# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bbd81a63-1303-5216-8ea4-d348ba8fcedf
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-05-04
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht 04.05.2022 810 21 273
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_003_810-21-273_2022-05-04.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und 
Verwaltungsrecht 
 
vom 4. Mai 2022 (810 21 273) 
____________________________________________________________________ 
 
 
 
Ausländerrecht 
 
 
Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung zufolge Sozialhilfeabhängigkeit / Krank-
heitsbedingte Arbeitsunfähigkeit / Selbstverschulden 
 
 
 
Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, Kantonsrichter Stefan 

Schulthess, Hans Furer, Niklaus Ruckstuhl, Kantonsrichterin Ana  
Dettwiler, Gerichtsschreiberin i.V. Chantal Fischli 
 
 

Beteiligte A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Joël Naef, Advokat 
  

 
gegen 
 
 

 Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft, 4410 Liestal,  
Beschwerdegegner 
 

  
  
Betreff Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und Wegweisung aus der 

Schweiz (RRB Nr. 1347 vom 28. September 2021) 
 
 
 
A. Der türkische Staatsangehörige A.____ (geb. 1966) reiste im Jahr 1984 in die Schweiz 
ein. Nach der Ablehnung seines Asylgesuchs wurde er vorläufig aufgenommen und erhielt 1990 
eine Aufenthaltsbewilligung. Im Folgejahr heiratete er in der Türkei B.____. Die kinderlos ge-

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bliebene Ehe wurde 1995 wieder geschieden, nachdem der Familiennachzug für seine Ehefrau 
aufgrund ungenügender finanzieller Mittel nicht bewilligt worden war. 
 
B. Soweit aus den vorhandenen Akten noch rekonstruierbar wurde A.____ im Jahr 1994 
erstmals von der Sozialhilfe unterstützt. Das damalige kantonale Amt für Migration (seit dem 
1. Januar 2019: Amt für Migration und Bürgerrecht, nachfolgend: AfMB) ermahnte A.____ am 
10. August 2000 und am 2. Juli 2001 wegen fortgesetzten Bezugs von Sozialhilfegeldern und 
wegen Schulden. Trotz zeitweiliger Arbeitstätigkeit musste A.____ weiterhin über längere Zeit 
von der Sozialhilfe unterstützt werden. Am 5. Juli 2006 erging aufgrund des Fortbestehens die-
ser Problematik eine ausländerrechtliche Verwarnung. Mit Verfügung vom 31. Oktober 2008 
verweigerte das AfMB A.____ schliesslich aufgrund der Sozialhilfeabhängigkeit die Verlänge-
rung der Aufenthaltsbewilligung. Dagegen beschwerte er sich erfolglos beim Regierungsrat 
(RRB Nr. 249 vom 17. Februar 2009). Die dagegen erhobene verwaltungsgerichtliche Be-
schwerde wurde vom Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwal-
tungsrecht (Kantonsgericht), gutgeheissen und das AfMB wurde angewiesen, die Aufenthalts-
bewilligung zu verlängern (Urteil des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- 
und Verwaltungsrecht [KGE VV], vom 5. August 2009 [810 09 75]). 
 
C. Am 18. Juni 2016 wurde A.____ aufgrund der fortdauernden Sozialhilfeabhängigkeit 
und wegen seiner Schulden einmal mehr ausländerrechtlich verwarnt. 
 
D. Mit Verfügung vom 7. Februar 2019 wies die IV-Stelle Basel-Landschaft nach durchge-
führtem Vorbescheidverfahren das Leistungsbegehren von A.____ ab, da ihm aus medizini-
scher Sicht die Ausübung einer leichten bis mittelschweren Tätigkeit im Umfang von 100 % zu-
mutbar sei. 
 
E. Nachdem A.____ seit 2013 durchgehend von der Sozialhilfe unterstützt worden war, 
gewährte ihm das AfMB mit Schreiben vom 12. Dezember 2019 das rechtliche Gehör zu einer 
allfälligen Nichtverlängerung seiner Aufenthaltsbewilligung und Wegweisung aus der Schweiz. 
Im Rahmen seiner Stellungnahme reichte A.____ diverse Belege über Arbeitseinsätze, Stellen-
suchbemühungen sowie vorübergehende krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeiten ein. Mit 
Schreiben vom 17. April 2020 ersuchte das AfMB um ergänzende Auskünfte hinsichtlich seiner 
Erwerbslosigkeit trotz rechtskräftiger Abweisung des IV-Gesuchs, woraufhin A.____ mit Schrei-
ben vom 28. April 2020 Stellung nahm. Nach erneuter Aufforderung seitens des AfMB, die noch 
offenen Fragen hinsichtlich Anstellung und Stellensuchbemühungen zu beantworten, äusserte 
sich A.____ schliesslich mit Schreiben vom 9. Januar 2021 dahingehend, dass ein geplantes 
Geschäft nicht zustande gekommen sei und er sich im Moment zu deprimiert fühle, um eine 
Arbeitsstelle zu suchen oder gar anzutreten. 
 
F. Mit Verfügung vom 26. April 2021 lehnte das AfMB die Verlängerung der Aufenthalts-
bewilligung ab und wies A.____ aus der Schweiz weg. Das Amt begründete seine Verfügung im 
Wesentlichen damit, dass sich der Betrag der bisherigen Sozialhilfeunterstützung auf 
Fr. 360'784.-- belaufe und somit ein Widerrufsgrund vorliege. A.____s Sozialhilfeabhängigkeit 
sei dauerhaft und selbstverschuldet. Nicht zuletzt aufgrund seiner strikten Weigerung, einer 

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Erwerbstätigkeit nachzugehen, sei die Nichtverlängerung und Wegweisung auch verhältnis-
mässig. Ein Härtefall liege nicht vor. 
 
G. Die dagegen erhobene Beschwerde wies der Regierungsrat mit Beschluss Nr. 1347 
vom 28. September 2021 ab und ordnete an, dass A.____ die Schweiz innert 30 Tagen seit 
Rechtskraft des Entscheids zu verlassen habe. Dem Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege 
und Verbeiständung durch Joël Naef, Advokat, wurde weiter stattgegeben. Im Wesentlichen 
erwog der Regierungsrat, dass die langjährige Sozialhilfeabhängigkeit überwiegend selbstver-
schuldet sei und aufgrund einer retro- und prospektiven Betrachtung der Gesamtumstände für 
eine unbestimmte Zeit anhalten werde. Insbesondere seien beim Beschwerdeführer gemäss 
den IV-Akten weniger medizinische als motivationale Gründe für seine Nichterwerbstätigkeit 
verantwortlich. Dieser habe keine zumutbaren Arbeitsbemühungen getätigt. Auch würden aus-
ser der sehr langen Aufenthaltsdauer in der Schweiz keine gewichtigen privaten Interessen für 
einen weiteren Verbleib in der Schweiz sprechen. Zwar werde anerkannt, dass eine Rückkehr 
in die Türkei mit merklich schwierigeren Lebensumständen verbunden sei, sie sei allerdings in 
einer Gesamtwürdigung seines Gesundheitszustandes, seiner Arbeitsfähigkeit und der verfüg-
baren medizinischen Versorgung in der Türkei zumutbar. 
 
H. Mit Eingabe vom 30. September 2021 hat A.____, weiterhin vertreten durch Joël Naef, 
Advokat, gegen den Regierungsratsbeschluss vom 28. September 2021 beim Kantonsgericht 
Beschwerde erhoben mit dem Antrag, der angefochtene Entscheid unter o/e-Kostenfolge auf-
zuheben und die Aufenthaltsbewilligung sei zu verlängern. Eventualiter sei die Angelegenheit 
zur Abklärung des Sachverhalts und zur neuerlichen Entscheidung an die Vorinstanz oder das 
AfMB zurückzuweisen. Auch sei dem Beschwerdeführer eventualiter die unentgeltliche Rechts-
pflege zu gewähren. In der Beschwerdebegründung vom 26. November 2021 macht der Be-
schwerdeführer im Wesentlichen geltend, dass er psychisch angeschlagen und in einer missli-
chen gesundheitlichen Situation sei. Es liege eine deutliche Angststörung vor. Es bestehe wei-
ter eine soziale Phobie, die zum sozialen Rückzug führe. In der Gruppe fühle er sich unsicher 
und ausgegrenzt. Er sei zudem depressiv und suizidal. Aufgrund seiner gesundheitlichen Be-
schwerden sei er arbeitsunfähig. Auf die gegenteiligen Feststellungen in den medizinischen 
Gutachten der IV könne nicht unbesehen abgestellt werden. Trotz seiner Schwierigkeiten sei es 
ihm im Sommer 2021 gelungen, eine Stelle als Hauswart mit einem 35 %-Pensum anzutreten. 
Die dauerhafte Sozialhilfeabhängigkeit stehe deswegen nicht mit hinreichender Sicherheit fest. 
Schuldenwirtschaft betreibe er sodann nicht, strafrechtlich sei er unbescholten und er sei 
sprachlich gut integriert. Das öffentliche Interesse an der Verhinderung künftiger Sozialhilfeab-
hängigkeit allein vermöge sein - angesichts seiner ausgesprochen langen Aufenthaltsdauer von 
37 Jahren äusserst gewichtiges - privates Interesse an einem weiteren Aufenthalt nicht zu 
überwiegen. Eine erzwungene Rückkehr in die Türkei sei schliesslich unzumutbar, da er sich 
aller Voraussicht nach mit extremer Armut konfrontiert sehe, ein grosses Risiko der Obdachlo-
sigkeit bestehe und er kaum genügenden Zugang zur von ihm benötigten gesundheitlicher Ver-
sorgung haben würde. 
 
I. In seiner Vernehmlassung vom 18. Januar 2022 beantragt der Regierungsrat unter 
Verweis auf die Erwägungen des angefochtenen Entscheids die kostenfällige Abweisung der 

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Beschwerde. Er trägt vor, dass der Beschwerdeführer den Eindruck einer fortgesetzten Sozial-
hilfeabhängigkeit - trotz zwischenzeitlicher Teilzeitanstellung - nicht zuverlässig zu beseitigen 
vermöge. Die gesundheitlichen Beeinträchtigungen seien nicht derart gravierend, dass sie den 
Beschwerdeführer gänzlich an der Teilnahme am wirtschaftlichen Leben gehindert hätten, wo-
bei insbesondere die fehlenden Bemühungen um Arbeit negativ ins Gewicht fielen. 
 
J. Mit Präsidialverfügung vom 15. Februar 2022 wurde der Fall der Kammer zur Beurtei-
lung überwiesen und dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Prozessführung und Verbei-
ständung bewilligt. 
 
K. Anlässlich der heutigen Parteiverhandlung halten die Parteien an den gestellten Be-
gehren und wesentlichen Begründungen fest. Der Beschwerdeführer reicht ein ärztliches Ar-
beitsunfähigkeitszeugnis vom 21. April 2022 mit einer Verordnung zur Physiotherapie zu den 
Akten. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g : 
 
1. Gemäss § 43 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozess-
ordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist gegen Verfügungen und Entscheide des Regie-
rungsrates die verwaltungsgerichtliche Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Verfas-
sungs- und Verwaltungsrecht, zulässig. Da weder ein Ausschlusstatbestand nach § 44 VPO 
noch ein spezialgesetzlicher Ausschlusstatbestand vorliegt, ist die Zuständigkeit des Kantons-
gerichts zur Beurteilung der vorliegenden Angelegenheit gegeben. Der Beschwerdeführer ist 
vom angefochtenen Entscheid berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhe-
bung (§ 47 VPO). Auch die weiteren formellen Voraussetzungen sind erfüllt, so dass auf die 
Beschwerde einzutreten ist. 
 
2. Mit der verwaltungsgerichtlichen Beschwerde können gemäss § 45 Abs. 1 lit. a und b 
VPO Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung, Unterschreitung oder Missbrauch des 
Ermessens sowie die unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhalts gerügt wer-
den. Die Beurteilung der Angemessenheit ist dem Kantonsgericht - abgesehen von hier nicht 
vorliegenden Ausnahmefällen - untersagt (§ 45 Abs. 1 lit. c VPO e contrario). 
 
3. Streitgegenstand der vorliegenden Beschwerde bildet die Nichtverlängerung der Auf-
enthaltsbewilligung des Beschwerdeführers und dessen Wegweisung aus der Schweiz. 
 
3.1 Nach Art. 33 Abs. 3 des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer und 
über die Integration (AIG) vom 16. Dezember 2005 ist die Aufenthaltsbewilligung befristet und 
kann verlängert werden, wenn keine Widerrufsgründe gemäss Art. 62 Abs. 1 AIG vorliegen. Für 
den Widerruf der Aufenthaltsbewilligung nach Art. 62 Abs. 1 lit. e AIG reicht es, wenn eine aus-
ländische Person oder eine Person, welche für sie zu sorgen hat, auf Sozialhilfe angewiesen 
ist. Entgegen dem Wortlaut ist der Widerruf nicht bei jedem Sozialhilfebezug erfüllt. Die Sozial-
hilfeabhängigkeit muss erheblich sein und es muss die Gefahr einer fortgesetzten Sozialhilfe-

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abhängigkeit bestehen (MARC SPESCHA/ANDREAS ZÜND/PETER BOLZLI/CONSTANTIN HRUSCHKA/
FANNY DE WECK, Kommentar Migrationsrecht, 5. Aufl., Zürich 2019, Rz. 14 zu Art. 62 AIG). Für 
die Beurteilung der Gefahr der Sozialhilfeabhängigkeit ist von den aktuellen Verhältnissen aus-
zugehen, während die zu erwartende finanzielle Entwicklung auf längere Sicht abgewogen wird. 
Ausschlaggebend ist eine Prognose zur voraussichtlichen Entwicklung der finanziellen Situation 
in Berücksichtigung der realisierbaren Einkommensaussichten. Beim Widerrufsgrund aufgrund 
Sozialhilfeabhängigkeit geht es in erster Linie darum, eine zusätzliche und damit künftige Belas-
tung der öffentlichen Wohlfahrt zu vermeiden. Der auf diese Bestimmung gestützte Widerruf der 
Bewilligung (bzw. deren Nichtverlängerung) fällt grundsätzlich dann in Betracht, wenn eine Per-
son hohe finanzielle Unterstützungsleistungen erhalten hat und nicht damit gerechnet werden 
kann, dass sie in Zukunft für ihren Lebensunterhalt sorgen wird (Urteil des BGer 2C_13/2018 
vom 16. November 2018 E. 3.2 m.w.H.). Ob der Widerrufsgrund der Sozialhilfeabhängigkeit 
nach Art. 62 Abs. 1 lit. e AIG vorliegt, wird jeweils objektiv - ohne Rücksicht auf das Verschul-
den - beurteilt. Massgeblich ist die Höhe der ausgerichteten Beträge sowie die prognostische 
Beurteilung, ob mit einer Ablösung von der Sozialhilfe (noch) gerechnet werden kann. Ob und 
inwieweit die betroffene Person ein Verschulden an der Sozialhilfebedürftigkeit trifft, beschlägt 
nicht die Frage des Widerrufsgrundes, sondern bildet Teil der Prüfung der Verhältnismässigkeit 
der aufenthaltsbeendenden Massnahme (KGE VV vom 9. Dezember 2020 [810 20 150] E. 9.2; 
Urteil des BGer 2C_370/2021 vom 28. Dezember 2021 E. 3.4; Urteil des BGer 2C_9/2020 vom 
29. Juni 2020 E. 4.3.4 ff.; Urteil des BGer 2C_291/2019 vom 9. August 2019 E. 4.1 f.). 
 
3.2 Zwischen 1994 und 2009 hatte der Beschwerdeführer Fürsorgeleistungen im Umfang 
von Fr. 136'129.-- bezogen und nur sporadisch gearbeitet. Das Kantonsgericht stufte die von 
ihm bezogene Sozialhilfe in seinem Urteil vom 5. August 2009 sowohl in der Höhe als auch in 
der zeitlichen Hinsicht als erheblich ein (vgl. KGE VV vom 5. August 2009 [810 09 75] E. 7.4). 
Diese Qualifikation besteht heute unverändert fort: Seit dem damaligen Urteil vervielfachte sich 
die Unterstützungsleistung auf nunmehr insgesamt Fr. 360'784.-- (Stand April 2021). Gemäss 
der Rechtsprechung kann in der vorliegenden Konstellation bereits ein Betrag von 
Fr. 50'000.-- als erheblich gelten (vgl. Urteil des BGer 2C_263/2016 vom 10. November 2016 
E. 3.1.3 m.w.H.). Nach der gerichtlich angeordneten Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung 
war der Beschwerdeführer lediglich bis im Juni 2012 erwerbstätig. Seit Juni 2013 wird er wieder 
ununterbrochen durch die Sozialhilfebehörde C.____ unterstützt. Er arbeitete zwar in den Jah-
ren 2013 und 2015 in einem Teilzeitpensum, diese kurzzeitigen Anstellungen reichten aber 
nicht annähernd für die Deckung des Lebensunterhalts. Ebenso wenig führte die im Juni 2021 
angetretene Teilzeitstelle als Hauswart einer Liegenschaft zu einer Loslösung von der Sozialhil-
fe. Wie sich an der heutigen Parteiverhandlung herausstellte, ist der Beschwerdeführer seit No-
vember 2021 bereits nicht mehr dort tätig, weshalb es nicht mehr zur in der Beschwerdebe-
gründung angekündigten Erhöhung des Arbeitspensums kommen wird. In Anbetracht der nun-
mehr seit Jahrzehnten andauernden Bedürftigkeit, der unsteten Erwerbsbiographie und der 
äusserst zweifelhaften Arbeitsmotivation (vgl. dazu nachfolgend E. 5) kann heute nicht ernsthaft 
damit gerechnet werden, dass der Beschwerdeführer innert vernünftiger Frist seinen Lebensun-
terhalt selber wird verdienen können, zumal er sich nach wie vor für 100 % arbeitsunfähig hält 
und ihm entsprechendes auch hausärztlich attestiert wird (vgl. zuletzt das Arbeitsunfähigkeits-
zeugnis vom 21. April 2022). Der Beschwerdeführer wird voraussichtlich weiter vollumfänglich 

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oder zumindest in erheblichem Mass auf Sozialhilfeleistungen angewiesen bleiben. Der Wider-
rufsgrund gemäss Art. 62 Abs. 1 lit. e AIG ist demnach erfüllt. 
 
4.1 Der Beschwerdeführer beruft sich auf die Konvention zum Schutze der Menschenrech-
te und Grundfreiheiten (EMRK) vom 4. November 1950 und macht geltend, dass die Nichtver-
längerung seiner Aufenthaltsbewilligung und die damit verbundene Wegweisung sein Recht auf 
Achtung des Privatlebens gemäss Art. 8 Ziff. 1 EMRK verletzen würden. Nach der bundesge-
richtlichen Rechtsprechung kann nach einem ordnungsgemässen Aufenthalt von rund zehn 
Jahren davon ausgegangen werden, dass die sozialen Beziehungen in diesem Land so eng 
geworden sind, dass es für eine Aufenthaltsbeendigung besonderer Gründe bedarf; im Einzel-
fall kann es sich freilich anders verhalten und die Integration zu wünschen übriglassen. Das 
grundsätzlich legitime Interesse an einer Steuerung der Zuwanderung bzw. an der Erhaltung 
eines ausgewogenen Verhältnisses zwischen schweizerischer und ausländischer Wohnbevöl-
kerung kann unter diesen Umständen für sich allein nicht genügen, um eine Verlängerung der 
Aufenthaltsbewilligung zu verweigern (BGE 144 I 266 E. 3.9). Wie die Vorinstanz zutreffend 
festgehalten hat, kann sich der Beschwerdeführer vorliegend auf das Recht auf Achtung des 
Privatlebens berufen. Ein hieraus fliessender Anspruch auf Aufenthalt gilt allerdings nicht abso-
lut, sondern kann insbesondere bei Vorliegen des durch den Beschwerdeführer gesetzten Wi-
derrufsgrundes nach Art. 62 Abs. 1 lit. e AIG eingeschränkt werden (vgl. etwa Urteil des BGer 
2C_212/2019 vom 12. September 2019 E. 4.2), weshalb es vorliegend nur darauf ankommen 
kann, ob der entsprechende Eingriff als verhältnismässig zu qualifizieren ist. Mit Verweis auf die 
jüngste Praxis des Bundesgerichts ist festzuhalten, dass zur Eingriffsfeststellung gemäss Art. 8 
Ziff. 1 EMRK, zur Eingriffsrechtfertigung gemäss Art. 8 Ziff. 2 EMRK und zur allgemeinen Ver-
hältnismässigkeitsprüfung eines Bewilligungswiderrufs auf nahezu identische Kriterien abzustel-
len ist (vgl. BGE 144 I 266 E. 3.7 f.; BGE 139 I 31 E. 2.3.3), weshalb die gebotenen Prüfschritte 
in der nachfolgenden Gesamtabwägung zusammenfallen. 
 
4.2 Die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung ist nur gerechtfertigt, wenn sich der 
Widerrufsgrund gestützt auf eine im Einzelfall vorgenommene Interessenabwägung als verhält-
nismässig erweist (vgl. Art. 96 Abs. 1 AIG; BGE 135 II 377 E. 4.5). Es wird geprüft, ob die öf-
fentlichen Interessen an der Nichtverlängerung der Bewilligung die privaten Interessen des Be-
schwerdeführers am Verbleib in der Schweiz gestützt auf eine umfassende Güterabwägung 
überwiegen. Nach dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit muss eine Verwaltungsmassnahme 
zur Verwirklichung des im öffentlichen Interesse liegenden Ziels geeignet und notwendig sein. 
Ausserdem muss der angestrebte Zweck in einem vernünftigen Verhältnis zu den Belastungen 
stehen, die dem Privaten auferlegt werden (vgl. ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX 
UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 8. Aufl., Zürich 2020, Rz. 514 ff.). Beim Widerrufs-
grund der Sozialhilfeabhängigkeit sind insbesondere die Hintergründe, warum eine Person so-
zialhilfeabhängig wurde, und somit das Verschulden der ausländischen Person in den Ent-
scheid miteinzubeziehen und zu würdigen (Urteil des BGer 2C_263/2016 vom 10. November 
2016 E. 3.2). Fälle einer unverschuldeten Notlage sollen nicht zum Widerruf wegen Sozialhilfe-
abhängigkeit führen (Urteil des BGer 2C_74/2010 vom 10. Juni 2010 E. 4.1). 
 

