# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 99730a16-e4bb-5310-b575-56dd70f63a48
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-10-12
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 12.10.2020 UV 2019/73
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_UV-2019-73_2020-10-12.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 1/13

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2019/73

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 14.05.2021

Entscheiddatum: 12.10.2020

Entscheid Versicherungsgericht, 12.10.2020
Art. 6 Abs. 1 UVG in Verbindung mit Art. 4 ATSG: Beweislosigkeit hinsichtlich 
eines Sturzes. Nachgewiesen ist lediglich ein Sachverhalt, wonach der 
Beschwerdeführer auf sehr engem Raum bzw. bei sehr engen 
Platzverhältnissen Schleifarbeiten ausführte und dabei Schläge in den 
Rücken erhielt. Die Unfallbegriffsmerkmale der Plötzlichkeit und des 
ungewöhnlichen äusseren Faktors sind in Bezug auf diesen Sachverhalt 
nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erfüllt. Art. 
6 Abs. 2 UVG: Eine Lumbalgie und eine Diskushernie lassen sich nicht unter 
eine unfallähnliche Körperschädigung subsumieren (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 12. Oktober 2020, UV 
2019/73).

Entscheid vom 12. Oktober 2020

Besetzung

Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider (Vorsitz), Versicherungsrichter 

Joachim Huber und Versicherungsrichterin Miriam Lendfers; Gerichtsschreiberin 

Sabrina Bleile

Geschäftsnr.

UV 2019/73

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 2/13

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Emil Nisple, Grand & Nisple Rechtsanwälte, 

Oberer Graben 26, 9000 St. Gallen,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 

4358, 6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Taggeldleistungen

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherter) war vom __ bis __ April 2018 bei der B.___ AG 

als Monteur tätig und dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt 

(nachfolgend: Suva) gegen die Folgen von Unfällen versichert. Am 20. November 2018 

meldete die Arbeitgeberin, der Versicherte habe am 6. April 2018 in einem sehr engen 

Raum Profile geschliffen und immer wieder Schläge in den Rücken erhalten. Als 

Schädigung wurde eine Rückenprellung und als erstbehandelnder Arzt Dr. med. C.___, 

Facharzt FMH für Neurochirurgie, angegeben (Suva-act. 1). In der Folge ersuchte die 

Suva Dr. C.___ um Einreichung eines einfachen Berichts und aller 

Sprechstundenberichte (Suva-act. 6) und den Versicherten um Beantwortung eines 

Fragebogens zum Ereignis vom 6. April 2018 (Suva-act. 7). Während der 

Beschwerdeführer den Fragebogen am 23. November 2018 beantwortet einreichte 

(Suva-act. 8), erhielt die Suva von Dr. C.___ trotz mehrmaliger Aufforderung (Suva-act. 

12, 14, 16 ff.) keine Unterlagen.

A.a. 

Mit Schreiben vom 12. März 2019 teilte die Suva dem Versicherten mit, dass sich 

nach den vorliegenden Unterlagen am 6. April 2018 kein Unfallereignis im Sinne des 

Gesetzes zugetragen habe. Auch seien die Voraussetzungen zur Übernahme des 

A.b. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 3/13

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

B.  

Schadenfalls als unfallähnliche Körperschädigung nicht erfüllt. Es werde empfohlen, 

den Fall dem Krankenversicherer zu melden (Suva-act. 26).

Am 19. März 2019 erkundigte sich der Versicherte bei der Suva danach, ob Dr. 

C.___ die Unterlagen eingereicht habe. Diese antwortete, dass sie ihre 

Leistungsablehnung aufgrund des Fragebogens vorgenommen habe, worauf der 

Versicherte erklärte, die Unterlagen bei Dr. C.___ abzuholen (Suva-act. 28). In der Folge 

gingen bei der Suva verschiedene von Dr. C.___ unterzeichnete Unterlagen ein (ein 

Untersuchungsbericht vom 18. September 2018 betreffend eine Untersuchung vom 17. 

September 2018 [Suva-act. 31]; ein Austrittsbericht vom 9. Oktober 2018 über eine 

Hospitalisation des Versicherten in der Klinik D.___ vom 1. bis 7. Oktober 2018 [Suva-

act. 29]; ein Arztzeugnis UVG vom 19. März 2019 [Suva-act. 30]; ein Operationsbericht 

vom 23. Oktober 2018 über eine Rückenoperation vom 2. Oktober 2018 [Suva-act. 32] 

sowie ein Unfallschein UVG, insbesondere mit dem Eintrag einer 100%igen 

Arbeitsunfähigkeit ab 1. Mai 2018 [Suva-act. 33; vgl. dazu auch die von Dr. C.___ 

ausgestellten Arbeitsunfähigkeitszeugnisse [Suva-act. 34 ff.]). Am 22. März 2019 teilte 

der Versicherte der Suva mit, dass er alles eingereicht habe, was er von Dr. C.___ 

bekommen habe. Er habe Dr. C.___ auch gesagt, dass er auf den Rücken gestürzt sei 

(Suva-act. 40).

A.c. 

Nachdem der Versicherte der Suva am 9. April 2019 nochmals eine Schilderung 

des Ereignisses vom 6. April 2018 zu Protokoll gegeben hatte (Suva-act. 42), lehnte 

diese mit Verfügung vom 15. April 2019 ihre Leistungspflicht für die am 20. November 

2018 gemeldeten Rückenbeschwerden ab. Sie hielt daran fest, dass weder ein Unfall 

noch eine unfallähnliche Körperschädigung vorliege (Suva-act. 45).

A.d. 

Gegen diese Verfügung liess der Versicherte am 13. Mai 2019 durch Rechtsanwalt 

lic. iur. E. Nisple, St. Gallen, Einsprache erheben (Suva-act. 53). Am 12. Juni 2019 

folgte die Einsprachebegründung (Suva-act. 55).

B.a. 

Mit Entscheid vom 13. September 2019 wies die Suva die Einsprache des 

Versicherten ab (Suva-act. 59).

B.b. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 4/13

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

C.  

Gegen diesen Einspracheentscheid erhob Rechtsanwalt Nisple für den 

Versicherten (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 16. Oktober 2019 Beschwerde mit 

folgenden Anträgen: 1. Der angefochtene Einspracheentscheid vom 13. September 

2019 sei aufzuheben. 2. Dem Beschwerdeführer seien für die Zeit seiner 

Arbeitsunfähigkeit Taggelder auszurichten und es seien die bisher nicht bezahlten 

Beiträge mit 5% Verzugszins ab jeweiliger Fälligkeit zu verzinsen. 3. Eventualiter seien 

weitere medizinische Abklärungen vorzunehmen, um den massgeblichen Grad der 

Arbeitsunfähigkeit und die Kausalität zum Unfall festzustellen. 4. Dem 

Beschwerdeführer sei die unentgeltliche Rechtspflege und unentgeltliche 

Rechtsverbeiständung durch den unterzeichneten Rechtsanwalt zu gewähren, unter 

Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Suva (nachfolgend: 

Beschwerdegegnerin [act. G 1]). Zusammen mit der Beschwerde reichte der 

Rechtsvertreter des Beschwerdeführers einen Bericht von Dr. C.___ vom 17. April 2018 

über die Erstbehandlung vom 16. April 2018 ein (act. G 1.2). Aufgrund noch fehlender 

Arztzeugnisse ersuchte er zudem um eine Nachfrist zur Einreichung einer ergänzenden 

Beschwerdebegründung (act. G 6). Diese wurde am 6. Januar 2020 (act. G 6) 

zusammen mit teilweise bereits aktenkundigen Unterlagen eingereicht (act. G 6.1).

C.a. 

In der Beschwerdeantwort vom 14. Januar 2020 beantragte die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde und Bestätigung des 

Einspracheentscheids vom 13. September 2019 (act. G 9).

C.b. 

Mit Schreiben vom 15. Januar 2020 entsprach die verfahrensleitende Richterin des 

Versicherungsgerichts dem Gesuch des Beschwerdeführers um Bewilligung der 

unentgeltlichen Rechtsverbeiständung (act. G 10).

C.c. 

Mit Replik vom 16. März 2020 hielt der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers an 

den bereits gestellten Beschwerdeanträgen fest (act. G 14).

C.d. 

Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine umfassende Duplik und reichte am 

14. April 2020 eine kurze Stellungnahme ein. Am Antrag auf Beschwerdeabweisung 

und Bestätigung des angefochtenen Einspracheentscheids hielt sie unverändert fest 

(act. G 16).

C.e. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 5/13

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Erwägungen

1.

Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin in Bezug auf das Ereignis vom 6. 

April 2018 bzw. die ihr am 20. November 2018 gemeldeten Rückenbeschwerden zu 

Recht ihre Leistungspflicht verneint hat.

2.  

Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR. 

832.20) werden, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, Versicherungsleistungen 

bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt. Zunächst ist 

demnach zu prüfen, ob das Schadenereignis vom 6. April 2018 als Unfall zu 

qualifizieren ist.

2.1. 

Als Unfall gilt gemäss Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die plötzliche, nicht beabsichtigte 

schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den 

menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen 

Gesundheit oder den Tod zur Folge hat.

2.2. 

Der Unfallbegriff setzt also eine plötzliche schädigende Einwirkung auf den Körper 

voraus. Mit dem Kriterium der Plötzlichkeit wird ein zeitlicher Rahmen gesteckt. Die 

schädigende Einwirkung muss zwar nicht auf einen blossen Augenblick beschränkt 

sein, jedoch innerhalb eines relativ kurzen, abgrenzbaren Zeitraums erfolgen. Die 

Rechtsprechung hat bisher keine zeitliche Maximaldauer festgelegt (SVR 2019 UV Nr. 

35 E. 3.3.3; BGE 140 V 223 E. 5.1; Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 4. Aufl. 2020, N 17 

zu Art. 4; André Nabold, N 14 ff. zu Art. 6, in: Marc Hürzeler/Ueli Kieser [Hrsg.], 

Bundesgesetz über die Unfallversicherung, Kommentar zum schweizerischen 

Sozialversicherungsrecht, 2018 [nachfolgend zitiert: KOSS UVG]; Irene Hofer, N 23 zu 

Art. 6, in: Ghislaine Frésard-Fellay/Barbara Klett/Susanne Leuzinger/Kurt Pärli [Hrsg.], 

Unfallversicherungsgesetz, Basler Kommentar, 2019 [nachfolgend zitiert: BSK UVG]; 

Alfred Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 1989, S. 170). Indem die 

Einwirkung einmalig sein und plötzlich eingesetzt haben muss, lässt sich zwischen der 

meist schleichend entstandenen Krankheit und der durch Unfall verursachten 

Gesundheitsschädigung unterscheiden. Bei wiederholten oder kontinuierlichen 

gleichartigen Einwirkungen, die wegen der dauernden Einwirkung über einen längeren 

Zeitraum einen Gesundheitsschaden verursachen, ist die Plötzlichkeit zu verneinen. So 

2.3. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 6/13

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

fehlt es am Merkmal der Plötzlichkeit, wenn eine Verletzung repetitiven - für sich allein 

betrachtet unschädlichen - Mikrotraumata des täglichen Lebens zuzuschreiben ist, 

welche zu einer allmählichen Abnützung geführt haben (BGE 134 V 80 E. 4.3.2.1; KOSS 

UVG-Nabold, N 16 zu Art. 6; BSK UVG-Hofer, N 23 zu Art. 6; SVR 2019 UV Nr. 35 E. 

3.3.3).

Weiter muss ein ungewöhnlicher äusserer Faktor auf den Körper der versicherten 

Person eingewirkt haben. Dabei bezieht sich das Begriffsmerkmal der 

Ungewöhnlichkeit nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern auf den Faktor 

selbst. Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist somit, dass der äussere 

Faktor allenfalls schwerwiegende, unerwartete Folgen nach sich zog (BGE 112 V 202 f. 

E. 1). Der äussere Faktor ist ungewöhnlich, wenn er den Rahmen des im jeweiligen 

Lebensbereich Alltäglichen oder Üblichen überschreitet. Ob dies zutrifft, beurteilt sich 

im Einzelfall, wobei grundsätzlich nur die objektiven Umstände in Betracht fallen (BGE 

134 V 76 E. 4.1; Urteile des Bundesgerichts vom 25. März 2011, 8C_693/2010, E. 5, 

und vom 26. Juli 2011, 8C_186/2011, E. 5). Das für den Unfallbegriff wesentliche 

Merkmal des ungewöhnlichen Faktors kann in einer unkoordinierten Eigenbewegung 

bestehen. Der ungewöhnliche Faktor liegt in solchen Fällen darin, dass die natürliche 

körperliche Bewegung durch einen in der Aussenwelt begründeten Umstand 

"programmwidrig" gestört wird. Bei einer solchen unkoordinierten Eigenbewegung ist 

der ungewöhnliche äussere Faktor zu bejahen; denn der äussere Faktor - Veränderung 

zwischen Körper und Aussenwelt - ist wegen der erwähnten Programmwidrigkeit 

zugleich ein ungewöhnlicher Faktor. Von einer programmwidrigen Störung der 

körperlichen Bewegung ist beispielsweise dann auszugehen, wenn die versicherte 

Person stolpert, ausgleitet oder sich an einem Gegenstand anstösst oder wenn sie, um 

ein Ausgleiten zu verhindern, eine reflexartige Abwehrbewegung ausführt oder 

auszuführen versucht. Dass es tatsächlich zu einem Sturz kommt, wird nicht 

vorausgesetzt. Wo der Gesundheitsschaden erfahrungsgemäss seiner Natur nach auch 

als alleinige Folge von Krankheit, insbesondere von vorbestehend degenerativen 

Veränderungen eines Körperteils, innerhalb eines normalen Geschehensablaufs 

auftreten kann (z.B. Diskushernie, Meniskusriss, Rotatorenmanschette), unterliegt der 

Nachweis eines Unfalls insofern strengen Anforderungen, als die unmittelbare Ursache 

der Schädigung unter besonders sinnfälligen Umständen gesetzt worden sein muss; 

denn ein Unfallereignis manifestiert sich in der Regel in einer von aussen 

wahrnehmbaren Schädigung, während bei deren Fehlen die erhöhte Wahrscheinlichkeit 

einer rein krankheitsbedingten Ursache besteht (BGE 134 V 80 E. 4.3.2.1 mit Hinweisen 

und 130 V 117 E. 2.1; Urteil des Bundesgerichts vom 10. April 2014, 8C_783/2013, E. 

4.2; RKUV 1999 Nr. U 333 S. 199 E. 3c/aa und Nr. U 345 S. 422 E. 2b, 1996 Nr. U 253 

2.4. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 7/13

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

3.

Der Beschwerdeführer macht geltend, er sei bei der Arbeit auf den Rücken gestürzt 

S. 204 E. 4c und 1994 Nr. U 180 S. 38 E. 2 mit Hinweisen; KOSS-Nabold, N 32 zu Art. 

6; BSK UVG-Hofer, N 37 zu Art. 6; Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre Holzer, 

Bundesgesetz über die Unfallversicherung, in Erwin Murer/Hans-Ulrich Stauffer [Hrsg.], 

Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 4. Aufl. 2012, S. 

40 f.; Maurer, a.a.O., S. 176 f.).

Gemäss Art. 43 Abs. 1 Satz 1 ATSG prüft der Versicherungsträger die Begehren, 

nimmt die notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vor und holt die erforderlichen 

Auskünfte ein. Im Sozialversicherungsrecht herrscht somit der 

Untersuchungsgrundsatz. Indessen ist die leistungsansprechende Person gesetzlich 

verpflichtet, bei den Abklärungen mitzuwirken (vgl. Art. 43 Abs. 3 ATSG). So sind 

praxisgemäss die einzelnen Umstände des Unfalls vom Leistungsansprecher glaubhaft 

zu machen. Kommt er dieser Aufforderung nicht nach, indem er unvollständige, 

ungenaue oder widersprüchliche Angaben macht, die das Bestehen eines 

unfallmässigen Schadens als unglaubwürdig erscheinen lassen, besteht keine 

Leistungspflicht des Unfallversicherers. Im Streitfall obliegt es dem Gericht zu 

beurteilen, ob die einzelnen Voraussetzungen des Unfallbegriffs erfüllt sind (BGE 114 V 

305 E. 5b mit Hinweisen). Der Untersuchungsgrundsatz schliesst eine Beweislast im 

Sinn einer Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Die Parteien tragen aber eine 

Beweislast insofern, als im Fall der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener 

Partei ausfällt, die aus dem unbewiesenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese 

Beweisregel kommt zur Anwendung, wenn im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes 

kein wahrscheinlicher Sachverhalt ermittelt werden kann (BGE 117 V 264 E. 3b; Urteil 

des Bundesgerichts vom 28. April 2017, 8C_794/2016, E. 4.3.1 mit Hinweisen). Wird 

also auf dem Weg der Beweiserhebung das Vorliegen eines Unfallereignisses nicht 

wenigstens mit Wahrscheinlichkeit erstellt - die blosse Möglichkeit genügt nicht -, so 

hat dieses als unbewiesen zu gelten, was sich zu Lasten der den Anspruch erhebenden 

Person auswirkt (BGE 114 V 305 f. E. 5b; Thomas Locher/Thomas Gächter, Grundriss 

des Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl. 2014, § 70 N 56 f.). Gelangt die Verwaltung 

oder das Gericht bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur Überzeugung, der 

Sachverhalt, den eine Partei beweisen will, sei nicht rechtserheblich oder der 

angebotene Beweis vermöge keine neuen Erkenntnisse herbeizuführen, kann auf ein 

beantragtes Beweismittel verzichtet werden. In der damit verbundenen antizipierten 

Beweiswürdigung kann kein Verstoss gegen das rechtliche Gehör erblickt werden (vgl. 

BGE 122 V 162 E. 1d).

2.5. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 8/13

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

und habe damit einen Unfall im Rechtssinn erlitten (Suva-act. 42, 55, act. G 6). Die 

Beschwerdegegnerin bestreitet ein solches Geschehen. Der Beschwerdeführer habe 

diese Sachverhaltsdarstellung ihr gegenüber erstmals im Rahmen einer mündlichen 

Einvernahme vom 9. April 2019 (Suva-act. 41 f.) in Kenntnis der Leistungsablehnung 

vom 12. März 2019 (Suva-act. 27) vorgebracht. Es müsse auf seine Aussagen in der 

Schadenmeldung vom 20. November 2018 (Suva-act. 1) und seine Antworten im 

Fragebogen vom 23. November 2018 (Suva-act. 8) abgestellt werden, bezüglich 

welcher eine Ungewöhnlichkeit zu verneinen sei (act. G 9).

