# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 28950448-1e67-5639-98cc-67536f984cc0
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-08-28
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 28.08.2018 SK 2016 260
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2016-260_2018-08-28.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

1. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

1re Chambre pénale

Urteil
SK 16 260

Hochschulstrasse 17
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 635 48 15
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 28. August 2018 

Besetzung Oberrichter Zihlmann (Präsident i.V.), Oberrichterin Hubschmid, 
Oberrichter Vicari
Gerichtsschreiberin Segessenmann

Verfahrensbeteiligte A.________
amtlich verteidigt durch Fürsprecher D.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Maulbeerstras-
se 10, Postfach 6250, 3001 Bern

vertreten durch Staatsanwalt Dr. B.________, Staatsanwaltschaft 
für Besondere Aufgaben, Amthaus, Hodlerstrasse 7, 3011 Bern  

Gegenstand Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, falsche 
Anschuldigung, versuchte Anstiftung zu falschem Zeugnis etc.

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland 
(Kollegialgericht) vom 4. Mai 2016 (PEN 15 174)

2

Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Am 4. Mai 2016 stellte das Regionalgericht Bern-Mittelland (Kollegialgericht) das 
Strafverfahren gegen A.________ (nachfolgend Beschuldigter) wegen grober Ver-
kehrsregelverletzung, angeblich begangen am 7. August 2007 in Bern, und wegen 
Führen eines Personenwagens trotz entzogenem Führerausweis, angeblich be-
gangen am 25. Dezember 2007, wegen Eintritts der Verjährung ein. Weiter sprach 
es den Beschuldigten von den Anschuldigungen der Widerhandlungen gegen das 
Betäubungsmittelgesetz, angeblich begangen durch Kauf von 2 kg Hanfmaterial 
von Herbst 2009 bis 25. März 2010, der Hinderung einer Amtshandlung, angeblich 
begangen am 13. August 2010 in C.________, des Fahrens mit Motorfahrzeug un-
ter Drogeneinfluss, angeblich begangen am 10. Juni 2010 in E.________, sowie 
der Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der Fahrunfähigkeit, angeblich 
begangen am 10. Juni 2010 in E.________, frei. Die Vorinstanz richtete für die Ein-
stellungen und Freisprüche eine Entschädigung für die angemessene Ausübung 
der Verfahrensrechte an die beiden amtlichen Verteidiger Fürsprecher D.________ 
und Rechtsanwalt F.________ aus, unter Ausscheidung von 10 % der Verfahrens-
kosten und Auferlegung an den Kanton Bern. Die Vorinstanz erklärte den Beschul-
digten hingegen in folgenden Punkten für schuldig:

- der Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz durch Anbau von 
Betäubungsmitteln (Hanfpflanzen), begangen von Frühjahr 2011 bis am 
20. September 2011 in G.________ (Ziff. 1.2 der Anklageschrift), 

- der gewerbsmässig qualifizierten Widerhandlungen gegen das Betäubungsmit-
telgesetz, mehrfach begangen durch

o Beförderung, Besitz und Verarbeiten von ca. 55 kg Hanf-Blütenständen 
und ca. 110 kg durchmischtem Hanfmaterial, begangen in der Zeit von 
September 2009 bis 10. März 2010 in H.________ und I.________ (Ziff. 
2.1.1. bis 2.1.3. der Anklageschrift), 

o Kauf von ca. 12 kg Hanfrohmaterial und Verarbeiten zu Hanfblüten, be-
gangen zwischen Oktober 2009 bis März 2010 in J.________ und Bern 
(Ziff. 2.2.1. der Anklageschrift), 

o Kauf von ca. 12 kg Hanfrohmaterial und Verarbeiten zu Hanfblüten, be-
gangen von Oktober 2009 bis am 25. März 2010 in K.________, Bern 
und anderswo (Ziff. 2.2.3. der Anklageschrift), 

o Verkauf, Vermittlung bzw. Abgabe von ca. 7.5 kg Hanfblüten, begangen 
ab Juni 2009 bis 25. März 2010 in Zürich, Bern und anderswo (Ziff. 
2.4.1. bis Ziff. 2.4.7 der Anklageschrift), 

o Besitz von 5.75 kg Hanfblüten, begangen am 25. März 2010 und vorher 
in E.________ (Ziff. 2.5. der Anklageschrift), 

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o Erlangen einer unbekannten Menge Outdoorhanf, begangen am 
13. September 2010 in J.________ (Ziff. 2.6. der Anklageschrift), 

o Anbau einer unbekannten Menge Hanfstauden, Herstellung einer unbe-
kannten Menge illegalen Drogenhanfes, Beförderung einer unbekannten 
Menge Hanf zum Zwecke der Gewinnung von illegalem Drogenhanf 
sowie Besitz von ca. 360 kg Hanf, begangen vom 1. Mai 2010 bis am 
27. September 2010 in C.________ (Ziff. 2.7.1. bis Ziff. 2.7.4. der An-
klageschrift),

o Beförderung einer unbestimmten Menge Hanf, Herstellung von Drogen-
hanf (mindestens 20 kg) und Besitz von mindestens 20 kg Hanfblüten, 
von ca. 50 kg Hanfzweigen sowie diversen Rüstabfällen, begangen vom 
18. September 2010 bis 27. September 2010 in L.________ und 
M.________ (Ziff. 2.8.1. bis 2.8.3. der Anklageschrift), 

- der falschen Anschuldigung, begangen am 7. März 2006 an einem unbekann-
ten Ort z.N. N.________ (Ziff. 4. der Anklageschrift), 

- der versuchten Anstiftung zu falschem Zeugnis, begangen Ende 2007/Anfang 
2008 an einem unbekannten Ort (Ziff. 5. der Anklageschrift), 

- der Sachbeschädigung, begangen am 13. September 2010 in J.________ (Ziff. 
7. der Anklageschrift). 

Der Beschuldigte wurde hierfür – unter Anrechnung der ausgestandenen Untersu-
chungs- und Sicherheitshaft von 183 Tagen – zu einer Freiheitsstrafe von 24 Mo-
naten, teilweise als Zusatzstrafe zum Urteil des Obergerichts des Kantons Bern 
vom 10. August 2007, sowie zu einer ambulanten therapeutischen Behandlung 
während und nach dem Strafvollzug verurteilt. Weiter hatte der Beschuldigte 90 % 
der erstinstanzlichen Verfahrenskosten, zuzüglich der Kosten für die schriftliche 
Begründung, zu tragen. Schliesslich bestimmte die Vorinstanz – unter Festlegung 
der entsprechenden Rückzahlungspflicht – das amtliche Honorar der beiden Ver-
teidiger, verfügte die Entlassung des Beschuldigten aus der Sicherheitshaft, die 
Einziehung zur Vernichtung diverser Gegenstände, die Rückgabe des beschlag-
nahmten Mietvertrags vom 24. Mai 2014 nach Rechtskraft des Urteils sowie die 
nötigen Vorkehrungen im Zusammenhang mit der Löschung des DNA-Profils 
(pag. 5830 ff. und 5947 f.). 

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldete Fürsprecher D.________ am 13. Mai 2016 form- und 
fristgerecht die Berufung an, wobei er diese auf Ziffer III des Urteils und die daraus 
resultierenden Rechtsfolgen beschränkte (pag. 5924). Auch Rechtsanwalt 
F.________ meldete gleichentags form- und fristgerecht die auf Ziffer III und die 
daraus resultierenden Folgen beschränkte Berufung an (pag. 5926). In der eben-
falls form- und fristgerecht erfolgten Berufungserklärung vom 26. Juli 2016 bestätig-
te Fürsprecher D.________ die Beschränkung der Berufung auf Ziffer III des Ur-
teils. Weiter teilte er mit, dass sein Klient die Durchführung einer mündlichen Ver-
handlung vorziehe (pag. 5973 f.). Am 15. August 2016 erklärte die Generalstaats-
anwaltschaft, dass sie weder Anschlussberufung erkläre noch Nichteintreten auf 

4

die Berufung des Beschuldigten beantrage (pag. 5987). Mit Verfügung vom 23. Au-
gust 2016 hob die Verfahrensleitung das amtliche Mandat von Rechtsanwalt 
F.________ auf und wies dessen Berufungserklärung vom 28. Juli 2016 aus den 
Akten (pag. 5492 ff.). Am 25. August 2016 zog die Verfahrensleitung diesen Ent-
scheid in Wiedererwägung und gewährte den Parteien zu dieser Frage das rechtli-
che Gehör (pag. 6014 f.). Die Generalstaatsanwaltschaft nahm am 26. Au-
gust 2016 (pag. 6018 f.) und Fürsprecher D.________ am 9. September 2016 
(pag. 6030 ff.) hierzu Stellung. Rechtsanwalt F.________ replizierte am 13. Okto-
ber 2016 (pag. 6071 f.). Die Generalstaatsanwaltschaft verzichtete am 25. Okto-
ber 2016 auf eine weitere Stellungnahme (pag. 6079), Fürsprecher D.________ 
reichte am 3. November 2016 abschliessende Bemerkungen ein (pag. 6080). Auf 
entsprechende Nachfrage der Verfahrensleitung teilte der Präsident der Anwalts-
aufsichtsbehörde am 21. November 2016 mit, dass Rechtsanwalt F.________ 
gemäss nicht rechtskräftigem Entscheid vom 6. September 2016 mit der Übernah-
me des Mandats des Beschuldigten eine unzulässige Doppelvertretung eingegan-
gen sei (pag. 6089). Daraufhin entschied die Kammer mit Beschluss vom 16. De-
zember 2016, dass Rechtsanwalt F.________ aus dem amtlichen Mandat entlas-
sen, seine Berufungserklärung jedoch zu den Akten erkannt werde. Die in der Be-
rufungserklärung gestellten Beweisanträge wurden hingegen abgewiesen 
(pag. 6093 ff.). 

Am Vorabend der oberinstanzlichen Hauptverhandlung liess Fürsprecher 
D.________ der Kammer ein Arztzeugnis von Dr. med. O.________ vom 27. No-
vember 2017 zukommen, in welchem dem Beschuldigten attestiert wurde, dass er 
nicht zur Teilnahme an der Verhandlung fähig sei. Fürsprecher D.________ teilte 
weiter mit, dass er davon ausgehe, dass sein Klient dennoch zur Hauptverhand-
lung erscheinen werde (pag. 6307 ff.). Am 24. November 2017 gelangte der Be-
schuldigte erneut ans Obergericht des Kantons Bern und kündigte an, am 29. No-
vember 2017 an der Verhandlung teilzunehmen (pag. 6313 ff.). Am 29. Novem-
ber 2017 wurde die Hauptverhandlung in Abwesenheit des Beschuldigten eröffnet. 
Fürsprecher D.________ stellte und begründete den Antrag, die Verhandlung sei 
abzubrechen und es sei ein neuer Verhandlungstermin zu bestimmen. Staatsan-
walt Dr. B.________ stellte seinerseits den Antrag, die Verhandlung sei in Abwe-
senheit des Beschuldigten fortzusetzen. Die Kammer beschloss daraufhin, die Ver-
handlung zu unterbrechen und zu einem neuen Termin vorzuladen. Gleichzeitig 
kündigte der Präsident an, künftig nur noch Arztzeugnisse eines noch zu bestim-
menden Vertrauensarztes zu akzeptieren (pag. 6310 ff.). Am 3. Januar 2018 wurde 
der Beschuldigte zur Fortsetzungsverhandlung vorgeladen. Die Verfahrensleitung 
verfügte, dass ein Arztzeugnis nur noch akzeptiert werde, wenn dieses durch einen 
Vertrauensarzt des Obergerichts ausgestellt würde. Ein Fernbleiben ohne Attest 
gelte als unentschuldigt (pag. 6332 f.). Am 3. Mai 2018 gelangte der Beschuldigte 
erneut ans Obergericht und reichte ein Arztbericht des City Notfalls vom 29. No-
vember 2017 zu den Akten (pag. 6344 ff.). Am 1. Juni 2018 stellte der Beschuldigte 
erneut Antrag auf Kassation des erstinstanzlichen Urteils, unter Beilage verschie-
dener Dokumente (pag. 6358 ff.). Am 13. Juni 2018 wurde die Fortsetzungsver-
handlung erneut in Abwesenheit des Beschuldigten eröffnet. Fürsprecher 
D.________ gab bekannt, dass er über eine unbekannte Nummer per SMS infor-

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miert worden sei, dass der Beschuldigten ohnmächtig geworden sei und deswegen 
nicht an der Verhandlung teilnehmen könne. Die Kammer stellte fest, dass der Be-
schuldigte der Hauptverhandlung unentschuldigt ferngeblieben sei. Da die Voraus-
setzungen für die Durchführung des Abwesenheitsverfahrens nicht erfüllt seien, 
werde die Hauptverhandlung abgebrochen und es werde zeitnah zur Fortsetzungs-
verhandlung vorgeladen (pag. 6378 ff.). Am 19. Juni 2018 wurde erneut zur Forts-
etzungsverhandlung geladen, wobei die Kammer im Falle des unentschuldigten 
Fernbleibens des Beschuldigten die Durchführung des Abwesenheitsverfahrens in 
Aussicht stellte (pag. 6387 f.). Der oberinstanzlichen Hauptverhandlung vom 
28. August 2018 blieb der Beschuldigte erneut unentschuldigt fern, weswegen in 
seiner Abwesenheit verhandelt wurde. 

3. Anträge der Parteien

Anlässlich der oberinstanzlichen Hauptverhandlung vom 28. August 2018 stellte 
und begründete Fürsprecher D.________ namens des Beschuldigten folgende An-
träge (pag. 6422 f.):
1. Es sei festzustellen, dass Ziffer I und II des Urteils vom 4.5.2016 des Regionalgerichts nicht 

mit Berufung angefochten wurden und deshalb in Rechtskraft erwachsen sind; weitergehend 
wird beantragt, die restlichen Ziffern des ergangenen Urteils aufzuheben und zur Neubeurtei-
lung an die Vorinstanz zurückzuweisen.

