# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a451ca49-af55-5a21-be1c-a8649213c154
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-10-04
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 1. Kammer 04.10.2017 U 2016 23
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_001_U-2016-23_2017-10-04.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

U 16 23

1. Kammer 

Vorsitz Audétat
RichterIn Racioppi, Moser

Aktuar Gross

URTEIL

vom 4. Oktober 2017

in der Streitsache

A._____,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Marco Bundi,

Beschwerdeführerin

gegen 

Departement für Justiz, Sicherheit und Gesundheit Graubünden,

Beschwerdegegner

betreffend Strassenverkehr (Entzug Führerausweis)

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1. A._____ fuhr am 20. November 2014 mit ihrem PW mit der Beifahrerin 

B._____ auf der Südspur der A13. Um ca. 08:48 Uhr fuhr sie in den Isla 

Bella Tunnel ein, worauf die Frontscheibe beschlug. Als A._____ versuch-

te, mit der linken Hand die Scheibe wieder frei zu machen, geriet sie zu 

weit nach links, überfuhr die doppelte Sicherheitslinie und kollidierte rund 

265 m nach der Einfahrt in den Tunnel auf der Gegenfahrbahn seitlich-

frontal mit dem von C._____ gelenkten PW. Durch die Wucht des Auf-

pralls wurde der PW von C._____ das linke Hinterrad abgerissen und das 

Fahrzeug um die eigene Achse gedreht, worauf es auf der in Richtung 

Thusis führenden Fahrspur zum Stillstand gelangte. Das Fahrzeug von 

A._____ kam nach einer Kollision mit dem linksseitigen Randstein dort 

zum Stillstand. C._____ zog sich bei der Kollision leichte Verletzungen zu, 

verzichtete jedoch darauf, einen Strafantrag zu stellen. A._____ und ihre 

Beifahrerin blieben unverletzt. An den Fahrzeugen entstand ein Schaden 

von rund Fr. 20'000.--.

2. Mit Strafbefehl vom 22. Juni 2015 wurde A._____ wegen Verletzung von 

Verkehrsregeln gemäss Art. 31 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 90 Abs. 1 SVG 

schuldig gesprochen und zu einer Busse von Fr. 200.-- und der Über-

nahme der Verfahrenskosten verurteilt. Damit ersetzte die Staatsanwalt-

schaft ihren früheren Strafbefehl vom 4. Februar 2015, in dem die Busse 

noch Fr. 350.-- betrug. Der neue Strafbefehl erwuchs in der Folge unan-

gefochten in Rechtskraft.

3. Am 24. September 2015 taxierte das Strassenverkehrsamt des Kantons 

Graubünden (StVA GR) die Unfallverursachung von A._____ als eine mit-

telschwere Verkehrsregelverletzung i.S.v. Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG und 

verfügte einen Führerausweisentzug von einem Monat. 

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4. Die dagegen erhobene Verwaltungsbeschwerde wies das Departement 

für Justiz, Sicherheit und Gesundheit (DJSG) mit Entscheid vom 11. Fe-

bruar, mitgeteilt am 12. Februar 2016 ab. 

5. A._____ (Beschwerdeführerin) liess gegen die DJSG-Verfügung am 29. 

Februar 2016 Verwaltungsgerichtsbeschwerde erheben und beantragte 

kostenfällig die Aufhebung des Departementsentscheides und ein Ver-

zicht auf den Entzug des Führerausweises und überhaupt von jeglicher 

Massnahme, eventualiter die Aussprechung einer Verwarnung und sub- 

eventualiter die Aufhebung und Rückweisung der Angelegenheit an das 

StVA GR zur Neubeurteilung. Weiter liess sie die Erteilung der aufschie-

benden Wirkung beantragen und das Ansetzen einer mündlichen Ver-

handlung. Ihre Anträge begründet sie im Wesentlichen damit, dass ihr 

kein Verschulden für das Verursachen des Unfalls zur Last gelegt werden 

könne, höchstens aber ein leichtes Verschulden. Es hätten mehrere un-

glückliche Umstände zusammenspielt, welche schliesslich zum Unfaller-

eignis geführt hätten, weshalb die Annahme eines mittelschweren Falles 

und gestützt darauf ein Führerausweisentzug nicht gerechtfertigt seien. 

Ausserdem rügt die Beschwerdeführerin eine Verletzung des rechtlichen 

Gehörs durch die Vorinstanz, weil diese im angefochtenen Entscheid mit 

keinem Wort die Tatsache gewürdigt habe, dass der Tunnel Isla Bella 

mangelhaft sei. 

6. Am 9. März 2016 beantragte das DJSG (Beschwerdegegner) die Abwei-

sung der Beschwerde. Gegen die Gewährung der aufschiebenden Wir-

kung hatte es nichts einzuwenden. Dem Vorwurf der Verletzung des 

rechtlichen Gehörs begegnete der Beschwerdegegner mit der Argumen-

tation, dass es sich bei den angeblichen Mängeln des Tunnels um Sach-

verhaltselemente handle, welche Bestandteil des Strafverfahrens waren. 

Mit der Rechtskraft des Strafbefehls würden der Sachverhalt und der 

letztlich angewandte Straftatbestand grundsätzlich als anerkannt gelten. 

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Darauf könne im Administrativverfahren nur noch unter sehr restriktiven 

Bedingungen zurückgekommen werden. Im vorliegenden Fall habe gar 

keine Verkettung unglücklicher Umstände stattgefunden und die von der 

Beschwerdeführerin geschaffene Gefährdung werde heruntergespielt. Die 

Erfüllung des Tatbestandes der Nichtbeherrschung des Fahrzeuges und 

ein Verschulden der Beschwerdeführerin seien im Strafbefehl rechtskräf-

tig festgestellt. Das Administrativverfahren diene nicht dazu, das Ergebnis 

des Strafverfahrens neu zu verhandeln. Ausserdem habe die Beschwer-

deführerin um das Phänomen des plötzlichen Beschlagens der Wind-

schutzscheiben im Isla Bella Tunnel bei Vorliegen bestimmter klimatischer 

Faktoren gewusst. Das entsprechende Warnlicht habe geblinkt und die 

Beschwerdeführerin habe eingestandenermassen nicht darauf geachtet. 

7. In ihren weiteren Rechtsschriften (mit Replik vom 4. April 2016 und Duplik 

vom 8. April 2016) vertiefen die Parteien ihre Argumentationen. 

8. Am 12. April 2016 reichte der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin 

seine Honorarnote ein, worin er einen Aufwand von 12.10 h à Fr. 240.-- 

detailliert ausweist. Unter Berücksichtigung einer Kleinspesenpauschale 

von 3 % und der MWST von 8 % ergibt die Honorarnote ein Total von

Fr. 3'230.40. 

9. Am 4. Oktober 2017 fand antragsgemäss eine mündliche Hauptverhand-

lung vor dem Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden statt, an wel-

chem von Seiten der Beschwerdeführerin ihr Ehemann sowie ihr Rechts-

vertreter RA Dr. iur. Marco Bundi anwesend war. Der Beschwerdegegner 

verzichtete auf einen Parteivortritt. Die erneut vor Schranken gestellten 

Beweisanträge des genannten Rechtsvertreters betreffend Anhörung des 

Ehemannes der Beschwerdeführerin als Sachverständigen bzw. als Zeu-

gen sowie die Vorladung und Einvernahme zweier weiterer Zeugen wies 

das Gericht ab, weil dem Ehemann die Sachverständigenqualität der Un-

abhängigkeit fehle und alle drei bezeichneten Zeugen keine Angaben aus 

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eigener Wahrnehmung am Unfallort hätten machen können. Das vom 

Rechtsanwalt zusätzlich ins Recht gelegte Foto der Verkehrsbeschilde-

rung bei der lokal massgebenden Tunneleinfahrt wurde vom Gericht zur 

Kenntnis genommen und dem Ereignisprotokoll der Hauptverhandlung 

beigeheftet, wobei allerdings festgestellt wurde, dass sich eine beinahe 

identische Bildaufnahme bereits bei den Akten befindet (vgl. Beilage Nr. 

act. II/17 – Foto Tunneleingang "Signalisation Nordportal"). Das Beweis-

verfahren wurde darauf für beendet erklärt und der Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin zum Plädoyer für seine Mandantin aufgefordert. Das 

schriftliche Plädoyer (S. 1-12) des Anwalts wurde dem Gericht sodann 

vorgängig übergeben und die Verteidigungsrede mündlich gehalten. Auch 

das Plädoyer selbst wurde dem Protokoll der Hauptverhandlung angefügt.

Auf die weiteren Vorbringen und Argumente der Parteien wird, soweit 

erforderlich, im Rahmen der Erwägungen eingegangen. 

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt ist vorliegend der Entscheid vom 11./12. Februar 2016, 

worin der Beschwerdegegner die Verwaltungsbeschwerde der Beschwer-

deführerin gegen die Administrativmassnahme betreffend Führerausweis-

entzug für einen Monat wegen mittelschwerer Verkehrsregelverletzung im 

Sinne von Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG ablehnte und damit diesen Warnent-

zug bestätigte. Damit konnte sich die Beschwerdeführerin nicht einver-

standen erklären, weshalb sie dagegen am 29. Februar 2016 Beschwerde 

beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden erhob und dabei die 

Aufhebung des angefochtenen Entscheids und den Verzicht auf jegliche 

Administrativmassnahme beantragte. Allenfalls sei nur eine Verwarnung 

auszusprechen und/oder die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz 

zurückzuweisen. Beschwerdethema bildet die Frage, ob die angeordnete 

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Administrativmassnahme rechtens und verhältnismässig ist oder andern-

falls die strassenverkehrsrechtliche Sanktionierung der Beschwerdeführe-

rin zu Unrecht erfolgte und daher gänzlich auf den strittigen Warnentzug 

zu verzichtet ist bzw. noch eine mildere Massnahme zu prüfen wäre.

2. Nach Art. 50 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 

370.100) ist zur Beschwerde legitimiert, wer durch den angefochtenen 

Entscheid berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an seiner Aufhe-

bung oder Änderung hat […]. Im konkreten Fall ist unbestritten, dass die 

Beschwerdeführerin sowohl durch den bereits rechtskräftigen Strafbefehl 

vom 22. Juni 2015 (Verkehrsregelverletzung schuldig gesprochen und mit 

Busse von Fr. 200.-- bestraft worden) als auch die vorliegend einzig zur 

Diskussion stehende Administrativmassnahme (Entzug Führerausweis für 

einen Monat) vom 24. September 2015 in ihren Rechten bzw. ihrer auto-

mobilistischen Bewegungsfreiheit – wenn auch zeitlich genau befristet – 

eingeschränkt wird und dadurch einen persönlichen Nachteil erleidet, der 

die Überprüfung der strittigen Sanktionsmassnahme und damit auch die 

allfällige Aufhebung oder Abänderung dieses Entscheids zu rechtfertigen 

vermag. Die Beschwerdeführerin hat somit durchaus ein schutzwürdiges 

Interesse, die angefochtene Administrativmassnahme auf ihre Rechtmäs-

sigkeit und Verhältnismässigkeit überprüfen zu lassen. Die Beschwerde 

ist zudem frist- und formgerecht beim dafür sachlich zuständigen Verwal-

tungsgericht eingereicht worden, weshalb darauf einzutreten ist (s. Art. 32 

Abs. 1, Art. 49 Abs. 1 lit. b, Art. 51 Abs. 1 lit. a  sowie Art. 52 Abs. 1 VRG).

3. a) Zum Einwand der Verletzung des rechtlichen Gehörs im Sinne von Art. 29 

Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft 

(BV; SR 101; HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 

7. Aufl., Zürich/St. Gallen 2016, Anspruch auf rechtliches Gehör, Rz 1001 

ff.) brachte die Beschwerdeführerin vor, dass der massgebliche Sachver-

halt nur unvollständig festgestellt bzw. auf ihre Argumentation bezüglich 

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der lebensgefährlichen Tunnelmängel gar nicht eingegangen worden sei. 

Dem hält der Beschwerdegegner entgegen, dass hier Sachverhaltsele-

mente geltend gemacht würden, die bereits Bestandteil des rechtskräftig 

abgeschlossenen Strafverfahrens gewesen seien. Indem der Strafbefehl 

vom 22. Juni 2015 in Rechtskraft erwachsen sei, habe die Beschwerde-

führerin den ihr vorgeworfenen Tatbestand akzeptiert, welcher sich wie-

derum auf den Unfall und die Unfallursachen abstütze. Im nachgelagerten 

Administrativverfahren befasse man sich bloss noch mit der Auswirkung 

des Ergebnisses des Strafverfahrens auf das Administrativverfahren. 

Neue Sachverhaltsabklärungen seien nur noch in Ausnahmefällen ange-

zeigt, etwa wenn ein relevanter Umstand vom Strafrichter übersehen 

worden sei. Dies sei vorliegend aber nicht der Fall, hätte doch gerade die 

Gefahr des Scheibenbeschlagens im betreffenden Tunnel zu einer milden 

Strafe bzw. zur Reduktion der Busse auf Fr. 200.-- beigetragen.

b) Das streitberufene Gericht hält fest, falls ein rechtskräftiges Strafurteil vor-

liegt, so ist die Verwaltungsbehörde grundsätzlich daran gebunden. Ein 

Abweichen in tatsächlicher Hinsicht lässt sich gemäss bundesgerichtlicher 

Rechtsprechung nur ausnahmsweise dann rechtfertigen, wenn die Admi-

nistrativbehörde Tatsachen feststellt, die dem Strafrichter unbekannt wa-

ren oder die er nicht beachtet hat, wenn die Verwaltung zusätzliche Be-

weise erhebt, deren Würdigung zu einem abweichenden Ergebnis führt, 

wenn die Beweiswürdigung durch den Strafrichter feststehenden Tatsa-

chen klar widerspricht, oder wenn der Strafrichter nicht alle Rechtsfragen 

abgeklärt hat, insbesondere wenn er die Verletzung bestimmter Verkehrs-

regeln übersehen hat (BGE 124 II 103 E.1c, 119 Ib 158 E.3). Dieser 

Grundsatz, wonach die Verwaltungsbehörden an den im Strafverfahren 

festgestellten Sachverhalt gebunden sind und mithin den Ausgang des 

Strafverfahrens abzuwarten haben, gilt auch dann, wenn das Strafurteil 

lediglich in einem Strafmandats- oder Strafbefehlsverfahren (ohne münd-

liche und öffentliche Gerichtsverhandlung) mit bloss summarischer Prü-

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fung ergangen ist. Die betroffene Person kann sich also nicht erst im Ad-

ministrativverfahren zur Wehr setzen, sondern sie muss dies bereits im 

Strafverfahren tun (BGE 123 II 97 E.3c/aa, 121 II 214 E.3a). Auch wenn 

die vom Strafrichter festgestellten Tatsachen nach der Praxis für die 

Behörden und die Richter bei der verwaltungsrechtlichen Beurteilung des 

Falles 'in der Regel' verbindlich sind, so gilt dies nicht für die Würdigung 

des Verschuldens und der Gefährdung (WEISSENBERGER, Kommentar zum 

SVG und zur OBV, 2. Aufl., Zürich/St. Gallen 2015, Art. 90 SVG Rz 30 mit 

Hinweis auf die Urteile des Bundesgerichts 1C_71/2008 vom 31. März 

2008 E.2.1 [betreffend Verschulden] und 1C_585/2008 vom 14. Mai 2009 

E.3.1 [betreffend Gefährdung]). 

Im konkreten Fall hat die Strafverfolgungsbehörde die Problematik des 

Scheibenbeschlagens im besagten Strassentunnel ohne Zweifel gekannt 

und in ihren pönalen Entscheid (Strafbefehl) einfliessen lassen. Wenn der 

Beschwerdegegner und die Vorinstanz dieses Thema nicht nochmals auf-

gegriffen haben, so gibt es daran verfahrensrechtlich nichts auszusetzen. 

Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs liegt hier jedenfalls nicht vor.  

4. a) In materieller Hinsicht gilt es zunächst auf die massgebenden Vorschriften 

im Strassenverkehrsgesetz (SVG; SR 741.01) des Bundes hinzuweisen. 

Nach Art. 16 Abs. 1 SVG sind (Führer-) Ausweise und (Fahr-) Bewilligun-

gen zu entziehen, wenn festgestellt wird, dass die gesetzlichen Voraus-

setzungen zur Erteilung nicht oder nicht mehr bestehen […]. Laut Art. 16a 

SVG ist nach einer leichten Zuwiderhandlung gegen das SVG eine Ver-

warnung oder ein Führerausweisentzug anzuordnen. Gemäss Art. 16a 

Abs. 1 SVG begeht eine leichte Widerhandlung, wer (lit. a) durch Verlet-

zung von Verkehrsregeln eine geringe Gefahr für die Sicherheit anderer 

hervorruft und ihn dabei nur ein leichtes Verschulden trifft. Laut Art. 16b 

SVG ist nach einer mittelschweren Zuwiderhandlung gegen das SVG 

[zwingend] ein Führerausweisentzug anzuordnen. Gemäss Art. 16b Abs. 

1 SVG begeht eine mittelschwere Widerhandlung, wer (lit. a) durch Ver-

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letzung von Verkehrsregeln eine Gefahr für die Sicherheit anderer hervor-

ruft oder in Kauf nimmt (WEISSENBERGER, a.a.O., Art. 16a-c SVG Rz 1 und 

3 S. 154 f.). Art. 16b Abs. 2 lit. a SVG schreibt sodann explizit vor, dass 

der Lernfahr- oder Führerausweis nach einer mittelschweren Zuwider-

handlung gegen das SVG mindestens für einen Monat entzogen werden 

muss (WEISSENBERGER, a.a.O., Art. 16b Abs. 2 lit. a SVG Rz 23 und 25 S. 

180; vgl. überdies PVG 2015 Nr. 4, 2012 Nr. 12 und 2011 Nr. 7). Im Lich-

te dieser Vorgaben ist der strittige Führerausweisentzug zu beurteilen. 

b) Die Beschwerdeführerin bringt zu ihrer Entlastung vor, dass sie mit der 

erlaubten Höchstgeschwindigkeit in den Tunnel eingefahren sei. Sie habe 

keine Verkehrsregeln verletzt und keine Gefahr für die Sicherheit anderer 

Verkehrsteilnehmer hervorgerufen oder in Kauf genommen. Das Phäno-

men des plötzlichen Scheibenbeschlagens sei ihr zwar bekannt gewesen, 

weil ihr Ehemann dies vor einigen Jahren selber erlebt habe, doch sei sie 

seither wiederholt folgenlos durch den Tunnel gefahren. Es liege an den 

Behörden, welche das Phänomen des plötzlichen Scheibenbeschlagens 

kennen, für mehr Sicherheit im Tunnel zu sorgen. Das Verschulden der 

Beschwerdeführerin müsse daher, wenn überhaupt, als gering eingestuft 

werden. Liege kein Verschulden vor, solle auf eine Administrativmass-

nahme gänzlich verzichtet werden. Die ihr vorgeworfene Verkehrsregel-

verletzung sei schliesslich auf das Zusammenspiel unglücklicher Umstän-

de im Sinne der Rechtsprechung des Bundesgerichts zurückzuführen. 

Dem hält der Beschwerdegegner entgegen, dass die Beschwerdeführerin 

die von ihr geschaffene Gefährdung verharmlose. Seitlich-frontale Kollisi-

onen in einem Tunnel mit Gegenverkehr mit 80 km/h seien zweifellos ge-

fährlich. Bereits die erhöhte abstrakte Gefährdung für nachfolgende Fahr-

zeuge aus beiden Richtungen wiege schwer; vorliegend sei es zudem mit 

der Kollision auch noch zur konkreten Gefährdung gekommen. Auch die 

Unfalldynamik, die Endlage der Fahrzeuge auf der jeweiligen Gegenfahr-

bahn und der hohe Sachschaden dienten als Hinweis auf das Ausmass 

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der Gefährdung. Die Erfüllung des Tatbestandes des Nichtbeherrschens 

des Fahrzeugs und ein Verschulden der Beschwerdeführerin seien schon 

im Strafverfahren rechtskräftig festgestellt worden, und zwar auch unter 

Berücksichtigung des plötzlichen Scheibenbeschlagens. Es könne letzt-

lich offen gelassen werden, ob die Beschwerdeführerin ein leichtes oder 

mittleres Verschulden treffe, da bei der geschaffenen, mindestens mittel-

schweren Gefährdung die Voraussetzungen gemäss Art. 16b SVG bereits 

erfüllt seien und daher der Ausweisentzug unumgänglich gewesen sei.

c) Nach herrschender Lehre und Rechtsprechung ist der Tatbestand einer 

mittelschweren Widerhandlung nach Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG als Auf-

fangtatbestand konzipiert. Er liegt dann vor, wenn nicht alle privilegieren-

den Elemente einer leichten Widerhandlung laut Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG 

und gleichzeitig nicht alle qualifizierenden Elemente einer schweren Wi-

derhandlung laut Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG erfüllt sind (WEISSENBERGER, 

a.a.O., Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG Rz 3 S. 173; BGE 135 II 138 E.2; Urteile 

des Bundesgerichts 6A.64/2006 vom 20. März 2007 E.2.3, 6A.16/2006 

vom 6. April 2006 E.2.1.1). Hier stellt sich somit die Frage, ob die Voraus-

setzungen des Auffangtatbestands als erfüllt betrachtet werden können.

d) Unbestritten hatte die Beschwerdeführerin am Morgen des 20. November 

2014 nach der in Frage stehenden Tunneleinfahrt mit der beschlagenen 

Frontscheibe ihres Fahrzeuges zu kämpfen, welche ihr die Sicht zur kon-

trollierten Weiterfahrt im Tunnel nahm. Laut Polizeirapport vom 15. De-

zember 2014 (beschwerdegegnerische Akten [Bg-act.] I/2 S. 4) kollidierte 

die Beschwerdeführerin seitlich-frontal mit einem korrekt entgegenkom-

menden Fahrzeug eines anderen Fahrzeuglenkers 265 m nach der Ein-

fahrt in den Tunnel beim Nordportal. Bei einer Wegstrecke von 265 m und 

einer konstanten Geschwindigkeit von 80 km/h ist die Fahrzeugkollision 

demnach 11.9 Sekunden nach der Tunneleinfahrt erfolgt, bei einer durch-

schnittlichen Geschwindigkeit von 70 km/h wären es 13.6 Sekunden und 

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bei im Durchschnitt 60 km/h wären es 15.9 Sekunden gewesen. Gemäss 

den Selbstangaben der Beschwerdeführerin im ersten Polizeirapport vom 

20. November 2014 (Bg-act. I/2 S. 1 – Frage 1) soll sich das Beschlagen 

der Frontscheibe kurz nach der Tunneleinfahrt – somit innert weniger Se-

kunden – ereignet haben. Angenommen es wären seit der Tunneleinfahrt 

also 4-5 Sekunden verstrichen, so wäre die Beschwerdeführerin 7-12 Se-

kunden ohne jegliche Sicht gefahren, wobei sie über die Doppelspur gera-

ten ist, was sie als 'Rattern' wahrgenommen hat, und wieso sie schliess-

lich in das korrekt entgegenkommende Fahrzeug geprallt ist. Sollte man 

beim Verschulden noch grosszügig sein, weil das Beschlagen der Front-

scheibe die Beschwerdeführerin offenbar überrascht hat, so würde dies 

immer noch nichts an der eindeutig geschaffenen Gefahrenlage für Dritte 

etwas ändern. Diesbezüglich kann nämlich mitnichten von einer 'geringen' 

Gefahr für die Sicherheit der andern dort zirkulierenden Verkehrsteilneh-

mer gesprochen werden. Wer ohne jede Sicht und ohne Bremsmanöver 

sekundenlang durch einen Nationalstrassentunnel (A 13 – Strassenroute 

San Bernardino) mit Gegenverkehr fährt, gefährdet ganz offensichtlich die 

übrigen Verkehrsteilnehmer in erheblichem Masse. Aus dem Begleitum-

stand, dass der korrekt entgegenkommende Fahrzeuglenker im konkreten 

Fall glücklicherweise nur leicht verletzt wurde, kann die Beschwerdeführe-

rin nichts zu ihren Gunsten ableiten. Es hätte geradesogut ein Motorrad 

oder ein kleineres Fahrzeug entgegenkommen können mit fatalen Folgen. 

Auch das weitere Unfallgeschehen war gänzlich unabsehbar und potenti-

ell erheblich gefährlich auch für nachfolgende Fahrzeuge in beiden Fahrt-

richtungen. Was die Beschwerdeführerin sowohl in ihren Rechtsschriften 

als auch in der mündlichen Hauptverhandlung im Plädoyer zur Verkettung 

unglücklicher Umstände ausführte, hilft ihr alsdann ebenfalls nicht weiter, 

beziehen sich doch die von ihr herangezogenen und zum Teil sogar wört-

lich zitierten Bundesgerichtsentscheide (so etwa im Plädoyer auf S. 9 oh-

ne genaue Quellenangabe [entspricht BGE 127 II 302 E. 3d in fine; Urteil 

somit bereits 2001 erschienen]) auf die Zeit vor 2005, also klarerweise vor 

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dem Inkrafttreten der letzten grösseren SVG-Revision, in der insbesonde-

re das Sanktionsregime für fehlbare Verkehrsteilnehmer verschärft wurde. 

Dass die ältere Rechtsprechung daher nicht mehr unbesehen auf die heu-

tige Rechts- und Gesetzeslage angewandt werden kann, stellte das Bun-

desgericht bereits in seinem amtlich/öffentlich publizierten Leitentscheid in 

BGE 135 II 138 E.2.2.3 klar. Unter Anwendung des neuen SVG-Rechts ist 

im Besonderen noch auf einen Entscheid der Verwaltungsrekurskommis-

sion des Kantons St. Gallen vom 30. August 2006 (vgl. GVP 2006 Nr. 30)  

hinzuweisen: Dort wurde das Lenken eines Motorfahrzeuges auf kurzer 

Strecke und bei langsamer Fahrt mit aussen vereisten und innen be-

schlagener Frontscheibe, die zu einer stark eingeschränkten Sicht führte, 

als mittelschwere Widerhandlung im Sinne von Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG 

taxiert. Im Übrigen ist die Einschätzung des Beschwerdegegners, welcher 

im Vorfall vom 20. November 2014 von Beginn weg keine Verkettung un-

glücklicher Umstände zu erkennen vermochte, sondern einzig und allein 

das Beschlagen der Frontscheibe und die unsachgemässe Reaktion der 

Beschwerdeführerin darauf als Unfallursache nannte, keinesfalls abwegig.

e) Beim soeben dargelegten Zwischenresultat kommt es auf das Mass des 

Verschuldens der Beschwerdeführerin nicht mehr an, weil eine der beiden 

kumulativen Voraussetzungen von Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG fehlt. Wenn 

die Beschwerdeführerin immer wieder behauptet, es liege von ihrer Seite 

gar keine Schuld am Verkehrsunfall vor, so verkennt sie die Rechtsnatur 

der strafrechtlichen Verurteilung vom 22. Juni 2015: Diese setzt nämlich 

immer ein Verschulden voraus, andernfalls zwingend ein Freispruch zu 

erfolgen hat. Im konkreten Fall ist die Strafbehörde von einem offenbar 

eher geringen Verschulden ausgegangen, was sich in der milden Sankti-

onsart bzw. der tiefen Busse von letztlich bloss noch Fr. 200.-- niederge-

schlagen hat (Bg-act. I/7 – Mit rechtskräftigem Strafbefehl).

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f) Ein Verschulden der Beschwerdeführerin erscheint dem Gericht allerdings 

auch ohne Berücksichtigung des fraglichen Strafbefehls gegeben zu sein: 

So hat die Beschwerdeführerin in der polizeilichen Einvernahme vom 20. 

November 2014 auf die Frage "War das Signal 'beschlagen der Scheiben' 

vor dem Tunnel eingeschaltet ?" geantwortet, sie wisse, dass da ein Si-

gnal stehe, habe aber heute nicht darauf geachtet ob es eingeschaltet 

war. Sie kenne das Problem in diesem Tunnel, dass sich die Scheiben 

beschlagen (s. Bg-act. I/2 S. 2 Frage 4). Am 15. Oktober 2015 schrieb der 

Ehemann der Beschwerdeführerin als deren Vertreter in seiner Verwal-

tungsbeschwerde (im Sachverhalt Ziff. 2, hiervor), dass vor der Einfahrt in 

den Tunnel ein oranges Licht geblinkt habe (Bg-act.II/1 S.1). Die Be-

schwerdeführerin hat demnach das Problem des plötzlichen Beschlagens 

der Frontscheibe im betreffenden Tunnel gekannt. Sie hat auch vor der 

Einfahrt in den Tunnel ein oranges Blicklicht wahrgenommen, dieses al-

lerdings nicht mit dem plötzlichen Beschlagen der Autoscheiben in Ver-

bindung gebracht. Wenn sie von diesem Phänomen dann trotzdem über-

rascht wurde und dazu noch unsachgemäss reagierte, schliesst dies das 

Vorliegen eines Verschuldens nicht aus, sondern hat bloss einen Einfluss 

auf die Schwere des Verschuldens. Selbst wenn das von ihr geführte Au-

to bei Vorliegen gewisser klimatischer Faktoren die Klimakompressoren 

deaktiviert, und dies zum Beschlagen der Frontscheibe innen führt, so lä-

ge somit immer noch ein Verschulden der Beschwerdeführerin vor. Für 

den Autounfall vom 20. November 2014 ist die Beschwerdeführerin des-

halb sowohl straf- als auch administrativrechtlich verantwortlich. Wenn sie 

dabei selbst zu Schaden kommt, steht ihr allenfalls der Weg über die 

Staatshaftung (betreffend Tunnelsicherheit) oder über die Mängelhaftung 

(betreffend Klimakompressoren) offen.

g) Nachdem für das Gericht hinreichend erstellt ist, dass die Beschwerde-

führerin eine mittelschwere Widerhandlung gegen die Strassenverkehrs-

vorschriften im Sinne von Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG begangen hat, ist fol-

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gerichtig nach Art. 16b Abs. 2 lit. a SVG ebenso klar, dass der Beschwer-

degegner einen Warnentzug des Führerausweises von mindestens einem 

Monat anzuordnen hatte. Sowohl am Bestand (Rechtmässigkeit) als auch 

an der Höhe (Verhältnismässigkeit) der vorliegend administrativ verhäng-

ten Sanktionsmassnahme (Entzug Führerausweis für Mindestdauer) gibt 

es somit inhaltlich nichts auszusetzen.

5. a) Der Vollständigkeit halber sei hier noch zu den anlässlich der mündlichen 

Hauptverhandlung vom 4. Oktober 2017 nochmals explizit wiederholten 

Beweisanträgen des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin (im Sach-

verhalt Ziff. 9, hiervor) was folgt festgehalten: Gemäss Art. 12 Abs. 1 VRG 

dienen der Behörde zur Erhebung des rechtserblichen Sachverhalts ne-

ben dem Wissen ihrer Mitglieder insbesondere (lit. d) die Befragung und 

Mitteilungen von Beteiligten [Zeugen] und Auskunftspersonen [Sachver-

ständige]. Mit Schreiben vom 29. September 2017 begründete der zu-

ständige Instruktionsrichter die Abweisung der drei gestellten Beweisan-

träge bereits kurz wie folgt: Das Beweisthema 'Tunnelbelüftung' ist mittels 

eingelegter Urkunden und Vorakten hinreichend dokumentiert; dass die 

Situation unbefriedigend ist, wird zudem seitens der Vorinstanz auch nicht 

grundsätzlich bestritten. Als Sachverständiger kommt die namentlich ge-

nannte Person im vorliegenden Verfahren – in analoger Anwendung von 

Art. 183 Abs. 2 ZPO – nicht in Frage, weil sie gleichzeitig der Ehemann 

der Beschwerdeführerin ist und so ein (zwingender) Ausstandsgrund be-

steht. Bei Bedarf würde das Gericht (selbstverständlich nach vorgängiger 

Anhörung der Parteien) selbst noch eine unabhängige Expertise einholen.

b) Anknüpfend an den bereits im Sachverhalt Ziff. 9, hiervor erwähnten Be-

schluss des Gerichts anlässlich der Hauptverhandlung ist noch ergänzend 

festzuhalten: Beim ersten Beweisantrag auf Anhörung des Zeugen 

Y.____  ging es darum, dass der Genannte als Experte bestätigen könne, 

dass bei gewissen Fahrzeugmodellen (so auch beim unfallverursachen-

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den Autotyp der Beschwerdeführerin) die Klimakompressoren so gesteu-

ert seien, dass sie bei Aussentemperaturen von weniger als 5° C sofort 

abstellen, weil sie sonst beschädigt würden, was wiederum bei hoher 

Feuchtigkeit im Tunnel zu einem sofortigen Beschlagen der Autoscheiben 

führen könne, auch von innen. Wie bereits in E.4.f) ausgeführt, spielt es 

für das Verschulden in straf- und administrativrechtlicher Hinsicht keine 

Rolle, wieso sich die Autoscheiben beschlagen haben und noch weniger, 

wie leistungsfähig oder –unfähig die Klimakompressoren des konkret 

verwendeten Fahrzeugmodells sind. 

c) Als weiterer Zeuge (oder sonst als Sachverständiger) sollte der Ehemann 

der Beschwerdeführerin als Experte für die Belüftung von Tunnels an-

gehört werden. Er könne dem Gericht die Mangelhaftigkeit des Tunnels, 

die auch aus verschiedenen eingereichten Protokollen hervorgehe, 

nochmals deutlich und vertieft darlegen. Auch auf diesen Beweismittelan-

trag durfte das Gericht verzichten, zumal einerseits das Problem tatsäch-

lich aus den Akten hinreichend bekannt ist, sowie andererseits der Grund 

bzw. die Ursache des plötzlichen Beschlagens der Autoscheiben ohnehin 

keine schuldausschliessende Wirkungen hat (so auch vorne E.4.f).

d) Ferner wurde noch ein namentlich genannter Staatsanwalt als Zeuge an-

geboten. Dieser könne konkret zum Verschulden der Beschwerdeführerin 

Stellung nehmen und Ausführungen dazu machen, ob es üblich sei, bei 

einer Verkehrsregelverletzung nach Art. 90 Abs. 1 SVG einen Strafbefehl 

in Wiedererwägung zu ziehen und einen neuen zu erlassen mit halbierter, 

auf das absolute Minimum reduzierter Busse von Fr. 200.--. Die Anhörung 

dieses offerierten Zeugen erübrigt sich schon deshalb, weil auch ein eher 

geringfügiges/kleines Verschulden bereits ein Verschulden darstellt. Die 

Ausführungen des betreffenden Staatsanwaltes würden für das Gericht 

deshalb im Voraus keine neuen, fallrelevanten Erkenntnisse bringen (sog. 

antizipierte Beweiswürdigung für Verzicht auf 'zusätzliche Anhörungen').  

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6. a) Der angefochtene Entscheid vom 11./12. Februar 2016 (= Entzug Führer-

ausweis für einen Monat) ist damit rechtens und verhältnismässig, was zu 

seiner Bestätigung und somit umgekehrt zur Abweisung der dagegen er-

hobenen Beschwerde vom 29. Februar 2016 führt.

b) Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten gestützt auf 

Art. 73 Abs. 1 VRG der Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Die Staatsge-

bühr wird dabei praxisgemäss auf Fr. 1'500.-- (bei Führerausweisentzug) 

zzgl. Fr. 500.-- für die durchgeführte Hauptverhandlung (Dreierbesetzung 

des Gerichts nach Art. 43 Abs. 1 VRG), gesamthaft also auf Fr. 2'000.-- 

festgesetzt. Eine aussergerichtliche Entschädigung steht dem Beschwer-

degegner nach Art. 78 Abs. 2 VRG nicht zu, da er lediglich in seinem amt-

lichen Wirkungskreis obsiegte.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 2'000.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 371.--

zusammen Fr. 2'371.--

gehen zulasten von A._____ und sind innert 30 Tagen seit Zustellung die-

ses Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, 

zu bezahlen.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]