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**Case Identifier:** 1de2a063-2aa9-5e81-9ed8-1ddf1a85e4b2
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-01-27
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 27.01.2014 200 2012 1152
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2012-1152_2014-01-27.pdf

## Full Text

200 12 1152 IV
FUR/MAK/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 27. Januar 2014

Verwaltungsrichterin Fuhrer, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichter Schütz, Verwaltungsrichter Grütter
Gerichtsschreiberin Mauerhofer

A.________
vertreten durch B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern 
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 31. Oktober 2012

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Jan. 2014, IV/12/1152, Seite 2

Sachverhalt:

A.

A.________ (Jg. 1966) stürzte am 19. April 2006 von einem Balkon auf den 
nächsttieferen und erlitt dabei eine commotio cerebri, eine stabile LWK 1-
Fraktur und einen Kantenabriss BWK 12 sowie eine rechtsseitige contusio 
spina scapulae (act. IIIA/9). Die SUVA, bei der er zum Zeitpunkt dieses 
Berufsunfalls gegen wirtschaftliche Unfallfolgen versichert war, erbrachte 
die gesetzlichen Leistungen (vgl. act. IIIA). Am 18. Januar 2007 meldete 
sich A.________ bei der Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug 
an (act. II/1 S. 1 ff.). Die IV-Stelle Bern (IVB) führte medizinische (act. II/15) 
und erwerbliche (act. II/7, 10) Abklärungen durch und holte die Akten der 
SUVA ein (act. II/2, 11, 17).

Am 19. Januar 2009 teilte die SUVA dem Versicherten mit, sie werde per 
31. März 2009 ihre Taggeldleistungen einstellen (act. II 24/1 ff.). Mit Verfü-
gung vom 24. März 2009 gewährte sie ihm eine Invalidenrente bei einem 
Invaliditätsgrad von 20 % sowie eine Integritätsentschädigung für eine Inte-
gritätseinbusse von 20 % (act. II/31). Diese Verfügung blieb unangefoch-
ten. 

Nachdem eine vorgesehene arbeitsmarktlich-medizinische Ab-
klärung (AMA; act. II/27) infolge einer Intervention durch die behandelnden 
Ärzte hatte abgesagt werden müssen (act. II/29, 30/2 Ziff. 3), veranlasste 
die IVB eine interdisziplinäre MEDAS-Begutachtung (act. II/36), woraufhin 
der Versicherte in der MEDAS-Inselspital psychiatrisch, neurologisch und 
orthopädisch exploriert wurde. Am 26. August 2009 erstatteten die begut-
achtenden Ärzte der IVB ihre Expertise (act. II/41). Nach durchgeführtem 
Vorbescheidverfahren (act. II/45 ff.) erliess die IVB am 23. Dezember 2009 
eine Verfügung, wonach der Invaliditätsgrad 20 % betrage und infolgedes-
sen kein Rentenanspruch bestehe (act. II/49). Auch diese Verfügung blieb 
unangefochten. Am 20. Januar 2010 erstattete die IVB beim Untersu-
chungsrichteramt IV Berner Oberland Strafanzeige wegen versuchten un-
rechtmässigen Erwirkens von Leistungen der Invalidenversicherung (act. 
II/51).

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B.

Am 26. April 2011 reichte A.________ bei der IVB ein Neuanmeldungsge-
such ein (act. II/54). Die IVB forderte ihn daraufhin auf, glaubhaft zu ma-
chen, dass sein Invaliditätsgrad seit Erlass der Verfügung vom 23. Dezem-
ber 2009 in anspruchserheblicher Weise geändert habe (act. II/55). Nach-
dem der Hausarzt des Versicherten, Dr. med. C.________ (Allgemeinme-
dizin FMH) am 31. Mai 2011 dazu Stellung genommen hatte (act. II/61), 
erliess die IVB am 12. Juli 2011 einen Vorbescheid, wonach sie auf das 
Gesuch nicht eintreten werde (act. II/62). Mit Unterstützung von Dr. med. 
C.________ erhob der Versicherte mit Eingabe vom 3. August 2011 Ein-
wand (act. II/66). In der Folge holte die IVB die in der Zwischenzeit zusätz-
lich erstellten SUVA-Akten (act. II/84.2) sowie einen Arztbericht von Dr. 
med. C.________ ein (act. II/83) und leitete anschliessend berufliche 
Massnahmen in die Wege (vgl. act. II/87, 91, 96). Vom 11. Juni bis am 2. 
September 2012 absolvierte der Versicherte im D.________ in E.________ 
ein Arbeitstraining (act. II/119). 

Gestützt auf die zwischenzeitlich abermals eingeholten, neuesten SUVA-
Akten (act. II/ 114.1, 114.2) und insbesondere auf eine von der Abteilung 
Arbeitsmedizin der SUVA am 10. Mai 2012 durchgeführte neurootologische 
Untersuchung des Versicherten (act. II/114.2 S. 33 ff.) erliess die IVB am 
20. September 2012 einen Vorbescheid, wonach der Invaliditätsgrad un-
verändert 20 % betrage und sie demnach das Rentengesuch abzuweisen 
gedenke (act. II/118). Am 31. Oktober 2012 verfügte sie gemäss Vorbe-
scheid (act. II/122).

C.

Vertreten durch die Rechtsberatungsstelle B.________ liess der Versicher-
te die Verfügung der IVB vom 31. Oktober 2012 (act. II/122) beim Verwal-
tungsgericht des Kantons Bern anfechten. Mit Beschwerde vom 1. Dezem-
ber 2012 beantragte er, die Verfügung sei aufzuheben und es sei die Sa-
che zu weiteren Abklärungen an die IVB zurückzuweisen. 

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Die IVB schloss mit Beschwerdeantwort vom 18. Januar 2013 auf Abwei-
sung der Beschwerde.  

Mit Eingabe vom 22. April 2013 reichte der Versicherte eine Verfügung der 
SUVA vom 6. März 2013 zu den Akten. Diese betrifft eine Integritätsent-
schädigung infolge einer Beeinträchtigung des Gleichgewichtsfunktionssys-
tems (act. I/8).

Mit Schreiben vom 7. Juni 2013 liess die Instruktionsrichterin bei der 
Staatsanwaltschaft des Kantons Bern, Region Oberland, sämtliche Straf-
akten des Beschwerdeführers edieren. Am 18. Juli 2013 gingen die ge-
nannten Akten beim Verwaltungsgericht ein.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 

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vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Angefochten ist die Verfügung der IVB vom 31. Oktober 2012 (act. 
II/122). Streitig ist der Rentenanspruch. Umstritten ist, ob sich der Invali-
ditätsgrad zwischen dem Erlass der Verfügung vom 23. Dezember 2009 
(act. II/49) und der vorliegend angefochtenen in anspruchserheblicher Wei-
se verändert hat, und ob der Sachverhalt zur Beantwortung dieser Frage 
genügend abgeklärt worden ist.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend aus 
drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 
80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG).

Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, 
wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine Dreivier-
telsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad 
von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei ei-
nem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine Viertels-
rente.

2.2 Wurde eine Rente wegen eines fehlenden oder zu geringen Invali-
ditätsgrades bereits einmal verweigert, so wird eine neue Anmeldung nur 
geprüft, wenn die versicherte Person glaubhaft macht, dass sich der Grad 
der Invalidität in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat 
(Art. 87 Abs. 2 und 3 IVV; bis 31. Dezember 2011 Art. 87 Abs. 3 und 4 
IVV).

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Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache mate-
riell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Per-
son glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsäch-
lich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revi-
sionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (SVR 2011 IV Nr. 2 S. 8 E. 
3.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechts-
kräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue 
Gesuch ab. Andernfalls hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die festge-
stellte Veränderung genügt, um nunmehr eine rentenbegründende Invali-
dität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt 
die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 
3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

2.3 Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invali-
ditätsgrad erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuan-
meldungsverfahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG 
– durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten mate-
riellen Beurteilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit 
demjenigen zur Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 
S. 112; 130 V 71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 132 V 93 E. 4 S. 99).

2.5 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 

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ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

3.

3.1 Unbestritten ist, dass die Verwaltung auf die Neuanmeldung zum 
Rentenbezug vom 26. April 2011 (act. II/54) eingetreten ist, und dass sie 
demnach den geltend gemachten Anspruch umfassend abzuklären hatte. 
Unter diesen Umständen ist die Eintretensfrage praxisgemäss nicht zu 
überprüfen (BGE 109 V 108 E. 2b S. 114).

Streitig ist, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht zum Schluss gekommen 
ist, es sei im massgebenden Vergleichszeitraum nicht zu einer Verände-
rung des Gesundheitszustands bzw. des Invaliditätsgrades gekommen und 
der Beschwerdeführer sei daher weiterhin nicht in rentenbegründendem 
Ausmass invalid. Zu prüfen ist insbesondere, ob sie sich dabei auf einen 
hinreichend abgeklärten Sachverhalt gestützt hat. Den massgebenden 
Vergleichszeitpunkt bildet die unangefochten in Rechtskraft erwachsene 
Verfügung vom 23. Dezember 2009, mit der ein Leistungsanspruch bei 
einem Invaliditätsgrad von 20 % verneint worden war (act. II/49; vgl. vor-
stehend E. 2.3).

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3.2 Vorab ist zu prüfen, auf welcher Grundlage die Rente mit (unange-
fochten in Rechtskraft erwachsener) Verfügung vom 23. Dezember 2009 
(act. II/49)  abgewiesen wurde. Die Beschwerdegegnerin stützte sich dabei 
in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen auf das interdisziplinäre ME-
DAS-Gutachten vom 26. August 2009 (act. II/41). Darin wird als Diagnose 
mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit Folgendes genannt: „Geringe 
ventrale Höhenminderung von Lendenwirbelkörper 1 nach Fraktur mit kon-
servativer Therapie (Unfall: 19.4.2006). Ein Kantenabriss an Brustwirbel-
körper 12 ist radiologisch auf Aufnahmen vom 2007 nicht mehr zu sehen.“ 
Die begutachtenden Fachärzte kamen hinsichtlich des Zumutbarkeitsprofils 
zum Schluss, aus interdisziplinärer Sicht sei der Versicherte in der Lage, 
durchschnittlich mittelschwere Tätigkeiten, bevorzugt aus wechselnder 
Ausgangslage, vollschichtig – d.h. während 8,5 Stunden pro Arbeitstag – 
zu verrichten. Unter diesen Voraussetzungen könne auch eine Tätigkeit auf 
dem Bau weiterhin ausgeübt werden.  

3.3 Betreffend den Zeitraum zwischen der rechtskräftigen Verfügung 
vom 23. Dezember 2009 (act. II/49) und der vorliegend angefochtenen Ver-
fügung vom 31. Oktober 2012 (act. II/122) liegen die folgenden medizini-
schen Berichte und Stellungnahmen bei den Akten:

3.3.1 Mit Bericht vom 31. Mai 2011 vertrat Dr. med. C.________ die Auf-
fassung, es bestehe Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen bzw. auf 
eine Rente (act. II/61). Dies zeige sich daran, dass das beco ihn mit Verfü-
gung vom 16. März 2011 als nicht vermittlungsfähig erklärt habe. Ausser-
dem habe das Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt einen Sicherungs-
entzug des Führerscheins verfügt und es bestünden rezidivierende Otitiden 
mit starker Einschränkung der Hörfähigkeit.

3.3.2 Am 23. August 2011 berichtete Dr. med. F.________ (Oto-Rhino-
Laryngologie FMH), das Resultat einer objektiven Hirnstammaudiometrie 
zeige eine Übereinstimmung des Tonaudiogramms mit der Hirnstammau-
diometrie (act. II/65). Im Zusammenhang mit dem Schädelhirntrauma vom 
19. April 2006 sei es zu einem beidseitigen, rechtsbetonten störenden Tin-
nitus und einer schleichenden Verschlechterung des Audiogramms ge-
kommen, wobei sich beidseits in den letzten 11/2 Jahren eine rasante Ver-
schlechterung eingestellt habe.

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3.3.3 Mit Untersuchungsbericht vom 11. Oktober 2011 diagnostizierten 
die Ärzte des Ärztlichen Zentrums für Gehör- und Gleichgewichtsstörungen 
einen ungerichteten Schwindel im Rahmen einer zentral vestibulären 
Störung nach Schädelhirntrauma (act. II/83 S. 9). Zusätzlich könne von 
einer posttraumatischen Belastungsstörung ausgegangen werden. Die Ar-
beitsfähigkeit wird in diesem Bericht nicht angesprochen. 

3.3.4 Dr. med. C.________ äusserte sich gegenüber der SUVA mit 
Schreiben vom 24. Oktober 2011 dahingehend, es bestünden erhebliche 
Hörprobleme und gemäss Bericht der Schwindelsprechstunde (vgl. vorste-
hend E. 3.3.3) ein ungerichteter Schwindel im Rahmen einer zentral vesti-
bulären Störung mit wahrscheinlichem Zusammenhang mit einem Schäde-
lhirntrauma (act. II/114.2 S. 8). Anlässlich der Fahreignungsprüfung seien 
ausserdem kognitive Defizite diagnostiziert worden. Dies alles sei Folge 
des damaligen Unfalls.

3.3.5 Mit Bericht vom 21. November 2011 verwies Dr. med. G.________ 
(Oto-Rhino-Laryngologie FMH, Allergologie und klinische Immunologie 
FMH, Arbeitsmedizin FMH) von der Abteilung Arbeitsmedizin der SUVA auf 
eine im Jahr 2006 geplante neurootologische Untersuchung, die damals 
infolge mangelnder Mitwirkung des Patienten leider nicht habe durchgeführt 
werden können (act. II/84.2 S. 14 ff.). Die inzwischen fachärztlich erhobe-
nen Befunde stünden nicht mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit in 
ursächlichem Zusammenhang mit dem Unfallereignis. Zur Arbeitsfähigkeit 
äusserte er sich nicht.

3.3.6 Am 27. November 2011 berichtete Dr. med. C.________, es beste-
he bezüglich der Tätigkeit als Hilfsarbeiter im Bauwesen seit 19. April 2006 
eine vollständige Arbeitsunfähigkeit, dies infolge von Gleichgewichts-
störungen, Schwerhörigkeit, Schmerzen und Depression (act. II/83 S. 2 ff.). 
Zur Frage nach einer behinderungsangepassten Tätigkeit nimmt Dr. med. 
C.________ nicht Stellung. 

3.3.7 Am 10. Mai 2012 unterzog sich der Beschwerdeführer einer neuroo-
tologischen Untersuchung durch Dr. med. G.________. In seinem diesbe-
züglichen Bericht vom 11. Mai 2012 erklärte dieser, im Rahmen einer leich-
ten Störung des Gleichgewichtsfunktionssystems hätten sich insgesamt 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Jan. 2014, IV/12/1152, Seite 10

vier objektivierbare patho-diagnostische Systembefunde nachweisen las-
sen, die zusammen mit den subjektiv leichten Schwindelbeschwerden ei-
nem unfallbedingten, entschädigungspflichtigen Integritätsschaden von 10 
% entsprächen (act. II/114.2 S. 33 ff.). Dem Versicherten könne eine leichte 
Arbeit im Stehen oder Sitzen voll zugemutet werden. Bei vermehrter kör-
perlicher Beanspruchung sollte er alle zwei Stunden eine zehnminütige 
Pause einlegen können. Es verstehe sich von selbst, dass Tätigkeiten mit 
erhöhter Absturzgefahr, auf ungesicherten Gerüsten oder an schnell rotie-
renden Maschinen unbedingt zu vermeiden seien.

3.3.8 Mit Schreiben vom 27. Juli 2012 (act. II/125 S. 21 f.) nahm Dr. med. 
C.________ zum Bericht von Dr. med. G.________ wie folgt Stellung: Hin-
sichtlich des Schwindels, der sich anfühle wie ein klarer Drehschwindel und 
Karussellgefühl, gehe es seinem Patienten eher schlechter als früher. Ent-
gegen der Annahme von Dr. med. G.________ nehme dieser täglich nicht 
1 g, sondern mindestens 3 g Dafalgan. Im angestammten Beruf als 
H.________ sei er mindestens zu 50 % arbeitsunfähig; hinzu komme die 
Berufslärmschwerhörigkeit. 

3.3.9 Dr. med. G.________ äusserte sich hierzu mit Schreiben vom 13. 
August 2012 (act. II/112). Er erklärte, die Angaben des Beschwerdeführers 
seien offenbar diskrepant ausgefallen, namentlich bezüglich der Beschrei-
bung der subjektiven Schwindelbeschwerden. Immerhin seien dessen 
diesbezüglichen Aussagen ziemlich eindeutig dahingehend ausgefallen, 
dass es ihm während den vergangenen Monaten doch deutlich besser ge-
gangen sei. Angaben zur Schmerzmitteleinnahme seien ferner erfahrungs-
gemäss variabel. Was seine Zumutbarkeitsbeurteilung angehe, habe er 
darin die Einsatzfähigkeit im angestammten Tätigkeitsbereich ausge-
schlossen.

3.4 Der Beschwerdeführer macht geltend, eine Verschlechterung seines 
Zustands sei sehr wohl ausgewiesen. Dies ergebe sich zunächst ohne wei-
teres aus dem Bericht des D.________ betreffend das absolvierte Arbeits-
training (act. II/119). Die Beschwerdegegnerin hätte demnach auf die Beur-
teilung der dort tätigen Eingliederungsfachleute abstellen müssen, welche 
bestätigt hätten, seine Leistung sei im Lauf der Massnahme von 50 % auf 
ca. 30 % gesunken (vgl. act. II/119 S. 2). Dem kann nicht gefolgt werden. 

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Die Frage nach der noch zumutbaren Arbeitsleistung ist nach Massgabe 
der objektiv feststellbaren Gesundheitsschädigung durch die Ärzte und 
nicht durch die Eingliederungsfachleute aufgrund der subjektiven Arbeits-
leistung zu beantworten (Urteil des Eidg. Versicherungsgerichts [EVG] vom 
4. Dezember 2006, I 928/05 E. 3). Die Beurteilung des D.________ vermag 
somit die Beweiskraft des SUVA-Berichtes, der die beweisrechtlichen An-
forderungen an einen Arztbericht (vgl. vorstehend E. 2.5) ohne weiteres 
erfüllt, nicht zu schmälern. 

Die Berichte der behandelnden Ärzte vermögen die Schlüssigkeit des neu-
rootologischen Berichts ebenfalls nicht in Zweifel zu ziehen. Die Dres. med. 
I.________ und J.________ äussern sich nicht zur Frage der Arbeitsfähig-
keit des Beschwerdeführers. Dr. med. C.________ vertritt die Auffassung, 
die Arbeitsfähigkeit im angestammten Beruf betrage 50 % (vgl. vorstehend 
E. 3.3.8). Entgegen dieser Beurteilung ist jedoch nicht die angestammte 
Arbeit massgebend, sondern das gegenwärtige Zumutbarkeitsprofil, mithin 
die angepasste Tätigkeit. Von einer solchen ist der SUVA-Arzt in seinem 
neurootologischen Bericht ausgegangen und hat diesbezüglich eine leichte 
Tätigkeit im Stehen oder Sitzen für vollschichtig zumutbar erachtet, voraus-
gesetzt, dass bei vermehrter körperlicher Beanspruchung jeweils nach zwei 
Stunden eine zehnminütige Pause eingelegt werden könne (vgl. vorste-
hend E. 3.3.7). Dr. med. G.________ hat denn auch in überzeugender 
Weise die Einwendungen von Dr. med. C.________ widerlegt und insbe-
sondere hervorgehoben, dass seine Zumutbarkeitsbeurteilung die Einsatz-
fähigkeit im Beruf als H.________ ausschliesst. Hinzu kommt, dass Dr. 
med. C.________ als Allgemeinmediziner nicht über die erforderliche 
fachärztliche Ausbildung zur Beurteilung von Gleichgewichtsstörungen ver-
fügt (vgl. statt vieler: Entscheid des BGer vom 22. März 2010, 8C_83/2010, 
E. 3.2.3, wonach die fachliche Qualifikation der Ärzte hinsichtlich des Be-
weiswertes ihrer Aussage von erheblicher Bedeutung ist). Ausserdem ist 
der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass Hausärzte mitunter im 
Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen 
eher zugunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b cc S. 
353). 

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3.5 Der Beschwerdeführer macht ferner eine Posttraumatische Belas-
tungsstörung (PTBS) geltend. Eine solche setzt laut ICD-10 voraus, dass 
die Störung innerhalb von sechs Monaten nach einem traumatischen Er-
eignis aufgetreten ist (Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 27. Mai 
2011, 9C_209/2011, E. 3.2; DILLING/MOMBOUR/SCHMIDT [Hrsg.], Internatio-
nale Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-
diagnostische Leitlinien, 8. Aufl. 2011, S. 208). Eine PTBS wurde zwar be-
reits im Rahmen der erstmaligen IV-Anmeldung diskutiert, allerdings von 
Seiten der mit dem Beschwerdeführer befassten Ärzte keineswegs 
bestätigt:  

Nach Auffassung der Verfasser des Berichts über ein psychosomatisches 
Konsilium an der Rehaklinik K.________ vom 2. Oktober 2006 (act. II/8 S. 
20) war das Vollbild einer PTSD nicht erfüllt. Die Symptome wiesen eher 
auf eine sonstige spezifische posttraumatisch bedingte Angststörung (ICD-
10: F41.28) mit depressiver Komponente und somatische Symptomen hin. 
Mit Bericht vom 10. November 2006 erwähnten die Ärzte des Psychiatri-
schen Diensts am Spital E.________ eine PTBS nur im Sinne einer Ver-
dachtsdiagnose (act. II/15 S. 9). Der Bericht der Ärzte von der Abteilung 
L.________ vom 23. Februar 2007 nennt als ICD-10-Diagnose unter ande-
rem eine Reaktion auf schwere Belastung, angstbetont“ (ICD-10: F43.8); 
eine Angststörung sowie eine PTBS werden lediglich als Differentialdia-
gnosen aufgeführt (act. II/11 S. 3). Auch im Rahmen des psychiatrischen 
Zusatzgutachtens zur MEDAS-Begutachtung vom 8. Juli 2009 (act. II/41 S. 
51) fand Dr. med. M.________ (Facharzt für Psychiatrie und Psychothera-
pie) keine PTBS. Er kam vielmehr zum Schluss, es bestünden keine psych-
iatrischen Diagnosen mit Relevanz für die Arbeits-und Leistungsfähigkeit. 
Eine Diagnose von spezifischen Phobien des situativen Typs (ICD-10: 
F40.2) könne nur verdachtsmässig gestellt werden. Ausserdem nannte er 
als weitere Diagnose ohne Relevanz für die Arbeits- und Leistungsfähigkeit 
unter anderem einen Verdacht auf Vortäuschen einer psychischen Störung 
aus instrumentellen Gründen (Simulation; ICD-10: Z76.5). Es finden sich 
keine Anhaltspunkte, welche die Beweiskraft des MEDAS-Gutachtens zu 
schmälern vermögen (vgl. auch E. 2.5). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Jan. 2014, IV/12/1152, Seite 13

Eine PTBS war demnach bereits zur Zeit der rentenabweisenden Verfü-
gung vom 23. Dezember 2009 (AB 49) nicht ausgewiesen. Wenngleich das 
Ereignis vom 19. April 2006 nicht unbedeutend war, liess es sich doch nicht 
als derart qualifizieren, dass es nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung 
zu einer PTBS hätte führen können. Mit unangefochten in Rechtskraft 
erwachsener Verfügung vom 23. Dezember 2009 wurde demnach das 
Vorliegen einer invalidisierenden PTBS auch aus heutiger Sicht mit 
nachvollziehbarer Begründung verneint.

Dass es in der Zwischenzeit erneut zu einem (re)-traumatisierenden Ereig-
nis gekommen wäre, das innert der praxisgemäss vorausgesetzten, 
sechsmonatigen Frist eine PTBS hätte auslösen können, wird weder gel-
tend gemacht noch ergeben sich aus den Akten diesbezügliche Hinweise. 
Kommt hinzu, dass nach den Leitlinien der ICD und der darauf gestützten 
bundesgerichtlichen Rechtsprechung eine invalidisierende PTBS ohnehin 
nur dann anerkannt wird, wenn sie nach einem traumatisierenden Ereignis 
von aussergewöhnlicher Schwere auftritt (Urteil 8C_704/2008 vom 2. Juni 
2009 E. 3.2). 

Das Vorliegen einer invalidisierenden PTBS ist demnach erneut zu 
verneinen. Auch unter diesem Aspekt ist es somit im massgeblichen 
Vergleichszeitraum zu keiner Änderung gekommen.

3.6 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass auf den neurootologischen 
Bericht von Dr. med. G.________ abzustellen ist, wonach in einer leidens-
angepassten Tätigkeit eine vollständige Arbeitsfähigkeit gegeben ist (act. 
II/114.2 S. 33 ff., vgl. vorstehend E. 3.3.7). Demnach ist keine Änderung in 
den tatsächlichen Verhältnissen erstellt, die geeignet ist, den Invaliditäts-
grad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen (BGE 134 V 131 E. 3 
S. 132; vgl. vorstehend E. 2.3). Unter diesen Umständen erübrigt sich die 
Berechnung des Invaliditätsgrades. Die Beschwerdegegnerin hat den Ren-
tenanspruch zu Recht verneint und die Beschwerde ist abzuweisen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Jan. 2014, IV/12/1152, Seite 14

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Vorliegend werden die Verfahrenskosten gerichtlich auf Fr. 700.-- festge-
setzt, dem unterliegenden Beschwerdeführer auferlegt und mit dem geleis-
teten Kostenvorschuss von Fr. 700.-- verrechnet.

4.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 
lit. g ATSG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Die Kammerpräsidentin: Die Gerichtsschreiberin:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Jan. 2014, IV/12/1152, Seite 15

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.