# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 25c0c986-7ed3-5b12-9468-4b1d55c0d9df
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-09-24
**Language:** de
**Title:** Schulterbeschwerden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht unfallbedingt, Aktenbeurteilung beweistauglich, Einstellung der Versicherungsleistungen rechtens; Abweisung. (BGE 8C_740/2020)
**Docket/Reference:** UV.2019.00175
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2019.00175.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2019.00175
II. Kammer
Sozialversicherungsrichter Mosimann, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Romero-Käser
Sozialversicherungsrichterin Sager
Gerichtsschreiber Brugger
Urteil
vom
2
4.
September 2020
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwalt Markus
Loher
schadenanwaelte
AG
Alderstrasse
40, Postfach, 8034 Zürich
gegen
Suva
Rechtsabteilung
Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
X.___
, geboren 1963,
ist
seit Mai 2013
als Zugbegleite
rin
bei der
Y.___
angestellt und über diese bei der Suva gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert. Am 2
8.
Juli 2017 verunfallte sie
mit ihrer
Vespa
(
Urk.
7/2
Ziff.
1-6
, S. 2
). Die Suva erbrachte für die Folgen des Ereignisses die gesetzlichen Leistungen.
Mit Verfügung
vom
6.
Dezember 2018 (
Urk.
7/11
7
) stellte die Suva die erbrachten
Versicherungsleistungen
per 1
5.
Dezember 2018 ein. Die von der Versicherten am
2
2.
Januar 2019 (
Urk.
7/126 S. 1-
5
)
dagegen erhobene Einsprache wies die Suva mit Entscheid vom
4.
Juni 2019 (
Urk.
7/132 =
Urk.
2) ab.
2.
Die Versicherte erhob am
4.
Juli 2019 Beschwerde gegen den
Einspracheentscheid
vom
4.
Juni 2019 (
Urk.
2) und beantragte, diese
r
sei aufzuheben und es sei ein gerichtliches Gutachten zu erstellen. Alsdann sei über die Ansprüche neu zu ent
scheiden (
Urk.
1 S. 2
Ziff.
1-2 oben).
Die Suva beantragte mit Beschwerdeantwort vom 2
8.
August 2019 (
Urk.
6) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde der Beschwerdeführerin am
5.
September 2019 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
8).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss
Art.
6
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) wer
den die Versicherungsleistungen - soweit dieses Gesetz nichts
anderes
bestimmt
bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt.
1.2
Nach
Art.
10
Abs.
1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mässige Behandlung der Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teil
weise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss
Art.
16
Abs.
1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10
%
invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente, sofern sich der Unfall vor Erreichen des ordentlichen Rentenalters ereignet hat (
Art.
18
Abs.
1 UVG).
1.3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invali
dität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des
natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhanden
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.4
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vor
zustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dah
infa
llen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegen
den Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
). Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchs
aufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76). Diese Beweisgrund
sätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und
sind für sämtliche Leistungsarten massgebend (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E. 2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der Status quo sine
vel
ante noch nicht wieder
erreicht
ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kostenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungskosten nach Art. 10 UVG fallen (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.5
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausal
zusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 402 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
schloss sich der
medizinischen Beurteilung
durch ihre
Kreisärzte
an
.
Sie
hielt
im angefochtenen Entscheid (
Urk.
2) fest,
diese
seien mit sorgfältiger und überzeugender Begründung zum Schluss gelangt, dass keine organischen Unfallfolgen mehr
vorliegen würden
.
Somit
sei davon auszugehen, dass
die
geklagten
Schmerzen an der rechten Schulter
nicht mehr auf den Unfall vom 2
8.
Juli 2017 zurückzuführen, sondern degenerativ bedingt seien.
Für die kreisärztliche Einschätzung spreche, dass anlässlich der Erstbehandlung eine Beteiligung der rechten Schulter
nicht
erwähnt worden sei.
Die kreisärztlichen Ausführungen zum Unfallmechanis
mus seien ebenfalls überzeugend. Im Bericht des behandelnden Arztes vom
5.
Januar 2018 werde
dagegen
eine rein zeitliche
Kausalat
t
ribution
vorgenommen, die nicht beweisbildend sei
(S. 5 E. 3).
Sie
habe die Versicherungsleistungen daher zu Recht per
1
5.
Dezember 2018 eingestellt
(S.
