# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1bee3cbd-91ac-580a-9648-ab16c812e98c
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-12-08
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Kantonsgericht Strafkammer und Anklagekammer 08.12.2014 ST.2014.25
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_KG_001_ST-2014-25_2014-12-08.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/8

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: ST.2014.25

Stelle: Kantonsgericht

Rubrik: Strafkammer und Anklagekammer

Publikationsdatum: 08.12.2014

Entscheiddatum: 08.12.2014

Entscheid Kantonsgericht, 08.12.2014
Art. 25 StGB (SR 311.0) Gehilfenschaft. Art. 37 Abs. 1 SprstG (SR 941.41) 
Unbefugt Verkehr mit Sprengmitteln oder pyrotechnischen Gegenständen. 
Durch das einschlägige Positionieren und Halten von Fahnen, damit 
unerkannt Pyrofackeln im Fussballstadion gezündet werden können, wird 
die unbefugte Verwendung pyrotechnischer Gegenstände objektiv gefördert. 
Mit dem Zünden der Pyrofackel durch die Täterschaft ist das Delikt von Art. 
37 Abs. 1 SprstG vollendet. Beendet ist das Delikt jedoch erst mit dem 
Erkalten der Fackel, da die von ihr ausgehende Gefahr auch einige Zeit nach 
Erlöschen anhält. Erfolgt eine vorsätzliche Hilfeleistung durch eine 
Drittperson vor dem Erkalten der Pyrofackel, macht sich diese der 
Gehilfenschaft und nicht der Begünstigung schuldig (Kantonsgericht, 
Strafkammer, 8. Dezember 2014, ST.2014.25). 

Zum Sachverhalt und zur Prozessgeschichte:

Dem Beschuldigten wurde vorgeworfen, sich anlässlich eines Fussballspiels am 

Abbrennen von pyrotechnischen Fackeln im Fanblock beteiligt zu haben, indem er 

vorsätzlich die Sicht auf einen Pyrozünder mit Fahnen verdeckt habe. Unter der Fahne 

habe sich der nicht identifizierbare Täter maskiert, sei unter der Fahne 

hervorgekommen und habe eine Fackel gezündet und sich nach dem Erlöschen wieder 

darunter zurückgezogen. Das Kreisgericht sprach den Beschuldigten deswegen der 

Begünstigung schuldig und verurteilte ihn zu einer Geldstrafe.

 

Aus den Erwägungen:

III.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/8

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

3. a) Das Bundesgesetz über explosionsgefährliche Stoffe (Sprengstoffgesetz, SprstG) 

regelt gemäss Art. 1 Abs. 1 den Verkehr mit Sprengmitteln, pyrotechnischen Gegen-

ständen und Schiesspulver. Art. 7 SprstG definiert die pyrotechnischen Gegenstände 

als gebrauchsfertige Erzeugnisse mit einem Explosiv- oder Zündsatz, die nach lit. a. 

nicht zum Sprengen, sondern zu andern industriellen, technischen oder 

landwirtschaftlichen Zwecken bestimmt sind, wie Signalmittel, Wetterraketen, Patronen 

zum Schweissen oder Härten von Metallen, oder nach lit. b. bloss dem Vergnügen 

dienen, wie die Feuerwerkskörper.

Gemäss Art. 15 Abs. 5 SprstG ist es verboten, Sprengmittel und pyrotechnische 

Gegenstände, die für andere Zwecke bestimmt sind, zu Vergnügungszwecken zu 

verwenden. Die Strafbestimmungen des Sprengstoffgesetzes sehen in Art. 37 

Ziff. 1 SprstG unter anderem vor, dass mit Gefängnis oder mit Busse bestraft wird, wer 

vorsätzlich ohne Bewilligung oder entgegen Verboten dieses Gesetzes mit 

Sprengmitteln oder pyrotechnischen Gegenständen verkehrt, insbesondere derartige 

Gegenstände besitzt oder verwendet. Die Verbotsnorm des SprstG bezweckt der von 

Sprengmitteln und pyrotechnischen Gegenständen ausgehenden Gefahr zu begegnen 

(vgl. Botschaft zu einem Bundesgesetz über explosionsgefährliche Stoffe 

[Sprengstoffgesetz] vom 20. August 1975, BBl II 1975, 1289 ff., 1300 und 1309; siehe 

zum Ganzen BGer 6B_612/2011 E. 1; vgl. überdies Entscheid des Kantonsgerichtes 

St.Gallen von 4. Mai 2014, ST.2010.100-SK3 [in: GVP 2011 Nr. 58, S. 193 ff.], E. III.

1.d.cc; Häfelin/Müller/Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, überarb. Aufl., 

Zürich 2006, Rz 2450 f.).

b) Bei der anlässlich des Fussballspiels verwendeten Pyrofackel handelt es sich um 

einen pyrotechnischen Gegenstand im Sinne von Art. 7 lit. a SprstG. Der Gebrauch 

dieser Pyrofackel diente ausschliesslich einem Vergnügungszweck, womit der nicht 

identifizierbare Pyrozünder eine Widerhandlung gegen das Sprengstoffgesetz im Sinne 

von Art. 37 Ziff. 1 i.V.m. Art. 15 Abs. 5 SprstG beging. Dies wird denn auch seitens der 

Verteidigung zu Recht nicht bestritten.

4. a/aa) Gemäss Art. 25 StGB wird bestraft, wer zu einem Verbrechen oder Vergehen 

vorsätzlich Hilfe leistet ("Gehilfe"). Bei der Widerhandlung gegen das Sprengstoffgesetz 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/8

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

handelt es sich um ein Vergehen (vgl. Art. 10 Abs. 3 StGB und Art. 37 Ziff. 1 SprstG 

i.V.m. Art. 333 Abs. 2 lit. b StGB), welches der Gehilfenschaft zugänglich ist.

Gehilfenschaft ist stets akzessorisch. Sie setzt die Haupttat eines andern voraus, an 

welcher der Gehilfe in untergeordneter Weise mitwirkt. Die Beteiligung des Gehilfen ist 

dabei so lange möglich, als die Haupttat noch nicht beendet ist, d.h. als nach einem 

rechtlich vollendeten Delikt durch das nachfolgende Verhalten des Täters das verletzte 

Rechtsgut weiterhin beeinträchtigt wird (BGE 98 IV 83 E. 2c, vgl. überdies BGE 121 IV 

109 E. 3a, BGE 118 IV 309 E. 1a; BSK StGB-Forster, Art. 25 N 14 m.w.H.; Trechsel/

Jean-Richard, in Trechsel/Pieth, StGB PK, 2. Aufl., Zürich/St. Gallen 2012, Art. 25 N 9; 

Nydegger, Zurechnungsfragen der Anstiftung im System strafbarer Beteiligung, in: 

Schmid [Hrsg.], Luzerner Beiträge zur Rechtswissenschaft, Bd Nr. 67, Zürich 2012, 

S. 131).

bb) Gemäss Art. 305 Abs. 1 StGB wird derjenige wegen Begünstigung mit 

Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft, der eine Person unter 

anderem der Strafverfolgung entzieht. Unter "Entziehen" wird nicht ein blosses 

Hindern, sondern ein Verhindern verstanden (vgl. BGE 99 IV 266 E. 3; Trechsel/Affolter-

Eijsten, in Trechsel/Pieth [Hrsg.], StGB PK. 2. Aufl., Zürich/St. Gallen 2013, Art. 305 N 3 

mit Verweis auf BGE 101 IV 316 und BGE 69 IV 120). Die Tathandlung kann in 

Eingriffen in die Beweisführung (z.B. Spurenvernichtung, das Verbergen von 

Beweismitteln, Förderung von Kollusion etc.) bestehen, was grundsätzlich erst nach 

vollendeter Vortat geschehen kann (vgl. BSK StGB-Delnon/Rüdy, Art. 305 N 16 m.w.H.; 

Trechsel/Jean-Richard, a.a.O., Art. 25 N 9; Nydegger, a.a.O., S. 131 f.).

b) Die Vorinstanz verneinte entgegen der Anklage das Vorliegen einer Gehilfenschaft zu 

einer Widerhandlung gegen das SprstG. Sie begründete dies mit dem Umstand, dass 

die Hilfshandlung des Beschuldigten erst nach Abbrennen der Pyrofackel und somit 

nach Beendigung des Sprengstoffdelikts stattgefunden habe. Die an das Abbrennen 

der Pyrofackel anschliessende Entmummung gehöre nicht mehr zum Sprengstoffdelikt. 

Hingegen sprach sie den Beschuldigten der Begünstigung schuldig, da er es dem 

Pyrozünder ermöglicht habe, sich zu entmummen und unerkannt in der Menge zu 

verschwinden.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/8

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

c) Das Sprengstoffdelikt war mit dem Zünden bzw. Verwenden der Pyrofackel 

vollendet, da die gesetzlichen Voraussetzungen des Tatbestands von Art. 37 Ziff. 1 

SprstG ein-traten. Beendet war es entgegen der vorinstanzlichen Ansicht indessen 

nicht. Massgebend für die Beurteilung dieser Frage ist allein, ob das durch das 

Sprengstoffgesetz geschützte Rechtsgut, nämlich der von den pyrotechnischen 

Gegenständen ausgehenden Gefahr zu begegnen, weiterhin beeinträchtigt wurde oder 

nicht. Die besondere Gefährlichkeit von Pyrofackeln liegt – nebst den ausströmenden, 

schädlichen Gasen bzw. toxischen Dämpfen sowie den Rauchpartikeln – vor allem in 

den extrem hohen Abbrenntemperaturen der Fackeln, die derart heiss werden, dass sie 

nicht mehr durch Sauerstoffentzug gelöscht werden können (vgl. statt vieler den 

Entscheid der I. Strafkammer des Obergerichts Zürich vom 14. November 2013, 

SB130321-O/U/eh, E. IV.2, wo von Abbrenntemperaturen von 1500°C - 2500°C die 

Rede ist, sowie das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 19. Februar 2013, 

C-8376/2010, E. 5.5.2). Auch längere Zeit, jedenfalls aber wie hier wenige Sekunden 

nach dem Erlöschen des eigentlichen Lichtscheins ist eine Pyrofackel immer noch 

brennend heiss. Entsprechend waren die zahlreichen Personen, die sich unstrittig in 

der Nähe befanden, weiterhin gefährdet. Erst mit Erkalten der Fackel war die von ihr 

ausgehende Gefahr und somit auch das Sprengstoffdelikt beendet. Daher war – im 

Einklang mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung – im Stadium unmittelbar nach 

Erlöschen des Lichtscheins der Fackel eine Beteiligung des Beschuldigten als Gehilfe 

ohne Weiteres noch möglich. Darüber hinaus bestand – entgegen der Ausführung der 

Verteidigung an Schranken der Vorinstanz – nach dem Tatplan der Beteiligten keine 

eigenständige Bedeutung der Ver- bzw. Entmummung. Der Täter beabsichtigte, die 

Pyrofackel unerkannt zu zünden und die Unterstützung des Beschuldigten zielte auf die 

Förderung dieser Handlung ab (vgl. hierzu im Einzelnen E. III.4.e/cc und dd; siehe für 

einen vergleichbaren Sachverhalt auch den Entscheid des Kantonsgerichts St.Gallen 

vom 1. September 2014, ST.2014.20-SK3, E. IV). Ob die anschliessende Ermöglichung 

zur Entmummung durch das Halten der Fahnen dabei mit der Sicherung einer 

Diebesbeute durch einen Gehilfen vergleichbar ist, wie von der Anklage vorgebracht 

und von der Vorinstanz verneint wurde, kann aufgrund der noch unmittelbar 

anhaltenden Beeinträchtigung des geschützten Rechtsguts offen bleiben. Der 

Begünstigungstatbestand scheidet somit aus. Anders zu entscheiden hiesse denn 

auch, vergleichbare Taten in fragwürdiger Weise unterschiedlich zu behandeln. So ist 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/8

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

jener, der unmittelbar vor der Verwendung der Fackel die unerkannte Vermummung 

des Haupttäters ermöglicht, gemäss Rechtsprechung als Gehilfe zur Widerhandlung 

gegen das Sprengstoffgesetz zu verurteilen (vgl. Entscheid des Kantonsgerichts 

St.Gallen vom 1. September 2014, ST.2014.20-SK3, E. IV.). Der Täter kommt damit 

obligatorisch in den Genuss einer Strafmilderung in Bezug auf die für die Haupttat 

vorgesehene Freiheitsstrafe von drei Jahren oder Geldstrafe. Würde man denjenigen, 

welcher unmittelbar nach der Verwendung der Fackel die unerkannte Entmummung 

fördert, wegen Begünstigung bestrafen, entfiele der Milderungsgrund und die Strafe 

wäre zwingend innerhalb des ordentlichen Strafrahmens von Art. 305 StGB 

festzusetzen.

Nach dem Gesagten ist zu prüfen, ob der Beschuldigte als Gehilfe des Pyrozünders 

qualifiziert werden muss.

d/aa) Nach der Rechtsprechung gilt als Hilfeleistung des Gehilfen jeder kausale Beitrag, 

der die Tat objektiv fördert, so dass sich diese ohne Mitwirkung des Gehilfen anders 

abgespielt hätte. Nicht erforderlich ist, dass es ohne die erfolgte Hilfeleistung nicht zur 

Tat gekommen wäre. Die Förderung der Tat genügt. Andererseits muss die Hilfe-

leistung tatsächlich zur Tat beigetragen, also einen kausalen Beitrag dargestellt haben. 

Der Gehilfe muss die Erfolgschancen der tatbestandserfüllenden Handlung erhöhen. 

Der untergeordnete Tatbeitrag des Gehilfen braucht dabei nicht die adäquat-kausale 

Ursache eines strafrechtlichen Erfolges darzustellen. Jedoch muss die Unterstützung 

jedoch tatsächlich zur Straftat beitragen und ihre praktische Erfolgschancen erhöhen 

und sich in diesem Sinne kausal erweisen (Förderungskausalität; vgl. zum Ganzen 

BGE 120 IV 265 E. 2c, BGE 129 IV 124 E. 3.2; BSK StGB-Forster, Art. 25 N 8 m.w.H. 

und Vor Art. 24 N 39 und N 45). Für die Erfüllung des objektiven Tatbestandes ist es 

schliesslich nicht von Bedeutung, ob die Unterstützung alleine oder zusammen mit 

anderen Personen geleistet wurde (vgl. BGE 117 IV 186 E. 4a; BSK StGB-Forster, 

Art. 25 N 59 f.).

bb) Im Stadion werden aufgrund der flächendeckenden Überwachung im Heimsektor 

und dem daraus resultierenden Risiko einer Strafverfolgung bzw. eines 

Stadionverbotes kaum mehr unvermummt Pyros gezündet. Anhand der ins Recht 

gelegten Videoaufzeichnung ist unzweifelhaft zu erkennen, dass der Pyrozünder den 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/8

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Schutz der Fahne für sein Handeln suchte. Ohne den Schutz und die Unterstützung 

von anwesenden Fans wäre es für eine einzelne Person unmöglich bzw. zumindest 

sehr schwierig, ohne Konsequenzen eine Pyrofackel zu verwenden. Das Risiko würde 

kaum eingegangen. Einer dieser unterstützenden Helfer war der Beschuldigte. Das 

einschlägige Positionieren und Halten der beiden Fahnen vermochte denn auch die 

Identifikation des Täters erfolgreich zu vereiteln. Unbeachtlich für die Erfüllung des 

objektiven Tatbestandes ist dabei, dass er nur eine von mehreren Person war, welche 

dem Pyrozünder eine Hilfestellung boten. Der objektiv erforderliche Förderungsbeitrag 

des Beschuldigten ist gegeben und der objektive Tatbestand von Art. 25 StGB i.V.m. 

Art. 37 Ziff. 1 SprstG demgemäss zu bejahen.

e/aa) Auf subjektiver Ebene muss der Gehilfe vorsätzlich handeln, wobei auch 

eventualvorsätzliche Gehilfenschaft vorliegen kann (vgl. Trechsel/Jean-Richard, a.a.O., 

Art. 25 N 10 mit Verweis auf BGE 132 IV 52 und weitere; BSK StGB-Forster, Art. 25 N 3 

m.w.H.). Für die Erfüllung des subjektiven Tatbestandes ist daher erforderlich, dass der 

Gehilfe weiss oder zumindest damit rechnet, eine bestimmt geartete Straftat zu 

unterstützen, und er dies will oder zumindest in Kauf nimmt. Hierzu genügt, wenn er die 

wesentlichen Merkmale des vom Täter zu verwirklichenden strafbaren Tuns kennt. 