2. Eventualiter: Herr A.________ sei freizusprechen von den Vorwürfen der
a. einfachen Widerhandlung gegen das BetMG durch Anbau von Hanfpflanzen angeb-

lich begangen in der Zeit von Frühjahr 2011 bis 20.9.2011 in G.________, Gemein-
de P.________ (Anklageschrift Ziff. 1.2)

b. gewerbsmässig qualifizierten Widerhandlung gegen das BetMG, angeblich mehr-
fach begangen 
1) durch Beförderung, Besitz und Verarbeiten von ca. 55 kg Hanf-Blütenständen 
und ca. 110 kg durchmischtem Hanfmaterial in der Zeit von September 2009 bis 
10.3.2010 in H.________ und I.________ (Anklageschrift Ziff. 2.1.1 — 2.1.3)
2) durch Kauf von ca. 12 kg Hanfrohmaterial und Verarbeiten zu Hanfblüten in der 
Zeit zwischen Oktober 2009 bis März 2010 in J.________ und Bern (Anklageschrift 
Ziff. 2.2.1)
3) durch Kauf von ca. 12 kg Hanfrohmaterial und Verarbeiten zu Hanfblüten, in der 
Zeit von Oktober 2009 bis am 25.3.2010 in K.________, Bern und anderswo (An-
klageschrift Ziff. 2.2.3)
4) durch Verkauf von mindestens 6 kg Hanfblüten in der Zeit von Juni 2009 bis 
25.3.2010 in Zürich, Bern und anderswo (Anklageschrift Ziff. 2.4.1)
5) durch Vermittlung von ca 39 g Hanfblüten am 10.3.2010 in Bern (Anklageschrift 
Ziff. 2.4.2)
6) durch Abgabe von ca. 200 g Hanfblüten in der Zeit von Februar 2010 bis 
25.3.2010 in Bern und anderswo( Anklageschrift Ziff. 2.4.3)
7) durch Verkauf von ca. 100 g Hanfblüten in der Zeit von anfangs März 2010 bis 
25.3.2010 in Bern, E.________ und anderswo (Anklageschrift Ziff. 2.4.4)
8) durch Verkauf von ca. 200 g Hanfblüten in der Zeit von Dezember bis März 2010 
in Bern und evtl. anderswo (Anklageschrift Ziff. 2.4.5)

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9) durch Verkauf von ca. 1 kg Hanfblüten in der Zeit von Dezember 2009 bis März 
2010 an einem unbekannten Ort (Anklageschrift Ziff. 2.4.6)
10) durch Abgabe einer unbekannten Menge Hanfblüten in der Zeit von Dezember 
2009 bis März 2010 an einem unbekannten Ort (Anklageschrift Ziff. 2.4.7)
11) durch Besitz von insgesamt rund 5.75 kg Hanfblüten am 25.3.2010 und davor in 
E.________ (Anklageschrift Ziff. 2.5)
12) durch Erlangen einer unbekannten Menge Outdoorhanf am 13.9.2010 in 
J.________ (Anklageschrift Ziff. 2.6)
13) durch Anbau einer unbekannten Menge Hanfstauden zum Zwecke der Gewin-
nung von illegalem Drogenhanf in der Zeit vom 1.5.2010 bis 27.9.2010 in 
C.________ (Anklageschrift Ziff. 2.7.1)
14) durch Herstellung einer unbekannten Menge illegalem Drogenhanf im Sommer 
2010 bzw. bis am 18.9.2010 in C.________ (Anklageschrift Ziff. 2.7.2)
15) durch Beförderung einer unbekannten Menge Hanf am 18.9.2010 in 
C.________ (Anklageschrift Ziff. 2.7.3)
16) durch Besitz von ca. 360 kg Hanf am 20.9.2010 in C.________ (Anklageschrift 
Ziff. 2.7.4)
17) durch Beförderung einer unbestimmten Menge Hanf, Herstellung von Drogen-
hanf (mindestens 20 kg Hanfblüten) und Besitz von mindestens 20 kg Hanfblüten, 
50 kg Hanfzweigen und diverser Rüstabfälle in der Zeit vom 18.9.2010 bis 
27.9.2010 in C.________, M.________ und anderswo (Anklageschrift 2.8.1 bis 
2.8.3)

c. falschen Anschuldigung, angeblich begangen am 7.3.2006 an einem unbekannte 
Ort z.N. des N.________ (Anklageschrift Ziff. 4)

d. versuchten Anstiftung zu einem falschen Zeugnis, angeblich begangen Ende 2007  
Anfang 2008 an einem unbekannten Ort (Anklageschrift Ziff. 5)

e. Sachbeschädigung, angeblich begangen am 13.9.2010 in J.________ (AKS, Ziff. 7)
3. Die auf die Freisprüche entfallenden Verfahrenskosten seien dem Kanton Bern aufzuerlegen 

(auch im Falle einer Kassation) und A.________ sei eine Entschädigung für die zu Unrecht 
ausgestandene Untersuchungs- und Sicherheitshaft von pauschal Fr. 20'000.00 durch die 
Staatskasse auszurichten (bezüglich Ziffer 2 hievor).

4. Das Honorar des amtlichen Verteidigers sei gemäss noch einzureichender Honorarnote zu 
bestimmen und es seien die weiteren notwendigen Verfügungen (wie Löschung der DNAPro-
file, etc) durch das Gericht zu treffen.

Staatsanwalt Dr. B.________ stellte für die Generalstaatsanwaltschaft folgende An-
träge (pag. 6428 ff.):
I.

Es sei festzustellen, dass das vorinstanzlichen Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland
(Kollegialgericht in Dreierbesetzung) vom 04.05.2016 in Rechtskraft erwachsen ist hinsichtlich
1. der Einstellung des Verfahrens wegen Verjährung bezüglich der Anschuldigung der groben 

Verkehrsregelverletzung durch Überschreiten der signalisierten Höchstgeschwindigkeit (Art. 
90 Ziff. 2 aSVG i.V.m. Art. 27 Abs. 1, 32 Abs. 2 SVG, Art. 22a SSV), angeblich begangen am 
07.08.2007 in Bern (Ziff. 8.5. der Anklageschrift) und

2. der Einstellung des Verfahrens wegen Verjährung bezüglich der Anschuldigung des Führens 
eines Personenwagens trotz entzogenem Führerausweis (Art. 95 Ziff. 2 aSVG), angeblich 

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begangen am 25.12.2007 auf der Autobahn Al, Kirchberg — Schönbühl (Ziff. 8.6. der Ankla-
geschrift).

II.

A.________ sei schuldig zu erklären:
1. der Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz (Art. 19 Abs. 1 Bst. a und c 

BetmG), mehrfach begangen durch Anbau (Art. 19 Abs. 1 Bst. a) von Betäubungsmitteln 
(Hanfpflanzen), begangen in der Zeit von Frühjahr 2011 bis am 20.09.2011 in G.________ 
(Ziff. 1.2. der Anklageschrift);

2. der gewerbsmässig qualifizierten Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, 
mehrfach begangen durch

2.1 Beförderung (Art. 19 Ziff. 1 Abs. 3 aBetmG), Besitz (Art. 19 Ziff. 1 Abs. 5 a-BetmG) und Vera-
rbeiten (Art. 19 Ziff. 1 Abs. 2 aBetmG) von ca. 55 kg Hanf-Blütenständen und circa 110 kg durch-
mischtem Hanfmaterial, begangen in der Zeit vom 1. September 2009 bis am 10.03.2010, in 
H.________ und I.________ (Ziff. 2.1. der Anklageschrift);
2.2 Kauf (Art. 19 Ziff. 1 Abs. 5 aBetmG) von ca. 26 kg Hanfrohmaterial und Verarbeiten (Art. 19 
Ziff. 1 Abs. 2 aBetmG) zu Hanfblüten, begangen in der Zeit vom 1. Oktober 2009 bis am 31. März 
2010, in Bern, J.________, K.________ und anderswo (Ziff. 2.2.1. und 2.2.3. der Anklageschrift);
2.3 Verkauf (Art. 19 Ziff. 1 Abs. 4 BetmG), Vermittlung (Art. 19 Ziff. 1 Abs. 4 BetmG) bzw. Abga-
be (Art. 19 Ziff. 1 Abs. 4 aBetmG) von mind. 7.5 kg Hanfblüten, begangen in der Zeit ab dem 1. Juni 
2009 bis am 25. März 2010, in Zürich, Bern und anderswo (Ziff. 2.4.1. — 2.4.7. der Anklageschrift);
2.4 Besitz (Art. 19 Ziff. 1 Abs. 5 aBetmG) von insgesamt rund 5.75 kg Hanfblüten, begangen in 
E.________, am 25.03.2010 und vorher (Ziff. 2.5. der Anklageschrift);
2.5 Erlangen (Art. 19 Ziff. 1 Abs. 5 aBetmG) einer unbekannten Menge Outdoorhanf, begangen 
in J.________, am 13.09.2010 (Ziff. 2.6. der Anklageschrift);
2.6 Anbau (Art. 19 Ziff. 1 Abs. 1 aBetmG) einer unbekannten Menge Hanfstauden, Herstellung 
(Art. 19 Ziff. 1 Abs. 2 aBetmG) einer unbekannten Menge illegalen Drogenhanfes, Beförderung (Art. 
19 Ziff. 1 Abs. 5 aBetmG) einer unbekannten Menge Hanf zum Zwecke der Gewinnung von (illega-
lem) Drogenhanf und Besitz (Art. 19 Ziff. 1 Abs. 5 aBetmG) von ca. 360 kg Hanf, begangen in der Zeit 
vom 1. Mai 2010 bis am 27.09.2010, in C.________ (Ziff. 2.7.1. — 2.7.4. der Anklageschrift);
2.7 Beförderung (Art. 19 Ziff. 1 Abs. 3 aBetmG) einer unbestimmten Menge Hanf, Herstellung 
(Art. 19 Ziff. 1 Abs. 2 aBetmG) von Drogenhanf (mind. 20 kg Hanfblüten) und Besitz (Art. 19 Ziff. 1 
Abs. 5 aBetmG). dieser mind. 20 kg Hanfblüten, von ca. 50 kg Hanfzweigen sowie von diversen Rüst-
abfällen, begangen in der Zeit vom 18. bis am 27.09.2010, in L.________ und M.________ (Ziff. 
2.8.1. — 2.8.3. der Anklageschrift);
3. der falschen Anschuldigung (Art. 303 Ziff. 1 StGB) zum Nachteil von N.________, begangen 

am 07.03.2006, an einem unbekannten Ort (Ziff. 4. der Anklageschrift);
4. der versuchten Anstiftung zum falschen Zeugnis (Art. 307 Abs. 1 i.V.m. Art. 24 Abs. 2 und 22 

Abs. 1 StGB), begangen Ende 2007 / anfangs 2008, an einem unbekannten Ort (Ziff. 5. der 
Anklageschrift) sowie

5. der Sachbeschädigung (Art. 144 StGB), begangen am 13.09.2010, in J.________ (Ziff. 7. der 
Anklageschrift);

und er sei in Anwendung der Artikel

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40, 47, 49 Abs. 1 und 2, 51, 56, 57 Abs. 1, 63 Abs. 1, 144, 303 Ziff. 1 und 307 Abs. 1 i.V.m. Art. 24 
Abs. 2 StGB; Art. 19 Ziff. 1 Abs. 1 — 5, Ziff. 2 Bst. c aBetmG; Art. 19 Abs. 1 Bst. a und c BetmG, Art. 
408, 422 f. und 428 Abs. 1 StPO

zu verurteilen:

1. zu einer Freiheitsstrafe von 24 Monaten, teilweise als Zusatzstrafe zum Urteil des Oberge-
richts des Kantons Bern vom 10. August 2007 sowie als Zusatzstrafe zum Strafbefehl der 
Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland vom 19. Februar 2014,
1.1 unter Anrechnung der ausgestandenen Untersuchungs- und Sicherheitshaft von 
insgesamt 183 Tagen
sowie
1.2 unter Anordnung einer ambulanten therapeutischen Behandlung während und nach 
dem Strafvollzug (Art. 63 StGB);
2. zur Bezahlung der erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten (inkl. eine Gebühr 
von CHF 850.00 gemäss Art. 21 VKD).

III.

Im Weiteren sei zu verfügen:
1. Die amtliche Verteidigung sei angemessen zu entschädigen.
2. Der beschlagnahmte Mietvertrag vom 24.05.2015 sei A.________ nach Rechtskraft des Ur-

teils zurück zu geben.
3. Die folgenden Gegenstände seien einzuziehen und zu vernichten (Art. 69 StGB):
- Drogenmaterial (verpackt in 9 Kartonschachteln und 12 Kehrichtsäcke);
- 2 Flaschen Askat Massage-Gel;
- 1 Rollkoffer grau/rot;
- 1 Vakumiergerät "Rotel 147";
- 1 Digitalwaage mit 2 Plastikschafen;
- 7 Rollen Vakuum-Pack "Magic Vac".
4. Die Zustimmung zur Löschung des erstellten DNA-Profils sei nach Ablauf der Frist durch das 

zuständige Bundesamt einzuholen (Art. 16 Abs. 4 DNA-ProfilG).
5. Das Urteil sei vor Eintritt der Rechtskraft dem Bundesamt für Polizei mitzuteilen (Art. 28 Abs. 

3 BetmG).
6. Das Urteil sei vor Eintritt der Rechtskraft Rechtsanwalt D.________, zu eröffnen (mit Ge-

richtsurkunde).
7. Das Urteil sei nach Eintritt der Rechtskraft der Koordinationsstelle Strafregister mitzuteilen 

(Art. 3 Abs. 1 Bst. a VOSTRA-Verordnung).

4. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Von Amtes wegen wurde über den Beschuldigten mit Verfügung vom 23. Au-
gust 2016 ein aktueller Strafregisterauszug (pag. 6231 f.) sowie ein aktueller Leu-
mundsbericht samt Erhebungsformular wirtschaftliche Verhältnisse und Betrei-
bungsregisterauszug (pag. 6221 ff.) eingeholt (pag. 5493). 

Die von Rechtsanwalt F.________ namens des Beschuldigten gestellten Beweis-
anträge, es seien 24 Personen einzuvernehmen, wurden durch die Kammer mit 
Beschluss vom 16. Dezember 2016 abgewiesen (pag. 6092 ff.). 

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Mit handschriftlichem Schreiben vom 25. Januar 2017 gelangte der Beschuldigte 
an das Obergericht des Kantons Bern und beantragte die Einvernahme von 57 
Zeugen, die Einholung eines Sachverständigengutachtens über die Hanf Destillati-
on, eine DNA Auswertung der Hanfsäcke bzw. Kehrichtsäcke L.________ und 
J.________ sowie die Besichtigung des Feldes in G.________ (pag. 6119 ff.). Wei-
tere Eingaben des Beschuldigten folgten am 7. Februar 2017 (pag. 6151 ff.) sowie 
am 9. März 2017 (pag. 6158 ff.). Mit Beschluss vom 7. August 2017 wies die Kam-
mer diese Beweisanträge ab (pag. 6185 ff.). Nachdem den Parteien die Vorladun-
gen zugestellt wurden, gelangte der Beschuldigte mit Schreiben vom 14. Okto-
ber 2017 erneut ans Obergericht und stellte verschiedene Anträge. Mit seinem 
Schreiben reichte er einen Auszug des Chatverkehrs von Q.________ sowie einen 
Arztbericht des Inselspitals Bern (Archivkopie 20. April 2014) ein (pag. 6198 ff.). Mit 
Verfügung vom 18. Oktober 2017 stellte die Verfahrensleitung dem Verteidiger 
Frist, zu den vom Beschuldigten gestellten Beweisanträgen Stellung zu nehmen 
(pag. 6214 f.). Fürsprecher D.________ liess die ihm gesetzte Frist zur Stellung-
nahme zweimal verlängern (pag. 6236), woraufhin der Beschuldigte am 8. Novem-
ber 2017 erneut mit zwei Eingaben an die 1. Strafkammer gelangte (pag. 6238 ff. 
und 6257 ff.) und ein Austrittsbericht des Spitals Emmental vom 9. November 2016 
(pag. 6238 ff.), ein Arztbericht des Inselspitals Bern vom 21. November 2008 
(pag. 6246 ff. und pag 6255), ein Austrittsbericht des Inselspitals Bern vom 
13. April 2006 (pag. 6247 ff. und pag. 6256), mehrere Kopien eines Arztberichts 
des Inselspitals Bern vom 11. April 2008 (pag. 6250 ff.) sowie ein Austrittsbericht 
des Inselspitals Bern vom 18. März 2016 (pag. 6253 f.) einreichte. Am 13. Novem-
ber 2017 verfügte die Verfahrensleitung, die Verteidigung werde anlässlich der 
oberinstanzlichen Hauptverhandlung Gelegenheit erhalten, zu den Eingaben des 
Beschuldigten Stellung zu nehmen (pag. 6275 f.). Mit Eingabe vom 20. Novem-
ber 2017 beantragte Fürsprecher D.________, das Urteil des Regionalgerichts 
Bern-Mittelland vom 4. Mai 2016 sei aufzuheben und an die Vorinstanz zur Neube-
urteilung zurückzuweisen. Diesbezüglich seien die Krankenakten bezüglich der 
Embolie des Beschuldigten im Jahr 2010 während der Untersuchungshaft zu edie-
ren. Weiter seien die nachfolgend eingereichten Unterlagen (Schreiben Beschuldig-
ter an Untersuchungsrichteramt Moutier vom 1. Januar 2010 pag. 6288 f. sowie 
Schreiben des Beschuldigten an das Untersuchungsrichteramt Moutier vom 1. Ju-
ni 2010 pag. 6290 f.) sowie die dazugehörenden Postbestätigungen zu den Akten 
zu edieren. Eventualiter sei diesbezüglich ein forensisch-psychiatrisches Gutachten 
über die Zurechnungsfähigkeit und die Einvernahmefähigkeit des Beschuldigten im 
Jahr 2010 anzuordnen (pag. 6278 f.). Weiter reichte Fürsprecher D.________ ein 
Arztbericht des Inselspitals Bern vom 21. November 2008 (pag. 6292 f.), ein Aus-
trittsbericht des Inselspitals Bern vom 6. Januar 2009 (pag. 6294 f.), ein Austrittsbe-
richt des Inselspitals Bern vom 5. April 2010 (pag. 6296 f.), ein Operationsbericht 
vom 19. Oktober 2010 (pag. 6298), ein Austrittsbericht des Inselspitals Bern vom 
1. November 2010 (pag. 6299 f.) sowie ein Austrittsbericht des Inselspitals Bern 
vom 23. November 2010 (pag. 6301 f.) zu den Akten. Eventualiter stellte Fürspre-
cher D.________ im ausdrücklichen Auftrag seines Mandanten die Beweisanträge, 
es seien die namentlich genannten 37 Personen als Zeugen einzuvernehmen 
(pag. 6279). Der Beschuldigte sei erneut zu befragen, es sei ein forensisch-

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psychiatrisches Gutachten über die Zurechnungsfähigkeit und die Einvernahme-
fähigkeit des Beschuldigten im Jahr 2010 anzuordnen, der am 10. März 2010 si-
chergestellte Plastiksack sei auf DNA-Spuren zu untersuchen, die am 27. Septem-
ber 2010 an der Liegenschaft R.________ in M.________ sichergestellten Keh-
richtsäcke seien auf DNA-Spuren zu untersuchen, der an der S.________ in 
E.________ festgestellte Rollkoffer sowie der Kehrichtsack mit Hanfmaterial seien 
auf DNA-Spuren zu untersuchen, der erwähnte Reisekoffer sowie die festgestellten 
Kehrichtsäcke seien auf DNA-Spuren zu untersuchen, es sei ein sachverständiger 
Hanfdestillator beizuziehen und es sei schliesslich auf dem angeblichen Hanffeld in 
G.________ ein Augenschein durchzuführen (pag. 6279 ff.). Mit Verfügung vom 
22. November 2017 nahm die Verfahrensleitung von der Eingabe Kenntnis und 
stellte in Aussicht, anlässlich der oberinstanzlichen Hauptverhandlung darüber zu 
befinden (pag. 6304 f.). 

Mit Verfügung vom 3. Januar 2018 (pag. 6332 f.) wurde erneut ein aktueller 
Strafregisterauszug (pag. 6351 f.) über den Beschuldigten eingeholt. Am 
30. Mai 2018 stellte die Verfahrensleitung erneut in Aussicht, dass über die mit 
Eingabe vom 20. November 2017 gestellten Beweisanträge anlässlich der oberin-
stanzlichen Hauptverhandlung entschieden werde (pag. 6354 f.). 

Mit Eingabe vom 1. Juni 2018 stellte der Beschuldigte sinngemäss erneut ver-
schiedene Beweisanträge und beantragte die Einvernahme von Belastungszeugen 
und Sachverständigen (pag. 6358 ff.). 

Mit Eingabe vom 12. Juni 2018 beantragte der Verteidiger mit Blick auf die oberin-
stanzliche Hauptverhandlung, es sei über den Beschuldigten ein umfassendes 
psychiatrisch/neurologisches Gutachten zu erstellen und bis zum Vorliegen des 
Gutachtens das Verfahren vor dem Obergericht zu sistieren. Weiter sei der Darle-
hensvertrag vom 15. September 2010 zwischen T.________ und dem Beschuldig-
ten zu den Akten zu erkennen. Auch die eingereichten ärztlichen Berichte von Dr. 
med. U.________ vom 23. Mai 2018 sowie derjenige von Dr. med. O.________ 
vom 11. Juni 2018 seien zu den Akten zu erkennen (pag. 6370 ff.). 

Mit Vorladung vom 19. Juni 2018 (pag. 6387 f.) holte die Kammer erneut von Am-
tes wegen einen aktuellen Strafregisterauszug über den Beschuldigten ein 
(pag. 6393 f.).

Anlässlich der oberinstanzlichen Hauptverhandlung überreichte Fürsprecher 
D.________ der Kammer ein Schreiben des Beschuldigten vom 23. August 2018 
an das Institut für Rechtsmedizin betreffend Abklärung seiner Verhandlungsfähig-
keit, eine ärztliche Stellungnahme vom 27. August 2018 von MD V.________ be-
treffend Verhandlungsfähigkeit des Beschuldigten sowie eine ärztliche Stellung-
nahme vom 27. August 2018 von MD V.________ betreffend Vorliegen neuro-
psychiatrischer Erkrankungen bzw. zur Schuldfähigkeit des Beschuldigten im Jahr 
2010 (pag. 6405 ff.). Die Kammer erkannte diese Unterlagen sowie die von Für-
sprecher D.________ mit Eingabe vom 12. Juni 2018 eingereichten Unterlagen zu 
den Akten (Darlehensvertrag vom 15. September 2010 zwischen T.________ und 
dem Beschuldigten; ärztliche Berichte von Dr. med. U.________ vom 23. Mai 2018 

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sowie von Dr. med. O.________ vom 11. Juni 2018). Die gestellten Beweisanträge 
sowie der Antrag auf Kassation wies sie hingegen vollumfänglich ab.

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Die Kammer hat sämtliche Schuldsprüche, die Strafzumessung/Massnahme sowie 
die Kosten- und Entschädigungsfolgen zu überprüfen. Ebenso wird die Kammer 
praxisgemäss über das amtliche Honorar, die Rück- und Nachzahlungspflicht so-
wie über die erkennungsdienstlichen Daten und das erstellte DNA-Profil neu verfü-
gen. Die Einstellungen sowie die Freisprüche und die hierfür dem Beschuldigten 
zugesprochene Entschädigung sind hingegen in Rechtskraft erwachsen. Auch 
rechtskräftig sind die weiteren Verfügungen sowie die vorinstanzliche Feststellung 
betreffend amtliches Honorar von Fürsprecher W.________. Die Kammer verfügt 
bei der Überprüfung des erstinstanzlichen Urteils in den angefochtenen Punkten 
über volle Kognition (Art. 398 Abs. 2 der Schweizerischen Strafprozessordnung 
[StPO; SR 312.0]). Aufgrund der alleinigen Berufung des Beschuldigten ist die 
Kammer an das Verschlechterungsverbot gebunden (Art. 391 Abs. 2 StPO).

II. Zur Durchführung des Abwesenheitsverfahrens vor Berufungsgericht

Der Beschuldigte ist zum ersten oberinstanzlichen Hauptverhandlungstermin nicht 
erschienen und hat sich mit einem Arztzeugnis entschuldigen lassen (pag. 6308). 
Mit Vorladung vom 3. Januar 2018 hat die Verfahrensleitung den Beschuldigten 
zum zweiten Termin auf den 13. Juni 2018 vorgeladen und darauf hingewiesen, 
dass eine weitere Absenz nur bei Vorliegen eines Zeugnisses des Vertrauensarz-
tes akzeptiert werde, ansonsten von einem unentschuldigten Fernbleiben auszu-
gehen sei (pag. 6332 f.). Auch am 13. Juni 2018 ist der Beschuldigte nicht zur obe-
rinstanzlichen Berufungsverhandlung erschienen (pag. 6378 ff.). Seinem Verteidi-
ger liess er bzw. eine weitere Person eine SMS zukommen, dass es ihm nicht mög-
lich sei, zu erscheinen, da er ohnmächtig geworden sei. Ein Arztzeugnis reichte der 
Beschuldigte nicht ein. Mit Vorladung vom 19. Juni 2018 lud die Verfahrensleitung 
zur zweiten Fortsetzungsverhandlung vor und hielt fest, dass bei einem zweiten 
unentschuldigten Fernbleiben in Abwesenheit des Beschuldigten geurteilt würde 
(pag. 6387 f.).

Die mündliche Berufungsverhandlung richtet sich nach den Bestimmungen über die 
erstinstanzliche Hauptverhandlung (Art. 405 Abs. 1 StPO). Art. 407 Abs. 1 StPO 
enthält eine Bestimmung bezüglich Abwesenheit der beschuldigten Person im obe-
rinstanzlichen Verfahren. Sie gilt jedoch nur in denjenigen Fällen, in denen der Be-
schuldigte nicht amtlich verteidigt wird. In der vorliegenden Konstellation gelangt 
daher Art. 366 StPO zur Anwendung. Bleibt eine ordnungsgemäss vorgeladene 
beschuldigte Person der Hauptverhandlung fern, so setzt das Gericht eine neue 
Verhandlung an und lädt die Person dazu wiederum vor oder lässt sie vorführen 
(Art. 366 Abs. 1 StPO). Erscheint die beschuldigte Person zum neu angesetzten 
Hauptverhandlungstermin nicht oder kann sie nicht vorgeführt werden, so kann die 
Hauptverhandlung in ihrer Abwesenheit durchgeführt werden 
(Art. 366 Abs. 2 StPO).

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Der Beschuldigte ist am 13. Juni 2018 der Hauptverhandlung unentschuldigt fern-
geblieben. Er hat es unterlassen, ein Arztzeugnis eines Vertrauensarztes des 
Obergerichts des Kantons Bern einzureichen. Sein Fernbleiben begründete er mit 
der unbelegten Behauptung, ohnmächtig geworden zu sein. Mit Blick auf die ge-
sundheitlichen Probleme, welche den Beschuldigten bereits in der Vergangenheit 
mehrmals daran hinderten, an Gerichtsverhandlungen teilzunehmen, sowie unter 
Berücksichtigung der dadurch verursachten Verfahrensverzögerung hat die Kam-
mer entschieden, nur noch ein Arztzeugnis eines Vertrauensarztes zu akzeptieren, 
welcher den gesundheitlichen Zustand des Beschuldigten insbesondere mit Blick 
auf die Verhandlungsfähigkeit objektiv und unabhängig von dem zwischen Patient 
und dem behandelnden Arzt üblicherweise bestehenden Vertrauensverhältnis be-
urteilen kann. Der Beschuldigte hat es unterlassen, ein solches Arztzeugnis einzu-
holen und im Übrigen auch kein anderes Arztzeugnis eingereicht. Es ist deshalb 
von einem unentschuldigten Fernbleiben auszugehen. Auch am 28. August 
2018 ist der Beschuldigte der Fortsetzungsverhandlung unentschuldigt ferngeblie-
ben. Wiederum hat es der Beschuldigte unterlassen, ein Arztzeugnis eines Ver-
trauensarztes einzureichen. Zwar ergibt sich aus seinem Schreiben an das Institut 
für Rechtsmedizin, welches er durch seinen Verteidiger anlässlich der oberinstanz-
lichen Hauptverhandlung einreichen liess, dass der Beschuldigte offenbar Tage zu-
vor versucht hat, einen Termin beim Institut für Rechtsmedizin zu erhalten. Dies ist 
jedoch insofern unerheblich, als der Beschuldigte seinen Gesundheitszustand bzw. 
die Verhandlungsfähigkeit am Tag der Verhandlung hätte abklären lassen müssen 
und sich zu diesem Zweck auch für eine Untersuchung durch einen Vertrauensarzt 
hätte bereithalten müssen. Die Kammer erachtet den Beschuldigten daher erneut 
als unentschuldigt abwesend und hat das Verfahren in Anwesenheit seines amtli-
chen Verteidigers durchgeführt. Auch die übrigen Voraussetzungen für das Abwe-
senheitsverfahren sind erfüllt: Der Beschuldigte hatte im Strafverfahren genügend 
Gelegenheit, sich zu den Vorwürfen zu äussern. Wie nachfolgend aufzuzeigen sein 
wird, lässt die Beweislage – neben den Aussagen des Beschuldigten sind auch 
weitere subjektive und objektive Beweismittel vorhanden – ein Urteil in Abwesen-
heit des Beschuldigten zu (vgl. Art. 366 Abs. 4 StPO). 

III. Zu den Beweisanträgen

6. Allgemeines

Gemäss Art. 389 Abs. 1 StPO beruht das Rechtsmittelverfahren grundsätzlich auf 
den Beweisen, die im Vorverfahren und im erstinstanzlichen Hauptverfahren erho-
ben worden sind. Beweisabnahmen des erstinstanzlichen Gerichts werden aus-
nahmsweise wiederholt, wenn Beweisvorschriften verletzt worden sind, die Bewei-
serhebungen unvollständig waren, oder wenn die Akten über die Beweiserhebun-
gen unzuverlässig erscheinen (Art. 389 Abs. 2 StPO). Vorbehalten bleibt die Erhe-
bung der erforderlichen zusätzlichen Beweise (Art. 389 Abs. 3 StPO).

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7. Zum Antrag auf Edition der Krankenakten bezüglich Embolie im Jahr 2010 
während der Untersuchungshaft

Der Antrag, es seien die Krankenakten bezüglich der Embolie des Beschuldigten 
im Jahr 2010 während der Untersuchungshaft zu edieren, wurde abgewiesen. Wie 
nachfolgend aufzuzeigen sein wird, erachtet die Kammer die ihr vorliegenden Be-
weismittel zum Gesundheitszustand bzw. zur Frage der Einvernahmefähigkeit des 
Beschuldigten als ausreichend. Es kann hierzu vollumfänglich auf die nachfolgen-
den Erwägungen unter Absatz IV. Ziff. 14. verwiesen werden.

8. Zum Antrag auf Erstellung eines forensisch-psychiatrischen Gutachtens über 
den Gesundheitszustand im Allgemeinen und über die Zurechnungsfähigkeit 
und die Einvernahmefähigkeit des Beschuldigten im Jahr 2010 im Besonde-
ren

Auch diese Beweisanträge werden abgewiesen. Zur Begründung kann wiederum 
vollumfänglich auf die Erwägungen in Absatz IV. Ziff. 14. verwiesen werden. Der 
Beschuldigte wurde in den Jahren 2009, 2010 und 2012 – also verhältnismässig 
zeitnah zum fraglichen Zeitpunkt – begutachtet. Sein Gesundheitszustand ist an-
hand zahlreicher ärztlicher Stellungnahmen hinreichend dokumentiert. Sämtliche 
Gutachter gelangen im Wesentlichen zum gleichen Schluss. Hinweise auf eine 
nicht vorhandene Einvernahmefähigkeit liegen keine vor. Von einem neuen Gut-
achten, welches sich zum Gesundheitszustand bzw. zur Einvernahmefähigkeit des 
Beschuldigten äussert, würden nach Ansicht der Kammer bereits angesichts des 
Zeitablaufs keine zuverlässigeren Erkenntnisse als in den Vorgutachten enthalten 
zu erwarten sein. 

9. Zum Antrag auf Einvernahme von 37 namentlich genannten Personen

Der Antrag auf Einvernahme der 37 namentlich genannten Personen wurde abge-
wiesen. Die Vorinstanz hat festgehalten, dass der Beschuldigte nicht die Möglich-
keit hatte, X.________, Y.________ und Z.________ (pag. 5856, S. 19 der Ent-
scheidbegründung), AA.________, AB.________ und AC.________ (pag. 5859, 
S. 22 der Entscheidbegründung), AD.________ (pag. 5861, S. 24 der Entscheid-
begründung), das Ehepaar AE.________ (pag. 5863, S. 26 der Entscheidbegrün-
dung), sowie AF.________ (pag. 5869, S. 32 der Entscheidbegründung) zu kon-
frontieren, weswegen deren Aussagen nicht verwertbar seien. Zusammen mit der 
Vorinstanz erachtet die Kammer die Aussagen der erwähnten Belastungszeugen 
nicht als notwendig, um sich über den angeklagten Sachverhalt ein genügendes 
Bild machen zu können. Der Kammer liegen insbesondere die Aussagen des Be-
schuldigten sowie objektive Beweismittel vor, welche sie frei nach ihrer aus dem 
gesamten Verfahren gewonnen Überzeugung würdigt (Art. 10 Abs. 2 StPO).

Soweit der Beschuldigte die Einvernahme von Personen beantragt, welche in kei-
nem Zusammenhang mit dem zu klärenden Sachverhalt und den angeklagten 
Vorwürfe stehen bzw. soweit kein solcher Zusammenhang ersichtlich ist (so bei-
spielsweise die beantragte Einvernahme von Dr. med. AG.________), ist der Be-
weisantrag bereits infolge Unerheblichkeit abzuweisen. 

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An dieser Stelle ist zu betonen, dass einer (erneuten) Einvernahme der genannten 
Personen insbesondere auch der Zeitablauf entgegensteht. Die dem Beschuldigten 
vorgeworfenen Delikte datieren grösstenteils von 2009 und 2010 (teils auch 
2006/2007 und 2011). Erfahrungsgemäss sind bereits nach Ablauf weniger Jahre 
die Aussagen von Zeugen und Auskunftspersonen von Erinnerungslücken, Un-
schärfen und Unsicherheiten geprägt. Es ist daher nicht zu erwarten, dass die ge-
nannten Personen nach über sieben Jahren noch dienliche Angaben zum Sach-
verhalt zu machen vermögen.

10. Zum Antrag auf Anordnung einer Untersuchung von DNA-Spuren

Auch der Antrag, die Hanfsäcke bzw. Kehrichtsäcke aus L.________ und 
J.________, M.________ sowie die in E.________ sichergestellten Rollkoffer und 
Kehrichtsäcke seien auf DNA-Spuren zu untersuchen, wurde abgewiesen. Selbst 
wenn am Verpackungsmaterial nach Ablauf mehrerer Jahre noch auswertbares 
und nicht verunreinigtes DNA-Material vorhanden sein sollte – was zu bezweifeln 
ist – wäre eine entsprechende Analyse für den Ausgang des vorliegenden Strafver-
fahrens unerheblich. Dies hat umso mehr zu gelten, als mit Blick auf die Art der 
Beweismittel davon auszugehen ist, dass in der Zwischenzeit etliche Personen das 
Material berührt hatten, ohne Vorkehrungen gegen die Verunreinigung allfälliger 
DNA-Spuren zu treffen. Aus der Tatsache, dass DNA-Spuren des Beschuldigten 
bzw. weiterer Personen vorhanden sind oder nicht, kann daher nichts sachrelevan-
tes abgeleitet werden. 

11. Zum Antrag auf Beizug eines sachverständigen Hanfdestillators sowie auf 
Durchführung eines Augenscheins auf dem angeblichen Hanffeld in 
G.________

Die Anträge wurden ebenfalls anlässlich der oberinstanzlichen Hauptverhandlung 
abgewiesen. Es wird nicht dargelegt und ist nicht ersichtlich, inwiefern diese Be-
weismassnahmen dem vorliegenden Verfahren bzw. der relevanten Sachverhalts-
abklärung dienlich sein sollen. 

Ein sachverständiger Hanfdestillator vermag keine sachdienlichen Aussagen zu 
machen, welche nicht bereits hinreichend geklärt wären (insbesondere aufgrund 
der Analyse des THC-Gehalts der sichergestellten Pflanzen). 

Der Durchführung eines Augenscheint steht – neben der offensichtlichen Unerheb-
lichkeit – wiederum der Zeitablauf entgegen. Es ist davon auszugehen, dass sich 
der mutmassliche Tatort in den vergangenen rund sieben Jahren doch erheblich 
verändert hat, so dass auch hiervon keine sachdienlichen Erkenntnisse zu erwar-
ten sind.

12. Zum Antrag auf Einvernahme des Beschuldigten

Es war vorgesehen, den Beschuldigten anlässlich der oberinstanzlichen Hauptver-
handlung einzuvernehmen. Der Beschuldigte ist der Hauptverhandlung zweimal 
unentschuldigt ferngeblieben. Er hat damit auf seine Einvernahme bzw. auf die 
Teilnahme am Beweisverfahren verzichtet. 

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IV. Zum Antrag auf Kassation

13. Ungenügende amtliche Verteidigung des Beschuldigten

Fürsprecher D.________ macht geltend, das Vertrauensverhältnis zwischen dem 
Beschuldigten und Rechtsanwalt W.________ sei bereits seit dem 1. Januar 2010 
erheblich gestört gewesen, was sich aus den Eingaben des Beschuldigten ergebe, 
und wovon die Verfahrensleitung Kenntnis gehabt habe. Zum Zeitpunkt seiner Ein-
vernahme sei der Beschuldigte nicht mehr gehörig vertreten gewesen, weswegen 
die Geständnisse nicht verwertbar seien. Zusätzlich würden Hinweise darauf be-
stehen, dass der Beschuldigte im Jahr 2010 krankheits- und medikationsbedingt 
nicht zurechnungsfähig bzw. nicht einvernahmefähig gewesen sei. Da der vorin-
stanzliche Schuldspruch auf dem nicht verwertbaren Geständnis des Beschuldigten 
beruhe, sei von wesentlichen Mängeln auszugehen, welche nicht geheilt werden 
könnten. Das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 4. Mai 2016 sei des-
halb zu kassieren. 

Das Bundesgericht hat sich in seinem Urteil aus dem Jahr 2014 zum Vertrauens-
verhältnis zwischen dem Beschuldigten und seinem damaligen amtlichen Verteidi-
ger, Fürsprecher W.________, geäussert. Es hat festgehalten, dass sich aus den 
Akten tatsächlich Anhaltspunkte dafür ergeben würden, dass der Beschwerdefüh-
rer seinen amtlichen Verteidiger aus verfahrenstaktischen Gründen wechseln woll-
te, und deshalb einen Bruch des Vertrauensverhältnisses provoziert habe. Von der 
amtlichen Verteidigung müsse in einer solchen Situation erwartet werden können, 
dass sie ihre Äusserungen gegenüber den Strafbehörden im Interesse einer wirk-
samen Verteidigung auf einer sachlichen Ebene hält und ihren Mandanten nicht 
von sich aus belastet. Das Bundesgericht hat bestätigt, dass dies dem amtlichen 
Verteidiger während langer Zeit auch gelungen ist. Nachdem der amtliche Verteidi-
ger auch noch in einem Brief vom 3. Februar 2014 erklärt habe, das Vertrauens-
verhältnis sei aus seiner Sicht ungestört, hat er in einer weiteren Eingabe vom 
5. März 2014 darum gebeten, aus dem amtlichen Mandat entlassen zu werden. Die 
in diesem Schreiben enthaltenen Äusserungen würden gemäss Bundesgericht ob-
jektiv darauf schliessen lassen, dass das Vertrauensverhältnis gestört sei und der 
Verteidiger das prozessuale Verhalten seines Mandanten missbillige (Urteil des 
Bundesgerichts BGer 1B_211/2014 vom 23. Juni 2014, E. 2.3). 

Aus diesen Ausführungen des Bundesgerichts ergibt sich, dass der Beschuldigte 
bis zum Schreiben seines damaligen amtlichen Verteidigers im Februar 2014 gehö-
rig verteidigt war und sich Fürsprecher W.________ trotz Provokationen des Be-
schuldigte nicht zu einem Verhalten hinreissen liess, welches seinen Pflichten als 
amtlicher Verteidiger entgegengestanden wäre. Daran vermögen insbesondere 
auch die eingereichten Schreiben des Beschuldigten an das Untersuchungsrichter-
amt Moutier aus dem Jahr 2010 nichts zu ändern (pag. 6288 ff.). Trotz offenbar be-
reits damals bestehenden Differenzen liegen keine Hinweise vor, welche objektiv 
auf eine erhebliche Störung des Vertrauensverhältnisses und ein pflichtwidriges 
Verhalten des damaligen amtlichen Verteidigers hinweisen würden. Damit kann 
festgehalten werden, dass der Beschuldigte durch Fürsprecher W.________ bis im 
Februar 2014 gehörig anwaltlich vertreten war.

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14. Zur Einvernahmefähigkeit

Die Verteidigung macht geltend, auf die Aussagen des Beschuldigten bzw. auf sein 
Geständnis könne nicht abgestellt werden, da der Beschuldigte zum Zeitpunkt sei-
ner Aussagen nicht zurechnungsfähig bzw. einvernahmefähig gewesen sei. In die-
sem Zusammenhang reichte die Verteidigung diverse Arztberichte zu den Akten, 
unter anderem auch ein Gutachten von MD V.________ vom 27. August 2018 
(pag. 6411 ff.). 

Zunächst einmal ist festzuhalten, dass die exakte Medikation des Beschuldigten im 
Zeitpunkt der fraglichen Einvernahmen heute nicht mehr nachvollzogen werden 
kann. Es liegen jedoch keine Hinweise vor, welche darauf hindeuten würden, dass 
der Beschuldigte aufgrund einer allfälligen Medikation falsche Aussagen gemacht 
hätte. Selbst bei der Einnahme von Temesta oder anderen ähnlich starken Beruhi-
gungs- und Schlafmitteln wird die kognitive Aussagefähigkeit bzw. Einvernahme-
fähigkeit grundsätzlich nicht beeinträchtigt. Als häufige Nebenwirkung tritt – was als 
allgemein bekannt vorausgesetzt werden kann – eine gewisse motorische Verlang-
samung bzw. eine leicht sedierende Wirkung ein. Wäre entgegen der üblichen Wir-
kungsweise solcher Medikamente tatsächlich eine Störung eingetreten, welche die 
Einvernahmefähigkeit des Beschuldigten beeinträchtigt hätte, wäre davon auszu-
gehen, dass der Verteidiger, welcher seine Aufgabe gemäss Bundesgerichtsent-
scheid zum damaligen Zeitpunkt gehörig vorgenommen hat, interveniert hätte. 
Auch von der Verfahrensleitung, welcher eine Fürsorgepflicht zukommt und welche 
ein ureigenes Interesse daran hat, für verwertbare Beweismittel zu sorgen, wäre 
ein Intervenieren zu erwarten gewesen. 

Auch den aktenkundigen Gutachten lassen sich keine Hinweise auf eine durch den 
Gesundheitszustand oder die Medikation eingeschränkte Einvernahmefähigkeit des 
Beschuldigten entnehmen:

Bereits im Vorverfahren stellten sich immer wieder Fragen im Zusammenhang mit 
dem gesundheitlichen Zustand des Beschuldigten. Der Beschuldigte wurde im Jahr 
2009 umfassend psychiatrisch begutachtet (Forensisch-psychiatrisches Gutachten 
vom 15. Juni 2009, pag. 2984 ff.). Die Gutachterin legte ausführlich dar, dass der 
Beschuldigte an einer dissozial-histrionischen Persönlichkeitsstörung leide und in 
der Psychopathie-Checkliste einen Wert von 28 Punkten erreiche (pag. 3035 ff.). 
Die Einsichts- und Steuerungsfähigkeit des Beschuldigten sei vollumfänglich vor-
handen, weswegen keine eingeschränkte Schuldfähigkeit vorliege (pag. 3042 ff.). 
Auf entsprechende Einwände der Verteidigung hin nahm die Gutachterin am 
15. Februar 2010 Stellung zu den körperlichen und psychischen Erkrankungen, 
welche durch den behandelnden Arzt festgestellt und vorgebracht wurden 
(pag. 3108 ff.). Sie begründete wiederum ausführlich, dass an der gestellten Dia-
gnose festgehalten werde und insbesondere kein begründeter Anhalt für eine psy-
chotische Störung vorliegen würde (vgl. insbesondere pag. 3114). 

Der Beschuldigte wurde am 18. November 2010 forensisch-psychiatrisch begut-
achtet. Dies im Zusammenhang mit der Abklärung der Frage der Hafterstehungs-
fähigkeit (pag. 155 ff.). Die Gutachterin hat dem Beschuldigten eine Anpassungs-
störung mit Angst und depressiver Reaktion attestiert. Das durch den Beschuldig-

17

ten geäusserte Symptom des Stimmenhörens wurde als Pseudohalluzination be-
wertet. Zur Diagnose einer Störung aus dem schizophrenen Formenkreis reiche ein 
solches Symptom selbstverständlich nicht aus. Weitere Erkrankungen wurden – 
neben schwerwiegenden urologischen Komplikationen, die möglicherweise durch 
psychotrope Medikamente entstanden sind – nicht diagnostiziert (pag. 166). Es 
fehlen damit nicht nur Hinweise auf eine beeinträchtigte Einvernahmefähigkeit des 
Beschuldigten. Der Beschuldigte wurde auch rund um den Zeitraum, in dem er die 
fraglichen Aussagen gemacht hat (also vornehmlich im Jahr 2010) ärztlich unter-
sucht. Ein ärztlicher Bericht attestiert, dass keine relevanten Erkrankungen vorlie-
gen. Die Tatsache, dass die Untersuchung mit Blick auf die Abklärung der Hafter-
stehungsfähigkeit stattfand, ist nach Ansicht der Kammer ohne Belang. Für die 
Frage der Hafterstehungsfähigkeit ist sowohl der physische als auch der psychi-
sche Gesundheitszustand des Beschuldigten beachtlich. Erkrankungen in diesen 
Bereichen, welche eine Einschränkung der Einvernahmefähigkeit bewirkt hätten, 
wären damit nach Ansicht der Kammer durch die untersuchende Ärztin festgestellt 
worden.

Im Jahr 2012 wurde schliesslich eine erneute psychiatrische Begutachtung in Auf-
trag gegeben (pag. 3144 ff.). Wie den Akten entnommen werden kann, gestaltete 
sich die Durchführung der Begutachtung schwierig, da sich der Beschuldigte nicht 
kooperationsbereit zeigte, Termine nicht wahrnahm und sich auch gegen eine Be-
gutachtung durch die Gutachter des Forensisch-psychiatrischen Dienstest (FPD) 
der Universität Bern stellte, da diese voreingenommen seien, weswegen er denn 
auch Anzeige gegen diese erstattet hat. Schliesslich konnte am 11. Oktober 2013 
ein Aktengutachten erstellt werden (pag. 3975 ff.). Dr. med. AH.________ diagnos-
tizierte eine psychische Störung von erheblicher Schwere. Es sei von einer kombi-
nierten Persönlichkeitsstörung mit dissozialen, unreifen, narzisstischen und histrio-
nischen Zügen auszugehen (pag. 4003 f.). Aus forensisch-psychiatrischer Sicht sei 
tatzeitbezogen jedoch bei sämtlichen zur Last gelegten strafbaren Handlungen eine 
vollständig erhaltene Schuldfähigkeit anzunehmen (pag. 4004 ff.). Ebenfalls am 
11. Oktober 2013 ging das forensisch-psychiatrische Sachverständigengutachten 
von Dr. med. AI.________ ein (pag. 4019 ff.). Auch Dr. med. AI.________ vernein-
te das Vorliegen einer chronischen Psychose wie einer Schizophrenie oder einer 
schizoaffektiven oder wahnhaften Störung (pag. 4051). Er gelangte zum Schluss, 
dass eine dissoziale Persönlichkeitsstörung vorliege, wobei er gewisse schizoid-
haltlose Akzentuierungen ausmachte (pag. 4053). Auch Dr. med. AI.________ ging 
von einer uneingeschränkten Einsichts- und Steuerungsfähigkeit und damit Schuld-
fähigkeit aus (pag. 4056). 

Auch die anlässlich der oberinstanzlichen Hauptverhandlung eingereichte ärztliche 
Stellungnahme von MD V.________ vom 28. August 2018 lässt keinen anderen 
Schluss zu. Die rund acht Jahre nach dem fraglichen Zeitpunkt gestellte Diagnose, 
dass sich der Beschuldigte im Jahr 2010 in einem anhaltenden Delir befunden ha-
be, welche seine Einvernahmefähigkeit beeinträchtigt habe, wird durch keine der 
damaligen Arztberichte bzw. Gutachten gestützt. Das Arztzeugnis, welches als rei-
ne Parteibehauptung zu qualifizieren ist, erscheint bereits deshalb als zweifelhaft 
und vermag keine ernstlichen Zweifel an den obigen Feststellungen zu wecken.

18

15. Fazit

Zusammengefasst ist festzuhalten, dass der Beschuldigte mehrfach psychiatrisch 
und medizinisch begutachtet wurde und zu keinem Zeitpunkt Feststellungen ge-
macht werden konnten, welche auf eine Einschränkung der Einvernahmefähigkeit 
hinweisen würden. Insbesondere wurde der Beschuldigte im Jahr 2010, also rund 
um den Zeitpunkt, in dem er im Wesentlichen die vorliegend relevanten Aussagen 
machte, sowohl aus medizinischer als auch aus psychiatrischer Sicht untersucht. 
Dabei konnten keine psychischen oder physischen Erkrankungen festgestellt wer-
den, welche an der Hafterstehungsfähigkeit zweifeln lassen würden. Auch für eine 
nicht vorhandene Einvernahmefähigkeit liegen keine Anhaltspunkte vor. Der Be-
schuldigte war überdies angemessen verteidigt, die Aussagen sind vollumfänglich 
verwertbar und es sind keine Gründe für eine Kassation des erstinstanzlichen Ur-
teils ersichtlich. 

V. Sachverhalt und Beweiswürdigung

16. Allgemeines zur Verwertbarkeit der Aussagen

Die Verteidigung brachte bereits vor erster Instanz zu Recht vor, dass die Aussa-
gen derjenigen Belastungszeugen, mit denen der Beschuldigte nicht konfrontiert 
wurde, nicht verwertbar seien. Die Vorinstanz hat denn auch nicht auf diese Aus-
sagen abgestellt.

Das Bundesgericht hat in seinem Entscheid BGer 6B_653/2016 vom 19. Januar 
2017 (E. 1.3.1) zum Konfrontationsrecht Folgendes festgehalten: 

Die Parteien haben Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 3 Abs. 2 Bst. c StPO). 
Dazu zählt das Recht, Belastungszeugen zu befragen (Art. 147 Abs. 1 StPO; Art. 6 
Ziff. 3 Bst. d EMRK). Von hier nicht zutreffenden Ausnahmen abgesehen, in denen 
eine Konfrontation nicht möglich war, ist eine belastende Zeugenaussage 
grundsätzlich nur verwertbar, wenn die beschuldigte Person den Belastungszeugen 
wenigstens einmal während des Verfahrens in direkter Konfrontation befragen 
konnte (BGE 133 I 33 E. 3.1). Dem Anspruch gemäss Art. 6 Ziff. 3 Bst. d EMRK 
kommt grundsätzlich absoluter Charakter zu. Auf eine Konfrontation des Beschul-
digten mit dem Belastungszeugen oder auf dessen ergänzende Befragung kann 
nur unter besonderen Umständen verzichtet werden (Urteil des Bundesgerichts 
BGer 6B_492/2015 vom 2. Dezember 2015 E. 1.2.1, nicht publiziert in: BGE 141 IV 
437 mit Hinweisen). Das Bundesgericht hat jedoch weiter auch bestätigt, dass auf 
das Konfrontationsrecht verzichtet werden könne (so im Urteil des Bundesgerichts 
BGer 6B_542/2016 vom 5. Mai 2017, E. 2.3). Dies sei auch ohne ausdrückliche 
Verzichtserklärung der Fall, wenn die beschuldigte Person es unterlässt, rechtzeitig 
und formgerecht entsprechende Anträge zu stellen (Urteil des Bundesgerichts 
BGer 6B_522/2016 vom 30. August 2016, E. 1.3). 

Aus dieser bundesgerichtlichen Rechtsprechung ergibt sich, dass – sofern der Be-
schuldigte eine Konfrontation mit den Belastungszeugen beantragt hat – die jewei-
ligen Aussagen vorliegend nicht verwertbar sind. Dies gilt – wie nachfolgend noch 
aufzuzeigen sein wird – nicht für die Aussagen von AJ.________, AK.________, 

19

AL.________ und AM.________. Sie wurden in der Anwesenheit der Verteidigung 
des Beschuldigten einvernommen. Zwar hat der Beschuldigte eine erneute Einver-
nahme von AJ.________ beantragt. Indem er jedoch der oberinstanzlichen Haupt-
verhandlung zweimal unentschuldigt ferngeblieben ist, hat er auf eine persönliche 
Konfrontation verzichtet. Die Aussagen von AJ.________, AK.________, 
AL.________ und AM.________ sind damit verwertbar. 

17. Würdigung der Aussagen des Beschuldigten 

Eine detaillierte Würdigung der Aussagen des Beschuldigten wird an der gegebe-
nen Stelle erfolgen. Jedoch drängen sich bereits an dieser Stelle allgemeine Aus-
führungen auf. 

Der Beschuldigte machte vor der Vorinstanz (und ergänzend auch vor Obergericht) 
geltend, sein Geständnis, welches er später wieder zurückgenommen habe, sei 
falsch und nur aufgrund unangemessenen Druckes durch Staatsanwalt 
AN.________ erfolgt bzw. aufgrund seines dringlichen Wunsches, aus der Unter-
suchungshaft entlassen zu werden. Anlässlich der oberinstanzlichen Hauptver-
handlung begründete sein Verteidiger den Widerruf des Geständnisses nunmehr 
im Wesentlichen mit seinem Gesundheitszustand. Bereits diese doch eher wider-
sprüchlichen Begründungen zeigen auf, dass der Widerruf des Geständnisses als 
reine Schutzbehauptung zu werten und aus verfahrenstaktischen Gründen erfolgt 
ist. 

Die Kammer erachtet die selbstbelastenden Aussagen des Beschuldigten als 
glaubhaft. Es ist nicht einzusehen, wieso sich dieser in derart erheblichem Masse 
selbst belasten sollte, sollten denn die Vorwürfe nicht zutreffen. Hinweise, dass der 
Beschuldigte unter Druck gesetzt worden wäre, liegen keine vor. Der durchaus 
vorhandene Druck der fortbestehenden Untersuchungshaft dürfte bei der Entschei-
dung des Beschuldigten, Aussagen zu machen, durchaus eine Rolle gespielt ha-
ben. Dass die Staatsanwaltschaft auf diesen Umstand hinweist, ist ebenso vorstell-
bar und grundsätzlich nicht unzulässig. Dieser Umstand spielt jedoch bei sämtli-
chen Einvernahmen von Beschuldigten, welche aufgrund von Kollusionsgefahr in 
Untersuchungshaft versetzt wurden, eine Rolle. Dass in Folge dieser Umstände, 
unter denen die Einvernahme erfolgt, falsche Geständnisse in diesem Umfang und 
Detailgrad erfolgen sollten, ist ausgeschlossen. Kommt hinzu, dass die belasten-
den Aussagen des Beschuldigten mit den objektiven Beweismitteln und dem Un-
tersuchungsergebnis der Staatsanwaltschaft im Einklang standen bzw. stehen und 
auch keine Widersprüche in sich auszumachen sind. Wäre der Beschuldigte 
tatsächlich nicht wie in der Anklageschrift beschrieben vorgegangen, wäre es ihm 
kaum gelungen, derart detaillierte und genaue Aussagen zu machen. Als Beispiel 
kann seine Aussage zu dem AD.________ geschuldeten Betrag genannt werden. 
So gestand der Beschuldigte zwar ein, Schulden aus Hanfgeschäften zu haben, 
diese würden sich aber nicht auf CHF 3‘000.00 belaufen (pag. 1700). Der Beschul-
digte war damit durchaus imstande, detaillierte Angaben zu machen. Auch stimmt 
das Geständnis mit den Aussagen von AJ.________ und AK.________ überein, 
mithin also auch mit den vorhandenen und verwertbaren subjektiven Beweismitteln.

20

Es ist durchaus nachvollziehbar und steht insbesondere mit den Diagnosen und 
Feststellungen der psychiatrischen Gutachtern überein, dass der Beschuldigte die-
se Eingeständnisse später widerrufen hat. Der Beschuldigte hat im Strafverfahren 
ein wenig kooperatives Verhalten gezeigt und wiederholt versucht, den Verfah-
rensgang zu verzögern, so insbesondere auch bei seiner psychiatrischen Begut-
achtung, welcher er sich zu entziehen versuchte, weswegen denn auch ein Akten-
gutachten erstellt werden musste. Zudem hat der Beschuldigte auch wiederholt wi-
dersprüchliche Aussagen getätigt, abhängig vom jeweiligen Kontext und seinem 
jeweiligen Ziel. Der Widerruf dieser Aussagen kann daher – insbesondere auch un-
ter Berücksichtigung der medizinischen bzw. psychiatrischen Diagnose – nicht als 
charakterfremd beurteilt werden und weist insbesondere auch nicht darauf hin, 
dass der Beschuldigte sich tatsächlich zu falschen Geständnissen hätte drängen 
lassen. 

Schliesslich machte die Verteidigung anlässlich der oberinstanzlichen Hauptver-
handlung geltend, die Vorinstanz habe bezüglich eines Vorwurf, von welchem sie 
den Beschuldigten frei gesprochen habe, am Geständnis des Beschuldigten ge-
zweifelt und dieses als nicht glaubhaft erachtet. Im Widerspruch dazu habe aber 
die Vorinstanz alle übrigen selbstbelastenden Aussagen des Beschuldigten als 
glaubhaft erwogen, auch wenn der Beschuldigte Dokumente vorlegen könne, wel-
che seine Abwesenheit zum Tatzeitpunkt belegen könnten. 

Die vorinstanzliche Beweiswürdigung in Bezug auf Sachverhalte, für welche 
rechtskräftige Freisprüche erfolgt sind, hat die Kammer nicht zu überprüfen. Ob das 
Vorgehen der Vorinstanz, in diesem Punkt nicht auf die selbstbelastenden Aussa-
gen des Beschuldigten abzustellen, falsch bzw. widersprüchlich ist, kann und muss 
daher offen gelassen werden. Hingegen hat die Kammer die selbstbelastenden 
Aussagen des Beschuldigten in Bezug auf die übrigen Vorwürfe, für welche 
Schuldsprüche erfolgt sind, zu überprüfen. Diese selbstbelastenden Aussagen sind 
– wie oben dargelegt – glaubhaft und werden insbesondere auch durch weitere ob-
jektive und/oder subjektive Beweismittel bestätigt (siehe nachfolgende Ausführun-
gen zu den einzelnen Vorwürfen). 

18. Beweiswürdigung bezüglich Drogenhanf

Zunächst einmal kann festgehalten werden, dass es sich beim fraglichen Hanf um 
Drogenhanf im Sinne des Betäubungsmittelgesetzes gehandelt hat (pag. 1347). Da 
der sichergestellte Hanf – wie nachfolgend noch aufzuzeigen sein wird – identisch 
ist mit dem Hanf, welcher in AO.________ und H.________ gelagert wurde, hat als 
erwiesen zu gelten, dass das Ganze in der Anklageschrift erwähnte Hanfmaterial 
als Betäubungsmittel zu gelten hat. Dies war dem Beschuldigten auch bewusst 
bzw. der Beschuldigte bezweckte die Produktion von Drogenhanf, was er zumin-
dest punktuell auch glaubhaft eingestanden hat (pag. 1742, 1745, 1746, 1787, 
1814, 1825). Die Aussage, dass der Beschuldigte Hanfessenzen hätte herstellen 
wollen, erscheint bereits aufgrund des hierfür betriebenen Aufwands und des ge-
ringen zu erwartenden Gewinns als Schutzbehauptung. Kommt hinzu, dass der 
Beschuldigte keine genauen Angaben dazu machen konnte, wie viel Essenz 400 
Kilo Hanf ergeben hätten (pag. 1800). Hätte sich der Beschuldigte tatsächlich mit 

21

der Hanfessenzproduktion beschäftigt, wäre mit detaillierteren Angaben zu rechnen 
gewesen. Es hat daher als erwiesen zu gelten, dass der Beschuldigte Drogenhanf 
anbauen bzw. damit handeln wollte. 

19. Zum Vorwurf des Transports, Aufbewahrens bzw. Besitzes von Betäubungs-
mitteln gemäss Ziff. 2.1.1. bis 2.1.3. der Anklageschrift

19.1 Vorwurf gemäss Anklage

Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, von September 2009 bis am 10. März 2010 
gestohlenen Hanf in ein von seinem Bruder AC.________ gemietetes Lager nach 
AO.________ und dann in zwei von ihm gemietete Lagerräume nach H.________ 
transportiert zu haben (Ziff. 2.1.1. der Anlageschrift), im gleichen Zusammenhang 
ca. 165 kg getrocknetes und grob verarbeitetes Drogen-Hanfmaterial (ca. 55 kg 
Blütenstände und ca. 110 kg durchmischtes Hanfmaterial) besessen, gelagert und 
verarbeitet zu haben (Ziff. 2.1.2. der Anklageschrift), sowie dieses Drogenmaterial 
am 10. März 2010 zum Zweck des Transports von H.________ nach I.________ 
an AB.________ übergeben zu haben (Ziff. 2.1.3. der Anklageschrift).

19.2 Beweismittel

Die Vorinstanz hat die objektiven und subjektiven Beweismittel zutreffend wieder-
gegeben. Auf diese Ausführungen wird verwiesen (pag. 5857 ff., S. 20-22 der Ent-
scheidbegründung). Von Bedeutung sind vorliegend im Wesentlichen die selbstbe-
lastenden Aussagen des Beschuldigten. 

19.3 Beweiswürdigung durch die Kammer

Die selbstbelastenden Aussagen des Beschuldigten sind glaubhaft. Zwar bestritt 
der Beschuldigte anfangs die ihm gemachten Vorwürfe. Gleichentags machte er 
jedoch anlässlich der Hafteröffnung umfangreiche Aussagen. Von Bedeutung ist, 
dass der Beschuldigte bereits zu Beginn der Einvernahme darauf hinwies, dass er 
nun alle Fakten auf den Tisch legen wolle und vollumfänglich zur Kooperation be-
reit sei (pag. 1671). Auf den Beschuldigten wurde also in keinster Art und Weise 
Druck ausgeübt. In freier Erzählung schilderte er, dass er seit September 2009 in 
H.________ ein Lager gemietet habe. Er habe die Ware, welche er auf einem Feld 
in Solothurn geklaut habe, dorthin gebracht. Er habe es dann in H.________ ge-
trocknet und gerüstet. Es könne sein, dass es 6 kg gewesen seien. Der Hanf sei 
zum Rauchen nicht brauchbar gewesen, er habe es einem Destillateur übergeben 
wollen (pag. 1674 f.). Weiter bestätigte er, dass AB.________ am 10. März 2010 
das Material aus seinem Lager geholt habe, und es sich dabei um seinen Hanf ge-
handelt habe (pag. 1676). Später in der Einvernahme gab der Beschuldigte an, 
dass er die Ware habe AP.________ liefern wollen. Was dieser damit habe ma-
chen wollen, wisse er nicht (pag. 1679). Der Beschuldigte bestätigte seine Aussa-
gen am 29. März 2010 und präzisierte seine Angaben auch noch detailreich, so 
beispielsweise bezüglich der Frage, wo er den Hanf geklaut habe (pag. 1685 f.). 
Auch am 1. April 2010 und am 16. April 2010 wiederholte der Beschuldigte diese 
Aussagen (pag. 1695 und 1742). Schliesslich bestätigte er seine Angaben auch vor 
der a.o. Untersuchungsrichterin AQ.________ am 22. April 2010 (pag. 1752 und 
1757). 

22

Die Kammer stellt auf diese selbstbelastenden Aussagen ab. Der Beschuldigte hat 
sie mehrfach bestätigt. Hätte es sich dabei tatsächlich um ein falsches Geständnis 
gehandelt, hätte er dieses nicht mehrfach und auch gegenüber einer anderen Un-
tersuchungsrichterin bestätigt. Das spätere Bestreiten dieser Vorwürfe erachtet die 
Kammer nicht als glaubhaft bzw. als späte Schutzbehauptung. Es ist daher von fol-
gendem Sachverhalt auszugehen: Der Beschuldigte lagerte zuvor entwendetes 
Hanfmaterial zwischen dem September 2009 und dem 10. März 2010 in 
AO.________, dann in H.________, und übergab den durch ihn verarbeiteten Hanf 
schliesslich am 10. März 2010 an AB.________ zum Transport nach I.________. 
Mengenmässig ist von ca. 55 kg Hanfblüten und 110 kg durchmischtem Hanfmate-
rial auszugehen; dies entspricht dem bei AB.________ und AA.________ im Fahr-
zeug sichergestellten Hanf (pag. 1341, Anzeige vom 25. Juni 2010). 

20. Zum Vorwurf des Kaufs von Betäubungsmitteln gemäss Ziff. 2.2.1. der Ankla-
geschrift

20.1 Vorwurf gemäss Anklage

Dem Beschuldigten wird gemäss Anklage vorgeworfen, er habe zwischen Oktober 
2009 und März 2010 von AD.________ in J.________ ca. 12 kg Hanfrohmaterial 
gekauft und zu Hanfblüten verarbeitet.

20.2 Beweismittel

Die Vorinstanz hat die objektiven Beweismittel sowie die Aussagen des Beschul-
digten, welche die einzigen verwertbaren subjektiven Beweismittel darstellen, zu-
treffend wiedergegeben. Auf diese Ausführungen wird verwiesen (pag. 5860 f., 
S. 23 f. der Entscheidbegründung). 

20.3 Beweiswürdigung durch die Kammer

Auch diesen Vorwurf hat der Beschuldigte eingestanden. Er gab am 29. März 2010 
an, er habe ca. 7 kg Hanfmaterial von AD.________ übernommen, sie hätten noch 
keinen Preis vereinbart. Auch dieses Hanf sei durchsamt und unbrauchbar gewe-
sen (pag. 1687 f.). Diese selbstbelastenden Angaben bestätigte der Beschuldigte 
am 1. April 2010 und gab an, es seien ca. 8 Kilo gewesen (pag. 1696). Am 
16. April 2010 korrigierte der Beschuldigte seine Kiloangaben noch weiter und hielt 
fest, dass es insgesamt ca. 12 Kilo gewesen seien (pag. 1744). Später korrigierte 
er diese Angabe wiederum nach unten auf 8 Kilogramm, bevor er sein Geständnis 
schliesslich vollumfänglich zurückzog. Erneut kann festgehalten werden, dass nicht 
einzusehen ist, wieso sich der Beschuldigte zu Unrecht (über drei Einvernahmen 
hinweg) selbst belasten sollte. Die Vorinstanz hat desweitern zutreffend darauf hin-
gewiesen, dass die Aussagen des Beschuldigten auch mit den polizeilichen Beob-
achtungen vom 17. November 2009 sowie den abgehörten Telefongesprächen, bei 
denen von einer AD.________ (Vorname) als Lieferantin die Rede ist (pag. 1704 
und 1706), übereinstimmen. Die Polizei konnte feststellen, dass der Beschuldigte 
bei der Familie AD.________ zwei 35 Liter Kehrichtsäcke mit Hanf-
blüten/Hanfrohmaterial in einen Reisekoffer packte und mit diesem Koffer nach 
AR.________ fuhr (pag. 1744). Gerade vor dem Hintergrund dieser Beobachtun-
gen kann ohne weiteres auf das Geständnis abgestellt werden. Bezüglich der 

23

Menge kann ebenfalls auf die vom Beschuldigten gemachte Angabe von 12 Kilo 
abgestellt werden. Es ist nicht ersichtlich, wieso der Beschuldigte eine zu hohe 
Menge angeben sollte. Zudem ist diese Menge wiederum aufgrund der polizeili-
chen Beobachtungen, welche zwei 35 Liter Kehrichtsäcke Hanfmaterial im Besitz 
des Beschuldigten feststellen konnten, glaubhaft. 

Zusammengefasst ist festzuhalten, dass der Beschuldigte zwischen Oktober 2009 
und März 2010 ca. 12 Kilo Hanfmaterial bei der Familie AD.________ gekauft und 
zur Verarbeitung nach Bern/AR.________ gebracht hat. 

21. Zum Vorwurf des Kaufs und Besitzes von Betäubungsmitteln gemäss Ziff. 
2.3.1./2.3.2, 2.2.3. und 2.5. der Anklageschrift

21.1 Vorwurf gemäss Anklage

Dem Beschuldigten wird gemäss Anklage vorgeworfen, er habe zwischen Oktober 
2009 und dem 25. März 2010 bei AE.________ in K.________ 12 kg Hanfrohmate-
rial gekauft und anschliessend in Bern zu Hanfblüten verarbeitet. Damit zusam-
menhängend wird dem Beschuldigten vorgeworfen, er habe am 25. Oktober 2010 
und vorher insgesamt rund 5‘750 g Hanfblüten (entstammen den 12 kg Hanfrohma-
terial) besessen.

21.2 Beweismittel 

Als Beweismittel liegen der Kammer Telefongespräche zwischen dem Beschuldig-
ten und AS.________, AE.________ sowie AE.________ (Ehefrau) vor. Zudem hat 
sich der Beschuldigte wiederum selbst zu den Vorwürfen geäussert. Auf diese Aus-
führungen der Vorinstanz kann verwiesen werden (pag. 5862 f., S. 25 f. der Ent-
scheidbegründung). 

Weiter konnte ein Rollkoffer mit Blütenständen, Verpackungsmaterial sowie ein 
Kehrichtsack mit Hanfmaterial sichergestellt werden (pag. 5868 f., S. 31 f. der Ent-
scheidbegründung). Der Beschuldigte hat sich am 16. April 2010 zu den Vorwürfen 
geäussert und bestätigt, dass der Koffer samt 2 kg Hanfblüten ihm gehören würde 
(pag. 5869, S. 32 der Entscheidbegründung). 

21.3 Beweiswürdigung durch die Kammer

Als unbestritten hat aufgrund der entsprechenden Auswertung des IRM Bern zu 
gelten, dass das Hanfmaterial einen THC-Gehalt von 1,8 % aufwies und damit un-
ter das Betäubungsmittelgesetz fällt (pag. 1358). Da die Hanfprobe vom Betrieb der 
Familie AE.________ stammt, kann davon ausgegangen werden, dass sämtlicher 
Hanf, welcher von diesem Betrieb stammt, als Betäubungsmittel zu gelten hat. 

Der Beschuldigte gestand auch diesen Sachverhalt ein und gab am 1. April 2010 
an, dass er auch in K.________ – also bei der Familie AE.________ – Hanf geholt 
habe (pag. 1700 f.). Auch anlässlich der Einvernahme vom 14. April 2010 bestätig-
te der Beschuldigte seine Aussagen und gab an, dass er ca. 8 kg Hanfblüten bei 
der Familie AE.________ in K.________ bezogen habe. Auch dieses sei zum Rau-
chen unbrauchbar gewesen (pag. 1721). Am 16. April 2010 erklärte er, dass er ca. 
3 x 4 Kilo, also 12 Kilo bei der Familie AE.________ bezogen habe (pag. 1743). 

24

Diese Aussage bestätigte er bei der a.o. Untersuchungsrichterin AQ.________ am 
22. April 2010 explizit (pag. 1752 f.). 

Die belastenden Aussagen des Beschuldigten werden durch die abgehörten Tele-
fongespräche gestützt. Der Beschuldigte konnte auf Vorhalt dieser Telefonge-
spräche nachvollziehbare Erklärungen liefern und damit die Übernahme von Hanf 
der Familie AE.________ bestätigen (pag 1722 ff.). Angesichts dieser objektiven 
Beweismittel kann auf die Aussagen des Beschuldigten abgestellt werden und die 
Kammer erachtet sein Bestreiten anlässlich der Schlusseinvernahme nicht als 
glaubhaft.

Bezüglich der Menge kann ohne Weiteres auf die Angaben des Beschuldigten, wo-
nach er drei mal 4 Kilo Hanfrohmaterial bezogen habe, abgestellt werden 
(pag. 1743). Der Beschuldigte hat nachvollziehbar dargelegt, wie er zu dieser Men-
ge kam bzw. wie sich die Berechnung zusammensetzt. 

Anlässlich der Hausdurchsuchung vom 6. April 2010 wurden Hanfblüten und 
Hanfmaterial sichergestellt (2,55 kg Hanfblüten und 3,2 kg Hanfmaterial). Der Be-
schuldigte bestätigte am 16. April 2010, dass es sich beim Koffer, in dem sich ein 
Teil des Hanfes befand, um seinen Koffer handeln würde und dieser 2 Kilo Hanf-
blüten, ein Vakumiergerät und ein Sack mit portionierten Hanfblüten sowie eine 
Küchenwaage enthalten würde. Alles würde ihm gehören (pag. 1749). Dass der 
Beschuldigte auch den Inhalt des Koffers detailliert und zutreffend benannte, 
spricht – auch wenn ihm Fotos vorlagen – klar für die Glaubhaftigkeit der Aussa-
gen. Auch wenn der Beschuldigte keine Angaben zum Kehrichtsack machen konn-
te, ist davon auszugehen, dass auch dieser ihm gehört, zumal er sich ebenfalls in 
der gleichen Wohnung befunden hat. Es kann daher davon ausgegangen werden, 
dass der Beschuldigte im E.________ 5,75 Kilo Hanfblüten und Hanfmaterial be-
sessen hat. 

22. Zum Vorwurf des Verkaufs, der Vermittlung bzw. Abgabe von Betäubungsmit-
teln gemäss Ziff. 2.4.1. bis 2.4.7. der Anklageschrift

22.1 Vorwurf gemäss Anklage

Dem Beschuldigten wird gemäss Anklage Folgendes vorgeworfen:

• ab Juni 2009 bis am 25. März 2010 in Bern, Zürich und anderswo ca. 9 bis 
10 kg Hanfblüten an unbekannte Personen verkauft zu haben;

• am 10. März 2010 in Bern oder anderswo ca. 39 g Hanfblüten an 
AP.________ verkauft zu haben; 

• von Februar 2010 bis am 25. März 2010 in Bern oder anderswo ca. 200 g in 
Bern, E.________ bzw. anderswo Hanfblüten an AT.________ verkauft zu 
haben;

• von Anfang März 2010 bis am 25. März 2010 in Bern, E.________ bzw. an-
derswo ca. 100 g Hanfblüten an AU.________ verkauft zu haben;

• von Dezember 2009 bis März 2010 in Bern bzw. evtl. anderswo 200 g 
Hanfblüten an AV.________ verkauft zu haben; 

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• von Dezember 2009 bis März 2010 an einem unbekannten Ort 1 kg Hanf-
blüten an AW.________ verkauft bzw. abgegeben zu haben;

• und von Dezember 2009 bis März 2010 an einem unbekannten Ort eine 
unbekannte Menge bzw. 2 kg Hanfblüten an AP.________ verkauft bzw. 
abgegeben zu haben.

22.2 Beweismittel

Der Kammer liegen als verwertbare Beweismittel vorliegend die sichergestellten 39 
g Hanfblüten sowie die Aussagen des Beschuldigten vor (pag. 5865 f., S. 28 f. der 
Entscheidbegründung). Es kann auf die Zusammenfassung durch die Vorinstanz 
verwiesen werden. 

22.3 Beweiswürdigung durch die Kammer

Unter diesem Anklagepunkt werden dem Beschuldigten diverse Verkäufe vorge-
worfen. Die Aussagen des Beschuldigten (vgl. pag. 5866 f., S. 28 f. der Entscheid-
begründung) sind glaubhaft. Er bezeichnete verschiedene einschlägig bekannte 
Orte, an denen er Hanf verkauft habe (Langstrasse Zürich, Reithalle und Münster-
plattform Bern etc.), benannte einige Abnehmer namentlich und machte konkrete 
Mengenangaben. Zu Gunsten des Beschuldigten ist bei den ungefähren Angaben 
auf die kleineren Mengenangaben abzustellen und es ist davon auszugehen, dass 
der Beschuldigte in Zürich und Bern je 3 Kilo, total also 6 Kilo Hanf verkauft hat 
(pag. 5866). Weiter ist auf die konkreten Angaben des Beschuldigten abzustellen, 
soweit er Angaben zu Menge und Person der Abnehmer machte (vgl. pag. 5867 f., 
S. 30 f. der Entscheidbegründung). Der Beschuldigte konnte nicht nur konkrete 
Personen und Mengen benennen, er vermochte auch Angaben zum Preis zu ma-
chen und erinnerte sich offenbar gut an die Abnehmer und den Verkaufsort 
(pag. 1747 f.). Diese Umstände sprechen dafür, dass der Beschuldigte tatsächlich 
Erlebtes schilderte und seine Aussagen glaubhaft sind. Insgesamt und unter 
Berücksichtigung der Verkäufe bzw. Abgaben an die gennannten Abnehmer ist von 
einer verkauften bzw. abgegebenen Menge von 7,5 Kilo Hanf auszugehen. 

Dass es sich dabei um Drogenhanf gehandelt hat, ergibt sich aus dem Umstand, 
dass der Hanf in kleinen Mengen auf der Strasse an Abnehmer, welche sich an 
den einschlägig bekannten Orten aufgehalten haben, abgegeben wurde. Dieser 
Schluss wird zudem durch die Probe, welche bei einer Abnehmerin des Beschul-
digten (AX.________) genommen werden konnte und einen THC-Gehalt von 8,3 % 
ergab, gestützt (pag. 1373 und 2519).

23. Zum Vorwurf des Erlangens von Betäubungsmitteln und Sachbeschädigung 
gemäss Ziff. 2.6. und 7. der Anklageschrift

23.1 Vorwurf gemäss Anklage

Die Anklage wirft dem Beschuldigten vor, er habe am 13. September 2010, ca. 
00:40 Uhr, in J.________ zusammen mit weiteren Personen eine unbekannte 
Menge Outdoorhanf erlangt sowie anschliessend an unbekannte Personen ver-
kauft. Weiter wird ihm vorgeworfen, er habe bei dieser Gelegenheit beim Hanffeld 
von AD.________ in J.________ die Elektrodrähte des Zauns und mehrere 

26

Scheinwerferkabel durchschnitten und dadurch einen Sachschaden von CHF 
500.00 verursacht.

23.2 Beweismittel

Als objektives Beweismittel liegt der Kammer das bei AK.________ sichergestellte 
Hanfmaterial vor. Weiter haben sich auch der Beschuldigte (pag. 5871 ff., S. 34-36 
der Entscheidbegründung), AJ.________ (pag. 5873, S. 36 der Entscheidbegrün-
dung) und AK.________ (pag. 5873 ff., S. 36-38 der Entscheidbegründung) mehr-
mals zu den Vorwürfen geäussert. Auf die Zusammenfassung ihrer Aussagen kann 
verwiesen werden. 

23.3 Vorbringen der Verteidigung

Die Verteidigung macht geltend, der Beschuldigte komme als Täter nicht in Frage, 
da er sich zum Tatzeitpunkt in Luxembourg aufgehalten habe. Die Verteidigung 
reichte eine Darlehensbestätigung zu den Akten, welche zeigen soll, dass der Be-
schuldigte derjenigen Person, welche ihn bei sich übernachten liess, die Kosten der 
Übernachtung schuldet (pag. 6373). 

23.4 Beweiswürdigung durch die Kammer

Wiederum ist festzuhalten, dass der sichergestellte Hanf als Betäubungsmittel zu 
qualifizieren ist (vgl. Auswertung IRM auf pag. 2531).

Die selbstbelastenden Aussagen des Beschuldigten sind glaubhaft. Insbesondere 
die Entstehungsgeschichte dieser Aussagen zeigt, dass sie tatsachenbasiert sind. 
So gestand der Beschuldigte bereits anlässlich der Einvernahme vom 13. Okto-
ber 2010 ein, beim Feld in J.________ gewesen zu sein. Er wollte jedoch keine 
Kenntnis davon gehabt haben, dass etwas gestohlen worden sei (pag. 1789 f.). In 
der Folge wandte sich der Beschuldigte mit einem Brief an Untersuchungsrichter 
AN.________ und gestand ein, dass alles so gelaufen sei wie von AK.________ 
geschildert (pag. 3676 f.). Der Beschuldigte gestand den Sachverhalt nicht nur ein, 
sondern verlangte auch ein Gespräch mit Untersuchungsrichter AN.________. Es 
kann daher gerade bezüglich dieses Vorwurfs keine Rede davon sein, dass der 
Beschuldigte zu einem falschen Geständnis motiviert worden sei. Der Beschuldigte 
gestand schliesslich am 18. November 2010 ein, zusammen mit AK.________ den 
Hanf vom Feld entwendet zu haben, wobei ihm hierfür 30 % versprochen worden 
seien (pag. 1815 ff.). Am 6. Dezember 2012 gab der Beschuldigte dann auch die 
Namen weiterer Beteiligter preis (pag. 1827). Gerade die Tatsache, dass der Be-
schuldigte den Sachverhalt in mehreren Einvernahmen bestätigte und auch immer 
wieder neue Details benannte, spricht für die Glaubhaftigkeit des Geständnisses. 

Schliesslich stimmen insbesondere auch die verwertbaren Aussagen von 
AK.________ und AJ.________ mit dem vom Beschuldigten geschilderten Sach-
verhalt überein. 

Das als Darlehensbestätigung beschriebene Dokument, welches zwar unterzeich-
net wurde, nicht jedoch mit anderen überprüfbaren Dokumenten zusammen einge-
reicht wurde (so z.B. offizielle Quittungen von Benzin- oder Kioskkäufen oder elek-
tronisch nachweisbare Zahlungen), vermag keine Zweifel an diesen subjektiven 
Beweismitteln zu wecken.

27

Die Kammer erachtet es daher als erwiesen, dass der Beschuldigte am 13. Sep-
tember 2010 zusammen mit weiteren Personen eine unbekannte Menge Outdoor-
hanf vom Hof der Familie AD.________ erlangt, und bei der Entwendung des Ma-
terials mehrere Zäune und Scheinwerferkabel beschädigt hat. 

23.5 Rechtliche Würdigung Sachbeschädigung

An dieser Stelle erfolgt bereits die rechtliche Würdigung in Bezug auf den Vorwurf 
der Sachbeschädigung. Die rechtliche Qualifikation der Betäubungsmitteldelikte 
wird weiter unten erfolgen (vgl. E. VI).

Indem der Beschuldigte am 13. September 2010 zusammen mit weiteren Personen 
eine unbekannte Menge Outdoorhanf beim Hof AD.________ in J.________ er-
langt und dabei wissentlich und willentlich mehrere Zäune und mehrere Scheinwer-
ferkabel, welche sich in fremden Eigentum befanden, beschädigt hat, so dass ein 
Schaden von ca. CHF 500.00 entstanden ist, hat er sich der Sachbeschädigung 
gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB schuldig gemacht. 

24. Zum Vorwurf des Anbaus, Verarbeitens, Transports und Besitzes von Betäu-
bungsmitteln gemäss Ziff. 2.7.1. bis 2.7.4. und 2.8.1.-2.8.3. der Anklageschrift

24.1 Vorwurf gemäss Anklage

Dem Beschuldigten wird gemäss Anklage vorgeworfen, im Sommer/Herbst 2010 
auf einem Feld von Landwirt AY.________ in C.________ ca. 1 ha Hanf zur Ge-
winnung von Betäubungsmitteln angebaut zu haben, diesen Hanf verarbeitet bzw. 
in der Nacht vom 18./19. September 2010 geerntet, am Abend des 18. Septem-
ber 2010 auf eine Heubühne in C.________ transportiert und bis am 20. Septem-
ber 2010 ca. 360 kg Hanf besessen zu haben. 

Der Beschuldigte soll diesen Hanf am 18. September 2010 ab dem Feld von 
AY.________ in L.________ durch Q.________ nach M.________ befördert haben 
lassen, vom 18. September bis am 27. September 2010, vorher oder nachher, ca. 
20 kg getrocknete Hanfblüten und ca. 50 kg getrocknete Hanfzweige und Rüstab-
fälle in M.________ aufbewahrt und besessen haben, sowie vom 18. September 
bis am 27. September 2010, vorher oder nachher, unter Mithilfe von Q.________ 
und AJ.________ in M.________ ca. 40 kg Hanfblüten verarbeitet und unbekann-
ten Personen zum Preis von mindestens CHF 3‘000.00 pro kg weiterverkauft ha-
ben.

24.2 Beweismittel

Als objektive Beweismittel liegen der Kammer die Hanfproben vom Feld des Land-
wirts AY.________ sowie die im Zusammenhang mit diesem Hanffeld gemachten 
Beobachtungen der Polizei vor (pag. 5876 f., S. 39 f. der Entscheidbegründung). 
Objektive Beweismittel sind weiter die Anzeige der Kantonspolizei Freiburg bzw. 
die darin enthaltene Beschreibung der Durchsuchung der Wohnung .________, in 
der zwei Personen angetroffen und Hanfblüten bzw. Hanfmaterial sichergestellt 
werden konnten, sowie die Analyse des Materials durch das IRM Bern 
(pag. 5882 f., S. 45 f. der Entscheidbegründung). 

28

Als subjektive Beweismittel liegen der Kammer die verwertbaren Aussagen des 
Beschuldigten und diejenigen von AJ.________ vor. Die Vorinstanz hat diese Aus-
sagen zutreffend zusammengefasst (vgl. pag. 5878 ff., S. 41-43 der Entscheidbe-
gründung und pag. 5883 ff., S. 46-48. der Entscheidbegründung; pag. 5888 f., 
S. 44 f. der Entscheidbegründung und pag. 5885 f., S. 48 f. der Entscheidbegrün-
dung). 

24.3 Beweiswürdigung durch die Kammer

Zunächst einmal ist festzuhalten, dass aufgrund der Proben, welche dem Hanffeld 
von AY.________ entnommen wurden, feststeht, dass es sich beim fraglichen Hanf 
um Betäubungsmittel handelt (pag. 2532). 

Bereits die objektiven Beweismittel bzw. die Beobachtungen der Polizei belegen, 
dass der Beschuldigte in die ihm vorgeworfenen Handlungen involviert war bzw. 
diese vorgenommen hat. So wurde er zusammen mit AP.________ beim Abernten 
des Feldes angehalten (pag. 1390 f.). 

Aussergewöhnlich ist, dass der Beschuldigte im Zusammenhang mit diesem Vor-
wurf stets verharmlosende Aussagen gemacht hat und von sich wies, die Verant-
wortung über das Vorhaben inne gehabt zu haben (pag. 1771, 1778, 1787, 
1797 ff.). Jedoch liegt auch hier ein Schreiben des Beschuldigten vom 10. Novem-
ber 2010 an Untersuchungsrichter AN.________ vor, indem er die belastenden 
Aussagen von Q.________ anerkennt (pag. 3676 f.). Auch hier ging die Initiative, 
belastende Aussagen zu machen, ausschliesslich vom Beschuldigten aus. Er er-
suchte darum, mit Untersuchungsrichter AN.________ sprechen zu dürfen, was für 
die Glaubhaftigkeit der belastenden Aussagen spricht. Anlässlich der Einvernahme 
vom 18. November 2010 bezeichnete der Beschuldigte seine Rolle als diejenige 
eines Mitläufers (pag. 1812). Am 6. Dezember 2012 machte der Beschuldigte 
schliesslich umfassendere und schwerer belastende Aussagen. Er gab an, er sei 
im Juli fast täglich auf dem Feld gewesen (pag. 1823). Der Beschuldigte gestand 
auch ein, dass man bald gemerkt habe, dass der Hanf zum Rauchen geeignet sei. 
Er habe dem Bauer auch Geld versprochen, damit er ihm das Feld zur Verfügung 
stelle (pag. 1825 f.). Weiter gestand er auch ein, Q.________ und AJ.________ 
damit beauftragt zu haben, den Hanf zu ernten, zu rüsten und zu trocknen 
(pag. 1826 f.). Auf diese selbst belastenden Aussagen ist abzustellen. Auch hier 
zeigt die Entstehungsgeschichte der Aussagen, dass es sich nicht um ein falsches 
Geständnis handeln kann. AJ.________ hat zudem bestätigt, im Auftrag des Be-
schuldigten Hanf abtransportiert und gerüstet zu haben. Seine Aussagen, welche 
zahlreiche Realitätskriterien enthalten (der Beschuldigte habe Angst vor der Polizei 
gehabt und immer von den «Blauen» gesprochen; der Beschuldigte habe ihn zur 
Zusammenarbeit bewegen können, indem er ihm sein Portemonnaie mit 
CHF 20‘000.00-25‘000.00 bar gezeigt habe) decken sich zumindest teilweise mit 
denjenigen des Beschuldigten, weswegen darauf abgestellt werden kann. Auch 
wenn die Rolle des Beschuldigten nicht gänzlich geklärt werden kann, ist doch von 
seinen glaubhaften selbstbelastenden Angaben auszugehen. Demnach hat er 
selbst das Feld von AY.________ gepachtet und Q.________ und AJ.________ 
mit der Verarbeitung des Hanfs und dem Transport beauftragt. 

29

Die Kammer erachtet es daher als erwiesen, dass der Beschuldigte zwischen Mai 
2010 und dem 27. September 2010 eine unbekannte Menge Hanfstauden zum 
Zweck der Gewinnung von illegalem Drogenhanf angebaut hat und insofern Dro-
genhanf herstellte, als er diesen pflegte und erntete bzw. pflegen und ernten liess. 
Konkret liess er zwischen dem 18. und 27. September 2010 eine unbestimmte 
Menge Hanf nach M.________ befördern und 20 kg Hanfblüten herstellen. Insge-
samt hat der Beschuldigte in diesem Zeitraum ca. 360 kg Hanf besessen. 

25. Zum Vorwurf des Anbaus von Betäubungsmitteln gemäss Ziff. 1.2. der An-
klageschrift

25.1 Vorwurf gemäss Anklage

Dem Beschuldigten wird gemäss Anklage vorgeworfen, er habe von Frühjahr 2011 
bis am 20. September 2011 mit AZ.________ und BA.________ auf einem Feld in 
G.________ auf einer Fläche von ca. 300 m2 ca. 183 Hanfpflanzen mit einem THC-
Gehalt von über 1% (THC-Gehalt gemäss Probe 4.1%) gepflanzt und betreut. 

25.2 Beweismittel

Als objektive Beweismittel liegen der Kammer die im Rapport vom 22. März 2012 
festgehaltenen Feststellungen der Polizei anlässlich des Fundes eines Hanffeldes 
in G.________ sowie die Analyse der Hanfpflanzenproben vor (pag. 5855, 
S. 18 der Entscheidbegründung). Verwertbar sind zudem die Aussagen, welche der 
Beschuldigte anlässlich seiner Einvernahme am 20. September 2011 machte und 
welche die Vorinstanz zutreffend wiedergegeben hat (pag. 5856, S. 19 der Ent-
scheidbegründung). 

25.3 Beweiswürdigung durch die Kammer

Zunächst ist festzuhalten, dass aufgrund der entsprechenden Auswertung durch 
das IRM Bern erwiesen ist, dass die Hanfpflanzen als Betäubungsmittel zu qualifi-
zieren sind (pag. 1543).

Der Beschuldigte äusserte sich anlässlich der Einvernahme vom 20. Septem-
ber 2011 zu den Vorwürfen. Seine Aussagen zu seinen Tathandlungen sind glaub-
haft. Auffällig ist, dass er zuerst äusserst defensive Angaben machte und angab, 
den aus seiner Sicht legalen Hanf lediglich zu bewachen (pag. 1844). Erst auf Vor-
halt der Beobachtungen der Polizei – der Beschuldigte hat bei seiner Anhaltung 
Hanf getrocknet – sowie der belastenden Aussagen der Besitzer des Feldes ge-
stand der Beschuldigte ein, er habe den Hanf getrocknet, um den Schimmel zu 
vernichten. Zudem habe er die männlichen Pflanzen ausgerissen, damit diese die 
weiblichen Pflanzen nicht befruchten würden (pag. 1856). Im Mai/Juni habe er ge-
holfen, Samen zu säen (pag. 1846). Diese selbstbelastenden Aussagen erfolgten 
frei und ohne entsprechenden Vorhalt. Insbesondere der Umstand, dass er männli-
che Pflanzen ausgerissen habe, war kein konkreter Vorhalt der Polizei. Die Kam-
mer stellt auf diese Aussagen ab. Es ist daher davon auszugehen, dass der Be-
schuldigte mit dem Anbau, der Pflege und der Gewinnung der Hanfpflanzen ei-
genständig betraut war, wobei offen bleiben kann, ob er auch noch weitere Hand-
lungen vorgenommen hat und mit wem. Weiter ist auch davon auszugehen, dass 
der Beschuldigte wusste, dass es sich dabei um Drogenhanf handelt. Zum einen 

30

ergibt sich dies bereits aus dem Umstand, dass er für die Bewachung des Feldes 
zuständig war und damit mit Diebstahlsversuchen rechnete, was bei praktisch wert-
losem Industriehanf kaum der Fall wäre. Zum anderen wurde gemäss den eigenen 
Angaben des Beschuldigten die Gewinnung von Hanfblüten bezweckt, was klar 
darauf hinweist, dass es sich um Drogenhanf gehandelt hat. Der Sachverhalt 
gemäss Anklage hat daher als erwiesen zu gelten. 

26. Zum Vorwurf der falschen Anschuldigung gemäss Ziff. 3 der Anklageschrift

26.1 Vorwurf gemäss Anklage

Dem Beschuldigten wird gemäss Anklage zusammengefasst vorgeworfen, er habe 
mit Anzeige vom 7. März 2006 wider besseres Wissen den damaligen Kreisge-
richtspräsidenten des Gerichtskreises VI Signau-Trachselwald des Amtsmiss-
brauchs und der Irreführung der Rechtspflege bezichtigt. Zudem habe er ihm vor-
geworfen, bestechlich zu sein. 

26.2 Beweismittel

Die Kammer hat die der Anzeige des Beschuldigten gegen N.________ folgende 
Prozessgeschichte zutreffend wiedergegeben, darauf wird verwiesen (pag. 5887 ff., 
S. 50-53 der Entscheidbegründung).

Der Beschuldigte hat sich am 6. Februar 2007 sowie am 17. Juli 2008 inhaltlich zu 
den Vorwürfen geäussert (pag. 5890 f., S. 53 f. der Entscheidbegründung).

26.3 Vorbringen der Verteidigung

Die Verteidigung macht in rechtlicher Hinsicht geltend, die vom Beschuldigten in 
dem wirren und zusammenhangslosen Schreiben geäusserten Vorwürfe seien of-
fenbar nicht geeignet gewesen, die Rechtspflege zu behelligen. Vielmehr sei das 
Schreiben des Beschuldigten als Beleidigung oder allenfalls als Verleumdung zu 
werten, wobei es jedoch an einem Strafantrag fehlen würde und ohnehin bereits 
die Verjährung eingetreten wäre. 

26.4 Beweiswürdigung durch die Kammer

Der Sachverhalt ist grundsätzlich erstellt und auch unbestritten (pag. 5887 ff., 
S. 50-53 der Entscheidbegründung). Zu prüfen ist einzig, was der Beschuldigte 
zum Zeitpunkt der Einreichung der Anzeige wusste und welches Ziel er mit seinen 
Handlungen verfolgte.

Aufgrund der Tatsache, dass die vom Beschuldigten gegen den ehemaligen Kreis-
gerichtspräsidenten N.________ erhobenen Vorwürfe bereits untersucht worden 
waren, auf seine Anzeigen nicht eingetreten wurde und die Anklagekammer des 
Obergerichts die Ablehnungsgesuche abgewiesen hatte, soweit sie überhaupt dar-
auf eintrat, wusste der Beschuldigte, dass die von ihm erhobenen Vorwürfe unzu-
treffend waren und sich der ehemalige Kreisgerichtspräsident N.________ nichts 
hat zu Schulden kommen lassen. Dies ergibt sich insbesondere auch daraus, dass 
der Beschuldigte auf Nachfrage kein konkretes Verhalten von N.________ benen-
nen konnte, welches angeblich die genannten Straftatbestände erfüllen würde. Der 
Beschuldigte hat demnach die Vorwürfe wider besseres Wissen erhoben. Der Be-
schuldigte handelte zudem gemäss eigenen Angaben in der Absicht, aufgrund der 

31

eingereichten Strafanzeige nicht durch den ehemaligen Kreisgerichtspräsidenten 
N.________ beurteilt zu werden (vgl. pag. 661), und damit eine Verzögerung im 
hängigen Strafverfahren zu erwirken. 

26.5 Rechtliche Würdigung durch die Kammer

Wer einen Nichtschuldigen wider besseres Wissen bei der Behörde eines Verbre-
chens oder eines Vergehens beschuldigt oder in anderer Weise arglistig Veranstal-
tungen trifft, in der Absicht, eine Strafverfolgung gegen ihn herbeizuführen, macht 
sich der falschen Anschuldigung nach Art. 303 Ziffer 1 StGB schuldig. 

Der Beschuldigte hat den ehemaligen Kreisgerichtspräsidenten N.________ eines 
Vergehens und zweier Verbrechen beschuldigt. Er wusste aufgrund der in dieser 
Angelegenheit bereits durchgeführten Strafuntersuchungen, dass es sich bei 
N.________ um einen Nichtschuldigen handelt. Dennoch reichte der Beschuldigte 
erneut eine Strafanzeige ein. Dies in der Absicht, eine Strafuntersuchung gegen 
N.________ einzuleiten und damit zu erreichen, dass die zu prüfenden strafrechtli-
chen Vorwürfe gegen ihn nicht durch N.________ als Kreisgerichtspräsidenten be-
urteilt würden. Der Beschuldigte handelte damit direktvorsätzlich und mit der nöti-
gen Absicht. 

Die Verteidigung wendet gegen den Schuldspruch ein, die erhobenen Vorwürfe 
seien wirr und nicht geeignet gewesen, eine Strafuntersuchung einzuleiten. Dies ist 
jedoch insofern unerheblich, als der objektive Tatbestand mit der Einreichung der 
Strafanzeige bei einer Behörde erfüllt ist. Geschützte Rechtsgüter des Tatbestands 
der falschen Anschuldigung sind sowohl die rationelle Strafrechtspflege als auch 
die Ehre (TRECHSEL/AFFOLTER-EIJSTEIN, in: Praxiskommentar StGB, Trechsel/Pieth 
et. al (Hrsg.), 2 Auflage 2013, N 1 zu Art. 303). Die Ehre des ehemaligen Kreisge-
richtspräsidenten N.________ wurde durch die Einreichung der Strafanzeige, wel-
che die Behörden zu Untersuchungen und einer formellen Behandlung verpflichte-
te, verletzt. Auch wurde die Strafrechtspflege – selbst wenn die falsche Anschuldi-
gung nur einen minimalen Aufwand zur Folge hatte – zu Unrecht beansprucht. Der 
objektive Tatbestand ist daher erfüllt. 

Auch der subjektive Tatbestand ist erfüllt. Der Beschuldigte handelte wissentlich 
und willentlich und wider besseres Wissen. In subjektiver Hinsicht ist die Absicht, 
eine Verurteilung herbeizuführen, nicht Tatbestandsvoraussetzung (TRECH-
SEL/AFFOLTER-EIJSTEIN, a.a.O., N 9 zu Art. 303). Dass der Beschuldigte wusste, 
dass er unter Berücksichtigung der Umstände kaum eine Verurteilung herbeiführen 
könnte, ist daher unerheblich. Ihm ist es denn auch gemäss seinen Angaben nicht 
um eine Verurteilung sondern vielmehr darum gegangen, ein Strafverfahren einzu-
leiten bzw. eine zeitliche Verzögerung zu erwirken. 

Der objektive und der subjektive Tatbestand sind erfüllt. Der Beschuldigte ist der 
falschen Anschuldigung schuldig zu erklären. 

32

27. Zum Vorwurf der versuchten Anstiftung zu falschem Zeugnis gemäss Ziff. 4 
der Anklageschrift

27.1 Vorwurf gemäss Anklage

Dem Beschuldigten wird gemäss Anklage vorgeworfen, er habe im Zeitraum Ende 
2007/Anfang 2008 versucht, AL.________ zu einer falschen Zeugenaussage im 
Verfahren gegen ihn zu bewegen.

27.2 Beweismittel

Als objektive Beweismittel liegen der Kammer ein Schreiben mit dem Titel «Zeu-
genaussage» von AL.________ vom 7. Januar 2008 vor. Daraus geht hervor, dass 
AM.________ AL.________ CHF 2‘000.00 für eine falsche Aussage zu Lasten des 
Beschuldigten im Zusammenhang mit Hanfmaterial geboten haben soll 
(pag. 1100 ff.). Weiter teilte der Beschuldigte dem zuständigen Untersuchungsrich-
ter schriftlich mit, AM.________ habe AL.________ gedroht und ihm gesagt, er 
müsse seine schriftlichen Zeugenaussagen widerrufen, wobei es genüge, wenn er 
dem Untersuchungsrichter sage, er kenne AM.________ nicht (pag. 1113 f.). 

Als subjektive Beweismittel liegen die Aussagen des Beschuldigten vor, welche die 
Vorinstanz zutreffend zusammengefasst hat (pag. 5893 f., S. 56 f. der Entscheid-
begründung). Weiter sind auch die Aussagen von AL.________ und AM.________ 
verwertbar; es kann auf die Zusammenfassung der Vorinstanz verwiesen werden 
(pag. 5894 f., S. 57 f. der Entscheidbegründung). 

27.3 Vorbringen der Verteidigung

Die Verteidigung macht zusammengefasst geltend, beim Schreiben von 
AL.________ handle es sich um eine einfache schriftliche Lüge. Der Beschuldigte 
habe zu keinem Zeitpunkt die Absicht verfolgt, AL.________ zu einer falschen 
Zeugenaussage zu bewegen. Er habe nicht gewusst, dass dieser einvernommen 
werden würde. Hätte er eine falsche Zeugenaussage erwirken wollen, hätte er vor 
dem Einvernahmetermin eindringlich auf AL.________ eingewirkt, was jedoch nicht 
geschehen sei. Die Schwelle zum strafbaren Versuch sei daher noch nicht über-
schritten worden. 

27.4 Beweiswürdigung durch die Kammer

Die Kammer schliesst sich der nachfolgenden Beweiswürdigung durch die Vorin-
stanz vollumfänglich an (pag. 5895 f., S. 58 f. der Entscheidbegründung):

Inhaltlich stehen die Aussagen von AL.________ beim Untersuchungsrichter jenen des Beschuldigten 
diametral entgegen. AL.________ wurde jedoch unter Zeugenpflichten befragt und das Fragerecht 
des Beschuldigten wurde gewährt. Die Aussagen des Zeugen sind nachvollziehbar. AL.________ hat 
sich mit seiner "Kehrtwende" selber in ein schlechtes Licht gestellt und an den Rand eines eigenen 
Strafverfahrens geführt. AM.________, welcher parteiöffentlich befragt wurde, bestreitet, jemanden 
für eine falsche Zeugenaussage angeworben zu haben und gab in Übereinstimmung mit den Aussa-
gen von AL.________ an, er kenne AL.________ nicht. Die Aussagen des Beschuldigten beim Unter-
suchungsrichter BB.________ enthalten Parallelen zu anderen jeweils in richtiggehenden "Rundum-
schlägen" propagierten pauschalen Anschuldigungen. Seine Stellungnahme anlässlich der Schluss-
einvernahme erscheint hilflos. Dass der Beschuldigte immer wieder versucht, seine Positionen dem 

33

aktuellen Beweisergebnis anzupassen, zeigt sich auch daran, dass er dem Untersuchungsrichter mit 
Schreiben, (rück-)datiert auf den 13.08.2008, mitteilt, AL.________ werde sagen, er kenne 
AM.________ nicht. Einen Tag nachdem angeblichen Abfassen dieses Schreibens (14.08.2008) fand 
die untersuchungsrichterliche Befragung von AL.________ statt. Das Schreiben des Beschuldigten 
wurde der Post jedoch erst am 19.08.2008 übergeben und traf am 20.08.2008 beim Untersuchungs-
richter ein (pag. 1114). Das Gericht erachtet zusammengefasst die Zeugenaussagen von 
AL.________ als durchwegs glaubhaft und jene des Beschuldigten als unglaubhaft (Bd. 14, pag. 
4965).

Die Verteidigung bringt nichts vor, was diese Beweiswürdigung in Zweifel ziehen 
würde. Ergänzend ist festzuhalten, dass das Vorgehen des Beschuldigten insofern 
nicht charakterfremd ist, als er bereits zuvor versucht hatte, ein Strafverfahren zu 
seinen Gunsten zu beeinflussen, indem er den zuständigen Kreisgerichtspräsiden-
ten eines strafbaren Verhaltens bezichtigt hat. 

Zu prüfen ist vorliegend einzig, ob der Beschuldigte erreichen wollte, dass 
AL.________ falsche Zeugenaussagen macht bzw. dies zumindest in Kauf ge-
nommen hat. Diese Frage ist zu bejahen. Der Beschuldigte hat AL.________ dazu 
angestiftet, schriftlich gegenüber den Behörden falsche Angaben zu machen, wel-
che dem bisherigen Ermittlungsstand klar widersprachen. Gerade angesichts die-
ser Umstände musste der Beschuldigte zumindest damit rechnen, dass 
AL.________ durch die Behörden als Zeuge befragt werden würde. Dies hat umso 
mehr zu gelten, als der Beschuldigte in Bezug auf die Durchführung von Strafver-
fahren nicht unerfahren war und selbst zuvor bereits mehrfach durch die Strafver-
folgungsbehörden befragt wurde. Ihm war der übliche Ablauf eines Strafverfahrens 
durchaus bekannt. Es entsprach offensichtlich dem Willen des Beschuldigten, dass 
AL.________ seine falschen Aussagen anlässlich der Einvernahme aufrechterhal-
ten würde. Der unbedingte Wille des Beschuldigten, AL.________ zu diesen Aus-
sagen zu bewegen, manifestiert sich auch darin, dass er nach der Einvernahme, an 
der AL.________ seine schriftliche Eingabe als falsch bezeichnet hat, selbst schrift-
lich an den Untersuchungsrichter gelangte, um die ursprünglich falschen schriftli-
chen Behauptungen von AL.________ wieder zu bestätigen. Dies zeigt auf, dass 
der Beschuldigte sowohl über den Einvernahmetermin als auch über dessen Ablauf 
bestens informiert war, und seine Interessen auf jedem erdenklichen Weg zu wah-
ren versuchte. 

Zusammengefasst ist festzuhalten, dass der Beschuldigte AL.________ dazu an-
stiftete, den Behörden ein Schreiben mit tatsachenwidrigen Behauptungen einzu-
reichen. Der Beschuldigte musste damit rechnen, dass AL.________ diese Be-
hauptungen anlässlich einer mündlichen Einvernahme würde bestätigen müssen. 

27.5 Rechtliche Würdigung durch die Kammer

Wer in einem gerichtlichen Verfahren als Zeuge zur Sache falsch aussagt, macht 
sich des falschen Zeugnisses schuldig (Art. 307 Abs. 1 StGB). Wer jemanden vor-
sätzlich zu einem Verbrechen zu bestimmen versucht hat, wird wegen Versuchs 
dieses Verbrechens bestraft (Art. 24 Abs. 2 StGB). In subjektiver Hinsicht ist Even-
tualvorsatz ausreichend (VERA DELNON/BERNHARD RÜDY, in: Basler Kommentar 
StGB II, Niggli/Wiprächtiger (Hrsg.), 3. Auflage 2013, N 31 zu Art. 303).

34

Indem der Beschuldigte AL.________ wissentlich und willentlich dazu bestimmte, 
ein Schreiben mit falschen Behauptungen einzureichen, und er aufgrund der Um-
stände bzw. des Inhalts dieses Schreibens damit rechnen musste, dass 
AL.________ als Zeuge einvernommen werden würde, hat er aus seiner Sicht alles 
unternommen, um das von ihm gewünschte falsche Zeugnis von AL.________ ge-
genüber den Behörden zu erwirken