# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ac096341-0699-541f-b8f0-b425daba4e26
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-02-04
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 4. Kammer 04.02.2014 A 2011 55
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_004_A-2011-55_2014-02-04.pdf

## Full Text

A 11 55

4. Kammer 

URTEIL
vom 22. August 2012

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Wasser- und Abwassergebühr

1. a) Die Gemeinde … stellte unter anderem der nachfolgenden Eigentümerin sowie 

drei Eigentümern folgende jährlichen Wasser- (W) und Abwasser-

/Kanalisationsgebühren (K) mittels separater Rechnungen zu:

2008 – 2010 2011

… (1) K  je 987.85
W je 790.30

Fr. 1‘025.60
Fr.    820.50

… (2) K  je 951.40
W je 761.10

Fr.    987.80
Fr.    790.25

… (3) K  je 882.20
W je 705.75

         -----
         -----

… (4) K  je 818.85
W je 655.10

Fr.    850.15
Fr.    680.10

b) Bereits mit E-Mails vom 20. und 29. Oktober 2008 und mit Anwaltsschreiben 

vom 16. Dezember 2008 teilten die erwähnten Eigentümer der Gemeinde mit, 

dass sie nicht bereit seien, die in Rechnung gestellten Beträge und auch 

spätere Gebühren nur auf Grund des Gebäudeversicherungsneuwertes ohne 

Anpassung der bestehenden Reglemente an die gemäss Gerichtspraxis dafür 

geltenden Grundsätze (Verursacher-, Äquivalenz- und Kostendeckungsprinzip) 

zu bezahlen. Nach weiteren Korrespondenzen erliess der Gemeindevorstand … 

schliesslich am 15. November 2011 einen Entscheid, wonach er sowohl die 

Verbrauchsgebühren Wasser als auch die Benützungsgebühren Abwasser als 

mit den geltenden Gesetzen und Grundsätzen in Einklang stehend betrachte, 

eine Anpassung der bestehenden Rechtsgrundlagen als unverhältnismässig 

betrachtet werde und die beigelegten entsprechenden Rechnungen 2008 – 

2011 nun verbindlich und innert 30 Tagen zu bezahlen seien.

2. Dagegen erhoben 1 und Mitbeteiligte am 8. Dezember 2011 Beschwerde an 
das Verwaltungsgericht mit den Anträgen auf Aufhebung (Ziff. 1), Feststellung 

des Widerspruchs der angewendeten Gemeindereglemente zum 

übergeordneten Recht (Ziff. 2 a), Verpflichtung der Gemeinde zur Änderung 

ihres Wasserversorgungsreglementes (WVR) und ihres Kanalisations- und 

Entwässerungsgesetzes (KEG) unter gehöriger Bezugnahme zur tatsächlichen 

Inanspruchnahme bzw. in Beachtung von Verursacher- und Äquivalenzprinzip 

(Ziff. 2 b) sowie Verpflichtung der Gemeinde zur Festlegung ihrer Gebühren 

unter Beachtung der gleichen Aspekte (Ziff. 3), evtl. sei der angefochtene 

Entscheid zur erneuten Abklärung und Neubeurteilung an die Vorinstanz 

zurückzuweisen (Ziff. 4). Sowohl für die Wasserversorgung als auch für die 

Abwasserbeseitigung erhebe die Gemeinde jährliche Gebühren einzig auf 

Grund des Gebäudeversicherungswertes (0.3 – 0.6%o für Wasser und 0.2%o – 

0.6%o für Kanalisation). Die Verpflichtung zur verursachergerechten Erhebung 

der wiederkehrenden jährlichen Gebühren ergebe sich aus Art. 74 Abs. 2 BV, 

Art. 60a GSchG in Verbindung mit Art. 32a USG und Art. 39 Abs. 2 GG sowie 

aus der zitierten Praxis von Bundes- und Verwaltungsgericht.  

3. In ihrer Vernehmlassung beantragte die Gemeinde … die Abweisung der 

Beschwerde. Die Gemeinde weise eine moderne Wasserversorgung auf, an 

welche 1684 Liegenschaften bzw. 5350 Wohnungen und 125 Hydranten 

angeschlossen seien. Sie sei auf ca. 30‘000 Personen ausgerichtet, wobei rund 

2‘550 dauernden Wohnsitz in der Gemeinde hätten. Die jährlichen 

Betriebskosten würden ca. Mio. Fr. 1.2 betragen, wobei der Aufwand 

unabhängig vom Wasserverbrauch sei. Sie erhebe dafür eine jährliche 

Pauschalgebühr von 0.4%o, ab 1. Januar 2012 0.35%o des 

Gebäudeversicherungsneuwertes. Die Abwasserbeseitigung mit 

Kanalisationsnetz und ARA verursache jährliche Betriebskosten von ca. Mio. Fr. 

