# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a0ef4f93-8634-56bf-8094-c7cfa72a6005
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-10-13
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 13.10.2011 E-5511/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-5511-2011_2011-10-13.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung V
E­5511/2011

U r t e i l   v om   1 3 .   O k t ob e r   2 0 1 1

Besetzung Einzelrichter Walter Stöckli,
mit Zustimmung von Richter Fulvio Haefeli;  
Gerichtsschreiber Thomas Hardegger.

Parteien A._______, geboren am (…), Iran,  
vertreten durch Susanne Gnekow, Caritas Schweiz, (…),
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 23. September 2011 / N (…).

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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass  der  Beschwerdeführer  eigenen  Angaben  zufolge  den  Iran  am  26. 
Juni 2011 verlassen hat und über die Türkei und ihm unbekannte Länder 
in  die  Schweiz  gelangt  ist,  wo  er  am  4.  Juli  2011  im  Empfangs­  und 
Verfahrenszentrum (EVZ) Kreuzlingen um Asyl nachgesucht hat,

dass  das  BFM  ihn  schriftlich  und  mündlich  unter  Hinweis  auf  die 
entsprechende  gesetzliche  Nichteintretensbestimmung  aufgefordert  hat, 
innerhalb von 48 Stunden Reise­ oder Identitätspapiere abzugeben,

dass  er  im  EVZ  Kreuzlingen  am  25.  Juli  2011  summarisch  zu  seiner 
Person und zu den Ausreisemotiven und gleichenorts am 8. August 2011 
zu den Asylgründen befragt worden ist,

dass er ausführte, er sei in B._______, Provinz C._______, geboren und 
habe in dieser Provinz an verschiedenen Orten gewohnt und die Schulen 
besucht,

dass  er  anschliessend an der Fakultät  "(…)"  der  (…) Universität  in  (…) 
studiert  und  nach  vier  Studienjahren  am  (…)  2004  mit  dem  Bachelor, 
welcher  grundsätzlich  für  die  Berufstätigkeit  auf  (…)  befähige, 
abgeschlossen habe, 

dass es ihm nach dem Militärdienst von 2004 bis 2006 nicht gelungen sei, 
eine  Arbeitsstelle  zu  finden,  weshalb  er  fortan  als  (…)  mit  eigenem 
Fahrzeug den Lebensunterhalt bestritten habe,

dass er erstmals an einer zehn Tage vor dem Wahltermin vom 13. Juni 
2009  durchgeführten  Wahlveranstaltung  der  "Grünen  Bewegung"  von 
Mussawi, welche für Freiheit und Demokratie und gegen eine islamische 
und  diktatorische  Regierung  eintrete,  teilgenommen  habe  und  dabei 
unbehelligt geblieben sei,

dass er zum Sympathisanten dieser Bewegung geworden und im Vorfeld 
der Wahl Poster  aufgehängt,  grüne Bänder  und Poster  verteilt  oder mit 
dem Fahrzeug zu Dörfern transportiert habe,

dass bei der ersten Demonstration der Bewegung vom 8. Februar 2011, 
an welcher er auch teilgenommen habe, Zivilbeamte und Basidj­Einheiten 
die  zirka  tausend Kundgebungsteilnehmer  auf  dem  (…)­Platz  umzingelt 
und damit begonnen hätten, einige Demonstranten festzunehmen,

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dass er mit  anderen Demonstranten weggerannt  sei  und auf  der Flucht 
seine Brieftasche mit dem darin enthaltenen nationalen Personalausweis 
(sog. Melli­Karte) verloren habe,

dass  er  den  Verlust  noch  während  seiner  Flucht  bemerkt  habe,  aber 
wegen  der  Verfolgung  durch  die  Beamten  nicht  mehr  nach  der 
Brieftasche  habe  suchen  können  und  davon  ausgegangen  sei,  die 
Brieftasche sei von den Beamten gefunden worden,

dass  er  sich  zunächst  in  ein Wohnhaus  gerettet  und  auf  dessen  Dach 
hinter  einer  Klimaanlage  gewartet  habe,  bis  es  dunkel  geworden  sei, 
worauf  er  per  Taxi  nach  B._______  zu  (...)  gefahren  sei,  wo  er  in  der 
Folge aus Sicherheitsgründen beim (...) geblieben sei,

dass  ihn dort am  (…) 2011 um 22 Uhr  fünf Zivilbeamte  (Agahi­Beamte) 
verhaftet,  ihm  im  Auto  etwas  über  den  Kopf  gestülpt  und  nach  einer 
halbstündigen Fahrt in ein unterirdisches Verliess gebracht hätten, 

dass er anschliessend gefesselt und mit verbundenen Augen nach einer 
halbstündigen Autofahrt zu einem Gericht in B._______ gebracht worden 
sei,  wo  er  nach  einer  stündigen  Verhandlung  in  die  dortige  Haftanstalt 
überstellt worden sei,

dass  am  (…)  2011  ein  von  seinem  Onkel  organisierter  Anwalt  seine 
Freilassung  erreicht  habe,  wobei  eine  Kaution  (…)  hinterlegt  werden 
musste  und  der  Beschwerdeführer  verpflichtet  wurde,  sich  täglich  auf 
dem Polizeiposten (...) zu melden,

dass  er  am  (…)  2011  eine  polizeilich  zugestellte  Gerichtsvorladung  für 
den (…) 2011 erhalten habe,

dass  sein  Anwalt  ihm  eine  sehr  schwere  beziehungsweise  die  höchste 
Strafe  vorausgesagt  habe,  weshalb  er  am  9.  April  2011  den  Iran  in 
Richtung Türkei verlassen habe,

dass  der  Beschwerdeführer  trotz  wiederholter  Aufforderungen  keine 
Reise­  oder  Identitätspapiere  oder  Beweismittel  zu  den  Akten  gereicht 
hat,

dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  23.  September  2011  –  am  29. 
September 2011 eröffnet – auf das Asylgesuch nicht eingetreten  ist, die 

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Wegweisung  des  Beschwerdeführers  aus  der  Schweiz  verfügt  und  den 
Vollzug angeordnet hat,

dass  das  BFM  zur  Begründung  im  Wesentlichen  anführte,  der 
Beschwerdeführer  habe  den  Asylbehörden  innerhalb  der  ihm 
eingeräumten  Frist  von  48  Stunden  keine Reise­  oder  Identitätspapiere 
abgegeben und habe für diese Unterlassung auch keine entschuldbaren 
Gründe  vorgebracht,  weil  seine  diesbezüglichen  Vorbringen  einer 
offensichtlichen Hinhaltetechnik vieler Gesuchsteller entsprechen, um die 
Identität  nicht  offen  legen  zu  müssen,  und  darüber  hinaus  die  geltend 
gemachten Reisemodalitäten unglaubhaft ausgefallen seien,

dass er trotz der angeblich verteilten Wahl­Propaganda eine Person ohne 
politisches  Engagement  und  Profil  sei  und  bestenfalls  als  Mitläufer  der 
grünen  Bewegung  gelten  könne,  weshalb  eine  Fahndung  nach  ihm 
unwahrscheinlich  sei  und  der  Verlust  einer  Melli­Karte,  die  von 
irgendwem hätte gefunden werden können, kein Fahndung auslöse,

dass  er  die  geltend  gemachte  Haft  unsubstanziiert  und  ohne 
Kennzeichen des eigenen Erlebens geschildert habe,

dass  er  auch  über  die  ihm  zur  Last  gelegten  Vorstösse  und  die 
Einzelheiten des aus der Gerichtsverhandlung  resultierenden Urteils nur 
vage und teils widersprüchlich berichtet habe, 

dass  eine  plausible  Erklärung  fehle,  weshalb  er  gegen  eine 
Kautionsstellung  auf  freien  Fuss  gesetzt  worden  sei,  wenn  ihm  doch 
angeblich die Höchststrafe drohe,

dass somit auf Grund der Anhörungen weder die Flüchtlingseigenschaft 
festgestellt werden könne, noch die Vornahme zusätzlicher Abklärungen 
zur  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  oder  eines 
Wegweisungsvollzugshindernisses nötig seien, 

dass  die  Wegweisung  die  Regelfolge  eines  Nichteintretensentscheides 
darstelle und ihr Vollzug zulässig, zumutbar und möglich sei,

dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom  5.  Oktober  2011  gegen 
diese  Verfügung  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  erhoben 
hat  mit  den  Anträgen,  es  sei  die  Verfügung  des  BFM  aufzuheben,  die 
Angelegenheit  zur  vollständigen  Sachverhaltsabklärung  und  materiellen 
Prüfung  an  das  BFM  zurückzuweisen,  eventualiter  die  vorläufige 

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Aufnahme  wegen  unzulässigen Wegweisungsvollzugs  anzuordnen,  und 
in  formeller  Hinsicht  sei  die  unentgeltliche  Prozessführung  und  die 
amtliche  Verbeiständung  in  der  Person  der  Rechtsvertreterin  zu 
gewähren,

dass  mit  der  Beschwerde  Fotokopien  einer  Vollmacht  vom  5.  Oktober 
2011, eines Berichts vom 18. August 2011 und eine Fürsorgebestätigung 
vom 5. Oktober 2011 eingereicht worden sind,

und zieht in Erwägung,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  in  der 
Regel  –  so  auch  vorliegend  –  endgültig  über  Beschwerden  gegen 
Verfügungen  (Art. 5  des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über 
das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR 172.021])  des  BFM  entscheidet 
(Art. 105  AsylG  i. V. m.  Art. 31 ­ 33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes 
vom  17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass  das  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  sich  nach  dem 
VwVG richtet, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG),

dass  der  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 
ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise 
Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist 
(Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde 
einzutreten ist (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 VwVG),

dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass die Beurteilung von Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide 
praxisgemäss auf die Überprüfung der Frage beschränkt ist, ob das BFM 
zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist, und sich demnach die 
Beschwerdeinstanz  –  sofern  sie  den  Nichteintretensentscheid  als 
unrechtmässig erachtet – einer selbständigen materiellen Prüfung enthält, 

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die  angefochtene  Verfügung  aufhebt  und  die  Sache  zu  neuer 
Entscheidung ans BFM zurückweist,

dass  indessen  im Falle  des Nichteintretens  auf  ein Asylgesuch gestützt 
auf Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 AsylG über das Nichtbestehen der 
Flüchtlingseigenschaft abschliessend materiell zu entscheiden ist, soweit 
dies im Rahmen einer summarischen Prüfung möglich ist, und in diesem 
Sinne  auch  die  Flüchtlingseigenschaft  Prozessgegenstand  bildet  (vgl. 
BVGE 2007/8 E. 2.1 und 5.6.5),

dass  die  Vorinstanz  die  Frage  der  Wegweisung  und  des  Vollzugs 
materiell  prüft,  weshalb  dem  Bundesverwaltungsgericht  diesbezüglich 
volle Kognition zukommt,

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise 
einer  zweiten Richterin  entschieden wird  (Art. 111 Bst. e AsylG)  und  es 
sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt, 
weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist 
(Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  vorliegend  auf  einen 
Schriftenwechsel verzichtet wurde,

dass auf ein Asylgesuch nicht eingetreten wird, wenn Asylsuchende den 
Behörden nicht innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des Gesuchs 
Reise­ oder Identitätspapiere abgeben (Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG),

dass  diese  Bestimmung  keine  Anwendung  findet,  wenn  Asylsuchende 
glaubhaft machen  können,  sie  seien dazu aus entschuldbaren Gründen 
nicht in der Lage, auf Grund der Anhörung sowie gestützt auf Art. 3 und 7 
AsylG die Flüchtlingseigenschaft festgestellt wird oder sich auf Grund der 
Anhörung  erweist,  dass  zusätzliche  Abklärungen  zur  Feststellung  der 
Flüchtlingseigenschaft  oder  eines  Wegweisungsvollzugshindernisses 
nötig sind (Art. 32 Abs. 3 Bst. a ­ c AsylG),

dass es sich beim Begriff  "Reise­ und  Identitätspapiere" um Dokumente 
handelt, die  "sowohl die einwandfreie Feststellung der  Identität als auch 
die  sichere  Durchführung  der  Rückschaffung  ermöglichen"  sollen,  und 
unter  Vorbehalt  des  Vorliegens  entschuldbarer  Gründe  ein 
Nichteintretensentscheid  selbst  dann  zu  erfolgen  hat,  wenn  trotz 

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fehlender  Ausweise  keine  Zweifel  über  die  Identität  des  oder  der 
Asylsuchenden bestehen (vgl. BVGE 2007/7 E. 5.3 und E. 6),

dass  der  Beschwerdeführer  keine  Beweismittel  in  Bezug  auf  seine 
Identität  eingereicht  und  dies  auch  auf  Beschwerdeebene  nicht 
nachgeholt hat, 

dass das BFM in der angefochtenen Verfügung in rechtsgenüglicher und 
überzeugender Weise dargelegt hat, weshalb für das Nichteinreichen von 
Reise­  oder  Identitätspapieren  keine  entschuldbaren  Gründe  vorliegen 
(Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG),

dass die Behauptung des Beschwerdeführers,  seine Aussage bezüglich 
Beschaffung  der  Gerichtsvorladung  durch  seinen  Anwalt  im  Iran  sei 
falsch  protokolliert  worden  (Beschwerde  S.  3,  betreffend  A6  S.  7) 
unbeachtlich  ist,  zumal  es  sich  dabei  nicht  um  ein  Reise­  oder 
Identitätspapier handelt, 

dass er  seit  seiner Gesuchstellung  im Juli  ausreichend Zeit  gehabt  hat, 
jemanden von seiner grossen Verwandtschaft (A9 S. 5) – beispielsweise 
den Cousin, mit dem er angeblich telefonischen Kontakt gehabt habe (A9 
S.  6)  –  oder  den  Familienanwalt  zu  kontaktieren  und  entsprechende 
Identitätsnachweise und andere Beweismittel anzufordern,

dass aus den Protokollen –  im Gegensatz zu den Behauptungen  in der 
Beschwerdeschrift – hervorgeht, dass er sich nicht in erforderlicher Weise 
für die Beschaffung von Identitätsnachweisen und anderen Beweismitteln 
eingesetzt  hat,  und  er  im  Verlauf  des  Verfahrens  hauptsächlich  nicht 
plausible  Sicherheitsbedenken  und  Schutzbehauptungen  gegen  die 
sofortige Beschaffung von Beweismitteln vorgebracht hat,

dass die angebliche Furcht vor staatlicher Entdeckung bei einem direkten 
Kontakt  von  Familienmitgliedern  letztlich  ebenso  wenig  überzeugt  (vgl. 
Beschwerde  S.  4)  wie  die  Behauptung  der  Rechtsvertreterin,  der 
Beschwerdeführer  sei  ja  nie  aufgefordert  worden,  das  aus  ihrer  Sicht 
Wichtige  (in  casu:  […]  Gerichtsvorladung,  Protokolle  der 
Gerichtsverhandlung) dem BFM einzureichen (vgl. Beschwerde S. 5), 

dass  zudem aufgrund  der  vagen und  realitätsfremden Ausführungen  zu 
den  bisherigen  Erlebnissen  und  zum  Verlauf  der  Reise  davon 
auszugehen  ist,  er  habe  für  seine  Reise  in  die  Schweiz  authentische 
Reise­  und  Identitätspapiere  verwendet, welche  er  jedoch  in Verletzung 

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seiner  gesetzlichen  Mitwirkungspflicht  (vgl.  Art.  8  Abs.  1  Bst.  b  AsylG) 
den schweizerischen Asylbehörden vorenthalte,

dass die Identität des Beschwerdeführers bis heute nicht feststeht, wobei 
es sich allerdings bei der vom BFM angeführten Alias­Identität hinsichtlich 
des  Familiennamens  ([…]  statt  A._______)  um  eine  blosse 
Transkriptionsvariante  des  selben  Namens  und  bezüglich  des 
Geburtsdatums (gemäss BFM: […]) um eine fehlerhafte Übernahme des 
iranischen Datums (…) handelt, 

dass  die  angeblich  mittlerweile  erfolgte  Kontaktnahme  mit 
Familienangehörigen  und  die  in  Aussicht  gestellten  Beweismittel 
(Beschwerde  S.  5)  in  antizipierter  Beweiswürdigung  nichts  ändern 
könnten,

dass aufgrund der Sachvorträge weder Anlass zur Vornahme zusätzlicher 
Abklärungen  zur  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  oder  eines 
Wegweisungshindernisses  noch  zur  direkten  Feststellung  der 
Flüchtlingseigenschaft besteht (Art. 32 Abs. 3 Bstn. b und c AsylG),

dass  die  Schilderung  der  zentralen,  die  angebliche  Verfolgung 
betreffenden  Sachverhalte  keine  überzeugenden  Realkennzeichen 
aufweist, 

dass seine Aussagen zur Abfolge der massgebenden Ereignisse, zu den 
Haftmodalitäten,  der  Gerichtsverhandlung  und  der  Aufenthaltsorte,  zur 
eigenen  politischen  Rolle  und  Funktion  vage,  schematisch  und  knapp 
ausgefallen sind und die Antworten auf gezielte Nachfragen weitgehend 
unsubstanziiert und ohne die notwendigen Realkennzeichen erfolgten,

dass  sein  Verhalten  beim  Darstellen  einschneidender  Vorkommnisse 
unverbindlich und konturenarm erscheint, 

dass das Engagement des Beschwerdeführers für die grüne Bewegung – 
wenn überhaupt vorhanden – sehr untergeordneter Natur gewesen sein 
dürfte und er wenig Fundiertes über diese Bewegung zu berichten weiss,

dass  er  nach  den  Aktivitäten  im  Jahr  2009  (angebliches  Verteilen  von 
Informationen  und  Plakaten  im  Vorfeld  der  Wahlen  sowie  eine  einzige 
Teilnahme an einer Wahlkundgebung) erstmals am 8. Februar 2011 von 
der  durch  die  grüne  Bewegung  organisierte  Demonstration  erfahren 
haben will und an dieser lediglich teilgenommen habe,

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dass das Realisieren des Fehlens der eigenen Brieftasche während der 
behaupteten Flucht vor den Beamten keine Rückschlüsse zulässt auf den 
Zeitpunkt  des  Verlustes  und  den  wirklichen  Sachverhalt,  hätte  er  doch 
auch Opfer eines Diebstahls vor, während oder nach der Demonstration 
sein können,

dass  selbst  die  Annahme,  die  Brieftasche  sei  in  den  Gewahrsam  der 
Behörde geraten, für diese nicht ohne weiteres erkennbar gemacht hätte, 
ihr Eigentümer habe an der Demonstration teilgenommen, 

dass  nicht  nachvollziehbar  ist,  weshalb  sein  Anwalt mit  einer  schweren 
beziehungsweise der höchsten Strafe – was auch  immer damit gemeint 
sein  mag  –  gerechnet  haben  soll,  zumal  eine  solche  Strafdrohung  der 
Freilassung gegen eine Kaution entgegengestanden wäre,

dass  die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  zu  den  Fluchtgründen 
insgesamt als offensichtlich haltlos zu bezeichnen sind und sich dessen 
Ausführungen  in  der  Rechtsmitteleingabe  darauf  beschränkten,  die 
Richtigkeit  des  geltend  gemachten  Sachverhalts  zu  bekräftigen,  ohne 
indessen zu den einlässlichen und in den wesentlichen Punkten korrekten 
Erwägungen des BFM überzeugend Stellung zu nehmen,

dass bei dieser Sachlage und mangels stichhaltiger Entgegnungen in der 
Beschwerde und zur Vermeidung von Wiederholungen auf die insgesamt 
zutreffenden  Ausführungen  der  Vorinstanz  in  der  angefochtenen 
Verfügung verwiesen werden kann, 

dass  keiner  der  drei  in  Art.  32  Abs.  3  AsylG  aufgeführten 
Ausnahmetatbestände vorliegt,

dass das BFM demnach zu Recht in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a 
AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist,

dass  die  Ablehnung  eines  Asylgesuchs  oder  das Nichteintreten  auf  ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat 
(Art. 44  Abs. 1  AsylG),  vorliegend  der  Kanton  keine 
Aufenthaltsbewilligung  erteilt  hat  und  kein  Anspruch  auf  Erteilung  einer 
solchen besteht (Art. 32 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 über 
Verfahrensfragen  [AsylV 1,  SR  142.311]),  weshalb  die  verfügte 
Wegweisung  im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und 
demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

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dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen 
Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern regelt, wenn 
der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder  nicht 
möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 
16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  [AuG, 
SR 142.20]),

dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen 
gemäss  ständiger  Praxis  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft  gilt,  das  heisst,  sie  sind  zu  beweisen,  wenn  der 
strikte  Beweis  möglich  ist  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu 
machen,

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig  ist,  wenn 
völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der 
Ausländerin oder des Ausländers  in den Heimat­, Herkunfts­ oder einen 
Drittstaat  entgegenstehen  (Art. 83  Abs. 3  AuG),  und  namentlich  keine 
Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwungen werden 
darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach 
Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie  Gefahr  läuft,  zur 
Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; 
vgl.  ebenso Art. 33 Abs. 1  des Abkommens  vom  28. Juli  1951  über  die 
Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker­ und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, 
da  es  dem  Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich 
erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen, 
weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non­Refoulement  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  findet 
und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung im 
Sinne  von  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  von  Art. 3  des 
Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere 
grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art. 3  der  Konvention  vom 
4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und 
Grundfreiheiten  (EMRK,  SR 0.101)  ersichtlich  sind,  die  dem 
Beschwerdeführer im Heimatland droht,

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dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar 
erweist,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer 
Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass  weder  die  allgemeine  Lage  im  Heimat­  beziehungsweise 
Herkunftsstaat des Beschwerdeführers noch individuelle Gründe auf eine 
konkrete Gefährdung im Falle einer Rückkehr schliessen lassen, weshalb 
unter  Verweis  auf  die  korrekte  Argumentation  des  BFM  in  der 
angefochtenen Verfügung der Vollzug der Wegweisung zumutbar ist,

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  dem  Beschwerdeführer  in  den 
Heimatstaat  schliesslich  möglich  ist,  da  keine  Vollzugshindernisse 
bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerdeführer obliegt, bei 
der  Beschaffung  gültiger  Reisepapiere  mitzuwirken  (vgl.  Art. 8  Abs. 4 
AsylG, BVGE 2008/34 E. 12),

dass  nach  dem  Gesagten  der  vom  BFM  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

dass es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist darzutun, inwiefern die 
angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletze,  den  rechtserheblichen 
Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststelle  oder  unangemessen 
sei (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen ist, 

dass  der  Beschwerdeführer  die  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG beantragt hat,

dass  die  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  unter  anderem 
voraussetzt, dass die Beschwerde nicht aussichtslos erscheint, 

dass  sich  die  Beschwerde  aufgrund  vorstehender  Erwägungen  als 
aussichtslos  erweist,  weshalb  unbesehen  einer  prozessualen 
Bedürftigkeit  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG abzuweisen ist,

dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr.  600.– 
(Art. 1 ­ 3  des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) 
dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG).

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.  
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

3. 
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.–  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.  
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde. 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Walter Stöckli Thomas Hardegger

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