# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2c828df5-fb45-5fbb-b8cd-e4b5a8f1cf82
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-04-11
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 11.04.2025 D-1355/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-1355-2025_2025-04-11.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-1355/2025 

law/gnb 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  11 .  A p r i l  2 0 2 5  

Besetzung 
 Richter Walter Lang (Vorsitz), 

Richterin Giulia Marelli, 

Richter Thomas Segessenmann, 

Gerichtsschreiberin Barbara Gysel Nüesch. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Burundi, 

vertreten durch MLaw Laura Rudolph, HEKS (…) –  

Rechtsberatungsstelle für Asylsuchende (…), 

(…), 

Beschwerdeführer, 

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 27. Januar 2025 / N (…). 

 

 

 

D-1355/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Der Beschwerdeführer suchte am 1. Dezember 2022, fünf Tage nach 

seiner Schwester B._______ (geboren am […], N […]), in der Schweiz um 

Asyl nach. Am 12. Dezember 2022 fand die Personalienaufnahme (PA) 

statt. Tags darauf verfügte das SEM die vorzeitige Zuweisung in den Kan-

ton C._______. Nachdem der Beschwerdeführer die Mitarbeitenden des 

HEKS Rechtsschutz Bundesasylzentren (…) am 2. Februar 2024 mit sei-

ner Rechtsvertretung im Rahmen des Asylverfahrens mandatiert hatte, 

wurde er am 22. Februar 2024 zu seinen Asylgründen angehört. Das SEM 

teilte die Behandlung des Asylgesuchs gleichentags dem erweiterten Ver-

fahren zu und führte am 13. Dezember 2024 in Anwesenheit der neuen 

Rechtsvertretung, der HEKS (…) – Rechtsberatungsstelle für Asylsu-

chende (…), eine ergänzende Anhörung durch. 

A.b Der Beschwerdeführer machte zu seinem Lebenslauf geltend, er sei 

burundischer Staatsangehöriger der Ethnie Tutsi und stamme aus der 

Kommune D._______ in der Provinz E._______. Im Alter von fünf Jahren 

sei er nach F._______ gezogen und im Jahre 2013 nach E._______ zu-

rückgekehrt. Nach dem Abitur habe er ab 2019 bis zu seiner Ausreise wie-

der in F._______ gelebt, wo er an der Universität (…) studiert habe. Das 

Studium habe er jedoch nicht abgeschlossen. Daneben habe er für seinen 

Cousin gearbeitet. In E._______ habe er zudem seine Äcker von anderen 

bebauen lassen, was er teilweise beaufsichtigt habe. Sein Vater sei (…) 

und arbeite nun als (…) und (…). Seine Mutter sei als (…) tätig. 

Zur Begründung seines Asylgesuches führte er im Wesentlichen aus, eine 

gute Freundin seiner Mutter habe ihm von der Partei CNL (Congrès natio-

nal pour la liberté) erzählt und ihn zu einer Versammlung eingeladen. Im 

(…) 2021 sei er Mitglied der CNL geworden. Nach einer Bewährungszeit 

von sechs Monaten habe er am (…) 2022 seine Mitgliederkarte erhalten 

und die Funktion übernommen, Jugendliche über die Partei zu unterrichten 

und mit Jugendlichen in der Partei Informationen aus dem Internet zu be-

sprechen. Etwa vier Monate nach seinem Beitritt, (…) 2021, sei der (…) mit 

seinem (…) zu ihm nach Hause gekommen. Am (…) 2022 sei er abends in 

ein Geheimdienstauto gezerrt und in ein Haus gebracht worden. Ein Ge-

heimdienstangehöriger habe ihm gesagt, es wäre besser, wenn er die CNL 

verlassen und für die CNDD-FDD (Conseil national pour la défense de la 

démocratie – Forces pour la défense de la démocratie) arbeiten würde. 

Mithilfe eines mit seinem Onkel befreundeten Richters sei er nach zwei 

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Seite 3 

Tagen freigelassen worden. Wegen seiner CNL-Mitgliedschaft habe sein 

Vater Probleme mit seinen (…) bekommen. Zudem habe seine Schwester 

B._______ am (…) 2022 einen Vergewaltigungsversuch erlitten, weil man 

ihn (den Beschwerdeführer) nicht gefunden und weil sie an Parteiveran-

staltungen der CNL getanzt und Gäste bedient habe. Sie sei beim Wasser-

holen von einem Imbonerakure angegriffen worden. Die Vergewaltigung 

sei verhindert worden, weil Kinder um Hilfe geschrien hätten. Der Imboner-

akure sei zwar verhaftet, aber wieder freigelassen worden, weil die Behör-

den gesagt hätten, dass er betrunken gewesen sei. Am (…) 2022 habe er 

(der Beschwerdeführer) in E._______ seinen Reisepass abgeholt. Am 

Abend des (…) 2022 sei er von seiner Mutter zum Kiosk geschickt worden. 