1.4. Rund 90% davon charakterisierten sich als Bereitstellungskosten, d. h. 

dass sie verbrauchsunabhängig anfallen würden. Hier erhebe sie eine 

pauschale Benützungsgebühr von 0.5%o des 

Gebäudeversicherungsneuwertes. Die Beschwerdeführer würden nicht 

angeben, ob sie eine verwaltungsgerichtliche (Art. 49 ff. VRG) oder eine 

verfassungsrechtliche (Art. 57 ff. VRG) Beschwerde erheben würden. Mangels 

aufsichtsrechtlicher Kompetenzen des Verwaltungsgerichtes könne es 

jedenfalls nicht die Gemeinde verpflichten, ihre Gesetze abzuändern, sodass 

auf Ziff. 2 lit. b der Anträge nicht eingetreten werden könne. Immerhin würden 

die Beschwerdeführer durchwegs grössere Liegenschaften mit zum Teil 

mehreren Wohnungen und Bruttogeschossflächen (BGF) zwischen 200 und 

400 m2 bzw. Neuschätzungswerten 2011 zwischen Mio. Fr. 1.7 und 2.051 

besitzen. Unter Verweis auf VGU A 04 65 und auf die Tatsache, dass bei der 

Wasserversorgung nur Bereitstellungskosten ohne Bezug zum tatsächlichen 

Verbrauch anfallen würden, erweise sich der Gebäudeversicherungsneuwert 

als taugliche Grundlage für die Berechnung der entsprechenden Gebühren, 

zumindest solange er die Grösse der Liegenschaften und damit das Ausmass 

ihrer möglichen Nutzung zum Ausdruck bringe. Die gleichen Überlegungen 

würden sich auch bei den Abwassergebühren ergeben, wobei dort ca. 10% der 

Kosten verbrauchsabhängig seien, weshalb diesbezüglich allenfalls eine 

Verletzung des Verursacherprinzips gegeben sein könnte. Indes unterstehe 

auch die Gebührenerhebung dem Gebot der Sparsamkeit und 

Verhältnismässigkeit, weshalb eine Installation von Wasserzählern nur um 10% 

der anfallenden Kosten zu verteilen sich nicht lohne und auf jeden Fall durch 

die Eigentümer zu tragen wäre.

4. In ihrer Replik wiesen die Beschwerdeführer darauf hin, dass im Hinblick auf 

Art. 62 VRG dem Verwaltungsgericht die Kompetenz zustehe, die erforderlichen 

Anordnungen wie eben Gesetzesanpassungen zu treffen. Die Gemeinde werde 

bei Gutheissung auch der verwaltungsrechtlichen Beschwerde nicht umhin 

kommen, ihre Gesetzesgrundlagen von sich aus anzupassen. Die 

Gerichtspraxis verlange zwischen 25% und 50% Mengengebühr unabhängig 

davon, ob die Gemeinde in ihren Rechnungen nur Fixkosten ausweisen könne 

oder nicht. 

5. In ihrer Duplik bestätigte die Gemeinde, die aktuellste Gerichtspraxis bezüglich 

Aufteilung der Grund- und der verbrauchsabhängigen wiederkehrenden 

Gebühren zu kennen. Diese könne sich aber nur auf variable Kosten der 

Gemeinde selber beziehen, welche bei der Wasserversorgung bei 0 und bei der 

Kanalisation bei 10% liegen würden, deren Umverteilung auch gemäss den 

beigelegten Varianten nicht zu spürbaren Betragsänderungen führen würde. 

Der beantragte Augenschein werde auch klar zeigen, dass der 

Gebäudeversicherungswert in den konkreten Fällen das Potential der Nutzung 

der Infrastrukturanlagen (Anzahl Nasszellen, Toiletten, Wasserhähne usw.) 

durchaus richtig wiedergebe.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt ist hier der Entscheid vom 15. November 2011, worin die 

Gemeinde die Frischwasser- und Abwassergebühren gegenüber vier 

Liegenschaftsbesitzern für die Jahre 2008-2010 und in drei Fällen für das Jahr 

2011 einzig aufgrund des jeweiligen Gebäudeversicherungswertes ermittelte 

und mit Zahlungsfrist [innert 30 Tagen] in Rechnung stellte. 

Beschwerdegegenstand bildet dabei die Grundsatzfrage, ob die Vorinstanz auf 

eine korrekte Bemessungsbasis (mit Fixkosten) abstellte oder ob sie verpflichtet 

gewesen wäre, eine differenzierte Methode anzuwenden. In formeller Hinsicht 

gilt es vorab zu klären, ob das Gericht von einer verwaltungsgerichtlichen 

Beschwerde im Sinne von Art. 49 ff. des Verwaltungsrechtspflegegesetzes 

(VRG) oder - wie in Ziff. 2 des Rechtsbegehrens der Beschwerdeführer 

sinngemäss mittels Feststellungsantrages dargetan – von einer 

Verfassungsbeschwerde nach Art. 57 ff. VRG auszugehen hat.  

2. a) Vorliegend stammen die massgebenden kommunalen rechtlichen Grundlagen 

noch aus dem vorangegangenen Jahrhundert (so das 

Wasserversorgungsreglement [WVR] vom 2. Dezember 1984 samt zugehöriger 

Ausführungsbestimmungen [AWVR] vom 8. März 1985 sowie das 

Kanalisations- und Entwässerungsgesetz [KEG] vom 6. Dezember 1987, mit 

Teilrevision am 2. Juni 1991, einschliesslich zugehöriger 

Ausführungsbestimmungen [AKEG] vom 21. August 1987). Nachdem aber für 

Verfassungsbeschwerden gemäss Art. 60 Abs. 1 VRG eine 30-tätige Frist 

(Anfechtung von rechtsetzenden Erlassen ab Mitteilung des 

Genehmigungsbeschlusses) bzw. nach Art. 60 Abs. 2 VRG eine 10-tätige Frist 

(Anfechtung von Abstimmungen und Wahlen) gilt, kann auf eine solche 

Beschwerde hier – infolge verpasster Anfechtungsfristen - zum vornherein gar 

nicht mehr eingetreten werden. Gegenstand der Beschwerde können demnach 

nur der angefochtene Gemeindevorstandsentscheid vom 15. November 2011 

samt der ihm zugrundeliegenden einzelnen Rechungsstellungen für Wasser 

und Abwasser für die Jahre 2008-2011 bilden, was den Rechtsbegehren in Ziff. 

1, 3 und 4 der Beschwerdeschrift entspricht. Die in Ziff. 2a und 2b gestellten 

Anträge können demgegenüber wegen Verspätung nicht mehr näher behandelt 

werden, weshalb das Gericht insofern nicht auf die (sinngemäss) geltend 

gemachte Verfassungsbeschwerde eintritt. 

b) Bei der Überprüfung des angefochtenen Gemeindevorstandsentscheids 

einschliesslich der diesem zeitlich vorangegangenen Gebührenrechnungen 

kann indessen natürlich auf Grund der konkreten Normenkontrolle im Rahmen 

einer verwaltungsgerichtlichen Beschwerde nach Art. 49 ff. VRG beurteilt 

werden, ob die dafür massgebenden Rechtsgrundlagen den 

verfassungsmässigen Grundsätzen und dem übergeordneten Bundes- und 

kantonalen Recht entsprechen. Nachdem es dabei zweifelsfrei um rein 

rechtliche Aspekte und Fragen geht, kann auf die Durchführung des durch die 

Gemeinde in der Duplik beantragten Augenscheins verzichtet werden.    

3. a) Materiell sind zunächst die einschlägigen Gesetzesbestimmungen und die dazu 

entwickelte Rechtsprechung des Bundesgerichts sowie des 

Verwaltungsgerichts Graubünden in Erinnerung zu rufen. Das in Art. 74 Abs. 2 

der Bundesverfassung (BV) verankerte Verursacherprinzip legt fest, dass 

derjenige der schädliche Einwirkungen auf die Umwelt verursacht, auch die 

Kosten für deren Beseitigung zu tragen hat. Nach Art. 32a Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über den Umweltschutz (USG) sorgen die Kantone dafür, dass 

die Kosten für die Entsorgung der Siedlungsabfälle, soweit sie ihnen übertragen 

ist, mit Gebühren oder anderen Abgaben den Verursachern überbunden 

werden. Bei der Ausgestaltung der Abgaben werden u.a. die Art und die Menge 

des zu entsorgenden Abfalls berücksichtigt (lit. a). Laut Art. 60a Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über den Gewässerschutz (GSchG) sorgen die Kantone dafür, 

dass die Kosten für Bau, Betrieb, Unterhalt, Sanierung und Ersatz der 

Abwasseranlagen, die öffentlichen Zwecken dienen, mit Gebühren oder 

anderen Abgaben den Verursachern überbunden werden. Bei der 

Ausgestaltung der Abgaben sind besonders auch die Art und die Menge des 

erzeugten Abwassers zu berücksichtigen (lit. a). Auf Kantonsebene wird in Art. 

39 des Gemeindegesetzes (GG) bestimmt: Die Gemeinde deckt ihren 

Finanzbedarf speziell aus Steuern, Vermögenserträgen sowie Beiträgen und 

Gebühren (Abs. 1). Die Steuern sind so festzulegen, dass der Finanzhaushalt 

der Gemeinde auf die Dauer ausgeglichen bleibt. Besondere Leistungen sind 

soweit möglich und zumutbar verursachergerecht durch Kausalabgaben zu 

finanzieren. Ausgaben dürfen dabei nur soweit getätigt werden, wie sie nötig 

und wirtschaftlich tragbar sind (Abs. 2). In Art. 6 des kantonalen 

Einführungsgesetzes zum GSchG (KGSchG) wird unter dem Titel 

„Verursacherprinzip“ nochmals betont, dass derjenige – der Massnahmen nach 

dem KGSchG oder dem GschG verursacht – die Kosten dafür zu tragen hat. 

Laut Art. 44 KGSchG sind die Gemeindeerlasse innert fünf Jahren nach 

Inkraftreten des KGSchG (am 1. Oktober 1997) den neuen 

Gewässerschutzvorschriften anzupassen (Modifikationspflicht somit spätestens 

bis Ende 2002).  

b) Die Gemeinde stellt sich im konkreten Fall offensichtlich auf den Standpunkt, 

dass ein Systemwechsel von der bisher – gestützt auf die von ihr zitierten 

Bestimmungen des WVR und KEG aus den 80-iger Jahren – angewandten 

Bemessungsmethode einzig nach dem Gebäudewert zu einer „gemischten 

Erfassungsvariante“ (feste Grundgebühr in Kombination mit tatsächlichem 

Wasser- und Abfallverbrauch) unverhältnismässigen Mehraufwand für sie (da 

Installation von Wasseruhren und Verbrauchszählern überall erforderlich) als 

auch gar übermässige bzw. unnötige Mehrkosten für die meisten Haus- und 

Wohnungsbesitzer nach sich ziehen würde. Dieser Auffassung kann sich das 

Gericht nicht anschliessen. Wie das angerufene Verwaltungsgericht als auch 

das Bundesgericht im Zusammenhang mit der Einführung von Mischvarianten 

(verbraucherunabhängige Grund-/Sockelgebühr plus mengenabhängige 

Verbrauchertaxe) festhielt, vermag nur ein solch differenziertes 

Erfassungssystem verfassungsrechtlich zu überzeugen, weil dem 

Verursacherprinzip durch die Einführung einer variablen Komponente 

(Verbrauchs-/Mengengebühr) Rechnung getragen wird, während dies einzig mit 

einer starren und zu verallgemeinernden Objektpauschale gestützt auf den 

Gebäudeversicherungsneuwert nicht erreicht wird (vgl. PVG 2011 Nr. 16, 2002 

Nr. 26, 2001 Nr. 24, 1996 Nr. 82, 1993 Nr. 71; BGE 129 I 290 ff.). Was die 

Berücksichtigung des Gebäudeversicherungsneuwertes zur Ermittlung der 

Grund-/Sockelgebühr betrifft, hat die höchstrichterliche Rechtsprechung schon 

mehrfach ausgeführt: “Der Gebäudeversicherungswert ist für die Festsetzung 

der Grundgebühr solange ein vertretbares Kriterium, als er die Grösse der 

Liegenschaft und damit das Ausmass deren möglicher Nutzung zum Ausdruck 

bringt, von der auch die mutmassliche (wahrscheinliche oder maximal zu 

erwartende) Inanspruchnahme der öffentlichen Versorgungs- und 

Entsorgungseinrichtungen abhängt, die durch eine Grundgebühr – als 

Bereitstellungsgebühr – pauschal abgegolten werden darf“ (BG-Urteil 

2P.266/2003 vom 5. März 2004 E. 3.3 am Ende; URP 1997 S. 39 ff., E. 4b und 

4c). Bereits in BGE 128 I 52 E. 4 wurde indessen festgehalten, dass das aus 

Art. 8 und 9 BV abgeleitete „Äquivalenzprinzip“ verletzt sei, wenn für die 

Bemessung der jährlich erhobenen Abwassergebühr in keiner Weise auf die 

Verbrauchswassermenge abgestellt werde. Nach dem Äquivalenzprinzip darf 

eine Gebühr nicht in einem offensichtlichen Missverhältnis zum objektiven Wert 

der bezogenen Leistung stehen und sie muss sich in vernünftigen Grenzen 

bewegen (BGE 132 II 375 E. 2.1). Daneben gilt es das „Verursacherprinzip“ zu 

beachten, welches laut Art. 60a GSchG verlangt, dass speziell auch bei der 

Bemessung von periodischen Benützungsgebühren die produzierte 

Abwassermenge zu berücksichtigen sei (vgl. BG-Urteil 2P.53/2007 vom 22. 

Juni 2007 E. 2.2; zum „Kostendeckungsprinzip“ vgl. BG-Urteil 2C_644/2009 

vom 16. August 2010 E. 4). Die Darstellung der Vorinstanz, wonach die 

strittigen Gebühren ausschliesslich und allein anhand des fixen 

Gebäudeversicherungswerts festgelegt werden dürften, geht demnach schon 

im Grundsatz eindeutig fehl und ist daher unhaltbar.

c) Eine andere Frage ist, inwiefern die Vorinstanz bei den angefochtenen 

Rechnungen 2008-2011 betreffend Frischwasser- und Abwassergebühren 

überhaupt auf das noch nicht gesetzlich verankerte Mischsystem (bestehend 

aus: Grund- und Verbrauchsgebühr) Bezug nehmen kann. Wie das 

Verwaltungsgericht in einem früheren Urteil vom 7. Januar 2005 (vgl. VGU A 04 

79 E. 3d; erst kürzlich wieder bestätigt in VGU A 11 45-47) erwog, muss die 

Erhebung der Grundgebühr immer in einem vernünftigen bzw. ausgewogenen 

Verhältnis zur Verbrauchsgebühr stehen, da sonst hauptsächlich dem 

Verursacherprinzip nicht bzw. meist nur ungenügend Rechnung getragen 

würde. Aufgrund dieser Erkenntnis wurde im besagten Urteil im Sinne einer 

Faustregel bestimmt, dass die Höhe der Grundgebühr zwischen 50-75% und 

diejenige der Mengengebühr zwischen 50-25% liegen sollte, um ein adäquates 

Verhältnis zwischen diesen beiden Abgabetypen zu garantieren. Auf die 

Einhaltung dieser Grenzwerte sind die einzelnen Rechnungen noch zu 

kontrollieren, um so über ihre Rechtmässigkeit/Haltbarkeit bzw. allfällige 

Anpassungen befinden zu können. 

d) Die soeben zitierten Gesetzesbestimmungen (vorne E. 3a), die angeführte 

Rechtsprechung und die zitierten Grundsätze im Abgabenrecht (E. 3b), sowie 

deren konkrete Handhabung in der Praxis (E. 3c) lassen keinerlei Zweifel offen, 

dass für jährlich wiederkehrende Gebührenabgaben unverzichtbar eine 

Aufteilung zwischen Grund- und Verbrauchsgebühren zu erfolgen hat und 

deren Verhältnis mindestens 50% zu 50% bzw. maximal 75% zu 25% zu 

betragen hat. Diese Parameter müssen sowohl generell über alle 

Gebührenrechnungen als auch konkret grundsätzlich bei jeder einzelnen 

Rechnungsstellung eingehalten werden. Die mehrmals durch die Gemeinde 

wiederholte Auffassung, dass die Verbrauchsgebühren nur den variablen Teil 

ihrer Betriebskosten betreffen können, ist somit offenkundig falsch. Das vom 

übergeordneten Recht zwingend vorgeschriebene Verursacher-, Äquivalenz- 

und Kostendeckungsprinzip muss von der Vorinstanz vielmehr gegenüber 

jedem Wasserbezüger bzw. Abwasserlieferer respektiert werden und dies 

grundsätzlich unabhängig davon, wie sich die entsprechende kommunale 

Betriebsrechnung zusammensetzt. Lediglich so kann auch das höherrangige 

und anzustrebende Ziel erreicht werden, dass sich der Konsument 

gewässerschutz- und umweltrechtlich möglichst korrekt verhält. Schon deshalb 

ist der angefochtene Gemeindevorstandsentscheid samt der ihm zugrunde 

liegenden Rechnungsstellungen aufzuheben. Die fraglichen Rechnungen sind 

zumindest auf eine vertretbare Grundgebühr von höchstens ca. 70% (so 

bereits: VGU A 11 45-47) der erhobenen Beiträge festzulegen. Eine derartige 

Übergangslösung drängt sich schon aus Gründen der rechtsgleichen 

Behandlung aller Gebührenpflichtigen in der Gemeinde auf. Im Übrigen haben 

die Beschwerdeführer selbst nicht einen gänzlichen Verzicht auf die 

Gebührenerhebung für die bezogenen Leistungen (2008-2011) beantragt, 

sondern zu Recht lediglich die Festlegung ihrer Gebühren unter Beachtung des 

Verursacher-, Äquivalenz- und Kostendeckungsprinzips (vgl. Ziff. 3 ihres 

Rechtsbegehrens). 

Für die Erhebung verbrauchsabhängiger Gebühren (Anteil ca. 30%) hat die 

Gemeinde bisher aber überhaupt noch keine gesetzliche Grundlage.

e) Zusammengefasst ergibt sich, dass die Beschwerde – soweit darauf 

eingetreten werden kann (vgl. vorn E. 2a) – gutgeheissen wird, was zur 

Aufhebung des angefochtenen Gemeindevorstandsentscheids vom 15. 

November 2011 (samt der diesem zugrunde liegenden Rechungsverfügungen 

vom 27. Oktober 2011) führt. Die Gemeinde ist aber ermächtigt, gegenüber den 

Beschwerdeführern für die Jahre 2008-2011 Grundgebühren im Rahmen von 

maximal 70% zu erheben. Die Rechtsbegehren in Ziff. 1, 3 und 4 werden somit 

geschützt und die Sache zur Neubeurteilung sowie modifizierten 

Rechnungsstellung an die Vorinstanz zurückgewiesen.  

4. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten gestützt auf Art. 

73 Abs. 1 VRG der Gemeinde aufzuerlegen. Diese hat die anwaltlich 

vertretenen und obsiegenden Beschwerdeführer gemäss Art. 78 Abs. 1 VRG 

überdies aussergerichtlich noch angemessen zu entschädigen. Es kann dabei 

auf die Honorarnote des Rechtsanwalts der Beschwerdeführer vom 4. Juli 2012 

verwiesen und diese unverändert übernommen werden. Die 

Beschwerdegegnerin hat den Beschwerdeführern demzufolge noch eine 

Parteientschädigung von insgesamt Fr. 6‘242.40 (zusammengesetzt aus: 21.9 

Arbeitsstunden à Fr. 250.--/Std. [Fr. 5‘475.--] plus Barauslagen [Fr. 305.--] und 

zuzüglich 8% Mehrwertsteuer [Fr. 462.40]) zu bezahlen.   

Demnach erkennt das Gericht:

1. Soweit darauf eingetreten werden kann, wird die Beschwerde gutgeheissen. 

Der angefochtene Entscheid wird samt Gebührenrechnungen aufgehoben und 

die Angelegenheit an die Gemeinde ... zur Festlegung der Gebühren unter 

Beachtung der in den Erwägungen erwähnten Grundsätze zurückgewiesen.   

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 4‘000.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 266.--

zusammen Fr. 4‘266.--

gehen zulasten der Gemeinde … und sind innert 30 Tagen seit Zustellung dieses 

Entscheids an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, zu 

bezahlen.

3. Die Gemeinde hat … (1) und Mitbeteiligte (2-4) zudem aussergerichtlich mit 

insgesamt Fr. 6‘242.40 (inkl. MWST) zu entschädigen. 

Dagegen Beschwerde an Bundesgericht noch hängig.