# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c4b39b1e-36e7-5fb8-80d9-252ed5d71e4d
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2020-09-02
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 02.09.2020 A-2700/2018
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-2700-2018_2020-09-02.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  
 

 
 
 

  
 

 

Entscheid aufgehoben durch BGer mit  

Urteil vom 01.05.2023 (1C_567/2020, 

1C_568/2020) 

 

  

 

 Abteilung I 

A-2700/2018, A-2735/2018 und A-2739/2018 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 .  S e p t e m b e r  2 0 2 0  

Besetzung 
 Richterin Christine Ackermann (Vorsitz), 

Richter Maurizio Greppi,  

Richterin Claudia Pasqualetto Péquignot,    

Gerichtsschreiberin Flurina Peerdeman. 
 

 
 

Parteien 
 A.________,  

vertreten durch  

lic. iur. Ilario Bondolfi, Rechtsanwalt, und 

lic. iur. Claudio Allenspach, Rechtsanwalt,  

Beschwerdeführerin 1,   
 

 B._______,  

und Mitbeteiligte, 

alle vertreten durch  

Dr. iur. Peter Philipp, Rechtsanwalt,  

Beschwerdeführende 2, 

 
 

 C._______, 

und Mitbeteiligte  

alle vertreten durch  

Dr. iur. Peter Philipp, Rechtsanwalt, 

Beschwerdeführende 3,  

 

 
 

 
gegen 

  

 
 

Engadin St. Moritz Mountains AG,  

Via S. Gian 30, 7500 St. Moritz,   

vertreten durch  

Dr. iur. Marc E. Wieser, Rechtsanwalt,  

Beschwerdegegnerin,  

 

und 

 

Bundesamt für Verkehr BAV,  

Abteilung Infrastruktur, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

  
 

 
 

Gegenstand 
 Konzession Nr. 3966 und Plangenehmigung betreffend Bau 

der Kabinenbahn St. Moritz Bad - Signal. 

 

 

 

A-2700/2018, A-2735/2018 und A-2739/2018 

Seite 3 

Sachverhalt: 

A.  

Am 28. Mai 2015 reichte die Engadin St. Moritz Mountains AG beim Bun-

desamt für Verkehr (BAV) ein Konzessions- und Plangenehmigungs- 

gesuch für den Bau und Betrieb einer 10er-Kabinenbahn von St. Moritz 

Bad nach Signal ein. Die Kabinenbahn soll als Ersatzanlage für die beste-

hende Pendelbahn aus dem Jahr 1972 dienen. Die Linienführung bleibt 

unverändert. Die beiden Stationsgebäude werden ebenfalls ersetzt, wobei 

in der neuen Talstation eine zusätzliche Mantelnutzung geplant ist. Die Ge-

samtkosten des Projekts belaufen sich auf geschätzte 35 Mio. Franken.  

Vom Plangenehmigungsgesuch der Engadin St. Moritz Mountains AG 

nicht erfasst wird die sog. "Arealüberbauung Signal", welche neben der 

Talstation eine neue Gesamtüberbauung mit Tiefgarage, Hotel, Läden und 

Wohnungen vorsieht. 

B.  

Nach erfolgter Vorprüfung des Konzessions- und Plangenehmigungsge-

suchs leitete das BAV am 5. Juni 2015 das ordentliche Plangenehmigungs-

verfahren ein. Vom 12. Juni bis 14. Juli 2015 lag das Gesuch bei der Ge-

meinde St. Moritz öffentlich auf. Während der öffentlichen Planauflage gin-

gen mehrere Einsprachen ein. Zu den Einsprechenden zählten unter an-

derem die im Rubrum aufgeführten Beschwerdeführenden. Die Beschwer-

deführerin 1 ist Eigentümerin der Parzelle Gbbl. Nr. (…) in St. Moritz, wobei 

die Linienführung der Seilbahn in ca. 15 m Entfernung von der Grund-

stücksgrenze verläuft. Die Beschwerdeführenden 2 und 3 sind Eigentümer 

von Stockwerkeinheiten bzw. die Stockwerkeigentümergemeinschaften 

der Parzellen Gbbl. Nrn. (…) und (…) in St. Moritz. Die Linienführung der 

Seilbahn inkl. Schwenkbereich überspannt diese Parzellen. 

C.  

Mit Verfügung vom 28. Mai 2018 erteilte das BAV der Engadin St. Moritz 

Mountains AG die Konzession Nr. 3966 für den Bau und den Betrieb einer 

10er-Kabinenbahn von St. Moritz Bad nach Signal zur regelmässigen ge-

werbsmässigen Personenbeförderung. Die Konzession wurde für eine 

Dauer von 40 Jahren erteilt. Die konzessionierte stündliche Förderleistung 

beträgt 2'400 Personen (Dispositiv Ziff. 1). Das Plangenehmigungsgesuch 

für den Bau und Betrieb der Kabinenbahn St. Moritz Bad-Signal, Bahn-

Nr. 72.156, wurde mit Auflagen und Ausnahmebewilligungen genehmigt 

(Dispositiv Ziff. 2 - 4). Das BAV hiess sodann die gegen das Projekt erho-

benen Einsprachen teilweise gut. Im Übrigen wies es die Einsprachen ab, 

A-2700/2018, A-2735/2018 und A-2739/2018 

Seite 4 

soweit es darauf eintrat und sie nicht als gegenstandslos abschrieb (Dis-

positiv Ziff. 6). 

D.  

Mit Eingabe vom 7. Mai 2018 erhebt die Beschwerdeführerin 1  

Beschwerde gegen die Verfügung des BAV vom 28. März 2018 mit folgen-

den Rechtsbegehren (Verfahren A-2700/2018): 

"1. Der angefochtene Entscheid des Bundesamtes für Verkehr BAV vom 

28. März 2018 sei aufzuheben.  

2. a) Das Gesuch sei abzuweisen, und dem geplanten Bau der Kabinen-

bahn St. Moritz Bad - Signal (Bahn Nr. 72.156) seien die Bewilligung 

sowie die Konzessionserteilung zu verweigern, soweit auf das Ge-

such überhaupt eingetreten werden kann.  

 b) Es sei das Enteignungsrecht für den geplanten Bau der Kabinenbahn 

St. Moritz Bad - Signal nicht zu erteilen.  

3. Eventualiter sei das Gesuch zurückzuweisen, und die öffentliche Planauf-

lage für den Bau der Kabinenbahn St. Moritz Bad – Signal zu wiederholen, 

sofern und sobald die notwendigen Anpassungen der Raumplanung 

rechtskräftig erfolgt sind.  

4. Subeventualiter im Falle der Plangenehmigung und Erteilung des Enteig-

nungsrechts sei die Beschwerdeführerin für deren zu erwartende Beein-

trächtigung ihrer Liegenschaft respektive deren Entwertung (durch Lärm, 

Störung der Privatsphäre, etc.) durch die Beschwerdegegnerin mit einem 

Betrag von CHF 2 Millionen, subsubeventualiter mit einem Betrag nach 

richterlichem Ermessen, zu entschädigen." 

In ihrer Begründung bringt die Beschwerdeführerin 1 formelle, konzessi-

ons-, umwelt-, planungs-, bau- sowie enteignungsrechtliche Rügen vor. In 

der Hauptsache macht sie geltend, es sei nur eine Modernisierung der be-

stehenden Pendelbahn bewilligungsfähig.  

E.  

Mit Eingaben vom 8. Mai 2018 lassen die Beschwerdeführenden 2 (Ver-

fahren A-2735/2018) und die Beschwerdeführenden 3 (Verfahren 

A-2739/2018) inhaltlich identische Beschwerden gegen die Verfügung des 

BAV vom 28. März 2018 beim Bundesverwaltungsgericht einreichen. Die 

Beschwerdeführenden 2 und 3 stellen die folgenden Rechtsbegehren:  

"1. Der Entscheid vom 28. März 2018 sei aufzuheben.  

2. Konzession und Plangenehmigung seien zu verweigern.  

A-2700/2018, A-2735/2018 und A-2739/2018 

Seite 5 

3. Es sei der Engadin St. Moritz Mountains AG das Enteignungsrecht für das 

Projekt zu verweigern." 

Die vorgebrachten Rügen stimmen im Wesentlichen mit denjenigen der 

Beschwerdeführerin 1 überein. In der Hauptsache machen sie geltend, die 

bestehende Pendelbahn sei nicht durch eine Kabinenbahn, sondern nur 

durch eine neue Pendelbahn oder durch eine 3S-Bahn zu ersetzen.  

F.  

Die Engadin St. Moritz Mountains AG (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) 

beantragt in der Beschwerdeantwort vom 2. Juli 2018, die Beschwerden 

seien abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei.  

G.  

In der Vernehmlassung vom 2. Juli 2018 schliesst das BAV (nachfolgend: 

Vorinstanz) auf Abweisung der Beschwerden, soweit darauf einzutreten 

sei. 

H.  

Das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO), das Bundesamt für Raument-

wicklung (ARE) und das Bundesamt für Umwelt (BAFU) reichen am 6., 13. 

und 27. August 2018 je einen Fachbericht ein. Das Bundesamt für Zivilluft-

fahrt (BAZL) verzichtet mit Eingabe vom 13. August 2018 auf die Einrei-

chung eines Fachberichts.  

I.  

Die Beschwerdeführenden halten in der Replik vom 27. September und 

28. November 2018 an ihren Rechtsbegehren fest.  

J.  

In der Duplik vom 30. Januar 2019 nimmt die Vorinstanz zu einzelnen strit-

tigen Punkten Stellung.  

K.  

Mit Duplik vom 31. Januar 2019 reicht die Beschwerdegegnerin ergän-

zende Akten ein. Sie bleibt bei ihrem Antrag auf Abweisung der Beschwer-

den, soweit darauf einzutreten sei.  

L.  

Auf Aufforderung der Instruktionsrichterin hin reicht die Beschwerde- 

gegnerin am 27. Februar 2019 weitere Akten ein.  

A-2700/2018, A-2735/2018 und A-2739/2018 

Seite 6 

M.  

Die Beschwerdeführenden nehmen am 6. und 16. Mai 2019 abschliessend 

zum Verfahren Stellung. Die Beschwerdegegnerin und die Vorinstanz ver-

zichten mit Eingaben vom 22. und 23. Mai 2019 auf die Einreichung von 

Schlussbemerkungen. 

N.  

Auf die weiteren Vorbringen der Parteien und die sich bei den Akten be-

findlichen Schriftstücke wird, soweit entscheidrelevant, in den nachfolgen-

den Erwägungen eingegangen.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Aus prozessökonomischen Gründen können einzelne, rechtlich oder 

sachlich zusammenhängende Verfahren vereinigt werden (MOSER/ 

BEUSCH/KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsgericht, 

2. Aufl. 2013, Rz. 3.17 mit Hinweisen). 

Den Verfahren A-2700/2018, A-2735/2018 und A-2739/2018 liegen das-

selbe Anfechtungsobjekt zugrunde und sie hängen inhaltlich eng zusam-

men. Es rechtfertigt sich daher aus prozessökonomischen Gründen, die 

drei Verfahren unter der erstgenannten Verfahrensnummer zu vereinigen. 

1.2 Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt gemäss Art. 31 des Verwal-

tungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) Beschwerden 

gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 

20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021), sofern keine Ausnahme nach 

Art. 32 VGG gegeben ist und eine Vorinstanz im Sinne von Art. 33 VGG 

entschieden hat.  

Bei der angefochtenen Konzession und Plangenehmigung vom 28. März 

2018 handelt es sich um eine Verfügung im Sinne von Art. 5 VwVG, die 

von einer Vorinstanz im Sinne von Art. 33 Bst. d VGG erlassen wurde. Da 

keine Ausnahme gemäss Art. 32 VGG vorliegt, ist das Bundesverwaltungs-

gericht zur Beurteilung der Beschwerden zuständig. Das Verfahren vor 

dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach dem VwVG, soweit das 

VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG).  

A-2700/2018, A-2735/2018 und A-2739/2018 

Seite 7 

1.3  

1.3.1 Die Beschwerdegegnerin und auch die Vorinstanz stellen die Be-

schwerdelegitimation der Beschwerdeführenden insoweit in Frage, als de-

ren Beschwerden sich auch gegen die Talstation richten. Aufgrund der 

räumlichen Nähe sei die Beschwerdelegitimation nur hinsichtlich der Seil-

bahn selbst gegeben. 

1.3.2 Die Beschwerdeführenden halten daran fest, dass sie auch hinsicht-

lich der Talstation zur Beschwerde legitimiert seien.  

1.3.3 Zur Beschwerde ist nach Art. 48 Abs. 1 VwVG berechtigt, wer am 

Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen hat, durch die angefochtene 

Verfügung besonders berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an de-

ren Aufhebung oder Änderung besitzt.  

Für die Beschwerdelegitimation nach Art. 48 Abs. 1 VwVG wird u.a. ver-

langt, dass die beschwerdeführende Person über eine besondere Bezie-

hungsnähe zur Streitsache verfügt. Als wichtiges Kriterium für die Beurtei-

lung der besonderen Betroffenheit dient in der Praxis die räumliche Distanz 

zum umstrittenen Bauvorhaben. Das Bundesgericht hat in seiner Recht-

sprechung die Beschwerdebefugnis Dritter, die in einer Distanz bis zu 

100 m von einem Bauvorhaben wohnen, regelmässig bejaht. Es handelt 

sich bei dieser Entfernung jedoch nicht um einen starren, verbindlichen 

Wert. Vielmehr sind Dritte grundsätzlich immer dann zur Beschwerde be-

rechtigt, wenn sie mit Sicherheit oder grosser Wahrscheinlichkeit durch Im-

missionen (Lärm, Staub, Erschütterungen, Licht oder andere Einwirkun-

gen), welche der Bau oder Betrieb einer geplanten Anlage hervorruft, be-

troffen sind (vgl. BGE 140 II 214 E. 2.3; Urteil des BGer 1C_263/2017 vom 

8. November 2017 E. 2.2; Urteil des BVGer A-1251/2012 vom 15. Januar 

2014 E. 1.2; WIEDERKEHR/EGGENSCHWILER, Die allgemeine Beschwerde-

befugnis Dritter, 2018, Rz. 27). Es ist – insbesondere bei grossen Anlagen 

– möglich, dass die Beschwerdeführenden nur für bestimmte, ihnen zuge-

wandte Anlagenteile über eine genügende Beziehungsnähe verfügen. In 

diesem Fall darf und muss das Gericht seine Prüfung auf diese Anlagen-

teile beschränken. Allerdings darf die Legitimation nicht so eng gefasst wer-

den, dass dadurch die Beurteilung funktional zusammenhängender Teile 

einer Anlage auseinandergerissen wird (vgl. BGE 140 II 214 E. 2.1;  

ISABELLE HÄNER, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum VwVG, 

2. Aufl. 2019, Art. 48 Rz. 14 [nachfolgend: VwVG Kommentar]).  

A-2700/2018, A-2735/2018 und A-2739/2018 

Seite 8 

Liegt eine besondere Beziehungsnähe vor, braucht das Anfechtungsinte-

resse nicht mit dem Interesse übereinzustimmen, das durch die von den 

Beschwerdeführenden als verletzt bezeichneten Normen geschützt wird. 

Insbesondere können Nachbarn die Überprüfung eines Bauvorhabens im 

Lichte all jener Rechtssätze verlangen, die sich rechtlich oder tatsächlich 

in dem Sinne auf ihre Stellung auswirken, dass ihnen im Falle des Obsie-

gens ein praktischer Nutzen entsteht. Nicht zulässig ist hingegen das Vor-

bringen von Beschwerdegründen, mit denen einzig ein allgemeines öffent-

liches Interesse an der richtigen Anwendung des Rechts verfolgt wird, ohne 

dass den Beschwerdeführenden im Falle des Obsiegens ein Vorteil ent-

steht (vgl. BGE 141 II 50 E. 2.1, 137 II 30 E. 2.2.3; Urteil des BGer 

1C_115/2019 vom 11. Dezember 2019 E. 2.1; MARANTELLI/HUBER, in: 

Waldmann/Weissenberger [Hrsg.], Praxiskommentar VwVG, 2. Aufl. 2016, 

Art. 48 Rz. 5 [nachfolgend: Praxiskommentar]; MOSER/BEUSCH/KNEUBÜH-

LER, a.a.O., Rz. 2.78a).  

Reichen mehrere Personen gemeinsam eine Beschwerde ein, braucht die 

besondere Nähe zur Streitsache praxisgemäss nicht bei allen Personen 

gegeben zu sein (Urteil des BVGer A-1251/2012 vom 15. Januar 2014 

E. 1.3.1 mit Hinweisen).  

1.3.4 Die Beschwerdeführenden haben als Einsprecher am vorinstanzli-

chen Verfahren teilgenommen und sind mit ihren Rechtsbegehren nicht 

vollständig durchgedrungen. Die Beschwerdeführerin 1 ist Eigentümerin 

der Parzelle Gbbl. Nr. (…) in St. Moritz, wobei die Linienführung der Seil-

bahn in ca. 15 m Entfernung von der Grundstücksgrenze verläuft. Die Be-

schwerdeführenden 2 und 3 sind Eigentümer von Stockwerkeinheiten bzw. 

die Stockwerkeigentümergemeinschaften der Parzellen Gbbl. Nrn. (…) und 

(…) in St. Moritz. Die Linienführung der Seilbahn inkl. Schwenkbereich 

überspannt diese Parzellen. Die Grundstücke der Beschwerdeführenden 2 

und 3 werden hinsichtlich der Durchleitungs- und Überleitungsdienstbar-

keiten teilweise enteignet. Als Eigentümer von Grundstücken, die sich un-

mittelbar neben oder unter der Seilbahn befinden, sind die Beschwerde-

führenden in besonderem Mass von der Streitsache betroffen. Hinsichtlich 

der Bahnanlage sind sie aufgrund der räumlichen Nähe zur Beschwerde 

legitimiert.  

Laut Vorinstanz ist die Talstation ca. 600 m von der Liegenschaft der Be-

schwerdeführerin 1 entfernt. Bei den Liegenschaften der Beschwerdefüh-

renden 2 und 3 beträgt die räumliche Distanz zur Talstation ca. 250 m resp. 

225 m. Soweit die Beschwerdegegnerin und teilweise auch die Vorinstanz 

A-2700/2018, A-2735/2018 und A-2739/2018 

Seite 9 

aus diesem Grund die Beschwerdelegitimation der Beschwerdeführenden 

hinsichtlich der Talstation in Abrede stellen, ist ihnen in dieser Absolutheit 

nicht zu folgen. Liessen namentlich die raumplanerischen oder die umwelt-

rechtlichen Bestimmungen die Errichtung der neuen Talstation nicht zu, wie 

dies die Beschwerdeführenden geltend machen, wäre die geplante Seil-

bahn allenfalls nicht oder nur mit einer geänderten Linienführung realisier-

bar. Den Beschwerdeführenden würde demzufolge ein praktischer Nutzen 

entstehen, sollten ihre Beschwerden hinsichtlich der Talstation gutgeheis-

sen werden. Sie sind somit auch in Bezug auf die Talstation mit all jenen 

Rügen zum Verfahren zuzulassen, die sich rechtlich oder tatsächlich auf 

ihre Stellung auswirken.  

Soweit die Beschwerdelegitimation der Beschwerdeführenden im Sinne 

der dargelegten Rechtsprechung überhaupt noch zweifelhaft erscheint, 

braucht diese indes auch nicht abschliessend geklärt zu werden, da die 

Beschwerden – wie zu sehen sein wird – vorliegend ohnehin abzuweisen 

sind.  

1.4  

1.4.1 Streitgegenstand im Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht 

ist das Rechtsverhältnis, das Gegenstand der angefochtenen Verfügung 

bildet oder nach richtiger Gesetzesauslegung hätte sein sollen, soweit es 

im Streit liegt. Fragen, über welche die erstinstanzlich verfügende Behörde 

nicht entschieden hat, darf die zweite Instanz nicht beurteilen; sonst würde 

in die funktionelle Zuständigkeit der ersten Instanz eingegriffen. Wird ein 

Nichteintretensentscheid angefochten und hat sich die Vorinstanz auch 

nicht in einer Eventualbegründung mit der materiellen Seite des Falls be-

fasst, so prüft das Bundesverwaltungsgericht nur die Rechtsfrage, ob die 

Vorinstanz die Eintretensvoraussetzungen zu Recht verneinte (statt vieler: 

Urteil des BVGer A-4929/2017 vom 31. Januar 2018 E. 1.2.4; MOSER/ 

BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 2.8, 2.164 und 2.213; je mit Hinweisen).  

1.4.2 Wie bereits in ihrer Einsprache macht die Beschwerdeführerin 1 in 

der Beschwerde subeventualiter ein enteignungsrechtliches Entschädi-

gungsbegehren für den Minderwert ihrer Liegenschaft geltend. Die Vor- 

instanz ist auf die Einsprache in diesem Punkt nicht eingetreten. Sollte die 

Beschwerdeführerin 1 mit dem Subeventualbegehren der Beschwerde 

zum Ausdruck bringen, dass sie eine materielle Beurteilung der Entschädi-

gungsforderung durch das Bundesverwaltungsgericht wünscht, kann dem 

Anliegen nach dem vorgehend Ausgeführten nicht entsprochen werden. 

A-2700/2018, A-2735/2018 und A-2739/2018 

Seite 10 

Streitgegenstand im vorliegenden Beschwerdeverfahren kann lediglich die 

Frage bilden, ob die Vorinstanz auf die Entschädigungsforderung der Be-

schwerdeführerin 1 zu Recht nicht eingetreten ist. Soweit das Subeventu-

albegehren der Beschwerde darüber hinausgeht, ist darauf nicht einzutre-

ten. 

1.5  

1.5.1 Nach der Rechtsprechung ist eine Verfügung ausnahmsweise nich-

tig, wenn der ihr anhaftende Mangel besonders schwer und offensichtlich 

oder zumindest leicht erkennbar ist und die Rechtssicherheit durch die An-

nahme der Nichtigkeit nicht ernsthaft gefährdet wird. Als Nichtigkeitsgründe 

fallen namentlich schwerwiegende Verfahrensfehler in Betracht. Die Nich-

tigkeit ist jederzeit und von sämtlichen staatlichen Instanzen von Amtes 

wegen zu beachten. Auf eine gegen einen nichtigen Entscheid oder nich-

tige Teile eines Entscheids erhobene Beschwerde ist mangels tauglichen 

Anfechtungsobjektes nicht einzutreten. Gegebenenfalls ist die Nichtigkeit 

der Verfügung im Dispositiv festzustellen (vgl. statt vieler BGE 139 II 243 

E. 11.2, 137 I 273 E. 3.1; Urteil des BVGer A-4273/2017 vom 31. Mai 2018 

E. 2.1; MARKUS MÜLLER, Kommentar VwVG, Art. 5 Rz. 25 f.; je mit Hinwei-

sen). 

1.5.2 In der Replik bringen die Beschwerdeführenden 2 und 3 vor, die Ge-

suchsunterlagen der Beschwerdegegnerin und die öffentliche Planauflage 

seien derart ungenügend, dass die angefochtene Verfügung als nichtig zu 

betrachten sei. Wie nachfolgend im Einzelnen aufzuzeigen sein wird, liegt 

weder hinsichtlich der gerügten Gesuchsunterlagen noch der öffentlichen 

Planauflage ein besonders schwerer Verfahrensmangel vor, der zudem of-

fensichtlich oder zumindest leicht erkennbar wäre (vgl. nachstehend 

E. 10 ff.). Für das Begehren der Beschwerdeführenden 2 und 3, die ange-

fochtene Verfügung sei als nichtig zu erklären, besteht daher kein Grund. 

1.6 Auf die im Übrigen frist- und formgerecht erhobenen Beschwerden 

(Art. 50 und 52 Abs. 1 VwVG) ist demnach grundsätzlich einzutreten. 

Kognition 

2.  

Das Bundesverwaltungsgericht überprüft die angefochtene Verfügung auf 

Rechtsverletzungen – einschliesslich unrichtiger oder unvollständiger Fest-

stellung des rechtserheblichen Sachverhalts und Rechtsfehler bei der Aus-

übung des Ermessens – sowie auf Angemessenheit hin (vgl. Art. 49 

A-2700/2018, A-2735/2018 und A-2739/2018 

Seite 11 

VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht auferlegt sich allerdings eine ge-

wisse Zurückhaltung, wenn technische Fragen zu beurteilen sind oder die 

Vorinstanz gestützt auf eigene besondere Fachkompetenz oder die ihr vom 

Gesetzgeber beigegebenen Fachbehörden entschieden hat. Dies setzt vo-

raus, dass im konkreten Fall der Sachverhalt vollständig und richtig abge-

klärt worden ist und die Vorinstanz die für den Entscheid wesentlichen Ge-

sichtspunkte geprüft und die erforderlichen Abklärungen sorgfältig und um-

fassend vorgenommen hat (vgl. BGE 142 II 451 E. 4.5.1; BVGE 2016/13 

E. 2; Urteil des BVGer A-702/2017 vom 26. März 2019 E. 2.1; MOSER/ 

BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 2.149 ff.; je mit Hinweisen). 

Rechtsgrundlagen 

3.  

3.1 Das Seilbahngesetz bezweckt, dass Seilbahnen für Menschen sicher, 

umweltverträglich, raumplanungskonform und wettbewerbsfähig gebaut 

und betrieben werden (Art. 1 Abs. 3 des Bundesgesetzes vom 23. Juni 

2006 über Seilbahnen zur Personenbeförderung [Seilbahngesetz, SebG, 

SR 743.01]).  

Wer eine Seilbahn bauen oder betreiben will, die für die regelmässige und 

gewerbsmässige Personenbeförderung bestimmt ist und für die eine Bun-

deskonzession notwendig ist, benötigt eine Plangenehmigung und eine 

Betriebsbewilligung der Vorinstanz (Art. 3 Abs. 1 SebG, vgl. auch Art. 1 

Abs. 2 und Art. 6 Abs. 4 des Bundesgesetzes vom 20. März 2009 über die 

Personenbeförderung [Personenbeförderungsgesetz, PBG, SR 745.1]). 

Mit der Plangenehmigung wird das Recht erteilt, eine Seilbahn zu bauen. 

Mit ihr werden sämtliche für den Bau erforderlichen Bewilligungen erteilt. 

Dabei ist das kantonale Recht zu berücksichtigen, soweit es die Seilbahn-

unternehmung in der Erfüllung von Aufgaben nicht unverhältnismässig ein-

schränkt (Art. 9 Abs. 1 SebG). Gleichzeitig mit der Plangenehmigung wird 

die entsprechende Personenbeförderungskonzession nach den Bestim-

mungen des PBG erteilt (Art. 9 Abs. 2 SebG; vgl. BVGE 2013/31 E. 3.1). 

Die Plangenehmigung wird nach Art. 9 Abs. 3 SebG erteilt, wenn die grund-

legenden Anforderungen sowie die übrigen massgebenden Vorschriften er-

füllt sind (Bst. a), keine wesentlichen öffentlichen Interessen, namentlich 

der Raumplanung, des Natur- und Heimatschutzes oder des Umweltschut-

zes, entgegenstehen (Bst. b) und die Voraussetzungen zur Erteilung der 

Personenbeförderungskonzession erfüllt sind (Bst. c). Die Bedürfnisse der 

A-2700/2018, A-2735/2018 und A-2739/2018 

Seite 12 

Menschen mit Behinderungen sind im Sinne des Behindertengleichstel-

lungsgesetzes vom 13. Dezember 2002 (BehiG, SR 151.3) zu berücksich-

tigen (Art. 9 Abs. 3 SebG). Wer eine Seilbahn bauen oder betreiben will, 

dem steht sodann das Enteignungsrecht gemäss der Bundesgesetzge-

bung zu, sofern die Anlage der Nutzungsplanung entspricht (Art. 7 Abs. 1 

SebG). Die Erstellung und Änderung von Bauten und Anlagen, die nicht 

überwiegend dem Bahnbetrieb der Seilbahn dienen (Nebenanlagen), un-

terstehen hingegen den allgemeinen raumplanungs-, bau- und umwelt-

rechtlichen Vorschriften von Bund und Kantonen (Art. 10 SebG). 

Die gesetzlichen Vorgaben werden in der Verordnung vom 21. Dezember 

2006 über Seilbahnen zur Personenbeförderung (Seilbahnverordnung, 

SebV, SR 743.011) sowie in der "Richtlinie 1: Plangenehmigung und Kon-

zession" der Vorinstanz vom Januar 2018 näher konkretisiert (nachfolgend: 

Richtlinie 1). Die Richtlinie ersetzt das Merkblatt 1 der Vorinstanz vom 

1. Dezember 2008 (nachfolgend: Merkblatt 1). Um eine einheitliche Voll-

zugspraxis zu fördern, hat das BAFU zusammen mit der Vorinstanz zudem 

die Vollzugshilfe "Umwelt und Raumplanung bei Seilbahnvorhaben" von 

2013 ausgearbeitet (nachfolgend: Vollzugshilfe Seilbahnen 2013). 

3.2 Das Plangenehmigungsgesuch ist mit den erforderlichen Unterlagen 

bei der Vorinstanz einzureichen (vgl. Art. 11 Abs. 1 SebG und Art. 11 Abs. 1 

SebV). Die Gesuchsunterlagen nach Art. 11 Abs. 1 SebV müssen es der 

Behörde ermöglichen zu beurteilen, ob die Vorschriften eingehalten und 

die Bewilligungs- bzw. Konzessionsvoraussetzungen erfüllt sind (Art. 11 

Abs. 2 SebV). Die Vorinstanz prüft die Unterlagen auf ihre Vollständigkeit 

und verlangt allenfalls Ergänzungen (Art. 11 Abs. 2 SebG, Art. 11 Abs. 5 

SebV). Sie kann auf einzelne Unterlagen verzichten, wenn diese aufgrund 

der Bahnart oder der Umstände des Einzelfalls nicht erforderlich sind 

(Art. 11 Abs. 3 SebV).  

Beweisanträge 

4.  

4.1 Im Verfahren vor Bundesverwaltungsgericht beantragen die Beschwer-

deführenden, es seien Expertisen zu den hier strittigen Fragen einzuholen, 

die Beschwerdegegnerin habe weitere Unterlagen u.a. zur Wirtschaftlich-

keit der Seilbahn einzureichen und bei der Vorinstanz seien die Konzessi-

ons- und Plangenehmigungsunterlagen von anderen vergleichbaren Seil-

A-2700/2018, A-2735/2018 und A-2739/2018 

Seite 13 

bahnen zu edieren. Ferner sei ein Augenschein durchzuführen und die Be-

schwerdegegnerin anzuweisen, das Projekt erneut auszustecken und Pro-

file zu erstellen.  

4.2 Im Verwaltungsprozess gilt der Untersuchungsgrundsatz; das Bundes-

verwaltungsgericht ermittelt den Sachverhalt von Amtes wegen (Art. 12 

VwVG), wobei den Parteien unter Umständen Mitwirkungspflichten oblie-

gen (Art. 13 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht nimmt die ihm ange-

botenen Beweise ab, wenn diese zur Abklärung des Sachverhaltes tauglich 

erscheinen (Art. 33 Abs. 1 VwVG). Es kann von einem beantragten Be-

weismittel dann absehen, wenn bereits Feststehendes bewiesen werden 

soll, wenn zum Voraus gewiss ist, dass der angebotene Beweis keine we-

sentlichen Erkenntnisse zu vermitteln vermag oder wenn die verfügende 

Behörde den Sachverhalt auf Grund eigener Sachkunde ausreichend wür-

digen kann (sog. antizipierte Beweiswürdigung; vgl. BGE 136 I 229 E. 5.3, 

134 I 140 E. 5.3; statt vieler Urteil des BVGer A-407/2019 vom 14. Mai 2020 

E. 2.2; MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 3.144). 

4.3 Das Bundesverwaltungsgericht hat vorliegend ein umfassendes In-

struktionsverfahren mit mehrfachem Schriftenwechsel durchgeführt und 

die Fachbehörden des Bundes zur Stellungnahme zu den Beschwerden 

eingeladen. Auch hat es zusätzliche Unterlagen zur Wirtschaftlichkeit der 

Seilbahn von der Beschwerdegegnerin eingeholt. Der Sachverhalt er-

schliesst sich nun in genügender Weise aus den Akten. Die Beweisanträge 

sind daher, soweit weitergehend, in antizipierter Beweiswürdigung abzu-

weisen. 

Rechtliches Gehör  

5.  

5.1 Die Beschwerdeführenden 2 und 3 rügen eine Verletzung ihres Rechts 

auf Akteneinsicht im vorinstanzlichen Verfahren. Die Akteneinsicht am Sitz 

der Vorinstanz erweise sich aufgrund der langen Fahrtzeit nach Ittigen, der 

beschränkten Zeit vor Ort sowie der unzureichenden Kopiermöglichkeiten 

als unverhältnismässig. Die Vorinstanz hätte ihrer Rechtsvertretung die Ak-

ten ohne grösseren Aufwand per Post zusenden oder dann zumindest bei 

der Gemeinde St. Moritz eine Einsicht ermöglichen können. Während des 

Verfahrens habe die Beschwerdegegnerin auch zahlreiche neue Akten ein-

gereicht, die ihnen die Vorinstanz teilweise ohne Beilagen und ohne Akten-

A-2700/2018, A-2735/2018 und A-2739/2018 

Seite 14 

verzeichnis zugestellt habe. Des Weiteren beanstanden die Beschwerde-

führenden, die Vorinstanz sei in der angefochtenen Verfügung auf ver-

schiedene Rügen ihrer Einsprachen nicht eingegangen und habe damit die 

Begründungspflicht missachtet. 

5.2 Die Vorinstanz erachtet in der Vernehmlassung die formellen Rügen 

der Beschwerdeführenden als unbegründet.  

5.3  

5.3.1 Der in Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eid-

genossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101) verankerte Grundsatz 

des rechtlichen Gehörs besagt, dass niemand in seiner Rechtsstellung be-

einträchtigt werden darf, ohne vorher angehört worden zu sein, und um-

fasst alle Befugnisse, die einer Partei einzuräumen sind, damit sie in einem 

Verfahren ihren Standpunkt wirksam zur Geltung bringen kann. Das recht-

liche Gehör dient einerseits der Sachaufklärung und stellt andererseits ein 

persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht dar. Der Anspruch umfasst di-

verse Teilgehalte, so auch das Recht auf Akteneinsicht (Art. 26 ff. VwVG; 

vgl. BGE 144 II 427 E. 3.1, 143 V 71 E. 4.1,135 II 286 E. 5.1; HÄFELIN/MÜL-

LER/UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 7. Aufl. 2016, Rz. 1001 ff. 

und 1019 ff.). 

Nach dem Wortlaut von Art. 26 Abs. 1 VwVG ist das Akteneinsichtsrecht 

grundsätzlich am Sitz der Behörde auszuüben. Es besteht kein allgemeiner 

Anspruch auf Zustellung der Akten. Viele Behörden und etwa auch das 

Bundesverwaltungsgericht kennen indes die Praxis, anwaltlichen Rechts-

vertretern die Akten auf dem Postweg zuzustellen, sofern keine ausserge-

wöhnlichen Umstände dagegen sprechen. In solchen Fällen kann sich aus 

dem Rechtsgleichheitsgebot bzw. dem Gleichbehandlungsgebot (Art. 8 

Abs. 1 BV) sogar ein Anspruch auf Zusendung ergeben (vgl. BGE 140 II 

194 nicht publ. E. 4.1; BVGE 2015/44 E. 5.4.1; MOSER/BEUSCH/KNEUBÜH-

LER, a.a.O., Rz. 3.102). Die Wahrnehmung des Akteneinsichtsrechts setzt 

eine Aktenführungspflicht der Verwaltung voraus. In der Regel ist auch ein 

Aktenverzeichnis zu erstellen, welches eine chronologische Auflistung 

sämtlicher in einem Verfahren gemachter Eingaben enthält (vgl. BGE 138 

V 218 E. 8.1.2, 130 II 473 E. 4.1; Urteil des BVGer A-5757/2015 vom 

19. Februar 2016 E. 2.5; WALDMANN/OESCHGER, Praxiskommentar, Art. 26 

Rz. 35 ff.). 

A-2700/2018, A-2735/2018 und A-2739/2018 

Seite 15 

5.3.2 Nach ständiger Rechtsprechung steht den anwaltlich vertretenen Be-

schwerdeführenden 2 und 3 kein allgemeiner Anspruch auf die beantragte 

postalische Zustellung der Verfahrensakten zu. Vorliegend durfte die Vor-

instanz vor allem dem Umstand Rechnung tragen, dass es sich hier um 

umfangreiche Verfahrensakten handelt und zudem mehrere Einsprecher 

am vorinstanzlichen Verfahren beteiligt waren, die potenziell gleichzeitig 

um Akteneinsicht ersuchen konnten. Die Einsichtnahme am Sitz der Vor-

instanz war daher rechtens. Soweit die Beschwerdeführenden 2 und 3 er-

gänzend geltend machen, ihnen seien Akten teils ohne Beilagen zugestellt 

worden, hätte es ihnen offen gestanden, bei der Vorinstanz ein entspre-

chendes Akteneinsichtsgesuch zu stellen. Analoges gilt auch für das ge-

wünschte Aktenverzeichnis. Die Beschwerdeführenden 2 und 3 hatten 

demzufolge im vorinstanzlichen Verfahren genügend Gelegenheit, ihr 

Recht auf Akteneinsicht wirksam wahrzunehmen. Ihr Anspruch auf rechtli-

ches Gehör wurde diesbezüglich gewahrt.  

5.4  

5.4.1 Als Ausfluss des Anspruchs auf rechtliches Gehör hält Art. 35 Abs. 1 

VwVG fest, dass schriftliche Verfügungen zu begründen sind. Die Begrün-

dung einer Verfügung hat im Allgemeinen den rechtserheblichen Sachver-

halt und die anwendbaren Rechtsnormen zu enthalten und sodann die 

rechtliche Würdigung (Subsumtion) des Sachverhalts unter die anwendba-

ren Rechtsnormen aufzuzeigen. Die Behörde ist nicht verpflichtet, sich mit 

jeder tatsächlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand ausdrück-

lich auseinanderzusetzen. Sie darf sich auf die für den Entscheid wesent-

lichen Überlegungen beschränken. Die Vorinstanz hat sich jedoch insge-

samt mit den verschiedenen rechtlich relevanten Gesichtspunkten ausei-

nanderzusetzen und darzutun, aus welchen Gründen sie den Vorbringen 

einer Partei folgt oder sie diese ablehnt. Die Begründung muss – im Sinne 

einer Minimalanforderung – so abgefasst sein, dass sich die Betroffenen 

über deren Tragweite Rechenschaft geben und sie sachgerecht anfechten 

können. Welchen Anforderungen eine Begründung hinsichtlich Dichte und 

Qualität zu genügen hat, ist im Einzelfall anhand der konkreten Umstände 

und der Interessen der Betroffenen zu bestimmen (vgl. BGE 142 II 324 

E. 3.6, 137 II 266 E. 3.2; Urteil des BVGer A-1251/2012 vom 15. Januar 

2014 E. 6.2; KNEUBÜHLER/PEDRETTI, Kommentar VwVG, Art. 35 Rz. 7 ff.). 

5.4.2 In der angefochtenen Verfügung erfüllt die Vorinstanz – wenn auch 

mit gewissen Einschränkungen – die soeben aufgeführten Anforderungen 

an eine genügende Begründung. Ihre Verfügung umfasst 224 Seiten. Die 

A-2700/2018, A-2735/2018 und A-2739/2018 

Seite 16 

Vorinstanz prüfte zunächst das Gesuch der Beschwerdegegnerin u.a. un-

ter den Aspekten Enteignung, Personenbeförderungskonzession, Sicher-

heit, Raumplanung und Umwelt. Anschliessend ging sie im Rahmen der 

Einsprachen nochmals auf die strittigen Punkte ein. Aus den Erwägungen 

gehen die wesentlichen Überlegungen hervor, auf welche sich die Vor- 

instanz stützt. Vor allem in Bezug auf die Rodungsbewilligung und den 

Schutz des Gewässerraums sind die Ausführungen allerdings eher knapp 

ausgefallen und hier wäre aufgrund der Bedeutung im konkreten Fall eine 

vertiefte Begründung angezeigt gewesen. Dennoch waren sich die Be-

schwerdeführenden, wie sich an den Vorbringen in den Beschwerden 

zeigt, letztlich über die Tragweite der angefochtenen Verfügung im Klaren 

und ohne Weiteres imstande, diese sachgerecht anzufechten. Eine Verlet-

zung des Anspruchs auf rechtliches Gehör ist damit zu verneinen. 

Personenbeförderungskonzession 

6.  

6.1 Die Beschwerdeführenden beantragen, das Konzessionsgesuch der 

Beschwerdegegnerin sei abzuweisen. Sie bestreiten, dass für die Erteilung 

der Personenbeförderungskonzession ein ausreichendes Transportbedürf-

nis bestehe. Bei der Seilbahn sei die Anzahl der sog. Ersteintritte in den 

letzten zwanzig Jahren stark zurückgegangen. Die behaupteten Wartezei-

ten von bis zu zwei Stunden würden längst der Vergangenheit angehören 

und seien in keiner Weise belegt. Die Erstellung einer Kabinenbahn mit 

einer deutlichen Kapazitätssteigerung sei nicht gerechtfertigt und die heu-

tige Pendelbahn ausreichend, um das Gästeaufkommen zu bewältigen. 

Zudem sei die von der Vorinstanz durchgeführte Wirtschaftlichkeitsprüfung 

als ungenügend zu rügen. Die Unterlagen zur Wirtschaftlichkeit der Seil-

bahn lägen nicht vollständig vor und die Beschwerdegegnerin habe bereits 

zum Zeitpunkt ihres Gesuchs mit überholten Zahlen operiert. Das Projekt 

sei mit ausserordentlich hohen Kosten von 35 Mio. Franken verbunden. 

Auch gemäss Beurteilung der Vorinstanz verfüge die Beschwerdegegnerin 

im Verhältnis zum Gesamtkapital über wenig eigene Mittel, was auf eine 

hohe Fremdverschuldung schliessen lasse. Die Erstellung der Kabinen-

bahn führe zu einer massiven Erhöhung der Fremdverschuldung, so dass 

noch höhere Kreditlasten bedient werden müssten. In Berücksichtigung 

der Tatsache, dass der Wintersport rückläufig sei und Seilbahnen in der 

heutigen Zeit kaum mehr Gewinne erzielen könnten, sei die Rentabilität 

nicht gegeben, zumal die Beschwerdegegnerin selbst davon ausgehe, die 

A-2700/2018, A-2735/2018 und A-2739/2018 

Seite 17 

Kabinenbahn werde zu keinem Zugewinn an Gästen führen und keine 

Mehreinnahmen generieren.  

6.2 Die Vorinstanz hält in der Vernehmlassung daran fest, dass die Voraus-

setzungen für die Konzessionserteilung erfüllt seien. Es bestehe ein aus-

gewiesenes Bedürfnis an einer seilbahntechnischen Erschliessung von 

St. Moritz Bad aus in das Skigebiet Corviglia. Die Wirtschaftlichkeit der Ka-

binenbahn habe sie gestützt auf die Geschäftsberichte der Beschwerde-

gegnerin sowie weiterer Unterlagen geprüft. Auf die Nachreichung einer 

aktualisierten Planerfolgsrechnung habe sie verzichtet, da sich aus den 

Gesuchsunterlagen keine Notwendigkeit dafür ergeben habe. 

6.3 Die Beschwerdegegnerin bestreitet die Vorbringen der Beschwerde-

führenden im Einzelnen. Im Wesentlichen stellt sie sich auf den Stand-

punkt, der Bedarf für die geplante Kabinenbahn sei ausgewiesen. Die vor-

gelegten Unterlagen würden zeigen, dass die Investitionen finanzier- und 

tragbar seien.  

6.4 Das SECO verweist in seinem Fachbericht vom 6. August 2018 im We-

sentlichen auf seine früheren Stellungnahmen im vorinstanzlichen Verfah-

ren, wonach die Konzession aus touristischer und regionalwirtschaftlicher 

Sicht erteilt werden könne. Das Finanzierungsszenario der Beschwerde-

gegnerin stuft es nach wie vor als realistisch ein. 

7.  

Gemäss Art. 6 Abs. 1 PBG kann der Bund Unternehmen für die gewerbs-

mässige Beförderung von Reisenden mit regelmässigen Fahrten Perso-

nenbeförderungskonzessionen erteilen. Das Unternehmen muss dazu u.a. 

nachweisen, dass die geplante Transportleistung zweckmässig und wirt-

schaftlich erbracht werden kann (Art. 9 Abs. 2 Bst. a PBG in der seit dem 

1. Juli 2020 geltenden Fassung [AS 2020 1889] sowie in der Fassung vom 

20. März 2009 [AS 2009 5631]). Für Angebote ohne Erschliessungsfunk-

tion sind folgende zusätzliche Anforderungen erforderlich (Art. 11 PBG): 

Der Standort, die Art und die Beförderungsleistung des vorgesehenen An-

gebots sind zweckmässig (Bst. a). Der Ausgangspunkt für die geplanten 

Fahrten ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar (Bst. b). Das 

neue Angebot gefährdet die wirtschaftliche Existenz bestehender bedürf-

nisgerechter Angebote nicht (Bst. c). Die bestehende oder vorgesehene 

touristische Ausstattung im Bereich des geplanten Angebots lässt eine für 

einen kostendeckenden Betrieb ausreichende Nachfrage erwarten (Bst. d). 

Die Nutzung des bestehenden Transportangebotes eines Gebietes ist gut 

A-2700/2018, A-2735/2018 und A-2739/2018 

Seite 18 

und wird durch das neue Angebot nicht erheblich verschlechtert (Bst. e). 

Die vorgesehene Finanzierung und der voraussichtliche wirtschaftliche Er-

folg lassen erwarten, dass die für das Angebot erforderlichen Bauten, An-

lagen und Fahrzeuge nach den Erfordernissen der Betriebssicherheit un-

terhalten und genügend abgeschrieben werden können (Bst. f). 

8.  

8.1 In der angefochtenen Verfügung wird der Beschwerdegegnerin die Per-

sonenbeförderungskonzession für die 10er-Kabinenbahn von St. Moritz 

Bad nach Signal mit einer stündlichen Förderleistung von 2'400 Personen 

erteilt. Zwischen den Parteien ist strittig, ob für die Erteilung der Personen-

beförderungskonzession ein ausreichendes Transportbedürfnis besteht. 

Die Beschwerdeführenden zweifeln nicht nur den Bedarf nach einer Er-

satzanlage an, sondern sie wenden sich auch gegen die vorgesehene Ka-

pazitätssteigerung sowie die Systemwahl einer Kabinenbahn.  

8.2 In konzessionsrechtlicher Hinsicht begründet die Beschwerdegegnerin 

den Bedarf für die Ersatzanlage dahingehend, dass eine Modernisierung 

der beinahe fünfzigjährigen Pendelbahn mit einer Förderkapazität von 

1'000 Personen pro Stunde aus technischen, wirtschaftlichen und rechtli-

chen Gründen nicht möglich sei. Sie legt vorliegend nachvollziehbar dar, 

dass die Technologie veraltet ist und keine Ersatzteile mehr für die beste-

hende Anlage am Markt erhältlich sind. Es wird denn auch von den Be-

schwerdeführenden nicht substantiiert entkräftet, dass die aus dem Jahr 

1972 stammende Seilbahn schon aus technischen Gründen kaum sinnvoll 

modernisiert werden kann und zu ersetzen ist. 

Die Seilbahn St. Moritz Bad - Signal dient in erster Linie als Zubringeran-

lage in das Ski- und Wandergebiet Corviglia und zählt zum sog. touristi-

schen Bedarfsverkehr ohne Erschliessungsfunktion (vgl. Art. 3 PBG; Merk-

blatt 1 S. 9 f., Richtlinie 1 S. 59 ff.). In der geltenden kantonalen Richtplan-

karte ist die Bahn als „Zubringeranlage bestehend" verzeichnet. Gemäss 

kantonalem Richtplan ist das Gebiet Corviglia Teil des rund 4'410 ha gros-

sen Intensiverholungsgebiets von regionaler Bedeutung „Corvatsch, Cor-

viglia, Diavolezza/Lagalp, Muottas-Muragl/AIp Languard, Zuoz" (Blatt 4 

Südost und Objekt 11.FS.10, Kapitel 4 Tourismus, Richtplan des Kantons 

Graubünden, genehmigt vom Bundesrat am 19. September 2003 [BBl 

2003 6528], abrufbar unter <www.richtplan.gr.ch>, besucht am 17. August 

2020). In Berücksichtigung der Grösse, Lage und Verkehrserschliessung 

A-2700/2018, A-2735/2018 und A-2739/2018 

Seite 19 

der Bahn erscheint es berechtigt, dass die Vorinstanz hier von einer Haupt-

zubringeranlage spricht, auch wenn – wie in den Beschwerden geltend ge-

macht – das Gebiet Corviglia an anderen Stellen, z.B. über die Standseil-

bahn St. Moritz-Chantarella, ebenfalls zu erreichen ist. Selbst wenn die 

Passagierzahlen in den letzten zwanzig Jahren generell zurückgegangen 

wären, wie von den Beschwerdeführenden eingewendet, so besteht doch 

nach wie vor ein erhebliches öffentliches Interesse an einer angemessenen 

Infrastrukturanlage in das Intensiverholungsgebiet Corviglia. An dieser 

Stelle braucht daher nicht weiter geklärt zu werden, ob die Vorinstanz das 

öffentliche Interesse an der Ersatzanlage zusätzlich auch aus dem Abstim-

mungsergebnis der Gemeinde St. Moritz vom 30. November 2014 schlies-

sen durfte. Jene Abstimmung der Gemeinde St. Moritz betraf, soweit er-

sichtlich, allein die Dienstbarkeitsverträge, die es der Beschwerdegegnerin 

erlauben, gemeindeeigenes Gebiet für die neue Kabinenbahn auf dem be-

stehenden Trassee zu nutzen.  

Was den strittigen Kapazitätsausbau der Ersatzanlage im Vergleich zur bis-

herigen Bahn betrifft, so leuchtet es ein, dass sich die Betriebsbedürfnisse 

wie auch die Kundenerwartungen über die vergangenen knapp fünfzig 

Jahre erheblich geändert haben und mit der neuen Förderleistung beson-

ders der Publikumsandrang an Spitzentagen und bei Skirennen besser be-

wältigt werden kann. Angesichts der Lebensdauer der Ersatzanlage ist es 

überdies gerechtfertigt, auch die zukünftige Entwicklung des Seilbahnbe-

triebs in angemessener Weise mitzuberücksichtigen. Schliesslich stellt die 

von den Beschwerdeführenden hauptsächlich geforderte Errichtung einer 

Pendelbahn oder 3S-Bahn keine echten Alternativen zur Kabinenbahn dar, 

wie noch im Einzelnen darzulegen sein wird (vgl. nachstehend E. 18).  

Die Beurteilung der Vorinstanz und auch des SECO als Fachbehörde ist 

daher nicht zu beanstanden, wonach für die ersuchte Personenbeförde-

rungskonzession ein genügendes Transportbedürfnis im Sinne des PBG 

besteht.  

9.  

9.1 Im Rahmen der Erteilung der Personenbeförderungskonzession bleibt 

die strittig gebliebene Frage zu klären, ob die geforderten wirtschaftlichen 

Voraussetzungen hierfür gegeben sind.  

A-2700/2018, A-2735/2018 und A-2739/2018 

Seite 20 

9.2 Bei der Konzessionsvoraussetzung der Wirtschaftlichkeit geht es um 

die Frage, ob die Seilbahn voraussichtlich genügend Einnahmen erwirt-

schaften wird, um dauerhaft betrieben und nach den Erfordernissen der 

Betriebssicherheit unterhalten werden zu können (HEPP/STÜCKELBERGER, 

Seilbahnrecht, in: Müller [Hrsg.], Verkehrsrecht, Schweizerisches Bundes-

verwaltungsrecht Band IV, 2008, Rz. 55). Es geht nicht um den unterneh-

merischen Erfolg in Form von Gewinnausschüttung, sondern um die Si-

cherstellung der Finanzierung eines sicheren Betriebs (BVGE 2013/31 

E. 10.4.2). 

9.3 Soweit die Beschwerdeführenden das Konzessionsgesuch der Be-

schwerdegegnerin vom 28. Mai 2015 als unvollständig kritisieren, ist ihre 

Rüge als begründet zu erachten. So ist festzustellen, dass im Konzessi-

onsgesuch kein Finanzierungsnachweis des benötigten Fremdkapitals ent-

halten ist. Die Planerfolgsrechnung weist zudem keine Angaben über die 

nächsten fünf Jahre auf, sondern reicht nur bis in das Jahr 2017 (vgl. 

Art. 20 Abs. 2 Bst. a und b SebV, Merkblatt 1 S. 10, Richtlinie 1, S. 60). 

Zwar kann gemäss Art. 11 Abs. 3 SebV auf einzelne Unterlagen verzichtet 

werden, soweit diese aufgrund der Bahnart oder der Umstände des Einzel-

falls nicht erforderlich sind. Diese Voraussetzungen sind hier indes nicht 

gegeben. Vor allem angesichts des Investitionsvolumens von geschätzt 35 

Mio. Franken ist ein Finanzierungsnachweis sowie eine vollständige Plan-

erfolgsrechnung notwendig, um die Wirtschaftlichkeit der Seilbahn sachge-

recht beurteilen zu können. Auf Aufforderung der Instruktionsrichterin hat 

die Beschwerdegegnerin mit Eingaben vom 31. Januar und 27. Februar 

2019 folgende Unterlagen nachgereicht: Finanzierungsbestätigung der 

Bank vom 21. Februar 2019 sowie eine Planerfolgsrechnung und -bilanz 

für die Jahre 2018/2019 bis 2022/2023. Die Unterlagen wurden der Vor-

instanz sowie den Beschwerdeführenden zur Stellungnahme zugestellt, 

um unter Wahrung der Verfahrensrechte der Parteien deren Beurteilung 

nachträglich zu ermöglichen.  

9.4 Die Kosten für die Erstellung der Seilbahn belaufen sich auf geschätzte 

35 Mio. Franken. Die Beschwerdegegnerin sieht eine Finanzierung mit  

Eigenmitteln (Cash-Flow aus den vergangenen Jahren) vor, wobei bei ei-

ner allfälligen Überbrückung der Liquidität auf Fremdkapital der Bank zu-

rückgegriffen werden soll. Die Vorinstanz und das SECO stufen dieses Fi-

nanzierungsszenario angesichts der berechneten Kennzahlen zur Investi-

tionsfähigkeit, Ertragskraft, Liquidität und Fremdverschuldung der Be-

schwerdegegnerin insgesamt als realistisch ein. Gestützt darauf und – zu-

sammen mit den neu eingereichten Unterlagen – kann die Finanzierbarkeit 

A-2700/2018, A-2735/2018 und A-2739/2018 

Seite 21 

der veranschlagten Investitionskosten als gesichert angesehen werden. 

Insbesondere liegt nun auch eine Finanzierungsbestätigung der Bank vom 

21. Februar 2019 vor, welche ausschliesslich für das Bauprojekt der Seil-

bahn ein Kreditlimit von (…) bestätigt. Was die wirtschaftliche Tragbarkeit 

der Investitionen betrifft, so wurde von der Beschwerdegegnerin eine vor-

sichtige Planung vorgenommen, die aufgrund der neu vorgelegten Unter-

lagen ebenfalls plausibel erscheint. Auch unter Berücksichtigung des wirt-

schaftlichen Umfeldes für Seilbahnen findet sich für die Annahme der Be-

schwerdeführenden, dass die Eigenkapitalquote der Beschwerdegegnerin 

durch die neue Kabinenbahn auf einen kritischen Wert sinken könnte, 

keine Bestätigung. Die von der Beschwerdegegnerin neu eingereichten 

Planerfolgsrechnung und -bilanz 2018/2019 bis 2022/2023 lassen darauf 

schliessen, dass sie auch in den kommenden Jahren in der Lage sein wird, 

das notwendige Kapital für den Betrieb der Anlage aufzubringen. Mit der 

Vorinstanz und dem SECO als Fachbehörde ist davon auszugehen, dass 

die Beschwerdegegnerin für einen sicheren Seilbahnbetrieb der künftigen 

Anlage wirtschaftlich ausreichend gewappnet ist. 

Die Vorinstanz hat demnach im Ergebnis die Voraussetzungen zur Ertei-

lung der Personenbeförderungskonzession zu Recht bejaht und diese der 

Beschwerdegegnerin erteilt. 

Plangenehmigungsgesuch und öffentliche Planauflage 

10.  

10.1 Die Beschwerdeführenden rügen die öffentliche Planauflage als un-

zureichend. So hätten zahlreiche Gesuchsunterlagen gefehlt, weshalb es 

ihnen nicht möglich gewesen sei, sich ein genaues Bild vom Projekt zu 

machen. Die Sicherheitsanalyse und der Sicherheitsbericht seien nicht öf-

fentlich aufgelegt worden. Während des vorinstanzlichen Verfahrens habe 

die Beschwerdegegnerin verschiedene Dokumente nachgeschoben, die 

bereits anlässlich der Planauflage hätten vorliegen müssen. Betroffene 

Dritte hätten von der weiteren Projektentwicklung keine Kenntnis erhalten.  

10.2 Die Vorinstanz legt in der Vernehmlassung dar, die Gesuchsunterla-

gen der Beschwerdegegnerin seien ausreichend gewesen, um das Plan-

genehmigungsverfahren zu eröffnen. Die von der Beschwerdegegnerin im 

Laufe des Verfahrens nachgereichten Unterlagen habe sie jeweils den be-

troffenen Behörden sowie den betroffenen Parteien zur Stellungnahme 

übermittelt.  

A-2700/2018, A-2735/2018 und A-2739/2018 

Seite 22 

10.3 Die Beschwerdegegnerin betont, sie habe der Vorinstanz ein vollstän-

diges Dossier eingereicht. Die nachgereichten Unterlagen hätten sich aus 

den vertieften Abklärungen der Fachbehörden ergeben und seien für die 

Beschwerdeführenden nicht von wesentlicher Bedeutung.  

10.4  

10.4.1 Nach Art. 12 Abs. 2 SebG wird das Gesuch in den amtlichen Publi-

kationsorganen der betroffenen Kantone und Gemeinden publiziert und 

während dreissig Tagen öffentlich aufgelegt. Im Gegensatz zur Publikation, 

die eine erste, nicht abschliessende Orientierung potentiell Betroffener be-

zweckt, dient die Planauflage dazu, dass sich diese vom geplanten Projekt 

umfassende Kenntnis verschaffen und sich dagegen fristgerecht zur Wehr 

setzen können (vgl. Urteil des BVGer A-1451/2015 vom 7. Juli 2015 E. 4.3 

mit Hinweisen; vgl. auch DAVID DUSSY, in: Griffel/Liniger/Rausch/Thurnherr 

[Hrsg.], Fachhandbuch Öffentliches Baurecht, 2016, Rz. 7.115 ff. [nachfol-

gend: Fachhandbuch Baurecht]).  

10.4.2 Das Konzessions- und Plangenehmigungsgesuch der Beschwerde-

gegnerin vom 28. Mai 2015, bestehend aus den "Gesuchsunterlagen 

Teil 1, Grundlagen", wurde den gesetzlichen Vorschriften entsprechend öf-

fentlich aufgelegt. Auch wenn diese Unterlagen teilweise unvollständig  

oder inhaltlich mangelhaft waren und nachträglich ergänzt werden muss-

ten, so war es den Beschwerdeführenden schon anhand der öffentlich auf-

gelegten Unterlagen ohne Weiteres möglich, sich von der projektierten An-

lage ein umfassendes Bild zu machen und sich dagegen sachgerecht zur 

Wehr zu setzen.  

Gestützt auf den allgemeinen Untersuchungsgrundsatz von Art. 12 VwVG 

und in Übereinstimmung mit Art. 11 Abs. 2 SebG und Art. 11 Abs. 5 SebV 

war die Vorinstanz sodann befugt, während des laufenden Verfahrens er-

gänzende Unterlagen, so u.a. betreffend Lärm und Gewässerschutz, von 

der Beschwerdegegnerin einzufordern. Das diente der Sachverhaltsabklä-

rung sowie der Verbesserung des Projekts und ist bei komplexen Verfahren 

wie dem vorliegenden üblich. Es kann davon ausgegangen werden, dass 

die von der Beschwerdegegnerin nachgereichten Unterlagen keine we-

sentlichen Projektänderungen betrafen, die gegebenenfalls eine erneute 

öffentliche Auflage erfordert hätte. Da die Vorinstanz diese Unterlagen je-

weils den entsprechenden Fachbehörden vorgelegt und den Beschwerde-

führenden das rechtliche Gehör gewährt hat, wurden die verfahrensrecht-

A-2700/2018, A-2735/2018 und A-2739/2018 

Seite 23 

lichen Vorgaben gewahrt. Den Beschwerdeführenden ist kein Verfahrens-

nachteil dadurch entstanden. Nichtdestotrotz bleibt an dieser Stelle kritisch 

anzumerken, dass es das vorinstanzliche Verfahren deutlich vereinfacht 

und beschleunigt hätte, wenn die Beschwerdegegnerin bereits von Anfang 

an ein vollständig dokumentiertes Gesuch eingereicht hätte.  

10.5 Die "Gesuchsunterlagen Teil 2, Sicherheitstechnik" wurde erst am 

4. Dezember 2015 eingereicht und bildeten nicht Bestandteil der öffentli-

chen Planauflage. Das Vorgehen entspricht der ständigen vorinstanzlichen 

Praxis (vgl. Merkblatt 1 S. 2, Richtlinie 1 S. 16). Die Beschwerdeführerin 1 

zweifelt an, dass diese Praxis verordnungskonform ist.  

Nach dem Wortlaut der Verordnung sind die Unterlagen betreffend Sicher-

heit nach Anhang 1 SebV mit dem Plangenehmigungsgesuch einzureichen 

(Art. 11 Abs. 1 Bst. a SebV). Zur Beurteilung der Sicherheit differenziert 

Anhang 1 SebV zwischen Unterlagen, die mit dem Plangenehmigungsge-

such (Abs. 1 Ziff. 1-14), und Unterlagen, die spätestens zwei Monate vor 

Erteilung der Plangenehmigung (Abs. 2 Ziff. 1-3), einzureichen sind. Dies-

bezüglich sind somit in der SebV selbst ungleiche zeitliche Vorgaben zu 

finden. Wie es sich damit verhält, braucht vorliegend indes nicht abschlies-

send geklärt zu werden. Selbst wenn in Bezug auf die Unterlagen zur Si-

cherheitstechnik von einer unvollständigen Planauflage auszugehen wäre, 

wäre dieser Verfahrensmangel nicht als schwerwiegend zu betrachten. 

Während des Plangenehmigungsverfahrens hatte die Beschwerdeführe-

rin 1 die Gelegenheit, diese Unterlagen nachträglich einzusehen und ihr 

Anspruch auf rechtliches Gehör wurde gewahrt. Dennoch hat sie keine Rü-

gen in Bezug auf die Sicherheitstechnik erhoben. Es ist nicht ersichtlich, 

dass ihr durch diesen allfälligen Mangel der öffentlichen Planauflage ein 

Verfahrensnachteil erwachsen wäre.  

10.6 Soweit die Beschwerdeführenden sich für die Beschwerdemöglichkeit 

von Dritten einsetzen wollen, sind sie nicht zu hören. Allein die theoretische 

Möglichkeit, dass bei einer erneuten öffentlichen Planauflage zusätzlicher 

Unterlagen eventuell weitere Einsprachen eingegangen wären und sich 

durch diese breitere Opposition gegen das Projekt allenfalls ihre eigene 

Stellung im Verfahren verbessert hätte, stellt kein hinreichendes schutz-

würdiges Interesse im Sinne von Art. 48 VwVG dar (vgl. Urteil des BVGer 

A-1813/2009 vom 21. September 2011 E. 9.7 mit Hinweisen).  

  

A-2700/2018, A-2735/2018 und A-2739/2018 

Seite 24 

Verfahrenskoordination im Rahmen der Plangenehmigung 

11.  

11.1 Von der Beschwerdeführerin 1 wird geltend gemacht, die vorliegende 

Plangenehmigung der Seilbahn sei mit der Planung und Genehmigung der 

Arealüberbauung Signal zu koordinieren. Eine Zweiteilung des Projekts sei 

nicht statthaft. Ergänzend beanstandet sie, gemäss regionalem Richtplan 

müsse vor Genehmigung der Seilbahn ein generelles Konzept für das Ge-

samtgebiet St. Moritz Bad sowie ein Konzept für den Standort der Talsta-

tion vorliegen, was noch nicht der Fall sei. Die Beschwerdeführenden 2 

und 3 rügen zudem, die Vorinstanz habe die Grundwasserwärmenutzung 

zur Beheizung der Talstation bewilligt, obwohl der Energienachweis und 

die kommunale wasserbaurechtliche Konzession noch ausstehend seien. 

Werde diese Konzession nicht erteilt, dann verändere sich die gesamte 

Konzeption der Talstation. 

11.2 Die Vorinstanz vertritt in der Vernehmlassung den Standpunkt, dass 

eine Zweiteilung des Projekts vorliegend zulässig sei. Die erforderlichen 

richtplanerischen Grundlagen für die Ersatzanlage seien vorhanden. Auch 

hinsichtlich des Energienachweises und der kommunalen wasserbaurecht-

lichen Konzession erweise sich die angefochtene Verfügung als korrekt. 

11.3 Die Beschwerdegegnerin stützt die Auffassung der Vorinstanz.  

11.4  

11.4.1 Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung muss die Rechtsan-

wendung materiell koordiniert – mithin inhaltlich abgestimmt – erfolgen, 

wenn für die Verwirklichung eines Vorhabens verschiedene materiellrecht-

liche Vorschriften anzuwenden sind und zwischen diesen Vorschriften ein 

derart enger Sachzusammenhang besteht, dass sie nicht getrennt und un-

abhängig voneinander angewendet werden dürfen. In solchen Fällen ist die 

Anwendung des materiellen Rechts überdies in formeller, verfahrensmäs-

siger Hinsicht in geeigneter Weise zu koordinieren (vgl. BGE 137 II 182 

E. 3.7.4.1, 117 Ib 35 E. 3e; Urteil des BGer 2C_975/2019 vom 27. Mai 2020 

E. 4.5.2; Urteil des BVGer A-5705/2018 vom 6. Februar 2020 E. 4.2; DAVID 

DUSSY, Fachhandbuch Baurecht, Rz. 7.27; je mit Hinweisen).  

11.4.2 Das hier strittige Seilbahnprojekt bildet die erste Bauetappe eines 

Gesamtprojekts. Die Arealüberbauung Signal, welche neben der Talstation 

A-2700/2018, A-2735/2018 und A-2739/2018 

Seite 25 

in einer zweiten Bauetappe eine neue Gesamtüberbauung für Läden, be-

wirtschaftete Wohnungen sowie für ein Hotel und eine Tiefgarage vorsieht, 

unterliegt nicht dem bundesrechtlichen Plangenehmigungsverfahren, da 

sie nicht überwiegend dem Betrieb der Seilbahn dient (vgl. Art. 10 SebG). 

Für die Bewilligung der Arealüberbauung Signal ist die Vorinstanz nicht zu-

ständig.  

Die geplante Kabinenbahn dient als Ersatzanlage und ist in baulicher und 

betrieblicher Hinsicht so ausgerichtet, dass sie auch ohne Arealüber- 

bauung Signal realisiert sowie zweckmässig betrieben werden kann. Der 

Betrieb der Seilbahn könnte zwar durchaus von der zukünftigen Gesamt-

überbauung profitieren, ist aber nicht zwingend darauf angewiesen. Wäh-

rend das Seilbahnprojekt Planungsreife aufweist, ist dies bei der Arealüber-

bauung Signal nicht der Fall. Für diese plant die Gemeinde, eine Spezial-

zone "Signal" mittels Ortsplanrevision auszuscheiden. Es steht – soweit 

ersichtlich – noch nicht fest, wann diese Teilrevision der Ortsplanung durch-

geführt wird. Weder die planerischen Grundlagen für die Arealüberbauung 

Signal noch ein entsprechend konkretes Ausführungsprojekt liegen vor. 

Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführenden kann somit von einer ra-

schen Realisierung der zweiten Bauetappe nicht gesprochen werden. Zum 

jetzigen Zeitpunkt erscheint es vielmehr ungewiss, ob, wann und in welcher 

Form diese ausgeführt wird. Bei dieser Ausgangslage fehlt es für eine wei-

tergehende Koordination an einem hinreichend engen sachlichen Zusam-

menhang zwischen den beiden Bauetappen.  

11.4.3 Im regionalen Richtplan Oberengadin ist der Bereich der Talstation 

als „Entwicklungsstandort Bergbahnen" definiert. Als Grundlage für die wei-

tere Entwicklung soll ein generelles Konzept für das Gesamtgebiet St. Mo-

ritz Bad erstellt werden mit einer Abstimmung zu den weiteren touristischen 

Einrichtungen, der Ausstattung und dem gebietsbezogenen Verkehr. Des 

Weiteren soll ein Konzept für den Standort der Talstation Signalbahn erar-

beitet werden mit Angaben zur Nutzung (inklusive Mantelnutzung), Er-

schliessung, Bebauung und Etappierung (Objekt 11.SW.06, Siedlung, Re-

gionaler Richtplan Oberengadin, genehmigt von der Regierung des Kan-

tons Graubünden am 18. Dezember 2012 [RB Nr. 1200], abrufbar unter 

<www.richtplan.gr.ch>, besucht am 17. August 2020). Die beiden vom re-

gionalen Richtplan vorgesehenen Konzepte zum Gesamtgebiet St. Moritz 

Bad und zum Standort der Talstation, auf die sich die Beschwerdeführerin 1 

beruft, liegen – soweit ersichtlich – noch nicht vollständig vor.  

A-2700/2018, A-2735/2018 und A-2739/2018 

Seite 26 

An dieser Stelle ist wiederum darauf hinzuweisen, dass die Arealüberbau-

ung Signal nicht Gegenstand des vorliegenden Plangenehmigungsverfah-

rens bildet. In der Vernehmlassung führt die Vorinstanz ergänzend aus, 

dass der bestehende Standort der Talstation als Ausgangslage den weite-

ren Konzepten zugrunde gelegt und die zukünftige räumliche Planung des 

Gebiets darauf ausgerichtet wird. Die Annahme der Vorinstanz, dass jene 

noch ausstehenden Konzepte zu keiner anderen raumplanerischen Ge-

samtsicht des hier strittigen Projekts führen werden, erscheint realistisch 

und wird von der Beschwerdeführerin 1 auch nicht substantiiert entkräftet. 

Das vorinstanzliche Vorgehen ist daher nicht zu beanstanden.  

11.4.4 Die projektierte Heizung der Talstation mittels Grundwasserwärme-

nutzung ist ein Bestandteil des Seilbahnprojekts. Die Vorinstanz hat die 

Gebäudeheizung beurteilt und der Beschwerdegegnerin eine gewässer-

schutzrechtliche Bewilligung unter Auflagen und Bedingungen erteilt (Dis-

positiv Ziffer 4.5 der angefochtenen Verfügung; vgl. Art. 19 Abs. 2 des Ge-

wässerschutzgesetzes vom 24. Januar 1991 [GSchG, SR 814.20]). Aus-

stehend ist der Energienachweis über die Gebäudeheizung sowie die kom-

munale wasserbaurechtliche Konzession (vgl. Art. 76 Abs. 4 BV), was von 

den Beschwerdeführenden 2 und 3 gerügt wird.  

In der angefochtenen Verfügung ist die Vorinstanz ihrer Koordinations-

pflicht hinreichend nachgekommen, indem sie die Beschwerdegegnerin 

u.a. dazu verpflichtet hat, die kommunale wasserbaurechtliche Konzession 

vor Baubeginn einzuholen. Auf diese Weise ist sichergestellt, dass die An-

lage für die Grundwasserwärmenutzung erst dann erstellt wird, wenn auch 

die kommunale Konzession hierfür vorliegt. Eine weitergehende Koordina-

tion ist im vorliegenden Fall nicht gefordert. Sollte der Beschwerdegegnerin 

die kommunale wasserbaurechtliche Konzession verweigert werden, 

stünde es ihr gemäss den zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz im-

mer noch offen, ein Bewilligungsgesuch für eine andere Heizung einzu-

reichen (so z.B. für den von der Beschwerdegegnerin ebenfalls in Betracht 

gezogene Anschluss an das Fernwärmenetz von St. Moritz). Dass die In-

stallation einer anderen Heizung eine Änderung der Gesamtkonzeption der 

Talstation erfordere, wie dies die Beschwerdeführenden 2 und 3 vorbrin-

gen, leuchtet nicht ein und wird auch von der Vorinstanz in der Vernehm-

lassung verneint. Eine Verletzung der Koordinationspflicht im Plangeneh-

migungsverfahren ist daher nicht erkennbar. 

  

A-2700/2018, A-2735/2018 und A-2739/2018 

Seite 27 

Auflage betreffend Nachweis zur Behindertengerechtigkeit  

12.  

12.1 Die Beschwerdeführerin 1 rügt, die Vorinstanz hätte vor Erlass der 

angefochtenen Verfügung prüfen müssen, ob die Seilbahn behindertenge-

recht geplant sei. Eine blosse Auflage, dass der Nachweis durch die Be-

schwerdegegnerin noch zu erbringen sei, genüge der Prüfpflicht nicht. Ge-

mäss klarer Verordnungsbestimmung seien die Unterlagen zur Behinder-

tengerechtigkeit der Seilbahn mit dem Plangenehmigungsgesuch einzu-

reichen. Das solle beispielsweise auch Behindertenorganisationen ermög-

lichen, Beschwerde gegen die Verfügung zu erheben.  

12.2 Die Vorinstanz entgegnet in der Vernehmlassung, aus den Gesuchs-

unterlagen der Beschwerdegegnerin sei klar erkennbar, dass die Seilbahn 

behindertengerecht erstellt werden soll. Aus praktischen Gründen könne 

erst nach der Bauvollendung bestätigt werden, dass die massgebenden 

Vorgaben eingehalten würden. Dies entspreche der gängigen Praxis bei 

der Nachweisführung über das behindertengerechte Bauen.  

12.3 Die Beschwerdegegnerin erklärt, aus den Planunterlagen gehe her-

vor, dass die Seilbahn behindertengerecht erstellt werde. So sei u.a. jedes 

Geschoss der Talstation durch einen behindertengerechten Lift erreichbar 

und auch die Gondeln seien rollstuhlgängig. 

12.4  

12.4.1 Eine Auflage gehört zu den Nebenbestimmungen einer Verfügung. 

Sie ist die mit einer Verfügung verbundene zusätzliche Verpflichtung zu ei-

nem Tun, Dulden oder Unterlassen. Wird der Auflage nicht nachgelebt, so 

berührt das nicht die Gültigkeit der Verfügung an sich, aber das Gemein-

wesen kann die Auflage mit hoheitlichem Zwang durchsetzen (vgl. HÄFE-

LIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 919 ff.). Im öffentlichen Baurecht sind 

Nebenbestimmungen häufig anzutreffen. Neben der Behebung von beste-

henden Mängeln werden Nebenbestimmungen auch präventiv zur Einhal-

tung des rechtmässigen Zustands eingesetzt (STALDER/TSCHIRKY, Fach-

buch Baurecht, Rz. 2.36 f.). Nach der allgemeinen Rechtsprechung des 

Bundesgerichts können durch Nebenbestimmungen lediglich untergeord-

nete Mängel eines Baugesuchs behoben werden (vgl. Urteil des BGer 

1C_476/2016 vom 9. März 2017 E. 2.4 mit Hinweisen). 

A-2700/2018, A-2735/2018 und A-2739/2018 

Seite 28 

12.4.2 Für Seilbahnen, die wie im vorliegenden Fall über mehr als acht 

Plätze pro Transporteinheit verfügen, sind die Unterlagen betreffend die 

Behindertengerechtigkeit der Anlage zusammen mit der Plangenehmigung 

einzureichen (Art. 11 Abs. 1 Bst. b SebV). In Dispositiv Ziff. 3.2.7 der ange-

fochtenen Verfügung wird die Beschwerdegegnerin mittels Auflage dazu 

verpflichtet, den Nachweis zur Behindertengerechtigkeit der Seilbahn im 

Rahmen des Sicherheitsnachweises für die Betriebsbewilligung zu erbrin-

gen. Dieses Vorgehen entspricht der allgemeinen Praxis der Vorinstanz 

(vgl. Richtlinie 1, S. 57). Von der Beschwerdeführerin 1 wird bestritten, 

dass diese Praxis rechtskonform ist und den Rechtsschutz ausreichend 

wahrt.  

Die Gesuchsunterlagen der Beschwerdegegnerin enthalten vorliegend die 

grundlegenden Angaben zur Behindertengerechtigkeit der Anlage. So 

ergibt sich beispielsweise aus den öffentlich aufgelegten Plänen, dass die 

Seilbahn in der Talstation über eine Rolltreppe wie auch über einen Lift 

zugänglich ist. Die hier strittige Auflage gilt es sodann im Gesamtzusam-

menhang zu den entsprechenden materiellen Erwägungen der Vorinstanz 

zu sehen. Im Rahmen der materiellen Prüfung erwog sie, dass die gesetz-

lichen und normativen Vorgaben betreffend die behindertengerechte Aus-

führung der Baute umfassend berücksichtigt werde. Im Projekt seien die 

entsprechenden Massnahmen für den barrierefreien Zugang vorgesehen 

(z.B. Rolltreppen, Liftanlagen, Level-walk-in). Anhaltspunkte, die diese vor-

instanzliche Beurteilung widerlegen könnten, ergeben sich nicht aus den 

Akten und werden von der Beschwerdeführerin 1 auch nicht substantiiert 

geltend gemacht. Daraus lässt sich schliessen, dass die Beschwerdegeg-

nerin die massgebenden Vorgaben zur Behindertengerechtigkeit der Seil-

bahn grundsätzlich einhalten kann und die erlassene Auflage allein Detail-

fragen zur behindertengerechten Ausgestaltung betrifft, die von der Be-

schwerdegegnerin noch auszuarbeiten und zu optimieren sind oder über-

haupt erst nach Erstellung der Anlage geklärt werden können. Bei den Ge-

gebenheiten des konkreten Falls durfte die Vorinstanz nach erfolgter ma-

terieller Prüfung sich darauf beschränken, den erforderlichen Nachweis 

mittels Auflage zu verfügen.  

  

A-2700/2018, A-2735/2018 und A-2739/2018 

Seite 29 

Umweltverträglichkeitsbericht 

13.  

13.1 Die Beschwerdeführenden erachten den Umweltverträglichkeits- 

bericht als ungenügend. Im Hinblick auf eine gesamthafte Prüfung der Um-

weltauswirkungen sei es nicht zulässig, dass die Beschwerdegegnerin den 

Umweltverträglichkeitsbericht während des Plangenehmigungsverfahrens 

mehrfach ergänzt habe. Zudem sei er nach wie vor unvollständig, da darin 

die Umweltauswirkungen der geplanten Arealüberbauung Signal sowie 

mögliche Alternativen zum Projekt nicht enthalten seien.  

13.2 Die Vorinstanz, das BAFU sowie die Beschwerdegegnerin äussern 

sich zu den vorgebrachten Rügen der Beschwerdeführenden im Einzelnen 

und erachten diese übereinstimmend als unbegründet.  

14.  

14.1 Wer eine Anlage, die der Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) unter-

steht, planen, errichten oder ändern will, muss der zuständigen Behörde 

einen Umweltverträglichkeitsbericht (UVB) unterbreiten. Dieser bildet die 

Grundlage der UVP und hat entsprechend alle Angaben zu enthalten, die 

zur Prüfung des Vorhabens nach den Vorschriften über den Schutz der 

Umwelt notwendig sind (Art. 10b Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 7. Ok-

tober 1983 über den Umweltschutz [USG, SR 814.01]). Er umfasst nach 

Art. 10b Abs. 2 USG folgende Punkte: den Ausgangszustand (Bst. a), das 

Vorhaben, einschliesslich der vorgesehenen Massnahmen zum Schutze 

der Umwelt und für den Katastrophenfall, sowie einen Überblick über die 

wichtigsten allenfalls vom Gesuchsteller geprüften Alternativen (Bst. b) und 

die voraussichtlich verbleibende Belastung der Umwelt (Bst. c). Nachträg-

liche Ergänzungen eines UVB sind nach der Rechtsprechung nicht ausge-

schlossen, solange die gesamthafte und koordinierte Beurteilung im Sinne 

von Art. 8 USG sichergestellt ist und der der Beurteilung zu Grunde gelegte 

Sachverhalt den aktuellen Verhältnissen entspricht (vgl. Urteil des BVGer 

A-2016/2006 vom 2. Juli 2008 E. 7.5 mit Hinweisen).  

14.2 Das Prinzip der ganzheitlichen Betrachtungsweise gemäss Art. 8 

USG fordert eine gesamthafte Beurteilung aller Anlagen, die aufgrund ihres 

räumlichen, zeitlichen und funktionalen Zusammenhangs als Gesamtan-

lage erscheinen. Die UVP-Pflicht hat sich deshalb auf alle Teile zu erstre-

cken, die zusammen eine Gesamtanlage in diesem Sinne bilden. Für die 

Frage des Umfangs einer UVP ist ein funktionaler Zusammenhang dann 

A-2700/2018, A-2735/2018 und A-2739/2018 

Seite 30 

zu bejahen, wenn sich einzelne Projekte derart ergänzen oder ergänzen 

können, dass sie als betriebliche Einheit zu betrachten sind. In zeitlicher 

Hinsicht sind in die Prüfung der Umweltverträglichkeit alle Teilvorhaben ein-

zubeziehen, die in relativ rasch aufeinander folgenden Etappen verwirklicht 

werden sollen. Ein einzelnes Vorhaben darf jedoch gemäss bundesgericht-

licher Rechtsprechung dann isoliert beurteilt werden, wenn dessen allei-

nige Verwirklichung zweckmässig erscheint und gleichzeitig die Ausfüh-

rung weiterer damit zusammenhängender Projekte ungewiss ist. In diesem 

Fall sind bei der späteren Beurteilung weiterer Vorhaben die Umweltaus-

wirkungen der bereits realisierten Anlage einzubeziehen (vgl. zum Ganzen 

BGE 146 II 36 E. 3; Urteil des BGer 1C_467/2018 vom 3. Mai 2019 E. 4.3; 

ALAIN GRIFFEL, Umweltrecht in a nutshell, 2. Aufl. 2019, S. 57 f., GRIF-

FEL/RAUSCH, Kommentar zum USG, Ergänzungsband zur 2. Aufl., 2011, 

Art. 10a Rz. 23 [nachfolgend: Ergänzungsband Kommentar USG]; je mit 

Hinweisen).  

14.3 Bei öffentlichen und konzessionierten privaten Anlagen, die der UVP 

unterliegen, verlangte ursprünglich aArt. 9 Abs. 4 USG eine Begründung 

des Vorhabens, was grundsätzlich die Prüfung von Alternativen erforderte. 

Diese Bestimmung wurde am 20. Dezember 2006 aufgehoben (AS 2007 

2701). Aufgrund des Bundesbeschlusses vom 27. September 2013 über 

die Genehmigung und Umsetzung der Aarhus-Konvention und von deren 

Änderung (AS 2014 1021) trat per 1. Juni 2014 die aktuelle Fassung von 

Art. 10 Abs. 2 Bst. b USG in Kraft, wonach ein Überblick über die wichtigs-

ten allenfalls vom Gesuchsteller geprüften Alternativen im UVB zu erfassen 

sind. In den Materialien wird hierzu ausgeführt, dass die neue Bestimmung 

den Gesuchsteller nicht verpflichtet, Alternativen zu prüfen. Soweit er dies 

jedoch tut oder aufgrund anderer Vorschriften tun muss, hat er einen Über-

blick über die wichtigsten von ihm geprüften Alternativen in den UVB zu 

integrieren (Botschaft vom 28. März 2012 zur Genehmigung und Umset-

zung der Aarhus-Konvention und von deren Änderung, BBl 2012 4349; vgl. 

PETER M. KELLER, Anmerkung der Redaktion zum Urteil des BGer 

1C_648/2013 vom 4. Februar 2014, Umweltrecht in der Praxis [URP] 

3/2014 S. 314 f.; vgl. auch DANIELA THURNHERR, Fachhandbuch Baurecht, 

Rz. 7.192, GRIFFEL/RAUSCH, Ergänzungsband Kommentar USG, Vorbe-

merkungen zu Art. 10a-10d Rz. 63 und Art. 10b Rz. 15f., RAUSCH/KELLER 

in: Vereinigung für Umweltrecht [VUR]/Keller [Hrsg.], Kommentar zum Um-

weltschutzgesetz, 2. Aufl. 2004, Stand 2001, Art. 9 Rz. 88 ff. [nachfolgend: 

Kommentar USG]). Nach materiellem Recht sind Alternativen u.a. dann zu 

prüfen, wenn das Gesetz oder die Verordnung die Standortgebundenheit 

eines Vorhabens verlangt (z.B. Art. 5 Abs. 2 Bst. a des Bundesgesetzes 

A-2700/2018, A-2735/2018 und A-2739/2018 

Seite 31 

vom 4. Oktober 1991 über den Wald [Waldgesetz, WaG, SR 921.0]) oder 

eine umfassende Interessenabwägung voraussetzt (z.B. Art. 3 des Bun-

desgesetzes vom 1. Juli 1966 über den Natur- und Heimatschutz [NHG, 

SR 451], vgl. BGE 137 II 266 E. 4, 136 II 214 E. 2.2; Urteil des BGer 

1C_528/2018 vom 17. Oktober 2019 E. 4.1; BVGE 2016/35 E. 6.2.2; KEL-

LER, a.a.O., S. 314, NINA DAJCAR, Fachhandbuch Baurecht, Rz. 4.103 und 

4.182; je mit Hinweisen). 

15.  

15.1 Es ist unstrittig, dass die Erstellung der vorliegenden Seilbahn der 

UVP-Pflicht unterliegt (Ziff. 60.1 des Anhangs der Verordnung vom 19. Ok-

tober 1988 über die Umweltverträglichkeitsprüfung [UVPV, SR 814.011]). 

Mit den Gesuchsunterlagen hat die Beschwerdegegnerin entsprechend ei-

nen UVB vom 22. Mai 2015 zur Talstation sowie einen UVB vom 21. Mai 

2015 zur Strecke/Bergstation eingereicht. Soweit es im Verlaufe des vor-

instanzlichen Verfahrens zu mehreren Ergänzungen des UVB vor allem in 

den Bereichen Lärm und Gewässerschutz kam, waren diese statthaft. Die 

Ergänzungen betrafen spezifische Sachverhaltsabklärungen sowie zusätz-

liche Schutzmassnahmen und wurden dem BAFU als Fachbehörde jeweils 

zur erneuten Beurteilung vorgelegt. Vorliegend besteht kein Anlass zur An-

nahme, dass infolge dieser Ergänzungen eine aktuelle und ganzheitliche 

Betrachtungsweise im Sinne von Art. 8 USG nicht gewährleistet ist. Viel-

mehr ermöglichten diese gerade eine präzisere Beurteilung sowie Begren-

zung der zu erwartenden Umweltauswirkungen.  

15.2 Der UVB zur Talstation nimmt verschiedentlich auf die spätere Areal-

überbauung Signal Bezug, ohne jedoch deren Umweltauswirkungen ge-

samthaft zu prüfen. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführenden 

ist es nicht angezeigt, den Prüfgegenstand des UVB auf die Arealüberbau-

ung Signal auszuweiten. Es wurde eingangs bereits ausgeführt, dass der 

projektierten Ersatzanlage eine eigeständige Bedeutung zukommt. Die Ka-

binenbahn ist in baulicher und betrieblicher Hinsicht so ausgestaltet, dass 

sie auch ohne Arealüberbauung Signal realisiert sowie zweckmässig be-

trieben werden kann. Während das Seilbahnprojekt Planungsreife auf-

weist, ist noch offen, wann die planerischen Grundlagen sowie ein konkre-

tes Ausführungsprojekt für die Arealüberbauung Signal vorliegen werden 

(vgl. vorstehend E. 11.4.2). In Übereinstimmung mit der bestehenden 

Rechtsprechung sowie der Fachmeinung des BAFU durfte die Beschwer-

degegnerin davon absehen, das weitere Vorhaben der Arealüberbauung 

Signal im UVB zu erfassen.  

A-2700/2018, A-2735/2018 und A-2739/2018 

Seite 32 

15.3 Näher einzugehen bleibt auf die Rüge der Beschwerdeführenden, der 

von der Beschwerdegegnerin eingereichte UVB enthalte keine Angaben 

über geprüfte Alternativen zur Kabinenbahn.  

Für die Errichtung der projektierten Kabinenbahn bedarf es u.a. einer Ro-

dungsbewilligung, womit sich die Frage der Standortgebundenheit der An-

lage nach Art. 5 Abs. 2 WaG stellt. Schon aufgrund des Rodungsgesuchs 

ist eine umfassende Prüfung von Alternativen nach materiellem Recht er-

forderlich. Entsprechend hätte diese Prüfung nach Art. 10b Abs. 2 Bst. b 

USG Eingang in den UVB finden müssen. Auch bei einer Ersatzanlage wie 

im vorliegenden Fall kann nicht von vorherein ausgeschlossen werden, 

dass die Umweltauswirkungen z.B. mit einer geänderten Linienführung  

oder mit einem anderen Luftseilbahnsystem massgeblich begrenzt werden 

könnten. Die Beschwerdegegnerin durfte daher im UVB auf eine sorgfäl-

tige Variantenprüfung gemäss materiellem Recht nicht verzichten.  

Der von den Beschwerdeführenden erhobene Einwand, der UVB sei mit 

Blick auf die erforderliche Variantenprüfung inhaltlich unvollständig, erweist 

sich insofern als berechtigt. Wie sich jedoch aus der nachfolgenden Erwä-

gungen ergibt, führt dieser Mangel im vorliegenden Fall nicht zur einer Auf-

hebung der angefochtenen Verfügung. 

Variantenprüfung Kabinenbahn 

16.  

16.1 In der Hauptsache rügen die Beschwerdeführenden die von der Vor-

instanz vorgenommene Variantenprüfung als ungenügend und fehlerhaft. 

Konkret sind sie der Auffassung, eine Modernisierung der bestehenden An-

lage oder dann die Errichtung einer Pendelbahn oder 3S-Bahn sei aus 

landschafts- und umweltschutzrechtlicher Sicht vorteilhafter als die projek-

tierte Kabinenbahn und erfülle den Zweck des Projekts – nämlich die Er-

schliessung des Gebiets Corviglia – gleichermassen. Bei einer Pendel-  

oder 3S-Bahn seien keine zusätzlichen Waldrodungen erforderlich. Die Pri-

vatsphäre sei besser vor Einblicken geschützt und der Schattenwurf sowie 

die Lärmimmissionen der Bahn würden weniger störend ausfallen. 

16.2 Die Vorinstanz weist in der Vernehmlassung die Rügen der Beschwer-

deführenden als unbegründet zurück. Die Beschwerdegegnerin habe die 

entsprechenden Abklärungen zu einer Modernisierung der bestehenden 

Anlage sowie zur Systemwahl im Vorfeld vorgenommen und nachvollzieh-

bar dargelegt, weshalb eine Kabinenbahn zum Einsatz gelangen soll.  

A-2700/2018, A-2735/2018 und A-2739/2018 

Seite 33 

16.3 Die Beschwerdegegnerin legt im Wesentlichen dar, sie habe sich ge-

stützt auf eine umfangreiche Interessenabwägung für die Kabinenbahn 

entschieden. Eine Modernisierung der bestehenden Pendelbahn sei nicht 

möglich und eine neue Pendelbahn wäre nicht nur umweltbelastender, 

sondern würde auch für die Beschwerdeführenden grössere Emissionen 

mit sich bringen. Eine 3S-Bahn wäre überdimensioniert und hätte massive 

Landschaftseingriffe zur Folge. 

16.4 Das BAFU erachtet in seinem Fachbericht das Projekt als umwelt-

rechtskonform. Die Vorinstanz habe die Interessenabwägung unter Be-

rücksichtigung der gesamten Umstände korrekt vorgenommen. 

17.  

17.1 Die Plangenehmigung setzt eine umfassende Interessenabwägung 

durch die Genehmigungsbehörde voraus (vgl. Art. 9 Abs. 2 Bst. b SebG). 

Diese hat die im konkreten Fall relevanten und rechtlich anerkannten Inte-

ressen zu ermitteln, zu beurteilen und so zu optimieren, dass sie in Berück-

sichtigung ihrer Beurteilung möglichst umfassend zur Geltung kommen 

(vgl. TSCHANNEN/ZIMMERLI/MÜLLER, Allgemeines Verwaltungsrecht, 4. Aufl. 

2014, § 26 Rz. 37). Regelt das Verfassungs- und Gesetzesrecht einzelne 

Aspekte der Interessenabwägung konkret, hat sie vorweg zu klären, ob das 

Vorhaben mit diesen Vorschriften vereinbar ist. Erst wenn dies zutrifft und 

das anwendbare Recht Entscheidungsspielräume belässt, hat sie die Ab-

wägung aller zu berücksichtigenden Interessen koordiniert durchzuführen 

(vgl. BGE 134 II 97 E. 3.1; Urteile des BGer 1C_595/2018 vom 24. März 

2020 E. 3.5 [zur Publikation vorgesehen] und 1C_39/2017 vom 13. Novem-

ber 2017 E. 4.1; BVGE 2016/35 E. 3.4).  

17.2 Im Rahmen der Gesuchsprüfung hat die Genehmigungsbehörde u.a. 

die verschiedenen Einwände gegen das Projekt und alle zur Diskussion 

gestellten Varianten zu beurteilen. Der Vergleich verschiedener Lösungen 

ist allerdings nur dann angezeigt, wenn die einander gegenübergestellten 

Varianten echte Alternativen, d.h. realistisch und einigermassen ausgereift 

sind. Auch müssen nicht alle in Betracht kommenden Alternativen im Detail 

projektiert sein. So dürfen insbesondere Varianten, die mit erheblichen 

Nachteilen belastet sind, schon nach einer ersten summarischen Prüfung 

aus dem Auswahlverfahren ausscheiden. Von der Genehmigungsbehörde 

kann nicht verlangt werden, dass sie neue Varianten hinzuzieht, es sei 

denn, die Prüfung der Gesuchstellerin sei nicht umfassend gewesen oder 

es seien Lösungen mit offensichtlichen Vorteilen erkennbar. Liegen solche 

A-2700/2018, A-2735/2018 und A-2739/2018 

Seite 34 

Lösungen nicht auf der Hand, ist es Sache der Betroffenen, also z.B. von 

Einsprechenden, entsprechende Anregungen zu machen; Alternativvor-

schläge sind dabei möglichst genau und umfassend vorzubringen. Kommt 

die Genehmigungsbehörde ihren Prüfungspflichten nicht nach und zieht 

sie im Plangenehmigungsverfahren trotz alternativer Vorschläge der Ein-

sprechenden keine Alternativen in Betracht, so liegt eine fehlerhafte Inte-

ressenabwägung und damit ein Rechtsfehler vor (vgl. zum Ganzen BGE 

139 II 499 E. 7.3.1; Urteil des BGer 1C_528/2018 vom 17. Oktober 2019 

E. 4.1; BVGE 2016/35 E. 3.4, 2016/13 E. 8; Urteile des BVGer 

A-1251/2012 vom 15. Januar 2014 E. 27.2 f. und A-1813/2009 vom 

21. September 2011 E. 12.3). 

18.  

18.1 Wie bereits im Zusammenhang mit der Erteilung der Personenbeför-

derungskonzession dargelegt, kommt vorliegend eine Modernisierung der 

bestehenden Pendelbahn, wie dies als hauptsächliche Alternative in der 

Einsprache der Beschwerdeführerin 1 geltend gemacht wird, schon aus 

technischen Gründen nicht ernsthaft in Frage. Auf die Erwägungen kann 

an dieser Stelle verwiesen werden (vgl. vorstehend E. 8.2).  

Was die Ersatzanlage betrifft, so befasst sich die angefochtene Verfügung 

im Rahmen der Gesuchsprüfung sowie aufgrund der Einsprachen der Be-

schwerdeführenden mit den folgenden drei Luftseilbahnsystemen:  

- Bei der von der Beschwerdegegnerin projektierten Kabinenbahn han-

delt es sich um eine Umlaufbahn mit bis zu 31 Kabinen im Anfangsaus-

bau und bis zu 41 Kabinen im Endausbau, welche jeweils 10 Personen 

Platz bietet. Hinsichtlich der Anzahl der Kabinen sind im Betrieb Bestü-

ckungsgrade von 25%, 50%, 75% sowie 100% möglich.  

- Im Gegensatz zu einer Kabinenbahn würden bei der Alternative einer 

neuen Pendelbahn weiterhin zwei Grosskabinen zwischen den Statio-

nen verkehren. Die beiden Grosskabinen könnten jeweils 100 Perso-

nen Platz bieten, sollte sich die Förderkapazität an der bestehenden 

Pendelbahn orientieren. Diese Alternative wurde einspracheweise vor-

rangig von den Beschwerdeführenden 2 und 3 eingebracht. Die Be-

schwerdeführerin 1 spricht sich zwar nicht ausdrücklich dafür aus, 

macht aber in der Eventualbegründung ihrer Einsprache geltend, auch 

bei einer Modernisierung der Pendelbahn könne die von der Beschwer-

degegnerin angestrebte Kapazitätserhöhung erreicht werden. Da eine 

A-2700/2018, A-2735/2018 und A-2739/2018 

Seite 35 

solche Kapazitätserhöhung umfassende bauliche Anpassungen bedin-

gen würde, ist daraus zu schliessen, dass die Beschwerdeführerin 1 

sinngemäss eine neue Pendelbahn als bessere Alternative ebenfalls 

einfordert. 

- Bei der sog. 3S-Bahn schliesslich, welche die Beschwerdeführenden 2 

und 3 in der Beschwerde als weitere taugliche Alternative zum Aufla-

geprojekt ansehen, handelt es sich um eine Seilbahn im Umlaufbahn-

system, die ähnlich wie bei einer Pendelbahn grössere Kabinen er-

laubt.  

In der angefochtenen Verfügung hat die Vorinstanz das von der Beschwer-

degegnerin gewählte System einer Kabinenbahn bestätigt. Bei der Ge-

samtinteressenabwägung der alternativen Seilbahnsysteme sind vor allem 

die vorinstanzliche Beurteilung der betrieblichen Interessen, der Interessen 

des Natur- und Heimatschutzes und der Walderhaltung sowie der Eigen-

tumsinteressen strittig geblieben. Darauf ist nachfolgend im Einzelnen ein-

zugehen. 

18.2 Hinsichtlich der betrieblichen Interessen hat die Vorinstanz in der an-

gefochtenen Verfügung nachvollziehbar aufgezeigt, dass die Kabinenbahn 

eine leistungsstärkere und komfortablere Transportmöglichkeit in das Ski- 

und Wandergebiet Corviglia bieten kann als eine Pendelbahn oder eine 3S-

Bahn. Insbesondere ist als wichtiger Nachteil der beiden alternativen Seil-

bahnsysteme zu verzeichnen, dass die Grosskabinen keinen kontinuierli-

chen Transport von Fahrgästen ermöglichen und im Betrieb weniger flexi-

bel sind. Anders als bei einer Kabinenbahn wären die Kapazitäten starr und 

könnten nicht dem Bedarf z.B. bei Spitzentagen und bei Skirennen ange-

passt werden. Sie würden damit nicht im gleichen Masse den heutigen und 

auch zukünftigen Anforderungen an die touristische Beförderungsanlage 

gerecht, wie dies die Kabinenbahn vorliegend vermag. Die Vorinstanz hat 

diesen betrieblichen Nachteilen zu Recht ein erhebliches Gewicht beige-

messen, da es sich hier um eine Hauptzubringerbahn in ein Intensiverho-

lungsgebiet handelt.  

Was die Beschwerdeführenden gegen die vorinstanzliche Beurteilung der 

betrieblichen Interessen einwenden, vermag diese nicht zu widerlegen. Es 

ist zwar richtig, dass die von der Beschwerdegegnerin angestrebte Kapa-

zitätssteigerung mit einer Pendelbahn oder 3S-Bahn gleichermassen er-

reichbar wäre. Gemäss Einschätzung der Vorinstanz müsste wohl aber vor 

A-2700/2018, A-2735/2018 und A-2739/2018 

Seite 36 

allem eine solche Pendelbahn mit Doppelstockkabinen ausgestattet wer-

den, was sich – wie nachfolgend noch zu zeigen sein wird – wiederum als 

deutlicher Nachteil für den Landschaftsschutz erweisen würde. Soweit die 

Beschwerdeführenden ergänzend anführen, die von ihnen befürworteten 

Seilbahnsysteme würden eine höhere Fahrgeschwindigkeit und so eine 

kürzere Fahrzeit für die Passagiere erlauben, stünden dieser Zeitersparnis 

die systembedingt längeren Wartezeiten gegenüber, die es ebenfalls zu 

berücksichtigen gilt. Des Weiteren wird von der Vorinstanz in der Vernehm-

lassung bestätigt, dass eine Pendelbahn im Betrieb weniger Energie ver-

braucht als eine Kabinenbahn. Zugleich weist sie darauf hin, dass die Mög-

lichkeit der Teilbestückung einer Kabinenbahn energetisch vorteilhaft sei. 

Soweit die Beschwerdeführenden sich auf den geringeren Energiever-

brauch der alternativen Seilbahnsysteme berufen, erscheint dieser Aspekt 

bei den vorliegenden Gegebenheiten nicht ausschlaggebend, zumal eine 

Kabinenbahn bei geringem Passagieraufkommen mit weniger Gondeln 

und reduzierter Fahrgeschwindigkeit betrieben werden kann. Ferner ergibt 

sich nicht aus den Akten, dass das Auflageprojekt in Bezug auf die Wind-

stabilität als problematisch zu erachten wäre. Selbst wenn die beiden an-

deren Bahnsysteme, wie von Beschwerdeführenden vorgebracht, über 

eine bessere Windstabilität verfügen würden, so dürfte dies vorliegend 

nicht als wesentlicher Vorteil anzusehen sein, der den eingangs genannten 

betrieblichen Nachteil der Alternativvarianten ausgleichen könnte.  

Die Gesamtkosten der neuen Kabinenbahn belaufen sich auf ca. 35 Mio. 

Franken. Die Kosten einer neuen Pendelbahn werden von der Beschwer-

degegnerin auf 40 bis 50 Mio. Franken geschätzt. Die Kosten einer 3S-

Bahn dürfte nach der Beschwerdegegnerin nochmals höher liegen, wobei 

sie sich für ihre Schätzung ergänzend auf die Vergleichszahlen anderer 

Neuanlagen in Ischgl und Zermatt stützt. Die Beschwerdeführenden be-

streiten, dass die Alternativvarianten teurer wären und verweisen in ihrer 

Begründung auf die tieferen Erstellungskosten einer 3S-Bahn in Kitzbühl. 

Allein die von den Beschwerdeführenden angeführte Anlage in Kitzbühl 

vermag indes die Ausführungen der Beschwerdegegnerin zum konkreten 

Fall nicht zu widerlegen. Deren Annahme, dass sich die Alternativvarianten 

als voraussichtlich nachteilig hinsichtlich der Kosten erweisen würden, ist 

vielmehr nachvollziehbar. Im Übrigen bleibt anzumerken, dass die in der 

Beschwerdeantwort ergänzend angeführten Nachteile einer Pendelbahn 

oder 3S-Bahn nicht vollständig überzeugen. Von der Beschwerdegegnerin 

wird nicht schlüssig begründet und es ist auch nicht ersichtlich, weshalb 

diese Seilbahnsysteme in Bezug auf die erforderliche Behindertengerech-

A-2700/2018, A-2735/2018 und A-2739/2018 

Seite 37 

tigkeit der Anlage wesentliche Nachteile aufweisen sollten. Was den Wa-

rentransport betrifft, so ist zwar ein kontinuierlicher Warentransport nur bei 

einer Kabinenbahn möglich, wie von der Beschwerdegegnerin dargelegt. 

Dafür könnten bei einer Pendelbahn oder einer 3S-Bahn auch sperrige Wa-

ren oder grössere Warenmengen zusammen transportiert werden, wie dies 

die Beschwerdeführenden einwenden. Soweit der Aspekt des Warentrans-

ports bei der vorliegenden Bahn überhaupt von Bedeutung erscheint, dürf-

ten sich daher die betrieblichen Vor- resp. Nachteile der einzelnen Systeme 

wohl ungefähr die Waage halten.  

Hinsichtlich der betrieblichen Interessen ist zusammenfassend festzuhal-

ten, dass kein Grund besteht von der vorinstanzlichen Beurteilung abzu-

weichen. Im hier strittigen Fall weisen die beiden alternativen Seilbahnsys-

teme vor allem den wesentlichen betrieblichen Nachteil auf, dass sie keine 

kontinuierliche und betrieblich flexible Transportmöglichkeit in das Intensiv-

erholungsgebiet bieten können. 

18.3 Im Folgenden ist zu klären, wie es sich mit den Aspekten des Natur- 

und Heimatschutzes sowie der Walderhaltung verhält.  

Gemäss der angefochtenen Verfügung sind vom Bau der Kabinenbahn 

rund 4'000 m2 nach NHG schutzwürdige Flächen (vorwiegend Arven-Lär-

chenwälder, Zwergwachholder) betroffen. Es sind Rodungen im Umfang 

von insgesamt 1'580 m2 (608 m2 temporär und 972 m2 definitiv) vorgese-

hen. Auf drei Abschnitten des Trassees sind zudem Niederhaltungen in ei-

nem Korridor von ca. 18 m Breite und auf einer Fläche von insgesamt 

14'970 m2 geplant. Wie sich dem UVB zur Strecke/Bergstation entnehmen 

lässt, wird das Landschaftsbild im Bereich der Seilbahn durch den Arven-

Lärchenwald mit vereinzelten Villen sowie durch Bauten und Strassen von 

St. Moritz Bad im Gebiet der untersten beiden Stützen geprägt. Die heutige 

Pendelbahn, vor allem der markante Kubus der Bergstation und die hohe 

Seilführung mit der grossen Stütze, ist wahrnehmbar. Bei der projektierten 

Kabinenbahn erfährt das Landschaftsbild gemäss UVB durch den vorge-

sehenen Rückbau der Bergstation eine Aufwertung, da die neue Bergsta-

tion zwar weiterhin sichtbar ist, aber kleiner ausfällt und sich architekto-

nisch besser in das Landschaftsbild einfügt. Des Weiteren wird die heutige 

exponierte Stütze durch acht kleinere, aber teilweise gut sichtbare Stützen 

ersetzt. Während des Betriebs sind zudem die Gondeln dauerhaft sichtbar. 

Nach dem UVB tritt das Trassee nicht als Schneise in Erscheinung, da nur 

kleinräumige definitive Rodungen im Bereich der Stützen vorkommen und 

A-2700/2018, A-2735/2018 und A-2739/2018 

Seite 38 

das Niederhalteservitut streckenweise auch ausgewachsene Bäume zu-

lässt. Ein Flachmoor von regionaler Bedeutung wird durch die Seilführung 

wie bisher überspannt, ohne dass jedoch ein Eingriff in die Vegetation er-

folgt. lnventarobjekte des Natur- und Landschaftsschutzes werden nicht 

tangiert. Im UVB zur Talstation wird u.a. ausgeführt, dass mit der geplanten 

Talstation und der Arealüberbauung Signal das Ortsbild beim westlichen 

Ortseingang aufgewertet werden soll. Die Sichtbezüge zwischen den Tal-

seiten bleiben gewährleistet. Von der projektierten Talstation selbst, so der 

UVB, sind keine Waldflächen oder geschützte Lebensräume betroffen.  

Mangels Planungsreife sind die genauen Auswirkungen der beiden alter-

nativen Seilbahnsysteme nicht bekannt. Generell gilt gemäss den Ausfüh-

rungen der Vorinstanz, dass eine Pendelbahn und auch eine 3S-Bahn 

grössere Stationsgebäude und weniger, aber dafür massivere Masten er-

fordern als eine Kabinenbahn. Mit Blick auf den Landschaftsschutz ist fest-

zuhalten, dass die alternative Pendelbahn sowie die 3S-Bahn den Vorteil 

hätten, dass sie mit weniger Kabinen wie auch Stützen auskämen. Die sei-

tens der Beschwerdeführenden kritisierte Wirkung der Kabinenbahn, dass 

die Gondeln "einer Perlenkette gleich" während des Betriebs dauerhaft in 

der Landschaft sichtbar wären, könnte vermieden werden. Soweit die al-

ternativen Anlagen eine höhere Seilführung bei einer geringen Anzahl an 

Stützen erlauben, dürfte dies auch dem Wald und der nach NHG schutz-

würdigen Flächen zumindest teilweise zu Gute kommen. Diesen Vorteilen 

der Alternativvarianten stehen jedoch gewichtige Nachteile gegenüber. 

Sollte die Pendelbahn eine ähnliche Kapazität wie die projektierte Kabinen-

bahn erreichen, müsste sie nach der Einschätzung der Vorinstanz wohl mit 

Doppelstockkabinen ausgestattet werden. In diesem Fall müsste die 

Stütze, sofern eine einzelne überhaupt genügt, und auch die exponierte 

Bergstation erheblich grösser dimensioniert werden, was sich deutlich ne-

gativ im Landschaftsbild niederschlagen würde. Ähnliches dürfte auch für 

die Errichtung einer 3S-Bahn gelten, wobei diese laut Vorinstanz sicherlich 

zusätzliche Stützen benötigen würde.  

Selbst wenn bei einer neuen Pendelbahn auf eine Kapazitätssteigerung zu 

verzichten wäre, käme eine solche Ersatzanlage nicht ohne zusätzlichen 

Eingriff in die Landschaft, in die nach NHG schutzwürdigen Flächen und in 

das Waldgebiet aus. In der Vernehmlassung hat die Vorinstanz die Aus-

sage der Beschwerdegegnerin bestätigt, dass bei einer Ersatzanlage auf-

grund neuer Vorschriften namentlich grössere Sicherheitsabstände im Be-

reich der Querpendelung zu beachten wären. Nach Angabe der Vorinstanz 

A-2700/2018, A-2735/2018 und A-2739/2018 

Seite 39 

waren beispielsweise auch in Davos zusätzliche definitive Rodungen erfor-

derlich, als dort eine bestehende Pendelbahn durch eine neue gleichwer-

tige Pendelbahn ersetzt wurde. 

Auch wenn die Vorinstanz in der Vernehmlassung keine exakten Angaben 

zur Dimensionierung einer neuen Pendelbahn oder 3S-Bahn machen 

konnte, so ist es doch einsichtig, dass die grössere Bergstation sowie die 

massiveren Stützen der Alternativvarianten insgesamt als erheblicher 

Nachteile für den Landschaftsschutz zu erachten sind. Die von den Be-

schwerdeführenden demgegenüber geltend gemachten Vorteile erschei-

nen nicht als derart eindeutig, dass sie die erkannten Nachteile aufzuwie-

gen vermögen. Angesichts dessen, dass die Seilbahn sich an einer von 

St. Moritz weithin sichtbaren Lage befindet, ist auch nicht zu beanstanden, 

dass die Vorinstanz dem Interesse des Landschaftsschutzes ein verstärk-

tes Gewicht beigemessen hat. 

18.4 Unter dem Aspekt der Eigentumsinteressen der Beschwerdeführen-

den ist zunächst darauf hinzuweisen, dass die Linienführung der Ersatzan-

lage wie schon bisher in ca. 15 m Entfernung an der Parzellengrenze der 

Beschwerdeführerin 1 vorbeiführt und die Parzellen der Beschwerdefüh-

renden 2 und 3 direkt überquert (inkl. Schwenkbereich). Nachdem mit den 

Beschwerdeführenden 2 und 3 keine Einigung über einen freihändigen Er-

werb der erforderlichen Durchleitungs- und Überleitungsdienstbarkeiten er-

zielt werden konnte, reichte die Beschwerdegegnerin die entsprechenden 

Enteignungsgesuche ein. Die Dienstbarkeiten zu Lasten der Parzellen der 

Beschwerdeführenden 2 und 3 sind bei allen drei Seilbahnsystemen erfor-

derlich. 

Was die Einsehbarkeit der Liegenschaften betrifft, so kann eine Kabinen-

bahn zu einer vermehrten Beeinträchtigung der betroffenen Liegenschaf-

ten führen. Dies wird auch in der angefochtenen Verfügung nicht in Abrede 

gestellt. Denn anders als bei einer Pendelbahn oder einer 3S-Bahn schwe-

ben die Gondeln der projektierten Kabinenbahn in einer geringeren Höhe 

und während des Betriebs ohne zeitlichen Unterbruch an den Liegenschaf-

ten vorbei. Von den Beschwerdeführenden wird hierbei geltend gemacht, 

dass das Gefühl, unter dauernder Beobachtung zu stehen, auch schon bei 

unbesetzten Kabinen einsetzen würde. Von den Gondeln der Kabinenbahn 

können der Garten und teilweise die Balkone der Beschwerdeführenden 2 

und 3 eingesehen werden. Die Einsehbarkeit in den Innenbereich der Woh-

nungen wird bei der Entfernung tagsüber von der Beschwerdegegnerin 

nicht erwartet, zumal die Gebäude seitlich versetzt zum Seilbahntrassee 

A-2700/2018, A-2735/2018 und A-2739/2018 

Seite 40 

angeordnet sind. Diese Annahme ist nachvollziehbar und findet ihre Bestä-

tigung in der mit der Beschwerdeantwort eingereichten Fotodokumenta-

tion. Der Umstand, dass vorwiegend die Aussenräume und diese aus einer 

gewissen Entfernung einsehbar sind, relativiert somit die von den Be-

schwerdeführenden beanstandete vermehrte Beeinträchtigung der Pri-

vatsphäre. Hinzu kommt, dass aus der in Fahrt befindlichen Gondeln der 

Kabinenbahn kaum ein längerer Beobachtungsblick möglich ist und es sich 

somit um einen flüchtigen Einblick handelt, was den effektiven Eingriff in 

die Privatsphäre ebenfalls zumindest mindert. Schliesslich gilt es zu be-

achten, dass die Aussenräume der Liegenschaften der Beschwerdeführen-

den 2 und 3 auch bei einer Pendelbahn oder 3S-Bahn einsehbar wären, 

wenn auch aus grösserer Entfernung und mit geringerer Frequenz als beim 

Auflageprojekt. Hinsichtlich der Liegenschaft der Beschwerdeführerin 1 hat 

die Beschwerdegegnerin sodann ebenfalls anhand von Fotos nachvoll-

ziehbar visualisiert, dass bei der dortigen wesentlich tieferen Seilführung 

der Kabinenbahn die Bäume in diesem Abschnitt einen weitgehenden 

Sichtschutz bieten. Aufgrund der örtlichen Besonderheiten wird hier der 

Schutz der Privatsphäre sogar besser gewahrt als bei der höheren Seilfüh-

rung der alternativen Seilbahnsysteme.  

Die einzelnen Seilbahnsysteme unterscheiden sich sodann hinsichtlich des 

Schattenwurfes. Bei der Kabinenbahn befürchten die Beschwerdeführen-

den eine Zunahme der Lichtimmissionen durch den ständigen Wechsel von 

Licht und Schatten der vorbeifahrenden Gondeln, vergleichbar mit dem 

störenden Schattenwurf des Rotors einer Windenergieanlage. Bei der Ka-

binenbahn fällt der einzelne Schattenwurf angesichts kleinerer Gondeln 

geringer aus als bei einer alternativen Pendelbahn oder 3S-Bahn. Gleich-

zeitig ist jedoch die Anzahl der Schattenwürfe deutlich höher, weshalb die 

Systemwahl einer Kabinenbahn zu verstärkten Lichtimmissionen führen 

kann. Im vorliegenden Fall gilt es allerdings zu berücksichtigen, dass ge-

mäss den überzeugenden Darlegungen der Vorinstanz die störende Wir-

kung des wechselnden Schattenwurfs der Gondeln allgemein mit zuneh-

mender Entfernung abnimmt. Entgegen der Ansicht der Beschwerdefüh-

renden kann der Schattenwurf überdies nicht ohne Weiteres mit der einer 

Windenergieanlage gleichgesetzt werden. Bei einer maximalen Fahrge-

schwindigkeit der Kabinen von 6 m/s wandert der Schatten deutlich lang-

samer als dies bei den Rotoren einer Windenergieanlage der Fall wäre. Die 

Geschwindigkeit der Flügelspitze einer Windenergieanlage beträgt in der 

Regel über 56 m/s, wobei der Schlagschatten "blitzartig" und nicht "schlei-

chend" wie bei einer Kabinenbahn auftritt (vgl. hierzu auch die technischen 

Ausführungen im Urteil des Verwaltungsgerichts Augsburg [Deutschland] 

A-2700/2018, A-2735/2018 und A-2739/2018 

Seite 41 

Au 6 K 19.1128 vom 6. November 2019 E. 46 betreffend Bau- und Betriebs-

genehmigung für eine Seilbahnerweiterung; abrufbar un-

ter <https://www.gesetze-bayern.de/Content/Document/Y-300-Z-

BECKRS-B-2019-N-34159?hl=true>, besucht am 17. August 2020). Die 

Beurteilung der Vorinstanz erscheint daher einsichtig, dass bei der vorlie-

genden Distanz die Liegenschaften der Beschwerdeführenden 2 und 3 

durch den vermehrten Schattenwurf der Kabinenbahn zwar tangiert, nicht 

aber erheblich gestört werden. Hinsichtlich der Liegenschaft der Beschwer-

deführerin 1 dürften wiederum die dortigen Bäume einen weitgehenden 

Schutz vor der Schattenwirkung der Gondeln bieten. 

Die Parteien sind sich uneins, ob die beiden Alternativvarianten zu einer 

tieferen oder sogar zu einer höheren Lärmbelastung der Liegenschaften 

der Beschwerdeführenden führen würden. Wie nachfolgend zu zeigen sein 

wird, können gemäss Lärmnachweis bei der projektierten Seilbahn die gel-

tenden Planungswerte an allen Ermittlungsorten eingehalten werden (vgl. 

nachstehend E. 30). Bei einer Pendelbahn oder eine 3S-Umlaufbahn wäre 

die Anzahl der Gondeln und der Stützen geringer, was die Frequenz der 

Lärmereignisse reduzieren würde. Zumindest bei einer Pendelbahn, wo die 

Gondeln auf Rollen über das Tragseil fahren, würden aber auch zusätzli-

che Fahrgeräusche auf dem Seil anfallen. Zugleich wäre bei Grosskabinen 

das jeweilige Überqueren der Stütze nach Angabe der Beschwerdegegne-

rin deutlicher zu hören. Soweit beim aktuellen Planungsstand der Alterna-

tivvarianten eine Beurteilung des Lärms überhaupt möglich ist, kann inso-

fern nicht von klaren Vorteilen gesprochen werden. Da zudem die Pla-

nungswerte wie erwähnt beim Auflageprojekt eingehalten sind, kommt die-

sem Aspekt auch keine gewichtige Bedeutung im Rahmen der vorliegen-

den Variantenprüfung zu. 

Mit Blick auf die Wahrung der Eigentumsinteressen der Beschwerdefüh-

renden sind somit einzelne Vorteile der alternativen Seilbahnsysteme na-

mentlich hinsichtlich des Schutzes der Privatsphäre, des Schutzes vor 

Lichtimmissionen und allenfalls auch des Lärmschutzes erkennbar. Gleich-

wohl sind diese Vorzüge bei den konkreten Gegebenheiten nicht als erheb-

lich einzustufen, zumal auch gewisse Nachteile unter diesen Aspekten zu 

verzeichnen sind. Die vorinstanzliche Beurteilung der betroffenen Eigen-

tumsinteressen ist daher ebenfalls zu bestätigen. 

18.5 Im Rahmen einer Gesamtbetrachtung ist somit aus den vorstehenden 

Erwägungen zu schliessen, dass die geforderten Alternativen einer Pen-

delbahn und einer 3S-Bahn wesentliche Nachteile in betrieblicher Hinsicht 

A-2700/2018, A-2735/2018 und A-2739/2018 

Seite 42 

sowie in Bezug auf den Schutz des Landschaftsbildes erkennen lassen, 

ohne dass andere namhafte Vorteile insbesondere hinsichtlich der Eigen-

tumsinteressen der Beschwerdeführenden dem gegenüberstehen würden. 

Die Vorinstanz durfte sich deshalb auf eine summarische Prüfung dieser 

beiden Vari