# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 154e9257-de65-5280-befe-32d1cefc5733
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-11-26
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 26.11.2008 C-5842/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-5842-2007_2008-11-26.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-5842/2007
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 6 .  N o v e m b e r  2 0 0 8

Richter Antonio Imoberdorf (Vorsitz), 
Richter Andreas Trommer, Richter Bernard Vaudan, 
Gerichtsschreiber Daniel Brand.

I._______,
Beschwerdeführerin,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Verweigerung der Einreisebewilligung.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-5842/2007

Sachverhalt:

A.
Die aus Mazedonien stammende I._______ (geb. 1938, nachfolgend: 
Gesuchstellerin  bzw.  Beschwerdeführerin)  beantragte  am  15. Juni 
2007  bei  der  Schweizer  Botschaft  in  Skopje  die  Erteilung  eines 
Einreisevisums  für  die  Dauer  von  drei  Monaten.  Als  Zweck  der  be-
absichtigten Reise gab sie an, ihren im Kanton St. Gallen wohnhaften 
Sohn  F._______  (nachfolgend:  Gastgeber)  und  dessen  Familie  be-
suchen  zu  wollen.  Nach  formloser  Verweigerung  übermittelte  die 
Schweizerische  Vertretung  das  Gesuch  zur  Prüfung  und  zum  Ent-
scheid an die Vorinstanz.

B.
Nachdem die Migrationsbehörde des Kantons St. Gallen beim Gastge-
ber  ergänzende Auskünfte  eingeholt  und an das  BFM weitergeleitet 
hatte,  wies die Vorinstanz das Einreisegesuch mit  Verfügung vom 7. 
August  2007 ab. Dies im Wesentlichen mit  der  Begründung,  die  an-
standslose  und  firstgerechte  Wiederausreise  könne  angesichts  der 
wirtschaftlichen und soziokulturellen  Lage im Herkunftsland  der  Ge-
suchstellerin sowie aufgrund der Vorakten nicht als gesichert betrach-
tet werden.

C.
Mit undatierter Rechtsmitteleingabe (Datum des Poststempels: 3. Sep-
tember 2007) beantragt die Beschwerdeführerin sinngemäss die Auf-
hebung  der  vorinstanzlichen  Verfügung  und  die  Erteilung  des  ge-
wünschten Besuchervisums. Zur  Begründung bringt  sie  im Wesentli-
chen vor, die Vorinstanz gehe zu Unrecht davon aus, es bestehe keine 
Gewähr für eine fristgerechte Wiederausreise. Sie beabsichtige nicht, 
in  der  Schweiz  zu  verbleiben,  sondern  möchte  lediglich  ihre  Söhne 
und deren Familien besuchen. Überdies werde ihre Rückkehr ins Hei-
matland zusätzlich vom Gastgeber garantiert. Die Voraussetzungen für 
eine Visumerteilung seien nunmehr erfüllt.

D.
In ihrer Vernehmlassung vom 1. November 2007 spricht sich die Vorin-
stanz für die Abweisung der Beschwerde aus und hält ergänzend fest, 
aus  den  Vorakten  gehe  hervor,  dass  die  Beschwerdeführerin  ohne 
familiäre Bindung im Heimatland lebe und dringend auf Pflege ange-
wiesen  sei.  Anlässlich  ihres  letzten  Besuchsaufenthaltes  in  der 

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Schweiz habe sie sich denn auch nicht an die im Visum angegebene 
Aufenthaltsdauer gehalten und die Schweiz erst auf Druck seitens der 
kantonalen  Behörden  wieder  verlassen.  An  der  anstandslosen  und 
fristgerechten  Wiederausreise  bestünden  erhebliche  Zweifel,  müsse 
doch vermutet werden, dass die Beschwerdeführerin einen dauerhaf-
ten Aufenthalt in der Schweiz anstrebe.

E.
Mit verfahrensleitender Anordnung vom 15. November 2007 wurde der 
Beschwerdeführerin die Möglichkeit gewährt, zur Vernehmlassung der 
Vorinstanz Stellung zu nehmen. Die hierfür gesetzte Frist blieb unge-
nutzt.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1  Verfügungen des BFM betreffend Verweigerung der Einreisebewil-
ligung unterliegen der Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht 
(Art. 31, Art. 32 sowie Art. 33 Bst. d des Verwaltungsgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]). 

1.2 Gemäss Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem Bundes-
verwaltungsgericht nach dem Bundesgesetz vom 20. Dezember 1968 
über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), soweit das Ver-
waltungsgerichtsgesetz nichts anderes bestimmt. Das Urteil des Bun-
desverwaltungsgerichts ist endgültig (Art. 1 Abs. 2 VGG i.V.m. Art. 83 
Bst. c Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 
173.110]).

1.3 Die Beschwerdeführerin ist gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG zur Be-
schwerde legitimiert;  auf  die  frist-  und formgerecht  eingereichte  Be-
schwerde ist einzutreten (Art. 50 ff. VwVG).

2.  
Am 1. Januar 2008 traten das neue Bundesgesetz vom 16. Dezember 
2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) sowie 
die dazugehörigen Ausführungsverordnungen in Kraft (u.a. die Verord-
nung vom 24. Oktober  2007 über  das Einreise-  und Visumverfahren 
[VEV, SR 142.204]). Gemäss Art. 126 Abs. 1 AuG bleibt auf Gesuche, 
die vor dem Inkrafttreten des AuG eingereicht worden sind, das bishe-
rige Recht anwendbar. Die (materielle) Beurteilung erfolgt somit noch 

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nach  dem  alten  Recht.  Einschlägig  sind  das  Bundesgesetz  vom 
26. März  1931  über  Aufenthalt  und  Niederlassung  der  Ausländer 
(ANAG, BS 1 121, zum vollständigen Quellennachweis vgl. Ziff. I des 
Anhangs zum AuG) und die Verordnung vom 14. Januar 1998 über die 
Einreise  und Anmeldung von Ausländerinnen und Ausländern  (VEA, 
AS 1998 194,  zum vollständigen Quellennachweis vgl. Art. 39 VEV). 
Das  Verfahren  hingegen  richtet  sich  nach  dem  neuen  Recht  (vgl. 
Art. 126 Abs. 2 AuG).

3.
3.1 Die Schweizerische Rechtsordnung gewährt grundsätzlich keinen 
Anspruch  auf  Bewilligung  der  Einreise. Der  Entscheid  darüber  ist  – 
vorbehältlich nachfolgend zu erörternder Hinderungsgründe – von der 
Bewilligungsbehörde (in casu dem BFM) in pflichtgemässer Ausübung 
ihres  Ermessens  zu  fällen  (Art.  4  und  Art.  16  Abs. 1  ANAG,  Art.  9 
Abs. 1 und Art. 18 VEA, PETER UEBERSAX, Einreise und Anwesenheit, in: 
PETER UEBERSAX /  PETER MÜNCH /  THOMAS GEISER /  MARTIN ARNOLD [Hrsg.], 
Ausländerrecht, Ausländerinnen und Ausländer im öffentlichen Recht, 
Privatrecht,  Steuerrecht  und  Sozialrecht  der  Schweiz,  Ba-
sel/Genf/München 2002, S. 143; URS BOLZ, Rechtsschutz im Ausländer- 
und Asylrecht, Basel und Frankfurt a.M. 1990, S. 29 mit weiteren Hin-
weisen; PHILIP GRANT, La protection de la vie familiale et de la vie privée 
en droit des étrangers, Basel usw. 2000, S. 24).

3.2 Ausländerinnen  und  Ausländer  benötigen  zur  Einreise  in  die 
Schweiz einen Pass und ein Visum, sofern sie nicht aufgrund beson-
derer Regelung von diesem Erfordernis ausgenommen sind (Art. 1 bis 
5 VEA). Um ein Visum zu erhalten, müssen Ausländerinnen und Aus-
länder die in Artikel 1 Absatz 2 VEA aufgeführten Voraussetzungen er-
füllen. Sie haben unter anderem Gewähr für eine fristgerechte Wieder-
ausreise zu bieten (Art. 1 Abs. 2 Bst. c VEA). 

Das Visum ist zudem zu verweigern, wenn begründete Zweifel am Auf-
enthaltszweck bestehen (Art. 14 Abs. 2 Bst. c in fine VEA).

4.
4.1 Die Beschwerdeführerin bedarf aufgrund ihrer Nationalität zur Ein-
reise in die Schweiz nebst dem Pass eines Visums. Die Vorinstanz ver-
weigerte die Erteilung eines solchen Visums mit der Begründung, die 
anstandslose und fristgerechte Wiederausreise erscheine nicht als hin-
reichend gesichert.

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4.2 Zur Prüfung des Kriteriums der gesicherten Wiederausreise muss 
ein zukünftiges Verhalten beurteilt werden. Dazu lassen sich in der Re-
gel  keine gesicherten Feststellungen,  sondern  lediglich Voraussagen 
machen. Dabei sind sämtliche Umstände des konkreten Einzelfalles zu 
würdigen.

4.3 Anhaltspunkte  zur  Beurteilung der  fristgerechten Wiederausreise 
können sich aus der allgemeinen Lage im Herkunftsland der Besuche-
rin  oder  des  Besuchers  ergeben.  Einreisegesuche  von  Bürgerinnen 
und Bürgern aus Staaten bzw. Regionen mit politisch oder wirtschaft-
lich vergleichsweise ungünstigen Verhältnissen können darauf hindeu-
ten,  dass  die persönliche Interessenlage in  solchen Fällen nicht  mit 
dem Ziel  und  Zweck  einer  zeitlich  befristeten  Einreisebewilligung  in 
Einklang steht. 

4.4 Die wirtschaftlichen und sozialen Lebensbedingungen in Mazedo-
nien  gestalten  sich  für  breite  Bevölkerungsschichten  schwierig.  Ob-
schon das Wirtschaftswachstum seit dem Krisenjahr 2001 kontinuier-
lich gesteigert  werden konnte,  lag die Arbeitslosenquote im europäi-
schen  Vergleich  mit  rund  35%  im  Jahre  2007  weiterhin  überdurch-
schnittlich hoch. Das Durchschnittsnettogehalt eines Berufstätigen be-
trug  im  Dezember  2007  bloss  ca.  250  Euro  (Quelle: 
http://www.auswaertiges-amt.de, Stand: September 2008, besucht am 
10.  November  2008).  Gemäss  World  Bank  Report  lebten  im  Jahre 
2005 rund 22% der  mazedonischen Bevölkerung in  absoluter  Armut 
(siehe  auch  Amnesty  International  Report  2006).  Für  einen  echten 
Aufholprozess der sich immer noch in der Transformation befindlichen 
Volkswirtschaft  müssten die Wachstumsraten nach Einschätzung von 
Experten  deutlich  höher  liegen  als  heute  (vgl.  Auswärtiges  Amt, 
a.a.O.). Auf entsprechend hohem Niveau bewegt sich der Anteil derer, 
die sich zur Emigration entschliessen. Besteht im Ausland bereits ein 
soziales Beziehungsnetz von Verwandten oder Freunden, so begüns-
tigt  dies  die  Tendenz,  sich  dort  unter  besseren  Lebensbedingungen 
eine (neue) Existenz aufzubauen. Vor diesem Hintergrund ist es nahe 
liegend, dass Familienangehörige oftmals versuchen, auch ihre Eltern, 
für  die  sie  sich  verantwortlich  fühlen,  in  die  Schweiz  nachzuziehen. 
Dies insbesondere dann, wenn die Eltern – altersbedingt ohne berufli-
che Verpflichtungen – alleine im Heimatstaat zurückbleiben und/oder 
aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr für sich selbst sorgen kön-
nen.

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5.
5.1 Bei  der  Risikoanalyse sind aber  nicht  nur solch allgemeine Um-
stände  und  Erfahrungen,  sondern  auch,  wie  unter  Ziffer  4.2  ausge-
führt, sämtliche Gesichtspunkte des konkreten Einzelfalles zu berück-
sichtigen. Obliegt einer Gesuchstellerin  oder einem Gesuchsteller im 
Heimatland  beispielsweise  eine  besondere  berufliche,  gesellschaftli-
che oder familiäre Verantwortung, kann dieser Umstand durchaus die 
Prognose für  eine anstandslose Wiederausreise begünstigen. Umge-
kehrt muss bei Gesuchstellern, die in ihrer Heimat keine der erwähn-
ten Verpflichtungen haben, die sie von einer möglichen Emigration ab-
halten könnten, aufgrund entsprechender Erfahrungen das Risiko ei-
nes fremdenpolizeilich nicht vorschriftsgemässen Verhaltens (nach be-
willigter Einreise zu einem Besuchsaufenthalt) hoch eingeschätzt wer-
den. 

5.2 Bei der Beschwerdeführerin handelt es sich um eine nunmehr 70-
jährige, verwitwete Frau, welche alleine in Mazedonien leben und dort 
völlig auf sich allein gestellt  sein soll (vgl. die entsprechenden Anga-
ben der Beteiligten im Familiennachzugsverfahren). Ihr obliegen somit 
im  Heimatland  keine  besonderen  gesellschaftlichen  Verpflichtungen 
oder familiären Verantwortlichkeiten, die sie ernsthaft von einer Emig-
ration abzuhalten vermöchten; dies umso weniger, als mit ihren beiden 
Söhnen  und  deren  Familien  die  nächsten  Angehörigen  über  einen 
Daueraufenthalt in der Schweiz verfügen.

5.3 Dieser  enge Bezug zu den Familienangehörigen in  der  Schweiz 
zeigt sich insbesondere in der Tatsache, dass der Gastgeber bereits 
Ende  2001  –  anlässlich  eines  Besuchsaufenthaltes  seiner  Mutter  – 
versucht hatte, dieser einen dauerhaften Aufenthalt in der Schweiz zu 
ermöglichen. Nachdem dem entsprechenden Gesuch um Erteilung ei-
ner Aufenthaltsbewilligung im Rahmen der Familienzusammenführung 
vom Ausländeramt des Kantons St. Gallen nicht stattgegeben worden 
war, wies das Justiz- und Polizeidepartement des Kantons St. Gallen 
den dagegen erhobenen Rekurs am 28. August 2002 ab. Gegen die-
sen  Entscheid  wiederum wurde  beim kantonalen  Verwaltungsgericht 
Beschwerde erhoben, diese allerdings in der Folge zurückgezogen.

Am 17. November 2002 reiste die Beschwerdeführerin erneut mit  ei-
nem 90-tägigen Besuchervisum in die Schweiz ein,  unterliess es je-
doch, nach dessen Ablauf in ihr Heimatland zurückzukehren. Stattdes-
sen wurde am 8. Juli 2003 ein weiteres Familiennachzugsgesuch ein-

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gereicht, mit der Begründung, alle ihre Angehörigen befänden sich in 
der Schweiz; demgegenüber sei sie, gesundheitlich angeschlagen und 
pflegebedürftig,  in  Mazedonien  auf  sich  allein  gestellt.  Mit  Wegwei-
sungsverfügung  vom  22.  März  2004  wurde  der  Beschwerdeführerin 
eine Frist zur Ausreise aus der Schweiz bis spätestens 13. April 2004 
angesetzt.  Dabei  wurde  ausgeführt,  die  alterstypischen  Krankheiten 
der Beschwerdeführerin stünden einer Ausreise nicht entgegen, könne 
doch die medizinische Behandlung im Heimatland weitergeführt  wer-
den. Ein dagegen erhobenes Wiedererwägungsgesuch blieb ebenfalls 
erfolglos. Das wegen rechtswidrigen Aufenthaltes in der Schweiz ge-
gen  die  Beschwerdeführerin  eingeleitete  Strafverfahren  wurde  nicht 
zuletzt aus Pietätsgründen eingestellt  (vgl. Einstellungsverfügung des 
Untersuchungsamtes Altstätten vom 7. Juni 2005).

Mit Verfügung vom 3. Januar 2005 wies die kantonale Migrationsbehör-
de das fragliche Gesuch um Erteilung einer Einreise- und Aufenthalts-
bewilligung im Rahmen der Übersiedlung ab. Der Gesundheitszustand 
oder die Lebensverhältnisse der zu übersiedelnden Person vermöch-
ten keine schwerwiegende persönliche Notlage zu begründen. Der Be-
schwerdeführerin sei es zuzumuten, weiterhin im Heimatland zu leben 
und sich dort  weiterbehandeln zu lassen. Sie befände sich in dersel-
ben  Situation  wie  viele  ältere  Landsleute,  deren  Nachkommen  sich 
freiwillig dazu entschlossen hätten, ins Ausland auszureisen und ihre 
Eltern oder  weiteren Verwandten im Heimatland zurückgelassen hät-
ten. Diese Verfügung erwuchs unangefochten in  Rechtskraft. Auf  ein 
weiteres Familiennachzugsgesuch vom 24. August 2005, welches als 
Wiedererwägungsgesuch entgegen genommen worden war, wurde am 
22. September 2005 nicht eingetreten.

5.4 Die  daraufhin  gestellten  Gesuche  vom  19.  Januar  2006  sowie 
9. Januar  2007  um  Erteilung  einer  Einreisebewilligung  zu  Besuchs-
zwecken wurden jeweils, da die fristgerechte und anstandslose Rück-
kehr ins Heimatland nicht als einwandfrei gesichert betrachtet werden 
konnte, formlos von der Schweizerischen Botschaft in Skopje abgewie-
sen. An dieser Einschätzung ist auch heute festzuhalten, ergeben sich 
doch aus den Akten keine Hinweise, in den persönlichen Verhältnissen 
der  Beschwerdeführerin  hätten  sich  seither  wesentliche Veränderun-
gen im Sinne einer neuen Verwurzelung im Heimatland ergeben. Die 
Beschwerdeführerin erachtet zwar die Voraussetzungen für die Ertei-
lung einer Einreisebewilligung nunmehr als erfüllt, unterlässt es indes-
sen, Gründe anzuführen, die für eine fristgerechte Rückkehr nach Ma-

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zedonien sprechen würden. Gerade die im Rahmen der fremdenpoli-
zeilichen Verfahren immer wieder erwähnten gesundheitlichen Proble-
me und die fehlenden familiären Beziehungen im Heimatland bergen 
ein erhöhtes Risiko in  sich,  die  Beschwerdeführerin  könnte  nach ei-
nem mehrmonatigen Aufenthalt in der Schweiz (nach wie vor) geneigt 
sein, den Lebensabend im Umfeld ihrer in der Schweiz lebenden Söh-
ne und deren Familien zu verbringen. Angesichts dieser Sachlage (Al-
ter, Gesundheitszustand, fehlende Verwurzelung in der Heimat, sämtli-
che Kinder im Ausland wohnhaft) bestehen eindeutig Festsetzungsten-
denzen und demzufolge begründete Zweifel am angegebenen Aufent-
haltszweck (Besuchsaufenthalt; vgl. Art. 11 Abs. 1 Bst. b i.V.m. Art. 14 
Abs. 2 Bst. c in fine VEA).

5.5 Unter den gegebenen Umständen durfte die Vorinstanz daher zu 
Recht  davon  ausgehen,  die  Wiederausreise  der  Beschwerdeführerin 
sei im Sinne der massgeblichen Bestimmungen nicht gesichert. An der 
Richtigkeit dieser Einschätzung ändert auch die Tatsache nichts, dass 
der Gastgeber die rechtzeitige Rückkehr seiner Mutter zugesichert hat. 
Denn einerseits ermöglichte und tolerierte dieser in der Vergangenheit 
den über einjährigen widerrechtlichen Aufenthalt  seiner Mutter in der 
Schweiz. Andererseits ist eine solche Garantie trotz bester und ehrli-
cher Absichten nicht möglich bzw. rechtlich nicht durchsetzbar. Gast-
geber können zwar für gewisse finanzielle Risiken im Zusammenhang 
mit dem Besuchsaufenthalt, nicht aber für ein bestimmes Verhalten ih-
rer  Gäste  garantieren  (vgl.  anstelle  vieler:  Urteil  des  Bundesverwal-
tungsgerichts C-6703/2007 vom 14. Juli 2008 E. 5.4).

5.6 Darüber hinaus bestehen auch keine Hinweise dafür, dass die Ein-
reiseverweigerung  in  den  Schutzbereich  des  Privat-  und  Familienle-
bens eingreifen würde (Art. 13 der Bundesverfassung der Schweizeri-
schen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV, SR 101] und Art. 8 
der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten 
vom 4. November 1950 [EMRK, SR 0.101]), verleiht doch keine dieser 
Bestimmungen  einen Anspruch auf  Einreise  oder  auf  Verwirklichung 
des  Familienlebens  an  einem bestimmten  Ort  (vgl.  BGE 130  II  281 
E. 3.1  [mit  Hinweisen]; ferner  STEPHAN BREITENMOSER,  in: Bernhard  Eh-
renzeller/Philippe Mastronardi/Rainer J. Schweizer/Klaus A. Vallender, 
Die schweizerische Bundesverfassung, Zürich 2002, N. 25 zu Art. 13; 
ARTHUR HAEFLIGER/FRANK SCHÜRMANN,  Die  Europäische  Menschenrechts-
konvention  und  die  Schweiz,  Die  Bedeutung  der  Konvention  für  die 
schweizerische Rechtspraxis, 2. Aufl., Bern 1999, S. 261). Von einem 

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rechtfertigungsbedürftigen  Grundrechtseingriff  könnte  –  wenn  über-
haupt – allenfalls dann ausgegangen werden, wenn die Wahrnehmung 
familiärer  Kontakte  in  zumutbarer  Weise  nur  durch  Besuche  der 
Beschwerdeführerin in der Schweiz zu verwirklichen wäre, was in casu 
nicht zutrifft.

Sowohl dem Gastgeber, wie auch den übrigen, in der Schweiz leben-
den Familienangehörigen – allesamt im Besitze einer Niederlassungs-
bewilligung – steht nämlich weiterhin die Möglichkeit offen, ihre Mutter/
Schwiegermutter respektive Grossmutter in Mazedonien zu besuchen. 
Aus den Akten ergeben sich jedenfalls keine Hinweise, wonach ihnen 
dies in Zukunft aus rechtserheblichen Gründen verwehrt sein sollte.

6.
Aus diesen Gründen ist  somit nicht zu beanstanden, dass die Vorin-
stanz das öffentliche Interesse sowie die Beachtung der geltenden Be-
stimmungen entsprechend gewichtete und der Beschwerdeführerin die 
Einreise  verweigerte. Die  angefochtene Verfügung verletzt  kein Bun-
desrecht. Der rechtserhebliche Sachverhalt wurde richtig und vollstän-
dig festgestellt,  und die Vorinstanz hat das ihr zustehende Ermessen 
pflichtgemäss  und  zutreffend  gehandhabt  (Art.  49  VwVG).  Die  Be-
schwerde ist demzufolge abzuweisen.

7.
Dem  Ausgang  des  Verfahrens  entsprechend  wird  die  unterliegende 
Beschwerdeführerin kostenpflichtig (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die Verfah-
renskosten  sind  auf  Fr. 600.-  festzusetzen (Art.  1,  Art.  2  und Art.  3 
Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-
schädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 
173.320.2]).

Dispositiv Seite 10

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.-  werden  der  Beschwerdeführerin 
auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  am  11.  September  2007  geleisteten 
Kostenvorschuss verrechnet.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Einschreiben)
- die Vorinstanz (Akten Ref-Nr. [...] retour)
- das Ausländeramt des Kantons St. Gallen

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Antonio Imoberdorf Daniel Brand

Versand:

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