# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c577ceeb-1266-56cc-a6c3-86ffe5079c62
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-08-25
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 25.08.2025 SM240006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SM240006_2025-08-25.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: SM240006-O/U/cwo

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. B. Gut, Präsident, und lic. iur. B. Amacker, 

Ersatzoberrichterin lic. iur. C. Laufer sowie Gerichtsschreiber 

MLaw R. Tettamanti

Urteil vom 25. August 2025

in Sachen

A._____, 
Berufungskläger

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____, 

gegen

Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich, 
Berufungsbeklagte

sowie

Amt für Justizvollzug des Kantons Zürich, 
Verfahrensbeteiligte

betreffend Anordnung Verwahrung (Nachverfahren) 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Hinwil vom 8. April 2024 
(DA230006)

Antrag:

Der Antrag des Amts für Justizvollzug und Wiedereingliederung, Bewährungs- und 

Vollzugsdienste, vom 1. November 2023 (Urk. 1) ist diesem Urteil beigeheftet.

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Urteil der Vorinstanz:
(Urk. 46 S. 24 f.)

"Es wird erkannt:

1. Der Verurteilte wird gestützt auf Art. 62c Abs. 4 i.V.m. Art. 64 Abs. 1 StGB verwahrt.

2. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:

Fr. 3'000.00 ; die weiteren Kosten betragen:

Fr. 13'000.00 Kosten für die amtliche Verteidigung (inkl. Barauslagen und MwSt) 

Fr. 1'247.20 Kosten für die Ergänzung des Gutachtens von Dr. med. 
B._____

3. Die Kosten des gerichtlichen Verfahrens inklusive der Kosten der amtlichen Verteidigung 

werden dem Verurteilten auferlegt, aber sofort definitiv abgeschrieben. 

4. [Mitteilungen]

5. [Rechtsmittel]"

Berufungsanträge:
(Prot. II S. 7 f.)

a) Der Verteidigung des Berufungsklägers (Urk. 77):

1. Das Urteil des Bezirksgerichts Hinwil vom 8. April 2024 (DA230006-E) 

sei aufzuheben (mit Ausnahme von Disp. Ziff. 2).

2. Der Berufungskläger sei nicht zu verwahren.

3. Für den Berufungskläger sei eine therapeutische Massnahme nach 

Art. 59 StGB anzuordnen.

4. Die Kosten beider gerichtlichen Verfahren, einschliesslich sämtlicher 

Kosten der amtlichen Verteidigung, seien auf die Gerichtskasse zu neh-

men.

b) Der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich (Urk. 78):

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1. Es seien die Anträge der Verteidigung abzuweisen und das Urteil des 

Bezirksgerichtes Hinwil vom 8. April 2024 sei zu bestätigen.

2. Es sei gegen A._____ bis zum Eintritt der Rechtskraft des zu fällenden 

Entscheids betreffend Anordnung der Verwahrung die Sicherheitshaft 

anzuordnen.

Erwägungen:

I. Verfahrensgang und Umfang der Berufung

1. Verfahrensgang

Mit Urteil von 8. April 2024 ordnete das Bezirksgericht Hinwil die Verwahrung des 

Berufungsklägers an. Die Kosten des gerichtlichen Verfahrens, einschliesslich 

derjenigen der amtlichen Verteidigung, wurden dem Berufungskläger auferlegt, 

aber sofort definitiv abgeschrieben (Urk. 46 S. 24). Gegen dieses Urteil liess der 

Berufungskläger mit Eingabe vom 18. April 2024 fristgerecht Berufung anmelden 

(Urk. 41). Das begründete Urteil wurde der Verteidigung am 30. August 2024 

zugestellt (Urk. 44). Mit Eingabe vom 19. September 2024 reichte diese innert der 

zwanzigtägigen Frist von Art. 399 Abs. 3 StPO die Berufungserklärung ein 

(Urk. 48). Darin beantragte sie die Einholung eines Ober- bzw. Zweitgutachtens 

zum psychiatrischen Gutachten von Dr. med. B._____ (Urk. 48 S. 2). Mit Eingabe 

vom 6. November 2024 verzichtete die Staatsanwaltschaft auf Anschlussberufung 

(Urk. 58). Mit Präsidialverfügung vom 25. November 2024 wurde Dr. med. B._____ 

mit der Erstellung eines Ergänzungsgutachtens beauftragt. Der Beweisantrag des 

Berufungsklägers auf Einholung eines Ober- bzw. Zweitgutachtens wurde abge-

wiesen (Urk. 60). Am 25. März 2025 (Datum Eingang) erstattete Dr. med. B._____ 

das ergänzende Gutachten, das den Parteien zusammen mit den im Berufungsver-

fahren im Hinblick auf die Gutachtensergänzung eingeholten Dokumenten zur 

Kenntnisnahme zugestellt wurde (Urk. 68; Urk. 72; Urk. 72; Urk. 75/1-3). Am 

12. Mai 2025 wurde zur Berufungsverhandlung auf den 25. August 2025 vorgela-

den (Urk. 73). Zur heutigen Berufungsverhandlung erschien der Berufungskläger in 

Begleitung seines amtlichen Verteidigers, Rechtsanwalt lic. iur. X._____. Das Urteil 

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wurde gleichentags beraten und im Anschluss schriftlich im Dispositiv eröffnet 

(Prot. II S. 7).

2. Umfang der Berufung

Der Berufungskläger ficht das vorinstanzliche Urteil vollumfänglich an. Unange-

fochten blieb lediglich die Kostenfestsetzung gemäss Dispositivziffer 2 des 

vorinstanzlichen Urteils (Urk. 48 S. 2). In diesem Umfang ist das vorinstanzliche 

Urteil demnach in Rechtskraft erwachsen, was vorab festzustellen ist.

II. Formelles 

1. Anwendbares Recht

1.1. Die Erstanordnung der stationären Massnahme erfolgte mit Beschluss vom 

8. Mai 2006. Die der Massnahme zugrunde liegende Anlasstat wurde am 

29. November 2004 begangen (Urk. 9/46). Am 1. Januar 2007 ist die Revision des 

Allgemeinen Teils des Strafgesetzbuches in Kraft getreten, die eine Neuregelung 

des Massnahmenrechts brachte. Nach dem Grundsatz von Art. 2 Abs. 1 StGB wird 

nach dem Strafgesetzbuch beurteilt, wer nach dessen Inkrafttreten ein Verbrechen 

oder Vergehen begeht. Gemäss Abs. 2 derselben Bestimmung gelangt, wenn der 

Täter vor Inkrafttreten des Gesetzes ein Verbrechen oder Vergehen begangen hat, 

das neue Recht zur Anwendung, wenn es für den Täter das mildere ist. Erweisen 

sich die Regelungen des alten und des neuen Rechts für den konkreten Täter als 

gleichwertig, findet nach dieser gesetzlichen Ordnung weiterhin das alte Recht 

Anwendung. Von dieser allgemeinen Bestimmung über den zeitlichen Geltungsbe-

reich des Gesetzes schafft Ziff. 2 Abs. 1 der Schlussbestimmungen der Änderung 

vom 13. Dezember 2002 für die Revision des Allgemeinen Teils in Bezug auf das 

Massnahmenrecht eine spezielle Regelung. Danach sind die neuen Bestimmungen 

von Art. 56-65 und Art. 90 StGB auch auf diejenigen Täter anwendbar, die vor 

deren Inkrafttreten eine Tat begangen haben oder beurteilt worden sind. Die 

Bestimmung sieht somit die rückwirkende Anwendung des neuen Massnahmen-

rechts sowohl für verurteilte wie auch für noch nicht beurteilte Täter vor. Gemäss 

bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist die rückwirkende Anwendung des neuen 

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Verwahrungsrechts indes nur zulässig, sofern es nicht stärker in die Grundrechts-

positionen des Betroffenen eingreift als das alte Recht (BGE 134 IV 121 E. 3.1 und 

E. 3.3.3; vgl. dazu auch BSK StGB I-HEER, 4. Aufl. 2019, N 5 zu Ziff. 2 SchlBest). 

Dies ist nachfolgend zu prüfen.

1.2. Nach altem Recht konnte die Verwahrung bei sämtlichen Vergehen oder 

Verbrechen angeordnet werden, während das neue Recht die Verwahrung nur bei 

schweren Sexual- und Gewaltdelikten vorsieht. Nachdem die vom Berufungskläger 

verübte Straftat unter die in Art. 64 Abs. 1 StGB aufgeführten Anlasstaten fällt, wirkt 

sich dies im konkreten Fall nicht aus. Nach altem Recht war eine Verwahrung von 

psychisch gestörten Tätern grundsätzlich auch bei kurz- oder mittelfristiger Unbe-

handelbarkeit möglich. Nach neuem Recht ist in diesen Fällen eine therapeutische 

Massnahme anzuordnen, da die Verwahrung Behandlungsunfähigkeit voraussetzt 

(vgl. dazu auch BSK StGB I-HEER, a.a.O., N 86 f. zu Art. 64). Das neue Recht 

erweist sich somit auch in diesem Punkt nicht als strenger. Für den Berufungskläger 

wurde mit Beschluss vom 8. Mai 2006 eine stationäre Massnahme im Sinne von 

Art. 43 Ziff. 1 Abs. 1 aStGB angeordnet. Diese altrechtliche Massnahme entspricht 

jener von Art. 59 Abs. 1 StGB und konnte auch nach altem Recht nachträglich in 

eine Verwahrung umgewandelt werden (Art. 43 Ziff. 3 aStGB), wobei das frühere 

Recht hinsichtlich der Massnahmenänderung keine höheren Anforderungen stellte 

(Urteil des Bundesgerichts 6B_300/2017 vom 6. Juni 2017 E. 6 mit Hinweis auf 

BGE 123 IV 100 E. 3; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 6B_698/2021 vom 

1. Oktober 2021 E. 3.4). Schliesslich wurden auch die Voraussetzungen für eine 

bedingte Entlassung aus einer Verwahrung durch das neue Recht im Ergebnis nicht 

verschärft. Das neue Recht erweist sich somit weder hinsichtlich der Anordnung 

der Verwahrung noch der Entlassung aus dieser Massnahme als strenger als das 

alte Recht. Es droht mithin keine schwerere Sanktion an als die zum Zeitpunkt der 

Tatbegehung geltenden Bestimmungen (BGE 134 IV 131 E. 3.4 bestätigt u.a. in 

Urteil des Bundesgerichts 6B_300/2017 vom 6. Juni 2017 E. 6; vgl. zum Ganzen 

auch BSK StGB I-HEER, a.a.O., N 5 f., 11 und 20 zu Ziff. 2 SchlBest). Von der 

Verteidigung wurde daher zu Recht nicht beanstandet, dass die Vorinstanz die 

Bestimmungen des neuen Massnahmenrechts angewandt hat.

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2. Begutachtung durch Dr. med. B._____

2.1. Am 6. Juni 2023 beauftragte das Amt für Justizvollzug und Wiedereingliede-

rung des Kantons Zürich (nachfolgend: JuWe) Dr. med. B._____ mit der Erstellung 

eines Gutachtens über den Berufungskläger (Urk. 2/501). Dieses wurde am 31. Ok-

tober 2023 erstattet (Urk. 2/521). Am 2. April 2024 wurde der Gutachter von der 

Vorinstanz ergänzend befragt (Prot. I S. 33 ff.). Die Begutachtung durch Dr. med. 

B._____ wurde von der Verteidigung vor Vorinstanz in mehrfacher Hinsicht bean-

standet. In formeller Hinsicht kritisierte die Verteidigung, dass das Gutachten vom 

JuWe in Auftrag gegeben wurde. Nach Ansicht der Verteidigung ist das Gutachten 

daher als Parteigutachten mit entsprechend eingeschränkter Bedeutung einzustu-

fen (Urk. 25 S. 4; Prot. I S. 39). Weiter wurde von der Verteidigung geltend ge-

macht, dass Entscheide über die Verwahrung im Nachverfahren angesichts ihrer 

Tragweite auf zwei unabhängige Gutachten abgestützt sein müssten (Urk. 25 S. 4 

und 7). Schliesslich brachte die Verteidigung vor, dass der Gutachter nicht mit den 

wesentlichen Personen gesprochen und auch die entsprechen Akten nicht beige-

zogen habe. So habe er nie mit der Mutter des Berufungsklägers oder dem Bei-

stand gesprochen und auch die Akten des Beistandes oder der KESB nie beigezo-

gen. Alle diese Erkenntnisse und Ergebnisse seien nicht ins Gutachten eingeflos-

sen (Prot. I S. 40). 

2.2. Nach konstanter Praxis des Bundesgerichts haben Privat- oder Parteigut-

achten nicht den gleichen Stellenwert wie ein gerichtlich angeordnetes Gutachten. 

Der Privatgutachter ist nicht unabhängig und unparteiisch wie der amtliche Sach-

verständige. Er steht vielmehr in einem Auftragsverhältnis zu der ihn beauftragen-

den privaten Partei und äussert seine Meinung, ohne von den juristischen Entschei-

dungsträgern in die Pflicht genommen worden zu sein. Es ist daher beim Privatgut-

achter vom Anschein einer Befangenheit auszugehen, zumal er vom Angeschul-

digten nach dessen Kriterien ausgewählt worden ist, zu diesem in einem Vertrags- 

und Treueverhältnis steht und von ihm entlöhnt wird. Demgegenüber ist der amtli-

che Sachverständige oder Experte nicht Gutachter einer Partei. Er ist vielmehr 

Entscheidungsgehilfe des Richters, dessen Wissen und Erfahrungen er durch 

besondere Kenntnisse auf seinem Sachgebiet ergänzt (BGE 141 IV 369 E. 6.2; 

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Urteil des Bundesgerichts 6B_321/2021 vom 27. Juli 2022 E. 3.3.3; je mit Hinwei-

sen; vgl. auch BSK StPO-HEER, 3. Aufl. 2023, N 10 ff. zu Art. 182). Gutachten, die 

von der Staatsanwaltschaft im Vorverfahren in Auftrag gegeben werden, sind nach 

herrschender Lehre und Rechtsprechung nicht als Parteigutachten zu qualifizieren. 

