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**Case Identifier:** 480b1f2d-8af8-5a35-bba3-ccf15ba51d78
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-09-13
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 13.09.2018 720 18 137/241
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-18-137-241_2018-09-13.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 13. September 2018 (720 18 137 / 241) 

___________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

Berufliche Massnahmen wegen drohender Invalidität; Neuanmeldung 
 
 
Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Beat Hersberger, Kantonsrich-

terin Elisabeth Berger Götz, Gerichtsschreiberin Christina Markiewicz 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Thomas Laube, 
Rechtsanwalt, KSPARTNER, Ulrichstrasse 14, 8032 Zürich 32 Zu-
stellung 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, 
Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente 
 
 
 
A. Die 1962 geborene A.____ arbeitete bis Ende Dezember 2014 als Dentalhygienikerin. 
Am 28. Mai 2015 meldete sie sich bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Be-
zug von Leistungen an wegen einer posttraumatischen Belastungsstörung mit depressiver Epi-
sode und Verdachts auf eine Persönlichkeitsstörung. Das damals zuständige Sozialversiche-
rungszentrum liess A.____ psychiatrisch abklären. Dr. med. B.____, FMH Psychiatrie und Psy-
chotherapie, attestierte mit Gutachten vom 19. Dezember 2015 eine volle Arbeitsfähigkeit. Da 
kein invalidisierender Gesundheitsschaden vorlag, teilte das Sozialversicherungszentrum 
A.____ mit Vorbescheid vom 11. Januar 2016 mit, dass weder ein Anspruch auf berufliche 
Massnahmen noch auf eine IV-Rente bestehe. Mit Einwand vom 10. Februar 2016 wehrte sich 
A.____ gegen den beabsichtigten Entscheid und stellte explizit den Antrag auf Umschulung. 
Das Sozialversicherungszentrum hielt daran fest, dass kein Anspruch auf Leistungen bestehe 

 

 
 
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und bestätigte den Vorbescheid mit Verfügung vom 23. Februar 2016. Diese wuchs unange-
fochten in Rechtskraft. Am 26. Oktober 2016 meldete sich A.____, nachdem sie ein Arbeitstrai-
ning aus gesundheitlichen Gründen abgebrochen hatte, erneut zum Leistungsbezug an; nun bei 
der zuständigen IV-Stelle Basel-Landschaft. Diese trat auf das Gesuch ein und beauftragte 
Dr. med. C.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, mit der Neubeurteilung der gesundheit-
lichen Situation. Dr. C.____ kam mit Gutachten vom 8. November 2017 gleich wie Dr. B.____ 
zum Schluss, dass die gestellten Diagnosen keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hätten und 
nach wie vor von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit sowohl im angestammten Beruf als auch in 
einer Verweistätigkeit auszugehen sei. Mit Vorbescheid vom 15. November 2017 wurde A.____ 
folglich darüber informiert, dass auch mit der Neuanmeldung kein Anspruch auf Leistungen be-
stehe. Dagegen erhob sie, vertreten durch Rechtsanwalt Thomas Laube, am 8. Dezember 2017 
bzw. 9. Januar 2018 Einwand. Sie machte geltend, dass ihr wegen drohender Invalidität berufli-
che Massnahmen zu gewähren seien. Sollte sich erweisen, dass eine Eingliederung im ersten 
Arbeitsmarkt nicht mehr oder nur teilweise möglich sei, sei die Rentenprüfung vorzunehmen. 
Mit Verfügung vom 4. April 2018 hielt die IV-Stelle an ihrem negativen Entscheid fest. Von einer 
drohenden Invalidität könne erst gesprochen werden, wenn eine länger andauernde Arbeitsun-
fähigkeit vorliege, was hier nicht der Fall sei. 
 
B Gegen die ablehnende Verfügung erhob A.____ durch ihren Rechtsanwalt mit Eingabe 
vom 27. April 2018 Beschwerde ans Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht. Sie 
beantragte wie im Einwandverfahren, dass ihr wegen drohender Invalidität berufliche Mass-
nahmen zuzusprechen seien. Allenfalls sei der Anspruch auf eine Rente zu prüfen. Die Verfü-
gung sei folglich aufzuheben. Aus dem Austrittsbericht der D.____ vom 7. Dezember 2015, den 
Berichten der E.____ vom 29. April 2015, 3. Juli 2015 und vom 22. Juli 2015 sowie der Beurtei-
lung des behandelnden Psychiaters, Dr. med. F.____, vom 13. Januar 2018 gehe hervor, dass 
sie unter einer posttraumatischen Belastungsstörung sowie einer rezidivierenden depressiven 
Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode leide. Infolge dissoziativer Zustände sei sie in ihrer 
angestammten Tätigkeit als Dentalhygienikerin nicht mehr arbeitsfähig. Die medizinischen Ein-
schätzungen von Dr. B.____ und Dr. C.____ seien nicht überzeugend. In der kurzen Begutach-
tungszeit sei es den Gutachtern nicht möglich gewesen, sich eingehend mit den Beschwerde-
bildern auseinanderzusetzen und die posttraumatische Belastungsstörung sowie die Dissoziati-
onen beurteilen zu können. Folglich sei auf die Berichte der Ärzte abzustellen, die sie über ei-
nen längeren Zeitraum hätten beobachten können. Damit sei eine drohende Invalidität ausge-
wiesen. 
 
C. Mit Vernehmlassung vom 19. Juni 2018 beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Be-
schwerde, soweit darauf eingetreten werden könne. 
 
 
  

 

 
 
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Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) 
vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versiche-
rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekt des vorliegenden 
Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig-
keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes 
über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beur-
teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons 
Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Be-
handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die frist- und formgerecht erhobene Be-
schwerde vom 27. April 2018 ist demnach einzutreten. 
 
2. Als Invalidität gilt nach Art. 8 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des So-
zialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die voraussichtlich bleibende oder länge-
re Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Anspruch auf eine ganze Rente be-
steht, wenn die versicherte Person zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu 
mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsren-
te, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist (Art. 28 Abs. 2 IVG). Invalide oder von einer Invalidi-
tät bedrohte Versicherte haben nach Art. 8 Abs. 1 IVG Anspruch auf Eingliederungsmassnah-
men, soweit diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit wieder herzustellen, zu 
erhalten oder zu verbessern (lit. a) und die Voraussetzungen für den Anspruch auf die einzel-
nen Massnahmen erfüllt sind (lit. b). Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen besteht 
unabhängig von der Ausübung einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Invalidität. Bei der Festle-
gung der Massnahmen ist die gesamte noch zu erwartende Dauer des Erwerbslebens zu be-
rücksichtigen (Art. 8 Abs. 1bis IVG). Die Eingliederungsmassnahmen umfassen gemäss Art. 8 
Abs. 3 lit. b IVG insbesondere Massnahmen beruflicher Art wie Berufsberatung (Art. 15 IVG), 
erstmalige berufliche Ausbildung (Art. 16 IVG), Umschulung (Art. 17 IVG) und Arbeitsvermitt-
lung (Art. 18 IVG). Drohende Invalidität liegt vor, wenn der Eintritt einer Erwerbsunfähigkeit 
überwiegend wahrscheinlich ist. Der Zeitpunkt des Eintritts der Erwerbsunfähigkeit ist unerheb-
lich (Art. 1 novies der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV] vom 17. Januar 1961). 
 
3. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen die Verfügung vom 4. April 2018. Darin 
hat die IV-Stelle den Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Rente verneint. Des Weiteren 
lehnte sie das Gesuch um Gewährung beruflicher Massnahmen, das die Versicherte im Vorbe-
scheidsverfahren gestellt hatte, ab. Die IV-Stelle hat somit – entgegen der Argumentation in der 
Vernehmlassung vom 19. Juni 2018 - über den Anspruch auf berufliche Massnahmen verfügt 
(vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 30. Mai 2018, 8C_57/2018, E. 3.2 und 3.3). Folglich ist über 
den in der Beschwerde gestellten Antrag auf Zusprechung beruflicher Massnahmen zu befin-
den. Dabei ist zu beachten, dass bereits mit Verfügung des Sozialversicherungszentrums vom 
23. Februar 2016 sowohl ein Anspruch auf Rente als auch ein Anspruch auf berufliche Mass-
nahmen rechtskräftig verneint wurde. Auf eine Neuanmeldung nach rechtskräftiger Ablehnung 
eines Rentenanspruchs hat die Verwaltung nur einzutreten, wenn die versicherte Person glaub-
haft macht, dass sich der Grad der Invalidität in einer für den Anspruch erheblichen Weise ge-

 

 
 
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ändert hat (Art. 87 Abs. 3 über die Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV] vom 
17. Januar 1961). Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts gilt dasselbe bei einer Neu-
anmeldung für berufliche Massnahmen (vgl. BGE 105 V 173, 109 V 119, 130 V 64). Tritt die 
Verwaltung – wie hier - auf eine Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären 
und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung 
des Gesundheitszustandes auch tatsächlich eingetreten ist. 
 
4.1 Bei der Neuanmeldung und der Rentenrevision handelt es sich zwar nicht um identi-
sche, aber um ähnliche Rechtsinstitute, insoweit beide auf eine erneute Prüfung eines Leis-
tungsanspruchs aufgrund veränderter tatsächlicher Verhältnisse abzielen. Im Rahmen der ma-
teriellrechtlichen Anspruchsprüfung besteht daher eine grundsätzliche Analogie zwischen Neu-
anmeldung und Revision; hier wie dort stellen sich im Wesentlichen dieselben materiellen Ab-
klärungs- und Prüfungspflichten, weshalb die Verwaltung und das Gericht grundsätzlich gleich 
vorzugehen haben (BGE 133 V 108 E. 5.1 und 5.2, 130 V 71, 109 V 115 E. 2b, 117 V 198 
E. 3a). 
 
4.2 Zeitlicher Ausgangspunkt für die Prüfung der veränderten Verhältnisse bildet die letzte 
materielle Beurteilung des Leistungsanspruchs (BGE 133 V 108 E. 5.4 i.V.m. 5.2; 130 V 71 
E. 3 ff. insbesondere E. 3.2.3). Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung der Frage, ob bis 
zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 4. April 2018 eine Änderung in den tatsächlichen 
Verhältnissen eingetreten ist, bildet mithin der Sachverhalt, wie er sich seit der Verfügung vom 
23. Februar 2016 entwickelt hat.  
 
5.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und bei der Beurteilung der Arbeitsfä-
higkeit der versicherten Person ist das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes 
oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in 
welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. 
Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Fra-
ge, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können 
(BGE 132 V 99 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 
 
5.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs-
prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an-
deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 
pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit-
tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs ge-
statten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den 
Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu-
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich 
des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen 
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer-
den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle-

 

 
 
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gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation 
einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind 
(BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 160 E. 1c).  
 
5.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusam-
menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu 
auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens ein-
geholten Gutachten externer Spezialärztinnen und –ärzte, welche aufgrund eingehender Be-
obachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei 
der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung 
volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der 
Expertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 
 
5.4 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psychischen Gesundheitsbeeinträchti-
gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Diagnose nach einem wissenschaftlich an-
erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 49 E. 1.2, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Zu 
betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzugeltenden psychischen Leiden belastenden 
psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umständen kein Krankheitswert zukommt. Ein 
invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 
IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähig-
keit wesentlich beeinträchtigt. Um festzustellen, ob und in welchem Umfang die ärztlichen Fest-
stellungen auf Arbeitsunfähigkeit schliessen lassen, sind sämtliche psychischen Erkrankungen 
einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen. 
 
6.1 Das damals zuständige Sozialversicherungszentrum stützte seine Verfügung vom 23. 
Februar 2016 auf das psychiatrische Gutachten von Dr. B.____ vom 19. Dezember 2015. Dr. 
B.____ diagnostizierte eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig remittiert (ICD-10 
F33.4), ausgelöst durch (wiederkehrende) psychosoziale Belastungsfaktoren wie Probleme in 
Bezug auf den engeren Familienkreis, einschliesslich familiärer Umstände (ICD-10 Z63), Prob-
leme in Bezug auf die soziale Umgebung (ICD-10 Z60), Probleme in Bezug auf die Berufstätig-
keit oder Arbeitslosigkeit (ICD-10 Z56), Probleme in Bezug auf die Wohnbedingungen und die 
wirtschaftlichen Verhältnisse (ICD-10 Z59) sowie das Alleinleben (ICD-10 Z60.2) und schliess-
lich akzentuierte histrionisch-narzisstische Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1) mit dissoziativer 
Störung (ICD-10 F44.88). Eine psychiatrische Erkrankung mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit 
liege heute nicht vor. Die mittelgradige depressive Episode sei remittiert. Die trotz Befragung zu 
belastenden biographischen Themen nicht reproduzierbaren dissoziativen Phänomene seien im 
Rahmen einer histrionischen (dramatischen, egozentrischen), appellativen, emotional reagiblen, 
narzisstischen und neurotischen Persönlichkeitsstruktur im Sinne von akzentuierten Persönlich-
keitszügen gemäss ICD-10 Z73.1 zu werten. Eine Persönlichkeitsstörung liege dagegen nicht 
vor. Die Versicherte sei mit ihrer Persönlichkeitsstruktur in der Lage, mit Dissoziationen – sollten 
diese denn tatsächlich auftreten – konstruktiv umzugehen und sie in den Alltag zu integrieren. 
Sie verfüge weiter über normvariante Ressourcen. Es seien erhebliche Inkonsistenzen zwi-

 

 
 
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schen den von der Versicherten geltend gemachten Einschränkungen im Beruf (sie erachte sich 
unfähig, noch als Dentalhygienikerin zu arbeiten) und ihrem tatsächlichen Aktivitätsgrad in be-
stimmten Lebensbereichen sowie ihren Anstrengungen zur Reintegration feststellbar. Die va-
gen, diffusen und zum Teil auch widersprüchlichen Schilderungen der dissoziativen Beschwer-
den wiesen auf eine erhebliche Aggravation hin. Die Versicherte sei in ihrer Fähigkeit zur An-
passung an Regeln und Routinen sowie zur Planung und Strukturierung von Aufgaben aus ob-
jektiv-psychiatrischer Sicht nicht eingeschränkt. Die Belastungsfähigkeit, das Durchhaltevermö-
gen, die Urteils- und Entscheidungsfähigkeit sowie die Selbstbehauptungsfähigkeit seien eben-
falls intakt. In der Anwendung ihrer fachlichen Kompetenzen sei die Versicherte nicht limitiert, 
auch nicht in der Kontaktfähigkeit und Kontaktqualität zu Dritten oder in der Gruppen- bzw. 
Teamfähigkeit. Die Versicherte verfüge auch über eine hinreichende soziale Kompetenzbasis. 
Im Weiteren könne die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung nicht bestätigt 
werden. Schon das Kriterium eines traumatisierenden Ereignisses aussergewöhnlicher Schwe-
re oder katastrophalen Ausmasses, das bei fast jedem eine tiefe Verzweiflung hervorrufen wür-
de, könne biographisch nicht erhoben werden. Die Tatsache, von ihrem Onkel in dessen Praxis 
"gezwungen" worden zu sein und zuschauen zu müssen, wie er einem Patienten einen Zahn 
ziehe, entspreche nicht diesem Kriterium. Typische posttraumatische Kardinalsymptome wie 
Wiederhallerinnerungen, Konstriktionen oder Intrusionen seien zudem nicht glaubhaft genug 
dargelegt. Die Versicherte wirke – wie auch schon früher bei Behandlern – wenig authentisch. 
Es sei von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit seit dem 5. Dezember 2015 auszugehen. Eine 
schwankende Arbeitsfähigkeit könne für den Zeitraum 5. Januar 2015 bis 4. Dezember 2015 
attestiert werden infolge einer reaktiven depressiven Episode, die durch eine komplexe Belas-
tungssituation (Erbstreit, Probleme mit der Wohnsituation, Trennung und Verlust der Arbeitsstel-
le) ausgelöst worden sei. 
 
6.2 Nach Eingang der Neuanmeldung vom 26. Oktober 2016 beauftragte die IV-Stelle 
Dr. C.____ mit der Beurteilung der psychischen Verfassung der Versicherten. Mit Gutachten 
vom 8. November 2017 kam er zum Schluss, dass keine Gesundheitsverschlechterung vorlie-
ge. Die Beschwerdeführerin sei nach wie vor voll arbeitsfähig. Ihrer angestammten Tätigkeit als 
Dentalhygienikerin könne sie somit weiterhin uneingeschränkt nachgehen. Die remittierte re-
zidivierende depressive Störung (ICD-10 F33.4), die histrionischen Persönlichkeitszüge (ICD-10 
Z73.1) sowie eine geringgradige dissoziative Störung (ICD-10 F44.9) hätten keine Auswirkun-
gen auf die Arbeitsfähigkeit. Die von der Versicherten geklagten dissoziativen Symptome wie 
unklare Bewusstseinstrübung, Fehlleistungen, Vergesslichkeit und Danebenreden seien nicht 
sehr ausgeprägt. Obwohl sie über solche Beschwerden seit frühester Kindheit klage, sei sie 
fähig gewesen, während 30 Jahren erfolgreich zu arbeiten. Dies spreche klar dafür, dass die 
dissoziativen Symptome die Arbeitsfähigkeit nicht beeinträchtigten. Auffallend sei, dass die Dis-
soziationen nie objektiv beobachtet worden seien; weder heute noch während der Aufenthalte 
in den Kliniken G.____ und E.____ noch während der Behandlung in der D.____. Auch die be-
schriebenen Aktivitäten wie ausgedehnte Spaziergänge, Galeriebesuche sowie kleinere Ausflü-
ge liessen den Schluss zu, dass sie sich durch die beschriebenen Symptome nicht im Alltag 
einschränken lasse. In ihrer angestammten Tätigkeit als Dentalhygienikerin fühle sie sich nicht 
mehr in der Lage, zu arbeiten. Sie berichte, dass sie von ihrer Mutter und ihrem Onkel zu dieser 
Ausbildung gedrängt worden sei. Nachdem sie nun das Elternhaus der Mutter verkauft habe, 

