# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cadbff08-8993-549e-bbea-b18b2c42ea1b
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2008-08-19
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 19.08.2008 ZF 2008 10
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZF-2008-10_2008-08-19.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 19. August 2008 Schriftlich mitgeteilt am: 
ZF 08 10

Urteil
Zivilkammer

Vorsitz Präsident Brunner
RichterInnen Sutter-Ambühl, Tomaschett-Murer, Giger und Hubert 
Aktuar Crameri

——————

In der zivilrechtlichen Berufung

der X., Beklagte, Widerklägerin und Berufungsklägerin, vertreten durch Rechtsan-
walt lic. iur. Piercarlo Plozza, Via Santa Maria, 7742 Poschiavo,

gegen

das Urteil des Bezirksgerichtes Maloja vom 23. Januar 2008, mitgeteilt am 11. Fe-
bruar 2008, in Sachen Y., Kläger, Widerbeklagter und Berufungsbeklagter, vertreten 
durch Rechtsanwalt lic. iur. Ilario Bondolfi, Poststrasse 43, 7002 Chur, gegen die 
Beklagte, Widerklägerin und Berufungsklägerin sowie die G e m e i n d e  D . , Ein-
gerufene (beklagtenseits),

betreffend Eigentumsfreiheitsklage,

hat sich ergeben:

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A. Y. wurde am 1. April 1995 als Alleineigentümer der mit dem Haus, 
Vers. Nr. A., und den zwei Ställen, Vers. Nr. A.-A und A.-B, überbauten Parzelle Nr. 
B. in C. ins Grundbuch der Gemeinde D. eingetragen. Am 10. März 2005 räumte er 
den Eheleuten E. und F. ein Kaufsrecht an diesem Grundstück ein, ausübbar bis 
zum 30. April 2008. 

B. Mit Schreiben vom 10. Mai 2006 teilten die Eheleute E. mit, dass sie 
das Kaufsrecht ausüben wollten. Sie forderten ihn auf abzuklären, ob das von X. 
beanspruchte Nutzungsrecht an der erwähnten Liegenschaft zu Recht bestehe.

C. Am 11. Mai 2006 erhob Y. Eigentumsfreiheitsklage gegen X.. Die Be-
klagte beantragte die kostenfällige Abweisung der Klage und erhob Widerklage. Die 
Sühneverhandlung verlief erfolglos. Darauf bezogen die Parteien den Leitschein mit 
folgenden Rechtsbegehren:

"Petito attore:

1. Venga accertato che la convenuta non detiene alcun diritto obbligatorio 
e/o reale sulla particella no. B., registro fondiario di D., di pertinenza 
dell'attore.

2. Con protesta di tasse, spese e ripetibili a carico della convenuta.

Petito convenuta:

1. L'azione di Y. sia integralmente respinta.

2. Sono rivendicate le spese giudiziarie e le ripetibili gravate dall'IVA del 
7,6%.

Azione riconvenzionale convenuta:

1. Le iscrizioni nel registro fondiario del Comune di D. in relazione alla par-
ticella no. B., piano no. 18, siano modificate, rispettivamente rettificate 
tramite le seguenti correzioni:

Registro fondiario del Comune di D.:
Particella no. B., piano no. 18, in località C.

Proprietaria:
X., Via H., I.

Servitù/oneri:
Diritto di superficie sugli edifici no. ass. A., A.-A, A.-B a favore del signor 
Y., J., K.

Menzioni/annotazioni:
Diritto di usufrutto sulla metà degli edifici no. ass. A., A.-A, A.-B a favore 
della signora X.

2. Il diritto di compera sulla particella no. B., piano no. 18, annotato a fa-
vore dei coniugi E. durante la primavera 2005 nel registro fondiario del 
Comune di D. sia cancellato, rispettivamente radiato.

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3. Il presidente del tribunale provvederà ad ordinare, rispettivamente a sol-
lecitare l'intervento in causa dei coniugi E. (art. 33 CPC).

4. Sono rivendicate le spese giudiziarie e le ripetibili gravate dall'IVA del 
7,6%.

Petito attore su azione riconvenzionale della convenuta:

1. Venga respinta l'azione riconvenzionale della convenuta.

2. Con protesta di tasse, spese e ripetibili a carico della convenuta."

Mit Prozesseingabe vom 21. August 2006 prosequierte der Kläger die Klage 
mit den gleichen Anträgen an das Bezirksgericht Maloja. Zugleich ersuchte er um 
Streitverkündung an die Gemeinde D.. Mit Prozessantwort und Widerklageschrift 
vom 4. Oktober 2006 widersetzte sich die Beklagte diesen Begehren und wieder-
holte die Anträge der Widerklage. An seinen Begehren hielt der Kläger auch in der 
Widerklageantwort vom 16. November 2006 fest.

D. Mit Urteil vom 23. Januar 2008, mitgeteilt am 11. Februar 2008, er-
kannte das angerufene Gericht:

"1. Die Klage wird gutgeheissen und es wird festgestellt, dass der Beklag-
ten und Widerklägerin an der im Eigentum des Klägers und Widerbe-
klagten stehenden Parzelle Nr. B., GB D., weder ein dingliches noch ein 
obligatorisches Recht zusteht.

2. Die Widerklage wird abgewiesen.

3. Die Verfahrenskosten, bestehend aus einer Gerichtsgebühr von CHF 
10'000.--, einem Streitwertzuschlag von CHF 4'000.-- und Schreibge-
bühren von CHF 500.--, sowie die vermittleramtlichen Kosten von CHF 
250.-- werden der Beklagten und Widerklägerin auferlegt. 

4. Die Beklagte und Widerklägerin wird verpflichtet, den Kläger und Wider-
beklagten mit CHF 26'646.70 ausseramtlich zu entschädigen.

5. (Rechtsmittelbelehrung).

6. (Mitteilung an)."

E. Dagegen erklärte X. mit Eingabe vom 28. Februar 2008 Berufung an 
das Kantonsgericht von Graubünden mit folgenden Begehren:

"1. Die Ziffern 1 und 2 des angefochtenen Urteils des Bezirksgericht Maloja 
seien aufzuheben und die Klage von X. sei vollumfänglich abzuweisen.

2.1 Widerklageweise seien im Grundbuch der Comune di D. di Einträge für 
die Parzelle Nr. B., Plan Nr. 18, folgendermassen abzuändern bzw. zu 
löschen:

Registro fondiario del Comune di D.:
Parcella no. B., piano no. 18, in C.

Eigentümerin:
X. 

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Dienstbarkeiten/Grundlasten:
Baurecht an den Gebäuden Vers. Nr. A., A.-A und A.-B zu Gunsten von 
Herrn Y.

Anmerkungen (bzw. Dienstbarkeiten/Grundlasten):
Wohnrecht/Nutzniessung an einer Hälfte der Gebäude Vers. Nr. A., A.-
A und A.-B zugunsten von Frau X.

2.2 Eventuell: Widerklageweise seien im Grundbuch der Comune di D. di 
Einträge für die Parzelle Nr. B., Plan Nr. 18, folgendermassen abzuän-
dern bzw. zu löschen:

Registro fondiario del Comune di D.:

Parcella no. B., piano no. 18, in C.

Eigentümerin:

X.

Anmerkungen (bzw. Dienstbarkeiten/Grundlasten):

Wohnrecht/Nutzniessung an einer Hälfte der Gebäude Vers. Nr. A., A.-
A und A.-B zugunsten von Frau X.

unter gleichzeitiger Weisung an die Beklagte/Widerklägerin, die Ent-
schädigung von Fr. 10'000.-- gemäss Ziff. 2 des Vertrages vom 28.2. 
1974 an die Streitberufene, Gemeinde D., zurückzuerstatten.

3. Die Vorkaufsrechte bzw. Kaufsrechte an der Parzelle Nr. B., Plan Nr. 
18, vorgemerkt am 10.3.2005 zugunsten der Eheleute E. und F. seien 
aufzuheben und im Grundbuch zu löschen.

4. Die Ziffer 3 des angefochtenen Urteils sei aufzuheben und es seien dem 
Kläger/Berufungsbeklagten die Verfahrenskosten für das erstinstanzli-
che Verfahren sowie für das vermittleramtliche Verfahren aufzuerlegen.

5. Die Ziffer 4 des angefochtenen Urteils sei aufzuheben und es sei der 
Kläger/Berufungsbeklagte zu verpflichten, die Beklagte/Berufungsklä-
gerin für das erstinstanzliche Verfahren ausseramtlich angemessen zu 
entschädigen.

6. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge (inkl. Mehrwertsteuer 7,6 
%) zulasten des Klägers/Berufungsbeklagten. 

7. Antrag auf Durchführung des schriftlichen Verfahrens."

Es wurde das schriftliche Verfahren gemäss Art. 224 Abs. 2 ZPO angeordnet. 
Die Berufungsbegründung ging am 20. Mai 2008 ein. Die Berufungsklägerin bean-
tragte, es sei ein zweiter Schriftenwechsel durchzuführen. Mit Berufungsantwort 
vom 26. Juni 2008 stellte der Berufungsbeklagte den Antrag, die Berufung sei ab-
zuweisen, soweit darauf eingetreten werden könne. Das Begehren auf Durch-
führung eines zweiten Schriftenwechsels wurde abgewiesen (Verfügung vom 3. Juli 
2008).

Auf die Begründung der Anträge wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen 
eingegangen.

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Die Zivilkammer zieht in Erwägung :

1. Erklärt mit formulierten Anträgen am 28. Februar 2008 gegen das Ur-
teil des Bezirksgerichtes Maloja vom 23. Januar 2008, mitgeteilt am 11. Februar 
2008, und begründet mit Eingabe vom 19. Mai 2008, genügt die Berufung den for-
mellen Anforderungen gemäss Art. 218, 219 und 224 Abs. 2 ZPO, so dass darauf 
einzutreten ist.

2.1 Mit der Widerklage verlangte die Widerklägerin die Anmerkung/Vor-
merkung eines Nutzniessungsrechtes zu ihren Gunsten an der Hälfte der Gebäuden 
Vers. Nr. A., A.-A und A.-B (Ziff. 1 Abs. 5 des Rechtsbegehrens). Mit der Berufung 
beantragt sie die Anmerkungen (bzw. Dienstbarkeiten/Grundlasten) eines Wohn-
rechtes/einer Nutzniessung zu ihren Gunsten an einer Hälfte der Gebäude Vers. Nr. 
A., A.-A und A.-B (Ziff. 2.1 Abs. 5). Es ist unklar, was die Berufungsklägerin mit der 
Ergänzung "bzw. Dienstbarkeiten/Grundlasten" bezweckt. Sollte sie damit nun die 
Eintragung eines Wohnrechtes/einer Nutzniessung als Dienstbarkeit ins Grundbuch 
begehren, wäre dies unzulässig, denn dies käme einer Ausweitung des Rechtsbe-
gehrens gleich. Auf diesen Antrag kann daher nicht eingetreten werden.

2.2 Welche Person für einen bestimmten Anspruch verklagt werden soll 
und folglich gegen wen die Klage gerichtet sein muss, entscheidet allein der Kläger. 
Er muss den prozessführungsbefugten Beklagten verklagen und dessen Passivle-
gitimation nachweisen. Die Gefahr, keine oder die falsche Gegenpartei gerichtlich 
zu belangen, geht voll zu seinen Lasten, weil er den Prozess anstrengt (PKG 1988 
Nr. 28 E. 2). Mit der Berufung beantragt die Berufungsklägerin, die Vorkaufsrechte 
bzw. Kaufsrechte an der Parzelle Nr. B. zugunsten der Eheleute E. und F. aufzuhe-
ben und im Grundbuch zu löschen (Ziff. 3 des Rechtsbegehrens.). Eine Löschung 
ist aber von vorneherein nicht möglich. Die Eheleute E., die Träger dieser Kaufs-
rechte, sind von der Widerklägerin gar nicht ins Recht gefasst worden. Von sich aus 
als Intervenienten haben sie sich am Rechtsstreit nicht beteiligt. Dem von der Wi-
derklägerin gerichtlich belangten Widerbeklagten fehlt die Passivlegitimation. Dem-
nach kann auch auf dieses Begehren nicht eingetreten werden.

3. Die Berufungsklägerin beantragt die Ziffern 1 und 2 des angefochte-
nen Urteils aufzuheben und sie als Eigentümerin der Parzelle Nr. B. im Grundbuch 
der Gemeinde D. einzutragen.

3.1 Es ist ausgewiesen, dass die Erbengemeinschaft L. durch Ersitzung 
hälftiges Miteigentum an der Parzelle Nr. B. erwarb (KB 12 - 14; Grundbucheintrag 
vom 23. Oktober 1978, BB 9). Auf Grund einer Erbteilung ging dieser Miteigentums-

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anteil am 2. März 1981 auf M. über (BB 9), die ihn ihrem Sohn Y. auf Anrechnung 
an seinen Erbteil am 1. April 1995 abtrat (KB 25, BB 9). Im Übrigen wurde dieser 
Eigentumserwerb durch Ersitzung nie bestritten; den Akten kann nicht entnommen 
werden, dass von X. oder deren Vater N. im Ersitzungsverfahren Einsprache erho-
ben wurde. 

Daraus ist zu folgern, dass bezüglich dieses hälftigen Miteigentums die Wi-
derklage von vornherein abzuweisen ist. Die Berufungsklägerin verlangt ja die Zu-
sprechung von Alleineigentum an der ganzen Parzelle Nr. B..

3.2 Mit Bezug auf das andere hälftige Miteigentum an der Parzelle Nr. B. 
schlossen N. als Verkäufer und die Gemeinde D. als Käuferin am 28. Februar 1974 
einen Vertrag ab (KB 5). Dessen Ziff. 2 lautet wie folgt:

"Herr Dr. N. tritt seinen Eigentumsanteil am Häuschen Dr. N./P. auf Parzelle 
Nr. B. an die Gemeinde D. ab, doch verbleibt der Boden, worauf der Haus-
anteil steht, im Eigentum des Herrn Dr. N., welcher den abgetretenen Haus-
anteil weiterhin wie bis anhin entschädigungslos benützen, jedoch nicht wei-
ter ausbauen kann. Wird das Häuschen aus Gründen, die mit dem Stauwerk 
im Zusammenhang stehen, beschädigt, abgetragen oder für die Benützung 
verboten, so hat Herr Dr. N. daraus keine Ansprüche geltend zu machen. 
Rechte und Pflichten gelten auch für die Rechtsnachfolger."

Dieser Vertrag ist derart eigenartig und unklar formuliert, dass er der Ausle-
gung bedürfte. Wohl führt die Berufungsklägerin aus, dass nicht der Eigentumsanteil 
am Häuschen, sondern ein Eigentümerbaurecht vom Grundeigentümer N. auf die 
Gemeinde D. übertragen worden sei und, falls diese Interpretation über den mögli-
chen Wortsinn hinausgehe, dass die Ziff. 2 des Vertrages wegen Unmöglichkeit (Art. 
20 OR) ihres Inhaltes als nichtig zu betrachten wäre, so dass ihr Vater unverändert 
Eigentümer (recte: Miteigentümer) des Bodens der Parzelle Nr. B. geblieben sei. 
Indessen kann eine Auslegung dieses Vertragsteils offen gelassen werden, denn 
es steht fest, dass die Gemeinde D. aufgrund dieses Vertrages am 26. Oktober 
1978 als Miteigentümerin zur Hälfte der Parzelle Nr. B. ins Grundbuch eingetragen 
wurde und dies bis zu diesem Prozess von der Familie N. nie bestritten wurde (BB 
9). Neben dem Umstand, dass der Eintrag im Grundbuch jahrzehntelang unange-
fochten blieb, deuten verschiedene Vorkommnisse darauf hin, dass die Übertra-
gung dieses Miteigentumsanteils auf die Gemeinde D. auch die Rechtsauffassung 
von Vater und Tochter N. war. Gegen den Vollzug des Vertrages vom 28. Februar 
1974 bzw. gegen die am gleichen Tage erfolgte Eintragung des hälftigen Miteigen-
tumsanteils der Gemeinde D. ins Grundbuch - recte: Liegenschaften- und Servituts-
register - (vgl. die Eintragungsbescheinigung des Grundbuchverwalters, KB 5) 
schritten sie nicht ein. Einsprache wurde auch nicht gegen den Eintrag vom 26. 

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Oktober 1978 im Verfahren betreffend die Einführung des eidgenössischen Grund-
buches erhoben. Zudem sagten die Zeuginnen G., Pächterin der Parzelle Nr. B., 
und deren Tochter O. aus, dass sie nach 1974 der Familie N. nie Pachtzinszahlun-
gen geleistet und dass sie von ihr auch nicht die Kündigung des Pachtverhältnisses 
erhalten hätten (Einvernahme-Protokolle Nr. 2 und 4). Schliesslich machte X. der 
Gemeinde D. ein Angebot zum Kauf des Miteigentumsanteils der Parzelle Nr. B. 
(Schreiben vom 29. September 1994, KB 15).

3.3 Die Berufungsklägerin wendet ein, der Eintrag der Gemeinde D. ins 
eidgenössische Grundbuch als Miteigentümerin der Parzelle Nr. B. habe nicht der 
damaligen materiellen Rechtslage entsprochen. Er sei im Widerspruch mit dem Ver-
trag vom 28. Februar 1974 gestanden. Somit sei er inhaltlich unrichtig gewesen. Die 
Gemeinde D. sei damals gar nicht Eigentümerin des Anteils geworden. Auch habe 
sie das Eigentum weder durch ordentliche noch durch ausserordentliche Ersitzung 
erworben. Als die Gemeinde am 1. April 1995 den Miteigentumsanteil an den Kläger 
verkauft habe, sei weder die zehnjährige (bei Annahme des guten Glaubens der 
Gemeinde) noch die dreissigjährige Ersitzungsfrist (bei Annahme der Bösgläubig-
keit) abgelaufen.

Ob diese Einwände berechtigt sind, hat die Zivilkammer überhaupt nicht zu 
prüfen. Sie beziehen sich auf den hälftigen Miteigentumsanteil der Gemeinde, früher 
der Familie N., der allein nicht Gegenstand des Begehrens der Berufungsklägerin 
ist. Wie bereits ausgeführt, verlangt sie das Alleineigentum an der ganzen Parzelle 
Nr. B., somit auch am anderen Miteigentumsanteil. Dieser steht aber unbestrittener-
massen im Eigentum des Klägers (vgl. E. 3.1). Erwerb von Eigentum an Grund und 
Boden der ganzen Parzelle Nr. B. durch die Familie N. ist überhaupt nicht nachge-
wiesen.

3.4 Am 1. April 1995 kaufte Y. den hälftigen Miteigentumsanteil der Ge-
meinde D. (KB 7, BB 9). Art. 973 Abs. 1 ZGB bestimmt, dass in seinem Erwerbe zu 
schützen ist, wer sich im guten Glauben auf einen Eintrag im Grundbuch verlassen 
und daraufhin Eigentum oder andere dingliche Rechte erworben hat. Die Vorinstanz 
erwog, auf Grund der Eintragung der Gemeinde D. als Miteigentümerin zur Hälfte 
der Parzelle Nr. B. im Grundbuch habe der Kläger ohne weiteres von der Richtigkeit 
des Eintrages ausgehen können. Mangels einer Verdachtslage habe er keine Ver-
anlassung gehabt, irgendwelche Grundbelege zu konsultieren. Er habe mithin als 
gutgläubig zu gelten und sei in seinem Erwerb zu schützen. 

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Die Berufungsklägerin hält dem entgegen, im Grundbuch sei die Vereinba-
rung für die Benützung des Hauses und der Ställe mit Dr. N. angemerkt und als 
Beweismittel für den Erwerb des hälftigen Miteigentumsanteils durch die Gemeinde 
D. sei der Beleg Nr. 24 aufgeführt. Zudem habe der Erwerber keine Kenntnis von 
ihrem Kaufangebot vom 29. September 1994 an die Gemeinde gehabt. Diese Um-
stände hätten ihm beim Kauf des Miteigentumsanteils Zweifel am Eintrag der Ge-
meinde als Miteigentümerin aufkommen lassen müssen. Zuletzt spreche auch das 
Verhalten des Käufers nach dem Erwerb des Miteigentumsanteils gegen seinen gu-
ten Glauben. Das angemerkte Nutzungsrecht der Familie N. sei nicht gelöscht wor-
den und mit der Einleitung des vorliegenden Rechtsstreits habe der Käufer 10 Jahre 
zugewartet. 

Die Auffassung der Berufungsklägerin kann nicht geteilt werden. Im Grund-
buch war die Gemeinde D. als Miteigentümerin zur Hälfte der Parzelle Nr. B. einge-
tragen und es ist nicht ersichtlich, weshalb sich der Erwerber dieses Miteigentums-
anteils nicht auf den klaren Eintrag betreffend Eigentum hätte verlassen dürfen. Die 
von der Berufungsklägerin geltend gemachten Umstände, die das Eigentum über-
haupt nicht in Frage stellen, vermögen nicht zu beweisen, dass sich der Käufer in 
einer besonderen Verdachtslage befand, somit bösgläubig war. Gab es für ihn keine 
Veranlassung dafür, an der Richtigkeit des Grundbucheintrages zu zweifeln, hatte 
er nicht anhand des Vertrages vom 28. Februar 1974 nachzuprüfen, ob der Rechts-
grund und das Verfügungsgeschäft gültig waren (Jürg Schmid, Basler Kommentar, 
Zivilgesetzbuch II, 3. Aufl. 2007, Art. 973 N 31).

3.5 Demnach hat Y. rechtmässig und unanfechtbar auch den hälftigen Mit-
eigentumsanteil der Gemeinde D. erworben. Das Begehren der Berufungsklägerin, 
ein Baurecht an den Gebäuden Vers. Nr. A., A.-A und A.-B zu Gunsten des Eigentü-
mers der Parzelle Nr. B. ins Grundbuch einzutragen, ist folglich gegenstandslos ge-
worden. 

4. Gemäss dem Vertrag vom 28. Februar 1974 konnte N. den abgetrete-
nen Hausanteil weiterhin wie bis anhin entschädigungslos benützen. Im Falle einer 
Beschädigung, Abtragung oder eines Benützungsverbotes des Häuschens aus 
Gründen, die mit dem Stauwerk im Zusammenhang standen, konnte er aber keine 
Ansprüche geltend machen. Gestützt darauf wurde zwischen den Parteien eine Ver-
einbarung über die Nutzung des Hauses und der Ställe abgeschlossen. Diese Ver-
einbarung wurde zu Lasten der Parzelle Nr. B. ins Grundbuch angemerkt. Mit der 
Widerklage verlangte die Widerklägerin die Anmerkung/Vormerkung eines Nutz-
niessungsrechtes zu ihren Gunsten an der Hälfte der Gebäude Vers. Nr. A., A.-A 

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und A.-B. Sie behauptete, ein Nutzungs- oder Wohnrecht an diesen Gebäuden zu 
haben; sie habe es entweder durch Rechtsgeschäft erworben oder ersessen. Die 
Vorinstanz erwog, der Ansicht der Widerklägerin stehe einerseits entgegen, dass 
dieses Recht nicht als Dienstbarkeit eingetragen sei. Andererseits sei die Widerklä-
gerin nicht als Berechtigte im Grundbuch angemerkt, sondern ihr Vater. Das diesem 
eingeräumte Nutzungsrecht habe aber mit seinem Tod geendigt. Danach stehe ihr 
das geltend gemachte Recht nicht zu, sie habe es weder durch Ersitzung noch 
durch Rechtsgeschäft erwerben können. Der Kläger könne somit die Löschung des 
Eintrages beantragen. Sollte die Berufungsklägerin mit ihrem unklaren Berufungs-
begehren doch nur die Anmerkung/Vormerkung eines Nutzniessungsrechtes ver-
langen, müsste es in Bestätigung der Erwägungen der Vorderrichter abgewiesen 
werden, ohne eine eigene Begründung anzugeben (Art. 229 Abs. 3 ZPO). Das 1974 
vereinbarte Nutzniessungsrecht in der Annahme, es handle sich um eine andere 
Dienstbarkeit im Sinne von Art. 781 ZGB, als Dienstbarkeit ins Grundbuch einzutra-
gen, entfällt schon aus formellen Gründen, da das Recht im Grundbuch lediglich 
angemerkt wurde. Im Übrigen wird mit dem Konstrukt der anderen Dienstbarkeit 
offensichtlich nur die Umgehung des Verbots der Unvererblichkeit von Nutznies-
sung und Wohnrecht bezweckt, was von vornherein unzulässig ist (BGE 116 II 290).

5. Demnach erweist sich die Berufung als unbegründet. Sie ist abzuwei-
sen, soweit darauf eingetreten werden kann. Bei diesem Ausgang des Berufungs-
verfahrens ist die Kosten- und Entschädigungsfolge der ersten Instanz nicht zu än-
dern.

Die Kosten des Berufungsverfahrens gehen zu Lasten der Berufungs-kläge-
rin (Art. 122 Abs. 1 ZPO). Der Berufungsbeklagter hat Anrecht auf die von seinem 
Vertreter verlangte aussergerichtliche Entschädigung (Art. 122 Abs. 2 ZPO), da sie 
dem notwendigen Aufwand gerecht wird.

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Demnach erkennt die Zivilkammer :

1. Die Berufung wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten werden kann.

2. Die Kosten des Berufungsverfahrens, bestehend aus einer Gerichtsgebühr 
von Fr. 8'000.-- (inkl. Schreibgebühr), gehen zu Lasten der Berufungs-kläge-
rin, die zudem den Berufungsbeklagten aussergerichtlich mit Fr. 6'500.-- 
(inkl. Mehrwertsteuer) zu entschädigen hat.

3. Gegen diese, einen Streitwert von mindestens 30'000 Franken betreffende 
Entscheidung kann gemäss Art. 72 und 74 Abs. 1 lit. b BGG Beschwerde in 
Zivilsachen an das Schweizerische Bundesgericht geführt werden. Diese ist 
dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 Tagen seit Eröffnung der vollstän-
digen Ausfertigung der Entscheidung in der gemäss Art. 42 f. BGG 
vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Zulässigkeit, die Besch-
werdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen und das Verfahren der 
Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff. und 90 ff. BGG. 

4. Mitteilung an:

__________

Für die Zivilkammer des Kantonsgerichts von Graubünden 
Der Präsident Der Aktuar