Daran ändert nichts, dass die Staatsanwaltschaft im späteren gerichtlichen Verfah-

ren als Partei auftritt (BGE 141 IV 369 E. 6.2 mit Hinweisen; Urteil des Bundes-

gerichts 6B_799/2017 vom 20. Dezember 2017 E. 3.4.1; BSK StPO-HEER, a.a.O., 

N 24a zu Art. 183 und N 1 zu Art. 184). Die Staatsanwaltschaft untersteht wie auch 

das Gericht der Strafprozessordnung und hat bei der Einholung von Gutachten die 

Bestimmungen von Art. 182 ff. StPO zu beachten. Insbesondere hat sie den 

Parteien vorgängig Gelegenheit zu geben, sich zu sachverständigen Person und 

zu den Fragen zu äussern und hierzu eigene Anträge zu stellen (Art. 184 Abs. 3 

StPO). Die Frage, ob ein von der Vollzugsbehörde in Auftrag gegebenes psychia-

trisches Gutachten im selbständigen nachträglichen Gerichtsverfahren im Sinne 

von Art. 363 ff. StPO als Parteigutachten zu qualifizieren ist, wird in der Lehre nicht 

eindeutig beantwortet (BSK StGB I-HEER, a.a.O., N 49d zu Art. 56). Das Bundes-

gericht beanstandete es in einem im Jahr 2017 ergangenen Urteil dagegen nicht, 

dass ein Gutachten in einem Nachverfahren betreffend Verlängerung einer statio-

nären Massnahme von der Vollzugsbehörde und nicht erst vom Gericht in Auftrag 

gegeben wurde. Das Bundesgericht erwog in diesem Entscheid, gemäss Art. 184 

Abs. 1 StPO ernenne zwar die Verfahrensleitung und damit grundsätzlich die 

Staatsanwaltschaft oder das Gericht und nicht die Vollzugsbehörde die sach-

verständige Person. Indem vorliegend die Vollzugsbehörde den Gutachter als 

sachverständige Person ernannt habe, könne Letzterem aber noch nicht die Unab-

hängigkeit abgesprochen werden, da ansonsten auch die Staatsanwaltschaft nicht 

als Auftraggeberin vorgesehen werden könnte. Von der sachverständigen Person 

dürfe erwartet werden, dass sie ohne Rücksicht auf den Auftraggeber und dessen 

Funktion die an sie gerichteten Fragen beantworte und das Gutachten ausarbeite. 

Der Beschwerdeführer habe sich zur Person des Gutachters äussern können, wie 

es Art. 184 Abs. 3 StPO vorsehe. Die Abweisung des Gesuchs um Entlassung des 

bisherigen Sachverständigen und um Anordnung eines neuen psychiatrischen 

Gutachtens durch die Vorinstanz verletzte gemäss Bundesgericht weder das Gebot 

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der Unabhängigkeit noch das rechtliche Gehör des Beschwerdeführers (Urteil des 

Bundesgerichts 6B_799/2017 vom 20. Dezember 2017 E. 3.4).

2.3. Nach dem Dargelegten führt der Umstand, dass Dr. med. B._____ vom 

JuWe als Sachverständiger ernannt wurde, nicht dazu, dass seine Beurteilung als 

Parteigutachten mit entsprechend eingeschränktem Beweiswert zu qualifizieren 

wäre. Aus der Verfahrensbeteiligung des JuWe im gerichtlichen Verfahren kann für 

sich allein nicht gefolgert werden, auch die vorgängigen Beweiserhebungen im 

vorausgehenden Verfahren bis zur Anhängigmachung beim Gericht seien Hand-

lungen einer formellen Partei. Dies gilt umso mehr, als auch im vollzugsrechtlichen 

Verfahren Vorgaben bestehen, welche die Qualität der gutachterlichen Beurteilung 

sicherstellen. Die Tätigkeit psychiatrischer Sachverständiger wird im Kanton Zürich 

von einer generellen Zulassung abhängig gemacht. Massgebend ist hier die 

Verordnung über psychiatrische und psychologische Gutachten in Straf- und Zivil-

verfahren (PPGV) vom 1./8. September 2010, die auch für psychiatrische Gutach-

ten gilt, die im Auftrag von öffentlichen Organen im Hinblick auf Vollzugsentscheide 

erstellt werden (§ 2 lit. b PPGV). Sie sieht vor, dass die sachverständige Person 

bei Gutachten zur Beurteilung einer Verwahrung oder stationären Massnahme in 

einer geschlossenen Einrichtung neben den generellen fachlichen und persön-

lichen Anforderungen zusätzliche Voraussetzungen zu erfüllen hat (§ 12 Abs. 1 

PPGV i.V.m. § 10 Abs. 2 PPGV). Dies entspricht gemäss Bundesgericht den 

Vorgaben des StGB (vgl. dazu BGE 140 IV 49 E. 2.5). Der vom JuWe beauftragte 

Dr. med. B._____ ist Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie und Neu-

rologie sowie Zertifizierter Forensischer Psychiater SGFP, und im 

Sachverständigenverzeichnis eingetragen. Das JuWe hatte der Verteidigung vor 

Erteilung des Gutachtensauftrags Gelegenheit gegeben, sich zur Person des 

Sachverständigen und zur konkreten Fragestellung zu äussern, womit die Vorga-

ben der Strafprozessordnung eingehalten wurden (vgl. Art. 184 Abs. 3 StPO). Von 

Seiten der Verteidigung wurden weder Einwände gegen den Gutachter erhoben 

noch Ergänzungsfragen gestellt (Urk. 2/495 ff.; Urk. 2/500). Bei der Auftragsertei-

lung wurden zudem die von der Strafprozessordnung vorgegebenen Grundsätze 

beachtet. Insbesondere wurde der Gutachter auf die Straffolgen eines falschen 

Gutachtens nach Art. 307 StGB aufmerksam gemacht und darauf hingewiesen, 

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dass er den Auftrag persönlich auszuführen hat und die alleinige Verantwortung 

dafür trägt. Weiter wurde er angehalten, den Berufungskläger auf seine Rechte bei 

der Begutachtung hinzuweisen (vgl. Art. 183 ff. StPO). Schliesslich ist nicht ersicht-

lich und wird auch nicht geltend gemacht, dass die Formulierung der Fragen an die 

sachverständige Person nicht korrekt erfolgt wäre. Die Fragen wurden offen und 

neutral formuliert, so dass mit einer ergebnisoffenen Beurteilung gerechnet werden 

konnte. Dies gilt insbesondere für die Frage der Erfolgsaussichten einer weiteren 

stationären Behandlung. Im Übrigen hatte die Verteidigung wie erwähnt Gelegen-

heit, Einfluss auf die Formulierung der Fragen zu nehmen. Bei einem im Sachver-

ständigenverzeichnis eingetragenen sowie ordentlich instruierten und ermahnten 

Gutachter besteht kein Anlass für grundsätzliches Misstrauen in dessen Unabhän-

gigkeit. Die Verteidigung begründet ihre gegenteilige Ansicht letztlich einzig damit, 

dass der Sachverständige durch die Vollzugsbehörde beauftragt wurde, was für 

sich allein wie erwähnt nicht massgebend ist. Das Vorgehen des JuWe hatte zudem 

den Vorteil, dass Verfahrensverzögerungen vermieden werden konnten, indem im 

gerichtlichen Verfahren nicht nochmals eine psychiatrische Begutachtung erfolgen 

musste.

2.4. Wie bereits die Vorinstanz zutreffend erwogen hat, besteht bei der Prüfung 

der Verwahrung im Sinne von Art. 64 Abs. 1 StGB kein Anspruch der betroffenen 

Person auf Doppelbegutachtung. Einzig bei der Anordnung der lebenslänglichen 

Verwahrung im Sinne von Art. 64 Abs. 1bis StGB hat sich das Gericht auf die Gut-

achten von zwei erfahrenen und voneinander unabhängigen Sachverständigen zu 

stützen (Art. 56 Abs. 4bis StGB). Eine lebenslängliche Verwahrung steht vorliegend 

nicht zur Diskussion. Der Vorinstanz ist zudem darin zu folgen, dass der Berufungs-

kläger vor der aktuellen Begutachtung durch Dr. med. B._____ bereits mehrfach 

psychiatrisch begutachtet wurde. Zusätzlich zu den über ihn erstellten drei psych-

iatrischen Gutachten bestehen über ihn umfangreiche Vollzugsakten, die einen län-

geren Zeitraum abdecken. Sie enthalten namentlich Berichte über die seit der An-

ordnung der stationären Massnahme im Jahr 2006 erfolgten therapeutischen Be-

handlungen, fachärztliche Einschätzungen und Beurteilungen sowie Vorkomm-

nisse während des Vollzugs der stationären Massnahme. Dr. med. B._____ konnte 

sich bei der Erstellung seines Gutachtens daher auf umfangreiche Erhebungen 

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über den Berufungskläger stützen. Vor dem Hintergrund der vorhandenen Unterla-

gen und Informationen besteht kein Anlass, von der Unvollständigkeit der gutach-

terlichen Beurteilung auszugehen. Auf das Vorbringen der Verteidigung, wonach 

es sich bei der Beurteilung von Dr. med. B._____ um ein reines Aktengutachten 

handle (Urk. 25 S. 4 und 7 f.; Prot. I S. 39), ist nicht weiter einzugehen, nachdem 

im Berufungsverfahren eine Exploration stattfinden konnte und das psychiatrische 

Gutachten vom 31. Oktober 2023 entsprechend ergänzt wurde (Urk. 72). Soweit 

die Verteidigung beanstandet, dass der Gutachter keine Gespräche mit der Mutter 

des Berufungsklägers und dessen Beistand geführt hat, ist festzuhalten, dass für 

die Begutachtung Methodenfreiheit besteht. Die Sachverständigen haben in eige-

ner Verantwortung zu entscheiden, welche Erhebungen, Untersuchungen etc. für 

die Ausarbeitung des Gutachtens nötig sind (BSK StPO-HEER, a.a.O., N 1 zu 

Art. 185; BSK StGB I-HEER, a.a.O., N 61 zu Art. 56). Ob Drittauskünfte erforderlich 

sind, hat daher in erster Linie der Sachverständige selbst zu entscheiden. Sodann 

hat die Vorinstanz zutreffend darauf hingewiesen, dass der Beistand des Beru-

fungsklägers vor Vorinstanz im Beisein von Dr. med. B._____ gerichtlich einver-

nommen wurde (Prot. I S. 14 ff.). Der Gutachter konnte daher dessen Aussagen 

bei der nachfolgenden mündlichen Ergänzung des Gutachtens einbeziehen (vgl. 

dazu Prot. I S. 33). Auch angesichts dessen, dass die Einvernahme von Drittper-

sonen aus dem Umfeld der betroffenen Person in der Literatur als heikel eingestuft 

wird (vgl. dazu BSK StPO-HEER, a.a.O., N 20 ff. zu Art. 185; BSK StGB I-HEER, 

a.a.O., N 63 zu Art. 56), erweist es sich als sachgerecht, dass die Aussagen des 

Beistands des Berufungsklägers durch das Gericht über den Weg der formellen 

Einvernahme erhoben wurden. Weshalb der Gutachter auch die Mutter des Beru-

fungsklägers hätte einvernehmen müssen, wird von der Verteidigung nicht näher 

begründet und ist mit der Vorinstanz auch nicht ersichtlich.

2.5. Die gutachterlichen Ausführungen sind nachvollziehbar begründet und 

schlüssig. Tatsachen, welche die Überzeugungskraft des Gutachtens erschüttern 

könnten, sind keine ersichtlich. Insbesondere kann aus dem Umstand, dass der 

aktuelle Gutachter die Behandelbarkeit des Berufungsklägers anders einschätzt als 

der vormalige Gutachter nicht zwingend auf einen Widerspruch in der Beurteilung 

bzw. auf die Fehlerhaftigkeit des einen oder anderen Gutachtens geschlossen 

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werden (vgl. dazu die Verteidigung, Urk. 25 S. 4 und 11; Urk. 48 S. 3). Bereits an 

dieser Stelle ist festzuhalten, dass es sich gerade bei der Therapierbarkeit der 

betroffenen Person um eine ausserordentlich schwierige Frage handelt. Die 

Beurteilung ist zwangsläufig mit Unsicherheiten behaftet und steht regelmässig 

nicht abschliessend fest (vgl. dazu auch Ziff. III.3.4.5.). Dementsprechend sind 

Verwahrungen auch immer wieder zu überprüfen, um abzuklären, ob an ihrer Stelle 

eine therapeutische stationäre Massnahme indiziert ist. Bei der Frage der Thera-

pierbarkeit zu berücksichtigen sind neben der Behandlungsvorgeschichte, 

einschliesslich fehlgeschlagener Behandlungsversuche, auch der aktuelle Zustand 

der betroffenen Person. Ein Gutachten neueren Datums hat hier den Vorteil, auf 

aktuelle Beurteilungsgrundlagen zurückgreifen zu können. In Bezug auf die Behan-

delbarkeit des Berufungsklägers allenfalls bestehende Diskrepanzen zwischen den 

Gutachten bilden für sich allein daher keinen Grund, an der gutachterlichen 

Einschätzung von Dr. med. B._____ zu zweifeln. Vor Vorinstanz wurde Dr. med. 

B._____ befragt, wobei er auch auf die Entwicklungen seit der Gutachtenserstel-

lung Bezug nahm (Prot. I S. 33 ff.). Im Rahmen des Berufungsverfahrens wurde er 

zudem mit einem Ergänzungsgutachten beauftragt, nachdem sich der Berufungs-

kläger vor Vorinstanz ausdrücklich zu einem Explorationsgespräch bereit erklärt 

hatte (Urk. 60). In das daraufhin erstellte ergänzende Gutachten vom 21. März 

2025 fanden nicht nur die Erkenntnisse aus der Exploration des Berufungsklägers, 

sondern auch die aktuellen Verhältnisse Eingang (Urk. 72). Damit weisen die gut-

achterlichen Feststellungen und Empfehlungen auch die erforderliche Aktualität 

auf. Soweit die Verteidigung vorbrachte, die gutachterliche Einschätzung stehe in 

Widerspruch mit den Aussagen des Beistands des Berufungsklägers (Urk. 48 S. 2; 

Prot. I S. 39), kann auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden, die zu-

treffend erwog, dass es sich beim Beistand des Berufungsklägers nicht um eine 

Fachperson handelt, die über die notwendigen fachlichen und persönlichen Quali-

fikationen für die äusserst schwierige Beurteilung der Gefährlichkeit einer Person 

verfügt (Urk. 46 S. 10). Weiter ist der Vorinstanz darin zu folgen, dass die Aussagen 

des Beistands auch angesichts seiner Beziehungsnähe zum Berufungskläger mit 

Vorsicht zu würdigen sind. Mit der Vorinstanz kann daher auf die sachverständige 

Begutachtung durch Dr. med. B._____ abgestützt werden.

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3. Beweisanträge anlässlich der Berufungsverhandlung

3.1. Anlässlich der heutigen Berufungsverhandlung liess der Berufungskläger 

den Beizug der aktuellsten PUK-Akten sowie die Zeugeneinvernahmen der Mutter 

des Berufungsklägers und des Beistands, C._____, beantragen (Prot. II S. 8 f.). 

Der Verteidiger führte aus, dass sich in den Akten einzig PUK-Akten bis Ende 2023 

finden würden und dementsprechend neuere Akten beizuziehen seien. Betreffend 

die Zeugeneinvernahmen der Mutter und des Beistands, C._____, führte der Ver-

teidiger aus, dass diese insbesondere zur Frage, ob die Anordnung der Sicherheits-

haft zu Veränderungen im Setting des Berufungsklägers geführt haben und ob Fort-

schritte erzielt werden konnten, nötig seien. Die Vorinstanz führe in ihrem Entscheid 

aus, dass die Sicherheitshaft nichts am Setting geändert habe, was aktenwidrig 

und nicht zutreffend sei. Dabei sei der Beistand, C._____, schon einmal als Zeuge 

einvernommen worden, jedoch nicht zur aktuellen Situation, da diese Einvernahme 

schon über ein Jahr her sei (Prot. II S. 8 f.).

