# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f7c027fa-9236-533f-a1ca-a39dbfa13211
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-10-15
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 15.10.2025 SST.2025.182
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SST-2025-182_2025-10-15.pdf

## Full Text

Obergericht 

Strafgericht, 1. Kammer 

 

SST.2025.182 
(ST.2019.59; StA.2017.12/82) 

 

 

Beschluss vom 15. Oktober 2025 
 

 

Besetzung  Oberrichter Six, Präsident 

Oberrichter Fedier 

Oberrichterin Vasvary 

Gerichtsschreiber Fehlmann 

 

 
   

Anklägerin   Kantonale Staatsanwaltschaft, 

Bleichemattstrasse 7, 5001 Aarau 

 

 
    

Beschuldigter   A._____,  

geboren am tt.mm.1975, von Italien, 

[…] 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin B._____,  

[…] 

  

 
 

Gegenstand  Entschädigung der amtlichen Verteidigung im Berufungsverfahren 

SST.2021.221 (Beschluss vom 24. Januar 2024) 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Obergericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

1.1. 

Dem Beschuldigten (Verfahren SST.2021.221) und seinem Bruder 

C._____ (Verfahren SST.2021.222) wurden zahlreiche Delikte zur Last 

gelegt, die sie jeweils in ihrer Eigenschaft als Gründungsgesellschafter der 

D._____ GmbH in Liquidation begangen haben sollen. 

 

1.2. 

Das Bezirksgericht Bremgarten sprach den Beschuldigten mit Urteil vom 

12. Februar 2021 weitgehend schuldig und verurteilte in u.a. zu einer 

teilbedingten Freiheitsstrafe von 33 Monaten. 

 

2. 

2.1. 

Nach Berufungserklärung des Beschuldigten vom 17. September 2021 

wurde mit Verfügung vom 21. September 2021 die amtliche Verteidigerin – 

unter Vorbehalt einer allfälligen Wiedereinsetzung – antragsgemäss aus 

ihrem Amt entlassen und der bereits im Verlauf des erstinstanzlichen 

Verfahrens privat mandatierte Verteidiger, Rechtsanwalt E._____, zur 

Stellungnahme zu einer allfälligen Interessenkollision aufgefordert. Die 

Parteien reichten in der Folge mehrere Stellungnahmen ein. Überdies 

erklärte die Staatsanwaltschaft am 12. Oktober 2021 Anschlussberufung. 

 

2.2. 

Mit Verfügung vom 16. Februar 2022 liess die Verfahrensleitung den privat 

mandatierten Verteidiger nicht zu und setzte dem Beschuldigten sowie 

dessen Bruder C._____ Frist zur Mandatierung eines neuen sowie nicht 

gemeinsamen Verteidigers. Es wurde in Aussicht gestellt, dass bei 

unbenutztem Ablauf der Frist der jeweils bisherige amtliche Verteidiger 

wieder eingesetzt werde. 

 

2.3. 

Das Bundesgericht wies eine vom Beschuldigten sowie von dessen Bruder 

C._____ dagegen erhobene Beschwerde mit Urteil 7B_91/2022 vom 

11. Juli 2023 ab. 

 

2.4. 

Mit Verfügung vom 30. August 2023 wurde die bisherige amtliche 

Verteidigerin nach unbenutztem Ablauf einer neu angesetzten Frist wieder 

eingesetzt und der Beschuldigte aufgefordert mitzuteilen, ob an den bisher 

gestellten Berufungsanträgen festgehalten werde. 

 

 - 3 - 

 

 

2.5. 

Mit Eingabe vom 4. Oktober 2023 beantragte der Beschuldigte die 

Aufhebung des Urteils des Bezirksgerichts Bremgarten vom 12. Februar 

2021 und die Rückweisung zur Durchführung einer neuen Haupt-

verhandlung, eventualiter einen vollumfänglichen Freispruch. 

 

2.6. 

Mit Verfügung vom 17. Oktober 2023 wurden die anderen Parteien zur 

Stellungnahme, insbesondere zum Rückweisungsantrag, aufgefordert. 

Diese erfolgten am 27. Oktober 2023, 31. Oktober 2023 sowie 

10. November 2023. 

 

2.7. 

Das Obergericht hob mit Beschluss SST.2021.221 vom 24. Januar 2024 

das Urteil des Bezirksgerichts Bremgarten vom 12. Februar 2021 auf und 

wies die Sache zur Durchführung der gesamten Hauptverhandlung mit 

gehöriger Verteidigung des Beschuldigten an die Vorinstanz zurück. Die 

obergerichtlichen Verfahrenskosten wurden auf die Staatskasse 

genommen. Es setzte für den angemessenen Aufwand im bisherigen 

Berufungsverfahren u.a. eine Entschädigung von Fr. 1'000.00 für die 

amtliche Verteidigerin und eine solche unter Berücksichtigung des 

Parallelverfahrens SST.2021.222 für den gemeinsamen Vertreter der 

Privatkläger F._____ sowie G._____ von Fr. 500.00 fest. Die 

Entschädigung des amtlichen Verteidigers im Parallelverfahren 

SST.2021.222 wurde auf Fr. 1'000.00 festgesetzt. 

 

3. 

Das Bundesgericht hiess eine von der amtlichen Verteidigerin dagegen 

erhobene Beschwerde mit Urteil 7B_240/2024 vom 20. Mai 2025 wegen 

Verletzung des rechtlichen Gehörs gut, hob den Beschluss des 

Obergerichts vom 24. Januar 2024 auf und wies die Sache zur neuen 

Entscheidung an das Obergericht zurück. 

 

4. 

Mit Verfügung vom 17. Juli 2025 wurde die amtliche Verteidigerin 

aufgefordert eine Honorarnote einzureichen, andernfalls die 

Entschädigung von Amtes wegen festgesetzt werde. 

 

5. 

Mit Eingabe vom 18. Juli 2025 reichte die amtliche Verteidigerin innert Frist 

eine Honorarnote ein. 

 

  

 - 4 - 

 

 

   

Das Obergericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

1.1. 

Heisst das Bundesgericht eine Beschwerde gut und weist es die 

Angelegenheit zur neuen Beurteilung an das Obergericht zurück, darf sich 

dieses nur noch mit jenen Punkten befassen, die das Bundesgericht 

kassiert hat. Die anderen Teile des Urteils haben weiterhin Bestand. Die 

neue Entscheidung des Obergerichts ist somit auf diejenige Thematik 

beschränkt, die sich aus den bundesgerichtlichen Erwägungen als Gegen-

stand der neuen Beurteilung ergibt. Das Verfahren wird nur insoweit neu in 

Gang gesetzt, als dies notwendig ist, um den verbindlichen Erwägungen 

des Bundesgerichts Rechnung zu tragen (BGE 143 IV 214 E. 5.2 f.). 

 

1.2. 

Nach den verbindlichen Vorgaben des Bundesgerichts hätte das 

Obergericht, auch wenn die amtliche Verteidigerin namens des 

Beschuldigten im Hauptantrag die Rückweisung an das Bezirksgericht 

Bremgarten zur Durchführung einer neuen Hauptverhandlung beantragt 

habe, die von den anderen Parteien dazu mit Verfügung vom 17. Oktober 

2023 eingeholten Stellungnahmen nicht erst zusammen mit dem Rück-

weisungsbeschluss vom 24. Januar 2024 zustellen dürfen. Aufgrund der 

aus Sicht der amtlichen Verteidigerin noch zuzustellenden Stellungnahmen 

habe sie nicht mit einer Rückweisung rechnen müssen. Der darin 

enthaltene Entscheid über ihre Entschädigung sei insofern zu einem für sie 

nicht vorhersehbaren Zeitpunkt ergangen, da sie mitunter auch nicht 

(explizit) zur Einreichung einer Honorarnote aufgefordert worden sei. 

 

2. 

2.1. 

Die amtliche Verteidigerin ist für das Berufungsverfahren vor Rückweisung 

durch das Bundesgericht aus der Staatskasse zu entschädigen (Art. 135 

Abs. 1 StPO i.V.m. § 9 Abs. 1 und Abs. 3bis AnwT; § 13 AnwT). 

 

Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist im Rahmen der 

amtlichen Verteidigung nicht jeder Aufwand zu entschädigen, der im 

Strafverfahren entstanden ist; zu entschädigen sind nur die Aufwendungen 

für eine angemessene Ausübung der Verfahrensrechte (BGE 138 IV 197 

E. 2.3.4 mit Hinweisen). Entschädigungspflichtig sind mithin nur jene 

Bemühungen, die in einem kausalen Zusammenhang mit der Wahrung der 

Rechte im Strafverfahren stehen und die notwendig und verhältnismässig 

sind (BGE 141 I 124 E. 3.1). Als Massstab für die Beantwortung der Frage, 

welcher Aufwand für eine angemessene Verteidigung notwendig ist, hat der 

erfahrene Anwalt zu gelten, der im Bereich des materiellen Strafrechts und 

des Strafprozessrechts über fundierte Kenntnisse verfügt und seine 

Leistungen von Anfang an zielgerichtet und effizient erbringen kann (Urteil 

 - 5 - 

 

 

des Bundesgerichts 6B_74/2014 vom 7. Juli 2014 E. 1.4.2). Den Kantonen 

steht bei der Bemessung des Honorars des amtlichen Anwalts ein weites 

Ermessen zu (BGE 141 I 124 E. 3.2). 

 

2.2. 

Auf die eingereichte Honorarnote, mit der nach Wiedereinsetzung ab dem 

31. August 2023 ein Aufwand von 21.83 Stunden geltend gemacht wird, 

kann nur teilweise abgestellt werden. Die geltend gemachte Entschädigung 

von Fr. 5'693.15 beträgt fast 1/6 des gesamten für das Untersuchungs-

verfahren und das erstinstanzliche Verfahren zusammen vergüteten 

Aufwands von Fr. 36'016.60. Vor dem Hintergrund, dass es im 

Wesentlichen nur darum gegangen ist, ob an den bisher gestellten 

Berufungsanträgen samt Beweisanträgen festgehalten werde, erweist sich 

der geltend gemachte Aufwand als stark überhöht. 

 

2.3. 

Der Aufwand für eine (erste) Durchsicht/Kenntnisnahme des begründeten 

erstinstanzlichen Urteils samt einer ersten Einschätzung gehört zum 

vorinstanzlichen Verfahren und wird grundsätzlich mit der Entschädigung 

für das erstinstanzliche Verfahren abgegolten. Im Berufungsverfahren 

erfolgt in der Regel eine Entschädigung erst für Aufwand im Zusammen-

hang mit dem Berufungsgericht (d.h. ab Berufungserklärung). Dass der 

Aufwand teilweise nur geschätzt werden kann, ändert daran nichts. Gründe 

für ein Abweichen von diesem Grundsatz liegen keine vor, zumal kein nicht 

vorhersehbarer Aufwand ersichtlich ist. Die amtliche Verteidigerin hat denn 

auch solchen Aufwand geschätzt und wurde von der Vorinstanz – wie von 

ihr mit damaliger Honorarnote vom 20. Januar 2021 beantragt – bereits für 

«Auffrischen Prozessstoff» vom 29. Dezember 2021 für vier Stunden 

entschädigt. Ein solches «Auffrischen» fällt sinnvollerweise nur im Hinblick 

auf ein mögliches Rechtsmittelverfahren und damit im Zusammenhang mit 

dem Studium des begründeten Urteils an. Mithin ist damit der geltend 

gemachte Aufwand von 3 ½ Stunden für «Analyse erstinstanzliches Urteil» 

vom 15. September 2023 sowie der je separat ausgewiesene Aufwand für 

Aktenstudium von über 10 Stunden entschädigt. Der geschätzte Aufwand 

von 4 Stunden – je maximal 2 Stunden für Studium des begründeten Urteils 

sowie Aktenstudium – ist ohne weiteres angemessen, zumal die Akten der 

amtlichen Verteidigerin bereits aus dem Untersuchungsverfahren sowie 

dem erstinstanzlichen Verfahren bekannt waren. Der Beschuldigte sowie 

dessen Bruder C._____ haben überdies weitgehend die Aussage 

verweigert. Mithin handelt es sich denn auch nicht um ein Einlesen, 

sondern tatsächlich um ein «Auffrischen», so dass der dafür angemessene 

Aufwand im Berufungsverfahren entsprechend geringer ist. Der Umstand, 

dass eine längere Zeit vergangen ist, ist Voraussetzung für die Berück-

sichtigung eines solchen «Auffrischens». Der hierfür angemessene 

Aufwand hängt vom Zweck ab, vorliegend der Überprüfung der gestellten 

Berufungsanträge. 

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Der geltend gemachte Aufwand von 6 Stunden im Zusammenhang mit dem 

Rückweisungsantrag samt weiterem Aktenstudium plus Kontakt zum 

Beschuldigten ist überhöht. An den bereits gestellten Anträgen wurde 

festgehalten, wenn sie auch anders dargestellt wurden. Neu war der 

Hauptantrag auf Rückweisung. Hinsichtlich der Begründung hat sich die 

amtliche Verteidigerin weitgehend auf die Begründung des Bundesgerichts 

im Urteil 7B_91/2022 vom 11. Juli 2023 gestützt und diese auf das 

erstinstanzliche Verfahren übertragen. Daraus erhellt, dass sich der 

geltend gemachte Aufwand in diesem Ausmass für den samt Rubrum 

vierseitigen Rückweisungsantrag als nicht angemessen sowie notwendig 

erweist. Es ist vorliegend unter Berücksichtig einer (nochmaligen) kurzen 

Auseinandersetzung mit dem vorinstanzlichen begründeten Urteil, eines 

gezielten Aktenstudiums sowie eines dazu notwendigen Kontakts mit dem 

Beschuldigten ein gesamthafter Aufwand von 3 Stunden angemessen. 

Überdies wäre ein Aufwand im Zusammenhang mit der Prüfung des 

Rückweisungsantrags, soweit es auch um rechtliche Abklärungen 

gegangen wäre, nur bei aussergewöhnlichen Rechtsfragen zu 

entschädigen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_694/2013 vom 

9. September 2013 E. 2). Dass solche vorliegen würden, wurde weder 

geltend gemacht noch wäre dies ohne weiteres ersichtlich. 

 

Wie die amtliche Verteidigerin in ihrer Beschwerde ans Bundesgericht 

besonders hervorgehoben hat, ist sie Fachanwältin SAV Strafrecht und seit 

Jahren als Strafverteidigerin tätig, so dass sie «besser als eine bloss 

erfahrene Anwältin» ein Strafverteidigungsmandat effizient und ohne 

unnötigen Aufwand führen könne. Vor diesem Hintergrund ist umso mehr 

davon auszugehen, dass ihr der – ausgehend vom rechtsprechungs-

gemäss als Massstab dienenden «bloss» erfahrenen Anwalt – als ange-

messen sowie notwendig erachtete Aufwand ohne weiteres genügt hat. 

 

Im Begleitschreiben zur beim Obergericht nach Rückweisung durch das 

Bundesgericht eingereichten Kostennote wird ausgeführt, dass sich Fragen 

betreffend das Verhältnis zwischen amtlicher und privater Verteidigung 

gestellt hätten. Die Wiedereinsetzung der amtlichen Verteidigerin ist im 

Nachgang zum Urteil des Bundesgerichts 7B_91/2022 vom 11. Juli 2023 

erfolgt. Das Bundesgericht hat in diesem Urteil die Nichtzulassung des 

privat mandatierten Verteidigers durch das Obergericht geschützt und 

deutlich Folgendes festgehalten: Angesichts des festgestellten Interessen-

konflikts und des Umstands, dass der privat mandatierte Verteidiger den 

Beschuldigten sowie dessen Bruder C._____ bereits im Rahmen des 

erstinstanzlichen Verfahrens gemeinsam verteidigt habe, sei eine 

Niederlegung beider Mandate die einzige Möglichkeit zur Wahrung seiner 

Berufspflichten gemäss Art. 12 lit. c BGFA; eine Weiterführung von (bloss) 

einem der Mandate sei offensichtlich unzulässig. Wie vor diesem 

Hintergrund irgendwelche Fragen hinsichtlich des Verhältnisses der 

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Verteidiger noch hätte offen sein können, ist nicht ersichtlich. Es ist auch 

nicht klar, in welchen Aufwandpositionen wie Aktenstudium oder Rück-

weisungsantrag sich dies ausgewirkt hat. So oder anders erweist sich der 

Aufwand in diesem Zusammenhang als nicht angemessen sowie 

notwendig. Vor diesem Hintergrund erscheint der geltend gemachte 

Kontakt mit dem privat mandatierten und aufgrund einer bestehenden 

Interessenkollision nicht (mehr) zugelassenen Verteidiger – geltend 

gemacht zusammen mit Kontakt zum Beschuldigten von ½ Stunde – als 

problematisch, jedenfalls soweit es über die blosse Übergabe allfälliger 

Akten gegangen sein sollte. Weiter wird ausgeführt, dass eine Koordination 

mit dem amtlichen Verteidiger des Bruders C._____ notwendig gewesen 

sei, woraus mehrere Besprechungen zur Abstimmung der strategischen 

Grundlagen resultiert seien. Zumindest ein solcher Kontakt mit einem 

Aufwand von ½ Stunde vom 15. September 2023 lässt sich der 

Honorarnote entnehmen. Wenn eine gemeinsame Verteidigung aufgrund 

eines offensichtlich bestehenden Risikos einer Interessenkollision – 

gemäss Anklage sollen die Delikte nicht gemeinschaftlich, sondern jeweils 

einzeln begangen worden sein und gemäss Eventualanklage wird die 

Möglichkeit durch den jeweils anderen Bruder offen gelassen – nicht 

zulässig ist, erscheint ein gemeinsames Absprechen der «strategischen 

Grundlagen» nicht unproblematisch. Im Hinblick auf eine allfällige 

Abstimmung auf die schlussendlich beantragte Rückweisung erscheint 

dieser Aufwand jedoch noch angemessen. 

 

Die allein für «Aktenkopien» vom 20. September 2023 geltend gemachten 

Auslagen von Fr. 884.50 für 1769 Seiten erweisen sich als nicht nachvoll-

ziehbar hoch. Die amtliche Verteidigerin wurde bereits im Untersuchungs-

verfahren eingesetzt und hat vor Vorinstanz einzig auf Anweisung des 

Beschuldigten hin an der Hauptverhandlung nicht plädiert. Das Gesuch um 

Akteneinsicht weist die Nummerierung act. 386 auf. Die Akten des 

Berufungsverfahren umfassten mintunter das zweiseitig gedruckte, 

begründete erstinstanzlichen Urteil mit 125 Seiten bzw. bis act. 63 und das 

bundesgerichtliche Beschwerdeverfahren 7B_91/2022 mit rund 

150 Seiten. Von den verbleibenden rund 170 Seiten machten wiederum 

alleine 100 Seiten im Wesentlichen aus dem Untersuchungsverfahren 

stammende Beilagen zur Anschlussberufung aus. Es scheint sich weiter – 

wie sich aus dem Fristerstreckungsgesuch vom 8. September 2023 ergibt 

(«Kopieren bzw. Einscannen») – denn auch nicht durchwegs um 

Papierkopien, sondern um Scans zu handeln. Bei Scans fallen keine 

vergleichbaren Auslagen wie bei Papierkopien an. Es geht vielmehr um das 

Benutzen eines benötigten Geräts, dessen Amortisation als allgemeine 

Kosten der Kanzlei und damit als nicht entschädigungspflichtige Auslagen 

zu qualifizieren sind (vgl. zu allgemeinen Kosten der Kanzlei: Urteil des 

Bundesgerichts 6B_304/2018 vom 5. Oktober 2018 E. 1.3). Es rechtfertigt 

sich daher, die Auslagen pauschal zu entschädigen (vgl. § 13 Abs. 1 Satz 2 

AnwT). 

 - 8 - 

 

 

 

Dies ergibt gesamthaft einen um 16 ½ Stunden reduzierten Aufwand von 

5.33 Stunden. Es gelangt jedoch – auch wenn die amtliche Verteidigerin 

einen Stundenansatz von Fr. 200.00 für ihre vor dem 1. Januar 2024 

erbrachten Leistungen (entsprechend § 9 Abs. 3bis AnwT in der bis Ende 

2024 geltenden Fassung) beantragt hat – ein höherer Stundenansatz von 

Fr. 220.00 zur Anwendung, da nach der Rechtsprechung des Bundes-

gerichts der seit dem 1. Januar 2024 geltende § 9 Abs. 3bis AnwT 

rückwirkend auf das ganze Berufungsverfahren für sämtliche auch vor dem 

1. Januar 2024 erbrachten Leistungen Anwendung findet und die amtliche 

Verteidigung deshalb mit einem Stundenansatz von Fr. 220.00 zu 

entschädigen ist (Urteil des Bundesgerichts 6B_168/2024 vom 27. März 

2025 E. 2.4.2). Hinzu kommen die pauschalisierten (§ 13 AnwT) sowie 

praxisgemäss auf 3 % zu veranschlagenden Auslagen und die gesetzliche 

Mehrwertsteuer von 7.7 %, woraus eine auf gerundet Fr. 1'300.00 

festzusetzende Entschädigung resultiert. 

 

3. 

3.1. 

Nachdem gegen den Beschluss des Obergerichts SST.2021.221 vom 

24. Januar 2024 einzig hinsichtlich des Nebenpunkts der Entschädigung 

der amtlichen Verteidigung Beschwerde erhoben wurde, erfährt die in der 

Hauptsache festgesetzte Kostenverteilung für das bisherige Berufungs-

verfahren vor Rückweisung durch das Bundesgericht keine Änderung. 

 

Für das Berufungsverfahren nach Rückweisung durch das Bundesgericht 

sind keine zusätzlichen Verfahrenskosten aufzuerlegen. 

 

3.2. 

Nachdem es nach Rückweisung durch das Bundesgericht noch einzig um 

die Einreichung der Honorarnote durch die amtliche Verteidigerin 

gegangen ist, ist ihr im Berufungsverfahren nach Rückweisung durch das 

Bundesgericht kein entschädigungspflichtiger Aufwand entstanden, was 

sie denn auch – zu Recht – nicht beantragt hat. Im Übrigen würde es sich 

bei der Erstellung sowie Einreichung der Honorarnote um Sekretariats-

arbeit handeln. Sekretariatsarbeit ist grundsätzlich nicht separat zu 

entschädigen, da sie bereits im Stundenansatz des Verteidigers enthalten 

ist, ausgenommen die hierfür notwendigen Auslagen, die vorliegend 

pauschal entschädigt werden. 

 

  

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Das Obergericht beschliesst: 

 

1. 

Ziff. 2.2 des Beschlusses des Obergerichts SST.2021.221 vom 24. Januar 

2024 wird wie folgt ersetzt: 

 

2.2. 
Die Obergerichtskasse wird – soweit noch keine Auszahlung erfolgt ist – angewiesen, der 
amtlichen Verteidigerin für das bisherige Berufungsverfahren eine Entschädigung von 
Fr. 1'300.00 auszurichten. 

 

2. 

Für diesen Beschluss werden keine Kosten erhoben. 

 

 

 Zustellung an: 

[…] 

 

 
   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Strafsachen (Art. 78 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der schriftlichen Eröffnung der 

vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Beschwerde an das 

Schweizerische Bundesgericht erhoben werden (Art. 44 Abs. 1, Art. 78, Art. 90, Art. 100 

Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen 

Bundesgericht einzureichen (Art. 42, Art. 100 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Die Urkunden, auf 

die sich eine Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 

hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). Für die 

Beschwerdelegitimation ist Art. 81 BGG massgebend. 

 

 
   

Aarau, 15. Oktober 2025 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Strafgericht, 1. Kammer 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Six Fehlmann