# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 92a70e2d-b426-5790-a4d8-6ace7a12ef51
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-07-13
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 13.07.2010 D-4519/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4519-2010_2010-07-13.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-4519/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 3 .  J u l i  2 0 1 0

Richter Thomas Wespi (Vorsitz), 
Richter Daniele Cattaneo, Richter Martin Zoller, 
Gerichtsschreiberin Regula Frey.

A._______, geboren B._______, 
Kosovo und Serbien,
C._______, geboren D._______,
Serbien,
E.______,
Beschwerdeführende,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern.

Revision; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 
7. Juni 2010 / D-1263/2009.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Partei

Gegenstand

D-4519/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass die Gesuchsteller am 16. November 2008 in der Schweiz um Asyl 
nachsuchten,

dass das BFM mit  Verfügung vom 29. Januar 2009 die Asylgesuche 
ablehnte und die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug an-
ordnete,

dass das Bundesverwaltungsgericht die dagegen erhobene Beschwer-
de vom 25. Februar 2009 mit Urteil vom 7. Juni 2010 abwies,

dass die Gesuchsteller mit als „Einsprache“ bezeichneter Eingabe vom 
22. Juni 2010 in Bezug auf das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts 
vom 7. Juni 2010 beantragten, ihrer Einsprache sie die aufschiebende 
Wirkung  zu  gewähren  und  es  sei  ihnen  Asyl  zu  gewähren  oder  sie 
seien vorläufig aufzunehmen,

dass  die  Gesuchsteller  mit  Zwischenverfügung  des  Bundesverwal-
tungsgerichts vom 25. Juni 2010 – eröffnet am 28. Juni 2010 – aufge-
fordert wurden, innert sieben Tagen ab Erhalt der Zwischenverfügung 
schriftlich einen Revisionsantrag zu stellen und den angerufenen Revi-
sionsgrund mitzuteilen  sowie  bis  am 12. Juli  2010  einen Kostenvor-
schuss von Fr. 1'200.-- zu leisten.

dass die Gesuchsteller mit als Revisionsgesuch betitelter Eingabe vom 
5. Juli 2010 (Poststempel) mit den gleichen Beweismitteln und im We-
sentlichen  mit  der  gleichen  Begründung  wie  in  ihrer  Eingabe  vom 
22. Juni 2010 sinngemäss um Revision des Urteils des Bundesverwal-
tungsgerichts vom 7. Juni 2010 ersuchten, 

dass sie in prozessualer Hinsicht die kostenfreie Bearbeitung ihres Re-
visionsgesuchs beantragten,

dass  die  Gesuchsteller  am  6.  Juli  2010  den  verlangten  Kostenvor-
schuss von Fr. 1'200.-- bezahlten,

dass das Bundesverwaltungsgericht  gemäss Art. 105  des Asylgeset-
zes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf dem Gebiet des Asyls 
endgültig (vgl. Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]) über Beschwerden gegen Verfügun-
gen des BFM entscheidet,

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dass das Bundesverwaltungsgericht  ausserdem für  die Revision von 
Entscheiden zuständig ist, die es in seiner Funktion als Beschwerde-
instanz gefällt hat (vgl. BVGE 2007/21 E. 2.1 S. 242, mit Hinweisen),

dass  gemäss  Art.  45  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 17. Juni 
2005 (VGG, SR 173.32) für die Revision von Urteilen des Bundesver-
waltungsgerichts die Art. 121-128 BGG sinngemäss gelten,

dass gemäss Art. 47 VGG auf Inhalt, Form und Ergänzung des Revisi-
onsgesuches Art. 67 Abs. 3 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) Anwendung 
findet,

dass vorliegend – mit Blick auf die Eintretensfrage – die Gesuchsteller 
durch das angefochtene Urteil besonders berührt sind und ein schutz-
würdiges Interesse an dessen Aufhebung beziehungsweise Änderung 
haben, womit die Legitimation gegeben ist (vgl. analog Art. 48 Abs. 1 
VwVG;  URSINA BEERLI-BONORAND,  Die  ausserordentlichen  Rechtsmittel 
des Bundes und der Kantone, Zürich 1985, S. 65 ff.),

dass zwar an die Begründung ausserordentlicher Rechtsmittel strenge 
Anforderungen zu stellen sind (vgl. BEERLI-BONORAND, a.a.O., S. 145 ff.), 
zu  Gunsten  der  Gesuchsteller  indessen  davon  auszugehen  ist,  sie 
würden mit dem Einreichen von Beweismitteln den Revisionsgrund von 
Art. 123 Abs. 2 Bst. a BGG geltend machen,

dass mangels konkreter Angaben ebenfalls zu Gunsten der Gesuch-
steller dieser Revisionsgrund als innert der in Art. 124 BGG genannten 
Fristen geltend gemacht betrachtet wird,

dass  die  Revisionseingabe  zudem  die  Begehren  für  den  Fall  eines 
neuen  Beschwerdeentscheides  –  nämlich  die  Gewährung  von  Asyl 
beziehungsweise  der  vorläufigen  Aufnahme  –  enthält  (vgl.  Art.  67 
Abs. 3 VwVG),

dass somit  auf  das  frist-  und  formgerecht  eingereichte  Revisionsge-
such einzutreten ist,

dass mit dem ausserordentlichen Rechtsmittel der Revision die Unab-
änderlichkeit  und Massgeblichkeit  eines rechtskräftigen Beschwerde-
entscheides  angefochten  wird,  damit  in  der  Sache  neu  entschieden 