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5. Es ist dementsprechend zunächst zu prüfen, ob es der Beschwerdeführer mutwillig 
unterlassen hat, einer beruflichen Tätigkeit nachzugehen, und ihm folglich ein Verschulden an 
der Sozialhilfeabhängigkeit vorgeworfen werden kann. 
 
5.1 Der Beschwerdeführer behauptet, seine gesundheitlichen Probleme hätten zu einer 
unverschuldeten Arbeitsunfähigkeit geführt, weshalb ihm kein Vorwurf zu machen sei. Dieser 
Auffassung kann nicht gefolgt werden. Der Beschwerdeführer verfügt über keine Berufsausbil-
dung und hat vornehmlich Hilfsarbeitertätigkeiten ausgeübt. Schon lange bevor er die ersten 
medizinischen Beschwerden beklagte, ging er keiner geregelten Erwerbsarbeit nach. So finden 
sich in den Vorakten bis in die 1990er-Jahre zurückliegende Hinweise auf Schwierigkeiten bei 
der Integration ins Erwerbsleben und auf fortgesetzte Arbeitslosigkeit (vgl. z.B. das Schreiben 
des Regionalen Arbeitsvermittlungszentrums C.____ vom 28. Mai 1996 mit der Anweisung zur 
Anmeldung bei einem Beschäftigungsprogramm). Immer wieder hat der Beschwerdeführer in 
den vergangenen drei Jahrzehnten Stellen nach relativ kurzer Zeit verloren, wobei die Gründe 
dafür im Dunkeln bleiben. Aus dem von der IV-Stelle eingeholten psychiatrischen Gutachten 
ergeben sich Indizien für eine schwierige, konflikthafte Persönlichkeitsstruktur als mögliche Ur-
sache. Der Beschwerdeführer gab sich anlässlich des Explorationsgesprächs überzeugt, von 
verschiedenen Arbeitgebern ausgenützt und betrogen worden zu sein. Auch die Arbeitslosen-
versicherung habe ihm zustehende Gelder nicht ausbezahlt. Arbeiten gehe nicht mehr, er wolle 
sich den Belastungen der Arbeitswelt nicht mehr unterziehen. Er erwähnte, dass er nicht bereit 
sei, sich an einer allfälligen Arbeitsstelle kritisieren zu lassen, und dass er allenfalls aggressiv 
reagieren würde, wenn er denn arbeiten müsste. Der Gutachter hielt fest, dass der Beschwer-
deführer seine Arbeitsunfähigkeit mit diffusen Schmerzen und körperlichen Einschränkungen 
begründe, die allesamt nicht hinreichend objektiviert werden könnten. Die geklagten Beschwer-
den, sowohl die somatischen wie auch die psychischen, würden allesamt sehr vage geschildert 
und seien auch äusserst widersprüchlich. Die einer Behandlung praktisch unzugängliche sub-
jektive Krankheitsüberzeugung habe keinen Krankheitswert. Der Gutachter schloss daraus, 
dass keine relevante Einschränkung der Leistungsfähigkeit festgestellt werden könne und der 
Beschwerdeführer in der Lage sei, jeder beruflichen Tätigkeit nachzugehen, die keine hohen 
Anforderungen an die intellektuellen Fähigkeiten stelle (vgl. Psychiatrisches Gutachten von Dr. 
med. D.____ vom 9. Juli 2018, S. 11 ff., nachfolgend: Gutachten). 
 
5.2 Diesen gutachterlichen Erkenntnissen widerspricht der Beschwerdeführer. Er verweist 
auf verschiedene Arztzeugnisse, die in den vergangenen Jahren eine vollständige Arbeitsunfä-
higkeit attestiert hätten. Dabei ist allerdings der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass 
behandelnde Ärzte im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen 
mitunter eher zugunsten ihrer Patienten aussagen. Dies gilt grundsätzlich nicht nur für Hausärz-
te (vgl. BGE 135 V 465 E. 4.5). Im Gegensatz zu den behandelnden Ärzten unterstehen die im 
IV-Verfahren beauftragten medizinischen Experten einer strafbewehrten Wahrheitspflicht und 
schliessen sie ihre Beurteilung mit der Unterzeichnung einer Erklärung zu ihrer eigenen Unab-
hängigkeit, Unbefangenheit und Objektivität ab. Die vorgelegten Arbeitsunfähigkeitszeugnisse 
enthalten im Übrigen oftmals keine Ausführungen zu den gestellten Diagnosen, so dass sie 
inhaltlich nicht nachvollziehbar sind. Auffällig sind dabei die häufigen Arztwechsel und die schie-
re Anzahl der konsultierten Spezialisten. Seit 2019 wird der Beschwerdeführer offenbar wegen 

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eines depressiven Syndroms ambulant behandelt. Nachdem der behandelnde Psychiater im 
gleichen Schreiben auf eine in Aussicht stehende Teilzeitanstellung hinweist, geht er ganz of-
fensichtlich selber von einer vorhandenen Arbeitsfähigkeit aus (vgl. Schreiben von Dr. med. 
E.____ vom 2. Mai 2020, Beschwerdebeilage 3). Auch der Hausarzt hält etwa leichte Reini-
gungsarbeiten von zwei Stunden pro Tag für möglich (Schreiben von Dr. med. F.____ vom 
18. Mai 2020, Beschwerdebeilage 1). Dazu kommt vorliegend, dass der Beschwerdeführer bei 
medizinischen Untersuchungen eine Verdeutlichungstendenz mit hypochondrischen Zügen an 
den Tag legt und seine anamnestischen Angaben zum Teil offensichtlich widersprüchlich sind. 
So soll er nach seiner Darstellung bei einer Arbeit aufgrund von Fussbeschwerden nicht mehr 
länger schmerzfrei stehen oder gehen können. Andererseits berichtet er von stundenlangen 
Spaziergängen. Seine angeblichen Sozialphobien und sein behaupteter sozialer Rückzug ste-
hen sodann in einem auffälligen Kontrast zum im vorliegenden Verfahren eingereichten Emp-
fehlungsschreiben des Vereins G.____ vom 10. Juni 2021 (Beschwerdebeilage 6). Darin wird 
ausgeführt, dass der Beschwerdeführer seit 2017 regelmässig das Vereinslokal in C.____ be-
suche und sich als interkultureller Kommunikator betätige. Er verfüge über ein breites Netzwerk 
und viele Bekanntschaften. Der Verein habe ihn als motivierte und engagierte Person kennen-
gelernt. Angesichts dessen drängt sich der Schluss auf, dass der Beschwerdeführer systema-
tisch medizinische Gründe sucht, um nicht mehr arbeiten zu müssen (so auch der im Gutachten 
S. 3 f. zitierte Arztbericht von Dr. H.____ vom 28. Juli 2016). In dieses Bild passt auch, dass er 
kein aufrechtes Interesse an nachhaltigen Therapien, wie etwa einem therapeutischen Aufbau-
training, zeigt (vgl. Arztbericht von PD Dr. I.____, zit. im Gutachten S. 4 f.). Den behördlichen 
Bemühungen um Arbeitsvermittlung entzog er sich systematisch, indem er sich immer wieder 
kurzfristig von vereinbarten Terminen abmeldete und auch sonst keine Eigeninitiative in Sachen 
Stellensuche zeigte (vgl. Zwischenbericht der Regionalen Integrationsstelle C.____ vom 7. Juni 
2017, zit. im Gutachten S. 5). In Würdigung dieser Gesamtumstände ist von einem Selbstver-
schulden des Beschwerdeführers an der Sozialhilfeabhängigkeit auszugehen. 
 
5.3 Dennoch ist vorliegend nicht zu verkennen, dass der Beschwerdeführer heute an di-
versen gesundheitlichen Problemen von einem gewissen Ausmass leidet, die er jedoch aggra-
viert. In diesem Sinne handelt es sich bei ihm in der Tat um einen Patienten mit einem multi-
morbiden Zustand mit organischen Störungen und einer psychischen Verfassung, welche eine 
Integration ins Berufsleben erschwert (so das Schreiben von Dr. med. F.____ vom 18. Mai 
2020). Insbesondere die im vorgelegten Bericht des Allgemeinmediziners gestellten somati-
schen Diagnosen sind nicht grundsätzlich in Zweifel zu ziehen. So bestehen unter anderem 
eine Einschränkung des Gesichtsfeldes, schwere Abnützungserscheinungen der Halswirbelsäu-
le, ein Nervenkompressionssyndrom an der Hand sowie eine Arthrose. Wegen einer subtalaren 
Arthrodese wurde der Beschwerdeführer am 2. November 2021 im Kantonsspital Baselland am 
Fuss operiert. Dazu kommen eine Herzkreislauferkrankung, Bluthochdruck und eine Atemstö-
rung mit nächtlicher Sauerstoffuntersättigung. Der Diabetes mellitus ist behandlungsbedürftig. 
Auch wenn durch die gesundheitlichen Probleme die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit in den 
letzten Jahren unzweifelhaft erschwert war, durfte vom Beschwerdeführer erwartet werden, 
dass er sich darum bemüht - wenn (vorerst) allenfalls auch nur im zweiten Arbeitsmarkt. Selbst 
nach der gutachterlichen Feststellung einer praktisch uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit und 
der Abweisung seines Rentenbegehrens durch die Invalidenversicherung unternahm der Be-

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schwerdeführer zu keinem Zeitpunkt ernsthafte Anstrengungen, um sich von der Sozialhilfe zu 
lösen. Entgegen seiner Darstellung existieren auf dem Arbeitsmarkt durchaus (Teilzeit-)Stellen 
für körperlich nicht voll leistungsfähige Hilfsarbeiter, so dass die Stellensuche nicht von Vornhe-
rein aussichtslos war, wie der Beschwerdeführer mit der im Juni 2021 angetretenen Hauswart-
stelle im Übrigen gleich selber unter Tatbeweis stellte. Die jahrelange hartnäckige Verweige-
rung jeglicher beruflichen Eingliederung trotz mindestens teilweise vorhandener Arbeitsfähigkeit 
gereicht dem Beschwerdeführer zum Vorwurf. Es steht nicht in seinem Belieben, aus dem akti-
ven Erwerbsleben auszusteigen und seinen Lebensunterhalt stattdessen von der Sozialhilfe 
finanzieren zu lassen. 
 
6.1 Wie die Vorinstanz zu Recht festgehalten hat, besteht generell ein - auch vom Europä-
ischen Gerichtshof für Menschenrechte anerkanntes ("wirtschaftliches Wohl") - gewichtiges In-
teresse der Öffentlichkeit, Ausländer und Ausländerinnen, welche dauerhaft und in erheblichem 
Masse auf die Sozialhilfe angewiesen sind und dadurch die öffentliche Hand stark belasten, 
wegzuweisen (vgl. KGE VV vom 8. Dezember 2021 [810 21 171] E. 8.4; BGE 139 I 330 E. 3.2; 
Urteil des BGer 2C_430/2020 vom 13. Juli 2020 E. 6.4 m.w.H.). Mit einer Wegweisung aus der 
Schweiz kann letztlich das Risiko einer anhaltenden Belastung der öffentlichen Hand durch den 
Beschwerdeführer vermieden werden, weshalb grundsätzlich auch ein bedeutendes öffentliches 
Interesse an dessen Fernhaltung von der Schweiz besteht. Da die Sozialhilfeabhängigkeit vor-
liegend wie soeben aufgezeigt in erster Linie auf dessen Passivität und fehlende Motivation, 
sich zu integrieren und einer Erwerbstätigkeit nachzugehen, zurückzuführen und somit gröss-
tenteils selbstverschuldet ist, muss - auch angesichts der erheblichen Zeitdauer und Höhe des 
Sozialhilfebezugs - von einem gewichtigen öffentlichen Interesse an der Wegweisung ausge-
gangen werden. 
 
6.2 Auf der Seite der privaten Interessen fällt primär die lange Anwesenheitsdauer ins Ge-
wicht. Der Beschwerdeführer lebt heute seit 38 Jahren in der Schweiz. Bei der Einreise war der 
Beschwerdeführer gerade einmal 18-jährig, er hat somit sein ganzes Erwachsenenleben hier 
verbracht. Entsprechend ist die äusserst lange Anwesenheitsdauer stark zu gewichten (vgl. 
Urteil des BGer 2C_23/2018 vom 11. März 2019 E. 4.3.1; Urteil des BGer 2C_527/2017 vom 
20. November 2017 E. 5.2). 
 
6.3.1 Im Rahmen der Interessenabwägung ist zunächst wiederum an das den Beschwerde-
führer betreffende frühere kantonsgerichtliche Urteil zu erinnern. In den dortigen Erwägungen 
hielt das Gericht fest, dass gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung bei einer über 
zehnjährigen Anwesenheit in der Schweiz gewichtige Interessen gegen eine Ausweisung oder 
Heimschaffung wegen Bedürftigkeit in die Abwägung miteinzubeziehen seien. Erst recht müsse 
dies demnach gelten, wenn ein Ausländer mehr als 20 Jahre in der Schweiz gelebt habe (KGE 
VV vom 5. August 2009 [810 09 75] E. 9.2). Im Lichte der langen Anwesenheitsdauer des Be-
schwerdeführers und dem Umstand, dass die Behörden trotz des Vorliegens von Wegwei-
sungsgründen die Aufenthaltsbewilligung über mehrere Jahre, oftmals kommentarlos, verlän-
gert hätten, sowie angesichts der Tatsache, dass sich der Beschwerdeführer während seiner 
ganzen Aufenthaltsdauer - abgesehen von seinen finanziellen Schwierigkeiten - nichts habe zu 
Schulden kommen lassen, erscheine die ausschliesslich die Vermeidung einer zukünftigen Be-

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lastung der Sozialhilfe bezweckende Massnahme unverhältnismässig (KGE VV vom 5. August 
2009 [810 09 75] E. 8.5). 
 
6.3.2 In Berücksichtigung dieses früheren Urteils ist heute festzuhalten, dass mit dem über 
Jahre fortgesetzten Bezug von Sozialhilfe und dem anhaltend vorwerfbaren Verhalten des Be-
schwerdeführers das öffentliche Interesse mittlerweile gestiegen ist. Quasi im Gleichschritt ist 
aber auch die Aufenthaltsdauer angewachsen, so dass das private Interesse heute ebenfalls 
stärker als noch vor 13 Jahren ins Gewicht fällt. Relativierend ist dazu aber sogleich anzumer-
ken, dass der Beschwerdeführer alleinstehend ist und selber angibt, in der Schweiz über keine 
sozialen Beziehungen zu verfügen (vgl. hierzu allerdings oben E. 5.2), was nicht auf eine starke 
Verankerung in der hiesigen Gesellschaft und Kultur schliessen lässt. Die beruflich-
wirtschaftliche Integration des Beschwerdeführers ist denn auch (wohl definitiv) gescheitert. 
Ansonsten hat der Beschwerdeführer seine finanziellen Verhältnisse heute im Griff und seit 
Jahren keine neuen Schulden angehäuft, so dass ihm in dieser Hinsicht kein Vorwurf der man-
gelnden Integration (mehr) gemacht werden kann. Wie sich in der Parteiverhandlung bestätigt 
hat, kann sich der Beschwerdeführer auch relativ gut in der deutschen Sprache verständigen. In 
strafrechtlicher Hinsicht ist er unbescholten. 
 
6.3.3 In die Interessenabwägung einzubeziehen sind ferner die konkreten Verhältnisse im 
Land, in das die betroffene Person auszureisen hätte, und die sich daraus für sie ergebenden 
Auswirkungen auf ihre künftigen Lebensumstände (Urteil des BGer 2C_120/2015 vom 2. Febru-
ar 2016 E. 3.2). Mit der Vorinstanz und entgegen den Vorbringen des Beschwerdeführers ist 
nicht davon auszugehen, dass eine Rückkehr wegen seines Gesundheitszustands unzumutbar 
wäre, da in der Türkei eine angemessene medizinische Versorgung nicht gewährleistet sei. Der 
Zugang zur notwendigen medizinischen Behandlung ist für die beim Beschwerdeführer diag-
nostizierten, keineswegs ungewöhnlichen und in der Bevölkerung weitverbreiteten Gesund-
heitsprobleme erfahrungsgemäss auch in der Türkei gewährleistet. Eine Unzumutbarkeit der 
Wegweisung liegt nicht schon dann vor, wenn das Gesundheits- und Sozialversicherungswesen 
im Heimatland qualitativ nicht mit demjenigen in der Schweiz vergleichbar ist. Auch haben 
schwierige wirtschaftliche Verhältnisse im Herkunftsland grundsätzlich keine Unzumutbarkeit 
der Ausreise zur Folge. Der Beschwerdeführer hat bis zum Eintritt ins Erwachsenenalter im 
Heimatland gelebt; dort ist er aufgewachsen und wurde er sozialisiert. Er dürfte mit der türki-
schen Sprache und Kultur weiterhin vertraut sein, verkehrt er doch in der Schweiz in ausland-
türkischen Kreisen. Nichtsdestotrotz präsentieren sich die konkreten persönlichen Verhältnisse 
des Beschwerdeführers dergestalt, dass eine Rückkehr für ihn mit einer aussergewöhnlichen 
Härte verbunden wäre. Zu berücksichtigen ist dabei, dass er die Türkei vor 38 Jahren verlassen 
und sein Heimatland nur selten besucht hat - letztmals im Jahr 2005. Er ist gewissen gesund-
heitlichen Einschränkungen unterworfen und verfügt über keine Ausbildung oder nennenswerte 
Berufserfahrung, was es ihm im Alter von 56 Jahren besonders schwermachen dürfte, wirt-
schaftlich Fuss zu fassen. Auf die Unterstützung von Familienmitgliedern kann er dabei offenbar 
nicht unbedingt zählen, da das Verhältnis zu den beiden dort lebenden Schwestern angespannt 
sei. Die von der Vorinstanz an der heutigen Verhandlung ins Spiel gebrachte Möglichkeit, die an 
die schweizerische Alters- und Hinterlassenenversicherung entrichteten Beiträge an die türki-
sche Sozialversicherung überweisen zu lassen, vermag vor dem Hintergrund des bescheidenen 

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Umfangs der geleisteten Beiträge die drohenden gravierenden wirtschaftlichen Konsequenzen 
einer Wegweisung nur unwesentlich zu schmälern. 
 
6.4 In der Gesamtbetrachtung ist dasselbe Fazit zu ziehen wie vor 13 Jahren: Unbestreit-
bar liegt zwar ein gewichtiges öffentliches Interesse an der Wegweisung des Beschwerdefüh-
rers in der Waagschale. Auf der anderen Seite ist ihm aber aufgrund der langen Aufenthalts-
dauer in der Schweiz und den zu erwartenden besonderen Schwierigkeiten bei einer Rückkehr 
in die Türkei ein überwiegendes privates Interesse am Verbleib in der Schweiz zuzugestehen. 
Die - ohne hinzutretende weitere Widerrufsgründe - einzig auf den anhaltenden Sozialhilfebe-
zug gestützte Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung erscheint deswegen auch zum heu-
tigen Zeitpunkt nicht verhältnismässig. 
 
7. Daraus ergibt sich, dass die Beschwerde vollumfänglich gutzuheissen ist. Der ange-
fochtene Entscheid ist antragsgemäss aufzuheben und das AfMB ist anzuweisen, die Aufent-
haltsbewilligung des Beschwerdeführers zu verlängern. Eine erneute Verwarnung mit der An-
drohung einer inskünftigen Nichtverlängerung der Bewilligung wäre nach dem vorstehend Ge-
sagten kaum aussichtsreich, weshalb das Gericht vorliegend darauf verzichtet. Dies bedeutet 
nicht, dass der Beschwerdeführer von seiner nach wie vor bestehenden Pflicht entbunden wäre, 
in konstruktiver Zusammenarbeit mit den Sozialhilfebehörden die Ablösung von der Sozialhilfe 
anzustreben. 
 
8.1 Es bleibt über die Kosten zu befinden. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor 
Kantonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und die 
Beweiskosten und werden in der Regel der unterliegenden Partei auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). 
Vorliegend sind die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 2'500.-- entsprechend dem Ausgang 
des Verfahrens dem unterliegenden Regierungsrat aufzuerlegen. 
 
8.2 Nach § 21 Abs. 1 VPO kann der obsiegenden Partei für den Beizug eines Anwalts bzw. 
einer Anwältin eine angemessene Entschädigung zulasten der Gegenpartei zugesprochen wer-
den. Ausgangsgemäss ist dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung zulasten des Re-
gierungsrats zuzusprechen. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers macht in der Honorar-
note vom 16. Februar 2022 einen Aufwand von 13.25 Stunden à Fr. 250.-- und Auslagen in der 
Höhe von Fr. 169.20 geltend, was nicht zu beanstanden ist. Für die heutige Parteiverhandlung 
und deren Vorbereitung ist ein Zeitaufwand von 3 Stunden hinzuzurechnen. Mehrwertsteuer 
wird keine geltend gemacht. Der Regierungsrat hat dem Beschwerdeführer demzufolge eine 
Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 4'231.70 (inkl. Auslagen) zu bezahlen. 
 
8.3 Bezüglich der Neuverlegung der Kosten des vorinstanzlichen Verfahrens ist die Ange-
legenheit an den Regierungsrat zurückzuweisen. 
  

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Demgemäss wird  e r k a n n t : 
 
 
://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird der Regierungsratsbeschluss 

Nr. 1347 vom 28. September 2021 aufgehoben und das Amt für Migrati-
on und Bürgerrecht des Kantons Basel-Landschaft wird angewiesen, die 
Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers zu verlängern. 

   
 2. Die Angelegenheit wird zur Neuverlegung der Kosten des vorinstanzli-

chen Verfahrens an den Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft 
zurückgewiesen. 

   
 3. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 2'500.-- werden dem Regie-

rungsrat des Kantons Basel-Landschaft auferlegt. 
   
 4. Der Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft hat dem Beschwerde-

führer eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 4'231.70 (inkl. Aus-
lagen) auszurichten. 

 
 
 
Präsidentin 
 
 
 
 

Gerichtsschreiberin i.V.