# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e1b8f8f1-2822-5a44-a094-f5d4a89b4a0e
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2019-08-16
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 16.08.2019 CN.2019.3
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_CN-2019-3_2019-08-16.pdf

## Full Text

Beschluss vom 16. August 2019 
Berufungskammer 

Besetzung  Bundesstrafrichterinnen Andrea Blum, Vorsitzende, 

Barbara Loppacher und Marcia Stucki, 

Gerichtsschreiber Franz Aschwanden  

 

Parteien  A.,  

Gesuchsteller / Beschuldigter  

 

 

gegen 

  1. Eidgenössisches Finanzdepartement General-

sekretariat EFD, vertreten durch Herrn Fritz Am-

mann,  

 

Gesuchsgegner / Untersuchungsbehörde  

  

2. Bundesanwaltschaft, vertreten durch Frau 

Staatsanwältin Lucienne Fauquex, 

 

Gesuchsgegnerin / Anklagebehörde  

  

Gegenstand 

 

Gesuch um Wiedererwägung bzw. Wiederherstellung 

der Frist zur Einreichung der Berufungserklärung im 

Verfahren CA.2019.9 

  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

Geschäftsnummer:  CN.2019.3  

(Hauptgeschäftsnummer: CA.2019.9)  

- 2 - 

Sachverhalt: 

A. Mit Urteil SK.2018.53 des Einzelrichters der Strafkammer des Bundesstrafge-

richts vom 23. Mai 2019 wurde der Gesuchsteller des mehrfachen öffentlichen 

Werbens für nicht genehmigte kollektive Kapitalanlagen im Sinne von Art. 148 

Abs. 1 lit. d aKAG sowie der mehrfachen unbefugten Verwendung des Ausdrucks 

«Bank» im Sinne von Art. 49 Abs. 1 lit. a BankG schuldig gesprochen und mit 

einer Geldstrafe von 70 Tagessätzen à CHF 60.00, bedingt vollziehbar bei einer 

Probezeit von 2 Jahren, sowie einer Busse von CHF 2'000.00 bestraft (pag. 

1.100.012 - 048). 

B. Das besagte Urteil SK.2018.53 wurde am 23. Mai 2019 an die Parteien versandt 

(pag. 1.100.011) und vom Gesuchsteller am 25. Mai 2019 am Postschalter sei-

nes Wohnorts Z. in Empfang genommen (pag. 1.100.051). 

C. Mit Berufungserklärung vom 17. Juni 2019 (Postaufgabe: 20. Juni 2019; Postein-

gang Berufungskammer: 21. Juni 2019) focht der Gesuchsteller das Urteil 

SK.2018.53 vom 23. Mai 2019 vollumfänglich an (pag.1.100.001 f.). 

D. Mit Beschluss CA.2019.9 vom 4. Juli 2019 trat die Berufungskammer des Bun-

desstrafgerichts auf die Berufung des Gesuchstellers mangels fristgerecht ein-

gereichter Berufungserklärung nicht ein (Art. 403 Abs. 1 lit. a und Abs. 3 StPO). 

Dies mit der Begründung, dass die 20-tägige Frist zur Einreichung der Berufungs-

erklärung gemäss Art. 399 Abs. 3 StPO (vgl. Rechtsmittelbelehrung sowie BGE 

138 IV 157 E. 2) am 26. Mai 2019 zu laufen begonnen und am 14. Juni 2019 

geendet habe, weshalb die vom 17. Juni 2019 datierende, am 20. Juni 2019 pos-

talisch aufgegebene Berufungserklärung des Beschuldigten verspätet erfolgt sei 

(pag. 10.300.004 - 007). 

 

E. Mit Eingabe vom 12. Juli 2019 ersuchte der Gesuchsteller die Berufungskammer 

um Wiedererwägung bzw. Wiederherstellung der Frist zur Einreichung der Beru-

fungserklärung im Verfahren CA.2019.9 (pag. 10.300.001 f.). 

F. Mit Eingaben vom 31. Juli 2019 beantragte der Gesuchsgegner die Abweisung 

des Gesuchs (pag. 10.300.011 f.). Die Gesuchsgegnerin liess sich innert Frist 

nicht vernehmen.  

 Auf die Ausführungen der Parteien wird – soweit erforderlich – in den nachfol-

genden Erwägungen eingegangen. 

- 3 - 

Die Berufungskammer erwägt: 

 

1. 

1.1 Die Berufung ist gemäss Art. 398 Abs. 1 StPO zulässig gegen Urteile erstinstanz-

licher Gerichte, mit denen das Verfahren ganz oder teilweise abgeschlossen wor-

den ist. Es können Rechtsverletzungen, die unvollständige oder unrichtige Fest-

stellung des Sachverhalts sowie Unangemessenheit gerügt werden, wobei das 

Berufungsgericht das Urteil in allen angefochtenen Punkten umfassend überprü-

fen kann (Art. 398 Abs. 2 und Abs. 3 StPO). Gemäss Art. 399 Abs. 1 StPO ist 

zunächst innert 10 Tagen seit der Eröffnung des Urteils beim erstinstanzlichen 

Gericht die Berufung schriftlich oder mündlich anzumelden. Art. 399 Abs. 3 StPO 

sieht sodann vor, dass diejenige Partei, die Berufung angemeldet hat, dem Be-

rufungsgericht innert 20 Tagen seit der Zustellung des begründeten erstinstanz-

lichen Urteils eine schriftliche Berufungserklärung einzureichen hat. Wird das Ur-

teil weder mündlich noch schriftlich im Dispositiv eröffnet, sondern direkt in be-

gründeter Form zugestellt, ist eine Anmeldung der Berufung nicht nötig, wobei 

dem Berufungskläger in diesem Fall für die Einreichung der Berufungserklärung 

20 Tage zur Verfügung stehen (vgl. BGE 138 IV 157 E. 2). Die fristgemässe Ein-

reichung der Berufungserklärung ist eine Gültigkeitsvorschrift und damit eine 

zwingende Voraussetzung für das Eintreten auf die Berufung (HUG/SCHEIDEG-

GER, Zürcher Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, Art. 399 N 10). Das Berufungsge-

richt entscheidet in einem schriftlichen Verfahren, ob auf die Berufung einzutre-

ten sei, wenn die Verfahrensleitung oder eine Partei geltend macht, die Erklärung 

der Berufung sei verspätet (Art. 403 Abs. 1 lit. a StPO). 

1.2 Das ausführlich begründete Urteil SK.2018.53 vom 23. Mai 2019 war gleichen-

tags an die Parteien versandt und vom Gesuchsteller – entgegen seinen eigenen 

Ausführungen in der Berufungserklärung – am 25. Mai 2019 am Postschalter 

seines Wohnorts Z. in Empfang genommen worden (pag. 1.100. 051). Entspre-

chend begann die 20-tägige Frist zur Einreichung der Berufungserklärung ge-

mäss Art. 399 Abs. 3 StPO (vgl. Rechtsmittelbelehrung und BGE 138 IV 157 E. 

2) am 26. Mai 2019 zu laufen und endete am 14. Juni 2019 (vgl. RIEDO, Basler 

Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 2. Aufl., 2014, Art. 94 StPO 

N 68). Die vom 17. Juni 2019 datierende, am 20. Juni 2019 postalisch aufgege-

bene Berufungserklärung des Gesuchstellers (pag. 1.100.001) erfolgte somit 

klarerweise verspätet (vgl. Beschluss der Berufungskammer des Bundesstrafge-

richts CA.2019.9 vom 4. Juli 2019 [pag. 10.300.004 - 007]).   

 

2.  

2.1 Hat eine Partei eine Frist versäumt und würde ihr daraus ein erheblicher und 

unersetzlicher Rechtsverlust erwachsen, so kann sie gemäss Art. 94 Abs. 1 StPO 

- 4 - 

die Wiederherstellung der Frist verlangen, wenn sie glaubhaft macht, dass sie an 

der Säumnis kein Verschulden trifft. Das Gesuch um Wiederherstellung der ver-

säumten Frist ist innert 30 Tagen nach Wegfall des Säumnisgrundes schriftlich 

und begründet bei der Behörde zu stellen, bei welcher die versäumte Verfahrens-

handlung hätte vorgenommen werden sollen. Innert der gleichen Frist muss die 

versäumte Verfahrenshandlung nachgeholt werden (Art. 94 Abs. 2 StPO; vgl. 

auch Art. 24 Abs. 1 VwVG). Über das Gesuch entscheidet die zuständige Straf-

behörde in einem schriftlichen Verfahren (Art. 94 Abs. 4 StPO). 

2.2 Der Gesuchsteller hat sein Fristwiederherstellungsgesuch vom 12. Juli 2019 fristge-

recht innert 30 Tagen nach Ablauf der Frist zur Einreichung der Berufungserklärung 

schriftlich und begründet bei der zuständigen Behörde eingereicht. Dies nachdem er 

die versäumte Verfahrenshandlung bereits am 20. Juni 2019 vorgenommen hatte 

(Art. 94 Abs. 2 Satz 1 StPO). Somit ist auf das Gesuch vom 12. Juli 2019 einzu-

treten (vgl. RIEDO, a.a.O., Art. 94 StPO N 68); 

2.3 Materielle Voraussetzung für die Wiederherstellung einer verpassten Frist ist ins-

besondere, dass objektive oder subjektive Gründe (z.B. Natur-/Kriegsereignisse, 

Unfall, schwere Krankheit, Todesfall in der Familie, Militärdienst, Inhaftierung 

etc.) es dem Betroffenen verunmöglichten, die Frist bzw. den Termin zu wahren. 

In diesem Zusammenhang muss im Interesse eines geordneten Rechtsgangs, der 

Verfahrensdisziplin und Rechtssicherheit für eine Wiederherstellung der ver-

säumten Frist jedes Verschulden, auch bloss leichte Fahrlässigkeit, ausgeschlos-

sen sein (vgl. RIEDO, a.a.O. Art. 94 StPO N 33 und 37 f.; SCHMID/JOSITSCH, 

Handbuch des schweizerischen Strafprozessrechts, 3. Aufl., Zürich/St. Gallen 

2017, S. 232 N 612; BRÜSCHWEILER; in: DONATSCH/HANSJAKOB/LIEBER, Kom-

mentar zur schweizerischen Strafprozessordnung, Zürich/Basel/Genf 2010, 

Art. 94 StPO N 2 ff., mit Hinweisen); 

2.4 Der Gesuchsteller räumt selber ein, dass ihm bei der Fristberechnung ein Fehler 

unterlaufen sei. Dies weil auf der Gerichtsurkunde der Vermerk «Frist bis 31.05.» 

gestanden habe, was ihn damals darauf habe schliessen lassen, dass die Frist 

zur Einreichung der Berufungserklärung erst ab diesem Datum zu laufen begin-

nen würde. Davon ausgehend habe er als Enddatum der Frist den 20. Juli 2019 

(recte: 20. Juni 2019) berechnet und die Berufungserklärung entsprechend an 

diesem Datum – nach seiner eigenen Berechnung somit fristgerecht – einge-

reicht. Zudem sei er juristischer Laie und im besagten Berufungsverfahren nicht 

anwaltlich vertreten gewesen (vgl. Gesuch um Wiedererwägung/Fristwiederher-

stellung vom 12. Juli 2019 [pag. 10.300.001 f.]).    

- 5 - 

2.5 Die Argumentation des Gesuchstellers bezüglich Fristvermerk überzeugt nicht. 

Aus der Rechtsmittelbelehrung des erstinstanzlichen Urteils SK.2018.53 vom 

23. Mai 2019 «(…) Die Berufung erhebende Partei hat innert 20 Tagen nach 

Zustellung des begründeten Urteils der Berufungskammer des Bundesstrafge-

richts eine schriftliche Berufungserklärung einzureichen (…)» geht unmissver-

ständlich hervor, dass die Rechtsmittelfrist mit der Zustellung des begründeten 

Urteils an den Empfänger bzw. der Entgegennahme durch diesen zu laufen be-

ginnt und nach 20 Tagen endet. Die erwähnte Rechtsmittelbelehrung lässt kei-

nen Raum für irgendwelche anderen Interpretationen – auch nicht für juristische 

Laien. Es ist nicht nachvollziehbar, wie der vom Gesuchsteller genannte Vermerk 

«Frist bis 31.05» (nicht «Frist ab 31.05»!) zu der von ihm behaupteten Fehlvor-

stellung hätte führen können. Der erwähnte, sich auf dem Couvert der Gerichts-

urkunde befindliche Vermerk «Frist bis 31.05.» betrifft einen sichtbar nachträglich 

angebrachten weissgelben Kleber mit einer postinternen Information, bis wann 

diese Postsendung vom Empfänger/Adressat auf der Poststelle abgeholt werden 

kann. Auf demselben Kleber steht u.a. auch «Z.» als Bezeichnung der Post-

Abholstelle, sowie ein dazu gehörender, aufgedruckter Barcode (pag. 

10.300.003). Es war somit für den Gesuchsteller wie für jeden anderen juristischen 

Laien ohne weiteres erkennbar, dass dieser Kleber nicht vom Gericht, sondern 

nachträglich von der Post auf dem Versandcouvert angebracht worden war, mit 

der Rechtsmittelbelehrung nichts zu tun hatte und daher für den Fristenlauf nicht 

massgeblich war. Seine Säumnis ist somit selbstverschuldet.  

2.6 Auch die vom Gesuchsteller vorgebrachte fehlende anwaltliche Verbeiständung im 

vorinstanzlichen Verfahren vermag an seinem Selbstverschulden nichts zu än-

dern. Aufgrund seiner Ausbildung und beruflichen Erfahrung (u.a. Finanzspezia-

list/Finanzmarktexperte, internationaler Experte für Investmentstrategien/Hochfre-

quenzhandel mit Eurex- und Xetrahändlerlizenz etc. [vgl. Urteil SK.2018.53 vom 

23. Mai 2019 E. 4.2.6]) sowie dank seiner praktischen Erfahrung als Partei in frühe-

ren Rechtsmittelverfahren (vgl. Urteil SK.2018.53 vom 23. Mai 2019 E. 9.2 - 9.3) 

wäre er problemlos in der Lage gewesen, die Rechtsmittelbelehrung richtig zu ver-

stehen und entsprechend fristgerecht zu handeln. Aufgrund der selbstverschulde-

ten Säumnis des Gesuchstellers liegt hier kein Wiederherstellungsgrund vor. Da-

ran ändert auch sein Vorbringen, wonach ihm ein erheblicher Rechtsverlust drohe, 

nichts. Somit ist das Gesuch vom 12. Juli 2019 abzuweisen.   

 

3.  

3.1 Die Kosten eines gerichtlichen Verfahrens und deren Verlegung bestimmen sich 

grundsätzlich nach den Art. 422 - 428 StPO und jene eines Rechtsmittelverfah-

rens sind von den Parteien nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens 

- 6 - 

zu tragen (Art. 428 Abs. 1 Satz 1 StPO). Entsprechend hat der unterliegende 

Gesuchsteller die Kosten des Verfahrens zu tragen. 

3.2 In Anwendung von Art. 73 Abs. 1 lit. a und b sowie Abs. 3 lit. c des Bundesge-

setzes über die Organisation der Strafbehörden des Bundes (StBOG; SR 173.71) 

i.V.m. Art. 1 Abs. 4, Art. 5 und Art. 7bis des Reglements des Bundesstrafgerichts 

vom 31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und Entschädigungen in 

Bundesstrafverfahren (BStKR; SR 173.713.162) wird eine Gebühr von CHF 

500.00 festgesetzt. Es werden keine Parteientschädigungen ausgerichtet.  

  

- 7 - 

 

Die Berufungskammer beschliesst: 

1. Das Gesuch um Wiedererwägung bzw. Wiederherstellung der Frist zur Einrei-

chung der Berufungserklärung wird abgewiesen. 

2. Der Gesuchsteller hat eine Gebühr von CHF 500.00 zu bezahlen. 

3. Es werden keine Parteientschädigungen ausgerichtet. 

Im Namen der Berufungskammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

 

Die Vorsitzende Der Gerichtsschreiber 

 

Zustellung an (Gerichtsurkunde): 

- A. 

- Bundesanwaltschaft, Frau Lucienne Fauquex, Staatsanwältin des Bundes und Leite-

rin Rechtsdienst 

- Eidgenössisches Finanzdepartement, Herrn Fritz Ammann, Leiter Rechtsdienst EFD 

 

 

Nach Eintritt der Rechtskraft Zustellung an: 

- Bundesstrafgericht Strafkammer (brevi manu) 

Rechtsmittelbelehrung 

 

Beschwerde an das Bundesgericht 
 
Dieses Urteil kann innert 30 Tagen nach Eröffnung der vollständigen Ausfertigung mit Beschwerde in Straf-

sachen beim Bundesgericht angefochten werden. Das Beschwerderecht und die übrigen Zulässigkeitsvoraus-
setzungen sind in den Art. 78 – 81 und 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 17. Juni 2005 
(BGG) geregelt. Die begründete Beschwerdeschrift ist beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.  
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Versand: 16. August 2019