# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 71fd1a61-2407-5ec9-946a-145e497560c6
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-06-21
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 21.06.2010 UV 2009/74
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2009-74_2010-06-21.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2009/74

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 03.04.2020

Entscheiddatum: 21.06.2010

Entscheid Versicherungsgericht, 21.06.2010
Art. 4 ATSG: Unfallbegriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit des äusseren 
Faktors bei Diagnose eines Schmerzsyndroms nach Ausführung eines 
Klimmzugs verneint. Art. 9 Abs. 2 UVV: Der durch den Klimmzug ausgelöste 
Schmerzzustand ist mit dem Beweisgrad der überwiegenden 
Wahrscheinlichkeit nicht auf eine unfallähnliche Körperschädigung 
zurückzuführen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. 
Gallen vom 21. Juni 2010, UV 2009/74).

Präsident Martin Rutishauser, Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider und 

Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiberin Jeannine Bodmer

Entscheid vom 21. Juni 2010

in Sachen

E.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Benno Lindegger, Marktgasse 20, 9000 St. 

Gallen,

gegen

Schweizerische Mobiliar Versicherungsgesellschaft, Bundesgasse 35, Postfach, 

3001 Bern,

Beschwerdegegnerin,

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betreffend

Versicherungsleistungen

Sachverhalt:

A.      

Der 1975 geborene E.___ war bei der A.___ als Finanzberater tätig und dadurch bei der 

Schweizerischen Mobiliar Versicherungsgesellschaft (nachfolgend: Mobiliar) gegen die 

Folgen von Unfällen versichert, als die Arbeitgeberin am 25. November 2008 meldete, 

der Versicherte habe sich am 31. Oktober 2008 bei der Ausübung einer Fitnessaktivität 

wegen einer Fehlbelastung einen Nerv eingeklemmt, worauf er Schmerzen im Rücken 

verspürt habe und in der Beweglichkeit eingeschränkt gewesen sei (Unfallmeldung/

Unfallschein: act. 1). Nach Vornahme entsprechender Abklärungen - Einholung eines 

Arztzeugnisses beim erstbehandelnden Arzt (Medizinischen Akten: act. 1) sowie 

ergänzenden Erkundigungen beim Versicherten zum Unfallablauf (Korrespondenz, 

Aktennotizen: act. 9) - teilte die Mobiliar dem Versicherten mit Schreiben vom 2. März 

2009 mit, dass kein Unfallereignis im Sinn von Art. 4 des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) vorliege. Auch seien 

die Voraussetzungen zur Übernahme des Schadenfalls als unfallähnliche 

Körperschädigung nicht erfüllt. Sie lehne deshalb eine Leistungspflicht ab 

(Korrespondenz, Aktennotizen: act. 13). Mit E-Mail vom 11. März 2009 nahm der 

Versicherte zur Leistungsablehnung Stellung (Korrespondenz, Aktennotiz: act. 19), 

worauf die Mobiliar am 17. April 2009 verfügungsweise an der Leistungsablehnung 

gemäss Schreiben vom 2. März 2009 festhielt (Korrespondenz, Aktennotizen: act. 24).

B.      

Die gegen diese Verfügung erhobene Einsprache vom 20. Mai 2009 wies die Mobiliar 

mit Einspracheentscheid vom 3. Juni 2009 ab (Korrespondenz, Aktennotizen: act. 38).

C.       

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C.a   Gegen diesen Einspracheentscheid liess der Versicherte durch Rechtsanwalt lic. 

iur. B. Lindegger, St. Gallen, am 4. Juli 2009 Beschwerde erheben mit dem Antrag, die 

Verfügung vom 17. April 2009 und der Einspracheentscheid vom 3. Juni 2009 seien 

aufzuheben und es seien ihm für das Ereignis vom 31. Oktober 2008 die gesetzlichen 

Leistungen auszurichten, unter Kosten- und Entschädigungsfolge.

C.b   Mit Beschwerdeantwort vom 7. September 2009 beantragte die 

Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde.

C.c   Mit Replik vom 17. November 2009 und Duplik vom 1. Dezember 2009 hielten die 

Verfahrensbeteiligten an ihren bisherigen Anträgen fest.

C.d   Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie die weiteren 

Ausführungen in den medizinischen Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den 

nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:

1.       

Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin als obligatorischer 

Unfallversicherer für die Folgen des Vorfalls vom 31. Oktober 2008 leistungspflichtig ist. 

Während der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers geltend macht, beim fraglichen 

Vorfall handle es sich um einen Unfall im Sinn von Art. 4 ATSG, vertritt die 

Beschwerdegegnerin die gegenteilige Ansicht. In der Beschwerde vom 4. Juli 2009 

wendet der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers zudem ein, es seien zur erlittenen 

Verletzung (thorakovertebrales Schmerzsyndrom) keinerlei Abklärungen getroffen 

worden und es sei nicht dargetan, dass keine unfallähnliche Körperschädigung im Sinn 

von Art. 9 Abs. 2 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) 

vorliege, für welche der Unfallversicherer ebenfalls leistungspflichtig wäre.

2.       

Gemäss Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; 

SR 832.20) werden die Leistungen der Unfallversicherung bei Berufsunfällen, Nicht­

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berufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz nichts anderes 

bestimmt. Als Unfall gilt die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung 

eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine 

Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit oder den Tod zur Folge 

hat (Art. 4 ATSG). Dabei bezieht sich das Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit nicht 

auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern auf den Faktor selbst. Ohne Belang für 

die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist somit, dass der äussere Faktor selbst allenfalls 

schwerwiegende, unerwartete Folgen nach sich zog (BGE 112 V 202 E. 1). Der äussere 

Faktor ist ungewöhnlich, wenn er den Rahmen des im jeweiligen Lebensbereich 

Alltäglichen oder Üblichen überschreitet. Ob dies zutrifft, beurteilt sich im Einzelfall, 

wobei grundsätzlich nur die objektiven Umstände in Betracht fallen (RKUV 2000 Nr. U 

368 S. 99 E. 2b mit Hinweisen; BGE 122 V 233 E. 1, 121 V 38 E. 1a, je mit Hinweisen). 

Nach Lehre und Rechtsprechung kann das Merkmal des ungewöhnlichen äusseren 

Faktors auch in einer unkoordinierten Bewegung (RKUV 1999 Nr. U 333 S. 199 E. 3c/aa 

und Nr. U 345 S. 422 E. 2b; Alfred Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 

2. Aufl. Bern 1989, S. 176 f.) oder in einer (im Hinblick auf die Konstitution und 

berufliche oder ausserberufliche Gewöhnung der betreffenden Person) 

ausserordentlichen Überanstrengung (vgl. BGE 116 V 139 E. 3b; RKUV 1994 Nr. U 180 

S. 38 E. 2) bestehen. Bei Körperbewegungen ist das Merkmal der Ungewöhnlichkeit 

erfüllt, wenn ein in der Aussenwelt begründeter Umstand den natürlichen Ablauf einer 

Körperbewegung gleichsam "programmwidrig" beeinflusst hat. Bei einer solchen 

unkoordinierten Bewegung ist der ungewöhnliche äussere Faktor zu bejahen; denn der 

äussere Faktor - Veränderung zwischen Körper und Aussenwelt - ist wegen der 

erwähnten Programmwidrigkeit zugleich ein ungewöhnlicher Faktor (BGE 130 V 117 E. 

2.1; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: 

Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 7. Oktober 2003 [U 32/02] i/S 

Z., E. 2.2; RKUV 1996 Nr. U 253 S. 204 E. 4c und 1994 Nr. U 180 S. 38 E. 2 mit 

Hinweisen).

3.        

3.1    Zu prüfen ist im Folgenden, ob ein ungewöhnlicher äusserer Faktor auf den 

Körper des Beschwerdeführers eingewirkt hat.

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3.2    Gemäss Unfallmeldung vom 25. November 2008 klemmte sich der 

Beschwerdeführer bei der Ausübung einer Fitnessaktivität wegen einer Fehlbelastung 

einen Nerv ein, worauf er Schmerzen im Rücken verspürte und in der Beweglichkeit 

des Rückens eingeschränkt war (Unfallmeldung, Unfallschein: act. 1). In dem von der 

Beschwerdegegnerin zugestellten Fragebogen beantwortete der Beschwerdeführer die 

Frage, ob sich anlässlich des Ereignisses vom 31. Oktober 2008 etwas 

Aussergewöhnliches (Sturz, Ausgleiten, Stolpern etc.) zugetragen habe, am 15. 

Dezember 2008 dahingehend, dass es beim Ausführen eines Klimmzugs zu einer 

Verrenkung und Fehlbelastung gekommen sei; er habe ein plötzliches Knacken und 

einen Schmerz im Rücken verspürt (Korrespondenz, Aktennotizen: act. 9). Im E-Mail 

vom 11. März 2009 erklärte der Beschwerdeführer, dass er aufgrund einer plötzlichen 

Verrenkung bei der Ausführung eines Klimmzugs im Rücken (genauer im Nacken bzw. 

wahrscheinlich in der Nackenmuskulatur) einen plötzlichen Schmerz verspürt habe; es 

sei dabei bestimmt ein Muskel oder eine Sehne angerissen (Korrespondenz, 

Aktennotizen: act. 19). In der Einsprache vom 20. Mai 2009 wurde dargelegt, dass der 

Klimmzug mit letzter Kraft vollendet werden musste. Dabei sei es zu einer ruckartigen 

Bewegung gekommen, die eine Verrenkung der Wirbelsäule bewirkt habe 

(Korrespondenz, Aktennotizen: act. 28). In der Beschwerde vom 4. Juli 2009 legte der 

Rechtsvertreter des Beschwerdeführers schliesslich dar, der körperlich wenig trainierte 

Beschwerdeführer habe seinen eigenen Körper von 90kg mit ausserordentlichem 

Kraftaufwand nach oben gezogen. Mit seinem ruckartigen Klimmzug mit Unterstützung 

der rudernden Beine habe er in der Luft keine koordinierte Bewegung vollzogen. 

Vielmehr sei die letzte Klimmzugübung völlig anders verlaufen als geplant. Das 

ruckartige Hochziehen und die rudernden Beine hätten den natürlichen Ablauf der 

Klimmzug-Körperbewegung programmwidrig beeinflusst. Eine Verletzung der 

Wirbelsäule liege bei Klimmzügen nicht in der "Spannweite des Üblichen". Die fragliche 

Bewegung sei mit einem Ausgleiten und Stolpern am Boden vergleichbar.

3.3    Das Merkmal des ungewöhnlichen äusseren Faktors kann - wie bereits dargelegt 

(vgl. Erw. 2) - auch in einer unkoordinierten Bewegung bestehen. Der ungewöhnliche 

äussere Faktor liegt in solchen Fällen dann darin, dass die körperliche Bewegung durch 

etwas "Programmwidriges" gestört wird. Eine solche programmwidrige Störung liegt 

beispielsweise dann vor, wenn die versicherte Person stolpert, ausgleitet oder sich an 

einem Gegenstand anstösst oder wenn sie, um ein Ausgleiten zu verhindern, eine 

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reflexartige Abwehrhaltung ausführt oder auszuführen versucht. Wo sich die 

Schädigung auf das Körperinnere beschränkt und sie erfahrungsgemäss auch als 

alleinige Folge von Krankheiten, namentlich von degenerativen Veränderungen eines 

Körperteils innerhalb eines durchaus normalen Geschehensablaufs auftreten kann, 

muss die unkoordinierte Bewegung als unmittelbare Ursache der Schädigung unter 

besonders sinnfälligen Umständen gesetzt worden sein (RKUV 1999 Nr. U 345 S. 422 

E. 2b). Bei einer Sportverletzung ist ohne besonderes Vorkommnis das Merkmal der 

Ungewöhnlichkeit und damit das Vorliegen eines Unfalls zu verneinen (BGE 130 V 118 

E. 2.2 mit Hinweisen). Hingegen ist bei sportlichen Tätigkeiten ein Unfall im Rechtssinn 

dann anzunehmen, wenn die sportliche Übung anders verläuft als geplant (vgl. RKUV 

1992 Nr. U 156 S. 258). Eine relevante Programmwidrigkeit liegt unter anderem dann 

vor, wenn die sich sportlich betätigende Person stürzt oder ausgleitet (Urteil des EVG 

vom 7. Oktober 2003 [U 322/02] i/S Z., E. 4 mit Hinweisen).

3.4    Der Klimmzug ist eine bekannte sportliche Übung, bei der der hängende Körper 

mit den Armen in Zusammenarbeit mit dem Rücken an einer waagrechten Stange 

(Klimmzugstange) hochgezogen und wieder abgesenkt wird. Dabei kommt es zur 

Beanspruchung von verschiedenen Muskeln, vornehmlich des grossen Rückenmuskels 

(Musculus latissimus dorsi) und des Bizeps (Musculus biceps brachii) (vgl. dazu 

Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Klimmzug, Abfrage vom 4. März 2010). Die dabei 

anfallende Krafteinwirkung auf den Körper gehört zur ausgeführten Übung und ist 

damit nicht aussergewöhnlich. Daran ändert auch die Tatsache, dass der 

Beschwerdeführer 90kg schwer und gemäss seinem Rechtsvertreter körperlich wenig 

trainiert ist, nichts. Damit eine körpereigene Bewegung das gemäss Art. 4 ATSG 

erforderliche Tatbestandsmerkmal der Ungewöhnlichkeit erfüllt, muss sie zusätzlich 

aus einer eindeutig programmwidrigen Bewegung im Sinn von Erwägung 3.3 

hervorgegangen sein. Eine solche unfallversicherungsrechtlich relevante 

Programmwidrigkeit bzw. eine unter besonders sinnfälligen Umständen gesetzte 

unkoordinierte Bewegung, vergleichbar mit einem Ausgleiten oder Stolpern, liegt im 

konkreten Fall indessen aufgrund aller Beschreibungen des Übungsablaufs nicht vor. 

Der Ablauf mit einem ruckartigen Verwinden des Körpers und rudernden Beinen ist bei 

der Ausführung von Klimmzügen, insbesondere wenn diese wiederholt ausgeführt 

werden und das Hochziehen des körpereigenen Gewichts die letzten Kraftreserven 

erfordert, nach aller Erfahrung völlig normal. Besonders gilt dies, wenn die Übung 

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durch eine eher schwergewichtige, körperlich wenig trainierte Person ausgeführt wird. 

Ein von diesem Normalablauf abweichender Übungsablauf ist durch den 

Beschwerdeführer nicht dargetan. Eine Fehlbelastung oder Verrenkung der Wirbelsäule 

(bzw. des Rückens), die über die übliche Belastung bei einem Klimmzug hinaus gehen 

und das Kriterium der Ungewöhnlichkeit erfüllen würde, ist nicht erkennbar, ganz 

abgesehen davon, dass eine Verrenkung (Luxation = Gelenkverletzung mit 

vollständiger Diskontinuität der gelenkbildenden Knochenenden; vgl. Pschyrembel, 

Klinisches Wörterbuch, 260. Auflage, S. 1082) schon im Grundsatz nicht mit dem 

Bewegungsablauf des Klimmzugs in Verbindung zu bringen ist. Wenn sich das einer 

sportlichen Übung inhärente Risiko einer Verletzung verwirklicht, liegt auch dann noch 

kein Unfallereignis vor, wenn die Übung zwar nicht ideal verläuft, die Art der 

Ausführung sich aber noch in der Spannweite des Üblichen bewegt (RKUV 2004 Nr. U 

502 S. 185 E. 4.4). Davon ist in Bezug auf den vorliegenden Fall auszugehen. Auch 

wenn damit nicht in Abrede gestellt werden soll, dass der beschriebene Vorgang vom 

31. Oktober 2008 den Auslösefaktor für den plötzlich aufgetretenen Schmerz im 

Rücken bildete, so handelt es sich bei diesem Schmerz eben um die Wirkung des 

Vorgangs, auf den es bei der Beurteilung der Aussergewöhnlichkeit des äusseren 

Faktors indessen gerade nicht ankommt (vgl. Erw. 2).

3.5    Insgesamt ist damit das Vorliegen einer besonders sinnfälligen unkoordinierten 

Bewegung nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit dargetan bzw. kann ein 

Unfallereignis nicht als erwiesen angesehen werden.

4.        

4.1    Somit bleibt die Frage zu beantworten, ob eine unfallähnliche Körperschädigung 

im Sinn von Art. 9 Abs. 2 UVV vorliegt, bei welcher eine ungewöhnliche äussere 

Einwirkung nicht begriffsnotwendig ist, sondern ein alltäglicher und diskreter plötzlicher 

Auslösungsfaktor, beispielsweise eine körpereigene Bewegung genügt (Alfred Bühler, 

Die unfallähnliche Körperschädigung, in: SZS 1996, S. 111; BGE 116 V 145 E. 2c; 

RKUV 1997 Nr. U 277 S. 203 E. 2b). Als so genannte unfallähnliche 

Körperschädigungen gelten die in Art. 9 Abs. 2 lit. a - h UVV (abschliessend [vgl. BGE 

116 V 140 E. 4a, 147 E. 2b, je mit Hinweisen; Alfred Maurer, Schweizerisches 

Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl. Bern 1989, S. 202]) aufgeführten 

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Körperschädigungen. Es handelt sich dabei um Knochenbrüche (lit. a), Verrenkungen 

von Gelenken (lit. b), Meniskusrisse (lit. c), Muskelrisse (lit. d), Muskelzerrungen (lit. e), 

Sehnenrisse (lit. f), Bandläsionen (lit. g) und Trommelfellverletzungen (lit. h), sofern sie 

nicht eindeutig auf eine Erkrankung oder eine Degeneration zurückzuführen sind.

4.2    Dr. B.___ stellte im Arztzeugnis vom 9. Februar 2009 die Diagnose einer Lumbago 

(Medizinische Akten: act. 1). Mit E-Mail vom 28. April 2009 an die Beschwerdegegnerin 

korrigierte er diese offensichtlich irrtümlich angegebene Diagnose und erklärte, die vom 

Beschwerdeführer angegebenen Schmerzen in der oberen Rückenpartie entsprächen 

einem thorakovertebralen Schmerzsyndrom, das während einer Klimmzugübung 

plötzlich aufgetreten sei (Korrespondenz, Aktennotizen: act. 31). - Unter den 

Verfahrensparteien ist unbestritten, dass damit von ärztlicher Seite keine unfallähnliche 

Körperschädigung im Sinn von Art. 9 Abs. 2 lit. a-h UVV bestätigt ist. Das Vorliegen 

eines Schmerzsyndroms bedeutet keinesfalls automatisch auch das Vorliegen einer 

unfallähnlichen strukturellen Gesundheitsschädigung. Laut Roche Lexikon Medizin (5. 

Aufl., S. 1791) handelt es sich bei einem Syndrom um ein sich stets mit etwa den 

gleichen Krankheitszeichen, d.h. einer Symptomatik mit weitgehend identischem 

"Symptommuster" manifestierendes Krankheitsbild mit unbekannter, vieldeutiger, 

durch vielfältige Ursachen bedingter oder nur teilweise bekannter Ätiogenese. Dr. B.___ 

hat demnach mit der Diagnose eines thorakovertebralen Schmerzsyndroms lediglich 

das Beschwerdebild fassbar gemacht, ohne es dabei aber eindeutig einem 

organischen Korrelat zuzuordnen. Der Vollständigkeit halber sei sodann angefügt, dass 

das EVG die Qualifikation als unfallähnliche Körperschädigung für das unter der 

Diagnose Lumbago zusammengefasste Beschwerdebild ausdrücklich verneint hat 

(BGE 116 V 154 E. 5d ff. mit Hinweisen).

4.3    Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers beanstandet in diesem 

Zusammenhang, dass hinsichtlich der Ätiogenese des thorakovertebralen 

Schmerzsyndroms keine Abklärungen getroffen worden seien, und insofern 

medizinisch nicht dargetan sei, dass weder eine Verletzung eines Gelenks im Sinn von 

Art. 9 Abs. 2 lit. b UVV, noch eine andere in Art. 9 Abs. 2 UVV genannte 

Körperschädigung, insbesondere ein Muskelriss oder eine Muskelzerrung, vorlägen. - 

Der Beschwerdeführer wurde von seinem Hausarzt Dr. B.___ untersucht, der dabei 

keine akuten Verletzungen wie eine Muskelzerrung, einen Muskelriss oder eine 

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Gelenksverrenkung feststellte. Eine Gelenksverrenkung kann bereits mit Blick auf die 

Erwägungen in Ziff. 3.4 von vorneherein ausgeschlossen werden. Entsprechend 

erachtete Dr. B.___ auch eine radiologische Untersuchung nicht für notwendig. Auch 

im Rahmen der hausärztlich verordneten Physiotherapie zeigten sich offensichtlich 

keine Hinweise für eine strukturelle Verletzung (vgl. Belege, Rechnungen). Der 

Umstand, dass Dr. B.___ zuerst eine Schmerzproblematik im Bereich 

Lendenwirbelsäule bestätigte, seine echtzeitliche Diagnose dann aber auf eine solche 

auf Höhe des Thorax korrigierte, und der Beschwerdeführer selbst gegenüber der 

Beschwerdegegnerin am 11. März 2009 jedoch über Schmerzen im Nacken bzw. in der 

Nackenmuskulatur sprach (Korrespondenz, Aktennotizen: act. 19), macht die konkrete 

Schmerzsituation zusätzlich unklar und lässt jedenfalls nicht auf eine akute, klar einem 

bestimmten Muskel oder Gelenk zuordenbare Verletzung schliessen. Hinzu kommt, 

dass sich der Beschwerdeführer erst rund einen Monat nach dem fraglichen Ereignis 

bei Dr. B.___ in Behandlung begab (Medizinische Akten: act. 1). Angesichts dieser 

Umstände ist ohne Durchführung weiterer medizinischer Abklärungen mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass der beim 

Beschwerdeführer durch den Klimmzug ausgelöste Schmerzzustand nicht auf eine 

unfallähnliche Körperschädigung im Sinn von Art. 9 Abs. 2 UVV zurückzuführen ist. Die 

Frage nach dem Vorliegen eines unfallähnlichen Ereignisses kann demnach offen 

gelassen werden.

5.

Die Beschwerdegegnerin hat somit ihre Leistungspflicht für das Ereignis vom 31. 

Oktober 2008 zu Recht verneint. Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die 

Beschwerde unter Bestätigung des Einspracheentscheids vom 3. Juni 2009 

abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1.       Die Beschwerde wird abgewiesen.

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2.       Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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