# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 83b89a43-3db0-5e47-bcbe-23f6023c5935
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-10-07
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 07.10.2015 200 2015 173
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2015-173_2015-10-07.pdf

## Full Text

200 15 173 IV
KOJ/ABE/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 7. Oktober 2015

Verwaltungsrichter Kölliker, Kammerpräsident
Verwaltungsrichterin Fuhrer, Verwaltungsrichter Scheidegger
Gerichtsschreiberin Abenhaim

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 20. Januar 2015

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Okt. 2015, IV/15/173, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1979 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich erstmals am 30. August 2011 mit Hinweis auf Beeinträchti-
gungen nach Exstirpation eines Gehirn-Kavernoms bei der IV-Stelle Bern 
(IVB bzw. Beschwerdegegnerin) zum Leistungsbezug an (Antwortbeilage 
[AB] 1). Nach erwerblichen und medizinischen Abklärungen verneinte die 
IVB mit Verfügung vom 23. Januar 2013 (AB 25) einen Leistungsanspruch 
mit der Begründung, es liege kein Krankheitsbild mit Invaliditätscharakter 
vor. Die dagegen erhobene Beschwerde (AB 26/3) wies das Verwaltungs-
gericht des Kantons Bern mit unangefochten gebliebenem Urteil vom 
17. Juni 2013 (VGE IV/2013/130 [AB 30]) ab.

B.

Am 28. August 2013 beantragte die Versicherte wegen Lähmungserschei-
nungen beider Beine die Zusprechung eines Rollstuhls sowie weiterer 
Hilfsmittel (AB 31). Sodann reichte sie am 8. Mai 2014 eine neue Anmel-
dung ein für eine berufliche Integration bzw. eine Rente (AB 56). Die IVB 
tätigte Abklärungen; namentlich veranlasste sie eine fachtechnische Beur-
teilung durch die C.________ (AB 39, 44), zog Berichte behandelnder Ärz-
te bei (AB 55 ff.) und unterbreitete das medizinische Dossier ihrem 
Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) zur Stellungnahme (AB 71). Nach 
durchgeführtem Vorbescheidverfahren (AB 72 ff.) wies die IVB das Leis-
tungsgesuch erneut mangels eines Gesundheitsschadens mit invalidisie-
render Wirkung ab (Verfügung vom 20. Januar 2015 [AB 93]).

C.

Dagegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt B.________, 
am 19. Februar 2015 Beschwerde mit dem Antrag um kostenfällige Aufhe-
bung der angefochtenen Verfügung und Rückweisung der Sache zu weite-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Okt. 2015, IV/15/173, Seite 3

ren Abklärungen an die Beschwerdegegnerin. Sodann beantragte sie eine 
persönliche Anhörung bzw. Befragung durch das Gericht, weil ihr Be-
schwerdebild allein aufgrund des Aktenstudiums nicht vollumfänglich und in 
der gesamten Tragweite erfasst werden könne (Beweisantrag); eine öffent-
liche Schlussverhandlung im Sinne von Art. 6 Ziff. 1 der Europäischen 
Menschenrechtskonvention (EMRK; SR 0.101) wurde explizit nicht bean-
tragt (Beschwerde, Ziff. 3). 

Mit Beschwerdeantwort vom 23. März 2015 beantragt die Beschwerdegeg-
nerin die Beschwerdeabweisung.

Mit prozessleitender Verfügung vom 25. März 2015 wies der Instruktions-
richter den Antrag der Beschwerdeführerin auf Durchführung einer gericht-
lichen Anhörung ab.

Am 24. Juni 2015 erhielten die Parteien unter Hinweis auf eine Praxisände-
rung des Bundesgerichts Gelegenheit zur fallbezogenen Stellungnahme. 
Mit Eingaben je vom 14. Juli 2015 hielten sowohl die Beschwerdeführerin 
als auch die Beschwerdegegnerin an ihren bisherigen Rechtsbegehren 
fest.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 

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und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 20. Januar 2015 
(AB 93). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin 
auf Leistungen (insbesondere eine Rente) der Invalidenversicherung und in 
diesem Zusammenhang die Vollständigkeit der Sachverhaltsabklärung. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauern-
de ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbs-
unfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder 
psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung 
und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbs-
möglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeits-
markt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2

2.2.1 Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und da-
mit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschränkun-
gen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung 
allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, ab-

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wenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv 
bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353; SVR 
2014 IV Nr. 2 S. 5 E. 3.1). Entscheidend ist, ob und inwiefern es der versi-
cherten Person trotz ihres Leidens sozialpraktisch zumutbar ist, die Restar-
beitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden 
ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, und ob dies für die Gesellschaft 
tragbar ist. Dies ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu prü-
fen (BGE 136 V 279 E. 3.2.1 S. 281).

2.2.2 Mit BGE 141 V 281 hat das Bundesgericht (BGer) seine bisherige 
Praxis, wonach die Überwindbarkeit in Fällen mit Diagnostik anhaltender 
somatoformer Schmerzstörungen und vergleichbarer psychosomatischer 
Störungen zu vermuten sei, aufgegeben. Zusammenfassend hat es festge-
halten, dass die Invaliditätsbemessung bei psychosomatischen Störungen 
stärker als bisher den Aspekt der funktionellen Auswirkungen zu berück-
sichtigen hat, was sich schon in den diagnostischen Anforderungen nieder-
schlagen muss. An die Stelle des bisherigen Kriterienkatalogs treten neu im 
Regelfall beachtliche Standardindikatoren. Diese lassen sich in die Katego-
rien Schweregrad und Konsistenz der funktionellen Auswirkungen einteilen. 
Auf den Begriff des primären Krankheitsgewinnes und die Präponderanz 
der psychiatrischen Komorbidität ist fortan zu verzichten. Der Prüfungsras-
ter ist rechtlicher Natur. Recht und Medizin wirken sowohl bei der Formulie-
rung der Standardindikatoren wie auch bei deren – rechtlich gebotener – 
Anwendung im Einzelfall zusammen. Die Anerkennung eines invalidisieren-
den Gesundheitsschadens ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswir-
kungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundla-
ge im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und wider-
spruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewie-
sen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der Beweislosigkeit nach wie vor 
die materiell beweisbelastete versicherte Person zu tragen (E. 6).

2.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und 

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bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Vier-
telsrente.

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

2.4.1 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 125 V 351 E. 3a S. 352).

2.4.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

2.5 Wurde eine Rente wegen eines fehlenden oder zu geringen Invali-
ditätsgrades bereits einmal verweigert, so wird eine neue Anmeldung nur 
geprüft, wenn die versicherte Person glaubhaft macht, dass sich der Grad 

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der Invalidität in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat 
(Art. 87 Abs. 2 und 3 der Verordnung über die Invalidenversicherung vom 
17. Januar 1961 [IVV; SR 831.201]). Diese Eintretensvoraussetzung soll 
verhindern, dass sich die Verwaltung immer wieder mit gleichlautenden und 
nicht näher begründeten, d.h. keine Veränderung des Sachverhalts darle-
genden Rentengesuchen befassen muss (BGE 133 V 108 E. 5.3.1 S. 112). 
Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache mate-
riell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Per-
son glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch 
tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei ei-
nem Revisionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (SVR 2011 IV Nr. 
2 S. 8 E. 3.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der frühe-
ren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie 
das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die 
festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine rentenbegründende 
Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall 
obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 
198 E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invaliditätsgrad 
erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuanmeldungsver-
fahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG – durch Ver-
gleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten materiellen 
Beurteilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit demjenigen 
zur Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 S. 112; 130 
V 71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

3.

Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung eingetreten und hat 
den Leistungsanspruch materiell geprüft. Die Eintretensfrage ist vom Ge-
richt deshalb nicht zu beurteilen (BGE 109 V 108 E. 2b S. 114). Indes ist zu 
prüfen, ob eine für den Leistungsanspruch potentiell relevante Veränderung 
in den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten ist, wobei der Sachverhalt 
im Zeitpunkt der mit Urteil vom 17. Juni 2013 (AB 30) bestätigten an-

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spruchsverneinenden Verfügung vom 23. Januar 2013 (AB 25) mit demje-
nigen im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung vom 20. Januar 2015 
(AB 93) zu vergleichen ist (E. 2.5 hiervor).

3.1 In VGE IV/2013/130 (AB 30) gelangte das Gericht zum Schluss, es 
bestehe kein objektivierbarer und damit kein invalidisierender Gesundheits-
schaden. Dabei stützte es sich hauptsächlich auf die Einschätzung des 
Spitals D.________ vom 7. November 2011 (AB 14/3). Dort wurde festge-
halten, die Patientin beklage seit der Hirnoperation (Exstirpation eines Ca-
vernoms am 2. Mai 2011) Sensibilitätsstörungen und ein Taubheitsgefühl 
der gesamten rechten Körperhälfte mit Ungeschicklichkeit (z.B. häufiges 
Fallenlassen von Gegenständen), rechtsseitige Schmerzen, Aufmerksam-
keits- und Gedächtnisschwierigkeiten sowie rasche Ermüdbarkeit. In der 
Untersuchung sei im Vergleich zu entsprechenden Alters- und Bildungs-
normen ein unauffälliges kognitives Leistungsprofil festgestellt worden. Im 
Depressionsfragebogen gebe die Patientin eine leichte depressive Sym-
ptomatik an. Die subjektiven Klagen (insbesondere auch im Bereich der 
Konzentration, Aufmerksamkeitsteilung und Gedächtnis) könnten nicht ob-
jektiviert werden und dürften mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht 
cerebraler Ursache sein. Auch das rechtsseitige sensomotorische Hemi-
syndrom lasse sich mit den MR-Befunden (kleine postoperative Verände-
rung am Lobulus parietalis inferior angrenzend zum Gyrus postcentralis 
links sowie stationäre lakunäre Läsion) nicht erklären. Somit ergebe sich 
der Befund eines (wohl rezidivierenden) sensomotorischen Hemisyndroms 
rechts, wobei allenfalls nur ein begrenzter Teil der Sensibilitätsstörung 
durch die Operation und nur ein Teil der Schwäche durch die Marklagerla-
kune erklärbar wären und eine funktionelle Komponente deshalb ange-
nommen werden müsse.

3.2 Den im Rahmen der Neuanmeldung eingereichten medizinischen 
Unterlagen ist Wesentlichen Folgendes zu entnehmen:

3.2.1 Dr. med. E.________, Facharzt für Neurologie FMH, legte im Be-
richt vom 20. August 2013 (AB 60/26) dar, nach der Resektion des Caver-
noms sei die Patientin ca. während eines Jahres anfallsfrei gewesen. Nach 
erneuten absenzartigen Zuständen und generalisierten Krampfanfällen sei 
im Frühjahr 2013 eine stationäre Behandlung in der Rehaklinik F.________ 

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erfolgt (vgl. AB 60/29). Im weiteren Verlauf sei es seit ca. zwei Monaten zu 
einer „drastischen Zustandsverschlechterung“ mit Entwicklung einer sen-
somotorischen Paraparese und geringen Beschwerden auch an den obe-
ren Extremitäten gekommen, worauf weitere Hospitalisationen gefolgt 
seien. Beklagt würden eine Gehunfähigkeit („mit Hilfe von Stöcken könne 
sie sich noch wenige Meter schleppen“), ein Kribbeln in den oberen und 
unteren Extremitäten, Miktions- und Defäkationsstörungen, ein Spannen im 
Genick sowie multiple Gelenk- und lumbale Rückenschmerzen. In der
Untersuchung, zu der die Patientin im Rollstuhl erschienen sei, sei es im 
Stehen belastungsabhängig zu einem Zittern in beiden Beinen gekommen. 
Weitere organische Abklärungen seien indiziert; die Frage nach einer funk-
tionellen Beschwerdegrundlage im Sinne eines Verdachts auf eine Konver-
sionsstörung bleibe aber offen.

3.2.2 Im Austrittsbericht des Spitals D.________ vom 30. September 
2013 (AB 55/6) wurden folgende Diagnosen genannt:

1. Rezidivierende dissoziative Störung
- aktuell: schwere Lähmungserscheinung der Beine mit Gangstörung
- Klinisch: dyston anmutendes Gangbild mit Hyperextension der Knie und 

Innenrotation mit Verkrampfung der Füsse, subjektive Hypästhesie Beine 
sub Th8, fluktuierende rohe Kraft, sakkadierte Innervation, subjektiv Mikti-
onsstörung

- St. n. dissoziativen Paresen im frühen Jugendalter, dissoziative nicht-
epileptische Anfälle

2. Vd.a. idiopathische Epilepsie, Erstdiagnose ca. 1996
- DD symptomatisch i.R. Dg. 3
- Anfallsklassifikation: absenzartige Zustände, generalisierte tonisch-

klonische Anfälle
- EEG: Aktenanamnestisch 2013 wiederholt Herdbefund links temporal

3. St. n. Cavernom-Resektion Gyrus parietalis inferior/postcentralis links 05/11
- seither fluktuierende Hemiparese rechte Körperhälfte, DD funktionell

4. Ptosis und Miosis links seit Geburt bei Mikrophthalmie

Die Patientin sei zugewiesen worden zur Weiterabklärung einer zuneh-
menden Gangstörung mit Paraparese, Spasmen, Tremor und Inkontinenz. 
Anamnestisch bestehe seit knapp drei Monaten eine zunehmende Immobi-
lisierung aufgrund einer schmerzhaften Schwäche beider Beine mit Sensi-
bilitätsstörungen, wobei seit eineinhalb Monaten ein Rollstuhl benutzt 
werde. Sowohl die spinale und zerebrale Bildgebung als auch die Tibialis- 
und Medianus-SSEP (somatosensibel evozierte Potentiale) hätten einen 

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Normalbefund ergeben. Die von der Patientin berichteten Sensibilitätss-
törungen hätten sich nicht objektivieren lassen können. Laborchemisch und 
liquoranalytisch habe sich ein Normalbefund gezeigt. Somit sei von einer 
funktionellen Ursache der Beschwerden auszugehen, auch wenn sich in 
der psychosomatischen Beurteilung für die aktuelle Störung kein Auslöser 
habe finden lassen. 

3.2.3 Im Bericht vom 4. Dezember 2013 des Spitals G.________ (AB 
60/16) wurden als (Haupt-)Diagnosen genannt: Verdacht auf epileptischen 
(DD erneuter dissoziativer) Anfall am 27. November 2013, hochgradiger 
Verdacht auf Konversionsstörung, symptomatische fokale, teils sekundär 
generalisierende Epilepsie. Die Patientin sei von der Rehaklinik 
F.________ übernommen worden, nachdem sie dort bei Verdacht auf per-
sistierenden tonischen Status epilepticus intubiert worden sei (vgl. AB 
60/11). Ob es sich beim Ereignis vom 27. November 2013 um einen „ech-
ten epileptischen“ oder um einen „psychogenen“ Anfall gehandelt habe, 
lasse sich nicht abschliessend klären. Es sei eine erneute Abklärung im 
Epilepsie-Zentrum empfohlen worden. 

3.2.4 Im Bericht vom 21. Februar 2014 des Spitals D.________ (AB 60/6) 
wurde ausgeführt, die Beschwerdeführerin sei durch die REGA bei einem 
Verdacht auf Status epilepticus zugewiesen worden. Sie habe unter to-
nisch-klonischen Krämpfen mit Herdblick nach links gelitten. Das Schädel-
CT habe keine pathologischen Befunde ergeben und im EEG seien keine 
epilepsietypischen Potentiale nachgewiesen worden. Es bestehe ein hoch-
gradiger Verdacht auf eine dissoziative Genese des Anfalls. 

3.2.5 Im psychotherapeutischen Untersuchungsbericht der Rehaklinik 
I.________ vom 6. März 2014 (AB 60/4) wurde eine chronische Schmerz-
störung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41) dia-
gnostiziert. Eine Weiterführung der Gespräche sei sinnvoll und 
erfolgsversprechend. Im Zentrum der Psychotherapie stehe der Umgang 
mit Emotionen, damit verbunden auch die Bewältigung aktueller Belastun-
gen.

3.2.6 Am 26. März 2014 berichtete Prof. Dr. med. J.________, Facharzt 
für Neurologie FMH (AB 55/3), er bezweifle, dass es sich bei den Anfallser-

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eignissen im November 2013 und Februar 2014 um organische epilepti-
sche Anfälle, geschweige denn um einen Status epilepticus, gehandelt ha-
be. Vielmehr sei von dissoziativen Anfallsereignissen auszugehen. Sodann 
erscheine eine organische Erkrankung des zentralen oder peripheren Ner-
vensystems, welche die Probleme beim Gehen und Stehen erklären könn-
te, nicht möglich. Diesbezüglich müsse durch intensive und regelmässige 
psychologisch-psychiatrische und physiotherapeutische Behandlung ver-
sucht werden, das Gangbild wieder gezielt so zu steuern, dass die Patien-
tin nicht mit einem enormen Energie- und Kraftaufwand versuche, die 
Beine in Bewegung zu bringen. 

Am 27. Mai 2014 (AB 55/1) nannte Prof. Dr. med. J.________ folgende 
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: Rezidivierende disso-
ziative Störung mit aktuell schwerster Gangstörung bei Paraparese der 
Beine und Epilepsie, sehr wahrscheinlich überlagert durch funktionelle An-
fälle im Rahmen der dissoziativen Störungen. Die Patientin sei aufgrund 
der schweren Gehbehinderung auf einen Rollstuhl angewiesen (AB 55/2).

3.2.7 Die RAD-Ärztin med. pract. K.________, Fachärztin für Physikali-
sche Medizin und Rehabilitation, führte in der Stellungnahme vom 3. Sep-
tember 2014 (AB 71/6) aus, es bestehe kein organisches Korrelat für die 
beklagten Beschwerden in Form eines funktionellen Hemisyndroms und 
rezidivierenden überwiegend psychogenen Epilepsien. Nach wie vor liege 
eine nicht organisch begründete Hemisymptomatik (funktionell/dissoziativ) 
vor, mittlerweile mit häufigeren dissoziativen/psychogenen Anfällen. Der 
behandelnde Psychologe versuche, der Versicherten aus ihrem Problemlö-
sungsmodell (Flucht in die Gehunfähigkeit bei Konflikten) zu einem 
adäquaten Umfang mit Problemen zu verhelfen. Es sei zu keiner Ver-
schlechterung eines IV-versicherten Gesundheitszustands gekommen. 
Unter Berücksichtigung des Zumutbarkeitsprofils (keine Schichtarbeit, kei-
ne Tätigkeit, in der eine Bewusstseinsstörung selbst- oder fremdgefähr-
dend sein könnte) bestehe weiterhin eine 100%-ige Arbeitsfähigkeit ohne 
Leistungseinschränkung.

3.2.8 Im Austrittsbericht des Spitals D.________ vom 6. Januar 2015 (AB 
91/1) wurden insbesondere die folgenden Diagnosen festgehalten: Chroni-
fizierte dissoziative Störung, Epilepsie (am ehesten idiopathisch). Nachdem 

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es ab Juni 2013 zu einer progredienten Paraparese der Beine gekommen 
sei, bestehe nun eine zunehmende Funktionsbeeinträchtigung der Hände 
mit permanenter Flexionshaltung auch der Ellbogen. Eine stationäre Reha-
bilitation sei dringend empfohlen, um eine weitere Chronifizierung der Be-
schwerden zu vermeiden. 

3.3 Aus Akten geht hervor, dass sich der Gesundheitszustand der Be-
schwerdeführerin im Vergleich zu Anfang 2013 (AB 25) verändert hat. Zum 
einen ist eine Zunahme der Symptome zu verzeichnen, zum anderen wur-
den zusätzliche Gesundheitsschäden diagnostiziert: 

Während die Beschwerdeführerin früher hauptsächlich über kognitive Ein-
schränkungen und Sensibilitätsstörungen bzw. Schmerzen klagte (AB 14/3) 
und lediglich unklare Gangschwächen bestanden (AB 11/3), wurde im Sep-
tember 2013 (AB 55/6) und im Januar 2014 (AB 60/11) eine schwere Läh-
mungserscheinung der Beine bzw. im Mai 2014 (AB 55/1) eine schwerste 
Gangstörung bei Paraparese der Beine festgestellt. Infolge einer zuneh-
menden Immobilisierung aufgrund der schmerzhaften Schwäche beider 
Beine bzw. der rasch progredienten Paraparese der Beine benutzte die 
Beschwerdeführerin ab Mitte 2013 einen Rollstuhl (AB 55/6, 60/12, 63/4, 
91/2). Die medizinische Indikation eines Rollstuhls resp. weiterer Hilfsmittel 
wurde sowohl vom Neurologen Prof. Dr. med. J.________ (AB 55/2) als 
auch durch die C.________ (AB 39) als gegeben erachtet; wenn die RAD-
Ärztin deren Abgabe sinngemäss aus psychologischen Gründen als kon-
traproduktiv erachtet (AB 71/7), ist darauf nicht abzustellen. Im November 
2013 und im Februar 2014 kam es sodann zu epilepsieartigen Anfällen (AB 
60/6, 60/16), in den Jahren 2013/2014 zu diversen Spital- und teilweise 
längeren Rehabilitationsaufenthalten (AB 55/6, 60/29, 60/16, 60/11, 91/1). 
Anfang 2015 trat schliesslich eine zunehmende Funktionsbeeinträchtigung 
der Hände auf, die mit einer permanenten Flexion der Hände und Ellbogen 
einherging, was ein – zwischenzeitlich möglich gewesenes – Gehen am 
Rollator verhinderte (AB 92/2).

Was die Diagnosen anbelangt, stand im massgebenden Vergleichszeit-
punkt ein sensomotorisches rechtsseitiges Hemisyndrom, am ehesten bzw. 
überwiegend funktioneller Genese, im Vordergrund (AB 14/6). Abgesehen 
vom Verdacht auf eine leichte Depressivität (AB 14/5 f.), die keine psycho-

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therapeutische Behandlung erforderlich machte (vgl. AB 30/9 [E. 4.2]), 
stand früher keine psychiatrische Diagnose im Raum. Demgegenüber ge-
hen nunmehr praktisch sämtliche involvierten Fachärzte von einer psychi-
schen Störung (zur diagnostischen Einordnung vgl. E. 4.1 hiernach) aus; 
die Beschwerdeführerin unterzog sich nach dem Klinikaustritt im Dezember 
2013 (AB 60/11) denn auch einer psychotherapeutischen Behandlung (AB 
55/3, 60/4). Weiter wurden in neuropsychologischer Hinsicht teilweise signi-
fikante Verschlechterungen festgestellt (AB 60/30): Während das kognitive 
Leistungsprofil früher unauffällig war (AB 14/6) resp. die beklagten Ein-
schränkungen im kognitiven Bereich nicht objektivierbar waren (AB 14/5), 
liessen sich im Jahr 2013 sowohl auf Testebene leichte Funktionsstörun-
gen objektivieren (AB 60/30) als auch im EEG gewisse Befunde erheben 
(AB 60/31). Schliesslich wurde in der Zwischenzeit eine (wohl idiopathi-
sche) Epilepsie diagnostiziert (AB 91/1).

Damit ist im Vergleich zum massgebenden Referenzzeitpunkt (AB 25, 30) 
eine möglicherweise anspruchsrelevante Veränderung des Sachverhalts 
ausgewiesen. Nichts daran ändert die Einschätzung der RAD-Ärztin med. 
pract. K.________, wonach es zu keiner Verschlechterung gekommen sei: 
Sie begründet dies mit dem Hinweis, dass die im Rahmen der dissoziativen 
Störung aufgetretenen funktionellen Einschränkungen „aufgrund der 
Rechtsprechung nicht berücksichtigt werden“ dürften (AB 71/8). Damit be-
zieht sie einen rechtlichen Aspekt in ihre Würdigung mit ein, was nicht in ihr 
Aufgabenfeld fällt und deshalb den Beweiswert ihrer Beurteilung schmälert 
(vgl. E. 2.4 hiervor). Die von ihr erwähnte Rechtsprechung ist denn auch 
nicht für die Frage relevant, ob ein Revisionsgrund vorliegt, sondern für die 
davon zu unterscheidende – anschliessende – Prüfung, ob ein Gesund-
heitsschaden nach Massgabe des IVG invalidisierend ist oder nicht. Auf die 
Einschätzung der RAD-Ärztin kann daher insoweit, als sie einen Revisions-
grund verneint, nicht abgestellt werden. Vielmehr ist ein solcher aufgrund 
des oben Dargelegten erstellt und der Leistungsanspruch folglich frei zu 
prüfen (E. 2.5 hiervor).

4.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Okt. 2015, IV/15/173, Seite 14

4.1 Die Beschwerdegegnerin hielt in der angefochtenen Verfügung fest, 
gemäss den getätigten Abklärungen sei im vorliegenden Fall von einer re-
zidivierenden dissoziativen Bewegungsstörung (ICD-10 F44.4) auszugehen 
(AB 93/2). 

In Bezug auf die diagnostische Einordnung des Beschwerdebildes zeigen 
die medizinischen Akten ein uneinheitliches Bild: Während die Ärzte des 
Spitals D._________, u.a. der Neurologe Prof. Dr. med. J.________, 
zunächst von einer rezidivierenden dissoziativen Störung ausgingen (AB 
55/1, 55/6), was auch der RAD übernommen hat (AB 71/7), war im aktu-
ellsten hier zu berücksichtigenden Bericht des Spitals D.________ nicht 
mehr die Rede von einer rezidivierenden, sondern von einer nunmehr 
chronifizierten dissoziativen Störung (AB 91/1). Demgegenüber nannten die 
Ärzte des Spitals G.________ und der Rehaklinik F.________ die (Ver-
dachts-)Diagnose einer Konversionsstörung (AB 60/11, 60/17). In der Re-
haklinik I.____ wurde schliesslich eine chronische Schmerzstörung mit 
somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41) diagnostiziert (AB 
60/4). Abgesehen vom Bericht der Rehaklinik I.________ wurden die Dia-
gnosen jeweils nicht mit einer ICD-10-Kodierung versehen. Da jedoch Kon-
versionsstörungen als Synonym für dissoziative Störungen verwendet 
(PSCHYREMBEL, Klinisches Wörterbuch, 266. Aufl. 2014, S. 1140) und diese 
rechtlich den anhaltenden somatoformen Schmerzstörungen gleichgestellt 
werden (Entscheide des BGer vom 9. April 2014, 8C_810/2013, E. 5.2.2, 
und vom 24. August 2009, 9C_340/2009, E. 3.4.2), kann die genaue dia-
gnostische Einordnung des hier vorliegenden Krankheitsbilds vorerst (vgl. 
aber E. 4.2.1 und 4.3 hiernach) offen bleiben. Am Grundsatz, wonach es 
aus Gründen der Rechtsgleichheit geboten ist, sämtliche pathogenetisch-
ätiologisch unklaren syndromalen Beschwerdebilder ohne nachweisbare 
organische Grundlage – u.a. auch die dissoziativen Störungen – den glei-
chen sozialversicherungsrechtlichen Anforderungen zu unterstellen (BGE 
137 V 64 E. 4.2 f. S. 68 f.), hat die in E. 2.2.2 hiervor erwähnte Praxisände-
rung nichts geändert. Auch die neue Rechtsprechung gilt bei allen psycho-
somatischen Störungen, die mit der somatoformen Schmerzstörung 
vergleichbar sind (BGE 141 V 281 C.b. S. 283 und E. 4.2 S. 298, E. 6 S. 
308; vgl. auch Ziff. 3 des IV-Rundschreibens Nr. 334 vom 7. Juli 2015 des 
Bundesamtes für Sozialversicherungen [BSV] i.V.m. Rz. 1017.4 des Kreis-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Okt. 2015, IV/15/173, Seite 15

schreibens über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung 
[KSIH; beide Verwaltungsweisungen abrufbar unter www.bsv.admin.ch]).

Da eine neue Rechtspraxis grundsätzlich nicht nur auf künftige, sondern 
auf alle im Zeitpunkt der Änderung noch hängigen Fälle anwendbar ist 
(Entscheid des BGer vom 7. Dezember 2009, 9C_476/2009, E. 3.3) und 
den Parteien im Nachgang an die mit BGE 141 V 281 geänderte Praxis Ge-
legenheit zur diesbezüglichen Stellungnahme gewährt, d.h. der Anspruch 
auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung [BV; SR 101]) 
gewahrt wurde (vgl. BGE 131 V 9 E. 5.4.1 S. 26), ist nachfolgend anhand 
der neuen Standardindikatoren im Rahmen einer „ergebnisoffenen“ (BGE 
141 V 281 E. 4.1.2 S. 297) Beurteilung zu prüfen, ob von einem invalidisie-
renden Gesundheitsschaden auszugehen ist. 

4.2

4.2.1 In der Kategorie „funktioneller Schweregrad“ ist im Rahmen des 
Komplexes „Gesundheitsschädigung“ zunächst die Ausprägung der dia-
gnoserelevanten Befunde und Symptome näher zu betrachten, wobei der 
diagnose-inhärente Mindestschweregrad den Ausgangspunkt bildet (BGE 
141 V 281 E. 4.3, 4.3.1, 4.3.1.1 S. 298). Während Merkmal der somatofor-
men Schmerzstörung ist, dass sie in Verbindung mit emotionalen Konflikten
oder psychosozialen Belastungen auftritt, denen die Hauptrolle für Beginn, 
Schweregrad, Exazerbation oder Aufrechterhaltung der Schmerzen 
zukommt (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.1 S. 299; vgl. 
DILLING/MOMBOUR/SCHMIDT [Hrsg.], Internationale Klassifikation psychi-
scher Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnostische Leitlinien, 
9. Aufl. 2014, S. 233), besteht bei dissoziativen Störungen ein Konnex zu 
traumatisierenden Ereignissen, unlösbaren oder unerträglichen Konflikten 
oder gestörten Beziehungen (DILLING/MOMBOUR/SCHMIDT, a.a.O., S. 212). 
Aus den Akten geht hervor, dass die Beschwerdeführerin in ihrer Lebens-
geschichte verschiedene schwierige Erfahrungen machte (AB 60/4) und die 
familiären Verhältnisse nicht unbelastet sind (AB 60/5) bzw. eine sozial 
schwierige Situation vorliegt (AB 91/2). Indessen konnten die Fachärzte 
keinen psychosomatischen Auslöser für die Störung finden (AB 55/7). Auf-
grund der uneinheitlichen diagnostischen Klassifikation (E. 4.1 hiervor) 
können diagnoserelevante Befunde und Symptome sowie deren Ausmass 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Okt. 2015, IV/15/173, Seite 16

keiner abschliessenden Prüfung unterzogen werden. Zu Recht und unbe-
strittenermassen werden die Angaben der Beschwerdeführerin von keiner 
Seite angezweifelt. Ausschlussgründe, insbesondere eine Aggravation 
(BGE 141 V 281 E. 2.2.1 S. 287, 4.3.1.1 S. 298), liegen somit nicht vor. 

Unter dem Aspekt des Behandlungserfolgs bzw. der Behandlungsresistenz 
(BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2 S. 299) ist festzuhalten, dass die Beschwerde-
führerin mehrmals stationär hospitalisiert war (AB 55/6, 60/29, 60/16, 
60/11, 91/1), was jeweils eine vorübergehende, aber keine definitive Bes-
serung brachte. Sie unterzog sich zudem diversen ambulanten Therapien 
(u.a. Psychotherapie [AB 60/4], Physiotherapie [AB 89/7], Akupunktur [AB 
55/3]), wobei sie diese teilweise abgebrochen hat (AB 91/4), wozu jedoch 
nähere Angaben fehlen. Unklar ist ferner, ob diese Behandlungen indiziert 
waren und lege artis durchgeführt wurden oder ob sie ungeeignet waren. 
So ist beispielsweise nicht restlos nachvollziehbar, warum der behandelnde 
Neurologe Prof. Dr. med. J.________ eine antiepileptische Therapie im 
Sinne einer anfallsunterdrückenden Medikation empfahl (AB 55/4), obwohl 
er eine hirnorganische Epilepsie ausschliesst resp. von dissoziativen (psy-
chogenen) Anfällen ausgeht. Sodann erscheint fraglich, ob die hinsichtlich 
der Gangstörung empfohlene intensive psychologisch-psychiatrische Be-
handlung (AB 55/4, 91/4) erfolgsversprechend ist, sind dissoziative Zustän-
de, die bereits länger als 1 bis 2 Jahre bestehen, bevor sie in psychiatri-
sche Behandlung gelangen, doch häufig therapieresistent 
(DILLING/MOMBOUR/SCHMIDT, a.a.O., S. 213). Ob unter diesen Umständen 
von einem definitiven Scheitern einer indizierten Therapie bzw. von einer 
negativen Prognose auszugehen ist (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2 S. 299), 
kann nicht beurteilt werden. Fest steht indessen, dass die Kooperation der 
Beschwerdeführerin nie in Frage gestellt wurde. Vielmehr wurde ihr stets 
attestiert, motiviert (AB 60/5, 60/30) und willens zu sein (AB 60/5). 

Mangels Abklärungen betreffend die Eingliederung im Rechtssinne (BGE 
141 V 281 E. 4.3.1.2 S. 300) können auch diesbezüglich keine Rückschlüs-
se auf den Schweregrad der Gesundheitsschädigung gezogen werden. 
Damit kann nicht beantwortet werden, ob die Beschwerdeführerin ihrer – 
nicht nur hinsichtlich der medizinischen Behandlung, sondern auch in be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Okt. 2015, IV/15/173, Seite 17

ruflicher Hinsicht bestehenden – Pflicht zur Selbsteingliederung nachge-
kommen ist.

Eine im Lichte des Indikators „Komorbiditäten“ vorzunehmende Gesamtbe-
trachtung der Wechselwirkungen der Gesundheitsschäden (vgl. BGE 141 V 
281 E. 4.3.1.3 S. 300) wurde bis anhin mit Blick auf eine allfällige Invalidi-
sierung nicht vorgenommen. Dies ist gestützt auf die vorhandenen Akten 
denn auch nicht möglich, zumal es auch nicht Aufgabe der rechtsanwen-
denden Behörden ist, bei der Prüfung des Leistungsvermögens aufgrund 
der einschlägigen Indikatoren der Einschätzung der medizinischen Sach-
verständigen vorzugreifen (vgl. BGE 141 V 281 E. 5.2.1 f. S. 306).

Zu den persönlichen und sich aus dem sozialen Kontext ergebenden Res-
sourcen der Beschwerdeführerin wie auch zur Frage, inwieweit diese zu-
mutbarerweise ausgeschöpft werden können, enthalten die Akten keine 
hinlänglichen Angaben. Überhaupt sind zur Sozialanamnese nur punktuelle 
und insbesondere keine aktuellen Erhebungen vorhanden (z.B. AB 91/4). 
Eine fachärztliche, im Rahmen des Komplexes „Persönlichkeit“ zu berück-
sichtigende Persönlichkeitsdiagnostik (BGE 141 V 281 E. 4.3.2 S. 302) 
wurde bis anhin nicht erhoben. Dies obwohl die Fachärzte auf die Indikati-
on einer psychiatrischen Einschätzung explizit hingewiesen haben 
(AB 91/2). Aus dem Umstand, dass die Beschwerdeführerin anlässlich von 
Arztterminen fröhlich wirkt (AB 60/5) bzw. eher heiter (AB 55/7) und aufge-
stellt (AB 55/4) wahrgenommen wird, lässt sich weder ableiten, sie verfüge 
über Kompensationsmechanismen, die eine (höhere) erwerbliche Leis-
tungsfähigkeit ermöglichten, noch, ihr Leidensdruck sei nur gering. Viel-
mehr findet sich die von den Ärzten angenommene „belle indifférence“ 
(AB 91/2), d.h. ein Mangel an Betroffenheit bzw. das ruhige Annehmen 
einer ernsthaften Behinderung, in den klinisch-diagnostischen Leitlinien 
dissoziativer Störungen (vgl. DILLING/MOMBOUR/SCHMIDT, a.a.O., S. 219). 
Ob die Beschwerdeführerin unter dem Aspekt des „sozialen Kontextes“ aus 
der Unterstützung, die ihr vom Ehemann (AB 91/4) und durch die Haus-
haltshilfe bzw. L.________ (AB 91/2) zuteil wird, verwertbare Ressourcen 
mobilisieren kann (BGE 141 V 281 E. 4.3.3 S. 303), erscheint damit zumin-
dest fraglich, lässt sich aber nicht abschliessend beurteilen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Okt. 2015, IV/15/173, Seite 18

4.2.2 Im Rahmen der Konsistenzprüfung ist nicht erstellt, dass die geltend 
gemachten Einschränkungen in der beruflichen Tätigkeit stärker ausge-
prägt sind, als jene in anderen Lebensbereichen (BGE 141 V 281 E. 4.4.1 
S. 303). Insbesondere ist der Beschwerdeführerin nicht entgegen zu halten, 
sie sei im Jahr 2013 fähig gewesen, Ferien im Zelt zu verbringen (vgl. Stel-
lungnahme der Beschwerdegegnerin vom 14. Juli 2015). Denn anlässlich 
jener Zeltferien traten Schmerzen und Lähmungserscheinungen bzw. Sen-
sibilitätsstörungen auf, die in eine notfallmässige Hospitalisation mündeten 
(AB 55/8 f.). Sodann erhellt aus den Akten, dass es der Beschwerdeführe-
rin ein Anliegen ist, ihren Kindern ein – soweit möglich – intaktes Familien-
leben zu bieten (vgl. AB 55/8 betreffend Ferien; AB 91/2 betreffend Hospi-
talisation über die Weihnachtstage); daraus Rückschlüsse zu ziehen hin-
sichtlich der Leistungsfähigkeit in einer beruflichen Tätigkeit erscheint unter 
den gegebenen Umständen nicht angebracht. Zum Freizeitverhalten (BGE 
141 V 281 E. 4.4.1 S. 303) wurden keine näheren Abklärungen getätigt. 
Folglich kann nicht geprüft werden, ob das Aktivitätsniveau in allen ver-
gleichbaren Lebensbereichen gleichmässig eingeschränkt ist. Auch ein 
Vergleich der sozialen Aktivität vor und nach Eintritt der Gesundheitsschä-
digung (BGE 141 V 281 E. 4.4.1 S. 303) ist gestützt auf die vorliegenden 
Unterlagen nicht möglich. Entsprechende Erhebungen zum relevanten so-
zialanamnestischen Sachverhalt sind fachärztlich nachzuholen. Aktenmäs-
sig erstellt ist, dass die Beschwerdeführerin diverse therapeutische Optio-
nen in Anspruch nahm (vgl. E. 4.2.1 hiervor) und noch nimmt. Das Aus-
mass der entsprechenden Behandlungen weist auf einen tatsächlichen Lei-
densdruck hin. Dabei bestehen keine Anhaltspunkte für eine Verhaltens-
beeinflussung durch das laufende Versicherungsverfahren (BGE 141 V 281 
E. 4.4.2 S. 304). Was den weiteren Rehabilitationsaufenthalt vom 9. bis 
zum 29. Juni 2015 anbelangt (vgl. Eingabe vom 14. Juli 2015), erübrigen 
sich seitens des Gerichts nähere Abklärungen, erstreckt sich der zeitliche 
Überprüfungshorizont doch grundsätzlich nur bis zur angefochtenen Verfü-
gung vom 20. Januar 2015 (BGE 130 V 138 E. 2.1 S. 140).

Betreffend die Kategorie „Konsistenz“ ist nach dem Dargelegten somit fest-
zuhalten, dass nach dem aktuellen Aktenstand ein invalidisierender Ge-
sundheitsschaden gestützt auf die massgeblichen Indikatoren jedenfalls 
nicht ausgeschlossen werden kann. Von einem inkonsistenten Verhalten ist 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Okt. 2015, IV/15/173, Seite 19

vorläufig nicht auszugehen, wobei weitere sachdienliche Erhebungen mit 
konkretem Bezug auf diese Indikatoren unerlässlich sind. 

4.3 Bis anhin wurde die Beschwerdeführerin nicht gutachterlich abge-
klärt. Jedoch wäre eine polydisziplinäre Begutachtung im Sinne von 
Art. 72bis Abs. 1 IVV schon allein wegen des multifaktoriellen Beschwerde-
bildes angezeigt gewesen (vgl. Entscheid des BGer vom 30. Juli 2013, 
8C_199/2013, E. 5.3). Dies gilt umso mehr, als die Voraussetzungen für 
eine reine Aktenbeurteilung durch den RAD (AB 71) mit den uneinheitlichen 
und insofern nicht unbestrittenen ärztlichen Einschätzungen hier nicht ge-
geben waren (vgl. RKUV 2006 U 578 S. 175 E. 3.4). Abgesehen davon, 
dass auch RAD-Ärzte über die im Einzelfall gefragten fachlichen Qualifika-
tionen verfügen müssen (Entscheid des BGer vom 14. Juli 2009, 
9C_323/2009, E. 4.3.1), med. pract. K.________ jedoch weder Psychiate-
rin noch Neurologin ist, vermag ihre Einschätzung – nicht nur hinsichtlich 
der Frage nach einem Revisionsgrund (vgl. E. 3.3 hiervor) – nicht zu über-
zeugen. Eine von ihr angenommene, unter der alten Rechtsprechung rele-
vant gewesene (vgl. BGE 137 V 64 E. 4.1 S. 67) Flucht in die Krankheit 
(AB 71/7) geht aus den Akten nicht hervor. Insbesondere aus dem von der 
RAD-Ärztin erwähnten Bericht des behandelnden Psychologen (AB 60/4) 
lässt sich nicht ableiten, die Gehprobleme gründeten auf psychosozialen 
Belastungsfaktoren (vgl. auch AB 55/7). An der RAD-Beurteilung sind somit 
mehr als geringe Zweifel angebracht (vgl. BGE 135 V 465), weshalb darauf 
nicht abgestellt werden kann. Auch die übrigen ärztlichen Einschätzungen 
erlauben keine zuverlässige und schlüssige Beurteilung der Frage nach 
einem invalidisierenden Gesundheitsschaden im Lichte der massgeblichen 
Indikatoren.

4.4 Nach dem Ausgeführten basiert die angefochtene Verfügung vom 
20. Januar 2015 (AB 93) auf einem ungenügend abgeklärten Sachverhalt. 
Sie ist in Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und die Akten sind an 
die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese in Nachachtung der 
Untersuchungsmaxime (Art. 43 Abs. 1 ATSG) weitere Abklärungen durch-
führe, namentlich eine polydisziplinäre Begutachtung mit mindestens den 
Fachbereichen Allgemeine Innere Medizin, Neurologie und Psychiatrie (vgl. 
AB 91/2) veranlasse. Nachdem der im Nachgang zur Praxisänderung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Okt. 2015, IV/15/173, Seite 20

gemäss BGE 141 V 281 verhängte Gutachterstopp bereits wieder aufge-
hoben wurde bzw. der neue Fragekatalog vorliegt (vgl. IV-Rundschreiben 
Nr. 339 vom 9. September 2015 [abrufbar unter www.bsv.admin.ch]), kann 
der Gutachtensauftrag umgehend erfolgen. Nach Vorliegen der Expertise 
hat die Beschwerdegegnerin über den Leistungsanspruch der Beschwerde-
führerin neu zu befinden.

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung 
oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach 
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). Der geleistete Kostenvor-
schuss von Fr. 700.-- ist der Beschwerdeführerin nach Eintritt der Rechts-
kraft des Urteils zurückzuerstatten.

5.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG). Mit Kostennote vom 21. Juli 
2015 macht Rechtsanwalt B.________ ein Honorar von Fr. 2‘500.-- (10 
Std. à Fr. 250.--) zuzüglich Auslagen von Fr. 42.10 und Mehrwertsteuer von 
Fr. 203.35 (8% auf Fr. 2‘542.10), total Fr. 2‘745.45, geltend, was zu keinen 
Beanstandungen Anlass gibt. Die der Beschwerdeführerin von der Be-
schwerdegegnerin zu bezahlende Parteientschädigung ist damit auf 
Fr. 2‘745.45 (inkl. Auslagen und MWSt.) festzusetzen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Okt. 2015, IV/15/173, Seite 21

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 20. Januar 2015 aufgehoben und die Sache an die 
Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie nach Vornahme der 
Abklärungen im Sinne der Erwägungen neu verfüge.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt. Der von der Beschwerdeführerin geleistete 
Kostenvorschuss von Fr. 700.-- wird nach Rechtskraft des Urteils 
zurückerstattet.

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 2‘745.45 (inkl. Auslagen und MWSt.), zu 
ersetzen. 

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.