# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 596286a6-3466-500f-98f5-dd750f8c6778
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-04-05
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 05.04.2014 UE130119
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_UE130119_2014-04-05.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
III. Strafkammer    

 
 

Geschäfts-Nr.: UE130119-O/U/BEE 

 

Mitwirkend: der Oberrichter lic. iur. Th. Meyer, Präsident, die Ersatzoberrichter 

lic. iur. A. Schärer und Dr. T. Graf sowie die Gerichtsschreiberin 

Dr. C. Schoder 

 

Beschluss vom 5. April 2014 
 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschwerdeführerin 

 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____  

 

gegen 

 

1. B._____,  
2. C._____,  
3. Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich,  
Beschwerdegegner 

 

1, 2 vertreten durch Rechtsanwalt Dr. sc. nat. et lic. iur. Y._____  

 

betreffend Einstellung  
 
Beschwerde gegen die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft III des 
Kantons Zürich vom 9. April 2013, C-6/2012/333 

 

- 2 - 

Erwägungen: 

I. 

1. Am 18. Februar 2011 stellte A._____ gegen C._____ und B._____ 

Strafantrag wegen Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch. Sie warf 

diesen vor, ihr Grundstück mit Kat.-Nr. ... am … [Adresse] in … ohne ihr 

Einverständnis betreten und vier 20m hohe, 40-jährige Tannen gefällt zu 

haben. Bei C._____ handelt es sich um den Eigentümer des angrenzenden 

Grundstücks mit Kat.-Nr. …, bei B._____ um den von C._____ beauftragten 

Gärtner. Dieser rodete im Auftrag von C._____ am 14./15. Februar 2011 

dessen Parzelle, damit darauf ein Baugespann errichtet werden konnte. Im 

Nachhinein stellte sich heraus, dass vier gerodete Tannen auf dem 

Grundstück von A._____ standen. 

2. Mit Verfügung vom 9. April 2013 (Urk. 3/2 und Urk. 5) stellte die 

Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich das Verfahren gegen die beiden 

Beschuldigten ein. Sie begründete ihren Entscheid damit, dass bezüglich 

des Hausfriedensbruchs der objektive Tatbestand nicht erfüllt sei und 

bezüglich der Sachbeschädigung der subjektive Tatbestand nicht 

anklagegenügend nachgewiesen werden könne. Eine Ausnahme gelte für 

B._____ bezüglich einer der vier Tannen, da der Beschuldigte eingeräumt 

habe, das Gefühl gehabt zu haben, dass diese Tanne auf dem 

Nachbargrundstück gestanden habe. Da B._____ den Auftrag ausgeführt 

habe, ohne den Standort des Baums vorgängig abzuklären, sei bezüglich 

dieser einen Tanne von einem eventualvorsätzlichen Handeln auszugehen. 

Dafür sei B._____ mit separatem Strafbefehl bestraft worden. 

3. Mit Eingabe vom 6. Mai 2013 (Urk. 2) erhob A._____ bei der III. 

Strafkammer des Obergerichts des Kantons Zürich Beschwerde und 

beantragte, die Einstellungsverfügung sei bezüglich des Vorwurfs der 

Sachbeschädigung aufzuheben, und es sei die Sache zur weiteren 

Behandlung und Anklageerhebung an die Staatsanwaltschaft 

- 3 - 

zurückzuweisen; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der 

Beschwerdegegner bzw. der Staatskasse (Urk. 2). 

4. Am 27. Mai 2013 (Urk. 10) beantragten B._____ (Beschwerdegegner 1) und 

C._____ (Beschwerdegegner 2) in einer gemeinsamen Eingabe, die 

Beschwerde sei abzuweisen. Nach zweimaliger Fristverlängerung (Urk. 16 

und 18) reichte die Beschwerdeführerin eine Replik ins Recht (Urk. 20). Die 

Beschwerdegegner 1 und 2 duplizierten am 26. Juli 2013 (Urk. 25). Die 

Staatsanwaltschaft verzichtete am 23. Mai 2013 resp. am 18. Juli 2013 unter 

Verweis auf die Begründung der angefochtenen Verfügung auf 

Stellungnahme zur Beschwerde und zur Replik (Urk. 8 und Urk. 24). 

