# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1e4978a2-83a4-559a-92da-4845d31d9580
**Source:** Freiburg/Fribourg (FR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-11-24
**Language:** de
**Title:** Freiburg Kantonsgericht Zivilappellationshöfe 24.11.2021 101 2021 233
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/FR_Gerichte/FR_TC_001_101-2021-233_2021-11-24.pdf

## Full Text

Tribunal cantonal TC
Kantonsgericht KG

Augustinergasse 3, Postfach 630, 1701 Freiburg

T +41 26 304 15 00
tribunalcantonal@fr.ch
www.fr.ch/tc

—
Pouvoir Judiciaire PJ
Gerichtsbehörden GB

101 2021 233 
101 2021 368

Urteil vom 24. November 2021

I. Zivilappellationshof

Besetzung Präsident: Jérôme Delabays
Richterinnen: Dina Beti, Sandra Wohlhauser
Gerichtsschreiberin: Corina Göldi 

Parteien A.________, Klägerin und Berufungsklägerin, vertreten durch 
Rechtsanwalt Patrik Gruber

gegen

B.________, Beklagter und Berufungsbeklagter, vertreten durch 
Rechtsanwalt Dr. Jascha Schneider-Marfels

Gegenstand Ehescheidung – Persönlicher Verkehr

Berufung vom 14. Juni 2021 gegen den Entscheid des Zivilgerichts 
des Saanebezirks vom 8. März 2021

Anträge vom 14. September 2021

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Sachverhalt

A. A.________ und B.________, beide geb. 1979, heirateten 2012. Ihrer Ehe entsprossen die 
Kinder C.________, geb. 2014, und D.________, geb. 2016. Die Parteien trennten sich 2016, 
noch vor der Geburt der Tochter, und die Kinder leben seither bei ihrer Mutter. 

Am 2. Februar 2018 reichte A.________ ein Gesuch um Scheidung auf gemeinsames Begehren 
mit Teileinigung beim Zivilgericht des Saanebezirks (nachfolgend das Zivilgericht) ein. Bezüglich 
der Ausgestaltung des persönlichen Verkehrs Vater-Kinder beantragten die Parteien, es sei darü-
ber ein Gutachten bei einem vom Gericht zu ernennenden Sachverständigen einzuholen und der 
persönliche Verkehr entsprechend zu regeln. Bis zum Vorliegen einer gerichtlichen Regelung 
einigten sie sich auf ein begleitetes Besuchsrecht in der jeweils geraden DIN-Woche von 
10.00 Uhr bis 16.00 Uhr (vgl. Ziff. 4 der Scheidungsvereinbarung vom 25./30. Januar 2018).

Das im Anschluss an die Einigungsverhandlung vom 30. April 2018 von Dr. med. E.________ 
erstellte Gutachten wurde mit Verfügung vom 19. Juni 2019 wegen formalen sowie methodischen 
Mängeln aus den Akten gewiesen. 

Mit Schreiben vom 6. Dezember 2019 beantragte B.________ eine Abänderung der bestehenden 
Besuchsrechtsregelung. Anlässlich der Sitzung vom 20. Dezember 2019 einigten sich die Parteien 
dahingehend, das begleitete Besuchsrecht fortan provisorisch jede zweite Woche in den Räumlich-
keiten der BBF (Begleitete Besuchstage Freiburg) durchzuführen. 

Am 14. Februar 2020 ersuchte B.________ um Ausweitung der vereinbarten Besuchsrechtsrege-
lung. Mit Entscheid vom 24. Juni 2020 wurde dieses Gesuch abgewiesen.

Am 19. Februar 2020 beauftragte das Zivilgericht Dr. med. F.________, leitender Arzt des 
G.________, und Dr. med. H.________, Kinder- und Jugendpsychiater, mit der Erstellung eines 
polydisziplinären Gutachtens. Am 2. bzw. 7. Juli 2020 reichten die Gutachter ihren jeweiligen 
Bericht ein. Diesen kann zusammenfassend entnommen werden, dass B.________ laut ICD-10 an 
einer chronischen depressiven Verstimmung auf dem Boden einer abhängigen Persönlichkeitsstö-
rung leidet (Dysthymia [F34.1], abhängige Persönlichkeitsstörung [F60.7]). Im Rahmen eines 
Besuchsrechts ist seine Erziehungsfähigkeit grundsätzlich nicht eingeschränkt. Da er allerdings 
wenig Übung hat, längere Zeit mit den Kindern zu verbringen, werden eine ambulante Erziehungs-
hilfe sowie eine stufenweise und ergebnisorientierte Ausweitung des persönlichen Verkehrs, inkl. 
Einführung von einem unbegleiteten Besuchsrecht und in einer weiteren Etappe von Übernachtun-
gen, empfohlen, wobei die Beurteilung der Zielerreichung durch Fachpersonen und nicht durch die 
Eltern stattzufinden hat. Gemäss Dr. med. H.________ ist es aufgrund der angespannten Situation 
zwischen den Eltern schwierig, einen Zeitplan aufzustellen, dies umso mehr als der Ausbau des 
persönlichen Verkehrs ergebnisorientiert sein sollte. 

Mit Verfügung vom 8. September 2020 wurden die Anträge der Parteien auf Ergänzung bzw. 
Erläuterung der Gutachten abgewiesen und ihnen Frist gesetzt, um ihre begründeten Anträge zu 
den strittig gebliebenen Scheidungspunkten einzureichen. Sie kamen dieser Aufforderung am 17. 
bzw. 18. Dezember 2020 nach. Die Hauptverhandlung fand am 18. Januar 2021 statt. 

B. Mit Entscheid des Zivilgerichts vom 8. März 2021 wurde die Ehe der Parteien durch Schei-
dung aufgelöst und die Teilvereinbarung vom 25./30. Januar 2018 genehmigt. Insbesondere wurde 
das Sorgereicht über C.________ und D.________ beiden Eltern belassen, die Kinder unter die 

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Obhut der Mutter gestellt und die Unterhaltsbeiträge festgesetzt. Über den strittigen Punkt des 
persönlichen Verkehrs Vater-Kinder entschied das Zivilgericht das Folgende:

3. Für C.________ und D.________ wird eine Erziehungsbeistandschaft gemäss Art. 308 Abs. 1 
und 2 ZGB angeordnet. Aufgabe des Erziehungsbeistandes wird es sein, den Kindsvater beim 
Kontaktaufbau bzw. beim Aufbau eines Vertrauensverhältnisses zu seinen Kindern sowie in 
erzieherischen Aufgaben zu unterstützen, den persönlichen Verkehr bzw. das Besuchsrecht 
zu organisieren und soweit als nötig zu begleiten sowie die diesbezüglichen Modalitäten 
verbindlich zu regeln und zu überwachen. 

Der Erziehungsbeistand wird, sofern er dies für nötig erachtet, ermächtigt, eine von den 
Parteien unabhängige, geeignete Erziehungshilfe zu organisieren, die ihn in seinen Aufgaben 
unterstützt.

Das Friedensgericht des Saanebezirks wird ersucht, den Erziehungsbeistand zu ernennen. 

4. Das Besuchsrecht des Vaters wird in Begleitung durch den Erziehungsbeistand ergebnisorien-
tiert stufenweise ausgebaut. Die Ausweitung des Besuchsrechts erfolgt jeweils nach Beurtei-
lung der Zielerreichung durch den Erziehungsbeistand, unter Berücksichtigung des Kindes-
wohls, und wird von diesem verbindlich festgelegt. 

Den Eltern wird im Umfang der Entscheidkompetenz des Erziehungsbeistands über die 
stufenweise Ausweitung des Besuchsrechts die elterliche Sorge entzogen (Art. 308 Abs. 3 
ZGB).

Grundsätzlich hat mindestens alle zwei Wochen ein Besuchstreffen stattzufinden. Der Erzie-
hungsbeistand wird ermächtigt, die Anzahl der Treffen zu erhöhen oder zu verringern, sofern 
dies das Kindeswohl gebietet. 

Die sukzessive Erweiterung des Besuchsrechts hat in folgenden Schritten zu erfolgen:

- Phase 1 (per sofort ab Rechtskraft des Entscheides)
Ausweitung des begleiteten Besuchsrechts tagsüber (auch ausserhalb des Point 
Rencontre). Zuerst stundenweise, bis zu einem ganzen Tag.

- Phase 2 (bei positiver Evaluation des Erziehungsbeistandes)
Unbegleitetes Besuchsrecht tagsüber, zuerst stundenweise, bis zu einem ganzen Tag, 
wobei der Vater dem Erziehungsbeistand vorankündigt, was er für den Besuch plant. Die 
ersten Besuche der Kinder am Wohnort des Vaters sind begleitet durchzuführen.

- Phase 3 (bei positiver Evaluation des Erziehungsbeistandes)
Besuchsrecht über mehrere Tage samt einzelnen Übernachtungen beim Vater. 

- Phase 4 
Bei positiver Evaluation des Erziehungsbeistandes steht dem Kindsvater in der letzten 
Phase das übliche Besuchsrecht zu. Dies gestaltet sich wie folgt:

Mangels anderweitiger Parteivereinbarung steht dem Vater ein Besuchsrecht an jedem 
zweiten Wochenende von Freitag, 18.00 Uhr, bis Sonntag, 18.00 Uhr, zu. Er hat zudem 
das Recht, die Kinder in die Ferien zu nehmen. Das Ferienrecht ist auf drei Wochen pro 
Kalenderjahr während der Schulferien festzulegen, wobei dessen Ausübung zwei Monate 
im Voraus anzukündigen ist. Der Vater übt das Besuchs- und Ferienrecht jeweils auf 
eigene Kosten aus.

C. Gegen diesen Entscheid erhob A.________ am 14. Juni 2021 Berufung. Sie beantragt, dass 
Ziff. 3 Abs. 1 Satz 2 und Ziff. 4 Abs. 1 bis 4 unter Kosten- und Entschädigungsfolge wie folgt abzu-
ändern seien:

3. 1 Für C.________ und D.________ wird eine Erziehungsbeistandschaft gemäss Art. 308 Abs. 1 
und 2 ZGB angeordnet. Aufgabe des Erziehungsbeistandes wird sein, den Kindsvater beim Kontakt-

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aufbau bzw. beim Aufbau eines Vertrauensverhältnisses zu seinen Kindern sowie in erzieherischen 
Aufgaben zu unterstützen, den persönlichen Verkehr bzw. das Besuchsrecht zu organisieren und 
soweit als nötig zu begleiten sowie die diesbezüglichen Modalitäten verbindlich zu regeln und zu über-
wachen. 

4. 1 Das Besuchsrecht des Vaters wird in Begleitung durch den Erziehungsbeistand ergebnisorien-
tiert stufenweise ausgebaut. Die Ausweitung des Besuchsrechts erfolgt jeweils nach Beurteilung der 
Zielerreichung durch den Erziehungsbeistand, unter Berücksichtigung des Kindeswohls, und wird von 
diesem verbindlich festgelegt und in Absprache mit den Eltern.
2 aufgehoben
3 Grundsätzlich hat mindestens alle zwei Wochen ein Besuchstreffen stattzufinden. Der Erziehungs-
beistand wird ermächtigt, die Anzahl der Treffen zu erhöhen oder zu verringern, sofern dies das 
Kindeswohl gebietet. 
4 Die sukzessive Erweiterung des Besuchsrechts hat in folgenden Schritten von mindestens jeweils 
fünf Monaten zu erfolgen: [unverändert].

B.________ schloss am 14. September 2021 auf kostenfällige Abweisung der Berufung. Seiner-
seits stellte er folgende Verfahrensanträge: Es sei der Berufung die aufschiebende Wirkung zu 
entziehen. Eventualiter sei während der Dauer des Verfahrens im Sinne einer vorsorglichen Mass-
nahme sein Besuchsrecht im Sinne von Ziff. 1 der berufungsklägerischen Rechtsbegehren auszu-
bauen. Subeventualiter sei von Amtes wegen eine vorsorgliche Massnahme in Bezug auf den 
Ausbau des Besuchsrechts zu erlassen. 

Mit Schreiben vom 30. September 2021 nahm A.________ dazu Stellung und schloss auf Abwie-
sung des Gesuchs um aufschiebende Wirkung respektive Vollstreckung, soweit darauf eingetreten 
werden könne. 

Erwägungen

1.

1.1. Mit Berufung sind erstinstanzliche End- und Zwischenentscheide sowie erstinstanzliche 
Entscheide über vorsorgliche Massnahmen anfechtbar. In vermögensrechtlichen Angelegenheiten 
ist die Berufung nur zulässig, wenn der Streitwert der zuletzt aufrecht erhaltenen Rechtsbegehren 
mindestens CHF 10‘000.- beträgt (Art. 308 ZPO). 

Vorliegend ist der persönliche Verkehr Vater-Kinder strittig. Die Angelegenheit ist somit nicht 
vermögensrechtlicher Natur. Die Berufung ist zulässig. 

1.2. Die Berufungsfrist beträgt 30 Tage seit Zustellung des begründeten Entscheides (Art. 311 
Abs. 1 ZPO). 

Der begründete Entscheid wurde der Berufungsklägerin am 14. Mai 2021 zugestellt (15 2018 17, 
act. 435). Die am 14. Juni 2021 eingereichte Berufung erfolgte demnach fristgerecht. 

1.3. Die Berufung ist schriftlich und begründet einzureichen (Art. 311 Abs. 1 ZPO), was vorlie-
gend der Fall ist.

1.4. Mit der Berufung können sowohl die unrichtige Rechtsanwendung wie auch die unrichtige 
Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). Für Fragen betreffend 

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Kinderbelange erforscht das Gericht den Sachverhalt von Amtes wegen und entscheidet ohne 
Bindung an die Parteianträge (uneingeschränkte Untersuchungs- und Offizialmaxime, Art. 296 
Abs. 1 und 3 ZPO).

1.5. Grundsätzlich werden gemäss Art. 317 Abs. 1 ZPO neue Tatsachen und Beweismittel im 
Berufungsverfahren nur noch berücksichtigt, wenn sie ohne Verzug vorgebracht werden (Bst. a) 
und trotz zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz vorgebracht werden konnten (Bst. b). 
Bei Verfahren mit uneingeschränkter Untersuchungsmaxime – wie vorliegend – sind jedoch neue 
Tatsachen und Beweismittel selbst dann zu berücksichtigen, wenn die Voraussetzungen von 
Art. 317 Abs. 1 ZPO nicht erfüllt sind (BGE 144 III 349 E. 4.2.1). 

1.6. Gemäss Art. 316 Abs. 1 ZPO kann die Rechtsmittelinstanz eine Verhandlung durchführen 
oder aufgrund der Akten entscheiden. Vorliegend befinden sich die zur Entscheidung nötigen Infor-
mationen in den Akten, weshalb auf eine Verhandlung verzichtet wird. 

2.

Die Berufungsklägerin rügt, dass dem Erziehungsbeistand Kompetenzen eingeräumt werden, die 
ihm nicht zustehen (nachfolgend Ziff. 3), dass die Voraussetzungen für den Entzug der elterlichen 
Sorge in Bezug auf die Ausweitung des persönlichen Verkehrs nicht gegeben sind (nachfolgend 
Ziff. 4) und dass die einzelnen Phasen nicht zeitlich befristet werden (nachfolgend Ziff. 5). 

3.

3.1. In einem ersten Punkt wirft die Berufungsklägerin der Vorinstanz vor, dem Erziehungsbei-
stand Kompetenzen eingeräumt zu haben, die weit über das Übliche hinausgehen. Eine solch 
weitreichende Kompetenzübertragung sei institutionell nicht zulässig. Art. 308 ZGB könne nur 
Rechtsgrundlage sein, dem Beistand die Aufgabe zu übertragen und die Modalitäten der Durch-
führung für den einzelnen Besuch zu konkretisieren; die Regelung des Besuchsrechts könne ihm 
aber nicht delegiert werden. Selbst wenn dies grundsätzlich zulässig wäre, wäre dies in casu 
bundesrechtswidrig respektive wäre das Komplementaritätsprinzip verletzt: Die Kompetenz des 
Beistandes, verbindlich über das Besuchsrecht zu entscheiden, werde nicht subsidiär vorgesehen 
für den Fall, dass sich die Eltern nicht einigen, sondern vollumfassend, ohne dass ein Mitsprache- 
oder auch nur ein Anhörungsrecht der Eltern festgehalten werde. Für eine Einigung der Eltern 
bestehe damit kein Raum. Schliesslich verwahre sich auch das Jugendamt des Kantons Freiburg 
dagegen, dass der Erziehungsbeistand, der zwischen den Eltern vermitteln sollte, plötzlich zum 
Entscheidungsträger wird und selbständig Anordnungen über den persönlichen Verkehr treffen 
soll. 

3.2.

3.2.1. Nicht angefochten ist die Errichtung der Beistandschaft nach Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB. 
Eine solche ist angesichts der konfliktbehafteten Situation zwischen den Parteien denn auch 
notwendig, um die persönlichen Kontakte zwischen dem Berufungsbeklagten und seinen Kindern 
– seit anfangs 2020 jede zweite Woche in den Räumlichkeiten der BBF (vgl. Entscheid vom 
6. Januar 2020) – wie vom Gutachter Dr. med. H.________ empfohlen, stufenweise und ergebnis-
orientiert auszubauen. Grundsätzlich unumstritten sind auch die vier von der Vorinstanz festge-
setzten Phasen, wobei der persönliche Verkehr in der ersten und teils in der zweiten Phase noch 
zu begleiten ist. 

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3.2.2. Erfordern es wie vorliegend die Verhältnisse, so können dem Beistand besondere Befug-
nisse übertragen werden, darunter die Überwachung des persönlichen Verkehrs (Art. 308 Abs. 2 
ZGB). Nach dieser Bestimmung kann die anordnende Stelle zwar nicht die Regelung des 
Besuchsrechts an den Beistand delegieren. Sie kann ihm aber die Aufgabe übertragen, die Moda-
litäten der Durchführung für den einzelnen Besuch zu konkretisieren. Namentlich wenn bezüglich 
des persönlichen Verkehrs zwischen den Eltern Konflikte bestehen, sollte die Regelung des 
Besuchsrechts zu einer gewissen Stabilität führen und damit auf Dauer angelegt sein. Zweck ist 
eine lebendige Beziehung zwischen dem Kind und seinen Eltern. Damit sind auch Anpassungen 
an unerwartete Ereignisse und kurzfristige Veränderungen im Alltag notwendig. Soll der persönli-
che Verkehr nicht zu einer Pflichtübung verkommen, bedarf es einer gewissen Flexibilität (Urteil 
5A_883/2017 vom 21. August 2018 E. 3.3 mit Hinweisen). Die Aufgaben des Beistandes sind 
genau zu umschreiben. In aller Regel bedingt die Beistandschaft also, dass gerichtlich der persön-
liche Verkehr bereits festgelegt worden ist. Nach der bundesgerichtlichen Praxis besteht kein 
Raum für Besuchsrechtsbeistandschaften ohne Besuchsrechtsregelung. Diese Praxis ist aber 
insofern zu relativieren, dass es nach Art. 308 Abs. 2 ZGB zulässig ist, bei fehlender oder zeitlich 
sistierter Besuchsrechtsregelung eine Beistandsperson damit zu beauftragen, einen persönlichen 
Kontakt anzubahnen, wenn dazu reale Möglichkeiten bestehen und dies dem Kindeswohl 
entspricht (BIDERBOST, Jusletter vom 1. November 2004, N. 18). 

Die Aufgabe des Erziehungsbeistands in Bezug auf den persönlichen Verkehr besteht sodann 
insbesondere darin, die praktischen Modalitäten innerhalb des vom Richter festgelegten Rahmens 
zu organisieren (Urteil BGer 5A_670/2013 vom 8. Januar 2014 E. 4.1 mit Hinweisen). Diese Moda-
litäten können namentlich die Festlegung eines Zeitplans (auch eines bestimmten Tages), Urlaubs-
regelungen, den genauen Ort und die genaue Uhrzeit der Übergabe der Kinder an den anderen 
Elternteil, den genauen Ort und die genaue Uhrzeit der Aufnahme der Kinder, die für die Kinder 
bereitzustellende Garderobe und das rechtzeitige Nachholen von Tagen, an denen das Besuchs-
recht nicht wie vorgesehen ausgeübt werden konnte, umfassen (u.a. Urteil BGer 5A_883/2017 
vom 21. August 2018 E. 3.3). 

Die Beistandsperson kann innerhalb der vom Gericht festgesetzten Stufenfolge je nach günstigem 
oder ungünstigem Verlauf ebenfalls das Besuchsrecht erweitern oder einschränken und auch 
Termine abtauschen (Entscheid KGer SG FS.2018.26 vom 26. Juli 2019 E. 2e). Bei der Regelung 
des persönlichen Verkehrs sind sämtlichen Begebenheiten der konkreten Situation wie auch dem 
Alter der betroffenen Kinder Rechnung zu tragen. Es kann sodann Situationen geben, in welchen 
es verhältnismässig ist, dem Beistand die Kompetenz einzuräumen, innerhalb eines Zeitrahmens 
begleitete Kontakte in unbegleitete zu überführen (vgl. Urteil BGer 5A_728/2015 vom 25. August 
2016 E. 2.2 betreffend ein 13-jähriges Kind, Kompetenzdelegation an den Beistand für eine Über-
führung innert drei bis fünf Monaten). 

3.3. Mit Entscheid vom 8. März 2021 wurde dem Erziehungsbeistand namentlich die Kompe-
tenz übertragen, die Modalitäten des Besuchsrechts verbindlich zu regeln und zu überwachen. 
Weiter wurde entschieden, dass die sukzessive Erweiterung des persönlichen Verkehrs (zum 
Beispiel von Phase 1 zu Phase 2) jeweils nach Beurteilung der Zielerreichung durch den Beistand 
erfolgt, unter Berücksichtigung des Kindeswohls, und von diesem verbindlich festgelegt wird. 
Dieser wurde zudem ermächtigt, die Anzahl der Besuchstreffen – grundsätzlich mindestens alle 
zwei Wochen ein Treffen – zu erhöhen oder zu verringern, sofern dies das Kindeswohl gebietet. 

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Vorab ist festzuhalten, dass die Berichte der Gutachter vom 2. und 7. Juli 2020 und insbesondere 
deren Schlussfolgerungen im Berufungsverfahren grundsätzlich nicht angefochten sind, so dass 
darauf abgestellt werden kann. 

Ebenfalls hervorzuheben ist, dass die Vorinstanz es nicht der Beistandsperson überlässt, das 
Besuchsrecht zu regeln. Entsprechend den Schlussfolgerungen des Gutachtens von Dr. med. 
H.________ vom 7. Juli 2020 (S. 14-15) hat sie eine stufenweise, ergebnisorientierte und durch 
eine Erziehungshilfe zu begleitende Ausweitung des bestehenden persönlichen Verkehrs bis hin 
zu einem üblichen Besuchs- und Ferienrecht vorgesehen. Die Aufgaben des Beistandes sind 
genau genug beschrieben. Diesbezüglich ist der angefochtene Entscheid nicht zu beanstanden. 

Der Berufungsklägerin ist hingegen insofern zuzustimmen, als den Kindseltern – insbesondere im 
Rahmen eines Scheidungsurteils – die Möglichkeit gelassen werden muss, das Besuchsrecht 
einvernehmlich zu regeln, selbst wenn dies aufgrund der Aktenlage zurzeit äusserst schwierig 
erscheint. Die Vorinstanz hat diese Eventualität einzig für die letzte Phase vorgesehen. Grundsätz-
lich sollte dies auch vorher schon möglich sein. In diesem Punkt ist der angefochtene Entscheid zu 
ergänzen. Selbstredend ist es auch Aufgabe des Beistandes einzuschreiten, sollte er allenfalls 
feststellen, dass die von den Eltern getroffene Regelung nicht dem Kindeswohl entspricht. 

Einigen sich die Kindseltern nicht, ist es nicht bundesrechtswidrig, wenn der Erziehungsbeistand 
die Modalitäten und die Erweiterung bzw. Einschränkung des persönlichen Verkehrs im Rahmen 
der vom Zivilgericht vorgesehenen Regelung festlegt, und zwar für beide Parteien verbindlich. 
Daran ändert auch der von der Berufungsklägerin zitierte Leitfaden des Jugendamtes des Kantons 
Freiburg («Beistandschaft zur Überwachung des persönlichen Verkehrs, Leitfaden für die Eltern», 
https://www.fr.ch/sites/default/files/2018-06/beistandschaft-zur-ueberwachung-des-persoenlichen-
verkehrs_juin-2017.pdf) nichts. Dieser erklärt auf Seite 9 einzig die Rolle bzw. die allgemeinen 
Aufgaben des Beistandes, so namentlich dass er nicht selbst über die Regelung des Besuchs-
rechts oder deren Änderung befinden kann. Aufgrund sämtlicher Begebenheiten der konkreten 
Situation ist die vom Zivilgericht gewählte Vorgehensweise angemessen und verhältnismässig. Als 
es zur Trennung der Eltern kam, war C.________ nicht ganz zwei Jahre alt, D.________ war ihrer-
seits noch nicht geboren. In der Folge lebten die Kinder bei ihrer Mutter. Der persönliche Verkehr 
Vater-Kinder gestaltete sich äusserst schwierig und wurde durch die Mutter begleitet. Vor Einrei-
chen der Scheidungsklage fanden über ein halbes Jahr lang keine Besuche statt. Die Mutter führte 
in ihrem Gesuch vom 2. Februar 2018 namentlich aus, der Vater habe grosse psychische Proble-
me, wobei er wegen seiner Spielsucht und seiner Persönlichkeitsstörung stationär behandelt 
werden musste. In der Scheidungskonvention vereinbarten die Parteien sodann, ein Gutachten 
über die Ausgestaltung des persönlichen Verkehrs Vater-Kinder einzuholen und den persönlichen 
Verkehr entsprechend zu regeln. Da das weiterhin durch die Mutter begleitete Besuchsrecht zu 
Konflikten führte, einigten sich die Eltern am 20. Dezember 2019 auf ein begleitetes Besuchsrecht 
jede zweite Woche in den Räumlichkeiten der BBF. Heute sind die Kinder rund 7 ½ und 5 ½ Jahre 
alt. Sie sehen ihren Vater soweit ersichtlich regelmässig in der BBF, waren aber seit Jahren nicht 
mehr längere Zeit alleine mit ihm (bzw. D.________ sogar nie). Die Schlussfolgerung von Dr. med. 
H.________, der Berufungsbeklagte benötige daher Übung und Unterstützung von einer Drittper-
son respektive das Besuchsrecht sei stufenweise und ergebnisorientiert auszuweiten, ist dement-
sprechend nachvollziehbar und wird auch von keiner Partei in Frage gestellt. Genauso leuchtet es 
ein, dass es schwierig ist, einen Zeitplan aufzustellen und dass die Beurteilung der Zielerreichung 
durch Fachpersonen stattzufinden hat. In diesem Punkt ist der angefochtene Entscheid demnach 
nicht zu beanstanden. 

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Sofern die Berufungsklägerin noch verlangt, dass die Ausweitung des Besuchsrechts in Absprache 
mit den Eltern zu erfolgen hat, kann ihr nicht gefolgt werden. Einigen sich die Eltern nicht, hat sich 
der Erziehungsbeistand nicht mit ihnen abzusprechen (i.S.v. «sich im Gespräch über eine Frage 
einigen und einen gemeinsamen Beschluss fassen», vgl. https://www.duden.de/rechtschreibung/ 
absprechen). Hingegen scheint es angebracht, dass er jeweils mit den Eltern Gespräche führt, 
bevor er zur nächsten Phase schreitet bzw. den persönlichen Verkehr im Rahmen der vom Zivilge-
richt vorgesehenen Regelung abändert. Das von Dr. med. H.________ erwähnte Beispiel, in 
welchem die damals noch nicht ganz vierjährige D.________ ihrer Mutter offenbar Ereignisse 
geschildert hat, die der Gutachter so nicht erlebt hat bzw. die so nicht stattgefunden haben (vgl. 
act. 291-292, 298), zeigt, dass es notwendig ist, dass sich die Beistandsperson und die Eltern 
austauschen. In diesem Punkt ist der angefochtene Entscheid ebenfalls anzupassen. 

4.

4.1. Weiter rügt die Berufungsklägerin mit Bezug auf Rechtsprechung und Literatur, der teilwei-
se Entzug der elterlichen Sorge und dessen vorinstanzliche Begründung seien bundesrechts-
widrig, wenn nicht gar willkürlich, dies unter anderem weil es an der Verhältnismässigkeit der 
Massnahme fehle. Die Ernennung eines Beistands ohne Beschränkung der elterlichen Sorge 
würde als mildere Massnahme genügen. Die Vorinstanz lege keine Gefährdung des Kindeswohls 
dar, welche nicht durch die Beistandschaft aufgefangen werden könnte. Ohne Gefährdung des 
Kindeswohl sei aber eine solch einschneidende Massnahme von vornherein unzulässig. Die Vorin-
stanz stelle zwar Schwierigkeiten in der Kommunikation der Parteien fest. Es könne aber davon 
ausgegangen werden, dass die Errichtung einer Erziehungsbeistandschaft dieses Problem behe-
be. Ausserdem würden die Parteien sehr wohl miteinander betreffend Kindesbelangen kommuni-
zieren. Die Massnahme sei auch nicht geeignet, einen nachhaltigen Beziehungsaufbau zwischen 
Vater und Kindern zu fördern. Die Beschränkung der elterlichen Sorge sei weiter unzulässig, weil 
anzunehmen sei, dass die Eltern mit dem Beistand zusammenarbeiten werden. Anzeichen, dass 
sie die Besuche unterlaufen oder erschweren könnten, gebe es nicht. Vorab seien zudem keine 
anderen Massnahmen getroffen worden, die gescheitert wären, so dass einschneidender Mass-
nahmen nötig wären. Ausserdem könne aus dem Gutachten an keiner Stelle eine Empfehlung zum 
Entzug der elterlichen Sorge abgeleitet werden. Mit dem Entzug wäre den Eltern zudem ein allfälli-
ges Beschwerderecht über Anordnungen des Erziehungsbeistandes entzogen. Selbst wenn ihnen 
ein Beschwerderecht zustünde, könne es nicht sein, dass diese jedes Mal den Beschwerdeweg 
einschlagen müssten, um gehört zu werden. Die Massnahme sei ferner zeitlich unbegrenzt und 
damit unverhältnismässig. Schliesslich sei der Entzug der elterlichen Sorge nie Verfahrensthema 
gewesen und die Eltern seien dazu nicht angehört worden, womit das rechtliche Gehör verletzt 
wurde.

4.2. Den Ausführungen der Berufungsklägerin kann nicht gefolgt werden. Wie das Bundesge-
richt in einem nicht identisch aber ähnlich gelagerten Fall (Urteil BGer 5A_883/2017 vom 
21. August 2018 E. 3.4: Der Erziehungs- und Besuchsbeistand wurde ermächtigt, bei Streitigkeiten 
der Eltern zum Wochenend- und Ferienbesuchsrecht abschliessend zu entscheiden. Gleichzeitig 
wurde die elterliche Sorge gestützt auf Art. 308 Abs. 3 ZGB bezüglich der Entscheidkompetenz in 
strittigen Punkten zum Wochenend- und Ferienbesuchsrecht beschränkt) festhielt, stellt die 
Beschränkung der elterlichen Sorge die rechtliche Folge der Übertragung der Entscheidbefugnis 
an den Beistand dar. Bei Uneinigkeit zwischen den Inhabern der elterlichen Sorge liegt das dies-
bezügliche Entscheidungsrecht nicht mehr bei den Eltern, sondern bei der dafür zuständigen 
Beistandsperson. Beide Eltern haben sich dann in diesem Punkt nach deren Entscheid zu richten 
und ihre Anordnung zu befolgen. Insoweit wird ihre elterliche Sorge durch den Entscheid notwendi-

https://www.duden.de/rechtschreibung/

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gerweise beschränkt. Um dies festzuhalten, bedarf es auch keinerlei weiterer Voraussetzungen. 
Betreffen autoritativ angeordnete Kindesschutzmassnahmen direkt Betreuungshandlungen bezüg-
lich des Kindes, ist damit notwendigerweise eine Einschränkung der elterlichen Sorge verbunden, 
weil die Eltern sich an die angeordnete Massnahme halten müssen und insoweit nichts Abwei-
chendes bezüglich des Kindes entscheiden können. Ist die Anordnung inhaltlich angebracht und 
verhältnismässig, gilt dies auch für die entsprechende Beschränkung der elterlichen Sorge. 

Vorliegend wurde bzw. wird festgehalten, dass der bestehende persönliche Verkehr Vater-Kinder 
stufenweise und ergebnisorientiert aufzubauen ist. Hierfür wurde eine Erziehungsbeistandschaft 
gemäss Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB errichtet, wobei der Beistandsperson unter Berücksichtigung 
sämtlicher Begebenheiten der konkreten Situation die Aufgabe erteilt wurde, die Modalitäten und 
die Erweiterung bzw. Einschränkung des persönlichen Verkehrs im Rahmen der vom Gericht 
vorgesehenen Regelung verbindlich zu regeln, sollten sich die Eltern diesbezüglich nicht einig 
sein. Notwendigerweise wird damit die elterliche Sorge im selben Umfang eingeschränkt. Der teil-
weise Entzug der elterlichen Sorge im Umfang der Entscheidkompetenz des Erziehungsbeistan-
des über die stufenweise Ausweitung des Besuchsrechts ist demnach nicht zu beanstanden. 
Anders verhält es sich, wenn der Beistandsperson keine Entscheidkompetenz übertragen wird. In 
einem solchen Fall ist die Beschränkung der elterlichen Sorge keine zwingende Folge der Übertra-
gung der besonderen Befugnisse und kann als ultima ratio nur unter bestimmten und von der 
Berufungsklägerin grundsätzlich richtig aufgezählten Voraussetzungen ausgesprochen werden. 
Gegen Handlungen oder Unterlassungen des Beistands und damit auch gegen seine Anordnun-
gen bezüglich des persönlichen Verkehrs kann jede betroffene Person die Kindes- und Erwachse-
nenschutzbehörde anrufen (Art. 314 Abs. 1 i.V.m. Art. 419 ZGB). Der Entscheid der KESB kann 
sodann beim zuständigen Gericht angefochten werden (Art. 450 Abs. 1 ZGB). Auch wenn die 
KESB nicht entscheidet, steht der Weg ans Gericht offen (Art. 450a Abs. 2 ZGB). Gegen den letzt-
instanzlichen kantonalen Entscheid ist schliesslich die Beschwerde nach Art. 72 ff. BGG ans 
Bundesgericht gegeben. Sind die Eltern mit einer Anordnung des Beistandes zum persönlichen 
Verkehr nicht einverstanden, steht ihnen somit der ganze Rechtsschutz bis und mit Beschwerde 
an das Bundesgericht zur Verfügung (vgl. Urteil BGer 5A_883/2017 vom 21. August 2018 E. 3.3). 
Diesbezüglich kann der Berufungsklägerin nicht gefolgt werden, wenn sie ausführen lässt, es 
könne nicht sein, dass sie jedes Mal den Beschwerdeweg einschlagen müsste, um gehört zu 
werden. Sollten die Eltern nicht in der Lage sein, sich zu einigen, so muss jemand entscheiden. Im 
Rahmen der vom Zivilgericht festgesetzten Regelung – und einzig in diesem Rahmen – wird dies 
in casu eine Aufgabe des Erziehungsbeistandes sein, was wie erwähnt nicht bundesrechtswidrig 
ist. Auch trifft es nicht zu, dass die Massnahme nicht zeitlich begrenzt ist. Sie betrifft einzig die 
stufenweise Ausweitung des bestehenden Besuchsrechts. Sobald die letzte Phase erreicht ist, fällt 
sie dahin bzw. erlangen die Eltern auch bezüglich des persönlichen Verkehrs wieder die elterliche 
Sorge. 

Schliesslich kann die Frage, ob das rechtliche Gehör der Berufungsklägerin verletzt wurde, offen-
bleiben. Der Entzug der elterlichen Sorge war während des erstinstanzlichen Verfahrens und 
insbesondere anlässlich der Sitzung vom 18. Januar 2021 in der Tat nicht Thema. Allerdings stellt 
die Beschränkung der elterlichen Sorge die rechtliche Folge der Übertragung der Entscheidbefug-
nis an den Beistand dar. Zudem hat sich das Zivilgericht an der Expertenmeinung orientiert und die 
Parteien hatten Gelegenheit, sich zu den Gutachten zu äussern. Soweit denn überhaupt eine 
Verletzung des rechtlichen Gehörs vorliegen würde, konnte diese vor der hiesigen Instanz geheilt 
werden, da es sich unter diesen Umständen nicht um einen besonders schwerwiegenden Mangel 
handelt, die hiesige Instanz über dieselbe Kognition verfügt und der Berufungsklägerin dadurch 

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keine Nachteile erwachsen. Überdies unterlässt es die Berufungsklägerin in der Begründung ihres 
Rechtsmittels insbesondere anzugeben, welche Vorbringen sie in das erstinstanzliche Verfahren 
eingeführt hätte und inwiefern diese erheblich gewesen wären (vgl. Urteil BGer 4A_453/2016 vom 
16. Februar 2017 E. 4.2.3 mit Hinweisen). 

5.

5.1. In einem letzten Punkt verlangt die Berufungsklägerin, dass die im angefochtenen 
Entscheid vorgesehenen sukzessiven Erweiterungen des Besuchsrechts in Schritten von mindes-
tens fünf Monaten zu erfolgen haben. Sie begründet dieses Begehren damit, dass auch das 
Gutachten vorschlage, dass die einzelnen Phasen für die Normalisierung des Kontaktes der Kinder 
zu ihrem Vater zu befristen seien. Es soll genügend Zeit bestehen, um allfällige Reaktionen der 
Kinder auf die Änderung der Besuchsmodalitäten beobachten zu können. Die Kinder hätten in der 
Vergangenheit oft stark auf Veränderungen und unerwartete Verhalten des Vaters reagiert und 
hätten Zeit gebraucht, sich an Neues zu gewöhnen. Da die Vorinstanz sechs Monate für zu lange 
hielt, würden nun fünf Monate beantragt. Ein zu rasches Vorgehen könnte den Aufbau der Bezie-
hung erschweren, was nicht im Kindeswohl liege. Es sei auch zu berücksichtigen, dass die zeitli-
che Befristung der einzelnen Phasen in den Hintergrund treten würde, wenn die Vater-Kind-Bezie-
hung aufgebaut werden und der Erziehungsbeistand zwischen den Eltern vermitteln und Vertrauen 
schaffen könne. 

5.2. Kindesschutzmassnahmen sollen massgeschneidert sein. Der Auftrag der Beistandsperson 
ist die Begleitung der vom Gericht festgesetzten Besuchsrechtsregelungen. Dabei hat sie insbe-
sondere darauf zu achten, dass die Kontakte zwischen Kind und Elternteil möglichst kindeswohl-
verträglich verlaufen. Angesichts der sich rasch wandelnden Bedürfnisse des Kindes bedingt die 
schwierige Aufgabe des Beistands hier wie dort eine gewisse Flexibilität des Auftraggebers bzw. 
bei der Auslegung des Auftragsrahmens (FOUNTOULAKIS, AFFOLTER-FRINGELI, BIDERBOST, STECK, 
Kindes- und Erwachsenenschutzrecht, Expertenwissen für die Praxis, 2016, N. 15.72).

5.3. Die von der Vorinstanz gewählte Formulierung lässt Platz für eine massgeschneiderte 
Anpassung der Besuchsrechtsausübung an die Gegebenheiten. Weder eine minimale noch eine 
maximale Befristung der einzelnen Phasen ist in Anbetracht der vorliegenden Situation und insbe-
sondere im Hinblick auf das Kindeswohl gewinnbringend. Die Phasen sollen individuell, insbeson-
dere unter Berücksichtigung des Kindeswohls und je nach Gegebenheiten angepasst werden 
können. Dieser Ansicht ist auch der Gutachter Dr. med. H.________, indem er festhält, dass es 
schwierig ist, einen Zeitplan aufzustellen, und empfiehlt, dass die Ausweitung des Besuchsrechts 
ergebnisorientiert stattfinden soll. Daran ändert auch nichts, dass er die Fragen «Ab welchem Zeit-
punkt ist ein unbegleitetes Besuchsrecht des Kindsvaters in Bezug auf C.________ bzw. 
D.________ zu empfehlen?», «Wie ist der Umfang der Besuchsrechte des Kindsvaters konkret 
auszugestalten?» und «Wie ist das Ferienrecht des Kindsvaters konkret auszugestalten?» wie 
folgt beantwortet hat: «Sollten keine Einschränkung[en] festgestellt werden, so spricht nichts dage-
gen, dass innerhalb der nächsten sechs Monate ein unbegleitetes Besuchsrecht über den Tag 
eingeführt wird (…) Sollte der Vater den Anforderungen entsprechen, denkt der Gutachter, dass im 
Prinzip nichts gegen [eine] Ausweitung des Besuchsrechtes mit Übernachtung innerhalb des 
nächsten Schuljahres spricht (…) Die Übernachtungen sollten auch stufenweise erweitert werden. 
Erneut meint der Gutachter, dass bei einem adäquaten Verhalten des Vaters während des nächs-
ten Schuljahres zum Beispiel im Sommer 2021 mit der progressiven Einführung eines Besuchs-
rechtes, über die Ferienzeit begonnen werden kann» (act. 299). Die Berufungsklägerin hält 
schliesslich selbst fest, dass bei der sukzessiven Erweiterung des Besuchsrechts die zeitliche 

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Befristung der einzelnen Phasen in den Hintergrund treten könne, wenn die Vater-Kind-Beziehung 
aufgebaut werden und der Erziehungsbeistand zwischen den Eltern vermitteln und Vertrauen 
schaffen könne. Vor diesem Hintergrund ist nicht ersichtlich und wird auch nicht näher begründet, 
weshalb eine Mindestdauer von fünf Monaten pro Phase festgelegt werden soll. Vielmehr läuft in 
casu eine fixe Festlegung des Zeitpunkts des Phasenwechsels nach dem Gesagten dem Grundge-
danken des Kindesschutzes zuwider. Der angefochtene Entscheid ist in diesem Punkt nicht zu 
beanstanden. 

6.

6.1. Im Ergebnis ist die Berufung dahingehend teilweise gutzuheissen, dass die Eltern auch 
während der stufenweise Ausweitung des persönlichen Verkehrs die Möglichkeit haben müssen, 
eine einvernehmliche Lösung zu finden und der Erziehungsbeistand mit den Eltern Gespräche 
führen muss, bevor er verbindlich zur nächsten Phase schreitet bzw. den persönlichen Verkehr im 
Rahmen der vom Zivilgericht vorgesehenen Regelung abändert. Des Weiteren wird die Berufung 
abgewiesen. 

6.2. Gemäss Art. 315 ZPO hemmt die Berufung die Rechtskraft und die Vollstreckbarkeit des 
angefochtenen Entscheids im Umfang der Anträge (Abs. 1). Die Rechtsmittelinstanz kann jedoch 
die vorzeitige Vollstreckung bewilligen. Nötigenfalls ordnet sie sichernde Massnahmen oder die 
Leistung einer Sicherheit an (Abs. 2). Da mit vorliegendem Urteil über den Ausgang des Beru-
fungsverfahrens entschieden wird, sind die Verfahrensanträge des Berufungsbeklagten vom 
14. September 2021 gegenstandslos geworden.

7.

7.1. Die Prozesskosten werden der unterliegenden Partei auferlegt. Hat keine Partei vollständig 
obsiegt, so werden sie nach dem Ausgang des Verfahrens verteilt (Art. 106 Abs. 1 und 2 ZPO). 
Das Gericht kann in familienrechtlichen Verfahren von den Verteilungsgrundsätzen abweichen und 
die Prozesskosten nach Ermessen verteilen (Art. 107 Abs. 1 Bst. c ZPO). 

Keine der beiden Parteien hat vollständig obsiegt und der Entscheid ist im Familienrecht ergangen. 
Es rechtfertigt sich somit, die Gerichtskosten je hälftig zu teilen und die Parteikosten wettzuschla-
gen.

Die Gerichtskosten werden pauschal auf CHF 1’500.- festgesetzt (Art. 96 ZPO i.V.m. Art. 19 des 
Justizreglements vom 30. November 2010 [JR; SGF 130.11]). Sie werden vom Kostenvorschuss 
der Berufungsklägerin bezogen, wobei der Berufungsbeklagte ihr CHF 750.- zu erstatten hat. 

7.2. Die Gerichtskosten des erstinstanzlichen Verfahrens wurden den Parteien vereinbarungs-
gemäss je hälftig auferlegt und die Parteikosten wurden wettgeschlagen. Beim vorliegenden 
Ausgang des Berufungsverfahrens rechtfertigt sich eine andere Verteilung nicht (Art. 318 Abs. 3 
ZPO).

(Dispositiv auf der nächsten Seite)

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Der Hof erkennt:

I. Die Berufung wird teilweise gutgeheissen. 

Ziffer 3 und 4 des Entscheids des Zivilgerichts des Saanebezirks vom 8. März 2021 werden 
teilweise abgeändert und lauten neu wie folgt:

5. Für C.________ und D.________ wird eine Erziehungsbeistandschaft gemäss Art. 308 Abs. 1 
und 2 ZGB angeordnet. Aufgabe des Erziehungsbeistandes wird es sein, den Kindsvater beim 
Kontaktaufbau bzw. beim Aufbau eines Vertrauensverhältnisses zu seinen Kindern sowie in 
erzieherischen Aufgaben zu unterstützen, den persönlichen Verkehr bzw. das Besuchsrecht zu 
organisieren und soweit als nötig zu begleiten sowie die diesbezüglichen Modalitäten mangels 
Parteivereinbarung verbindlich zu regeln und zu überwachen.

Der Erziehungsbeistand wird, sofern er dies für nötig erachtet, ermächtigt, eine von den Partei-
en unabhängige, geeignete Erziehungshilfe zu organisieren, die ihn in seinen Aufgaben unter-
stützt.

Das Friedensgericht des Saanebezirks wird ersucht, den Erziehungsbeistand zu ernennen. 

6. Das Besuchsrecht des Vaters wird in Begleitung durch den Erziehungsbeistand ergebnisorien-
tiert stufenweise ausgebaut. Die Ausweitung des Besuchsrechts erfolgt jeweils nach Beurtei-
lung der Zielerreichung durch den Erziehungsbeistand und Gesprächen mit den Eltern sowie 
unter Berücksichtigung des Kindeswohls. Mangels Parteivereinbarung wird sie vom Erzie-
hungsbeistand verbindlich festgelegt. 

Den Eltern wird im Umfang der Entscheidkompetenz des Erziehungsbeistands über die 
stufenweise Ausweitung des Besuchsrechts die elterliche Sorge entzogen (Art. 308 Abs. 3 
ZGB).

Grundsätzlich hat mindestens alle zwei Wochen ein Besuchstreffen stattzufinden. Der Erzie-
hungsbeistand wird ermächtigt, die Anzahl der Treffen zu erhöhen oder zu verringern, sofern 
dies das Kindeswohl gebietet. 

Die sukzessive Erweiterung des Besuchsrechts hat in folgenden Schritten zu erfolgen:

- Phase 1 (per sofort ab Rechtskraft des Entscheides)

Ausweitung des begleiteten Besuchsrechts tagsüber (auch ausserhalb des Point Rencontre). 
Zuerst stundenweise, bis zu einem ganzen Tag.

- Phase 2 (bei positiver Evaluation des Erziehungsbeistandes)

Unbegleitetes Besuchsrecht tagsüber, zuerst stundenweise, bis zu einem ganzen Tag, wobei 
der Vater dem Erziehungsbeistand vorankündigt, was er für den Besuch plant. Die ersten Besu-
che der Kinder am Wohnort des Vaters sind begleitet durchzuführen.

- Phase 3 (bei positiver Evaluation des Erziehungsbeistandes)

Besuchsrecht über mehrere Tage samt einzelnen Übernachtungen beim Vater. 

- Phase 4 

Bei positiver Evaluation des Erziehungsbeistandes steht dem Kindsvater in der letzten Phase 
das übliche Besuchsrecht zu. Dies gestaltet sich wie folgt:

Mangels anderweitiger Parteivereinbarung steht dem Vater ein Besuchsrecht an jedem zweiten 
Wochenende von Freitag, 18.00 Uhr, bis Sonntag, 18.00 Uhr, zu. Er hat zudem das Recht, die 
Kinder in die Ferien zu nehmen. Das Ferienrecht ist auf drei Wochen pro Kalenderjahr während 

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der Schulferien festzulegen, wobei dessen Ausübung zwei Monate im Voraus anzukündigen ist. 
Der Vater übt das Besuchs- und Ferienrecht jeweils auf eigene Kosten aus.

II. Die Verfahrensanträge von B.________ vom 14. September 2021 werden als gegenstands-
los abgeschrieben. 

III. Die Gerichtskosten werden pauschal auf CHF 1'500.- festgesetzt und A.________ und 
B.________ je zur Hälfte auferlegt. Sie werden vom geleisteten Vorschuss bezogen. 
B.________ hat A.________ CHF 750.- zu erstatten.

IV. Die Parteikosten werden wettgeschlagen.

V. Zustellung.

Dieses Urteil kann innert 30 Tagen nach seiner Eröffnung mit Beschwerde in Zivilsachen beim 
Bundesgericht angefochten werden. Das Beschwerderecht und die übrigen Zulässigkeitsvoraus-
setzungen sind in den Art. 72–77 und 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 
17. Juni 2005 (BGG) geregelt. Die begründete Beschwerdeschrift ist beim Bundesgericht, 1000 
Lausanne 14, einzureichen.

Freiburg, 24. November 2021/cgo/swo

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin: