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**Case Identifier:** ae396af7-e90f-525e-8090-6280595ec880
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-09-05
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 05.09.2023 SST.2023.185
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SST-2023-185_2023-09-05.pdf

## Full Text

Obergericht 

Strafgericht, 1. Kammer 

 

 

SST.2023.185 
(ST.2021.29; STA.2018.1055) 

 

 

Urteil vom 5. September 2023 
 

 

Besetzung  Oberrichter Six, Präsident  

Oberrichter Fedier 

Oberrichter Holliger 

Gerichtsschreiberin Albert 

 

 
   

Anklägerin   Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach, 

Wildischachenstrasse 14, 5200 Brugg AG  

 

 
    

Beschuldigte   A._____,  

geboren am tt.mm.1996, von der Türkei, 

[…] 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Franz Hollinger,  

[…] 

 

  

 
 

Gegenstand  Gewerbsmässiger Betrug usw. 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

 

   

Das Obergericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Am 16. November 2021 sprach das Bezirksgericht Brugg die Beschuldigte 

wegen gewerbsmässigem Betrug, gewerbsmässigem betrügerischen 

Missbrauch einer Datenverarbeitungsanlage, mehrfacher Urkunden-

fälschung, unrechtmässiger Verwendung von Vermögenswerten sowie 

unrechtmässigem Bezug von Leistungen der Sozialhilfe schuldig und 

bestrafte sie dafür mit einer Freiheitsstrafe von 34 Monaten und 10 Tagen. 

Darüber hinaus wurden eine ambulante Massnahme sowie ein 

Landesverweis für die Dauer von 5 Jahren angeordnet, auf eine 

Ausschreibung im Schengener Informationssystem (SIS) indessen 

verzichtet.  

 

2. 

Gegen das erstinstanzliche Urteil erhob die Beschuldigte Berufung ans 

Obergericht, welches die erstinstanzlichen Schuldsprüche, die dafür 

verhängte Sanktion, die ambulante Massnahme sowie die Landes-

verweisung mit Urteil vom 11. Januar 2023 bestätigte. Darüber hinaus 

ordnete das Obergericht die Ausschreibung der Landesverweisung im SIS 

an.  

 

3. 

3.1. 

Das Bundesgericht hat die gegen den vorgenannten Obergerichts-

entscheid gerichtete Beschwerde mit Urteil 6B_225/2023 vom 7. Juli 2023 

teilweise gutgeheissen. Während es die obergerichtlichen Erwägungen 

hinsichtlich der Anordnung der Landesverweisung bestätigte, erwog es im 

Zusammenhang mit der Ausschreibung im SIS, dass die damit im Vergleich 

zum erstinstanzlichen Urteil einhergehende Verschlechterung zwar 

zulässig sei, das Obergericht die Beschuldigte indessen vor der Anordnung 

der Ausschreibung explizit hätte darauf hinweisen müssen, dass es über 

die Ausschreibung ebenfalls befinden würde. In der Konsequenz habe das 

Obergericht den Anspruch der Beschuldigten auf rechtliches Gehör verletzt 

(Urteil des Bundesgerichts 6B_225/2023 vom 7. Juni 2023 E. 1.6.3). 

Gestützt darauf hob es das obergerichtliche Urteil teilweise auf und wies 

die Sache zur Neubeurteilung der Ausschreibung im SIS an das 

Obergericht zurück.  

 

3.2. 

Die Staatsanwaltschaft beantragte mit Stellungnahme vom 8. August 2023, 

dass die ausgesprochene Landesverweisung von 5 Jahren im Schengener 

Informationssystem (SIS) auszuschreiben sei. 

 

Die Beschuldigte beantragte mit Stellungnahme vom 28. August 2023, es 

sei auf eine Ausschreibung im SIS zu verzichten.  

 - 3 - 

 

 

 

 
   

Das Obergericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Die Beschuldigte hat mit Eingabe vom 28. August 2023 – was sie an sich 

bereits in ihrer Beschwerde an das Bundesgericht vom 13. Februar 2023 

hätte tun können – zur Frage der Ausschreibung der Landesverweisung im 

Schengener Informationssystem (SIS) und zur Stellungnahme der 

Staatsanwaltschaft vom 8. August 2023 Stellung nehmen können. Damit 

wurde der Anspruch der Beschuldigten auf rechtliches Gehör gewahrt. 

 

2. 

Die Voraussetzungen für die Ausschreibung der Landesverweisung im SIS 

sind in den Art. 21 und 24 der Verordnung über (EG) Nr. 1987/2006 des 

europäischen Parlaments und des Rates vom 20. Dezember 2006 über die 

Einrichtung, den Betrieb und die Nutzung des Schengener Informations-

systems der zweiten Generation (nachfolgend SIS-II-Verordnung) geregelt. 

Art. 21 SIS-II-Verordnung verankert das Verhältnismässigkeitsprinzip, 

wonach Ausschreibungen im SIS nur vorgenommen werden dürfen, wenn 

die Angemessenheit, Relevanz und Bedeutung des Falles dies 

rechtfertigen. Voraussetzung für die Eingabe der Ausschreibung zur 

Einreise- und Aufenthaltsverweigerung im SIS ist eine nationale 

Ausschreibung, die auf einer Entscheidung der zuständigen nationalen 

Instanz beruht; diese Entscheidung darf nur auf Grundlage einer 

individuellen Bewertung ergehen (Art. 24 Abs. 1 SIS-Verordnung). Die 

Ausschreibung ist verhältnismässig und wird vorgenommen, wenn die 

Entscheidung nach Art. 24 Abs. 1 SIS-II-Verordnung auf die Gefahr für die 

öffentliche Sicherheit oder Ordnung oder die nationale Sicherheit gestützt 

wird, die die Anwesenheit des betreffenden Drittstaatsangehörigen im 

Hoheitsgebiet des Mitgliedstaats darstellt (Art. 24 Abs. 2 SIS-II-

Verordnung). Dies ist insbesondere bei einem Drittstaatsangehörigen der 

Fall, der in einem Mitgliedsstaat wegen einer Straftat verurteilt worden ist, 

die mit einer Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr bedroht ist (Art. 24 

Abs. 2 lit. a SIS-Verordnung). Sind die Voraussetzungen von Art. 21 und 

24 Abs. 1 und 2 SIS-II-Verordnung erfüllt, besteht eine Pflicht zur 

Ausschreibung im SIS (vgl. zum Ganzen BGE 146 IV 172 E. 3.2.2; 

BGE 147 IV 340 E. 4.3.1; Urteil des Bundesgerichts 6B_932/2021 vom 

7. September 2022 E. 1.8.1 ff.). 

  

 - 4 - 

 

 

 

 

3. 

3.1. 

Im vorliegenden Verfahren wurde die Beschuldigte rechtskräftig wegen 

mehrerer Katalogtattaten im Sinne von Art. 66a Abs. 1 lit. c und e StGB zu 

einer Freiheitsstrafe von 34 Monaten und 10 Tagen verurteilt sowie für die 

Dauer von 5 Jahren des Landes verwiesen. Fraglich und zu prüfen bleibt 

indessen, ob von der Beschuldigten eine Gefahr für die öffentliche 

Sicherheit oder Ordnung ausgeht, die eine Ausschreibung im SIS 

rechtfertigt. 

 

3.2. 

Das Bundesgericht hat den Terminus der «Gefahr für die öffentliche 

Sicherheit oder Ordnung» im Sinne von Art. 24 Abs. 2 sowie den 

Tatbestand von Art. 24 Abs. 2 lit. a SIS-II-Verordnung in BGE 147 IV 340 

im Lichte der Praxis der kantonalen Gerichte, des Europäischen 

Gerichtshofs (EuGH) sowie der Lehre konkretisiert. Es hat in diesem 

Zusammenhang zunächst ausgeführt, dass Art. 24 Abs. 2 lit. a SIS-II-

Verordnung weder eine Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von 

mindestens einem Jahr voraussetze, noch einen Schuldspruch wegen 

einer Straftat, die mit einer Mindestfreiheitsstrafe von einem Jahr bedroht 

sei. Die Voraussetzung von Art. 24 Abs. 2 lit. a SIS-II-Verordnung sei 

vielmehr erfüllt, wenn der entsprechende Straftatbestand eine 

Freiheitsstrafe im Höchstmass von einem Jahr oder mehr vorsähe. Indes 

sei im Sinne einer kumulativen Voraussetzung stets zu prüfen, ob von der 

betroffenen Person eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung 

ausgehe. An die Anforderungen für die Annahme einer solchen Gefahr 

seien keine allzu hohen Anforderungen zu stellen. Nicht verlangt werde, 

dass «das individuelle Verhalten der betroffenen Person eine tatsächliche, 

gegenwärtige und hinreichend schwere Gefährdung darstelle, die ein 

Grundinteresse der Gesellschaft berühre». Entsprechend setze die 

Ausschreibung im SIS keine Verurteilung wegen einer schweren Straftat 

voraus, sondern es würden auch eine oder mehrere Straftaten genügen, 

die einzeln betrachtet oder in ihrer Gesamtheit von einer gewissen Schwere 

seien, unter Ausschluss von blossen Bagatelldelikten. Massgebend sei 

nicht das Strafmass, sondern in erster Linie die Art und Häufigkeit der 

Straftaten, die konkreten Tatumstände sowie das übrige Verhalten der 

betroffenen Person (vgl. zum Ganzen BGE 147 IV 340 E. 4.8).  

 

3.3. 

Das Bundesgericht kam in seinem Entscheid vom 7. Juli 2023 in 

Übereinstimmung mit den Erwägungen des Obergerichts zum Schluss, 

dass angesichts der Art der begangenen Delikte, des Ausmasses der 

Straftaten sowie der erheblichen Rückfallgefahr der Beschuldigten ein 

erhebliches öffentliches Interesse an der Landesverweisung der 

Beschuldigten bestehe (Urteil des Bundesgerichts 6B_225/2023 vom 

 - 5 - 

 

 

 

7. Juli 2023 E. 1.5.2). Gestützt darauf ist vorliegend auch auf eine 

erhebliche Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung im Sinne der 

vorstehenden bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu den Voraus-

setzungen einer Ausschreibung im SIS zu schliessen.  

 

Bei den von der Beschuldigten begangenen Delikten handelt es sich 

ausschliesslich um Vermögensdelikte. Sie richten sich daher zwar nicht 

gegen Leib und Leben oder die sexuelle Integrität. Nichtsdestotrotz handelt 

es sich keineswegs um Bagatelldelikte, zumal sowohl der gewerbsmässige 

Betrug als auch der gewerbsmässige betrügerische Missbrauch einer 

Datenverarbeitungsanlage mit einer Sanktion von bis zu 10 Jahren 

Freiheitsstrafe bewehrt sind. Eine Ausschreibung der Landesverweisung 

im SIS wäre deshalb – gestützt auf die dargelegten Erwägungen in BGE 

147 IV 340 E. 4.8 – bereits unter dem Titel von Art. 24 Abs. 2 lit. a SIS-II-

Verordnung vorzunehmen.  

 

Von der Beschuldigten geht indessen unabhängig davon eine Gefahr für 

die öffentliche Sicherheit und Ordnung aus: Die Beschuldigte hat im 

Zeitraum vom Dezember 2017 bis im April 2018, im Oktober 2018 sowie 

vom Dezember 2019 bis im April 2020 ganze 103 Geschädigte um 

insgesamt Fr. 43'123.70 betrogen, ohne dass sie selbst finanziell in einer 

Notlage gewesen wäre. Bereits diese Tatsache zeugt von einer 

beträchtlichen kriminellen Energie und einer ausgesprochenen Gering-

schätzung fremder Vermögensinteressen sowie der hiesigen Rechts-

ordnung. Hinzu kommen die weiteren Straftaten wegen gewerbsmässigem 

betrügerischem Missbrauch einer Datenverarbeitungsanlage, mehrfacher 

Urkundenfälschung, unrechtmässiger Verwendung von Vermögenswerten 

sowie unrechtmässigem Bezug von Leistungen der Sozialhilfe. Die 

Frequenz und der Umfang der Straftaten zeichnen das Bild einer 

eigentlichen Serientäterin. Die Annahme einer Gefahr für die öffentliche 

Sicherheit und Ordnung ist letztlich jedoch auch deshalb begründet, weil 

von der Beschuldigten unbestritten eine erhebliche Rückfallgefahr für 

weitere Delikte der verübten Art ausgeht (vgl. dazu Urteil des 

Bundesgerichts 6B_225/2023 vom 7. Juli 2023 E. 1.5.2).  

 

3.4. 

Die Beschuldigte bringt sodann vor, dass eine Ausschreibung im SIS für 

sie zur Folge hätte, dass ihre in der Schweiz lebende Familie sie nicht mehr 

im grenznahen Ausland, sondern nur noch in der Türkei besuchen könnte 

(vgl. Stellungnahme vom 28. August 2023 S. 2). Dabei verkennt sie, dass 

der mit der Landesverweisung einhergehende Eingriff in ihr Privatleben nur 

aufgrund der Schwere ihrer Delinquenz und der aus ihren Verhalten 

abgeleiteten Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung 

gerechtfertigt ist. Damit beruhen sowohl der Landesverweis an sich als 

auch die Ausschreibung im SIS auf einer von der Beschuldigten 

ausgehenden Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung im Sinne 

 - 6 - 

 

 

 

von Art. 24 Abs. 2 SIS-II-Verordnung, womit auch die dadurch für die 

Beschuldigte einhergehende Beeinträchtigung ihres Familienlebens – wie 

auch das Bundesgericht im Rückweisungsentscheid explizit bestätigt hat – 

verhältnismässig ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_225/2023 vom 

7. Juli 2023 E. 1.5.2 f.).  

 

3.5. 

Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschuldigte wegen diverser 

Vermögensdelikte zu einer Freiheitsstrafe von 34 Monaten und 10 Tagen 

rechtskräftig verurteilt wurde. Da von ihr aufgrund der Art, Dauer und des 

Ausmasses ihrer Delinquenz sowie der erheblichen Rückfallgefahr auch 

eine Gefahr für die öffentliche Ordnung und Sicherheit ausgeht, sind die 

Voraussetzungen für eine Ausschreibung im SIS gemäss Art. 21 und 

Art. 24 SIS-II-Verordnung erfüllt und ist deshalb anzuordnen.  

 

4. 

Für den vorliegenden Entscheid nach Rückweisung durch das 

Bundesgericht sind keine Verfahrenskosten zu erheben.  

 

Dem amtlichen Verteidiger der Beschuldigten ist für seinen Aufwand nach 

Rückweisung durch das Bundesgericht gestützt auf die von ihm 

eingereichte Kostennote eine Entschädigung von Fr. 837.90 (inkl. 

Auslagen und Mehrwertsteuer) auszurichten. Diese Entschädigung ist von 

der Beschuldigten zurück zu fordern, sobald es ihre wirtschaftlichen 

Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO). 

 

 
   

Das Obergericht erkennt: 

 

1. 

Die Beschuldigte ist schuldig 

- des gewerbsmässigen Betruges gemäss Art. 146 Abs. 2 StGB 

- des gewerbsmässigen Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage 

gemäss Art. 147 Abs. 2 StGB 

- der mehrfachen Urkundenfälschung gemäss Art. 251 Ziff. 1 StGB 

- der unrechtmässigen Verwendung von Vermögenswerten gemäss 

Art. 141bis StGB 

- des unrechtmässigen Bezuges von Leistungen der Sozialhilfe gemäss 

Art. 148a Abs. 1 StGB 

  

 - 7 - 

 

 

 

 

2. 

2.1. 

Die Beschuldigte wird hierfür gemäss den in Ziffer 1 genannten 

Gesetzesbestimmungen sowie in Anwendung von Art. 47 StGB, Art. 49 

Abs. 1 StGB und Art. 40 StGB  

 

zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von 34 Monaten und zehn Tagen 

verurteilt.  

 

2.2. 

Die ausgestandene Untersuchungshaft von 3 Tagen sowie 10 % der Dauer 

der Schriftensperre, d.h. 17 Tage, werden der Beschuldigten auf die 

Freiheitsstrafe angerechnet.  

 

3. 

Gestützt auf Art. 63 Abs. 1 StGB wird vollzugsbegleitend eine ambulante 

Massnahme angeordnet.  

 

4. 

Die Beschuldigte wird gestützt auf Art. 66a Abs. 1 lit. c und e StGB für die 

Dauer von 5 Jahren des Landes verwiesen.  

 

Es wird die Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener 

Informationssystem angeordnet. 

 

5. 

5.1. 

Die nachfolgend beschlagnahmten Gegenstände werden eingezogen.  

 

1 Paar Adiletten schwarz Papiersack Nr. 6 

1 Paar Schuhe Lacoste Papiersack Nr. 7 

1 Textil 'Hoils, Grösse XL Papiersack Nr. 4 

1 Paar Adiletten Graceland Papiersack Nr. 5 

1 Paar Kinderschuhe Cupcake Papiersack Nr. 1 

1 Hose schwarz Papiersack Nr. 3 

1 Textil weiss Papiersack Nr. 2 

1 Handy iPhone schwarz/silber, Bildschirm 

defekt 

Minigrip Nr. 5 

1 Handy iPhone schwarz/silber Minigrip Nr. 4 

1 Handy iPhone weiss Minigrip Nr. 2 

 

Die Staatsanwaltschaft trifft die sachgemässen Verfügungen. 

 

 - 8 - 

 

 

 

5.2. 

Die nachfolgend beschlagnahmten Gegenstände werden nach Rechtskraft 

des Urteils der Beschuldigten herausgegeben: 

 

- diverse Papierakten 

- Unterlagen PostFinance 

 

6. 

6.1.  

Die Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger G. infolge 

Anerkennung Fr. 350.00 zu bezahlen. 

 

6.2.  

Die Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin H. infolge 

Anerkennung Fr. 450.00 zu bezahlen. 

 

6.3.  

Die Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin I. infolge Anerkennung 

Fr. 205.00 zu bezahlen.  

 

6.4.  

Die Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin J. infolge 

Anerkennung Fr. 1'400.00 zu bezahlen.  

 

6.5.  

Die Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin K. infolge 

Anerkennung Fr. 400.00 zu bezahlen.  

 

6.6.  

Die Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin L. infolge 

Anerkennung Fr. 250.00 zu bezahlen. 

 

6.7.  

Die Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin M. infolge 

Anerkennung Fr. 1'000.00 zu bezahlen. 

 

6.8.  

Die Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin N. infolge 

Anerkennung Fr. 965.00 zu bezahlen. 

 

6.9.  

Die Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin O. Fr. 100.00 zu 

bezahlen. 

 

 - 9 - 

 

 

 

6.10.  

Die Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin P. infolge 

Anerkennung Fr. 500.00 zu bezahlen. 

 

6.11.  

Die Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin AA. Fr. 420.00 zu 

bezahlen. 

 

6.12.  

Die Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger AB. infolge 

Anerkennung Fr. 1'100.00 zu bezahlen. 

 

6.13. 

Die Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger AC. infolge 

Anerkennung Fr. 700.00 zu bezahlen. 

 

6.14.  

Die Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger AD. infolge 

Anerkennung Fr. 784.00 zu bezahlen. 

 

6.15.  

Die Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin AE. infolge 

Anerkennung Fr. 300.00 zu bezahlen. 

 

6.16. 

Die Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger AF. infolge 

Anerkennung Fr. 580.00 zu bezahlen.  

 

6.17.  

Die Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger AG. infolge 

Anerkennung Fr. 160.00 zu bezahlen. 

 

6.18. 

Die Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger AH. infolge 

Anerkennung Fr. 145.00 zu bezahlen. 

 

6.19.  

Die Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger AI. infolge 

Anerkennung Fr. 150.00. 

 

6.20.  

Die Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger AJ. infolge 

Anerkennung Fr. 752.00 zu bezahlen. 

 

 - 10 - 

 

 

 

6.21.  

Die Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin AK. infolge 

Anerkennung Fr. 1'350.00 zu bezahlen. 

 

6.22.  

Die Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin AL. infolge 

Anerkennung Fr. 400.00 zu bezahlen.  

 

6.23.  

Die Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin AM. Fr. 175.00 zu 

bezahlen. Es wird festgestellt, dass die Beschuldigte die Forderung im 

Umfang von Fr. 145.00 anerkannt hat.  

 

6.24.  

Die Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin AN. infolge 

Anerkennung Fr. 1'310.00 zu bezahlen. 

 

6.25.  

Die Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin AO. infolge 

Anerkennung Fr. 400.00. 

 

6.26.  

Die Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin AP. Fr. 350.00 zu 

bezahlen. 

 

6.27.  

Die Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin BA. infolge 

Anerkennung Fr. 1'000.00 zu bezahlen. 

 

6.28.  

Die Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin BB. infolge 

Anerkennung Fr. 200.00 zu bezahlen. 

 

6.29.  

Die Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin BC. infolge 

Anerkennung Fr. 300.00 zu bezahlen. 

 

6.30.  

Die Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger BD. Fr. 300.00 zu 

bezahlen. 

 

6.31.  

Die Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger B. infolge 

Anerkennung Fr. 720.00 zu bezahlen. 

 

 - 11 - 

 

 

 

6.32. 

Die Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger BE. infolge 

Anerkennung Fr. 145.00 zu bezahlen. 

 

6.33.  

Die Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger BF. infolge 

Anerkennung Fr. 700.00 zu bezahlen. 

 

6.34.  

Die Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger BG. infolge 

Anerkennung Fr. 1'300.00 zu bezahlen. 

 

6.35.  

Die Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger BH. infolge 

Anerkennung Fr. 145.00 zu bezahlen.  

 

6.36.  

Die Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger BI. infolge 

Anerkennung Fr. 650.00 zu bezahlen. 

 

6.37.  

Die Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger BJ. infolge 

Anerkennung Fr. 145.00 zu bezahlen. 

 

6.38.  

Die Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger BK. infolge 

Anerkennung Fr. 300.00 zu bezahlen. 

 

6.39.  

Die Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin BL. infolge 

Anerkennung Fr. 585.00 zu bezahlen.  

 

6.40.  

Die Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger BM. infolge 

Anerkennung Fr. 150.00 zu bezahlen. 

 

6.41. 

Die Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger C. infolge 

Anerkennung Fr. 600.00 zu bezahlen. 

 

6.42.  

Die Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger BO. infolge 

Anerkennung Fr. 650.00 zu bezahlen. 

 

 - 12 - 

 

 

 

6.43.  

Die Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin BP. infolge 

Anerkennung Fr. 360.00 zu bezahlen. 

 

6.44.  

Die Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger CA. infolge 

Anerkennung Fr. 500.00 zu bezahlen. 

 

6.45.  

Die Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger CB. infolge 

Anerkennung Fr. 1'600.00 zu bezahlen. 

 

6.46.  

Die Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger CC. infolge 

Anerkennung Fr. 300.00 zu bezahlen. 

 

6.47.  

Die Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger CD. infolge 

Anerkennung Fr. 700.00 zu bezahlen.  

 

6.48.  

Die Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger CE. infolge 

Anerkennung Fr. 250.00 zu bezahlen.  

 

6.49.  

Die Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger CF. infolge 

Anerkennung Fr. 153.00 zu bezahlen.  

 

6.50.  

Die Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger CG. infolge 

Anerkennung Fr. 130.00 zu bezahlen. 

 

6.51.  

Die Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger CH. infolge 

Anerkennung Fr. 250.00 zu bezahlen. 

 

6.52.  

Die Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger CI. infolge 

Anerkennung Fr. 145.00 zu bezahlen. 

 

6.53.  

Die Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger CJ. infolge 

Anerkennung Fr. 150.00 zu bezahlen. 

 

 - 13 - 

 

 

 

6.54.  

Die Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger CK. infolge 

Anerkennung Fr. 145.00 zu bezahlen. 

 

6.55.  

Die Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger D. infolge 

Anerkennung Fr. 140.00 zu bezahlen. 

 

6.56.  

Die Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger CM. infolge 

Anerkennung Fr. 145.00 zu bezahlen. 

 

6.57.  

Die Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger CN. infolge 

Anerkennung Fr. 620.00 zu bezahlen. 

 

6.58. 

Die Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger CO. Schadenersatz in 

der Höhe von Fr. 620.00 zu bezahlen. 

 

6.59.  

Die Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger CP. infolge 

Anerkennung Fr. 700.00 zu bezahlen.  

 

6.60.  

Die Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger E. infolge 

Anerkennung Fr. 350.00 zu bezahlen. 

 

6.61.  

Die Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin DB. infolge 

Anerkennung Fr. 700.00 zu bezahlen. 

 

6.62.  

Die Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger DC. infolge 

Anerkennung Fr. 1'100.00 zu bezahlen. 

 

6.63. 

Die Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin DD. infolge 

Anerkennung Fr. 150.00 zu bezahlen. 

 

6.64.  

Die Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger F. infolge Anerkennung 

Fr. 240.00 zu bezahlen. 

 

 - 14 - 

 

 

 

6.65.  

Die Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger DF. infolge 

Anerkennung Fr. 50.00 zu bezahlen. 

 

6.66.  

Die Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger DG. infolge 

Anerkennung Fr. 150.00 zu bezahlen. 

 

6.67.  

Die Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin DH. infolge 

Anerkennung Fr. 150.00 zu bezahlen. 

 

6.68.  

Die Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger DI. infolge 

Anerkennung Fr. 700.00 zu bezahlen. 

 

6.69.  

Die Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger DJ. infolge 

Anerkennung Fr. 700.00 zu bezahlen. 

 

6.70. 

Die Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger DK. infolge 

Anerkennung Fr. 300.00 zu bezahlen. 

 

6.71.  

Die Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger DL. infolge 

Anerkennung Fr. 600.00 zu bezahlen. 

 

6.72.  

Die Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger DM. infolge 

Anerkennung Fr. 500.00 zu bezahlen.  

 

6.73.  

Die Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin BN. infolge 

Anerkennung Fr. 1'000.00 zu bezahlen. 

 

6.74.  

Die Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin DP. infolge 

Anerkennung Fr. 105.00 zu bezahlen. 

 

6.75.  

Die Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin EA. infolge 

Anerkennung Fr. 150.00 zu bezahlen. 

 

 - 15 - 

 

 

 

6.76.  

Die Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin EB. infolge 

Anerkennung Fr. 250.00 zu bezahlen. 

 

6.77.  

Die Zivilforderung der Privatklägerin EC. im Betrag von Fr. 250.00 wird 

abgewiesen. 

 

6.78.  

Die Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin ED. infolge 

Anerkennung Fr. 350.00 zu bezahlen. 

 

6.79.  

Die Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin EE. infolge 

Anerkennung Fr. 600.00 zu bezahlen.  

 

6.80.  

Die Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin EF. infolge 

Anerkennung Fr. 105.00 zu bezahlen. 

 

6.81.  

Die Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger CL. Fr. 300.00 zu 

bezahlen.  

 

7.  

Im Übrigen werden die Zivilforderungen auf den Zivilweg verwiesen. 

 

8. 

8.1. 

Die obergerichtlichen Verfahrenskosten von Fr. 5'000.00 werden der 

Beschuldigten auferlegt.  

 

8.2. 

Die Obergerichtskasse wird angewiesen, dem amtlichen Verteidiger für das 

Berufungsverfahren (inkl. Verfahren nach Rückweisung durch das 

Bundesgericht) eine Entschädigung von insgesamt Fr. 8'551.70 

(Fr. 7'713.80 + Fr. 837.90) auszurichten.  

 

Diese Entschädigung wird von der Beschuldigten zurückgefordert, sobald 

es ihre wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben. 

 

9. 

9.1. 

Die erstinstanzlichen Verfahrenskosten von Fr. 30'253.85 (inkl. 

Anklagegebühr im Umfang von Fr. 4'450.00) werden der Beschuldigten 

auferlegt. 

 - 16 - 

 

 

 

 

9.2. 

Die vorinstanzliche Gerichtskasse wird – soweit noch keine Auszahlung 

erfolgt ist – angewiesen, dem amtlichen Verteidiger für das erstinstanzliche 

Verfahren eine Entschädigung von Fr. 24'520.05 auszurichten. 

 

Diese Entschädigung wird von der Beschuldigten zurückgefordert, sobald 

es ihre wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben. 

 

9.3. 

Die Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger CO. für das 

erstinstanzliche Verfahren eine Parteientschädigung von Fr. 700.00 zu 

bezahlen. 

 

 

 Zustellung an:  

[…] 

 
   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Strafsachen (Art. 78 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der schriftlichen Eröffnung der 

vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Beschwerde an das 

Schweizerische Bundesgericht erhoben werden (Art. 44 Abs. 1, Art. 78, Art. 90, Art. 100 

Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen 

Bundesgericht einzureichen (Art. 42, Art. 100 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Die Urkunden, auf 

die sich eine Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 

hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). Für die 

Beschwerdelegitimation ist Art. 81 BGG massgebend. 

 

 

 
   

Aarau, 5. September 2023 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Strafgericht, 1. Kammer 

Der Präsident:    Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

Six     Albert