Dort habe er seine Nachbarn, CNDD-FDD-Mitglieder, getroffen respektive 

den lmbonerakure gesehen, der versucht habe, seine Schwester zu verge-

waltigen. Am nächsten Morgen habe er erfahren, dass (…) gestohlen wor-

den seien und er des Diebstahls verdächtigt werde. Ein Imbonerakure habe 

ihn gesehen und dies gemeldet. Ein Polizist habe ihm respektive seiner 

Mutter respektive seinem Vater ein Foto eines Fahndungsbefehls vom (…) 

2022 geschickt beziehungsweise der Polizist habe seinen Vater angerufen 

und ihm gesagt, dass er (der Beschwerdeführer) gesucht werde. Er sei so-

fort nach F._______ zu seiner Schwester gegangen. Am (…) 2022 habe er 

Burundi zusammen mit seiner Schwester legal mit seinem eigenen Reise-

pass verlassen, wobei ein Onkel ihnen geholfen habe, den Flughafen zu 

passieren. Nach seiner Ausreise habe sein Vater weitere Probleme bekom-

men. Am (…) 2023 sei er für sechs Tage festgenommen worden und vom 

(…) 2024 bis (…) 2024 inhaftiert gewesen. Nun fühle er sich zu Hause nicht 

in Sicherheit, da der (…) und der (…) ihm etwas Schlimmes antun könnten. 

Sie würden (…) als Vorwand nehmen. Der Vater werde aber auch wegen 

der Ethnie und seiner (des Beschwerdeführers) Parteizugehörigkeit sowie 

weil pensionierte Leute für Unsicherheit sorgen würden verfolgt. Sein Vater 

dürfe das Land nicht verlassen und müsse alle zwei Wochen nach 

F._______ gehen, um sich dort zu melden. Ausserdem habe G._______ 

seine Schwester in der Schweiz angerufen und über ihren Vater gespro-

chen. Er nehme an, G._______ wolle Informationen von ihm und seiner 

Schwester. Bei einer Rückkehr befürchte er, dass der (…), der (…) und die 

Leute vom Geheimdienst respektive der (…) ihn mindestens inhaftieren 

oder sogar umbringen würden. 

A.c Der Beschwerdeführer reichte im Verlaufe des vorinstanzlichen Ver-

fahrens Kopien der folgenden Identitätsnachweise und Beweismittel zu 

den Akten: 

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Seite 4 

- Reisepass, ausgestellt am (…) 2022 (BM 001); 

- Personalausweis, ausgestellt am (…) 2018 (BM 002); 

- CNL-Mitgliederausweis, ausgestellt am (…) 2022 (BM 003); 

- CNL-Programmheft (BM 004); 

- Fahndungsbefehl vom (…) (Jahreszahl unleserlich; BM 005); 

- Vorladung für den Imbonerakure, der die Schwester des Beschwerdeführers angegrif-
fen habe, vom (…) 2022 (BM 006); 

- Amtliche Schreiben vom (…) 2020 und (…) 2022 (BM 007); 

- Liste der (…) (BM 008); 

- Fotos der Festnahme des Vaters des Beschwerdeführers (BM 009); 

- Beschluss zur vorläufigen Freilassung des Vaters des Beschwerdeführers vom (…) 
2024 (BM 010); 

- Unterlagen die Integrationsbemühungen des Beschwerdeführers in der Schweiz be-
treffend. 

B.  

Das SEM stellte mit Verfügung vom 27. Januar 2025 – eröffnet am 29. Ja-

nuar 2025 – fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft 

nicht (Dispositivziffer 1), lehnte sein Asylgesuch ab (Dispositivziffer 2), ver-

fügte die Wegweisung aus der Schweiz (Dispositivziffer 3), stellte fest, er 

sei verpflichtet, das Staatsgebiet der Schweiz sowie den Schengen-Raum 

bis am Tag nach Eintritt der Rechtskraft der Verfügung zu verlassen, dies 

zur Rückreise in seinen Heimatstaat beziehungsweise in seinen Herkunfts-

staat oder zur Weiterreise in ein Land, das sich ausserhalb des Schengen-

Raumes befinde und in dem er aufgenommen werde, verbunden mit dem 

Hinweis, dass die Wegweisung unter Zwang vollzogen werden könne, 

wenn er seiner Verpflichtung innert Frist nicht nachkomme (Dispositivzif-

fer 4), beauftragte den Kanton C._______ mit dem Vollzug der Wegwei-

sung (Dispositivziffer 5) und händigte dem Beschwerdeführer die editions-

pflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis aus (Dispositivziffer 6). 

C.  

