# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c3118e6e-0eb7-560b-a0f6-36e618c8e7a5
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-09-26
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 26.09.2008 BG.2008.15
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_BG-2008-15_2008-09-26.pdf

## Full Text

Entscheid vom 26. September 2008  
I. Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Emanuel Hochstrasser, Vorsitz, 
Tito Ponti und Alex Staub, 
Gerichtsschreiberin Tanja Inniger 

   
 
Parteien 

  
KANTON BASEL-LANDSCHAFT, Bezirksstatt-
halteramt Arlesheim, 
 

Gesuchsteller 
 

 gegen 
   

KANTON AARGAU, Staatsanwaltschaft des Kantons 
Aargau, 
 

Gesuchsgegner 
 

Gegenstand  Örtlicher Gerichtsstand (Art. 279 Abs. 1 BStP i.V.m. 
Art. 345 StGB) 

 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

Geschäftsnummer:  BG.2008.15 
 
 
 

 

 

- 2 - 

 

 

 
Sachverhalt: 
 

A. Das Bezirksamt Rheinfelden im Kanton Aargau führt seit dem 11. Februar 
2008 gegen A. ein Strafverfahren, insbesondere wegen bandenmässigen 
Raubes gemäss Art. 140 Ziff. 3 StGB. A. wird verdächtigt, am 21. Januar 
2008 in Z. / AG und am 6. Februar 2008 in Y. / AG als Mitglied einer be-
waffneten Bande Raubdelikte begangen zu haben. A. befand sich seit dem 
15. Februar 2008 in Untersuchungshaft und wurde am 14. April 2008 zum 
vorzeitigen Strafvollzug in die Strafanstalt B. versetzt, von wo er am 13. Mai 
2008 flüchtete. 
 
A. wird sodann vorgeworfen, am 15. Mai 2008 in X. im Kanton Basel-
Landschaft seine Ex-Freundin bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt zu haben. 
Gleichentags eröffnete das Bezirksstatthalteramt Arlesheim gegen ihn ein 
Strafverfahren wegen versuchter vorsätzlicher Tötung gemäss Art. 111 
i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB sowie Gefährdung des Lebens gemäss Art. 129 
StGB. Nach seiner Verhaftung am 23. Mai 2008 an seinem Wohnort in W. / 
AG wurde A. von der Aargauer Polizei dem Kanton Basel-Landschaft zuge-
führt und anschliessend in Untersuchungshaft gesetzt. 
 

 
B. Mit Schreiben vom 2. Juni 2008 ersuchte das Bezirksstatthalteramt Arles-

heim die Staatsanwaltschaft des Kantons Aargau um Prüfung des Ge-
richtsstandes mit der Begründung, die Untersuchung sei zuerst im Zustän-
digkeitsbereich des Kantons Aargau angehoben worden (Art. 344 Abs. 1 
Satz 2 StGB; act. 1.1). 

 
 
C. In ihrem Schreiben vom 16. Juni 2008 lehnte die Staatsanwaltschaft des 

Kantons Aargau jedoch die Übernahme des Verfahrens ab, da es sich vor-
liegend um Raub gemäss Art. 140 Ziff. 3 StGB handle und trotz brutaler 
Vorgehensweise keine Qualifikation nach Art. 140 Ziff. 4 StGB anzuneh-
men sei. Demnach handle es sich bei der im Kanton Basel-Landschaft be-
gangenen versuchten vorsätzlichen Tötung (Art. 111 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 
StGB), wobei eventuell sogar der Tatbestand des versuchten Mordes 
(Art. 112 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB) in Betracht zu ziehen sei, um die 
schwerste Straftat, weshalb der Kanton Basel-Landschaft nach Art. 344 
Abs. 1 StGB zuständig sei (act. 1.2). 

 
 

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D. Im darauf folgenden zweiten Schriftenwechsel lehnten jeweils beide Kanto-
ne weiterhin ihre Zuständigkeit ab (act. 1.3 und 1.4). 

 
 
E. Mit Eingabe vom 17. Juli 2008 gelangt der Kanton Basel-Landschaft bzw. 

das Bezirksstatthalteramt Arlesheim an die I. Beschwerdekammer des Bun-
desstrafgerichts und beantragt, der Kanton Aargau sei berechtigt und ver-
pflichtet zu erklären, die Strafverfahren gegen A. zu führen und zu beurtei-
len, unter Kosten- und Entschädigungsfolge (act. 1).  

 
 

F. Der Kanton Aargau, vertreten durch dessen Staatsanwaltschaft, schliesst in 
der Gesuchsantwort vom 28. Juli 2008 auf Abweisung des Gesuchs des 
Bezirksstatthalteramtes Arlesheim (act. 3).  

 
Auf die Ausführungen der Parteien sowie die eingereichten Akten wird so-
weit erforderlich in den rechtlichen Erwägungen Bezug genommen.  

 
 
 

Die I. Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 
 

1.  
1.1 Im Falle von Anständen zwischen Kantonen betreffend die Zuständigkeit un-

terbreitet die Strafverfolgungsbehörde, die zuerst mit dem Fall befasst war, 
die Angelegenheit der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts 
(Art. 279 Abs. 1 BStP). Diese entscheidet bei streitigem Gerichtsstand unter 
den Behörden mehrerer Kantone darüber, welcher Kanton zur Verfolgung 
und Beurteilung berechtigt und verpflichtet ist (Art. 345 StGB i.V.m. Art. 28 
Abs. 1 lit. g SGG). Zunächst müssen jedoch sämtliche, ernstlich für die 
Strafverfolgung in Frage kommenden Kantone unter sich einen Meinungs-
austausch durchgeführt haben. Erst wenn dieser gescheitert ist, liegt ein 
streitiger Gerichtsstand vor, der zur Anrufung der Beschwerdekammer des 
Bundesstrafgerichts berechtigt. Für die Kantone besteht grundsätzlich keine 
Frist zur Anrufung der Beschwerdekammer, das Prinzip von Treu und Glau-
ben bildet jedoch die zeitliche Grenze zur Einreichung des Gesuchs. Die Be-
hörden, welche berechtigt sind, ihren Kanton im Meinungsaustausch und im 
Verfahren vor der Beschwerdekammer zu vertreten, bestimmen sich nach 
dem jeweiligen kantonalen Prozessrecht (SCHWERI/BÄNZIGER, Interkantonale 
Gerichtsstandsbestimmung in Strafsachen, 2. Aufl., Bern 2004, S. 185/186 
N. 562, 564, 565; GUIDON/BÄNZIGER, Die aktuelle Rechtsprechung des Bun-
desstrafgerichts zum interkantonalen Gerichtsstand in Strafsachen, in: Jus-

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letter 21. Mai 2007 [Rz 5], [Rz 11], [Rz 15]; TPF BG.2008.9 vom 14. März 
2008 E. 1; TPF BG.2008.1 vom 28. Januar 2008 E. 1.1; TPF BG.2008.2 vom 
25. Januar 2008 E. 1.1; TPF BG.2007.15 vom 20. Juli 2007 E. 1.1; TPF 
BG.2007.7 vom 27. April 2007 E. 1.1; TPF BG.2007.3 vom 15. Februar 2007 
E. 1.1; TPF BG.2007.1 vom 9. Februar 2007 E. 1.1; TPF BG.2006.34 vom 
21. Dezember 2006 E. 1; TPF BG.2006.17 vom 14. August 2006 E. 1.2; TPF 
BG.2006.12 vom 8. Mai 2006 E. 1; TPF BG.2006.1 vom 13. Januar 2006; 
TPF BG.2005.31 vom 9. Januar 2006; TPF BG.2004.8 vom 27. Mai 2004 
E. 1.1; TPF BG.2004.9 vom 26. Mai 2004 E. 2.2). 

 
1.2 Die Kantone Basel-Landschaft und Aargau haben als einzige, ernstlich für 

die Strafverfolgung in Betracht kommende Kantone einen abschliessenden 
und erfolglosen Meinungsaustausch durchgeführt. Somit liegt ein endgülti-
ger Gerichtsstandskonflikt im Sinne eines negativen Kompetenzkonfliktes 
vor. § 2 des Gesetzes betreffend die Strafprozessordnung (StPO) vom 
3. Juni 1999 (SGS 251) des Kantons Basel-Landschaft regelt lediglich in-
nerkantonale Anstände über die örtliche Zuständigkeit. Eine ausdrückliche 
Regelung betreffend interkantonale Anstände über die örtliche Zuständig-
keit lässt sich dieser Strafprozessordnung jedoch nicht entnehmen. Praxis-
gemäss sind aber im Ermittlungsstadium die Bezirksstatthalterämter – wie 
das hier zur Frage stehende Bezirksstatthalteramt Arlesheim – legitimiert, 
den Kanton Basel-Landschaft bei interkantonalen Gerichtsstandsanständen 
sowohl gegenüber anderen Kantonen als auch gegenüber der Beschwer-
dekammer des Bundesstrafgerichts zu vertreten (SCHWERI/BÄNZIGER, 
a.a.O., Anhang II, S. 213). Auch die Staatsanwaltschaft des Kantons Aar-
gau ist gemäss § 33 Abs. 2 des aargauischen Gesetzes über die Straf-
rechtspflege (Strafprozessordnung, StPO) vom 11. November 1958 
(SAR 251.100) bei interkantonalen Gerichtsstandstreitigkeiten zur Vertre-
tung ihres Kantons berechtigt. Die übrigen Eintretensvoraussetzungen sind 
ebenfalls erfüllt. Auf das Gesuch ist somit einzutreten.  

 
 
2.  
2.1 Hat ein Täter in verschiedenen Kantonen Delikte begangen, sind diejenigen 

Behörden örtlich zuständig, denen nach den Art. 340-343 StGB die Verfol-
gung der mit der schwersten Strafe bedrohten Tat zusteht (Art. 344 Abs. 1 
StGB). Voraussetzung ist jedoch, dass der Täter in den verschiedenen 
Kantonen gleichzeitig verfolgt wird (HAUSER/SCHWERI/HARTMANN, a.a.O., 
S. 125/126 N. 15), was vorliegend der Fall ist. Grundlage zur Beurteilung 
der Frage, welche Tat als die schwerste zu qualifizieren ist, sind einerseits 
die im Zeitpunkt der Gerichtsstandbestimmung bekannten Handlungen, 
andererseits deren rechtliche Qualifikation, so wie sie aufgrund der gesam-

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ten Aktenlage bei vorläufiger Würdigung möglich ist. Der Gerichtsstand be-
stimmt sich mit anderen Worten nicht nach dem, was dem Täter schliess-
lich nachgewiesen werden kann, sondern danach, was ihm vorgeworfen 
wird, d.h. was aufgrund der Aktenlage überhaupt in Frage kommt. Die 
I. Beschwerdekammer prüft dabei frei, wie die Gegenstand der Untersu-
chung bildenden Tatsachen rechtlich zu würdigen sind und ist somit nicht 
an die rechtliche Würdigung der Kantone gebunden (SCHWERI/BÄNZIGER, 
a.a.O., N. 286 ff., m.w.H.; NAY/THOMMEN, Basler Kommentar, 2. Aufl., Ba-
sel 2007, Vor Art. 340 StGB N. 12, m.w.H.; HAUSER/SCHWERI/HARTMANN, 
a.a.O., S. 132 N. 45). Dabei gilt der Grundsatz „in dubio pro duriore“, wo-
nach im Zweifelsfall auf den für den Beschuldigten ungünstigeren Sachver-
halt abzustellen und das schwerere Delikt anzunehmen ist (GUI-
DON/BÄNZIGER, a.a.O., [Rz 42], m.w.H.). Nur wenn in dieser Phase der 
schwerere Tatbestand schon sicher ausgeschlossen werden kann, ist er 
nicht mehr gerichtsstandsrelevant (TPF BG.2006.18 vom 12. Mai 2006 
E. 2.1; TPF BK_G 076/04 vom 27. Oktober 2004 E. 3.4).  

 
2.2  
2.2.1 Bei der Tat in Z. am 21. Januar 2008 wurde eine 68 Jahre alte Rentnerin 

von A. und den Mittätern durch einen Vorwand dazu veranlasst, sich nach 
draussen zu begeben und das Gartentor zu öffnen. In der Folge stürmten 
die Täter hinein und stiessen sie in den Geräteraum, wo sie zu Boden 
stürzte. In dieser Position wurde sie mit einem Schlagstock bzw. einer aus-
ziehbaren biegbaren Rute von der Seite auf den Kopf geschlagen, obwohl 
sie keinerlei Gegenwehr leistete. Dadurch erlitt sie eine Schwellung unter 
bzw. seitlich unter dem rechten Auge sowie einen roten Abdruck vom Auge 
schräg hinunter bis zum Ohr führend. Überdies wurde das auf dem Boden 
liegende Opfer mit vorgehaltenem Messer und einem auf dessen Kopf drü-
ckenden Schlagstock mit dem Tode bedroht, indem ihm klar gesagt wurde, 
dass wenn es sich nicht ruhig verhalten würde, sie es „kaputt machen wür-
den“ („Kopf wegpusten“, „aufschlitzen“). Kurz bevor die Täter das Grund-
stück mit einer Beute im Wert von ca. Fr. 40'000.-- verliessen, wurde die 
Rentnerin mit einem Seil am Türgriff des Tresors im Geräteraum gefesselt. 
Der Bitte des Opfers, eine Ambulanz zu verständigen, wurde nicht entspro-
chen (vgl. ST.2008.110, Dossier 3, pag. 001545, 001551 f., 001575, 
001582, 001591 f., 001596, 001638 f.).  

 
In Y. überfielen A. und die Mittäter am 6. Februar 2008 ein älteres Ehepaar 
(Jahrgang 1921 und 1925) in deren Haus und erneut zeigten sie dasselbe 
Täterverhalten. Die Täter klingelten an der Haustüre, worauf ihnen der  
Ehemann öffnete und sogleich umgestossen wurde. Einer der Täter zog die 
mitgeführte Pistole hervor, welche gemäss den bisherigen Angaben jedoch 

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nicht geladen war. Der Ehemann wurde aufgefordert, den Tresor zu öffnen. 
Wiederholt beteuerte dieser, über keinen Tresor zu verfügen. Im oberen 
Stockwerk trafen sie auf die 83-jährige, gehbehinderte Ehefrau. Sie wurde 
mit einer Schlagrute bedroht, beteuerte aber wie ihr Mann, keinen Tresor 
zu haben. Daraufhin bot sie den Tätern sich im Erdgeschoss befindendes 
Bargeld an. Auf dem Weg ins Erdgeschoss wurde sie jedoch die Treppe 
hinunter gestossen, wo sie auf halber Höhe liegen blieb. Dann wurde sie 
von einem der Täter an den Füssen gepackt und den Rest der Treppe hin-
unter geschleift, wobei sie dabei mehrfach den Hinterkopf an jeder Trep-
penkante aufschlug. In einem unbeaufsichtigten Moment konnte die Ehe-
frau aus dem Haus entweichen. Danach flüchteten die Täter schliesslich 
ohne Beute (ST.2008.110, Dossier 4, pag. 001945 ff., 002002 f., 002020 ff., 
002033, 002040, 002045, 002051, 002055, 002057, 002060 f., 002080, 
002086, 002090 f.).  

 
Um möglichst schnell zu viel Geld zu kommen, schlossen sich zumindest 
A. und ein weiterer Mittäter zur gemeinsamen Begehung von mehreren 
selbständigen Raubüberfällen zusammen. Dabei ist es offensichtlich, dass 
sie um die Illegalität ihres Handelns wussten und gemeinsam auf diese Art 
und Weise auch weiterhin zu Geld gelangen wollten. Daraus ergibt sich der 
Tatbestand des bandenmässigen Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 3 
StGB (vgl. STRATENWERTH/JENNY, Schweizerisches Strafrecht, Besonderer 
Teil I: Straftaten gegen Individualinteressen, 6. Aufl., Bern 2003, §13 N. 99-
100). Die Offenbarung einer besonderen Gefährlichkeit im Sinne von Art. 
140 Ziff. 3 Abs. 2 StGB muss an dieser Stelle nicht zusätzlich erörtert wer-
den, da ein Raub von besonderer Gefährlichkeit ebenfalls unter Ziff. 3 qua-
lifiziert wird und ohnehin dieselbe Strafdrohung wie bandenmässiger Raub 
aufweist.  

 
Bezüglich der beiden Raubüberfälle stellt sich zudem die Frage, ob genü-
gend Anhaltspunkte für einen Raub gemäss Art. 140 Ziff. 4 StGB vorliegen. 
Qualifizierter Raub im Sinne von Art. 140 Ziff. 4 StGB ist dann gegeben, 
wenn der Täter das Opfer in Lebensgefahr bringt, ihm eine schwere Kör-
perverletzung zufügt oder es grausam behandelt. 

 
Nach den Sachverhaltsdarstellungen liegt im Sinne der Rechtsprechung 
und Lehre weder eine schwere Körperverletzung vor noch wurden die Op-
fer grausam behandelt (vgl. Art. 140 Ziff. 4 StGB; NIGGLI/RIEDO, Basler 
Kommentar, 2. Aufl., Basel 2007, Art. 140 StGB N.141-156). Ob die Opfer 
durch die Raubüberfälle konkret in Lebensgefahr gebracht worden sind, 
muss anhand der vom Bundesgericht entwickelten Formel beurteilt werden. 
Danach sollte es sich um eine stark erhöhte konkrete Gefahr handeln, in 

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die der Täter das Opfer bringt. Entscheidend ist, ob aufgrund der Tatum-
stände und des tatsächlichen Verhaltens des Täters die konkrete Gefahr 
einer tödlichen Verletzung des Opfers nahe liegt (BGE 117 IV 419 E. 4b; 
NIGGLI/RIEDO, a.a.O., Art. 140 StGB N. 125, m.w.H.). Dabei muss sich der 
Vorsatz auf die Verwirklichung der sehr nahe liegenden Lebensgefahr rich-
ten, d.h. der Räuber muss mit Wissen und Willen das Opfer in eine Lage 
versetzen, bei der eine sehr nahe Lebensgefahr ohne weiteres Zutun des 
Täters in einen Tötungserfolg umschlagen kann, wobei Eventualvorsatz 
genügen soll (BGE 117 IV 419 E. 4d). Während die frühere Rechtspre-
chung des Bundesgerichts eher von einer weiten Auslegung ausging und 
das Schlagen auf den Kopf mittels Schlagstocks aus Hartholz noch als le-
bensgefährlich qualifizierte, änderte das Bundesgericht mit BGE 117 IV 419 
seine Rechtsprechung und wendet heute Art. 140 Ziff. 4 StGB restriktiver 
an. Das Bundesgericht bejaht die konkrete Lebensgefahr etwa unter ande-
rem bei Vorhalten einer durchgeladenen ungesicherten Pistole oder wenn 
eine Stichwaffe direkt an den Hals des Opfers gelegt wird (vgl. zum Gan-
zen NIGGLI/RIEDO, a.a.O., Art. 140 StGB N. 122-127, m.w.H.). 
 
Indem vorliegend das 68-jährige Opfer in Z. mit einer ausziehbaren biegba-
ren Rute von der Seite auf den Kopf geschlagen wurde, muss das Vorlie-
gen einer Lebensgefahr aufgrund der veränderten bundesgerichtlichen Pra-
xis verneint werden. Das Opfer wurde zwar gemäss eigenen Aussagen zu-
dem mit einem Messer bedroht. Es bestehen bisher jedoch keine Anzei-
chen – auch nicht in den Aussagen des Opfers – , dass das Messer in ob-
genannter Weise eingesetzt wurde. Aufgrund der vorhandenen Aktenlage 
liegen demnach nicht genügend Anhaltspunkte vor, um das Vorgehen von 
A. und den Mittätern in Z. als Raub im Sinne von Ziff. 4 des Art. 140 StGB 
zu qualifizieren. 
 
Ob der Sachverhalt in Y. unter Art. 140 Ziff. 4 StGB zu subsumieren ist, 
beurteilt sich wiederum anhand der oben zitierten Formel des Bundesge-
richts. Durch das Hinunterstossen und den Sturz sowie das Hinunterschlei-
fen des wehrlosen, betagten Opfers von 83 Jahren erfolgte bei jeder Trep-
penstufe eine massive Gewalteinwirkung auf den Kopf. Es ist davon aus-
zugehen, dass ein mehrmaliges Aufschlagen mit dem Kopf auf den Stufen, 
insbesondere bei älteren Personen, unmittelbar eine hohe Gefahr von le-
bensgefährlichen Verletzungen mit sich bringen kann. Spätestens dadurch, 
dass nach dem ersten Aufschlagen des Kopfes die Handlung mit dem Hin-
unterschleifen fortgesetzt wurde, wurde ausserdem die Gefährdung des 
Lebens in Kauf genommen. Bei der Tat in Y. liegen demzufolge Anhalts-
punkte für die Qualifikation nach Art. 140 Ziff. 4 StGB vor. 

 

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2.2.2 In X. erschien A. am 15. Mai 2008 beim Wohnhaus seiner Ex-Freundin und 
wartete dort auf sie, um mit ihr über ihre Beziehung zu reden. Im Verlauf 
des Gesprächs schüttelte er sie mehrmals. Zudem kam es seinerseits zu 
Drohungen gegenüber der Ex-Freundin, indem er zu ihr sagte, dass sie 
sein Leben kaputt gemacht habe, jetzt mache er ihres kaputt, und er sie 
aufforderte ihn zu erwürgen, da er sonst sie erwürgen werde. Sie eröffnete 
ihm, dass er im Leben nichts erreicht hätte, sie jedoch eine Zukunft habe 
und ihr Leben nun geniessen wolle. In diesem Moment rastete A. aus, 
packte sie am Hals und würgte sie schliesslich bis zur Bewusstlosigkeit. In 
diesem Augenblick hatte er gemäss eigenen Aussagen das Gefühl, dass 
sein Leben keinen Sinn mehr mache. Als seine Ex-Freundin bewusstlos 
war, schüttelte er sie, bis sie das Bewusstsein wieder erlangte. Anschlies-
send brachte er sie nach Hause, wobei sie kaum in der Lage war, sich auf 
den Beinen zu halten, und immer wieder kurz das Bewusstsein verlor (vgl. 
SAR 010 08 1916, Ordner 1, Fasz. 1, Einvernahme vom 23. Mai 2008, 
S. 3-4, Aktennotiz vom 16. Mai 2008, Anzeige vom 2. Juni 2008, Einver-
nahmeprotokoll vom 30. Mai 2008, S. 4-5). 

 
Dem rechtsmedizinischen Gutachten zufolge handelte es sich um einen 
Angriff mit Würgegriff, wobei punktförmige Hauteinblutungen an den Au-
genoberlidern und hinter den Ohren entstanden. Das Gutachten beschei-
nigt daher eine unmittelbare Lebensgefahr zum Zeitpunkt des Würgens 
(SAR 010 08 1916, Ordner 1, Fasz. 1, Rechtsmedizinisches Gutachten 
vom 20. Mai 2008, S. 4), was mit der herrschenden Lehre und Rechtspre-
chung einhergeht, da punktförmige Stauungsblutungen als Indikatoren für 
das Vorliegen einer unmittelbaren Lebensgefahr allgemein anerkannt sind 
(AEBERSOLD, a.a.O., Art. 129 N. 14a; MEIER, Die Lebensgefährdung, Basel 
2006, S. 75-76). Somit ist bei diesem Sachverhalt eine Gefährdung des 
Lebens nach Art. 129 StGB anzunehmen. Sogar der Tatbestand der ver-
suchten vorsätzlichen Tötung (Art. 111 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB) ist bei 
den genannten Tatumständen ernsthaft in Betracht zu ziehen. Was den 
Tatbestand des versuchten Mordes (Art. 112 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB) 
anbelangt, ist zu bemerken, dass als Mord nur die besonders verwerfliche, 
und das heisst auch, die in besonderem Masse vorwerfbare Tötung eines 
Menschen (bzw. der Versuch dazu) gilt. Nur eine Gesamtbewertung der 
äusseren und inneren Umstände, unter denen der Täter gehandelt hat, 
kann über die Mordqualifikation entscheiden. Die Annahme von Mord liegt 
überhaupt umso näher, je krasser das Missverhältnis zwischen dem vom 
Täter verfolgten Zweck und der Tötung ist. Demgegenüber kann ein Tö-
tungsdelikt am Ende eines langen und massiven, wenn auch vom Täter 
mitverschuldeten Konflikts kaum als Mord gelten (STRATENWERTH/JENNY, 
a.a.O., §1 N. 20-23, m.w.H.). Unter Würdigung der gesamten Umstände 

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der Tat scheint die Mordqualifikation nicht nahe liegend. Zudem wird an 
dieser Stelle betreffend Würgehandlungen auf die aktuelle Rechtsprechung 
des Bundesgerichts und der Kantone hingewiesen, die seit dem Leitent-
scheid BGE 124 IV 53 (Pra 87 1998 Nr. 108) in vergleichbaren Fällen wie 
dem vorliegenden grundsätzlich Art. 129 StGB (und nicht mehr Art. 122 
StGB) anwendet bzw. wenn es die subjektiven Tatbestandsmerkmale zu-
lassen auf Art. 111 StGB zurückgreift (vgl. zum Ganzen MEIER, a.a.O., 
S. 77-84; AEBERSOLD, a.a.O., N. 14c, jeweils m.w.H). Mord durch Erwürgen 
findet sich in der bezüglich Würgehandlungen ergangenen Rechtsprechung 
kaum. In diesen Fällen müssen denn auch zusätzlich erschwerende Tat-
umstände gegeben sein (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6S.435/2005 vom 
16. Februar 2006). Vor dem Hintergrund dieser Ausführungen lässt der vor-
liegende Aktenstand kaum Rückschlüsse zu, die einen versuchten Mord 
gemäss Art. 112 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB zu begründen vermöchten. 
Dieser Tatbestand fällt deshalb zurzeit ausser Betracht.  

 
2.3 Die Schwere des Delikts beurteilt sich in erster Linie nach dem angedroh-

ten Strafmass, wobei Qualifikations- und Privilegierungsmerkmale der Tat-
bestände des Besonderen Teils des Strafgesetzbuches, die den Strafrah-
men verschieben, zu berücksichtigen sind. Bei gleicher Höchststrafe gibt 
die angedrohte Mindeststrafe den Ausschlag (SCHWERI/BÄNZIGER, a.a.O., 
N. 291, 293; vgl. TPF BK_G 031/04 vom 12. Mai 2004 E. 1.1 m.w.H.). Die 
vorliegend für die Bestimmung des Gerichtsstandes relevanten Tatbestän-
de des qualifizierten Raubes gemäss Art. 140 Ziff. 4 StGB und der vorsätz-
lichen Tötung nach Art. 111 StGB weisen dieselbe Strafdrohung auf. Dass 
die Strafdrohung für das versuchte Delikt wegen der in Art. 22 StGB vorge-
sehenen Möglichkeit der Strafmilderung weniger schwer ist als diejenige für 
das vollendete (SCHWERI/BÄNZIGER, a.a.O., N. 295), vermag an diesem Er-
gebnis nichts zu ändern, da es sich bei beiden Taten um einen Versuch 
handelt.  

 
2.4 Sind die in den verschiedenen Kantonen begangenen Delikte mit der glei-

chen Strafe bedroht, so sind zu deren Verfolgung die Behörden jenes Ortes 
zuständig, an dem die Untersuchung zuerst angehoben wurde (Art. 344 
Abs. 1 Satz 2 StGB). Der Kanton Aargau eröffnete das Untersuchungsver-
fahren gegen A. bereits am 11. Februar 2008. Mithin wurde die Untersu-
chung zuerst im Kanton Aargau angehoben, was unbestritten ist.  

 
2.5 Gestützt auf die vorangehenden Ausführungen befindet sich der gesetzli-

che Gerichtsstand im Kanton Aargau. Dieser ist demnach auch zur Verfol-
gung und Beurteilung der strafbaren Handlungen, derer A. im Kanton Ba-

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sel-Landschaft beschuldigt wird, für berechtigt und verpflichtet zu erklären. 
Das Gesuch des Kantons Basel-Landschaft ist somit gutzuheissen.  

 
 
3. Es werden keine Kosten erhoben (Art. 245 Abs. 1 BStP i.V.m. Art. 66 Abs. 4 

BGG).  
 

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Demnach erkennt die I. Beschwerdekammer: 
 
1. Die Strafverfolgungsbehörden des Kantons Aargau sind berechtigt und ver-

pflichtet, die A. zur Last gelegten strafbaren Handlungen zu verfolgen und zu 
beurteilen. 

 
2. Es werden keine Kosten erhoben. 

 
 

Bellinzona, 26. September 2008 
 
Im Namen der I. Beschwerdekammer 
des Bundesstrafgerichts 
 
Der Präsident:    Die Gerichtsschreiberin:  
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Zustellung an 
 
- Bezirksstatthalteramt Arlesheim 
- Staatsanwaltschaft des Kantons Aargau 
 
 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.