# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c92ecc19-0f9e-5154-87bb-de2885c4f856
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2020-08-19
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 19.08.2020 D-2340/2020
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-2340-2020_2020-08-19.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-2340/2020 

law/rep 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 9 .  A u g u s t  2 0 2 0  

Besetzung 
 Einzelrichter Walter Lang, 

mit Zustimmung von Richterin Emilia Antonioni Luftensteiner;   

Gerichtsschreiber Philipp Reimann. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Sri Lanka, 

vertreten durch Rajeevan Linganathan, Rechtsanwalt, 

Clivia Wullimann & Partner Rechtsanwälte und Notariat, 

Beschwerdeführer, 

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung (Mehrfachgesuch); 

Verfügung des SEM vom 31. März 2020 / N (…). 

 

 

 

D-2340/2020 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Der Beschwerdeführer, ein sri-lankischer Staatsangehöriger tamili-

scher Ethnie aus B._______ (Bezirk C._______), gelangte am 11. April 

2016 in die Schweiz, wo er gleichentags um Asyl nachsuchte. 

A.b In der Befragung zur Person (BzP) vom 15. April 2016 und in der An-

hörung vom 14. Juni 2016 machte der Beschwerdeführer geltend, er habe 

ab 2013 respektive 2014 Spendengelder von ehemaligen Mitgliedern der 

LTTE (Liberation Tigers of Tamil Eelam) entgegengenommen und damit 

Kriegsversehrte und Hilfsprojekte in Sri Lanka unterstützt. Aufgrund dieser 

Tätigkeiten sei er am 5. März 2016 von Angehörigen des CID (Criminal In-

vestigation Department) zu Hause aufgesucht und am 7. März 2016 eine 

Nacht inhaftiert worden. Sein Vater und mehrere Verwandte seien ebenfalls 

für die LTTE tätig gewesen. 

A.c In der Anhörung vom 14. Juni 2016 machte der Beschwerdeführer 

erstmals geltend, dass er von den Behörden im Januar 2016 zu Hause 

aufgesucht und auf der Strasse mehrfach schikaniert und im März 2016 mit 

dem Tod bedroht worden sei. Zudem hätten ihn die Behörden verdächtigt, 

für das Verschwinden einer Buddha-Statue aus einem Tempel mitverant-

wortlich gewesen zu sein. Er sei am 14. März 2016 von Colombo aus auf 

dem Luftweg legal mit eigenem Pass aus seinem Heimatland ausgereist, 

nachdem er von der Grenzpolizei gründlich kontrolliert worden sei. 

B.  

Mit Verfügung vom 6. August 2019 stellte das SEM fest, der Beschwerde-

führer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, und lehnte sein Asylgesuch 

ab. Zugleich verfügte es die Wegweisung aus der Schweiz und ordnete 

den Vollzug der Wegweisung an. Die dagegen erhobene Beschwerde wies 

das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil D-4565/2019 vom 8. Oktober 

2019 ab. 

C.  

Am 9. Dezember 2019 liess der Beschwerdeführer beim SEM eine als 

"Asylgesuch respektive Mehrfachgesuch, eventualiter qualifiziertes Wie-

dererwägungsgesuch, subeventualiter einfaches Wiedererwägungsge-

such" bezeichnete Eingabe bei der Vorinstanz einreichen. Dabei machte 

er im Wesentlichen geltend, aufgrund der Machtübernahme des Rajapa-

ksa-Clans am 17. November 2019 sei die Überprüfung der Asylgesuche 

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Seite 3 

aller tamilischer Gesuchsteller, insbesondere des seinigen, zwingend er-

forderlich. Der Rajapaksa-Clan gehe schonungslos gegen Gruppierungen 

vor, welche den tamilischen Separatismus unterstützen würden. Dass die 

Rajapaksa-Brüder keine Opfer scheuen würden, zeige die Entführung ei-

ner Angestellten der Schweizer Botschaft in Colombo am 25. November 

2019. Vor diesem Hintergrund seien sämtliche durch das SEM bisher her-

angezogenen Berichte nicht mehr aktuell und könnten keine Entschei-

dungsgrundlage bilden. 

Daneben hielt er an den im ersten Asylverfahren geltend gemachten Vor-

fluchtgründen fest und reichte diverse Beweismittel ein, um seine individu-

elle Gefährdung zu belegen. Sein Bankbüchlein der (…) zeige, dass er am 

21. August 2015 LKR 90000 vom Ausland erhalten und am gleichen Tag 

wieder abgehoben habe. Dem Bankbüchlein der (…) sei zu entnehmen, 

dass er am 9. Juni 2015 LKR 120000 einbezahlt und eine Woche später 

abgehoben habe. Diese Beträge seien für die Versorgung von verwunde-

ten beziehungsweise körperlich eingeschränkten ehemaligen LTTE-Kämp-

fern benutzt worden. Die für sri-lankische Verhältnisse sehr hohen Beträge 

auf einmal abzuheben, sei äusserst ungewöhnlich. Es sei demnach nach-

gewiesen, dass diese Beträge aus dem Ausland als Spendengelder über-

wiesen worden seien, um Arztrechnungen et cetera zu bezahlen. Weiter 

sei einer Vorladung vom (…) 2019 zu entnehmen, dass er sich am (…) 

2019 im "4. Stock" des Polizeipräsidiums in Colombo für eine Befragung 

hätte melden müssen und ein Haftbefehl erlassen werde, sollte er nicht 

zum Termin erscheinen. Ferner würden unterschiedliche Bestätigungs-

schreiben seine Verfolgung belegen. So halte der Vorstand eines Tempels 

in B._______ mit Schreiben vom 5. Oktober 2019 (recte: 15. Oktober 2019) 

fest, dass er (der Beschwerdeführer) nach dem Krieg den körperlich ein-

geschränkten früheren Mitgliedern der LTTE geholfen habe, indem er ihnen 

finanzielle Hilfe geboten habe, die er von ausländischen LTTE-Mitgliedern 

bekommen habe. Das Behördenmitglied D._______ bestätige, dass er (der 

Beschwerdeführer) vorerst von den "Freiheitskämpfern" unterrichtet wor-

den sei und später mit Geldern aus der tamilischen Diaspora behinderte 

LTTE-Kämpfer unterstützt habe. Er werde deshalb von der Armee und dem 

CID gesucht. Überdies zeige das Schreiben des Parlamentsmitglieds 

E._______ vom 25. Oktober 2019, dass seine Verwandten LTTE-Mitglie-

der gewesen seien. Das Schreiben von F._______ vom 5. November 2019 

belege, dass der Onkel väterlicherseits im Krieg als LTTE-Kämpfer getötet 

worden sei. Schliesslich belege das Schreiben des sri-lankischen Roten 

Kreuzes (vom 4. November 2019), dass er Mitglied sei, sich sehr engagiere 

und eine vertrauenswürdige Person sei.  

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Seite 4 

Insgesamt wäre er bei einer Rückkehr massiv gefährdet, da er der Sicher-

heitsbehörde als LTTE-Unterstützer bekannt sei, unter anderem weil er jah-

relang von LTTE-Mitgliedern ausgebildet worden sei, LTTE-Kämpfer mit 

Einschränkungen unterstützt und Geld aus der tamilischen Diaspora erhal-

ten habe sowie weil viele seiner Familienangehörigen der LTTE angehört 

hätten und deshalb vom Staatsapparat getötet worden seien. Er wäre folg-

lich einer Reflexverfolgung ausgesetzt und würde bereits bei der Einreise 

am Flughafen verhaftet und verhört. Auf diese Weise könne der sri-lanki-

sche Staatsapparat durch ihn auch an andere (in der Schweiz wohnhafte) 

LTTE-Unterstützer oder -anhänger gelangen. Mit seiner Vorgeschichte be-

ziehungsweise der Registrierung als verdächtige Person, der neuen Ereig-

nisse und dem mehrjährigen Auslandaufenthalt falle er nun in die Kategorie 

der vulnerabelsten Personen, die bei einer Einreise unverkennbar einer 

konkreten Folter- und Todesgefahr ausgesetzt seien. Selbst wenn die Vor-

fluchtgründe nach wie vor als nicht glaubhaft erachtet würden, sei anhand 

der neu eingereichten Beweismittel über die Sicherheitslage belegt, dass 

er zum jetzigen Zeitpunkt bei einer Rückkehr verfolgt würde. Er gehöre zur 

sozialen Gruppe der abgewiesenen Asylgesuchsteller mit tamilischer Ab-

stammung (und LTTE-Verbindungen). 

D.  

D.a Mit Verfügung vom 18. Dezember 2019 wies die Vorinstanz das Wie-

dererwägungsgesuch ab. Im Weiteren erklärte sie die Verfügung vom 

6. August 2019 als rechtskräftig und vollstreckbar, erhob eine Gebühr von 

Fr. 600.– und stellte fest, einer allfälligen Beschwerde komme keine auf-

schiebende Wirkung zu. 

D.b Die gegen diese Verfügung erhobene Beschwerde vom 22. Januar 

2020 hiess das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil D-435/2020 vom 

20. Februar 2020 im Sinne der Erwägungen teilweise gut und wies das 

SEM an, die Eingabe vom 9. Dezember 2019 (soweit darin eine nachträg-

lich veränderte Sachlage geltend gemacht wird, welche zu einer asylrecht-

lich relevanten Gefährdung des Beschwerdeführers führen soll; Anm. des 

Gerichts) als Mehrfachgesuch anhand zu nehmen und zu prüfen. Im Übri-

gen wurde die Beschwerde abgewiesen. Dabei würdigte das Bundesver-

waltungsgericht auch die im Rahmen des zweiten Asylgesuchs eingereich-

ten neuen Beweismittel (vgl. Sachverhalt Bst. C) und gelangte zum 

Schluss, diese seien nicht geeignet, seine Vorverfolgung glaubhaft zu ma-

chen. 

D-2340/2020 

Seite 5 

E.  

Mit Verfügung vom 31. März 2020 – eröffnet am 2. April 2020 – stellte das 

SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, 

und lehnte sein Asylgesuch ab. Gleichzeitig verfügte es die Wegweisung 

aus der Schweiz und ordnete den Vollzug der Wegweisung an. 

F.  

Der Beschwerdeführer liess gegen diesen Entscheid mit Eingabe vom 

4. Mai 2020 beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erheben und be-

antragen, die Verfügung des SEM sei vollumfänglich aufzuheben, seine 

Flüchtlingseigenschaft festzustellen und ihm in der Schweiz Asyl zu ge-

währen, eventualiter sei die Unzulässigkeit und/oder die Unzumutbarkeit 

des Wegweisungsvollzugs festzustellen und die vorläufige Aufnahme zu 

verfügen. Subeventualtier sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vor-

instanz zurückzuweisen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht wurde bean-

tragt, es sei ihm die umfassende unentgeltliche Rechtspflege unter Beiord-

nung des Unterzeichnenden als amtlichen Anwalt zu bewilligen. 

G.  

Am 5. Mai 2020 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht dem Beschwer-

deführer den Eingang seiner Beschwerde vom 4. Mai 2020. 

H.  

Mit Zwischenverfügung vom 16. Juli 2020 bestätigte der Instruktionsrichter 

des Bundesverwaltungsgerichts dem Beschwerdeführer, er könne den 

Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwarten. Gleichzeitig wies er die 

Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und amtliche 

Verbeiständung ab und forderte den Beschwerdeführer auf, bis zum 

31. Juli 2020 zugunsten der Gerichtskasse einen Kostenvorschuss von 

Fr. 2'000.– zu leisten, dies verbunden mit der Androhung, auf die Be-

schwerde werde nicht eingetreten, falls der Kostenvorschuss innert Frist 

nicht bezahlt werde. 

I.  

Der Beschwerdeführer zahlte den Kostenvorschuss am 28. Juli 2020 ein. 

 

 

 

D-2340/2020 

Seite 6 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Hinsichtlich der Zuständigkeit des Bundesverwaltungsgerichts für die Be-

handlung der vorliegenden Beschwerde, der Legitimation des Beschwer-

deführers, der Einhaltung der Beschwerdefrist und der Formerfordernisse 

sowie der Kognition des Bundesverwaltungsgerichts ist auf die Zwischen-

verfügung vom 16. Juli 2020 zu verweisen. Nachdem der Kostenvorschuss 

fristgereicht eingezahlt wurde, ist die Beschwerde materiell zu behandeln. 

2.  

2.1 Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterli-

cher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungs-

weise einer zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie 

nachstehend aufgezeigt, handelt es sich um eine solche, weshalb das Ur-

teil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). 

3. Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines 

Schriftenwechsels verzichtet. 

4.  

4.1 Das SEM führte zur Begründung seiner Verfügung vom 31. März 2020 

aus, es sei nicht ersichtlich, weshalb der Beschwerdeführer bei einer Rück-

kehr nach Sri Lanka aufgrund der aktuellen Entwicklung in den Fokus der 

Behörden und in asylrelevanter Weise verfolgt werden sollte. Auch die am 

16. November 2019 erfolgte Präsidentschaftswahl mit dem Sieg von Gota-

baya Rajapaksa vermöge diese Einschätzung nicht umzustossen. Mit sei-

ner Wahl sowie ersten Anzeichen der Zunahme von Überwachungsaktivi-

täten würden zwar Befürchtungen von mehr Repression und Überwachung 

von Menschenrechtsaktivisten, Journalisten, Oppositionellen, regierungs-

kritischen Personen und Minderheiten einhergehen. Dennoch gebe es zum 

jetzigen Zeitpunkt keinen Anlass zur Annahme, dass ganze Volksgruppen 

kollektiv einer Verfolgungsgefahr ausgesetzt seien. Voraussetzung für die 

Annahme einer Verfolgungsgefahr aufgrund der Präsidentschaftswahlen 

vom 16. November 2019 sei ein persönlicher Bezug der asylsuchenden 

Person zu eben diesem Ereignis respektive dessen Folgen. Ein derartiger 

persönlicher Bezug des Beschwerdeführers zur Präsidentschaftswahl und 

dessen Folgen sei nicht gegeben, da ihm seine Vorfluchtgründe aufgrund 

der Erläuterungen in den Verfügungen des SEM und der Urteile des Bun-

desverwaltungsgerichts nicht geglaubt werden könnten, und folgerichtig 

auch keine persönlichen Gründe und auch sonst keine Hinweise ersichtlich 

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Seite 7 

seien, weshalb er aufgrund der aktuellen Lage in der Heimat individuell 

gefährdet sein sollte. 

4.2 In der Beschwerde wird demgegenüber geltend gemacht, das SEM 

habe in seiner Verfügung die politischen Veränderungen in Sri Lanka nicht 

gebührend berücksichtigt, womit es das Untersuchungsgebot nach Art. 12 

VwVG verletzt habe. Dass der Beschwerdeführer heute – nach der Macht-

übernahme durch Gotabaya Rajapaksa – zu den exponierten Personen 

gehöre – werde auch durch die fotographisch belegte Razzia im Hause der 

Eltern des Beschwerdeführers im Februar 2020 sowie die Vorsprache ei-

nes Polizeibeamten im März 2020 verdeutlicht. 

5.  

5.1 Das SEM hat in der angefochtenen Verfügung vom 31. März 2020 hin-

länglich klar und nachvollziehbar begründet, weshalb die in den Eingaben 

vom 9. Dezember 2019 und 22. Januar 2020 (neu) geltend gemachten 

Vorbringen des Beschwerdeführers nicht geeignet seien, dessen Flücht-

lingseigenschaft zu begründen. Diesbezüglich kann auf die ausführlichen 

Erwägungen in der angefochtenen Verfügung (vgl. auch E. 4.1 vorstehend) 

verwiesen werden. Die Einwände in der Beschwerde, wonach das SEM 

den rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig und unvollständig festgestellt, 

eine willkürliche Sachverhaltswürdigung vorgenommen und den Untersu-

chungsgrundsatz verletzt habe (vgl. BS 4), treffen offensichtlich nicht zu. 

Allein aus dem Umstand, dass das SEM die aktuelle Situation in Sri Lanka 

hinsichtlich einer möglichen Gefährdung von Asylsuchenden im Falle der 

Rückkehr anders einschätzt als Beschwerdeführer beziehungsweise sein 

Rechtsvertreter, lässt sich weder auf eine unrichtige Sachverhaltsfeststel-

lung noch auf eine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes oder eines 

Verstosses gegen das Willkürverbot schliessen. 

5.2 Das Bundesverwaltungsgericht hat bereits in zwei Vorverfahren  

– Urteil D-4565/2019 vom 8. Oktober 2019 E. 4.1 [vgl. auch Verfügung des 

SEM vom 6. August 2019 E. II] sowie Urteil D-435/2020 vom 20. Februar 

2020 E. 5.und 6.1 [vgl. auch Verfügung des SEM vom 18. Dezember 2019 

E. IV] – dargelegt, weshalb es die Asylvorbringen des Beschwerdeführers 

als unglaubhaft beziehungsweise die dazu eingereichten Beweismittel als 

unerheblich erachtet. Zur Vermeidung von Wiederholungen ist auf die dies-

bezüglichen Erwägungen zu verweisen. 

5.3 Die unter Erwägung 4.1 erwähnte Beurteilung des SEM deckt sich im 

Ergebnis mit der Einschätzung des Bundesverwaltungsgerichts, wonach 

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Seite 8 

die jüngsten politischen Entwicklungen nicht zu einer Situation geführt ha-

ben, die zu einer Änderung der im Referenzurteil E-1866/2015 vom 15. Juli 

2016 (E. 8) entwickelten Risikoprofile Anlass geben könnte und diese auch 

nach dem Machtwechsel vom November 2019 Gültigkeit haben (vgl. Urteil 

des BVGer E-723/2020 vom 4. März 2020 E. 6.3). Die Schlussfolgerung 

des SEM in der angefochtenen Verfügung, wonach, ohne einen konkreten 

Bezug zur Person des – bisher nicht verfolgten – Beschwerdeführers dar-

zutun, allein mit dem Hinweis auf die jüngste politische Entwicklung in Sri 

Lanka und daraus abgeleiteten hypothetischen allgemeinen Gefährdungs-

szenarien das Mehrfachgesuch nicht hinreichend begründet sei, erweist 

sich vor dem Hintergrund der Praxis des Bundesverwaltungsgerichts auch 

im vorliegenden Fall als zutreffend (vgl. Urteile des BVGer E-723/2020 vom 

4. März 2020 E. 6, E-910/2020 vom 16. März 2020 E. 8.1, D-76/2020/ vom 

16. April 2020 E. 5, D-622/2020 vom 24. April 2020 E. 6 und 7 und  

D-1658/2020 vom 29. Juni 2020 E. 4.2.3). Auch wenn mit dem aufgrund 

der Präsidentschaftswahl erfolgten Machtwechsel von einer möglichen Ak-

zentuierung der Gefährdungslage von Personen mit einem Risikoprofil im 

Sinne des Referenzurteils E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 (E. 8) auszuge-

hen ist, besteht zum heutigen Zeitpunkt kein Grund zur Annahme, dass 

ganze Bevölkerungsgruppen kollektiv einer Verfolgungsgefahr ausgesetzt 

wären. Der Beschwerdeführer konnte im Rahmen von bereits zwei Vorver-

fahren eine asylrechtlich relevante Verfolgung nicht glaubhaft machen und 

er vermag weder im Gesuch vom 9. Dezember 2019 noch in der vorliegen-

den Beschwerde hinreichend individualisiert zu begründen, inwiefern er 

aufgrund der seit dem Urteil des BVGer vom D-4565/2019 vom 8. Oktober 

2019 in Sri Lanka erfolgten Entwicklung und insbesondere der sich auf-

grund der Präsidentschaftswahl ergebenden Situation persönlich betroffen 

und nunmehr konkret gefährdet sein soll. Die mit den im Rahmen des vor-

liegend zu beurteilenden Gesuchs erwähnten Berichten dokumentierte 

Entwicklung verdeutlicht lediglich, dass die im Referenzurteil E-1866/2015 

vom 15. Juli 2016 erwähnten Risikofaktoren, die zu einer asylrechtlich re-

levanten Gefährdung von nach Sri Lanka zurückkehrenden tamilischer 

Personen führen können, nach wie vor aktuell und dementsprechend wei-

terhin zu prüfen sind. Mit der auf den entsprechenden Berichten basieren-

den, von der aktuellen Rechtsprechung abweichenden These, jeder nach 

Sri Lanka zurückgeschaffte tamilische Gesuchsteller – dies vor allem im 

Lichte der Machtergreifung von Gotabaya Rajapaksa – werde mit überwie-

gender Wahrscheinlichkeit jederzeit Opfer einer Verhaftung und von Ver-

hören unter Anwendung von Folter (vgl. Beschwerde BS 5 Bst. e), wird zur 

Begründung des Gesuchs vom 9. Dezember 2019 eine Auffassung vertre-

http://links.weblaw.ch/BVGer-E-1866/2015
http://links.weblaw.ch/BVGer-E-1866/2015

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Seite 9 

ten, die sich als solche letztlich nur in appellatorischer Kritik an der aktuel-

len Rechtsprechung zu Sri Lanka erschöpft. Als solche kann sie jedoch 

nicht Grundlage einer erneuten Überprüfung des Asylgesuches des Be-

schwerdeführers im Rahmen eines Mehrfachgesuchs bilden. An der dies-

bezüglichen Einschätzung vermögen auch die zwei mit der vorliegenden 

Beschwerde eingereichten Beweismittel, zwei Fotos, die erste angeblich 

eine Militärrazzia im Februar 2020, die zweite einen angeblichen Besuch 

eines Polizeibeamten im Haus der Eltern des Beschwerdeführers im März 

2020 dokumentierend, nichts zu ändern, da sie keine schlüssigen Hinweise 

auf eine gezielte behördliche Suche nach ihm enthalten. 

5.4 Zusammenfassend ergibt sich, dass das SEM in seiner Verfügung vom 

31. März 2020 zu Recht festgestellt hat, es lägen keine persönlichen oder 

individuellen Gründe vor, und es seien auch sonst keine Hinweise ersicht-

lich, weshalb der Beschwerdeführer aufgrund der aktuellen Lage in seiner 

Heimat gefährdet sein sollte. Das SEM hat demzufolge die Flüchtlingsei-

genschaft des Beschwerdeführers zu Recht verneint und das Asylgesuch 

abgelehnt. 

6.  

6.1 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche 

Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-

chen (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). Die vom SEM 

verfügte Wegweisung steht daher im Einklang mit Art. 44 AsylG.  

6.2 Das SEM hat zutreffend festgestellt, dass es dem Beschwerdeführer 

nicht gelungen sei, hinreichend darzulegen, inwiefern er aufgrund der 

jüngsten politischen Entwicklung in Sri Lanka gefährdet sein soll. Es ist 

auch sonst nicht ersichtlich, inwiefern sich die Sachlage seit dem Urteil  

D-4565/2019 vom 8. Oktober 2019 dergestalt geändert haben soll, dass 

nunmehr davon auszugehen wäre, der Vollzug der Wegweisung sei im 

Sinne von Art. 83 Abs. 2–4 AIG unzulässig, unzumutbar oder unmöglich. 

Diesbezüglich kann auf die zutreffenden Erwägungen in der angefochte-

nen Verfügung verwiesen werden. 

6.3 Zusammenfassend ergibt sich, dass das SEM die Wegweisung aus der 

Schweiz und deren Vollzug zu Recht verfügt hat. Die Anordnung der vor-

läufigen Aufnahme fällt damit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

 

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Seite 10 

7.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

8.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten von Fr. 2'000. – dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen. Zu deren Begleichung ist der am 28. Juli 

2020 eingezahlte Kostenvorschuss in gleicher Höhe zu verwenden. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Kosten des Verfahrens von Fr. 2'000. – werden dem Beschwerdeführer 

auferlegt. Zu deren Begleichung wird der eingezahlte Kostenvorschuss in 

gleicher Höhe verwendet. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Walter Lang Philipp Reimann