# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3f6664b5-09c5-5fde-b304-ab8bf391b47c
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-05-30
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 30.05.2017 200 2016 1106
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2016-1106_2017-05-30.pdf

## Full Text

200 16 1106 KV
GRD/LUB/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 30. Mai 2017

Verwaltungsrichter Grütter, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Kölliker, Verwaltungsrichter Ackermann
Gerichtsschreiber Lüthi

A.________
gesetzlich vertreten durch ihre Eltern B.________
vertreten durch Fürsprecher C.________
Beschwerdeführerin

gegen

Sumiswalder Krankenkasse
Spitalstrasse 47, 3454 Sumiswald
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 26. Oktober 2016

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. Mai 2017, KV/16/1106, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1999 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) ist 
bei der Sumiswalder Krankenkasse (Sumiswalder bzw. Beschwerdegegne-
rin) obligatorisch krankenpflegeversichert. Sie leidet an Bauchschmerzen 
und steht deswegen in ärztlicher Behandlung. Nach verschiedenen Unter-
suchungen in der Schweiz kontaktierte die Mutter der Versicherten Ärzte in 
… und ersuchte um Kostengutsprache für eine Abklärung bei Prof. 
Dr. med. habil. D.________, … Klinik E.________ (…), welche die Sumis-
walder unter Bezugnahme auf eine Stellungnahme des Vertrauensarztes 
ablehnte (Beschwerdebeilage [BB] 5; Akten der Sumiswalder, Antwortbei-
lage [AB] 1 – 3). Ein weiteres Gesuch um Kostengutsprache (AB 6) für die 
Behandlung bzw. Nachkontrolle bei Prof. Dr. med. habil. D.________, wel-
cher zwischenzeitlich ein ausgeprägtes Nussknackerphänomen, ein aus-
geprägtes Wilkie-Syndrom (auch Arteria-mesenterica-superior-Syndrom 
genannt) und ein beginnendes Dunbar-Syndrom diagnostiziert hatte 
(BB 14), lehnte die Sumiswalder mit Schreiben vom 1. September 2016 
(AB 7) ab. Nachdem sich die Versicherte am 30. September 2016 gegen 
diesen abschlägigen Bescheid gewandt hatte (AB 10), holte die Sumiswal-
der eine weitere vertrauensärztliche Stellungnahme ein (AB 11) und hielt 
mit formeller Verfügung vom 18. Oktober 2016 (AB 12) an ihrem ablehnen-
den Entscheid fest. Zur Begründung führte sie insbesondere aus, es sei 
zwar auf Grundlage der Akten davon auszugehen, dass eine komplexe und 
seltene Krankheit vorliege, jedoch seien keine Vorteile in einer Untersu-
chung oder Behandlung in … erkennbar. Die von der Versicherten hierge-
gen am 20. Oktober 2016 (AB 13) erhobene Einsprache wies die Sumis-
walder mit Einspracheentscheid vom 26. Oktober 2016 (AB 14) ab.

B.

Mit Eingabe vom 9. November 2016 erhob die Versicherte, gesetzlich ver-
treten durch ihre Eltern B.________, diese vertreten durch Fürsprecher 
C.________, Beschwerde und beantragte, der Einspracheentscheid vom 

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26. Oktober 2016 sei aufzuheben und die Leistungspflicht der Sumiswalder 
sei für die Behandlung in … festzustellen.

In ihrer Beschwerdeantwort vom 23. November 2016 schloss die Be-
schwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde.

Bezugnehmend auf die prozessleistende Verfügung vom 25. November 
2016 teilte die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 21. Dezember 2016 
mit, der Streitwert könne aktuell noch nicht abschliessend beziffert werden. 
Als Mindestwert und damit vorläufiger Streitwert sei ein Betrag von 
Fr. 30‘000.-- zu veranschlagen.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 
kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 26. Oktober 
2016 (AB 14). Streitig und zu prüfen ist die Leistungspflicht der Beschwer-

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degegnerin für die Kosten der im Ausland (…) durchgeführten Diagnostik 
und Behandlung des Nussknacker-, Wilkie- und ev. Dunbar-Syndroms bzw. 
-Phänomens aus der obligatorischen Grundversicherung.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 In formeller Hinsicht rügt die Beschwerdeführerin eine Verletzung 
des Anspruchs auf rechtliches Gehör (vgl. Art. 29 Abs. 2 der Bundesver-
fassung [BV; SR 101]; BGE 132 V 368 E. 3.1 S. 371; SVR 2008 UV Nr. 1 
S. 2 E. 3.2), da der angefochtene Einspracheentscheid (AB 14) sich mit 
den in der Einsprache (AB 13) vorgebrachten Vorteilen der Behandlung in 
… nur ungenügend auseinandersetze (vgl. Beschwerde S. 10 f. Ziff. 6). 

2.2 Die Begründungspflicht ist wesentlicher Bestandteil des Anspruchs 
auf rechtliches Gehör im Sinne von Art. 29 Abs. 2 BV. Sie soll verhindern, 
dass sich die Behörde von unsachlichen Motiven leiten lässt, und den Be-
troffenen ermöglichen, die Verfügung gegebenenfalls sachgerecht anzu-
fechten. Dies ist nur möglich, wenn sowohl die betroffene Person als auch 
die Rechtsmittelinstanz sich über die Tragweite des Entscheids ein Bild 
machen können. In diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegun-
gen genannt werden, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf 
welche sich ihre Verfügung stützt. Dies bedeutet indessen nicht, dass sie 
sich ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtli-
chen Einwand auseinandersetzen muss. Vielmehr kann sie sich auf die für 
den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 136 I 229 
E. 5.2 S. 236, 124 V 180 E. 1a S. 181).

2.3 Die Beschwerdegegnerin hat in ihrem die Verfügung vom 18. Okto-
ber 2016 (AB 12) bestätigenden Einspracheentscheid vom 26. Oktober 

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2016 die wesentlichen Überlegungen genannt, von denen sie sich hat lei-
ten lassen und auf welche sich ihr Entscheid stützt. Neben der sich aus 
dem Dispositiv ergebenden Tragweite des Entscheides sind aus der Be-
gründung auch die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte ersicht-
lich, womit die aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör fliessende Be-
gründungspflicht erfüllt ist. Die Beschwerdeführerin konnte den Einspra-
cheentscheid denn auch sach- und zielgerichtet anfechten. Dass die Be-
schwerdegegnerin in ihrer Begründung nicht in der von der Beschwerde-
führerin gewünschten Ausführlichkeit auf die erhobenen Einwände einge-
gangen ist, stellt nach der Rechtsprechung (vgl. E. 2.2 hiervor) noch keine 
Verletzung des rechtlichen Gehörs dar. Eine Verletzung des rechtlichen 
Gehörs infolge ungenügender Begründung ist somit zu verneinen. 

3.

3.1 Die obligatorische Krankenpflegeversicherung übernimmt die Kos-
ten für die Leistungen gemäss den Artikeln 25 – 31 nach Massgabe der in 
den Artikeln 32 – 34 festgelegten Voraussetzungen (Art. 24 Abs. 1 des 
Bundesgesetzes vom 18. März 1994 über die Krankenversicherung [KVG; 
SR 832.10]).

Zum Leistungsbereich gemäss Art. 25 – 31 KVG gehören die Kosten für die 
Leistungen, die der Diagnose oder Behandlung einer Krankheit und ihrer 
Folgen dienen (Art. 25 Abs. 1 KVG). Diese Leistungen umfassen nach 
Art. 25 Abs. 2 KVG unter anderem die Untersuchungen und Behandlungen, 
die ambulant, stationär oder in einem Pflegeheim durchgeführt werden 
(lit. a) und den Aufenthalt in der allgemeinen Abteilung eines Spitals (lit. e).

Die Leistungen nach den Art. 25 – 31 KVG müssen wirksam, zweckmässig 
und wirtschaftlich sein; die Wirksamkeit muss nach wissenschaftlichen Me-
thoden nachgewiesen sein (Art. 32 Abs. 1 KVG). Die Wirksamkeit, Zweck-
mässigkeit und Wirtschaftlichkeit der in der Schweiz geleisteten ärztlichen 
Behandlungen werden vermutet (vgl. Art. 33 Abs. 1 KVG; RKUV 2000 Nr. 5 
KV 132 S. 283 f. E. 3).

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3.2 Das KVG untersteht dem Territorialitätsprinzip, welches das gelten-
de Gesetz in Art. 34 Abs. 2 KVG als gegeben voraussetzt. Leistungen sind 
nur kassenpflichtig, wenn sie in der Schweiz erbracht werden oder bei ver-
ordnungspflichtigen Leistungen von einem in der Schweiz zugelassenen 
Leistungserbringer zur Erbringung in der Schweiz veranlasst werden. Der 
Bundesrat kann jedoch bestimmen, dass die obligatorische Krankenpflege-
versicherung die Kosten von Leistungen nach Art. 25 Abs. 2 oder 29 KVG 
übernimmt, die aus medizinischen Gründen im Ausland erbracht werden 
(Art. 34 Abs. 2 Satz 1 KVG). Gestützt auf diese Kompentenzdelegation hat 
der Bundesrat Art. 36 der Verordnung vom 27. Juni 1995 über die Kran-
kenversicherung (KVV; SR 832.102) erlassen. Nach Art. 36 Abs. 1 KVV 
bezeichnet das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) nach An-
hören der zuständigen Kommission die Leistungen nach Art. 25 Abs. 2 und 
Art. 29 des Gesetzes, deren Kosten von der obligatorischen Krankenpfle-
geversicherung im Ausland übernommen werden, wenn sie in der Schweiz 
nicht erbracht werden können. Bis anhin hat das EDI von der Kompetenz-
delegation in Art. 36 Abs. 1 KVV keinen Gebrauch gemacht. Es existiert 
demnach keine Liste von kassenpflichtigen Auslandsleistungen im Sinne 
von Art. 36 Abs. 1 KVV, was aber einer Vergütung der Kosten solcher Be-
handlungen nicht von vornherein entgegensteht (GEBHARD EUGSTER, Die 
obligatorische Krankenpflegeversicherung, in: ULRICH MEYER [Hrsg.], 
Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht [SBVR], Band XIV, Soziale Si-
cherheit, 3. Aufl. 2016, S. 575 ff. N. 542 ff. mit Hinweisen; Entscheid des 
Bundesgerichts [BGer] vom 14. Oktober 2010, 9C_630/2010 E. 2.1).

3.3 Eine Ausnahme vom Territorialitätsprinzip gemäss Art. 36 Abs. 1 
KVV in Verbindung mit Art. 34 Abs. 2 KVG setzt den Nachweis voraus, 
dass entweder in der Schweiz überhaupt keine Behandlungsmöglichkeit 
besteht oder aber im Einzelfall eine innerstaatlich praktizierte Behandlung 
im Vergleich zur auswärtigen Alternative für die betroffene Person bedeu-
tende und erheblich höhere Risiken mit sich bringt und damit eine mit Blick 
auf den angestrebten Heilungserfolg medizinisch verantwortbare und in 
zumutbarer Weise durchführbare, mithin zweckmässige (vgl. Art. 32 Abs. 1 
KVG) Behandlung in der Schweiz nicht gewährleistet ist. Nur schwerwie-
gende Lücken im Behandlungsangebot ("Versorgungslücken") rechtfertigen 
ein Abweichen vom Territorialitätsprinzip. Dabei handelt es sich in der Re-

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gel um Behandlungen, die hochspezialisierte Techniken verlangen oder um 
seltene Krankheiten, für welche die Schweiz nicht über eine genügende 
diagnostische oder therapeutische Erfahrung verfügt. Wenn hingegen in 
der Schweiz eine in Fachkreisen allgemein anerkannte und zweckmässige 
Behandlungsmethode existiert, so liegt kein medizinischer Grund im Sinne 
von Art. 34 Abs. 2 KVG vor. Bloss geringfügige, schwer abschätzbare oder 
gar umstrittene Vorteile einer auswärts praktizierten Behandlungsmethode 
aber auch der Umstand, dass eine spezialisierte Klinik im Ausland über 
mehr Erfahrung im betreffenden Fachgebiet verfügt, werden nicht als medi-
zinischer Grund betrachtet, der die Übernahme der Kosten einer Ausland-
behandlung rechtfertigt. In diesem Sinne sind medizinische Gründe im Sin-
ne von Art. 34 Abs. 2 KVG nur mit Zurückhaltung anzunehmen (Entscheide 
des BGer vom 27. Juni 2011, 9C_110/2011, E. 2.3, und vom 14. Oktober 
2010, 9C_630/2010, E. 2.2; EUGSTER, Die obligatorische Krankenpflege-
versicherung, a.a.O., S. 577 N 551 mit weiteren Hinweisen).

4.

4.1 In medizinischer Hinsicht lassen sich den Akten im Wesentlichen 
die folgenden Angaben entnehmen: 

4.1.1 Dr. med. F.________, Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin, 
Spital G.________, führte am 12. Dezember 2013 eine Gastro-
Duodenoskopie durch. Im entsprechenden Bericht vom 20. Dezember 2013 
(BB 3) führte sie aus, es finde sich eine normale Abdomen-Sonografie, 
wobei der Winkel von der AMS (Arteria-mesenterica-superior) zur Aorta 
abdominalis relativ flach sei, so dass differenzialdiagnostisch ein Nusskna-
ckerphänomen in Erwägung gezogen werden müsse. Dies könne theore-
tisch zu einer Einengung des Duodenums und der linken Nierenarterie 
führen. Häufig sei das Nussknackerphänomen jedoch nur ein Zufallsbe-
fund. Um eine Einengung des Duodenums auschliessen zu können, werde 
die Durchführung einer Breischluckuntersuchung empfohlen. Die Nieren-
werte bei der letzten Untersuchung seien unauffällig gewesen. 

4.1.2 Im Bericht des Spitals G.________ (Sprechstunde Gastroenterolo-
gie) vom 21. Januar 2014 (BB 2) diagnostizierten die Dres. 

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med. H.________, Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin, und 
I.________, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, epigastrische 
Bauchschmerzen, am ehesten funktional (ICD-10 F10.4) bei unauffälliger 
Oesophago-Gastro-Duodenoskopie (12. Dezember 2013). Es handle sich 
hierbei am ehesten um eine funktionelle Dyspepsie, dies bei typischer 
Anamnese und Klinik, bei unauffälliger Endoskopie, Abdomen-Sonografie 
und Breischluckuntersuchung. Die Patientin habe sehr gut auf die Therapie 
mit Magnesium angesprochen. In einem weiteren Bericht vom 24. April 
2014 (BB 4) vermerken sie in Wiederholung der bekannten Diagnose, es 
bestünden im MR Dünndarm vom 28. März 2014 Hinweise auf ein Arteria-
mesenterica-superior-Syndrom. Aktuell liege eine Besserung der Be-
schwerden nach Gewichtszunahme vor.

4.1.3 Am 17. Mai 2014 berichtete Prof. Dr. med. J.________, Klinik 
K.________, …, im Rahmen der eingeholten Zweitmeinung, die Patientin 
habe ein typisches Arteria-mesenterica-superior-Syndrom, auch Wilkie-
Syndrom genannt. Die untere Partie des Zwölffingerdarms werde einge-
engt, bedingt durch den kleinen Winkel, mit welchem die mittlere Darmarte-
rie (Arteria-mesenterica-superior) aus der Aorta entspringe. Die Therapie 
umfasse alle Massnahmen, die über eine grössere Essensmenge zum 
Aufbau eines Fettpolsters zwischen den genannten Strukturen und damit 
zu einer grösseren Winkelspreizung der Arterie führen sollen. Erfahrungs-
gemäss klappe dies nicht dauerhaft. Der Viszeralchirurg schliesse die 
Darmeinengung kurz, indem zwei oder drei Darmanastomosen und eine 
Übernähung erforderlich seien. Die seinerseits entwickelte Methode rühre 
den Darm gar nicht an, sondern die mittlere Darmarterie werde versetzt, 
weiter fusswärts, und dadurch der spitze Abgangswinkel der mittleren 
Darmarterie erweitert. Auf diese Weise erhalte der Zwölffingerdarm ausrei-
chend Platz für den Nahrungstransport (BB 5).

4.1.4 Im Bericht de Spitals G.________ vom 20. Mai 2014 (AB 2 S. 3 ff.) 
führte Prof. Dr. med. L.________, Facharzt für Chirurgie, Herz- und thora-
kale Gefässchirurgie sowie Gefässchirurgie, aus, die von der Patientin be-
schriebenen Symptome und die dazugehörenden radiologischen Abklärun-
gen seien mit einer relativen Obstruktion des Duodenums (Wilkie-Syndrom) 
vereinbar. Radiologisch imponiere der langstreckige parallele Verlauf der 

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SMA (superior mesenteric artery) zur Aorta viel mehr als der flache Ab-
gangswinkel. Wenn die SMA bindegewebig an der Aorta fixiert sein sollte, 
würden sich die Beschwerden nicht bessern. Ein potentieller Eingriff (Mobi-
lisation des Treitz-Ligamentes, Distalisierung der SMA), sofern er über-
haupt nötig sein sollte, könne in … durchgeführt werden. Es gäbe aber 
wahrscheinlich auch viszeralchirurgische Therapieoptionen, die geprüft 
werden müssten. Das Vorhandensein eines signifikanten SMA-Syndroms 
könnten ein funktioneller Provokations-Stresstest im MRI oder eine MR 
Enteroklyse mit einer postpylorisch platzierten Sonde untermauern (S. 2).

4.1.5 Am 2. Juni 2014 berichtete Prof. Dr. med. habil. D.________, das 
vermutete Arteria-mesenterica-superior-Syndrom sei durch die unauffällige 
Breischluckuntersuchung ausgeschlossen. Die Untersuchungen bezüglich 
der Darstellung des Truncus coeliacus seien unvollständig bzw. nicht lege 
artis durchgeführt worden. Insgesamt sei dieser selbst direkt überhaupt 
nicht dargestellt worden, was sehr für eine hochgradige Einengung des 
Gefässes spreche. Die MR-Angiografie sei nicht in zwei Atemphasen 
durchgeführt worden, so dass hinsichtlich einer dynamischen Einengung 
des Truncus keine Aussagen getroffen werden könnten. In der vorliegen-
den Aufnahme finde sich ein scheinbar regelrechter, nahezu rechtwinkliger 
Abgang aus der Aorta, welches jedoch eine Darstellung sei, die häufig bei 
hochgradiger Kompression des Truncusabgangs mit dessen Veränderung 
in die Vorderwand der Aorta zu sehen sei, so dass das in der Angiografie 
sichtbare Gefäss nicht dem eigentlichen Abgang entspreche (AB 1 S. 3). 
Es bestehe der starke Verdacht, dass die Patientin an einer hochgradigen 
Truncus coeliacus-Kompression leide, da auch die klinischen Beschwerden 
sehr charakteristisch für dieses spezielle Krankheitsbild seien. Er empfehle, 
eine dynamische farbduplexsonografische Untersuchung des Truncus co-
eliacus in verschiedenen Phasen in der Schweiz oder aber auch in … 
durchführen zu lassen. Dann könne gewöhnlich vom erfahrenen Untersu-
cher die Diagnose des Truncus coeliacus und die Präparation des Ganglion 
coeliacum vorgenommen werden (AB 1 S. 4).

4.1.6 Bezugnehmend auf den Bericht von Prof. Dr. med. habil. 
D.________ hielt der Vertrauensarzt Dr. med. M.________, Facharzt für 
Chirurgie, in seiner Stellungnahme vom 4. Juni 2014 (AB 2 S. 1 f.) fest, 

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Prof. Dr. med. habil. D.________ empfehle noch weitere Abklärungen und 
erwähne ausdrücklich, dass dies in der Schweiz gemacht werden könne. 
Der Bericht sollte Prof. Dr. med. L.________ vom Spital G.________ vor-
gelegt werden und dieser solle anschliessend (nach definitiver Diagnose-
stellung) beurteilen, ob die Behandlung in der Schweiz möglich sei oder 
nicht.

4.1.7 Eine Duplexsonografie der Mesenterialarterien im Spital 
G.________ vom 20. Juni 2014 (BB 6) ergab keine Anhaltspunkte für eine 
Pathologie im Bereich des Truncus coeliacus, keine indirekten Hinweise 
auf ein Dunbar-Syndrom und keine Pathologie im Bereich der A. mesente-
rica superior.

4.1.8 Prof. Dr. med. habil. D.________ diagnostizierte im Bericht vom 
8. August 2014 (BB 7) über die farbduplexsonografische Untersuchung 
eine mässige Lordose der LWS und ein Nussknackerphänomen der linken 
Nierenvene mit hämodynamischer Relevanz. Das Ergebnis der PixelFlux-
Messung zeige eine signifikante Minderperfusion der linken Niere. Er emp-
fahl die Führung eines Beschwerdeprotokolls und den Beginn der Therapie 
mit ASS (Acetylsalicylsäure) 100 mg/tgl.

4.1.9 Im Privatsprechstundenbericht des Spitals G.________ vom 5. Sep-
tember 2014 (BB 8) hielt Prof. Dr. med. N.________, Facharzt für Allge-
meine Innere Medizin und Gastroenterologie, als Diagnose epigastrische 
Bauchschmerzen fest. Zusammengefasst schienen die Symptome realis-
tisch und eine proximale Darmobstruktion sei weder ausgeschlossen noch 
bestätigt, um eine Korrektur vornehmen zu können. In dieser Situation sei 
die Durchführung einer Kombinationsuntersuchung arteriell und intraluminal 
klar indiziert. Am 14. November 2014 (BB 10) erwähnte er in Wiederholung 
der genannten Diagnose, die Situation habe sich nicht deutlich verändert.

4.1.10 Am 10. Oktober 2014 berichtete PD Dr. med. O.________, Facharzt 
für Allgemeine Innere Medizin, im Rahmen einer weiteren Zweitmeinung, 
das Dunbar-Syndrom sei sicherlich ausgeschlossen. Das Kompressions-
syndrom der Vena renalis (Nussknackerphänomen) sei unwahrscheinlich. 
Eine definitive Beurteilung wäre durch Verabreichung von Echokontrastmit-
tel möglich, was die Patientin jedoch ablehne. Das Wilkie-Syndrom sei 

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durchaus denkbar, zumindest für die festen Speisen bekunde die Passage 
gewisse Mühe. Die Patientin lehne jedoch eine operative Sanierung ab 
(BB 9).

4.1.11 Im Bericht des Spitals P.________ vom 1. April 2015 (BB 11) über 
eine Abdomensonografie und Farbdoppler-Duplexsonografie der Abdomi-
nalgefässe vom 31. März 2015 vermerkte Prof. Dr. med. Q.________, 
Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und Gastroenterologie, als Diagno-
sen rezidivierende (vaso-vagale) Reflex-Synkopen/Präsynkopen, ein Un-
tergewicht (BMI rund 18), ein frühzeitiges Sättigungsgefühl, rezidivierende 
Kopfschmerzen und eine Adynamie. Eine organische Erkrankung im Ma-
gen-Darm-Trakt liege aufgrund der vorliegenden Befunde nicht vor. Eine 
chirurgische Therapie sei nicht indiziert. Eine Gewichtszunahme sei anzu-
streben. Empfohlen seien diätische Massnahmen. Die Reflexsynko-
pen/Präsynkopen sollten nicht medikamentös therapiert werden. Die Forts-
etzung der psychologischen Therapie sei zu empfehlen. Gegebenenfalls 
könnten die Kopfschmerzen noch durch einen neurologischen Facharzt 
mitbeurteilt werden. Nach einer erneuten Abdomensonografie und Farb-
doppler-Duplexsonografie der Abdominalgefässe vom 2. Dezember 2015 
wiederholte Dr. med. Q.________ die obgenannten Diagnosen und führte 
aus, die Darstellung der beiden Nieren sei unauffällig ohne Nachweis eines 
qualitativen Unterschiedes zwischen der rechten und der linken Niere und 
auch die Darstellung der Nierenvenen sei unauffällig. In der spät-venösen 
Phase liege eine unauffällige Darstellung der Leber vor. Die duplexsono-
grafische Untersuchung des Tr. Coeliacus, der A. mesenterica superior, der 
Aorta abdominalis, beider Nierenarterien, der V. cava inferior und der 
Pfortader zeigten keine Auffälligkeiten. Sonografisch fände sich keine or-
ganische Erkrankung (BB 13).

4.1.12 Dr. med. R.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und 
Kardiologie, nannte am 2. Juni 2015 als Hauptprobleme Präsynkopen bei 
raschen Ausdaueraktivitäten, eine kompensierte Herz-Kreislaufsituation, 
kardiovaskuläre Risikofaktoren und als Nebenprobleme chronische epigas-
trische Schmerzen in vertikaler Körperhaltung mit/bei Wilkie-Syndrom 
(Dünndarmkompression) resp. Nussknacker-Syndrom (Nieren-Vene-

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Kompression). Insgesamt könne keine Pathologie gefunden werden, weder 
strukturell noch funktionell (BB 12).

4.1.13 Im Bericht vom 17. Februar 2016 (BB 14) über eine farbduplexso-
nografische Untersuchung vom 2. Februar 2016 diagnostizierte Prof. 
Dr. med. habil. D.________ ein ausgeprägtes Nussknackerphänomen der 
linken Nierenvene mit zunehmender hämodynamischer Relevanz, ein aus-
geprägtes Wilkie-Syndrom und ein beginnendes Dunbar-Syndrom. Das 
Ergebnis der PixelFlux-Messung zeige eine deutliche Verbesserung der 
ehemaligen Minderperfusion der linken Niere. Zu empfehlen sei das Führen 
eines Beschwerdeprotokolls, das Fortführen der Therapie mit ASS und ein 
gefässchirurgisches Konsil. Im Rahmen einer am 2. September 2016 
(BB 15) durchgeführten funktionellen farbduplexsonografischen Untersu-
chung führte er als Diagnosen eine atemabhängige Verdrängung des Trun-
cus coeliacus durch das Ligamentum arcuatum mit charakteristischen Be-
schwerden einer Kompression des Ganglion coeliacum, ein Nussknacker-
phänomen der linken Nierenvene mit breiter aber unzureichender Kollatera-
lisierung entlang der Wirbelsäule (die intraspinale Kollateralisation der lin-
ken Nierenvene dürfte zu den Cephalgien beitragen) und eine Ovarialzyste 
rechts 3 x 4 cm bei Zyklusstörung auf. Er empfahl Physiotherapie zur Lin-
derung der Lordose, eine ASS-Therapie zur Verbesserung des Abflusses 
aus den unzureichend weiten Kollateralen der linken Nierenvene, eine ge-
fässchirurgische Konsultation (mit der Frage: a. der Operation der Kom-
pression des Truncus coeliacus unter Einbezug der betroffenen Plexusan-
teile, b. der gestauten Nierenvene links) und ein pulmologisches Konsil 
wegen Hämoptoe.

4.1.14 Der Vertrauensarzt Dr. med. S.________ hielt in seiner Stellung-
nahme vom 12. Oktober 2016 (AB 11) fest, in keinem Dokument fände sich 
eine Erklärung der Ärzte, wonach ein bestimmtes diagnostisches oder the-
rapeutisches Verfahren in der Schweiz nicht möglich sei. Im Gegenteil ha-
be z.B. Prof. Dr. med. N.________ am 5. September 2014 sehr detaillierte 
Empfehlungen abgegeben, welche Untersuchungen vorzunehmen wären, 
um diagnostisch weiter zu kommen. Es sei im Wesentlichen das Vorgehen, 
das auch in … verfolgt worden sei. Im Bericht von Dr. med. O.________ 
vom 10. Oktober 2014 fänden sich jedoch Angaben, dass die Patientin ver-

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schiedene diagnostische oder therapeutische Optionen verworfen hätten. 
Das Vorgehen der Schweizer Ärzte sei als sehr sorgfältig und verantwor-
tungsvoll zu beurteilen. Weder sei ohne genügende Diagnostik operiert 
noch sei die Patientin vorschnell auf die „psychiatrische Schiene“ gescho-
ben worden. Im Gegenteil gehe aus dem Schreiben von Prof. Dr. med. 
N.________ hervor, dass er die Beschwerden ernst genommen und vertieft 
habe abklären wollen. Er habe mit keinem Wort gesagt, dass die weitere 
Abklärung in … nicht möglich gewesen wäre (S. 1). Weder sei eine ärztli-
che Zuweisung erfolgt, noch wäre das weitere diagnostische Vorgehen in 
der Schweiz nicht möglich gewesen. Dass die … Ärzte zu teilweise abwei-
chenden Beurteilungen gelangt seien, könne angesichts des problemati-
schen Krankheitsbildes, das inzwischen mit Sicherheit auch psychosoma-
tisch überlagert sei, in keiner Weise erstaunen. Auch würden die drei doch 
sehr unterschiedlichen Befunde von Prof. Dr. med. habil. D.________ die 
Schwierigkeiten der Diagnostik in diesem Fall zeigen und rückblickend kei-
neswegs die Behauptung rechtfertigen, dass die diagnostischen Möglich-
keiten in der Schweiz nicht ausreichend wären. Zusammenfassend könne 
in keiner Weise begründet werden, dass nur der Einbezug ausländischer 
Ärzte der Patientin hätten helfen können. Im Gegenteil sei die diagnosti-
sche Situation bis heute sehr widersprüchlich geblieben. Die Diagnostik 
werde weiterhin schwierig bleiben und noch mehr die Therapie. Es bestehe 
nach wie vor kein Grund, ausländische Ärzte zu konsultieren, weil die dia-
gnostischen und allenfalls therapeutischen Möglichkeiten in der Schweiz 
fehlen würden.