Über Einzelheiten der Tat braucht er hingegen keine Gewissheit zu haben (BGE 132 IV 

49 E. 1.1, BGE 128 IV 53 E. 5f/cc). Ein bloss fahrlässig handelnder Gehilfe kann für sein 

Tun nicht strafrechtlich belangt werden (BSK StGB-Forster, Art. 25 N 6).

bb) Für die Feststellung der inneren Tatsachen beim Beschuldigten – insbesondere, 

was er wusste und wollte – ist zunächst auf seine Aussagen abzustellen. An der 

Einvernahme von 11. September 2013 wurde er mit dem Tatvorwurf konfrontiert und 

die Videosequenz von 14:19 Uhr vorgeführt. Auf die Frage des Staatsanwaltes nach 

seiner Beteiligung an der Pyroaktion antwortete er, dass er "höchstens eine Fahne 

gehalten" habe, womit er von sich aus einen direkten Bezug zwischen der Pyroaktion 

und dem Halten der Fahne herstellte. An Schranken der Berufungsinstanz darauf 

angesprochen, erklärte er sinngemäss, dass er damals den Zusammenhang zwischen 

der Aktion und der Fahne bloss angenommen habe. An der Einvernahme vom 

8. Oktober 2013 gab er sodann an, jeweils gesehen zu haben, dass Pyrozünder vor der 

Vermummung mit Fahnen abgedeckt werden.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/8

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

cc) Soweit der Beschuldigte eine lediglich unbeabsichtigte Unterstützung behauptet, 

erweist sich seine Darstellung angesichts des im Recht liegenden Videomitschnittes als 

Schutzbehauptung. Zu Beginn der Videosequenz von 14:19 Uhr brennen zwei 

Pyrofackeln, nämlich eine an der oberen rechten Ecke der horizontal aufgespannten, 

weissen Joker-Fahne sowie eine weitere am unteren Ende derselben. Der Beschuldigte 

beobachtet dabei anfangs händeklatschend das Geschehen auf dem Spielfeld. Sodann 

wendet er sich der unteren Fackel zu und ergreift eine Seite der Joker-Fahne und hebt 

diese leicht an, damit die erlöschende Pyrofackel nicht in Kontakt mit dem Fahnenstoff 

kommt. An Schranken der Berufungsinstanz auf die einschlägigen 

Videoaufzeichnungen angesprochen, bestätigte er, die grosse Fahne angehoben zu 

haben, damit diese nicht durch die unmittelbar nebenan entzündete Pyrofackel Feuer 

fängt. Kurz darauf erscheint eine weitere – kleinere, graue – Fahne im Bild, welche von 

einer Drittperson gehalten wird. Diese positioniert die kleinere Fahne frontal/vertikal vor 

der horizontal ausgespannten Joker-Fahne, sodass ein rechter Winkel entsteht. In 

diesem Augenblick ergreift der Beschuldigte aktiv, d.h. von sich aus, die Fahnenstange 

der kleinen Fahne, welche immer noch von der unbekannten Person in beschriebener 

Position gehalten wird. Für eine kurze Zeitspanne halten die unbekannte Person und 

der Beschuldigte gemeinsam die kleine Fahne in einschlägiger Lage, womit sich auch 

ein zielgerichtetes Zusammenwirken der Beteiligten zeigt. Danach hält der 

Beschuldigte die Fahne alleine und begibt sich unter die horizontal gespannte Joker-

Fahne. Trotz teilweiser Abdeckung durch beiden Fahnen ist sodann klar zu erkennen, 

wie er die vertikale Fahne über die horizontal gespannte Fahne zieht, um die 

entstandene Lücke zwischen den beiden Flächen zu schliessen. Die Verteidigung 

bringt in diesem Zusammenhang vor, es sei nicht erkennbar, dass der Beschuldigte die 

kleinere Fahne weiterhalte, nachdem er unter der Fahne verschwunden sei. Vielmehr 

würde die Fahne "offenbar" von einer sich auf der rechten Seite der grösseren Fahne 

befindenden Person gehalten. Dieser Feststellung ist zu widersprechen, weil aufgrund 

des T-Shirts des Beschuldigten ohne Zweifel zu erkennen ist, dass er die Person unter 

der grossen Joker-Fahne war, welche die kleinere Fahne als Sichtschutz neu 

positionierte. Schliesslich verbleibt er bis zum Ende des Videomitschnittes unter den 

Fahnen, ohne dass seine nachfolgenden Handlungen zu erkennen wären.

dd) Das Verhalten des Beschuldigten kann nach dem Gesagten nicht anders gedeutet 

werden, als dass er um das Abrennen der Pyros und die Funktion der aufgespannten 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/8

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fahne(n) als Sichtschutz für die Ver-/Entmummung wusste, beobachtete er den 

Vorgang doch unmittelbar und wirkte dabei zielgerichtet mit. Auch wusste er um die 

Überwachung des Heimsektors mittels Stadionkameras. Subjektiv hat der Beschuldigte 

aus seiner Sicht alles vorgekehrt, um das Vorhaben des Pyrozünders zu unterstützen. 

In diesem Zusammenhang liess er an Schranken der Vorinstanz im Sinne einer 

Eventualbegründung vortragen, die (bestrittene) Unterstützungshandlung könne sich 

nur auf die Vermummung, nicht aber auf das Zünden von (verbotenen) Pyrofackeln 

bezogen haben. Die äusseren Umstände lassen indessen ohne ernsthafte Zweifel auf 

ein Wissen und Wollen um den objektiven Tatbestand des Sprengstoffdeliktes 

schliessen. Der Beschuldigte wusste um das gesamte Tatgeschehen, welches sich 

nicht nur auf die Entmummung erstreckte. Er wollte nach dem Abbrennen der Fackel 

nicht bloss verhindern, dass der Täter, welcher vermutlich der Ultrabewegung angehört 

oder derselben zumindest nahe steht, als Pyrozünder entlarvt wird, sondern wollte zur 

Hauptsache das Abbrennen von Pyrofackeln durch Personen aus der Ultraszene im 

Heimsektor unterstützen. Hierzu wollte er – wie viele andere Anwesende – durch sein 

oben beschriebenes Verhalten einen Beitrag leisten.

ee) Schliesslich kann sich der Beschuldigte auch nicht auf einen Verbotsirrtum nach 

Art. 21 StGB berufen. Ein Rechts-/Verbotsirrtum liegt nur vor, wenn der Täter meint, 

(überhaupt) kein Unrecht zu tun (Trechsel/Jean-Richard, a.a.O., Art. 21 N 4 m.w.H.). 

Dies war vorliegend nicht der Fall, zumal ihm klar war, dass das Verwenden von 

Pyrofackeln in- und ausserhalb des Stadions verboten ist. Der Beschuldigte wusste um 

seine Strafbarkeit, wenn er sich nicht "heraus hält" und sich an "an solchen Sachen 

beteiligt". Im vermeintlichen Schutz der Masse und einer Mehrzahl von 

zusammenwirkenden Personen ging er das Risiko einer Strafverfolgung ein, welches 

sich sodann realisierte.

f) Seine Hilfestellung ist als vorsätzlich im Sinne von Art. 12 Abs. 2 StGB zu qualifizieren 

und der Tatbestand von Art. 37 Ziff. 1 SprstG i.V.m. Art. 25 StGB ist demgemäss zu 

bejahen. Entsprechend ist Ziff. 1 des vorinstanzlichen Entscheids (Schuldspruch wegen 

Begünstigung) aufzuheben.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Kantonsgericht, 08.12.2014
	Art. 25 StGB (SR 311.0) Gehilfenschaft. Art. 37 Abs. 1 SprstG (SR 941.41) Unbefugt Verkehr mit Sprengmitteln oder pyrotechnischen Gegenständen. Durch das einschlägige Positionieren und Halten von Fahnen, damit unerkannt Pyrofackeln im Fussballstadion gezündet werden können, wird die unbefugte Verwendung pyrotechnischer Gegenstände objektiv gefördert. Mit dem Zünden der Pyrofackel durch die Täterschaft ist das Delikt von Art. 37 Abs. 1 SprstG vollendet. Beendet ist das Delikt jedoch erst mit dem Erkalten der Fackel, da die von ihr ausgehende Gefahr auch einige Zeit nach Erlöschen anhält. Erfolgt eine vorsätzliche Hilfeleistung durch eine Drittperson vor dem Erkalten der Pyrofackel, macht sich diese der Gehilfenschaft und nicht der Begünstigung schuldig (Kantonsgericht, Strafkammer, 8. Dezember 2014, ST.2014.25). 

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T09:26:10+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen