# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c48eff69-a390-538f-b889-b13798819d8a
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-12-09
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 09.12.2010 UV 2009/35
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2009-35_2010-12-09.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2009/35

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 08.04.2020

Entscheiddatum: 09.12.2010

Entscheid Versicherungsgericht, 09.12.2010
Art. 6 UVG: Unfallkausalität von Beschwerden im Nachgang zu einem 
Beschleunigungstrauma der HWS. Prüfung der Leistungseinstellung 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 9. 
Dezember 2010, UV 2009/35).

Vizepräsident Joachim Huber, Versicherungsrichterin Karin Huber-Studerus, 

Versicherungsrichter Martin Rutishauser; Gerichtsschreiber Walter Schmid

Entscheid vom 9. Dezember 2010

in Sachen

K.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. Barbara Wyler, Zürcherstrasse 191, 

Postfach 1011, 8501 Frauenfeld,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358, 

6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Versicherungsleistungen

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Sachverhalt:

A.       

K.___ (nachfolgend: Versicherte) war als Gebäude-Unterhaltsreinigerin bei den A.___ 

tätig und dadurch bei der Suva unfallversichert, als am 15. Oktober 2007 ein 

Personenwagen auf das Auto auffuhr, in welchem sie als Beifahrerin sass (UV-act. 1). 

Vom 15. bis 19. Oktober 2007 war die Versicherte im Kantonsspital St. Gallen 

hospitalisiert, wo die Diagnosen einer HWS- und BWS-Kontusion/Distorsion und 

multiple Prellungen festgehalten wurden. Als Nebendiagnosen im 

Hospitalisationsverlauf seien unspezifische Parästhesien und ein Sensibilitätsverlust 

rechts aufgetreten (UV-act. 4). Die Suva anerkannte ihre Leistungspflicht. Nach 

Durchführung von ärztlichen Behandlungen und Abklärungen eröffnete sie der 

Rechtsvertreterin der Versicherten, Rechtsanwältin Dr. iur. B. Wyler, Frauenfeld, mit 

Verfügung vom 7. Januar 2009, aufgrund ihrer Abklärungen seien die heute noch 

geklagten Beschwerden organisch nicht hinreichend nachweisbar. Nach Prüfung der 

massgebenden Kriterien (BGE 115 V 133) sei die Adäquanz zu verneinen, weshalb die 

Versicherungsleistungen per 31. Januar 2009 eingestellt würden (UV-act. 170). Die 

gegen diese Verfügung von Rechtsanwältin Wyler erhobene Einsprache (UV-act. 172) 

wies die Suva mit Einspracheentscheid vom 27. Februar 2009 ab (UV-act. 176).

B.       

B.a   Gegen diesen Entscheid erhob Rechtsanwältin Wyler für die Versicherte mit 

Eingabe vom 1. April 2009 Beschwerde mit den Anträgen, der Entscheid sei 

aufzuheben, und der Beschwerdeführerin seien rückwirkend ab Einstellung weiterhin 

Taggelder auf der Basis einer 100 %igen Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit 

auszurichten. Es seien die gesetzlichen Leistungen zu erbringen, also Heilungskosten, 

Taggelder sowie gegebenenfalls Ausrichtung einer Invalidenrente und einer 

Integritätsentschädigung. Es seien zusätzliche Abklärungen zu tätigen; insbesondere 

seien aktuelle Arztberichte von Dr. med. B.___, und Dr. med. C.___ vom 

Psychiatrischen Zentrum (Ambulatorium für Sozialpsychiatrie) einzuholen, und es sei 

ein inter- und polydisziplinäres Gutachten durch eine unabhängige Gutachterstelle 

anzufertigen. Die Einreichung eines Untersuchungsberichts des Instituts für 

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Neuroradiologie am Universitätsspital Zürich bleibe vorbehalten. Es sei der 

Beschwerdeführerin die unentgeltliche Rechtsverbeiständung zu bewilligen. Zur 

Begründung legte die Rechtsvertreterin unter anderem dar, von den behandelnden 

Ärzten würden keine aktualisierten Zeugnisse bei den Akten liegen. Der Bericht des 

Kreisarztes sei ein Aktenbericht. Der Kreisarzt sei nicht befähigt, über das Vorliegen 

ausserhalb seines Fachgebiets liegender Unfallfolgen qualifizierte Aussagen zu 

machen. Ganz offensichtlich lägen nur unvollständige medizinische Akten bei der 

Beschwerdegegnerin vor. Daher könne noch gar nicht beurteilt werden, ob von der 

Fortsetzung der ärztlichen Behandlung eine Besserung des Gesundheitszustands 

erwartet werden könne. Diese Prüfung dürfe erst nach Abschluss des unfallbedingten 

Heilungsprozesses vorgenommen werden. Die Beschwerdegegnerin habe den 

adäquaten Kausalzusammenhang verfrüht beurteilt und damit den Fall zu früh 

abgeschlossen. Angesichts des komplexen Beschwerdebildes mit sehr 

unterschiedlichen Einschätzungen sei ein inter- und polydisziplinäres Gutachten durch 

eine unabhängige Gutachterstelle angezeigt. Die Beschwerdeführerin habe, abgesehen 

vom Schwindel, in den ersten Wochen nach dem Unfall vom 15. Oktober 2007 unter 

Unfallfolgen gelitten, die zum typischen Beschwerdebild nach einer HWS-Distorsion 

gehören würden. Wenn die Beschwerdegegnerin behaupte, die psychischen 

Beschwerden stünden ganz im Vordergrund, dann treffe das nicht zu. Es werde 

bestritten, dass die Frage nach dem natürlichen Kausalzusammenhang offen bleiben 

könne, weil der adäquate Kausalzusammenhang verneint werden müsse. Zunächst sei 

abzuwarten, ob der natürliche Kausalzusammenhang aufgrund des objektiv 

nachweisbaren Substrats zu bejahen sei; dann sei der adäquate Kausalzusammenhang 

gar nicht mehr zu prüfen. Selbst wenn dem nicht so wäre, sei festzustellen, dass die 

Beschwerdeführerin unter einem HWS-Syndrom mit dem typischen Beschwerdebild 

leide und dass die zusätzlichen Kriterien für die Beurteilung des adäquaten 

Kausalzusammenhangs ebenfalls vorliegen würden. Es sei von einem mindestens 

mittelschweren Unfall auszugehen, bei welchem die ganze Familie verletzt, belastet 

und traumatisiert worden sei.

B.b   Auf Begehren der Parteien (act. G 8) sistierte der Gerichtspräsident am 15. Mai 

2009 das Verfahren bis zum Vorliegen der Berichte über die in Aussicht genommene 

MRT-Untersuchung beim Universitätsspital Zürich (act. G 9). Mit Eingabe vom 5. 

August 2009 reichte die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin neben weiteren 

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Unterlagen Berichte des Universitätsspitals Zürich vom 19. Juni 2009 und von Dr. B.___ 

vom 16. Juli 2009 ein (act. G 10), worauf die Verfahrenssistierung aufgehoben wurde 

(act. G 11).

B.c   In der Beschwerdeantwort vom 10. September 2009 beantragte die 

Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde und Bestätigung des 

Einspracheentscheids vom 27. Februar 2009. Zur Begründung verwies sie auf die 

Darlegungen im angefochtenen Entscheid und führte unter anderem aus, mit der 

nachträglich durch die Beschwerdeführerin beim Unispital Zürich veranlassten 

Untersuchung des Gehirns habe ebenfalls kein organisches Korrelat objektiviert 

werden können. Es sei zudem darauf hinzuweisen, dass die gewählte 

Untersuchungsmethode (MRI mit MR-Spektroskopie) nicht validiert sei und weder für 

die Objektivierung organischer Gesundheitsschäden noch für die Beurteilung ihrer 

Kausalität tauge (Hinweis auf anonymisierte Berichte der Abteilung 

Versicherungsmedizin der Beschwerdegegnerin vom 29. Juli und 7. August 2009, 

welche in ähnlich gelagerten Prozessen vor dem Versicherungsgericht des Kantons 

St. Gallen aufgelegt wurden). Angesichts der massiven Vorzustände (insbesondere 

Kopf-, Nacken- und Rückenschmerzen) sei ein unfallkausales typisches 

Beschwerdebild nach Schleudertrauma zu verneinen. Bereits deshalb entfalle eine 

Adäquanzprüfung nach der Schleudertrauma-Praxis. Dasselbe würde gelten, wenn 

vom Bestand eines typischen Beschwerdebildes ausgegangen würde, ergebe sich 

doch aus den Akten eine absolute Dominanz der psychischen Faktoren. Die 

diagnostizierten psychischen Leiden stellten eine selbständige (sekundäre) psychische 

Gesundheitsschädigung dar. Die Adäquanzprüfung habe deshalb nach BGE 115 V 133 

zu erfolgen. Rein somatisch sei der medizinische Endzustand bereits Ende 2007 

erreicht gewesen. Im Zeitpunkt der Leistungseinstellung sei aus physischer Sicht mit 

Sicherheit von einer weiteren ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung zu 

erwarten gewesen. Der Fallabschluss und die Adäquanzprüfung seien also nicht 

verfrüht erfolgt. Die Adäquanz sei selbst bei Annahme eines mittelschweren Unfalls im 

Grenzbereich zu den leichten Ereignissen zu verneinen.

B.d   Mit Replik vom 26. November 2009 bestätigte die Rechtsvertreterin der 

Beschwerdeführerin ihren Standpunkt (act. G 10).

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B.e   Am 12. Februar 2010 bewilligte der Gerichtspräsident die unentgeltliche 

Rechtsverbeiständung der Beschwerdeführerin für das vorliegende Verfahren (act. G 

19).

B.f    Mit Eingabe vom 5. März 2010 reichte die Rechtsvertreterin der 

Beschwerdeführerin einen Bericht der Klinik N.___ vom 19. Februar 2010 ein (act. 

G 21). Hierzu äusserte sich die Beschwerdegegnerin im Schreiben vom 11. März 2010 

(act. G 23).

Erwägungen:

1.        

Streitig ist, ob die Leistungen, welche von der Beschwerdegegnerin im Anschluss an 

das Unfallereignis vom 15. Oktober 2007 ausgerichtet wurden, auf den 31. Januar 2009 

eingestellt werden durften oder nicht. Die Beschwerdegegnerin legte die rechtlichen 

Voraussetzungen des Vorliegens eines natürlichen und adäquaten 

Kausalzusammenhangs zwischen Unfall und gesundheitlichen Beschwerden im 

angefochtenen Entscheid (Erw. 1, 3a, 4a) zutreffend dar; darauf ist zu verweisen.

2.        

2.1    Eine rund sieben Monate vor dem streitigen Unfall von Dr. med. D.___, Innere 

Medizin FMH, spez. Rheumaerkrankungen, durchgeführte Abklärung ergab gemäss 

Bericht vom 12. März 2007 ein Zerviko-Thorakalsyndrom bei Wirbelsäulenfehlstatik. 

Die Patientin gebe an, seit vielen Jahren Nackenschmerzen zu haben. Es liege ein 

ausgeprägter Bewegungsmangel vor; die Patientin sitze nur zuhause (UV-act. 48). Dr. 

med. E.___, FMH Physikalische Medizin FMH, berichtete am 13. November 2007 unter 

anderem, die Patientin habe schon vor dem Unfall häufig Kopfschmerzen gehabt; jetzt 

seien die Kopfschmerzen schlimmer, und zusätzlich seien Nackenschmerzen 

dazugekommen. Seit dem Unfall habe sie zudem starke Schmerzen thorakolumbal 

(UV-act. 16). Dr. med. F.___, Facharzt für Innere Medizin und Pneumologie FMH, stellte 

bei der Beschwerdeführerin im Bericht vom 16. November 2007 die Diagnosen einer 

HWS- und BWS-Kontusion/Distorsion, eines bekannten chronischen 

lumspondylogenen Syndroms, eines chronischen rezidivierenden cerviko-occipitalen 

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Schmerzsyndroms und eines Verdachts auf depressive Entwicklung (UV-act. 10). Eine 

Computertomografie von Schädel, Thorax, HWS, BWS, LWS und Becken ergab 

normale Verhältnisse ohne Frakturhinweise (UV-act. 11). Am 6. Dezember 2007 

berichtete Dr. F.___ über den Vorunfall-Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin. 

Er kenne sie seit September 2006. Bei jener Erstkonsultation habe sie über 

Nackenbeschwerden geklagt, welche seit drei Jahren bestehen würden und 

physiotherapeutisch behandelt worden seien. Im Mai 2007 sei es zu einer Konsultation 

wegen Lumbalgien gekommen. Ein CT der LWS vom 8. Juni 2007 habe einen 

Diskusprolaps LWK 5/S1 ergeben. In den folgenden Konsultationen hätten wieder die 

cervikalen Beschwerden im Vordergrund gestanden, bis es jetzt zum Unfall gekommen 

sei (UV-act. 36). Ein Aufenthalt in der Rehaklinik Bellikon vom 6. bis 21. Dezember 2007 

ergab gemäss Berichten vom 21. Dezember 2007 und 8. Januar 2008 unter anderem 

einen maladaptiven Umgang der Beschwerdeführerin mit Schmerzen, ohne Möglichkeit 

eines therapeutischen Zugangs zur Patientin, Schmerzen im Nacken-/

Schultergürtelbereich, subjektiv Vergesslichkeit/Konzentrationsminderung, 

wiederkehrend ungerichtete Schwindelepisoden und eine schmerzhaft eingeschränkte 

Beweglichkeit der HWS. Infolge erheblicher Symptomausweitung, Selbstlimitierung und 

Inkonsistenz seien die Resultate von physischen Leistungstests für die Beurteilung der 

zumutbaren Belastbarkeit nicht verwertbar gewesen. Es sei davon auszugehen, dass 

bei gutem Effort eine bessere Leistung erbracht werden könnte. Das Ausmass der 

demonstrierten physischen Einschränkungen lasse sich mit den fehlenden 

objektivierbaren pathologischen Befunden der klinischen Untersuchung und 

bildgebenden Abklärung sowie der Diagnose aus somatischer Sicht nicht erklären. 

Aktuell sei keine psychische Störung von Krankheitswert erfassbar. Die Beurteilung der 

Zumutbarkeit stütze sich deshalb primär auf medizinisch-theoretische Überlegungen, 

ergänzt durch die Beobachtungen bei den Leistungstests und im 

Behandlungsprogramm. Die Zumutbarkeit für die berufliche Tätigkeit als Raumpflegerin 

sei im Rahmen einer ganztägigen Arbeit gegeben; spezielle Einschränkungen 

bestünden nicht (UV-act. 44, 55).

2.2    Dr. med. G.___, Spezialärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, berichtete 

am 5. und 13. Februar 2008, die Beschwerdeführerin zeige sämtliche Symptome einer 

posttraumatischen Belastungsstörung. Die in Bellikon festgestellte Arbeitsfähigkeit 

entspreche nicht der Realität, denn die Beschwerdeführerin sei nicht einmal in der 

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Lage, den Haushalt zu erledigen. Sie sei bis auf weiteres zu 100 % arbeitsunfähig (UV-

act. 66, 69; vgl. auch UV-act. 75, 79). Vom 2. bis 7. April 2008 war die 

Beschwerdeführerin im Spital Wil hospitalisiert (UV-act. 109). Am 17. und 29. April 2008 

berichtete Dr. med. H.___, Facharzt für Neurologie, aufgrund seines 

Untersuchungsbefundes bestünden bei der Beschwerdeführerin keine Hinweise für 

fokal neurologische Defizite oder für eine peripher neurogene, radikuläre oder spinale 

Symptomatik. Die Verspannungen im Schulter-Nacken-Bereich seien nicht sehr 

ausgeprägt. Es bestehe eine massiv niedrige Selbsteinschätzung, teilweise auch eine 

mangelnde Kooperation während der Untersuchung. Er gehe im Moment im 

Wesentlichen von einer Psychopathologie mit depressiven Symptomen und 

somatoformer Störung mit Schmerzausweitung aus. Von neurologischer Seite her 

stünden keine weiteren, wesentlichen Therapieoptionen zur Verfügung (UV-act. 87, 91). 

Am 24. Juni 2008 berichtete Dr. med. I.___, trotz Einsatz verschiedenster 

Behandlungen habe keine signifikante Besserung der Beschwerden erzielt werden 

können. Der Aufenthalt in der ursprünglichen Heimat Ausland sei eine Möglichkeit, die 

Situation der gesamten Familie zu verbessern (UV-act. 104). Dr. med. J.___, 

Akupunktur TCM ASA/FMH, Psychosomatische Medizin APPM/FMH, teilte im Bericht 

vom 19. Juli 2008 mit, die Therapie sei beendet worden, weil die Patientin davon nach 

eigener Aussage nicht habe profitieren können. Es werde eine ganzheitliche Betreuung 

unter spezieller Berücksichtigung psychiatrischer Aspekte empfohlen (UV-act. 108). 

Eine MRI-Aufnahme der HWS ergab gemäss Bericht von Dr. med. L.___ vom 27. 

August 2008 eine Streckhaltung der HWS sowie eine leichte Spondylosis C5/C6. Im 

Übrigen zeigte sich eine normale Kontur, Struktur und Konfiguration der einzelnen 

Halswirbelkörper mit unveränderter Darstellung im Vergleich zur Voruntersuchung vom 

2. März 2005 in Locarno (UV-act. 127). Vom 7. August bis 12. September 2008 hielt 

sich die Beschwerdeführerin wegen depressiver psychischer Dekompensation in der 

Psychiatrischen Klinik Wil auf, wo eine mittelgradige depressive Episode mit 

somatischem Syndrom, eine anhaltende somatoforme Schmerzstörungen sowie ein 

Verdacht auf sonstige dissoziative Störungen (Konversionsstörungen) diagnostiziert 

wurden. Bei Austritt bestand gemäss Bericht vom 28. November 2008 eine volle 

Arbeitsunfähigkeit (UV-act. 162). Per 31. Oktober 2008 kündigte die Arbeitgeberin das 

Arbeitsverhältnis (UV-act. 143). Kreisarzt Dr. med. M.___ hielt am 15. Dezember 2008 

fest, auf Höhe C5/C6 habe sich im Verlauf von 2005 bis 2007 eine leichte 

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Osteochondrose ausgebildet. Das Unfallereignis vom 15. Oktober 2007 habe zu keinen 

nachweislich organisch-strukturellen Läsionen geführt. Betreffend Kopfschmerzen 

bestehe ein Vorzustand, und ohne Schädelhirntrauma und ohne Nachweis struktureller 

Veränderungen sei hier keine richtunggebende Verschlimmerung zu postulieren. Aus 

organischer Sicht sehe er keine weiteren Therapien, die zu einer namhaften Besserung 

des Gesundheitszustands führen würden (UV-act. 165).

3.        

3.1    Bezüglich der lumbalen Problematik hielt Dr. M.___ am 31. Juli 2008 fest, der 

Unfallmechanismus sei nicht geeignet, die vorbestehende bekannte lumbale 

Diskushernienproblematik richtunggebend zu verschlimmern. Hier habe höchstens eine 

vorübergehende Traumatisierung stattgefunden ohne Nachweis von strukturellen 

Unfallfolgen. Eine weitere Verschlimmerung sei im Rahmen des natürlichen Verlaufs der 

degenerativen Veränderungen zu interpretieren (UV-act. 113). Mit Blick auf die 

Aktenlage betreffend Vorzustand im lumbalen Bereich (UV-act. 10, 17 S. 3, 36, 48) 

erscheinen diese Feststellungen begründet und werden von der Beschwerdeführerin 

auch nicht in Frage gestellt, weshalb nachstehend davon auszugehen ist.

3.2    Eine MRI-Abklärung des Gehirns im Universitätsspital Zürich vom 19. Juni 2009 

ergab gemäss Bericht vom 28. Juli 2009 unspezifische T2-hyperintensive Signalaltera­

tionen, keine Anhaltspunkte für eine Hippocampusatrophie sowie ein MRS ohne 

Nachweis eines pathologischen Spektrums (act. G 10 Beilage 8). Dr. med. B.___ nahm 

zu diesen Befunden am 16. Juli 2009 dahingehend Stellung, dass das Gehirn-MRI 

keine pathologischen Befunde zeige, jedoch die linke obere Frontalhirnwindung 

Signalveränderungen ergeben habe, die entweder durch einen Gefässdefekt, z.B. im 

Sinn eines Hirnschlags, oder durch ein Hirntrauma erklärbar seien. Da die Patientin bei 

ihrem jungen Alter keinen Hirnschlag gehabt haben dürfte, hingegen ein Auffahrunfall 

vorgelegen habe, der zu einer deutlichen Veränderung ihres Befindens geführt habe, 

könne man von einer traumatischen Ursache ausgehen (act. G 10 Beilage 11). Dazu ist 

festzuhalten, dass im Bericht des Kantonsspitals vom 22. Oktober 2007 zwar eine 

retrograde Amnesie und Desorientierung bei Eintreffen des Notarztes bescheinigt 

wurde. Ein Kopfanprall wurde jedoch nicht angeführt, sondern lediglich festgehalten, 

die Beschwerdeführerin habe bei Angabe von sensiblen Ausfällen im thorakalen 

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Rücken aus dem Fahrzeug "befreit" werden müssen (UV-act. 4; zum Unfallablauf vgl. 

auch UV-act. 21 [Befragungsprotokolle]). Am 27. November 2007 verneinte die 

Beschwerdeführerin dann ausdrücklich einen Kopfanprall (UV-act. 17). Unter diesen 

Umständen kann nicht von einem Kopfanprall ausgegangen werden (vgl. auch UV-act. 

78 S. 4 oben) mit der Folge, dass das von Dr. B.___ in Betracht gezogene Hirntrauma 

bezogen auf das hier streitige Ereignis vom 15. Oktober 2007 jedenfalls nicht 

überwiegend wahrscheinlich angenommen werden darf. Keine der von Dr. B.___ 

beispielhaft angeführten Erklärungsvarianten und Sachverhaltsannahmen kann - bei 

Nichtvorliegen konkreter Anhaltspunkte für das Zutreffen einer (einzigen) Variante - eine 

überwiegende Wahrscheinlichkeit für sich beanspruchen. Ein Nebeneinander von 

ärztlichen Sachverhaltsannahmen erlaubt für sich allein nicht den Schluss, dass eine 

der Varianten die wahrscheinlichere sei. Ein konkreter Anlass für die Einholung eines 

weiteren Berichts bei Dr. B.___ ist bei dieser Aktenlage nicht ersichtlich, zumal auch 

dieser Arzt ausdrücklich das Vorliegen von pathologischen Befunden im Hirn verneint. 

Die von der Beschwerdegegnerin aufgeworfene (und verneinte) Frage der Validierung 

der vom Universitätsspital gewählten Untersuchungsmethode (MRI mit MR-

Spektroskopie) und deren Tauglichkeit für die Objektivierung organischer 

Gesundheitsschäden bzw. Beurteilung der Unfallkausalität (act. G 12 S. 3), kann bei 

der geschilderten Aktenlage offen bleiben. Immerhin ist festzuhalten, dass das 

Bundesgericht in einem Urteil vom 2. Juni 2000 betreffend Spect-Untersuchung des 

Gehirns die erwähnte Frage verneint hatte (RKUV 2000, 316).

3.3    Im Bericht der Klinik N.___, Neurologisches Rehabilitationszentrum, vom 19. 

Februar 2010 wurden unter anderem neben psychischen Problemen 

neuropsychologische Einschränkungen (Aufmerksamkeitsstörungen, 

Gedächtnisschwierigkeiten) aufgeführt. Es gibt Fälle, in denen bei sonst unauffälligen 

Untersuchungsbefunden neuropsychologische Abklärungen Hirnleistungsstörungen 

aufzeigen können und der neuropsychologische Befund der einzig verlässliche 

Parameter ist (BGE 117 V 378 Erw. 3d). Jedenfalls bei eindeutigem, nicht diffusem 

Befund kann der neuropsychologischen Diagnostik - im Rahmen einer neurologischen 

Gesamtwürdigung - nach der Rechtsprechung auch bei der Kausalitätsbeurteilung ein 

Aussagewert zukommen (BGE 119 V 343 Erw. 3c). Hingegen vermag es die 

Neuropsychologie nicht, selbständig die Beurteilung der Genese abschliessend 

vorzunehmen (RKUV 2000, 316 Erw. 3). Nach B.P. Radanov (Über den Stellenwert der 

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neuropsychologischen Diagnostik bei Patienten nach HWS-Distorsion, SZS 1996, S. 

471 ff) sind psychologische Probleme (und die eingenommenen Medikamente) 

geeignet, die kognitiven Leistungen negativ zu beeinflussen (S. 477). Psychologische 

Probleme bzw. die Interrelation psychologischer und kognitiver Funktionen könnten die 

reduzierte Leistungsfähigkeit mit erklären (S. 475). - Angesichts der psychiatrischen 

Befunde (UV-act. 66, 69, 87, 108, 162) sowie der Symptomausweitung und 

Selbstlimitierung (UV-act. 44, 55, 87) ist davon auszugehen, dass kognitive Funktionen 

bei der Beschwerdeführerin durch psychiatrische Aspekte mit beeinflusst wurden. 

Damit können (eigenständige) neuropsychologische Unfall-Restfolgen nicht als 

nachgewiesen gelten. Nachdem ein Kopfanprall an harten Strukturen (Kopfstützen 

stellen keine solchen dar) wie dargelegt überwiegend wahrscheinlich auszuschliessen 

ist, können auch neuropsychologische Störungen, welche auf einem (hirn-)organischen 

Schaden beruhen, überwiegend wahrscheinlich verneint werden (vgl. dazu Ruben 

Echemendia, Medizinische Mitteilungen der Suva Nr. 78, S. 82ff). Neuropsychologische 

Einschränkungen können hingegen Teil des typischen Beschwerdebildes nach HWS-

Verletzung bilden (vgl. dazu nachstehende Erw. 3.4).

3.4    Eine manuelle ärztliche Untersuchung der versicherten Person fördert klinische, 

nicht aber organisch-strukturelle Ergebnisse zu Tage. Bei letzteren handelt es sich um 

Ergebnisse, die reproduzierbar sind und von der Person des Untersuchenden und den 

Angaben des Patienten unabhängig sind. Würde auf Ergebnisse klinischer 

Untersuchungen abgestellt, so würde fast in allen Fällen ein organisches Substrat 

namhaft gemacht. Folglich kann von organisch-strukturell ausgewiesenen Unfallfolgen 

erst dann gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde mit apparativen/

bildgebenden Abklärungen bestätigt werden (vgl. BGE 134 V 109 Erw. 9, 117 V 359 

Erw. 5d/aa; SVR 2007 UV Nr. 25 S. 81 Erw. 5.4 mit Hinweisen [U 479/05]). Diese 

Untersuchungsmethoden müssen zudem wissenschaftlich anerkannt sein (BGE 134 V 

231 Erw. 5.1 mit Hinweisen). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung sind 

beispielsweise ein Thoracic outlet Syndrom (TOS), myofasziale und tendinotische bzw. 

myotendinotische Befunde für sich allein nicht als organisch-strukturell hinreichend 

nachweisbare Unfallfolgen zu betrachten. Auch Verhärtungen und Verspannungen der 

Muskulatur, Druckdolenzen im Nacken sowie Einschränkungen der HWS-Beweglichkeit 

können für sich allein nicht als klar ausgewiesenes organisches Substrat der 

Beschwerden qualifiziert werden. Gleiches gilt für Nackenverspannungen bei 

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Streckhaltung der HWS mit Retrohaltung (Urteil des Bundesgerichts vom 17. Oktober 

2008 i/S H.B.-G. [8C_124/2008] mit vielen Hinweisen, sowie vom 7. Februar 2008 i/S D. 

[U13/07] Erw. 3.2 und 3.3). Ist ein Schleudertrauma oder eine äquivalente Verletzung 

der HWS diagnostiziert und liegt - wie dies konkret der Fall ist - kein fassbarer 

organisch-struktureller (unfallbedingter) Befund an der HWS im erwähnten Sinn vor, 

muss für die Bejahung der natürlichen Kausalität ein typisches Beschwerdebild mit 

einer Häufung von Beschwerden wie diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, 

Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit und 

Visusstörungen, Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung usw. 

vorliegen (BGE 117 V 359 Erw. 4b; vgl. auch BGE 117 V 369 Erw. 3e; Bestätigung in 

BGE 134 V 109 Erw. 9). Dieses Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden 

muss jedoch nicht in seiner umfassenden Ausprägung innerhalb von 24 bis höchstens 

72 Stunden nach dem Unfall auftreten. Vielmehr genügt es, wenn sich in diesem 

Zeitraum Beschwerden in der Halsregion oder an der HWS manifestieren (Urteile des 

Bundesgerichts vom 30. Januar 2007 [U 215/05] i/S T. und vom 15. März 2007 [U 

258/06] i/S G.; RKUV 2000 Nr. 359 S. 29 Erw. 5e). Im Weiteren muss nach der 

Rechtsprechung (vgl. z.B. Urteil des EVG [Eidgenössisches Versicherungsgericht; seit 

1. Januar 2007: sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 4. November 

2005 i/S K. [U 312/05]) nicht der gesamte Beschwerdekatalog vorliegen, um von einer 

Unfallkausalität ausgehen zu können.

Von Seiten des erstbehandelnden Kantonsspitals wurde am 22. Oktober 2007 

festgehalten, bei Eintreffen des Notarztes am Unfallort habe eine retrograde Amnesie 

(wohl GCS 14) vorgelegen; die Beschwerdeführerin sei desorientiert gewesen (UV-act. 

4). Dr. E.___ vermerkte im Bericht vom 13. November 2007, unmittelbar nach dem 

Unfall habe sie Schmerzen im Nacken und im Kopf mit Schwindel verspürt (UV-act. 

16). Am 14. November 2007 gab der Ehemann der Beschwerdeführerin an, seine 

Ehefrau leide an starken Kopf-, Nacken- und Rückenschmerzen (UV-act. 7). Gemäss 

dem am 27. November 2007 ausgefüllten Erhebungsblatt für die Abklärung von HWS-

Fällen gab die Beschwerdeführerin an, ein Kopfanprall oder ein Anprall anderer 

Körperteile habe beim Unfall vom 15. Oktober 2007 nicht stattgefunden. Sie habe 

sofort Rückenschmerzen (BWS), HWS-Schmerzen und Armschmerzen verspürt. LWS-

Schmerzen und Kopfschmerzen seien innert Stunden aufgetreten. Schwindel habe sich 

fünf Tage nach dem Unfall eingestellt. Äusserlich sichtbare Verletzungen bestünden 

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nicht. Als Unfall-Vorzustand hätten Kopfbeschwerden (Migräne), Schulterbeschwerden 

und Rückenbeschwerden (Hernie) bestanden (UV-act. 17). Von Seiten der Rehaklinik 

Bellikon wurden subjektiv Vergesslichkeit/Konzentrationsminderung sowie 

Schwindelepisoden erwähnt (UV-act. 44, 55). Bei dieser Aktenlage lässt sich ein 

typisches Beschwerdebild nach schleudertraumaähnlicher Verletzung nicht in Abrede 

stellen. Hinsichtlich der Beschwerden in der HWS und im Nacken ist von einer 

Traumatisierung bei vorbestehenden degenerativen Veränderungen in diesem Bereich 

auszugehen (vgl. UV-act. 36, 48, 127). Die Beschwerdegegnerin anerkannte denn auch 

während eineinviertel Jahren ihre Leistungspflicht.

3.5    Die Leistungspflicht des Unfallversicherers entfällt erst, wenn das Dahinfallen 

jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens 

mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen ist. Da es 

sich dabei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast - 

anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher 

Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht bei der versicherten Person, sondern beim 

Unfallversicherer (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46 Erw. 2 mit Hinweisen). Dabei muss nicht 

etwa der Beweis für unfallfremde Ursachen erbracht werden. Welche Ursachen ein 

nach wie vor geklagtes Leiden hat, ist unerheblich. Denn es ist nicht so, dass der 

Unfallversicherer bei einmal bejahter Unfallkausalität so lange haftet, als er unfallfremde 

Ursachen nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachzuweisen vermag. 

Entscheidend ist allein, ob unfallbedingte Ursachen eines Gesundheitsschadens ihre 

kausale Bedeutung verloren haben (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 329 Erw. 3b). Ebenso 

wenig geht es darum, vom Unfallversicherer den negativen Beweis zu verlangen, dass 

kein Gesundheitsschaden mehr vorliegt oder dass die versicherte Person nun bei voller 

Gesundheit sei (Urteile des EVG vom 18. Dezember 2003 i/S Z. [U 258/02], vom 25. 

Oktober 2002 i/S L. [U 143/02] und vom 31. August 2001 i/S O. [U 285/00] ).

3.6    Gestützt auf die dargelegten medizinischen Akten kann die Frage, ob es sich bei 

den auch nach dem streitigen Einstellungszeitpunkt (31. Januar 2009) bestehenden 

Gesundheitsstörungen um eine natürliche (Teil-)Folge des versicherten Unfalls handelt, 

in Bezug auf die psychischen Beschwerden nicht beantwortet werden, da die 

beteiligten Ärzte hierzu keine Stellung nahmen (vgl. UV-act. 162 S. 4). Diese Frage kann 

jedoch offen bleiben, da - wie nachstehend zu zeigen sein wird - die Adäquanz zu 

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verneinen ist. Auch bei Vorliegen einer schleudertraumaähnlichen Verletzung steht der 

Nachweis offen, dass es sich bei den nach einem Unfall aufgetretenen psychischen 

Störungen nicht um eine unfallkausale psychische Beeinträchtigung handelt (RKUV 

2001, 79) oder dass eine ausgeprägte psychische Problematik ganz im Vordergrund 

steht (RKUV 1999, 407 Erw. 3b). Sodann ist - wie in den vorerwähnten Fällen - dort, wo 

keine mit der HWS-Distorsion in engem Zusammenhang stehende psychische 

Problematik, sondern eine selbständige sekundäre Gesundheitsschädigung vorliegt, 

die Adäquanzbeurteilung auch dann nach BGE 115 V 133 vorzunehmen, wenn das 

psychische Beschwerdebild die körperlichen Beschwerden nicht eindeutig in den 

Hintergrund gedrängt hat (Urteil des EVG vom 23. Mai 2006 i/S O. [U 5/06] Erw. 3.2.2 

mit Hinweisen; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 17. Oktober 2008 i/S B. 

[8C_124/2008], Erw. 7.2, mit welchem der st. gallische Entscheid vom 20. Dezember 

2007 [UV 2007/24] bestätigt wurde).

Bereits am 16. November 2007 - rund einen Monat nach dem Unfall - stellte Dr. F.___ 

die Diagnose eines Verdachts auf depressive Entwicklung (UV-act. 10). Anlässlich der 

Abklärung in Bellikon im Dezember 2007 wurde zwar eine psychische Störung von 

Krankheitswert noch verneint. Jedoch zeigten sich eine erhebliche 

Symptomausweitung und Selbstlimitierung (UV-act. 44, 55). Im Februar 2008 bestätigte 

die Psychiaterin Dr. G.___ eine posttraumatische Belastungsstörung mit daraus 

resultierender voller Arbeitsunfähigkeit (UV-act. 66, 69). Dr. H.___ verneinte im April 

2008 neurologische Befunde und ging im Wesentlichen von einer Psychopathologie 

aus (UV-act. 87, 91). Die Ausführungen von Dr. B.___ (vgl. dazu Erw. 3.2) sind wie 

dargelegt nicht geeignet, die Feststellungen Dr. H.___ in Zweifel zu ziehen. Dr. J.___ 

erachtete in der Folge eine ganzheitliche Betreuung unter spezieller Berücksichtigung 

psychiatrischer Aspekte als erforderlich (UV-act. 108). Hieran schloss sich im August/

September 2008 der Aufenthalt in der Psychiatrischen Klinik Wil an (UV-162).

Bei dieser Aktenlage ist als überwiegend wahrscheinlich zu erachten, dass bereits vor 

dem Zeitpunkt der Leistungseinstellung am 31. Januar 2009 bei der 

Beschwerdeführerin eine selbständige sekundäre psychische Gesundheitsschädigung 

ganz im Vordergrund stand, auch wenn weiterhin körperliche Symptome vorhanden 

waren und (ohne Erfolg) behandelt wurden. Ein Grund für die Einholung von weiteren 

psychiatrischen Berichten (vgl. act. G 1 S. 4) ist nicht ersichtlich, zumal die 

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diesbezüglichen Gegebenheiten im Einzelnen dem Bericht der Psychiatrischen Klinik 

Wil vom 28. November 2008 entnommen werden können (UV-act. 162). In Fällen, in 

welchen die zum typischen Beschwerdebild einer schleudertraumaähnlichen 

Verletzung gehörenden Beeinträchtigungen zwar teilweise gegeben sind, im Vergleich 

zu einer ausgeprägten psychischen Problematik aber ganz in den Hintergrund treten, 

ist die Beurteilung praxisgemäss unter dem Gesichtspunkt einer psychischen 

Fehlentwicklung nach Unfall vorzunehmen (BGE 123 V 98 Erw. 2a mit Hinweisen). Die 

Rechtsprechung, wonach bei der Prüfung der adäquaten Kausalität zwischen 

psychisch und physisch bedingten Beschwerden nicht unterschieden wird (RKUV 

1999, 407 Erw. 3b), kommt dabei nicht zur Anwendung.

4.        

4.1    Die Beschwerdeführerin lässt einwenden, dass die Adäquanzprüfung per 31. 

Januar 2009 zu früh erfolgt sei (act. G 1). Die versicherte Person hat Anspruch auf die 

zweckmässige Behandlung (Art. 10 Abs. 1 UVG) der Unfallfolgen für so lange, als von 

ihrer Fortsetzung eine namhafte Besserung des Gesundheitszustands erwartet werden 

kann (Art. 19 Abs. 1 UVG e contrario). Die Berichterstatter der Rehaklinik Bellikon 

wiesen im Nachgang zum Aufenthalt der Beschwerdeführerin vom Dezember 2007 auf 

ein maladaptives Schmerzverhalten ohne Möglichkeit eines therapeutischen Zugangs 

zur Patientin hin (UV-act. 44, 55). Bereits hier war somit zweifelhaft, ob von einer 

Fortsetzung der Behandlung noch eine namhafte Besserung zu erwarten sei. In der 

Folge wies der Neurologe Dr. H.___ im April 2008 bei fehlendem pathologischen 

Befund auf eine "massiv niedrige Selbsteinschätzung" und teilweise mangelnde 

Kooperation hin. Die Patientin sei derzeit völlig passiv, was zu der bestehenden 

Therapieresistenz führe (UV-act. 87). Von neurologischer Seite stünden keine 

wesentlichen Therapieoptionen zur Verfügung (UV-act. 91). Die Hausärztin Dr. I.___ 

verneinte am 24. Juni 2008 eine signifikante Beschwerdebesserung trotz 

verschiedenster Behandlungen. Sie erachtete einen Aufenthalt der Familie der 

Beschwerdeführerin im Ausland als sinnvoll, um "aktuell vorhandene Blockaden" zu 

lösen (UV-act. 104; zum Ergebnis des in der Folge zustande gekommenen Aufenthalts 

im Ausland vgl. UV-act. 162 S. 1 unten). Auch Dr. J.___ beendete die Behandlung 

wegen fehlendem Ergebnis (UV-act. 108). Dr. M.___ verneinte am 15. Dezember 2008 

dementsprechend weitere somatische Behandlungsmöglichkeiten (UV-act. 165). 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/21

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Aufgrund der dargelegten Umstände kann die Notwendigkeit und Möglichkeit einer 

eigentlichen Behandlung von somatischen Unfallfolgen (mit Aussicht auf 

Zustandsverbesserung) über den 31. Januar 2009 hinaus nicht angenommen werden. 

Dies umso weniger, als wie erwähnt von vorbestehenden (unfallfremden) Problemen 

HWS/Nacken-Bereich auszugehen ist (vgl. UV-act. 36, 48, 127). Unter diesen 

Umständen lässt es sich nicht beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin per 31. 

Januar 2009 die Adäquanz prüfte.

Hinsichtlich der Behandlung der psychischen Probleme wurde im Bericht der 

Psychiatrischen Klinik Wil vom 28. November 2008 festgehalten, aufgrund der 

mangelnden Kooperationsgemeinschaft und der Fixierung der Patientin auf die 

Schmerzsymptomatik habe sich die stationäre Therapie zeitweise als schwierig 

gestaltet. Aufgrund des dringenden Austrittswunsches der Patientin sei sie in 

unvollständig remittiertem Zustand nach Hause entlassen worden. Zur langfristigen 

Stabilisierung bestehe die Notwendigkeit einer dauerhaften ambulanten 

Weiterbetreuung. Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit sei keine Prognose möglich (UV-act. 

162 S. 4). Dazu ist festzuhalten, dass sich aus der Notwendigkeit einer ambulanten 

psychiatrischen Weiterbetreuung eine in Aussicht stehende namhafte Besserung des 

psychischen Gesundheitszustands durch weitere Behandlung noch nicht ableiten lässt. 

Die Beschwerdeführerin gab denn auch noch nach dem Reha-Aufenthalt in der 

Humaine Klinik im Januar/Februar 2010 an, dass es ihr weiterhin schlecht gehe. Sie 

sehe keine Veränderung, da die Schmerzen gleichbleibend vorhanden seien. Die 

Klinikärzte erachteten neben der Weiterführung der antidepressiven Therapie eine 

strukturierende Tagesstruktur mit Milieuwechsel als notwendig; dies zur Vermeidung 

weiterer Chronifizierung nach mehreren Reha-Versuchen sowie lang dauernder 

psychiatrischer Behandlung ohne nennenswerte andauernde Fortschritte (act. G 21.1 

S. 2). Dass die Beschwerdegegnerin per Ende Januar 2009 von einem Endzustand 

ausging, lässt sich bei dieser Aktenlage auch mit Bezug auf die psychische 

Gesundheitssituation nicht beanstanden. Der Abschluss des Falls durch den 

Unfallversicherer bedingt denn auch lediglich, dass von weiteren medizinischen 

Massnahmen keine namhafte Besserung des Gesundheitszustands mehr erwartet 

werden kann, nicht aber, dass eine ärztliche Behandlung nicht länger erforderlich ist 

(vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 4. November 2008 i /S G. [8C_467/2008], Erw. 

5.2.2.2.).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/21

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4.2    Weitere medizinische Abklärungen, wie sie von der Rechtsvertreterin der 

Beschwerdeführerin verlangt werden, vermöchten in dieser Situation mit im Ergebnis 

übereinstimmenden ärztlichen Äusserungen überwiegend wahrscheinlich zu keinen 

veränderten bzw. zutreffenderen Erkenntnissen zu führen. Eine multidisziplinäre 

Abklärung (vgl. BGE 134 V 109 Erw. 9.4) macht in einem Unfallversicherungsverfahren 

keinen Sinn, wenn bereits umfassende medizinische Abklärungen vorliegen, deren 

Resultate sich miteinander vereinbaren lassen, und wenn - wie vorliegend - eine 

gesundheitliche Chronifizierung im Wesentlichen einen psychiatrischen und/oder 

unfallfremden (somatisch vorbestehenden) Hintergrund hat. Was den Abschlussbericht 

des Kreisarztes Dr. M.___ betrifft, so konnte sich dieser Arzt bei seiner Beurteilung auf 

ärztliche Berichte aus verschiedenen Fachgebieten abstützen. Seine Beurteilung steht 

inhaltlich im Einklang mit den weiteren medizinischen Berichten. Der Einwand der 

Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin, wonach Dr. M.___ als Chirurg nicht in der 

Lage sei, über das Vorliegen von ausserhalb seines Fachgebietes liegenden 

Unfallfolgen qualifizierte Aussagen zu machen (act. G 1 S. 6), ist in einer Situation, in 

welcher dem Kreisarzt umfassende Abklärungsergebnisse von anderen Ärzten zur 

Verfügung stehen und er sich explizit auf diese Beurteilungen abstützt, nicht berechtigt. 

Denn es gehört gerade zu den Aufgaben des Kreisarztes, ärztliche Berichte aus 

verschiedenen Fachgebieten zu würdigen und abschliessend zur Unfallkausalität 

Stellung zu nehmen.

5.        

5.1    Bezüglich der Adäquanz der psychischen Beschwerden ist zunächst festzuhalten, 

dass der in Frage stehende Unfall vom 15. Oktober 2007 aufgrund des 

Geschehensablaufs - ein anderes Fahrzeug fuhr auf das Auto, in welchem die 

Beschwerdeführerin sass, auf, wodurch dieses auf das vor ihm stehende Fahrzeug 

geschoben wurde (vgl. UV-act. 21, 78) - und der Verletzungen (UV-act. 4) als 

mittelschweres Ereignis im Grenzbereich zu den leichten Unfällen einzustufen ist; dies 

entspricht auch dem Standpunkt der Beschwerdeführerin (act. G 16 S. 5). Gemäss 

biomechanischer Kurzbeurteilung vom 4. März 2008 dürfte die kollisionsbedingte 

Geschwindigkeitsänderung infolge der Heckkollision innerhalb eines Bereichs von 

10-15 km/h gelegen haben. Der anschliessende frontale Anprall habe nochmals zu 

einer Geschwindigkeitsänderung des Autos der Beschwerdeführerin geführt; diese 

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habe nun jedoch im Sinn einer Verlangsamung gewirkt und deutlich unterhalb eines 

Bereiches von 20-30 km/h gelegen. Es fänden sich keine Befunde, die für einen 

Kopfanprall sprechen würden. Die anschliessend an das Ereignis bei der 

Beschwerdeführerin festgestellten, von der HWS ausgehenden Beschwerden und 

Befunde seien durch die Kollisionseinwirkung im Normalfall "eher erklärbar". 

Erschwerend sei die sekundäre frontale Kollision ohne Gurtrückhaltung 

dazugekommen. Nicht erklärbar seien die Beschwerdeausweitung - auch ausserhalb 

des HWS-Bereichs - und die Selbstlimitierung. Nicht-unfallbezogene, der Biomechanik 

nicht zugängliche Randbedingungen dürften von erheblicher Bedeutung sein (UV-

act. 78). Von einem Kopfanprall anlässlich des Unfalls kann wie dargelegt (vorstehende 

Erw. 3.2) nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausgegangen werden. Eine 

besondere Eindrücklichkeit oder dramatische Begleitumstände sind sodann 

offensichtlich nicht belegt, zumal das objektive Unfallgeschehen massgebend ist (vgl. 

die Kasuistik zu diesem Kriterium in Rumo-Jungo, Rechtsprechung des 

Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die 

Unfallversicherung, 3. A., S. 58-64, sowie Urteile des EVG vom 23. November 2004 i/S 

B., Erw. 2.3 [U 109/04] und vom 2. März 2005 i/S S., Erw. 5.1 [U 309/03]). Bei einem 

Beschleunigungstrauma handelt es sich grundsätzlich nicht um eine 

Gesundheitsschädigung, die durch ihre Schwere oder besondere Art charakterisiert 

wäre (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 17. August 2007 i/S N. [8C_101/2007] Erw. 

5.2 und 5.3, und vom 21. Dezember 2007 i/S M. [U 558/06], Erw. 4.2.2, sowie Urteil 

des EVG vom 9. August 2004 i/S J. [U 116/04]). Das Beschleunigungstrauma traf 

konkret jedoch eine vorgeschädigte Wirbelsäule (vgl. UV-act. 36); es ist somit als 

Verletzung besonderer Art zu qualifizieren. Das Kriterium ist damit - wenn auch nicht in 

besonders ausgeprägtem Masse - als erfüllt anzusehen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

vom 11. Juni 2008 [8C_785/2007] Erw. 4.4).

5.2    Eine ungewöhnlich lange Dauer der Behandlung von somatischen Unfallfolgen ist 

mit Blick auf die Ausführungen in Erw. 4.1 zu verneinen. Im Weiteren sind auch ein 

schwieriger Heilverlauf und erhebliche Komplikationen nicht gegeben. Die Ärzte der 

Rehaklinik Bellikon erachteten die Zumutbarkeit für die berufliche Tätigkeit als 

Raumpflegerin im Rahmen einer ganztägigen Arbeit als gegeben; spezielle 

Einschränkungen wurden verneint (UV-act. 44, 55). Bei der in der Folge bescheinigten 

vollen Arbeitsunfähigkeit bildete die psychische Problematik die wesentliche Ursache 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/21

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(vgl. UV-act. 66, 69, 162). Entgegen der Auffassung, die offenbar von der 

Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin vertreten wird (act. G 1 S. 4), braucht in 

diesem Zusammenhang die Frage, welche psychiatrische Diagnose im Einzelnen zu 

stellen ist, sowie der Umfang der psychiatrisch begründeten Arbeitsunfähigkeit nicht 

näher untersucht zu werden. Eine lang dauernde (somatisch begründete) 

Arbeitsunfähigkeit im Sinn der Rechtsprechung (vgl. zusammenfassende Darstellung im 

Urteil des EVG vom 30. August 2001 [U 56/00] Erw. 3d) könnte jedenfalls nicht als 

nachgewiesen gelten. Auch (somatisch unfallbedingte) Dauerschmerzen lassen sich in 

Anbetracht des Vorzustands an der Wirbelsäule (UV-act. 36) und der im Wesentlichen 

psychisch begründeten Beschwerden nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

bejahen. Damit lässt es sich - bei lediglich einem (geringgradig) erfüllten Kriterium - 

nicht beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin die adäquate Unfallkausalität der 

psychischen Beschwerden verneint hat.

6.        

6.1    Selbst wenn - wie die Beschwerdeführerin geltend machen lässt (act. G 1 S. 9, 

G 10 S. 4ff) - nicht von einer unfallfremden, im Vordergrund stehenden psychischen 

Störung auszugehen und damit bei der Prüfung der Adäquanzkriterien nicht zwischen 

somatischen und psychischen Gesundheitsschäden zu unterscheiden wäre, müsste - 

wie nachstehend zu zeigen sein wird - die Adäquanz jedenfalls ab dem Zeitpunkt der 

streitigen Leistungseinstellung verneint werden. Die Kriterien der besonders 

dramatischen Begleitumstände und der besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls (vgl. 

BGE 134 V 109 Erw. 10.2.1, S. 127 mit Hinweisen) sind wie erwähnt zu verneinen. Was 

die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen anbelangt, hat das 

Bundesgericht in Erw. 10.2.2 von BGE 134 V 109 präzisiert, dass es zur Bejahung 

dieses Kriteriums einer besonderen Schwere der für die gegebene Verletzung 

typischen Beschwerden oder besonderer Umstände, welche das Beschwerdebild 

beeinflussen können, bedarf. Davon kann konkret wie dargelegt (Erw. 5.1) 

ausgegangen werden. Nicht ausgewiesen sind jedoch in diesem Kontext erhebliche 

Verletzungen, welche sich die Beschwerdeführerin neben der HWS-Distorsion 

zugezogen hat. Sodann ist entscheidwesentlich (vgl. BGE 134 V 109 Erw. 10.2.3), ob 

nach dem Unfall eine fortgesetzt spezifische, die versicherte Person belastende 

ärztliche Behandlung bis zum Fallabschluss notwendig war. Die Beschwerdeführerin 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 19/21

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steht seit dem Unfall in Behandlung. Sie unterzog sich verschiedenen 

Therapieverfahren und stand im Dezember 2007 (Rehaklinik Bellikon) sowie vom 7. 

August bis 12. September 2008 (Psychiatrische Klinik Wil) auch in stationärer 

somatischer bzw. psychotherapeutischer Behandlung. In Anbetracht der geschilderten 

Aktenlage ist jedoch festzuhalten, dass nach dem Unfall bis zum Fallabschluss am 31. 

Januar 2009 eine fortgesetzt spezifische, die Beschwerdeführerin belastende ärztliche 

Behandlung insofern nicht zur Anwendung kommen konnte, als die Beschwerdeführer 

einer solchen wegen ihres Verhaltens (Selbstlimitierung, mangelnde Kooperation, 

Behandlungsabbruch) im Wesentlichen gar nicht zugänglich war (vgl. dazu vorstehende 

Erw. 4.1). Ausgehend von der Annahme, dass die psychischen Probleme und die sich 

wohl daraus ergebende Behandlungsunzugänglichkeit ihren (natürlich kausalen) 

Auslöser teilweise im streitigen Unfall hatten, lässt sich das Kriterium dennoch - wenn 

auch geringgradig - als erfüllt betrachten.

6.2    Adäquanzrelevant könnten im Weiteren in der Zeit zwischen dem Unfall und dem 

Fallabschluss ohne wesentlichen Unterbruch bestehende erhebliche Beschwerden 

sein. Die Erheblichkeit beurteilt sich nach den glaubhaften Schmerzen und nach der 

Beeinträchtigung, welche die verunfallte Person durch die Beschwerden im 

Lebensalltag erfährt (BGE 134 V 109 Erw. 10.2.4). Den Ärzten der Rehaklinik Bellikon 

berichtete die Beschwerdeführerin unter anderem über seit dem Unfall bestehende 

HWS-Beschwerden; sie sei vergesslich und leide oft an Schwindel (UV-act. 55). Auch 

im Rahmen des Aufenthalts in der Psychiatrischen Klinik Wil gab sie Schmerzen im 

Nacken/Schultergürtel-Bereich an. Sie sei sehr vergesslich und teilweise apathisch 

(UV-act. 162). Das Kriterium der erheblichen (unfallbedingten) Beschwerden kann 

indessen nicht ohne weiteres als belegt gelten, zumal auch hier die Auswirkungen der 

gesundheitlichen Vorzustände im HWS- und im LWS-Bereich (UV-act. 36) zu beachten 

sind. Bei ausschliesslichem Bezug auf die Folgen des streitigen Unfalls könnte es 

höchstens in geringem Umfang als gegeben angenommen werden.

6.3    Was schliesslich das Kriterium der Arbeitsunfähigkeit anbelangt, ist gemäss 

BGE 134 V 109 Erw. 10.2.7 dem Umstand Rechnung zu tragen, dass bei leichten bis 

mittelschweren Schleudertraumen der HWS (und punkto Adäquanzbeurteilung gleich 

zu behandelnden Verletzungen) ein längerer oder gar dauernder Ausstieg aus dem 

Arbeitsprozess vom medizinischen Standpunkt aus als eher ungewöhnlich erscheint. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 20/21

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Nicht die Dauer der Arbeitsunfähigkeit ist daher massgebend, sondern eine erhebliche 

Arbeitsunfähigkeit als solche, die zu überwinden die versicherte Person ernsthafte An­

strengungen unternimmt. Gelingt es ihr trotz solcher Anstrengungen nicht, ist ihr dies 

durch Erfüllung des Kriteriums anzurechnen. Konkret muss ihr Wille erkennbar sein, 

sich durch aktive Mitwirkung raschmöglichst wieder optimal in den Arbeitsprozess 

einzugliedern. Solche Anstrengungen der versicherten Person können sich 

insbesondere in ernsthaften Arbeitsversuchen trotz allfälliger persönlicher 

Unannehmlichkeiten manifestieren. Sodann können Bemühungen um alternative, der 

gesundheitlichen Einschränkung besser Rechnung tragende Tätigkeiten ins Gewicht 

fallen. Nur wer in der Zeit bis zum Fallabschluss nach Art. 19 Abs. 1 UVG in 

erheblichem Masse arbeitsunfähig ist und solche Anstrengungen auszuweisen vermag, 

kann das Kriterium erfüllen (BGE 134 V 109 Erw. 10.2.7 mit Hinweisen). Wie dargelegt 

erachteten die Ärzte der Rehaklinik Bellikon die Zumutbarkeit für die berufliche 

Tätigkeit als Raumpflegerin im Rahmen einer ganztägigen Arbeit als gegeben; spezielle 

Einschränkungen wurden verneint (UV-act. 44, 55). Bei der in der Folge bescheinigten 

vollen Arbeitsunfähigkeit bildete die psychische Problematik die wesentliche Ursache 

(vgl. UV-act. 66, 69, 162). Anstrengungen der Beschwerdeführerin, wieder in den 

Arbeitsprozess einzusteigen, sind jedoch im Nachgang zum Unfall bis zum streitigen 

Einstellungszeitpunkt nicht ausgewiesen, weshalb das Kriterium zu verneinen ist. 

Zusammenfassend sind höchstens drei der in BGE 134 V 109 angeführten 

Adäquanzkriterien in geringem Umfang gegeben. Die Adäquanz der nach wie vor 

geklagten Beschwerden mit dem versicherten Unfall wäre somit auch bei 

Anwendbarkeit der Schleudertrauma-Rechtsprechung zu verneinen (vgl. Urteile des 

Bundesgerichts vom 29. Januar 2010 i/S S. [8C_897/2009] Erw. 4.5 und vom 31. Juli 

2009 i/S V. [8C_172/2009]) Erw. 5.3.5). Die Leistungseinstellung auf den 31. Januar 

2009 lässt sich auch unter diesem Titel nicht beanstanden.

7.        

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Bestätigung des 

Einspracheentscheids vom 27. Februar 2009 abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu 

erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Zufolge der bewilligten unentgeltlichen 

Rechtsverbeiständung hat die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin Anspruch auf 

Parteientschädigung. Grundsätzlich wird diese - ausgehend von einem Betrag von Fr. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 21/21

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4'000.-- und unter Berücksichtigung einer Kürzung von 20 % (Art. 31 Abs. 3 AnwG 

[sGS 963.75]) - auf pauschal Fr. 3'200.-- (einschliesslich Barauslagen und 

Mehrwertsteuer) festgelegt. Ein Anlass, von der pauschalen Abgeltung abzugehen und 

auf die Kostennote der Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin vom 11. Februar 

2010 abzustellen (act. G 18), liegt nicht vor.     

Hingegen lässt es sich angesichts der relativ umfangreichen Akten und recht 

komplexen Verhältnisse rechtfertigen, die Pauschalentschädigung, ausgehend von 

einem ungekürzten Betrag von Fr. 5'000.--, auf Fr. 4'000.-- zu erhöhen.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1.       Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.       Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.       Der Staat entschädigt die Rechtsbeiständin der Beschwerdeführerin mit Fr. 

4'000.--.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 09.12.2010
	Art. 6 UVG: Unfallkausalität von Beschwerden im Nachgang zu einem Beschleunigungstrauma der HWS. Prüfung der Leistungseinstellung (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 9. Dezember 2010, UV 2009/35).

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