4.2 Ein Notfall im Sinne von Art. 36 Abs. 2 KVV wird vorliegend zu 
Recht nicht geltend gemacht. Die Beschwerdeführerin hat sich entschie-
den, ihre bereits am Spital G.________ in Abklärung und Behandlung be-
findenden Bauchschmerzen (AB 2 S. 3 ff.; BB 2 – 4 und 6) zusätzlich in … 
untersuchen zu lassen. Ihre Mutter trat dazu vorgängig mit den Prof. Dres. 
med. J.________ (…) und D.________ (…/…) in Kontakt (AB 1 S. 2 f.; 
BB 5). Die Untersuchungen bei Letzterem (BB 7, 14 f.) erfolgten nicht not-
fallmässig, sondern die Beschwerdeführerin begab sich eigens für die Be-
handlungen ins Ausland.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. Mai 2017, KV/16/1106, Seite 14

4.3 Die Beschwerdeführerin lässt hingegen im Wesentlichen eine Ver-
sorgungslücke bezüglich der mit dem Beschwerdebild der Beschwerdefüh-
rerin vereinbaren Diagnosen des Nussknacker-Phänomens, des Wilkie-
Syndroms und des Dunbar-Syndroms geltend machen. 

Eine seltene Krankheit bedeutet für sich alleine noch keine Versorgungslü-
cke in der Schweiz. Vielmehr muss für die Krankheitsbehandlung in der 
Schweiz die notwendige medizinische Technik fehlen, mithin eine Ab-
klärung bzw. Behandlung nicht verfügbar sein (vgl. E. 3.3 hiervor). Dies trifft 
hier nicht zu. Prof. Dr. med. L.________ hat in seiner Beurteilung vom 
20. Mai 2014 (AB 2 S. 3 – 6) das Vorgehen zur Abklärung des Leidens der 
Beschwerdeführerin aufgezeigt. Dem ist die Beschwerdeführerin vorläufig 
auch durch eine weitere Abklärung im Spital G.________ gefolgt. Doch hat 
sie parallel dazu bei Prof. Dr. med. J.________ in … eine Zweitmeinung 
eingeholt (BB 5), liess sich dann offenbar bei Prof. Dr. med. habil. 
D.________ in … abklären (BB 7) und begab sich wiederum ins Spital 
G.________ (BB 8). Sodann holte sie eine weitere Zweitmeinung bei PD 
Dr. med. O.________ in … ein (BB 9) und veranlasste in der Folge weitere 
Abklärungen im Spital G.________ (BB 10) wie auch im Spital P.________ 
(BB 11, 13). Aus den entsprechenden Berichten der in der Schweiz konsul-
tierten Ärzte geht hervor, dass keiner angab, in der Schweiz beständen 
keine zweckmässigen (medizinisch indizierten) Untersuchungs- bzw. Be-
handlungsmöglichkeiten. Prof. Dr. med. L.________ beschrieb mehrere 
Möglichkeiten zur Abklärung eines möglichen Arteria-mesenterica-superior-
Syndroms (funktioneller Provokations-Stresstest im MR, MR Enteroklyse 
mit postpylorisch platzierter Sonde) und er hielt ausdrücklich fest, dass eine 
Behandlung in … durchgeführt werden kann (AB 2 S. 4). Prof. Dr. med. 
N.________ empfahl die Durchführung einer Kombinationsuntersuchung 
(arteriell und intraluminal) um festzustellen, ob die Symptome eine Konse-
quenz einer proximalen Dünndarmobstruktion seien oder ob ein Nusskna-
ckerphänomen relevant für die Symptomatik sei (BB 8 S. 2) und PD 
Dr. med. O.________ erwähnte im Rahmen der von ihm abgegebenen 
Zweitmeinung als weitere Abklärungsmöglichkeit betreffend eines Dunbar-
Syndroms oder eines Nussknackerphänomens die Verabreichung von 
Echokontrastmittel (BB 9). Anhaltspunkte, wonach diese Abklärungen in 
der Schweiz nicht hätten vorgenommen werden können, liegen keine vor. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. Mai 2017, KV/16/1106, Seite 15

Im Gegenteil werden in schweizerischen Fachkreisen die Problematik die-
ser Leiden sowie die hier existierenden zweckmässigen Behandlungsme-
thoden diskutiert (LUKAS WEBER, GERD STUCKMANN, „Seltene Ursache ei-
nes epigastrischen Strömungsgeräusches“, publiziert in Swiss Medical Fo-
rum Nr. 23/2001; OLIVER QUAILE, JONAS BRUNNER, THOMAS KINSBERGEN, 
„Das Nussknacker-Syndrom“, publiziert in Swiss Medical Forum 
Nr. 16/2016). Unter diesen Umständen kann keine Versorgungslücke im 
Sinne von Art. 34 Abs. 2 KVG i.V.m. Art. 36 Abs. 1 KVV angenommen wer-
den. Ebenso wenig ist aufgrund der Stellungnahmen der Schweizer Ärzte 
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass die von ihnen vorge-
schlagenen diagnostischen und therapeutischen Massnahmen im Vergleich 
zu den von den … Ärzten ausgeführten Behandlungsalternativen für die 
Beschwerdeführerin erheblich höhere wesentliche Risiken mit sich bringen. 
Ein medizinischer Grund für eine Diagnostik bzw. für die einzig richtige Be-
handlung durch Prof. Dr. med. habil. D.________ ist vorliegend jedenfalls 
nicht überwiegend wahrscheinlich ausgewiesen, zumal schwer abschätzba-
re oder gar umstrittene Vorteile einer auswärts praktizierten Behandlungs-
methode, aber auch der Umstand, dass eine spezialisierte Klinik im Aus-
land über mehr Erfahrung im betreffenden Fachgebiet verfügt, für sich al-
lein noch keinen medizinischen Grund im Sinne von Art. 34 Abs. 2 KVG 
darstellt (vgl. E. 3.3 hiervor; Entscheid des Eidgenössischen Versiche-
rungsgerichts [EVG; heute BGer] vom 14. Oktober 2002, K 39/01, E. 1.3; 
vgl. auch BGE 131 V 271, 127 V 138 E. 5 S. 146 betreffend ausserkanto-
nale Leistungen gemäss Art. 41 Abs. 2 KVG; Entscheid des EVG [heute 
BGer] vom 23. Juni 2003, K 102/02, E. 2). Eine schwerwiegende Lücke im 
Behandlungsangebot ist nicht erkennbar. 

4.4 Des Weiteren besteht auch kein Leistungsanspruch im Umfang 
dessen, was eine Behandlung in der Schweiz gekostet hätte (BGE 131 V 
271 E. 3.2 S. 275 f. und 126 V 330 E. 1b S. 332). Zwar kann die Aus-
tauschbefugnis grundsätzlich auch in der obligatorischen Krankenversiche-
rung zur Anwendung gelangen (vgl. Entscheid des BGer vom 7. April 2014, 
9C_36/2010, E. 4); sie darf jedoch nicht dazu führen, Nichtpflichtleistungen 
durch Pflichtleistungen zu ersetzen, selbst wenn diese weniger kostspielig 
wären (BGE 133 V 115 E. 5 S. 123, 131 V 107 E. 3.2.2 S. 111 f.). Der 
Grund dafür liegt vor allem in der besonderen gesetzlichen Regelung der 

https://www.swisslex.ch/Doc/ShowDocComingFromCitation/c8e69e5b-c555-49a4-af31-26aa95c91fba?citationId=5e858b43-6bb8-42b7-abdf-8da4445afa6f&source=document-link&SP=2|bwatty

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. Mai 2017, KV/16/1106, Seite 16

Leistungsansprüche in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung: 
Das Prinzip der Inlandbehandlung ist eng verbunden mit dem gesetzlichen 
System der Spitalplanung und -finanzierung, das durch eine freie Wahl 
zwischen In- und Auslandbehandlung in Frage gestellt würde. Sodann be-
steht in der Krankenversicherung ein besonderes System der zugelasse-
nen Leistungserbringer (Art. 35 ff. KVG), weshalb nicht unter Berufung auf 
die Austauschbefugnis eine von einem nicht zugelassenen Leistungser-
bringer erbrachte Leistung übernommen werden kann (Entscheid des BGer 
vom 5. Mai 2011, 9C_238/2011, E. 2.2 mit weiteren Hinweisen).

4.5 Nach dem Dargelegten ist der Einspracheentscheid vom 26. Okto-
ber 2016 (AB 14) rechtens und die dagegen erhobene Beschwerde ist ab-
zuweisen.

5.

5.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 KVG i.V.m. Art. 61 lit. a ATSG 
sind keine Verfahrenskosten zu erheben.

5.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist der Beschwerdeführerin 
keine Parteientschädigung zuzusprechen (Art. 1 Abs. 1 KVG i.V.m. Art. 61 
lit. g ATSG [Umkehrschluss]).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. Mai 2017, KV/16/1106, Seite 17

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch eine Parteientschä-
digung zugesprochen.

3. Zu eröffnen (R):
- Fürsprecher C.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- Sumiswalder Krankenkasse 
- Bundesamt für Gesundheit 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.