# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fe6d9aaa-a3e8-5a76-8f67-037008e76c22
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2019-08-20
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 20.08.2019 E-7368/2017
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-7368-2017_2019-08-20.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-7348/2017 
E-7368/2017 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 0 .  A u g u s t  2 0 1 9  

Besetzung 
 Richter Markus König (Vorsitz), 

Richter Daniele Cattaneo, Richter David R. Wenger,    

Gerichtsschreiberin Martina Stark. 

   

Parteien 

 
1. A._______, geboren am (…), 

(Beschwerdeverfahren E-7348/2017) 

2. B._______, geboren am (…), 

3. C._______, geboren am (…), und 

4. D._______, geboren am (…), 

(Beschwerdeverfahren E-7368/2017) 

Afghanistan, 

alle vertreten durch ass. iur. Christian Hoffs, 

Beschwerdeführende,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft; 

Verfügungen des SEM vom 30. November 2017. 

 

E-7348/2017 
E-7368/2017 

 
 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Der ursprünglich aus der Provinz Bamyan stammende Beschwerde-

führer 2 gab an der Befragung zur Person (BzP) an, er habe im Alter von 

acht Jahren seinen Vater verloren, woraufhin seine Mutter mit ihm in den 

Iran gegangen sei. Dort hätten sie eine gewisse Zeit lang über eine Art 

provisorische Aufenthaltskarte verfügt. Sie hätten sich diese jedoch nicht 

mehr leisten können, nachdem dafür eine Gebührenpflicht eingeführt wor-

den sei. Den Iran habe er mit seiner Familie am 11. September 2015 ver-

lassen; sie seien zunächst in die Türkei und von dort aus via die soge-

nannte Balkanroute am 10. Oktober 2015 in die Schweiz gelangt. Am 

12. Oktober 2015 suchten die Beschwerdeführenden um Asyl nach. 

A.b Die ursprünglich aus der Provinz Ghor stammende Beschwerdeführe-

rin 1 gab anlässlich ihrer BzP vom 16. Oktober 2015 zu Protokoll, ihre  

Familie sei in den Iran ausgewandert, als sie noch ein Säugling gewesen 

sei. Sie sei somit im Iran aufgewachsen und habe später auch dort gehei-

ratet. Im Übrigen bestätigte sie die Schilderungen ihres Ehemannes. 

B.  

Am 26. Februar 2016 wurden die zuvor eröffneten Dublin-Verfahren been-

det. 

C.  

C.a An der Anhörung zu den Asylgründen vom 14. August 2017 gab der 

Beschwerdeführer 2 zu Protokoll, er habe seinen Heimatstaat Afghanistan 

im Kindesalter wegen eines Onkels verlassen müssen, der Kommunist ge-

worden sei und deshalb von der Partei Sazman verfolgt worden sei. Eines 

Nachts hätten diese Leute das Haus gestürmt und seinen Vater sowie die-

sen Onkel getötet. Einige Tage nach diesem Vorfall seien diese Personen 

zurückgekehrt und hätten alle Frauen der Familie vergewaltigt; eine seiner 

Schwestern habe sich daraufhin vom Dach gestürzt und sich so das Leben 

genommen. In der Folge habe die Familie beim Bezirksamt von E._______ 

Anzeige gegen die Täter erstattet, aber es seien keine Zeugen gefunden 

worden, welche bereit gewesen wären, gegen Mitglieder dieser Partei aus-

zusagen; aus diesem Grund seien sie als Lügner bezeichnet worden und 

hätten nicht mehr in der Region leben können. Die Flucht in den Iran sei 

ihnen durch einen wohltätigen Mann ermöglicht worden.  

  

E-7348/2017 
E-7368/2017 

 
 

Seite 3 

Den Iran habe er mit seiner eigenen Familie aus zwei Gründen verlassen: 

Erstens seien die Aufenthaltspapiere nicht mehr verlängert worden und er 

sei deshalb von den Behörden mehrmals verhaftet worden. Die Polizisten 

hätten ihn erst freigelassen, nachdem seine Frau mit den Kindern bei der 

Polizeistelle um seine Freilassung ersucht und zudem die "Basidji-Leute" 

um Hilfe gebeten habe (Basidsch-e Mostaz'afin, kurz Basidschi, als inoffi-

zielle Hilfspolizei eingesetzte paramilitärische Miliz). Zweitens habe er sich 

davor gefürchtet von den Iranern nach Syrien in den Krieg geschickt zu 

werden. Aufgrund all dieser Erlebnisse habe er sich schliesslich in der 

Schweiz definitiv dazu entschlossen, zum Christentum zu konvertieren.  

Er habe sich bereits im Iran konkret mit einer Abkehr vom Islam auseinan-

dergesetzt und sich – wegen Bekannten, die diesem Glauben angehört 

hätten – diesbezüglich mit dem Bahaitum befasst; dies sei aber nicht das 

gewesen, wonach er gesucht habe. Nun sei er getauftes Mitglied der Haus-

gemeinde F._______ sowie der Persischen Christlichen Gemeinde (PCG). 

Er nehme seit seiner Ankunft in der Schweiz regelmässig an Gottesdiens-

ten teil und versuche zudem auch anderen Landsleuten seiner Religion  

näher zu bringen. 

Der Beschwerdeführer gab betreffend seine Identitätsdokumente an, seine 

iranischen Aufenthaltspapiere seien nicht verlängert worden. Stattdessen 

habe ihn das iranische Migrationsamt zunächst auf später vertröstet um 

ihm dann vorzuhalten, er habe die Frist verpasst. 

C.b Anlässlich der Anhörung zu den Asylgründen vom 14. August 2017 

führte die Beschwerdeführerin 1 aus, dass alles was sie über Afghanistan 

wisse, auf Erzählungen ihrer Eltern beruhe. Die Familie habe dort insbe-

sondere wegen des Kriegs mit den Russen ein schwieriges Leben gehabt, 

weshalb sie schliesslich in den Iran geflohen seien. Diesen habe sie nun 

mit ihrer eigenen Familie verlassen, weil sie keine Papiere mehr bekom-

men hätten. Ihr Ehemann sei deshalb regelmässig von den Behörden kon-

trolliert worden, und die Beamten hätten ihn dabei entweder zurück nach 

Afghanistan oder nach Syrien schicken wollen. Sie habe jeweils die  

"Basidji-Leute" um Hilfe gebeten, da er auch illegal für diese gearbeitet 

habe. Auf diese Weise und mittels Bestechung sei ihr Mann jeweils frei-

gelassen worden. Sie selbst habe im Iran als illegaler Flüchtling gelebt und 

deshalb das Land verlassen. Mit den afghanischen Behörden habe sie 

keine Probleme gehabt. Sie könne sich aber nach ihrer Taufe nicht vorstel-

len, mit ihrem jetzigen Glauben dort zu leben. 

Die Beschwerdeführerin reichte als Beweismittel eine Kopie der Tazkira ih-

res Vaters zu den Akten. 

https://de.wikipedia.org/wiki/Miliz_(Volksheer)

E-7348/2017 
E-7368/2017 

 
 

Seite 4 

D.  

Mit zwei separaten Verfügungen vom 30. November 2017 – eröffnet je am 

2. Dezember 2017 – lehnte das SEM die Asylgesuche der Beschwerdefüh-

renden ab und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz an. Der Vollzug 

der Wegweisung wurde zugunsten einer vorläufigen Aufnahme in der 

Schweiz aufgeschoben. 

E.  

Gegen diese Verfügungen liessen die Beschwerdeführenden mit Eingabe 

vom 28. Dezember 2017 beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde er-

heben und die teilweise Aufhebung der angefochtenen Verfügungen sowie 

ihre Anerkennung als Flüchtlinge beantragen. In verfahrensrechtlicher Hin-

sicht ersuchten sie um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im 

Sinn von Art. 65 Abs. 1 VwVG und aArt. 110a AsylG (SR 142.31) sowie um 

Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. 

F.  

Mit Zwischenverfügung vom 11. Januar 2018 hiess der Instruktionsrichter 

die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gut, setzte 

den Rechtsvertreter der Beschwerdeführenden als amtlichen Rechtsbei-

stand ein und verzichtete auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. Mit 

derselben Verfügung lud er das SEM – unter Hinweis auf das Referenzur-

teil D-4952/2014 vom 23. August 2017 – zur Vernehmlassung ein. 

G.  

In der Vernehmlassung vom 28. Januar 2018 beantragte das SEM die Ab-

weisung der Beschwerde. 

H.  

Die Beschwerdeführenden erhielten mit Verfügung des Instruktionsrichters 

vom 2. Februar 2018 Gelegenheit zur Vernehmlassung des SEM Stellung 

zu nehmen. 

I.  

Mit der Replik vom 15. Februar 2018 legten die Beschwerdeführenden ein 

Bestätigungsschreiben der PCG und der Hausgemeinde F._______, zwei 

Fotografien sowie Kopien der Ausweise des Beschwerdeführers 2 und des 

Diakons der PCG ins Recht. 

Mit Eingabe vom 2. August 2019 reichten die Beschwerdeführenden wei-

tere Belege für ihr Engagement in dieser Hausgemeinde zu den Akten.  

E-7348/2017 
E-7368/2017 

 
 

Seite 5 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Aufgrund des engen persönlichen und sachlichen Zusammenhangs 

der Verfahren der Beschwerdeführenden ist in einem Urteil über ihre ge-

meinsame Beschwerde zu befinden. 

1.2 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinn von 

Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zu-

ständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet 

auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Ausliefe-

rungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

Eine solche Ausnahme im Sinn von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, 

weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.3 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.4 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des AsylG in Kraft getreten 

(AS 2016 3101); für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht 

(vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 

25. September 2015). 

1.5 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Die Be-

schwerdeführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und haben 

ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 

und aArt. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

1.6 Auf die Beschwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG (vgl. BVGE 2014/26 

E. 5). 

E-7348/2017 
E-7368/2017 

 
 

Seite 6 

3.  

Wie in der Instruktionsverfügung vom 11. Januar 2018 festgestellt, richten 

sich die Beschwerden ausschliesslich gegen die Nicht-Anerkennung der 

Flüchtlingseigenschaft der Beschwerdeführenden. Die Verfügungen des 

SEM vom 30. November 2017 sind demnach in Rechtskraft erwachsen, 

soweit sie Abweisung der Asylgesuche und die Anordnung der Wegwei-

sungen betreffen. 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken, wobei den frauenspezifischen 

Fluchtgründen Rechnung zu tragen ist (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

4.3 Wer sich darauf beruft, dass durch sein Verhalten nach der Ausreise 

aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat eine Gefährdungssituation erst ge-

schaffen worden ist, macht sogenannte subjektive Nachfluchtgründe gel-

tend (vgl. Art. 54 AsylG). Als subjektive Nachfluchtgründe gelten beispiels-

weise illegales Verlassen des Heimatlandes (sogenannte Republikflucht), 

Einreichung eines Asylgesuches im Ausland oder aus der Sicht der heimat-

lichen Behörden unerwünschte exilpolitische Betätigung, wenn sie die Ge-

fahr einer zukünftigen Verfolgung begründet. Subjektive Nachfluchtgründe 

begründen zwar die Flüchtlingseigenschaft im Sinn von Art. 3 AsylG, füh-

ren jedoch gemäss Art. 54 AsylG zum Ausschluss des Asyls (Art. 2 AsylG). 

Stattdessen werden Personen, welche subjektive Nachfluchtgründe nach-

weisen oder glaubhaft machen können, als Flüchtlinge vorläufig aufgenom-

men (vgl. BVGE 2009/29 E. 5.1 und E. 7.1 sowie 2009/28 E. 7.4.3, beide 

mit weiteren Hinweisen). 

E-7348/2017 
E-7368/2017 

 
 

Seite 7 

5.  

Die Beschwerdeführenden wurden mit Verfügung des SEM vom 30. No-

vember 2017 in der Schweiz vorläufig aufgenommen. Den Antrag auf Fest-

stellung ihrer Flüchtlingseigenschaft begründen sie in ihrer Beschwerde 

ausschliesslich mit ihrer in der Schweiz erfolgten Konversion zum Chris-

tentum. Das Bundesverwaltungsgericht beschränkt sich bei dieser Akten-

lage auf die Beurteilung der Frage, ob die Beschwerdeführenden mit ihrer 

Konversion subjektive Nachfluchtgründe geschaffen haben. 

6.  

6.1 Das SEM führte in seinen Verfügungen aus, die in der Schweiz vollzo-

gene Konversion der Beschwerdeführenden zum Christentum sowie die 

Ausübung ihres neuen Glaubens seien in ihrem Heimatstaat nicht bekannt. 

Auch wenn sich einige Freunde im Flüchtlingslager deswegen von ihnen 

distanziert hätten, sei eine Bekanntgabe des Glaubenswechsels in Afgha-

nistan unwahrscheinlich, nachdem sie sich bereits seit dem Jahr 1997 be-

ziehungsweise seit ihrem ersten Lebensjahr nicht mehr dort aufhalten wür-

den. Insofern sei dieses Vorbringen nicht asylbeachtlich. 

6.2  

6.2.1 Die Beschwerdeführenden stellen in ihrem Rechtsmittel zunächst 

fest, dass das SEM die Glaubhaftigkeit ihrer Konversion zum Christentum 

nicht angezweifelt habe. Vor diesem Hintergrund habe es aber zu Unrecht 

ein aktuelles Referenzurteil des Bundesverwaltungsgerichts D-4952/2014 

vom 23. August 2017 zu diesem Zusammenhang unberücksichtigt gelas-

sen. Darin werde insbesondere festgehalten, dass eine Verfolgung auf-

grund der Religion auf verschiedenen Elementen beruhen könne, unter an-

derem auf der Lebensart, wenn sich die religiöse Überzeugung darin 

äussere, wie sich Personen gegenüber ihrer Umwelt verhalten würden.  

6.2.2 Die Beschwerdeführenden hätten nicht nur ihre innere Gesinnung 

verändert, sondern würden auch gegenüber ihrer Umwelt verändert auftre-

ten; so habe die Beschwerdeführerin 1 ihr Kopftuch abgelegt und trage (…) 

für eine Afghanin ungewohnte (…). Die Familie lebe weitgehend isoliert von 

anderen afghanischen Familien, weil diese mit ihrer Abwendung vom Islam 

nicht einverstanden seien. Sie nehme an Bibellesungen teil und beachte 

islamische Riten, wie beispielsweise den Ramadan, nicht mehr. Der Be-

schwerdeführer 2 versuche zudem gemeinsam mit dem Diakon der PCG 

anderen Afghanen und Iranern den christlichen Glauben näherzubringen.  

E-7348/2017 
E-7368/2017 

 
 

Seite 8 

6.2.3 Es könne und dürfe von den Beschwerdeführenden nicht verlangt 

werden, sich im Fall einer Rückkehr nach Afghanistan entgegen ihrer Über-

zeugung gemäss den islamischen und in Afghanistan landesüblichen Sit-

ten und Gebräuchen zu verhalten. Dies würde zu einem unerträglichen 

psychischen Druck im Sinn von Art. 3 Abs. 2 AsylG führen, zumal sie dies-

falls gezwungen wären, ein riskantes Doppelleben zu führen. Es sei unver-

zichtbarer Bestandteil ihres Lebens geworden, ihre nunmehrige Welt- 

anschauung zu praktizieren. Den Beschwerdeführenden drohe somit in ih-

rem Heimatstaat mit erheblicher Wahrscheinlichkeit Verfolgung durch 

staatliche und nicht-staatliche Akteure. Aufgrund des Vorliegens subjekti-

ver Nachfluchtgründe würden sie somit die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. 

6.3 Das SEM führte in seiner Vernehmlassung in Bezug auf das Referenz-

urteil D-4952/2014 aus, dass sich die Sachlage vorliegend anders darstelle 

als bei jenem Entscheid. So habe der Beschwerdeführer beispielsweise 

nicht geltend gemacht, er gelte in Afghanistan als vom Islam Abgefallener 

oder er sei dort als solcher erkannt worden. Die Behauptung, er reise mo-

natlich mehrmals nach G._______, um mit Afghanen sowie Iranern zu 

sprechen, die sich für den christlichen Glauben interessieren würden, sei 

nicht belegt. Es sei weder von einem besonders aktiven, engagierten und 

öffentlich praktizierten neuen Glauben noch sei der Beschwerdeführer als 

islamkritischer Schreiber bekannt. Ausserdem dürfte er als Mitglied einer 

Hauskirche in der Öffentlichkeit weniger exponiert sein. Insgesamt könne 

mit grösster Wahrscheinlichkeit angenommen werden, der Beschwerde-

führer lebe seinen neuen Glauben kaum derart öffentlich wahrnehmbar 

aus, dass zwingend davon auszugehen sei, die afghanischen Behörden 

oder sein privates Umfeld in Afghanistan würden von seiner Konversion 

Kenntnis erlangen. 

6.4  

6.4.1 In ihrer Replik vertraten die Beschwerdeführenden die Auffassung, 

dass das SEM die Tragweite des besagten Referenzurteils verkenne. Darin 

sei das Bundesverwaltungsgericht nämlich zum Schluss gekommen, dass 

das tagtägliche riskante Verstecken und Verleugnen der inneren Überzeu-

gung im Kontext der konservativ und religiös geprägten Gesellschaft  

Afghanistans in Anbetracht des persönlichen Profils einen unerträglichen 

psychischen Druck darstelle. Sie hätten bereits in der Beschwerdeschrift 

ausführlich dargelegt, inwiefern ihr neuer Glaube sowie die dazugehörige 

Lebensweise sie im Falle einer Rückkehr nach Afghanistan beeinträchtigen 

E-7348/2017 
E-7368/2017 

 
 

Seite 9 

würden und sie sich deshalb verstecken und verleugnen müssten. Insbe-

sondere hätten sie sich der muslimischen Mehrheitsgesellschaft anzupas-

sen und deren Riten zu befolgen, um nicht aufzufallen.  

6.4.2 Die Ausführungen des SEM liessen vermuten, dass dieses nach wie 

vor davon ausgehe, eine nicht gekannte Konversion könne verheimlicht 

werden und zum Eigenschutz müsse der christliche Glaube diskret gelebt 

werden. Es missachte in diesem Zusammenhang auch, dass es für über-

zeugte Christen – wie sie selbst es seien – undenkbar sei, sich in einem 

Land wie Afghanistan, in dem eine extrem starke soziale Kontrolle herr-

sche, wieder als Muslim zu leben, um nicht in Lebensgefahr zu geraten.  

6.4.3 Ihre christliche Lebensweise werde insbesondere durch das Bestäti-

gungsschreiben der Hausgemeinde F._______ sowie der PCG belegt.  

Eine vom SEM thematisierte vermeintliche Ungereimtheit betreffend den 

Vornamen des Leiters der PCG könne leicht erklärt werden: Dieser trete zu 

seinem Schutz offiziell unter seinem Rufnamen auf, was sich auch aus den 

eingereichten Kopien von Gemeindeausweisen ergebe. 

7.  

Im als Referenzurteil publizierten Urteil D-4952/2014 vom 23. August 2017 

hielt das Bundesverwaltungsgericht unter anderem fest, dass bei einer im 

Asylverfahren geltend gemachten Konversion die Beurteilung der Glaub-

haftigkeit des Vorbringens oft von zentraler Bedeutung sei. Aufgrund des 

ausgeprägten inneren Charakters dieses Vorbringens sei jene Prüfung 

denn auch besonders schwierig. Die religiöse Zugehörigkeit könne – im 

Vergleich zu anderen Asylvorbringen – praktisch nur anhand von Aussagen 

der asylsuchenden Person beurteilt werden. Gegebenenfalls könnten zwar 

gewisse Schlüsse aus externen Anhaltspunkten wie Besuche von Gottes-

diensten, Bescheinigungen und Aussagen privater Dritter gezogen werden. 

Solche Urkunden seien aber im Gesamtkontext, zusammen mit den Aus-

sagen der asylsuchenden Person zu berücksichtigen. Sie könnten in der 

Regel alleine die Konversion nicht glaubhaft machen. Die asylsuchende 

Person müsse hingegen in jedem Fall mit ihren Aussagen den Behörden 

glaubhaft darlegen können, dass sie sich aufgrund ihrer inneren Überzeu-

gung zum einen von ihrer früheren Religion ab- und gegebenenfalls einer 

neuen Religion zugewendet habe. Eine lediglich formelle Konversion (z.B. 

durch die Taufe) ohne Hinweise auf innere Überzeugung reiche für das 

Glaubhaftmachen einer relevanten Verfolgungsgefahr in der Regel nicht 

aus. Während des Asylverfahrens könnten offene Fragen zum (familiären) 

Hintergrund der Person, zum Prozess der Konversion mit Hinblick auf die 

E-7348/2017 
E-7368/2017 

 
 

Seite 10 

damit verbundenen Risiken (u.a. Auslöser, Kritik an der ursprünglichen Re-

ligion, Geschwindigkeit, Vorbereitung, Ablauf der eigentlichen Konversion, 

Reaktionen des Umfelds) sowie Kenntnisse der neuen Religion und deren 

Bedeutung und Ausübung im Alltag Hinweise auf diese innere Überzeu-

gung geben. Dabei müssten aber immer die persönlichen Umstände, wie 

namentlich der soziale, wirtschaftliche und schulische Hintergrund der Per-

son, besonders berücksichtigt werden. 

Ausgeführt wurde weiter, dass Gläubige anderer Religionen als des Islams 

zwar gemäss der afghanischen Verfassung ihren Glauben innerhalb der 

gesetzlichen Grenzen frei ausüben könnten. Die afghanische Verfassung 

bezeichne den Islam jedoch gleichzeitig explizit als offizielle Staatsreligion 

und bestimme, dass keine andere Religion den Grundsätzen und Regeln 

des Islams zuwiderlaufen dürfe. Apostasie werde im afghanischen Strafge-

setzbuch nicht als Straftat definiert, falle aber nach afghanischer Rechts-

auffassung unter die nicht weiter definierten "ungeheuerlichen Straftaten", 

die laut Strafgesetzbuch nach der Hanafi-Rechtslehre bestraft würden. Ge-

mäss dieser würden Frauen lebenslang respektive bis zum Widerruf der 

Konversion in Haft genommen und Männer enthauptet. Werde die Todes-

strafe nicht verhängt, seien die daneben vorgesehenen strafrechtlichen so-

wie auch gesellschaftlichen Konsequenzen äusserst hart. Die Äusserung 

von nicht-religiösen Überzeugungen werde verfolgt oder schlicht durch so-

ziale Zwänge verunmöglicht, wobei die soziale Kontrolle und der soziale 

Druck in Afghanistan gross seien. 

Im Referenzurteil wurde der Schluss gezogen, dass Personen, deren 

Apostasie oder Konversion öffentlich bekannt werde, objektiv begründete 

Furcht vor Nachteilen im Sinne von Art. 3 AsylG hätten. Es sei jeweils im 

Einzelfall zu prüfen, inwieweit von einer Person vernünftigerweise erwartet 

werden könne, die drohende Verfolgung durch das eigene (diskrete) Ver-

halten abzuwenden oder ob solches für sie zu einem unerträglichen psy-

chischen Druck führe (vgl. das Referenzurteil D-4952/2014 vom 23. August 

2017 E. 7.5.5 f.). 

8.  

8.1 Vorab ist festzustellen, dass das SEM die Glaubhaftigkeit der geltend 

gemachten Konversion der Beschwerdeführenden nicht in Frage gestellt 

hat. Auch für das Gericht besteht kein Anlass, an den diesbezüglichen Vor-

bringen zu zweifeln. 

E-7348/2017 
E-7368/2017 

 
 

Seite 11 

8.2 Die Beschwerdeführerin 1 hatte an der Anhörung zu Protokoll gege-

ben, sie sei im Iran als Frau behandelt worden, als ob sie kein Mensch 

wäre. Sie könne nicht in einem Land leben, das von den Muslimen mit dem 

islamischen Gesetz beherrscht werde. Sie habe sich für eine andere Reli-

gion entschieden und könne mit diesem Glauben nicht in ihrem Heimat-

staat leben. Im Unterschied zu ihrer Hauskirche würden die offiziellen Kir-

chen, wie die katholische Kirche, darauf bestehen, dass man etwas tun 

müsse. Das sei für sie dasselbe wie beim Islam. Bei der Hauskirche hinge-

gen, habe sie die Wahl. Sie habe sich zur Konversion entschlossen, weil 

sie vom Islam keine Menschlichkeit und Freundlichkeit gespürt habe. Ihre 

Familie sei diesbezüglich enttäuscht worden, als sie sich damals entschie-

den hätten in den Iran und damit in ein muslimisches Land zu gehen (vgl. 

SEM-Akten A25, F93 ff., F104 und F108). 

8.3  

8.3.1 Der Beschwerdeführer 2 gab an der Anhörung an, der Iran und die 

dortige muslimische Gesellschaft habe ihn stets unmenschlich behandelt. 

Er habe bereits im Iran Kontakt zu Bahai-Familien gehabt, dieser Glaube 

sei aber nicht das gewesen, wonach er gesucht habe. Er habe das erst im 

Flüchtlingszentrum gefunden, als er sich mit der Bibel auseinandergesetzt 

habe. Er gehöre seit Sommer 2016 der PCG sowie der Hausgemeinde an. 

Seither sei er oft mit Christen in Kontakt, besuche jeweils die Bibelstunde 

und versuche auch aktiv Landsleute zu motivieren, den gleichen Schritt zu 

tun (vgl. SEM-Akten, A26 F70: "[…] Deshalb hatte ich es satt von dieser 

Religion. Seit ich hier bin, habe ich mich für das Christentum entschieden. 

Ich bin nur Christ.", F71 ff.). Auf die abschliessende Frage, ob es Gründe 

gebe, die gegen eine Rückkehr nach Afghanistan sprechen würden, ant-

wortete er unter anderem, er könne nicht dorthin zurückkehren, weil er als 

Christ seinen Glauben nicht ausleben könne, ansonsten würde er getötet 

(vgl. a.a.O., F95). Betreffend die nicht erfolgte Konversion der jüngsten 

Tochter gab er zu Protokoll, sie sei dafür noch zu klein, er wolle, dass sie 

selbst darüber entscheiden könne – das unterscheide ja gerade das Chris-

tentum vom Islam (vgl. a.a.O., F90). Die Ausführungen hinsichtlich seiner 

christlichen Lebensweise bestätigte er in seiner Beschwerdeschrift, in wel-

cher er angab, er versuche seinen neu gewonnenen Glauben an andere 

Geflüchtete weiterzugeben, die sich für den christlichen Glauben interes-

sieren würden. Weiter nehme er an Bibellesungen teil und feiere öffentlich 

christliche Hochfeste. Islamische Riten, wie den Ramadan, würden sie 

nicht mehr beachten (vgl. Beschwerde S. 4).  

E-7348/2017 
E-7368/2017 

 
 

Seite 12 

8.3.2 Die Angaben des Beschwerdeführers werden durch die eingereich-

ten Beweismittel untermauert. Namentlich ist dem gemeinsam durch die 

PCG sowie die Hausgemeinde verfassten Bestätigungsschreiben zu ent-

nehmen, dass der Beschwerdeführer als Christ lebe, keinen Hehl daraus 

mache und sich zweimal pro Woche sowohl seelsorgerisch als auch glau-

bensförderlich betätige. Bezeichnenderweise bekenne er sich auch Musli-

men gegenüber zu seinem christlichen Glauben und trete entsprechend 

auf.   

8.4 Dem Bundesverwaltungsgericht ist bekannt, dass afghanische und ira-

nische Asylsuchende in der Schweiz gelegentlich nur deshalb (scheinbar) 

zum Christentum konvertieren, um ihre Chancen auf einen Aufenthaltssta-

tus in der Schweiz zu erhöhen. Den Akten der Beschwerdeführenden sind 

jedoch auch bei genauer Durchsicht keinerlei Hinweise darauf zu entneh-

men, dass ihr Konversionsvorbringen in diesem Sinn rechtsmissbräuchlich 

sein könnte. Es ergeben sich aus den Akten vielmehr deutliche Anhalts-

punkte für ein authentisches Bekenntnis zum christlichen Glauben (zwecks 

Vermeidung einer eigentlichen Handlungsanleitung für andere Verfahren 

enthält sich das Gericht im vorliegenden Urteil – das praxisgemäss in  

anonymisierter Form im Internet aufzufinden sein wird – weiterer Aus- 

führungen hierzu).  

8.5 Die Beschwerdeführenden konnten glaubhaft machen, dass sie vor 

nunmehr drei Jahren aus innerer Überzeugung zum Christentum konver-

tiert sind und sich seither aktiv als Christen betätigen. Dies führte dazu, 

dass sich viele afghanische Familien von ihnen distanziert haben; bereits 

diese Feststellung lässt die Argumentation des SEM als fragwürdig er-

scheinen, die Konversion sei in Afghanistan nicht bekannt geworden (und 

würde dort auch in Zukunft nicht bekannt werden). Die Beschwerdeführen-

den wären bei einer Rückkehr in ihr Heimatland gezwungen, sich den isla-

mischen Riten anzupassen, um nicht aufzufallen und ihr Leben zu gefähr-

den. Offenbar gibt es zwar insbesondere in den afghanischen Grossstäd-

ten Personen, die sich nicht streng an die religiösen Regeln halten. Ange-

sichts des offensichtlich ausgeprägten Missionierungsbedürfnisses des 

Beschwerdeführers 2 und der übrigen konkreten Verfahrensumstände geht 

das Gericht jedoch nicht davon aus, dass den Beschwerdeführenden die 

vom SEM vorgeschlagene diskrete Glaubensausübung realistischerweise 

möglich wäre. Sie wären als Familie zum Führen eines gefährlichen Dop-

pellebens gezwungen und müssten wohl auf soziale Kontakte faktisch 

weitgehend verzichten. 

E-7348/2017 
E-7368/2017 

 
 

Seite 13 

8.6 Unter den gegebenen Umständen ist demnach jedenfalls davon aus-

zugehen, dass die Beschwerdeführenden nach einer Rückkehr in ihren 

Heimatstaat mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit in absehbarer Zukunft aus 

flüchtlingsrechtlich relevanten Gründen einem unerträglichen psychischen 

Druck im Sinn von Art. 3 Abs. 2 AsylG ausgesetzt wären. Nachdem diese 

Nachteile sowohl von Privaten als auch von den afghanischen Behörden 

ausgehen würden, ist von vornherein (und ungeachtet der Frage der kon-

kreten Zumutbarkeit) nicht von der Existenz einer sicheren innerstaatlichen 

Schutzalternative auszugehen. 

9.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die jeweiligen Dispositivziffern 1 

und 4 der angefochtenen Verfügungen des SEM vom 30. November 2017 

aufzuheben sind. Die Beschwerdeführenden erfüllen die Flüchtlingseigen-

schaft nach Art. 3 Abs. 1 und 2 AsylG, die auf subjektive Nachfluchtgründe 

zurückzuführen ist (Art. 54 AsylG). 

Das SEM ist anzuweisen, sie als Flüchtlinge vorläufig aufzunehmen. 

10.  

10.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu erheben 

(Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG). 

10.2 Den vertretenen Beschwerdeführenden ist angesichts ihres Obsie-

gens in Anwendung von Art. 64 VwVG und Art. 7 Abs. 1 des Reglements 

vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-

desverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) eine Entschädigung für die 

ihnen notwendigerweise erwachsenen Parteikosten zuzusprechen. Der in 

der Kostennote vom 15. Februar 2018 ausgewiesene Vertretungsaufwand 

erscheint als angemessen. Den Beschwerdeführenden ist demnach zulas-

ten der Vorinstanz eine Parteientschädigung von insgesamt Fr. 1991.– (für 

beide Verfahren; inkl. Auslagen) zuzusprechen ist. 

 

 

(Dispositiv nächste Seite)  

E-7348/2017 
E-7368/2017 

 
 

Seite 14 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerdeverfahren E-7348/2017 und E-7368/2017 werden verei-

nigt. 

2.  

Die Beschwerden werden gutgeheissen. 

3.  

Die Dispositivziffern 1 und 4 der Verfügungen des SEM vom 30. November 

2017 werden aufgehoben. 

4.  

Das SEM wird angewiesen, die vorläufige Aufnahme der Beschwerde-

führenden als Flüchtlinge anzuordnen. 

5.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

6.  

Das SEM wird angewiesen, den Beschwerdeführenden für die beiden Ver-

fahren vor dem Bundesverwaltungsgericht eine Parteientschädigung von 

insgesamt Fr. 1991.– auszurichten. 

7.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die kanto-

nale Migrationsbehörde. 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

Markus König Martina Stark