3.2. Grundsätzlich beruht das Rechtsmittelverfahren auf den Beweisen, die im 

Vorverfahren und im erstinstanzlichen Hauptverfahren erhoben worden sind 

(Art. 389 Abs. 1 StPO). Nach Art. 389 Abs. 2 StPO werden Beweisabnahmen des 

erstinstanzlichen Gerichts nur wiederholt, wenn Beweisvorschriften verletzt worden 

sind (lit. a), die Beweiserhebungen unvollständig waren (lit. b) oder die Akten über 

die Beweiserhebungen unzuverlässig erscheinen (lit. c). Aufgrund der Unter-

suchungsmaxime (Art. 389 Abs. 3 StPO) hat das Berufungsgericht das Recht und 

die Pflicht, auf Antrag, aber auch von Amtes wegen, diejenigen Beweise zu 

erheben, die zur Beurteilung des Sachverhaltes sowohl in tatsächlicher als auch in 

rechtlicher Hinsicht notwendig sind. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn sich 

während des Verfahrens ergibt, dass erheblichen Tatsachen weder in der Unter-

suchung noch im erstinstanzlichen Verfahren nachgegangen worden ist. Auf die 

Abnahme von (weiteren) Beweisen kann dagegen verzichtet werden, wenn es um 

offenkundige oder gerichtsnotorische Tatsachen oder rechtlich nicht erhebliche 

Tatsachen geht oder wenn mit Sicherheit gesagt werden kann, dass die Beweis-

abnahme auch dann an der richterlichen Überzeugung nichts mehr ändern könnte, 

wenn ihr Ergebnis die vom Antragsteller aufgestellte Behauptung stützen würde 

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(Art. 139 Abs. 2 StPO; Entscheide des Bundesgerichts 6B_61/2013 vom 

21.02.2013, E. 1; 6B_702/2012 vom 11.04.2013, E. 2.2; 6B_111/2013 vom 

13.05.2013, E. 2; Kass.-Nr. AC060039 vom 27. Juni 2007, E. II.7.2.a, mit Hinwei-

sen).

3.3. Nach Art. 343 Abs. 3 StPO, der auch im Berufungsverfahren Anwendung 

findet (Art. 405 Abs. 1 StPO), erhebt das Gericht im Vorverfahren ordnungsgemäss 

erhobene Beweise nochmals, sofern die unmittelbare Kenntnis des Beweismittels 

für die Urteilsfällung notwendig erscheint. Beweise sind notwendig, wenn sie den 

Ausgang des Verfahrens beeinflussen können. Dies ist namentlich der Fall, wenn 

die Kraft des Beweismittels in entscheidender Weise vom Eindruck abhängt, der 

bei seiner Präsentation entsteht, beispielsweise wenn es in besonderem Masse auf 

den unmittelbaren Eindruck einer Zeugenaussage ankommt, so wenn die Aussage 

das einzige direkte Beweismittel darstellt (Aussage gegen Aussage). Ob eine 

erneute Beweisabnahme erforderlich ist, hat das Gericht unter Berücksichtigung 

des Grundsatzes der materiellen Wahrheit von Amtes wegen nach Ermessen zu 

entscheiden (Urteile des Bundesgerichts 6B_139/2013 vom 20. Juni 2013 E. 1.3.2 

mit Verweis auf 6B_484/2012 vom 11. Dezember 2012 E. 1.2). 

3.4. Den Ausführungen der Verteidigung ist nicht eindeutig zu entnehmen, 

welche Akten mit den beantragten aktuellen "PUK-Akten", welche nur bis Ende 

2023 in den Akten ersichtlich seien, gemeint sind. Mit Verfügung vom 1. November 

2023 hob das Amt für Justizvollzug und Wiedereingliederung, Bewährungs- und 

Vollzugsdienste, die über den Berufungskläger mit Beschluss des Bezirksgerichts 

Hinwil vom 8. Mai 2006 angeordnete und zuletzt mit Beschluss des Bezirksgerichts 

Hinwil vom 28. Oktober 2021 verlängerte stationäre Massnahme i.S.v. Art. 59 StGB 

auf (vgl. Urk. 1). Seit dem 14. November 2006 mit dem Eintritt in das Psychiatrie-

zentrum Rheinau, Klinik für Forensische Psychiatrie, wurde die stationäre Mass-

nahme i.S.v. Art. 59 StGB über den Berufungskläger durch die Psychiatrische 

Universitätsklinik Zürich (kurz: PUK) betreut. Seit dem Eintritt des Berufungsklägers 

in das Pflegezentrum D._____ im Jahre 2012 erfolgte eine ambulante Behandlung 

durch das E._____ der PUK (vgl. Urk. 2/467 S. 1 f.). Dementsprechend ist davon 

auszugehen, dass mit den PUK-Akten die Akten über die stationäre Massnahme 

-   14   -

i.S.v. Art. 59 StGB des Berufungsklägers gemeint sind. Dass die Aktenführung 

durch die Organisation, welche die stationäre Massnahme vollzieht, mit deren Auf-

hebung endet, erscheint offensichtlich. Daran vermag auch der Umstand nichts zu 

ändern, dass im Verlaufsbericht des Pflegezentrums D._____ vom 14. März 2025 

noch enthalten ist, dass der Berufungskläger "regelmässige Gespräche mit Mitar-

beitern des E._____ der Psychiatrischen Universitätsklinik (PUK) Zürich" führe 

(Urk. 68). Auf den Beizug weiterer "PUK-Akten" für den Zeitraum nach dem Aufhe-

ben der stationären Massnahme i.S.v. Art. 59 StGB, d.h. ab Ende November 2023, 

ist dementsprechend zu verzichten. 

3.5. Zu den beantragten Zeugeneinvernahmen ist vorab zu betonen, dass der 

Beistand des Berufungsklägers, C._____, bereits vor der Vorinstanz als Zeuge ein-

vernommen wurde (vgl. Prot. I S. 13). Der Verteidiger beantragt die erneute Zeu-

geneinvernahme des Beistands sowie der Mutter des Berufungsklägers insbeson-

dere in Bezug auf die Fragen, ob die Anordnung der Sicherheitshaft zu Verände-

rungen im Setting des Berufungsklägers geführt hätten und ob Fortschritte hätten 

erzielt werden können (Prot. II S. 8 f.). Für die vorliegend fragliche Anordnung der 

Verwahrung erscheint der Umstand, ob die Anordnung der Sicherheitshaft durch 

das Bezirksgericht Hinwil über den Berufungskläger an dessen Setting etwas 

verändert habe, unerheblich. Der Verteidiger macht auch keinerlei Ausführungen 

zum Hintergrund dieses Beweisantrags. Betreffend die Frage, ob mit dem 

Berufungskläger Fortschritte erzielt werden konnten, bestehen mit den über den 

Berufungskläger erstellten Gutachten (vgl. Urk. 72; Urk. 2/521; Urk. 2/424; 

Urk. 9/8/16; Urk. 9/8/20; Urk. 11/28 S. 20 ff. und 38 f.), dem zusätzlich eingeholten 

Verlaufsbericht des Pflegezentrums D._____, den umfangreichen Vollzugsakten 

(Urk. 2/1-521), sowie der erneuten Einvernahme des Berufungsklägers durch das 

Berufungsgericht genügende Beweismittel. Inwiefern die erneute Zeugeneinver-

nahme des Beistands, C._____, und die Zeugeneinvernahme der Mutter des Be-

rufungsklägers am Beweisergebnis etwas ändern könnten, ist nicht ersichtlich. Die 

Beurteilung der Situation durch nahestehende Personen vermag auch keine foren-

sische Beurteilung zu ersetzen. Die beantragten Zeugeneinvernahmen sind nicht 

erforderlich, weshalb den Beweisanträgen des Berufungsklägers nicht zu 

entsprechen ist.

-   15   -

III. Antrag auf Verwahrung

1. Ausgangslage

Mit Beschluss vom 8. Mai 2006 ordnete das Bezirksgericht Hinwil für den Beru-

fungskläger eine stationäre Massnahme im Sinne von Art. 43 Ziff. 1 Abs. 1 aStGB 

an. Das Bezirksgericht Hinwil erachtete es als erstellt, dass der Berufungskläger 

die Straftatbestände der schweren Körperverletzung, der qualifizierten einfachen 

Körperverletzung, des Raubes und der Gewalt und Drohung gegen Beamte im 

schuldunfähigen Zustand gemäss Bericht und Antrag der Staatsanwaltschaft I des 

Kantons Zürich vom 27. Januar 2006 begangen hat (Urk. 9/46). Demzufolge 

entwendete der Berufungskläger am 4. Mai 2004 aus einem Lebensmittelgeschäft 

mehrere Artikel. Als ein Mitarbeiter des Geschäfts ihn zurückhalten wollte, versetzte 

ihm der Berufungskläger einen Faustschlag gegen den Kopf, so dass er zu Boden 

fiel. Der Berufungskläger wurde daraufhin von Mitarbeitern des Lebensmittelge-

schäfts verfolgt, worauf er ihnen ein geöffnetes Sackmesser zeigte, um sie abzu-

schrecken. Als der Berufungskläger in der S-Bahn von Polizeibeamten aufgefordert 

wurde, mit ihnen mitzukommen, ergriff er erneut das Sackmesser und hielt dieses 

in drohender Weise in der Hand. Erst als die Polizeibeamten die Dienstwaffe zogen, 

legte er das Messer ab und ergab sich. Am 29. November 2004 stieg der Beru-

fungskläger sodann am Bahnhof F._____ in einen dort bereitstehenden Linienbus. 

Im Bus stach er unvermittelt mit einem Taschenmesser mit schnellen und kräftigen 

Bewegungen mehrmals in Richtung Brustbereich des dadurch völlig überraschten 

Buschauffeurs ein, wodurch er ihn schwer verletzte. Als ein weiterer Buschauffeur 

dem Geschädigten zur Hilfe eilte und den Berufungskläger von hinten am Hals 

packte, stach der Berufungskläger diesem einmal mit dem Messer in Richtung 

Bauch (Urk. 9/22). Die am 8. Mai 2006 angeordnete stationäre Massnahme wurde 

vom Bezirksgericht Hinwil mit Beschluss vom 9. Februar 2012 um fünf Jahre 

verlängert (Urk. 10/22). Die vom Berufungskläger gegen diesen Entscheid erho-

bene Beschwerde wurde vom Obergericht Zürich, III. Strafkammer, am 4. Mai 2012 

abgewiesen (Urk. 10/32). Mit Beschluss des Bezirksgerichts Hinwil vom 16. März 

2017 wurde die stationäre Massnahme um weitere fünf Jahre verlängert 

(Urk. 11/38). Eine weitere Verlängerung um zweieinhalb Jahre erfolgte mit 

Beschluss des Bezirksgerichts Hinwil vom 28. Oktober 2021 (Urk. 12/42). Die vom 

-   16   -

Berufungskläger gegen diesen Entscheid erhobene Beschwerde wurde vom Ober-

gericht Zürich, III. Strafkammer, am 7. Dezember 2022 abgewiesen (Urk. 12/50). 

Mit Verfügung vom 1. November 2023 hob das JuWe die stationäre Massnahme 

infolge Aussichtslosigkeit gemäss Art. 62c Abs. 1 lit. a StGB auf und beantragte 

dem Bezirksgericht Hinwil, es sei beim Berufungskläger gestützt auf Art. 62c Abs. 4 

StGB die Verwahrung anzuordnen (Urk. 1). Mit Urteil von 8. April 2024 ordnete das 

Bezirksgericht Hinwil die Verwahrung des Berufungsklägers an (Urk. 46 S. 24).

2. Rechtliche Grundlagen

Gemäss Art. 62c Abs. 1 lit. a StGB wird eine stationäre therapeutische Massnahme 

aufgehoben, wenn deren Durch- oder Fortführung als aussichtslos erscheint. Ist bei 

Aufhebung einer Massnahme, die aufgrund einer Straftat nach Art. 64 Abs. 1 StGB 

angeordnet wurde, ernsthaft zu erwarten, dass der Täter weitere Taten dieser Art 

begeht, so kann das Gericht gemäss Art. 62c Abs. 4 StGB auf Antrag der Vollzugs-

behörde die Verwahrung anordnen. Es handelt sich dabei um die Substitution einer 

stationären therapeutischen Massnahme durch eine Verwahrung, d.h. um eine 

Anpassung der früheren Massnahme an eine spätere Entwicklung hinsichtlich des 

Geisteszustands des Täters oder neuer Behandlungserkenntnisse. Die im Strafge-

setzbuch vorgesehene Möglichkeit, Massnahmen auszutauschen, ist Ausdruck des 

Bedürfnisses nach Flexibilität und Durchlässigkeit im Massnahmenrecht. Wird eine 

stationäre therapeutische Massnahme aufgrund von festgestellter Aussichtslosig-

keit aufgehoben, kann der therapeutische Zweck nicht weiterverfolgt werden. Statt-

dessen tritt der Sicherungsgedanke stärker in den Vordergrund (BGE 148 IV 1 

E. 3.3.2; 145 IV 167 E. 1.7 f.; Urteile des Bundesgerichts 6B_381/2021 vom 

17. Juni 2021 E. 2.3; 6B_82/2021 vom 1. April 2021 E. 3.3, nicht publiziert in: 

BGE 147 IV 218). Nach Art. 64 Abs. 1 StGB ordnet das Gericht die Verwahrung an, 

wenn der Täter eine Katalogtat oder eine andere mit einer Höchststrafe von fünf 

oder mehr Jahren bedrohte Tat begangen hat, durch die er die physische, psychi-

sche oder sexuelle Integrität einer andern Person schwer beeinträchtigt hat oder 

beeinträchtigen wollte. Zudem muss eine der alternativen Voraussetzungen von 

Art. 64 Abs. 1 StGB erfüllt sein, d.h. auf Grund der Persönlichkeitsmerkmale des 

Täters, der Tatumstände und seiner gesamten Lebensumstände muss ernsthaft zu 

-   17   -

erwarten sein, dass er weitere Taten dieser Art begeht oder auf Grund einer anhal-

tenden oder lang dauernden psychischen Störung von erheblicher Schwere, mit 

der die Tat in Zusammenhang stand, muss ernsthaft zu erwarten sein, dass der 

Täter weitere Taten dieser Art begeht und die Anordnung einer Massnahme nach 

Art. 59 StGB keinen Erfolg verspricht. Die Verwahrung als rein sichernde Mass-

nahme lässt sich nur als "ultima ratio" in restriktiver Anordnung rechtfertigen 

(BGE 148 IV 398 E. 4.6; Urteile des Bundesgerichts 6B_492/2022 vom 20. Juni 

2022 E. 2.5; 6B_1076/2021 vom 28. Oktober 2021 E. 2.6.1; 6B_698/2021 vom 

1. Oktober 2021 E. 4.5.3; je mit Hinweisen). Dabei ist dem Grundsatz der Verhält-

nismässigkeit in besonderem Masse Rechnung zu tragen. Grundlage für die 

Anordnung dieser Massnahme ist die Sozialgefährlichkeit des Täters, die sich 

bereits in der ursprünglichen Anlasstat manifestiert hatte und die – gerade auch 

angesichts der gescheiterten Therapiebemühungen – ernsthaft erwarten lässt, 

dass sie zu weiteren schweren Straftaten im Sinne von Art. 62c Abs. 4 StGB führen 

wird. Die Anwendbarkeit von Art. 64 StGB beurteilt sich nach den Sicherheitsinter-

essen der Allgemeinheit; ist die Anordnung der Verwahrung primär nach dem 

Kriterium der Gefährlichkeit des Täters zu beurteilen, steht dessen künftige Gefähr-

lichkeit und damit die Prognose im Zentrum der Beurteilung (Urteil des Bundes-

gerichts 6B_1076/2021 vom 28. Oktober 2021 E. 2.6.1).

3. Würdigung

3.1. Anlassdelikt

3.1.1. Die Verwahrung setzt zunächst als Anlasstat eine in Art. 64 Abs. 1 StGB 

umschriebene sogenannte Katalogtat oder eine andere mit einer Höchststrafe von 

fünf oder mehr Jahren bedrohte Tat voraus. Die Verwahrung ist nur dann anzuord-

nen, wenn der Täter mit dem Verbrechen die physische, psychische oder sexuelle 

Integrität einer andern Person besonders schwer beeinträchtigt hat oder beein-

trächtigen wollte. Die Voraussetzung der schweren Schädigung des Opfers gilt glei-

chermassen für Katalogtaten und Straftaten nach der Generalklausel als 

Anlasstaten als auch für die ernsthaft zu erwartenden Folgetaten (BGE 148 IV 398 

E. 4.5; 139 IV 57; Urteil des Bundesgerichts 6B_82/2021 vom 1. April 2021 E. 4.2.2, 

nicht publ. in: BGE 147 IV 218). Relevante Straftaten und schwere Beeinträchtigung 

-   18   -

müssen kumulativ vorliegen (Urteil des Bundesgerichts 6B_889/2019 vom 

6. November 2019 E. 1.2). Von einer schweren Opferbeeinträchtigung ist unter 

Zugrundelegung eines objektiven Massstabs auszugehen, wenn aufgrund der zu 

beurteilenden Tat nach der allgemeinen Lebenserfahrung mit einer Traumatisie-

rung des Opfers zu rechnen ist (BGE 148 IV 398 E. 4.5; Urteile des Bundesgerichts 

6B_1076/2021 vom 28. Oktober 2021 E. 2.5.2; 6B_381/2021 vom 17. Juni 2021 

E. 4.3.3; je mit Hinweisen). Frühere Straftaten werden als gewichtige Anknüpfungs-

punkte für die Beurteilung einer weiteren möglichen Gefährlichkeit eines Täters 

eingestuft. Sie sind ein sehr zuverlässiger Indikator für künftige Delinquenz 

(BSK StGB I-HEER/HABERMEYER, a.a.O., N 10 zu Art. 64).

3.1.2. Gemäss Beschluss des Bezirksgerichts Hinwil vom 8. Mai 2006 beging der 

Berufungskläger am 29. November 2004 eine schwere Körperverletzung im Sinne 

von Art. 122 Abs. 1 StGB. Dass der Berufungskläger im Dispositiv freigesprochen 

wurde, liegt daran, dass er für schuldunfähig befunden wurde (Urk. 9/46 S. 3 ff.). 

Mit der schweren Körperverletzung liegt eine Katalogtat im Sinne von Art. 64 Abs. 1 

StGB vor. Das Fehlen der Schuldfähigkeit hindert die Anordnung von sichernden 

Massnahmen nicht (Art. 19 Abs. 3 StGB). Dem Beschluss vom 8. Mai 2006 lag wie 

erwähnt der Sachverhalt zugrunde, dass der Berufungskläger mit einem aufge-

klappten Taschenmesser unvermittelt und mit schnellen und kräftigen Bewegungen 

mehrmals in Richtung des Brustbereichs eines Busfahrers einstach. Der Tat lag 

keine spezielle Konstellation oder vorgängige Auseinandersetzung zugrunde. 

Vielmehr stach der Berufungskläger unvermittelt und für den Geschädigten völlig 

überraschend zu. Mit dem ersten Stich traf er den Geschädigten in Herz- und 

Lungennähe und fügte diesem ein penetrierendes Thoraxtrauma zu, das zu einem 

lebensgefährlichen Hämatopneumothorax führte. Der Geschädigte befand sich 

infolge der Stichverletzung rund zwei Wochen in stationärer Spitalbehandlung und 

war erst rund drei Monate später wieder voll arbeitsfähig (Urk. 9/46). Mit der 

Vorinstanz ist das vom Berufungskläger begangene Gewaltdelikt angesichts seiner 

Eingriffsintensität zweifelsohne als schwere Beeinträchtigung der physischen 

Integrität des Geschädigten im Sinne von Art. 64 Abs. 1 StGB zu qualifizieren. Sein 

Verhalten war nach der allgemeinen Lebenserfahrung ohne Weiteres geeignet, 

beim Geschädigten eine schwerwiegende Integritätsbeeinträchtigung zu bewirken. 

-   19   -

Dies wurde von der Verteidigung zu Recht nicht in Frage gestellt. Gemäss 

Beschluss des Bezirksgerichts Hinwil vom 8. Mai 2006 hat der Berufungskläger 

zusätzlich einen Raub im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 2 StGB begangen, womit 

eine weitere Katalogtat im Sinne von Art. 64 Abs. 1 StGB vorliegt. In Anbetracht der 

damaligen Umstände weist dieses Delikt aber nicht die für eine Anlasstat erforder-

liche Schwere auf. Der Berufungskläger verpasste damals einem Ladenmitarbeiter 

nach erfolgtem Ladendiebstahl einen Faustschlag gegen den Kopf und zeigte 

Ladenmitarbeitern ein geöffnetes Sackmesser, um sie abzuschrecken. Dass bei 

seinem Vorgehen jemand verletzt wurde, ergibt sich nicht aus dem Bericht und 

Antrag der Staatsanwaltschaft vom 27. Januar 2006 (Urk. 9/46; vgl. auch 

Urk. 9/ND 1). Das Vorliegen einer schweren Beeinträchtigung im Sinne von Art. 64 

Abs. 1 StGB ist daher mit Bezug auf den Raub zu verneinen.

3.2. Vorliegen einer schweren psychischen Störung

3.2.1. Für die Anordnung einer Verwahrung ist sodann vorausgesetzt, dass beim 

Täter eine anhaltende oder langdauernde psychische Störung von erheblicher 

Schwere vorliegt, mit der die Tat in Zusammenhang stand. Der Begriff der schwe-

ren psychischen Störung in Art. 64 Abs. 1 lit. b StGB entspricht jenem in Art. 59 und 

63 StGB (BSK StGB I-HEER/HABERMEYER, a.a.O., N 31 und 41 f. zu Art. 64). Als 

schwere psychische Störungen im Rechtssinne gelten nur schwere psychopatho-

logische Zustände von einer gewissen Ausprägung bzw. relativ schwerwiegende 

Arten und Formen geistiger Erkrankungen im medizinischen Sinne (BGE 146 IV 1 

E. 3.5.6; Urteile des Bundesgerichts 6B_1067/2020 vom 5. Mai 2021 E. 1.2; 

6B_237/2019 vom 21. Mai 2019 E. 2.2.1; je mit Hinweisen). Die rechtlich geforderte 

Schwere ergibt sich aus dem Ausmass, in dem sich die nach medizinischen 

Kriterien erheblich ausgeprägte, zweifelsfrei festgestellte Störung in der Straftat 

widerspiegelt (BGE 146 IV 1 E. 3.5.6 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 

6B_1067/2020 vom 5. Mai 2021 E. 1.7). Zwischen der Anlasstat und der psychi-

schen Störung muss Konnexität bestehen. Die Anlasstat muss jenen Geistes-

zustand manifestieren, der den Täter als besonders gefährlich erscheinen lässt 

(BSK StGB I-HEER/HABERMEYER, a.a.O., N 42 zu Art. 64).

-   20   -

3.2.2. Gemäss dem Gutachten von Dr. med. B._____ vom 31. Oktober 2023 leidet 

der Berufungskläger an einer chronifizierten schwergradigen, bis heute nicht remit-

tierten Störung aus dem schizophrenen Spektrum mit aktuell hebephrenen und pa-

ranoiden Symptomen. Ausserdem bestehe seit Jahren ein schizophrenes Resi-

duum in Form von Antriebsminderung, ausgeprägtem sozialem Rückzug, Affekt-

verflachung und Beeinträchtigung kognitiver Fähigkeiten, vor allem aufgrund for-

maler Denkstörungen. Aufgrund der bereits seit früher Kindheit berichteten 

Verhaltensauffälligkeiten bestehe ausserdem Verdacht auf eine autistische Störung 

im Sinne eines Asperger-Syndroms. Auffällige Persönlichkeitsmerkmale seien 

aufgrund der genannten schwer ausgeprägten psychischen Störungen nicht 

erkennbar (Urk. 2/521 S. 55 ff. und 81; vgl. auch Urk. 72 S. 18; Prot. I S. 33 und 

35). Gemäss dem Gutachter habe der Berufungskläger wahrscheinlich bereits über 

einen längeren Zeitraum vor Begehung seines Delikts ein paranoides misstraui-

sches wahnhaftes Denken vor allem gegenüber Busfahrern als für ihn schädliche 

Repräsentanten des Beamtentums gehegt. Diese wahnhaften Überzeugungen 

seien schliesslich drängend handlungsrelevant geworden, als situativ zusätzlich die 

Belastung durch den Wechsel der Wohnumgebung mit der Zumutung einer weite-

ren antipsychotischen Medikation ihn affektiv zur Dekompensierung gebracht habe, 

sodass er dann rigoros ohne reflektierendes lnnehalten über die Verhältnismässig-

keit seines Handlungsimpulses gegen die beiden Busfahrer vorgegangen sei. Eine 

allenfalls unregelmässige Einnahme der antipsychotischen Medikation in der Zeit 

vor dem Tatgeschehen könnte zu so niedrigen und damit nicht mehr wirksamen 

Konzentrationen der Wirkstoffe im Blut geführt haben, dass damit psychotische 

wahnhafte Überzeugungen zunehmend intensiver geworden seien, was dann 

ebenfalls zur Tatbegehung beigetragen hätte. Insgesamt sei ein psychotisch moti-

viertes Bedingungsgefüge als Auslöser der begangenen deliktischen Handlungen 

mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit anzunehmen, während rück-

blickend keine anderen tatbegünstigenden relevanten Faktoren festzustellen seien. 

Zu den gewalttätigen Handlungen könnten auch Faktoren der allenfalls zusätzlich 

vorliegenden autistischen Störung beigetragen haben (Urk. 2/521 S. 72 ff. und 

82 f.). Die schizophrene Störung besteht unverändert fort. Gemäss Gutachten von 

Dr. med. B._____ zeigen sich keine Hinweise für eine Rückbildung wesentlicher 

-   21   -

psychotischer Symptome. Die forensische Relevanz liege darin, dass jederzeit 

handlungsanstossende paranoide wahnhafte Überzeugungen plötzlich auftreten 

könnten. Dies auch mit der von früher her bekannten Deliktrelevanz in Form einer 

Gefährdung Dritter (Urk. 2/521 S. 71 f. und 81).

3.2.3. Die Beurteilung von Dr. med. B._____ ist nachvollziehbar und überzeugend 

begründet und steht im Einklang mit früheren gutachterlichen Diagnosen. Wie er-

wähnt, wurde der Berufungskläger vor dem aktuellen Gutachten bereits mehrfach 

psychiatrisch begutachtet. In allen früheren Gutachten wird in Übereinstimmung mit 

der aktuellen Beurteilung von Dr. med. B._____ von einer schweren schizophrenen 

Erkrankung mit chronischem Verlauf ausgegangen, welche die Anlasstaten be-

gründete (Urk. 2/424 S. 27 ff. und 35 ff.; Urk. 9/8/16 S. 37 ff. und 49 f.; Urk. 9/8/20 

S. 11 f.; Urk. 11/28 S. 20 ff. und 38 f.). Der Verteidigung kann daher nicht gefolgt 

werden, wenn sie geltend macht, die aktuelle Beurteilung stehe in Widerspruch zu 

den früheren Gutachten. Die zwischen den Gutachten teilweise bestehenden Dif-

ferenzen lassen sich durch eine andere Schwerpunktsetzung in Bezug auf im Vor-

dergrund stehende Symptomatik und durch unterschiedliche Erklärungen für die 

beim Berufungskläger festgestellten Verhaltensauffälligkeiten erklären. Sie sind da-

her nicht geeignet, Zweifel an der Einschätzung von Dr. med. B._____ zu wecken, 

zumal er sich in seinem Gutachten (wie auch schon Dr. med. G._____ im Gutach-

ten aus dem Jahr 2021), ausführlich und detailliert mit den Erkenntnissen aus den 

früheren Gutachten auseinandersetzt, auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede ein-

geht und allfällig vorhandene Differenzen nachvollziehbar und schlüssig erklärt. In 

Bezug auf die Frage, welche spezifische Verlaufsform der schizophrenen Erkran-

kung beim Berufungskläger vorliegt, führt er aus, es hätten in der Zeit der ersten 

Begutachtung im Jahr 2005 offenbar Symptome überwogen, die als charakteris-

tisch für die hebephrenen Verläufe einer schizophrenen Erkrankung galten, wäh-

rend im späteren Verlauf, ausführlich dargestellt in den psychiatrischen Gutachten 

von 2017 und 2021, paranoide Aspekte überwogen hätten, so dass eine paranoide 

Verlaufsform der schizophrenen Erkrankung im Vordergrund gesehen worden sei. 

Diesbezüglich sei von Bedeutung, dass die Symptomatik einer schizophrenen Er-

krankung nicht statisch über die Jahre unverändert bleibe, sondern erheblich vari-

ieren könne (Urk. 2/521 S. 55 ff.). Weiter wird vom Gutachter nachvollziehbar dar-

-   22   -

gelegt, dass die beim Berufungskläger festgestellten Verhaltensauffälligkeiten im 

ersten psychiatrischen Gutachten im Sinne eines Vorstadiums der schizophrenen 

Erkrankung gedeutet wurden, während im zweiten Gutachten im Jahr 2017 retro-

spektiv die Diagnose einer dissozialen Persönlichkeitsstörung gestellt wurde 

(Urk. 2/521 S. 55 ff.). Im Gutachten von Dr. med. G._____ aus dem Jahr 2021 wur-

den die auffälligen dissozialen Handlungen als Vorläufersymptome der schizophre-

nen Erkrankung eingestuft und das Vorliegen einer dissozialen Persönlichkeitsstö-

rung verneint (Urk. 2/424 S. 30 ff. und 36 f.). Dr. med. B._____ setzt sich in seinem 

Gutachten mit einer weiteren möglichen Erklärung für die auffälligen 

Verhaltensweisen des Berufungsklägers auseinander. Er legt dar, dass die beim 

Berufungskläger festgestellten auffälligen Verhaltensweisen auch mit einer Störung 

aus dem autistischen Spektrum erklärbar seien. Dies sei zumindest ebenso 

wahrscheinlich wie die von den vorherigen Gutachtern erläuterten Möglichkeit einer 

vorbestehenden dissozialen Persönlichkeitsstruktur bzw. eines Vorstadiums der 

schizophrenen Erkrankung. Rückblickend könne keine der genannten Möglich-

keiten mit Sicherheit als valide Diagnose formuliert werden, da nicht ausreichend 

trennscharfe Informationen hierzu verfügbar seien (Urk. 2/521 S. 60 ff.). Der seit 

der Erstellung des Gutachten vom 31. Oktober 2023 eingetretene Verlauf ergab 

gemäss Gutachter keine neuen Erkenntnisse, die zu einer Änderung der Diagnose 

Anlass geben würden. Vielmehr hätten sich sowohl in der Exploration des 

Berufungsklägers als auch in aktuellen Berichten die bekannten psychopathologi-

schen Auffälligkeiten gezeigt (Urk. 72 S. 18). 

3.2.4. Nach dem Dargelegten ist das Vorliegen einer schweren psychischen 

Störung im Sinne von Art. 64 Abs. 1 lit. b StGB gestützt auf die über den Berufungs-

kläger im Laufe der Jahre erstellten in den wesentlichen Punkten identischen 

sachverständigen Begutachtungen zu bejahen. Die Konnexität zwischen der beim 

Berufungskläger vorliegenden psychischen Störung und den von ihm verübten 

Gewaltdelikten wurde ebenfalls schon mehrfach gutachterlich festgestellt, wie 

bereits die Vorinstanz zutreffend erwog (Urk. 46 S. 12 f.). Die Verteidigung bringt 

auch diesbezüglich zu Recht keine Einwände vor.

-   23   -

3.3. Rückfallgefahr

3.3.1. Grundlage für eine Verwahrung nach Art. 62c Abs. 4 StGB ist die Sozialge-

fährlichkeit des Täters. Im Vergleich zu anderen Massnahmen ist bei der Verwah-

rung eine qualifizierte Gefährlichkeit erforderlich. Sie setzt eine hohe Rückfallwahr-

scheinlichkeit voraus. In der Praxis wird das Gericht eine solche Gefahr bejahen, 

wenn es sich kaum vorstellen kann, dass der Täter keine neuen Straftaten gleicher 

Art begehen wird. Eine Vermutung, eine vage Wahrscheinlichkeit, eine latente 

Rückfallmöglichkeit oder eine latente Gefahr genügen nicht. Das Rückfallrisiko 

muss Straftaten gleicher Art wie jene, die eine Verwahrung des Verurteilten voraus-

setzt, betreffen. Mit anderen Worten wird das Gericht bei der Vornahme seiner Pro-

gnose einzig das Risiko der Begehung schwerer Straftaten gegen die psychische, 

physische oder sexuelle Integrität berücksichtigen dürfen (BGE 137 IV 59 E. 6.3 

mit Hinweisen; Urteile des Bundesgerichts 6B_1051/2021 vom 3. März 2022 

E. 3.3.3; 6B_1294/2021 vom 10. Januar 2022 E. 1.3.1; 6B_381/2021 vom 17. Juni 

2021 E. 4.4.3; je mit Hinweisen). Für die Gefährlichkeitsprognose relevant sind die 

Verhältnisse zum Zeitpunkt des Urteils. Kurz- oder mittelfristige Ungefährlichkeit 

eines Täters steht einer Verwahrung nicht entgegen. Die Gefährlichkeitsprogose ist 

langfristig zu stellen (BSK StGB I-HEER/HABERMEYER, a.a.O., N 84 zu Art. 64).

3.3.2. Die Verteidigung führt aus, dass beim Berufungskläger nicht von qualifizierter 

Gefährlichkeit ausgegangen werden könne. Entgegen der Vorinstanz sei den Gut-

achten lediglich Einschätzungen über ein geringes Rückfallrisiko zu entnehmen. 

Schwere Gewaltdelikte würden nicht explizit erwähnt. Schliesslich seien Gefähr-

lichkeitsprognosen immer hypothetisch und würden eine signifikante Fehlerquote 

aufweisen, weshalb die qualifizierte Gefährlichkeit des Berufungsklägers für 

schwere Gewaltdelikte mindestens fraglich sei (Urk. 77 S. 6 ff.). 

3.3.3. Im ersten Gutachten aus dem Jahr 2005 wurde ausgeführt, mit dem weiteren 

Fortschreiten der schizophrenen Erkrankung werde die Impulskontrolle des 

Berufungsklägers weiter ab- und seine Gewaltbereitschaft zunehmen. Eine Verbes-

serung der Legalprognose sei nur möglich, wenn es gelinge, die Schizophrenie in 

ausreichendem Masse zu behandeln. Der Berufungskläger neige zu Impulsdurch-

brüchen und Gewaltanwendung, so dass weitere Delikte im Bereich Körperver-

-   24   -

letzung mit grosser Wahrscheinlichkeit zu erwarten seien (Urk. 9/8/16 S. 48 ff.; 

vgl. auch Urk. 9/8/20 S. 12). Im Gutachten aus dem Jahr 2017 wurde ebenfalls aus-

geführt, mit Blick auf die Vorgeschichte und Grunddiagnose seien beim Berufungs-

kläger in erster Linie Gewalttaten zu befürchten, insbesondere wenn er weniger 

intensiv mediziert würde oder einer Reizüberflutung in einem unberechenbaren 

Milieu ausgesetzt wäre. In Bezug auf das Hauptanlassdelikt der schweren Körper-

verletzung bestehe das höchste Risiko. Dieses müsse bei ungenügender Behand-

lung durchaus als hoch beziffert werden (Urk. 11/28 S. 39). Auch im Gutachten aus 

dem Jahr 2021 wurde festgehalten, im Falle einer fehlenden Behandlung wäre mit 

einer drastischen sozialen Desintegration zu rechnen, welche die Wahrscheinlich-

keit einer erneuten Verschlimmerung der Psychose bewirken würde. Es sei zu 

befürchten, dass bei fortschreitender Desintegration und damit verbundener 

psychopathologischer Verschlechterung erneut Wehrhaftigkeit entstehe, die in 

Aggressivität münden könne. Diese könnte mittel- bis langfristig auch bei Ver-

kettung ungünstiger Umstände (Verfügbarkeit von Waffen) in schwerwiegenden 

Gewalttaten münden. Die Gefährlichkeit des Berufungsklägers würde im Falle einer 

unbegleiteten Entlassung aus der stationären Massnahme massiv ansteigen. In 

behandeltem, beobachtetem und betreutem Zustand und kontrolliertem Setting 

gehe vom Berufungskläger demgegenüber keine gravierende Gefährlichkeit aus 

(Urk. 2/424 S. 34 f. und 44 f.). Gemäss Einschätzung des aktuellen Gutachters 

haben sich seit der letzten Begutachtung im Jahr 2021 beim Berufungskläger keine 

Anhaltspunkte für eine günstige Entwicklung des psychischen Befindens und der 

psychotischen Symptomatik ergeben. Dementsprechend kommt der Gutachter 

zum Schluss, dass sich an der legalprognostischen Beurteilung der Vorgutachter 

keine Änderung ergebe (Urk. 2/521 S. 78; Urk. 72 S. 21 f.). Wie bereits im Gutach-

ten aus dem Jahr 2021 wird die Rückfallgefahr bezüglich von mit Gewalt verbun-

denen Tätlichkeiten, insbesondere mit dem Risiko einer Körperverletzung, im 

aktuellen Gutachten als voraussichtlich gering eingestuft, sofern das bisherige 

Betreuungssetting beibehalten wird (Urk. 2/521 S. 87). Bei Wegfall des aktuellen 

Behandlungskonzepts geht der Gutachter demgegenüber von einer laufenden 

Zunahme des beim Berufungskläger bestehenden Risikos schwerer Delikte 

(tätliche Angriffe mit eventuell Folge der Körperverletzung, sexuelle Hands-on-

-   25   -

Übergriffe) aus. Im Fall einer längeren Entweichung aus dem Pflegezentrum 

D._____ und dann nicht mehr ausreichenden Wirkstoffkonzentrationen der Psycho-

pharmaka könne innerhalb von Tagen bis Wochen ein hohes Risiko eintreten, 

Bedrohungen bis hin zu gewalttätigen Handlungen vor allem gegenüber Busfahrern 

zu begehen. Das Risiko weiterer Delikte wird vom Gutachter als moderat (sexuelle 

Übergriffe) bzw. moderat bis hoch (Sachbeschädigungen) eingestuft. Flankierende 

Massnahmen im Rahmen einer bedingten Entlassung wären gemäss Gutachter 

nicht ausreichend, um das Risiko erneuter Delikte zu verringern (Urk. 2/521 S. 93 

f.). Der Berufungskläger wäre schon bei geringfügiger Reduktion der aktuell sehr 

intensiven persönlichen Betreuung und Behandlung sowie des ihn stützenden und 

sichernden Settings nicht ausreichend belastbar und kompetent, die Anforderun-

gen im Falle einer bedingten Entlassung zu bewältigen. Es wären daher sehr bald 

konflikthafte und aggressive Interaktionen wahrscheinlich (Urk. 2/521 S. 47 ff.).

3.3.4. Das Gutachten von Dr. med. B._____ erweist sich auch in Bezug auf die 

Beurteilung der Rückfallgefahr als schlüssig und nachvollziehbar, zumal sich seine 

Einschätzung wie erwähnt mit den Befunden aus den Vorgutachten deckt. Die Ge-

fahr erneuter gewalttätiger Delikte im Falle einer Entlassung aus dem bisherigen 

Umfeld führt Dr. med. B._____ wie bereits die Vorgutachter auf mehrere Faktoren 

zurück. Zunächst besteht die schizophrene Erkrankung beim Berufungskläger un-

verändert fort. Insbesondere bestehen gemäss Gutachter keine Hinweise für eine 

Rückbildung wesentlicher psychotischer Symptome. Zu diesen gehören insbeson-

dere die Neigung zu misstrauisch-paranoiden Fehldeutung der Handlungsabsich-

ten anderer und von ihm wahrgenommener Ereignisse, die Neigung zu impulsiv-

aggressivem Reagieren bei Störung seiner rigiden Abläufe und unmittelbares 

Nachgeben einschiessender Gedanken und Handlungsimpulse. Der Berufungsklä-

ger könne unvermittelt zur Überzeugung kommen, andere Personen wollten ihn 

beeinträchtigen oder schädigen. Unverändert sei auch die Auffassung des Beru-

fungsklägers, dass ihn Busfahrer früher provoziert hätten (Urk. 2/521 S. 78 und 92; 

Urk. 72 S. 18 f.). Eine günstige Entwicklung im Sinne des Erreichens von Therapi-

ezielen konnte der Gutachter nicht ausmachen. Beim Berufungskläger habe ledig-

lich soweit eine minimale Stabilität erreicht werden können, dass von ihm unter 

nahezu optimalen Rahmenbedingungen zumindest keine höhere Gefahr schwerer 

-   26   -

Delikte mehr ausgehe (Urk. 2/251 S. 75 und 83 f.). Dass in den letzten Jahren keine 

Verbesserung des psychischen Zustands festgestellt werden konnte, zeigt sich 

auch darin, dass bis heute keine unbegleiteten Ausgänge möglich waren und be-

gleitete Ausgänge bisher nur dann erfolgen konnten, wenn sich der Berufungsklä-

ger in einer Phase mit besseren psychischen Verfassung befand (Urk. 2/251 S. 90). 

Teilweise kam es selbst bei begleiteten Ausgängen zu Vorfällen, die vom Gutachter 

in der vorinstanzlichen Befragung als krisenhafte Zuspitzungen bezeichnet wurden 

(Prot. I S. 34). Für die Beurteilung der Gefährlichkeit des Berufungsklägers ist von 

Bedeutung, dass wahnhafte Überzeugungen auch beim Anlassdelikt handlungsre-

levant waren. Dr. med. B._____ hielt in Übereinstimmung mit den früheren Gutach-

ter fest, dass der Berufungskläger damals unter einer wahnhaften Beziehungsset-

zung ohne jeglichen sachlogisch nachvollziehbaren Anlass gelitten habe. Wahr-

scheinlich habe der Berufungskläger bereits über eine gewisse Zeit vor Begehung 

seines Delikts für ihn unangenehme Erfahrungen mit dem Verhalten von Busfah-

rern gemacht und objektiv begründbare Fahrmanöver wahnhaft als ihn bewusst be-

einträchtigend oder provozierend auf sich bezogen, was einem psychotischen Den-

kinhalt entspreche (Urk. 2/521 S. 73 f. und 82). Gemäss dem Gutachter ist jederzeit 

mit einer Aktualisierung der wahnhaften Ideen zu rechnen. Diesbezüglich ist pro-

gnostisch ungünstig zu werten, dass der Berufungskläger gemäss gutachterlicher 

Einschätzung unverändert ein angespanntes Verhältnis zu Busfahrern zu haben 

scheint (Urk. 2/251 S. 73, 78 und 92). Problematisch erscheint dies insbesondere, 

da der Berufungskläger zusätzlich weiterhin auf öffentliche Verkehrsmittel, insbe-

sondere Busse, fixiert ist (vgl. dazu etwa den Verlaufsbericht des Pflegezentrums 

D._____ vom 15. März 2025, Urk. 68 S. 2 und 4). Bei der Befragung vor Vorinstanz 

führte er aus, zu seinen Hobbies gehöre es, Buschauffeure zu grüssen. Er habe 

nichts gegen Buschauffeure, ausser wenn sie rauchen würden (Prot. I S. 19). 

Weiter führte er auf die Frage, was er an seiner Situation gerne ändern wolle, aus, 

er würde gerne mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren (Prot. I S. 22). Die 

Vorinstanz hielt zu Recht fest, der Umstand, dass sich der Berufungskläger nach 

wie vor mit den gleichen Themen beschäftige, sei vor dem Hintergrund der Anlass-

tat sehr bedenklich, zumal nicht garantiert sei, dass er bei Kontaktversuchen mit 

fremden Personen in ungewohnter Umgebung angemessen reagiere (Urk. 46 

-   27   -

S. 16). Der Berufungskläger wiederholte diese Aussagen teilweise anlässlich der 

Berufungsverhandlung (Urk. 84 S. 3 ff.). Zu verweisen ist hier auch auf die Ausfüh-

rungen von Dr. med. G._____ im Gutachten aus dem Jahr 2021, wonach durch das 

auffällige Verhalten des Berufungsklägers auch in Zukunft wieder eine Situation 

entstehen könnte, in der er auf Regeln hingewiesen werden müsse und es zu kon-

frontativen Auseinandersetzungen kommen könnte, auf die der Berufungskläger in 

psychotischen Veränderungen inadäquat oder gar mit Aggressivität reagiere 

(Urk. 2/424 S. 37).

3.3.5. Schafft der Täter aufgrund seines psychischen Zustands die zur Straftat 

führende spezielle Situation selbst, ist die Wahrscheinlichkeit weiterer Delikte höher 

als wenn die Anlasstat stark situative Bezüge aufweist oder Ausdruck einer 

bestimmten speziellen Konstellation ist (BSK StGB I-HEER/HABERMEYER, a.a.O., 

N 16 zu Art. 64). Diesbezüglich ist beim Berufungskläger von Bedeutung, dass 

umwelt- oder situationsbezogenen Faktoren im Vergleich zu den psychotischen 

Symptomen und möglichen zusätzlichen Faktoren einer autistischen Störung kaum 

handlungsauslösende Relevanz zukommt. Gemäss dem aktuellen Gutachten 

können bereits geringfügige subjektive Beeinträchtigungen des Wohlbefindens 

beim Berufungskläger einschiessende aggressive Impulse sowie paranoide 

Annahmen auslösen, wobei dies bereits eine Störung seiner rigiden Routinen und 

Gewohnheiten begründen könne. Solche Umstände spielten auch beim Anlass-

delikt eine Rolle. Gemäss Gutachten sei der Berufungskläger damals zusätzlich zu 

den wahnhaften Überzeugungen durch die Belastung eines Wechsels der 

Wohnumgebung mit der Zumutung einer weiteren antipsychotischen Medikation 

affektiv zur Dekompensierung gebracht worden (Urk. 2/521 S. 74 und 82 f.). Dass 

der Berufungskläger auf scheinbar geringfügige Anlässe stark reagieren kann, 

zeigen auch Vorfälle aus der letzten Zeit. Im Verlaufsbericht des Pflegezentrums 

D._____ vom 14. März 2025 wird ausgeführt, der Berufungskläger habe im Herbst 

2023 plötzlich nicht mehr zur Coiffeuse im Ort gehen wollen. Er sei durch ihre Worte 

("es isch ebe so") ohne klaren Grund wütend geworden. Als sich die Situation 

länger nicht beruhigt und er weiterhin geglaubt habe, sie wolle ihn damit provozie-

ren, sei er zu einer anderen Coiffeuse und zur Reizminderung nur als einziger 

Kunde im Geschäft eingeplant worden (Urk. 68 S. 2; vgl. dazu auch Urk. 2/519). 

-   28   -

Gemäss den Ausführungen des Gutachters vor Vorinstanz dachte der Berufungs-

kläger damals, dass die Coiffeuse im Komplott gegen ihn sei. Er habe keinen 

Termin haben wollen, wenn diese Coiffeuse anwesend gewesen sei. Einen objek-

tiven und sachlichen Grund für das Verhalten des Berufungsklägers habe man nicht 

feststellen können. Er habe Umstände negativ auf sich bezogen (Prot. I S. 36). 

Gemäss Verlaufsbericht vom 14. März 2025 ist ähnliches Wahn- und Beziehungs-

erleben auch in Bezug auf seine Ausgänge, seinen Gesundheitszustand oder seine 

Medikation bekannt. So meine der Berufungskläger etwa, dass ihm die aufgrund 

personeller Engpässe nicht gewährten Ausgänge Versuche seien, ihn neu zu 

erziehen oder er Beschwerden "wegen Voodoo" habe (Urk. 68 S. 2).

3.3.6. Wie bereits die Vorgutachter führt Dr. med. B._____ das beim 

Berufungskläger bestehende Risiko erneuter Delikte auch auf die fehlende Krank-

heitseinsicht zurück. Beim Berufungskläger bestehe weiterhin kein Verständnis für 

die Tatsache, an einer schwergradigen psychischen Erkrankung zu leiden und folg-

lich eine kontinuierliche Betreuung, einen schützenden und sicheren Wohnrahmen 

sowie eine ambulante psychiatrische Therapie einschliesslich Medikation zu benö-

tigen. Ebenso besitze der Berufungskläger kein Verständnis für den Zusammen-

hang zwischen den Symptomen seiner psychotischen Erkrankung und der Bege-

hung des Anlassdeliktes von 2004. Er könne daher auch nicht erkennen, dass eine 

Auseinandersetzung mit dieser Problematik wichtig sei, um Strategien für sein Ver-

halten im Hinblick auf eine spätere, von ihm anhaltend gewünschte, Entlassung zu 

entwickeln. Diese prognoserelevanten Aspekte hätten in der seit 2004 kontinuier-

lich erfolgten Therapie nicht annähernd ausreichend behandelt werden können 

(Urk. 2/251 S. 79, 84 f. und 92 f.). Gemäss gutachterlicher Einschätzung ist der 

Berufungskläger nicht therapiewillig. Er habe wiederholt angekündigt, er würde bei 

Entlassung aus dem Pflegezentrum keine Therapie mehr fortführen und auch keine 

Medikamente mehr einnehmen (Urk. 2/251 S. 84 f.; vgl. auch S. 88 und 92 f.). 

Gemäss Gutachter habe der Berufungskläger auch anlässlich der im Rahmen des 

Berufungsverfahrens durchgeführten Exploration in unrealistischer Überschätzung 

seiner eigenen Fähigkeit darauf beharrt, umgehend in einer eigenen Wohnung 

selbständig leben zu können, wobei er auch seine Medikamente absetze. Es sei 

daher weiterhin eine Unfähigkeit erkennbar, eine realistische Einschätzung seiner 

-   29   -

Lebenssituation, seiner Fähigkeiten im Rahmen des Pflegezentrums einerseits 

sowie der zu erwartenden Belastungen bei einem Übergang in eine selbstständige 

Wohnform anderseits vorzunehmen (Urk. 72 S. 15, 17 f., 19 f. und 21). Nachdem 

die Krankheitseinsicht und das Verständnis für die Notwendigkeit einer Behandlung 

beim Berufungskläger auch unter den aktuellen Bedingungen nicht vorliegt, ist 

ohne Weiteres plausibel, dass Dr. med. B._____ – wie bereits der Vorgutachter – 

das Risiko erneuter gewalttätiger Handlungen bei Wegfall der intensiven Betreuung 

und psychiatrischen Behandlung, einschliesslich Medikation, als hoch einstuft 

(Urk. 2/251 S. 79 f. und 93 f.). Zu verweisen ist in diesem Zusammenhang auch 

darauf, dass der aktuelle psychische Zustand des Berufungsklägers, der vom Gut-

achten als minimal stabil eingestuft wird, auf einen eng betreuenden personalinten-

siven Rahmen in einer sichernden Einrichtung bei gleichzeitiger kontinuierlicher 

ambulanter psychiatrischer Therapie und Medikation zurückzuführen ist. 

3.3.7. Vor Vorinstanz brachte die Verteidigung vor, die gutachterliche Beurteilung 

stehe in Widerspruch zu den tatsächlichen Verhältnissen in der Praxis, was die 

Einvernahme des Beistands des Berufungsklägers eindrücklich gezeigt habe. Der 

Beistand habe ausgesagt, dass in Bezug auf schwere Straftaten beim Berufungs-

kläger überhaupt kein Risiko vorliege (Prot. I S. 39). Der Ansicht der Verteidigung 

kann nicht gefolgt werden. Diesbezüglich ist zunächst darauf hinzuweisen, dass die 

Rückfallwahrscheinlichkeit auf der forensisch-psychiatrischen Ebene festzustellen 

ist, weshalb sich das Gericht auch diesbezüglich zwingend auf ein Gutachten 

abzustützen hat. Die Beurteilung des Risikos, das künftig von einem Täter ausgeht, 

ist auch für einen qualifizierten Sachverständigen ausserordentlich schwierig vor-

zunehmen. Die Legal- bzw. Gefährlichkeitsprognose gehört zu den schwierigsten 

und verantwortungsvollsten Aufgaben der forensischen Psychiatrie (BSK StGB I-

HEER/HABERMEYER, a.a.O., N 54 und 60 ff. zu Art. 64). Vor diesem Hintergrund ver-

steht sich von selbst, dass die subjektive Einschätzung des aktuellen Zustands des 

Berufungsklägers durch den Beistand die von einem Facharzt für Psychiatrie und 

Psychotherapie längerfristige gestellte Prognose nicht in Frage stellen kann. Wie 

die Vorinstanz zutreffend ausgeführt hat, ist die dem Beistand zur Verfügung 

stehende Beurteilungsgrundlage auch nicht allzu umfassend. Dies zeigt sich etwa 

in der Aussage des Beistands vor Vorinstanz, wonach eine günstige Entwicklung 

-   30   -

unter anderem daran erkennbar sei, dass der Berufungskläger bei den letzten zwei 

Ausflügen, an denen er dabei gewesen sei, keine jungen Frauen mehr angespro-

chen habe (Prot. I S. 16). Gemäss den Angaben des Beistands fanden im Zeitraum 

von vier Jahren sieben Besuche beim Berufungskläger statt (Prot. I S. 15), wobei 

diese im Rahmen des dargelegten intensiven Betreuungssettings des Berufungs-

klägers, einschliesslich medikamentöser Einstellung, erfolgten. Über die Durchfüh-

rung der Besuche wurde jeweils kurzfristig nach tagesaktueller Einschätzung des 

psychopathologischen Zustandes entschieden (vgl. u.a. Urk. 2/460; Urk. 2/462; 

Urk. 72 S. 2).

3.3.8. Die gutachterlichen Ausführungen decken sich auch mit den Einschätzungen 

von Fachpersonen in aktuellen Behandlungsberichten und den Erkenntnissen aus 

neueren Verlaufsberichten. Im Therapiezwischenbericht vom 18. November 2022 

wird etwa ausgeführt, man gelange unverändert zur Einschätzung, dass ein offenes 

Setting ohne engmaschige Betreuung und Behandlung mit einem hohen Risiko für 

erneute Gewaltstraftaten einhergehen würde (Urk. 2/467 S. 11). Zu verweisen ist 

weiter auf die Stellungnahme des E._____ der Psychiatrischen Universitätsklinik 

Zürich vom 8. Dezember 2023. Darin wird empfohlen, sämtliche Aktivitäten ausser-

halb des geschlossenen Wohnrahmens durch Fachpersonal oder eine der beiden 

Bezugspersonen zu begleiten. Ausserdem müsse die psychische Verfassung des 

Berufungsklägers vor Verlassen des Wohnsettings durch befähigtes Betreuungs-

personal einschätzt werden. Bei forensisch-psychiatrisch relevanten Auffälligkeiten 

sei der Ausgangsstatus sofort zu revozieren und die Therapiestelle umgehend zu 

informieren (Urk. 72 S. 2). Gemäss dem Verlaufsbericht des Pflegezentrums 

D._____ vom 14. März 2025 sind beim Berufungskläger in Bezug auf seine Aus-

gänge, seinen Gesundheitszustand oder seine Medikation weiterhin Wahn- und 

Beziehungserleben bekannt (Urk. 68 S. 2). Die 1:1 begleiteten Ausflüge und Besu-

che seien mehrheitlich positiv verlaufen. Das Verhalten des Berufungsklägers sei 

zwar auch hier auffällig gewesen, er habe aber durch die Begleitpersonen ausrei-

chend strukturiert werden können. Sofern er zunehmend angespannt worden sei, 

habe er sich zurück auf die Station begleiten lassen. Dies setze allerdings voraus, 

dass die Begleitpersonen ihn und seine Besonderheiten und "Trigger"-Worte genü-

gend gut kennen würden und seine Stimmungslage einschätzen könnten (Urk. 68 

-   31   -

S. 3). Der Berufungskläger zeige weiterhin eine eigenlogische Verarbeitung von 

Wörtern, die er so interpretiere, dass ihn jemand ärgern wolle. Diese Worte würden 

situativ als Trigger für spontane Impulsdurchbrüche in Form von Aggressionen ge-

gen andere gereichen (Urk. 68 S. 4). Durch die engmaschige Betreuung könne Kri-

sensituationen durch Überforderung vorgebeugt und auf psychische Instabilität 

rasch reagiert werden. Die Beibehaltung eines Settings im etablierten Rahmen mit 

klaren Strukturen, angemessenen Anforderungen und 1:1 begleiteten Ausflügen 

werde zur Erhaltung und Förderung der persönlichen Stabilität weiterhin als not-

wendig eingestuft. Geringfügige Abweichungen von seinem Rhythmus könnten 

weiterhin zu impulsiven und fremdaggressiven Verhalten führen (Urk. 68 S. 8). 

Weiter wird auch im Verlaufsbericht vom 14. März 2025 ausgeführt, der Berufungs-

kläger zeige für seine psychischen Grunderkrankungen kein Krankheitsverständnis 

oder Einsicht. Zwar lasse er sich auf Beziehungsangebote ein. Es könne aber nach 

wie vor kaum eine Therapiemotivation im Sinne einer Veränderungsbereitschaft er-

wartet werden (Urk. 68 S. 5 f.). Die Medikamentencompliance wird als stark extrin-

sisch motiviert beurteilt. Bei Wegfall der Rahmenbedingungen würde der Beru-

fungskläger seine Medikamente nicht einnehmen, was er in Gesprächen auch so 

ausgesagt habe (Urk. 68 S. 7). Gestützt darauf führt der Gutachter in seiner ergän-

zenden Beurteilung vom 21. März 2025 nachvollziehbar aus, die Verlaufsberichte 

würden in Übereinstimmung mit der aktuellen gutachterlichen Einschätzung bele-

gen, dass sich seit Erstellung des Gutachtens von 2023 keine günstigen Verände-

rungen ergeben hätten. Das Risiko erneuter Delinquenz werde durch die wiederholt 

einschiessenden paranoiden und eigenlogischen Fehlinterpretationen von Äusse-

rungen verschiedener Bezugspersonen, seien es Therapeuten oder auch ihm ver-

traute Personen ausserhalb des Pflegezentrums, wie eine Coiffeuse, mit gelegent-

lich aufkommenden paranoiden Überzeugungen und daraus resultierendem feind-

seligem Verhalten mit Ablehnung weiterer Kontakte belegt. Die beim Berufungsklä-

ger vorliegenden wahnhaften Überzeugungen könnten im Falle einer Verminde-

rung der aktuellen Betreuungsintensität nicht nur in Form von lautem Schimpfen 

oder verbalem Drohen, sondern erneut in aggressiven Handlungen gegenüber an-

deren Personen münden (Urk. 72 S. 21 f.). Schliesslich erweist sich der Einwand 

der Verteidigung, der Berufungskläger sei nicht gefährlich, wenn er seine Medika-

-   32   -

mente nehme (Prot. I S. 41), auch vor dem Hintergrund, dass die Gefährlich-

keitsprognose längerfristig zu stellen ist, als nicht stichhaltig, nachdem aus den Ak-

ten hervorgeht, dass bei Wegfall des aktuellen Settings mit enger Kontrolle mit ei-

nem Abbruch der Behandlung zu rechnen ist (vgl. dazu Urk. 2/477 S. 1 f.; 

Urk. 2/479 S. 3 und 5 f.; Urk. 2/521 S. 79, 85 und 93 f.). Schon Dr. med. G._____ 

führte aus, beim Berufungskläger werde eine tatsächlich umfassend intrinsische 

Akzeptanz der Medikation wahrscheinlich nie zu erreichen sein (Urk. 2/424 S. 38). 

3.3.9. Gestützt auf die gutachterlichen Ausführungen, die durch die weiteren Akten, 

insbesondere frühere Gutachten und aktuelle Verlaufsberichte, bestätigt werden, 

ist beim Berufungskläger weiterhin von einem hohen Risiko für die erneute Bege-

hung von Gewaltdelikte, durch die er die physische Integrität einer anderen Person 

schwer beeinträchtigen könnte, auszugehen. Trotz personalintensiven Rahmenbe-

dingungen in einer sichernden Einrichtung bei gleichzeitiger kontinuierlicher ambu-

lanter psychiatrischer Therapie und Medikation ist es nicht gelungen, die Legalpro-

gnose in Bezug auf das Anlassdelikt sowie die übrige Delinquenz entscheidend zu 

beeinflussen. Es ist von der gleichen oder zumindest klar vergleichbaren 

Gefährlichkeit des Berufungsklägers wie im Zeitpunkt der Anlasstat auszugehen. 

Folglich ist die für eine Verwahrung vorausgesetzte hohe Rückfallwahrscheinlich-

keit beim Berufungskläger zu bejahen. Alleine die Umstände, dass im Gutachten 

von Dr. med. B._____ nicht dargelegt wird, was für eine Konstellation vorliegen 

müsste, damit sich die Rückfallgefahr für schwerwiegende Delikte tatsächlich ma-

nifestiert und was für Verhaltensweisen konkret zu erwarten sind und dass Dr. med 

B._____ in seinem Gutachten vom 31. Oktober 2023 nicht explizit schwere Gewalt-

delikte durch den Berufungskläger voraussieht, vermag, wie von der Verteidigung 

behauptet (Urk. 77 S. 6 ff.), nichts daran zu ändern. Dem Gutachter obliegt es, eine 

Begutachtung über die Art und die Wahrscheinlichkeit weiterer möglicher Straftaten 

zu treffen. Das Gericht beantwortet aber die Frage nach der Rückfallgefahr im 

Sinne von Art. 64 Abs. 1 lit. a StGB, welche nicht allein gemäss Sachverstand zu 

beantworten ist, sondern der auch alleine dem Gericht vorbehaltene Wertungen 

enthalten sind. Die Gefährlichkeit ist kein medizinischer Begriff, sondern das Er-

gebnis einer normativen Beurteilung (BSK StGB I-HEER, a.a.O., N 50 f. zu Art. 56 

mit Hinweisen). Wie oben ausführlich dargelegt, bejaht das Gericht die hohe Rück-

-   33   -

fallgefahr des Berufungsklägers für schwere Gewaltdelikte aufgrund einer Vielzahl 

von Faktoren.

3.4. Behandelbarkeit

3.4.1. Neben einer Anlasstat und einer hohen Rückfallgefahr setzt die Anordnung 

der Verwahrung gemäss Art. 64 Abs. 1 lit. b StGB eine Behandlungsunfähigkeit 

bzw. Unbehandelbarkeit des psychisch gestörten Täters voraus. Die Verwahrung 

kann mithin, auch wenn die übrigen Voraussetzungen im Sinne dieser Bestimmung 

erfüllt sind, in diesem Fall nur angeordnet werden, wenn eine stationäre 

Massnahme nach Art. 59 StGB keinen Erfolg verspricht, das heisst, wenn zum 

Urteilszeitpunkt eine langfristige Nichttherapierbarkeit ausgewiesen ist, denn die 

Verwahrung ist angesichts der Schwere des Eingriffs in die persönliche Freiheit des 

Betroffenen subsidiär und "ultima ratio". Sie darf nicht angeordnet werden, wenn 

die bestehende Gefährlichkeit auf andere Weise behoben werden kann (BGE 140 

IV 1 E. 3.2.4; 137 IV 59 E. 6.3; 134 IV 121 E. 3.4.2; Urteile des Bundesgerichts 

6B_1093/2021 vom 17. März 2022 E. 2.2; 6B_381/2021 vom 17. Juni 2021 

E. 4.5.3; je mit Hinweisen). Hat eine therapeutische Massnahme Aussicht auf 

Erfolg, steht dies der Anordnung einer Verwahrung entgegen. Dabei darf nicht jeder 

kleine therapeutische Fortschritt als Erfolg eingestuft werden. Entscheidend ist die 

Möglichkeit der Erreichung eines relevanten Behandlungsfortschritts, ein solcher, 

der wirklich deliktspezifisch oder rückfallverhindernd wirkt (BSK StGB I-HEER, 

a.a.O., N 108 zu Art. 64). Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung bedarf es 

für die Annahme von Behandelbarkeit der hinreichenden Wahrscheinlichkeit einer 

deutlichen Verringerung der Gefahr weiterer Straftaten. Die bloss vage Möglichkeit 

einer Verringerung der Gefahr einerseits und die Erwartung einer lediglich minima-

len Verringerung reichen nicht aus. In Bezug auf den ungefähren Zeitraum, inner-

halb dessen dieser Erfolg einzutreten hat, soll als Richtschnur die ordentliche 

fünfjährige Dauer der Massnahme zur Anwendung kommen. Innerhalb dieser Zeit 

sollte sich nach Auffassung des Bundesgerichts eine Reduktion der Gefahr weiterer 

Delinquenz einstellen. Die Therapiefortschritte müssen innert dieser Frist zwar 

nicht beträchtlich sein. Erforderlich ist aber, dass sie real vorhanden sind und eine 

Entwicklung der betroffenen Person klar ersichtlich ist. Nur wenn eine Massnahme 

-   34   -

nach der Lage der Dinge keinen Erfolg mehr verspricht, ist die Behandlung definitiv 

als undurchführbar einzustufen (BSK StGB I-HEER, a.a.O., N 110a f. zu Art. 64 mit 

Hinweisen). Die Beurteilung der Legalprognose bzw. der Therapiefortschritte hat 

sich auf eine mögliche Entlassung zu fokussieren. Dass die psychiatrische Betreu-

ung zu einer positiveren intramuralen Risikoeinschätzung führt, erachtete das 

Bundesgericht nicht als relevant. Solche Phänomene betreffen nur das anstalts-

interne Risikomanagement. Die Therapieprognose ist mit der Entlassungsper-

spektive zu verknüpfen. Eine solche Betrachtungsweise ergibt sich nicht nur aus 

dem Zweck einer Massnahme, die eine resozialisierende, spezialpräventive 

Funktion im Hinblick auf eine spätere Entlassung hat. Sie entspricht auch der 

Interessenlage der Öffentlichkeit und der betroffenen Person selbst (BSK StGB I-

HEER, a.a.O., N 110d zu Art. 64).

3.4.2. Wie bereits bei der Beurteilung der Rückfallprognose dargelegt, haben sich 

gemäss Einschätzung von Dr. med. B._____ seit den Gutachten aus den Jahren 

2017 und 2021 keine Anhaltspunkte für eine günstige Entwicklung im Sinne des 

Erreichens von Therapiezielen ergeben (Urk. 2/521 S. 75, 78, 83 f. und 90; Prot. I 

S. 34 und 36). Bisher sei es nicht gelungen, eine durchgreifende Besserung der 

psychotischen Symptome zu erreichen. Dies liege in der Natur und dem 

Schweregrad der chronifizierten psychotischen Erkrankung (Urk. 2/521 S. 86). 

Gemäss gutachterlicher Einschätzung könne nicht mehr erwartet werden, dass 

durch die Weiterführung der stationären Massnahme eine therapeutische Einfluss-

nahme in dem Sinne ermöglicht werde, dass eine Entlassung in ein anderes 

Betreuungssetting mit geringerem Aufwand als bisher erfolgen könne, ohne dass 

damit eine erhebliche Erhöhung des Risikos erneuter, auch mit Gewalttätigkeit ver-

bundener, Delikte einhergehe. Es lasse sich nicht erkennen, wie die Therapiefähig-

keit und Therapiewilligkeit des Berufungsklägers absehbar mit anderen Methoden 

verbessert werden könnten (Urk. 2/521 S. 85 f.). Bereits die Vorgutachter hätten 

darauf hingewiesen, dass seit Jahrzehnten eine chronisch verlaufende schizo-

phrene Erkrankung von besonderem Schweregrad bestehe, die sich voraussicht-

lich in der Art und Intensität ihrer Symptome nicht mehr wesentlich bessern liesse. 

Zwar hätten die Vorgutachter nicht ausgeschlossen, dass eine ausreichende 

Besserung soweit möglich sei, dass eine Entlassung in ein weniger kontrollierendes 

-   35   -

betreuendes Lebensumfeld erfolgen könne. Dr. med. G._____ habe bei seiner ge-

richtlichen Befragung im November 2022 ausgeführt, im günstigen Fall könne man 

in den nächsten zwei bis drei Jahren eventuell eine psychische Stabilisierung so 

weit erreichen, dass nach unbegleiteten Ausgängen schliesslich eine bedingte Ent-

lassung möglich sei. In den letzten Jahren hätten sich allerdings keine Anhalts-

punkte dafür ergeben, dass eine derartige bedingte Entlassung annähernd abseh-

bar realistisch ohne dann erheblich sich erhöhende Risiken erneuter Delikte 

möglich sei (Urk. 2/521 S. 95 f.). Nach Ausschöpfung der über Jahre angewandten 

medizinischen Behandlungsmöglichkeiten, einschliesslich der Kombinationen 

unterschiedlicher Psychopharmaka, sei bei anhaltenden psychotischen Sympto-

men einschliesslich des von den Vorgutachtern beschriebenen Residualsyndroms 

keine weitere Besserung realistisch in absehbarer Zeit zu erwarten, wenngleich 

natürlich eine spätere Besserung nie ausgeschlossen werden könne. In Überein-

stimmung mit den Verlaufsberichten der E._____ der PUK und des Pflegezentrums 

D._____ vom November 2022 sei derzeit allerdings keine Evidenz erkennbar, auf-

grund derer man eine günstige absehbare Veränderung annehmen könnte. Es sei 

daher davon auszugehen, dass wahrscheinlich das Maximum der realisierbaren 

Interventionsmöglichkeiten in der Behandlung des Berufungsklägers erreicht wor-

den sei (Urk. 2/521 S. 90 f.). Bei derart schweren Krankheitsverläufen wie im Fall 

des Berufungsklägers mit einer chronisch paranoiden Schizophrenie mit anhalten-

der psychotischer Symptomatik, ausgeprägter Hilfsbedürftigkeit für die Regelung 

selbst einfacher Angelegenheiten und hohem personellen Betreuungsaufwand sei 

es bereits als Erfolg anzusehen, wenn im Sinne einer Schadensminimierung und 

einer Vorbeugung schwerer Delikte wie Körperverletzungen der Status quo auf-

rechterhalten werden könne (Urk. 2/521 S. 96). In seinem Ergänzungsgutachten 

vom 21. März 2025 führt Dr. med. B._____ aus, die aktuellen Verlaufsberichte von-

seiten der E._____ der PUK sowie des Behandlungsteams des Pflegezentrums 

D._____ würden in Übereinstimmung mit der aktuellen gutachterlichen Einschät-

zung belegen, dass sich keine günstigen Veränderungen seit Erstellung des Gut-

achtens von 2023 ergeben hätten, sondern dass weiterhin eine enge und personal-

intensive Betreuung und Anleitung sowie ein kontinuierliches Monitoring des Ver-

haltens des Berufungsklägers durch psychiatrisch geschulte Fachpersonen erfor-

-   36   -

derlich sei (Urk. 72 S. 21). Der Gutachter hält an seiner Einschätzung fest, wonach 

über den aktuellen Zustand, wie er nun seit Jahren aufgrund der erfolgreichen kom-

petenten Betreuung durch das Pflegezentrum D._____ in Zusammenarbeit mit der 

PUK bestehe, künftig voraussichtlich nicht eine weitere Verbesserung des psycho-

pathologischen Befundes des Berufungsklägers und damit auch keine Verbesse-

rung seiner kognitiven Fähigkeiten zu erwarten sei (Urk. 72 S. 22 f.).

3.4.3. Die gutachterliche Einschätzung ist ausführlich und schlüssig begründet und 

erweist sich auch mit Blick auf die Entwicklungen der letzten Jahre als plausibel 

und nachvollziehbar. Wie schon die umfangreichen Vollzugsakten zeigen, befindet 

sich der Berufungskläger bereits seit langer Zeit in psychotherapeutischer und psy-

chopharmakologischer Behandlung. Aus den Vorgutachten ergibt sich, dass bei 

ihm bereits im Kleinkindalter psychisch auffälliges Verhalten beobachtet wurde. Im 

Jahr 1989 wurde der Berufungskläger verbeiständet, im Jahr 1993 erfolgte eine 

vollumfängliche IV-Berentung. Im selben Jahr wurde der Berufungskläger erstmalig 

in die Psychiatrische Klinik Schlössli eingewiesen. Die Zuweisung erfolgte notfall-

mässig per Fürsorgerischer Freiheitsentziehung (FFE). Ab dem Jahr 1994 erfolgten 

verschiedene stationäre Behandlungen per FFE in der Klinik Königsfelden (1994 

und 2004), Klinik Rheinau (1994), Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich (1995) 

sowie Klinik Schlössli (1999-2000 und 2002-2003). Unmittelbar vor Begehung der 

Anlasstat befand sich der Berufungskläger in der Klinik Königsfelden, wo er wegen 

Fremdgefährdung per FFE hospitalisiert war (Urk. 9/8/16 S. 4, 7 ff. und 32 ff.; 

Urk. 2/424 S. 5 ff. und 28 ff.). Am 14. November 2006 wurde die mit Beschluss des 

Bezirksgerichts Hinwil vom 8. Mai 2006 angeordnete stationäre Massnahme in 

Vollzug gesetzt (Urk. 2/16). Bis zur Aufhebung anfangs November 2023 dauerte 

die Massnahme somit rund 17 Jahre, wobei sich der Berufungskläger danach im 

Rahmen der Sicherheitshaft weiterhin im bisherigen Setting im Pflegezentrum 

D._____ befand. Trotz dieses langen Zeitraums konnte beim Berufungskläger 

keine entscheidende Besserung der psychotischen Symptomatik und 

Verhaltensauffälligkeiten erreicht werden. Durch die in den letzten Jahren erfolgte 

Behandlung konnte lediglich eine minimale Stabilität erreicht bzw. eine Stabilisie-

rung des psychischen Befindens des Berufungsklägers auf einem niedrigen Niveau 

gewährleistet werden (Urk. 2/521 S. 84 und 86; Urk. 72 S. 21). Die Stabilisierung 

-   37   -

besteht darin, dass unter den aktuellen Rahmenbedingungen zumindest keine Ge-

fahr schwerer Delikte mehr besteht. Drohendes und verbal aggressives Verhalten, 

gelegentlich auch wahnhafte Unterstellungen und einschiessende Handlungsim-

pulse, werden aber weiterhin beobachtet (Urk. 2/251 S. 84; vgl. auch S. 47 und 80). 

Im Fall einer Verschlechterung des psychischen Befindens ist eine umgehende 

Intervention seitens von Bezugspersonen mit psychiatrischer Fachkompetenz 

erforderlich, um die Situation zu beruhigen (vgl. Urk. 2/251 S. 47, 70, 87 und 90 f.). 

Dies zeigt auch der aktuelle Verlaufsbericht vom 14. März 2025. Darin wird ausge-

führt, geringfügige Abweichungen von seinem Rhythmus könnten beim Berufungs-

kläger weiterhin zu impulsivem und fremdaggressivem Verhalten führen. Durch die 

engmaschige Betreuung könne Krisensituationen durch Überforderung vorgebeugt 

und auf psychische Instabilität rasch reagiert werden (Urk. 68 S. 8). Die gutachter-

liche Einschätzung, wonach sich keine Anhaltspunkte für eine günstige Entwicklung 

im Sinne des Erreichens von Therapiezielen ergeben, ist vor diesem Hintergrund 

nachvollziehbar. Dass beim Berufungskläger im aktuell stabilisierenden Setting 

keine Gefahr schwerer Delikte besteht, und bei verbal aggressivem oder drohen-

dem Verhalten rasch erfolgreich interveniert werden kann, ist positiv zu werten. Wie 

erwähnt, dient eine Massnahme aber primär der Verbesserung der Legalprognose, 

wobei sich diese auf das extramurale Risiko zu beziehen hat. Sie soll eine resozi-

alisierende, spezialpräventive Funktion im Hinblick auf eine spätere mögliche 

Entlassung entfalten. Die therapeutischen Massnahmen haben in erster Linie eine 

"therapeutische, dynamische Einflussnahme" (und damit primär eine Verbesserung 

der Legalprognose) zum Inhalt und nicht bloss eine Pflege, d.h. eine "statisch-

konservative Zuwendung. Zwar stellt auch die einfache Unterbringung des Täters 

in einer strukturierten und überwachten Umgebung unter psychiatrischer Betreuung 

eine geeignete Behandlung dar, wenn sie die vorhersehbare Wirkung hat, den 

Zustand des Betroffenen so zu verbessern, dass er langfristig wieder in die Gesell-

schaft eingegliedert werden kann. Ist aber keine Verbesserung des Zustands des 

Täters mehr zu erwarten, ist die Massnahme nicht weiterzuführen (BGE 137 IV 201 

E. 1.3; 134 IV 315 E. 3.6; Urteil des Bundesgerichts 6B_763/2014 vom 6. Januar 

2015 E. 3.1.2). Eine Aufrechterhaltung der stationären Massnahme einzig zum 

-   38   -

Zweck der Sicherung ist unzulässig, da sie sich ansonsten nicht mehr von der Ver-

wahrung unterscheiden würde (BGE 137 IV 201 E. 1.3, in: Pra 101 [2012] Nr. 22).

3.4.4. Aus den Akten ergeben sich keine Hinweise dafür, dass die bisherige 

Behandlung des Berufungsklägers nicht sachgerecht durchgeführt wurde und mit 

der notwendigen Intensität erfolgte. Gemäss Gutachten von Dr. med. B._____ fand 

seit dem Anlassdelikt von 2004 durchgehend eine stationäre intensive Behandlung 

in verschiedenen forensischen-psychiatrischen Kliniken und nun seit mehreren 

Jahren durchgehend im Pflegezentrum D._____ statt. Die aktuellen Verhältnisse 

werden von ihm in seinem Gutachten vom 31. Oktober 2023 als weitgehend optimal 

bezeichnet. Es würden eine intensive persönliche Betreuung durch fachkompe-

tente Bezugspersonen im Pflegezentrum D._____, reintegrierende Angebote und 

eine kontinuierliche ambulante psychiatrische Therapie durch die E._____ der PUK 

erfolgen (Urk. 2/251 S. 75). Die bisher eingesetzten Kombinationen von Psycho-

pharmaka für die Behandlung der schizophrenen Störung werden von ihm in der 

Dauer ihrer Erprobung, ihrer Zusammensetzung und Dosierung ebenfalls als po-

tenziell geeignet eingestuft, um eine durchgreifende Besserung der psychotischen 

Symptome zu erreichen. Dass dies bisher nicht ausreichend gelang, liegt gemäss 

Gutachter nicht an einer optimierbaren Auswahl der verordneten Psychopharmaka, 

sondern in der Natur und dem Schweregrad der chronifizierten psychotischen Er-

krankung (Urk. 2/521 S. 86). Dr. med. B._____ hält in seinem Gutachten ausdrück-

lich fest, dass die Behandlung im Pflegezentrum D._____ nach allen Erkenntnissen 

über die Erfordernisse einer wirksamen Therapie einer schweren schizophrenen 

Erkrankung erfolgte. Es seien keine besseren, geeigneteren Interventionsformen 

denkbar (Urk. 2/521 S. 90 und 91). Bereits der Vorgutachter, Dr. med. G._____, 

führte aus, dass die bisherige Behandlung sachgerecht durchgeführt worden sei 

und unter Berücksichtigung der Therapiehindernisse aber auch des Einsatzes der 

notwendigen sozialpsychiatrischen Behandlungsstrategien das erreicht habe, was 

möglich sei (Urk. 2/424 S. 44). Dementsprechend empfahl er in seinem Gutachten 

eine Aufrechterhaltung des bestehenden Settings (Urk. 2/424 S. 33). Dies ent-

spricht auch der Empfehlung von Dr. med. B._____ (Urk. 2/521 S. 91; Urk. 72 

S. 22). Ansätze für eine Optimierung der psychopharmakologischen Therapie be-

stehen keine. Andere grundsätzlich bei schweren schizophrenen Verlaufsformen 

-   39   -

wirksame Verfahren wie etwa eine Elektrokonvulsionstherapie sind gemäss Gut-

achter nicht aussichtsreich. Zwar würden sich solche Verfahren bei akut aufgetre-

tenen Verschlechterungen psychotischer Symptomatik sehr häufig als wirksam er-

weisen, jedoch nur bei noch nicht lange bestehenden schizophrenen Störungen, 

während nach Chronifizierung auch dadurch kaum einmal eine ausreichende Bes-

serung zu erreichen sei (Urk. 2/521 S. 76). Dass beim Berufungskläger gemäss 

gutachterlicher Einschätzung voraussichtlich keine Verbesserung des psychopa-

thologischen Befundes und der kognitiven Fähigkeiten zu erwarten ist, erweist sich 

auch angesichts seiner schweren chronifizierten psychotischen Erkrankung als 

nachvollziehbar. Bereits das Gutachten aus dem Jahr 2005 wies darauf hin, dass 

beim Berufungskläger schon eine sehr chronifizierte Störung vorliege, die mögli-

cherweise keine optimale Behandlung mehr erlaube (Urk. 9/8/16 S. 48; Urk. 9/8/20 

S. 12). Auch im Gutachten aus dem Jahr 2021 wird ausgeführt, es seien bisher 

keine Interventionen erkennbar, die noch zusätzlich ergriffen werden könnten 

(Urk. 2/424 S. 34). Die therapeutische Behandlung müsse die Stabilität des Er-

reichten gewährleisten. Sie bewirke keine deutliche Veränderung mehr, kontrolliere 

aber kontinuierlich ungünstige Entwicklungen und Einflussfaktoren (Urk. 2/424 

S. 39). 

3.4.5. Die Verteidigung bestreitet die fehlende Massnahmefähigkeit des Berufungs-

klägers, wobei sie sich zur Begründung vor Vorinstanz auf frühere Therapieberichte 

und Gutachten stützte (Urk. 25 S. 5 ff.; Prot. I S. 39 ff.). Die Vorinstanz hat sich mit 

den entsprechenden Einwänden der Verteidigung bereits auseinandergesetzt. 

Vorab kann auf ihre zutreffenden Erwägungen verwiesen werden (Urk. 46 S. 19 ff.). 

So wies die Vorinstanz zu Recht darauf hin, dass bereits im Gutachten von Dr. med. 

G._____ ausgeführt worden sei, beim Berufungskläger sei eine Verbesserung da-

hingehend feststellbar, dass er Kritik annehmen könne und sich zu einem späteren 

Zeitpunkt für grenzüberschreitendes oder Fehlverhalten entschuldige. Insofern 

seien entgegen der Verteidigung in dieser Hinsicht keine Fortschritte erkennbar 

(Urk. 46 S. 19 mit Verweis auf Urk. 2/424 S. 41 f.). Dasselbe gelte für die Fähigkeit, 

sich in angespannten Situationen zurückzuziehen. Auch dies sei bereits von 

Dr. med. G._____ in seinem Gutachten umschrieben worden (Urk. 49 S. 19; 

vgl. Urk. 2/424 S. 18 und 41 f.). Ergänzend ist anzuführen, dass es nach wie vor zu 

-   40   -

Krisensituationen kommt, die sofortiges Intervenieren der eng betreuenden 

Bezugspersonen erfordern. Die Möglichkeit zur Deeskalation einer Situation durch 

Rückzug ins eigene Zimmer unter umgehender fachkompetenter Unterstützung ist 

zudem nur im aktuellen eng betreuten Setting gegeben, was von der Verteidigung 

nicht berücksichtigt wurde. Dem aktuellen Verlaufsbericht vom 14. März 2025 

(Urk. 68) lassen sich keine wesentlichen Änderungen im Sinne von Verbesserun-

gen entnehmen. Wenn Dr. med. B._____ in seinem Gutachten von einer Stabilisie-

rung des psychischen Befindens auf niedrigem Niveau spricht, ist dies daher nach-

vollziehbar. In Bezug auf den Einwand der Verteidigung, man habe dem Berufungs-

kläger keine Chance gegeben, sich in unbegleiteten Ausgängen zu bewähren (Prot. 

I S. 41), hat die Vorinstanz zutreffend darauf hingewiesen, dass solche nicht hätten 

umgesetzt werden können, da der Berufungskläger damit überfordert gewesen 

wäre (Urk. 46 S. 20 mit Verweis auf Urk. 2/466 S. 2; Urk. 2/521 S. 88 ff.; vgl. auch 

Urk. 68 S. 8; Urk. 72 S. 2). Im Oktober 2023 sei es zudem zu zwei Vorfällen ge-

kommen, in denen der Berufungskläger die Beziehungen zu anderen Personen 

wahnhaft interpretiert und unkontrolliert impulsiv und situativ unangepasst bzw. 

überschiessend reagiert habe (Urk. 46 S. 20 mit Verweis auf Prot. I S. 36). Sodann 

trifft es zwar zu, dass in der therapeutischen Stellungnahme des E._____ der PUK 

vom 13. März 2023 ausgeführt wird, der Verlauf der Massnahme werde als positiv 

beurteilt, so dass in diesem Rahmen die optimalen Behandlungsmodalitäten hätten 

etabliert werden können, um die Legalprognose langfristig positiv beeinflussen zu 

können. Gleichzeitig wird jedoch festgehalten, aufgrund der rein extrinsisch moti-

vierten Behandlungsadhärenz werde bei Wegfall des aktuell gut etablierten und 

eng strukturierten Settings des Pflegezentrums D._____ von einer sehr ungünsti-

gen legalprognostischen Entwicklung ausgegangen (Urk. 479 S. 2), was mit der 

gutachterlichen Einschätzung übereinstimmt. Bereits der Vorgutachter führte aus, 

insgesamt sei von einem schwierigen Verlauf auszugehen, der aktuell durch die 

gute Betreuung kontrolliert sei, so dass momentan keine gravierenden Konsequen-

zen zu erwarten seien. Tendenziell gebe es eine leichte Besserung, die aber nichts 

an der grundsätzlichen Problematik ändere, dass der Berufungskläger langfristig 

auf eine gute und engmaschige Betreuung angewiesen sei (Urk. 2/472 S. 22). Der 

Berufungskläger benötige täglich eine Einschätzung seines Zustands bzw. seiner 

-   41   -

psychopathologischen Verfassung sowie eine Kontrolle der Medikation (Urk. 2/472 

S. 25). Zur Begründung ihres Standpunkts verwies die Verteidigung vor Vorinstanz 

im Weiteren auf das im Jahr 2021 erstellte Gutachten von Dr. med. G._____. Dieser 

habe in seiner Beurteilung viele positive Aspekte festgehalten und insbesondere 

ausgeführt, dass der Massnahmenverlauf einen nachweisbaren positiven Effekte 

gehabt habe (Urk. 25 S. 5). Dr. med. G._____ habe insbesondere festgehalten, es 

bestünden aktuell keine Gründe, aus forensisch psychiatrischer Sicht die Ansicht 

zu vertreten, dass die Behandlung aussichtslos sei. Eine sozialpsychiatrisch orien-

tierte Behandlung könne langfristig anhaltend deliktpräventive Wirkung entfalten. 

Bei der vorgeschlagenen Behandlung seien Verbesserungen wahrscheinlich inner-

halb eines Zeitraums von zwei bis drei Jahren zu erwarten (Urk. 25 S. 5, 9 und 11). 

Die aktuelle gutachterliche Einschätzung von Dr. med. B._____ stehe mit dem Gut-

achten von Dr. med. G._____ im Kernpunkt im Widerspruch, zumal letzterer durch-

aus Fortschritte festgestellt und Fortschritte auch für die Zukunft für möglich gehal-

ten habe (Prot. I S. 40). Wie bereits dargelegt, sind zwischen dem Gutachten von 

Dr. med. B._____ und demjenigen von Dr. med. G._____ keine wesentlichen Wi-

dersprüche erkennbar. Auch der aktuelle Gutachter registriert positiv, dass der Zu-

stand des Berufungsklägers stabilisiert werden konnte und von ihm unter nahezu 

optimalen Rahmenbedingungen keine höhere Gefahr für schwere Delikte ausgeht, 

was er wie bereits Dr. med. G._____ als Erfolg wertet. Zutreffend ist, dass Dr. med. 

G._____ im Jahr 2021 davon ausging, dass unter dem derzeitigen etablierten Set-

ting wahrscheinlich innerhalb eines Zeitraums von zwei bis drei Jahren Verbesse-

rungen zu erwarten sind (Urk. 2/424 S. 44), was der heutigen Einschätzung von 

Dr. B._____ widerspricht. Bei der damaligen Beurteilung von Dr. med. G._____ 

handelte es sich indes um eine Prognose. Prognosen sind naturgemäss mit Unsi-

cherheiten behaftet und sagen nichts über den tatsächlichen späteren Verlauf aus. 

Unvorhergesehenes ist im Zusammenhang mit psychischen Erkrankungen nicht 

selten. Bei der Behandlungsprognose handelt sich auch aus diesem Grund um eine 

ausserordentlich schwierige Beurteilung. Dementsprechend hält auch Dr. med. 

B._____ in seinem Gutachten fest, dass eine spätere Besserung des psychischen 

Zustands nie ausgeschlossen werden könne (Urk. 2/521 S. 90 f.).

-   42   -

3.4.6. Anlässlich der Berufungsverhandlung vom 25. August 2025 führt die Ver-

teidigung aus, dass der Berufungskläger teilweise auf die durchgeführten Behand-

lungsmassnahmen anspreche, weshalb nicht von einer Unbehandelbarkeit auszu-

gehen sei. Sodann hebt sie hervor, dass auch der Gutachter Dr. med. B._____ in 

seinem Ergänzungsgutachten vom 21. März 2025 die bisherige und aktuelle Be-

handlung des Berufungsklägers als einen Erfolg bewertet