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werden kann (vgl. PIERRE TSCHANNEN/ULRICH ZIMMERLI, Allgemeines Verwal-
tungsrecht, 2. Aufl., Bern 2005, S. 269),

dass das Bundesverwaltungsgericht auf Gesuch hin seine Urteile aus 
den in Art. 121-123 BGG genannten Gründen in Revision zieht (Art. 45 
VGG),

dass gemäss Art. 123 Abs. 2 Bst. a BGG die Revision verlangt werden 
kann, wenn die ersuchende Partei  nachträglich erhebliche Tatsachen 
erfährt oder entscheidende Beweismittel auffindet, die sie im früheren 
Verfahren  nicht  beibringen  konnte,  unter  Ausschluss  der  Tatsachen 
und Beweismittel, die erst nach dem Entscheid entstanden sind,

dass das Bundesverwaltungsgericht in seinem Urteil vom 7. Juni 2010 
erwog, die Vorbringen der Gesuchsteller seien nicht massgeblich, weil 
die Sicherheitslage an deren letztem Wohnort  in Kosovo nicht derart 
sei,  dass eine aktuelle  asylrelevante Gefährdung anzunehmen wäre, 
den  Gesuchstellern  eine  innerstaatliche  Fluchtalternative  im  Norden 
Kosovos zur Verfügung stehe und sie sich als serbische Staatsangehö-
rige in Serbien niederlassen könnten, 

dass der Wegweisungsvollzug in die beiden Staaten Kosovo und Ser-
bien als durchführbar bezeichnet wurde,

dass die Gesuchsteller mit  ihrem Revisionsgesuch die Todesurkunde 
des Vaters und eines Onkels des Gesuchstellers sowie zwei Fotos von 
zerstörten Häusern,  die  sich  in  F._______ (Kosovo)  befinden sollen, 
einreichten,

dass  diese  Beweismittel  revisionsrechtlich  unerheblich  sind,  weil  im 
Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  der  Tod des Vaters  und  eines 
Onkels des Gesuchstellers nicht bestritten wurde – betreffend den Tod 
des Vaters wurde ohnehin der Todesregisterauszug bereits beim BFM 
eingereicht – und die Gesuchsteller nicht verpflichtet sind, nach Koso-
vo  zurückzukehren,  sondern  eine  Aufenthaltsmöglichkeit  in  Serbien 
wahrnehmen können,

dass bei  dieser Sachlage die Frage, weshalb es den Gesuchstellern 
verunmöglicht war, den den Onkel betreffenden Registerauszug sowie 
die  beiden  Fotos  nicht  schon  im  ordentlichen  Beschwerdeverfahren 
einzureichen, offen gelassen werden kann,

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dass zudem mangels revisionsrechtlicher Erheblichkeit der eingereich-
ten Beweismittel das Vorliegen völkerrechtlicher Vollzughindernisse zu 
verneinen  ist  (vgl.  Entscheidungen und  Mitteilungen der  Schweizeri-
schen Asylrekurskommission [EMARK] 1995 Nr. 9 E. 7), 

dass somit vorliegend der Revisionsgrund von Art. 123 Abs. 2 Bst. a 
BGG nicht erfüllt ist,

dass  die  weiteren  Vorbringen  in  den  Eingaben  vom 22.  Juni  bezie-
hungsweise 5. Juli 2010 revisionsrechtlich nicht massgebend sind, weil 
sie lediglich eine Darstellung des im vorinstanzlichen beziehungsweise 
im Beschwerdeverfahren dargelegten Sachverhaltes und implizit  eine 
Kritik am Urteil des Bundesverwaltungsgerichts beinhalten, womit  die 
Gesuchsteller  diesem  eine  andere  Würdigung  des  Sachverhalts 
gegenüberstellen,

dass jedoch eine erneute rechtliche Würdigung oder eine falsche Wür-
digung aktenkundiger Tatsachen eine Rechtsfrage und nicht den Sach-
verhalt beschlägt und somit keinen Revisionsgrund darstellt, zumal die 
Revision nicht  auf  die  Verbesserung rechtlicher  Irrtümer abzielt  (vgl. 
BEERLI-BONORAND,  a.a.O.,  S.  131  f.; HANSJÖRG SEILER/NICOLAS VON 
WERDT/ANDREAS GÜNGERICH, Bundesgerichtsgesetz (BGG): Bundesgesetz 
über  das  Bundesgericht,  Handkommentar,  Bern  2007,  Art. 121 
Rz. 28),

dass  zusammenfassend das Revisionsgesuch mangels Erfüllung des 
implizit angerufenen Revisionstatbestandes von Art. 123 Abs. 2 Bst. a 
BGG abzuweisen ist,

dass das sinngemässe Gesuch um Anordnung vorsorglicher Massnah-
men mit vorliegendem Urteil gegenstandslos wird,

dass sich das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspfle-
ge im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG in Verbindung mit Art. 68 Abs. 2 
VwVG als gegenstandslos erweist, da der verlangte Kostenvorschuss 
nach Stellung dieses Gesuchs bezahlt wurde,

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 1'200.--  
(Art. 16 Abs. 1 Bst. a VGG i.V.m. Art. 1-3 des Reglements vom 21. Feb-
ruar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesver-
waltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) den Gesuchstellern aufzuerle-
gen (Art. 37 VGG i.V.m. Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG und Art. 68 Abs. 2 

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VwVG)  und  mit  dem  am  6.  Juli  2010  in  gleicher  Höhe  bezahlten 
Kostenvorschuss zu verrechnen sind.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Das Revisionsgesuch wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 1'200.--  werden  den  Gesuchstellern 
auferlegt  und mit  dem in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss 
verrechnet.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- die Gesuchsteller (Einschreiben)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt, mit  den Akten Ref.-Nr. N _______ 

(per Kurier; in Kopie)
- das G._______ (in Kopie)

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Thomas Wespi Regula Frey

Versand: 

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