5 E. 5).
2.2
Ergänzend
führte die
Beschwerdeg
egnerin in der Vernehmlassung vom 28.
August 2019 aus
,
der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin sei kein Arzt. Die in der Beschwerde vorgebrachte Kritik vermöge
sodann
keine Zweifel an den sorgfältigen Beurteilungen
durch die
Kreisärzte zu begründen. Diese hätten sich aufgrund der vorliegenden medizinischen Berichte und der Bildgebung ein
lückenloses Bild der medizini
sch relevanten Fakten verschaffen können
.
Bei
ihnen
handle es sich zudem
um
Fachärzte im Bereich der Unfallversicherung
(Urk.
6 S. 2
Ziff.
3).
2.3
Die Beschwerdeführerin brachte vor,
der
Suva-Kreisarzt
sei der Ansicht, dass
die
Rupturen
der
Supraspinatus
- und der
Infraspintussehne
der rechten Schulter
Folge einer
Impingementsymptomatik
seien
. Nicht erwähnt habe
er
, dass die Ruptur der
Supraspinatussehne
im Bericht vom
1.
Dezember 2017
als Abriss ein
zelner Fasern vom
F
ootprint
beschrieben worden sei. Eine
Atrophie oder
eine
fettige Degeneration der Muskulatur der
Rotatorenmanschette
sei
en
explizit aus
geschlossen worden (
Urk.
1 S. 4
Ziff.
9 oben).
Fehle eine Verfettung
,
sei anzu
nehmen, dass
eine
Ruptur erst kürzlich entstanden sei. Der Abriss einer Sehne sei zudem meist traumatisch bedingt.
Der festgestellte Abriss
sei
daher
ein Indiz für eine traumatische Ursache.
Der Kreisarzt habe diese Befunde nicht in seine Beur
teilung einfliessen lassen
, welche
somit
lückenhaft
sei
(S. 4
f.
Ziff.
9).
Falls die obere rechte Extremität frei beweglich gewesen wäre, hätte dies in den Bericht der Notaufnahme des
Z.___
einfliessen müssen (S. 5 Ziff.
10).
Der behandelnde Arzt sei von der Staatsanwaltschaft zum Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin angefragt und auf
Art.
307 des Strafgesetzbuches (StGB) hingewiesen worden. Im Falle einer expliziten Strafandrohung sei nicht anzu
nehmen, dass
er
ein
Gefälligkeitszeugnis
abgegeben habe (S. 5
Ziff.
1
1
unten).
2.4
2.4.1
Zunächst ist auf den Vorwurf der mangelhaften Begründung des angefo
chtenen Entscheides (
Urk.
1
S. 3
Ziff.
7,
S. 7
Ziff.
16) einzugehen.
Verfügungen der Versicherungsträger müssen, wenn sie den Begehren der Parteien nicht voll entsprechen, eine Begründung enthalten, das heisst eine Dar
stellung des vom Versicherungsträger als relevant erachteten Sachverhaltes und der rechtlichen Erwä
gungen (
Art.
49
Abs.
3 Satz 2
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Gemäss
Art.
52 Abs.
2 Satz 2 ATSG werden
Einspracheentscheide
begründet. Die Begründung eines Ent
scheides muss so abgefasst sein, dass die betroffene Person ihn gegebenenfalls anfechten kann. Dies ist nur dann möglich, wenn sowohl sie als auch die Rechts
mittelinstanz sich über die Tragweite des Entscheids ein Bild machen können. In diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich der Versicherungsträger leiten liess und auf welche sich der Entscheid stützt. Dies bedeutet indessen nicht, dass sich die Verwaltung ausdrücklich mit jeder
tatbeständlichen
Behauptung und jedem rechtlichen Ein
wand
auseinander setzen
muss; vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen
Gesichtspunkte beschränken (BGE 126 V 75 E. 5b/
dd
mit Hinweis, 118 V 56 E.
5b).
2.4.2
Die Beschwerdegegnerin
schloss sich der
Aktenbeurteilung
durch
Kreisarzt
Dr.
med. A.___
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trau
matologie des Bewegungsapparates, vom 1
3.
September 2018
(
Urk.
7/107)
an
.
Dieser
sah eine degenerative Ursache der Schulterbeschwerden im Wesentlichen darin begründet
, dass
eine
bildgebend
sichtbare
Impingement
symptomatik
und
eine Engstelle unter dem
Akromioklavikular
gelenk
einen Verschleiss der
Rotato
renmanschette
nach sich ziehen
können.
Es handle sich dabei
um
degenerative
Veränderungen
im Schultergelenk
inklusive e
ines knöchernen Sporns unterhalb
des AC-Gelenks
. Weiter wies er
darauf hin, dass im Rahmen der Erstbehandlung im
Z.___
keine Schulterbeschwerden beschrieben worden seien
(vgl.
nachfolgend E. 3.9.1 und 3.9.2
).
Die vom Kreisarzt
vorgebrachte
n
Gründe
ermög
lichten der Beschwerdeführerin
jedenfalls
eine
sachgerechte Anfechtung des
Ein
spracheentscheides
vom
4.
Juni 201
9.
Auch wenn
die Beschwerde
gegnerin der
Kritik der Beschwerdeführerin
bezüglich der Interpretation des MRT vom
1.
Dezember 2017
nicht gefolgt ist,
l
iegt
mit dem
Einspracheentscheid
und der
Vernehmlassung vom 2
8.
August 2019
eine ausreichende Begründung vor
.
Eine Verletzung der Begründungspflicht
ist daher zu verneinen.
Die Beschwerde
führerin beantragte zudem auch keine Rückweisung der Sache wegen Verletzung des rechtlichen Gehörs.
2.5
Strittig ist
,
ob die Beschwerdegegnerin ihre
Versicherungsleistungen zu Recht per 1
5.
Dezember 2018 eingestellt hat.
Massgebend ist dabei
, ob
die Beschwerden an der rechten Schulter auf den Unfall vom 2
8.
Juli 2017 zurückzuführen sind.
3.
3.1
Gemäss Unfallmeldung vom
3.
August 2017 wurde die Besc
hwerdeführerin am 2
8.
Juli 2017 auf ihrer
Vespa
von einem nachfolgenden
Fahrzeug
von hinten angefahren (
Urk.
7/2
S. 1
Ziff.
4-6 und S. 2).
3.2
Die Ärzte des
Z.___
berichteten am
2
9.
Juli 201
7
(
Urk.
7/9
/2-3
) über die
Erstbehandlung
der Beschwerdeführerin
vom Vortag. Sie nannten
als Diagnosen Auffahrunfall und
Hyponatriämie
vom 2
8.
Juli 2017
(S. 1 oben).
Die Ärzte
führten aus,
die Beschwerdeführerin
sei durch ein
nachfolg
ende
s
Fahrzeug geblendet worden, worauf sie abgebremst habe. Das Fahrzeug sei anschliessend
gegen die
Vespa
der Beschwerdeführerin
gefahren und sie sei
rückwärts
auf den Kotflügel des Autos gestürzt. Sie habe einen Helm getragen
. Zu einer Bewusst
losigkeit oder Amnesie sei es nicht gekommen
(S. 1 Mitte).
E
ine intrakranielle Blutung
und
eine Fraktur
des Schädels, der
H
alswirbelsäule
(HWS)
oder der Brustwirbelsäule
(BWS)
seien nicht festgestellt worden.
Der Thorax sei stabil mit
leichte
n
Schmerzen im B
ereich des rechten Rippenbogens. Weiter bestünden deutliche
Schmerzen über der
BWS
und der
HWS
über dem
Prozessus
spinosi
. Die Patientin habe weiter deutliche Kopfschmerzen und eine Lichtempfin
d
lichkeit angegeben (S. 1 unten).
Gemäss dem
Bericht der Notfallstation des
Z.___
vom 2
9.
Juli 2019 (
Urk.
7/13
/2-3
) wurden
bei den
Erstu
ntersuchungen
keine
Traumafolgen
nachge
wiesen (S. 2).
Der Dokumentationsbogen für Erstkonsultation nach
kranio
-zervikalem Beschleunigungstrauma
wurde
am
1
5.
Februar 2018 (
vgl.
Urk.
7/73) ausgefüllt.
3.3
Im
Bericht
vom
1.
Dezember 2017 (
Urk.
