# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b4610275-ac59-52cd-afe2-2d8b65457ad7
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-07-02
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 02.07.2019 200 2018 885
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2018-885_2019-07-02.pdf

## Full Text

200 18 885 IV
KOJ/RUM/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 2. Juli 2019

Verwaltungsrichter Kölliker, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schwegler, Verwaltungsrichterin Fuhrer
Gerichtsschreiber Rüfenacht

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 26. Oktober 2018

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Juli 2019, IV/18/885, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1976 geborene C.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich im Dezember 1998 – nachdem die die Schweizerische Unfall-
versicherungsanstalt (Suva) am 23. Oktober 1998 eine Nichteignungsverfü-
gung bezüglich der Tätigkeit als ... erlassen hatte (AB 1) – bei der IV-Stelle 
Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) erstmals zum Leistungsbezug an 
(Anmeldung nicht in den Akten; vgl. Antwortbeilage [AB] 5). Nach medizini-
schen und erwerblichen Abklärungen sowie durchgeführtem Vorbescheid-
verfahren (AB 6) lehnte die IVB mit Verfügung vom 31. Mai 2000 bei einem 
Invaliditätsgrad von 0 % einen Rentenanspruch ab (AB 7).

B.

Am 9. Januar 2001 erliess die Suva eine weitere Nichteignungsverfügung 
bezüglich sämtlicher Arbeiten mit Kontakt zu Nickel und Reinigungsmitteln 
(AB 9), worauf die Versicherte die IVB am 1. Februar 2001 erneut um Leis-
tungen ersuchte (AB 10/3). Diese veranlasste im November 2011 zunächst 
eine berufliche Grundabklärung in der Abklärungsstelle E.________, die 
jedoch nach wenigen Tagen abgebrochen wurde (AB 25, 28). In der Folge 
ermittelte die IVB gestützt auf medizinische und erwerbliche Abklärungen 
sowie unter der Annahme, die Versicherte wäre im Gesundheitsfall voll er-
werbstätig, einen Invaliditätsgrad von 47 % ab Januar 2001 (AB 55). Mit 
Verfügung vom 8. Januar 2004 sprach sie der Versicherten rückwirkend ab 
1. Februar 2001 eine Viertelsrente zu (AB 58/2, 64/2-4). Eine dagegen er-
hobene Einsprache (AB 61) zog die Versicherte mit Schreiben vom 6. Sep-
tember 2004 zurück (AB 71). Mit Entscheid vom 13. September 2004 
schrieb die IVB das Einspracheverfahren als gegenstandslos geworden ab 
(AB 72).

Eine in der Folge im November 2006 (AB 76) eingeleitete Rentenüberprü-
fung führte zu einem unveränderten Rentenanspruch (AB 80).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Juli 2019, IV/18/885, Seite 3

C.

Im Januar 2010 leitete die IVB ein weitere Rentenüberprüfung ein (AB 88) 
und holte aktuelle erwerbliche und medizinische Unterlagen ein. Zudem 
liess sie die Versicherte durch den Regionalen Ärztlichen Dienst der IV-
Stellen BE/FR/SO (RAD) psychiatrisch untersuchen (Untersuchungsbericht 
vom 21. August 2012 sowie weitere Berichte des RAD vom 21. August, 
10. und 11. September 2012 [AB 110-112, 113/2, 114/6]). In der Folge er-
mittelte die IVB unter der Annahme, die Versicherte wäre im Gesundheits-
fall seit der Geburt ihres dritten Kindes, d.h. ab Oktober 2011, zu 50 % im 
Erwerbsbereich und zu 50 % im Haushalt tätig, einen Gesamtinvaliditäts-
grad von 40 % (AB 116). Mit Mitteilung vom 3. Oktober 2012 bestätigte sie 
einen unveränderten Rentenanspruch (AB 118).

D.

Im Rahmen der Rentenüberprüfung ab Dezember 2015 (AB 130) ermittelte 
die IVB nach Einholung eines hausärztlichen Verlaufsberichts vom 16. Mai 
2016 (AB 134) im Abklärungsbericht Haushalt vom 14. Dezember 2016 un-
ter der Annahme, die Beschwerdeführerin wäre im Gesundheitsfall zu 35 % 
erwerbs- und zu 65 % im Haushalt tätig, einen Gesamtinvaliditätsgrad von 
40 % (AB 136). Mit Schreiben vom 22. Dezember 2016 forderte die IVB die 
Versicherte zur Schadenminderung in Form einer Fortführung der psychia-
trisch-psychotherapeutischen Behandlung inklusive der Psychopharmako-
therapie auf (AB 137) und holte in der Folge einen Bericht der behandeln-
den Psychiaterin vom 8. Mai 2018 (AB 145) ein. Gestützt darauf stellte die 
IVB der Versicherten mit Vorbescheid vom 9. August 2018 auf der Basis ei-
nes Status von 35 % Erwerbstätigkeit und 65 % Haushalt und eines – nach 
Annahme einer gesundheitlichen Verbesserung tieferen – Gesamtinvali-
ditätsgrades von 30 % ab 1. Januar 2018 die Aufhebung der bisherigen 
Viertelsrente in Aussicht. Dagegen erhob die Versicherte am 7. und 
25. September 2018 Einwand (AB 154, 156). Mit Verfügung vom 26. Okto-
ber 2018 hob die IVB die bisherige Viertelsrente, wie angekündigt, auf das 
Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats auf (AB 157).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Juli 2019, IV/18/885, Seite 4