5. Zufolge Ferienabwesenheit eines Richters ergeht dieser Beschluss nicht in 

der den Parteien angekündigten Besetzung. 

II. 

1. Die Eintretensvoraussetzungen sind erfüllt und geben zu keinen besonderen 

Bemerkungen Anlass. Auf die Beschwerde ist somit einzutreten. 

2.  

2.1 Die Beschwerdeführerin beschränkt sich auf die Anfechtung der 

Verfahrenseinstellung bezüglich des Vorwurfs der Sachbeschädigung. Sie 

stellt sich auf den Standpunkt, beide Beschwerdegegner hätten wegen 

eventualvorsätzlicher Sachbeschädigung, begangen an den vier Tannen, 

bestraft werden sollen. Dies ergebe sich zum einen aus den Aussagen des 

Beschwerdegegners 1, wonach dieser und der Beschwerdegegner 2 am 

Tag der Rodung zwischen 10.00 und 11.00 Uhr nochmals über den 

Grenzverlauf gesprochen hätten, da der Beschwerdegegner 1 das Gefühl 

gehabt habe, eine der vier Tannen befinde sich auf dem Nachbargrundstück 

(Urk. 2 S. 4). Zum andern sei der Grenzverlauf aufgrund des Marksteins und 

des Zauns gut erkennbar gewesen. Die Beschwerdegegner hätten 

zumindest feststellen können, dass sich die Tannen im Grenzbereich der 

- 4 - 

beiden Grundstücke befunden hätten (Urk. 2 S. 4). Trotz der angeblichen 

Unkenntnis des Grenzverlaufs und dem Wissen darum, dass die Tannen im 

Grenzbereich gestanden hätten, habe der Beschwerdegegner 2 den Auftrag 

zur Fällung der Bäume gegeben und der Beschwerdegegner 1 den Auftrag 

erfüllt (Urk. 2 S. 5). 

2.2 Die Beschwerdegegner stellen nicht in Abrede, für das Fällen der vier 

Tannen verantwortlich zu sein. Der objektive Tatbestand der 

Sachbeschädigung ist daher als erfüllt zu betrachten. Die 

Beschwerdegegner wenden jedoch ein, es treffe nicht zu, dass man am Tag 

der Rodung zwischen 10.00 und 11.00 Uhr nochmals über die Tannen 

gesprochen habe. Den Grenzverlauf habe man am Vorabend besprochen 

(Urk. 10 S. 5-6). Die diesbezüglichen Aussagen des Beschwerdegegners 1 

seien unglücklich protokolliert worden (Urk. 10 S. 4 f.). Des Weiteren sei der 

Grenzverlauf wegen der vielen Bäumen und Sträuchern nicht erkennbar 

gewesen. Der Grenzverlauf sei erst nach der Rodung sichtbar geworden 

(Urk. 10 S. 6). 

3. Bei der Frage, ob ein Untersuchungsverfahren nach Art. 319 Abs. 1 lit. a 

StPO eingestellt werden kann, gilt im schweizerischen Strafprozessrecht der 

Grundsatz "im Zweifel für die Anklageerhebung" ("in dubio pro duriore"). 

Danach darf eine Einstellung durch die Staatsanwaltschaft grundsätzlich nur 

bei klarer Straflosigkeit bzw. offensichtlich fehlenden 

Prozessvoraussetzungen verfügt werden. Hingegen ist Anklage zu erheben, 

wenn eine Verurteilung wahrscheinlicher erscheint als ein Freispruch (BGE 

138 IV 186 E. 4.1; Urteil des Bundesgerichts 6B_718/2013 vom 27. Februar 

2014 E. 2.3.1). Bei zweifelhafter Rechts- bzw. Beweislage hat nicht die 

Untersuchungs- oder Anklagebehörde über die Stichhaltigkeit des 

strafrechtlichen Vorwurfs zu entscheiden, sondern das für die materielle 

Beurteilung zuständige Gericht (BGE 138 IV 86 E. 4.1.1). Keine Einstellung, 

sondern Anklageerhebung ist grundsätzlich immer dann geboten, wenn der 

Ausgang des Verfahrens ausschliesslich von der Beweiswürdigung abhängt 

- 5 - 

(NATHAN LANDSHUT, in: Zürcher Kommentar zur Schweizerischen 

Strafprozessordnung, Zürich 2010, N. 18 zu Art. 319 StPO). 

4.  

4.1 Bei der Sachbeschädigung (Art. 144 StGB) handelt es sich um eine 

Vorsatztat (vgl. Art. 12 Abs. 1 StGB). Vorsätzlich begeht ein Verbrechen 

oder Vergehen, wer die Tat mit Wissen und Willen ausführt. Vorsätzlich 

handelt bereits, wer die Verwirklichung der Tat für möglich hält und in Kauf 

nimmt (sog. Eventualvorsatz; Art. 12 Abs. 2 StGB). 

 Fahrlässig begeht ein Verbrechen oder Vergehen, wer die Folge seines 

Verhaltens aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit nicht bedenkt (unbewusste 

Fahrlässigkeit) oder darauf nicht Rücksicht nimmt (bewusste Fahrlässigkeit; 

Art. 12 Abs. 2 Satz 1 StGB). Pflichtwidrig ist die Unvorsichtigkeit, wenn der 

Täter die Vorsicht nicht beachtet, zu der er nach den Umständen und nach 

seinen persönlichen Verhältnissen verpflichtet ist (Art. 12 Abs. 3 Satz 2 

StGB). 

4.2 Die Abgrenzung zwischen Eventualvorsatz und bewusster Fahrlässigkeit 

kann im Einzelfall schwierig sein. Sowohl der eventualvorsätzlich als auch 

der bewusst fahrlässig handelnde Täter wissen um die Möglichkeit des 

Erfolgseintritts beziehungsweise um das Risiko der 

Tatbestandsverwirklichung. Hinsichtlich der Wissensseite stimmen somit 

beide Erscheinungsformen des subjektiven Tatbestands überein. 

Unterschiede bestehen jedoch beim Willensmoment. Der bewusst fahrlässig 

handelnde Täter vertraut (aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit) darauf, dass 

der von ihm als möglich vorausgesehene Erfolg nicht eintreten, das Risiko 

der Tatbestandserfüllung sich mithin nicht verwirklichen werde. 

Demgegenüber nimmt der eventualvorsätzlich handelnde Täter den Eintritt 

des als möglich erkannten Erfolgs ernst, rechnet mit ihm und findet sich mit 

ihm ab. Wer den Erfolg dergestalt in Kauf nimmt, "will" ihn im Sinne von Art. 

12 Abs. 2 StGB. Nicht erforderlich ist, dass der Täter den Erfolg "billigt" 

(BGE 133 IV 9 E. 4.1; 130 IV 58 E. 8.3, je mit Hinweisen). 

- 6 - 

Ob der Täter die Tatbestandsverwirklichung in diesem Sinne in Kauf 

genommen hat, muss - bei Fehlen eines Geständnisses des Beschuldigten - 

aufgrund der Umstände entschieden werden. Dazu gehören die Grösse des 

dem Täter bekannten Risikos der Tatbestandsverwirklichung, die Schwere 

der Sorgfaltspflichtverletzung, die Beweggründe des Täters und die Art der 

Tathandlung. Je grösser die Wahrscheinlichkeit der 

Tatbestandsverwirklichung ist und je schwerer die Sorgfaltspflichtverletzung 

wiegt, desto näher liegt die Schlussfolgerung, der Täter habe die 

Tatbestandsverwirklichung in Kauf genommen. Dabei darf vom Wissen des 

Täters auf den Willen geschlossen werden, wenn sich dem Täter der Eintritt 

des Erfolgs als so wahrscheinlich aufdrängte, dass die Bereitschaft, ihn als 

Folge hinzunehmen, vernünftigerweise nur als Inkaufnahme des Erfolgs 

ausgelegt werden kann (BGE 137 IV 1 E. 4.2.3; 130 IV 58 E. 8.4, je mit 

Hinweisen). 

Eventualvorsatz kann indessen auch vorliegen, wenn der Eintritt des 

tatbestandsmässigen Erfolgs nicht in diesem Sinne sehr wahrscheinlich, 

sondern bloss möglich war. Doch darf nicht allein aus dem Wissen des 

Täters um die Möglichkeit des Erfolgseintritts auf dessen Inkaufnahme 

geschlossen werden. Vielmehr müssen weitere Umstände hinzukommen 

(BGE 133 IV 9 E. 4.1; Urteil des Bundesgerichts 6B_802/2013 vom 27. 

Januar 2014 E. 2.3.2). 

5.  

5.1 Der Beschwerdegegner 2 bestreitet, gewusst zu haben, dass die vier 

Tannen auf dem Nachbargrundstück eingepflanzt waren. Er gibt an, davon 

überzeugt gewesen zu sein, dass die Bäume auf seinem Grundstück 

gestanden hätten (Urk. 10 S. 7 und Urk. 25 S. 4 f.). Seiner Ansicht nach 

habe der Beschwerdegegner 1 keine Aussagen gemacht, woraus 

hervorgehe, dass er, der Beschwerdegegner 2, diesbezüglich Zweifel 

gehabt habe (Urk. 10 S. 5 und Urk. 25 S. 5). 

- 7 - 

Dagegen weist die Beschwerdeführerin auf Aussagen des 

Beschwerdegegners 1 hin, aus denen ihrer Ansicht nach hervorgehen soll, 

dass am Tag der Rodung um 10.00 Uhr nochmals über die Bäume 

gesprochen wurde (Urk. 2 S. 4). 

In der polizeilichen Einvernahme vom 24. Februar 2011 (Urk. 9/2, Antwort 

auf Frage 15) sagte der Beschwerdegegner 1: "Nachdem wir unten 

angefangen haben zu roden, schauten wir die Grenze nochmals an. 

Zwischen 10-11 Uhr kam C._____ vermutlich nochmals vorbei, und wir 

schauten den Grenzverlauf nochmals an. Bei einem von den 4 Bäumen 

hatte ich das Gefühl, dass er neben der Grenze steht. Aber schliesslich gab 

mir C._____ den Auftrag, dass ich die Bäume fällen soll." Weiter sagte der 

Beschwerdegegner 1 (Urk. 9/2, Antwort auf Frage 31): "Er war der 

Meinung[,] das[s] die Tannen auf seiner Seite sind. Ich war etwas im Zweifel, 

aber als er überzogen sagte, die müssen weg." 

Aufgrund dieser Äusserungen des Beschwerdegegners 1 ist, wie die 

Beschwerdeführerin zu Recht anbringt, tatsächlich nicht auszuschliessen, 

dass über den Grenzverlauf und den Stand der vier Tannen am Tag der 

Rodung nochmals gesprochen wurde und dass sich der Beschwerdegegner 

2 der Möglichkeit, dass die Bäume (teilweise) nicht auf seinem, sondern auf 

dem Nachbargrundstück standen, bewusst war resp. von diesbezüglichen 

Zweifeln des Beschwerdegegners 1 wusste. 

Die in den Akten liegenden Fotos des Grenzverlaufs (Urk. 9/4) sind 

bezüglich der Frage, ob der Grenzverlauf sichtbar war, zu wenig 

aussagekräftig, da sie erst nach der Rodung erstellt wurden. Die 

Beschwerdegegner behaupten, vor der Rodung sei der Grenzverlauf nicht 

genau erkennbar gewesen, da das Grundstück der Beschwerdeführerin von 

Bäumen und Sträuchern überwuchert gewesen sei (Urk. 10 S. 6). 

Die Pläne und Karten tragen zur Klärung des tatsächlichen Wissens der 

Beschwerdegegner ebenfalls nicht bei. Zudem fehlt in den Akten der für die 

Errichtung des Baugespanns erforderliche Geometerplan, auf dem neben 

- 8 - 

dem Grenzverlauf möglicherweise auch die auf den Grundstücken 

eingepflanzten Bäume eingezeichnet sind. Das Baugespann wurde zwei 

Tage nach der Rodung errichtet (vgl. Urk. 3/3 S. 2 f. und Urk. 9/2, Antwort 

auf Frage 32). Es muss daher angenommen werden, dass die 

Beschwerdegegner bereits vor dem Tag der Rodung im Besitz dieses 

Planes waren. Die Edition dieses Planes könnte zur Klärung des Wissens 

der Beschwerdegegner beitragen. 

5.2 Ob die Beschwerdegegner im Fall, dass sie sich der Möglichkeit der 

Tatbestandsverwirklichung bewusst waren, mit Eventualvorsatz 

(Inkaufnahme des Erfolgseintritts) oder aus bewusster Fahrlässigkeit heraus 

(Vertrauen auf das Ausbleiben des Erfolgseintritts) handelten, hängt von der 

Würdigung der Umstände ab, welche dem Sachgericht vorzubehalten ist. 

 Dabei wird unter anderem zu berücksichtigen sein, dass die Tannen im 

Grenzbereich standen, der Grenzverlauf unklar war und entgegen dem 

üblichen Vorgehen in solchen Fällen mit der Nachbarin keine Rücksprache 

gehalten wurde (vgl. Urk. 9/2, Antworten auf Fragen 16, 27 und 32). Bei der 

Würdigung der Umstände dürften ausserdem die Art der Tatbegehung - 

etwa das hastige Vorgehen in Abwesenheit der Beschwerdeführerin - und 

die Beweggründe der Beschwerdegegner - möglicherweise die 

Sicherstellung des Sonnenlichteinfalls auf der Terrasse resp. dem 

Gartensitzplatz der zu erbauenden Liegenschaft auf dem Grundstück des 

Beschwerdegegners 2 (vgl. Urk. 9/7) - eine Rolle spielen. Abzuklären sind 

auch allfällige vorbestehende berufliche Erfahrungen der Beschwerdegegner 

im Baugewerbe, da diese möglicherweise Rückschlüsse auf die Willensseite 

des subjektiven Tatbestandes der Sachbeschädigung zulassen. 

5.3 Nach dem Gesagten kann somit nicht von einer derart klaren Sach- und 

Rechtslage gesprochen werden, dass eine Einstellung des Strafverfahrens 

gerechtfertigt wäre. Es kann nicht zweifelsfrei ausgeschlossen werden, dass 

die Beschwerdegegner von der Möglichkeit des Erfolgseintritts nichts 

wussten. Die Sachlage ist insoweit nicht klar. Des Weiteren erfordert die 

Würdigung der Umstände, die für den Schluss auf ein eventualvorsätzliches 

- 9 - 

resp. bewusst fahrlässiges Verhalten sprechen, eine Ermessensbetätigung, 

weshalb die Rechtslage nicht als klar bezeichnet werden kann. Der 

Entscheid darüber ist dem Sachgericht zu überlassen. Die Beschwerde 

erweist sich als begründet und ist demnach gutzuheissen. Die angefochtene 

Einstellungsverfügung ist aufzuheben.  

6. Die Regelung der Kosten- und Entschädigungsfolgen hat im Endentscheid 

zu erfolgen (Art. 421 Abs. 1 StPO). Die Gerichtsgebühr für das 

Beschwerdeverfahren ist zuhanden der das Strafverfahren abschliessenden 

Behörde in Beachtung der Bemessungskriterien von § 2 Abs. 1 lit. b-d GebV 

OG und gestützt auf § 17 Abs. 1 GebV OG auf Fr. 800.-- festzusetzen. 

Es wird beschlossen: 
 

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die Einstellungsverfügung der 

Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich vom 9. April 2013 (C-6/2012/333) 

aufgehoben und die Sache zur Fortsetzung des Strafverfahrens an die 

Staatsanwaltschaft zurückgewiesen. 

2. Die Gerichtsgebühr für das Beschwerdeverfahren wird auf Fr. 800.-- 

festgesetzt. 

3. Die Regelung der Kostenauflage und allfälliger Entschädigungen wird dem 

Endentscheid vorbehalten. 

4. Schriftliche Mitteilung an: 

− den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin, zweifach, für sich und 
zuhanden der Beschwerdeführerin (per Gerichtsurkunde); 

− den Rechtsvertreter der Beschwerdegegner 1 und 2, zweifach, für sich 
und zuhanden der Beschwerdegegner (per Gerichtsurkunde); 

− die Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich, ad C-6/2012/333, unter 
gleichzeitiger Rücksendung der beigezogenen Akten (Urk. 9) (gegen 
Empfangsbestätigung). 

- 10 - 

5. Rechtsmittel: 

Gegen diesen Entscheid kann unter den einschränkenden Voraussetzungen 

von Art. 93 des Bundesgerichtsgesetzes Beschwerde in Strafsachen 
erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an 
gerechnet, bei der Ersten öffentlich-rechtlichen Abteilung des 

Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des 

Bundesgerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des 

Bundesgerichtsgesetzes. 

 
 
Zürich, 5. April 2014 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

III. Strafkammer 
 

Präsident: 
 
 
 

lic. iur. Th. Meyer 

Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

Dr. iur. C. Schoder 
 
 
 

	Beschluss vom 5. April 2014
	
	Erwägungen:
	I.

	1. Am 18. Februar 2011 stellte A._____ gegen C._____ und B._____ Strafantrag wegen Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch. Sie warf diesen vor, ihr Grundstück mit Kat.-Nr. ... am … [Adresse] in … ohne ihr Einverständnis betreten und vier 20m hohe, 40-...
	2. Mit Verfügung vom 9. April 2013 (Urk. 3/2 und Urk. 5) stellte die Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich das Verfahren gegen die beiden Beschuldigten ein. Sie begründete ihren Entscheid damit, dass bezüglich des Hausfriedensbruchs der objektive ...
	3. Mit Eingabe vom 6. Mai 2013 (Urk. 2) erhob A._____ bei der III. Strafkammer des Obergerichts des Kantons Zürich Beschwerde und beantragte, die Einstellungsverfügung sei bezüglich des Vorwurfs der Sachbeschädigung aufzuheben, und es sei die Sache zu...
	4. Am 27. Mai 2013 (Urk. 10) beantragten B._____ (Beschwerdegegner 1) und C._____ (Beschwerdegegner 2) in einer gemeinsamen Eingabe, die Beschwerde sei abzuweisen. Nach zweimaliger Fristverlängerung (Urk. 16 und 18) reichte die Beschwerdeführerin eine...
	5. Zufolge Ferienabwesenheit eines Richters ergeht dieser Beschluss nicht in der den Parteien angekündigten Besetzung.
	II.
	1. Die Eintretensvoraussetzungen sind erfüllt und geben zu keinen besonderen Bemerkungen Anlass. Auf die Beschwerde ist somit einzutreten.
	2.
	2.1 Die Beschwerdeführerin beschränkt sich auf die Anfechtung der Verfahrenseinstellung bezüglich des Vorwurfs der Sachbeschädigung. Sie stellt sich auf den Standpunkt, beide Beschwerdegegner hätten wegen eventualvorsätzlicher Sachbeschädigung, begang...
	3. Bei der Frage, ob ein Untersuchungsverfahren nach Art. 319 Abs. 1 lit. a StPO eingestellt werden kann, gilt im schweizerischen Strafprozessrecht der Grundsatz "im Zweifel für die Anklageerhebung" ("in dubio pro duriore"). Danach darf eine Einstellu...
	4.
	4.1 Bei der Sachbeschädigung (Art. 144 StGB) handelt es sich um eine Vorsatztat (vgl. Art. 12 Abs. 1 StGB). Vorsätzlich begeht ein Verbrechen oder Vergehen, wer die Tat mit Wissen und Willen ausführt. Vorsätzlich handelt bereits, wer die Verwirklichun...
	Fahrlässig begeht ein Verbrechen oder Vergehen, wer die Folge seines Verhaltens aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit nicht bedenkt (unbewusste Fahrlässigkeit) oder darauf nicht Rücksicht nimmt (bewusste Fahrlässigkeit; Art. 12 Abs. 2 Satz 1 StGB). Pf...
	4.2 Die Abgrenzung zwischen Eventualvorsatz und bewusster Fahrlässigkeit kann im Einzelfall schwierig sein. Sowohl der eventualvorsätzlich als auch der bewusst fahrlässig handelnde Täter wissen um die Möglichkeit des Erfolgseintritts beziehungsweise u...
	Ob der Täter die Tatbestandsverwirklichung in diesem Sinne in Kauf genommen hat, muss - bei Fehlen eines Geständnisses des Beschuldigten - aufgrund der Umstände entschieden werden. Dazu gehören die Grösse des dem Täter bekannten Risikos der Tatbestand...
	Eventualvorsatz kann indessen auch vorliegen, wenn der Eintritt des tatbestandsmässigen Erfolgs nicht in diesem Sinne sehr wahrscheinlich, sondern bloss möglich war. Doch darf nicht allein aus dem Wissen des Täters um die Möglichkeit des Erfolgseintri...
	5.
	5.1 Der Beschwerdegegner 2 bestreitet, gewusst zu haben, dass die vier Tannen auf dem Nachbargrundstück eingepflanzt waren. Er gibt an, davon überzeugt gewesen zu sein, dass die Bäume auf seinem Grundstück gestanden hätten (Urk. 10 S. 7 und Urk. 25 S....
	Dagegen weist die Beschwerdeführerin auf Aussagen des Beschwerdegegners 1 hin, aus denen ihrer Ansicht nach hervorgehen soll, dass am Tag der Rodung um 10.00 Uhr nochmals über die Bäume gesprochen wurde (Urk. 2 S. 4).
	In der polizeilichen Einvernahme vom 24. Februar 2011 (Urk. 9/2, Antwort auf Frage 15) sagte der Beschwerdegegner 1: "Nachdem wir unten angefangen haben zu roden, schauten wir die Grenze nochmals an. Zwischen 10-11 Uhr kam C._____ vermutlich nochmals ...
	Aufgrund dieser Äusserungen des Beschwerdegegners 1 ist, wie die Beschwerdeführerin zu Recht anbringt, tatsächlich nicht auszuschliessen, dass über den Grenzverlauf und den Stand der vier Tannen am Tag der Rodung nochmals gesprochen wurde und dass sic...
	Die in den Akten liegenden Fotos des Grenzverlaufs (Urk. 9/4) sind bezüglich der Frage, ob der Grenzverlauf sichtbar war, zu wenig aussagekräftig, da sie erst nach der Rodung erstellt wurden. Die Beschwerdegegner behaupten, vor der Rodung sei der Gren...
	Die Pläne und Karten tragen zur Klärung des tatsächlichen Wissens der Beschwerdegegner ebenfalls nicht bei. Zudem fehlt in den Akten der für die Errichtung des Baugespanns erforderliche Geometerplan, auf dem neben dem Grenzverlauf möglicherweise auch ...
	5.2 Ob die Beschwerdegegner im Fall, dass sie sich der Möglichkeit der Tatbestandsverwirklichung bewusst waren, mit Eventualvorsatz (Inkaufnahme des Erfolgseintritts) oder aus bewusster Fahrlässigkeit heraus (Vertrauen auf das Ausbleiben des Erfolgsei...
	Dabei wird unter anderem zu berücksichtigen sein, dass die Tannen im Grenzbereich standen, der Grenzverlauf unklar war und entgegen dem üblichen Vorgehen in solchen Fällen mit der Nachbarin keine Rücksprache gehalten wurde (vgl. Urk. 9/2, Antworten a...
	5.3 Nach dem Gesagten kann somit nicht von einer derart klaren Sach- und Rechtslage gesprochen werden, dass eine Einstellung des Strafverfahrens gerechtfertigt wäre. Es kann nicht zweifelsfrei ausgeschlossen werden, dass die Beschwerdegegner von der M...
	6. Die Regelung der Kosten- und Entschädigungsfolgen hat im Endentscheid zu erfolgen (Art. 421 Abs. 1 StPO). Die Gerichtsgebühr für das Beschwerdeverfahren ist zuhanden der das Strafverfahren abschliessenden Behörde in Beachtung der Bemessungskriterie...
	Es wird beschlossen:
	1. In Gutheissung der Beschwerde wird die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich vom 9. April 2013 (C-6/2012/333) aufgehoben und die Sache zur Fortsetzung des Strafverfahrens an die Staatsanwaltschaft zurückgewiesen.
	2. Die Gerichtsgebühr für das Beschwerdeverfahren wird auf Fr. 800.-- festgesetzt.
	3. Die Regelung der Kostenauflage und allfälliger Entschädigungen wird dem Endentscheid vorbehalten.
	4. Schriftliche Mitteilung an:
	 den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin, zweifach, für sich und zuhanden der Beschwerdeführerin (per Gerichtsurkunde);
	 den Rechtsvertreter der Beschwerdegegner 1 und 2, zweifach, für sich und zuhanden der Beschwerdegegner (per Gerichtsurkunde);
	 die Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich, ad C-6/2012/333, unter gleichzeitiger Rücksendung der beigezogenen Akten (Urk. 9) (gegen Empfangsbestätigung).

	5. Rechtsmittel: Gegen diesen Entscheid kann unter den einschränkenden Voraussetzungen von Art. 93 des Bundesgerichtsgesetzes Beschwerde in Strafsachen erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an gerechnet, bei der Ersten öffent...