# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7d71ef0c-a568-5a24-97cf-65e2c8660105
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-06-20
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 20.06.2024 D-2371/2024
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-2371-2024_2024-06-20.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-2371/2024 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 0 .  J u n i  2 0 2 4  

Besetzung 
 Richter Thomas Segessenmann (Vorsitz),  

Richterin Jeannine Scherrer-Bänziger,  

Richterin Giulia Marelli,    

Gerichtsschreiber Vito Fässler. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Sri Lanka,   

vertreten durch MLaw Sebastiaan van der Werff,  

Rechtsanwalt, Schwager Mätzler Schneider Rechtsanwälte,  

(…),  

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung (Nichteintreten auf  

Wiedererwägungs- bzw. Mehrfachgesuch);  

Verfügung des SEM vom 12. April 2024 / N (…). 

 

 

 

D-2371/2024 

Seite 2 

Sachverhalt: 

I.  

A.  

Der Beschwerdeführer ersuchte am 6. September 2021 in der Schweiz um 

Asyl. 

B.  

Mit Verfügung vom 2. Dezember 2021 lehnte das SEM das Asylgesuch ab 

und stellte fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft 

nicht, wies ihn aus der Schweiz weg und verpflichtete ihn, das Staatsgebiet 

der Schweiz sowie den Schengen-Raum am Tag nach Eintritt der Rechts-

kraft zu verlassen. Gleichzeitig beauftragte es den zuständigen Kanton mit 

dem Vollzug der Wegweisung.  

C.  

Das Bundesverwaltungsgericht wies eine am 23. Dezember 2021 gegen 

diese Verfügung erhobene Beschwerde mit Urteil D-5597/2021 vom 

21. August 2023 ab.  

II.  

D.  

Am 11. Oktober 2023 gelangte der Beschwerdeführer mit einer als «Mehr-

fachgesuch / Wiedererwägungsgesuch nach Art. 111b und Art. 111c AsylG; 

Gesuch um Asyl bzw. vorläufige Aufnahme» bezeichneten Eingabe ans 

SEM und reichte zahlreiche Beweismittel ein.  

E.  

Am 18. Oktober 2023 setzte das SEM den Vollzug der Wegweisung per 

sofort einstweilen aus.  

F.  

Mit Verfügung vom 12. April 2024 trat das SEM auf die Eingabe vom 

11. Oktober 2023 infolge fehlender funktionaler Zuständigkeit nicht ein.  

G.  

Der Beschwerdeführer erhob dagegen mit Eingabe vom 18. April 2024 Be-

schwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Er beantragte, die Verfügung 

des SEM vom 12. April 2024 sei aufzuheben, die Angelegenheit sei zur 

materiellen Behandlung des Gesuchs an die Vorinstanz zurückzuweisen 

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Seite 3 

beziehungsweise diese sei anzuweisen, auf das Gesuch vom 11. Oktober 

2023 einzutreten und nach weiteren Abklärungen neu über die Sache zu 

entscheiden. Eventualiter sei festzustellen, dass er die Flüchtlingseigen-

schaft erfülle und es sei ihm Asyl zu gewähren. Subeventualiter sei die Un-

zulässigkeit und/oder die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs fest-

zustellen und die vorläufige Aufnahme zu verfügen. Subsubeventualiter sei 

das Gesuch vom 11. Oktober 2023 als Revisionsgesuch zu behandeln und 

in diesem Rahmen seine Flüchtlingseigenschaft festzustellen und ihm Asyl 

zu gewähren, eventualiter sei die Unzulässigkeit und/oder die Unzumut-

barkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen und er sei vorläufig aufzu-

nehmen.  

In prozessualer Hinsicht ersuchte er darum, der Beschwerde (eventualiter 

dem Revisionsgesuch) sei unverzüglich beziehungsweise im Sinne einer 

superprovisorischen Massnahme beziehungsweise vorsorglichen Mass-

nahme die aufschiebende Wirkung zu gewähren, beziehungsweise es sei 

ihm zu erlauben, sich bis zu einem neuen Entscheid in der Schweiz aufzu-

halten, und der Wegweisungsvollzug sei entsprechend auszusetzen. Zu-

dem beantragte er die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung so-

wie der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung durch den rubrizierten 

Rechtsvertreter.  

H.  

Mit Verfügung vom 19. April 2024 setzte der Instruktionsrichter den Vollzug 

der Wegweisung per sofort einstweilen aus.  

I.  