E. 

Mit Eingabe vom 26. November 2018 erhob die Versicherte, vertreten 
durch Rechtsanwalt B.________, Beschwerde. Sie beantragt, die ange-
fochtene Verfügung vom 26. Oktober 2018 sei aufzuheben und die bisheri-
ge Viertelsrente weiterhin auszurichten. Eventualiter seien die Akten an die 
Beschwerdegegnerin zur Neubeurteilung zurückzuweisen.

Mit Beschwerdeantwort vom 19. Dezember 2018 beantragt die Beschwer-
degegnerin die Abweisung der Beschwerde.

Mit Replik vom 25. März 2019 und Duplik vom 18. April 2019 hielten die 
Parteien je an ihren Rechtsbegehren fest.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des Ver-
waltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 6. Ok-
tober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist ge-
geben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die 
Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über 
Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. 
Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungs-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Juli 2019, IV/18/885, Seite 5

rechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwer-
de einzutreten.

1.2 Angefochten ist die Verfügung vom 26. Oktober 2018 (AB 157), 
womit die bisherige Viertelsrente revisionsweise auf das Ende des der Zu-
stellung der Verfügung folgenden Monates aufgehoben wurde. Die Auszah-
lung der Rente erfolgte bis Ende Dezember 2018 (AB 158). Streitig und zu 
prüfen ist der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin ab diesem Zeit-
punkt.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden kön-
nen auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. 
Art. 7 ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 
IVG sowie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizini-
sche Befundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer 
nur dann anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeein-
trächtigung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 
141 V 281 E. 2.1 S. 285). Mit der Diagnose eines Gesundheitsschadens ist 
noch nicht gesagt, dass dieser auch invalidisierenden Charakter hat. Ob 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Juli 2019, IV/18/885, Seite 6

dies zutrifft, beurteilt sich gemäss dem klaren Gesetzeswortlaut nach dem 
Einfluss, den der Gesundheitsschaden auf die Arbeits- und Erwerbsfähig-
keit hat. Entscheidend ist, ob der versicherten Person wegen des geklagten 
Leidens nicht mehr zumutbar ist, ganz oder teilweise zu arbeiten. Deshalb 
gilt eine objektivierte Zumutbarkeitsprüfung unter ausschliesslicher Berück-
sichtigung von Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung (BGE 142 V 
106 E. 4.4 S. 110). Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsscha-
dens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten 
Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei 
Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu ver-
werten, abwenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitge-
hend objektiv bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 
S. 353; SVR 2014 IV Nr. 2 S. 5 E. 3.1).

Es ist dem klaren Willen des Gesetzgebers gemäss Art. 7 Abs. 2 ATSG 
Rechnung zu tragen, wonach im Zuge einer objektivierten Betrachtungs-
weise von der grundsätzlichen „Validität“ der versicherten Person auszuge-
hen ist (BGE 141 V 281 E. 3.7.2 S. 295).

2.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.4

2.4.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird bei einer erwerbs-
tätigen versicherten Person das Erwerbseinkommen, das sie nach Eintritt 
der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und 
allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit 
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt 
zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 
geworden wäre (Art. 16 ATSG). Bei nicht erwerbstätigen Versicherten, die 
im Aufgabenbereich tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätig-
keit nicht zugemutet werden kann (Art. 5 Abs. 1 IVG, Art. 8 Abs. 3 ATSG), 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Juli 2019, IV/18/885, Seite 7

wird für die Bemessung der Invalidität in Abweichung von Art. 16 ATSG da-
rauf abgestellt, in welchem Mass sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich 
zu betätigen (Art. 28a Abs. 2 IVG; spezifische Methode [Betätigungsver-
gleich]; BGE 142 V 290 E. 4 S. 293). Nach Art. 28a Abs. 3 IVG wird bei 
Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im 
Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, für diesen Teil die 
Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Auf-
gabenbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit gestützt auf ei-
nen Betätigungsvergleich ermittelt (Art. 28a Abs. 2 IVG). In diesem Fall 
sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im 
Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im 
Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad in beiden Bereichen 
zu bemessen (sog. gemischte Methode; BGE 144 I 21 E. 2.1 S. 23, 142 V 
290 E. 4 S. 293).

2.4.2 Am 1. Januar 2018 traten die Bestimmungen der Verordnung vom 
17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) zum 
neuen Berechnungsmodell bei der gemischten Methode in Kraft (Änderung 
vom 1. Dezember 2017 [AS 2017 7581]).

Bei Teilerwerbstätigen, die sich zusätzlich im Aufgabenbereich nach Art. 7 
Abs. 2 IVG betätigen, werden für die Bestimmung des Invaliditätsgrades 
der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Erwerbstätigkeit und der Invaliditäts-
grad in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich summiert (Art. 27bis 
Abs. 2 IVV). Die Berechnung des Invaliditätsgrades in Bezug auf die Er-
werbstätigkeit richtet sich nach Art. 16 ATSG. Das Erwerbseinkommen, das 
die versicherte Person durch die Teilerwerbstätigkeit erzielen könnte, wenn 
sie nicht invalid geworden wäre, wird dabei auf ein Vollpensum 
hochgerechnet. Die prozentuale Erwerbseinbusse wird schliesslich anhand 
des Beschäftigungsgrades, den die Person hätte, wenn sie nicht invalid 
geworden wäre, gewichtet (Art. 27bis Abs. 3 IVV). Für die Berechnung des 
Invaliditätsgrades in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich wird der 
prozentuale Anteil der Einschränkungen bei der Betätigung im Aufgabenbe-
reich im Vergleich zur Situation, wenn die versicherte Person nicht invalid 
geworden wäre, ermittelt. Er wird anhand des Anteils des Aufgabenbe-
reichs gewichtet (Art. 27bis Abs. 4 IVV).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Juli 2019, IV/18/885, Seite 8

Grundsätzlich gilt das neue Berechnungsmodell bei der gemischten Metho-
de ab dem Inkrafttreten der entsprechenden Verordnungsregelung, also ab 
1. Januar 2018. Für die Zeit bis zum 31. Dezember 2017 gilt nach wie vor 
die aktuelle Regelung. Verfahrensmässig bildet die Änderung der IVV einen 
Revisionsgrund, welcher nach Abs. 1 der Übergangsbestimmung zur Ver-
ordnungsänderung vom 1. Dezember 2017 sofort per 1. Januar 2018 zu 
berücksichtigen ist (IV-Rundschreiben Nr. 372 des Bundesamtes für Sozial-
versicherungen [BSV] vom 9. Januar 2018; www.bsv.admin.ch).

2.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass das So-
zialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, unabhän-
gig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, ob die 
verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander wi-
dersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, oh-
ne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, 
warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt 
(BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

3.

3.1

3.1.1 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Juli 2019, IV/18/885, Seite 9

hoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentli-
che Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den 
Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invali-
denrente ist deshalb nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des Ge-
sundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerb-
lichen Auswirkungen (oder die Auswirkungen auf die Betätigung im übli-
chen Aufgabenbereich) des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustan-
des erheblich verändert haben. Dazu gehört die Verbesserung der Arbeits-
fähigkeit aufgrund einer Angewöhnung oder Anpassung an die Behinde-
rung. Ein Revisionsgrund ist ferner unter Umständen auch dann gegeben, 
wenn eine andere Art der Bemessung der Invalidität zur Anwendung ge-
langt oder eine Wandlung des Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 144 I 
103 E. 2.1 S. 105, 141 V 9 E. 2.3 S. 10; SVR 2018 UV Nr. 22 S. 79 
E. 2.2.1).

Als zeitliche Vergleichsbasis ist einerseits der Sachverhalt im Zeitpunkt der 
ursprünglichen Rentenverfügung und anderseits derjenige zur Zeit der 
streitigen Revisionsverfügung zu berücksichtigen (BGE 130 V 343 E. 3.5.2 
S. 351, 125 V 368 E. 2 S. 369; SVR 2010 IV Nr. 53 S. 166 E. 3.1). Wurde 
die Rente zuvor bereits revidiert oder bestätigt, so ist als zeitliche Ver-
gleichsbasis die letzte rechtskräftige Verfügung heranzuziehen, sofern eine 
materielle Überprüfung des Leistungsanspruches tatsächlich stattgefunden 
hat, d.h. eine rechtskonforme (medizinische) Sachverhaltsabklärung, eine 
Beweiswürdigung und gegebenenfalls – sofern Hinweise für eine Änderung 
in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustandes bestanden – 
ein Einkommensvergleich durchgeführt worden sind (BGE 133 V 108 E. 5.4 
S. 114; SVR 2013 IV Nr. 44 S. 135 E. 3.1.2). 

3.1.2 Im Rahmen der im Januar 2010 (AB 88) von Amtes wegen einge-
leiteten Rentenrevision überprüfte die Beschwerdegegnerin den Leistungs-
anspruch auf der Basis umfassender ärztlicher Berichte (u.a. AB 98, 110-
112, 113/2, 114/6) sowie eines Abklärungsberichtes Haushalt vom 14. Sep-
tember 2012 (AB 116/2 ff.). Demnach bildet die Mitteilung vom 3. Oktober 
2012, mit welcher der Beschwerdeführerin ein unveränderter Rentenan-
spruch bestätigt worden war (AB 118) und die in Bezug auf den Vergleichs-
zeitpunkt einer rechtskräftigen Verfügung gleichzustellen ist (SVR 2013 IV 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Juli 2019, IV/18/885, Seite 10

Nr. 44 S. 135 E. 3.1.2, 2010 IV Nr. 4 S. 8 E. 3.1), zeitlichen Referenzpunkt 
für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung (E. 3.1.1 hiervor). Zu 
vergleichen ist somit der Sachverhalt zur Zeit der Mitteilung vom 3. Oktober 
2012 mit demjenigen, wie er sich bis zum Erlass der vorliegend angefoch-
tenen Verfügung vom 26. Oktober 2018 (AB 157; vgl. BGE 131 V 242 
E. 2.1 S. 243, 130 V 138 E. 2.1 S. 140) entwickelt hat.

3.2 Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenan-
spruchs als auch anlässlich einer Rentenrevision stellt sich unter dem Ge-
sichtspunkt von Art. 8 ATSG die Frage nach der anwendbaren Invaliditäts-
bemessungsmethode (Art. 16 ATSG sowie Art. 28a Abs. 2 und 3 IVG). Ob 
eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig Erwerbstätige oder 
als Nichterwerbstätige einzustufen ist – was je zur Anwendung einer ande-
ren Methode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich, Betäti-
gungsvergleich, gemischte Methode) führt –, ergibt sich aus der Prüfung, 
was sie bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine ge-
sundheitliche Beeinträchtigung bestünde (BGE 141 V 15 E. 3.1 S. 20). Ent-
scheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten 
Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem 
Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre (BGE 144 I 28 E. 2.3 S. 30). 
Bei einer im Haushalt tätigen versicherten Person im Besonderen entschei-
det sich die Frage, ob sie als ganztägig oder zeitweilig Erwerbstätige zu 
betrachten ist, nicht danach, ob sie vor ihrer Heirat erwerbstätig war oder 
nicht. Vielmehr sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen 
Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben 
gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbil-
dung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichti-
gen. Dabei sind die konkrete Situation und die Vorbringen der versicherten 
Person nach Massgabe der allgemeinen Lebenserfahrung zu würdigen 
(BGE 144 I 28 E. 2.3 S. 30, 117 V 194 E. 3b S. 195). Die Frage nach der 
anwendbaren Methode beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnis-
sen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt ha-
ben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall aus-
geübten (Teil-)Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche 
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 
144 I 28 E. 2.3 S. 30).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Juli 2019, IV/18/885, Seite 11

3.3 Für den Beweiswert eines Abklärungsberichts sind verschiedene 
Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer 
qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis der örtlichen und räumli-
chen Verhältnisse sowie der aus den medizinischen Diagnosen sich erge-
benden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Anga-
ben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Mei-
nungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext 
schliesslich muss plausibel begründet und bezüglich der einzelnen Ein-
schränkungen angemessen detailliert sein und in Übereinstimmung mit den 
an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Ab-
klärungsbericht voll beweiskräftig. Das Gericht greift in das Ermessen der 
die Abklärung tätigenden Person nur ein, wenn klar feststellbare Fehlein-
schätzungen vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, dass die 
fachlich kompetente Abklärungsperson näher am konkreten Sachverhalt ist 
als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (BGE 140 V 543 E. 3.2.1 
S. 547, 130 V 61 E. 6.2 S. 63).

3.4 In dem der Mitteilung vom 3. Oktober 2012 (Referenzzeitpunkt; 
vgl. E. 3.1.2 hiervor) zugrunde liegenden Abklärungsbericht Haushalt vom 
14. September 2012 nahm die Beschwerdegegnerin einen Status von 50 % 
Erwerbstätigkeit und 50 % Haushalt ab 1. Oktober 2011 an (AB 116/8 
Ziff. 4). Dabei ging die Beschwerdegegnerin aufgrund der Angaben der Be-
schwerdeführerin und der konkreten Verhältnisse nachvollziehbar davon 
aus, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall aus finanziellen 
Gründen überwiegend wahrscheinlich arbeitete, infolge des mit der Behin-
derung des dritten (am … 2011 geborenen [AB 116/3 Ziff. 2.1]) Kindes ein-
hergehenden Betreuungsaufwandes jedoch nur zu den Zeiten, in denen ihr 
Ehemann zu Hause ist (AB 116/4 f. Ziff. 3.5).

Dem für die Verlaufsbeurteilung massgebenden Abklärungsbericht Haus-
halt vom 14. Dezember 2016 (AB 136), welcher die vom Bundesgericht an 
den Beweiswert von solchen gestellten Anforderungen erfüllt (vgl. E. 3.3 
hiervor), ist zu entnehmen, dass der Betreuungsaufwand des im Ab-
klärungszeitpunkt nunmehr fünfjährigen, schwer behinderten Sohnes ge-
stiegen ist. Die Beschwerdeführerin hat denn auch nachvollziehbar ange-
geben, dass sie sich mit Blick auf die „rund um die Uhr“ notwendige Be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Juli 2019, IV/18/885, Seite 12

treuung des Sohnes nicht mehr vorstellen könne, einem halben Pensum 
nachzugehen. Sie würde im Gesundheitsfall allein noch einer Erwerbstätig-
keit im Umfang von 30 % bis 40 % nachgehen. Vor diesem Hintergrund hat 
die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung vom 26. Oktober 
2018 (AB 157) den Status zu Recht neu auf 35 % Erwerbstätigkeit und 
65 % Haushalt festgelegt (AB 157/2, 136/4 f. Ziff. 3.5 u. 4), was in der Be-
schwerde denn auch nicht bestritten wird. Der neue Status stellt gegenüber 
dem früheren gemäss Mitteilung vom 3. Oktober 2012 von je 50 % eine re-
visionsrechtlich relevante Änderung dar (vgl. Entscheid des Bundesgerichts 
[BGer] vom 13. November 2015, 9C_410/2015, E. 2). Ein Revisionsgrund 
ist somit gegeben und der Rentenanspruch ist in rechtlicher und tatsächli-
cher Hinsicht allseitig, d.h. unter Berücksichtigung des gesamten für die 
Leistungsberechtigung ausschlaggebenden Tatsachenspektrums neu und 
ohne Bindung an frühere Invaliditätsschätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 
E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b S. 200; SVR 2018 UV Nr. 22 S. 79 E. 2.2.1). 
Der Annahme eines Revisionsgrundes zufolge der (familiär bedingten) Sta-
tusänderung steht schliesslich die Rechtsprechung gemäss BGE 143 I 50 
und 143 I 60 zum Vornherein nicht entgegen, weil mit der angefochtenen 
Verfügung vom 26. Oktober 2018 (AB 157) der Revisionszeitpunkt und da-
mit der Zeitpunkt der Invaliditätsbemessung nach dem Inkrafttreten der 
neuen Bestimmungen der IVV per 1. Januar 2018 (E. 2.4.2 hiervor) anzu-
nehmen ist. Bei diesem Ergebnis kann offen bleiben, ob auch in medizini-
scher Hinsicht ein Revisionsgrund vorläge.

4.

4.1 Für die Verlaufsbeurteilung seit der (den Rentenanspruch bestäti-
genden) Mitteilung vom 3. Oktober 2012 (AB 118) bis zum Erlass der ange-
fochtenen Verfügung vom 26. Oktober 2018 (AB 157; vgl. BGE 131 V 242 
E. 2.1 S. 243, 130 V 138 E. 2.1 S. 140) ist den Akten in medizinischer Hin-
sicht im Wesentlichen Folgendes zu entnehmen:

4.1.1 Im Bericht vom 16. Mai 2016 hielt die Hausärztin, Dr. med. 
F.________, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, für die Zeit ab Okto-
ber 2012 einen stationären Gesundheitszustand ohne Änderungen seit der 

http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=9C_721%2F2010&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F117-V-198%3Ade&number_of_ranks=0#page198

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Juli 2019, IV/18/885, Seite 13

letzten Diagnosestellung fest. Es bestehe eine Allergie mit rezidivierenden 
Ekzem-Schüben und eine schwere depressive Episode nach schwerer 
kongenitaler Behinderung des jüngsten Kindes und nach dem Tod des Va-
ters. Es bestünden immer wieder depressive Episoden mit Überforderung. 
Die Arbeitsunfähigkeit betrage mehr als 50 % seit 2009. Im Haushalt sei die 
Beschwerdeführerin ständig auf Hilfe angewiesen, dies seit der Geburt des 
jüngsten Kindes. Eine Steigerung der Präsenzzeit und Vorbereitung auf ei-
gentliche berufliche Massnahmen mittels geeigneter Massnahmen sei nicht 
möglich (AB 134/2 ff.).

4.1.2 Im Bericht vom 8. Mai 2018 führte Dr. med. G.________, Facharzt 
für Psychiatrie und Psychotherapie, einen stationären Gesundheitszustand 
und als Diagnose eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig 
leicht- bis mittelgradige Episode (ICD-10 F33.0/F33.1), auf. Die Beschwer-
deführerin werde psychiatrisch und psychotherapeutisch behandelt. Eine 
Psychopharmakotherapie werde (seitens Dr. med. G.________) nicht mehr 
durchgeführt. Aktuell sei die Tätigkeit als Hausfrau und Mutter während 8.5 
Stunden täglich mit einer 40%igen Leistungsminderung zumutbar. In einer 
ausserhäuslichen Tätigkeit werde maximal von einer 50%igen Arbeitsfähig-
keit ausgegangen, wobei die Beschwerdeführerin wegen der wiederholten 
depressiven Phasen keine Kontinuität gewährleisten könne. Aufgrund der 
depressiven Symptomatik mit Einschränkungen der affektiven Flexibilität 
und psychischen Belastbarkeit sei die Beschwerdeführerin nur einge-
schränkt beruflich einsetzbar (AB 145).

4.1.3 Im Bericht vom 20. September 2018 hielt die Hausärztin Dr. med. 
F.________ zuhanden des Rechtsvertreters fest, die Beschwerdeführerin 
leide weiterhin an einer Erschöpfungsdepression mit ausgesprochener Mü-
digkeit, Schlafstörungen und häufig auch Gedankenkreisen. Die Situation 
habe sich seit 2009 kaum verändert. Im Juli 2017 sei die Hospitalisation in 
der Klinik H.________ zur Diskussion gestanden, um der Beschwerdefüh-
rerin die Möglichkeit zu geben, nochmals auf ihr Trauma mit der Geburt des 
behinderten Sohnes etc. zurückzukommen und dieses zu verarbeiten. 
Durch die Belastung mit dem behinderten Kind habe sie sich diese Zeit 
nicht nehmen können. Somatisch bestehe auch ein kraniozephales Be-
schleunigungstrauma nach Auffahrunfall vom 23. Oktober 2017 mit lang-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Juli 2019, IV/18/885, Seite 14

dauernden Nacken- und Rückenschmerzen, die unter Physiotherapie et-
was gebessert hätten. Seither bestünden rezidivierende Verspannungen 
zervikal, vor allem links, und deshalb wiederholte chiropraktorische Be-
handlungen. Die Allergie auf diverse Allergene, die bereits seit Jahren be-
kannt sei, dauere an. Die Allergie sei im Moment jedoch bei der alleinigen 
Haushaltstätigkeit der Patientin nicht so sehr von Belang, verhinderte je-
doch eine berufliche Eingliederung (AB 156/9).

4.1.4 Im Bericht vom 5. November 2018 an den Rechtsvertreter hielt Dr. 
med. G.________ fest, die Beschwerdeführerin befinde sich wegen einer 
rezidivierenden depressiven Störung seit Januar 2010 in psychiatrischer 
Behandlung. Im Verlauf sei es wegen wiederholten notfallmässigen Hospi-
talisationen ihres Sohnes, welcher an einer Zerebralparese leide und 
pflegebedürftig sei, zu einem vorübergehenden Unterbruch der Therapie 
gekommen. Dies bedeutete aber nicht, dass sich der Gesundheitszustand 
der Beschwerdeführerin gebessert habe. Die antidepressive Behandlung 
sei zeitweise durch die Hausärztin übernommen worden. Die Beschwerde-
führerin scheine die Medikation im Verlauf abgesetzt zu haben. Im Rahmen 
der aktuellen Untersuchungen habe sie (dazu) berichtet, dass sie aufgrund 
der Medikation müde gewesen sei und nicht habe aufwachen können, 
wenn ihr Sohn in der Nacht geweint habe. In der Zwischenzeit befinde sich 
die Beschwerdeführerin erneut in psychiatrischer Behandlung. Der letzte 
Termin habe am 2. Oktober 2018 stattgefunden. Es bestehe nach wie vor 
ein anhaltendes depressives Zustandsbild bei der anamnestisch bekannten 
rezidivierenden depressiven Störung. Es bestehe ein schwankender Ver-
lauf, weshalb aktuell eine leicht- bis mittelgradige Episode zu bestätigen 
sei. Als Hausfrau und Mutter bestehe eine Leistungsminderung von 40 %. 
In einer ausserhäuslichen Tätigkeit bestehe maximal eine 50%ige Arbeits-
fähigkeit (Beschwerdebeilage [BB] 5).

4.1.5 In einem weiteren Bericht an den Rechtsvertreter vom 22. Februar 
2019 führte Dr. med. G.________ aus, die Beschwerdeführerin sei bereits 
vor der Geburt ihres Sohnes am 5. September 2011 wegen einer psychia-
trischen Problematik regelmässig zu Konsultationen in die Praxis gekom-
men. Nach der Geburt und der Krankheit des Sohnes sowie der sehr 
schwierigen psychosozialen Belastungssituation sei es vom 24. Oktober 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Juli 2019, IV/18/885, Seite 15

2011 bis 14. August 2012 zu einem Therapieunterbruch gekommen. Im 
Verlauf sei die Beschwerdeführerin regelmässig zu den psychiatrisch-psy-
chotherapeutischen Gesprächen gekommen. Zwischen 2013 und 2017 sei 
sie wegen der Betreuung des Kindes, auf das sie sehr fixiert gewesen sei, 
kaum zur Therapie erschienen. Diese Fixierung begründe sich auch mit 
den erheblichen Schuldgefühlen ihrerseits sowie der enormen Hoffnung, 
dass sie durch ihre Betreuung die gesundheitliche Entwicklung des Kindes 
beeinflussen könne. Hingegen habe die Entwicklung zu erheblichen Ent-
täuschungen und Erschöpfung geführt. Seit Januar 2017 sei die Therapie 
wieder aufgenommen und intensiv bis Januar 2018 durchgeführt worden. 
Hier sei es erneut zu einem vorübergehenden Unterbruch gekommen, weil 
ihr Sohn im Januar 2018 krank gewesen und operiert worden sei und auch 
wiederholt zu Zahnbehandlungen habe gehen müssen, was die Terminie-
rung erheblich schwierig gemacht habe. Aus organisatorischen Gründen 
seien Therapietermine (seitens der Praxis) nur am Montag und Dienstag 
möglich, was zusätzlich zu Schwierigkeiten geführt habe (BB 7).

4.2 Die vorliegenden Akten erlauben in medizinischer Hinsicht aus fol-
genden Gründen keine abschliessende Beurteilung.

Gemäss der den Rentenanspruch bestätigenden Mitteilung vom 3. Oktober 
2012 (AB 118) war damals in psychischer Hinsicht eine mittelgradige de-
pressive Störung erstellt, die die Beschwerdeführerin in einer angepassten 
Tätigkeit um 20-30 % in der Arbeits- und Leistungsfähigkeit einschränkte. 
Aus somatischer Sicht bestand in einer angepassten Tätigkeit keine Ein-
schränkung (vgl. AB 116/6, 112/10, 112/12, 98/4). Im Verlauf postulierte die 
Hausärztin im Arztbericht vom 16. Mai 2016 im Wesentlichen mit Bezug auf 
eine schwere depressive Episode – mithin ausserhalb ihres angestammten 
Facharztbereichs – eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von mehr als 
50 % (AB 134/2 f.). Der behandelnde Psychiater hielt alsdann in seinen Be-
richten vom 8. Mai und 5. November 2018 eine leicht- bis mittelgradige de-
pressive Episode fest und ging bezüglich einer ausserhäuslichen Tätigkeit 
von einer Arbeitsfähigkeit von maximal 50 % aus (AB 145/1 f., BB 5). Sei-
nem Bericht vom 22. Februar 2019 ist zudem zu entnehmen, dass es in der 
Zeit von 2013 bis 2017 zu einem Therapieunterbruch gekommen ist (BB 7), 
was sich mit den wenigen aktenkundigen Verlaufsberichten deckt. Somit 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Juli 2019, IV/18/885, Seite 16

bleibt aufgrund der eingeholten ärztlichen Kurzberichte einerseits unklar, 
wie sich die depressive Störung der Beschwerdeführerin seit 2012 entwi-
ckelt hat, als auch und insbesondere die (allfällige) Einschränkung der Ar-
beits- und Leistungsfähigkeit bei Erlass der angefochtenen Verfügung, zu-
mal die diesbezüglich unterschiedlichen Angaben der Ärzte nicht näher be-
gründet werden. Andererseits ist auch nicht dokumentiert, inwiefern – wie 
in der angefochtenen Verfügung angenommen wird (AB 157/1) – ausge-
rechnet per 1. Januar 2018 eine Verbesserung des Gesundheitszustandes 
mit in der Folge fehlender psychisch bedingter Einschränkungen eingetre-
ten sein soll. Es bestehen hierfür derzeit jedenfalls keine hinreichenden Be-
weise, insbesondere gibt es auch keine aktuelle Stellungnahme des RAD.

Des Weiteren erlauben die vorhandenen ärztlichen Unterlagen auch keine 
Überprüfung der ärztlicherseits postulierten Arbeits- und Leistungsunfähig-
keit im Rahmen des strukturierten Beweisverfahrens (Indikatorenprüfung; 
BGE 143 V 418 und 141 V 281).

