# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5be74af0-775b-5d5e-bc1e-182f06daa660
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-10-30
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 30.10.2025 D-5206/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5206-2025_2025-10-30.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-5206/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  3 0 .  O k t o b e r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichterin Daniela Brüschweiler, 

mit Zustimmung von Richterin Giulia Marelli;   

Gerichtsschreiberin Rahel Schöb. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Türkei,   

vertreten durch MLaw Elisabetta Luda,  

(…),  

Beschwerdeführerin,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 12. Juni 2025 / N (…). 

 

 

 

D-5206/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Die Beschwerdeführerin suchte am 29. März 2022 zusammen mit 

B._______ (nachfolgend: B._______), mit dem sie eigenen Angaben zu-

folge religiös verheiratet sei, in der Schweiz um Asyl nach.  

A.b Ein erkennungsdienstlicher Abgleich mit der Datenbank CS-VIS ergab, 

dass der Beschwerdeführerin im (…) 2021 und im (…) 2022 von den grie-

chischen Behörden Schengen-Visa ausgestellt worden waren (gültig vom 

(…)2021 bis (…)2021 und vom (…)2022 bis (…)2022). 

A.c Nach einer ablehnenden Antwort der griechischen Behörden auf das 

Übernahmeersuchen des SEM vom 10. Mai 2022 wurde das Dublin-Ver-

fahren beendet und die Vorinstanz teilte der Beschwerdeführerin am 

21. Juni 2022 mit, dass das nationale Asyl- und Wegweisungsverfahren in 

der Schweiz durchgeführt werde.  

B.  

B.a Am 5. August 2022 wurde die Beschwerdeführerin vertieft zu ihren 

Asylgründen (Art. 29 AsylG [SR 142.31]) angehört. Dabei wurde sie ge-

meinsam mit B._______ zur Anhörung eingeladen, im Anschluss jedoch 

separat befragt.  

B.b Am 9. August 2022 wurde die Beschwerdeführerin dem erweiterten 

Verfahren gemäss Art. 26d AsylG zugeteilt und am 10. August 2022 dem 

Kanton C._______ zugewiesen.   

B.c Mit Schreiben vom 9. Mai 2024 teilte die Rechtvertretung der Be-

schwerdeführerin dem SEM mit, dass diese und B._______ seit Herbst 

2023 infolge diverser Beziehungsprobleme in unterschiedlichen Unterkünf-

ten untergebracht worden seien und weiterhin getrennt leben würden. 

B.d Am 14. Juni 2024 fand eine ergänzende Anhörung der Beschwerde-

führerin zu ihren Asylgründen statt.   

Die Beschwerdeführerin gab zu Protokoll, psychisch gehe es ihr nicht so 

gut und sie sei in «psychischer» Behandlung gewesen. Momentan mache 

sie eine Behandlungspause. Sie führte aus, sie habe sich von B._______ 

getrennt und könne nun frei reden.  

D-5206/2025 

Seite 3 

Sie habe B._______ im Jahr 2017 kennengelernt, er sei ein Cousin ihres 

Vaters. B._______ und auch dessen Lehrerfreunde hätten sich bei ihrem 

Vater für einen weiteren Schulbesuch für sie und ihre Schwester einge-

setzt, worauf sie sich im Jahr (…) am (…) Mädchengymnasium D._______ 

im Bereich (…) habe anmelden können. Ihr Onkel väterlicherseits habe ih-

ren Vater und ihren älteren Bruder manipuliert. Ihr älterer Bruder sei gegen 

sie aufgehetzt worden und habe sie geschlagen. Einmal habe sie die Gen-

darmerie kontaktiert. Anstatt der Gendarmerie sei aber ihr Onkel als Dorf-

wächter gekommen. Eine Schulkameradin von ihr sei wegen einer mut-

masslichen Beziehung erschossen worden, was man wie einen Selbst-

mord habe aussehen lassen.  

Im Jahr (…) habe sie (die Beschwerdeführerin) eine Beziehung mit 

B._______ begonnen. Sie sei damals 18 Jahre, er ungefähr 55 Jahre alt 

gewesen. Sie habe die Beziehung bis ins Jahr (…) verheimlicht. In dieser 

Zeit habe B._______ sie eingeschränkt und sich in alles eingemischt. Sie 

habe schliesslich ihrer Schwester von der Beziehung erzählt. Von ihrer 

Schwester habe sie erfahren, dass diese es ihrem Cousin erzählt habe, 

weil sie sich Sorgen gemacht hätte, dass B._______ der Beschwerdefüh-

rerin etwas antun könnte. Ihr jüngerer Bruder hätte die Beschwerdeführerin 

gewarnt, dass man planen würde B._______ vom Balkon zu werfen und 

es wie einen Selbstmord aussehen zu lassen. Danach beabsichtige man, 

auch die Beschwerdeführerin umzubringen. Sie habe B._______ angeru-

fen und ihm gesagt, er solle fliehen. Er habe sie überredet, mit ihm mitzu-

gehen. Sie seien verfolgt worden und sie habe die Polizei kontaktiert und 

gesagt, dass sie mit dem Tod bedroht würden. Die Polizei habe ihnen ge-

raten, sich in Sicherheit zu bringen und sie danach erneut zu kontaktieren. 

