# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 72d21330-d56b-50dd-9044-f6b579fb4211
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-08-30
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 30.08.2023 SK 2022 324
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2022-324_2023-08-30.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

2. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

2e Chambre pénale

Urteil
SK 22 324 + 325

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 30. August 2023 

Besetzung Oberrichterin Friederich Hörr (Präsidentin), Oberrichter Schmid, 
Oberrichter Knecht
Gerichtsschreiber Lüthi

Verfahrensbeteiligte A.________
a.v.d. Rechtsanwalt Dr. B.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

und

C.________

Straf- und Zivilklägerin

und

D.________
v.d. Rechtsanwalt E.________

Straf- und Zivilkläger

und

F.________

Strafkläger

2

und

G.________

Strafklägerin

Gegenstand gewerbsmässige Erpressung, versuchte Nötigung und Wider-
handlung gegen das Strassenverkehrsgesetz sowie Widerrufsver-
fahren

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Emmental-
Oberaargau (Kollegialgericht) vom 14. Oktober 2021 (PEN 19 
284+286)

3

Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Das Regionalgericht Emmental-Oberaargau (Kollegialgericht; nachfolgend Vor-
instanz) fällte am 14. Oktober 2021 über A.________ das folgende Urteil (Hervor-
hebungen im Original):

A. A.________

I.

Das Strafverfahren gegen A.________

1. wegen Erpressung, ev. Nötigung, angeblich mehrfach versucht begangen in der Zeit vom 
07.05.2017 bis am 05.09.2017 in I.________, J.________ und evtl. anderswo z.N. von 
K.________ durch mehrfache tatsächliche Kontaktaufnahme mit dessen Arbeitgeber (Teil von 
Anklageschrift Ziff. I.A.1.4.); wobei diese Teileinstellung nicht den Vorwurf der Androhung einer 
solchen Kontaktaufnahme umfasst; 

2. wegen Drohung, angeblich begangen am 07.03.2017 in L.________ z.N. von D.________ (An-
klageschrift Ziff. I.A.2.);

3. wegen Beschimpfung, angeblich begangen am 21.08.2017 in M.________ z.N. von 
N.________ (Teil von Anklageschrift Ziff. I.A.3.2.);

wird eingestellt;

unter Auferlegung von anteilsmässigen Verfahrenskosten gemäss Ziff. II. hiernach an den Kanton 
Bern.

II.

A.________ wird freigesprochen:

von der Anschuldigung der Drohung, angeblich mehrfach begangen in der letzten Juliwoche 2017 
und am 21.08.2017 in M.________ z.N. von N.________ (Anklageschrift Ziff. I.A.3.1 und Teil von Ziff. 
I.A.3.2.);

unter Auferlegung der auf den Freispruch sowie auf die Einstellungen gemäss Ziff. I. hiervor entfallen-
den anteilsmässigen Verfahrenskosten in Höhe von 1/10 der allgemeinen sowie der persönlichen 
Kosten und Gebühren (vgl. Tabelle hiernach) von CHF 3'189.90 (zzgl. anteilsmässige Kosten für die 
amtliche Verteidigung) an den Kanton Bern.

III.

A.________ wird schuldig erklärt:

1. der gewerbsmässigen Erpressung, begangen im Zeitraum vom 09.03.2017 bis 05.09.2017 in 
P.________, J.________, I.________, O.________ und evtl. anderswo, im Einzelnen wie folgt:
1.1. am 22.03.2017 z.N. von C.________ (vollendete Erpressung);
1.2. im Zeitraum von 09.03.2017 bis 05.05.2017 z.N. von C.________ (versuchte Erpres-

sung);
1.3. im Zeitraum von 07.05.2017 bis 13.08.2017 z.N. von D.________ (versuchte Erpres-

sung);

4

1.4. im Zeitraum von 07.05.2017 bis 05.09.2017 z.N. von K.________ (versuchte Erpres-
sung);

1.5. im Zeitraum von 21.03.2017 bis 29.06.2017 z.N. von F.________ und Q.________ (ver-
suchte Erpressung);

2. der versuchten Nötigung, begangen am 30.09.2017 in J.________ z.N. von D.________;

3. der Widerhandlung gegen das Strassenverkehrsgesetz durch grobe Verletzung der Ver-
kehrsregeln (Überschreiten der signalisierten Höchstgeschwindigkeit nach Abzug der vom 
ASTRA festgelegten Geräte- und Messunsicherheit auf der Autobahn um 35 km/h), begangen 
am 18.08.2019, 11:27 Uhr, in T.________.

IV.

Der mit Urteil der Amtsgerichtspräsidentin von Olten-Gösgen OGSPR.2014.82-AOGBER vom 
08.12.2014 für eine Freiheitsstrafe von 16 Monaten gewährte bedingte Vollzug wird widerrufen.

V.

A.________ wird

in Anwendung der Art. 22, 47, 49 Abs. 1 und 2, 156 Ziff. 1 und 2, 181 StGB;
Art. 27 Abs. 1, 32 Abs. 2, 90 Abs. 2, 102 Abs. 1 SVG; Art. 1 Abs. 3, 4a VRV; Art. 22 Abs. 1, 108 SSV; 
Art. 8 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 VSKV-ASTRA;
Art. 426 Abs. 1 StPO;

sowie unter Einbezug der seinerzeit bedingt ausgesprochenen und nunmehr zu vollziehenden Strafe 
im Sinne einer Gesamtstrafe gemäss Art. 46 Abs. 1 StGB;

verurteilt:

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 2 Jahren und 9 Monaten, teilweise als Zusatzstrafe zum Urteil 
des Bezirksgerichts Rheinfelden vom 27.09.2017 (der auf die Zusatzstrafe entfallende Anteil an 
der Gesamtstrafe beträgt 17 Monate);

2. Zu anteilsmässigen Verfahrenskosten in Höhe von 8/10 der allgemeinen Gebühren und Aus-
lagen sowie 9/10 der persönlichen Gebühren und Auslagen, ausmachend insgesamt 
CHF 25'664.50 (ohne Kosten für die amtliche Verteidigung).

VI.

[Festsetzung amtliches Honorar]

VII.

A.________ wird in Anwendung von Art. 49 OR sowie Art. 126 Abs. 1 lit. a und 433 Abs. 1 lit. a StPO 
weiter verurteilt:

1. Zur Bezahlung von CHF 1’000.00 Genugtuung an die Straf- und Zivilklägerin C.________.

2. Zur Bezahlung einer Entschädigung von CHF 3'173.30 an den Straf- und Zivilkläger 
D.________ für seine notwendigen Aufwendungen im Verfahren.

[Eröffnungs- und Mitteilungsformel]

B. [Gesamtes Rechtskräftiges Urteil gegen H.________

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2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldete Rechtsanwalt Dr. B.________ namens und auftrags 
von A.________ (nachfolgend Beschuldigter) mit Eingabe vom 15. Oktober 2021 
fristgerecht die Berufung an (pag. 2180). Die schriftliche Urteilsbegründung datiert 
vom 9. Mai 2022 (pag. 2198 ff.). Mit Eingabe vom 30. Mai 2022 erklärte der Be-
schuldigte form- und fristgerecht die Berufung (pag. 2293 f.).

Die Generalstaatsanwaltschaft erklärte mit Eingabe vom 30. Juni 2022 weder die 
Anschlussberufung noch beantragte sie ein Nichteintreten auf die Berufung des 
Beschuldigten (pag. 2304).

C.________ (nachfolgend Straf- und Zivilklägerin), D.________ (nachfolgend Straf- 
und Zivilkläger), F.________ (nachfolgend Strafkläger) und G.________ (nachfol-
gend Strafklägerin) liessen sich innert gesetzter Frist nicht vernehmen (vgl. 
pag. 2314).

3. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Von Amtes wegen wurden über den Beschuldigten ein Strafregisterauszug 
(pag. 2406 ff.) und ein Auszug Administrativmassnahmen aus dem Informations-
system Verkehrszulassung (IVZ) des Bundesamts für Strassen ASTRA (pag. 2379 
ff.), beide datierend vom 15. August 2023, sowie ein Leumundsbericht samt Bericht 
über die wirtschaftlichen Verhältnisse, datierend vom 10. August 2023 (pag. 2390 
ff.), eingeholt. Dem Leumundsbericht lag ferner einerseits eine Kopie der Verfü-
gung des Strassenverkehrsamtes des Kantons Aargau vom 9. September 2019 be-
treffend den vorsorglichen Führerausweisentzug und die Anordnung einer ver-
kehrspsychologischen Begutachtung über den Beschuldigten sowie andererseits 
eine Kopie des Strafregisterauszugs vom 20. Dezember 2022 und des Betrei-
bungsregisterauszugs (Schuldner-Information) des Betreibungsamtes R.________ 
vom 4. August 2023 bei. Zudem wurde bei der Staatsanwaltschaft Rheinfelden-
Laufenberg betreffend die Verfahrensnummer ST.2021.153 um Mitteilung des ak-
tuellen Verfahrensstands (bzw. ob die Sistierung nach wie vor Gültigkeit habe) 
nachgesucht (pag. 2316). Des Weiteren wurden bei der Staatsanwaltschaft Basel-
Landschaft betreffend die Verfahrensnummer MU1 22 1865 der aktuelle Stand der 
Strafuntersuchung sowie die Frage, wann mit einem Urteil zu rechnen ist, abgeklärt 
(pag. 2317; vgl. die Übernahmeverfügung vom 28. Juni 2022, gemäss welcher 
nunmehr beide Verfahren durch die Staatsanwaltschaft Rheinfelden-Laufenberg 
unter der Nummer STA6 ST.2021.153 geführt werden, pag. 2322). Schliesslich 
wurden beim Amtsgericht Olten-Gösgen (betreffend das Urteil vom 8. Dezember 
2014) die Verfahrensakten OGSPR.2014.82-AOGBER sowie die Strassenver-
kehrsakten 2022_3787 bei der Motorfahrzeugkontrolle Basel-Landschaft ediert 
(pag. 2367 f. und pag. 2414).

Infolge Abwesenheit des Beschuldigten (vgl. sogleich E. 4.) anlässlich der oberin-
stanzlichen Hauptverhandlung entfiel die oberinstanzliche Einvernahme mit dem 
Beschuldigten.

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4. Oberinstanzliche Hauptverhandlung

Der Beschuldigte erschien am 29. August 2023 trotz gehöriger Vorladung vom 
12. September 2022 (pag. 2336 ff.) nicht zur oberinstanzlichen Hauptverhandlung 
vor der 2. Strafkammer (vgl. pag. 2429). Die Vorsitzende erklärte den Beschuldig-
ten infolgedessen für säumig, woraufhin die Kammer beschloss, das Berufungsver-
fahren gestützt auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung (vgl. das Urteil des 
Bundesgerichts 6B_1293/2018 vom 14. März 2019 E 3.3.3.) in seiner Abwesenheit 
weiterzuführen, zumal der Beschuldigte im hiesigen Verfahren ausreichend Gele-
genheit hatte, zu den ihm vorgeworfenen Straftaten Stellung zu nehmen, er sich zu 
den Aussagen der anderen Verfahrensbeteiligten hinreichend äussern konnte, er 
an der oberinstanzlichen Hauptverhandlung durch seine amtliche Verteidigung ver-
treten und die Anwesenheit des Beschuldigten nicht unerlässlich war sowie im Be-
rufungsverfahren nach Art. 407 Abs. 2 StPO e contrario kein Abwesenheitsverfah-
ren stattfindet (vgl. pag. 2430).

5. Anträge der Parteien

Rechtsanwalt Dr. B.________ beantragte für den Beschuldigten anlässlich der 
mündlichen Berufungsverhandlung das Folgende (vgl. pag. 2432):
1. Die Dispositivziffern A. III-VIII. des vorinstanzlichen Urteils seien vollumfänglich aufzuheben und 

der Beschuldigte sei von folgenden Vorwürfen freizusprechen:  

- gewerbsmässige Erpressung zum Nachteil von C.________;
- versuchte Erpressung zum Nachteil von C.________;
- versuchte Erpressung zum Nachteil von D.________;
- versuchte Erpressung zum Nachteil von K.________;
- versuchte Erpressung zum Nachteil von F.________ und Q.________;
- versuchte Nötigung zum Nachteil von D.________;
- Widerhandlung gegen das Strassenverkehrsgesetz durch grobe Verletzung der Verkehrsre-

geln

2. Vom Widerruf der Strafe gemäss Urteil der Amtsgerichtspräsidentin Olten-Gösgen vom 8. De-

zember 2014 sei abzusehen.

3. Die Forderungen der Privatklägerin C.________ sowie die Entschädigungsforderung des Privat-

klägers D.________ seien abzuweisen.

4. Die Kosten der Untersuchung sowie des erstinstanzlichen Verfahrens seien vollumfänglich auf die 

Staatskasse zu nehmen.

5. Die Kosten der amtlichen Verteidigung für die Untersuchung sowie das erstinstanzliche Verfahren 

seien definitiv auf die Staatskasse zu nehmen.

6. Die Kosten- und Entschädigungsfolgen im Berufungsverfahren seien ausgangsgemäss zu regeln.  

Die Generalstaatsanwaltschaft, vertreten durch die stv. Generalstaatsanwältin Dr. 
S.________, stellte ihrerseits die folgenden Anträge (pag. 2439 ff.; Hervorhebun-
gen im Original):

I.

Es sei festzustellen, dass das erstinstanzliche Urteil des Regionalgerichts Emmental-Oberaargau 
(Kollegialgericht in Dreierbesetzung) vom 14. Oktober 2021 in Rechtskraft erwachsen ist hinsichtlich

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1. der Einstellung des Strafverfahrens wegen
1.1. Erpressung, ev. Nötigung, angeblich mehrfach versucht begangen in der Zeit vom 7. Mai 

2017 bis 5. September 2017 in I.________, J.________ und evtl. anderswo z.N. von 
K.________ durch mehrfache tatsächliche Kontaktaufnahme mit dessen Arbeitgeber (Teil 
der Anklageschrift Ziff. I.A.1.4.); wobei diese Teileinstellung nicht den Vorwurf der Andro-
hung einer solchen Kontaktaufnahme umfasst;

1.2. Drohung, angeblich begangen am 7. März 2017 in L.________ z.N. von D.________ (An-
klageschrift Ziff. I.A.2.);

1.3. Beschimpfung, angeblich begangen am 21. August 2017 in M.________ z.N. von 
N.________ (Teil der Anklageschrift Ziff. I.A.3.2.);

2. des Freispruchs von der Anschuldigung wegen
2.1. Drohung, angeblich mehrfach begangen in der letzten Juliwoche 2017 und am 21. August 

2017 in M.________ z.N. von N.________ (Anklageschrift Ziff. I.A.3.1. und Teil von 
Ziff. I.A.3.2.);

II.

A.________ sei schuldig zu erklären:
1. der gewerbsmässigen Erpressung, begangen im Zeitraum vom 9. März 2017 bis 5. Septem-

ber 2017 in P.________, J.________, I.________, O.________ und evtl. anderswo, im Einzel-
nen wie folgt:
1.1. am 22. März 2017 z.N. von C.________ (vollendete Erpressung);
1.2. im Zeitraum vom 9. März 2017 bis 5. Mai 2017 z.N. von C.________ (versuchte Erpres-

sung);
1.3. im Zeitraum vom 7. Mai 2017 bis 13. August 2017 z.N. von D.________ (versuchte Er-

pressung);
1.4. im Zeitraum vom 7. Mai 2017 bis 13. August 2017 z.N. von K.________ (versuchte Er-

pressung);
1.5. im Zeitraum vom 21. März 2017 bis 29. Juni 2017 z.N. von F.________ und Q.________ 

(versuchte Erpressung);

2. der versuchten Nötigung, begangen am 30. September 2017 in J.________ z.N. von 
D.________;

3. der Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz durch grobe Verletzung der 
Verkehrsregeln (Überschreiten der signalisierten Höchstgeschwindigkeit nach Abzug der vom 
ASTRA festgelegten Geräte- und Messunsicherheit auf der Autobahn um 35 km/h), begangen 
am 18. August 2019, 11:27 Uhr, in T.________.

III.

Der A.________ mit Urteil OGSPR.2014.82-AOGBER vom 8. Dezember 2014 der Amtsgerichtspräsi-
dentin Olten-Gösgen gewährte bedingte Vollzug der Freiheitsstrafe von 16 Monaten sei zu widerru-
fen.

IV.

A.________ sei in Anwendung der einschlägigen Bestimmungen sowie unter Einbezug der seinerzeit 
bedingt ausgesprochenen und nunmehr zu vollziehenden Freiheitsstrafe im Sinne einer Gesamtstrafe 
gemäss Art. 46 Abs. 1 StGB

zu verurteilen:

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1. zu einer Freiheitsstrafe von 2 Jahren und 9 Monaten, teilweise als Zusatzstrafe zum Urteil 
des Bezirksgerichts Rheinfelden vom 27. September 2017 (der auf die Zusatzstrafe entfallende 
Anteil an der Gesamtstrafe beträgt 17 Monate);

2. zur Bezahlung von anteilsmässigen erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten (inkl. ei-
ner angemessenen Gebühr gemäss Art. 21 VKD).

III. [recte: V.]

Im Weiteren sei zu verfügen:

1. Das Honorar der amtlichen Verteidigung sei gerichtlich zu bestimmen (Art. 135 StPO).

Die Straf- und Zivilklägerschaft resp. die Strafklägerschaft haben weder vorab 
schriftliche Anträge eingereicht noch sind sie an die oberinstanzliche Hauptver-
handlung erschienen.

6. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Das Berufungsgericht überprüft das erstinstanzliche Urteil nur in den angefochte-
nen Punkten (Art. 404 Abs. 1 der Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO; 
SR 312.0]; Fassung vom 1. August 2023). Der Beschuldigte hat das erstinstanzli-
che Urteil vom 14. Oktober 2021 teilweise angefochten (Art. 399 Abs. 3 lit. a StPO); 
seine Berufung richtet sich gemäss Berufungserklärung vom 30. Mai 2022 
(pag. 2293 f.) gegen sämtliche Schuldsprüche (Ziff. A./III. des erstinstanzlichen Ur-
teilsdispositivs, pag. 2168 f.), die damit zusammenhängende Sanktion inkl. Wider-
ruf und Kosten- und Entschädigungsfolgen (Ziff. A./IV und V. des erstinstanzlichen 
Urteilsdispositivs, pag. 2169) sowie gegen den Zivilpunkt (Ziff. A./VII. des erstin-
stanzlichen Urteilsdispositivs, pag. 2171). In Bezug auf diese Punkte ist das erstin-
stanzliche Urteil somit durch die Kammer neu zu beurteilen. 

Die erstinstanzlich festgesetzte Höhe der amtlichen Entschädigung wurde weder 
durch Rechtsanwalt Dr. B.________ noch durch die Generalstaatsanwaltschaft an-
gefochten, womit diese in Rechtskraft erwachsen ist (vgl. Urteil des Bundesge-
richts 6B_1231/2022 vom 10. März 2023). Dasselbe gilt für sämtliche Einstellungen 
und Freisprüche (Ziff. A./I. und II. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs, 
pag. 2168), welche unangefochten in Rechtskraft erwachsen sind. 

In Bezug auf die angefochtenen Punkte verfügt die Kammer über volle Kognition 
(Art. 398 Abs. 3 StPO). Mangels Anschlussberufung oder eigenständiger Berufung 
der Generalstaatsanwaltschaft respektive der übrigen Parteien darf das erstin-
stanzliche Urteil nicht zum Nachteil des Beschuldigten abgeändert werden (sog. 
Verschlechterungsverbot, Art. 391 Abs. 2 StPO).

Der Vollständigkeit halber ist festzuhalten, dass mangels Anfechtung der Urteilszif-
fer B. (Urteil gegen den vorinstanzlich Mitbeschuldigten H.________, pag. 2172 ff.) 
das erstinstanzliche Urteil soweit H.________ betreffend in Rechtskraft erwachsen 
ist und vor oberer Instanz nicht mehr Verfahrensgegenstand bildet.

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II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

7. Theoretische Grundlagen zur Beweiswürdigung

Auf die ausführlichen und zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz kann vollum-
fänglich verwiesen werden (pag. 2206 ff.).

8. Vorbemerkungen

Dem Beschuldigten wird in den Anklageziffern A.I.1.1.-1.5. Erpressung (evt. ge-
werbsmässig, evt. teilweise Versuch und evt. teilweise räuberisch), evt. Nötigung 
(evt. teilweise Versuch), mehrfach begangen, vorgeworfen, welche mit überwie-
gend demselben «modus operandi» begangen worden sein sollen (Zession von 
Forderungen; Einfordern im Namen der eigenen Inkassofirma und Aufschlag für ei-
gene «Inkassokosten»; Senden von Briefen/Mahnungen an die Schuldner bzw. 
Schuldnerinnen der Forderungen mit überwiegend gleichen [drohenden] Formulie-
rungen; teilweise Auftauchen mit einer Zweitperson bei den Schuldnern und 
Schuldnerinnen zuhause, teilweise Erwirken des Unterzeichnens einer Schuld-
anerkennung sowie teilweise Anbringen gut sichtbarer Zettel an deren Briefkästen).

Der Beschuldigte bestreitet grundsätzlich weder dieses Vorgehen noch dass er ins 
Inkassogeschäft einsteigen, damit Geld verdienen und selbständig erwerbstätig 
werden wollte (pag. 1098 f. und 1006). Er bestreitet jedoch die Ausübung über-
mässigen Drucks und das drohende Einwirken auf die Geschädigten. Für ihn habe 
es sich dabei um ein normales Vorgehen gehandelt, welches heutzutage von In-
kassobüros praktiziert werde (pag. 1092 Z. 73). Auch beteuerte er, er habe sich 
immer ans Gesetz gehalten, immer könne unterstrichen werden (pag. 1157 Z. 71 
ff.). Damit verbunden bestreitet der Beschuldigte weiter, von den Geschädigten je-
weils mehr als ihm zugestanden wäre erhältlich gemacht haben zu wollen bzw. ei-
nen unrechtmässigen Vermögensvorteil angestrebt zu haben.

Soweit seine Aussagen die konkreten Sachverhalte betreffen, werden nachfolgend 
die Beweismittel unter jeder Anklageziffer separat gewürdigt. Es bietet sich indes 
der besseren Übersicht halber und zwecks Vermeidung unnötiger Wiederholungen 
an, bereits vorab kurze Ausführungen zum Konstrukt der Inkassotätigkeit des Be-
schuldigten zu machen. Die diesbezüglichen Angaben des Beschuldigten lassen 
sodann bereits erste Einblicke in seine generelle Glaubwürdigkeit bzw. Glaubhaf-
tigkeit seiner Aussagen gewähren und sind ebenso in rechtlicher Hinsicht relevant. 

Der Beschuldigte fing mit der Inkassotätigkeit Anfang 2017 (pag. 1006 und 1157 
Z. 56) unter der Firma W.________ (pag. 57), U.________ (pag. 61) bzw. 
V.________ (pag. 73) an. Ab dem 1. Mai 2017 operierte er sodann neu unter dem 
Namen «X.________». Gleichzeitig mit der Umfirmierung tauchte auf den Schrei-
ben regelmässig der Name und die Unterzeichnung eines gewissen «Y.________» 
in der Funktion als Sachbearbeiter bzw. Mitarbeiter im Aussendienst auf (vgl. etwa 
pag. 97 oder 146). 

Anfänglich wollte sich der Beschuldigte zu Y.________ nicht äussern (pag. 1098), 
wobei er auf diesen Umstand angesprochen gegenüber der Vorinstanz angab, sei-
ne Gründe zu haben, weshalb er ihn nicht schlechtmachen wolle (pag. 2122 Z. 14 

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f.). Seine späteren Aussagen um den angeblichen Z.________ (Staatsangehörig-
keit) Freund sind sodann reich an Widersprüchen. Besonders bemerkenswert ist, 
dass er ihn, wohlbemerkt einen angeblich guten Freund, zu dem er nach wie vor 
viel Kontakt und welcher ihm beim Aufbau seines Unternehmens geholfen habe 
(pag. 2117 Z. 18 f. und Z. 25 f.), gegenüber der Staatsanwaltschaft durchwegs 
«Y.________» nannte (pag. 1155 ff.). Auch die vom Beschuldigten im Zusammen-
hang mit Y.________ dargelegte Chronologie widerspricht den objektiven Beweis-
mitteln. So gab der Beschuldigte zunächst an, er habe zusammen mit einem Kolle-
gen namens «Y.________» beschlossen, ins Inkassogeschäft einzusteigen. 
Y.________ sei am Anfang, etwa die ersten drei Monate, noch dabei gewesen, sei 
aber dann wieder zurück nach AC.________ gegangen. «Y.________» sei dabei 
gewesen, als die Firma noch «W.________» geheissen habe (pag. 1157 Z. 50 ff.). 
Auf die Bezeichnung «X.________» sei er (der Beschuldigte) gekommen, weil 
Y.________ – ein AA.________ (Angehöriger eines Staates) – habe mitmachen 
wollen. Weil er diesem später das Inkassobüro habe übergeben wollen, sei man 
auf die Idee gekommen, den Namen von «W.________» zu «X.________» zu 
wechseln. Weil Y.________ dann nach AC.________ gegangen sei, sei es jedoch 
nicht zur Übergabe gekommen (pag. 1158 Z. 91 ff.). Die Akten indizieren gerade 
das Gegenteil: So findet sich der Name von Y.________ in den ersten Monaten auf 
keinem einzigen Schreiben. Aktenkundig wird der Name erst nach der Umfirmie-
rung und der Verwendung des Namens «X.________», als Y.________ nach An-
gaben des Beschuldigten nach AC.________ zurückgekehrt sein soll. Die diesbe-
züglichen Erklärungsversuche des Beschuldigten, wonach Y.________ die Schrei-
ben nach seiner Rückkehr nach AC.________ mitunterzeichnet habe, weil er gele-
gentlich bei ihm zu Besuch gewesen sei (pag. 2122 Z. 33), sind offensichtliche 
Schutzbehauptungen und zeigen, wie der Beschuldigte seine Aussagen an den je-
weiligen Vorhalt anpasste. Es macht schlichtweg keinen Sinn, einen Freund, der zu 
Besuch ist, ohne ersichtlichen Grund eine Mahnung mitunterzeichnen zu lassen. 
Seine Erklärungen sprechen vielmehr gerade für die Annahme, dass der Beschul-
digte den Namen gezielt zur Einschüchterung eingesetzt hat und damit zeigen woll-
te, dass sein Inkassounternehmen mit Z.________ (Staatsangehörigkeit) Namen 
denn auch tatsächlich Z.________ (Staatsangehörigkeit) Mitarbeiter beschäftigt. 
Dazu passt auch, dass Y.________ in einem Schreiben als Aussendienstmitarbei-
ter bezeichnet wurde, obgleich der Beschuldigte angab, dieser habe ihn auf seinen 
Hausbesuchen nie begleitet (pag. 1168 Z. 473). Die seltsame und wenig einleuch-
tende Aussage des Beschuldigten, wonach Y.________ ihm, als sie sich kennen-
lernten, die Benutzung des Namens AD.________ (Wortteil von X.) verboten habe, 
weshalb er sich für X.________ entschieden habe (pag. 2122 Z. 23 ff.), ergibt so-
dann weder für sich noch chronologisch einen Sinn, gab doch der Beschuldigte ei-
nerseits an, Y.________ sei bereits bei der Firmengründung ein guter Freund ge-
wesen, und ist andererseits unbestritten und genügend belegt, dass die Firma an-
fänglich nicht «X.________», sondern «W.________» hiess.

Schliesslich kann festgestellt werden, dass der Beschuldigte seine Verbindungen 
zu AB.________ (Land) den jeweiligen Vorhalten anpasste und insofern opportu-
nistisch vorging. So erklärte er den Z.________ (Staatsangehörigkeit) Namen 
«X.________» mit seinem Z.________ (Staatsangehörigkeit) Freund und wies 

11

diesbezügliche negative Konnotationen als haltlose Unterstellungen zurück, er 
kenne nämlich viele AA.________ (Angehörige eines Staates), das seien alles läs-
sige Typen (pag. 2122 Z. 20 ff.), derweil er im Zusammenhang mit dem Vorwurf der 
Strafkläger, er habe ihnen mit dem Auftauchen von drei AA.________ (Angehörige 
eines Staates) gedroht, angab, er kenne gar keine AA.________ (Angehörige eines 
Staates) (pag. 1105).

Der Beschuldigte behauptet zusammengefasst, sein Inkassounternehmen anfäng-
lich, als er es mit einem AA.________ (Angehöriger eines Staates) aufgebaut habe 
und als noch eine Übernahme durch diesen geplant gewesen sei, «W.________» 
genannt und den Z.________ (Staatsangehörigkeit) Freund nie gegen aussen auf-
treten gelassen zu haben, die Umfirmierung in einen Z.________ (Staatsangehö-
rigkeit) Namen sodann vorgenommen zu haben, als der Z.________ (Staatsan-
gehörigkeit) Geschäftspartner wegzog und deshalb die Übernahme platzte. Ab die-
sem Zeitpunkt habe er den weggezogenen AA.________ (Angehöriger eines Staa-
tes) die Schreiben mitunterzeichnen lassen, als dieser gelegentlich zu Besuch war. 
Die Erklärungen des Beschuldigten sind keineswegs schlüssig, für sich wie auch in 
ihrer Chronologie widersprüchlich, mit den objektiven Beweismitteln nicht vereinbar 
und an die jeweiligen Vorhalte angepasst. Es erschliesst sich schlichtweg nicht, 
warum der Beschuldigte seinem Unternehmen einen Z.________ (Staatsangehö-
rigkeit) Namen verliehen und den Z.________ (Staatsangehörigkeit) Namen eines 
weggezogenen Freundes auf den Schreiben aufgeführt hätte, wenn nicht als Mittel 
zur Einschüchterung. Die einschüchternde Wirkung eines Z.________ (Staatsan-
gehörigkeit) Namens war dem Beschuldigten denn auch bestens bekannt 
(pag. 1158 Z. 96: AE.________ (Stadt in AB.) werde in der Schweiz immer als 
Schlägerbande angesehen). Im Ergebnis liegt die Vermutung nahe, dass er mit der 
Umfirmierung den Ton verschärfen und zu neuen, härteren Mitteln greifen wollte.

Die Aussagen des Beschuldigten sind insgesamt zielgerichtet, opportunistisch und 
unglaubhaft. Der Beschuldigte schaffte es nicht ansatzweise, seiner Erzählung eine 
logische Konsistenz zu verleihen. Die gezielte Einsetzung des Namens 
«X.________» wie auch desjenigen von Y.________ als Mittel der Einschüchte-
rung erachtet die Kammer als erstellt. Im Übrigen ist festzuhalten, dass auch die 
ursprünglich gelegentlich benutzte Bezeichnung «V.________» in dieselbe Rich-
tung ging. Ebenfalls erstellt ist der Umstand, dass damit im Zusammenhang mit In-
kassotätigkeit – wie in der Anklageschrift aufgeführt – skrupellose und ungesetzli-
che Methoden suggeriert wurden, was letztlich das Ziel des Beschuldigten war (vgl. 
hierzu etwa auch das Urteil des Bundesgerichts 2C_596/2009 vom 23. April 2010 
E. 6 sowie E. 15.2. hiernach). Ob diese Umstände mitunter geeignet waren, die 
Tatbestandsmässigkeit der angeklagten Delikte zu begründen, wird im Rahmen der 
rechtlichen Würdigung untersucht.

Dieselbe Schlussfolgerung betreffend Aussageverhalten lässt sich in weiten Teilen 
auf seine übrigen Aussagen übertragen, die entweder an die konkreten Vorhalte 
angepasst, widersprüchlich oder beschönigend waren, oder aber offensichtliche 
Schutzbehauptungen darstellten. Beispielhaft zu nennen ist etwa seine Erklärung 
für die hohen in Rechnung gestellten Kosten von CHF 350.00 für die Ausfertigung 
der Schuldanerkennung. Er habe für die Ausfertigungskosten nämlich etwa 

12

CHF 30'000.00 bezahlt; sein Anwalt habe die Schuldanerkennung geschrieben, 
darum halte das Ganze ja stand. Dieses Geld wolle er zurück (pag. 1108). Ge-
genüber der Staatsanwaltschaft gab er im Widerspruch dazu an, im Zusammen-
hang mit seiner Inkassotätigkeit gesamthaft etwa CHF 3'000.00 Auslagen gehabt 
zu haben (pag. 1168 Z. 480). Diesen Ausgaben stünden keine Einnahmen ge-
genüber, er habe absolut nichts damit verdient, keinen Franken (pag. 1168 Z. 481 
und pag. 2124 Z. 2). Letzteres widerspricht wiederum seinen Aussagen gegenüber 
der Polizei am 30. Juni 2017, wonach er im Moment CHF 1'500.00 pro Monat ver-
diene (pag. 1006). Seine vorinstanzliche Erklärung, die gegenüber der Polizei an-
gegebene Zahl habe sich auf einen Internetverkauf bei AF.________ bezogen 
(pag. 2123 Z. 45 f.), ist bereits deshalb unbehelflich, als der gegenüber der Polizei 
genannte Betrag eindeutig im Kontext zum Inkassogeschäft stand (pag. 1006, Fra-
ge: «Was ist zur Zeit ihr monatlicher Verdienst mit diesem Geschäft [Anmerkung 
der Kammer: bei diesem Geschäft handelte es sich um die Inkassotätigkeit]?» 
Antwort: «Mit diesem Geschäft im Moment zirka CHF 1'500.-. Zur Zeit habe ich so 
viele Kosten. Das Ganze ist ja noch im Aufbau»). 

Auch scheint erwähnenswert, dass der Beschuldigte behauptete, tage- und wo-
chenlang recherchiert und sich bei «diversen» Anwälten und Treuhändern infor-
miert zu haben (pag. 1157 Z. 62 f., pag. 2116 Z. 37 f. und pag. 2118 Z. 12 ff.), er 
gleichzeitig von einem Inkassogesetz, in dessen Einklang er handle (pag. 1125), 
sprach, sowie davon, dass es Gesetz sei, dass sie zu zweit Besuche machen müs-
sen (pag. 1108), es egal sei, ob der Staat oder er eine Lohnpfändung mache 
(pag. 2117 Z. 34 f.), oder dass er erst später erfahren habe, dass man die Inkasso-
kosten nicht bezahlen müsste (pag. 2119 Z. 43 und pag. 2120 Z. 11 ff.). Der Be-
schuldigte passte seine Aussagen jeweils nach Belieben an. So gab er etwa auch 
an, er dürfe nur das verrechnen, was er belegen könne, das sei in der Schweiz Ge-
setz (pag. 1108 und pag. 2120 Z. 12) und versuchte sich stets mit dem Argument 
zu exkulpieren, das Ganze sei in den Schreiben und der Schuldanerkennung mit 
den Geschädigten vereinbart worden (vgl. auch seine Aussage auf pag. 1108, wo-
nach ja ganz klar stehe, was weiter verrechnet werde). Auf konkreten Vorhalt sei-
ner gegenüber den Geschädigten geltend gemachten Kosten erklärte er indes: 
CHF 25.00 seien «diverse Kosten, die wir haben und die Inkassokosten, welche 
noch dazu kommen» (pag. 1109) und die CHF 70.00 seien «einfach Mehrkosten», 
da gebe es viel zu machen, «Kopien und so weiter» (pag. 1110), wobei in der Be-
suchsgebühr von «pauschal» CHF 450.00 (pro Person) ebenso «alle Schreiben» 
enthalten seien (pag. 1109). Ferner gab er an, in der erwähnten Besuchsgebühr sei 
etwa auch die Kilometerentschädigung enthalten (pag. 1109: wonach er mehr da-
von hätte, eine Kilometerentschädigung zu fordern, statt eine pauschale Gebühr, in 
welcher der Anfahrtsweg miteinberechnet sei). In Widerspruch dazu steht auf der 
Schuldanerkennung, die Kilometerentschädigung werde nebst der Pauschalgebühr 
in Rechnung gestellt (pag. 64 und 136). Für die Kammer ist eindeutig, dass der Be-
schuldigte willkürlich Beträge einforderte, ohne sich hierfür auf objektive, transpa-
rente bzw. überprüf- und belegbare und insofern nachvollziehbare Grundsätze, 
Richtlinien, Tabellen oder dergleichen zu stützen. Dadurch wird bereits ein un-
rechtmässiger Vermögensvorteil indiziert. Hierzu wird im Weiteren auf die nachfol-
gende Würdigung der einzelnen Sachverhalte sowie die rechtliche Würdigung in 

13

E. 15.3.2. hiernach verwiesen.

Abschliessend fällt ganz allgemein auf, dass der Beschuldigte in seinen Einver-
nahmen wiederholt zum Gegenangriff überging. So drohte er wiederholt mit Anzei-
gen (etwa pag. 1099, 1110 und 2217 Z. 1 f.) oder zeigte Geschädigte auch tatsäch-
lich an (pag. 151 ff. und 1145 ff.), weil sie die vorliegenden Vorwürfe gegen den 
Beschuldigten erhoben.

Auf die Aussagen des Beschuldigten ist nach dem Gesagten nicht abzustellen. Es 
ist im Übrigen kein Grund ersichtlich, warum die Geschädigten den Beschuldigten 
unnötig belasten sollten. Ein Komplott gegen den Beschuldigten ist ebenso wenig 
ersichtlich, kannten sich die Geschädigten doch untereinander nicht und – mit Aus-
nahme des Straf- und Zivilklägers als ehemaliger Vermieter des Beschuldigten – 
ebenso wenig den Beschuldigten. Die Geschädigten legten nachvollziehbar dar, 
dass sie sich durch das Vorgehen des Beschuldigten einschüchtern liessen und 
Angst hatten. Dies scheint mit Blick auf die hiervor gemachten Ausführungen sowie 
die objektiven Beweismittel, welche die an den Tag gelegte Hartnäckigkeit belegen 
und die Aussage des Beschuldigten widerlegen, wonach jeder das Recht gehabt 
habe, die Inkassokosten nicht zu akzeptieren (pag. 1110), durchaus nachvollzieh-
bar. Dass er «etwas temperamentvoll» sei, bestreitet im Übrigen nicht einmal der 
Beschuldigte und wird durch verschiedene Verbale im vorinstanzlichen Protokoll 
belegt. Weitere Ausführungen hierzu folgen unter jedem einzelnen Anklagevorwurf. 
Die rechtliche Tragweite dieses Verhaltens des Beschuldigten wird sodann, wie be-
reits erwähnt, bei der rechtlichen Würdigung untersucht. 

14

9. Vorwurf gemäss Ziff. I.A.1.1 der Anklageschrift (Vorfall z.N. der Straf- und 
Zivilklägerin)

9.1. Vorwurf gemäss Anklageschrift

Dem Beschuldigten wird in tatsächlicher Hinsicht vorgeworfen (pag. 1676), am 
22. März 2017 in P.________ zusammen mit H.________ die Straf- und Zivilkläge-
rin sowie deren Ehemann an ihrem Wohnort aufgesucht und erstere dazu veran-
lasst zu haben, eine Schuldanerkennung über den Betrag von CHF 2'155.05 zu un-
terzeichnen, dies unter Androhung ernstlicher Nachteile wie tägliches Beobachten 
und Nachstellen, das Abstellen eines Fahrzeuges mit grosser Aufschrift «Schul-
deneintreibung» vor ihrem Haus sowie, indem der Beschuldigte und H.________ 
anlässlich des Besuchs auffällige Jacken mit dem grossflächig bedruckten Schrift-
zug «Schuldeneintreibung» getragen hätten. Der Beschuldigte habe in der Absicht 
gehandelt, sich unrechtmässig zu bereichern, indem er die Straf- und Zivilklägerin 
dazu genötigt habe, eine Schuld von CHF 2'155.05 zuzüglich Verzugszins von mo-
natlich 2% sowie weitere Aufwandposten (CHF 450.00 pro Besuch plus Fahrspe-
sen von CHF 1.80 pro Kilometer) anzuerkennen, obschon der an ihn ursprüngliche 
rechtmässige abgetretene Forderungsbetrag bloss CHF 718.10 betragen und die 
Mehrforderung von CHF 1'436.95 jeglicher Rechtsgrundlage entbehrt habe. Der 
Beschuldigte habe sein Inkassounternehmen unter anderem mit «X.________» 
bezeichnet und mit dieser Bezeichnung, welche im Zusammenhang mit Inkas-
sotätigkeit skrupellose und ungesetzliche Methoden suggeriere, die Straf- und Zi-
vilklägerin zusätzlich eingeschüchtert.

9.2. Unbestrittener / bestrittener Sachverhalt 

Vorliegend ist unbestritten, dass der Beschuldigte in Begleitung von H.________ 
der Straf- und Zivilklägerin sowie deren Ehemann am 22. März 2017 einen Besuch 
abstattete und das Domizil mit einer von der Straf- und Zivilklägerin unterzeichne-
ten Schuldanerkennung über den Betrag von CHF 2'155.05 (zzgl. Verzugszins von 
monatlich 2% sowie der in der Anklageschrift erwähnten weiteren Aufwandposten) 
wieder verliess. Ebenfalls nicht bestritten ist, dass der Beschuldigte und 
H.________ anlässlich dieses Hausbesuchs bei der Straf- und Zivilklägerin Jacken 
mit der Aufschrift «Schuldeneintreibung» trugen. 

Wie einleitend bereits bemerkt, bestreitet der Beschuldigte die Ausübung übermäs-
sigen Drucks und das drohende Einwirken auf die Straf- und Zivilklägerin während 
seines Hausbesuchs und infolgedessen, die Straf- und Zivilklägerin zur Unter-
zeichnung der Schuldanerkennung genötigt zu haben. Ferner bestreitet der Be-
schuldigte, dass er mehr als ihm zugestanden hätte erhältlich machte und mithin 
einen unrechtmässigen Vermögensvorteil anstrebte. Damit einhergehend bestreitet 
er auch die Willensseite des subjektiven Tatbestands.

9.3. Beweismittel

Als Beweismittel sind einerseits der Anzeigerapport vom 4. Mai 2017 (pag. 41 ff.), 
die von der Straf- und Zivilklägerin unterzeichnete Schuldanerkennung vom 
22. März 2017, die Zession sowie der «Debitorenrückzahlungsvertrag» zwischen 
dem Beschuldigten und der AG.________GmbH (pag. 57 und 58 f.) sowie weitere 
damit zusammenhängende Dokumente (pag. 45 ff. und 60 ff.) vorhanden. Ferner 

15

liegen die Aussagen des Beschuldigten (pag. 1090 ff., 1155 ff. und 2114 ff.), von 
H.________ (pag. 1178 ff. und 1183 ff.), der Straf- und Zivilklägerin (pag. 948 ff. 
und 954 ff.) sowie von deren Ehemann (pag. 964 ff.) vor. Auf eine Zusammenfas-
sung dieser Beweismittel wird verzichtet. Soweit relevant, wird direkt im Rahmen 
der konkreten Beweiswürdigung auf die einzelnen Beweismittel eingegangen.

9.4. Würdigung durch die Kammer

Dem angeklagten Sachverhalt (Schuldeneintreibung vom 22. März 2017) liegt die 
gegenüber der Straf- und Zivilklägerin bestehende und an den Beschuldigten ze-
dierte Forderung der AG.________GmbH in der Höhe von CHF 449.65 zugrunde 
(pag. 58). Dieser Betrag entspricht der Rechnung vom 7. Oktober 2014 (pag. 46 f.) 
und wurde im «Debitorenrückzahlungsvertrag» vom 6. Januar 2017 aufgeführt. Der 
vom Beschuldigten eingeforderte Gesamtbetrag von CHF 718.10, in der Anklage-
schrift als der «rechtmässig abgetretene Forderungsbetrag» bezeichnet, setzt sich 
zusammen aus der genannten zedierten Forderung sowie einer weiteren angebli-
chen Forderung der AG.________GmbH gegenüber der Straf- und Zivilklägerin 
über CHF 268.45 (vgl. pag. 51), deren Zession an den Beschuldigten nicht akten-
kundig ist. Die objektiven Beweismittel belegen damit eine rechtmässig zedierte 
Forderung von CHF 449.65. Ob der Beschuldigte sich – wie von ihm behauptet 
(pag. 1091 Z. 33 f.) und von der Vorinstanz in dubio pro reo angenommen – den 
gesamten, angeklagten Betrag rechtsgültig zedieren liess, spielt letzten Endes we-
der für die nachfolgenden Ausführungen noch für die rechtliche Würdigung eine 
entscheidende Rolle. Die Kammer schliesst sich indes der Vorinstanz an und stellt 
in dubio pro reo auf den höheren Betrag ab.

Die Schuldanerkennung (pag. 63 f.), lautend auf einen Betrag von CHF 2'155.05, 
wurde von der Straf- und Zivilklägerin am 22. März 2017 im Rahmen des Hausbe-
suchs des Beschuldigten und H.________ unterzeichnet. Dieser Betrag übersteigt 
die angeklagte Grundforderung um CHF 1'436.95 resp. ist drei Mal höher als diese. 
Der Betrag ist nicht näher spezifiziert, sondern einzig mit dem Zusatz «inkl. Zinsen 
und Kosten» versehen. Als Art der Schuld wird zudem pauschal «Schulden aus Ab-
tretungen (auch Dritter) und Inkassoschulden» genannt. Die Schuldanerkennung 
hält sodann im Sinne einer Fussnote fest: «Schuldeneintreibungen 365/24 mit Per-
sonenüberwachung- und Begleitung». Ferner beziffert sie die «Ausfertigungskos-
ten» der Schuldanerkennung auf Seite 1 auf CHF 250.00 und auf S. 2 auf 
CHF 350.00. Auch die auf Seite 1 angegebene, zynisch klingende E-Mail-Adresse 
(AH.________) stimmt nicht mit derjenigen auf Seite 2 überein (AI.________). Die 
Schuldanerkennung macht demnach einen unseriösen Eindruck. Sie hält sodann 
explizit fest, dass der Schuldner mit der Unterzeichnung bestätige, «alles mit dieser 
Schuldanerkennung verstanden zu haben, nicht beeinflusst oder genötigt worden 
zu sein […]. Er hat diese Schuldanerkennung aus Eigeninitiative und ohne jegli-
chen Druck unterschrieben. […]». Ferner werde «dem Gläubiger oder deren Vertre-
ter (bis die Schuld aus dieser Schuldanerkennung restlos inkl. allen Kosten und In-
kassokosten zu 100% bezahlt sind), jederzeit Zutritt auf alle Grundstücke, We-
ge/Strassen und Wohnungen inkl. Eigenheime und Industriebauten dies ohne eine 
Möglichkeit einer Strafanzeige» gewährt. Der Beschuldigte machte die Straf- und 

16

Zivilklägerin am 26. April 2017 in einer Mail erneut darauf aufmerksam, dass sie 
«ohne Druck oder Drohungen» eine Schuldanerkennung unterschrieben habe.

Die zitierten Passagen sowie die explizite Wiederholung in der vom Beschuldigten 
verfassten E-Mail lassen aufhorchen. Deren Erforderlichkeit liesse sich kaum nach-
vollziehen, wäre der Hausbesuch – wie vom Beschuldigten beschrieben – versöhn-
lich, lustig und friedlich verlaufen und wäre die Straf- und Zivilklägerin damit 
tatsächlich erleichtert, zufrieden und glücklich gewesen (pag. 1160 Z. 196; pag. 
1162 Z. 236 f.; pag. 1091 Z. 45). Der zitierte Passus («nicht beeinflusst oder 
genötigt worden zu sein […] und ohne jeglichen Druck unterschrieben») erweckt 
gerade den gegenteiligen Eindruck, nämlich, dass der Beschuldigte tatsächlich 
Druck ausgeübt hat und sich in Antizipation entsprechender Vorwürfe absichern 
wollte, indem er sich unterschriftlich bestätigen liess, eine solche Druckausübung 
habe nicht stattgefunden. Diese Vermutung wird durch die unglaubhaften Schilde-
rungen des Beschuldigten zum fraglichen Hausbesuch verstärkt. So beschrieb er 
diesen offensichtlich übertrieben und beschönigend als «lustig, lässig und gemüt-
lich» und das Gespräch als loyal und locker; man habe mehr gelacht als geredet 
(pag. 1160 Z. 196, pag. 1161 Z. 216, 220, 225 und 234). Es sei ein freundliches, 
gutes Gespräch gewesen; die Straf- und Zivilklägerin sei mit den Lösungsansätzen 
einverstanden und mehr als zufrieden gewesen. Er könne sich aufgrund des Ge-
sprächs nicht vorstellen, dass die Straf- und Zivilklägerin Angst vor ihm haben 
müsse (pag. 1093 Z. 113 ff.). Kommt hinzu, dass bereits die Schuldanerkennung 
selbst durchaus Nachteile androhende Inhalte aufweist («Schuldeneintreibungen 
365/24 mit Personenüberwachung- und Begleitung», oder aber die zitierte Passage 
betreffend Zutritt auf alle Grundstücke und Wohnungen etc., bis die Schuld bezahlt 
ist).

Es ist bereits vor dem Hintergrund der unbestrittenen Umstände (abendlicher Be-
such zweier der Straf- und Zivilklägerin unbekannter Schuldeneintreiber, die in Ja-
cken mit der Aufschrift «Schuldeneintreibung» einen die offene Grundforderung um 
ein Vielfaches übersteigenden Betrag eintreiben wollen) kaum denkbar, dass sich 
der Hausbesuch wie vom Beschuldigten beschrieben zugetragen hat. Es erscheint 
lebensfremd, hätte die Straf- und Zivilklägerin unter diesen Umständen so positiv 
auf den Beschuldigten und dessen Partner reagiert. Es ist denn auch schwer vor-
stellbar, wie überwiegend gelacht worden sein soll, derweil sich der gesundheitlich 
angeschlagene Ehemann der Straf- und Zivilklägerin «sehr giftig» verhalten habe 
und es zu einem Streit zwischen den Ehegatten gekommen sei (pag. 1091 Z. 41; 
pag. 1161 Z. 224 und pag. 1162 Z. 244, wobei diese sich gemäss H.________ so-
gar «recht angeschrien» haben sollen, pag. 1184 Z. 30 f.). Die beschönigenden 
Schilderungen des Beschuldigten finden ihren Höhepunkt darin, dass er angibt, die 
Straf- und Zivilklägerin habe sich über ihren Besuch gefreut, sie mit den Worten 
«kommen Sie hinein, möchten Sie einen Kaffee?» empfangen und zum Abschied 
gelächelt, gewinkt und zu ihnen gesagt habe: «wenn ihr wieder einmal in 
AJ.________ seid, kommt doch vorbei» (pag. 1161 Z. 217 und 226 f.; pag. 1162. 
Z. 236 f.). Kommt hinzu, dass die Straf- und Zivilklägerin für die betreffende[n] 
Grundforderung[en] bereits ein vorrechtliches Inkasso- sowie anschliessend das 
gesetzliche Betreibungsverfahren durchlaufen hatte, aus welchem ein Pfändungs-
verlustschein resultierte (pag. 52 ff.). Dass sich die Straf- und Zivilklägerin ein paar 

17

Monate später über den Besuch von zwei Schuldeneintreibern freute, sie diese zu 
einem Kaffee einlud und auch für ein nächstes Mal willkommen hiess, ist kaum 
vorstellbar. Vor dem Hintergrund des bereits durchlaufenen Inkasso- und Betrei-
bungsverfahrens durch das (als seriös geltende) Inkassounternehmen 
«AK.________AG» muss das Verhalten und Auftreten des Beschuldigten umso 
beängstigender und einschüchternder gewirkt haben. 

Der vom Beschuldigten beschriebene Verlauf wirkt geradezu grotesk und unsinnig. 
Seine Schilderungen sind überspitzt und offensichtlich beschönigend.

Dasselbe gilt für die Aussagen des Beschuldigten in Bezug auf die angeblichen 
Drohungen. So habe er der Straf- und Zivilklägerin lediglich auf dessen Nachfrage 
hin, wie sie denn auftreten würden, falls es zu einem erneuten Besuch käme, als 
Information und nicht als Drohung angegeben, sie besässen ein Fahrzeug, welches 
mittels Magnettafeln mit der Aufschrift «Schuldeneintreibung + Sanierungen» 
bestückt werden könne (pag. 1092 Z. 96 ff., wobei er vorinstanzlich zu Protokoll 
gab, er habe einfach ein Auto mit einem Kleber «AL.________» pag. 2118 Z. 21 
ff.). Sodann habe die Straf- und Zivilklägerin von sich aus erwähnt, wie sie das ei-
gentlich machten, im Sinne von «auf Schritt und Tritt verfolgen, wie im Film» (pag. 
1092 Z. 102 f.). Es macht schlichtweg keinen Sinn, dass die Straf- und Zivilklägerin 
in dieser Situation (und bei einem fröhlichen Gespräch) das weitere Vorgehen des 
Beschuldigten antizipiert, kommentiert, mit einem Film verglichen und um weitere 
Auskunft ersucht hätte. Die offensichtlichen Schutzbehauptungen des Beschuldig-
ten sprechen vielmehr dafür, dass dieser Drohungen ausgesprochen hat. Immerhin 
bestreitet er nicht, dass solche Aussagen während des Hausbesuchs gefallen sind.

Der Vorinstanz ist im Ergebnis zuzustimmen, dass die Aussagen des Beschuldig-
ten geradezu gespickt sind mit Lügensignalen, namentlich zielgerichtet, stereotyp, 
realitätsfremd und detailarm in wichtigen Elementen (S. 21 der erstinstanzlichen 
Urteilsbegründung, pag. 2213) wie auch übertrieben sind. Wie die Vorinstanz ist 
auch die Kammer der Meinung, dass offensichtlich ist, dass alleine durch das Auf-
treten mit besagten Jacken ein erheblicher Druck auf die Straf- und Zivilklägerin 
ausgeübt werden sollte.

Nicht zuletzt widerspricht die Version des Beschuldigten auch den Aussagen der 
Straf- und Zivilklägerin sowie denjenigen ihres Ehemannes. Erstere gab anlässlich 
ihrer polizeilichen Einvernahme vom 27. April 2017 zu Protokoll, vom Beschuldig-
ten und H.________ «genötigt» worden zu sein, ein Dokument zu unterschreiben 
(pag. 950 Z. 74 f. und pag. 951 Z. 137 f. sowie Z. 149 f.). Normalerweise unter-
schreibe sie nicht einfach so Dokumente, sie habe aber allmählich Angst bekom-
men und darum einfach unterschrieben. Was sie genau unterschrieben habe, wis-
se sie nicht. Sie habe einfach gewollt, dass die Herren wieder gehen würden 
(p. 950 Z. 75 ff.). Sie gab zudem an, während des etwa einstündigen Gesprächs 
seien ihr diverse Nachteile angedroht worden (unter anderem tägliche Beobach-
tung, Verfolgen auf Schritt und Tritt, Abstellen eines Fahrzeugs mit grosser Auf-
schrift «Schuldeneintreibung» vor ihrem Haus), wenn sie die offene Rechnung / Be-
treibung nicht endlich zahlen würde (pag. 950 Z. 66 ff.). Der Beschuldigte habe ihr 
zudem mitgeteilt, er habe sonst noch Kontakt zu AM.________ (Angehörige eines 
Staates), welche er bei Bedarf informieren könne (pag. 950 Z. 70 f.). Seit den Be-

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suchen habe sie Angst, überhaupt ihr Haus zu verlassen. Sie habe immer das Ge-
fühl, dass der Beschuldigte oder dessen Mitarbeiter vor ihrem Haus stehen bzw. 
ein Fahrzeug mit der Aufschrift «Schuldeneintreibung» platzieren werde. Die Äus-
serung betreffend AM.________ (Angehörige eines Staates) mache ihr zudem 
Angst (pag. 951 Z. 117 ff.). 

Anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 28. März 2018 erklärte 
die Straf- und Zivilklägerin sodann, das Gespräch habe bei ihr im Hauseingang 
stattgefunden. Sie hätten die ganze Zeit gestanden. Sie habe im Gang einen 
Schuhschrank, auf dem sie das Formular unterschrieben habe. Sie habe so Angst 
gehabt, dass «sie» [gemeint sind der Beschuldigte und H.________] – wie von ih-
nen angedroht (pag. 955 Z. 45 ff. und pag. 956 Z. 74 f.) – das Fahrzeug vor ihrem 
Haus parkieren und sie überall hin begleiten würden mit ihren Jacken mit dem Auf-
druck Schuldeneintreibung (pag. 956 Z. 50 ff.; pag. 959 Z. 197 f. und pag. 960 
Z. 211 f.). Zudem hätten sie angedroht, wenn sie zur Arbeit gehe, könnten sie mit-
kommen und die ganze Zeit vor ihrem Marktstand stehen mit ihren beschrifteten 
Jacken (pag. 956 Z. 75 ff.). Auch hätten sie davon gesprochen, dass es noch zwei 
weitere Typen gebe, die der Beschuldigte vorbeischicken könnte (pag. 956 Z. 66 
f.). Solche Angst habe ihr noch niemand gemacht (pag. 958 Z. 148 f.). Angespro-
chen auf ihre frühere Aussage betreffend AM.________ (Angehörige eines Staa-
tes) führte die Straf- und Zivilklägerin sodann aus, der Beschuldigte habe ihr ge-
sagt, entweder sie zahle oder sie unterschreibe. Wenn dann alles nichts nütze und 
sie nicht zahle, dann könne er ihr immer noch die AM.________(Angehörige eines 
Staates) auf den Hals jagen (pag. 958 Z. 156 f.). Nach diesem Vorfall habe sie 
Angst gehabt, raus zu gehen. Sie sei auf Umwegen zur Arbeit gegangen. Wenn sie 
das Gefühl gehabt habe, verfolgt zu werden, sei sie gar nicht gegangen. Wenn es 
dunkel gewesen sei, sei sie auch nicht mehr rausgegangen. Ausserdem habe sie 
oftmals kontrolliert, ob ein Fahrzeug draussen parkiert habe. Es sei eine «Horror-
zeit» gewesen (pag. 956 Z. 79 ff.). Sie sei sonst eigentlich nicht eine ängstliche 
Person. Aber vor allem der Beschuldigte habe ihr sehr grosse Angst eingejagt. Sie 
habe deshalb schlaflose Nächte gehabt und sehr gelitten (pag. 960 Z. 220 f.). Der 
Beschuldigte und H.________ seien nicht laut geworden. Es sei einfach ein be-
stimmtes Auftreten gewesen (pag. 956 Z. 72). Freiwillig hätte sie dieses Dokument 
jedoch ganz sicher nie unterschrieben (pag. 960 Z. 203). Die Version des Beschul-
digten stritt sie schliesslich auf Vorhalt vehement ab; sie habe ihnen keinen Kaffee 
angeboten (pag. 959 Z. 165) und «sicher keine Freude, wenn zwei Männer mit sol-
chen Jacken mit der Aufschrift «Schuldeneintreibung» vor der Türe stehen.» 
(pag. 959 Z. 169 f.). Von einem lockeren Gespräch könne «überhaupt keine Rede 
sein und von Kaffee auch nicht» (pag. 959 Z. 173 f.).

Die Ausführungen der Straf- und Zivilklägerin sind weitgehend konstant, wider-
spruchsfrei, authentisch, differenziert und nicht über Gebühr belastend (etwa, es 
habe keine Tätlichkeiten gegeben; der Beschuldigte sei nicht laut, aber bestimmt 
aufgetreten; passive Rolle von H.________) und wirken insgesamt glaubhaft. Ge-
rade die geschilderten Emotionen und der Detailreichtum (etwa das vorinstanzlich 
erwähnte Stehen im Gang bei Unterzeichnung der Schuldanerkennung auf dem 
Schuhschrank, wohingegen der Beschuldigte solche Details wegliess und weitge-
hend karg blieb) zeugen von Selbsterlebtem. Das von der Straf- und Zivilklägerin 

19

beschriebene Verhalten des Beschuldigten scheint mit Blick auf die von weiteren 
Personen unabhängig voneinander geschilderte ähnliche Vorgehensweise denn 
auch nicht wesensfremd. Dass die Straf- und Zivilklägerin unter den geschilderten 
Umständen sowie aufgrund des Auftretens, Verhaltens und der ausgesprochenen 
Drohungen des Beschuldigten Angst hatte und sich unter Druck gesetzt fühlte, die 
Schuldanerkennung zu unterzeichnen, ist nach Ansicht der Kammer verständlich 
und nachvollziehbar. Der Beschuldigte und H.________ standen abends (vgl. etwa 
pag. 961 Z. 249) und mit besagten Jacken in der Wohnung der Straf- und Zivilklä-
gerin, welche in Anwesenheit ihres kranken Ehemannes und unter Androhung di-
verser, konstant geschilderter Nachteile zur Unterzeichnung einer Schuldanerken-
nung gedrängt wurde. Es macht auch wenig Sinn, hätte die Straf- und Zivilklägerin 
freiwillig eine so hohe Schuld anerkannt, während sie die Sache bereits anderweitig 
am Regeln war (vgl. ihre Aussagen auf pag. 949 Z. 53; pag. 959 Z. 170 f.). Ihre 
Aussagen betreffend AM.________(Angehörige eines Staates) (welche keinen 
Eingang in die Anklageschrift fanden) passen sodann ins Bild: einerseits wird das 
Drohen mit ausländischen Staatsangehörigen auch von anderen Privatklägern ge-
schildert, ohne dass Anzeichen für einen Komplott oder eine Absprache bestünden. 
Der Unterschied zu den anderen Fällen besteht darin, dass im Zeitpunkt der Dro-
hung mit AM.________(Angehörige eines Staates) die Inkassofirma des Beschul-
digten noch keinen Z.________ (Staatsangehörigkeit) Namen trug. Nach der Um-
firmierung (neuer Name «X.________») soll der Beschuldigte alsdann mit 
AA.________ (Angehörige eines Staates) gedroht haben. Das Drohen mit 
AM.________(Angehörige eines Staates) vor der Umfirmierung scheint vor diesem 
Hintergrund zumindest nicht abwegig. Andererseits passt auch die Aussage des 
Beschuldigten dazu, wonach die Straf- und Zivilklägerin wohl nicht Angst vor zwei 
«kleinen Schweizern» habe (pag. 1161 Z. 229). 

Auf die Aussagen der Straf- und Zivilklägerin ist nach dem Gesagten abzustellen. 
Diese stimmen denn auch mit denen ihres an AN.________ erkrankten Eheman-
nes überein, welcher schilderte, seine Frau sei «regelrecht genötigt» worden, die 
Schuldanerkennung zu unterschreiben. Seine Frau sei nahe an einem Nervenzu-
sammenbruch gewesen. Sie [gemeint der Beschuldigte und H.________] hätten 
erwähnt, dass sie immer und immer wieder kommen würden, dies mit einem mit 
«Schuldensanierung» angeschriebenen Fahrzeug (pag. 965 Z. 25 ff.). Sie hätten 
der Straf- und Zivilklägerin gedroht, es sei «Angstmacherei» gewesen (pag. 965 
Z. 40). Letztlich bestätigte AO.________ auch, dass seine Frau «richtig Angst» und 
in der Folge Mühe gehabt habe, überhaupt das Haus zu verlassen (pag. 965 Z. 41 
f. und 61 f.). Die Vorinstanz hat betreffend Würdigung der Aussagen von 
AO.________ zwar grundsätzlich zu Recht zur Vorsicht gemahnt. Dass der kranke 
und – wie er selber eingestand (pag. 965 Z. 32) und aus seiner Einvernahme deut-
lich hervorgeht (etwa pag. 965 Z. 47 ff.) – vergessliche AO.________ die Ge-
schehnisse übereinstimmend mit der Straf- und Zivilklägerin schildern konnte, zeigt 
indes, dass dieser Hausbesuch einprägsam gewesen sein muss.

Der Umstand, dass H.________, notabene vorinstanzlich Mitbeschuldigter und in 
vorliegender Sache rechtskräftig Verurteilter, den Hausbesuch grosso modo wie 
der Beschuldigte beschrieb (z.B. «relativ lockere» Situation und «tolle» Gespräche, 
pag. 1179 Z. 58 ff.; pag. 1180 Z. 71; pag. 1181 Z. 123, Winken zum Abschied, 

20

pag. 1180 Z. 64 f. und pag. 1185 Z. 87; freiwillige Unterzeichnung, pag. 1180 Z. 90 
und 96 und pag. 1185 Z. 86; gelacht und «gewitzelt», pag. 1180 Z. 104 f.), vermag 
nach dem Gesagten an der Unglaubhaftigkeit von dessen Aussagen nichts zu än-
dern. Auch die Aussagen von H.________ sind so überspitzt und beschönigend, 
dass sie kaum mehr realistisch zu wirken vermögen (etwa, man sei die ganze Zeit 
im Gang gestanden, aber es sei «eigentlich so lässig» gewesen, man hätte sich 
hinsetzen sollen, pag. 1185 Z. 56 f., oder es sei «lustig, lässig und gemütlich» ge-
wesen, pag. 1186 Z. 105 f.). Auffällig sind auch die oft mit denjenigen vom Be-
schuldigten identischen Beschreibungen (wie z.B. die «tollen» und «lockeren» Ge-
spräche und «wir hatten es lustig»). Ohnehin liegt die Annahme nahe, dass über-
einstimmende Aussagen der beiden «Schuldeneintreiber» gerade Zweck des ge-
meinsamen Auftritts gewesen sein dürften, hatte doch H.________ die Funktion ei-
nes Zeugen inne, der sicherstellen sollte, «dass ihm [gemeint ist der Beschuldigte] 
niemand etwas anhängt was nicht so gewesen ist» (pag. 1179 Z. 16; pag. 1184 
Z. 48 f.). Eine Absprache liegt geradezu auf der Hand. Trotz dessen lassen sich ei-
nige markante Widersprüche in den Aussagen der beiden finden: So soll die Straf- 
und Zivilklägerin gemäss Aussagen von H.________ den Kaffee nicht bei der Be-
grüssung, sondern erst bei der Verabschiedung und für ein nächstes Mal angebo-
ten haben (pag. 1180 Z. 62 f.). Ferner nennt H.________ die von der Straf- und Zi-
vilklägerin behaupteten Äusserungen / Drohungen des Beschuldigten «erstunken 
und erlogen», obgleich nicht einmal der Beschuldigte sämtliche bestreitet, sondern 
ihnen vielmehr den Drohcharakter abspricht bzw. angibt, sie seien von der Straf- 
und Zivilklägerin aus gekommen. Die Aussage von H.________, wonach der Be-
schuldigte nicht der Typ sei, der Druck aufbaue, widerspricht sodann dem Inhalt 
der Schuldanerkennung und der vom Beschuldigten versandten Rechnungen und 
Mahnungen (vgl. die weiteren Erpressungsvorwürfe hiernach).

Im Ergebnis ist auf die glaubhaften Aussagen der Straf- und Zivilklägerin und nicht 
auf die offensichtlich übertriebenen und beschönigenden Aussagen des Beschul-
digten und von H.________ abzustellen. Für die Kammer bestehen keine Zweifel, 
dass die Straf- und Zivilklägerin – wie von ihr geschildert – die Schuldanerkennung 
aufgrund des vom Beschuldigten ausgeübten Drucks sowie aus Angst vor den an-
gedrohten Nachteilen unterzeichnet hat. Anders lässt sich die Unterzeichnung ei-
nes im Vergleich zur Grundforderung rund dreimal so hohen Betrags nicht schlüs-
sig erklären. Ob bzw. in welchem Umfang der Mehrforderung die Rechtsgrundlage 
fehlte und ob die angeklagten Androhungen denn auch die geforderte Intensität 
aufwiesen, wird im Rahmen der rechtlichen Würdigung beurteilt (Ziff. III. hiernach).

Ergänzend ist hinsichtlich der Rollenverteilung zwischen dem Beschuldigten und 
dem bereits rechtskräftig verurteilen H.________ auf die Vorinstanz zu verweisen: 
Demnach nahm der Beschuldigte Letzteren zur Eintreibung seiner «Inkassokos-
ten» bei der Straf- und Zivilklägerin mit, um im Nachhinein – bei Bedarf – über ei-
nen «Zeugen» zu verfügen, der ihn in wahrheitswidriger Weise von möglichen 
Vorwürfen bezüglich drohendem Vorgehen schützen sollte (vgl. zum Ganzen S. 23 
der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 2215). 

9.5. Beweisergebnis / erstellter Sachverhalt

21

Der angeklagte Sachverhalt ist mit folgender Präzisierung erstellt: Im Tatzeitpunkt 
lautete der Name des Inkassobüros des Beschuldigten noch nicht wie in der Ankla-
geschrift geschrieben «X.________», sondern «U.________». Infolgedessen fällt 
auch die in der Anklageschrift aufgeführte Einschüchterung mit der durch die Fir-
menbezeichnung hervorgerufenen Suggestion skrupelloser und ungesetzlicher Me-
thoden dahin.

Der Vollständigkeit halber sei wiederholt, dass – wie bereits die Vorinstanz – auch 
die Kammer in dubio pro reo vom höheren (angeklagten) Grundbetrag von 
CHF 718.10 ausgeht, obgleich sich in den Akten nur eine Zession über den Betrag 
von CHF 449.65 findet. Weitere Ausführungen zum Deliktsbetrag sowie zur Frage, 
ob sein Verhalten den angeklagten Straftatbestand erfüllt, folgen im Rahmen der 
rechtlichen Würdigung (Ziff. III. hiernach).

10. Vorwurf gemäss Ziff. I.A.1.2. der Anklageschrift (Vorwurf z.N. Straf- und Zivil-
klägerin)

10.1. Vorwurf gemäss Anklageschrift

Dem Beschuldigten wird in tatsächlicher Hinsicht zusammengefasst das Versenden 
von fünf Briefen respektive Mahnungen und einer E-Mail mit drohendem Inhalt an 
die Straf- und Zivilklägerin sowie ein weiterer versuchter Hausbesuch in Begleitung 
von AP.________ (wiederum in Jacken mit der Aufschrift «Schuldeneintreibung») 
vorgeworfen. Mit seinem Verhalten habe der Beschuldigte die Straf- und Zivilkläge-
rin zur Bezahlung massiv übersetzter oder jeglicher Rechtsgrundlage entbehrender 
Forderungen bewegen wollen, was von der unrechtmässigen Bereicherungsabsicht 
des Beschuldigten zeuge. Der Deliktszeitraum ist mit «in der Zeit von 9. März 2017 
bis am 5. Mai 2017» umschrieben (wobei der Hausbesuch am 20. April 2017 statt-
gefunden haben soll), der Deliktsort mit «J.________, P.________ oder anders-
wo». Für den genauen Inhalt der Briefe wird auf die Anklageschrift verwiesen 
(pag. 1676 f.). Schliesslich erwähnt der Anklagesachverhalt wiederum, der Be-
schuldigte habe sein Inkassounternehmen unter anderem mit «X.________» be-
zeichnet und mit dieser Bezeichnung, welche im Zusammenhang mit Inkassotätig-
keit skrupellose und ungesetzliche Methoden suggeriere, die Straf- und Zivilkläge-
rin zusätzlich eingeschüchtert.

10.2. Unbestrittener / bestrittener Sachverhalt 

Der Sachverhalt ist grundsätzlich unbestritten. Der Versand diverser Rechnungen 
und Mahnungen an die Straf- und Zivilklägerin im Zusammenhang mit der Forde-
rung der AG.________GmbH von CHF 718.10 sowie mit der hiervor behandelten 
Schuldanerkennung vom 22. März 2017 wird vom Beschuldigten nicht in Abrede 
gestellt, ebenso wenig der (infolge Abwesenheit der Straf- und Zivilklägerin erfolg-
los gebliebene) Besuch am Domizil der Straf- und Zivilklägerin vom 20. April 2017 
in Begleitung von AP.________ (mit besagten Jacken und inkl. Gespräche mit 
Nachbarn). 

Bestritten ist hingegen wiederum der drohende und nötigende Aspekt der ange-
klagten Formulierungen sowie des Hausbesuchs und was der Beschuldigte damit 
bezwecken wollte.

22

10.3. Beweismittel

Aktenkundig sind nebst den bereits im vorangehenden Anklagepunkt dargelegten 
Aussagen insbesondere die Rechnung vom 24. Januar 2017 (pag. 61) und die ent-
sprechende «Mahnung 1» vom 9. März 2017 (pag. 62), die «Mahnung zur Schuld-
anerkennung» vom 17. April 2017 (pag. 65), die Schreiben «Verzug zur Zahlung» 
vom 20. April 2017 (pag. 67), «Mahnung vom Verzug der Zahlung» vom 26. April 
2017 (pag. 69), allesamt ausgestellt von «U.________» und unterzeichnet vom Be-
schuldigten als deren «Geschäftsinhaber», «Rechnung unserer Gebühren und 
Nichtanerkennung des Hausverbots» vom 5. Mai 2017 (pag. 71), ausgestellt von 
der «X.________» und wiederum unterzeichnet vom Beschuldigten als «Ge-
schäftsführer», und die E-Mail vom 26. April 2017 (pag. 73). 

10.4. Würdigung durch die Kammer

Nachdem der Versand der in der Anklageschrift enthaltenen Schreiben respektive 
Mahnungen und E-Mail sowie der Hausbesuch unbestritten und objektiv ohne Wei-
teres belegt sind, sich stattdessen im Wesentlichen rechtliche Fragen (insb. Droh- 
und Nötigungscharakter derselben) stellen, erübrigt sich grundsätzlich eine einge-
hende Würdigung der Beweismittel. Mit Blick auf die im Rechtlichen zu behandeln-
de Unrechtmässigkeit der Forderungen bietet sich indes eine kurze Beleuchtung 
der objektiven Beweismittel zu diesem angeklagten Sachverhalt an: Diese zeigen 
exemplarisch, wie der Beschuldigte bei seiner Inkassotätigkeit vorging und welcher 
dubioser Machenschaften er sich dabei bediente. Sie lassen zudem wesentliche 
Rückschlüsse auf den subjektiven Tatbestand, insbesondere die Willensseite, zu.

Die erste (aktenkundige und im Anklagesachverhalt nicht erwähnte) vom Beschul-
digten ausgestellte Rechnung vom 24. Januar 2017 (pag. 61) nannte noch einen 
Gesamtforderungsbetrag von CHF 1'105.05. Diese Rechnung beinhaltete einer-
seits einen «Rechnungsbetrag (Inkasso AG.________GmbH)» von CHF 880.05 
sowie andererseits Abklärungen von 1 Stunde à CHF 225.00. Wie sich der Betrag 
von CHF 880.05 zusammensetzt, zumal die ursprüngliche Forderung CHF 718.10 
betrug, lässt sich der Rechnung nicht entnehmen. Die Rechnung hält ferner fest, 
dass pro Mahnung CHF 25.00 und CHF 50.00 Inkassogebühren (pro Besuch 
CHF 450.00) anfallen. Am 9. März 2017 versandte der Beschuldigte die (angeklag-
te) 1. Mahnung (pag. 62) über CHF 1'180.05. Darin ist unter anderem statuiert: 
«!!! Der nächste Schritt ist unser Besuch bei Ihnen (Angeschrieben mit Schulden-
eintreibung) um den offenen Betrag direkt abzuholen!!!». Am 22. März 2017 folgten 
der hiervor bereits eingehend behandelte Hausbesuch und die Unterzeichnung der 
Schuldanerkennung. Am 17. April 2017 versandte der Beschuldigte sodann eine 
«Mahnung zur Schuldanerkennung» über CHF 525.00, da deren erste «Rate» nicht 
bezahlt worden sei. Der Rechnungsbetrag wurde dabei offenbar stillschweigend 
gleich auf zwei Raten festgesetzt (CHF 100.00), obgleich erst eine Rate fällig ge-
wesen wäre. Das Schreiben enthält sodann folgende Appelle: «Denken Sie an die 
Folgen!!!» und «!!! Sie möchten nicht, dass der nächste Schritt unser zweiter Be-
such bei Ihnen ist (Angeschrieben mit Schuldeneintreibung), um den offenen Be-
trag direkt abzuholen oder eine Lösung zu suchen?!!». Im Übrigen wurde eine Zah-
lungsfrist von 5 Tagen gesetzt. Nur 3 Tage nach Versand dieser Mahnung mit Zah-

23

lungsfrist von 5 Tagen und somit vor Ende der Zahlungsfrist folgte der Hausbesuch 
mit AP.________ (pag. 67). 

Im Schreiben «Verzug der Zahlung» vom 20. April 2017 betrug der «Mahnbetrag» 
sodann bereits CHF 1'530.00, ferner wurde über die Umfirmierung ab 1. Mai 2017 
(neu «X.________») informiert (pag. 67). Es folgte eine weitere Mahnung vom 
26. April 2017 (Betrag CHF 1'635.00, pag. 69) sowie gleichentags eine E-Mail an 
die Straf- und Zivilklägerin, in der der Beschuldigte ihr im Falle einer Strafanzeige 
eine Klage und im Falle ausbleibender Zahlungseingänge weitere Besuche ankün-
digte und dazu schrieb: «Die Region AJ.________ ist auch für uns immer eine Rei-
se wert» sowie «Sie wollen nicht, dass andere Ihre Machenschaften sehen? OK, 
dann gehen Sie Ihren Verpflichtungen nach, Wir wissen, dass Sie den Mietzins 
überweisen […]. Wir werden auf dem Steueramt sowie Betreibungsamt Ihre diver-
sen Verdienste einfordern (auch der Verdienst Ihres Marktstandes).» (pag. 73). 

Mit Schreiben vom 29. April 2017 an den Beschuldigten zog schliesslich die 
AG.________GmbH die Zessionen, Vollmachten und Debitorenrückzahlungsver-
träge per sofort zurück (pag. 60). Entsprechend war das letzte vom Beschuldigten 
an die Straf- und Zivilklägerin versandte Schreiben vom 5. Mai 2017 (pag. 71) ver-
sehen mit der Kopfzeile «Ehemalige Zession von AG.________GmbH» und trug 
den Titel «Rechnung unserer Gebühren und Nichtanerkennung des Hausverbots». 
Im geforderten Betrag von CHF 1'891.90 war sodann die «Zessionsschuld von 
AG.________GmbH» bereits abgezogen (dies ohne weitere Erläuterung in der 
Höhe von CHF 748.10). Besonders fragwürdig auch die Position «Polizeibesuch 
vom 04.05.2017 2 Pers à CHF 450.-» in der Höhe von CHF 900.00. Der Beschul-
digte wollte damit offenbar von der Straf- und Zivilklägerin seine für die polizeiliche 
Einvernahme vom 4. Mai 2017 aufgewendete Zeit vergütet haben. Weshalb er 
gleich den Tarif für zwei Personen in Rechnung stellte, geht aus der Rechnung 
nicht hervor. Im Weiteren wurde in der Rechnung festgehalten: «Wir anerkennen 
Ihr ausgesprochenes Hausverbot nicht und werden Sie trotzdem besuchen und 
werden Sie auch anzeigen!!!» sowie unter dem Abdruck der Strafbestimmung des 
Hausfriedensbruchs: «Sie haben uns durch die Schuldanerkennung freien Zutritt 
gewährleistet!».

Die durchaus drohenden Formulierungen in den innert kurzer Zeitspanne versand-
ten zahlreichen Schreiben und das unseriöse und über weite Teile willkürliche Vor-
gehen des Beschuldigten (vgl. hierzu E. 15.3.2. hiernach) sprechen für sich. Be-
zeichnend hierfür kann der zweite Hausbesuch in Begleitung von AP.________ 
genannt werden, der vor Ablauf der Zahlungsfrist erfolgte und die Straf- und Zivi-
klägerin CHF 900.00 kosten sollte (pag. 67), oder aber die in Rechnung gestellte 
polizeiliche Einvernahme für zwei Personen. Zudem fällt auf, dass der Beschuldigte 
in seinen Schreiben wiederholt nächste Schritte ankündigte und darauf aufmerk-
sam machte, was im Falle ausbleibender Zahlungen geschehen sollte. Zumindest 
die in den Schreiben vom 9. März 2017 und 17. April 2017 angekündigten Hausbe-
suche nahm er in der Folge wahr, was zeigt, dass der Beschuldigte willens war, die 
angezeigten Schritte auch tatsächlich umzusetzen. Diese weiteren Massnahmen 
drohte er in der Regel in Klammern an und untermauerte sie bewusst mit typogra-
phischen Hilfsmitteln wie etwa Ausrufezeichen, roter Schrift und/oder Grossbuch-

24

staben, um die Wirkung zu verstärken (vgl. hierzu auch seine Aussage auf pag. 
1106, wonach er die Ausrufezeichen und die Farben eingesetzt habe, damit man 
es lese und anschaue). Je länger sich das «Inkassoverfahren» hinzog, desto häufi-
ger setzte er solche Formulierungen ein und desto häufiger machte er von solchen 
Schriftauszeichnungen Gebrauch. 

Ob die Schreiben des Beschuldigten, wie die Anklageschrift festhält, als Androhun-
gen ernstlicher Nachteile zu verstehen sind, welche auch objektiv geeignet waren, 
die Straf- und Zivilklägerin in ihrer freien Willensbildung und -betätigung zu be-
schränken und sie dermassen in Angst zu versetzen, dass sie sich fürchtete, ihr 
Haus zu verlassen, wird im Rechtlichen zu eruieren sein. Zumindest wurden die 
Angst sowie die Furcht, das Haus zu verlassen, von der Straf- und Zivilklägerin – 
wie hiervor eingehend gewürdigt – glaubhaft geschildert und ist demnach subjektiv 
erstellt und auch nachvollziehbar. Gerade der zweite Hausbesuch, anlässlich des-
sen der Beschuldigte mit Nachbarn über die offene Forderung sprach (vgl. die Aus-
sagen des Beschuldigten auf pag. 1093 Z. 121 ff., welche diesen Sachverhaltsab-
schnitt bestätigen), kann wiederum als Einschüchterung verstanden werden, zeigte 
der Beschuldigte doch damit, dass er es mit den in den Mahnungen genannten 
Massnahmen ernst meinte. Ferner zeigen bereits die obgenannten Beträge augen-
fällig, dass der Beschuldigte Geld erhältlich machen wollte, das ihm nicht zustand, 
er sich folglich unrechtmässig bereichern wollte. Für die Kammer bestehen keine 
Zweifel, dass der Beschuldigte um die Unrechtmässigkeit wusste. Im Übrigen wird 
hierzu auf die rechtliche Würdigung (E. 15.3.2. hiernach) verwiesen.

Die dargelegten Schreiben zeigen schliesslich, dass der Beschuldigte sein Inkas-
sounternehmen nicht im gesamten Deliktszeitraum, aber ab dem 1. Mai 2017 
«X.________» nannte und er die Straf- und Zivilklägerin bereits mit Schreiben vom 
20. April 2017 über die Umfirmierung in Kenntnis setzte. Diese durfte somit ab die-
sem Zeitpunkt zumindest von einem Z.________ (Staatsangehörigkeit) Einfluss 
ausgehen. Die damit einhergehende und in der Anklage umschriebene Suggestion 
wurde bereits im Rahmen der Vorbemerkungen behandelt.

10.5. Beweisergebnis / erstellter Sachverhalt

Der Sachverhalt gemäss Ziff. I.A.1.2. der Anklageschrift ist erstellt. Ob dieses Ver-
halten auch den angeklagten Straftatbestand erfüllt, ob oder inwieweit die in Rech-
nung gestellten Forderungsbeträge (objektiv) übersetzt waren bzw. gar jeder 
Rechtsgrundlage entbehrten sowie die Frage, ob der Beschuldigte dies wollte und 
wusste, wird bei der rechtlichen Würdigung zu klären sein. 

25

11. Vorwurf gemäss Ziff. I.A.1.3. der Anklageschrift (Vorfall z.N. Straf- und Zivil-
kläger)

11.1. Vorwurf gemäss Anklageschrift

Dem Beschuldigten wird zusammengefasst weiter vorgeworfen (pag. 1677 f.), in 
der Zeit von 7. Mai 2017 bis 30. September 2019 in J.________ mit folgenden 
Handlungen mehrfach versucht zu haben, den Straf- und Zivilkläger (sein früherer 
Vermieter) zu erpressen resp. zu nötigen: 

Der Beschuldigte habe eigenmächtig die Reparatur eines Gartentors bei der 
AQ.________GmbH in Auftrag gegeben und die entsprechende Rechnung über 
CHF 132.35 (davon CHF 50.00 eigene Gebühr), beinhaltend die Androhung ernst-
licher Nachteile sowie die Unterschrift von Y.________ (Z.________ (Staatsan-
gehörigkeit) anmutender Name, der die Drohung verstärken sollte), am 7. Mai 2017 
im Namen seines Inkassounternehmens «X.________» zur Bezahlung an den 
Straf- und Zivilkläger gesandt. Am 8. August 2017 (Betrag CHF 715.00) sowie am 
13. August 2017 (Betrag CHF 820.00) soll der Beschuldigte sodann dem Straf- und 
Zivilkläger je eine Mahnung, wiederum beinhaltend die Androhung ernstlicher 
Nachteile, geschickt haben. 

Als weitere Handlung wird dem Beschuldigten das Versenden einer mit drohendem 
Inhalt versehenen Mahnung betreffend «Strommehrkosten» vom 30. September 
2017 (Betrag CHF 4'275.00) an den Straf- und Zivilkläger vorgeworfen. 

In Bezug auf beide Sachverhalte sei der Straf- und Zivilkläger wiederum zusätzlich 
eingeschüchtert worden, indem in den Schreiben resp. auf dem Couvert die Be-
zeichnung «X.________» verwendet worden sei, was im Zusammenhang mit In-
kassotätigkeit skrupellose und ungesetzliche Methoden suggeriere. Im Zusammen-
hang mit dem aggressiven Auftreten des Beschuldigten im Alltag wie auch ge-
genüber dem Straf- und Zivilkläger während und nach der Dauer des Mietverhält-
nisses sei die Tathandlung objektiv geeignet gewesen, diesen und seine Familie in 
ihrer freien Willensbildung und -betätigung zu beschränken und sie in Angst und 
Schrecken zu versetzen. Schliesslich habe der Beschuldigte zumindest teilweise in 
unrechtmässiger Bereicherungsabsicht gehandelt, zumal die Forderungsbeträge 
jeweils ganz oder teilweise ungerechtfertigt gewesen seien bzw. jeglicher Rechts-
grundlage entbehrten.

11.2. Würdigung durch die Kammer

Der Sachverhalt ist – bis auf den nötigenden bzw. drohenden Charakter der 
Schreiben, die Unrechtmässigkeit der Forderungen sowie die subjektiven Tatbe-
standselemente – im Grundsatz unbestritten und durch die nachfolgend genannten 
Beweise erstellt. Der Beschuldigte beauftragte eigenmächtig die 
AQ.________GmbH für die Reparatur des Tors am Weidezaun und wies sie an-
schliessend an, die Rechnung gleich selber an den Vermieter der Liegenschaft, 
den Straf- und Zivilkläger, zu senden. Nachdem diesem Ersuchen nicht nachge-
kommen wurde (vgl. pag. 110), leitete der Beschuldigte am 7. Mai 2017 im Namen 
seiner eigenen Inkassofirma «X.________» die Rechnung an den Straf- und Zivil-
kläger weiter (pag. 97). Er verlangte vom Straf- und Zivilkläger nebst der Erstattung 
der Reparaturkosten von CHF 82.35 weitere CHF 50.00 für die «Umstände durch 

26

falscher Rechnungserhalt pauschal». Als Zahlungsempfänger wurde der Beschul-
digte genannt. Der Forderung verlieh der Beschuldigte mit dem in roter Farbe ge-
schriebenen Satz «Sie möchten sicher nicht, dass wir Sie nach der Zahlungsfrist 
besuchen um eine Lösung zu finden?» Nachdruck. Die Rechnung wurde zudem 
nebst vom Beschuldigten auch von Y.________ unterzeichnet. Es folgten zwei ak-
tenkundige Mahnungen betreffend «Pachtweide» vom 8. August 2017 (pag. 971.8) 
und 13. August 2017 (pag. 971.10). Die erste Mahnung über den Betrag von 
CHF 715.00 enthält wiederum den soeben zitierten Satz in roter Schrift, ebenso die 
zweite Mahnung über den Betrag von CHF 820.00, wobei der Wortlaut in «[…] eine 
für uns beide akzeptable Lösung […]» leicht angepasst wurde. Auf den beiden 
Mahnungen fehlt sodann die zusätzliche Unterschrift von Y.________.

Das Vorgehen des Beschuldigten erachtet die Kammer im vorliegenden Sachver-
halt als besonders perfide: Dieser wusste um das Alter seines Vermieters (Jahr-
gang 1940) und es war ihm auch bewusst, dass dieser seine Art/seinen Charakter 
kannte. Dass der Beschuldigte dem Straf- und Zivilkläger eine private Rechnung 
via Z.________(Staatsangehörigkeit) klingender Inkassofirma zugehen liess, ist 
angesichts dessen, dass er selber hinter der Firma und den Schreiben steckte, be-
sonders dreist. Immerhin ging es nicht – wie in den anderen Fällen – um eine von 
Dritten zedierte Forderung, die er mit seiner Inkassofirma einzutreiben versuchte, 
vielmehr leitete er einzig eine an ihn selber adressierte Rechnung weiter, für die 
seiner Ansicht nach der Vermieter hätte aufkommen müssen. Dass er bereits für 
die blosse Weiterleitung dieser Rechnung den Namen «X.________», die, wie 
auch die Unterschrift von Y.________, einen Z.________ (Staatsangehörigkeit) 
Einfluss und damit “rigorosere“ Inkassomethoden suggerierte, auf das Couvert ab-
druckte und einen Hausbesuch von mehreren Personen androhte, zeugt von be-
sonderer Rücksichtslosigkeit. Gerade dieser Sachverhalt zeigt exemplarisch, dass 
der Beschuldigte damit den Druck auf den Straf- und Zivilkläger aufbauen und den 
Schreiben letzten Endes einen drohenden und einschüchternden Charakter verlei-
hen wollte, um die Zahlungsmotivation zu steigern. Wäre dem nicht so, hätte es für 
diese Schuldeneintreibung nicht einer Inkassofirma bedurft. Im Übrigen nahm auch 
hier der Forderungsbetrag mit jeder Mahnung und teilweise innert weniger Tagen 
(vgl. etwa das Schreiben vom 8. August 2017 mit Zahlungsfrist von 5 Tagen und 
das Schreiben vom 13. August 2017 mit einem CHF 105.00 höheren Betrag, im 
Bewusstsein, dass die erste Mahnung noch gar nicht entgegengenommen wurde, 
pag. 971.10) rasant zu. Dieses willkürliche Vorgehen zeugt ein weiteres Mal vom 
Wissen um die Unrechtmässigkeit der geforderten Beträge und der Absicht, sich 
unrechtmässig zu bereichern.

Bezüglich des Sachverhaltskomplexes betreffend die Strommehrkosten ist die 
Mahnung vom 30. September 2017 über den Betrag von gesamthaft CHF 4'275.00 
(CHF 4'240.00 «pauschal» notabene für Strommehrkosten der letzten 4.5 (!) Jahre 
sowie CHF 35.00 für «heutige» Mahngebühren) aktenkundig (pag. 971.11). Das 
Verhalten des Beschuldigten gestaltet sich vorliegend ähnlich dreist: Der Beschul-
digte wollte eine private Forderung geltend machen und schrieb im Namen seiner 
Inkassofirma «X.________» von «unserem Zedenten» (ergo der Beschuldigte sel-
ber) und fügte an, man werde es «unserem» internen Inkassoberater weitergeben, 
falls die Zahlung unterbleibe (pag. 971.12, der Beschuldigte machte im Laufe des 

27

Verfahrens geltend, keine Mitarbeiter zu haben, bspw. pag. 1107). Die Ausführun-
gen der Kammer zum ersten Sachverhaltsabschnitt haben auch hier Geltung. Bei 
diesem Schreiben zeigt sich sodann die sich von den drohenden Sätzen erhoffte 
Wirkung exemplarisch. Der Satz «Sie wollen sicher nicht, dass wir Sie nach der 
Mahnfrist besuchen kommen um eine friedliche Lösung zu finden?» hat der Be-
schuldigte in roter Schrift in den ansonsten schwarzen Fliesstext eingebettet. Damit 
sticht dieser Satz selbst im Fliesstext deutlich hervor und entfaltet eine übergeord-
nete Wirkung, die von ihm so gewollt war (pag. 1106).

Der Straf- und Zivilkläger schilderte nachvollziehbar, dass er und seine ganze Fa-
milie sich durch die Drohungen bedroht gefühlt und Angst gehabt hätten (vgl. 
pag. 969 f. und 971.2 Z. 36, pag. 971.6 Z. 177 und 183). Der Straf- und Zivilkläger 
nahm denn auch mehrfach Bezug auf den Satz «Sie möchten sicher nicht, dass wir 
Sie nach der Zahlungsfrist besuchen um eine Lösung zu finden?», welchen er als 
«totale Bedrohung» erachtete (pag. 970 und 971.3 Z. 69 f.; pag. 971.6 Z. 186 f.). 
Der Straf- und Zivilkläger untermauerte dies, indem er weiter ausführte, durch die 
rote Schrift hebe der Beschuldigte dies ja sogar noch selber hervor (pag. 970). Für 
die Kammer ist gestützt auf die Ausführungen in den Schreiben und auf die ge-
meinsame Mietgeschichte (vgl. die Ausführungen in der Strafanzeige, denen die 
Kammer nach dem bisher Ausgeführten folgt, pag. 92) nachvollziehbar, dass der 
Straf- und Zivilkläger sich fürchtete und Angst bekam. Bezüglich der Wirkung des 
Firmennamens sowie von Y.________ kann wiederum auf die Vorbemerkungen 
verwiesen werden.

Der Beschuldigte bringt dagegen vor, beim Satz, der in jedem Schreiben drin sei, 
handle es sich lediglich um eine Frage und dieser sei nicht als Drohung zu verste-
hen (pag. 1098 und 1099 sowie pag. 1163 Z. 277). Die «Frage» ist offensichtlich – 
wenn überhaupt, denn sie ist eindeutig ein Appell – rhetorisch formuliert, nimmt sie 
doch bereits die Antwort vorneweg («Sie möchten sicher nicht, dass»). Damit impli-
ziert der Beschuldigte, dass es nicht im Interesse des Straf- und Zivilklägers liegen 
könne, dass er vorbeikomme. Damit werden wiederum Nachteile im Falle des Vor-
beikommens suggeriert, welche der Straf- und Zivilkläger nach Ansicht des Verfas-
sers besser vermeiden möge. Der mit roter Schrift untermauerte Appell kann nicht 
anders als drohend verstanden werden, was denn auch – wie hiervor ausgeführt – 
Sinn und Zweck gewesen ist. An dieser Schlussfolgerung vermag auch die ge-
genüber der Vorinstanz getätigte und seltsame Erklärung des Beschuldigten, der 
Satz diene dazu, dem Schuldner klarzumachen, dass er ihn nicht vor Ort haben 
wolle, was ja logisch sei, wenn man jemandem Geld schulde (pag. 2122 Z. 3 ff.), 
nichts zu ändern.

11.3. Beweisergebnis / erstellter Sachverhalt

Der angeklagte Sachverhalt ist erstellt. Ausführungen zur Strafbarkeit der erstellten 
angedrohten Nachteile sowie zur Höhe des Deliktsbetrages folgen später im Rah-
men der rechtlichen Würdigung (Ziff. III. hiernach). 

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12. Vorwurf gemäss Ziff. I.A.1.4. der Anklageschrift (Vorfall z.N. K.________) 

12.1. Vorwurf gemäss Anklageschrift

Angeklagt ist eine mehrfache versuchte Erpressung, ev. Nötigung, in der Zeit von 
7. Mai 2017 bis 5. September 2017 in I.________, J.________ und ev. anderswo 
(pag. 1679). Der Beschuldigte soll sich von AR.________ eine angebliche Forde-
rung gegen K.________ in der Höhe von CHF 3'500.00 abgetreten haben lassen 
und diesem an folgenden Tagen Briefe/Rechnungen mit drohendem Inhalt und un-
ter der Firmenbezeichnung «X.________» geschickt haben: am 7. Mai 2017 (Be-
trag CHF 3'674.50), 22. Mai 2017 (Betrag CHF 3'779.50), 18. Juni 2016 [recte: 
2017], 1. Juli 2017, 8. August 2017 (Betrag CHF 6'426.50), 15. August 2017 (Be-
trag CHF 6'701.50) und 5. September 2017 (Betrag CHF 7'565.00). Zudem habe er 
dem Geschädigten am 23. Mai 2017 telefonisch gedroht, dessen Arbeitgeber auf-
zusuchen, ihn am 4. September 2017 persönlich aufzusuchen versucht und ihm zu-
folge Abwesenheit einen gelben, für alle Passanten sichtbaren Zettel betreffend 
Schuldeneintreibung am Briefkasten hinterlassen. Durch sein Verhalten habe er 
den Geschädigten massiv unter Druck und mit seinen Drohungen in Angst versetzt. 
Schliesslich habe er in Bereicherungsabsicht gehandelt, da der Forderungsbetrag 
von CHF 7'565.00 gänzlich oder teilweise ungerechtfertigt gewesen sei bzw. jegli-
cher Rechtsgrundlage entbehrt habe.

Bei dieser Anklageziffer zu beachten ist, dass das ebenfalls angeklagte tatsächli-
che Aufsuchen des Arbeitgebers sowie das tatsächliche Versenden eines Schrei-
bens an den Arbeitgeber rechtskräftig eingestellt wurden (vgl. die unangefochten 
gebliebene Ziff. A.I.1 des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs, pag. 2168).

12.2. Unbestrittener / bestrittener Sachverhalt

Der Sachverhalt ist grösstenteils unbestritten und durch die in der Anklageschrift 
genannten Schreiben belegt. Nebst dem drohenden und nötigenden Charakter sei-
nes Verhaltens wird vom Beschuldigten insbesondere bestritten, dass der am 
Briefkasten von K.________ hinterlassene gelbe Zettel mit der Aufschrift 
«X.________» gut sichtbar gewesen sei. Ebenso bestritten wird wiederum die Wil-
lensseite des subjektiven Tatbestands.

12.3. Beweismittel

Als Beweismittel liegen die genannten 7 Schreiben bzw. Mahnungen inkl. Couverts 
(pag. 1128, 1129, 1130 f., 1132, 1135, 1138, 1139 und 1140 ff.) sowie die Zession 
und ein Debitorenrückzahlungsvertrag vom 10. Mai 2017 (pag. 996) vor, ferner der 
Anzeigerapport vom 3. Oktober 2017 (pag. 119 ff.) und die Aussagen von 
K.________ (pag. 972 ff. und 983 ff.), AR.________ (pag. 990 ff.) und des Be-
schuldigten (pag. 1119 ff., 1164 f. und 2107 ff.). Ferner befindet sich der gelbe Zet-
tel in den Akten (pag. 1138.1).

12.4. Würdigung durch die Kammer

Die Schreiben dokumentieren wiederum denselben «modus operandi», wie er be-
reits bei der Straf- und Zivilklägerin zur Anwendung gelangte. Der Beschuldigte 
liess sich am 10. Mai 2017 von AR.________ eine Forderung über den Betrag von 
«CHF 2'200.00 + Kosten» (offenbar ein zinsloses Darlehen vom 7. Juli 2008, 

29

pag. 1120) gegenüber K.________ abtreten. Interessanterweise datiert die erste 
Rechnung, gesandt von der «X.________» und unterzeichnet vom Beschuldigten 
als Geschäftsinhaber sowie von Y.________ als Sachbearbeiter, bereits vom 
7. Mai 2017, also drei Tage vor der Zession. Sie beinhaltet sodann nebst einem 
Rechnungsbetrag von CHF 3'449.50 (dieser ist damit über CHF 1'000.00 höher als 
die [noch zu zedierende] Grundforderung) bereits Inkassokosten («Abklärungen») 
von CHF 225.00 (pag. 1128). Wie der Grundbetrag zustande kam, wird nicht spezi-
fiziert. Das Schreiben beinhaltet wiederum den in roter Farbe geschriebenen Satz 
«Sie möchten sicher nicht, dass wir Sie nach der Zahlungsfrist besuchen um eine 
Lösung zu finden?». Gleiches gilt für die Mahnung vom 22. Mai 2017 über 
CHF 3'779.50, wobei dem besagten Standardsatz «[…] oder Ihren Arbeitgeber 
nach der Zahlungsfrist besuchen […]» hinzugefügt wurde. Nachdem der Beschul-
digte K.________ telefonisch einen Besuch bei dessen Arbeitgeber androhte 
(pag. 1164 Z. 331 ff.), folgte eine weitere Mahnung am 18. Juni 2017 über 
CHF 5'311.50 (pag. 1130 f.; beinhaltend eine Gebühr für den Besuch beim Arbeit-
geber vom 15. Juni 2017 für zwei Personen, einen «Tagessatz» [CHF 450.00] für 
die Anzeige bei der KAPO L.________, Autospesen, Mahngebühren und Inkasso-
kosten). Die Formulierung wurde erneut angepasst, namentlich wie folgt: «!!!Sie 
möchten nicht, dass der nächste Schritt ein erneuter Besuch bei Ihnen ist (Ange-
schrieben mit Schuldeneintreibung), um den offenen Betrag direkt abzuholen oder 
eine faire Lösung zu suchen? Letzte Möglichkeit einen Abzahlungsvertrag abzu-
schliessen!!!!». In der nächsten Mahnung vom 1. Juli 2017 (pag. 1132; Betrag 
CHF 6'321.50) schrieb der Beschuldigte wiederum «Sie möchten sicher nicht, dass 
wir Sie oder Ihren Arbeitgeber nach der Zahlungsfrist besuchen um eine faire Lö-
sung zu finden?». 

Nach einer Adressnachforschung (pag. 1133) erfolgte wiederum eine Mahnung am 
8. August 2017 über CHF 6'426.50 an die neue Adresse, diesmal nur unterzeichnet 
vom Beschuldigten und mit dem altbekannten Satz, wobei eine «friedliche Lösung» 
eingefügt wurde. Die nächste Mahnung datiert vom 15. August 2017, enthält den-
selben Wortlaut (wobei der Arbeitgeber, welcher zwischenzeitlich bereits kontaktiert 
wurde, nicht mehr erwähnt ist) und einen Betrag von CHF 6'701.50 (wobei die Auf-
wände im Zusammenhang mit der Polizei für 1 Stunde auf nunmehr CHF 170.00 
beziffert wurden). Am 4. September 2017 erfolgte der infolge Abwesenheit von 
K.________ gescheiterte Hausbesuch, anlässlich dessen ein gelber Zettel mit der 
Firmenbezeichnung «X.________» im Briefkasten hinterlassen wurde, auf dem 
insbesondere stand: «Wir wollten heute 4.9.17 Zeit: 20.15 in einer Schuldeneintrei-
bungsangelegenheit bei Ihnen vorsprechen. Sie waren nicht Zuhause. Wir bitten 
Sie, sich umgehend mit uns in Verbindung zu setzen, ansonsten wir die Angele-
genheit unserem internen Inkasso übergeben» (pag. 1138.1). Die letzte Mahnung 
datiert vom 5. September 2017 über CHF 7'565.00 (wiederum wurden für den Be-
such am 4. September 2017 für 2 Personen 2 Stunden à CHF 170.00 in Rechnung 
gestellt) und enthält denselben Satz wie die vorherige Mahnung (pag. 1139). Zu-
dem ist erwähnt, dass Ende Woche die Betreibung eingeleitet werde. 

Die Schreiben, deren Kadenz, Inhalte und die rasant steigenden und nicht nach-
vollziehbar festgesetzten Beträge sprechen für sich. Die Dreistigkeit des Vorgehens 
und die eindeutig drohende Haltung und Formulierung wurden hiervor bereits ein-

30

gehend und wiederholt diskutiert; es kann grundsätzlich darauf verwiesen werden. 
Der Beschuldigte erhöhte auch gegenüber K.________ fortlaufend den Druck, in-
dem er sich bestimmten Machenschaften bediente (etwa das Auftreten mit dem 
Namen «X.________», das Drohen mit Besuchen, so auch beim Arbeitgeber, etc.). 
Wie hiervor bereits ausgeführt, handelt es sich bei den in seinen Schreiben farblich 
prominent eingebetteten Sätzen – entgegen der erneuten Behauptung des Be-
schuldigten (pag. 1122) – nicht um eine blosse Frage. Seine seltsame Erklärung, 
die Frage beziehe sich auf den oberen Satz «Bei Fragen stehen wir Ihnen während 
den Büroöffnungszeiten gerne zur Verfügung», ergibt keinen Sinn und stellt offen-
sichtlich eine Schutzbehauptung dar. 

Für die Kammer bestehen im Übrigen keine Zweifel, dass der gelbe Zettel entge-
gen den Aussagen des Beschuldigten gegenüber der Vorinstanz (pag. 2118 Z. 36 
ff.) und in Übereinstimmung mit den Aussagen von K.________ (pag. 988 Z. 186 f.) 
für Dritte sichtbar aus dem Briefkasten ragte. Das vorinstanzliche Bestreiten sei-
tens des Beschuldigten ist offensichtlich eine Schutzbehauptung, widerspricht die-
ses doch bereits seinen früheren und sehr detaillierten Angaben, wonach er die 
Zettel so in die Briefkästen gelegt habe, dass ein Teil rausschaue und der Zettel für 
andere Hausbewohner von aussen sichtbar sei (pag. 1124; pag. 1165 Z. 371 f.). 
Ferner steht ganz oben auf dem Zettel die Aufschrift «X.________». Gemäss den 
Aussagen von K.________ soll genau dieser Teil rausgeragt haben und für alle 
sichtbar gewesen sein (pag. 976; pag. 988 Z. 186 ff.). Es ist nicht ersichtlich, wes-
halb die konstanten Angaben von K.________ falsch sein sollten, stimmen sie 
doch mit den früheren Aussagen des Beschuldigten überein. Im Übrigen hat 
K.________ gleichzeitig angegeben, von keinem Nachbarn auf den Zettel ange-
sprochen worden zu sein (pag. 988 Z. 193). Was K.________ somit mit einer 
Falschangabe bezüglich Sichtbarkeit des Zettels hätte erreichen wollen, erschliesst 
sich der Kammer nicht. Auch das sichtbare Anbringen des Zettels, notabene um 
20:15 Uhr, stellte offensichtlich ein weiteres Druckmittel dar.

Dass K.________ sich auch tatsächlich unter Druck gesetzt gefühlt bzw. Angst 
verspürt hat, ist wie bei den anderen Geschädigten klar zu bejahen. K.________ 
führte anlässlich der tatnächsten Einvernahme am 9. September 2017 aus, nach 
dem ersten Brief sei er erschrocken, verunsichert gewesen und zur Polizei gegan-
gen (pag. 974), ebenso nach dem zweiten Brief (pag. 975). Am 10. August 2017 
sei er dann zum dritten Mal zur Polizei, um sich erneut über die rechtlichen Mög-
lichkeiten zu informieren (pag. 975). Zudem bejahte er die Frage, ob er Angst vor 
dem Beschuldigten habe und führte wenig später aus, er denke, dieser sei zu allem 
fähig. Er denke, der Beschuldigte wende solche Methoden an, weil er gemerkt ha-
be, dass er auf rechtlichem Weg keine Chance habe, und er ihm Angst machen, 
ihn einschüchtern wolle, damit er die Forderung bezahle (pag. 976). Davon, dass 
K.________ die Drohungen nicht ernst genommen und keine Angst gehabt habe – 
wie die Verteidigung mit Verweis auf eine einzelne spätere Aussage von 
K.________ argumentierte –, kann keine Rede sein. 

12.5. Beweisergebnis / erstellter Sachverhalt

Der Sachverhalt gemäss Anklageschrift ist erstellt. Ausführungen zur Höhe des De-
liktsbetrages sowie zur rechtlichen Einordnung seines Verhaltens folgen wiederum 

31

im Rahmen der rechtlichen Würdigung (Ziff. III. hiernach).

13. Vorwurf gemäss Ziff. I.A.1.5 der Anklageschrift (Vorfall z.N. Strafkläger und 
Strafklägerin)

13.1. Vorwurf gemäss Anklageschrift 

Angeklagt ist eine mehrfache versuchte Erpressung, ev. teilweise qualifiziert, ev. 
Nötigung, in der Zeit von 21. März 2017 bis 29. Juni 2017 in J.________ AG und 
AS.________AG (pag. 1680). Namentlich soll der Beschuldigte vom Strafkläger mit 
Schreiben vom 21. März 2017 mit drohendem Inhalt den Betrag von CHF 1'661.60 
verlangt haben, dies für eine Forderung von CHF 1'391.60, welche er sich zuvor 
von der AT.________GmbH habe abtreten lassen. Am 20. April 2017 soll er ge-
meinsam mit AP.________ die Strafklägerschaft an ihrem Domizil aufgesucht und 
den Strafkläger dazu gebracht haben, eine Schuldanerkennung von CHF 2'861.60 
zu unterzeichnen. Aufgrund des Ausbleibens der Zahlung soll der Beschuldigte in 
der Folge versucht haben, den Strafkläger zur Zahlung zu nötigen, indem er am 
20. April 2017, 24. Mai 2017 und 15. Juni 2017 gelbe und für alle Passanten sicht-
bare Zettel betreffend Schuldeneintreibung an den Briefkasten geklebt habe. Die 
Anklageschrift nennt sodann zwei versandte Mahnungen (vom 5. Mai 2017 über 
CHF 1'505.00 und vom 18. Juni 2017 über den Betrag von CHF 5'885.00) mit dro-
hendem Inhalt und mit der Bezeichnung «X.________». Am 29. Juni 2017 «oder 
um dieses Datum herum» soll schliesslich der Beschuldigte die Strafklägerschaft 
auf deren Parkplatz mit seinem Auto zugeparkt haben und sie so an der Wegfahrt 
gehindert haben. Dabei habe er die Strafklägerschaft aufgefordert zu bezahlen, an-
sonsten das nächste Mal ein Mercedes mit drei AA.________ (Angehörige eines 
Staates) vorbeikäme, die bestimmt keinen Spass machten, und es dann nicht gut 
rauskommen werde.

Die Anklageschrift nennt einen Deliktsbetrag von «CHF 50.00 oder CHF 132.35». 
Die Vorinstanz merkte bereits anlässlich der Vorfragen (pag. 2110) an, dass dies 
ein offenkundiges Versehen darstelle und sich mit Blick auf die im Anklagesach-
verhalt genannten Beträge und der aktenkundigen Unterlagen der tatsächliche De-
liktsbetrag ohne Weiteres erstellen lasse, dem Beschuldigten mithin durch dieses 
Versehen kein Nachteil entstanden sei. Dem ist zuzustimmen.

13.2. Unbestrittener / bestrittener Sachverhalt 

Soweit sich der Anklagesachverhalt auf die objektiven Beweismittel (Rechnung, 
Schuldanerkennung und Mahnungen) sowie auf den Hausbesuch vom 21. April 
2017 mit AP.________ bezieht, wird er vom Beschuldigten nicht bestritten. Auch 
hier bestreitet er indes ein drohendes bzw. unerlaubtes Verhalten sowie in subjekti-
ver Hinsicht seinen Willen. Ferner wird der Sachverhaltskomplex des Zuparkens 
und Drohens mit AA.________ (Angehörige eines Staates) (wobei das effektive 
Aufeinandertreffen auf dem Parkplatz unbestritten ist) sowie die Sichtbarkeit der 
am Briefkasten angebrachten Zettel für Dritte bestritten.

13.3. Beweismittel

Nebst den genannten objektiven Beweismitteln sowie der gelben Zettel (pag. 135, 
136 f., 138, 139 f. und 145 f.) liegen insbesondere die ursprüngliche Rechnung 

32

(pag. 131), eine Vollmacht der AU.________GmbH für den Beschuldigten (pag. 
132), eine Zession (pag. 134) sowie ein Debitorenrückzahlungsvertrag (pag. 135), 
der Anzeigerapport vom 26. September 2017 (pag. 126 ff.), die Strafanträge der 
Strafklägerschaft (pag. 152 ff.) sowie die Aussagen des Strafklägers (pag. 1000 ff. 
und 1031 ff.), der Strafklägerin (pag. 1010 ff. und 1021 ff.), von AP.________ (pag. 
1080 ff.) und des Beschuldigten (pag. 1101 ff., 1155 ff. und 2114 ff.) vor.

13.4. Würdigung durch die Kammer

Der «modus operandi» ist derselbe wie bei den vorangehenden Sachverhaltskom-
plexen: Am 9. März 2017 liess sich der Beschuldigte von der AU.________GmbH 
eine Forderung gegen den Strafkläger über CHF 1'391.60 (vgl. auch die Rechnung 
vom 30. Juli 2016, pag. 131) zedieren (pag. 133). In der Folge sandte er am 21. 
März 2017 dem Strafkläger eine «Rechnung» im Betrag von CHF 1'661.60, wobei 
er auf die Grundforderung CHF 225.00 «Inkassokosten (Abklärungen) 1 Stunde à 
CHF 225.00» aufschlug. Das Schreiben enthielt schliesslich wie üblich den Satz: 
«WICHTIG: […] Sie möchten sich nicht, dass wir Sie nach der Zahlungsfrist besu-
chen um eine Lösung zu finden?» (pag. 135). 

Anlässlich eines Hausbesuchs beim Strafkläger am 21. April 2017 liess er diesen 
eine Schuldanerkennung über einen Betrag von CHF 2'861.60 inkl. Zinsen und 
Kosten unterzeichnen. Die Schuldanerkennung ist identisch mit derjenigen, die er 
der Straf- und Zivilklägerin vorgelegt hat, weshalb für deren Würdigung grundsätz-
lich darauf verwiesen werden kann. Die einzige Abweichung besteht bei der nun-
mehr übereinstimmenden E-Mail-Adresse und Kosten für die Schuldanerkennung 
(CHF 350.00). Im konkreten Fall wurden sodann monatliche Raten von 
CHF 160.00 (sich zusammensetzend aus CHF 80.00 Monatsrate bis zur vollständi-
gen Begleichung und CHF 80.00 (!) «zusätzliche monatliche Kosten durch Umtrie-
be aus dieser Schuldanerkennung») bestimmt. Der Beschuldigte liess den Straf-
kläger damit nach dem Versenden einer einzigen Rechnung (am 21. März 2017) 
eine Schuldanerkennung über den doppelten Grundforderungsbetrag unterzeich-
nen. Mit der Vorinstanz und gestützt auf die Aussagen des Strafklägers ist indes 
davon auszugehen, dass der Strafkläger die Schuldanerkennung aus einer Un-
achtsamkeit heraus – nämlich, weil das Baby unruhig war – unterschrieben hat 
(pag. 1005 und 1011 Z. 45 ff.).

Es folgte am 5. Mai 2017 eine «Mahnung 1» über CHF 1'505.00, dies für einen 
Rechnungsbetrag von CHF 160.00 für eine Monatsrate aus der Schuldanerken-
nung. Der Restbetrag setzte sich aus Kosten für die Ausfertigung der Schuldaner-
kennung von CHF 350.00, CHF 900.00 für den Besuch vom 5. Mai 2017 für 2 Per-
sonen sowie Mahngebühren von CHF 25.00 und Inkassokosten von CHF 70.00 
zusammen. Das Schreiben beinhaltete zudem wiederum die Androhung eines 
Hausbesuchs in roter Schrift. 

Eindrücklich geht der Bereicherungswille des Beschuldigten aus einer von ihm 
getätigten Aussage gegenüber der Strafklägerin hervor: Letztere schilderte glaub-
haft, der Beschuldigte habe ihr telefonisch angedroht, sie zu betreiben, aber vorher 
werde er noch ein paar Mal vorbeikommen, dass es «jedes Mal einen Tausender 
mehr ist» (pag. 1027). Diese Aussage der Strafklägerin, welche den Beschuldigten 

33

nie über Gebühr belastet und ihn mehrfach als (zumindest anfänglich) freundlich 
und verständnisvoll beschrieben hat (pag. 1026 und 1036 Z. 169 f.), deckt sich mit 
den objektiven Beweismitteln, in welchen der Beschuldigte zwar wiederholt Betrei-
bungen androhte, eine solche jedoch nicht einleitete, stattdessen aber weitere 
Hausbesuche unternahm und Mahnungen mit immer höheren Kosten versandte. 

Am 8. Mai 2017 liess der Strafkläger den Beschuldigten sodann über seine Anwäl-
tin wissen, dass er die ausstehende Forderung gegenüber der AU.________GmbH 
vollständig beglichen habe, was er mit einem Empfangsschein belegte (pag. 141 
und 144). Dies hielt den Beschuldigten nicht davon ab, dem Strafkläger am 18. Juni 
2017 eine weitere Mahnung zuzusenden (pag. 145 f.), mit der nebst dem «Mahn-
betrag» von CHF 4'425.00 zwei Besuche (vom 15. Juni und 18. Juni 2017) über 
CHF 1'350.00 sowie weitere Inkassokosten von CHF 110.00 in Rechnung gestellt 
wurden. Der mittlerweile bekannte Satz (Androhen eines Besuchs) wurde in blauer 
Schrift abgedruckt, im Übrigen wurde festgehalten, dass die Betreibung ohne wei-
tere Mahnung erfolge. Unterzeichnet wurde das Schreiben zusätzlich von 
Y.________, «Sachbearbeiter/Aussendienst». Der Beschuldigte hat damit die 
Grundforderung im Wissen um deren Tilgung und damit um die Unrechtmässigkeit 
deren Eintreibung eingefordert.

Nachdem die Anwältin des Strafklägers am 20. Juni 2017 den Beschuldigten er-
neut darauf hinwies, die Kontaktaufnahme mit dem Strafkläger zu unterlassen, 
wurde der Beschuldigte am 29. Juni 2017 erneut beim Strafkläger vorstellig, parkte 
die Strafklägerschaft sowie deren gemeinsames Kind zu und hinderte sie an der 
Wegfahrt. Dieser Sachverhaltskomplex kann ohne Weiteres und trotz Bestreitens 
seitens des Beschuldigten, am 29. Juni 2017 überhaupt vor Ort gewesen zu sein, 
als erstellt erachtet werden, zumal der Beschuldigte gleichentags bei der Polizei 
Anzeige erstattete und den Vorfall tags darauf schilderte (pag. 1000 ff., pag. 1015 
Z. 171 ff.). Dass er sich im Tag geirrt hätte, erscheint vor diesem Hintergrund aus-
geschlossen und spricht bereits gegen die Glaubhaftigkeit der Angaben des Be-
schuldigten. Dieser gab bei der polizeilichen Einvernahme ohnehin im Widerspruch 
zu seinen späteren Aussagen an, am 29. Juni 2017 auf dem Parkplatz mit der 
Strafklägerin gesprochen zu haben (pag. 1104). Die Strafklägerschaft schilderte 
sodann detailliert (zu beachten ist etwa die wiederholte nebensächliche Angabe 
des Strafklägers, sie seien auf dem Weg ins AV.________ gewesen), überein-
stimmend und konstant, wie sie vom Beschuldigten zugeparkt wurden. Der Be-
schuldigte sei von der falschen Seite auf den Parkplatz gefahren (erneut ein ne-
bensächliches Detail) und habe direkt hinter ihnen parkiert, sodass sie nicht hätten 
fortfahren können. Der Beschuldigte sei ausgestiegen und habe direkt mit der 
Strafklägerin gesprochen (Strafkläger: pag. 1008 und 1014 Z. 134 ff.; Strafklägerin: 
1022 und 1034 Z. 108 ff.). Wie die Vorinstanz zutreffend ausgeführt hat, weisen die 
Aussagen der Strafklägerschaft – entgegen den Vorbringen der Verteidigung 
(pag. 2133) – auch keine relevanten Widersprüche hinsichtlich Distanz der invol-
vierten Fahrzeuge auf. Die Strafklägerin sprach zwar in der Tat von drei, vier oder 
fünf Metern, bezog sich aber auf den Abstand zwischen ihrer Autofront und dem 
Auto des Beschuldigten (pag. 1023), wogegen der Strafkläger vom Kofferraum her 
gemessen von einem halben Meter sprach (pag. 1008). 

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Die Strafkläger schilderten sodann wiederum übereinstimmend, konstant und 
nachvollziehbar ihre durch den Beschuldigten ausgelöste Angst. Der Strafkläger 
gab an, Angst um seine Frau und sein Kind gehabt zu haben. Seine Frau sei seit-
her in ärztlicher resp. psychologischer Behandlung, habe Panikattacken und wolle 
nicht mehr alleine aus dem Haus, was diese einerseits bestätigte (Strafkläger: 
pag. 1007 und 1009, pag. 1016 Z. 217 und 226 f.; Strafklägerin: pag. 1028 und 
1037 Z. 214 und 223 ff.) und was sich andererseits anschaulich an der staatsan-
waltschaftlichen Einvernahme zeigte (pag. 1031 und 1039). Der Strafkläger gab 
ferner an, Angst vor den möglichen Reaktionen des Beschuldigten zu haben. Die 
Aussagen des Beschuldigten, dessen Hausbesuche und den Vorfall vom 29. Juni 
2017 nehme er als Drohung wahr (pag. 1007). 

Die Drohung mit AA.________ (Angehörige eines Staates) erfolgte gegenüber der 
Strafklägerschaft nicht nur implizit in den Schreiben, sondern auch konkret und 
mündlich: So gab der Strafkläger an, der Beschuldigte habe ihm am 29. Juni 2017 
gesagt: «Sie wollen nicht, dass ein schwarzer Mercedes mit drei AA.________ 
(Angehörige eines Staates) kommt und dass es