# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 430c2582-78c9-52e2-9702-69f7d3034af9
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-03-16
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 16.03.2012 SB110669
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB110669_2012-03-16.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    
 
 

Geschäfts-Nr.: SB110669-O/U/cs 
 

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. Th. Meyer, Vorsitzender, und lic. iur. et phil. 

Glur, Ersatzoberrichter lic. iur. Muheim sowie die Gerichtsschreiberin 

lic. iur. Laufer 

 

Urteil vom 16. März 2012 

 

in Sachen 

 

A._____, 
Beschuldigter und Berufungskläger 

 

verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____  

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich,  
Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 

betreffend Gefährdung des Lebens etc.   
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 3. Abteilung,  
vom 30. Juni 2011 (DG110117) 

 

-   2   - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 3. Mai 2011 

ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. HD 26).  

Urteil der Vorinstanz: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig 

− der Gefährdung des Lebens im Sinne von Art. 129 StGB, 

− des Angriffs im Sinne von Art. 134 StGB, 

− der Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB, 

− des Vergehens gegen das Waffengesetz im Sinne von Art. 33 Abs. 1 

lit. a in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 lit. a, Art. 7 Abs. 1, Art. 8 Abs. 1 

sowie Art. 15 Abs. 1 WG und Art. 12 Abs.1 lit. d WV, 

− des Fahrens in nicht fahrfähigem Zustand im Sinne von Art. 91 Abs. 2 

in Verbindung mit Art. 31 Abs. 2 SVG und Art. 2 Abs. 2 VRV, 

− des Fahrens ohne Führerausweis oder trotz Entzug im Sinne von 

Art. 95 Ziff. 2 SVG, 

− der Hinderung einer Amtshandlung im Sinne von Art. 286 StGB, 

− der mehrfachen Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes im Sinne 

von Art. 19a Ziff. 1 BetmG sowie 

− der Verletzung von Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Ziff. 1 in Ver-

bindung mit Art. 31 Abs. 1 SVG. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 2 Jahren und 9 Monaten Freiheitsstrafe 

(wovon 321 Tage durch Haft erstanden sind) sowie mit einer Geldstrafe von 

10 Tagessätzen zu Fr. 10.–, teilweise als Zusatzstrafe zum Strafbefehl der 

Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 16. August 2008 (15 Tagess-

ätze Geldstrafe), und einer Busse von Fr. 1'000.– (für die Übertretungen).  

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe sowie der Geldstrafe wird nicht aufgescho-

ben. Die Busse ist zu bezahlen. 

-   3   - 

4. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle 

eine Ersatzfreiheitsstrafe von 10 Tagen. 

5. Es wird eine strafvollzugsbegleitende ambulante Behandlung des Beschul-

digten im Sinne von Art. 63 StGB (Suchtbehandlung) angeordnet.  

6. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 

4. Februar 2011 beschlagnahmte und unter der Sachkautions-Nr. ... (Asser-

vat-Nr. …) gelagerte Selbstladepistole (Marke Colt, Modell Government 

1911 A1 inkl. 2 Patronen) wird eingezogen und der Stadtpolizei Zürich zur 

Vernichtung überlassen. 

7. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger B._____ Fr. 500.–  zu-

züglich 5 % Zins ab dem 13. August 2010 als Genugtuung zu bezahlen. Im 

Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen.  

8. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 6'000.00 ; die weiteren Auslagen betragen: 

Fr. 1'500.00   Gebühr Anklagebehörde 

Fr.     Kosten der Kantonspolizei  

Fr.     Kanzleikosten Untersuchung  

Fr. 23'529.95   Auslagen Untersuchung  

Fr. 13'662.65   amtliche Verteidigung Untersuchung 
 

 Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

9. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem 

Beschuldigten auferlegt. 

10. Die Kosten der früheren amtlichen Verteidigung werden auf die Staatskasse 

genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 

StPO. Über die Höhe der Kosten der Verteidigung wurde separat entschie-

den. 

-   4   - 

Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

 (Urk. HD 78 S. 2 ff.) 

1. A._____ sei 

− der Gefährdung des Lebens im Sinne von Art. 129 StGB sowie  
− des Angriffs im Sinne von Art. 134 StGB 

für nicht schuldig zu befinden und von diesen Vorwürfen freizuspre-

chen. 

2. A._____ sei  

− des Vergehens gegen das Waffengesetz im Sinne von Art. 33 Abs. 1 
lit. a WG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 lit. a WG und Art. 7 Abs. 1 
WG, Art. 8 Abs. 1 WG, Art. 15 Abs. 1 WG und Art. 12 Abs. 1 lit. d 
WV, 

− der Drohung im Sinne von Art. 180 StGB, 
− der Hinderung einer Amtshandlung im Sinne von Art. 286 StGB, 
− des Fahrens in fahrunfähigem Zustand im Sinne von Art. 91 Abs. 2 

SVG in Verbindung mit Art. 31 Abs. 2 SVG und Art. 2 Abs. 2 lit. a, c 
und g VRV, 

− des Fahrens ohne Führerausweis oder trotz Entzug im Sinne von 
Art. 95 Ziff. 2 SVG, 

− der mehrfachen Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes im Sin-
ne von Art. 19a Ziff. 1 BetmG sowie 

− der Verletzung von Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Ziff. 1 SVG 
in Verbindung mit Art. 31 Abs. 1 SVG 

für schuldig zu befinden. 

3. A._____ sei dafür mit einer Geldstrafe von 240 Tagessätzen zu CHF 

10.– als Gesamtstrafe zu bestrafen, dies teilweise als Zusatzstrafe zu 

der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 

16. Oktober 2008 ausgesprochenen Geldstrafe von 15 Tagessätzen zu 

CHF 110.– sowie mit einer Busse von CHF 300.–. 

-   5   - 

4. Die Geldstrafe sei zu vollziehen.  

Es sei festzustellen, dass die Geldstrafe und die Busse als durch die 

bis heute erstandene Haft abgegolten sind. 

5. A._____ sei zu verpflichten, B._____ CHF 500.– zuzüglich Zins ab dem 

13. August 2010 als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag sei das 

Genugtuungsbegehren abzuweisen. 

6. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 

4. Februar 2011 beschlagnahmte Pistole und die zwei Patronen seien 

definitiv einzuziehen und zu vernichten. 

7. Die Kosten der amtlichen Verteidigung seien auf die Gerichtskasse zu 

nehmen. Die übrigen Kosten des vorliegenden Verfahrens seien zu 1/2 

auf die Gerichtskasse zu nehmen und im übrigen Umfang A._____ 

aufzuerlegen, jedoch aufgrund derer offensichtlichen Uneinbringlichkeit 

definitiv abzuschreiben. 

8. A._____ sei für die von ihm bis heute über die vorstehende Bestrafung 

hinaus erstandene Haft sowie für seine Verteidigung und den dadurch 

erlittenen Lohnausfall eine angemessene Entschädigung und Genug-

tuung zu bezahlen. 

b) Der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich: 

(Urk. HD 70, schriftlich) 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils. 

 
 

-   6   - 

Erwägungen: 

I. 

1. Am 3. Mai 2011 erhob die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich die im 

Anhang enthaltene Anklage wegen Gefährdung des Lebens, Drohung und An-

griffs sowie weiterer Delikte gegen den Beschuldigten (Urk. HD 26). Im Anschluss 

an die Hauptverhandlung vom 30. Juni 2011 sprach die 3. Abteilung des Bezirks-

gerichts Zürich den Beschuldigten im Sinne der Anklage schuldig und verurteilte 

ihn zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von 2 Jahren und 9 Monaten, einer Geld-

strafe von 10 Tagessätzen zu Fr. 10.– und einer Busse von Fr. 1'000.– unter An-

ordnung einer vollzugsbegleitenden ambulanten Massnahme zur Suchtbehand-

lung (Prot. I S. 5 ff.). 

2. Dieses Erkenntnis wurde dem Beschuldigten sogleich mündlich eröffnet und 

schriftlich im Dispositiv übergeben (Prot. I S. 20), worauf sowohl sein Verteidiger 

mit Eingabe vom 1. Juli 2011 (Urk. HD 48) als auch er selbst mit Schreiben vom 

3. Juli 2011 (Urk. HD 49) rechtzeitig die Berufung anmeldeten. Die begründete 

Ausfertigung des Urteils wurde dem Vertreter des Beschuldigten am 3. Oktober 

2011 zugestellt (Urk. HD 57/1). Nachdem der Beschuldigte persönlich bereits am 

11. Juli 2011 eine Berufungserklärung eingereicht hatte, erstattete sein Verteidi-

ger daraufhin am 24. Oktober 2011 innert Frist die Berufungserklärung (Urk. HD 

61), in der er - abweichend von der Berufungserklärung seines Mandanten - einen 

vollumfänglichen Freispruch verlangte, was er mit Eingabe vom 9. März 2012 

(Urk. HD 74) wieder einschränkte. 

3. Die Staatsanwaltschaft verzichtete auf die Erhebung einer Berufung und / 

oder Anschlussberufung und verlangte die Bestätigung des vorinstanzlichen Ur-

teils. Der zuständige Staatsanwalt liess sich mit dem Einverständnis des Beschul-

digten von der Teilnahme an der Berufungsverhandlung dispensieren (vgl. Urk. 

HD 67, 70, 72 und 73). Der Privatkläger beteiligte sich nicht am Berufungsverfah-

ren. Beweisanträge wurden von keiner Seite gestellt.  

-   7   - 

4. Der Beschuldigte verlangt einen Freispruch von den Vorwürfen der Gefähr-

dung des Lebens und des Angriffs und beantragt entsprechend eine mildere Be-

strafung (Urk. HD 78 S. 2 ff.). Die weiteren Punkte des vorinstanzlichen Urteils, 

namentlich die übrigen Schuldsprüche (Teile von Dispositivziffer 1), die Anord-

nung einer ambulanten Massnahme im Sinne von Art. 63 StGB (Dispositivziffer 

5), die Einziehung und die Vernichtung der beschlagnahmten Waffe (Dispositivzif-

fer 6), der Entscheid über die Zivilansprüche des Privatklägers B._____ (Disposi-

tivziffer 7) und die Festsetzung der Kosten (Dispositivziffer 8) sind unangefochten 

geblieben und in Rechtskraft erwachsen, was vorab festzustellen ist. 

II. 

A. Gefährdung des Lebens (HD) 

1. Das Hauptdossier der Anklage befasst sich mit den Vorgängen in der Nacht 

vom 12. auf den 13. August 2010 vor dem Club C._____, als der Beschuldigte 

nicht eingelassen wurde, worauf er eine Pistole auf einen der Türsteher richtete. 

Im Zentrum stehen die Vorwürfe der Gefährdung des Lebens und der Drohung, 

von welchen der Beschuldigte den letzteren anerkannte. Zu überprüfen bleibt 

demnach, ob er sich auch der Gefährdung des Lebens schuldig gemacht hat.  

2. Die Vorinstanz hat die im Zusammenhang mit den Vorgängen vom 13. Au-

gust 2010 vorhandenen Beweismittel ausführlich wiedergegeben und sorgfältig 

gewürdigt (Urk. HD 59 S. 8 ff.). Darauf kann mit den folgenden Ergänzungen ver-

wiesen werden.  

a) Die Vorinstanz erachtete die Zeugenaussagen der drei Türsteher B._____ 

(Privatkläger), D._____ und E._____ als wenig ergiebig für den Anklagestand-

punkt, dass der Beschuldigte seinen rechten Zeigefinger während der Ladebewe-

gung am Abzug gehabt habe. Die Zeugen B._____ und E._____ seien, als der 

Beschuldigte die Pistole gezogen habe, sofort geflüchtet, so dass von vornherein 

nur der Zeuge D._____ eine solche Wahrnehmung habe machen können. Dieser 

habe jedoch erst beim Staatsanwalt über eine solche Beobachtung berichtet, 

während er noch bei der polizeilichen Befragung auf Nachfrage hin angab, dass 

-   8   - 

er nicht gesehen habe, wo sich der Zeigefinger des Beschuldigten befunden ha-

be. Im Übrigen betonte er, dass er Waffen hasse und sich damit nicht auskenne. 

Ein solches nachträgliches Hochspielen von Ereignissen, so wieder die Vo-

rinstanz, erscheine als Lügensignal. Auf seine Aussagen könne wegen dieses 

und anderer Widersprüche zulasten des Beschuldigten nicht abgestellt werden 

(Urk. HD 59 S. 21 m.H. auf Urk. HD 8/1/1 S. 4 und Urk. HD 8/1/2 S. 6; Urk. HD 59 

S. 27).  

Ergänzend ist in diesem Zusammenhang zu erwähnen, dass sowohl der Zeuge 

B._____ (Urk. HD 7/1 S. 2 A. 11 ff.; Urk. HD 7/2 S. 3 und S. 4 ff.) als auch der 

Zeuge E._____ (Urk. HD 8/2/6 S. 1 A. 5; S. 5 A. 37; S. 7 A. 52; Urk. HD 8/2/7 S. 3 

und S. 5) gesehen haben wollen, dass der Beschuldigte den Abzug betätigt habe, 

ohne dass ein Schuss losgegangen sei, was durch das Schusswaffengutachten 

des Forensischen Instituts Zürich jedoch widerlegt wird (Urk. HD 12/11 S. 14 Ant-

wort 7). Die Beobachtung der Zeugen, dass der Beschuldigte seinen Finger am 

Abzug gehalten habe, ist davon zwar nicht unmittelbar betroffen (vgl. Urk. HD 38 

S. 2 ff.). Diese nachweisliche Unstimmigkeit beeinträchtigt jedoch die Glaubhaf-

tigkeit auch des Rests der Aussagen, und die Übereinstimmung der Zeugenaus-

sagen der drei Türsteher spricht unter diesen Umständen nicht für ihre Zuverläs-

sigkeit.  

Die Vorinstanz erwähnte, dass der Beschuldigte anlässlich der fotografischen Do-

kumentation seiner Manipulationen an der Waffe den Zeigefinger am Abzug hielt 

(Urk. HD 59 S. 27 m.H. auf Urk. HD 12/11 S. 11 und Beilage 5/4-5/6). Dabei ging 

es jedoch nicht um die Rekonstruktion der Tat, sondern um den Test, den der Be-

schuldigte laut eigenen Angaben nach dem Kauf der Waffe im Wald durchführte 

(vgl. Urk. HD 6/4 S. 6). Es ist zu beachten, dass er bei der eigentlichen Tatrekon-

struktion den Zeigefinger nicht am Abzug hielt (vgl. Urk. HD 12/11 Beilage 5/14 

und 5/15), woraus sich allerdings ebenfalls nicht allzu viel ableiten lässt, da davon 

auszugehen ist, dass er bemüht war, sein Verhalten seiner Aussage anzupassen. 

Die Erläuterungen des Beschuldigten geben zu dieser Frage nichts her (vgl. etwa 

Urk. HD 6/10 S. 2). 

-   9   - 

Es erscheint zwar wahrscheinlich, dass der Beschuldigte den Zeigefinger am Ab-

zug hatte, als er die Ladebewegung durchführte und die Waffe in Richtung 

B._____ hielt. Dies zeigte sich auch anlässlich der Berufungsverhandlung, als der 

im Umgang mit Waffen nicht geschulte Beschuldigte demonstrieren sollte, wie er 

die Waffe damals in seiner Hand hielt: Beim Hervorziehen der Waffe aus dem 

Hosenbund legte er den Finger - anscheinend unwillkürlich - kurz an den Abzug, 

um ihn dann sogleich wegzunehmen (Urk. HD 77 S. 6). Es lässt sich dem Be-

schuldigten indessen nicht nachweisen, dass dies auch zum Zeitpunkt des Tatge-

schehens der Fall war. Der Beweiswürdigung der Vorinstanz, die trotz Vorbehal-

ten gegenüber den wenig überzeugenden Aussagen des Beschuldigten mehr als 

nur theoretische Zweifel an der Sachverhaltsversion der Anklagebehörde hegt 

(Urk. HD 59 S. 27 ff.), ist daher zu folgen, und es ist für die nachfolgende rechtli-

che Würdigung mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass der Beschuldigte sei-

nen Zeigefinger nicht am Abzug hielt, als er die Waffe auf B._____ richtete.  

b) Was die Richtung der Waffe betrifft, so ist mit der Vorinstanz davon auszu-

gehen, dass der Beschuldigte die Waffe auf die Körpermitte von B._____ gerich-

tet hatte (Urk. HD 59 S. 26 ff.). Etwas anderes lässt sich aus den Aussagen des 

Beschuldigten nicht ableiten. Abgesehen davon, dass er nicht selbst sagte, dass 

er die Waffe gegen den Oberkörper von B._____ richtete, sondern nur eine ent-

sprechende Frage bejahte, verwies dieser Vorhalt ausdrücklich auf die Bilder der 

Tatrekonstruktion, auf denen zu sehen ist, wie der Beschuldigte seine Waffe 

schräg nach unten gegen die Körpermitte des Figuranten richtete, der die Position 

von B._____ einnahm (vgl. Urk. HD 12/11 Beilage 5/15). Aus der Antwort auf die-

se nicht eindeutige Frage lässt sich nichts ableiten. Es ist demnach entsprechend 

seiner ansonsten konstanten Darstellung davon auszugehen, dass die Waffe auf 

die Körpermitte von B._____ gerichtet war. Das Wenige, was auf den Bildern der 

Überwachungskamera zu erkennen ist (vgl. Urk. HD 9/2 Filmsequenz 5), steht 

damit nicht im Widerspruch. Für die rechtliche Würdigung ist dieser Punkt jedoch 

nur von geringer Bedeutung, da auch bei einem Treffer in der Körpermitte die Ge-

fahr lebensgefährlicher Verletzungen (insbesondere durch Verbluten) besteht. 

Entgegen der Auffassung der Verteidigung (Urk. HD 78 S. 4 ff.) kann aus der vom 

Beschuldigten angegebenen Richtung der Waffe jedenfalls nicht abgeleitet wer-

-   10   - 

den, der Beschuldigte habe bloss auf die Beine von B._____ gezielt, was lediglich 

zu einer Gesundheitsgefährdung, nicht jedoch zu einer unmittelbaren Lebensge-

fährdung geführt habe.  

3. Art. 129 StGB setzt in objektiver Hinsicht voraus, dass der Täter eine unmit-

telbare Lebensgefahr für einen anderen Menschen schafft, wobei das Adjektiv 

"unmittelbar" zum Ausdruck bringt, dass es sich um eine konkrete, und nicht bloss 

abstrakte Gefahr handeln muss. Nach dem Dafürhalten der Vorinstanz erfüllte der 

Beschuldigte diese Voraussetzung, als er die geladene und entsicherte Waffe aus 

einer Entfernung von ca. drei Meter auf B._____ richtete. Dabei verkennt die Vo-

rinstanz die Bedeutung des Umstandes, dass sich der Zeigefinger des Beschul-

digten nicht am Abzug befand.  

Die Auffassung der Vorinstanz, trotzdem hätte ein Schuss "bei leichter Irritation 

oder Eingreifens einer Drittperson ohne Weiteres losgehen können" überzeugt 

nicht. Die Waffe war laut gutachterlichem Befund in einwandfreiem Zustand. Der 

festgestellte Abzugswiderstand von 3.23 kg ist zwar tiefer als im zitierten bundes-

gerichtlichen Leitentscheid (vgl. BGE 121 IV 67 E. 2a: 5,5 kg), befindet sich je-

doch im normalen Bereich (Urk. HD 12/11 S. 5 Ziff. 4.3.4 und S. 14 Antwort 4). Es 

ist kein Grund ersichtlich, weshalb sich ein Schuss lösen sollte, wenn sich der 

Finger des Beschuldigten - dies im Unterschied zum erwähnten Leitentscheid 

(BGE 121 IV 67 E. 2.d) - nicht am Abzug befindet. Der von der Vorinstanz ange-

führte Rauschzustand des Beschuldigten ändert nichts daran. 

Der Tatbestand der Gefährdung des Lebens i.S. von Art. 129 StGB ist demnach 

nicht gegeben, weil die objektive Tatbestandsvoraussetzung der unmittelbaren 

Lebensgefahr nicht erfüllt ist. Der Beschuldigte ist somit von diesem Vorwurf frei-

zusprechen, ohne dass die subjektiven Voraussetzungen (Vorsatz und insbeson-

dere Skrupellosigkeit) zu prüfen sind. 

B. Angriff (ND 1) 

1. Die Anklageschrift wirft dem Beschuldigten vor, er habe am frühen Morgen 

des 24. Mai 2008 in der Zürcher Innenstadt zusammen mit zwei Unbekannten vor 

-   11   - 

einem Club eine junge Frau (F._____) bedrängt und einen Mann (G._____), der 

sich daraufhin schützend neben sie gestellt habe, tätlich angegriffen. Als diesem 

ein Dritter (H._____) zu Hilfe gekommen sei, sei dieser vom Beschuldigten und 

den beiden Unbekannten mit Faustschlägen und Fusstritten traktiert worden, so 

dass er als Folge eine Gehirnerschütterung und verschiedene Prellungen und 

Wunden am Kopf davongetragen habe und der Spitalpflege bedurft habe. 

Dadurch habe sich der Beschuldigte des Angriffs i.S. von Art. 134 StGB schuldig 

gemacht.  

2. Der Beschuldigte anerkennt, dass er zum fraglichen Zeitpunkt vor Ort war. 

Er beschreibt seine Rolle jedoch als die eines Zuschauers, der die beiden Täter 

nur "vom hoi und tschau-sagen" kenne und deshalb keine Angaben machen kön-

ne, die deren Identifikation erlauben würden. Er selber wurde über das Kennzei-

chen seines Autos ermittelt, mit dem er nach der Tat mit den beiden Unbekannten 

weggefahren war (vgl. Urk. ND 1/1 S. 6). Er habe deren Verhalten zwar missbil-

ligt, was er sie auch habe wissen lassen, doch sei er von ihnen bedroht worden 

(Urk. ND 11/1 S. 1 ff. und 11/2 S. 2; Urk. HD 77 S. 9 ff.). Sein Verteidiger macht 

geltend, aufgrund der "dünnen Beweislage" könne "noch nicht von (seiner) Täter-

schaft (...) ausgegangen werden", und beantragt einen Freispruch von diesem 

Vorwurf (Urk. HD 39 S. 8 Rz. 32; Urk. HD 78 S. 9 Rz. 32).  

3. Vorab ist darauf hinzuweisen, dass es entgegen der Auffassung der Vertei-

digung (Urk. HD 39 S. 8 Rz. 27; Urk. HD 78 S. 8 Rz. 26) zulässig ist, Zeugen zum 

Zwecke der Täteridentifikation Fotos von möglichen Tätern vorzulegen. Es kann 

diesbezüglich auf die einschlägige Literatur verwiesen werden (Häring, BSK 

StPO, Art. 146 StPO N 8 ff.; Godenzi, Kommentar zur Schweizerischen Strafpro-

zessordnung, Art. 146 StPO N 9 ff.).  

Sodann ist festzuhalten, dass sowohl der Zeuge G._____ (Urk. ND 1/8/1 S. 2 

oben A. 5) als auch die Zeugin F._____ (Urk. ND 1/9/1 S. 1 A. 2) als Merkmal ei-

ne auffällige Narbe über dem rechten Auge hervorheben. Optisch entsteht tat-

sächlich der Eindruck, dass der Beschuldigte über der rechten Braue eine Narbe 

oder Falte aufweist, wie auf der Fotografie des Beschuldigten zu sehen ist (vgl. 

Urk. ND 1/6) und wovon sich das Gericht - wie bereits die Vorinstanz (Prot. I S. 

-   12   - 

15) - anlässlich der Verhandlung überzeugen konnte. Wenn die Zeugin F._____ 

bei der staatsanwaltschaftlichen Befragung 2 ½ Jahre nach der Tat den Beschul-

digten nicht mehr identifizieren konnte, wie die Verteidigung anführt (Urk. HD 39 

S. 8 Rz. 31; Urk. HD 78 S. 8 Rz. 29), war der Grund dafür dieses Merkmal, das 

anscheinend durch die Spiegelwand nicht sichtbar war (Urk. ND 1/9/2 S. 3), was 

die von der Zeugin geäusserte Unsicherheit stark relativiert.  

Die Vorinstanz wies darauf hin, dass der Beschuldigte durch eine entsprechende 

Frage auf diese Beobachtung der Zeugen aufmerksam gemacht wurde, und be-

zeichnete seine Behauptung, einer der beiden Unbekannten habe ebenfalls eine 

solche Narbe gehabt (Urk. ND 1/11 S. 3 A. 16), als nicht lebensnahen Zufall (Urk. 

HD 59 S. 44). Es fällt auf, dass der Beschuldigte, dem dieses Merkmal an sich 

selbst ja vertraut sein musste, diese auffallende angebliche Koinzidenz nicht 

kommentierte. Wie die Vorinstanz richtig erwähnt (Urk. HD 59 S. 44), nannte kein 

Zeuge zwei Personen mit einem solchen Merkmal. Vielmehr sprach der Zeuge 

G._____ ausdrücklich davon, dass einer der Täter eine auffällige Narbe an der 

Augenbraue gehabt habe (Urk. ND 1/8/1 S. 2 A. 5). Der Umstand, dass eine Iden-

tifikation der beiden anderen Täter nicht möglich war, verhindert eine direkte 

Überprüfung dieser Aussage. Aufgrund der vorhandenen Indizien durfte die Vo-

rinstanz jedoch von einer Schutzbehauptung ausgehen. Daran ist festzuhalten. 

4. Da der Beschuldigte anerkennt, dass er vor Ort war, und ihn die Zeugen 

somit zweifellos dort sehen konnten, ist unerfindlich, was er aus seinen Einwen-

dungen gegen seine Identifikation ableiten will, etwa daraus, dass der Zeuge 

G._____ alle drei Täter als gross und kräftig beschrieb, was nicht zu seiner Statur 

passe (Urk. HD 39 S. 8 Rz. 29 und Urk. HD 78 S. 8 Rz. 28 m.H. auf Urk. ND 1/8/1 

S. 2 A. 5).  

Entgegen der Auffassung der Verteidigung (Urk. HD 39 S. 8 Rz. 31; Urk. HD 78 

S. 8 Rz. 28) ist sowohl diese Ungenauigkeit als auch der Umstand, dass der Zeu-

ge G._____ 2 ½ Jahre nach der Tat nicht bestätigen konnte, dass es der Be-

schuldigte war, der den Streit begann (Urk. ND 1/8/2 S. 4 unten), angesichts des 

schnellen und anscheinend völlig überraschenden Angriffs (vgl. Urk. ND 1/9/2 

-   13   - 

S. 2) gut nachvollziehbar und vermag die entsprechende Darstellung von F._____ 

(Urk. ND 1/9/1 S. 1) nicht zu widerlegen.  

5. Wegen der Ausgestaltung des Tatbestandes des Angriffs als Gefährdungs-

delikt (vgl. Trechsel / Fingerhuth, Art. 134 StGB N 1 i.V.m. Art. 133 StGB N 1; Ae-

besold, Basler Kommentar, Art. 134 StGB N 1), sind die genaue Rolle des Be-

schuldigten innerhalb der Gruppe der Täter und sein konkreter Tatbeitrag ohnehin 

unerheblich (entgegen Urk. HD 78 S. 9 Rz. 32 a.E.), sondern es geht nur um die 

Frage, ob er sich an den Faustschlägen und Fusstritten beteiligte, die zu den Ver-

letzungen von H._____ führten.  

Dass die Zeugin K._____ aussagte, es seien zwei Männer auf H._____ losge-

gangen, und dass sie nicht wusste, ob noch weitere Personen daran beteiligt wa-

ren (Urk. ND 1/10 S. 2), entlastet den Beschuldigten nicht wirksam. Zum einen 

war sie weiter vom Geschehen entfernt als die Zeugen G._____ und F._____ und 

konnte dieses deshalb weniger gut wahrnehmen. Zum andern berichtete der Zeu-

ge G._____ in seiner ersten Aussage bei der Polizei, der dritte Mann habe erst 

später eingegriffen (Urk. ND 1/8/1 S. 1 A. 2). Dies spielt jedoch letztlich keine Rol-

le, denn aufgrund der Zeugenaussagen von F._____, die den Beschuldigten auf-

grund seiner auffallenden Narbe (dazu oben) und seiner ähnlichen Statur (Urk. 

ND 1/9/2 S. 2) als denjenigen identifizierte, der sie "angemacht" und damit den 

Streit provoziert hatte, steht fest, dass sich der Beschuldigte aktiv am Angriff ge-

gen H._____ beteiligt hatte.  

Im Übrigen wirkt die Schilderung des Beschuldigten des Vorfalls aus der Perspek-

tive eines Zuschauers seltsam unbeteiligt und emotional nicht stimmig. So fehlt 

eine Erklärung dafür, weshalb er sich erst entfernte, "nachdem sie (die beiden 

unbekannten Täter) fertig waren" (Urk. ND 1/11/1 S. 1 A. 4), falls er nichts mit die-

sen zu tun hatte. Zudem wäre zu erwarten gewesen, dass den Zeugen aufgefal-

len wäre, wenn jemand die Täter - wenn auch nur mit Worten - aufzuhalten ver-

sucht hätte, wie der Beschuldigte auf einen entsprechenden Vorhalt geltend 

machte (Urk. ND 1/11/1 S. 2 A. 9; Urk. ND 1/11/2 S. 2). Aus dem Umstand, dass 

sich kein Zeuge daran erinnern konnte, schloss die Vorinstanz zurecht, dass es 

sich dabei um eine Schutzbehauptung handelt (Urk. HD 59 S. 44).  

-   14   - 

6. Die Vorinstanz wies darauf hin, dass sich die Zeugen G._____ und F._____ 

bei der staatsanwaltschaftlichen Befragung 2 ½ Jahre danach erst auf einen ent-

sprechenden Vorhalt daran erinnern konnten, dass ein Fahrrad geworfen wurde 

(Urk. HD 59 S. 43 ff.). Solche Details gelten in der sogenannten Aussagenanalyse 

als Realkennzeichen. Dass sich die Zeugen 2 ½ Jahre später nicht spontan daran 

erinnerten, stellt die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen jedoch nicht grundsätzlich in 

Frage. Es ist anzumerken, dass aus Sicht der Zeugen (anders als für die damit 

befassten Amtsstellen) der ganze Vorfall aussergewöhnlich war, so dass sich die-

ses Detail für sie weniger vom übrigen Erinnerungsstoff abhob. Wie die Vo-

rinstanz erwähnte, berichtete auch der Beschuldigte davon, dass ein Velo gewor-

fen wurde (Urk. ND 1/11/1 S. 2 A. 15), so dass dieses Element ohnehin unstrittig 

ist.  

7. Die grösste inhaltliche Abweichung der Aussagen des Beschuldigten von 

den Zeugenaussagen betrifft die Frage, woher die Täter kamen: Der Beschuldigte 

beschreibt, er sei nach einem erfolglosen Ausflug in den Rotlichtbezirk in den na-

hen Club I._____ gegangen, wo er Kollegen getroffen habe. Als er das Lokal ver-

lassen habe, habe er gesehen, wie zwei Kollegen, die vor ihm gegangen seien, 

auf jemanden eingeschlagen hätten (Urk. ND 1/11/1 S. 1 A. 4). Die Zeugin 

F._____ betonte demgegenüber, im Club sei nichts gewesen, die drei Männer 

seien von aussen gekommen (Urk. ND 1/9/2 S. 4), ein Unbekannter sei von der 

gegenüberliegenden Strasse auf sie zugekommen (Urk. ND 1/9/2 S. 1). Der Zeu-

ge G._____ berichtet, die drei Männer seien in einem schwarzen Auto vorgefah-

ren und ausgestiegen, worauf sich einer von ihnen zielgerichtet der Zeugin 

F._____ genähert habe (Urk. ND 1/8/2 S. 2). Es ist kein Grund ersichtlich, wes-

halb die Zeugen wahrheitswidrig aussagen sollten, dass die Täter von draussen 

kamen, wenn diese vorher im Club gewesen wären. Die Szene mit dem heranfah-

renden Auto ist zudem recht einprägsam. Es ist davon auszugehen, dass der Be-

schuldigte mit der Schutzbehauptung, dass er die beiden ihm angeblich nur flüch-

tig bekannten Mittäter zufälligerweise an der Bar getroffen habe (vgl. Urk. HD 40 

S. 19), seine Beziehung zu diesen verschleiern und von der gezielten Herbeifüh-

rung der Auseinandersetzung ablenken will. 

-   15   - 

8. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Vorinstanz zurecht die Darstel-

lung des Beschuldigten als Schutzbehauptung betrachtete und den Anklagesach-

verhalt für erstellt hielt. Die rechtliche Qualifikation trifft ebenfalls zu. Der Ange-

klagte ist demnach ferner des Angriffs schuldig zu sprechen. 

III. 

1. Der Beschuldigte ist demnach schuldig der Drohung, der Hinderung einer 

Amtshandlung, der Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes und des Verge-

hens gegen das Waffengesetz (HD), des Angriffs (ND 1), des Fahrens in nicht 

fahrfähigem Zustand und der Verletzung von Verkehrsregeln (ND 2) sowie des 

Fahrens trotz Ausweisentzug (ND 3). Dafür ist er zu bestrafen. 

2. Angriff wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe be-

straft, Drohung mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe, ebenso das 

Vergehen gegen das Waffengesetz und das Fahren in nicht fahrfähigem Zustand, 

während die Hinderung einer Amtshandlung mit einer Geldstrafe von bis zu 30 

Tagessätzen zu ahnden ist. Neben einer Freiheitsstrafe ist damit kumulativ eine 

Geldstrafe auszufällen, da es insofern an der Gleichartigkeit der Strafen fehlt, die 

Voraussetzung für die Anwendung des Asperationsprinzips gemäss Art. 49 StGB 

darstellt. Bei den übrigen Delikte handelt es sich um Übertretungen, die mit Busse 

bedroht sind.  

3. Der gleiche Grund - die fehlende Gleichartigkeit der Strafen - führt auch da-

zu, dass keine Zusatzstrafe zum Strafbefehl vom 16. Oktober 2008 (vgl. beigezo-

gene Akten der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich, 2007 / 764, Urk. HD 15) 

zu verhängen ist, obwohl dieser nach der Begehung der Delikte ausgefällt wurde, 

die Gegenstand der Nebendossiers bilden, da für diese - wie nachstehend gezeigt 

wird - eine Freiheitsstrafe neben einer Busse auszufällen ist, so dass es an der in 

Art. 49 Abs. 2 StGB vorausgesetzten Gleichartigkeit mit der im Strafbefehl vom 

16. Oktober 2008 ausgefällten Geldstrafe von 15 Tagessätzen zu Fr. 110.– fehlt 

(vgl. BGE 137 IV 57).  

-   16   - 

Die Vorinstanz ist bewusst von der zitierten bundesgerichtlichen Praxis abgewi-

chen und hat eine Freiheitsstrafe als (teilweise) Zusatzstrafe zur Geldstrafe ge-

mäss Strafbefehl vom 16. Oktober 2008 ausgefällt, was sie damit begründete, 

dass der Beschuldigte ansonsten durch die kumulative Verhängung von alter 

Geld- und neuer Freiheitsstrafe schlechter gestellt werde (Urk. HD 59 S. 48). An-

gesichts des Gesetzeswortlauts ist diese Folge jedoch in Kauf zu nehmen. Der 

Entscheid der Vorinstanz ist demnach in diesem Punkt zu korrigieren. 

4. Die Vorinstanz hat die Voraussetzungen der Strafzumessung korrekt wie-

dergegeben (Urk. HD 59 S. 49 ff.). Darauf kann verwiesen werden. Da der Angriff 

das schwerste der mit Freiheitsstrafe bedrohten Delikte darstellt, ist bei der Straf-

zumessung davon auszugehen und eine Einsatzstrafe auszufällen, die anschlies-

send angemessen zu erhöhen ist.  

5. Der Beschuldigte wurde im Jahr 1983 in J._____ geboren und wuchs dort 

mit seiner Mutter und mehreren Geschwistern, aber mehrheitlich ohne seinen Va-

ter auf, der in der Schweiz arbeitete. Im Jahr 1993 holte der Vater die Familie in 

die Schweiz. Der Beschuldigte, der bereits in J._____ die Schule besucht hatte, 

wurde in der zweiten Primarklasse eingeschult, wo er einer der Ältesten war. 

Nach dem ordentlichen Abschluss der Realschule bzw. Sek B mit 17 Jahren ab-

solvierte er eine Lehre als Elektromonteur und war danach bis zu seiner Verhaf-

tung im Sommer 2010 bei seiner früheren Lehrfirma angestellt (Urk. HD 23/24). 

Mit Strafbefehl vom 9. August 2004 wurde der Beschuldigte im Zusammenhang 

mit einem Einbruchdiebstahl am 10. Januar 2004 wegen Diebstahl, Sachbeschä-

digung und Fahren in fahrunfähigem Zustand zu einer bedingten Gefängnisstrafe 

von drei Monaten verurteilt (beigezogene Akten der Bezirksanwaltschaft Zürich, 

2004 / 638, Urk. 16). Mit Strafbefehl vom 16. Oktober 2008 wurde er wegen Fah-

ren in fahrunfähigem Zustand und einfacher Verletzung von Verkehrsregeln durch 

Nichtbeherrschen des Fahrzeugs, begangen am 30. Juli 2005, zu einer unbedingt 

ausgesprochenen Geldstrafe von 15 Tagessätzen zu Fr. 110.– verurteilt (beige-

zogene Akten der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich, 2007 / 764, Urk. 

HD 15). 

-   17   - 

Das Gutachten der psychiatrischen Universitätsklinik Zürich vom 24. März 2011 

ergab einen Missbrauch von Alkohol und Kokain sowie Merkmale einer dissozia-

len Persönlichkeitsstörung, die jedoch keinen Krankheitswert erreichen (Urk. HD 

13/8 S. 51 ff. und S. 64 Antwort 1). 

Soweit sich aus den hier auszugsweise wiedergegebenen persönlichen Faktoren 

etwas für die Strafzumessung ergibt, wird zu gegebener Zeit darauf eingegangen.  

6. Da es sich bei Art. 134 StGB (Angriff) um ein Gefährdungsdelikt handelt und 

die Verletzungsfolge blosse Strafbarkeitsbedingung ist, die nicht dem Handeln ei-

nes einzelnen Täters zugerechnet werden kann, ist die Schwere der Verletzung 

bei der Strafzumessung nicht zu berücksichtigen (vgl. Aebersold, BSK StGB II, 

Art. 133 StGB N 1). Die Beteiligung an Faustschlägen und Fusstritten gegen eine 

wehrlos am Boden liegende Person stellt jedoch unabhängig vom genauen Tat-

beitrag und der Verletzungsfolge eine schwerwiegende Tat dar, was aus der 

Strafandrohung zum Ausdruck kommt, die namentlich über das bei einer einfa-

chen Körperverletzung im Raum stehende Strafmass hinausgeht.  

Der vorliegende Sachverhalt zeichnet sich dadurch aus, dass der Vorfall gezielt 

herbeigeführt wurde, woran der Beschuldigte, wie oben erstellt wurde, massge-

blich beteiligt war, indem er im öffentlichen Raum vor einem Nachtlokal eine ihm 

unbekannte Frau bedrängte, um deren Begleiter zu einer Reaktion zu provozieren 

und so einen Vorwand für eine Schlägerei zu schaffen, wobei von der anderen 

Seite keine aktive Gegenwehr erfolgte, so dass ein Angriff i.S. von Art. 134 StGB 

und kein Raufhandel i.S. von Art. 133 StGB vorliegt. Hinweise auf eine Ein-

schränkung der Schuldfähigkeit liegen nicht vor (vgl. Urk. HD 13/8 S. 65 Antwort 

2).  

Das Tatverschulden des Beschuldigten ist im Einklang mit der Vorinstanz (Urk. 

HD 59 S. 54) als keineswegs leicht zu bezeichnen, was unter Berücksichtigung 

des zur Verfügung stehenden Strafrahmens einer Einsatzstrafe zwischen neun 

Monaten und einem Jahr entspricht. 

-   18   - 

7. Der Beschuldigte bedrohte den Türsteher B._____ nicht bloss verbal, son-

dern unmittelbar mit einer durchgeladenen Waffe. Dass die Bedrohungssituation 

nicht lange andauerte, wie die Vorinstanz anmerkt (Urk. HD 59 S. 54), trifft zwar 

grundsätzlich zu, ist aber auch darauf zurückzuführen, dass sich B._____ umge-

hend zurückzog, und wirkt sich daher nur marginal auf das Tatverschulden aus. 

Der Umstand, dass der Beschuldigte seinen Finger nicht am Abzug hielt, vermin-

derte zwar die Gefahr einer versehentlichen Schussauslösung, so dass keine 

unmittelbare Lebensgefahr vorlag, änderte jedoch nichts an der Realität der Dro-

hung für den Bedrohten und wirkt sich daher nicht auf die objektive Tatschwere 

der Drohung aus. Durch den Freispruch vom Vorwurf der Gefährdung des Lebens 

vergrössert sich das mit der Drohung verbundene Tatverschulden im Vergleich 

zum Urteil der Vorinstanz, weil keine Konsumation des Unrechtsgehalts zwischen 

diesen beiden Delikten stattfindet. Unter Berücksichtigung aller Umstände ist von 

einem objektiven Verschulden im mittleren Bereich auszugehen. 

Dass sich der Beschuldigte bedroht fühlte und sein Verhalten einen defensiven 

Charakter hatte, findet im Beweismaterial keine Grundlage und wurde von der Vo-

rinstanz zurecht als Schutzbehauptung betrachtet (Urk. HD 59 S. 23 und S. 25 

ff.). Hingegen ist die aktenkundige Vorgeschichte, nämlich dass es am 11. Januar 

2009 bereits einmal zu einer tätlichen Auseinandersetzung zwischen dem Be-

schuldigten und dem Privatkläger B._____ gekommen war (vgl. Urk. HD 15/1-9), 

insofern verschuldensmindernd zu berücksichtigen, als dadurch die Hemm-

schwelle für eine Eskalation herabgesetzt war. 

In subjektiver Sicht ist weiter die im chemisch-toxikologischen Gutachten festge-

stellte Blutalkoholkonzentration von 1.29 bis 1.85 Promille zu berücksichtigen 

(Urk. HD 11/4). Der Beschuldigte berichtet überdies von regelmässigem Kokain-

konsum und erwähnt die Einnahme von Testosteron zum Muskelaufbau, was sich 

mit gelegentlichen Angstzuständen ausgewirkt habe - laut dem psychiatrischen 

Gutachten eine mögliche Nebenfolge einer solchen Anwendung (Urk. HD 13/8 

S. 57). Das psychiatrische Gutachten hat daraus auf eine mittelgradige Beein-

trächtigung der Schuldfähigkeit zur Tatzeit geschlossen (Urk. HD 13/8 S. 64 ff. 

-   19   - 

A. 2.2), was nachvollziehbar erscheint und mit der Vorinstanz zu übernehmen ist 

(vgl. Urk. HD 59 S. 51).  

Das entspricht einem leichten subjektiven Tatverschulden, was das objektive Tat-

verschulden deutlich relativiert und zu einer gesamthaften Bewertung des objekti-

ven und subjektiven Tatverschuldens als noch leicht führt. Das damit verbundene 

Vergehen gegen das Waffengesetz fällt daneben verschuldensmässig nicht nen-

nenswert ins Gewicht, ist aber dennoch abzugelten. 

Hinsichtlich der Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz wies die 

Vorinstanz zurecht darauf hin, dass diese nicht zu bagatellisieren sind (Urk. HD 

59 S. 55). Das gilt insbesondere für das Fahren in fahrunfähigem Zustand, was 

als einzige dieser Widerhandlungen keine Übertretung ist und damit in die Bildung 

der Gesamtstrafe einfliesst. An dieser Wertung vermag der vom Beschuldigten 

anlässlich der Berufungsverhandlungen vorgebrachte Rechtfertigungsversuch 

(Urk. HD 77 S. 11) nichts zu ändern. In seinem damaligen berauschten Zustand 

ging vom Beschuldigten als Fahrzeuglenker eine erhebliche abstrakte Gefahr aus, 

die sich nicht in der konkret eingetretenen Unfallfolge erschöpfte. Zugunsten des 

Beschuldigten muss jedoch angenommen werden, dass seine Fahrt auch dann 

nicht viel länger gedauert hätte, wenn sie nicht an einem Inselschutzpfosten ein 

vorzeitiges Ende gefunden hätte. Die Vorinstanz siedelte das damit verbundene 

Tatverschulden zurecht noch im unteren Bereich an (Urk. HD 59 S. 55).  

8. Der Beschuldigte wurde von seinen Eltern während der Primarschulzeit von 

J._____ in die Schweiz gebracht, was grundsätzlich ein schwieriger Moment für 

einen solchen Wechsel der Sprache und des Kulturkreises ist und eine bessere 

schulische Karriere verhindert haben dürfte. Der Abschluss einer Lehre als Elekt-

roinstallateur und die anschliessende längere Beschäftigung beim gleichen Ar-

beitgeber sprechen jedoch grundsätzlich für eine erfolgreich verlaufene Integrati-

on.  

Diese erschwerten Startbedingungen spiegeln sich im nicht unbefleckten Vorstra-

fenregister des Beschuldigten (Urk. HD 62) und relativieren dessen straferhöhen-

de Auswirkung. Weiter ist zu berücksichtigen, dass die Vorstrafen in Bezug auf 

-   20   - 

die Delikte des Angriffs, der Drohung und des Vergehens gegen das Waffenge-

setz nicht einschlägig sind. Die Vorstrafen führen dennoch zu einer Straferhö-

hung.  

Das Nachtatverhalten des Beschuldigten wirkt sich im Ergebnis nicht auf die 

Strafzumessung aus. Seinem grundsätzlich korrekten und kooperativen Verhalten 

im Strafverfahren steht der Umstand gegenüber, dass er während laufender Stra-

funtersuchung delinquierte (Urk. HD 59 S. 52 ff.). Das Verfahren dauerte entge-

gen der Auffassung der Verteidigung (Urk. HD 78 S. 10 Rz. 41) nicht unangemes-

sen lang, so dass die Strafe deswegen nicht zu reduzieren ist.  

9. Die Einsatzstrafe wegen Angriffs ist unter Berücksichtigung des Asperati-

onsprinzips und der Täterpersönlichkeit in der selben Grössenordnung zu erhö-

hen. Der Beschuldigte ist demnach mit einer Freiheitsstrafe von 21 Monaten zu 

bestrafen. Daran ist die erstandene Haft anzurechnen. 

10. Das Tatverschulden im Zusammenhang mit der Hinderung einer Amtshand-

lung siedelte die Vorinstanz zurecht im unteren Bereich an. Unter Berücksichti-

gung der persönlichen Faktoren, für deren Wiedergabe und Würdigung auf die 

obige Darstellung verwiesen wird, erscheint das von der Vorinstanz verhängte 

Strafmass von 10 Tagessätzen angemessen. Die von der Vorinstanz festgesetzte 

Tagessatzhöhe von Fr. 10.– trägt den finanziellen Verhältnissen des Beschuldig-

ten in der Haft Rechnung und ist auch wegen des Verschlechterungsverbots ohne 

Weiteres zu bestätigen. 

11. Die Vorinstanz bestrafte den Beschuldigten für die Übertretungen des Be-

täubungsmittelgesetzes und des Strassenverkehrsgesetzes, für die er rechtskräf-

tig verurteilt wurde, mit einer Busse von Fr. 1'000.–. Die Vorinstanz hat das damit 

verbundene Tatverschulden zutreffend gewürdigt und auch seinen angespannten 

finanziellen Verhältnissen Rechnung getragen (Urk. HD 59 S. 58). Die Höhe der 

Busse, die im Übrigen nicht beanstandet wurde, ist daher zu bestätigen.  

Die für den Fall der Nichtbezahlung angedrohte Ersatzfreiheitsstrafe von 10 Ta-

gen ist ebenfalls zu bestätigen. Dazu ist allerdings anzumerken, dass die Festset-

-   21   - 

zung der Ersatzfreiheitsstrafe ausgehend von einem pauschalen Umwandlungs-

betrag von Fr. 100.00 pro Tag, obwohl bei der Festsetzung des Tagessatzes auf-

grund der schlechten finanziellen Verhältnisse des Beschuldigten - die bei der 

Bemessung der Busse ebenfalls von Bedeutung sind - von einem Betrag von 

Fr. 10.– ausgegangen wurde, seinem Tatverschulden nicht gerecht wird. Das 

Verschlechterungsverbot steht einer Anpassung nach oben jedoch entgegen. 

IV. 

1. Aus den beiden Vorstrafen des Beschuldigten - eine bedingte Freiheitsstrafe 

von drei Monaten aus dem Jahr 2004 und eine unbedingte Geldstrafe von 15 Ta-

gessätzen zu Fr. 110.– gemäss Strafbefehl vom 16. Oktober 2008 -, die ihn - wie 

Figura zeigt - nicht von der Begehung weiterer Delikte abhielten sowie aus der 

Einstufung seiner Rückfallgefahr als hoch im psychiatrischen Gutachten der Psy-

chiatrischen Universitätsklinik Zürich vom 24. März 2011 (Urk. HD 13/8) schloss 

die Vorinstanz auf eine ungünstige Legalprognose und verweigerte dem Beschul-

digten den bedingten Strafvollzug (Urk. HD 59 S. 59). 

2. Die gewichtigere der beiden Vorstrafen, die auf einen Einbruchdiebstahl zu-

rück geht, stammt aus dem Jahr 2004, so dass sich daraus angesichts des Zeit-

ablaufs und der anders gelagerten Delikte, die heute im Vordergrund stehen (An-

griff und Drohung), in Bezug auf die Legalprognose nicht allzu viel ableiten lässt. 

Diese Erfahrung hielt ihn jedoch nicht von der Begehung anderer Delikte ab. Mit 

Blick auf das psychiatrische Gutachten, das die Rückfallgefahr des Beschuldigten 

als hoch einschätzt (Urk. HD 13/8 S. 65 A. 3.1), ist die negative Prognose der Vo-

rinstanz jedenfalls berechtigt. Die Verweigerung des bedingten Strafvollzugs 

durch die Vorinstanz ist demnach zu bestätigen. 

3. Die Rückfallgefahr des Beschuldigten führte das Gutachten auf seine disso-

ziale Persönlichkeit und auf seinen missbräuchlichen Konsum von Alkohol und 

Kokain zurück, was beides behandelbar sei, wodurch sich das Rückfallrisiko deut-

lich reduzieren lasse (vgl. Urk. HD 13/8 S. 66 ff. A. 4.2). Gestützt auf diesen Be-

fund ordnete die Vorinstanz eine ambulante Massnahme zur Suchtbehandlung 

-   22   - 

i.S. von Art. 63 StGB an, die während des Strafvollzugs durchzuführen sei (Urk. 

HD 59 S. 59 ff.). Diese Anordnung wurde nicht angefochten und ist rechtskräftig 

geworden.  

Da die erfolgreiche Behandlung seiner Störung die Voraussetzung für eine Ver-

besserung der Legalprognose bildet, stellt weder der Aufschub der Strafe zuguns-

ten der Durchführung der Massnahme noch die Erteilung einer Weisung bei 

gleichzeitiger Gewährung des bedingten Strafvollzugs eine taugliche Alternative 

dar. Angesichts der (wegen der Anrechnung der erstandenen Haft) bevorstehen-

den Entlassung aus dem Strafvollzug ist festzuhalten, dass die ambulante Mass-

nahme grundsätzlich damit nicht endet, sondern darüber hinaus fortdauert (Art. 63 

Abs. 4 StGB).  

V. 

Der Beschuldigte wird vom Vorwurf der Gefährdung des Lebens freigesprochen 

und das Strafmass wird gesenkt. Die übrigen Punkte des vorinstanzlichen Urteils 

bleiben unverändert. Bei diesem Ausgang sind die Kosten des Berufungsverfah-

rens zu drei Vierteln dem Beschuldigten aufzuerlegen und im Übrigen auf die Ge-

richtskasse zu nehmen. Die vorinstanzliche Kostenauflage ist zu bestätigen, wo-

bei die Kosten der amtlichen Verteidigung auf die Gerichtskasse zu nehmen sind 

(Art. 426 Abs. 1 StPO).  

Da der Beschuldigte zu einer Freiheitsstrafe verurteilt wird, deren Dauer die er-

standene Haft übersteigt, besteht von vornherein kein Anspruch auf eine Ent-

schädigung oder Genugtuung. Bei dem vorerwähnten Ausgang des Verfahrens ist 

dem Beschuldigten jedoch eine reduzierte Prozessentschädigung für das Beru-

fungsverfahren zuzusprechen. Diese ist - ausgehend von den vom Beschuldigten 

geltend gemachten Anwaltskosten (Urk. HD 39 S. 10 Rz. 42; Urk. HD 78 S. 12 

Rz. 50) - auf Fr. 1'500.– festzusetzen. 

-   23   - 

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 3. Abteilung, 

vom 30. Juni 2011, bezüglich Teilen von Dispositivziffer 1 (Schuldspruch 

wegen Drohung, Vergehen gegen das Waffengesetz, Hinderung einer 

Amtshandlung, mehrfache Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes, Fah-

ren in nicht fahrfähigem Zustand, Fahren ohne Führerausweis trotz Entzug 

und Verletzung der Verkehrsregeln), Dispositivziffer 5 (Anordnung einer am-

bulanten Massnahme im Sinne von Art. 63 StGB [Suchtbehandlung]), Dis-

positivziffer 6 (Einziehung), Dispositivziffer 7 (Genugtuung an den Privatklä-

ger B._____) und Dispositivziffer 8 (Kostenaufstellung) in Rechtskraft er-

wachsen ist. 

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.  

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist ferner schuldig des Angriffs im Sinne von Art. 

134 StGB. 

2. Der Beschuldigte wird von der Anklage betreffend Gefährdung des Lebens 

freigesprochen. 

3. Der Beschuldigte wird bestraft mit 21 Monaten Freiheitsstrafe (wovon 582 

Tage durch Untersuchungs- und Sicherheitshaft sowie vorzeitigen Strafvoll-

zug erstanden sind) und mit einer Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu 

Fr. 10.– sowie mit einer Busse von Fr. 1'000.–. 

4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe und der Geldstrafe wird nicht aufgeschoben. 

5. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft 

nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 10 Tagen. 

-   24   - 

6. Die Kosten der Untersuchung und der ersten Instanz (ausgenommen die 

Kosten der amtlichen Verteidigung) werden dem Beschuldigten auferlegt. 

Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse ge-

nommen. Eine Rückforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO bleibt vorbehal-

ten. 

7. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 3'000.–. 

8. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden dem Beschuldigten zu drei 

Vierteln auferlegt und im Übrigen auf die Gerichtskasse genommen. 

9. Dem Beschuldigten wird für das Berufungsverfahren eine reduzierte Pro-

zessentschädigung von Fr. 1'500.– zugesprochen. 

10. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten 
− die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich 
− das Amt für Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- 

und Vollzugsdienste 
− die Strafanstalt … (durch die zuführenden Polizeibeamten) 
− den Privatkläger B._____  
(Eine begründete Urteilsausfertigung - und nur hinsichtlich ihrer eigenen 
Anträge [Art. 84 Abs. 4 StPO] - wird den Privatklägern nur zugestellt, sofern 
sie dies innert 10 Tagen nach Erhalt des Dispositivs verlangen.) 

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten 
− die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich 
− das Bundesamt für Polizei, … [Adresse] 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− das Amt für Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- 

und Vollzugsdienste 
− die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A 

-   25   - 

− die KOST Zürich mit dem Formular "Löschung des DNA-Profils und 
Vernichtung des ED-Materials" zwecks Bestimmung der Vernichtungs- 
und Löschungsdaten 

− das Migrationsamt des Kantons Zürich. 
 

11. Rechtsmittel: 

Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesge-

richtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer 

 
 

Zürich, 16. März 2012 
 
 

Der Vorsitzende: 
 
 
 

Oberrichter lic. iur. Th. Meyer 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. Laufer 
 

 

	Urteil vom 16. März 2012
	 Anklage:
	Urteil der Vorinstanz:
	1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig
	 der Gefährdung des Lebens im Sinne von Art. 129 StGB,
	 des Angriffs im Sinne von Art. 134 StGB,
	 der Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB,
	 des Vergehens gegen das Waffengesetz im Sinne von Art. 33 Abs. 1 lit. a in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 lit. a, Art. 7 Abs. 1, Art. 8 Abs. 1 sowie Art. 15 Abs. 1 WG und Art. 12 Abs.1 lit. d WV,
	 des Fahrens in nicht fahrfähigem Zustand im Sinne von Art. 91 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 31 Abs. 2 SVG und Art. 2 Abs. 2 VRV,
	 des Fahrens ohne Führerausweis oder trotz Entzug im Sinne von Art. 95 Ziff. 2 SVG,
	 der Hinderung einer Amtshandlung im Sinne von Art. 286 StGB,
	 der mehrfachen Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes im Sinne von Art. 19a Ziff. 1 BetmG sowie
	 der Verletzung von Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Ziff. 1 in Verbindung mit Art. 31 Abs. 1 SVG.

	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 2 Jahren und 9 Monaten Freiheitsstrafe (wovon 321 Tage durch Haft erstanden sind) sowie mit einer Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu Fr. 10.–, teilweise als Zusatzstrafe zum Strafbefehl der Staatsanwaltschaft I des ...
	3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe sowie der Geldstrafe wird nicht aufgeschoben. Die Busse ist zu bezahlen.
	4. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 10 Tagen.
	5. Es wird eine strafvollzugsbegleitende ambulante Behandlung des Beschuldigten im Sinne von Art. 63 StGB (Suchtbehandlung) angeordnet.
	6. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 4. Februar 2011 beschlagnahmte und unter der Sachkautions-Nr. ... (Asservat-Nr. …) gelagerte Selbstladepistole (Marke Colt, Modell Government 1911 A1 inkl. 2 Patronen) wird eingezog...
	7. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger B._____ Fr. 500.–  zuzüglich 5 % Zins ab dem 13. August 2010 als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen.
	8. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
	9. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt.
	10. Die Kosten der früheren amtlichen Verteidigung werden auf die Staatskasse genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO. Über die Höhe der Kosten der Verteidigung wurde separat entschieden.
	Berufungsanträge:
	1. A._____ sei
	 der Gefährdung des Lebens im Sinne von Art. 129 StGB sowie
	 des Angriffs im Sinne von Art. 134 StGB
	für nicht schuldig zu befinden und von diesen Vorwürfen freizusprechen.
	2. A._____ sei
	 des Vergehens gegen das Waffengesetz im Sinne von Art. 33 Abs. 1 lit. a WG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 lit. a WG und Art. 7 Abs. 1 WG, Art. 8 Abs. 1 WG, Art. 15 Abs. 1 WG und Art. 12 Abs. 1 lit. d WV,
	 der Drohung im Sinne von Art. 180 StGB,
	 der Hinderung einer Amtshandlung im Sinne von Art. 286 StGB,
	 des Fahrens in fahrunfähigem Zustand im Sinne von Art. 91 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 31 Abs. 2 SVG und Art. 2 Abs. 2 lit. a, c und g VRV,
	 des Fahrens ohne Führerausweis oder trotz Entzug im Sinne von Art. 95 Ziff. 2 SVG,
	 der mehrfachen Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes im Sinne von Art. 19a Ziff. 1 BetmG sowie
	 der Verletzung von Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Ziff. 1 SVG in Verbindung mit Art. 31 Abs. 1 SVG
	für schuldig zu befinden.

	3. A._____ sei dafür mit einer Geldstrafe von 240 Tagessätzen zu CHF 10.– als Gesamtstrafe zu bestrafen, dies teilweise als Zusatzstrafe zu der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 16. Oktober 2008 ausgesprochenen Geldstrafe...
	4. Die Geldstrafe sei zu vollziehen.  Es sei festzustellen, dass die Geldstrafe und die Busse als durch die bis heute erstandene Haft abgegolten sind.
	5. A._____ sei zu verpflichten, B._____ CHF 500.– zuzüglich Zins ab dem 13. August 2010 als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag sei das Genugtuungsbegehren abzuweisen.
	6. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 4. Februar 2011 beschlagnahmte Pistole und die zwei Patronen seien definitiv einzuziehen und zu vernichten.
	7. Die Kosten der amtlichen Verteidigung seien auf die Gerichtskasse zu nehmen. Die übrigen Kosten des vorliegenden Verfahrens seien zu 1/2 auf die Gerichtskasse zu nehmen und im übrigen Umfang A._____ aufzuerlegen, jedoch aufgrund derer offensichtlic...
	8. A._____ sei für die von ihm bis heute über die vorstehende Bestrafung hinaus erstandene Haft sowie für seine Verteidigung und den dadurch erlittenen Lohnausfall eine angemessene Entschädigung und Genugtuung zu bezahlen.
	Erwägungen:
	I.
	II.
	III.
	IV.
	V.

	Es wird beschlossen:
	1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 3. Abteilung, vom 30. Juni 2011, bezüglich Teilen von Dispositivziffer 1 (Schuldspruch wegen Drohung, Vergehen gegen das Waffengesetz, Hinderung einer Amtshandlung, mehrfache Übertre...
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte A._____ ist ferner schuldig des Angriffs im Sinne von Art. 134 StGB.
	2. Der Beschuldigte wird von der Anklage betreffend Gefährdung des Lebens freigesprochen.
	3. Der Beschuldigte wird bestraft mit 21 Monaten Freiheitsstrafe (wovon 582 Tage durch Untersuchungs- und Sicherheitshaft sowie vorzeitigen Strafvollzug erstanden sind) und mit einer Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu Fr. 10.– sowie mit einer Busse von ...
	4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe und der Geldstrafe wird nicht aufgeschoben.
	5. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 10 Tagen.
	6. Die Kosten der Untersuchung und der ersten Instanz (ausgenommen die Kosten der amtlichen Verteidigung) werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen. Eine Rückforderung gemäss Art. 1...
	7. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 3'000.–.
	8. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden dem Beschuldigten zu drei Vierteln auferlegt und im Übrigen auf die Gerichtskasse genommen.
	9. Dem Beschuldigten wird für das Berufungsverfahren eine reduzierte Prozessentschädigung von Fr. 1'500.– zugesprochen.
	10. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich
	 das Amt für Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und Vollzugsdienste
	 die Strafanstalt … (durch die zuführenden Polizeibeamten)
	 den Privatkläger B._____
	(Eine begründete Urteilsausfertigung - und nur hinsichtlich ihrer eigenen Anträge [Art. 84 Abs. 4 StPO] - wird den Privatklägern nur zugestellt, sofern sie dies innert 10 Tagen nach Erhalt des Dispositivs verlangen.)
	 die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich
	 das Bundesamt für Polizei, … [Adresse]
	 die Vorinstanz
	 das Amt für Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und Vollzugsdienste
	 die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A
	 die KOST Zürich mit dem Formular "Löschung des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials" zwecks Bestimmung der Vernichtungs- und Löschungsdaten
	 das Migrationsamt des Kantons Zürich.

	11. Rechtsmittel: