# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9a026d60-d235-58d5-8add-686ee1b9c62b
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-08-25
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 25.08.2011 D-8151/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-8151-2010_2011-08-25.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung IV
D­8151/2010

U r t e i l   v om   2 5 .   Augus t   2 0 1 1

Besetzung Richter Robert Galliker (Vorsitz),
Richter Bruno Huber, Richter Hans Schürch;
Gerichtsschreiber Matthias Jaggi.

Parteien A._______, geboren (…), alias B._______, geboren (…),
alias C._______, geboren (…),
Äthiopien,  
vertreten durch Daniel Habte, (…),
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), vormals 
Bundesamt für Flüchtlinge (BFF),
Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Flüchtlingseigenschaft und vorläufige Aufnahme; 
Verfügung des BFM vom 21. Oktober 2010 / N (…).

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Sachverhalt:

A. 
A.a  Der  Beschwerdeführer  stellte  am  2.  Dezember  2003  unter  der 
Identität  B._______  ein  erstes  Asylgesuch  in  der  Schweiz.  Zur 
Begründung dieses Gesuchs machte er  im Wesentlichen geltend, er sei 
zusammen  mit  anderen  verdächtigt  worden,  Waffen  an  die  "Oromo 
Liberation  Front"  (ONEG/OLF)  zu  liefern,  weshalb  er  von  Soldaten 
gesucht worden sei. Deswegen habe er sein Heimatland verlassen. 

A.b Mit Verfügung vom 16. April 2004 wies das BFF das Asylgesuch des 
Beschwerdeführers  ab,  verfügte  gleichzeitig  die  Wegweisung  aus  der 
Schweiz und ordnete den Vollzug an. Mit Urteil der vormals zuständigen 
Schweizerischen Asylrekurskommission  (ARK)  vom  4.  Juni  2004 wurde 
auf die gegen diese Verfügung erhobene Beschwerde wegen Nichtleisten 
des  eingeforderten  Kostenvorschusses  nicht  eingetreten.  Für  den 
detaillierten  Inhalt  des  ersten  Asylverfahrens  wird  auf  die  Akten 
verwiesen. 

B. 
Mit Schreiben vom 20. Dezember 2006 an das BFM (Eingang BFM: 27. 
Dezember  2006)  liess  der  Beschwerdeführer  in  einer  als 
"Wiedererwägungsgesuch,  eventualiter  2.  Asylgesuch"  bezeichneten 
Eingabe  durch  seinen  Rechtsvertreter  beantragen,  es  sei 
wiedererwägungsweise  festzustellen,  dass  er  die  Flüchtlingseigenschaft 
erfülle,  und  es  sei  ihm  Asyl  zu  gewähren.  Eventualiter  sei 
wiedererwägungsweise  das  Vorliegen  subjektiver  Nachfluchtgründe  im 
Sinne  von  Art.  54  des  Asylgesetzes  vom  26.  Juni  1998  (AsylG,  SR 
142.31)  festzustellen  und  es  sei  ihm  die  vorläufige  Aufnahme  als 
Flüchtling  zu  gewähren.  Subeventualiter  sei  wiedererwägungsweise  die 
Unzulässigkeit,  Unzumutbarkeit  und  Unmöglichkeit  des  Vollzugs  der 
Wegweisung  festzustellen  und  es  sei  ihm  als  Folge  davon  von  Amtes 
wegen  die  vorläufige  Aufnahme  zu  gewähren.  Zudem  sei  dem 
vorliegenden Gesuch die aufschiebende Wirkung zu erteilen. Im Weiteren 
sei  der  Vollzug  der  Wegweisung  und  die  Durchführung  von 
Vorbereitungshandlungen  im  Sinne  einer  vorsorglichen  Massnahme  zu 
sistieren,  bis  über  die  aufschiebende  Wirkung  dieses  Gesuchs 
entschieden sei.

Zur  Begründung  des  Gesuchs  wurde  vom  Beschwerdeführer  im 
Wesentlichen ausgeführt, er habe  leider sein  (erstes) Asylgesuch  in der 
Schweiz unter einer  falschen  Identität gestellt. Er stamme aus Äthiopien 

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und heisse mit richtigem Namen D._______. Er habe vor seiner Ankunft 
in  der  Schweiz  in  Äthiopien  im  Handels­  und  Industrieministerium  eine 
hochrangige Position innegehabt. Dort sei er von zwei Mitarbeitern immer 
wieder  aufgefordert  worden, Mitglied  der  "Äthiopischen Demokratischen 
Volksfront",  Ethiopian  People  Revolutionary  Democratic  Front  (EPRDF) 
zu werden. Er habe sich jedoch immer geweigert und geltend gemacht, er 
wolle neutral bleiben. Er sei aber weiter gedrängt worden und man habe 
den  Druck  auf  ihn  erhöht.  Im  Juni  2003  hätten  ihm  zwei  hochrangige 
Parteimitglieder  der  EPRDF  klar  und  unmissverständlich  zu  verstehen 
gegeben,  dass  er  seinen  Arbeitsplatz  verlieren  würde  und mit  weiteren 
Konsequenzen zu rechnen habe, wenn er nicht auf ihr Angebot einginge. 
Da  er  einerseits  Angst  gehabt  habe,  seinen  Arbeitsplatz  zu  verlieren, 
andererseits  um  sein  weiteres  Wohlergehen  gefürchtet  habe,  habe  er 
schliesslich  eingewilligt,  Parteimitglied  zu werden.  Schon  im September 
2003 sei er aufgrund seiner herausragenden Arbeitsleistungen zum (…) 
der  "(…)"  befördert  worden.  Kurze  Zeit  zuvor  habe  er  beim 
Vizepräsidenten des Handels­  und  Industrieministeriums ein Gesuch  für 
die  Teilnahme  an  einem Weiterbildungskurs  in  E._______  gestellt,  das 
ihm nach anfänglicher Verweigerung bewilligt worden sei. Daher sei er in 
der Folge nach E._______ gereist, wo er vom 19. bis 28. November 2003 
den Weiterbildungskurs besucht habe. Nach Abschluss des Kurses habe 
er  aus  Angst  vor  weiteren  Repressalien  nicht  mehr  nach  Äthiopien 
zurückkehren  wollen.  Aus  Furcht  vor  Sanktionen  im  In­  und  Ausland 
wegen  seiner  Funktion  als  Kadermitarbeiter  im  genannten  Ministerium 
und dem damit einhergehenden hohen Bekanntheitsgrad habe er am 2. 
Dezember  2003  ein  Asylgesuch  unter  Angabe  einer  falschen  Identität 
gestellt. 

Zudem  hätten  sich  seit  dem  Abschluss  seines  ersten  Asylverfahrens 
neue  Tatsachen  ergeben  beziehungsweise  hätten  Ereignisse 
stattgefunden,  welche  geeignet  seien,  seine  Flüchtlingseigenschaft 
aufgrund  subjektiver  Nachfluchtgründe  herbeizuführen.  Er  sei  seit  dem 
29.  April  2006  ein  sehr  aktives  und  exponiertes  Mitglied  der 
CUDP/KINIJIT  (Coalition  for  Unity  and  Democracy  Party).  Er  beteilige 
sich regelmässig an Protestaktionen, Demonstrationen und Konferenzen 
dieser  Partei,  was  ihm  zahlreiche  Drohungen  von  offensichtlich 
regierungsfreundlichen äthiopischen Bürgern  in der Schweiz eingebracht 
habe.  Massiv  bedroht  worden  sei  er  auch  von  in  der  Schweiz 
operierenden mutmasslichen Geheimdienstmitarbeitern des äthiopischen 
Regimes. Ausserdem habe die äthiopische Regierung am 31.  Juli  2006 
eine  Weisung  erlassen,  welche  ihre  Auslandvertretungen  auffordere, 

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Informationen über extreme Elemente im Ausland zu sammeln. Es könne 
somit  kein  Zweifel  daran  bestehen,  dass  die  äthiopischen  Behörden 
Kenntnis von seinen exilpolitischen Aktivitäten erlangt und diese bei einer 
Rückkehr nach Äthiopien politische Verfolgung zur Folge hätten. Zudem 
habe er sich  in zwei Petitionslisten, die die Politik Äthiopiens kritisierten, 
eingetragen.  Auch  damit  habe  er  sich  exponiert,  was  im  Falle  einer 
Rückkehr  nach  Äthiopien  entsprechende  Sanktionen  mit  sich  ziehe, 
zumal  er  als  Landesverräter  gelte.  Aus  allen  diesen  Aktivitäten  gehe 
hervor,  dass  er  über  ein  aussergewöhnliches  politisches  Profil  verfüge, 
zumal er als Kommunikator, Teilnehmer und Schreibender äusserst aktiv 
gewesen  sei.  Es  könne  davon  ausgegangen  werden,  dass  seine 
Anwesenheit  in  der  Schweiz  und  seine  exilpolitischen Aktivitäten  in  der 
Schweiz operierenden Spitzeln des äthiopischen Regimes bekannt seien 
und  bei  einer  Rückkehr  nach  Äthiopien  politische  Verfolgung  zur  Folge 
hätten.  Unabhängig  von  seinen  exilpolitischen  Aktivitäten  gelte  er 
aufgrund  seiner  Kaderposition  in  Äthiopien  vor  seiner  Ausreise  in  die 
Schweiz  ohnehin  als  Landesverräter,  was  für  ihn  bei  einer  Rückkehr 
drastische Konsequenzen hätte.

Zur  Untermauerung  seiner  Vorbringen  reichte  der  Beschwerdeführer 
unter  anderem  eine  Arbeits­Identitätskarte  des  Handels­  und 
Industrieministeriums,  ein  Schreiben  des  Handels­  und 
Industrieministeriums  an  die  Schweizer  Botschaft  in  Addis  Abeba  (in 
Kopie),  einen  Telefax  (in  Kopie),  ein  Abschlussdiplom  der  Universität 
Addis Abeba, ein in englischer Sprache verfasstes Bestätigungsschreiben 
der  CUDP/KINIJIT  vom  20.  September  2006,  ein  fremdsprachiges 
Rundschreiben des äthiopischen Aussenministeriums vom 31. Juli  2006 
(in  Kopie,  inklusive  englischer  Übersetzung),  mehrere  Berichte  über 
Äthiopien,  Internetauszüge  von  zwei  Petitionen,  ein  Farbfoto  sowie 
sieben Kopien von Farbfotos ein.

C. 
Die  Vorinstanz  nahm  die  Eingabe  des  Beschwerdeführers  vom  20. 
Dezember 2006 als zweites Asylgesuch entgegen. Am 21. Januar 2009 
erfolgte  die  Anhörung  gemäss  Art.  29  Abs.  1  AsylG  durch  das  BFM. 
Dabei  wiederholte  der  Beschwerdeführer  im  Wesentlichen  die 
Vorbringen,  welche  er  bereits  in  der  Eingabe  vom  20.  Dezember  2006 
vorgebracht  hatte.  In  Ergänzung  dazu machte  er  geltend,  dass  er  eine 
Woche  zuvor  an  einer  Kundgebung  in  E._______  teilgenommen  habe 
und  sie  in  F._______  einen  Candlelight­Tag  durchgeführt  hätten.  Die 

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CUDP/KINIJIT  habe  er  auch  finanziell  unterstützt,  insbesondere  durch 
Bezahlung der Mitgliederbeiträge.

D. 
Mit Verfügung vom 21. Oktober 2010 – eröffnet am 27. Oktober 2010 – 
stellte  das  BFM  fest,  der  Beschwerdeführer  erfülle  die 
Flüchtlingseigenschaft nicht, und  lehnte das Asylgesuch ab. Gleichzeitig 
verfügte es die Wegweisung aus der Schweiz und deren Vollzug.

Zur Begründung führte das Bundesamt im Wesentlichen aus, der auf den 
Beschwerdeführer  ausgeübte  Druck,  in  die  Regierungspartei  EPRDF 
einzutreten,  um  beruflich  nicht  benachteiligt  zu  werden,  sei  gemäss 
ständiger  Praxis  der  schweizerischen  Asylbehörden  asylrechtlich  nicht 
relevant.  Die  angedrohten  Beeinträchtigungen  im  Berufsleben  stellten 
keine  derart  intensiven  Massnahmen  dar,  dass  sie  dem 
Beschwerdeführer  eine  menschenwürdige  Existenz  verunmöglicht  oder 
unzumutbar  erschwert  hätten.  Eine  Zwangslage  habe  somit  für  den 
Beschwerdeführer  nicht  vorgelegen.  Er  habe  sein  erstes  Asylgesuch 
unter Verwendung falscher Personalien gestellt, was für sich allein schon 
mit dem Stellen eines Asylgesuches unvereinbar sei. Unabhängig davon 
gebe  es  auch  aufgrund  der  Aktenlage  keine  Anhaltspunkte  dafür,  dass 
der  Beschwerdeführer  im  Zeitpunkt  seiner  Ausreise  asylrelevante 
Nachteile erlitten habe respektive ihm solche gedroht hätten. 

Der Beschwerdeführer mache geltend, er sei in der Schweiz Mitglied der 
CUDP/KINIJIT  geworden,  habe  diese  Partei  finanziell  unterstützt  und 
nehme an Aktionen  teil. Zudem habe er zwei Petitionen, die gegen den 
äthiopischen Staat gerichtet seien, unterzeichnet. Dazu sei einleitend zu 
bemerken,  dass  der  Beschwerdeführer  keine  politisch  motivierte 
Verfolgung  durch  die  äthiopischen  Behörden  habe  glaubhaft  machen 
können.  Es  bestehe  somit  kein  Grund  zur  Annahme,  er  sei  vor  dem 
Verlassen  des  Heimatstaates  als  regimefeindliche  Person  ins  Blickfeld 
der  äthiopischen  Behörden  geraten  oder  in  irgendeiner  Form  als 
Regimegegner oder politischer Aktivist registriert worden. Demzufolge sei 
auch  nicht  davon  auszugehen,  dass  er  nach  seiner  Ankunft  in  der 
Schweiz unter spezieller Beobachtung seitens der äthiopischen Behörden 
gestanden sei,  zumal er hier unter  falschen Personalien  in Erscheinung 
getreten  sei.  Überdies  könnten  den  Akten  keine  Hinweise  darauf 
entnommen  werden,  dass  die  äthiopischen  Behörden  von  der 
Mitgliedschaft des Beschwerdeführers bei der   CUDP/KINIJIT überhaupt 
Kenntnis genommen oder gar gestützt darauf irgendwelche Massnahmen 

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zum  Nachteil  seiner  Person  eingeleitet  hätten.  Zwar  habe  sich  der 
Beschwerdeführer  –  wie  viele  seiner  Landsleute  –  erwiesenermassen 
exilpolitisch betätigt. Jedoch würden allein in der Schweiz innert weniger 
Monate viele exilpolitische Anlässe stattfinden, von denen anschliessend 
oftmals  gestellte  Gruppenaufnahmen  von  nicht  selten  Hunderten  von 
Teilnehmern  in  einschlägigen  Medien  publiziert  würden.  Vor  diesem 
Hintergrund  erscheine  es  aber  unwahrscheinlich,  dass  die  äthiopischen 
Behörden allen diesen Gesichtern konkrete Namen zuordnen könnten. Im 
vom  Beschwerdeführer  eingereichten  Rundschreiben  des  äthiopischen 
Aussenministeriums  vom  31.  Juli  2006  und  den  darin  erwähnten 
Richtlinien  würden  die  Auslandvertretungen  nicht  dazu  aufgerufen, 
systematisch gegen die grosse Masse von exilpolitisch aktiven Personen 
vorzugehen und entsprechende Informationen zu sammeln, zumal in den 
Richtlinien  zwischen  Extremisten  und  gemässigten  Personen 
unterschieden  werde.  Die  äthiopischen  Behörden  hätten  nur  dann  ein 
Interesse an der Identifizierung einer Person, wenn deren Aktivitäten als 
konkrete Bedrohung  für  das  politische System wahrgenommen würden. 
Vorliegend  bestünden  keine  Anhaltspunkte  für  die  Annahme,  dass  sich 
der Beschwerdeführer  in dieser besonderen Art  und Weise betätigt  und 
exponiert habe. Er gehöre mit Sicherheit nicht zur Zielgruppe des "harten 
Kerns" von aktiven oppositionellen Äthiopiern im Ausland, für die sich die 
äthiopischen  Behörden  gemäss  den  erwähnten  Dokumenten 
interessieren  würden.  An  dieser  Einschätzung  vermöge  auch  die 
Tatsache  nichts  zu  ändern,  dass  der  Beschwerdeführer  unter  seinem 
richtigen Namen zwei Petitionen unterzeichnet habe, die sich gegen die 
äthiopische  Regierung  gerichtet  hätten.  Beim  Hinweis  im  schriftlichen 
Asylgesuch,  wonach  das  äthiopische  Regime  den  Beschwerdeführer  in 
der Schweiz aufgespürt habe und er von mutmasslichen, in der Schweiz 
operierenden  Geheimdienstmitarbeitern  des  äthiopischen  Regimes 
bedroht  worden  sei,  handle  es  sich  um  eine  nicht  belegte  pauschale 
Behauptung.  Zusammenfassend  sei  festzustellen,  dass  die  im  zweiten 
Asylgesuch neu geltend gemachten Asylgründe sowie die vorgebrachten 
subjektiven  Nachfluchtgründe  den  Anforderungen  an  die 
Flüchtlingseigenschaft  gemäss  Art.  3  AsylG  nicht  standhielten,  weshalb 
der  Beschwerdeführer  nicht  als  Flüchtling  anerkannt  werden  könne. 
Überdies  sei  der  Vollzug  der  Wegweisung  als  zulässig,  zumutbar  und 
möglich  zu  bezeichnen.  Für  die  weitere  Begründung  wird  auf  die 
vorinstanzliche Verfügung verwiesen.

E. 
Der  Beschwerdeführer  liess  durch  seinen  Rechtsvertreter  mit  Eingabe 

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vom  19.  November  2010  (Poststempel:  21.  November  2010)  beim 
Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  einreichen  und  beantragen,  es 
sei  seine  Flüchtlingseigenschaft  festzustellen;  eventualiter  sei  die 
Unzulässigkeit,  Unzumutbarkeit  und  Unmöglichkeit  des  Vollzugs  der 
Wegweisung  festzustellen.  In  prozessualer  Hinsicht  ersuchte  er  um 
Bewilligung  der  unentgeltlichen Rechtspflege  sowie  um Verzicht  auf  die 
Erhebung  eines  Kostenvorschusses.  Auf  die  Begründung  der 
Beschwerde  wird  –  soweit  wesentlich  –  in  den  nachfolgenden 
Erwägungen eingegangen. 

Der  Rechtsmittelschrift  lag  die  Kopie  des  bereits  früher  eingereichten 
Schreiben  des  Handels­  und  Industrieministeriums  an  die  Schweizer 
Botschaft in Addis Abeba sowie eine Lohnabrechnung bei. 

F. 
Mit  Zwischenverfügung  des  Instruktionsrichters  des 
Bundesverwaltungsgerichts  vom  29.  November  2010  wurde  dem 
Beschwerdeführer mitgeteilt, dass er den Ausgang des Verfahrens in der 
Schweiz  abwarten  könne.  Gleichzeitig  wies  der  Instruktionsrichter  die 
Gesuche  um Gewährung  der  unentgeltlichen Rechtspflege  gemäss  Art. 
65  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom  20.  Dezember  1968  über  das 
Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021)  und  um  Erlass  des 
Kostenvorschusses  ab  und  verfügte,  dass  der  Beschwerdeführer  einen 
Kostenvorschuss von Fr. 600.­­ bis zum 13. Dezember 2010 zu bezahlen 
habe.  Der  Kostenvorschuss  ging  am  5.  Dezember  2010  bei  der 
Gerichtkasse ein. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 
1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  VwVG.  Das  BFM  gehört  zu  den 
Behörden  nach  Art. 33  VGG  und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des 
Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme 
im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht 
ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und 
entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig,  ausser  bei  Vorliegen 

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eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die 
beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d 
Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG, 
SR 173.110]).

1.2. Das  Verfahren  richtet  sich  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem 
BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 
AsylG).

1.3. Die Beschwerde ist frist­ und formgerecht eingereicht (Art. 108 Abs. 1 
AsylG,  Art.  105  AsylG  i.V.m.  Art.  37  VGG  und  Art.  52  VwVG).  Der 
Beschwerdeführer  ist  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders 
berührt  und  hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung 
beziehungsweise Änderung; er ist daher zur Einreichung der Beschwerde 
legitimiert (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG). 
Auf die Beschwerde ist somit einzutreten.

2. 
Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3. 
Die  Abteilungen  des  Bundesverwaltungsgerichts  entscheiden  in  der 
Regel  in  der  Besetzung  mit  drei  Richtern  oder  Richterinnen 
(Spruchkörper; vgl. Art. 21 Abs. 1 VGG). Das Bundesverwaltungsgericht 
kann  auch  in  solchen  Fällen  auf  die  Durchführung  eines 
Schriftenwechsels verzichten (Art. 111a Abs. 1 AsylG).

4. 
4.1.  Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich  Asyl.  Als  Flüchtling  wird  eine  ausländische  Person 
anerkannt,  wenn  sie  in  ihrem  Heimatstaat  oder  im  Land,  in  dem  sie 
zuletzt  wohnte,  wegen  ihrer Rasse, Religion, Nationalität,  Zugehörigkeit 
zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen 
Anschauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht  hat,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden.  Als  ernsthafte 
Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder 
Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck 
bewirken (Art. 3 AsylG).

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Nach  Lehre  und  Rechtsprechung  erfüllt  eine  asylsuchende  Person  die 
Flüchtlingseigenschaft, wenn sie Nachteile von bestimmter  Intensität mit 
beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  und  in  absehbarer  Zukunft 
begründeterweise  befürchten  muss,  welche  ihr  gezielt  und  aufgrund 
bestimmter Verfolgungsmotive zugefügt zu werden drohen und vor denen 
sie  keinen  ausreichenden  staatlichen Schutz  erwarten  kann  (vgl.  BVGE 
2007/31 E. 5.2 f. S. 379; BVGE 2008/4 E. 5.2 S. 37 f.).

Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft  nachweisen 
oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 
Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  für 
gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere  Vorbringen,  die  in 
wesentlichen  Punkten  zu  wenig  begründet  oder  in  sich  widersprüchlich 
sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte 
oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).

4.2.  Mit  der  Vorinstanz  ist  festzuhalten,  dass  der  auf  den 
Beschwerdeführer  ausgeübte  Druck,  in  die  Regierungspartei  EPRDF 
einzutreten, um beruflich nicht benachteiligt zu werden, asylrechtlich nicht 
von  Belang  ist  (vgl.  zum  Zusammenhang  zwischen  Intensität  der 
Verfolgung  und  Flüchtlingsanerkennung  WALTER  STÖCKLI,  Asyl,  in: 
Uebersax/Rudin/Hugi/Yar/ Geiser  [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 
2009, Rz. 11.14  f.;  hiezu auch Urteil  des Bundesverwaltungsgerichts E­
5705/2006  vom  23.  November  2009).  Die  dem  Beschwerdeführer  von 
zwei  hochrangigen  Parteimitgliedern  der  EPRDF  angedrohten 
Beeinträchtigungen  im Berufsleben beziehungsweise die Druckversuche 
von  zwei  Mitarbeitern  des  Handels­  und  Industrieministeriums  stellen 
keine  derart  intensiven  Massnahmen  dar,  die  dem  Beschwerdeführer 
eine  menschenunwürdige  Existenz  in  Äthiopien  verunmöglicht  oder 
unzumutbar erschwert hätten. 

4.3.  Zusammenfassend  ist  deshalb  festzuhalten,  dass  es  dem 
Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu 
machen, dass er sich im Zeitpunkt seiner Ausreise aus Äthiopien in einer 
asylrelevanten  Verfolgungsgefahr  befand  oder  eine  solche  unmittelbar 
drohte. 

5. 
5.1.  Im  (zweiten)  Asylgesuch  vom  20.  Dezember  2006  sowie  in  der 
Rechtsmittelschrift  machte  der  Beschwerdeführer  geltend,  er  habe  sich 

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auch in exilpolitischer Hinsicht in der Schweiz exponiert, weshalb er sich 
zusätzlich auf subjektive Nachfluchtgründe berufe. 

5.2. Wer sich darauf beruft, dass durch sein Verhalten nach der Ausreise 
aus  dem  Heimat­  oder  Herkunftsland  eine  Gefährdungssituation  erst 
geschaffen  worden  ist, macht  subjektive  Nachfluchtgründe  geltend  (Art. 
54  AsylG).  Subjektive  Nachfluchtgründe  begründen  zwar  die 
Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG, führen jedoch nach Art. 
54  AsylG  zum  Ausschluss  des  Asyls,  unabhängig  davon,  ob  sie 
missbräuchlich  oder  nicht  missbräuchlich  gesetzt  wurden.  Das  vom 
Gesetzgeber  vorgesehene  Konzept,  wonach  das  Vorliegen  von 
subjektiven  Nachfluchtgründen  die  Gewährung  von  Asyl  ausschliesst, 
verbietet  das  Addieren  solcher  Gründe  mit  Nachfluchtgründen,  welche 
vor  der Ausreise aus dem Heimat­  oder Herkunftsstaat  entstanden  sind 
und die für sich allein nicht zur Bejahung der Flüchtlingseigenschaft und 
zur  Asylgewährung  ausreichen  (vgl.  BVGE  2009/28  E.  7.1  S.  352  und 
BVGE 2009/29 E. 5.1 S. 376 mit weiteren Hinweisen).

5.3.  Zunächst  ist  festzuhalten,  dass  von  der  Vorinstanz  nicht  bestritten 
wird, dass sich der Beschwerdeführer in der Schweiz exilpolitisch betätigt 
hat.  Exilpolitische  Aktivitäten  können  jedoch  nur  dann  im  Sinne  von 
subjektiven  Nachfluchtgründen  zur  Flüchtlingseigenschaft  führen,  wenn 
zumindest glaubhaft gemacht wird, dass  im Falle einer Rückkehr  infolge 
der  Exilaktivität  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  mit  politischer 
Verfolgung zu  rechnen wäre. Nachfolgend  ist daher zu prüfen, ob diese 
Voraussetzung im Fall des Beschwerdeführers erfüllt ist.

5.4.  Gemäss  Erkenntnissen  des  Bundesverwaltungsgerichts  (vgl.  etwa 
Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  D­5036/2009  vom  11.  Oktober 
2010  und  E­4290/2008  vom  3.  September  2010)  ist  zwar  davon 
auszugehen,  dass  die  äthiopischen  Sicherheitsbehörden  die  Aktivitäten 
der  Exilgemeinschaften  im  Rahmen  ihrer  (beschränkten)  Möglichkeiten 
überwachen  und  mittels  elektronischer  Datenbanken  registrieren.  Unter 
diesen  Umständen  ist  es  wahrscheinlich,  dass  im  Ausland  agierende 
Personen, welche erkennbar in der CUDP/KINIJIT respektive in anderen 
im Ausland tätigen oppositionellen Organisationen aktiv waren oder auch 
nur mit ihr sympathisierten, individuell identifiziert werden könnten und im 
Falle  einer  Zwangsrückschaffung  dem  äthiopischen  Sicherheitsdienst 
bereits  am  Flughafen  bekannt  würden.  Demnach  dürfte  davon 
auszugehen  sein,  dass  die  äthiopischen  Sicherheitsorgane  eine 
zwangsweise  aus  dem  Ausland  zurückgeführte  Person,  die  Anhänger 

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oder Mitglied einer regimekritischen Organisation war oder noch ist, nach 
wie  vor  als  zu  verfolgenden  Gegner  der  Regierung  ansehen  würden, 
solange  von  dieser  Person  vor  ihrer  Ausreise  aus  dem  jeweiligen 
Gastland kein eindeutiges Bekenntnis zur verfassungsmässigen Ordnung 
Äthiopiens  und  eine  klare  Abkehr  von  den  bisherigen  Aktivitäten  dieser 
regimekritischen  Organisationen  vorliegt.  Angesichts  der  beschränkten 
Ressourcen  des  äthiopischen  Nachrichtendienstes  stellt  sich  die  Frage 
nach  der  Wahrscheinlichkeit  und  dem  Ausmass  einer  allfälligen 
Überwachung  in  der  Schweiz,  welche  indessen  in  casu  offenbleiben 
kann.  Von  Bedeutung  ist  vorliegend  dagegen  die  tatsächliche 
Erkennbarkeit  der  behaupteten  exilpolitischen  Tätigkeit,  die 
Individualisierbarkeit  des  Beschwerdeführers  und  dessen  konkrete 
exilpolitische  Tätigkeit  (vgl.  im  Sinne  von  Beispielen  die  vorgenannten 
Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts).  Die  äthiopischen  Behörden 
haben nur dann ein  Interesse an der  Identifizierung einer Person, wenn 
deren  Aktivitäten  als  konkrete  Bedrohung  für  das  politische  System 
wahrgenommen werden.

5.5. Diesbezüglich ist vorab festzustellen, dass es dem Beschwerdeführer 
weder  im  ersten  noch  im  zweiten  Asylverfahren  gelungen  ist,  eine 
politisch  motivierte  asylrelevante  Verfolgung  im  Heimatland  darzutun, 
weshalb  auch  nicht  davon  auszugehen  ist,  dass  er  vor  seiner  Ausreise 
aus  Äthiopien  im  Visier  der  heimatlichen  Behörden  stand  oder  gar  als 
Regimegegner oder politischer Aktivist registriert war. 

5.6. Aus den Akten geht hervor, dass der Beschwerdeführer Mitglied der 
CUDP/KINIJT ist, an Konferenzen dieser Partei teilgenommen und sich in 
der  Schweiz  an  diversen  Protestkundgebungen  respektive 
Demonstrationen  gegen  die  äthiopische Regierung  beteiligt  hat.  Zudem 
hat  er  sich  in  zwei  Petitionslisten,  die  die  Politik  Äthiopiens  kritisierten, 
eingetragen.  Dennoch  ist  ein  exponierter  exilpolitischer  Einsatz  des 
Beschwerdeführers, der ihn ins Zentrum des Interesses des äthiopischen 
Nachrichtendienstes  rücken  könnte,  zu  verneinen.  In  diesem 
Zusammenhang  ist  festzuhalten,  dass  bei  behaupteten  subjektiven 
Nachfluchtgründen  in der Regel ein strikter Beweis möglich und deshalb 
auch erforderlich ist (vgl. STÖCKLI a.a.O. Rz. 11.148). Das BFM führt denn 
in  der  angefochtenen  Verfügung  auch  zu  Recht  aus,  dass  die 
äthiopischen Behörden nur dann ein Interesse an der Identifizierung einer 
Person  haben,  wenn  deren  Aktivitäten  als  konkrete  Bedrohung  für  das 
politische  System  wahrgenommen  werden.  Für  die  Annahme,  der 
Beschwerdeführer habe sich in dieser besonderen Art und Weise betätigt, 

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bestünden  keine  Anhaltspunkte.  Er  gehöre  mit  Sicherheit  nicht  zur 
Zielgruppe des  "harten Kerns"  von aktiven oppositionellen Äthiopiern  im 
Ausland,  für  die  sich  die  äthiopischen  Behörden  interessierten.  Dieser 
Beurteilung  schliesst  sich  das Bundesverwaltungsgericht  an. Vorliegend 
ist zudem – entgegen der Behauptung im Asylgesuch vom 20. Dezember 
2006  –  darauf  zu  schliessen,  dass  sich  die  bisherigen  exilpolitischen 
Aktivitäten  des  Beschwerdeführers  lediglich  in  wenig  exponierten 
Tätigkeiten  erschöpft  haben  (Bezahlung  des  Mitgliederbeitrages 
beziehungsweise  Teilnahme  an  Versammlungen,  Demonstrationen  und 
Kundgebungen  der  CUDP/KINIJT).  Da  der  Beschwerdeführer  gemäss 
eigenen  Angaben  lediglich  ein  gewöhnliches Mitglied  der  CUDP/KINIJT 
ist (vgl. Akten BFM 6/11, S. 6 f.), betätigt er sich nicht in einer hohen und 
in  der  Öffentlichkeit  exponierten  Kaderstelle,  weshalb  die  äthiopischen 
Behörden auch aus diesem Grund  in  ihm nicht einen ernsthaften und  in 
seinem  Wirkungsgrad  gefährlichen  Regimegegner  sehen  dürften.  Vor 
diesem  Hintergrund  lässt  die  im  vorliegenden  Verfahren  durch  die 
weiteren Beweismittel dokumentierte Beteiligung des Beschwerdeführers 
an exilpolitischen Aktivitäten –  sei  es als Teilnehmer an Kundgebungen 
und  Versammlungen  oder  als  Unterzeichner  von  Petitionen  –  von 
vornherein  nicht  das  Gefährdungspotenzial  ersehen,  welches  der 
Beschwerdeführer daraus zu ziehen versucht. Entgegen der Behauptung 
in der Rechtsmittelschrift ist demnach nicht davon auszugehen, dass der 
Beschwerdeführer  bei  einer  Rückkehr  in  sein  Heimatland  eine 
asylrechtlich  relevante  Gefährdung  zu  befürchten  hat.  An  dieser 
Einschätzung  ändern  auch  die  Ausführungen  im  Asylgesuch  vom  20. 
Dezember  2006  hinsichtlich  des  als  Beweismittel  eingereichten 
Rundschreibens des äthiopischen Aussenministeriums vom 31. Juli 2006 
nichts. Ebenso wenig vermag der Umstand, dass der Beschwerdeführer 
vor  seiner Ausreise  aus Äthiopien  eine  hohe Funktion  im Handels­  und 
Industrieministerium  bekleidete,  ihn  als  konkrete  Bedrohung  für  das 
politische  System  in  Äthiopien  erscheinen  zu  lassen,  zumal  diese 
Tätigkeit  schon  beinahe  acht  Jahre  zurück  liegt.  Es  dürfte  den 
äthiopischen  Behörden  im  Übrigen  aufgefallen  sein,  dass  die 
exilpolitische  Betätigung  vieler  äthiopischer  Asylsuchender  nach  der 
Ablehnung  ihrer  Asylgesuche  regelmässig  stark  zunimmt  respektive 
intensiver wird oder überhaupt erst ab diesem Zeitpunkt einsetzt, was das 
geltend gemachte politische Engagement als zweifelhaft erscheinen lässt. 
Im  vorliegenden  Fall  fehlen  jegliche  Hinweise  darauf,  dass  gegen  den 
Beschwerdeführer  aufgrund  der  vorgebrachten  Aktivitäten  in  Äthiopien 
ein  Strafverfahren  oder  andere  behördliche  Massnahmen  eingeleitet 
worden  sind, wobei  in  diesem Zusammenhang unter Hinweis  auf  die  in 

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Art. 8 AsylG verankerte Mitwirkungspflicht  festzuhalten  ist, dass es nicht 
Sache  der  schweizerischen  Asylbehörden  sein  kann,  jede  auch  nur 
ansatzweise und abstrakt mögliche Gefährdungssituation  im Heimatland 
des  Beschwerdeführers  abklären  zu  müssen.  Schliesslich  ist 
festzuhalten,  dass  die  Behauptung  des  Beschwerdeführers,  wonach  er 
auch  von  hier  in  der  Schweiz  operierenden  mutmasslichen 
Geheimdienstmitarbeitern  des  äthiopischen  Regimes  massiv  bedroht 
worden  sei,  in  keiner Weise  belegt  ist.  Subjektive  Nachfluchtgründe  im 
Sinne von Art. 54 AsylG sind vorliegend daher nicht gegeben.

5.7.  Zusammenfassend  ist  festzustellen,  dass  die  geltend  gemachten 
subjektiven Nachfluchtgründe nicht geeignet sind, eine flüchtlingsrechtlich 
relevante  Verfolgungsfurcht  zu  begründen,  weshalb  der 
Beschwerdeführer nicht als Flüchtling anerkannt werden kann. An dieser 
Einschätzung  vermögen  weder  die  weiteren  Ausführungen  in  den 
Eingaben  noch  die  beigelegten  Beweismittel  etwas  zu  ändern,  weshalb 
darauf  verzichtet  werden  kann,  auf  diese  weitergehend  einzugehen. 
Unter  Berücksichtigung  der  gesamten  Umstände  folgt,  dass  keine 
subjektiven  Nachfluchtgründe  im  Sinne  von  Art.  54  AsylG  vorliegen, 
weshalb  die  Vorinstanz  zu  Recht  die  Flüchtlingseigenschaft  des 
Beschwerdeführers verneint hat.

6. 
6.1. Lehnt  das Bundesamt  das Asylgesuch  ab  oder  tritt  es  darauf  nicht 
ein,  so  verfügt  es  in  der  Regel  die Wegweisung  aus  der  Schweiz  und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit 
der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

6.2. Der Beschwerdeführer  verfügt weder  über  eine  ausländerrechtliche 
Aufenthaltsbewilligung  noch  über  einen  Anspruch  auf  Erteilung  einer 
solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 
Abs. 1 AsylG; BVGE 2009/50 E. 9).

7. 
7.1.  Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 
nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach 
den  gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von 
Ausländern  (Art.  44  Abs.  2  AsylG;  Art.  83  Abs.  1  des  Bundesgesetzes 
vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer  [AuG, 
SR 142.20]).

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Bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen  gilt 
gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  seiner 
Vorgängerorganisation  ARK  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte 
Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. 
STÖCKLI a.a.O. Rz. 11.148).

7.2. 
7.2.1.  Der  Vollzug  ist  nicht  zulässig,  wenn  völkerrechtliche 
Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des 
Ausländers  in  den  Heimat­,  Herkunfts­  oder  in  einen  Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG).

So  darf  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen  werden,  in  dem  ihr  Leib,  ihr  Leben  oder  ihre  Freiheit  aus 
einem  Grund  nach  Art.  3  Abs.  1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 
5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 
1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]).

Gemäss  Art.  25  Abs.  3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  vom  18.  April  1999  (BV,  SR  101),  Art.  3  des 
Übereinkommens  vom  10.  Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere 
grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK,  SR  0.105)  und  der  Praxis  zu  Art.  3  der  Konvention  vom  4. 
November  1950  zum Schutze  der Menschenrechte  und Grundfreiheiten 
(EMRK,  SR  0.101)  darf  niemand  der  Folter  oder  unmenschlicher  oder 
erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.

7.2.2.  Da  es  dem  Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  eine 
flüchtlingsrechtlich  erhebliche Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft 
zu  machen,  kann  das  in  Art.  5  AsylG  verankerte  Prinzip  des 
flüchtlingsrechtlichen Non­Refoulements im vorliegenden Verfahren keine 
Anwendung  finden.  Eine  Rückkehr  des  Beschwerdeführers  nach 
Äthiopien ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers 
noch  aus  den  Akten  Anhaltspunkte  dafür,  dass  er  für  den  Fall  einer 
Ausschaffung  nach  Äthiopien  dort  mit  beachtlicher  Wahrscheinlichkeit 
einer  nach  Art.  3  EMRK  oder  Art.  1  FoK  verbotenen  Strafe  oder 
Behandlung  ausgesetzt  wäre.  Gemäss  Praxis  des  Europäischen 

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Gerichtshofes  für  Menschenrechte  (EGMR)  sowie  jener  des  UN­Anti­
Folterausschusses  müsste  der  Beschwerdeführer  eine  konkrete  Gefahr 
("real  risk")  nachweisen  oder  glaubhaft machen,  dass  ihm  im Fall  einer 
Rückschiebung  Folter  oder  unmenschliche  Behandlung  drohen  würde 
(vgl.  EGMR,  [Grosse  Kammer],  Saadi  gegen  Italien,  Urteil  vom  28. 
Februar  2008,  Beschwerde  Nr.  37201/06,  §§  124­127,  mit  weiteren 
Hinweisen).  Aufgrund  der  Akten  sowie  der  vorstehenden  Erwägungen 
betreffend die Frage der Flüchtlingseigenschaft  ist  indessen nicht davon 
auszugehen,  dass  ihm  im  Falle  einer  Rückkehr  nach  Äthiopien  eine 
derartige Gefahr droht. Entgegen der vom Beschwerdeführer vertretenen 
Auffassung  lässt  auch  die  allgemeine  Menschenrechtssituation  in 
Äthiopien  den  Wegweisungsvollzug  zum  heutigen  Zeitpunkt  nicht  als 
unzulässig  erscheinen.  Nach  dem  Gesagten  ist  der  Vollzug  der 
Wegweisung  sowohl  im  Sinne  der  asyl­  als  auch  der  völkerrechtlichen 
Bestimmungen zulässig.

7.3. 
7.3.1. Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug  für Ausländerinnen 
und  Ausländer  unzumutbar  sein,  wenn  sie  im  Heimat­  oder 
Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg, 
allgemeiner  Gewalt  und  medizinischer  Notlage  konkret  gefährdet  sind. 
Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 
83 Abs.  7  AuG  –  die  vorläufige  Aufnahme  zu  gewähren  (vgl.  Botschaft 
zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 
2002, BBl 2002 3818).

7.3.2.  In  konstanter  Praxis wird  von  einer  grundsätzlichen  Zumutbarkeit 
des  Wegweisungsvollzugs  nach  Äthiopien  ausgegangen  (vgl.  bereits 
EMARK  1998  Nr.  22).  Der  zweieinhalb  Jahre  dauernde  Grenzkrieg 
zwischen  Äthiopien  und  Eritrea  wurde  im  Juni  2000 mit  einem  von  der 
Organisation  für  die  Einheit  Afrikas  (OAU)  vermittelten  Waffenstillstand 
und einem von beiden Staaten am 12. Dezember 2000 unterzeichneten 
Friedensabkommen beendet. Trotz Abzugs der UN­Friedenstruppen aus 
Eritrea  im März 2008 und aus Äthiopien  im August 2008  ist  im heutigen 
Zeitpunkt  nicht  von  einem  offenen  Konflikt  im  Grenzgebiet  zwischen 
Äthiopien  und Eritrea  auszugehen.  Insgesamt  kann  jedenfalls  nicht  von 
einer  rechtlich  relevanten  Verschlechterung  der  allgemeinen  Lage  in 
Äthiopien gesprochen werden.

7.3.3. Aufgrund  der  persönlichen  Situation  des  Beschwerdeführers  sind 
ebenfalls  keine  Gründe  ersichtlich,  die  gegen  die  Zumutbarkeit  des 

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Wegweisungsvollzugs  sprechen.  Es  ist  nicht  in  Abrede  zu  stellen,  dass 
der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr nach Äthiopien aufgrund seiner 
mehrjährigen  Landesabwesenheit  mit  gewissen  Schwierigkeiten 
konfrontiert werden könnte. Indes hat er bis zu seiner Ausreise im Jahre 
2003, mithin (…) Jahre, in seinem Heimatland gelebt. Zudem verfügt der 
– soweit den Akten zu entnehmen ist – gesunde Beschwerdeführer über 
eine  sehr  gute  Ausbildung  (Universitätsabschluss  in  […])  sowie  über 
jahrelange  Berufserfahrung  in  verantwortungsvoller  Position,  weshalb 
anzunehmen  ist,  er  könne  sich  in  seiner  Heimat  wieder  wirtschaftlich 
integrieren.  Überdies  leben  seine  Mutter  sowie  eine  Schwester  in 
Äthiopien.  Bei  dieser  Sachlage  ist  davon  auszugehen,  dass  der 
Beschwerdeführer  in  seinem  Heimatland  über  ein  soziales 
Beziehungsnetz verfügt, welches ihm eine Reintegration erleichtern kann. 
Die  Rückkehrhilfe  der  Schweiz  wird  ihm  im  Bedarfsfall  den 
Wiedereinstieg  in  seine  Heimat  ebenfalls  erleichtern  (Art.  74  der 
Asylverordnung 2 vom 11. August 1999  [AsylV 2, SR 142.312]). Blosse 
soziale  und  wirtschaftliche  Schwierigkeiten,  von  denen  die  ansässige 
Bevölkerung  im  Allgemeinen  betroffen  ist,  genügen  nicht,  um  eine 
Gefährdung  im  Sinne  von  Art.  83  Abs.  4  AuG  darzustellen  (vgl.  BVGE 
2008/34  E.11.2.2;  EMARK  2005  Nr.  24  E.  10.1  S.  215).  Nach  dem 
Gesagten  ist  der  Vollzug  der Wegweisung  somit  auch  als  zumutbar  zu 
bezeichnen.

7.4.  Schliesslich  obliegt  es  dem  Beschwerdeführer,  sich  bei  der 
zuständigen  Vertretung  des  Heimatstaates  die  für  eine  Rückkehr 
notwendigen  Reisedokumente  zu  beschaffen  (Art.  8  Abs.  4  AsylG), 
weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist 
(Art. 83 Abs. 2 AuG, vgl. BVGE 2008/34 E. 12).

8. 
Insgesamt ist der durch die Vorinstanz verfügte Vollzug der Wegweisung 
zu  bestätigen.  Die  Vorinstanz  hat  den  Vollzug  zu  Recht  als  zulässig, 
zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt eine Anordnung 
der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1­4 AuG).

9. 
Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung 
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und 
vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art.  106  AsylG).  Die 
Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

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10. 
Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  die  Kosten  dem 
Beschwerdeführer  aufzuerlegen  (Art.  63  Abs.  1  und  5  VwVG),  auf 
insgesamt  Fr.  600.­­  festzusetzen  (Art.  1­3  des  Reglements  vom  21. 
Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2])  und  mit  dem  am  5. 
Dezember  2010  in  derselben  Höhe  geleisteten  Kostenvorschuss  zu 
verrechnen.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Die  Verfahrenskosten  von  Fr.  600.­­  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Dieser  Betrag  wird  mit  dem  am  5.  Dezember  2010  vom 
Beschwerdeführer  zu  Gunsten  der  Gerichtskasse  in  derselben  Höhe 
geleisteten Kostenvorschuss verrechnet.

3. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Robert Galliker Matthias Jaggi

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