4.  

Unter diesen Umständen ist vorab der massgebende Sachverhalt im 

Zusammenhang mit dem Ereignis vom 6. April 2018 festzustellen, auf dessen 

Grundlage das Vorliegen eines Unfalls im Rechtssinn und die Leistungspflicht der 

Beschwerdegegnerin zu beurteilen ist.

4.1. 

Bei sich widersprechenden Angaben der versicherten Person über den 

Ereignishergang kann praxisgemäss auf die Beweismaxime abgestellt werden, wonach 

die so genannten spontanen "Aussagen der ersten Stunde" in der Regel unbefangener 

und zuverlässiger sind als spätere Darlegungen, die bewusst oder unbewusst von 

nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst 

sein können. Wenn die versicherte Person ihre Darstellung im Lauf der Zeit wechselt, 

kommt den Angaben, die sie kurz nach dem Unfall gemacht hat, in der Regel grösseres 

Gewicht zu als jenen, die sie nach einer Ablehnungsmitteilung oder -verfügung des 

Versicherers getan hat (BGE 121 V 47 E. 2a mit Hinweisen; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., 

S. 29 f.). Die Anwendbarkeit dieser Beweismaxime setzt allerdings voraus, dass die 

Aussage präzise und vollständig aufgezeichnet worden ist (Anna Katharina Pantli/Ueli 

Kieser/Volker Pribnow, Die "Aussage der ersten Stunde" im Schadensausgleichsrecht - 

und die Mangelhaftigkeit ihrer Aufzeichnung, AJP 2000/10, S. 1200 ff.).

4.2. 

Den Akten sind folgende Sachverhaltsdarstellungen zu entnehmen: Gemäss 

Schadenmeldung UVG vom 20. November 2018 (Suva-act. 1) hat der 

Beschwerdeführer am 6. April 2018 auf sehr engem Raum Profile geschliffen und 

immer wieder Schläge in den Rücken erhalten. Damit übereinstimmend schilderte der 

Beschwerdeführer das Ereignis vom 6. April 2018 am 23. November 2018 im 

Fragebogen der Beschwerdegegnerin. Er habe auf Montage bei sehr engen 

Platzverhältnissen Schleifarbeiten ausführen müssen, wobei er immer wieder Schläge 

in den Rücken bekommen habe, weil er keinen Platz gehabt habe (Suva-act. 8). Laut 

Untersuchungsbericht von Dr. C.___ vom 17. April 2018 über die Erstbehandlung des 

4.3. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 9/13

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Beschwerdeführers am 16. April 2018 ist dieser am 6. April 2018 während der Arbeit 

auf den Rücken gestürzt, worauf die Lumbalgien und die Lumboischialgie 

zugenommen hätten. Als er das (…) habe in Bewegung bringen wollen, welches mit 

einem Seil befestigt gewesen sei, an welchem er habe ziehen müssen, sei das Seil 

locker gewesen. Er habe sich nicht mehr halten können und sei auf den Rücken 

gestürzt. Dr. C.___ nannte auch in der Diagnose einen Sturz ("Am 6.4.2018 Sturz 

während der Arbeit: Exazerbation der Lumbalgien und Lumboischialgie rechts." [act. G 

1.2]). Im Arztzeugnis UVG zuhanden der Beschwerdegegnerin vom 19. März 2019 

erwähnte Dr. C.___ demgegenüber bezüglich der Erstbehandlung weder unter der 

Rubrik "Angaben des Patienten" noch in den Diagnosen einen Sturz. Unter der Rubrik 

"Angaben des Patienten" hielt er fest, dass der Beschwerdeführer anfangs April als (…) 

ständig unterirdisch über Kopf habe arbeiten müssen. Der Beschwerdeführer habe 

kniend über dem Kopf gearbeitet. Am 6. April 2018 seien akute heftige Lumbalgien und 

Lumboischialgien aufgetreten (act. G 6.1.2). Am 9. April 2019 gab der 

Beschwerdeführer gegenüber der Beschwerdegegnerin zu Protokoll, er habe im (…), 

als man das Wasser habe ablaufen lassen, in ein Loch bzw. eine Glocke steigen 

müssen. Beim Loch habe es viel Platz gehabt. Er habe an einem Seil gezogen, welches 

das (…) nachziehe. Beim Druck bzw. beim Zug auf das Seil sei er auf dem feuchten 

Boden ausgerutscht und auf den Rücken gefallen. Die eigentliche Arbeit sei in engem 

Raum mit Guckloch passiert, wo er an Profilen habe schleifen müssen. Im Zeitpunkt 

des Ereignisses sei er nicht im Raum gewesen, wo er habe schleifen müssen (Suva-

act. 42). In der Einsprache vom 13. Mai/12. Juni 2019 wie auch in der Beschwerde vom 

16. Oktober 2019 (act. G 1) und Replik vom 16. März 2020 (act. G 14) wurde 

schliesslich wieder ein Sturz geschildert.

Mit dem Fragebogen der Beschwerdegegnerin bekam der Beschwerdeführer 

erstmals die Gelegenheit, sich persönlich zum Ereignis vom 6. April 2018 zu äussern. 

Dieser dient den Unfallversicherern verbreitet zur detaillierten Erhebung der 

tatsächlichen Verhältnisse bei der leistungsansprechenden Person. Im Vordergrund 

stehen entsprechend Fragen betreffend die für die Leistungspflicht des 

Unfallversicherers massgebenden Voraussetzungen des Unfallgeschehens. Sofern der 

Unfallversicherer die tatsächlichen Verhältnisse mittels Frageblättern detailliert erhoben 

hat, ist er seiner Verpflichtung zur richtigen und vollständigen Feststellung des 

rechtserheblichen Sachverhalts grundsätzlich rechtsgenüglich nachgekommen (vgl. 

Untersuchungsgrundsatz Erwägung 2.5) und es überzeugt rechtsprechungsgemäss 

nicht, wenn die versicherte Person einen bestimmten, bedeutsamen Sachverhalt bzw. 

Umstand als Schadensursache erst nach der Leistungsablehnung durch die 

Beschwerdegegnerin schildert und davor unerwähnt lässt. Der Unfallversicherer ist 

4.4. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 10/13

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

nicht gehalten, die versicherte Person im Nachgang zu umfassenden Erhebungen zur 

weiteren Substantiierung des gemeldeten Geschehnisses aufzufordern (Urteile des 

EVG vom 26. Februar 2004, U 64/2002, E. 2.2.3, und 27. Juni 2002, U 148/01, E. 2b).

Der Beschwerdeführer schilderte persönlich erst nach dem 

Leistungsablehnungsschreiben der Beschwerdegegnerin vom 12. März 2019 (Suva-

act. 26) anlässlich der mit der Beschwerdegegnerin am 9. April 2019 geführten 

Besprechung einen Sturz auf den Rücken (Suva-act. 41 f.). Dies, obwohl er zuvor mit 

dem Fragebogen (Suva-act. 8) explizit aufgefordert worden war, eine ausführliche 

Schilderung des Vorfalls abzugeben, und mit der Formulierung der Frage 3 klar und 

verständlich geprüft worden war, ob sich etwas Besonderes wie namentlich ein 

Ausgleiten, ein Sturz, ein Anschlagen usw. ereignet habe. Hätte sich ein Sturz ereignet, 

wäre es nicht nachvollziehbar, warum der Beschwerdeführer die Frage 3 zwar bejaht, 

dann aber anstelle eines Sturzes enge Platzverhältnisse und dadurch bedingte Schläge 

in den Rücken beschrieben hatte. Ausserdem decken sich diese Angaben im 

Fragebogen mit denjenigen in der Schadenmeldung UVG vom 20. November 2018 

(Suva-act. 1) und sind sinngleich oder zumindest vereinbar mit den Schilderungen im 

Arztzeugnis UVG von Dr. C.___ vom 19. März 2019 (act. G 6.1.2). Dass Dr. C.___ im 

Untersuchungsbericht vom 16. April 2018 von einem Sturz schrieb (act. G 1.2), vermag 

einen solchen zwar als möglich erscheinen zu lassen, vor diesem Hintergrund aber 

nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu beweisen. Die Erklärung des 

Beschwerdeführers anlässlich der Besprechung mit der Beschwerdegegnerin vom 9. 

April 2019 (Suva-act. 41 f.) - er habe im Fragebogen den Sturz nicht angegeben, weil 

der Unfall zu lange her gewesen sei - und die Begründung seines Rechtsvertreters in 

der Replik vom 16. März 2020 (act. G 14) - es sei durchaus nachvollziehbar, dass 

sieben Monate nach einem Ereignis die Erinnerungen nachlassen würden und 

dementsprechend nicht mehr im gleichen Detaillierungsgrad beschrieben werden 

könnten - überzeugen nicht. Es erscheint widersprüchlich, wenn der Beschwerdeführer 

im Fragebogen einen detaillierten Ereignisvorgang ohne Sturz zu schildern vermag und 

ausgerechnet der Sturz als typisches Unfallgeschehen dem Erinnerungsvermögen 

entfallen sein soll. Auch der Einwand des Rechtsvertreters in der Replik vom 16. März 

2020 (act. G 14) - es sei nicht dem Beschwerdeführer anzulasten, dass der Sturz weder 

in der Schadenmeldung UVG noch im Fragebogen erwähnt worden sei, da dieser 

immer davon ausgegangen sei, dass Dr. C.___ oder seine ehemalige Arbeitgeberin den 

Unfall der Beschwerdegegnerin zur Bearbeitung weitergeleitet habe, was aber 

offensichtlich nicht geschehen sei - kann die Nichterwähnung eines Sturzes im 

Fragebogen nicht nachvollziehbar erklären. Dem Beschwerdeführer wird die von seiner 

ehemaligen Arbeitgeberin erst sieben Monate nach dem Ereignis vom 6. April 2018 

4.5. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 11/13

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

5.  

getätigte Schadenmeldung UVG vom 20. November 2018 (Suva-act. 1) in keiner Weise 

angelastet. Allerdings vermögen die verspätete Schadenmeldung und das angeblich 

damit zusammenhängende Nachlassen des Erinnerungsvermögens die fehlende 

Nennung eines Sturzes im Fragebogen nicht überzeugend zu erklären.

Angesichts der vorangehenden Darlegungen ist im Folgenden mit dem Beweisgrad 

der überwiegenden Wahrscheinlichkeit von einem Sachverhalt auszugehen, wonach 

der Beschwerdeführer am 6. April 2018 auf sehr engem Raum bzw. bei sehr engen 

Platzverhältnissen Schleifarbeiten ausführte und dabei Schläge in den Rücken erhielt 

(Suva-act. 1, 8). Ein Sturz auf den Rücken gilt demgegenüber nicht mit dem 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als erstellt.

4.6. 

Mit diesem Sachverhalt ist jedoch weder das Unfallbegriffsmerkmal der 

Plötzlichkeit noch dasjenige des ungewöhnlichen äusseren Faktors erfüllt.

5.1. 

Das Unfallbegriffsmerkmal der Plötzlichkeit ist insofern zu verneinen, als in der 

Schadenmeldung UVG vom 20. November 2018 und im Fragebogen vom 23. 

November 2018 ein wiederholtes Anschlagen unbekannter Anzahl ("immer 

wieder" [Suva-act. 1]; "bekam ich immer Schläge" [Suva-act. 8]) beschrieben ist. Damit 

haben offensichtlich mehrere gleichartige Einwirkungen stattgefunden, ohne dass eine 

dieser Einwirkungen besonders hervorgetreten wäre und das Beschwerdebild am 

Rücken einem bestimmten der wiederholt eingetretenen Ereignisse zugeordnet werden 

könnte.

5.2. 

Analog dem zum Unfallbegriffsmerkmal der Plötzlichkeit Gesagten (vgl. Erwägung 

5.2) ergibt sich auch die Verneinung des Begriffsmerkmals des ungewöhnlichen 

äusseren Faktors. Bei den vom Beschwerdeführer am 6. April 2018 ausgeführten 

Schleifarbeiten handelt es sich offensichtlich um einen im Rahmen seiner beruflichen 

Monteurtätigkeit normalen, alltäglichen Bewegungsablauf, der mit dem Körper ohne 

Weiteres ausgeübt werden kann. Der Beschwerdeführer gibt nicht an, dass der 

natürliche Ablauf der körperlichen Bewegung beim Schleifen auf irgendeine Weise 

programmwidrig oder sinnfällig gestört worden wäre. Grundsätzlich wäre mit dem 

Anschlagen eines Körperteils an einer Wand oder an einem Gegenstand das 

Unfallbegriffsmerkmal eines ungewöhnlichen äusseren Faktors im Sinne einer 

unkoordinierten Eigenbewegung erfüllt (vgl. Erwägung 2.4). Indem jedoch der 

Beschwerdeführer ein wiederholtes Anschlagen unbekannter Anzahl über einen 

unbestimmten Zeitraum beschreibt, ohne ein ganz bestimmtes Anschlagen mit 

spezifischen, ins Einzelne gehenden und auffälligen Angaben als sinnfälliges Ereignis 

5.3. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 12/13

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

6.

Gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG erbringt die Unfallversicherung ihre Leistungen auch bei den 

folgenden Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder 

Erkrankung zurückzuführen sind: a. Knochenbrüche; b. Verrenkungen von Gelenken; c. 

Meniskusrisse; d. Muskelrisse; e. Muskelzerrungen; f. Sehnenrisse; g. Bandläsionen; h. 

Trommelfellverletzungen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 24. September 2019, 

8C_22/2019, E. 8). Eine unfallähnliche Körperschädigung nach Art. 6 Abs. 2 UVG ist 

jedoch mit den von Dr. C.___ in seinen Berichten gestellten Diagnosen einer 

Exazerbation der Lumbalgien und Lumboischialgie rechts (act. G 1.2) bzw. eines 

akuten lumbovertebrogenen- und lumboradikulären Syndroms rechts bei paramedianer 

Rezidivhernie L4/L5 rechts (Suva-act. 29) nicht gegeben (vgl. dazu BGE 116 V 145) und 

wird auch nicht geltend gemacht. Unter diesem Titel ist die Beschwerdegegnerin somit 

ebenfalls nicht leistungspflichtig.

namhaft zu machen, muss im konkreten Fall von kontinuierlichen gleichartigen und vor 

allem gewöhnlichen Ereignissen ausgegangen werden. Es ist eine Erfahrungstatsache, 

dass sich insbesondere Schläge bzw. Prellungen (vgl. Suva-act. 1) durch 

verschiedenste Schweregrade auszeichnen und auch geringfügige Traumen darstellen 

können. Damit ist bereits allgemein gesagt, dass ein Schlag bzw. eine Prellung nicht in 

jedem Fall einem Unfall mit unphysiologischer, programmwidriger Beanspruchung 

eines Körperteils bzw. Einwirkung auf einen Körperteil im Sinne eines ungewöhnlichen 

äusseren Faktors entspricht. Für eine Leistungspflicht des Unfallversicherers gestützt 

auf Art. 6 Abs. 1 UVG in Verbindung mit Art. 4 ATSG kann nicht jedes Geschehen - 

jede Bewegung des Körpers und jede Einwirkung auf diesen - genügen, sondern es 

muss eben ein Unfallereignis vorliegen. Im vorliegenden Fall ist es - wie dargelegt - 

nicht möglich, mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

auszumachen, dass ein ungewöhnlicher Faktor auf den Körper des Beschwerdeführers 

eingewirkt hat.

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass anhand der vorangehenden Darlegungen 

unbewiesen ist, dass am 6. April 2018 ein plötzlicher, ungewöhnlicher äusserer Faktor 

auf den Körper des Beschwerdeführers mit einer Beeinträchtigung des Rückens 

eingewirkt hat. Es liegt daher Beweislosigkeit vor, deren Folgen der Beschwerdeführer 

zu tragen hat, der aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten 

wollte (Erwägung 2.5). Er kann daher unter dem Titel "Unfall" keine Leistungen der 

Beschwerdegegnerin beanspruchen.

5.4. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 13/13

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

7.  

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.

Der Staat entschädigt den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers mit Fr. 2'400.-- 

(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer).

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Bestätigung des 

angefochtenen Einspracheentscheids vom 13. September 2019 abzuweisen.

7.1. 

Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).7.2. 

Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung die Kosten der 

Rechtsvertretung des Beschwerdeführers. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 

61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor 

Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b Honorarordnung (HonO; sGS 963.75) 

pauschal Fr. 1'500.-- bis Fr. 15'000.--. Dem vorliegenden Aufwand entsprechend - der 

Rechtsvertreter hat den Beschwerdeführer bereits im Einspracheverfahren vertreten 

und seine Eingaben sind kurz und teilweise gleichlautend - erscheint eine pauschale 

Parteientschädigung von Fr. 3'000.-- angemessen. Diese ist um einen Fünftel zu kürzen 

(Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes [AnwG; sGS 963.70]). Somit entschädigt der Staat 

den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers pauschal mit Fr. 2'400.-- (inklusive 

Barauslagen und Mehrwertsteuer).

7.3. 

Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur 

Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen 

Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).

7.4. 

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 12.10.2020
	Art. 6 Abs. 1 UVG in Verbindung mit Art. 4 ATSG: Beweislosigkeit hinsichtlich eines Sturzes. Nachgewiesen ist lediglich ein Sachverhalt, wonach der Beschwerdeführer auf sehr engem Raum bzw. bei sehr engen Platzverhältnissen Schleifarbeiten ausführte und dabei Schläge in den Rücken erhielt. Die Unfallbegriffsmerkmale der Plötzlichkeit und des ungewöhnlichen äusseren Faktors sind in Bezug auf diesen Sachverhalt nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erfüllt. Art. 6 Abs. 2 UVG: Eine Lumbalgie und eine Diskushernie lassen sich nicht unter eine unfallähnliche Körperschädigung subsumieren (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 12. Oktober 2020, UV 2019/73).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2024-05-26T23:39:09+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen