# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** baf25b77-8e61-59ca-a51f-256f8faf80a8
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-03-05
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 05.03.2024 C-4013/2020
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-4013-2020_2024-03-05.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung III 

C-4013/2020 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  5 .  M ä r z  2 0 2 4  

Besetzung 
 Richter Beat Weber (Vorsitz), 

Richterin Caroline Gehring, 

Richterin Madeleine Hirsig-Vouilloz, 

Gerichtsschreiberin Tanja Jaenke. 
 

 
 

Parteien 
 A._______, (Kroatien), 

vertreten durch Dr. iur. Kreso Glavas, 

Beschwerdeführer,  

  
 

 
gegen 

 
 

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA, 

Vorinstanz. 

  
 

 
 

Gegenstand 
 IV, Invalidenrente; Verfügung der IVSTA vom 30. Juli 2020. 

 

 

 

C-4013/2020 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A._______ (nachfolgend Versicherter), geboren am (…) 1958, kroatischer 

Staatsangehöriger, wohnhaft in Kroatien seit 5. September 2011, arbeitete 

von 1979 bis 1995 mit Unterbrüchen in der Schweiz und leistete dabei wäh-

rend 125 Monaten Beiträge an die obligatorische Alters-, Hinterlassenen- 

und Invalidenversicherung. In der Schweiz war der Versicherte als Zimmer-

mann beziehungsweise Parkettleger tätig. Er ist seit dem 5. Februar 1997 

arbeitslos und bezieht seit dem 15. Mai 2009 eine bosnische Invaliden-

rente (vgl. Akten der Vorinstanz [IVSTA-act.] 13; 16; 20; 21=50=96=260; 

47; 94; Akten im Beschwerdeverfahren [BVGer-act.] 18 Beilagen 1 und 2). 

B.  

B.a Der Beschwerdeführer musste sich am 12. Februar 2009 einer opera-

tiven Entfernung eines Kolonkarzinoms (Dickdarmkrebs) und einer an-

schliessenden chemotherapeutischen Behandlung unterziehen (IVSTA-

act. 106.1=197.1 [Übersetzung]; 252.1=266 [Übersetzung]). Am 15. Mai 

2009 (Eingangsdatum: 2. Dezember 2010) stellte er über den bosnischen 

Versicherungsträger bei der IV-Stelle für Versicherte im Ausland (nachfol-

gend IVSTA) einen Antrag auf Gewährung einer Invalidenrente (IVSTA-

act. 1 ff.; 11 ff.). 

B.b Die IVSTA wies das Leistungsbegehren des Versicherten mit Verfü-

gung vom 16. April 2012 mit der Begründung ab, dass die Ausübung einer 

dem Gesundheitszustand angepassten Tätigkeit seit 1. Januar 2010 zu 

100 % möglich sei. Die Erwerbseinbusse von 31 % begründe keinen An-

spruch auf eine Invalidenrente (IVSTA-act. 71).  

B.c Die dagegen erhobene Beschwerde hiess das Bundesverwaltungsge-

richt mit Urteil vom 14. August 2014 im Verfahren C-2716/2012 dahinge-

hend gut, als die Verfügung vom 16. April 2012 aufgehoben und die Sache 

zur Vervollständigung der medizinischen Akten und Gesamtbegutachtung 

an die Vorinstanz zurückgewiesen wurde (IVSTA-act. 79). 

C.  

C.a In der Folge wurde der Beschwerdeführer vom 7. bis 8. Dezember 

2015 in internistischer, rheumatologischer, onkologischer, psychiatrischer 

und orthopädischer Hinsicht von der B._______ begutachtet. Dabei wurde 

festgestellt, dass die Arbeitsunfähigkeit (AUF) in der angestammten 

C-4013/2020 

Seite 3 

Tätigkeit aus orthopädischer Sicht 10 % betrage. In einer angepassten Tä-

tigkeit – nach vorausgehender posttraumatischer Rehabilitation von unge-

fähr sechs Monaten – sei der Beschwerdeführer aus orthopädischer Sicht 

voll arbeitsfähig. Ausserdem wurde festgehalten, aus psychiatrischer Sicht 

bestehe nicht mehr als eine Arbeitsunfähigkeit von 20 % in jeglicher Tätig-

keit (IVSTA-act. 236; nachfolgend Gutachten vom 20. Januar 2016).  

C.b Gestützt auf die Begutachtung und eine Stellungnahme von 

Dr. C._______, medizinischer Dienst (IVSTA-act. 240), teilte die IVSTA 

dem Versicherten mit Vorbescheid vom 5. Februar 2016 mit, dass vorge-

sehen sei, das Leistungsbegehren abzuweisen (IVSTA-act. 241). In sei-

nem diesbezüglichen Einwand vom 18. März 2016 brachte der Versicherte, 

zwischenzeitlich vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Kreso Glavas, vor, 

dass keine rückwirkende Beurteilung der medizinischen Situation vorge-

nommen worden sei, und ersuchte um eine erneute medizinische Abklä-

rung (IVSTA-act. 254). Mit Verfügung vom 19. Mai 2016 wies die Vo-

rinstanz diesen Antrag und das Leistungsbegehren des Beschwerdefüh-

rers ab (IVSTA-act. 267). 

C.c Das Bundesverwaltungsgericht hiess die gegen diese Verfügung erho-

bene Beschwerde des Versicherten mit Urteil vom 14. November 2018 im 

Verfahren C-3981/2016 insoweit gut, als die angefochtene Verfügung auf-

gehoben und die Sache zur ergänzenden Abklärung durch die B._______ 

sowie zu neuem Entscheid zurückgewiesen wurde. Das Gericht führte 

dazu insbesondere aus, auf das Gutachten vom 20. Januar 2016 könne 

zwar teilweise abgestellt werden, es sei jedoch hinsichtlich der Stuhl- und 

Urininkontinenz sowie bezüglich des Zervikals- und Lumbalsyndroms un-

vollständig und habe sich diesbezüglich auch nicht mit den Auswirkungen 

auf die Arbeitsfähigkeit auseinandergesetzt. Weiter seien bei allfälligen 

Verweistätigkeiten ergänzend die funktionellen Einschränkungen aufgrund 

der Fingeramputation des 2. und 3. Fingergliedes sowie der beidseitigen 

Schwerhörigkeit zu beachten (IVSTA-act. 295). 

D.  

D.a In Umsetzung des Bundesverwaltungsgerichtsurteils tätigte die IVSTA 

weitere Abklärungen in medizinischer Hinsicht und liess den Versicherten 

am 14. und 15. Oktober 2019 in den Fachbereichen Allgemeine Innere Me-

dizin, Psychiatrie und Psychotherapie, Neurologie und Rheumatologie (er-

neut) bei der B._______ begutachten (IVSTA-act. 349; nachfolgend Gut-

achten vom 11. Dezember 2019). Mit Schreiben vom 20. Februar 2020 

C-4013/2020 

Seite 4 

beantworteten die Gutachter/innen die Rückfragen der IVSTA vom 24. Ja-

nuar 2020 betreffend Beginn der Arbeitsunfähigkeit in angestammter und 

angepasster Tätigkeit sowie deren Entwicklung (IVSTA-act. 357; 360). 

D.b In der medizinisch-juristischen Stellungnahme vom 7. April 2020 hiel-

ten Dr. D._______, Dr. E._______ (beide vom medizinischen Dienst der 

IVSTA) und die Juristin F._______ (Rechtsdienst der IVSTA) fest, auf das 

Gutachten der B._______ vom 11. Dezember 2019 könne abgestellt wer-

den. Entsprechend bestehe beim Versicherten eine vollständige Arbeitsun-

fähigkeit in angestammter und angepasster Tätigkeit vom 6. Februar 2009 

bis zum 31. Dezember 2009. Ab 1. Januar 2010 betrage die Arbeitsunfä-

higkeit in angepasster Tätigkeit noch 20 % aus psychischen Gründen. Es 

sei lediglich noch eine leichte Tätigkeit mit funktionellen Einschränkungen 

zumutbar (IVSTA-act. 362). Gestützt auf diese Stellungnahme teilte die IV-

STA dem Versicherten mit Vorbescheid vom 18. Mai 2020 mit, dass vorge-

sehen sei, das Leistungsbegehren abzuweisen (IVSTA-act. 365). In sei-

nem begründeten Einwand vom 18. Juni 2020 brachte der Versicherte ins-

besondere vor, es liege seitens der Gutachterstellen offensichtlich eine 

feindselige Einstellung gegenüber dem Gericht und gegenüber dem Versi-

cherten vor. Weiter bestritt er die Verwertbarkeit des Gutachtens und be-

antragte eine neutrale und objektive Begutachtung (IVSTA-act. 370). Mit 

Verfügung vom 30. Juli 2020 wies die IVSTA schliesslich das Leistungsge-

such des Versicherten mit Verweis auf das Gutachten vom 11. Dezember 

2019 ab (IVSTA-act. 374). 

E.  

E.a Mit Eingabe vom 5. August 2020 liess der Versicherte (nachfolgend 

auch Beschwerdeführer), nach wie vor vertreten durch Rechtsanwalt 

Dr. iur. Kreso Glavas, Beschwerde gegen die Verfügung der IVSTA (nach-

folgend auch Vorinstanz) vom 30. Juli 2020 erheben und die folgenden An-

träge stellen (BVGer-act. 1): 

1. Die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und dem Beschwerdeführer sei 

mindestens eine halbe IV-Rente zu gewähren. 

2. Eventualiter sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und es sei vom Ge-

richt aus eine polydisziplinäre Abklärung in Auftrag zu geben, woraufhin neu 

zu entscheiden sei. 

3. Für das vorliegende Verfahren sei die unentgeltliche Rechtspflege und Ver-

beiständung in der Person des Unterzeichners zu gewähren. 

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin. 

C-4013/2020 

Seite 5 

E.b Die Vorinstanz stellte in ihrer Vernehmlassung vom 16. Oktober 2020 

den Antrag, die Beschwerde sei abzuweisen und die angefochtene Verfü-

gung zu bestätigen (BVGer-act. 7).  

E.c Mit Zwischenverfügung vom 5. November 2020 wurde das Gesuch des 

Beschwerdeführers um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung 

sowie der unentgeltlichen Verbeiständung gutgeheissen und dem Be-

schwerdeführer Rechtsanwalt Dr. iur. Kreso Glavas als amtlich bestellter 

Anwalt beigeordnet (BVGer-act. 8). 

E.d In seiner Replik vom 4. Dezember 2020 liess der Beschwerdeführer 

die folgenden Begehren stellen (BVGer-act. 10): 

1. An den Rechtsbegehren gemäss Beschwerdeeingabe vom 5. August 2020 

wird vollumfänglich festgehalten. 

2. Ergänzend wird der Antrag gestellt, eine öffentliche Verhandlung samt Befra-

gung des Beschwerdeführers durchzuführen. 

E.e Die Vorinstanz hielt in ihrer Duplik vom 28. Januar 2021 an den bereits 

gestellten Anträgen fest und verzichtete mangels neuer Sachverhaltsele-

mente in der Replik des Beschwerdeführers auf weitere Ausführungen 

(BVGer-act. 12). 

E.f Mit Instruktionsverfügung vom 2. Februar 2021 brachte das Bundesver-

waltungsgericht dem Beschwerdeführer die Duplik der Vorinstanz zur 

Kenntnis und schloss den Schriftenwechsel – vorbehältlich weiterer In-

struktionsmassnahmen – ab. Hinsichtlich des Antrags auf öffentliche Ver-

handlung wurde ein Entscheid zu einem späteren Zeitpunkt in Aussicht ge-

stellt (BVGer-act. 13). 

E.g Rechtsanwalt Dr. iur. Kreso Glavas reichte in der Folge eine Honorar-

note vom 5. Februar 2021 ein (BVGer-act. 14). 

E.h Am 7. November 2023 wurde der Beschwerdeführer aufgrund unter-

schiedlicher Angaben in den vorinstanzlichen Akten aufgefordert, dem Ge-

richt einen gültigen Nachweis über seine Nationalität(en) einzureichen 

(BVGer-act. 17). Mit Eingabe vom 14. November 2023 liess der Beschwer-

deführer einen Heimatschein sowie die Bestätigung des kroatischen Bür-

gerrechts einreichen (BVGer-act. 18 Beilagen 1 und 2). 

C-4013/2020 

Seite 6 

E.i Mit Eingabe vom 14. November 2023 verzichtete der Beschwerdefüh-

rer – nach vorgängigen telefonischen Kontakten hinsichtlich einer Termin-

findung für die öffentliche Verhandlung (BVGer-act. 15 f.) – zudem auf die 

Durchführung der mit Replik beantragten öffentlichen Verhandlung und 

reichte stattdessen Farbfotos der verletzten Hand des Beschwerdeführers 

ein (BVGer-act. 18 Beilage 3).  

E.j Mit Verfügung vom 22. November 2023 schrieb das Bundesverwal-

tungsgericht entsprechend den Antrag um Durchführung einer öffentlichen 

Verhandlung als gegenstandslos geworden ab und stellte der Vorinstanz 

die Eingabe vom 14. November 2023 samt Beilagen zur Kenntnisnahme 

zu (BVGer-act. 19). 

F.  

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien sowie auf die eingereichten 

Unterlagen wird – soweit erforderlich – in den nachstehenden Erwägungen 

eingegangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Das Bundesverwaltungsgericht ist zur Behandlung der vorliegenden Be-

schwerde zuständig (Art. 31, 32 und 33 Bst. d des Bundesgesetzes vom 

17. Juni 2005 über das Bundesverwaltungsgericht [Verwaltungsgerichts-

gesetz, VGG, SR 173.32]; Art. 69 Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes vom 

19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung [IVG, SR 831.20; jeweils in 

der bis zum 31. Dezember 2021 gültigen Fassung]). Der Beschwerdefüh-

rer ist als Adressat der angefochtenen Verfügung durch diese besonders 

berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder 

Abänderung, weshalb er zur Erhebung der Beschwerde legitimiert ist 

(Art. 59 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen 

Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG, SR 830.1; jeweils in der bis zum 

31. Dezember 2021 gültigen Fassung]; Art. 48 Abs. 1 des Bundesgesetzes 

vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren [Verwaltungsver-

fahrensgesetz, VwVG, SR 172.021]). Auf die frist- und formgerecht einge-

reichte Beschwerde ist – nachdem die Pflicht zu Leistung eines Kostenvor-

schusses infolge der Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege entfal-

len ist (vgl. Art. 69 Abs. 1bis und 2 IVG i.V.m. Art. 63 Abs. 4 VwVG; BVGer-

act. 8) – somit einzutreten (Art. 60 ATSG; Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

C-4013/2020 

Seite 7 

2.  

Anfechtungsobjekt und damit Begrenzung des Streitgegenstandes des 

vorliegenden Beschwerdeverfahrens (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.1) bildet die 

Verfügung vom 30. Juli 2020, mit der die Vorinstanz das Leistungsbegeh-

ren des Beschwerdeführers abgewiesen hat. Streitig und vom Bundesver-

waltungsgericht zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf 

eine schweizerische Invalidenrente im Rahmen seiner Erstanmeldung vom 

15. Mai 2009. 

3.  

Zum Beschwerdeverfahren ist Folgendes festzuhalten: 

3.1 Das Bundesverwaltungsgericht prüft die Verletzung von Bundesrecht 

einschliesslich der Überschreitung oder des Missbrauchs des Ermessens, 

die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen 

Sachverhalts und die Unangemessenheit (Art. 49 VwVG). 

3.2 Gemäss dem Grundsatz der Rechtsanwendung von Amtes wegen ist 

das Bundesverwaltungsgericht nicht an die Begründung der Begehren der 

Parteien gebunden (Art. 62 Abs. 4 VwVG). Es kann die Beschwerde auch 

aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheissen oder den an-

gefochtenen Entscheid im Ergebnis mit einer Begründung bestätigen, die 

von jener der Vorinstanz abweicht (vgl. BVGE 2013/46 E. 3.2). 

3.3 Sowohl das Verwaltungsverfahren wie auch der erstinstanzliche Sozi-

alversicherungsprozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht 

(Art. 43 Abs. 1 ATSG; Art. 61 Bst. c ATSG; Art. 12 VwVG). Danach hat die 

Verwaltung und im Beschwerdeverfahren das Gericht von Amtes wegen für 

die richtige und vollständige Abklärung des erheblichen Sachverhalts zu 

sorgen (BGE 136 V 376 E. 4.1.1). Sofern das Gesetz nicht etwas Abwei-

chendes vorsieht, gilt im Sozialversicherungsrecht der Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 143 V 168 E. 2; 138 V 218 E. 6). 

4.  

Nachfolgend ist zunächst das anwendbare materielle Recht und der zeit-

lich massgebende Sachverhalt zu bestimmen: 

4.1 In zeitlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechtssätze mass-

geblich, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechts-

folgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 132 V 215 E. 3.1.1), 

weshalb jene Vorschriften Anwendung finden, die spätestens beim Erlass 

der Verfügung vom 30. Juli 2020 in Kraft standen; weiter aber auch 

C-4013/2020 

Seite 8 

Vorschriften, die zu jenem Zeitpunkt bereits ausser Kraft getreten waren, 

die aber für die Beurteilung allenfalls früher entstandener Leistungsansprü-

che von Belang sind. 

4.2 Der Beschwerdeführer ist kroatischer Staatsangehöriger und wohnt 

seit 5. September 2011 in Kroatien, welches seit 1. Juli 2013 Mitglied der 

Europäischen Union (EU) ist. Es liegt somit offensichtlich ein grenzüber-

schreitender Sachverhalt mit Bezug zur EU vor (vgl. dazu BGE 145 V 231 

E. 7.1; 143 V 81 E. 8.3). Damit gelangen im vorliegenden Verfahren – auf-

grund der am 17. Juni 2016 erfolgten Genehmigung des Protokoll III durch 

das Schweizer Parlament und damit der Ausdehnung auf Kroatien – ab 

1. Januar 2017 das Freizügigkeitsabkommen vom 21. Juni 1999 (FZA, SR 

0.142.112.681) und die Regelwerke der Gemeinschaft zur Koordinierung 

der Systeme der sozialen Sicherheit gemäss Anhang II des FZA, insbeson-

dere die für die Schweiz am 1. April 2012 in Kraft getretenen Verordnungen 

(EG) Nr. 883/2004 (SR 0.831.109.268.1) und Nr. 987/2009 (SR 

0.831.109.268.11), zur Anwendung. Auch die am 1. Januar 2015 durch die 

Verordnungen (EU) Nr. 1244/2010, Nr. 465/2012 und Nr. 1224/2012 erfolg-

ten Änderungen in den Beziehungen zwischen der Schweiz und den EU-

Mitgliedstaaten sind seit 1. Januar 2017 anwendbar. Das Vorliegen einer 

anspruchserheblichen Invalidität beurteilt sich indes auch im Anwendungs-

bereich des FZA und der Koordinierungsvorschriften nach schweizeri-

schem Recht (vgl. BGE 130 V 253 E. 2.4; Urteil des BGer 9C_573/2012 

vom 16. Januar 2013 E. 4).   

 

Bis zum 31. Dezember 2016 ist damit das Abkommen zwischen der 

Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Republik Kroatien über Sozi-

ale Sicherheit vom 9. April 1996 (SR 0.831.109.291.1; im Folgenden: So-

zialversicherungsabkommen) anwendbar. Sofern die versicherte Person 

ihr Recht auf Freizügigkeit vor Inkrafttreten des FZA ausgeübt hat – was 

vorliegend der Fall ist – und soweit das bilaterale Sozialversicherungsab-

kommen vorteilhafter ist (vgl. Urteil des BVGer C-1700/2021 vom 27. April 

2023 E. 2.1 mit Hinweis auf BGE 133 V 329 E. 8.6.4 f, BGE 142 V 112, 

BVGE 2018 V/4 E. 8.1.1 f.) – was vorliegend jedoch nicht der Fall ist –, 

wäre das Sozialversicherungsabkommen im Übrigen auch nach dem 

31. Dezember 2016 noch weiter anwendbar. Gemäss Art. 4 des Sozialver-

sicherungsabkommens stehen die Staatsangehörigen der Vertragsstaaten 

in ihren Rechten und Pflichten aus den in Art. 2 genannten Rechtsvorschrif-

ten – zu welchen die schweizerische Bundesgesetzgebung über die Inva-

lidenversicherung gehört – einander gleich, soweit nichts anderes be-

stimmt ist (vgl. Art. 29 Abs. 4 IVG). Bestimmungen, die hinsichtlich der 

C-4013/2020 

Seite 9 

Voraussetzungen des Anspruchs auf eine schweizerische Invalidenrente 

von dem in Art. 4 des Abkommens aufgestellten Grundsatz der Gleichstel-

lung der jeweiligen Staatsangehörigen abweichen, finden sich weder im 

Abkommen selbst noch in den seither getroffenen schweizerisch-kroati-

schen Vereinbarungen. Der Rentenanspruch des Beschwerdeführers be-

stimmt sich damit auch in Anwendung des Sozialversicherungsabkom-

mens bis zum 31. Dezember 2016 ausschliesslich nach dem schweizeri-

schen Recht.  

 

Der Vollständigkeit halber ist festzuhalten, dass sich auch bei zusätzlicher 

bosnischer Staatsangehörigkeit des Beschwerdeführers – von welcher 

zwar in den vorangehenden Urteilen C-2716/2012 und C-3981/2016 je-

weils ausgegangen worden war, welche der Beschwerdeführer im vorlie-

genden Verfahren jedoch trotz entsprechender Aufforderung nicht belegt 

hat (vgl. BVGer-act. 17 f.) – nichts an der ausschliesslichen Anwendbarkeit 

des schweizerischen Rechts zur Bestimmung eines Rentenanspruchs än-

dern würde (vgl. dazu auch Urteile C-2716/2012 E. 2.1 und C-3981/2016 

E. 2). 

4.3 Im vorliegenden Fall sind damit in materieller Hinsicht insbesondere 

das IVG, die Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversiche-

rung (SR 831.201; IVV) sowie das ATSG anwendbar, allerdings ohne die 

per 1. Januar 2022 in Kraft getretenen Änderungen im Rahmen der soge-

nannten «Weiterentwicklung der IV» (vgl. auch Urteil des BGer 

9C_339/2021 vom 27. Juli 2022 E. 2.1). 

4.4 Das Sozialversicherungsgericht stellt bei der Beurteilung einer Streit-

sache in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen 

Verwaltungsverfügung (hier: 30. Juli 2020) eingetretenen Sachverhalt ab 

(BGE 132 V 215 E. 3.1.1). Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither verän-

dert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwaltungsver-

fügung sein (BGE 121 V 362 E. 1b). Immerhin sind indes Tatsachen, die 

sich erst später verwirklichen, soweit zu berücksichtigen, als sie mit dem 

Streitgegenstand in engem Sachzusammenhang stehen und geeignet 

sind, die Beurteilung im Zeitpunkt des Verfügungserlasses zu beeinflussen 

(BGE 121 V 362 E. 1b; Urteile des BGer 9C_24/2008 vom 27. Mai 2008 

E. 2.3.1; 8C_95/2017 vom 15. Mai 2017 E. 5.1). 

5.  

Der Beschwerdeführer rügt in formeller Hinsicht, die Vorinstanz habe sei-

nen Anspruch auf rechtliches Gehör (Begründungspflicht) verletzt (BVGer-

C-4013/2020 

Seite 10 

act. 1 Rz. II.3), was von der Vorinstanz jedoch bestritten wird (BVGer-

act. 7). Da die Verletzung des Gehörsanspruchs grundsätzlich ungeachtet 

der Erfolgsaussichten in der Sache selbst zur Aufhebung der angefochte-

nen Verfügung führen kann (vgl. BGE 132 V 387 E. 5.1), rechtfertigt es 

sich, diese Rüge vorab zu beurteilen. 

5.1 Zur Begründungspflicht ist Folgendes festzuhalten: 

5.1.1 Einen wesentlichen Bestandteil des in Art. 29 Abs. 2 BV garantierten 

Anspruchs auf rechtliches Gehör bildet die Begründungspflicht. Diese soll 

verhindern, dass sich die Behörde von unsachlichen Motiven leiten lässt, 

und es der betroffenen Person ermöglichen, die Verfügung gegebenenfalls 

sachgerecht anzufechten. Dies ist nur möglich, wenn sich sowohl die Partei 

wie auch die Rechtsmittelinstanz über die Tragweite des Entscheides ein 

Bild machen können. In diesem Sinn müssen wenigstens kurz die Überle-

gungen genannt werden, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und 

auf welche sich ihre Verfügung stützt. Dies bedeutet jedoch nicht, dass sie 

sich ausdrücklich mit jeder tatbestandlichen Behauptung und jedem recht-

lichen Einwand auseinandersetzen muss. Vielmehr kann sie sich auf die 

für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (statt vieler 

BGE 124 V 180 E. 1a; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts 

[EVG; heute: BGer] I 3/05 vom 17. Juni 2005 E. 3.1.3 m.H., veröffentlicht 

in: SVR 2006 IV Nr. 27). 

5.1.2 Eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör führt grund-

sätzlich ungeachtet der Erfolgsaussichten der Beschwerde in der Sache 

selbst zur Aufhebung der angefochtenen Verfügung (BGE 132 V 387 

E. 5.1; SUTTER, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum VwVG, 

2. Aufl. 2019, Art. 29 Rz. 17; WALDMANN/BICKEL, in: Waldmann/Krauskopf 

[Hrsg.], Praxiskommentar VwVG, 3. Aufl. 2023, Art. 29 Rz. 106 m.w.H.). 

Nach der Rechtsprechung kann eine nicht besonders schwerwiegende 

Verletzung des rechtlichen Gehörs ausnahmsweise als geheilt gelten, 

wenn die betroffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor einer Beschwer-

deinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie die Rechtslage frei 

überprüfen kann (BGE 127 V 431 E. 3d/aa). Ein Verstoss gegen die Be-

gründungspflicht stellt in der Regel keine besonders schwerwiegende Ver-

letzung des rechtlichen Gehörs dar, insbesondere wenn die Überlegungen 

der Behörde zumindest im Kern nachvollzogen werden können (Urteil des 

BGer 1C_39/2017 vom 13. November 2017 E. 2.1). Eine mangelhafte Be-

gründung kann daher im Rahmen des Beschwerdeverfahrens geheilt wer-

den, indem die Vorinstanz dort ihre Entscheidgründe darlegt und die 

C-4013/2020 

Seite 11 

Rechtsmittelinstanz der betroffenen Partei im Rahmen eines zweiten 

Schriftenwechsels die Möglichkeit einräumt, sich dazu zu äussern (KNEU-

BÜHLER/PEDRETTI, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum 

VwVG, 2. Aufl. 2019, Art. 35 Rz. 22 m.w.H.). Von einer Rückweisung der 

Sache an die Verwaltung ist aber selbst bei einer schwerwiegenden Verlet-

zung des rechtlichen Gehörs abzusehen, wenn und soweit die Rückwei-

sung zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzöge-

rungen führen würde, die mit dem (der Anhörung gleichgestellten) Inte-

resse der betroffenen Partei an einer beförderlichen Beurteilung der Sache 

nicht zu vereinbaren wären (BGE 136 V 117 E. 4.2.2.2 m.w.H.). 

5.2 Aus den Akten ergibt sich Folgendes:  

5.2.1 In seinem begründeten Einwand vom 18. Juni 2020 drückte der Be-

schwerdeführer sein Befremden über die Äusserungen der MEDAS-Insti-

tution hinsichtlich des Bundesverwaltungsgerichts und des Rechtsvertre-

ters aus. Er monierte in diesem Zusammenhang eine feindselige Einstel-

lung der Gutachter-Institution dem Gericht und dem Beschwerdeführer ge-

genüber, welche sich aus dem gesamten Gutachten ergebe. Insbesondere 

sei der abgetrennte Zeigefinger nicht als Diagnose mit Auswirkungen auf 

die Arbeitsfähigkeit beurteilt worden und auch andere Diagnosen (Krebs-

erkrankung mit Folgen, Rückenleiden) seien nicht in die Gesamtbeurtei-

lung miteinbezogen worden. Die Inkontinenz des Beschwerdeführers sei 

negiert worden und die Gutachter hätten sich geweigert, die mitgebrachten 

Berichte und CDs einzusehen. Auch sei kein Orthopäde beigezogen wor-

den. Das Gutachten sei äussert problematisch, was auch die Vorinstanz 

erkannt und deshalb Ergänzungsfragen gestellt habe. Die Beantwortung 

der Ergänzungsfragen habe allerdings keine Klarheit gebracht. Eine Beur-

teilung des Beschwerdeführers als gesund beziehungsweise nur zu 20 % 

aus psychischen Gründen eingeschränkt verstosse klar gegen die elemen-

taren Sorgfaltspflichten der Mediziner. Offensichtlich habe diese Beurtei-

lung aus der feindseligen respektive beleidigten Einstellung resultiert. Die 

Gerichtsmediziner in Kroatien hätten – im Gegensatz zur Vorinstanz – 

längst erkannt, dass der Beschwerdeführer nicht mehr rentenausschlies-

send tätig sein könne (IVSTA-act. 370). 

5.2.2 Der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 30. Juli 2020 ist so-

dann zu entnehmen, dass die Vorinstanz den Einwand des Beschwerde-

führers vom 18. Juni 2020 zur Kenntnis genommen hat. Sie lehnte jedoch 

eine neue medizinische Untersuchung und insbesondere Begutachtung 

ab, da die Gesundheitsbeeinträchtigungen genügend dokumentiert seien 

C-4013/2020 

Seite 12 

und das Gutachten vom 11. Dezember 2019 die von der Rechtsprechung 

verlangten Kriterien (detaillierte Anamnese, geklagte Beschwerden, medi-

zinische Abklärung, objektive Untersuchung) erfülle, wobei von Feindselig-

keit und Voreingenommenheit keine Rede sein könne. Im Übrigen seien 

die Entscheide ausländischer Behörden aufgrund unterschiedlicher Ge-

setzgebung für die schweizerische Invalidenversicherung nicht bindend. 

Gestützt auf das Gutachten vom 11. Dezember 2019 ging die Vorinstanz 

ab 1. Januar 2010 von einer Arbeitsfähigkeit von 80 % in angepasster Tä-

tigkeit aus und errechnete schliesslich einen rentenausschliessenden IV-

Grad von 38 % (vgl. IVSTA-act. 374). 

5.3 Aus der angefochtenen Verfügung ergibt sich zweifelsfrei, dass die Vo-

rinstanz in ihrer Beurteilung in erster Linie auf das Gutachten vom 11. De-

zember 2019 abgestellt hat. Auch ist die Vorinstanz – zumindest kurz – auf 

die wesentlichen Vorbringen des Beschwerdeführers in seinem Einwand 

vom 18. Juni 2020 eingegangen. Entsprechend war der Beschwerdeführer 

ohne Weiteres in der Lage, die fragliche Verfügung anzufechten und hatte 

in der Folge im Beschwerdeverfahren die Möglichkeit, sich zu allen aus 

seiner Sicht wichtigen Aspekte der Streitsache (erneut) zu äussern. Vorlie-

gend ist insbesondere die Frage, ob das Gutachten vom 11. Dezember 

2019 beweiskräftig ist, in materieller Hinsicht zu beurteilen (vgl. dazu nach-

folgend E. 7). Da dem Bundesverwaltungsgericht im vorliegenden Verfah-

ren zudem grundsätzlich volle Kognition zusteht, wäre – falls überhaupt 

von einer Gehörsverletzung hinsichtlich der gerügten Begründungspflicht 

auszugehen wäre – diese ohnehin zu heilen, zumal die Aufhebung und 

Rückweisung der Verfügung zur weitergehenden Begründung hier zu ei-

nem unnötigen formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzöge-

rungen führen würde, die mit dem Interesse an einer beförderlichen Beur-

teilung des seit 2009 hängigen Verfahrens nicht zu vereinbaren wäre. 

6.  

Nachfolgend sind die vorliegend massgebenden gesetzlichen Grundlagen 

– jeweils in der bis zum 31. Dezember 2021 gültigen Fassung (vgl. dazu 

oben E. 1 und 4.3) – und die dazu von der Rechtsprechung entwickelten 

Grundsätze darzulegen: 

6.1 Anspruch auf eine Rente der schweizerischen Invalidenversicherung 

hat, wer invalid im Sinne des Gesetzes ist (vgl. dazu Art. 8 Abs. 1 ATSG 

sowie nachfolgend E. 6.2) und bei Eintritt der Invalidität während mindes-

tens drei Jahren Beiträge geleistet hat (Art. 36 Abs. 1 IVG).  

 

C-4013/2020 

Seite 13 

Der Beschwerdeführer hat unbestrittenermassen während mehr als drei 

Jahren Beiträge in diesem Sinn geleistet (vgl. IVSTA-act. 16), so dass die 

Anspruchsvoraussetzung der Mindestbeitragsdauer erfüllt ist. 

6.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde 

ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Die Invalidi-

tät kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 

Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körper-

lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zu-

mutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teil-

weise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des 

Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der 

gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä-

higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar 

ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Beeinträchti-

gung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, 

volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich 

zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tä-

tigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Art. 6 

ATSG). 

6.3 Anspruch auf eine Invalidenrente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG 

Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgaben-

bereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 

wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (Bst. a), während ei-

nes Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 

40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (Bst. b) und nach Ablauf 

dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (Bst. c). 

Art. 29 Abs. 1 IVG sieht zudem vor, dass der Rentenanspruch frühestens 

nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsan-

spruchs nach Art. 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die 

Vollendung des 18. Altersjahrs folgt, entsteht.  

 

Aufgrund der vorliegend nach wie vor relevanten Erstanmeldung vom 

15. Mai 2009 sowie der geltend gemachten vollständigen Arbeitsunfähig-

keit seit Februar 2009 (vgl. dazu oben E. 2), können im vorliegenden Fall 

allfällige Leistungsansprüche gestützt auf Art. 28 Abs. 1 und Art. 29 Abs. 1 

IVG frühestens ab 1. Februar 2010 entstehen. 

C-4013/2020 

Seite 14 

6.4 Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf 

eine Viertelsrente, bei mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei mindes-

tens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei mindestens 70 % auf eine 

ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG). Beträgt der Invaliditätsgrad weniger als 

50 %, so werden die entsprechenden Renten nur an Versicherte ausbe-

zahlt, die ihren Wohnsitz und ihren gewöhnlichen Aufenthalt (Art. 13 ATSG) 

in der Schweiz haben (Art. 29 Abs. 4 IVG). Diese Einschränkung gilt jedoch 

nicht für die Staatsangehörigen eines Mitgliedstaates der EU und der 

Schweiz, sofern sie Wohnsitz in einem Mitgliedstaat der EU haben (Art. 7 

VO [EG] 883/2004; vgl. BGE 130 V 253 E. 2.3 und E. 3.1).  

 

Vorliegend kann ein allfälliger Anspruch des Beschwerdeführers auf eine 

Viertelsrente allerdings erst mit der Anwendbarkeit des FZA und der VO 

(EG) 883/2004 ab 1. Januar 2017 nach Kroatien ausbezahlt werden. Im bis 

zum 31. Dezember 2016 anwendbaren bilateralen Sozialversicherungsab-

kommen mit Kroatien ist in Art. 5 diesbezüglich vorgesehen, dass ordentli-

che Renten der schweizerischen Invalidenversicherung für Versicherte, die 

weniger als zur Hälfte invalid sind, nur bei Wohnsitz in der Schweiz gewährt 

werden. Der Vollständigkeit halber ist für eine allfällige zusätzliche bosni-

sche Staatsangehörigkeit des Beschwerdeführers – bei gleichzeitigem 

Wohnsitz in Bosnien und Herzegowina bis zum Umzug nach Kroatien am 

5. September 2011 – festzuhalten, dass eine entsprechende Regelung be-

treffend die Auszahlung von Viertelsrenten auch in Art. 8 Bst. e des Abkom-

mens vom 8. Juni 1962 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft 

und der Föderativen Volksrepublik Jugoslawien über Sozialversicherung 

(SR 0.831.109.818.1) sowie in Art. 5 Ziff. 2 des Abkommens vom 1. Okto-

ber 2018 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und Bosnien 

und Herzegowina über Soziale Sicherheit (SR 0.831.109.191.1) enthalten 

ist (vgl. zur Anwendbarkeit der Abkommen auch oben E. 4.2). 

6.5 Gemäss Art. 43 Abs. 1 ATSG prüft der Versicherungsträger die Begeh-

ren, nimmt die notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vor und holt 

die erforderlichen Auskünfte ein. Das Gesetz weist dem Durchführungsor-

gan die Aufgabe zu, den rechtserheblichen Sachverhalt nach dem Unter-

suchungsgrundsatz abzuklären, sodass gestützt darauf die Verfügung über 

die in Frage stehende Leistung ergehen kann (Art. 49 ATSG; SUSANNE LEU-

ZINGER-NAEF, Die Auswahl der medizinischen Sachverständigen im Sozi-

alversicherungsverfahren [Art. 44 ATSG], in: Riemer-Kafka/Rumo-Jungo 

[Hrsg.], Soziale Sicherheit - Soziale Unsicherheit, Bern 2010, S. 413 f.). 

C-4013/2020 

Seite 15 

6.5.1 Bei der Beurteilung der Arbeits(un)fähigkeit stützen sich die Verwal-

tung und im Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen, die von ärztlichen 

und gegebenenfalls auch anderen Fachleuten zur Verfügung zu stellen 

sind. Ärztliche Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und 

dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tä-

tigkeiten die versicherte Person arbeitsfähig ist. Hinsichtlich des Beweis-

wertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Be-

lange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die ge-

klagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) 

abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammen-

hänge sowie der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss-

folgerungen der Expertinnen und Experten begründet sind (BGE 134 V 231 

E. 5.1; 125 V 351 E. 3a). Eine begutachtende medizinische Fachperson 

muss über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügen (Urteil des 

BGer 9C_555/2017 vom 22. November 2017 E. 3.1 m.H.). 

6.5.2 Zwar gilt für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsver-

fahren der Grundsatz der freien Beweiswürdigung, doch hat die Rechtspre-

chung in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gut-

achten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufgestellt (vgl. BGE 125 V 351 

E. 3a und 3b). So kommt den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens ein-

geholten Gutachten von externen Spezialärzten, welche aufgrund einge-

hender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die 

Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen 

Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zu, so-

lange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise spre-

chen (vgl. BGE 137 V 210 E. 2.2.2; 135 V 465 E. 4.4; 125 V 351 E. 3b/bb). 

Berichte behandelnder Ärzte sind aufgrund deren auftragsrechtlichen Ver-

trauensstellung zum Patienten mit Vorbehalt zu würdigen. Dies gilt für den 

allgemein praktizierenden Hausarzt wie den behandelnden Spezialarzt 

(Urteil EVG I 655/05 vom 20. März 2006 E. 5.4 m.H. auf BGE 125 V 351 

E. 3b/cc). Allerdings dürfen auch die potentiellen Stärken der Berichte be-

handelnder Ärzte nicht vergessen werden, namentlich, wenn sie wichtige 

– und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation entspringende – As-

pekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder unge-

würdigt geblieben sind (Urteil des BGer 9C_24/2008 vom 27. Mai 2008 

E. 2.3.2 m.H.). 

6.5.3 Geht es um psychische Erkrankungen, namentlich eine anhaltende 

somatoforme Schmerzstörung, ein damit vergleichbares psychosomati-

sches Leiden (vgl. BGE 140 V 8 E. 2.2.1.3) oder depressive Störungen 

C-4013/2020 

Seite 16 

leicht- bis mittelgradiger Natur (BGE 143 V 409), sind für die Beurteilung 

der Arbeitsfähigkeit systematisierte Indikatoren beachtlich, die – unter Be-

rücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits 

und Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderseits – erlauben, das 

tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 

281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; 143 V 418 E. 6 ff.). Ausgangspunkt der Prü-

fung und damit erste Voraussetzung bildet eine psychiatrische, lege artis 

gestellte Diagnose (vgl. BGE 141 V 281 E. 2.1; 143 V 418 E. 6 und E. 8.1). 

Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit erwähnten Indikatoren hat das 

Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.1.3): Kategorie 

«funktioneller Schweregrad» (E. 4.3) mit den Komplexen «Gesundheits-

schädigung» (Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde und Symp-

tome; Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz; Komorbidi-

täten [E. 4.3.1]), «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsentwicklung und -struk-

tur, grundlegende psychische Funktionen [E. 4.3.2]) und «sozialer Kon-

text» (E. 4.3.3) sowie Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhal-

tens [E. 4.4]) mit den Faktoren gleichmässige Einschränkung des Aktivitä-

tenniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen (E. 4.4.1) und be-

handlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens-

druck (E. 4.4.2). 

6.6 Die Bemessung der Invalidität erfolgt bei erwerbstätigen Versicherten 

in der Regel nach der Einkommensvergleichsmethode (Art. 28a Abs. 1 IVG 

i.V.m. Art. 16 ATSG), bei nichterwerbstätigen Versicherten durch einen Be-

tätigungsvergleich nach der spezifischen Methode (Art. 28a Abs. 2 IVG 

i.V.m. Art. 27 IVV) und bei teilerwerbstätigen Versicherten mit einem Auf-

gabenbereich nach der gemischten Methode (Art. 28a Abs. 3 IVG und 

Art. 27bis IVV i.V.m. Art. 28a Abs. 1 und 2 IVG; Art. 16 ATSG und Art. 27 

IVV). 

7.  

Zu prüfen ist nachfolgend, ob die Vorinstanz in der vorliegend angefochte-

nen Verfügung zu Recht davon ausging, dass der Beschwerdeführer in sei-

ner angestammten Tätigkeit als Zimmermann beziehungsweise Parkettle-

ger seit 6. Februar 2009 über keine Arbeitsfähigkeit mehr verfügt sowie in 

einer angepassten Tätigkeit seit 1. Januar 2010 eine Arbeitsfähigkeit von 

80 % aufweist beziehungsweise ob der medizinische Sachverhalt rechts-

genüglich im Sinne von Art. 43 Abs. 1 ATSG (vgl. oben E. 6.5 ff.) abgeklärt 

wurde. Diesbezüglich wird jedoch zu beachten sein, dass ein Rentenan-

spruch des Beschwerdeführers frühestens ab 1. Februar 2010 überhaupt 

entstehen kann (vgl. dazu oben E. 6.3).  

C-4013/2020 

Seite 17 

In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass der Beschwerde-

führer aus dem Umstand, dass ihm die bosnische Rentenversicherung be-

reits seit dem 15. Mai 2009 eine Rente zugesprochen hat (vgl. IVSTA-

act. 21; vgl. auch oben Bst. A) nichts zu seinen Gunsten ableiten kann, da 

dieser Entscheid vorliegend keine Bindungswirkung hat (vgl. dazu oben 

E. 4.2). 

7.1 Die Vorinstanz stellte beim Erlass der angefochtenen Verfügung in ers-

ter Linie auf das Gutachten vom 11. Dezember 2019, die Antwort der Gut-

achter/innen vom 20. Februar 2020 auf die gestellten Zusatzfragen sowie 

die anschliessende medizinisch-juristische Beurteilung («Appréciation 

médico-juridique de l’expertise médicale») der IVSTA vom 7. April 2020 ab 

(vgl. IVSTA-act. 349; 356 f.; 360; 362). In diesem Zusammenhang ist zu 

berücksichtigen, dass bereits ein erstes Gutachten vom 20. Januar 2016 

vorliegt, welches das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil C-3981/2016 als 

teilweise beweiskräftig beurteilt hat, in anderen Teilen aber als unvollstän-

dig (vgl. oben Bst. C.c), weshalb in der Folge das zweite Gutachten vom 

11. Dezember 2019 erstellt wurde. 

7.1.1 Aus dem verbindlichen Urteil C-3981/2016 ergibt sich in medizini-

scher Hinsicht zunächst Folgendes: 

7.1.1.1 Hinsichtlich der allfälligen Differentialdiagnosen Morbus Crohn oder 

Colitis ulcerosa ist auf die gutachterliche Würdigung von Dr. med. 

G._______ abzustellen, wonach aufgrund einer unauffälligen Kolonosko-

pie (Untersuchung des Dickdarmes) ein entsprechender Befund als un-

wahrscheinlich einzustufen sei (vgl. E. 7.1.1). Auch ist auf die weitere gut-

achterliche onkologische Beurteilung von Dr. med. G._______ abzustellen, 

gemäss welcher die vom Beschwerdeführer geäusserten Beschwerden 

aus onkologischer Sicht nicht erklärbar seien, da kein Rezidiv (eines A-

denokarzinoms) vorliege, die letzte Kolonoskopie bis auf einen Polypen 

ohne pathologischen Befund gewesen und eine tumor-assoziierte Fatigue 

wenig wahrscheinlich sei (vgl. E. 7.1.2). 

7.1.1.2 Betreffend das diagnostizierte Asthma bronchiale ist aufgrund der 

erhobenen Befunde auf die gutachterliche Beurteilung von Dr. med. 

H._______ abzustellen, wonach keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähig-

keit vorliegen würden (vgl. E. 7.1.3 i.V.m. E. 6.2.5). 

7.1.1.3 Was sodann die diagnostizierten Perianalfisteln betrifft, ist auf die 

Würdigung von Dr. med. I._______, Onkologin/Hämatologin des 

C-4013/2020 

Seite 18 

medizinischen Dienstes der IVSTA, abzustellen, gemäss welcher diese Pe-

rianalfisteln keine eigenständigen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit 

hätten beziehungsweise lediglich insoweit, als sie im Rahmen der Stuhlin-

kontinenz eine Arbeitsunfähigkeit verursachen würden (vgl. E. 7.1.4 i.V.m. 

E. 5.1 fünftes Lemma). 

7.1.1.4 Weiter ist auf die gutachterliche Würdigung des Neurologen 

Prof. Dr. med. J._______ abzustellen, wonach bis auf eine funktionelle 

Sensibilitätsstörung rechts kein neurologischer pathologischer Befund zu 

beschreiben sei (vgl. E. 7.1.5). 

7.1.1.5 Schliesslich wurde auch die psychiatrische Begutachtung durch 

Dr. med. K._______ als beweiskräftig eingestuft, gemäss welcher eine re-

zidivierende depressive Störung nicht nachgewiesen werden könne und 

lediglich Hinweise für akzentuierte Persönlichkeitszüge, nicht jedoch für 

eine voll ausgebildete Persönlichkeitsstörung vorliegen würden. Als psy-

chiatrische Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit hätten 

entsprechend eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psy-

chischen Faktoren (ICD-10: F45.41), eine Anpassungsstörung mit längerer 

depressiver Reaktion gemäss DSM-5: 309.0 sowie akzentuierte Persön-

lichkeitszüge (ICD-10: 273.1) zu gelten (vgl. E. 7.1.6 i.V.m. E. 6.2.1). Diese 

Leiden würden aus versicherungsmedizinisch-psychiatrischer Sicht weder 

in der bisherigen noch in einer adaptierten Tätigkeit eine mittel- und/oder 

langfristige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von mehr als 20 % bei ei-

nem 100 %-Pensum begründen (vgl. IVSTA-act. 236 S. 32). 

7.1.1.6 Hinsichtlich der Stuhl- und Urininkontinenz wie auch bezüglich des 

Zervikal- und Lumbalsyndroms sei das Gutachten vom 20. Januar 2016 

jedoch unvollständig und es habe sich diesbezüglich auch nicht mit den 

Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit auseinandergesetzt. Weiter seien 

bei allfällig zu beachtenden Verweistätigkeiten ergänzend die funktionellen 

Einschränkungen aufgrund der Fingeramputation des 2. und 3. Fingerglie-

des sowie der beidseitigen Schwerhörigkeit zu beachten (vgl. E. 8.2 i.V.m. 

E. 7.2). 

7.1.2 Dem Gutachten vom 11. Dezember 2019 – welches unter der Fall-

führung von Dr. med. univ. L._______, Facharzt Psychiatrie und Psycho-

therapie, erstellt wurde und die Teilgutachten in den Fachbereichen Psy-

chiatrie und Psychotherapie (Untersuchung vom 14. Oktober 2019 durch 

Dr. med. univ. L._______), Neurologie (Untersuchung vom 14. Oktober 

2019 durch Dr. med. M._______ und med. pract. N._______), 

C-4013/2020 

Seite 19 

Rheumatologie (Untersuchung vom 15. Oktober 2019 durch Dr. med. 

O._______) und Allgemeine Innere Medizin (Untersuchung vom 15. Okto-

ber 2019 durch Dr. med. P._______) umfasst – ist sodann das Folgende 

zu entnehmen (IVSTA-act. 349): 

7.1.2.1 In der interdisziplinären Gesamtbeurteilung beziehungsweise Kon-

sensbeurteilung hielten die Gutachter/innen drei Diagnosen mit Einfluss 

auf die Arbeitsfähigkeit fest (vgl. S. 7): 

- generalisiertes chronisches Schmerzsyndrom mit vielen vegetativen 

Begleitbeschwerden (ICD-10: M79.0) 

- Anpassungsstörung mit gemischter Störung von Gefühlen und Sozial-

verhalten (DSM-5 309.4) 

- chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Fakto-

ren (ICD-10: F45.41) 

Als ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit beurteilten die Gutachter/innen 

die folgenden Diagnosen (vgl. S. 7): 

- pseudoradikuläres Schmerzsyndrom lumbal und cervikobrachial rechts 

(klinisch kein Hinweis für eine sensible oder motorische Radikulopa-

thie) 

- bilaterale Hochtonschwerhörigkeit, subjektiv rechts > links (im norma-

len Gespräch ohne relevante Einschränkung der Verständigung) 

- Verdacht auf analgetikainduzierten Kopfschmerz 

- aktenanamnestisch Makula Degenereszenz, aktuell ohne visuelle 

Funktionseinschränkung 

- Status nach Hemikolektomie links und Adenektomie wegen Adenokar-

zinoms der linken Colonflexur pT3 pN1a(1/11) cM0 ohne Rezidiv oder 

Metastasierung 

- benigne Prostatahyperplasie mit Urgesymptomatik und Nykturie (2- bis 

3-mal) 

- Perianalfistel rechtsseitig auf 9 Uhr seit 1992 bekannt, aktuell ohne 

Sekretion mit Stuhlunregelmässigkeiten (eher Obstipationsneigung bei 

IBD: colon irritabile) 

- rezidivierende Colonpolypen. Das letzte Mal anlässlich der Kolonosko-

pie von 2018 diagnostiziert und nicht entfernt. 

- Status nach traumatischer Amputation Zeigefinger und Daumenkuppe 

1997 an der linken nicht dominanten Hand 

- Dekonditionierung 

- akzentuierte Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1) 

C-4013/2020 

Seite 20 

Zu den funktionellen Auswirkungen der Befunde und Diagnosen hielten die 

Gutachter/innen fest, rheumatologisch würden aufgrund des chronischen 

Schmerzsyndroms mit dramatischer Schmerzschilderung und Schmerz-

präsentation körperlich schwere und häufig mittelschwere Tätigkeiten seit 

Jahren nicht mehr in Frage kommen. Psychiatrisch würden sich gemäss 

Mini-lCF-APP (soweit bei nicht-authentischer Beschwerdeschilderungen 

beurteilbar) folgende Einschränkungen zeigen: subjektiv mässig bis erheb-

lich Beeinträchtigung der Selbstpflege und Selbstversorgung; subjektiv er-

hebliche Beeinträchtigung der Widerstands- und Durchhaltefähigkeit und 

Flexibilität und Umstellungsfähigkeit sowie der Aspekte Proaktivität und 

Spontanität. Rein neurologisch würden sich keine objektivierbaren Funkti-

onseinschränkungen mit Relevanz für die Arbeitsfähigkeit finden. lnternis-

tisch würden sich aktuell keine funktionellen Einschränkungen mit Einfluss 

auf die Arbeitsfähigkeit zeigen. Zudem zeige sich, dass der Beschwerde-

führer selbst seine anamnestischen Harn- und Stuhlgangprobleme nicht im 

Vordergrund stehend sehe (vgl. S. 8).  

 

Hinsichtlich der Persönlichkeit des Beschwerdeführers würden sich nar-

zisstische Persönlichkeitszüge diagnostisch als akzentuierte Persönlich-

keitszüge (ICD-10 Z73.1) bereits vorbeschrieben und auch aktuell weiter-

hin überwiegend wahrscheinlich vorhanden beziehungsweise psychopa-

thologisch manifestiert finden, wobei sich psychiatrisch aktuell beziehungs-

weise retrospektiv weiterhin keine Anhaltspunkte für spezifische oder kom-

binierte Persönlichkeitsstörungen beim Beschwerdeführer zeigten. Gut-

achterlich zeigten sich diese Persönlichkeitszüge auch mitverantwortlich 

für Kränkungsreaktionen beziehungsweise eine Verbitterung durch die ak-

tuell beziehungsweise langjährige vom Beschwerdeführer frustran be-

schriebene soziale Situation (vgl. S. 8).  

 

Kognitiv würden sich im Rahmen der psychiatrischen Begutachtung wei-

terhin Ressourcen zeigen, trotz langjähriger fehlender Erwerbsarbeit. 

Ebenso erscheine das familiäre Umfeld mit regelmässigen Kontakten so-

wie Unterstützung durch die Ehefrau und die Kinder als Ressource. Hin-

sichtlich der Belastungsfaktoren würden das Alter des Beschwerdeführers 

(zum Gutachtenszeitpunkt 61-jährig) und die langandauernde Erwerbslo-

sigkeit sowie die hohe Selbstlimitierung aber auch Migrationsproblematik 

(sowohl in der Schweiz als auch in Kroatien bezeichne sich der Beschwer-

deführer als fremd) und eine subjektiv hohe Krankheitsüberzeugung impo-

nieren (vgl. S. 8).  

 

Gesamtgutachterlich würden sich beim Beschwerdeführer Aspekte für eine 

C-4013/2020 

Seite 21 

nicht-authentische Beschwerdeschilderung finden (vgl. S. 8 f.; vgl. dazu 

detailliert nachfolgend E. 7.3.4.2).  

 

Zur Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Zimmermann bezie-

hungsweise Parkettleger wurde schliesslich festgehalten, dass sich beim 

Beschwerdeführer bei nicht-authentischen Beschwerdeschilderungen so-

wie anhand der objektivierten funktionalen Befunde und Ressourcen psy-

chiatrisch aktuell eine 80 %-ige Arbeitsfähigkeit (20 % AUF) ergebe, wobei 

sich anhand des Verlaufs sowie im Vergleich zur Begutachtung 2015 rein 

psychiatrisch keine Änderungen in der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit 

von 80 % in diesem zeitlichen Längsschnitt beziehungsweise auch soweit 

retrospektiv beurteilbar für die Zeit davor ergebe. Rheumatologisch ergebe 

sich aufgrund des chronischen Schmerzsyndroms für körperlich schwere 

und häufig mittelschwere Tätigkeiten keine Arbeitsfähigkeit (100 % AUF). 

Rein neurologisch und internistisch bestehe jeweils eine 100 %-ige Arbeits-

fähigkeit (0 % AUF) in bisheriger Tätigkeit. In angestammter Tätigkeit zeige 

sich die rheumatologische Arbeitsfähigkeitseinschätzung führend aufgrund 

der bisherigen als körperlich schwer und häufig mittelschwer eingeschätz-

ten Tätigkeit (vgl. S. 9).  

 

In angepasster Tätigkeit ergebe sich für eine adaptierte Tätigkeit bei nicht-

authentischen Beschwerdeschilderungen sowie anhand der objektivierten 

funktionalen Befunde und Ressourcen psychiatrisch aktuell ebenfalls eine 

80 %-ige Arbeitsfähigkeit (20 % AUF). Rheumatologisch betrage die Ar-

beitsfähigkeit für adaptierte Tätigkeiten mit körperlich leichtem bis auch mit-

telschwerem Belastungsniveau 100 % (0 % AUF). Rein neurologisch und 

internistisch bestehe jeweils eine 100 %-ige Arbeitsfähigkeit (0 % AUF). 

Adaptiert zeige sich die psychiatrische Arbeitsfähigkeitseinschätzung füh-

rend aufgrund eines zu erwartenden vermehrten Pausenbedarfs (vgl. S. 9). 

7.1.2.2 Im psychiatrischen Teilgutachten führte der Gutachter insbeson-

dere aus, es würden sich seit der vormaligen Begutachtung keine weiteren 

psychiatrischen Diagnosen und Aspekte beziehungsweise Berichte in den 

Akten finden. Aktuell zeige sich psychopathologisch keine wesentliche Än-

derung des Zustandsbildes, allenfalls sogar eine leichte Verbesserung des 

affektiven Zustandsbildes im Vergleich zum Vorgutachten 2016 hinsichtlich 

einer damals als depressiv beschriebenen Symptomatik. So imponiere der 

Beschwerdeführer aktuell mehrheitlich euthym, affektiv schwingungsfähig 

und auslenkbar, sowie in der Lage, während der psychiatrischen Explora-

tion mehrfach jeweils situationsadäquat zu lachen. Zudem habe sich der 

Antrieb über die gesamte Explorationsdauer unauffällig, wie auch der 

C-4013/2020 

Seite 22 

Sprachduktus nicht depressionstypisch ausgeprägt gezeigt, sodass eine 

primäre depressive Störung / Episode aktuell überwiegend wahrscheinlich 

aus gutachterlicher Sicht ausgeschlossen werden könne. Kognitiv hätten 

sich ebenfalls keine Auffälligkeiten hinsichtlich der Merkfähigkeit des Be-

schwerdeführers, sowie der Konzentrationsfähigkeit im Rahmen der Anam-

neseerhebung sowie der psychopathologischen Befunderhebung gefun-

den. Hinsichtlich des Verlaufs sowie seiner aktuellen Situation zeige sich 

der Beschwerdeführer durch seine soziale und insbesondere finanzielle, 

von ihm als prekär beschriebene Lage klar belastet und verbittert mit pha-

senweisen Suizidgedanken in der Vergangenheit, bei zum Begutachtungs-

zeitpunkt klar fehlendem Anhalt für eine akute Selbst- oder Fremdgefähr-

dung. Gutachterlicherseits lasse sich somit weiter eine Anpassungsstörung 

nach DSM-5 überwiegend wahrscheinlich diagnostizieren, wobei hinsicht-

lich der weiteren Einteilung der Anpassungsstörung einer Anpassungsstö-

rung mit gemischter Störung von Gefühlen und Sozialverhalten gegenüber 

einer Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion der Vortritt 

überwiegend wahrscheinlich gegeben werde, da sich sowohl Störungen 

der Gefühle als auch des Sozialverhaltens beim Beschwerdeführer als Re-

aktion auf seine soziale/finanzielle Situation zeigen würden. Hinsichtlich 

der Schmerzsymptomatik zeige sich diese weiterhin als für den Beschwer-

deführer im Vordergrund stehend und imponiere aus psychiatrischer Sicht 

diagnostisch als chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychi-

schen Faktoren weiter, wie im Gutachten 2016 bereits angeführt, einorden-

bar zumal die ICD-10-Diagnosenkriterien sich überwiegend wahrscheinlich 

erfüllt zeigen würden. Hinsichtlich der Persönlichkeit des Beschwerdefüh-

rers würden sich narzisstische Persönlichkeitszüge mit reduziertem zwi-

schenmenschlichem Einfühlungsvermögen, verminderter emotionaler 

Wärme und vermehrtem Geltungsdrang gutachterlich diagnostisch als ak-

zentuierte Persönlichkeitszüge vorbeschrieben finden und würden sich 

psychiatrisch aktuell beziehungsweise retrospektiv weiterhin gegeben zei-

gen, wobei sich aktuell und lebensgeschichtlich aus aktueller gutachterli-

cher Sicht anhand der beruflichen und sozialen Biografie mit langjähriger 

Ehe und Beziehung zu den sechs Kindern keine Anhaltspunkte für ausge-

prägte dysfunktionale Verhaltensweisen oder -muster passend für spezifi-

sche oder kombinierte Persönlichkeitsstörungen beim Beschwerdeführer 

zeigen würden, sodass überwiegend wahrscheinlich Persönlichkeitsstö-

rungen ausgeschlossen würden (vgl. S. 19 f.).  

 

Beim Beschwerdeführer finde sich aktuell beziehungsweise anhand des 

Verlaufs diagnostisch beziehungsweise symptomatisch eine chronische 

Anpassungsstörung als Reaktion auf seine (psycho-)soziale (insbesondere 

C-4013/2020 

Seite 23 

finanziell enge) Situation sowie eine chronische Schmerzstörung mit so-

matischen und psychischen Faktoren. Beruflich finde sich seit rund 2009 

keine Tätigkeit mehr ausgewiesen, damals sei eine krankheitsbedingte Sis-

tierung der Tätigkeit im Betrieb des Sohnes aufgrund einer Krebserkran-

kung (Dickdarm) mit OP und Chemotherapie erfolgt. Anhand der aktuellen 

Ausprägung der Psychopathologie beziehungsweise objektivierbaren Be-

funde ergebe sich für diese Störung eine leichtgradige Ausprägung und 

somit nur eine geringe Limitation der Arbeitsfähigkeit bei teils nicht-authen-

tischen Beschwerdeschilderungen beziehungsweise Selbstlimitierung. Ge-

mäss den Angaben des Beschwerdeführers sowie anhand der Akten wür-

den sich sporadische psychiatrische Konsultationen zwischen 2012 und 

2014 ausgewiesen finden und der Beschwerdeführer gebe selbst an, zu-

letzt vor rund vier Jahren bei einem Psychiater gewesen zu sein. Ebenfalls 

finde sich mehrjährig keine psychiatrische Medikation angeführt (vgl. 

S. 21).  

 

Psychiatrisch würden sich zudem Anhaltspunkte für eine nicht-authenti-

sche Beschwerdeschilderung beim Beschwerdeführer finden (vgl. S. 22 f.; 

vgl. dazu detailliert nachfolgend E. 7.3.4.2).  

 

Beim Beschwerdeführer würden sich in den folgenden Bereichen keine Be-

einträchtigungen zeigen: Anpassung an Regeln und Routinen; Selbstbe-

hauptungsfähigkeit; Planung und Strukturierung von Aufgaben; Kompe-

tenz- und Wissensanwendung; Entscheidungs- und Urteilsfähigkeit; Kon-

versation und Kontaktfähigkeit zu Dritten; Mobilitäts- und Verkehrsfähig-

keit; Gruppenfähigkeit; Fähigkeit zu engen dyadischen Beziehungen. Sub-

jektiv eingeschränkt anhand der Angaben des Beschwerdeführers sei – so-

weit anhand nicht-authentischer Beschwerdeschilderungen beurteilbar – 

die Selbstpflege und Selbstversorgung, die Widerstands- und Durchhalte-

fähigkeit sowie Flexibilität und Umstellungsfähigkeit und die Proaktivität 

und Spontanität (vgl. S. 23 f.).  

 

Der Beschwerdeführer erscheine damit bei nicht-authentischen Beschwer-

deschilderungen sowie anhand der objektivierten funktionalen Befunde 

und Ressourcen im Rahmen der aktuellen Begutachtung aktuell zu 80 % 

arbeitsfähig in bisheriger und adaptierter Tätigkeit aufgrund eines zu er-

wartenden vermehrten Pausenbedarfs. Anhand des Verlaufs sowie im Ver-

gleich zur Begutachtung 2015 würden sich rein psychiatrisch keine Ände-

rungen der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in diesem zeitlichen Längs-

schnitt beziehungsweise auch soweit retrospektiv beurteilbar auch für die 

Zeit davor ergeben (vgl. S. 24 f.). 

C-4013/2020 

Seite 24 

7.1.2.3 Die neurologischen Gutachter/innen hielt im Teilgutachten fest, die 

Kopfschmerzen, die als von der rechten Augenhöhle ausgehend beschrie-

ben und sich nach holocephal (den ganzen Kopf betreffend) ausbreiten 

würden, würden unverändert geschildert. Auffallend sei weiterhin der damit 

verbundene hohe Analgetikagebrauch, was einen Medikamentenüberge-

brauchskopfschmerz / analgetikainduzierten Kopfschmerz nahelege. Die 

audiometrisch dokumentierte Hochtonschwerhörigkeit zeige keine klini-

sche Relevanz, zumal die Gesprächsführung in normaler Lautstärke ohne 

jegliche akustische Einschränkung der Verständigung erfolgen könne. Im 

Rahmen der Untersuchung seien keine visuellen Limitationen aufgefallen, 

zumal der Beschwerdeführer gezielt Dokumente vorgezeigt und auf be-

stimmte Angaben hingewiesen habe und sich somit visuell uneinge-

schränkt habe orientieren können. Klinisch hätten sich unter anderem 

keine Einschränkung der Augenbeweglichkeit und keine Angaben von 

Doppelbildern ergeben. Ebenfalls könne auch in der aktuellen Untersu-

chung kein klinischer Hinweis auf eine Polyneuropathie bei symmetrischen 

Muskeleigenreflexen inklusive mittellebhaften Achillessehnenreflexen 

beidseits festgestellt werden. Bei symmetrischer Trophik der Arm- und 

Beinmuskulatur, fehlender Objektivierbarkeit von Paresen (bei sakkadierter 

Innervation im Rahmen einer ausgeprägten Verdeutlichungstendenz), 

symmetrischen Reflexen und fehlenden dermatom-bezogenen Sensibili-

tätsstörungen ergebe sich aus neurologischer Sicht auch kein Hinweis auf 

ein in diversen Vorberichten postuliertes lumboradikuläres Syndrom. Im 

Vorgutachten sei in der Diagnosenliste aufgrund des klinisch-neurologi-

schen Untersuchungsbefundes eine funktionelle Hemihypästhesie rechts 

aufgeführt. In der aktuellen Untersuchung seien keine entsprechenden 

Sensibilitätsstörungen der rechten Körperhälfte mehr geltend gemacht 

worden, entsprechend entfalle diese Diagnose. Die Kraftentfaltung sei wie 

im Vorgutachten schmerzbedingt sakkadiert eingeschränkt gewesen bei 

demonstrativem Verhalten während der Untersuchung. Zudem sei der re-

duzierte Grad der Kraftentfaltung nicht mit dem Gangbild und nicht mit dem 

kräftigen Aufstützen auf den Krücken vereinbar und somit als Verdeutli-

chungszeichen zu werten. Die anamnestisch geltend gemachte Stuhl- und 

Harninkontinenz könnten neurologisch nicht nachvollzogen werden. Die 

am Morgen vor 8 Uhr angezogenen Einlagen («Pampers») seien zum Un-

tersuchungszeitpunkt kurz nach 12 Uhr frei von Stuhl oder Urin gewesen. 

Die Sensibilität der sakralen Segmente sei allseits erhalten (keine Reitho-

senanästhesie) und der Analreflex beidseits regelrecht auslösbar gewe-

sen. Der Schliessmuskeltonus sei regelrecht gewesen und habe einen 

kräftigen Widerstand gezeigt. Somit sei nicht von einer relevanten, insbe-

sondere nicht von einer neurogenen Inkontinenz auszugehen. Zu 

C-4013/2020 

Seite 25 

diskutieren sei ein Reizdarmsyndrom, diesbezüglich sei auf das internisti-

sche Gutachten verwiesen (vgl. S. 31).  

 

Insgesamt würden sich aus neurologischer Sicht diverse Inkonsistenzen 

bei einer ausgeprägten Verdeutlichungstendenz ergeben (vgl. S. 32; vgl. 

dazu detailliert nachfolgend E. 7.3.4.2).  

 

Aus rein neurologischer Sicht bestehe eine volle Arbeitsfähigkeit in der zu-

letzt ausgeübten und damit auch in einer angepassten Tätigkeit (vgl. 

S. 32 f.). 

7.1.2.4 Im rheumatologischen Teilgutachten hielt der Gutachter fest, die Di-

agnosen würden sich aus den Vorberichten, dem Vorgutachten und den 

aktuellen Untersuchungsbefunden ergeben. Rheumatologisch und ortho-

pädisch seien seit 1996 keine zusätzlichen Fakten dokumentiert. Ein MRT 

von Hals- und Brustwirbelsäule im April 2017 am regionalen Spitalzentrum 

in Kroatien habe gemäss radiologischem Bericht abgesehen von mässigen 

degenerativen und altersentsprechenden Veränderungen keine auffälligen 

Befunde ergeben. Gleiches könne gesagt werden betreffend die Röntgen-

bilder der Lendenwirbelsäule vom Dezember 2015 (vgl. S. 38).  

 

Der Beschwerdeführer habe wie im Vorgutachten sehr schmerzorientiert 

gewirkt, ohne dass eine somatische Erklärung dafür bekannt gewesen sei 

in den vergangenen Jahren. Seit 2009 nach der Darmoperation sei er nicht 

mehr erwerbstätig gewesen, weil dies wegen Schmerzen und Erschöpfbar-

keit nicht mehr möglich sei (vgl. S. 38).  

 

Der Gutachter konstatierte ebenfalls Inkonsistenzen (vgl. S. 38; vgl. dazu 

detailliert nachfolgend E. 7.3.4.2).  

 

Zu betonen seien zudem viele soziale Belastungsfaktoren: Alter, langdau-

ernde Erwerbsabstinenz, hohe Selbstlimitierung, Migrationsproblematik 

(1995 aus der Schweiz zurückgewandert ins wirtschaftlich wenig Möglich-

keiten bietende Bosnien und später Kroatien), subjektiv hohe Krankheits-

überzeugung (vgl. S. 39).  

 

Aufgrund des chronischen Schmerzsyndroms mit dramatischer Schmerz-

schilderung und Schmerzpräsentation würden körperlich schwere und häu-

fig mittelschwere Tätigkeiten – wie die bisherige Tätigkeit – seit Jahren 

nicht mehr in Frage kommen. Rheumatologisch seien jedoch keine 

C-4013/2020 

Seite 26 

Einschränkungen für körperlich leichte bis auch regelmässig mittelschwere 

Tätigkeiten objektivierbar (vgl. S. 39). 

7.1.2.5 Der internistische Gutachter führte weiter aus, es bestehe zurzeit 

Tumorfreiheit. Heute Morgen hätte der Beschwerdeführer eine Einlage ap-

pliziert. Diese sei zurzeit des Untersuchs (14 Uhr) ohne Stuhl- oder Urinab-

gänge und auch ohne Blut. Die digitale Rektaluntersuchung releviere eine 

glatt begrenzte Prostataschleimhaut, gut verschieblich. Keine Dolenz. 

Keine Induration bei eher grosser Prostata. Am Fingerling kein Stuhl, kein 

Blut. Digital könne die innere Mündung der Fistel perianal nicht ertastet 

werden. Die Ampulla recti präsentiere sich leer, völlig normal, der Unter-

such sei auch nicht schmerzhaft. Somit könnten aktuell keine Anhalts-

punkte oder Symptome für das Vorliegen einer Stuhlinkontinenz oder einer 

Urininkontinenz festgestellt werden. Sicher leide der Beschwerdeführer an 

einem Reizdarmsyndrom. Es finde sich eine perianale Fistel, die allerdings 

seit 1992 bekannt sei und offenbar bislang nie einer Intervention bedurft 

habe. Auch spreche der Beschwerdeführer nicht von Harnabgängen, son-

dern von häufigem Wasserlassen Müssen verglichen zu früher: im Sinne 

einer Urgeproblematik beim Wasserlassen: tagsüber alle zwei Stunden, 

nachts 2-3 Mal. Es müsse darauf hingewiesen werden, dass der Beschwer-

deführer über Jahre Pantoprazol 40 mg einnehme. An erster Stelle der Ne-

benwirkungen dieses Medikamentes werde bis zu 10 % Häufigkeit Kopf-

schmerzen, Bauchschmerzen, Obstipation, Diarrhoe, Blähungen, Übelkeit 

bis zum Erbrechen erwähnt. Es sei durchaus möglich, dass nach dieser 

langen Zeit der Medikamenteneinnahme einige der Probleme des Be-

schwerdeführers mindestens teilweise auf dieses Medikament zurückzu-

führen sein dürften. Auch könne das eingenommene Antiallergikum zu 

Bauchweh, Müdigkeit, Benommenheit und Übelkeit führen. Da seien einige 

Symptome, die der Beschwerdeführer bereits vor der Operation gezeigt 

habe (vgl. S. 48).  

 

Die Präsentation des Beschwerdeführers gestalte sich aus allgemeininter-

nistischer Sicht einigermassen konsistent. Seine Angaben seien plausibel, 

auch wenn er zur Überverdeutlichungstendenz neige, aber auch eine aus-

gesprochene Krankheitsüberzeugung hege (vgl. S. 49).  

 

Aus internistischer Sicht sei der Beschwerdeführer nicht arbeitsunfähig, da 

zurzeit keinerlei subjektiv beeinträchtigende objektivierbare pathologische 

Veränderung festgestellt werden könne (zurzeit trockene indolente und 

reizfreie Fistel. Keine Dolenzen bei der digitalen rektalen Palpation. Pros-

tata indolent, normal konsistent, etwas vergrössert, aber ohne 

C-4013/2020 

Seite 27 

Anhaltspunkte für einen malignen Prozess). Auch sei der Beschwerdefüh-

rer in irgendeiner angepassten Tätigkeit einsatzfähig (vgl. S. 49 f.). 

7.1.3 Mit Schreiben vom 24. Januar 2020 bat die Vorinstanz nach Erstat-

tung des Gutachtens bei der Gutachterstelle um Beantwortung der Fragen, 

seit wann die Arbeitsunfähigkeit in angestammter und angepasster Tätig-

keit bestehe und wie die Entwicklung bis heute verlaufen sei (IVSTA-

act. 357). In der Antwort vom 20. Februar 2020 hielten die Gutachter/innen 

fest, in der angestammten Tätigkeit bestehe die Arbeitsunfähigkeit mit Be-

ginn der psychischen und rheumatologischen Beschwerden ab dem Jahr 

2009, während neurologisch und internistisch keine Arbeitsunfähigkeit be-

stehe. In der angepassten Tätigkeit ergebe sich die Arbeitsunfähigkeit rein 

psychiatrisch und dies ebenfalls ab dem Jahr 2009 mit anamnestischem 

Beginn der psychischen Beschwerden. Zum Verlauf wurde festgehalten, 

dass sich in psychiatrischer Hinsicht seit der ersten Begutachtung im Jahr 

2015 keine wesentlichen Änderungen gezeigt hätten, ebenso wenig in 

rheumatologischer Hinsicht (IVSTA-act. 360). 

7.1.4 Der medizinisch-juristischen Beurteilung der IVSTA ist schliesslich zu 

entnehmen, dass dem Gutachten vom 11. Dezember 2019 voller Beweis-

wert zukomme, da es insbesondere ausreichende Elemente für die Stan-

dardindikatorenprüfung enthalte, welche für die Beurteilung auch berück-

sichtigt worden seien (unter Verweis auf die Seiten 8, 22 f., 29, 31, 37 f., 

49 und 59). Ausserdem setze sich das Gutachten auf den Seiten 18, 27 bis 

31 und 48 f. mit den umstrittenen Punkten sowie auf den Seiten 27 f., 34 f. 

und 43 mit den vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden auseinan-

der. Entsprechend bestehe seit dem 6. Februar 2009 eine vollständige Ar-

beitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit. In angepasster Tätigkeit 

bestehe ab 6. Februar 2009 ebenfalls eine vollständige Arbeitsunfähigkeit, 

ab 1. Januar 2010 jedoch nur noch eine solche von 20 % (IVSTA-act. 362). 

7.2 Die Parteien äussern sich diesbezüglich folgendermassen: 

7.2.1 Zusammengefasst bringt der Beschwerdeführer einerseits vor, die in 

der Telefonnotiz vom 7. Januar 2020 festgehaltene Anfeindung des Leiters 

der Gutachterstelle habe sich offensichtlich zum Nachteil des Beschwer-

deführers bei der Begutachtung ausgewirkt, da die Gutachterstelle nichts 

anderes gemacht habe, als um ihr Honorar zu kämpfen. Die Experten seien 

offensichtlich beleidigt gewesen, weshalb der Beschwerdeführer die Fol-

gen der Feindseligkeit und Voreingenommenheit voll habe erfahren müs-

sen. Er sei entsprechend behandelt worden und entsprechend sei das 

C-4013/2020 

Seite 28 

Gutachten ausgefallen. Das Gutachten müsse bereits aus diesem Grund 

wiederholt werden. Die Vorinstanz verletze die elementaren Menschen-

rechte und EMRK-Garantien, indem sie die Beurteilung der Gutachter als 

korrekt und sachlich einstufe. Auf einer solchen Beurteilung dürfe kein Ent-

scheid basieren. Andererseits moniert er, dass die vielen Diagnosen des 

Beschwerdeführers nicht in die Gesamtbeurteilung einbezogen worden 

seien, der Beschwerdeführer selbst während der Operationszeiten und 

Nachbehandlungen als praktisch gesund und arbeitsfähig beurteilt worden 

sei, die Gutachter sich geweigert hätten, mitgebrachte Berichte und CD’s 

einzusehen, sowie offensichtlich ausdrücklich und bewusst kein Orthopäde 

beigezogen worden sei, obwohl Diagnosen auf diesem Gebiet vorgelegen 

hätten und mitbeurteilt hätten werden müssen. Die Vorinstanz habe im Üb-

rigen selbst gezeigt, dass das Gutachten nicht schlüssig sei, weil sie Er-

gänzungsfragen habe stellen müssen, die allerdings nicht korrekt beant-

wortet worden seien. Weiter entspreche die Andersbeurteilung bei den Gut-

achtern in der Schweiz – im Vergleich zu Kroatien und Bosnien und Herze-

gowina, wo der Beschwerdeführer als Vollinvalide anerkannt worden sei – 

schliesslich einer politischen Einstellung, zumal sie medizinisch robust 

über die somatischen Beschwerden hinweggeschaut und diese negiert 

hätten. Auch darin liege eine Verletzung der EMRK-Garantien. Die medizi-

nische Sachkunde habe sich um die professionelle Wiedergabe der Be-

schwerden und ihrer Folgen zu kümmern und nicht um fach- und sach-

fremde Anliegen und auftragsgeleitete Vorgaben (BVGer-act. 1 und 10). 

7.2.2 Die Vorinstanz führt ihrerseits aus, die rechtsanwaltlichen Vorbringen 

der Voreingenommenheit, ja sogar feindseligen Haltung gegenüber dem 

Beschwerdeführer würden jeglicher Sachgrundlage entbehren und seien 

polemischer Natur. Das Gutachten vom 11. Dezember 2019 habe sich den 

vom Bundesverwaltungsgericht festgeschriebenen Kritikpunkten ange-

nommen und dies explizit im Kontext des Auftrages festgehalten. Die psy-

chiatrischen, neurologischen, rheumatologischen und allgemein-internisti-

schen Abklärungen vermöchten vorliegend ein schlüssiges und nachvoll-

ziehbares Bild der vorliegenden Leiden zu liefern sowie Aussagen zur ver-

bliebenen Arbeitsfähigkeit zu machen. Die anwaltlich vorgetragenen Unzu-

länglichkeiten des Gutachtens seien zu verneinen. Die Stuhl- und Urinin-

kontinenzproblematik, die Kreissägenverletzungen der linken, nicht domi-

nanten Hand, die Rückenleiden sowie die Krebserkrankung mit Folgen 

seien anamnestisch bekannt und im Gutachten arbeitsmedizinisch gewür-

digt worden beziehungsweise würden aufgrund mangelndem Krankheits-

wert keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zeitigen (BVGer-act. 7). 

C-4013/2020 

Seite 29 

7.3 Nachfolgend ist das Gutachten vom 11. Dezember 2019 inklusive Be-

antwortung der Rückfragen vom 20. Februar 2020, auf welches sich die 

Vorinstanz im Wesentlichen abstützt, daraufhin zu überprüfen, ob es be-

gründet ist, sich mit den Vorbringen des Beschwerdeführers sowie den Be-

urteilungen der behandelnden Ärzt/innen auseinandersetzt und letztlich 

plausible, für das Gericht nachvollziehbare Schlussfolgerungen hinsichtlich 

der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers ab 1. Februar 2010 enthält. 

Dabei ist ein besonderes Augenmerk darauf zu richten, ob mit dem neuen 

Gutachten die im Urteil C-3981/2016 festgestellten noch offenen Fragen 

ausreichend abgeklärt wurden (vgl. dazu auch oben E. 7.1.1.6). 

7.3.1 Das interdisziplinäre Gutachten vom 11. Dezember 2019 wurde 

durch entsprechend qualifizierte Fachärzt/innen in den Disziplinen Allge-

meine Innere Medizin, Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie sowie 

Rheumatologie erstellt (vgl. dazu Medizinalberuferegister [MedReg], abruf-

bar unter https://www.healthreg-public.admin.ch/medreg/search). Es be-

ruht grundsätzlich auf allseitigen Untersuchungen und wurde in Kenntnis 

der Vorakten sowie unter Berücksichtigung der vom Beschwerdeführer an-

gegebenen Beschwerden abgegeben, was sich einerseits aus der chrono-

logischen Auflistung und Zusammenfassung der wesentlichen Vorakten 

und andererseits aus den Anamneseerhebungen der Gutachter/innen 

ergibt. Für das Gericht nicht nachvollziehbar ist in diesem Zusammenhang 

die vom Beschwerdeführer erhobene Rüge, die Gutachter/innen hätten 

sich geweigert, von ihm mitgebrachte Berichte und CD’s zu berücksichti-

gen: Einerseits bleibt mangels entsprechender Substantiierung im Be-

schwerdeverfahren unklar, welche Berichte von den Gutachter/innen nicht 

berücksichtig worden sein sollen. Andererseits hat der Beschwerdeführer 

auch im Beschwerdeverfahren keine Unterlagen eingereicht, welche nicht 

bereits im sehr umfangreichen Aktendossier der Vorinstanz – welches im 

Übrigen rund 160 Arztberichte und zwei Gutachten im Zeitraum vom 6. No-

vember 1986 bis 20. Februar 2020 umfasst – enthalten waren. Vielmehr 

waren die Beilagen 6 und 8 zur Replik bereits in der durch den aktuellen 

Rechtsvertreter am 15. April 2019 bei der Vorinstanz eingereichten «um-

fangreichen Dokumentation» enthalten (vgl. IVSTA-act. 305; 306 S. 2 ff. 

und S. 80). Was sodann die Beilage 7 zur Replik betrifft, wurde diese vom 

Beschwerdeführer erstmals im Februar 2015 bei der Vorinstanz eingereicht 

(IVSTA-act. 105; 106 S. 32). Im Weiteren wurden in den Teilgutachten die 

jeweils festgestellten Untersuchungsbefunde angeführt und die gestellten 

Diagnosen begründet. Schliesslich haben die Gutachter/innen gemeinsam 

eine interdisziplinäre Gesamtbeurteilung (Konsensbeurteilung) 

C-4013/2020 

Seite 30 

abgegeben. Insgesamt erfüllt das polydisziplinäre Gutachten daher die for-

mellen Kriterien für eine beweiswertige medizinische Expertise. 

7.3.2 Soweit der Beschwerdeführer eine Voreingenommenheit und feind-

selige Haltung der Gutachter/innen vorbringt, welche eine erneute Begut-

achtung erforderlich mache (vgl. dazu oben E. 7.2.1), ist Folgendes festzu-

halten: Dem Gutachten vom 11. Dezember 2019 sind keine Hinweise da-

rauf zu entnehmen, dass die Gutachter/innen voreingenommen oder dem 

Beschwerdeführer gegenüber sogar feindselig eingestellt gewesen wären. 

Ausserdem ist den Vorakten in diesem Zusammenhang zu entnehmen, 

dass der Geschäftsführer der Gutachterstelle erst am 7. Januar 2020 – mit-

hin einen knappen Monat nach der Fertigstellung des Gutachtens und no-

tabene als Reaktion auf das Schreiben der Vorinstanz vom 23. Dezember 

2019, mit welchem die Bezahlung der Rechnung für das Gutachten nach 

dessen Fertigstellung abgelehnt worden war – «erbost» bei der Vorinstanz 

angerufen hat (IVSTA-act. 349; 351 f.; 355). Es ist entsprechend – entge-

gen der Ansicht des Beschwerdeführers – nicht ersichtlich, inwiefern diese 

zeitlich nachgelagerte Reaktion des Geschäftsführers auf die Ablehnung 

der Bezahlung des Gutachtens durch die Vorinstanz einen Einfluss auf die 

einen Monat zuvor abgeschlossene Begutachtung des Beschwerdeführers 

– an welcher der Geschäftsführer als Nicht-Mediziner im Übrigen auch gar 

nicht beteiligt war – gehabt haben soll. Im Gutachten vom 11. Dezember 

2019 finden sich sodann auch keinerlei Hinweise darauf, dass die Experten 

beleidigt gewesen sein sollen, weil das Bundesverwaltungsgericht mit Ur-

teil C-3981/2016 ergänzende Abklärungen (bei der gleichen Gutachter-

stelle) angeordnet hat. 

7.3.3 Was sodann die – weitgehend unsubstantiierte – Rüge des Be-

schwerdeführers betrifft, es sei zu Unrecht kein Orthopäde beigezogen 

worden, ist zunächst darauf hinzuweisen, dass es grundsätzlich den Gut-

achterpersonen überlassen ist, über Art und Umfang der aufgrund der kon-

kreten Fragestellung erforderlichen Untersuchungen zu befinden, während 

das Gericht in der Folge zu prüfen hat, ob das Gutachten die praxisgemäs-

sen Anforderungen an eine medizinische Beurteilungsgrundlage erfüllt (Ur-

teil des BGer 8C_682/2017 vom 14. Februar 2018 E. 6.2 mit Hinweis auf 

BGE 134 V 231 E. 5.1 und Urteil des BGer 8C_611/2017 vom 29. Dezem-

ber 2017 E. 4.2). Vorliegend fällt zwar auf, dass der Beschwerdeführer im 

Dezember 2015 im Rahmen des Gutachtens vom 20. Januar 2016 sowohl 

orthopädisch als auch rheumatologisch begutachtet wurde, während er im 

Oktober 2019 im Rahmen des Gutachtens vom 11. Dezember 2019 ledig-

lich rheumatologisch erneut begutachtet wurde. Allerdings hat das 

C-4013/2020 

Seite 31 

Bundesgericht in diesem Zusammenhang im Urteil 9C_134/2011 vom 

6. Juni 2011 in Erwägung 3.3 festgehalten, dass sich – im Sinne einer prak-

tischen Aufgabenteilung – der Beizug der Rheumatologie für die Einschät-

zung der funktionellen Auswirkungen von Beeinträchtigungen des Bewe-

gungsapparates durchzusetzen scheine, während die Orthopädie eher im 

Zusammenhang mit Fragen der Therapie zuständig sei. Da es invaliden-

versicherungsrechtlich grundsätzlich einzig auf die Auswirkungen einer Er-

krankung auf die Arbeitsfähigkeit ankommt und nicht auf die Therapiemög-

lichkeiten einer Erkrankung (vgl. auch oben E. 6.2), und dies mit einem 

rheumatologischen Gutachten geklärt werden kann, erscheint eine ortho-

pädische Begutachtung vorliegend nicht unerlässlich. Im Übrigen ist darauf 

hinzuweisen, dass (chronische) Schmerzen des Bewegungsapparates so-

wohl Gegenstand der Rheumatologie als Teildisziplin der Inneren Medizin 

als auch der Orthopädie bilden (vgl. Urteil 8C_682/2017 E. 6.2). 

7.3.4 In einem nächsten Schritt ist weiter zu prüfen, ob eine die Anspruchs-

berechtigung zum vornherein ausschliessende Aggravation oder ein ledig-

lich verdeutlichendes Verhalten des Beschwerdeführers – wozu sich der 

Beschwerdeführer in seinen Eingaben nicht explizit geäussert hat – vor-

liegt. 

7.3.4.1 Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung liegt regelmäs-

sig keine versicherte Gesundheitsschädigung vor, soweit die Leistungsein-

schränkung auf Aggravation oder einer ähnlichen Erscheinung beruht. 

Nicht per se auf Aggravation weist hingegen blosses verdeutlichendes Ver-

halten hin (vgl. Urteil des BGer 8C_418/2021 vom 16. September 2021 

E. 6.1 mit Hinweis auf BGE 141 V 281 E. 2.2.1 m.w.H.). Hinweise auf sol-

che und andere Äusserungen eines sekundären Krankheitsgewinns erge-

ben sich namentlich, wenn: eine erhebliche Diskrepanz zwischen den ge-

schilderten Schmerzen und dem gezeigten Verhalten oder der Anamnese 

besteht; intensive Schmerzen angegeben werden, deren Charakterisie-

rung jedoch vage bleibt; keine medizinische Behandlung und Therapie in 

Anspruch genommen wird; demonstrativ vorgetragene Klagen auf den 

Sachverständigen unglaubwürdig wirken; schwere Einschränkungen im 

Alltag behauptet werden, das psychosoziale Umfeld jedoch weitgehend in-

takt ist. Nicht per se auf Aggravation weist blosses verdeutlichendes Ver-

halten hin (BGE 141 V 281 E. 2.2.1 m.w.H.). Die Frage, ob ein Verhalten 

(nur) verdeutlichend ist oder die Grenze zur Aggravation und vergleichba-

ren leistungshindernden Konstellationen überschreitet, bedarf einer einzel-

fallbezogenen, sorgfältigen Prüfung auf möglichst breiter Beobachtungs-

basis (Urteile des BGer 9C_520/2019 vom 22. Oktober 2019 E. 6.1; 

C-4013/2020 

Seite 32 

9C_658/2018 vom 11. Januar 2019 E. 4.1 und 9C_899/2014 vom 29. Juni 

2015 E. 4.2.2). Besteht im Einzelfall Klarheit darüber, dass solche Aus-

schlussgründe die Annahme einer Gesundheitsbeeinträchtigung verbieten, 

so besteht von vornherein keine Grundlage für eine Invalidenrente, selbst 

wenn die klassifikatorischen Merkmale einer gesundheitlichen Störung ge-

geben sein sollten (Art. 7 Abs. 2 erster Satz ATSG). Soweit die betreffen-

den Anzeichen hingegen lediglich neben einer ausgewiesenen verselbst-

ständigten Gesundheitsschädigung auftreten, sind deren Auswirkungen im 

Umfang der Aggravation zu bereinigen (BGE 141 V 281 E. 2.2.2 m.w.H.). 

7.3.4.2 In diesem Zusammenhang ist dem Gutachten vom 11. Dezember 

2019 Folgendes zu entnehmen: In der Konsensbeurteilung haben die Gut-

achter/innen festgehalten, es würden sich gesamtgutachterlich Aspekte für 

eine nicht-authentische Beschwerdeschilderung finden (IVSTA-act. 349 

S. 8). Im psychiatrischen Teilgutachten führte Dr. med. univ. L._______ de-

tailliert aus, dass beim Beschwerdeführer die Anhaltspunkte «erhebliche 

Diskrepanz zwischen den geschilderten Schmerzen und dem gezeigten 

Verhalten», «Angabe intensiver Schmerzen, deren Charakterisierung je-

doch vage bleibt», «keine Inanspruchnahme medizinischer Behandlung 

und Therapie», «weitgehend intaktes psychosoziales Umfeld trotz schwe-

rer Einschränkungen im Alltag» und «unglaubwürdige, demonstrativ vorge-

tragene Klagen» als mit überwiegender Wahrscheinlichkeit beziehungs-

weise als mindestens weitgehend erfüllt anzusehen seien. Als nicht voll-

umfänglich erfüllt anzusehen seien hingegen die Anhaltspunkte «wenig bis 

nicht präzisierbare Angaben zum Krankheitsverlauf» und «erheblich abwei-

chende Angaben von fremdanamnestischen Informationen und der Akten-

lage». Ausserdem hielt er in der Diskussion weiterer Auffälligkeiten fest, 

dass die folgenden Kriterien als erfüllt anzusehen seien: «Beantwortung 

einer Frage mit langer Verzögerung», «Häufige Themenwechsel» und 

«Unklare beziehungsweise mehrdeutige, vage Antworten». Zusammenfas-

send kam der psychiatrische Gutachter zu Schluss, dass sich mit überwie-

gender Wahrscheinlichkeit zahlreiche Aspekte für eine nicht-authentische 

Beschwerdeschilderung ergeben würden, die anhand der Ausprägung als 

bewusstseinsnahe angesehen werde (vgl. S. 22 f.). Dr. med. M._______ 

und med. pract. N._______ führten im neurologischen Gutachten aus, die 

Kraftentfaltung sei wie im Vorgutachten schmerzbedingt sakkadiert einge-

schränkt gewesen bei demonstrativem Verhalten während der Untersu-

chung. Zudem sei der reduzierte Grad der Kraftentfaltung nicht mit dem 

Gangbild und nicht mit dem kräftigen Aufstützen auf den Krücken vereinbar 

und somit als Verdeutlichungszeichen zu werten. Insgesamt bestehe eine 

ausgeprägte Verdeutlichungstendenz (vgl. S. 30 f.). Der Rheumatologe 

C-4013/2020 

Seite 33 

Dr. med. O._______ hielt seinerseits fest, es würden weiterhin generali-

sierte Schmerzen beschrieben am Rücken und an den Gelenken mit an-

dauernd starken Schmerzen und subjektiv weitgehender Erfolglosigkeit 

bisheriger Behandlungen sowie ein nicht plausibles Ausmass an körperli-

chen Einschränkungen im Vergleich zu den objektivierbaren Befunden. Im 

PACT-Test (Selbsteinschätzung der körperlichen Fähigkeiten mit 50 [mit 

Skizzen] erläuterten Situationen) komme der Beschwerdeführer wie im 

Vorgutachten auf drei Score-Punkte. Das Resultat sei als völlig unrealis-

tisch und aggravatorisch zu bezeichnen (vgl. S. 38 f.). Aus internistischer 

Sicht hielt der Gutachter Dr. med. P._______ schliesslich fest, die Präsen-

tation des Beschwerdeführers gestalte sich einigermassen konsistent und 

seine Angabe seien plausibel, auch wenn er zur Überverdeutlichungsten-

denz neige, aber auch eine ausgesprochene Krankheitsüberzeugung hege 

(vgl. S. 49). 

7.3.4.3 Die Gutachter/innen haben vorliegend das Verhalten des Be-

schwerdeführers einzelfallbezogenen und sorgfältig geprüft. Ihre Schluss-

folgerung, dass der Beschwerdeführer seine Beschwerden bewusstseins-

nahe nicht-authentisch schildere, ist für das Gericht aufgrund der diskutier-

ten Aspekte in Erwägung 7.3.4.2 nachvollziehbar. Soweit in diesem Zu-

sammenhang von Anzeichen der Aggravation auszugehen ist, haben die 

Gutachter/innen die Auswirkungen der dennoch ausgewiesenen Gesund-

heitsschädigungen des Beschwerdeführers im Umfang der Aggravation 

bereinigt (vgl. oben E. 7.1.2). Die Anspruchsberechtigung des Beschwer-

deführers ist damit nicht zum vornherein aufgrund der Aggravation ausge-

schlossen. 

7.3.5 In somatischer Hinsicht ist zudem Folgendes hinsichtlich der Beurtei-

lung der Arbeitsfähigkeit festzuhalten: 

7.3.5.1 Als bereits ausreichend beurteilt haben mit dem Urteil C-3981/2016 

insbesondere die Krebserkrankung mit Folgen sowie die Perianalfisteln zu 

gelten (vgl. oben E. 7.1.1). Diesbezüglich wurden im neuen Gutachten 

keine Veränderungen festgestellt (vgl. IVSTA-act. 349 S. 6), weshalb sich 

an dieser Beurteilung vorliegend nichts ändert. 

7.3.5.2 Die rheumatologische Hauptdiagnose des generalisierten chroni-

schen Schmerzsyndroms mit vielen vegetativen Begleitbeschwerden 

ergibt sich gemäss den zutreffenden Ausführungen des Teilgutachters aus 

dem Vorgutachten und den Untersuchungsbefunden, wobei für das Gericht 

nachvollziehbar ist, dass der Beschwerdeführer in seiner bisherigen 

C-4013/2020 

Seite 34 

körperlich schweren Tätigkeit als Zimmermann seit dem Beginn der Krebs-

erkrankung im Jahr 2009 nicht mehr arbeitsfähig ist. Ebenfalls nachvoll-

ziehbar ist jedoch vor dem Hintergrund der durch den Teilgutachter darge-

legten Inkonsistenzen bei der Beschwerdeschilderung, dass dem Be-

schwerdeführer eine körperlich leichte bis auch mittelschwere Verweistä-

tigkeit – im Zeitpunkt der frühestmöglichen Anspruchsentstehung ab 

1. Februar 2010, was zeitlich ungefähr ein Jahr nach der Krebsoperation 

des Beschwerdeführers anzusiedeln ist – zumutbar ist (vgl. auch oben 

E. 7.1.2.4). Hinsichtlich der weiter (aktenanamnestisch) festgestellten Ma-

kuladegeneration (Erkrankung der Netzhaut des Auges) ist sodann eben-

falls nachvollziehbar, dass die Gutachter/innen aufgrund ihrer Feststellun-

gen, wonach anlässlich der Untersuchung keine visuellen Limitationen be-

standen hätten (vgl. auch oben E. 7.1.2.3), zum Schluss gelangt sind, dass 

keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit bestehen würden. Die festge-

stellte Dekonditionierung – im vorliegenden Fall aufgrund einer Arbeitslo-

sigkeit seit 5. Februar 1997 (vgl. oben Bst. A) – stellt zudem gemäss der 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung keinen invalidisierenden Gesund-

heitsschaden im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG und Art. 7 Abs. 2 ATSG dar 

(vgl. Urteil des BGer 8C_793/2021 vom 30. März 2022 E. 5.3 mit Hinweis 

auf Urteil des BGer 9C_755/2020 vom 8. März 2021 E. 5.1). 

7.3.5.3 Weiter haben sich sowohl der internistische als auch die neurologi-

schen Teilgutachter/innen – in Umsetzung des Urteils C-3981/2016 – mit 

den Auswirkungen der Urin- und Stuhlinkontinenz auseinandergesetzt. 

Diesbezüglich ist für das Gericht schlüssig nachvollziehbar, dass die zuvor 

dokumentierte und durch den Beschwerdeführer geltend gemachte Urin- 

und Stuhlinkontinenz durch die Gutachter/innen letztlich als ohne Einfluss 

auf die Arbeitsfähigkeit beurteilt wurde. Dies einerseits vor dem Hinter-

grund der übereinstimmenden Feststellungen in den Teilgutachten, dass 

die vom Beschwerdeführer anlässlich der beiden Untersuchungen am 

14. und 15. Oktober 2019 getragenen Windeln jeweils völlig sauber gewe-

sen seien (vgl. IVSTA-act. 349 S. 31 und 47). Hinzu kommt, dass für den 

Beschwerdeführer selbst die Inkontinenzprobleme zumindest gemäss in-

ternistischem Gutachter – im Vergleich zu den übrigen Beschwerden – 

nicht im Vordergrund stehen würden (vgl. S. 50), und sich der Beschwer-

deführer überdies mit Windelhosen behilft, auch wenn er sich gemäss neu-

rologischem Teilgutachten durch das dauerhafte Tragen von «Pampers» 

eingeschränkt fühle (vgl. S. 28). Andererseits haben die neurologischen 

Teilgutachter/innen keine Befunde erhoben, aufgrund derer von einer neu-

rogenen Inkontinenz auszugehen wäre, vielmehr haben sie keine 

C-4013/2020 

Seite 35 

Reithosenanästhesie, jedoch einen beidseits regelrecht auslösbaren Anal-

reflex sowie einen regelrechten Schliessmuskeltonus festgestellt (vgl. 

S. 31). 

7.3.5.4 Hinsichtlich der ebenfalls gemäss Urteil C-3981/2016 abzuklären-

den funktionellen Auswirkungen des vormals dokumentierten Zervikal- und 

Lumbalsyndroms ist dem neurologischen Teilgutachten zu entnehmen, 

dass der Beschwerdeführer weiterhin insbesondere starke Rückenschmer-

zen, weswegen er an Krücken gehen müsse, geltend machte (IVSTA-

act. 349 S. 27). Die neurologischen Gutachter/innen haben jedoch für das 

Gericht aufgrund der erhobenen Befunde nachvollziehbar festgehalten, 

dass sich bei symmetrischer Trophik der Arm- und Beinmuskulatur, fehlen-

der Objektivierbarkeit von Paresen (bei sakkadierter Innervation im Rah-

men einer ausgeprägten Verdeutlichungstendenz), symmetrischen Refle-

xen und fehlenden dermatom-bezogenen Sensibilitätsstörungen aus neu-

rologischer Sicht kein Hinweis auf ein in diversen Vorberichten postuliertes 

lumboradikuläres Syndrom ergebe (vgl. S. 31). Hinsichtlich des Zervikal-

syndroms ist dem neurologischen Teilgutachten sodann zu entnehmen, 

dass die Beweglichkeit der Halswirbelsäule (HWS) weitgehend frei, end-

gradig schmerzbedingt leicht eingeschränkt sei und die HWS- und Schul-

tergürtelmuskulatur beidseits moderat druckdolent sei (vgl. S. 30). Entspre-

chend ist auch diesbezüglich nachvollziehbar, dass hieraus keine Ein-

schränkung der Arbeitsfähigkeit folgt. 

7.3.5.5 Aus dem neurologischen Teilgutachten ergibt sich zur funktionellen 

Einschränkung infolge Fingeramputation des 2. und 3. Fingergliedes, was 

gemäss Urteil C-3981/2016 noch abzuklären war, dass der Beschwerde-

führer keine Störung der Feinmotorik gezeigt habe, sämtliche Grob- und 

Feingriffformen sowie Zeigeversuche der oberen und unteren Extremitäten 

(Finger-Nase und Knie-Hacken-Versuch) beidseits regelrecht gewesen 

seien (vgl. IVSTA-act. 349 S. 30). Weiter ist im psychiatrischen Teilgutach-

ten in diesem Zusammenhang festgehalten, dass der Beschwerdeführer 

anlässlich der Begutachtung eine Wasserflasche habe öffnen und schlies-

sen können. Dies stehe jedoch im Widerspruch zu den Angaben des Be-

schwerdeführers, er habe kein Gefühl in den Händen und könne deshalb 

beispielsweise den Kochherd nicht bedienen (vgl. S. 24). Vor diesem Hin-

tergrund ist für das Gericht schlüssig nachvollziehbar, dass die traumati-

sche Amputation des Zeigefingers und der Daumenkuppe an der linken 

nicht dominanten Hand als ohne Einschränkung auf die Arbeitsfähigkeit 

beurteilt wurde. Hieran vermögen auch die vom Beschwerdeführer anläss-

lich des Beschwerdeverfahrens eingereichten Farbfotografien seiner 

C-4013/2020 

Seite 36 

Hände sowie die diesbezüglichen Ausführungen zur (angeblich) fehlenden 

Greiffähigkeit nichts zu ändern (vgl. BVGer-act. 18 Beilage 3). 

7.3.5.6 Betreffend die ebenfalls gemäss Urteil C-3981/2016 noch abzuklä-

rende Schwerhörigkeit, haben die neurologischen Gutachter/innen festge-

halten, die audiometrisch dokumentierte Hochtonschwerhörigkeit zeige 

keine klinische Relevanz, zumal die Gesprächsführung in normaler Laut-

stärke ohne jegliche akustische Einschränkung der Verständigung erfolgen 

könne (vgl. IVSTA-act. 349 S. 31). Diese Einschätzung ist vor dem Hinter-

grund der von den Gutachter/innen erhobenen Befunde (Sprache in nor-

maler Lautstärke; keine Notwendigkeit von Wiederholungen, weil etwas 

nicht verstanden worden wäre; Wahrnehmung feinerer Gehörsreize wie lei-

ses Fingerreiben [vgl. S. 30]) überzeugend. Im Übrigen ist auch den weite-

ren Teilgutachten keine Verständigungsschwierigkeit infolge Schwerhörig-

keit des Beschwerdeführers zu entnehmen. 

7.3.6 In psychiatrischer Hinsicht ist sodann daran zu erinnern, dass bereits 

die psychiatrische Beurteilung im Gutachten vom 20. Januar 2016 auf-

grund der damals erhobenen Befunde als beweiskräftig beurteilt worden 

war (vgl. dazu oben E. 7.1.1.5). Im vorliegend zu diskutierenden Teilgut-

achten wurden – wie bereits im als diesbezüglich beweiskräftig eingestuf-

ten Vorgutachten (vgl. IVSTA-act. 236 S. 32; vgl. auch oben E. 7.1.1.5) – 

eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Fakto-

ren, eine Anpassungsstörung sowie akzentuierte Persönlichkeitszüge di-

agnostiziert (vgl. IVSTA-act. 349 S. 20 f.), wobei lediglich die Schmerz- und 

Anpassungsstörung als Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit be-

urteilt wurden.  

 

Angesichts dieser psychiatrischen Diagnosen hat ein strukturiertes Be-

weisverfahren nach BGE 141 V 281 zu erfolgen (vgl. BGE 143 V 409): 

7.3.6.1 Ausgangspunkt der Prüfung der Standardindikatoren und damit 

erste Voraussetzung bildet eine psychiatrische, lege artis gestellte Diag-

nose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (vgl. BGE 141 V 281 E. 2.1; 

143 V 418 E. 6 und E. 8.1). Aufgrund der Herleitung der beiden Diagnosen 

mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit, konkret die Schmerz- und Anpas-

sungsstörung, durch den psychiatrischen Gutachter, in welcher er sich 

auch mit den Vorberichten auseinandersetzt (vgl. oben E. 7.1.2.2 erster 

Absatz), ist vorliegend von lege artis gestellten Diagnosen auszugehen. 

C-4013/2020 

Seite 37 

7.3.6.2 Hinsichtlich der Ausschlussgründe ist auf die Erwägung 7.3.4 zu 

verweisen. 

7.3.6.3 Die Kategorie «funktioneller Schweregrad» beurteilt sich nach den 

konkreten funktionellen Auswirkungen und insbesondere danach, wie stark 

die versicherte Person in sozialen, beruflichen oder anderen wichtigen 

Funktionen leidensbedingt beeinträchtigt ist (vgl. Urteil des BGer 

9C_590/2017 vom 15. Februar 2018 E. 6.3 m.H.):  

 

Im Komplex «Gesundheitsschädigung» ist als erster Indikator die «Ausprä-

gung der diagnoserelevanten Befunde und Symptome» zu nennen. Der 

Gutachter beurteilte die Fähigkeit des Beschwerdeführers zur Anpassung 

an Regeln und Routinen als uneingeschränkt, da er pünktlich zur Untersu-

chung erschienen sei und Unterlagen mitgebracht habe beziehungsweise 

beim Begutachtungsprozess mitgemacht habe. Ebenso wenig sei die 

Selbstbehauptungsfähigkeit beeinträchtigt, denn der Beschwerdeführer sei 

in der Lage, seinen Willen beziehungsweise seine Vorstellungen zu äus-

sern und diese, soweit ihm möglich, auch durchzusetzen beziehungsweise 

für sich auch Hilfestellungen einzufordern. Auch sei der Beschwerdeführer 

in der Lage, seine bescheidenen Aufgaben im Alltag und Haushalt planen 

und strukturieren zu können sowie Entscheidungen und Urteile im Alltag zu 

fällen, soweit diese nicht sein Krankheitskonzept beziehungsweise die ge-

wisse Selbstlimitation betreffen würden. Weiter sei er fähig zu kommunizie-

ren und Kontakt mit Dritten im Alltag herzustellen und aufrecht zu erhalten, 

was sich anlässlich der Begutachtung mit Dolmetscherunterstützung als 

auch auf Deutsch gezeigt habe. Ebenso sei er gruppenfähig, da er seine 

Kinder und Enkelkinder regelmässig treffe. Die subjektive Beeinträchtigung 

der Selbstpflege und Selbstversorgung anhand der Details zur Tagesstruk-

tur und Haushaltsführung beziehungsweise dem Alltag des Beschwerde-

führers (keine Handlungen zur Temperatur-/Herdplatteneinstellung, da 

keine Gefühle in den Händen) beurteilte der Gutachter als nicht-authenti-

sche Beschwerdeschilderungen, da der Beschwerdeführer im Begutach-

tungsprozess in der Lage gewesen sei, eine Wasserflasche zu öffnen und 

zu schliessen. Zur subjektiv erheblichen Beeinträchtigung der Wider-

stands- und Durchhaltefähigkeit und Flexibilität und Umstellungsfähigkeit 

wies der Gutachter darauf hin, dass sich im Rahmen der Begutachtung 

keine Ermüdungserscheinungen oder Schwankungen beziehungsweise 

Auffälligkeiten im Antrieb während der gesamten psychiatrischen Explora-

tion gezeigt hätten (vgl. IVSTA-act. 349 S. 23 f.). Weiter stellen «Behand-

lungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz», also Verlauf und Aus-

gang von Therapien, wichtige Schweregradindikatoren dar (vgl. BGE 141 

C-4013/2020 

Seite 38 

V 281 E. 4.3.1.2). In diesem Zusammenhang hat der Gutachter festgehal-

ten, gemäss den Angaben des Beschwerdeführers sowie anhand der Ak-

ten würden sich sporadische psychiatrische Konsultationen zwischen 2012 

und 2014 ausgewiesen finden. Der Beschwerdeführer selbst gebe an, zu-

letzt vor rund vier Jahren bei einem Psychiater gewesen zu sein. Ebenfalls 

würde sich mehrjährig keine psychiatrische Medikation angeführt finden. 

Eine engmaschige beziehungsweise regelmässige ambulante, teilstatio-

näre oder stationäre psychiatrische Behandlung sei im Verlauf bis heute 

nicht erfolgt (vgl. S. 21). Unter dem Aspekt der «Komorbiditäten» ist eine 

Gesamtbetrachtung der Wechselwirkungen und sonstigen Bezüge der 

psychischen Störungen zu sämtlichen begleitenden krankheitswertigen 

Störungen erforderlich (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.3). Störungen fallen dabei 

unabhängig von ihrer Diagnose bereits dann als rechtlich bedeutsame 

Komorbidität in Betracht, wenn ihnen im konkreten Fall ressourcenhem-

mende Wirkung beizumessen ist (BGE 143 V 418 E. 8.1) Im vorliegenden 

Fall haben die Gutachter/innen in somatischer und auch psychiatrischer 

Hinsicht diverse weitere Diagnosen – allerdings jeweils ohne Einfluss auf 

die Arbeitsfähigkeit – gestellt (vgl. dazu oben E. 7.1.2.1).  

 

Mit Blick auf den Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsentwicklung 

und -struktur, grundlegende psychische Funktionen, persönliche Ressour-

cen) führte der psychiatrische Gutachter aus, lebensgeschichtlich würden 

sich beim Beschwerdeführer in Kindheit und Jugend keine Auffälligkeiten 

finden und anhand des weiteren Verlaufs würden sich ebenfalls keine psy-

chischen Limitationen für Ausbildung und berufliches Fussfassen in Bos-

nien sowie folgend in der Schweiz zeigen, wobei soziale Probleme durch 

den Aufenthaltsstatus als Saisonnier durch anfangs fehlender möglicher 

Option des Familiennachzugs in der Schweiz beschrieben seien sowie eine 

Unzufriedenheit mit dem ersten Arbeitgeber in der Schweiz, sodass der 

Beschwerdeführer zwischenzeitlich zurück nach Bosnien gegangen, spä-

ter aber wieder zum ehemaligen Arbeitgeber zurück in die Schweiz gekom-

men sei. Somit zeige sich, dass der Beschwerdeführer zweimal in der 

Schweiz nach zwischenzeitlicher Rückkehr nach Bosnien beruflich Fuss 

habe fassen können, ehe er dann 1995 gemäss der Akten wegen Arbeits-

losigkeit und Problemen mit einem Sohn mit der Familie zurück nach Bos-

nien und später nach Kroatien gegangen sei. In die Kriegswirren des Ju-

goslawienkriegs habe der Beschwerdeführer (als auch seine Familie) ge-

äussert, nicht unmittelbar hinsichtlich Kampfhandlungen verwickelt oder in 

Folgen involviert gewesen zu sein (vgl. S. 21).  

 

Unter dem Komplex «sozialer Kontext» ist festzuhalten, dass der 

C-4013/2020 

Seite 39 

Beschwerdeführer gegenüber dem Gutachter angegeben hat, seit unge-

fähr 2011 in Bosnien mit seiner Familie zu leben. Aktuell würde der Be-

schwerdeführer in einem alten Haus (ca. 1943 gebaut) mit seiner Ehefrau 

leben. Seine Töchter würden periodisch in den Ferien kommen und wäh-

rend der Schulzeit beim Bruder (Sohn des Beschwerdeführers) wohnen. Er 

habe sechs Kinder (im Alter zwischen ca. 41 und 15 Jahren) mit seiner 

Ehefrau sowie zwölf Enkel (im Alter zwischen 16 Jahren und zwei Mona-

ten). Weiter hat der Beschwerdeführer angegeben, dass er ansonsten nur 

noch einen Kollegen / Freund habe. Er sei fremd in Kroatien, zwar werde 

er von den Nachbarn gegrüsst, mehr Kontakte gebe es jedoch nicht (vgl. 

S. 16 f.). 

7.3.6.4 In die Kategorie «Konsistenz» fallen verhaltensbezogene Gesichts-

punkte (BGE 141 V 281 E. 4.4).   

 

Der Indikator einer «gleichmässigen Einschränkung des Aktivitätenniveaus 

in allen vergleichbaren Lebensbereichen» zielt auf die Frage ab, ob die 

diskutierte Einschränkung in Beruf und Erwerb einerseits und in den sons-

tigen Lebensbereichen (z.B. Freizeitgestaltung) andererseits gleich ausge-

prägt ist (BGE 141 V 281 E. 4.4.1). Dem Gutachten ist zu entnehmen, dass 

der Beschwerdeführer angegeben hat, im Haushalt praktisch nichts zu ma-

chen, allenfalls schaue er beim Kochen, dass nichts übergehe. Einschalten 

oder Ausschalten beziehungsweise die Herdplatten zurückdrehen würde 

er jedoch nicht machen, da er kein Gefühl in den Händen habe, dies müsse 

dann seine Frau machen. Sein Hobby sei früher einzig das Arbeiten gewe-

sen. Hinsichtlich Reisen gebe der Beschwerdeführer an, dass dies sehr 

schwierig sei, da er kein Geld habe, weshalb er einzig zu Beerdigungen 

reise. Ferien habe er schon lange nicht mehr gemacht (vgl. S. 17).  

 

Die Inanspruchnahme von therapeutischen Optionen weist auf den tat-

sächlichen «Leidensdruck» hin (BGE 141 V 281 E. 4.4.2). In diesem Zu-

sammenhang ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer angegeben hat, 

zuletzt vor vier Jahren beim Psychiater gewesen zu sein, weil er es sich 

nicht leisten könne. Davor sei er manchmal beim Psych