# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b7b34564-3820-5a94-b116-9435a742a209
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-03-16
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Justizaufsichtskammer 16.03.2015 JAK 2014 30
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_010_JAK-2014-30_2015-03-16.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Ref.: Chur, 16. März 2015 Schriftlich mitgeteilt am:
JAK 14 30 01. April 2015

Beschluss 
Justizaufsichtskammer

Vorsitz Brunner
RichterInnen Michael Dürst und Hubert
Aktuarin Thöny

In der Justizverwaltungssache

der X._____, Beschwerdeführerin, 

gegen

das Kündigungsschreiben des Bezirksgerichts Y._____ vom 27. August 2014, 
mitgeteilt am 27. August 2014, in Sachen gegen die Beschwerdeführerin,

betreffend Wiederherstellung einer versäumten Frist / Kündigung,

hat sich ergeben:

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I. Sachverhalt

A. X._____ wurde mit öffentlich-rechtlichem Arbeitsvertrag vom 28. April 2011 
als Kanzleichefin beim Bezirksgericht Y._____ mit Arbeitsbeginn am 20. Juni 2011 
angestellt. Die Anstellungsbedingungen richteten sich nach der kantonalen Perso-
nalgesetzgebung und den dazugehörigen Ausführungserlassen. 

B. Auf Wunsch von X._____ wurde ihr im Juli 2012 ein Zwischenzeugnis aus-
gestellt, welches vom Bezirksgerichtspräsidenten Dr. iur. A._____ sowie vom Vi-
zepräsidenten lic. iur. B._____ unterzeichnet wurde. Darin werden ihr sowohl in 
fachlicher Hinsicht wie auch bezüglich ihres Umgangs mit Vorgesetzten und Mita-
rbeitenden sehr gute Leistungen attestiert. Insbesondere verfolge sie eine klare 
Linie, die sie den übrigen Mitarbeitenden in freundlicher, aber konsequenter Form 
vermittle. Einziger Vorbehalt ist der Hinweis, dass die Einarbeitung in die Ge-
schäftsführung noch im Gange sei, wofür aber grosses Verständnis entgegenge-
bracht werde. 

C. Am 29. Mai 2013 richtete die Mehrheit der Kanzleimitarbeiterinnen ein 
Schreiben an die Führung des Bezirksgerichts Y._____, in welchem schwere Vor-
würfe gegen X._____ sowohl bezüglich deren Arbeitsleistung wie auch ihres Ver-
haltens gegenüber den Mitarbeitenden erhoben wurden. In der Folge liess Dr. iur. 
A._____ über X._____ allen Mitarbeitenden wie auch der Führung des Bezirksge-
richts mitteilen, dass im Hinblick auf die Pensionierung von X._____ in 2 ½ Jahren 
C._____ in nächster Zeit in deren Arbeitsbereich eingeführt werde, so dass zu ge-
gebener Zeit eine nahtlose Ablösung erfolgen könne (E-Mail vom 1. Juli 2014). 

C. Am 27. August 2014 wurde das Arbeitsverhältnis mit X._____ per 31. Janu-
ar 2015 gekündigt. Der entsprechende Beschluss der Verwaltungskommission 
wurde X._____ zunächst mündlich und gleichentags auch schriftlich eröffnet. 
Gleichzeitig wurde ihr angeboten, einen neuen Arbeitsvertrag als Kanzleimitarbei-
terin im Vollpensum abzuschliessen, wofür ihr eine Bedenkzeit bis Ende Septem-
ber 2014 eingeräumt wurde.

D. Mit E-Mail vom 16. September 2014 teilte Dr. iur. A._____ sämtlichen Mita-
rbeitenden des Bezirksgerichts Y._____ mit, dass die Verwaltungskommission die 
Ablösung von X._____ als Kanzleichefin bereits per Ende Januar 2015 beschlos-
sen habe und diese das Angebot einer Anstellung als Kanzleimitarbeitende bis zu 
ihrer Pensionierung abgelehnt habe. C._____ habe sich bereit erklärt, das Amt als 
Kanzleichefin nahtlos zu übernehmen. 

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E. Mit Eingabe vom 5. November 2014 stellte X._____ beim Kantonsgericht 
von Graubünden ein Gesuch um Wiederherstellung einer versäumten Frist und 
erhob gleichzeitig Beschwerde gegen die Kündigung vom 27. August 2014. Zur 
Begründung machte sie geltend, es sei bei ihr nach Erhalt der Kündigung eine Art 
Schockzustand eingetreten. Sie habe nur noch funktioniert, sei jedoch aufgrund 
der inneren psychischen Blockade und Lähmung nicht mehr in der Lage gewesen, 
die notwendigen Abklärungen und Massnahmen fristgerecht zu tätigen. Als Nach-
weis reichte sie ein ärztliches Attest von Dr. med. D._____ zu den Akten, in wel-
chem ein Arztbesuch vom 12. September 2014 bestätigt und eine Handlungsun-
fähigkeit von X._____ für die Zeit vom 27. August 2014 (Kündigung) bis zum 3. 
November 2014 attestiert wird. Bezüglich der Kündigung selbst führte X._____ 
aus, diese sei mit mehreren formellen Mängeln behaftet. So sei ihr vor der Verwal-
tungskommission kein rechtliches Gehör gewährt worden, es werde im Kündi-
gungsschreiben kein sachlicher Grund angegeben und es fehle ausserdem eine 
Rechtsmittelbelehrung. Sie ersuche deshalb um Prüfung, ob die Kündigung nicht 
rechtsmissbräuchlich sei und ob ihr nicht eine angemessene Abfindung zustehe.

F. Anlässlich ihrer Sitzung vom 10. November 2014 beschloss die Verwal-
tungskommission des Bezirksgerichts Y._____ die sofortige Freistellung von 
X._____. Dieser Entscheid wurde ihr gleichentags schriftlich mitgeteilt.

G. In seiner Vernehmlassung vom 14. November 2014 führte Dr. iur. A._____ 
namens und im Auftrag des Bezirksgerichts Y._____ aus, dass das Vorgehen der 
Verwaltungskommission und die Kündigung keine formellen Mängel aufweisen 
würden. Die Voraussetzungen für die Wiederherstellung der verpassten Frist der 
Kündigungsanfechtung seien nicht gegeben. Eine Abgangsentschädigung sei 
nicht geschuldet, nachdem X._____ aus eigener freier Entscheidung darauf ver-
zichtet habe, die zwei Jahre bis zu ihrer Pensionierung im Januar 2017 zu einer 
vergleichsweise bescheidenen Lohneinbusse von rund 10% weiterzuarbeiten. 

H. Mit Schreiben vom 15. Dezember 2014 forderte die Justizaufsichtskammer 
des Kantonsgerichts die behandelnde Ärztin Dr. med. D._____ auf, nach Einho-
lung einer entsprechenden Einwilligung bei ihrer Patientin, nähere Auskünfte zur 
diagnostizierten Handlungsunfähigkeit von X._____ zu machen. In ihrem Ant-
wortschreiben vom 18. Dezember 2014 bestätigte die Ärztin die Handlungsun-
fähigkeit für die angegebene Zeitspanne, führte aber auch aus, dass sie die Pati-
entin nur am 12. September 2014 und am 3. November 2014 untersucht habe. 
Des Weiteren attestierte sie, dass X._____ während dieser Zeit unfähig gewesen 
sei, eine Drittperson mit der Wahrung ihrer Interessen zu beauftragen. Mit Schrei-

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ben vom 5. Januar 2015 präzisierte die Ärztin ihre Aussagen dahingehend, dass 
X._____ vom 27. August 2014 bis zum 12. September 2014, als sie bei ihr in der 
Sprechstunde gewesen sei, absolut handlungsunfähig gewesen sei. Die nächste 
Konsultation habe erst wieder am 3. November 2014 stattgefunden. Anlässlich 
dieser Konsultation sei die Patientin wieder voll handlungsfähig gewesen.

I. In ihrer Stellungnahme vom 19. Januar 2015 bestätigte X._____ ihre bishe-
rigen Ausführungen, wonach sie vor der Kündigung nicht darüber in Kenntnis ge-
setzt worden sei, dass sie per Ende Januar 2015 als Kanzleichefin abgelöst wer-
den solle. Auch sei sie von der Verwaltungskommission des Bezirksgerichts nicht 
angehört worden, was darauf hindeute, dass der Entscheid der Kündigung bereits 
vorher festgelegt und fixiert worden sei. 

J. Namens der Verwaltungskommission des Bezirksgerichts Y._____ hielten 
Dr. iur. A._____, lic. iur. B._____ und Dr. iur. E._____ an den bisherigen Darstel-
lungen des Bezirksgerichts fest. Der Ablauf im Vorfeld der Kündigung sei vollstän-
dig und wahrheitsgetreu dargestellt worden. 

K. Am 5. Februar 2015 wurde die Nachfolgerin von X._____, C._____, als 
Auskunftsperson im Sinne von Art. 12 Abs. 1 lit. d VRG zur Sache befragt. Das 
Einvernahmeprotokoll wurde der Beschwerdeführerin und dem Bezirksgericht 
Y._____ zur Kenntnisnahme zugestellt. X._____ reichte am 16. Februar 2015 
hierzu eine weitere Stellungnahme ein.

Auf die Ausführungen in den Rechtsschriften sowie die übrigen Akten wird, soweit 
erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen. 

II. Erwägungen

1. Anstellungsverhältnisse des Kanzleipersonals der Bezirksgerichte richten 
sich gemäss Art. 44 Abs. 3 des Gerichtsorganisationsgesetzes (GOG; BR 
173.000) nach dem kantonalen Personalgesetz (PG; BR 170.400). Dieses sieht im 
Falle einer Kündigung des Arbeitsverhältnisses grundsätzlich eine Weiterzugs-
möglichkeit an das Verwaltungsgericht vor (vgl. Art. 66 Abs. 4 PG). Da jedoch das 
Kantonsgericht die Aufsicht über die Bezirksgerichte innehat und die Überprüfung 
eines personalrechtlichen Entscheids durch das Verwaltungsgericht unter Umge-
hung der Aufsichtsbehörde nicht zweckmässig erscheint, wurde die Zuständigkeit 
hierfür mit Art. 42 Abs. 2 GOG an das Kantonsgericht übertragen. Demnach kön-
nen personalrechtliche Entscheide der Verwaltungskommission eines Bezirksge-

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richts an die Justizaufsichtskammer des Kantonsgerichts weitergezogen werden. 
Zur Anwendung gelangen dabei analog zu den Fällen von Art. 66 Abs. 4 PG die 
Verfahrensbestimmungen der verwaltungsgerichtlichen Beschwerde gemäss Art. 
49 ff. des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100).

2.a) Zur Beschwerde ist gemäss Art. 50 VRG legitimiert, wer durch den ange-
fochtenen Entscheid berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an seiner Auf-
hebung oder Änderung hat oder wer durch besondere Vorschrift dazu ermächtigt 
ist. Geltend gemacht werden können Rechtsverletzungen einschliesslich Über-
schreitung oder Missbrauch des Ermessens sowie unrichtige oder unvollständige 
Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts. Im vorliegenden Fall ist die Be-
schwerdeführerin X._____ Adressatin der von der Verwaltungskommission des 
Bezirksgerichts Y._____ ausgesprochenen Kündigung und damit vom angefoch-
tenen Entscheid direkt betroffen, weshalb sie ohne weiteres zur Beschwerde-
führung legitimiert ist. 

b) Gemäss Art. 52 Abs. 1 VRG - und analog auch Art. 66 Abs. 4 PG - ist die 
Beschwerde innert 30 Tagen seit Mitteilung des angefochtenen Entscheids einzu-
reichen. Die angefochtene Kündigung datiert vom 27. August 2014 und wurde 
gleichentags von X._____ entgegengenommen (vgl. act. B.1). Somit hätte die Be-
schwerdefrist am 26. September 2014 geendet. Im konkreten Fall gilt es indessen 
zu beachten, dass die Kündigung trotz entsprechender Vorschrift (vgl. Art. 22 Abs. 
1 VRG) nicht mit einer Rechtsmittelbelehrung versehen war. Dies hat zur Folge, 
dass die Anfechtungsfrist gemäss Art. 22 Abs. 2 VRG auf zwei Monate seit Mittei-
lung des Entscheides verlängert wird. Somit hätte X._____ ihre Beschwerde bis 
am 27. Oktober 2014 einreichen beziehungsweise der Post übergeben müssen. 
Dies hat sie jedoch nicht getan, sondern ihre Eingabe erst am 5. November 2014 
dem Kantonsgericht überbracht, weshalb die Beschwerde grundsätzlich verspätet 
ist. X._____ hat aber mit Eingabe vom 5. November 2014 (vgl. act. A.1) ein Wie-
derherstellungsgesuch gestellt, worin sie unter Vorlage eines ärztlichen Attests 
geltend macht, sie sei aufgrund einer psychischen Blockade, welche bis zum 3. 
November 2014 gedauert habe, nicht in der Lage gewesen, die notwendigen 
Schritte fristgerecht zu tätigen. Es gilt somit in den nachfolgenden Erwägungen zu 
prüfen, ob die versäumte Frist wiederhergestellt werden kann.

3. Gemäss Art. 10 Abs. 1 VRG können versäumte Fristen wiederhergestellt 
werden, wenn die Partei beweisen kann, dass ihr oder ihrer Vertreterin oder ihrem 
Vertreter die Einhaltung der Frist infolge eines unverschuldeten Hindernisses nicht 
möglich war. Das Gesuch um Wiederherstellung ist dabei innert zehn Tagen seit 

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Wegfall des Hindernisses einzureichen (Art. 10 Abs. 2 VRG), und zwar bei jener 
Instanz, bei der das (verspätete) Rechtsmittel zu erheben ist (vgl. Kaspar Plüss in: 
Alain Griffel [Hrsg.] Kommentar VRG, 3. Auflage, Zürich 2014, § 12 N. 90). 

a) Das Gesuch um Wiederherstellung der Beschwerdefrist liegt in der Zustän-
digkeit der Beschwerdeinstanz, im konkreten Fall somit der Justizaufsichtskammer 
des Kantonsgerichts. Auch die Gesuchsfrist von zehn Tagen wurde vorliegend 
eingehalten, zumal X._____ eine Handlungsunfähigkeit bis zum 3. November 
2014 geltend macht und das entsprechende Wiederherstellungsgesuch am 5. No-
vember 2014 dem Kantonsgericht übergab. Somit sind die formellen Vorschriften 
für eine Wiederherstellung der Beschwerdefrist eingehalten. Es bleibt damit zu 
prüfen, ob auch die materiellen Voraussetzungen erfüllt sind und das Vorliegen 
eines Wiederherstellungsgrundes dementsprechend zu bejahen ist.

b) Eine Krankheit - worunter auch die von X._____ geltend gemachte psychi-
sche Blockade beziehungsweise Lähmung fällt - kann nach der Praxis des Bun-
desgerichts ein unverschuldetes, zur Wiederherstellung einer Frist führendes Hin-
dernis sein. Jedoch muss die Erkrankung derart sein, dass die rechtsuchende Par-
tei oder ihre Vertretung durch sie davon abgehalten wird, selber innert Frist zu 
handeln oder doch eine Drittperson mit der Vornahme der Handlung zu beauftra-
gen. Voraussetzung ist, dass die körperliche, geistige oder psychische Beeinträch-
tigung jegliches auf die Fristwahrung gerichtetes Handeln wie etwa den Beizug 
eines Vertreters verunmöglichte. Dass die Krankheit eine Fristwahrung verunmög-
licht hat, muss mit einschlägigen Arztzeugnissen belegt werden, wobei die blosse 
Bestätigung eines Krankheitszustandes und regelmässig selbst einer vollständi-
gen Arbeitsunfähigkeit zur Anerkennung eines Hindernisses im Sinne der genann-
ten Gesetzesbestimmung nicht genügt (vgl. hierzu PKG 2013 Nr. 11 unter Hinweis 
auf das Urteil des Bundesgericht 9C_1060/2010 vom 23. Februar 2011, E. 2.1 und 
2.2, sowie 8C_294/2012 vom 18. Juni 2012, E. 3.2). 

ba) Zum Nachweis des unverschuldeten Hindernisses beruft sich X._____ ein-
zig auf das ärztliche Attest von Dr. med. D._____, O.1_____ (act. B.2). Darin wird 
eine volle Handlungsfähigkeit seit dem 27. August 2014 betreffend allen Mass-
nahmen, welche die Patientin im Rahmen der erfolgten Kündigung hätte treffen 
müssen, namentlich auch das Verstreichen lassen der gesetzlichen Beschwerde-
frist, attestiert. Die volle Handlungsfähigkeit wird X._____ erst wieder ab dem 3. 
November 2014 zuerkannt. Auf entsprechende Nachfrage des Vorsitzenden der 
Justizaufsichtskammer hin bestätigte die Ärztin mit Schreiben vom 18. Dezember 
2014 (act. A.5) eine Handlungsunfähigkeit ihrer Patientin vom 27. August 2014 bis 

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3. November 2014, räumte aber gleichzeitig ein, dass sie X._____ in dieser Zeit 
nur zweimal, nämlich am 12. September 2014 und am 3. November 2014, gese-
hen und untersucht habe. Am Schluss ihres Zeugnisses geht die Ärztin von der 
falschen Voraussetzung aus, dass X._____ beim Kantonsgericht angestellt gewe-
sen sei. Offenbar veranlasste dies X._____ zu einer Intervention (act. A.6), wes-
halb ihr seitens der Justizaufsichtskammer eine Frist bis zum 10. Januar 2015 
eingeräumt wurde, um von der Ärztin eine entsprechende Berichtigung beizubrin-
gen. Diese wurde von Dr. med. D._____ am 5. Januar 2015 (act. A.6) verfasst. 
Darin wird nur noch eine Handlungsunfähigkeit vom 27. August 2014 (Kündigung) 
bis zum 12. September 2014 (Datum der ersten Konsultation) bestätigt. Anlässlich 
des nächsten Arztbesuches vom 3. November 2014 konnte die Ärztin nur feststel-
len, dass X._____ wieder voll handlungsfähig war. Daraus folgt, dass die Ärztin 
eine komplette Handlungsunfähigkeit nur bis zum 12. September 2014 attestieren 
kann. Weil in der Folge bis zum 3. November 2014 keine Konsultationen mehr 
stattfanden, bleibt ungeklärt, wann zwischen dem 12. September 2014 und dem 3. 
November 2014 X._____ die volle Handlungsfähigkeit wieder erlangt hat. Insbe-
sondere bleibt aufgrund der eingereichten ärztlichen Atteste unbewiesen, dass sie 
bis zum 27. Oktober 2014 - dem letzten Tag der Beschwerdefrist - in ihrer Hand-
lungsfähigkeit derart eingeschränkt gewesen ist, dass sie nicht einmal einen 
Rechtsanwalt mit der Wahrung ihrer Interessen hätte beauftragen können. 

bb) Diese Schlussfolgerung deckt sich auch mit dem Ergebnis der Würdigung 
der weiteren Verfahrensakten. Gemäss der Aussage von C._____, der Nachfolge-
rin von X._____, habe jene die Nachricht betreffend ihre Kündigung sehr gefasst 
aufgenommen und den Rest der Woche normal weitergearbeitet. Auf Nachfrage 
hin habe X._____ geantwortet, C._____ müsse sich keine Sorgen machen. An-
schliessend hat X._____ gemäss Zeitausweis im Personaldossier zwei Wochen 
Ferien bezogen. Anhaltspunkte dafür, dass sie in dieser Zeit krankgeschrieben 
war, gibt es keine. Gemäss der ihr selbst zu den Akten gereichten E-Mail von 
C._____ vom 10. Oktober 2014 (act. B.9) hat sie nach Ablauf der Ferien ihre Ar-
beit am Bezirksgericht Y._____ wieder ordnungsgemäss aufgenommen. C._____ 
bestätigt darin eine ruhige, professionelle und mit grossem Verständnis vorge-
nommene Einarbeitung, welche sie durch X._____ erfahren habe. Grundsätzlich 
dasselbe ergibt sich auch aus der Vernehmlassung des Bezirksgerichts Y._____ 
vom 14. November 2014 (act. A.3). Demnach soll X._____ vom 15. September 
2014 bis zum 24. Oktober 2014 gearbeitet haben, ohne über irgendwelche ge-
sundheitlichen Probleme zu klagen. Auch wenn ohne Weiteres nachvollziehbar ist, 
dass die Kündigung der Arbeitsstelle wenige Jahre vor der Pensionierung für die 

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Betroffene ohne Zweifel einen schweren Schlag bedeutet hat, und es verständlich 
ist, dass man in der ersten Zeit kaum einen klaren Gedanken fassen kann, fällt es 
andererseits schwer zu glauben, dass jemand durch ein solches Ereignis über 
Wochen völlig handlungsunfähig und nicht in der Lage ist, bei einer Fachperson 
um Rat zu fragen. 

bc) Da die Beweislast bezüglich des unverschuldeten Hindernisses X._____ 
obliegt, trifft sie die Folgen der Beweislosigkeit. Es ist somit festzuhalten, dass 
nicht bewiesen werden kann, dass sie wegen eines unverschuldeten Hindernisses 
die rechtzeitige Einreichung ihrer Beschwerde versäumt hat. Das Gesuch um 
Wiederherstellung der Beschwerdefrist ist demzufolge abzuweisen. Dies führt zur 
Feststellung, dass die Beschwerde vom 5. November 2014 verspätet eingereicht 
wurde und darauf nicht eingetreten werden kann. 

4. Ist die Beschwerde nicht rechtzeitig eingereicht worden, ist darauf 
grundsätzlich ohne jede materielle Prüfung nicht einzutreten. Indessen ist infolge 
Vorliegens eines entsprechenden Rechtsschutzbedürfnisses zu untersuchen, ob 
sich die Kündigung nicht als geradezu nichtig erweist. Eine allfällige Nichtigkeit ist 
jederzeit und von sämtlichen staatlichen Instanzen von Amtes wegen zu berück-
sichtigen. Sie kann auch im Rechtsmittelverfahren festgestellt werden (vgl. BGE 
136 II 415 E. 1.2 S. 417 mit weiteren Hinweisen). Nichtigkeit, das heisst die abso-
lute Unwirksamkeit einer Verfügung, wird nur angenommen, wenn der ihr anhaf-
tende Mangel besonders schwer wiegt, wenn er offensichtlich oder zumindest 
leicht erkennbar ist und wenn zudem die Rechtssicherheit durch die Annahme der 
Nichtigkeit nicht ernsthaft gefährdet wird. Als Nichtigkeitsgründe fallen vorab funk-
tionelle und sachliche Unzuständigkeit der entscheidenden Behörde sowie krasse 
Verfahrensfehler in Betracht (BGE 137 I 273 E. 3.1 mit weiteren Hinweisen). Ent-
scheidend ist somit der Grad der Fehlerhaftigkeit. Nur qualifizierte Fehler vermö-
gen Nichtigkeitsgründe zu setzen (vgl. Tschannen/Zimmerli/Müller, Allgemeines 
Verwaltungsrecht, 3. Auflage, Bern 2009, § 31 N. 14 ff.). Es ist somit davon aus-
zugehen, dass Nichtigkeit nur im Ausnahmefall anzunehmen ist. 

a) Die vom Bezirksgericht Y._____ am 27. August 2014 ausgesprochene 
Kündigung weist mehrere erhebliche formelle Mängel auf. Bereits angesprochen 
wurde die fehlende Rechtsmittelbelehrung, welche zur Verlängerung der Rechts-
mittelfrist führte (Art. 22 Abs. 2 VRG). Sodann braucht es gemäss Art. 9 PG, wel-
cher gemäss Art. 44 Abs. 3 GOG zur Anwendung gelangt, für eine Kündigung 
durch den Kanton beziehungsweise das Bezirksgericht einen sachlich zureichen-
den Grund wie ungenügende Leistung oder fehlende Eignung. Aus dieser Be-

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stimmung folgt unmittelbar, dass eine Kündigung auch entsprechend zu begrün-
den ist. Nur so wird sie für die betroffene Person auch nachvollziehbar und diese 
kann sich mit einer allfälligen Beschwerde dagegen wehren. Diese beiden Mängel 
gehören zu den sogenannten Eröffnungsfehlern, welche indessen nur zur Nichtig-
keit führen, wenn sie schwerwiegend sind. Das Fehlen der Rechtsmittelbelehrung 
oder der Begründung bewirkt grundsätzlich noch keine Nichtigkeit (Tschan-
nen/Zimmerli/ Müller, a.a.O. § 31 N. 16 unter Hinweis auf BGE 104 V 162 E. 3). 
Somit führen diese Fehler im konkreten Fall noch nicht zur Nichtigkeit der Kündi-
gung.

b) Bei der Kündigung eines öffentlich-rechtlichen Arbeitsverhältnisses hat sich 
der Staat an die verfassungsrechtlichen Schranken jeden staatlichen Handelns zu 
halten, wie etwa an das Gleichbehandlungsgebot, das Verhältnismässigkeitsprin-
zip und das rechtliche Gehör (vgl. Botschaft zum PG, Heft Nr. 21/2005-2006, 
S. 1999 f.). Das rechtliche Gehör dient einerseits der Sachaufklärung, andererseits 
stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Ent-
scheides dar, der in die Rechtsstellung des Einzelnen eingreift. Dazu gehört ins-
besondere das Recht des Betroffenen, sich vor Erlass des Entscheides zu äus-
sern, Einsicht in die Akten zu nehmen und an der Erhebung wesentlicher Beweise 
entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn 
dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen. Der Anspruch auf rechtliches 
Gehör umfasst als Mitwirkungsrecht somit alle Befugnisse, die einer Partei ein-
zuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt wirksam zur Gel-
tung bringen kann (BGE 132 II 485 E. 3.2 mit weiteren Hinweisen). Für das ver-
waltungsrechtliche Verfahren ist dieser Anspruch insbesondere in Art. 16 Abs. 1 
VRG verankert. Demnach hat die Behörden den von einem Entscheid Betroffenen 
Gelegenheit zur schriftlichen oder mündlichen Stellungnahme zu geben. Auch das 
kantonale Personalamt weist auf seiner Intranetseite unter dem Stichwort Kündi-
gung durch Arbeitgeber/in unter Hinweis auf die genannte Bestimmung ausdrück-
lich auf den Anspruch des rechtlichen Gehörs hin. Im Einzelnen lässt sich nicht 
generell, sondern nur unter Würdigung der konkreten Interessenlage beurteilen, 
wie weit das Äusserungsrecht geht. Wegleitend muss der Gedanke sein, einer 
Partei zu ermöglichen, ihren Standpunkt wirksam vertreten zu können. Im öffentli-
chen Dienstrecht können auch relativ informelle Äusserungsgelegenheiten vor der 
Kündigung dem verfassungsrechtlichen Anspruch genügen, sofern dem Betroffe-
nen klar war, dass er mit einer solchen Massnahme zu rechnen hatte. Dabei hat 
der Betroffene nicht bloss die ihm zur Last gelegten Tatsachen zu kennen, son-
dern er muss darüber hinaus auch wissen, dass gegen ihn eine Verfügung mit 

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bestimmter Stossrichtung in Erwägung gezogen wird (vgl. zum Ganzen Urteil des 
Verwaltungsgerichts Graubünden U 09 68 vom 1. Juli 2010, E. 1.a mit zahlreichen 
Hinweisen). 

ba) Im konkreten Fall ist aus den Personalakten des Bezirksgerichts Y._____ 
über X._____ nicht zu entnehmen, dass diese vor der Kündigung von der zustän-
digen Verwaltungskommission des Bezirksgerichts angehört worden wäre. Aus-
gehend vom positiven Zwischenzeugnis vom Juli 2012 bis zum Kündigungs-
schreiben vom 27. August 2014 fehlt jegliche Dokumentation der Vorgänge, die 
sich zwischenzeitlich abspielten. X._____ rügt in ihrer Beschwerde vom 5. No-
vember 2014, dass das ihr zustehende rechtliche Gehör nicht gewährt worden sei 
und sie einfach vor die Tatsache der Kündigung gestellt worden sei (vgl. act. A.2). 
In der Vernehmlassung des Bezirksgerichts Y._____ vom 14. November 2014 
(act. A.3) wird ebenfalls nicht behauptet, dass vor der Kündigung ein entspre-
chendes Gespräch mit X._____ stattgefunden habe. Das von X._____ im Auftrag 
des Bezirksgerichtspräsidenten an alle Mitarbeiter des Bezirksgerichts Y._____ 
versandte E-Mail vom 1. Juli 2014 (act. B.11), worin sie von ihrer Ablösung auf 
den Zeitpunkt ihrer Pensionierung ausging, lässt denn auch den Schluss zu, dass 
die Kündigung für X._____ in der Tat unerwartet kam. Auch aus der Einvernahme 
von C._____ ergeben sich keine anderweitigen Erkenntnisse. Aus diesen Gründen 
liegt der Schluss nahe, dass der Anspruch von X._____ auf rechtliches Gehör ver-
letzt wurde, da sie vor der Kündigung nicht zu den Kündigungsgründen und zur 
Absicht, das Arbeitsverhältnis auf Ende Januar 2015 zu beenden, angehört wurde. 
Die Kündigung leidet somit auch in dieser Hinsicht an einem Mangel. 

bb) Das Bundesgericht hat in seinem Urteil 2P.104/2004 vom 14. März 2005 in 
einer vergleichbaren Konstellation festgehalten, dass eine unterbliebene vorherige 
Anhörung des Betroffenen vor der Kündigung nicht geradezu offensichtlich gegen 
verfassungsmässige Rechte verstosse, zumal das einschlägige Personalregle-
ment ein solches Vorgehen nicht ausdrücklich vorschreibe und die Kündigung als 
blosses Gestaltungsrecht vorsehe. Auch das Personalgesetz und die Personal-
verordnung des Kantons Graubünden sehen die ausdrückliche Pflicht zur An-
hörung der Betroffenen vor der Kündigung nicht explizit vor. Unter diesen Um-
ständen kann dem Bezirksgericht Y._____ keine derart grobe offensichtliche 
Rechtsverletzung vorgeworfen werden, dass diese die Nichtigkeit der Kündigung 
zur Folge hätte. Auch die Tatsache, dass im konkreten Fall gleich mehrere doch 
recht gravierende Verfahrensmängel (Verletzung des rechtlichen Gehörs, fehlende 
Begründung und fehlende Rechtsmittelbelehrung) vorliegen, führt im Ergebnis 
nicht dazu, dass die Kündigung gesamthaft gesehen als nichtig erscheint. 

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c) Liegen nach dem Gesagten keine Nichtigkeitsgründe vor, ist es dem Kan-
tonsgericht verwehrt, im Sinne von Art. 12 PG zu prüfen, ob allenfalls eine miss-
bräuchliche oder ungerechtfertigte Kündigung vorliegt. Es bleibt dabei, dass auf 
die Beschwerde nicht eingetreten werden kann. 

5. In sinngemässer Anwendung von Art. 114 lit. c ZPO rechtfertigt es sich, für 
das vorliegende Beschwerdeverfahren keine Gerichtskosten zu erheben. Die Aus-
richtung einer Parteientschädigung an das Bezirksgericht Y._____ entfällt, da es in 
seinem amtlichen Wirkungskreis obsiegte (Art. 78 Abs. 2 VRG). 

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III. Demnach wird erkannt:

1. Das Gesuch um Wiederherstellung der Beschwerdefrist wird abgewiesen. 

2. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

3. Für das Beschwerdeverfahren werden keine Kosten erhoben.

4. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 82 ff. BGG Beschwerde in 
öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Schweizerische Bundesge-
richt, 1000 Lausanne 14, geführt werden. Die Beschwerde ist dem Bundes-
gericht schriftlich, innert 30 Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausferti-
gung der Entscheidung in der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen 
Weise einzureichen. Für die Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die 
weiteren Voraussetzungen und das Verfahren der Beschwerde gelten die 
Art. 29 ff., 82 ff. und 90 ff. BGG.

5. Mitteilung an: