# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f5f9717c-b852-5873-8ed2-24a3c5326e7d
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-06-30
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 30.06.2014 LF140037
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LF140037_2014-06-30.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Zivilkammer    
 
 

Geschäfts-Nr.: LF140037-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. A. Katzenstein, Vorsitzende, Oberrichter lic. iur. 

P. Diggelmann und Oberrichter lic. iur. et phil. D. Glur sowie 

Gerichtsschreiber lic. iur. T. Engler 

Urteil vom 30. Juni 2014 

in Sachen 

 

A._____, 
Berufungsklägerin, 

 

gegen 

 

1. B._____,  
2. C._____,  
Berufungsbeklagte, 

 

betreffend 
Testamentseröffnung und 

Anordnung des Nacherbschaftsinventars 
 

 im Nachlass von D._____, geboren tt. November 1921, von … AR, 

gestorben tt.mm.2014, wohnhaft gewesen Im E._____ …, … Zürich, 

Berufung gegen eine Verfügung des Einzelgerichtes Erbschaftssachen des 

Bezirksgerichtes Zürich vom 11. März 2014 (EL140228) 

- 2 - 

Erwägungen: 

I. 

1. Am tt.mm.2014 verstarb D._____, geboren tt. November 1921 

(Erblasser), mit letztem Wohnsitz in Zürich. Er hinterliess als gesetzliche Erbinnen 

seine Ehefrau A._____ (die Berufungsklägerin), sowie die beiden Töchter 

B._____ und C._____ (Berufungsbeklagte; vgl. act. 11 S. 1 f.). In der Folge wurde 

dem Einzelgericht in Erbschaftssachen am Bezirksgericht Zürich (Vorinstanz) ein 

Testament des Erblassers vom 22. April 2002 eingereicht.  

2. Mit Verfügung vom 11. März 2014 eröffnete die Vorinstanz das 

genannte Testament des Erblassers, unter Hinweis auf seine erwähnten 

gesetzlichen Erbinnen. Weiter erwog die Vorinstanz, dass der Erblasser den am 

11. Mai 2011 verstorbenen E._____ als Willensvollstrecker und Rechtsanwalt lic. 

iur. G._____ als Ersatzwillensvollstrecker ernannt habe. Sodann erliess die 

Vorinstanz die folgenden Anordnungen (act. 11 = act. 13): 

"1. Den Beteiligten wird je eine Fotokopie des Testaments zugestellt. Das 
Originaltestament bleibt im Gerichtsarchiv aufbewahrt.  

2. Den gesetzlichen Erbinnen (Ziff. II) wird auf Verlangen der auf die Ehefrau als 
Vorerbin und die Töchter als Erbinnen und Nacherbinnen lautende Erbschein 
ausgestellt, sofern dagegen seitens der Ehefrau nicht innert Monatsfrist, von der 
Zustellung dieses Urteils an gerechnet, durch Eingabe an das Einzelgericht 
Einsprache erhoben wird.  

3. Es wird davon Vormerk genommen, dass Rechtsanwalt lic. iur. G._____ (Ziff. III) das 
Mandat als Willensvollstrecker angenommen hat. 

4. Die Aufnahme des Nacherbschaftsinventars wird angeordnet.  

5. Mit der Aufnahme des Nacherbschaftsinventars wird der Notar des Kreises …-Zürich 
beauftragt und angewiesen, dem Einzelgericht eine Abschrift des Inventars 
einzureichen.  

6. Die Kosten werden mit dem Endentscheid erhoben.  

[7.-8. Mitteilung, Rechtsmittel]" 

- 3 - 

Die Verfügung wurde der Berufungsklägerin am 3. April 2014 zugestellt 

(act. 11).  

3. Mit Eingabe vom 14. April 2014, gleichentags der Post übergeben, 

erhob die Berufungsklägerin Berufung gegen die Verfügung vom 3. April 2014. 

Dabei stellt sie die folgenden Berufungsanträge:  

"Die Ziffer 2 der Verfügung sei wie folgt zu korrigieren und es sei hinsichtlich 
Erbbescheinigung folgendes zu verfügen:  

Den gesetzlichen Erbinnen wird auf Verlangen der auf die Ehefrau als Erbin und Vorerbin 
und die Töchter als Erbinnen und Nacherbinnen lautende Erbschein ausgestellt, […]." 

Das Nacherbschaftsinventar bildet nach der ausdrücklichen Darstellung der 

Berufungsklägerin im Anschluss an den angeführten Antrag nicht Gegenstand der 

Berufung. Der Vollständigkeit halber, so die Berufungsklägerin weiter, erhebe sie 

zeitgleich und unter Verweis auf die vorliegende Begründung auch Einsprache an 

das Einzelgericht (act. 12 S. 1, 3).  

4. Mit Verfügung vom 28. April 2014 wurde der Berufungsklägerin Frist 

zur Leistung eines Kostenvorschusses von Fr. 2'000.00 für das 

Berufungsverfahren angesetzt (act. 15). Der Vorschuss wurde fristgerecht 

geleistet (act. 16 f.).  

5. Mit Verfügung vom 12. Juni 2014 wurde den Berufungsbeklagten die 

10tägige Frist zur Erstattung der Berufungsantwort angesetzt (act. 18). Die 

Verfügung wurde den Berufungsbeklagten am 14. Juni 2014 zugestellt (act.19/1-

2).  

6. Mit gemeinsam unterzeichneter Eingabe vom 23. Juni 2014, 

gleichentags der Post übergeben, erstatten die Berufungsbeklagten die 

Berufungsantwort (act. 20, 21). Darin stellen sie sinngemäss den folgenden 

Antrag (act. 20):  

Die Berufung sei abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann. 

- 4 - 

7. Die Akten des vorinstanzlichen Verfahrens wurden beigezogen (act. 1-

9). Das Verfahren erweist sich als spruchreif. Der Berufungsklägerin sind mit dem 

vorliegenden Entscheid noch die Doppel der act. 20 und 21 zuzustellen.  

II. 

1. Das vorliegende Verfahren betrifft die Eröffnung einer letztwilligen 

Verfügung; den Erben wird die gesetzliche Erbbescheinigung in Aussicht gestellt. 

Die Bestimmung der dafür zuständigen Behörde liegt in der Kompetenz der 

Kantone (Art. 54 Abs. 1 SchlT ZGB i.V.m. Art. 557 Abs. 1 ZGB). Im Kanton Zürich 

ist das örtlich zuständige Einzelgericht mit dieser Aufgabe betraut (§ 137 lit. c 

GOG). Die entsprechenden Entscheide ergehen im summarischen Verfahren 

(vgl. HAUSER/ SCHWERI/LIEBER, GOG-Kommentar, Vorbemerkungen zu §§ 137 ff., 

N 1-4).  

Gegen Erledigungsentscheide im summarischen Verfahren ist die Berufung 

nach Art. 308 ff. ZPO zulässig (Art. 308 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 314 ZPO). 

Vorausgesetzt ist in vermögensrechtlichen Angelegenheiten ein 

Rechtsmittelstreitwert von Fr. 10'000.00 (Art. 308 Abs. 2 ZPO). Dieser ist 

angesichts der vorliegenden Verhältnisse (vgl. act. 7 sowie nachfolgend unter Ziff. 

III.) gegeben.  

2. Die zuständige Behörde – im Kanton Zürich wie bereits erwähnt das 

Einzelgericht – hat bei ihr eingereichte Testamente binnen Monatsfrist zu 

eröffnen. Daraufhin, nach Ablauf eines Monats seit der Eröffnung, wird den 

eingesetzten Erben auf ihr Verlangen die Erbbescheinigung ausgestellt, sofern 

die gesetzlichen Erben oder die aus einer früheren Verfügung Bedachten nicht 

ausdrücklich deren Berechtigung bestritten haben (Art. 559 Abs. 1 ZGB). Auch 

den gesetzlichen Erben wird von Lehre und Praxis ein Anspruch auf Ausstellung 

einer Erbbescheinigung unter den entsprechenden Voraussetzungen zuerkannt. 

Der Zweck der Erbbescheinigung besteht darin, den berechtigt erscheinenden 

Erben einen provisorischen Ausweis über ihre Stellung zu geben und ihnen die 

- 5 - 

gemeinschaftliche Inbesitznahme der Nachlassgegenstände zu ermöglichen (BSK 

ZGB II-KARRER/ VOGT/LEU, 4. Auflage 2011, Art. 559 N 3, 6). 

In der Praxis wird die Ausstellung der Erbbescheinigung an die berechtigt 

erscheinenden Personen mit der Testamentseröffnung bereits in Aussicht gestellt, 

unter Hinweis auf die Möglichkeit der Einsprache, welche der in Art. 559 Abs. 1 

ZGB erwähnten "Bestreitung" entspricht. Bei dieser Mitteilung steht der 

zuständigen Behörde eine gewisse Kognitionsbefugnis zu, wem aufgrund der 

eröffneten Verfügung eine Erbbescheinigung auszustellen und wer darin als Erbe 

aufzunehmen sein wird. Die Behörde hat dabei einen vorläufigen Entscheid zu 

treffen, wer ihrer Meinung nach zur Erbengemeinschaft gehört und wer nicht. 

Diese Auslegung ist – wie die bei der tatsächlichen Ausstellung der 

Erbbescheinigung vorgenommene – provisorisch und hat keinerlei materielle 

Bedeutung für die Rechte der in der Erbbescheinigung aufgenommenen oder 

nicht aufgenommenen Personen (BSK ZGB II-KARRER/VOGT/LEU, 4. Auflage 

2011, Art. 559 N 3, 19, 32 f.).  

3. Die Berufungsklägerin hat die in Aussicht gestellte Ausstellung der 

Erbbescheinigung mit der erhobenen Einsprache (vorne I./3.) einstweilen bereits 

verhindert. Das hat aber keine weitere Wirkung als diejenige, dass die 

Erbbescheinigung gestützt auf die angefochtene Verfügung derzeit nicht 

ausgestellt werden kann (vgl. im Einzelnen BSK ZGB I-KARRER/VOGT/LEU, 4. 

Auflage 2011, Art. 559 N 13).  

Die Berufungsbeklagten gehen fehl, wenn sie sinngemäss argumentieren, 

der Berufungsklägerin fehle danach ein schützenswertes Interesse an der 

Erhebung der Berufung, weil ohnehin kein Erbschein mehr ausgestellt werden 

könne (act. 20). Die Berufungsklägerin hat mit ihrer Einsprache zwar die 

Ausstellung eines Erbscheins mit der Formulierung nach dem angefochtenen 

Entscheid verhindert. Sie hat aber ein schützenswertes Interesse daran, dass ein 

nach ihrem Standpunkt richtiger Erbschein in Aussicht gestellt (und hernach 

ausgestellt) wird, mit dem sie sich einstweilen als Erbin des Erblassers ausweisen 

und den Nachlass gemeinschaftlich (zusammen mit den Berufungsbeklagten) in 

- 6 - 

Besitz nehmen kann. Das kann sie mit der vorliegenden Berufung ungeachtet 

ihrer Einsprache gegen den angefochtenen Entscheid erreichen.  

Zwar liesse sich argumentieren, die Berufungsklägerin hätte unabhängig von 

ihrer Bezeichnung (nur) als Vorerbin bereits nach dem angefochtenen Entscheid 

einen Erbschein erhalten können, der sie und die Berufungsbeklagten als 

Erbinnen des Erblassers ausgewiesen hätte. An ihrer (Mit-)Berechtigung am 

Nachlass, d.h. an ihrer Eigenschaft als Mitglied der Erbengemeinschaft, ändert 

die Nacherbeneinsetzung nämlich nichts (vgl. Art. 491 ZGB sowie BSK ZGB II-

KARRER/ VOGT/LEU, 4. Auflage 2011, Art. 559 N 21). Das gilt aber nur bis zum 

Eintritt des Nacherbschaftsfalls. Mit Blick auf diesen nimmt der angefochtene 

Entscheid bzw. nähme der gestützt auf diesen auszustellende Erbschein 

einstweilen die Berechtigung der Nacherben am Nachlass des Erblassers vorweg 

(Art. 492 ZGB). An der Verhinderung eines solchen Erbscheins (und am Erhalt 

eines nach ihrem Standpunkt korrekten Erbscheins) hat die Berufungsklägerin ein 

schützenswertes Interesse.   

Auf die rechtzeitig schriftlich und begründet erhobene Berufung ist daher 

einzutreten.  

4. Die Vorinstanz stellt in Aussicht, (nur) den Töchtern eine 

Erbbescheinigung auszustellen resp. die Witwe lediglich als Vorerbin zu 

behandeln. Das ist gestützt auf die folgende Anordnung des Erblassers in der 

letztwilligen Verfügung vom 22. April 2002 zu prüfen (act. 14 S. 1 f.): 

"[… ] Für den Fall, dass ich vor meiner Ehefrau sterben sollte, setze ich meine 
Nachkommen auf den Pflichtteil. Die verfügungsfreie Quote erhält meine Ehefrau A._____ 
als Vorerbin. Sie ist berechtigt, über das gesamte Vermögen frei zu verfügen und ist von 
jeder Sicherstellungspflicht befreit. Als Nacherben auf den Überrest bestimme ich meine 
gesetzlichen Erben." 

Die Vorinstanz erwog, der Erblasser habe im Testament vom 22. April 2002 

seine Töchter auf den Pflichtteil gesetzt und die gesamte verfügungsfreie Quote 

seiner Ehefrau als Vorerbin zugewendet. Die Einsetzung der Ehefrau als Vorerbin 

interpretierte die Vorinstanz dabei als auf den ganzen Nachlass abzüglich der 

Pflichtteile der Töchter bezogen. Entsprechend stellte die Vorinstanz die 

- 7 - 

Ausstellung der Erbbescheinigung in diesem Sinne in Aussicht (Ehefrau als 

Vorerbin, Töchter als Erbinnen und Nacherbinnen; vgl. act. 11 S. 2, 4).   

5. Im Zentrum der zu beurteilenden Testamentsauslegung steht die 

Frage, wie in der vorstehend zitierten Formulierung die "verfügungsfreie Quote" 

zu verstehen ist, die der Erblasser der Berufungsklägerin als Vorerbin und den 

Berufungsbeklagten als Nacherbinnen zuwendete.  

5.1 Letztwillige Verfügungen sind nach dem Willensprinzip auszulegen. 

Massgeblich ist stets der wirkliche Wille des Erblassers. Zu fragen ist daher, was 

der Erblasser mit seiner Formulierung meinte und zum Ausdruck bringen wollte 

(BSK ZGB II-BREITSCHMID, 4. Auflage 2011, Art. 469 N 24). 

5.2 Der Erblasser verwendete in der aufgezeigten Formulierung den Begriff 

"verfügungsfreie Quote". Dabei handelt es sich um einen rechtlichen Begriff, der 

mit dem "verfügbaren Teil" nach dem Gesetzeswortlaut (Regeste zu Art. 470 

ZGB) gleichgesetzt wird (vgl. etwa BGE 120 II 417, S. 418; vgl. auch Urteil des 

Sozialversicherungsgerichts Zürich vom 28. Februar 2013, Geschäftsnummer 

ZL.2011.00035, E. 1.2; BREITSCHMID, Successio 2009 S. 276 ff., S. 288). Die 

verfügungsfreie Quote in diesem Sinn ist der Teil des Nachlasses, über den ein 

Erblasser nach Abzug der Pflichtteile (Nachkommen, Eltern, Ehegatten, 

eingetragener Partner bzw. eingetragene Partnerin) frei verfügen kann (Art. 470 

Abs. 1 ZGB).  

5.3 Der Schluss der Vorinstanz, dass der Erblasser mit "verfügbare Quote" 

das meinte, was nach Abzug der Pflichtteile der Töchter vom Nachlass verbleibt 

(act. 11 S. 2), führte zu einer substantiellen Benachteiligung der 

Berufungsklägerin. Ihr käme danach zwar mit dem gesamten Nachlass abzüglich 

Pflichtteile der Töchter eine Quote von 5/8 des Nachlasses zu, dies aber 

insgesamt lediglich als Vorerbschaft.  

Die Berufungsklägerin hält dem entgegen, dabei handle es sich um eine 

freie Interpretation der Vorinstanz, für welche es im Testament keine 

Anhaltspunkte gebe. Der Erblasser habe sie, seine Ehefrau, durch die 

- 8 - 

Pflichtteilsbeschränkung der Nachkommen vielmehr gerade begünstigen wollen 

(act. 12 S. 2). Dem ist im Rahmen der hier vorzunehmenden provisorischen 

Testamentsauslegung zuzustimmen. Aus dem Testament geht aufgrund der 

Beschränkung der Nachkommen auf den Pflichtteil und des Verzichts auf weitere 

Zuwendungen der Wille zur Begünstigung der Ehefrau (der einzigen weiteren 

gesetzlichen Erbin) hervor. Dass der Erblasser danach die von der Vorinstanz 

vertretene, die Berufungsklägerin benachteiligende Aufteilung seines Nachlasses 

beabsichtigte (Ehefrau lediglich als Vorerbin, Nachkommen als Erben betreffend 

ihren Pflichtteil und als Nacherben betreffend den Rest des Nachlasses), 

erscheint wenig wahrscheinlich. Näher liegt die Annahme, dass der Erblasser bei 

der aufgezeigten Formulierung die objektive Bedeutung des rechtlichen Begriffs 

"verfügbare Quote" im Sinne hatte.  

5.4 Die Berufungsbeklagten schliessen aus der daran anschliessenden 

Formulierung, wonach die Berufungsklägerin über "das gesamte Vermögen" frei 

verfügen könne und von jeder Sicherstellungspflicht befreit sei, dass der 

Erblasser die Vorerbschaft auf das ganze Nachlassvermögen abzüglich der 

explizit genannten Pflichtteile der Nachkommen beziehen wollte (act. 20 S. 1 f.).  

Die Formulierung, wonach die Berufungsklägerin über "das gesamte 

Vermögen" frei verfügen könne, kann sich jedoch ebenso gut sowohl auf ihren 

eigenen Erbteil als auch auf die Vorerbschaft beziehen. Das erscheint angesichts 

der – nach einstweiliger Testamentsauslegung – vom Erblasser beabsichtigten 

Begünstigung der Berufungsklägerin wahrscheinlicher. Davon ist für den 

vorliegend zu treffenden Entscheid daher auszugehen.  

5.5 Die Vorerbschaft der Berufungsklägerin umfasst nach vorläufiger 

Testamentsauslegung damit den Nachlass abzüglich der Pflichtteile der 

Berufungsbeklagten und abzüglich des eigenen Erbteils der Berufungsklägerin 

(vgl. zu diesem gleich nachfolgend II./6.). Dieses Verständnis des Testaments 

entspricht der aus der Pflichtteilsbeschränkung der Nachkommen folgenden 

Intention des Erblassers, seine Ehefrau gegenüber seinen Nachkommen zu 

begünstigen.  

- 9 - 

Das hat zur Folge, dass in Gutheissung der Berufung sämtliche gesetzlichen 

Erbinnen (die Berufungsklägerin und die Berufungsbeklagten) als Erbinnen des 

Erblassers in den (in Aussicht zu stellenden) Erbschein aufzunehmen sind. 

Darüber kann mit dem heutigen Urteil entschieden werden (Art. 318 Abs. 1 lit. b 

ZPO).  

6. Über die Erbquoten der Parteien ist kein Entscheid zu treffen, da sich 

der in Aussicht zu stellende Erbschein darüber nicht auszusprechen hat (vgl. BSK 

ZGB I-KARRER/ VOGT/LEU, 4. Auflage 2011, Art. 559 N 27; PraxKomm Erbrecht-

EMMEL, 2. Auflage 2011, Art. 559 ZGB N 24). Ob der Berufungsklägerin, wie von 

ihr vertreten, ein hälftiger, von der Nacherbeneinsetzung unbelasteter Erbteil 

zukommt (act. 12 S. 2), oder lediglich ein solcher von einem Viertel (entsprechend 

ihrem eigenen Pflichtteil, so die Ansicht der Berufungsbeklagten in einem 

Eventualstandpunkt, act. 20 S. 2), ist daher heute nicht – und auch nicht nur 

provisorisch – abschliessend zu entscheiden.  

III. 

1. Ausgangsgemäss sind die Kosten des Berufungsverfahrens den 

Berufungsbeklagten aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 ZPO).  

Die Berufungsklägerin macht wie gesehen geltend, anders als nach dem im 

angefochtenen Entscheid in Aussicht gestellten Erbschein sei sie nicht lediglich 

Vorerbin, sondern Erbin zu ½ des Nachlasses und darüber hinaus Vorerbin 

betreffend die nach Deckung der Pflichtteile der Nachkommen verbleibende 

verfügbare Quote (act. 12 S. 2).  

Auf Basis des ehelichen Vermögens per Todestag (rund Fr. 1'252'000.00, 

vgl. act. 7) ist einstweilen von einem Nachlass in halber Höhe auszugehen. Dem 

Verfahren ist entsprechend als Streitwert die Hälfte von rund Fr. 626'000.00, 

mithin rund Fr. 313'000.00 zugrunde zu legen (vgl. bereits act. 15). In Anwendung 

von § 12 i.V.m. §§ 2, 4 Abs. 1 und 2 sowie 8 Abs. 1 GebV OG ergibt sich für das 

Berufungsverfahren eine Entscheidgebühr von Fr. 2'000.00.  

- 10 - 

Die Entscheidgebühr ist aus dem geleisteten Vorschuss zu beziehen 

(Art. 111 Abs. 1 ZPO). Die unterliegenden Berufungsbeklagten sind zu 

verpflichten, der Berufungsklägerin den geleisteten Vorschuss zu ersetzen 

(Art. 111 Abs. 2 ZPO).  

2. Die Berufungsklägerin hat keinen Antrag auf Zusprechung einer 

Parteientschädigung gestellt (act. 12). Daher ist ihr keine solche Entschädigung 

zuzusprechen (BGE 139 III 334 E. 4.3).  

Es wird erkannt: 

1. In Gutheissung der Berufung wird Dispositiv Ziffer 2 der Verfügung des 

Einzelgerichts Erbschaftssachen des Bezirksgerichts Zürich vom 11. März 

2014 (EL140228-L) aufgehoben.  

 Das Einzelgericht Erbschaftssachen wird den gesetzlichen Erbinnen des 

Erblassers (Ziff. II der vorgenannten Verfügung vom 11. März 2014) auf 

Verlangen den auf die Ehefrau als Erbin und Vorerbin und die Töchter als 

Erbinnen und Nacherbinnen lautenden Erbschein ausstellen, sofern 

dagegen seitens einer der gesetzlichen Erbinnen nicht innert Monatsfrist von 

der Zustellung des vorliegenden Urteils an gerechnet, durch Eingabe an das 

Einzelgericht in Erbschaftssachen des Bezirksgerichts Zürich, Einsprache 

erhoben wird.  

2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 2'000.00 festgesetzt.  

3. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden den Berufungsbeklagten je zur 

Hälfte auferlegt und aus dem geleisteten Kostenvorschuss bezogen.  

 Die Berufungsbeklagten werden je zur Hälfte verpflichtet, der 

Berufungsklägerin den geleisteten Vorschuss von Fr. 2'000.00 zu ersetzen, 

unter solidarischer Haftung für den ganzen Betrag.  

4. Für das Berufungsverfahren werden keine Parteientschädigungen 

zugesprochen.  

- 11 - 

5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Berufungsklägerin unter 

Beilage je eines Doppels von act. 20 und 21, an den Willensvollstrecker 

Rechtsanwalt lic. iur. G._____ sowie an das Bezirksgericht Zürich, 

Einzelgericht Erbschaftssachen, je gegen Empfangsschein, und an die 

Obergerichtskasse. 

 Die erstinstanzlichen Akten gehen nach unbenütztem Ablauf der 

Rechtsmittelfrist an die Vorinstanz zurück. 

6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 

30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen 

Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). 

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG, in einem Verfahren betreffend 
vorsorgliche Massnahmen im Sinne von Art. 98 BGG.  
Es handelt sich um eine vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt 
rund Fr. 313'000.00. 
Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 

 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Zivilkammer 

 
Der Gerichtsschreiber: 

 
 
 

lic. iur. T. Engler 
 
versandt am: 
 
 

	Urteil vom 30. Juni 2014
	Erwägungen:
	I.

	"1. Den Beteiligten wird je eine Fotokopie des Testaments zugestellt. Das Originaltestament bleibt im Gerichtsarchiv aufbewahrt.
	2. Den gesetzlichen Erbinnen (Ziff. II) wird auf Verlangen der auf die Ehefrau als Vorerbin und die Töchter als Erbinnen und Nacherbinnen lautende Erbschein ausgestellt, sofern dagegen seitens der Ehefrau nicht innert Monatsfrist, von der Zustellung d...
	3. Es wird davon Vormerk genommen, dass Rechtsanwalt lic. iur. G._____ (Ziff. III) das Mandat als Willensvollstrecker angenommen hat.
	4. Die Aufnahme des Nacherbschaftsinventars wird angeordnet.
	5. Mit der Aufnahme des Nacherbschaftsinventars wird der Notar des Kreises …-Zürich beauftragt und angewiesen, dem Einzelgericht eine Abschrift des Inventars einzureichen.
	6. Die Kosten werden mit dem Endentscheid erhoben.
	[7.-8. Mitteilung, Rechtsmittel]"
	"Die Ziffer 2 der Verfügung sei wie folgt zu korrigieren und es sei hinsichtlich Erbbescheinigung folgendes zu verfügen:
	Den gesetzlichen Erbinnen wird auf Verlangen der auf die Ehefrau als Erbin und Vorerbin und die Töchter als Erbinnen und Nacherbinnen lautende Erbschein ausgestellt, […]."
	II.

	"[… ] Für den Fall, dass ich vor meiner Ehefrau sterben sollte, setze ich meine Nachkommen auf den Pflichtteil. Die verfügungsfreie Quote erhält meine Ehefrau A._____ als Vorerbin. Sie ist berechtigt, über das gesamte Vermögen frei zu verfügen und ist...
	III.

	Es wird erkannt:
	1. In Gutheissung der Berufung wird Dispositiv Ziffer 2 der Verfügung des Einzelgerichts Erbschaftssachen des Bezirksgerichts Zürich vom 11. März 2014 (EL140228-L) aufgehoben.
	Das Einzelgericht Erbschaftssachen wird den gesetzlichen Erbinnen des Erblassers (Ziff. II der vorgenannten Verfügung vom 11. März 2014) auf Verlangen den auf die Ehefrau als Erbin und Vorerbin und die Töchter als Erbinnen und Nacherbinnen lautenden ...
	2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 2'000.00 festgesetzt.
	3. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden den Berufungsbeklagten je zur Hälfte auferlegt und aus dem geleisteten Kostenvorschuss bezogen.
	Die Berufungsbeklagten werden je zur Hälfte verpflichtet, der Berufungsklägerin den geleisteten Vorschuss von Fr. 2'000.00 zu ersetzen, unter solidarischer Haftung für den ganzen Betrag.
	4. Für das Berufungsverfahren werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.
	5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Berufungsklägerin unter Beilage je eines Doppels von act. 20 und 21, an den Willensvollstrecker Rechtsanwalt lic. iur. G._____ sowie an das Bezirksgericht Zürich, Einzelgericht Erbschaftssachen, je ge...
	Die erstinstanzlichen Akten gehen nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist an die Vorinstanz zurück.
	6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...