# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8e3b96b5-b41b-53c7-b304-077b3b4246ca
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-01-31
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 2. Kammer 31.01.2018 S 2017 79
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_002_S-2017-79_2018-01-31.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 17 79

2. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz Moser
Richter Meisser, Racioppi

Aktuarin Parolini

URTEIL

vom 31. Januar 2018

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. George Hunziker,

geschiedene Ehefrau

und

B._____,

geschiedener Ehemann

sowie 

Stiftung Auffangeinrichtung BVG C._____, 

und

Personalvorsorge D._____,

- 2 -

und

Freizügigkeitsstiftung E._____,

Beigeladene

betreffend Teilung Austrittsleistung der beruflichen Vorsorge nach 

Ehescheidung

- 3 -

1. Die am 25. März 2008 geschlossene Ehe von A._____, und B._____, 

wurde mit Urteil des Bezirksgerichts X._____ (neu ab 1. Januar 2017: 

Regionalgericht X._____) vom 13. Dezember 2016, mitgeteilt am 

29. März 2017, geschieden (Proz.Nr. 115-2014-21). Gemäss Ziff. 7 des 

Urteilsdispositivs beträgt der Schlüssel für die Aufteilung des 

Freizügigkeitsguthabens von B._____ ¼. Das Scheidungsurteil erwuchs 

am 2. Mai 2017 in Rechtskraft.

2. Mit Prozessüberweisung vom 31. Mai 2017 leitete das Regionalgericht 

X._____ die Streitsache B._____ gegen A._____ betreffend 

Ehescheidung und Nebenfolgen (Proz.Nr. 115-2014-21) zwecks 

Durchführung des Verfahrens nach den Art. 22 ff. FZG an das 

Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden weiter. 

3. Dem Überweisungsschreiben des Regionalgerichts X._____ vom 31. Mai 

2017 war der Versicherungsausweis der Pensionskasse für den Zeitraum 

ab dem 1. Oktober 2008 (Beitrittsdatum) beigelegt. Das 

Verwaltungsgericht holte bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons 

Graubünden den Auszug aus dem individuellen Konto von B._____ sowie 

bei der Zentralstelle 2. Säule, Sicherheitsfonds BVG, die Informationen zu 

den Vorsorgeeinrichtungen, welche die Personendaten von B._____ 

gemeldet hatten, ein. Die Zentralstelle 2. Säule, Sicherheitsfonds BVG, 

gab mit Schreiben vom 18. September 2017 folgende mögliche 

Übereinstimmungen mit den angegebenen Daten an: Stiftung 

Auffangeinrichtung BVG, Freizügigkeitsstiftung E._____, 

Versicherungskasse des M._____, Personalvorsorge D._____, F._____ 

Freizügigkeitsstiftung, G._____ Freizügigkeitspolicen. 

4. Auf Aufforderung der zuständigen Instruktionsrichterin vom 4. Oktober 

2017 hin reichten folgende Vorsorgeeinrichtungen folgende Angaben 

betreffend die Vorsorgeguthaben von B._____ ein: 

- 4 -

- Schreiben der H._____, Ausgleichskasse M._____, vom 5. Oktober 

2017: Diese teilte mit, die Guthaben seien per 31. August 2017 der 

Stiftung Auffangeinrichtung BVG überwiesen worden.

- Schreiben E._____ vom 6. Oktober 2017: Diese bestätigte, dass sie 

seit dem 13. Januar 2014 ein Freizügigkeitskonto lautend auf B._____ 

führe und gab die Höhe des Freizügigkeitsguthabens für folgende 

Daten bekannt:

 28. August 2014: Fr. 5'288.10 inkl. Zins

 31. Dezember 2016: Fr. 5'331.85 inkl. Zins

 2. Mai 2017: Fr. 5'335.45 inkl. Zins

- Schreiben der I._____ Pensionskasse vom 10. Oktober 2017: Diese 

teilte mit, dass die Höhe der Austrittsleistung per 31. Januar 2010 

(Versicherungsdauer 1. Oktober 2008 - 31. Januar 2010) Fr. 17'412.35 

betrug und dass dieser Betrag am 4. März 2010 an die PKG 

Pensionskasse, Y._____, ausbezahlt worden sei.

