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**Case Identifier:** 0414966f-95c0-5425-8a15-8259faccc878
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-06-08
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 08.06.2020 715 20 74/123
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_715-20-74-123_2020-06-08.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 8. Juni 2020 (715 20 74 / 123) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Arbeitslosenversicherung 

 

 

Einstellung in der Anspruchsberechtigung wegen Nichtbefolgens einer Weisung (Nicht-

antritt einer angeordneten arbeitsmarktlichen Massnahme) 

 

 
Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Gerichtsschreiberin i.V. Felicia Käslin 

 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin 
  

 
gegen 
 
 

 KIGA Baselland, Ergänzende Massnahmen ALV, Güterstrasse 107, 
4133 Pratteln, Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff Einstellung in der Anspruchsberechtigung 

 
 
A.1 Die 1981 geborene A.____ meldete sich am 17. Januar 2019 beim Regionalen Arbeits-
vermittlungszentrum (RAV) im Rahmen eines 60 % Pensums zur Arbeitsvermittlung an und erhob 
ab dem 14. März 2019 Anspruch auf Taggeldleistungen der Arbeitslosenversicherung (ALV). 
Laut Eintrag im Dokument Beratungsverlauf wurde anlässlich des Gesprächs mit der zuständigen 
RAV-Personalberaterin vom 20. August 2019 beschlossen, die Teilnahme an einem Programm 
zur vorübergehenden Beschäftigung (PvB) umzusetzen. Mit Zuweisungsentscheid vom selben 
Tag wies die RAV-Personalberaterin die Versicherte an, sich im Rahmen einer arbeitsmarktlichen 
Massnahme bei der B.____ telefonisch oder persönlich für eine Teilnahme an einem PvB zu 

 
 
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melden. Gemäss Zuweisungsrückmeldung der B.____ vom 2. September 2019 kam A.____ die-
ser Aufforderung nach. Jedoch sei eine Aufnahme der Tätigkeit per 4. September 2019 nicht 
möglich gewesen, da sie die Kinderbetreuung zwischen dem 3. September 2019 und dem 
15. September 2019 nicht habe gewährleisten können. 

A.2 Mit E-Mail vom 3. September 2019 teilte A.____ ihrer RAV-Personalberaterin mit, dass 
sie sich in der Gegenwart des zuständigen Mitarbeiters der B.____ überhaupt nicht wohlgefühlt 
habe. Er habe ihr anlässlich des Aufnahmegesprächs vom 28. August 2019 unangenehme Fra-
gen zu einem möglichen Drogenkonsum gestellt. In der Folge wies die RAV-Personalberaterin 
die Versicherte mit Zuweisungsentscheid vom 3. September 2019 an, an einem PvB bei einer 
anderen Institution teilzunehmen, was sie befolgte. A.____ ist dort seit dem 24. September 2019 
beschäftigt. 

B. Mit Verfügung vom 1. Oktober 2019 stellte das RAV, Abteilung Ergänzende Massnah-
men ALV, A.____ wegen Nichtbefolgens einer Weisung für 22 Tage in der Anspruchsberechti-
gung ein. Begründet wurde die Einstellung damit, dass kein entschuldbarer Grund für den Nicht-
antritt der angeordneten Massnahme vorliege, namentlich den Einsatz im Verkauf im Rahmen 
des PvB. Die dagegen erhobene Einsprache wies das kantonale Amt für Industrie, Gewerbe und 
Arbeit (KIGA) mit Entscheid vom 28. Januar 2020 ab. 

C. Mit Eingabe vom 20. Februar 2020 erhob die Beschwerdeführerin beim Kantonsgericht 
Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht), Beschwerde gegen den 
Einspracheentscheid vom 28. Januar 2020 und beantragte dessen Aufhebung. Sie machte sinn-
gemäss geltend, das vorgesehene PvB bei der B.____ sei für sie aus persönlichen Gründen nicht 
zumutbar gewesen. 

D. Die Beschwerdegegnerin schloss mit Vernehmlassung vom 3. März 2020 auf Abwei-
sung der Beschwerde. 
 
 
Die Präsidentin zieht  i n  E r w ä g u n g : 
 

1.1 Gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenversi-
cherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) vom 25. Juni 1982 in Verbindung mit den Art. 
56 und 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG) vom 6. Oktober 2000 kann gegen Einspracheentscheide aus dem Bereich der Arbeitslo-
senversicherung Beschwerde beim kantonalen Versicherungsgericht erhoben werden. Örtlich zu-
ständig ist nach Art. 100 Abs. 3 AVIG i.V.m. Art. 128 Abs. 1 sowie Art. 119 Abs. 1 lit. a und Abs. 
2 der Verordnung über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädi-
gung (AVIV) vom 31. August 1983 das Versicherungsgericht desjenigen Kantons, in dem die ver-
sicherte Person zur Zeit des Verfügungserlasses die Kontrollpflicht erfüllt. Vorliegend kam die 
Beschwerdeführerin ihrer Kontrollpflichten im Kanton Basel-Landschaft nach, weshalb die örtli-
che Zuständigkeit des Kantonsgerichts zu bejahen ist. Nach § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über 
die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das 

 
 
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Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwer-
den gegen Einspracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Auf die im Üb-
rigen frist- und formgerecht erhobene Beschwerde der Versicherten vom 20. Februar 2020 ist 
demnach einzutreten. 

1.2 Gemäss § 55 Abs. 1 VPO entscheidet die präsidierende Person der Abteilung Sozial-
versicherungsrecht des Kantonsgerichts Streitigkeiten bis zu einem Streitwert von Fr. 20'000.-- 
durch Präsidialentscheid. Bei einem Taggeld von Fr. 113.60 und 22 Einstelltagen beläuft sich der 
Streitwert vorliegend auf Fr. 2'499.20 (22 x Fr. 113.60). Über die Beschwerde ist demnach präsi-
dial zu entscheiden. 

2. Streitig ist, ob die Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin infolge Nichtantritts ei-
ner arbeitsmarktlichen Massnahme zu Recht für die Dauer von 22 Tagen in der Anspruchsbe-
rechtigung einstellte. 

2.1 Nach Art. 17 Abs. 1 AVIG muss die versicherte Person mit Unterstützung des zuständi-
gen Arbeitsamtes alles Zumutbare unternehmen, um eine Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu 
verkürzen (Schadenminderungspflicht; BGE 124 V 225 E. 2). Insbesondere ist sie verpflichtet, 
Arbeit zu suchen, nötigenfalls auch ausserhalb ihres bisherigen Berufes, und sie muss ihre Be-
mühungen nachweisen können. Im Weiteren muss die versicherte Person eine vermittelte zu-
mutbare Arbeit annehmen und sie hat auf Weisung der zuständigen Amtsstelle an arbeitsmarkt-
lichen Massnahmen teilzunehmen, die ihre Vermittlungsfähigkeit fördern (Art. 17 Abs. 3 lit. a 
AVIG). 

2.2 Zur Durchsetzung der verschiedenen in Art. 17 AVIG statuierten Pflichten der versicher-
ten Person, insbesondere der Schadenminderungspflicht, sieht das Gesetz bei Verhaltenswei-
sen, die sich negativ auf Eintritt oder Dauer der Leistungspflicht der Arbeitslosenversicherung 
auswirken, Sanktionen vor. Insbesondere kann die zuständige kantonale Amtsstelle die Einstel-
lung in der Anspruchsberechtigung verfügen (Art. 30 Abs. 1 AVIG). Dabei hat die Einstellung die 
Funktion einer Haftungsbegrenzung der Versicherung für Schäden, die die versicherte Person 
hätte vermeiden oder vermindern können. Als Verwaltungssanktion ist sie vom Gesetzmässig-
keits-, Verhältnismässigkeits- und Verschuldensprinzip beherrscht (THOMAS NUSSBAUMER, 
Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, Soziale Sicherheit, Arbeitslosenversicherung, in: 
Schindler/Tanquerel/Tschannen/Uhlmann, Basel 2016, Rz. 828). Die versicherte Person kann 
mithin in der Anspruchsberechtigung eingestellt werden, wenn sie die Kontrollvorschriften oder 
die Weisungen der zuständigen Amtsstelle nicht befolgt, namentlich eine zumutbare Arbeit nicht 
annimmt oder eine arbeitsmarktliche Massnahme ohne entschuldbaren Grund nicht antritt, ab-
bricht oder deren Durchführung oder Zweck durch ihr Verhalten beeinträchtigt oder verunmöglicht 
(Art. 30 Abs. 1 lit. d AVIG). Hierzu ist anzumerken, dass eine Einstellung in der Anspruchsbe-
rechtigung nicht (zwingend) den Nachweis eines Kausalzusammenhangs zwischen dem Verhal-
ten der versicherten Person und der Verlängerung der Arbeitslosigkeit, mithin dem (auch) der 
Arbeitslosenversicherung entstandenen Schaden voraussetzt. Vielmehr werden bestimmte 
Handlungen und Unterlassungen bereits dann sanktioniert, wenn sie ein Schadensrisiko in sich 
bergen (Urteil des Bundesgerichts vom 23. Dezember 2014, 8C_491/2014, E. 2). 

 
 
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3.1 In verfahrensrechtlicher Hinsicht ist auf folgende Verfahrensgrundsätze hinzuweisen: 
Das sozialversicherungsrechtliche Verwaltungsverfahren und der Sozialversicherungsprozess 
sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Danach haben der Versicherungsträger und das 
Gericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Feststellung des rechtserheblichen 
Sachverhalts zu sorgen (BGE 125 V 195 E. 2; 122 V 158 E. 1a). Dies bedeutet, dass in Bezug 
auf den rechtserheblichen Sachverhalt Abklärungen vorzunehmen sind, wenn hierzu aufgrund 
der Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebender Anhaltspunkte hinreichender 
Anlass besteht (Urteil des Bundesgerichts vom 8. Juni 2009, 8C_106/2009, E. 1). Dieser Grund-
satz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den Mitwirkungspflichten der 
Parteien (BGE 125 V 193 E. 2; Urteil des Bundesgerichts vom 17. Juni 2009, 8C_412/2009, E. 
1). 

3.2 Das Kantonsgericht besitzt in Sozialversicherungssachen die vollständige Überprü-
fungsbefugnis und ist in der Beweiswürdigung frei (§ 57 VPO i.V.m. Art. 61 Satz 1 ATSG; Art. 61 
lit. c ATSG). Die Verwaltung als verfügende Instanz und – im Beschwerdefall – das Gericht dürfen 
eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind 
(MAX KUMMER, Grundriss des Zivilprozessrechts, Bern 1984, S. 136). Im Sozialversicherungs-
recht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit 
eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Der Richter und die 
Richterin haben vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die sie von allen möglichen 
Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigen (BGE 126 V 360 E. 5b; 125 V 195 E. 2; 
121 V 47 E. 2a). 

4.1 Unbestritten ist, dass die angeordnete arbeitsmarktliche Massnahme, namentlich die 
Teilnahme an einem PvB nach Art. 64a AVIG, in Übereinstimmung mit der Wiedereingliederungs-
strategie des RAV steht sowie den Vorgaben von Art. 15 Abs. 1 AVIG und Art. 17 Abs. 3 AVIG 
entspricht. Zu prüfen ist jedoch, ob die zugewiesene arbeitsmarktliche Massnahme unzumutbar 
im Sinne von Art. 16 Abs. 2 lit. c AVIG ist. Dabei ist zu beachten, dass für die Teilnahme an einer 
arbeitsmarktlichen Massnahme zur vorübergehenden Beschäftigung nach 64a Abs. 1 lit. a AVIG 
die Bestimmungen des Art. 16 Abs. 2 lit. c AVIG lediglich sinngemäss anwendbar sind (vgl. Art. 
64a Abs. 2 AVIG). Für die Zuweisung einer vorübergehenden Beschäftigung gelten mithin her-
abgesetzte Anforderungen an die Zumutbarkeit (BGE 125 V 362 E. 4b). Unzumutbar und somit 
von der Teilnahmepflicht ausgenommen ist eine vorübergehende Beschäftigung, wenn sie dem 
Alter, den persönlichen Verhältnissen oder dem Gesundheitszustand der versicherten Person 
nicht angemessen ist (Art. 16 Abs. 2 lit. c AVIG).

