# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 40ac1497-49d9-5aa6-b07f-faf5080b74e8
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-11-04
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 04.11.2025 SBK.2025.137
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SBK-2025-137_2025-11-04.pdf

## Full Text

Obergericht
Beschwerdekammer in Strafsachen

SBK.2025.137
(STA.2023.2361)
Art. 326

Entscheid vom 4. November 2025

Besetzung Oberrichter Richli, Präsident
Oberrichterin Massari
Oberrichterin Schär
Gerichtsschreiber Burkhard

Beschwerde-
führer

A._____, […]
unentgeltlich vertreten durch Rechtsanwalt Philip Stolkin,
[…]

Beschwerde-
gegnerin

Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm,
Untere Grabenstrasse 32, Postfach, 4800 Zofingen

Anfechtungs-
gegenstand

Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm vom
25. April 2025

in der Strafsache gegen eine unbekannte Täterschaft

- 2 -

Die Beschwerdekammer entnimmt den Akten:

1.
1.1.
Der Beschwerdeführer, vertreten durch seinen Vater, schloss mit der
B._____ GmbH am 7. Dezember 2021 einen auf drei Monate befristeten
Vertrag über einen Kurs "Thai-Kickboxen & MMA & Boxen" ab. Am 13. De-
zember 2021 absolvierte er ein von C._____ geleitetes Training. Im An-
schluss an dieses Training führten er und zwei weitere Teilnehmer des glei-
chen Kurses, D._____ und E._____, in Eigenverantwortung Sparrings
(Übungskämpfe) durch. Diese fanden in einem ihnen hierfür von der
B._____ GmbH zur Verfügung gestellten "MMA-Käfig" im Trainingsraum
statt, in welchem C._____ zwischenzeitlich ein anderes Training leitete.

Kurz nach Beendigung der Sparrings klagte der Beschwerdeführer über
Kopfschmerzen und Übelkeit und es kam zu einer raschen Verschlechte-
rung seines Allgemeinzustandes bis zur Bewusstlosigkeit. Der Beschwer-
deführer wurde notfallmässig in das Universitätsspital Zürich überführt, wo
ein schweres Schädel-Hirn-Trauma infolge einer akuten subduralen Blu-
tung diagnostiziert und erstbehandelt wurde.

1.2.
Die Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten eröffnete deswegen am 14. De-
zember 2021 eine Strafuntersuchung gegen Unbekannt wegen fahrlässiger
Körperverletzung mit schwerer Schädigung (Art. 125 Abs. 2 StGB). Der Be-
schwerdeführer erklärte mit Eingabe vom 27. März 2023, sich als Zivil-
bzw. Privatkläger zu konstituieren. Die Oberstaatsanwaltschaft des Kan-
tons Aargau wies die Strafuntersuchung mit Verfügung vom 3. Mai 2023
der Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm zur Weiterführung und Erledigung
zu.

2.
Die Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm ordnete mit Einstellungsverfügung
vom 25. April 2025 Folgendes an:

" 1.
Das Strafverfahren gegen Unbekannt wegen des Verdachts auf fahrläs-
sige schwere Körperverletzung wird eingestellt (Art. 319 Abs. 1 lit. a StPO).

2.
In der Einstellungsverfügung werden keine Zivilklagen behandelt. Der Pri-
vatklägerschaft steht nach Eintritt der Rechtskraft der Verfügung der Zivil-
weg offen (Art. 320 Abs. 3 StPO).

3.
Die Verfahrenskosten trägt der Kanton (Art. 423 Abs. 1 StPO).

- 3 -

4.
Es werden keine Entschädigungen ausgerichtet.

5.
Die Ansprüche von RA Philip Stolkin, […], als unentgeltlicher Rechtsbei-
stand des Privatklägers i.S.v. Art. 136 Abs. 2 lit. c StPO werden in einer
separaten Verfügung geregelt."

Die Einstellungsverfügung wurde am 29. April 2025 von der Oberstaatsan-
waltschaft des Kantons Aargau genehmigt und am 12. Mai 2025 dem Be-
schwerdeführer zugestellt.

3.
3.1.
Mit Beschwerde vom 22. Mai 2025 stellte der Beschwerdeführer, unter Kos-
ten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Staates, folgenden Haupt-
antrag:

" 1.
Es sei die Beschwerde gutzuheissen, die Einstellungsverfügung vom
25.04.2025 (ST.2023.2681) aufzuheben und die Beschwerdegegnerin zu
verpflichten, eine Strafuntersuchung gegen den Trainer C._____ wegen
fahrlässiger schwerer Körperverletzung aufzunehmen und die Untersu-
chung entweder mit einem Strafbefehl abzuschliessen oder Anklage zu er-
heben."

Eventualiter stellte er folgende Anträge:

" 2.
Es sei die Beschwerde gutzuheissen, die Einstellungsverfügung vom
25.04.2025 (ST.2023.2681) aufzuheben und die Beschwerdegegnerin zu
verpflichten, die Untersuchungen des Strafverfahrens im Sinne der unten-
stehenden Erwägungen fortzusetzen, jedenfalls aber sei die Staatsanwalt-
schaft Zofingen-Kulm zu folgenden Verfahrenshandlungen zu verpflichten:

- Einvernahme des Sachverständigen F._____ von der Stadtpolizei Zü-
rich als sachverständiger Zeuge

- Sicherstellung und forensische Auswertung des Smartphones von
G._____

- Nötigenfalls Einholen eines Gutachten bei einer anerkannten Fachper-
son für Kampfsporttrainings

- Ergänzungsfragen an die medizinischen Sachverständigen.

3.
Es sei die Beschwerde gutzuheissen, die Einstellungsverfügung vom
25.04.2025 (ST.2023.2681) aufzuheben und die Beschwerdegegnerin zu
verpflichten, das Strafverfahren gegen die Verantwortlichen der B._____
GmbH wieder aufzunehmen und die Vorinstanz zu verpflichten, die Haf-
tung dem Grundsatze nach anzuerkennen und die Angelegenheit zur Er-
ledigung der Schadenersatz und Genugtuungsansprüche auf den Zivilweg
zu verweisen; jedenfalls seien die Zivilansprüche dem Grundsatze nach
anzuerkennen und zur weiteren Erledigung der Schadenersatz- und Ge-
nugtuungsansprüche auf den Zivilweg zu verweisen."

- 4 -

Zudem stellte er die folgenden Verfahrensanträge:

" 4.
Es sei dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege zu gewäh-
ren und ihm in der Person des Unterzeichnenden, ein unentgeltlichen
Rechtsbeistand zuzuordnen und ihm eine 20 tägige Frist zur Einreichung
der Unterlagen anzusetzen.

5.
Es sei dem Beschwerdeführer Akteneinsicht zu gewähren und ihm eine
Nachfrist für die Begründung anzusetzen.

6.
Es seien die Akten der Staatsanwaltschaft beizuziehen"

3.2.
Mit Verfügung vom 3. Juni 2025 wies die Verfahrensleiterin der Beschwer-
dekammer in Strafsachen des Obergerichts des Kantons Aargau das Ge-
such um Ansetzung einer Nachfrist für die Beschwerdebegründung ab.

3.3.
Mit Eingabe vom 4. Juni 2025 hielt der Beschwerdeführer an seinem Ge-
such um unentgeltliche Rechtspflege fest und reichte hierzu Unterlagen
ein.

3.4.
Die Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm beantragte mit Beschwerdeantwort
vom 17. Juni 2025 die Abweisung der Beschwerde unter Kostenfolgen.

3.5.
Der Beschwerdeführer hielt mit Replik vom 16. Juli 2025 an seinen mit Be-
schwerde gestellten Anträgen fest.

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung:

1.
1.1.
Der Beschwerdeführer hat sich mit seiner mit Eingabe vom 27. März 2023
abgegebenen Erklärung (Dossier 3) gültig als Privatkläger und damit Partei
i.S.v. Art. 104 Abs. 1 lit. b StPO konstituiert. Damit ist er berechtigt, die Ein-
stellungsverfügung der Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm vom 25. April
2025 mit Beschwerde anzufechten (Art. 322 Abs. 2 StPO
i.V.m. Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO).

- 5 -

1.2.
Die Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm prüfte in der Einstellungsverfügung
einzig eine fahrlässige schwere Körperverletzung durch Unterlassung ex-
plizit. Eine solche schloss sie namentlich für C._____ (den am 13. Dezem-
ber 2021 verantwortlichen Trainer der B._____ GmbH) und H._____ (den
vorsitzenden Geschäftsführer der B._____ GmbH) aus, implizit aber wohl
auch für I._____ (Geschäftsführer der B._____ GmbH), dem offensichtlich
keine anderen oder weitergehenden Vorwürfe als H._____ zu machen sind.

Die vom Beschwerdeführer mit Beschwerde gestellten Anträge, dass die
Strafuntersuchung gegen C._____ (Hauptantrag) und die "Verantwortli-
chen" der B._____ GmbH (Eventualantrag Ziff. 3) fortzusetzen sei, bezie-
hen sich somit auf von der Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm eingestellte
Strafvorwürfe und sind damit ohne Weiteres zulässig.

1.3.
Der vom Beschwerdeführer mit Beschwerde weiter gestellte Antrag, dass
die Einstellungsverfügung aufzuheben und weitere Untersuchungshand-
lungen vorzunehmen seien (Eventualantrag Ziff. 2), weist keinen spezifi-
schen Bezug zu einzelnen beschuldigten Personen auf und gilt dement-
sprechend für alle aus Sicht des Beschwerdeführers beschuldigten Perso-
nen. Als solche sind auch D._____ und E._____ zu betrachten (vgl. etwa
Beschwerde, Rz. 26, wonach D._____ und E._____ im Verdacht stünden,
durch Schläge während des Sparrings seine schweren Verletzungen ver-
ursacht zu haben; Rz. 60, wonach Sorgfaltspflichtverletzungen durch einen
Sparringpartner bislang nur ungenügend und "nur mit Blick auf die Verant-
wortlichkeit" von C._____ überprüft worden seien; Rz. 61, wonach D._____
und E._____ als Beschuldigte mit der Beweislage zu konfrontieren seien).

Die Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm begründete ihre in der Einstellungs-
verfügung gemachte Feststellung, dass sich D._____ und E._____ nicht in
einer für C._____ erkennbaren Weise regelwidrig verhalten hätten, mit in
der Strafuntersuchung erhobenen Beweismitteln (S. 8). Mit Beschwerde-
antwort argumentierte sie ähnlich (Ziff. 3). Dass die Staatsanwaltschaft Zo-
fingen-Kulm in Bezug auf D._____ und E._____ offensichtlich gestützt auf
in der Strafuntersuchung erhobene Befunde von einer Straflosigkeit aus-
geht, bestätigt die auch ansonsten naheliegende Vermutung, dass die ge-
gen Unbekannt geführte und eingestellte Strafuntersuchung auch gegen
D._____ und E._____ gerichtet war. Dementsprechend ist der Beschwer-
deführer berechtigt, die Einstellungsverfügung auch im Hinblick auf
D._____ und E._____ anzufechten.

1.4.
Auf die gültig erhobene Beschwerde ist somit vollumfänglich einzutreten.

- 6 -

2.
Die Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm stellte mit angefochtener Verfügung
vom 25. April 2025 die gegen Unbekannt geführte Strafuntersuchung we-
gen fahrlässiger schwerer Körperverletzung gestützt auf Art. 319 Abs. 1
lit. a StPO ein, mithin weil kein Tatverdacht erhärtet sei, der eine Anklage
rechtfertige.

Eine Verfahrenseinstellung gestützt auf Art. 319 Abs. 1 lit. a StPO darf "in
dubio pro duriore" nur bei klarer Straflosigkeit ergehen. Bestehen hieran
aus tatsächlichen oder rechtlichen Gründen Zweifel, darf keine Einstellung
ergehen (BGE 146 IV 68 E. 2.1).  Bei zweifelhafter Beweis- oder Rechts-
lage hat nicht die Staatsanwaltschaft über die Stichhaltigkeit des strafrecht-
lichen Vorwurfs zu entscheiden, sondern das zur materiellen Beurteilung
zuständige Gericht (BGE 143 IV 241 E. 2.2.1). Erscheint hingegen eine
Verurteilung aufgrund einer Beweis- oder Rechtslage, die klar und zwei-
felsfrei feststeht, weil vom Sachgericht im Falle einer Anklage mit grosser
Wahrscheinlichkeit keine abweichende Würdigung zu erwarten ist, ausge-
schlossen, ist eine Einstellung auch in Berücksichtigung des Grundsatzes
"in dubio pro duriore" zulässig (Urteil des Bundesgerichts 6B_1027/2017,
6B_1028/2017 vom 19. Februar 2018 E. 3.2.2).

3.
Nach Art. 125 Abs. 2 StGB ist strafbar, wer fahrlässig einen Menschen
schwer an Körper oder Gesundheit schädigt. Fahrlässig begeht ein Verbre-
chen oder Vergehen, wer die Folge seines Verhaltens aus pflichtwidriger
Unvorsichtigkeit nicht bedenkt oder darauf nicht Rücksicht nimmt. Pflicht-
widrig ist die Unvorsichtigkeit, wenn der Täter die Vorsicht nicht beachtet,
zu der er nach den Umständen und nach seinen persönlichen Verhältnis-
sen verpflichtet ist (Art. 12 Abs. 3 StGB). Der Tatbestand kann nicht nur
durch ein Tun, sondern – unter den Voraussetzungen von Art. 11 StGB –
auch durch ein pflichtwidriges Untätigbleiben begangen werden.

4.
4.1.
D._____ oder E._____ können einzig eine fahrlässige schwere Körperver-
letzung zum Nachteil des Beschwerdeführers begangen haben, wenn sie
die für die schweren Verletzungen des Beschwerdeführers kausale Hirn-
blutung während der am 13. Dezember 2021 stattgefundenen Sparrings
mit einem Schlag oder Tritt verursacht haben sollten.

4.2.
4.2.1.
D._____ gab bei seiner Einvernahme vom 15. Dezember 2021 (Dossier 6,
act. 104 ff.) zu Protokoll, dass er "Maximum einen Schlag" mit vielleicht
"10% Kraft" gegen den Kopf des Beschwerdeführers geführt habe, der eher
ein folgenloses "Antippen" gewesen sei (zu Fragen 63 ff.).

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4.2.2.
E._____ gab bei seiner Einvernahme vom 15. Dezember 2021 (Dossier 6,
act. 90 ff.) zu Protokoll, dass er das von einem weiteren Trainingsteilneh-
mer (namens G._____) aufgenommene Sparring mit dem Beschwerdefüh-
rer gemacht habe, nachdem D._____ gegangen sei (zu Frage 36). Es seien
"wirklich leichte" Schläge ausgeteilt worden. Er glaube nicht, dass die Ver-
letzungen des Beschwerdeführers davon rührten. Sie hätten aufeinander
Rücksicht genommen und alles sei "im Guten" verlaufen (zu Frage 41). Er
habe allerhöchstens zwei bis drei Kopftreffer erzielt (zu Frage 62). Die
Schläge seien mit lockerer Intensität ausgeführt worden, bei einer Skala
von 1 bis 10 etwa mit 3 oder 4 (zu Frage 64).

4.2.3.
C._____ gab bei seiner Einvernahme vom 14. Dezember 2021 (Dossier 6,
act. 59 ff.) zu Protokoll, dass damals niemand zornig gewesen sei, sondern
dass alle glücklich gewesen seien (zu Frage 39). Er habe einfach gesehen,
dass sie locker Sparring gemacht hätten (zu Frage. 40). Es sei zu keinen
Situationen gekommen, bei welchen er hätte eingreifen müssen (zu Frage
48). Das Sparring sei nicht eskaliert (zu Frage 60). Beim Zurücklaufen der
Gruppe in die Garderobe habe er gesehen, dass alle am Lachen und fried-
lich gewesen seien (zu Frage 61).

4.2.4.
Der Beschwerdeführer gab bei seiner Einvernahme vom 17. August 2023
(Dossier 6) zu Protokoll, dass er Schläge gegen den Kopf erhalten habe,
die "nicht nur 10% sondern 100%" hart gewesen seien (zu Fragen 33 f.;
ähnlich zu Frage 50). Er habe sowohl D._____ als auch E._____ "je einmal"
aufgefordert, nicht so fest zu schlagen (zu Frage 35; ähnlich zu Frage 57,
wonach er "Schlönd net so schtark" und später "weniger fescht" gesagt
habe). Es stimme nicht, dass D._____ "nur mit 10 %" auf seinen Kopf ge-
schlagen habe. Schon nach diesem Kampf habe er leichtes Nasenbluten
gehabt (zu Frage 43). D._____ habe ihm den stärksten Kopftreffer verpasst
(zu Frage 53) mit einer gefühlten Stärke von "100 %" (zu Frage 54). Er
glaube, dass ihm E._____ mehr als zwei Kopftreffer verpasst habe (zu
Frage 55). Diese Kopftreffer seien "genau gleich stark" wie diejenigen von
D._____ gewesen (zu Frage 56).

4.3.
Zusammengefasst wirft der Beschwerdeführer sowohl D._____ als auch
E._____ vor, vergleichbar heftige Schläge gegen seinen Kopf geführt zu
haben, wohingegen D._____ wie auch E._____ geltend machen, nur
leichte Schläge gegen den Kopf des Beschwerdeführers geführt zu haben.
Selbst wenn "in dubio pro duriore" derzeit davon auszugehen ist, dass einer
dieser Schläge für die vom Beschwerdeführer erlittene Hirnblutung kausal
war, genügt dies nicht, um eine Verurteilung von D._____ oder E._____

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wegen fahrlässiger schwerer Körperverletzung möglich erscheinen zu las-
sen. Weil ein für die schweren Verletzungen des Beschwerdeführers ur-
sächlicher Schlag oder Tritt offensichtlich nicht als Teil einer von D._____
und E._____ gemeinsam vorgenommenen und zu verantwortenden "Ge-
samthandlung" verstanden werden kann, müsste er für eine Verurteilung
zweifelsfrei D._____ oder aber E._____ zugeordnet werden können
(vgl. hierzu BGE 143 IV 361 Regeste). Dies ist aber nicht ansatzweise mög-
lich. Die vorhandenen (von G._____ erstellten) Videoaufzeichnungen zum
Sparring des Beschwerdeführers mit E._____ schliessen einen verlet-
zungskausalen Schlag zwar nicht aus, lassen einen solchen aber auch
nicht erkennen und sind damit gänzlich ungeeignet, einen verletzungskau-
salen Schlag D._____ oder aber E._____ zuzuordnen. Weitere Videoauf-
nahmen, welche die Sparrings zeigen würden, gibt es offenbar nicht. Die
vorhandenen Aussagen der Beteiligten (vgl. vorstehende E. 4.2) lassen
eine Täterschaft von D._____ oder E._____ in etwa gleichermassen wahr-
scheinlich erscheinen. Eine Einvernahme von G._____ würde hieran mit an
Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nichts ändern. Andere Beweis-
mittel für eine eindeutigere Zuordnung sind nicht zu erkennen. Somit kann
die Wahrscheinlichkeit einer Täterschaft weder für D._____ noch für
E._____ deutlich höher als mit 50 % veranschlagt werden. Selbst wenn ein
mit der Sache befasstes Gericht es als erstellt erachtete, dass entweder
D._____ oder aber E._____ den verletzungskausalen Schlag ausgeführt
haben muss, müsste es deshalb mit an Sicherheit grenzender Wahrschein-
lichkeit beide "in dubio pro reo" (vgl. hierzu Art. 10 Abs. 3 StPO) vom Vor-
wurf der fahrlässigen schweren Körperverletzung freisprechen. Die Ausfüh-
rungen des Beschwerdeführers mit Beschwerde (unter Rz. 57 ff.) ändern
hieran nichts. Die Beschwerde erweist sich in diesem Punkt als unbegrün-
det und ist dementsprechend abzuweisen.

5.
5.1.
Der "MMA-Käfig" wurde dem Beschwerdeführer am 13. Dezember 2021
nicht von C._____ für unbeaufsichtigte und damit eigenverantwortliche
Sparrings zur Verfügung gestellt, sondern von der B._____ GmbH bzw. von
den für diese handelnden Personen, d.h. H._____ (Vorsitzender der Ge-
schäftsführung) oder allenfalls auch I._____ (Geschäftsführer). Dies ergibt
sich ohne Weiteres aus den Aussagen von H._____ vom 14. Dezember
2021 (Dossier 6, act. 70 ff.), wonach Kursteilnehmern erlaubt gewesen sei,
ausserhalb der betreuten Trainingsstunden eigenverantwortliche und nicht
in den Aufgabenbereich des Trainers fallende Sparrings durchzuführen (zu
Fragen 30 f.). Somit war es nicht an C._____ als Trainer, dem Beschwer-
deführer die Sparrings zu erlauben oder zu verbieten oder diese eng zu
überwachen, was ihm gar nicht möglich gewesen wäre, weil er zeitgleich
das nächste Training zu leiten hatte. Insoweit kann C._____ (als Trainer)
keine (für die schweren Verletzungen des Beschwerdeführers

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möglicherweise kausale) pflichtwidrige Unvorsichtigkeit zum Vorwurf ge-
macht werden.

