# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 00f11a9c-2927-51f0-b323-70d143a58a9c
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-03-14
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 14.03.2013 S 2012 45
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2012-45_2013-03-14.pdf

## Full Text

S 12 45

3. Kammer als Versicherungsgericht

URTEIL
vom 14. März 2013

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

betreffend Versicherungsleistungen nach IVG

1. …, geboren im Jahre 1972, arbeitet als Metzger zu einem Pensum von 100 %. 

Seit der Kindheit ist bei ihm eine hochgradige linksseitige Hörminderung 

bekannt. Im Jahre 1998 kam es zu einer monauralen Hörgeräteversorgung 

linksseitig. Am 4. November 2010 meldete sich der heutige Beschwerdeführer 

bei der Invalidenversicherung an und beantragte die Kostenübernahme für ein 

Hörgerät. Es folgte eine ärztliche Expertise bei Dr. med. …, Facharzt FMH für 

Hals- Nasen- und Ohrenkrankheiten, Allergologie und klinische Immunologie. 

Gemäss dessen Bericht vom 9. Dezember 2010 wurde der Beschwerdeführer 

der Indikationsstufe 2 zugeteilt, jedoch sei eine binaurale Versorgung 

medizinisch nicht indiziert, weshalb eine konventionelle Hörgeräteversorgung 

(monaurale Anpassung) rechts angezeigt sei. Allenfalls (bei ungenügendem 

Erfolg) könne über eine (Bi)-CROSS-Versorgung diskutiert werden. Mit 

Schreiben vom 17. Dezember 2010 ersuchte die IV-Stelle den 

Beschwerdeführer eine Hörgeräteanpassung gemäss Hörgeräte-Tarifvertrag 

vorzunehmen und informierte ihn dahingehend, dass sie gestützt auf die 

Angaben in der Erstexpertise von Dr. med. … eine monaurale Versorgung 

(konventionelle Hörgeräteversorgung) gemäss Indikationsstufe 2 bis zum 

Maximalbetrag von Fr. 1‘883.00 übernehmen könne. Es erfolgte eine weitere 

Abklärung bei Dr. med. …, Chefarzt des Kantonsspitals Graubünden, Klinik für 

Ohren-, Nasen-, Hals-, Oral-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, Allergologie und 

klinische Immunologie. Aus dem Schreiben von Dr. med. … vom 4. Februar 

2011 geht hervor, dass dem Beschwerdeführer die therapeutischen Optionen 

einer Cross-Versorgung einerseits oder einer BAHA-Versorgung andererseits 

angeboten wurden. Am 16. März 2011 wandte sich der Lieferant des Hörgeräts 

an die IV-Stelle mit der Bitte um Bewilligung einer Bi-Cross-Hörlösung der 

Indikationsstufe 3, weil der Beschwerdeführer mit der monauralen Versorgung 

grosse Mühe habe. Mit Schreiben vom 1. April 2011 passte die IV-Stelle ihren 

Auftrag vom 17. Dezember 2010 dahingehend an, dass sie gestützt auf den 

Tarifvertrag im Rahmen einer einfachen und zweckmässigen Massnahme eine 

Bi-Cross-Versorgung gemäss Indikationsstufe 2 bis zum Maximalbetrag von 

Fr. 2‘556.35 übernehmen könne. In der Schlussexpertise vom 3. Oktober 2011 

führte Dr. med. … aus, dass er die Übernahme des Kostenanteils durch die 

Invalidenversicherung für die drahtlose Bi-Cross-Versorgung befürworte. Mit 

Vorbescheid vom 29. November 2011 teilte die IV-Stelle dem 

Beschwerdeführer mit, dass sie gestützt auf den gültigen Tarifvertrag vom 1. 

Januar 2010 für eine Bi-Cross-Versorgung der Indikationsstufe 2 maximal einen 

Betrag von Fr. 2‘556.35 übernehmen könne. Der Beschwerdeführer habe 

jedoch ein Hörgerät aus der Indikationsstufe 3 ausgewählt, welches aus 

medizinischer Sicht nicht indiziert sei. Mit Schreiben vom 13. Januar 2012 

wandte der Beschwerdeführer dagegen ein, dass die IV-Stelle im Sinne der 

Austauschbefugnis den gesamten Betrag von Fr. 4‘811.40 für das gewählte 

Hörsystem Phonak Cassia microM (der Indikationsstufe 3) zu übernehmen 

habe. Dies deshalb weil die IV bei einer BAHA-Versorgung, welche ebenfalls 

indiziert sei, bereit gewesen wäre sogar Fr. 5‘555.-- zu übernehmen. 

2. Mit Verfügung vom 5. März 2012 hielt die IV-Stelle an ihrem Entscheid vom 29. 

November 2011 fest. Die Kosten für die Abgabe eines Hörgerätes rechts (Bi-

Cross-Versorgung), Modell Phonak Cassia microM, Artikelcode H32.62.0174, 

gemäss Indikationsstufe 2 im Betrag von Fr. 2‘556.35 würden übernommen. 

3. Gegen diese Verfügung erhob der Beschwerdeführer am 13. April 2012 

Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden mit den 

Begehren, die angefochtene Verfügung der IV-Stelle vom 5. März 2012 sei 

aufzuheben und dem Beschwerdeführer seien pauschale Kosten im Betrag von 

Fr. 4‘800.00 für ein Hörsystem zu bezahlen. Eventuell sei der angefochtene 

Entscheid aufzuheben und die Rechtssache der Vorinstanz zu neuem 

Entscheid im Sinne der Erwägungen des Verwaltungsgerichtes 

zurückzuweisen. Die Invalidenversicherung sei vorerst bereit gewesen, für den 

Beschwerdeführer auf der Grundlage einer alternativen „BAHA-Versorgung“, je 

nach Gerätetyp bis Fr. 5‘555.-- zu übernehmen. Später habe sich die 

Invalidenversicherung in Widerspruch zu den früheren Ausführungen im 

Schreiben vom 7. Februar 2012 plötzlich auf den Standpunkt gestellt, die 

BAHA-Versorgung sei medizinisch nicht indiziert. Dies stehe auch im 

Widerspruch zum Arztbericht von Dr. med. … vom 4. Februar 2011, gemäss 

welchem die BAHA-Versorgung eindeutig als medizinisch indiziert beurteilt 

worden sei. Dass die ausprobierte „BAHA-Versorgung“ als ungünstig beurteilt 

worden sei, sei lediglich persönlich motiviert und nicht medizinisch begründet. 

Auch in einem neueren Bericht von Dr. med. … vom 30. Januar 2012 werde 

bestätigt, dass die BAHA-Versorgung medizinisch indiziert gewesen wäre. Aus 

diesem Grund habe der Beschwerdeführer auf der Basis der 

Austauschbefugnis auch in casu Anspruch auf eine BAHA-Versorgung, sodass 

ihm ein Betrag von pauschal Fr. 4‘800.-- zuzusprechen und auszubezahlen sei. 

Dem Beschwerdeführer stehe es in der Folge frei, welches Hörgerät er hierfür 

und bei welchem Lieferanten erwerbe. 

4. Mit Vernehmlassung vom 4. Mai 2012 beantragte die Beschwerdegegnerin die 

Abweisung der Beschwerde. Unbestritten sei, dass der Beschwerdeführer einen 

Anspruch auf eine Bi-Cross-Versorgung gemäss Indikationsstufe 2 habe. Die 

Invalidenversicherung könne deshalb mit Blick auf den Hörgeräte-Tarifvertrag 

vom 1. Januar 2010 Kosten in der Höhe von Fr. 2‘556.35 übernehmen. Des 

Weiteren habe sich die Beschwerdegegnerin nie dazu bereit erklärt, auf der 

Grundlage einer alternativen „BAHA-Versorgung“ je nach Gerätetyp Kosten bis 

Fr. 5‘555.-- zu übernehmen. Die Abklärungen hätten nämlich gerade ergeben, 

dass eine „BAHA-Versorgung“ beim Versicherten nicht indiziert sei. Der 

Versicherte habe am 19. Juli 2011 ausdrücklich bestätigt, dass er von seinem 

Hörgeräteakustiker über die bestmögliche zuzahlungsfreie Variante der 

Hörgeräteversorgung informiert worden sei, dass diese Versorgung ihm nicht 

genüge und dass er mit der von ihm zu leistenden Zuzahlung für eine bessere 

Hörgeräteanpassung einverstanden sei. Das Prinzip der Austauschbefugnis 

setze voraus, dass der Beschwerdeführer einen Anspruch auf eine „BAHA-

Versorgung“ habe, was wiederum voraussetze, dass diese Versorgung 

medizinisch indiziert sei. Eine Rückfrage bei Dr. med. … habe ergeben, dass 

eine „BAHA-Versorgung“ (im Gegensatz zur Bi-Cross-Versorgung) beim 

Beschwerdeführer medizinisch nicht indiziert gewesen sei. Einerseits sei die 

erreichte Hörleistung ungenügend gewesen und andererseits würde die „BAHA-

Versorgung“ den Beschwerdeführer unter dem Feuerwehrhelm stören. Der 

Bericht von Dr. med. … vom 4. Februar 2011 sei in Bezug auf die medizinische 

Indikation einer „BAHA-Versorgung“ unklar gewesen, weshalb die IV-Stelle Dr. 

med. … erneut ersucht habe, zu seiner medizinischen Indikation deutlich 

Stellung zu nehmen. Im Bericht vom 30. Januar 2012 habe Dr. med. … dann 

unmissverständlich festgehalten, dass die mit der „BAHA-Versorgung“ erreichte 

Hörleistung ungenügend gewesen sei. Folglich sei eine „BAHA-Versorgung“ 

medizinisch nicht indiziert. Des Weiteren führt die Beschwerdegegnerin aus, 

dass das per 1. Juli 2011 eingeführte Pauschalsystem in Anbetracht der am 4. 

November 2010 erfolgten Anmeldung vorliegend noch keine Anwendung finde. 

5. In seiner Replik vom 7. Juni 2012 hielt der Beschwerdeführer an seinen 

Ausführungen in der Beschwerde fest. Strittig sei, ob eine „BAHA-Versorgung“ 

medizinisch indiziert sei oder nicht. Die IV-Stelle habe mit Schreiben vom 29. 

November 2011 selbst ausgeführt, dass die Abklärungen bei Dr. med. … 

ergeben hätten, dass eine Cross- oder BAHA-Versorgung indiziert sei. 

Entsprechend dazu habe Dr. med. … in seinem Schreiben vom 4. Juni 2012 

festgehalten und betont, dass bei der otologischen Problematik des 

Beschwerdeführers das gängige Verfahren der Hörverbesserung eine BAHA-

Versorgung sei. Schliesslich beantragte der Beschwerdeführer die Einholung 

eines medizinischen Gutachtens, sollten bei der Beschwerdeinstanz noch 

Zweifel an der medizinische Indikation einer „BAHA-Versorgung“ bestehen. Sei 

das BAHA-System medizinisch indiziert, sei entsprechend in Anwendung des 

Austauschprinzips dem Versicherten zulasten der Invalidenversicherung eine 

Zahlung von jedenfalls pauschal Fr. 4‘800.-- zu bewilligen. 

6. Mit Duplik vom 18. Juni 2012 hielt die Beschwerdegegnerin an ihren bereits 

gemachten Ausführungen fest und ergänzte des Weiteren, der 

Beschwerdeführer zitiere das Schreiben der IV-Stelle vom 29. November 2011 

nicht vollständig. Die IV-Stelle habe in dem selbigen Schreiben nämlich weiter 

ausgeführt, dass die „BAHA-Versorgung“ ausprobiert worden sei und dass das 

Gerät dem Beschwerdeführer jedoch nicht den gewünschten Nutzen gebracht 

habe. Folglich habe die IV-Stelle dem Beschwerdeführer nicht zugesagt, die 

Kosten einer „BAHA-Versorgung“ zu übernehmen. Den Arztbericht von Dr. 

med. … vom 4. Juni 2012 zitiere der Beschwerdeführer ebenfalls unvollständig. 

Dr. med. … halte nämlich in diesem Schreiben auch fest, dass das Probetragen 

mit einem BAHA-Testhörer gemäss seiner Rücksprache mit Dr. med. … nicht 

erfolgreich gewesen sei. Dr. med. … habe ihm mitgeteilt, dass das Tragen 

dieses Test-Hörsystems mit Kopfschmerzen einhergegangen sei. Zudem sei 

auch das Tragen dieses Hörsystems bei der Arbeit nicht möglich und 

ungeeignet beim Tragen eines Feuerwehrhelms. Aus all diesen Gründen sei 

2011 ein Bi-Cross-Hörsystem eingesetzt worden, was zu einer 

Hörverbesserung geführt habe. Richtig sei zwar, dass Dr. med. … der 

Auffassung gewesen sei, dass bei der otologischen Problematik des 

Beschwerdeführers grundsätzlich eine BAHA-Versorgung medizinisch indiziert 

sei, jedoch im konkreten Fall des Beschwerdeführers sei eine „BAHA-

Versorgung“ aus verschiedenen Gründen eben gerade doch nicht medizinisch 

indiziert. 

7. Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften und auf die 

angefochtene Verfügung wird, soweit erforderlich, im Rahmen der Erwägungen 

eingegangen. 

Der Einzelrichter zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt im vorliegenden Beschwerdeverfahren bildet die Verfügung 

der IV-Stelle Graubünden vom 5. März 2012. Streitig und zu prüfen ist, ob die 

Invalidenversicherung die Kosten für die vom Beschwerdeführer gewählte Bi-

Cross-Versorgung der Indikationsstufe 3 in der Gesamthöhe von Fr. 4‘811.40 

im Sinne der sogenannten Austauschbefugnis zu übernehmen hat. 

2. Unbestritten ist und steht gemäss Akten fest, dass der Beschwerdeführer 

Anspruch auf ein Hilfsmittel in der Form eines Hörgerätes mit einer Bi-Cross-

Versorgung der Indikationsstufe 2 im Betrag von Fr. 2‘556.35 hat. Streitig und 

zu prüfen ist hingegen, ob die Vorinstanz berechtigt war, die beantragte 

Kostenübernahme für das vom Beschwerdeführer gewählte Hilfsmittel im 

Gesamtbetrag von Fr. 4‘811.40 mit dem Argument zu verweigern, beim 

Beschwerdeführer sei eine „BAHA-Versorgung“ nicht indiziert, weshalb die 

Invalidenversicherung nicht im Sinne der sogenannten Austauschbefugnis 

verpflichtet sei, die beantragten Kosten auf der Basis der Anschaffungskosten 

einer teureren „BAHA-Versorgung“ zu übernehmen. 

3. Im invalidenversicherungsrechtlichen Hilfsmittelbereich hat die 

Austauschbefugnis ihren positivrechtlichen Ausdruck in Art. 2 Abs. 5 der 

Verordnung über die Abgabe von Hilfsmitteln durch die Invalidenversicherung 

(HVI; SR 831.232.51) gefunden. Im Rahmen dieser Bestimmung hat das 

Eidgenössische Versicherungsgericht den folgenden Grundsatz aufgestellt: 

Umfasst das vom Versicherten selber angeschaffte Hilfsmittel auch die Funktion 

eines ihm an sich zustehenden Hilfsmittels, so steht einer Gewährung von 

Amortisations- und Kostenbeiträgen nichts entgegen; diese sind alsdann auf 

der Basis der Anschaffungskosten des Hilfsmittels zu berechnen, auf das der 

Versicherte an sich Anspruch hat (statt vieler: BGE 131 V 107 E. 3.2.3 S. 112, 

127 V 121 E. 2b S. 123). Wie der Beschwerdeführer die Voraussetzungen einer 

Austauschbefugnis zutreffend wiedergibt, setzt sie namentlich immer einen 

substitutionsfähigen aktuellen gesetzlichen Leistungsanspruch voraus (BGE 

131 V 107 E. 3.2.3 S. 112 f.). Der Beschwerdeführer stellt sich nun, entgegen 

der Auffassung der Invalidenversicherung, auf den Standpunkt, dass er einen 

gesetzlichen Anspruch auf eine „BAHA-Versorgung“ habe. Die 

Beschwerdegegnerin verneint hingegen dieses Leistungsbegehren des 

Beschwerdeführers mit der Begründung, die „BAHA-Versorgung“ sei nicht 

medizinisch indiziert. Um beurteilen zu können, ob die Invalidenversicherung für 

die Kosten der vom Beschwerdeführer ausgewählten Bi-Cross-Versorgung der 

Indikationsstufe 3 auf der Basis der Anschaffungskosten einer „BAHA-

Versorgung“ aufzukommen hat, stellt sich somit primär die Frage, ob der 

Beschwerdeführer einen gesetzlichen Anspruch auf eine „BAHA-Versorgung“ 

hat. 

4. a) Nach Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; 

SR 831.20) haben invalide oder von einer Invalidität bedrohte Versicherte 

Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit diese notwendig und 

geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich 

zu betätigen, wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern; (lit. a) und 

die Voraussetzungen für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt 

sind (lit. b). Laut Art. 8 Abs. 3 lit. d IVG gehört zu den 

Eingliederungsmassnahmen unter anderem die Abgabe von Hilfsmitteln. 

Gemäss Art. 8 Abs. 2 IVG besteht namentlich nach Massgabe von Art. 21 IVG 

der Anspruch auf Leistungen (hier Hilfsmittel) unabhängig von der Möglichkeit 

einer Eingliederung ins Erwerbsleben oder in den Aufgabenbereich. Gemäss 

Art. 21 Abs. 2 IVG hat nämlich der Versicherte, der infolge seiner Invalidität für 

die Fortbewegung, für die Herstellung des Kontaktes mit der Umwelt oder für 

die Selbstsorge kostspieliger Geräte bedarf, im Rahmen einer vom Bundesrat 

aufzustellenden Liste ohne Rücksicht auf die Erwerbsfähigkeit Anspruch auf 

solche Hilfsmittel. 

b) Gestützt auf Art. 8 Abs. 3 lit. d und Art. 21 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 14 

der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) hat das 

Eidgenössische Departement des Innern (EDI) eine Verordnung über die 

Abgabe von Hilfsmitteln durch die Invalidenversicherung mit anhangsweise 

aufgeführter Hilfsmittelliste erlassen. Laut Art. 2 HVI besteht im Rahmen der im 

Anhang aufgeführten Liste Anspruch auf Hilfsmittel, soweit diese für die 

Fortbewegung, die Herstellung des Kontaktes mit der Umwelt oder für die 

Selbstsorge notwendig sind (Abs. 1). Der Anspruch erstreckt sich auch auf das 

invaliditätsbedingt notwendige Zubehör und die invaliditätsbedingten 

Anpassungen (Abs. 3). Es besteht nur Anspruch auf Hilfsmittel in einfacher und 

zweckmässiger Ausführung. Durch eine andere Ausführung bedingte 

zusätzliche Kosten hat der Versicherte selbst zu tragen (Abs. 4). Das Kriterium 

der Zweckmässigkeit verlangt insbesondere, dass das Hilfsmittel im Einzelfall 

dazu bestimmt und geeignet ist, dem gesundheitlich beeinträchtigten 

Versicherten im wesentlichen Umfange zur Erreichung eines der gesetzlich 

anerkannten Ziele zu verhelfen (BGE 122 V 212, E. 2c, S. 214). Im Anhang zur 

HIV wird unter Ziff. 5.07 aufgeführt, dass den Versicherten der Anspruch auf 

Abgaben von Hörgeräten bei Schwerhörigkeit zusteht, sofern das Hörvermögen 

durch ein solches Gerät namhaft verbessert wird und sie sich wesentlich besser 

mit der Umwelt verständigen können (gesetzlich anerkanntes 

Eingliederungsziel). 

c) Indem Art. 2 Abs. 4 HVI die Leistungspflicht der Invalidenversicherung auf 

Hilfsmittel in einfacher Ausführung beschränkt, wird dem allgemeinen 

Grundsatz der Verhältnismässigkeit Rechnung getragen. In der Regel besteht 

nur ein Anspruch auf die dem jeweiligen Eingliederungszweck angemessenen, 

notwendigen Massnahmen, nicht aber auf die nach den gegebenen Umständen 

bestmöglichen Vorkehren (BGE 110 V 102). Denn das Gesetz will die 

Eingliederung soweit sicherstellen, als diese im Einzelfall notwendig, aber auch 

genügend ist (BGE 132 V 215 E. 4.3.1 S. 225, 131 V 9 E. 3.6.1 S. 19). Ferner 

muss der voraussichtliche Erfolg einer Eingliederungsmassnahme in einem 

vernünftigen Verhältnis zu ihren Kosten stehen (BGE 129 V 68 E. 1.1.1). 

d) Wie vorstehend ausgeführt wurde (E. 5a) unterliegt als 

Eingliederungsmassnahme jede Hilfsmittelversorgung zunächst den 

allgemeinen Anspruchsvoraussetzungen des Art. 8 Abs. 1 IVG. Sie hat somit 

neben den dort ausdrücklich genannten Erfordernissen der Geeignetheit und 

der Notwendigkeit auch demjenigen der Angemessenheit (Verhältnismässigkeit 

im engeren Sinne) als dritten Teilgehalt des Verhältnismässigkeitsgrundsatzes 

zu genügen. Die Abgabe eines Hilfsmittels muss demnach unter 

Berücksichtigung der gesamten tatsächlichen und rechtlichen Umstände des 

Einzelfalles in einem angemessenen Verhältnis zum angestrebten 

Eingliederungsziel (vgl. Ziff. 5.07 Anhang zur HIV) stehen. Bei der Beurteilung 

der Angemessenheit (der Verhältnismässigkeit im engeren Sinne) sind vier 

Teilaspekte zu prüfen, nämlich die sachliche, die zeitliche, die finanzielle und 

die persönliche Angemessenheit (BGE 132 V 215 E. 3.2.2 S. 221; Silvia 

Bucher, Eingliederungsrecht der Invalidenversicherung, Bern 2011, S. 74 ff.). 

Danach muss eine Massnahme prognostisch (ex ante) das leistungsspezifische 

Mass an Eingliederungswirksamkeit aufweisen (sachliche Angemessenheit) 

(statt vieler: BGE 133 V 624 E. 2.3.3 S. 628, 132 V 215 E. 4.2 S. 224, 110 V 99 

E.2 S. 102, Urteil des Bundesgerichtes 9C_287/2010, E. 5.2 vom 11. Juni 

2010). Sodann muss gewährleitstet sein, dass der angestrebte 

Eingliederungserfolg voraussichtlich von einer gewissen Dauer ist (zeitliche 

Angemessenheit); des Weiteren muss der zu erwartende Erfolg in einem 

vernünftigen Verhältnis zu den Kosten der konkreten 

Eingliederungsmassnahme stehen (finanzielle Angemessenheit); schliesslich 

muss die konkrete Massnahme dem Betroffenen auch zumutbar sein 

(persönliche Angemessenheit) (BGE 132 V 215 E. 3.2.2 S. 221, 130 V 491). 

5. a) Die Beschwerdegegnerin verneint das Leistungsbegehren des 

Beschwerdeführers mit der Begründung, eine „BAHA-Versorgung“ sei nicht 

medizinisch indiziert. Aus dem Arztbericht von Dr. med. … vom 9. Dezember 

2010 geht hervor, dass für den Beschwerdeführer eine monaurale Anpassung 

rechts auf der Indikationsstufe 2 als angemessen erachtet wurde. Darüber 

hinaus sollte zudem über eine Cross- beziehungsweise Bi-Cross-Versorgung 

diskutiert werden, falls sich herausstellen werde, dass eine monaurale 

Anpassung ungenügend sei. Dr. med. … hält in seinem Arztbericht vom 4. 

Februar 2011 die Diagnose eines össär fusionierten Ossikelblocks links mit 

Schalleitungsblock ipsilateral fest. Da gemäss seiner Beurteilung ein operativer 

Korrekturversuch dem Beschwerdeführer kein wirklicher Vorteil bringe, bot er 

ihm die therapeutische Option einer Cross-Versorgung einerseits oder einer 

BAHA-Versorgung andererseits an. In einem weiteren Schreiben vom 4. Juni 

2012 betont Dr. med. …, dass bei der otologischen Problematik des 

Beschwerdeführers die Versorgung mit einem BAHA-System das gängige 

Verfahren einer Hörverbesserung darstellen würde. Aufgrund dieser objektiven 

medizinischen Beurteilungen sowohl von Dr. med. … als auch von Dr. med. … 

ist dem Beschwerdeführer insofern zuzustimmen, dass rein aus einer 

prognostischen (ex ante) Sicht eine „BAHA-Versorgung“ als Massnahme an 

sich geeignet war (sachlicher Teilaspekt der Angemessenheit), das 

Hörvermögen namhaft zu verbessern (leistungsspezifisches 

Eingliederungsziel). 

b) Dr. med. … hält in seinem oben erwähnten Schreiben vom 4. Februar 2011 

zudem fest, dass der Beschwerdeführer nach initial befriedigendem Resultat 

beim Testen des BAHA-Gerätes am Schluss doch unglücklich damit gewesen 

sei. Insbesondere habe ihn die Situation gestört, dass er als Feuerwehrmann 

unter dem Helm dadurch gestört sei und er keinen Nutzen davon ziehen könne. 

Mit Schreiben vom 30. Januar 2012 ergänzt Dr. med. …, dass die Hörleistung 

für den Beschwerdeführer ungenügend gewesen sei. Aus diesen Darlegungen 

geht klar hervor, dass der Beschwerdeführer beim Probetragen der BAHA-

Testhörer persönlich nicht zufrieden war und er diese als für ihn ungünstig 

empfand. Dass dem Beschwerdeführer die BAHA-Versorgung nicht 

entsprochen hat, wird denn auch nicht bestritten, sondern lediglich als 

„persönlich motiviert“ bezeichnet. Der Beschwerdeführer führt in seinem 

Schreiben vom 26. September 2011 an die Invalidenversicherung selbst aus, 

dass die „BAHA-Versorgung“ aus verschiedenen Gründen nicht zweckmässig 

sei, womit nur mehr die Bi-Cross-Versorgung bleibe. 

c) In rechtlicher Hinsicht stellt sich der Beschwerdeführer nun auf den Standpunkt, 

dass die persönliche Motivation nichts daran ändere, dass die „BAHA-

Versorgung“ medizinisch indiziert sei und er deshalb auf der Grundlage des 

Prinzips der Austauschbefugnis Anspruch auf die beantragte Kostengutsprache 

habe. Dem kann nicht gefolgt werden. Wie der Beschwerdeführer in seiner 

Beschwerdeschrift selbst die gesetzlichen Voraussetzungen zum 

Austauschprinzip richtig wiedergibt, setzt die Austauschbefugnis einen 

substitutionsfähigen aktuellen gesetzlichen Leistungsanspruch voraus. 
Dieser erschöpft sich - wie unter Erwägung 4 ausführlich dargelegt wurde - 

nicht in der medizinischen Indikation einer Massnahme, vielmehr hat der 

Anspruch auf Hilfsmittel als Eingliederungsmassnahme ebenfalls das 

Erfordernis der Angemessenheit (Verhältnismässigkeit im engeren Sinne) zu 

genügen. Ein Teilaspekt betrifft gerade die persönliche Angemessenheit (siehe 

Erwägung 4d), wonach die konkrete Massnahme der betroffenen Person unter 

Berücksichtigung ihrer persönlichen Verhältnisse tatsächlich zumutbar sein 

muss. Dass eine „BAHA-Versorgung“ dem Beschwerdeführer nicht zumutbar 

ist, ergibt sich klar aus den Akten und wird vom Beschwerdeführer auch nicht 

bestritten, nennt der Beschwerdeführer die BAHA-Testhörer doch selbst als für 

ihn ungünstig und nicht zweckmässig. Aufgrund der persönlichen 

Unangemessenheit ist die „BAHA-Versorgung“ nicht verhältnismässig, sodass 

der Beschwerdeführer trotz objektiver und prognostischer medizinischer 

Indikation mangels persönlicher tatsächlicher Angemessenheit keinen Anspruch 

auf eine „BAHA-Versorgung“ hat. 

d) Aus dem soeben Ausgeführten ist zusammenfassend festzuhalten, dass die 

beantragte Kostenübernahme im Umfang von Fr. 4‘811.40 für die Bi-Cross-

Versorgung nicht im Rahmen der Anschaffungskosten für eine „BAHA-

Versorgung“ übernommen werden kann, da kein gesetzlicher Anspruch auf eine 

„BAHA-Versorgung“ mangels Verhältnismässigkeit (respektive persönliche 

Angemessenheit) besteht. Die angefochtene Verfügung vom 5. März 2012 

erweist sich somit im Ergebnis als rechtens, was zu ihrer Bestätigung und zur 

Abweisung der Beschwerde vom 13. April 2012 führt. 

6. Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten 

um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. 

Die Gerichtskosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom 

Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Vorliegend setzt 

das Gericht die Kosten auf Fr. 700.-- fest. Entsprechend dem Ausgang dieses 

Verfahrens werden die Gerichtskosten dem Beschwerdeführer auferlegt. Eine 

aussergerichtliche Entschädigung steht der Beschwerdegegnerin nicht zu (Art. 

61. lit. g ATSG e contrario). 

Demnach erkennt der Einzelrichter

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die Kosten von Fr. 700.-- gehen zulasten von … und sind innert 30 Tagen seit 

Zustellung dieses Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons 

Graubünden, Chur, zu bezahlen.