# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0adbcd9f-db7a-5ba5-853f-7039e96ec65b
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-05-28
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 28.05.2015 IV 2013/119
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2013-119_2015-05-28.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2013/119

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 15.05.2020

Entscheiddatum: 28.05.2015

Entscheid Versicherungsgericht, 28.05.2015
Art. 8 ATSG, Art. 43 ATSG. ZIMB-Gutachten. Es liegen keine Gründe für die 
Befangenheit eines Gutachters vor. Das Gutachten ist inhaltlich 
überzeugend und auf die Einschätzung einer 100%igen Arbeitsfähigkeit kann 
abgestellt werden. Keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bei einer 
Pseudoparese (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen 
vom 28. Mai 2015, IV 2013/119).

Entscheid Versicherungsgericht, 28.05.2015

Vizepräsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterin Karin Huber-Studerus, Versicherungs­

richter Joachim Huber; Gerichtsschreiberin Evelyn Heiniger

Entscheid vom 28. Mai 2015

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Felix Schwarz, Stünzi Weber Rechtsanwälte,

Seestrasse 162a, Postfach, 8810 Horgen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

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betreffend

Rente

Sachverhalt:

A.    

A.a  A.___ meldete sich am 11. April 2011 zum Bezug von Leistungen der 

Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Sie gab an, vom 3. Februar bis 3. April 2011 zu 

100% arbeitsunfähig gewesen zu sein. Sie leide seit Dezember 2010 an einem 

Neurinom. Im Rahmen der Frühinterventionsphase teilte die Hausärztin Dr. med. B.___, 

Fachärztin FMH für Allgemeine Innere Medizin, der IV-Stelle mit, aufgrund eines 

Neurinoms im Bereich des Neuroforamens C5/6 sei die Versicherte bis auf weiteres zu 

100% arbeitsunfähig. Es sei eine operative Teilentfernung des Neurinoms erfolgt. 

Postoperativ sei zwar eine leichte Besserung der Bicepsschwäche eingetreten, es 

bestünden aber mehr Schmerzen als vorher. Die Versicherte sei für ein 

neurochirurgisches Konsilium angemeldet, welches abgewartet werden müsse (IV-

act. 10). Aus dem Bericht der Klinik für Neurologie des Kantonsspitals St. Gallen vom 

11. Juli 2011 ging hervor, dass die Versicherte an einem Neurinom der C6-Wurzel 

rechts mit sensomotorischem Ausfallsyndrom litt. In der letzten neurologischen 

Untersuchung vom 7. März 2011 hätten sich noch Hypästhesien im Dermatom C6 

gezeigt; die Tricepsschwäche auf der rechten Seite sei fast nicht mehr nachweisbar 

gewesen. Der aktuelle Status nach Teilresektion des Neurinoms gestalte sich 

regelrecht. Es sei davon auszugehen, dass die Nackenschmerzen und die muskulären 

Verspannungen im Verlauf abnehmen würden und dass sich die Tricepsschwäche bei 

positivem Verlauf vollständig erholen werde. Es bestehe aber auch die Möglichkeit, 

dass die Kribbelparästhesien und auch ein Teil der elektrisierenden Schmerzen im 

Dermatom C6 persistierten. Aufgrund der intermittierend auftretenden Schmerzen und 

Hypästhesien im Bereich C6 sei die Versicherte für leichte körperliche Arbeit 

einsetzbar. Empfehlenswert seien eine Weiterführung der ambulanten Physiotherapie 

und ein Muskelaufbautraining. Dadurch sollten der Krankheitsverlauf deutlich verkürzt 

und die Arbeitsfähigkeit gesteigert werden können (IV-act. 15).

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A.b  Am 24. August 2011 wurde die Versicherte durch Dr. med. C.___, Fachärztin FMH 

für Arbeitsmedizin beim Regionalen Ärztlichen Dienst Ostschweiz (RAD), untersucht, 

um die Eingliederungsfähigkeit zu beurteilen. Dr. C.___ hielt fest, die Versicherte habe 

über eine Schmerzsymptomatik nach Belastung des rechten Armes geklagt, die zu 

einer übermässigen Schonung des rechten Armes zu führen scheine. Eine übermässige 

Schonung sei allerdings schwer verständlich, da keinerlei Muskelatrophie auffalle. Auch 

die neurophysiologischen Abklärungen hätten – ausser der Schmerzsymptomatik – bis 

jetzt keine relevanten objektiven Befunde (muskulär und sensibel) ergeben, welche die 

massiv eingeschränkte Funktion der rechten oberen Extremität angemessen erklären 

würden. Im Rahmen einer Befas-Abklärung oder eines Aufbautrainings könnte der 

Versicherten die Chance gegeben werden, sich wieder in eine Tätigkeit in der freien 

Wirtschaft eingliedern zu lassen. Eine Anwesenheit von 4 Stunden beginnend, 

steigerbar auf 6-8 Stunden, erscheine als zumutbar. Aktuell könnten – ausser einer 

Schmerzproblematik – keine relevanten Einschränkungen objektiviert werden. Aus 

neurologischer Sicht stehe einer leidensadaptierten Tätigkeit nichts im Wege. Für 

schwere körperliche Tätigkeiten mit dem rechten Arm und Tätigkeiten, welche eine 

uneingeschränkte Kopfbeweglichkeit erforderten, bestehe eine 100%ige 

Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 24).

A.c  Im Ergebnisprotokoll des IV-Assessmentgesprächs wurde vermerkt, dass die 

Versicherte bei guter Gesundheit zu 100% arbeiten würde. Aktuell fühle sie sich aber 

nicht mehr in der Lage zu arbeiten. Sie könne nicht einmal den Haushalt selbst 

erledigen. Sie wolle zuerst gesund werden und dann wenn möglich wieder anfangen zu 

arbeiten (IV-act. 31).

A.d  Am 20. Oktober 2011 wurde der Versicherten mitgeteilt, dass keine 

erfolgsversprechenden Massnahmen durchgeführt werden könnten, da sie sich nicht in 

der Lage fühle, an Eingliederungsmassnahmen aktiv mitzuwirken. Das 

Leistungsbegehren um berufliche Massnahmen werde daher abgewiesen (IV-act. 35).

A.e  Am 8. Februar 2012 berichteten die Dres. D.___ und E.___ von der Klinik für 

Neurologie des Kantonsspitals St. Gallen, die durchgeführte Verlaufskontrolle habe 

einen konstanten Befund des ehemaligen Neurinoms gezeigt. Es bestehe noch ein 

Resttumor im Bereich der C6-Wurzel. Die Versicherte weise aktuell massive Störungen 

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im Bereich der Koordination und der Muskelfunktion auf. Eine ambulante 

Physiotherapie und ein Muskelaufbautraining seien leider nicht durchgeführt worden, 

so dass die Versicherte im Bereich der rechten oberen Extremität fast vollständig 

immobil sei. Auch die Nackenmuskulatur habe sich extrem verkürzt; sie bewirke eine 

ausgeprägte Fehlhaltung. In den letzten Monaten sei sie komplett passiv und immobil 

gewesen, so dass mit einer massiven Muskelatrophie zu rechnen sei. Eine 

Eingliederung in die Fabriktätigkeit scheine daher aktuell als ausgeschlossen. 

Neurologisch gebe es aktuell keine Möglichkeit, die Situation zu verbessern. Der 

Versicherten sei dringend eine ambulante Physiotherapie empfohlen worden, um die 

muskuläre Dysbalance und die massive Fehlhaltung zu korrigieren (IV-act. 48, 49).

A.f   Am 27. März 2012 berichtete die Hausärztin, die Versicherte könne den rechten 

Arm nicht einsetzen. Die Leistungsfähigkeit liege sicher weit unter 50%. Die Versicherte 

habe Dauerschmerzen und Gefühlsstörungen im Bereich des rechten Arms und eine 

massive Fehlhaltung des Kopfes. Daneben bestehe eine erheblich eingeschränkte 

Konzentrationsfähigkeit bei Dauerschmerzen (IV-act. 51). Dr. med. F.___, Facharzt FMH 

für Neurologie, berichtete am 19. April 2012, die Versicherte leide an 

belastungsabhängigen ausgeprägten Schmerzen im Schulter-/Armbereich rechts mit 

letztlich einem Funktionsverlust der rechten Hand und einer daraus resultierenden 

funktionellen Einhändigkeit. Ausgehend vom bisherigen Verlauf sehe er auch langfristig 

bei den mittlerweile chronifizierten Schmerzen eine ungünstige Prognose hinsichtlich 

einer relevanten Besserung der körperlichen Beschwerden und damit einer 

Wiedererlangung bzw. Steigerung der Arbeitsfähigkeit. Für die zuletzt ausgeübte 

Tätigkeit sei die Versicherte zu 100% arbeitsunfähig. Grundsätzlich seien leichte 

körperliche Tätigkeiten in sitzender Position, bei denen keine beidhändige Arbeit 

erforderlich sei, vorstellbar (IV-act. 53).

A.g  Am 23. August 2012 wurde der Versicherten unter Bekanntgabe der 

begutachtenden Ärzte mitgeteilt, dass sie sich einer umfassenden medizinischen 

Begutachtung zu unterziehen habe. Sie wurde darauf hingewiesen, dass sie triftige 

Einwendungen gegen einen oder mehrere Gutachter innert 10 Tagen bei der IV-Stelle 

einreichen könne (IV-act. 58).

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A.h  Die polydisziplinäre medizinische Begutachtung wurde am 11., 18., 25. September 

und 3. Oktober 2012 im Zentrum für Interdisziplinäre Medizinische Begutachtung AG 

(ZIMB) durchgeführt (IV-act. 61). Der internistische Sachverständige beschrieb die 

Versicherte als wach, bei klarem Bewusstsein und allseits orientiert. Die mnestischen 

und kognitiven Funktionen seien intakt erschienen und die Grundstimmung sei 

ausgeglichen gewesen. Trotz der schweren körperlichen Beeinträchtigung scheine die 

Versicherte weder depressiv zu sein noch zu leiden; sie habe auch keinerlei psychische 

Beschwerden angegeben. Indes habe sie ein sehr demonstratives Verhalten mit einer 

massivsten Schiefhaltung des gesamten Oberkörpers nach rechts gezeigt. Die 

Fehlhaltung habe durch den Untersucher vollständig korrigiert werden können, was bei 

der Versicherten zu massiven Schmerzäusserungen geführt habe (IV-act. 61-18 f.). Der 

rheumatologische Gutachter hielt fest, radiologisch fänden sich weder am rechten 

Schultergelenk pathologische Veränderungen noch seien in der gesamten Wirbelsäule 

– bis auf die ausgeprägte Fehlhaltung – irgendwelche pathologischen Befunde zu 

erheben. Aufgrund der klinischen und radiologischen Befunde könnten das chronische 

und subjektiv massive Schmerzleiden, die Schiefhaltung nach rechts und der 

konsequente fehlende Einsatz des rechten Armes nicht mit einer Pathologie am 

Bewegungsapparat erklärt werden. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit sei ein 

chronifiziertes, zunehmend generalisiertes Schmerzsyndrom bei Status nach der 

Operation eines Neurinoms der Nervenwurzel C6 rechts am 4.2.2011, ohne organisch-

strukturelles Korrelat am Bewegungsapparat. Aus rein rheumatologischer Sicht sei der 

Versicherten eine körperlich leichte bis gelegentlich mittelschwere wechselbelastende 

Tätigkeit ohne repetitiven Krafteinsatz mit dem rechten Arm und Überkopfarbeiten mit 

dem rechen Arm medizinisch-theoretisch ohne Einschränkungen zumutbar (IV-

act. 61-25 f.). Der neurologische Gutachter hielt fest, in der aktuellen Untersuchung sei 

eine extreme Körperfehlhaltung mit Knickbildung im Rumpf nach rechts aufgefallen. In 

der neurologischen Untersuchung hätten sich bei seitengleichen Muskeleigenreflexen 

und symmetrischer Muskeltrophik keine Hinweise auf eine organische Genese der 

Fehlhaltung gefunden. Auch das Nachlassen der Gangstörung beim Rückwärtsgehen 

und bei den erschwerten Gangproben im Fersen- und Zehengang sprächen gegen eine 

organische Genese. Weiter habe sich kein Hinweis auf eine Läsion der langen Bahnen 

im Zervikalmarkbereich oder eine radikuläre Schädigung durch ein foraminales Rezidiv-

Wachstum des Neurinoms ergeben. Auch die erneute Kernspintomographie habe einen 

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unauffälligen postoperativen Verlauf demonstriert. Auf fachneurologischem Gebiet 

bestehe im versicherungsrechtlichen Sinn keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. 

Eine psychosomatische Behandlung scheine indiziert (IV-act. 61-28 f.). Der 

psychiatrische Sachverständige hielt fest, die Versicherte habe angegeben, sie könne 

den Kopf gerade richten und sich gerade hinsetzen, dann würden aber die Schmerzen 

deutlich stärker werden. Sie laufe so krumm, weil die Schmerzen so am erträglichsten 

seien. Sie habe grosse Angst, dass der Tumor wieder wachsen könnte und sie dann 

gelähmt wäre. Sie habe auch Angst, dass sie gelähmt werde, wenn sie den rechten 

Arm zu stark belaste. Der psychiatrische Sachverständige führte weiter aus, durch 

diese Angst sei es zu einer Schonhaltung des rechten Armes gekommen. Die 

Versicherte setze den rechten Arm im Alltag kaum noch ein. Hier zeige sich eine 

deutliche Selbstlimitierung. Im Gespräch habe die Versicherte in der affektiven 

Schwingungsfähigkeit leicht eingeschränkt gewirkt und über Insuffizienzgefühle sowie 

eine zunehmende Vergesslichkeit berichtet. Es liege eine leichtgradige depressive 

Symptomatik vor. Hingegen bestehe keine anhaltende somatoforme Schmerzstörung. 

Die Schmerzen hätten nämlich nicht im Hauptfokus der Aufmerksamkeit gestanden, im 

Gespräch sei es zu keinen spontanen Schmerzäusserungen oder 

Positionsveränderungen gekommen und ein Leidensdruck bezüglich der Schmerzen 

sei nicht spürbar gewesen. Da die Versicherte aufgrund ihrer Einschränkungen eine 

grosse Unterstützung seitens ihrer Familie erhalte, liege ein massiver sekundärer 

Krankheitsgewinn vor. Weiter könnten sowohl eine dissoziative Störung als auch eine 

Konversionsstörung ausgeschlossen werden. Es handle sich um eine psychische 

Überlagerung einer körperlichen Grunderkrankung (ICD-10: F54). Aus psychiatrischer 

Sicht bestehe ein 100%ige Arbeitsfähigkeit (IV-act. 61-35). Zusammenfassend und 

unter Berücksichtigung aller objektivierbaren Befunde und Gegebenheiten kamen die 

Gutachter zum Schluss, dass die Versicherte bei fehlenden organisch nachweisbaren 

pathologischen Befunden am Bewegungsapparat oder am Nervensystem aus 

interdisziplinärer Sicht für eine körperlich leichte bis gelegentlich mittelschwere, 

wechselbelastende Tätigkeit ohne repetitiven Krafteinsatz mit dem rechten Arm und 

ohne Überkopfarbeiten mit dem rechten Arm medizinisch-theoretisch ohne 

Einschränkungen, d.h. zu 100% arbeitsfähig sei (IV-act. 61-43). Auch in ihrer zuletzt 

ausgeübten Tätigkeit sei die Versicherte zu 100% arbeitsfähig.

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A.i   In ihrem Vorbescheid vom 14. Dezember 2012 teilte die IV-Stelle der Versicherten 

mit, dass sie beabsichtige, das Leistungsbegehren abzuweisen, da die fachärztlichen 

Abklärungen ergeben hätten, dass keine gesundheitlichen Einschränkungen vorlägen, 

die sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirkten (IV-act. 66).

A.j   Dagegen liess die Versicherte durch ihre Rechtsvertreterin am 21. Januar 2013 

einwenden, es sei ein neues polydisziplinäres Gutachten notwendig (IV-act. 67). Das 

ZIMB-Gutachten sei nämlich  in der Hauptsache von Dr. med. G.___ verfasst worden. 

Gegen diesen Arzt sei ein Verfahren wegen Urkundenfälschung – betreffend 

Manipulation eines Gutachtens in Bezug auf die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit – 

durchgeführt worden. In einem anderen Fall habe diese Tatsache zu einer Ablehnung 

dieses Arztes aufgrund von Befangenheit geführt. Im Hinblick auf die erhebliche 

Bedeutung, die den Arztgutachten im Sozialversicherungsrecht zukomme, sei an die 

Unparteilichkeit des Gutachters ein strenger Massstab anzulegen. Dr. G.___ sei zwar 

aufgrund der Unschuldsvermutung erstinstanzlich freigesprochen worden, da die 

Staatsanwaltschaft aber Berufung erklärt habe und das Bezirksgericht immerhin eine 

Sorgfaltspflichtverletzung festgestellt habe, sei nicht von einer unbedingten 

Vertrauenswürdigkeit dieses Gutachters auszugehen. Da die Vorwürfe gegen Dr. G.___ 

erst nach der Mitteilung der Gutachter bekannt geworden seien, habe die Versicherte 

keine Möglichkeit mehr gehabt, Ablehnungsgründe geltend zu machen. Auch inhaltlich 

sei das Gutachten nicht stimmig. Auf Seite 20 werde ins Feld geführt, dass es sich um 

eine Pseudoparalyse handle. Im gleichen Satz werde aber bestätigt, dass die 

Versicherte den Arm auch in unbeobachteten Momenten nicht benutzt habe. Weiter sei 

festgestellt worden, dass der Arm während der ganzen Untersuchung bewegungslos 

am Körper heruntergehangen sei. Ferner sei auf die konkrete, zuletzt ausgeübte 

Tätigkeit nicht eingegangen worden. Die Tätigkeit bei der H.___ AG sei in der 

Hauptsache stehend verrichtet worden und die Versicherte habe Lasten bis zu 10 kg 

heben müssen. Es sei nicht klar, wie sich diese Tätigkeit ohne die rechte Hand 

bewerkstelligen lasse. Für das Zerschneiden und das Verpacken der Watte bedürfe es 

beider Hände. Das Gutachten besage jedoch, dass ein repetitiver Krafteinsatz der 

rechten Hand nicht möglich sei. Entgegen dem Gutachten sei von einem neuen 

Anforderungsprofil auszugehen, nämlich einer Tätigkeit ohne Einsatz der rechten Hand. 

Es seien keine Verweistätigkeiten genannt worden. Aufgrund ihrer Herkunft und 

mangelnder Sprach- und Computerkenntnisse sei die Versicherte nur in wenigen 

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Bereichen einsetzbar. Weil die Versicherte lediglich drei Jahre gearbeitet habe, nur 

gebrochen Deutsch spreche und bereits 4_ Jahre alt sei, sei ein angemessener 

Tabellenlohnabzug vorzunehmen.

A.k  Die RAD-Ärztin notierte am 8. Februar 2013, das ZIMB werde vom Bundesamt für 

Sozialversicherungen anerkannt und die Gutachtenserteilung sei zufällig (mittels der 

Med@p-Plattform) vergeben worden. Gemäss dem Arbeitsplatzprofil habe die 

angestammte Tätigkeit in weiten Teilen einer leidensadaptierten Tätigkeit entsprochen. 

Wenn aufgrund einer eingehenden neurologischen Untersuchung kein neurologisches 

Korrelat zur Beschwerdeäusserung und zum Verhalten gefunden werden könne, handle 

es sich um eine Pseudoparalyse. Es sei kein Widerspruch, wenn die Versicherte ihren 

Arm nicht gebrauche. Dieses Verhalten könne sich die Versicherte auch angewöhnt 

haben. Die potentielle Fähigkeit, den Arm zu gebrauchen, bestehe weiterhin und werde 

auch von allen Ärzten dringend empfohlen. Gelegentliches Watteschneiden entspreche 

einer intermittierenden repetitiven Tätigkeit ohne besonderen Krafteinsatz. Aus 

ärztlicher Sicht sei die Versicherte fähig, die angestammte Tätigkeit auszuführen. Wenn 

die Versicherte ihren Arm nicht gebrauchen wolle, sei das bei der IV nicht versichert. Es 

sei nicht von einem neuen Arbeitsprofil auszugehen, da die Versicherte den rechten 

Arm eben gerade einsetzen und auch gebrauchen solle. Am Gutachten könne 

festgehalten werden.

A.l   Am 11. Februar 2013 (die Verfügung wurde wohl fälschlicherweise auf den 

11.02.2012 datiert) wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren ab. Zur Begründung 

führte sie aus, das Gutachten entspreche aus medizinischer und 

versicherungsmedizinischer Sicht den geforderten und anerkannten Qualitätskriterien, 

weshalb kein Grund vorliege, eine neue polydisziplinäre Begutachtung in Auftrag zu 

geben. Die potentielle Fähigkeit der Versicherten, den rechten Arm zu gebrauchen, 

bestehe weiterhin und werde von den Ärzten dringend empfohlen. Es liege in der 

eigenen Verantwortung der Versicherten, diese Empfehlungen zu befolgen (IV-act. 69).

B.    

B.a  Am 11. März 2013 liess die Versicherte durch ihre Rechtsvertreterin Beschwerde 

erheben und beantragen, es sei ein neues polydisziplinäres Gutachten einzuholen; 

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eventualiter sei ihr eine Rente zuzusprechen. Zur Begründung führte die 

Rechtsvertreterin an, der Gutachter Dr. G.___ sei wegen fehlender 

Vertrauenswürdigkeit und Befangenheit nicht in der Lage gewesen, ein Gutachten zu 

erstellen, auf das als Entscheidgrundlage abgestellt werden könnte. Selbst bei einem 

allfälligen zweitinstanzlichen Freispruch könne nicht von einer unbedingten 

Vertrauenswürdigkeit des Gutachters ausgegangen werden, zumal das Bezirksgericht 

immerhin eine Sorgfaltspflichtsverletzung festgestellt habe. Zu den strafrechtlichen 

Vorwürfen seien psychische Probleme des Gutachters hinzugekommen. Ein weiteres 

Problem bildeten die finanziellen Probleme des genannten Gutachters, gegen den 

gemäss dem Betreibungsregisterauszug Betreibungen in der Höhe von Fr. 4,5 Mio. 

erhoben worden seien. Es sei daher offensichtlich, dass er in dieser Situation 

existenziell abhängig von den Gutachtensaufträgen der Sozialversicherungsträger sei. 

Daran ändere auch der Umstand nichts, dass der Gutachtensauftrag über die 

Internetplattform vergeben worden sei. Inhaltlich bemängelte die Rechtsvertreterin am 

Gutachten, dass die teilweise Entfernung des Sanduhr-Neurinoms keine Gewähr dafür 

bilde, dass auch die vorbestehenden Beschwerden einfach verschwänden. Da die 

Ärzte jedoch eine weitere Operation als nicht durchführbar ansähen, sei klarerweise 

davon auszugehen, dass das Neurinom der Wurzel C6 nach wie vor einen Einfluss auf 

die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin habe. In Bezug auf ihre bisherige 

Arbeitstätigkeit sei die Beschwerdeführerin nicht mehr zu 100% arbeitsfähig. Das 

Zerschneiden von Watte sei nur zweihändig möglich und brauche auf einer Skala von 

1-10 einen durchschnittlichen Krafteinsatz von 6-7. Das Gutachten besage, dass ein 

repetitiver Krafteinsatz des rechten Arms nicht möglich sei. Im Gutachten seien keine 

Verweistätigkeiten genannt und keine Abklärungen gemacht worden, ob Arbeitsplätze 

mit diesem Anforderungsprofil vorhanden seien. Es dürfe nicht von realitätsfremden 

Einsatzmöglichkeiten ausgegangen werden (act. G 1).

B.b  Die Beschwerdegegnerin beantragte am 2. Mai 2013 die Abweisung der 

Beschwerde. Sie führte aus, das ZIMB-Gutachten enthalte eine internistische, eine 

neurologische, eine rheumatologische und eine psychiatrische Beurteilung. Die 

internistische Untersuchung und Begutachtung sei durch Dr. G.___ erfolgt. Dabei sei 

ihm die Aktenlage bekannt gewesen, er habe die Anamnese aufgenommen sowie die 

objektiven und subjektiven Befunde abgeklärt. Aus internistischer Sicht seien keine 

Diagnosen erhoben worden. Diese seien durch die anderen Gutachter gestellt worden. 

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Dem Gutachten sei nicht zu entnehmen, dass aus internistischer Sicht eine falsche 

Beurteilung des Gesundheitszustandes im Gesamtbild erfolgt wäre. Die 

Gesamtbeurteilung und die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit seien nach den 

Einzelgutachten erfolgt, in denen bereits die Arbeitsfähigkeiten in den einzelnen 

Teilbereichen geschätzt worden seien. Es sei nicht ersichtlich, dass eine Abweichung in 

der Gesamtbeurteilung zu Lasten der Beschwerdeführerin erfolgt sei. Ferner sei darauf 

hinzuweisen, dass im Gutachten Hinweise für demonstratives Krankheitsverhalten und 

Selbstlimitierung genannt worden seien. Es fehle an organisch nachweisbaren 

pathologischen Befunden am Bewegungsapparat oder Nervensystem. Eine weitere 

Begutachtung würde somit keine Änderung an den Befunden oder der 

Diagnoseerstellung ergeben. Bereits der RAD-Ärztin sei bei der Untersuchung am 

26. August 2011 aufgefallen, dass die übermässige Schonung schwer verständlich sei. 

Auch die neuropsychologischen Abklärungen hätten keine relevanten Befunde 

ergeben, welche die massiv eingeschränkte Funktion der rechten oberen Extremität 

angemessen erklären würden. Eine weitere Begutachtung sei daher nicht zielführend. 

Das Gutachten sei von qualifizierten Fachärzten vorgenommen worden und basiere auf 

umfassenden Kenntnissen des Sachverhaltes. Die Beschwerdebeschreibung der 

Beschwerdeführerin und sämtliche Vorakten hätten in das Gutachten Eingang 

gefunden. Die Beurteilung der zumutbaren Arbeitsleistung sei in Kenntnisnahme der 

Vorakten abgegeben worden. Das Gutachten entspreche den von der Rechtsprechung 

aufgestellten Anforderungen, so dass darauf abgestellt werden könne (act. G 5).

B.c  Mit ihrer Replik vom 10. Juni 2013 hielt die Rechtsvertreterin an den Anträgen fest. 

Sie machte geltend, es könne nicht von der Hand gewiesen werden, dass Dr. G.___ als 

Leiter des ZIMB den Fachärzten gegenüber weisungsbefugt gewesen sei und das 

Gutachten als Gesamtes ebenfalls habe absegnen und unterzeichnen müssen. Seine 

Meinung habe intern ein grosses Gewicht. Eine Einflussnahme auf den endgültigen 

Inhalt des Gutachtens könne daher keinesfalls ausgeschlossen werden. Es sei nicht 

richtig, dass es keine nachweisbaren organischen Befunde gebe. Das 

Sanduhrneurinom habe schon vor der Teilentfernung Schmerzen verursacht. Die nach 

der Teilentfernung verschlimmerten Schmerzen seien entweder auf den verbleibenden 

Teil des Neurinoms oder, was wahrscheinlicher sei, auf eine Nervenverletzung 

anlässlich der Operation zurückzuführen. Zudem seien weitere Diagnosen gestellt 

worden, die vom Gutachten zu Unrecht als ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit 

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beurteilt worden seien. Besondere Relevanz komme dabei der depressiven Störung zu. 

Es bestehe mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Verletzung der Nervenstränge. Dieser 

Ansicht sei auch Dr. med. I.___, Fachärztin FMH für Neurologie, welche die 

Beschwerdeführerin am 6. Juni 2013 untersucht habe. Sie sei klar zum Schluss 

gekommen, dass die Beschwerdeführerin an einem chronifizierten Schmerzsyndrom 

mit Chronifizierungsgrad II leide und dass sich die depressive Störung der 

Beschwerdeführerin noch verstärkt habe. Die Beschwerdeführerin sei daher ans 

Psychiatrie-Zentrum J.___ überwiesen worden, wo sie sich seither in Behandlung 

befinde (act. G 7, 7.1).

B.d  Die Beschwerdegegnerin hielt am 20. Juni 2013 an ihren Ausführungen fest. Sie 

führte an, der mit der Replik eingereichte Bericht stütze die Feststellungen im 

Gutachten. Dr. I.___ habe ebenfalls auf eine ausgeprägte Schonhaltung und 

Aggravation hingewiesen. Die Notwendigkeit einer neuerlichen Begutachtung sei nicht 

ersichtlich, zumal keine neuen, die Arbeitsfähigkeit tangierenden Befunde vorlägen 

(act. G 9).

B.e  Am 28. Oktober 2014 reichte der neue Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin 

diverse Arztberichte zu den Akten (act. G 13, 13.1, 13.1.1, 13.1.2). Er gab an, daraus 

gehe hervor, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin weiter 

verschlechtert habe. Zu den bereits bekannten gesundheitlichen Beschwerden seien 

neu rezidivierende Bewusstseinsstörungen hinzugetreten. Die Ursache der 

Bewusstlosigkeiten mit teilweiser Hyperventilation sei derzeit noch nicht geklärt und 

müsse weiteruntersucht werden. Diese Tatsache verstärke das Erfordernis einer 

umfassenden polydisziplinären Begutachtung.

B.f   Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine weitere Stellungnahme.

Erwägungen:

1.     

1.1   Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde 

ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 ATSG). Erwerbsunfähigkeit 

ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit 

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verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze 

oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Der Grad der für einen allfälligen 

Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird gemäss Art. 16 ATSG durch einen 

Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das Einkommen, das die versicherte Person 

nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der notwendigen und 

zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen 

könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt wird zum Einkommen, 

das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Valideneinkommen). Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze 

Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, auf eine 

Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von 

mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem IV-Grad 

von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.

1.2   Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad 

bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf 

Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur 

Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den 

Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang 

und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 

261, E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und 

demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung 

des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts eines 

Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, 

auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden 

berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der Darlegung der 

medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation 

einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Fachperson begründet 

sind (BGE 125 V 352, E. 3a). Ein den Beweisanforderungen grundsätzlich genügendes 

medizinisches Gutachten (BGE 125 V 351, E. 3a und b) kann nicht in Frage gestellt 

werden. Es besteht auch kein Anlass zu weiteren Abklärungen, wenn die behandelnden 

medizinischen Fachpersonen zu einer unterschiedlichen Beurteilung gelangen. Anders 

verhält es sich nur, wenn objektiv feststellbare Gesichtspunkte vorgebracht werden, die 

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im Rahmen der Begutachtung unerkannt geblieben waren und die geeignet sind, zu 

einer anderen Beurteilung zu führen (Urteil des Bundesgerichts vom 29. Juli 2008, 

9C_830/07, E. 4.3 mit Hinweisen).

2.     

2.1   Zunächst ist die Frage zu beantworten, ob der medizinische Sachverhalt 

rechtsgenüglich abgeklärt worden ist. Die Beschwerdegegnerin hat sich in der 

angefochtenen Verfügung vom 11. Februar 2013 auf die gutachterliche Beurteilung des 

ZIMB vom 1. November 2012 gestützt (IV-act. 61).

2.2   Die Beschwerdeführerin hat gegen das ZIMB-Gutachten eingewendet, dass 

dieses in der Hauptsache von Dr. G.___ verfasst worden sei. Da dieser Gutachter 

wegen Urkundenfälschung angeklagt worden sei, sei er nicht vertrauenswürdig. Auf 

das Gutachten könne daher nicht abgestellt werden. Dagegen ist einzuwenden, dass 

Dr. G.___ in der Zwischenzeit rechtskräftig vom Vorwurf der Urkundenfälschung 

freigesprochen worden ist (Urteil 6B_416 und 417/2013 vom 5. November 2013). Das 

Bundesgericht hat dazu u.a. in den Urteilen 8C_660/2013 vom 15. Mai 2014, 

9C_725/2013 vom 29. Januar 2014, 9C_970/2012 vom 23. April 2013 und 

8C_284/2013 vom 5. Juli 2013 festgehalten, dass dieser Vorfall für den betreffenden 

Gutachter nicht noch Jahre später objektiv den Anschein von Befangenheit zu 

erwecken vermöge. Das ZIMB ist vom Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) als 

Gutachterstelle anerkannt. Ob ein einzelner Gutachter im konkreten Fall befangen ist 

und deshalb in den Ausstand zu treten hat, ist für jeden Einzelfall konkret und 

gesondert zu prüfen. Im vorliegenden Fall liegen keine Hinweise dafür vor, dass 

Dr. G.___ bei Erstellung des Gutachtens gegenüber der Beschwerdeführerin befangen 

gewesen sein könnte. Auch die Behauptung, der betreffende Gutachter sei aufgrund 

hoher Schulden auf Gutachtensaufträge durch die Sozialversicherungsträger 

angewiesen, vermag nichts an der Situation zu ändern. Unterstellt sie doch den 

Sozialversicherungsträgern damit indirekt, sie seien daran interessiert, keine objektiven, 

sondern Gutachten zu erhalten, die sich zu Lasten der versicherten Person auswirkten. 

Dies ist nicht haltbar. Deshalb besteht keine Veranlassung, dem ZIMB-Gutachten die 

Beweiskraft abzusprechen.

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2.3   Als nächstes sind daher die materiellen Einwände, gegen das Gutachten, zu 

prüfen. Die Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin hat vorgebracht, das Gutachten 

sei nicht stimmig. Es sei behauptet worden, dass es sich bei den Beschwerden der 

Beschwerdeführerin um eine Pseudoparalyse des rechten Arms handle. Gleichzeitig sei 

aber vermerkt worden, dass der Arm während der gesamten Untersuchung 

bewegungslos am Körper gehangen sei, was zur vorhergehenden Aussage in einem 

Widerspruch stehe. Die RAD-Ärztin, Dr. C.___, hat dazu festgehalten, dass es sich bei 

diesem Phänomen terminologisch um eine Pseudoparalyse handle, da neurologisch 

kein Korrelat zu den Beschwerdeäusserungen und zum Verhalten habe gefunden 

werden können. Die Beschwerdeführerin verfüge weiterhin über die Fähigkeit, den Arm 

zu gebrauchen; der Gebrauch des Armes sei auch von allen Ärzten dringend empfohlen 

worden. Es liege in der Verantwortung der Beschwerdeführerin, wenn sie den Arm nicht 

gebrauchen wolle. Entgegen der Auffassung der Rechtsvertreterin weist das Gutachten 

diesbezüglich also keine Unstimmigkeit auf.

2.4   Die ZIMB-Gutachter haben festgehalten, dass die Beschwerdeführerin aus inter­

disziplinärer Sicht, unter Berücksichtigung aller objektivierbaren Befunde und 

Gegebenheiten, bei fehlenden organisch nachweisbaren pathologischen Befunden am 

Bewegungsapparat oder Nervensystem für eine körperliche leichte bis gelegentlich 

mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeit ohne repetitiven Krafteinsatz und ohne 

Überkopfarbeiten mit dem rechten Arm, zu 100% arbeitsfähig sei. Die Gutachter haben 

ebenfalls aufgezeigt, dass die Einschätzung der behandelnden Ärzte – die 

Beschwerdeführerin sei nur in einem erheblich reduzierten Umfang arbeitsfähig – nicht 

nachvollziehbar ist. Bei fehlenden organischen Befunden sowohl am 

Bewegungsapparat als auch am Nervensystem ist es tatsächlich nicht verständlich, 

wieso die Beschwerdeführerin in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sein sollte. Beim 

gezeigten Beschwerdebild leuchtet die Einschätzung der Gutachter, dass sich die 

Beschwerdeführerin selbstlimitierend verhalte und damit ihre Beschwerden 

verschlimmere, ein. So gebraucht die Beschwerdeführerin ihren rechten Arm nicht, 

obwohl dieser nach Angaben der Ärzte voll funktionsfähig ist und nach ärztlichem Rat 

auch gebraucht werden sollte. Dieses Verhalten hat überdies zu einer Fehlhaltung 

geführt, die wiederum die Beschwerden verschlimmert. Die Beschwerdeführerin hat 

bisher keine Physiotherapie gemacht, obwohl eine aktive Kräftigungs- und 

Haltungsgymnastik dringend indiziert ist. Insgesamt haben sich keine objektiven 

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Befunde ergeben, welche die Beschwerden der Beschwerdeführerin in diesem 

Ausmasse erklären könnten. Durch ihre gesundheitlichen Einschränkungen erfährt die 

Beschwerdeführerin offenbar grosse Unterstützung seitens ihrer Familie, so dass ein 

massiver sekundärer Krankheitsgewinn vorliegt. Die Gutachter haben eine anhaltende 

somatoforme Schmerzstörung ausgeschlossen, weil die Schmerzen nicht im 

Hauptfokus der Aufmerksamkeit der Beschwerdeführerin gestanden seien. Auch sonst 

haben sie keine psychiatrischen Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 

gestellt. Die Einschätzung der Gutachter ist insgesamt nachvollziehbar und begründet. 

Ihre Einschätzung einer 100%igen Arbeitsfähigkeit – in körperlich leichten bis 

gelegentlich mittelschweren, wechselbelastenden Tätigkeiten ohne repetitiven 

Krafteinsatz und ohne Überkopfarbeiten mit dem rechten Arm – überzeugt.

2.5   Die Einschätzungen der Hausärztin und des behandelnden Neurologen vermögen 

hingegen betreffend die Arbeitsfähigkeit nicht zu überzeugen. Bei den Angaben 

behandelnder Ärzte ist in beweisrechtlicher Hinsicht stets der Tatsache Rechnung zu 

tragen, dass die Behandlung eines Patienten eine andere Sichtweise erfordert als 

diejenigeeines reinen Gutachters. Ein behandelnder Arzt ist dem Wohl und der 

Genesung seines Patienten verpflichtet, während es in der Aufgabe eines Gutachters 

liegt, die Beschwerden einer versicherten Person objektiv zu beurteilen (Fredenhagen, 

Das ärztliche Gutachten, 3. Aufl., Bern 1994, S. 18). Es ist daher davon auszugehen, 

dass sich die Hausärztin und der behandelnde Neurologe bei ihrer Einschätzung 

weitgehend auf die subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin abgestützt haben. 

Die Arbeitsfähigkeitsschätzung der ZIMB-Gutachter ist daher deutlich objektiver als 

diejenige der behandelnden Ärzte. Auch dem Bericht der Klinik für Neurologie des 

Kantonsspitals St. Gallen ist nichts anderes zu entnehmen, als dass bei der 

Beschwerdeführerin ein chronifiziertes neuropathisches Schmerzsyndrom 

diagnostiziert worden ist. Bei den angegebenen Kopfschmerzen handle es sich am 

ehesten um chronische Kopfschmerzen vom Spannungstyp. Zur weiteren Verstärkung 

der Kopfschmerzen trügen sicherlich auch die ausgeprägte Fehlhaltung bei, so dass 

eine Physiotherapie dringend zu empfehlen sei. Vom Psychiatrie-Zentrum J.___ liegen 

lediglich zwei ärztliche Zeugnisse vor, mit denen die Beschwerdeführerin vom 13. bis 

29. Mai 2013 krank geschrieben worden ist (act. G 7.2). Eine allfällige psychiatrische 

Diagnose lässt sich daraus nicht entnehmen. Den im Nachhinein eingereichten 

ärztlichen Berichten lässt sich nicht entnehmen, dass die angegebenen Störungen, 

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sofern sie denn überhaupt IV-rechtlich relevant sein sollten, schon bei Erlass der 

angefochtenen Verfügung bestanden hätten. Sie sagen nichts über den 

Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin vor dem Verfügungserlass aus. Es 

handelt sich demnach nicht um Gesichtspunkte, die im Rahmen der Begutachtung 

unberücksichtigt geblieben wären. Sie vermögen die gutachterliche Einschätzung nicht 

in Frage zu stellen. Soweit die neusten Arztberichte eine "bekannten Parese" aufführen, 

ist darauf hinzuweisen, dass sämtliche Ärzte zuvor immer angegeben haben, der rechte 

Arm der Beschwerdeführerin sei funktionsfähig (deshalb Pseudoparese). Dass die 

Beschwerdeführerin ihren Arm nicht benützt, ist daher nach wie vor nicht 

nachvollziehbar. Es darf somit nicht einfach als Faktum dargestellt werden, dass die 

Beschwerdeführerin an einer Parese leide.

2.6   Auch wenn die Angaben der Gutachter zum Arbeitsfähigkeitsgrad überzeugen, 

kann die Tatsache, dass die Beschwerdeführerin ihren rechten Arm seit längerer Zeit 

nicht mehr gebraucht, nicht einfach ignoriert werden. Die Beschwerdeführerin setzt 

ihren rechten Arm seit Jahren konsequent nicht mehr ein. Sie hat dies damit begründet, 

dass sie keine Kraft und kein Gefühl mehr im Arm habe. Der internistische Gutachter 

hat festgehalten, die Beschwerdeführerin habe sich wie eine schwerstbehinderte Frau 

verhalten; es bestehe eine praktische Pseudoparalyse des rechten Armes, der während 

der Untersuchung auch in unbeobachteten Momenten nie eingesetzt worden sei. Die 

Gutachter haben keine somatische Ursache für dieses Verhalten feststellen können. Sie 

haben mehrfach festgehalten, die Beschwerdeführerin habe angegeben, dass sie 

aufgrund des Resttumors Angst vor einer Lähmung habe. Der psychiatrische Gutachter 

hat dazu festgehalten, dass es sich beim Krankheitsbild, welches die 

Beschwerdeführerin präsentiere, mit überwiegender Wahrscheinlichkeit um eine 

psychische Überlagerung einer körperlichen Grunderkrankung handle. Die körperliche 

Grunderkrankung sei das bei der Operation nicht vollständig entfernte Neurinom. Die 

Beschwerdeführerin sei überzeugt, dass davon die Gefahr einer Lähmung ausgehe. Die 

Gutachter sind aber implizit davon ausgegangen, dass die Beschwerdeführerin diese 

Angst bei einer zumutbaren Willensanstrengung überwinden und ihren rechten Arm 

wieder einsetzen könne. Diese gutachterliche Einschätzung ist mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit richtig, denn es liegt keine Beeinträchtigung der psychischen 

Gesundheit vor, welche die Beschwerdeführerin an einer entsprechenden 

Willensanstrengung hindern würde. Allerdings muss davon ausgegangen werden, dass 

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die Beschwerdeführerin längerfristig mit dieser funktionellen Einschränkung wird leben 

müssen, denn es ist wenig wahrscheinlich, dass sie sich durch die – nun doch 

begonnene – Physiotherapie oder durch eine andere Therapie von ihrer Angst vor einer 

Lähmung und damit von der Überzeugung, den rechten Arm nicht mehr gebrauchen zu 

können, wird abbringen lassen.  

3.     

Im vorliegenden Verfahren ist die Verfügung vom 11. Februar 2013 angefochten. 

Dementsprechend kann nur die Sachverhaltsentwicklung (und damit der 

Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin) bis zum Zeitpunkt des Erlasses der 

angefochtenen Verfügung beurteilt werden. Nachträgliche Veränderungen des 

Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin können demnach – auch unter Geltung 

des Untersuchungsgrundsatzes – im vorliegenden Verfahren nicht berücksichtigt 

werden. Falls die Beschwerdeführerin der Ansicht ist, ihr Gesundheitszustand habe 

sich nach Erlass der Verfügung (vom 11. Februar 2013) massgeblich verschlechtert, 

steht es ihr frei, dies im Rahmen einer Wiederanmeldung gegenüber der IV-Stelle 

geltend zu machen.

4.     

4.1   Zusammenfassend ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin in einer 

adaptierten Tätigkeit (körperlich leichte bis gelegentlich mittelschwere, 

wechselbelastende Tätigkeit ohne repetitiven Krafteinsatz mit dem rechten Arm und 

ohne Überkopfarbeiten mit dem rechten Arm) zu 100% arbeitsfähig ist. Selbst wenn 

man die Beschwerdeführerin als funktionell einarmige Person betrachten würde, wäre 

davon auszugehen, dass es für sie auf dem allgemeinen und ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt genügend Arbeitsplätze gäbe, an denen sie ihre 100%ige Arbeitsfähigkeit 

verwerten könnte, ohne den rechten Arm einsetzen zu müssen (vgl. etwa das Urteil des 

Bundesgerichtes vom 17. September 2008, 9C_418/2008, E. 3.2.2).

4.2   Da für die Berechnung des Invaliditätsgrades bei der Beschwerdeführerin sowohl 

beim Validenlohn als auch beim Invalidenlohn auf den entsprechenden 

Durchschnittslohn einer Hilfsarbeiterin abzustellen ist (LSE, Frauen, Niveau 4), erübrigt 

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sich ein Einkommensvergleich und es kann im Ergebnis ein Prozentvergleich 

durchgeführt werden (vgl. BGE 114 V 312, E. 3a). Der Prozentvergleich ergibt keinen 

rentenbegründenden Invaliditätsgrad von wenigstens 40%. Dies würde selbst dann 

gelten, wenn – unter Berücksichtigung einer funktionellen Einarmigkeit – ein hoher 

Tabellenlohnabzug vorgenommen würde. Die Beschwerdegegnerin hat demnach zu 

Recht einen Rentenanspruch der Beschwerdeführerin verneint, weshalb die 

Beschwerde abzuweisen ist.

5.     

Die Kosten des Beschwerdeverfahrens werden nach dem Verfahrensaufwand und 

unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 

Abs. 1  IVG). Praxisgemäss erscheint eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- in der vor­

liegend beurteilten Angelegenheit als angemessen. Diese Gebühr ist von der voll­

umfänglich unterliegenden Beschwerdeführerin zu bezahlen. Sie ist durch den in

gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss gedeckt. Die Beschwerdeführerin hat 

keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

entschieden:

1.      Die Beschwerde wird abgewiesen.

 

2.      Die Beschwerdeführerin hat die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu tragen; diese

Gebühr ist durch den in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss gedeckt.

bis

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	Entscheid Versicherungsgericht, 28.05.2015
	Art. 8 ATSG, Art. 43 ATSG. ZIMB-Gutachten. Es liegen keine Gründe für die Befangenheit eines Gutachters vor. Das Gutachten ist inhaltlich überzeugend und auf die Einschätzung einer 100%igen Arbeitsfähigkeit kann abgestellt werden. Keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bei einer Pseudoparese (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 28. Mai 2015, IV 2013/119).

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