# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7e698392-b62e-5b7b-ba14-3f25d2be45c0
**Source:** Bundespatentgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-12-21
**Language:** de
**Title:** Entscheid O2020_002
**Docket/Reference:** O2020_002
**URL:** https://www.bundespatentgericht.ch/rechtsprechung/entscheidanzeige/175/

## Full Text

B u n d e s p a t e n t g e r i c h t  

T r i b u n a l   f é d é r a l   d e s   b r e v e t s  

T r i b u n a l e   f e d e r a l e   d e i   b r e v e t t i  

T r i b u n a l   f e d e r a l   d a   p a t e n t a s  

F e d e r a l   P a t e n t   C o u r t  

O2020_002 

Besetzung 

  U r t e i l   v o m   2 1 .   D e z e m b e r   2 0 2 1    

Präsident Dr. iur. Mark Schweizer (Vorsitz), 
Richter Dipl. Masch.-Ing. ETH André Werner (Referent), 
Richter Dipl. Phys. ETH Kurt Stocker, 
Erste Gerichtsschreiberin lic. iur. Susanne Anderhalden 

Verfahrensbeteiligte 

Delica AG, Bresteneggstrasse 4, 5033 Buchs,  

vertreten durch die Rechtsanwälte Dr. iur. Stefan Kohler und 
MLaw Jonas D. Gassmann, Vischer AG, Schützengasse 1, 
Postfach, 8021 Zürich 1, patentanwaltlich beraten durch 
Christoph Müller, Hepp Wenger Ryffel AG, Friedtalweg 5, 
9500 Wil,  

Klägerin 

gegen 

Koninklijke Douwe Egberts B.V.,  
Oosterdoksstraat 80, NL-1011 DK Amsterdam, 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Andrea Mondini, TIMES 
Attorneys, Feldeggstrasse 12, 8024 Zürich, patentanwaltlich 
beraten durch Dr. Theodore Choi und Christoph Fraefel, 
Schaad Balass Menzl & Partner AG, Dufourstrasse 101, 
8034 Zürich,  

Beklagte 

Gegenstand 

Patentnichtigkeit 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
O2020_002 

Das Bundespatentgericht zieht in Erwägung: 

Prozessgeschichte 

1.  
Am  2.  Juni  2020  reichte  die  Klägerin  die  Klageschrift  ein  mit  folgenden 
Rechtsbegehren: 

«1.   Es sei festzustellen, dass das Schweizer Patent CH 711 079 B1 nichtig ist; 

  2.  Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beklagten, unter Ein-

schluss der für die patentanwaltliche Beratung notwendigen Auslagen.» 

2.  
Am  9.  Juli  2020  erstattete  die  Beklagte  die  Klageantwort  mit  folgenden 
Rechtsbegehren: 

«1. Hauptantrag: Das Patent CH 711 079 B1 sei mit folgenden eingeschränkten 
Ansprüchen  aufrechtzuerhalten,  und  die  Nichtigkeitsklage  sei  dem  entspre-
chend abzuweisen: 

1. 

Kapsel (2), enthaltend eine Substanz zur Zubereitung eines trinkbaren 
Getränks  durch  Extrahieren  und/oder  Lösen  der  Substanz  mittels  der 
Zufuhr eines Fluids unter Druck in die Kapsel, wobei die Kapsel einen 
Aluminiumkapselkörper  (12)  umfasst,  der  eine  mittlere  Kapselkörper-
achse (12A) hat, wobei der Aluminiumkapselkörper (12) mit einem Bo-
den  (18),  einer  Seitenwand  (16)  und  einem  sich  nach  aussen  erstre-
ckenden  Flansch  (20)  ausgestattet  ist,  wobei  die  Kapsel  (2)  ferner  ei-
nen Aluminiumdeckel (14)  umfasst, der auf dem sich nach  aussen er-
streckenden Flansch (20) befestigt ist, wobei der Deckel (14) die Kap-
sel  (2)  hermetisch  abschliesst,  wobei  die  Kapsel  (2)  ferner  ein  Dich-
tungselement  (28)  an  dem  sich  nach  aussen  erstreckenden  Flansch 
(20) umfasst, um einen fluiddichten Kontakt mit einem ein ringförmiges 
Element (41) mit einer  Mittelachse und  einem freien  Kontaktende (30) 
umfassenden  einschliessenden  Element  (6)  einer  Getränkezuberei-
tungsvorrichtung  (4)  vorzusehen,  wenn  die  Kapsel  (2)  in  dem  ein-
schliessenden  Element  (6)  der  Getränkezubereitungsvorrichtung  (4) 
angeordnet ist und das einschliessende Element (6) mittels eines Ver-
schlusselements (8) der Getränkezubereitungsvorrichtung (4), wie zum 
Beispiel  einer  Extraktionsplatte  der  Getränkezubereitungsvorrichtung 
(4),  verschlossen  wird,  sodass  der  sich  nach  aussen  erstreckende 
Flansch (20) der Kapsel (2) und mindestens ein Teil des Dichtungsele-
ments  (28)  der  Kapsel  zwischen  dem  einschliessenden  Element  (6) 
und  dem  Verschlusselement  (8)  der  Getränkezubereitungsvorrichtung 
(4) in dichtendem Eingriff sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Kap-
sel (2) ein Lager für das einschliessende Element (6) der Getränkezu-

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bereitungsvorrichtung  (4)  ausbildet,  wenn  die  Kapsel  (2)  in  dem  ein-
schliessenden  Element  (6)  der  Getränkezubereitungsvorrichtung  (4) 
angeordnet ist und das einschliessende Element (6) mittels eines Ver-
schlusselements  (8)  der  Getränkezubereitungsvorrichtung  (4)  ver-
schlossen  wird  und  das  Lager  dabei  mindestens  einen  Teil  des  freien 
Kontaktendes (30)  des ringförmigen Elements (41) umschliesst,  wobei 
das Lager derart ausgebildet ist, dass vor der Verwendung mindestens 
ein erster Teil des Lagers auf einer ersten Höhe oberhalb des Deckels 
liegt  und  in  der  Verwendung  beim  Schliessen  des  einschliessenden 
Elements  (6)  mittels  des  Verschlusselements  (8)  der  mindestens  eine 
erste Teil des Lagers dadurch abgesenkt wird, dass das freie Kontakt-
ende  (30)  des  ringförmigen  Elements  (41)  zum  Verschlusselement  (8) 
hin bewegt  wird,  wobei das Lager mindestens teilweise über das freie 
Kontaktende (30) des ringförmigen Elements (41) gefaltet wird, sodass 
nach  dem  Schliessen  des  einschliessenden  Elements  (6)  mittels  des 
Verschlusselements (8) der mindestens eine erste Teil des Lagers auf 
einer  zweiten  Höhe  oberhalb  des  Deckels  (14)  liegt,  wobei  die  erste 
Höhe  grösser  als  die  zweite  Höhe  ist  und  die  zweite  Höhe  null  sein 
kann,  wobei  das  Lager,  welches  im  Zustand,  in  dem  die  Kapsel  (2)  in 
dem  einschliessenden  Element  (6)  der  Getränkezubereitungsvorrich-
tung  (4)  angeordnet  ist  und  das  einschliessende  Element  (6)  mittels 
des  Verschlusselements  (8)  der  Getränkezubereitungsvorrichtung  (4) 
verschlossen  ist,  mindestens  einen  Teil  des  freien  Kontaktendes  (30) 
des  ringförmigen  Elements  (41)  umschliesst,  mindestens  teilweise 
durch  das  Dichtungselement  (28)  ausgebildet  wird,  wobei  das  Dich-
tungselement (28) einen Fortsatz (53), der von dem sich nach aussen 
erstreckenden  Flansch  (20)  vorsteht,  und  ein  Plateau  (52)  zwischen 
dem  Fortsatz  (53)  und  der  Seitenwand  (16)  des  Aluminiumkapselkör-
pers  umfasst,  wobei  das  Lager  von  dem  Fortsatz  (53),  dem  Plateau 
(52) und der Seitenwand (16) des Aluminiumkapselkörpers ausgebildet 
wird,  wobei  der  Abstand  zwischen  dem  Fortsatz  (53)  und  der  Seiten-
wand  (16)  so  ist,  dass  das  freie  Kontaktende  (30)  des  ringförmigen 
Elements  (41)  von  dem  Fortsatz  (53)  und  der  Seitenwand  (16)  des 
Aluminiumkapselkörpers  eingeschlossen  wird,  wenn  die  Kapsel  (2)  in 
dem  einschliessenden  Element  (6)  der  Getränkezubereitungsvorrich-
tung  (4)  angeordnet  ist  und  das  einschliessende  Element  (6)  mittels 
des  Verschlusselements  (8)  der  Getränkezubereitungsvorrichtung  (4) 
verschlossen wird, wobei das Dichtungselement (28) derart ausgestal-
tet  ist,  dass  vor  der  Verwendung  mindestens  ein  erster  Teil  des  Pla-
teaus (52) auf einer ersten Höhe oberhalb des Deckels (14) liegt und in 
der  Verwendung  beim  Verschliessen  des  einschliessenden  Elements 
(6)  mittels  des  Verschlusselements  (8)  der  mindestens  eine  erste  Teil 
des Plateaus (52) dadurch abgesenkt wird, dass das freie Kontaktende 
(30)  des  ringförmigen  Elements  (41)  zum  Verschlusselement  (8)  hin-
bewegt  wird,  sodass  das  Plateau  (52)  mindestens  teilweise  über  das 
freie  Kontaktende  (30)  gefaltet  wird,  wobei  nach  dem  Verschliessen 

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des einschliessenden Elements (6) mittels des Verschlusselements (8) 
der mindestens eine erste Teil des Plateaus (52) auf einer zweiten Hö-
he  oberhalb  des  Deckels  (14)  liegt,  wobei  die  erste  Höhe  grösser  als 
die zweite Höhe ist und die zweite Höhe null sein kann. 

Kapsel (2) gemäss Anspruch 1, wobei der Abstand zwischen dem Fort-
satz (53) und der Seitenwand (16) des Aluminiumkapselkörpers so ist, 
dass  das  freie  Kontaktende  (30)  des  ringförmigen  Elements  (41)  von 
dem  Fortsatz  (53)  und  der  Seitenwand  (16)  des  Aluminiumkapselkör-
pers  kontaktiert  wird,  wenn  die  Kapsel  (2)  in  dem  einschliessenden 
Element  (6)  der  Getränkezubereitungsvorrichtung  (4)  angeordnet  ist 
und das einschliessende Element (6) mittels eines Verschlusselements 
(8) der Getränkezubereitungsvorrichtung (4) verschlossen wird. 

Kapsel (2) gemäss Anspruch 1 oder 2, wobei der Fortsatz (53), die Sei-
tenwand (16) des Aluminiumkapselkörpers und das Plateau (52) so an-
geordnet  sind,  dass  das  freie  Kontaktende  (30)  des  ringförmigen  Ele-
ments (41) von dem Plateau (52) kontaktiert wird, wenn die Kapsel (2) 
in dem einschliessenden Element (6) der Getränkezubereitungsvorrich-
tung  (4)  angeordnet  ist  und  das  einschliessende  Element  (6)  mittels 
des  Verschlusselements  (8)  der  Getränkezubereitungsvorrichtung  (4) 
verschlossen wird. 

Kapsel (2) gemäss einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei mindestens ein 
Fortsatz (50, 51, 53) ein Fortsatzoberteil umfasst und so konfiguriert ist, 
dass sein Fortsatzoberteil  eine radiale Kraft auf das freie Kontaktende 
(30)  des  ringförmigen  Elements  (41)  ausübt,  wenn  die  Kapsel  (2)  in 
dem  einschliessenden  Element  (6)  der  Getränkezubereitungsvorrich-
tung  (4)  angeordnet  ist  und  das  einschliessende  Element  (6)  mittels 
des  Verschlusselements  (8)  der  Getränkezubereitungsvorrichtung  (4) 
verschlossen wird. 

Kapsel (2) gemäss einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei mindestens ein 
Fortsatz (50, 51, 53) eine Fortsatz-Seitenwand (54) umfasst, die relativ 
zu dem sich nach aussen  erstreckenden Flansch (20) des Aluminium-
kapselkörpers geneigt ist. 

Kapsel  (2)  gemäss  einem  der  Ansprüche  1  bis  5,  wobei  das  Plateau 
(52) im Wesentlichen flach ist. 

Kapsel  (2)  gemäss  einem  der  Ansprüche  1  bis  6,  wobei  das  Plateau 
(52) einen gekrümmten Teil umfasst. 

Kapsel  (2)  gemäss  einem  der  Ansprüche  1  bis  3,  wobei  das  Plateau 
(52)  im  Wesentlichen  flach  ist  und  wobei  das  Plateau  (52)  relativ  zu 
dem sich nach aussen erstreckenden Flansch (20) des Aluminiumkap-
selkörpers geneigt ist. 

2. 

3. 

4. 

5. 

6. 

7. 

8. 

9. 

Kapsel  (2)  gemäss  einem  der  vorhergehenden  Ansprüche,  wobei  die 
Dichtungsstruktur  verformbar  ist,  sodass  das  Lager  mindestens  einen 

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Teil des freien Kontaktendes (30) des ringförmigen Elements (41) fluid-
dicht umschliesst, wenn in der Verwendung der maximale Fluiddruck im 
einschliessenden Element (6) der Getränkezubereitungsvorrichtung (4) 
im Bereich von 6 bis 20 bar, vorzugsweise zwischen 12 und 18 bar ist. 

10.  Kapsel  (2)  gemäss  einem  der  vorhergehenden  Ansprüche,  wobei  die 
Dichtungsstruktur  und  der  Rest  des  Kapselkörpers  aus  dem  gleichen 
Blechmaterial hergestellt sind. 

11.  System (1) zur Zubereitung eines trinkbaren Getränks aus einer Kapsel 
(2) unter der Verwendung eines Fluids, dass unter Druck in die Kapsel 
(2) zugeführt wird, umfassend: 

eine  Getränkezubereitungsvorrichtung  (4),  umfassend  ein  einschlies-
sendes  Element  (6)  zum  Aufnehmen  der  Kapsel  (2),  wobei  das  ein-
schliessende  Element  (6)  ein  Fluideinspritzmittel  (10)  zum  Zuführen 
von Fluid unter Druck in die Kapsel (2) aufweist, wobei die Getränkezu-
bereitungsvorrichtung  (4)  ferner  ein  Verschlusselement  (8),  wie  zum 
Beispiel  eine  Extraktionsplatte,  umfasst,  um  das  einschliessende  Ele-
ment  (6)  der  Getränkezubereitungsvorrichtung  (4)  zu  verschliessen, 
wobei  das  einschliessende  Element  (6)  der  Getränkezubereitungsvor-
richtung (4) ferner ein ringförmiges Element (41) umfasst, das eine Mit-
telachse  des  ringförmigen  Elements  (41)  und  ein  freies  Kontaktende 
(30) aufweist; 

eine Kapsel (2) gemäss einem der vorhergehenden Ansprüche. 

12.  System  gemäss  Anspruch  11,  wobei  das  freie  Kontaktende  (30)  des 
ringförmigen Elements (41) mit einer Vielzahl sich radial erstreckender 
offener Nuten (40) ausgestattet ist. 

13.  Verwendung einer Kapsel (2) gemäss einem der Ansprüche 1 bis 10 in 
einer  Getränkezubereitungsvorrichtung  (4),  umfassend  ein  einschlies-
sendes  Element  (6)  zum  Aufnehmen  der  Kapsel  (2),  wobei  das  ein-
schliessende  Element  (6)  ein  Fluideinspritzmittel  (10)  zum  Zuführen 
von Fluid unter Druck in die Kapsel (2) umfasst, wobei die Getränkezu-
bereitungsvorrichtung  (4)  ferner  ein  Verschlusselement  (8)  zum  Ver-
schliessen  des  einschliessenden  Elements  (6)  der  Getränkezuberei-
tungsvorrichtung  (4)  umfasst,  wobei  das  einschliessende  Element  (6) 
der  Getränkezubereitungsvorrichtung  (4)  ferner  ein  ringförmiges  Ele-
ment  (41)  umfasst,  das  eine  Mittelachse  des  ringförmigen  Elements 
(41) und ein freies Kontaktende (30) aufweist. 

2.  Eventualrechtsbegehren  zu  Rechtsbegehren  Ziff.  1:  Das  Patent 
CH 711 079 B1 sei mit folgenden eingeschränkten Ansprüchen aufrechtzuer-
halten,  und  die  Klage  sei  dementsprechend  abzuweisen  (Änderung  gegen-
über Rechtsbegehren Ziff. 1 ist markiert): 

1. 

Kapsel (2), enthaltend eine Substanz zur Zubereitung eines trinkbaren 
Getränks  durch  Extrahieren  und/oder  Lösen  der  Substanz  mittels  der 

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Zufuhr eines Fluids unter Druck in die Kapsel, wobei die Kapsel einen 
Aluminiumkapselkörper  (12)  umfasst,  der  eine  mittlere  Kapselkörper-
achse (12A) hat, wobei der Aluminiumkapselkörper (12) mit einem Bo-
den  (18),  einer  Seitenwand  (16)  und  einem  sich  nach  aussen  erstre-
ckenden  Flansch  (20)  ausgestattet  ist,  wobei  die  Kapsel  (2)  ferner  ei-
nen Aluminiumdeckel (14)  umfasst, der auf dem sich nach  aussen er-
streckenden Flansch (20) befestigt ist, wobei der Deckel (14) die Kap-
sel  (2)  hermetisch  abschliesst,  wobei  die  Kapsel  (2)  ferner  ein  Dich-
tungselement  (28)  an  dem  sich  nach  aussen  erstreckenden  Flansch 
(20) umfasst, um einen fluiddichten Kontakt mit einem ein ringförmiges 
Element (41) mit einer  Mittelachse und  einem freien  Kontaktende (30) 
umfassenden  einschliessenden  Element  (6)  einer  Getränkezuberei-
tungsvorrichtung  (4)  vorzusehen,  wenn  die  Kapsel  (2)  in  dem  ein-
schliessenden  Element  (6)  der  Getränkezubereitungsvorrichtung  (4) 
angeordnet ist und das einschliessende Element (6) mittels eines Ver-
schlusselements (8) der Getränkezubereitungsvorrichtung (4), wie zum 
Beispiel  einer  Extraktionsplatte  der  Getränkezubereitungsvorrichtung 
(4),  verschlossen  wird,  sodass  der  sich  nach  aussen  erstreckende 
Flansch (20) der Kapsel (2) und mindestens ein Teil des Dichtungsele-
ments  (28)  der  Kapsel  zwischen  dem  einschliessenden  Element  (6) 
und  dem  Verschlusselement  (8)  der  Getränkezubereitungsvorrichtung 
(4) in dichtendem Eingriff sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Kap-
sel (2) ein Lager für das einschliessende Element (6) der Getränkezu-
bereitungsvorrichtung  (4)  ausbildet,  wenn  die  Kapsel  (2)  in  dem  ein-
schliessenden  Element  (6)  der  Getränkezubereitungsvorrichtung  (4) 
angeordnet ist und das einschliessende Element (6) mittels eines Ver-
schlusselements  (8)  der  Getränkezubereitungsvorrichtung  (4)  ver-
schlossen  wird  und  das  Lager  dabei  mindestens  einen  Teil  des  freien 
Kontaktendes (30)  des ringförmigen Elements (41) umschliesst,  wobei 
das Lager derart ausgebildet ist, dass vor der Verwendung mindestens 
ein erster Teil des Lagers auf einer ersten Höhe oberhalb des Deckels 
liegt  und  in  der  Verwendung  beim  Schliessen  des  einschliessenden 
Elements  (6)  mittels  des  Verschlusselements  (8)  der  mindestens  eine 
erste Teil des Lagers dadurch abgesenkt wird, dass das freie Kontakt-
ende  (30)  des  ringförmigen  Elements  (41)  zum  Verschlusselement  (8) 
hin bewegt  wird,  wobei das Lager mindestens teilweise über das freie 
Kontaktende (30) des ringförmigen Elements (41) gefaltet wird, sodass 
nach  dem  Schliessen  des  einschliessenden  Elements  (6)  mittels  des 
Verschlusselements (8) der mindestens eine erste Teil des Lagers auf 
einer  zweiten  Höhe  oberhalb  des  Deckels  (14)  liegt,  wobei  die  erste 
Höhe  grösser  als  die  zweite  Höhe  ist  und  die  zweite  Höhe  null  sein 
kann,  wobei  das  Lager,  welches  im  Zustand,  in  dem  die  Kapsel  (2)  in 
dem  einschliessenden  Element  (6)  der  Getränkezubereitungsvorrich-
tung  (4)  angeordnet  ist  und  das  einschliessende  Element  (6)  mittels 
des  Verschlusselements  (8)  der  Getränkezubereitungsvorrichtung  (4) 
verschlossen  ist,  mindestens  einen  Teil  des  freien  Kontaktendes  (30) 

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des  ringförmigen  Elements  (41)  umschliesst,  mindestens  teilweise 
durch  das  Dichtungselement  (28)  ausgebildet  wird,  wobei  das  Dich-
tungselement (28) einen Fortsatz (53), der von dem sich nach aussen 
erstreckenden  Flansch  (20)  vorsteht,  und  ein  Plateau  (52)  zwischen 
dem  Fortsatz  (53)  und  der  Seitenwand  (16)  des  Aluminiumkapselkör-
pers  umfasst,  wobei  das  Lager  von  dem  Fortsatz  (53),  dem  Plateau 
(52) und der Seitenwand (16) des Aluminiumkapselkörpers ausgebildet 
wird,  wobei  der  Abstand  zwischen  dem  Fortsatz  (53)  und  der  Seiten-
wand  (16)  so  ist,  dass  das  freie  Kontaktende  (30)  des  ringförmigen 
Elements  (41)  von  dem  Fortsatz  (53)  und  der  Seitenwand  (16)  des 
Aluminiumkapselkörpers  eingeschlossen  wird,  wenn  die  Kapsel  (2)  in 
dem  einschliessenden  Element  (6)  der  Getränkezubereitungsvorrich-
tung  (4)  angeordnet  ist  und  das  einschliessende  Element  (6)  mittels 
des  Verschlusselements  (8)  der  Getränkezubereitungsvorrichtung  (4) 
verschlossen wird, wobei das Dichtungselement (28) derart ausgestal-
tet  ist,  dass  vor  der  Verwendung  mindestens  ein  erster  Teil  des  Pla-
teaus (52) auf einer ersten Höhe oberhalb des Deckels (14) liegt und in 
der  Verwendung  beim  Verschliessen  des  einschliessenden  Elements 
(6)  mittels  des  Verschlusselements  (8)  der  mindestens  eine  erste  Teil 
des Plateaus (52) dadurch abgesenkt wird, dass das freie Kontaktende 
(30)  des  ringförmigen  Elements  (41)  zum  Verschlusselement  (8)  hin-
bewegt  wird,  sodass  das  Plateau  (52)  mindestens  teilweise  über  das 
freie  Kontaktende  (30)  gefaltet  wird,  wobei  nach  dem  Verschliessen 
des einschliessenden Elements (6) mittels des Verschlusselements (8) 
der mindestens eine erste Teil des Plateaus (52) auf einer zweiten Hö-
he  oberhalb  des  Deckels  (14)  liegt,  wobei  die  erste  Höhe  grösser  als 
die zweite Höhe ist und die zweite Höhe null sein kann ist. 

Kapsel (2) gemäss Anspruch 1, wobei der Abstand zwischen dem Fort-
satz (53) und der Seitenwand (16) des Aluminiumkapselkörpers so ist, 
dass  das  freie  Kontaktende  (30)  des  ringförmigen  Elements  (41)  von 
dem  Fortsatz  (53)  und  der  Seitenwand  (16)  des  Aluminiumkapselkör-
pers  kontaktiert  wird,  wenn  die  Kapsel  (2)  in  dem  einschliessenden 
Element  (6)  der  Getränkezubereitungsvorrichtung  (4)  angeordnet  ist 
und das einschliessende Element (6) mittels eines Verschlusselements 
(8) der Getränkezubereitungsvorrichtung (4) verschlossen wird. 

Kapsel (2) gemäss Anspruch 1 oder 2, wobei der Fortsatz (53), die Sei-
tenwand (16) des Aluminiumkapselkörpers und das Plateau (52) so an- 
geordnet  sind,  dass  das  freie  Kontaktende  (30)  des  ringförmigen  Ele-
ments (41) von dem Plateau (52) kontaktiert wird, wenn die Kapsel (2) 
in dem einschliessenden Element (6) der Getränkezubereitungsvorrich-
tung  (4)  angeordnet  ist  und  das  einschliessende  Element  (6)  mittels 
des  Verschlusselements  (8)  der  Getränkezubereitungsvorrichtung  (4) 
verschlossen wird. 

2. 

3. 

Seite 7 

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4. 

5. 

6. 

7. 

8. 

9. 

Kapsel (2) gemäss einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei mindestens ein 
Fortsatz (50, 51, 53) ein Fortsatzoberteil umfasst und so konfiguriert ist, 
dass sein Fortsatzoberteil  eine radiale Kraft auf das freie Kontaktende 
(30)  des  ringförmigen  Elements  (41)  ausübt,  wenn  die  Kapsel  (2)  in 
dem  einschliessenden  Element  (6)  der  Getränkezubereitungsvorrich-
tung  (4)  angeordnet  ist  und  das  einschliessende  Element  (6)  mittels 
des  Verschlusselements  (8)  der  Getränkezubereitungsvorrichtung  (4) 
verschlossen wird. 

Kapsel (2) gemäss einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei mindestens ein 
Fortsatz (50, 51, 53) eine Fortsatz-Seitenwand (54) umfasst, die relativ 
zu dem sich nach aussen  erstreckenden Flansch (20) des Aluminium-
kapselkörpers geneigt ist. 

Kapsel  (2)  gemäss  einem  der  Ansprüche  1  bis  5,  wobei  das  Plateau 
(52) im Wesentlichen flach ist. 

Kapsel  (2)  gemäss  einem  der  Ansprüche  1  bis  6,  wobei  das  Plateau 
(52) einen gekrümmten Teil umfasst. 

Kapsel  (2)  gemäss  einem  der  Ansprüche  1  bis  3,  wobei  das  Plateau 
(52)  im  Wesentlichen  flach  ist  und  wobei  das  Plateau  (52)  relativ  zu 
dem sich nach aussen erstreckenden Flansch (20) des Aluminiumkap-
selkörpers geneigt ist. 

Kapsel  (2)  gemäss  einem  der  vorhergehenden  Ansprüche,  wobei  die 
Dichtungsstruktur  verformbar  ist,  sodass  das  Lager  mindestens  einen 
Teil des freien Kontaktendes (30) des ringförmigen Elements (41) fluid-
dicht umschliesst, wenn in der Verwendung der maximale Fluiddruck im 
einschliessenden Element (6) der Getränkezubereitungsvorrichtung (4) 
im Bereich von 6 bis 20 bar, vorzugsweise zwischen 12 und 18 bar ist. 

10.  Kapsel  (2)  gemäss  einem  der  vorhergehenden  Ansprüche,  wobei  die 
Dichtungsstruktur  und  der  Rest  des  Kapselkörpers  aus  dem  gleichen 
Blechmaterial hergestellt sind. 

11.  System (1) zur Zubereitung eines trinkbaren Getränks aus einer Kapsel 
(2) unter der Verwendung eines Fluids, dass unter Druck in die Kapsel 
(2) zugeführt wird, umfassend: 

eine  Getränkezubereitungsvorrichtung  (4),  umfassend  ein  einschlies-
sendes  Element  (6)  zum  Aufnehmen  der  Kapsel  (2),  wobei  das  ein-
schliessende  Element  (6)  ein  Fluideinspritzmittel  (10)  zum  Zuführen 
von Fluid unter Druck in die Kapsel (2) aufweist, wobei die Getränkezu-
bereitungsvorrichtung  (4)  ferner  ein  Verschlusselement  (8),  wie  zum 
Beispiel  eine  Extraktionsplatte,  umfasst,  um  das  einschliessende  Ele-
ment  (6)  der  Getränkezubereitungsvorrichtung  (4)  zu  verschliessen, 
wobei  das  einschliessende  Element  (6)  der  Getränkezubereitungsvor-
richtung (4) ferner ein ringförmiges Element (41) umfasst, das eine Mit-
telachse  des  ringförmigen  Elements  (41)  und  ein  freies  Kontaktende 

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(30) aufweist; 

eine Kapsel (2) gemäss einem der vorhergehenden Ansprüche. 

12.  System  gemäss  Anspruch  11,  wobei  das  freie  Kontaktende  (30)  des 
ringförmigen Elements (41) mit einer Vielzahl sich radial erstreckender 
offener Nuten (40) ausgestattet ist. 

13.  Verwendung einer Kapsel (2) gemäss einem der Ansprüche 1 bis 10 in 
einer  Getränkezubereitungsvorrichtung  (4),  umfassend  ein  einschlies-
sendes  Element  (6)  zum  Aufnehmen  der  Kapsel  (2),  wobei  das  ein-
schliessende  Element  (6)  ein  Fluideinspritzmittel  (10)  zum  Zuführen 
von Fluid unter Druck in die Kapsel (2) umfasst, wobei die Getränkezu-
bereitungsvorrichtung  (4)  ferner  ein  Verschlusselement  (8)  zum  Ver-
schliessen  des  einschliessenden  Elements  (6)  der  Getränkezuberei-
tungsvorrichtung  (4)  umfasst,  wobei  das  einschliessende  Element  (6) 
der  Getränkezubereitungsvorrichtung  (4)  ferner  ein  ringförmiges  Ele-
ment  (41)  umfasst,  das  eine  Mittelachse  des  ringförmigen  Elements 
(41) und ein freies Kontaktende (30) aufweist. 

3.  Subeventualrechtsbegehren  zu  Eventualrechtsbegehren  Ziff.  2:  Das  Pa-
tent CH 711 079 B1 sei mit folgenden eingeschränkten Ansprüchen aufrecht-
zuerhalten,  und  die  Klage  sei  dementsprechend  abzuweisen  (Änderungen 
gegenüber dem Eventualrechtsbegehren sind markiert): 

1. 

Kapsel (2), enthaltend eine Substanz zur Zubereitung eines trinkbaren 
Getränks  durch  Extrahieren  und/oder  Lösen  der  Substanz  mittels  der 
Zufuhr eines Fluids unter Druck in die Kapsel, wobei die Kapsel einen 
Aluminiumkapselkörper  (12)  umfasst,  der  eine  mittlere  Kapselkörper-
achse (12A) hat, wobei der Aluminiumkapselkörper (12) mit einem Bo-
den  (18),  einer  Seitenwand  (16)  und  einem  sich  nach  aussen  erstre-
ckenden  Flansch  (20)  ausgestattet  ist,  wobei  die  Kapsel  (2)  ferner  ei-
nen Aluminiumdeckel (14)  umfasst, der auf dem sich nach  aussen er-
streckenden Flansch (20) befestigt ist, wobei der Deckel (14) die Kap-
sel  (2)  hermetisch  abschliesst,  wobei  die  Kapsel  (2)  ferner  ein  Dich-
tungselement  (28)  an  dem  sich  nach  aussen  erstreckenden  Flansch 
(20) umfasst, um einen fluiddichten Kontakt mit einem ein ringförmiges 
Element (41) mit einer  Mittelachse und  einem freien  Kontaktende (30) 
umfassenden  einschliessenden  Element  (6)  einer  Getränkezuberei-
tungsvorrichtung  (4)  vorzusehen,  wenn  die  Kapsel  (2)  in  dem  ein-
schliessenden  Element  (6)  der  Getränkezubereitungsvorrichtung  (4) 
angeordnet ist und das einschliessende Element (6) mittels eines Ver-
schlusselements (8) der Getränkezubereitungsvorrichtung (4), wie zum 
Beispiel  einer  Extraktionsplatte  der  Getränkezubereitungsvorrichtung 
(4),  verschlossen  wird,  sodass  der  sich  nach  aussen  erstreckende 
Flansch (20) der Kapsel (2) und mindestens ein Teil des Dichtungsele-
ments  (28)  der  Kapsel  zwischen  dem  einschliessenden  Element  (6) 
und  dem  Verschlusselement  (8)  der  Getränkezubereitungsvorrichtung 
(4) in dichtendem Eingriff sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Kap-

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sel (2) ein Lager für das einschliessende Element (6) der Getränkezu-
bereitungsvorrichtung  (4)  ausbildet,  wenn  die  Kapsel  (2)  in  dem  ein-
schliessenden  Element  (6)  der  Getränkezubereitungsvorrichtung  (4) 
angeordnet ist und das einschliessende Element (6) mittels eines Ver-
schlusselements  (8)  der  Getränkezubereitungsvorrichtung  (4)  ver-
schlossen  wird  und  das  Lager  dabei  mindestens  einen  Teil  des  freien 
Kontaktendes (30)  des ringförmigen Elements (41) umschliesst,  wobei 
das Lager derart ausgebildet ist, dass vor der Verwendung mindestens 
ein erster Teil des Lagers auf einer ersten Höhe oberhalb des Deckels 
liegt  und  in  der  Verwendung  beim  Schliessen  des  einschliessenden 
Elements  (6)  mittels  des  Verschlusselements  (8)  der  mindestens  eine 
erste Teil des Lagers dadurch abgesenkt wird, dass das freie Kontakt-
ende  (30)  des  ringförmigen  Elements  (41)  zum  Verschlusselement  (8) 
hin bewegt  wird,  wobei das Lager mindestens teilweise über das freie 
Kontaktende (30) des ringförmigen Elements (41) gefaltet wird, sodass 
nach  dem  Schliessen  des  einschliessenden  Elements  (6)  mittels  des 
Verschlusselements (8) der mindestens eine erste Teil des Lagers auf 
einer  zweiten  Höhe  oberhalb  des  Deckels  (14)  liegt,  wobei  die  erste 
Höhe  grösser  als  die  zweite  Höhe  ist  und  die  zweite  Höhe  null  sein 
kann,  wobei  das  Lager,  welches  im  Zustand,  in  dem  die  Kapsel  (2)  in 
dem  einschliessenden  Element  (6)  der  Getränkezubereitungsvorrich-
tung  (4)  angeordnet  ist  und  das  einschliessende  Element  (6)  mittels 
des  Verschlusselements  (8)  der  Getränkezubereitungsvorrichtung  (4) 
verschlossen  ist,  mindestens  einen  Teil  des  freien  Kontaktendes  (30) 
des  ringförmigen  Elements  (41)  umschliesst,  mindestens  teilweise 
durch  das  Dichtungselement  (28)  ausgebildet  wird,  wobei  das  Dich-
tungselement (28) einen Fortsatz (53), der von dem sich nach aussen 
erstreckenden  Flansch  (20)  vorsteht,  und  ein  Plateau  (52)  zwischen 
dem  Fortsatz  (53)  und  der  Seitenwand  (16)  des  Aluminiumkapselkör-
pers  umfasst,  wobei  das  Lager  von  dem  Fortsatz  (53),  dem  Plateau 
(52) und der Seitenwand (16) des Aluminiumkapselkörpers ausgebildet 
wird,  wobei  der  Abstand  zwischen  dem  Fortsatz  (53)  und  der  Seiten-
wand  (16)  so  ist,  dass  das  freie  Kontaktende  (30)  des  ringförmigen 
Elements  (41)  von  dem  Fortsatz  (53)  und  der  Seitenwand  (16)  des 
Aluminiumkapselkörpers  eingeschlossen  wird,  wenn  die  Kapsel  (2)  in 
dem  einschliessenden  Element  (6)  der  Getränkezubereitungsvorrich-
tung  (4)  angeordnet  ist  und  das  einschliessende  Element  (6)  mittels 
des  Verschlusselements  (8)  der  Getränkezubereitungsvorrichtung  (4) 
verschlossen wird, wobei das Dichtungselement (28) derart ausgestal-
tet  ist,  dass  vor  der  Verwendung  mindestens  ein  erster  Teil  des  Pla-
teaus (52) auf einer ersten Höhe oberhalb des Deckels (14) liegt und in 
der  Verwendung  beim  Verschliessen  des  einschliessenden  Elements 
(6)  mittels  des  Verschlusselements  (8)  der  mindestens  eine  erste  Teil 
des Plateaus (52) dadurch abgesenkt wird, dass das freie Kontaktende 
(30)  des  ringförmigen  Elements  (41)  zum  Verschlusselement  (8)  hin-
bewegt  wird,  sodass  das  Plateau  (52)  mindestens  teilweise  über  das 

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freie  Kontaktende  (30)  gefaltet  wird,  wobei  nach  dem  Verschliessen 
des einschliessenden Elements (6) mittels des Verschlusselements (8) 
der mindestens eine erste Teil des Plateaus (52) auf einer zweiten Hö-
he  oberhalb  des  Deckels  (14)  liegt,  wobei  die  erste  Höhe  grösser  als 
die  zweite  Höhe  ist  und  die  zweite  Höhe  null  ist.  wobei  das  Plateau 
(52) einen gekrümmten Teil umfasst. 

Kapsel (2) gemäss Anspruch 1, wobei der Abstand zwischen dem Fort-
satz (53) und der Seitenwand (16) des Aluminiumkapselkörpers so ist, 
dass  das  freie  Kontaktende  (30)  des  ringförmigen  Elements  (41)  von 
dem  Fortsatz  (53)  und  der  Seitenwand  (16)  des  Aluminiumkapselkör-
pers  kontaktiert  wird,  wenn  die  Kapsel  (2)  in  dem  einschliessenden 
Element  (6)  der  Getränkezubereitungsvorrichtung  (4)  angeordnet  ist 
und das einschliessende Element (6) mittels eines Verschlusselements 
(8) der Getränkezubereitungsvorrichtung (4) verschlossen wird. 

Kapsel (2) gemäss Anspruch 1 oder 2, wobei der Fortsatz (53), die Sei-
tenwand (16) des Aluminiumkapselkörpers und das Plateau (52) so an-
geordnet  sind,  dass  das  freie  Kontaktende  (30)  des  ringförmigen  Ele-
ments (41) von dem Plateau (52) kontaktiert wird, wenn die Kapsel (2) 
in dem einschliessenden Element (6) der Getränkezubereitungsvorrich-
tung  (4)  angeordnet  ist  und  das  einschliessende  Element  (6)  mittels 
des  Verschlusselements  (8)  der  Getränkezubereitungsvorrichtung  (4) 
verschlossen wird. 

Kapsel (2) gemäss einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei mindestens ein 
Fortsatz (50, 51, 53) ein Fortsatzoberteil umfasst und so konfiguriert ist, 
dass sein Fortsatzoberteil  eine radiale Kraft auf das freie Kontaktende 
(30)  des  ringförmigen  Elements  (41)  ausübt,  wenn  die  Kapsel  (2)  in 
dem  einschliessenden  Element  (6)  der  Getränkezubereitungsvorrich-
tung  (4)  angeordnet  ist  und  das  einschliessende  Element  (6)  mittels 
des  Verschlusselements  (8)  der  Getränkezubereitungsvorrichtung  (4) 
verschlossen wird. 

Kapsel (2) gemäss einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei mindestens ein 
Fortsatz (50, 51, 53) eine Fortsatz-Seitenwand (54) umfasst, die relativ 
zu dem sich nach aussen  erstreckenden Flansch (20) des Aluminium-
kapselkörpers geneigt ist. 

Kapsel  (2)  gemäss  einem  der  Ansprüche  1  bis  5,  wobei  das  Plateau 
(52) im Wesentlichen flach ist. 

Kapsel  (2)  gemäss  einem  der  Ansprüche  1  bis  6,  wobei  das  Pla-
teau (52) einen gekrümmten Teil umfasst 

2. 

3. 

4. 

5. 

6. 

7. 

87.  Kapsel  (2)  gemäss  einem  der  Ansprüche  1  bis  3,  wobei  das  Plateau 
(52)  im  Wesentlichen  flach  ist  und  wobei  das  Plateau  (52)  relativ  zu 
dem sich nach aussen erstreckenden Flansch (20) des Aluminiumkap-
selkörpers geneigt ist. 

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98.  Kapsel  (2)  gemäss  einem  der  vorhergehenden  Ansprüche,  wobei  die 
Dichtungsstruktur  verformbar  ist,  sodass  das  Lager  mindestens  einen 
Teil des freien Kontaktendes (30) des ringförmigen Elements (41) fluid-
dicht umschliesst, wenn in der Verwendung der maximale Fluiddruck im 
ein-  schliessenden  Element  (6)  der  Getränkezubereitungsvorrichtung 
(4) im Bereich von 6 bis 20 bar, vorzugsweise zwischen 12 und 18 bar 
ist. 

109.  Kapsel  (2)  gemäss  einem  der  vorhergehenden  Ansprüche,  wobei  die 
Dichtungsstruktur  und  der  Rest  des  Kapselkörpers  aus  dem  gleichen 
Blechmaterial hergestellt sind. 

1110. System (1) zur Zubereitung eines trinkbaren Getränks aus einer Kapsel 
(2) unter der Verwendung eines Fluids, dass unter Druck in die Kapsel 
(2) zugeführt wird, umfassend: 

eine  Getränkezubereitungsvorrichtung  (4),  umfassend  ein  einschlies-
sendes  Element  (6)  zum  Aufnehmen  der  Kapsel  (2),  wobei  das  ein-
schliessende  Element  (6)  ein  Fluideinspritzmittel  (10)  zum  Zuführen 
von Fluid unter Druck in die Kapsel (2) aufweist, wobei die Getränkezu-
bereitungsvorrichtung  (4)  ferner  ein  Verschlusselement  (8),  wie  zum 
Beispiel  eine  Extraktionsplatte,  umfasst,  um  das  einschliessende  Ele-
ment  (6)  der  Getränkezubereitungsvorrichtung  (4)  zu  verschliessen, 
wobei  das  einschliessende  Element  (6)  der  Getränkezubereitungsvor-
richtung (4) ferner ein ringförmiges Element (41) umfasst, das eine Mit-
telachse  des  ringförmigen  Elements  (41)  und  ein  freies  Kontaktende 
(30) aufweist; 

eine Kapsel (2) gemäss einem der vorhergehenden Ansprüche. 

1211. System gemäss Anspruch 1110, wobei das freie Kontaktende (30) des 
ringförmigen Elements (41) mit einer Vielzahl sich radial erstreckender 
offener Nuten (40) ausgestattet ist. 

1312. Verwendung einer Kapsel (2) gemäss einem der Ansprüche 1 bis 109 
in  einer  Getränkezubereitungsvorrichtung  (4),  umfassend  ein  ein-
schliessendes Element (6)  zum Aufnehmen der Kapsel (2),  wobei das 
einschliessende Element (6) ein Fluideinspritzmittel (10) zum Zuführen 
von Fluid unter Druck in die Kapsel (2) umfasst, wobei die Getränkezu-
bereitungsvorrichtung  (4)  ferner  ein  Verschlusselement  (8)  zum  Ver-
schliessen  des  einschliessenden  Elements  (6)  der  Getränkezuberei-
tungsvorrichtung  (4)  umfasst,  wobei  das  einschliessende  Element  (6) 
der  Getränkezubereitungsvorrichtung  (4)  ferner  ein  ringförmiges  Ele-
ment  (41)  umfasst,  das  eine  Mittelachse  des  ringförmigen  Elements 
(41) und ein freies Kontakt- ende (30) aufweist. 

4.  Alles  unter  Kosten-  und  Entschädigungsfolgen  zulasten  der  Klägerin,  unter 
Einschluss der für die patentanwaltliche Beratung notwendigen Auslagen.» 

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3.  
Am  23.  November  2020  fand  eine  Instruktions-/Vergleichsverhandlung 
statt, die zu keiner Einigung führte. 

4.  
Die  Replik  der  Klägerin  erfolgte  am  21.  Januar  2021  mit  unveränderten 
Rechtsbegehren. 

5.  
Am  5.  März  2021  erstattete  die  Beklagte  die  Duplik  mit folgenden geän-
derten Rechtsbegehren: 

«1.  Hauptantrag:  Das Patent  CH 711 079 B1 sei mit folgenden eingeschränk-

ten  Ansprüchen  aufrechtzuerhalten  und  die  Nichtigkeitsklage  sei  dement-

sprechend abzuweisen (Änderungen gegenüber Rechtsbegehren Ziff. 1 der 

Klageantwort sind markiert): 

1. 

«Kapsel (2), enthaltend eine Substanz zur Zubereitung eines trinkba-
ren Getränks durch Extrahieren und/oder Lösen der Substanz mittels 
der  Zufuhr  eines  Fluids  unter  Druck  in  die  Kapsel,  wobei  die  Kapsel 
einen  Aluminiumkapselkörper (12)  umfasst, der eine  mittlere Kapsel-
körperachse (12A) hat, wobei der Aluminiumkapselkörper (12) mit ei-
nem Boden (18), einer Seitenwand (16) und einem sich nach aussen 
erstreckenden Flansch (20) ausgestattet ist, wobei die Kapsel (2) fer-
ner einen Aluminiumdeckel (14) umfasst, der auf dem sich nach aus-
sen  erstreckenden  Flansch  (20)  befestigt  ist,  wobei  der  Deckel  (14) 
die Kapsel (2) hermetisch abschliesst, wobei die Kapsel (2) ferner ein 
Dichtungselement  (28)  an  dem  sich  nach  aussen  erstreckenden 
Flansch  (20)  umfasst,  um  einen  fluiddichten  Kontakt  mit  einem  ein 
ringförmiges  Element  (41)  mit  einer  Mittelachse  und  einem  freien 
Kontaktende  (30)  umfassenden  einschliessenden  Element  (6)  einer 
Getränkezubereitungsvorrichtung  (4)  vorzusehen,  wenn  die  Kapsel 
(2)  in  dem  einschliessenden  Element  (6)  der  Getränkezubereitungs-
vorrichtung  (4)  angeordnet  ist  und  das  einschliessende  Element  (6) 
mittels  eines  Verschlusselements  (8)  der  Getränkezubereitungsvor-
richtung (4), wie zum Beispiel einer Extraktionsplatte der Getränkezu-
bereitungsvorrichtung  (4),  verschlossen  wird,  sodass  der  sich  nach 
aussen erstreckende Flansch (20) der Kapsel (2) und mindestens ein 
Teil  des  Dichtungselements  (28)  der  Kapsel  zwischen  dem  ein-
schliessenden  Element  (6)  und  dem  Verschlusselement  (8)  der  Ge-
tränkezubereitungsvorrichtung 
in  dichtendem  Eingriff  sind, 
(4) 
dadurch  gekennzeichnet,  dass  die  Kapsel  (2)  ein  Lager  für  das  ein-
schliessende  Element  (6)  der  Getränkezubereitungsvorrichtung  (4) 
ausbildet,  wenn  die  Kapsel  (2)  in  dem  einschliessenden  Element  (6) 

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der Getränkezubereitungsvorrichtung (4) angeordnet ist und das ein-
schliessende  Element  (6)  mittels  eines  Verschlusselements  (8)  der 
Getränkezubereitungsvorrichtung  (4)  verschlossen  wird  und  das  La-
ger  dabei  mindestens  einen  Teil  des  freien  Kontaktendes  (30)  des 
ringförmigen Elements (41) umschliesst, wobei das Lager derart aus-
gebildet ist, dass vor der Verwendung mindestens ein erster Teil des 
Lagers  auf  einer  ersten  Höhe  oberhalb  des  Deckels  liegt  und  in  der 
Verwendung beim Schliessen des einschliessenden Elements (6) mit-
tels  des  Verschlusselements  (8)  der  mindestens  eine  erste  Teil  des 
Lagers dadurch abgesenkt wird, dass das freie Kontaktende (30) des 
ringförmigen  Elements  (41)  zum  Verschlusselement  (8)  hin  bewegt 
wird, wobei das Lager mindestens teilweise über das freie Kontakten-
de  (30)  des  ringförmigen  Elements  (41)  gefaltet  wird,  sodass  nach 
dem  Schliessen  des  einschliessenden  Elements  (6)  mittels  des  Ver-
schlusselements  (8)  der  mindestens  eine  erste  Teil  des  Lagers  auf 
einer  zweiten  Höhe  oberhalb  des  Deckels  (14)  liegt,  wobei  die  erste 
Höhe  grösser  als  die  zweite  Höhe  ist  und  die  zweite  Höhe  null  sein 
kann, wobei das Lager, welches im Zustand, in dem die Kapsel (2) in 
dem  einschliessenden  Element  (6)  der  Getränkezubereitungsvorrich-
tung  (4)  angeordnet  ist  und  das  einschliessende  Element  (6)  mittels 
des Verschlusselements (8) der Getränkezubereitungsvorrichtung (4) 
verschlossen ist, mindestens  einen Teil des freien Kontaktendes (30) 
des  ringförmigen  Elements  (41)  umschliesst,  mindestens  teilweise 
durch  das  Dichtungselement  (28)  ausgebildet  wird,  wobei  das  Dich-
tungselement (28) einen Fortsatz (53), der von dem sich nach aussen 
erstreckenden  Flansch  (20)  vorsteht,  und  ein  Plateau  (52)  zwischen 
dem Fortsatz (53) und der Seitenwand (16) des Aluminiumkapselkör-
pers  umfasst,  wobei  das  Lager  von  dem  Fortsatz  (53),  dem  Plateau 
(52) und der Seitenwand (16) des Aluminiumkapselkörpers ausgebil-
det wird, wobei der Abstand zwischen dem Fortsatz (53) und der Sei-
tenwand (16) so ist, dass das freie Kontaktende (30) des ringförmigen 
Elements  (41)  von  dem  Fortsatz  (53)  und  der  Seitenwand  (16)  des 
Aluminiumkapselkörpers eingeschlossen wird, wenn die Kapsel (2) in 
dem  einschliessenden  Element  (6)  der  Getränkezubereitungsvorrich-
tung  (4)  angeordnet  ist  und  das  einschliessende  Element  (6)  mittels 
des Verschlusselements (8) der Getränkezubereitungsvorrichtung (4) 
verschlossen  wird,  wobei  das  Dichtungselement  (28)  derart  ausge-
staltet  ist,  dass  vor  der  Verwendung  mindestens  ein  erster  Teil  des 
Plateaus  (52)  auf  einer  ersten  Höhe  oberhalb  des  Deckels  (14)  liegt 
und  in  der  Verwendung  beim  Verschliessen  des  ein-  schliessenden 
Elements (6) mittels des Verschlusselements (8) der mindestens eine 
erste  Teil  des  Plateaus  (52)  dadurch  abgesenkt  wird,  dass  das  freie 
Kontaktende  (30)  des  ringförmigen  Elements  (41)  zum  Verschlus-
selement  (8)  hin  bewegt  wird,  sodass  das  Plateau  (52)  mindestens 
teilweise  über  das  freie  Kontaktende  (30)  gefaltet  wird,  wobei  nach 
dem  Verschliessen  des  einschliessenden  Elements  (6)  mittels  des 

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Verschlusselements  (8)  der mindestens  eine  erste  Teil  des  Plateaus 
(52)  auf  einer  zweiten  Höhe  oberhalb  des  Deckels  (14)  liegt,  wobei 
die  erste  Höhe  grösser  als  die  zweite  Höhe  ist  und  die  zweite  Höhe 
null sein kann, und die Dichtungsstruktur und der  Rest des Kap-
selkörpers aus dem gleichen Blechmaterial hergestellt sind.  

Kapsel  (2)  gemäss  Anspruch  1,  wobei  der  Abstand  zwischen  dem 
Fortsatz  (53)  und  der  Seitenwand  (16)  des  Aluminiumkapselkörpers 
so  ist,  dass  das  freie  Kontaktende  (30)  des  ringförmigen  Elements 
(41) von dem Fortsatz (53) und der Seitenwand (16) des Aluminium-
kapselkörpers  kontaktiert  wird,  wenn  die  Kapsel  (2)  in  dem  ein-
schliessenden  Element  (6)  der  Getränkezubereitungsvorrichtung  (4) 
angeordnet  ist  und  das  einschliessende  Element  (6)  mittels  eines 
Verschlusselements (8) der Getränkezubereitungsvorrichtung (4) ver-
schlossen wird. 

Kapsel  (2)  gemäss  Anspruch  1  oder  2,  wobei  der  Fortsatz  (53),  die 
Seitenwand  (16)  des  Aluminiumkapselkörpers  und  das  Plateau  (52) 
so angeordnet sind, dass das freie Kontaktende (30) des ringförmigen 
Elements (41) von dem Plateau (52) kontaktiert wird, wenn die Kapsel 
(2)  in  dem  einschliessenden  Element  (6)  der  Getränkezubereitungs-
vorrichtung  (4)  angeordnet  ist  und  das  einschliessende  Element  (6) 
mittels des Verschlusselements (8) der Getränkezubereitungsvorrich-
tung (4) verschlossen wird. 

Kapsel  (2)  gemäss  einem  der  Ansprüche  1  bis  3,  wobei  mindestens 
ein Fortsatz (50, 51, 53) ein Fortsatzoberteil umfasst und so konfigu-
riert ist, dass sein Fortsatzoberteil eine radiale Kraft auf das freie Kon-
taktende (30) des ringförmigen Elements (41) ausübt, wenn die Kap-
sel  (2)  in  dem  einschliessenden  Element  (6)  der  Getränkezuberei-
tungsvorrichtung (4) angeordnet ist und das einschliessende Element 
(6) mittels des Verschlusselements (8) der Getränkezubereitungsvor-
richtung (4) verschlossen wird. 

Kapsel  (2)  gemäss  einem  der  Ansprüche  1  bis  4,  wobei  mindestens 
ein  Fortsatz  (50,  51,  53)  eine  Fortsatz-Seitenwand  (54)  umfasst,  die 
relativ  zu  dem  sich  nach  aussen  erstreckenden  Flansch  (20)  des 
Aluminiumkapselkörpers geneigt ist. 

Kapsel (2) gemäss einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei das Plateau 
(52) im Wesentlichen flach ist. 

Kapsel (2) gemäss einem der Ansprüche 1 bis 6, wobei das Plateau 
(52) einen gekrümmten Teil umfasst. 

Kapsel (2) gemäss einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei das Plateau 
(52)  im Wesentlichen  flach  ist  und  wobei  das  Plateau  (52)  relativ  zu 
dem  sich  nach  aussen  erstreckenden  Flansch  (20)  des  Aluminium-
kapselkörpers geneigt ist. 

Seite 15 

2. 

3. 

4. 

5. 

6. 

7. 

8. 

O2020_002 

9. 

Kapsel (2) gemäss einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die 
Dichtungsstruktur verformbar ist, sodass das Lager mindestens einen 
Teil des freien Kontaktendes (30) des ringförmigen Elements (41) flu-
iddicht  umschliesst,  wenn  in  der  Verwendung  der  maximale  Fluid-
druck im einschliessenden Element (6) der Getränkezubereitungsvor-
richtung  (4)  im  Bereich  von  6  bis  20  bar,  vorzugsweise  zwischen  12 
und 18 bar ist. 

10.  Kapsel (2) gemäss einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei 
die Dichtungsstruktur und der Rest des Kapselkörpers aus dem 
gleichen Blechmaterial hergestellt wird. 

1110. System (1) zur Zubereitung eines trinkbaren Getränks aus einer Kap-
sel  (2)  unter  der  Verwendung  eines  Fluids,  das  unter  Druck  in  die 
Kapsel (2) zugeführt wird, umfassend: eine Getränkezubereitungsvor-
richtung  (4).  umfassend  ein  einschliessendes  Element  (6)  zum  Auf-
nehmen  der  Kapsel  (2).  wobei  das  einschliessende  Element  (6)  ein 
Fluideinspritzmittel  (10)  zum  Zuführen  von  Fluid  unter  Druck  in  die 
Kapsel  (2)  aufweist,  wobei  die  Getränkezubereitungsvorrichtung  (4) 
ferner  ein  Verschlusselement  (8),  wie  zum  Beispiel  eine  Extraktions-
platte, umfasst, um das einschliessende Element (6) der Getränkezu-
bereitungsvorrichtung (4)  zu verschliessen,  wobei das einschliessen-
de  Element  (6)  der  Getränkezubereitungsvorrichtung  (4)  ferner  ein 
ringförmiges Element (41) umfasst, das eine Mittelachse des ringför-
migen  Elements  (41)  und  ein  freies  Kontaktende  (30)  aufweist;  eine 
Kapsel (2) gemäss einem der vorhergehenden Ansprüche. 

1211. System  gemäss  Anspruch  1110,  wobei  das  freie  Kontaktende  (30) 
des  ringförmigen  Elements  (41)  mit  einer  Vielzahl  sich  radial  erstre-
ckender offener Nuten (40) ausgestattet ist. 

1312. Verwendung einer Kapsel (2) gemäss einem der Ansprüche 1 bis 109 
in  einer  Getränkezubereitungsvorrichtung  (4),  umfassend  ein  ein-
schliessendes Element (6) zum Aufnehmen der Kapsel (2), wobei das 
einschliessende  Element  (6)  ein  Fluideinspritzmittel  (10)  zum  Zufüh-
ren  von  Fluid  unter  Druck  in  die  Kapsel  (2)  umfasst,  wobei  die  Ge-
tränkezubereitungsvorrichtung  (4)  ferner  ein  Verschlusselement  (8) 
zum  Verschliessen  des  ein-  schliessenden  Elements  (6)  der  Geträn-
kezubereitungsvorrichtung  (4)  umfasst,  wobei  das  einschliessende 
Element  (6)  der  Getränkezubereitungsvorrichtung  (4)  ferner  ein  ring-
förmiges Element (41) umfasst, das eine Mittelachse des ringförmigen 
Elements (41) und ein freies Kontaktende (30) aufweist.» 

2.  Eventualiter  zu  Rechtsbegehren  Ziff.  1:  Das  Patent  CH  711  079  B1  sei 
mit  folgenden  eingeschränkten  Ansprüchen  aufrechtzuerhalten,  und  die 
Klage  sei  dementsprechend  abzuweisen  (Änderungen  gegenüber  Rechts-
begehren Ziff. 1 der Klageantwort sind markiert): 

Seite 16 

1. 

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«Kapsel (2), enthaltend eine Substanz zur Zubereitung eines trinkba-
ren Getränks durch Extrahieren und/oder Lösen der Substanz mittels 
der  Zufuhr  eines  Fluids  unter  Druck  in  die  Kapsel,  wobei  die  Kapsel 
einen  Aluminiumkapselkörper (12)  umfasst, der eine  mittlere Kapsel-
körperachse (12A) hat, wobei der Aluminiumkapselkörper (12) mit ei-
nem Boden (18), einer Seitenwand (16) und einem sich nach aussen 
erstreckenden Flansch (20) ausgestattet ist, wobei die Kapsel (2) fer-
ner einen Aluminiumdeckel (14) umfasst, der auf dem sich nach aus-
sen  erstreckenden  Flansch  (20)  befestigt  ist,  wobei  der  Deckel  (14) 
die Kapsel (2) hermetisch abschliesst, wobei die Kapsel (2) ferner ein 
Dichtungselement  (28)  an  dem  sich  nach  aussen  erstreckenden 
Flansch  (20)  umfasst,  um  einen  fluiddichten  Kontakt  mit  einem  ein 
ringförmiges  Element  (41)  mit  einer  Mittelachse  und  einem  freien 
Kontaktende  (30)  umfassenden  einschliessenden  Element  (6)  einer 
Getränkezubereitungsvorrichtung  (4)  vorzusehen,  wenn  die  Kapsel 
(2)  in  dem  einschliessenden  Element  (6)  der  Getränkezubereitungs-
vorrichtung  (4)  angeordnet  ist  und  das  einschliessende  Element  (6) 
mittels  eines  Verschlusselements  (8)  der  Getränkezubereitungsvor-
richtung (4), wie zum Beispiel einer Extraktionsplatte der Getränkezu-
bereitungsvorrichtung  (4),  verschlossen  wird,  sodass  der  sich  nach 
aussen erstreckende Flansch (20) der Kapsel (2) und mindestens ein 
Teil  des  Dichtungselements  (28)  der  Kapsel  zwischen  dem  ein-
schliessenden  Element  (6)  und  dem  Verschlusselement  (8)  der  Ge-
in  dichtendem  Eingriff  sind, 
(4) 
tränkezubereitungsvorrichtung 
dadurch  gekennzeichnet,  dass  die  Kapsel  (2)  ein  Lager  für  das  ein-
schliessende  Element  (6)  der  Getränkezubereitungsvorrichtung  (4) 
ausbildet,  wenn  die  Kapsel  (2)  in  dem  einschliessenden  Element  (6) 
der Getränkezubereitungsvorrichtung (4) angeordnet ist und das ein-
schliessende  Element  (6)  mittels  eines  Verschlusselements  (8)  der 
Getränkezubereitungsvorrichtung  (4)  verschlossen  wird  und  das  La-
ger  dabei  mindestens  einen  Teil  des  freien  Kontaktendes  (30)  des 
ringförmigen Elements (41) umschliesst, wobei das Lager derart aus-
gebildet ist, dass vor der Verwendung mindestens ein erster Teil des 
Lagers  auf  einer  ersten  Höhe  oberhalb  des  Deckels  liegt  und  in  der 
Verwendung beim Schliessen des einschliessenden Elements (6) mit-
tels  des  Verschlusselements  (8)  der  mindestens  eine  erste  Teil  des 
Lagers dadurch abgesenkt wird, dass das freie Kontaktende (30) des 
ringförmigen  Elements  (41)  zum  Verschlusselement  (8)  hin  bewegt 
wird, wobei das Lager mindestens teilweise über das freie Kontakten-
de  (30)  des  ringförmigen  Elements  (41)  gefaltet  wird,  sodass  nach 
dem  Schliessen  des  einschliessenden  Elements  (6)  mittels  des  Ver-
schlusselements  (8)  der  mindestens  eine  erste  Teil  des  Lagers  auf 
einer  zweiten  Höhe  oberhalb  des  Deckels  (14)  liegt,  wobei  die  erste 
Höhe  grösser  als  die  zweite  Höhe  ist  und  die  zweite  Höhe  null  sein 
kann, wobei das Lager, welches im  Zustand, in dem die Kapsel (2) in 
dem  einschliessenden  Element  (6)  der  Getränkezubereitungsvorrich-

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tung  (4)  angeordnet  ist  und  das  einschliessende  Element  (6)  mittels 
des Verschlusselements (8) der Getränkezubereitungsvorrichtung (4) 
verschlossen ist, mindestens  einen Teil des freien Kontaktendes (30) 
des  ringförmigen  Elements  (41)  umschliesst,  mindestens  teil-  weise 
durch  das  Dichtungselement  (28)  ausgebildet  wird,  wobei  das  Dich-
tungselement (28) einen Fortsatz (53), der von dem sich nach aussen 
erstreckenden Flansch (20) vor- steht, und ein Plateau (52) zwischen 
dem Fortsatz (53) und der Seitenwand (16) des Aluminiumkapselkör-
pers  umfasst,  wobei  das  Lager  von  dem  Fortsatz  (53),  dem  Plateau 
(52) und der Seitenwand (16) des Aluminiumkapselkörpers ausgebil-
det  wird,  wobei  der  Ab-  stand  zwischen  dem  Fortsatz  (53)  und  der 
Seitenwand  (16)  so  ist,  dass  das  freie  Kontaktende  (30)  des  ringför-
migen Elements (41) von dem Fortsatz (53) und der Seitenwand (16) 
des  Aluminiumkapselkörpers  eingeschlossen  wird,  wenn  die  Kapsel 
(2)  in  dem  einschliessenden  Element  (6)  der  Getränkezubereitungs-
vorrichtung  (4)  angeordnet  ist  und  das  einschliessende  Element  (6) 
mittels des Verschlusselements (8) der Getränkezubereitungsvorrich-
tung  (4)  verschlossen  wird,  wobei  das  Dichtungselement  (28)  derart 
ausgestaltet ist, dass vor der Verwendung mindestens ein erster Teil 
des  Plateaus  (52)  auf  einer  ersten  Höhe  oberhalb  des  Deckels  (14) 
liegt und in der Verwendung beim Verschliessen des ein- schliessen-
den Elements (6) mittels des Verschlusselements (8) der mindestens 
eine  erste  Teil  des  Plateaus  (52)  dadurch  abgesenkt  wird,  dass  das 
freie  Kontaktende  (30)  des  ring-  förmigen  Elements  (41)  zum  Ver-
schlusselement (8) hin bewegt wird, sodass das Plateau (52) mindes-
tens  teilweise  über  das  freie  Kontaktende  (30)  gefaltet  wird,  wobei 
nach  dem  Verschliessen  des  einschliessenden  Elements  (6)  mittels 
des  Verschlusselements  (8)  der  mindestens  eine  erste  Teil  des  Pla-
teaus  (52)  auf  einer  zweiten  Höhe  oberhalb  des  Deckels  (14)  liegt, 
wobei die erste Höhe  grösser als die  zweite Höhe  ist und die  zweite 
Höhe  null  sein  kann  ist,  und  die  Dichtungsstruktur  und  der  Rest 
des  Kapselkörpers  aus  dem  gleichen  Blechmaterial  hergestellt 
sind. 

Kapsel  (2)  gemäss  Anspruch  1,  wobei  der  Abstand  zwischen  dem 
Fortsatz  (53)  und  der  Seitenwand  (16)  des  Aluminiumkapselkörpers 
so  ist,  dass  das  freie  Kontaktende  (30)  des  ringförmigen  Elements 
(41) von dem Fortsatz (53) und der Seitenwand (16) des Aluminium-
kapselkörpers  kontaktiert  wird,  wenn  die  Kapsel  (2)  in  dem  ein-
schliessenden  Element  (6)  der  Getränkezubereitungsvorrichtung  (4) 
angeordnet  ist  und  das  einschliessende  Element  (6)  mittels  eines 
Verschlusselements (8) der Getränkezubereitungsvorrichtung (4) ver-
schlossen wird. 

2. 

3. 

Kapsel  (2)  gemäss  Anspruch  1  oder  2,  wobei  der  Fortsatz  (53),  die 
Seitenwand  (16)  des  Aluminiumkapselkörpers  und  das  Plateau  (52) 
so angeordnet sind, dass das freie Kontaktende (30) des ringförmigen 

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Elements (41) von dem Plateau (52) kontaktiert wird, wenn die Kapsel 
(2)  in  dem  einschliessenden  Element  (6)  der  Getränkezubereitungs-
vorrichtung  (4)  angeordnet  ist  und  das  einschliessende  Element  (6) 
mittels des Verschlusselements (8) der Getränkezubereitungsvorrich-
tung (4) verschlossen wird. 

Kapsel  (2)  gemäss  einem  der  Ansprüche  1  bis  3,  wobei  mindestens 
ein Fortsatz (50, 51, 53) ein Fortsatzoberteil umfasst und so konfigu-
riert ist, dass sein Fortsatzoberteil eine radiale Kraft auf das freie Kon-
taktende (30) des ringförmigen Elements (41) ausübt, wenn die Kap-
sel  (2)  in  dem  einschliessenden  Element  (6)  der  Getränkezuberei-
tungsvorrichtung (4) angeordnet ist und das einschliessende Element 
(6) mittels des Verschlusselements (8) der Getränkezubereitungsvor-
richtung (4) verschlossen wird. 

Kapsel  (2)  gemäss  einem  der  Ansprüche  1  bis  4,  wobei  mindestens 
ein  Fortsatz  (50,  51,  53)  eine  Fortsatz-Seitenwand  (54)  umfasst,  die 
relativ  zu  dem  sich  nach  aussen  erstreckenden  Flansch  (20)  des 
Aluminiumkapselkörpers geneigt ist. 

Kapsel (2) gemäss einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei das Plateau 
(52) im Wesentlichen flach ist. 

Kapsel (2) gemäss einem der Ansprüche 1 bis 6, wobei das Plateau 
(52) einen gekrümmten Teil umfasst. 

Kapsel (2) gemäss einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei das Plateau 
(52)  im Wesentlichen  flach  ist  und  wobei  das  Plateau  (52)  relativ  zu 
dem  sich  nach  aussen  erstreckenden  Flansch  (20)  des  Aluminium-
kapselkörpers geneigt ist. 

Kapsel (2) gemäss einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die 
Dichtungsstruktur verformbar ist, sodass das Lager mindestens einen 
Teil des freien Kontaktendes (30) des ringförmigen Elements (41) flu-
iddicht  umschliesst,  wenn  in  der  Verwendung  der  maximale  Fluid-
druck im einschliessenden Element (6) der Getränkezubereitungsvor-
richtung  (4)  im  Bereich  von  6  bis  20  bar,  vorzugsweise  zwischen  12 
und 18 bar ist. 

4. 

5. 

6. 

7. 

8. 

9. 

10.  Kapsel (2) gemäss einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei 
die Dichtungsstruktur und der Rest des Kapselkörpers aus dem 
gleichen Blechmaterial hergestellt sind. 

1110. System (1) zur Zubereitung eines trinkbaren Getränks aus einer Kap-
sel  (2)  unter  der  Verwendung  eines  Fluids,  das  unter  Druck  in  die 
Kapsel (2) zugeführt wird, umfassend: eine Getränkezubereitungsvor-
richtung  (4),  umfassend  ein  einschliessendes  Element  (6)  zum  Auf-
nehmen  der  Kapsel  (2),  wobei  das  einschliessende  Element  (6)  ein 
Fluideinspritzmittel  (10)  zum  Zuführen  von  Fluid  unter  Druck  in  die 
Kapsel  (2)  aufweist,  wobei  die  Getränkezubereitungsvorrichtung  (4) 

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ferner  ein  Verschlusselement  (8),  wie  zum  Beispiel  eine  Extraktions-
platte, umfasst, um das einschliessende Element (6) der Getränkezu-
bereitungsvorrichtung (4)  zu verschliessen,  wobei das einschliessen-
de  Element  (6)  der  Getränkezubereitungsvorrichtung  (4)  ferner  ein 
ringförmiges Element (41) umfasst, das eine Mittelachse des ringför-
migen  Elements  (41)  und  ein  freies  Kontaktende  (30)  aufweist;  eine 
Kapsel (2) gemäss einem der vorhergehenden Ansprüche. 

1211.  System  gemäss  Anspruch  1110,  wobei  das  freie  Kontaktende  (30) 
des  ringförmigen  Elements  (41)  mit  einer  Vielzahl  sich  radial  erstre-
ckender offener Nuten (40) ausgestattet ist. 

1312.  Verwendung einer Kapsel (2) gemäss einem der Ansprüche 1 bis 109 
in  einer  Getränkezubereitungsvorrichtung  (4),  umfassend  ein  ein-
schliessendes Element (6) zum Aufnehmen der Kapsel (2), wobei das 
einschliessende  Element  (6)  ein  Fluideinspritzmittel  (10)  zum  Zufüh-
ren  von  Fluid  unter  Druck  in  die  Kapsel  (2)  umfasst,  wobei  die  Ge-
tränkezubereitungsvorrichtung  (4)  ferner  ein  Verschlusselement  (8) 
zum Verschliessen des einschliessenden Elements (6) der Getränke-
zubereitungsvorrichtung (4) umfasst, wobei das einschliessende Ele-
ment  (6)  der  Getränkezubereitungsvorrichtung  (4i  ferner  ein  ringför-
miges  Element  (41)  umfasst,  das  eine  Mittelachse  des  ringförmigen 
Elements (41) und ein freies Kontaktende (30) aufweist.» 

3.  Eventualiter zu Rechtsbegehren Ziff. 2: Das Patent CH 711 079 B1 sei 

mit folgenden eingeschränkten Ansprüchen aufrechtzuerhalten und die 
Klage sei dementsprechend abzuweisen (Änderungen gegenüber dem 
Rechtsbegehren Ziff. 1 der Klageantwort sind markiert): 

1. 

«Kapsel (2), enthaltend eine Substanz zur Zubereitung eines trinkba-
ren Getränks durch Extrahieren und/oder Lösen der Substanz mittels 
der  Zufuhr  eines  Fluids  unter  Druck  in  die  Kapsel,  wobei  die  Kapsel 
einen Aluminiumkapselkörper (12) umfasst, der eine mittlere Kapsel-
körperachse (12A) hat, wobei der Aluminiumkapselkörper (12) mit ei-
nem Boden (18), einer Seitenwand (16) und einem sich nach aussen 
erstreckenden Flansch (20) ausgestattet ist, wobei die Kapsel (2) fer-
ner einen Aluminiumdeckel (14) umfasst, der auf dem sich nach aus-
sen  erstreckenden  Flansch  (20)  befestigt  ist,  wobei  der  Deckel  (14) 
die Kapsel (2) hermetisch abschliesst, wobei die Kapsel (2) ferner ein 
Dichtungselement  (28)  an  dem  sich  nach  aussen  erstreckenden 
Flansch  (20)  umfasst,  um  einen  fluiddichten  Kontakt  mit  einem  ein 
ringförmiges  Element  (41)  mit  einer  Mittelachse  und  einem  freien 
Kontaktende  (30)  umfassenden  einschliessenden  Element  (6)  einer 
Getränkezubereitungsvorrichtung  (4)  vorzusehen,  wenn  die  Kapsel 
(2)  in  dem  einschliessenden  Element  (6)  der  Getränkezubereitungs-
vorrichtung  (4)  angeordnet  ist  und  das  einschliessende  Element  (6) 
mittels  eines  Verschlusselements  (8)  der  Getränkezubereitungsvor-
richtung (4), wie zum Beispiel einer Extraktionsplatte der Getränkezu-

Seite 20 

O2020_002 

bereitungsvorrichtung  (4),  verschlossen  wird,  sodass  der  sich  nach 
aussen erstreckende Flansch (20) der Kapsel (2) und mindestens ein 
Teil  des  Dichtungselements  (28)  der  Kapsel  zwischen  dem  ein-
schliessenden  Element  (6)  und  dem  Verschlusselement  (8)  der  Ge-
tränkezubereitungsvorrichtung 
in  dichtendem  Eingriff  sind, 
(4) 
dadurch  gekennzeichnet,  dass  die  Kapsel  (2)  ein  Lager  für  das  ein-
schliessende  Element  (6)  der  Getränkezubereitungsvorrichtung  (4) 
ausbildet,  wenn die Kapsel (2) in  dem einschliessenden  Element (6) 
der Getränkezubereitungsvorrichtung (4) angeordnet ist und das ein-
schliessende  Element  (6)  mittels  eines  Verschlusselements  (8)  der 
Getränkezubereitungsvorrichtung  (4)  verschlossen  wird  und  das  La-
ger  dabei  mindestens  einen  Teil  des  freien  Kontaktendes  (30)  des 
ringförmigen Elements (41) umschliesst, wobei das Lager derart aus-
gebildet ist, dass vor der Verwendung mindestens ein erster Teil des 
Lagers  auf  einer  ersten  Höhe  oberhalb  des  Deckels  liegt  und  in  der 
Verwendung beim Schliessen des einschliessenden Elements (6) mit-
tels  des  Verschlusselements  (8)  der  mindestens  eine  erste  Teil  des 
Lagers dadurch abgesenkt wird, dass das freie Kontaktende (30) des 
ringförmigen  Elements  (41)  zum  Verschlusselement  (8)  hin  bewegt 
wird, wobei das Lager mindestens teilweise über das freie Kontakten-
de  (30)  des  ringförmigen  Elements  (41)  gefaltet  wird,  sodass  nach 
dem Schliessen  des einschliessenden Elements (6) mittels des Ver-
schlusselements  (8)  der  mindestens  eine  erste  Teil  des  Lagers  auf 
einer  zweiten  Höhe  oberhalb  des  Deckels  (14)  liegt,  wobei  die  erste 
Höhe  grösser  als  die  zweite  Höhe  ist  und  die  zweite  Höhe  null  sein 
kann, wobei das Lager, welches im Zustand, in dem die Kapsel (2) in 
dem einschliessenden  Element (6) der Getränkezubereitungsvorrich-
tung  (4)  angeordnet  ist  und  das  einschliessende  Element  (6)  mittels 
des Verschlusselements (8) der Getränkezubereitungsvorrichtung (4) 
verschlossen ist, mindestens einen Teil des freien Kontaktendes (30) 
des  ringförmigen  Elements  (41)  um-  schliesst,  mindestens  teilweise 
durch das Dichtungselement (28) ausgebildet wird, wo- bei das Dich-
tungselement (28) einen Fortsatz (53), der von dem sich nach aussen 
er- streckenden Flansch (20) vorsteht, und ein Plateau (52) zwischen 
dem Fortsatz (53) und der Seitenwand (16) des Aluminiumkapselkör-
pers  umfasst,  wobei  das  Lager  von  dem  Fortsatz  (53),  dem  Plateau 
(52) und der Seitenwand (16) des Aluminiumkapselkörpers ausgebil-
det wird, wobei der Abstand zwischen dem Fortsatz (53) und der Sei-
ten- wand (16) so ist, dass das freie Kontaktende (30) des ringförmi-
gen  Elements  (41)  von  dem  Fortsatz  (53)  und  der  Seitenwand  (16) 
des  Aluminiumkapselkörpers  eingeschlossen  wird,  wenn  die  Kapsel 
(2)  in  dem  einschliessenden  Element  (6)  der  Getränkezubereitungs-
vorrichtung  (4)  angeordnet  ist  und  das  einschliessende  Element  (6) 
mittels des Verschlusselements (8) der Getränkezubereitungsvorrich-
tung  (4)  verschlossen  wird,  wobei  das  Dichtungselement  (28)  derart 
ausgestaltet ist, dass vor der Verwendung mindestens ein erster Teil 

Seite 21 

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des  Plateaus  (52)  auf  einer  ersten  Höhe  oberhalb  des  Deckels  (14) 
liegt  und  in  der  Verwendung  beim  Verschliessen  des  einschliessen-
den Elements (6) mittels des Verschlusselements (8) der mindestens 
eine  erste  Teil  des  Plateaus  (52)  dadurch  abgesenkt  wird,  dass  das 
freie  Kontaktende  (30)  des  ringförmigen  Elements  (41)  zum  Ver-
schlusselement (8) hin bewegt wird, sodass das Plateau (52) mindes-
tens  teilweise  über  das  freie  Kontaktende  (30)  gefaltet  wird,  wobei 
nach  dem  Verschliessen  des  einschliessenden  Elements  (6)  mittels 
des  Verschlusselements  (8)  der  mindestens  eine  erste  Teil  des  Pla-
teaus  (52)  auf  einer  zweiten  Höhe  oberhalb  des  Deckels  (14)  liegt, 
wobei die erste Höhe grösser als die zweite Höhe ist und die zweite 
Höhe  null  sein  kann  ist,  wobei  das  Plateau  (52)  einen  gekrümm-
ten  Teil  umfasst  und  die  Dichtungsstruktur  und  der  Rest  des 
Kapselkörpers aus dem gleichen Blechmaterial hergestellt sind. 

Kapsel  (2)  gemäss  Anspruch  1,  wobei  der  Abstand  zwischen  dem 
Fortsatz  (53)  und  der  Seitenwand  (16)  des  Aluminiumkapselkörpers 
so  ist,  dass  das  freie  Kontaktende  (30)  des  ringförmigen  Elements 
(41) von dem Fortsatz (53) und der Seitenwand (16) des Aluminium-
kapselkörpers  kontaktiert  wird,  wenn  die  Kapsel  (2)  in  dem  ein-
schliessenden  Element  (6)  der  Getränkezubereitungsvorrichtung  (4) 
angeordnet  ist  und  das  einschliessende  Element  (6)  mittels  eines 
Verschlusselements (8) der Getränkezubereitungsvorrichtung (4) ver-
schlossen wird. 

Kapsel  (2)  gemäss  Anspruch  1  oder  2,  wobei  der  Fortsatz  (53),  die 
Seitenwand  (16)  des  Aluminiumkapselkörpers  und  das  Plateau  (52) 
so angeordnet sind, dass das freie Kontaktende (30) des ringförmigen 
Elements (41) von dem Plateau (52) kontaktiert wird, wenn die Kapsel 
(2)  in  dem  einschliessenden  Element  (6)  der  Getränkezubereitungs-
vorrichtung  (4)  angeordnet  ist  und  das  einschliessende  Element  (6) 
mittels des Verschlusselements (8) der Getränkezubereitungsvorrich-
tung (4) verschlossen wird. 

Kapsel  (2)  gemäss  einem der  Ansprüche  1  bis  3,  wobei  mindestens 
ein Fortsatz (50, 51, 53) ein Fortsatzoberteil umfasst und so konfigu-
riert ist, dass sein Fortsatzoberteil eine radiale Kraft auf das freie Kon-
taktende (30) des ringförmigen Elements (41) ausübt, wenn die Kap-
sel  (2)  in  dem  einschliessenden  Element  (6)  der  Getränkezuberei-
tungsvorrichtung (4) angeordnet ist und das einschliessende Element 
(6) mittels des Verschlusselements (8) der Getränkezubereitungsvor-
richtung (4) verschlossen wird. 

Kapsel  (2)  gemäss  einem der  Ansprüche  1  bis  4,  wobei  mindestens 
ein  Fortsatz  (50,  51,  53)  eine  Fortsatz-Seitenwand  (54)  umfasst,  die 
relativ  zu  dem  sich  nach  aussen  erstreckenden  Flansch  (20)  des 
Aluminiumkapselkörpers geneigt ist. 

Seite 22 

2. 

3. 

4. 

5. 

O2020_002 

6. 

7. 

Kapsel (2) gemäss einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei  das Plateau 
(52) im Wesentlichen flach ist. 

Kapsel (2) gemäss einem der Ansprüche 1 bis 6, wobei das Pla-
teau (52) einen gekrümmten Teil umfasst. 

87.  Kapsel (2) gemäss einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei das Plateau 
(52)  im Wesentlichen  flach  ist  und  wobei  das  Plateau  (52)  relativ  zu 
dem  sich  nach  aussen  erstreckenden  Flansch  (20)  des  Aluminium-
kapselkörpers geneigt ist. 

98.  Kapsel (2) gemäss einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die 
Dichtungsstruktur verformbar ist, sodass das Lager mindestens einen 
Teil des freien Kontaktendes (30) des ringförmigen Elements (41) flu-
iddicht  umschliesst,  wenn  in  der  Verwendung  der  maximale  Fluid-
druck im einschliessenden Element (6) der Getränkezubereitungsvor-
richtung  (4)  im  Bereich  von  6  bis  20  bar,  vorzugsweise  zwischen  12 
und 18 bar ist. 

10.  Kapsel (2) gemäss einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei 
die Dichtungsstruktur und der Rest des Kapselkörpers aus dem 
gleichen Blechmaterial hergestellt sind. 

119.  System (1) zur Zubereitung eines trinkbaren Getränks aus einer Kap-
sel  (2)  unter  der  Verwendung  eines  Fluids,  das  unter  Druck  in  die 
Kapsel (2) zugeführt wird, umfassend: 

eine  Getränkezubereitungsvorrichtung  (4),  umfassend  ein  einschlies-
sendes  Element  (6)  zum  Aufnehmen  der  Kapsel  (2),  wobei  das  ein-
schliessende  Element  (6)  ein  Fluideinspritzmittel  (10)  zum  Zuführen 
von Fluid unter Druck in die Kapsel (2) aufweist, wobei die Getränke-
zubereitungsvorrichtung  (4)  ferner  ein  Verschlusselement  (8),  wie 
zum Beispiel eine Extraktionsplatte, umfasst, um das einschliessende 
Element  (6)  der  Getränkezubereitungsvorrichtung  (4)  zu  verschlies-
sen,  wobei  das  einschliessende  Element  (6)  der  Getränkezuberei-
tungsvorrichtung  (4)  ferner  ein  ringförmiges  Element  (41)  umfasst, 
das  eine  Mittelachse  des  ringförmigen  Elements  (41)  und  ein  freies 
Kontaktende (30) aufweist; 

eine Kapsel (2) gemäss einem der vorhergehenden Ansprüche. 

1210.  System gemäss Anspruch 119, wobei das freie Kontaktende (30) des 
ringförmigen  Elements  (41)  mit  einer  Vielzahl  sich  radial  erstrecken-
der offener Nuten (40) ausgestattet ist. 

1311.  Verwendung einer Kapsel (2) gemäss einem der Ansprüche 1 bis 108 
in  einer  Getränkezubereitungsvorrichtung  (4),  umfassend  ein  ein-
schliessendes Element (6) zum Aufnehmen der Kapsel (2), wobei das 
einschliessende  Element  (6)  ein  Fluideinspritzmittel  (10)  zum  Zufüh-
ren  von  Fluid  unter  Druck  in  die  Kapsel  (2)  umfasst,  wobei  die  Ge-
tränkezubereitungsvorrichtung  (4)  ferner  ein  Verschlusselement  (8) 

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zum Verschliessen des einschliessenden Elements (6) der Getränke-
zubereitungsvorrichtung (4) umfasst, wobei das einschliessende Ele-
ment  (6)  der  Getränkezubereitungsvorrichtung  (4)  ferner  ein  ringför-
miges  Element  (41)  umfasst,  das  eine  Mittelachse  des  ringförmigen 
Elements (41) und ein freies Kontaktende (30) aufweist.» 

4.  Eventualiter zu Rechtsbegehren Ziff. 3: Das Patent CH 711 079 B1 sei 

mit folgenden eingeschränkten Ansprüchen aufrechtzuerhalten und die 
Klage sei dementsprechend abzuweisen (Änderungen gegenüber dem 
Rechtsbegehren Ziff. 1 der Klageantwort sind markiert): 

1. 

«System (1) zur Zubereitung eines trinkbaren Getränks aus einer 
Kapsel  (2)  unter  der  Verwendung  eines  Fluids.  das  unter  Druck 
in die Kapsel (2) zugeführt wird, umfassend: 

eine  Getränkezubereitungsvorrichtung  (4).  umfassend  ein  ein-
schliessendes Element (6) zum Aufnehmen der Kapsel (2), wobei 
das einschliessende Element (6) ein Fluideinspritzmittel (10) zum 
Zuführen von Fluid unter Druck in die Kapsel (2) aufweist. wobei 
die  Getränkezubereitungsvorrichtung  (4)  ferner  ein  Verschlus-
selement  (8),  wie  zum  Beispiel  eine  Extraktionsplatte,  umfasst. 
um  das  einschliessende  Element  (6}  der  Getränkezubereitungs-
vorrichtung  (4)  zu  verschliessen.  wobei  das  einschliessende 
Element  (6)  der  Getränkezubereitungsvorrichtung  (4)  ferner  ein 
ringförmiges  Element  (41)  umfasst.  das  eine  Mittelachse  des 
ringförmigen  Elements (41) und ein freies Kontaktende (30) auf-
weist, und 

eine  Kapsel  (2),  enthaltend  eine  Substanz  zur  Zubereitung  eines 
trinkbaren Getränks durch Extrahieren  und/oder Lösen der  Substanz 
mittels  der  Zufuhr  eines  Fluids  unter  Druck  in  die  Kapsel,  wobei  die 
Kapsel  einen  Aluminiumkapselkörper  (12)  umfasst,  der  eine  mittlere 
Kapselkörperachse (12A) hat, wobei der Aluminiumkapselkörper (12) 
mit  einem  Boden  (18),  einer  Seitenwand  (16)  und  einem  sich  nach 
aussen erstreckenden Flansch (20) ausgestattet ist, wobei die Kapsel 
(2) ferner einen Aluminiumdeckel (14) umfasst, der auf dem sich nach 
aussen  erstreckenden  Flansch  (20)  befestigt  ist,  wobei  der  Deckel 
(14)  die  Kapsel  (2)  hermetisch  abschliesst,  wobei  die  Kapsel  (2)  fer-
ner ein Dichtungselement (28) an dem sich nach aussen erstrecken-
den  Flansch  (20)  umfasst,  um  einen  fluiddichten  Kontakt  mit  einem 
ein ringförmiges Element (41) mit einer Mittelachse und einem freien 
Kontaktende  (30)  umfassenden  einschliessenden  Element  (6)  einer 
Getränkezubereitungsvorrichtung  (4)  vorzusehen,  wenn  die  Kapsel 
(2)  in  dem  einschliessenden  Element  (6)  der  Getränkezubereitungs-
vorrichtung  (4)  angeordnet  ist  und  das  einschliessende  Element  (6) 
mittels  eines  Verschlusselements  (8)  der  Getränkezubereitungsvor-
richtung (4), wie zum Beispiel einer Extraktionsplatte der Getränkezu-
bereitungsvorrichtung  (4),  verschlossen  wird,  sodass  der  sich  nach 

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aussen erstreckende Flansch (20) der Kapsel (2) und mindestens ein 
Teil  des  Dichtungselements  (28)  der  Kapsel  zwischen  dem  ein-
schliessenden  Element  (6)  und  dem  Verschlusselement  (8)  der  Ge-
tränkezubereitungsvorrichtung 
in  dichtendem  Eingriff  sind, 
(4) 
dadurch  gekennzeichnet,  dass  die  Kapsel  (2)  ein  Lager  für  das  ein-
schliessende  Element  (6)  der  Getränkezubereitungsvorrichtung  (4) 
ausbildet,  wenn  die  Kapsel  (2)  in  dem  einschliessenden  Element  (6) 
der Getränkezubereitungsvorrichtung (4) angeordnet ist und das ein-
schliessende  Element  (6)  mittels  eines  Verschlusselements  (8)  der 
Getränkezubereitungsvorrichtung  (4)  verschlossen  wird  und  das  La-
ger  dabei  mindestens  einen  Teil  des  freien  Kontaktendes  (30)  des 
ringförmigen Elements (41) umschliesst, wobei das Lager derart aus-
gebildet ist, dass vor der Verwendung mindestens ein erster Teil des 
Lagers  auf  einer  ersten  Höhe  oberhalb  des  Deckels  liegt  und  in  der 
Verwendung beim Schliessen des einschliessenden Elements (6) mit-
tels  des  Verschlusselements  (8)  der  mindestens  eine  erste  Teil  des 
Lagers dadurch abgesenkt wird, dass das freie Kontaktende (30) des 
ringförmigen  Elements  (41)  zum  Verschlusselement  (8)  hin  bewegt 
wird, wobei das Lager mindestens teilweise über das freie Kontakten-
de  (30)  des  ringförmigen  Elements  (41)  gefaltet  wird,  sodass  nach 
dem  Schliessen  des  einschliessenden  Elements  (6)  mittels  des  Ver-
schlusselements  (8)  der  mindestens  eine  erste  Teil  des  Lagers  auf 
einer  zweiten  Höhe  oberhalb  des  Deckels  (14)  liegt,  wobei  die  erste 
Höhe  grösser  als  die  zweite  Höhe  ist  und  die  zweite  Höhe  null  sein 
kann, wobei das Lager, welches im Zustand, in dem die Kapsel (2) in 
dem  einschliessenden  Element  (6)  der  Getränkezubereitungsvorrich-
tung  (4)  angeordnet  ist  und  das  einschliessende  Element  (6)  mittels 
des Verschlusselements (8) der Getränkezubereitungsvorrichtung (4) 
verschlossen ist, mindestens einen Teil des freien Kontaktendes (30) 
des  ringförmigen  Elements  (41)  umschliesst,  mindestens  teilweise 
durch  das  Dichtungselement  (28)  ausgebildet  wird,  wobei  das  Dich-
tungselement (28) einen Fortsatz (53), der von dem sich nach aussen 
erstreckenden  Flansch  (20)  vorsteht,  und  ein  Plateau  (52)  zwischen 
dem Fortsatz (53) und der Seitenwand (16) des Aluminiumkapselkör-
pers  umfasst,  wobei  das  Lager  von  dem  Fortsatz  (53),  dem  Plateau 
(52) und der Seitenwand (16) des Aluminiumkapselkörpers ausgebil-
det wird, wobei der Abstand zwischen dem Fortsatz (53) und der Sei-
tenwand (16) so ist, dass das freie Kontaktende (30) des ringförmigen 
Elements  (41)  von  dem  Fortsatz  (53)  und  der  Seitenwand  (16)  des 
Aluminiumkapselkörpers eingeschlossen wird, wenn die Kapsel (2) in 
dem  einschliessenden  Element  (6)  der  Getränkezubereitungsvorrich-
tung  (4)  angeordnet  ist  und  das  einschliessende  Element  (6)  mittels 
des Verschlusselements (8) der Getränkezubereitungsvorrichtung (4) 
verschlossen  wird,  wobei  das  Dichtungselement  (28)  derart  ausge-
staltet  ist,  dass  vor  der  Verwendung  mindestens  ein  erster  Teil  des 
Plateaus  (52)  auf  einer  ersten  Höhe  oberhalb  des  Deckels  (14)  liegt 

Seite 25 

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und  in  der  Verwendung  beim  Verschliessen  des  einschliessenden 
Elements (6) mittels des Verschlusselements (8) der mindestens eine 
erste  Teil  des  Plateaus  (52)  dadurch  abgesenkt  wird,  dass  das  freie 
Kontaktende  (30)  des  ringförmigen  Elements  (41)  zum  Verschlus-
selement  (8)  hin  bewegt  wird,  sodass  das  Plateau  (52)  mindestens 
teilweise  über  das  freie  Kontaktende  (30)  gefaltet  wird,  wobei  nach 
dem  Verschliessen  des  einschliessenden  Elements  (6)  mittels  des 
Verschlusselements  (8)  der mindestens  eine  erste  Teil  des  Plateaus 
(52)  auf  einer  zweiten  Höhe  oberhalb  des  Deckels  (14)  liegt,  wobei 
die  erste  Höhe  grösser  als  die  zweite  Höhe  ist  und  die  zweite  Höhe 
null sein kann ist, wobei das Plateau (52) einen gekrümmten TeiI 
umfasst und die Dichtungsstruktur und der Rest des Kapselkör-
pers aus dem gleichen Blechmaterial hergestellt sind. 

System (1) Kapsel (2) gemäss Anspruch 1, wobei der Abstand zwi-
schen  dem  Fortsatz  (53)  und  der  Seitenwand  (16)  des  Aluminium-
kapselkörpers  so  ist,  dass  das  freie  Kontaktende  (30)  des  ringförmi-
gen  Elements  (41)  von  dem  Fortsatz  (53)  und  der  Seitenwand  (16) 
des Aluminiumkapselkörpers kontaktiert wird,  wenn die Kapsel (2) in 
dem einschliessenden  Element (6) der Getränkezubereitungsvorrich-
tung  (4)  angeordnet  ist  und  das  einschliessende  Element  (6)  mittels 
eines  Verschlusselements  (8)  der  Getränkezubereitungsvorrichtung 
(4) verschlossen wird. 

System  (1)  Kapsel  (2)  gemäss  Anspruch  1  oder  2,  wobei  der  Fort-
satz (53), die  Seitenwand (16) des Aluminiumkapselkörpers und das 
Plateau (52) so angeordnet sind, dass das freie Kontaktende (30) des 
ringförmigen  Elements  (41)  von  dem  Plateau  (52)  kontaktiert  wird, 
wenn  die  Kapsel  (2)  in  dem  einschliessenden  Element  (6)  der  Ge-
tränkezubereitungsvorrichtung (4)  angeordnet ist  und das einschlies-
sende Element (6) mittels des Verschlusselements (8) der Getränke-
zubereitungsvorrichtung (4) verschlossen wird. 

System (1) Kapsel (2) gemäss einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei 
mindestens ein Fortsatz (50, 51, 53) ein Fortsatzoberteil umfasst und 
so konfiguriert ist, dass sein Fortsatzoberteil eine radiale Kraft auf das 
freie Kontaktende (30) des ringförmigen Elements (41) ausübt, wenn 
die Kapsel (2) in dem einschliessenden Element (6) der Getränkezu-
bereitungsvorrichtung  (4)  angeordnet  ist  und  das  einschliessende 
Element (6) mittels des Verschlusselements (8) der Getränkezuberei-
tungsvorrichtung (4) verschlossen wird. 

System (1) Kapsel (2) gemäss einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei 
mindestens  ein  Fortsatz  (50,  51,  53)  eine  Fortsatz-Seitenwand  (54) 
umfasst, die relativ zu dem sich nach aussen erstreckenden Flansch 
(20) des Aluminiumkapselkörpers geneigt ist. 

System (1) Kapsel (2) gemäss einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei 
das Plateau (52) im Wesentlichen flach ist. 

Seite 26 

2. 

3. 

4. 

5. 

6. 

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7. 

System (1) Kapsel (2) gemäss einem der Ansprüche 1 bis 6, wobei 
das Plateau (52) einen gekrümmten Teil umfasst. 

87.  System (1) Kapsel (2) gemäss einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei 
das  Plateau  (52)  im  Wesentlichen  flach  ist  und  wobei  das  Plateau 
(52) relativ zu dem sich nach aussen erstreckenden Flansch (20) des 
Aluminiumkapselkörpers geneigt ist. 

98.  System  (1)  Kapsel  (2)  gemäss  einem  der  vorhergehenden  Ansprü-
che,  wobei  die  Dichtungsstruktur  verformbar  ist,  sodass  das  Lager 
mindestens einen Teil des freien Kontaktendes (30) des ringförmigen 
Elements  (41)  fluiddicht  umschliesst,  wenn  in  der  Verwendung  der 
maximale Fluiddruck im einschliessenden Element (6) der Getränke-
zubereitungsvorrichtung (4) im Bereich von 6 bis 20 bar, vorzugswei-
se zwischen 12 und 18 bar ist. 

10.  System  (1)  zur  Zubereitung  eines  trinkbaren  Getränks  aus  einer 
Kapsel  (2)  unter  der  Verwendung  eines  Fluids,  das  unter  Druck 
in die Kapsel (2) zugeführt wird, umfassend; 

eine  Getränkezubereitungsvorrichtung  (4),  umfassend  ein  ein-
schliessendes Element (6) zum Aufnehmen der Kapsel (2), wobei 
das einschliessende Element (6) ein Fluideinspritzmittel (10) zum 
Zuführen von Fluid unter Druck in die Kapsel (2) aufweist, wobei 
die  Getränkezubereitungsvorrichtung  (4)  ferner  ein  Verschlus-
selement  (8),  wie  zum  Beispiel  eine  Extraktionsplatte,  umfasst, 
um  das  einschliessende  Element  (6)  der  Getränkezubereitungs-
vorrichtung  (4)  zu  verschliessen,  wobei  das  einschliessende 
Element  (6)  der  Getränkezubereitungsvorrichtung  (4)  ferner  ein 
ringförmiges  Element  (41)  umfasst,  das  eine  Mittelachse  des 
ringförmigen  Elements (41) und ein freies Kontaktende (30) auf-
weist; 

eine Kapsel (2) gemäss einem der vorhergehenden Ansprüche. 

12109.System gemäss Anspruch 11 einem der vorgehenden Ansprüche, 
wobei das freie Kontaktende (30) des ringförmigen Elements (41) mit 
einer Vielzahl sich radial erstreckender offener Nuten (40) ausgestat-
tet ist.» 

13.  Verwendung einer Kapsel (2) gemäss einem der Ansprüche 1 bis 108 
in  einer  Getränkezubereitungsvorrichtung  (4),  umfassend  ein  ein-
schliessendes Element (6) zum Aufnehmen der Kapsel (2), wobei das 
einschliessende  Element  (6)  ein  Fluideinspritzmittel  (10)  zum  Zufüh-
ren von Fluid unter Druck in die Kapsel (2) umfasst, wobei di Geträn-
kezubereitungsvorrichtung  (4)  ferner  ein  Verschlusselement  (8)  zum 
Verschliessen des einschliessenden Elements (6) der Getränkezube-
reitungsvorrichtung  (4)  umfasst,  wobei  das  einschliessende  Element 
(6)  der  Getränkezubereitungsvorrichtung  (4)  ferner  ein  ringförmiges 

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Element  (41)  umfasst,  das  eine  Mittelachse  des  ringförmigen  Ele-
ments (41) und ein freies Kontaktende (30) aufweist.»  

5.  Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der 

Klägerin, unter Einschluss der für  die patentanwaltliche Beratung 
notwendigen Auslagen.» 

6.  
Die Stellungnahme der Klägerin zur Duplik erfolgte am 23. April 2021. Ei-
ne weitere Stellungnahme der Beklagten erfolgte am 7. Mai 2021. 

7.  
In  der  Folge  wurden  die  Parteien  auf  den  4.  November  2021  zur  Haupt-
verhandlung vorgeladen. 

8.  
Am 29. Juni 2021 erstattete Richter André Werner sein Fachrichtervotum. 
Die  Stellungnahmen  der  Parteien  dazu  erfolgten  je  mit  Eingabe  vom 
17. September 2021. 

9.  
Am 4. November 2021 fand die Hauptverhandlung statt.  

Prozessuales 

Zuständigkeit und anwendbares Recht 

10.  
Die  Klägerin  ist  eine  schweizerische  Aktiengesellschaft  mit  Sitz  in  der 
Schweiz.  Die  Beklagte  ist  eine  niederländische  Gesellschaft  mit  be-
schränkter  Haftung  mit  Sitz  in Amsterdam,  Niederlande.  Es  handelt  sich 
somit  um  einen  internationalen  Sachverhalt.  Die  Nichtigkeitsklage  richtet 
sich gegen ein nationales Patent. Gemäss Art. 1 Abs. 2 IPRG i.V.m. Art. 
22 Ziff. 4 LugÜ und Art. 26 Abs. 1 lit. a PatGG ist die örtliche und sachli-
che Zuständigkeit des Bundespatentgerichts gegeben.  

Gemäss Art. 110 Abs. 1 IPRG ist schweizerisches Recht anwendbar. 

11.  
Die Verfahrenssprache ist Deutsch (Art. 36 Abs. 1 PatGG). 

Seite 28 

 
 
O2020_002 

Feststellungsinteresse 

12.  
Gemäss Art. 28 PatG steht die Nichtigkeitsklage jedermann zu, der ein In-
teresse nachweist, wobei die Rechtsprechung geringe Anforderungen an 
dessen Nachweis stellt.1 Es genügt, wenn die Parteien in einem Wettbe-
werbsverhältnis stehen und der Schutzbereich des Streitpatents sich auf 
das Tätigkeitsgebiet der Klägerin erstreckt.2  

Die Ausführungen der Klägerin zum zwischen den Parteien bestehenden 
Wettbewerbsverhältnis sind von der Beklagten unbestritten geblieben.  

Ein  Interesse  der  Klägerin  an  der  Feststellung  der  Nichtigkeit  des  Streit-
patents ist somit gegeben. 

Neue  tatsächliche  Behauptungen  und  Beweismittel  in  der  Stellung-
nahme zur Duplik 

13.  
Nach  nunmehr  gefestigter  Rechtsprechung  haben  die  Parteien  im  or-
dentlichen Verfahren wie auch im vereinfachten Verfahren zweimal unbe-
schränkt die Möglichkeit, sich zur Sache zu äussern und namentlich neue 
Tatsachen in den Prozess einzuführen. Danach haben sie nur noch unter 
den  eingeschränkten  Voraussetzungen  von  Art.  229  Abs.  1  ZPO  das 
Recht, neue Tatsachen und Beweismittel vorzubringen.3 Die Neuformulie-
rung  von  Patentansprüchen  im  Zivilprozess  ist  dem  Vorbringen  von  No-
ven gleich zu achten.4 

Gemäss Art.  229 Abs.  1  lit.  b  ZPO  werden  neue Tatsachen  und  Beweis-
mittel berücksichtigt, wenn sie ohne Verzug vorgebracht wurden und be-
reits  vor Abschluss  des  Schriftenwechsels  oder  vor  der  letzten  Instrukti-
onsverhandlung  vorhanden  waren,  aber  trotz  zumutbarer  Sorgfalt  nicht 
vorher vorgebracht werden konnten (unechte Noven). 

Bringt die Beklagte in der Duplik neue Tatsachenbehauptungen und/oder 
Beweismittel ein, so ist der Sorgfaltsnachweis gemäss Art. 229 Abs. 1 lit. 
b ZPO erfüllt, wenn «die Dupliknoven für diese Noveneingabe kausal sind 
(…).  Erforderlich  ist  einerseits,  dass  (erst)  die  Dupliknoven  das  Vorbrin-

1 BGE 116 II 196 E. 2 – «Doxycyclin III». 
2 BPatGer, Urteil O2012_030 vom 7. September 2013, E. 16.3 f. 
3 BGE 146 III 55 E. 2.3.1 – «Durchflussmessfühler». 
4 BGE 146 III 416 E. 4.1 m.w.H – «Gelenkpfanne». 

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gen der unechten Noven veranlasst haben, andererseits, dass die unech-
ten Noven in technischer bzw. thematischer Hinsicht als Reaktion auf die 
Dupliknoven aufzufassen sind».5 

14.  
Der  Klägerin  wurde  im Anschluss  an  den  Eingang  der  Duplik  durch  die 
Beklagte  Gelegenheit gegeben,  zu  neuen  Begehren,  Behauptungen  und 
Beweismittel  der  Duplik  Stellung  zu  nehmen.  Die  Klägerin  hat  dies  in 
Form einer umfassenden Stellungnahme mit neuen Beweismitteln getan. 
Die  Beklagte  hat  daraufhin  beantragt,  diese  Stellungnahme  als  Ganzes 
nicht zu beachten.  

Nachdem  die  Beklagte mit  der  Duplik geänderte  Rechtsbegehren  einge-
reicht hat, was praxisgemäss als Vorbringen neuer tatsächlicher Behaup-
tungen gilt, sind alle neuen tatsächlichen Behauptungen und Beweismittel 
der  Klägerin  zu  den  neuen Ansprüchen  kausal  durch  diese  Änderungen 
verursacht  und  daher  auch  nach  Eintritt  des Aktenschlusses  zulässig.  In 
RZ 4 ihrer Stellungnahme weist die Klägerin explizit auf diesen Umstand 
hin. 

Die  Beklagte  hat  durch  die  Änderungen  an  den  Patentansprüchen  des 
Streitpatents in der Duplik den Umfang der Stellungnahme zur Duplik im 
Wesentlichen  selbst  verursacht.  Die  Stellungnahme  zur  Duplik  ist  zu  be-
achten.  Soweit  sich  einzelne  neue  Behauptungen  in  der  Stellungnahme 
zur Duplik finden, die nicht kausal auf neues Vorbringen in der Duplik zu-
rückzuführen  sind,  wären  diese  unbeachtlich.  Das  Gericht  erkennt  keine 
solchen Behauptungen, die massgeblich für den Ausgang des Verfahrens 
wären. 

Der  Antrag  der  Beklagten,  die  Stellungnahme  zur  Duplik  vom  23.  April 
2021 nicht zu beachten, ist daher abzuweisen. 

Ausländische Verfahren 

15.  
Die  Beklagte  ist  Inhaberin  der  deutschen  Patentanmeldung  DE  10  2016 
006 034.4 sowie des daraus abgezweigten deutschen Gebrauchsmusters 
DE 20 2016 106 171.7, welche Schutzrechte die gleichen Prioritäten wie 
das  Streitpatent  beanspruchen.  DE  10  2016  006  034.4  wurde  im  Prü-
fungsverfahren  mit  Beschluss  vom  6.  März  2018  zurückgewiesen.  Aus 

5 BGE 146 III 55 E. 2.5.2 – «Durchflussmessfühler». 

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DE  20  2016  106  171.7  heraus  hat  die  Beklagte  gegen  die  Klägerin  in 
Deutschland eine Verletzungsklage eingereicht und die Klägerin hat einen 
Antrag  auf  Löschung  gegen  dieses  Schutzrecht  eingereicht.  Das  Lö-
schungsverfahren betreffend DE 20 2016 106 171 U1 ist noch hängig. In 
einem  Zwischenbescheid  vom  19. April  2021  hat  die  Gebrauchsmuster-
abteilung des deutschen Patent- und Markenamtes festgehalten, dass es 
dem Gebrauchsmuster DE 20 2016 106 171 U1 nach vorläufiger Prüfung 
an Neuheit fehle. 

Das  Patentamt  von  Grossbritannien  und  das  europäische  Patentamt  ha-
ben  Patentanmeldungen  mit  im  wesentlichen  gleichen  Ansprüchen  wie 
denjenigen,  mit  denen  die  Beklagte  das  Streitpatent  verteidigt,  zur  Ertei-
lung zugelassen. 

Streitpatent 

16.  
Die  Beklagte  ist  eingetragene  Inhaberin  des  Streitpatents  CH 711  079, 
das  am  13.  Mai  2016  angemeldet  und  dessen Erteilung  am  15.  Novem-
ber  2016  veröffentlicht  wurde.  Das  Streitpatent  beansprucht  die  Prioritä-
ten  der  WO  PCT/NL2015/050349  vom  15.  Mai  2015  und 
WO PCT/NL2016/050342 vom 13. Mai 2016. 

Technischer Hintergrund 

17.  
Das Streitpatent betrifft Kapseln, die eine Substanz zur Zubereitung eines 
Getränks enthalten (typischerweise gemahlenen Kaffee) zur Verwendung 
in  Getränkezubereitungsmaschinen  (d.h.  Kaffeemaschinen).  Der  Stand 
der Technik in diesem Gebiet ist umfassend. Die Erfindung macht sich zur 
Aufgabe, das Dichtungselement zu verbessern, das an der Kapsel ange-
bracht ist und nach Einfügen der Kapsel in das einschliessende Element 
des Kapselhalters der Maschine letzteres abdichtet. 

Seite 31 

O2020_002 

Abbildung 1: Fig. 1 und 2 aus dem Streitpatent mit Kapsel 2, einschliessendem Element 6, 
Verschlusselement  8  und  schematisch  dargestelltem  Dichtungselement  28  (linke 
Abbildung) und einschliessendem Element mit offenen Nuten 40 (rechte Abbildung) 

Bei  gewissen  Getränkezubereitungsvorrichtungen  ist  das  freie  Kontakt-
ende  des  einschliessenden  Elements  mit  sich  radial  erstreckenden  offe-
nen  Nuten  ausgestattet,  die  als  Lufteinlässe  wirken,  nachdem  die  Kraft 
zwischen  dem  einschliessenden  Element  und  dem  Kapselhalter  gelöst 
wird,  sodass  es für  einen  Benutzer  leichter  ist,  die  Kapsel  herauszuneh-
men  (Abs.  [0006]).  Gemäss  dem  Streitpatent  erschweren  es  diese  offe-
nen Nuten, eine wirksame Abdichtung zu erzielen. 

Unabhängiger Anspruch 1 

18.  
Das Patent löst die subjektive Aufgabe, ein alternatives Dichtungselement 
zur Verfügung zu stellen, das relativ leicht herzustellen ist, umweltfreund-
lich  ist  und  eine  zufriedenstellende Abdichtung  selbst  dann  erzielt,  wenn 
das freie Kontaktende des einschliessenden Elements (Kapselhalter) mit 
sich  radial  erstreckenden  offenen  Nuten  ausgestaltet  ist  (Abs. [0007] mit 
einer Kapsel gemäss unabhängigem Anspruch 1, der hier in der geänder-
ten  Fassung  gemäss  Duplik  und  in  der  beklagtischen  Merkmalsgliede-
rung wiedergegeben wird: 

1 

Kapsel, 

1.1   enthaltend  eine  Substanz  zur  Zubereitung  eines  trinkbaren 
Getränks  durch  Extrahieren  und/oder  Lösen  der  Substanz 
mittels der Zufuhr eines Fluids unter Druck in die Kapsel, 

1.2.  wobei die Kapsel einen Aluminiumkapselkörper umfasst, 

1.2.1   der eine mittlere Kapselkörperachse hat, 

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1.2.2   wobei  der Aluminiumkapselkörper  mit  einem  Boden, 
einer  Seitenwand  und  einem  sich  nach  aussen  er-
streckenden Flansch ausgestattet ist, 

1.3  wobei die Kapsel ferner einen Aluminiumdeckel umfasst, 

1.3.1  der  auf  dem  sich  nach  aussen  erstreckenden 

Flansch befestigt ist, 

1.3.2  wobei der Deckel die Kapsel hermetisch abschliesst, 

1.4  wobei  die  Kapsel  ferner  ein  Dichtungselement  an  dem  sich 

nach aussen erstreckenden Flansch umfasst, 

1.4.1  um  einen  fluiddichten  Kontakt  mit  einem  ein  ringför-
miges  Element  mit  einer  Mittelachse  und  einem 
freien  Kontaktende  umfassenden  einschliessenden 
Element  einer  Getränkezubereitungsvorrichtung  vor-
zusehen,  wenn  die  Kapsel  in  dem  einschliessenden 
Element  der  Getränkezubereitungsvorrichtung  ange-
ordnet  ist  und  das  einschliessende  Element  mittels 
eines  Verschlusselements  der  Getränkezuberei-
tungsvorrichtung, wie zum Beispiel einer Extraktions-
platte  der  Getränkezubereitungsvorrichtung,  ver-
schlossen wird, 

1.4.2   sodass  der  sich  nach  aussen  erstreckende  Flansch 
der  Kapsel  und  mindestens  ein  Teil  des  Dichtungs-
elements der Kapsel zwischen dem einschliessenden 
Element  und  dem  Verschlusselement  der  Getränke-
zubereitungsvorrichtung in dichtendem Eingriff sind, 

dadurch gekennzeichnet, dass 

1.5   die  Kapsel  ein  Lager  für  das  einschliessende  Element  der 
Getränkezubereitungsvorrichtung  ausbildet,  wenn  die  Kap-
sel  in  dem  einschliessenden  Element  der  Getränkezuberei-
tungsvorrichtung  angeordnet  ist  und  das  einschliessende 
Element  mittels  eines  Verschlusselements  der  Getränkezu-
bereitungsvorrichtung verschlossen wird, 

1.5.1   und das Lager dabei mindestens einen Teil des freien 
ringförmigen  Elements  um-

Kontaktendes  des 
schliesst, 

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1.5.2   wobei  das  Lager  derart ausgebildet  ist,  dass  vor  der 
Verwendung  mindestens  ein  erster  Teil  des  Lagers 
auf einer ersten Höhe oberhalb des Deckels liegt, 

1.5.3   und  in  der  Verwendung  beim  Schliessen  des  ein-
schliessenden  Elements  mittels  des  Verschlussele-
ments  der  mindestens  eine  erste  Teil  des  Lagers 
dadurch abgesenkt wird, dass das freie Kontaktende 
des  ringförmigen  Elements  zum  Verschlusselement 
hin bewegt wird, 

1.5.4   wobei das Lager mindestens teilweise über das freie 
Kontaktende  des  ringförmigen  Elements  gefaltet 
wird, 

1.5.5   sodass  nach  dem  Schliessen  des  einschliessenden 
Elements  mittels  des  Verschlusselements  der  min-
destens  ein  erster Teil  des  Lagers  auf  einer  zweiten 
Höhe oberhalb des Deckels liegt, 

1.5.6  wobei die erste Höhe grösser als die zweite Höhe ist 

und die zweite Höhe null sein kann, 

2.1   wobei das Lager, welches im Zustand, in dem die Kapsel (2) 
in  dem  einschliessenden  Element  (6)  der  Getränkezuberei-
tungsvorrichtung (4) angeordnet ist und das einschliessende 
Element (6) mittels des Verschlusselements (8) der Geträn-
kezubereitungsvorrichtung  (4)  verschlossen  ist,  mindestens 
einen  Teil  des  freien  Kontaktendes  (30)  des  ringförmigen 
Elements  (41)  umschliesst,  mindestens  teilweise  durch  das 
Dichtungselement (28) ausgebildet wird,  

6.1   wobei  das  Dichtungselement  (28)  einen  Fortsatz  (53),  der 
von dem sich nach aussen erstreckenden Flansch (20) vor-
steht, und ein Plateau (52) zwischen dem Fortsatz (53) und 
der Seitenwand (16) des Aluminiumkapselkörpers umfasst,  

6.2.   wobei  das  Lager  von  dem  Fortsatz  (53),  dem  Plateau  (52) 
und  der  Seitenwand  (16)  des Aluminiumkapselkörpers  aus-
gebildet wird,  

6.3   wobei der Abstand zwischen dem Fortsatz (53) und der Sei-
tenwand  (16)  so  ist,  dass  das  freie  Kontaktende  (30)  des 
ringförmigen  Elements  (41)  von  dem  Fortsatz  (53)  und  der 
Seitenwand  (16)  des  Aluminiumkapselkörpers  eingeschlos-
sen wird, wenn die Kapsel (2) in dem einschliessenden Ele-

Seite 34 

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ment  (6)  der  Getränkezubereitungsvorrichtung  (4)  angeord-
net ist und das einschliessende Element (6) mittels des Ver-
schlusselements  (8)  der  Getränkezubereitungsvorrichtung 
(4) verschlossen wird,  

6.4   wobei  das  Dichtungselement  (28)  derart  ausgestaltet  ist, 
dass vor der Verwendung mindestens ein erster Teil des Pla-
teaus (52) auf einer ersten Höhe oberhalb des Deckels (14) 
liegt  

6.5   und  in  der  Verwendung  beim  Verschliessen  des  einschlies-
senden Elements (6) mittels des Verschlusselements (8) der 
mindestens eine erste Teil des Plateaus (52) dadurch abge-
senkt  wird,  dass  das  freie  Kontaktende  (30)  des  ringförmi-
gen  Elements  (41)  zum  Verschlusselement  (8)  hinbewegt 
wird,  

6.6   sodass das Plateau (52) mindestens teilweise über das freie 

Kontaktende (30) gefaltet wird,  

6.7   wobei  nach  dem  Verschliessen  des  einschliessenden  Ele-
ments  (6)  mittels  des  Verschlusselements  (8)  der  mindes-
tens eine erste Teil des Plateaus (52) auf einer zweiten Hö-
he  oberhalb  des  Deckels  (14)  liegt,  wobei  die  erste  Höhe 
grösser als die zweite Höhe ist und die zweite Höhe null sein 
kann, 

15  

und  dass  die  Dichtungsstruktur  und  der  Rest  des  Kapselkörpers 
aus dem gleichen Blechmaterial hergestellt sind. 

19.  
Der  unabhängige Anspruch  16  ist  auf  ein  «System»  zur  Zubereitung  ei-
nes Getränks gerichtet, d.h. auf Kapsel und Getränkezubereitungsvorrich-
tung (Kaffeemaschine). Er wird hinten, E. 44, wiedergegeben. Der unab-
hängige  Anspruch  18  ist  ein  Verwendungsanspruch,  gerichtet  auf  die 
Verwendung einer Kapsel gemäss einem der Erzeugnisansprüche 1-9 in 
einer Getränkezubereitungsvorrichtung (hinten, E. 46). 

Massgeblicher Fachmann 

20.  
Die Kenntnisse und Fähigkeiten des massgeblichen Fachmannes sind in 
zwei Schritten zu bestimmen: Zuerst ist das für die zu beurteilende Erfin-
dung  massgebliche  Fachgebiet,  anschliessend  Niveau  und  Umfang  der 
Fähigkeiten und Kenntnisse des Fachmannes des entsprechenden Fach-

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gebiets zu bestimmen. Das massgebliche Fachgebiet bestimmt sich nach 
dem technischen Gebiet, auf dem das von der Erfindung gelöste Problem 
liegt.6 

Die  Fähigkeiten  und  Kenntnisse  des  Fachmannes  umschreibt  das  Bun-
desgericht  mit  der  Formulierung,  der  durchschnittlich  gut  ausgebildete 
Fachmann, auf den bei der Beurteilung der erfinderischen Tätigkeit abge-
stellt werde, sei «weder ein Experte des betreffenden technischen Sach-
gebiets  noch  ein  Spezialist  mit  hervorragenden  Kenntnissen.  Er  muss 
nicht den gesamten Stand der Technik überblicken, jedoch über fundierte 
Kenntnisse  und  Fähigkeiten,  über  eine  gute  Ausbildung  sowie  ausrei-
chende  Erfahrung  verfügen  und  so  für  den  in  Frage  stehenden  Fachbe-
reich  gut gerüstet  sein».7 Was  dem fiktiven  Fachmann fehlt,  ist  jede  Fä-
higkeit des assoziativen oder intuitiven Denkens.8 

Wo  ein  Problem  mehrere  technische  Gebiete  beschlägt,  kann  die  fiktive 
Fachperson  aus  einem  Team  von  Fachleuten  aus  unterschiedlichen 
Fachgebieten gebildet werden.9 

Die  Beklagte  umschreibt  den  Fachmann  in  der  Klageantwort  wie  folgt: 
Beim Fachmann handelt es sich dabei um einen Maschinenbauingenieur 
mit  Kenntnissen  in  der  Mechanik  und  Erfahrung  in  der  Entwicklung  sol-
cher  Kapseln,  der  die  gängigen  Getränkezubereitungsvorrichtungen  zur 
Zubereitung eines trinkbaren Getränks aus einer Kapsel kennt.  

Dieser Umschreibung wird seitens der Klägerin nicht widersprochen. Da-
mit kann im Folgenden von einem Fachmann ausgegangen werden, der 
ein  Maschinenbauingenieur  mit  Kenntnissen  in  der  Mechanik  ist  und  Er-
fahrung in der Entwicklung von Kapseln besitzt und der die gängigen Ge-
tränkezubereitungsvorrichtungen  zur  Zubereitung  eines  trinkbaren  Ge-
tränks aus einer Kapsel kennt. Konkret bedeutet dies: Kenntnisse in Be-
zug  auf  Materialen  und  deren  Eigenschaften  für  derartige  Kapseln, 
Kenntnisse in Bezug auf den Aufbau solcher Kapseln, Kenntnisse in Be-
zug auf die Eigenschaften zur Verwendung in Extraktionsmaschinen und 
Kenntnisse  der Wirkungsweise  des  Schliess-  und  Betätigungsmechanis-
mus derartiger Maschinen. 

6 BPatGer, Urteil S2017_001 vom 1. Juni 2017, E. 4.4. 
7 BGE 120 II 71 E. 2. 
8  BGE  120  II  312  E.  4b  –  «cigarette  d‘un  diamètre  inférieur»;  CR-PI-LBI-
Scheuchzer, Art. 1 N 122. 
9  BGE  120  II  71  E.  2  –  «Wegwerfwindel»;  BPatGer,  Urteil  S2017_001  vom  1. 
Juni 2017, E. 4.4. 

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Auslegung der geltend gemachten Patentansprüche 

21.  
Patentansprüche  sind  nach  den  Grundsätzen  von  Treu  und  Glauben,10 
d.h. der Bereitschaft, den Anspruch zu verstehen und ihm einen vernünf-
tigen technischen Sinn zu geben, zu lesen.11 Dabei ist grundsätzlich vom 
Patentanspruch  als  Ganzes  auszugehen.12  Wo  sich  einem  Anspruch 
auch  nach  Auslegung  unter  Berücksichtigung  von  Beschreibung  und 
Zeichnungen  keine  glaubhafte  technische  Lehre  entnehmen  lässt,  trägt 
der  Patentinhaber  die  Folgen  der  unrichtigen,  unvollständigen  oder  wi-
dersprüchlichen Definition des beanspruchten Gegenstandes.13 

Patentansprüche  sind  aus  der  Sicht  des  massgebenden  Fachmanns  im 
Lichte der Beschreibung und der Zeichnungen auszulegen (Art. 51 Abs. 3 
PatG). Das allgemeine Fachwissen ist als sogenannter liquider Stand der 
Technik  ebenfalls  Auslegungsmittel.14  Definiert  die  Patentschrift  einen 
Begriff nicht abweichend, so ist vom üblichen Verständnis im betreffenden 
technischen Gebiet auszugehen. 

Patentansprüche  sind  funktional  auszulegen,  d.h.  ein  Merkmal  soll  so 
verstanden  werden,  dass  es  den  vorgesehenen  Zweck  erfüllen  kann.15 
Der Anspruch soll so gelesen werden, dass die im Patent genannten Aus-
führungsbeispiele  wortsinngemäss  erfasst  werden;  andererseits  ist  der 
Anspruchswortlaut  nicht  auf  die  Ausführungsbeispiele  einzuschränken, 
wenn  er  weitere  Ausführungsformen  erfasst.16  Wenn  in  der  Rechtspre-
chung  von  einer  «breitesten  Auslegung»  von  Anspruchsmerkmalen  ge-
sprochen  wird,17  so muss  das  derart  verstandene  Merkmal  immer  in  der 
Lage  sein,  seinen  Zweck  im  Rahmen  der  Erfindung  zu  erfüllen.  D.h.  der 
Anspruch ist grundsätzlich nicht unter seinem Wortlaut auszulegen, aber 

10 BGE 107 II 366 E. 2 – «Liegemöbel-Gestell». 
11  Die  ständige  Rechtsprechung  der  Beschwerdekammern  des  EPA,  verwendet 
den  Ausdruck  «with  a  mind  willing  to  understand»,  z.B.  T  190/99  vom  6. März 
2001, E. 2.4. 
12 BGE 107 II 366 E. 2 – «Liegemöbel-Gestell». 
13 Vgl. T 1018/02 vom 9. Dezember 2003, E. 3.8; BGer, Urteil 4A_490/2020 vom 
25.  Mai  2021,  E.  6.1  –  «Lumenspitze»  (zur  Publikation  vorgesehen);  Urteil 
4A_581/2020 vom 26. März 2021, E. 3 – «Peer-to-Peer Protokoll». 
14 BGer, Urteil 4A_541/2013 vom 2. Juni 2014, E. 4.2.1 – «Fugenband». 
15 BRUNNER, Der Schutzbereich europäisch erteilter Patente aus schweizerischer 
Sicht – eine Spätlese, sic! 1998, 348 ff., 354. 
16  BPatGer,  Urteil  O2013_008  vom  25.  August  2015,  E. 4.2  –  «elektrostatische 
Pulversprühpistole». 
17  BPatGer,  Urteil  O2013_008  vom  25.  August  2015,  E. 4.2  –  «elektrostatische 
Pulversprühpistole». 

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auch  nicht  so,  dass  Ausführungsformen  erfasst  werden,  die  die  erfin-
dungsgemässe Wirkung nicht erzielen.18 

Die  Entstehungsgeschichte  bzw.  das  Erteilungsverfahren  ist  für  die Aus-
legung der Patentansprüche nicht massgebend.19 Noch weniger relevant 
sind  entsprechend  die  Erteilungsgeschichten  anderer  Patente  aus  der 
gleichen  Patentfamilie, weshalb  die  entsprechenden Argumente  der  Par-
teien nicht weiter berücksichtigt werden. 

Auslegung von «Aluminium» 

22.  
Die Klägerin legt den Begriff «Aluminiumkapselkörper» (Merkmal 1.2) und 
«Aluminiumdeckel»  (Merkmal  1.3)  breit  aus,  wonach  unter  dem  Begriff 
«Aluminium» auch eine Aluminiumlegierung oder ein Schichtwerkstoff mit 
Aluminium,  wie  ein  Laminat,  umfasst  sein  könne.  Die  Beklagte  wider-
spricht dieser Betrachtungsweise und will den Begriff «Aluminium» in die-
sem Zusammenhang eng verstehen, insbesondere mit Verweis auf unter-
schiedliche  physikalische  Eigenschaften  von Aluminium  in  Vergleich  bei-
spielsweise zu Kunststoff oder auch Laminaten. Dazu wird durch die Be-
klagte  darauf  hingewiesen,  dass  es  für  den  Fachmann  im  Kontext  der 
Beschreibung  des  Streitpatentes  klar  sei,  dass  diese  unterschiedlichen 
physikalischen  Eigenschaften  von Aluminium  insbesondere  die  Verform-
barkeit  im  Hinblick  auf  den  Erhalt  eines fluiddichten  Kontaktes  betreffen. 
Ausser einem einzigen Abschnitt der Beschreibung (Abs. [0046]), in dem 
ausdrücklich  darauf  hingewiesen  wird,  dass  auch  eine  Aluminiumlegie-
rung  unter  dem  Begriff  Aluminium  eingeschlossen  sei,  findet  sich  aller-
dings kein  weiterer  Hinweis  auf  diesbezügliche  spezifischen  Eigenschaf-
ten des Kapselmaterials. 

In  Bezug  auf  das  Material  des  Dichtungselementes  wurde  erst  mit  der 
Duplik  als  einschränkendes  bzw.  präzisierendes  Merkmal  in  den  Haupt-
anspruch  aller  Rechtsbegehren  aufgenommen,  dass  die  Dichtungsstruk-
tur  und  der  Rest  des  Kapselkörpers  «aus  dem  gleichen  Blechmaterial 
hergestellt» sind. Die Beklagte weist auch darauf hin, dass im Stand der 
Technik  ein  Laminat,  das  auch  Aluminium  enthält,  als  anderes  Material 
als Aluminium dargestellt werde.  

18  BPatGer,  Urteil  O2016_009  vom  18. Dezember  2018,  E. 25  – 
«Durchflussmessfühler»;  BPatGer,  Urteil  S2018_007  vom  2. Mai  2019,  E. 14  – 
«Werkzeugeinrichtung». 
19 BGE 143 III 666 E. 4.3 – «Pemetrexed II». 

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23.  
Nach  dem  allgemeinen  Sprachgebrauch  ist  Aluminium  das  chemische 
Element  mit  dem  Elementsymbol  AI  und  der  Ordnungszahl  13.  Der 
Fachmann weiss nun aber, dass für technische Anwendungen wie den im 
Streitpatent  beschriebenen  Kapselkörper  Aluminium  in  Reinform  wegen 
seiner  Materialeigenschaften  ungeeignet  ist.  In  der  Praxis  werden  daher 
meist  Aluminiumlegierungen  eingesetzt,  die  dennoch  als  «Aluminium» 
bezeichnet werden. Nichts anderes ergibt sich aus der Beschreibung des 
Streitpatents (Abs. [0046]). 

Hingegen  wird  ein  Aluminiumlaminat  im  allgemeinen  Sprachgebrauch 
nicht als «Aluminium», sondern eben als Aluminiumlaminat oder Alumini-
um-Mehrschichtfolie  bezeichnet. Als  Indiz  für  diesen  Gebrauch  kann  die 
von der Beklagten angeführte Patentanmeldung WO 2014/184652 A1 ge-
sehen  werden,  die  ebenfalls  eine  Kapsel  für  ein  Getränkezubereitungs-
system  beschlägt.  Dort  wird  auf  S. 7:14-16  unterschieden  zwischen Alu-
minium, Aluminiumlegierung  und  einem  Laminat,  umfassend mindestens 
eine Schicht aus Aluminium. Mehr als ein Indiz liegt darin allerdings nicht, 
denn wie ein Begriff in einer anderen Patentschrift gebraucht wird, ist für 
die  Auslegung  grundsätzlich  nicht  bestimmend.  Entscheidend  ist,  dass 
die Klägerin nicht aufzeigen kann, dass die Patentschrift abweichend vom 
allgemeinen  Sprachgebrauch  unter  Aluminium  auch  ein  Aluminiumlami-
nat, d.h. eine Mehrschichtenfolie mit Schichten, die nicht nur aus Alumini-
um(legierungen) bestehen, versteht. 

«Aluminiumkapselkörper» und «Aluminiumdeckel» sind entsprechend als 
bestehend aus Aluminium, bzw. einer Aluminiumlegierung, zu verstehen. 

Auslegung  von  «wobei  der  Deckel  die  Kapsel  hermetisch  ab-
schliesst» 

24.  
Die  Beklagte  will  den  Begriff  gemäss  Merkmal  1.3.2  derart  verstanden 
wissen, dass der auf die Kapsel aufgesetzte Deckel die Eigenschaft auf-
weisen  muss,  dass  damit  das  Kapselinnere  «absolut»  gegenüber  der 
Aussenwelt  abgeschlossen  ist,  so  dass  ein  Materieaustausch  ausge-
schlossen ist.  

Die  Klägerin  entnimmt  der  Beschreibung,  dass  die  Kapsel  mit  dem  De-
ckel  «versiegelt»  sein  kann  (unter  Hinweis  auf Abs. [0046]).  Die  von  der 

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Beklagten  vertretene  Auslegung  sei  auf  den  Bereich  der  Chemie  be-
schränkt. 

25.  
Im  allgemeinen  technischen  Sprachgebrauch  wird  «hermetischer  Ver-
schluss» verstanden als ein absolut dichter, keinen Materieaustausch zu-
lassenden  Abschluss  (Falbe/Regitz,  Römpp  Chemie  Lexikon,  9.  Aufl. 
Stuttgart 1990). Aus dem Streitpatent ergibt sich keine abweichende Ver-
wendung. «Versiegeln» bedeutet unter anderem «so verschliessen, dass 
bestimmte Stoffe (Flüssigkeiten, Gase, Staub) nicht eindringen oder ent-
weichen können.20 

Der Fachmann erkennt, dass die beanspruchten Kapseln in der Regel in 
einer  Umgebung  mit  Atemluft  gelagert  werden.  Unter  einem  «hermeti-
schen Abschluss» i.S.d. Anspruchs ist damit ein Verschluss zu verstehen, 
der luftdicht ist. 

Auslegung von «Flansch»  

26.  
Die  Beklagte  will  zwischen  «Flansch»  und  «Dichtungselement»  unter-
scheiden.  Der  Flansch  umfasse  weder  «Plateau»  noch  Dichtungsele-
ment, sondern sei gemäss Anspruchswortlaut von diesen beiden Elemen-
ten zu unterscheiden. Sie illustriert dies durch die in Abbildung 2 abgebil-
dete Figur 4E aus dem Streitpatent, in der sie rot das eingezeichnet hat, 
was ihrer Auffassung nach der Flansch ist. 

Die  Klägerin  widerspricht  dem.  Die  Verwendung  des  Begriffs  «ferner»  in 
Merkmal  1.3  bedinge  nicht,  dass  es  sich  bei  dem  Dichtungselement  um 
eine  weitere,  vom  Flansch  abgegrenzte,  Komponente  handle.  Merkmal 
1.3.1 besage, dass das Dichtungselement «an dem Flansch» angeordnet 
sei,  d.h.  Teil  des  Flansches  sei.  Der  Kapselkörper  werde  durch  Boden, 
Seitenwand  und  Flansch  gebildet.  Der  Flansch  erstrecke  sich  dabei  – 
dem üblichen technischen Sprachgebrauch entsprechend – von der Sei-
tenwand radial nach aussen. 

20 de.wiktionary.org/wiki/versiegeln (zuletzt besucht am 6. Dezember 2021). 

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Abbildung  2: Fig.  4E aus  dem  Streitpatent  mit farbigen  Markierungen  der  Beklagten;  mit 
Deckel (grün), Flansch (rot) und freiem Raum zwischen Deckel und Plateau (hellblau) 

27.  
Als «Flansch» wird im allgemeinen Sprachgebrauch eine als Verbindung 
oder Anschluss dienende ringförmige Verbreiterung am Ende eines Rohrs 
oder einer Welle verstanden.21 Nichts anderes ergibt sich aus dem Streit-
patent.  Merkmal  1.2.2  fordert  einen Aluminiumkapselkörper,  der  «mit  ei-
nem  Boden,  einer  Seitenwand  und  einem  sich  nach  aussen  erstrecken-
den  Flansch  ausgestattet  ist».  Neben  diesen  drei  Komponenten  werden 
keine  zusätzlichen,  von  diesen  Komponenten  unterschiedliche  Elemente 
wie z.B. ein «Plateau» genannt. Alles, was sich von der Seitenwand nach 
aussen erstreckt, ist der Flansch. 

Dieses  Verständnis  wird  durch  die  Ausführungsbeispiele  gestützt  (siehe 
Abs.  [0046]). Aus  der  Beschreibung  der  nachfolgend  eingeblendeten  Fi-
gur  3B  aus  dem  Streitpatent  ergibt  sich  das  besonders  deutlich 
(Abs. [0053]): 

«Der sich nach aussen erstreckende Flansch 20 erstreckt sich von 
dem freien Ende 42 in einer Richtung mindestens im Wesentlichen 
quer zur mittleren Kapselkörperachse 12A. Der sich nach aussen 
erstreckende  Flansch  20  umfasst  einen  eingerollten  äusseren 
Rand 43, ... » 

21  www.duden.de/rechtschreibung/Flansch  (zuletzt  besucht  am  6.  Dezember 
2021). 

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Abbildung 3: Fig. 3B aus dem Streitpatent mit Flansch 20 und freiem Ende 42 

Nach dem Verständnis der Beklagten ist der Flansch ein Ring, der sich in 
einem  Abstand  vom  Kapselkörper  um  diesen  erstreckt  (siehe  die  rote 
Markierung  in  Abbildung  2).  Dieses  Verständnis  wird  weder  vom  allge-
meinen Sprachgebrauch noch vom Streitpatent gestützt. 

Entsprechend ist unter dem Flansch i.S.d. Anspruchs alles zu verstehen, 
das  sich  vom  der  Seitenwand  des  Kapselkörpers  radial  nach  aussen  er-
streckt. 

Auslegung von «Dichtungselement» 

28.  
Die  Beklagte  will  den  Begriff  «Dichtungselement»  als  ein  vom  Flansch 
begrifflich  getrenntes  Element  verstehen,  da  der  Anspruch  gemäss 
Merkmal 1.4 mit «ferner» eine weitere, vom Kapselkörper und damit dem 
Flansch  abgegrenzte  Komponente  –  ein  Dichtungselement  –  umfasse. 
Damit  seien  auch  die  vom  Dichtungselement  umfassten  weiteren  Ele-
mente  wie  der  Fortsatz  und  das  Plateau  nicht  Teile  des  Flansches.  Sie 
verweist dazu weiter auf den Abs. [0029] des Streitpatentes, wonach das 
Plateau  zu  dem  nach  aussen  erstreckenden  Flansch  geneigt,  und  damit 
als von Flansch getrenntes Element, beschrieben ist. Die Klägerin wider-
spricht  dem;  das  Dichtungselement  sei  kein  vom  Flansch  zu  unterschei-
dendes Element, vielmehr könne es auch Teil des Flansches sein.  

29.  
Der Anspruchswortlaut schliesst  nicht  aus,  dass Flansch  und  Dichtungs-
element  einstückig  ausgebildet  sind.  Auch  die  Beschreibung  und  die 
Zeichnungen  offenbaren  nichts  anderes.  Im  Gegenteil,  in  den  Ausfüh-

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O2020_002 

rungsbeispielen  werden  ausschliesslich  Ausführungsformen  gezeigt,  bei 
denen das Dichtungselement integraler Bestandteil des Flansches ist.  

Der  Fachmann  wird  daher  «Dichtungselement»  funktional  verstehen  als 
jedes  Element,  das  bei  bestimmungsgemässem  Gebrauch  der  Kapseln 
eine dichtende Wirkung hat. Dieses Element kann vom Flansch getrennt, 
aber auch einstückig mit dem Flansch ausgebildet sein. 

Auslegung von «Plateau» 

30.  
Gemäss Merkmal 6.1 umfasst das Dichtungselement einen Fortsatz, der 
von dem sich nach aussen erstreckenden Flansch vorsteht, und ein Pla-
teau  zwischen  dem  Fortsatz  und  der  Seitenwand  des Aluminiumkapsel-
körpers.  Die  Klägerin  vertritt,  dass  das  Plateau  ein  beliebig  geformtes 
Element des Flansches sein könne, das irgendwo zwischen Fortsatz und 
Seitenwand  angeordnet sei,  einschliesslich  der Wände  von  Fortsatz  und 
Seitenwand selbst. Für die Beklagte ist das «Plateau» durch die Merkma-
le 6.4 und 6.5 dahingehend strukturell definiert, dass mindestens ein ers-
ter Teil des Lagers bzw. mindestens ein erster Teil des Plateaus auf einer 
ersten Höhe oberhalb des Deckels angeordnet und in Richtung zum De-
ckel  hin  absenkbar/bewegbar  und  somit  vom  Deckel  beabstandet  ange-
ordnet  sei.  Im  Übrigen  werde  das  Plateau  auch  durch  das  Merkmal  6.6 
gegenständlich  definiert,  indem  es  derart  ausgestaltet  sei,  um  beim  Ver-
schliessen des einschliessenden Elementes einer gängigen Getränkezu-
bereitungsvorrichtung  mindestens  teilweise  über  das  freie  Kontaktende 
gefaltet zu werden.  

31.  
Im allgemeinen Sprachgebrauch bedeutet «Plateau» (i) eine grosse ebe-
ne Fläche, die höher liegt als andere Flächen in der Umgebung, oder (ii) 
ein Zeitraum, in dem etwas nicht weiter zunimmt oder fortschreitet.22 Kei-
ne  der  Parteien  behauptet,  dass  Plateau  in  der  Verpackungsindustrie  o-
der im Maschinenbau eine besondere Bedeutung habe. 

In  der  Beschreibung  der Ausführungsformen  des  Streitpatents  wird  Pla-
teau bei der Beschreibung der Figur 4A verwendet, um den in der Abbil-
dung 4 rot eingezeichneten Bereich zu bezeichnen. Dieser Bereich passt 
recht gut zur ersten allgemeinen Wortbedeutung von «Plateau», gemäss 

www.merriam-webster.com/dictionary/plateau 

22 
7. Dezember 2021). 

(zuletzt 

besucht 

am 

Seite 43 

                                                
der es sich dabei um eine ebene Fläche handelt, die höher liegt als ande-
re Flächen in der Umgebung (i.c. der Deckel). 

O2020_002 

Abbildung 4: Fig. 4A aus dem Klagepatent mit Plateau 52 (rot markiert durch das Gericht) 

Im  Patent  wird  jedoch  mit  der  Figur  4D  noch  eine  weitere Ausführungs-
form gezeigt, bei der das «Plateau 52 gekrümmt [ist] und einen gekrümm-
ten Teil (der tatsächlich einen Teil der inneren Seitenwand des Fortsatzes 
53 bildet) [umfasst] und auch einen flachen Teil, der auf der gleichen Hö-
he  wie  der  Teil  des  sich  nach  aussen  erstreckenden  Flanschs  20  zwi-
schen  dem  Fortsatz  53  und  dem  gekrümmten  Rand  43  angeordnet  ist» 
(Abs. [0063]).  In  der  nachstehenden Abbildung  5  ist  dieser  Bereich  grün 
markiert.  Damit  verwendet  das  Patent  den  Begriff  «Plateau»  in  einem 
Sinne,  der  sehr  viel  breiter  ist  als  es  der  allgemeine  Sprachgebrauch 
vermuten  liesse.  Letztlich  ist,  wie  die  Klägerin  zu  recht  behauptet,  jeder 
Abschnitt  des  Fortsatzes  53  zwischen  dem  oberen  Ende  des  Fortsatzes 
und  dem  unteren  Ende  des  Fortsatzes  ein  «Plateau»  i.S.d.  Anspruchs. 
Eine  engere  Auslegung  verbietet  sich  auch  vor  dem  Hintergrund,  dass 
Patentansprüche,  soweit  es  ihr  Wortlaut  zulässt,  so  auszulegen  sind, 
dass  alle Ausführungsbeispiele  vom  Schutzbereich  erfasst  werden. Wür-
de man «Plateau» nur als horizontalen Abschnitte des Flansches verste-
hen, würde das Ausführungsbeispiel gemäss Fig. 4D vom Anspruchswort-
laut  nicht  erfasst. Auch  eine  funktionale Auslegung  führt  nicht  zu  einem 
engeren  Verständnis,  da  dem  Plateau  keine  Funktion  zuordbar  ist,  die 
sich von den Wirkungen der Form des Fortsatzes unterscheiden liesse. 

Seite 44 

 
O2020_002 

Abbildung  5:  Fig.  4D  aus  dem  Streitpatent  mit  Plateau  52  (grün  markiert  durch  das 
Gericht) 

Entsprechend  ist  das  «Plateau»  i.S.d. Anspruchs  ein  beliebiger  Teil  des 
Fortsatzes zwischen dessen oberem und unterem Ende auf der der Kap-
selwand zugewandten Seite. 

Im erteilten Unteranspruch 7 und im Hauptanspruch gemäss Subeventu-
alanspruch  zu  Ziff. 2  wird  verlangt,  dass  das  Plateau  einen gekrümmten 
Teil  umfasst.  Die  Klägerin  sieht  dieses  Merkmal  durch  die  kreisförmige 
Formgebung dieses Teils einer Kapsel als erfüllt an, während die Beklag-
te darauf hinweist, dass die Krümmung klar nicht in Umfangrichtung defi-
niert, sondern in radialer Richtung ausgeprägt sei.  

Hier  kann  der  Klägerin  nicht  gefolgt  werden. Aus  der  Beschreibung  und 
den  Zeichnungen  ergibt  sich,  dass  das  Plateau  gemäss  dem  Unteran-
spruch 7 (auch) «radial» in dem von der Beklagten vertretenen Sinne ge-
krümmt  sein  muss. Allerdings  offenbart  das  Streitpatent  keine  konkreten 
Angaben zur Krümmung. Damit ist jede Krümmung im Bereich zwischen 
dem  Plateau  und  dem  Fortsatz  sowie  der  Seitenwand  eine  Krümmung 
i.S.v.  Unteranspruch  7  (vgl.  Abs. [0063])  wo  ausdrücklich  darauf  hinge-
wiesen  wird,  dass  die  Krümmung  «…  Teil  der  inneren  Seitenwand  des 
Fortsatzes …» ist). 

Auslegung von «Lager» 

32.  
Gemäss  Merkmalsgruppe  1.5  bildet  die  Kapsel  ein  Lager  für  das  ein-
schliessende  Element  der  Getränkezubereitungsvorrichtung,  wenn  die 
Kapsel  in  dem  einschliessenden  Element  der  Getränkezubereitungsvor-

Seite 45 

 
O2020_002 

richtung angeordnet ist, wobei das Lager dabei mindestens einen Teil des 
freien Kontaktendes des ringförmigen Elements umschliesst und mindes-
tens  teilweise  durch  das  Dichtungselement  ausgebildet  wird.  Das  Lager 
wird gemäss Merkmal 6.2 von Fortsatz, Plateau und der Seitenwand des 
Aluminiumkapselkörpers ausgebildet. 

Die Beklagte argumentiert, der Fachmann verstehe unter einem «Lager» 
ein Bauteil, das einen Körper abstütze und die Belastung bzw. Lagerkraft 
des  Körpers  aufnehmen  und  übertragen  könne.  Fortsatz,  Plateau  und 
Seitenwand  müssten  daher  das  einschliessende  Element  abstützen  und 
die  Lagerkraft  aufnehmen.  Folglich  müssten  Fortsatz,  Plateau  und  Sei-
tenwand  dynamisch  (d.h.  kräftemässig)  gekoppelt  sein,  um  das  bean-
spruchte  Lager  auszubilden  und  die  Lagerkraft  des  einschliessenden 
Elements  aufnehmen  zu  können.  Ein  Bestandteil  der  Kapsel,  der  nicht 
ausgebildet  ist,  die  Lagerkraft  des  einschliessenden  Elements  aufzuneh-
men, könne entsprechend nicht Teil des beanspruchten Lagers sein. 

Die  Klägerin  widerspricht  dieser  Darstellung,  die  keine  Stützung  im  Kla-
gepatent finde,  und  verweist  sowohl  auf  den Anspruch  wie  auch  die  Be-
schreibung des Streitpatents. Sie versteht ein Lager als «jedes Element, 
das  mindestens  einen  Teil  des  freien  Kontaktendes  des  ringförmigen 
Elementes  umschliesst  (Merkmal  1.5.1)  und  beim  Schliessen  des  ein-
schliessenden  Elements  mittels  des  Verschlusselements  abgesenkt  und 
mindestens  teilweise  über  das  freie  Kontaktende  des  ringförmigen  Ele-
mentes gefaltet wird».  

33.  
Auszugehen  ist  wieder  vom  allgemeinen  Sprachgebrauch  in  dem  ein-
technischen  Gebiet.  Die  Beklagte  verweist  auf  Gro-
schlägigen 
te/Feldhusen  (Hrsg.),  Dubbel  –  Taschenbuch  für  den  Maschinenbau, 
22. Aufl. Berlin 2007, B 6, für das Verständnis von «Lager» als etwas, das 
einen  Köper  abstützt,  wobei  die  Stützkräfte  als  Reaktionskräfte  zu  den 
äusseren  eingeprägten Kräften auf  den  Körper wirken.  Ein  anderes  Ver-
ständnis  in  der  Verpackungstechnik  wird  von  der  Klägerin  nicht  geltend 
gemacht. 

«Lager» ist demnach ein funktionales Merkmal; das Lager muss die Wir-
kung haben, einen Körper abzustützen. Weiter muss das Lager i.S.d. An-
spruchs die dort genannten Strukturmerkmale aufweisen, d.h. (i) mindes-
tens  einen  Teil  des  freien  Kontaktendes  des  ringförmigen  Elements  um-
schliessen,  (ii)  beim  Verschliessen  mindestens  teilweise  über  das  freie 
Kontaktende  des  ringförmigen  Elements  gefaltet  werden,  und  (ii)  durch 

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O2020_002 

Fortsatz,  Plateau  und  Seitenwand  gebildet  wird.  Ob  das  Lager  Teil  des 
Dichtungselements  ist,  hängt  jedoch  ausschliesslich  von  seiner  Wirkung 
ab,  hat  es  eine  dichtende  Wirkung,  ist  es  auch  Teil  des  Dichtungsele-
ments.  Dass  Fortsatz,  Plateau  und  Seitenwand  dynamisch  (d.h.  kräfte-
mässig) gekoppelt sein müssen, ergibt sich nicht aus dem Anspruch. 

Auslegung von «Höhe über Deckel, Höhe null» 

34.  
Gemäss  den  Merkmalen  6.4,  6.5  und  6.7  liegt  vor  der  Verwendung  der 
Kapsel mindestens ein Teil des Plateaus auf einer ersten Höhe «oberhalb 
des Deckels». Während der Verwendung wird beim Verschliessen dieser 
erste Teil abgesenkt, so dass er nach dem Verschliessen auf einer «zwei-
ten  Höhe  oberhalb  des  Deckels  liegt,  wobei  die  erste  Höhe  grösser  als 
die zweite Höhe ist und die zweite Höhe null sein kann». 

Gemäss  Klageantwort  bedeutet  «Höhe  null»,  dass  mindestens  ein  Be-
reich des Plateaus beim Verschliessen, ausgehend von einer vom Deckel 
beabstandeten  Lage,  auf  die  Höhe  des  Deckels  abgesenkt  wird.  In  der 
Duplik vertritt die Beklagte, der Fachmann verstehe die Formulierung so, 
dass  «  …  nach  dem  Verschliessen  der  mindestens  eine  erste  Teil  des 
Plateaus  auf  einer  zweiten  Höhe  liegt,  die  der  Höhe  des  Deckels  ent-
spricht  und  somit  kein  Abstand  zwischen  dem  ersten  Teil  des  Plateaus 
und dem Deckel vorliegt». 

Die  Klägerin  kritisiert  die  «Höhe  null»  als  unklar.  Die Absenkung  ergebe 
sich  aus  der  Ausgestaltung  der  Getränkezubereitungsvorrichtung,  die 
nicht  Teil  des  Anspruchs  sei.  Das  Plateau  selbst  habe  keine  definierte 
Höhe, es könne auch gekrümmt sein, weshalb sich keine Höhe definieren 
und nicht feststellen lasse, ob die Absenkung auf eine Höhe Null erfolge. 
Weiter weise sowohl der Deckel als auch das Plateau jeweils eine Dicke 
auf. Es sei unklar, ob sich die «Höhe Null» auf die Unterseite oder auf die 
Oberseite oder auf die Mitte des Plateaus oder auf die Unterseite, Ober-
seite  oder  auf  die  eine  Mitte  des  Deckels  beziehe.  Auch  lasse  der  An-
spruch offen, ob der Deckel flach oder gewölbt sei. Auch vor diesem Hin-
tergrund  lasse  sich  keine  Referenz  einer  Höhe  des  Deckels  definieren 
und die Bezugnahme auf eine Höhe Null sei unklar. Zwischen der Ober-
seite des Plateaus (welche durch den Kontakt mit dem einschliessenden 
Element abgesenkt werden solle) und dem Deckel befinde sich immer die 
Dicke  des  Materials,  so  dass  die  Oberseite  nie  auf  die  Höhe  Null  abge-
senkt werden könne. 

Seite 47 

O2020_002 

35.  
Patentansprüche  sind  mit  dem  Willen,  sie  zu  verstehen,  zu  lesen.  Die 
Einwände der Klägerin mögen vom blossen Wortlaut des Anspruchs aus 
betrachtet gerechtfertigt sein. Im Lichte der Beschreibung und Zeichnun-
gen  ist  der  Sinngehalt  der  Merkmale  6.4,  6.5  und  6.7  aber  hinreichend 
klar.  Das  «Plateau»  soll  beim  Verschliessen  der  Getränkezubereitungs-
vorrichtung durch das einschliessende Element auf den Deckel der Kap-
sel abgesenkt werden, und zwar in dem Bereich, in dem sich der Deckel 
unterhalb  des  Plateaus  befindet  oder  als  sich  dort  befindlich  gedacht 
werden kann.  Das  «Plateau»  befindet  sich  also vor  der  Verwendung  der 
Kapsel  in  einem  Abstand  zur  Ebene  des  Deckels  –  die  massgebliche 
Ebene befindet sich wie gesagt unter dem Plateau – und wird dann abge-
senkt,  bis  sich  Deckel  –  beziehungsweise  die  gedachte  Deckelebene  – 
und  Plateau  berühren  (siehe  Fig.  4A-4E  und  die  Beschreibung  dazu). 
Dass der Deckel gewölbt sein kann, verhindert nicht, dass erkennbar ist, 
ob sich Plateau und Deckel im massgeblichen Bereich berühren.  

Richtig  ist  allerdings  auch,  dass  die Absenkung,  und  ob  sich  «Plateau» 
und  Deckelebene  im  verschlossenen  Zustand  berühren,  von  der Ausge-
staltung  der  Zubereitungsvorrichtung,  und  insbesondere  von  deren  ver-
schliessendem  Element,  abhängen.  Zu  dessen Ausgestaltung macht  der 
Anspruch keine Angaben. Jede Kapsel des Standes der Technik, die sich 
mit einer entsprechend ausgestalteten Getränkezubereitungsmaschine im 
dargelegten Sinne verformen lässt, nimmt das Merkmal daher vorweg. Es 
genügt, wenn eine Entgegenhaltung strukturell geeignet ist, das Merkmal 
zu erfüllen, auch wenn im Stand der Technik nicht ausdrücklich beschrie-
ben wird, wie es sich beim Verschliessen verformt (hinten, E. 41). 

Rechtsbeständigkeit

Unzulässige Änderungen 

36.  
Nach Art. 26 Abs. 1 lit. c PatG stellt das Gericht auf Klage hin die Nichtig-
keit des Patents fest, wenn der Gegenstand des Patents über den Inhalt 
des  Patentgesuchs  in  der  für  das  Anmeldedatum  massgebenden  Fas-
sung hinausgeht. 

Die Patentanmeldung und das Patent dürfen nicht in der Weise geändert 
werden,  dass  ihr  Gegenstand  über  den  Inhalt  der Anmeldung  in  der  ur-
sprünglich  eingereichten  Fassung  hinausgeht  (Art.  58 Abs.  2  PatG).  Mit 
der Regelung von Art. 58 Abs. 2 PatG soll ausgeschlossen werden, dass 

Seite 48 

 
O2020_002 

der  Patentinhaber  seine  Position  verbessert,  indem  er  für  Gegenstände 
Schutz beansprucht, die in der ursprünglichen Anmeldung nicht offenbart 
worden  sind.  Dem  Anmelder  soll  es  verwehrt  sein,  nachträgliche  Ände-
rungen oder Weiterentwicklungen in das Anmeldeverfahren einzubringen 
und  damit  ein  Schutzrecht  zu  erlangen,  das  am  Stand  der  Technik  zur 
Zeit der Anmeldung gemessen wird. Auch wird darauf hingewiesen, dass 
dieses Änderungsverbot im Dienst der Rechtssicherheit stehe: Die Öffent-
lichkeit soll nicht durch Patentansprüche überrascht werden, die aufgrund 
der ursprünglich eingereichten Fassung nicht zu erwarten waren.23 

Der  «Gegenstand  des geänderten  Patentgesuchs»  im  Sinne  von Art.  58 
Abs.  2  ist  nicht  der  «sachliche  Geltungsbereich»  (Schutzbereich)  des 
Art. 51 Abs. 2, wie er durch die Ansprüche bestimmt wird. Vielmehr geht 
es dabei um den Inhalt des Gesuchs einschliesslich der gesamten Offen-
barung  in  der  Beschreibung  und  in  den  Zeichnungen.24  Entsprechend 
können  auch  Änderungen  der  Beschreibung  ein  Hinausgehen  über  den 
ursprünglichen Offenbarungsgehalt zur Folge haben.25 

Gemäss  der  Rechtsprechung  der  Beschwerdekammern  des  Europäi-
schen  Patentamts  (EPA)  zu Art. 123  (2)  EPÜ  erlaubt  diese  Bestimmung 
eine  Änderung  nach  der  Anmeldung  nur  im  Rahmen  dessen,  was  der 
Fachmann  der  Gesamtheit  der  Anmeldeunterlagen  in  ihrer  ursprünglich 
eingereichten  Fassung  unter  Heranziehung  des  allgemeinen  Fachwis-
sens – objektiv und bezogen auf den Anmeldetag – unmittelbar und ein-
deutig  entnehmen  kann.  Dieser  Prüfmassstab  wird  als  «Goldstandard» 
bezeichnet.26  Art. 58  Abs.  2  PatG  ist  im  Sinne  der  Harmonisierung  des 
europäischen Patentrechts im gleichen Sinne auszulegen.27  

Das unzulässige Hinausgehen über den Offenbarungsgehalt kann sowohl 
im Hinzufügen als auch im Weglassen von Informationen bestehen.28  

37.  
Die Beklagte beruft sich für den in der Klageantwort und nochmals in der 

23 BGE 146 III 177 E. 2.1.1 und 2.1.2. 
24  BGer,  Urteile  4A_109/2011  und  4A_111/2011  vom  11.  Juli  2012,  E.  4.3.1  – 
«Federkernmaschine». 
25  SHK  PatG-HANSMANN,  Art.  58  N 8  unter  Hinweis  auf  BLUMER,  Formulierung 
und  Änderung  der  Patentansprüche  im  europäischen  Patentrecht,  St.  Gallen 
1996, 310 ff. 
26 BGE 146 III 177 E. 2.1.3 mit Hinweisen. 
27  BPatGer,  Urteil  O2020_003  vom  17.  September  2021,  E.  30  – 
«Faserreinigung». 
28 BGE 146 III 177 E. 2.1.3. 

Seite 49 

                                                
O2020_002 

Duplik  geänderten  unabhängigen  Anspruch  1  des  Hauptantrages  auf 
Art. 24 PatG, der eine Einschränkung durch Zusammenlegen eines oder 
mehrerer abhängiger Ansprüche erlaube und in einem laufenden Verfah-
ren mittels entsprechendem Rechtsbegehren gegenüber dem Gericht er-
klärt  werden  könne.  Konkret  wird  geltend  gemacht,  der  geänderte  An-
spruch basiere auf der Kombination des erteilten Anspruchs 1 mit den er-
teilten abhängigen Ansprüchen 2 und 6, beziehungsweise zusätzlich noch 
Anspruch 15 in der Duplik.  

Der  durch  die  Zusammenlegung  von  erteilten  Ansprüchen  entstehende 
Schutzgegenstand  ist  dem  Patent  unmittelbar  und  eindeutig  zu  entneh-
men.29 Damit ist den Anforderungen von Art. 58 Abs. 2 PatG genüge ge-
tan.  Der  Gegenstand  des  Anspruchs  geht  nicht  über  den  Inhalt  der  ur-
sprünglich eingereichten technischen Unterlagen hinaus. 

Im  Eventualbegehren  der  Beklagten  (sowohl  in  der  Klageantwort  wie 
auch in der Duplik) wird im gemäss Hauptantrag beschränkten Anspruch 
1  im  Merkmal  1.5.6  der Begriff  «…und  die  zweite  Höhe  null  sein  kann» 
durch  «…  ist.»  Ein  optionales  Merkmal,  das  durch  eine  Änderung  des 
Anspruchs  zwingend  wird,  ist  ursprünglich  offenbart.30  Da  die  Merkmale 
6.4,  6.5  und  6.7  hinreichend  klar  sind,  greift  der  Einwand  der  Klägerin, 
durch die Änderung werde der Anspruch unklar, nicht. 

Die Änderungen der erteilten Ansprüche sind daher zulässig, und der Be-
urteilung  von  Neuheit  und  erfinderischer  Tätigkeit  sind  die  geänderten 
Ansprüche zugrunde zu legen. 

Neuheit  

38.  
Eine  Erfindung  muss  neu  gegenüber  dem  gesamten  Stand  der  Technik 
sein (Art. 1 Abs. 1, Art. 7 Abs. 1 PatG). Den Stand der Technik bildet alles, 
was vor dem Anmelde- oder dem Prioritätsdatum der Öffentlichkeit durch 
schriftliche oder mündliche Beschreibung, durch Benützung oder in sons-
tiger Weise zugänglich gemacht worden ist (Art. 7 Abs. 2 PatG). 

29 Vgl. BPatGer, Urteil O2019_012 vom 30. August 2021, E. 26 – «Sägeblätter». 
30 BPatGer, Urteil O2019_012 vom 30. August 2021, E. 26 – «Sägeblätter». 

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O2020_002 

Eine Erfindung ist nur dann nicht neu, wenn sämtliche Merkmale der Er-
findung  vor  dem  massgeblichen  Datum  in  einer  einzigen  Entgegenhal-
tung offenbart wurden.31 

Offenbart ist nur das, was sich für den Fachmann unmittelbar und eindeu-
tig aus der Entgegenhaltung ergibt. Dies schliesst auch Informationen ein, 
die  in  der  Entgegenhaltung  zwar  nicht  ausdrücklich,  aber  unter  Berück-
sichtigung  der  Kenntnisse  und  Fähigkeiten  des  Fachmannes  implizit  of-
fenbart  sind,  nicht  aber,  was  der  Fachmann  der  impliziten  Offenbarung 
naheliegenderweise hinzufügen würde.32 

Eine  bekannte  Vorrichtung,  die  alle  im  Patentanspruch  aufgeführten 
strukturellen (körperlichen) Merkmale besitzt, nimmt den Gegenstand des 
Patentanspruchs  neuheitsschädlich  vorweg,  wenn  die  bekannte  Vorrich-
tung für den im Anspruch genannten Zweck geeignet ist.33 

39.  
Die Klägerin macht mangelnde Neuheit des Gegenstandes der geänder-
ten Ansprüche gegenüber den folgenden Entgegenhaltungen geltend: 

- WO 2014/184652 («WO 652») 
- WO 2014/184653 («WO 653») 
- WO 2014 / 198474 («WO 474») 
- WO 2014/184651 («WO 651») 
- EP 1 700 548 («EP 548») 
- WO 2013/120997 («WO 997») 

Neuheit gegenüber WO 2014/184652 («WO 652») 

40.  
Die  internationale  Patentanmeldung  WO  652  wurde  am  20.  November 
2014 veröffentlicht und gehört zum Stand der Technik für das Streitpatent. 
Sie  betrifft  ein  Getränkezubereitungssystem  umfassend  eine  Kapsel  und 
eine  Maschine.  Die  Kapsel  soll  günstig  in  der  Herstellung  sein  und  im 
Gebrauch gut abdichten (WO 652, S. 2:1-2). 

31  BGE  133  III  229  E.  4.1  –  «kristalline  Citaloprambase»;  BPatGer,  Urteil 
O2016_001 vom 4. Juli 2019, E. 30 – «matière à injection céramique». 
32 SHK PatG-DETKEN, Art. 7 N 116 f. 
33  BPatGer,  Urteil  O2018_017  vom  31.  Januar  2020,  E.  33  – 
«Bewehrungselement». 

Seite 51 

 
                                                
O2020_002 

Gemäss  Klägerin  sind  sämtliche  Merkmale  der  geänderten  Ansprüche 
gemäss  Duplik  durch  die  WO  652  vorweggenommen.  Die  Beklagte  be-
streitet in der Klageantwort, dass die Merkmale 1.3.1 und 1.3.2 offenbart 
seien.  So  sei  der  Deckel  in  WO  652  nicht  am  sich  nach  aussen  erstre-
ckenden Flansch befestigt, sondern am Plateau, das eben nicht Bestand-
teil des Flansches sei. In der Duplik bestreitet sie zusätzlich, dass Merk-
male 6.2 und 6.7 offenbart seien. Die Kapsel gemäss WO 652 offenbare 
kein anspruchsgemässes Lager, und der erste Teil des Plateaus sei nicht 
als gegenüber dem Deckel absenkbar offenbart. Die Funktion des bean-
spruchten Lagers sei nicht gegeben, wenn der Deckel am Plateau befes-
tigt sei. 

41.  
Gemäss  Merkmal  1.3.1  muss  der  Aluminiumdeckel  der  Kapsel  am 
Flansch befestigt sein. Nach richtigem Verständnis ist alles, was sich von 
der Seitenwand der Kapsel radial erstreckt, Teil des Flansches (vorne, E. 
27). Bei der Kapsel gemäss WO 652 ist der Deckel unten am inneren Teil 
des  Flansches  angebracht  (siehe  Fig.  12,  nachstehend  eingeblendet  in 
Abbildung  6,  und  dazugehörige  Beschreibung).  Merkmal  1.3.1  ist  daher 
offenbart.  Der  Einwand  der  Beklagten  beruht  auf  ihrem  abweichenden 
Verständnis des Flansches, dem das Gericht nicht folgen kann. 

Die Beklagte bestreitet weiter, dass der Deckel gemäss WO 652 die Kap-
sel  i.S.d.  Merkmals  1.3.2  hermetisch  abschliesse.  Der  Deckel  könne 
schon  vor  Verwendung  der  Kapsel  perforiert  sein  (unter  Hinweis  auf  ein 
Urteil  des  Handelsgerichts  Zürich  vom  21.  Januar  2011,  INGRES-News 
2011/37). 

Nach  Anspruch  51  von  WO  652  wird  ein  Deckel  aus  Aluminium,  einer 
Aluminiumlegierung  oder  einem Aluminium-Laminat  offenbart.  Diese  Ma-
terialien  sind  grundsätzlich  luftdicht.  Gemäss  Anspruch  26  wird  der  De-
ckel  mit  der  ringförmigen  Mulde  der  Seitenwand  versiegelt  («the  lid  is 
sealed  to  the  annular  trough  of  the  side  wall»).  Eine  Versiegelung  ist 
ebenfalls luftdicht. Es gibt in der WO 652 keinen Hinweis darauf, dass der 
Aluminiumdeckel  perforiert  sein  könnte.  Vielmehr  ist  den  Figuren  der 
Hinweis zu entnehmen, dass der Deckel nicht perforiert ist, denn er wird 
mit einer durchgezogenen Linie gezeigt, und nicht mit einer gestrichelten 
Linie, die eine Perforation andeuten würde. Der Fachmann entnimmt der 
WO 652 daher unmittelbar und eindeutig einen luftdicht verschliessenden 
Deckel.  Entsprechend  wird  Merkmal  1.3.2  durch  die  Kapsel  gemäss 
WO 652 vorweggenommen. 

Seite 52 

O2020_002 

Weiter macht die Beklagte erstmals in der Duplik geltend, WO 652 offen-
bare kein Lager i.S.d. Merkmals 6.2, das aus dem Fortsatz, dem Plateau 
und  der  Seitenwand  des  Kapselköpers  ausgebildet  sei.  Wie  aus  Fig.12 
der WO 652 ersichtlich, sei in der dort gezeigten Variante das Plateau 64 
mit dem Deckel der Kapsel fest verbunden, so dass dieses nicht gegen-
über dem Deckel absenkbar sei. Durch die Befestigung des Deckels am 
Plateau  64  würden  zudem  der  Fortsatz  67  und  die  Seitenwand  65  der 
Kapsel in Bezug auf den Deckel dynamisch entkoppelt, so dass Fortsatz 
67,  Plateau  64  und  Seitenwand  65  kein  gemeinsames  Lager  ausbilden 
könnten. 

Abbildung  6:  Ausschnitt  von  Fig.  12  aus  WO  652  (links)  und  Fig.  4D  aus  dem 
Streitpatent (rechts), jeweils mit dem «Plateau» grün  eingezeichnet (grüne  Mar-
kierung durch das Gericht) 

Zu  diesem Argument  ist  erstens  zu  sagen,  dass  sich  dem Anspruch  die 
von der Klägerin behauptete «dynamische Koppelung» von Fortsatz, Sei-
tenwand und Plateau nicht entnehmen lässt. Zweitens ist nach richtigem 
Verständnis  des  Begriffs  «Plateau»  dieser  so  weit  auszulegen  (vorne, 
E. 3), dass darunter jeder der Kapselwand zugewandte Bereich des Fort-
satzes fällt, der sich zwischen unterem und oberem Ende des Fortsatzes 
befindet.  So  verstanden,  ist  der  Deckel  bei  WO 652  ebenso  wenig  am 
Plateau befestigt wie bei den anspruchsgemässen Kapseln, wie ein Ver-
gleich  der  Figuren  12  aus  WO  652  und  Figur  4D  aus  dem  Streitpatent 
zeigt (siehe Abbildung 6). Das «Plateau» lässt sich bei der Figur 12 aus 
WO  652  m.a.W.  nicht  mit  dem  mit  der  Ziffer  64  bezeichneten  Teil  des 
Flansches identifizieren, sondern befindet sich ungefähr dort, wo das Be-
zugszeichen 66 hinzeigt (siehe die grünen Markierungen in Abbildung 6). 

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O2020_002 

Damit  offenbart  die  WO 652  bezüglich  der  Befestigung  des  Deckels  ge-
nau dasselbe wie das Streitpatent. 

Das so verstandene Plateau der Kapsel gemäss WO 652 ist auch geeig-
net, i.S.v. Merkmal 6.7 beim Verschliessen auf den Deckel abgesenkt zu 
werden.  Ob  dies  geschieht,  hängt  von  der  Form  des  einschliessenden 
Elements  ab.  Es  sind  ohne  weiteres  Formen  des  einschliessenden  Ele-
ments  –  zu  dessen  Ausgestaltung  das  Streitpatent  wie  bereits  erwähnt 
keine Angaben  macht  – denkbar,  die  dazu führen,  dass  das  Plateau  der 
Kapsel  aus  WO 652  beim  Verschliessen  auf  den  Deckel  gedrückt  wird, 
bis es diesen berührt. Damit ist auch Merkmal 6.7 offenbart. 

Weiter  argumentiert  die  Beklagte,  bei  WO 652  werde  das  Lager  nicht 
(auch)  aus  der  Seitenwand  der  Kapsel  gebildet.  Beim  Streitpatent  habe 
bei fester Lage des Deckels als Bezugspunkt eine in Bezug auf den De-
ckel  abwärts gerichtete Lagerkraft des  einschliessenden  Elements  einen 
dynamischen Einfluss auf die Seitenwand und könne diese bewegen, da 
das  Plateau  vom  Deckel  losgelöst  sei.  Auch  dieses  Argument  geht  ins 
Leere,  wenn  man  Plateau  richtig  versteht,  denn  dann  ist  das  Plateau 
auch  bei  der  Kapsel  aus  WO 652  losgelöst  vom  Deckel.  Zudem  hängt 
auch  hier  die  mögliche  Bewegung  der  Seitenwand  des  Kapselkörpers  – 
die  vom Anspruch  nicht  verlangt  wird  –  von  der Ausgestaltung  des  ein-
schliessenden  Elements  ab. Auch  bei  der  Kapsel  aus  WO 652  sind  ein-
schliessende  Elemente denkbar,  die  die  Seitenwand  beim  Verschliessen 
bewegen. 

Schliesslich  behauptet  die  Beklagte,  sie  habe  auch  das  Vorliegen  von 
Merkmal  2.1  bestritten.  In  der  RZ 176  der  Klageantwort,  auf  die  verwie-
sen wird, findet sich dazu aber nichts. In der vorangehend RZ 175 steht, 
die  Merkmale  gemäss  erteiltem Anspruch 2  (entspricht  Merkmal  2.1  des 
Hauptanspruchs  1  gemäss  Duplik)  seien  mindestens  in  den  «KB15, 
KB19, aber auch […] KB16 und KB24» nicht offenbart. Abgesehen davon, 
dass  diese  Bestreitung  unsubstanziiert  ist,  bezieht  sie  sich  nicht  auf  die 
WO 652, denn diese ist gemäss der beklagtischen Terminologie die «KB 
13». Die Offenbarung von Merkmal 2.1 durch die Kapsel gemäss WO 652 
ist daher nicht bestritten. 

Auch das mit der Änderung in der Duplik neu eingeführte Merkmal 15 des 
Hauptanspruchs 1, gemäss  dem  die  Dichtungsstruktur  und  der  Rest  des 
Kapselkörpers  aus  dem  gleichen  Blechmaterial  hergestellt  sind,  wird 
durch  die  Kapsel  gemäss  WO 652  offenbart.  Die  WO  652  lehrt  dem 

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Fachmann  unmittelbar  und  eindeutig,  dass  Körper  (cup-shaped-body) 
und Dichtung (rim) integral ausgebildet sein können, was nichts anderes 
bedeutet, als dass die Dichtung das gleiche Material wie die Kapsel auf-
weist und damit aus dem gleichen Material hergestellt worden ist. 

Damit sind auch sämtliche von der Beklagten bestrittenen Merkmale von 
Anspruch  1  in  der  Fassung  gemäss  Duplik  durch  die  Kapsel  gemäss 
WO 652  vorweggenommen,  womit  der  Gegenstand  von Anspruch  1  ge-
mäss  Hauptantrag  der  Beklagten  neuheitsschädlich  vorweggenommen 
ist. 

Die Nichtigkeit des unabhängigen Anspruchs führt zur Nichtigkeit des Pa-
tents insgesamt.34 

42.  
In  ihrem  ersten  Eventualantrag  (Rechtsbegehren  Ziff.  2)  erklärt  die  Be-
klagte  das  optionale  Merkmal,  dass  die  zweite  Höhe  mindestens  eines 
ersten Teils des Plateaus nach dem Verschliessen «null sein kann» zu ei-
nem zwingenden Merkmal («null ist»).  

Auch  dieses  Merkmal  wird  durch  die  Kapsel  aus  WO 652  offenbart,  wie 
bereits  vorstehend  im  Zusammenhang  mit  Merkmal  6.7  ausgeführt  wur-
de.  Das  Plateau  gemäss  der  Kapsel  aus  WO 652  ist  geeignet,  bei  ent-
sprechender  Ausgestaltung  des  einschliessenden  Elements  beim  Ver-
schliessen auf den Deckel gedrückt zu werden, bis es diesen berührt.  

Auch  der  eingeschränkte Anspruch  1  gemäss  erstem  Eventualantrag  ist 
daher gegenüber der Kapsel aus WO 652 nicht neu. 

43.  
Der  zweite  Eventualantrag  ergänzt  das  Merkmal  15  dahingehend,  dass 
das Plateau einen gekrümmten Teil umfasst. 

Die Kapsel gemäss WO 652 offenbart ein Plateau mit einem gekrümmten 
Teil. Dies ist aus Fig. 12 ersichtlich.  

Damit  ist  auch  der  weiter  eingeschränkte  Anspruch  1  gemäss  zweitem 
Eventualantrag nicht neu gegenüber der Kapsel aus WO 652.  

34  BPatGer,  Urteil  O2015_008  vom  12.  März  2018,  E. 65  –  «balancier  de 
montre». 

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Neuheit der Erfindung gemäss unabhängigem Anspruch 16 

44.  
Der unabhängige Anspruch 16 lautet in der Gliederung der Beklagten: 

System 

16.1  

zur Zubereitung eines trinkbaren Getränks aus einer Kapsel 
unter  der  Verwendung  eines  Fluids,  das  unter  Druck  in  die 
Kapsel zugeführt wird, 

umfassend: 

16.2  

eine Getränkezubereitungsvorrichtung, umfassend 

16.2.1   ein  einschliessendes  Element  zum Aufnehmen  der 

Kapsel, 

16.2.2   wobei  das  einschliessende  Element  ein  Fluidein-
spritzmittel  zum  Zuführen  von  Fluid  unter  Druck  in 
die Kapsel aufweist, 

16.2.3   wobei  die  Getränkezubereitungsvorrichtung  ferner 
ein  Verschlusselement,  wie  zum  Beispiel  eine  Ex-
traktionsplatte,  umfasst,  um  das  einschliessende 
Element  der  Getränkezubereitungsvorrichtung  zu 
verschliessen, 

16.2.4   wobei  das  einschliessende  Element  der  Getränke-
zubereitungsvorrichtung 
ringförmiges 
Element  umfasst,  das  eine  Mittelachse  des  ringför-
migen  Elements  und  ein  freies  Kontaktende  auf-
weist, 

ferner  ein 

16.3  

eine Kapsel gemäss einem der vorhergehenden Ansprüche. 

45.  
«System» kann sowohl eine Vorrichtung wie ein Verfahren bezeichnen. 35 
Vorliegend ist für den Fachmann erkennbar eine Vorrichtung gemeint. 

WO 652 offenbart eine Getränkezubereitungsvorrichtung («beverage pre-
paration  machine»,  S. 2:16)  zur  Zubereitung  eines  Getränks  aus  einer 
Kapsel unter Verwendung eines Fluids, das unter Druck in die Kapsel ge-
führt  wird  («the  capsule  being  designed  for  insertion  into  the  beverage 

35  BPatGer,  Urteil  O2020_003  vom  17.  September  2021,  E. 46  – 
«Fremdfaserabscheidungsvorrichtung». 

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preparation  machine  to  permit  a  pressurised  liquid  to  be  flowed  through 
the  capsule  in  order to produce  a  beverage»,  S. 2:12-15).  Die  Maschine 
umfasst  ein einschliessendes Element zu Aufnehmen der Kapsel («cap-
sule holder», S. 11:12) und ein Verschlusselement («enclosing member», 
S. 11:12),  wobei  das  das  einschliessende  Element  der  Getränkezuberei-
tungsvorrichtung  ferner  ein  ringförmiges  Element  umfasst,  das  eine  Mit-
telachse des ringförmigen Elements und ein freies Kontaktende aufweist 
(«The enclosing member 2 may be of the type described in EP 1 700 548 
comprising an annular element 22 having a leading edge 23 in the form of 
an  annular  rim,  an  inner  face  25    facing  the  receptacle  3  and  an  outer 
face  24  facing  an  exterior»,  S. 12:27-31).  Wie  vorstehend  dargelegt,  of-
fenbart die WO 652 zudem eine Kapsel mit allen Merkmalen gemäss An-
spruch 1 des Streitpatents. 

Abbildung 7: Fig. 5 aus dem Streitpatent mit «capsule holder 2» und «enclosing member 
20» 

Damit  sind  auch  sämtliche  Merkmale  des  unabhängigen  Anspruchs  16 
durch die WO 652 offenbart. Entsprechend ist auch der unabhängige An-
spruch 1 gemäss Eventualantrag 3 (Rechtsbegehren Nr. 4) nicht neu. 

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Neuheit der Erfindung gemäss unabhängigem Anspruch 18 

46.  
Der  unabhängige Anspruch  18  lautet,  in  der  Gliederung gemäss  der  Be-
klagten: 

18  

Verwendung  einer  Kapsel  (2)  gemäss  einem  der  Ansprüche  1 
bis 9 

18.2  in einer Getränkezubereitungsvorrichtung (4), 

18.2.1  umfassend  ein  einschliessendes  Element  (6)  zum 

Aufnehmen der Kapsel (2), 

18.2.2  wobei  das  einschliessende  Element  (6)  ein  Fluidein-
spritzmittel (10) zum Zuführen von Fluid unter Druck 
in die Kapsel (2) umfasst, 

18.2.3  wobei die Getränkezubereitungsvorrichtung (4) ferner 
ein  Verschlusselement  (8)  zum  Verschliessen  des 
einschliessenden Elements (6) der Getränkezuberei-
tungsvorrichtung (4) umfasst, 

18.2.4  wobei  das  einschliessende  Element  (6)  der  Geträn-
kezubereitungsvorrichtung (4) ferner ein ringförmiges 
Element (41) umfasst, das eine Mittelachse des ring-
förmigen  Elements  (41)  und  ein  freies  Kontaktende 
(30) aufweist. 

Selbst  wenn  man  den  Verwendungsanspruch  als  Verfahrensanspruch 
versteht, wird er durch die WO 652 neuheitsschädlich vorweggenommen. 
Denn  diese  zeigt  die  Verwendung  einer  anspruchsgemässen  Kapsel  in 
einer  Getränkezubereitungsvorrichtung,  die  wie  in  E.  45  dargelegt  alle 
Merkmale der Vorrichtung der Merkmalsgruppe 18.2 aufweist («In a third 
aspect the present disclosure provides a method for preparing a bevera-
ge  comprising  the  steps  of»  [Verwendung  der  offenbarten  Kapsel  in  der 
offenbarten Maschine], S. 3:20-21). 

Damit mangelt es dem Gegenstand des unabhängigen Anspruchs 18 ge-
genüber der WO 652 an Neuheit. 

Seite 58 

 
 
O2020_002 

Zusammenfassung 

47.  
Zusammenfassend  sind  die  unabhängigen Ansprüche  1,  16  und  18  des 
Streitpatents in der geänderten Fassung gemäss Duplik wie auch die wei-
ter eingeschränkten unabhängigen Ansprüche gemäss Eventualanträgen 
in der Duplik gegenüber der WO 652 nicht neu. Daraus folgt die Nichtig-
keit des Patents als Ganzem.36 

Eine  Prüfung  der  zahlreichen  weiteren  angeblichen  Nichtigkeitsgründe 
erübrigt  sich,  nachdem  das  Patent  bereits  wegen  fehlender  Neuheit  ge-
genüber der Patentanmeldung WO 652 nichtig ist. 

Kosten- und Entschädigungsfolgen 

48.  
Ausgangsgemäss  wird  die  Beklagte  kosten-  und  entschädigungspflichtig 
(Art. 106 Abs. 1 ZPO).  

Ausgehend  von  einem  Streitwert  von  CHF  1  Mio.  ist  die  Gerichtsgebühr 
auf CHF 50’000 festzusetzen (Art. 1 KR-PatGer). Die Gerichtskosten sind 
der  Beklagten  aufzuerlegen  und  mit  dem  Kostenvorschuss  der  Klägerin 
zu verrechnen; der die Gerichtsgebühr übersteigende Teil des Vorschus-
ses ist der Klägerin zurückzuerstatten (Art. 106 Abs. 1 ZPO, Art. 111 Abs. 
1). Die Beklagte hat der Klägerin den bezogenen Vorschuss zu erstatten 
(Art. 111 Abs. 2 ZPO). 

Auf  Ersuchen  der  Beklagten  wurde  die  Hauptverhandlung  auf  Englisch 
verdolmetscht.  Die  entsprechenden  Kosten  von  CHF  2’922.30  (inkl. 
MwSt.) sind der Beklagten aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 2 lit. d, Art. 106 Abs. 
1 ZPO). 

49.  
Die Beklagte schuldet der Klägerin eine Entschädigung für die rechtsan-
waltliche Vertretung (Art. 95 Abs. 3 lit. e ZPO), die gemäss Tarif ebenfalls 
auf CHF 50’000 festzusetzen ist (Art. 4, 5 KR-PatGer). 

Die unterliegende Partei hat der obsiegenden Partei zudem Ersatz für de-
ren notwendigen Auslagen zu erstatten (Art. 32 PatGG i.V.m. Art. 3 lit. a 

36  Vgl.  BPatGer,  Urteil  O2015_008  vom  12.  März  2018,  E. 65  –  «balancier  de 
montre». 

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KR-PatGer;  entspricht Art.  95 Abs.  3  lit.  a  ZPO).  Praxisgemäss  gehören 
die Auslagen für  die  patentanwaltliche  Unterstützung  im  Prozess  zu  den 
notwendigen Auslagen.  Sie  sind  bis  zur  tatsächlichen  Höhe,  oder,  wenn 
diese  die  Entschädigung  für  die  berufsmässige  anwaltliche  Vertretung 
gemäss  Tarif  übersteigt,  «von  der  Grössenordnung  her  im  Bereich  der 
rechtsanwaltlichen  Entschädigung»  des  Anwalts  gemäss  KR-PatGer  zu 
erstatten.37 

Die Klägerin reicht eine Kostennote ihres Patentanwalts in der Höhe von 
CHF 49’933 (ohne MwSt.) ein. Die Beklagte verzichtet auf Bemerkungen 
dazu.  Da  die  Kosten  für  die  notwendige  Unterstützung  durch  einen  Pa-
tentanwalt  im  Rahmen  der  tariflichen  Entschädigung  des  anwaltlichen 
Vertreters  liegen,  hat  die  Beklagte  der  Klägerin  diese  Kosten  im  geltend 
gemachten Umfang zu ersetzen. 

Das Bundespatentgericht erkennt: 

1.  Die  Klage  wird  gutgeheissen  und  es  wird  festgestellt,  dass  das 
Schweizer  Patent  CH  711  079  B1  nichtig  ist.  Das  IGE  wird  entspre-
chend ersucht, das Patent im Register zu löschen. 

2.  Die  Gerichtsgebühr  wird  festgesetzt  auf  CHF  50’000.  Die  weiteren 

Kosten betragen CHF 2’922.30. 

3.  Die  Gerichtskosten  werden  mit  dem  von  der  Klägerin  geleisteten 
Kostenvorschuss  verrechnet  und  die  Beklagte  hat  der  Klägerin  den 
bezogenen  Vorschuss  im  Umfang  von  CHF 52’922.30  zu  ersetzen. 
Der die Gerichtskosten übersteigende Teil des Vorschusses wird der 
Klägerin mit Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils zurückerstattet. 

4.  Die Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin eine Parteientschädigung 

von CHF 99’933 zu bezahlen. 

5.  Schriftliche  Mitteilung  an  die  Parteien  unter  Beilage  des  Verhand-
lungsprotokolls sowie nach Eintritt der Rechtskraft an das Eidgenös-
sische  Institut  für  Geistiges  Eigentum,  je  gegen  Empfangsbestäti-
gung. 

37  BPatGer,  Urteil  O2016_009  vom  18.  Dezember  2018,  E.  64  – 
«Durchflussmessfühler»;  Urteil  S2018_001  vom  23.  Mai  2018,  E.  5;  Urteil 
O2015_009  vom  21.  März  2018,  E.  11.2;  Urteil  O2012_43  vom  10.  Juni  2016, 
E. 5.5. 

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O2020_002 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen  diesen  Entscheid  kann  innert  30 Tagen  nach  Eröffnung  beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  Zivilsachen  geführt 
werden  (Art. 72  ff.,  90  ff.  und  100  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni  2005  [BGG,  SR  173.110]).  Die  Frist  ist  gewahrt,  wenn  die  Be-
schwerde spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht einge-
reicht  oder  zu  dessen  Handen  der  Schweizerischen  Post  oder  einer 
schweizerischen  diplomatischen  oder  konsularischen  Vertretung  überge-
ben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die Rechtsschrift ist in einer Amts-
sprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Anga-
be der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene 
Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerdeführende 
Partei in Händen hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BGG). 

St. Gallen, 21. Dezember 2021 

Im Namen des Bundespatentgerichts 

Präsident 

Erste Gerichtsschreiberin 

Dr. iur. Mark Schweizer 

lic. iur. Susanne Anderhalden 

Versand:            

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