# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c9263499-6b28-5e73-9950-97234fa907df
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-10-28
**Language:** de
**Title:** Rentenanspruch; nach Rückweisung durch BGer unfallbedingte Erwerbsunfähigkeit von mindestens 10 % gestützt auf Gerichtsgutachten (abermals) verneint; Abweisung der Beschwerde, soweit darauf eingetreten werden kann; Überbindung der Kosten des Gerichtsgutachtens an den Unfallversicherer.
**Docket/Reference:** UV.2014.00048
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2014.00048.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2014.00048
III. Kammer
Sozialversicherungsrichter Gräub, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Annaheim
Sozialversicherungsrichterin Fehr
Gerichtsschreiberin Buchter
Urteil
vom
28. Oktober 2015
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch Milosav Milovanovic
Beratungsstelle für Ausländer
Frohaldenstrasse
76, 8180 Bülach
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt
Rechtsabteilung
Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
Die 1962 geborene
X.___
war
vom
1. September 2003
bis 1. Februar 2011
als Reinigungsmitarbeiterin bei der
Y.___
angestellt und dadurch bei der
Schweizerische
n
Unfallversicherungsanstalt (SUVA)
gegen die Folgen von Unfällen
obligatorisch
versichert
(Urk. 2/8/1, Urk. 2/8/134/3). Nach
dem sie ab November 2006 insbesondere krankheitsbedingt in ihrer Arbeits
fä
higkeit eingeschränkt gewesen war (Urk. 2/8/11, Urk. 2/8/32), zog sie sich am
6.
Dezember 2008
zuhause
bei einem Sturz
auf die rechte Hand eine distale in
traartikuläre, nach dorsal dislozierte Radiusfraktur mit Abriss des
Processus
styloideus
ulnae
rechts zu, welche am 12. Dezember 2008 im
Z.___
osteosynthetisch versorgt wurde
(
Urk. 2/8/4, Urk. 2/8/9-10).
Die
SUVA
kam für die Heilbehandlung auf und gewährte bis 31. Januar 2011 Taggeld (Urk. 2/8/115).
Mit Verfügung vom 31.
März 2011
(Urk. 2/8/137)
sprach
sie
der Versicherten eine Integritätsentschädigung
auf der Basis
einer Integritätseinbusse von 5
% zu.
Dagegen
lehnte sie den geltend gemachten Anspruch auf eine Invalidenrente
ab, was sie
mit
Einspracheentscheid
vom 20.
April 2012
(Urk. 2/2) bestätigte
.
Die dagegen erhobene Beschwerde
(Urk. 2/1)
wies das
Sozialversicherungs
ge
richt
des Kanto
ns Zürich mit Entscheid vom 21.
August 2013
(Urk.
2/
17
; Pro
zess
UV.2012.00119
)
ab
, soweit es darauf eintrat
.
2.
In teilweiser Gutheissung der dagegen erhobenen Beschwerde hob das Bundes
gericht den Entscheid des hiesigen Gerichts vom 21.
August 2013
mit Urteil 8C_711/2013 vom 23. Januar 2014 (Urk. 1) auf und wies die Sache zur Ein
ho
lung eines Gerichtsgutachtens und neuer Entscheidung an dieses zurück.
3.
In Nachachtung des bundesgerichtlichen Urteils gab das hiesige Gericht bei
der Klinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie,
A.___
, namentlich bei PD Dr. med.
B.___
,
stv
. Klinikdirektor, und Dr. med.
C.___
, Assistenzärztin,
ein Gutachten in Auftrag, welches
a
m 6. Mai 2015
(Urk.
20) erstattet
wurd
e
.
Mit Verfügung vom 27. Mai 2015 (Urk. 23)
wurde den
Parteien Gelegenheit
gegeben
, sich zu
m Gerichtsgutachten zu äussern
. In diesem Rahmen reichte die Beschwerdeführerin
a
m 1. September 2015 (Urk. 28) die undatierte Stellung
nahme von PD Dr. med.
D.___
, FMH Orthopädie und Handchirurgie, ein
(Urk. 29)
und beantragte die
Zusprache
einer
Rente auf der Basis eines
Invali
ditätsgrad
s
von 30 %
.
Zuvor hatte d
ie SUVA
a
m
5. Juni 2015 (Urk. 25)
auf
Ab
weisung der Beschwerde
geschlossen
und
sich
gegen eine
Überbindung
der Kosten des Gerichtsgutachtens an sie ausgesprochen.
Die
se
Eingaben wurden der jeweiligen Gegenpartei
am
8
. September 2015
(Urk. 31
) zur Kenntnis ge
bracht
.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die massgebenden rechtlichen Grundlagen wurden
im Urteil des hiesigen Ge
richts vom 21. August 2013 (Urk. 2/17), teilweise unter Hinweis auf den ange
fochtenen
Einspracheentscheid
vom 20. April 2012 (Urk. 2/2), dargelegt. Es be
trifft dies nebst den Bestimmungen über den Anspruch auf Leistungen der Un
fallversicherung im Allgemeinen (Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung [UVG]) und den
Ausführungen
zum vorausgesetzten natürli
chen und adäquaten Kausalzusammenhang zwischen Unfallereignis und Scha
den (BGE 129 V 177 E. 3 mit Hinweisen) und
zu
r
Adäquanz des Kausalzusam
menhangs namentlich bei psychischen Folgen von
banalen und leichten
Unfäl
len
(BGE
115 V
133 E. 6
a)
insbesondere die Voraussetzungen für den Anspruch auf eine Invalidenrente der Unfallversicherung und die Bemessung des
Invali
ditätsgrads
mittels Einkommensvergleichs (Art. 18 Abs. 1 UVG in Verbindung mit Art. 16 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversiche
rungsrechts
[ATSG])
sowie die Rechtsprechung zum Beweiswert eines ärztlichen Berichts (BGE
125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c)
.
Darauf wird verwiesen.
1.2
Ergänzend ist festzuhalten, dass das Gericht bei Gerichtsgutachten nach der Praxis nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung der medizinischen Fachleute abweicht, deren Aufgabe es ist, ihre Fachkenntnisse der Gerichtsbar
keit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen. Ein Grund zum Abweichen kann vorliegen, wenn die Gerichtsexpertise widersprüchlich ist oder wenn ein vom Gericht eingeholtes Obergutachten in überzeugender Weise zu andern Schluss
folgerungen gelangt.
Eine a
bweichende Be
urteilung kann ferner gerechtfertigt sein, wenn gegensätzliche Meinungs
äusse
rungen anderer Fachleute dem Gericht als triftig genug erscheinen, die Schlüs
sigkeit des Gerichtsgutachtens in Frage zu stellen, sei es, dass es die Überprü
fung durch eine weitere Fachperson im Rahmen einer Oberexpertise für ange
zeigt hält, sei es, dass es ohne eine solche vom Ergebnis des
Gerichtsgut
achtens
abweichende Schlussfolgerungen zieht (BGE 125 V 351 E. 3b/
aa
).
2.
2.1
Mangels Anfechtung
(
vgl.
Urk
. 2/8/149/1-3
)
ist die Verfügung
der
Beschwerde
gegnerin
vom
31.
März 2011
(Urk. 2/8/137)
in Teil
rechtskraft erwachsen (vgl. BGE 119 V 347 E.
1b)
, soweit damit eine Integritätsentschädigung aufgrund ei
ner Integritätseinbusse von 5 % zugesprochen wurde. Auf das Begehren der Beschwerdeführerin um
Zusprache
einer
höhere
n
als d
er
gewährte
n
Integritäts
entschädigung
(U
rk. 2/1 S.
1)
kann daher nicht eingetreten werden.
Streitig und zu prüfen ist im vorliegenden Verfahren einzig der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine
Invalidenrente, wobei
diesbezüglich
die Verhält
nisse
ab dem
Zeitpunkt des
per 31. Januar 2011
vorgenommenen
Fallab
schlus
ses
(Urk.
2/
8/115, Urk.
2/
8/137/2)
bis zum Erlass des
die
zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis
bildenden
Einspracheentscheids
vom 20. April 2012
massgebend sind
(BGE 129 V 167 E.
1
)
.
2.2
Die Beschwerdegegnerin verneinte im angefochtenen
Einspracheentscheid
vom
20. April 2012 (Urk. 2/2)
d
en Rentenanspruch
und begründete dies damit, dass die psychischen Beschwerden mangels adäquaten Kausalzusammenhangs zum Unfall vom 6. Dezember 2008 ausser Betracht fielen. Unter Berücksichtigung der objektivierbaren somatischen Unfallfolgen am rechten Handgelenk sei der Beschwerdeführerin gemäss Einschätzung der an ihrer Abteilung
Versiche
rungsmedizin
tätigen Dr. med.
E.___
, Facharzt für Chirurgie FMH, und PD Dr. med.
F.___
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie FMH, vom 11. April 2012 (Urk. 2/8/167) eine angepasste leichte Tätigkeit mit Heben und Tragen von Las
ten bis zehn Kilogramm beidseits und bis fünf Kilogramm ausschliesslich rechts ganztags zumutbar, wobei Schläge und Vibrationen ebenso zu vermeiden seien wie ein schweres Hantieren mit Werkzeugen und grobmanuelle Tätigkeiten.
Gestützt auf dieses Zumutbarkeitsprofil habe sie
auf der Grundlage ihrer Doku
mentation über Arbeitsplätze (DAP; Urk. 2/8/148) ein Invalideneinkommen er
mittelt, welches bei Gegenüberstellung mit dem gestützt auf die Lohnangaben der
Y.___
(Urk. 2/8/127, Urk. 2/8/129) festgelegten
Validen
einkommen
keinen Erwerbsunfähigkeitsgrad von mehr als (richtig: mindestens) 10 % ergebe.
Dies
er Entscheid
wurde vom hiesigen Gericht mit Urteil vom 21. August 2013 (Urk. 2/17
; Prozess UV.2012.00119
)
bestätigt
.
2.3
Das Bundesgericht
hat
im
hierauf ergangenen
Urteil 8C_711/2013 v
om 23. Ja
nu
ar 2014 (Urk. 1, vgl. dort
E. 7) erwogen
, die
Einschätzungen
des Dr. med.
G.___
, FMH Handchirurgie und FHM Orthopädische Chirurgie (Bericht vom 22. September 2010
[Urk. 2/8/149/13-15])
,
und der
MEDAS-Gutachter (
Ex
per
tise der MEDAS
H.___
vom 25. November 2011 [Urk. 2/8/158]
, be
in
haltend unter anderem das Konsilium von Dr. med.
I.___
, Facharzt FMH Rheu
matologie,
vom 19.
August 2011 [Urk. 2/8/156])
mit
jeweils
Attes
tierung einer Arbeitsunfähigkeit von 50 %
vermöchten beträchtliche Zweifel
am Bericht der SUVA-Ärzte vom 11. April 2012 zu wecken. So seien
Dr.
E.___
und PD Dr.
F.___
auf den vom ME
D
AS-Gutachter geschilderten komplexen
Resi
dualzustand
(
mit sekundärer radiokarpaler Arthrose und STT-Arthrose,
residuell
geschädigtem radio-
scaphoidem
Gelenkanteil mit leicht erweitertem Spatium [SL-Gelenkspalt] und zentraler Stufe/Eindellung an der distalen radialen Ge
lenkfläche sowie Ver
dacht auf Pseudoarthrose im Bereich der distalen
Ulna
, welche Befunde sich auch auf die U
ntersuchungen durch PD
Dr.
D.___
ab
stütz
t
en
[Stellung
nahme vom 10. Mai 2011, Urk. 2/8/153]
) nicht weiter einge
gangen und hätten sich bezüglich ihrer Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit von 100 % auf die
kreis
ärztlichen
Untersuchungsberichte von Dr. med.
J.___
, Facharzt
FMH
für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungs
apparates,
bezogen, welcher indessen am 11. Februar 2010
(Urk. 2/8/69-70)
ausdrücklich darauf hingewiesen habe, dass Dr. med.
K.___
, Facharzt
FMH
für
Chirurgie
,
zuvor am 14. Juli 2009
(Urk. 2/8/45) von
einer lediglich 50
%igen Ar
beitsfähigkeit ausge
gangen sei und sich in seinem Bericht
über die
Abschluss
untersuchung
vo
m 19. Oktober 2010
(Urk. 2/8/113)
zu diesem Punkt nicht mehr geäussert habe. Dr.
E.___
und PD Dr.
F.___
hätten nicht weiter erörtert und be
gründet, weshalb sie bei den gegebenen (übereinstimmend vom SUVA-Kreisarzt und vom ME
DAS-Gutachter festgestellten) Bewegungseinschränkungen und bei den von den genannten Spezialärzten bildgebend erhobenen Befunden von ei
ner 100%igen Arbeitsfähigkeit ausgingen. Der Hinweis darauf, dass die MEDAS-Gutachter auch die unfallfremden somatischen Beschwerden mitbe
rücksichtigt hätten, vermöge diesbezüglich nicht zu genügen. Damit könne auf die
versicherungs
interne
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit nicht abgestellt wer
den. Es bedürfe der weiteren Abklärung
in Form eines Gerichtsgutachtens
, in
wieweit die Be
schwerdeführerin durch die somatischen, organisch objektiv aus
gewiesenen Folgen des Unfalls vom 6. Dezember 2008 mit Verletzung des rechten Handge
lenks
in ihrer Arbeitsfähigkeit
eingeschränkt sei.
3.
3.1
Im
hernach
durch das Gericht eingeholten
Gutachten
des
A.___
vom 6. Mai 2015 (Urk. 2
0
)
stellten
PD Dr.
B.___
und Dr.
C.___
aus handchirurgischer Sicht die folgenden Diagnosen (S. 28)
:
-
Chronische Handgelenksschmerzen rechts mit/bei
-
leichter posttraumatischer Radiocarpalarthrose rechts mit
Gelenkflä
chenirregularität
distaler Radius korrespondierend zum
radioscapho
lu
näre
n
Gelenk und Pseudoarthrose des
Proc
.
styloideus
ulnae
rechts mit/bei
-
St. p. intraartikulärer, nach dorsal dislozierter distaler Radiusfraktur rechts und Abrissfraktur des
Proc
.
styloideus
ulnae
vom 6. Dezember 2008 mit offener Reposition und interner Fixation mittels 2.4 mm Plattenosteosynthese vom 12. Dezember 2008 mit/bei
-
St. p. Osteosynthese-Materialentfernung distaler Radius rechts am 11. Mai 2010
-
Sehr
leichtgradige
STT-Arthrose (Grad I nach Klassifikation basierend auf Eaton gemäss Publikation von White et al 2010).
Die Sachverständigen befanden
(S. 27 f.)
,
aus rein handchirurgischer somati
scher Sicht finde sich ein Handgelenk rechtsseitig mit Zustand nach distaler
Ra
diusfraktur
mit Gelenksbeteiligung, welche adäquat versorgt worden sei. Es be
stehe aktuell eine
leichtgradige
partielle posttraumatische Handgelenksarthrose, welche eine allenfalls leicht eingeschränkte Beweglichkeit und allenfalls eine leicht eingeschränkte Kraft erklären könnte. Zudem bestehe eine Pseudoar
throse über der ehemaligen Abrissfraktur des
Proc
.
styloideus
an der
Ulna
bei klinisch im Seitenvergleich stabilen Gelenksverhältnissen ohne
Mehranreiche
rung
im SPECT-
CT
(
das heisst
kein entzündlicher Prozess
wie Osteomyelitis oder
Weich
teilinfekt
vorliegend, S. 27 oben)
. Rein auf
dem
Boden der objektiv und appa
ra
tiv zu erhebenden Befunde seien die von der Beschwerdeführerin geäusserten ausgeprägten Schmerzen und
die
Nichtbelastbarkeit der rechten Extremität (in der Untersuchung sei eine Belastung des rechten Handgelenks lediglich mit 0.5 Ki
logramm möglich gewesen) nicht alleinig zu erklären. Aufgrund der aus
gepräg
ten subjektiven Schmerzhaftigkeit bei zusätzlich multiplen unfallfremden Lei
den
(Hauptproblematik: vorbestehendes multi
-
lokuläres
Schmerzsyndrom, an
haltende
somatoforme
Schmerzstörung)
sei von einer Evaluation der funktio
nellen Leistungsfähigkeit (EFL) keine relevante Mehrerkenntnis zu erwarten, weshalb davon abgesehen werde. Bei der klinischen Untersuchung sei eine mul
tifokale, diffuse
ausgeprägte demonstrierte Druckschmerzhaftigkeit über vielen untersuchten, auch unspezifischen Druckpunkten des gesamten rechten Arms bis hin zur Schulter aufgefallen, welche sich in der Repetition teils nicht ge
deckt hätten.
Aus rein handchirurgischer Sicht sei der Beschwerdeführerin eine Tätigkeit mit normaler Belastung der linken Hand und nur sehr leichter (maxi
mal fünf Kilogramm) bis (selten) leichter Belastung (maximal zehn Kilogramm) der rechten Hand im ganztägigen Rahmen zumutbar, dies unter Verzicht auf
Vibrations
einwirkung, Schlagbelastung und
repetitive Bewegungen
rechtsseitig
(vgl. auch S. 30 ad
Ziff.
1c)
.
Diese Einschätzung der Arbeitsfähigkeit habe auch zum Zeitpunkt des
Fallab
schlusses
am 31. Januar 2011 und des Erlasses des
Einspracheentscheids
vom 20. April 2012 Gültigkeit. Denn im Vergleich mit den vorhergehenden Untersu
chungen sei bezüglich der in der aktuellen Begutachtung festgestellten struktu
rellen, leicht
arthrotischen
Veränderungen im Bereich des rechten Handgelenks keine wesentliche Progredienz festzustellen; der Zustand scheine sich im Ver
lauf der letzten drei Jahre nicht wesentlich verändert zu haben (S. 30
ad Ziff.
1a und
Ziff.
1b).
In Bezug auf die Einschätzungen von Dr.
G.___
und des MEDAS-Gutachters Dr.
I.___
führten die Gutachter aus (S. 33), ersterer sei von einer
we
nigstens
50%igen Einsatzfähigkeit der rechten Hand ausgegangen, habe die Einschränkung nachfolgend jedoch in Anbetracht der zusätzlich bestehenden unfallfremden Leiden vorgenommen und die Beschwerdeproblematik eher auf das chronische Schmerzsyndrom zurückgeführt. Dr.
I.___
habe im Rah
men seiner Arbeitsfähigkeitseinschätzung (50 %) auch die (unfallfremde) Rü
cken- und Schulterproblematik mitberücksichtigt. Unter Ausblendung
der
un
fallfremden
Diagnosen werde – so die
A.___
-Gutachter – an der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit (100 % gemäss formuliertem Zumutbarkeitsprofil) festge
halten. Im Vergleich mit von Dr.
G.___
erhobenen Bewegungsausmassen sei ak
tuell teil
weise eine leichte Verbesserung der Beweglichkeit auszumachen. In Anbetracht der
klinischen und bildgebenden Untersuchungsbefunde
ergäben sich keine An
haltspunkte,
um
von
der dargelegten
Einschätzung abzuweichen.
3.2
PD
Dr.
D.___
hielt in der von der Beschwerdeführerin jüngst ins Recht ge
legten Stellungnahme (Urk. 29)
fest, das Gerichtsgutachten sei sehr professionell und sachlich abgefasst worden. Entscheidend in der Beurteilung sei das S
PECT
-CT,
welches zeige, dass die Entzünd
ung relativ
gering sei, obschon ein eindeuti
ger Gelenkschaden bestehe, welcher bei Belastung des Handgelenks mit der Zeit sicherlich zunehmen werde. Die Messungen
würden
auch
zeigen
, dass
k
eine Atrophie der Muskulatur der betroffenen Hand vorliege, was ebenfalls ge
gen ei
nen totalen Ausfall des Gebrauchs dieser Extremität spreche. Auch komme klar hervor, dass die psychische Komponente leider zu einer allzu star
ken de
monstra
tiven Haltung führe, welche sehr negativ auf das allgemeine Krank
heitsbild anspreche. Das Einzige, was ihm nicht „passe“, seien die angege
benen Kilogramme, da dies ja vier grossen Büchern (Atlanten) entspreche. Sogar eine „normale“ Person habe Mühe, solche Gegenstände zu manipulieren. Des
halb finde er das Gewichtslimit von zehn Kilogramm total unrealistisch, und dies nur von der praktischen Seite aus gesehen. Anders ausgedrückt heisse das, dass eine Person, welche diese Kilos ohne Probleme manipulieren könne, zu 100 % ar
beitsfähig sei für manuelle Tätigkeiten. Ansonsten habe er gegen das Gutachten nichts einzuwenden.
4.
4.1
Das handchirurgische
gerichtliche
Gutachten des
A.___
vom 6. Mai 2015 (vgl. E. 3.1 hiervor)
erfüllt die praxisgemässen Anforderungen
(vgl. BGE
125 V 351 E.
3a)
an eine beweiskräftige medizinische Entscheidung
sgrundlage
. Es
ist für die
strittige
Fra
ge der unfallbedingten
Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit
um
fassend, erging in Kenntnis der
und in Auseinandersetzung mit den
relevanten medizi
nischen
Vorakten
sowie
unter Berücksichtigung sowohl der geklagten Be
schwerden als auch der Ergebnisse der eigenen klinischen und bildgebenden Untersuchungen. Sodann vermag es in der Darlegung der medizinischen Ver
hältnisse und in den S
chlussfolgerungen zu überzeugen.
Namentlich legten die
Sachverständigen
anhand der klinischen und radiologi
schen Untersuchungsbefunde
fundiert
und schlüssig dar, dass
die
somatischen, organisch objektiv ausgewiesenen Folgen des
Er
eignisses vom 6. Dezember 2008 in einer Tätigkeit
gemäss
dem von ihnen formulierten Belastungsprofil
ei
ne
n
vollen Arbeitse
insatz
zulassen
.
Insbesondere mit Blick darauf, dass
nach adäquater
Frakturv
ersorgung eine nur
leichtgradige
partielle
posttraumatische
Handgelenksarthrose
besteht, welche eine
–
allenfalls
–
leichte
Einschränkung von Beweglichkeit und Kraft zu erklären vermag,
und
bei vorliegender Pseu
do
arthrose
im Rahmen von weiterführenden diagnostischen Abklärungen
ein ent
zündliches Geschehen aus
ge
schlossen
werden konnte
, erweist
es sich als nach
vollziehbar, dass in einer entsprechenden Verweisungstätigkeit
(gemäss
Belas
tungsprofil
),
weder zeitliche noch l
eistungsmässige Einschränkungen bestehen.
Die
auf zweimaliger persön
licher Untersuchung und e
iner SPECT-
CT-
Bildge
bung beruhende
Einschätzung
der Gerichtsgutachter
hat erhöhten Beweiswert für die Frage des zumutbaren beruflichen Leistungsvermögens.
Sie wurde denn auch
im Rahmen der jüngsten Verlautbarung des
behandelnden
PD
Dr.
D.___
(vgl. E. 3.2 hiervor)
im We
sentlichen
bestätigt. Mithin stellt
das
Gerichtsgutachten
eine
verlässliche
Ent
scheidungsgrundlage
für die Beur
teilung des Rentenanspruchs
der Beschwerde
führerin dar.
4.2
Zwingende Gründe, welche rechtsprechungsgemäss ein Abweichen von der Ein
schätzung
der Gerichtsgutachter
gebieten
würden
(vgl. E. 1.2 hiervor), sind nicht er
sichtlich und wurden auch von der Beschwerdeführerin
(Urk. 28 S. 2)
nicht
auf
gezeigt
.
Entgegen ihrer Darstellung trifft es nicht zu, dass die
Experten des
A.___
ein
an
haltendes
Manipulieren mit Gewichten von zehn Kilogramm über den ganzen Tag hinweg für möglich gehalten hätten. Vielmehr erachteten sie eine solche Belastung als nur selten
zumutbar
und
legten
im Übrigen
das
Gewichts
limit
auf
bloss
fünf Kilogramm
fest
.
Dass die gerichtsgutachterliche
Einschätzung
der Ar
beitsfähigkeit
zu optimistisch ausgefallen wäre,
lässt sich aus dem
jüngsten
Be
richt von
PD
Dr.
D.___
(vgl. E. 3.2 hiervor)
nicht
ableiten
,
zumal er sich im Rahmen
seiner
einzig
gegen die Obergrenze von zehn Kilogramm gerichteten
Kritik
nicht mit den konkreten medizinischen Verhältnissen auseinandersetzte
und aus seiner
Aussage, wonach
bei Belastung der rechten Hand
eine Zunahme des Gelenks
schadens
zu erwarten sei,
nicht auf eine Unzumutbarkeit geschlos
sen werden kann. Überhaupt vermag sich die Beschwerdeführerin nicht auf eine ärztliche Einschätzung zu berufen, soweit sie nachteilige Folgen für den Zu
stand ihrer rechten oberen Extremität (Arm und Handgelenk) befürchtet.
Was eine allfällige zukünftige Verschlechterung
etwa bei progredienter
Arthrosebil
dung
betrifft,
kann
– bei einem Fallabschluss ohne
Zusprache
einer Invaliden
rente –
allenfalls
eine Anpassung an geänderte unfallkausale Verhältnisse im
Unfallversi
cherungsrecht
durch
Anmeldung
eines Rückfalles respektive einer Spätfolge geltend gemacht werden (vgl.
Rumo-Jungo
/Holzer, Rechtsprechung des Bundes
gerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Un
fallversiche
rung
[UVG]
, 4. Auflage
2012, S. 79 und S. 156).
Ebenfalls ins Leere geht die Rüge der Beschwerdeführerin
, die Gerichtsgutachter hätten den
wegen persis
tierender Handgelenksschmerzen aufgetreten
en
psychischen Beschwerden
bei der Einschätzung des Arbeitsfähigkeitsgrad
s
zu Unrecht
keine Bedeutung beigemes
sen
.
Wie vom hiesige Gericht im Entscheid vom 21.
August 2013
(Urk. 2/17
, vgl. dort
E. 4.1)
aufgezeigt und vom Bundesgericht
(Urk. 1, vgl. dort
E. 7)
insoweit
be
stätigt wurde
,
kann
hier
der
psychische
n
Komponente
mangels Adäquanz zum Unfall
er
eignis
vom 6. Dezember 2008
nicht Rechnung getragen werden
.
4.3
Mithin
steht gestützt
auf
das Gerichtsgutachten
des
A.___
zuverlässig fest, dass in einer den
–
einzig zu berücksichtigenden
– s
omatischen Unfallfolgen ange
passten Tätigkeit
, welche eine nur sehr leichte (maximal fünf Kilogramm) bis
(selten) leichte Belastung (maximal zehn Kilogramm) der rechten Hand erfordert und rechtsseitig nicht mit
Vibrations
einwirkungen, Schlagbelastungen und
re
petitive
n
Bewegungen
einher geht
, eine Arbeitsfähigkeit von 100 % besteht.
Dieses Zumutbarkeitsprofil entspricht im Wesentlichen demjenigen, wie es von den SUVA-Ärzten
Dr.
E.___
und PD
Dr.
F.___
im Rahmen ihrer
Aktenbeurteilung vom 11. April 2012 (Urk. 2/8/167 S. 13) definiert
wurde, sodass die
von der
Be
schwerdegegnerin
im Rahmen der Invaliditätsbemessung
ausgewählten
fünf DAP-Stellen (Urk. 2/8/148) unstreitig
weiterhin massgebend sind
.
Nachdem die Bezifferung des
Valideneinkommens
gestützt auf die Lohnangaben der
Y.___
(Urk. 2/8/127, Urk. 2/8/129) ebenfalls nicht beanstandet wurde,
bleibt es bei der
Feststellung, dass der Beschwerdeführerin mangels einer Erwerbseinbusse von mindestens 10 % keine Rente der Unfallversic
herung zu
steht
.
Soweit die Beschwerdeführerin in ihrer Eingabe vom 1. September 2015 (Urk. 28 S. 3) erneut die Gewährung eines leidensbedingten Abzugs – nunmehr von mindestens 10 % statt vormals
mindestens
15 % (Urk. 2/13 S. 2) – fordert, ist abermals (vgl. E. 5 des Urteils des hiesigen Gerichts vom 21. August 2013 [Urk. 2/17]) in Erinnerung zu rufen, dass nach der bundesgerichtlichen Recht
sprechung (vgl. BGE 129 V 472 E. 4.2.3) b
ei der Ermittlung des
Invalidenein
kommens
gestützt auf DAP-Profile
solche Abzüge grundsätzlich nicht sachge
recht und daher
nicht zulässig sind.
4.4
Nach dem Ausgeführten
besteht
– nunmehr unter Berücksichtigung der
Arbeitsfä
higkeitseinschätzung
der Gerichtsgutachter –
im Ergebnis entsprechend dem
Einspracheentscheid
der Beschwerdegegnerin vom 20.
April 2012
(Urk. 2/2) mangels einer leistungsbegründenden Erwerbsunfähigkeit von mehr als (richtig: mindestens) 10 %
kein Anspruch auf eine Rente der Unfallversicherung
.
Dem
zufolge
ist die Beschwerde abzuweisen.
5
.
5
.1
Mit BGE 139 V 496 E. 4.4
hat das Bundesgericht für den Bereich der Invaliden
versicherung Kriterien aufgestellt, die bei der Beurteilung der Frage zu berück
sichtigen sind, ob die Kosten eines Gerichtsgutachtens der Verwaltung auferlegt werden können. Es erwog, es müsse ein Zusammenhang bestehen zwischen dem Untersuchungsmangel seitens der Verwaltung und der Notwendigkeit, eine
Ge
richtsexpertise
anzuordnen. Dies sei namentlich in folgenden Konstellationen der Fall: Wenn ein manifester Widerspruch zwischen den verschiedenen, ak
tenmässig belegten ärztlichen Auffassungen bestehe, ohne dass die Verwaltung
diesen durch objektiv begründete Argumente entkräftet h
abe (BGE 135 V 465 E. 4.4
; siehe
auch BGE 139 V 225 E. 4
und Urteil
des Bundesgerichts
8C_71/2013 vom 27
.
Juni 2013 E.
2) oder wenn die Verwaltung zur Klärung der medizinischen Situation notwendige Aspekte unbeantwortet gelassen oder auf eine Expertise abgestellt habe, welche die Anforderungen an eine medizinische Beurteilu
ngsgrundlage nicht erfülle (BGE
125
V 351 E. 3a
). Wenn die Verwal
tung dagegen den Untersuchungsgrundsatz respektiert und ihre Auffassung auf objektive konvergente Grundlagen oder auf die Ergebnisse einer
rechtsgenügli
chen
Expertise gestützt habe, sei die Überbindung der Kosten des erstinstanzli
chen Gerichtsgutachtens an sie nicht gerechtfertigt, aus welchen Gründen dies auch immer erfolge (zum Beispiel aufgrund der Einreichung neuer Arztberichte oder eines Privatgutachtens). Diese Kriterien sind auch im Bereich der Unfall
versicherung
anzuwenden (BGE
1
40 V 70 E. 6; 139 V 225; zum Ganzen vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_719/2014 vom 27. Februar 2015 E. 2.1).
5
.2
Laut
verbindlicher Feststellung des Bundesgerichts (vgl. E. 2.3 hiervor) war der Sachverhalt
mit der
dem angefochtenen
Einspracheentscheid
zu Grunde liegen
den
versicherungsinternen
Einschätzung
von Dr.
E.___
und PD Dr.
F.___
vom 11. April 2012
hinsichtlich der
für die Prüfung des Rentenanspruchs zentralen Frage
der unfallbedingten
Einschränkungen der
Arbeits
fähigkeit
ungenügend
abgeklärt.
Die Aktenstücke, welche Anlass zu dieser bundesgerichtlichen Beur
teilung gaben
,
insbesondere der Bericht von Dr.
G.___
vom 22. September 2010 (Urk. 2/8/149/13-15) und das Gutachten der MEDAS
H.___
vom 25. November 2011 (Urk. 2/8/158), beinhaltend das rheumatologische Konsilium von Dr.
I.___
vom 19. August 2011 (Urk. 2/8/156), waren der
Be
schwerdegegnerin
bereits im Rahmen des
Einspracheverfahrens
zugegangen. Entgegen ihrer Auffassung (Urk. 25 S. 2
f.
) kann deshalb nicht gesagt werden,
sie sei ihrer Pflicht zur Vornahme der
notwendigen Abklärungen
(vgl. Art. 43 Abs. 1 ATSG) hinreichend nachgekommen
.
Mithin
wurde
das Gerichtsgutachten erforderlich, weil die
Ergebnisse der Erhebungen
aus dem Verwaltungsverfahren in einem rechtserheblichen Punkt widersprüchlich und nicht aus
reichend
be
weiswertig
waren.
Damit sind die
praxisgemässen
Kriterien
(vgl. E. 5.1 hiervor)
für die
Überbin
dung
der Gutachtenskosten an die Beschwerdegegnerin erfüllt.
Dass
die gericht
lich angeordnete Expertise
de
re
n Standpunkt bestätigt, ist für die Auferle
gung der
Gutachtensk
osten nicht relevant (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_61/2013 vom 25. Juni 2013 E. 4.3).
Ebenso wenig vo
n Bedeutung ist in diesem Zusam
menhang der Umstand, dass
die Abklärungsbedürftigkeit
letztinstanzlich
und nicht durch das
hiesige
Gericht festgestellt worden ist (vgl. Urteil des Bundes
gerichts 8C_159/2014 vom 26. August 2014 E. 5.2.2).
Folglich hat
d
ie
Be
schwerdegegnerin
die Kosten für das Gerichtsgutachten im Gesamtbetrag von Fr.
5‘787.25
(Urk.
26/
1-2, Urk.
33
) zu
tragen
.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen
, soweit darauf eingetreten wird
.
2
.
Die
Kosten des
Gerichtsgutachtens
von Fr.
5‘787.25
werden
der Beschwerdegegnerin auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden der Kostenpflichtigen nach Ein
tritt der Rechtskraft zugestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Milosav Milovanovic
-
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt
unter Beilage je einer Kopie von Urk. 26/1-2 und Urk.
33
Bundesamt für Gesundheit
sowie an:
-   Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4
.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthal
ten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
GräubBuchter