# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1b610e99-5293-59df-a29d-cc5ccf2e7eca
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-02-27
**Language:** de
**Title:** Aargau Entscheidsammlung Baugesetzgebung 27.02.2012
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Baugesetzgebung/AG_BG_001_Submission_2012-02-27.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht 
3. Kammer 

 
WBE.2011.271 / MW / jb 
 
Art. 5 

 

 
 
Urteil vom 27. Februar 2012 
 
 
 

Besetzung  Verwaltungsrichter Winkler, Präsident  
Verwaltungsrichter Gysi  
Verwaltungsrichterin Lang         
Gerichtsschreiber Wildi 

 
 
 
 

Beschwerde-
führerin 1 

 A.______, 

  
Beschwerde-
führerin 2 

 B.______,  
 
beide vertreten durch lic. iur. C.______, Fürsprecher 

    
gegen 
 

  Einwohnergemeinde D.______, 
handelnd durch den Gemeinderat 
dieser vertreten durch Dr. iur. E.______, Rechtanwalt 
 

    
 
 
 

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend Submission 
 
Verfügung des Gemeinderats D.______ vom 25. Juli 2011 
(Strassen- und Werkleitungssanierung "I._____weg"; Baumeisterarbeiten) 

 
 

 - 2 - 
 
 

 
 

  Das Verwaltungsgericht entnimmt den Akten: 
 
A. 
Der Gemeinderat D.______ schrieb die Baumeisterarbeiten für die 
Werkleitungs- und Oberbauerneuerung "I._____weg" u. a. im Amtsblatt 
des Kantons Aargau Nr. __ vom _____ im offenen Verfahren öffentlich 
aus. Innert Eingabefrist wurden sieben Angebote mit Eingabesummen 
zwischen Fr. 969'479.05 und Fr. 1'204'803.20 (bereinigt, netto, inkl. 
MWST) eingereicht. Mit Beschluss vom 25. Juli 2011 vergab der 
Gemeinderat D.______ die Baumeisterarbeiten zum Preis von 
Fr. 988'503.35 (netto, inkl. MWST) an die F.______. Mit Verfügung vom 
gleichen Tag wurde der ARGE G.______, bestehend aus der A.______ 
und der B.______, die anderweitige Auftragsvergabe mitgeteilt. 
 
B. 
1. 
Mit Eingabe vom 5. August 2011 erhoben die A.______ und die 
B.______, beim Verwaltungsgericht Beschwerde mit folgenden 
Rechtsbegehren: 
 

"1. 
Es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und es sei auf Grund der 
vorliegenden Offerten das Submissionsverfahren zu dessen korrekten 
Durchführung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. 
 
2. 
Eventualiter sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und der Zu-
schlag an die Beschwerdeführerinnen zu erteilen. 
 
3. 
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwer-
degegnerin." 

 
Zudem stellten sie die folgenden Prozessanträge: 
 

"1. 
Den Beschwerdeführerinnen sei nach Edition der nachfolgend als Be-
weismittel genannten Unterlagen die Gelegenheit zu geben, dazu Stel-
lung zu nehmen. 
 
2. 
Es sei der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen." 

 
2. 
Mit Verfügung vom 8. August 2011 wurde dem Gesuch um aufschiebende 
Wirkung superprovisorisch entsprochen. 
 

 - 3 - 
 
 

3. 
Mit Beschwerdeantwort vom 22. August 2011 stellte der Gemeinderat 
D.______ folgende Anträge: 
 

"1. 
Die Beschwerde sei abzuweisen. 
 
2. 
Sollte die Beschwerde wider Erwarten gutgeheissen werden, sei das Ver-
fahren zur Neubeurteilung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. 
 
3. 
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen." 

 
Auf eine Stellungnahme zur Frage der aufschiebenden Wirkung verzich-
tete der Gemeinderat D.______. 
 
4. 
Mit Verfügung vom 24. August 2011 hiess der Kammerpräsident das Ge-
such um Erteilung der aufschiebenden Wirkung gut und erteilte der Be-
schwerde weiterhin die aufschiebende Wirkung. 
 
5. 
Die F.______ hat sich am Beschwerdeverfahren nicht beteiligt (vgl. Ziff. 3 
der Verfügung des Kammerpräsidenten vom 8. August 2011; Ziff. 4 der 
Verfügung des Kammerpräsidenten vom 24. August 2011). 
 
6. 
Die Beschwerdeführerinnen erstatteten mit Eingabe vom 6. September 
2011 eine Replik und hielten an ihren Beschwerdebegehren fest. 
 
7. 
Der Gemeinderat D.______ hielt mit Duplik vom 30. September 2011 an 
den Anträgen der Beschwerdeantwort vom 22. August 2011 fest. 
 
C. 
Das Verwaltungsgericht hat den Fall am 27. Februar 2012 beraten und 
entschieden. 
 
 

  Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung: 
 
I. 
1. 
1.1. 
Die Beschwerde an das Verwaltungsgericht ist zulässig gegen letztin-
stanzliche Entscheide der Verwaltungsbehörden und, wenn vorgesehen, 
gegen Entscheide der Spezialverwaltungsgerichte (§ 54 Abs. 1 des Ge-

 - 4 - 
 
 

setzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 4. Dezember 2007 [VRPG; 
SAR 271.200]). Ausgeschlossen ist die Beschwerde in den Sachberei-
chen gemäss § 54 Abs. 2 lit. a - h VRPG. Vorbehalten bleiben sodann 
Sonderbestimmungen in anderen Gesetzen (§ 54 Abs. 3 VRPG). Die Be-
schwerde ist auch in den Fällen von Absatz 2 und 3 zulässig, wenn die 
Verletzung des Anspruchs auf Beurteilung von Streitigkeiten durch eine 
richterliche Behörde gerügt wird (§ 54 Abs. 4 VRPG).  
 
1.2. 
Gegen Verfügungen der Vergabestellen gemäss § 5 des Submissionsde-
krets vom 26. November 1996 (SubmD; SAR 150.910) kann direkt beim 
Verwaltungsgericht Beschwerde erhoben werden (§ 24 Abs. 1 SubmD).  
 
Bei der Einwohnergemeinde D.______ handelt es sich um eine Vergabe-
stelle im Sinne von § 5 Abs. 1 lit. b SubmD.  
 
Sind die Schwellenwerte des Einladungsverfahrens gemäss § 8 Abs. 2 
SubmD erreicht, was beim hier streitigen Auftrag des Bauhauptgewerbes 
klar der Fall ist, gilt als anfechtbare Verfügung u. a. der Zuschlag (§ 24 
Abs. 2 lit. b SubmD). Das Verwaltungsgericht ist somit zur Behandlung 
des vorliegenden Falles zuständig. 
 
2. 
2.1. 
Die Vergabestelle wirft die Frage nach der Parteifähigkeit der Beschwer-
deführerin 1 auf. Beschwerde führe vorliegend die Zweigniederlassung 
der A.______ in H.______, die als solche nicht parteifähig sei 
(Beschwerdeantwort, S. 3; Duplik, S. 2 f.). 
 
2.2. 
Die Parteifähigkeit ist die Fähigkeit, in einem Verfahren als Partei aufzu-
treten. Parteifähig ist, wer rechtsfähig ist (Michael Merker, Rechtsmittel, 
Klage und Normenkontrollverfahren nach dem aargauischen Gesetz über 
die Verwaltungsrechtspflege [VRPG] vom 9. Juli 1968, Kommentar zu den 
§§ 38 - 72 VRPG, Diss., Zürich 1998, Vorbem. zu § 38 N 9). Zutreffend 
ist, dass Zweigniederlassungen weder rechtsfähig noch partei- und pro-
zessfähig (vgl. BGE 120 III 11 ff.) und infolgedessen auch nicht be-
schwerdebefugt sind. Richtig ist auch, dass im Rubrum der Beschwerde-
schrift als Beschwerdeführerin 1 die A.______ mit der Adresse "_____, 
___, ___ H.______", d. h. mit der Adresse der Zweigniederlassung, 
aufgeführt ist. Aus der beiliegenden Anwaltsvollmacht geht jedoch hervor, 
dass Auftraggeberin / Vollmachtgeberin für das vorliegende 
Beschwerdeverfahren in Sachen Submission I._____weg D.______ die 
A.______ in J.______ ist (Beschwerdebeilage 1). Entgegen der falschen 
Adressangabe in der Beschwerdeschrift ist Beschwerdeführerin somit die 
A.______ am Hauptsitz in J.______, d. h. das Hauptunternehmen und 

 - 5 - 
 
 

nicht die Zweigniederlassung H.______. Eine unrichtige oder fehlerhafte 
Parteibezeichnung ist grundsätzlich der Heilung zugänglich. In diesem 
Sinne ist die Beschwerdeführerin richtigerweise mit der Adresse des 
Hauptunternehmens in J.______ ins Rubrum des Urteils aufzunehmen. 
 
3. 
Mit der Beschwerde an das Verwaltungsgericht können unrichtige oder 
unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des 
Ermessens, geltend gemacht werden (§ 25 Abs. 2 SubmD). Die Ermes-
senskontrolle ist dagegen ausgeschlossen (§ 25 Abs. 3 SubmD). 
 
II. 
1. 
Gemäss § 18 Abs. 1 SubmD erhält das wirtschaftlich günstigste Angebot 
den Zuschlag. Kriterien zur Ermittlung des wirtschaftlich günstigsten An-
gebots sind insbesondere Qualität, Preis, Erfahrung, Innovation, Termin, 
Garantie- und Unterhaltsleistungen, Betriebs- und Unterhaltskosten, tech-
nischer Wert, Zweckmässigkeit, Ästhetik, Umweltverträglichkeit, Kunden-
dienst, Ausbildung von Lehrlingen sowie gerechte Abwechslung und 
Verteilung (§ 18 Abs. 2 SubmD). In der Ausschreibung oder in den Aus-
schreibungsunterlagen sind die Zuschlagskriterien mit ihrer Gewichtung 
anzugeben; fehlen diese Angaben, gilt als Zuschlagskriterium der Preis; 
allfällige Teilkriterien sind mit ihrer Gewichtung anzugeben (§ 18 Abs. 3 
SubmD). Bei der Auswahl und Gewichtung der einzelnen Kriterien steht 
der Vergabebehörde dabei ein weiter Ermessensspielraum zu, in den das 
Verwaltungsgericht nicht eingreifen darf (vgl. Erw. I/3. hievor; Aargauische 
Gerichts- und Verwaltungsentscheide [AGVE] 1998, S. 384; 2002, S. 308; 
ferner Matthias Hauser, Zuschlagskriterien im Submissionsrecht, in: Aktu-
elle Juristische Praxis [AJP] 2001, S. 1411; Elisabeth Lang, Die Praxis 
des Verwaltungsgerichts des Kantons Aargau zum Submissionsrecht, in: 
Schweizerisches Zentralblatt für Staats- und Verwaltungsrecht [ZBl] 
103/2002, S. 469). Die Zuschlagskriterien müssen aber im Hinblick auf 
den konkret zu vergebenden Auftrag bestimmt werden (AGVE 2002, 
S. 308). Im Grundsatz unzulässig ist es daher, vergabefremde Kriterien 
heranzuziehen, d. h. Kriterien, die sich nicht auf die Wirtschaftlichkeit des 
Angebotes beziehen, bzw. sich nicht am Nutzen des konkreten Beschaf-
fungsobjekts selbst messen lassen; dazu zählen namentlich regional-, 
steuer- oder strukturpolitische Überlegungen (AGVE 1999, S. 296 f.; 
1999, S. 328; Baurecht 2000, S. 57 Nr. S10, S. 58 f. Nrn. S12 - 17; Ent-
scheid des Verwaltungsgerichts [VGE] III/82 vom 9. August 2001 
[BE.2001.00206], S. 4 f.; Peter Galli / André Moser / Elisabeth Lang / 
Evelyne Clerc, Praxis des öffentlichen Beschaffungsrechts, 1. Band: Lan-
desrecht, 2. Auflage, Zürich / Basel / Genf 2007, Rz. 544, 578 ff.; Hauser, 
a. a. O., S. 1408; Lang, a. a. O., S. 469; Peter Gauch / Hubert Stöckli, 

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Vergabethesen 1999, Thesen zum neuen Vergaberecht des Bundes, 
Freiburg 1999, S. 27 ff.). 
 
Des Weitern kommt der Vergabebehörde auch bei der Bewertung der 
einzelnen Angebote aufgrund der ausgewählten Zuschlagskriterien ein 
grosser Ermessensspielraum zu (AGVE 1998, S. 384; Hauser, a. a. O., 
S. 1420 mit Hinweisen; Lang, a. a. O., S. 475). Das Verwaltungsgericht 
hat sich insbesondere bei der Überprüfung technischer und betrieblicher 
Aspekte, welche die Vergabebehörde aufgrund ihres Fachwissens besser 
beurteilen kann, Zurückhaltung aufzuerlegen (AGVE 1999, S. 328; vgl. 
auch Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. August 
1997, in: Bernische Verwaltungsrechtsprechung [BVR] 1998, S. 64). In-
dessen muss auch die Bewertung der Offerten in sachlich haltbarer und 
begründbarer Weise erfolgen, ansonsten der Vergabestelle eine Ermes-
sensüberschreitung oder sogar ein Ermessensmissbrauch anzulasten ist 
(AGVE 2000, S. 336; 1998, S. 384; Lang, a. a. O., S. 475). Hingegen 
kann es nicht Sache des Verwaltungsgerichts sein, anstelle der Vergabe-
behörde eine eigene Bewertung vorzunehmen (VGE III/6 vom 23. Januar 
1998 [BE.97.00338], S. 7; vgl. zum Ganzen auch BGE 125 II 98 f. sowie 
Urteil des Bundesgerichts vom 2. März 2000 [2P.222/1999], Erw. 2c). 
 
2. 
2.1. 
Gemäss Ziff. 5 der öffentlichen Ausschreibung (Beschwerdeantwortbei-
lage 3) waren die folgenden Zuschlagskriterien (mit Gewichtung) mass-
gebend: 
 

- Preis        40 % 
- Qualifikation      30 % 
- Termine/Bauablauf      10 % 
- Risikoanalyse      10 % 
- Lehrlingsausbildung      10 % 

 
In den Ausschreibungsunterlagen (Besondere Bestimmungen D/04 vom 
14. Juni 2011, S. 4 [Beschwerdeantwortbeilage 7]) wurde das Zuschlags-
kriterium Qualifikation durch Subkriterien näher präzisiert: 
 

- Preis       40 % 
- Qualifikation      30 % 

Referenzen    10 % 
Schlüsselpersonal   10 % 
Qualitätssicherung Zertifizierung    5 % 
Erfahrung Bauherr     5 % 

- Termine/Bauablauf      10 % 
- Risikoanalyse      10 % 
- Lehrlingsausbildung      10 % 

 - 7 - 
 
 

 
2.2. 
Die beiden streitbetroffenen Angebote wurden anhand dieser Zuschlags-
kriterien bzw. Subkriterien wie folgt mit Punkten bewertet (vgl. Offertver-
gleich / I._____weg vom 19. Juli 2011 [Beschwerdeantwortbeilage 5] und 
Bewertungsschlüssel zum Offertvergleich vom 19. Juli 2011 [bei den 
Vorakten des Gemeinderats]): 
 

Anbieter 
Zuschlagskriterium 

F.______ Beschwerdeführerinnen 

Preis (40) 38 40 
Qualifikation (30) 
Referenzen (10) 
Schlüsselpersonen (10) 
QM (5) 
Ergebnis früherer Arbeiten (5) 

30                  [29]          
                               10 
                               10 
                                 5 
                                 4    

23 
                                            10 
                                            10 
                                              3 
                                              0 

Termine/Bauablauf (10) 
Baumethode/Bautechnik (5) 
Termine (5) 

2                      [3] 
                                 0 
                                 3 

3 
                                              1 
                                              2 

Risikoanalyse (10) 5  5 
Firmenstruktur (10) 
Lehrlingsausbildung (10)  

3 4 

   
Total (100 %) 78 75 
Rang 1 2 
 
2.3. 
Die Beschwerdeführerinnen bemängeln den Vergabeentscheid in ver-
schiedenen Punkten. Sie rügen, dass das Subkriterium Qualitätssiche-
rung Zertifizierung einerseits anhand der Zertifizierung und andererseits 
anhand des Prüf- und Kontrollplans bewertet worden ist. Die Abgabe ei-
nes Prüf- und Kontrollplans sei in den Ausschreibungsunterlagen nicht 
verlangt worden. Weiter wird das  Subkriterium Ergebnis früherer Arbeiten 
bzw. dessen Bewertung mit 0 Punkten bemängelt. Diese Punktevergabe 
sei nicht nachvollziehbar, zumal die Beschwerdeführerinnen bei der 
gleichzeitig (in D.______) stattfindenden Ausschreibung "Erschliessung 
N.______" beim Zuschlagskriterium Erfahrung Bauherr die volle Punkt-
zahl erhalten hätten (Verwaltungsgerichtsbeschwerde, S. 6 ff.). Die ge-
machten Referenzanfragen seien unzulässig und würden auch inhaltlich 
bestritten (Replik, S. 6 ff., 13, 15). Schliesslich beanstanden die Be-
schwerdeführerinnen, dass der bei der Zuschlagsempfängerin angestellte 
Gemeindeammann, K.______, in das Vergabeverfahren involviert 
gewesen sei. Zwar habe die Beschwerdegegnerin mündlich bekannt 
gegeben, dass K.______ in den Ausstand getreten sei, die Tatsache, 
dass die F.______, die Arbeitgeberin von K.______, lediglich aufgrund 
undurchsichtiger Punktvergabe den Zuschlag erhalten und K.______ 

 - 8 - 
 
 

auch den Vergabeentscheid unterzeichnet habe, lasse indessen viele 
Fragen offen (Verwaltungsgerichtsbeschwerde, S. 12). 
 
Auf diese Rügen ist nachfolgend näher einzugehen. Die Bewertung bei 
den übrigen Zuschlagskriterien wird nicht (mehr) beanstandet (Replik, 
S. 8 f.). 
 
3. 
3.1. 
Das mit insgesamt 5 Punkten gewichtete Subkriterium Qualitätssicherung 
Zertifizierung (QM) wurde anhand folgender Gesichtspunkte benotet (Be-
wertungsschlüssel zum Offertvergleich vom 19. Juli 2011 [bei den Vorak-
ten des Gemeinderats]): 
 

- Zertifizierung    3 Punkte 
- Abgabe Prüf-/Kontrollplan  2 Punkte 
- keine Angaben jeweils   0 Punkte 

 
Die Punkte wurden dabei kumulativ vergeben, das heisst insgesamt 
konnten bei diesem Subkriterium 5 Punkte erreicht werden. 
 
Die Zuschlagsempfängerin, welche als einzige Anbieterin sowohl die QS-
Zertifikate als – im Rahmen des Technischen Berichts (Beschwerdeant-
wortbeilage 8) – auch einen Prüf- / Kontrollplan eingereicht hatte, erhielt 
beim fraglichen Kriterium das Maximum von fünf Punkten. Die Beschwer-
deführerinnen wurden, wie auch alle übrigen Anbieter, für die vorgelegten 
Zertifikate mit drei Punkten bewertet (vgl. Offertvergleich / I._____weg 
vom 19. Juli 2011 [Beschwerdeantwortbeilage 5] und Bewertungsschlüs-
sel zum Offertvergleich vom 19. Juli 2011 [bei den Vorakten des Gemein-
derats]). 
 
3.2. 
3.2.1. 
Die Beschwerdeführerinnen sind der Auffassung, das Erfordernis einen 
Prüf- / Kontrollplan beizubringen, sei in den Ausschreibungsunterlagen 
nicht enthalten gewesen, sondern unzulässigerweise erst nachträglich 
eingeführt worden. Damit habe die Beschwerdegegnerin das Transpa-
renzgebot verletzt. Die vorgängige Bekanntgabe aller für die Zuschlags-
erteilung massgeblichen Gesichtspunkte und damit auch der Beilagen sei 
im Lichte des Transparenzprinzips zwingend. In Pos. 224.200 werde nur 
die Qualitätssicherung Zertifizierung verlangt. Position 252 der Besonde-
ren Bestimmungen erwähne unter der Rubrik "weitere Unterlagen" die 
Qualitätssicherung. Damit sei jedoch das Zertifikat gemeint. Aus den Aus-
schreibungsunterlagen selbst sei klar, dass mit der Vorlage der Zertifizie-
rung fünf Punkte vergeben würden. Erst nachträglich habe die Vergabe-
stelle das Kriterium Qualitätssicherung Zertifizierung zu Qualitätsmanage-

 - 9 - 
 
 

ment erweitert (Verwaltungsgerichtsbeschwerde, S. 6 f.; Replik, S. 5 f., 8 
unten). 
 
3.2.2. 
Die Vergabestelle weist den Vorwurf, das fragliche Subkriterium erst 
nachträglich eingeführt zu haben, zurück. Unter Position 252.110 der Be-
sonderen Bestimmungen (NPK 102) sei festgehalten, dass mit dem An-
gebot "Weitere Unterlagen Selbstdeklaration, Qualitätssicherung, Organi-
gramm mit Schlüsselpersonen, Qualifikation des Schlüsselpersonals" ein-
zureichen seien. Damit seien die Anbieter explizit aufgefordert worden, 
ergänzend zu den sonst verlangten Dokumenten zur Qualitätssicherung 
weitere diesbezügliche Unterlagen, also nicht nur die Zertifizierung, einzu-
reichen. Dies gehe auch aus der Formulierung des Subkriteriums "Quali-
tätssicherung Zertifizierung" hervor. Die beiden Begriffe "Qualitätssiche-
rung" und "Zertifizierung" seien nicht identisch. Nach Treu und Glauben 
hätten die Formulierungen des Subkriteriums und der einzureichenden 
Unterlagen nur so verstanden werden können, dass neben der Zertifizie-
rung auch weitere Unterlagen zur Qualitätssicherung in die Bewertung 
einfliessen würden (Beschwerdeantwort, S. 8; Duplik, S. 22 ff.). Es habe 
kein Erfordernis gegeben, einen Prüf- und Kontrollplan beizubringen. Da 
jedoch lediglich die Zuschlagsempfängerin Unterlagen zur Zertifizierung 
sowie generell zur Qualitätssicherung eingereicht habe und diese zusätz-
lichen Unterlagen in einem Prüf- / Kontrollplan bestanden hätten, sei die-
ser Gesichtspunkt im "Bewertungsschlüssel zum Offertvergleich" entspre-
chend bezeichnet worden (Duplik, S. 24). Sinn und Zweck eines Prüf- / 
Kontrollplans sei die Qualitätssicherung. Ein solcher sei ein absolut taugli-
ches Mittel zur Beurteilung des Qualitätsmanagements. Es liege im Er-
messen der Vergabestelle, eingereichte aussagekräftige Dokumente zu 
bewerten und mit Punkten zu versehen (Beschwerdeantwort, S. 8 f.). 
 
3.3. 
3.3.1. 
Gemäss § 18 Abs. 3 SubmD (in der Fassung vom 18. Oktober 2005) sind 
die Zuschlagskriterien sowie allfällige Teilkriterien mit ihrer Gewichtung in 
der Ausschreibung oder in den Ausschreibungsunterlagen anzugeben. 
Nicht verlangt ist, dass bereits die gesamte Bewertungsmatrix (Bewer-
tungsmethode; Punkteskala) im Voraus bekannt gegeben wird. Entschei-
dend ist aber, dass die Anbieter aus der Ausschreibung bzw. den Aus-
schreibungsunterlagen zuverlässig erkennen können, welche Aspekte ei-
nes Angebots für dessen Bewertung wesentlich sind. Nach der Recht-
sprechung des Verwaltungsgerichts dürfen die Anbietenden darauf ver-
trauen, dass die Vergabestelle die Zuschlagskriterien im herkömmlichen 
Sinn versteht. Andernfalls müssen sie in den Ausschreibungsunterlagen 
möglichst detailliert umschrieben werden, damit die Anbieter erkennen 
können, welchen Anforderungen sie bzw. ihre Angebote genügen müssen 
(AGVE 2001, S. 346; 2002, S. 322 f.). Die Prinzipien von Transparenz 

 - 10 - 
 
 

und Nichtdiskriminierung verlangen sodann die Bindung der Vergabebe-
hörde an die einmal festgelegten und bekannt gegebenen Kriterien. Es ist 
ihr mit anderen Worten untersagt, nicht publizierte Kriterien zu verwenden 
oder einzelne publizierte Kriterien nicht zur Anwendung zu bringen.  
 
3.3.2. 
3.3.2.1. 
Vorliegend hat die Vergabestelle das mit 30 % gewichtete Zuschlagskrite-
rium "Qualifikation" gemäss den Ausschreibungsunterlagen in die vier 
Subkriterien "Referenzen" (Gewicht 10 %), "Schlüsselpersonal" (Gewicht 
10 %), "Qualitätssicherung Zertifizierung" (Gewicht 5 %) und "Erfahrung 
Bauherr" (Gewicht 5 %) unterteilt (NPK 102 Besondere Bestimmungen 
D/04 vom 14. Juni 2011, S. 4 [Beschwerdeantwortbeilage 7]). Eine wei-
tere Unterteilung oder eine nähere Umschreibung der Subkriterien enthal-
ten die Ausschreibungsunterlagen nicht. Dies gilt insbesondere auch in 
Bezug auf das umstrittene Teilkriterium "Qualitätssicherung Zertifizie-
rung". 
 
3.3.2.2. 
Im "Angebotsformular" waren unter Ziffer 1 verschiedene Angaben zum 
Anbieter zu machen. Nebst allgemeinen Angaben, Referenzangaben, 
Versicherungsdaten, Selbstdeklaration waren insbesondere auch Anga-
ben zum Qualitätsmanagement-System verlangt (vorhandenes gültiges 
ISO-Zertifikat, QMS in Aussicht stehend, ISO-Zertifikat abgelaufen [max. 
1 Jahr], QMS im Aufbau, eigenes System [nach ISO] ohne Zertifikat, ISO 
abgelaufen (max. 5 Jahre), eigenes System [kein ISO], kein QMS). Der 
Anbieter hatte die für sein QS-System zutreffende Aussage  zu markieren 
(Angebotsformular Ziffer 1.4). Ausdrücklich verlangt (als Offertbeilagen) 
wurden sodann ein projektbezogenes Organigramm mit Schlüsselperso-
nen (Angebotsformular Ziffer 1.6), ein Bauprogramm (Angebotsformular 
Ziffer 1.7) sowie ein Technischer Bericht, der zwingend eine Beschrei-
bung des Bauvorgangs / Auftragsanalyse (Leistungsannahmen, Perso-
naleinsatz u. a.) und der Baustelleneinrichtung inkl. Installationsplätzen zu 
enthalten hatte (Angebotsformular Ziffer 1.8). In Ziffer 2 des Angebotsfor-
mulars wurden die einzureichenden Unterlagen und Beilagen aufgelistet:  
 

- vollständig ausgefülltes Leistungsverzeichnis  
- Diskette Leistungsverzeichnis, SIA 451 
- Angebotsformular mit Angaben zur Unternehmung 
- Technischer Bericht 
- Organigramm mit Schlüsselpersonen 
- Bauprogramm  

 
Die geforderten Beilagen des Unternehmers zum Angebot wurden (teil-
weise abweichend formuliert) auch in den Besonderen Bestimmungen, 
Pos. 252.110 noch einmal aufgeführt: 

 - 11 - 
 
 

 
"Technischer Bericht. 
Bauprogramm. 
Konzept der Baustelleneinrichtung.  
Firmenportrait. 
Referenzen. 
Weitere Unterlagen Selbstdeklaration, Qualitätssicherung, Organi-
gramm mit Schlüsselpersonen, Qualifikation des Schlüsselpersonals" 

 
3.3.2.3. 
Unter den Verfahrensbeteiligten umstritten ist, was unter der Formulierung 
"Weitere Unterlagen […]  Qualitätssicherung […]" in der Pos. 252.110 zu 
verstehen ist. Während die Beschwerdeführerinnen den Standpunkt ver-
treten, damit könne nur das Zertifikat gemeint sein (Verwaltungsgerichts-
beschwerde, S. 7; Replik, S. 5), ist die Vergabestelle der Auffassung, es 
seien neben der Zertifizierung weitere (zusätzliche) Unterlagen zur Qua-
litätssicherung verlangt worden (Duplik, S. 23). 
 
Aufgrund der Formulierung des Subkriteriums "… Zertifizierung" und ins-
besondere auch aufgrund der verlangten detaillierten Angaben zum Qua-
litätsmanagement-System in Ziffer 1.4 des Angebotsformulars durften und 
mussten die Anbieter jedenfalls davon ausgehen, dass das Vorhanden-
sein und die Art eines Qualitätsmanagement-Systems beim Subkriterium 
"Qualitätssicherung Zertifizierung" bewertet würden. Wie diese Bewertung 
erfolgen würde, geht aus den Ausschreibungsunterlagen nicht hervor. Die 
Fragestellung in Ziffer 1.4 des Angebotsformulars legt allerdings den 
Schluss nahe, dass das Vorhandensein eines gültigen ISO-Zertifikats am 
besten und das (gänzliche) Fehlen eines QMS am schlechtesten bewertet 
würde. Die Besserbewertung von Anbietern mit ISO-zertifizierten QMS 
(mit gültigem Zertifikat) gegenüber Anbietern mit nicht zertifizierten QMS 
oder ohne QMS ist zudem gängige Praxis. 
 
Den Beschwerdeführerinnen ist beizupflichten, dass unter der Formulie-
rung "Weitere Unterlagen […] Qualitätssicherung" in erster Linie das (gül-
tige oder abgelaufene) ISO-Zertifikat (bzw. andere Zertifikate) verstanden 
werden muss bzw. sonstige Unterlagen zum vorhandenen Qualitätsma-
nagement-System, sofern das betreffende Unternehmen nicht ISO-zertifi-
ziert ist. In Ziffer 1.4 des Angebotsformulars waren zwar Angaben zum 
Qualitätsmanagement-System zu machen; jedoch wurden keine diesbe-
züglichen Unterlagen verlangt. Auch in Ziffer 2 des Angebotsformulars 
wurden keine Unterlagen zur Qualitätssicherung erwähnt. Insbesondere 
wurden die Anbieter auch nicht aufgefordert, ihrem Angebot die QS-Zerti-
fikate beizulegen. Unterlagen zur Qualitätssicherung werden einzig in 
Pos. 252.110 der Besonderen Bestimmungen verlangt. Die Formulierung 
"Weitere Unterlagen […] Qualitätssicherung" ist deshalb im Kontext mit 
Ziffer 1.4 des Angebotsformulars zu sehen. Das heisst, die dort gemach-

 - 12 - 
 
 

ten Angaben sind durch die entsprechenden Unterlagen zu belegen, z. B. 
durch die Beilage eines gültigen ISO-Zertifikates oder eines firmeneige-
nen QS-Handbuchs. Hätte die Vergabestelle darüber hinaus weitere Un-
terlagen zur Qualitätssicherung (z. B. einen bereits ausgearbeiteten Prüf-
 / Kontrollplan) gewünscht und im Rahmen der Qualitätssicherung auch 
bewerten wollen, hätte sie diese Unterlagen aus Transparenzgründen ex-
plizit auflisten und klar bezeichnen müssen. Dies hat sie jedoch nicht ge-
tan. Insbesondere ist unbestritten, dass in den Ausschreibungsunterlagen 
das Beilegen eines Prüf- / Kontrollplans nicht verlangt worden ist (Ver-
waltungsgerichtsbeschwerde, S. 7; Duplik, S. 24). Entgegen der Ansicht 
der Vergabestelle war für die Anbietenden somit aufgrund der Ausschrei-
bungsunterlagen nicht erkennbar, dass neben den im Angebotsformular 
ausdrücklich verlangten Angaben zum Qualitätsmanagement noch wei-
tere Aspekte der Qualitätssicherung in die Bewertung einfliessen würden. 
Bezeichnenderweise hat denn auch nur eine von sieben Anbieterinnen 
solche zusätzlichen Unterlagen in der Form eines Prüf- / Kontrollplans 
eingereicht, nämlich die Zuschlagsempfängerin. Mit der Berücksichtigung 
des in den Ausschreibungsunterlagen nicht verlangten und einzig von der 
Zuschlagsempfängerin eingereichten Prüf- / Kontrollplans hat die Verga-
bestelle nachträglich einen unzulässigen Teilaspekt in die Bewertung des 
Subkriteriums "Qualitätssicherung Zertifizierung" eingebracht. Dies ist 
weder mit dem Transparenzgebot noch mit dem Gleichbehandlungs-
grundsatz zu vereinbaren. Hätte die Vergabebehörde im Rahmen der 
Qualitätssicherung einen Prüf- / Kontrollplan bewerten wollen, hätte sie 
einen solchen in für die Anbietenden klar ersichtlicher Weise in den Aus-
schreibungsunterlagen verlangen müssen. Offen bleiben kann die Frage, 
ob diesfalls vor dem Hintergrund von § 18 Abs. 3 SubmD, wonach auch 
die Teilkriterien bekannt gegeben werden müssen, nicht zudem die wei-
tere Unterteilung der "Qualitätssicherung Zertifizierung" in die beiden As-
pekte "Zertifizierung" und "Prüf- / Kontrollplan" bereits in den Ausschrei-
bungsunterlagen hätte bekannt gemacht werden müssen. 
 
3.3.2.4. 
Die nachträgliche Unterteilung des Subkriteriums "Qualitätssicherung 
Zertifizierung" bzw. die Bewertung des zusätzlichen Aspekts "Prüf- / Kon-
trollplan" der F.______ mit zwei Punkten erweist sich damit als un-
zulässig. 
 
4. 
4.1. 
Beim ebenfalls streitigen Teilkriterium "Erfahrung Bauherr", das im Be-
wertungsschlüssel zum Offertvergleich mit "Ergebnis früherer Arbeiten" 
bezeichnet wird, wurden die Beschwerdeführerinnen mit 0 Punkten und 
die Zuschlagsempfängerin mit 4 Punkten bewertet (Bewertungsschlüssel 
zum Offertvergleich vom 19. Juli 2011 [bei den Vorakten des Gemeinde-
rats]). Die Vergabestelle hat nach ihrer Darstellung bei diesem mit 5 % 

 - 13 - 
 
 

gewichteten Teilkriterium beurteilt, ob die Ausführung und Abwicklung von 
Aufträgen zur Zufriedenheit der Auftraggeber erfolgt ist. Da die Vergabe-
stelle und die Beschwerdeführerin 1 in der Vergangenheit noch nie zu-
sammengearbeitet hatten, wurden in Bezug auf die Beschwerdeführerin 1 
drei Referenzanfragen bei anderen Vergabestellen getätigt, welche ins-
gesamt ein deutlich negatives Bild ergaben. Bezüglich der Beschwerde-
führerin 2 wurden keine Referenzanfragen gemacht, da diese im Angebot 
keine Referenzobjekte angegeben hatte. Die Zuschlagsempfängerin hin-
gegen wurde aufgrund verschiedener in der Gemeinde D.______ zur 
vollsten Zufriedenheit der Bauherrschaft ausgeführten Projekte mit 
4 Punkten bewertet (Beschwerdeantwort, S. 10 ff.; Duplik, S. 14 ff.). 
 
Die Beschwerdeführerinnen erachten dieses Vorgehen der Vergabestelle 
als unzulässig. Die Referenzanfragen seien eigenmächtig und einseitig 
erfolgt. In allen drei Fällen fehle ein Bezug auf ein von den Beschwerde-
führerinnen in der vorliegenden Submission bezeichnetes Referenzobjekt 
(Replik, S. 6 ff., 13). Hinzu komme, dass die Vergabestelle in der Submis-
sion "N.______" ihre "eigenen Erfahrungen mit dem Bauherrn" mit der 
vollen Punktzahl bewertet habe (Replik, S. 9, 13 f.; vgl. auch Verwaltungs-
gerichtsbeschwerde, S. 9). 
 
4.2. 
Das Teilkriterium "Erfahrung Bauherr" ist interpretationsbedürftig, kann 
darunter grundsätzlich doch sowohl die eigene Erfahrung der Vergabebe-
hörde mit einem Anbieter als auch die Erfahrungen externer Bauherren 
als Referenzgeber verstanden werden. Nach der Rechtssprechung ist es 
zwar durchaus zulässig, bei der Bewertung der Qualität eigene (positive 
oder negative) Erfahrungen der Vergabebehörde mit einem Anbieter wie 
Referenzen externer Auftraggeber zu berücksichtigen. Voraussetzung ist, 
dass sie konkret beschrieben sind und somit auch in Bezug auf sie eine 
objektive Beurteilung und die Vergleichbarkeit gewährleistet ist. Dies gilt 
nicht nur für eigene Erfahrungen der Vergabebehörde selbst, sondern 
z. B. auch für die Erfahrungen eines Architektur- oder Ingenieurbüros, 
welches das Vergabeverfahren im Auftrag der Vergabebehörde durch-
führt. Auch eigene Erfahrungen der Vergabebehörden oder von dieser 
Beauftragten müssen jedoch in nachvollziehbarer Weise schriftlich erfasst 
werden, damit sie in die Bewertung der Zuschlagskriterien einfliessen 
dürfen (vgl. Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich vom 
20. Dezember 2006 [VB.2006.00359], Erw. 6.2.2; VGE III/10 vom 4. Feb-
ruar 2010 [WBE.2009.411], S. 11 f.; VGE III/11 vom 24. Februar 2010 
[WBE.2009.405], S. 14). Es ist einer Vergabestelle indessen nicht ge-
stattet, gegenüber allen Anbietern von vornherein nur auf ihre eigenen 
Erfahrungen abzustellen. Dies würde dazu führen, dass neue Anbietende, 
die noch keine Aufträge für die betreffende Vergabestelle ausgeführt ha-
ben, keine Chance auf den Zuschlag hätten; sie würden in ungerechtfer-
tigter Weise benachteiligt. Eine derartige Benachteiligung verstiesse ge-

 - 14 - 
 
 

gen den Grundsatz der Gleichbehandlung (vgl. Josua Raster / Stefan 
G. Schmid, Referenzen im Vergabeverfahren, in: Kriterium Nr. 17 / De-
zember 2005, Hrsg. KöB Kommission für das öffentliche Beschaffungs-
wesen des Kantons Zürich, S. 1 f.). Vorliegend hat die Vergabestelle da-
her richtigerweise davon abgesehen, ausschliesslich auf eigene Erfah-
rungen mit dem Anbieter abzustellen bzw. aufgrund des Fehlens von 
vornherein 0 Punkte zu vergeben, und – jedenfalls in Bezug auf die Be-
schwerdeführerinnen – externe Referenzauskünfte eingeholt (vgl. Be-
schwerdeantwortbeilage 9). Zu prüfen bleibt aber der Vorwurf der Be-
schwerdeführerinnen, das Einholen dieser externen Referenzauskünfte 
sei in unzulässiger Weise erfolgt. 
 
4.3. 
4.3.1. 
In Ziffer 1.2 des Angebotsformulars hat die Vergabestelle die Angabe von 
mindestens zwei Referenzobjekten (Datum Inbetriebnahme < 5 Jahre) 
verlangt, welche mit dem ausgeschriebenen Projekt vergleichbare Anfor-
derungen gestellt haben. Ausdrücklich festgehalten wurde, dass der Bau-
herr berechtigt sei, für die nachfolgend aufgeführten Referenzprojekte 
ohne Benachrichtigung des Anbieters Informationen über die Qualität der 
ausgeführten Arbeiten einzuholen. Zu den Referenzprojekten waren vom 
Anbieter verschiedene Angaben (Auftraggeber, Bauzeit, Bausumme etc.) 
zu machen. Zudem war auch eine Referenzperson mit Name, Funktion 
und Telefon zu nennen. In den Besonderen Bestimmungen, 
Pos. 252.110, wurde verlangt, dass dem Angebot Referenzen beizulegen 
waren.  
 
4.3.2. 
Die Beschwerdeführerinnen haben die in Ziffer 1.2 des Angebotsformulars 
verlangten Angaben gemacht und als Referenzprojekte die Sanierung der 
S._____strasse K400 in H.______ sowie der Wärmeverbund T._____ ge-
nannt. Die Referenzpersonen wurden korrekt angegeben. Drei weitere 
Referenzprojekte wurden für die Installateurarbeiten genannt (vgl. 
Angebot der Beschwerdeführerinnen, Griff 4). Dem Angebot beigefügt war 
überdies eine umfangreiche Referenzliste mit Objekten der A.______ und 
der von ihr übernommenen L.______ (vgl. Angebot der 
Beschwerdeführerinnen, Griff 11; vgl. auch Replik, S. 8). 
 
4.3.3. 
Die Vergabestelle (bzw. der Bauverwalter M.______) hat in Bezug auf die 
Beschwerdeführerin 1 drei Referenzanfragen gemacht, davon zwei beim 
Departement Bau, Verkehr und Umwelt des Kantons Aargau und eine bei 
der Baudirektion des Kantons Zürich (vgl. Beschwerdeantwortbeilage 9). 
Die Fragestellung ist aus der entsprechenden Aktennotiz nicht ersichtlich. 
Aus den Antworten ist aber zu schliessen, dass nicht konkret, d. h. auf ein 
bestimmtes Projekt bezogen, sondern in eher genereller Weise nach den 

 - 15 - 
 
 

bisherigen Erfahrungen mit der Beschwerdeführerin 1 gefragt wurde. 
Keine der angefragten Referenzpersonen wurde von den 
Beschwerdeführerinnen als solche in ihrem Angebot genannt. Eine vor-
gängige Rückfrage, ob die Beschwerdeführerinnen damit einverstanden 
seien, dass bei diesen Stellen / Personen Auskünfte eingeholt würden, ist 
ebenfalls nicht erfolgt (vgl. Replik, S. 7). Das eigenmächtige Vorgehen der 
Vergabebehörde erweist sich damit als klarerweise als unzulässig. Auch 
im Submissionsrecht dürfen Referenzauskünfte bei früheren Auftragge-
bern aus Datenschutzgründen nicht ohne Wissen und Zustimmung des 
betreffenden Anbieters eingeholt oder erteilt werden. Auch aufgrund des 
Hinweises im Angebotsformular durften die Anbieter davon ausgehen, 
dass Referenzanfragen ausschliesslich bei denjenigen Projekten erfolgen 
würden, bei denen sie ihre Zustimmung erteilt hatten (Erw. 4.3.1. oben). 
Der Standpunkt der Vergabebehörde, sie sei selbstverständlich nicht ver-
pflichtet gewesen, nur Anfragen hinsichtlich der von der Beschwerdefüh-
rerin 1 bezeichneten Referenzobjekte zu tätigen (Duplik, S. 18), ist daher 
unzutreffend. Die Vergabebehörde darf zwar – wie ausgeführt (Erw. 4.2. 
oben) – frühere eigene (positive oder negative) Erfahrungen und auch 
solche Erfahrungen des mit der Durchführung der Submission beauftrag-
ten Architektur- oder Ingenieurbüros mit einem Anbieter berücksichtigen, 
ansonsten hat sie sich jedoch an die im Angebot des betreffenden An-
bieters genannten Referenzobjekte und -personen zu halten. Sie ist aber 
nicht berechtigt, beliebige weitere Referenzanfragen vorzunehmen. So-
weit die Vergabebehörde vorbringt, dass sich nichts an der Bewertung 
geändert hätte, wenn die Vergabebehörde die Erfahrungen des Ingeni-
eurbüros mit der Beschwerdeführerin 1 eingesetzt hätte (Duplik, S. 16), ist 
festzuhalten, dass es zwar grundsätzlich zulässig gewesen wäre, solche 
Erfahrungen in angemessenem Umfang mitzuberücksichtigen (vgl. 
Erw. 4.2. oben), diese in den Akten jedoch nicht schriftlich dokumentiert 
sind und folglich auch nicht in die Bewertung einfliessen dürfen. Eine nä-
here Prüfung der von den Beschwerdeführerinnen ebenfalls in Frage ge-
stellten bzw. bestrittenen inhaltlichen Richtigkeit der eingeholten drei Re-
ferenzauskünfte (vgl. Replik, S. 7, 15) erübrigt sich. 
 
Nur mehr am Rande ist anzumerken, dass die Begründung der Vergabe-
stelle für den Umstand, dass die Beschwerdeführerinnen bei der zeitglei-
chen Submission "Erschliessung N.______" (in der gleichen Zusam-
mensetzung) beim Kriterium "Erfahrung Bauherr" die volle Punktzahl er-
halten haben (Verwaltungsgerichtsbeschwerde, S. 9; Beschwerdebeila-
gen 8 - 10), nicht zu überzeugen vermag. Die Vergabestelle beruft sich 
insbesondere darauf, dass für die beiden Vergabeverfahren zwei ver-
schiedene Ingenieurbüros zuständig gewesen seien und auch unter-
schiedlichen Ausschreibungsunterlagen vorgelegen hätten, weshalb Un-
terschiede unvermeidbar seien. In Bezug auf das strittige Teilkriterium 
"Erfahrung Bauherr" ist aber festzuhalten, dass jedenfalls bei der Submis-
sion "I._____weg" nicht das Ingenieurbüro, sondern die Bauverwaltung 

 - 16 - 
 
 

der Vergabestelle selbst die entsprechenden Referenzen eingeholt hat. 
Es erscheint zumindest widersprüchlich und nicht nachvollziehbar, wenn 
dieselbe Vergabebehörde bei zwei praktisch gleichzeitig stattfindenden 
Submissionen (der Vergabeentscheid für die Erschliessung "N.______" 
erfolgte ebenfalls am 25. Juli 2011) für ähnliche Arbeiten das Kriterium 
"Erfahrung Bauherr" in einem Fall mit 0 Punkten und im anderen mit dem 
Punktemaximum beurteilt. 
 
4.4. 
Auch die Rüge der Beschwerdeführerinnen gegen ihre Bewertung beim 
Teilkriterium "Erfahrung Bauherr" mit 0 Punkten erweist sich damit als be-
gründet. 
 
5. 
Zu prüfen bleibt die Frage, ob in Bezug auf den Gemeindeammann 
K.______ eine Verletzung der Ausstandspflicht vorliegt. 
 
5.1. 
Gemäss § 4 Abs. 1 SubmD richtet sich der Ausstand von Mitgliedern der 
Vergabestelle nach den Vorschriften des Verwaltungsrechtspflegegeset-
zes. Dieses bestimmt unter anderem, dass am Erlass von Entscheiden 
nicht mitwirken darf, wer in der Sache ein persönliches Interesse hat (§ 16 
Abs. 1 lit. a VRPG) oder aus anderen Gründen in der Sache befangen 
sein könnte (§ 16 Abs. 1 lit. e VRPG). Die Ausstandsregeln sind im 
Grundsatz streng auszulegen, da nur so ein faires, transparentes und für 
alle Beteiligten leicht überprüfbares Auswahlverfahren bei Submissionen 
garantiert werden kann, was sowohl unter dem Blickwinkel der Rechtssi-
cherheit als auch der Rechtsgleichheit aller Wettbewerbsteilnehmer und 
wirtschaftlichen Mitkonkurrenten stets von elementarer und zentraler Be-
deutung ist (Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden vom 
30. Juni 2006 [U 06 65], Erw. 2.b). Der Ausstandspflicht von als Mitbe-
werber auftretenden und mithin persönlich interessierten Behördenmit-
gliedern kommt deshalb eine besondere Bedeutung zu. Wer in einem 
Vergabeverfahren als Anbieter auftritt oder auftreten will, darf nicht auf 
Seiten der Behörde bei der Durchführung des Verfahrens mitwirken, weil 
er sich dadurch ungerechtfertigte Vorteile und Kenntnisse bezüglich der 
Ausgestaltung seiner Offerte verschaffen kann und ihm im Übrigen auch 
die Möglichkeit offen steht, in unzulässiger Weise auf den Zuschlagsent-
scheid einzuwirken (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 12. Dezember 
2002 [2P.152/2002], Erw. 2; Galli / Moser / Lang / Clerc, a. a. O., 
Rz. 699). Ein persönliches Interesse am Ausgang des Vergabeverfahrens 
ist auch dann zu bejahen, wenn das betreffende Behördemitglied zwar 
nicht selber als Anbieter in Erscheinung tritt, aber zu einem Unternehmen, 
das als Anbieter auftritt, in einem Arbeitsverhältnis steht. Gemeindeam-
mann K.______ ist Arbeitnehmer der Zuschlagsempfängerin. Damit ist 
seine persönliche und wirtschaftliche Unabhängigkeit zur betreffenden 

 - 17 - 
 
 

Anbieterin nicht gegeben und eine Pflicht zum Ausstand beim streitigen 
Submissionsverfahren ohne Weiteres zu bejahen (vgl. auch AGVE 2006, 
S. 207 f.). Nicht relevant ist der Umstand, dass K.______ nach 
Darstellung der Vergabestelle bei seiner Arbeitgeberin eine rein interne 
Funktion bekleidet und weder mit der Abwicklung noch mit der Akquisition 
von Aufträge zu tun hat (Duplik, S. 8). 
 
5.2. 
Das Bestehen einer Ausstandspflicht des Gemeindeammanns wird denn 
auch von der Vergabestelle anerkannt. Sie verneint jegliche unzulässige 
Einflussnahme auf den Vergabeentscheid und hält diesbezüglich fest, 
K.______ habe sich von Anfang an aus sämtlichen das fragliche 
Submissionsverfahren betreffenden Fragen herausgehalten. Die gesamte 
Auswertung der Angebote sei extern durch das Ingenieurbüro O.______ 
erfolgt. An der Gemeinderatsitzung vom 25. Juli 2011, an der der 
Vergabeentscheid getroffen worden sei (Diskussion und Abstimmung), 
habe er nicht teilgenommen. K.______ habe somit – selbst wenn er dies 
gewollt hätte – gar keine Möglichkeit gehabt, Einfluss auf den Entscheid 
hinsichtlich des Zuschlags zu nehmen. Er sei in keiner Weise materiell in 
das Geschäft involviert gewesen. Ansprechpartner für die Bauverwaltung 
sei während des gesamten Verfahrens der zuständige Ressortchef und 
Vizeammann P.______ gewesen. Hinzu komme, dass der 
"Bewertungsschlüssel zum Offertvergleich" der Vergabestelle vom 
Ingenieurbüro O.______ erst zusammen mit der Vergabeempfehlung 
zugestellt worden sei. Damit sei auch ausgeschlossen, dass K.______ 
seiner Arbeitgeberin nützliche Informationen hinsichtlich der Bewertung 
habe zukommen lassen können. Der Umstand, dass K.______ 
routinemässig die an die nicht berücksichtigten Anbieter adressierten 
Verfügungen unterzeichnet habe, beruhe auf einem Versehen und sei 
lediglich ein "Schönheitsfehler". Entscheidend sei, dass er an der 
relevanten Sitzung nicht teilgenommen habe (Beschwerdeantwort, 
S. 19 ff.; Duplik, S. 3 ff.). 
 
Die Beschwerdeführerinnen bestreiten, dass sich der Gemeindeammann 
im Ausstand befunden habe. Ein solcher sei nirgends erwähnt oder proto-
kolliert. Seine Abwesenheit bei der Gemeinderatssitzung vom 25. Juli 
2011 möge ein Zufall gewesen sein, da er offensichtlich nicht im Ausstand 
gewesen sei. Hingegen habe er den Vergabeentscheid unterzeichnet; 
dass dies versehentlich geschehen sei, sei nicht glaubwürdig. Falsch sei 
die Behauptung, dass das Ingenieurbüro alleine die Bewertung und die 
Vergabe vorgenommen habe; die Vergabestelle habe sich am Vergabe-
verfahren massgebend beteiligt, indem z. B. der Bauverwalter Referenz-
auskünfte über die Beschwerdeführerin 1 eingeholt habe. Auch wenn 
K.______ offiziell nicht am Vergabeverfahren teilgenommen haben sollte, 
was bestritten werde, sei es ihm ohne weiteres möglich gewesen, die 
Zuschlagsempfängerin mit Insider-Wissen zu versorgen (Replik, S. 9 f.). 

 - 18 - 
 
 

 
5.3. 
Aus dem Protokoll der Sitzung des Gemeinderats D.______ vom 25. Juli 
2011 (Beschwerdeantwortbeilage 6) geht hervor, dass der Gemeinde-
ammann K.______ und der Gemeinderat Q.______ abwesend waren. Bei 
der Rubrik "Ausstand" befindet sich ein Strich. Richtigerweise hätte, um 
jegliche diesbezügliche Unklarheit zu vermeiden, der Name des 
Gemeindeammanns jedoch sowohl bei der Rubrik "Abwesend" als auch 
bei der Rubrik "Ausstand" eingetragen werden müssen. Andere Unterla-
gen, in denen der Ausstand des Gemeindeammanns im vorliegenden 
Vergabeverfahren eindeutig dokumentiert ist, hat die Vergabestelle nicht 
vorgelegt. Auch wenn somit der Vorwurf der Beschwerdeführerinnen zu-
trifft, dass in den vorliegenden Verfahrensakten der Ausstand von 
K.______ nirgends schriftlich vermerkt ist, würde sich allein aus dieser 
Unterlassung wohl noch nicht auf eine Verletzung der Ausstandspflicht 
schliessen lassen. Hinzu kommt jedoch Folgendes: 
 
Nach Darstellung der Vergabestelle ist K.______ am Mittag des fraglichen 
25. Juli 2011 in seine Ferien abgereist (Beschwerdeantwort, S. 23), das 
heisst vor der Gemeinderatssitzung, welche von 13.30 bis 15.40 Uhr 
dauerte. Gemäss Ziffer 2 des Gemeinderatsbeschlusses war den nicht 
berücksichtigten Offertstellern das Ergebnis mittels Verfügung mitzuteilen, 
und die Bauverwaltung wurde beauftragt, die entsprechenden 
Absageschreiben vorzubereiten (Beschwerdeantwortbeilage 6). Die ab-
schlägigen Verfügungen tragen das Datum vom 25. Juli 2011 und wurden 
noch am gleichen Tag versandt. Unterzeichnet sind die Verfügungen vom 
Gemeindeammann K.______ und vom Gemeindeschreiber. Daraus folgt, 
dass die Verfügungen bereits vor dem massgeblichen Vergabebeschluss 
erstellt und vom Gemeindeammann unterschrieben worden sind. Die 
Vergabestelle begründet dies damit, dass der Gemeindeammann 
routinemässig die bei einer vorhersehbaren Entscheidung erforderlichen 
Dokumente unterzeichnet habe. Er sei demnach davon ausgegangen, 
dass der Gemeinderat einen Entscheid entsprechend der Empfehlung des 
Ingenieurbüros O.______ treffen würde (Duplik, S. 12; Be-
schwerdeantwort, S. 22). Dieses Vorgehen erscheint in mehrfacher Hin-
sicht befremdlich. Zunächst hätte der Gemeindeammann die Verfügungen 
aufgrund seines Ausstandes klarerweise nicht unterzeichnen dürfen. So-
dann folgt aus der Darstellung der Vergabestelle (Duplik, S. 12), dass der 
Gemeindeammann von der Auswertung und insbesondere vom beabsich-
tigten Zuschlag, mithin vom entsprechenden Dossier, Kenntnis gehabt 
haben muss, bevor der Vergabebeschluss des Gemeinderats am Nach-
mittag des 25. Juli 2011 getroffen wurde. Er hat die entsprechenden Ver-
fügungen ganz bewusst und in Kenntnis ihres Inhaltes mitunterzeichnet. 
Auch dies ist mit der Ausstandspflicht nicht zu vereinbaren. Ein weiteres 
Fragezeichen ist dahingehend anzubringen, dass die Vergabeverfügun-
gen bereits – jedenfalls teilweise, nämlich vom Gemeindeammann – un-

 - 19 - 
 
 

terzeichnet waren, bevor die zuständige Behörde, das heisst der Gemein-
derat, über die Vergabe überhaupt beschlossen hatte. Der Protokollaus-
zug enthält zwar richtigerweise den Auftrag an die Bauverwaltung, die 
entsprechenden Absageschreiben vorzubereiten (Ziffer 2 des Beschlus-
ses vom 25. Juli 2011 [Beschwerdeantwortbeilage 6]). Im vorliegenden 
Fall lagen diese Verfügungen aber bereits vor der Sitzung vor und waren 
zumindest vom Gemeindeammann bereits unterschrieben worden. 
 
5.4. 
Es steht somit fest, dass K.______ zwar nicht an der Sitzung 
teilgenommen hat, an welcher der Beschluss über die Zuschlagserteilung 
an seine Arbeitgeberin gefasst worden ist. Indessen hat er im fraglichen 
Submissionsverfahren mit dem Mitunterzeichnen der Vergabeverfügun-
gen Handlungen vorgenommen, die mit seiner Ausstandspflicht nicht ver-
einbar sind. Zudem ist sein Ausstand im fraglichen Vergabeverfahren nir-
gends schriftlich festgehalten worden. Der Ausstandspflicht von selber als 
Anbieter auftretenden oder bei Mitbewerbern angestellten Behördenmit-
gliedern kommt – wie ausgeführt (Erw. 5.1 oben) – im Hinblick auf die 
Grundsätze von Rechtssicherheit, Rechtsgleichheit und Transparenz eine 
zentrale Bedeutung zu. Deshalb sind an die formellen Voraussetzungen 
strenge Anforderungen zu stellen. Angesichts der mit dem Arbeitsverhält-
nis zu einer Anbieterin gegebenen heiklen Konstellation im vorliegenden 
Submissionsverfahren wäre es dringend geboten gewesen, den Ausstand 
des Gemeindeammanns auch in formaler Hinsicht sicherzustellen und 
aktenmässig zu dokumentieren, sobald feststand, dass sich die F.______ 
an der Submission beteiligte. Auf diese Weise hätte sich auch das 
Unterzeichnen der Vergabeverfügungen durch den Gemeindeammann 
vermeiden lassen. Eine Verletzung der Ausstandspflicht ist vorliegend zu 
bejahen. 
 
Festzuhalten ist im Übrigen, dass auch die Vergabeverfügungen im Sub-
missionsverfahren "Erschliessung N.______", in dem ebenfalls am 
25. Juli 2011 über den Zuschlag beschlossen wurde, vom Gemeinde-
ammann unterzeichnet waren. Auch in diesem Fall war die F.______ als 
Anbieterin am Vergabeverfahren beteiligt, erhielt den Zuschlag allerdings 
nicht (vgl. Beschwerdebeilage 10).  
 
5.5. 
5.5.1. 
Die Ausstandspflicht ist formeller Natur. Ein unter Missachtung dieser 
Pflicht erlassener Zuschlagsentscheid ist unabhängig von der Frage sei-
ner inhaltlichen Richtigkeit aufzuheben. Ausnahmen gelten nur bei Feh-
lern geringen Gewichts, die mit grosser Wahrscheinlichkeit keinen Ein-
fluss auf den Inhalt des Entscheids hatten. Ob die Vergabestelle einen 
wegen Verletzung der Ausstandspflicht aufgehobenen Zuschlag neu er-
lassen darf oder ob sie das Vergabeverfahrens insgesamt oder zu Teilen 

 - 20 - 
 
 

zu wiederholen hat, bestimmt sich im Einzelfall nach Massgabe des Ein-
flusses des Verfahrensfehlers auf das Verfahren (vgl. Urteil des Bundes-
gerichts vom 12. Dezember 2002 [2P.152/2002], Erw. 3.2; Hubert Stöckli, 
Das Vergaberecht der Schweiz, 7. Auflage, Zürich / Basel / Genf 2008, 
S. 415 Rz. 44). 
 
5.5.2. 
Die Prüfung und Auswertung der Angebote ist extern durch das Ingeni-
eurbüro O.______ erfolgt. Dieses hat auch eine auf die 
Zuschlagsempfängerin lautende Vergabeempfehlung an den Gemeinde-
rat abgegeben. An der Sitzung des Gemeinderats vom 25. Juli 2011, an 
der über die Vergabe Beschluss gefasst wurde, hat K.______ nicht 
teilgenommen. Für die von den Beschwerdeführerinnen vorgebrachten 
Vermutungen, die F.______ habe möglicherweise über Insider-Wissen 
verfügt (Replik, S. 10), ergeben sich aus den Verfahrensakten keine 
Anhaltspunkte. Ebenso wenig liegen konkrete Anhaltspunkte vor für eine 
Einflussnahme des Gemeindeammanns auf das Vergabeverfahren und 
den Zuschlagsentscheid. Die Verletzung der Ausstandspflicht ist 
ausschliesslich aus formellen Gründen zu bejahen. In Berücksichtigung all 
dieser Umstände erachtet das Verwaltungsgericht die Verletzung der 
Ausstandspflicht im vorliegenden Fall nicht als derart schwerwiegend, 
dass deswegen das gesamte Vergabeverfahren zu wiederholen wäre, 
sondern lässt es bei der Aufhebung des Zuschlags bewenden, zumal 
auch die Beschwerdeführerinnen keine Wiederholung des gesamten Ver-
gabeverfahren mit Neuausschreibung verlangen (vgl. Verwaltungsge-
richtsbeschwerde, S. 2). 
 
6. 
Zusammenfassend steht fest, dass die von den Beschwerdeführerinnen 
gegen ihre Bewertung beim Zuschlagskriterium "Qualifikation" bzw. den 
beiden Teilkriterien "Qualitätssicherung Zertifizierung" und "Erfahrung 
Bauherr" erhobenen Rügen begründet sind. Überdies liegt eine Verlet-
zung der Ausstandspflicht vor. Die Punktedifferenz zwischen den Be-
schwerdeführerinnen und der Zuschlagsempfängerin beträgt insgesamt 
lediglich drei Punkte (vgl. Erw. 2.2. oben). Die Berücksichtigung des Prüf-
 / Kontrollplans beim Subkriterium "Qualitätssicherung Zertifizierung" mit 
zwei Punkten zugunsten der Zuschlagsempfängerin ist nicht zulässig, 
weshalb sich der Vorsprung der F.______ auf einen einzigen Punkt 
reduziert. Er resultiert aus der in unzulässiger Weise erfolgten Re-
ferenzbewertung beim Subkriterium "Erfahrung Bauherr", wo sich bereits 
eine relativ geringfügige Besserbewertung der Beschwerdeführerinnen 
(aufgrund korrekt eingeholter Referenzauskünfte) beim fraglichen Teilkri-
terium als zuschlagsrelevant erweist. Der an die F.______ erteilte 
Zuschlag ist daher aufzuheben, und die Beschwerdesache ist an die Ver-
gabebehörde zurückzuweisen zur korrekten Ermittlung und Neubewer-
tung der Referenzen der Beschwerdeführerinnen im Bezug auf das Teil-

 - 21 - 
 
 

kriterium "Erfahrung Bauherr". Gestützt darauf hat die Vergabebehörde – 
unter Beachtung der Ausstandsvorschriften – neu über die Zuschlagser-
teilung zu befinden. In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen. 
 
III. 
1. 
1.1. 
Im Beschwerdeverfahren werden die Verfahrenskosten in der Regel nach 
Massgabe des Unterliegens und Obsiegens auf die Parteien verlegt; den 
Behörden werden Verfahrenskosten nur auferlegt, wenn sie schwerwie-
gende Verfahrensmängel begangen oder willkürlich entschieden haben 
(§ 31 Abs. 2 VRPG). Die Ausstandspflichtverletzung der Vergabestelle 
stellt vorliegend einen schwerwiegenden Verfahrensmangel im Sinne von 
§ 31 Abs. 2 Satz 2 VRPG dar, weshalb es sich rechtfertigt, der Einwoh-
nergemeinde D.______ die Hälfte der verwaltungsgerichtlichen Verfah-
renskosten aufzuerlegen. Die andere Hälfte geht zu Lasten des Staates. 
 
1.2. 
Die Parteikosten werden im Beschwerdeverfahren in der Regel nach 
Massgabe des Unterliegens und Obsiegens auf die Parteien verlegt (§ 32 
Abs. 2 VRPG). Anders als bei den Verfahrenskosten werden die Behör-
den bei den Parteikosten nicht privilegiert. Demgemäss hat die unterlie-
gende Einwohnergemeinde D.______, welcher Parteistellung zukommt 
(§ 13 Abs. 2 lit. e VRPG), den anwaltlich vertretenen Beschwerdeführe-
rinnen die im Verfahren vor Verwaltungsgericht entstandenen Parteikos-
ten zu ersetzen. 
 
2. 
2.1. 
Per 1. Juli 2011 sind im Dekret über die Entschädigung der Anwälte vom 
10. November 1987 (Anwaltstarif, AnwT; SAR 291.150) mehrere Rechts-
änderungen in Kraft getreten. Die vorliegende Verwaltungsgerichtsbe-
schwerde ist beim Verwaltungsgericht am 8. August 2011 eingegangen 
(Postaufgabe am 5. August 2011). Es gilt daher der AnwT in der geän-
derten Fassung vom 10. Mai 2011 (vgl. § 17 Abs. 4 AnwT). Die vom 
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerinnen am 13. Oktober 2011 einge-
reichte Kostennote stützt sich auf den AnwT in der bis zum 30. Juni 2011 
geltenden Fassung, weshalb sie für die Festsetzung der Entschädigung 
keine Berücksichtigung finden kann.  
 
2.2. 
2.2.1. 
Das Anwaltshonorar in Verwaltungssachen bestimmt sich nach den 
§§ 8a - 8c AnwT. Gemäss § 8a Abs. 1 lit. a AnwT bemisst sich die Ent-
schädigung in vermögensrechtlichen Streitsachen nach dem gemäss § 4 
AnwT berechneten Streitwert. Innerhalb der vorgesehenen Rahmenbe-

 - 22 - 
 
 

träge richtet sich die Entschädigung nach dem mutmasslichen Aufwand 
des Anwaltes, nach der Bedeutung und der Schwierigkeit des Falles (§ 8a 
Abs. 2 AnwT). Die Entschädigung wird als Gesamtbetrag festgesetzt. 
Auslagen und Mehrwertsteuer sind darin enthalten (§ 8c Abs. 1 AnwT). 
 
2.2.2. 
Soweit in einer Submissionssache eine Zuschlagsverfügung angefochten 
ist, ging das Verwaltungsgericht in seiner bisherigen Praxis von einer 
vermögensrechtlichen Streitsache aus, wobei der Streitwert in der Regel 
10 % des Auftragswertes (ohne MWST; vgl. § 8 Abs. 5 SubmD) betrug. 
An dieser Praxis ist weiterhin festzuhalten. Im vorliegenden Fall wurde der 
angefochtene Zuschlag zu einem Betrag von Fr. 988'503.35 netto, inkl. 
8 % MWST, erteilt. Der Auftragswert ohne MWST beläuft sich somit auf 
Fr. 915'280.90 und der massgebliche Streitwert beträgt Fr. 91'528.10. Bei 
einem Streitwert über Fr. 50'000.00 bis Fr. 100'000.00 liegt der Rahmen 
für die Entschädigung zwischen Fr. 3'000.00 und Fr. 10'000.00 (§ 8a 
Abs. 1 lit. a Ziff. 3 AnwT). Da sich der Streitwert im oberen Bereich des 
vorgegebenen Rahmens bewegt, erscheint eine Entschädigung im Betrag 
von Fr. 8'000.00 angemessen. Gemessen am Aktenumfang sowie der 
durchschnittlichen tatsächlichen und rechtlichen Schwierigkeiten des Fal-
les erscheint das Honorar mit Blick auf den dafür entschädigten Aufwand 
sachgerecht. 
 
 

  Das Verwaltungsgericht erkennt: 
 
1. 
In Gutheissung der Beschwerde wird der an die F.______ erteilte 
Zuschlag vom 25. Juli 2011 aufgehoben.  
 
2. 
Die verwaltungsgerichtlichen Verfahrenskosten, bestehend aus einer 
Staatsgebühr von Fr. 7'000.00 sowie der Kanzleigebühr und den Ausla-
gen von Fr. 400.00, gesamthaft Fr. 7'400.00, sind von der Einwohner-
gemeinde D.______ zur Hälfte mit Fr. 3'700.00 zu bezahlen. Die rest-
lichen Verfahrenskosten trägt der Staat. 
 
3. 
Die Einwohnergemeinde D.______ wird verpflichtet, den Beschwerdefüh-
rerinnen die vor Verwaltungsgericht entstandenen richterlich festgesetzten 
Parteikosten in Höhe von Fr. 8'000.00 zu ersetzen. 
 
 

   

Zustellung an: 
die Beschwerdeführerinnen (Vertreter) 
die Einwohnergemeinde D.______ (Vertreter) 

 - 23 - 
 
 

 
 
 

   

1. Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 
 
Dieser Entscheid kann – bei gegebenen Voraussetzungen – innert 30 Tagen seit der Zu-
stellung mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beim Schweizeri-
schen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, angefochten werden. Die Frist steht still vom 
7. Tag vor bis und mit 7. Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit dem 15. August und 
vom 18. Dezember bis und mit 2. Januar. Auf dem Gebiet des öffentlichen Beschaffungs-
wesens ist die Beschwerde nur zulässig, wenn der geschätzte Auftragswert den massge-
benden Schwellenwert des Bundesgesetzes über das öffentliche Beschaffungswesen vom 
16. Dezember 1994 (BoeB; SR 172.056.1) und der Verordnung des EVD über die Anpas-
sung der Schwellenwerte im öffentlichen Beschaffungswesen (SR 172.056.12) oder des 
Abkommens zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der EU über 
bestimmte Aspekte des öffentlichen Beschaffungswesens vom 21. Juni 1999 
(SR. 0.172.052.68) erreicht und sich eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung 
stellt (Art. 83 lit. f des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG; SR 173.110]). 
 
Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen Bundes-
gericht einzureichen (Art. 42 BGG). 
 
Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 
Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 
elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 
inwiefern der angefochtene Entscheid das Bundesrecht oder kantonale Verfassungsrechte 
(Art. 95 ff. BGG) verletzt und warum sich eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung 
stellt. Die Urkunden, auf die sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit 
die Partei sie in den Händen hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen 
(Art. 42 BGG). 
 
Der geschätzte Auftragswert beträgt Fr. 915'280.90 (ohne MWSt). 
 
 
2. Subsidiäre Verfassungsbeschwerde 
 
Dieser Entscheid kann, soweit keine Beschwerde gemäss Ziff. 1 zulässig ist, wegen 
Verletzung von verfassungsmässigen Rechten innert 30 Tagen seit Zustellung mit der 
subsidiären Verfassungsbeschwerde beim Schweizerischen Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, angefochten werden. Die Frist steht still vom 7. Tag vor bis und mit 
7. Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit dem 15. August und vom 18. Dezember bis 
und mit 2. Januar. Die unterzeichnete Beschwerde muss das Begehren, wie der Entscheid 
zu ändern ist, sowie in gedrängter Form die Begründung, inwiefern der angefochtene Akt 
Recht verletzt, mit Angabe der Beweismittel enthalten. Der angefochtene Entscheid und 
als Beweismittel angerufene Urkunden sind beizulegen (Art. 113 ff. BGG). Wird gegen 
einen Entscheid sowohl ordentliche Beschwerde als auch Verfassungsbeschwerde ge-
führt, sind beide Rechtsmittel in der gleichen Rechtsschrift einzureichen (Art. 119 Abs. 1 
BGG). 
 
 

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Aarau, 27. Februar 2012 
 
Verwaltungsgericht des Kantons Aargau 
3. Kammer 
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber: 
 
 i.V. 
 
Winkler Wildi