# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 78e50022-fc3e-5e33-8765-991788824735
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-10-20
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 20.10.2014 200 2014 265
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2014-265_2014-10-20.pdf

## Full Text

200 14 265 IV
GRD/BRM/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 20. Oktober 2014

Verwaltungsrichter Grütter, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schütz, Verwaltungsrichter Ackermann
Gerichtsschreiber Braune

A.________
vertreten durch B.________, 
Fürsprecher C.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 12. Februar 2014

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Okt. 2014, IV/14/265, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1969 geborene A.________, … Staatsangehöriger, reiste im Novem-
ber 1994 in die Schweiz ein und war in der Folge für verschiedene Arbeit-
geber tätig. Nachdem seine letzte langjährige Anstellung bei der 
D.________ mit Wirkung auf den 30. April 2010 gekündigt worden war, 
bezog er Taggelder der Arbeitslosenversicherung. 

Am 13. Oktober 2010 meldete sich der Versicherte unter Hinweis auf seit 
ca. 12 Jahren bestehende gesundheitliche Beeinträchtigungen (Band-
scheibenschaden, Arthrose, Rückenverkrümmung, linkes Knie) bei der IV-
Stelle Bern (IVB) für Berufliche Integration/Rente an (Akten der IVB [act. II] 
1).

Die IVB holte erwerbliche (act. II 8, 9) sowie medizinische (act. II 13, 14, 
15) Unterlagen ein und liess den Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD), 
Dr. med. E.________, FMH Innere Medizin sowie Physikalische Medizin 
und Rehabilitation, zu letzteren bzw. zum Zumutbarkeitsprofil Stellung 
nehmen (act. II 20 S. 3). 

In der Folge begab sich der Versicherte in psychiatrische Behandlung (act. 
II 21), worüber die IVB bei den Psychiatrischen Diensten SRO, Langenthal, 
einen Bericht (act. II 22) sowie weitere medizinische Unterlagen (act. II 26, 
28, 35, 48) und die Akten des Krankenversicherers (Allianz Suisse Versi-
cherungs-Gesellschaft AG; act. II 49.1 und 49.2) einholte. 

Am 21. Februar 2012 nahm der RAD-Arzt Dr. med. E.________ zu den 
ergänzten Unterlagen Stellung und bestätigte aus somatischer Sicht das im 
Bericht vom 14. Februar 2011 definierte Zumutbarkeitsprofil; aus psychia-
trischer Sicht sei ab 1. Februar 2011 nur noch ein Pensum von 50% mög-
lich, welches durch Eingliederungsmassnahmen schrittweise auf ein volles 
Pensum gesteigert werden sollte (act. II 55 S. 4).

Für die Zeit vom 27. August bis 18. November 2012 ordnete die IVB eine 
berufliche Abklärung in der Abklärungsstelle F.________ an (act. II 70), 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Okt. 2014, IV/14/265, Seite 3

welche wegen einer ärztlich attestierten vollständigen Arbeitsunfähigkeit 
seit dem 19. Oktober 2012 per 6. November 2012 abgebrochen wurde (act. 
II 79); den Bericht über die absolvierte Abklärung erstattete die Ab-
klärungsstelle F.________ am 16. November 2012 (act. II 80). 

Nach Einholen weiterer Berichte der behandelnden Ärzte (act. II 84, 86) 
veranlasste die IVB eine bidisziplinäre (Fachdisziplinen Orthopädie und 
Psychiatrie) Begutachtung; die Gutachten wurden ab 25. April (act. II 90.2) 
bzw. am 21. Mai 2013 (act. II 90.1) vorgelegt.

B.

Gestützt auf diese Abklärungen stellte die IVB dem Versicherten mit Vor-
bescheid vom 25. Juni 2013 die Ausrichtung einer vom 1. Mai 2011 bis 31. 
Dezember 2012 befristeten Rente (IV-Grad ab 1. Mai 2011: 55% und ab 1. 
Januar 2013: 33%) in Aussicht (act. II 94). 

Aufgrund des hiergegen vom Versicherten, vertreten durch B.________, 
Sozialarbeiterin G.________, am 28. August 2013 unter Hinweis auf die 
beigelegten Berichte der behandelnden Ärzte erhobenen Einwandes (act. II 
96) holte die IVB auf Empfehlung des RAD-Arztes Dr. med. E.________ 
(act. II 99 S. 2) eine Stellungnahme des psychiatrischen Gutachters ein 
(act. II 101). 

Im Lichte dieser Ergänzung ermittelte die IVB nunmehr einen Invaliditäts-
grad von 19%, worauf sie am 20. November 2013 einen – denjenigen vom 
25. Juni 2013 annullierenden und ersetzenden – Vorbescheid erliess, mit 
dem sie die Abweisung des Rentenbegehrens ankündigte (act. II 102). Am 
12. April 2014 verfügte sie entsprechend dem Vorbescheid; zu dem am 9. 
Januar 2014 erhobenen Einwand (act. II 104) nahm sie in der Verfügung 
Stellung (act. II 107). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Okt. 2014, IV/14/265, Seite 4

C.

Mit Beschwerde vom 17. März 2014 lässt der Versicherte, vertreten durch 
B.________, Fürsprecher C.________, beantragen, die Verfügung vom 12. 
Februar 2014 sei aufzuheben und dem Beschwerdeführer sei eine Invali-
denrente zuzusprechen. Zur Begründung wird im Wesentlichen geltend 
gemacht, dass nach der schlüssigen Expertise in Verbindung mit der er-
gänzenden Stellungnahme des psychiatrischen Gutachters von einer Ver-
schlechterung des Gesundheitszustandes ab Mai 2013 mit einer 50%igen 
Arbeitsunfähigkeit auszugehen sei. Durch die Vorladung, in einem Straf-
prozess vor dem Gericht in … auszusagen, sei es zu einer erneuten De-
kompensation der Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung 
mit Retraumatisierung gekommen. Neben dieser Diagnose und diversen 
somatischen Diagnosen sei eine rezidivierende Depression mit teils mittel-
gradigen und teils leichten Episoden festgestellt worden. Dagegen bestün-
den nach dem Gutachten keine Hinweise für eine somatoforme Schmerz-
störung oder ein syndromales Geschehen, womit die Frage nach einer 
psychischen Komorbidität bzw. dem Vorliegen der Foerster-Kriterien entfal-
le. Der depressiven Symptomatik – im Gutachten als eigenständige Krank-
heit aufgeführt – dürfe der invalidisierende Charakter deshalb nicht aber-
kannt werden. 

Ferner wird um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege nachgesucht.

In ihrer Beschwerdeantwort vom 30. April 2014 schliesst die IVB auf Ab-
weisung der Beschwerde.

Am 7. Oktober 2014 fand eine nichtöffentliche Urteilsberatung gemäss Art. 
56 Abs. 5 bzw. 6 des kantonalen Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die 
Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft (GSOG; 
BSG 161.1) i.V.m. Art. 37 Abs. 1 lit. b des kantonalen Gesetzes über die 
Verwaltungsrechtspflege vom 23. Mai 1989 (VRPG; BSG 155.21) statt.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Okt. 2014, IV/14/265, Seite 5

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 12. April 2014 (act. II 
107). Streitig ist der Anspruch auf eine Invalidenrente.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG). 

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Okt. 2014, IV/14/265, Seite 6

werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden, ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG).

Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit inva-
lidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschränkungen der 
Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung allen guten 
Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könn-
te; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv bestimmt 
(BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353; SVR 2007 IV Nr. 
47 S. 154 E. 2.4).

Entscheidend ist, ob und inwiefern es der versicherten Person trotz ihres 
Leidens sozialpraktisch zumutbar ist, die Restarbeitsfähigkeit auf dem ihr 
nach ihren Fähigkeiten offen stehenden, ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu 
verwerten, und ob dies für die Gesellschaft tragbar ist. Dies ist nach einem 
weitgehend objektivierten Massstab zu prüfen (BGE 136 V 279 E. 3.2.1 S. 
281).

2.3 Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens, so auch 
einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung, setzt zunächst eine 
fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Diagnose nach einem wissenschaftlich 
anerkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 136 V 279 E. 3.2.1 S. 
282). Wie jede andere psychische Beeinträchtigung begründet indes auch 
eine diagnostizierte anhaltende somatoforme Schmerzstörung als solche 
noch keine Invalidität. Vielmehr besteht eine Vermutung, dass die somato-
forme Schmerzstörung oder ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensan-
strengung überwindbar sind. Bestimmte Umstände, welche die Schmerzbe-
wältigung intensiv und konstant behindern, können den Wiedereinstieg in 
den Arbeitsprozess unzumutbar machen, weil die versicherte Person als-
dann nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen notwendigen Res-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Okt. 2014, IV/14/265, Seite 7

sourcen verfügt. Ob ein solcher Ausnahmefall vorliegt, entscheidet sich im 
Einzelfall anhand verschiedener Kriterien. Im Vordergrund steht die Fest-
stellung einer psychischen Komorbidität von erheblicher Schwere, Ausprä-
gung und Dauer. Massgebend sein können auch weitere Faktoren, so: 
chronische körperliche Begleiterkrankungen; ein mehrjähriger, chronifizier-
ter Krankheitsverlauf mit unveränderter oder progredienter Symptomatik 
ohne länger dauernde Rückbildung; ein sozialer Rückzug in allen Belangen 
des Lebens; ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr beeinflussbarer in-
nerseelischer Verlauf einer an sich missglückten, psychisch aber entlas-
tenden Konfliktbewältigung (primärer Krankheitsgewinn; "Flucht in die 
Krankheit"); das Scheitern einer konsequent durchgeführten ambulanten 
oder stationären Behandlung (auch mit unterschiedlichem therapeutischem 
Ansatz) trotz kooperativer Haltung der versicherten Person. Je mehr dieser 
Kriterien zutreffen und je ausgeprägter sich die entsprechenden Befunde 
darstellen, desto eher sind – ausnahmsweise – die Voraussetzungen für 
eine zumutbare Willensanstrengung zu verneinen (BGE 137 V 64 E. 4.1 S. 
67, 136 V 279 E. 3.2.1 S. 282, 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.3 S. 
354). Diese für alle Versicherten in gleicher Weise geltende Gerichtspraxis 
ist weder menschenrechtswidrig noch diskriminierend (SVR 2008 IV Nr. 62 
S. 204 E. 4.2) noch basiert sie – mit Blick auf die rechtliche Natur des Krite-
rienkataloges – auf medizinwissenschaftlich unhaltbaren Annahmen (SVR 
2012 IV Nr. 32 S. 128 E. 2.3 - 2.5).

Aus Gründen der Rechtsgleichheit ist es geboten, sämtliche pathogene-
tisch-ätiologisch unklaren syndromalen Beschwerdebilder ohne nachweis-
bare organische Grundlage den gleichen sozialversicherungsrechtlichen 
Anforderungen zu unterstellen (BGE 139 V 346 E. 2 S. 346, 137 V 64 E. 
4.3 S. 69, 136 V 279 E. 3.2.3 S. 283). Die zu den somatoformen Schmerz-
störungen entwickelten Grundsätze sind deshalb analog anwendbar auf 
PTBS (Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 4. Dezember 2012, 
8C_483/2012, E. 4.2).

2.4 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Okt. 2014, IV/14/265, Seite 8

und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.5 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung 
gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht 
invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen; Art. 16 ATSG).

2.6 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 132 V 93 E. 4 S. 99). 

Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass das 
Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, unab-
hängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Okt. 2014, IV/14/265, Seite 9

gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

3.

3.1 In medizinischer Hinsicht lässt sich den Akten im Wesentlichen Fol-
gendes entnehmen:

3.1.1 In seinem Bericht vom 17. Dezember 2010 zuhanden der IVB hielt 
der Hausarzt, Dr. med. H.________, FMH Innere Medizin, als Diagnose mit 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit chronische Nacken-/Rücken-/ Schulter-
schmerzen bei degenerativen Veränderungen und muskulärer Dysbalance, 
Kniegelenkbeschwerden ohne strukturelle Läsion (möglicherweise statisch 
bedingt), eine Fussdeformation mit Impingement sowie als  Diagnose ohne 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Psoriasis fest. Der Patient sei in 
seiner Gehfähigkeit eingeschränkt; die vor der Arbeitslosigkeit ausgeübte 
Tätigkeit in einem Autoabbruch sei eher etwas zu schwer gewesen. Eine 
leichte Arbeit könne nach einem Arbeitsversuch allenfalls zugemutet wer-
den. Die Fussprobleme könnten mit Einlagen verbessert werden. Zum 
Ausmass der Arbeitsfähigkeit äusserte er sich – nachdem er gegenüber der 
Arbeitslosenversicherung seit dem 3. Mai 2010 eine vollständige Arbeitsun-
fähigkeit bescheinigt hatte (act. II 7 S. 5) – nicht (act. II 13 S. 7 f.).

3.1.2 Der RAD-Arzt Dr. med. E.________ wies am 14. Februar 2011 dar-
auf hin, dass der Hausarzt die angegebenen Diagnosen nicht durch Befun-
de untermauert habe. Der Grund für die Krankschreibung zu 100% ge-
genüber dem RAV leuchte objektiv nicht ein. Einschränkungen bestünden 
durch eine etwas verminderte Gehstrecke und allenfalls für körperlich stark 
belastende Arbeiten wegen der Rückenschmerzen und Kniebeschwerden 
ohne Befund. Dem Versicherten seien alle leichten bis mittelschweren Ar-
beiten, wechselbelastend oder sitzend, Gewichte Tragen bis 15 kg sowie 
einer auf 3 km limitierten Gehstrecke an einem Stück ohne weitere Leis-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Okt. 2014, IV/14/265, Seite 10

tungseinschränkung mit vollem Pensum zumutbar; das Profil gelte ab 1. 
Mai 2010 (act. II 20 S. 3).

3.1.3 Die Psychiatrischen Dienste SRO, med. pract. I.________, gab im 
Bericht vom 28. Februar 2011 als psychiatrische Diagnosen eine wahr-
scheinlich seit 2003 bestehende rezidivierende depressive Störung (ICD-
10: F33.1) sowie einen Verdacht auf PTSD (seit 1994) und als somatische 
Diagnose eine chronische Gastritis an. Derzeit bestehe aufgrund der Ge-
dächtnis- und Konzentrationsstörungen, Schlafstörungen und des Gedan-
kenkreisens eine deutlich reduzierte psychische Belastbarkeit, deren Aus-
mass noch nicht beurteilt werden könne. Bezüglich des Verdachts auf 
PTSD sei der Versicherte bei Dr. med. J.________ angemeldet worden 
(act. II 22).

3.1.4 Der beratende Arzt des Krankentaggeldversicherers (Allianz Suisse) 
hielt in seiner Beurteilung vom 16. April 2011 eine adaptierte Tätigkeit 
(wechselbelastend, mehrheitlich sitzend, bis mittelschwer) in vollem Um-
fang für zumutbar (act. II 49.2 S. 25 f.).

3.1.5 Dr. med. J.________, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, hielt in 
seinem Bericht vom 15. August 2011 als Diagnosen mit Auswirkung auf die 
Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mit-
telschwere Episode ohne somatisches Syndrom (ICD-10: F33.10), sowie 
eine komplexe Belastungsstörung (ICD-10: F43.1) fest. An objektiven Be-
funden gab er eine mässige Einschränkung von Gedächtnis, Merkfähigkeit 
und Aufmerksamkeit, emotionale Taubheit, Flashbacks, Intrusionen, ge-
steigerte Schreckhaftigkeit und Reizbarkeit, ausgeprägte Schlafstörungen, 
Depersonalisations- und Derealisationserlebnisse, gesteigerte kognitive 
Fokussierung und Einengung auf erlebte Traumatisierungen, Freud- und 
Zukunftslosigkeit, gehemmte Antriebslage, erhebliche Herabsetzung von 
Vitalgefühlen (Herabsetzung der Potenz, Verlust von Lebensfreude, Appe-
tit- und Energielosigkeit) an; diese Einschränkungen führten zu einer erheb-
lichen Einschränkung bei der Ausübung der bisherigen Tätigkeit. Eine län-
gerfristige integrierte psychiatrisch/psychotherapeutische Behandlung sei 
angezeigt; bei gutem Verlauf und fehlenden Retraumatisierungsfaktoren sei 
vorstellbar, dass der Versicherte in ca. 3 – 4 Jahren wieder psycho-
emotional stabilisiert und in seinem sozial-beruflichen Umfeld integriert 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Okt. 2014, IV/14/265, Seite 11

werden könne (act. II 35). Im Verlaufsbericht vom 5. Dezember 2011 attes-
tierte Dr. med. J.________ einen stationären Gesundheitszustand (act. II 
48). 

3.1.6 Am 21. Februar 2012 bestätigte der RAD-Arzt Dr. med. E.________ 
aus somatischer Sicht das im vorangehenden Bericht ab 1. Mai 2010 for-
mulierte Zumutbarkeitsprofil. Aus psychiatrischer Sicht erachtete er – nach 
telefonischer Besprechung mit dem behandelnden Psychiater – ab 1. Fe-
bruar 2011 nur noch ein reduziertes Pensum von 50% für möglich, wobei 
dringend Eingliederungsmassnahmen notwendig seien. Vorerst sollte unter 
Einhaltung des Zumutbarkeitsprofils mit einem Pensum von 50% im ersten 
Arbeitsmarkt gestartet und dieses nach 3 – 6 Monaten auf ein Vollpensum 
gesteigert werden. Zudem sollte er von einer ruhigen, möglichst stressfrei-
en und verständnisvollen Umgebung profitieren können (act. II 55, insbe-
sondere S. 4).

3.1.7 Im Rahmen einer stationären Behandlung berichteten die Psychia-
trischen Dienste SRO am 12. Dezember 2012 von einem verbesserten 
Zustand; durch weiterhin langfristige therapeutische Begleitung könne es 
zu einer Reaktivierung der sozialen und beruflichen Ressourcen kommen. 
Die berufliche Wiedereingliederung sollte in einer geschützten Umgebung 
erfolgen, wo der Versicherte in einer ruhigen Abteilung mit weniger Leis-
tungsdruck und regelmässigen Pausen arbeiten könne. Berufliche Mass-
nahmen sowie ergänzende medizinische Abklärungen seien angezeigt (act. 
II 86). 

3.1.8 Im Rahmen der bidisziplinären Begutachtung durch das medizini-
sche Gutachtenzentrum K.________ hielt Dr. med. L.________, FMH Or-
thopädie, als (somatische) Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig-
keit eine Discusprotrusion L5/S1 mit knappem Kontakt zu den Nervenwur-
zeln S1 ohne Kompression beidseits, eine femorale Offsetstörung kranio-
ventral mit Impingement in diesem Bereich und Chondropathie Grad II des 
rechten Hüftgelenks, einen Knick-/Senkfuss rechts mit lateralem Impinge-
ment und Talonavikulararthrose sowie USG-Arthrose und Ganglionbildung 
im Sinus tarsi sowie einen Senkfuss und Verdacht auf Arthrose im USG 
links fest; ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestehe eine Grossze-
hengrundgelenksarthrose rechts und links, Adipositas, Nikotinabusus sowie 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Okt. 2014, IV/14/265, Seite 12

eine Allergie auf Penicilin und Sonne (act. II 90.1 S. 6). Körperlich leichte 
Tätigkeiten in temperierten Räumen, die abwechslungsweise sitzend und 
stehend ausgeübt werden könnten, ohne dass dabei häufig gelaufen wer-
den müsse, insbesondere auf Treppen, Leitern, unebenem Boden und 
schrägen Ebenen, und die nicht mit häufigen inklinierten und reklinierten 
sowie rotierten Körperhaltungen und Positionen in der Hocke verbunden 
seien, könnten seit jeher bei voller Präsenz zu 90% (Arbeitsunfähigkeit 
10%) zugemutet werden (act. II 90.1 S. 8).

3.1.9 Der psychiatrische Gutachter Dr. med. M.________, Facharzt für 
Psychiatrie und Psychotherapie, diagnostizierte eine rezidivierende de-
pressive Störung mit mittelgradiger depressiver Episode (ICD-10: F33.1), 
bestehend von etwa 04/2010 bis 12/2012, gegenwärtig leichte depressive 
Episode (ICD-10: F33), bestehend seit 01/2013, sowie eine posttraumati-
sche Belastungsstörung (ICD-10: F43.1), bestehend seit etwa 1994 (act. II 
90.1 S. 19 f.). Aus rein psychiatrischer Sicht könne in der zuletzt ausgeüb-
ten Tätigkeit für den Zeitraum 04/2010 bis 12/2012 aufgrund der mittelgra-
digen depressiven Episode mit Symptomen einer posttraumatischen Belas-
tungsstörung eine Arbeitsfähigkeit von 40% bei vollem Pensum und seit 
etwa 01/2013 eine Arbeitsfähigkeit von 60% bei vollem Stundenpensum 
angenommen werden. In einer angepassten Tätigkeit (keine erhöhte emo-
tionale Belastung, kein erhöhter Zeitdruck, keine erforderliche geistige Fle-
xibilität, keine vermehrten Kundenkontakte, keine überdurchschnittliche 
Dauerbelastung) sei der Versicherte im Zeitraum 04/2010 bis 12/2012 bei 
vollem Stundenpensum als zu 50% und ab etwa 01/2013 bei vollem Stun-
denpensum als zu 75% arbeitsfähig zu betrachten (act. II 90.1 22 ff.).

3.1.10 Im von der B.________ veranlassten Bericht vom 19. August 2013 
berichtete Dr. med. J.________ von einer Zunahme der Intensität der 
Symptome der posttraumatischen Belastungsstörung während der – dann 
vorzeitig abgebrochenen – Behandlung in der Akut-Tagesklinik (Austritt: 6. 
Februar 2013); die Struktur- und Rahmenbedingungen der Tagesklinik ha-
be der Patient mit Umständen im Konzentrationslager assoziiert, was mit 
einer erheblichen Zunahme der aufdringlichen Erinnerungen an traumati-
sche Erlebnisse einhergegangen sei und worauf er mit extremem Vermei-
dungsverhalten, dissoziativer und Angst-Symptomatik reagiert habe. Ein 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Okt. 2014, IV/14/265, Seite 13

Suizidversuch seiner Ehefrau habe zu einer erheblichen Verschlechterung 
seines psychischen Zustandes mit Symptomen einer mittelgradigen bis 
schweren depressiven Episode geführt. Nach dem Austritt aus der Tages-
klinik sei es zu einer erheblichen Belastung der – ohnehin schon durch die 
schwer traumatisierte Ehefrau sowie die kranken Kinder (der ältere Sohn 
leide an Minderintelligenz, der jüngere an den Folgen einer Hydrocephalus) 
beeinträchtigten und deshalb keine unterstützende Ressourcen darstellen-
den – Familiendynamik gekommen, was zu wechselwirkender Belastung 
und Überforderung führe. Die Beurteilung der klinischen Situation sowie der 
Arbeits- und Erwerbsfähigkeit von Mai 2011 bis Januar 2013 sei im Gutach-
ten korrekt erfolgt; seit Februar 2013 sei der Patient in eine tiefere depres-
sive Phase gestürzt. Gestützt auf die Tatsache, dass es zur Entwicklung 
einer erheblichen Chronifizierung der depressiven Störung sowie der Sym-
ptome der posttraumatischen Belastungsstörung mit initialen Persönlich-
keitsveränderung gekommen sei, sei es nicht mehr zumutbar, die Arbeits- 
und Erwerbsfähigkeit durch integrierte psychiatrische Behandlung zu stei-
gern. Die Anerkennung eines Rentenanspruchs (½  bis ¾ Rente) könnte 
dem Versicherten ein Sicherheitsgefühl vermitteln, was zu einer Stabilisie-
rung führen und er dadurch in einer fernen Perspektive sukzessive seine 
Ressourcen und Fähigkeiten weiterentwickeln könnte (act. II 96 S. 3 – 5).

3.1.11 In seiner Stellungnahme zu den anlässlich der Anhörung zum Vor-
bescheid vom 25. Juni 2013 von Seiten des Versicherten vorgelegten Arzt-
berichte (act. II 96 S. 3 – 6) hielt der psychiatrische Gutachter an seinen 
Ausführungen im Gutachten fest, bestätigte indessen die von Dr. med. 
J.________ erhobene Verschlechterung des psychischen Zustandsbildes 
mit mittelgradiger bis schwerer depressiver Episode sowie verstärkten 
Symptomen einer posttraumatischen Belastungsstörung; in der zuletzt 
ausgeübten Tätigkeit sei seit 05/2013 wieder eine 40%ige Arbeitsfähigkeit 
bei vollem Stundenpensum sowie in einer angepassten Tätigkeit eine 
50%ige Arbeitsfähigkeit bei vollem Stundenpensum anzunehmen (act. II 
101). 

3.2 Den somatischen Einschränkungen wurde bei der Ermittlung des 
Invaliditätsgrades hinreichend Rechnung getragen, was letztlich auch un-
bestritten geblieben ist.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Okt. 2014, IV/14/265, Seite 14

3.3 Nach den oben zusammengefassten medizinischen Unterlagen 
wurde beim Beschwerdeführer in psychischer Hinsicht – in weitgehender 
Übereinstimmung zwischen den behandelnden Ärzten sowie dem Gutach-
ter – eine posttraumatische Belastungsstörung sowie eine rezidivierende 
depressive Störung diagnostiziert.

Die IVB geht davon aus, dass in psychischer Hinsicht weder unter dem 
Aspekt der posttraumatischen Belastungsstörung noch unter demjenigen 
der rezidivierenden depressiven Episode ein invalidisierender Gesund-
heitsschaden vorliegt.

Es ist somit zu prüfen, ob den psychischen Beschwerden des Beschwerde-
führers invalidisierende Wirkung zukommt. 

3.3.1 Mit Bezug auf die posttraumatische Belastungsstörung hat die IVB 
unter Hinweis auf die einschlägige höchstrichterliche Rechtsprechung in 
der Verfügung sowie in der Beschwerdeantwort umfassend ausgeführt, 
dass und warum vorliegend eine invalidisierende Wirkung der diagnostizier-
ten posttraumatischen Belastungsstörung nicht rechtsgenüglich ausgewie-
sen ist. Dabei wurde zu Recht darauf hingewiesen, dass aus rechtlicher 
Sicht bei einer posttraumatischen Belastungsstörung eine Latenzzeit von 
wenigen Wochen bis Monaten nach einem Ereignis mit aussergewöhnli-
cher Bedrohung oder katastrophenartigem Ausmass, das bei fast jedem 
eine tiefe Verzweiflung hervorrufen würde, vorausgesetzt wird (vgl. den 
auch von der IVB zitierten Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 26. 
Juni 2013, 9C_228/2013, E. 4.1.2). Dies ist vorliegend angesichts der seit 
der Internierung in einem Konzentrationslager (1992) verstrichenen Zeit 
und dem seither ohne (echtzeitlich dokumentierte) gesundheitliche Ein-
schränkung weder im privaten noch im beruflichen Bereich geführten Le-
ben offensichtlich nicht erfüllt. Wie das Bundesgericht im genannten Ent-
scheid ausgeführt hat, mag eine weniger einschränkende Formulierung des 
Belastungskriteriums sowohl hinsichtlich des traumatisierenden Ereignisses 
als auch hinsichtlich der zeitlichen Latenz therapeutisch sinnvoll sein; die 
Leistungsberechtigung in der Invalidenversicherung verlangt hingegen 
zwangsläufig eine gewisse Objektivierung, weshalb solche Konstellationen 
ausser Betracht bleiben müssen (BGer 9C_228/2013, E. 4.1.3 mit 
Hinweisen). Gleiches gilt für die geltend gemachte Retraumatisierung im 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Okt. 2014, IV/14/265, Seite 15

Zusammenhang mit dem Aufgebot, in einem gerichtlichen Verfahren in 
seinem Heimatland als Zeuge auszusagen. Es mag zwar zutreffen, dass 
dieses Aufgebot das seinerzeit Erlebte wieder ins Bewusstsein gerufen hat; 
ein Ereignis mit aussergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophalem 
Ausmass ist darin indessen bei der gebotenen objektiven Betrachtung nicht 
zu erblicken. Dies umso weniger, als der Beschwerdeführer den Termin 
aufgrund eines ärztlichen Zeugnisses letztlich nicht wahrnehmen musste.

Die nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung geltenden 
Voraussetzungen für die Annahme einer invalidisierenden Wirkung einer 
posttraumatischen Belastungsstörung sind nach dem Gesagten vorliegend 
nicht erfüllt. 

3.3.2 Hinsichtlich der diagnostizierten rezidivierenden depressiven 
Störung weist die IVB an sich zutreffend darauf hin, dass Erkrankungen 
aus diesem Formenkreis grundsätzlich als therapeutisch angehbar gelten 
und ihnen rechtsprechungsgemäss nicht von vornherein invalidisierende 
Wirkung zuzuerkennen ist; vielmehr wird bei solchen Erkrankungen deren 
Überwindbarkeit vermutet. 

Ein invalidisierender Gesundheitsschaden kann indessen dann vorliegen, 
wenn die rezidivierende depressive Störung eine eigenständige Krankheit 
darstellt. Die Beantwortung der Frage, ob mit dem depressiven Geschehen 
ein eigenständiger Gesundheitsschaden vorliegt oder nicht, ist insofern 
relevant, als nicht von vornherein ausgeschlossen ist, der diagnostizierten 
rezidivierenden depressiven Störung komme invalidisierende Wirkung zu 
(Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 9. Juli 2012, 9C_210/2012, E. 
3.1); anders ist es allein bei mittelgradigen depressiven Episoden (Ent-
scheid des BGer vom 23. Januar 2013, 9C_605/2012, E. 3.3). Eine mittel-
schwere Depression stellt für sich im Übrigen keinen pathogenetisch-
ätiologisch unklaren syndromalen Zustand dar, bei welchem die Recht-
sprechung zu den somatoformen Schmerzstörungen zur Anwendung ge-
langen würde (Entscheid des BGer vom 15. Januar 2013, 8C_217/2012, 
E. 5.3.1).

Anhand der medizinischen Unterlagen betreffend den psychischen Ge-
sundheitszustand lässt sich vorliegend nicht abschliessend beurteilen, ob 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Okt. 2014, IV/14/265, Seite 16

es sich bei der depressiven Störung des Beschwerdeführers um ein jeweils 
reaktives Geschehen oder ein eigenständiges Krankheitsbild handelt: Ei-
nerseits werden zwar gewichtige psychosoziale Umstände genannt, so in 
erster Linie die familiäre Situation mit der – ebenfalls kranken – Ehefrau 
sowie einem behinderten (Hydrocephalus) und einem minderintelligenten 
Kind sowie die in Folge der Kündigung des letzten Arbeitsverhältnisses 
erlittene Kränkung. Es findet sich indessen in den Arztberichten keine me-
dizinische Erklärung dafür, dass der Beschwerdeführer nach der Geburt 
seines behinderten Sohnes mit einer depressiven Episode reagierte, an-
schliessend praktisch 10 Jahre ohne Einschränkungen „funktionierte“ und 
dann erst wieder mit Erhalt der Kündigung bei seinem letzten Arbeitgeber – 
aus wirtschaftlichen Gründen – psychisch dekompensierte. Offen bleibt 
überdies, warum es dem Beschwerdeführer – im Gegensatz zu verschie-
denen früheren (auf psychosoziale Umstände zurückzuführende und damit 
reaktive) depressiven Episoden – ab 2010 nicht mehr gelungen ist, die de-
pressiven Reaktionen bzw. Episoden zu überwinden.

Nicht geklärt ist andererseits, ob die zuvor auf der Basis psychosozialer 
Faktoren bestehende rezidivierende depressive Störung aufgrund der – für 
sich allein mangels Erfüllung der massgebenden Voraussetzungen nicht 
invalidisierenden (vgl. E. 3.2.1 hiervor) – posttraumatischen Belastungs-
störung bzw. deren Wiederaufleben durch die Vorladung, als Zeuge auszu-
sagen, allenfalls in eine eigenständige Depression umgeschlagen ist. Der 
psychiatrische Gutachter sieht die diagnostizierte depressive Episode im 
Zusammenhang mit Symptomen einer posttraumatischen Belastungs-
störung, was durchaus dafür sprechen könnte, dass ein solcher Prozess 
stattgefunden hat; allerdings machte der Gutachter hierzu keine weiteren 
Ausführungen. Der behandelnde Psychiater Dr. med. J.________ hat die 
festgestellten posttraumatischen Symptome (erstmals) in seiner Stellung-
nahme vom 19. August 2013 zuhanden der B.________ (vgl. E. 3.1.10) mit 
einer initialen Persönlichkeitsveränderung in Verbindung gebracht. Näheres 
hierzu wird nicht ausgeführt und der Gutachter hat sich in seinen Bemer-
kungen zum Bericht von Dr. med. J.________ ebenfalls nicht dazu geäus-
sert. Auch wenn die Kriterien für die Annahme einer posttraumatischen 
Belastungsstörung vorliegend nicht erfüllt sind, kann das im Zuge kriegeri-
scher Auseinandersetzungen sowie während einer Internierung Erlebte 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Okt. 2014, IV/14/265, Seite 17

durchaus dazu führen, dass es trotz vorbestehender psychischer Proble-
matik durch eine Gerichtsvorladung, über damalige Ereignisse aussagen 
zu müssen, auf dem Hintergrund einer allenfalls erlittenen Persönlichkeits-
veränderung zu einer – von den psychosozialen Belastungsfaktoren – klar 
abgrenzbaren, verselbständigten depressiven Erkrankung kommt. 

Die Berichte geben auch keinen Aufschluss darüber, ob die Depression 
des Beschwerdeführers zu der angesprochenen Eskalation der familiären 
Situation geführt, oder ob der Beschwerdeführer darauf mit einer Depressi-
on reagiert hat, was je nachdem zu einem anderen Ergebnis führen kann. 
Nicht nachvollziehbar ist unter den gegebenen Umständen die Einschät-
zung der Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit, insbesondere unter 
Berücksichtigung der vom behandelnden Psychiater attestierten (act. II 96 
S. 4 Ziff. 2) und vom psychiatrischen Gutachter bestätigten (act. II 101 S. 2) 
Verschlechterung des psychischen Zustandsbildes ab Anfang 2013. Nicht 
differenziert und deshalb nicht erkennbar ist zudem, aus welchem psychia-
trischen Formenkreis die bescheinigte Arbeitsunfähigkeit abgeleitet wird, 
zumal die von Dr. med. J.________ postulierte Rentenzusprechung zu 
ausschliesslich therapeutischen Zwecken aus sozialversicherungsrechtli-
cher Sicht von vornherein ausscheidet (MEYER, Rechtsprechung des Bun-
desgerichts zum IVG, 2. Aufl. 2010, S. 20 f.). 

3.3.3 Nach dem Gesagten erweist sich der Sachverhalt in psychiatrischer 
Hinsicht als ungenügend abgeklärt. Die Sache wird an die Beschwerde-
gegnerin zurückgewiesen, damit sie im Sinne der vorstehenden Erwägun-
gen eine erneute psychiatrische Begutachtung bei einem mit dem Be-
schwerdeführer bisher nicht befassten Spezialarzt veranlasse und ansch-
liessend betreffend die Zeit ab Frühjahr 2011 frei und umfassend prüfe so-
wie neu entscheide.

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Okt. 2014, IV/14/265, Seite 18

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 
200.— bis Fr. 1’000.— festzulegen. 

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.—, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). Der geleistete Kostenvor-
schuss von Fr. 700.— ist dem Beschwerdeführer nach Eintritt der Rechts-
kraft des Urteils zurückzuerstatten.

4.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Versicherungsgericht festge-
setzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streit-
sache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g 
ATSG). Gemäss der Praxis des Verwaltungsgerichts wird der Parteikos-
tenersatz bei gemeinnützig tätigen Rechtsberatungsstellen sowie Rechts-
schutzversicherungen, Gewerkschaften und Berufsverbänden aufgrund 
eines allgemeingültigen pauschalisierten Stundenansatzes festgesetzt, 
welcher im konkreten Fall mit dem gebotenen Aufwand multipliziert wird. 
Der Stundenansatz wird je nach fachlicher Qualifikation der Vertretung 
festgelegt, wobei als fachlich qualifizierte Vertretung diejenige durch Juris-
tinnen und Juristen sowie durch eidgenössisch diplomierte Sozialversiche-
rungsexpertinnen und -experten gilt. Als fachlich nicht qualifizierte Vertre-
tung gelten alle übrigen Parteivertreterinnen und -vertreter (vgl. Rund-
schreiben der Sozialversicherungsrechtlichen Abteilung und der Abteilung 
für französischsprachige Geschäfte des Verwaltungsgerichts des Kantons 
Bern vom 16. Dezember 2009, abrufbar unter www.justice.be.ch). Im Falle 
der Vertretung durch eine gemeinnützig tätige Rechtsberatungsstelle im 
Sinne der Rechtsprechung (BGE 135 I 1 E. 7.4.1 S. 4) wird der Stundenan-
satz bei einer fachlich qualifizierten Vertretung auf Fr. 130.— und bei einer 
fachlich nicht qualifizierten Vertretung auf Fr. 80.— festgelegt.

Im vorliegenden Fall wird der Beschwerdeführer durch die B.________, 
Fürsprecher C.________, vertreten. Dessen Kostennote vom 20. Mai 2014 
ist nicht zu beanstanden. Entsprechend wird die Parteientschädigung auf 
Fr. 2’400.— (9.6  h x Fr. 130.—) zuzüglich Auslagen von Fr. 58.60 und 8 % 
Mehrwertsteuer im Betrag von Fr. 196.70, somit auf total Fr. 2'655.30, fest-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Okt. 2014, IV/14/265, Seite 19

gesetzt. Diesen Betrag hat die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführe-
rin zu ersetzen.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 12. Februar 2014 aufgehoben und die Sache an die 
Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie nach Vornahme der 
Abklärungen im Sinne der Erwägungen neu verfüge.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.— werden der Beschwerdegegnerin 
auferlegt. Der vom Beschwerdeführer geleistete Kostenvorschuss wird 
nach Rechtskraft dieses Urteils zurückerstattet.

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 2'655.30 (inkl. Auslagen und MWSt.), zu 
ersetzen.

4. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Okt. 2014, IV/14/265, Seite 20

Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.