# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 57d2d079-b28d-57a0-bdb3-3ce93dc5cf40
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-02-06
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 06.02.2012 SB110001
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB110001_2012-02-06.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer   
 

 
 

Geschäfts-Nr. SB110001-O/U/kw 

 

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. Spiess, Präsident, und lic. iur. Ruggli,  

Ersatzoberrichter lic. iur. Muheim sowie die Gerichtsschreiberin 

lic. iur. Aardoom 

Urteil vom 6. Februar 2012 

 

in Sachen 

 

Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich,  
vertreten durch Leitenden Staatsanwalt lic. iur. Maurer,  

Anklägerin und Erstappellantin 

 

sowie 

 

1. A._____ AG,  
2. B._____ AG,  
Geschädigte und Anschlussappellanten 

 

gegen 

 

C._____,  
alias C1._____, C2._____, C3._____, C4._____, C5._____, C6._____, C7._____, 

C8._____, C9._____,  

Angeklagter und Zweitappellant 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt X._____ 

 

betreffend mehrfachen gewerbsmässigen Betrug etc. 

- 2 - 

 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 9. Abteilung, vom  
8. Juli 2010 (DG090219) 
 

- 3 - 

Anklagen: 

Die Hauptanklageschrift der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 2. März 

2009 (HD 138/1), die Ergänzungen zur Hauptanklage vom 20. Juli 2009 (HD 149), 

die 1. Nachtragsanklage vom 25. Juni 2009 (HD 175/35, die Präzisierungen zur 1. 

Nachtragsanklage vom 15. Juli 2009 (HD 175/36) sowie die 2. Nachtragsanklage 

vom 2. Juni 2010 (HD 175/49) sind diesem Urteil beigeheftet. 

Beschluss der Vorinstanz: 

Prozess Nr. DG090336 und Prozess Nr. DG100292 werden mit dem vorliegenden 

Prozess Nr. DG090219 vereinigt und unter der letztgenannten Prozess-Nr. wei-

tergeführt. 

Urteil der Vorinstanz:  

1. Der Angeklagte C._____ ist schuldig 

− des mehrfachen gewerbsmässigen Betruges im Sinne von Art. 146 

Abs. 2 StGB; 

− der mehrfachen Veruntreuung im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 1 

StGB; 

− des Check- und Kreditkartenmissbrauchs im Sinne von Art. 148 Abs. 1 

StGB; 

− der mehrfachen Misswirtschaft im Sinne von Art. 165 StGB sowie 

− der Urkundenfälschung im Sinne von Art. 251 Ziff. 1 StGB. 

- 4 - 

2. Der Angeklagte wird freigesprochen vom Vorwurf  

− des gewerbsmässigen Betruges im Sinne von Art. 146 Abs. 2 StGB 

(ND B19-B30; B33-38; B55; B60; C19; C70; C74 teilweise; C76; C130; 

C221; C307 teilweise) sowie 

− der mehrfachen Urkundenfälschung im Sinne von Art. 251 Ziff. 1 StGB 

(ND A8; A48 teilweise; ND 5 der Nachtragsanklageschrift vom 25. Juni 

2009). 

3. Der Angeklagte wird bestraft mit 7 Jahren 3 Monaten und 15 Tagen Frei-

heitsstrafe, wovon 1'712 Tage durch Polizeiverhaft und Untersuchungshaft 

sowie vorzeitigen Strafvollzug bis und mit heute erstanden sind, teilweise als 

Zusatzstrafe zu den Entscheiden des Fürstlichen Landgerichts Vaduz (FL) 

vom 15. Mai 2003 und des Bezirksgerichts Zürich vom 9. Oktober 2006 sowie 

als Zusatzstrafe zu der mit Entscheid der Bezirksgerichtskommission 

Münchwilen vom 2. Juni 2009 ausgefällten Strafe. 

4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird nicht aufgeschoben. 

5. Es wird eine ambulante Behandlung des Angeklagten im Sinne von Art. 63 

StGB angeordnet.  

6. Auf die Schadenersatzbegehren der folgenden Geschädigten wird nicht ein-

getreten: 

− G1._____ AG (ND C130) 

− G2._____ AG (ND B19) 

− G3._____ AG (ND B23) 

− G4._____ AG (ND B24) 

− G5._____ AG (ND B25) 

− G6._____ AG (ND B26) 

− G7._____ AG (ND B30) 

− G8._____ AG (ND B34) 

- 5 - 

− G9._____ AG (ND B 36) 

− G10._____ AG ... [Ort] (ND B38 und B60) 

− G11._____ (ND B55) 

7. Die folgenden Geschädigten werden mit ihren Schadenersatzbegehren auf 

den Weg des Zivilprozesses verwiesen: 

− G12._____ (ND A3) 

− G13._____ AG (ND A48; A51; A62; A8; A63 und A38) 

8. Der Angeklagte wird verpflichtet, den folgenden Geschädigten Schadener-

satz in nachfolgender Höhe zu bezahlen. 

− G14._____ AG (ND C10) Fr. 5'614.55 

− G15._____ AG (ND C22)  Fr.  3'277.95  
 zuzüglich Zins zu 5%  auf Fr. 1'315.95 seit 31. Juli 2002 
 zuzüglich Zins zu 5%  auf Fr. 852.55 seit 31. August 2002 
 zuzüglich Zins zu 5%  auf Fr. 1'109.45  seit 30. September 2002 

− G16._____ AG (ND C60) Fr. 5'000.– 

− G17._____ AG (ND C73) Fr. 4'559.75 

− G18._____ SA (ND C123 und C170) Fr. 4'372.35 

− G19._____ AG (ND C105) Fr. 3'122.10 

− G20._____ AG (ND C110; C111; C281; C282;  
C283 und C284) Fr. 7'517.– 

− G21._____ GmbH (ND C277) Fr. 4'535.25 

− G22._____ AG (ND C286) Fr. 5'326.– 

− G23._____ AG (ND C290) Fr. 2'325.– 

− G24._____ AG (C297) Fr. 1'117.80 
 zuzüglich Zins zu 5%  auf Fr.  980.80 ab 28. Mai 2003 
 zuzüglich Zins zu 5%  auf Fr.  70.–  ab 5. Dezember 2003 
 zuzüglich Zins zu 5%  auf Fr. 67.– ab 25. Januar 2004 

− G25._____ ag (ND C66) Fr. 10'048.90 

− G26._____ AG (ND B6) Fr.  9'239.50 

- 6 - 

− G27._____ AG (ND B10) Fr.  7'257.15 

− B._____ AG (ND B11) Fr.  38'544.15 

− G28._____ AG (ND B12) Fr. 13'260.45 

− G29._____ GmbH (ND B40) Fr. 8'612.90 

− G30._____ AG (ND B48) Fr. 17'889.05 

− G11._____ (ND B51) Fr. 9'363.85 

− G31._____ AG (Hauptdossier der Nachtrags- 
anklage vom 2. Juni 2010) Fr. 15'454.– 

− G32._____ AG (HD der Nachtragsanklage 
vom 25. Juni 2009) Fr. 13'696.– 

− G33._____ AG (ND 4 der Nachtragsanklage  
vom 25. Juni 2009) Fr. 15'776.– 

− G34._____ AG (ND 5 der Nachtrags- 
anklage vom 25. Juni 2009) Fr. 60'037.– 

 zuzüglich Zins zu 5% auf Fr. 59'932.– seit 3. Juni 2008 

9. Der Angeklagte wird verpflichtet, den folgenden Geschädigten Schadener-

satz in nachfolgender Höhe zu bezahlen. Im Mehrbetrag werden ihre Scha-

denersatzbegehren auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen. 

− G35._____ AG (ND C18)  Fr.  4'003.45 

− G36._____ AG (ND C114) Fr.  2'219.80 
 zuzüglich Zins zu 5%  auf Fr.  780.10 ab 17. April 2004 
 zuzüglich Zins zu 5%  auf Fr.  651.–  ab 20. April 2004 
 zuzüglich Zins zu 5%  auf Fr. 788.70 ab 14. Mai 2004 

− G37._____ AG (ND C122 und C300) Fr.  20'116.20 

− G38._____ AG (ND C219) Fr. 12'453.80 

− G39._____ GmbH (ND C279) Fr.  1'160.– 

− G40._____ AG (ND B1) Fr. 8'550.– 

− G41._____ AG (ND B4) Fr.  24'838.40 

− G58._____ AG (ND B5) Fr.  9'335.15  
  zuzüglich Zins zu 5% seit 1. April 2001 

- 7 - 

− G2._____ AG (ND B14) Fr. 6'322.40 

− G42._____ (ND B17) Fr.  9'177.70 
  zuzüglich Zins zu 5% seit 29. April 2001 

− G43._____ AG (ND B18) Fr. 10'120.90 
  zuzüglich Zins zu 5% seit 25. April 2001 

− G44._____ GmbH (ND B42) Fr. 8'966.70 

− G45._____ (ND B44) Fr. 9'332.40 

− G46._____ GmbH (ND B45) Fr. 3'573.– 
  zuzüglich Zins zu 5% seit 13. Juli 2004 

− G47._____ AG (ND B46) Fr. 9'093.20 

− G48._____ AG (ND B50) Fr. 10'476.30 

− G49._____ AG (ND B52) Fr. 9'999.25 

− G50._____ AG (ND C108) Fr. 8'501.– 

− G51._____ GmbH (ND1 der Nachtragsanklage  
vom 2. Juni 2010) Fr. 20'980.– 

− G52._____ AG (ND 2 der Nachtrags- 
anklage vom 25. Juni 2009) Fr. 9'215.30 

− A._____ AG (ND 3 der Nachtragsanklage  
vom 25. Juni 2009) Fr. 44'075.40 

− G53._____ AG (ND 8 der Nachtragsanklage  
vom 25. Juni 2009) Fr. 70.– 

  zuzüglich Zins zu 4% seit 21. August 2008 

10. Der Angeklagte wird verpflichtet, den folgenden Geschädigten Schadener-

satz in nachfolgender Höhe zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird auf ihre Scha-

denersatzbegehren nicht eingetreten. 

− G54._____ AG (ND C74) Fr.  1'420.30 

− G55._____ AG (ND C115 und C116) Fr.  15'312.20 

− G56._____ (ND C303) Fr. 4'525.– 

− G57._____ AG (ND C307) Fr. 3'292.80 

- 8 - 

− G15._____ AG (ND B8) Fr. 9'440.35 
  zuzüglich Zins zu 5% ab 9. März 2001 

11. Der Angeklagte wird verpflichtet, der G59._____ AG (ND B3) Schadenersatz 

in der Höhe von Fr. 6'169.05 zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Begehren 

auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen soweit darauf eingetreten wird. 

12. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 15'000.-- ; die weiteren Auslagen betragen: 

Fr. 360.--   Kosten Kantonspolizei Zürich 

Fr. 96.--   Kanzleikosten Untersuchung  

Fr. 3'089.05   Auslagen Untersuchung  

Fr. 38'900.--   amtliche Verteidigung Untersuchung 

Fr.    amtliche Verteidigung (ausstehend) 

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

13. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem 

Angeklagten auferlegt. 

Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse ge-

nommen. 

14. Der Angeklagte wird verpflichtet, der Geschädigten G53._____ AG (ND 8 

der Nachtragsanklage vom 25. Juni 2009) für das gesamte Verfahren eine 

Umtriebsentschädigung von Fr. 500.– zu bezahlen. 

Weiterer Beschluss der Vorinstanz: 

Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 21. Juli 2008 

sichergestellten und bei der Kasse des Bezirksgerichts Zürich unter der Sachkau-

tionsnummer … gelagerten ...-Checks im Nennwert von Fr. 5'000.– werden der 

G60._____ ... nach Eintritt der Rechtskraft auf erstes Verlangen von der Kasse 

des Bezirksgerichts Zürich herausgegeben. 

 

- 9 - 

Berufungsanträge: 

a) des Verteidigers des Angeklagten: 

(Urk. 232 S. 6 f.) 

1. Herr C._____ sei des mehrfachen gewerbsmässigen Betrugs im Sinne 

von Art. 146 Abs. 2 StGB schuldig zu sprechen mit Ausnahme der 

nachstehend aufgeführten Dossiers, für welche ein Freispruch verlangt 

wird: 

Hinsichtlich der Heizölgeschäft: 

- ND B1-18, 31, 32, 39-54, 56 

- ND 2 der Nachtragsanklage vom 25. Juni 2009 

- ND 3 der Nachtragsanklage vom 25. Juni 2009 

Hinsichtlich der Bestellungsbetrüge: 

ND's: C18, C19, C22, C279; C286; C297; C200, C302, C303, C307, 

C309, C170, C120, C130, C114, C105, C110, C111, C122, C60, C70, 

C74 

2. Herr C._____ sei mit einer Freiheitsstrafe von maximal 5 ½ Jahren zu 

bestrafen, unter Anrechnung der erstandenen Polizei-, Untersuchungs-, 

Sicherheitshaft sowie der im vorzeitigen Strafvollzug bereits verbüssten 

Haft. 

3. Von einer ambulanten Behandlung von Herrn C._____ im Sinne von 

Art. 63 StGB sei abzusehen. 

4. Die in Ziff. 8, 9, 10 und 11 des vorinstanzlichen Urteils beschlossenen 

Schadenersatzforderungen werden hiermit grundsätzlich anerkannt, mit 

Ausnahme derjenigen Anklagepunkte, für welche unter Ziff. 1 vorste-

hend ein Freispruch beantragt worden ist. 

5. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens für die 

erste als auch für die Berufungsinstanz seien Herrn C._____ aufzuerle-

- 10 - 

gen, infolge offensichtlicher Unerhältlichkeit aber sofort definitiv abzu-

schreiben, eventuell vorderhand zu sistieren. 

Die Kosten der amtlichen Verteidigung für beide Gerichtsinstanzen sei-

en auf die Gerichtskasse zu nehmen. 

b) des Vertreters der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich:  

(schriftlich, Urk. 210) 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils. 

c) des Vertreters der Geschädigten A._____ AG 

(Urk. 211 S. 1) 

1. Die Appellation des Angeklagten C._____ sei abzuweisen. 

2. Er sei in Bezug der gegen die A._____ AG getätigten Betrügereien, 

welche wir Ihnen detailliert begründet und mit Unterlagen dokumentiert 

haben in allen Anklage- und Zivilforderungspunkten schuldig zu spre-

chen. 

3. Er sei zusätzlich des Tatbestandes der Hehlerei zu verurteilen. 

4. Die Zivilforderung sei gutzuheissen, da detailliert ausgewiesen. 

5. Die Kosten der Klägerin A._____ AG für diese Verfahren seien dem 

Beklagten aufzuerlegen. 

6. Das Strafmass sei wesentlich zu erhöhen. 

7. Es sei zu prüfen, ob der Beklagte C._____ zu verwahren sei, da die no-

torischen Betrügereien seit Jahren wieder auftauchen (Wiederholungs-

täter) und er als uneinsichtiger, notorischer Betrüger von der Gesell-

schaft wegzusperren sei. 

- 11 - 

d) des Vertreters der Geschädigten B._____ AG 

(Urk. 212 S. 1) 

1. Die Appellation des Angeklagten C._____ sei abzuweisen. 

2. Er sei in Bezug der gegen die B._____ AG getätigten Betrügereien, 

welche wir Ihnen detailliert begründet und mit Unterlagen dokumentiert 

haben in allen Anklage- und Zivilforderungspunkten schuldig zu spre-

chen. 

3. Er sei zusätzlich des Tatbestandes der Hehlerei zu verurteilen. 

4. Die Zivilforderung sei gutzuheissen, da detailliert ausgewiesen. 

5. Die Kosten der B._____ AG für diese Verfahren seien dem Beklagten 

aufzuerlegen. 

6. Das Strafmass sei wesentlich zu erhöhen. 

7. Es sei zu prüfen, ob der Beklagte C._____ zu verwahren sei, da die no-

torischen Betrügereien seit Jahren wieder auftauchen (Wiederholungs-

täter) und er als uneinsichtiger, notorischer Betrüger von der Gesell-

schaft wegzusperren sei. 

 

Das Gericht erwägt: 

I. PROZESSUALES 

1. Anwendbares Prozessrecht 

Gemäss Art. 453 Abs. 1 der Schweizerischen Strafprozessordnung richtet sich die 

Berufung gegen einen vor dem 1. Januar 2011 gefällten Entscheid nach bisheri-

gem Prozessrecht. Das Urteil der Vorinstanz erging am 8. Juli 2010 (Prot. I 

S. 27ff.). Vorliegend gelangen somit die Strafprozessordnung (nachfolgend StPO) 

und das Gerichtsverfassungsgesetz des Kantons Zürich (GVG) zur Anwendung. 

- 12 - 

2. Berufungserklärung und -rückzug der Staatsanwaltschaft 

Mit Eingabe vom 14. Juli 2010 (Eingang am Bezirksgericht Zürich am Folgetag) 

appellierte die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich fristgerecht gegen das 

erstinstanzliche Urteil (HD 181). Nach Erhalt der Begründung zog sie die Beru-

fung mit Schreiben vom 19. Oktober 2010 zurück (HD 203). Davon ist mittels Be-

schluss Vormerk zu nehmen.  

3. Berufungserklärung und Beanstandungen des Angeklagten 

3.1. Berufungserklärung 

Dem Angeklagten wurde der erstinstanzliche Entscheid am 9. Juli 2010 per Fax 

eröffnet (HD 180/1). Mit Eingabe der Verteidigung vom 30. August 2010 (Post-

stempel vom gleichen Tag) liess er Berufung erheben (HD 198; § 414 Abs. 1 

StPO, § 140 Abs. 1 GVG). Die gesetzliche Anmeldefrist ist somit unter Berück-

sichtigung der Gerichtsferien gewahrt (§ 414 Abs. 1 StPO, § 140 Abs. 1 GVG). 

3.2. Beanstandungen 

3.2.1. Rechtzeitigkeit  

Am 5. Oktober 2010 nahm die Verteidigung das begründete Urteil in Empfang 

(HD 201/1). Die Beanstandungen (HD 206) datieren vom 25. Oktober 2010 (Post-

stempel) und erfolgten demnach innert Frist (§ 414 Abs. 4 StPO). 

3.2.2. Einschränkung der Berufung / Rechtskraft 

3.2.2.1. Schuldspruch (BGZ-Dispositiv Ziffer 1) 

3.2.2.1.1. Der Angeklagte hat sich bereits vor Vorinstanz hinsichtlich der folgen-

den Anklagevorwürfe geständig und schuldig bekannt, wobei mit Bezug auf die 

Betrugstaten auch die Qualifikation als mehrfache gewerbsmässige Tatbegehung 

anerkannt wurde (vgl. insb. HD 174 S. 21ff.):  

Delikt Anklage Ziff.* Dossier 
involvierte 

Mantel-
gesellschaft 

Geschädigte 

gew. Betrug Art. HA II.1.4.1 ND C 3 C._____ AG G60._____ 

- 13 - 

146 Abs. 1 und 
2 StGB 

HA II.4.3.3. ND C 10 E._____ AG G14._____ AG, … [Ort] 
HA II.5.4.1. ND C 219 F._____ G38._____ AG, … [Ort] 
HA II.8.3.1. ND C 281 G._____ AG G20._____ AG, … [Ort] 
HA II.8.3.2. ND C 282 G._____ AG G20._____ AG, … [Ort] 
HA II.8.3.4. ND C 277 G._____ AG G21._____, … [Ort] 
HA II.8.3.5. ND C 280 G._____ AG G61._____ AG, … [Ort] 
HA II.8.3.6 ND C 283 G._____ AG G20._____ AG, … [Ort] 
HA II.8.3.7.  ND C 284 G._____ AG G20._____ AG, … [Ort] 
HA II.8.3.9. ND C 290 G._____ AG G62._____. , … [Ort] 
HA II.10.2.1. ND C 108 H._____ G50._____ AG, … [Ort] 
HA II.10.2.4. ND C 115 H._____ G55._____ AG, … [Ort] 
HA II.10.2.6. ND C 123 H._____ G18._____ SA, … [Ort] 
HA II.10.2.10. ND C 116 H._____ G55._____ AG, … [Ort] 
HA II.10.2.11. ND C 118 H._____ G63._____ AG, … [Ort] 
HA II.10.2.12. ND C 121 H._____ G64._____ GmbH, … [Ort] 
HA II.12.3.1. ND C 71 I._____ AG G60._____ 
HA II.12.3.3. ND C 53 I._____ AG G65._____ AG, … [Ort] 
HA II.12.3.5. ND C 52 I._____ AG G66._____ AG, … [Ort] 
HA II.12.3.6. ND C 66 I._____ AG G25._____ AG, … [Ort] 
HA II.12.3.8. ND C 73 I._____ AG G17._____ AG, … [Ort] 
NA 1  HD J._____ G32._____ AG, … [Ort] 
NA 1  ND 4 J._____ G33._____ , … [Ort] 
NA 1 ND 5 J._____ G34._____ AG, … [Ort] 
NA 1 ND 8 J._____ G53._____ AG, … [Ort] 
NA 2 HD J._____ G31._____ , … [Ort] 
NA 2 ND 1 J._____ G51._____ GmbH, … [Ort] 

Veruntreuung 
Art. 138 Ziff. 1 
Abs. 1 StGB 

HA II.1.1.1. ND A 3 C._____ AG G67._____, … [Ort] 
HA II.1.1.2. ND A 4 C._____ AG G67._____, … [Ort] 
HA II.5.1.1. ND A 48 F._____ G68._____ 
HA II.5.1.2. 
Abs. 2 

ND A 51 F._____ G68._____ 

HA II.8.1.2. ND A 63 G._____ AG G68._____ 
HA II.9.1. ND A 38 K._____ AG G68._____ 

Check- und 
Kreditkarten-
missbrauch 
Art. 148 Abs. 1 
StGB 

HA II.4.3.4. ND C 22 E._____ AG G15._____ AG, … [Ort] 

Misswirtschaft 
Art. 165 StGB 

HA II.10.1. div.  H._____ 

Urkundenfäl-
schung Art. 251 
Ziff. 1 StGB  

HA II.5.1.1. 
Abs. 1 

ND A 48 
teilweise 

F._____ AG G68._____ 

* HA = Hauptanklage; NA 1 = Nachtragsanklage 25.6.2009; NA 2 = Nachtragsanklage 2.6.2010 

 

In der Beanstandungsschrift liess der Angeklagte durch die Verteidigung erklären, 

er halte an den Anträgen vor Vorinstanz vollumfänglich fest (HD 206 S. 2).  

Anlässlich der Berufungsverhandlung anerkannte der Angeklagte die folgenden 

weiteren erstinstanzlichen Schuldsprüche (HD 231): 

- 14 - 

 

Delikt Anklage Ziff. Dossier 
involvierte 

Mantel-
gesellschaft 

Geschädigte 

gew. Betrug 
Art. 146 Abs. 
1 und 2 
StGB 

HA II.5.1.2. 
Abs. 1 

ND A 51 F._____ AG G69._____, … [Ort] 

NA 1 ND 7 J._____ G70._____, … [Ort] 

mehrfache 
Veruntreu-
ung Art. 138 
Ziff. 1 Abs. 1 
StGB 

HA II.2 ND A 17 L._____ AG G71._____ AG, … [Ort] 
HA II.6. ND A 67 M._____ AG G72._____ Ltd. 
HA II.7. ND A 8 N._____ AG G68._____ 
HA II.8.1.1. ND A 62 G._____ AG G68._____ 
HA II.11. ND A 30 O._____ AG G73._____ AG / G74._____ 

Misswirt-
schaft Art. 
165 StGB 

HA II.1.3. diverse  C._____ AG 
HA II.4.2. diverse  E._____ AG 
HA II.5.3. diverse  F._____ AG 
HA II.8.2. diverse  G._____ AG 
HA II.12.2. diverse  I._____ AG 

 

Im obgenannten Sinne ist damit die Berufung eingeschränkt, und es ist mittels 

Beschluss festzustellen, dass Dispositiv Ziffer 1 des erstinstanzlichen Urteils ent-

sprechend in Rechtskraft erwachsen ist.  

3.2.2.1.2. Die Vorinstanz führt in ihrem Urteil aus, sie habe den Angeklagten be-

züglich der ihm im ersten Abschnitt von Hauptanklage Ziffer II.5.1.1. (ND A 48) 

vorgeworfenen Urkundenfälschung irrtümlich sowohl schuldig als auch frei ge-

sprochen (vgl. HD 222, S. 33 und 88, ferner S. 30f.). Nachdem sich der Angeklag-

te (auch) im Berufungsverfahren hinsichtlich dieser Straftat geständig und schul-

dig bekannt hat (HD 231 S. 2), ist der tatsächlich bestehende Widerspruch im 

erstinstanzlichen Dispositiv dadurch zu lösen, dass im vorliegenden obergerichtli-

chen Entscheid die Rechtskraft des Freispruchs vom Vorwurf der Urkundenfäl-

schung bezüglich Hauptanklage Ziffer II.5.1.1. bzw. ND A 48 nicht festzustellen 

ist.  

3.2.2.1.3. Klarzustellen ist sodann, dass die Vorinstanz in ihrer "Übersicht über 

den Schuldpunkt" (HD 222 S. 87) die anerkannten Schuldsprüche, welche die 

Nachtragsanklagen betreffen, zwar nicht erfasst hat. Aus ihren vor dieser Zu-

sammenfassung ergangenen Erwägungen (HD 222 S. 79 bis 87) erhellt jedoch, 

dass der Angeklagte auch diesbezüglich für schuldig befunden wurde. Dasselbe 

ergibt sich (wie soeben ausgeführt mit Ausnahme der Urkundenfälschung betr. 

- 15 - 

ND A 48) e contrario aus Ziffer 2 des erstinstanzlichen Dispositivs, in welchem die 

Dossiers, hinsichtlich welcher ein Freispruch erfolgte, explizit bezeichnet werden 

(HD 222 S. 124f.). Zur Verdeutlichung und Vermeidung von Missverständnissen 

sind im obergerichtlichen Beschluss über die Teilrechtskraft des erstinstanzlichen 

Entscheids nun aber auch die Schuldspruch-Dossiers explizit aufzulisten.  

3.2.2.1.4. Zu korrigieren sind schliesslich zwei Verschriebe in der erstinstanzli-

chen "Übersicht über den Schuldpunkt" (HD 222 S. 87): Ein Schuldspruch wegen 

Betrugs bezieht sich nicht auf ND C 208, sondern ND C 108 (Anklage Ziffer HA 
II.10.2.1.). Und eine Verurteilung wegen Veruntreuung beschlägt nicht ND A 20 
bezieht, sondern ND A 30.  

3.2.2.2. Freispruch (BGZ-Dispositiv Ziffer 2) 

Selbstredend nicht angefochten hat der Angeklagte die vor Bezirksgericht ergan-

genen Freisprüche (HD 222 S. 125). Die Staatsanwaltschaft hat ihre (unbe-

schränkte) Berufung wie erwähnt zurückgezogen. Kein Rechtsmittel erhoben ha-

ben die von den Freisprüchen betroffenen Geschädigten.  

Im Einzelnen wurde der Angeklagte von folgenden Anklagevorwürfen rechtskräftig 

freigesprochen: 

Delikt Anklage Ziffer Dossier 
involvierte 

Mantel-
gesellschaft 

"Geschädigte" 

gew. Betrug 
Art. 146 Abs. 
1 und 2 
StGB 

HA II.3.1.1. ND B 19 P._____ AG G75._____ AG, … [Ort] 
HA II.3.1.2. ND B 20 P._____ AG  G76._____ AG, … [Ort] 
HA II.3.1.3. ND B 21 P._____ AG G11._____, … [Ort] 
HA II.3.1.4. ND B 21 P._____ AG G11._____, … [Ort] 
HA II.3.1.5. ND B 22 P._____ AG G70._____, … [Ort] 
HA II.3.1.6. ND B 23 P._____ AG G3._____, … [Ort] 
HA II.3.1.7. ND B 24 P._____ AG G4._____ AG, … [Ort] 
HA II.3.1.8. ND B 25 P._____ AG G5._____ AG, … [Ort] 
HA II.3.1.9. ND B 25 P._____ AG G5._____ AG, … [Ort] 
HA II.3.1.10. ND B 26 P._____ AG G77._____ AG, … [Ort] 
HA II.3.1.11. ND B 26 P._____ AG G77._____ AG, … [Ort] 
HA II.3.1.12.  ND B 27 P._____ AG G79._____ SA, … [Ort] 
HA II.3.1.13. ND B 28 P._____ AG G78._____GmbH, … [Ort] 
HA II.3.1.14. ND B 29 P._____ AG G80._____ AG, … [Ort] 
HA II.3.1.15 ND B 30 P._____ AG G7._____ AG, … [Ort] 
HA II.4.3.1. ND C 19 E._____ G81._____ AG, … [Ort] 
HA II.5.2.1. ND B 33 F._____ AG G82._____ AG, … [Ort] 
HA II.5.2.2. ND B 33 F._____ AG G82._____ AG, … [Ort] 
HA II.5.2.3. ND B 33 F._____ AG G82._____ AG, … [Ort] 

- 16 - 

HA II.5.2.4. ND B 34 F._____ AG G83._____ AG, … [Ort] 
HA II.5.2.5. ND B 35 F._____ AG G84._____ AG, … [Ort] 
HA II.5.2.6. ND B 36 F._____ AG G9._____ AG, … [Ort] 
HA II.5.2.7. ND B 38 F._____ AG G85._____ AG, … [Ort] 
HA II.5.2.8. ND B 38 F._____ AG G85._____ AG, … [Ort] 
HA II.5.2.9.  ND B 38 F._____ AG G85._____ AG, … [Ort] 
HA II.5.4.2. ND C 221 F._____ AG G86._____, … [Ort] 
HA II.8.3.14 ND C 307 

teilweise 
(Rechnun-
gen ab Sep-
tember 
2003) 

  

HA II.9.2. ND B 60 K._____ AG G85._____ AG, … [Ort] 
HA II.10.2.3. ND C 130 H._____  G1._____ AG, … [Ort] 
HA II.12.1.20. ND B 55 I._____ AG G11._____ Frila, … [Ort] 
HA II.12.3.2. ND C 76 I._____ AG G87._____ AG, … [Ort] 
HA II.12.3.7. ND C 70 I._____ AG G88._____ GmbH, … [Ort] 
HA II.12.3.9. ND C 74 

teilweise 
(Rechnun-
gen ab Au-
gust 2004) 

I._____ AG G89._____, … [Ort] 

mehrfache 
Urkunden-
fälschung 
Art. 251 Ziff. 
1 StGB 

HA II.7. ND A 8   
HA II.5.1.1. ND A 48 

teilweise 
  

NA 1 ND 5   

 

Anzumerken ist hierzu zunächst, dass die Vorinstanz auch bezüglich ND B 37 auf 

"Freispruch" erkannt hat (HD 222 S. 125), diesem Entscheid aber offensichtlich 

ein Versehen zugrunde liegt, enthält die Anklage doch keinen Vorwurf zu einem 

solchen Dossier. Indes bleibt dieser Irrtum ohne nachteilige Folgen für den Ange-

klagten, weshalb Weiterungen (abgesehen von der Streichung dieses Freispruchs 

im Rechtskraft-Beschluss) unterbleiben können.  

Sodann entfällt aus den bereits genannten Gründen der Freispruch bezüglich Ur-

kundenfälschung betreffend Hauptanklage Ziff. II.5.1.1. (ND A 48; oben Ziff. 

3.2.2.1.2).  

3.2.2.3. Schadenersatzbegehren (BGZ-Dispositiv Ziffern 6 bis 10)  

Unter Ziffer 6 des Dispositivs ist die Vorinstanz auf insgesamt elf Schadenersatz-

begehren nicht eingetreten (HD 222 S. 125f.).  