Sodann kann entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin (AB 157, 
Beschwerdeantwort S. 2 f.) aufgrund der vorliegenden Akten nicht beurteilt 
werden, ob die Beschwerdeführerin im Zusammenhang mit der psychothe-
rapeutischen Behandlung und Medikation trotz Aufforderung (AB 137) ihre 
Schadenminderungspflicht verletzt hat. Die Äusserung der Beschwerdefüh-
rerin, sie habe die für sie selbst notwendige Therapie wegen der Krankheit 
und anderweitigen Arztterminen ihres jüngsten Kindes nicht wahrnehmen 
können (vgl. Beschwerde S. 7, Replik S. 3), wird vom behandelnden Arzt, 
Dr. med. G.________, ausdrücklich und wiederholt bestätigt (AB 145/2; BB 
5, 7). Die potentiellen Verhältnisse im Gesundheitsfall spielen in diesem 
Zusammenhang entgegen der in der Beschwerdeantwort (S. 3 [drittletzter 
Abschnitt]) vertretenen Auffassung keine Rolle. Auch die Frage, ob die An-
gaben der Beschwerdeführerin für die Nichteinnahme der Psychopharmaka 
(vgl. BB 5) medizinisch vertretbar sind oder nicht (Beschwerdeantwort S. 3 
[zweitletzter Abschnitt]), kann nicht mit blossem Hinweis auf eine „subjekti-
ve Aussage“ abgetan werden, sondern bedarf einer unabhängigen 
fachärztlichen Klärung.

4.3 Nach dem Gesagten bedarf der medizinische Sachverhalt der wei-
teren Abklärung vorab durch eine psychiatrische Begutachtung der Be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Juli 2019, IV/18/885, Seite 17

schwerdeführerin. In der Folge hat die Beschwerdegegnerin, gegebenen-
falls nach weiteren Abklärungen namentlich zu den Einschränkungen im 
Haushalt und einer allfälligen Verletzung der Schadenminderungspflicht, 
unter Beachtung der Rechtsprechung gemäss BGE 143 V 418 und 141 V 
281 über den streitigen Rentenanspruch neu zu verfügen.

Demnach ist in Gutheissung der Beschwerde die angefochtene Verfügung 
vom 26. Oktober 2018 aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegeg-
nerin zurückzuweisen, damit sie nach Vornahme der Abklärungen im Sinne 
der Erwägungen neu verfüge.

Da die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung einer allfälli-
gen Beschwerde die aufschiebende Wirkung entzogen hat (AB 157/1) und 
dieser Entzug bei Rückweisung der Sache an die Verwaltung auch für den 
Zeitraum dieses Abklärungsverfahrens bis zum Erlass der neuen Verfü-
gung andauert (BGE 129 V 370), bleibt die Auszahlung der Invalidenrente 
bis dahin eingestellt.

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung 
oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach 
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. Die Verfahrenskosten, gerichtlich be-
stimmt auf Fr. 800.--, hat bei diesem Ausgang des Verfahrens die unterlie-
gende Beschwerdegegnerin zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 
S. 186 E. 4). Der von der Beschwerdeführerin geleistete Kostenvorschuss 
von Fr. 800.-- ist ihr nach Rechtskraft des Urteils zurückzuerstatten.

5.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Versicherungsgericht festge-
setzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streit-
sache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g 
ATSG). Die von Rechtsanwalt B.________ mit Honorarnote vom 1. Mai 
2019 geltend gemachte Parteientschädigung umfasst gemäss seiner Auf-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Juli 2019, IV/18/885, Seite 18

stellung auch den Kostenvorschuss von Fr. 800.--. Dieser wird der Be-
schwerdeführerin jedoch ohne ihr weiteres Zutun nach Rechtskraft des Ur-
teils separat zurückerstattet (vgl. E. 5.1 hiervor). Somit ist die geltend ge-
machte Parteientschädigung, welche sich im Übrigen als angemessen er-
weist, um den Betrag von Fr. 800.-- zu kürzen. Die Parteikosten für das 
vorliegende Verfahren sind demnach auf Fr. 3‘400.65 (inkl. Auslagen und 
MWSt.) festzusetzen. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer 
diese Kosten zu ersetzen.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 26. Oktober 2018 aufgehoben und die Sache an 
die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie – nach Vornahme 
der Abklärungen im Sinne der Erwägungen – neu verfüge.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt. Der von der Beschwerdeführerin geleistete 
Kostenvorschuss von Fr. 800.-- wird ihr nach Rechtskraft des Urteils 
zurückerstattet.

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 3‘400.65 (inkl. Auslagen und MWSt.), zu 
ersetzen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Juli 2019, IV/18/885, Seite 19

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.