Sie hätten dann gehört, dass das Haus von B._______ abgebrannt sei. Sie 

hätten auf der Polizeistation eine Aussage gemacht und auch angegeben, 

dass ihre Sicherheit nicht mehr gewährleistet sei. Die Polizei habe ihnen 

geantwortet, dass sie da nichts machen könne. Sie hätten sich an verschie-

denen Orten versteckt und seien schliesslich nach Istanbul gefahren.  

In Istanbul hätten sie im Haus von B._______ gewohnt. Sie hätten sich 

jeden Tag gestritten und er habe sie geschlagen. Er habe ihr Telefon ka-

puttgemacht. Sie sei ihm ausgeliefert gewesen und habe sich an nieman-

den wenden können. Um ihre Spuren zu verwischen, seien sie für zwei 

Tage nach Griechenland gereist. Ihre Familie habe drei Personen beauf-

tragt, sie zu töten. Nach der Rückkehr aus Griechenland habe man vor der 

Haustüre auf sie, B._______ und dessen Neffen geschossen. B._______ 

sei am Bein angeschossen worden. Sie hätten die Polizei gerufen, welche 

D-5206/2025 

Seite 4 

B._______ ins Spital gebracht habe. Sie und der Neffe von B._______ 

seien zur Polizeistation gegangen, um dort eine Aussage zu machen. Sie 

habe nicht gesehen, wer auf sie geschossen habe, die Polizei aber infor-

miert, dass ihre Familie hinter ihnen her sei. B._______ habe einen Tag im 

Spital verbracht. Danach seien sie zu seiner Schwester nach E._______, 

wo sie sich eine Woche aufgehalten hätten. Innerhalb von einem Monat 

hätten sie ein Visum erhalten, worauf sie das Land verlassen und direkt in 

die Schweiz gekommen seien.  

Unter Alkoholeinfluss habe ihr B._______ auch im Camp in der Schweiz 

Gewalt angetan, sie beleidigt und ihr gedroht, entweder bleibe sie bei ihm 

oder er schicke sie zu ihrer Familie in die Türkei zurück. Diese würde sie 

umbringen. Auch in F._______ sei sie weiterhin seiner Gewalt ausgesetzt 

gewesen. Ihre Nachbarn hätten die Polizei kontaktiert. Man habe sie ins 

Spital und B._______ auf die Polizeistation gebracht. Nachdem sie sich 

von B._______ getrennt habe, habe dieser ihre Familie über einen Bekann-

ten im Dorf kontaktiert und gesagt, er habe sie verlassen und sie sollten 

sie abholen kommen. Ihre Schwester und ihre Cousine hätten sie angeru-

fen und ihr gesagt, dass sie auf keinen Fall in die Türkei zurückgehen solle. 

Ihre Familie würde sie umbringen. 

B.e Zum Nachweis ihrer Identität reichte die Beschwerdeführerin eine 

Identitätskarte und einen Pass im Original zu den Akten. Des Weiteren 

reichte sie im Verlauf des vorinstanzlichen Verfahrens mehrere Dokumente 

zum Beleg ihrer Asylvorbringen ein (vgl. angefochtene Verfügung S. 4 f.). 

B.f Mit Schreiben vom 19. November 2024 forderte das SEM die Be-

schwerdeführerin zur Beantwortung diverser Fragen auf. Dieser Aufforde-

rung kam die Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 16. Dezember 2024 

nach.  

B.g Das Zivilstandsamt F._______ teilte dem SEM am 22. April 2025 mit, 

dass für die Beschwerdeführerin ein Ehevorbereitungsverfahren hängig sei 

und ersuchte um Einsicht in die Personalakten. Mit Schreiben vom 8. Mai 

2025 informierte die Beschwerdeführerin das SEM auf dessen Nachfrage, 

sie beabsichtige, mit dem türkischen Staatsangehörigen G._______ (N 

[…]) die Ehe zu schliessen. Sie würden sobald als möglich das Datum für 

die Eheschliessung festlegen.  

B.h Mit Verfügung vom 12. Juni 2025 – eröffnet am 13. Juni 2025 – ver-

neinte das SEM die Flüchtlingseigenschaft der Beschwerdeführerin, lehnte 

D-5206/2025 

Seite 5 

ihr Asylgesuch vom 29. März 2022 ab und ordnete ihre Wegweisung aus 

der Schweiz sowie den Vollzug an.  

C.  

Die Beschwerdeführerin erhob mit Eingabe vom 14. Juli 2025 beim Bun-

desverwaltungsgericht Beschwerde und beantragte die Aufhebung der 

Verfügung vom 12. Juni 2025, die Feststellung der Flüchtlingseigenschaft 

und die Gewährung von Asyl in der Schweiz. Eventualiter sei die Unzuläs-

sigkeit und/oder Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen 

und der Beschwerdeführerin die vorläufige Aufnahme in der Schweiz zu 

gewähren.  

In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte sie die Gewährung der unent-

geltlichen Prozessführung inklusive Verzicht auf die Erhebung eines Kos-

tenvorschusses und die Beiordnung eines amtlichen Rechtsbeistands be-

ziehungsweise einer amtlichen Rechtsbeiständin.  

D.  

Mit Zwischenverfügung vom 29. Juli 2025 wies die Instruktionsrichterin die 

Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung, Verzicht auf 

die Erhebung eines Kostenvorschusses und Beiordnung einer amtlichen 

Rechtsbeiständin wegen Aussichtslosigkeit der Beschwerde ab und for-

derte die Beschwerdeführerin auf, bis zum 13. August 2025 einen Kosten-

vorschuss von Fr. 750.– zu leisten.  

E.  

Mit Eingabe vom 13. August 2025 ersuchte die Beschwerdeführerin um 

Wiedererwägung der Zwischenverfügung vom 29. Juli 2025 und bean-

tragte erneut, es sei auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu ver-

zichten, eventualiter sei Ratenzahlung zu bewilligen und subeventualiter 

eine Nachfrist zur Leistung des Kostenvorschusses einzuräumen.  

F.  

Mit Zwischenverfügung vom 15. August 2025 wies die Instruktionsrichterin 

die Gesuche um Wiedererwägung der Zwischenverfügung vom 29. Juli 

2025 und um Ratenzahlung ab, hielt an der Ablehnung der Gesuche um 

Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und um Erlass des Kos-

tenvorschusses fest und gewährte der Beschwerdeführerin – im Sinne ei-

ner Notfrist – zur Bezahlung des Kostenvorschusses von Fr. 750.– einmalig 

eine Nachfrist von drei Tagen ab Erhalt der Zwischenverfügung.  

D-5206/2025 

Seite 6 

G.  

Der verlangte Kostenvorschuss ging am 20. August 2025 bei der Gerichts-

kasse ein. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls – in der Regel und auch vorliegend – end-

gültig (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Die 

Beschwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, 

ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung. Sie ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 

und Art. 108 Abs. Abs. 2 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

Auf die Beschwerde ist – nach fristgerechter Leistung des Kostenvorschus-

ses – einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt wird, handelt es sich um ein solches Rechtsmittel, weshalb 

das Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). 

D-5206/2025 

Seite 7 

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines 

Schriftenwechsels verzichtet. 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken; den frauenspezifischen 

Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

4.2 Eine begründete Furcht vor Verfolgung im Sinne von Art. 3 Abs. 1 AsylG 

liegt vor, wenn ein konkreter Anlass zur Annahme besteht, letztere hätte 

sich – aus der Sicht im Zeitpunkt der Ausreise – mit beachtlicher Wahr-

scheinlichkeit und in absehbarer Zeit verwirklicht und/oder werde sich – 

auch aus heutiger Sicht – mit ebensolcher Wahrscheinlichkeit in absehba-

rer Zukunft verwirklichen (vgl. BVGE 2011/51 E. 6; 2008/4 E. 5.2, je 

m.w.H.).  

4.3 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen (Art. 7 AsylG). 

4.4 Nach der sogenannten Schutztheorie (vgl. Entscheidungen und Mittei-

lungen der vormaligen Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 

2006 Nr. 18) ist nichtstaatliche Verfolgung durch Drittpersonen flüchtlings-

rechtlich nur dann beachtlich, wenn der Staat unfähig oder nicht willens ist, 

Schutz vor einer solchen Verfolgung zu bieten. Eine Garantie für langfristi-

gen individuellen Schutz kann dabei nicht verlangt werden; so kann es kei-

nem Staat gelingen, seinen Bürgerinnen und Bürgern jederzeit und überall 

eine absolute Sicherheit zu gewährleisten. Demgegenüber muss der Staat 

über eine funktionierende und effiziente Schutzinfrastruktur verfügen, de-

ren Inanspruchnahme der betroffenen Person objektiv möglich und indivi-

duell zumutbar sein muss, was jeweils im Rahmen einer Einzelfallprüfung 

unter Berücksichtigung des länderspezifischen Kontexts zu beurteilen ist 

(vgl. BVGE 2011/51 E. 7.3 f. und statt vieler das Urteil des BVGer 

E-3909/2025 vom 20. Juni 2025 E. 6.3 m.H.).  

D-5206/2025 

Seite 8 

4.5 Für den Beschwerdeentscheid ist die im Zeitpunkt seiner Ausfällung 

bestehende Aktenlage massgeblich (vgl. BVGE 2012/21 E. 5.1). Verände-

rungen der objektiven Situation im Heimatland im Zeitraum zwischen Aus-

reise und Asylentscheid sind zugunsten und zulasten der asylsuchenden 

Person zu berücksichtigen (vgl. BVGE 2008/34 E. 7.1; 2008/12 E. 5.2; 

WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser/Vetterli [Hrsg.], 

Ausländerrecht, 3. Aufl., Basel 2022, Rz. 14.38). 

5.  

5.1 Die Vorinstanz begründet die Ablehnung des Asylgesuchs damit, die 

Vorbringen der Beschwerdeführerin würden den Anforderungen an Art. 3 

AsylG nicht standhalten. 

5.1.1 Zunächst zweifelte das SEM an der Glaubhaftigkeit gewisser Vorbrin-

gen. Dass sich die Beschwerdeführerin betreffend die Beziehung zu 

B._______ ihrer Schwerster anvertraut habe, erscheine unrealistisch. Wei-

ter würden diverse Passagen der Dokumente Zweifel an den Aussagen 

betreffend die Beziehung der Beschwerdeführerin zu B._______ aufkom-

men lassen. Bei offensichtlich fehlender flüchtlingsrechtlicher Relevanz 

könne indessen darauf verzichtet werden, vertieft auf allfällige Unglaubhaf-

tigkeitselemente in den Vorbringen einzugehen. 

5.1.2 Die Vorinstanz führte sodann aus, gemäss ständiger Praxis gehe das 

Bundesverwaltungsgericht von der Schutzfähigkeit und Schutzwilligkeit der 

türkischen Behörden aus, auch bei häuslicher Gewalt. Aus den Akten gehe 

hervor, dass die Beschwerdeführerin und ihr Ex-Partner sowohl in 

H._______ als auch in Istanbul Anzeige erstattet hätten. Diesbezüglich lä-

gen mehrere Untersuchungs- und Polizeiberichte sowie Polizeiberichte mit 

Aussagen von Verdächtigen und Vorladungen von Verdächtigen zur Ein-

vernahme und weitere Dokumente vor. Abgesehen davon, dass gewisse 

Zweifel an der Glaubhaftigkeit bestimmter Vorbringen bestehen würden, 

sei festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin den geltend gemachten in-

nerfamiliären Übergriffen in der Türkei nicht schutzlos ausgeliefert gewe-

sen sei. Aufgrund dessen wäre ihr deshalb bei einer Rückkehr in die Türkei 

zuzumuten, die staatlichen Schutzeinrichtungen und rechtlichen Anlauf-

stellen erneut in Anspruch zu nehmen, sollte sich dies in Zukunft als nötig 

erweisen. 

5.1.3 Weiter stellte das SEM fest, dass die erlittenen Verfolgungsmassnah-

men durch den Ex-Partner der Beschwerdeführerin zwar ausserordentlich 

zu bedauern seien, das Schweizer Asylrecht Personen indessen nicht vor 

D-5206/2025 

Seite 9 

vergangener Unbill schütze, sondern nur vor künftiger flüchtlingsrechtlich 

relevanter Verfolgung. Einerseits sei B._______ in der Schweiz strafrecht-

lich belangt worden («Decreto di accusa» vom […] 2023), anderseits stelle 

sein Verhalten auch in der Türkei grundsätzlich strafbare Handlungen dar, 

die von den zuständigen Strafverfolgungsbehörden im Rahmen ihrer Mög-

lichkeiten verfolgt und geahndet werden. Wie bereits erwähnt, gelte der 

türkische Staat bei Übergriffen durch Dritte, namentlich auch bei innerfami-

liären Übergriffen, grundsätzlich als schutzfähig und schutzwillig. Ferner 

habe es seit der Trennung keine nennenswerten Vorfälle mehr gegeben. 

Da sie nicht mit B._______ in die Türkei zurückkehren werde, sei nicht da-

von auszugehen, dass sie bei einer allfälligen Rückkehr in der Türkei wie-

derum Opfer von häuslicher Gewalt seitens des Ex-Partners werden 

könnte. In jedem Fall sei aber nicht davon auszugehen, dass die Be-

schwerdeführerin bei allfälligen neuen Konflikten in der Türkei schutzlos 

ausgeliefert wäre. Vielmehr wäre es ihr in diesem hypothetischen Fall zu-

zumuten, bei den heimatlichen Behörden um Schutz zu ersuchen.  

5.2 Die Beschwerdeführerin wiederholte in ihrer Beschwerde den von ihr 

vorgetragen vorgetragenen Sachverhalt und bekräftigte, in ihrer Herkunfts-

region würden andere Sitten gelebt, ohne dass man befürchte, dafür in ir-

gendeiner Weise von den staatlichen Behörden belangt zu werden. Selbst 

die Anzeigen und das Eingreifen der Polizei hätten die Familie nicht auf-

halten können, sodass die Polizei ihnen mitgeteilt habe, dass die Verfol-

gung niemals enden würde. Sie und ihr Ex-Partner seien bis nach Istanbul 

geflohen, aber auch dort habe man sie gefunden. Sie hätten erneut die 

entsprechenden Anzeigen erstattet, ohne dass ein Schuldiger ermittelt 

worden sei. Aus den Beweismitteln gehe hervor, dass sie und ihr Ex-Part-

ner mehrere Anzeigen erstattet hätten, welche zwar entgegengenommen 

worden seien, jedoch zu keinem konkreten Resultat geführt hätten. Die 

Tatsache, dass sie Anzeige habe erstatten können, bedeute nicht, dass sie 

auch Schutz erhalten habe. Der in der angefochtenen Verfügung ange-

führte Umstand, dass die Türkei potenziell in der Lage sei, in Fällen häus-

licher Gewalt einzugreifen, berücksichtige nicht, dass es bei der Umset-

zung dieser Gesetze aufgrund des kulturellen Kontexts schwierig sein 

könne, Hilfe zu erhalten. Es sei auch zu berücksichtigen, dass die Be-

schwerdeführerin durch ihr Verhalten, nämlich durch das Zusammenleben 

mit einem deutlich älteren Mann, der christlich und armenisch ist, nach der 

Tradition ihrer Familie eine schwerwiegende Tat begangen habe, welche 

ihre Eliminierung rechtfertige.  

D-5206/2025 

Seite 10 

Die Beschwerdeführerin sei sodann auch in der Schweiz Opfer häuslicher 

Gewalt durch ihren Ex-Partner geworden. Ein Umstand, der belege, dass 

sie einem unerträglichen psychischen Druck ausgesetzt gewesen sei, da 

die einzige Person, welcher sie in der Türkei vertraut habe (mit Ausnahme 

ihrer Schwester), ihrerseits auch eine Person gewesen sei, die sie ausge-

nutzt habe. Die Zahl der Frauen, die Opfer häuslicher Gewalt, auch im Zu-

sammenhang mit Ehrenmorden, sind, sei in der Türkei nach wie vor be-

achtlich, da trotz der gesetzlichen Bestimmungen die kulturelle Tradition 

weiter ungehindert wirken könne.  

5.3 In ihrer Eingabe vom 13. August 2025 wiederholte die Beschwerdefüh-

rerin im Wesentlichen in verkürzter Form die beschwerdeweisen Vorbrin-

gen und verwies ergänzend auf die jüngsten Entscheide des Ausschusses 

der Vereinten Nationen zur Beseitigung der Diskriminierung der Frau (Co-

mittee on the Elimination of Discrimination against women [CEDAW]), wel-

cher der Schweiz eine generell stärkere Berücksichtigung geschlechtsspe-

zifischer Gewalt empfehlen würde.   

6.  

6.1 Die Vorinstanz verzichtete bei der Prüfung der Asylvorbringen im Hin-

blick auf die asylrechtliche Relevanz darauf, die Vorbringen auf deren 

Glaubhaftigkeit hin abschliessend zu prüfen. Angesichts der nachfolgen-

den Erwägungen erübrigt sich dies auch für das Gericht.  

6.2 Nach Prüfung der Akten gelangt das Bundesverwaltungsgericht zum 

Schluss, dass die Vorbringen der Beschwerdeführerin nicht asylrelevant 

sind und den Anforderungen von Art. 3 AsylG an die Flüchtlingseigenschaft 

nicht standhalten. Die Beschwerdevorbringen sind insgesamt nicht geeig-

net, zu einer anderen Beurteilung zu führen. Zur Vermeidung von Wieder-

holungen kann auf die ausführlichen und zutreffenden Erwägungen in der 

angefochtenen Verfügung verwiesen werden (a.a.O. S. 5 ff.; vgl. auch 

E. 5.1), soweit sich nicht die folgenden Hervorhebungen und Ergänzungen 

ergeben.  

6.3  

6.3.1 Das Bundesverwaltungsgericht verkennt nicht, dass die Türkei den 

eingeschlagenen Reformkurs zur Verbesserung der gesellschaftlichen und 

rechtlichen Situation der Frauen in den letzten Jahren nicht mehr gleicher-

massen weiterverfolgt. Der türkische Staatspräsident ist wiederholt mit um-

strittenen Äusserungen zur Rolle der Frau in der türkischen Gesellschaft 

zitiert worden und seit dem gescheiterten Putsch von Mitte Juli 2016 ist 

D-5206/2025 

Seite 11 

eine Zunahme der Gewalt gegen Frauen zu verzeichnen; in der türkischen 

Politik scheint sich zunehmend ein konservativ-religiös geprägtes Frauen-

bild durchzusetzen. So ist die Türkei am 1. Juli 2021 aus der Istanbul-Kon-

vention (Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung 

von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt vom 11. Mai 2011 

[SR 0.311.35]) ausgetreten. 

6.3.2 Entgegen der Auffassung in der Beschwerde sowie der Eingabe vom 

13. August 2025 vermögen diese Feststellungen die gefestigte Praxis zur 

Schutzfähigkeit und -willigkeit der türkischen Behörden bei häuslicher Ge-

walt vorderhand noch nicht grundlegend zu erschüttern, mithin hat die be-

stehende Praxis, wonach die behördliche Schutzfähigkeit und der Schutz-

wille bejaht wird, weiterhin bestand (vgl. Referenzurteil E-1948/2018 vom 

12. Juni 2018 sowie in letzter Zeit etwa Urteile D-4231/2025 vom 16. Juli 

2025 S. 6; D-3520/2025 vom 10. Juli 2025 E. 6.1; D-8238/2024 vom 1. Juli 

2025 E. 6.2; E-6377/2023 vom 8. April 2025 E. 6.2; D-4668/2024 vom 

3. Februar 2025 E. 6.2; D-4911/2024 vom 23. September 2024 E. 6.3). 

Auch die zu den Akten gereichten Zeitungsartikel und Berichte sowie die 

Verweise auf die Urteile des CEDAW sind für sich allein nicht geeignet, 

diese Regelvermutung umzustossen.  

6.4  

6.4.1 Das Gericht verkennt – bei Wahrunterstellung – die schwierige fami-

liäre Situation der Beschwerdeführerin und das damit verbundene Leid 

nicht. In Bezug auf die Furcht vor der Verfolgung durch ihre eigene Familie 

ist jedoch mit der Vorinstanz festzuhalten, dass sich die türkischen Behör-

den gegenüber der Beschwerdeführerin bereits als schutzwillig gezeigt ha-

ben. Der Umstand, dass trotz der vielen Überwachungskameras in Istanbul 

die Täterschaft der Schiesserei noch nicht ermittelt werden konnte (vgl. 

SEM-act. […] F35), lässt noch nicht auf einen Schutzunwillen des türki-

schen Staates im individuellen Fall der Beschwerdeführerin schliessen, da 

hierfür zahlreiche legitime Gründe (wie beispielsweise eine Maskierung der 

Täterschaft) denkbar sind. Nichts anderes gilt in Bezug auf den Umstand, 

dass ihr die Polizei in Istanbul keinen Begleitschutz nach Hause gewähren 

wollte (vgl. SEM-act. […] F36). Die Vorinstanz hat dann zu Recht auf die 

diversen Einvernahmen, Tatortbefundberichte, Gutachten und Polizeibe-

richte im weiteren Verfahren betreffend die eingereichte Strafanzeige vom 

(…) 2021 wegen den Todesdrohungen und dem Hausbrand (vgl. Beweis-

mittel gemäss Beweismittelverzeichnis des SEM vom 15.07.2025 [nachfol-

gend: BM] A-L) verwiesen (vgl. angefochtene Verfügung S. 7 f.). Es sind 

den Akten auch keine Hinweise zu entnehmen, dass die vorgenannten 

D-5206/2025 

Seite 12 

Verfahren eingestellt worden sind. Aus der langen Verfahrensdauer kann 

alsdann ebenfalls noch keine Schutzunwilligkeit abgeleitet werden. Für den 

Fall, dass eine allfällige (weitere) Strafanzeige in Zukunft von den zustän-

digen Polizeibehörden zu Unrecht nicht an Hand genommen oder die noch 

hängigen Verfahren eingestellt werden sollten, ist die Beschwerdeführerin 

gehalten, ihre Rechte nötigenfalls mithilfe eines Anwalts, einer Anwältin 

oder einer Hilfsorganisation durchzusetzen.  

6.4.2 Im Weiteren bestehen angesichts der Trennung der Beschwerdefüh-

rerin von B._______ und ihrer bevorstehenden Eheschliessung mit 

G._______ keine Anhaltspunkte für ein aktuelles Verfolgungsinteresse der 

Familie. So gab sie an, nach ihrer Trennung von B._______ nicht mehr von 

ihrer Familie (mit Ausnahme von ihrer Schwester I._______) kontaktiert 

worden zu sein. Sie sei aus der Familie gelöscht worden (vgl. SEM-act. […] 

S. 2 Ziff. 4). Dafür, dass im Zusammenhang mit den geltend gemachten 

Gerüchten, wonach die Beschwerdeführerin seit ihrer Trennung als Prosti-

tuierte tätig sei (vgl. SEM-act. […] F44 f.), ein aktuelles Verfolgungsinte-

resse ihrer Familie vorliegt und ihr in diesem Zusammenhang tatsächlich 

mit erheblicher Wahrscheinlichkeit ernsthafte Nachteile drohen könnten 

und sie die angebliche Bedrohung landesweit zu fürchten hätte, mangelt 

es an stichhaltigen Hinweisen in den Akten.  

6.4.3 Es ist vorliegend davon auszugehen, dass sich die Beschwerdefüh-

rerin im Falle eines Wiederaufflammens des familiären Konflikts diesem 

gestützt auf die bestehende Niederlassungsfreiheit ohne Weiteres durch 

Wegzug in eine andere Region der Türkei entziehen könnte, zumal ihr der-

zeitiger Partner nach erfolglosem Asyl- und Wiedererwägungsverfahren 

ebenfalls in die Türkei zurückkehren muss (vgl. Urteile des BVGer 

D-4671/2023, D-4669/2023 vom 4. März 2025 sowie D-6429/2025 vom 

24. September 2025). Vor diesem Hintergrund ist nicht davon auszugehen, 

dass der Beschwerdeführerin nur eine Rückkehr in ihr Heimatdorf 

J._______ möglich wäre. Ihr Hinweis, ihre Familie werde sie überall finden, 

überzeugt nicht (vgl. SEM-act. […] F57).  

6.4.4 In Bezug auf die erlittene häusliche Gewalt durch B._______ beste-

hen weder Anhaltspunkte für eine künftige Verfolgung noch für eine feh-

lende Schutzfähigkeit oder einen fehlenden Schutzwillen der heimatlichen 

Behörden.  

6.5 Ohne das persönliche Leid der Beschwerdeführerin in Abrede zu stel-

len, kann gestützt auf die Akten und aufgrund des Gesagten auch nicht der 

D-5206/2025 

Seite 13 

Schluss gezogen werden, die Beschwerdeführerin habe sich in der Türkei 

mit einer Drucksituation konfrontiert gesehen, die ihr im Sinne eines uner-

träglichen psychischen Drucks ein menschenwürdiges Leben im Heimat-

staat verunmöglichen würde.  

6.6 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Vorbringen der Be-

schwerdeführerin nicht geeignet sind, die Flüchtlingseigenschaft zu be-

gründen. Die Vorinstanz hat somit zu Recht die Flüchtlingseigenschaft ver-

neint und die Asylgesuche abgelehnt. 

7.  

7.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

7.2 Die Beschwerdeführerin verfügt insbesondere weder über eine auslän-

derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei-

lung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht 

angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

8.  

8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

8.2  

8.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

8.2.2 So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land 

gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, 

D-5206/2025 

Seite 14 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 

AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über 

die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 

8.2.3 Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. De-

zember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder er-

niedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu 

Art. 3 EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedri-

gender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 

8.2.4 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend da-

rauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur 

Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es der 

Beschwerdeführerin nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Ge-

fährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 

AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Ver-

fahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr der Beschwerdeführerin in 

den Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmäs-

sig. 

8.2.5 Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der Beschwerde-

führerin noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall ei-

ner Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlich-

keit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Be-

handlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtsho-

fes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschus-

ses müsste die Beschwerdeführerin eine konkrete Gefahr ("real risk") 

nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihr im Fall einer Rückschiebung 

Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des 

EGMR Saadi gegen Italien 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, 

§§ 124–127 m.w.H.). Nach den vorstehenden Ausführungen gelingt ihr das 

nicht. Auch die allgemeine Menschenrechtssituation im Heimatstaat lässt 

den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig er-

scheinen.  

8.2.6 Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im 

Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 

8.3  

8.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat 

D-5206/2025 

Seite 15 

aufgrund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und 

medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefähr-

dung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläu-

fige Aufnahme zu gewähren. 

8.3.2 Im Hinblick auf die allgemeine Situation in der Türkei kann auf die 

diesbezügliche Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts verwie-

sen werden (vgl. Referenzurteile BVGer E-1308/2023 vom 19. März 2024 

E. 11.3.1 sowie E-4103/2024 vom 8. November 2024 E. 13.2 ff.). 

8.3.3 Im Beschwerdeverfahren macht die Beschwerdeführerin geltend, sie 

habe kein familiäres Netz, welches sie bei einer Rückkehr unterstützen 

könnte und auch ihre Schwester, I._______, wäre es nicht möglich, zumal 

diese selbst teilweise noch von der Familie abhängig sei. Die Rückkehr in 

ihre Heimatprovinz sei ihr nicht zumutbar. Als alleinstehende Frau sei es 

für sie auch nicht einfach möglich, sich in einer anderen Region niederzu-

lassen und sich dort zu integrieren. Sodann seien gegen ihren zukünftigen 

Ehemann in der Türkei mehrere Verfahren hängig. Aus den genannten 

Gründen sei der Vollzug der Wegweisung in die Türkei im Moment nicht 

zumutbar, weshalb ihr die vorläufige Aufnahme zu gewähren sei (vgl. Be-

schwerdeschrift S. 4 f.; Eingabe vom 13. August 2025 S. 2).  

8.3.4 Auch bezüglich der individuellen Zumutbarkeit des Wegweisungsvoll-

zugs ist die vorinstanzliche Beurteilung im Ergebnis zu stützen. Die Be-

schwerdeführerin ist jung, hat keine Kinder und verfügt über eine gute 

Schuldbildung. Sie konnte zwar in der Türkei keine Berufserfahrung sam-

meln, hat jedoch in der Schweiz zwei Praktika abgeschlossen sowie eine 

Lehre begonnen (vgl. SEM-act. […] F9). Sodann befindet sie sich gemäss 

den Akten in einem Ehevorbereitungsverfahren mit G._______ (vgl. SEM-

act. […] und […]; Urteil des BVGer D-4671/2023, D-4669/2023 vom 4. März 

2025 E. 6.4.3.3). Es ist folglich davon auszugehen, dass dessen Bezie-

hungsnetz und Erfahrungen auch der Beschwerdeführerin als zukünftige 

Ehefrau zugutekommen wird. Schliesslich steht es ihr frei, Rückkehrhilfe 

zu beantragen (vgl. Art. 93 Abs. 1 Bst. d AsylG i.V.m. Art. 73 ff. der Asylver-

ordnung 2 über Finanzierungsfragen vom 11. August 1999 [AsylV 2, SR 

142.312]).  

8.3.5 Den Akten sind im Weiteren keine (anhaltenden) gesundheitlichen 

Probleme der Beschwerdeführerin zu entnehmen. Die psychologische Be-

handlung hat die Beschwerdeführerin pausiert und angegeben, dass es ihr 

gut gehe (vgl. SEM-act. […] F5 ff.). Auch auf Beschwerdeebene wurde 

D-5206/2025 

Seite 16 

keine Verschlechterung geltend gemacht. Es ist ergänzend darauf hinzu-

weisen, dass die Türkei grundsätzlich über ein funktionierendes Gesund-

heitssystem verfügt, das insbesondere in grösseren Städten dem europäi-

schen Standard entspricht, weshalb auch die Behandlung von psychischen 

Problemen möglich ist (vgl. Referenzurteil E-1948/2018 E. 7.3.5.3; Urteil 

des BVGer E-6060/2024 vom 25. November 2024 E. 8.3.2, m.w.H.). Folg-

lich besteht kein Grund zu Annahme, dass die Beschwerdeführerin nach 

der Rückkehr in die Türkei in eine existenzielle Notlage geraten könnte.  

8.3.6 Schliesslich ist mit dem SEM unter Berücksichtigung der dargelegten 

Umstände sowie der in der Türkei bestehenden Niederlassungsfreiheit da-

von auszugehen, dass es der Beschwerdeführerin zuzumuten ist, sich aus-

serhalb ihrer Heimatprovinz niederzulassen (vgl. angefochtenen Verfügung 

S. 11; vgl. auch E. 6.4.3 hiervor).  

8.3.7 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch 

als zumutbar. 

8.4 Schliesslich obliegt es der Beschwerdeführerin, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 47 Abs. 1 AsylG und dazu auch 

BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als mög-

lich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

8.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

9.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt und – soweit diesbezüglich überprüfbar – ange-

messen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

10.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der 

Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insge-

samt Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 

2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungs-

gericht [VGKE, SR 173.320.2]). Der in gleicher Höhe bezahlte Kostenvor-

schuss wird zur Bezahlung der Verfahrenskosten verwendet. 

D-5206/2025 

Seite 17 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden der Beschwerdeführerin aufer-

legt. Der einbezahlte Kostenvorschuss wird zur Bezahlung der Verfahrens-

kosten verwendet. 

3.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Daniela Brüschweiler Rahel Schöb 

 

 

Versand: