# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6dd21ab2-affa-5218-86d8-6bd67f5063e4
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-09-01
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Kantonsgericht Strafkammer und Anklagekammer 01.09.2014 ST.2014.20
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_KG_001_ST-2014-20_2014-09-01.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: ST.2014.20

Stelle: Kantonsgericht

Rubrik: Strafkammer und Anklagekammer

Publikationsdatum: 01.09.2014

Entscheiddatum: 01.09.2014

Entscheid Kantonsgericht, 01.09.2014
Art. 25 StGB i.V.m. Art. 15 Abs. 5 Satz 1 und Art. 37 Ziff. 1 Satz 1 SprstG. Wer 
sich an Fussballspielen (eventual-)vorsätzlich daran beteiligt, eine 
Fanblockfahne über eine Gruppe von Fussballanhängern aufzuziehen und 
gespannt zu halten, damit diese in der Folge vermummt pyrotechnische 
Gegenstände ("Pyros") abbrennen können, macht sich der Gehilfenschaft 
zur Widerhandlung gegen das Sprengstoffgesetz schuldig (Kantonsgericht, 
Strafkammer, 1. September 2014, ST.2014.20).

Zum Sachverhalt:

X wird vorgeworfen, dass er sich am 3. August 2013 als Gehilfe an einer Pyro-Aktion in 

der AFG Arena St. Gallen beteiligt habe. Im Wissen darum, dass nach der Pause 

bisweilen Pyros abgebrannt würden, habe er sich mit drei anderen Personen daran 

beteiligt, eine ca. 5 mal 4 Meter grosse Fahne auszubreiten und derart über eine 

Gruppe von Fussball-Ultras zu ziehen, dass die Fahne auf einer Breite von etwa zwei 

Metern über die Köpfe der Fans gezogen, seitlich dann aber bis fast auf den Boden 

heruntergezogen worden sei. Aufgrund dieses Vorgehens habe er erkennen müssen, 

dass es um das Abdecken von Leuten gegangen sei, die sich unter der Fahne 

vermummt hätten, um Pyros zu zünden. Obwohl in der Folge fünf Vermummte unter 

der Fahne hervorgekommen seien und Pyros gezündet hätten, danach wieder unter der 

Fahne verschwunden seien und sich entmummt hätten, habe er sich daran beteiligt, die 

Fahne gespannt zu halten. Er habe eingeräumt, dass man halt auch an solchen 

Aktionen beteiligt sei, wenn man immer an Choreos beteiligt sei. Die Vorinstanz erklärte 

X der Gehilfenschaft zur Widerhandlung gegen das Sprengstoffgesetz für schuldig; die 

Strafkammer bestätigte diesen Schuldspruch.  

 

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Aus den Erwägungen: 

III./1. X bestätigte im Strafverfahren, dass er beim Fussballspiel FC St. Gallen gegen 

den FC Basel in der AFG Arena St. Gallen vom 3. August 2013 unter anderem 

zusammen mit A und B ca. zehn Minuten vor Beginn der zweiten Halbzeit eine 5 mal 4 

Meter grosse, braune Blockfahne mit dem Schriftzug "Espenmoos" über einen Teil der 

Stehrampe gezogen habe bzw. dass er auf den Videobildern zu sehen sei. Auch steht 

fest, dass sich nach Aufspannen der Fahne mehrere Fans unter diese begaben, 

alsdann mehrere vermummte, nicht identifizierbare Personen mit pyrotechnischen 

Fackeln in den Händen unter der Blockfahne hervorkamen, anschliessend verteilt im 

Fanblock beim Einmarsch der Fussballspieler Pyros zündeten und sich danach unter 

der Fahne offensichtlich wieder "entmummten".

2. a) Zwar machte die Verteidigung im Berufungsverfahren geltend, X sei nur an einer 

Choreografie beteiligt gewesen. Es könne nicht davon ausgegangen werden, er habe 

gewusst, dass sich Leute unter der Fahne vermummten und anschliessend Pyros 

zündeten. Dies trifft jedoch nicht zu.

Denn X war für das (Auf-)Spannen der Blockfahne bzw. die Choreografie 

hauptverantwortlich und erteilte entsprechende Weisungen an seine Kollegen (Zugaben 

an der Berufungsverhand-lung). Dabei wurde die Fahne an den Seiten heruntergezogen 

und nahm auf diese Weise (vgl. die Videoaufnahmen) eine Form ähnlich einer "Hütte" 

an, was offenkundig als Sichtschutz diente. X wusste auch um Pyros bzw. um deren 

Einsatz an Fussballspielen. So wurden bei ihm zuhause anlässlich der 

Hausdurchsuchung pyrotechnische Gegenstände gefunden. Darüber hinaus hat die 

Vereinigung V, welcher X angehört, gerade zum Ziel, die Mannschaft mit Fangesängen, 

Hüpfen, Klatschen, Fahnen/Choreografien und eben auch mit Pyros zu unterstützen 

(ausdrückliche Zugabe von X an Schranken des Berufungsgerichts). Er selbst räumte 

ein, er habe bald einmal mitbekommen, dass sich Leute maskierten. Dies musste ihm 

spätestens bewusst gewesen sein, als er zugegebenermassen selbst unter der Fahne 

war, zumal er auch dann noch für das Spannen der Blockfahne verantwortlich war. 

Indem X die Blockfahne aufzog und auch nicht wieder einrollte, als er die Maskierungen 

bemerkte, erleichterte er anderen Fussballanhängern die Vornahme einer Straftat, d.h. 

das Vermummen unter der Fahne zum Zwecke des anschliessenden Zündens von 

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Pyros. Er nahm dabei zumindest im Sinne eines Eventualvorsatzes in Kauf, dass seine 

Unterstützung die geschilderte Straftat förderte.

b) Im Weiteren hat die Vorinstanz zu Recht erwogen, dass das Halten bzw. Aufziehen 

der Fahne nicht nur den Zweck hatte, das Vermummen, sondern auch das Abbrennen 

von Pyros zu ermöglichen, worauf auch der (Eventual-)Vorsatz von X gerichtet war. 

Daher ist nicht bloss von einer (vorliegend straflosen) Gehilfenschaft zu einer 

Übertretung auszugehen. 

c) Schliesslich kann sich X auch nicht auf die Bestimmung von Art. 21 StGB (Irrtum 

über die Rechtswidrigkeit) stützen (so die Verteidigung). Ein Rechts-/Verbotsirrtum liegt 

nur vor, wenn der Täter meint, (überhaupt) kein Unrecht zu tun (Trechsel/Jean-Richard, 

in Trechsel/Pieth (Hrsg.), StGB PK, 2. Aufl., Zürich/St. Gallen 2013, Art. 21 N 4 mit 

Hinweisen). Dies war vorliegend nicht der Fall, zumal gegen X bereits früher ein 

Stadionverbot wegen des Missbrauchs von pyrotechnischen Gegenständen 

ausgesprochen werden musste.   

d) Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Einzelrichter des Kreisgerichts X zu 

Recht der (vorsätzlichen) Gehilfenschaft zur Widerhandlung gegen das 

Sprengstoffgesetz schuldig gesprochen hat (Art. 25 StGB i.V.m. Art. 15 Abs. 5 Satz 1 

und Art. 37 Ziff. 1 Satz 1 SprstG [SR 941.41]).

3. Damit ist die Berufung von X gegen den vorinstanzlichen Schuldspruch abzuweisen 

und der Entscheid des Einzelrichters des Kreisgerichts diesbezüglich zu bestätigen.

(Der Entscheid der Strafkammer ist rechtskräftig.)

 

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	Entscheid Kantonsgericht, 01.09.2014
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