 
 
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4.2 Der rechtserhebliche Sachverhalt stellt sich wie folgt dar: 

4.2.1 Die Beschwerdeführerin macht geltend, dass sie anlässlich des Beratungsgesprächs 
vom 20. August 2019 informiert worden sei, dass sie an einer arbeitsmarktlichen Massnahme 
teilzunehmen habe. Am 28. August 2019 fand diesbezüglich ein Aufnahmegespräch bei der 
B.____ statt. Dabei sei der zuständige Mitarbeiter der B.____ nicht auf ihre Kritik an den vorge-
schlagenen Arbeitszeiten (Schichten) eingegangen und habe den Arbeitsbeginn auf 5.30 Uhr 
festgelegt. Es habe zu keinem Zeitpunkt eine Möglichkeit bestanden, die Arbeitszeiten an die von 
ihr angegebenen Kinderbetreuungszeiten anzupassen. Andere Tätigkeiten im Betrieb seien zu-
dem bereits besetzt gewesen. Im Wesentlichen habe die Ernährungsumstellung ihres Kindes so-
wie der kurzfristige Ausfall der Kinderbetreuung dazu geführt, dass sie die zugewiesene arbeits-
marktliche Massnahme bei der B.____ nicht habe antreten können, zumal sie innert drei Tagen 
keine neue Kinderbetreuung habe gewährleisten können. Auch sei der Antritt der zugewiesenen 
Arbeitsstelle aufgrund der Arbeitszeiten für sie unzumutbar gewesen. 

4.2.2 Demgegenüber stellt sich die Beschwerdegegnerin auf den Standpunkt, dass die Ar-
beitsschichten nicht ausserhalb der von der Beschwerdeführerin angegeben Kinderbetreuungs-
zeiten festgelegt worden seien. Sie macht geltend, dass die Beschwerdeführerin verpflichtet ge-
wesen sei, die angeordnete arbeitsmarktliche Massnahme ohne Verzögerung anzutreten und die 
Kinderbetreuung so zu organisieren, dass diese während des geltend gemachten Beschäfti-
gungsgrades gesichert sei. Dies gelte mitunter auch dann, wenn die Kinderbetreuung ausfalle 
oder in den Ferien weile, zumal es der Beschwerdeführerin zumutbar gewesen wäre, eine adä-
quate Ersatzlösung für die Kinderbetreuung zu organisieren. Hinzu komme, dass die Beschwer-
deführerin bereits zuvor in der Anspruchsberechtigung eingestellt worden sei. Die Einsprach-
einstanz führt aus, die angeordnete Massnahme sei weder aus gesundheitlichen Gründen noch 
aufgrund der selbstverschuldeten Betreuungslücke unzumutbar gewesen. Des Weiteren hält sie 
fest, dass die Einwendungen der Beschwerdeführerin gegen die Verfügung nicht als Entschuldi-
gungsgründe, sondern als reine Schutzbehauptungen aufzufassen seien. In Bezug auf die Ange-
messenheit der Sanktion sei einerseits berücksichtigt worden, dass die Beschwerdeführerin per 
24. September 2019 an einer arbeitsmarktlichen Massnahme teilgenommen habe. Andererseits 
sei zu beachten, dass es sich um die zweite Sanktionierung der Beschwerdeführerin handle. Die 
verfügte Einstellungsdauer von 22 Tagen erweise sich vor diesem Hintergrund und unter Berück-
sichtigung des Sanktionsrahmens von 21 bis 25 Tagen gemäss Einstellraster des Staatssekreta-
riats für Wirtschaft SECO als angemessen. 