7/103) über eine
Untersuchung (
Arthro
-MRT
der rechten Schulter
)
wurde
ausgeführt,
es sei
eine
artikulärseitige
Partial
ruptur der
Supraspinatussehne
festgestellt worden
mit Abriss einzelner Fasern vom
Footp
r
int
, welche sich
geringgradig
retrahiert
hätten
. Weiter bestehe eine
artikulärseitige
Partialruptur der
Infraspintussehne
mit angrenzenden einzelnen subkortikalen, zystischen Läsionen innerhalb des
Humeruskopfes
. Die
Subsca
pularissehne
sei intakt. Weiter bestünden mässige degenerative Veränderungen im AC-Gelenk mit deutlicher Aktivierung
. Eine Atrophie oder eine fettige Dege
neration der Muskulatur der
Rotatorenmanschetten
seien
nicht
festgestellt worden
(Mitte).
In der Beurteilung wurde
eine
artikulärseitige
Partialruptur der
Supraspin
atus
- und der
Infraspinatussehne
angegeben
. Weiter wurden eine aktivierte Degenera
tion im AC-Gelenk und eine geringe Bursitis
subacromialis
/
subdelt
oidea
festge
stellt (unten).
Klinisch wurde der Verdacht auf eine
Rotatorenmanschettenläsion
(SSP-Sehne) gestellt (oben).
3.4
Dr.
med. B.___
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, gab im Bericht vom
5.
Januar 2018 (
Urk.
7/63) an, die Patientin
klage
über anhaltende Beschwerden im Bereich der BWS sowie der rechten Schulter.
Diese
tue ihr vor allem bei Abduktionsbewegungen sowie
beim
Heben schwerer Lasten weh
. Die Beschwerden im Bereich der BWS seien zum Teil atem- und belastungsabhängig (
Ziff.
1).
Dr.
B.___
nannte als Diagnosen eine traumatische Teilruptur der
Supraspinatus
sehne
rechts und eine schwere Prellung insbesondere der
BWS und der rechten
Thoraxhälfte
mit pos
ttraumatischer Reizung der
Cost
otransversal
gelenke
(
Ziff.
2).
Die Patientin
erhalte
Physio
therapie und es seien mehrmals
Infiltrationen der BWS und der Schulter erfolgt (
Ziff.
4). Eine vollständige Arbeitsfähigkeit sei
aktuell noch nicht gegeben.
Die Patientin sei insbesondere durch die
Schulter
noch deutlich in
ihrer
Belastungsfähigkeit eingeschränkt
(
Ziff.
5).
3.5
Dr.
B.___
antwortete in einem
weiteren
Bericht
vom
5.
Januar 2018 (Urk.
7/111
/3-4
) auf die Fragen der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl
(
Urk.
7/111/5)
.
Er gab an, die Verletzungen
der Schulter und der BWS
hätten eindeutig eine traumatische
Ursache beziehungsweise
seien
als unfallbedingt anzusehen
(S. 1
Ziff.
3). Die Patientin leide
seit dem Unfall unter starken Beschwerden im Bereich der BWS und der Schulter, die sie im Alltag und im Beruf zum Teil einschränkten.
Die Schulter sei bei einer Rissbildung in der Sehne der
Rotatorenmanschette
schmerzhaft
eingeschränkt (S. 1
Ziff.
4).
Die Teilverletzung der
Rotatorenmanschette
der rechten Schulter werde sehr wahrscheinlich ein bleibendes Problem darstellen (S. 2
Ziff.
7).
Es bestehe weiter
hin
eine teilweise Arbeitsunfähigkeit. Er gehe davon aus, dass die Patientin noch mindestens drei Monate eingeschränkt belastbar
sein werde
(S. 2
Ziff.
8).
3.6
Dr.
med.
C.___
, Facharzt für Neurologie, stellte im Bericht vom 13.
April 2018 (
Urk.
7/82/2-3) die Diagnosen Schulterschmerzen nach Unfall, ohne Hinweis
auf eine
radikuläre
oder peripher-neurogene Schädigung (S. 1 Mitte).
Dr.
C.___
führte weiter aus, nach dem Unfall seien Schmerzen an der rechten Schulter aufgetreten. Die Patientin habe über eine Rip
penprellung mit Schmerzen an den
rechten Partien des Thorax berichtet.
Sie leide unter Schmer
zen, deren
Punctum
maximum
an der ventra
len Schulter lokalisiert seien und die
bei Elevation und Rotation im Schultergelenk auftreten
würden
.
Bei der Arbeit als Zugbegleiterin sei sie beim Öffnen von Türen beeinträchtigt.
Weiter habe sie über ein gelegentliches nächtliches Einschlafen der Hand und des Unterarmes berichtet.
Bleibende Sensibilitätsstörungen habe sie nicht bemerkt.
Die Muskel
kraft sei normal. Die Patientin habe sich bereits vor dem Unfall vorgestellt. Damals sei ein leichtes Karpaltunnelsyndrom nachgewiesen worden (S. 1 unten). Der neurologische Befund sei unauffällig. Die Zusatzdiagnostik sei ebenfalls normal. Di
e geschilderten Schmerzen seien
durch
arthrogene
beziehungsweise
tendinogene
Läsionen zu erklären und
bedürften
eine
r
orthopädischen Ein
schätzung (S. 2 unten).
3.7
Dr.
A.___
antwortete in einer Stellungnahme vom 1
8.
April 2018 (
Urk.
7/83 S. 2) auf die Fragen der Beschwerdegegnerin
(
Urk.
7/83 S. 1)
. Er gab an, aktuell lägen keine strukturellen, objektivierbaren Folgen des Unfalles vom 2
8.
Juli 2017 mehr vor. Es sei zu einer Kontusion des Schädels, der HWS und des Thorax gekommen. Die rechte Schulter sei nicht beteiligt gewesen. Es lägen krankhafte Verände
rungen der rechten Schulter vor, die nicht unfallkausal seien
.
Dr.
A.___
verneinte,
dass
von einer weiteren Behandlung der Unfallfolgen mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit eine namhafte Besserung des Gesundheits
zustandes
zu erwarten sei
.
3.8
Im
Verlaufsbericht vom
6.
Juni 2018 (
Urk.
7/94 S. 2)
gab
Dr.
B.___
an,
die Beschwerdeführerin habe
bei Belastung und längerem Stehen Beschwerden an der rechten Schulter und der BWS (
Ziff.
1). Er bestätigte die zuvor gestellten Diagnosen (
Ziff.
2).
Als Befunde
bestünden ausgeprägte paravertebrale
Myogelosen
mit segmentaler Hypomobilität
im Bereich der
mittleren BWS. Weiter bestehe ein ausgeprägter Druckschmerz über den Facettengelenken und den
Costotransversalgelenken
rechtsbetont bei Th8-1
1.
Bezüglich der rechten Schulter bestehe eine schmerzhaft eingeschränkte aktive und passive Abduktion und Aussenrotation
. Die
Rotato
renmanschettentests
seien negativ
. Die Motorik und die Sensibilität seien intakt
(
Ziff.
3). Ab sofort bestehe eine volle Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
4).
3.9
3.9.1
Dr.
A.___
erstattete zuhanden der Beschwerdegegnerin eine Aktenbeurteilung.
Er führte im Bericht
vom 1
3.
September 2018 (
Urk.
7
/107)
aus
,
die
Hospitalisation
der Beschwerdeführerin
sei am 2
8.
Juli 2018 nach dem Unfall erfolgt
.
Dort sei nach
genauer
Untersuchung eine intrakranielle Blutung ausgeschlossen
worden
.
Weiter seien weder
eine
Fraktur des Schädels, der HWS oder der BWS
noch
eine
f
reie Flüssigkeit
im Abdomen
festgestellt
worden
.
Dr.
med.
D.___
habe der Beschwerdeführerin am
8.
August 2017 Physiotherapie verordnet. Bis zu diesem Zeitpunkt sei
eine
Schulterverletzung
von ärztlicher Seite
nicht
bekannt gewesen (S. 1 unten).
Dem Bericht über ein MRT
der rechten Schulter
vom
1.
Dezember 2017
sei eine wesentliche Beobachtung hinzuzufügen
. Es bestehe
eine fortgeschrittene degene
rative Veränderung des AC-Gelenkes. Neben der vom Radiologen beschriebenen deutlichen Aktivierung des AC-Gelenkes finde sich ein knöcherner Sporn unter
halb des AC-Gelenks
, welcher zu einer
Impression der Sehnenanteile von
Supra
spinatus
und
Infraspinatus
führe
. Es handle sich genau um das Gebiet, welches
im Bericht
als
teilrupturiert
bezeichnet worden sei (S. 4 oben).
3.9.2
Dr.
A.___
nannte als unfallkausale Diagnosen
eine
Rücken- und
eine
Schädel
kontusion und
einen
Verdacht auf eine Schulterblattkontusion rechts. Als unfall
unabhängige Diagnosen nannte er
eine
Schultereckgelenkarthrose rechts, Bursitis
subdeltoidea
rechts und
artikulärseitige
Teilruptur
en
der
Supraspinatus
- und der
Infraspinatussehne
rechts (S. 4 Mitte).
Dr.
A.___
führte in seiner Beurteilung aus, d
ie Beschwerdeführerin sei am 2
8.
Juli 2017 mit der
Vespa
verunfallt. Dabei sei sie mit dem Rücken und
dem
Kopf auf die Motorhaube des auffahrenden Fahrzeuges gestossen
und dann auf die BWS
und auf das rechte Schulterblatt gefallen.
Sie haben einen Helm getragen.
Bei der Erstuntersuchung der Patientin
im Spital
sei keine Bewegungsein
schränkung der rechten Schulter
vermerkt
worden. In der Verordnung
zur
Physiotherapie vom 8.
August 2017 seien die Diagnosen einer Rippenprellung und eines BWS
Syndroms gestellt worden. In der Verordnung vom
6.
September 2017 seien ein Schleudertrauma, ein Muskelhartspann und eine Belastungs
störung diagnosti
ziert worden (S. 4 unten).
Dr.
B.___
habe in der
Verordnung vom 2.
Dezember 2017 erstmals die Diagnose
einer Teilruptur der
Supraspinatus
sehne
mit posttraumatischer
Kapsulitis
gestellt
. Die Diagnose sei
somit
erst
zirka fünf Monate nach dem Unfall gestellt worden. Nach
den fachärztlichen Unter
suchungen
habe bis Oktober 2017 keine Schulterproblematik vorgelegen, welche habe behandelt werden müssen
oder
die klinisch diagnostiziert worden sei. Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit liege eine degenerative Schultergelenkser
krankung vor. Dies bestätige auch die kernspintomographische Untersuchung des rechten Schultergelenks vom
1.
Dezember 2017 (S. 5 oben).
Des Weiteren
sei
ungewöhnlich,
dass
der im Aussendienstbericht geschilderte
Unfallmechanismus mit Kopfkontusion und Aufprall der
BWS
und des
rechten Schulterblatt
es
zu einer
artikulärseitigen
, also gelenkseitigen Teilruptur der
Supraspinatus
- und der
Infraspinatussehne
geführt haben soll
. Aus orthopädi
scher Sicht und nach biomechanischen Gesichtspunkten sei eine Rückenkontu
sion
oder eine dorsale Schulterblattkontusion nicht ge
eignet, eine
Supraspinatus
-
oder eine
Infraspinatusruptur
zu verursachen.
Eine solche Verletzung
sei direkt nach dem Unfall auch nicht diagnostiziert worden.
Ein typisches
klinische
s
Zeichen einer traumatischen Ruptur der Sehnen am Schultergelenk
sei unter
anderem die Unfähigkeit des Patienten, den Arm zu heben oder das Heben des Armes sei nur unter stärksten Schmerzen möglich. Dies wäre mit überwiegender Wahrscheinlichkeit im Rahmen der Polytrauma-Untersuchung direkt nach dem Unfall aufgefallen. Somit sei
es
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit beim Unfall vom 2
8.
Juli 2017 nicht zur Schädigung der
Rotatorenmanschette
rechts gekommen (S. 5 Mitte).
Gemäss der kernspintomographischen Untersuchung der
rechten
Schulter lägen mehrere degenerative Veränderungen beziehungsweise Veränderungen der Schulter vor, die einen Verschleiss der
Rotatorenmanschetten
nach sich ziehen könnten. Es handle sich um ein hypertrophes Ligamentum
coracoacromiale
,
wobei die
Rotatorenmanschette
durch eine Engstellensymptomatik (
Impinge
mentsymptomatik
) zu einer Degeneration neige. Dies sei im konkreten Fall anzu
nehmen. Weiter liege eine Engstelle unter dem
Akromioklavikulargelenk
(Schul
ter
eckgelenk) rechts vor, mit Spornbildung unter dem
Klavikulaköpfchen
. Diese Veränderung führ
e ebenfalls zu einer Impression der
Rotatorenmanschette
mit chronischer Schädigung über die Jahre. Weitere degenerative Veränderungen lägen bezüglich einer Schleimbeutelreizung und der zystischen Struktur des Ober
armkopfes vor. Die
artikulärseitige
Ruptur, welche mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit degenerativer Natur sei, sei eher gering ausgeprägt. Dies erkläre die gute Schultergelenksbeweglichkeit (S. 5 unten). Residuen
einer frischen Einblu
tung, Kontusionsödeme oder andere unfallkausale
Veränderungen seien im MRT nicht beschrieben worden. Des Weiteren sei bekannt, dass bei 40
60jährigen Per
sonen bis zu 24
%
asymptomatische
Rotatorenmanschetten
-Läsionen auftreten würden (S. 5 f.). Direkte Kontusionen der
Rotatorenmanschette
könnten Partial
läsionen verursachen. Vorliegend sei es zur Kontusion des rechten Schulterblattes und der BWS gekommen. Die Stelle, welche teilgeschädigt sei, sei keinem direkten Trauma ausgesetzt gewesen. Bei fehlendem direktem Trauma liege mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit keine unfallkausale Läsion des Übergangsbereichs zwischen
Supraspinatus
- und
Infraspintussehne
vor (S. 6 oben).