C._____ gab aber am 14. Dezember 2021 auch zu Protokoll, dass er zu-
sammen mit H._____ und I._____ "den Club" führe, dass am 13. Dezember
2021 einzig er und H._____ anwesend gewesen seien und dass H._____
mehrheitlich im Büro beim Haupteingang gewesen sei (zu Fragen 26 f. und
42 f.). Weiter gab er (sinngemäss) zu Protokoll, dass er "jeweils von der
Seite" auch das Geschehen ausserhalb des eigentlichen Trainings be-
obachte und sofort reagiere, wenn Sicherheitsbestimmungen nicht einge-
halten würden (zu Frage 50). Diese Aussagen legen zumindest "in dubio
pro duriore" nahe, dass C._____ am 13. Dezember 2021 im Trainingsraum
der B._____ GmbH sozusagen als Saalverantwortlicher auch eine gewisse
Aufsichtsfunktion zukam und er im gesamten Trainingsraum für Ruhe und
Ordnung zu sorgen und damit auch einzuschreiten hatte, wenn er gefährli-
ches Fehlverhalten einzelner Personen bemerkte. Insoweit stellt sich im
Hinblick auf C._____ (als Aufsichtsperson) die Frage, ob er bei sorgfältiger
Wahrnehmung seiner mutmasslichen Aufsichtsfunktion die besagten Spar-
rings des Beschwerdeführers vom 13. Dezember 2021 hätte verhindern
oder abbrechen können und müssen. Lässt sich diese Frage sicher vernei-
nen, ist die Einstellungsverfügung in Bezug auf C._____ (mangels Vorlie-
gens einer pflichtwidrigen Unvorsichtigkeit) ohne Weiteres zu schützen.

5.2.
In Bezug auf H._____ und I._____ stellt sich zunächst die Frage, ob sie
durch organisatorische Vorkehrungen (etwa in Form von Weisungen) auf
die Verhinderung unbeaufsichtigter Sparrings, wie vom Beschwerdeführer
am 13. Dezember 2021 geführt, hätten hinwirken können und müssen und
ob ihnen in diesem Zusammenhang eine sorgfaltswidrige Unterlassung
vorzuwerfen ist. Lässt sich dies sicher verneinen, ist die Einstellungsverfü-
gung in Bezug auf H._____ und I._____ ohne Weiteres zu schützen.

5.3.
Die voraussetzungslose Zurverfügungstellung von "MMA-Käfigen" durch
die B._____ GmbH diente offensichtlich nicht dazu, den Kursteilnehmern
eigentliche Kämpfe zu ermöglichen, sondern eigenverantwortliche Übungs-
kämpfe sog. Sparrings.

In Berücksichtigung der vom Beschwerdeführer am 11. März 2025 zu den
Akten gereichten Ausführungen von F._____ mit Schreiben vom 3. März
2025 (Dossier 3), wonach der erfahrene Sparringpartner einem Kämpfer
dabei helfen soll, Technik und Strategie zu verbessern, was ein solides
Fundament der Grundtechniken voraussetze (Ziff. 5), ist zwar durchaus
fraglich, inwieweit unbeaufsichtigte Sparrings geeignet sind, Bewegungs-
abläufe gerade bei Kampfsportanfängern, wie es der Beschwerdeführer ei-
ner war, zu verbessern bzw. zu trainieren. Allein deshalb müssen sie aber

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auch für einen Kampfsportanfänger nicht gänzlich sinnlos sein. Selbst
wenn unbeaufsichtigte Sparrings (wie diejenigen vom 13. Dezember 2021)
trainingstechnisch nutzlos sein sollten, änderte dies nämlich nichts daran,
dass sie berechtigten anderen Bedürfnissen Rechnung tragen können, in-
dem sie den Beteiligten in einer Art und Weise Spass am Sport vermitteln,
wie es bei beaufsichtigten und vordringlich dem Training dienenden
Übungskämpfen oft nicht möglich ist.

5.4.
Zwar dürften nicht beaufsichtigte Sparrings im Vergleich zu beaufsichtigten
Sparrings mit einem erhöhten Verletzungsrisiko einhergehen, wenn sie
"aus dem Ruder laufen" (vgl. hierzu das Schreiben von F._____, Ziff. 3).
Dies kann der Fall sein, wenn sich zumindest einer der Sparringpartner in
einem richtigen Kampf wähnt und sich entsprechend aggressiv verhält oder
wenn er etwa mangels Kampfsporterfahrung schlicht nicht in der Lage ist,
die Gefährlichkeit seiner Tritte und Schläge für seinen Sparringpartner rich-
tig einzuschätzen und diese entsprechend zu dosieren und zu platzieren.

Dieses Risiko ist aber nicht etwa mit einem Risiko vergleichbar, wie es bei-
spielsweise gegeben ist, wenn einem unerfahrenen Reitschüler nach dem
Reitunterricht ein Pferd, einem unerfahrenen Flugschüler ein Fluggerät
oder einem Skifahrer eine mit versteckten Gefahren (wie etwa einer nicht
deklarierten Lawinengefahr) verbundene Abfahrt zur eigenverantwortlichen
Nutzung zur Verfügung gestellt wird. Während Reiten, Fliegen oder Skifah-
ren unter den genannten Umständen gerade deshalb gefährlich sind, weil
es ganz plötzlich zu vom Betroffenen (mangels Wissens oder Erfahrung)
nicht vorhersehbaren und nicht kontrollierbaren und abrupt äusserst ge-
fährlichen Situationen kommen kann, steht man bei einem unbeaufsichtig-
ten Sparring, selbst wenn dieses "aus dem Ruder läuft", nicht einer unkon-
trollierbaren Gefahr bzw. Naturgewalt gegenüber, sondern einem zumin-
dest vermutungsweise nicht gewaltbereiten Sparringpartner, mit dem man
sich auch ohne Aufsicht jederzeit absprechen kann. E._____ gab diesbe-
züglich bei seiner Einvernahme vom 15. Dezember 2021 glaubhaft zu Pro-
tokoll, dass man einfach stehen bleiben und "Stopp" sagen müsse (zu
Frage 56). D._____ äusserte sich bei seiner Einvernahme vom 15. Dezem-
ber 2021 ähnlich dahingehend, dass man es einfach sagen könne, wenn
man das Sparring stoppen wolle (zu Frage 55).

5.5.
Das in E. 5.4 Ausgeführte gilt auch für eine im Kampfsport unerfahrene
Person. Auch für einen Anfänger ist es nämlich in aller Regel leicht möglich,
die Gefährlichkeit oder nur schon die potentielle Gefährlichkeit von gegen
ihn ausgeführten Schlägen oder Tritten zuverlässig zu erkennen, weil sol-
che Schläge und Tritte (ohne dass hierfür ein besonderes Fachwissen oder
eine Expertise erforderlich wäre) in aller Regel unmittelbar bzw. geradezu
reflexhaft Schmerzen, Angst, Wut, Verunsicherungen, Schrecken oder

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andere unangenehme Gefühle bzw. Empfindungen auslösen. Dafür, dass
es beim damals 17-jährigen Beschwerdeführer anders gewesen wäre oder
dass er nicht fähig gewesen wäre, von ihm festgestellte Grenzüberschrei-
tungen wirksam zu reklamieren, gibt es keine Hinweise. In Beachtung der
konkreten Umstände (vgl. sogleich) kann es vielmehr als erstellt gelten,
dass der Beschwerdeführer trotz fehlender Kampfsporterfahrung durchaus
in der Lage war, gefährliche oder auch nur potentiell gefährliche Grenz-
überschreitungen zu erkennen und angemessen darauf zu reagieren:

- Der damals 17-jährige Beschwerdeführer erschien selbständig
zum Training und war mit der Teilnahme offensichtlich nicht
überfordert. Der Trainer (C._____) beschrieb ihn bei seiner Ein-
vernahme vom 14. Dezember 2021 als "sehr motiviert" (zu
Frage 14) und wies darauf hin, dass er bei den Erwachsenen
trainiert habe (zu Frage 20), weil er "grösser" gewesen sei, wes-
halb es ihm bei "den Kindern bis 17 Jahren" langweilig gewesen
wäre (zu Frage 22). Zudem spielte der Beschwerdeführer offen-
bar seit Jahren Fussball, zuletzt in der zweiten Mannschaft des
FC […] (Einvernahme des Beschwerdeführers vom 17. August
2023, zu Fragen 9 und 11), was kaum denkbar gewesen wäre,
wenn er sich bei körperbetonten Sportarten (wie es auch Fuss-
ball eine ist) nicht in angemessener Weise gegen (gefährliche)
Regelverstösse zu behaupten wüsste.

- Der Beschwerdeführer gab bei seiner Einvernahme vom 17. Au-
gust 2023 zu Protokoll, dass man beim Sparring "überhaupt
nicht fest schlagen" dürfe (zu Frage 17), dass er mitgemacht
habe, obwohl er "unsicher" gewesen sei (zu Frage 31), dass die
Schläge "nicht nur 10% sondern 100%" gewesen seien (zu
Frage 34; ähnlich zu Fragen 43, 50, 54, 56) und dass er beiden
Sparringpartnern "je einmal" gesagt habe, nicht so fest zu schla-
gen (zu Frage 35; ähnlich zu Frage 57, wonach er "Schlönd net
so schtark" und etwas später "weniger fescht" gesagt habe).
Diese Aussagen belegen die auch ansonsten naheliegende
Vermutung, dass der Beschwerdeführer wusste, dass ein Spar-
ring ein Übungskampf ist, und dass er während des Sparrings
durchaus in der Lage war, gefährliche oder potentiell gefährliche
Grenzüberschreitungen zu erkennen und zu reklamieren, woran
auch nichts änderte, wenn er dies nicht konsequent getan
bzw. sich über eigene Bedenken hinweggesetzt haben sollte.

Steht damit aber fest, dass der Beschwerdeführer ohne Weiteres selbst die
von ihm behaupteten Grenzüberschreitungen (wenn es sie gab) hätte er-
kennen und unterbinden können, er diesbezüglich somit trotz seines ju-
gendlichen Alters von dannzumal 17 Jahren nicht besonders schutzbedürf-
tig war, ist nicht ersichtlich, warum stattdessen die B._____ (bzw. die für

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sie handelnden Personen) den Beschwerdeführer zumindest durch eine
enge Aufsicht der Sparrings hätte schützen müssen, durfte sie doch in gu-
ten Treuen davon ausgehen, dass allen Beteiligten klar war, dass es bei
Sparrings um blosse Übungskämpfe geht, und dass alle Beteiligten (die
vorgängig das gleiche Training absolviert hatten) willens und fähig waren,
potentiell gefährliche Grenzüberschreitungen nicht nur zu vermeiden, son-
dern gegebenenfalls auch wirksam zu reklamieren. Vor diesem Hintergrund
war die B._____ (bzw. die für sie handelnden Personen) nicht gehalten, die
vom Beschwerdeführer am 13. Dezember 2021 durchgeführten Sparrings
zu verhindern oder eng zu überwachen, sondern durfte sie eine Saalauf-
sicht durch eine Autoritätsperson, wie von C._____ geleistet, ohne Weite-
res als zum Schutz des Beschwerdeführers ausreichend betrachten.

5.6.
Dass C._____ (als Saalverantwortlichem) am 13. Dezember 2021 ein ge-
fährlicher Verlauf der Sparrings, wie vom Beschwerdeführer geschildert,
hätte auffallen müssen, trifft nicht zu. Zwar gab der Beschwerdeführer bei
seiner Einvernahme vom 17. August 2023 zu Protokoll, dass er die Stim-
mung als nicht besonders gut empfunden habe (zu Frage 40), und be-
schrieb er einen gefährlichen Sparringverlauf. Objektive und für C._____
(als Saalaufsicht) wahrnehmbare Hinweise auf einen potentiell gefährli-
chen Sparringverlauf, die ihn zum Eingreifen hätten bewegen müssen, gab
es aber keine. So zeigt die Videoaufnahme des wohl letzten Sparrings
(auch für den Laien erkennbar) eindeutig einen durchwegs einvernehmlich
geführten und von gegenseitigem Respekt geprägten Übungskampf und
keinen eigentlichen, aggressiv und laut geführten Kampf. Die weiteren Vi-
deoaufnahmen (Hintergrundaufnahmen) zeigen die Beteiligten zwar nur je-
weils ausserhalb des "MMA-Käfigs" aus der Ferne. Ein aggressives oder
sonstwie auffälliges Verhalten, wie es bei zuvor stattgefundenen gefährli-
chen Grenzüberschreitungen auch ausserhalb des "MMA-Käfigs" zu erwar-
ten gewesen wäre, lässt sich aber auch diesen Aufnahmen gerade nicht
entnehmen.

5.7.
Zusammengefasst ist festzustellen, dass F._____ in seinem Schreiben
wohl zu Recht vermutete, dass es bei der B._____ GmbH nach dem Motto
"Wer will, der kann und passt auf bzw. übertreibt es nicht" gegangen sei
(Ziff. 8). Eine für die schweren Verletzungen des Beschwerdeführers kau-
sale Sorgfaltspflichtverletzung der B._____ GmbH (bzw. der für sie han-
delnden Personen) lässt sich mit dieser Haltung aber nach dem Gesagten
nicht begründen. In diesem Zusammenhang ist auch darauf hinzuweisen,
dass die B._____ GmbH auf ihrer Webseite (< https://[...].ch/ >) mit "[…]"
am Training wirbt und dies offensichtlich nicht nur leere Worte sind, sind
doch offenbar auch Anfänger willkommen und trainierten am 13. Dezember
2021, was sich aus der Videoüberwachung des Trainings ohne Weiteres
ergibt, Personen ganz unterschiedlichen Niveaus, wie auch von F._____ in

- 13 -

seinem Schreiben bemerkt, "sehr kontrolliert und rücksichtsvoll"
miteinander (Ziff. 11). D._____ beschrieb die Atmosphäre (in Berücksichti-
gung der Videoaufnahmen) glaubhaft als extrem freundlich, familiär und gut
und sprach davon, dass es mit dem Niveau "halt so" sei, dass "wirklich alle",
11-jährige und auch Familienväter, trainierten (zu Frage 62). H._____ gab
zu Protokoll, dass die freiwilligen Sparrings "auf freundschaftlicher Basis"
beruhten und dass man noch nie habe eingreifen müssen (zu Frage 32).
Die B._____ GmbH sehe sich als "Amateurclub", bei dem jeder willkommen
und "immer alles freiwillig" sei (zu Frage 36). C._____ gab ähnlich zu Pro-
tokoll, dass er noch nie habe eingreifen bzw. jemanden rausschicken müs-
sen (zu Frage 50). Auch am 13. Dezember 2021 habe er gesehen, dass
alle am Lachen und friedlich gewesen seien (zu Frage 61). Dies alles un-
termauert die ohnehin naheliegende Vermutung, dass die B._____ GmbH
den Trainierenden die "MMA-Käfige" nicht zur Verfügung stellte, damit sich
diese dort nach Bedarf prügeln konnten (vgl. Einvernahme von H._____
vom 14. Dezember 2021, zu Frage 30), sondern dass es einzig um gemein-
samen Spass am Sport ging.

Ganz in diesem Geiste räumte sie dem Beschwerdeführer und seinen
Sparringpartnern auch am 13. Dezember 2021 schlicht die bei bestim-
mungsgemässer Ausübung aller Voraussicht nach unbedenkliche Möglich-
keit ein, in ihren Räumlichkeiten nach dem gemeinsamen Training in An-
wesenheit (aber nicht unter Aufsicht) des Trainers noch eigenverantwort-
lich Sparrings durchzuführen. Mangels gegenteiliger Hinweise durften die
verantwortlichen Personen in der konkreten Situation des 13. Dezember
2021 ohne Weiteres davon ausgehen, dass dies allen am fraglichen Spar-
ring Beteiligten klar war. Eine begründete Veranlassung, die Sparrings aus
Sicherheitsgründen zu verhindern, eng zu überwachen oder in sie einzu-
greifen, gab es nicht.

5.8.
Zwar kann es auch bei Übungskämpfen, die nicht "aus dem Ruder laufen",
vereinzelt zu unbeabsichtigt gefährlichen Schlägen und Tritten und daraus
resultierenden schweren Verletzungen kommen. Solche lassen sich aber
aufgrund ihres plötzlichen Charakters auch durch eine entsprechende Auf-
sicht nicht verhindern, sondern erst nachträglich beanstanden, wenn es be-
reits zu spät ist. Diese Wahrscheinlichkeit lässt sich bei der Ausübung von
Kampfsport zudem kaum vermeiden, besteht ähnlich auch bei zahlreichen
anderen Sportarten und ist als ein dem Sport inhärentes Restrisiko hinzu-
nehmen, welches – wenn es sich realisiert – allein nicht genügt, um dem-
jenigen, der die eigenverantwortliche Ausübung des Sports etwa durch Be-
reitstellen notwendiger Geräte oder Infrastruktur (wie etwa eines "MMA-
Käfigs") ermöglicht hat, eine strafrechtsrelevante Sorgfaltspflichtverletzung
zur Last zu legen.

- 14 -

5.9.
Die von F._____ in seinem Schreiben geäusserte Auffassung, wonach ein
unbeaufsichtigter Kampf in einem Sparring-Käfig (stets) so gefährlich wie
eine offene, aber nicht mit Warnhinweisen, Warnleuchten oder Bauab-
schrankungen gesicherte Baugrube sei (Ziff. 9), vermag in dieser (die kon-
kreten Fallumstände gänzlich ausblendenden) Allgemeinheit nicht zu über-
zeugen.

5.10.
Damit verbleibt die Frage, ob der B._____ GmbH (bzw. den für sie han-
delnden Personen) als für die Verletzungen des Beschwerdeführers kau-
sale und strafrechtsrelevante Unterlassung vorzuwerfen ist, bei den Spar-
rings vom 13. Dezember 2021 nicht ausreichend auf das Tragen eines
Helms hingewirkt zu haben.

F._____ führte zur Frage, warum ein Kopfschutz wichtig sei, in seinem
Schreiben aus, dass ein solcher die Aufprallkraft und damit das Risiko von
Kopfverletzungen verringere, was besonders bei intensiven Trainingsein-
heiten und Sparrings wichtig sei. Ein guter Kopfschutz biete nicht nur
Schutz, sondern ermögliche auch eine uneingeschränkte Sicht und At-
mung, weshalb auf die richtige Auswahl und Anwendung des Kopfschutzes
zu achten sei (Ziff. 4).

Das Institut für Rechtsmedizin der Universität Zürich erachtete es in seinem
am 4. März 2022 von K._____, Assistenzärztin, und L._____, Oberärztin
und Fachärztin für Rechtsmedizin, erstatteten Gutachten zur körperlichen
Untersuchung des Beschwerdeführers (Dossier 4, act. 125 ff.) als "mög-
lich", dass das schwere Schädel-Hirn-Trauma des Beschwerdeführers im
Rahmen von Schlägen gegen den Kopf entstanden sei, wie auf dem vorlie-
genden Video ersichtlich (S. 9). Am 18. März 2024 unterbreitete die Staats-
anwaltschaft Zofingen-Kulm dem Institut für Rechtsmedizin der Universität
Zürich ergänzend folgende Fragen:

" 1.
Wären die Verletzungen von A._____ auch entstanden, wenn er beim be-
gleiteten sowie beim unbegleiteten Kickboxtraining einen Kopfschutz ge-
tragen hätte?

2.
Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass A._____ auch bei Tragung eines
Kopfschutzes eine Hirnblutung erlitten hätte?

Das Institut für Rechtsmedizin der Universität Zürich führte hierzu in seinem
am 30. Mai 2024 wiederum von K._____ und L._____ (nunmehr stellver-
tretende Abteilungsleiterin) erstatteten "Ergänzungsgutachten" aus, dass
eine Subduralblutung, wie beim Beschwerdeführer festgestellt, typischer-
weise durch Einriss von Brückenvenen infolge einer Abscherung des Ge-
hirns von der am Schädelknochen fixierten harten Hirnhaut durch

- 15 -

Akzelerations- und Dezelerationskräfte bzw. Rotationsbeschleunigungen
entstehe. Die Studienlage verbleibe "etwas uneindeutig", ob ein bei der
Ausübung von Kampfsportarten getragener Kopfschutz ausreichend vor
entsprechenden Kopfverletzungen schütze. Ein Kopfschutz schütze insbe-
sondere die Haut und die Knochen vor Verletzungen. Schwere Kopfverlet-
zungen seien jedoch hauptsächlich durch subdurale Blutungen sowie dif-
fuse axonale Schädigungen (Scherverletzungen der Nervenfasern) be-
dingt. Damit sei die Frage zu beleuchten, ob durch das Tragen eines Hel-
mes auch Rotationsbeschleunigungen abnehmen würden bzw. vollständig
verhindert werden könnten. Nach einer entsprechenden Auseinanderset-
zung mit einschlägigen Studien, von denen eine gezeigt habe, dass ein
Kopfschutz die Rotationsbeschleunigungen – womöglich wegen Vergrös-
serung der Angriffsfläche und des Eigengewichts des Kopfschutzes – sogar
erhöhen könne, beantwortete es die Frage 1 dahingehend, dass es davon
ausgehe, dass das Risiko für insbesondere schwerwiegende Kopfverlet-
zungen typischerweise durch das Tragen eines Kopfschutzes reduziert
werde. Dass sich die vom Beschwerdeführer erlittene Kopfverletzung durch
Tragen eines Kopfschutzes hätte vermeiden lassen, lasse sich aber nicht
mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit belegen. Frage 2 beant-
wortete es dahingehend, dass es nicht möglich sei, "diesbezüglich retro-
spektiv" eine Wahrscheinlichkeit anzugeben.

5.11.
Die Ausführungen des Instituts für Rechtsmedizin der Universität Zürich zu
den ihm unterbreiteten Fragen sind derart überzeugend, dass nicht zu er-
warten ist, dass ein mit der Sache befasstes Gericht hiervon abweichen
könnte. Dies vor allem auch deshalb, weil der Schlag, der mutmasslich für
die schweren Verletzungen des Beschwerdeführers kausal war, sich nicht
eruieren liess und sich damit auch zu den unfallkausalen Kräften und Kopf-
beschleunigungen bzw. zum eigentlichen Unfallmechanismus keine Fest-
stellungen treffen lassen, gestützt auf welche ein Gericht oder eine vom
Gericht beigezogene Fachperson die Frage, ob sich bei getragenem Helm
die schweren Verletzungen des Beschwerdeführers hätten vermeiden las-
sen, überzeugend beantworten könnte. Dementsprechend müsste ein mit
der Sache befasstes Gericht zumindest "in dubio pro reo" davon ausgehen,
dass die schweren Unfallfolgen auch bei Tragen eines Helmes eingetreten
wären, womit der B._____ GmbH (bzw. den für sie handelnden Personen)
nicht als für die Verletzungen des Beschwerdeführers kausale und straf-
rechtsrelevante Sorgfaltspflichtverletzung vorzuwerfen ist, bei den Spar-
rings vom 13. Dezember 2021 nicht auf das Tragen von geeigneten Hel-
men hingewirkt zu haben.

5.12.
Die Beschwerde erweist sich damit als unbegründet und ist abzuweisen,
ohne dass auf die weiteren (nicht überzeugenden) Beweisanträge und Aus-
führungen des Beschwerdeführers mit Beschwerde und Replik noch weiter

- 16 -

einzugehen wäre. Unbegründet sind insbesondere die Ausführungen des
Beschwerdeführers, wonach die Untersuchung unvollständig sei (Be-
schwerde, Rz. 71 ff.). Dass etwa eine Einvernahme von F._____ seine mit
Schreiben vom 3. März 2025 abgegebene Stellungnahme und auch den
bereits festgestellten Sachverhalt in einem wesentlich anderen Lichte er-
scheinen lassen könnte, ist ohne Weiteres auszuschliessen. Ebenso wenig
ist ersichtlich, warum es zur Komplementierung des massgeblichen Sach-
verhalts eines Organisationsdiagramms der B._____ GmbH bedürfte. Auch
trifft es nach dem Gesagten nicht zu, dass die eingestellte Strafuntersu-
chung nicht auch gegen D._____ und E._____ gerichtet war.

Auch der Vorwurf der Verletzung des rechtlichen Gehörs (Beschwerde,
Rz. 78 ff.) ist unbegründet, setzte sich die Staatsanwaltschaft Zofingen-
Kulm doch mit den vom Beschwerdeführer hauptsächlich erhobenen Ein-
wendungen, wonach er nicht zum Sparring hätte zugelassen werden dür-
fen, wonach das Sparring nicht beaufsichtigt gewesen sei und wonach von
den Verantwortlichen der B._____ GmbH nicht auf das Tragen eines Hel-
mes während des Sparrings hingewirkt worden sei, durchaus auseinander
(Einstellungsverfügung, S. 5 ff.). Dass sie dies nicht in der vom Beschwer-
deführer gewünschten Weise tat, vermag keine Gehörsverletzung zu be-
gründen.

6.
Die Kosten des Beschwerdeverfahrens sind nach Massgabe des Obsie-
gens und Unterliegens zu verlegen (Art. 428 Abs. 1 StPO) und deshalb dem
Beschwerdeführer aufzuerlegen.

7.
7.1.
Die Verfahrensleitung gewährt der Privatklägerschaft für die Durchsetzung
ihrer Zivilansprüche, wenn sie nicht über die erforderlichen Mittel verfügt
und die Zivilklage nicht aussichtslos erscheint, auf Gesuch ganz oder teil-
weise die unentgeltliche Rechtspflege (Art. 136 Abs. 1 lit. a StPO). Diese
umfasst auch die einstweilige Befreiung von Verfahrenskosten und die Be-
stellung eines Rechtsbeistands, wenn dies zur Wahrung der Rechte der
Privatklägerschaft geboten ist (Art. 136 Abs. 2 lit. b und c StPO).

7.2.
Der Beschwerdeführer begründete die beantragte unentgeltliche Rechts-
pflege damit, dass er mittellos sei, auf eine Rente und Hilflosenentschädi-
gung der Invalidenversicherung angewiesen sei und auch aufgrund seiner
Versehrungen kaum in der Lage sei, das mit komplexen Rechtsfragen be-
haftete Strafverfahren ohne anwaltlichen Beistand zu führen (Beschwerde,
Rz. 8; Gesuch vom 4. Juni 2025).

- 17 -

7.3.
Gestützt auf die vom Beschwerdeführer mit Gesuch vom 4. Juni 2025 ein-
gereichten Unterlagen kann es als erstellt gelten, dass er eine Rente der
Invalidenversicherung in Höhe von Fr. 1'680.00 monatlich und eine Hilflo-
senentschädigung der Invalidenversicherung in Höhe von Fr. 2'016.00 be-
zieht. Weil die Hilflosenentschädigung Mehrkosten Rechnung tragen soll,
die gesundheitlich beeinträchtigten Personen bei der Alltagsgestaltung ent-
stehen (vgl. < https://www.ahv-iv.ch/p/4.13.d >), ist sie bei der Bestimmung
der prozessualen Bedürftigkeit nicht zu berücksichtigen. Einnahmen des
Beschwerdeführers von Fr. 1'680.00 stehen somit die vom Beschwerde-
führer behaupteten Aufwendungen in Höhe von Fr. 1'498.00 (Miete
Fr. 455.00; Krankenkasse Fr. 443.00; Grundbedarf Fr. 600.00) gegenüber,
welche gestützt auf die von ihm eingereichten Unterlagen als ausgewiesen
zu betrachten sind. Weil der Beschwerdeführer unter Berücksichtigung des
Sozialzuschlags von 25 % auf den Grundbedarf mit den ihm verbleibenden
Fr. 32.00 pro Monat für die Kosten des Strafverfahrens nicht aufkommen
kann, ist seine prozessuale Bedürftigkeit zu bejahen.

Dass eine anwaltliche Vertretung des Beschwerdeführers in diesem Be-
schwerdeverfahren notwendig war, steht ausser Frage. Deshalb und weil
die Beschwerde nicht a priori aussichtslos war, ist dem Gesuch um unent-
geltliche Rechtspflege zu entsprechen. Die dem Beschwerdeführer aufzu-
erlegenden Verfahrenskosten (vgl. E. 6) sind ihm deshalb einstweilen unter
dem Vorbehalt der späteren Nachzahlung vorzumerken und Rechtsanwalt
Philip Stolkin, […], ist als sein unentgeltlicher Rechtsbeistand einzusetzen.

7.4.
Der unentgeltliche Rechtsvertreter des Beschwerdeführers machte mit
Kostennote vom 16. Juli 2025 einen zeitlichen Aufwand von 50.09 Stunden
geltend, der sich wie folgt aufteilt:

- Erstellung der Beschwerde 31 Std.
- Korrespondenz mit Beschwerdeführer 0.16 Std.
- Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege 1 Std.
- Schreiben an die Staatsanwaltschaft 0.17 Std.
- Schreiben ans Gericht 0.51 Std.
- Erstellung der Replik samt Aktenstudium 17.25 Std.

Was es mit dem für den 11. Juni 2025 vermerkten "Schreiben an die Staats-
anwaltschaft" auf sich hat, bleibt unklar. Vermutlich dürfte damit das Schrei-
ben gleichen Datums an die Beschwerdekammer in Strafsachen des Ober-
gerichts gemeint sein, mit welchem Akten retourniert wurden. Diesbezüg-
lich ist auf eine Kürzung der Kostennote zu verzichten. Nicht zu entschädi-
gen sind hingegen die 0.51 Stunden betreffend Schreiben an das Gericht,
bei denen es um Fristerstreckungen ging (vgl. Beschluss des Bundesstraf-
gerichts BB.2017.125 vom 15. März 2018 E. 7.7).

https://www.ahv-iv.ch/p/4.13.d

- 18 -

Überhöht ist zudem der für die Erstellung der Beschwerde (31 Stunden)
und der Replik (17.25 Stunden) geltend gemachte Aufwand. Der Beschwer-
deführer hatte sich mit Beschwerde zu einer knapp 10-seitigen Einstel-
lungsverfügung wegen fahrlässiger schwerer Körperverletzung zu äussern,
welche de facto 5 beschuldigte Personen betraf. Der Sachverhalt ist realis-
tischerweise als umfassend abgeklärt zu betrachten und stellt sich relativ
einfach dar. Der Umfang der Akten ist gut überschaubar. Die Schwierigkei-
ten des Falles liegen insbesondere in dessen rechtlichen Würdigung. Dabei
stellen sich aber keine Fragen, die bei Fahrlässigkeitsdelikten ausserge-
wöhnlich wären oder die vertiefte Abklärungen zu rechtfertigen vermöch-
ten. Letztlich geht es darum, mögliche Sorgfaltspflichtverletzungen der be-
schuldigten Personen und eine Kausalität dieser Sorgfaltspflichtverletzun-
gen zu den vom Beschwerdeführer erlittenen schweren Verletzungen auf-
zuzeigen. In einem Fall wie vorliegend muss dies einem erfahrenen
Rechtsanwalt, der zudem mit dem Fall bereits während der Untersuchung
betraut war, innert 2 Arbeitstagen bzw. rund 18 Stunden möglich sein. Der
für die Erstellung der Beschwerde geltend gemachte Aufwand ist dement-
sprechend um 13 Stunden zu kürzen.

Sinngemäss das Gleiche gilt für die Erstellung der Replik vom 16. Juli 2025,
mit welcher sich der Beschwerdeführer mit einer 4-seitigen Beschwerde-
antwort auseinanderzusetzen hatte und für welche 17.25 Stunden veran-
schlagt wurden. Einem erfahrenen Rechtsanwalt muss es innert eines
knappen Arbeitstages bzw. rund 8 Stunden möglich sein, eine solche Rep-
lik zu verfassen. Gemäss Kostennote wurde die Replik denn auch am
16. Juli 2025 innert 8 Stunden erstellt. Weshalb hierfür (am 14. Juli 2025)
ein vorgängigen Aktenstudium von 9.25 Stunden notwendig gewesen sein
soll, ist nicht ersichtlich. Der für die Erstellung der Replik geltend gemachte
Aufwand ist dementsprechend um 9.25 Stunden zu kürzen.

Der angemessene Zeitaufwand ist somit von 50.09 Stunden um
22.76 Stunden auf angemessene 27.33 Stunden zu kürzen.

Überhöht ist auch der geltend gemachte Stundenansatz von Fr. 300.00. In
Fällen von durchschnittlicher Schwierigkeit, wie vorliegend, gelangt der Re-
gelstundenansatz von Fr. 220.00 gemäss § 9 Abs. 3bis Satz 1 AnwT zur
Anwendung.

In zusätzlicher Berücksichtigung der Mehrwertsteuer von 8.1 % sowie der
geltend gemachten Auslagen von Fr. 59.50 sind dem unentgeltlichen
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers als Entschädigung somit
Fr. 6'563.95 (inklusive Mehrwertsteuer) zuzusprechen ((Fr. 220.00 x 27.33
+ Fr. 59.50) x 1.081).

- 19 -

Für diese Entschädigung ist der Beschwerdeführer gestützt auf
Art. 138 Abs. 1bis StPO nicht rückerstattungspflichtig.

Die Beschwerdekammer entscheidet:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestehend aus einer Gerichtsge-
bühr von Fr. 1'000.00 und den Auslagen von Fr. 64.00, zusammen
Fr. 1'064.00, werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3.
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird gutgeheissen. Die dem
Beschwerdeführer auferlegten Kosten des Beschwerdeverfahrens werden
ihm einstweilen unter dem Vorbehalt einer späteren Nachzahlung vorge-
merkt. Rechtsanwalt Philip Stolkin, […], wird zum unentgeltlichen Rechts-
beistand des Beschwerdeführers ernannt.

4.
Die Obergerichtskasse wird angewiesen, dem unentgeltlichen Rechtsver-
treter des Beschwerdeführers, Rechtsanwalt Philip Stolkin, […], als dem
Beschwerdeführer nicht für eine allfällige Rückforderung vorzumerkende
Entschädigung für dieses Beschwerdeverfahren Fr. 6'563.95 (inklusive
Auslagen und Mehrwertsteuer) auszurichten.

- 20 -

Zustellung an:
[…]

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Strafsachen (Art. 78 ff., Art. 90 ff. BGG)

Gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen, kann innert 30 Tagen, von der schrift-
lichen Eröffnung der vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Be-
schwerde an das Schweizerische Bundesgericht erhoben werden. Dieselbe Beschwerde
kann erhoben werden gegen selbständig eröffnete Vor- und Zwischenentscheide, wenn
diese einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken können oder wenn die Gutheis-
sung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und damit einen bedeuten-
den Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen würde
(Art. 44 Abs. 1, Art. 78, Art. 90, Art. 93, Art. 100 Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1 BGG).

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen Bundes-
gericht einzureichen (Art. 42, Art. 100 Abs. 1 BGG).

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren
Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte
elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen,
inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Die Urkunden, auf
die sich eine Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen
hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). Für die Beschwerde-
legitimation ist Art. 81 BGG massgebend.

Aarau, 4. November 2025

Obergericht des Kantons Aargau
Beschwerdekammer in Strafsachen
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Richli Burkhard

	4.2.3.
	5.10.