# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 85b032b3-cb08-5236-95b6-2425853fa62e
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-04-25
**Language:** de
**Title:** Verdacht auf Schizophrenie, früher Suchtgeschehen, ungenügende Arztberichte, Rückweisung zur psychiatrischen Begutachtung
**Docket/Reference:** IV.2014.00032
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2014.00032.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2014.00032
II. Kammer
Sozialversicherungsrichter Mosimann, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Käch
Sozialversicherungsrichterin Sager
Gerichtsschreiberin Kübler-Zillig
Urteil
vom
25. April 2014
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwalt
Dr.
Peter Stadler
Dufourstrasse 140, 8008 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
X.___
, geboren 1975, ist gelernter
Elektriker (Urk. 7/5 Ziff. 5.2), arbeitete jedoch seit dem Jahre 2005 bei verschiedenen Arbeitgebern als Bauarbeiter und Bodenleger, bis er im Juni 2009 bei einem
Sportunfall
eine
Achillessehnenruptur erlitt (Urk. 7/5 Ziff. 5.4
, vgl. Urk. 7/4
).
Am 21. Januar 2010
meldete sich der
Versicherte bei der Invalidenversicherung zum Leistungs
bezug an (Urk. 7/5 Ziff. 6.2-3). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zü
rich, IV-
Stelle,
tätigte
in der Folge
erwerbliche (Urk. 7/9, Urk. 7/12, Urk. 7/17) und me
di
zi
nische Abklärungen
(
Urk. 7/4,
Urk. 7/
16
, Urk. 7/34
)
und zog die Ak
ten
der Ar
beitslosenversicherung (Urk. 7/10, Urk. 7/31) sowie
des Unfallversi
cherers (Urk. 7/15
, Urk. 7/35
)
bei
.
Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Urk. 7/43-44)
verneinte die IV-Stelle
mit Verfügungen vom 1
6.
und 17. März
2011 sowohl einen Anspruch auf Arbeitsvermittlung (Urk. 7/47) als auch
auf
eine
Invalidenrente (Urk. 7/46).
1.2
Am 1. April 2011 meldete sich der Versicherte erneut bei der IV-Stelle und be
an
tragte die Prüfung von Integrationsmassnahmen (Urk. 7/48, Urk. 7/50).
Nach Ein
gang eines aktuellen Arztberichtes (Urk. 7/59) sowie Auferlegung der Scha
den
minderungspflicht durch Aufnahme einer Psychotherapie (Urk. 7/70) ge
währte die IV-Stelle dem Versicherten mit Schreiben vom 24. Juli 2012 Arbeits
ver
mitt
lung vom 1. Juli 2012 bis 31. Januar 2013 (Urk. 7/71)
, welche am 4. Februar 2013 abgeschlossen wurde (Urk. 7/101). Die IV-Stelle holte in der Folge einen ak
tuellen Arztbericht ein (Urk. 7/104) und verneinte nach durch
geführtem Vor
be
scheidverfahren (Urk. 7/107, Urk. 7/109) mit Verfügung vom 25. November 2013
einen Rentenanspruch (Urk. 7/112 = Urk. 2).
2.
Gegen die Verfügung vom 25. November 2013 (Urk. 2) erhob der Versicherte am
10. Januar 2014 Beschwerde und beantragte die Zusprache beruflicher Mass
nah
men sowie einer Rente
, eventuell die Durchführung weiterer Abklärun
gen
(Urk. 1
S. 2 Ziff. 2). In formeller Hinsicht beantragte der Beschwerdeführer sodann die
Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung und Rechtsvertre
tung (Urk. 1 S. 2 Ziff. 5-6)
. Mit Beschwerdeantwort vom 4. Februar 2014 schloss die IV-Stelle
auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6), worauf am 13. März 2014 eine Instruk
tionsverhandlung durchgeführt wurde (Urk. 8, Prot. S. 2).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den All
ge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit
verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende
ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt
zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Ver
bindung mit
Art.
28a
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversi
che
rung (
IVG
)
aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und
nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Einglie
der
ungs
massnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Ar
beits
marktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid gewor
den wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der
Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffern
mässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, wo
rauf
sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allge
mei
ne
Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E.
3.4.2 mit Hinweisen).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu be
tä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (
Art.
8 ATSG)
sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent besteht Anspruch auf
eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent auf eine
halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent auf eine Drei
viertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die
ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage,
wel
che Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen
(BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sam
men
hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E.
3a,
122 V 157 E.
1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung davon aus, dass
aufgrund der medizinischen Akten
kein Gesundheitsschaden nach Art. 8 ATSG ausgewiesen sei (Urk.
2 S.
1). Tatsächlich werde die Arbeitsfähigkeit im letzten ärztlichen Bericht vom Februar 2013 mit 50 % beurteilt. Es sei aber da
von aus
zugehen, dass die Beschwerden, welche der Beschwerdeführer subjektiv erlebe,
hauptsächlich Auswirkungen des Substanzgebrauches seien. Diese könnten je
doch
nicht berücksichtigt werden, weil Süchte für sich alleine keine Invalidität im Sinne der Invalidenversicherung begründeten (S. 2).
2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer geltend, im Verlaufsbericht vom
12. Februar 2013 seien zwar tatsächlich etwas missverständlich nur „Status-nach-Diagnosen“ aufgeführt. Aus der Formulierung, dass eine Schizophrenie weiter
hin
nicht auszuschliessen sei, gehe aber klar hervor, dass die Verdachtsdi
agnose einer
paranoiden Schizophrenie auch damals noch bestanden habe. Wie schon im Be
richt vom 16. August 2011 sei sodann auch im Bericht vom 12. Februar 2013 bei den Störungen durch multiplen Substanzgebrauch auf die gegenwärtige Absti
nenz
hingewiesen worden. Schliesslich sei auch im Februar 2013 lediglich eine Ar
beitsfähigkeit
in leidensangepasster Tätigkeit
von 50 % attestiert wor
den (Urk.
1 S.
5 Rz 10). Auch aus der neusten medizinischen Stellungnahme vom 9. Ja
nuar
2014 gehe hervor, dass die Verdachtsdiagnose einer paranoiden Schi
zophrenie weiterhin bestehe, dass der vormalige Drogenkonsum auch als Folge einer beginnenden psychotischen Entwicklung verstanden werden könne
und dass es ihm während des ganzen Behandlungszeitraums problemlos gelun
gen sei,
auf den Konsum von
psychotropen Substanzen zu verzichten (S. 5 f. Rz 13).
Ge
stützt auf die Berichte der
Y.___
sei ein relevanter Gesundheitsschaden ausgewiesen und eine an
gepasste Arbeitsfähigkeit von le
dig
lich 50 % ausgewiesen (S. 6 Rz 14).
2.3
Strittig und zu prüfen ist demnach, ob beim Beschwerdeführer ein
versiche
rungs
r
echtlich relevanter Gesundheitsschaden vorliegt.
3.
3.1
In ihrem Bericht vom 16. August 2011 (Urk. 7/59) führten die Ärzte der
Y.___
aus,
seit der psychischen Dekompensation im Herbst 2010 und in der Folge not
wen
digen Hospitalisation im
Y.___
-Zentrum
Z.___
im November 2010 habe sich aus psychiatrischer Sicht der Verdacht auf eine Grunderkrankung aus dem schizo
phrenen Formenkreis erhärtet
(S. 1)
.
Als Diagnose mit Auswirkung auf die Ar
beits
fähigkeit nannten die Ärzte dementsprechend den Verdacht auf parano
ide
Schizophrenie sowie als solche ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit Stö
rung
en durch multiplen Substanzgebrauch (Cannabis, Kokain), gegenwärtig ab
sti
nent (Ziff. 1.1). Der Beschwerdeführer habe positiv auf die begonnene sozi
alpsychiatrische Behandlung reagiert und die erhebliche psychotische Sympto
matik sei unter der Medikation mit Abilify bisher gut remittiert (S. 3 Mitte).
Seit dem 1. November 2010 bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in der bis
he
ri
gen Tätigkeit als Bauarbeiter. In einer behinderungsangepassten Tätigkeit als
Lager- oder Reinigungsmitarbeiter sei der Beschwerdeführer seit dem
1.
Juni 2011
zu 50 % arbeitsfähig (Ziff. 1.6).
Die Entwicklung der Arbeitsfähigkeit auf längere Sicht werde der weitere Behandlungsverlauf zeigen. In einem verständ
nis
vollen Umfeld, bei kontrolliert niedrigem Stressniveau, realistischer Selbst
ein
schätzung und verbesserter Integration bestünden durchaus Aussichten auf eine Arbeitsfähigkeit von 50 % (S. 1).
3.2
Am 12. Februar 2013 nannten die Ärzte der
Y.___
folgende Diagnosen (Urk. 7/104
S. 1):
-
Status nach wiederholt polymorph psychotischer Störung, unter neu
roleptischer Medikation remittiert, Entwicklung einer Schizophrenie weiterhin nicht auszuschliessen
-
Status nach Störungen durch Kokain, schädlicher Gebrauch, gegenwärtig abstinent
-
Status nach Störungen durch Cannabinoide, gegenwärtig abstinent
Seit dem letzten Bericht vom 16. August 2011 sei es zu keinen Episoden mit
selbstverletzendem
V
erhalten gekommen und es sei
dem Patienten
gelungen, so
weit beur
teilbar glaubhaft, auf den Konsum von Substanzen vollständig zu ver
zichten (S. 1). Trotz bisher relativ stabilem Behandlungsverlauf und Stabili
sie
rung unter täglicher Neuroleptika-Einnahme müsse auch mittel- bis langfristig von einer deutlich verringerten Belastbarkeit ausgegangen werden. Die Weiter
führung der Neuroleptika-Medikation im Rahmen der begonnenen integrierten
psychiatrischen Behandlung
sei
über Jahre erforderlich. Aus psychi
atrischer Sicht
sei ein Einsatz als Bauarbeiter (Führen von Maschinen etc.) der
zeit nicht mehr möglich. In einer angepassten Tätigkeit sei eine Arbeitsfähigkeit von zirka 50 % möglich, ein Arbeitsversuch sei zu begrüssen (S. 2).
3.3
Dr.
med.
A.___
, FMH Arbeitsmedizin und FMH Allgemeinmedizin, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD) der Beschwerdegegnerin,
hielt am 23. Mai 2013 fest, die aktuellen Diagnosen würden einer Suchtproblematik entsprechen. Eine invalidisierende Erkrankung liege nicht vor. Dies sei allerdings keine medi
zinische Frage, sondern müsse vom Rechtsanwender beurteilt werden. Aus ar
beitsmedizinischer Sicht spreche nichts dagegen, dass unter absoluter Drogen
karenz eine vollständige Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit erreicht werde. Eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes seit dem Jahre 2011 sei nicht aus
gewiesen (
Urk. 7/105
S. 3).
3.4
In ihrem Bericht vom 9. Januar 2014 (Urk. 3/3) verwiesen die Ärzte der
Y.___
ins
besondere auf den Verlaufsbericht vom 16. August 2011 und hielten fest, die Ver
d
achtsdiagnose einer paranoiden Schizophrenie bestehe weiterhin. Der Dro
genkonsum des Beschwerdeführers beispielsweise im Jahre 2010 könne jeweils auch als Folge bei beginnender psychotischer Entwicklung gesehen werden. Zur abschliessenden Beurteilung sei der Behandlungszeitraum noch zu kurz gewe
sen. Leider habe der Beschwerdeführer die Behandlung mittlerweile sistiert, wes
wegen eine aktuelle Beurteilung des Gesundheitszustandes und somit auch der Arbeitsfähigkeit nicht möglich sei
(S.
1 Mitte)
.
Bis zum Verlaufsbericht vom 12. Feb
ruar 2013 seien unter neuroleptischer Me
dikation keine weiteren psy
cho
tischen Phasen aufgetreten. Im ganzen Behand
l
ungszeitraum sei es dem Be
schwerde
führer problemlos gelungen, auf den Kon
sum
von psychotropen Sub
stan
zen zu verzichten. Dennoch habe sich sein Ge
sundheitszustand nur graduell gebessert. Die Belastungsfähigkeit sei deutlich re
duziert, unter Druck neige er zu selbst
verletzendem Verhalten und zum Konsum von Drogen als untauglichem Lö
sungsversuch. Aus diesen Gründen gingen die Ärzte aus psychiatrischer Sicht von einer Arbeitsfähigkeit von 50 % für den ersten Arbeitsmarkt aus. Ein Ar
beitsversuch in einem geschützten Rahmen sei
sinnvoll, um die reelle Belastbar
keit zu überprüfen. Diese eingeschränkte Arbeits
fähigkeit sei keine Folge der Suchtproblematik (S. 1).
4.
4.1
Zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit und damit auch des Anspruchs auf eine In
validenrente liegen drei Berichte der
Y.___
vom 16. August 2011, 12. Februar 2013
sowie 9. Januar 2014 bei den Akten (E. 3.1-2, E. 3.4), wobei der letzte Be
richt nach Behandlungsende verfasst wurde und damit keine neuen Erkennt
nisse ent
hält. Nach einem stationären Aufenthalt im
Y.___
-Zentrum
Z.___
im No
vember 2010 diagnostizierten die Ärzte den Verdacht auf eine paranoide Schi
zophrenie
sowie Störungen durch multiplen Substanzgebrauch. Dabei
hielten
sie jedoch
fest
,
dass der Beschwerdeführer gegenwärtig abstinent sei (Bericht vom 16. August 2011, E. 3.1)
beziehungsweise
soweit beurteilbar glaubhaft auf den Konsum von Substanzen verzichte (E.
3.2).
Zudem wiesen sie darauf hin, dass der Drogen
kon
sum des Beschwerdeführers auch als Folge einer beginnenden psychotischen Entwicklung
gesehen werden könne (E. 3.4).
Der
Beurteilung der RAD-Ärztin Dr.
A.___
, wonach ein reines Suchtgesche
hen vorliege und eine invalidisierende Erkrankung nicht ausgewiesen sei (E. 3.3)
,
kann damit nicht gefolgt werden.
Insbesondere ist nicht nachvollziehbar, inwie
fern die Arbeitsfähigkeit unter absoluter Drogenkarenz höher sein sollte als atte
stiert, nachdem der Beschwerdeführer mindestens seit August 2011 abstinent ist (vgl. vorstehend E. 3.1).
4.2
Hingegen erweisen sich auch die Berichte der
Y.___
als insgesamt zu wenig aus
sagekräftig, als dass gestützt darauf ein Rentenanspruch des Beschwerdeführers be
gründet werden könnte. So nannten die Ärzte zunächst lediglich eine Ver
dachtsdiagnose und waren
auch
später, nach Abbruch der Behandlung durch den Beschwerdeführer, aufgrund der zu kurzen Behandlungsdauer nicht in der
Lage, die Diagnose einer paranoiden Schizophrenie zu bestätigen. Zudem hiel
ten
sie zwar eine leidensangepasste Tätigkeit als Lager- oder Reinigungsmitar
beiter im Umfang von 50 % als zumutbar, empfahlen jedoch die Durchführung eines Arbeitsversuches, um die reelle Belastbarkeit zu überprüfen
(E. 3.4)
.
4.3
Insgesamt erweist sich damit der medizinische Sachverhalt als ungenügend ab
geklärt.
Für die Bestätigung der gestellten Verdachtsdiagnose
sowie die Fest
stell
ung, welche Tätigkeiten dem Beschwerdeführer in welchem Pensum nun tat
säch
lich noch zugemutet werden können, ist
eine psychiatrische Begutach
tung des Beschwerdeführers notwendig
.
D
er Fall ist
damit
an die Beschwerde
gegnerin
zurückzuweisen, welche gestützt auf die ergänzenden Abklärungen über den Ren
tenanspruch des Beschwerdeführers neu zu befinden haben wird. In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
5.
5.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind
nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen
(Art. 69
Abs. 1
bis
IVG) und
angesichts der durchgeführten Verhandlung
auf Fr.
1‘
0
00.-- anzusetzen.
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung einer Sache an die Ver
wal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsie
gen (vgl. Urteil des Eidg. Versicherungsgerichts vom 10. Februar 2004 in Sa
chen K., U 199/02, E. 6 mit Hinweis auf BGE 110 V 57 E.
3a; SVR 1999 IV Nr. 10 S.
28 E. 3), weshalb die Gerichtskosten entsprechend dem Ausgang des Verfahrens
der Beschwerdegegnerin
aufzuerlegen sind.
5
.2
Nach § 34 Abs. 1 GSVGer hat die obsiegende Beschwerde führende Person An
spruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streit
wert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (§ 34 Abs. 3 GSVGer). Vorliegend er
scheint eine Prozessentschädigung von Fr.
3‘2
00.-- (inkl. Mehrwertsteuer und Barauslagen) als angemessen.
Damit wird der Antrag auf Bewilligung der unentgeltlichen
Prozessführung und
Rechtsvertretung
(Urk. 1 S. 2
Ziff. 5-6
)
gegenstandslos.
Das Gericht erkennt:
1.
Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass die angefochtene Verfügung vom
25
.
November
2013 aufgehoben und die Sache an die Sozialversicherungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, zurückgewiesen wird, damit diese, nach erfolgter Abklä
run
g im Sinne der Erwägungen, neu verfüge.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
1‘0
00
.-- werden
der Beschwerdegegnerin
auferlegt. Rech
nung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechts
kraft
zugestellt.
3.
Die Beschwerdegegnerin wird
verpflichtet,
dem Beschwerdeführer
eine Prozessent
schädigung von
Fr.
3‘200
.-- (inkl. Barauslagen und MWSt) zu bezahlen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt
Dr.
Peter Stadler
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
5.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthal
ten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
MosimannKübler-Zillig