Zusammenfas
send lägen m
it überwiegender Wahrscheinlichkeit keine strukturellen, objekti
vierbaren Folgen des Unfalles vom 2
8.
Juli 2017
mehr
vor (S. 6
Ziff.
1).
3.10
Suva-Kreisarzt
Dr.
med. E.___
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, erstattete am 2
7.
November 2018 (
Urk.
7/113) eine ärztliche Beurteilung
zu den Stellungnahmen
des Rechtsver
treters der Beschwerdeführerin.
Dr.
E.___
führte aus, aus den Schreiben des Rechtsvertreters vom 2
5.
September und
7.
November 201
8 würden sich keine wesentliche Änderung
der tatsächlichen gesundheitlichen Verhältnisse
gegenüber der kreisärztlichen Beurteilung vom 1
3.
September 201
8
ergeben. Der Beurteilung durch
Dr.
B.___
, wonach für die Verletzungen der Schulter und der BWS ein
deutig eine traumatische Ursache bestünde, sei keine wissenschaftliche Beurtei
lung beigefügt (S. 3 unten). Für die vom Rechtsvertreter vorgeschlagene bildge
bende Vergleichsuntersuchung fehle ebenfalls eine wissenschaftliche Grundlage (S. 4).
4.
4.1
Die
Ärzte des
Z.___
nannten im Kurzbericht
vom 2
9.
Juli 2017
betreffend
die
Erstbehandlung
der Beschwerdeführerin
als Diagnosen
Auffahr
unfall und
Hyp
onatriämie
vom 2
8.
Juli 2017
(vorstehend E. 3.2).
Der behandelnde Arzt
Dr.
B.___
nannte im Bericht vom
5.
Januar 2018 als Diagnosen eine traumatische
Teilruptur
der
Supraspinatussehne
rechts und eine schwere Prellung der BWS und der rechten
Thoraxhälfte
mit posttraumatischer Reizung der
Costotransversalgelenke
(E. 3.4).
Dr.
A.___
bestritt in der Aktenbeur
teilung vom 1
3.
September 2018
dagegen
, dass die Schulterbeschwerden auf den Unfall vom 2
8.
Juli 2017 zurückzuführen sind
(vorstehend E. 3.9.2).
4.2
Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte kommt nach der Rechtsprechung Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 134 V 231 E. 5.1 mit Hi
nweis auf BGE
125 V 351 E. 3b
/
ee
). Trotz dieser grundsätzlichen Beweiseignung kommt den Berichten versicherungsinterner medizinischer Fachpersonen praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft zu wie einem gerichtlichen oder im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger veranlassten Gutachten unabhängiger Sachver
ständiger. Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssig
keit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzune
hmen (BGE 142 V 58 E. 5.1; 139 V 225 E. 5.2;
135 V 465 E. 4.4
und E. 4.7
).
4.3
Dr.
A.___
legte ausfüh
rlich
und mit
schlüssig
er und nachvollziehbarer Begrün
dung dar
, weshalb die
beim
Arthro
-MRT
der rechten Schulter
vom 1.
Dezember 2017 festgestellte
n Verletzungen einer
artikulärseitige
n
Partialruptur der
Supra
spinatussehne
und
einer
artikulärseitige
n
Partialruptur der
Infraspintussehne
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
degenerativer Natur
sind
.
Dabei wies er
auf die im Bericht vom
1.
Dezember 2017 beschriebenen degenerativen Verände
rungen des rechten Schultergelenkes
hin, die die Beschwerden zu erklären ver
mögen
(vorstehend E.
3.9.1 und
3.9.2). Weiter
erwähnte er
den
bekannten
Unfallmechanismus (vgl.
Urk.
7/22 S. 1 oben).
Beim Unfall
ist
es
zum Anprall der BWS und des re
chten Schulterblattes auf die Motorhaube des nachfolgenden Fahrzeuges gekommen. Gelenkseitige
Teilrupturen
der Sehnen im Schultergelenk
sind
gemäss
Dr.
A.___
durch den Unfallmechanismus
grundsätzlich nicht zu e
rklären
(E. 3.9.2)
. Den Berichten von
Dr.
A.___
vom 1
3.
September 2018 und
von
Dr.
E.___
vom 2
7.
November 2018 ist Beweiswert beizumessen.
An der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen bestehen
entge
gen
den Vorbringen
der Beschwerdeführerin
keine Zweifel.
Da auf die Beurteilungen
durch die
Kreisärzte abgestellt werden kann,
ist auf weitere
Abklärungen des medizinischen Sachverhaltes
und
auf das Einholen eines Gutachtens
zu verzichten.
4.4
In den
Berichten des behandelnden Arztes
Dr.
B.___
fehlen dagegen
weiter
führende Angaben
zur
Ursache
der
Sehnenrupturen
(E. 3.4-3.5 und 3.8
).
Auf dessen Beurteilung kann daher nicht ohne Weiteres abgestellt werden.
Des Wei
teren trifft es zu, dass
Dr.
B.___
erstmals im Dezember 2017 in einer Verordnung zur Physiotherapie eine Verletzung des rechten Schultergelenkes erwähnte (
vgl.
Urk.
7/65).
Zuvor war von ärztlicher Seite keine Verletzung des rechten Schulter
gelenkes festgestellt worden.
Dass
der
Bericht vom
5.
Januar 2018 zuhanden der Staatsanwaltschaft abgegeben wurde, führt zu keiner anderen Beurteilung.
Ebenso
wurde
im Rahmen der
Erstbehandlung der Beschwerde
führerin im
Z.___
keine Beteiligung des r
echten Schultergelenkes erwähnt
.
Dabei ver
hält es sich gerade entgegen
den Vorbringen in der
Beschwerde,
wonach
eine freie Schulterbeweglichkeit im Bericht über die Notauf
nahme
im
Z.___
vom 2
9.
Juli 2019
hätte vermerkt sein müssen (
Urk.
1 S. 5
Ziff.
10).
Statt
dessen
ist davon auszugehen, dass eine
massgeblich
eingeschränkte Beweglich
keit des rechten Schultergelenks
nach dem Unfall
bei der Erstuntersuchung
und der
Abklärung eines Polytraumas
im
Z.___
festgestellt und entspre
chend vermerkt worden wäre (vorstehend E. 3.9.2).
Schliesslich
ist mit der Beschwerdegegnerin darauf hinzuweisen, dass es sich
beim Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin nicht um einen Arzt handelt.
Seine
Aus
führungen
, wonach bei einer länger zurückliegenden Verletzung eine erhebliche Verfettung
im Schultergelenk
zu erwarten gewesen wäre (
Urk.
1 S. 4
Ziff.
9 unten), vermögen die Beurteilung durch
Dr.
A.___
nicht in Zweifel zu ziehen.
4.5
Zusammenfassend ist
auf die Beurteilungen durch
Dr.
A.___
und
Dr.
E.___
abzustellen. Gemäss den Berichten der Kreisärzte sind die geklagten Beschwerden an der rechten Schulter nicht
mit dem erforderlichen Beweisgrad der über
wiegenden
Wahrscheinlichkeit auf den Unfall vom 2
8.
Juli 201
7
zurückzuführen, sondern degenerativer Natur.
Es fehlt daher
an der Voraussetzung eines
natürli
chen Kausalzusammenhang
s
zwischen den Beschw
erden und dem Unfall (E. 1.3 und 1.4).
Die Beschwerdegegnerin hat
ihre Versicherungsleistungen daher zu Recht per 1
5.
Dezember 2018 eingestellt.
Der angefochtene
Einspracheentscheid
vom
4.
Juni 2019 erweist sich nach dem Gesagten als rechtens. Die Beschwerde ist daher abzuweisen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Markus
Loher
-
Suva
-
Bundesamt für Gesundheit
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
MosimannBrugger