# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c6ca0489-2272-5039-9295-a0cf2b705ab4
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-06-18
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 18.06.2014 200 2014 358
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2014-358_2014-06-18.pdf

## Full Text

200 14 358 IV
KNB/JAP/ARJ

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 18. Juni 2014

Verwaltungsrichter Knapp, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Loosli, Verwaltungsrichter Schwegler
Gerichtsschreiber Jakob

A.________
gesetzlich vertreten durch seine Eltern B.________
vertreten durch C.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 25. März 2014

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Juni 2014, IV/14/358, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1997 geborene A.________ (fortan Versicherter bzw. Beschwerdefüh-
rer) meldete sich am 27. November 2012, unter Hinweis auf eine Lern-
schwäche, bei der IV-Stelle Bern (fortan IVB bzw. Beschwerdegegnerin) 
zum Bezug von Massnahmen beruflicher Art an (Akten der IVB, Antwortbei-
lage [AB] 1). Diese stellte dem Versicherten nach medizinischen Abklärun-
gen mit Vorbescheid vom 3. Oktober 2013 (AB 15) die Abweisung des 
Leistungsbegehrens in Aussicht.

Nachdem sich der Versicherte, vertreten durch C.________ vom Ausbil-
dungsbetrieb H.________ in …, mit Einwand vom 25. Oktober 2013 
(AB 16) nicht einverstanden erklärt hatte, hielt die IVB nach Rücksprache 
mit dem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD; AB 19) an ihrem Vorbescheid 
fest und verfügte am 25. März 2014 die Abweisung des Leistungsbegeh-
rens. Sie erwog hauptsächlich, die Ausprägung der Lernbehinderung erfülle 
das Kriterium einer «leichten Intelligenzminderung» nicht und der Intelli-
genzquotient (IQ) von 82 liege über der Schwelle von 70 Punkten, weshalb 
keine Invalidisierung bzw. verminderte Arbeitsfähigkeit vorliege.

B.

Mit Eingabe vom 15. April 2014 erhob der Versicherte durch seine Vertre-
tung Beschwerde und beantragte sinngemäss, die angefochtene Verfügung 
sei aufzuheben und ihm seien berufliche Massnahmen zu gewähren. Zur 
Begründung führte er im Wesentlichen und sinngemäss aus, die absolvier-
te «Schnupperlehre» habe offenbart, dass er keinem Leistungsdruck 
standhalte und sehr viel Verständnis benötige. Zwar habe die Eignungsab-
klärung ergeben, dass er aus schulischer Sicht in der Lage wäre, die ge-
plante Attest-Ausbildung zu durchlaufen, er sei jedoch auf einen Lehrbe-
trieb angewiesen, der ihm einen geschützten Rahmen bieten könne. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Juni 2014, IV/14/358, Seite 3

Am 7. Mai 2014 reichte der Vertreter des Beschwerdeführers unter ande-
rem einen Förderbericht des Klassenlehrers vom 4. Mai 2014 sowie auffor-
derungsgemäss eine Prozessvollmacht ein (Akten des Beschwerdeführers, 
Beschwerdebeilagen [BB] 4 f.).

In ihrer Beschwerdeantwort vom 2. Juni 2014 schloss die Beschwerdegeg-
nerin auf Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Die angefochtene Verfügung ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Verfügun-
gen. Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen 
Anträgen nicht durchgedrungen, durch die angefochtene Verfügung berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung, weshalb er zur 
Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gege-
ben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversiche-
rung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 25. März 2014 (AB 21). 
Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf Mass-
nahmen beruflicher Art in Form erstmaliger beruflicher Ausbildung.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Juni 2014, IV/14/358, Seite 4

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2 Gemäss Art. 8 Abs. 1 IVG haben invalide oder von einer Invalidität 
(Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte Anspruch auf Eingliederungsmass-
nahmen, soweit diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit 
oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustel-
len, zu erhalten oder zu verbessern (lit. a) und die Voraussetzungen für den 
Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind (lit. b). Der Anspruch 
auf Eingliederungsmassnahmen besteht unabhängig von der Ausübung 
einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Invalidität. Bei der Festlegung der 
Massnahmen ist die gesamte noch zu erwartende Dauer des Erwerbsle-
bens zu berücksichtigen (Abs. 1bis). Die Eingliederungsmassnahmen be-
stehen unter anderem in Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, 
erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsvermittlung, Kapital-
hilfe [Abs. 2 lit. b]).

2.3 Gemäss Art. 16 IVG haben Versicherte, die noch nicht erwerbstätig 
waren und denen infolge Invalidität bei der erstmaligen beruflichen Ausbil-
dung in wesentlichem Umfange zusätzliche Kosten entstehen, Anspruch 
auf Ersatz dieser Kosten, sofern die Ausbildung den Fähigkeiten des Versi-
cherten entspricht. Invalid im Sinne von Art. 16 IVG ist, wem aus gesund-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Juni 2014, IV/14/358, Seite 5

heitlichen Gründen bei einer seinen Fähigkeiten entsprechenden Ausbil-
dung während längerer Zeit (Art. 4 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 8 ATSG) erhebli-
che Mehrkosten (Art. 5 Abs. 2 der Verordnung über die Invalidenversiche-
rung vom 17. Januar 1961 [IVV; SR 831.201]) entstehen (BGE 126 V 461 
E. 1 S. 461 f.). Als erstmalige berufliche Ausbildung gilt gemäss Art. 5 IVV 
jede Berufslehre oder Anlehre sowie, nach Abschluss der Volks- oder Son-
derschule, der Besuch einer Mittel-, Fach- oder Hochschule und die berufli-
che Vorbereitung auf eine Hilfsarbeit oder auf die Tätigkeit in einer ge-
schützten Werkstätte (vgl. auch Rz. 3012 des vom Bundesamt für Sozial-
versicherungen [BSV] herausgegebenen und ab 1. Januar 2014 gültigen 
Kreisschreibens über die Eingliederungsmassnahmen beruflicher Art [KS-
BE]).

2.4 Liegen Leistungen nach Art. 16 IVG im Streit, so hat der Arzt – wie 
bei der Invaliditätsbemessung – den Gesundheitszustand zu diagnostizie-
ren und zu den sich daraus ergebenden Einschränkungen Stellung zu 
nehmen; ferner hat er sich gegebenenfalls darüber zu äussern, ob der Ge-
sundheitszustand die ins Auge gefasste berufliche Vorkehr zulässt und, 
bejahendenfalls, welche Tätigkeiten hierbei aus medizinischer Sicht dem 
Leiden angepasst sind. Die Frage, ob ein Versicherter im Sinne dieser 
Grundsätze und unter Würdigung der erforderlichen ärztlichen Stellung-
nahmen im Einzelfall als invalid im Sinne von Art. 16 IVG zu betrachten ist, 
bedeutet Konkretisierung eines unbestimmten Rechtsbegriffes mit Ermes-
senscharakter, weshalb nur Richtlinien formuliert, nicht aber abschliessen-
de Umschreibungen des Invaliditätstatbestandes vorgenommen werden 
können. Eine leistungsspezifische Invalidität nach Art. 16 Abs. 1 IVG kann 
auch darin bestehen, dass eine versicherte Person wegen der gesamtheit-
lichen Beeinträchtigungen und mit Blick auf die gestiegenen Anforderungen 
in einem durchschnittlichen Lehrbetrieb ihre erstmalige Ausbildung im ge-
schützten Rahmen einer spezialisierten Ausbildungsinstitution absolvieren 
muss (vgl. ULRICH MEYER, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung 
[IVG], 2. Aufl. 2010 S. 178 ff.).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Juni 2014, IV/14/358, Seite 6

3.

3.1 Der Beschwerdeführer möchte im August 2014 eine zweijährige 
Ausbildung zum … EBA (Eidgenössisches Berufsattest) im Ausbildungsbe-
trieb H.________  in … beginnen. 

Sein Hausarzt, Dr. med. D.________, Facharzt für Allgemeine Innere Me-
dizin FMH, attestierte ihm eine hohe Motivation und vertrat die Ansicht, 
dass sein Patient in der Lage sei, eine derartige Ausbildung zu bestehen 
(vgl. AB 9/7 Ziff. 7). Er diagnostizierte im Bericht vom 22. Mai 2013 (AB 9) 
eine intellektuelle Leistungsfähigkeit im untersten Normbereich bei einem 
IQ von 84 (Erstdiagnose im Jahr 2003) mit jedoch ausgeglichenem Leis-
tungsprofil. Er erklärte, der Gesundheitszustand wirke sich auf den Schul-
besuch insoweit aus, als dass der Beschwerdeführer die (in die Regelklas-
se der Sekundarstufe I integrierte) Kleinklasse besuche und vor allem im 
schulischen Bereich Unterstützung benötige. Im Beiblatt zum betreffenden 
Arztbericht gab Dr. med. D.________ am 6. Juni 2013 an, körperlich 
bestünden sicherlich keine Einschränkungen im grobmotorischen Bereich, 
während eine Beeinträchtigung der Feinmotorik denkbar, jedoch nicht ab-
geklärt sei. Die Einschränkung der geistigen und intellektuellen Fähigkeiten 
sei dagegen offensichtlich und würde im E.________ abgeklärt (AB 9/7 Ziff. 
6).

Im Bericht vom 28. August 2013 (AB 12) über die neuropsychologische 
Sprechstunden in der Abteilung Neuropädiatrie, Entwicklung und Rehabili-
tation des E.________ vom 26. August 2013 vermerkte die Neuropsycho-
login, M Sc F.________, die folgenden Diagnosen:

Eingeschränkte kognitive Leistungsfähigkeit im Grenzbereich der unters-
ten Norm (IQ 82 nach K-ABC [Kaufman Assessment Battery for Child-
ren]), im Rahmen einer leichten Lernbehinderung, bei ausgeglichenem 
Leistungsprofil (diagnostiziert im Mai 2004). 
Aktuell:
Kognitive Leistungsfähigkeit knapp im altersentsprechenden Durch-
schnitt mit/bei:
- Stärken im wahrnehmungsgebundenen logischen Denken und 

sprachlichen Schlussfolgern
- Schwächen in der Verarbeitungsgeschwindigkeit und im auditiven 

Arbeitsgedächtnis

Sie ermittelte anhand des Hamburg-Wechsler-Intelligenztests für Kinder 
(HAWIK IV) ebenfalls einen IQ von 82 (vgl. AB 12/4) und gab unter ande-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Juni 2014, IV/14/358, Seite 7

rem an, der Beschwerdeführer werde die angestrebte zweijährige Ausbil-
dung ihres Erachtens problemlos bewerkstelligen.

Der RAD-Arzt, Dr. med. G.________, Facharzt für Kinder- und Jugendme-
dizin FMH, erklärte am 2. Oktober 2013, die durch die Neuropsychologin 
dokumentierten Auffälligkeiten in Teilfunktionen des Denkens erreichten 
nicht ein Ausmass, welches eine Invalidität zu begründen vermöchte 
(AB 14). In seiner Stellungnahme vom 28. Januar 2014 (AB 19) führte er 
sodann aus, in Anbetracht des niedrigen Werts bezüglich Verarbeitungsge-
schwindigkeit stelle sich die Frage, inwiefern der Beschwerdeführer eine 
Beeinträchtigung der Neuromotorik zeigen könnte, in der «Einsprache» 
würden jedoch gerade nicht qualitativ ungenügende praktische Leistungen 
als kritisches Moment geltend gemacht, sondern eine vermeintlich vorlie-
gende generelle Minderintelligenz. Die kognitiven Ressourcen lägen aber in 
einem Bereich, den man bei einem Absolventen der Kleinklasse erwarten 
würde, teilweise seien sie sogar erheblich besser. Aus medizinischer bzw. 
neuropsychologischer Sicht bestehe kein Anspruch auf Massnahmen be-
ruflicher Art.

3.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Sofern RAD-Untersuchungsberichte den Anforderungen an ein ärztliches 
Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352) genügen, auch hinsichtlich der 
erforderlichen ärztlichen Qualifikationen, haben sie einen vergleichbaren 
Beweiswert wie ein anderes Gutachten (SVR 2009 IV Nr. 53 S. 165 
E. 3.3.2). Soll allerdings ein Versicherungsfall ohne Einholung eines exter-
nen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Juni 2014, IV/14/358, Seite 8

strenge Anforderungen zu stellen. Insbesondere sind die von der versicher-
ten Person aufgelegten Berichte der behandelnden Ärztinnen und Ärzte 
mitzuberücksichtigen. Wird die Schlüssigkeit der Feststellungen der versi-
cherungsinternen Fachpersonen durch einen nachvollziehbaren Bericht 
eines behandelnden Arztes in Zweifel gezogen, so genügt der pauschale 
Hinweis auf dessen auftragsrechtliche Stellung (BGE 125 V 351 E. 3a cc 
S. 353) nicht, um solche Zweifel auszuräumen. Vielmehr wird das Gericht 
entweder ein Gerichtsgutachten anzuordnen oder die Sache an den Versi-
cherungsträger zurückzuweisen haben, damit dieser im Verfahren nach 
Art. 44 ATSG eine Begutachtung veranlasst (BGE 135 V 465 E. 4.4 - 4.6 
S. 469).

3.3 Die angefochtene Verfügung vom 25. März 2014 (AB 21) stützt sich 
in medizinischer Hinsicht auf die Einschätzung von Dr. med. G.________. 
Der RAD-Arzt gelangte in Kenntnis der vollständigen Anamnese aufgrund 
seiner fachärztlichen Einschätzung zum Schluss, dass allein die dokumen-
tierten Auffälligkeiten in Teilfunktionen des Denkens (Verarbeitungsge-
schwindigkeit, auditives Arbeitsgedächtnis [AB 12/2]) nicht invalidisierend 
wirken (AB 14/2). Dies erscheint mit Blick auf die Aktenlage nachvollzieh-
bar und einleuchtend, zumal auch keine wesentliche Beeinträchtigung mit 
Krankheitswert diagnostiziert wurde. Der im E.________ am 26. August 
2013 anhand verschiedener Testbatterien (K-ABC, HAWIK IV) festgestellte 
IQ von 82 (AB 12/1) liegt nicht in der Nähe der Grenze zum invalidenversi-
cherungsrechtlich relevanten IQ von 70 (vgl. Rz. 1011 des vom BSV her-
ausgegebenen und ab 1. Januar 2014 gültigen Kreisschreibens über Inva-
lidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung [KSIH]), sondern inner-
halb der Bandbreite einer niedrigen Intelligenz (IQ 70 bis 84). Er erreicht 
auch nicht einen Schweregrad, der als ein Gesundheitsschaden im Sinne 
der internationalen Klassifikation der Krankheiten (ICD) der Weltgesund-
heitsorganisation zu qualifizieren wäre (vgl. HELMUT REMSCHMIDT, Kinder- 
und Jugendpsychiatrie, 3. Aufl., 2000, S. 101; PSCHYREMBEL, Klinisches 
Wörterbuch, 262. Aufl. 2011, S. 996; DILLING/MAMBOUR/SCHMIDT [Hrsg.], 
Internationale Klassifikation psychischer Störungen: ICD-10 Kapitel V [F], 
Klinisch diagnostische Leitlinien, 8. Aufl. 2011, S. 308 ff.). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Juni 2014, IV/14/358, Seite 9

Der Beschwerdeführer weist generell eine langsamere Arbeitsgeschwindig-
keit auf (AB 12/2) und nach dem Dafürhalten seines Klassenlehrers (BB 5) 
bzw. seines Vertreters (AB 16/2, Beschwerde S. 1) benötigt er eine Lehr-
stelle in einem geschützten Rahmen. Zwar spricht allein der IQ von über 70 
nicht gegen die Annahme, es sei aus gesundheitlichen Gründen erforder-
lich, die Ausbildung im geschützten Rahmen zu absolvieren. So wurden 
höchstrichterlich der Anspruch auf erstmalige berufliche Ausbildung bei-
spielsweise auch bei einem IQ von 89 bejaht (vgl. ZAK 1982 S. 457 f. 
E. 1c) bzw. bei einem solchen von 93 ein zusätzlicher Abklärungsbedarf 
eruiert (vgl. Entscheid des Bundesgerichts vom 2. Dezember 2008, 
9C_745/2008, E. 4.2). Im ersten Fall wirkte jedoch ein Psychoorganisches 
Syndrom (POS) mit dem verminderten IQ zusammen und war ausgewie-
sen, dass die Versicherte an erheblichen psychischen Schwierigkeiten litt, 
während im zweiten Fall als körperliche Beeinträchtigung ein motorisches 
Hemisyndrom mit entsprechenden Auswirkungen hinzutrat. Vorliegend be-
steht dagegen nach der Aktenlage keine gesundheitliche Beeinträchtigung, 
die als Anforderung an die Ausbildung zwingend einen geschützten Rah-
men bedingte. Vielmehr gingen sowohl der behandelnde Hausarzt sowie 
die Neuropsychologin – ohne Referenzierung auf das Projekt «…» für Ju-
gendliche mit Lernschwierigkeiten (vgl. <www…..ch>) – übereinstimmend 
davon aus, dass der Beschwerdeführer in der Lage ist, die angestrebte 
Attest-Ausbildung zu absolvieren (vgl. AB 9/7 Ziff. 7, 12/2). Damit besteht 
die einhellige fachliche Auffassung, dass der Gesundheitszustand die ins 
Auge gefasste berufliche Vorkehr zulässt (vgl. E. 2.4 hievor). Hinzu kommt, 
dass das Bildungs-, Beratungs- und Tagungszentrum für Land- und Haus-
wirtschaft (Inforama) gestützt auf eine Eignungsabklärung vom 3. April 
2014 aus schulischer Sicht im Bericht vom 10. April 2014 (BB 2) eine Emp-
fehlung für die geplante Ausbildung ausgesprochen hat. Lediglich bei den 
Kategorien «Leseverstehen I» und «Textrechnungen» wurde die Zielgrösse 
nicht erreicht; die Lesegeschwindigkeit stellt für die Ausbildung keine rele-
vante Kategorie dar (BB 3). 

Aufgrund des Dargelegten ist tatbestandsmässig nach dem massgebenden 
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (vgl. BGE 138 V 218 
E. 6 S. 221) erstellt, dass dem Beschwerdeführer aus gesundheitlichen 
Gründen bei einer seinen Fähigkeiten entsprechenden Ausbildung während 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Juni 2014, IV/14/358, Seite 10

längerer Zeit keine erheblichen Mehrkosten entstehen. Damit fehlt es an 
der leistungsspezifischen Invalidität im Sinne von Art. 16 IVG (vgl. E. 2.3 
hievor), weshalb nach der gesetzlichen Konzeption keine Leistungspflicht 
der Invalidenversicherung bestehen soll.

Die Verfügung vom 25. März 2014 ist demnach nicht zu beanstanden, wo-
mit sich die Beschwerde vom 15. April 2014 als unbegründet erweist und 
abzuweisen ist.

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 400.--, werden entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens dem Beschwerdeführer zur Bezah-
lung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss entnommen.

4.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer kei-
nen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 
Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 400.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Juni 2014, IV/14/358, Seite 11

4. Zu eröffnen (R):
- C.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.