Gemäss telefonischer Auskunft der PKG Pensionskasse, Y._____, 

vom 7. November 2017 wurde die Austrittsleistung in der Höhe von 

Fr. 36'690.55 am 21. März 2012 an die K._____ BVG-Sammelstiftung 

überwiesen. Gemäss telefonischer Auskunft dieser 

Vorsorgeeinrichtung wurde die Austrittsleistung in der Höhe von 

Fr. 45'356.70 am 31. Juli 2014 der Stiftung Auffangeinrichtung BVG 

überwiesen.

- Schreiben der Stiftung Auffangeinrichtung BVG vom 16. Oktober 2017: 

Diese bestätigte die Höhe der Freizügigkeitsleistung bei Heirat mit 

Fr. 0.-- und gab die Austrittsleistungen für folgende Daten bekannt:

- 5 -

 28. August 2014: Fr. 45'391.98

 1. Januar 2017: Fr. 45'882.11

 2. Mai 2017: Fr. 45'897.66

- Schreiben der F._____ Freizügigkeitsstiftung vom 18. Oktober 2017: 

Diese gab ein Total an Vorsorgeguthaben per 31. März 2017 (inkl. 

Zinsen) von Fr. 15'401.70 an, wobei es sich dabei um voreheliche 

Guthaben handelt.

- Schreiben der Personalvorsorge D._____ L._____ AG vom 3. 

November 2017: Diese gab die Höhe des Altersguthabens für 

folgende Daten bekannt:

 28. August 2014: Fr. 9'467.65 PLAN 1

 28. August 2014: Fr. 3'136.45 PLAN 2

 1. Januar 2017: Fr. 43'697.30 PLAN 1

 1. Januar 2017: Fr. 15'053.85 PLAN 2

 2. Mai 2017: Fr. 48'719.30 PLAN 1

 2. Mai 2017: Fr. 17'099.15 PLAN 2

Gemäss telefonischer Auskunft gehören sowohl die Austrittsleistung 

nach PLAN 1 als auch nach PLAN 2 dem obligatorischen Teil der 

Versicherung an.

- Schreiben der G._____ vom 8. November 2017: Diese gab die Höhe 

der Freizügigkeitsleistung für folgende Daten bekannt:

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 28. August 2014: Fr. 68'457.05

 1. Januar 2017: Fr. 69'940.80

 2. Mai 2017 Fr. 70'081.85

Die Freizügigkeitsleistung bei Heirat (am 25. März 2008) betrug 

Fr. 62'754.55 bzw. Fr. 68'457.05 (aufgezinst), das heisst, die gesamte 

Austrittsleistung wurde vor der Heirat einbezahlt.

Für die geschiedene Ehefrau, A._____, mussten keine Angaben eingeholt 

werden, zumal gemäss Scheidungsurteil des Regionalgerichts X._____ 

vom 13. Dezember 2016/29. März 2017 nur die während der Ehe 

erworbenen Vorsorgegelder des Ehemannes nach dem vom 

Regionalgericht festgelegten Schlüssel zu teilen sind. 

5. Gestützt auf all diese Angaben berechnete die Instruktionsrichterin den 

Anspruch von A._____ für die massgebliche Periode folgendermassen, 

wobei verschiedene Varianten betreffend das Enddatum in Frage kamen 

(vgl. dazu unten Erwägung 2b und c): 

 vom 25. März 2008 bis 28. August 2014 (Einreichung 

Scheidungsklage) Fr. 15'821.05 (Fr. 45'391.98 + Fr. 5'288.10 + 
Fr. 9'467.65 + Fr. 3'136.45 = Fr. 63'284.18 : 4)

 vom 25. März 2008 bis 1. Januar 2017 (Inkrafttreten des neuen 

Rechts) Fr. 27'491.30 (Fr. 45'882.11 + Fr. 5'331.83 + Fr. 43'697.30 
+ Fr. 15'053.85 = Fr. 109'965.15 : 4)

 vom 25. März 2008 bis 2. Mai 2017 (Rechtskraft Scheidungsurteil) 

Fr. 29'262.90 (Fr. 45'897.66 + Fr. 5'335.45 + Fr. 48'719.30 + 
Fr. 17'099.15 = Fr. 117'051.55 : 4)

Mit Schreiben vom 13. November 2017 teilte die Instruktionsrichterin den 

Parteien diese Daten und Berechnungen mit und erklärte, dass das 

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Gericht alsdann entscheiden werde, für welchen Zeitraum die 

Berechnung des Anspruchs von A._____ zu erfolgen habe. Die 

Instruktionsrichterin wies auch darauf hin, dass die der 

ausgleichsberechtigten Partei zustehende Austrittsleistung gemäss 

BGE 129 V 251 E.3 und 4 (vgl. auch BSV-Mitteilungen über die berufliche 

Vorsorge, Nr. 98 vom 30. April 2007, Rz. 578) ab Anspruchsdatum bis zur 

Überweisung mit dem gesetzlichen Mindestzinssatz gemäss Art. 12 BVV 

2 (ab 1. Januar 2017: 1 %) oder einem allenfalls höheren 

reglementarischen Zinssatz zu verzinsen sei. Gleichzeitig räumte sie den 

Parteien Frist zur Stellungnahme ein. 

6. Mit Schreiben vom 28. November 2017 teilte der Rechtsvertreter von 

A._____ mit, dass er zu den erfolgten Korrespondenzen und Angaben 

keine Bemerkungen anzubringen habe. Seitens von B._____ ging innert 

Frist keine Stellungnahme ein.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Nach Art. 22 des Bundesgesetzes über die Freizügigkeit in der 

beruflichen Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (FZG; SR 

831.42) werden bei Ehescheidung die für die Ehedauer zu ermittelnden 

Austrittsleistungen und Rentenanteile nach den Art. 122-Art. 124e des 

Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB; SR 210) sowie den Art. 280 

und Art. 281 der Schweizerischen Zivilprozessordnung (ZPO; SR 272) 

geteilt. Art. 25a FZG sieht für den Fall, dass die zu übertragende 

Austrittsleistung nicht mit dem Scheidungsurteil festgelegt werden kann, 

vor, dass das am Ort der Scheidung nach Art. 73 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und 

Invalidenvorsorge (BVG; SR 831.40) zuständige Gericht gestützt auf den 

vom Scheidungsgericht festgelegten Teilungsschlüssel die Teilung von 

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Amtes wegen durchführt, nachdem ihm die Streitsache vom 

Scheidungsgericht gestützt auf Art. 281 Abs. 3 ZPO überwiesen worden 

ist. Vorliegend ist das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden als 

Versicherungsgericht im Klageverfahren gestützt auf Art. 63 Abs. 2 lit. a 

des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; 

BR 370.100) zur Durchführung dieser Teilung zuständig.

2. a) Gemäss der bis zum 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Fassung von 

Art. 122 ZGB und Art. 22 Abs. 2 FZG sind die während der Ehe bis zum 

Zeitpunkt der rechtskräftigen Ehescheidung erworbenen Ansprüche aus 

der beruflichen Vorsorge auszugleichen. Mit den seit dem 1. Januar 2017 

in Kraft getretenen revidierten Bestimmungen zum Vorsorgeausgleich 

(Änderung vom 19. Juni 2015) ist der Stichtag zur Bemessung des 

massgebenden Teilungssubstrats nicht mehr die Rechtskraft des 

Scheidungsurteils, sondern der Zeitpunkt der Einleitung des 

Scheidungsverfahrens (vgl. Art. 122 ZGB und Art. 22a Abs. 1 FZG in der 

seit 1. Januar 2017 gültigen Fassung). Demnach entspricht neu die zu 

teilende Austrittsleitung eines Ehegatten der Differenz zwischen der 

Austrittsleistung zuzüglich allfälliger Freizügigkeitsguthaben im Zeitpunkt 

der Einleitung des Scheidungsverfahrens und der Austrittsleistung 

zuzüglich allfälliger Freizügigkeitsguthaben im Zeitpunkt der 

Eheschliessung. Die Austrittsleistung und das Freizügigkeitsguthaben im 

Zeitpunkt der Eheschliessung sind auf den Zeitpunkt der Einleitung des 

Scheidungsverfahrens aufzuzinsen (Art. 22a Abs. 1 Satz 2 FZG). 

Barauszahlungen und Kapitalabfindungen während der Ehedauer werden 

nicht berücksichtigt (Art. 22a Abs. 1 Satz 3 FZG).

Übergangsrechtlich sieht Art. 7d Schlusstitel des ZGB (SchlTzZGB) vor, 

dass für die berufliche Vorsorge bei Scheidung das neue Recht gilt, 

sobald die Änderung vom 19. Juni 2015 in Kraft getreten ist (Abs. 1), und 

dass auf Scheidungsprozesse, die beim Inkrafttreten der Änderung vom 

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19. Juni 2015 vor einer kantonalen Instanz rechtshängig sind, das neue 

Recht Anwendung findet (Abs. 2).

b) Auf den vorliegenden Fall angewendet heisst das, dass als Stichtag für 

die Teilung der Austrittsleistungen nach dem vom Regionalgericht 

X._____ vorgegebenen Schlüssel nicht der Zeitpunkt der Rechtskraft des 

Scheidungsurteils, nämlich der 2. Mai 2017, sondern der Zeitpunkt der 

Einleitung des Scheidungsverfahrens, nämlich der 28. August 2014 

anzunehmen ist. Die so gestützt auf Art. 122 ZGB und Art. 22a Abs. 1 

FZG i.V.m. Art. 7d SchlTzZGB per Einleitung des Scheidungsverfahrens 

(28. August 2014) ermittelte Austrittsleistung beläuft sich auf Fr. 63'284.18 

(Fr. 45'391.98 + Fr. 5'288.10 + Fr. 9'467.65 + Fr. 3'136.45) (vgl. die 

Angaben der beteiligten Vorsorgeeinrichtungen). Gemäss 

Scheidungsurteil des Regionalgerichts X._____ vom 13. Dezember 

2016/29. März 2017 ist nur die massgebliche Austrittsleistung des 

geschiedenen Ehemannes zu teilen. Die geschiedene Ehefrau verfügt 

offenbar über keine während der Ehe erworbenen Vorsorgegelder der 

zweiten Säule. Das Regionalgericht X._____ legte im Scheidungsurteil 

vom 13. Dezember 2016/29. März 2017 den Teilungsschlüssel auf ¼ 

(einen Viertel) verbindlich fest (vgl. Urteilsdispositiv Ziff. 7), was einen 

Anspruch der geschiedenen Ehefrau von Fr. 15'821.50 (25 % von 

Fr. 63'284.18) ergibt. 

c) Mit der per 1. Januar 2017 erfolgten Gesetzesänderung wurde, wie 

erwähnt, der massgebende Zeitpunkt für die Berechnung der während der 

Ehe erworbenen Ansprüche aus der beruflichen Vorsorge vorverschoben. 

Bei Verfahren, die bei Inkrafttreten des neuen Rechts bereits hängig sind, 

bewirkt die Anwendung der revidierten Bestimmungen eine Rückwirkung 

des neuen Rechts auf einen Zeitpunkt vor seinem Inkrafttreten. Sie zieht 

mithin eine Verkürzung der Ansprüche aus der beruflichen Vorsorge nach 

sich, da nach der bis zum 31. Dezember 2016 gültigen Fassung von 

Art. 122 ZGB und Art. 22 Abs. 2 FZG die Austrittsleistung bis zum 

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Zeitpunkt der rechtskräftigen Ehescheidung (Rechtskraft 

Scheidungspunkt) zu berechnen war. Dabei ist die Verkürzung der 

Ansprüche umso grösser, je länger der Eintritt der Rechtshängigkeit des 

fraglichen Verfahrens bei Inkrafttreten des neuen Rechts zurück liegt. Im 

vorliegenden Fall hätte sich nach der bis zum 31. Dezember 2016 

gültigen Fassung eine Austrittsleistung (für den Zeitraum 28. März 2008 

bis zum 2. Mai 2017) von total Fr. 117'051.55 (Fr. 45'897.66 + 

Fr. 5'335.45 + Fr. 48'719.30 + Fr. 17'099.15; vgl. die Angaben der 

beteiligten Vorsorgeeinrichtungen) und ein Anteil für die geschiedene 

Ehefrau von Fr. 29'262.90 ergeben (25 % von Fr. 117'051.55). Das heisst, 

aufgrund der eingetretenen Gesetzesänderung verringert sich der der 

geschiedenen Ehefrau zustehende Betrag um Fr. 13'441.40 

(Fr. 29'262.90 - Fr. 15'821.50). 

