# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 210c91ed-3dc8-5634-9d43-4867854d7d26
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2009-11-12
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 12.11.2009 ABV 2009/1
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_ABV-2009-1_2009-11-12.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: ABV 2009/1

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik:
Kantonales Recht (Alimentenbevorschussung, a.o.EL, 

iPV,Kinderzul

Publikationsdatum: 30.04.2020

Entscheiddatum: 12.11.2009

Entscheid Versicherungsgericht, 12.11.2009
Art. 2 Abs. 2 GIVU. Rückwirkende Alimentenbevorschussung. Keine 
Neuanmeldung zur Bevorschussung nötig, wenn der Anspruch auf 
Bevorschussung an sich unbestritten ist, die Bevorschussung jedoch wegen 
Unklarheiten in Bezug auf die Höhe der zu bevorschussenden Beträge 
formlos eingestellt wurde, die Rekurrentin ein Verfahren zur Abänderung 
bzw. betraglichen Festlegung der Unterhaltsbeiträge anstrengt und in der 
Folge gestützt auf ein neues Urteil die nahtlose rückwirkende 
Weiterbevorschussung verlangt (Entscheid des Versicherungsgerichts des 
Kantons St. Gallen vom 12. November 2009, ABV 2009/1).

Präsidentin Lisbeth Mattle Frei, Versicherungsrichterinnen Marie Löhrer und Marie-

Theres Rüegg Haltinner; Gerichtsschreiberin Andrea Keller

Entscheid vom 12. November 2009

in Sachen

B.___,

Rekurrentin,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Regula Schmid, Engelgasse 2, 9004 St. Gallen, 

gegen

Gemeinde H.___,

Vorinstanz,

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vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Markus Joos, Marktplatz 4, Postfach 646,

9004 St. Gallen,

betreffend 

Bevorschussung von Unterhaltsbeiträgen

Sachverhalt:

A.      

A.a Mit Urteil des Bezirksgerichts Z.___ vom März 1996 wurde die Ehe von B.___ und 

A.___ geschieden. Im Rahmen des Scheidungsurteils wurde u.a. die Vereinbarung 

betreffend Kindesunterhalt genehmigt, wonach A.___ an den Unterhalt der Kinder 

C.___, D.___, E.___, F.___, und G.___ ab 1. Januar 1996 bis zum jeweiligen Eintritt ins 

volle Erwerbsleben monatlich je Fr. 700.-- (einschliesslich allfälliger Kinderzulagen) zu 

bezahlen habe. Die Unterhaltsbeiträge wurden indexiert (act. G 3.2).

A.b Mit Verfügung vom 13. September 2001 bevorschusste das Sozial- und 

Vormundschaftsamt der Gemeinde H.___ B.___ die Unterhaltsbeiträge für die fünf 

Kinder ab 1. September 2001 mit je Fr. 730.-- pro Kind (act. G 3.3).

A.c Mit Entscheid vom 17. Januar 2006 änderte das Kantonsgericht St. Gallen das 

Scheidungsurteil in Genehmigung einer Vereinbarung von B.___ und A.___ 

dahingehend ab, dass dieser vom 1. Mai 2005 bis 30. November 2007 für jedes Kind 

Fr. 550.-- an den Unterhalt zahle, soweit dieses noch bei der Mutter wohne und in 

Ausbildung stehe. Ab 1. Dezember 2007 (Abschluss einer IV-Umschulung von A.___) 

werde von einem mutmasslichen Nettoeinkommen von Fr. 5'700.-- und einer vollen 

Anstellung von A.___ ausgegangen. Erziele A.___ Fr. 5'700.-- oder ein höheres 

Nettoeinkommen, bezahle er ab Dezember 2007 Fr. 600.-- für jedes Kind, das bei der 

Mutter wohne, solange sich alle fünf Kinder noch in Ausbildung befänden; Fr. 700.-- für 

jedes Kind, sobald wenigstens ein Kind wirtschaftlich selbstständig sei. Erziele A.___ 

ein tieferes Nettoeinkommen als Fr. 5'700.-- (inkl. Anteil allfälliger 13. Monatslohn), 

behalte er für seinen eigenen Grundbedarf Fr. 2'700.--. Sein den Betrag von Fr. 

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2'700.-- übersteigendes Nettoeinkommen werde auf die sich noch in Ausbildung 

befindenden Kinder bis zum Höchstbetrag von Fr. 700.-- für jedes Kind gleichmässig 

aufgeteilt. A.___ bezahle für die bei der Mutter wohnenden Kinder, die noch in 

Ausbildung stünden, diese Unterhaltsbeiträge monatlich im Voraus. Erziele A.___ ein 

Nettoeinkommen von weniger als Fr. 5'700.--, so lege er B.___ die Unterlagen über 

sein Einkommen vor und orientiere sie jährlich über die Entwicklung seines 

Einkommens, solange der Unterhaltsbeitrag von Fr. 700.-- pro Kind in Ausbildung noch 

nicht erreicht werde (act. G 3.4-3 f.). Dieses Abänderungsverfahren war am 1. Juli 2002 

beim Bezirksgericht Y.___ eingeleitet worden. Im Rahmen des Berufungsverfahrens vor 

Kantonsgericht hatten B.___ und A.___ am 7. bzw. 10. Dezember 2004 eine 

Teilvereinbarung betreffend den Kindesunterhalt abgeschlossen, wonach der Vater Fr. 

100.-- im Monat für jedes Kind vom 1. März 2002 bis 30. November 2002, Fr. 590.-- 

vom 1. Dezember 2002 bis 31. Mai 2003, Fr. 260.-- vom 1. Juni 2003 bis 30. Juni 2004 

sowie ab 1. Juli 2004 und während der weiteren Dauer der IV-Umschulung Fr. 550.-- 

bezahle (act. G 3.4-2 f.).

A.d Mit Schreiben vom 10. Februar 2006 setzte das Sozial- und Vormundschaftsamt 

B.___ davon in Kenntnis, dass ihr infolge des Entscheids vom 17. Januar 2006 ab 1. 

März 2006 Fr. 550.-- pro Kind bevorschusst würden. Betreffend die (aufgrund der 

rückwirkenden Reduktion der Unterhaltsbeiträge) seit 1. Mai 2005 zu viel 

bevorschussten Unterhaltsbeiträge schlug das Amt eine gemeinsame Besprechung vor 

(act. G 3.5). In der Folge sah es von einer Rückforderung ab (vgl. act. G 3.6 f.). Per 30. 

Juni 2006 zog der älteste Sohn C.___ nach X.___, womit die Bevorschussung durch 

das Sozial- und Vormundschaftsamt der Gemeinde H.___ für ihn endete (act. G 3.7).

A.e Mit E-Mail vom 25. Oktober 2007 forderte das Sozial- und Vormundschaftsamt 

A.___ auf, ihm seine Einkommensverhältnisse bekannt zu geben, damit es wisse, wie 

viel Alimente es B.___ bevorschussen müsse (act. G 3.8). A.___ teilte dem Amt am 29. 

Oktober 2007 mit, er habe nur eine Teilzeitanstellung gefunden und wisse noch nicht, 

wie viel sein monatliches Einkommen ab Dezember 2007 betragen werde (act. G 3.9).

A.f   Mit Schreiben vom 30. Oktober 2007 teilte das Sozial- und Vormundschaftsamt 

B.___ mit, ab Dezember 2007 werde es aufgrund des Entscheids vom 17. Januar 2006 

eine Änderung in Bezug auf die Unterhaltsbeiträge geben. Es (das Amt) habe jedoch 

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ein kleines Problem mit dieser Änderung, da A.___ nicht das Einkommen erziele, wovon 

im Entscheid ausgegangen werde. Es bat B.___ um ein persönliches Gespräch, um ihr 

die Situation ab Dezember 2007 zu erläutern (act. G 3.10). In der Folge richtete es 

B.___ keine Bevorschussung mehr aus (vgl. act. G 3, Ziff. 4 Sachverhalt).

A.g Am 18. März 2008 leitete B.___, vertreten durch Rechtsanwältin Regula Schmid, 

Klage auf Abänderung des Urteils des Kantonsgerichts vom 17. Januar 2006 ein und 

beantragte, A.___ sei zu verpflichten, an den Unterhalt der in ihrer Obhut stehenden 

Kinder monatlich und vorauszahlbar einen Unterhaltsbeitrag von Fr. 700.-- pro Kind zu 

bezahlen. Im Sinn einer vorsorglichen Massnahme sei A.___ zu verpflichten, diese 

Unterhaltsbeiträge ab Dezember 2007 bis zu einem rechtskräftigen Gerichtsurteil sofort 

zu bezahlen. Dem Sozial- und Vormundschaftsamt liess sie eine Kopie dieser Eingabe 

zukommen (act. G 3.11). Mit Schreiben vom 3. April 2008 ersuchte die Vertreterin von 

B.___ das Sozial- und Vormundschaftsamt, ab Dezember 2007 die Unterhaltsbeiträge 

für vier Kinder im Betrag von je Fr. 700.-- pro Kind zu bevorschussen (act. G 3.12). Am 

8. April 2008 teilte das Amt der Vertreterin von B.___ mit, es könne keine rückwirkende 

Bevorschussung ab Dezember 2007 vornehmen, bevor nicht etwas durch das Gericht 

verfügt worden sei. Es könnte ja sein, dass das Gericht kein rückwirkendes Urteil 

erlasse. Dieses Risiko könne es nicht eingehen. Die Alimentenbevorschussung werde 

erst bei Erhalt eines rechtskräftigen Gerichtsurteils fortgesetzt (act. G 3.13).

A.h Mit Entscheid vom 23. September 2008 setzte das Kreisgericht Y.___ in 

Genehmigung einer Vereinbarung von B.___ und A.___ die Kinderunterhaltsbeiträge 

neu fest. Danach hatte A.___ an den Unterhalt von F.___ und G.___ mit Wirkung ab 1. 

Dezember 2007 und bis zum Abschluss der ordentlichen Erstausbildung monatlich im 

Voraus einen Betrag von Fr. 600.-- zu bezahlen. An den Unterhalt von E.___ hatte er 

mit Wirkung ab 1. Dezember 2007 bis 31. Juli 2008 einen Betrag von Fr. 200.-- pro 

Monat zu bezahlen; dieselbe Regelung sollte auch als vorsorgliche Massnahme gelten 

(act. G 3.17-6 und 3.17-8).

B.      

Mit Verfügung vom 15. Oktober 2008 bevorschusste das Sozial- und 

Vormundschaftsamt B.___ ab 1. September 2008 die durch Gerichtsurteil vom 23. 

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September 2008 festgelegten Unterhaltsbeiträge für F.___ und G.___ in Höhe von je Fr. 

600.-- pro Monat. Zudem bevorschusste es die Alimente rückwirkend für drei Monate. 

Eine rückwirkende Bevorschussung seit Dezember 2007 sei nicht möglich; das Gesetz 

sehe eine solche nur für drei Monate ab Fälligkeitsdatum vor. Sollten die 

Rekursinstanzen jedoch zum Schluss kommen, eine rückwirkende Bevorschussung sei 

in diesem Fall angezeigt, werde es (das Amt) einen Verrechnungsanspruch geltend 

machen (act. G 3.18). Hiergegen erhob die Vertreterin von B.___ am 30. Oktober 2008 

beim Gemeinderat H.___ Rekurs und beantragte, es seien ab 1. Dezember 2007 für 

F.___ und G.___ je Fr. 600.-- pro Monat und für E.___ bis 31. Juli 2008 Fr. 200.-- pro 

Monat zu bevorschussen (act. G 3.19). Mit Beschluss vom 24. Februar 2009 wies die 

Gemeinde H.___ den Rekurs ab (act. G 3.22); der Versand an die Vertreterin von B.___ 

erfolgte am 2. März 2009 (vgl. act. G 1.1).

C.      

C.a Mit Eingabe vom 17. März 2009 erhebt die Vertreterin von B.___ beim 

Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen Rekurs und beantragt, der Beschluss vom 

2. März 2009 (bzw. 24. Februar 2009) sei aufzuheben. Die Verfügung vom 15. Oktober 

2008 sei aufzuheben. Die Vorinstanz sei zu verpflichten, der Rekurrentin ab 1. 

Dezember 2007 folgende Unterhaltsbeiträge zu bevorschussen: F.___, Fr. 600.-- pro 

Monat, G.___ Fr. 600.-- pro Monat, E.___ Fr. 200.-- pro Monat bis 31. Juli 2008. Zudem 

beantragt sie die unentgeltliche Prozessführung. Zur Begründung bringt sie im 

Wesentlichen vor, die Auffassung der Vorinstanz, wonach eine rückwirkende 

Bevorschussung nur für drei Monate ab Fälligkeitsdatum möglich sei, sei unzutreffend. 

Das Gesetz sehe vor, dass Unterhaltsbeiträge bevorschusst würden, die in den letzten 

drei Monaten vor der Anmeldung des Anspruchs fällig geworden seien. Entgegen der 

Auffassung der Vorinstanz wäre eine Bevorschussung gestützt auf das 

Kantonsgerichtsurteil vom 17. Januar 2006 auch über November 2007 hinaus möglich 

gewesen. Es sei nie ein formeller Beschluss erfolgt, wonach die 

Alimentenbevorschussung eingestellt werde. Die Voraussetzungen für eine 

Bevorschussung hätten auf Seiten der Rekurrentin weiterhin bestanden; das Sozial- 

und Vormundschaftsamt habe nur eine gerichtliche betragsmässige Festlegung der 

genauen Höhe der Bevorschussung gewollt, anstatt sie nach der gerichtlichen Formel 

(gemäss Urteil vom 17. Januar 2006) zu berechnen, was durchaus möglich gewesen 

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wäre. Aufgrund der klar ablehnenden Haltung des Sozial- und Vormundschaftsamts 

habe die Rekurrentin diesbezüglich darauf verzichtet, die Weiterführung der 

Alimentenbevorschussung auf dem Rechtsmittelweg durchzusetzen und habe die 

Unterhaltsbeiträge stattdessen erneut gerichtlich fixieren lassen. Keinesfalls könne 

behauptet werden, die Rekurrentin habe ihren Anspruch auf Alimentenbevorschussung 

nicht angemeldet. Aufgrund der jahrelangen Bevorschussung sei dieses Kriterium 

längst erfüllt gewesen. Spätestens mit der Klageeinleitung am 18. März 2008 habe die 

Rekurrentin auf jeden Fall die Kriterien der Anmeldung für eine rückwirkende 

Alimentenbevorschussung auf drei Monate, also per Dezember 2007, erfüllt. Es könne 

nicht sein, dass die Rechtskraft des Abänderungsurteils für den Zeitpunkt des Beginns 

der Bevorschussung massgebend sein soll. Der vom Sozial- und Vormundschaftsamt 

im Eventualstandpunkt geltende gemachte Verrechnungsanspruch sei verjährt (act. G 

1).

C.b Mit Rekursantwort vom 8. Mai 2009 beantragt die Vorinstanz, vertreten durch 

Rechtsanwalt Markus Joos, die Abweisung des Rekurses. Zur Begründung führt der 

Vertreter im Wesentlichen an, gemäss Gesetz würden elterliche Unterhaltsbeiträge 

bevorschusst, wenn diese in einem vollstreckbaren Urteil oder in einem 

Unterhaltsvertrag nach Art. 287 ZGB festgesetzt seien und trotz angemessener 

Inkassoversuche nicht rechtzeitig eingingen. Bevorschusst würden Unterhaltsbeiträge, 

die zu Beginn des Monates fällig werden, in dem die Anmeldung des Anspruchs erfolge 

oder die in den letzten drei Monaten vor Anmeldung des Anspruchs fällig geworden 

seien. Kein Anspruch auf Vorschüsse bestehe, wenn (u.a.) die erforderlichen Auskünfte 

vorenthalten würden. Vollstreckbar im Sinn des Gesetzes bedeute in diesem Fall 

einerseits, dass das Gerichtsurteil, das die Unterhaltsbeiträge festsetze, formell 

rechtskräftig sei. Es bedeute andererseits aber auch, dass das Urteil materiell so 

bestimmt sei, dass es ohne Weiteres vollstreckt und der darin festgesetzte 

Unterhaltsbeitrag in Betreibung gesetzt werden könne. Letztere Voraussetzung erfülle 

der Entscheid des Kantonsgerichts vom 17. Januar 2006 bzw. die damit genehmigte 

Parteivereinbarung jedoch offensichtlich nicht. Infolge dessen sei das 

Kantonsgerichtsurteil nicht vollstreckbar im Sinn des Gesetzes, so dass entgegen der 

Auffassung der Rekurrentin die Bevorschussung nicht zulässig gewesen sei. Die 

Rekurrentin habe darauf verzichtet, bezüglich der Einstellung der Bevorschussung per 

30. November 2007 eine anfechtbare Verfügung zu verlangen. Erst nach Vorliegen des 

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erneuten Abänderungsurteils des Kreisgerichts Y.___ vom 23. September 2008 habe 

sie wieder die Bevorschussung der in diesem Entscheid neu festgesetzten 

Unterhaltsbeiträge verlangt. Damit sei eine neue Anmeldung im Sinn des Gesetzes 

erfolgt. In der Folge habe das Sozial- und Vormundschaftsamt die laufenden 

Unterhaltsbeiträge sowie diejenigen, die in den letzten drei Monaten vor Anmeldung 

des Anspruchs fällig geworden seien, bevorschusst. Sollte das angerufenen 

Versicherungsgericht wider Erwarten grundsätzlich von einem Anspruch ab 1. 

Dezember 2007 ausgehen, erhebe die Vorinstanz bzw. das Sozial- und 

Vormundschaftsamt eventualiter die Einrede der Verrechnung mit früher zu viel 

bevorschussten Unterhaltsbeiträgen (Fr. 17'100.--); der entsprechende 

Rückerstattungsanspruch sei nicht verjährt (act. G 3).

C.c Am 13. Mai 2009 wird der Rekurrentin die unentgeltliche Prozessführung bewilligt 

(act. G 4).

C.d Mit Replik vom 11. Juni 2009 hält die Rekurrentin an ihren Anträgen fest (act. G 7).

C.e Mit Duplik vom 18. August 2009 hält die Vorinstanz an ihrem Antrag fest (act. G 9).

Erwägungen:

1.       

1.1   Gemäss Art. 2 Abs. 1 des Gesetzes über Inkassohilfe und Vorschüsse für 

Unterhaltsbeiträge (GIVU; sGS 911.51) hat ein Kind für die Dauer der Unterhaltspflicht 

der Eltern, längstens bis zum vollendeten 25. Altersjahr, Anspruch auf Vorschüsse für 

elterliche Unterhaltsbeiträge, wenn diese in einem vollstreckbaren Urteil oder in einem 

Unterhaltsvertrag nach Art. 287 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches festgesetzt 

sind (lit. a) und trotz angemessener Inkassoversuche nicht rechtzeitig eingehen (lit. b). 

Nach Art. 2 Abs. 2 GIVU werden Unterhaltsbeiträge bevorschusst, die ab Beginn des 

Monats fällig werden, in dem die Anmeldung des Anspruchs erfolgt, und die in den 

letzten drei Monaten vor Anmeldung des Anspruchs fällig geworden sind.

1.2   Unrechtmässig bezogene Vorschüsse sind gemäss Art. 10 Abs. 1 der 

Vollzugsverordnung zum Gesetz über Inkassohilfe und Vorschüsse für 

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Unterhaltsbeiträge (VV zum GIVU; sGS 911.511) zurückzuerstatten oder werden mit 

laufenden Vorschüssen verrechnet, insbesondere wenn Vorschüsse durch unrichtige 

oder unvollständige Angaben erwirkt wurden (lit. a) oder infolge nachträglicher 

Veränderung der persönlichen oder finanziellen Verhältnisse zu hohe Vorschüsse 

ausgerichtet wurden (lit. b).

2.       

2.1   Vorliegend umstritten und zu prüfen ist die (rückwirkende) Bevorschussung für die 

Monate Dezember 2007 bis und mit Mai 2008. Im Rekursverfahren unbestritten blieb 

demgegenüber, dass die Rekurrentin ab Juni 2008 Anspruch auf Bevorschussung hat 

(vgl. act. G 3 S. 6 und G 3.18).

2.2   Die Vorinstanz stellt sich in diesem Zusammenhang im vorliegenden 

Rekursverfahren auf den Standpunkt, die Rekurrentin habe nach der Einstellung der 

Bevorschussung per 30. November 2007 erst durch Vorlage des Entscheids des 

Kreisgerichts Y.___ vom 23. September 2008 wieder einen Anspruch auf 

Bevorschussung angemeldet; eine rückwirkende Bevorschussung sei damit für die drei 

Monate vor September 2008 (also Juni, Juli und August) möglich. Die Rekurrentin geht 

demgegenüber davon aus, dass keine neuerliche Anmeldung nötig gewesen sei, da der 

Anspruch stets angemeldet, die Bevorschussung jedoch solange eingestellt gewesen 

sei, bis die exakte Höhe der Unterhaltsbeiträge bekannt gewesen sei; entsprechend 

seien die Unterhaltsbeiträge nahtlos, also ab 1. Dezember 2007, weiter zu 

bevorschussen.

2.3   Aus den Akten geht hervor und ist im Übrigen unbestritten, dass das Sozial- und 

Vormundschaftsamt der Gemeinde H.___ der Rekurrentin vom 1. September 2001 (vgl. 

act. G 3.3) bis 30. November 2007 Unterhaltsbeiträge bevorschusst hat. Per 1. 

Dezember 2007 ergab sich gestützt auf das Kantonsgerichtsurteil vom 17. Januar 2006 

eine Änderung in Bezug auf die Höhe der der Rekurrentin für ihre Kinder zustehenden 

Unterhaltsbeiträge (act. G 3.4). Da die Höhe der Unterhaltsbeiträge ab jenem Zeitpunkt 

mit dem konkreten Erwerbseinkommen des Vaters verknüpft war, sah sich das Sozial- 

und Vormundschaftsamt nicht mehr in der Lage, der Rekurrentin eine Bevorschussung 

auszurichten. Mit Schreiben vom 30. Oktober 2007 gelangte es an die Rekurrentin und 

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schlug vor, die Situation ab Dezember 2007 in einem persönlichen Gespräch zu klären 

(act. G 3.10). Darüber, was in diesem Gespräch besprochen bzw. vereinbart wurde, 

finden sich in den Akten keine Angaben. Es ist jedoch unbestritten, dass das Amt die 

Bevorschussung ab 1. Dezember 2007 eingestellt hat und dass der Grund hierfür die 

Unklarheit bezüglich der Höhe der zu bevorschussenden Unterhaltsbeiträge war. Eine 

förmliche Einstellung wurde jedoch nicht verfügt.

Aus dem Verhalten des Sozial- und Vormundschaftsamts lässt sich schliessen, dass 

dieses den Anspruch der Rekurrentin auf Bevorschussung der Unterhaltsbeiträge im 

fraglichen Zeitpunkt grundsätzlich für gegeben hielt. Es richtete ab Dezember 2007 nur 

deshalb keine Bevorschussung mehr aus, weil die Unterhaltsbeiträge betraglich nicht 

fixiert waren und es damit Gefahr lief, allenfalls zu hohe Bevorschussungen 

auszurichten. Daraus lässt sich schliessen, dass es die Bevorschussung ohne weiteres 

wieder aufnehmen bzw. weiterführen würde, sobald die Höhe der Unterhaltsbeiträge 

feststehen würde. Darauf deutet auch das Schreiben des Amts an die Vertreterin der 

Rekurrentin vom 8. April 2008 hin. Darin führte dieses aus: "Sie [die Vertreterin der 

Rekurrentin] haben von uns verlangt, dass wir die Unterhaltsbeiträge für die vier Kinder 

rückwirkend ab Dezember 2007 bevorschussen. Wir können dies aber nicht machen, 

bevor nichts durch das Gericht verfügt worden ist. Dieses Risiko können wir nicht 

eingehen. Es könnte ja sein, dass das Gericht kein rückwirkendes Urteil macht und wir 

hätten dann keinen Schuldner für das bereits bevorschusste Geld. Die 

Alimentenbevorschussung wird also erst wieder bei Erhalt eines rechtskräftigen 

Gerichtsurteils fortgesetzt" (act. G 3.13). Unter diesen Umständen durfte die 

Rekurrentin davon ausgehen, dass es für eine weitere Bevorschussung keiner neuen 

Anmeldung, sondern lediglich der Bekanntgabe der (rechtsgenüglich) fixierten 

Unterhaltsbeiträge bedurfte. Ebenso durfte sie davon ausgehen, dass ab Bekanntsein 

der Höhe der zu bevorschussenden Unterhaltsbeiträge eine nahtlose (rückwirkende) 

Bevorschussung ausgerichtet werden würde, sprach das Sozial- und 

Vormundschaftsamt doch von "fortsetzen". Hätte das Sozial- und Vormundschaftsamt 

die Bevorschussung per 1. Dezember 2007 tatsächlich dem Grundsatz nach einstellen 

und eine (sich abzeichnende) künftige Bevorschussung von einer neuen Anmeldung 

abhängig machen wollen, hätte es dies der Rekurrentin in einer anfechtbaren 

Verfügung eröffnen müssen. Unter den gegebenen Umständen eine Neuanmeldung 

des (an sich unbestrittenen) Anspruchs auf Bevorschussung zu verlangen, käme 

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überspitztem Formalismus gleich. Die Rekurrentin hat alles unternommen, was von ihr 

erwartet werden durfte, um ihren Anspruch auf Bevorschussung zu wahren; eine 

Neuanmeldung ihres Anspruchs auf Bevorschussung gehörte nicht dazu.

2.4   Somit steht fest, dass die Rekurrentin ihren Anspruch auf Bevorschussung nicht 

erneut anmelden musste. Entsprechend blieb ihr Anspruch im fraglichen Zeitraum stets 

angemeldet. Gestützt auf Art. 2 Abs. 2 GIVU steht ihr demnach eine rückwirkende und 

nahtlose Bevorschussung ab 1. Dezember 2007 zu.

3.       

3.1   Für den Fall der - nach dem Gesagten zu bejahenden - rückwirkenden 

Bevorschussung macht die Vorinstanz bzw. das Sozial- und Vormundschaftsamt im 

vorliegenden Rekursverfahren die Verrechnung mit für den Zeitraum von Januar 2005 

bis Februar 2006 zu viel bevorschussten Unterhaltsbeiträgen in Höhe von insgesamt Fr. 

17'100.-- geltend. Die Rekurrentin hält diesen Rückforderungsanspruch für verjährt.

3.2   Am 10. Februar 2006 teilte das Sozial- und Vormundschaftsamt der Rekurrentin 

mit, mit Entscheid vom 17. Januar 2006 seien die Alimente für ihre Kinder neu 

festgelegt worden. Rückwirkend ab 1. Mai 2005 seien pro Kind und Monat Fr. 550.-- 

geschuldet. Dies ergebe gesamthaft Fr. 2'750.-- pro Monat. Dieser Betrag werde ihr 

künftig überwiesen. Bekanntlich habe es (das Amt) während dieser Zeit die 

ursprünglichen Unterhaltsbeiträge von Fr. 3'770.-- pro Monat, ab 1. Januar 2006 Fr. 

3'805.-- pro Monat, bevorschusst. Somit ergebe sich für die Zeit vom 1. Mai 2005 "bis 

zum heutigen Datum" ein Überschuss von Fr. 10'270.--. Diesen Betrag müsse sie (die 

Rekurrentin) zurückerstatten (act. G 3.5). Mit Schreiben vom 27. Februar 2006 

anerkannte die Vertreterin der Rekurrentin die vom Sozial- und Vormundschaftsamt 

geltend gemachte Rückforderung grundsätzlich, ersuchte jedoch angesichts der 

finanziellen Verhältnisse der Rekurrentin um einen Erlass der Rückforderung (act. G 

3.6).

Das Sozial- und Vormundschaftsamt hat die Rückforderung gegenüber der Rekurrentin 

mit Schreiben vom 10. Februar 2006 geltend gemacht, als es Kenntnis vom 

Kantonsgerichtsurteil vom 17. Januar 2006 erlangt hatte. Die Rekurrentin hat den 

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Rückforderungsanspruch in der Folge denn auch anerkannt. Da das Gesetz vorliegend 

keine formellen Anforderungen an die Geltendmachung einer Rückforderung stellt und 

das Sozialamt den Anspruch gegenüber der Rekurrentin innerhalb eines Monats ab 

Bekanntwerden desselben angemeldet hat, ist die Rückforderung im Umfang von Fr. 

10'270.-- nicht verjährt, zumal die Forderung von der Rekurrentin ausdrücklich 

anerkannt wurde. Allerdings hat die Rekurrentin förmlich um Erlass dieser Forderung 

ersucht. Über dieses Erlassgesuch wurde bislang jedoch nicht entschieden. 

Entsprechend ist es immer noch beim Sozial- und Vormundschaftsamt hängig. Da das 

Erlassgesuch nach wie vor hängig ist, ist auch die Rückforderung gewissermassen in 

einem "Schwebezustand". Die Sache ist daher an das Sozial- und Vormundschaftsamt 

zurückzuweisen, damit es über das Erlassgesuch entscheidet. Heisst es das 

Erlassgesuch gut, fällt die Rückforderung dahin, womit keine Verrechnungsmöglichkeit 

mehr besteht. Lehnt es das Erlassgesuch hingegen ab, steht einer Verrechnung dem 

Grundsatz nach nichts im Weg (vgl. Urteil des Versicherungsgerichts des Kantons St. 

Gallen vom 17. Juli 2007, ABV 2007/1).

4.       

Zusammengefasst ist der Antrag der Rekurrentin auf rückwirkende Bevorschussung ab 

1. Dezember 2007 gutzuheissen. Damit ist jedoch noch nicht gesagt, dass die 

rückwirkend zu bevorschussenden Unterhaltsbeiträge der Rekurrentin tatsächlich 

auszuzahlen sind. Das Sozial- und Vormundschaftsamt H.___ wird vorab über das 

Erlassgesuch betreffend die Rückforderung mit zu viel bevorschussten 

Unterhaltsbeiträgen in Höhe von Fr. 10'270.-- zu befinden und eine entsprechende 

Verfügung zu erlassen haben. Nach Rechtskraft des Erlassentscheids wird das Amt in 

einer neuerlichen Verfügung die rückwirkend zu bevorschussenden Unterhaltsbeiträge 

betraglich festlegen und - je nach Ergebnis des Erlassverfahrens - allenfalls die 

Verrechnung mit der Rückforderung prüfen müssen. Sofern und soweit danach noch 

ein Anspruch der Rekurrentin auf rückwirkende Bevorschussung besteht, wird ihr der 

entsprechende Betrag schliesslich nachzuzahlen sein.

5.       

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5.1   Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist der Rekurs teilweise gutzuheissen, der 

angefochtene Beschluss vom 24. Februar/2. März 2009 ist aufzuheben, und die Sache 

ist zu weiteren Abklärungen und zu anschliessender neuer Verfügung im Sinn der 

Erwägungen an das Sozial- und Vormundschaftsamt H.___ zurückzuweisen.

5.2   Es werden keine Gerichtskosten erhoben (Art. 95 Abs. 3 VRP/SG; sGS 951.1).

5.3   Die Rückweisung zur Neubeurteilung gilt praxisgemäss als volles Obsiegen (BGE 

132 V 235 E. 6.2). Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die Rekurrentin Anspruch 

auf Ersatz der Parteikosten, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach 

der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen 

werden (Art. 98 ff. VRP/SG). Der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand 

erscheint eine Parteientschädigung von Fr. 2'500.-- (einschliesslich Barauslagen und 

Mehrwertsteuer) angemessen. Die bereits bewilligte unentgeltliche Prozessführung wird 

damit gegenstandslos.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

entschieden:

1.      In teilweiser Gutheissung des Rekurses wird der Beschluss vom 24. Februar/2. 

März 2009 aufgehoben, und die Sache wird zu weiteren Abklärungen und zu 

anschliessender neuer Verfügung im Sinn der Erwägungen an das Sozial- und 

Vormundschaftsamt zurückgewiesen.

2.      Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.      Die Vorinstanz hat die Rekurrentin mit Fr. 2'500.-- zu entschädigen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 12.11.2009
	Art. 2 Abs. 2 GIVU. Rückwirkende Alimentenbevorschussung. Keine Neuanmeldung zur Bevorschussung nötig, wenn der Anspruch auf Bevorschussung an sich unbestritten ist, die Bevorschussung jedoch wegen Unklarheiten in Bezug auf die Höhe der zu bevorschussenden Beträge formlos eingestellt wurde, die Rekurrentin ein Verfahren zur Abänderung bzw. betraglichen Festlegung der Unterhaltsbeiträge anstrengt und in der Folge gestützt auf ein neues Urteil die nahtlose rückwirkende Weiterbevorschussung verlangt (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 12. November 2009, ABV 2009/1).

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		2025-07-19T14:19:39+0200
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