# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bfb94c5e-8dc2-5577-bfe0-707a0c9076c1
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-10-13
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 13.10.2014 200 2013 897
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2013-897_2014-10-13.pdf

## Full Text

200 13 897 IV
FUR/IMD/KRK

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 13. Oktober 2014

Verwaltungsrichterin Fuhrer, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichter Kölliker, Verwaltungsrichter Loosli
Gerichtsschreiber Imhasly

A.________
vertreten durch Fürsprecher B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 26. September 2013

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Okt. 2014, IV/13/897, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1951 geborene A.________ (nachfolgend Versicherter bzw. Be-
schwerdeführer) wurde durch den zuständigen Krankentaggeldversicherer 
am 26. Januar 2012 bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) 
zur Früherfassung gemeldet (Akten der IV [act. II] 1). Die Anmeldung bei 
der IV unter Hinweis auf Schwindelanfälle und Orientierungsschwierigkei-
ten erfolgte im Februar 2012 (act. II 5). Die IV-Stelle Bern (nachfolgend IVB 
bzw. Beschwerdegegnerin) nahm Abklärungen in medizinischer und er-
werblicher Hinsicht vor, holte insbesondere die Akten des Krankentaggeld-
versicherers (act. II 8, 26.1, 26.2, 45.1 - 45.17) sowie der Schweizerischen 
Unfallversicherungsanstalt (act. II 43.1) bezüglich einer am 3. Juli 2012 
erlittenen sturzbedingten Schulter- und Handgelenksverletzung ein. Nach 
Rücksprache mit dem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD; act. II 47) stellte 
die IVB dem Versicherten mit Vorbescheid vom 13. August 2013 (act. II 48) 
die Abweisung seines Leistungsgesuchs mangels eines invalidisierenden 
Gesundheitsschadens in Aussicht. Am 26. September 2013 verfügte sie 
entsprechend (act. II 54).

B.

Hiergegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 10. Oktober 2013 Be-
schwerde. Er beantragt sinngemäss die Aufhebung der angefochtenen 
Verfügung sowie die Vornahme weiterer medizinischer Abklärungen. Im 
Wesentlichen macht er geltend, die spezialärztliche Behandlung sei noch 
nicht abgeschlossen, die Symptome seien immer noch vorhanden und eine 
volle Arbeitsfähigkeit bestehe nicht. 

Am 24. Oktober 2013 ging der in der Beschwerde in Aussicht gestellte Be-
richt des behandelnden Facharztes vom 23. Oktober 2013 beim Verwal-
tungsgericht ein.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Okt. 2014, IV/13/897, Seite 3

Mit Beschwerdeantwort vom 20. Dezember 2013 beantragt die Beschwer-
degegnerin unter Verweis auf eine Stellungnahme des RAD vom 18. De-
zember 2013 die Abweisung der Beschwerde. 

Der Beschwerdeführer, nunmehr vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________, nahm mit Replik vom 3. März 2014 Stellung zum RAD-Bericht 
vom 18. Dezember 2013. Die Beschwerdegegnerin verzichtete mit Schrei-
ben vom 3. April 2014 darauf, sich hierzu zu äussern.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

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1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 26. September 2013 
(act. II 54). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Rente der Inva-
lidenversicherung.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

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2.3 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 132 V 93 E. 4 S. 99).

3.

3.1 Die Parteien gehen übereinstimmend davon aus, dass den im 
Rahmen des Sturzereignisses vom 3. Juli 2012 erlittenen Schulter- und 
Handgelenksverletzungen (act. II 43.1) keine invalidisierende Wirkung zu-
kommt (act. II 54; Replik S. 2 Ziff. 2). Streitig und zu prüfen ist hingegen, 
wie es sich diesbezüglich mit der geklagten Schwindelsymptomatik verhält. 
Hierzu ist den Akten in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen das Fol-
gende zu entnehmen:

3.1.1 Im Austrittsbericht des Spitals C.________ vom 27. Oktober 2011 
(act. II 8 S. 15 ff.) wurde – soweit vorliegend interessierend – ein akutes 
peripher vestibuläres Defizit links bei Neuronitis vestibularis diagnostiziert. 
Diesbezüglich habe sich bereits eine beginnende zentrale Kompensation 
eingestellt. Diese Erkrankung sei selbstlimitierend. Dem Patienten sei emp-
fohlen worden, wieder eine normale Alltagsaktivität aufzunehmen, was die 
Genesung beschleunige. Das Führen von Motorfahrzeugen sei bis zur 
nächsten Kontrolle beim behandelnden Arzt noch zu unterlassen. Ausser-

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dem sei der Patient aufgeklärt worden, während seiner Arbeit Tätigkeiten 
zu unterlassen, bei denen er sich während einer Schwindelattacke selbst 
gefährden könnte. 

3.1.2 Der behandelnde Arzt Dr. med. D.________, Facharzt für Oto-
Rhino-Laryngologie FMH, hielt im Bericht vom 28. März 2012 (act. II 10) 
fest, anlässlich einer Nachkontrolle am 1. Februar 2012 seien vom Patien-
ten nur noch geringe Restschwindelbeschwerden beim Abliegen resp. bei 
schnellen Kopf- und Körperbewegungen angegeben worden. Über die ak-
tuellen Einschränkungen könne er keine Aussagen machen. Die Prognose 
bei einem akuten peripher vestibulären einseitigen Defizit sei gut. 

3.1.3 Im Bericht des Ärztlichen Zentrums für Gehör- und Gleichgewichts-
störungen vom 8. Mai 2012 (act. II 22 S. 7 f.) wurde ein Status nach Neu-
ronitis vestibularis links mit nicht vollständig kompensiertem peripher vesti-
bulärem Defizit links (ICD-10: H81.3) diagnostiziert. Die vollständige oto-
neurologische Untersuchung habe immer noch ein Defizit des linken Vesti-
bularapparates von 21 % ergeben. Es fänden sich keine Hinweise auf eine 
zentrale vestibuläre Störung oder eine zervikogene Ursache der Be-
schwerden. Eine retrokochleäre Ursache könne mit der notwendigen Si-
cherheit ausgeschlossen werden. Die kurzzeitig auftretenden Schwindel-
episoden mit nachfolgenden vegetativen Zeichen wie Kaltschweissigkeit 
und Übelkeit seien im Rahmen eines Lagerungsschwindels zu sehen. Von 
Arbeiten auf Gerüsten, Velofahren und gefährlichen Arbeiten mit Sturzge-
fahr sei vorläufig abzusehen.

3.1.4 Im Verlaufsbericht vom 30. November 2012 (act. II 33) wies 
Dr. med. D.________ auf einen seit März 2012 verbesserten Gesundheits-
zustand hin. Der Patient habe sich am 28. August 2012 wegen wiederum 
auftretenden, wenige Sekunden dauernden Schwindelbeschwerden ge-
meldet; die Untersuchung habe einen Lagerungsnystagmus gezeigt. In der 
Folge seien mehrmalig Befreiungsmanöver nach Semont durchgeführt 
worden, letztmalig am 20. September 2012. Zu einer Nachkontrolle sei der 
Patient seither nicht erschienen. Eine gesundheitlich begründete Arbeitsun-
fähigkeit habe er nicht attestiert. Bis auf weiteres sei von Arbeiten auf 
Gerüsten sowie anderen Tätigkeiten mit Sturzgefahr abzusehen. Anderwei-
tige Einschränkungen bestünden aus HNO-ärztlicher Sicht keine.

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3.1.5 In einem weiteren Bericht vom 24. April 2013 (act. II 45.11 S. 1 f.) 
hielt Dr. med. D.________ fest, am 12. Dezember 2012 sowie am 8. März 
2013 sei es zu stundendauernden, von Übelkeit begleiteten Drehschwin-
delepisoden gekommen. Aktuell werde teilweise noch eine Gangunsicher-
heit verspürt, zudem könne bei schnellen Kopfbewegungen noch Schwin-
del auftreten. Ohrmikroskopisch fände sich ein unauffälliger Befund. Unter 
der Frenzelbrille trete kein Spontannystagmus, kein Lage- oder Lagerungs-
nystagmus auf. Videonystagmographisch sei ein persistierendes kalori-
sches Defizit links von 26 % erkennbar. Im Vergleich zur Voruntersuchung 
vom Mai 2012 sei dieses zentral kompensiert. Die Drehschwindelepisoden 
sprächen für einen monosymptomatischen Morbus Menière auf der linken 
Seite, weshalb neu eine Betahistin-Therapie eingesetzt worden sei. In an-
gepassten Tätigkeiten bestehe aktuell eine Arbeitsfähigkeit von 100 %. 
Aufgrund der teilweise auftretenden Gangunsicherheiten sowie der Mög-
lichkeit, dass wiederum eine Drehschwindelepisode auftreten könne, seien 
jedoch sturzgefährdete Tätigkeiten resp. Arbeiten in unebenem Gelände 
zwingend zu meiden. Es sei dem Versicherten grundsätzlich erlaubt, ein 
Fahrzeug zu lenken. Bei akuten Drehschwindelepisoden im Rahmen des 
vermuteten Morbus Menière müsse selbstverständlich darauf verzichtet 
werden. Die Prognose sei von der Anfallshäufigkeit abhängig: Wenn es 
gelinge, diese medikamentös oder operativ (Paukendrainage) im Griff zu 
halten, sei die Prognose gut. 

3.1.6 Die RAD-Ärztin med. pract. E.________, Fachärztin für Physikali-
sche Medizin und Rehabilitation FMH, führte in der Stellungnahme vom 18. 
Dezember 2013 (act. II 62) aus, laut dem Bericht des Ärztlichen Zentrums 
für Gehör- und Gleichgewichtsstörungen vom 8. Mai 2012 (act. II 22 S. 7 f.) 
habe sich der vorbestehende Schwindel von Oktober 2011 deutlich verbes-
sert. Die Tatsache, dass der Versicherte mittlerweile seinen Schwindel 
durch das Ausführen des Brandt/Daroff-Manövers selbst auslösen könne, 
begründe, da ein ähnliches Manöver kurzfristig im Alltag nur beim mor-
gendlichen Aufstehen und abendlichen Abliegen durchgeführt werde, keine 
dauerhafte medizinisch begründete Arbeitsunfähigkeit. Die vegetativen 
Reaktionen bei Stress oder körperlicher Anstrengung mit Sekunden-
schwindel und kurzem "Schwarzwerden" vor den Augen sprächen eher für 
eine kurzfristige Kreislaufproblematik bei allgemeiner Dekonditionierung 

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des Versicherten, was auch zu keiner langdauernden Arbeitsunfähigkeit bei 
zuvor blanden kardialen Abklärungen führe. Die im genannten Bericht auf-
geführten Befunde würden zeigen, dass das mit gerade mal 21 % erhobe-
ne Defizit des linken Vestibularisapparates keine Alltagsrelevanz mehr ha-
be. Selbst die audiometrische Untersuchung sei völlig unauffällig gewesen. 
Die beurteilenden Ärzte hätten trotz verschiedener Provokationsversuche 
keinen Spontannystagmus oder Lagenystagmus auslösen können, dies 
selbst im Sitzen mit Rotationsbewegungen des Kopfes bis zu 70 Grad 
beidseits, was zusätzlich beweise, dass bereits eine gute Kompensation 
der stattgefundenen benignen Neuronitis vestibularis erfolgt sei (act. II 62 
S. 3 f.). Aus dem Hinweis von Dr. med. D.________ im Bericht vom 
28. März 2012 (act. II 10), es würden vom Patienten nur noch geringe 
Restschwindelbeschwerden beim Abliegen resp. bei schnellen Kopf- und 
Körperbewegungen angegeben, sei keine Arbeitsunfähigkeit abzuleiten, da 
der Versicherte die entsprechenden Bewegungen bei der Arbeit vermeiden 
könne. Entsprechend habe der Facharzt auch nie eine längerdauernde 
Arbeitsunfähigkeit attestiert (act. II 62 S. 4). Was den als Differenzialdia-
gnose aufgeführten monosymptomatischen Morbus Menière angehe, hand-
le es sich dabei um eine gut therapierbare und damit nicht um eine invalidi-
sierende Krankheit (act. II 62 S. 7). Das vom Versicherten erwähnte Auftre-
ten des Schwindels beim Blick in einen Schacht oder in ein Loch spreche 
für einen Lagerungsschwindel. Dieser sei gut behandelbar. Insgesamt kön-
ne damit nicht von einem invalidisierenden Gesundheitsschaden ausge-
gangen werden (act. II 62 S. 8). 

3.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

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Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt Beweis-
wert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet 
sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverläs-
sigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in einem An-
stellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf 
mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Gleiches gilt, 
wenn ein frei praktizierender Arzt von einer Versicherung wiederholt für die 
Erstellung von Gutachten beigezogen wird (SVR 2008 IV Nr. 22 S. 70 
E. 2.4). Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen 
in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen 
lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten 
im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gut-
achters allerdings ein strenger Massstab anzulegen (BGE 125 V 351 E. 3b 
ee S. 354).

Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass das 
Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, unab-
hängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander wi-
dersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, oh-
ne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, 
warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt 
(SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

3.3 Der Bericht der RAD-Ärztin med. pract. E.________ vom 18. De-
zember 2013 (act. II 62) erfüllt die von der höchstrichterlichen Rechtspre-
chung an den Beweiswert eines derartigen Berichts gestellten Anforderun-
gen (vgl. E. 3.2 hiervor). Er ist für die streitigen Belange umfassend, 
berücksichtigt die geklagten Beschwerden und wurde in Kenntnis der Vor-
akten (Anamnese) abgegeben. Die Darlegung der medizinischen Zusam-
menhänge ist einleuchtend und die Schlussfolgerungen sind begründet. 
Die kritische Auseinandersetzung mit den ärztlichen Berichten ist nachvoll-
ziehbar und schlüssig. Nicht zu bemängeln ist, dass med. pract. 
E.________ den Beschwerdeführer nicht persönlich untersucht hat. Nach 
der Praxis sind Aktengutachten nicht zu beanstanden, wenn die Akten ein 

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vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Status er-
geben und diese Daten unbestritten sind. Der Untersuchungsbefund muss 
lückenlos vorliegen. Der Experte muss sich aufgrund vorhandener Unterla-
gen ein gesamthaft lückenloses Bild machen können (RKUV 2006 U 578 S. 
175 E. 3.4, 1988 U 56 S. 371 E. 5b). Dies war vorliegend der Fall. Ebenfalls 
nicht gegen den Beweiswert des RAD-Berichts spricht das Vorbringen des 
Beschwerdeführers, dieser sei aufgrund von haltlosen Unterstellungen sei-
tens der RAD-Ärztin in keiner Weise objektiv. Für die Annahme einer Vor-
eingenommenheit genügt nicht, dass die RAD-Ärztin auf – ihrer Ansicht 
nach – widersprüchliches Verhalten resp. auf widersprüchliche Aussagen 
des Beschwerdeführers hingewiesen hat. Vielmehr zählt das Feststellen 
von allfälligen Diskrepanzen, Dissimulation, Aggravation oder Simulation 
zur Aufgabe eines Gutachters (GABRIELA RIEMER-KAFKA [Hrsg.], Versiche-
rungsmedizinische Gutachten, Ein interdisziplinärer Leitfaden, 2. Aufl. Bern 
2012, S. 57). Entscheidend ist vielmehr, dass die Aussagen von med. 
pract. E.________ in Übereinstimmung mit den Berichten der behandeln-
den Ärzte stehen.

Entsprechend ist mit der RAD-Ärztin davon auszugehen, dass der Be-
schwerdeführer nicht an einem invalidisierenden Gesundheitsschaden lei-
det und der Anspruch auf eine Rente vielmehr bereits dadurch ausge-
schlossen ist, dass er nicht während eines Jahres ohne wesentlichen Un-
terbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen ist 
(Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG). So ist auch dem mit der Replik vom 3. März 2014 
eingereichten Bericht des Dr. med. D.________ vom 27. Januar 2014 (Ak-
ten des Versicherten [act. IA] 2) keine dauernde Einschränkung zu ent-
nehmen. Vielmehr geht daraus hervor, dass gemäss der otoneurologischen 
Untersuchung vom Mai 2012 das im Oktober 2011 erlittene peripher-
vestibuläre Defizit linksseitig vollständig kompensiert sei. Im Weiteren kann 
aus dem Hinweis von Dr. med. D.________, wonach ein physiotherapeu-
tisch angeleitetes Gleichgewichtstraining und ein Heimprogramm mit vesti-
bulären Übungen durchgeführt würden, keine Arbeitsunfähigkeit abgeleitet 
werden. Gegen eine schwerwiegende Einschränkung durch den differenti-
aldiagnostisch erwähnten monosymptomatischen Morbus Menière spricht 
auch die Tatsache, dass die medikamentöse Behandlung offenbar an-
spricht und eine Intervention mittels Paukendrainage und intratympanaler 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Okt. 2014, IV/13/897, Seite 11

Medikamentenapplikation nicht in Betracht gezogen werden musste. Dr. 
med. D.________ hält denn auch fest, dass die Prognose deshalb als gut 
zu bezeichnen sei. Zwar seien situative Einschränkungen im Rahmen eines 
akuten Drehschwindels möglich, dies begründet jedoch ebenfalls keine 
längerdauernde Arbeitsunfähigkeit.

3.4 Nach dem Gesagten hat die Beschwerdegegnerin einen invalidisie-
renden Gesundheitsschaden korrekterweise verneint und einen Rentenan-
spruch zu Recht abgewiesen. Die Beschwerde gegen die Verfügung vom 
26. September 2013 (act. II 54) erweist sich als unbegründet und ist abzu-
weisen.

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzulegen.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende Beschwerdefüh-
rer die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss 
gleicher Höhe entnommen.

4.2 Gemäss Art. 1 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 61 lit. g ATSG 
(Umkehrschluss) besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung.

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Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Fürsprecher B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Die Kammerpräsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.