4.3 Aufgrund der vorstehenden Ausführungen steht fest, dass die Beschwerdeführerin die 
Teilnahme an der vorübergehenden Beschäftigung nicht aufgrund des Alters oder aus gesund-
heitlichen Gründen als unzumutbar erachtet. Vielmehr macht sie persönliche Gründe wie bei-
spielsweise die nicht auf ihre Bedürfnisse abgestimmten Arbeitszeiten dafür geltend. Zudem sei 
ihre Kinderbetreuerin am 28. August 2019 spontan für zwei Wochen in die Ferien verreist und 
weiter habe sie in dieser Zeit die Ernährung von ihrem Kind umgestellt, was sie durch einen Be-
richt von Dr. med. C.____, FMH Kinder- und Jugendmedizin, vom 16. September 2019 unter-
mauerte. Damit ist aber davon auszugehen, dass die Betreuungslösung der Beschwerdeführerin 
per Massnahmebeginn am 4. September 2019 nicht gesichert war. Es wird deutlich, dass sie – 

 
 
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entgegen ihren Angaben auf dem Formular Kinderbetreuung (Obhutsnachweis) für die Arbeitslo-
senversicherung vom 25. März 2019 – die Kinderbetreuung ihres knapp zehn Monate alten Soh-
nes nicht hinreichend organisiert hatte. Dabei ist zu berücksichtigen, dass nach der bundesge-
richtlichen Rechtsprechung – in Nachachtung des Art. 21 Übereinkommen Nr. 168 der Internati-
onalen Arbeitsorganisation (IAO) über Beschäftigungsförderung und den Schutz gegen Arbeits-
losigkeit vom 21. Juni 1988 (SR 0.822.726.8) – bei der Prüfung der Zumutbarkeit einer Arbeit 
oder eines Kursbesuches unter dem Gesichtspunkt der persönlichen Verhältnisse insbesondere 
die gesundheitlichen und familiären Umstände der Versicherten in Betracht fallen. Betreuungs-
pflichten gegenüber minderjährigen Kindern stellen aber grundsätzlich keinen persönlichen 
Grund dar, der eine arbeitsmarktliche Massnahme unzumutbar macht (Urteil des Bundesgerichts 
vom 25. Juni 2004, C 43/04, E. 2.2; BGE 120 V 375). Sodann gelten für versicherte Personen mit 
betreuungsbedürftigen Kindern nach der AVIG-Praxis des Staatssekretariats für Wirtschaft SECO 
hinsichtlich der Vermittlungsfähigkeit, namentlich in Bezug auf die Verfügbarkeit, die gleichen Be-
dingungen wie für alle anderen Personen. Die versicherte Person hat das Privat- und Familienle-
ben so zu gestalten, dass sie nicht daran gehindert ist, im Umfang des geltend gemachten Be-
schäftigungsgrades bzw. Arbeitsausfalles einer unselbstständigen Erwerbstätigkeit nachzugehen 
(AVIG-Praxis ALE, Abschnitt B, Rz. B225; vgl. zum Ganzen auch Urteil des Kantonsgerichts vom 
23. März 2017, KGSV 715 16 335, E. 3.4; BGE 138 V 346 E. 6.2). Vorliegend bedeutet dies, dass 
die Abwesenheit der Kinderbetreuung keine Unzumutbarkeit im Sinne der vorgenannten Erwä-
gungen darstellt. Es wäre der Beschwerdeführerin zuzumuten gewesen, eine Ersatzlösung für 
die Kinderbetreuung bis zum Beginn der Massnahme zu organisieren. Entgegen ihrer Auffassung 
hätte sie dafür sieben Tage (28. August 2019 bis 3. September 2019) Zeit gehabt. Überdies ist 
bei arbeitslosen Stellensuchenden von einer kurzfristigen-zeitlichen Verfügbarkeit und somit von 
einer erhöhten Flexibilität auszugehen, zumal die Versicherten gehalten sind, sich der öffentli-
chen Arbeitsvermittlung zur Verfügung zu stellen, angebotene zumutbare Arbeit anzunehmen 
und sich selbst intensiv nach einer zumutbaren Stelle umzusehen (Urteil des Bundesgerichts vom 
9. März 2007, C 125/06, E. 4). Vor diesem Hintergrund und gestützt auf die Bescheinigung Kin-
derbetreuung (Obhutsnachweis) für die Arbeitslosenversicherung vom 25. März 2019, in welcher 
die Beschwerdeführerin bestätigte, dass die angegebene Kinderbetreuung ab sofort bzw. wenn 
sie einen Job habe, erfolgen könne, durfte das RAV sowie die B.____ davon ausgehen, die Be-
schwerdeführerin könne sogleich eine Arbeit annehmen bzw. ein PvB antreten. 

4.4 Auch aus ihrer Behauptung, der zuständige Mitarbeiter von der B.____ habe anlässlich 
des Aufnahmegesprächs vom 28. August 2019 die Arbeitsschichten ausserhalb der Kinderbe-
treuungszeiten, namentlich auf 5.30 Uhr, festgelegt, kann die Beschwerdeführerin nichts zu ihren 
Gunsten ableiten. Zunächst steht fest, dass kein Protokoll über das am 28. August 2019 geführte 
Gespräch besteht. Mit E-Mail vom 23. Oktober 2019 gab der zuständige Mitarbeiter jedoch an, 
Hauptthema des Aufnahmegesprächs vom 28. August 2019 sei – neben den üblichen Fragen 
zum Suchtverhalten und allfälligen Allergien – die Kinderbetreuung gewesen. Auf dem Personal-
blatt habe die Beschwerdeführerin angegeben, die Kinderbetreuung sei geregelt, weshalb er sie 
für den 4. September 2019 habe aufbieten wollen. Darauf habe sie erwidert, dies sei nicht mög-
lich und sie habe nicht damit gerechnet, so schnell aufgeboten zu werden. Ihre Eltern seien vom 
3. September 2019 bis am 15. September 2019 im Urlaub, weshalb sie die Arbeit bei der B.____ 

 
 
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erst danach aufnehmen könne. In Bezug auf die Arbeitszeiten habe die Beschwerdeführerin an-
gegeben, dass sie jeweils am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag von 8 Uhr bis 17 Uhr respektive 
bis maximal 18 Uhr arbeiten könne. Darauf wäre ihr Arbeitsplan abgestimmt worden (vgl. E-Mail 
vom 23. Oktober 2019). Es sind keine Gründe ersichtlich, die an den Angaben des zuständigen 
Mitarbeiters zweifeln lassen. Im Übrigen kann dieser Punkt offengelassen werden, zumal die Kin-
derbetreuung ohnehin nicht gesichert war. 

4.5 Daran ändern auch die Vorbringen der Beschwerdeführerin nichts. Es ist durchaus ver-
ständlich, dass die Ernährungsumstellung eines Kindes mit Aufwand und allfälligen Schwierigkei-
ten verbunden sein kann. Dies stellt dennoch keinen Grund dar, der zur Unzumutbarkeit einer 
arbeitsmarktlichen Massnahme führt. Es wäre der Beschwerdeführerin durchaus zuzumuten ge-
wesen, die Ernährungsumstellung mit ihrer RAV-Personalberaterin sowie ihrem Vorgesetzten bei 
der B.____ zu thematisieren und gemeinsam eine Lösung zu finden. Abgesehen davon ist eine 
dem Kindesalter entsprechende Ernährungsumstellung zu erwarten und somit planbar. Insge-
samt stellt die Ernährungsumstellung des Kindes keinen persönlichen Grund für die Annahme 
einer unzumutbaren arbeitsmarktlichen Massnahme im Sinne von Art. 16 Abs. 2 lit. c AVIG dar. 

4.6 Zusammenfassend war die Teilnahme an der arbeitsmarktlichen Massnahme für die Be-
schwerdeführerin weder aus gesundheitlichen noch aus persönlichen Gründen unzumutbar im 
Sinne von Art. 16 Abs. 2 lit. c AVIG. Unter diesen Umständen ist nicht zu beanstanden, dass sie 
die Vorinstanz gestützt auf Art. 30 Abs. 1 lit. d AVIG vorübergehend in der Anspruchsberechtigung 
eingestellt hat (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 25. Juni 2004, C 43/04, E. 2.2; ARV 1999 
Nr. 9 S. 42). 

5.1 Zu prüfen bleibt schliesslich, ob die Einstelldauer von 22 Tagen angemessen ist. Die 
Dauer der Einstellung in der Anspruchsberechtigung bemisst sich nach dem Grad des Verschul-
dens und beträgt je Einstellungsgrund höchstens 60 Tage (vgl. Art. 30 Abs. 3 AVIG). Nach Art. 
45 Abs. 2 AVIV wird die Einstellung in der Anspruchsberechtigung abgestuft; sie dauert 1-15 
Tage bei leichtem (lit. a), 16-30 Tage bei mittelschwerem (lit. b) und 31-60 Tage bei schwerem 
(lit. c) Verschulden. Innerhalb dieses Rahmens fällt das RAV seinen Entscheid nach pflichtge-
mässem Ermessen. Nach § 57 lit. c VPO hat die Präsidentin der sozialversicherungsrechtlichen 
Abteilung des Kantonsgerichts den angefochtenen Einspracheentscheid auch auf dessen Ange-
messenheit zu überprüfen. Sie greift jedoch bei der Beurteilung der vom RAV angeordneten Ein-
stellungsdauer praxisgemäss nur mit Zurückhaltung in deren Ermessensspielraum ein. 

5.2 Die Beschwerdegegnerin weist darauf hin, dass das Einstellraster des SECO den erst-
maligen Nichtantritt eines PvB als mittelschweres Verschulden erkenne (AVIG-Praxis ALE, Ab-
schnitt D79, Rz. 3.C). Bei erstmaligem Nichtantritt eines PvB beträgt die Einstelldauer 21 bis 25 
Tage. Massgebend für die Festsetzung der Einstellungsdauer ist das Gesamtverhalten der ver-
sicherten Person, das unter Berücksichtigung aller wesentlichen Umstände des Einzelfalls, d.h. 
der objektiven und subjektiven Gegebenheiten zu würdigen ist (BGE 141 V 365 E. 4.1 mit Hin-
weisen). Unter Hinweis auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung, die bei einem schweren Ver-
schulden und erstmaliger Sanktion als Ausgangspunkt vom Mittelwert des jeweiligen Verschul-
densgrads ausgeht (vgl. BGE 123 V 151 E. 3c), legte die Vorinstanz die Sanktion bei 22 Tagen 

 
 
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fest. Verschuldensmindernd wertete die Vorinstanz, dass die Beschwerdeführerin per 24. Sep-
tember 2019 an einer arbeitsmarktlichen Massnahme beim D.____ teilgenommen hat. Hingegen 
wertete die Vorinstanz die Tatsache, dass es sich bereits um die zweite Sanktion der Beschwer-
deführerin handelte, zu ihren Ungunsten. Die Beschwerdegegnerin übte ihr Ermessen in Würdi-
gung aller Umstände pflichtgemäss aus. Gegebenheiten, die eine abweichende Ermessensaus-
übung durch das Gericht als näherliegend erscheinen lassen würden, sind nicht ersichtlich. 

6. Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung erfolgte somit zu Recht. Unter Berücksich-
tigung der gesamten objektiven und subjektiven Umstände ist die von der Beschwerdegegnerin 
verfügte Festlegung der Einstellungsdauer auf 22 Tage und damit im mittleren Bereich eines mit-
telschweren Verschuldens (16 bis 30 Tage bei mittelschwerem Verschulden nach Art. 45 Abs. 3 
lit. b AVIV) nicht zu beanstanden. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

7. Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass das Verfahren vor dem kantonalen Gericht für die 
Parteien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu 
erheben. 

 
 
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Demgemäss wird  e r k a n n t : 
 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.