# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e19b600a-a568-5b2b-8d55-369b4be4c2fb
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2004-03-26
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Sonstige Kammern 26.03.2004 SF 2004 10
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_999_SF-2004-10_2004-03-26.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 26. März 2004 Schriftlich mitgeteilt am: 
SF 04 10 (mündlich eröffnet)

Urteil
Strafkammer

Vorsitz Vizepräsident Bochsler
RichterInnen Heinz-Bommer, Lazzarini, Rehli und Riesen-Bienz
Aktuarin ad hoc Thöny

——————

In der Strafsache

des A., Gesuchsteller, amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. Jean-Pierre 
Menge, Postfach 26, Quaderstrasse 5, 7002 Chur,

wegen Aufhebung der Arbeitserziehung/Festsetzung der Strafe,

hat sich ergeben:

2

A.  Mit Urteil vom 17. Juni 2002, mitgeteilt am 4. Juli 2002 erkannte das 
Kantonsgericht von Graubünden A. schuldig der falschen Anschuldigung gemäss 
Art. 303 Ziff. 1 Abs. 1 StGB, des mehrfachen Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 
StGB, des mehrfachen unvollendeten Diebstahlversuchs gemäss Art. 139 Ziff. 1 
StGB in Verbindung mit Art. 21 Abs. 1 StGB, der mehrfachen Sachbeschädigung 
gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB, des mehrfachen Hausfriedensbruchs gemäss Art. 
186 StGB, der Erpressung gemäss Art. 156 Ziff. 1 StGB, des vollendeten Erpres-
sungsversuchs gemäss Art. 156 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB 
sowie der Anstiftung dazu gemäss Art. 156 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 
Abs. 1 und Art. 24 Abs. 1 StGB, des mehrfachen Betrugs gemäss Art. 146 Abs. 1 
StGB und der Anstiftung zu betrügerischem Missbrauch einer Datenverarbeitungs-
anlage gemäss Art. 147 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 24 Abs. 1 StGB. Dafür 
wurde er gestützt auf Art. 100bis StGB in eine Arbeitserziehungsanstalt eingewiesen. 

Zur Person von A. lässt sich aus diesem Urteil Folgendes entnehmen:

„A. wurde am 24. Juni 1979 in X. geboren, wo er als Einzelkind bei seinen 
Eltern aufwuchs. Ebenfalls in X. besuchte er die Primarschule, wobei er die 
erste Klasse wegen krankheitsbedingten Absenzen wiederholen musste. 
Nach dem Schulaustritt aus der zweiten Realschulklasse im Sommer 1995 
bewarb er sich bei der B. für eine Lehrstelle. Nach erfolgtem Aufnahmege-
spräch und erfolgreichem Prüfungsabschluss konnte er am 19. August 1996 
eine zweijährige Lehre als Betriebsangestellter bei der B. antreten, welche 
er jedoch nach wenigen Monaten im Januar 1997 wieder abbrach. In der 
Folge ging er während längerer Zeit keiner geregelten Arbeit nach. Im Früh-
jahr 1998 arbeitete er während eines Monats als Hilfsarbeiter bei der C. AG. 
Anschliessend war er wiederum über längere Zeit ohne Arbeit, bevor er am 
6. April 1999 eine Stelle im D.-Spital antrat, wo er für den internen Transport-
dienst zuständig war. Bereits nach zwei Monaten gab er diese Beschäftigung 
jedoch wieder auf. Im Herbst 1999 absolvierte er ein über drei Monate dau-
erndes Praktikum im Alters- und Pflegeheim E.. Danach arbeitete er während 
drei bis vier Monaten bei der F. AG in X., anschliessend bis Ende Dezember 
2000 als Chauffeur bei der Firma G. AG und schliesslich noch für kurze Zeit 
im Hotel H. in Flims. Zwischen April und Juni 2001 war er bei der Firma J. 
AG in X. beschäftigt, danach für kurze Zeit bei der Firma K. AG in X.. Seit 
dem 3. Juni 2002 ist A. bei der Firma L. AG beschäftigt. Gemäss eigenen 
Angaben verdient er dort monatlich Fr. 3'300.--. Das Betreibungsamt Chur 
musste ihn im Jahre 2001 wegen eines Kleinkredites in der Höhe von 
Fr. 17'679.75 betreiben. Daraus resultiert ein Verlustschein. Der Leumund 
von A. ist stark angeschlagen. 

Im Schweizerischen Zentralstrafregister ist A. mit drei Eintragungen ver-
zeichnet. Mit Urteil vom 8. September 1998 verurteilte ihn der Kreispräsident 
Fünf Dörfer wegen mehrfachen Diebstahls und mehrfacher Sachbeschädi-
gung zu 14 Tagen Gefängnis unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren 
und zu einer Busse von Fr. 150.--. Am 12. April 1999 wurde A. von der Be-
zirksanwaltschaft W. wegen mehrfachen Betrugs, mehrfacher Urkundenfäl-
schung und mehrfachen betrügerischen Missbrauchs einer Datenverarbei-
tungsanlage zu 45 Tagen Gefängnis unter Ansetzung einer Probezeit von 2 

3

Jahren als Zusatzstrafe zum Urteil vom 8. September 1998 verurteilt. Mit Ur-
teil vom 29. Juni 2000 wurde A. vom Kreisgerichtsausschuss Chur wegen 
mehrfachen Diebstahls, betrügerischen Missbrauchs einer Datenverarbei-
tungsanlage sowie vollendeten und untauglichen Versuchs dazu, Hausfrie-
densbruchs sowie mehrfacher Widerhandlung gegen das Betäubungsmittel-
gesetz zu 4 Monaten Gefängnis und einer Busse von Fr. 600.--, teilweise als 
Zusatzstrafe zum Urteil vom 8. September 1998 beziehungsweise ganz als 
Zusatzstrafe zum Urteil vom 12. April 1999, verurteilt. Der Vollzug der Ge-
fängnisstrafe wurde unter Ansetzung einer Probezeit von 3 Jahren aufge-
schoben. Gleichzeitig wurde die Probezeit für die Verurteilung durch den 
Kreispräsidenten Fünf Dörfer vom 8. September 1998 um ein Jahr verlän-
gert.“

B. Die Staatsanwaltschaft von Graubünden legte ihrer Anklage gemäss 
Anklageschrift vom 6. Mai 2002 folgenden Sachverhalt zugrunde:

„A. wird angeklagt:

1. der falschen Anschuldigung gemäss Art. 303 Ziff. 1 Abs. 1 StGB, des 
mehrfachen Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB, des mehrfachen 
unvollendeten Diebstahlversuchs gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB in Verbin-
dung mit Art. 21 Abs. 1 StGB, der mehrfachen Sachbeschädigung 
gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB sowie des mehrfachen Hausfriedens-
bruchs gemäss Art. 186 StGB.

1.1 Am 03. April 2001 sagte A. gegenüber der Kantonspolizei Graubün-
den zur Nacht vom 18. auf den 19. Februar 2001 aus, dass M. im 
Hotel H. in I. zunächst den Tresor und danach darin liegende Kas-
setten aufgebrochen habe. Nach der Aufteilung des Geldes habe 
er, A., Fr. 6'000.-- erhalten. Anschliessend seien sie nach I. gefah-
ren, um in die Metzgerei N. einzubrechen. Dort sei jedoch trotz 
Durchsuchen aller Behältnisse keine Beute gemacht worden. In der 
gleichen Einvernahme gab A. zu Protokoll, ca. 2 ½ Wochen vor 
dieser Einvernahme zusammen mit M. aus einem offenen Occasi-
onswagen oberhalb der Garage O. in X. das Autoradio ausgebaut 
und die vier Räder abmontiert und mitgenommen zu haben.

Am 04. April 2001 bestätigte A. gegenüber der Kantonspolizei 
Graubünden, die Einbrüche im Hotel H. in I. und in der Metzgerei 
N. in I. zusammen mit M. begangen zu haben. Zudem soll M. im 
Dezember 2000 bei einem Einbruch am P.-weg 17 in X. dabei ge-
wesen sein. Im Februar 2001 hätten sie gemeinsam vom Q. aus 
das Treppenhaus betreten, 15 Bilder abgehängt und mitgenom-
men. 

Aufgrund dieser Aussagen von A. verfasste die Kantonspolizei 
Graubünden entsprechende Rapporte und die Staatsanwaltschaft 
Graubünden eröffnete am 06. August 2001 gegen M. eine Strafun-
tersuchung wegen Diebstahls. 

Zu den von A. geltend gemachten gemeinsam verübten Straftaten 
bestritt M. wie zuvor schon gegenüber der Polizei auch am 21. Au-
gust 2001 gegenüber dem Untersuchungsrichter jegliche Teil-
nahme an den von A. genannten Straftaten. 

4

Gegenüber dem Untersuchungsrichter bestritt A. am 29. Oktober 
2001, am 21. Dezember 2000 die Liegenschaft am P.-weg 12 in X. 
aufgesucht zu haben, am 19. Februar 2001 in I. im Hotel H. einen 
Einbruchdiebstahl begangen zu haben, gleichentags in I. in die 
Metzgerei N. eingedrungen zu sein, im Februar 2001 am R.-
Strasse 10 in X. aus dem Treppenhaus Bilder entwendet und im 
März 2001 bei der S.-Strasse in X. nördlich der Garage O. vier Rä-
der sowie ein Autoradio von einem Fahrzeug mitgenommen zu ha-
ben. M. habe er nur deshalb wahrheitswidrig beschuldigt, weil die-
ser ihm einen VW Golf nicht zurückgegeben habe, obwohl er, A., 
M. den gegen den Golf getauschten BMW bezahlt habe.

1.2 In der Zeit vom 21. Dezember 2000 bis Juni 2001 verübte A. fünf 
Diebstähle (Deliktsbetrag: Fr. 18'197.--), drei unvollendete Dieb-
stahlversuche, vier Sachbeschädigungen (Sachschaden: Fr. 
2'400.--) sowie fünf Hausfriedensbrüche.

Im Einzelnen beging A. folgende Straftaten:

1.2.1 Straftaten: Diebstahlversuch, Sachbeschädigung, Hausfrie-
densbruch

Zeit: 21. Dezember 2000, 08.00-23.30 Uhr
Ort: X., P.-weg, Erdgeschoss
Geschädigte: Geschädigte 1, P.-weg, X.
Sachschaden: Fr. 500.--
Vorgehen: A. stieg auf den Balkon, wuchtete mit einem 

Werkzeug die Balkontüre auf, durchsuchte die 
Wohnung nach Wertsachen und begab sich über 
das Treppenhaus ins Obergeschoss.

Bemerkungen: Am 22. Dezember 2000 stellte die Geschädigte 1 
Strafantrag gegen Unbekannt wegen Sachbe-
schädigung, Hausfriedensbruchs und Diebstahls.
A. widerrief gegenüber dem Untersuchungsrichter 
die bei der Polizei eingestandenen Straftaten.

Akten: act. 9.1, 9.2, 9.4 (S.3), 9.5 (S. 2), 16.17 (S. 1 f.), 
Dossier 10

1.2.2 Straftaten: Diebstahlversuch, Sachbeschädigung, Hausfrie-
densbruch

Zeit: 21. Dezember 2000, 08.00-23.20 Uhr
Ort: X., P.-weg, 1. OG
Geschädigte: Geschädigte 2, X., vertreten durch Vertreter 2
Sachschaden: Fr. 500.--
Vorgehen: A. gelangte über das Treppenhaus in 1. OG, 

wuchtete mit einem Werkzeug die Wohnungstüre 
auf und durchsuchte die unbewohnte Wohnung 
nach Wertsachen.

Bemerkungen: Am 8. Januar 2001 stellte Beistand Vertreter 2 für 
die Geschädigte Strafantrag gegen Unbekannt 
wegen Diebstahls, Sachbeschädigung und Haus-
friedensbruchs. A. widerrief gegenüber dem Un-
tersuchungsrichter die bei der Polizei eingestan-
denen Straftaten.

Akten: act. 9.1, 9.2, 9.4 (S. 3), 9.5 (S. 2), 16.17 (S. 1 f.), 
Dossier 11

1.2.3 Straftaten: Diebstahl, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch
Zeit: 19. Februar 2001, 02.00-07.00 Uhr
Ort: I., Hotel H.
Geschädigte: Geschädigter 3, Hotel H.

Geschädigter 3.1

5

Geschädigter 3.2 
Geschädigter 3.3
Geschädigter 3.4

Deliktsgut: Bargeld
Deliktsbetrag: Fr. 16'099.--
Sachschaden: Fr. 800.--
Vorgehen: A. betrat das Hotel über den Hintereingang und 

begab sich zur Reception. Hinter dem Korpus ver-
suchte er erfolglos, vier Metallschubladen zu öff-
nen. Gewaltsam wurde der sich in einem Kasten 
befindende Tresor geöffnet. Aus den darin liegen-
den Geldkassetten entwendete A. insgesamt 
Fr. 16'099.--. Beim Verlassen des Hotels über den 
Haupteingang streute A. Erde auf den Boden. 

Bemerkungen: Am 19. Februar 2001 stellte Geschädigter 3 ge-
gen Unbekannt Strafantrag wegen Diebstahls, 
Sachbeschädigung und Hausfriedensbruchs.
Geschädigter 3.4 stellte am 20. Februar 2001 
Strafantrag gegen Unbekannt wegen Diebstahls. 
A. widerrief gegenüber dem Untersuchungsrichter 
die bei der Polizei eingestandenen Straftaten.

Akten: act. 9.1, 9.2, 9.4 (S.3), 9.5 (S. 2), 16.17 (S. 3 f.), 
Dossier 12

1.2.4 Straftaten: Diebstahlversuch, Sachbeschädigung, Hausfrie-
densbruch

Zeit: 17. Februar 2001, 19.00 Uhr bis 19. Februar 
2001, 08.00 Uhr

Ort: I., Metzgerei N.
Geschädigte: Metzgerei N., vertreten durch Geschädigter 4
Sachschaden: Fr. 600.--
Vorgehen: A. brach die Türe des Personaleinganges auf und 

durchsuchte in der Metzgerei alle Behältnisse 
nach Wertsachen. Beim Verlassen der Metzgerei 
streute er Erde auf den von ihm betretenen Bo-
den.

Bemerkungen: Geschädigter 4 stellte am 19. Februar 2001 Straf-
antrag gegen Unbekannt wegen Sachbeschädi-
gung und Hausfriedensbruchs.
A. widerrief gegenüber dem Untersuchungsrichter 
die bei der Polizei eingestandenen Straftaten. 

Akten: act. 9.1, 9.2, 9.4 (S.2), 9.5 (S. 2), 16.17 (S. 5), 
Dossier 13

1.2.5 Straftaten: Diebstahl, Hausfriedensbruch
Zeit: 01. - 28. Februar 2001
Ort: X., R.-Strasse
Geschädigte: Y. AG, vertreten durch Geschädigter 5, R.-

Strasse, X.
Deliktsgut: Bilder (5)
Deliktsbetrag: Fr. 500.--
Vorgehen: A. begab sich ins Treppenhaus, hängte die Bilder 

mit Motiven von Alois Carigiet ab und nahm sie 
mit.

Bemerkungen: Am 16. April 2001 stellte Geschädigter 5 gegen A. 
Strafantrag wegen Diebstahls und Hausfriedens-
bruch.
A. widerrief gegenüber dem Untersuchungsrichter 
die bei der Polizei eingestandenen Straftaten.

Akten: act. 9.1, 9.2, 9.5 (S. 2), 16.17 (S. 5), Dossier 14

1.2.6 Straftat: Diebstahl

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Zeit: März 2001
Ort: X., S.-Strasse, Parkplatz nördlich Garage O.
Geschädigte: Geschädigter 6, X.
Deliktsgut: Autoräder (4), Autoradio (1)
Deliktsbetrag: Fr. 500.--
Vorgehen: A. baute aus dem offenen VW Golf das Autoradio 

aus, montierte die vier Räder ab und nahm die 
Gegenstände mit.

Bemerkungen: Am 04. Mai 2001 stellte Geschädigter 6 gegen A. 
Strafantrag wegen Diebstahls.
A. widerrief gegenüber dem Untersuchungsrichter 
die bei der Polizei eingestandenen Straftaten.

Akten: act. 9.1, 9.2, 9.4 (S.3), 16.17 (S. 5), Dossier 16

1.2.7 Straftat: Diebstahl 
Zeit: 01. - 10. Juni 2001
Ort: X.,
Geschädigte: J. AG, vertreten durch Vertreter 7, X.
Deliktsgut: Felgen (4)
Deliktsbetrag: Fr. 600.--
Vorgehen: A. nahm vier auf einem Firmenauto liegende Fel-

gen mit und verkaufte sie für Fr. 300.-- Z..
Bemerkungen: Auf Druck von Vertreter 7 holte A. die Felgen bei 

Z. wieder ab und brachte sie nach AA., wo er sie 
dem rechtmässigen Eigentümer übergab. 

Akten: act. 16.23 (S. 2), Dossier 17

1.2.8 Straftat: Diebstahl
Zeit: anfangs Juni 2001
Ort: X.
Geschädigte: Geschädigter 8, X.
Deliktsgut: Handy Nokia 7110
Deliktsbetrag: Fr. 498.--
Vorgehen: A. eignete sich über die Mittagszeit ein versehent-

lich auf dem Gepäckträger des von ihm benutzten 
Fahrrades liegen gelassenes Handy an und leug-
nete am Nachmittag gegenüber dem Eigentümer 
den Besitz.

Bemerkungen: Nach Abklärungen bei der Orange konnte Ge-
schädigter 8, A. belegen, dass er sein Mobiltele-
fon besass und erhielt es in der Folge zurück.

Akten: act. 16.23 (S. 2 f.), act. 16.26, Dossier 18

2. der Erpressung gemäss Art. 156 Ziff. 1 StGB, des vollendeten Erpres-
sungsversuches gemäss Art. 156 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 
Abs. 1 StGB sowie Anstiftung dazu gemäss Art. 156 Ziff. 1/ Art. 22 Abs. 
1 / Art. 24 Abs. 1 StGB, des mehrfachen Betruges gemäss Art. 146 Abs. 
1 StGB sowie der Anstiftung zu betrügerischem Missbrauch einer Da-
tenverarbeitungsanlage gemäss Art. 147 Abs. 1 StGB in Verbindung mit 
Art. 24 Abs. 1 StGB. 

In der Zeit vom 18. September 2000 bis 25. Oktober 2000 verübte A. 
eine Erpressung (Deliktsbetrag Fr. 12'000.--), einen vollendeten Erpres-
sungsversuch (Deliktsbetrag Fr. 4'000.--) sowie eine Anstiftung dazu 
(Deliktsbetrag Fr. 4'000.--), zwei Betrüge (Deliktsbetrag Fr. 2'500.--) so-
wie eine Anstiftung zu betrügerischem Missbrauch einer Datenverarbei-
tungsanlage (Deliktsbetrag Fr. 1'500.--).

Im Einzelnen beging A. folgende Straftaten:

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2.1 Straftat: Betrug
Zeit: 18. September 2000, ca. 14.00 Uhr
Ort: AB.

X.
Geschädigte: Geschädigte 9
Deliktsgut: Bargeld
Deliktsbetrag: Fr. 1’000.--
Vorgehen: Um Fr. 1'000.-- zu erhalten gab A. dem geistig etwas 

zurückgebliebenen T. an, was er seiner Mutter Ge-
schädigte 9 mitzuteilen hatte: T. rief sie an und sagte 
ihr Fr. 1'000.-- zu benötigen. Die Mutter winkte ab. Als 
sich Geschädigte 9 ca. eine Stunde später telefonisch 
erkundigte, was T. und die sich damals bei ihm aufhal-
tende U. zum Nachtessen wünschten, meinte T., 
wahrscheinlich wegen der Inkassoleute des Manor 
kein Nachtessen mehr zu benötigen. Er schulde Fr. 
6'000.--. Geschädigte 9 fuhr nach AB.. Dort erfuhr sie 
am Telefon von A., dass er Fr. 5'000.-- aufbringe. Fr. 
1'000.-- könne sie ihm übergeben, damit er sie den 
Leuten von Manor weiterleite. Geschädigte 9 fuhr mit 
T. und U. nach X., gab ihrem Sohn die Bancomatkarte 
der UBS und liess ihn Fr. 1'000.-- beziehen. Nach ei-
nem Anruf von U. fuhr A. zur UBS, nahm von T. die 
Fr. 1'000.-- entgegen und verwendete das Geld in der 
Folge für sich. 

Akten: act. 6.1, 6.4 (S. 2), 6.5 (S. 1 f.), 16.1 (S. 8 f.), 16.3 
(S. 2), 16.6 (S. 13), 16.7 (S. 3 f.), 16.8 (S. 9), 16.11 (S. 
3)

2.2 Straftat: Betrug, Anstiftung zu betrügerischem Missbrauch ei-
ner Datenverarbeitungsanlage

Zeit: 26. September 2000
Ort: AC. und AD.
Geschädigte: Geschädigte 10
Deliktsgut: Bargeld
Deliktsbetrag: Fr. 3'000.--
Vorgehen: Während einer Fahrt das Rheintal hinunter warf T. 

versehentlich mit einem Zettel auch ein Couvert mit 
Rechnungen aus dem Fahrzeugfenster. Wahrheits-
widrig machte A. geltend, das Couvert habe Fr. 1'500.-
- enthalten. T. rief seine Mutter an und erzählte ihr von 
seinem Missgeschick und A. bestätigte dieses ihr ge-
genüber. Sie fuhren nach AC.. Zur Deckung des ver-
meintlichen Schadens überliess Geschädigte 10 ihrem 
Sohn T. ihre Bancomatkarte, damit er in AD. bei der 
UBS Fr. 1'500.-- beziehen und A. überlassen konnte. 
Geschädigte 10 verlangte jedoch einen Beleg. T. be-
zog Fr. 1'500.--, vergass jedoch einen Beleg anzufor-
dern. A. sagte zu T., er solle nochmals - dieses Mal 
mit Beleg - Fr. 1'500.-- vom Automaten beziehen. Von 
diesen Fr. 1'500.-- erbat A. von T. Fr. 500.-- für sich. 
Fr. 1'000.-- behielt T.. 

Adhäsionsklage: Am 19. März 2002 reichte Geschädigte 10 eine Adhä-
sionsklage in der Höhe von Fr. 3'300.-- ein.

Akten: act. 6.1, 6.4 (S. 3), 6.5 (S. 2 f.), 16.1 (S. 9), 16.3 
(S. 3 f.), 16.7 (S. 5 f.), 16.9 (S. 2 f.), 16.11 (S. 3)

2.3 Straftat: Betrug
Zeit: Anfangs Oktober 2000
Ort: AB.
Geschädigte: U.
Deliktsgut: Bargeld
Deliktsbetrag: Fr. 12’000.--

8

Vorgehen: Wegen erhaltener Schläge trennte sich U. Ende Sep-
tember 2000 von A.. Deshalb ging er im Oktober 2000 
zu ihr und machte geltend, eine Drittperson habe in 
seinem Auftrag sie betreffend mit heimlich gedrehten 
Aufnahmen einen Pornofilm zusammengeschnitten 
und verlange hiefür nun Fr. 12'000.--. Sollte sie das 
Geld nicht bis an demselben Abend aufbringen, würde 
der Film den Eltern von U. und ihren früheren Arbeit-
gebern zugestellt. Auf entsprechende Frage von U., 
wie sie das Geld aufbringen könnte, machte A. den 
Vorschlag, hiefür auf den Strassenstrich zu gehen. U. 
konnte innerhalb von 15 Tagen auf diese Weise min-
destens Fr. 3'500.-- zusammenbringen und A. überge-
ben. 

Akten: act. 5.1, 6.5 (S. 2 f.), 5.6 (S. 2 f.), 16.1 (S. 3 ff.), 16.4 
(S. 3 ff.), 16.6 (S. 7 f.), 16.8 (S. 2 ff.), 16.9 (S. 3 f.), 
16.11 (S. 4)

2.4 Straftat: Vollendeter Erpressungsversuch, Anstiftung zu vollen-
detem Erpressungsversuch

Zeit: 20. Oktober 2000
Ort: AB.
Geschädigte: T.

Geschädigte 11
Deliktsgut: Bargeld
Deliktsbetrag: Fr. 4’000.-- (T.)

Fr. 4'000.-- (Geschädigte 11)
Vorgehen: Zur Zeit der Erpressung von U. wohnte sie bei T.. A. 

verlangte in diesem Zusammenhang von T. bis zum 
25. Oktober 2000 Fr. 4'000.--, andernfalls er aus sei-
ner Wohnung Fernseher und andere elektronische 
Geräte mitnehmen werde. T. verfügte jedoch nicht 
über soviel Bargeld.
Um dennoch zu den Fr. 4'000.-- zu kommen, schlug A. 
T. vor, von dessen Mutter Geschädigte 11 diesen Be-
trag zu erpressen. T. rief seine Mutter an und drohte 
ihr für den Fall, dass sie nicht bezahlen wolle, mit ei-
nem Nachschlüssel in ihre Wohnung zu gelangen und 
alle wertvollen Gegenstände wie z.B. Porzellanpferd-
chen wegzunehmen. Geschädigte 11 kam der Forde-
rung nicht nach.

Akten: act. 6.1, 6.4 (S. 2 f.), 6.5 (S. 2), 7.1, 16.3 (S. 4), 16.7 
(S. 6), 16.9 (S. 3), 16.11 (S. 4)

Gegen T. und U. wurden separate Strafuntersuchungen eröffnet.

3. der Widerhandlung gegen Art. 4 Abs. 1 lit. c und Art. 5 Abs. 1 lit. b WG 
sowie Art. 7 WV in Verbindung mit Art. 33 Abs. 1 lit. a WG sowie der 
Widerhandlung gegen Art. 11 Abs. 1 WG in Verbindung mit Art. 34 Abs. 
1 lit. d WG.

A. kaufte gemäss eigenen Angaben im Herbst 1999 bei V. in W. ein 
Schmetterlingsmesser. 

Zum 21. Geburtstag (24. Juni 2000) erhielt A. von seinem Vater ein Un-
terhebelrepetiergewehr „Wagonmaster“ mit Zielfernrohr, ohne einen 
schriftlichen Vertrag abzuschliessen und aufzubewahren.

Am 13. Februar 2002 beschlagnahmte der Untersuchungsrichter ge-
stützt auf Art. 31 Abs. 1 lit. b WG in Verbindung mit Art. 8 Abs. 2 WG die 
anlässlich einer am 07. November 2000 bei A. durchgeführten Haus-
durchsuchung sichergestellten Waffen: 1 Unterhebelrepetiergewehr 

9

Wagonmaster, 1 Jagdmesser, 1 Überlebensmesser, 1 Schmetterlings-
messer sowie 1 Ninja Tatze.“

C. Anlässlich der Hauptverhandlung vom 17. Juni 2002 legte A. ein voll-
umfängliches Geständnis ab, indem er insbesondere auch seine Täterschaft bezüg-
lich der von ihm nachträglich zu den polizeilichen Einvernahmen bestrittenen Delikte 
zugab. Von der Anklage der Widerhandlung gegen Art. 4 Abs. 1 lit. c und Art. 5 Abs. 
1 lit. b WG, Art. 7 WV in Verbindung mit Art. 33 Abs. 1 lit. a WG sowie der Wider-
handlung gegen Art. 11 Abs. 1 WG in Verbindung mit Art. 34 Abs. 1 lit. d WG wurde 
A. freigesprochen, in den übrigen Anklagepunkten für schuldig befunden und dafür 
gestützt auf Art. 100bis StGB in eine Arbeitserziehungsanstalt eingewiesen. Für die 
Anordnung dieser Massnahme stützte sich das Kantonsgericht auf das Gutachten 
der Psychiatrischen Klinik Waldhaus vom 26. Oktober 2001. Darin wurde A. als un-
zuverlässig und wenig ausdauernd an den jeweiligen Arbeitsstellen beschrieben. Er 
bagatellisiere die begangenen Delikte und stelle sich als leicht beeinflussbar dar. 
Sein Unrechtsbewusstsein scheine wenig überzeugend. Das Kantonsgericht kam 
zum Schluss, dass ein Zusammenhang zwischen den verübten Straftaten und den 
im Gutachten ausgeführten sozialen und persönlichen Grundvoraussetzungen nicht 
von der Hand zu weisen sei. Ebenso sei anzunehmen, dass sich durch die Mass-
nahme die Gefahr künftiger Verbrechen oder Vergehen verhüten lasse, die Arbeits-
erziehung mit anderen Worten als geeignetes Mittel für die Rückfallbekämpfung er-
scheine. 

D. Am 7. Oktober 2002 trat A. in die Arbeitserziehungsanstalt Kalchrain 
ein. Am 1. Januar 2003 entwich er erstmals, konnte jedoch am 17. Januar 2003 von 
der Polizei aufgegriffen und der Arbeitserziehungsanstalt zugeführt werden. Am 26. 
Februar 2003 entwich er erneut, konnte aber am 22. Mai 2003 wiederum verhaftet 
und vorgängig der Strafanstalt Sennhof zugeführt werden. Vom 28. Mai 2003 bis 
20. Januar 2004 war A. wieder auf der Flucht. Der Leumund von A. ist stark ange-
schlagen. Seit dem 20. Januar 2004 befindet er sich wieder in der Strafanstalt Re-
alta im offenen Strafvollzug. 

Mit Abwesenheitsurteil vom 8. September 2003, mitgeteilt am 15. Dezem-ber 
2003, wurde A. der Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG, der mehrfa-
chen Widerhandlung gegen Art. 19a Ziff. 1 BetmG, des Betrugs gemäss Art. 146 
Abs. 1 StGB, der unrechtmässigen Aneignung gemäss Art. 137 Ziff. 1 StGB, des 
mehrfachen Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB, der Hehlerei gemäss Art. 160 
Ziff. 1 StGB, des Hausfriedensbruchs gemäss Art. 186 StGB, des mehrfachen be-
trügerischen Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage gemäss Art. 147 Abs. 1 

10

StGB und der Entwendung zum Gebrauch gemäss Art. 94 Ziff. 3 SVG zu 20 Mona-
ten Gefängnis, abzüglich der erstandenen Polizei- und Untersuchungshaft von 10 
Tagen verurteilt. 

E. Mit Eingabe vom 29. Januar 2004 stellte A. ein Gesuch um Aufhebung 
der Massnahme nach Art. 100bis StGB und um nachträgliche Strafausfällung. Die 
Schutzaufsicht Graubünden führte mit Bericht vom 2. März 2004 zu Handen des 
Justiz-, Polizei- und Sanitätsdepartements Graubünden aus, dass der Widerstand 
von A. den weiteren Vollzug der Massnahme verunmögliche und bat um Weiterlei-
tung des Gesuchs an das Kantonsgericht. 

F. Mit Departementsverfügung vom 8. März 2004, mitgeteilt am 10. März 
2004, stellte das Justiz-, Polizei- und Sanitätsdepartement Graubünden fest, dass 
sich die Durchführung der Arbeitserziehungsmassnahme an A. infolge fehlender 
Motivation und Einsicht von Anfang an als schwierig erwiesen habe und stellte den 
Vollzug ein. Gleichzeitig beantragte es, anstelle der aufzuhebenden Massnahme 
eine Strafe auszusprechen und die zugunsten der Massnahme aufgeschobenen 
Strafen zum Vollzug anzuordnen. 

G. Anlässlich der Hauptverhandlung vom 26. März 2004 vor der Straf-
kammer des Kantonsgerichts von Graubünden waren Staatsanwalt Dr. iur. Jakob 
Grob sowie A. mit seinem amtlichen Verteidiger Rechtsanwalt Dr. iur. Jean-Pierre 
Menge anwesend. Es wurden keine Einwände gegen die Zuständigkeit und die Zu-
sammensetzung des Gerichts erhoben. Mit Einverständnis der beteiligten Parteien 
wurde zunächst die Frage der Aufhebung der Massnahme und im Anschluss daran 
die Festlegung des Strafmasses behandelt. Bei der richterlichen Befragung führte 
A. aus, dass er es vorziehen würde, eine Gefängnisstrafe zu verbüssen. In der Ar-
beitserziehungsanstalt sei es ihm nicht möglich gewesen, die gewünschte Lehre zu 
absolvieren. Ausserdem habe er auch Probleme mit der Anstaltsleitung gehabt. In 
der Strafanstalt Realta fühle er sich wohler und sei zudem nicht so weit von seiner 
Ehefrau entfernt. 

Im Anschluss an die richterliche Befragung stellte und begründete Staatsan-
walt Dr. iur. Grob folgende Anträge:

„1. Die mit Urteil des Kantonsgerichts Graubünden vom 17. Juni 2002 an-
geordnete Massnahme gemäss Art. 100bis StGB sei aufzuheben.

2. A. sei mit 18 Monaten Gefängnis zu bestrafen, unter Anrechnung der 
Untersuchungshaft von neun Tagen.

11

3. Die mit gleichem Urteil vom 17. Juni 2002 als vollziehbar erklärten, je-
doch zugunsten der Massnahme aufgeschobenen Strafen gemäss Ziff. 
4 des Urteils seien zu vollstrecken.

4. Die Dauer des Massnahmevollzugs von insgesamt 206 Tagen sei auf die 
Strafe anzurechnen.

5. Gesetzliche Kostenfolge.“

Der amtliche Verteidiger verwies bezüglich der Frage der Aufhebung der 
Massnahme auf seine schriftlichen Ausführungen und schloss sich dem Antrag des 
Staatsanwaltes an. Hinsichtlich des Strafmasses wies er darauf hin, dass ein gros-
ser Teil der begangenen Delikte kleinere Diebstähle und damit verbundene Haus-
friedensbrüche gewesen seien, es sich also um sogenannte „Kleinkriminalität“ ge-
handelt habe. Die Deliktsumme, die A. dabei erbeutet habe, sei gering gewesen, 
weshalb somit vorwiegend von geringfügigen Vermögensdelikten auszugehen sei. 
Bei der Strafzumessung seien insbesondere das jugendliche Alter und die diagnos-
tizierten Entwicklungsstörungen von A. im Zeitpunkt der Tatbegehungen zu berück-
sichtigen. Strafmindernd sei ihm das kooperative Verhalten während des Verfah-
rens anzurechen. In Würdigung dieser Umstände erscheine daher eine bedingt zu 
vollziehende Gefängnisstrafe von 12 Monaten unter Ansetzung einer Probezeit von 
3 Jahren angemessen. Die Dauer des Massnahmevollzugs sei daran anzurechnen. 

A. verzichtete auf ein Schlusswort. 

Auf die weiteren mündlichen Ausführungen des Staatsanwaltes und des amt-
lichen Verteidigers wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen ein-
gegangen. 

Die Strafkammer zieht in Erwägung :

1. A. wurde mit Urteil vom 17. Juni 2002, mitgeteilt am 4. Juli 2002, ge-
stützt auf Art. 100bis StGB in eine Arbeitserziehungsanstalt eingewiesen. Die Ein-
weisung in die Arbeitserziehungsanstalt Kalchrain war mit dem Schuldspruch we-
gen falscher Anschuldigung gemäss Art. 303 Ziff. 1 Abs. 1 StGB, mehrfachen Dieb-
stahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB, mehrfachen unvollendeten Diebstahlversuchs 
gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 21 Abs. 1 StGB, mehrfacher 
Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB, mehrfachen Hausfriedensbruchs 
gemäss Art. 186 StGB, Erpressung gemäss Art. 156 Ziff. 1 StGB, vollendeten Er-
pressungsversuchs gemäss Art. 156 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 
StGB sowie Anstiftung dazu gemäss Art. 156 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 

12

Abs. 1 und Art. 24 Abs. 1 StGB, mehrfachen Betrugs gemäss Art. 146 Abs. 1 StGB 
und Anstiftung zu betrügerischem Missbrauch einer Datenverarbeitungsanlage 
gemäss Art. 147 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 24 Abs. 1 StGB verbunden. Die 
Arbeitserziehung ist monistisch ausgestaltet; der Richter ordnet einzig die Mass-
nahme an, spricht jedoch keine Strafe aus. Die Arbeitserziehung wird mithin anstelle 
einer Strafe ausgesprochen (vgl. Trechsel, Schweizerisches Strafgesetzbuch, Kurz-
kommentar, 2. Auflage, W. 1997, N 3 zu Art. 100bis StGB). Erweist sich in Anwen-
dung von Art. 100ter Ziff. 4 StGB die Massnahme als nicht durchführbar, hat der 
Richter über die Aufhebung der Massnahme zu befinden. Gleichzeitig hat er zu ent-
scheiden, ob eine Strafe auszusprechen oder eine andere Massnahme anzuordnen 
ist.

2. Die Arbeitserziehung ist eine Massnahme, die eine Fehlentwicklung 
von jungen Erwachsenen durch Erziehung zur Arbeit und charakterliche Festigung 
berichtigen und damit künftigen Straftaten vorbeugen will. Als Höchstdauer sind 
grundsätzlich drei Jahre vorgesehen, wobei eine Verlängerung der Massnahme um 
ein weiteres Jahr möglich ist (Art. 100ter Ziff. 1 Abs. 4 StGB). Die Massnahme kann 
jedoch aufgehoben werden, wenn sie ihren spezialpräventiven Zweck erreicht hat 
oder sich herausstellt, dass sie ihn nicht erreichen wird und somit zwecklos gewor-
den ist. Art. 100ter Ziff. 4 Abs. 2 StGB regelt diese ausserordentlichen Fälle der Auf-
hebung der Arbeitserziehung. Dem Richter wird damit die Möglichkeit eingeräumt, 
eine erfolglose Massnahme bereits vor Ablauf von drei Jahren aufzuheben. Nach 
Ansicht des Bundesgerichts (BGE 100 IV 205) muss dabei „ein zwingender Grund 
vorliegen, der dem Richter im Hinblick auf den spezialpräventiven Zweck der Ar-
beitserziehung vernünftigerweise keine andere Wahl lässt, als dieselbe vorzeitig ab-
zubrechen.“ Einen solchen Grund sieht das Bundesgericht allerdings noch nicht im 
Widerstand gegen die Massnahme an sich bei sonst gutem Arbeitsverhalten, son-
dern allenfalls bei Invalidität oder Wegfall jeglicher Erfolgsaussicht (vgl. zum Gan-
zen Basler Kommentar, Strafgesetzbuch I, Basel 2003, Art. 100ter RN 9).

Im vorliegenden Fall hat das Justiz-, Polizei- und Sanitätsdepartement 
Graubünden den Vollzug der Arbeitserziehungsmassnahme gemäss Art. 100bis 
StGB mit Verfügung vom 8. März 2004 eingestellt. Dabei stützte es sich zum einen 
auf das Gesuch A.s um Aufhebung der Massnahme vom 29. Januar 2004 und zum 
anderen auf den Bericht der Schutzaufsicht Graubünden vom 2. März 2004. Darin 
wurde dargelegt, dass sich der Vollzug der Massnahme in der Arbeitserziehungs-
anstalt als schwierig gestaltet habe. A. sei seit seinem Eintritt am 7. Oktober 2002 
bereits dreimal entwichen. Auch habe er sich beharrlich gegen die Massnahme und 

13

die daraus resultierenden Chancen verweigert. Dieser Widerstand verunmögliche 
den weiteren Vollzug der Massnahme, da A. im Falle einer Aufrechterhaltung der 
Massnahme zwangsläufig mit Flucht reagieren würde. Gestützt auf diese Aus-
führungen gelangte das Justiz- Polizei- und Sanitätsdepartement Graubünden zum 
Schluss, dass die Arbeitserziehungsmassnahme als gescheitert zu erklären sei. In-
folge des erfolglosen Massnahmevollzuges sei A. nach der letzten Entweichung und 
Festnahme in der Strafanstalt Realta untergebracht worden, wo er sich gut integrie-
ren konnte. Auch A. selbst äusserte den Wunsch, den Rest seiner Strafe in der 
Strafanstalt Realta verbüssen zu wollen. 

Zusammenfassend kann daher festgehalten werden, dass die Weiterführung 
beziehungsweise Wiederaufnahme der Massnahme unter den gegebenen Umstän-
den keinen Sinn mehr macht. Die Arbeitserziehungsmassnahme ist daher aufgrund 
von Erfolglosigkeit aufzuheben und in eine Haftstrafe umzuwandeln. Von der An-
ordnung einer anderen Massnahme wird, gestützt auf das Gutachten der Psychia-
trischen Klinik Waldhaus vom 26. Oktober 2001, abgesehen. Damit wird dem Antrag 
A.s sowie des zuständigen Departements vollumfänglich entsprochen. 

3. Wird die Massnahme wegen Zwecklosigkeit aufgehoben und entsch-
liesst sich der Richter zu einer nachträglichen Bestrafung, so ist das Strafmass nach 
der Praxis des Kantonsgerichts von Graubünden aufgrund der Verhältnisse zum 
Zeitpunkt der Anordnung der Arbeitserziehung zu bestimmen (vgl. PKG 1984 Nr. 
12). Massgebend ist im vorliegenden Fall somit der Zeitpunkt des Urteils vom 17. 
Juni 2002.

a) Bei der Strafzumessung hat der Richter gemäss Art. 63 StGB vom 
Verschulden des Täters auszugehen und insbesondere die Beweggründe, das Vor-
leben und die persönlichen Verhältnisse zu berücksichtigen. In BGE 117 IV 112 ff. 
hat das Bundesgericht grundsätzliche Bemerkungen zur Frage der Strafzumessung 
angebracht. Demnach muss sich der Begriff des Verschuldens auf den gesamten 
Unrechts- und Schuldgehalt der konkreten Straftat beziehen. Bei der Tatkompo-
nente sind insbesondere das Ausmass des verschuldeten Erfolgs, die Art und 
Weise seiner Herbeiführung, die Willensrichtung, mit welcher der Täter gehandelt 
hat, und die Beweggründe gemäss Art. 63 StGB zu beachten. Die Täterkomponente 
erfasst demgegenüber das Vorleben, insbesondere auch allfällige Vorstrafen, die 
persönlichen Verhältnisse, das Verhalten nach der Tat und im Strafverfahren, wie 
zum Beispiel Reue, Einsicht oder Strafempfindlichkeit (vgl. auch BGE 118 IV 14, 

14

BGE 124 IV 44 f.). Innerhalb des gesetzlichen Strafrahmens ist ohne Bindung an 
feste Regeln die verschuldensgerechte Strafe zu finden. 

b) Wenn jemand durch eine oder mehrere Handlungen mehrere Frei-
heitsstrafen verwirkt hat, so verurteilt ihn der Richter nach dem in Art. 68 StGB sta-
tuierten Asperationsprinzip zu der Strafe der schwersten Tat und erhöht deren 
Dauer angemessen. Er kann jedoch das höchste Mass der angeordneten Strafe 
nicht um mehr als die Hälfte überschreiten und ist dabei zudem an das gesetzliche 
Höchstmass der Strafart gebunden. Schwerste Tat ist diejenige, welche unter den 
mit der höchsten Strafe bedrohten Tatbestand fällt. Grundlage für die Strafzumes-
sung ist daher im vorliegenden Fall bildet der für die falsche Anschuldigung gemäss 
Art. 303 Ziff. 1 Abs. 1 StGB vorgesehene Strafrahmen, der von 3 Tagen Gefängnis 
bis zu Zuchthaus in der Höhe von 20 Jahren reicht. 

Das Tatverschulden von A. wiegt schwer. Er hat trotz einschlägiger Vorstra-
fen eine ganze Reihe verschiedenartiger Delikte verübt. Als besonders gravierend 
erscheint dabei der Umstand, dass er sowohl in der Auswahl seiner Opfer als auch 
in der Ausführung der einzelnen Tathandlungen äusserst unverfroren und rück-
sichtslos vorging. So scheute er sich nicht davor, seine damalige Freundin U. mit 
einem angeblich über sie gedrehten Pornofilm zu erpressen und sie zu bewegen, 
auf den Strassenstrich zu gehen. Auch der Umstand, dass A. das geistige Handicap 
seines Freundes T. ausnützte, um Bargeld zu beschaffen, zeigt seine gewissenlose 
Vorgehensweise. Ausserdem ist zu berücksichtigen, dass A. innert kürzester Zeit-
spanne mehrere schwere Delikte verübt hat, was auf eine doch erhebliche kriminelle 
Intensität schliessen lässt. Gerade die Tatbestände der falschen Anschuldigung, 
der Erpressung und des Betruges können nicht mehr als „Kleinkriminalität“ qualifi-
ziert werden. Ausgehend von einem schweren Verschulden fällt bei A. zudem straf-
schärfend das Zusammentreffen mehrerer strafbarer Handlungen (Art. 68 StGB) so-
wie die mehrfache Tatbegehung ins Gewicht. Straferhöhend sind die - teilweise ein-
schlägigen - Vorstrafen zu berücksichtigen. Ebenso muss das Delinquieren 
während der Probezeit straferhöhend gewertet werden. Strafmindernd kann ihm 
das Geständnis und sein im Zeitpunkt der Delikte noch jugendlichen Alter zugute 
gehalten werden. Strafmilderungsgründe liegen keine vor.

In Würdigung sämtlicher Strafzumessungsgründe erscheint es als angemes-
sen und gerechtfertigt, A. eine Gefängnisstrafe von 18 Monaten aufzuerlegen. Die 
bereits erstandene Untersuchungshaft von neun Tagen wird an die Strafe ange-
rechnet. 

15

4. Vom 7. Oktober 2002 bis zum 1. Januar 2003, vom 17. Januar 2003 
bis zum 26. Februar 2003 und vom 22. Mai 2003 bis zum 28. Mai 2003 hielt sich A. 
in der Arbeitserziehungsanstalt Kalchrain auf. Seit dem 20. Januar 2004 befindet er 
sich in der Strafanstalt Realta im offenen Strafvollzug. Es stellt sich nun die Frage, 
ob der Aufenthalt in der Arbeitserziehungsanstalt an den nachträglichen Strafvoll-
zug angerechnet werden kann. 

Das Bundesgericht hat in Zusammenhang mit Art. 44 Ziff. 3 StGB und Art. 69 
StGB entschieden, dass die Dauer der freiheitsentziehenden Massnahme in der Re-
gel auf die zu verbüssende Freiheitsstrafe anzurechnen ist. Denn das Scheitern ei-
ner Massnahme allein soll nicht dazu führen, dass der Verurteilte einen schwereren 
Eingriff in sein Leben zu dulden hat, als dies bei einer blossen Verhängung einer 
Freiheitsstrafe gewesen wäre (vgl. BGE 121 IV 303, BGE 120 IV 176). Allerdings 
braucht die anrechenbare Dauer nicht mit der Massnahmedauer übereinzustimmen. 
Bei der Bestimmung der grundsätzlich anrechenbaren Dauer ist nämlich mitzu-
berücksichtigen, in welchem Grad die persönliche Freiheit während des Massnah-
mevollzugs im Vergleich zum Freiheitsentzug in einer Strafanstalt eingeschränkt 
war. Ist der Massnahmevollzug in einer bestimmten Anstalt dem Strafvollzug in die-
ser Hinsicht ungefähr gleichzusetzen, so ist grundsätzlich die ganze Dauer der 
Massnahme anrechenbar. Wird die Massnahme hingegen in einer Anstalt vollzo-
gen, welche die persönliche Freiheit wesentlich weniger beschränkt, kann nur eine 
entsprechend gekürzte Dauer zur Anrechnung gelangen. Bei der Beurteilung dieser 
Frage ist auf verschiedene Kriterien abzustellen, welche vom Bundesgericht festge-
legt wurden und gemäss Praxis des Kantonsgerichts von Graubünden auch für den 
Fall der Massnahmeaufhebung nach Art. 100ter Ziff. 4 StGB anwendbar sind. So ist 
entsprechend zu berücksichtigen, inwieweit die Massnahme die persönliche Frei-
heit des Betroffenenen, beziehungsweise sein Recht, sich frei zu bewegen, sich 
aufzuhalten und zu wohnen, wo er will, beeinträchtigt wird. Beurteilt man den Auf-
enthalt in der Arbeitserziehungsanstalt Kalchrain unter diesen Gesichtspunkten, so 
stellt man fest, dass die persönliche Freiheit von A. während der Massnahme wohl 
etwas weniger stark beschränkt war als im Strafvollzug. Nach Ansicht des Kantons-
gerichts ist das Ausmass der Unterschiede im vorliegenden Fall jedoch nicht derart, 
dass es eine Kürzung der Massnahmedauer rechtfertigen würde. Vielmehr ist nach 
dem Gesagten der ganze Aufenthalt in der Arbeitserziehungsanstalt Kalchrain an 
den Strafvollzug anzurechnen. Den ebenfalls anrechenbaren Aufenthalt in der Straf-
anstalt Realta miteingeschlossen hat sich A. insgesamt 206 Tagen im Vollzug be-
funden, welche an die ausgefällte Strafe anzurechnen sind. 

16

5. A. stellt sodann Antrag auf Gewährung des bedingten Strafvollzuges. 

a) Die Voraussetzungen für die Gewährung des bedingten Strafvollzuges 
bestimmen sich nach Art. 41 Ziff. 1 StGB. In objektiver Hinsicht steht dem Antrag 
von A. nichts entgegen, hat er doch in den letzten fünf Jahren vor der Tat keine 
wegen eines vorsätzlich begangenen Verbrechens oder Vergehens ausgefällte 
Zuchthaus- oder Gefängnisstrafe von mehr als drei Monaten verbüsst. Darüber hin-
aus liegt die vorliegend ausgesprochene Strafe unter der gesetzlichen Höchst-
grenze von 18 Monaten (Art. 41 Ziff. 1 Abs. 1 und 2 StGB).

b) In subjektiver Hinsicht ist der Aufschub der Freiheitsstrafe zulässig, 
wenn Vorleben und Charakter des Verurteilten erwarten lassen, er werde dadurch 
von weiteren Verbrechen oder Vergehen abgehalten werden. Es muss ihm mit an-
deren Worten eine günstige Prognose gestellt werden können. Verlangt wird eine 
innere und infolgedessen dauernde Besserung; durch die Warnungsstrafe muss der 
Verurteilte von Verbrechen und Vergehen schlechthin abgehalten werden. Bei der 
Prognose sind alle rechtlich massgebenden Gesichtspunkte des Vorlebens, des 
Charakters, des Leumunds, der konkreten Tatumstände wie auch alle weiteren Tat-
sachen, die gültige Rückschlüsse auf die Bewährungsaussichten zulassen, abwä-
gend in die Beurteilung miteinzubeziehen. Im Falle der Aufhebung einer angeord-
neten Massnahme und nachträglichen Strafzumessung ist auch zu berücksichtigen, 
wie sich der Beschuldigte seit der Anordnung der Massnahme verhalten hat, weil 
die Gewährung des bedingten Strafvollzugs nicht durch die Tatschuld, sondern ein-
zig durch spezialpräventive Überlegungen bestimmt wird (PKG 1984 Nr. 13). Es ist 
aufgrund einer Gesamtwürdigung darüber zu entscheiden, ob beim Verurteilten be-
rechtigtes Vertrauen auf dauerndes Wohlverhalten besteht. 

Bei der Beurteilung des Vorlebens des Verurteilten steht die strafrechtliche 
Vorbelastung im Vordergrund. Zu Ungunsten von A. spricht der Umstand, dass er 
innerhalb von knapp vier Jahren bereits zum vierten Mal verurteilt werden muss und 
in der Probezeit der drei früheren Verurteilungen delinquiert hat. Auch hat er nach 
der Verurteilung vom 17. Juni 2002 mehrfach delinquiert, was zu einer weiteren 
Verurteilung geführt hat. Ist der Verurteilte schon mehrfach für identische Delikte 
verurteilt worden, wie dies vorliegend zumindest teilweise zutrifft, liegt die Befürch-
tung auf der Hand, er könnte diese Delikte weiterhin begehen. Einschlägige Vor-
strafen sind somit bei der Prognosestellung als erheblich ungünstiges Element zu 
gewichten, wenn auch dem Rückfall keine vorrangige Bedeutung beizumessen ist 
(vgl. Basler Kommentar, a.a.O., Art. 41 RN 90). Auch aus dem Charakter des Ver-

17

urteilten lassen sich im Einzelfall massgebliche Schlüsse auf das künftige Verhalten 
des Verurteilten ziehen. Hier ist insbesondere der Umstand zu berücksichtigen, 
dass der Vollzug der auferlegten Arbeitserziehungsmassnahme nach mehreren 
Fluchtversuchen von A. infolge fehlender Einsicht und Motivation eingestellt werden 
musste. Dieses Verhalten lässt Rückschlüsse auf seinen Charakter zu und recht-
fertigt berechtigte Zweifel an seinem künftigen Wohlverhalten. Die Tatumstände, 
das Vorleben und der Charakter von A. weisen eindeutig auf eine ungünstige Pro-
gnose hin. Nach dem Gesagten muss daher im Sinne einer Gesamtwürdigung fest-
gestellt werden, dass diejenigen Gesichtpunkte, die Zweifel an einem künftigen 
Wohlverhalten von A. hervorrufen, überwiegen und daher von einem bedingten Voll-
zug der Strafe abgesehen werden muss. 

6. Da A. die vorliegend beurteilten Delikte während angesetzter Probe-
zeit begangen hat, ist gemäss Art. 41 Ziff. 3 StGB auch über den Widerruf der be-
dingt ausgesprochenen Gefängnisstrafen gemäss Urteil des Kreispräsidenten Fünf 
Dörfer vom 8. September 1998 von 14 Tagen Gefängnis, gemäss Urteil der Bezirks-
anwaltschaft W. vom 12. April 1999 von 45 Tagen Gefängnis sowie gemäss Urteil 
des Kreisgerichtsausschusses Chur vom 29. Juni 2000 von vier Monaten Gefängnis 
zu befinden. Ein Absehen von einem Widerruf ist nur dann möglich, wenn begrün-
dete Aussicht auf Bewährung besteht und die zu beurteilenden Verfehlungen als 
leicht zu qualifizieren sind (Art. 41 Ziff. 3 Abs. 2 StGB). Bei der Beurteilung der güns-
tigen Prognose geltend die gleichen Kriterien wie bei Art. 41 Ziff. 1 StGB; es ist 
somit auf die Ausführungen zu diesem Punkt zu verweisen. Fehlt es demnach an 
der subjektiven Voraussetzung der günstigen Prognose, kann die Prüfung unterblei-
ben, ob ein leichter Fall im Sinne des Gesetzes vorliegt. Zusammenfassend ist da-
her festzuhalten, dass die ausgesprochenen Gefängnisstrafen gemäss Urteil des 
Kreispräsidenten Fünf Dörfer vom 8. September 1998 von 14 Tagen Gefängnis, 
gemäss Urteil der Bezirksanwaltschaft W. vom 12. April 1999 von 45 Tagen Ge-
fängnis sowie gemäss Urteil des Kreisgerichtsausschusses Chur vom 29. Juni 2000 
von vier Monaten Gefängnis zu vollziehen sind. 

7. Die Kosten des Gerichtsverfahrens sowie der amtlichen Verteidigung 
gehen bei diesem Ausgang des Verfahren zu Lasten von A. (Art. 157 StPO). Die 
Kosten der angerechneten Untersuchungshaft und des Strafvollzugs trägt der Kan-
ton Graubünden. 

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Demnach erkennt die Strafkammer :

1. Die mit Urteil des Kantonsgerichts von Graubünden vom 17. Juni 2002 an-
geordnete Massnahme gemäss Art. 100bis StGB wird aufgehoben. 

2. A. wird mit 18 Monaten Gefängnis bestraft, abzüglich der erstandenen Un-
tersuchungshaft von neun Tagen.

3. Des Weiteren sind die ausgesprochenen Gefängnisstrafen gemäss Urteil des 
Kreispräsidenten Fünf Dörfer vom 8. September 1998 von 14 Tagen Gefäng-
nis, gemäss Urteil der Bezirksanwaltschaft W. vom 12. April 1999 von 45 
Tagen Gefängnis sowie gemäss Urteil des Kreisgerichtsausschusses Chur 
vom 29. Juni 2000 von vier Monaten Gefängnis zu vollziehen. 

4. Die Dauer des Massnahmevollzugs von 206 Tagen wird an den Strafvollzug 
gemäss Ziff. 2 und 3 hiervor angerechnet. 

5. Die Kosten des vorliegenden Verfahrens, bestehend aus:

- der Gerichtsgebühr von Fr. 1'500.00
- und dem Honorar der amtlichen Verteidigung von Fr. 2'263.65
total somit Fr. 3'763.65

gehen zu Lasten des Verurteilten. Die Kosten der angerechneten Untersu-

chungshaft und des Strafvollzugs trägt der Kanton Graubünden.

6. Gegen dieses Urteil kann, sofern Verletzung eidgenössischen Rechts gel-

tend gemacht werden will, Nichtigkeitsbeschwerde an den Kassationshof des 

schweizerischen Bundesgerichts geführt werden. Diese ist dem Bundesge-

richt innert 30 Tagen seit Zustellung der vollständigen Ausfertigung des Ent-

scheides in der in Art. 273 des Bundesgesetzes über die Bundesstrafrechts-

pflege (BStP) vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Beschwerdele-

gitimation und die weiteren Voraussetzungen der Nichtigkeitsbeschwerde 

gelten die Art. 268 ff. BStP.

19

7. Mitteilung an:

__________

Für die Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubünden 
Der Vizepräsident  Die Aktuarin ad hoc