# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 78d6bc4a-2a21-5c61-9ac1-980dd57c8f25
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-10-09
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Versicherungsgericht 09.10.2025 VBE.2025.101
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_007_VBE-2025-101_2025-10-09.pdf

## Full Text

Versicherungsgericht 

1. Kammer 

 

VBE.2025.101 / ss / GM  
Art. 133 

 

Urteil vom 9. Oktober 2025 
 

 

Besetzung  Oberrichter Kathriner, Präsident  

Oberrichterin Gössi  

Ersatzrichter Zürcher 

Gerichtsschreiber Siegenthaler  

 

 
   

Beschwerde-

führer  

 A._____,  

vertreten durch lic. iur. Evalotta Samuelsson, Rechtsanwältin, 

Bahnhofstrasse 12, 8001 Zürich  

  

 
   

Beschwerde-

gegnerin  

 SVA Aargau, IV-Stelle, Bahnhofplatz 3C, Postfach, 5001 Aarau  

  

 
   

Beigeladene   BVG-Sammelstiftung Swiss Life, General Guisan-Quai 40, 8022 Zürich  

 

  
 

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend IVG allgemein; berufliche Massnahmen 

(Verfügung vom 6. Februar 2025) 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Der 1966 geborene, zuletzt als Logistiker tätige Beschwerdeführer meldete 

sich am 14. April 2024 aufgrund von nach einem Arbeitsunfall im Mai 2023 

eingetretenen gesundheitlichen Beschwerden, insbesondere in den Füs-

sen und im Rücken, bei der Beschwerdegegnerin zum Bezug von Leistun-

gen (berufliche Integration / Rente) der Eidgenössischen Invalidenversi-

cherung (IV) an. Nach einem ersten Gespräch am 17. April 2024, in wel-

chem der Beschwerdeführer der Beschwerdegegnerin seinen Wunsch 

nach einer beruflichen Neuorientierung bzw. Umschulung mitteilte, tätigte 

die Beschwerdegegnerin Abklärungen in medizinischer und beruflicher 

Hinsicht, im Rahmen welcher sie unter anderem die Akten des zuständigen 

Unfallversicherers beizog. Nach Rücksprache mit ihrem Regionalen Ärztli-

chen Dienst (RAD) stellte die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer 

am 8. Oktober 2024 die Abweisung des Gesuchs um berufliche Massnah-

men in Aussicht. Nach dagegen gerichteten Einwänden durch den Be-

schwerdeführer, der Einholung weiterer medizinischer Unterlagen und er-

neuter Rücksprache mit dem RAD, entschied die Beschwerdegegnerin mit 

Verfügung vom 6. Februar 2025 im Sinne ihres Vorbescheids. 

 

2. 

2.1. 

Gegen diese Verfügung erhob der Beschwerdeführer am 3. März 2025 

fristgerecht Beschwerde und beantragte Folgendes: 

 

"1. «Die Verfügung vom 06.02.2025 sei aufzuheben und es sei dem Be-
schwerdeführer den [sic!] Anspruch auf eine Umschulung oder ander-
weitiger beruflicher Massnahmen zuzusprechen»; 

 
 2. «Eventualiter sei die Verfügung vom 06.02.2025 aufzuheben und die 

Sache zur Vornahme weiterer Abklärungen an die Beschwerdegegne-
rin zurückzuweisen, damit diese hernach erneut über die gesetzlichen 
Ansprüche des Beschwerdeführers entscheidet»;  

 
 3. «In prozessualer Hinsicht wird ein zweiter Schriftenwechsel beantragt»; 
 
Unter Kosten und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin." 

 

2.2. 

Mit Vernehmlassung vom 1. Mai 2025 beantragte die Beschwerdegegnerin 

die Abweisung der Beschwerde. 

 

2.3. 

Mit instruktionsrichterlicher Verfügung vom 14. Mai 2025 wurde die BVG-

Sammelstiftung Swiss Life, Zürich, als berufliche Vorsorgeeinrichtung des 

Beschwerdeführers im Verfahren beigeladen. Diese teilte mit Eingabe vom 

19. Mai 2025 ihren Verzicht auf eine Stellungnahme mit.  

 - 3 - 

 

 

2.4. 

Mit Eingabe vom 21. Mai 2025 reichte der Beschwerdeführer eine ergän-

zende Begründung seiner Beschwerde nach. 

 

2.5. 

Mit Eingabe vom 30. Juni 2025 reichte die Beschwerdegegnerin zusätzli-

che medizinische Unterlagen ein, ohne sich materiell zur Sache zu äus-

sern. 

 

2.6. 

Am 11. August 2025 reichte der Beschwerdeführer weitere medizinische 

Unterlagen ein und hielt an seinen Rechtsbegehren fest. 

 

 
   

Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin mit Verfügung vom 

6. Februar 2025 (Vernehmlassungsbeilage [VB] 49) zu Recht einen An-

spruch des Beschwerdeführers auf berufliche Massnahmen verneint hat.  

 

2. 

2.1. 

Invalide oder von einer Invalidität bedrohte versicherte Personen haben 

Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit diese notwendig und 

geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgaben-

bereich zu betätigen, wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern 

und die Voraussetzungen für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen 

erfüllt sind (Art. 8 Abs. 1 IVG). Die Eingliederungsmassnahmen bestehen 

unter anderem in Massnahmen beruflicher Art (Art. 8 Abs. 3 lit. b IVG), wel-

che in Form von Berufsberatung (Art. 15 IVG), erstmaliger beruflicher Aus-

bildung (Art. 16 IVG), Umschulung (Art. 17 IVG), Arbeitsvermittlung (Art. 18 

IVG), Arbeitsversuch (Art. 18a IVG), Personalverleih (Art. 18abis IVG), Ein-

arbeitungszuschuss (Art. 18b IVG), Entschädigung für Beitragserhöhungen 

(Art. 18c IVG) oder Kapitalhilfe (Art. 18d IVG) gewährt werden können. 

 

2.2.  

Versicherte Personen haben Anspruch auf Umschulung auf eine neue Er-

werbstätigkeit, wenn dies infolge Invalidität notwendig ist und dadurch die 

Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder verbessert werden kann 

(Art. 17 Abs. 1 IVG). Als Umschulung gelten nach Art. 6 Abs. 1 IVV Ausbil-

dungsmassnahmen, die Versicherte nach Abschluss einer erstmaligen be-

ruflichen Ausbildung oder nach Aufnahme einer Erwerbstätigkeit ohne vor-

gängige berufliche Ausbildung wegen ihrer Invalidität zur Erhaltung oder 

Verbesserung der Erwerbsfähigkeit benötigen. Erfasst sind somit sämtliche 

Vorkehrungen, die notwendig und geeignet sind, der vor Eintritt der 

 - 4 - 

 

 

Invalidität bereits erwerbstätig gewesenen versicherten Person eine ihrer 

früheren annähernd gleichwertige Erwerbsmöglichkeit zu vermitteln. Dabei 

bezieht sich der Begriff der "annähernden Gleichwertigkeit" nicht in erster  

Linie auf das Ausbildungsniveau als solches, sondern auf die nach erfolgter 

Eingliederung zu erwartende Verdienstmöglichkeit. In der Regel besteht 

nur ein Anspruch auf die dem jeweiligen Eingliederungszweck angemesse-

nen, notwendigen Massnahmen, nicht aber auf die nach den gegebenen 

Umständen bestmöglichen Vorkehren. Denn das Gesetz will die Eingliede-

rung lediglich soweit sicherstellen, als diese im Einzelfall notwendig, aber 

auch genügend ist (Urteile des Bundesgerichts 8C_792/2019 vom  

28. Februar 2020 E. 3.1 und 8C_808/2017 vom 11. Januar 2018 E. 3; siehe 

auch BGE 130 V 488 E. 4.2 S. 489 f.). 

 

Der Anspruch auf Umschulung setzt weiter voraus, dass die versicherte 

Person wegen der Art und Schwere ihres Gesundheitsschadens in den 

ohne zusätzliche berufliche Ausbildung noch zumutbaren Erwerbstätigkei-

ten eine bleibende oder längere Zeit dauernde Erwerbseinbusse von etwa 

20 %, gemessen an dem vor Eintritt des Gesundheitsschadens erzielten 

Verdienst, erleidet (BGE 124 V 108 E. 2b S. 110; Urteil des Bundesgerichts 

9C_15/2022 vom 19. Dezember 2022 E. 6 mit Hinweisen); dabei handelt 

es sich um einen Richtwert (BGE 130 V 488 E. 4.2 in fine S. 490). Das 

umschulungsspezifische Erfordernis einer etwa 20%igen Erwerbseinbusse 

ist nicht gegeben, wenn es – bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage – ein 

genügend breites Spektrum an Tätigkeiten gibt, die dem medizinischen An-

forderungs- und Belastungsprofil der versicherten Person entsprechen, von 

der Ausbildung und beruflichen Erfahrung her zumutbar sind und im Durch-

schnitt nicht schlechter entlöhnt werden als die zuletzt ausgeübte  

(Urteil des Bundesgerichts 9C_511/2015 vom 15. Oktober 2015 E. 3). 

 

3. 

Die Beschwerdegegnerin stützte sich in ihrer Verfügung vom 6. Februar 

2025 (VB 49) in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen auf die Beurteilun-

gen ihres RAD-Arztes Dr. med. B._____, Praktischer Arzt und Facharzt für 

Gynäkologie und Geburtshilfe, vom 13. August 2024 (VB 27) und 13. Ja-

nuar 2025 (VB 47). 

 

3.1. 

Nachdem Dr. med. B._____ in einer ersten Beurteilung am 15. Juli 2024 

festgehalten hatte, dass mit den bis dahin vorliegenden Akten kein Gesund-

heitsschaden mit Krankheitswert ausgewiesen sei, der eine dauerhafte Ein-

schränkung der Arbeitsfähigkeit oder einen Umschulungsanspruch be-

gründe, wobei allerdings noch der Bericht bezüglich des MRI der Halswir-

belsäule mit angeblichem Bandscheibenvorfall offen sei (VB 24), hielt er 

nach Eingang des entsprechenden Berichts der Röntgeninstitute C._____ 

vom 9. Juli 2024 (VB 26 S. 3) in seiner Beurteilung vom 13. August 2024 

fest, aufgrund der darin festgestellten breitbasigen Diskushernie im 

 - 5 - 

 

 

Segment HWK 6/7 mit prä- und neuroforaminaler Enge bds. mit Kontakt 

zur Nervenwurzel C7 bds. prä- und neuroforaminal, neuroforaminalen En-

gen mit Kontakt zu den Nervenwurzeln C5 bds. und C6 bds. und der Oste-

ochondrose im Segment HWK 6/7, geringer ausgeprägt in den Segmenten 

HWK 2/3 und 5/6, sei dem Beschwerdeführer die bisherige Tätigkeit als 

Logistiker mit Heben und Tragen sowie Überkopfarbeiten nicht mehr mög-

lich und zumutbar. Möglich und vollschichtig zumutbar sei ihm jedoch eine 

körperlich leichte, wechselnd belastende Tätigkeit mit Arbeiten unterhalb 

der Schulterhöhe, ohne Überkopfarbeiten, ohne Tragen und Heben über 

15 kg und ohne Arbeiten in Zwangshaltungen (insb. für die HWS; VB 27). 

 

3.2. 

In seiner Beurteilung vom 13. Januar 2025 hielt Dr. med. B._____ fest, den 

(neueren) Unterlagen sei zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer am 

1. November 2024 einen Herzinfarkt bei neu diagnostizierter koronarer  

1-Gefässerkrankung erlitten habe. Gemäss Bericht des Spitals D._____ 

vom 25. November "1014" (recte: 2024; VB 45 S. 5 ff.) habe sich der Be-

schwerdeführer im Verlauf stabil und beschwerdefrei gezeigt, mit normalen 

LV-EF ohne Regionalitäten. Die schrittweise Mobilisation sei problemlos 

eingeleitet worden. Am 6. November 2024 habe der Beschwerdeführer in 

gebessertem Zustand nach Hause entlassen werden können. 

 

Versicherungsmedizinisch sei mit den neu eingereichten Unterlagen eine 

vorübergehende Verschlechterung des Gesundheitszustands plausibel 

und ausgewiesen. Ab dem 1. November 2024 habe aufgrund des Herzin-

farkts zunächst eine vollständige Arbeitsunfähigkeit für alle Tätigkeiten be-

standen. Bei Tätigkeiten, die nur geringe bis mässige körperliche Anstren-

gung erforderten, sei eine Rückkehr zur Arbeit in der Regel innerhalb eines 

Monats möglich, wenn die Pumpfunktion des Herzens normal sei und es 

während des Krankenhausaufenthalts oder der Rehabilitation zu keinen 

Komplikationen gekommen sei. Diese Voraussetzungen seien beim Be-

schwerdeführer erfüllt, sodass davon ausgegangen werden könne, dass in 

einer körperlich leichten, angepassten (dem in der Beurteilung vom  

13. August 2024 aufgestellten Zumutbarkeitsprofil entsprechenden; 

vgl. E. 3.1. hiervor) Tätigkeit ab dem 1. Dezember 2023 wieder eine Ar-

beitsfähigkeit von 50 % und ab dem 1. Januar 2025 wieder eine volle Ar-

beitsfähigkeit bestehe (VB 47 S. 3 f.). 

 

4. 

4.1. 

Der Versicherungsträger und das Gericht haben die Beweise frei, das 

heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 

pflichtgemäss zu würdigen (vgl. Art. 61 lit. c in fine ATSG). Hinsichtlich des 

Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die strei-

tigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch 

die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten 

 - 6 - 

 

 

(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen 

Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchtet und ob die 

Schlussfolgerungen begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232; 125 

V 351 E. 3a S. 352). 

 

4.2. 

Auch wenn die Rechtsprechung den Berichten versicherungsinterner me-

dizinischer Fachpersonen stets Beweiswert zuerkannt hat, kommt ihnen 

praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft wie einem gerichtlichen oder ei-

nem im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger in Auftrag 

gegebenen Gutachten zu (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352 ff.; 122 V 157 E. 1c 

S. 160 ff.). Zwar lässt das Anstellungsverhältnis der versicherungsinternen 

Fachperson zum Versicherungsträger alleine nicht schon auf mangelnde 

Objektivität und Befangenheit schliessen (BGE 125 V 351 E. 3b/ee 

S. 353 ff.). Soll ein Versicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen 

Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge 

Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zu-

verlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Fest-

stellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 

V 465 E. 4.4 S. 469 f.; 122 V 157 E. 1d S. 162 f.). 

 

4.3. 

Voll beweistauglich kann auch eine reine Aktenbeurteilung sein, wenn es 

im Wesentlichen um die Beurteilung eines feststehenden medizinischen 

Sachverhalts geht und sich neue Untersuchungen erübrigen (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 9C_1063/2009 vom 22. Januar 2010 E. 4.2.1 mit Hinweis). 

Entscheidend ist insbesondere, ob genügend Unterlagen aufgrund anderer 

persönlicher Untersuchungen vorliegen, die ein vollständiges Bild über 

Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Status ergeben. Der medizinische 

Sachverständige muss sich insgesamt aufgrund der vorhandenen Unterla-

gen ein lückenloses Bild machen können (Urteile des Bundesge-

richts 8C_46/2019 vom 10. Mai 2019 E. 3.2.1; 8C_641/2011 vom  

22. Dezember 2011 E. 3.2.2 mit Hinweisen). 

 

5. 

5.1. 

Der Beschwerdeführer macht erhebliche Zweifel am von Dr. med. B._____ 

definierten Belastungsprofil (vgl. E. 3.1. hiervor) geltend. So seien ihm ge-

mäss Bericht der Praxis G._____ vom 29. Oktober 2024 nur noch vorwie-

gend sitzende Tätigkeiten zumutbar. Zudem seien seine urologischen Be-

schwerden und die Hypästhesie an den oberen Extremitäten unberücksich-

tigt geblieben (ergänzende Beschwerdebegründung, Ziff. 9). Überdies 

habe es die Beschwerdegegnerin unterlassen, den Anspruch des Be-

schwerdeführers auf Integrationsmassnahmen im Sinne von Art. 14a IVG 

zu prüfen (ergänzende Beschwerdebegründung, Ziff. 10).  

 

 - 7 - 

 

 

5.2. 

5.2.1. 

Der vom Beschwerdeführer erwähnte Bericht der Praxis G._____ vom 

29. Oktober 2024 findet sich nicht in den Akten. Aus der der Beschwerde-

gegnerin vorliegenden Verfügung des Amts für Wirtschaft und Arbeit, Amts-

stelle Arbeitslosenversicherung, vom 5. November 2024 (VB 43) geht der-

weil hervor, dass der Beschwerdeführer gemäss einem bei ihr am 29. Ok-

tober 2024 eingegangenen Bericht der Praxis G._____ für eine leichte, vor-

wiegend sitzende Tätigkeit ohne Zwangshaltung und Tragen von Lasten 

über 5 kg im Umfang von 20 % arbeitsfähig sei (VB 43 S. 2). Ob die Tatsa-

che, dass RAD-Arzt Dr. med. B._____ beim Beschwerdeführer eine wech-

selbelastende Tätigkeit für zumutbar hält (vgl. E. 3.1. hiervor), während der 

(in der Praxis G._____ tätige, vgl. dessen von der Beschwerdegegnerin 

nachgereichten Bericht vom 24. Mai 2025 i.V.m. VB 37 S. 4) Hausarzt des 

Beschwerdeführers diesem eine vorwiegend sitzende Tätigkeit empfiehlt, 

für dessen Anspruch auf berufliche Massnahmen massgebend ist, ist frag-

lich, kann aber vorliegend dahingestellt bleiben. Bedeutsam ist vielmehr die 

Tatsache, dass der Hausarzt des Beschwerdeführers in einer solchen lei-

densangepassten Tätigkeit von einer 20%igen bzw. im späteren Verlauf 

von einer 30%igen (VB 57 S. 6 und 3; 63 S. 19 f.; vgl. den am 30. Juni 2025 

nachgereichten Verlaufsbericht vom 24. Mai 2025) Arbeitsfähigkeit aus-

geht (vgl. auch die am 11. August 2025 nachgereichte Krankengeschichte 

des vorherigen Hausarztes Dr. med. E._____ vom 18. Dezember 2024, 

S. 2), während RAD-Arzt Dr. med. B._____ eine 100%ige Arbeitsfähigkeit 

des Beschwerdeführers erkennen will. Damit ergibt sich eine erhebliche 

Diskrepanz zwischen der medizinischen Beurteilung der Arbeitsfähigkeit 

des Hausarztes des Beschwerdeführers und jener des RAD, ohne dass 

letzterer – mangels Vorliegen des entsprechenden Berichts – die Begrün-

dung des Hausarztes für seine (deutlich abweichende) Arbeitsfähigkeitsbe-

urteilung kennt und dazu hätte Stellung nehmen können. Daraus ergeben 

sich zumindest geringe Zweifel an der Aktenbeurteilung von RAD-Arzt 

Dr. med. B._____ (vgl. E. 4.2. f. hiervor). Die Beschwerdegegnerin hätte 

ohne Vorliegen dieses in der – ihr bereits im Verfügungszeitpunkt vom 

6. Februar 2025 vorliegenden – Verfügung des Amts für Wirtschaft und Ar-

beit, Amtsstelle Arbeitslosenversicherung, vom 5. November 2024 (VB 43) 

erwähnten, anscheinend in erheblicher Diskrepanz zur RAD-Beurteilung 

stehenden hausärztlichen Berichts nicht ohne weiteres gestützt auf die 

RAD-Beurteilung entscheiden dürfen. Daran ändert der Versuch der Be-

schwerdegegnerin, diesen Bericht (bloss) einen Tag vor Verfügungserlass 

einzuholen (VB 48; dazu weitere Ausführungen nachfolgend in E. 5.2.3.) 

nichts, hat sie die Verfügung doch am 6. Februar 2025 erlassen, ohne den 

Eingang des Berichts abzuwarten. 

 

5.2.2. 

Zudem haben die Fachärzte der Neuro-Urologie der Klinik F._____ im mit 

Eingabe des Beschwerdeführers vom 11. August 2025 nachgereichten 

 - 8 - 

 

 

Bericht vom 13. Juni 2025 die bereits im Dezember 2024 (VB 54 S. 2 ff.; 

vgl. VB 63 S. 5 ff.) erstmals als Verdacht gestellte Diagnose einer neuro-

genen Störung der unteren Harntrakt-, Sexual- und Darmfunktion (vgl. 

VB 54 S. 2 ff.) bestätigt. Da die entsprechenden Befunde bereits im De-

zember 2024 und damit vor dem für die Sachverhaltsfeststellung massge-

blichen Zeitpunkt (vgl. BGE 144 V 210 E. 4.3.1 S. 213) des Erlasses der 

angefochtenen Verfügung am 6. Februar 2025 vorlagen (und danach ledig-

lich der entsprechenden Diagnose zugeordnet wurden), sind die entspre-

chenden neuro-urologischen Befunde im Rahmen der Beurteilung der funk-

tionellen Einschränkungen und der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdefüh-

rers mitzuberücksichtigen. 

 

5.2.3. 

Insgesamt fehlt es damit vorliegend an einer nachvollziehbaren und umfas-

senden (fach-)ärztlichen Beurteilung der vorhandenen gesundheitlichen 

Beeinträchtigungen und deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit des 

Beschwerdeführers in einer leidensangepassten Tätigkeit (vgl. BGE 140 

V 290). Der anspruchsrelevante medizinische Sachverhalt erweist sich da-

mit als unvollständig und im Lichte der Untersuchungsmaxime (vgl. Art. 43 

Abs. 1 ATSG; BGE 133 V 196 E. 1.4 S. 200) nicht rechtsgenüglich abge-

klärt. Die Sache ist dementsprechend zur weiteren Abklärung an die Be-

schwerdegegnerin zurückzuweisen (vgl. BGE 139 V 99 E. 1.1 S. 100; 

137 V 210 E. 4.4.1.4 S. 264 f.). Anschliessend hat diese neu über den An-

spruch des Beschwerdeführers auf berufliche Massnahmen (und allenfalls 

Integrationsmassnahmen im Sinne von Art. 14a IVG; vgl. ergänzende Be-

schwerdebegründung, Ziff. 10) zu entscheiden. 

 

Es ist an dieser Stelle zusätzlich auf die den Akten zu entnehmende, ge-

genwärtige psychiatrische Behandlung des Beschwerdeführers (VB 52; 55) 

und dessen vom Hausarzt im Verlaufsbericht vom 24. Mai 2025 erwähnte 

zunehmend entwickelte depressive Störung hinzuweisen, womit allenfalls 

auch diesbezüglich weitere Abklärungen zu tätigen sind und eine entspre-

chende versicherungsmedizinische Einschätzung vorzunehmen ist. 

 

5.2.4. 

In Bezug auf die Einforderung medizinischer Berichte ist der Vollständigkeit 

halber anzumerken, dass vor dem Hintergrund der ihr obliegenden Unter-

suchungspflicht (vgl. E. 5.2.1. hiervor) nicht nachvollziehbar erscheint, 

weshalb die Beschwerdegegnerin (ähnlich wie bereits bei Erlass des Vor-

bescheids am 8. Oktober 2024; vgl. VB 29, 30 und 31) nur einen Tag vor 

und gar am Tag des Erlasses der Verfügung vom 6. Februar 2025 (VB 49) 

weitere medizinische Berichte betreffend den Gesundheitszustand des Be-

schwerdeführers eingefordert hat (VB 48 bzw. 50 und 51), die Verfügung 

dann aber erliess, ohne den Eingang dieser eingeforderten Berichte abzu-

warten. Mit diesem Vorgehen hat die Beschwerdegegnerin ihre Untersu-

chungspflicht nicht rechtsgenüglich gewahrt. 

 - 9 - 

 

 

 

6. 

6.1. 

Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde in dem Sinne gutzuheissen, 

dass die angefochtene Verfügung vom 6. Februar 2025 aufzuheben und 

die Sache zur weiteren Abklärung und zur Neuverfügung an die Beschwer-

degegnerin zurückzuweisen ist.  

 

6.2. 

Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Kosten 

werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im 

Rahmen von Fr. 200.00 bis Fr. 1'000.00 festgesetzt. Für das vorliegende 

Verfahren betragen diese Fr. 400.00. Sie sind gemäss dem Verfahrensaus-

gang der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.  

 

6.3. 

Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer Anspruch auf Ersatz der rich-

terlich festzusetzenden Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG), denn die Rück-

weisung der Sache an die Verwaltung zwecks Vornahme ergänzender Ab-

klärungen gilt als anspruchsbegründendes Obsiegen (BGE 132 V 215 

E. 6.1 S. 235 mit Hinweisen).  

 

 
   

Das Versicherungsgericht erkennt: 

 

1. 

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung vom  

6. Februar 2025 aufgehoben und die Sache zur weiteren Abklärung im 

Sinne der Erwägungen und zur Neuverfügung an die Beschwerdegegnerin 

zurückgewiesen.  

 

2. 

Die Verfahrenskosten von Fr. 400.00 werden der Beschwerdegegnerin auf-

erlegt.  

 

3. 

Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, dem Beschwerdeführer die Par-

teikosten in richterlich festgesetzter Höhe von Fr. 2'000.00 zu bezahlen. 
 

 

 
   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim 

Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung 

mit Art. 90 ff. BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom sieb-

ten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli 

 - 10 - 

 

 

bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar 

(Art. 46 BGG).  

 

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 

6004 Luzern, zuzustellen. 

 

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 

der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines 

Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweis-

mittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Hän-

den hat (Art. 42 BGG). 

 

 
   

Aarau, 9. Oktober 2025 

 

Versicherungsgericht des Kantons Aargau 

1. Kammer 

Der Präsident:   Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Kathriner    Siegenthaler