Die vorinstanzlichen Akten lagen dem Bundesverwaltungsgericht am 

19. April 2024 in elektronischer Form vor (vgl. Art. 109 Abs. 3 AsylG). 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Wiedererwägungsentscheide können 

grundsätzlich wie die ursprüngliche Verfügung auf dem ordentlichen 

Rechtsmittelweg angefochten werden. Das Bundesverwaltungsgericht ist 

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Seite 4 

daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und ent-

scheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – und so auch vorliegend – 

endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der 

Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 

Abs. 3 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist 

einzutreten. 

2.  

Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet in der Regel in der Besetzung 

mit drei Richtern oder Richterinnen (Art. 21 Abs. 1 VGG). Gestützt auf 

Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf einen Schriftenwechsel ver-

zichtet.  

3.  

Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide nach Art. 9 Abs. 2 

VwVG ist die Beurteilungskompetenz der Beschwerdeinstanz grundsätz-

lich auf die Frage beschränkt, ob die Vorinstanz zu Recht einen Nichtein-

tretensentscheid gefällt hat (vgl. BGE 132 V 74 E. 1.1). Die Fragen der An-

erkennung der Flüchtlingseigenschaft, der Gewährung von Asyl und der 

vorläufigen Aufnahme bilden demgegenüber nicht Gegenstand des ange-

fochtenen Nichteintretensentscheides und damit auch nicht des vorliegen-

den Verfahrens. Auf die entsprechenden (Sub-)Eventualanträge ist des-

halb nicht einzutreten. 

4.  

4.1 Die Vorinstanz trat gestützt auf Art. 9 Abs. 2 VwVG mangels funktiona-

ler Zuständigkeit auf die Eingabe vom 11. Oktober 2023 nicht ein. Zur Be-

gründung ihres Nichteintretensentscheids führte die Vorinstanz aus, zwar 

bezeichne der Beschwerdeführer seine Eingabe als «Mehrfachgesuch / 

Wiedererwägungsgesuch und neues Asylgesuch», die Qualifikation richte 

sich jedoch nach dem Inhalt und nicht nach der Bezeichnung.  

Sein Vorbringen, wonach er im Juli 2023 erneut von der Terrorist Investi-

gation Division (TID) vorgeladen worden sei, sei im Rahmen eines allfälli-

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Seite 5 

gen Revisionsverfahren durch das Bundesverwaltungsgericht zu behan-

deln. Ferner sei die Eingabe vom 11. Oktober 2023 ausdrücklich an das 

SEM gerichtet und als «Mehrfachgesuch / Wiedererwägungsgesuch und 

neues Asylgesuch» betitelt worden, wodurch unmissverständlich die Zu-

ständigkeit des SEM behauptet werde. Es müsse davon ausgegangen 

werden, dass das Ziel und die Absicht des Schreibens ein Entscheid des 

SEM gewesen sei.  

4.2 Dem entgegnet der Beschwerdeführer in seiner als «Beschwerde 

(evtl. Revisionsgesuch)» betitelten Eingabe vom 18. April 2024 im Wesent-

lichen, er habe im Rahmen seines Asylgesuchs und des bundes-

verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahrens bereits asylrelevante 

Verfolgungsgründe geltend gemacht, insbesondere aufgrund der sportli-

chen Aktivität seines Bruders. Mit den eingereichten Beilagen könne auf-

gezeigt werden, dass er (der Beschwerdeführer) in seinem Heimatland 

weiterhin asylrechtlich relevant verfolgt werde. Die Vorladung der TID sei 

eingereicht und es sei beantragt worden, weitere Abklärungen über die 

Schweizerische Botschaft in Colombo vorzunehmen. Ein neues Schreiben 

des Rechtsanwalts vom 1. September 2023 liege vor, womit die Verfolgung 

seiner Familienmitglieder plausibilisiert und bewiesen worden sei.  

Es seien neue Umstände geltend gemacht worden, und nicht nur solche 

Umstände, die sich schon vor dem Beschwerdeurteil verwirklicht hätten. 

Eine «Zweiteilung» des Verfahrens hinsichtlich der anderen Beweise er-

gebe wenig Sinn und die gesamte Angelegenheit hätte umfassend vom 

SEM geprüft werden sollen. Die Eingabe beim SEM stelle keine Behaup-

tung der Zuständigkeit dieser Behörde dar.  

Das SEM habe ihn anlässlich der Befragung angewiesen, nur von sich zu 

erzählen; dies werde der Situation nicht gerecht, zumal eine Reflexverfol-

gung im Raum stehe. Aufgrund der neuen Beweise und Tatsachen sei 

seine konkrete Verfolgung und Gefährdung mehr als nur glaubhaft und die 

bisherigen Annahmen seien nicht mehr haltbar.  

5.  

5.1 Die funktionelle Zuständigkeit beschlägt die Frage, welche (örtlich und 

sachlich zuständige) Instanz für die Behandlung eines Rechtsmittels zu-

ständig ist (vgl. zur funktionellen Zuständigkeit THOMAS FLÜCKIGER, in: 

Waldmann/Krauskopf [Hrsg.], Praxiskommentar VwVG, 3. Aufl. 2023, 

N. 14 ff. zu Art. 7 VwVG).  

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Seite 6 

5.2 Im vorliegenden Fall ist zu klären, ob das SEM die Eingabe vom 11. Ok-

tober 2024 (betitelt als «Mehrfachgesuch / Wiedererwägungsgesuch nach 

Art. 111b und Art. 111c AsylG; Gesuch um Asyl bzw. vorläufige Aufnahme») 

korrekterweise als (allfälliges) Revisionsgesuch qualifiziert hat und ob das 

SEM auf das Gesuch des Beschwerdeführers infolge fehlender Zuständig-

keit zu Recht gestützt auf Art. 9 Abs. 2 VwVG nicht eingetreten ist.  

5.3 Gemäss der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts sind vor 

einem materiellen Beschwerdeurteil des Bundesverwaltungsgerichts ent-

standene Beweismittel zu vorbestandenen Tatsachen im Rahmen eines 

Revisionsgesuchs zu prüfen, während nach dem Beschwerdeurteil ent-

standene Beweismittel, die sich auf vorbestandene Tatsachen beziehen, 

gestützt auf den Wortlaut von Art. 123 Abs. 2 Bst. a BGG einer Revision 

nicht zugänglich, sondern im Rahmen eines Wiedererwägungsverfahrens 

zu prüfen sind (vgl. BVGE 2013/22 E. 13.1).  

Die beim SEM mit der Eingabe vom 11. Oktober 2023 eingereichten Be-

weismittel datieren – abgesehen vom Schreiben des sri-lankischen 

Rechtsanwalts vom 1. September 2023 – vor dem Urteil des Bundesver-

waltungsgerichts D-5597/2021 vom 23. August 2023. Demzufolge handelt 

es sich bei den eingereichten Beweismitteln um vorbestandene Beweismit-

tel, die grundsätzlich im Rahmen eines Revisionsverfahrens zu prüfen wä-

ren.  

Das SEM ist deshalb zu Recht zum Schluss gelangt, dass es sich bei der 

Eingabe vom 11. Oktober 2023 materiell um ein Revisionsgesuch handelt. 

Dabei ist es vorliegend unerheblich, dass das Schreiben des sri-lankischen 

Rechtsanwalts des Beschwerdeführers vom 1. September 2023 nach dem 

Urteil vom 23. August 2023 datiert. Diesem Referenzschreiben kann für die 

Frage der rechtlichen Qualifikation der Eingabe vom 11. Oktober 2023 

keine eigenständige Bedeutung beigemessen werden, weil darin im We-

sentlichen nur die Vorbringen wiederholt werden, die mit den übrigen neu 

eingereichten vorbestandenen Beweismitteln belegt werden sollen.  

5.4 Die Behörde, die sich als unzuständig erachtet, überweist die Sache 

ohne Verzug der zuständigen Behörde (Art. 8 Abs. 1 VwVG). Wenn eine 

Partei indessen die Zuständigkeit der Behörde, die sich als unzuständig 

erachtet, behauptet, tritt die Behörde durch Verfügung auf die Sache nicht 

ein (Art. 9 Abs. 2 VwVG). Dies ist namentlich der Fall, wenn die Partei er-

kennen lässt, dass sie die angerufene Behörde nicht nur für zuständig hält, 

sondern ihr an einer Beurteilung gerade durch diese Amtsstelle gelegen 

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ist. Die Behauptung der Zuständigkeit ist nicht an eine bestimmte Form 

gebunden und kann sich auch aus den Umständen ergeben. Dabei stellt 

eine Eingabe an eine Behörde für sich alleine genommen noch keine Be-

hauptung der Zuständigkeit dieser Behörde dar, eine solche ist aber gege-

ben, wenn aus den Ausführungen und Vorbringen der Partei deutlich wird, 

dass sie die angerufene Behörde für zuständig hält und auf diesen Um-

stand Wert legt (vgl. THOMAS FLÜCKIGER, in: Praxiskommentar VwVG, 

Waldmann/Krauskopf [Hrsg.], 3. Aufl. 2023, N. 10 und 11 zu Art. 9 m.w.H.; 

DAUM/BIERI, in: Kommentar VwVG, Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], 2. Aufl. 

2019, Art. 9 N. 6).  

Das SEM begründet die Anwendung von Art. 9 Abs. 2 VwVG ausschliess-

lich damit, dass die Eingabe des Beschwerdeführers von seiner Rechts-

vertretung ausdrücklich an das SEM gerichtet und als «Mehrfachgesuch / 

Wiedererwägungsgesuch und neues Asylgesuch» betitelt worden sei. 

Diese Begründung erweist sich als verkürzt und würde für sich alleine nicht 

genügen, um das Bestehen einer Behauptung der Zuständigkeit bejahen 

zu können. Die Einschätzung der Vorinstanz ist indessen im Ergebnis zu 

bestätigen.  

Beim Rechtsvertreter des Beschwerdeführers handelt es sich um einen pa-

tentierten Rechtsanwalt. Es kann deshalb angenommen werden, dass er 

die Eingabe vom 11. Oktober 2023 bewusst beim SEM eingereicht hat. 

Ferner ist der fraglichen Eingabe kein Eventualantrag zu einer allfälligen 

Überweisung an das BVGer als Revisionsgesuch zu entnehmen. Aus der 

Begründung der Eingabe geht ebenfalls kein entsprechender Vorbehalt 

hervor. Schliesslich kann auch aus dem beantragten Beizug der Akten des 

– vom Rechtsvertreter für die Beurteilung der vorliegenden Sache offen-

sichtlich als unzuständig erachteten – Bundesverwaltungsgerichts ge-

schlossen werden, dass mit der Eingabe gezielt eine Neubeurteilung des 

Falles durch das SEM erreicht werden sollte.  

5.5 Nach dem Gesagten ist es nicht zu beanstanden, wenn das SEM in 

Anwendung von Art. 9 Abs. 2 VwVG auf die Eingabe des Beschwerdefüh-

rers vom 11. Oktober 2023 nicht eingetreten ist. Daran vermag auch die 

Tatsache nichts zu ändern, dass das SEM den Vollzug im Sinne einer vor-

sorglichen Massnahme am 18. Oktober 2023 aussetzte, zumal diesbezüg-

lich explizit festgehalten wurde, dass der Vollzug der Wegweisung lediglich 

«gestützt auf eine summarische Prüfung» der Akten einstweilen auszuset-

zen sei.  

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Seite 8 

6.  

6.1 In der Beschwerde vom 18. April 2024 wird im Sinne eines Eventual-

begehrens beantragt, die Eingabe vom 11. Oktober 2023 sei als Revisions-

gesuch zu behandeln und in diesem Rahmen sei die Flüchtlingseigen-

schaft des Beschwerdeführers festzustellen, ihm sei Asyl zu gewähren, 

eventualiter sei die Unzulässigkeit und/oder die Unzumutbarkeit des Weg-

weisungsvollzugs festzustellen.  

6.2 Die Eingabe vom 11. Oktober wird deshalb als Revisionsgesuch gegen 

das Urteil D-5597/2021 vom 23. August 2023 entgegengenommen. Der am 

19. April 2024 superprovisorisch angeordnete Vollzugsstopp bleibt vorerst 

bestehen.  

7.  

7.1 Der Beschwerdeführer ersuchte um Gewährung der unentgeltlichen 

Prozessführung und Rechtsverbeiständung. Aus den vorstehenden Erwä-

gungen ergibt sich, dass seine Begehren – soweit die im vorliegenden Be-

schwerdeverfahren behandelten Rechtsfragen betreffend – aussichtslos 

waren. Damit ist eine der kumulativ zu erfüllenden Voraussetzungen ge-

mäss Art. 65 Abs. 1 VwVG nicht gegeben, weshalb die Gesuche für das 

vorliegende Beschwerdeverfahren abzuweisen sind.  

7.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Be-

schwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt 

Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[VGKE, SR 173.320.2]).  

 

(Dispositiv nächste Seite)  

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Seite 9 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

2.  

Die Gesuche um unentgeltliche Prozessführung und unentgeltliche 

Rechtsverbeiständung werden abgewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Die Eingabe vom 11. Oktober 2023 wird unter der Geschäftsnummer 

D-3951/2024 als Revisionsgesuch gegen das Urteil D-5597/2021 vom 

23. August 2023 entgegengenommen.  

5.  

Der Vollzugsstopp bleibt vorerst bestehen.  

6.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Thomas Segessenmann Vito Fässler