# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bbcf38d0-368b-584e-8e3b-93a51ccb1240
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2009-09-19
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 19.09.2009 IV 2008/57
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2008-57_2009-09-19.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2008/57

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 02.07.2020

Entscheiddatum: 19.09.2009

Entscheid Versicherungsgericht, 19.09.2009
Art. 28 Abs. 1 IVG. Art. 6 ATSG. Würdigung eines medizinischen Gutachtens 
im Zusammenhang mit der Abklärung des Anspruchs auf eine Rente 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 19. 
September 2009, IV 2008/57).

Präsidentin Lisbeth Mattle Frei, Versicherungsrichterinnen Marie Löhrer und Marie-

Theres Rüegg Haltinner; Gerichtsschreiber Walter Schmid

Entscheid vom 19. September 2009

in Sachen

K.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Josef Jacober, Oberer Graben 44, Postfach, 

9001 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Rente

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Sachverhalt:

A.  

K.___ meldete sich am 22. Februar 2006 zum Leistungsbezug bei der IV an (IV-act. 1). 

Dr. med. A.___, Facharzt für allgemeine Medizin FMH, diagnostizierte im Bericht vom 8. 

Mai 2006 persistierende Kopfschmerzen bei Status nach Kopfprellung am 19. 

November 2004, eine "posttraumatische Belastungsstörung möglich nach Autounfall 

19.11.04" sowie leichte bis schwere Minderleistung in allen kognitiven Bereichen. Die 

Arbeitsfähigkeit sei nicht beurteilbar. Er halte eine medizinische Abklärung für angezeigt 

(IV-act. 14-1/15). Nach Durchführung von weiteren Abklärungen stellte die IV-Stelle des 

Kantons St. Gallen dem Rechtsvertreter der Versicherten mit Vorbescheid vom 22. 

August 2007 in Aussicht, dass die Versicherte keinen Anspruch auf eine Rente habe. 

Die Abklärungen hätten ergeben, dass ihr aus medizinischer Sicht eine leichte bis 

mittelschwere Arbeit zu 100% zumutbar sei (IV-act. 41). Nachdem der Rechtsvertreter 

der Versicherten hiergegen Einwand erhoben hatte (IV-act. 45, 49), verfügte die IV-

Stelle am 20. Dezember 2007 im Sinn des Vorbescheids (IV-act. 52).

B.  

B.a Gegen diese Verfügung erhob Rechtsanwalt lic. iur. J. Jacober, St. Gallen, für die 

Versicherte mit Eingabe vom 29. Januar 2008 Beschwerde mit den Anträgen, die 

Verfügung sei aufzuheben, es sei ein psychiatrisches Obergutachten einzuholen, und 

es sei über das Leistungsbegehren der Beschwerdeführerin nach Vorliegen der 

Ergebnisse der medizinischen Abklärungen bzw. des Gutachtens neu zu entscheiden. 

Es sei der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren. Zur 

Begründung führte der Rechtsvertreter unter anderem aus, der psychiatrische 

Gutachter der MEDAS habe sich auf ein 1 ¼-stündiges Gespräch mit Hilfe einer 

Dolmetscherin gestützt. Berücksichtige man den Zeitaufwand für die Übersetzung, 

resultiere ein "Netto-Explorationsgespräch" von 30 bis 40 Minuten. Diese Zeit reiche 

bei weitem nicht aus, um eine seriöse psychiatrische Begutachtung vorzunehmen. Bei 

der Durchsicht des Konsiliargutachtens falle auch auf, dass fast alle Angaben aus den 

Akten "abgeschrieben" worden seien. Trotzdem gelange der Gutachter zum Ergebnis, 

es bestehe eine somatoforme Schmerzstörung, jedoch keine Arbeitsunfähigkeit. Dies, 

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obwohl im neuropsychologischen Bericht der Rheinburg-Klinik Walzenhausen 

festgehalten sei, es bestünden leichte bis schwere Minderleistungen in allen kognitiven 

Bereichen. Die Beschwerdeführerin sei im Haushalt um 30% eingeschränkt. Sie sei zur 

Linderung ihrer ständigen Kopf- und Nackenschmerzen permanent auf Medikamente 

angewiesen. Die Schlussfolgerungen der MEDAS-Gutachter seien weder begründet 

noch nachvollziehbar. Es sei zumindest ein psychiatrisches Obergutachten einzuholen, 

das diesen Namen auch verdiene. Die Beschwerdeführerin habe das Pech gehabt, 

dass sie von der MEDAS St. Gallen begutachtet worden sei. Ihr Ehemann, der beim 

gleichen Verkehrsunfall ebenfalls verletzt worden sei, sei im Auftrag der Suva vom 

Universitätsspital Basel begutachtet worden. Das in diesem Zusammenhang erstellte 

Gutachten vom 13. September 2006, welches auch der Beschwerdegegnerin zugestellt 

worden sei, sei vergleichsweise beizuziehen.

B.b In der Beschwerdeantwort vom 12. März 2008 beantragte die Beschwerdegegnerin 

Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung legte sie unter anderem dar, das 

MEDAS-Gutachten erfülle die von der Rechtsprechung aufgestellten Anforderungen. 

Darauf könne abgestellt werden. Die Argumente gegen die psychiatrische Beurteilung 

seien nicht stichhaltig. Dem Einwand, dass die Beurteilung schon allein deswegen nicht 

aussagekräftig sein solle, weil lediglich ein kurzes Gespräch stattgefunden habe, könne 

nicht gefolgt werden. Das würde bedeuten, dass grundsätzlich von dieser Stelle 

erstellte psychiatrische Gutachten unzulänglich wären. Im Übrigen gründe ein Arzt/

Psychiater seine Beurteilung nicht allein auf das Gespräch, sondern auch auf die 

Vorgeschichte und Beobachtung einer zu begutachtenden Person. Es gehe nicht an, 

die Arbeitsfähigkeit allein gestützt auf neuropsychologische Untersuchungen zu 

schätzen, weil es ausschliesslich Sache des Mediziners sei, die Arbeitsfähigkeit 

festzulegen. Zwar sei der neuropsychologische Bericht der Rheinburg-Klinik von einem 

Arzt gegengezeichnet worden. Die Untersuchungen habe jedoch eine Psychologin 

durchgeführt; sie habe auch die Schlussfolgerungen verfasst. In Bezug auf 

neuropsychologische Untersuchungen gelte im Weiteren generell, dass diese für die 

Objektivierung von geklagten Beschwerden von allen gängigen 

Untersuchungsdisziplinen am wenigsten geeignet seien. Neuropsychologische 

Untersuchungen könnten nur insofern bedeutsam sein, als sich ihre Aussagen 

schlüssig zu den anderen Abklärungsergebnissen einfügen würden.

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B.c Am 18. März 2008 bewilligte die Abteilungspräsidentin die unentgeltliche 

Prozessführung für das vorliegende Verfahren.

B.d Mit Replik vom 30. April 2008 hielt der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin an 

seinen Anträgen und Ausführungen fest. Am 22. Mai 2008 bestätigte auch die 

Beschwerdegegnerin ihren Antrag.

Erwägungen:

1.   

1.1 Am 1. Januar 2008 sind mit der 5. IVG-Revision verschiedene Änderungen des 

Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) in Kraft getreten. Weil 

in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend sind, die bei 

der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 127 V 

467 E. 1), und weil bei der Beurteilung ferner auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses 

der streitigen Verfügung vom 20. Dezember 2007 eingetretenen Sachverhalt 

abzustellen ist (BGE 121 V 366 E. 1b), sind die bis zum 31. Dezember 2007 gültig 

gewesenen materiellen Bestimmungen anzuwenden.

1.2 Streitig ist, ob die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine IV-Rente hat. Nach der 

vom 1. Januar 2004 bis 31. Dezember 2007 in Kraft stehenden Fassung von Art. 28 

Abs. 1 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte 

Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 

zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht Anspruch 

auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% Anspruch auf 

eine Viertelsrente. Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird nach Art. 16 ATSG 

das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und 

nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum 

Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Valideneinkommen). Die Invalidität der Beschwerdeführerin ist unbestrittenermassen 

nach dieser allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs zu bemessen. Grundlage 

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der Bemessung des zumutbaren Invalideneinkommens ist die 

Arbeitsfähigkeitsschätzung. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichts ist nach 

der höchstrichterlichen Rechtsprechung entscheidend, ob der Bericht für die streitigen 

Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben 

worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der 

Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der 

medizinischen Fachperson begründet und nachvollziehbar sind (BGE 125 V 352 Erw. 

3a mit Hinweis; RKUV 2000, 214).

2.   

2.1 Dr. med. B.___, Spezialärztin für Neurologie FMH, berichtete am 23. Mai 2005, bei 

der Beschwerdeführerin sei es nicht zu einer unfallbedingten cerebralen Schädigung 

gekommen. Auch liessen sich keine Anhaltspunkte für eine vestibuläre/cerebrale 

Funktionsstörung als Korrelat für die Schwindel fassen. Ein Cervikalsyndrom lasse sich 

jetzt nicht mehr nachweisen (IV-act. 14-12/15). Dr. med. C.___, Psychiatrie/

Psychotherapie, verneinte im Bericht vom 4. November 2005 eine Psychopathologie 

(IV-act. 14-10/15). Im Bericht der Rheinburg Klinik vom 20. Dezember 2005 wurden 

aufgrund einer neuropsychologischen testdiagnostischen Überprüfung leichte bis 

schwere Minderleistungen in allen kognitiven Bereichen festgestellt. Ausprägung und 

Charakteristika der Beeinträchtigungen seien weder durch die eingeschränkten 

Deutschkenntnisse, das Bildungsniveau noch durch eine unfallbedingte hirnorganische 

Schädigung zu erklären. Als mögliche Einflussfaktoren könnten sowohl die 

chronifizierte Schmerzsymptomatik als auch medikamenteninduzierte 

Beeinträchtigungen berücksichtigt werden. Im Gespräch hätten sich Hinweise auf eine 

psychosoziale Belastungssituation ergeben (IV-act. 14-6/15f). Eine Abklärung am 

Wohnort ergab gemäss Bericht vom 12. Februar 2007, dass die Beschwerdeführerin 

ohne Gesundheitsschaden einer 100%igen ausserhäuslichen Tätigkeit nachgehen 

würde. Sie habe im Jahr 2003 über die Arbeitslosenkasse eine Vollzeitstelle gesucht 

und sei vollumfänglich vermittlungsfähig gewesen. Im Haushalt bestehe eine 

Einschränkung von 30% (IV-act. 26).

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2.2 Im Gutachten der MEDAS vom 31. Mai 2007 wurde als Hauptdiagnose mit 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches cerviko-cephales Syndrom mit 

vegetativen Begleitbeschwerden bei Status nach Seitwärtskollision am 19. November 

2004 und Status nach HWS-Distorsion 1997 aufgeführt. Als Nebendiagnosen ohne 

wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit wurden eine Adipositas sowie 

Nikotinabusus bestätigt. Die Gutachter kamen unter anderem zum Schluss, bildgebend 

stelle sich die Halswirbelsäule normal dar; dies auch im Vergleich zu einem Bild von 

1997, welches wegen eines Auffahrunfalls angefertigt worden sei. Festzustellen seien 

einige Zeichen für nichtorganisches Krankheitsverhalten, so nebst der diffusen 

Symptombeschreibung die hohe Schmerzbewertung, das nicht plausible Ausmass der 

demonstrierten Behinderung im Vergleich zu den klinischen und bildgebenden 

Befunden sowie die tiefe Bewertung der eigenen Leistungsfähigkeit. Das mit Hilfe einer 

Albanisch-Dolmetscherin durchgeführte psychiatrische Consiliargutachten komme zur 

Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung ohne wesentliche 

Komorbidität. Auch wenn eine Arbeitsunfähigkeit verneint werde, werde die Prognose 

als ungünstig angesehen. Aufgrund der objektiven klinischen und bildgebenden 

Befunde bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit für körperlich leichte bis 

mittelschwere Tätigkeiten ohne besondere Zwangshaltungen oder Stressbelastungen. 

Besondere therapeutische Vorschläge könnten weder rheumatologischer- noch 

psychiatrischerseits gemacht werden. Zu betonen seien die erheblichen sozialen 

Probleme. Die Arbeitsprognose müsse eher als schlecht bezeichnet werden, wobei 

viele soziale, IV-rechtlich fremde Faktoren eine Hauptrolle spielen würden: 

Emigrationsproblematik, bescheidene Deutschkenntnisse, nur sehr kurzzeitige 

Erwerbstätigkeit von einem halben Jahr während des 13jährigen Aufenthalts in der 

Schweiz, starke Selbstlimitierung, familiäre Situation (drei Kinder, Mann reduziert 

arbeitstätig und offenbar ebenfalls eine Rente anstrebend), subjektive 

Krankheitsüberzeugungen (IV-act. 34).

3.   

3.1 Wie jede andere psychische Beeinträchtigung begründet nach der Rechtsprechung 

des Bundesgerichts auch eine diagnostizierte anhaltende somatoforme 

Schmerzstörung für sich allein noch keine Invalidität. Es besteht die Vermutung, dass 

die somatoforme Schmerzstörung oder ihre Folgen mit einer zumutbaren 

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Willensanstrengung überwindbar sind. Bestimmte Umstände, welche die 

Schmerzbewältigung intensiv und konstant behindern, können den Wiedereinstieg in 

den Arbeitsprozess unzumutbar machen, weil die versicherte Person alsdann nicht 

über die für den Umgang mit den Schmerzen notwendigen Ressourcen verfügt. Ob ein 

solcher Ausnahmefall vorliegt, entscheidet sich im Einzelfall anhand verschiedener 

Kriterien. Beruht die Leistungseinschränkung auf Aggravation oder einer ähnlichen 

Konstellation, liegt regelmässig keine versicherte Gesundheitsschädigung vor (statt 

vieler BGE 131 V 49 E. 1.2). Der an der MEDAS-Begutachtung beteiligte Psychiater Dr. 

med. D.___, legte in seinem Bericht vom 23. Mai 2007 dar, für seine Beurteilung stütze 

er sich auf ein 1 ¼-stündiges Explorationsgespräch mit Hilfe einer Dolmetscherin. Zur 

Zeit seiner Untersuchung hätten bereits ausführliche anamnestische Erhebungen in 

schriftlicher Form vorgelegen, so dass er sich diesbezüglich auf psychiatrisch 

Relevantes beschränke. Im Gespräch habe er eine wenig kooperative, zum Teil leicht 

dysphorisch gereizte Beschwerdeführerin erlebt, die teilweise nicht bereit gewesen sei, 

detaillierte Fragen (zum Tagesablauf oder zur Schmerzproblematik) zu beantworten. 

Ansonsten habe sie unauffällig und ausführlich berichtet, so dass sich keine 

wesentlichen Hinweise auf Aufmerksamkeits- oder Gedächtnisstörungen hätten 

eruieren lassen. Die vom Hausarzt vermutete mögliche posttraumatische 

Belastungsstörung habe im Explorationsgespräch nicht objektiviert werden können. 

Gemäss ICD-10 erfordere diese Diagnose ein traumatisierendes Ereignis von 

aussergewöhnlicher Schwere, das bei fast jeder Person eine tiefe Verzweiflung 

hervorrufen würde. Soweit er dies beurteilen könne und die Beschwerdeführerin den 

Unfall schildere, sei es für ihn fraglich, ob der Unfall wirklich die Schwere erreiche, um 

eine posttraumatische Belastungsstörung auszulösen. Zudem bestünden heute keine 

unausweichlichen Erinnerungen oder Wiederinszenierungen der Ereignisse im 

Gedächtnis, Tagträume oder Albträume. Auch würden sich kein emotionaler Rückzug 

oder Gefühlsabstumpfung feststellen lassen. Zudem zeige die Beschwerdeführerin 

keine Vermeidungshaltung von Reizen (Auto), welche eine Erinnerung an das Trauma 

hervorrufen könnten. Rückwirkend gehe er aufgrund der Aktenlage davon aus, dass 

wahrscheinlich eine Anpassungsstörung vorgelegen habe, die aber in der Zwischenzeit 

vollständig remittiert sei. Ausser einer leicht dysphorisch-gereizten Grundstimmung 

sowie einer geschilderten Angst um die Kinder lägen keine Hinweise auf eine affektive 

Störung vor. Die bestehende Symptomatik habe aus psychiatrischer Sicht nicht die 

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Schwere erreicht, welche für die Diagnose einer depressiven Störung ausreiche. Die 

Beschwerdeführerin fühle sich subjektiv zu 100% arbeitsunfähig. Diese 

Arbeitsunfähigkeit sei aus psychiatrischer Sicht auf IV-fremde Faktoren zurückzuführen. 

Es bestehe keine IV-relevante Erkrankung, welche die Arbeitsfähigkeit einschränke. 

Bezüglich der anhaltenden somatoformen Schmerzstörung bestehe keine 

Komorbidität. Auch seien die IV-relevanten Kriterien nicht erfüllt. Berufliche 

Massnahmen seien nicht durchführbar; medizinische Massnahmen seien 

wünschenswert (IV-act. 36).

Unter Umständen sprechen chronische körperliche Begleiterkrankungen und 

mehrjähriger Krankheitsverlauf bei unveränderter oder progredienter Symptomatik 

ohne längerfristige Remission, ein ausgewiesener sozialer Rückzug in allen Belangen 

des Lebens, ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr angehbarer innerseelischer 

Verlauf einer an sich missglückten, psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung 

(primärer Krankheitsgewinn ["Flucht in die Krankheit"]) oder schliesslich 

unbefriedigende Behandlungsergebnisse trotz konsequent durchgeführter ambulanter 

und/oder stationärer Behandlungsbemühungen (auch mit unterschiedlichem 

therapeutischem Ansatz) und gescheiterte Rehabilitationsmassnahmen bei 

vorhandener Motivation und Eigenanstrengung der versicherten Person für die 

ausnahmsweise Unüberwindlichkeit der somatoformen Schmerzstörung (BGE 130 V 

352 E. 2.2.3). Die MEDAS-Gutachter gingen vom Nichtvorliegen solcher Gegebenheiten 

aus. Es lassen sich den Akten keine Anhaltspunkte entnehmen, aufgrund welcher sich 

ein gegenteiliger Schluss aufdrängen würde. Insbesondere im psychiatrischen 

Teilgutachten wurden die tatsächlichen Gegebenheiten gestützt auf eine Befragung der 

Beschwerdeführerin sowie die Akten einlässlich und überzeugend dargelegt. Die Dauer 

der psychiatrischen Begutachtung, die an sich ein relevantes Kriterium für die 

Überzeugungskraft des Gutachtens darstellt (vgl. Urteil I 1094/06 des Bundesgerichts 

vom 14. November 2007 E. 3.1.1), vermag im konkreten Fall das 

Begutachtungsergebnis nicht in Frage zu stellen. Es ist nicht ersichtlich, dass das 

psychiatrische Teilgutachten inhaltlich unvollständig wäre.

3.2 Wie das Bundesgericht wiederholt festgehalten hat, lassen sich psychosoziale und 

soziokulturelle Faktoren oft nicht klar vom medizinisch objektivierbaren Leiden trennen. 

Trotzdem können solche äusseren Umstände nicht als gesundheitliche 

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Beeinträchtigungen im Sinn des Gesetzes verstanden werden, weil der gesetzliche 

Invaliditätsbegriff selber klar zwischen der versicherten Person als Trägerin des 

(invalidisierenden) Gesundheitsschadens und der durch ihn verursachten 

Erwerbsunfähigkeit unterscheidet. Infolgedessen können psychische Störungen, die 

durch soziale Umstände verursacht werden und bei Wegfall der Belastungsfaktoren 

wieder verschwinden, nicht zur Invalidenrente berechtigen. Je stärker psychosoziale 

oder soziokulturelle Faktoren im Einzelfall in den Vordergrund treten und das 

Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine davon zu 

unterscheidende fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert 

vorhanden sein (BGE 127 V 294 neues Fenster, E. 5a). Nur wenn und soweit 

psychosoziale und soziokulturelle Faktoren einen derart verselbständigten 

Gesundheitsschaden aufrechterhalten oder seine - unabhängig von den 

invaliditätsfremden Elementen bestehenden - Folgen verschlimmern, können sie sich 

mittelbar invaliditätsbegründend auswirken (Entscheid 9C_578/2007 vom 13. Februar 

2008, E. 2.2 in fine mit Hinweisen). In diesem Sinne werden Wechselwirkungen 

zwischen sich körperlich und psychisch manifestierenden Störungen und der sozialen 

Umwelt berücksichtigt, wenn auch bedeutend weniger stark als nach dem bio-psycho-

sozialen Krankheitsmodell (SVR 2008 IV Nr. 6 S. 15 E. 5.4; Entscheid 9C_830/2007 

vom 29. Juli 2008, E. 4.2).

Die von Seiten der Rheinburg-Klinik festgestellten kognitiven Einschränkungen liessen 

sich laut Bericht vom 20. Dezember 2005 weder durch das Bildungsniveau bzw. die 

Deutschkenntnisse noch durch eine (nicht gegebene) hirnorganische Schädigung 

erklären. Als mögliche Einflussfaktoren nannten die Ärzte die Schmerzproblematik, den 

Medikamentengebrauch sowie die schon damals thematisierte psychosoziale 

Belastungssituation (vgl. IV-act. 14-6/15f). Letztere bestätigte sich anlässlich der 

MEDAS-Begut-achtung mit aller Deutlichkeit (IV-act. 34). Nebst bescheidenen 

Deutschkenntnissen kommen weitere IV-fremde Gegebenheiten (unter anderem starke 

Selbstlimitierung, subjektive Krankheitsüberzeugung; IV-act. 34 S. 10) hinzu, welche 

das Zustandekommen der neuropsychologischen Testergebnisse erheblich beeinflusst 

haben dürften. Dabei ist zu beachten, dass gemäss der einschlägigen Literatur (B.P. 

Radanov, Über den Stellenwert der neuropsychologischen Diagnostik bei Patienten 

nach Halswirbelsäulen-Distorsion, SZS 1996, 471ff, 473) unter anderem auch Sedativa 

oder Schmerzmittel durch eine Beeinträchtigung der Wachheit zu einer Störung der 

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Aufmerksamkeit und zur Beeinträchtigung anderer kognitiver Funktionen führen 

können. Auch die Motivation anlässlich der Untersuchung kann eine Rolle spielen. Bei 

verminderter Motivation keine volle Testleistung zu entfalten, ist dabei gemäss 

Radanov nicht unbedingt als Versuch, etwas zu "gewinnen", zu missverstehen. Gerade 

die motivationalen Aspekte bei der Erfassung von kognitiven Leistungen seien 

testmässig besonders schwierig zu evaluieren (Radanov, a.a.O., S. 473). Die 

Neuropsychologie vermag es dementsprechend nicht, selbständig die Beurteilung 

einer Genese abschliessend vorzunehmen. Neuropsychologische Untersuchungen 

können lediglich insofern bedeutsam sein, als der diesbezügliche Befund sich schlüssig 

in die anderen interdisziplinären Abklärungsergebnisse einfügt (vgl. BGE 119 V 341 E. 

2b/bb; Entscheid des st. gallischen Versicherungsgerichts vom 29. März 2001 [IV 

1998/305] S. 12). Soweit die Rheinburg-Klinik neben dem Medikamentengebrauch die 

Schmerzproblematik als Ursache der kognitiven Einschränkungen ortete (IV-14-7/15), 

ist darauf hinzuweisen, dass die MEDAS-Gutachter hinsichtlich der somatoformen 

Schmerzstörung eine wesentliche Komorbidität verneinten. Bei dieser Aktenlage sind 

die in der Rheinburg Klinik festgestellten kognitiven Einschränkungen im Wesentlichen 

als Resultat IV-fremder Gegebenheiten (IV-act. 34 S. 10) zu sehen, welche die 

behandelnden Ärzte aufgrund ihres Therapieauftrags nicht unberücksichtigt lassen 

durften, von den MEDAS-Gutachtern jedoch zu abstrahieren waren. Konkrete 

Anhaltspunkte, aufgrund derer die MEDAS-Begutachtung in Frage zu stellen wäre, 

können mit Blick auf die dargelegten Umstände nicht als belegt gelten. Die 

Beschwerdeführerin macht im Weiteren nicht geltend, dass sich ihr 

Gesundheitszustand seit der MEDAS-Begutachtung verschlechtert habe; 

diesbezügliche Anhaltspunkte sind auch aus den Akten nicht ersichtlich.

Was den beantragten Beizug eines medizinischen Gutachtens betreffend den beim 

gleichen Unfall wie die Beschwerdeführerin verletzten Ehemann angeht (act. G 1 S. 8), 

ist festzuhalten, dass hier einzig der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin in 

Frage steht. Aus dem Resultat einer Begutachtung des Ehemannes liesse sich für die 

Beschwerdeführerin zum vornherein nichts ableiten.

4.   

4.1 Die angefochtene Verfügung erweist sich damit als korrekt, weshalb die 

Beschwerde abzuweisen ist.

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4.2 Der Beschwerdeführerin wurde die unentgeltliche Rechtspflege und 

Rechtsverbeiständung am 18. März 2008 bewilligt. Wenn die wirtschaftlichen 

Verhältnisse der Beschwerdeführerin es gestatten, kann sie jedoch zur Nachzahlung 

der Gerichtskosten, der Auslagen für die Vertretung und der vom Staat entschädigten 

Parteikosten verpflichtet werden (Art. 288 Abs. 1 ZPO/SG i.V.m. Art. 99 Abs. 2 VRP/

SG).

4.3 Der unterliegenden Beschwerdeführerin sind die Gerichtskosten in der Höhe von 

Fr. 600.-- aufzuerlegen. Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist sie von der Bezahlung 

zu befreien. Der Staat ist zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung zu verpflichten, 

für die Kosten der Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin aufzukommen. Die 

Parteientschädigung bemisst sich nach der Bedeutung der Streitsache und nach der 

Schwierigkeit des Prozesses (Art. 61 lit. g Satz 2 ATSG). Unter Berücksichtigung dieser 

Kriterien erweist sich eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen 

und Mehrwertsteuer) als angemessen. Diese Entschädigung ist bei der unentgeltlichen 

Rechtsverbeiständung um einen Fünftel herabzusetzen (Art. 31 Abs. 3 des st. 

gallischen Anwaltsgesetzes). Die Entschädigung beträgt somit Fr. 2'800.-- (inkl. 

Barauslagen und Mehrwertsteuer).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1.  Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.  Die Beschwerdeführerin wird im Sinne der Erwägungen von der Bezahlung einer 

Gerichtsgebühr befreit.

3.  Der Staat entschädigt den Rechtsbeistand der Beschwerdeführerin mit Fr. 2'800.--.

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