# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5b54d330-11de-52df-a715-022cd91c941e
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-06-10
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Verwaltungsgericht 10.06.2024 WBE.2024.62
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_006_WBE-2024-62_2024-06-10.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht 

2. Kammer 

 

WBE.2024.62 / jr / wm  
ZEMIS [***] (E.2023.095)  

Art. 34 

 

Urteil vom 10. Juni 2024 
 
 

Besetzung  Verwaltungsrichter Busslinger, Vorsitz   

Verwaltungsrichter Clavadetscher 

Verwaltungsrichter Ch. Huber 

Gerichtsschreiberin Roder 

 

 
   

Beschwerde-

führer  

 A._____, von der Türkei 

vertreten durch lic. iur. Semsettin Bastimar, Rechtsanwalt, 

Zähringerstrasse 51, 8001 Zürich    

 

gegen 

 

  Amt für Migration und Integration Kanton Aargau, Rechtsdienst, 

Bahnhofplatz 3C, 5001 Aarau    

 

 
 

   

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend Nichtverlängerung der 

Aufenthaltsbewilligung und Wegweisung 

 

Entscheid des Amtes für Migration und Integration vom 17. Januar 2024 

  

 - 2 - 

 

 

 
   

Das Verwaltungsgericht entnimmt den Akten: 

 

A. 

Nachdem der Beschwerdeführer erstmals 2012 illegal in die Schweiz ein-

gereist war, wurde er zwischen 2013 und 2016 insgesamt fünf Mal wegen 

rechtswidriger Einreise, rechtswidrigen Aufenthalts und Erwerbstätigkeit 

ohne Bewilligung strafrechtlich belangt (Akten des Amtes für Migration und 

Integration [MI-act.] 136, 193 ff.), verbüsste diesbezüglich vom 27. April 

2016 bis zum 23. November 2016 eine Freiheitsstrafe (MI-act. 13 ff.), er-

wirkte gegen sich ein bis zum 24. Juli 2022 gültiges Einreiseverbot und 

reiste am 16. August 2020, nach erfolglosem Versuch, eine Schweizerin zu 

heiraten, aus der Schweiz aus (MI-act. 306 f., 6).  

 

Am 18. August 2020 heiratete er in der Türkei die in der Schweiz nieder-

lassungsberechtigte Landsfrau B._____, geb. tt.mm.jjjj, reiste am 18. Mai 

2022 in die Schweiz ein, nachdem das Staatssekretariat für Migration 

(SEM) das Einreiseverbot gelöscht hatte, und erhielt durch das Amt für Mig-

ration und Integration Kanton Aargau (MIKA) am 17. Juni 2022 im Rahmen 

des Familiennachzugs eine Aufenthaltsbewilligung zum Verbleib bei seiner 

Ehegattin (MI-act. 676, 685, 690). 

 

Der Beschwerdeführer wurde mit Urteil des Tribunal de police du Littoral et 

du Val-de-Travers, Boudry, vom 25. Oktober 2022 wegen im Jahr 2018 be-

gangener Widerhandlungen gegen das Bundesgesetz über die Auslände-

rinnen und Ausländer und über die Integration vom 16. Dezember 2005 

(Ausländer- und Integrationsgesetz, AIG; SR 142.20) zu einer unbedingten 

Geldstrafe von 100 Tagessätzen zu Fr. 15.00 und mit Strafbefehl der 

Staatsanwaltschaft des Kantons Zug vom 23. März 2023 wegen mehrfa-

chem geringfügigem Erschleichen einer Leistung sowie mehrfacher Wider-

handlung gegen das Personenbeförderungsgesetz, begangen im Septem-

ber und Oktober 2022, zu einer Busse von Fr. 350.00 verurteilt (MI-

act. 755, 712 f.). 

 

Die Ehefrau des Beschwerdeführers orientierte das MIKA zunächst telefo-

nisch und anschliessend mit E-Mail vom 30. August 2022 über die Tren-

nung der Ehepartner (MI-act. 691) und die Einwohnerkontrolle der Ge-

meinde Q._____ informierte das MIKA am 29. März 2023 über den Wegzug 

des Beschwerdeführers nach R._____ (MI-act. 714), wobei dieser am 

1. Mai 2023 wieder in S._____ Wohnsitz nahm (MI-act. 723).  

 

Aufgrund der Aufgabe des ehelichen Zusammenlebens stellte das MIKA 

dem Beschwerdeführer mit Schreiben vom 8. Mai 2023 die 

Nichtverlängerung seiner inzwischen abgelaufenen Aufenthaltsbewilligung 

und die Wegweisung aus der Schweiz in Aussicht und gewährte ihm das 

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rechtliche Gehör (MI-act. 715 f.). Der Beschwerdeführer nahm mit Eingabe 

seines Rechtsvertreters vom 29. August 2023 Stellung (MI-act. 747 ff.). 