 

 
 
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wolle sie mit der Vergangenheit abschliessen, weshalb sie sich nicht mehr vorstellen könne, als 
Dentalhygienikerin weiterzuarbeiten. Objektive Gründe, die ihr die Weiterführung der ange-
stammten Tätigkeit verunmöglichen würden, liessen sich vorliegend jedoch nicht feststellen. Die 
Versicherte sei nicht länger motiviert, die angestammte Tätigkeit auszuüben und begründe die-
se fehlende Motivation mit dissoziativen Symptomen. Zum jetzigen Zeitpunkt fänden sich auch 
keine Hinweise auf das Vorliegen einer depressiven Störung. Die Versicherte klage nicht über 
Schlafstörungen und habe keine Mühe, am Morgen aufzustehen. Den Haushalt führe sie selb-
ständig. Sie unternehme regelmässig ausgedehnte Spaziergänge, gehe kulturellen Interessen 
nach, unternehme allein längere Reisen und pflege soziale Kontakte. Sie sei demnach im Alltag 
nicht durch depressive Symptome beeinträchtigt. Diagnostisch handle es sich um eine rezidivie-
rende depressive Störung, die remittiert sei. Die Versicherte falle mit einer etwas dramatischen, 
theatralisch anmutenden Beschwerdeschilderung auf. Schon in der Klinik G.____ seien histrio-
nische Persönlichkeitszüge festgestellt worden. Sie neige dazu, ihre Beschwerden zu verdeutli-
chen, um einerseits Zuwendung zu erhalten und andererseits ihre ausgeprägte subjektive 
Krankheitsüberzeugung zu demonstrieren. Die Versicherte sei weder in der Berufswelt noch in 
der Pflege persönlicher Beziehungen durch wesentliche psychopathologische Symptome einer 
Persönlichkeitsstörung eingeschränkt. Des Weiteren könne die Diagnose einer posttraumati-
schen Belastungsstörung nicht bestätigt werden. In der Lebensgeschichte der Versicherten gä-
be es keine Hinweise auf eine schwerwiegende Traumatisierung. Sie leide auch nicht unter Alb-
träumen oder Flashbacks. Aus psychiatrischer Sicht sei die Versicherte in ihrer bisherigen Tä-
tigkeit als Dentalhygienikerin und in einer Verweistätigkeit zu 100 % arbeitsfähig. Seit der Be-
gutachtung durch Dr. B.____ habe sich diesbezüglich nichts geändert. 
 
7.1 Das Gutachten von Dr. C.____ vom 8. November 2017 erfüllt sowohl in formeller Hin-
sicht als auch inhaltlich die bundesgerichtlichen Vorgaben an ein beweistaugliches Gutachten. 
Es enthält demnach alle erforderlichen Angaben für die Prüfung der Frage, ob sich ein invalidi-
sierender Gesundheitszustand anhand der Standardindikatoren verifizieren lässt (BGE 141 V 
281) und ob sich der Gesundheitszustand seit der letzten Begutachtung durch Dr. B.____ vom 
19. Dezember 2015 massgeblich verändert hat. Gemäss Dr. C.____ ist von einem unveränder-
ten psychischen Zustand auszugehen. Die dissoziativen Störungen beeinträchtigen die Arbeits-
fähigkeit nicht, die rezidivierende depressive Störung ist remittiert und die Kriterien für eine 
posttraumatische Belastungsstörung sind nicht erfüllt. In ihrer ursprünglichen Tätigkeit als Den-
talhygienikerin ist die Versicherte nach wie vor voll arbeitsfähig. 
 
7.2 Dieser Einschätzung kann sich die Versicherte nicht anschliessen. Sie erachtet den 
Beruf der Dentalhygienikerin vor allem aufgrund der Dissoziationen als unzumutbar, da sie Pa-
tienten verletzen könnte. Sie verweist diesbezüglich auf die Berichte der Klinik G.____, der 
D.____, der Klinik E.____ sowie des behandelnden Psychiaters, die alle von einer invaliditätsre-
levanten Störung ausgehen würden. Ihr Wort habe mehr Gewicht, da sie in den entsprechen-
den Kliniken bzw. von ihrem Psychiater über längere Zeit behandelt worden sei. Dr. B.____ und 
Dr. C.____ hätten sich aufgrund der kurzen Begutachtungszeit von 80 Minuten über die Disso-
ziationen, aber auch hinsichtlich der posttraumatischen Belastungsstörung kein umfassendes 
Bild machen können. Die Diagnose der remittierten rezidivierenden depressiven Störung ist 
dagegen unbestritten. 

 

 
 
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7.3 Zunächst ist festzuhalten, dass sich Dr. B._____ in ihrem Gutachten vom 19. November 
2015 eingehend mit den Berichten der Klinik G.____ vom 27. Januar 2010, der Klinik E.____ 
vom 29. April 2015, 3. Juli 2015 und vom 22. Juli 2015 sowie der D.____ vom 4. Dezember 
2015 auseinandergesetzt hat und eine invalidisierende Wirkung der Beschwerden sowie einen 
Einfluss dieser auf die Arbeitsfähigkeit im angestammten Beruf klar ausschliessen konnte. Dr. 
C.____ hat die Erkenntnisse von Dr. B.____ vollumfänglich bestätigt. In diesem Zusammen-
hang ist dem Einwand der Versicherten, dass die Untersuchungszeit bei den Gutachtern zu 
kurz gewesen sei, um Dissoziationen zu beobachten, entgegen zu halten, dass solche auch 
anlässlich der stationären Aufenthalte der Versicherten in der Klinik G.____ vom 20. Juli 2009 
bis 15. Oktober 2009, in der Klinik E.____ vom 12. Mai 2015 bis 9. Juli 2015 und während der 
tagesstationären Behandlung vom 20. Oktober 2015 bis 4. Dezember 2015 bei den D.____ 
nicht dokumentiert worden sind. Eine Arbeitsunfähigkeit als Dentalhygienikerin lässt sich dem-
nach auch heute nicht mit den bereits umfassend gewürdigten Berichten begründen. 
 
7.4 Ausschlaggebend für die Neuanmeldung waren auch nicht die älteren Arztberichte, son-
dern der Abbruch des Arbeitseinsatzes der Versicherten in der Bibliothek, welcher nach der 
Begutachtung von Dr. B.____ stattfand (vgl. Schlussbericht vom 14. November 2016). Das Ar-
beitstraining wurde im Rahmen eines Integrationsprogramms durchgeführt, vermittelt durch das 
Kantonale Amt für Industrie, Gewerbe und Arbeit (KIGA). Der Einsatz war vom 11. Oktober 
2016 bis 29. Oktober 2016 geplant gewesen. Ende der zweiten Woche wurde das Praktikum 
gesundheitsbedingt abgebrochen. Die Rayonleiterin führte aus, dass die Versicherte sehr ge-
nau und gewissenhaft gearbeitet habe und über eine rasche Auffassungsgabe verfüge. Sie ha-
be sehr hohe Erwartungen an sich selbst und habe versucht, ihre Aufgaben effizient und or-
dentlich zu erfüllen, was schliesslich zu einer Überforderung geführt habe. Im Rahmen des Be-
gutachtungsauftrags nahm Dr. C.____ dazu Stellung und erachtete den Abbruch aus psychiat-
rischer Sicht als nicht nachvollziehbar. Aus dem kurzen Arbeitseinsatz lässt sich denn auch 
nicht ableiten, dass die Beschwerdeführerin in ihrer angestammten Tätigkeit nicht mehr arbeits-
fähig ist, sondern allenfalls, dass eine dem Einsatz entsprechende Verweistätigkeit nicht optimal 
wäre. Auch die Versicherte selbst erachtet sich nicht generell als arbeitsunfähig, sondern ledig-
lich in der angestammten Tätigkeit (vgl. Einwand vom 8. Dezember 2017 bzw. vom 9. Januar 
2018). 
 
7.5 Im Übrigen ist eine Gefährdung der Patienten durch den Verbleib in der angestammten 
Tätigkeit nicht nachvollziehbar dargelegt, insbesondere nicht mit dem Argument, dass sie ihre 
letzte Stelle verloren habe, weil es aufgrund vermehrter Dissoziationen zu mangelhaften Be-
handlungen gekommen sei (vgl. Bericht von Dr. F.____ vom 13. Januar 2018). Die Kündigung 
erfolgte offensichtlich infolge der langen krankheitsbedingten Absenz (Kündigung vom 7. April 
2015 und Absenzenliste vom 18. Juni 2015). Das Arbeitszeugnis ist positiv formuliert – wie 
auch alle vorherigen Arbeitszeugnisse - und lässt keinen Schluss auf Behandlungsfehler zu. 
Einzig im Fragebogen für Arbeitgebende vom 17. Juni 2015 werden vom letzten Arbeitgeber 
neben der Absenzen auch unzufriedene Kunden als Kündigungsgrund angeführt. Behandlungs-
fehler oder gar eine Gefährdung der Patienten waren dagegen kein Thema. Ansonsten hätte 
der Arbeitgeber bei der Frage, was die Versicherte noch arbeiten könne, wohl kaum geantwor-

 

 
 
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tet, dass sie weiterhin als Dentalhygienikerin tätig sein könne. Es bleibt demnach bei der attes-
tierten 100 %igen Arbeitsfähigkeit als Dentalhygienikerin. 
 
7.6 Daran ändern schliesslich auch die Berichte von Dr. F.____ vom 13. August 2017 sowie 
13. Januar 2018 nichts. Dr. F.____ gibt darin hauptsächlich die subjektiven Schilderungen der 
Versicherten über dissoziative Ereignisse wieder. Er führt zwar an, dass er ähnliche Situationen 
im Rahmen der therapeutischen Settings beobachtet habe, in welchen die Versicherte bei Kon-
frontation mit emotional belastenden Themen zu erstarren schien, emotional nicht mehr präsent 
gewesen sei, daneben geredet und erst nach einiger Zeit in den bestehenden Kontext wieder 
eingefunden habe. Diese Erzählungen und Beobachtungen beurteilt er jedoch isoliert, ohne sie 
im Zusammenhang mit den gutachterlich diagnostizierten akzentuierten histrionisch-
narzisstischen Persönlichkeitszügen zu werten. Es wird vorliegend nicht in Abrede gestellt, dass 
die Versicherte an dissoziativen Störungen leidet. Diese sind nach den ausführlichen gutachter-
lichen Darlegungen zur Persönlichkeitsstruktur der Versicherten jedoch als geringgradig einzu-
stufen. Etwas anderes ist auch den Berichten von H.____, Pflegefachfrau Psychiatrie, sowie 
von I.____, Bewegungspädagogin, aus dem Jahr 2018 nicht zu entnehmen, welche hauptsäch-
lich über die verschiedenen Therapieformen und Bewältigungsstrategien Auskunft geben. 
 
7.7 Da sich die Sachlage seit der ersten ablehnenden Verfügung vom 23. Februar 2016 in 
versicherungsmedizinischer Hinsicht unverändert darstellt und nach wie vor eine volle Arbeits-
fähigkeit als Dentalhygienikerin attestiert wird, besteht mit der Neuanmeldung kein Anspruch 
auf Leistungen der IV-Stelle, weder auf eine IV-Rente noch grundsätzlich auf berufliche Mass-
nahmen (vgl. E. 2 und 3), es sei denn, dass heute von einer drohenden Invalidität auszugehen 
wäre, wie die Versicherte geltend macht, und aus diesem Grund berufliche Massnahmen zuzu-
sprechen wären. Es ist zu prüfen, wie es sich damit verhält. 
 
8.1 Drohende Invalidität liegt nach Art. 1novies IVV vor, wenn der Eintritt einer Erwerbsunfä-
higkeit überwiegend wahrscheinlich ist. Der Zeitpunkt des Eintritts der Erwerbsunfähigkeit ist 
unerheblich. Die blosse Möglichkeit bzw. Gefahr eines Invaliditätseintritts genügt nicht für die 
Annahme einer drohenden Invalidität. Vielmehr muss der spätere Eintritt einer Erwerbsunfähig-
keit bzw. einer leistungsspezifischen Invalidität nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen 
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit gewiss sein (SILVIA BUCHER, Eingliede-
rungsrecht der Invalidenversicherung, Bern 2011, S. 73). 
 
8.2 Die Beschwerdeführerin macht keine spezifische berufliche Massnahme geltend. Da sie 
erklärt hat, nicht mehr in ihrem angestammten Beruf als Dentalhygienikerin arbeiten zu wollen 
und ohne die Hilfe der IV-Stelle nicht in der Lage zu sein, eine neue Stelle zu finden, kommen 
Umschulung (Art. 17 IVG) und Arbeitsvermittlung (Art. 18 IVG) in Frage. Nach der Rechtspre-
chung setzt der Anspruch auf Umschulung unter anderem eine invaliditätsbedingte Erwerbsein-
busse von etwa 20 % voraus (vgl. Art. 8 Abs. 1 IVG; BGE 124 V 108 E. 2b; Urteil des Bundes-
gerichts vom 24. Juli 2008, 9C_652/2007 E. 2.1). Die Erheblichkeitsschwelle trägt dem Um-
stand Rechnung, dass bei wesentlich tieferen Invaliditätsgraden die mit einer Umschulung ver-
bundenen Kosten die auszugleichende Erwerbseinbusse deutlich übersteigen dürften und setzt 
so den Verhältnismässigkeitsgrundsatz um (BGE 130 V 488 E. 4.3.2). 

 

 
 
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8.3 Vorliegend scheitert der Anspruch auf Umschulung nach Art. 17 IVG daran, dass die 
nach der Rechtsprechung für die Umschulung notwendige Erwerbseinbusse von etwa 20 % 
weder vorliegt noch unmittelbar droht. Denn nach den medizinischen Akten ist die Versicherte 
uneingeschränkt in ihrer angestammten Tätigkeit arbeitsfähig (vgl. Urteil des Bundesgerichts 
vom 24. Juli 2008, 9C_652/2007, E. 3). Da es heute auch keine Anhaltspunkte dafür gibt, dass 
mit einer Erwerbsunfähigkeit zu rechnen ist, kann auch nicht von einer drohenden Invalidität 
gesprochen werden. 
 
8.4 Zur Begründung des Anspruchs auf Arbeitsvermittlung genügt der Eintritt einer Arbeits-
unfähigkeit; sie muss sich nicht zur Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG) oder gar zur Invalidität 
(Art. 8 ATSG) verdichtet haben; insofern ist der Arbeitsvermittlungsanspruch gegenüber der IV 
von der sonst grundsätzlich verlangten Voraussetzung der leistungsspezifischen Invalidität los-
gelöst worden. Ein Anspruch auf Arbeitsvermittlung ist demnach heute schon bei Vorliegen ei-
ner aus medizinischen Gründen bleibenden oder längere Zeit dauernden (oder drohenden) Ar-
beitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit gegeben. Liegen diese Voraussetzungen nicht vor, 
fällt die Arbeitsvermittlung nicht in die Zuständigkeit der IV, sondern gegebenenfalls in den Be-
reich der Arbeitslosenversicherung (vgl. Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversi-
cherungsrecht, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, Hrsg. von Hans-Ulrich Stauffer 
und Basile Cardinaux, 3. Auflage, St. Gallen 2014, Art. 18 Rz. 2). Da die Versicherte in ihrer 
bisherigen Tätigkeit heute voll arbeitsfähig ist und vorläufig auch nicht mit einer Arbeitsunfähig-
keit zu rechnen ist, besteht kein Anspruch auf Arbeitsvermittlung seitens der IV-Stelle. 
 
8.5 Die Berufsberatung (Art. 15 IVG) und die erstmalige berufliche Ausbildung (Art. 16 IVG) 
als weitere Eingliederungsmassnahmen beruflicher Art kommen vorliegend aufgrund der spezi-
fischen Voraussetzungen nicht in Frage, weshalb auf eine nähere Prüfung, auch in Bezug auf 
eine drohende Invalidität, verzichtet werden kann. 
 
Die Beschwerde ist demnach abzuweisen. 
 
9. Es bleibt über die Kosten zu befinden. Nach Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerde-
verfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen kosten-
pflichtig. Gemäss § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegen-
den Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist die Beschwerdeführerin unter-
liegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihr zu auferlegen sind. Gemäss Ausgang des 
Verfahrens werden die ausserordentlichen Kosten wettgeschlagen. 
  

 

 
 
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Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.– werden der Be-
schwerdeführerin auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss 
in der Höhe von Fr. 800.– verrechnet. 

 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. 
 

 
 
 
 
 
 
 
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