# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f8783d0f-f3c0-5378-8ccf-cee111269488
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-04-14
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 14.04.2025 A-1041/2023
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-1041-2023_2025-04-14.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung I 

A-1041/2023 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 4 .  A p r i l  2 0 2 5  

Besetzung 
 Richter Jürg Marcel Tiefenthal (Vorsitz), 

Richter Maurizio Greppi, Richterin Christine Ackermann,    

Gerichtsschreiber Tobias Grasdorf. 
 

 
 

Parteien 
 Stadt Zürich,  

Elektrizitätswerk der Stadt Zürich (ewz),  

Tramstrasse 35,  

Postfach, 8050 Zürich,   

Beschwerdeführerin,  

  
 

 
gegen 

 
 

Eidgenössisches Starkstrominspektorat ESTI,  

Luppmenstrasse 1, 8320 Fehraltorf,    

Vorinstanz.  

  
 

 
 

Gegenstand 
 Aufstieg zu Fotovoltaikanlage auf Schulhaus Grünau. 

 

 

 

A-1041/2023 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Das Elektrizitätswerk der Stadt Zürich (ewz) ist Betriebsinhaberin der Pho-

tovoltaikanlage am Grünauring 26 und 28 in Zürich. Die Anlage befindet 

sich auf dem Dach des Schulhauses Grünau. 

B.  

Am 6. Mai 2020 kontrollierte das Eidgenössische Starkstrominspektorat 

ESTI die Anlage. In seinem Inspektionsbericht vom 6. Mai 2020 respektive 

vom 25. November 2020 stellte das ESTI (unter anderem) Folgendes fest:  

"2.1.8.1 Inspektion, Mangel M101786270  

Der Zugang zu den WR und der SK auf dem Dach ist nur mittels Absturzsi-

cherung möglich.  

Eine SK sowie auch ein WRE müssen ohne Hilfsmittel erreicht werden kön-

nen.  

NIN 4.3.2.5.3 Anschlussüberstromunterbrecher sind so anzuordnen, dass sie 

jederzeit zugänglich sind und ohne Hilfsmittel leicht erreicht und bedient wer-

den können." 

C.  

Das ESTI gab dem ewz mit Schreiben vom 13. Juli 2022 eine letzte Mög-

lichkeit zur Behebung des Mangels bis am 19. August 2022. Das ESTI 

führte aus, sollte der Mangel bis zu diesem Zeitpunkt nicht behoben wor-

den sein, werde es die Mängelbehebung kostenpflichtig verfügen. Mit 

Schreiben vom 25. Juli 2022 ersuchte das ewz um den Erlass einer an-

fechtbaren Verfügung. 

D.  

Am 18. Januar 2023 wies das ESTI das ewz per Verfügung an, den ge-

nannten Mangel bis zum 31. März 2023 zu beheben sowie dem ESTI die 

erforderliche Behebungsanzeige zuzustellen. Für den Fall des Nichteinhal-

tens drohte das ESTI dem ewz an, dass die Sache zur Bestrafung wegen 

Widerhandlung gegen behördliche Anordnungen an das Bundesamt für 

Energie weitergeleitet werde und der Mangel unter Anwendung von unmit-

telbarem Zwang behoben werde. 

E.  

Am 21. Februar 2023 erhob die Stadt Zürich, ewz Elektrizitätswerk der 

Stadt Zürich (Beschwerdeführerin), Beschwerde gegen die Verfügung des 

ESTI (Vorinstanz) vom 18. Januar 2023. Sie beantragt, die Verfügung sei 

aufzuheben. In prozessualer Hinsicht beantragt sie, es sei die Suva zur 

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Frage der Zuständigen für die Beurteilung der Einhaltung der relevanten 

Arbeitssicherheitsbestimmungen zu befragen respektive es sei ein Mitbe-

richt der Suva zu dieser Frage einzuholen. Zudem sei die Suva zur Frage 

der Normenkonformität des Dachzugangs auf dem Schulhaus Grünau zu 

befragen respektive es sei ein Mitbericht der Suva zu dieser Frage einzu-

holen. 

F.  

Am 28. April 2023 nahm die Vorinstanz zur Beschwerde Stellung. Am 

31. Mai 2023 reichte die Beschwerdeführerin ihre Schlussbemerkungen 

ein und am 7. Juni 2023 reichte sie eine weitere Eingabe nach. 

G.  

