# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 383da1fb-1ec1-5425-8305-10b3173a75bf
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-06-26
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 26.06.2017 IV 2014/568
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2014-568_2017-06-26.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2014/568

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 13.12.2019

Entscheiddatum: 26.06.2017

Entscheid Versicherungsgericht, 26.06.2017
Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG. Einkommensvergleich. Die 
Beschwerdeführerin erzielt heute bei einer Arbeitsunfähigkeit von 50 % in 
einem Arbeitspensum von 50 % die Hälfte des Lohnes, den sie vor Eintritt 
der Arbeitsunfähigkeit in einem vollen Arbeitspensum erzielt hat. Der IV-
Grad beträgt folglich 50 %. Gutheissung der Beschwerde und Zusprache 
einer halben Rente (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. 
Gallen vom 26. Juni 2017, IV 2014/568). Entscheid vom 26. Juni 2017 
Besetzung Präsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-
Hug und Miriam Lendfers; Gerichtsschreiberin Lea Hilzinger Geschäftsnr. IV 
2014/568 Parteien A.___, Beschwerdeführerin, vertreten durch Rechtsanwalt 
lic. iur. Jürg Jakob, rohner thurnherr wiget & partner, Rosenbergstrasse 42b, 
9000 St. Gallen, gegen IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 
St. Gallen, Beschwerdegegnerin, Gegenstand Rente (Einkommensvergleich) 
Sachverhalt

Entscheid Versicherungsgericht, 26.06.2017

A.   

A.a  A.___ wurde im November/Dezember 2011 (Datum Unterschrift: 29. November 

2011; Datum Eingang: 2. Dezember 2011) von ihrer Krankentaggeldversicherung bei 

der IV-Stelle des Kantons St. Gallen zur Früherfassung angemeldet (IV-act. 1). Die 

Krankentaggeldversicherung gab an, dass die Versicherte seit dem 30. Mai 2011 

wegen einer psychischen Erkrankung voll arbeitsunfähig sei. Anlässlich eines 

Gesprächs vom 12. Dezember 2011 mit einer Eingliederungsberaterin der IV-Stelle gab 

die Versicherte an, dass sie seit dem 1. Juli 2005 im Geschäft ihres Ehemannes als 

Hilfsarbeiterin angestellt sei (IV-act. 4). Eine Berufsausbildung habe sie nicht absolviert. 

Sie leide unter Stress bei der Arbeit, Schlafstörungen und Depressionen. Die 

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Eingliederungsberaterin hielt fest, dass die Versicherte ihre Situation glaubhaft 

geschildert habe. Sie habe etwas antriebslos aber motiviert gewirkt, etwas dagegen zu 

unternehmen. Eine IV-Anmeldung sei angezeigt. Das angeforderte Anmeldeformular 

zum Bezug von IV-Leis¬tungen ging am 19. Dezember 2011 bei der IV-Stelle ein (IV-

act. 6).

A.b  Die B.___ AG berichtete am 9. Januar 2012 (IV-act. 11), dass sie die Versicherte 

vom 1. August 2010 bis 30. November 2011 als Hilfsarbeiterin Heizung/Tankrevision 

beschäftigt habe. Das Arbeitsverhältnis sei wegen eines durch eine Umstrukturierung 

bedingten Personalabbaus gekündigt worden. Der letzte effektive Arbeitstag sei der 31. 

Mai 2011 gewesen. Der Monatslohn habe seit dem 1. August 2010 Fr. 3'500.-- 

betragen und der Arbeitsleistung der Versicherten entsprochen. Ohne 

Gesundheitsschaden würde die Versicherte heute Fr. 42'000.-- pro Jahr verdienen. Im 

Jahr 2010 habe die Versicherte einen einmaligen Sonderbonus von Fr. 2'500.-- 

erhalten. Die Arbeitgeberin informierte darüber, dass die B.___ AG im Jahr 2010 neu 

gegründet worden sei und neu den Namen C.___ AG trage. Gemäss dem IK-Auszug 

hatte die Versicherte im Jahr 2010 einen Lohn von Fr. 44'500.-- erzielt (IV-act. 10).

A.c  Dr. med. D.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, berichtete am 18. 

Januar 2012 (IV-act. 12), dass die Versicherte seit April 2011 erneut an einer 

depressiven Episode schweren Ausmasses mit psychotischen Symptomen (ICD-10: 

F33.3) leide. Die Arbeitsfähigkeit sei wegen einer kognitiven Einschränkung und wegen 

psychomotorischer Unruhe eingeschränkt. Die Versicherte sei zurzeit voll 

arbeitsunfähig. In ca. ein bis drei Monaten sollte sie aber wieder die volle 

Arbeitsfähigkeit erreichen. In einem Bericht an die Krankentaggeldversicherung vom 

13. Januar 2012 (IV-act. 12-3 ff.) hatte Dr. D.___ erklärt, dass sich die Erkrankung 

erstmals im Herbst 2006 manifestiert habe. Damals sei die Versicherte in der 

Psychiatrischen Klinik E.___ hospitalisiert gewesen. Sie befinde sich seit dem 31. 

Oktober 2006 bei ihm in ambulanter psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlung. 

In den akuten Phasen präsentiere sie sich verzweifelt und agitiert, sei kognitiv stark 

beeinträchtigt und äussere Schuldgefühle, Gefühle der Wertlosigkeit (sei suizidal), 

Wahnideen (Versündigungs- und Verarmungswahn) wie auch akustische 

Halluzinationen (diffamierende Stimmen). Frühere Phasen seien auch durch 

Alkoholexzesse und Drogenkonsum ausgelöst worden. Differentialdiagnostisch könne 

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eine bipolare affektive Störung II in Erwägung gezogen werden, wobei depressive 

Agitiertheit und hypomanische Episoden schwer zu differenzieren seien. Die 

Kardiologie des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) hatte am 22. Februar 2007 berichtet 

(IV-act. 12-6 f.), dass die Versicherte vom 20. bis 21. Februar 2007 hospitalisiert 

gewesen sei. Als Diagnosen hatten die Ärzte u.a. eine vorsätzliche Selbstschädigung in 

suizidaler Absicht durch Verletzung mit Messer und fragliche Einnahme von Zyprexa 

sowie einen Alkohol- und Kokainmissbrauch angegeben.

A.d  Am 13. Februar 2012 hielt eine IV-Sachbearbeiterin fest, dass die Vortriage 

abgeschlossen werde, da gemäss dem RAD aktuell keine Arbeitsfähigkeit bestehe (IV-

act. 14). Am 14. Februar 2012 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass aufgrund 

ihres Gesundheitszustandes zurzeit keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen 

möglich seien. Dr. D.___ bezeichnete den Gesundheitszustand der Versicherten am 3. 

April 2012 als sehr schwankend. Die Versicherte befinde sich derzeit in einer 

hypomanischen Phase (F31.0). Sie wolle trotzdem arbeiten; dies sei ihr zum Teil auch 

zumutbar, da ihr der Ex-Partner probeweise diese Möglichkeit gebe. Derselbe Arzt 

berichtete am 25. April 2012 (IV-act. 25), dass der Versicherten derzeit Hilfsarbeiten im 

Umfang von 50 % zumutbar seien. Ideal wäre eine 50 %ige Tätigkeit bei voller 

Präsenz. Die rezidivierende depressive Störung sei derzeit mittelgradig ausgeprägt 

(F33.1). Zu berücksichtigen sei die Differentialdiagnose einer bipolaren Störung II. RAD-

Arzt Dr. med. F.___ notierte am 7. Mai 2012, dass der Einschätzung von Dr. D.___ 

nichts entgegenstehe (IV-act. 27). Dr. D.___ berichtete am 7. August 2012 über einen 

stationären Gesundheitszustand (IV-act. 37). Als Diagnose gab er neu jedoch eine 

bipolare affektive Störung, gegenwärtig hypomanische Episode (F31.0), an. Dr. D.___ 

erklärte, dass der Verlauf schwankend sei mit zunehmend häufiger aufgetretenen 

manischen und depressiven Rezidiven. Die Prognose sei eher düster. Die derzeitige 

Arbeitsfähigkeit von 50 % könne aus heutiger Sicht bis auf weiteres nicht gesteigert 

werden. Der Einsatz eines Phasenprophylaktikums sei geplant, dessen Einfluss auf den 

Verlauf der Erkrankung jedoch unsicher.

A.e  Anlässlich eines Assessmentgesprächs vom 22. Mai 2012 informierte die 

Versicherte darüber (IV-act. 40), dass sie in der Firma ihres Ehemannes, der C.___ AG, 

arbeite. Es handle sich um sehr strenge Arbeiten wie Heizungen montieren. Die Arbeit 

sei sehr mit Zeitdruck und Stress verbunden, was ihr gar nicht gut tue. Sie arbeite aber 

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gerne in der Firma und fühle sich wohl. Sie sei froh, dass der Ehemann mit ihr 

zusammenarbeite und so viel Verständnis zeige. Momentan arbeite sie ca. 50 %. Eine 

Stabilität bestehe aber noch nicht. Wenn der Ehemann sehe, dass sie überfordert sei 

und es ihr nicht gut gehe, schicke er sie nach Hause. Sie könne recht flexibel arbeiten, 

was ihr Sicherheit gebe. Der Ehemann sage, dass man sie immer stoppen müsse. Er 

würde sie lieber für die Tankrevisionen einsetzen. Diese Arbeit sei leichter und sie hätte 

nicht ständig einen solchen Druck. Der Arbeitsplatz sei gesichert. Am 19. November 

2012 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass sie keinen Anspruch auf berufliche 

Eingliederungsmassnahmen habe, weil sie die bestehende Arbeitsfähigkeit in ihrer 

bisherigen Tätigkeit umsetze (IV-act. 43).

A.f  Dr. D.___ berichtete am 5. Februar 2013 (IV-act. 47), dass der Gesundheitszustand 

stationär sei. Die Versicherte leide gegenwärtig an einer leichten bis mittelgradigen 

depressiven Episode ohne somatisches Syndrom (F31.3). Die Phasen von 

Symptomfreiheit zwischen den submanischen/manischen und depressiven Episoden 

hätten innert eines Jahres rasch gewechselt, sodass die Medikation immer wieder habe 

angepasst werden müssen. Die Versicherte sei andauernd in einem reduzierten 

Allgemeinzustand mit Erschöpfung und Lustlosigkeit. Seit ca. zwei Monaten ziehe sie 

sich sozial sehr zurück. Aufgrund der fehlenden Krankheitseinsicht habe das 

Phasenprophylaktikum noch nicht eingesetzt werden können. Der Erfolg einer solchen 

Behandlung könne sich erst nach Jahren zeigen. Die gesundheitliche Störung wirke 

sich bei der bisherigen Tätigkeit durch eine Verlangsamung, eine verminderte 

Aufmerksamkeit und eine Beeinträchtigung des Konzentrationsvermögens aus. Seit 

dem 1. Mai 2012 bestehe eine 50 %ige Arbeitsunfähigkeit (reduzierte Leistung bei 

voller Präsenz). Auf Anfrage hin teilte Dr. D.___ am 29. Mai 2013 mit (IV-act. 52), dass 

es in den letzten Jahren in Abständen von drei bis vier Monaten einen raschen Wechsel 

von submanischen oder manischen Phasen zu depressiven Episoden gegeben habe. 

Auf die Frage, warum noch kein Phasenprophylaktikum eingesetzt werden konnte, 

antwortete Dr. D.___, dass sich die Versicherte dagegen wehre, als psychisch krank 

angesehen zu werden. Sie führe sowohl die euphorischen als auch die depressiven 

Phasen jeweils auf Rückenschmerzen, Stress bei der Arbeit und Beziehungsprobleme 

zurück. Sowohl Antidepressiva als auch Neuroleptika nehme sie dann jeweils für eine 

kurze Zeit. Sobald es besser werde, setze sie die verschriebenen Medikamente wieder 

ab. Dahinter liege ein kulturelles Problem, nicht als „verrückt abgestempelt“ zu werden, 

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wie auch − noch schlimmer − dadurch als „invalid“ betrachtet zu werden. Er sehe 

daher keine weitere therapeutische Möglichkeit, als die Versicherte weiterhin 

psychiatrisch-psychotherapeutisch zu begleiten, die jeweils im Vordergrund stehenden 

Symptome pharmakologisch anzugehen und immer wieder zu versuchen, die 

Versicherte zur Krankheitseinsicht zu bringen. RAD-Arzt Dr. F.___ notierte am 14. Juni 

2013, dass er den Fall mit RAD-Psychiater Dr. med. G.___ besprochen habe (IV-act. 

53). Die von Dr. D.___ beschriebene Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 50 % sei 

versicherungsmedizinisch gut nachvollziehbar. Der Krankheitsverlauf und die 

beschriebenen Befunde bestätigten den Schweregrad der Störung. Eine Begutachtung 

sei nicht erforderlich.

A.g  Die C.___ AG berichtete im August 2013 (IV-act. 55), dass sie die Versicherte seit 

dem 1. April 2012 zu 50 % beschäftige. Der angegebene Lohn entspreche der 

Arbeitsleistung. Die Tätigkeit der Versicherten beinhalte handwerkliche Arbeiten. Im 

Jahr 2012 habe die Versicherte einen Lohn von Fr. 16'420.-- erzielt. Der 

Jahresverdienst 2013 betrage Fr. 32'840.--. Der Fragebogen war vom Ehemann der 

Versicherten ausgefüllt worden. Auf Aufforderung hin ergänzte er diesen am 6. Oktober 

2013 (IV-act. 58), indem er den aktuellen Monatslohn mit Fr. 1'750.-- bezifferte (seit 

April 2012). Die Versicherte würde heute ohne Gesundheitsschaden in der 

ursprünglichen Tätigkeit Fr. 44'400.-- verdienen. Im Feld, in dem der Lohn für Januar 

2013 vermerkt werden sollte, hatte er den Betrag von Fr. 21'000.-- notiert.

A.h  Mit Vorbescheid vom 4. November 2013 kündigte die IV-Stelle der Versicherten 

bei einem IV-Grad von 27 % die Abweisung des Rentengesuchs an (IV-act. 61). Das 

Valideneinkommen bezifferte sie auf Fr. 44'945.-- und das Invalideneinkommen auf Fr. 

32'840.--. H.___ von der I.___ AG erklärte in einer E-Mail vom 7. November 2013 

zuhanden der IV-Stelle (IV-act. 62), dass bei der Lohnsummenmeldung der 

Versicherten ein Fehler unterlaufen sei. Der tatsächliche Lohn betrage Fr. 1'500.--. Die 

C.___ AG habe der Versicherten jeweils einen Vorschuss bezahlt, bis sie die 

Invalidenrente erhalte. Dieser Vorschuss sei versehentlich zum Bruttojahreslohn 

dazugerechnet worden. Die Versicherte selber wendete am 8. Dezember 2013 gegen 

den Vorbescheid ein (IV-act. 63), dass sie den Einkommensvergleich nicht 

nachvollziehen könne. Sie erhalte für ihre 50 %-Tätigkeit einen Bruttomonatslohn von 

Fr. 1'750.-- (Fr. 21'000.-- pro Jahr). Ihr Arbeitgeber zahle ihr momentan Fr. 1'250.-- pro 

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Monat als Darlehen aus. Am 7. Januar 2014 ging bei der IV-Stelle der Arbeitsvertrag 

zwischen der C.___ AG und der Versicherten vom 25. April 2012 ein (IV-act. 64). Darin 

wurde festgehalten, dass der monatliche Bruttolohn der Versicherten bei einem 

Pensum von 50 % Fr. 1'750.-- betrage. Am 20. Januar 2014 ging eine Vollmacht der 

I.___ AG (nachfolgend: Vertreterin) ein (IV-act. 66).

A.i   In einem Fragebogen vom März 2014 gab die Versicherte an (IV-act. 69), dass sie 

ausser im Jahr 2006 nie in einer psychiatrischen Klinik hospitalisiert gewesen sei. Sie 

sei nach wie vor mit ihrem Ehemann verheiratet, lebe aber nicht mehr mit ihm 

zusammen. Sie erledige die Haushaltarbeiten und die Einkäufe noch selbständig. Mit 

dem Arbeitspensum von 50 % gehe es ihr momentan gut.

A.j   Am 8. Mai 2014 entschied die IV-Stelle, dass ein psychiatrisches Gutachten 

sinnvoll sei (IV-act. 73). Als Grund wurde vermerkt, dass aus den Unterlagen kaum 

hervorgehe, wer die Versicherte sei. Es schienen psychosoziale Faktoren wie Probleme 

mit dem Ehemann, keine Freunde, kein Kontakt zur Familie in J.___ sowie Drogen- und 

Alkoholkonsum vorzuliegen. Am 30. Mai 2014 ging bei der IV-Stelle der Austrittsbericht 

der Psychiatrischen Klinik E.___ vom 6. Oktober 2004 über einen stationären Aufenthalt 

vom 30. September bis 6. Oktober 2004 ein (IV-act. 79). Die Ärzte hatten damals als 

Diagnosen eine Alkoholintoxikation mit psychotischen Symptomen (F10.1), DD 

alkoholindiziertes Delir, angegeben. Die Versicherte sei ihr wegen einer akuten 

Alkoholintoxikation (Aufnahmepromille 3.54) sowie einer begleitenden progredienten 

Agitiertheit per ausserkantonalem fürsorgerischem Freiheitsentzug zugewiesen worden. 

Fremdanamnestisch habe sich über den Ehemann ein episodischer Aethylismus 

herausarbeiten lassen. Basis des Aethylismus bilde wahrscheinlich eine 

Persönlichkeitsstörung mit traumatischen Erlebnissen während der Kindheit (Suizid der 

Mutter, Ermordung des Vaters, Heranwachsen in einer Fremdfamilie). Aufgrund der 

wiederholten Alkoholexzesse, des chronischen Paarkonflikts sowie kultureller 

Anpassungsschwierigkeiten sei eine psychotherapeutische Behandlung indiziert.

A.k  Am 2. Juli 2014 wurde die Versicherte von Dr. med. K.___, Facharzt für 

Psychiatrie/Psychotherapie, begutachtet (Gutachten vom 4. August 2014, IV-act. 82). 

Die Diagnosen lauteten:

•      Bipolare affektive Störung II, gegenwärtig gemischte Episode (F31.6)

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•      akzentuiert abhängige und emotional instabile Persönlichkeitszüge (Z73.1)

•      schädlicher Gebrauch von Alkohol (F10.1).

Dr. K.___ führte aus, dass die Versicherte bis zum 18. Lebensjahr in sehr ärmlichen 

Verhältnissen und für europäische Verhältnisse in unvorstellbarer Abhängigkeit ohne 

relevante Schulbildung aufgewachsen sei. Zur leiblichen Mutter habe sie nach dem 3. 

Lebensjahr wegen deren psychischer Erkrankung keinen Kontakt mehr gehabt; die 

Mutter habe sich durch Selbstverbrennung nach schwerer psychischer Erkrankung 

suizidiert. Im 7. Lebensjahr habe die Versicherte den blutüberströmten Leichnam ihres 

ermordeten Vaters waschen müssen. Dr. K.___ erklärte weiter, dass es seit der 

Trennung des Ehemannes im Jahr 2010 zu einer deutlichen Verschlechterung der 

psychischen Situation gekommen sei. Die Untersuchung habe eine gesteigerte 

Erregbarkeit, eine Kritikunverträglichkeit, eine stark eingeschränkte Krankheitseinsicht, 

eine ausgeprägte Schlafstörung (Hypersomnie) und einen schädlichen Gebrauch von 

Alkohol mit zahlreichen exzessiven Alkoholisierungen am Wochenende gezeigt. Auf der 

einen Seite liege ein wechselnd stark angetriebenes, unkorrigierbares Verhalten mit 

Putzzwängen und auf der anderen Seite eine vorwiegend in der Freizeit bestehende 

Antriebslosigkeit vor. Phasenhaft bestünden deutlich depressive Symptome mit 

Rückzugsverhalten, fehlendem Tag-Nacht-Rhythmus, depressiver Grundstimmung und 

suizidalen Gedanken. Abgrenzbare manische Episoden mit fehlendem Schlaf, 

Kaufdrang und Grössenideen bestünden keine, weshalb vorwiegend an eine bipolar II 

Störung zu denken sei (DD: Borderline-Störung). Differentialdiagnostisch sei im 

Rahmen der vorwiegend dysphorisch depressiven Affektstörung auch eine 

rezidivierend depressive Störung bei gleichzeitig vorhandenen emotional instabilen und 

abhängigen Persönlichkeitsfaktoren als phasenüberdauerndes Merkmal in Betracht zu 

ziehen. Eine entsprechende Persönlichkeitsdiagnostik sei im Rahmen der 

eingeschränkten Compliance bei der Untersuchung nicht möglich gewesen. Der 

schädliche Gebrauch von Alkohol sei aufgrund der Angaben der Versicherten selbst, 

der Angaben des Ehemannes, der Aktenlage sowie der Laborbefunde (GGT) gesichert. 

Funktionseinschränkungen sah Dr. K.___ insbesondere im interaktionären Verhalten 

respektive der Arbeitsanleitung und Führbarkeit sowie der Zuverlässigkeit. Die 

Versicherte gerate rasch in Konflikte und sei in Kontakten mit Dritten wie auch in 

familiären Beziehungen und in der Ressourcenpflege (Freizeitverhalten) stark retardiert. 

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Kulturelle Faktoren seien nicht scharf abgrenzbar. Als Ressourcen könnten die 

körperliche Konstitution und die körperliche Gesundheit der Versicherten (sie sei auch 

zu körperlichen Schwerarbeiten in der Lage und motiviert) und die Durchhaltefähigkeit 

in angetriebenen − submanischen − Phasen gesehen werden. Bezüglich 

Inkonsistenzen und Widersprüche führte Dr. K.___ aus, dass der Ehemann der 

Versicherten von einer 30-35 Stunden-Woche ohne Zeiterfassung berichtet habe. Die 

Versicherte habe selber von einer wechselnd sehr starken Motivation und körperlichen 

Leistungsfähigkeit an ca. 2.5 Tagen pro Woche gesprochen. Gemäss der Aktenlage 

bestünden beim Geschäftspartner des Ehemannes Zweifel an den 

Leistungseinschränkungen der Versicherten. Auffallend sei gewesen, dass die 

Versicherte die gutachterliche Exploration abgebrochen habe, nachdem dem Ehemann 

mehrere Kontrollfragen zur Überprüfung vorher gemachter Angaben der Versicherten 

gestellt worden seien. Die Versicherte habe die Beantwortung dieser Fragen zudem nur 

eingeschränkt zugelassen. Insgesamt ergäben sich aus diesen Beobachtungen jedoch 

keine signifikanten Widersprüche oder Inkonsistenzen im Vergleich zur Aktenlage oder 

Unvereinbarkeiten mit der Grunderkrankung. Zwar ergäben die fehlende 

Krankheitseinsicht und die fehlende Therapiewilligkeit auf der einen Seite und die 

beklagten Einschränkungen durch die „Stresserkrankung“ auf der anderen Seite auf 

den ersten Blick ein widersprüchliches Bild. Die fehlende Krankheitseinsicht sei aber 

der bipolaren Affektstörung zuordenbar und entsprechende Einschränkungen der 

Compliance seien häufig. Eine restlose Objektivierung der Leistungsminderung wäre 

auch durch eine Observation im Arbeitsumfeld und in der Freizeit kaum möglich. Nicht 

nachvollziehbar sei die Diskrepanz zwischen der geschilderten Trennungssituation und 

der sozialen Isolation und dem fehlenden Leidensdruck (Alkohol als 

Selbstmedikation?). Die beschriebene Leistungsminderung habe sich sukzessive seit 

dem Jahr 2010 entwickelt. Krankheitsbeginn sei spätestens im Jahr 2004 gewesen. 

Dass vor dem 11. Mai 2011 keine Arbeitsunfähigkeiten zu beklagen gewesen seien und 

dann plötzlich dauerhaft eine 50 %ige Leistungsminderung aufgetreten sei, sei der 

lange anhaltenden Unterstützung durch den Ehemann in Form eines 

Nischenarbeitsplatzes zuzuschreiben. Die Arbeitsfähigkeit sei durch die 

Unzuverlässigkeit, die Absenzen, die erschwerte Führbarkeit, die Konfliktträchtigkeit, 

die Selbstüberforderung und die Erschöpfbarkeit eingeschränkt. Die bisherige Tätigkeit 

könne im zeitlichen Rahmen von 30 Stunden pro Woche ausgeführt werden, wobei 

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eine verminderte Leistungsfähigkeit von 70 % bestehe. Die Gesamtarbeitsfähigkeit 

betrage 50 %. Die Grunderkrankung würde sich in jeder anderen Tätigkeit mindestens 

ebenso stark auswirken. Eine konstante und wirksame antidepressive Therapie 

inklusive Phasenprophylaxe und auch stationäre oder tagesklinische/rehabilitative 

psychosomatische Behandlungen seien der Versicherten zumutbar und könnten den 

Verlauf der Arbeitsunfähigkeit beeinflussen. Eine überwiegende Wahrscheinlichkeit für 

eine deutliche Anhebung der Arbeitsfähigkeit könne daraus jedoch nach achtjähriger 

ambulanter psychiatrischer Behandlung mit frustranen Ergebnissen nicht gestellt 

werden.

A.l   Mit einem zweiten Vorbescheid vom 27. August 2014 kündigte die IV-Stelle der 

Versicherten bei einem IV-Grad von 48 % rückwirkend ab dem 1. Juni 2012 die 

Zusprache einer Viertelsrente an (IV-act. 89). Zur Begründung führte sie an, dass der 

Versicherten aus medizinischer Sicht eine Erwerbstätigkeit von 50 % zumutbar sei. 

Zurzeit arbeite sie in einem Pensum von 50 % und erziele einen monatlichen Lohn von 

Fr. 1'750.--. Auf dem freien Markt könnte die Versicherte mehr verdienen als an ihrer 

jetzigen Arbeitsstelle. Für das Invalideneinkommen könne deshalb nicht auf das 

tatsächliche Einkommen, sondern es müsse auf den hypothetischen Tabellenlohn für 

Frauen im Niveau 4 abgestellt werden. Demzufolge betrage das Valideneinkommen Fr. 

44'500.-- und das Invalideneinkommen Fr. 23'363.--. Mit Verfügung vom 12. November 

2014 (IV-act. 93) sprach die IV-Stelle der Versicherten bei einem IV-Grad von 48 % wie 

angekündigt ab dem 1. Juni 2012 eine Viertelsrente zu.

B.   

B.a  Gegen diese Verfügung liess die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin) 

am 12. Dezember 2014 durch ihre Vertreterin Beschwerde erheben (act. G 1). Die 

Vertreterin beantragte sinngemäss die Zusprache einer halben Rente. Zur Begründung 

führte sie aus, dass sich der massgebende Jahreslohn der Beschwerdeführerin gemäss 

den Erfahrungswerten und der Mindestlohntabelle „Allgemeinerklärung des 

Gesamtarbeitsvertrages in der Schweizerischen Gebäudetechnikbranche“ auf Fr. 

50'700.-- (13 x Fr. 3'900.--) belaufe. Das Valideneinkommen sei daher auf Fr. 50'700.-- 

festzusetzen. Bei einem Invalideneinkommen von Fr. 25'350.-- betrage der IV-Grad 50 

%. Der Beschwerde lag ein Auszug der Allgemeinverbindlicherklärung des 

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Gesamtarbeitsvertrages in der Schweizerischen Gebäudetechnikbranche bei (act. G 

1.3). Die Vertreterin bestätigte am 19. Dezem¬ber 2014, dass sie die 

Beschwerdeführerin nicht berufsmässig vertrete (act. G 3).

B.b  Die IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) beantragte am 18. März 2015 die 

Abweisung der Beschwerde (act. G 8). Zur Begründung brachte sie vor, beim 

Valideneinkommen könne nicht berücksichtigt werden, dass der Ex-Ehemann der 

Beschwerdeführerin einen weit unterdurchschnittlichen Lohn bezahlt habe. Bei der 

jetzigen Arbeit der Beschwerdeführerin handle es sich um eine körperlich anstrengende 

Tätigkeit, die sehr schlecht bezahlt werde. Der Beschwerdeführerin wäre es möglich, 

irgendeine Hilfsarbeit anzunehmen, bei der sie weniger schwer arbeiten müsste und 

mehr verdienen könnte. Das Invalideneinkommen sei daher zu Recht auf der Basis der 

Tabellenlöhne errechnet worden. Der Validenlohn liege um 19.7 % tiefer als der 

Invalidenlohn. Da gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung nur der Teil des 

Minderverdienstes berücksichtigt werden dürfe, der 5 % übersteige, könne im Umfang 

von 14.67 % parallelisiert werden. Ein weiterer Abzug vom Tabellenlohn sei nicht 

angebracht, da bei der Parallelisierung bereits lohnmindernde invaliditätsfremde 

Faktoren berücksichtigt worden seien, da die gesundheitlichen Beschwerden bereits in 

die medizinische Arbeitsfähigkeitsschätzung eingeflossen seien und da bei in Teilzeit 

arbeitenden Frauen kein Abzug gewährt werde. Die angefochtene Verfügung erweise 

sich somit als korrekt.

B.c  Der zwischenzeitlich beauftragte Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin ergänzte 

in seiner Replik vom 17. Juni 2015 den Beschwerdeantrag insofern, als er die 

Zusprache einer halben Rente mit Wirkung ab 1. Juni 2012 beantragte (IV-act. 12). Zur 

Begründung machte er geltend, dass im vorliegenden Fall die Tabellenlöhne nicht 

angewendet werden dürften. Die Beschwerdeführerin verfüge weder über eine 

ausreichende Schulbildung noch über eine berufliche Ausbildung. Der deutschen 

Sprache sei sie nach wie vor wenig mächtig. Trotz regelmässiger Arbeitsausfälle wegen 

psychischer Instabilitäten und Alkoholabstürzen erziele sie mit ihrer 50 %igen 

Arbeitstätigkeit einen Lohn von Fr. 1'750.-- pro Monat. Der effektiv erzielte Lohn liege 

somit knapp 20 % unter dem Durchschnittslohn für gesunde Hilfsarbeitskräfte in der 

Schweiz und müsse angesichts der Art und der Auswirkung der gesundheitlichen 

Schwierigkeiten (regelmässige Arbeitsausfälle, Weisungsakzeptanz, Führbarkeit etc.) 

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ohne weiteres als angemessen beurteilt werden. Mit Dr. K.___ sei davon auszugehen, 

dass die Beschwerdeführerin in keinem gewöhnlichen Arbeitsverhältnis auf dem freien 

Arbeitsmarkt zu bestehen vermöchte. Sollte trotzdem auf die Tabellenlöhne abgestellt 

werden, sei ein Tabellenlohnabzug von 10 % angebracht. Im Rahmen der 

Parallelisierung seien die Faktoren „Nationalität“, „Integration/Sprache“ und „fehlende 

Aus- bzw. Schulbildung“ berücksichtigt worden. Nicht berücksichtigt worden und 

vorliegend von massgeblicher Bedeutung seien indes die Tatsachen, dass die 

Beschwerdeführerin bislang einzig im Betrieb ihres Ehemannes erwerbstätig gewesen 

sei (lange Betriebszugehörigkeit), und vor allem die Art und Weise, wie sich ihre 

gesundheitlichen Einschränkungen auf dem Arbeitsmarkt auswirkten. Die 

Gesundheitsbeeinträchtigung berge ein erhebliches Konfliktpotential im 

Arbeitsverhältnis. Sie erfordere mehr Kulanz und Geduld von Seiten des Arbeitsgebers 

und die Ausfallwahrscheinlichkeiten seien krankheitsbedingt deutlich erhöht. Wenn 

überhaupt, könnte die Beschwerdeführerin auf dem freien Arbeitsmarkt (ausserhalb des 

Betriebs ihres Ehemannes) nur unter Inkaufnahme einer massgeblichen Lohneinbusse 

Fuss fassen. Bei einem Valideneinkommen von Fr. 44'500.-- und einem 

Invalideneinkommen von Fr. 21'000.-- betrage der IV-Grad 52.8 %. Würde das 

Invalideneinkommen gestützt auf Tabellenlöhne berechnet, würde es bei einem 

Tabellenlohnabzug von 10 % Fr. 21'027.-- betragen, woraus ein IV-Grad von 52.7 % 

resultieren würde. Abschliessend beantragte der Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin die Zusprache einer Parteientschädigung von Fr. 1'750.-- (inkl. 

Mehrwertsteuer).

B.d  Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 14).

Erwägungen

1.   

1.1  Mit der angefochtenen Verfügung vom 12. November 2014 hat die 

Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin bei einem IV-Grad von 48 % 

rückwirkend ab dem 1. Juni 2012 eine Viertelsrente zugesprochen. Die 

Beschwerdeführerin macht geltend, ab dem 1. Juni 2012 Anspruch auf eine halbe 

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Invalidenrente zu haben. Streitgegenstand ist somit der Rentenanspruch der 

Beschwerdeführerin.

1.2  Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die 

ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht 

durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder 

verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch 

durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses 

Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung, IVG, SR 831.20). Invalidität ist gemäss Art. 8 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 

830.1) die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise 

Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine Beeinträchtigung der 

körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer 

Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der 

Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

(Art. 7 Abs. 1 ATSG).

1.3  Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist der Invaliditätsgrad 

grundsätzlich durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 

Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung 

gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu 

erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst 

genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden; sie können aber auch nach 

Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände geschätzt werden (AHI 1998 S. 120). 

Wird eine Schätzung vorgenommen, muss diese nicht unbedingt in einer 

ziffernmässigen Festlegung von Annäherungswerten bestehen. Vielmehr kann auch 

eine Gegenüberstellung blosser Prozentzahlen genügen (sog. Prozentvergleich; BGE 

114 V 310 E. 3a mit Hinweisen).

2.   

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2.1  Um das Invalideneinkommen und damit den IV-Grad ermitteln zu können, muss die 

Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin mit dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit feststehen.

2.2  In medizinischer Hinsicht ist der Sachverhalt unbestritten: Die Beschwerdeführerin 

leidet gemäss dem psychiatrischen Gutachter Dr. K.___ an einer bipolaren affektiven 

Störung II, an akzentuiert abhängigen und emotional instabilen Persönlichkeitszügen 

sowie an einem schädlichen Gebrauch von Alkohol. Die Arbeitsfähigkeit hat er wie der 

langjährige behandelnde Psychiater Dr. D.___ für jegliche in Frage kommenden 

Tätigkeiten auf 50 % geschätzt. Der RAD hat diese Einschätzung aus 

versicherungsmedizinischer Sicht gut nachvollziehen können. Der psychiatrische 

Gutachter hat überzeugend dargelegt, weshalb die Beschwerdeführerin 

krankheitsbedingt in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist: Bei der 

Beschwerdeführerin bestünden Funktionseinschränkungen im interaktionären Verhalten 

respektive der Arbeitsanleitung und Führbarkeit sowie der Zuverlässigkeit, sie gerate 

rasch in Konflikte, sei in Kontakten mit Dritten stark retardiert, überfordere sich selbst 

und ihre Erschöpfbarkeit sei erhöht. Dr. K.___ hat sich zudem mit den Ressourcen der 

Beschwerdeführerin auseinandergesetzt (körperliche Konstitution, körperliche 

Gesundheit, Durchhaltefähigkeit in angetriebenen submanischen Phasen). Die fehlende 

Krankheitseinsicht, die eine adäquate Medikation bislang verhindert hat, hat er der 

bipolaren Affektstörung zugeordnet und erklärt, dass die gezeigten Einschränkungen 

der Compliance bei diesem Krankheitsbild häufig seien. Deshalb hat die 

Beschwerdegegnerin zu Recht auf eine Abmahnung der Mitwirkung bei der 

medizinischen Eingliederung gestützt auf Art 21 Abs. 4 ATSG verzichtet. Der 

psychiatrische Gutachter hat sich auch mit den Widersprüchen und Diskrepanzen, 

namentlich der Tatsache, dass keine Arbeitszeiterfassung existiert, dass der 

Geschäftspartner des Ehemannes Zweifel an den Leistungseinschränkungen der 

Beschwerdeführerin geäussert hat und dass die Beschwerdeführerin Kontrollfragen zur 

Überprüfung ihrer Angaben nur eingeschränkt zugelassen hat bzw. die Begutachtung 

zu diesem Zeitpunkt abgebrochen hat, auseinandergesetzt. Er ist zum Schluss 

gekommen, dass keine signifikanten Widersprüche oder Inkonsistenzen im Vergleich 

zur Aktenlage oder Unvereinbarkeiten mit der Grunderkrankung bestünden. Gestützt 

auf die übereinstimmenden und überzeugenden Angaben des behandelnden 

Psychiaters und des psychiatrischen Gutachters steht daher mit dem Beweisgrad der 

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überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, dass die Beschwerdeführerin aus 

psychiatrischer Sicht in jeglicher Tätigkeit zu 50 % in ihrer Arbeitsfähigkeit 

eingeschränkt ist. Ob die Beschwerdeführerin, wie aus den Berichten des 

behandelnden Psychiaters hervorgeht, vom 30. Mai 2011 bis 30. April 2012 vollständig 

arbeitsunfähig gewesen ist, kann offen gelassen werden, da die Beschwerdeführerin, 

wie nachfolgend aufzuzeigen sein wird, erst ab dem 1. Juni 2012 einen Anspruch auf 

eine Invalidenrente hat.

3.   

3.1  Als Nächstes ist der von der Beschwerdegegnerin vorgenommene 

Einkommensvergleich zu überprüfen. Die Beschwerdegegnerin hat für das 

Valideneinkommen auf das vor Eintritt der Arbeitsunfähigkeit erzielte 

Erwerbseinkommen abgestellt (Fr. 44'500.--, siehe IV-act. 10-1). Für die Berechnung 

des Invalideneinkommens hat sie demgegenüber auf Tabellenlöhne, namentlich auf 

das durchschnittliche Einkommen einer Hilfsarbeiterin, abgestellt. Dieses hat im Jahr 

2012, angepasst an die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden, Fr. 

51'441.-- betragen (siehe Anhang 2 der IVG-Ausgabe der Informationsstelle AHV/IV, 

Ausgabe 2015). Da die Beschwerdeführerin bereits vor Eintritt der Arbeitsunfähigkeit 

ein weit unterdurchschnittliches Hilfsarbeiterinneneinkommen erzielt hat, hat die 

Beschwerdegegnerin mit Verweis auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung eine 

Parallelisierung im Umfang, in welchem die prozentuale Abweichung den 

Erheblichkeitsgrenzwert von 5 % übersteigt, vorgenommen (vgl. BGE 135 V 297). Bei 

einem Valideneinkommen von Fr. 44'500.-- hat die Basis des Invalideneinkommens 

also 5 % mehr, d.h. Fr. 46'725.--, betragen. Die Beschwerdegegnerin ist also davon 

ausgegangen, dass die Beschwerdeführerin im Krankheitsfall verhältnismässig (d.h. auf 

eine Arbeitsstunde heruntergebrochen) mehr verdienen könnte, als sie als Gesunde 

verdienen könnte. Diese Annahme ist offensichtlich realitätsfremd und deshalb 

gesetzeswidrig. Die exakte Bemessung des Validen- und des Invalideneinkommens 

kann im vorliegenden Fall unterbleiben. Die Beschwerdeführerin hat nämlich, unter 

Berücksichtigung der unterschiedlichen Arbeitspensen, vor Eintritt der 

Arbeitsunfähigkeit im Verhältnis gleich viel verdient wie nach Eintritt der 

Arbeitsunfähigkeit. Ihr Arbeitgeber (und Ehemann) hat ausdrücklich bestätigt, dass der 

Lohn der Beschwerdeführerin auch nach Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, d.h. als sie ab 

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dem 1. April 2012 wieder zu 50 % gearbeitet hat, ihrer Arbeitsleistung entsprochen 

habe (IV-act. 55-2). Diese Angabe überzeugt insbesondere vor dem Hintergrund, dass 

die Beschwerdeführerin in den submanischen Phasen sehr leistungsfähig ist. Die 

Beschwerdeführerin erleidet durch die 50 %ige Arbeitsunfähigkeit somit eine 

Erwerbseinbusse von 50 %. Der IV-Grad beträgt folglich ebenfalls 50 %. Die 

Beschwerdeführerin hat folglich Anspruch auf eine halbe Invalidenrente.

3.2  Zu prüfen bleibt der Anspruchsbeginn. Das Wartejahr hat frühestens im Mai 2011 

zu laufen begonnen. Unbestritten ist, dass sich die Beschwerdeführerin erst im 

Dezember 2011 zum Leistungsbezug angemeldet hat. Gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG 

entsteht ein Rentenanspruch frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach 

Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach Art. 29 Abs. 1 ATSG. Die 

Beschwerdeführerin hat somit rückwirkend ab 1. Juni 2012 Anspruch auf eine halbe 

Invalidenrente.

3.3  Demnach ist die angefochtene Verfügung in Gutheissung der Beschwerde 

aufzuheben und der Beschwerdeführerin ist rückwirkend ab dem 1. Juni 2012 eine 

halbe Invalidenrente zuzusprechen. Die Sache ist zur Ermittlung des Rentenbetrages 

an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

4.   

4.1  Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des 

Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. 

Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist der Beschwerdeführerin 

zurückzuerstatten.

4.2  Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In 

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der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 

22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. In einem 

durchschnittlich aufwändigen Rentenfall spricht das Versicherungsgericht 

praxisgemäss eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- zu. Der 

Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat die Zusprache einer Parteientschädigung 

von Fr. 1'750.-- beantragt. Das Aktendossier ist im vorliegenden Fall dünn gewesen. 

Zudem ist der medizinische Sachverhalt, namentlich der Arbeitsunfähigkeitsgrad, nicht 

umstritten gewesen. Strittig ist lediglich der Einkommensvergleich gewesen. Hinzu 

kommt, dass die Beschwerdeführerin den Rechtsvertreter erst nach dem ersten 

Schriftenwechsel mit ihrer gerichtlichen Vertretung beauftragt. Da der Rechtsvertreter 

aber trotzdem die ganzen Akten hat studieren müssen und eine umfassende Replik 

eingereicht hat, erscheint die von ihm geforderte Parteientschädigung von Fr. 1'750.-- 

(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.   

In Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung vom 12. November 2014 

aufgehoben und der Beschwerdeführerin wird für die Zeit ab dem 1. Juni 2012 eine 

halbe Rente zugesprochen; zur Festsetzung des Rentenbetrages und zur 

entsprechenden neuen Verfügung wird die Sache an die Beschwerdegegnerin 

zurückgewiesen.

2.   

Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtskosten von Fr. 600.-- zu bezahlen; der 

geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird der Beschwerdeführerin 

zurückerstattet.

3.   

Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung von Fr. 

1'750.-- zu bezahlen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 26.06.2017
	Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG. Einkommensvergleich. Die Beschwerdeführerin erzielt heute bei einer Arbeitsunfähigkeit von 50 % in einem Arbeitspensum von 50 % die Hälfte des Lohnes, den sie vor Eintritt der Arbeitsunfähigkeit in einem vollen Arbeitspensum erzielt hat. Der IV-Grad beträgt folglich 50 %. Gutheissung der Beschwerde und Zusprache einer halben Rente (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 26. Juni 2017, IV 2014/568). Entscheid vom 26. Juni 2017 Besetzung Präsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und Miriam Lendfers; Gerichtsschreiberin Lea Hilzinger Geschäftsnr. IV 2014/568 Parteien A.___, Beschwerdeführerin, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Jürg Jakob, rohner thurnherr wiget & partner, Rosenbergstrasse 42b, 9000 St. Gallen, gegen IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen, Beschwerdegegnerin, Gegenstand Rente (Einkommensvergleich) Sachverhalt

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