Der Beschwerdeführer liess mit Eingabe seiner Rechtsvertreterin vom 

28. Februar 2025 (Abgabequittung IncaMail) gegen diesen Entscheid beim 

Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erheben. In dieser wurde bean-

tragt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und das SEM sei anzu-

weisen, die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers festzustellen 

und ihm Asyl zu gewähren (Rechtsbegehren 1), eventualiter sei wegen Un-

zulässigkeit beziehungsweise Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs 

die vorläufige Aufnahme anzuordnen (Rechtsbegehren 2), subeventualiter 

sei die Sache zur Neubeurteilung an das SEM zurückzuweisen (Rechtsbe-

gehren 3). In prozessualer Hinsicht wurde beantragt, es sei das 

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vorliegende Verfahren mit jenem der Schwester des Beschwerdeführers 

koordiniert zu behandeln (Rechtsbegehren 4). Sodann sei dem Beschwer-

deführer die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren, ihm die unentgeltli-

che Verbeiständung mit der Unterzeichnenden zu bewilligen sowie auf die 

Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten (Rechtsbegehren 5). 

Der Beschwerde lagen die angefochtene Verfügung (inkl. Kopie des Zu-

stellcouverts), eine Vollmacht und eine Fürsorgebestätigung vom 18. Feb-

ruar 2025 bei. 

D.  

Das Bundesverwaltungsgericht bestätigte mit Schreiben vom 3. März 2025 

den Eingang der Beschwerde. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurtei-

lung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig 

und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorlie-

gend – endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG). 

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht (Art. 108 Abs. 2 

AsylG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). Der 

Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 AsylG i.V.m. 

Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 

1.3 Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rü-

gen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des 

Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

2.  

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines 

Schriftenwechsels verzichtet. 

3.  

Das vorliegende Verfahren wird mit jenem der Schwester des 

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Beschwerdeführers (D-1357/2025) koordiniert geführt (vgl. Sachverhalt 

Bst. A.a und C). Deren Asylakten wurden von Amtes wegen beigezogen. 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine Person anerkannt, wenn sie in ihrem 

Heimatstaat oder im Land, wo sie zuletzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Re-

ligion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe 

oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausge-

setzt ist oder begründete Furcht hat, solchen Nachteilen ausgesetzt zu 

werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung von 

Leib, Leben oder Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen 

psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Glaubhaft gemacht ist die Flüchtlings-

eigenschaft, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit für gegeben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vor-

bringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich wi-

dersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf 

gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).  

4.3 Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaub-

haftmachen der Vorbringen gemäss Art. 7 AsylG in verschiedenen Ent-

scheiden dargelegt und präzisiert. Darauf kann hier verwiesen werden (vgl. 

BVGE 2015/3 E. 6.5.1; Urteil des BVGer D-5779/2013 vom 23. Februar 

2015 E. 5.6.1 [als Referenzurteil publiziert] m.w.H.). 

5.  

5.1 Das SEM führt in der angefochtenen Verfügung unter Angabe der je-

weiligen Fundstellen in den Anhörungsprotokollen weitestgehend zutref-

fend aus, weshalb die Aussagen des Beschwerdeführers widersprüchlich, 

unsubstantiiert beziehungsweise nicht nachvollziehbar seien und deshalb 

den Anforderungen an das Glaubhaftmachen gemäss Art. 7 AsylG nicht 

standhalten würden. Für die diesbezüglichen Einzelheiten ist zwecks Ver-

meidung von Wiederholungen auf die Erwägungen in der Verfügung vom 

27. Januar 2025 zu verweisen. In Ergänzung und Präzisierung ist folgen-

des festzuhalten: 

5.2 Die Glaubhaftigkeit einer Aussage kann nur bejaht werden, wenn sie 

notwendig sowohl eine logische Konsistenz als auch Detailreichtum 

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aufweist (vgl. BENDER/NACK/TREUER/SCHWARZ, Tatsachenfeststellung vor 

Gericht, 3. Aufl. 2007, Rn. 297 ff.). Sodann kann bei erlebnisgestützten 

Aussagen erwartet werden, dass sie in bestimmten Aspekten über längere 

Zeiträume konstant reproduziert werden können (vgl. LUDEWIG/TAVOR/BAU-

MER, Wie können aussagepsychologische Erkenntnisse Richtern, Staats-

anwälten und Anwälten helfen?, AJP 2011, 1429). Demnach ist auch unter 

Berücksichtigung der geltend gemachten Vergesslichkeit, der Schlafprob-

leme, der Zeitdauer von eineinhalb beziehungsweise etwas mehr als zwei 

Jahren zwischen der Flucht und den beiden Anhörungen sowie der nicht 

weiter substantiierten traumatischen Erlebnisse auf der Flucht davon aus-

zugehen, der Beschwerdeführer sei in der Lage, wichtige Ereignisse in Zu-

sammenhang mit seiner Flucht mehrmals übereinstimmend und substanti-

iert darzulegen. In der Beschwerde wird zu Recht darauf hingewiesen, 

dass die Schilderungen des Beschwerdeführers zahlreiche Realkennzei-

chen aufweisen (Nennung von Details, Benutzung der direkten Rede, 

sprunghafte Schilderungen). Gleichzeitig enthalten seine Aussagen – mit 

Verweis auf die nachfolgenden Erwägungen – substantielle Ungereimthei-

ten in Kernaspekten des Gesuchs, welche darauf schliessen lassen, dass 

Teile seiner Erzählungen auf Erlebtem beruhen mögen, sich die Verfol-

gungsgeschichte jedoch nicht so wie vorgetragen ereignet haben kann. 

Dass das SEM – wie in der Beschwerde geltend gemacht wird – zu hohe 

Anforderungen an das Glaubhaftmachen der Asylvorbringen gestellt hätte 

(vgl. Beschwerde Ziff. 48), trifft nicht zu. Es begründet in seiner Verfügung 

ausführlich, weshalb es die Asylgründe des Beschwerdeführers als un-

glaubhaft erachtet. Der Einwand, die Vorinstanz habe es unterlassen, zahl-

reiche Elemente, die für die Glaubhaftigkeit der Vorbringen des Beschwer-

deführers sprechen würden, in die Entscheidfindung einfliessen zu lassen 

(vgl. Beschwerde Ziff. 45), wodurch sie ihrer Untersuchungspflicht nicht 

nachgekommen sei, erweist sich demnach als unbegründet. Soweit in der 

Beschwerde die – nicht weiter konkretisierte – Befürchtung geäussert wird, 

es hätten sich mangels genügender Deutschkenntnisse des Beschwerde-

führers Übersetzungsfehler ins Protokoll der Erstanhörung eingeschlichen 

(vgl. Beschwerde Ziff. 49), ist darauf hinzuweisen, dass ihm das Protokoll 

rückübersetzt wurde, er dabei Ergänzungen anfügte und anschliessend 

unterschriftlich bestätigte, das Protokoll sei vollständig und korrekt (vgl. 

SEM-act. […]-20/17 S. 17). 

5.3 Was die Motivation des Beschwerdeführers, der CNL beizutreten, und 

seine geltend gemachte Parteitätigkeit anbelangt, erscheinen seine dies-

bezüglichen Aussagen übereinstimmend mit dem SEM als wenig differen-

ziert (vgl. SEM-act. […]-20/17 F69 ff. und 38/19 F28). Dass die befragende 

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Person aufgrund der wenig aussagekräftigen Antworten des Beschwerde-

führers mehrfach zum Thema der Motivation zum Parteibeitritt nachhakte, 

ist nicht zu beanstanden. Es lässt sich dem Anhörungsprotokoll denn auch 

nicht entnehmen, dass die Nachfragen zu einer Verunsicherung des Be-

schwerdeführers geführt hätten (vgl. SEM-act. […]-20/17 F69 ff.). Sodann 

wäre von einem Parteimitglied, das sich aktiv um die Anwerbung von Ju-

gendlichen bemüht und Diskussionsrunden mit jungen Parteimitgliedern 

geleitet haben will, zu erwarten, dass es ausführlich und detailliert über das 

Parteiprogramm und die Treffen mit anderen Jugendlichen berichten 

könnte. Seinen diesbezüglichen Ausführungen lässt sich jedoch keine über 

die Aneignung eines Grundwissens hinausgehende vertiefte Auseinander-

setzung mit dem Engagement und den Zielen der Partei entnehmen. Auch 

vermochte er seine Vorgehensweise hinsichtlich der Treffen mit den Ju-

gendlichen nicht anschaulich darzustellen (vgl. SEM-act. […]-20/17 F70, 

F82 ff.). Im Weiteren wäre übereinstimmend mit dem SEM zu erwarten, 

dass der Beschwerdeführer genauere Auskunft über die Gründe machen 

könnte, weshalb die Parteichefin der Kommune D._______, notabene eine 

enge Freundin der Mutter, zurückgetreten sei (vgl. SEM-act. […]-20/17 

F77, F91 ff.). Die eingereichten Beweismittel (Kopien des Mitgliederaus-

weises und des Parteiprogramms), welchen ohnehin nur ein geringer Be-

weiswert zukommt, sind nicht geeignet, den wenig überzeugenden Vorbrin-

gen ein grösseres Gewicht zu verleihen. 

5.4 Was die Entführung vom (…) 2022 anbelangt, fällt zunächst auf, dass 

der Beschwerdeführer anlässlich der ersten Anhörung ausführte: «[…] Sie 

sind vorbeigekommen und haben mich dann, als sie mich angetroffen ha-

ben, ins Auto gezerrt. […] Wir fuhren noch nicht mal 200 Meter weit, als ein 

Mann ins Auto einstieg. Es war derjenige, der anrief und ihnen sagte, dass 

ich da stehen würde und sie mich mitnehmen sollten. […]» (vgl. SEM-act. 

[…]-20/17 F64). In der ergänzenden Anhörung erwähnte der Beschwerde-

führer trotz der Aufforderung, genau zu beschreiben, wie er den Moment 

der Mitnahme und die Autofahrt erlebt habe, diesen Zwischenhalt nicht 

mehr. Es gelang ihm auch nicht, diesen Widerspruch mit der Begründung, 

er habe damals unter Schock gestanden, aufzulösen (vgl. SEM-act. […]-

38/19 F38 f., F83). Sodann weist das SEM zu Recht darauf hin, dass der 

Beschwerdeführer anlässlich der zweiten Anhörung ausführte, er sei zum 

Büro und Zuhause des (…) in H._______ gebracht worden (vgl. SEM-act. 

[…]-38/19 F37). Vor diesem Hintergrund erstaunt, dass er in der ersten An-

hörung zu diesem Thema zu Protokoll gab: «[…] Sie haben mich dort in ein 

Haus eingeschlossen. Ich weiss nicht, ob es in seinem Haus war oder 

nicht. […]» (vgl. SEM-act. […]-20/17 F64), zumal dieser Formulierung 

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entgegen der Ansicht in der Beschwerde (vgl. Beschwerde Ziff. 22) nicht 

zu entnehmen ist, dass sich dieses Nichtwissen auf den Zeitpunkt der Ent-

führung bezogen hätte. Ob sich die Aussage des Beschwerdeführers in der 

zweiten Anhörung, er habe nicht genau gewusst, wo er gewesen sei, er 

habe jedoch das Quartier gekannt (vgl. SEM-act. […]-38/19 F37), auf den 

Zeitpunkt der Entführung bezieht oder ebenfalls als Widerspruch zu quali-

fizieren ist, kann nach dem Gesagten offenbleiben. Gleichzeitig ist mit Ver-

weis auf die diesbezüglichen Vorbringen des Beschwerdeführers in Ein-

klang mit der Vorinstanz festzuhalten, dass möglich erscheint, dass er in 

einem anderen, von ihm nicht offenbarten Kontext eine Inhaftierung erlebt 

haben könnte (vgl. SEM-act. […]-38/19 F40, F42). 

5.5 Das SEM sieht einen weiteren Widerspruch im Zusammenhang mit der 

Frage, ob der Richter den (…) angerufen habe, um die Freilassung des 

Beschwerdeführers zu erwirken, oder ob umgekehrt der (…) den Richter 

kontaktiert habe. Diesbezüglich wird in der Beschwerde mit Verweis auf die 

Anhörungsprotokolle grundsätzlich nachvollziehbar erläutert (vgl. Be-

schwerde Ziff. 29), dass zuerst der Richter den (…) kontaktiert habe, die 

beiden sich am Montag in der Kneipe getroffen hätten und der (…) am Fol-

getag den Richter kontaktiert und mitgeteilt habe, er könne den Beschwer-

deführer abholen (vgl. SEM-act. […]-20/17 F64 und 38/19 F37). Gleichwohl 

weckt der Umstand, dass der Beschwerdeführer erst anlässlich der zwei-

ten Anhörung das Treffen des Richters mit dem (…) in der Kneipe – ein 

zentrales Sachverhaltselement – ins Feld führte, Zweifel an der Glaubhaf-

tigkeit dieses Vorbringens. 

5.6 Was die angebliche versuchte Gewinnung des Beschwerdeführers für 

ein Engagement zugunsten der CNDD-FDD anbelangt, erscheint das Vor-

bringen wenig plausibel, wonach die Angehörigen des Geheimdienstes 

den Beschwerdeführer – ohne vorgängigen freundlicheren Anwerbever-

such – entführt und bedroht und gleichzeitig unter Druck gesetzt hätten, für 

die Regierungspartei zu arbeiten. 

5.7 Der Beschwerdeführer bringt weiter vor, er sei des Diebstahls von (…) 

verdächtigt worden, weshalb am (…) 2022 ein Fahndungsbefehl ausge-

stellt worden sei. Diesbezüglich fällt zunächst auf, dass der Beschwerde-

führer aussagte, es habe sich nach der Entführung vom (…) 2022 vieles 

geändert. Er habe sich etwa bei Aufenthalten in E._______ immer ver-

steckt (vgl. SEM-act. […]-38/19 F44). Vor diesem Hintergrund erweckt be-

reits seine Aussage, er sei am Abend des (…) 2022 von seiner Mutter zum 

Kiosk geschickt worden, um Brot oder Kekse zu kaufen, erhebliche Zweifel, 

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zumal er davon ausgehen musste, beim Einkaufen gesehen zu werden 

(vgl. SEM-act. […]-38/19 F70). Im Weiteren weist das SEM zu Recht darauf 

hin, dass der Beschwerdeführer zu den Umständen, wie er von der Suche 

nach ihm erfahren habe, unterschiedliche Versionen zu Protokoll gab. In 

der Beschwerde wird dazu lediglich festgehalten, es sei korrekt, dass der 

Vater über den Fahndungsbefehl informiert worden sei, was der Beschwer-

deführer an beiden Anhörungen gesagt habe (vgl. Beschwerde Ziff. 34). 

Tatsächlich erwähnte der Beschwerdeführer anlässlich der ersten Anhö-

rung, dass ein Polizist seinen Vater telefonisch über die Suche des Sohnes 

informiert habe. Gleichzeitig erklärte er aber, seine Mutter habe das Foto 

des Fahndungsbefehls erhalten (vgl. SEM-act. […]-20/17 F63), wohinge-

gen er in der zweiten Anhörung (lediglich) den Vater als Empfänger des 

Fotos bezeichnete: «Nein, man hat meinem Vater diesen Fahndungsbefehl 

per WhatsApp geschickt. […]» (vgl. SEM-act. […]-38/19 F71, vgl. auch 

F34, F70). Der lediglich in Kopie vorliegende und schlecht leserliche Fahn-

dungsbefehl, dem nur ein geringer Beweiswert zukommt, ist für sich allein 

nicht geeignet, die Glaubhaftigkeit von als unglaubhaft befundenen Vor-

bringen zu belegen. 

5.8 Hinsichtlich des zeitlichen Beginns der Verfolgung des Vaters und der 

Schwester des Beschwerdeführers durch den Geheimdienst lassen sich 

den Befragungsprotokollen keine eindeutigen Aussagen entnehmen. Zum 

einen führte der Beschwerdeführer aus, die Briefe, um die (…), seien ge-

kommen, nachdem sie nach ihm (dem Beschwerdeführer) gesucht hätten 

(vgl. SEM-act. […]-20/17 F35), was auf einen Zeitpunkt nach dem Erlass 

des Fahndungsbefehls schliessen liesse. Etwas später sagte er jedoch 

aus: «[…] In der Zeit, wo ich nicht nach E._______ ging, haben sie meine 

jüngere Schwester und meinen Vater verfolgt. Und bei meinem Vater fingen 

die Probleme mit der (…) an, […]. Meine Schwester wollten sie vergewal-

tigen. Dies geschah, weil sie mich nicht gefunden haben.» (vgl. SEM-act. 

[…]-20/17 F64). Es ist somit zugunsten des Beschwerdeführers davon aus-

zugehen, dass seine zeitlichen Angaben zur Verfolgung seiner Schwester 

und seines Vaters grundsätzlich kohärent sind und nicht im Widerspruch 

stehen zum eingereichten Schreiben die (…) betreffend vom (…) 2022 und 

der Vorladung des wegen des Vergewaltigungsversuchs angezeigten Im-

bonerakure vom (…) 2022 (vgl. Sachverhalt Bst. A.c BM 006 und 007). 

Auch scheint hinsichtlich der Frage, wie der Beschwerdeführer in den Be-

sitz der erwähnten Vorladung gekommen sei, denkbar, die Schwester habe 

als Opfer der Straftat Einblick in die polizeilichen Akten erhalten. 

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Seite 11 

5.9 Hingegen ist mit Verweis auf die entsprechenden Erwägungen des 

SEM festzustellen, dass es dem Beschwerdeführer nicht gelingt, schlüssig 

darzulegen, inwiefern die Probleme seiner Familie beziehungsweise sei-

nes Vaters mit ihm zusammenhängen würden. Der Einwand in der Be-

schwerde, die Probleme des Vaters seien vielschichtig und teilweise unter 

falschen Vorwänden erfolgt (vgl. Beschwerde Ziff. 39), vermag nicht zu 

überzeugen. Vielmehr erwecken die Aussagen des Beschwerdeführers 

den Eindruck, er versuche, tatsächliche Schwierigkeiten des Vaters mit den 

burundischen Behörden und Privaten mit einer eigenen angeblichen Par-

teitätigkeit in Verbindung bringen. Die entsprechenden Ausführungen fallen 

jedoch allesamt unsubstantiiert aus und überzeugen nicht. So führte er die 

Probleme mit der (…) anlässlich der Erstanhörung im Wesentlichen auf ei-

nen früheren Konflikt mit dem heutigen (…) zurück (vgl. SEM-act. […]-

20/17 F28 ff.). Auf die Frage, inwiefern seine Parteitätigkeit mit dem 

(…)problem des Vaters zu tun habe, antwortete er pauschal: «Das ist, weil 

ich ein CNL-Mitglied war. So war dann dadurch mein Vater auch in Schwie-

rigkeiten». Auf weitere Nachfrage gab er an, die Briefe, um die (…), seien 

gekommen, nachdem sie nach ihm (dem Beschwerdeführer) gesucht hät-

ten. Vor seinem Parteibeitritt sei alles in Ordnung gewesen. Auf die An-

schlussfrage, ob sein Vater noch weitere Schwierigkeiten wegen seiner 

(des Beschwerdeführers) CNL-Mitgliedschaft gehabt habe, gab er zu Pro-

tokoll: «Normalerweise gab es keine anderen Probleme. Er bekam ein 

Problem, man hat ihn gerufen, er solle erklären, warum wir so schnell die 

Pässe erhalten haben. Ansonsten nicht» (vgl. SEM-act. […]-20/17 F34 ff.). 

Auch in der ergänzenden Anhörung vermochte der Beschwerdeführer nicht 

überzeugend einen Zusammenhang zwischen den Problemen seines Va-

ters mit der eigenen Parteizugehörigkeit darzutun. Seine diesbezüglichen 

Antworten fielen allesamt unsubstantiiert und wenig nachvollziehbar aus 

(vgl. SEM-act. […]-38/19 F56 ff.). Sodann verweist das SEM zu Recht und 

unter Angabe der korrekten Protokollstelle auf die Aussage des Beschwer-

deführers, wonach die Inhaftierung des Vater im Jahr 2024 in dessen Prob-

lemen mit dem (…) und dem (…) begründet sei: «[…] Sie nennen es, dass 

es (…) sind, obwohl der (…) und der (…) dahinterstecken. […]» (vgl. SEM-

act. […]-38/19 F22). Entgegen der in der Beschwerde vertretenen Ansicht 

spricht der Beschwerdeführer nicht lediglich davon, wer seinen Vater inhaf-

tiert habe (vgl. Beschwerde Ziff. 39). Auch lässt sich aus dem auf dem Frei-

lassungsbeschluss aufgeführten Anklagepunkt «rébellion» nicht ableiten, 

der Vater werde aufgrund oppositioneller Tätigkeiten seines Sohnes ver-

folgt. Auch hinsichtlich der Probleme der Schwester, welche wegen ihm 

verfolgt worden sei, äusserte er sich lediglich sehr vage (vgl. etwa SEM-

act. […]-20/17 F42, F64). 

D-1355/2025 

Seite 12 

5.10 Nach dem Gesagten kommt das Gericht zum Schluss, dass die Asyl-

vorbringen des Beschwerdeführers den Anforderungen an das Glaubhaft-

machen gemäss Art. 7 AsylG nicht standzuhalten vermögen. Demnach hat 

das SEM zu Recht die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers ver-

neint und sein Asylgesuch abgelehnt. Es erübrigt sich, auf die weiteren 

Ausführungen in der Beschwerde einzugehen, da sie an der Würdigung 

des vorliegenden Sachverhalts nichts zu ändern vermögen. 

6.  

6.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

6.2 Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder über eine auslän-

derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei-

lung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht 

angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

7.  

7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

7.2  

7.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

7.2.2 Der Beschwerdeführer erfüllt die Flüchtlingseigenschaft nicht. Das 

flüchtlingsrechtliche Rückschiebungsverbot von Art. 33 Abs. 1 des Abkom-

mens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, 

SR 0.142.30) und Art. 5 AsylG ist daher nicht anwendbar. Die Zulässigkeit 

des Vollzugs beurteilt sich vielmehr nach den allgemeinen verfassungs- 

D-1355/2025 

Seite 13 

und völkerrechtlichen Bestimmungen (Art. 25 Abs. 3 BV; Art. 3 des Über-

einkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, 

unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe [FoK, 

SR 0.105]; Art. 3 EMRK).  

7.2.3 Aus den Aussagen des Beschwerdeführers und den Akten ergeben 

sich keine Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Ausschaffung in 

den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 

EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt 

wäre. Gemäss der Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschen-

rechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses müsste der 

Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr («real risk») nachweisen oder 

glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder un-

menschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR Saadi ge-

gen Italien vom 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, §§ 124–127 

m.w.H.). Nach den vorstehenden Ausführungen gelingt ihm das nicht. Auch 

die allgemeine Menschenrechtssituation in Burundi lässt den Wegwei-

sungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen. 

7.2.4 Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im 

Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 

7.3  

7.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

7.3.2 In Burundi herrscht zurzeit weder Krieg oder Bürgerkrieg noch eine 

Situation allgemeiner Gewalt. Das Bundesverwaltungsgericht geht denn in 

seiner Praxis auch nicht von einer generellen Unzumutbarkeit des Weg-

weisungsvollzugs nach Burundi aus, auch wenn die allgemeine Lage in 

einigen Provinzen insbesondere in sicherheitspolitischer und wirtschaftli-

cher Hinsicht heikel ist (vgl. dazu das Urteil des BVGer E-1766/2023 vom 

24. Mai 2023 E. 7.4.2 m.w.H.). 

7.3.3 In individueller Hinsicht weist das SEM zu Recht darauf hin, dass der 

Beschwerdeführer jung sei, über Schulbildung verfüge und bereits vor sei-

ner Ausreise gearbeitet habe. Es sei davon auszugehen, dass er sein 

D-1355/2025 

Seite 14 

Studium fortsetzen oder sich eine Arbeitsstelle suchen könne. Zudem 

könnten ihn seine Eltern und Verwandten bei der Reintegration unterstüt-

zen. Auch würden keine medizinischen Akten vorliegen, die eine Wegwei-

sung aus gesundheitlichen Gründen als unzumutbar erscheinen lassen 

würden. Der in der Beschwerde vorgebrachte Einwand, der Vater des Be-

schwerdeführers sei seit der Flucht seines Sohnes erneut inhaftiert gewe-

sen und die restliche Familie fürchte sich ständig vor weiteren Repressa-

lien, weshalb ein stabiles Beziehungsnetz zu verneinen sei (vgl. Be-

schwerde Ziff. 62), vermag nicht zu überzeugen. Die Fluchtgründe des Be-

schwerdeführers haben sich als unglaubhaft erwiesen und es ist nicht er-

sichtlich, weshalb ihm eine Rückkehr in sein Heimatdorf oder nach 

F._______, wo er zu Studienzwecken bei seiner Schwester lebte, nicht 

möglich sein soll. Insgesamt sind den Akten keine Gründe zu entnehmen, 

weshalb der Beschwerdeführer aufgrund von individuellen Umständen so-

zialer, wirtschaftlicher oder gesundheitlicher Art in eine existenzielle Not-

lage geraten sollte. Auch die geltend gemachte gute Integration in der 

Schweiz führt nicht zur Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs. 

7.3.4 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch 

nicht als unzumutbar. 

7.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 

2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu 

bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

7.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

8.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung im 

Lichte von Art. 106 Abs. 1 AsylG und Art. 49 VwVG nicht zu beanstanden 

ist. Für eine Rückweisung der Sache an die Vorinstanz besteht kein Anlass. 

Die Beschwerde ist demnach abzuweisen. 

9.  

9.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten grundsätzlich 

dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Nachdem in 

der Beschwerde um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im 

D-1355/2025 

Seite 15 

Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG ersucht wurde, aufgrund der eingereichten 

Fürsorgebestätigung von der prozessualen Bedürftigkeit des Beschwerde-

führers auszugehen ist und sich die Beschwerde retrospektiv bezogen auf 

den Zeitpunkt ihrer Einreichung nicht als aussichtslos erweist, ist das ent-

sprechende Gesuch gutzuheissen und auf die Erhebung von Verfahrens-

kosten zu verzichten. 

9.2 Ebenso ist das Gesuch um amtliche Verbeiständung gutzuheissen und 

dem Beschwerdeführer MLaw Laura Rudolph als amtliche Rechtsbeistän-

din beizuordnen (Art. 102m Abs. 1 und 3 AsylG). Ihr ist ein amtliches Ho-

norar für ihre notwendigen Aufwendungen im Beschwerdeverfahren aus-

zurichten. Die Festsetzung des amtlichen Honorars erfolgt in Anwendung 

der Art. 8–11 sowie Art. 12 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die 

Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, 

SR 173.320.2), wobei das Bundesverwaltungsgericht bei amtlicher Vertre-

tung in der Regel von einem Stundenansatz von Fr. 100.− bis Fr. 150.− für 

nicht-anwaltliche Vertreterinnen und Vertreter ausgeht (Art. 12 i.V.m. 

Art. 10 Abs. 2 VGKE). Vorliegend wurde keine Kostennote eingereicht, 

weshalb das amtliche Honorar aufgrund der Akten zu bestimmen ist 

(Art. 14 Abs. 2 in fine VGKE). Gestützt auf die in Betracht zu ziehenden 

Bemessungsfaktoren (Art. 9–13 VGKE) ist der Rechtsvertreterin vom Bun-

desverwaltungsgericht ein amtliches Honorar von insgesamt Fr. 1'800.– 

zuzusprechen.  

9.3 Mit vorliegendem Urteil wird das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung 

eines Kostenvorschusses gegenstandslos. 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-1355/2025 

Seite 16 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen.  

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird gut-

geheissen.  

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.  

4.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung 

wird gutgeheissen. MLaw Laura Rudolph wird als amtliche Rechtsvertrete-

rin beigeordnet.  

5.  

MLaw Laura Rudolph wird zu Lasten des Bundesverwaltungsgerichts ein 

amtliches Honorar in der Höhe von Fr. 1'800.– ausgerichtet. 

6.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

Walter Lang Barbara Gysel Nüesch 

 

 

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