# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 729ce80c-3cb4-5716-b075-7e19ebf13a6e
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-11-03
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 03.11.2015 S 2014 172
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2014-172_2015-11-03.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 14 172

3. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz Stecher
RichterIn Moser, Audétat 

Aktuarin ad hoc Christen

URTEIL

vom 3. November 2015

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____, 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Diego Quinter, 

Beschwerdeführer

gegen 

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden, 

Beschwerdegegnerin

betreffend IV-Rente

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1. A._____, geboren 1959, erlernte keinen Beruf und arbeitete als Maurer, 

Strassenbauer und Bauarbeiter. Ab Juni 2006 war er wegen Entzündun-

gen verschiedener Gelenke in ärztlicher Behandlung, und ab dem 18. Au-

gust 2010 konnte er seine bisherige Tätigkeit nicht mehr ausüben. Mit 

Gesuch vom 16. März 2011 meldete er sich bei der IV-Stelle des Kantons 

Graubünden zum Bezug von Leistungen an. 

2. Die IV-Stelle holte beim Hausarzt Dr. med. B._____, Facharzt FMH für 

Innere Medizin, und beim behandelnden Rheumatologen Dr. med. 

C._____, Chefarzt Rheumatologie, verschiedene ärztliche Berichte ein. 

Als Diagnose kristallisierte sich ein Mischbild einer seronegativen HLA-

B27 positiven Spondarthropathie mit Gichtarthropathie heraus. Es wurden 

fluktuierende Beschwerden in verschiedenen Gelenken beschrieben und 

die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit wurde regelmässig mit 0 % 

angegeben. Mit Verfügung vom 15. Juni 2012 schloss die IV-Stelle die 

berufliche Massnahme ab, weil sich A._____ nicht fähig fühlte, eine beruf-

liche Erwerbstätigkeit aufzunehmen. 

3. Am 25. September 2012 meldete sich A._____ erneut zum Bezug von 

Leistungen der Invalidenversicherung an. Daraufhin fand am 18. Oktober 

2012 eine Abklärung durch den Rheumatologen Dr. med. D._____ vom 

Regionalen Ärztlichen Dienst Ostschweiz (RAD) statt. In seinem Bericht 

vom 20. November 2012 beschrieb Dr. med. D._____, dass unter der an-

fänglichen Behandlung mit Zyloric und Methotrexat ein ungünstiger Ver-

lauf zu beobachten gewesen sei, und dass seit der Behandlung mit Humi-

ra ab Mai 2012 die Gelenkschmerzen und Gelenkschwellungen weitge-

hend  verschwunden seien. Er attestierte ab dem Zeitpunkt der RAD-

Abklärung eine Arbeitsfähigkeit von 6 Stunden pro Tag in einer adaptier-

ten, leichten bis zeitweise mittelschweren körperlichen Tätigkeit mit 

Wechselbelastung ohne Zwangshaltungen der Wirbelsäule unter Einhal-

tung von Gelenkschutzmassnahmen.

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4. Vom 23. Januar bis zum 26. April 2013 fand in der EVAL der Klinik Valens 

eine Abklärung der Eingliederungs- und Arbeitsfähigkeit statt. Mit Bericht 

vom 22. April 2013 wurde dazu ausgeführt, durch die Krankheit und die 

bescheidenen schulischen und sprachlichen Ressourcen seien die beruf-

lichen Einsatzmöglichkeiten und die verwertbare Leistung stark einge-

schränkt. In einer angepassten Tätigkeit in der Lingerie sei bei einer ganz-

tägigen Präsenzzeit nur eine Leistung von 20 % erbracht worden. Vorge-

schlagen wurden eine berufliche Integration in einem Nischenarbeitsplatz 

in der freien Wirtschaft sowie die Prüfung der Rentenfrage. Während der 

EVAL-Abklärung fand eine weitere Untersuchung durch Dr. med. D._____ 

statt. Mit Bericht vom 22. Februar 2013 hielt dieser fest, die Befunde sei-

en seit der vorherigen Abklärung unverändert. Es bestünden Hinweise auf 

Inkonsistenzen und Selbstlimitierung.

5. Vom 5. bis 25. Juni 2013 wurde A._____ stationär in der Klinik Valens 

behandelt, weil wieder vermehrt Schmerzen aufgetreten waren. Am 3. 

Dezember 2013 fand eine dritte Abklärung durch Dr. med. D._____ vom 

RAD statt und am 18./19. Dezember 2013 wurde in der Abteilung Ergo-

nomie der Kliniken Valens eine Evaluation der funktionellen Leistungs-

fähigkeit (EFL) gemacht. Mit Bericht vom 21. Januar 2014 führte Dr. med. 

D._____ aus, sowohl aufgrund der klinischen Untersuchung wie der EFL 

entspreche die Belastbarkeit im Wesentlichen einer leichten bis mittel-

schweren Tätigkeit im Rahmen von 8 ½ h pro Tag, wobei eine Stunde zu-

sätzliche Pausen notwendig seien, was eine Arbeitsfähigkeit von 85 % ab 

dem Zeitpunkt der aktuellen Abklärung ergebe. Die Erfolgsaussichten von 

beruflichen Massnahmen seien unter Berücksichtigung der bei der EFL 

festgestellten Selbstimitierung und erheblichen Symptomausweitung und 

der während des Arbeitstrainings gemachten Erfahrungen gering.

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6. Mit Vorbescheid vom 3. März 2014 informierte die IV-Stelle über ihren 

beabsichtigten Entscheid. Mit Einwand vom 8. April 2014 machte A._____ 

geltend, es sei von einer 20%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen. Er reichte 

ein Schreiben vom 27. März 2014 ein, in welchem Dr. med. C._____ die 

Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit auf maximal 20 % einschätz-

te.

7. Mit Verfügung vom 28. Oktober 2014 bestätigte die IV-Stelle ihren Vorbe-

scheid und sprach A._____ für die Zeit vom 1. November 2011 bis zum 

31. Oktober 2012 eine ganze Rente und vom 1. April 2013 bis zum 31. 

März 2014 eine Viertelsrente zu. Letztere basierte auf einem Invaliditäts-

grad von 40.01 %, welcher gestützt auf die Lohnstrukturerhebung (LSE) 

des Bundes für ein Arbeitspensum von 72 % bei einem Leidensabzug von 

5 % errechnet worden war (Valideneinkommen: Fr. 72'418.85; Invaliden-

einkommen Fr. 43'444.65). Für die Zeit ab dem 19. Dezember 2013 ging 

die IV-Stelle von einer Arbeitsfähigkeit von 85 % aus. Bei einem Leidens-

abzug von 5 % ergab sich ein nicht rentenbegründender Invaliditätsgrad 

von 29.18 %. 

8. Gegen diese Verfügung erhob A._____ am 28. November 2014 Be-

schwerde ans Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden. Er beantrag-

te die Aufhebung der angefochtenen Verfügung, soweit sie ihm ab dem 1. 

November 2012 einen tieferen Invaliditätsgrad als 60 % attestiere, unter 

gleichzeitiger Festsetzung eines Invaliditätsgrades von mindestens 60 % 

seit dem 1. November 2012. Eventuell sei die Sache zur Neubeurteilung 

an die Vorinstanz zurückzuweisen, bzw. sei eine unabhängige medizini-

sche Begutachtung über die tatsächliche Leistungsfähigkeit durchzu-

führen. Zur Begründung machte der Beschwerdeführer im Wesentlichen 

geltend, ein alleiniges Abstellen auf die Einschätzung von Dr. med. 

D._____ sei nicht zulässig, weil dieser als RAD-Arzt nicht neutral sei. Be-

zeichnenderweise stehe Dr. med. D._____ mit seiner Einschätzung allei-

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ne da, attestiere doch Dr. med. C._____ nur eine Arbeitsfähigkeit von 20 

%. 

9. Die IV-Stelle beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 6. Januar 2015  die 

Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf die ange-

fochtene Verfügung und ergänzte im Wesentlichen, das Abstellen auf die 

Einschätzung des RAD-Arztes sei gesetzmässig. Die Aufgabe des RAD 

bestehe darin, die medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspru-

ches zu beurteilen. Zur Einschätzung von Dr. med. C._____ habe der 

RAD nachvollziehbar Stellung genommen.

10. Mit seiner Replik vom 29. Januar 2015 reichte der Beschwerdeführer ein 

Schreiben vom 15. Januar 2015 ein, in welchem Dr. med. C._____ aus-

führlich begründet, weshalb die Arbeitsfähigkeit aus seiner Sicht nur bei 

maximal 20 % liege.

11. Mit Duplik vom 12. Februar 2015 machte die IV-Stelle geltend, der neue 

Bericht von Dr. med. C._____ erschüttere die Einschätzung des RAD 

nicht. Am 15. April 2015 reichte die IV-Stelle eine Stellungnahme nach, in 

welcher Dr. med. D._____ auf den neuen Bericht von Dr. med. C._____ 

eingeht.

12. Am 7. Mai 2015 reichte der Beschwerdeführer eine weitere Stellungnah-

me von Dr. med. C._____ vom 4. Mai 2015 ein.

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften und in 

der angefochtenen Verfügung sowie auf die im Recht liegenden Beweis-

mittel wird soweit erforderlich in den Erwägungen eingegangen.

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Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bildet die 

Verfügung der IV-Stelle vom 28. Oktober 2014. Das Verwaltungsgericht 

des Kantons Graubünden ist aufgrund von Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bun-

desgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) i.V.m. 

Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 

(VRG; BR 370.100) zur Beurteilung der erhobenen Beschwerde sachlich 

und örtlich zuständig. Als Verfügungsadressat ist der Beschwerdeführer 

von der angefochtenen Verfügung unmittelbar betroffen und hat ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Abänderung. Dem-

nach ist er zur Beschwerdeführung berechtigt (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. 

Art. 59 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversi-

cherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Auf die im Übrigen frist- und formge-

recht eingereichte Beschwerde (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 60 und Art. 

61 lit. b ATSG) ist demnach einzutreten.

2. Streitig und zu prüfen ist die Frage nach dem Rentenanspruch ab dem 1. 

April 2013, wobei der Sachverhalt massgebend ist, der sich bis zum Er-

lass der angefochtenen Verfügung am 28. Oktober 2014 verwirklicht hat. 

Die IV-Stelle ist der Ansicht, der Beschwerdeführer habe ab dem 1. April 

2013 zunächst Anspruch auf eine Viertelsrente bis zum 31. März 2014 

und für die Zeit danach keinen Rentenanspruch mehr. Der Beschwerde-

führer ist demgegenüber der Meinung, es bestehe ein höherer, unbefriste-

ter Rentenanspruch. Im Zentrum steht die Frage nach der Arbeitsfähigkeit 

des Beschwerdeführers in einer behinderungsgeeigneten Tätigkeit und 

gestützt darauf die Höhe des Invalideneinkommens. Nicht bestritten ist 

das Valideneinkommen von Fr. 72'418.85 für das Jahr 2014. Einig sind 

sich die Parteien auch darin, dass der Beschwerdeführer in der ange-

stammten Tätigkeit als Bauarbeiter zu 100 % arbeitsunfähig ist und dass 

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er vom 1. November 2011 bis am 31. Oktober 2012 Anspruch auf eine 

ganze Invalidenrente hat.

3. Anspruch auf eine  Invalidenrente hat, wer im Sinne des Gesetzes inva-

lid  ist. Als Invalidität gilt bei erwerbstätigen Versicherten die durch einen 

körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheitsschaden verursach-

te, voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde Erwerbsunfähig-

keit, welche die Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein 

kann (Art. 1 IVG i.V.m. Art. 8 Abs. 1 ATSG; Art. 4 Abs. 1 IVG). Der ren-

tenbegründende Invaliditätsgrad ist in diesem Fall aufgrund eines Ein-

kommensvergleichs zu bestimmen (Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 

ATSG). Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person 

nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Be-

handlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zu-

mutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte 

(Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, 

das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Validen-

einkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu 

erfolgen, dass Validen- und Invalideneinkommen ziffernmässig möglichst 

genau ermittelt und einander gegenüber gestellt werden, worauf sich aus 

der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt. Bei einem 

Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Viertels-

rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe 

Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreivier-

telsrente und bei einem Invaliditätsgrad von 70 % auf eine ganze Rente 

(Art. 28 Abs. 2 IVG).

4. a) Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtspre-

chung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in 

welcher der Versicherte konkret steht. Übt er nach Eintritt der Invalidität 

keine Erwerbstätigkeit aus, können entweder die Tabellenlöhne der vom 

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Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhe-

bungen ( LSE) oder die Dokumentation von Arbeitsplätzen der Suva 

(DAP) herangezogen werden um ein hypothetisches Invalideneinkommen 

festzulegen (BGE 139 V 592 E.2.3). Für die Bemessung eines solchen 

hypothetischen Invalideneinkommens ist die Frage entscheidend, welche 

Arbeitsleistungen dem Versicherten in welchem Umfang noch zugemutet 

werden können. Für die Beantwortung dieser Frage sind Sozialversiche-

rungsträger und Sozialversicherungsgerichte auf medizinische Experten 

angewiesen (BGE 125 V 256 E.4). Sie können sich auf den Regionalen 

Ärztlichen Dienst (RAD), auf die Berichte der behandelnden Ärztinnen 

und Ärzte oder auf versicherungsexterne medizinische Sachverständige 

stützen (Art. 59 IVG). 

b) Nach Art. 59 Abs. 2bis IVG und Art. 49 Abs. 1 der Verordnung über die 

Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) beurteilen die RAD die medizi-

nischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Sie sind in ihrem me-

dizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig und können die ge-

eigneten Prüfmethoden im Rahmen ihrer medizinischen Fachkompetenz 

und der allgemeinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen. 

Die RAD können bei Bedarf selber ärztliche Untersuchungen von Versi-

cherten durchführen. Sie halten die Untersuchungsergebnisse schriftlich 

fest (Art. 49 Abs. 2 IVV). Sinn und Zweck dieser Bestimmungen liegen 

darin, dass die IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Anspruchs-

voraussetzungen auf eigene Ärzte und Ärztinnen zurückgreifen können. 

Diese sollen aufgrund ihrer speziellen versicherungsmedizinischen 

Kenntnisse für die Bestimmung der für die Invalidenversicherung mass-

gebenden funktionellen Leistungsfähigkeit der Versicherten verantwortlich 

sein. Damit soll eine konsequente Trennung der Zuständigkeiten zwi-

schen behandelnden Ärzten (Heilbehandlung) und Sozialversicherung 

(Bestimmung der Auswirkungen des Gesundheitsschadens) geschaffen 

werden (Urteil des Bundesgerichts 9C_858/2014 vom 3. September 2015 

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E.3.3.2). Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers hat sich die IV-

Stelle somit grundsätzlich korrekt verhalten, indem sie auf die Erkenntnis-

se des RAD abstellte, besteht doch dessen Aufgabe gerade darin, die 

medizinischen Verhältnisse zuhanden der IV-Stellen zu beurteilen. Nicht 

zu beanstanden ist auch die Rolle, die Dr. med. D._____ als RAD-Arzt 

spielte. Als Facharzt für Rheumatologie, Innere Medizin, Physikalische 

Medizin und Rehabilitation war er für die versicherungsinterne medizini-

sche Abklärung des Beschwerdeführers ohne Zweifel qualifiziert. Bei der 

Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) hat Dr. med. 

D._____ den medizinischen Teil selber übernommen (IV-act. 99 S. 4-6) 

und den ergonomischen Teil den Spezialisten der Abteilung Ergonomie 

der Kliniken Valens überlassen (IV-act. 99 S. 7 ff.). Dies entspricht dem 

üblichen Vorgehen bei einer versicherungsinternen Abklärung. Die vom 

Beschwerdeführer aufgeworfene Frage der Neutralität stellt sich bei einer 

solchen versicherungsinternen medizinischen Abklärung systembedingt 

gar nicht, sie wäre nur bei einem versicherungsexternen Gutachter rele-

vant.

c) Arztberichte unterliegen wie sämtliche Beweismittel in sozialversiche-

rungsrechtlichen Verfahren der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c 

ATSG). Der Beweiswert der ärztlichen Stellungnahmen hängt deshalb 

nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung davon ab, ob sie für die 

streitigen Belange umfassend sind, auf allseitigen Untersuchungen beru-

hen, die geklagten Beschwerden berücksichtigen, in Kenntnis der Vorak-

ten (Anamnese) abgegeben wurden, in der Beurteilung der medizinischen 

Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchten und in den 

daraus gezogenen Schlussfolgerungen zu überzeugen vermögen. Aus-

schlaggebend für den Beweiswert ärztlicher Stellungnahmen ist folglich 

grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch dessen Be-

zeichnung als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E.5.1). Dennoch 

hat es das Bundesgericht mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung 

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als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Be-

richte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen. 

Danach haben Gutachten versicherungsexterner Ärzte vollen Beweiswert, 

wenn sie die vorgenannten Anforderungen erfüllen und nicht konkrete In-

dizien gegen ihre Zuverlässigkeit sprechen. Nur wenn die Schlüssigkeit 

eines solchen Gutachtens in wesentlichen Punkten zweifelhaft erscheint, 

sind ergänzende Beweisvorkehren in Betracht zu ziehen und nötigenfalls 

anzuordnen (BGE 137 V 210 E.1.3.4, 125 V 353 E.3b/bb). Auch den Be-

richten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt Beweiswert zu, 

sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in 

sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit 

bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in einem Anstel-

lungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf 

mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf viel-

mehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unparteilich-

keit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Allerdings 

kommt den Berichten versicherungsinterner medizinischer Fachpersonen 

praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft zu wie einem gerichtlichen Gut-

achten oder einem Gutachten eines versicherungsexternen Gutachters, 

welches nach Art. 44 ATSG in Auftrag gegeben wurde. Soll ein Versiche-

rungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, 

so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Be-

stehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit 

der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende 

Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 465 E.4.4). 

5. a) Im vorliegenden Fall stützt sich die angefochtene Verfügung auf die Beur-

teilung des RAD-Arztes Dr. med. D._____, welcher dem Beschwerdefüh-

rer in einer leidensadaptierten leichten bis mittelschweren Tätigkeit ab 

dem 18. Oktober 2012 eine Arbeitsfähigkeit von 6 Stunden pro Tag attes-

tierte (72 %), ab dem 19. Dezember 2013 eine Arbeitsfähigkeit von 8 ½ 

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Stunden pro Tag mit zusätzlichen Pausen von insgesamt 1 Stunde 

(85 %). Dr. med. D._____ untersuchte den Beschwerdeführer am 18. Ok-

tober 2012, am 21. Februar 2013 und am 3. Dezember 2013 und bezog 

die Ergebnisse der EFL vom 18./19. Dezember 2013 mit ein. Seine Be-

richte vom 11. Dezember 2012 (IV-act. 54), 22. Februar 2013 (IV-act. 66) 

und 21. Januar 2014 (IV-act. 98) enthalten sorgfältig erhobene Befunde, 

klare Diagnosen und präzise Angaben zur Frage der Arbeitsfähigkeit. Dr. 

med. D._____ kannte die wesentlichen Vorakten und zitierte deren wich-

tigste Aspekte in seinen Berichten. Die Beschwerden erfragte er im Detail 

und die geltend gemachten Einschränkungen berücksichtigte er. Die Be-

richte von Dr. med. D._____ sind nachvollziehbar und in sich wider-

spruchslos, so dass ihnen – für sich betrachtet - Beweiswert beigemessen 

werden kann.

b) Dr. med. C._____, Chefarzt Rheumatologie der Zürcher Höhenklinik 

E._____, betreut den Beschwerdeführer in Zusammenarbeit mit dessen 

Hausarzt Dr. med. B._____, Chefarzt Innere Medizin des Spitals F._____, 

seit August 2010. Mit Schreiben vom 27. März 2014 (IV-act. 107 S.3) gab 

Dr. med. C._____ an, er teile die Einschätzung der EVAL, wonach der 

Beschwerdeführer in einer leichten, wechselbelastenden Tätigkeit in ei-

nem Nischenarbeitsplatz maximal 20 % arbeitsfähig sei. Der Langzeitver-

lauf sei sehr instabil. Trotz ausgebauter Basistherapie sei der Gesund-

heitszustand sehr labil und es bestehe eine erhebliche Belastungsintole-

ranz. So seien zum Beispiel nach der EFL-Testung am 18./19. Dezember 

2013 die Beschwerden in der rechten Hand, im linken Ellbogen und am 

rechten oberen Sprunggelenk mit Tibialis posterior Syndrom aktiviert wor-

den. Mit Schreiben vom 15. Januar 2015 (Beilagen des Beschwerdefüh-

rers) ergänzte Dr. med. C._____, diagnostisch handle es sich um ein 

Mischbild einer Gichtarthropathie und einer seronegativen, HLA-B27 posi-

tiven Spondathropathie. Es zeige sich ein bezüglich der Beschwerden 

wechselhafter Verlauf, einerseits seitens der Lokalisation, andererseits 

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auch seitens der Aktivität mit immer wieder aufflackernden Beschwerden 

während und nach Belastungen im Bereich verschiedener Gelenkstatio-

nen der oberen und unteren Extremitäten. Die aktuelle Behandlung mit 

einer TNF-α-Hemmer-Therapie mit Simponi, Harnsäuresenkung mit Zylo-

ric und intermittierend Arcoxia oder Voltaren zur Schmerz- und Entzün-

dungshemmung zeige, auch für die alltäglichen Belastungen, einen nicht 

zufriedenstellenden Verlauf, es sei immer wieder zu massiven Exazerba-

tionen der Beschwerden gekommen. Die letzte Auswertung der Verlaufs-

dokumentation vom 7. April 2014 zeige sowohl klinisch im Rahmen der 

geschwollenen Gelenke und entzündeten Sehnenansätze als auch in den 

Fragebögen hohe Werte, was einer hohen Krankheitsaktivität entspreche. 

Nach der EVAL, wo die körperliche Belastung von aussen betrachtet ge-

ring gewesen sei, habe er anlässlich der Konsultation am 10. Mai 2013 

eine Synovitis des rechten Handgelenks und des linken Ellbogens sowie 

eine Enthesiopathie des linken Achillessehnenansatzes am Calcaneus 

festgestellt. Und nach der EFL habe der Patient anlässlich der Konsultati-

on am 7. Januar 2014 über vermehrte Beschwerden berichtet, welche er 

klinisch und sonographisch im Rahmen entzündlicher Verhältnisse des 

rechten Handgelenkes, des linken Ellbogens, der rechten Wade inklusive 

des rechten Rückfusses verifiziert habe. Sowohl der Verlauf nach der 

EVAL und der EFL als auch der übrige Verlauf zeige den Zusammenhang 

zwischen Belastung und Schubauslösung. Die immer wieder vorkom-

menden Schubsituationen führten natürlich zu einer auch aus rheumato-

logischer Sicht sinnvollen Vorsicht vor belastenden Aktivitäten und Ge-

wichtsbelastungen. Abschliessend hielt Dr. med. C._____ nochmals ex-

plizit fest, dass er die Arbeitsfähigkeit wegen dem hohen Risiko von ent-

zündlichen Schüben bei vermehrter Belastung nur bei 20 % sehe. Mit 

Schreiben vom 4. Mai 2015 (Beilagen des Beschwerdeführers) ergänzte 

Dr. med. C._____, dass Patienten wie der Beschwerdeführer regelmässig 

instruiert würden, ihre Limiten nicht zu überschreiten, um die Krankheits-

aktivität nicht zu verstärken.

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c) Dr. med. D._____ und Dr. med. C._____ gehen im Wesentlichen von 

denselben Diagnosen aus, beurteilen aber die Arbeitsfähigkeit des Be-

schwerdeführers sehr unterschiedlich. Während Dr. med. D._____, insbe-

sondere auch gestützt auf die Ergebnisse der EFL, von erheblicher Sym-

ptomausweitung und Selbstlimitierung ausgeht, interpretiert Dr. med. 

C._____ das Verhalten des Beschwerdeführers als rheumatologisch sinn-

volle Zurückhaltung bei Belastungsintoleranz und zeigt einen direkten Zu-

sammenhang auf zwischen den Belastungen im Rahmen von EVAL und 

EFL und den jeweils danach aufgetretenen Exazerbationen der Be-

schwerden. Dr. med. C._____ Beurteilung ist in sich widerspruchslos, fak-

tenbasiert und nachvollziehbar, und sie deckt sich mit dem Ergebnis der 

rund dreimonatigen EVAL (IV-act. 69). Der Beurteilung von Dr. med. 

C._____ ist somit ebenfalls Beweiswert beizumessen, so dass sie Zweifel 

an der Einschätzung von Dr. med. D._____ zu wecken vermag.

d) Diese Zweifel kann Dr. med. D._____ mit seiner Stellungnahme vom 15. 

April 2015 nicht ausräumen. Dr. med. D._____ weist darauf hin, dass der 

von Dr. med. C._____ angeführte Fragebogen zur Krankheitsaktivität 

(BASDAI) und der Fragebogen zur Funktion im Alltag (BASFI) auf subjek-

tiven Angaben des Patienten basierten. Eine Person, die sich wie der Be-

schwerdeführer massiv selbstlimitiere, habe bei diesen Scores fälschli-

cherweise hohe Werte. Der BASMI als Summenmass für die Beweglich-

keitseinschränkungen sei von der Mitwirkung des Patienten abhängig und 

deshalb angesichts der vom Beschwerdeführer gezeigten Inkonsistenzen 

ebenfalls nicht zuverlässig. Dr. med. C._____ hält dem in seinem Schrei-

ben vom 4. Mai 2015 entgegen, dass die Fragebögen als Anamnese in 

schriftlicher Form betrachtet werden könnten, und dass die Anamnese ei-

ne wichtige Grundlage der medizinischen Einschätzung sei, wenn zwi-

schen Patient und behandelndem Arzt ein Vertrauensverhältnis bestehe. 

Die Beurteilung resultiere aus einer Gesamtschau, welche nebst der 

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Anamnese auch die körperliche Untersuchung und weitere Parameter wie 

Labor, Röntgen, Ultraschall etc. umfasse. Dies leuchtet ein. Insbesondere 

ist nicht ersichtlich, weshalb der Beschwerdeführer gegenüber dem be-

handelnden Arzt, von dem er sich eine optimale Behandlung seiner ge-

sundheitlichen Probleme erhofft, falsche Angaben machen sollte. Dr. 

med. D._____ weist weiter darauf hin, dass auch die Beurteilung der 

EVAL auf den von der versicherten Person vorgebrachten Beschwerden 

basiere und dass die gezeigte Leistung bei Selbstlimitierung nicht konsis-

tent sei. Dies ist unbehelflich, weil Dr. med. C._____ wie gezeigt begrün-

det davon ausgeht, dass seitens des Beschwerdeführers gar keine 

Selbstlimitierung vorliegt. Ob jedoch eine solche vorliegt oder ob wie Dr. 

med. C._____ argumentiert von einem "belastungssensiblen" Verhalten 

auszugehen ist, wird in einer ergänzenden medizinischen Abklärung zu 

prüfen sein. Auch in der Stellungnahme der RAD-Ärztin vom 27. Mai 2014 

(IV-act. 110 S.18) finden sich entgegen der Ansicht der IV-Stelle keine 

Argumente, welche die Beurteilung von Dr. med. C._____ entkräften wür-

den.

e) Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die Beurteilung von 

Dr. med. C._____ Zweifel weckt an der Beurteilung des RAD-Arztes Dr. 

med. D._____. Nach der oben dargelegten bundesgerichtlichen Praxis 

(vgl. E.4c) sind deshalb ergänzende, versicherungsexterne fachärztliche 

Abklärungen vorzunehmen.

6. a) Die angefochtene Verfügung ist somit aufzuheben und die Angelegenheit 

ist zur weiteren Abklärung im Sinne der Erwägungen und zum Neuent-

scheid an die IV-Stelle zurückzuweisen.

b) Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkei-

ten um die Bewilligung oder die Verweigerung von  IV-Leistungen vor 

dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die  Kosten werden 

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nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rah-

men von Fr. 200.-- bis 1'000.-- festgelegt. Vorliegend hat die unterliegen-

de IV-Stelle Kosten von Fr. 700.-- zu übernehmen. 

c) Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende 

Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Versi-

cherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach 

der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses 

bemessen. Vorliegend macht der Rechtsanwalt des Beschwerdeführers 

mit Abrechnung vom 7. Mai 2015 ein Honorar von total Fr. 4'563.65 gel-

tend (16.45 Stunden à Fr. 250.-- plus Barauslagen und Mehrwertsteuer). 

Der geltend gemachte Zeitaufwand erscheint nicht angemessen, zumal 

der vorliegende Fall weder als besonders komplex noch als besonders 

umfangreich anzusehen ist. Dem Beschwerdeführer wird deshalb eine 

pauschale Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 3'000.-- zugespro-

chen.

d) Das Gesuch des Beschwerdeführers um unentgeltliche Prozessführung 

und Rechtsverbeiständung ist bei diesem Ausgang des Verfahrens ge-

genstandslos geworden.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und die angefochtene Verfügung wird 

aufgehoben. Die Angelegenheit wird zur Abklärung im Sinne der Erwä-

gungen und zum Neuentscheid an die IV-Stelle des Kantons Graubünden 

zurückgewiesen.

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2. Die Kosten von Fr. 700.-- gehen zulasten der IV-Stelle des Kantons 

Graubünden und sind innert 30 Tagen seit Zustellung dieses Entscheides 

an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, zu bezahlen.

3. Die IV-Stelle des Kantons Graubünden bezahlt dem Beschwerdeführer 

eine aussergerichtliche Parteientschädigung von Fr. 3‘000.-- (inkl. 

MWST).  

4. [Rechtsmittelbelehrung] 

5. [Mitteilungen]