. 219 N 82). 

Wiederum verabredeten sich der Beschuldigte und F._____ zu einem Treffen 

(HD 2/6 Urk. 34-36). Gemäss den ermittelten Antennenstandorten der Mobiltele-

fone kam es am 2. April 2016 zunächst am Nachmittag zu einem Treffen zwi-

schen dem für das Marihuana zuständigen N._____ und F._____ (HD 2/6 

Urk. 45), was vernünftigerweise nur den Schluss zulässt, dass F._____ bei die-

sem das Marihuana zwecks Übergabe an den Beschuldigten bezogen hat. Um 

18.30 Uhr fand dann das Treffen zwischen dem Beschuldigten und F._____ beim 

Bahnhof V._____ statt (HD 2/6 Urk. 37-45), was zweifelsfrei der Übergabe der 

(Mindest-) Menge von 500 Gramm Marihuana diente. Der Sachverhalt ist damit 

erstellt.

3.7. Vorfall vom 12. April 2016, ca. 18.30 Uhr (Anklageschrift S. 4)

Die Vorinstanz erstellte anklagegemäss, dass der Beschuldigte am 12. April 2016 

um ca. 18.30 Uhr beim Parkplatz des Tennisclubs W._____ in Zürich von 

F._____ und O._____ ca. 50 Gramm Kokain bezogen habe (Urk. 186 S. 59 f.).

-   36   -

Die Verteidigung macht zu diesem Vorfall geltend, dass sich die Übergabe von 

50 Gramm Kokain nicht lediglich aus der Observation erstellen lasse, der Sach-

verhalt lasse sich insbesondere nicht "aufgrund des Gesamtbildes" ableiten. Zu-

dem habe der Beschuldigte seine Hand schon bei der Begrüssung in der Hosen-

tasche gehabt (Urk. 176 N 65; Urk. 219 N 99). 

Dieser Sachverhalt ist aufgrund der Beweismittel erstellt: So kam es am 12. April 

2016 um ca. 18.30 Uhr zu einem Treffen zwischen dem Beschuldigten, F._____ 

und O._____ beim Parkplatz des Tennisplatzes W._____, welches polizeilich 

oberviert wurde (HD 2/6 Urk. 62 ff.). Dabei wurde durch die Polizei festgestellt, 

dass sich die drei begrüssten, sich unterhielten und sich anschliessend zusam-

men in das Fahrzeug von F._____ setzten. Der Beschuldigte stieg dann aus dem 

Fahrzeug aus, wobei sich seine linke Hand in der vorderen linken Hosentasche 

befand. Gemäss dem Wahrnehmungsbericht sah dies so aus, als würde der Be-

schuldigte in der Hosentasche etwas verstecken (HD 2/6 Urk. 73/5-6). Dieser Ein-

schätzung ist zu folgen: So ergibt sich aus den Fotos des Treffens, dass der Be-

schuldigte vor dem Treffen ohne Hand in der Hosentasche aus seinem Fahrzeug 

aussteigt, diese dann bei der Begrüssung locker an bzw. in der Taschenöffnung 

hält und erst beim Verlassen des Fahrzeugs von F._____ eindeutig etwas in der 

Tasche festhält, wobei sich die Hand tief in der Hosentasche befindet (HD 2/6 

Urk. 74/1-4) Es bestehen daher keine vernünftigen Zweifel daran, dass dieses 

kurze Treffen der Übergabe der (Mindest-) Menge von 50 Gramm Kokain diente, 

zumal bei diesem Treffen der für das Kokain zuständige O._____ anwesend war. 

Dass es sich dabei um Marihuana handelte, kann schon aufgrund dieser perso-

nellen Konstellation ausgeschlossen werden. Ausserdem lässt sich nur eine 

Menge von 50 Gramm (und nicht ein Paket von 500 Gramm) in der Hosentasche 

versteckt transportieren. 

3.8. Vorfälle vom 20. April 2016, 20.00 und 20.30 Uhr (Anklageschrift S. 4)

Die Vorinstanz erachtete diesen Anklagepunkt als erstellt: Der Beschuldigte habe 

am 20. April 2016 um ca. 20.00 Uhr bei der Liegenschaft AA._____-Strasse … in 

Q._____ von F._____ und O._____ ca. 2'000 Gramm Marihuana (mit deutlich 

über 1 Prozent liegendem THC-Gehalt) und um ca. 20.30 Uhr beim Parkplatz des 

-   37   -

Tennisclubs W._____ in Zürich von F._____ und O._____ ca. 50 Gramm (Ankla-

geschrift: 100 Gramm) Kokain bezogen (Urk. 186 S. 60 ff.).

Die Verteidigung führte hierzu vor Vorinstanz aus, dass es bei diesem Treffen nur 

um Gras gegangen sein könnte, zumal man anscheinend zum Graslager gegan-

gen sei. Eine Übergabe von Kokain lasse sich indes nicht erstellen (Urk. 176 

S. 35 f.).

Gemäss den verwertbaren Beweismitteln ist erstellt, dass der Beschuldigte am 

19. April 2016 bei F._____ Marihuana ("lange") und Kokain ("von deine koleg") 

bestellte ("Hast du von diese lange und von deine koleg?"), was bestätigt wurde, 

und die beiden vereinbarten ein Treffen für den 20. April 2016 (HD 2/6 Urk. 77-

86). Dass eine Übergabe sowohl von Marihuana als auch von Kokain vereinbart 

wurde, ergibt sich nicht nur aus der klaren Bestellung des Beschuldigten, sondern 

auch aus der Antwort von F._____ "Ales klar fir lange" (HD 2/6 Urk. 78) sowie ei-

ner weiteren Mitteilung des Beschuldigten, mit welcher er sich vergewisserte, 

dass auch das Kokain geliefert wird: "Ok bis nachher und geht von deine koleg?" 

(HD 2/6 Urk. 85). Der Ablauf des Treffens sowie sämtliche Bewegungen der Be-

teiligten wurden durch die Polizei observiert und durch die Vorinstanz ausführlich 

wiedergegeben, worauf – um unnötige Wiederholungen zu vermeiden – verwie-

sen werden kann (Art. 82 Abs. 4 StPO). Aus der Observation ergibt sich, dass die 

Übergaben an den Beschuldigten mittels eines schwarzen Rollkoffers sowie eines 

gefalteten Papiersacks erfolgten. Die Beteiligten, nämlich der Beschuldigte, 

F._____ und O._____ fuhren zunächst mit zwei Fahrzeugen an die AA._____-

Strasse … in Q._____, wo sich – wie F._____ einräumte – das Lager für "Gras" 

und Haschisch befand (HD 3/2 S. 10; HD 2/13 S. 17). F._____ und O._____ be-

traten diese Liegenschaft und verliessen sie mit einem schwarzen Rollkoffer, wel-

cher gefüllt aussah. Danach fuhren die Beteiligten zur Tiefgarage an der U._____-

Strasse … in Zürich (HD 2/6 Urk. 89/3-4), wo O._____ ausstieg. Danach fuhren 

der Beschuldigte und F._____ mit den beiden Fahrzeugen wieder zum Parkplatz 

des Tennisclubs W._____ und parkierten dort. Dann fuhr F._____ zurück an die 

U._____-Strasse … in Zürich und holte O._____ ab, der dabei einen flachen Ge-

genstand in der Hand hielt, welcher wie ein gefalteter Papiersack aussah. Die bei-

-   38   -

den fuhren dann wieder zum Beschuldigten, worauf O._____ dem Beschuldigten 

den flachen Gegenstand übergab. Anschliessend stiegen alle wieder in ihre jewei-

ligen Fahrzeuge und fuhren davon (HD 2/6 Urk. 89/5). Zunächst wurde somit das 

Marihuana aus dem "Bunker" geholt und danach besorgte O._____ – welcher wie 

schon ausgeführt für das Kokain zuständig war – das Kokain. Aufgrund der Be-

stellung und des gesamten Ablaufs der Übergaben lässt sich somit vernünftiger-

weise kein anderer Schluss ziehen, als dass der Beschuldigte von F._____ und 

O._____ Marihuana und Kokain bezog. Auch die Mengen sind ohne weiteres er-

stellt, musste doch für den Transport des Marihuanas ein Rollkoffer verwendet 

werden, welcher zudem gefüllt aussah, was auf eine Menge von mindestens 2 Ki-

logramm Marihuana schliessen lässt. Auch durch die Verteidigung ist diese Über-

gabe von Marihuana zumindest implizit eingeräumt, führte sie doch selber aus, 

dass es bei dem Treffen wenn dann um Gras gegangen sei (Urk. 176 S. 35). 

Beim Kokain ist mangels weiterer verwertbarer Beweismittel von der üblichen 

(Mindest-) Menge von 50 Gramm auszugehen. 

3.9. Vorfall vom 9. Mai 2016, ca. 20.00 Uhr (Anklageschrift S. 5)

Die Vorinstanz erstellte, dass der Beschuldigte am 9. Mai 2016 um ca. 20.00 Uhr 

bei der Liegenschaft AA._____-Strasse … in Q._____ von N._____ ca. 

500 Gramm Marihuana (mit deutlich über 1 Prozent liegendem THC-Gehalt) be-

zogen habe (Urk. 186 S. 63 f.).

Die Verteidigung machte hierzu vor Vorinstanz geltend, dass – selbst wenn es bei 

dem Treffen um Gras gegangen sei sollte – man nicht nach Gutdünken von 500 

Gramm ausgehen könne. Zudem sei zwar das Fahrzeug des Beschuldigten bei 

dem Treffen anwesend gewesen, indes hätten dieses viele Personen benützt 

(Urk. 176 S. 36 f.). 

Am 9. Mai 2016 um 18.10 Uhr schrieb der Beschuldigte an N._____ "You have 

time for gr?" (HD 2/7 Urk. 30), woraufhin ein Treffen vereinbart wurde (HD 2/7 

Urk. 31-35). Dieses fand in der Folge statt (HD 3/2 S. 10; HD 2/7 Urk. 36-37). 

-   39   -

Aufgrund der Bestellung von Marihuana ("gr") des Beschuldigten bei dem für die-

ses zuständigen N._____ sowie dem Treffen ist ohne vernünftige Zweifel davon 

auszugehen, dass es zu einer Übergabe der (Mindest-) Menge von 500 Gramm 

Marihuana kam. Zudem ergeben die Antennenstandorte sowie die GPS-Auswer-

tung, dass die beiden noch zur AA._____-Strasse in Q._____ fuhren, wo sich der 

Marihuanabunker befand (HD 3/2 S. 10; HD 2/7 Urk. 36-37; HD 2/13 S. 17). Dass 

jemand anderes als der Beschuldigte an diesem Treffen teilgenommen hätte 

– wie dies die Verteidigung als Möglichkeit ausführt – kann aufgrund seiner per-

sönlichen Bestellung bei N._____ ausgeschlossen werden. Der Sachverhalt ist 

daher erstellt.

3.10.Reinheitsgehalt des Kokains

Zum Reinheitsgehalt des Kokains kann auf die zutreffenden Erwägungen der 

Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 186 S. 66 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Entgegen 

der Ansicht der Verteidigung (Urk. 219 N 119) ist nicht zu beanstanden, dass sie 

hierfür auf die Statistiken der Schweizerischen Gesellschaft für Rechtsmedizin 

(SGRM) abgestellt hat. Diese weist für das Jahr 2016 den Mittelwert von 64 Pro-

zent (mit möglicher Standardabweichung von +/- 22 Prozent) aus (vgl. dazu 

www.sgrm.ch/statistiken). Dabei ist von Hydrochlorid (und nicht von Kokainbase) 

auszugehen, da dieses einerseits die übliche Verbindung ist (da es zum Schnup-

fen geeignet ist) und andererseits am 29. Oktober 2016 beim Beschuldigten eben-

falls Kokain in der Form von Hydrochlorid sichergestellt wurde, dies mit einem 

Reinheitsgehalt von 77 Prozent (HD 10/7). Aufgrund dieser Sicherstellung recht-

fertigt sich auch die Annahme, dass das vom Beschuldigten erworbene Kokain 

von guter Qualität war, zumal er dieses in der Folge auch weiterverkaufte. Die 

Qualität wurde zudem durch den Abnehmer P._____ bestätigt, welcher aussagte, 

dass die von F._____ bezogene Ware immer eine gute Qualität aufgewiesen 

habe (HD 2/15 S. 21). Die Annahme des Reinheitsgehalts des Kokains von 

64 Prozent durch die Vorinstanz erweist sich daher als korrekt. 

-   40   -

3.11.Fazit zu HD/a

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschuldigte in der Zeit vom 6. Fe-

bruar 2016 bis zum 9. Mai 2016 von der Gruppierung um F._____ insgesamt 

150 (Vorinstanz: 100) Gramm Kokaingemisch mit einem Reinheitsgehalt von 

64 Prozent, entsprechend insgesamt 96 (Vorinstanz: 64) Gramm reinem Kokain, 

sowie 5.5 Kilogramm Marihuana bezogen hat.

3.12.Rechtliche Würdigung des Hauptanklagepunkts HD/a

Die Vorinstanz würdigte die Kokainübernahmen als mehrfache qualifizierte Wider-

handlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. d 

BetmG in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG. Diese Würdigung ist zutref-

fend. Bei allen Übernahmen wurde die Grenze zum mengenmässig qualifizierten 

Fall von 18 Gramm reinem Kokain gemäss Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG (vgl. u.a. 

BGE 109 IV 143 S. 3b) jeweils deutlich überschritten. Der Beschuldigte wusste 

um die gesundheitsgefährdende Wirkung von Kokain, da er selber Kokain konsu-

mierte. Mit Bezug auf das bezogene Marihuana wird dem Beschuldigten nicht vor-

geworfen, einen grossen Umsatz bzw. Gewinn im Sinne von Art. 19 Abs. 2 lit. c 

BetmG erzielt zu haben. Diesbezüglich ist der Beschuldigte daher der mehrfachen 

Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 

lit. d BetmG schuldig zu sprechen. 

4. Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz gemäss ND 1 und 

ND 2 a, b, d und e

4.1. Vorfall vom 29. Juli 2016 (ND 1; Anklageschrift S. 11)

Die Vorinstanz erstellte den Sachverhalt, wie er dem Beschuldigten vorgeworfen 

wird: Dieser habe am 29. Juli 2016 um ca. 21.30 Uhr J._____ an der AB._____-

Strasse bzw. in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs AC._____ rund 15 Gramm Ko-

kain zum Preis von insgesamt Fr. 1'350.– übergeben, wovon 5 Gramm für den 

Abnehmer AD._____ und 10 Gramm für den Abnehmer K._____ bestimmt gewe-

sen seien (Urk. 186 S. 69 f.).

-   41   -

Die Verteidigung macht hierzu geltend, dass die Konfrontationseinvernahme mit 

AD._____ unverwertbar sei, so sei er u.a. vom Staatsanwalt quasi zu einer Aus-

sage "überredet" worden (Urk. 176 N 68 ff.; Urk. 219 N 113). 

Dieser Sachverhalt lässt sich aufgrund der verwertbaren Aussagen von 

AD._____, dem Bruder von J._____, bei der Staatsanwaltschaft als Auskunftsper-

son befragt, erstellen. Die formellen Voraussetzungen wurden eingehalten, es 

kann hierzu auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 186 

S. 30 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO). In Würdigung seiner staatsanwaltschaftlichen Aus-

sagen sind auch keinerlei Druckversuche von Seiten der Staatsanwaltschaft er-

sichtlich. AD._____ sagte insbesondere aus, dass sein Bruder J._____ ihm gera-

ten habe, 5 Gramm Kokain zu kaufen, da dies günstiger sei, als einzelne Portio-

nen zu beziehen. Am 29. Juli 2016 hätten sie sich daher um 21.00 Uhr beim 

Bahnhof AC._____ mit K._____ getroffen und sie hätten insgesamt 15 Gramm 

Kokain zu einem Preis von Fr. 1'350.– vom Beschuldigten gekauft. Dabei sei sein 

Bruder mit dem Beschuldigten und einer weiteren ihm unbekannten Person zu 

den Veloständern gegangen und in der Folge mit 15 Gramm Kokain wieder ge-

kommen (ND 1/4 S. 2 f.; ND 1/5 S. 2 ff.). Damit ergibt sich ohne vernünftige Zwei-

fel, dass der Beschuldigte J._____ die 15 Gramm Kokain übergeben hat, auch 

wenn AD._____ die eigentliche Übergabe nicht gesehen hat – was die Verteidi-

gung geltend macht (Urk. 176 N 69) – fand diese doch bei den Veloständern statt. 

Die Aussagen von AD._____ sind als sehr glaubhaft zu werten, belastet er sich 

damit doch selber. Es besteht für ihn auch kein Grund, den Beschuldigten un-

rechtmässig zu belasten, hat er ihn an diesem Tag doch das erste und einzige 

Mal gesehen (ND 1/5 S. 2 f.).

4.2. Vorfall vom 29. Oktober 2016 (Anklagepunkt ND 2a; Anklageschrift S. 11)

Die Vorinstanz erachtete es als erstellt, dass der Beschuldigten am 29. Oktober 

2016 um ca. 01.00 Uhr an seinem damaligen Domizil im Zimmer … des Hotels 

"AE._____", AF._____-Weg … in AC._____, dem Abnehmer AG._____ zwei Por-

tionen Kokain à ca. 0.35 Gramm zum Preis von je Fr. 50.– veräussert habe, wo-

von eine Portion Kokain für den Abnehmer M._____ bestimmt gewesen sei 

(Urk. 186 S. 71 f.). 

-   42   -

Die Verteidigung macht zu diesem Anklagepunkt geltend, dass dieser Sachverhalt 

erstellbar sei (Urk. 176 N 74).

An diesem Tag kam es anlässlich einer polizeilichen Überwachung zur Verhaf-

tung von AG._____ und M._____, nachdem bei der Fahrzeugkontrolle unter an-

derem zwei Briefchen Kokain sichergestellt wurden (vgl. ND 2/1 S. 3; ND 2/9/5 

S. 1). AG._____ sagte aus, dass er an diesem Abend mit M._____ zum Hotel 

AE._____ gefahren sei und dort das Kokain von einem gewissen "AH._____" für 

Fr. 100.– gekauft habe. M._____ sei im Auto geblieben (ND 2/2 S. 1 f.; ND 2/1 

S. 1 ff.). Der Beschuldigte ist geständig, AG._____ an jenem Tag jenes Kokain 

verkauft zu haben, das bei dessen Verhaftung im Fahrzeug sichergestellt werden 

konnte (ND 2/6 S. 3) und auch die Verteidigung geht wie erwähnt davon aus, 

dass dieser Sachverhalt erstellbar sei (Urk. 176 N. 74). Der Anklagesachverhalt 

ist somit erstellt und eingestanden. 

4.3. Vorfall vom Juli/August 2016 bis 29. Oktober 2016 (Anklagepunkt ND 2b, 

Anklageschrift S. 11)

Die Vorinstanz erstellte den Sachverhalt, wie er dem Beschuldigten vorgeworfen 
wird. Dieser habe an im Einzelnen nicht mehr bestimmbaren Daten, jedenfalls 

aber während des Zeitraums von ca. Juli/August 2016 bis zum 29. Oktober 2016 

an seinem damaligen Domizil im Zimmer … des Hotels "AE._____", AF._____-

Weg … in AC._____, anlässlich von drei weiteren Malen dem Abnehmer 

AG._____ jeweils Portionen von ca. 0.3 bis ca. 0.4 Gramm Kokain zum Preis von 

jeweils Fr. 50.– veräussert (Urk. 186 S. 72 f.). 

Die Verteidigung führt zu diesem Vorfall aus, dass dieser erstellbar sei (Urk. 176 

N 74). 

Dieser Sachverhalt ist erstellt und eingestanden. AG._____ sagte glaubhaft aus, 

dass er schon vor dem 29. Oktober 2016 drei weitere Male in unregelmässigen 

Abständen beim Beschuldigten Kokain für jeweils Fr. 50.– gekauft habe, wobei 

das erste Mal ca. im Juli/August 2016 gewesen sei (ND 2/2 S. 2 f.; ND 2/3 S. 3). 

Dies räumte auch der Beschuldigte ein, indem er zugab, dass AG._____ hin und 

-   43   -

wieder bei ihm Kokain gekauft habe (ND 2/6 S. 3). Die Verteidigung geht wie er-

wähnt ebenfalls davon aus, dass dieser Sachverhalt erstellbar sei (Urk. 176 

N 74).

4.4. Vorfall vom September/Oktober 2016 bis 29. Oktober 2016 (Anklagepunkt 

ND 2d, Anklageschrift S. 11 f.)

Erstellt und vom Beschuldigten sowie der Verteidigung eingeräumt ist, dass der 

Beschuldigte während des Zeitraumes von ca. Ende September/Anfang Okto-

ber 2016 bis zum 29. Oktober 2016, an im Einzelnen nicht mehr bestimmbaren 

Örtlichkeiten, jedenfalls aber auf dem Gebiet der Stadt Zürich, anlässlich mehre-

rer Gelegenheiten insgesamt rund 12 Gramm Kokain an nicht näher bekannte Ab-

nehmer zum Preis von jeweils Fr. 100.– pro Gramm veräussert hat (Urk. 186 

S. 74 f.; ND 2/6 S. 4; HD 2/16 S. 4 f.; Urk. 176 N 76).

4.5. Vorfall vom 29. Oktober 2016 (Anklagevorwurf ND 2e; Anklageschrift S. 12)

Erstellt und vom Beschuldigten sowie der Verteidigung eingeräumt ist, dass der 

Beschuldigte am 29. Oktober 2016 um ca. 03.30 Uhr an seinem damaligen Domi-

zil im Zimmer … des Hotels "AE._____", AF._____-Weg … in AC._____, eine 

Menge von ca. 27 Gramm Kokain aufbewahrt hatte, wovon ca. die Hälfte von 

13.5 Gramm Kokain zum Zweck des Eigenkonsums und die andere Hälfte von 

ebenfalls 13.5 Gramm zum Zweck des Verkaufs an potentielle Abnehmer be-

stimmt gewesen sei (Urk. 186 S. 75 f.; Urk. 176 N 76; ND 2/6 S. 2 und S. 6). 

Anzumerken ist, dass im Rahmen der Hausdurchsuchung vom 29. Oktober 2016 

im Tresor des Hotelzimmers des Beschuldigten 28.05 Gramm Kokaingemisch, 

1.57 Gramm Kokaingemisch (brutto) in einem Briefchen und 3.77 Gramm Kokain-

gemisch offen auf dem Glastisch sowie Marihuana sichergestellt wurden 

(ND 2/9/5 S. 2 f. und ND 2/9/9 S.10). Die Staatsanwaltschaft hat – wohl aufgrund 

des Opportunitätsprinzips – nur die im Tresor sichergestellte Menge von 

28.05 Gramm Kokaingemisch eingeklagt (26.7 Gramm netto, Reingehalt 77%: 

20.5 Gramm Reinsubstanz [A009'772'014]). Zudem wurde auch eine Waage und 

Alufolie sichergestellt (ND 2/9/5 S. 2 f.), was ohne vernünftige Zweifel dafür 

-   44   -

spricht, dass der Beschuldigte Kokain nicht nur konsumiert, sondern auch ver-

kauft hat. Beim sichergestellten Kokain war die Hälfte (10.25 Gramm Reinsub-

stanz) zum Verkauf vorgesehen.

4.6. Rechtliche Würdigung der Anklagepunkte ND 1 und ND 2a, b, d und e

Die Vorinstanz hat die Sachverhalte gemäss ND 1 und ND 2a, b, d und e als La-

gerungen und Verkäufe im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. c und d BetmG qualifiziert. 

Unter Hinweis auf HUG-BEELI, Kommentar zum Betäubungsmittelgesetz, N 164 

und N 168 zu Art. 19 BetmG ist sie sodann zum Schluss gekommen, dass zu 

Gunsten des Beschuldigten im Grundsatz davon auszugehen sei, dass die erwor-

benen Betäubungsmittel mit dem hernach gelagerten und verkauften Stoff iden-

tisch waren, weshalb jeweils von einer Straftat mit verschiedenen Entwicklungs-

stufen auszugehen sei. Der Erwerb des Stoffes einerseits und dessen spätere La-

gerungen sowie Verkäufe andererseits würden somit keine mehrfache Tatbege-

hung begründen. Im Urteilsdispositiv seien dennoch die einzelnen Straftatvarian-

ten aufzuführen, da sich die nach dem Erwerb zusätzlich verwirklichten Tathand-

lungen im Rahmen des Verschuldens straferhöhend auswirken würden (Urk. 186 

S. 78 f.). Diese Erwägungen erweisen sich als zutreffend und der Beschuldigte ist 

für die Sachverhalte gemäss ND 1 und ND 2a, b, d und e im Sinne von Art. 19 

Abs. 1 lit. c und d BetmG schuldig zu sprechen.

5. Sexual- und Gewaltdelikte zum Nachteil von B._____

5.1. Vorfall vom 15. Mai 2017 (Vergewaltigung und Körperverletzung, ND 4)

5.1.1. Ausgangslage

Die Vorinstanz erachtete es – soweit für das Berufungsverfahren in rechtlicher 

Hinsicht relevant – als erstellt, dass der Beschuldigte in seiner Wohnung in 

AC._____ nach einer anfänglichen verbalen und tätlichen Auseinandersetzung 

mit der Privatklägerin B._____ am 15. Mai 2017 zwischen 09.00 Uhr und 

11.00 Uhr gegen den erkennbaren Willen der auf dem Bauch liegenden Privatklä-

gerin den Geschlechtsverkehr mit ihr vollzogen habe. Zudem habe der Beschul-

digte der Privatklägerin die fünfte rechte Rippe und den rechten Ringfinger gebro-

-   45   -

chen. Mit diesem Verhalten seien die Tatbestände der Vergewaltigung im Sinne 

von Art. 190 Abs. 1 StGB sowie der mehrfachen einfachen Körperverletzung im 

Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB erfüllt. Indes lasse sich die eingeklagte Ge-

fährdung des Lebens im Sinne von Art. 129 StGB nicht erstellen. So sei nicht klar, 

zu welchem konkreten Zeitpunkt und aus welchem konkreten Grund der Urinab-

gang der Privatklägerin erfolgt sei und ob ein Zusammenhang mit dem Drücken 

des Kissens auf das Gesicht bestehe. Aufgrund der Ausführungen der Privatklä-

gerin sei auch nicht klar, wie lange das Drücken des Kissens auf ihr Gesicht ge-

dauert habe. Es würden daher zu wenige Anhaltspunkte dafür bestehen, dass in 

casu von einer ernsthaften Wahrscheinlichkeit des Todeseintrittes wegen Ersti-

ckungsgefahr ausgegangen werden könne. Auch in subjektiver Hinsicht könne 

dem Beschuldigten ein entsprechender Vorsatz nicht nachgewiesen werden, zu-

mal er im Rahmen des turbulenten und emotionalen Vorfalles offenbar selbst am 

Rande eines Nervenzusammenbruches gestanden habe. Der Beschuldigte sei 

daher vom Vorwurf der Gefährdung des Lebens im Sinne von Art. 129 StGB frei-

zusprechen (Urk. 186 S. 80 ff. und S. 97 ff.).

Die Staatsanwaltschaft ficht den Freispruch vom Vorwurf der Gefährdung des Le-

bens im Sinne von Art. 129 StGB an. Sie bringt vor, dass die diesbezüglichen 

Vorbringen der Privatklägerin von der Vorinstanz unkorrekt gewürdigt worden 

seien. Es lasse sich nachweisen, dass der Urinabgang infolge eines akuten Sau-

erstoffmangels während des Vorfalls mit dem Kissen erfolgt sei. Dafür spreche 

der Umstand, dass die Privatklägerin u.a. vorgebracht habe, den Urinabgang zu-

nächst gar nicht bemerkt zu haben. Im Rahmen ihrer Äusserungen habe diese mit 

genügender Deutlichkeit zum Ausdruck gebracht, dass der (spontane) Urinab-

gang im Zusammenhang mit ihrer Atemnot – verursacht durch das Drücken des 

Kissens auf ihr Gesicht – gestanden habe. Auch müsse von einer erheblichen 

Dauer des Unterbruchs der Sauerstoffzufuhr ausgegangen werden. Weiter er-

scheine aufgrund des Gutachtens zur körperlichen Untersuchung der Privatkläge-

rin vom 19. August 2017 nicht fraglich, dass diese im zwar mehr oder weniger un-

mittelbaren Anschluss an das inkriminierte Ereignis und noch unter dem Einfluss 

desselben gegenüber der untersuchenden IRM-Ärztin abgegeben habe, Schwin-

del und Brechreiz verspürt zu haben, als der Beschuldigte ihr ein Kissen auf das 

-   46   -

Gesicht gedrückt habe; sie habe dabei kurzzeitig die Orientierung verloren und 

– wörtlich – "nicht mehr gewusst, wo sie sei". Es gebe keine vernünftigen Gründe, 

diese Vorbringen der Privatklägerin hinsichtlich der Glaubhaftigkeit in Zweifel zu 

ziehen. Nicht fraglich könne zudem sein, dass aufgrund des konkreten Verhaltens 

des Beschuldigten direkt von der Wahrscheinlichkeit oder nahen Möglichkeit der 

Todesfolge wegen Erstickungsgefahr bei der Privatklägerin auszugehen sei. 

Ebenfalls nicht fraglich erscheine, dass der Beschuldigte in subjektiver Hinsicht 

skrupellos gehandelt habe (Urk. 188 S. 8 f.; Urk. 218 S. 8 f.).

Die Verteidigung ficht die Verurteilung wegen Vergewaltigung im Sinne von 

Art. 190 Abs. 1 StGB und wegen einfacher Körperverletzung im Sinne von 

Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB an (Urk. 189). Die Aussagen der Privatklägerin seien 

nicht glaubhaft, sie würden untereinander inhaltlich voneinander abweichen. Dies 

im Gegensatz zur Version des Beschuldigten, welcher von Beginn weg konstant, 

detailliert und widerspruchsfrei habe erklären können, was sich zum fraglichen 

Tatzeitpunkt bzw. im fraglichen Tatzeitraum abgespielt habe. Bei der Privatkläge-

rin handle es sich zudem um eine Person, welche unter ADHS und Borderline 

leide. An jenem Tag habe sie ausserdem Alkohol, Kokain und Amphetamine kon-

sumiert. Weiter habe sie kurz vor dem Vorfall erfahren, dass sie vom Beschuldig-

ten betrogen worden sei und es sei so, dass sie durch den nicht funktionierenden 

(einvernehmlichen) Geschlechtsverkehr wahnsinnig frustriert und verletzt gewe-

sen sei. Es sei daher die Privatklägerin gewesen, welche völlig ausgetickt sei. Die 

von ihr geschilderte Vergewaltigung habe daher in Tat und Wahrheit nicht stattge-

funden (Urk. 176 N 80 ff. und N 160 ff.; Urk. 214 N 9 ff.). 

5.1.2. Sachverhalt

An Beweismitteln liegen die Aussagen des Beschuldigten in der Untersuchung 

und anlässlich der Berufungsverhandlung vor (ND 4/3/1-5; Prot. II S. 35). Ferner 

stehen die von der Privatklägerin bei der Polizei, bei der Staatsanwaltschaft und 

vor Vorinstanz deponierten Aussagen zur Verfügung (ND 4/4/1-3; Urk. 142 

S. 2 ff.), wobei bezüglich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme zusätzlich 

auch eine Videoaufzeichnung bei den Akten liegt (ND 4/4/4). Zudem liegen die 

Aussagen von AI._____ (ND 4/5/1-2), vom Sachverständigen AJ._____ 

-   47   -

(ND 4/5/3) und von AK._____ (ND 4/5/4) vor. Des Weiteren stehen die ärztlichen 

Unterlagen der Privatklägerin (ND 4/7/4-6; ND 4/9/2; ND 4/9/4) und des Beschul-

digten (ND 4/8/1-5) sowie der Spurenbericht des Forensischen Instituts Zürich 

vom 22. Mai 2017 (ND 4/10/3) sowie dessen Kurzbericht betreffend die Überprü-

fung des Slips der Privatklägerin auf Urinspuren vom 11. Dezember 2017 

(ND 4/10/4) zur Verfügung. Schliesslich liegt noch eine Fotodokumentation betref-

fend die nach dem Vorfall von der Polizei vorgefundene Wohnungssituation 

(ND 4/1/2) sowie ein Chatverlauf zwischen der Privatklägerin und AI._____ 

(ND 4/1/6) bei den Akten.

Was die Aussagen der Privatklägerin, des Beschuldigten und der Zeugen 

AI._____, AJ._____ und AK._____ betrifft, so ist zunächst auf die diesbezügliche 

zusammenfassende Darstellung durch die Vorinstanz zu verweisen (Urk. 186 

S. 81 ff., S. 85 ff.). Zu ergänzen ist lediglich, dass der Beschuldigte anlässlich der 

Berufungsverhandlung auf seine früheren Aussagen verwies (Prot. II S. 35). Auch 

die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz hinsichtlich der Glaubwürdigkeit der 

Befragten sind hier nicht zu wiederholen (vgl. Urk. 186 S. 39 betreffend den Be-

schuldigten; Urk. 186 S. 40 f. betreffend die Privatklägerin; Urk. 186 S. 41 betref-

fend AI._____), einerseits weil darin die Interessen der Befragten am Verfahren 

sowie deren Beziehungen zueinander korrekt festgehalten wurden und anderer-

seits, weil es bei der Würdigung von Aussagen primär auf deren inneren Gehalt 

ankommt.

Zutreffend hielt die Vorinstanz sodann fest, dass sich der gegenüber dem Be-

schuldigten erhobene Tatvorwurf der Vergewaltigung als klassisches Vier-Augen-

Delikt primär auf die Aussagen der Privatklägerin stütze (Urk. 186 S. 81). Der An-

klagesachverhalt wird vom Beschuldigten jedoch nicht gänzlich bestritten. Die 

Aussagen der Privatklägerin und des Beschuldigten decken sich insoweit, als 

dass am Morgen des 15. Mai 2017 in der Wohnung des Beschuldigten zwischen 

den beiden ein Geschlechtsverkehr stattgefunden hat, der Beschuldigte indes auf-

grund von Erektionsproblemen nicht zum Höhepunkt kam. Ausserdem gab auch 

der Beschuldigte an, dass es am besagten Morgen zu einer Auseinandersetzung 

mit der Privatklägerin gekommen sei. In diesem Zusammenhang gestand er bei 

-   48   -

der Polizei ein, die Privatklägerin im Rahmen des Sexualkontakts leicht gebissen 

und sie bei der anschliessenden Auseinandersetzung an den Haaren gerissen, ihr 

einen Stuhl angeworfen und ihre Haare mit der Duschbrause abgespritzt zu ha-

ben (ND 4/3/3 S. 12 ff.). Zudem räumte er ein, dass die Schmerzen in der Rippen-

gegend und die diversen blauen Flecken am Körper und im Gesicht der Privatklä-

gerin durch die Schlägerei, in deren Rahmen man zu Boden gefallen sei, entstan-

den sein könnten, wobei es möglich sei, dass er die Privatklägerin dabei mit den 

Fäusten geschlagen habe (ND 4/3/3 S. 14 + 25). Abgesehen davon schilderte der 

Beschuldigte aber ein anderes Tatgeschehen, welches insbesondere wie gesagt 

einen einvernehmlichen Geschlechtsverkehr zum Inhalt hat. Infolgedessen ist zu 

prüfen, ob der Sachverhalt aufgrund der Untersuchungsakten und der vor Gericht 

vorgebrachten Argumente, namentlich der Darstellungen der beiden unmittelbar 

Beteiligten sowie ergänzend der Aussagen der weiteren befragten Personen und 

der weiteren Beweismittel rechtsgenügend erstellt werden kann.

Mit der Vorinstanz ist festzustellen, dass der in der Anklage angegebene Zeit-

punkt der Tathandlungen (HD 16 S. 13: "ca. 04.15 Uhr") nicht zutreffen kann. Die 

Privatklägerin schätzte den Zeitpunkt zunächst auf ca. 05.00 Uhr, gab aber an-

schliessend an, nicht mehr genau sagen zu können, wann das alles begonnen 

habe. Sie habe auch das Zeitgefühl verloren (ND 4/4/2 S. 2). Demgegenüber gab 

der Beschuldigte an, die Auseinandersetzung habe nach dem Abgang von 

AI._____ um ca. 08.30 Uhr begonnen (ND 4/3/3 S. 5). Dies stimmt wiederum mit 

der Angabe von AI._____ überein, der die Wohnung des Beschuldigten gegen 

8 und 9 Uhr morgens verlassen haben will (ND 4/5/2 S.