# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bc2e0a96-b5f4-5c53-87a2-2d0f4bade92b
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-11-16
**Language:** de
**Title:** Rentenausschliessender Invaliditätsgrad.
**Docket/Reference:** IV.2014.00512
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2014.00512.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2014.00512
III. Kammer
Sozialversicherungsrichter Gräub, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Daubenmeyer
Sozialversicherungsrichterin Fehr
Gerichtsschreiber Stocker
Urteil
vom
16. November 2015
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
X.___
, geboren 1967, von Beru
f Bäcker, meldete sich erstmals
am 15. März 2002 unter Hinweis auf Fussbeschwerden bei langem Stehen (Ge
lenke) bei der Eidgenössi
s
chen Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 7/1). Nach entsprechenden medizinischen und erwerblichen Abklärung
en
wies die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, das
Leis
tung
s
begehren
mit Verfügung vom 5. Dezember 2002 (Urk. 7/19) ab mit der Be
grün
dung, dass der Versicherte erst seit dem 27. Juni 2002 (Unfall vom 26. Juni 2002
[vgl. Urk.
7
/35/25]) aus gesundheitlichen Gründen in erheblichem Masse arbeits
unfähig und somit die einjährige Wartezeit noch nicht abgelaufen sei.
Am 13. Mai 2003 (Urk. 7/21) ersuchte der Versicherte erneut um Ausrichtung von
Leistungen der Invalidenversicherung. Nach diversen erwerblichen und medizi
ni
schen Abklärungen sowie nach Durch
führung von beruflichen Massnahmen (vgl. u.a. Abschlussverfügung vom 19. März 2007 [Urk. 7/93]) verneinte die IV-Stelle den Renten
anspruch mit Verfügung vom 11. Juli 2007 (Urk. 7/106) ge
stützt auf einen
ren
tenausschliessenden
Invaliditätsgrad von 16 %.
Die dagegen erhobene Beschwerde (Urk. 7/108/3-4) wies das
Sozialversiche
rungs
gericht
des Kantons Zürich mit Urteil vom 22. Juni 2009 (Urk. 7/143; Prozess IV.2007.01044) ab.
Mit Verfügung vom 15. Dezember 2006 (Urk. 7/39/50-53)
hatte
die Schweize
ri
sche Unfallversicherungsanstalt (SUVA) dem Versicherten eine auf einem
In
va
liditätsgrad
von 13 % basierende Invalidenrente ab 1. Februar 2004 zu
gespro
chen
. Die dagege
n erh
obene Einsprache w
a
r mit Entscheid vom 14. Mai 2007 (Urk. 7/39/54-61) abgewiesen
worden
.
1.2
Nachdem das Kantonsgericht des Kantons
Y.___
mit Urteil vom 23. Januar 2009
(Urk. 7/132) d
i
e
se
n
Einspracheentscheid
aufge
hoben und die Sache an die SUVA
zurückgewiesen hatte, schlossen die SUVA und der Versicherte am 30. April
2009 einen Vergleich (
Urk.
7/147). Dieser umfasste insbesondere folgende Punkte:
Invaliditätsgrad: 21 %; massgebender Jahresverdienst: Fr. 64'782.--;
Validen
lohn
:
Fr. 64'985.--; Invalidenlohn: Fr. 51'532.--.
1.3
Mit Verfügung vom 26. Februar 2010 (Urk. 7/151) trat die IV-Stelle auf ein
neu
erliches Gesuch des Versicherten um Ausrichtung einer Rente (
datierend vom
2
. Juni 2009
Urk. 7/137
) nicht ein mit der Begründung, er habe eine wesentliche Verände
rung der tatsächlichen Verhältnisse seit der letzten Verfügung nicht glaubhaft gemacht.
1.4
Am 12. März 2013 stellte der Versicherte abermals ein Gesuch um Ausrichtung einer Rente (
Urk.
7/153). Nach medizinischen und erwerblichen Abklärungen sowie nach Durchführung des
Vorbescheidverfahrens
(vgl. Urk. 7/164-180) ver
neinte die IV-Stelle den Rentenanspruch des Versicherten mit Verfügung vom 14. April 2014 (Urk. 2 = Urk. 7/181) gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 10 %.
2.
Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 14. Mai 2014 (Urk. 1) Be
schwer
de mit dem sinngemässen Antrag, es sei die IV-Stelle zu verpflichten, ihm eine Invalidenrente auszurichten. Die IV-Stelle schloss in ihrer
Beschwerde
antwort
vom 11. Juni 2014 (Urk. 6) auf Ab
wei
sung der Beschwerde, wovon dem Be
schwer
deführer am 16. Juni 2014 Kenntnis gegeben wurde (Urk. 8).
Auf die Ausführungen der Parteien ist, soweit für die
Entscheidfindung
erfor
derlich, in den Erwägungen einzugehen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]). Sie kann Folge von
Ge
burts
gebrechen
, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung [IVG]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
träch
tigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teil
weise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den aus
geglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorlie
gens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitli
chen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
)
, in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Invaliditäts
grad
bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BG
E 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3 IVV), so ist im Beschwerdeverfahren zu prüfen, ob im Sinne von Art. 17 ATSG eine für den Rentenanspruch relevante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hinweis).
2
.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
führte zur Begründung
der angefochtenen Verfügung
vom 14. April 2014 (Urk. 2) aus, dass dem Beschwerdeführer
die angestammte Tätigkeit als Bäcker
aus gesundheitlichen Gründen bereits seit Juni 2002 nicht mehr zumutbar sei. In einer körperlich angepassten Tätigkeit habe aber eine
100%ige Arbeitsfähigkeit bestanden, weshalb der Rentenanspruch mit Verfü
gung
vom 11. Juli 2007 verneint worden sei. Aufgrund der Beschwerden nach der Operation vom 25. April 2012
(Implantation einer OSG-Prothese)
habe er sich neu angemeldet
(Gesuch vom 12
. März 2013)
. Die medizinischen Abklärungen
hätten
zwar
ergeben, dass es nach der genannten Operation zu einer Verschlech
t
erung des Gesundheitszu
standes gekommen sei.
Spätestens ab 25. April 2013 sei ihm eine körperlich leichte Tätigkeit
aber
wieder zumutbar. Ausgehend von einem statistisch ermit
telten
Valideneinkommen
als Bäcker von Fr. 69‘337.
und einem ebenfalls
s
tatistisch
er
mittelten Invalideneinkommen von Fr. 62‘468.
ergebe sich ein
rentenaus
schliessender
Invaliditätsgrad von 10 %. Die Vornahme eines sogenannten
lei
densbedingten
Abzuges vom ermittelten Invalideneinkommen sei nicht begrün
det.
2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer im Wesentlichen geltend, dass er auf
eine körperlich angepasste
Tätigkeit angewiesen
sei. Damit erziele er einen Monatslohn von Fr. 3‘701.
, was bedeutend weniger sei, als der Betrag von Fr. 5‘205.
, von dem in der angefochte
nen Verfügung ausgegangen werde
[Fr. 62‘468.
/
12]). Die Berechnung des Invalideneinkommens durch die
Be
schwerdegegnerin
sei realitätsfremd. Man soll ihm doch sechs Arbeitsplätze auf
zeigen, an denen er mit seinen gesundheitlichen Beschwerden als
un
gelernter Arbeitnehmer
Fr. 62‘468.
verdienen würde. Einen solchen Arbeits
platz würde er sofort annehmen. Die Berechnung sei auch deshalb nicht korrekt, weil kein leidensbedingter Abzug vorgenommen worden sei. Schliesslich habe die SUVA einen Invaliditätsgrad von 21 % errechnet. Sein (ehemaliger) Rechts
anwalt komme auf einen Invaliditätsgrad von rund 28 %.
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin den Rentenanspruch des Beschwerdeführers zu Recht verneint hat.
3.
3.1
Oberarzt
Dr.
med.
Y.___
und Assistenzärztin
Dr.
med.
A.___
von der Universitätsklinik
B.___
führten in ihrem Bericht vom 25. April 2013 (Urk.
7/157/3
-4) aus, dass sich der Beschwerdeführer planmässig zur klinisch-radiologischen Verlaufskontrolle ein Jahr postoperativ (vgl. auch den Bericht
der Operation vom 25. April 2012 [Urk. 7/154]) vorgestellt habe. Er berichte, dass
er insoweit beschwerdefrei sei. Ab und an bemerke er beim Treppensteigen
Schmerzen im Bereich der distalen lateralen Fibula. Insgesamt sei der Be
schwer
deführer nach langem Verlauf sehr zufrieden mit dem postoperativen Er
gebnis. Ein Jahr nach der Implantation einer OSG-Prothese links sei der Be
schwerde
führer nahezu beschwerdefrei und könne unter Vollbelastung flüssig gehen. Es bestünden beim Treppensteigen leichte Restbeschwerden im Bereich der distalen Fibula. Die OSG-Beweglichkeit betrage für die
Dorsalexten
sion
/
Plantarflexion
8
0
40°. Dies sei nach langem und schwerem Verlauf zu
friedenstellend.
Es wurde eine Arbeitsunfähigkeit von 0 % attestiert (Urk. 7/157/1).
3.2
Dr.
med.
C.___
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) der Beschwerdegegnerin äusserte sich am 26. August 2013 dahingehend, dass mit der gestellten Diagnose eines Status nach Implantation einer
Revisionsendoprothese
rechtes oberes Sprunggelenk am 25. April 2012 bei Lockerung der Primärprothese (2. April 2003) bei
Sekundär
arthrose
nach OSG- und
Calcaneusfraktur
(25. Juni 2002) ein
Gesundheitsscha
den
vorliege, der die Arbeitsfähigkeit beeinträchtige. Die Arbeitsfähigkeit be
trage für körperlich schwere und mittelschwere Tätigkeiten seit Juni 2002 dau
erhaft 0 %. In einer angepassten leichten Tätigkeit sei der Beschwerdeführer zu
100 % arbeitsfähig. Durch die Implantation der
Revisionsendoprothese
des rech
ten
oberen Sprunggelenks sei es zunächst für die Dauer der
akutmedizini
schen
Phase zu einer Verschlechterung der Arbeitsfähigkeit gekommen, mit überwie
gen
der Wahrscheinlichkeit weniger als ein Jahr lang (Urk. 7/163/3-4).
4.
Aufgrund der vorliegenden medizinischen Akten ist erstellt und zwischen den Parteien zu Recht unbestritten, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwer
deführers nach der Operation vom 25. April 2012
(vorübergehend)
verschlech
tert
hatte
(was einer Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse entspricht)
und dass ihm eine körperlich schwere oder mittelschwere
Arbeitstätig
keit
(bereits seit geraumer Zeit) nicht mehr zumutbar ist. Ebenso unbes
tritten und ausge
wie
sen ist
, dass dem Beschwerdeführer eine leidensangepasste, körperlich leichte Arbeit zu 100 % möglich ist. Der Beschwe
rdeführer
übt denn auch tatsächlich eine solche Tätigkeit aus (vgl. etwa Urk. 1, Urk. 3/2 und Urk. 7/168/12).
Die Kritik des
Beschwerdeführers zielt vielmehr auf die Berechnung des
Invali
ditäts
grades
durch die Beschwerdegegnerin ab.
5.
5.1
Bei der Bemessung des Invaliditätsgrades
ging die Beschwerdegegnerin von ei
nem
Valideneinkommen
von Fr. 69‘337.
aus (vgl. Urk. 7/162).
Gemäss LSE 201
0
betrug der Lohn bei der Herstellung von Nahrungs- und Futter
mitteln im Anforderungsniveau 3 (Berufs- und Fachkenntnisse
vorausge
setzt) im Jahr 2010 für Männer (Tabelle TA1 Ziff. 10) monatlich Fr. 5‘602.
. Hochgerechnet auf das Jahr 2013 (Nominallohnentwicklung; Indexstand Männer 2010: 2
‘
151; 2013: 2‘204
) und unter Berücksichtigung einer
betriebs
üb
li
chen
Arbeitszeit von 42,2 Stunden (Herstellung von Nahrungsmittel und
Tabak
erzeugnissen
, Bundesamt für Statistik,
Betriebsübliche Arbeitszeit nach
Wirt
schafts
abteilungen
, T 03
. 0
2
. 0
3
.
01.
04. 01
) ergibt sich ein
Valideneinkommen
von Fr. 72‘668.80 (= Fr. 5‘602.
x 12 x 42,2/40 x 2‘204/2
‘
151).
5.2
5.2.1
Für die Festsetzung des trotz Gesundheitsschädigung
zumutbarerweise
noch rea
lisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Er
werbstätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b/
aa
mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts I 850/05 vom 21. August 2006 E. 4.2).
5.2.
2
Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, na
mentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebun
gen
(LSE) heran
gezogen werden (BGE 126 V 75 E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E.
4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standardi
sier
ten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom sogenannten Zentralwert (Median) aus
zugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen,
dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zu
grunde liegt, wes
hal
b der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende
be
triebsübliche
Wochen
arbeitszeit
aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 E. 3b/
bb
, 124 V 321 E. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
Zur Bestimmung des Invalideneinkommens auf der Grundlage der LSE kann – ausnahmsweise – der Lohn eines einzelnen Sektors („Produktion" oder „Dienst
leistungen") oder gar einer bestimmten Branche herangezogen werden, wenn es als sachgerecht erscheint, um der im Einzelfall zumutbaren erwerblichen Ver
wertung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit Rechnung zu tragen, namentlich bei Personen, die vor der Gesundheitsschädigung lange Zeit im betreffenden Be
reich tätig gewesen waren und bei denen eine Arbeit in anderen Bereichen kaum in Frage kommt (SVR 2008 IV Nr. 20 S. 63, 9C_237/2007 E. 5.1; Urteil des Bundesgerichts 9C_667/2013 vom 29. April 2014 E. 5.3).
Es besteht kein Grundsatz, wonach stets auf die Tabelle TA1 abzustellen ist. So kann es sich nach den konkreten Umständen des Einzelfalls rechtfertigen, an
statt auf die Tabelle TA1 auf die Tabelle TA7 („Monatlicher Bruttolohn [
Zent
ral
wert
] nach Tätigkeit, Anforderungsniveau des Arbeitsplatzes und Geschlecht - Privater Sektor und öffentlicher Sektor [Bund] zusammen") abzustellen, wenn dies eine genauere Festsetzung des Invalideneinkommens erlaubt und dem Ver
sicherten der entsprechende Sektor offen steht und zumutbar ist (SVR 2008 IV Nr. 20 S. 63, 9C_237/2007 E. 5.1).
5.2.3
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kür
zen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass
versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Ar
beiten
nur mehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ur
sprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
spre
chung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Aus
wirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser
Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allge
mei
nen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Be
tracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Um
stände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Dabei ist zu beachten, dass allfällige bereits bei der Parallelisierung der
Vergleichsein
kommen
mitverantwortliche invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des soge
nannten Leidensabzuges nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen (BGE 134 V 322 E. 5.2).
Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen. Es ist nicht von dem von der IV-Stelle vorgenommenen Abzug auszugehen und dieser ange
messen zu erhöhen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_796/2013 vom 28. Januar 2014 E.
3
.
2 mit Hinweis auf
SVR 2011 IV Nr. 31 S. 90, 9C_728/2009 E. 4.1.2).
5.2.4
Bei der Berechnung des Invalideneinkommens ist - grundsätzlich der Berech
nung
in der angefochtenen Verfügung folgend - vom Tabellenwert TA1 der LSE 2012 für Männer im Anforderungsniveau 4
(einfache und repetitive Tätigkeiten)
in der Höhe von Fr. 4‘901.
auszugehen. Unter Berücksichtigung einer
betriebs
üblichen
Arbeits
zeit von 41,7 Wochenstunden und der
Nominallohnent
wick
lung
(Index 2010: 2‘151; Index 2013: 2‘204
) errechnet sich ein E
inkommen von Fr.
62‘822.20
(= Fr. 4‘901.
x 12
x 41,7/40 x 2‘204/2‘151).
Die Beschwerdegegnerin nahm in der angefochtenen Verfügung keinen
leidens
bedingten
Abzug vom statistisch ermittelten Wert vor.
Angesichts der Tatsache, dass dem Beschwerdeführer noch ein weites Betätigungsfeld
offen
steht
und
ihm jede körperlich leichte Tätigkeit zu 100 % möglich ist, erscheint die Ein
schätzung der Beschwerdegegnerin nachvollziehbar. Aber selbst wenn dem Be
schwerdeführer ein leidensbedingter Abzug zugestanden werden sollte, könnte ein solcher angesichts der Umstände nicht mehr als 10 % betragen.
Diesfalls
ergäbe sich ein Invalideneinkommen von
Fr. 56‘540.
(= 0.9 x Fr. 62‘822.20).
Angesichts eines
Valideneinkommens
von Fr. 72‘668.80 errech
nete sich
diesfalls
ein ebenfalls rentenausschliessender
Invaliditätsgrad von
rund 22 %.
5.2.5
Die Kritik des Beschwerdeführers, wonach es ihm nicht möglich sei, eine Anstel
lung zu finden, in der er das statistisch ermittelte Invalideneinkommen erzielen könne, ist im vorliegenden Kontext nicht zielführend. Bereits im Urteil des hie
sigen Gerichts vom 22. Juni 2009 (Urk. 7/143
S. 3
; Prozess Nr. IV.2007.01044) wurde auf das Konzept des ausgeglichenen Arbeitsmarktes hingewiesen.
Danach
ist nicht die konkrete Verdienstmöglichkeit ausschlaggebend, sondern eine solch
e bei intaktem Verhältnis von Angebot und Nachfrage
.
Schliesslich kann auch nicht auf den vom Beschwerdeführer erzielten tatsächli
chen Lohn abgestellt werden.
D
ie in E. 5.2.2
genannten, dafür notwendigen Be
dingungen
sind
nicht erfüllt, weil das erzielte Einkommen zu
sehr
vom sta
tis
tisch ermittelten Einkommen abweicht.
Hinzu kommt, dass die Angabe in der Beschwerdeschrift
(vgl. auch Urk. 3/2)
, wonach
d
er
Beschwerdeführer
monatlich Fr. 3‘701.
(13 x)
verdiene (mithin
jährlich Fr. 48‘113.
)
,
Bonuszahlungen und weitere Zulagen (etwa Schichtzulagen) unberücksichtigt l
ässt.
D
er in den Akten liegende Lohnausweis für das Jahr 2012
weist vielmehr
ein Einkommen von
Fr. 50‘963.
aus (Urk. 7/168/12). Selbst bei (hypothetischer) Zugrundelegung die
ses Einkommens
beziehungsweise des beschwerdeweise geltend gemachten Einkommens
ergäbe
n sich immer noch rentenausschliessende
Invaliditätsgrad
e von rund 30 % beziehungsweise 34 %.
Auch
der ehemals
vom Beschwerdeführer
mandatierte Rechtsanwalt
errechnete
lediglich einen Invaliditätsgrad von 27,8 % und hielt im Ergebnis korrekt fest, dass ein Rentenanspruch nicht gegeben sei (Urk. 3/3).
5.3
Aus dem Gesagten folgt, dass die Beschwerdegegnerin den Rentenanspruch des Beschwerdeführers zu Recht verneint hat. Die Beschwerde erweist sich als unbe
gründet und ist somit abzuweisen.
6.
Gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweige
rung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert innerhalb des gesetzlichen Rahmens (
Fr.
20
0.
bis Fr. 1'000.
) auf
Fr. 500.
festzusetzen und dem
unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
500
.-- werden
dem Beschwerdeführer
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
dem
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zu
gestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
X.___
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthal
ten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
GräubStocker