Am 27. Juni 2023 lehnte die Suva die Eingabe eines Fachberichts ab. Sie 

führte aus, sie gebe zur Vermeidung von Interessenkonflikten keine Fach-

berichte in verwaltungsrechtlichen Verfahren ab.  

H.  

Mit Eingabe vom 27. September 2023 nahm die Eidgenössische Koordina-

tionskommission für Arbeitssicherheit EKAS auf Aufforderung des Bundes-

verwaltungsgerichts zur Beschwerde Stellung. 

I.  

Die Vorinstanz verzichtete am 3. November 2023 auf eine Stellungnahme 

zum Fachbericht der EKAS. Die Beschwerdeführerin nahm am 8. Novem-

ber 2023 dazu Stellung. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt Beschwerden gegen Verfü-

gungen im Sinne von Art. 5 VwVG (Art. 31 VGG), soweit diese von einer 

Vorinstanz nach Art. 33 VGG erlassen worden sind und keine Ausnahme 

von seiner Zuständigkeit vorliegt (Art. 32 VGG). 

Das ESTI ist eine der Aufsicht des Eidgenössischen Departements für Um-

welt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) unterstellte Dienststelle 

(Art. 1 Abs. 3 der Verordnung vom 7. Dezember 1992 über das Eidgenös-

sische Starkstrominspektorat, ESTI-Verordnung, SR 734.24) und damit 

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eine Vorinstanz des Bundesverwaltungsgerichts gemäss Art. 33 Bst. d 

VGG. Der angefochtene Entscheid ist eine Verfügung im Sinne von Art. 5 

Abs. 1 VwVG und somit ein taugliches Anfechtungsobjekt (Art. 31 VGG). 

Da zudem kein Ausnahmegrund nach Art. 32 VGG vorliegt, ist das Bun-

desverwaltungsgericht zur Beurteilung der Beschwerde zuständig. 

Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach dem 

VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG). 

1.2 Die Beschwerdeführerin hat sich am vorinstanzlichen Verfahren betei-

ligt und ist als Adressatin der angefochtenen Verfügung sowohl formell als 

auch materiell beschwert, weshalb sie zur Beschwerde legitimiert ist (vgl. 

Art. 48 Abs. 1 VwVG). 

1.3 Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde (Art. 50 Abs. 1 

und Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist somit einzutreten. 

2.  

Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet im vorliegenden Verfahren mit 

voller Kognition: Es überprüft die angefochtene Verfügung auf Verletzun-

gen des Bundesrechts – einschliesslich Überschreitung und Missbrauch 

des Ermessens –, auf unrichtige oder unvollständige Feststellung des 

rechtserheblichen Sachverhalts und auf Unangemessenheit (Art. 49 

VwVG). 

3.  

Streitig und zu prüfen ist, ob die Vorinstanz die Beschwerdeführerin zu 

Recht dazu verpflichtete, den Mangel M101786270 in Ziff. 2.1.8.1 des In-

spektionsberichts vom 25. November 2020 (vgl. Sachverhalt Bst. B) zu be-

heben. 

4.  

4.1 Die Vorinstanz führt aus, die Photovoltaikanlage auf dem Dach des 

Schulhauses Grünau sei insofern mangelhaft, als sich der Wechselrichter 

und die Überstrom-Schutzeinrichtung auf dem Dach des Schulhauses be-

fänden und der Zugang nur mittels Absturzsicherung möglich sei. Eine 

Kontrolle, Ausschaltung oder Wartung der Anlage verlange deshalb in je-

dem Fall einen Aufstieg auf das Dach. Die Regeln der Technik, die Nieder-

spannungs-Installations-Norm (NIN) von Electrosuisse, sähen vor, dass 

der Zugang leicht möglich sein müsse und die Überstrom-Schutzeinrich-

tung jederzeit ohne Hilfsmittel zugänglich sein müsse. Dies sei nicht der 

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Fall. Um zu der Photovoltaikanlage auf dem Dach zu gelangen, müsse man 

durch ein abgeschlossenes Fenster auf eine Plattform steigen, von wo aus 

eine Leiter auf das Dach führe. Da die Leiter keinen Rückenschutz habe, 

müsse eine Absturzsicherung (Sicherung durch ein Seil) verwendet wer-

den. Es würden nur wenige (wenn überhaupt) Kontrolleure und Service-

techniker über die dafür notwendige persönliche Ausrüstung gegen Absturz 

(PSAgA) und die entsprechende Aus- und Weiterbildung verfügen. Mindes-

tens jedes fünfte Jahr müsse eine Kontrolle erfolgen. Dafür benötige der 

Kontrolleur Zugang zu Schaltgerätekombinationen, Überstrom-Schutzein-

richtungen, Wechselrichtern und zur Installation selbst. Im Falle eines Feh-

lers müsse der Zugang zudem jederzeit gewährleistet sein. Die Beschwer-

deführerin sei mehrmals aufgefordert worden, den Mangel zu beheben, 

habe aber keine Massnahmen ergriffen. 

Es genüge nicht, dass sich der Anschlussüberstromunterbrecher im Keller 

befinde und damit zugänglich sei; für Anschlussüberstromunterbrecher gäl-

ten die gleichen Bestimmungen wie für Überstrom-Schutzeinrichtungen in 

den Installationen, weshalb auch diese jederzeit und ohne Hilfsmittel leicht 

erreich- und bedienbar sein müssten. Wechselrichter (speziell bei Photo-

voltaikanlagen) und Überstrom-Schutzanlagen seien grundlegende Be-

triebsmittel einer elektrischen Anlage zur Vermeidung von Störungen und 

zur Kontrolle der Sicherheit, insbesondere für den Personen- und Brand-

schutz. Könnten in einem Notfall diese Anlagen nicht genügend schnell er-

reicht werden, könne dies verheerende Folgen haben. Mögliche Lösungs-

ansätze wären z.B. gewesen, die Überstrom-Schutzeinrichtungen und 

Wechselrichter im Gebäude zu integrieren oder diese ausserhalb des Ge-

bäudes auf Erdgeschossebene anzubringen. 

4.2 Die Beschwerdeführerin bringt vor, der Anschlussüberstromunterbre-

cher befinde sich im Keller im Hausanschlusskasten. Damit könnten alle 

Anlagen auf dem Dach als Ganzes oder einzeln abgeschaltet werden, wes-

halb die Vorgaben der NIN erfüllt seien. Die leichte Zugänglichkeit zu 

Wechselrichter und Überstromunterbrecher solle gewährleisten, dass alle 

Anlagen auf dem Dach im Notfall schnell ausgeschaltet werden könnten, 

was damit hier gewährleistet sei. Die PSAgA für den Dachaufstieg sei kein 

Hilfsmittel im Sinne der NIN, sondern eine persönliche Schutzausrüstung. 

Die NIN nenne Bedienpodeste oder ortsfeste Leitern als Hilfsmittel, solche 

seien hier nicht nötig. 

Der Zugang zum Dach sei selber keine elektrische Installation; für den Auf-

stieg über eine Leiter auf das Dach des Schulhauses fänden deshalb die 

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Vorschriften über die Verhütung von Berufsunfällen und Berufskrankheiten 

(Arbeitssicherheit) gemäss der Verordnung über die Verhütung von Unfäl-

len und Berufskrankheiten vom 19. Dezember 1983 (VUV, SR 832.39) An-

wendung. Die Suva habe bestätigt, dass die Einrichtung absturzsiche-

rungstechnisch in einwandfreiem Zustand sei. Aufgrund des Knicks in der 

Leiter, die zum Aufstieg auf das Dach benutzt werde, sei ein Rückenschutz 

nicht erste Wahl, weil es schwierig sei, eine geknickte Leiter mit einem Rü-

ckenschutz zu besteigen, ohne sich den Kopf anzustossen. Auf dem Dach 

müsse sowieso eine Seilsicherung mit PSAgA getragen werden, da kein 

Kollektivschutz (Geländer) vorhanden sei. Die Suva rate von der Verwen-

dung eines Rückenschutzes bei Steigleitern ab, wenn auf dem Dach die 

PSAgA getragen werden müsse, da diese auf der Leiter einen besseren 

Schutz gegen einen Absturz biete. Für die Verwendung einer PSAgA müss-

ten die Personen nur über eine Ausbildung von einem Tag verfügen, eine 

Auffrischung alle zwei Jahre sei nicht notwendig. Ihre Erfahrung zeige, 

dass alle Kontrolleure und Servicetechniker, mit denen sie zusammenar-

beite, über die Ausbildung verfügten.  

4.3 Die EKAS führt aus, die NIN solle sicherstellen, dass weder Personen 

noch Sachen noch Tiere gefährdet würden; Schutzziel sei zudem das Ver-

meiden von Störungen von anderen Installationen (Art. 3 und 4 der Verord-

nung über elektrische Niederspannungsinstallationen vom 7. November 

2001, NIV, SR 734.27). Sie sei jedoch nicht zu einer Aussage befugt, ob 

der Zugang zu Wechselrichter und Überstrom-Schutzeinrichtung der NIN 

entspreche, da sie bezüglich der Elektrizitätsgesetzgebung und deren Voll-

zug nicht zuständig sei.  

5.  

5.1 Die Starkstromverordnung regelt Erstellung, Betrieb und Instandhal-

tung von elektrischen Starkstromanlagen (Art. 1 Abs. 1 der Verordnung 

über elektrische Starkstromanlagen, Starkstromverordnung, SR 734.2). 

Für Niederspannungsinstallationen bleiben die besonderen Bestimmun-

gen der NIV vorbehalten (vgl. Art. 1 Abs. 3 Starkstromverordnung, der noch 

auf die altrechtliche Verordnung über elektrische Niederspannungsinstalla-

tionen vom 6. September 1989 verweist, und Art. 1 Abs. 1 NIV). Photovol-

taik-Anlagen, die an eine Niederspannungsinstallation angeschlossen 

sind, gehören selber zur Niederspannungsinstallation (Art. 1 Abs. 2 Bst. a 

und Art. 2 Abs. 1 Bst. c NIV). 

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5.2 Elektrische Installationen müssen nach den anerkannten Regeln der 

Technik erstellt, geändert, in Stand gehalten und kontrolliert werden. Sie 

dürfen bei bestimmungsgemässem und möglichst auch bei voraussehba-

rem unsachgemässem Betrieb oder Gebrauch sowie in voraussehbaren 

Störungsfällen weder Personen noch Sachen oder Tiere gefährden (Art. 3 

Abs. 1 NIV). Als anerkannte Regeln der Technik gelten insbesondere die 

Normen der International Electrotechnical Commission und des Comité 

Européen de Normalisation Electrotechnique. Wo international harmoni-

sierte Normen fehlen, gelten die schweizerischen Normen (Art. 3 Abs. 2 

NIV). 

Im Bereich der Niederspannungsinstallationen gilt die Niederspannungs-

Installations-Norm (NIN) als anerkannte Regel der Technik. Diese wird von 

der Electrosuisse (Verband für Elektro-, Energie- und Informationstechnik) 

herausgegeben. Die NIN 2015 wurde am 1. Januar 2020 durch die 

NIN 2020 ersetzt. Der Bau der hier relevanten Anlage wurde vor dem 1. Ja-

nuar 2020 begonnen, weshalb auf die NIN 2015 abzustellen ist. 

NIN 2015 4.3.2.5 sieht vor, dass Anschlussüberstromunterbrecher so an-

zuordnen sind, dass sie jederzeit zugänglich sind und ohne Hilfsmittel leicht 

erreicht und bedient werden können. NIN 2015 5.1.3.1 sieht (unter ande-

rem) vor, dass Betriebsmittel so anzuordnen sind, dass betriebsmässige 

Bedienung, Überprüfung, Wartung und der Zugang zu den lösbaren Ver-

bindungen leicht möglich sind. Überstrom-Schutzeinrichtungen sind so an-

zuordnen, dass sie jederzeit ohne Hilfsmittel zugänglich und bedienbar 

sind. Eine Überstrom-Schutzeinrichtung wird als Einrichtung definiert, die 

dazu bestimmt ist, einen Stromkreis zu unterbrechen, wenn der Strom im 

Leiter des Stromkreises einen vorher festgelegten Wert für eine bestimmte 

Zeitdauer überschreitet (NIN 2015 2.1.14.14). 

5.3 Verwaltungsrechtliche Massnahmen und Sanktionen müssen verhält-

nismässig sein (Art. 5 Abs. 2 BV). Der Grundsatz der Verhältnismässigkeit 

verlangt, dass eine Massnahme für das Erreichen des im öffentlichen oder 

privaten Interesse liegenden Ziels geeignet und erforderlich ist und sich für 

die Betroffenen in Anbetracht der Schwere der damit verbundenen 

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Belastungen als zumutbar erweist. Es muss mit anderen Worten eine ver-

nünftige Zweck-Mittel-Relation bestehen (vgl. bspw. BGE 148 II 392 

E. 8.2). 

6.  

6.1 Die Vorinstanz ist Aufsichts- und Kontrollbehörde für elektrische Anla-

gen, die nicht dem Bundesamt für Verkehr BAV unterstehen (Art. 1 Abs. 1 

ESTI-Verordnung). Sie hat unter anderem die Aufsicht und Kontrolle inne 

über Bau, Betrieb und Instandhaltung von elektrischen Anlagen, im Bereich 

der Niederspannungserzeugnisse und -installationen sowie im sicherheits-

technischen Bereich von Schwachstromanlagen (Art. 2 Abs. 1 Bst. a und f 

ESTI-Verordnung). Sie kontrolliert in der Regel innerhalb eines Jahres 

nach der Fertigstellung, ob die Anlage vorschriftsgemäss und in Überein-

stimmung mit den genehmigten Plänen erstellt worden ist und die zum 

Schutz der Umwelt verfügten Massnahmen umgesetzt worden sind (Art. 13 

der Verordnung über das Plangenehmigungsverfahren für elektrische An-

lagen vom 2. Februar 2000, VPeA, SR 734.25). Die Vorinstanz führt damit 

zu Recht aus, sie sei für die Aufsicht und die Kontrolle der Photovoltaikan-

lage auf dem Schulhaus Grünau zuständig: Sie ist befugt, elektrische Nie-

derspannungsinstallationen auf ihre Konformität mit den einschlägigen 

rechtlichen Voraussetzungen zu prüfen, namentlich auf die Einhaltung der 

Bestimmungen der NIV für die Sicherheit beim Arbeiten an elektrischen In-

stallationen (Art. 3 Abs. 1 NIV sowie Art. 1 Abs. 1 und Art. 2 Abs. 1 Bst. a 

und f ESTI-Verordnung).  

Demgegenüber ist die Suva zuständig für den Vollzug der Bestimmungen 

über die Verhütung von Berufsunfällen und Berufskrankheiten, das heisst, 

der Arbeitssicherheit im Allgemeinen (Art. 85 Abs. 1 des Bundesgesetzes 

über die Unfallversicherung vom 20. März 1981, UVG, SR 832.20). Ziel 

dieser Bestimmungen ist die Verhütung von Berufsunfällen und Berufs-

krankheiten (Art. 82 Abs. 1 UVG); einschlägig sind die Bestimmungen nach 

den Art. 3 ff. VUV. 

Bezüglich des Aufgangs zum Dach des Schulhauses Grünau finden im 

Grundsatz sowohl die Bestimmungen bezüglich Arbeitssicherheit gemäss 

VUV Anwendung als auch die Bestimmungen zur Sicherheit für das Arbei-

ten an elektrischen Installationen nach Art. 2 NIV. Die Bestimmungen sind 

grundsätzlich kumulativ zu berücksichtigen. Die Einhaltung der VUV steht 

hier jedoch nicht in Frage, weshalb auf die Bestimmungen der NIV zu fo-

kussieren ist.  

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6.2 Bezüglich Sachverhalt ist unbestritten, dass der Zugang zur Photovol-

taikanlage auf dem Dach des Schulhauses Grünau durch ein abgeschlos-

senes Fenster auf eine Plattform führt und von dort über eine Leiter mit 

einem Knick auf das Dach. Das Dach hat keinen Kollektivschutz (als Ab-

sturzsicherung, z.B. Geländer), weshalb Personen auf dem Dach angeseilt 

sein müssen (Anseilschutz). Für das Anseilen ist eine persönliche Schutz-

ausrüstung gegen Absturz (PSAgA) notwendig, die mindestens aus einem 

Auffanggurt, einem Falldämpfer und einer Anschlagschlinge besteht. Auch 

für den Aufstieg über die Leiter ist ein Anseilschutz mittels PSAgA notwen-

dig, da die Leiter nicht über einen Rückenschutz verfügt. Personen, die 

eine PSAgA benutzen, müssen gemäss Suva mindestens eine eintägige 

Grundausbildung machen. 

Die Wechselrichter und die Überstrom-Schutzeinrichtung der Photovoltaik-

anlage befinden sich auf dem Dach und sind über die beschriebene Leiter 

zugänglich. Der Anschlussüberstromunterbrecher befindet sich im Keller 

des Schulhauses. Mit dem Anschlussüberstromunterbrecher können alle 

Anlagen auf dem Dach als Ganzes oder je einzeln abgeschaltet werden.   

6.3  

6.3.1 Der erste Satz des von der Vorinstanz gerügten Mangels 2.1.8.1 (vgl. 

Sachverhalt Bst. B: "Der Zugang zu den WR und der SK auf dem Dach ist 

nur mittels Absturzsicherung möglich.") stellt für sich allein genommen eine 

Feststellung des Sachverhalts dar. Im Kontext mit dem zweiten Satz ("Eine 

SK sowie auch ein WRE müssen ohne Hilfsmittel erreicht werden kön-

nen.") ist daraus zu schliessen, dass die Vorinstanz moniert, es sei unzu-

lässig, dass der Zugang zu den Überstrom-Schutzeinrichtungen und zu 

den Wechselrichtern auf dem Dach nur mit einer Absturzsicherung möglich 

sei. Dahingehend sind auch die Eingaben der Vorinstanz im Beschwerde-

verfahren zu verstehen. Im dritten Satz verweist die Vorinstanz auf 

NIN 2015 4.3.2.5.3, die vorgibt, dass Anschlussüberstromunterbrecher so 

anzuordnen sind, dass sie jederzeit zugänglich sind und ohne Hilfsmittel 

leicht erreicht und bedient werden können. 

6.3.2 Der Anschlussüberstromunterbrecher für die Photovoltaikanlage auf 

dem Dach des Schulhauses Grünau befindet sich im Keller im Hausan-

schlusskasten. Der Anschlussüberstromunterbrecher kann dort jederzeit 

leicht und ohne Hilfsmittel erreicht und bedient werden, womit die NIN 2015 

4.3.2.5.3 insoweit erfüllt ist. Dies räumt im Grundsatz auch die Vorinstanz 

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Seite 10 

in ihrer Vernehmlassung vom 28. April 2023 ein. Insoweit besteht kein 

Mangel.  

6.3.3 NIN 2015 4.3.2.5 bezieht sich ausdrücklich (und ausschliesslich) auf 

die Anschlussüberstromunterbrecher; auf die (weiteren) Überstrom-

Schutzeinrichtungen bezieht sie sich nicht. Auf Überstrom-Schutzeinrich-

tungen im Allgemeinen bezieht sich hingegen die NIN 2015 5.1.3.1 (vgl. 

E. 5.2). Die Beispiele und Erläuterungen zu NIN 2015 5.1.3.1.2 bezüglich 

der Zugänglichkeit ohne Hilfsmittel zeigen, dass sich diese Norm in erster 

Linie auf die Anordnung der Elemente der Anlage bezieht, so beispiels-

weise bezüglich Einbauhöhe ab Boden, allfälliger Bedienungspodeste oder 

der freien Höhe über dem Bedienungsstandort (vgl. auch den Wortlaut der 

Norm selber: "Betriebsmittel sind so anzuordnen…"). Es ist unbestritten, 

dass diese in den Beispielen und Erläuterungen genannten Anforderungen 

hier eingehalten sind. 

Da sich der Anschlussüberstromunterbrecher wie gezeigt (E. 6.3.2) leicht 

und ohne Hilfsmittel erreichbar im Keller befindet, ist vorliegend die von 

Art. 3 Abs. 1 NIV und NIN 2015 geforderte Sicherheit insofern gewährleis-

tet, als die Photovoltaikanlage sowohl im Notfall als auch präventiv bei ei-

ner Kontrolle der Anlage und ihrer Elemente ohne Zustieg auf das Dach 

ausgeschaltet werden kann. 

Die weiteren Überstromunterbrecher für die Photovoltaikanlage befinden 

sich, ebenso wie die Wechselrichter, auf dem Dach des Schulhauses. Da-

mit bleibt der Zugang zum Dach für Kontrollen, Wartungen etc. dieser Ele-

mente der Anlage notwendig. Gemäss Aussagen der Vorinstanz sind Kon-

trollen im Normalfall alle fünf Jahre notwendig. Für den Aufstieg über die 

Leiter ist wie dargelegt eine PSAgA notwendig. Eine solche ist auch auf 

dem ganzen Dach zu tragen, da aufgrund des fehlenden Geländers auf 

dem Dach eine Anseilpflicht besteht. Die diese Arbeiten ausführenden Per-

sonen müssen sich deshalb auf dem Dach aus Sicherheitsgründen ohne-

hin mit Hilfe einer PSAgA anseilen. Ein Rückenschutz der Leiter würde das 

Anseilen auf der Leiter deshalb zwar unnötig machen; trotzdem müsste für 

den Zugang zu den Überstromunterbrechern der Photovoltaikanlage wei-

terhin eine PSAgA getragen werden. Die Anbringung eines Rückenschut-

zes würde damit nicht von der Pflicht eines Anseilschutzes beim Zugriff auf 

die Photovoltaikanlage und ihre Elemente befreien. Hinzu kommt, dass ein 

Rückenschutz für geknickte Leitern unpraktisch ist und die Suva gemäss 

ihren Aussagen vom 21. Januar 2021 davon abrät, wenn auf dem Dach 

ohnehin eine PSAgA getragen werden muss (da die PSAgA einen 

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Seite 11 

wirkungsvolleren Schutz gegen Absturz biete als ein Rückenschutz). Auch 

alternative Zugänge zum Dach würden unter diesen Umständen nicht von 

der Anseilpflicht (auf dem Dach) entbinden. Die Beschwerdeführerin hat 

zudem nachvollziehbar und unter Verweis auf Aussagen ihres diesbezüg-

lichen Dienstleisters dargelegt, dass deren Kontrolleure von Photovoltaik-

anlagen im Umgang mit der PSAgA geschult sind. 

6.3.4 Zwar hätten die Überstrom-Schutzeinrichtungen und Wechselrichter 

– wie die Vorinstanz ausführt – bei der Errichtung der Photovoltaikanlage 

im Gebäude integriert oder ausserhalb des Gebäudes auf Erdgeschoss-

ebene angebracht werden können. Jedoch ist mit dem vorliegenden Arran-

gement sowohl die Sicherheit im Notfall als auch der sichere Zugang für 

Kontrollen, Wartungen etc. gewährleistet. Ein nachträglicher Umbau der 

Anlage erweist sich vor diesem Hintergrund als nicht erforderlich und damit 

unverhältnismässig. 

6.4 Den Anforderungen von NIV und NIN 2015 zur Sicherheit ist damit hier 

Genüge getan: Die Sicherheit ist durch den leicht und ohne Hilfsmittel zu-

gänglichen Anschlussüberstromunterbrecher im Keller gewährleistet und 

für Kontrollen, Wartung etc. ist die Verwendung einer PSAgA hier zulässig. 

Die der Beschwerdeführerin in der angefochtenen Verfügung auferlegten 

Pflichten erweisen sich als unverhältnismässig und damit unrechtmässig. 

Die Beschwerde ist deshalb gutzuheissen und die angefochtene Verfügung 

aufzuheben. 

7.  

7.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens gilt die Beschwerdeführerin als 

obsiegend. Sie hat deshalb keine Verfahrenskosten zu tragen. Ebenso we-

nig sind der unterliegenden Vorinstanz Verfahrenskosten aufzuerlegen 

(Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG). Der von der Beschwerdeführerin bezahlte 

Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 2’500.– ist ihr nach Eintritt der 

Rechtskraft dieses Urteils zurückzuerstatten. 

7.2 Auf die Zusprechung einer Parteientschädigung ist zu verzichten, da 

nicht davon auszugehen ist, dass der nicht vertretenen Beschwerdeführe-

rin aus der Einreichung der Beschwerde verhältnismässig hohe Kosten er-

wachsen sind (Art. 64 Abs. 1 VwVG). Auch die Vorinstanz hat als Bundes-

behörde keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 7 Abs. 3 

VGKE). 

  

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Seite 12 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen. Die angefochtene Verfügung wird auf-

gehoben. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der von der Beschwerdefüh-

rerin bezahlte Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 2’500.– wird ihr nach 

Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils zurückerstattet. 

3.  

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, die Vorinstanz und das Ge-

neralsekretariat UVEK. 

 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Jürg Marcel Tiefenthal Tobias Grasdorf 

 

 

  

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Seite 13 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange-

legenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG). Die Frist ist 

gewahrt, wenn die Beschwerde spätestens am letzten Tag der Frist beim 

Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen 

Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Ver-

tretung übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die Rechtsschrift ist in 

einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung 

mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der ange-

fochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerde-

führende Partei in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). 

 

Versand: 

 

  

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Seite 14 

Zustellung erfolgt an: 

– die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) 

– die Vorinstanz (Inspektionsbericht Nr. […]; Einschreiben) 

– das Generalsekretariat UVEK (Gerichtsurkunde)