# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 028c0a24-3c1a-5f27-8c6d-9a3e533cd8ee
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-06-15
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 15.06.2023 715 2023 31 / 135 (715 23 31 / 135)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_715-2023-31---135_2023-06-15.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-
rungsrecht 
 
 
vom 15. Juni 2023 (715 23 31 / 135) 
____________________________________________________________________ 
 
 
Arbeitslosenversicherung 
 
 
Insolvenzentschädigung: Dem Versicherten kann keine Verletzung der Schadenminde-
rungspflicht und insbesondere kein schweres Verschulden im Sinne eines vorsätzlichen 
oder grobfahrlässigen Verhaltens vorgeworfen werden  
 
 
Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichterin Susanne Afheldt, 

Kantonsrichter Christof Enderle, Gerichtsschreiber Markus Schäfer 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer 
  

 
gegen 
 
 

 Öffentliche Arbeitslosenkasse Baselland, Bahnhofstrasse 32, 
4133 Pratteln, Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff Insolvenzentschädigung  
 
 
 
A. Der 1967 geborene A.____ arbeitete seit dem 1. Februar 2018 in einem 100%-Pensum 
bei der B.____AG mit damaligem Sitz in C.____. Ab Juli 2020 kam die B.____ AG ihrer Lohn-
zahlungspflicht gegenüber A.____ nur noch unvollständig nach und mit Schreiben vom 
26. Februar 2021 kündigte sie das Arbeitsverhältnis per 30. April 2021. Im Januar 2022 verlegte 
die B.____ AG ihren Sitz nach D.____ (BL). Am 2. August 2022 eröffnete der Konkursrichter 
des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft West über die B.____ AG den Konkurs. Mit einem 

 

 
 
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ebenfalls vom 2. August 2022 datierenden, am 15. August 2022 bei der Adressatin eingegan-
genen Formular stellte A.____ bei der Öffentlichen Arbeitslosenkasse Baselland (nachfolgend: 
Kasse) unter Hinweis auf diese Konkurseröffnung Antrag auf Insolvenzentschädigung im Ge-
samtbetrag von Fr. 21'224.40. Mit Verfügung Nr. 1752/2022 vom 19. September 2022 lehnte 
die Kasse den Antrag mit der Begründung ab, A.____ habe die vom Gesetzgeber verlangte 
Schadenminderungspflicht nicht eingehalten. Daran hielt die Kasse auf Einsprache des Versi-
cherten hin mit Einspracheentscheid vom 2. Januar 2023 fest. 
 
B. Gegen diesen Einspracheentscheid erhob A.____ am 31. Januar 2023 Beschwerde 
beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsgericht (Kantonsgericht). Er beantragte, es 
sei der angefochtene Entscheid aufzuheben und es sei ihm "die volle Insolvenzentschädigung 
zuzusprechen". Eventualiter sei der angefochtene Entscheid aufzuheben und die Angelegenheit 
sei zur neuen Sachverhaltsabklärung an die Vorinstanz zurückzuweisen; unter o/e-Kostenfolge. 
 
C. In ihrer Vernehmlassung vom 20. März 2023 beantragte die Kasse die Abweisung der 
Beschwerde; unter o/e-Kostenfolge. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 

1. Gemäss den Art. 56 und 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozi-
alversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 kann gegen Einspracheentscheide der 
Versicherungsträger Beschwerde beim kantonalen Versicherungsgericht erhoben werden. Ört-
lich zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Gericht desjenigen Kantons, in dem die versicherte 
Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung Wohnsitz hat. Laut Art. 100 Abs. 3 des Bundesgeset-
zes über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) 
vom 25. Juni 1982 kann der Bundesrat die örtliche Zuständigkeit des kantonalen Versiche-
rungsgerichts für den Bereich der Arbeitslosenversicherung in Abweichung von Art. 58 ATSG 
regeln. Auf der Grundlage dieser Delegationsnorm hat der Bundesrat Art. 128 der Verordnung 
über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIV) vom 
31. August 1983 erlassen, wonach sich die Zuständigkeit des kantonalen Versicherungsgerichts 
sinngemäss nach Art. 119 AVIV richtet. Gemäss dieser Norm bestimmt sich die örtliche Zustän-
digkeit für den Bereich der Insolvenzentschädigung nach dem Ort des zuständigen Betrei-
bungs- und Konkursamtes (Art. 119 Abs. 1 lit. d AVIV). Vorliegend war für das Konkursverfah-
ren über die B.____ AG in Liquidation das Konkursamt Basel-Landschaft zuständig, weshalb 
die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 
Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 
16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtli-
che Instanz des Kantons Beschwerden gegen Einspracheentscheide der Versicherungsträger 
gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwer-
de zuständig. Auf die - im Übrigen frist- und formgerecht erhobene - Beschwerde des Versicher-
ten vom 31. Januar 2023 ist demnach einzutreten.  
 

 

 
 
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2. Streitig und zu prüfen ist, ob die Kasse zu Recht den Anspruch des Beschwerdeführers 
auf Insolvenzentschädigung für entgangene Lohnzahlungen abgelehnt hat. 
 

3.1 Laut Art. 51 Abs. 1 AVIG haben beitragspflichtige Arbeitnehmende von Arbeitgeberin-
nen und Arbeitgebern, die in der Schweiz der Zwangsvollstreckung unterliegen oder in der 
Schweiz Arbeitnehmende beschäftigen, Anspruch auf Insolvenzentschädigung, wenn: gegen 
ihre Arbeitgeber der Konkurs eröffnet wird und ihnen in diesem Zeitpunkt Lohnforderungen zu-
stehen (lit. a) oder der Konkurs nur deswegen nicht eröffnet wird, weil sich infolge offensichtli-
cher Überschuldung des Arbeitgebers kein Gläubiger bereit findet, die Kosten vorzuschiessen 
(lit. b), oder sie gegen ihren Arbeitgeber für Lohnforderungen das Pfändungsbegehren gestellt 
haben (lit. c). Der gesetzliche Zweck der Insolvenzentschädigung besteht im Schutz der Lohn-
guthaben der Arbeitnehmenden und soll diesen im Konkursfall ihres Arbeitgebers den Lebens-
unterhalt garantieren. Damit soll vermieden werden, dass die betroffenen Arbeitnehmenden 
durch den Verlust ihrer Lohnforderungen in ihrer Existenz bedroht werden (BGE 114 V 56 
E. 3c).  
 
3.2 Nach Art. 52 Abs. 1 AVIG deckt die Insolvenzentschädigung für das gleiche Arbeits-
verhältnis Lohnforderungen für höchstens die letzten vier Monate des Arbeitsverhältnisses vor 
der Konkurseröffnung des Arbeitgebers, für jeden Monat jedoch nur bis zum Höchstbetrag nach 
Art. 3 Abs. 2 AVIG. Wird über den Arbeitgeber der Konkurs eröffnet, so müssen die Arbeitneh-
menden ihren Entschädigungsanspruch gemäss Art. 53 Abs. 1 AVIG spätestens 60 Tage nach 
Veröffentlichung des Konkurses im Schweizerischen Handelsamtsblatt bei der Öffentlichen Ar-
beitslosenkasse stellen, die am Ort des Konkursamts zuständig ist. 
 
4.1 Gemäss Art. 55 Abs. 1 AVIG müssen Arbeitnehmende im Konkurs- oder Pfändungs-
verfahren alles unternehmen, um ihre Ansprüche gegenüber dem Arbeitgeber zu wahren, bis 
die Kasse ihnen mitteilt, dass sie an ihrer Stelle in das Verfahren eingetreten ist. Diese Bestim-
mung bezieht sich dem Wortlaut nach auf das Konkurs- und Pfändungsverfahren. Sie bildet 
jedoch Ausdruck der allgemeinen Schadenminderungspflicht, welche auch dann Platz greift, 
wenn das Arbeitsverhältnis vor der Konkurseröffnung aufgelöst wird. Eine ursprüngliche Leis-
tungsverweigerung infolge Verletzung der Schadenminderungspflicht im Sinne der zu Art. 55 
Abs. 1 AVIG ergangenen Rechtsprechung setzt voraus, dass der versicherten Person ein 
schweres Verschulden, also vorsätzliches oder grobfahrlässiges Handeln oder Unterlassen 
vorgeworfen werden kann (Urteil des Bundesgerichts vom 21. April 2022, 8C_814/2021, E. 2.2). 
Grobfahrlässig handelt, wer eine elementare Vorsichtsmassnahme missachtet bzw. das ausser 
Acht lässt, was jedem verständigen Menschen in gleicher Lage und unter gleichen Umständen 
als beachtlich hätte einleuchten müssen, um eine nach dem natürlichen Lauf der Dinge voraus-
sehbare Schädigung der Versicherung zu vermeiden (Urteil des Bundesgerichts vom 
18. Januar 2011, 9C_330/2010, E. 3.2 mit Verweis auf BGE 119 II 443 E. 2a). Dem Erfordernis 
der Verhältnismässigkeit ist mit dem Ausmass der von den Arbeitnehmenden zu erwartenden 
Vorkehrungen Rechnung zu tragen (Urteil des Bundesgerichts vom 21. April 2022, 
8C_814/2021, E. 2.2 mit Hinweisen).  
 

 

 
 
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4.2 Das Ausmass der vorausgesetzten Schadenminderungspflicht richtet sich nach den 
jeweiligen Umständen des Einzelfalls. Von Arbeitnehmenden wird zwar in der Regel nicht ver-
langt, dass sie bereits während des bestehenden Arbeitsverhältnisses gegen den Arbeitgeber 
Betreibung einleiten oder eine Klage einreichen. Sie haben jedoch ihre Lohnforderung gegen-
über dem Arbeitgeber in eindeutiger und unmissverständlicher Weise geltend zu machen. Zu 
weitergehenden Schritten sind Arbeitnehmende dann gehalten, wenn es sich um erhebliche 
Lohnausstände handelt und sie konkret mit einem Lohnverlust rechnen müssen. Denn es geht 
auch für die Zeit vor der Auflösung des Arbeitsverhältnisses nicht an, dass Arbeitnehmende 
ohne hinreichenden Grund während längerer Zeit keine rechtlichen Schritte zur Realisierung 
erheblicher Lohnausstände unternehmen, obschon sie konkret mit dem Verlust der geschulde-
ten Gehälter rechnen müssen. Insgesamt sollen sich Arbeitnehmende gegenüber dem Arbeit-
geber so verhalten, als ob es das Institut der Insolvenzentschädigung nicht gäbe. Dieses Erfor-
dernis lässt ein längeres Untätigsein nicht zu (Urteil des Bundesgerichts vom 29. April 2020, 
8C_820/2019, E. 4.3.1 mit zahlreichen Hinweisen). Nach der Rechtsprechung signalisieren Ar-
beitnehmende deshalb mangelndes Interesse, wenn sie gegenüber dem Arbeitgeber während 
längerer Zeit keine Anstalten treffen, ihrer Lohnforderung mit hinreichender Deutlichkeit Aus-
druck zu verleihen. Dadurch verlieren sie auch gegenüber der Arbeitslosenversicherung ihre 
Schutzbedürftigkeit und Schutzwürdigkeit (Urteil des Bundesgerichts vom 21. April 2022, 
8C_814/2021, E. 2.2). 
 
4.3 Nach konstanter Rechtsprechung genügt es für die Erfüllung der Schadenminderungs-
pflicht in der Regel nicht, wenn Lohnausstände lediglich mündlich gemahnt werden. Dies gilt 
beispielsweise, wenn es um eine lang andauernde, d.h. über zwei bis drei Monate hinaus an-
dauernde Nichterfüllung der vertraglichen Verpflichtung des Arbeitgebers geht; wenn überhaupt 
keine, also auch keine Akonto- oder Teilzahlung erfolgt; wenn aus der Sicht der versicherten 
Person nicht mit guten Gründen damit gerechnet werden kann, dass sich bald eine Besserung 
der Situation ergibt, und wenn nicht andere, im Einzelfall verständliche Gründe vorliegen, die 
ein Zuwarten mit zielgerichteten Schritten aus objektiver Sicht verständlich  erscheinen lassen 
(Urteil des Bundesgerichts vom 29. August 2011, 8C_61/2011, E. 4.2 mit Hinweis). 
 
4.4 In seiner Rechtsprechung konkretisierte das Bundesgericht, ab welchem Zeitpunkt es 
beim Zuwarten mit Vollstreckungshandlungen eine Verletzung der Schadensminderungspflicht 
als gegeben ansieht. Das Bundesgericht verneinte in Fällen, in denen mit schadensmindernden 
Handlungen ein bis zwei Monate zugewartet wurde, ein schweres Verschulden (vgl. die Urteile 
des Bundesgerichts vom 23. September 2013, 8C_356/2013, E. 4.1, und vom 7. Oktober 2020, 
8C_408/2020, E. 5.2). Ebenso wenig beanstandete das Bundesgericht ein Zuwarten von drei 
Monaten vom Ausbleiben der geschuldeten Lohnzahlung bis zur schriftlichen Geltendmachung 
als schweres Verschulden (Urteil des Bundesgerichts vom 4. November 2008, 8C_643/2008, 
E. 4). In Fallkonstellationen, in welchen während mehr als drei Monaten die Lohnausstände 
nicht eingefordert wurden, ging das Bundesgericht in der Regel von einer Verletzung der Scha-
denminderungspflicht aus, insbesondere wo es sich um massgebliche Lohnausstände handelte 
und die versicherte Person von der Gefährdung der Ansprüche aufgrund der finanziellen Situa-
tion der Arbeitgeberin wusste (vgl. das Urteil des Bundesgerichts vom 18. November 2013, 
8C_66/2013, E. 4.3). 

 

 
 
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5.1 Wie den Akten zu entnehmen ist, richtete die Arbeitgeberin dem Versicherten bis Ende 
Juni 2020 jeweils fristgerecht die vertraglich vereinbarten monatlichen Lohnzahlungen aus. Zum 
ersten Lohnausstand kam es per Ende Juli 2020. In der Folge gingen auf dem Privatkonto des 
Beschwerdeführers bei der Bank E.____ am 13. Oktober 2020, am 30. Oktober 2020 und am 
31. März 2021 noch drei volle Monatslöhne ein (vgl. Kassen-Act. Nr. 027 und 028). Es erweist 
sich deshalb als aktenwidrig, wenn die Kasse dem Versicherten im angefochtenen Einsprache-
entscheid (vgl. Ziff. 11) vorhält, er sei zehn Monate im Arbeitsverhältnis verblieben, ohne Lohn 
dafür erhalten zu haben. Insbesondere kann der Kasse in diesem Zusammenhang nicht gefolgt 
werden, wenn sie geltend macht, dem Kontoauszug der Bank E.____ könne nicht entnommen 
werden, ob es sich bei den betreffenden Überweisungen der B.____ AG effektiv um Lohnzah-
lungen gehandelt habe, zumal "gewisse Angaben wie Valuta-Datum und Höhe der Gutschrift 
geschwärzt" seien (vgl. Ziff. 13 des Einspracheentscheids). Diese Ausführungen sind schlicht 
nicht nachvollziehbar. Die von der B.____ AG am 13. Oktober 2020, am 30. Oktober 2020 und 
am 31. März 2021 überwiesenen Beträge sind in dem bei den Kassenakten liegenden, vom 
Beschwerdeführer als Beilage zu seiner Einsprache eingereichten Kontoauszug der Bank 
E.____ vom 9. Juni 2021 (Act. Nr. 022-028) jeweils klar als Lohnzahlungen bezeichnet und 
ebenso sind deren Höhe und die Valuta-Daten ohne Weiteres ersichtlich. Zudem entspricht die 
Höhe der drei Überweisungen (jeweils Fr. 3'597.30) dem Netto-Monatslohn, der dem Versicher-
ten bis Ende Juni 2020 regelmässig ausgerichtet worden war. 
 
5.2.1 Nachdem der Lohn für den Monat Juli 2020 ausgeblieben war, forderte der Beschwer-
deführer die Arbeitgeberin im August 2020 mündlich zur Lohnzahlung auf. Diese verwies auf 
den von ihr beantragten "COVID-19-Kredit" (vgl. Act. Nr. 097) und versprach weitere Lohnzah-
lungen. Nach Ausbleiben des Augustlohnes 2020 wandte sich der Versicherte am 15. Septem-
ber 2020 mündlich und schriftlich (Act. Nr. 096) an die Arbeitgeberin und ersuchte diese um 
Begleichung der ausstehenden Löhne bis Ende Monat. In der Folge gingen am 13. Oktober 
2020 ein erster und am 30. Oktober 2020 ein weiterer Monatslohn - sowie am 14. Oktober 2020 
Spesenentschädigungen - auf dem Bankkonto des Versicherten ein. Im Laufe des Monats No-
vember 2020 soll die Arbeitgeberin dem Versicherten gegenüber sodann angegeben haben, sie 
werde ein Firmenauto verkaufen und mit dem Erlös Lohnzahlungen tätigen (vgl. die Schilderung 
des Versicherten im Schreiben an die Arbeitgeberin vom 28. November 2020, Act. Nr. 094). 
Von Ende November 2020 bis zum 5. Februar 2021 erfolgten verschiedene Spesenzahlungen 
der B.____ AG an den Versicherten (vgl. Act. Nr. 028) und im Januar 2021 soll die Arbeitgebe-
rin dem Versicherten gegenüber den Eintritt eines Investors in Aussicht gestellt und weitere 
Zahlungsversprechen abgegeben haben (vgl. die Schilderung des Versicherten im Schreiben 
an die Arbeitgeberin vom 6. Februar 2021, Act. Nr. 093). Da die Lohnzahlungen weiterhin aus-
blieben, forderte der Beschwerdeführer die Arbeitgeberin vorerst mit einem weiteren Schreiben 
vom 6. Februar 2021 (Act. Nr. 093) und anschliessend mit einem eingeschriebenen Brief vom 
23. Februar 2021 (Act. Nr. 092) zur Bezahlung der ausstehenden Gehälter auf, wobei er der 
Arbeitgeberin im letztgenannten Schreiben für den Unterlassungsfall die Einleitung rechtlicher 
Schritte androhte. Am 26. Februar 2021 kündigte die Arbeitgeberin das Arbeitsverhältnis mit 
dem Versicherten schriftlich per 30. April 2021 (Act. Nr. 091).  
 

 

 
 
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5.2.2 Nach erfolgter Kündigung forderte der Versicherte die B.____ AG mit eingeschriebe-
nem Brief vom 9. März 2021 auf, bis spätestens 27. März 2021 die ausstehenden Löhne zu 
begleichen (Act. Nr. 090). In der Folge ging auf dem Bankkonto des Versicherten am 30. März 
2021 ein weiterer (einzelner) Monatslohn ein (vgl. Act. Nr. 028). Am 9. April 2021 setzte der 
Beschwerdeführer der B.____ AG - wiederum per eingeschriebenem Brief (Act. Nr. 089) - eine 
"allerletzte Frist zur Begleichung der offenen Löhne" an. Nachdem eine Reaktion seitens der 
B.____ AG unterlieben war, erhob der Versicherte am 20. April 2021 eine Klage betreffend Ar-
beitsstreitigkeit gegen seine ehemalige Arbeitgeberin (Act. Nr. 053-056), die in der Folge von 
der Präsidentin des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft West mit Entscheid vom 18. November 
2021 gutgeheissen wurde (Act. Nr. 075). Bereits zuvor, am 26. April 2021, hatte der Versicherte 
gegen die B.____ AG für die ausstehenden Löhne die Betreibung eingeleitet (Act. Nr. 087) und 
nach Eingang des erwähnten, im Lohnklageverfahren ergangenen Urteils erwirkte der Be-
schwerdeführer die Konkursandrohung gegen die ehemalige Arbeitgeberin (Act. Nr. 069, vgl. 
auch Act. Nr. 070). Am 2. August 2022 schliesslich eröffnete der Konkursrichter des Zivilkreis-
gerichts Basel-Landschaft West den Konkurs über die B.____ AG. 
 
5.3 Aus dem geschilderten Ablauf ergibt sich, dass dem Beschwerdeführer vorliegend kei-
ne Pflichtverletzung und insbesondere kein grobfahrlässiges Verschulden vorgeworfen werden 
kann.  
 
5.3.1 Nachdem er erstmals für den Monat Juli 2020 keinen Lohn erhalten hatte, mahnte der 
Versicherte die B.____ AG ab August 2020 mündlich sowie ab September 2020 auch schriftlich 
und forderte sie auf, die ausstehenden Löhne zu begleichen. In dieser ersten, ab Beginn der 
Zahlungsausstände bis zur Auflösung des Arbeitsverhältnisses dauernden Phase wurde er von 
der Arbeitgeberin mehrfach mit für ihn als Arbeitnehmer durchaus glaubhaften Versprechen auf 
baldige Lohnzahlungen hingehalten. So verwies die B.____ AG etwa auf den von ihr beantrag-
ten "COVID-19-Kredit", auf den Verkauf eines Geschäftsautos sowie auf die laufenden Gesprä-
che mit einem Investor und somit jeweils auf den bevorstehenden Eingang von finanziellen Mit-
teln, die es ihr erlauben würden, die Lohnausstände zu begleichen. Nachdem die in Aussicht 
gestellten Zahlungen nicht erfolgt waren, forderte der Beschwerdeführer die Arbeitgeberin er-
neut schriftlich und am 23. Februar 2021 mit einem eingeschriebenen Brief zur Bezahlung der 
ausstehenden Gehälter auf, wobei er der Arbeitgeberin im letztgenannten Schreiben für den 
Unterlassungsfall die Einleitung rechtlicher Schritte androhte.  
 
5.3.2 Bei der Bewertung des Vorgehens des Beschwerdeführers in dieser ersten Phase bis 
zur Auflösung des Arbeitsverhältnisses gilt es zweifellos zu beachten, dass die Lohnzahlungen 
ab Juli 2020 - entgegen der Darstellung der Kasse - nicht gänzlich ausblieben, überwies die 
B.____ AG dem Versicherten doch im Oktober 2020 zwei ganze Monatslöhne (und später, im 
März 2021, nochmals einen einzelnen vollständigen Monatslohn). Zudem zahlte sie ihm wäh-
rend dieser Zeit verschiedentlich Spesen aus. Hinsichtlich der Verschuldensfrage ist ausserdem 
zu berücksichtigen, dass die fraglichen Lohnausstände während der Corona-Pandemie ent-
standen. In dieser Zeit hatten zahlreiche Firmen Zahlungsengpässe und es ist davon auszuge-
hen, dass viele Mitarbeitende ihre Arbeitgeberin bzw. ihren Arbeitgeber deswegen eher zurück-
haltend mahnten, wenn der Lohn verspätet oder in Raten bezahlt wurde. Zudem dürften be-

 

 
 
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troffene Arbeitnehmende während der Pandemie und insbesondere während des Lockdowns 
aufgrund der Ungewissheit, wie sich der Arbeits- und Stellenmarkt entwickeln würde, wohl auch 
länger als üblich mit der Kündigung eines bestehenden Arbeitsverhältnisses zugewartet haben. 
Schliesslich ist im vorliegenden Fall auch nicht ausser Acht zu lassen, dass es sich bei der 
B.____ AG um ein Start-up-Unternehmen handelte. Bei einem solchen Betrieb sind finanzielle 
Engpässe zu Beginn der Tätigkeit erfahrungsgemäss durchaus häufiger als bei einem etablier-
ten Unternehmen. Aufgrund dieses Umstandes dürfte es sich so verhalten, dass Mitarbeitende 
von Start-up-Betrieben mit der Geltendmachung und Durchsetzung ihrer Ansprüche häufig et-
was länger zuwarten, wenn der Lohn verspätet oder in Raten bezahlt wird. 
 
5.3.3 Für die Zeit nach der Kündigung des Arbeitsverhältnisses kann dem Beschwerdeführer 
ebenfalls keine Pflichtverletzung vorgeworfen werden. Nachdem der Versicherte die Arbeitge-
berin am 23. Februar 2021 mit einem eingeschriebenen Brief zur Bezahlung der ausstehenden 
Gehälter aufgefordert und ihr für den Unterlassungsfall die Einleitung rechtlicher Schritte ange-
droht hatte, beglich die B.____ AG die Ausstände auch im März 2021 nur teilweise. Der Be-
schwerdeführer leitete deshalb im April 2021 die angedrohten rechtlichen Schritte mit der Be-
treibung der Arbeitgeberin und der Einreichung einer Klage betreffend Arbeitsstreitigkeit in die 
Wege. Anschliessend nahm er in diesen Verfahren jeweils immer innert angemessener Frist die 
zur Durchsetzung seiner Rechtsansprüche erforderlichen weiteren Schritte und Rechtshandlun-
gen (z.B. das Stellen des Fortsetzungsbegehrens) vor.  
 
6. Aus dem Gesagten folgt zusammenfassend, dass dem Beschwerdeführer vorliegend 
keine Verletzung der Schadenminderungspflicht und insbesondere kein schweres Verschulden 
im Sinne eines vorsätzlichen oder grobfahrlässigen Verhaltens nach Art. 55 Abs. 1 AVIG vor-
geworfen werden. Demnach ist der angefochtene Einspracheentscheid der Kasse vom 
2. Januar 2023 aufzuheben und die Sache ist an die Kasse zurückzuweisen, damit sie die übri-
gen Voraussetzungen der Insolvenzentschädigung prüfe und neu verfüge. Die vorliegende Be-
schwerde ist in diesem Sinne gutzuheissen. 
 
7.1 Gemäss § 20 Abs. 2 VPO ist das Verfahren in Sozialversicherungssachen vorbehält-
lich des hier nicht zu beachtenden Abs. 2bis für die Parteien kostenlos. Es sind deshalb für das 
vorliegende Verfahren keine Kosten zu erheben.  
 
7.2 Nach Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch 
auf Ersatz der Parteikosten. Darunter sind die Kosten zu verstehen, die einer Beschwerde füh-
renden versicherten Person im gerichtlichen Verfahren für den Beizug einer Rechtsanwältin 
bzw. eines Rechtsanwalts entstanden sind. Vorliegend hat der Beschwerdeführer zwar obsiegt, 
da er sich jedoch nicht anwaltlich hat vertreten lassen, entfällt ein Anspruch auf Ersatz der Par-
teikosten im Sinne der genannten Bestimmung. 
 
8.1 Laut Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG) vom 17. Juni 2005 ist 
die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht zulässig gegen 
Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Selbständig eröffnete Zwischenentscheide sind – 
mit Ausnahme der Zwischenentscheide über die Zuständigkeit und über Ausstandsbegehren 

 

 
 
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(vgl. Art. 92 BGG) – nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten anfechtbar, 
wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a 
BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und 
damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren 
ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung han-
delt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung 
und anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwi-
schenentscheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rückweisungsent-
scheid, mit dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiellrechtlichen An-
spruchsvoraussetzungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 f. E. 4.2). 
 
8.2 Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich somit um einen Zwischen-
entscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen 
Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Vo-
raussetzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bundesgericht. Die nachstehen-
de Rechtsmittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. 
 

  

 

 
 
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Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird der angefochtene Einsprache-
entscheid der Öffentlichen Arbeitslosenkasse Baselland vom 2. Januar 
2023 aufgehoben und die Sache wird an die Öffentliche Arbeitslosen-
kasse Baselland zurückgewiesen, damit sie über den Anspruch des 
Beschwerdeführers auf Insolvenzentschädigung neu verfüge. 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 
 

 

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