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**Case Identifier:** 8e08a070-3b05-5bec-b334-7fce566b808f
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-06-29
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 29.06.2020 200 2020 290
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2020-290_2020-06-29.pdf

## Full Text

200 20 290 UV
JAP/PRN/STA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 29. Juni 2020

Verwaltungsrichter Jakob, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Furrer, Verwaltungsrichter Loosli
Gerichtsschreiberin Prunner

A.________
Beschwerdeführer

gegen

Suva
Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 13. März 2020

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Juni 2020, UV/20/290, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1959 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) war 
über die B.________ AG bei der Schweizerischen Unfallversicherungsan-
stalt (Suva bzw. Beschwerdegegnerin) obligatorisch unfallversichert, als er 
am 22. September 2017 mit dem Zeigefinger der rechten Hand in das lau-
fende Messer einer Mähmaschine geriet und dabei eine subtotale Amputa-
tion Höhe Grundgliedschaft erlitt. Gleichentags wurde ihm der entspre-
chende Zeigefinger total amputiert (vgl. Akten der Suva, Antwortbeilage 
[AB] 1, 16, 53). Die Suva erbrachte die gesetzlichen Leistungen in Form 
von Heilbehandlung und Taggeld (AB 4 f., 72) und holte insbesondere zwei 
kreisärztliche Beurteilungen bei Dr. med. C.________, Fachärztin für All-
gemeine Innere Medizin, vom 29. Januar (AB 50) und 25. April 2019 
(AB 60) ein. Mit Verfügung vom 6. Juni 2019 teilte die Suva dem Versicher-
ten mit, dass sie den Fall, was die psychischen Beschwerden anbelange, 
per 6. Juni 2019 abschliesse und die Versicherungsleistungen auf densel-
ben Zeitpunkt eingestellt würden, da die bestehenden Beschwerden nicht 
mehr unfallkausal seien (AB 64). Gleichentags gewährte die Suva mit se-
parater Verfügung bei einer Integritätseinbusse von 5 % eine Integritätsent-
schädigung (AB 68). Die gegen die Verfügung vom 6. Juni 2019 betreffend 
Einstellung der Versicherungsleistungen erhobene Einsprache (AB 73) 
wies die Suva mit Entscheid vom 13. März 2020 ab (AB 83).

B.

Dagegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt 
D.________, am 16. April 2019 beim Verwaltungsgericht des Kantons Bern 
Beschwerde und stellte folgende Rechtsbegehren:

1. Der Einspracheentscheid vom 13. März 2020 sei aufzuheben.

2. Dem Beschwerdeführer sei ab dem 1. Februar 2018 bis auf Weiteres 
ein Taggeld von mindestens Fr. 171.-- zu entrichten.

3. Mehrforderungen bleiben vorbehalten;

alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MwSt.)

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Zur Begründung brachte er im Wesentlichen vor, dass der Sachverhalt un-
genügend abgeklärt worden sei. Zwischen dem Unfall vom 22. September 
2017 und der psychisch bedingten Arbeitsunfähigkeit bestehe ein natürli-
cher und auch adäquater Kausalzusammenhang. Zudem rügte er eine Ver-
letzung des rechtlichen Gehörs.

Mit Schreiben vom 27. April 2020 teilte der Beschwerdeführer mit, dass er 
Rechtsanwalt D.________ per sofort das Mandat entzogen habe.

Mit Beschwerdeantwort vom 13. Mai 2020 beantragte die Beschwerdegeg-
nerin die Abweisung der Beschwerde.

Am 18. Juni 2020 überliess der Beschwerdeführer dem Verwaltungsgericht 
eine Kopie seines an die Beschwerdegegnerin gerichteten Schreibens vom 
selben Datum. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 
kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 

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1.2 Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 13. März 
2020 (AB 83), mit welchem die Beschwerdegegnerin die Einsprache 
(AB 73) gegen die Verfügung vom 6. Juni 2019 (AB 64) gemäss Dispositiv 
abwies. In jenem Verwaltungsakt hatte sie – „was die psychischen Be-
schwerden anbelangt“ – den Fall per 6. Juni 2019 abgeschlossen, den An-
spruch auf weitere Versicherungsleistungen verneint und die vorüberge-
henden Leistungen in Form von Taggeld und Heilbehandlung auf diesen 
Zeitpunkt eingestellt (AB 64, S. 2). Das Taggeld terminierte sie jedoch fak-
tisch bereits per 31. Januar 2018 (AB 72) und hielt auch in den Erwägun-
gen des angefochtenen Einspracheentscheides fest, aus „organischer 
Sicht“ bestehe bereits seit 1. Februar 2018 wieder eine volle Arbeitsfähig-
keit (AB 83, S. 4 E. 4). Nach seinem tatsächlichen rechtlichen Gehalt (vgl. 
BGE 132 V 74 E. 2 S. 76; SVR 2017 UV Nr. 27 S. 90 E. 4.3) sind der ange-
fochtene Einspracheentscheid und die ihm zugrundeliegende Verfügung 
somit dahingehend zu interpretieren, dass der Taggeldanspruch bereits für 
die Zeit ab Februar 2018 verneint wurde. Streitig und zu prüfen ist demzu-
folge der Taggeldanspruch im Zusammenhang mit dem Ereignis vom 
22. September 2017 und dabei insbesondere, ob die Beschwerdegegnerin 
das Taggeld zu Recht per 31. Januar 2018 einstellte. Weil ein separater 
Fallabschluss einerseits für psychische und andererseits für somatische 
Beschwerden ausser Betracht fällt, beschränkt sich die gerichtliche Über-
prüfung nicht nur auf die ersteren Aspekte (vgl. Entscheid des Bundesge-
richts [BGer] vom 17. Juli 2018, 8C_210/2018, E. 3.2.3.1 f.). Was den Ren-
tenanspruch anbelangt ist zu konstatieren, dass die Verwaltung hierüber 
implizit befand, indem sie den Anspruch auf weitere Versicherungsleistun-
gen integral negierte (AB 64, S. 2). Nach dem erkennbaren, wirklichen Sin-
ne seiner Rechtsschriften (vgl. MERKLI/AESCHLIMANN/HERZOG, Kommentar 
zum bernischen VRPG, 1997, Art. 32 N. 11) ging es dem Beschwerdefüh-
rer bereits im Einspracheverfahren und geht es ihm nunmehr auch im vor-
liegenden Beschwerdeverfahren letztlich generell um eine Entschädigung 
für die seines Erachtens weiterhin bestehende Arbeitsunfähigkeit. Indem er 
die Weiterausrichtung des Taggeldes fordert macht er gleichzeitig klar, 
dass seines Erachtens der Zeitpunkt des Fallabschlusses mit Rentenprü-
fung noch gar nicht erreicht war. Die Beschwerde richtet sich somit sinn-
gemäss auch gegen die Verweigerung einer Rente, zumal er sich darin 
über weite Strecken mit der im Einspracheentscheid durchgeführten 

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Adäquanzprüfung, welcher im Rahmen der Beurteilung von Dauerleis-
tungsansprüchen im Zeitpunkt des Fallabschlusses Bedeutung zukommt 
(vgl. BGE 134 V 109 E. 6.1 S. 116), auseinandergesetzt hat (Beschwerde 
Rz. 36-50). Die Einstellung der vorübergehenden Leistungen und der 
Fallabschluss mit Prüfung der Rentenfrage hängen denn auch derart eng 
zusammen, das von einem einheitlichen Streitgegenstand auszugehen ist 
(BGE 144 V 354). Folglich hat sich die gerichtliche Prüfung auch auf einen 
allfälligen Rentenanspruch zu erstrecken. In Bezug auf die Integritätsent-
schädigung ist die separate Verfügung vom 6. Juni 2019 (AB 68) in 
Rechtskraft erwachsen.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversi-
cherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines 
Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 des 
Bundesgesetzes vom 20. März 1981 [UVG; SR 832.20]). Unfall ist die 
plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnli-
chen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträch-
tigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit oder den 
Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG).

2.2 Der Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung 
setzt nebst anderem einen natürlichen und adäquaten Kausalzusammen-
hang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden voraus (BGE 
129 V 177 E. 3.1 und 3.2 S. 181; SVR 2018 UV Nr. 3 S. 9 E. 3.1, 2012 UV 
Nr. 2 S. 6 E. 3.1).

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2.3 Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind 
alle Umstände, ohne die der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder 
nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht als zur gleichen Zeit eingetreten 
gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Beja-
hung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein 
Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen 
ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Be-
dingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person 
beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden 
kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele 
("conditio sine qua non"; BGE 142 V 435 E. 1 S. 438, 129 V 177 E. 3.1 
S. 181; SVR 2019 IV Nr. 9 S. 26 E. 3.1; Entscheid des BGer vom 21. Sep-
tember 2018, 8C_781/2017, E. 5.1). Für die Bejahung des natürlichen Kau-
salzusammenhangs genügt es, wenn der Unfall für eine bestimmte ge-
sundheitliche Störung eine Teilursache darstellt (BGE 134 V 109 E. 9.5 
S. 125, 123 V 43 E. 2b S. 45; SVR 2009 UV Nr. 3 S. 12 E. 8.3).

Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen 
Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, 
worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen 
der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungs-
recht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu be-
finden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhanges genügt für die 
Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 142 V 435 E. 1 S. 438, 
129 V 177 E. 3.1 S. 181; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1).

2.4 Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursa-
che eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der 
Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, 
einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt die-
ses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint 
(BGE 129 V 177 E. 3.2 S. 181, 125 V 456 E. 5a S. 461; SVR 2010 UV 
Nr. 30 S. 122 E. 5.2).

Ob beim Vorliegen eines natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen 
dem versicherten Ereignis und der eingetretenen gesundheitlichen Schädi-
gung auch der erforderliche adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalzu-

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sammenhang besteht, ist eine Rechtsfrage, die nach den von Doktrin und 
Praxis entwickelten Regeln zu beurteilen ist. Dabei hat die Beantwortung 
der Frage nach der Adäquanz von Unfallfolgen als einer Rechtsfrage – im 
Gegensatz zur Frage nach dem natürlichen Kausalzusammenhang – nicht 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu erfolgen 
(BGE 112 V 30 E. 1b S. 33).

2.4.1 Bei organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen deckt sich die 
adäquate Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die 
Adäquanz hat hier praktisch keine selbstständige Bedeutung (BGE 140 V 
356 E. 3.2 S. 358; SVR 2018 UV Nr. 3 S. 10 E. 3.1).

Objektivierbar sind Untersuchungsergebnisse, die reproduzierbar sind und 
von der Person des Untersuchenden und den Angaben des Patienten un-
abhängig sind. Von organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen kann 
somit erst dann gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde mit ap-
parativen, insbesondere bildgebenden Abklärungen bestätigt wurden und 
die hierbei angewendeten Untersuchungsmethoden wissenschaftlich aner-
kannt sind (BGE 138 V 248 E. 5.1 S. 251; SVR 2018 UV Nr. 3 S. 10 
E. 3.1).

2.4.2 Bei organisch nicht objektiv ausgewiesenen Beschwerden ist für die 
Beurteilung der Adäquanz vom augenfälligen Geschehensablauf auszuge-
hen, und es sind je nachdem weitere unfallbezogene Kriterien einzubezie-
hen. Bei psychischen Fehlentwicklungen nach Unfall werden diese 
Adäquanzkriterien unter Ausschluss psychischer Aspekte geprüft (BGE 140 
V 356 E. 3.2 S. 358, 115 V 133 E. 6c aa S. 140), während bei Schleuder-
traumen und äquivalenten Verletzungen der Halswirbelsäule sowie Schä-
del-Hirntraumen auf eine Differenzierung zwischen physischen und psychi-
schen Komponenten verzichtet wird (BGE 134 V 109 E. 2.1 S. 112; SVR 
2018 UV Nr. 29 S. 101 E. 2.2). Dabei ist wie folgt zu differenzieren: Es ist 
zunächst abzuklären, ob die versicherte Person beim Unfall ein Schleuder-
trauma der Halswirbelsäule, eine dem Schleudertrauma äquivalente Verlet-
zung (SVR 1997 UV Nr. 95 S. 346 E. 2a, 1995 UV Nr. 23 S. 67 E. 2) oder 
ein Schädel-Hirntrauma (BGE 117 V 369 E. 4b S. 382; SVR 2001 UV Nr. 1 
S. 2 E. 3) erlitten hat, wobei die Schleudertrauma-Praxis nur dann Anwen-
dung findet, wenn sich innert der Latenzzeit von 24 bis 72 Stunden Be-

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schwerden in der Halsregion und der Halswirbelsäule (HWS) manifestieren 
(SVR 2009 UV Nr. 30 S. 107 E. 5.2). Liegt keine der erwähnten Verletzun-
gen vor, gelangt die Rechtsprechung gemäss BGE 115 V 133 für Unfälle 
mit psychischen Folgeschäden zur Anwendung. Ergeben die Abklärungen 
indessen, dass die versicherte Person eine der soeben erwähnten Verlet-
zungen erlitten hat, muss beurteilt werden, ob die zum typischen Be-
schwerdebild einer solchen Verletzung gehörenden Beeinträchtigungen 
(diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtniss-
törungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit, Visusstörungen, Reizbarkeit, Af-
fektlabilität, Depression, Wesensveränderung usw.; BGE 119 V 335 E. 1 
S. 338, 117 V 359 E. 4b S. 360) zwar teilweise vorliegen, im Vergleich zur 
psychischen Problematik aber bereits unmittelbar nach dem Unfall ganz in 
den Hintergrund treten oder die physischen Beschwerden im Verlaufe der 
ganzen Entwicklung vom Unfall bis zum Beurteilungszeitpunkt gesamthaft 
nur eine sehr untergeordnete Rolle gespielt haben und damit ganz in den 
Hintergrund getreten sind (vgl. RKUV 2002 U 465 S. 438 E. 3a). Trifft dies 
zu, sind für die Adäquanzbeurteilung ebenfalls die in BGE 115 V 133 für 
Unfälle mit psychischen Folgeschäden aufgestellten Grundsätze massge-
bend; andernfalls erfolgt die Beurteilung der Adäquanz gemäss den in der 
Schleudertrauma-Praxis (BGE 134 V 109, 117 V 359) festgelegten Kriteri-
en, d.h. ohne Unterscheidung zwischen körperlichen und psychischen Be-
schwerden (BGE 134 V 109 E. 2.1 S. 112, 127 V 102 E. 5b bb S. 103). Die 
Grundsätze gemäss BGE 115 V 133 sind auch anwendbar, wenn die im 
Anschluss an den Unfall auftretenden psychischen Störungen nicht zum 
typischen Beschwerdebild eines HWS-Traumas gehören. Erforderlichen-
falls ist vorgängig der Adäquanzbeurteilung zu prüfen, ob es sich bei den 
im Anschluss an den Unfall geklagten psychischen Beeinträchtigungen um 
blosse Symptome des erlittenen Traumas oder aber um eine selbstständi-
ge (sekundäre) Gesundheitsschädigung handelt, wobei für die Abgrenzung 
insbesondere Art und Pathogenese der Störung, das Vorliegen konkreter 
unfallfremder Faktoren oder der Zeitablauf von Bedeutung sind (SVR 2007 
UV Nr. 8 S. 28 E. 2.2).

2.5 Der Unfallversicherer hat den Fall unter Einstellung von Heilbehand-
lung und Taggeld sowie Prüfung des Anspruchs auf Invalidenrente und 
Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der 

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ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustan-
des mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen 
der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (Art. 19 Abs. 1 UVG; BGE 
143 V 148 E. 3.1.1 S. 151, 137 V 199 E. 2.1 S. 201). Die Besserung be-
stimmt sich namentlich nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung 
oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit unfallbedingt beein-
trächtigt, wobei die durch weitere Heilbehandlung zu erwartende Besse-
rung ins Gewicht fallen muss. Unbedeutende Verbesserungen genügen 
nicht (BGE 134 V 109 E. 4.3 S. 115). Diese Frage ist prospektiv zu beurtei-
len (SVR 2010 UV Nr. 3 S. 14 E. 8.2; zum Ganzen SVR 2019 UV Nr. 4 
S. 16 E. 3.2.3.1).

2.6 Zur Klärung der Leistungspflicht des Unfallversicherers ist die Ver-
waltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, 
die Ärzte und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu 
stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheits-
zustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang 
und bezüglich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind (vgl. 
BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

3.

3.1 Aufgrund der Akten steht fest und ist unbestritten, dass der Be-
schwerdeführer am 22. September 2017 (vgl. AB 1) einen Unfall im 
Rechtssinne erlitten hat (vgl. E. 2.1 hiervor) und danach unfallkausale Be-
schwerden aufgetreten sind. Die Beschwerdegegnerin hat denn auch ent-
sprechende Versicherungsleistungen erbracht. Umstritten ist hingegen, ob 
im Zeitpunkt der Taggeldeinstellung per 31. Januar 2018 noch mit einer 
namhaften Gesundheitsverbesserung zu rechnen war bzw. die damals wei-
terhin geklagten Beschwerden in einem anspruchsbegründenden natürli-
chen und adäquaten Kausalzusammenhang mit diesem Unfall standen. 
Den medizinischen Akten lässt sich hierzu im Wesentlichen das Folgende 
entnehmen:

3.1.1 Der Beschwerdeführer begab sich nach dem Unfall am 22. Septem-
ber 2017 aufgrund einer subtotalen Amputation des rechten Zeigefingers in 

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das Spital E.________ (AB 53; vgl. auch AB 6), von wo er gleichentags in 
die Klinik F.________ verlegt wurde und sich einer Operation (totale Ampu-
tation und Stumpfversorgung Digitus II rechts) unterzog (AB 16). Vom 
22. September bis 1. Oktober 2017 wurde eine 100%ige und vom 2. Okto-
ber bis 12. November 2017 eine 80%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert 
(AB 10).

Im Verlaufsbericht vom 23. November 2017 diagnostizierte Dr. med. 
G.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 
Bewegungsapparates sowie Handchirurgie, eine subtotale Amputation Digi-
tus II rechts Höhe Grundgliedschaft (vgl. auch AB 9, S. 2 f.). Insgesamt 
zeige sich bei einer erst sechs Wochen zurückliegenden Amputationsver-
letzung mit Stumpfversorgung ein recht schönes Ergebnis. Die Wundver-
hältnisse seien reizlos. Der Stumpf sei weich gedeckt. Es würden sich noch 
Beschwerden zeigen, die für ein Neurom im Verlauf des ulnopalmaren Digi-
talnerven sprächen (AB 14, S. 2). Es wurde eine 100%ige Arbeitsunfähig-
keit vom 13. November 2017 bis 2. Februar 2018 attestiert (AB 12).

3.1.2 Dr. med. H.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates sowie Handchirurgie, diagnosti-
zierte am 19. März 2018 einen Verdacht auf ein endständiges Neurom des 
ulnaren Digitalnervs Digitus II rechts bei Status nach subtotaler Amputation 
vom 22. September 2017 mit Stumpfversorgung (AB 33, S. 2). In seinen 
angestammten multiplen Berufen sei der Beschwerdeführer wohl auch 
langfristig im Büro zu 10 % und bei der handwerklichen Arbeit zu geschätz-
ten 20-30 % zumindest aktuell arbeitsunfähig (AB 33, S. 3).

Am 9. Juli 2018 führte Dr. med. H.________ aus, der Beschwerdeführer 
habe inzwischen das Lyrika abgesetzt. Hierunter hätten zwar die Dys- und 
Parästhesien leicht zugenommen, diese könne er aber aktuell einigermas-
sen akzeptieren. Der Stumpf störe nach wie vor. Immer wieder würde er 
anschlagen, was doch zu deutlichen Schmerzen führe. Gleichwohl möchte 
er aktuell den Stumpf eher akzeptieren als eine Strahlresektion durchführen 
zu lassen. Insbesondere befürchte er eine Kraftminderung beim Heben von 
schweren Gegenständen. Aus handchirurgischer Sicht bestehe kein weite-
rer Handlungsbedarf (AB 35, S. 4).

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3.1.3 Im Bericht vom 13. Dezember 2018 diagnostizierte lic. phil. 
I.________, Fachpsychologin für Psychotherapie FSP, bei welcher der Be-
schwerdeführer seit dem 19. März 2018 in psychologischer Therapie ist, 
eine Anpassungsstörung mit vorwiegender Beeinträchtigung von anderen 
Gefühlen (ICD-10: F43.20) und einen Verdacht auf eine posttraumatische 
Belastungsstörung (ICD-10: F43.1; AB 45, S. 2).

3.1.4 Dr. med. C.________ führte in der kreisärztlichen Beurteilung vom 
29. Januar 2019 aus, die handchirurgische Behandlung sei abgeschlossen. 
Es bestünden somatische Restbeschwerden am Stumpf des rechten Zeige-
finders bei Verdacht auf Neurom. Eine Neurom-Exzision wäre möglich, 
würde jedoch "nur" die Schmerzsituation verbessern, um wie viel sei jedoch 
ungewiss (AB 50, S. 2).

In der kreisärztlichen Beurteilung vom 25. April 2019 führte Dr. med. 
C.________ im Zusammenhang mit der Frage nach einer ärztlichen Fehl-
behandlung aus, aufgrund des intraoperativen Befundes wäre bei nur mi-
nimal erhaltener Hautbrücke das Resultat einer Replantation des Fingers 
ungewiss und mit hohem Risiko für eine Nekrose des Fingers gewesen 
(AB 60).

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt Beweis-
wert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet 
sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverläs-
sigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/ee S. 353 f.). Soll ein Versiche-
rungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, 
sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen 

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auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ver-
sicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Ab-
klärungen vorzunehmen (BGE 139 V 225 E. 5.2 S. 229; 135 V 465 E. 4 
S. 467 ff., je mit Hinweisen).

Nach der Praxis sind Aktengutachten nicht zu beanstanden, wenn die Ak-
ten ein vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Sta-
tus ergeben und diese Daten unbestritten sind. Der Untersuchungsbefund 
muss lückenlos vorliegen. Der Experte muss sich aufgrund vorhandener 
Unterlagen ein gesamthaft lückenloses Bild machen können (RKUV 2006 U 
578 S. 175 E. 3.4, 1988 U 56 S. 371 E. 5b).

3.3 Hinsichtlich der Frage des Fallabschlusses bestehen gemäss Ak-
tenlage zumindest gewisse Hinweise, dass nach der notfallmässigen 
Selbstvorstellung im Spital E.________ vom 22. September 2017 (AB 6, 
53), der gleichentags durchgeführten Operation (Amputation des rechten 
Zeigefingers Höhe Grundgliedschaft und Stumpfversorgung; AB 16) sowie 
den klinischen Verlaufskontrollen (AB 9, 14) Ende Januar 2018 keine nam-
hafte Besserung des somatischen Gesundheitszustandes mehr erwartet 
werden konnte. Die geplante Verlaufskontrolle vom 10. Januar 2018 im 
Spital E.________ (vgl. AB 14, S. 3) entfiel offenbar und es waren auch 
keine weiteren Konsultationen mehr geplant (AB 23; vgl. auch AB 24, S. 2; 
32, S. 1). Es fand lediglich noch am 19. März 2018 eine handchirurgische 
Konsultation bei Dr. med. H.________ statt (AB 33, 35), wobei dies im Auf-
trag des damaligen Rechtsvertreters des Beschwerdeführers geschah, um 
zur Prüfung rechtlicher Schritte gegen das Spital E.________ eine Zweit-
meinung einzuholen (AB 32, S. 1). Mithin war die handchirurgische Be-
handlung Ende Januar 2018 abgeschlossen. Fast zeitgleich – nämlich am 
2. Februar 2018 – endete auch die seitens des Spitals E.________ am 
20. November 2017 noch attestierte vollständige Arbeitsunfähigkeit 
(AB 12). Dass der Beschwerdeführer am 19. März 2018 eine Psychothera-
pie bei lic. phil. I.________ (AB 32, S. 1; 45) aufnahm und Dr. med. 
H.________ später wiederum eine Arbeitsunfähigkeit postulierte (AB 33, 
S. 3), ist im Kontext des Fallabschlusses grundsätzlich irrelevant, beant-
wortet sich die Frage nach der namhaften Besserungsfähigkeit doch pro-
spektiv (vgl. E. 2.5 hiervor). Wie es sich mit dem Fallabschluss und der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Juni 2020, UV/20/290, Seite 13

Taggeldterminierung verhält, kann hier mit Blick auf den einheitlichen 
Streitgegenstand (vgl. E. 1.2 hiervor) jedoch letztlich offen bleiben, denn 
wie aufzuzeigen sein wird, besteht jedenfalls zur Beurteilung des Renten-
anspruchs keine hinreichende medizinische Entscheidgrundlage.

3.4 Die Beschwerdegegnerin verneinte den Anspruch auf weitere Versi-
cherungsleistungen – und damit implizit auch einen Rentenanspruch i.S.v. 
Art. 18 UVG (vgl. E. 1.2 hiervor) – mit der sinngemässen Begründung, dass 
keine organisch objektivierbaren Unfallfolgen mehr vorlägen und es hin-
sichtlich der noch geklagten psychischen Beschwerden an der adäquaten 
Unfallkausalität mangle (AB 63, S. 2 und AB 83, S. 4 ff. E. 4 f.). In medizini-
scher Hinsicht stützte sie sich dabei offenbar auf die Aktenbeurteilungen 
von Dr. med. C.________ vom 29. Januar (AB 50) und 25. April 2019 
(AB 60). Darin wurden somatische Restbeschwerden am Stumpf beschrie-
ben und der Erfolg einer Neurom-Exzision bzw. die Frage einer ärztlichen 
Fehlbehandlung im Spital E.________ diskutiert. Weder schätzte die Suva-
Kreisärztin die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit noch äusserte sie 
sich zur Auffassung des behandelnden Handchirurgen Dr. med. 
H.________ vom 19. März 2018 (AB 33, S. 3), wonach für handwerkliche 
Verrichtungen zumindest aktuell eine 20-30%ige bzw. für Büroarbeiten 
wohl auch langfristig eine 10%ige Arbeitsunfähigkeit verbleibe. Gemäss 
Aktenlage war die Faustschlusskraft der dominanten rechten Hand nach 
den klinischen Erhebungen mittels Jamar-Dynamometer gegenüber der 
linken Seite im November 2017 auf 36 kg (AB 14, S. 2) bzw. im März 2019 
auf 46 kg (AB 33, S. 2) vermindert. Beide Rohkraft-Werte lagen immerhin 
über dem minimalen Normwert von 28.7 kg (rechts), jedoch unter dem Mit-
tel von 47.4 kg (rechts) für Männer im damaligen Alter des Beschwerdefüh-
rers (vgl. DIDAY-NOLLE et. al. in BIRGITTA WALDNER-NILSSON [Hrsg.], Hand-
rehabilitation, 3. Aufl. 2013, S. 54, Tab. 2.7). Zudem war auch die Beweg-
lichkeit des verbliebenen Grundgelenks (Metacarpophalangealgelenk; 
MCP) des Digitus II rechts gemäss Neutral-Null-Durchgangsmethode in der 
Beugung auf 75° bzw. im Juli 2018 auf 70° limitiert (AB 14, S. 2; 33, S. 2; 
35, S. 3; bei einem Sollwert von 90°). Auch diese Befunde wären zu würdi-
gen und ein medizinisches Zumutbarkeitsprofil zu formulieren gewesen. 
Dies unterliess die Suva-Kreisärztin, was auch daran liegen mag, dass ihr 
als Allgemeininternistin zur Beurteilung des spezifischen Gesundheitsscha-

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dens die orthopädische bzw. handchirurgische Fachkompetenz abgeht (vgl. 
<www.medregom.admin.ch>). Soweit sie mit ihrer Aktenbeurteilung vom 
29. Januar 2019 (AB 50) implizierte, aus somatischer Sicht sei wieder eine 
uneingeschränkte Arbeits- und Leistungsfähigkeit erreicht, stünde dem die 
fachärztliche Auffassung des Dr. med. H.________ (AB 33, S. 3) entgegen. 
Zwar kann die Letztere mangels näherer Begründung und bei fehlendem 
Abgleich der spezifischen funktionellen Einbussen mit dem Anforderungs-
profil in den mannigfaltigen Tätigkeiten des Beschwerdeführers nicht rest-
los nachvollzogen werden. Die fachärztlichen Schlussfolgerungen des 
Handchirurgen wären jedoch geeignet, zumindest geringe Zweifel an der 
Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der verwaltungsinternen Einschätzungen 
zu begründen. Bei dieser Ausgangslage sind weder Bestand bzw. Umfang 
einer Leistungseinschränkung noch deren natürliche Unfallkausalität ge-
klärt. Schliesslich fehlt auch eine Grundlage zur Beurteilung der adäquaten 
Unfallkausalität der psychischen Beschwerden. Denn die Unfallversiche-
rung ist auch bei der – unter Ausschluss psychischer Aspekte vorzuneh-
menden – konkreten Prüfung der Adäquanzkriterien (sog. Psycho-Praxis), 
insbesondere bei der Prüfung der Dauer und des Umfangs der physisch 
bedingten Arbeitsunfähigkeit (vgl. BGE 129 V 177 E. 4.1 S. 183, 115 V 133 
E. 6c aa S. 140), allemal auf eine schlüssige und vollständige medizinische 
Aktenlage zu den somatischen Unfallfolgen angewiesen (BGer 
8C_210/2018, E. 3.2.3.1).

3.5 Nach dem hiervor Dargelegten erweist sich der medizinische Sach-
verhalt als nicht rechtsgenüglich abgeklärt. Der angefochtene Einspra-
cheentscheid vom 13. März 2020 (AB 83) ist daher in Gutheissung der Be-
schwerde aufzuheben. Die Sache geht zurück an die Beschwerdegegnerin, 
damit sie in Nachachtung der Untersuchungsmaxime (Art. 43 Abs. 1 ATSG) 
die Beschwerden an der rechten Hand mittels orthopädischer bzw. hand-
chirurgischer Erhebung – im Rahmen einer kreisärztlichen Untersuchung 
oder durch eine verwaltungsexterne Begutachtung – weiter abklärt. Damit 
ist insbesondere der vielseitigen beruflichen Tätigkeit des Beschwerdefüh-
rers Rechnung zu tragen. Nach eigenen Angaben arbeitet er – nebst dem 
auf eigene Rechnung in seiner Freizeit betriebenen … – (bei einem Be-
schäftigungsgrad von 80 %) zu 80 % aktiv an … und erledigt zu 20 % ad-
ministrative Belange, so auch für die Unternehmensbereiche …, … und … 

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(AB 1 Ziff. 3; 24, S. 1; 27, S. 2; 32, S. 2). Weil sich die Rechtsfrage der 
Adäquanz der psychischen Beschwerden erst gestützt darauf beantworten 
lässt, ist gegebenenfalls (d.h. soweit die Adäquanz zu bejahen wäre) zu-
sätzlich eine fachpsychiatrische Abklärung in Betracht zu ziehen. Danach 
hat die Beschwerdegegnerin über die Einstellung der vorübergehenden 
Leistungen und den Rentenanspruch neu zu verfügen.

3.6 Bei diesem Verfahrensausgang erübrigen sich Weiterungen zur 
Frage, ob die Beschwerdegegnerin die Begründungspflicht als Teilgehalt 
des rechtlichen Gehörs (vgl. Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung [BV; 
SR 101]; Art. 49 Abs. 3 ATSG) verletzte (Beschwerde, S. 6 Ziff. 3).

4.

4.1 Verfahrenskosten sind keine zu erheben (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. 
Art. 61 lit. a ATSG).

4.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Versicherungsgericht festge-
setzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streit-
sache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g 
ATSG).

Mit Schreiben vom 27. April 2020 teilte der Beschwerdeführer dem Verwal-
tungsgericht mit, dass er Rechtsanwalt D.________ per sofort das Mandat 
entzogen habe. Am 29. Mai 2020 reichte er drei Honorarnoten von Rechts-
anwalt D.________ vom 28. Dezember 2017, 7. August und 12. April 2018 
sowie eine Aufforderung zur Bezahlung einer offenen Forderung gestützt 
auf eine Zwischenabrechnung vom 5. Oktober 2018 ein. Insgesamt ergibt 
sich daraus eine Forderung von Fr. 8’119.70 (inkl. Auslagen und MWSt.). 
Die eingereichten Kostennoten wie auch die Zahlungsaufforderung für die 
Zwischenabrechnung betreffen jedoch allesamt in zeitlicher Hinsicht vor-
prozessuale Perioden sowie inhaltlich die Arzthaftung und nicht das sozial-
versicherungsrechtliche Verfahren. Die Parteientschädigung für den an-
waltlichen Aufwand bis zum Mandatsentzug wird folglich mit Blick auf ver-
gleichbare Fälle und den gebotenen Aufwand ermessensweise auf pau-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Juni 2020, UV/20/290, Seite 16

schal Fr. 3’500.-- (inkl. Auslagen und MWSt.) festgesetzt. Diesen Betrag 
hat die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer zu ersetzen.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird der angefochtene Einspra-
cheentscheid der Suva vom 13. März 2020 aufgehoben und die Sache 
an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie – nach Vor-
nahme der Abklärungen im Sinne der Erwägungen – neu verfüge.

2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 3’500.-- (inkl. Auslagen und MWSt.), zu er-
setzen.

4. Zu eröffnen (R):
- A.________
- Suva (samt Kopie der Eingabe vom 18. Juni 2020 inkl. Beilagen)
- Bundesamt für Gesundheit

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.