# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 07a6f271-2775-5cb1-8c4b-36f77a08355a
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-05-28
**Language:** de
**Title:** Steuerhoheit 2017 - 2019
**Docket/Reference:** ST.2024.5
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/1-st.2024.5.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

1. Abteilung 

1 ST.2024.5 

Entscheid 

 28. Mai 2024 

Mitwirkend: 

Abteilungsvizepräsidentin Christina Hefti, Steuerrichter Michael Ochsner,  
Steuerrichterin Barbara Collet und Gerichtsschreiber Fabian Steiner 

A ,    

vertreten durch HBM Kerdos AG,  
Oberneuhofstrasse 5, 6340 Baar,  

In Sachen 

gegen 

Rekurrent,  

K a n t o n   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt, Dienstleistungen,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Rekursgegner,  

betreffend 

Steuerhoheit 2017 - 2019 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
  
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A.  A  (Jahrgang  1949;  nachfolgend  der  Rekurrent)  veräusserte  im  Novem-

ber 2015  seine  2  ½-Zimmer-Stockwerkeigentumswohnung  in  der  zürcherischen  Ge-

meinde  B,  in  welcher  er  jahrelang  gelebt  hatte,  an  die  im  Kanton  Zug  domizilierte  C 

GmbH  –  deren  Eigentümer  sowie Geschäftsführer/Vorsitzender  der Geschäftsführung 

er bis zur deren Auflösung im Dezember 2019 war und welche u.a. die Erbringung von 

Dienstleistungen in den Bereichen Unternehmensberatung, Organisationsentwicklung, 

Restrukturierung,  Projektmanagement  und  Coaching,  Übernahme  von  Management-

aufgaben auf Zeit, Vermittlung von Geschäftsmöglichkeiten sowie Vertrieb von Gütern 

aller  Art  bezweckte  –  für  einen  Kaufpreis  von  Fr. 505'000.-.  Im  Anschluss  meldete  er 

sich  am  20.  November 2015  in  die  zugerische  Gemeinde  D  ab.  Im  Dezember 2016 

meldete sich der Rekurrent sodann in der zugerischen Gemeinde E an.  

Am 11. Januar 2020 meldete sich der Rekurrent wieder in  der zürcherischen 

Gemeinde B an der Adresse der vormaligen Stockwerkeigentumswohnung an. Letztere 

erwarb er am 17. Januar 2020 von der C GmbH in Liquidation für einen Kaufpreis von 

Fr. 520'000.-.  

Mit Auflage vom 7. Oktober 2022 und Mahnung vom 28. November 2022 er-

suchte das kantonale Steueramt den Rekurrenten vergeblich um Angaben und Belege 

zum Wohnsitzwechsel.  

Am  20.  Dezember  2022  beanspruchte  die  Vorinstanz  die  Steuerhoheit  des 

Kantons Zürich und der zürcherischen Gemeinde B ab 1. Januar 2017. 

B.  Hiergegen  erhob  der  Rekurrent  am  20.  Januar  2023  Einsprache  mit  dem 

Antrag, auf die Inanspruchnahme der Steuerhoheit des Kantons Zürich und der zürche-

rischen Gemeinde B zu verzichten. 

Am 21. April 2023 erliess das kantonale Steueramt mit Bezug auf die Steuer-

perioden 2017 - 2020 eine weitere Auflage und forderte zahlreiche Auskünfte und Be-

lege ein, u.a. zu den Lebens- und Wohnverhältnissen, den Umzügen, den persönlichen 

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Beziehungen, dem tatsächlichen Aufenthalt, der Erwerbstätigkeit sowie der Pensionie-

rung des Rekurrenten.  

Nachdem innert erstreckter Frist keine Unterlagen beim kantonalen Steueramt 

eingingen,  wurde  die  Auflage  am  4.  August  2023  gemahnt.  Der  Rekurrent  nahm  mit 

Eingabe vom 8. September 2023 (Poststempel) zur Auflage Stellung und brachte ver-

einzelte Belege bei. Allergrösstenteils blieb sie indessen unerfüllt. 

Die  Einsprache  wurde  am  24.  November  2023  abgewiesen.  Bei  diesem  An-

lass wurde der Streitgegenstand auf die Steuerperioden 2017 - 2020 eingeschränkt. 

C.  Mit  Rekurs  vom  27.  Dezember  2023  beantragte  der  Rekurrent,  die  

Beanspruchung der Steuerhoheit des Kantons Zürich (und der zürcherischen Gemein-

de B) betreffend die Steuerperioden 2017 - 2019 sei abzulehnen. Das kantonale Steu-

eramt  schloss  am  6.  Februar  2024  auf  Abweisung  des  Rechtsmittels.  Weitere  Einga-

ben erfolgten nicht.  

Auf  die  weiteren  Vorbringen  der  Parteien  wird,  sofern rechtserheblich,  in  den 

nachfolgenden Erwägungen eingegangen.  

Die Kammer zieht in Erwägung: 

1.  Strittig  ist  vorliegend,  ob  der  Rekurrent  als  natürliche  Person  –  wie  vom 

kantonalen Steueramt im Einspracheentscheid vertreten (R-act. 3) – in den Steuerperi-

oden 2017 - 2019 aufgrund persönlicher Zugehörigkeit im Kanton Zürich steuerpflichtig 

ist.  Die  Inanspruchnahme  der  Steuerhoheit  für  die  Steuerperiode  2020  wird  vom  Re-

kurrenten nicht bestritten.  

2. a)  § 3  Abs.  1  des  Steuergesetzes  vom  8.  Juni  1997  (StG)  bestimmt,  dass 

natürliche Personen aufgrund persönlicher Zugehörigkeit steuerpflichtig sind, wenn sie 

ihren steuerrechtlichen Wohnsitz oder Aufenthalt im Kanton haben. Einen steuerrecht-

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lichen  Wohnsitz  im  Kanton  hat  eine  Person,  wenn  sie  sich  hier  mit  der  Absicht  des 

dauernden Verbleibens aufhält oder wenn ihr das Bundesrecht einen besonderen ge-

setzlichen Wohnsitz zuweist (vgl. § 3 Abs. 2 StG). Diese kantonale Bestimmung lautet 

gleich wie Art. 3 Abs. 1 und Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Harmonisierung der 

direkten  Steuern  der  Kantone  und  Gemeinden  vom  14.  Dezember  1990  (StHG)  und 

Art. 3  Abs.  1  und  Abs.  2  des  Bundesgesetzes  über  die  direkte  Bundessteuer  vom 

14. Dezember  1990 (DBG)  betreffend die Steuerpflicht  natürlicher  Personen aufgrund 

persönlicher  Zugehörigkeit.  Die  Bestimmungen  sind  somit  gleich  auszulegen  

(BGr, 10. März 2019, 2C_473/2018, E. 3; BGr, 17. Juli 2019, 2C_87/2019, mit weiteren 

Hinweisen, auch zum Folgenden). 

Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichts liegt der steuerrechtliche 

Wohnsitz  einer  Person  am  Ort,  an  dem  sich  der  Mittelpunkt  ihrer  Lebensinteressen 

befindet. Dieser Ort bestimmt sich nach der Gesamtheit der objektiven, äusseren Um-

stände, aus denen sich diese Interessen erkennen lassen. Der steuerrechtliche Wohn-

sitz  kann  demnach  nicht  frei  bezeichnet  werden.  Der  Ort,  an  welchem  die  Schriften 

hinterlegt  sind  oder  wo die politischen  Rechte  ausgeübt  werden, spielt  nicht  eine  ent-

scheidende Rolle. Als äussere Merkmale können sie ein Indiz für den steuerrechtlichen 

Wohnsitz bilden, falls auch das übrige Verhalten der Person dafürspricht.  

Wenn sich eine Person abwechslungsweise an zwei Orten aufhält, ist für die 

Bestimmung des steuerrechtlichen Wohnsitzes darauf abzustellen, zu welchem Ort sie 

die  stärkeren  Beziehungen  hat.  Diese  Frage  ist  jeweils  aufgrund  der  Gesamtheit  der 

Umstände  des  Einzelfalls  zu  beurteilen  (vgl.  BGE  138  II  300  E.  3.2;  132  I  29  E.  4;  

125  I  54  E.  2;  BGr,  10.  März  2019,  2C_473/2018,  E.  4.1;  BGr,  16.  Juli  2018, 

2C_546/2017, E. 2.3; BGr, 16. März 2018, 2C_580/2017, E. 4.1; BGr, 3. August 2017, 

2C_1045/2016,  E.  3.3).  Massgebend  sind  die  Verhältnisse  am  Ende  der  betroffenen 

Steuerperiode (Art. 4b Abs. 1 StHG).  

b)  Die  Umstände,  die  die  allgemeine  Steuerpflicht  begründen,  sind steuerbe-

gründende  Tatsachen  und  deshalb  von  den  Steuerbehörden  zu  beweisen  (Oester-

helt/Seiler,  in:  Kommentar  zum  Schweizerischen  Steuerrecht,  Bundesgesetz  über  die 

Harmonisierung der direkten Steuern von Kantonen und Gemeinden, 4. A., 2022, Art. 3 

N 82 StHG). Dies gilt auch dann, wenn sich der steuerrechtliche Wohnsitz bis anhin im 

Kanton Zürich befand und streitig ist, ob er aufgegeben worden ist bzw. sich an einen 

ausserkantonalen Ort verlagert hat. Von daher ist der bisherige steuerrechtliche Wohn-

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sitz  für  die  Verteilung  der  Beweislast  nicht  von  Bedeutung  (VGr,  26.  März  1997, 

StE 1997 B 11.1 Nr. 15 = ZStP 1997, 269). Immerhin kann der steuerpflichtigen Person 

der Gegenbeweis für die Aufgabe des bisherigen Wohnsitzes oder das Vorliegen eines 

ausserkantonalen  Wohnsitzes  auferlegt  werden,  wenn  die  von  der  Einschätzungsbe-

hörde  behauptete  subjektive  Steuerpflicht  als  sehr  wahrscheinlich  gilt 

(BGr, 

1. März 2012, 2C_785/2011, E. 2.3). Dies trifft vor allem zu, wenn die bisherige Woh-

nung im Kanton (ohne Fremdvermietung) weiterhin beibehalten wird; dies ist ein Indiz 

dafür, dass der bisherige Lebensmittelpunkt im Kanton nicht definitiv aufgegeben wor-

den ist.  

Die  praktische  Bedeutung  dieser  Beweislastverteilung  ist  jedoch  insofern 

überschaubar,  als  das  Bundesgericht  verschiedene  tatsächliche  Vermutungen  aner-

kannt hat, welche den Zustand der Beweislosigkeit gar nicht erst eintreten lassen (BGr, 

20. Dezember 2019, 2C_415/2019, E. 5.3; BGr, 3. Juni 2019, 2C_73/2018, E. 3.3, mit 

weiteren Hinweisen, auch zum Folgenden). Solche auf allgemeinen Erfahrungssätzen 

aufbauende tatsächliche Vermutungen lassen es zu, aufgrund bewiesener, für die kon-

krete  Frage  nicht  unmittelbar  erheblicher  Tatsachen  auf  das  Vorliegen  ansonsten  un-

bewiesener, erheblicher Tatsachen zu schliessen. War aufgrund bestimmter familiärer 

Verhältnisse  während mehrerer  Steuerperioden  vom  Lebensmittelpunkt  an  einem  be-

stimmten  Ort  auszugehen  und  stösst  die  Steuerbehörde  bei  ihrer  Untersuchung  nicht 

auf  gegenteilige  Hinweise  (Vermutungsbasis),  ist  darauf  zu  schliessen,  dass  sich  an 

den massgebenden Verhältnissen nichts geändert hat (Vermutungsfolge) und sich der 

Mittelpunkt  der  Lebensinteressen  für  die  darauffolgende  Steuerperiode  weiterhin  am 

besagten  Ort  befindet.  Sind  die  Voraussetzungen  dieser  Tatsachenvermutung  gege-

ben,  muss  die  abgabepflichtige  Person  den  Gegenbeweis  antreten  und  nachweisen, 

dass Vermutungsbasis oder Vermutungsfolge nicht zutreffen. Sie kann einerseits dar-

legen, bereits in den Vorperioden sei der Lebensmittelpunkt falsch festgelegt worden. 

Anderseits  kann sie vorbringen,  dass  sich die Verhältnisse in der massgeblichen Zeit 

geändert hätten. 

In  Bezug  auf  die  Beweisführung  über  die  Aufgabe  des  Wohnsitzes  wendet 

somit das Bundesgericht zumindest im Resultat die  Beweislastregel zuungunsten des 

Steuerpflichtigen an. Mit der herrschenden Lehre ist nämlich davon auszugehen, dass 

die Steuerpflicht nicht mit jeder Steuerperiode neu beginnt. In der Regel wird der Steu-

erbehörde  der  Beweis  gelingen,  dass  der  Steuerpflichtige  in  den  Vorperioden  seinen 

Wohnsitz im Kanton und somit die Steuerpflicht zumindest zu Beginn der Steuerperio-

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de bestanden hatte. Es ist dann nach der Normentheorie (Art. 8 ZGB) am Steuerpflich-

tigen,  den  Wegfall  seiner  Steuerpflicht  als  steuermindernde  Tatsache  zu  beweisen  

(Oesterhelt/Seiler,  in:  Kommentar  zum  Schweizerischen  Steuerrecht,  Bundesgesetz 

über die direkte Bundessteuer, 4. A., 2022, Art. 3 N 67 DBG). 

c) Die Behörde bzw. das Gericht würdigt die Beweise frei. Verletzt die steuer-

pflichtige  Person  ihre  Mitwirkungspflichten,  kann  dieses  Verhalten  ein  Indiz  für  oder 

gegen die Verwirklichung einer steuerrelevanten Tatsache bilden, denn die Behörde ist 

bei der Wahrheitsfindung auf die Mitwirkung der steuerpflichtigen Person angewiesen, 

welche  die  eigenen  Lebensverhältnisse  durch  ihre  Nähe  zum  Sachverhalt  am  besten 

kennt (vgl. BGr, 8. Juni 2021, 2C_211/2021, E. 5.1.2).  

3.  Zur  Beweislast  ist  zunächst  festzuhalten,  dass  sich  der  Rekurrent  die  

2 ½-Zimmer-Stockwerkeigentumswohnung  in  der  zürcherischen  Gemeinde  B  (Eigen-

mietwert Fr. 14'900.- pro Jahr, mithin Marktmiete von geschätzt rund Fr. 25'000.-) wei-

terhin  zur  Verfügung  hielt,  ohne  sie  in  einem  bedeutenden  Umfang  zu  vermieten  (R-

act. 3, auch zum Folgenden). Daran vermag der Umstand, dass er sie auf die C GmbH 

übertrug, nichts zu ändern, da die Firma von ihm beherrscht wurde und er somit durch-

gehend über das Schicksal der Wohnung bestimmen konnte. Unbestritten mietete der 

Rekurrent  selbst  den  zur  Wohnung  gehörenden  Hobbyraum  von  der  C  GmbH  für 

Fr. 660.- pro Jahr. Insgesamt verbuchte die C GmbH aus der Vermietung der Liegen-

schaft  in  der  zürcherischen  Gemeinde  B  Erträge  von  Fr. 2'190.-  (2016),  Fr.  2'910.- 

(2017),  Fr.  2'280.-  (2018)  und  Fr. 2'730.-  (2019).  Bei  einer  jährlichen  Marktmiete  der 

Wohnung  von  ca. Fr.  25'000.-  entsprechen  die  Einkünfte,  nach  Abzug  der  Miete  für 

den Hobbyraum, in etwa einer 3- bis 5-wöchigen Vermietung pro Jahr. Der Rekurrent 

bringt dazu vor, es gebe keine Verpflichtung zur Gewinnerzielung (R-act. 2). Indes än-

dert dies nichts an der Tatsache, dass er sich die Wohnung in der zürcherischen Ge-

meinde B weiterhin in überwiegendem Masse zur Verfügung hielt und auf eine dauer-

hafte  Vermietung  verzichtete.  Sofern  der  Rekurrent  ferner  geltend  macht,  keinen 

Zugang zur Wohnung gehabt zu haben, weil die Schlüsselgewalt bei der mit der Ver-

mietung  betrauten  Immobilienfirma  gelegen  sei,  ist  dies  weder  belegt  noch  –  ange-

sichts  der  Tatsache,  dass  er  unbestrittenermassen  den  Hobbyraum  mietete  –  glaub-

haft.  Schliesslich  führt  der  Rekurrent  aus,  er  habe  die  Wohnung  auf  die  C  GmbH 

übertragen,  um  diese  einem  der  Söhne  zu  übereignen,  was  indes  gescheitert  sei  (R-

act.  2).  Inwiefern  für  die  behauptetermassen  gewollte  Übereignung  an  den  Sohn  die 

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Einbringung  der  Stockwerkeigentumswohnung  in  die  C  GmbH  erforderlich  gewesen 

wäre,  ist  nicht  ersichtlich.  Indessen  kann  die  Frage  offen  bleiben,  da  der  Rekurrent 

gemäss Handelsregister selbst in jener Zeit, in welcher er seinen Sohn zum Geschäfts-

führer der C GmbH machte (22.12.2016 - 13.12.2019), Vorsitzender der Geschäftsfüh-

rung und somit nach wie vor der oberste Entscheidungsträger hinsichtlich der Nutzung 

der Wohnung in der zürcherischen Gemeinde B war. 

Das  soeben  erläuterte  Verfügbarhalten  der  Wohnung  begründet  nach  der  

zitierten  Rechtsprechung  eine  natürliche  Vermutung,  dass  sich  der  Wohnsitz  des  

Rekurrenten nach wie vor in der zürcherischen Gemeinde B befand, weswegen es ihm 

obliegt, für die vorliegend strittigen Steuerperioden 2017 - 2019 den Gegenbeweis des 

Wohnsitzes im Kanton Zug oder im Ausland zu erbringen.  

4. a) In der Einsprache machte der Rekurrent geltend, er habe von Mitte 2007 

bis 2016 Beratungsmandate ausgeführt. Anfänglich seien die beratenen Firmen mehr-

heitlich im Ausland, ab 2011 ausschliesslich im Ausland gewesen. Von Mitte 2011 bis 

2016 habe er ferner Beratungsmandate für eine über ihre Landesgrenzen hinaus tätige 

deutsche  Baufirma  ausgeführt.  Die  Tätigkeit  habe  eine  fast  ganzjährige  Präsenz  in 

Deutschland und den umliegenden EU-Ländern notwendig gemacht. Im Februar 2013 

sei er auch Mitglied eines Golfclubs in der Region geworden. Die ganzen Restrukturie-

rungen hätten auch Firmen- bzw. Projektverkäufe notwendig gemacht. Die diesbezüg-

lichen  Verhandlungen  seien  am  Firmensitz  der  Beratungsfirma  des  Rekurrenten  ge-

führt  worden.  Da  sich  diese  teilweise  bis  zu  14 Stunden  hingezogen  hätten,  sei  ein 

Wohnen  in  der  Nähe  der  Firma  nötig  gewesen.  Indes  sei  dies  nicht  relevant,  da  der 

Rekurrent  aufgrund  der  Umstände  ohnehin  keinen  Wohnsitz  in  der  Schweiz  gehabt 

habe. 2017 habe sich der Rekurrent pensionieren lassen und sich seitdem hauptsäch-

lich dem Golfspielen und dem Reisen zugewandt.  

b)  Vor  Steuerrekursgericht  führte  der  Rekurrent  aus,  sich  in  der  Zeit  

2017 - 2019 mehrheitlich bei seiner "damaligen Lebensabschnittspartnerin" in Deutsch-

land und Spanien aufgehalten zu haben sowie teilweise an seinem früheren Wirkungs-

ort  in  Deutschland,  wo  er  seit  2007  regelmässig  Beratungsleistungen  erbracht  habe  

(R-act. 2, auch zum Folgenden).  

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An den wenigen Tagen, die er in der Schweiz verbracht habe, habe sich der 

Rekurrent im Kanton Zug aufgehalten. Dies sei naheliegend gewesen, da seine steuer-

lichen, finanziellen und auslaufenden geschäftlichen Belange von einer Beratungsfirma 

im Kanton Zug betreut worden seien. Dazu habe der Rekurrent ein Zimmer gemietet, 

wo er habe übernachten können. 

Die erneute Wohnsitznahme des Rekurrenten in der zürcherischen Gemeinde 

B  hänge  mit  der  Corona  Pandemie  zusammen.  Insbesondere  wegen  eines  medizini-

schen Eingriffs, dessen Rekonvaleszenzlänge ungewiss gewesen sei, habe er sich zu 

diesem Schritt entschieden.  

In  den  streitigen  Steuerjahren  habe  der  Rekurrent  seinen  Lebensmittelpunkt 

abwechslungsweise in Deutschland und Spanien gehabt. Da sich dies jedoch "welten-

bummlerartig" zugetragen habe, sei nirgends ein Steuerdomizil begründet worden bzw. 

habe  der  Rekurrent  seinen  steuerlichen  Wohnsitz  im  Kanton  Zug gehabt.  Der  Rekur-

rent  habe  seit  2005  für seine  geschäftlichen Belange  und mindestens  seit  2014  auch 

für seine privaten Angelegenheiten die F AG (mit Sitz im Kanton Zug) beauftragt, diese 

zu betreuen und koordinieren. Dazu habe er aus beruflichen Gründen im Kanton Zug 

Wohnsitz  genommen,  zuerst  in  der  zugerischen  Gemeinde  D,  später  in  der  zugeri-

schen Gemeinde E.  

Eine  Kopie  des  Mietvertrags  in  der  zugerischen  Gemeinde  E  liege  bei  den 

Akten. Aufgrund der fehlenden Aufbewahrungspflicht für Privatpersonen sei eine unter-

zeichnete  Version  nicht  mehr  vorhanden.  Die  Datei  sei  aber  noch  in  einer  Server-

Archivkopie der F AG vorhanden gewesen, da diese den Vertrag vorbereitet habe. Ei-

ne  Kopie  der  Hausratversicherung  liege  ebenfalls  bei.  Der  Rekurrent  habe  eine 

zweckmässige, seinen Bedürfnissen angemessene Bleibe gehabt für die wenigen Ta-

ge,  die er  in der  Schweiz  verbracht  habe,  um  seine  geschäftlichen und insbesondere 

privaten  Unterlagen  zu  sichten  und  entsprechende  Instruktionen  zu  erteilen.  Für  die 

Wohnung in der zürcherischen Gemeinde B habe der Rekurrent keine Schlüsselgewalt 

gehabt. Diese sei bei der Immobilienfirma gelegen, die die Vermietung vorgenommen 

habe. Die Umzüge seien mit Kollegen organisiert worden, wobei konkret ein Lieferwa-

gen  der  G  AG  beigezogen  worden  sei.  Persönliche  Gegenstände,  die  nicht  benötigt 

worden  seien,  sowie  elektronische  Geräte  seien  im  gemieteten  Hobbyraum  der  Lie-

genschaft  in  der  zürcherischen  Gemeinde  B  untergebracht  worden.  Die  Miete  für  die 

Wohnung in der zugerischen Gemeinde E sei bar bezahlt worden, was von der  F AG 

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bestätigt werden könne, da diese vornehmlich für die Begleichung zuständig gewesen 

sei.  

5. a) Zur Untermauerung seiner Behauptungen reichte der Rekurrent nur ver-

einzelt  Belege  ein.  So  sollen  die  Auslandsaufenthalte  durch  eine  von  H  ausgestellte 

Generalvollmacht  der  in  Deutschland  domizilierten  I  Holding  GmbH  &  Co.  KG  vom 

18. Juli  2011,  durch  Buchungen,  durch  handgeschriebene  Bestätigungen  von  zwei 

Damen  und  schliesslich  durch  einen  Vertrag  für  eine  Fernmitgliedschaft  mit  Spielbe-

rechtigung in einem deutschen Golfclub belegt werden. 

Die  Generalvollmacht  ist  nicht  dazu  geeignet,  etwaige  Auslandsaufenthalte 

nachzuweisen, sagt sie doch über den Arbeitsort/Aufenthalt des Rekurrenten und über 

die Häufigkeit bzw. Dauer der Arbeit nichts aus. 

Den Buchungen lässt sich Folgendes entnehmen: Vom 27. August bis 9. Sep-

tember 2017, somit für die Dauer von zwei Wochen, hielt sich der Rekurrent im Hotel 

Tanneck in Bad Wörishofen/DE, auf. Vom 2. bis zum 22. August 2017, also ca. 3 Wo-

chen  lang,  hielt  er  sich  in  Hamburg  auf,  was  mittels  Flugbuchungen  Zürich-Hamburg 

und Hamburg-Zürich belegt wurde. Weiter flog der Rekurrent am 1. Juni 2017 von Zü-

rich nach Malaga; der Rückflug war am 27. Juni 2017, was eine Auslandsabwesenheit 

von rund 4 Wochen dokumentiert. Wieder von Zürich nach Malaga flog der Rekurrent 

am 19. September 2017. Nach einem Aufenthalt von ca. 3 Wochen flog er am 10. Ok-

tober 2017 zurück nach Zürich. Vom 31. Dezember 2017 bis 11. April 2018 unternahm 

der  Rekurrent  eine  grössere  Reise (Sri  Lanka,  Bali,  Thailand).  Vom  20.  Mai  2018  bis 

19. Juni 2018 war er sodann rund einen Monat lang in Hamburg. Abflug und Rückflug 

erfolgten von und nach Zürich. Im Oktober 2018 hielt er sich 2 Tage lang in Baden auf. 

Am 3. April 2019 flog der Rekurrent des Weiteren von Zürich nach Fidschi. Der Rück-

flug erfolgte am 9. Mai 2019. Schliesslich hielt sich der Rekurrent vom 21. August bis 

zum 26. September 2019 wieder in Malaga auf. 

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Damit  dokumentiert  der  Rekurrent  –  sofern  man  zu  dessen  Gunsten  davon 

ausgeht,  dass  er  sämtliche  Reisen  nicht  nur  gebucht,  sondern  auch  angetreten  hat, 

was wiederum nicht belegt ist – eine Auslandsabwesenheit von ca. 3 Monaten in 2017, 

von  4 ½  Monaten  in  2018  und  von  2 ½  Monaten  in  2019,  wobei  es  sich  um  typische 

Ferienaufenthalte  handelt,  wie  sie  bei  einer  sich  im  Ruhestand  befindlichen  und  in 

überdurchschnittlichen  finanziellen  Verhältnissen  lebenden  Person  nicht  ausserge-

wöhnlich sind. Die belegten Flüge hat er wiederum durchgehend von Zürich aus ange-

treten, was dafür spricht, dass er sich, wenn er nicht im Urlaub war, im Grossraum Zü-

rich aufhielt (und nicht etwa bei der Lebensabschnittspartnerin in Deutschland), wo er 

auch seine persönlichen Gegenstände des täglichen Gebrauchs hatte, die zum Packen 

der eigenen Koffer für Reisen benötigt wurden. Ein überwiegender Auslandsaufenthalt 

oder gar ein Wohnsitz im Ausland wird hingegen dadurch nicht belegt.  

Der  Vertrag  für  eine  Fernmitgliedschaft  im  Golfclub  datiert  vom  27.  Febru-

ar 2013 und ist somit im vorliegenden Verfahren beweisuntauglich.  

Die  Bestätigungen  schliesslich  der  beiden  Damen  vermögen  die  fehlenden 

objektiven  Belege,  wie sie  von  der  Vorinstanz  eingefordert  wurden,  namentlich insbe-

sondere Bank- und Kreditkartenauszüge, nicht zu ersetzen. Dabei wäre es dem Rekur-

renten  durchaus  zuzumuten  gewesen,  die  einverlangten  Belege  einzureichen,  und 

kann  er  sich  diesbezüglich  auch  nicht  darauf  berufen,  dass  er  als  Privatperson  keine 

Aufbewahrungspflicht hat, da er die Unterlagen von den Banken bzw. den Kreditinstitu-

ten  problemlos  hätte  anfordern  können.  Dass  er  dies  nicht  tat  und  stattdessen  nicht 

überprüfbare Bestätigungen von Bekannten einreicht, lässt vermuten, dass die verwei-

gerten Belege seine Darstellung nicht untermauern bzw. eine Anwesenheit im Kanton 

Zürich/in  der  zürcherischen  Gemeinde  B  zu  belegen  vermöchten.  Mangels  jeglicher 

Überprüfbarkeit  der  Aussagen  in  den  Bestätigungen  kann  jedenfalls  nicht  ausge-

schlossen werden, dass es sich um reine Gefälligkeitshandlungen handelt, womit ihnen 

ein relevanter Beweiswert abzusprechen ist.  

b) Zur Unterkunft in der zugerischen Gemeinde E reichte der Rekurrent einen 

nicht  unterzeichneten  Mietvertrag  ein,  gemäss  welchem  er  bei  J  ein  Zimmer  inkl.  Du-

sche/WC sowie Küche zur Mitbenutzung ab 1. Dezember 2016 für Fr. 400.- monatlich 

("zahlbar  im  voraus  auf  den  1.  des  Monats")  zur  Verfügung  hatte.  Aktenkundig  ist 

ebenfalls  eine  Hausrat-  und  Privathaftpflichtversicherungspolice  vom  17.  Novem-

ber 2016 für diesen Ort. Der Beweis, dass sich der Rekurrent je in diesem Zimmer auf-

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gehalten  hat,  ist  freilich damit  nicht  erbracht.  Unklar  bleibt  ebenfalls,  ob tatsächlich je 

ein  Mietvertrag  gültig  zustande  gekommen  ist.  Denn  nicht  nur  ist  das  eingereichte 

Exemplar nicht unterzeichnet – was für sich allein anhand der Erklärungen des Rekur-

renten  noch  nachvollzogen  werden  könnte  (vgl.  E. 4b  hiervor)  –  sondern  es  fehlen 

auch jegliche Zahlungsbelege für den monatlichen Mietzins. Die Erklärung des Rekur-

renten,  dies  sei  darauf  zurückzuführen,  dass  der  Mietzins  bar  bezahlt  worden  sei, 

überzeugt  nicht.  Nach  Aussage  des  Rekurrenten  war  namentlich  hauptsächlich  die  F 

AG für die Barzahlungen der Miete zuständig. Dass diese Schulden auf Rechnung des 

Rekurrenten  bar  beglichen  haben soll,  ohne  sich die Zahlung quittieren zu lassen,  ist 

unwahrscheinlich. Ferner trifft die F AG sehr wohl eine Aufbewahrungspflicht für Bele-

ge,  sodass  davon  auszugehen ist,  dass  solche  zu  den Akten  gereicht  worden wären, 

wenn sie existierten.  

c)  Nach  dem  Gesagten  ist  der  dem  Rekurrenten  obliegende  Beweis  eines 

Wohnsitzes im Kanton Zug oder im Ausland gescheitert, sofern er überhaupt angetre-

ten wurde. Damit ist – in Übereinstimmung mit dem Einspracheentscheid – festzustel-

len,  dass  der  Rekurrent  in  den  Steuerperioden  2017  bis  2019  seinen  steuerlichen 

Wohnsitz im Kanton Zürich in der zürcherischen Gemeinde B hatte. 

6. Aufgrund dieser Erwägungen ist der Rekurs abzuweisen. Ausgangsgemäss 

sind die Verfahrenskosten dem Rekurrenten aufzuerlegen (§ 151 Abs. 1 StG). 

Demgemäss erkennt die Kammer: 

1.  Der Rekurs wird abgewiesen. 

[…] 

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