 

Am 6. Oktober 2023 verfügte das MIKA die Nichtverlängerung der am 

31. Mai 2023 abgelaufenen Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers 

und wies diesen unter Ansetzung einer Ausreisefrist von 30 Tagen ab 

Rechtskraft der Verfügung aus der Schweiz und dem Schengenraum weg 

(MI-act. 757 ff.). 

 

B. 

Gegen die Verfügung des MIKA vom 6. Oktober 2023 liess der Beschwer-

deführer mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 9. November 2023 beim 

Rechtsdienst des MIKA (Vorinstanz) Einsprache erheben (MI-act. 765 ff.).  

 

Am 17. Januar 2024 erliess die Vorinstanz folgenden Einspracheentscheid 

(act. 1 ff.): 

 

1. 
Die Einsprache wird abgewiesen.  
 
2.  
Es werden keine Gebühren erhoben.  
 
3. 
Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.  

 

Auf die Begründung wird, soweit erforderlich, in den folgenden Erwägungen 

eingegangen. 

 

C. 

Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 16. Februar 2024 erhob der Be-

schwerdeführer beim Verwaltungsgericht des Kantons Aargau (Verwal-

tungsgericht) gegen den Einspracheentscheid Beschwerde und stellte fol-

gende Anträge (act. 12 ff.): 

 

1. 
Es sei der angefochtene Einspracheentscheid aufzuheben und in der 
Folge anzuordnen, dass das Migrationsamt die Aufenthaltsbewilligung des 
Beschwerdeführers verlängert. 
 
2. 
Eventualiter sei der angefochtene Einspracheentscheid aufzuheben und in 
der Folge anzuordnen, dass das Migrationsamt dem Beschwerdeführer 
eine Aufenthaltsbewilligung gestützt auf Art. 30 Abs. 1 Bst. b i.V.m. Art. 31 
VZAE erteilt. 
 
3. 
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zuzüglich MWST 8.1 %) zu 
Lasten des Beschwerdegegners. 

 

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Die Begründung ergibt sich, soweit erforderlich, aus den nachstehenden 

Erwägungen. 

 

Nach Eingang des Kostenvorschusses hielt die Vorinstanz an ihren Erwä-

gungen fest, beantragte die Abweisung der Beschwerde und reichte auffor-

derungsgemäss die Akten ein (act. 26 ff., 32). 

 

Das Verwaltungsgericht hat den Fall auf dem Zirkularweg entschieden (vgl. 

§ 7 des Gerichtsorganisationsgesetzes vom 6. Dezember 2011 [GOG; 

SAR 155.200]). 

 

 
   

Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

 

I. 

1.  

Einspracheentscheide des MIKA können innert 30 Tagen seit Zustellung 

mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht weitergezogen werden (§ 9 

Abs. 1 des Einführungsgesetzes zum Ausländerrecht vom 25. November 

2008 [EGAR; SAR 122.600]). Beschwerden sind schriftlich einzureichen 

und müssen einen Antrag sowie eine Begründung enthalten; der angefoch-

tene Entscheid ist anzugeben, allfällige Beweismittel sind zu bezeichnen 

und soweit möglich beizufügen (§ 2 Abs. 1 EGAR i.V.m. § 43 des Gesetzes 

über die Verwaltungsrechtspflege vom 4. Dezember 2007 [Verwaltungs-

rechtspflegegesetz, VRPG; SAR 271.200]). 

 

Nachdem sich die Beschwerde gegen den Einspracheentscheid der 

Vorinstanz vom 17. Januar 2024 richtet, ist die Zuständigkeit des Verwal-

tungsgerichts gegeben. Auf die frist- und formgerecht eingereichte Be-

schwerde ist einzutreten. 

 

2.  

Unter Vorbehalt abweichender bundesrechtlicher Vorschriften oder Be- 

stimmungen des EGAR können mit der Beschwerde an das Verwaltungs-

gericht einzig Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung oder 

Missbrauch des Ermessens, und unrichtige oder unvollständige Feststel-

lung des rechtserheblichen Sachverhaltes gerügt werden. Die Ermessens-

überprüfung steht dem Gericht jedoch grundsätzlich nicht zu (§ 9 Abs. 2 

EGAR; vgl. auch § 55 Abs. 1 VRPG). Schranke der Ermessensausübung 

bildet das Verhältnismässigkeitsprinzip (vgl. BENJAMIN SCHINDLER, in: MAR-

TINA CARONI/THOMAS GÄCHTER/DANIELA THURNHERR [Hrsg.], Stämpflis 

Handkommentar zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Auslän-

der [AuG], Bern 2010, N. 7 zu Art. 96 AuG mit Hinweisen). In diesem Zu-

sammenhang hat das Verwaltungsgericht gemäss bundesgerichtlicher 

Rechtsprechung insbesondere zu klären, ob die Vorinstanz die gemäss 

Art. 96 AIG relevanten Kriterien (öffentliche Interessen, persönliche 

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Verhältnisse, Integration) berücksichtigt hat und ob diese rechtsfehlerfrei 

gewichtet wurden (vgl. BENJAMIN SCHINDLER, a.a.O., N. 9 zu Art. 96 AuG). 

Schliesslich ist im Rahmen einer Gesamtbetrachtung zu entscheiden, ob 

die getroffene Massnahme durch ein überwiegendes öffentliches Interesse 

gerechtfertigt erscheint (sog. Verhältnismässigkeit im engeren Sinn). 

 

II. 

1.  

1.1.  

Aufenthaltsbewilligungen sind befristet und erlöschen mit Ablauf ihrer Gül-

tigkeitsdauer (Art. 33 Abs. 3 i.V.m. Art. 61 Abs. 1 lit. c AIG). Die Nichtver-

längerung einer Aufenthaltsbewilligung setzt einen Nichtverlängerungs-

grund voraus, welcher in einem Widerrufsgrund nach Art. 62 Abs. 1 AIG 

bestehen oder sich aus einer ständigen, rechtsgleich gehandhabten Praxis 

des MIKA ergeben kann. Die dem Beschwerdeführer erteilte Aufenthalts-

bewilligung wurde einzig zum Zweck und gleichsam unter der Bedingung 

des ehelichen Zusammenlebens erteilt. Leben die Ehegatten nicht mehr 

zusammen, wird die Bedingung nicht mehr eingehalten und ist der Nicht-

verlängerungsgrund von Art. 62 Abs. 1 lit. d AIG erfüllt. Unter dem Vorbe-

halt, dass sich die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung als ver-

hältnismässig erweist und dass der betroffenen Person nicht aus anderen 

Gründen der weitere Aufenthalt in der Schweiz zu gestatten ist, ist die Auf-

enthaltsbewilligung zu widerrufen bzw. nicht zu verlängern und ist eine 

Wegweisung zu verfügen (Entscheid des Verwaltungsgerichts 

WBE.2021.346 vom 28. März 2022, Erw. II/2). 

 

1.2.  

Die Vorinstanz hat im angefochtenen Entscheid zutreffend dargelegt, dass 

sich der Beschwerdeführer nicht mehr auf Art. 43 AIG berufen kann, auch 

nicht in Verbindung mit Art. 49 AIG. Der Beschwerdeführer wohnt seit Ende 

August 2022 nicht mehr mit seiner Ehefrau zusammen, womit ein direktes 

Berufen auf Art. 43 AIG auf jeden Fall nicht mehr zur Diskussion steht.  

 

Entgegen den Vorbringen des Beschwerdeführers sind auch die 

Voraussetzungen von Art. 49 AIG, wonach ausnahmsweise vom 

Erfordernis des Zusammenlebens abgesehen werden kann, nicht erfüllt. 

Die erheblichen familiären Probleme gemäss Art. 76 der Verordnung über 

Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit vom 24. Oktober 2007 (VZAE; 

SR 142.201), auf die sich der Beschwerdeführer beruft, können zwar 

wichtige Gründe für eine Ausnahme vom Erfordernis des Zusammenlebens 

darstellen. Auch sie erlauben aber nur eine vorübergehende Trennung 

(Art. 76 VZAE, MARC SPESCHA, in: MARC SPESCHA/ANDREAS ZÜND/PETER 

BOLZLI/CONSTANTIN HRUSCHKA/FANNY DE WECK [Hrsg.], Kommentar 

Migrationsrecht, 5. Aufl., Zürich 2019, N. 2 ff. zu Art. 49 AIG). Zudem setzt 

Art. 49 AIG voraus, dass die Familiengemeinschaft und der Ehewille trotz 

Trennung weiter bestehen (Urteil des Bundesgerichts 2C_739/2021 vom 

 - 6 - 

 

 

27. Januar 2022, Erw. 3.1 mit weiteren Hinweisen). Der Beschwerdeführer 

lebt seit Ende August 2022 und damit seit einem Jahr und neun Monaten 

von seiner Ehefrau getrennt. Ein Getrenntleben dieser Dauer kann nicht 

mehr als vorübergehend bezeichnet werden (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 2C_1085/2015 vom 23. Mai 2016, Erw. 3.3) und könnte 

nur unter besonderen Umständen, namentlich bei belegten Besuchen einer 

Ehetherapie oder anderen nachgewiesenen Versöhnungsbemühungen wie 

gemeinsamen Ferien, noch unter Art. 49 AIG subsumiert werden 

(SPESCHA, a.a.O., N. 4 zu Art. 49 AIG). Entsprechendes wird vom 

Beschwerdeführer nicht dargetan und lässt sich auch dem als 

Beschwerdebeilage 3 ins Recht gelegten Auszug eines Messenger-

Dienstes, welcher einen kurzen Austausch des Beschwerdeführers mit 

seiner Ehefrau zeigen soll und vom 1. Februar 2024 datiert (act. 24 f.), nicht 

entnehmen. Andere Belege werden nicht substanziiert vorgebracht und 

ergeben sich auch nicht aus den Akten. Vor diesem Hintergrund und 

angesichts dessen, dass die Ehefrau im Schreiben vom 18. Oktober 2022, 

auf das sich der Beschwerdeführer selbst beruft, angibt, ihr Ehewille sei 

erloschen (MI-act. 707), sind die Voraussetzungen von Art. 49 AIG zu 

verneinen.  

 

1.3.  

Die Vorinstanz hat weiter zutreffend ausgeführt, dass die Voraussetzungen 

für die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung gestützt auf Art. 50 Abs. 1 

lit. a AIG nicht erfüllt sind, da der Beschwerdeführer lediglich vom 18. Mai 

2022 bis Ende August 2022 und damit weit weniger als drei Jahre mit seiner 

Ehefrau in der Schweiz zusammengelebt hat. Dies wird seitens des Be-

schwerdeführers auch nicht bestritten, womit sich weitere Ausführungen 

hierzu erübrigen. 

 

1.4.  

Die Vorinstanz hat sodann ausführlich geprüft, ob der Beschwerdeführer 

Anspruch auf Verbleib in der Schweiz hat, weil wichtige persönliche Gründe 

gemäss Art. 50 Abs. 1 lit. b i.V.m. Abs. 2 AIG vorliegen und hat zutreffend 

dargelegt, weshalb kein entsprechender Anspruch besteht. Dass der Be-

schwerdeführer nicht Opfer ehelicher Gewalt wurde und die Ehe auch nicht 

gegen seinen Willen geschlossen wurde, wird nicht bestritten und bedarf 

keiner weiteren Ausführungen. 

 

Bezüglich einer allenfalls fortgeschrittenen Integration in der Schweiz ist 

festzuhalten, dass im Rahmen der Prüfung eines nachehelichen Härtefal-

les lediglich zu berücksichtigen ist, ob und inwiefern sich die betroffene Per-

son während der Dauer des ehelichen Zusammenlebens derart in der 

Schweiz integriert hat, dass ihr eine Rückkehr in ihr Heimatland nicht zu-

mutbar ist. Der Beschwerdeführer lebte lediglich wenige Monate in eheli-

cher Gemeinschaft in der Schweiz, weshalb auszuschliessen ist, dass er 

derart fortgeschritten integriert wäre, dass ihm eine Rückkehr in sein 

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Heimatland nicht zumutbar wäre. Daran ändert auch nichts, wenn sich der 

Beschwerdeführer in der hier gesprochenen Landessprache verständigen 

kann oder eine Arbeitsstelle hat und wirtschaftlich unabhängig ist. 

 

Ebenso wenig liegt ein nachehelicher Härtefall vor, weil die persönliche, 

berufliche oder familiäre Wiedereingliederung des Beschwerdeführers in 

seinem Heimatland stark gefährdet wäre. Wie die Vorinstanz unter Hinweis 

auf das Urteil des Bundesgerichts 2C_241/2018 vom 20. November 2018, 

Erw. 5.2, zutreffend ausgeführt hat, wären im Zusammenhang mit der Be-

urteilung eines nachehelichen Härtefalls nur Umstände von Bedeutung, 

welche sich auf die Ehe und den damit verbundenen Aufenthalt beziehen. 

Solche werden nicht substanziiert geltend gemacht und ergeben sich auch 

nicht aus den Akten. Daran ändert im Zusammenhang mit der Prüfung ei-

nes nachehelichen Härtefalles auch nichts, dass sich der Beschwerdefüh-

rer früher in der Schweiz aufgehalten hatte, oder dass die Ehe bereits im 

Jahr 2020 geschlossen wurde. Die Vorinstanz hat den früheren, nicht ord-

nungsgemässe Aufenthalt unter Verweis auf die bundesgerichtliche Recht-

sprechung korrekterweise nicht an die in der Schweiz verbrachte Aufent-

haltszeit angerechnet (richtig BGE 137 II 10) und von einem allenfalls zu 

berücksichtigenden, im Ausland erfolgten ehelichen Zusammenleben kann 

keine Rede sein. 

 

In der Folge hat die Vorinstanz richtigerweise geprüft, ob unter Berücksich-

tigung der Kriterien von Art. 31 Abs. 1 VZAE wichtige Gründe für einen wei-

teren Aufenthalt in der Schweiz sprechen. Mit der Vorinstanz ist festzuhal-

ten, dass ein tadelloses Verhalten (welches beim Beschwerdeführer in An-

betracht seiner in lit. A hievor dargestellten Straffälligkeit nicht vorbehaltlos 

zu bejahen ist), eine wirtschaftliche Unabhängigkeit und die während des 

kurzen ehelichen Zusammenlebens in der Schweiz geknüpften sozialen 

Kontakte als wichtige persönlichen Gründe für einen weiteren Aufenthalt in 

der Schweiz nicht genügen. Ebenso wenig sprechen die familiären Verhält-

nisse für einen weiteren Aufenthalt in der Schweiz. Der Beschwerdeführer 

macht auch keine relevanten familiären Beziehungen in der Schweiz gel-

tend. Dass der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr in sein Heimatland in 

wirtschaftlicher Hinsicht nicht gleich gute Bedingungen vorfindet wie in der 

Schweiz, bedeutet praxisgemäss nicht, dass deshalb auf einen schwerwie-

genden persönlichen Härtefall zu schliessen wäre, da davon sämtliche in 

der Türkei wohnhaften Personen betroffen sind und der Beschwerdeführer 

nicht darlegt, inwiefern er deshalb überdurchschnittliche Nachteile erleiden 

würde. Daran ändert auch seine behauptete Unterhaltspflicht gegenüber 

seinen Kindern nichts. Inwiefern er durch die politische Situation in der Tür-

kei übermässig betroffen wäre, legt der Beschwerdeführer zudem nicht dar, 

weshalb sich weitere Ausführungen hierzu erübrigen.  

 

Ein Anspruch auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung gestützt auf Art. 50 

Abs. 1 lit. b AIG besteht unter diesen Umständen nicht. 

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1.5.  

Zu klären bleibt, ob die Voraussetzungen für die Erteilung einer Aufent-

haltsbewilligung im Rahmen eines schwerwiegenden persönlichen Härte-

falles gestützt auf Art. 30 Abs. 1 lit. b AIG erfüllt sind.  

 

Diesbezüglich kann mit der Vorinstanz auf die Prüfung der einschlägigen 

Kriterien im Rahmen der Prüfung eines nachehelichen Härtefalles verwie-

sen werden und ist festzuhalten, dass die Voraussetzungen für die Ertei-

lung einer Aufenthaltsbewilligung im Rahmen eines schwerwiegenden per-

sönlichen Härtefalles gestützt auf Art. 30 Abs. 1 lit. b AIG nicht erfüllt sind.  

 

1.6.  

Nach dem Gesagten ist die Vorinstanz zu Recht davon ausgegangen, dass 

der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf Erteilung einer Aufenthaltsbe-

willigung im Rahmen eines nachehelichen Härtefalls hat und die Voraus-

setzungen für die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung im Rahmen eines 

schwerwiegenden persönlichen Härtefalles nicht erfüllt sind.  

 

2.  

Der Beschwerdeführer bringt in seiner knappen Beschwerde nichts Zusätz-

liches vor, auf das nicht bereits eingegangen worden wäre oder das am 

zutreffenden Entscheid der Vorinstanz etwas ändern könnte. 

 

3.  

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass aufgrund der Aufgabe des eheli-

chen Zusammenlebens ein Nichtverlängerungsgrund vorliegt, der Be-

schwerdeführer weder einen Anspruch auf Erteilung einer Aufenthaltsbe-

willigung nach gescheiterter Ehe hat, noch die Voraussetzungen für die Er-

teilung einer Aufenthaltsbewilligung im Rahmen eines schwerwiegenden 

persönlichen Härtefalls erfüllt sind und auch nichts gegen die Wegweisung 

des Beschwerdeführers aus der Schweiz spricht. Vielmehr ist dem Be-

schwerdeführer eine Rückkehr in sein Heimatland ohne Weiteres zumutbar 

und spricht auch das durch Art. 8 der Konvention zum Schutze der Men-

schenrechte und Grundfreiheiten vom 4. November 1950 (EMRK; 

SR 0.101) geschützte Familien- oder Privatleben, das vorliegend aber nicht 

tangiert ist, nicht gegen eine Rückkehr in sein Heimatland. Die Beschwerde 

ist damit abzuweisen. 

 

III. 

Im Beschwerdeverfahren werden die Verfahrenskosten nach Massgabe 

des Unterliegens und Obsiegens auf die Parteien verlegt (§ 31 Abs. 2 

VRPG). Nachdem der Beschwerdeführer unterliegt, gehen die Kosten des 

verwaltungsgerichtlichen Verfahrens zu seinen Lasten. Ein Parteikostener-

satz fällt ausser Betracht (§ 32 Abs. 2 VRPG). 

 

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Das Verwaltungsgericht erkennt: 

 

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

2. 

Die verwaltungsgerichtlichen Verfahrenskosten, bestehend aus einer 

Staatsgebühr von Fr. 1'200.00 sowie der Kanzleigebühr und den Auslagen 

von Fr. 156.00, gesamthaft Fr. 1'356.00, sind vom Beschwerdeführer zu 

bezahlen. 

 

3. 

Es werden keine Parteikosten ersetzt. 

 

 
   

Zustellung an: 

den Beschwerdeführer (Vertreter, im Doppel) 

die Vorinstanz (mit Rückschein) 

das Staatssekretariat für Migration, 3003 Bern 
 

 

 
   

Rechtsmittelbelehrung 

 

Migrationsrechtliche Entscheide können wegen Verletzung von Bundes-

recht, Völkerrecht, kantonalen verfassungsmässigen Rechten sowie inter-

kantonalem Recht innert 30 Tagen seit der Zustellung mit Beschwerde in 

öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beim Schweizerischen Bun-

desgericht, 1000 Lausanne 14, angefochten werden, soweit nicht eine 

Ausnahme im Sinne von Art. 83 lit. c des Bundesgesetzes über das Bun-

desgericht vom 17. Juni 2005 (Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 173.110) 

vorliegt. Die Frist steht still vom 7. Tag vor bis und mit 7. Tag nach Ostern, 

vom 15. Juli bis und mit 15. August und vom 18. Dezember bis und mit 

2. Januar. Das Bundesgericht tritt auf Beschwerden nicht ein, wenn weder 

das Bundesrecht noch das Völkerrecht einen Anspruch auf die in Frage 

stehende Bewilligung einräumt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

2C_694/2008 vom 25. September 2008). 

 

In allen anderen Fällen können migrationsrechtliche Entscheide wegen 

Verletzung von verfassungsmässigen Rechten innert 30 Tagen seit Zustel-

lung mit der subsidiären Verfassungsbeschwerde beim Schweizeri-

schen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, angefochten werden. 

 

Die unterzeichnete Beschwerde muss das Begehren, wie der Entscheid zu 

ändern sei, sowie in gedrängter Form die Begründung, inwiefern der 

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angefochtene Akt Recht verletzt, mit Angabe der Beweismittel enthalten. 

Der angefochtene Entscheid und als Beweismittel angerufene Urkunden 

sind beizulegen (Art. 82 ff. BGG bzw. Art. 113 ff. BGG). 

 

 
   

 

Aarau, 10. Juni 2024 

 

Verwaltungsgericht des Kantons Aargau 

2. Kammer 

Vorsitz: Gerichtsschreiberin:  

 

 

 

Busslinger Roder