# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4df7bc0c-da0c-5d36-a44e-9fd5cd13b075
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-10-17
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 17.10.2025 D-3303/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-3303-2025_2025-10-17.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-3303/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 7 .  O k t o b e r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Richter Thomas Segessenmann (Vorsitz), 

Richterin Gabriela Freihofer,  

Richter Daniele Cattaneo,    

Gerichtsschreiber Vito Fässler. 

   

Parteien 

 
1. A._______, geboren am (…), 

2. B._______, geboren am (…), 

3. C._______, geboren am (…), 

4. D._______, geboren am (…), 

5. E._______, geboren am (…), 

alle Irak, 

vertreten durch Dr. iur. Jasmine Andenmatten,  

(…),  

Beschwerdeführende,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Rechtsverzögerung / N (…). 

 

D-3303/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Die Beschwerdeführenden 1–4 – ein irakisches Ehepaar mit ihren zwei 

minderjährigen Kindern – ersuchten am 27. Juni 2022 um Asyl in der 

Schweiz.  

A.b Ein Abgleich mit der europäischen Fingerabdruckdatenbank Eurodac 

ergab, dass die Beschwerdeführenden am 28. September 2016 sowie am 

21. April 2017 bereits in Deutschland beziehungsweise in Italien um Asyl 

nachgesucht hatten und ihnen am 16. November 2017 in Italien der Flücht-

lingsstatus zuerkannt worden war.  

A.c Am 12. Juli 2022 wurde mit den Beschwerdeführenden 1 und 2 ein 

persönliches Gespräch und rechtliches Gehör zum Nichteintretensent-

scheid und zur Rückführung in einen sicheren Drittstaat durchgeführt.  

A.d Am selben Tag ersuchte das SEM die italienischen Behörden um 

Rückübernahme der Beschwerdeführenden. Diesem Ersuchen stimmten 

die italienischen Behörden am 29. September 2022 zu.  

A.e Am 29. November 2022 wurden die Beschwerdeführenden dem Kan-

ton F._______ zugewiesen.  

A.f Am (…) 2022 kam der Sohn E._______ (nachfolgend: Beschwerdefüh-

rer 5) zur Welt.  

A.g Mit Schreiben vom 20. Dezember 2022 (Datum Posteingang SEM: 

27. Dezember 2022) wurde das SEM durch den Kanton F._______ über 

die Geburt des Beschwerdeführers 5 informiert.  

A.h Mit Eingaben vom 6. und vom 28. Februar 2024 liessen die Beschwer-

deführenden dem SEM verschiedene Unterlagen (medizinische Berichte, 

Geburtsbestätigung) betreffend die Beschwerdeführenden 3–5 zukom-

men.  

A.i Am 20. Juni 2024 ersuchte das SEM die italienischen Behörden, den 

Beschwerdeführer 5 in die Rückübernahme einzuschliessen und die Gül-

tigkeit der Rückübernahmezusicherung vom 29. September 2022 zu be-

stätigen.  

D-3303/2025 

Seite 3 

A.j Mit Schreiben vom 30. August 2024 erkundigte sich die zugewiesene 

Rechtsvertreterin nach dem Verfahrensstand, reichte weitere medizinische 

Unterlagen betreffend die Beschwerdeführenden 3 und 4 ein und bean-

tragte im Namen der Beschwerdeführenden die sofortige Verfügung von 

deren vorläufigen Aufnahme in der Schweiz.  

A.k Am 15. Oktober 2024 wurde erneut um Auskunft zum Verfahrensstand 

ersucht und für den Fall, dass das SEM innert angemessener Zeit weiterhin 

keine Schritte tätige, die Einleitung eines Beschwerdeverfahrens ange-

droht. Diese Anfrage beantwortete das SEM am 18. Oktober 2024.  

A.l Mit E-Mail vom 22. Oktober 2024 ersuchte die Rechtsvertreterin im Na-

men der Beschwerdeführenden erneut um baldmögliche Entscheidfällung.  

A.m Am 3. April 2025 erinnerte das SEM die italienischen Behörden an die 

Anfrage vom 20. Juni 2024 und bat um Antwort. Daraufhin teilten die itali-

enischen Behörden noch am selben Tag mit, dass das Gesuch aufgrund 

der Geburt des Beschwerdeführers 5 ergänzt worden sei. 

A.n Gemäss Mitteilungen des (…) vom 15. Januar 2025 und vom 22. April 

2025 war der Beschwerdeführer 1 vom 6. Januar 2025 bis zum 22. April 

2025 unbekannten Aufenthalts. 

B.  

Mit Eingabe vom 6. Mai 2025 reichten die Beschwerdeführenden durch ihre 

Rechtsvertreterin beim Bundesverwaltungsgericht eine Beschwerde ein 

und beantragten darin, es sei festzustellen, dass betreffend die vorliegen-

den Asylverfahren eine Rechtsverzögerung vorliege. Das SEM sei anzu-

weisen, die Asylgesuche ohne weitere Verzögerung zu behandeln und eine 

anfechtbare Verfügung im Asylverfahren zu erlassen.  

In prozessualer Hinsicht ersuchten die Beschwerdeführenden um Gewäh-

rung der unentgeltlichen Prozessführung inklusive Verzicht auf die Erhe-

bung eines Kostenvorschusses.  

C.  

Am 23. Mai 2025 liess sich die Vorinstanz zur Beschwerde vernehmen.  

D.  

Mit Replik vom 11. Juni 2025 hielten die Beschwerdeführenden vollumfäng-

lich an ihren Begehren fest.   

D-3303/2025 

Seite 4 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgültig 

(Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Das Verfahren rich-

tet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG 

nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.2 Gegen das unrechtmässige Verweigern oder Verzögern einer anfecht-

baren Verfügung kann bei der Beschwerdeinstanz, die für die Behandlung 

einer Beschwerde gegen eine ordnungsgemäss ergangene Verfügung zu-

ständig wäre, Beschwerde geführt werden (Art. 46a VwVG; vgl. dazu auch 

MARKUS MÜLLER/PETER BIERI, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommen-

tar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren [VwVG], 2.  Aufl. 

2019, Rz. 3 zu Art. 46a).  

Das Bundesverwaltungsgericht ist damit für die Beurteilung der vorliegen-

den Rechtsverzögerungsbeschwerde zuständig.  

1.3 Rechtsverzögerungsbeschwerden richten sich gegen den Nichterlass 

einer anfechtbaren Verfügung. Die Beschwerdelegitimation setzt voraus, 

dass bei der zuständigen Behörde zuvor ein Begehren um Erlass einer 

Verfügung gestellt wurde und Anspruch darauf besteht. Ein Anspruch ist 

anzunehmen, wenn die Behörde verpflichtet ist, in Verfügungsform zu han-

deln und der ansprechenden Person nach Art. 6 i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG 

Parteistellung zukommt (vgl. BVGE 2008/15 E. 3.2 m.w.H.). 

 

Die Vorinstanz hat über die Asylgesuche der Beschwerdeführenden in 

Form einer anfechtbaren Verfügung zu befinden (Art. 31a AsylG i.V.m. 

Art. 5 Abs. 1 und Art. 44 VwVG). Die Beschwerdeführenden sind daher zur 

Beschwerdeführung legitimiert.  

1.4 Gegen das unrechtmässige Verweigern oder Verzögern einer Verfü-

gung kann jederzeit Beschwerde geführt werden (Art. 50 Abs. 2 VwVG). 

Die zeitliche Grenze bildet der Grundsatz von Treu und Glauben. Die be-

troffene Person muss darlegen, dass sie zur Zeit der Beschwerde-

D-3303/2025 

Seite 5 

einreichung ein schutzwürdiges – mithin aktuelles und praktisches – Inte-

resse an der Vornahme der verzögerten Amtshandlung respektive der 

Feststellung einer entsprechenden Rechtsverzögerung hat. Erforderlich ist 

zudem bei Verzögerung des Verfügungserlasses, dass sie ihr Begehren 

wiederholt, bevor sie die Beschwerde einreicht (vgl. ANDRÉ MOSER/MI-

CHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER/MARTIN KAYSER, Prozessieren vor 

dem Bundesverwaltungsgericht, 3. Aufl. 2022, Rz. 5.20 ff.). 

Das SEM hat das Asylverfahren der Beschwerdeführenden bis anhin noch 

nicht abgeschlossen. Mit diversen Eingaben, darunter den Verfahrens-

standanfragen vom 30. August 2024 und vom 15. Oktober 2024, haben die 

Beschwerdeführenden ihr aktuelles und praktisches Interesse am Verfü-

gungserlass durch das SEM manifestiert. Nachdem das SEM auch über 

sechs Monate nach der letzten Verfahrensstandanfrage vom 15. Oktober 

2024, mit welcher die Einreichung einer Rechtsverzögerungsbeschwerde 

angedroht worden war, keinen Entscheid gefällt hatte, durften sie Anfang 

Mai 2025 nach Treu und Glauben annehmen, die Vorinstanz werde vorder-

hand keine anfechtbare Verfügung erlassen, zumal sie – soweit aus den 

vorinstanzlichen Akten ersichtlich – im damaligen Zeitpunkt keine Kenntnis 

von der Nachfrage des SEM bei den italienischen Behörden vom 3. April 

2025 hatten.  

1.5 Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen ist auf die formgerecht ein-

gereichte (Art. 52 Abs. 1 VwVG) Rechtsverzögerungsbeschwerde einzu-

treten. 

2.  

2.1 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

2.2 Die Prüfungsbefugnis des Bundesverwaltungsgerichts beschränkt sich 

vorliegend auf die Frage, ob die Vorinstanz das Rechtsverzögerungsverbot 

verletzt hat. Im Falle einer Gutheissung der Beschwerde weist es die Sa-

che mit verbindlichen Weisungen an die Vorinstanz zurück (Art. 61 Abs. 1 

VwVG; vgl. BVGE 2008/15 E. 3.1.2, m.w.H.).  

3.  

3.1 Das Verbot der Rechtsverzögerung ergibt sich als Teilgehalt aus der 

allgemeinen Verfahrensgarantie von Art. 29 Abs. 1 BV. Danach hat jede 

Person Anspruch auf eine Beurteilung ihrer Sache innert angemessener 

Frist (sog. Beschleunigungsgebot). Diese Verfahrensgarantie gilt für alle 

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Seite 6 

Sachbereiche und alle Akte der Rechtsanwendung (vgl. BGE 130 I 174 

E. 2.2, m.w.H.). 

3.2 Von einer Rechtsverzögerung im Sinne des Gesetzes ist nach Lehre 

und Praxis auszugehen, wenn behördliches Handeln zwar nicht – wie bei 

einer Rechtsverweigerung – grundsätzlich infrage steht, aber die Behörde 

nicht innert der Frist handelt, die nach der Natur der Sache objektiv als 

angemessen erscheint. Die Frage der Angemessenheit der Dauer eines 

Verfahrens ist im Einzelfall unter Berücksichtigung der gesamten Um-

stände zu beurteilen. In Betracht zu ziehen sind dabei namentlich die Kom-

plexität der Sache, das Verhalten der betroffenen Beteiligten und der Be-

hörden, die Bedeutung des Verfahrens für die betroffene Partei sowie ein-

zelfallspezifische Entscheidungsabläufe (vgl. MÜLLER/BIERI, a.a.O., Rz. 16 

zu Art. 46a VwVG, BGE 130 I 312 E. 5.1 und 5.2, m.w.H.). Ein Verschulden 

der Behörde an der Verzögerung wird nicht vorausgesetzt, weshalb sie das 

Rechtsverzögerungsverbot auch dann verletzt, wenn sie wegen Personal-

mangels oder Überlastung nicht innert angemessener Frist handelt (vgl. 

BGE 138 II 513 E. 6.4; 107 Ib 60 E. 3.c; 103 V 190 E. 5c). Spezialgesetzli-

che Behandlungsfristen sind bei der Beurteilung der Angemessenheit der 

Verfahrensdauer zu berücksichtigen (vgl. zum Ganzen auch das Urteil des 

BVGer E-1438/2018 vom 5. April 2018 E. 3.2, m.w.H.). 

4.  

4.1 In der Rechtsverzögerungsbeschwerde vom 6. Juni 2025 wird im We-

sentlichen moniert, die Vorinstanz begründe die lange Verfahrensdauer 

und ihr langes Untätigbleiben lediglich mit dem Verhalten der italienischen 

Behörden und der noch ausstehenden Antwort der italienischen Behörden 

auf das Rückübernahmeersuchen, welches auch den Beschwerdeführer 5 

beinhalte. Die Beschwerdeführenden würden zum Zeitpunkt des Be-

schwerdeversands seit fast drei Jahren auf einen Entscheid die Zuständig-

keit ihres Asylverfahrens betreffend warten. Der vorliegende Fall sei nicht 

komplexer Natur, was der Angemessenheit der Verfahrensdauer einen en-

gen Rahmen setze. Dies umso mehr, da es sich bei den beiden älteren 

Kindern um vulnerable Personen handle, wie die diversen, schon lange 

vorliegenden medizinischen Unterlagen aufzeigen würden. Es liege in der 

Kompetenz des SEM, den Erlass einer vorläufigen Aufnahme zu verfügen, 

wobei das Abwarten auf die hängige Antwort Italiens obsolet wäre. Zur 

Stützung ihrer Argumentation verwiesen die Beschwerdeführenden auf die 

Urteile des Bundesverwaltungsgerichts D-5129/2023 vom 5. Februar 2024 

und D-947/2025 vom 9. April 2025. 

D-3303/2025 

Seite 7 

4.2 In seiner Vernehmlassung führt die Vorinstanz im Wesentlichen aus, 

der zeitliche Ablauf der Abklärungen zur Rückübernahme liege in den Hän-

den der italienischen Behörden. Den Akten könne entnommen werden, 

dass der Kontakt mit den italienischen Behörden bestehe und diese, ent-

sprechend der letzten Rückmeldung vom 3. April 2025, an den ausstehen-

den Abklärungen arbeiten würden. Die eingebrachten gesundheitlichen 

Einschränkungen vermöchten die hohe Schwelle von Art. 3 EMRK nicht zu 

überschreiten. Entgegen den Ausführungen in der Beschwerdeschrift habe 

damit keine Grundlage bestanden, aufgrund der Vulnerabilität der Kinder 

die vorläufige Aufnahme zu verfügen. Betreffend das Urteil D-5129/2023 

sei anzuführen, dass im betreffenden Fall ein kooperatives Verhalten der 

zypriotischen Behörden nach Einschätzung des Gerichts zu diesem Zeit-

punkt nicht zu erwarten gewesen sei. Im Urteil D-947/2025 habe das Ge-

richt erkannt, dass das SEM nach Eingang der unzureichenden Zustim-

mung durch die italienischen Behörden keine weiteren Schritte unternom-

men habe, um von den italienischen Behörden die gewünschte Zusiche-

rung zu erhalten. Zudem seien in dem betreffenden Verfahren über längere 

Zeit Abklärungen des SEM gelaufen, ob eine Wegweisung für die Be-

schwerdeführenden in diesem Fall noch zumutbar sei. Im vorliegenden Fall 

habe zu keinem Zeitpunkt in Frage gestanden, dass die Wegweisung nach 

Italien grundsätzlich möglich, zumutbar und zulässig sei.  

4.3 In ihrer Replik halten die Beschwerdeführenden entgegen, die Rechts-

vertretung sei nie darüber informiert worden, dass die italienischen Behör-

den bestätigt hätten, der Fall sei bei ihnen in Bearbeitung. Da die Details 

dieser Bestätigung nicht bekannt seien, könne nicht rechtsgenüglich dazu 

Stellung genommen werden. Ebenfalls sei nicht bekannt, ob die italieni-

schen Behörden die spezifischen Behandlungen, welche die Kinder der 

Beschwerdeführenden benötigten, sicherstellen würden. Die Untätigkeit 

der italienischen Behörden könne keine Rechtfertigung dafür sein, dass 

das hiesige Verfahren so lange dauere. Es stehe dem SEM frei, die vorläu-

fige Aufnahme zu verfügen oder auf die Asylgesuche einzutreten und die 

Schutzbedürftigkeit selbst zu prüfen. Gemäss Art. 6 Abs. 3 des Rücküber-

nahmeabkommens zwischen der Schweiz und Italien (Abkommen zwi-

schen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Italienischen Re-

publik über die Rückübernahme von Personen mit unbefugtem Aufenthalt 

vom 10. September 1998 [SR 0.142.114.549]; Anmerkung des Gerichts) 

habe die ersuchte Vertragspartei den eigenen Entscheid der ersuchenden 

Vertragspartei innert kürzester Frist, spätestens innert acht Tagen schrift-

lich mitzuteilen. Diese Frist sei längst überschritten worden.  

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Seite 8 

5.  

5.1 Gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG tritt das SEM in der Regel auf 

Asylgesuche nicht ein, wenn Asylsuchende in einen sicheren Drittstaat 

nach Art. 6a Abs. 2 Bst. b AsylG zurückkehren können, in welchem sie sich 

vorher aufgehalten haben. Ein solcher Nichteintretensentscheid nach 

Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG ist innerhalb von fünf Arbeitstagen zu treffen 

(Art. 37 Abs. 5 AsylG), wobei es sich dabei um eine Ordnungsfrist handelt, 

deren Überschreitung im Einzelfall jedoch eine Rechtsverzögerung be-

gründen kann, sofern für die lange Verfahrensdauer keine objektive Recht-

fertigung vorliegt.  

5.2 Die Beschwerdeführenden haben am 27. Juni 2022 ihre Asylgesuche 

in der Schweiz gestellt. Das erstinstanzliche Verfahren dauert somit insge-

samt bereits mehr als drei Jahre und vier Monate. Diese lange Verfahrens-

dauer bedürfte – namentlich im Lichte des beabsichtigten Nichteintretens-

entscheids und der für diese Verfahren spezialgesetzlich vorgesehenen 

kurzen Behandlungsfristen – einer besonderen Rechtfertigung.  

5.3 Aus den vorinstanzlichen Akten sowie den Ausführungen des SEM in 

der Vernehmlassung geht hervor, dass die Beschwerdeführenden in Italien 

über einen gültigen Flüchtlingsstatus verfügen und dass die italienischen 

Behörden die Rückübernahme der Beschwerdeführenden 1–4 nach Italien 

am 29. September 2022 im Grundsatz zugesichert haben. Um die geltend 

gemachte besondere Vulnerabilität der Beschwerdeführenden 3 und 4 

wusste die Vorinstanz aufgrund der eingereichten medizinischen Unterla-

gen schon zu diesem Zeitpunkt. Von der Geburt des Beschwerdeführers 5 

erfuhr das SEM ebenfalls Ende 2022. Bereits zu diesem Zeitpunkt verfügte 

die Vorinstanz somit grundsätzlich – mit Ausnahme der Rückübernahme-

zusicherung betreffend den Beschwerdeführer 5 – über alle wesentlichen 

Entscheidgrundlagen. 

5.4 In der Folge verstrichen rund eineinhalb Jahre, bis das SEM am 20. Ju-

ni 2024 die italienischen Behörden um Einschluss des im (…) 2022 gebo-

renen Beschwerdeführers 5 sowie um Bestätigung der Gültigkeit der Rück-

übernahmezusicherung anfragte. Diese lange Dauer lässt sich nur zum Teil 

dadurch erklären, dass sich die Geburtsregistrierung aufgrund fehlender 

Dokumente verzögert hatte (vgl. zivilstandsamtliche Bestätigung der Ge-

burtsanmeldung vom 12. Dezember 2023 [SEM-act. 54/1]). 

5.5 Stärker fällt vorliegend ins Gewicht, dass das SEM nach der Anfrage 

an die italienischen Behörden vom 20. Juni 2024 beinahe neun Monate 

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Seite 9 

untätig blieb. Auf Nachfrage des SEM vom 3. April 2025 antworteten die 

italienischen Behörden mit E-Mail vom selben Tag: «[T]he request was 

supplemented by the birth of E._______. This Office urged that the family 

be placed in a suitable facility». Aus dem Wortlaut dieser E-Mail ergibt sich 

zwar eine Bestätigung, dass das Rückübernahmeersuchen neu auch den 

Beschwerdeführer 5 umfasst. Die Antwort enthält aber – trotz ausdrückli-

chen Ersuchens des SEM – keine eindeutige Bestätigung der Gültigkeit 

der Rückübernahmezusicherung. Vielmehr bleibt aufgrund des Hinweises 

betreffend die Unterbringung der Familie unklar, ob die italienischen Be-

hörden die Rückübernahmezusicherung vom Vorhandensein geeigneter 

Strukturen abhängig machen, ob diesbezüglich Abklärungen laufen und ob 

beziehungsweise wann das SEM mit einer (definitiven) Antwort rechnen 

kann. Aus dem anschliessenden erneuten Zuwarten während weiteren sie-

ben Monaten ist zu schliessen, dass offenbar auch die Vorinstanz Zweifel 

daran hegt, ob die Antwort der italienischen Behörden als definitive Zusi-

cherung verstanden werden kann, die Beschwerdeführenden zurückzu-

nehmen. Anders lässt es sich kaum erklären, weshalb sie vorliegend noch 

immer keinen Entscheid gefällt hat.  

5.6 Das Bundesverwaltungsgericht kommt bei dieser Sachlage zum 

Schluss, dass das weitere Zuwarten des SEM weder mit dem verfassungs-

rechtlichen Anspruch gemäss Art. 29 Abs. 1 BV (vgl. oben E. 3.1) noch mit 

den spezialgesetzlichen Behandlungsfristen (vgl. Art. 37 Abs. 5 AsylG) ver-

einbar ist. Es steht ausser Frage, dass die vorinstanzliche Verfahrensdauer 

von drei Jahren und vier Monaten im Fall der Beschwerdeführenden dem 

Anspruch auf Behandlung und auf Beurteilung innert angemessener Frist 

in keiner Weise gerecht wird. Unter den gegebenen Umständen erscheint 

es objektiv auch nicht gerechtfertigt, weiterhin auf eine Antwort bezie-

hungsweise eine (rechtsgenügliche) Rückübernahmezusicherung der itali-

enischen Behörden zu warten. Ein weiteres Zuwarten des SEM würde den 

Anspruch der Beschwerdeführenden auf Erlass einer anfechtbaren Verfü-

gung verletzen. Es sind vorliegend auch keine anderen Gründe ersichtlich, 

welche die übermässig lange Dauer des erstinstanzlichen Verfahrens der 

Beschwerdeführenden rechtfertigen könnten (vgl. zum Ganzen Urteile des 

Bundesverwaltungsgerichts D-947/2025 vom 9. April 2025 E. 5.3 und 

D-5129/2023 vom 5. Februar 2024 E. 4.3). 

5.7 Aus dem Gesagten ergibt sich, dass die Dauer des Verfahrens der Be-

schwerdeführenden als unangemessen lang zu erachten ist. Das Rechts-

begehren der Beschwerdeführenden, es sei eine Rechtsverzögerung fest-

zustellen, erweist sich somit als berechtigt.  

D-3303/2025 

Seite 10 

5.8 Die Beschwerde ist daher gutzuheissen und das SEM ist anzuweisen, 

die Asylgesuche der Beschwerdeführenden ohne weitere Verzögerung zu 

behandeln und die betreffenden Verfahren zum Abschluss zu bringen.  

6.  

6.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu erheben 

(Art. 63 Abs. 3 VwVG i.V.m. Art. 37 VGG). Das Gesuch um Gewährung der 

unentgeltlichen Prozessführung wird gutgeheissen. Mit dem vorliegenden 

Urteil wird das Gesuch um Verzicht auf Erhebung eines Kostenvorschus-

ses gegenstandslos.  

6.2 Gemäss Art. 64 Abs.1 VwVG i.V.m. Art. 37 VGG kann die Beschwer-

deinstanz der ganz oder teilweise obsiegenden Partei von Amtes wegen 

oder auf Begehren eine Entschädigung für die ihr erwachsenen notwendi-

gen und verhältnismässig hohen Kosten zusprechen (vgl. für die Grund-

sätze der Bemessung der Parteientschädigung ausserdem Art. 7 ff. des 

Reglements über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesver-

waltungsgericht vom 21. Februar 2008 [VGKE, SR 173.320.2]).  

Den Beschwerdeführenden ist keine Parteientschädigung auszurichten, da 

sie im vorliegenden Verfahren durch eine zugewiesene unentgeltliche 

Rechtsvertretung im Sinne von Art. 102h AsylG vertreten wurden, deren 

Leistungen vom Bund nach Massgabe von Art. 102k AsylG entschädigt 

werden (vgl. auch Art. 111ater AsylG).  

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-3303/2025 

Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen. 

2.  

Das SEM wird angewiesen, die Asylgesuche der Beschwerdeführenden 

ohne weitere Verzögerung zu behandeln und das Verfahren zum Ab-

schluss zu bringen.  

3.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird gut-

geheissen.  

4.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.  

5.  

Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet. 

6.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden und das SEM. 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Thomas Segessenmann Vito Fässler 

 

 

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