- 17 - 

Unter Dispositiv Ziffer 7 wurden die Geschädigten G12._____ (ND A 3) und 

G13._____ (ND A 48; A 51; A 62; A 8; A 63 und A 38) mit ihren Schadenersatz-

begehren vollumfänglich auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen (HD 222 

S. 126). 

Diese Regelung ist weder vom Angeklagten noch von einem der betroffenen Ge-

schädigten angefochten worden und daher in Rechtskraft erwachsen. 

Die Schadenersatzregelung gemäss Dispositiv Ziffer 8 ist bezüglich folgender 

Dossiers unangefochten geblieben: HA ND C 10, ND C 66, ND C 73, ND C 123, 

ND C 277, ND C 281, ND C 282, ND C 283, ND C 284, ND C 290 sowie NA 1 

HD, ND 4, ND 5 und NA 2 HD. Sie ist insoweit in Rechtskraft erwachsen. 

Die Schadenersatzregelung gemäss Dispositiv Ziffer 9 blieb betreffend die Dos-

siers HA ND C 108, C 219 sowie NA 1 ND 8 und NA 2 ND 1 ohne Beanstandung, 

sodass auch diesbezüglich die Rechtskraft festzustellen ist.  

Schliesslich akzeptiert der Angeklagte auch die Schadenersatzregelung unter Zif-

fer 10 des erstinstanzlichen Dispositivs betreffend die Dossiers HA ND C 115 und 

C 116. Auch diesbezüglich liegt ein rechtskräftiger Entscheid vor.  

- 18 - 

3.2.2.4. Kostenfestsetzung (BGZ-Dispositiv Ziffer 12) 

Die erstinstanzliche Kostenfestsetzung (Dispositiv Ziffer 12; HD 222 S. 129) wur-

de von keiner Seite beanstandet. Sie ist in Rechtskraft erwachsen.  

3.2.2.5. Beschluss betreffend ...-Checks 

Unangefochten blieb schliesslich der Beschluss der Vorinstanz betreffend Her-

ausgabe der sichergestellten ...-Checks an die G60._____ (vgl. dazu HD 174 S. 

2, HD 206 S. 2, HD 222 S. 122 und 131). Auch hier ist die Rechtskraft festzustel-

len. 

3.2.3. Gegenstand der Hauptberufung 

3.2.3.1. Angefochtene Schuldsprüche 

3.2.3.1.1. Vom Angeklagten angefochten sind somit folgende Schuldsprüche (HD 

231 S. 1f.): 

Delikt Anklage Ziffer Dossier 
involvierte 

Mantel-
gesellschaft 

Geschädigte 

gew. Betrug 
Art. 146 Abs. 
1 und 2 
StGB 

HA II.1.2.1. ND B 1 C._____ AG G40._____ AG, … [Ort] 
HA II.1.2.2. ND B 2 C._____ AG G90._____, … [Ort] 
HA II.1.2.3. ND B 2 C._____ AG G90._____, … [Ort] 
HA II.1.2.4. ND B 3 C._____ AG G59._____ AG, … [Ort] 
HA II.1.2.5. ND B 4 C._____ AG G83._____ AG, … [Ort] 
HA II.1.2.6. ND B 4 C._____ AG G83._____ AG, … [Ort] 
HA II.1.2.7. ND B 4 C._____ AG G83._____ AG, … [Ort] 
HA II.1.2.8. ND B 4 C._____ AG G83._____ AG, … [Ort] 
HA II.1.2.9. ND B 5 C._____ AG G58._____ AG 
HA II.1.2.10. ND B 6 C._____ AG G26._____ AG, … [Ort] 
HA II.1.2.11. ND B 7 C._____ AG G91._____ AG, … [Ort] 
HA II.1.2.12. ND B 8 C._____ AG G92._____, … [Ort] 
HA II.1.2.13. ND B 9 C._____ AG G7._____ AG, … [Ort] 
HA II.1.2.14. ND B 10 C._____ AG G93._____, G27._____ AG, … 

[Ort] 
HA II.1.2.15. ND B 11 C._____ AG B._____ AG, … [Ort] 
HA II.1.2.16. ND B 11 C._____ AG B._____ AG, … [Ort] 
HA II.1.2.17. ND B 11 C._____ AG B._____ AG, … [Ort] 
HA II.1.2.18. ND B 11 C._____ AG B._____ AG, … [Ort] 
HA II.1.2.19. ND B 12 C._____ AG G28._____ AG, … [Ort] 
HA II.1.2.20. ND B 12 C._____ AG G28._____ AG, … [Ort] 
HA II.1.2.21. ND B 12 C._____ AG G28._____ AG, … [Ort] 
HA II.1.2.22. ND B 13 C._____ AG G94._____ AG, … [Ort] 
HA II.1.2.23. ND B 14 C._____ AG G2._____ AG, … [Ort] 
HA II.1.2.24. ND B 15 C._____ AG G95._____ AG, … [Ort] 

- 19 - 

HA II.1.2.25. ND B 16 C._____ AG G96._____ AG, … [Ort] 
HA II.1.2.26. ND B 17 C._____ AG G42._____, … [Ort] 
HA II.1.2.27 ND B 18 C._____ AG G43._____ AG, … [Ort] 
HA II.4.1.1 ND B 31 E._____ AG G97._____, … [Ort] 
HA II.4.1.2. ND B 32 E._____ AG G98._____ AG, … [Ort] 

(G99._____ AG, ... [Ort]) 
HA II.4.1.3. ND B 32 E._____ AG G98._____ AG, … [Ort] 

(G99._____ AG, ... [Ort]) 
HA II.4.3.2. ND C 18 E._____ AG G35._____ AG, … [Ort] 
HA II.8.3.3. ND C 279 G._____ AG G39._____ GmbH, … [Ort] 
HA II.8.3.8. ND C 286 G._____ AG G22._____ AG, … [Ort] 
HA II.8.3.10 ND C 297 G._____ AG G24._____ AG, … [Ort] 
HA II.8.3.11 ND C 200 

(recte C 300) 
G._____ AG G37._____ AG, … [Ort] 

HA II.8.3.12 ND C 302 G._____ AG G100._____ AG, … [Ort] 
HA II.8.3.13 ND C 303 G._____ AG G56._____, … [Ort] 
HA II.8.3.14 ND C 307 

teilweise 
(Rechnun-
gen Juni/Juli 
2003) 

G._____ AG G57._____ AG, … [Ort] 

HA II.8.3.15 ND C 309 G._____ AG G101._____ AG, … [Ort] 
HA II.9.3. ND C 170 K._____  G18._____ SA, … [Ort] 
HA II.10.2.2. ND C 120 H._____ G102._____ AG, … [Ort] 
HA II.10.2.5. ND C 114 H._____ G36._____ AG, … [Ort] 
HA II.10.2.7. ND C 105 H._____ G19._____ AG, … [Ort] 
HA II.10.2.8. ND C 110 H._____ G20._____ AG, … [Ort] 
HA II.10.2.9. ND C 111 H._____ G20._____ AG, … [Ort] 
HA II. 10.2.13 ND C 122 H._____ G37._____ AG, … [Ort] 
HA II.12.1.1. ND B 39 I._____ AG G58._____ AG, … [Ort] 
HA II.12.1.2. ND B 40 I._____ AG G29._____  GmbH, … [Ort] 
HA II.12.1.3. ND B 41 I._____ AG G103._____ AG, … [Ort] 
HA II.12.1.4. ND B 42 I._____ AG G44._____ GmbH, … [Ort] 
HA II.12.1.5. ND B 43 I._____ AG G78._____ , … [Ort] 
HA II.12.1.6. ND B 43 I._____ AG G78._____ , … [Ort] 
HA II.12.1.7. ND B 43 I._____ AG G78._____ , … [Ort] 
HA II.12.1.8. ND B 43 I._____ AG G78._____ , … [Ort] 
HA II.12.1.9. ND B 44 I._____ AG G45._____, … [Ort] 
HA II.12.1.10. ND B 45 I._____ AG G104._____ GmbH, … [Ort] 
HA II.12.1.11. ND B 46 I._____ AG G47._____, … [Ort] 
HA II.12.1.12. ND B 47 I._____ AG G70._____, … [Ort] 
HA II.12.1.13. ND B 48 I._____ AG G30._____  Ag, … [Ort] 
HA II.12.1.14. ND B 49  I._____ AG G9._____ AG, … [Ort] 
HA II.12.1.15. ND B 50 I._____ AG G48._____ AG, … [Ort] 
HA II.12.1.16. ND B 51 I._____ AG G11._____, … [Ort] 
HA II.12.1.17. ND B 52 I._____ AG G49._____ AG, … [Ort] 
HA II.12.1.18. ND B 53 I._____ AG G11._____, … [Ort] 
HA II.12.1.19. ND B 54 I._____ AG G11._____, … [Ort] 
HA II.12.1.21. ND B 56 I._____ AG G11._____, … [Ort] 
HA II.12.1.22. ND B 56 I._____ AG G11._____, … [Ort] 
HA II.12.3.4. ND C 60 I._____ AG G16._____ AG, … [Ort] 
HA II.12.3.9. ND C 74 

teilweise 
(Rechnun-
gen Juni 
2004) 

I._____ AG G89._____ AG, … [Ort] 

- 20 - 

NA 1 ND 2  G52._____ AG, … [Ort] 
NA 1 ND 3 J._____ A._____ AG, … [Ort] 
    

Hierzu ist festzuhalten, dass in der "Übersicht über den Schuldpunkt" im erstin-

stanzlichen Urteil (HD 222 S. 87) bei der Aufzählung der bestrittenen Betrugsta-

ten, in welchen ein Schuldspruch erfolgte, die Dossiers ND C 279 der Haupt- und 

ND 2 und 3 der ersten Nachtragsanklage zwar fehlen. Aus Begründung und Dis-

positiv ergibt sich jedoch klar, dass auch diesbezüglich ein Schuldspruch erfolgte.  

3.2.3.1.2. Die Verteidigung führte in der Berufungsverhandlung zusätzlich aus, es 

werde auch bezüglich der folgenden Anklagevorwürfe ein Freispruch verlangt (HD 

231 S. 1f.):  

Delikt Anklage Ziffer Dossier 
involvierte 

Mantel-
gesellschaft 

Geschädigte 

gew. Betrug 
Art. 146 Abs. 
1 und 2 
StGB 

HA II.4.3.1. ND C 19 E._____ G81._____ AG, … [Ort] 
HA II.10.2.3. ND C 130 H._____  G1._____ AG, … [Ort] 
HA II.12.3.7. ND C 70 I._____ AG G88._____ GmbH, … [Ort] 

Der Angeklagte wurde in diesen Anklagepunkten jedoch bereits erstinstanzlich 

freigesprochen (HD 222 S. 125, vgl. auch oben Ziff. 3.2.2.2.). Diese Beanstan-

dungen beruhen somit auf einem Irrtum auf Seiten des Angeklagten und sind im 

vorliegenden Berufungsverfahren ohne Weiterungen als gegenstandslos zu be-

trachten.  

3.2.3.1.3. Ein auf einem Irrtum des Angeklagten beruhender Widerspruch liegt 

ferner hinsichtlich der Anfechtung des Schuldspruchs betreffend Anklage Ziffer 

I.4.3.4. bzw. ND C 22 vor, wie sie in der Berufungsverhandlung erfolgte (HD 231 

S. 1). Der Angeklagte hatte sich in diesem Anklagepunkt schon vor Vorinstanz 

ausdrücklich geständig und des Check- und Kreditkartenmissbrauchs im Sinne 

von Art. 148 Abs. 1 StGB für schuldig bekannt (HD 174 S. 2 und 22, vgl. auch HD 

222 S. 29). In den Beanstandungen erklärte die Verteidigung, sie stelle dieselben 

Anträge wie vor Vorinstanz, schränkte also die Berufung ein, indem sie diesen 

Schuldspruch nicht anfocht (HD 206 S. 2). In der Berufungsverhandlung aner-

kannte der Angeklagte die Verurteilung wegen Check- und Kreditkartenmiss-

brauchs abermals explizit (HD 231 S. 2). Ein Schuldspruch bezüglich dieser 

- 21 - 

Strafbestimmung erging einzig mit Bezug auf den unter Anklage Ziffer I.4.3.4. 

bzw. ND C 22 erhobenen Vorwurf. Angesichts all dessen ist festzustellen, dass 

das erstinstanzliche Urteil bezüglich Check- und Kreditkartenmissbrauch rechts-

kräftig ist. Die erfolgte Beschränkung der Berufung in den Beanstandungen ist 

endgültig, eine Ausdehnung in der Berufungsverhandlung ausgeschlossen 

(Schmid, Strafprozessrecht, 4. Aufl. Zürich 2004, N 1030).  

3.2.3.2. Strafe und Massnahme 

Neben den oben dargelegten Schuldsprüchen - bezüglich welcher teilweise auch 

eine Verletzung des Anklageprinzips behauptet wird (HD 206 S. 4), worauf bei 

den einzelnen Anklagepunkten eingegangen werden wird - ficht der Angeklagte 

die Strafe (Dispositiv Ziffer 3) an, die wesentlich zu hoch ausgefallen sei (HD 206 

S. 2ff., HD 231 S. 3, HD 232 S. 15ff., Prot. II S. 24 und 27). Weiter wendet er sich 

gegen die Anordnung einer ambulanten Massnahme im Sinne von Art. 63 StGB; 

von einer solchen sei abzusehen (a.a.O. S. 2). 

3.2.3.3. Schadenersatzregelung 

3.2.3.3.1. Die Verteidigung verlangt sinngemäss, auf folgende Schadenersatzbe-

gehren sei nicht einzutreten, eventualiter seien sie abzuweisen. Subeventualiter 

seien die Geschädigten mit ihrer Forderung auf den Weg des Zivilprozesses zu 

verweisen (HD 231 S. 3f.).  

Im Einzelnen betrifft dies die folgenden Dossiers des erstinstanzlichen Urteilsdis-

positivs (HD 222 S. 126 bis 129): 

Dispositiv Ziff. 8: HA ND B 6, ND B 10, ND B 11, ND B 12, ND B 40, ND B 40 

(recte: ND B 48), ND B 51; HA ND C 22, ND C 60, ND C 105, ND C 110, ND C 

111, ND C 170, ND C 286, ND C 297. 

Dispositiv Ziff. 9: HA ND B 1, ND B 4, ND B 5, ND B 14, ND B 17, ND B 18, ND B 

42, ND B 44, ND B 45, ND B 46, ND B 50, ND B 52; HA ND C 18, ND C 114, ND 

C 122, ND C 200 (recte: ND C 300); ND C 279; NA 1 ND 2, NA 1 ND 3. 

Dispositiv Ziff. 10: HA ND B 8; HA ND C 74, ND C 303, ND C 307. 

- 22 - 

Dispositiv Ziff. 11: ND B 3. 

3.2.3.3.2. Offenkundig versehentlich führt der Angeklagte unter den "nicht aner-

kannten" Schadenersatzforderungen auch ND C 130 auf (HD 231 S. 4). Auf das 

Schadenersatzbegehren der G1._____ AG wurde schon erstinstanzlich (Disposi-

tiv Ziff. 6, HD 222 S. 102 und 125) infolge Freispruchs des Angeklagten nicht ein-

getreten. Der Antrag der Verteidigung ist damit obsolet. 

3.2.3.3.3. Nicht weiter einzugehen ist sodann auf die Anträge der Verteidigung zur 

Schadenersatzregelung, soweit sie sich auf ND C 19, ND C 70 und ND C 120 be-

ziehen (HD 231 S. 4), haben doch die Geschädigten G81._____, G88._____ 

GmbH und G102._____ AG überhaupt kein Schadenersatzbegehren gestellt (HD 

222 S. 101f. mit Verweisen).  

3.2.3.3.4. Was schliesslich die Geschädigte G100._____ AG bzw. Dossier ND C 

302 angeht, so geht die Anfechtung der erstinstanzlichen Schadenersatzregelung 

insoweit fehl, als die Vorinstanz darüber versehentlich gar nicht befunden hat (HD 

222 S. 100ff., HD 231 S. 4). Aus prozessökonomischen Gründen erweist es sich 

als angezeigt, auf eine Rückweisung an die Vorinstanz zu verzichten, über das 

Begehren mithin (allein) im Berufungsverfahren zu entscheiden. Der Angeklagte 

hat sich damit einverstanden erklärt (HD 234).  

- 23 - 

3.2.3.4. Kosten 

Schliesslich wird die Auflage der Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen 

Verfahrens an den Angeklagten akzeptiert, doch sollen diese wegen offensichtli-

cher Unerhältlichkeit abgeschrieben werden (Dispositiv Ziffer 13; HD 206 Ziff. 2 

i.V.m. HD 174 S. 2 und 29; HD 231 S. 4 und 5).  

4. Anschlussberufung der Geschädigten B._____ AG 

Mit Präsidialverfügung vom 4. November 2010 wurde den Geschädigten Frist zur 

Anschlussberufung angesetzt (HD 208). Die Gerichtsurkunde ging bei der 

B._____ AG am 12. November 2010 ein (HD 209/30). Noch am gleichen Tag 

reichte die Geschädigte Anschlussberufung ein und benannte die Beanstandun-

gen (HD 212).  

Zur Berufungsverhandlung ist kein Vertreter der Geschädigten erschienen. Die 

Anschlussberufung ist daher, wie in der Vorladung angedroht, als zurückgezogen 

zu betrachten (§ 423 StPO). Davon ist mittels obergerichtlichem Beschluss Vor-

merk zu nehmen.  

5. Anschlussberufung der Geschädigten A._____ AG  

Die A._____ AG bestätigte den Empfang der obgenannten Präsidialverfügung 

vom 4. November 2010 am 10. November 2010 (HD 209/57). Bereits am Folgetag 

legte die Geschädigte Anschlussberufung unter gleichzeitiger Bezeichnung der 

Beanstandungen ein (HD 211; vgl. ferner HD 226). Auf dieser Eingabe fehlte zwar 

die Unterschrift (HD 211 S. 2), doch wurde diese später nachgereicht (HD 226). 

In der Berufungsverhandlung stellte die Geschädigte einzig noch Antrag auf Be-

stätigung des erstinstanzlichen Urteils und zog damit faktisch die Anschlussberu-

fung zurück (Prot. II S. 26f.). Davon ist Vormerk zu nehmen.  

- 24 - 

6. Verletzung des Anklageprinzips 

Die Verteidigung moniert eine Verletzung des Anklageprinzips (HD 206 S. 4, HD 

232 S. 7). Darauf wird zum besseren Verständnis und zur Vermeidung von Wie-

derholungen im Rahmen der Sachverhaltswürdigung eingegangen. 

7. Beweisergänzungsanträge 

7.1. Aktenbeizug 

7.1.1. Die Verteidigung verlangte vor Vorinstanz und in den Beanstandungen den 

Beizug (zumindest) der Anklageschriften und Gerichtsurteile der Mittäter, über die 

nicht im gleichen Gerichtsverfahren entschieden wurde wie über den Angeklagten 

(HD 174 S. 3, HD 206 S. 4). Um welche Personen es sich handle, ergebe sich un-

ter anderem aus den polizeilichen Berichten und der Verteidigungsrede vor Vo-

rinstanz (HD 174). Auf S. 6 des Plädoyers seien mindestens acht Personen ge-

nannt worden, die als Mittäter angeklagt oder bereits abgeurteilt seien.  

7.1.2. Sämtliche Dokumente, welche die Untersuchung gegen †Q._____ betref-

fen, bilden Bestandteil der vorliegenden Akten; Gerichtsakten fehlen, weil 

†Q._____ während der Untersuchung verstarb, worauf das Verfahren gegen ihn 

eingestellt wurde.  

Sodann wurden die an den Gerichten produzierten Akten betreffend die (Mit-) 

Angeklagten R._____ (Obergericht des Kantons Zürich, Prozess Nr. SB100735-

O), S._____ (Bezirksgericht Zürich, Prozess Nr. DG090221), T._____ (BGZ, Pro-

zess Nr. DG090222), U._____ (BGZ, Prozess Nr. DG090223) und V._____ (BGZ, 

Prozess Nr. DG090224) beigezogen. Die diese Personen bzw. Verfahren betref-

fenden Untersuchungsakten sind identisch mit denjenigen des vorliegenden Pro-

zesses.  

7.1.3. In der Berufungsverhandlung zog der Verteidiger seinen Antrag insofern zu-

rück, als er erklärte, es müssten keine zusätzlichen Akten beigezogen werden 

(Prot. II S. 24). Der einzig vergleichbare Fall in Bezug auf die Strafzumessung sei 

ohnehin derjenige des Angeklagten R._____.  

- 25 - 

Nachdem auch für das Gericht weder mit Bezug auf die Sachverhaltswürdigung, 

noch hinsichtlich der Strafzumessung Grund zum Beizug weiterer Akten besteht, 

erübrigen sich Weiterungen. 

7.2. Einvernahmen 

7.2.1. In den Beanstandungen stellte sich die Verteidigung auf den Standpunkt, 

es seien weitere Befragungen erforderlich, sofern der Angeklagte in den ange-

fochtenen Punkten nicht freigesprochen werde. Unter anderem seien die verant-

wortlichen Personen der Heizölfirmen, bei denen Bestellungen vorgenommen 

worden seien, einzuvernehmen, etwa zur Frage, welche Vorkehrungen sie getrof-

fen hätten, um die Bonität der Bestellerin abzuklären (HD 206 S. 4f., HD 174 

S. 6). Ferner seien angebliche Mittäter des Angeklagten mit diesem zu konfrontie-

ren.  

In der Berufungsverhandlung zog der Verteidiger diesen Antrag zu Recht zurück 

(Prot. II S. 25). Die für die Urteilsfindung massgeblichen Befragungen wurden be-

reits - prozessrechtskonform - durchgeführt. Inwiefern zusätzliche Konfrontations-

einvernahmen mit Mittätern für die Sachverhaltswürdigung (und/oder die Strafzu-

messung) dienlich sein könnten, ist nicht erkennbar. Insbesondere lassen sich die 

Usanzen im Heizölhandel anhand der vorhandenen Akten und allgemein bekann-

ter Tatsachen hinreichend erstellen.  

7.2.2. Mit dem Rückzug der Anschlussberufung der A._____ AG fällt auch deren 

Antrag auf Befragung von drei Personen für den Fall, das ihre "Zivilforderung im 

Berufungsverfahren abgewiesen" werde, dahin (HD 211 S. 2).  

7.3. Gutachtensergänzung 

7.3.1. Antrag der Verteidigung 

Die Verteidigung beantragte in den Beanstandungen, es sei eine ergänzende 

psychiatrische und medizinische Begutachtung zu veranlassen. Denn einerseits 

sei das psychiatrische Gutachten über den Angeklagten bereits fünf Jahre alt und 

seien zwischenzeitlich keine neuen Berichte zu den Akten gelegt worden, obwohl 

- 26 - 

C._____ im Rahmen des vorzeitigen Strafvollzugs eine psychotherapeutische 

Behandlung durchgeführt habe. Und andererseits sei die vom Gutachter aufge-

worfene Frage einer hirnorganischen Störung nicht näher abgeklärt worden (HD 

206 S. 2f., vgl. ferner HD 232 S. 18).  

Am Ende der Berufungsverhandlung hielt die Verteidigung - nicht ohne kurz zuvor 

im Plädoyer die obgenannten Rügen wiederholt zu haben (HD 232 S. 17f.) - an ih-

rem Antrag nicht mehr fest (Prot. II S. 24).  

Freilich stellt sich auch von Amtes wegen die Frage, ob das am 11. März 2005 

(mithin vor fast 7 Jahren) von PD Dr. W._____ erstellte psychiatrische Gutachten 

(HD 92/50) als veraltet und/oder unvollständig erscheint oder ob darauf - allenfalls 

im Verbund mit anderen Akten - auch heute noch abgestellt werden kann.  

7.3.2.1. Schuldfähigkeit 

Das Gutachten behandelt die Schuldfähigkeit (damals noch "Zurechnungsfähig-

keit") von C._____ mit Bezug auf sämtliche Delikte, die ihm in der Hauptanklage 

vorgeworfen werden, mithin hinsichtlich des weitaus grössten - und gewichtigsten 

- Teils der ihm gesamthaft zur Last gelegten Taten (vgl. insb. HD 92/50 S. 37 und 

39).  

Nach der Fertigstellung des Gutachtens verblieb der Angeklagte bis zum 3. Okto-

ber 2007 in Untersuchungshaft bzw. im vorzeitigen Strafantritt. In der Zeit bis zur 

neuerlichen Inhaftierung, die ein knappes Jahr später (am 17. September 2008) 

erfolgte und einschliesslich vorzeitigem Strafantritt bis zum 8. September 2010 

dauerte (woran sich weitere 55 Tage Haft in anderer Sache anschlossen, vgl. HD 

182/2), verübte C._____ die ihm in den beiden Nachtragsanklagen vorgeworfenen 

Delikte, wobei er nach demselben Muster vorging wie bei früheren, in der Haupt-

anklage enthaltenen Straftaten. Unter diesen Umständen kann für die Frage der 

Schuldfähigkeit hinsichtlich sämtlicher Delikte auf das 2005 erstellte, ausführliche 

und schlüssige Gutachten abgestellt werden. Selbst die Verteidigung führte denn 

auch noch vor Vorinstanz aus, sie verweise auf das Gutachten von Dr. W._____, 

welches "nach wie vor Gültigkeit" beanspruche (HD 174 S. 26).  

- 27 - 

Es besteht auch kein Anlass, die "Frage einer allfälligen gehirnorganischen Stö-

rung näher abzuklären bzw. von fachkundiger Seite darzulegen und in die Akten 

einzuführen". Nachdem sich Dr. med. W._____ im Gutachten eingehend und 

überzeugend unter anderem mit dem testpsychologischen Bericht der Y._____ in 

welchem an einer Stelle ein entsprechender Verdacht geäussert wird, auseinan-

der gesetzt hat, schliesst er das Vorliegen "einer organischen Hirnkrankheit im 

Sinne eines Hirntumors oder einer degenerativen Veränderung oder eines Trau-

mas" aufgrund fehlender Vorkommnisse und Befunde explizit aus (HD 92/50 S. 

35 und 36, vgl. ferner S. 29 bis 32). In seiner Gesamtbetrachtung geht er (viel-

mehr) davon aus, dass konstitutionelle Persönlichkeitsmerkmale im Sinne einer 

Persönlichkeitsstörung und neurotische, d.h. durch verinnerlichte konflikthafte 

Spannungen bedingte Symptome in einer Mischform vorliegen (a.a.O. S. 36). 

Letztere seien - so der Gutachter - als charakterneurotische Symptomatik zu wer-

ten, die gemäss ICD-10 ja auch der Persönlichkeitsstörung zugeordnet werden 

könne. Die reale Diagnostik zeige, dass die lehrbuchartigen Leitlinien für die psy-

chiatrische Diagnostik in der Praxis nicht immer ausreichend seien. Alles in allem 

diagnostiziere er eine nicht näher bezeichnete Persönlichkeitsstörung gemäss 

ICD-10: F 60.9.  

7.3.2.2. Rückfallgefahr  

Dr. med. W._____ hat in seinem Gutachten auch zur Rückfallgefahr, wie sie sich 

im März 2005 präsentierte, Stellung genommen (HD 92/50 S. 37f. und 39). Neue 

Erkenntnisse zur Legalprognose liegen heute insofern vor, als der Angeklagte 

seither wiederum während Monaten einschlägig delinquiert hat. Zudem erachtet 

auch die Psychotherapeutin Dr. med. Z._____ in ihrem Therapiebericht vom 28. 

Juni 2010 die von Dr. med. W._____ festgestellte schlechte Legalprognose als 

fortbestehend, wobei als prognostisch ungünstige Faktoren der beschriebene 

Empfangsraum und der chronifizierte Verlauf beim bereits älteren Angeklagten zu 

nennen sei (HD 189/2 S. 5f.; vgl. auch nachstehend Ziff. I.7.3.2.3 und unten Ziff. 

III.9).  

Diese Grundlagen und die weiteren vorliegenden Akten - insbesondere auch über 

das Verhalten des Angeklagten seit seiner Entlassung aus dem vorzeitigen Straf-

- 28 - 

vollzug - reichen aus, um die aktuelle Rückfallgefahr beurteilen zu können. Eine 

Gutachtensergänzung ist nicht erforderlich.  

7.3.2.3. Massnahme  

Der psychiatrische Gutachter äusserte sich 2005 zur Massnahmefrage (HD 92/50 

S. 38 und 40).  

Bei den Akten liegt sodann wie erwähnt ein Bericht von Dr. med. Z._____, Ober-

ärztin der Psychiatrischen Klinik AA._____, über den Verlauf der Ende Januar 

2009 mit dem Angeklagten begonnenen Gesprächstherapie, der auch eine Emp-

fehlung zum weiteren Vorgehen enthält (HD 189/2). Der an den Direktor der Kan-

tonalen Strafanstalt AB._____ adressierte Bericht fand aus nicht näher bekannten 

Gründen erst nach Fällung des erstinstanzlichen Urteils Eingang in die Akten. Er 

steht nun immerhin für den Berufungsentscheid zur Verfügung.  

Eine Ergänzung des psychiatrischen Gutachtens erweist sich, wie im Detail noch 

darzulegen sein wird (unten Ziff. III.9), auch insoweit als unnötig.  

8. Verletzung des Beschleunigungsgebots  

Auf die Beanstandung der Verteidigung, das Beschleunigungsgebot sei verletzt 

(HD 206 S. 3, HD 232 S. 17), wird im Rahmen der Strafzumessung (unten Ziff. III) 

eingegangen. Vorweggenommen sei immerhin bereits an dieser Stelle, dass sich 

eine teilweise oder vollständige Einstellung des Verfahrens nicht rechtfertigt. 

9. Verjährung 

Der Vollständigkeit halber bleibt festzustellen, dass bei keinem der dem Ange-

klagten zur Last gelegten Delikte die Verjährung eingetreten ist, auch nicht bei 

denjenigen, die noch vor dem Inkrafttreten des revidierten Verjährungsrechts am 

1. Oktober 2002 begangen wurden und demnach den Regeln von Art. 70ff. aStGB 

unterstehen.  

 

- 29 - 

II. SCHULDPUNKT 

1. Zum Tatbestand des Betrugs 

Einen Betrug begeht, wer in der Absicht, sich oder einen andern unrechtmässig 

zu bereichern, jemanden durch Vorspiegelung oder Unterdrückung von Tatsa-

chen arglistig irreführt oder ihn in einem Irrtum arglistig bestärkt und so den Irren-

den zu einem Verhalten bestimmt, wodurch dieser sich selbst oder einen andern 

am Vermögen schädigt (Art. 146 Abs. 1 StGB).  

Nicht jede durch Täuschung herbeigeführte Vermögensverschiebung ist also 

strafrechtlich relevant, sondern nur die durch ein heimtückisches, durchtriebenes, 

hinterlistiges, raffiniertes Verhalten des Täters bewirkte. Fehlt ein derart qualifi-

ziertes Verhalten, bleibt der Geschädigte gleichwohl nicht zwingend ohne Rechts-

schutz: Er kann sich allenfalls mittels einer zivilrechtlichen Klage schadlos halten 

(vgl. Art. 28 OR).  

Näheres zur Frage, wann Arglist vorliegt, lässt sich Art. 146 StGB nicht entneh-

men. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist das Tatbestandsmerkmal 

der Arglist grundsätzlich gegeben, wenn der Täter zur Täuschung eines anderen 

ein ganzes Lügengebäude errichtet oder sich besonderer Machenschaften oder 

Kniffen bedient, aber auch, wenn er bloss falsche Angaben macht, deren Über-

prüfung nicht oder nur mit besonderer Mühe möglich oder nicht zumutbar ist, so-

wie wenn er den Getäuschten von der möglichen Überprüfung abhält oder nach 

den Umständen voraussieht, dass jener die Überprüfung der Angaben aufgrund 

eines besonderen Vertrauensverhältnisses unterlassen werde (BGE 128 IV 18, 

BGE 125 IV 124, BGE 122 IV 246, BGE 120 IV 188). Die alleinige Vortäuschung 

des Erfüllungswillens ist nach dem Gesagten nicht in jedem Fall arglistig, sondern 

nur dann, wenn die Überprüfung der Erfüllungsfähigkeit unzumutbar oder unmög-

lich ist und daher auch keine Schlüsse auf den Erfüllungswillen des Täters gezo-

gen werden können (BGE 125 IV 124, BGE 118 IV 359). 

Betrug ist ein Beziehungs- und (aus der Sicht des Geschädigten) ein Selbstschä-

digungsdelikt. Das irrende Opfer leistet durch die Vermögensdisposition einen 

- 30 - 

kausalen Beitrag zum deliktischen Erfolg. Daher spielt die Eigenverantwortlichkeit 

des Opfers bei der Arglistfrage eine Rolle. Wer sich mit einem Mindestmass an 

Aufmerksamkeit selbst hätte schützen bzw. den Irrtum durch ein Minimum an zu-

mutbarer Vorsicht hätte vermeiden können, wird strafrechtlich auch dann nicht 

geschützt, wenn der Täter mit Lügengebäuden oder Machenschaften täuschte. 

Indes ist unter dem Gesichtspunkt der Opfermitverantwortung nicht erforderlich, 

dass der Geschädigte die grösstmögliche Sorgfalt walten lässt und alle denkbaren 

Vorsichtsmassnahmen trifft, um den Irrtum zu vermeiden. Vielmehr scheidet Arg-

list lediglich aus, wenn das Opfer die grundlegendsten Vorsichtsmassnahmen 

nicht beachtet hat. Entsprechend entfällt der strafrechtliche Schutz nicht bei jeder 

Fahrlässigkeit des Opfers, sondern nur bei Leichtfertigkeit, welche das täuschen-

de Verhalten des Täters in den Hintergrund treten lässt. Die zum Ausschluss der 

Strafbarkeit des Täuschenden führende Opfermitverantwortung ist mithin nur in 

Ausnahmefällen zu bejahen (BGE 6B_83/2011 vom 11. August 2011 E. 2.2.2., 

BGE 135 IV 76 E. 5.2 mit Hinweisen, BGE 126 IV 165 E. 2a mit Hinweisen). 

Hinsichtlich der Frage, welche Prüfungshandlungen dem Geschädigten zumutbar 

sind, ist ein objektiv-individueller Massstab anzulegen. Entscheidend ist, ob für ei-

ne vergleichbare andere Person in derselben Situation die Täuschung durch-

schaubar gewesen wäre. Von Bedeutung sind etwa die Geschäftserfahrenheit 

des Geschädigten (BGE 119 IV 288), aber auch der Vertragswert (je höher dieser 

und damit das Schadenspotential ist, desto grösser sind die Anforderungen an die 

Vorsichtspflicht), mehrfache frühere negative Erfahrungen mit dem Besteller (BGE 

118 IV 359 mit Hinweisen) und Usanzen im Geschäftsverkehr.  

Grundsätzlich ohne Einfluss auf die zumutbare Aufmerksamkeit des Opfers ist, 

entgegen der Auffassung der Verteidigung (HD 232 S. 9 und 12), ob es sich bei 

der bestellenden Körperschaft um einen dem Lieferanten bisher unbekannten 

Erstkunden handelt. Der Umstand, dass eine Gesellschaft erstmals bestellt, muss 

- auch bei grösseren Geschäften - nicht schon für sich allein Zweifel an deren 

Leistungsfähigkeit und Leistungswillen wecken. Der strafrechtliche Schutz bleibt 

dem Geschädigten, der sich auf das Geschäft einlässt, nicht versagt, sofern nicht 

- 31 - 

konkrete Anhaltspunkte vorliegen, die ihn zu besonderer Vorsicht hätten mahnen 

müssen (BGE 6S.540/1999 vom 26. April 2000).  

2. Heizölgeschäfte 

2.1. Mantelfirma: D._____ AG (ND B 1 bis B 18) 

2.1.1. Anklageprinzip 

2.1.1.1. Standpunkt des Angeklagten 

Die Verteidigung moniert eine Verletzung des Anklagegrundsatzes (HD 206 S. 4, 

HD 232 S. 7). Der Sachverhalt werde in den Anklageschriften bei den (bestritte-

nen) Einzelgeschäften nicht hinreichend genau geschildert, damit erkennbar wä-

re, unter welchen Straftatbestand er zu subsumieren sei (HD 206 S. 4f.). Dies gel-

te insbesondere für die Betrugstatbestände und dort in Bezug auf die Bereiche 

Arglist und Opfermitverantwortung. Die Darstellung des allgemein unterstellten 

Handlungsmusters in der Übersicht der Hauptanklage, auf das sich auch die Vo-

rinstanz immer wieder beziehe, genüge nicht. Ferner werde die Rolle von 

†Q._____, des spiritus rectors, in der Anklageschrift nicht erwähnt. 

2.1.1.2. Grundsätzliches zum Anklageprinzip 

Der aus Art. 29 Abs. 2 und Art. 32 Abs. 2 BV sowie aus Art. 6 Ziff. 1 und Ziff. 3 lit. 

a und b EMRK abgeleitete, in § 162 StPO für den Kanton Zürich näher umschrie-

benen Anklagegrundsatz bezweckt einerseits den Schutz der Verteidigungsrechte 

der beschuldigten Person und dient andererseits dem Anspruch auf rechtliches 

Gehör (Informationsfunktion). Er verlangt, dass die Anklageschrift kurz gefasst, 

aber dennoch derart präzise formuliert ist, dass der Angeklagte daraus bei einer 

Gesamtbetrachtung (unter Einbezug allfälliger allgemeiner Ausführungen und der 

Angaben zu den Einzelfällen) ersehen kann, was Gegenstand der Anklage bildet, 

so dass es ihm möglich ist, sich dagegen wirksam zu verteidigen (vgl. BGE 

6B_796/2010 vom 14. März 2011). Die Vorwürfe müssen im objektiven wie im 

subjektiven Bereich genügend konkretisiert sein (Schmid, Strafprozessrecht, 

4. Aufl. Zürich 2004, N 146).  

- 32 - 

2.1.1.3. Aufbau der Hauptanklage 

Die Sachverhaltsdarstellung in der 69 Seiten umfassenden Hauptanklage (HD 

138/1) wird eingeleitet von einer Übersicht (Ziffer I.).  

Darin wird zunächst aus der Sicht der Anklagebehörde geschildert, welche Korre-

lation zwischen dem Angeklagten und den Mantelfirmen, die in die total rund 150 

zur Anklage gebrachten Einzeltaten involviert sein sollen, bestanden haben soll 

(Ziff. I. Abs. 1).  

Hernach folgen grundsätzliche Ausführungen zu den einzelnen Deliktsbereichen:  

− Ziffer I.1. bzw. ND A: Leasingdelikte, begangen durch Betrug, Veruntreuung 

und Urkundenfälschung;  

− Ziffer I.2. bzw. ND B: Betrügerischer Heizölhandel; 

− Ziffer I.3. bzw. ND C: Weitere betrügerische Waren- und Dienstleistungsbe-

stellungen; 

− Ziffer I.5: Misswirtschaft) und 

− zur Gewerbsmässigkeit (Ziffer I.4.).  

Es wird unter anderem das behauptete Handlungsmuster des Angeklagten bei 

den Heizölgeschäften geschildert und festgehalten, dass C._____ mit den Einah-

men aus den betrügerischen Geschäften über Mantelfirmen, welche er nach Art 

eines Berufs betrieben habe - insbesondere mit den Einnahmen aus den Heizöl-

geschäften - ein Einkommen erzielt habe, mit dem er weitgehend seinen Lebens-

unterhalt finanziert habe. 

Unter Ziffer II. der Anklage wird sodann - geordnet nach den involvierten Mantel-

firmen - aus der Sicht der Staatsanwaltschaft geschildert, wie die Delikte im Ein-

zelnen begangen worden sein sollen.  

Dieser klare, unnötige Repetitionen vermeidende Aufbau dient der Übersichtlich-

keit und Verständlichkeit der Anklageschrift und ist als solcher nicht zu beanstan-

den. Gerade bei Seriendelikten, wie sie der Angeklagte begangen hat, erscheint 

es als geboten, das Handlungsschema den Einzeltaten voranzustellen.  

2.1.1.4. Formulierung der Hauptanklage betreffend Heizölhandel der D._____ AG  

- 33 - 

2.1.1.4.1. Unter den Ziffern II.1.2. und II.1.2.1. bis. II.1.2.27 in Verbindung mit den 

Ziffern I. Abs. 1 und Ziffer I.2. sowie I.4. der Hauptanklage wird dem Angeklagten 

zusammengefasst vorgeworfen, im Februar und März 2001 als Geschäftsleiter 

und faktischer Beherrscher der D._____ AG - einer damals betreibungsrechtlich 

noch unauffälligen, aber finanziell substanzlosen Mantelfirma - bei 18 Heizölliefe-

ranten, im Namen und auf Rechnung der Mantelgesellschaft, selbst oder über von 

ihm angeleitete Mitarbeiter insgesamt 27 Lieferungen an Dritte veranlasst zu ha-

ben, wobei es ihm schon bei Vertragsabschluss am Zahlungswillen gemangelt 

habe, was sich unter anderem daraus ergebe, dass der Einkaufspreis über dem 

Verkaufspreis gelegen habe und die Rechnungen der Lieferanten nicht bezahlt 

worden seien. Die Einnahmen aus dem Weiterverkauf habe der Angeklagte weit-

gehend für die Finanzierung seines Lebensunterhalts verwendet. Soweit der Er-

füllungswille für die Lieferanten überhaupt überprüfbar gewesen sei, hätten diese 

usanzwidrig erhebliche und markthinderliche Abklärungen vornehmen müssen. 

Abgesehen davon habe der Angeklagte teilweise eine nicht vorhandene Bonität 

der Bestellerfirma durch Vorlage eines unverfänglichen Betreibungsregisteraus-

zugs und eines Handelsregisterauszugs vorgespiegelt.  

2.1.1.4.2. Dieser in der Anklageschrift bei den einzelnen Delikten - insbesondere 

in zeitlicher, örtlicher und betragsmässiger Hinsicht sowie bezüglich der beteilig-

ten Firmen - noch detaillierter beschriebene Vorhalt (vgl. die Anklageziffern I 

Abs. 1, I.2., II. Abs. 1 und II.1.2.1. bis II.1.2.27.) enthält alle Sachverhaltselemen-

te, die zum objektiven und subjektiven Tatbestand des Betrugs im Sinne von 

Art. 146 Abs. 1 StGB gehören. Er umschreibt insbesondere auch das täuschende 

Verhalten des Angeklagten als arglistig, weil durch nicht oder nicht in zumutbarer 

Weise überprüfbare Vortäuschung des Zahlungswillens - unter Einsatz von sub-

stanzlosen Mantelfirmen, unter Ausnützung der Usanzen im Heizölhandel und 

teilweise unter Vortäuschung der Bonität der Mantelfirma mittels Dokumenten 

(Betreibungsregister- und Handelsregisterauszug) - begangen.  

Dass die Staatsanwaltschaft einige wenige Details im Rahmen der Schilderung 

der Vorgehensweise bei den Einzeltatbeschreibungen nicht anführt, bei den vor-

liegenden Heizölgeschäften etwa nicht unter Namensnennung angibt, wer neben 

- 34 - 

dem Angeklagten (unter seiner Ägide) für die D._____ AG Bestellungen tätigte, zu 

welchem Zeitpunkt genau die Bestellungen bei den einzelnen Lieferanten erfolg-

ten (immerhin aber, wann geliefert wurde) und welchen der Geschädigten ein Be-

treibungsregisterauszug vorgelegt wurde, begründet noch keine Verletzung des 

Anklageprinzips, sind besagte Einzelheiten doch nicht von entscheidender Bedeu-

tung, lassen sie sich leicht den Akten entnehmen und führen sie nicht dazu, dass 

der Angeklagte nicht mit hinreichender Genauigkeit erkennen könnte, was ihm 

vorgeworfen wird.  

Wie sich aus den noch folgenden Erwägungen ergeben wird, ist die Rolle von 

†Q._____, der von der Verteidigung als treibende Kraft bezeichnet wird, für den 

Schuldpunkt - und zwar hier wie bei den übrigen Anhaltspunkten - ohne entschei-

dende Relevanz, da sich ohnedies erstellen lässt, dass der Angeklagte als Haupt-

täter und nicht bloss als Gehilfe oder gar willenloses Werkzeug handelte (vgl. da-

zu auch die Erwägungen bei der Strafzumessung, unten Ziff. III.5). Ist die Beteili-

gung †Q._____'s nun aber lediglich für die Strafzumessung von Bedeutung, 

brauchte sie - entgegen dem Vorbringen der Verteidigung - auch nicht in die An-

klageschrift einzufliessen.  

2.1.1.5. Fazit  

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Hauptanklage - bezogen auf die vor-

liegend zu beurteilenden Vorwürfe - weder vom Aufbau noch von der Formulie-

rung her das Anklageprinzip verletzt. Sie ist so kurz und übersichtlich wie möglich 

und so lang und ausführlich wie nötig gehalten, und der Angeklagte kann daraus 

nicht nur ersehen, dass er beschuldigt wird, den Tatbestand des Betrugs zum 

Nachteil der aufgeführten Geschädigten objektiv wie subjektiv erfüllt zu haben, 

sondern im Kontext betrachtet hinreichend konkret auch, aufgrund welcher wann, 

wo und wie begangener Handlungen und welcher weiteren relevanten Umstände 

das der Fall sein soll.  

2.1.2. Sachverhalts- und rechtliche Würdigung 

2.1.2.1. Zum Sachverhalt 

- 35 - 

Der Angeklagte, der im Zeitraum der vorliegend interessierenden Heizölgeschäfte 

bei der D._____ AG die Funktion eines mit Generalvollmacht ausgestatteten Ge-

schäftsführers bekleidete, gab zu, faktischer Beherrscher des Unternehmens ge-

wesen zu sein (HD 13/4/3 S. 5). Er räumte auch ein, dass die Gesellschaft, deren 

Aktienmantel kurz vor den ersten Heizölbestellungen mit finanzieller Unterstüt-

zung eines Dritten auf Initiative des Angeklagten hin erworben worden war, sub-

stanzlos war (a.a.O.). Das folgt letztlich auch aus dem tiefen Kaufpreis für den Ak-

tienmantel von 12'000 Franken und den Kontoauszügen der Firma (HD 

19/4/1/5/1, HD 19/4/2/2/1, HD 19/4/3/4/1). Gemäss den eigenen Angaben des 

Angeklagten haben die laufenden Geschäfte der D._____ AG praktisch aus-

schliesslich im Ölhandel bestanden (vgl. ND B 4/8 S. 2). Ein angeblich bei 

†Q._____ vor dessen Rückversetzung in den geschlossenen Strafvollzug pen-

dentes, punkto Realisierung ungewisses Immobiliengeschäft warf zugegebener-

massen nie Ertrag ab (ND B 4/8 S. 2).  

Weiter anerkannte der Angeklagte, dass er selbst (oder vereinzelt von ihm ange-

leitete Mitarbeiter der Mantelfirma) die hier interessierenden Bestellungen zu den 

in der Anklageschrift aufgeführten Konditionen tätigte(n) und die Rechnungen der 

Lieferanten - abgesehen von einer Teilzahlung des einzigen Verwaltungsrats 

AD._____, die auf Betreibung und Konkursandrohung und erst nach dem Aus-

scheiden des Angeklagten aus der Firma erfolgte - unbezahlt blieben (HD 13/4/3 

S. 7, HD B 3/6 S. 2, vgl. auch die verwertbaren Zeugenaussagen des Mitarbeiters 

AC._____ in HD 19/6/16 S. 5).  

Dass ihm der Erfüllungswille von Anfang an fehlte, ergibt sich bereits aus der Tat-

sache, dass er das Öl (insbesondere durch Entgegennahme von WIR-Geld, das 

er nicht direkt weiterverwenden konnte und sich nur mit ca. 40 % Verlust in 

Schweizer Franken umwechseln liess, HD B 3/6 S. 2) regelmässig zu einem Preis 

weiterverkaufte, der unter demjenigen lag, den er selbst seinen Lieferanten schul-

dete, jedenfalls aber nicht mit einer kostendeckenden oder gar gewinnbringenden 

Marge. Ein solches Geschäftsverhalten wäre für die D._____ AG wirtschaftlich 

betrachtet völlig unsinnig gewesen.  

- 36 - 

Unbestritten ist sodann, dass der Angeklagte einen Grossteil der Zahlungen der 

Ölbezüger dazu verwendete, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten (vgl. dazu 

etwa ND A 17/3/1 S. 1 und HD 174 S. 17). Bezeichnend hinsichtlich des eigenen 

Zahlungswillens und der Verwendung der eingenommenen Gelder sind auch die 

Aussagen des Angeklagten in der Untersuchung, wonach er bereits seit zwanzig 

Jahren immer in Geldnot sei, durchaus aus notorischen Engpässen heraus ge-

handelt und Vorteile für sich erzielt habe (ND A 17/3/6 S. 4, HD 13/4/3 S. 53). Ab-

gesehen davon genügt für die Erfüllung des Tatbestands des Betrugs auch schon 

die (unrechtmässige) Bereicherung Dritter. 

Einen Rückschluss darauf, wie es um den Zahlungswillen des Angeklagten be-

stellt war, erlaubt schliesslich auch der zugegebene Bestellungsbetrug vom 

8. März 2001, bei dem der Angeklagte zum Nachteil der G60._____ ...-

Universalchecks im Wert von 6'000 Franken bezog, ohne diese je zu bezahlen. 

In der Berufungsverhandlung gab der Angeklagte denn auch nunmehr unumwun-

den zu, (jeweils) von Anfang an gewusst zu haben, dass er die Rechnungen der 

Heizöllieferanten nicht würde bezahlen können (Prot. II S. 19).  

2.1.2.2. Verantwortlichkeit des Angeklagten 

Der Angeklagte war nach dem Gesagten die treibende Kraft hinter den Heizölbe-

stellungen bei den Geschädigten. Soweit Dritte den Angeklagten bewusst oder 

unbewusst bei seinem Tun unterstützten, entlastet ihn dies hinsichtlich des Be-

trugsvorwurfs nicht.  

2.1.2.3. Arglistige Täuschung unter Berücksichtigung der Opfermitverantwortung 

Der Angeklagte spiegelte den Geschädigten einen nicht vorhandenen Erfüllungs-

willen vor. Sein täuschendes Verhalten erschöpfte sich dabei aber nicht in einer 

einfachen Lüge.  

Vielmehr liegt eine Inszenierung vor. In der Absicht, sich (und allenfalls Dritte) un-

rechtmässig zu bereichern, trat er wohlweislich nicht als Privatperson bzw. Einzel-

firma auf, sondern bediente sich für die Heizöl-Bestellungen der von ihm be-

- 37 - 

herrschten, nach aussen hin unauffällig und finanziell gesund erscheinenden, 

aber effektiv substanzlosen Mantelgesellschaft D._____ AG. Damit vermied er un-

ter anderem, dass vertiefte Abklärungen über seine eigene (desolate) finanzielle 

Situation getätigt wurden, die zu einem Scheitern der Geschäfte geführt hätten, 

weil er die dann fraglos geforderte Vorauszahlung nicht hätte aufbringen können. 

Er nützte die Usanz im Geschäftsverkehr aus, dass Waren an befugte Vertreter 

von Aktiengesellschaften (oder von diesen bezeichnete Empfänger) auf Rech-

nung geliefert werden, welche Übung auf der Erfahrung fusst, dass solche Faktu-

ren in der Regel bezahlt werden (vgl. BGE 6S.209/2004 vom 28. Juli 2004). Diese 

Gepflogenheit besteht auch und gerade im Handel mit Heizöl, wie sich das Ver-

halten von zahlreichen, geografisch weiträumig verteilten Lieferanten zeigt, bei 

denen der Angeklagte bestellte. Der Brennstoff wurde auf telefonische oder fern-

schriftliche Bestellung hin geliefert und die effektiv in den Tank gepumpte Menge 

danach per Rechnung eingefordert.  

Der Umstand, dass der Angeklagte die Geschädigten mittels besonderer Ma-

chenschaften, nämlich unter planmässiger Verwendung der substanzlosen Man-

telfirma D._____ AG - und teilweise zusätzlich durch per Fax übermittelte Han-

dels- und Betreibungsregisterauszüge - bezüglich des Zahlungswillens hinters 

Licht führte, führt nun aber allein noch nicht zum Schluss, der Angeklagte habe 

mit seiner Täuschung auch das Tatbestandsmerkmal der Arglist erfüllt. Denn wie 

bereits ausgeführt, ist auch bei täuschenden Machenschaften und Geschäften der 

vorliegenden Art unter dem Gesichtspunkt der wirtschaftlichen Eigenverantwort-

lichkeit des jeweiligen Geschädigten zu prüfen, ob dieser den Irrtum bei Beach-

tung der ihm zumutbaren Selbstschutzmöglichkeiten hätte vermeiden können. 

Nicht erforderlich ist jedoch wie ebenfalls bereits erwähnt, dass das Täuschungs-

opfer grösstmögliche Sorgfalt walten lässt und alle erdenklichen ihm zur Verfü-

gung stehenden Vorkehren trifft. Arglist scheidet nicht bei jeder Fahrlässigkeit 

aus, sondern nur, wenn der Geschädigte die grundlegendsten Vorsichtsmass-

nahmen nicht beachtet, sich also leichtfertig verhält, sodass das betrügerische 

Verhalten des Täters in den Hintergrund tritt.  

Welche konkreten Vorsichtspflichten trafen nun aber die Lieferanten? 

- 38 - 

Bei den vorliegenden Heizölbestellungen handelte es sich um gewöhnliche All-

tagsgeschäfte. Hunderttausende von privaten und öffentlichen Betrieben, Mehr-

familienhäusern und Siedlungen benötigen diesen Brennstoff periodisch in den 

vom Angeklagten bestellten Grössenordnungen. Die Argumentation der Verteidi-

gung, es ständen Beträge wie bei Kleinwagenkäufen auf dem Spiel, weshalb zu 

verlangen sei, dass die Lieferanten vertiefte Abklärungen hinsichtlich der Bonität 

der Kunden vornähmen (HD 232 S. 12), geht an der Sache vorbei. Ein Autover-

kauf ist nicht vergleichbar mit einer Heizöllieferung.  

Nicht gefolgt werden kann der Verteidigung auch, wenn sie eine Analogie zwi-

schen den vorliegenden Heizölbestellungen und Konsumkreditgeschäften (HD 

232 S. 12) behauptet. Wohl bewegen sich die Beträge oft in ähnlichen Grössen-

ordnungen. Im Gesetz über den Konsumkredit (SR 221.214.1) besteht sodann 

sogar eine gesetzliche Pflicht, die Kreditfähigkeit des Antragsstellers vorab zu 

prüfen (Art. 28ff. KKG). Doch liegt jener Regelung der Gedanke zugrunde, dass 

finanzschwache Kreditsuchende vor Überschuldung geschützt werden sollen, 

während es hier um gewöhnliche Handelsbeziehungen geht. Bemerkenswert ist 

im Übrigen, dass selbst das Konsumkreditgesetz von den Kreditgebern für den 

Regelfall keine vertieften Abklärungen zur Kreditfähigkeit des Antragstellers ver-

langt, sondern auf dessen Selbstdeklaration abgestellt werden darf. Nur wenn die 

Kreditgeberin an der Richtigkeit der Angaben der Konsumentin oder des Konsu-

menten zweifelt, muss sie deren Richtigkeit anhand einschlägiger amtlicher oder 

privater Dokumente wie des Auszugs aus dem Betreibungsregister oder eines 

Lohnausweises überprüfen (Art. 31 Abs. 3 KKG). 

Bei der vorliegenden Konstellation wären Nachforschungen der Geschädigten be-

treffend die Zahlungsfähigkeit der D._____ AG nur dann erforderlich gewesen, 

wenn es sich nicht um alltägliche, übliche, sondern um aussergewöhnlich grosse 

Heizöl-Bestellungen gehandelt hätte oder wenn klare Anzeichen für ein nicht ord-

nungsgemässes Zahlungsverhalten der Bestellerin vorgelegen hätten, was beides 

nicht der Fall war.  

Dabei kann - entgegen der Auffassung der Verteidigung (HD 232 S. 10 und 12) - 

unter dem Gesichtspunkt der Opfermitverantwortung nicht verlangt werden, dass 

- 39 - 

Heizöllieferanten Tageszeitungen nach Inseraten wie den vom Angeklagten auf-

gegebenen durchforsten, in denen der Brennstoff den Abnehmern zu Tiefstprei-

sen bzw. gegen Teilzahlung mit WIR-Geld angeboten wird, um solche Inserenten 

dann bei einer allfälligen Bestellung genau unter die Lupe zu nehmen. Eine derart 

ausgebaute Sorgfaltspflicht gehört nicht zu den grundlegenden Vorsichtspflichten. 

Vorliegend kommt hinzu, dass zwar objektiv erstellt ist (und der Angeklagte genau 

wusste), dass die von C._____ betriebenen Mantelfirmen kein WIR-Geld brau-

chen konnten (weshalb sie es mit grossem Einschlag in Schweizer Franken um-

tauschten) und auch kein Grund vorlag, zwecks eigener Markteinführung oder zur 

Überbrückung einer betriebliche Flaute (wie dies etwa in Handwerkerbetrieben 

vorkommt) bei potentiellen Abnehmern mit Discountpreisen zu werben. Auch wa-

ren die Mantelfirmen nicht durch Gegengeschäfte in den Besitz von Heizöl ge-

langt, das sie nun günstig abstossen wollten. Für Lieferanten des Angeklagten 

wäre aber - wären sie auf ein Inserat des Angeklagten gestossen - nicht ohne 

Weiteres ersichtlich gewesen, dass keine dieser Konstellationen bei der Bestelle-

rin vorlag, zumal die vom Angeklagten verlangten Ölpreise pro Einheit in der Re-

gel nicht geradezu extrem - und damit verdächtig - unter den marktüblichen lagen. 

Sodann musste bei den Heizöllieferanten, die nichts von den Inseraten und damit 

dem Weiterverkauf des Öls durch den Angeklagten wussten, auch keinen Arg-

wohn wecken, dass das Heizöl nicht direkt an die bestellende Gesellschaft, son-

dern an Drittfirmen zu liefern war. Denn es war aufgrund des im Handelsregister 

eingetragenen Firmenzwecks der D._____ AG, welcher unter anderem die Betei-

ligung an Unternehmungen sowie den Erwerb und Verkauf von Liegenschaften 

beinhaltete (HD 19/1/2, vgl. auch ND 10 B 2/2 S. 3 und ND B 18/2), ohne Weite-

res möglich, dass es sich bei den belieferten Gebäuden um mit der D._____ AG 

wirtschaftlich verflochtene oder in deren Eigentum stehende Liegenschaften han-

delte.  

Keine Rolle spielt im hier interessierenden Zusammenhang auch die geografische 

Lage der an den Ölgeschäften beteiligten Firmen (HD 232 S. 9). Insbesondere ist 

nicht ungewöhnlich, dass ein Zwischenhändler (auch) überregional agiert, und 

brauchte dies die Geschädigten daher nicht argwöhnisch werden zu lassen. 

- 40 - 

Nicht zu folgen ist im Weiteren dem Vorbringen der Verteidigung, einige (nicht 

namentlich genannte) Firmen hätten besonders hellhörig und somit vorsichtig sein 

müssen, weil sie vom Angeklagten schon früher betrogen worden seien (HD 174 

S. 14f., HD 232 S. 9).  

Gemeint sind offenbar zunächst die Geschädigten G90._____, Filiale AE._____ 

(HA II.1.2.2 und II.1.2.3 bzw. ND B 2) und G26._____ AG (vorliegend HA II.1.2.10 

bzw. ND B 6). Der Angeklagte war am 14. Dezember 1999 durch das Kreisgericht 

VI Signau-Trachselwald wegen gewerbsmässigem Betrug schuldig gesprochen 

worden, begangen unter anderem durch bei diesen Firmen aufgegebene, aber 

"nicht abgerechnete" Bestellungen (HD 74/7 S. 3). Abgesehen davon, dass jene 

Kontakte bei den vorliegenden Bestellungen bereits vier Jahre zurücklagen, agier-

te der Angeklagte damals nicht unter dem Deckmantel der D._____ AG, weshalb 

für die Geschädigten nicht ohne Weiteres ersichtlich war, dass sie es bei den vor-

liegenden Bestellungen wieder mit dem selben Täter zu tun hatten, selbst wenn 

sie schwarze Listen geführt hätten (was nicht zu den minimalen Vorsichtspflichten 

eines Geschädigten gehört). Bei der G20._____ AG bestellte im Übrigen vorlie-

gend nicht der Angeklagte persönlich das Heizöl, sondern sein Mitarbeiter 

AC._____ (vgl. ND B 6/3/1, ferner ND B 6/4/6), und auch mindestens die erste 

Bestellung bei G90._____ erfolgte nicht durch C._____ selbst, sondern ebenfalls 

durch den genannten Angestellten (ND B 2/2/1). Doch selbst dort, wo C._____ 

Kontaktperson war, bestand allein wegen seines Namens im Rahmen der Opfer-

mitverantwortung angesichts der mehrjährigen Zeitspanne seit der früheren Tat 

für die Geschädigten noch kein Anlass, Nachforschungen über ihn zu betreiben. 

An den Namen der bestellenden Person musste sich die Person, welche bei der 

Geschädigten die Bestellung aufnahm (soweit es überhaupt die gleiche war wie 

einst), nicht mehr erinnern.  

Soweit bei den vorliegend eingeklagten Taten Lieferanten mehrfach durch Bestel-

lungen des Angeklagten geschädigt wurden, spielt dies selbstredend keine Rolle, 

soweit der Angeklagte bezüglich der späteren Bestellungen freigesprochen wur-

de: 

- 41 - 

− G7._____, … [Ort]: ND B 9 = Bestellung über D._____ AG am 13. März 2001 

(Schuldspruch) und ND B 30 = Bestellung über P._____ im Spätsommer 

2001 (Freispruch);  

− G83._____ AG: ND B 4 = Bestellung über D._____ AG (Schuldspruch) und 

ND B 30 = Bestellung über P._____ (Freispruch).  

Bei den mehrfachen Schuldsprüchen im vorliegenden Verfahren ist zu unter-

scheiden. Dort, wo der Angeklagte mit seinem Namen (C._____) über die Mantel-

firma mehrere Bestellungen bei der gleichen Firma tätigte, trifft den Geschädigten, 

soweit nur wenige Tage oder Wochen zwischen den Bestellungen lagen, sodass 

der Lieferant bzw. die Lieferanten noch nicht erkennen konnten, dass schon die 

erste Rechnung nicht bezahlt werden würde, keine Mitverantwortung: 

− G90._____ (2 Bestellungen über D._____ AG , beide ND B 2); 

− G83._____ AG (4 Bestellungen über D._____ AG, ND B 4); 

− B._____ AG (4 Bestellungen über D._____ AG, ND B 11); 

− G28._____ AG (4 Bestellungen über D._____ AG, ND B 12); 

− G98._____ AG (2 Bestellungen über D._____ AG, ND 32). 

Dasselbe gilt für die Bestellungen unter dem Pseudonym C10._____ über die 

I._____ AG bei den gleichen Geschädigten: 

− G78._____ GmbH (4 Bestellungen ND B 43);  

− G11._____ (5 Bestellungen ND B 51, 53, 54 und 56). 

Und wo schliesslich der Angeklagte mit verschiedenen Mantelfirmen und unter 

Verwendung verschiedener Namen bzw. via verschiedene bestellende Personen 

(C._____/C10._____/C111._____) auftrat, konnte die Geschädigte den Zusam-

menhang mit früheren unbezahlt gebliebenen Heizölbestellungen und damit die 

Parallelität der Fälle gar nicht erkennen: 

− G58._____: ND B 5 = Bestellung über die D._____ AG vermutlich durch 

C._____, ND B39 = Bestellung über die I._____ AG durch C10._____, wobei 

es beim Versuch blieb; 

− G11._____ ND B 21 = Bestellung über die P._____ AG durch C._____, ND B 

51, 53, 54 und 56 = Bestellungen über die I._____ AG durch C10._____; 

- 42 - 

− G70._____: ND B 22 = Bestellung über die P._____ AG durch C._____; ND B 

47 = Bestellung über die I._____ AG durch C10._____, Nachtragsanklage ND 

7 = Bestellung über die J._____ AG durch "C11._____"; 

− G78._____ GmbH: ND B 28 = Bestellung über die P._____ AG durch 

C._____, ND B 43 = Bestellung über die I._____ AG durch C10._____; 

− G9._____ AG: ND B 36 = Bestellung über die F._____ AG durch C._____, 

ND B 49 = Bestellung über die I._____ AG durch C10._____).  

Nach dem Gesagten lagen also gewöhnliche Alltagsgeschäfte vor und bestanden 

keine offensichtlichen Anhaltspunkte für allenfalls fehlenden Zahlungswillen oder 

eine mangelnde Zahlungsfähigkeit der D._____ AG. Daher waren die Lieferanten 

im Rahmen der Wahrnehmung ihrer Opfermitverantwortung nicht gehalten, Boni-

tätsabklärungen vorzunehmen oder Vorauszahlung zu verlangen. Nur am Rande 

sei deshalb ausgeführt, dass eine Bonitätsprüfung im Zeitpunkt der Bestellungen 

auch keine Unregelmässigkeiten zutage gefördert hätte: Aus dem Handelsregis-

tereintrag der D._____ AG ergaben sich keine Hinweise auf deren miserable fi-

nanzielle Ausstattung (unter anderem schien das Aktienkapital liberiert und stand 

die Firma damals nicht in Liquidation), und der Betreibungsregisterauszug enthielt 

keinen Eintrag (vgl. HD 19/5/5/1f.). Das gilt, wie bereits die Vorinstanz zutreffend 

ausgeführt hat (HD 222 S. 17), auch für die letzte Bestellung, die erfolgte, als das 

Betreibungsregister noch blank war, und im Rahmen welcher der Angeklagte ei-

nen noch keine Woche alten Betreibungsregisterauszug vorlegte (ND B 18/2). Der 

fehlende Zahlungswille war damit im Ergebnis gar nicht überprüfbar. 

Zu vergewissern hatten sich die Lieferanten im Rahmen der Opfermitverantwor-

tung allerdings auch, dass die konkret bestellende Person befugt war, die 

D._____ AG zu vertreten bzw. für sie zu zeichnen.  

Soweit der Angeklagte im Namen der D._____ AG Bestellungen aufgab, fällt auf, 

dass er im Handelsregister nicht als Geschäftsführer oder Prokurist mit Einzelun-

terschrift verzeichnet war. Indes ändert dies nichts. Massgeblich ist, dass der An-

geklagte seit dem 16. Februar 2001, also noch vor der ersten Bestellung, über ei-

ne beglaubigte Generalvollmacht mit Substitutionsbefugnis (HD 19/3/2/3) verfügte 

- 43 - 

- ausgestellt vom einzigen Verwaltungsrat der D._____ AG (vgl. Art. 716b OR) - 

mit welcher er sich auf Verlangen einer Lieferantin jederzeit als befugt ausweisen 

konnte, die Gesellschaft in allen Angelegenheiten rechtsgeschäftlich zu vertreten.  

Wo AC._____ oder allenfalls weitere Angestellte Heizöl bestellten, waren diese 

Personen zwar ebenfalls nicht als Zeichnungsberechtigte im Handelsregister ein-

getragen, doch besteht keinerlei Zweifel daran, dass der Angeklagte gegenüber 

sich erkundigenden Dritten sofort erklärt hätte, diese Mitarbeitenden seien von 

ihm zum Handeln bevollmächtigt worden (zu welcher verbindlichen Erklärung er 

als Geschäftsführer mit Generalvollmacht samt Substitutionsbefugnis auch be-

rechtigt war). Bei dieser Erkenntnis handelt es sich nicht um eine "Spekulation", 

d.h. eine auf blossen Mutmassungen beruhende Erwartung, wie die Verteidigung 

vorbringt,  (HD 232 S. 8), sondern um einen logischen Schluss, der sich aufgrund 

des Vorgehens und der Absichten des Angeklagten sowie der Organisation der 

D._____ AG geradezu aufdrängt. AC._____ erklärte verwertbar als Zeuge, er sei 

in der Firma tatsächlich für Einkauf, Offertstellung und Verkauf im Heizölhandel 

zuständig gewesen. Der Angeklagte als "faktischer Beherrscher und Entscheider" 

und †Q._____ hätten ihn dazu bestimmt. C._____ habe ihm auch die Weisungen 

erteilt, wie vorzugehen sei (zum Ganzen: HD 19/6/16 S. 3ff.). Dass C._____ die 

Vertretungsbefugnis der bestellenden Personen bejaht hätte, erhellt ausserdem 

daraus, dass er andernfalls den zuvor akquirierten Heizölabnehmern gar nicht 

hätte liefern können und von diesen demnach auch keine Zahlung erhalten hätte, 

was seinem Ansinnen, sich daraus zu bereichern, gleichsam diametral entgegen-

gestanden hätte.  

Nachdem damit erstellt ist, dass die Lieferanten auf Anfrage jederzeit die Auskunft 

erhalten hätten, dass die Heizöl bestellenden Personen der D._____ AG insoweit 

handlungsbevollmächtigt waren, kann offen bleiben, welche Lieferanten tatsäch-

lich nachgefragt haben. Denn wenn sie keine abschlägige Auskunft hinsichtlich 

der Vertretungsbefugnis erhalten hätten, kann eine diesbezügliche Nachlässigkeit 

auch nicht dazu geführt haben, dass bei Anwendung der nötigen Sorgfalt die 

Vermögensdisposition und der Schaden unterblieben wären.  

- 44 - 

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Angeklagte die Heizöllieferanten in 

den Anklagepunkten II.1.1. bis 1.27 bzw. ND B 1 bis B 18 hinsichtlich seines feh-

lenden Zahlungswillens getäuscht hat, indem er vorgespiegelt hat, eine mit dem 

ordentlichen Aktienkapital ausgerüstete Gesellschaft (und nicht eine substanzlose 

Mantelfirma) stehe hinter den Bestellungen. Einigen Lieferanten übermittelte er 

zusätzlich beglaubigte makellose Betreibungsregisterauszüge (vgl. etwa ND B 

5/2/2, ND B 6/2/3, ND B 10/2/2, ND B 18/2), womit er die Vertrauenswürdigkeit 

und Zahlungsfähigkeit der Bestellerin unterstrich. Die Lieferanten durften bei Ab-

schluss der alltäglichen, umfangmässig im üblichen Rahmen bleibenden Geschäf-

te, denen nichts Verdächtiges anhaftete, nach der herrschenden - auf Treu und 

Glauben im Geschäftsverkehr basierenden und zu schützenden - Usanz darauf 

vertrauen, dass die Zahlung erfolgen würde. Sie hatten - um ihrer Opfermitver-

antwortung nachzukommen - nicht Referenzen wie Betreibungsregisterauszüge 

einzuholen (womit die Geschädigten dem Angeklagten ohnehin nicht auf die 

Schliche gekommen wären) oder eine Vorauszahlung zu verlangen. Nachdem 

überdies davon auszugehen ist, dass eine Überprüfung der Vertretungsbefugnis 

der bestellenden Personen positiv ausgefallen wäre, kann auch keine Rede da-

von sein, dass die Lieferanten schadenfrei geblieben wären (weil sie gar keinen 

Vertrag abgeschlossen hätten), hätten sie sich hinreichend vorsichtig verhalten, 

sodass das arglistige Verhalten des Angeklagten in den Hintergrund getreten wä-

re. Das täuschende Vorgehen des Angeklagten, das über eine einfache Lüge hin-

ausgeht, ist mithin als arglistig zu qualifizieren; ein leichtfertiges Verhalten der Op-

fer liegt nicht vor.  

Ausser Frage steht sodann, dass der auf der arglistigen Täuschung fussende Irr-

tum, die D._____ AG sei gewillt und in der Lage, die Rechnungen zu begleichen, 

die Geschädigten zur Lieferung von Heizöl und damit zu einer Vermögensdisposi-

tion bewegte, und unbestritten ist schliesslich, dass bei den Geschädigten ein 

Vermögensschaden eintrat. Dabei spielt für den Schuldspruch keine Rolle, ob ei-

nige der Geschädigten letztlich doch noch teilweise entschädigt wurden. Denn ei-

ne vorübergehende teilweise Schädigung genügt. Damit ist der objektive Tatbe-

stand des Betrugs erfüllt. 

- 45 - 

Der Angeklagte handelte bei seinem die Geschädigten arglistig irreführenden und 

schädigenden Verhalten mit Wissen und Willen. Er beging die Taten überdies un-

bestrittenermassen in der Absicht, sich und allenfalls auch weitere Personen un-

rechtmässig zu bereichern. 

C._____ hat sich damit in den Anklagepunkten II.1.1. bis 1.27. bzw. ND B 1 bis B 

18 des Betrugs im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB schuldig gemacht.  

Zur Gewerbsmässigkeit bei den betrügerischen Handlungen vgl. unter Ziff. II.5. 

2.2. Mantelfirma: E._____ AG (ND B 31 und B32) 

2.2.1. Anklagevorwurf 

Unter den Ziffer II.4., 4.1. und 4.1.1. bis 4.1.3. in Verbindung mit den Ziffern I. 

Abs. 1, I.2. und I.4. der Hauptanklage wird dem Angeklagten zusammengefasst 

zur Last gelegt, unter dem Deckmantel der E._____ AG berufsmässig Heizölbe-

stellungen getätigt zu haben, wobei ihm der Erfüllungswille von Anfang an gefehlt 

habe und die Zahlung denn auch regelmässig ausgeblieben sei. Die Erträge aus 

dem Weiterverkauf des Öls habe er hauptsächlich für seinen Lebensunterhalt 

verwendet. Den Mantel der E._____ AG habe der Angeklagte für Fr. 5'000.– ge-

kauft gehabt, und die Firma sei faktisch mittellos gewesen, seien dem Wert von 

deren Liegenschaft doch überkompensierende Schulden in Form von Bankdarle-

hen in Schweizer Franken und WIR gegenüber gestanden. Aus denselben Grün-

den wie bei der D._____ AG seien den Lieferanten - soweit überhaupt möglich - 

weitere als die getätigten Überprüfungen nicht zumutbar gewesen. Im Übrigen 

habe C._____ den Geschädigten auch hier teilweise Handelsregister- und Betrei-

bungsregisterauszüge vorgewiesen. 

2.2.2. Anklageprinzip 

Die Staatsanwaltschaft hat auch in diesen Anklagepunkten das Anklageprinzip 

nicht verletzt. Es kann sinngemäss auf das bereits Ausgeführte (oben Ziff. 

II.2.1.1.) verwiesen werden. 

- 46 - 

Zu korrigieren ist einzig, dass die Bestellungen und Lieferungen nicht im Jahre 

2001, wie in der Anklageschrift irrtümlich angeführt, sondern 2002 erfolgten.  

2.2.3. Sachverhalts- und rechtliche Würdigung 

Der Angeklagte gibt den Anklagesachverhalt im Wesentlichen zu (vgl. HD 13/4/3 

S. 27f.), sieht aber das Tatbestandsmerkmal der Arglist bei der Täuschung mit der 

bereits bei den Betrugstaten im Zusammenhang mit der D._____ AG genannten 

Begründung als nicht erfüllt an.  

C._____ war im Bestellungszeitpunkt als Verwaltungsrat mit Einzelunterschrift der 

E._____ AG im Handelsregister eingetragen und somit vertretungsberechtigt (ND 

B 31a/1/1 und 1/2, ND B 31a/3 S. 1). Die im Eigentum der Firma stehende Lie-

genschaft war gemäss eigener Angabe des Angeklagten "kein Aktivum mehr in 

der E._____" (ND B 31a/3 S. 1). Auch nach den Vorbringen der Verteidigung war 

die E._____ AG bereits beim Erwerb durch den Angeklagten "massiv überschul-

det", wenn dies auch im Betreibungsregisterauszug noch nicht zum Ausdruck kam 

(HD 174 S. 19).  

Auf den Auftragsbestätigungen der G98._____ AG ist der zeichnungsberechtigte 

Angeklagte als Besteller aufgeführt (ND B 32/7/5/1 und 7/5/2), ebenso auf den 

Rechnungen (ND B 32/7/5/4 und 7/5/5). Im Übrigen kann sinngemäss auf die Er-

wägungen zu den Bestellungen der D._____ AG verwiesen werden. Die 

G98._____ durfte bei beiden Bestellungen darauf vertrauen, dass das Heizöl 

durch die E._____ AG bezahlt würde, musste hinsichtlich deren Zahlungsfähigkeit 

keine Nachforschungen betreiben. Die erst wenige Tage alten Handels- und Be-

treibungsregisterunterlagen, welche die E._____ AG am 3. Juli 2002, dem Tag 

der ersten Bestellung, der G98._____ zukommen liess (vgl. ND B 32/7/4/1 und 

ND B 32 7/4/2), lieferten im Übrigen keine Anhaltspunkte für Unregelmässigkei-

ten.  

Die Heizölbestellung im Namen der E._____ AG bei der Firma G97._____, … 

[Ort], erfolgte ebenfalls durch den dazu berechtigten Angeklagten. Er war auf der 

von ihm unterzeichneten "Auftragsbestätigung" denn auch als Kontaktperson auf-

- 47 - 

geführt (ND B 31/4). Da auch diese Lieferantin usanzgemäss nicht davon ausge-

hen musste, es hapere bei der Zahlungsfähigkeit der E._____ AG, brauchte sie 

keine Auskünfte über die Firma einzuholen. Es kann daher offen bleiben, ob der 

Eintrag im Betreibungsregister, der fünf Tage vor der Bestellung erfolgte und eine 

Forderung der AF._____ AG, … [Ort], über 200'000 Franken betrifft, die Lieferan-

tin zu weiteren Abklärungen hätte veranlassen müssen, was jedenfalls insofern 

fraglich ist, als aus dem Betreibungsregister ersichtlich gewesen wäre, dass das 

damals von der AF._____ AG gestellte Fortsetzungsbegehren zurückgewiesen 

wurde (HD 21/4/2, ND B 31/4).  

Der Angeklagte ist somit auch bezüglich der Heizölbestellungen der E._____ AG 

des Betrugs im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen. 

2.3. Mantelfirma: I._____ AG (ND B 39 bis 54 sowie ND B 56) 

2.3.1. Anklagevorwurf 

Unter den Ziffern II.12.1., 12.1.1. bis 12.1.19 und 12.1.21f. in Verbindung mit den 

Ziffern I. Abs. 1 und Ziffer I.2. sowie I.4. der Hauptanklage wird dem Angeklagten 

zusammengefasst vorgeworfen, selbst oder über von ihm angeleitete Mitarbeiter 

im Namen der I._____ AG bei zahlreichen Lieferanten Heizöl bestellt zu haben, 

wobei die Rechnungen unbeglichen geblieben seien. Weil C._____ bereits bei 

früher benutzen Mantelfirmen mit seinem Namen als Verantwortlicher aufgetreten 

sei, habe er sich nun "C10._____" genannt, sodass er seine gewohnte Unter-

schrift, die auch für diesen Namen hätte stehen können, habe beibehalten kön-

nen.  

2.3.2. Anklageprinzip 

Von einer Verletzung des Anklageprinzips kann auch hier keine Rede sein. Es 

kann diesbezüglich sinngemäss auf das bereits Ausgeführte verwiesen werden. 

2.3.3. Sachverhalts- und rechtliche Würdigung 

- 48 - 

Der Angeklagte gibt den äusseren Anklagesachverhalt im Wesentlichen zu (vgl. 

HD 13/4/3 S. 27f.), sieht aber wiederum das Tatbestandsmerkmal der Arglist bei 

der Täuschung mit der bereits genannten Begründung als nicht erfüllt an.  

Auch die I._____ AG war schon Anfang Mai 2004 ein "Mantel ohne Wert", und der 

Angeklagte wusste das zugegebenermassen schon vor den ersten Heizölbestel-

lungen (HD 26/10/3 S. 2, Prot. II S. 19). Das änderte sich auch im folgenden hal-

ben Jahr nicht, in dem eine Sauna betrieben wurde (ND C 74/4 S. 3, Prot. II 

S. 21). Der im Handelregister als Verwaltungsratspräsident eingetragene 

AG._____, ein Strohmann, stellte dem Angeklagten am 3. Mai 2004 eine Gene-

ralvollmacht bzw. eine "uneingeschränkte Vollmacht für sämtliche Geschäfte un-

serer Gesellschaft" aus (HD 26/5). Am 4. Juni 2004 wurde der Angeklagte Mit-

glied des Verwaltungsrats. Faktisch hatte C._____ die I._____ AG allerdings 

schon übernommen, bevor am 12. April 2004 mit AG._____ ein Vertrag betreffend 

Kauf der I._____ zustande kam (HD 26/10/14 S. 1 i.V.m. HD 26/2 und HD 

16/10/12).  

Die Heizölbestellungen der I._____ AG erfolgten alle unter dem Namen 

C10._____. Angeblich soll einige wenige Tage eine Person dieses Namens bei 

der I._____ gearbeitet, die erwarteten Leistungen aber nicht erbracht haben (ND 

B 59/3 S. 2). Zunächst weil Anrufe mit Bezugnahme auf C10._____ eingegangen 

seien, sei er (C._____) weiterhin unter diesem Namen aufgetreten (a.a.O.). Sämt-

liche Unterschriften mit dem Namen C10._____ würden im Übrigen von ihm, dem 

Angeklagten, stammen.  

Der Angeklagte räumte schon bezüglich der ersten Heizölorder auf Rechnung der 

I._____ AG, welche am 7. Mai 2004 bei der G58._____ AG erfolgte, ein, dass er 

persönlich die Bestellung unter dem Namen C10._____ aufgegeben habe (ND B 

59/3 S. 1). Auch wenn C10._____ - so dieser überhaupt je als Angestellter der 

I._____ AG existierte - die Offerte eingeholt haben mag, erteilte der Angeklagte 

also hier wie bei den folgenden Bestellungen den Auftrag, indem er der Lieferan-

tin fernschriftlich eine von ihm mit "C10._____" unterzeichnete, detaillierte "Auf-

tragsbestätigung" (gemeint: Bestellung) zukommen liess. Oft legte er auch einen 

Handels- und einen Betreibungsregisterauszug bei. 

- 49 - 

Die Rechnungen wurden nicht oder - in wenigen Fällen - erst auf erheblichen 

Druck der Gläubiger hin und dann nur teilweise bezahlt (ND B 40/16 S. 2). Die 

WIR-Schecks der Abnehmer liess der Angeklagte mit einem Einschlag von rund 

40 % in Franken umwechseln, wobei er eigenen Aussagen zufolge jeweils die 

Hälfte des Scheckerlöses für sich verwendete (a.a.O.). 

C._____ täuschte durch Verwendung der I._____ AG einmal mehr vor, im Namen 

einer ordnungsgemäss mit Eigenkapital alimentierten und ihren finanziellen Ver-

pflichtungen nachkommenden Firma zu bestellen. Diesen Eindruck untermauerte 

er wie erwähnt oft durch Beilage eines Betreibungsregisterauszugs. Zudem achte-

te er durch Verwendung des Falschnamens C10._____ darauf, das Risiko der 

Entdeckung der Täuschung tief zu halten, war er doch gegenüber einigen Liefe-

rantinnen bei früheren Bestellungen unter dem Namen C._____ aufgetreten. So 

hatte er bereits einmal bei der G78._____ GmbH und bei der G11._____ (wenn 

auch in anderen Filialen) bestellt gehabt.  

Die Geschädigten verfielen dem grundsätzlich arglistigen Irrtum, lieferten deshalb 

das Öl aus und wurden nicht oder jedenfalls nicht vollständig bezahlt, wodurch sie 

einen Schaden erlitten. Der Angeklagte handelte in der Absicht, sich unrechtmäs-

sig aus den Zahlungen, welche die Abnehmer tätigten, zu bereichern.  

Es verbleibt die Frage, ob die Geschädigten ihrer Opfermitverantwortung nachge-

kommen sind. Dabei fällt auf, dass der Name C10._____ im Handelsregisterein-

trag der I._____ AG nie aufschien, mithin grundsätzlich Erkundigungsbedarf hin-

sichtlich der Vertretungsbefugnis der unter diesem Namen bestellenden Person 

bestand. Freilich kann ohne Weiteres angenommen werden, dass der Angeklag-

te, der wie erwähnt selbst als Generalbevollmächtigter und späteres Verwaltungs-

ratsmitglied mit Einzelunterschrift alle Befugnisse inne hatte - wozu ihm, damit 

seine Stimme nicht wiedererkannt worden wäre, auch der schriftliche Weg zur 

Verfügung gestanden hätte - die Bestellungen unter dem Pseudonym 

"C10._____" autorisiert hätte, hatte er doch selbst die Bestellungen getätigt und 

wäre er sonst auch gar nicht in der Lage gewesen, seinen Abnehmern das von 

diesen bestellte Öl zu liefern, was wiederum Voraussetzung dafür war, dass er 

überhaupt zu den gewünschten Einnahmen kam. Ist nun aber anzunehmen, dass 

- 50 - 

eine Erkundigung seitens der Lieferanten über die Vertretungsbefugnis der bestel-

lenden Person ohne negativen Bescheid geblieben wäre, braucht der Frage, wel-

che Geschädigten dies getan haben, nicht weiter nachgegangen zu werden. Im 

Übrigen bestanden keine weiteren Auffälligkeiten, die zusätzliche Nachforschun-

gen erheischt hätten. Ein leichtfertiges Verhalten der Geschädigten ist nicht aus-

zumachen. 

Der Angeklagte ist somit auch bezüglich der Heizölbestellungen unter Verwen-

dung der I._____ AG als Bestellfirma (ND B 39 bis 54 sowie ND B 56) des Be-

trugs im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen.  

2.4. Direktbestellung des Angeklagten (Nachtragsanklage 1 ND 2) 

2.4.1. Anklagevorwurf 

Die Staatsanwaltschaft lastet dem Angeklagten unter ND 2 der ersten Nachtrags-

anklage zusammengefasst an, am 18. März 2008 schriftlich rund 10'000 Liter 

Heizöl bei der Firma G52._____ auf eigene Rechnung bestellt zu haben, lieferbar 

an eine andere als seine Wohnadresse (HD 175, dort HD 35). Dabei habe der 

Angeklagte verschwiegen, dass er weder willens noch in der Lage sei, die Liefe-

rantenrechnung zu bezahlen, dass das Öl für einen anderen Abnehmer bestimmt 

gewesen sei und dass er dessen Zahlung ungerechtfertigt wie ein Eigentümer für 

andere Zwecke habe verwenden wollen. Der Angeklagte habe vorausgesehen 

oder zumindest für ernsthaft möglich erachtet, dass der Lieferant angesichts der 

im Rahmen des üblichen Geschäftsverkehrs liegenden Liefermenge und den Us-

anzen im Heizölgeschäft die Ware ohne Überprüfung seiner Zahlungsfähigkeit 

und im Vertrauen auf seinen Zahlungswillen liefern würde. Tatsächlich habe der 

Angeklagte die Rechnung nicht bezahlt.  

2.4.2. Anklageprinzip 

Die sehr detaillierte Anklageformulierung umfasst alle erforderlichen subjektiven 

und objektiven Elemente und verletzt das Anklageprinzip nicht. 

2.4.3. Sachverhalts- und rechtliche Würdigung 

- 51 - 

Der Angeklagte hat den Sachverhalt anerkannt, erachtet allerdings die Arglist als 

nicht gegeben (HD 175/7/2/5 S. 11ff., vgl. auch HD 174 S. 25).  

C._____ bestellte hier - anders als sonst, nämlich als Privatperson (wenn auch 

vom Fax der "AH._____" aus) - von AI._____ aus bei der Lieferantin insgesamt 

10'000 Liter Heizöl für zwei Tankbehälter an der … in AJ._____ zu einem Hektoli-

terpreis von Fr. 99.10, wobei es sich um eine Erstbestellung handelte (HD 175 ND 

2/2).  

Nun konnte es sich bei den zu beliefernden Tanks ohne Weiteres um solche han-

deln, die zu im Eigentum des Angeklagten stehenden, allenfalls vermieteten Lie-

genschaften gehörten und es aufzufüllen galt. Angesichts der mengen- wie be-

tragsmässig recht grossen, erstmaligen Bestellung durch eine Privatperson (keine 

Körperschaft) hätte die Lieferantin dennoch Anlass gehabt, zusätzliche Abklärun-

gen über die Zahlungsfähigkeit des Angeklagten zu tätigen, wollte sie keine Vo-

rauszahlung verlangen.  

Dabei wäre sie jedoch auf keine Unregelmässigkeit gestossen, denn im … Betrei-

bungsregister [in AI._____] war der Angeklagte im Bestellungszeitpunkt nicht ver-

zeichnet (HD 175 ND 2/3). Tiefschürfendere Nachforschungen können bei einer 

Geschäftsbeziehung dieser Art vom Vertragspartner nicht verlangt werden. 

Die einfache Lüge des Angeklagten, zahlungswillig zu sein, konnte von der Ge-

schädigten Lieferantin mithin weder direkt (weil es sich dabei um eine innere Tat-

sache handelt) noch in zumutbarer Weise indirekt erkannt werden. Das arglistige 

Verhalten des Angeklagten wird nicht durch ein leichtfertiges der Geschädigten so 

zurückgedrängt, dass ein Schuldspruch entfällt.  

Der Angeklagte ist auch für diese Tat wegen Betrugs im Sinne von Art. 146 Abs. 1 

StGB zu verurteilen. 

2.5. Mantelfirma J._____ (Nachtragsanklage 1 ND 3) 

2.5.1. Anklagevorwurf / Anklageprinzip  

- 52 - 

Unter ND 3 der ersten Nachtragsanklage wird dem Angeklagten in allen zum Tat-

bestand des Betrugs gehörenden Einzelheiten sowie in verständlicher Weise vor-

geworfen, im Mai 2008 durch seinen Komplizen V._____ namens und auf Rech-

nung der Firma J._____ AG mehrmals bei der A._____ AG (die sich damals noch 

als "AZ._____" bezeichnete) insgesamt 40'000 Liter Öl bestellt zu haben, welches 

an verschiedene Adressen zu liefern gewesen sei. Dabei habe er insbesondere 

verschwiegen, dass weder die J._____ noch er willens und in der Lage gewesen 

seien, die Rechnungen der A._____ AG zu bezahlen. Der Angeklagte habe zu-

mindest als ernstlich möglich vorausgesehen, dass die Geschädigte aufgrund der 

Usanzen im Heizölgeschäft und der nicht unüblichen Bestellmengen das Öl liefern 

und erst später in Rechnung stellen würde, darauf vertrauend, dass die Faktura 

auch bezahlt würde. Die Lieferung sei denn auch erfolgt, die Zahlung an die 

A._____ AG ausgeblieben. Über den Erlös von rund 30'000 Franken aus dem 

Weiterverkauf habe C._____ ungerechtfertigt, ohne die Barmittel der J._____ zu-

kommen zu lassen, wie ein Eigentümer verfügt.  

2.5.2. Sachverhalts- und rechtliche Würdigung 

Der Angeklagte hat den eingeklagten Sachverhalt zugegeben, insbesondere auch 

die desolate finanzielle Situation der J._____, bei der es sich ebenfalls um eine 

Mantelfirma handelte (HD 175/7/2/5 S. 14ff., HD 175/7/2/7 S. 8ff.; vgl. auch HD 

175/7/2/1 S. 13 und 15f. sowie 31ff.). Ob und in welchem Masse V._____ mit pro-

fitierte, indem er für die Bestellungen Geld erhielt, ist für die rechtliche Würdigung 

ohne Belang und braucht deshalb nicht ermittelt zu werden.  

Der Angeklagte bediente sich hier - nachdem er Gefahr lief, durch den unbezahl-

ten Heizölbezug bei der G52._____ AG (oben Ziff. II.2.4) auf Anfrage keinen ein-

wandfreien persönlichen Betreibungsregisterauszug mehr vorweisen zu können - 

nach bewährtem System einer Mantelgesellschaft, diesmal der J._____, um Boni-

tät vorzuspiegeln, wobei er schon bei der Bestellung wusste und wollte, dass eine 

Zahlung an die Lieferanten nicht erfolgen würde. Dass dabei grundsätzlich von 

einer arglistigen Täuschung auszugehen ist, wurde bereits mehrfach dargelegt, 

weshalb auf die bereits ergangenen Erwägungen verwiesen werden kann. 

- 53 - 

Es stellt sich freilich auch hier die Frage, ob die Geschädigte, hätte sie die ihr ob-

liegende Opfermitverantwortung wahrgenommen, rechtzeitig hinter die List hätte 

kommen können. Das ist zu verneinen. Im Handelsregisterauszug der J._____ 

AG waren zwar weder der Angeklagte noch eine Person namens C11._____ ver-

zeichnet, doch verfügte der Angeklagte über eine am 16. April 2008 - mithin noch 

vor der ersten der vorliegenden Bestellungen - notariell beglaubigte Generalvoll-

macht des einzelzeichnungsberechtigten Verwaltungsratsmitglieds AK._____ (HD 

175/15/2). Damit vermochte er auf allfällige Anfrage des Heizölhändlers hin nicht 

nur eigene Bestellungen zu legitimieren, sondern auch die unter dem Namen 

C11._____ erfolgten zu genehmigen, indem er diese Person als bestellungsbe-

fugt bezeichnete. Das hätte er zweifelsohne auch getan, hätte er doch sonst seine 

Abnehmer nicht beliefern und den von diesen bezahlten Kaufpreis nicht einstrei-

chen können. Alsdann gehörte der Erwerb anderer Liegenschaften, die Errichtung 

gleichartiger oder verwandter Unternehmen oder die Beteiligung an anderen Un-

ternehmen zum im Handelsregister eingetragenen Firmenzweck der J._____ AG 

(vgl. etwa HD 175/16/3), sodass die Lieferung von Heizöl an verschiedene Adres-

sen die Lieferanten nicht argwöhnisch werden lassen musste. Unter den gegebe-

nen Umständen waren auch die bestellten Mengen nicht auffallend hoch. Dem 

arglistig täuschenden Verhalten steht somit keine Leichtfertigkeit der Geschädig-

ten gegenüber.  

Im Übrigen ist die rechtliche Würdigung zu Recht unbestritten geblieben. Der An-

geklagte ist damit bezüglich ND 3 der Nachtragsanklage 1 des mehrfachen Be-

trugs im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen