# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 100c01a8-443c-5760-bf80-98a99f4e70bc
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-02-08
**Language:** de
**Title:** Erstanmeldung, gerichtlich getrennte Beschwerdeführerin ist als zu 100 % Erwerbstätige zu qualifizieren, da die Kinder unter der Obhut des Ehemannes stehen; sie ist in jeglicher Tätigkeit unbestrittenermassen zu 100 % arbeitsunfähig; Anspruch auf eine ganze Rente; Gutheissung.
**Docket/Reference:** IV.2015.00060
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2015.00060.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2015.00060
II. Kammer
Sozialversicherungsrichter Mosimann, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichter Bachofner
Sozialversicherungsrichterin Philipp
Gerichtsschreiberin Kudelski
Urteil
vom
8. Februar 2016
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwalt
Dr.
Markus Krapf
Sintzel
Krapf Lang Rechtsanwälte
Löwenstrasse 54, Postfach, 8021 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
weitere Verfahrensbeteiligte:
Y.___
-Pensionskasse
Wiesenstrasse 15, 8952 Schlieren
Beigeladene
Sachverhalt:
1.
X.___
, geboren 197
4, Mutter zwei
er 2001 und 2004 geborener
Kin
der,
arbeitete zuletzt von 1997 bis 2001 als Allrounderin bei der
Y.___
Ge
nossens
chaft in einem Pensum von 100
%
. Nach der Geburt ihres ersten Kindes war sie
Mutter und Hausfrau.
Unter Hinweis auf einen
Arztbericht, wonach sie
an einem
mehrjährigen Suchtmittelabusu
s sowie psychische
n
Be
schwerden leide,
meldete sie sich am 2
5.
September 2012 bei der Invalidenver
sicherung zum
Leis
tungsbezug
an (
Urk.
10/4).
Nachdem die
Sozialversiche
rungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, der Ver
sicherten am
3.
Oktober 2012 mitgeteilt hatte, dass berufliche Eingliederungs
massnahmen zurzeit nicht mög
lich seien (
Urk.
10/8), klärte
sie
die medizinische
und erwerbliche Situation (
Urk.
10/9-10)
ab und veranlasste ein
polydiszi
pli
nä
re
s
Gutachten
(
Urk.
10/12).
Da die Versicherte trotz Hinweis auf
die
Mitwirkungs
pflicht
wiederholt nicht zur
vorgesehenen
Begutachtung erschienen
war
, stellte ihr die IV-Stelle mit
Vorbescheid vom 2
9.
Mai 2013 (
Urk.
10/30) die Abweisung des Leistungsbegehren
s
in Aussicht.
Das
in Auftrag gegebene
Gutachten wurde
s
chliesslich
am 1
8.
Juni 2013 er
stattet, wobei darauf hingewiesen wurde, dass
die
neurologische
und neuropsy
chologische Teilb
egutachtung nie
habe
durch
ge
führt we
rden k
önnen
(
Urk.
10/33).
In der Folge auferlegte die IV-Stelle der Ver
sicherten am 1
0.
Juli 2013
als Schadenminderungspflicht
eine fachärztl
iche psy
chiatrische Therapie
sowie
ein
en
Alkohol- und
Benzodiazepinentzug
(
Urk.
10/35).
A
m 1
1.
April 2014
erliess die IV-Stelle
einen weiteren
rentenver
neinenden
Vor
bescheid (
Urk.
10
/
52), wo
rauf
die Versicherte Einwände
(
Urk.
10/54) erhob
und ein im Auftrag des Bezirksgerichts
Z.___
erstelltes
poly
disziplinäres
Gutachten
vom 1
1.
März 2014
(
Urk.
10/53)
ein
reichte.
Die IV-Stelle
veranlasste
sodann noch
eine Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfä
higkeit in Beruf und Haus
halt, über welche am 2
5.
September 2014 berichtet wurde (
Urk.
10/60).
Nach
erneut
durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
10/65,
Urk.
10/66,
Urk.
10/68) sprach die IV-Stelle der Versicherten
mit Verfügung vom
4.
Februar 2015 (Eingang bei der Versicherten bereits am
9.
Januar 2015;
Urk.
10/72,
Urk.
10/77
=
Urk.
2)
mit Wirkung ab dem
1.
März 2013 eine
Dreiviertelsrente
bei einem Invaliditätsgrad von 64
%
zu.
Mit einer weiteren Verfügung vom 11.
Februar 2015 ersetzte die Beschwerdegegnerin die angefochtene
Verfügung
vom 4. Februar 2015,
wobei sie die
ahv
-rechtlichen Berechnungsgrundlagen und
den
Auszahlungsbetrag berichtigte bei identischem iv-rechtlichen
V
erfü
gungsteil
und
Ergebnis
(
Urk. 10/89
)
.
2.
Die Versicherte erhob am 1
5.
Januar 2015 Beschwerde gegen die Verfügung vom
4.
Februar 2015 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihr mit Wirkung ab dem
1.
März 2013 eine ganze Invalidenrente, zuzüglich zwei
er
Kinderrenten, zuzusprechen (
Urk.
1 S.
2). Die IV-Stelle beantragte mit
Be
schwer
deantwort
vom 2
0.
Februar 2015 (
Urk.
9) die Abweisung der Be
schwerde, was der Beschwerdeführerin am
3.
März 2015 zur Kenntnis gebracht
wurde
, wobei gleich
z
eitig antragsgemäss (
Urk.
1 S.
2
) die unentgeltliche
Prozessfüh
rung
und
Rechts
vertretung
bewilligt wurde
n
(
Urk.
11).
Mit Verfügung vom 1
4.
Januar 2016 (
Urk.
13
)
wurde sodann die Pensionskasse der
Beschwerdefüh
rerin, die
Y.___
-
Pensionskasse, zum Prozess beigeladen. Diese verzichtete mit Schreiben vom 2
6.
Januar 2016 (
Urk.
15) auf eine Stellungnahme.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von
Ge
burtsgebrechen
, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trä
chtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sach
te
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vor
liegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heit
lichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zu
dem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unt
erbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 %
besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente,
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenanspruches als auch anlässlich einer Rentenrevision (
Art.
17
Abs.
1 ATSG) stellt sich unter dem Ge
sichtspunkt des
Art.
28a
Abs.
3 IVG in Verbindung mit
Art.
16 und 7
Abs.
2 ATSG die Frage nach der anwendbaren Invaliditätsbemessungsmethode.
Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als
nichterwerbstätig einzustufen ist, führt je zur Anwendung einer anderen Me
thode
der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich, Betätigungsvergleich, ge
misch
te Methode) und ergibt sich aus der Prüfung, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beein
träch
ti
gung bestünde. Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbstätig
keit der ver
sicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch, das heisst ohne Gesundheitsschaden, aber bei sonst gleichen Verhältnissen, erwerbstätig wäre (
Art.
27
bis
der Verordnung über die Invalidenversicherung,
IVV). Die gemischte Methode bezweckt damit eine möglichst wirklichkeitsgerechte Bemessung des Invaliditätsgrades (BGE 133 V 504 E. 3.3 mit Hinweisen).
Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben. Dabei sind die kon
krete Situation und die Vorbringen der versicherten Person nach Massgabe der allgemeinen Lebenserfahrung zu würdigen. Für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit ist der im
Sozial
versi
cherungsrecht
übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erfor
derlich (
BGE 137 V 334
E. 3.2,
130 V 393
E. 3.3,
125 V 146
E. 2c, je mit Hin
weisen).
Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen (vgl.
Art.
27 IVV) sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie all
fällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigun
gen und Begabungen zu berücksichtigen (Urteil des Bundesgerichts 9C_915/2012 vom 1
5.
Mai 2013 mit Hinweisen auf BGE 133 V 504 E. 3.3).
Bei der Bestimmung der im konkreten Fall anwendbaren
Invaliditätsbe
mess
ungs
methode
und damit der Beantwortung der entscheidenden Statusfrage handelt es sich um eine hypothetische Beurteilung, die auch hypothetische
Wil
lens
ent
scheidungen
der versicherten Person berücksichtigen muss. Dies gilt auch für die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person ohne gesund
heitliche Be
einträchtigung erwerbstätig wäre. Diese inneren Tatsachen sind in
dessen einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in aller Re
gel aus äusse
ren Indizien erschlossen werden. Die Beurteilung hypothetischer
Geschehensab
läufe
ist eine Tatfrage, soweit sie auf Beweiswürdigung beruht, selbst wenn
darin auch Schlussfolgerungen aus der allgemeinen Lebenserfah
rung mitbe
rück
sichtigt werden. Rechtsfragen sind hingegen Folgerungen, die ausschliess
lich – losgelöst vom konkreten Sachverhalt – auf die allgemeine Le
benserfahrung gestützt werden oder die Frage, ob aus festgestellten Indizien mit Recht auf bestimmte Rechtsfolgen geschlossen worden ist (vgl. Urteile des Bun
desgerichts
9C_287/2013 vom
8.
November 2013 E.
3.5
und 8C_511/2013 vom 3
0.
Dezem
be
r 2013, je
mit Hinweisen).
1.4
Die von einer qualifizierten Person durchgeführte Abklärung vor Ort (nach Massgabe des
Art.
69
Abs.
2 IVV; vgl. auch
Rz
. 3084 ff. des Kreisschreibens des BSV über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung [KSIH]) stellt für gewöhnlich die geeignete und genügende Vorkehr zur Bestimmung der gesundheitlichen Einschränkung im Haushalt dar (Urteil
des Bundesgerichts
9C_201/2011 vom 5. September 2011 E. 2, in: SVR 2012 IV Nr. 19 S. 86). Einer ärztlichen Fachperson, die sich zu den einzelnen Positionen der Haushaltfüh
rung unter dem Gesichtswinkel der Zumutbarkeit zu äussern hat, bedarf es nur in Ausnahmefällen, namentlich bei unglaubwürdigen Angaben der versicherten Person, die im Widerspruch zu den ärztlichen Befunden stehen (Urteil des Bun
desgerichts
8C_817/2013 vom 2
8.
Mai 2014 E. 5.1 mit weiteren Hinweisen
).
Für den Beweiswert eines Berichtes über die Abklärung im Haushalt einer versi
cherten Person sind – analog zur Rechtsprechung betreffend die Beweiskraft von Arztberichten (BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweis) – verschiedene Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis von den örtlichen und räumlichen Verhält
nissen sowie den aus den medizinischen Diagnosen sich ergebenden Beein
trächtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Angaben der versicher
ten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, be
gründet und angemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen sein und in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Abklärungsbericht voll beweiskräftig (AHI 2003 S.
218 E.
2.3.2 [in BGE 129 V 67 nicht veröffentlichte Erwägung]; Urteil des Bundesgerichts I 733/03 vom
6.
April 2004 E. 5.1.2; vgl. auch BGE 130 V 61 E.
6.2 und 128 V 93 E. 4 betreffend Abklärungsberichte im Zusammenhang mit der Hauspflege und Hilflosigkeit). Diese Beweiswürdigungskriterien sind nicht nur für die im Abklärungsbericht enthaltenen Angaben zu Art und Umfang der
Behinderung im Haushalt massgebend, sondern gelten analog für jenen Teil ei
nes
Abklärungsberichts, der den mutmasslichen Umfang der erwerblichen Tä
tigkeit
von teilerwerbstätigen Versicherten mit häuslichem Aufgabenbereich im
Gesund
heitsfall
betrifft (Urteil des Bundesgerichts
8C_817/2013 vom 28. Mai
2014 E. 5.1 mit weiteren Hinweisen
).
Der Abklärungsbericht ist seiner Natur nach in erster Linie auf die Ermittlung des Ausmasses physisch bedingter Beeinträchtigungen zugeschnitten, weshalb seine grundsätzliche Massgeblichkeit unter Umständen Einschränkungen erfah
ren kann, wenn die versicherte Person an psychischen Beschwerden leidet. Grundsätzlich jedoch stellt er auch dann eine beweistaugliche Grundlage dar, wenn es um die Bemessung einer psychisch bedingten Invalidität geht, das heisst wenn die Beurteilung psychischer Erkrankungen im Vordergrund steht (AHI 2004 S.
137 E. 5.3). Widersprechen sich die Ergebnisse der Abklärung vor Ort und die fachmedizinischen Feststellungen zur Fähigkeit der versicherten Person, ihre gewohnten Aufgaben zu erfüllen, ist aber in der Regel den ärztli
chen Stellungnahmen mehr Gewicht einzuräumen als dem Bericht über die
Haus
haltsabklärung
, weil es der Abklärungsperson regelmässig nur beschränkt möglich ist, das Ausmass des psychischen Leidens und der damit verbundenen Einschränkungen zu erkennen (Urteile des Bundesgerichts
8C_817/2013 vom
28. Mai
2014 E. 5.1,
9C_986/2009 vom 11. November 2010 E. 7.2 und 9C_631/200
9 vom 2. Dezember 2009 E. 5.1.2, je mit Hinweisen).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) davon aus, dass die Beschwerdeführerin ohne Ge
sundheitsschaden einer
Erwerbstätig
keit
im Umfang von
50
%
nachg
ing
e
und die
restlichen 50
%
auf den Aufga
benbereich entfallen
würden (S.
5). Die Beschwerdeführerin sei zu 100
%
ar
beitsunfähig und im Haushalt zu 28
%
eingeschränkt.
Ab März
2013 habe
sie
daher Anspruch a
uf eine
Dreiviertelsrente
(S. 6 f.
).
2.2
Demgegenüber stellte sich die Beschwerdeführerin auf den Standpunkt (
Urk.
1),
die Beschwerde
gegnerin
gehe faktisch davon aus, dass sie bei guter Gesundh
eit mit zwei Kindern in einer 4.
5-Zimmerwohnung leben und einer 50%igen Er
werbstätigkeit nachgehen würde (S. 3
Ziff.
12).
Demgegenüber
habe die
Be
schwerdegegnerin
bei der Haushaltsabklärung die aktuelle Wohnsituation auf
genommen. Dies
e Vorgehensweise
sei widersprüchlich.
W
enn man auf
die aktu
elle Situation abstelle
, hät
te sie keine Kinder zu betreuen,
was wiederum zur Folge hätte, dass sie bei voller Gesundheit zu 100
%
erwerbstätig sein müsste (S.
4
Ziff.
13-
14).
Es müsse deshalb auch im Aufgabenbereich auf die hypothe
tische Situation im Fall
e
der Gesundheit abgestellt werden
, wonach sie eine alleiner
ziehende Hausfrau wäre, welche zwei Kinder betreue
n würde
und zu 50
%
er
werbstätig
wäre
. Da sie weder ihre Kinder betreuen, noch eine 4
.
5-Zim
mer
woh
nung alleine bewältigen könne, liege die Einschränkung im Aufgaben
bereich deutlich über 70
%
(S. 4
f.
Ziff.
17
-19
).
Sodann treffe d
ie Beurteilung im
Ab
klärungsbericht
– aus näher genannten Gründen – auch für den konkret be
ste
henden Haushalt nicht zu
und stimme
ebenfalls
nicht mit dem Ergebnis der psychiatrischen Untersuchung überein (S. 5 ff.
Ziff.
21
ff.).
B
ei einer korrekten Beurteilung
habe sie
Anspruch auf eine ganze Invalidenrente (S. 10
Ziff.
44).
2.3
Strittig und zu prüfen
ist der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin und in diesem Zusammenhang insbesondere die Frage nach der Qualifikation.
3.
3.1
Dr.
rer
. nat.
A.___
, Fachpsychologe für Psychotherapie, führte mit Schreiben vom 2
1.
September 2012 (
Urk.
10
/
3) folgende Diagnosen auf (S. 1):
-
mittelschwere
bipolare affektive Störung, ohne psychotische Symptome (ICD-10 F31.4)
-
kombinierte Störung des Sozialverhaltens und der Emotionen mit ausge
prägten Symptomen von depressiven Episoden und Angststörungen (ICD-10 F92)
-
amnestisches
Syndrom (ICD-10 F11.6)
-
psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol mit
Abhängigkeits
syndrom
(ICD-10 F10.2)
Bei der Beschwerdeführerin sei nach posttraumatischen Belastungsstörungen bereits in der Jugendzeit eine Abhängigkeitsstörung (Heroin, Medikamente) zu verzeichnen gewesen. Aufgrund des mehrjährigen Such
t
mittelabusus verzeichne
sie bereits somatische Folgeschäden (S.
1). Die Folgestörungen bestünden in aus
geprägten Leistungs- und Verhaltensbeeinträchtigungen, die wahrscheinlich auf eine zerebrale Degeneration zurückzuführen sei
en
.
Eine ausführliche neu
ro
lo
gi
sche Untersuchung sei noch ausstehend.
Aufgrund des
komorbiden
Stö
rungs
bildes
sei die Beschwerdeführerin sowohl aktuell wie auch künftig
auf dem ersten Arbeitsmarkt voll arbeitsunfähig. Er empfehle eine Teilzeittätigkeit an einem geschützten Arbeitsplatz
(S. 2).
3.2
Dr.
med.
B.___
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Rheu
matologie, gab mit Bericht vom
6.
November 2012 (
Urk.
10
/
10/5-8) an, dass er die Beschwerdeführerin seit November 2011 behandle (S. 1
Ziff.
1.2)
,
und führte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit auf (S. 1
Ziff.
1.1):
-
Persönlichkeitsstörung, Status nach
Polytoxikomanie
-
Leberzirrhose Child A, Status nach Pankreatitis, Status nach Hepatitis C 1996
Das psychische Zustandsbild habe sich d
urch die hepatische Störung ver
schlech
tert. Eine Magnetresonanztomographie habe
Hinweise auf eine beginnen
de
zerebrale
Atrophie gezeigt (S. 2
Ziff.
1.4). In der bisherigen Tä
tigkeit sei die
Beschwerdeführerin aus somatischer Sicht zu 50
%
a
rbeitsunfähig (S.
2
Ziff.
1.6).
3.3
Die Ärzte der medizinischen Abklärungsstelle (MEDAS)
C.___
erstatteten ihr Gutachten zuhanden der Beschwerdegegnerin in den Fachdisziplinen All
gemeine Innere Medizin
und
Psychiatrie am
1
8.
Juni 2013 (
Urk.
10
/
33). D
ie
neu
rologische
und
neuropsychologische Teilbegutachtung
habe
infolge wieder
holten Nichterscheinens der Beschwerdeführerin nie durch
geführt werden können
(S. 1). Die Ärzte führten folgende Diagnosen mit Aus
wirkung auf die Arbeits
fähig
keit auf (S. 15
Ziff.
1.1):
-
vormalige
Polytoxikomanie
, jetzt fortbestehend mit Alkohol- und
Benzo
diazepinabhängigkeit
(ICD-10 F10.2 und F13.2) sowie Missbrauch von
Cannabinoiden
(ICD-10 F12.1) und Kokain (ICD-10 F 14.1) mit kör
perlichen und psychischen Folgeschäden im Sinne von Störungen auf dem Gebiet der Stimmungslabilität, bestehend seit der Jugendzeit
-
anamnestische Hinweise auf eine vormalige depressive Episode (ICD-10 F32.1), Status nach möglicherweise auch einer Anpassungsstörung (ICD-10 F43.2)
-
Panikstörung, weitgehend unbehandelt (ICD-10 F41.0)
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gaben sie Folgendes an (S. 16
Ziff.
1.2):
-
d
ysfunktionaler Umgang mit krankheitsbedingten und psychosozialen Symptomen (ICD-10 F54)
-
s
omatische Folgeschäden des Alkoholkonsums
-
Lebersteatose mit erhöhter
Gammaglutamyltransferase (
Gamma-GT
)
und Transaminasen
-
Status nach zweimal
iger
Pankreatitis 2011 und 2012
-
m
ögliche Hirnatrophie
-
a
namnestisch Hepatitis C
, a
ktuell Virus
load
nicht messbar
-
Nikotinabusus
Eine unmittelbare Aufnahme der früher ausgeübten Tätigkeit als Allrounderin
bei
der
Y.___
Genossenschaft
sei aktuell kaum vorstellba
r. Inwieweit diese
Tätigkeit nach
erfolgter Durchführung von
medizinischen und beruflichen Mass
nahmen wieder
ausgeübt werden könne
, sei erst beurteilbar, nachdem das Leistungsvermögen in einer angepassten Verweistätigkeit erzielt
worden
sei. In
einer angepassten Tätigkeit sollte nach entsprechenden medizin
i
schen und beruf
lichen Massnahmen eine 70%ige Arbeitsfähigkeit erreicht werden
können
, wenn man das Suchtgeschehen an sich ausblende. Die getroffenen Annahmen
würden
ab Januar 2011 gelten, mit Ausnahme des stationären Aufenthaltes Ende 2012 sowie den sechs Wochen zuvor und danach.
In dieser
Zeit habe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
bestanden
.
Die m
edizini
sche
n
Massnahmen bestün
den in ei
ner
Psychopharma
kotherapie,
einer
Psycho
- und Sozio
therapie sowie
in
Ent
zugsmassnahmen
(S.
22).
Die
Teilbegutachtung
in den Fachdisziplinen Neuro
lo
gie und Neuropsychologie wäre
zur Festlegung der definitiven Arbeits
fähigkeit
dringend notwendig gewesen (S. 18 unten).
3.4
Am 1
1.
März 2014 erstatteten die Ärzte des
D.___
ihr polydisziplinäres Gutachten zuh
anden des Bezirksgerichts
Z.___
in den
Fach
disziplinen
Allgemeine Innere Medizin
, Psychiatrie
sowie Neuropsychologie
(
Urk.
10/53). Dabei führten sie folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit auf (S. 7 f.
Ziff.
6.1):
-
emotional instabile Persönlichkeitsstörung vom
Borderline
-Typ (ICD-10 F60.31)
-
Polytoxikomanie
, gegenwärtiger
Substanzengebrauch
(ICD-10 F19.25)
-
Agoraphobie mit Panikstörung (ICD-10 F40.01)
-
bipolare affektive Störung (Bipolar II), gegenwärtig remittiert (ICD-10 F31.8)
-
Hepatitis C (Erstdiagnose, ED, zirka 1996)
-
leichte kognitive Störung
-
bei verlangsamter Verarbeitungsgeschwindigkeit, erhöhter
Störbar
keit
, reduziertem Arbeitsgedächtnis, verminderter mentaler Flexibilität und Umstellfähigkeit (ICD-10 F07.8)
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gaben sie einen Ver
dacht auf ein
lumboradikuläres
Schmerzsyndrom mit abgeschwächtem
Achil
lessehnenreflex
rechts sowie anamnestisch
rezidivierende Pankreatitiden in den Jahren 2011, 2012 sowie
2014 an (S. 8
Ziff.
6.2).
Es bestünden erhebliche und schw
erwiegende psychische Störungen. Z
udem
lägen
leichte neuropsycholo
gische Beeinträchtigungen
vor
. Der physische Gesundheitszustand sei aufgrund
der
erhöhten
Müdigkeit bei chronischer Hepatitis C
sowie
aufgrund von
Rücken
beschwerden
eingeschränkt (S.
10
Ziff.
8.1).
Es sei in Abwesenheit der direkten Verbindung zum Konsum von psychoaktiven Substanzen festzustellen, dass eine komplexe Komorbidität bestehe (S. 9
Ziff.
7.1).
In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Allrounderin
bei
der
Y.___
Genossen
schaft
beziehungsweise als Hausfrau mit Betreuung der Kinder
sei die Be
schwerdeführerin aufgrund des psychischen Zustandsbildes nicht arbeitsfähig. Dieses erlaube derzeit auch keine
andere
Tätigkeit.
Es
sei davon auszugehen, dass die Arbeitsunfähigkei
t
bereits
seit mehreren Jahren bestehe, wobei der ge
naue Beginn
nicht
festgestellt werden könne
(S. 9
Ziff.
7.2-4). Als medizinische Massnahme werde
eine
regelmässige psychotherapeutische und
fachpsychi
atri
sche
Therapie
empfohlen.
Die
sehr stark
chronifizierten
psychischen
Störungs
bilder
seien
allerdings
einer Behandlung nur schwer zugänglich (S. 9
Ziff.
7.5).
Es
sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Be
schwerdeführerin auch in Zukunft und bis ins Jahr 2039 keiner A
rbeitstätigkeit nachgehen könne. Es liege
eine schlechte Prognose
vor
(S. 10
Ziff.
8.4).
4.
In medizinischer Hinsicht stützte sich die Beschwerdegegnerin – der Stellung
nahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) folgend (
Urk.
10/63 S.
2 f.
, S.
5
) – auf das polydisziplinäre Gutachten des
D.___
vom 1
1.
März
201
4
(
Urk.
10/53). D
a
nach leide
t
die Beschwerdeführerin an einer emotional insta
bi
len Persönlichkeitsstörung vom
Borderline
-Typ (ICD-10 F60.31), an einer
Po
ly
toxikomanie
mit gegenwärtigem Substanzgebrauch (ICD-10 F19.25), an einer Agoraphobie mit Panikstörung (ICD-10 F40.01), an einer bipolaren affektiven Störung, gegenwärtig remittiert (ICD-10 F31.8), an einer Hepatitis C sowie an einer leichten kognitiven Störung mit verlangsamter
Verarbeitungsgeschwin
digkeit
, erhöhter Störbarkeit, reduziertem Arbeitsgedächtnis, verminderter men
taler Fl
exibilität und Umstellfähigkeit
(S.
7 f.
Ziff.
6.1). Es bestehe
eine kom
plexe Komorbidität
in Abwesenheit der direkten Verbindung zum Konsum von psychoaktiven Substanzen (S. 9
Ziff.
7.1).
Die Beschwerdeführerin sei
in jeg
licher Tätig
keit zu 100
%
arbeitsunfähig
(
S. 9
Ziff.
7.2-4
).
Das Gutachten des
D.___
erfüllt die praxisgemässen Kriterien für beweiskräftige ärztliche Entscheidungsgrundlagen (
vgl.
vorstehend E. 1.
5
) vollumfänglich
und wird auch von der Beschwerdeführerin nich
t in Frage gestellt (
Urk.
1 S.
5
Ziff.
21,
Urk.
10/54
), so dass für die Entscheidfindung darauf abgestellt werden kann. Demgegenüber basierte
insbesondere
das Gutachten der
Medas
C.___
vom 1
8.
Juni 2013 (
Urk.
10
/
33) auf unvollständigen Abklärun
gen, w
obei
die Ärzte
selbst angaben,
die Arbeitsfähigkei
t
aufgrund der fehlen
den neurolo
gi
schen sowie neuropsychologischen Begutachtung
nicht ab
schliessend beurteilen zu können
(S. 18 unten
).
5
.
5
.1
Hinsichtlich der
sozialversicherungsrechtliche
n
Quali
fikation der Beschwerde
führerin stützte sich di
e Beschwerdegegnerin auf den
Haushaltsabklärungsbe
richt
vom 2
5.
September 2014, worin die
Beschwerdeführerin als zu 50
%
Er
werbstätige und zu 50
%
im Aufgabenbereich Tätige qualifiziert wurde (vgl.
Urk.
10/60
S.
9). Demgegenüber
machte
die Beschwerdeführerin
mit Einwand vom 2
9.
September
2014 (
Urk.
10/66) geltend, dass sie als Vollerwerbstätige ein
zustufen beziehungsweise im Haushalt deutlich mehr eingeschränkt sei
, als von der Beschwerdegegnerin angenommen
. Anlässlich der Beschwerde gab sie sodann an,
dass
auch
für die Festlegung der Einschränkungen im Aufgabenbe
reich auf die hypothetische Situation im Falle der Gesundheit abgestellt werden
müsse (
Urk.
1 S. 4 f.
Ziff.
17-19
).
5
.2
Massgebend für die Qualifikation der Beschwerdeführerin als Vollzeit- oder Teilzeiterwerbstätige ist die Frage, in welchem Umfang sie eine Erwerbstätigkeit ausüben würde, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Dabei sind im Besonderen ihre persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persön
lichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen
.
Die hypothetische Frage nach der im Gesundheitsfall ausgeübten Tätigkeit beurteilt sich nach den Ver
hältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung
beziehungs
weise
bis zum Zeitpunkt des Beginns des Rentenanspruchs entwickelt haben (vgl.
vorstehend E. 1.3
).
Die Verwaltung als verfügende Instanz und - im Beschwerdefall - das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen
, w
enn
sie von ihrem Bestehen über
zeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem
Be
weisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglich
keit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Gericht folgt vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 353 E.
5b mit Hinweisen; vgl. BGE 130 III 321 E. 3.2 und 3.3).
5
.3
Dem Haushaltsabklärungsbericht vom 2
5.
September 2014 (
Urk.
10
/
60) lässt sich entnehmen, dass
die Beschwerdeführerin zuletzt von 1997 bis 2001 bei der
Y.___
Genossenschaft als Allrounderin in einem Pensum von 100
%
tätig
war.
Seit der Geburt de
s ersten Kindes im Jahr 2001
war sie
Hausfrau
und
Mutter
(S.
2
f.
Ziff.
2.
2-2.
3). Zur beruflichen Situation ohne Gesundheitsschaden er
klärte
die Beschwerdeführerin, dass die Kinder bei guter Gesundheit heute bei ihr leben würden. Sie habe sich seit der Geburt der beiden Söhne immer um sie gekümmert. Aufgrund der Depression und des Alkoholkonsums habe sie die Kin
der nach der Trennung von ihrem Ehemann nicht
zu sich nehmen
können.
Sie sei von ihrem Ehemann gerichtlich getrennt, aber noch nicht geschieden. Ein
höheres Pensum als 50
%
würde sie nicht erfüllen wollen,
da sie
nie Schlüssel
kinder h
aben wollte und der Ehemann genu
g verdienen würde, damit sie mit einem Pensum von 50
%
gut leben und trotzdem für die Kinder da sein könnte (S. 4
Ziff.
2.5). Die Abklärungsperson legte dementsprechend die Qualifikation
der Beschwerdeführerin
als zu 50
%
Erwerbstätige und zu 50
%
im Haushalt Tätige fest (S. 4
Ziff.
2.6). Nach Prüfung der einzelnen Bereiche wurde die Ein
schränkung im Haushalt sodann mit 28.25
%
veranschlagt (S. 9
Ziff.
7).
5
.4
Die
von der Beschwerdegegnerin vorgenommene
Qualifikation der Beschwerde
führerin stützte sich demnach auf die eigenen Angaben der Beschwerdeführerin anlässlich der
erfolgten
Haushaltsabklärung (vgl. vorstehend E.
5.3).
Obgleich der
artige im Verlauf des Abklärungsverfahrens gemachte Angaben
praxisge
mäss
stärker zu gewichten sind, als spätere, anders lautende Erklärungen, wel
che
von Überlegungen sozialversicherungsrechtlicher Natur beeinflusst sein können
(Urteil des Bundesgerichts I 116/06 vom 2
4.
Juli
2006 E.
5.2.2)
, kann darauf nicht ohne weiteres abgestellt werden.
Bei der vorliegenden Klärung der
Status
frage
ist insbesondere zu berücksichtigen, dass die
Beschwerdeführerin und ihr
Ehemann mit Verfügung des Einzelrichters des Bezirksgerichts
Z.___
vom 1
1.
Juni
2010 (
Urk.
8
/
5
) zum Getrenntleben berechtigt erklärt und die bei
den Kinder unter die Obhut des Ehemannes
der Beschwerdeführerin
gestellt wurden (
S.
2 Dispositiv-
Ziff.
1
und
2).
Im vorliegend massgebenden Zeitpunkt des
Ver
fü
gungserlasses
am
4.
Februar 2015 (
Urk.
2) waren diese demnach be
reits
beim
Ehemann
wohnhaft
, weshalb die Annahme der Beschwerdeführerin, dass die Kinder ohne Gesundheitsschaden bei ihr leben würden (vgl.
Urk.
10/60 S.
4
Ziff.
2.5), rein spekulativer Art ist.
Da die Kinder im
massgebenden Zeit
punkt folglich nicht unter der Obhut der Beschwerdeführerin
standen
,
hat
te
sie keine
Betreuungsaufgaben wahrzunehmen und
wäre
ohne Gesundheitsschaden
höchst
wahr
scheinlich gezwung
en, für ihren Lebensunterhalt
selbständig aufzu
kommen.
Dies
ta
t sie im Übrigen
auch
vor der Geburt des ersten Kindes
in
ei
nem Pensum von 100
%
.
5
.5
Nach dem Gesagten
ist die Beschwerdeführerin somit
mit dem im Sozialver
sicherungsrecht massgebenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlich
keit
als zu 100
%
Erwerbstätige zu qualifizieren,
weshalb auf den Beweiswert des Haushaltsabklärungsberichtes vom 2
5.
September 2014 (
Urk.
10/60) nicht näher einzugehen ist. Da die Beschwerdeführerin in jeglicher Tätigkeit als zu 100
%
arbeitsunfähig erachtet w
urde
(vgl. vorstehend E.
4)
, erü
brigt sich
somit
ein Einkommensvergleich nach
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG. Der Invaliditätsgrad beträgt 100
%
, weshalb die Beschwerdeführerin An
spruch auf eine ganze Rente der Invalidenversicherung hat.
Der Beginn des Rentenanspruchs ist
gemäss
Art.
29
Abs.
1 IVG
auf den
1.
März 2013 festzuset
zen, was auch von den Parteien unbestritten blieb.
Mit dieser Feststellung und in Gutheissung der Beschwerde ist die angefochtene Verfügung somit aufzuheben.
6
.
6
.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind
nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzu
erlegen.
6
.2
Ausgangsgemäss steht der obsiegenden Beschwerdeführerin eine
Prozessent
schädigung
zu, die gemäss
Art.
61 lit. g ATSG in Verbindung mit
§
34 des Ge
setzes über das Sozialversicherung
s
gericht (
GSVGer
) – ohne Rücksicht auf den Streitwert – nach der Bedeutung der Streitsache, nach der Schwierigkeit des Pro
zesses und dem Mass des Obsiegens zu bemessen ist.
Unter Berücksichtigung der vorgenannten Bemessungskriterien und beim
ab
1.
Januar 2015
für Rechtsanwälte gerichtsüblichen Stundenansatz
von
Fr.
2
2
0.
-
-
ist die Prozessen
tschädigung vorliegend auf
Fr.
2‘300.--
(inkl. Barauslagen und
MWSt
) festzusetzen.
Das Gericht erkennt:
1.
In Gutheissung der Beschwerde w
e
rd
en die Verfügungen
der
Sozialversiche
rungs
an
stalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, vom
4.
u
nd vom 11.
Februar 2015 aufgehoben und es wird festgestellt, dass die Beschwerdeführerin ab dem
1.
März 2013 Anspruch auf eine ganze Rente der Invalidenversicherung hat.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
800
.-- werden
der Beschwerdegegnerin
auferlegt. Rech
nung
und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechts
kraft zu
gestellt.
3.
Die Beschwerdegegnerin wird
verpflichtet,
der Beschwerdeführerin
eine
Prozessent
schädigung
von
Fr.
2'300
.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) zu bezahlen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt
Dr.
Markus Krapf
, unter Beilage einer Kopie von
Urk.
15
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
, unter Beilage einer Kopie von
Urk.
15
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
-
Y.___
-Pensionskasse
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
5.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthal
ten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
MosimannKudelski