# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 020246ab-26ab-5b90-8142-241d6424b094
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-11-25
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 25.11.2014 S 2014 73
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2014-73_2014-11-25.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT
DES KANTONS GRAUBÜNDEN

S 14 73

3. Kammer als Versicherungsgericht

bestehend aus

Verwaltungsrichterin Moser als Vorsitzende, Verwaltungsrichter 

Stecher und Audétat, Aktuarin ad hoc Christen

URTEIL
vom 25. November 2014

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____,

vertreten durch den Rechtsdienst Integration Handicap, 

Beschwerdeführerin

gegen 

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden, 

Beschwerdegegnerin

betreffend Versicherungsleistungen nach IVG

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1. A._____ meldete sich am 21. Dezember 2007 bei der IV-Stelle des Kan-

tons Graubünden (IV-Stelle) zum Bezug von Leistungen an. Sie gab an, 

sie leide seit einem Unfall am 21. August 2006 unter Beschwerden am 

rechten Handgelenk. Zusätzlich leide sie unter einem Tennisellbogen. In 

ihrer Tätigkeit als Pflegehelferin sei sie arbeitsunfähig. Mit Verfügung vom 

15. Februar 2010 verweigerte die IV-Stelle die Kostengutsprache für eine 

Umschulung, und mit Verfügung vom 23. April 2010 sprach sie A._____ 

eine befristete ganze IV-Rente für den Zeitraum vom 1. August 2007 bis 

31. März 2009 zu. 

2. Ab Dezember 2009 war A._____ bei der B._____ GmbH in einem 100%-

Pensum zunächst als Verkaufsberaterin und dann als Storemanagerin im 

C._____ in X._____ angestellt. Im Juni 2011 wurde ein Adenokarzinom 

des Gebärmutterhalses festgestellt. Im Juli und im August 2011 wurde 

A._____ im Kantonsspital Graubünden mehrmals operiert (Entfernung der 

Gebärmutter, der Eileiter und zahlreicher Lymphknoten im Bereich des 

Beckens). Im November 2011 nahm sie die Arbeit im Umfang von 90 % 

wieder auf.

3. Einige Monate nach den Operationen trat ein Lymphödem im linken Bein 

und im Becken auf. A._____ wurde ambulant mit Lymphdrainage und 

Kompressionstherapie behandelt. Vom 3. bis 12. September 2012 wurde 

eine stationäre Behandlung im Regionalspital Y._____ nötig. Dabei wurde 

A._____ von Dr. med. D._____, Fachärztin FMH für Innere Medizin und 

Angiologie, behandelt. Am 14. November 2012 meldete sich A._____ er-

neut bei der IV-Stelle zum Bezug von Leistungen an. Sie legte ein Zeug-

nis ihres Hausarztes Dr. med. E._____ vom 10. Oktober 2012 bei, wo-

nach ab dem 7. August 2012 eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % vorliege, 

ab dem 15. Oktober 2012 eine solche von 70 %. In der Folge holte die IV-

Stelle diverse ärztliche Berichte ein. Am 26. Juni 2013 fand eine Untersu-

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chung durch den Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) statt. Mit Bericht 

vom 18. Juli 2013 führte Dr. med. F._____ dazu aus, es bestehe kein 

Zweifel, dass das Lymphödem mit den wechselnd ausgeprägten Schwel-

lungen und Beschwerden die Belastbarkeit und Arbeitsfähigkeit relevant 

einschränke. Es handle sich um einen chronischen ödematösen Zustand, 

der auch in Zukunft keine Besserung, im schlechten Fall eher eine Ver-

schlimmerung, erfahren werde und der die gegenwärtig aufgewendeten 

Therapien auf Dauer brauche. Als Nicht-Facharzt sei er nicht in der Lage 

zu beurteilen, wo die Belastungsgrenze liege, er empfehle deshalb eine 

fachärztliche angiologische Untersuchung.

4. Im Juli 2013 trat A._____ eine neue Stelle als Verkaufsberaterin im 

G._____ an. Ihr Arbeitspensum lag zunächst bei 30 %, später bei 40 %.

5. Am 15. August 2013 beauftragte die IV-Stelle die Angiologin Dr. med. 

D._____ vom Regionalspital Y._____ mit der Erstellung eines monodiszi-

plinären Gutachtens. Diese kam in ihrem Gutachten vom 18. September 

2013 zum Schluss, auf Grund des eindeutig vorhandenen postoperativ 

induzierten Lymphödems der linken unteren Extremität sei eine bleibende 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der angestammten sowie in einer 

adaptierten Tätigkeit zwischen 30 und 50 % vorhanden. Es bestehe ein 

vermehrter Pausenbedarf im Sinne von Umhergehen und sich Hinlegen. 

Mit Abschlussbericht vom 24. September 2013 gab Dr. med. H._____ 

vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) an, gestützt auf das Gutachten 

von Dr. med. D._____ sei von einer Arbeitsfähigkeit von 60 % auszuge-

hen, wobei in diesem Rahmen keine reduzierte Leistung zu erwarten sei.

6. Mit Mitteilung vom 9. Oktober 2013 hielt die IV-Stelle fest, es bestehe kein 

Anspruch auf berufliche Massnahmen. Und mit Vorbescheid ebenfalls 

vom 9. Oktober 2013 stellte sie die Abweisung des Leistungsbegehrens 

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bezüglich Rente in Aussicht. Mit Einwand vom 28. November 2013 mach-

te A._____ geltend, sie wäre im Gesundheitsfall nicht nur zu 90 sondern 

zu 100 % berufstätig. Und ihre Arbeitsfähigkeit liege bei 30 und nicht bei 

60 %. Dazu reichte sie einen Bericht vom 31. Oktober 2013 ein, in wel-

chem ihr Hausarzt, Dr. med. E._____, ausführte, mehrmalige Arbeitsver-

suche hätten gezeigt, dass auch eine Tätigkeit mit wechselnden Lagepo-

sitionen nicht zu mehr als 4 Stunden pro Tag zumutbar sei. Es liege eine 

60%ige Arbeitsunfähigkeit bezogen auf ein 100%-Pensum vor.

7. Mit Verfügung vom 22. April 2014 sprach die IV-Stelle A._____ bei einem 

Invaliditätsgrad von 48 % eine Viertelsrente ab dem 1. August 2013 zu. 

Dabei ging sie von einem Valideneinkommen von Fr. 65'000.-- bei einer 

100%igen Berufstätigkeit und einem Invalideneinkommen von Fr. 

33'636.95 bei einer 60%igen Arbeitsfähigkeit aus.

8. Mit Schreiben vom 26. Mai 2014 teilte A._____ der IV-Stelle mit, sie habe 

am 1. Mai 2014 eine Stelle ohne Führungsaufgaben im I._____ in 

X._____ übernommen. Das monatliche Einkommen für ihr 40%-Pensum 

habe sich um rund Fr. 340.-- verringert. Mit ihrem Handicap sei sie nicht 

mehr in der Lage, ein Salär wie in der Vergangenheit zu erzielen. Seit 

dem 12. Mai 2014 habe sich ihr Gesundheitszustand erheblich ver-

schlechtert.

9. Gegen die Verfügung vom 22. April 2014 erhob A._____ (nachfolgend: 

Beschwerdeführerin) am 27. Mai 2014 Beschwerde an das Verwaltungs-

gericht des Kantons Graubünden. Sie beantragte, die angefochtene Ver-

fügung sei aufzuheben und es sei die ihr gesetzlich zustehende Rente 

zuzusprechen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte sie die Durch-

führung eines zweiten Schriftenwechsels. Zur Begründung machte sie 

geltend, ihre Arbeitsunfähigkeit sei, wie dies Dr. med. E._____ bestätige, 

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höher als 40 %. Sie habe am 18. Juni 2014 einen Termin für eine Unter-

suchung beim Angiologen Dr. med. K._____. Nach Erhalt des Arztberich-

tes werde sie ihre Beschwerde im zweiten Schriftenwechsel ergänzend 

begründen. Weiter machte die Beschwerdeführerin geltend, beim Invali-

deneinkommen sei ein Leidensabzug im Umfang von 15 % zu machen. 

Gegenüber gesunden Konkurrenten sei sie auf dem Arbeitsmarkt erheb-

lich eingeschränkt. 

10. Die IV-Stelle beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 2. Juli 2014 die 

Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf die ange-

fochtene Verfügung und ergänzte, massgeblich sei der Sachverhalt, der 

sich bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung am 22. April 2014 ver-

wirklicht habe. Die geltend gemachte Verschlechterung des Gesundheits-

zustandes ab dem 12. Mai 2014 und das in Aussicht gestellte angiologi-

sche Gutachten von Dr. med. K._____ könnten deshalb von Vornherein 

keine Beachtung finden. Die Arbeitsfähigkeit könne gestützt auf das Gut-

achten von Dr. med. D._____ festgelegt werden. Die Einschätzung von 

Dr. med. E._____ vermöge das angiologische Gutachten nicht zu erschüt-

tern. Ein Leidensabzug sei nicht gerechtfertigt.