Aufgrund dieser Diskrepanz postuliert ein Teil der Lehre in diesem 

Zusammenhang für bereits hängige Verfahren die Annahme eines dritten 

Stichtages, nämlich den Zeitpunkt des Inkrafttretens der Gesetzesrevision 

(1. Januar 2017) (vgl. dazu MYRIAM GRÜTTER, Der neue 

Vorsorgeausgleich im Überblick, in: FamPra 01/2017, S. 127 ff.; THOMAS 

GEISER, Scheidung und das Recht der beruflichen Vorsorge, in: AJP 

2015, 1371 ff., 1386; IVO SCHWANDER, Grundsätze des intertemporalen 

Rechts und ihre Anwendung auf neuere Gesetzesrevisionen, in: AJP 

2016, 1575 ff., 1586 f.; kritisch dazu: ROLAND FANKHAUSER, Ein dritter 

Stichtag zwischen altem und neuem Vorsorgeausgleich?, in: FamPra 

01/2017, S. 157 ff. mit Hinweisen auf die übergangsrechtliche 

Kontroverse). Begründet wird dieser Lösungsansatz damit, dass das 

Abstellen auf den Stichtag des neuen Rechts bei im Zeitpunkt des 

Inkrafttretens der Gesetzesrevision hängigen Verfahren zu stossenden 

Ergebnissen führe, dass die Nichtrückwirkung durch den Willen des 

Gesetzgebers gedeckt sei, diese dem Gebot von Treu und Glauben und 

der Rechtssicherheit entspreche und zu rechtsgleicher Behandlung aller 

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hängigen Verfahren führe (vgl. FANKHAUSER, a.a.O., S. 158). FANKHAUSER 

(a.a.O., S. 158) erachtet dagegen den Wortlaut des neuen Art. 7d 

SchlTzZGB als klar und die beschriebene Auswirkung in Anlehnung an 

die ähnlich lautende scheidungsrechtliche Übergangsbestimmung in 

Art. 7b SchlTzZGB und an die Materialien als vom Gesetzgeber so 

gewollt. Er sieht keine ernsthaften Hinweise, wonach der Wortlaut der 

Übergangsbestimmung nicht dem wahren Sinn der betreffenden 

Bestimmung entsprechen würde, was aber nach der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung (vgl. BGE 124 II 265 E.3a) notwendig wäre, um vom 

Wortlaut abzuweichen. GRÜTTER (a.a.O., S. 129) hingegen erachtet eine 

solche Abweichung gerade unter Hinweis auf BGE 124 II 265 E.3a als 

geboten, weil die wörtliche Auslegung zu willkürlichen Resultaten für die 

Parteien eines hängigen Verfahrens führe, was der Gesetzgeber nicht 

gewollt haben könne; richtig sei deshalb, das neue Recht zwar ab sofort 

anzuwenden, aber ohne Rückwirkung, Stichtag für alle hängigen 

Prozesse müsse daher der 1. Januar 2017 sein (GRÜTTER, a.a.O., 

S. 130). 

d) Vorliegend nahm keine der Parteien Stellung zur Berechnung der zu 

teilenden Austrittsleistungen, obwohl ihnen die Instruktionsrichterin die 

fraglichen Angaben und Berechnungen mit Schreiben vom 13. November 

2017 zukommen liess und ihnen Frist zur Stellungnahme einräumte. Im 

Scheidungsverfahren hatte der Ehemann den Verzicht auf die Teilung des 

BVG-Guthabens beantragt. Das Regionalgericht X._____ als 

Scheidungsgericht führte dazu im Scheidungsurteil vom 13. Dezember 

2016/29. März 2017 aus, der Ehemann habe zusammen mit seiner Mutter 

den Grossteil der erzieherischen Verantwortung gegenüber der 

gemeinsamen Tochter übernommen, zudem habe er auch für den 

finanziellen Rückhalt der Familie gesorgt. Dass die Ehefrau kaum einen 

eigenen Beitrag zu den familiären Aufgaben habe erbringen können, sei 

nicht aus Böswilligkeit geschehen, sondern weil die Ehefrau unter einer 

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schwerwiegenden schizophrenen Störung gelitten habe, infolgedessen es 

(nach einer durch sie verübten Brandstiftung anfangs April 2009) zu 

einem längerdauernden stationären Aufenthalt in der psychiatrischen 

Klinik und danach im Januar 2012 zur Ausweisung/Ausreise ins 

Heimatland gekommen sei (vgl. Scheidungsurteil vom 13. Dezember 

2016/29. März 2017 S. 20 und S. 22). Das Scheidungsgericht erachtete 

unter diesen Umständen einen gänzlichen Verzicht auf die Teilung des 

Freizügigkeitsguthabens als nicht sachgerecht, jedoch auch eine hälftige 

Teilung aufgrund der während der Ehe doch sehr ungleich verteilten 

Lasten und der im Heimatland markant niedrigeren Lebenskosten als 

unbillig, weshalb es den Teilungsschlüssel auf ¼ festlegte. 

Im Hinblick darauf, sämtliche gleich gelagerten Fälle, nämlich alle bei 

Inkrafttreten der neuen Gesetzesbestimmungen hängigen Verfahren 

gleich zu behandeln und so die Berechnung der Austrittsleistung nicht 

vom in der Regel in diesen Fällen zufälligen Zeitpunkt der Einleitung und 

damit Rechtshängigkeit des Scheidungsverfahrens abhängig sein zu 

lassen, schliesst sich das Verwaltungsgericht, trotz nicht ganz 

unberechtigter Kritik von FANKHAUSER, der oben dargelegten 

überwiegenden Lehrmeinung zur erwähnten Streitfrage an. Mithin 

erachtet es das Gericht als sachgerecht, vom 1. Januar 2017 als Stichtag 

für die Teilung der während der Ehe geäufneten Austrittsleistungen 

auszugehen und so die revidierten Gesetzesbestimmungen zwar sofort 

anzuwenden, jedoch nicht rückwirkend über das Datum von deren 

Inkrafttreten hinaus. Gestützt darauf hat das Gericht vorliegend eine 

während der Ehe, nämlich ab der Heirat am 25. März 2008, bis zum 1. 

Januar 2017 geäufnete Austrittsleistung von total Fr. 109'965.15 

(Fr. 45'882.11 + Fr. 5'331.83 + Fr. 43'697.30 + Fr. 15'053.85; vgl. die 

Angaben der beteiligten Vorsorgeeinrichtungen) ermittelt, was einen 

Anteil für die geschiedene Ehefrau von Fr. 27'491.30 ergibt (25 % von 

Fr. 109'965.15) (anstatt von Fr. 29'262.90 beim Stichdatum Rechtskraft 

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des Scheidungsurteils [2. Mai 2017] bzw. Fr. 15'821.50 beim Stichdatum 

Einleitung des Scheidungsverfahrens [28. August 2014]). Würden die 

revidierten Gesetzesbestimmungen rückwirkend angewendet, würde die 

geschiedene Ehefrau eines Anteils an der Austrittsleistung des 

geschiedenen Ehemannes von Fr. 11'669.80 (Differenz zwischen der per 

Einleitung des Scheidungsverfahrens [28. August 2014] berechneten 

Austrittsleistung von Fr. 15'821.50 und der per 1. Januar 2017 

berechneten Austrittsleistung von Fr. 27'491.30) verlustig gehen, was bei 

einem Umwandlungssatz von 6 % (vgl. Art. 14 BVG) immerhin einen 

monatlichen Rentenanteil von rund Fr. 60.-- ausmachen würde. Deshalb 

und weil bereits das Scheidungsgericht angesichts der ungewöhnlichen 

Ehegeschichte von der grundsätzlich hälftigen Teilung des 

Austrittsguthabens gemäss Art. 123 ZGB abgewichen und den 

Teilungsschlüssel auf ¼ reduziert hat, erscheint dem Gericht die gewählte 

Lösung auch im konkret zu beurteilenden Streitfall als gerechtfertigt und 

sachgerecht. 

e) Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist die dem 

ausgleichsberechtigten Ehegatten im Falle der Scheidung zustehende 

Austrittsleistung vom massgebenden Stichtag an bis zum Zeitpunkt der 

Überweisung mit dem gesetzlichen Mindestzinssatz gemäss Art. 12 der 

Verordnung über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und 

Invalidenvorsorge (BVV 2; SR 831.441.1) zu verzinsen (BGE 129 V 251 

E.3 und 4). Der massgebende Stichtag ist vorliegend der 1. Januar 2017. 

Der Zinssatz (Art. 12 BVV 2) beträgt ab 1. Januar 2017 1 %. Sollte die 

angewiesene Pensionskasse reglementarisch einen höheren Zins 

vorsehen, so kommt dieser zur Anwendung (BGE 129 V 251 E.5). Die 

erwähnten Zinssätze gelten bis zum Ablauf der Zahlungsfrist, das heisst 

bis 30 Tage nach dem Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils bzw. bei 

einem Weiterzug bis zum Tag der Ausfällung des Entscheides des 

Bundesgerichts (BGE 129 V 251 E.5). Danach wäre ein Verzugszins von 

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2 % zu bezahlen (Art. 7 der Verordnung über die Freizügigkeit in der 

beruflichen Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge [FZV; 

SR 831.425] i.V.m. Art. 12 BVV 2).

f) Im Laufe des vor dem Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden 

hängigen Verfahrens teilte die Instruktionsrichterin dem geschiedenen 

Ehemann mit, dass die Stiftung Auffangeinrichtung BVG zur Überweisung 

des der geschiedenen Ehefrau zustehenden Gesamtbetrages verpflichtet 

würde, sofern er nicht innert der ihm angesetzten Frist eine andere 

Vorsorge-/Freizügigkeitseinrichtung dafür bezeichnen würde. Dies war 

nicht der Fall, weshalb die Stiftung Auffangeinrichtung BVG entsprechend 

zur Auszahlung des der geschiedenen Ehefrau zustehenden Anteils am 

Vorsorgeguthaben von Fr. 27'491.30 auf das von ihr bezeichnete 

Freizügigkeitskonto angewiesen wird.

g) Zusammenfassend ergibt sich, dass die Stiftung Auffangeinrichtung BVG 

innert 30 Tagen seit Rechtskraft dieses Urteils den Betrag von 

Fr. 27'491.30 (25 % von Fr. 109'965.15) zulasten des Vorsorgeguthabens 

des geschiedenen Ehemannes und zugunsten der geschiedenen Ehefrau 

auf deren Freizügigkeitskonto bei E._____ zu überweisen hat, wobei 

diese Austrittsleistung ab dem 1. Januar 2017 bis zur Überweisung mit 

dem gesetzlichen Mindestzinssatz gemäss Art. 12 BVV 2 (ab dem 

1. Januar 2017: 1 %) oder einem allenfalls höheren reglementarischen 

Zinssatz zu verzinsen ist.

3. a) Das Gerichtsverfahren ist nach Art. 25 FZG i.V.m. Art. 73 Abs. 2 BVG 

kostenlos.

b) Gemäss Art. 78 VRG ist eine aussergerichtliche Entschädigung in jenen 

Fällen zu bezahlen, in denen die eine Partei mit ihren Anträgen obsiegt 

und die andere unterliegt. Das Verfahren betreffend Teilung der 

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Austrittsleistungen ist von der Besonderheit geprägt, dass dessen 

Eröffnung nach Überweisung durch das Scheidungsgericht von Amtes 

wegen erfolgt (vgl. LOCHER/GÄCHTER, Grundriss des 

Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl., 2014, § 59 Rz. 20 S. 463 f.). Im 

Verfahren vor dem Verwaltungsgericht als Versicherungsgericht sind die 

geschiedenen Ehegatten und die betroffenen Vorsorge- bzw. 

Freizügigkeitseinrichtungen beteiligt, wobei keine der Parteien einer 

klägerischen bzw. beklagten Seite zugeordnet werden kann. Eine 

Verlegung der Parteikosten gemäss dem Prinzip des Obsiegens kann, 

auch angesichts des feststellenden Charakters des vorliegenden 

Verfahrens, somit keine Anwendung finden. Es rechtfertigt sich deshalb, 

die Parteikosten wettzuschlagen.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Es wird festgestellt, dass das während der Ehedauer geäufnete 

Vorsorgeguthaben von B._____ per 1. Januar 2017 Fr. 109'965.15 

beträgt, und dass A._____ über keine während der Ehe erworbenen 

Vorsorgegelder der zweiten Säule verfügt.

2. Die Stiftung Auffangeinrichtung BVG C._____, wird verpflichtet, innert 30 

Tagen seit Rechtskraft dieses Urteils eine Austrittsleistung von 

Fr. 27'491.30 zulasten des Freizügigkeitsguthabens von B._____ und 

zugunsten von A._____ auf deren Freizügigkeitskonto bei E._____ zu 

überweisen. Diese Austrittsleistung ist ab dem 1. Januar 2017 bis zur 

Überweisung mit dem gesetzlichen Mindestzinssatz gemäss Art. 12 

BVV 2 (ab 1. Januar 2017: 1 %) oder einem allenfalls höheren 

reglementarischen Zinssatz zu verzinsen.

3. Es werden keine Kosten erhoben.

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4. Die aussergerichtlichen Kosten werden wettgeschlagen.

5. [Rechtsmittelbelehrung]

6. [Mitteilungen]