11. In ihrer Replik vom 14. August 2014 ergänzte die Beschwerdeführerin ihre 

Rechtsbegehren dahingehend, dass eine halbe Rente zuzusprechen sei, 

und dass eventualiter bei Dr. med. D._____ nachzufragen sei, ob bei ihrer 

Einschätzung der Einschränkung der Arbeitsfähigkeit der vermehrte Pau-

senbedarf schon miteinbezogen sei. Die Beschwerdeführerin vertrat die 

Ansicht, Dr. med. D._____ habe den erhöhten Pausenbedarf nicht mit-

berücksichtigt, so dass insgesamt eine um 15 % grössere Einschränkung 

resultiere. Auf die Einreichung des in Aussicht gestellten Berichtes von 

Dr. med. K._____ verzichtete die Beschwerdeführerin. Dieser habe keine 

neuen Erkenntnisse gebracht. 

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12. Auf Aufforderung der Instruktionsrichterin reichte die Beschwerdeführerin 

den Bericht vom 25. Juni 2014 ein, in welchem Dr. med. K._____ angab, 

er stimme mit den im Gutachten von Dr. med. D._____ gestellten Diagno-

sen überein, und er sehe die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit wie Dr. 

med. D._____ im Rahmen von 30 bis 50 %, so dass die Arbeitsfähigkeit 

aus angiologischer Sicht in der angestammten wie in einer adaptierten 

Tätigkeit bei 50 bis 70 % liege.

13. Mit Schreiben vom 2. September 2014 verzichtete die IV-Stelle auf eine 

umfangreiche Duplik, wies jedoch darauf hin, dass Dr. med. K._____s 

Einschätzung diejenige von Dr. med. D._____ uneingeschränkt bestätige.

Auf die weiteren Ausführungen in der angefochtenen Verfügung und in 

den Rechtsschriften wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen einge-

gangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt ist die Verfügung vom 22. April 2014, mit welcher die 

IV-Stelle des Kantons Graubünden der Beschwerdeführerin bei einem In-

validitätsgrad von 48 % eine Viertelsrente ab dem 1. August 2013 zuge-

sprochen hat. Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin An-

spruch auf eine höhere Rente hat, beziehungsweise ob die IV-Stelle den 

Invaliditätsgrad korrekt bemessen hat. Dabei ist insbesondere zu prüfen, 

ob die IV-Stelle die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin zu Recht ge-

stützt auf das Gutachten von Dr. med. D._____, Fachärztin FMH für Inne-

re Medizin und Angiologie, vom 18. September 2013 auf 60 % festgelegt 

hat, und ob bei der Bemessung des Invalideneinkommens ein Leidensab-

zug zu machen ist. Für die Beantwortung dieser Fragen ist der Sachver-

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halt massgeblich, der sich bis zum Zeitpunkt des Verfügungserlasses – 

vorliegend somit bis zum 22. April 2014 - verwirklicht hat (BGE 132 V 215 

E.3.1.1). 

2. a) Als Invalidität gilt gemäss Art. 8 des Bundesgesetzes über den Allgemei-

nen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) und Art. 4 des 

Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) die 

durch einen körperlichen oder geistigen Gesundheitsschaden verursach-

te, voraussichtlich bleibende oder längere Zeit andauernde Erwerbsun-

fähigkeit. Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG hat eine Versicherte Anspruch auf 

eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70 % invalid ist, auf eine Drei-

viertelsrente wenn sie zu mindestens 60 % invalid ist, auf eine halbe Ren-

te, wenn sie zu mindestens 50 % invalid ist und auf eine Viertelsrente, 

wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. Für die Bestimmung des Invali-

ditätsgrades wird gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG und Art. 16 ATSG das Er-

werbseinkommen, das die Versicherte nach Eintritt der Invalidität und 

nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Einglie-

derungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgegliche-

ner Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung 

gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht 

invalid geworden wäre (Valideneinkommen). 

b) Im vorliegenden Fall hat die IV-Stelle das Valideneinkommen nach dem 

von der Beschwerdeführerin bei der B._____ GmbH als Storemanagerin 

erzielten Verdienst bemessen und auf Fr. 65'000.-- festgelegt. Dies ist 

korrekt und wird von der Beschwerdeführerin nicht bestritten.

3. a) Für die Bestimmung des Invalideneinkommens, das heisst des trotz Ge-

sundheitsschädigung zumutbarerweise noch realisierbaren Einkommens, 

ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situa-

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tion auszugehen, in welcher die Versicherte konkret steht (BGE 126 V 75 

E.3b/aa). Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei 

der besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen 

ist, dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll 

ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung 

als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich 

erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein solches tatsächlich erzieltes 

Erwerbseinkommen gegeben, können nach der Rechtsprechung entwe-

der die Tabellenlöhne der vom Bundesamt für Statistik periodisch heraus-

gegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) oder die Dokumentation von 

Arbeitsplätzen der Suva (DAP) herangezogen werden um ein hypotheti-

sches Invalideneinkommen festzulegen (BGE 129 V 472 E.4.2.1, 126 V 

76 E.3b). Die Frage, ob eine Versicherte ihre verbleibende Arbeitsfähig-

keit in zumutbarer Weise voll  ausschöpft, kann nur gestützt auf medizini-

sche Experten beantwortet werden, welche zu beurteilen haben, inwiefern 

eine Versicherte in ihren wesentlichen körperlichen und geistigen Funk-

tionen durch ihr Leiden eingeschränkt ist (BGE 132 V 93 E.4). 

b) Im vorliegenden Fall war die Beschwerdeführerin zum massgeblichen 

Zeitpunkt am 22. April 2014 in einem 40%-Pensum als Verkaufsberaterin 

im G._____ angestellt. Die IV-Stelle ist der Ansicht, die Beschwerdeführe-

rin habe damit die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit nicht voll ausge-

schöpft. Sie hat deshalb für die Bemessung des Invalideneinkommens 

nicht auf den tatsächlich erzielten Lohn, sondern auf die LSE abgestellt. 

Die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in der angestammten Tätig-

keit als Verkaufsberaterin und in einer adaptierten Tätigkeit hat die IV-

Stelle gestützt auf das Gutachten von Dr. med. D._____, Fachärztin FMH 

für Innere Medizin und Angiologie, vom 18. September 2013 (IV-act. 127) 

und den RAD-Abschlussbericht vom 24. September 2013 von Dr. med. 

H._____ (IV-act. 154 S. 11) auf 60 % festgelegt. Die Beschwerdeführerin 

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ist demgegenüber der Ansicht, gestützt auf die Einschätzung ihres Haus-

arztes, Dr. med. E._____, sei ab dem 17. Oktober 2013 von einer Ar-

beitsunfähigkeit von 60 % auszugehen (Bericht vom 31. Oktober 2013 

[IV-act. 104 S. 3], Krankenkarte [IV-act. 104 S. 31]). Im Folgenden werden 

diese sich widersprechenden ärztlichen Beurteilungen auf ihren Beweis-

wert hin untersucht. 

4. a) In einem sozialversicherungsrechtlichen Verfahren unterliegen sämtliche 

Beweismittel, somit auch medizinische Berichte und Gutachten, der freien 

Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Hinsichtlich des Beweiswertes ei-

nes Arztberichtes ist somit entscheidend, ob der Bericht für die streitigen 

Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die 

geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgege-

ben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und 

in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet, und ob die 

Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 

E.5.1, 125 V 351 E.3a). Nach der Rechtsprechung kann bei der Beweis-

würdigung allerdings auf gewisse Richtlinien abgestellt werden. So ist den 

im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von exter-

nen Spezialärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und 

Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und 

bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, 

volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen 

die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 E.1.3.4; 125 

V 351 E.3b/bb). In Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten darf und 

soll der Richter der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass diese mit-

unter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zwei-

felsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen. Der Bericht eines 

behandelnden Arztes hat somit nicht den gleichen Rang wie ein von der 

IV-Stelle nach dem vorgegebenen Verfahrensrecht eingeholtes Gutach-

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ten. Er verpflichtet indessen - wie jede substanziiert vorgetragene Ein-

wendung gegen ein solches Gutachten - den Richter zu prüfen, ob der 

Bericht des behandelnden Arztes die Auffassungen und Schlussfolgerun-

gen des förmlich bestellten Gutachters derart zu erschüttern vermag, 

dass davon abzuweichen ist (BGE 135 V 465 E.4.6, 125 V 361 E.3c).

Vor dem Hintergrund dieser Rechtsprechung hat die IV-Stelle dem Gut-

achten von Dr. med. D._____, Fachärztin FMH für Innere Medizin und 

Angiologie, vom 18. September 2013 (IV-act. 127) - aus den nachstehend 

dargelegten Gründen - zu Recht volle Beweiskraft beigemessen. 

b) Dr. med. D._____ ist als Fachärztin FMH für Innere Medizin und Angiolo-

gie für die Beurteilung der hier interessierenden Leiden der Beschwerde-

führerin qualifiziert. Sie ist auf Wunsch der Beschwerdeführerin, die sie 

von ihrem stationären Aufenthalt im Regionalspital Y._____ her kannte, 

mit der Erstellung des Gutachtens beauftragt worden (IV-act. 121 S. 1). 

Die Gutachterin hat sich mit der Vorgeschichte bereits vor dem Explora-

tionstermin gestützt auf das von der IV-Stelle zusammengestellte Dossier 

vertraut gemacht, und am 18. September 2013 hat sie die Beschwerde-

führerin eingehend persönlich untersucht. Dabei hat sie eine ausführliche 

Anamnese erhoben und umfassende Untersuchungen inklusive einer fa-

rbkodierten Duplexsonographie der betroffenen Venen gemacht. Die 

sorgfältig erhobenen Befunde hat Dr. med. D._____ in ihrem Gutachten 

einleuchtend beurteilt (IV-act. 127 S. 4). 

c) Die Diagnose, die Dr. med. D._____ in ihrem Gutachten stellt – sekun-

däres Lymphödem der linken unteren Extremität nach erweiterter abdo-

minaler Hysterektomie mit radikaler Lymphonodektomie und Adnexekto-

mie beidseits wegen Adenokarzinom der Zervix uteri – deckt sich sodann 

mit der Diagnose der übrigen involvierten Ärzte (IV-act. 97 S. 1, 102 S. 3, 

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102 S. 5, 109 S. 23), insbesondere auch mit derjenigen des Hausarztes 

Dr. med. E._____ (IV-act. 109 S. 1, 140 S. 3), des RAD-Arztes Dr. med. 

F._____ (IV-act. 114 S. 7) sowie des Angiologen Dr. med. K._____ (Bei-

lage der Beschwerdeführerin).

d) Der Angiologe Dr. med. K._____, der die Beschwerdeführerin auf Zuwei-

sung ihres Hausarztes am 18. Juni 2014 untersucht hatte, bestätigte in 

seiner Stellungnahme vom 25. Juni 2014 die Einschätzung der Arbeits-

fähigkeit durch Dr. med. D._____ vollumfänglich (Beilage der Beschwer-

deführerin). Und der RAD-Arzt Dr. med. F._____ gab an, als Nicht-

Facharzt sei es für ihn schwierig einzuschätzen, wo die Belastungsgrenze 

liege. Seinerseits bestehe aber der Eindruck, dass durchaus auch ein 

höheres Pensum, zum Beispiel ein Halbtagespensum täglich, möglich wä-

re (IV-act. 114 S. 8).

e) Die abweichende Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch den Hausarzt, 

Dr. med. E._____, vermag das Gutachten von Dr. med. D._____ nicht zu 

erschüttern. Wie bereits erwähnt ging Dr. med. E._____ von derselben  

Diagnose aus wie Dr. med. D._____, schätzte aber die Arbeitsunfähigkeit 

mit 60 % höher ein (IV-act. 140 S. 3, 140 S. 131). Der Beweiswert dieser 

Einschätzung ist reduziert. Einerseits durch die Erfahrungstatsache, dass 

Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstel-

lung im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen, da bei ih-

nen die Behandlung und nicht die objektive Beurteilung des Gesundheits-

zustands im Hinblick auf einen Entscheid über Versicherungsansprüche 

im Zentrum steht (BGE 135 V 465 E.4.5). Andererseits ist die Einschät-

zung von Dr. med. E._____ in sich nicht konsistent. In seinem Bericht 

vom 31. Oktober 2013 gibt Dr. med. E._____ an, die Verkäuferinnentätig-

keit könne drei bis vier Stunden pro Tag, eine Tätigkeit mit wechselnden 

Lageposition maximal vier Stunden pro Tag ausgeübt werden (IV-act. 140 

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S. 3). Bei einer im Detailhandel üblichen Arbeitszeit von 41.9 Stunden pro 

Woche (gemäss Arbeitsvolumenstatistik des Bundesamtes für Statistik) 

ergibt sich bei einem 100%-Pensum eine tägliche Arbeitszeit von 8.38 

Stunden. Im Verhältnis dazu stellen die für die Beschwerdeführerin 

gemäss Dr. med. E._____ zumutbaren maximal 4 Arbeitsstunden pro Tag 

ein Arbeitspensum von rund 48 % und nicht bloss ein solches von 30 bis 

40 % dar. Und schliesslich ist Dr. med. E._____ als Facharzt für Allge-

meine Innere Medizin zur Beurteilung einer angiologischen Erkrankung 

nicht optimal qualifiziert. 

f) Es hat sich gezeigt, dass die IV-Stelle somit zu Recht auf das Gutachten 

von Dr. med. D._____ abgestellt hat. Zu klären ist nun, ob die IV-Stelle 

die Aussagen in diesem Gutachten richtig interpretiert hat. Die Beschwer-

deführerin ist nämlich der Ansicht, der von Dr. med. D._____ erwähnte 

erhöhte Pausenbedarf sei bei ihrer Einschätzung der Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit nicht miteinbezogen, so dass insgesamt eine um 15 % 

grössere Einschränkung resultiere. Dem kann nicht gefolgt werden. Unter 

Ziffer 8.1.3. beantwortete Dr. med. D._____ die Frage: “Besteht eine ver-

minderte Leistungsfähigkeit? Wenn ja, in welchem Ausmass?“. Als Ant-

wort gab sie an: „Vermehrter Pausenbedarf in Sinne von Umhergehen 

und sich Hinlegen sinnvoll, Arbeitsfähigkeit 70 % bis 50 %“ (IV-act.127 S. 

6). Dies hat die IV-Stelle korrekt in dem Sinne ausgelegt, dass das Ar-

beitspensum von 50 bis 70 % zwar mit normalen Pausen zu bewältigen 

ist, dass es aber sinnvoll wäre, häufigere und längere Pausen einzuschal-

ten. Entsprechend führte Dr. med. D._____ denn auch an anderer Stelle 

aus, die Arbeitsfähigkeit könnte verbessert werden durch eine Anpassung 

im Arbeitsalltag wie häufig mögliche Wechsel zwischen sitzender, gehen-

der und stehender Tätigkeit mit zusätzlicher Möglichkeit, sich zwischen-

durch hinzulegen (IV-act. 127 S. 5). Wäre Dr. med. D._____ der Ansicht 

gewesen, der in Ziffer 8.1.3. erwähnte erhöhte Pausenbedarf schränke 

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die Arbeitsfähigkeit zusätzlich ein, hätte sie nicht gerade im Anschluss 

explizit festgehalten, die Arbeitsfähigkeit liege bei 50 bis 70 %. Entgegen 

der Ansicht der Beschwerdeführerin besteht somit im Gutachten keine 

Unklarheit, welche eine Klärung durch Dr. med. D._____ nötig machen 

würde. Die beantragte Rückfrage ist deshalb nicht notwendig. Bestätigt 

wird dies auch durch die Stellungnahme von Dr. med. K._____, welche 

keine Hinweise dafür enthält, dass die Arbeitsfähigkeit wegen des erhöh-

ten Pausenbedarfs tiefer liegen müsste als von Dr. med. D._____ ge-

schätzt. 

5. Die IV-Stelle geht zu Recht davon aus, dass das Gutachten von Dr. med. 

D._____ den Gesundheitszustand beschreibt, wie er sich zum Zeitpunkt 

des Erlasses der angefochtenen Verfügung am 22. April 2014 präsentier-

te, liegen doch keinerlei Hinweise darauf vor, dass sich der Gesundheits-

zustand im Zeitraum zwischen der Begutachtung und dem Verfügungser-

lass wesentlich verschlechtert hätte. Die im Schreiben vom 26. Mai 2014 

(IV-act 156) geltend gemachte Verschlechterung trat nach Angabe der 

Beschwerdeführerin erst am 12. Mai 2014 ein. Sie kann im Rahmen des 

vorliegenden Verfahrens nicht berücksichtigt werden, weil dabei der 

Sachverhalt massgeblich ist, der sich bis zum Erlass der angefochtenen 

Verfügung am 22. April 2014 verwirklicht hat (BGE 129 V 1 E.1.2). Sollte 

die Verschlechterung des Gesundheitszustandes ab dem 12. Mai 2014 

erheblich sein, so könnte die Beschwerdeführerin diese im Rahmen eines 

Revisionsverfahrens bei der IV-Stelle geltend machen (Art. 17 Abs. 1 

ATSG, Art. 87 Abs. 2 der Verordnung über die Invalidenversicherung 

[IVV; SR 831.201).

6. a) Nach der Praxis des Bundesgerichtes rechtfertigt es sich, für die Invali-

ditätsbemessung den Mittelwert heranzuziehen, wenn die Arbeitsfähigkeit 

von ärztlicher Seite mit einer Bandbreite angegeben wird (Urteil des Bun-

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desgerichts 9C_226/2009 vom 19. August 2009 E.3.2). Im vorliegenden 

Fall hat Dr. med. D._____ die Arbeitsfähigkeit in der angestammten und 

in einer leidensadaptierten Tätigkeit angegeben mit „50 % – 70 %“ (IV-act. 

127 S. 6). Dies lässt darauf schliessen, dass sie eine Arbeitsfähigkeit von 

50 % tendenziell als zu niedrig, eine solche von 70 % dagegen als eher 

zu hoch angesehen hatte. Die Unterstreichung der 70 % durch die Gut-

achterin deutet sodann darauf hin, dass sie eher den oberen Bereich der 

genannten Bandbreite für zutreffend erachtet hatte. Vor diesem Hinter-

grund ist nicht zu beanstanden, dass die IV-Stelle die Arbeitsfähigkeit ge-

stützt auf die Beurteilung ihrer RAD-Arztes Dr. med. H._____ auf den Mit-

telwert von 60 % festgelegt hat.

b) Angesichts der 60%igen Arbeitsfähigkeit ging IV-Stelle somit zu Recht 

davon aus, dass die Beschwerdeführerin die ihr verbleibende Arbeits-

fähigkeit mit ihrer Tätigkeit als Verkaufsberaterin in einem 40%-Pensum 

nicht in zumutbarer Weise voll ausschöpfe. Demzufolge hat die IV-Stelle 

bei der Bemessung des Invalideneinkommens zu Recht auf die LSE ab-

gestellt. Gestützt auf die Tabelle TA1 der LSE 2010 hat sie für das Anfor-

derungsniveau 3 (Tätigkeiten, welche Berufs- und Fachkenntnisse vor-

aussetzen), Sektor Detailhandel (Ziff. 47), Frauen, einen monatlichen 

Bruttolohn bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden von Fr. 

4'360.-- festgestellt. Diesen Wert hat sie auf die übliche durchschnittliche 

Arbeitszeit von 41.6 Wochenstunden umgerechnet, die Lohnentwicklung 

von je 1 % in den Jahren 2011 bis 2013 berücksichtigt und so für ein 

60%-Pensum ein Invalideneinkommen von Fr. 33'636.95 errechnet (Fr. 

4'360.-- x 12 : 40 x 41.6 x 0.6 x 1.01 x 1.01 x 1.01). Diese Berechnung ist 

nicht zu beanstanden. Die Beschwerdeführerin ist damit – ausser bezüg-

lich der Frage der Arbeitsfähigkeit – denn auch explizit einverstanden.

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7. a) Wird das Invalideneinkommen wie vorliegend auf der Grundlage von sta-

tistischen Durchschnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Aus-

gangswert allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getra-

gen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale der versicherten 

Person, wie Art und Ausmass der Behinderung, Alter, Dauer der Be-

triebszugehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäf-

tigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können. Der so ge-

nannte  Leidensabzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann er-

folgen, wenn im Einzelfall Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die versi-

cherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre Restar-

beitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurch-

schnittlichem Einkommen verwerten kann. Bei der Bestimmung des Lei-

densabzugs ist der Einfluss aller Merkmale auf das Invalideneinkommen 

unter Würdigung der Umstände im Einzelfall massgebend, wobei der Ab-

zug vom statistischen Lohn auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen 

ist (BGE 134 V 322 E.5.2, 126 V 75 E.5). Die Frage, ob ein Leidensabzug 

vorzunehmen ist, stellt eine Rechtsfrage dar, während es sich bei jener 

nach der Höhe des Abzuges um eine typische Ermessensfrage handelt. 

Bei der Überprüfung des Leidensabzugs erstreckt sich die Kognition des 

kantonalen Versicherungsgerichts auch auf die Beurteilung der Ange-

messenheit (BGE 137 V 71 E.5.2). Allerdings darf das Sozialversiche-

rungsgericht sein Ermessen nicht ohne triftigen Grund an die Stelle des-

jenigen der Verwaltung setzen. Vielmehr muss es sich auf Gegebenheiten 

abstützen können, welche seine abweichende Ermessensausübung als 

nahe liegender erscheinen lassen (BGE 126 V 75 E.6). 

b) Vorliegend hat die IV-Stelle keinen Leidensabzug vorgenommen. Die Be-

schwerdeführerin ist demgegenüber der Ansicht, es sei ein solcher von 

15 % gerechtfertigt. Sie begründet dies zum Einen damit, dass Dr. med. 

D._____ ihr eine verminderte Leistungsfähigkeit wegen eines vermehrten 

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Pausenbedarfs attestiert habe. Wie bereits gezeigt, interpretiert die Be-

schwerdeführerin den entsprechenden Passus im Gutachten indessen 

nicht zutreffend (vgl. vorne E.4f). Einen Leidensabzug rechtfertige nach 

der Ansicht der Beschwerdeführerin sodann die Tatsache, dass Dr. med. 

D._____ für eine adaptierte Tätigkeit einen Wechsel zwischen stehender, 

sitzender und gehender Tätigkeit beschreibe. Auch dem kann nicht ge-

folgt werden. Der bei der Bemessung des hypothetischen Invalidenein-

kommens zu Grunde gelegte fiktive, ausgeglichene Arbeitsmarkt bietet im 

Detailhandel genügend Einsatzmöglichkeiten, bei welchen durch die 

Kombination von Tätigkeiten im Verkauf und in der Administration ein 

Wechsel von sitzender, stehender und gehender Tätigkeit möglich ist (Ur-

teil des Bundesgerichts 8C_602/2010 vom 30. August 2010 E.4.2.2). Als 

abzugsrelevant betrachtet die Beschwerdeführerin sodann die Tatsache, 

dass sie zweimal wöchentlich eine manuelle Entstauungstherapie ma-

chen müsse. Dies trifft nicht zu. Bei dem der Beschwerdeführerin zuge-

muteten Arbeitspensum von 60 % können die zwei Therapiesitzungen pro 

Woche problemlos so organisiert werden, dass sie in der arbeitsfreien 

Zeit durchgeführt werden, so dass die Arbeitszeitflexibilität nicht in einer 

lohnrelevanten Weise eingeschränkt wird. Unbehelflich ist in diesem Zu-

sammenhang auch der Hinweis der Beschwerdeführerin auf das Urteil 

des Bundesgerichts 9C_68/2009 vom 9. Dezember 2009. Der diesem Ur-

teil zu Grunde liegende Sachverhalt ist mit dem vorliegenden nicht ver-

gleichbar, handelte es sich doch in jenem Fall um eine Versicherte, deren 

vorwiegend psychisches Leiden „chronisch fluktuierend mit allmählicher 

Verschlechterung“ war und damit die Flexibilität deutlich einschränkte. 

Solches liegt hier nicht vor. Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin 

rechtfertigen auch die im Gutachten von Dr. med. D._____ erwähnten sta-

tionären Entstauungstherapien keinen Leidensabzug, hält doch Dr. med. 

D._____ diesbezüglich fest, dass solche "eventuell zwischendurch not-

wendig" sein könnten (IV-act. 127 S. 7), mit anderen Worten somit nicht 

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zwingend durchgeführt werden müssen. Schliesslich argumentiert die Be-

schwerdeführerin, Dr. med. D._____ gebe an, dass bei Lymphödemen In-

fektionen dringend vermieden werden müssten, so dass sie in einer allfäl-

ligen Verweisungstätigkeit auch nicht sämtliche Verweistätigkeiten ausü-

ben könnte. Dieses Vorbringen ist unbehelflich. Vorliegend hat die IV-

Stelle gar keine Verweistätigkeiten herangezogen, sondern auf eine Ver-

kaufstätigkeit im Detailhandel abgestellt, was der angestammten Tätigkeit 

der Beschwerdeführerin entspricht. Es ist nicht ersichtlich, wodurch bei 

einer solchen Tätigkeit ein erhöhtes Infektionsrisiko im Zusammenhang 

mit dem Lymphöden entstehen sollte. Einen Leidensabzug wegen Teil-

zeittätigkeit macht die Beschwerdeführerin nicht geltend. Ein solcher wäre 

auch nicht gerechtfertigt. Die bundesgerichtliche Rechtsprechung besagt 

nämlich, dass Frauen nach der LSE wegen eines reduzierten Beschäfti-

gungsgrades in der Regel keine Lohneinbussen in Kauf zu nehmen ha-

ben (Urteile des Bundesgerichts 9C_315/2012 E.2.1.1, 8C_379/2011 

E.4.2.2.2). Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdefüh-

rerin auf dem Arbeitsmarkt gegenüber gesundheitlich nicht eingeschränk-

ten Konkurrenten nicht in erheblicher Weise eingeschränkt ist. Die IV-

Stelle hat somit zu Recht keinen Leidensabzug gewährt. Das errechnete 

Invalideneinkommen von Fr. 33'636.95 erweist sich demnach als recht-

mässig und ist nicht zu beanstanden.

8. a) Zusammenfassend kann demnach festgehalten werden, dass die IV-

Stelle ausgehend von einem Invalideneinkommen von Fr. 33'636.95 und 

dem unbestrittenen Valideneinkommen von Fr. 65'000.-- somit zu Recht 

einen Invaliditätsgrad von 48 % ermittelt und eine Viertelsrente zugespro-

chen hat. Die angefochtene Verfügung erweist sich als rechtmässig und 

die dagegen erhobene Beschwerde ist abzuweisen.

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b) Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkei-

ten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem 

kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach 

dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 

Fr. 200.-- bis Fr. 1000.-- festgelegt. Vorliegend werden die Kosten auf Fr. 

700.-- festgesetzt. Diese Kosten hat die unterliegende Beschwerdeführe-

rin zu übernehmen (Art. 73 Abs. 1 des kantonalen Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege; VRG; BR 370.100). Der obsiegenden IV-Stelle 

steht keine Parteientschädigung zu (Art. 61 lit. g ATSG  e  contrario). 

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten von Fr. 700.-- gehen zulasten von A._____ und sind innert 30 

Tagen seit Zustellung dieses Entscheides an die Finanzverwaltung des 

Kantons Graubünden, Chur, zu bezahlen.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]

Die an das Bundesgericht erhobene Beschwerde wurde mit Urteil vom 16. Juni 

2015 abgewiesen (8C_163/2015).