# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fe69585e-06d7-557e-a979-d6e2a1f34653
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-06-15
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 15.06.2023 UV 2022/45
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_UV-2022-45_2023-06-15.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2022/45

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 15.08.2023

Entscheiddatum: 15.06.2023

Entscheid Versicherungsgericht, 15.06.2023
Art. 6, 10, 16 und 19 UVG: Die Einstellung der vorübergehenden Leistungen 
(Heilbehandlung und Taggeld) ist zu Recht erfolgt, da im 
Einstellungszeitpunkt keine organisch nachweisbaren Unfallfolgen mehr 
bestanden haben und auch keine schleudertraumaähnliche Verletzung mit 
Langezeitfolgen sowie keine natürlich kausalen psychischen Unfallfolgen 
überwiegend wahrscheinlich ausgewiesen sind. Abweisung der Beschwerde 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 15. Juni 
2023, UV 2022/45).

Entscheid vom 15. Juni 2023

Besetzung

Präsidentin Christiane Gallati Schneider, Versicherungsrichterin Karin Huber-Studerus 

und Versicherungsrichter Michael Rutz; Gerichtsschreiberin Sabrina Bleile

Geschäftsnr.

UV 2022/45

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Karl Gehler, LL.M., Hofmann Gehler Schmidlin, 

Lattenhofweg 4, Postfach 2151, 8645 Jona,

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gegen

AXA Versicherungen AG, General-Guisan-Strasse 40, Postfach 357, 8401 Winterthur,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Versicherungsleistungen

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherte) war seit dem ___ als Sachbearbeiterin beim B.___ 

in einem Pensum von 80 % angestellt und dadurch bei der Axa Versicherungen AG 

(nachfolgend: Axa) unfallversichert, als sie am 21. Januar 2019 einen Skiunfall in C.___ 

erlitt (UV-act. A1). Noch gleichentags stellte sie sich im D.___ vor, wo sie über seit dem 

Skisturz zunehmende Schmerzen sternal, atemabhängig, berichtete. Eine 

Röntgenuntersuchung des Thorax ergab keine Hinweise auf einen Pneumothorax, 

einen Erguss oder eine Rippenfraktur (UV-act. M5 und M7). Die Ärzteschaft hielt in der 

Beurteilung des Behandlungsberichts eine Thoraxkontusion mit Sternumschmerzen 

fest (UV-act. M7). Am 23. Januar 2019 erfolgte eine Wiedervorstellung der Versicherten 

im D.___ mit Nackenschmerzen linksseitig ausstrahlend in Richtung linker oberer 

Musculus Trapezius und Schmerzen an der linken Schulter (UV-act. M9). Eine 

gleichentags durchgeführte Röntgenuntersuchung der linken Schulter ergab keinen 

sicheren Anhalt für eine frische knöcherne Verletzung. Es zeigte sich eine regelrechte 

Stellung im Glenohumeralgelenk (UV-act. M6). Eine ebenfalls an diesem Tag 

durchgeführte Röntgenuntersuchung der Halswirbelsäule (HWS) brachte eine 

Steilhaltung bis angedeutete Kyphosefehlhaltung der mittleren HWS, eine angedeutete 

Ventrolisthesis HWK4 gegenüber 5 wie bei Gefügelockerung in diese Höhe, eine 

Höhenminderung des Bandscheibenfaches HWK5/6 (vermutete Discopathie auf dieser 

Höhe; möglicherweise traumatisch bedingt?) und eine leichte rechtskonvexe 

Fehlhaltung im craniocervicalen Übergang zur Darstellung. Eine frische Fraktur der 

A.a. 

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HWS war nicht erkennbar (UV-act. M8). Anlässlich einer Verlaufskonsultation im D.___ 

vom 25. Januar 2019 berichtete die Versicherte von einem deutlichen Rückgang der 

Beschwerden. Die Schulter und der Nacken waren gut beweglich bei einer leichten 

paravertebralen Muskelverspannung. Die Ärzteschaft des D.___ attestierte der 

Versicherten für die Zeit vom 21. bis 28. Januar 2019 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit 

(UV-act. M9).

Am 1. Februar 2019 erfolgte eine Nachkontrolle in der Klinik für Traumatologie des 

Z.___. Die Ärzte gingen von persistierenden Beschwerden im Rahmen einer 

Schulterkontusion links und einer HWS-Distorsion sowie eines leichten Schädel-Hirn-

Traumas vom 21. Januar 2019 aus und empfahlen die Durchführung einer MRT-

Untersuchung der HWS (UV-act. M4). Die MRT-Untersuchung vom 4. Februar 2019 

ergab keinen Nachweis posttraumatischer Veränderungen, jedoch zeigte sie 

degenerative Veränderungen über dem Segment C5/6, unter anderem eine diskrete 

Retrolisthesis von HWK5 gegenüber HWK6 und eine osteodiskoligamentär bedingte 

Einengung des Neuroforamens rechts mit möglicher Nervenwurzelkompression C6. Im 

Segment C3-C5 waren ein leichtes Diskusbulging, jedoch keine Spinalkanalstenose 

und keine neuroforaminale Stenose erkennbar (UV-act. M2). Anlässlich der 

Sprechstunde vom 8. Februar 2019 interpretierten die Ärzte des Z.___ die linksseitigen 

Schmerzen, vor allem am Thorax, aber auch in den linken Arm ausstrahlend, erneut als 

Distorsionstrauma und Kontusionstrauma posttraumatisch. Sie empfahlen der 

Versicherten Physiotherapie und ausreichende Schmerztherapie für eine suffiziente 

Atmung. Auch verabreichten sie ihr ein Atem-Trainingsgerät und attestierten ihr bis 

zum 24. Februar 2019 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (UV-act. M3). Im Bericht zum 

Kontrolltermin vom 20. Februar 2019 hielten die Ärzte fest, dass sich in der klinischen 

Zusammenschau ein erwartungsgemässer Heilungsverlauf zeige. Die angegebenen 

Beschwerden bezüglich der Ausdauer würden im Rahmen der Thoraxkontusion als 

normal eingestuft. Die Nackenschmerzen seien durch die Physiotherapie 

erfreulicherweise regredient. Eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % werde bis zum 17. 

März 2019 als gerechtfertigt angesehen. Ab dem 18. März 2019 betrage die 

Arbeitsunfähigkeit 80 % bei begleiteter Arbeit und ab dem 1. April 2019 50 % (UV-act. 

M1). Anlässlich einer Nachkontrolle im Z.___ vom 15. Mai 2019 berichtete die 

Versicherte, dass die Schmerzen deutlich weniger akut, jedoch bei längerer Belastung 

A.b. 

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noch störend seien. In ihren Freizeitaktivitäten (Joggen/Walken/Tanzen) sei sie noch 

immer eingeschränkt. Sie arbeite aktuell begleitend, fühle aber noch immer eine 

deutliche Ermüdungstendenz. Für die Zeit vom 31. Mai bis 30. Juni 2019 attestierten 

die Ärzte eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit und empfahlen die Fortführung der 

Physiotherapie (UV-act. M10). Bei der Verlaufskontrolle im Z.___ vom 31. Juli 2019 

erklärte die Versicherte, dass die Belastbarkeit nun fast wieder vollständig vorhanden 

sei. Sie habe leichte Restbeschwerden occipitocervical sowie flukturierend bei 

Myogelosen. Die Ärzte gingen von einem weitestgehend zufriedenstellenden 

Heilungsverlauf mit leicht prolongierter Tendenz aus. Als Diagnosen nannten sie 

geringe Restbeschwerden nach HWS-Distorsion vom 21. Januar 2019 ohne 

posttraumatische Veränderungen (MRT vom 4. Februar 2019) bei degenerativen 

Veränderungen C5/6 rechts mit osteodiskoligamentär bedingter Einengung des 

Neuroforamens rechts. Sie empfahlen die Fortführung der Physiotherapie und eine 

unterstützende konservative Therapie durch den Chiropraktor, alternativ eine 

Akkupunktur oder Elektrostimulation. Zur allgemeinen Steigerung der 

Leistungsfähigkeit könne zudem eine MTT erwogen werden. Die Arbeitsunfähigkeit 

wurde auf 0 % geschätzt (UV-act. M14 und M18; vgl. auch den Bericht an die Axa vom 

18. September 2019 in UV-act. M17). Anlässlich der Wiedervorstellung im Z.___ vom 6. 

November 2019 berichtete die Versicherte insgesamt von weiterhin regredienten 

Beschwerden im Bereich der HWS. Die Einnahme einer Schmerzmedikation sei nicht 

mehr notwendig. Auch die Beweglichkeit sowie der Hartspann der paravertebralen 

Muskulatur habe mit der physiotherapeutischen Beübung adressiert werden können. 

Allerdings habe sie Schwierigkeiten mit der Traumabewältigung. Sie sei insgesamt 

sowohl beruflich als auch privat noch nicht gleich belastbar wie früher. Dies führe unter 

anderem zu Schlafstörungen. Zur Stressbewältigung und weiteren Therapie führe sie 

regelmässig Yogaübungen durch und sei in kynesiologischer Behandlung. Weiterhin 

habe sie einmal die Woche Physiotherapie und sei durch die Hausärztin mitbetreut. Mit 

dieser sei auch schon eine psychologische Unterstützung besprochen worden. Die 

Ärzte des Z.___ hielten im entsprechenden Untersuchungsbericht vom 13. November 

2019 fest, dass sich aktuell keine traumatologischen Restfolgen des Unfalls mehr 

zeigen würden. Die Beweglichkeit sowie die Schmerzen im Bereich der HWS hätten 

mittels physiotherapeutischer Beübung deutlich verbessert werden können. 

Restbeschwerden lägen vor allem noch in der Traumabewältigung vor. Deswegen 

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werde der Versicherten eine konsiliarisch-psychologische Mitbetreuung vorgeschlagen, 

womit diese einverstanden sei. Die weitere Betreuung erfolge sodann über die 

Hausärztin. Weitere Kontrollen in der Klinik für Traumatologie des Z.___ seien aktuell 

nicht mehr geplant. Die Versicherte sei aktuell zu 40 % von 80 % arbeitsfähig (UV-act. 

M19).

In einem Bericht an die Axa vom 6. Mai 2020 führte die damalige Hausärztin Dr. 

med. E.___, Allgemeine Innere Medizin, F.___, aus, dass seit dem Unfallgeschehen vor 

knapp einem Jahr eine kontinuierliche, langsame Linderung der Beschwerden 

eingetreten sei. Die Versicherte klage noch über gelegentliche Schmerzen nach 

anspruchsvollen Arbeitstagen oder intensiviertem Training und über im Vergleich zur 

Situation vor dem Unfall fehlende Lebensfreude durch die noch bestehende 

Einschränkung im täglichen Ablauf aufgrund der verminderten physischen 

Belastbarkeit. Trotz coronabedingten deutlichen Anstiegs der beruflichen Belastung ab 

dem ___ 2020 und einem zusätzlichen grippalen Infekt habe die Versicherte den 

Belastungstest aber gut toleriert. Sie sei nun wieder etwas erschöpfter und dankbar für 

den Wiederbeginn der Physiotherapie und der MTT. Als objektive Befunde hielt Dr. 

E.___ eine reduzierte Belastbarkeit im Sinne von nuchalen Verspannungen links cervical 

bei vermehrter physischer und psychischer Belastung am Arbeitsplatz fest. Die 

Schlafqualität sei auch etwas eingeschränkt und die Erholungspausen seien länger. 

Faktoren, die nicht mit dem Unfall in Verbindung stünden, seien keine vorhanden. Als 

Diagnosen nannte Dr. E.___ eine HWS-Distorsion Januar 2019 und eine 

Thoraxkontusion durch Skiunfall mit posttraumatischer Belastungsreaktion und 

persistierenden muskuloskelettalen Symptomen mit Leistungsintoleranz und 

Anstrengungsdyspnoe. Als Behandlungen seien weiterhin Physiotherapie und MTT 

sowie die Fortführung des seit 1. März 2020 gestarteten Arbeitsversuchs im bisherigen 

Pensum von 80 % als Belastungstest vorgesehen (UV-act. M27).

A.c. 

Am 10. September 2020 berichtete Dr. med. G.___, Fachärztin Allgemeine Innere 

Medizin FMH, F.___, der Axa, dass die Versicherte noch über HWS- und BWS-

Myogelosen mit Bewegungsschmerzen und Haltungsinsuffizienz, Kopfschmerzen und 

Konzentrationsstörungen klage. Als objektive Befunde gab Dr. G.___ einen 

Muskelhartspann, eine eingeschränkte HWS-Beweglichkeit sowie ein frühes Ermüden 

der Muskulatur bei Orthostase an. Als Diagnose stellte sie einen Skisturz am 21. Januar 

A.d. 

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2019 mit HWS-Distorsion. Als gegenwärtige Behandlungen und Therapien nannte sie 

MTT und Physiotherapie, welche zu einer kontinuierlichen, aber langsamen Besserung 

führen würden. Vorgesehen sei, dass die Physiotherapie und MTT-Behandlung noch 

bis zum Verordnungsende durchgeführt würden. Mit dem Abschluss der Behandlung 

sei im September 2020 zu rechnen. Dr. G.___ legte ihrem Bericht die 

Krankengeschichte der Versicherten für die Zeit vom 31. Januar 2019 bis zum 10. 

September 2020 bei (UV-act. M28; zu den weiteren Einträgen in die Krankengeschichte 

im Dezember 2020 vgl. UV-act. M30).

In einer Aktenbeurteilung vom 29. März 2021 kam der beratende Arzt der Axa, Dr. 

med. H.___, Rheumatologie FMH, zum Schluss, dass der medizinische Endzustand, 

also der Zustand, in dem von weiteren Behandlungen keine namhafte Besserung des 

Gesundheitszustandes mehr zu erwarten sei, am 21. Juli 2019 erreicht gewesen sei. 

Kontusionen ohne relevanten Gewebeschaden würden normalerweise innerhalb von 

drei Monaten folgenlos ausheilen. Bei traumatischen Rückenschmerzen könne 

vorliegend ein halbes Jahr akzeptiert werden. Die Traumatologie des Z.___ habe am 

31. Juli 2019 von nunmehr geringen Restbeschwerden gesprochen. Länger als sechs 

Monate anhaltende Beschwerden seien dem Vorzustand geschuldet (UV-act. M34).

A.e. 

Nach telefonischer Vorankündigung (UV-act. A59) teilte die Axa der Versicherten 

mit Schreiben vom 9. April 2021 mit, dass gemäss Stellungnahme des beratenden 

Arztes keine unfallkausalen strukturellen Verletzungen vorlägen und die Beschwerden 

längstens für sechs Monate unfallbedingt ausgewiesen seien. Der Status quo sine sei 

per 21. Juli 2019 erreicht worden. Die aktuell bestehenden Beschwerden seien 

unfallfremd und die weiteren notwendigen ärztlichen Behandlungen und Therapien 

seien auf krankheitsbedingte Faktoren zurückzuführen und würden nicht mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit im natürlichen Kausalzusammenhang zum Ereignis 

vom 21. Januar 2019 stehen. Die Leistungen aus der obligatorischen 

Unfallversicherung würden daher per 31. Juli 2019 eingestellt. Auf die Rückforderung 

der darüber hinaus ausgerichteten weitergehenden Leistungen (Taggeldleistungen bis 

29. Februar 2020, Heilkosten bis Juli 2020 und Physiotherapie bis 1. April 2021) werde 

verzichtet. Falls eine einsprachefähige Verfügung gewünscht sei, werde um Mitteilung 

gebeten (UV-act. A60).

A.f. 

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Mit Schreiben vom 14. April 2021 erklärte die Versicherte, mit der 

Leistungseinstellung nicht einverstanden zu sein. Sie legte ihrer Eingabe einen Bericht 

der Klinik I.___ vom 12. März 2021 über eine Sprechstunde vom 1. März 2021 sowie 

einen Verlaufsbericht der Physiotherapie vom 6. Januar 2021 bei (UV-act. A63; vgl. 

ferner UV-act. M35 f.).

A.g. 

Am 29. Mai 2021 berichtete Dr. G.___, dass die Versicherte seit einem Jahr in ihrer 

Behandlung stehe. Seit dem Unfall vom 21. Januar 2019 leide die Versicherte unter 

Cervicobrachialgien, Konzentrationsstörungen, Nackenschmerzen, Vertigo beim 

Beugen oder Überstrecken des Kopfes, früher Ermüdbarkeit der paravertebralen 

Muskulatur bei Bildschirmarbeit und stechenden Kopfschmerzen bei Beanspruchung 

der Wirbelsäule durch längere aufrechte Haltung im Sitzen. Eine aktuelle bildgebende 

MRT-Untersuchung (gemeint wohl: Röntgenuntersuchung) zeige eine Diskushernie 

HWK5/6 und eine bewegungsabhängige Instabilität in HWK4/5. Bereits im Jahr 2010 

habe die Versicherte ein Unfallereignis erlitten, welches eine CT-Untersuchung des 

Kopfes und der Wirbelsäule erfordert habe. Aus diesen Untersuchungen seien keine 

relevanten degenerativen Veränderungen hervorgegangen. Zentrales Thema ihres 

Schreibens sei das Neuauftreten der Diskushernie und der Instabilität nach dem Unfall 

im Jahr 2019. Die Versicherte habe keine sensomotorischen Ausfälle, sei aber durch 

die Unfallfolgen beruflich weniger belastbar und müsse sich regelmässig 

physiotherapeutischen Behandlungen unterziehen. Auch seitens der Klinik I.___ seien 

Osteopathie und Physiotherapie dringend empfohlen worden, um eine operative 

Behandlung zu vermeiden. Die Behandlung des Unfalls könne anhand der vorliegenden 

Befunde nicht als abgeschlossen erklärt werden. Der vor dem Unfall vorhandene 

Zustand sei nicht erreicht und es bestehe weiterer Behandlungsbedarf. Die Axa werde 

gebeten, den Entscheid neu zu überprüfen (UV-act. M39; vgl. auch UV-act. A66). Dr. 

G.___ legte ihrem Bericht den radiologischen Bericht über die CT-Untersuchung des 

Schädels und der HWS vom 29. Dezember 2010 bei, der folgende zusammenfassende 

Beurteilung enthält: Keine erkennbaren Hinweise auf posttraumatische Veränderungen, 

keine Blutung intracraniell, keine Frakturen des Neurocraniums und der HWS. 

Erhebliche degenerative Veränderungen der HWS (UV-act. M40).

A.h. 

In einer erneuten Aktenbeurteilung vom 10. Juni 2021 kam Dr. H.___ zum Schluss, 

dass sich aus den neu eingereichten medizinischen Berichten keine neuen Fakten 

A.i. 

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B.  

ergäben, die berücksichtigt werden müssten. Die Ausführungen der Versicherten seien 

versicherungsmedizinisch nicht haltbar. Er müsse somit an seiner Stellungnahme vom 

29. März 2021 festhalten (UV-act. M42).

Mit Verfügung vom 11. Juni 2021 hielt die Axa an der mit Schreiben vom 9. April 

2021 angekündigten Leistungseinstellung per 31. Juli 2019 fest, wobei sie auf die 

Rückforderung der darüber hinaus ausgerichteten Leistungen (Taggeldleistungen bis 

29. Februar 2020, Heilkosten bis Juli 2020 und Physiotherapie bis 9. April 2021) 

weiterhin verzichtete (UV-act. A69).

A.j. 

Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. 

iur. K. Gehler, Rapperswil-Jona, am 12. Juli 2021 Einsprache (UV-act. A73). Am 27. 

August 2021 reichte die anwaltlich vertretene Versicherte eine ergänzende 

Einsprachebegründung ein (UV-act. A77) unter Beilage insbesondere verschiedener 

Bestätigungen von behandelnden Fachpersonen über durchgeführte 

alternativmedizinische oder manualtherapeutische Behandlungen (vgl. UV-act. A78).

B.a. 

In einer Aktenbeurteilung vom 25. November 2021 kam der beratende Arzt der 

Axa, Dr. med. J.___, Facharzt für Neurologie FMH, zum Schluss, dass keine 

unfallbedingten strukturellen Schäden des Körpers bestünden und eine Behandlung 

organischer unfallbedingter Folgen nicht mehr erforderlich sei. Nach Prellungen 

verschiedener Körperstellen sei eine vollständige Erholung innert weniger Wochen zu 

erwarten. Falls eine HWS-Distorsion QTF Grad 0 aufgetreten sei, was weder bejaht 

noch verneint werden könne, könne die Erholung in einem verzögerten Fall auch 

wenige Monate dauern. Spätestens ab Sommer 2019 könnten die organischen 

Unfallfolgen das Beschwerdebild aber in jedem Fall nicht mehr erklären (UV-act. M43).

B.b. 

Mit Schreiben vom 23. Februar 2022 stellte die Axa der Versicherten die 

medizinische Aktenbeurteilung ihres beratenden Arztes Dr. J.___ vom 25. November 

2021 zur allfälligen Stellungnahme zu und stellte in Aussicht, an der Terminierung der 

Versicherungsleistungen festzuhalten (UV-act. A80).

B.c. 

Mit Schreiben vom 29. April 2022 erklärte die Versicherte, weder mit der 

Schlussfolgerung noch mit dem Vorgehen der Axa einverstanden zu sein (UV-act. A85).

B.d. 

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C.  

Erwägungen

1.

Die Beschwerdegegnerin hat ihre Leistungspflicht im Zusammenhang mit dem Unfall 

vom 31. Januar 2019 initial anerkannt und zunächst Heilkosten- und Taggeldleistungen 

ausgerichtet. Strittig und zu prüfen ist die Rechtmässigkeit der Leistungseinstellung mit 

dem 31. Juli 2019 (Zeitpunkt, in welchem gemäss der Beschwerdegegnerin der Status 

Mit Einspracheentscheid vom 21. Juni 2022 wies die Axa die Einsprache der 

Versicherten ab (UV-act. A86).

B.e. 

Gegen diesen Einspracheentscheid erhob die weiterhin durch Rechtsanwalt 

Gehler vertretene Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin) am 23. August 2022 

Beschwerde. Sie beantragte, der Einspracheentscheid vom 21. Juni 2022 sei 

aufzuheben und die Axa (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) zu verpflichten, weiterhin 

und bis auf Weiteres sämtliche gesetzlichen Leistungen aus der obligatorischen 

Unfallversicherung auszurichten. Eventualiter sei die Streitsache zur Ergänzung der 

medizinischen Abklärungen und insbesondere zur Einholung eines polydisziplinären 

Gutachtens an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen; alles unter Kosten- und 

Entschädigungsfolge (zzgl. Mehrwertsteuer und Spesen) zulasten der 

Beschwerdegegnerin (act. G 1).

C.a. 

In ihrer Beschwerdeantwort vom 30. November 2022 beantragte die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (act. G 7).

C.b. 

In ihrer Replik vom 14. März 2023 hielt die Beschwerdeführerin an den in der 

Beschwerde gestellten Rechtsbegehren vollumfänglich fest (act. G 13) und reichte 

Unterlagen zu einem sich im Jahr 2010 ereigneten Unfallereignis (act. G 13.1.1) sowie 

einen Verlaufsbericht der Physiotherapie vom 15. Juni 2022 (act. G 13.1.2) ein.

C.c. 

Mit Schreiben vom 3. Mai 2023 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf die 

Erstattung einer umfassenden Duplik und verwies vollumfänglich auf ihre Ausführungen 

im angefochtenen Einspracheentscheid und in der Beschwerdeantwort vom 30. 

November 2022 (act. G 15).

C.d. 

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quo sine vel ante eingetreten ist) bzw. mit dem 29. Februar 2020 (Zeitpunkt, bis zu 

welchem die Beschwerdegegnerin Taggeldleistungen erbracht hat), dem 31. Juli 2020 

(Zeitpunkt, bis zu welchem die Beschwerdegegnerin Heilbehandlungsleistungen 

erbracht hat) und dem 9. April 2021 (Zeitpunkt, bis zu welchem die 

Beschwerdegegnerin die Kosten für die Physiotherapie übernommen hat) (UV-act. A69 

und A86).

2.  

Ist die versicherte Person infolge des Unfalls voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 

6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 

[ATSG; SR 830.1]), so hat sie Anspruch auf ein Taggeld (Art. 16 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über die Unfallversicherung [UVG; SR 832.20]). Sie hat zudem 

Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Art. 10 UVG). Eine 

Leistungspflicht des Unfallversicherers besteht insoweit nur für Gesundheitsschäden, 

die natürlich und adäquat kausal mit einem versicherten Unfallereignis 

zusammenhängen (vgl. Art. 6 Abs. 1 UVG; BGE 129 V 181 E. 3; Alexandra Rumo-

Jungo/André Pierre Holzer, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, in: Erwin Murer/

Hans-Ulrich Stauffer [Hrsg.], Rechtsprechung des Bundesgerichts zum 

Sozialversicherungsrecht, 4. Aufl. 2012, S. 53 ff.). Hat der Unfallversicherer seine 

Leistungspflicht für einen Gesundheitsschaden einmal anerkannt, so entfällt seine 

Leistungspflicht erst dann, wenn der Unfall nicht (mehr) die natürliche oder adäquate 

Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, wenn also letzterer nur noch und 

ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft zu, wenn entweder der 

(krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat 

(Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem 

schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustands auch ohne Unfall früher 

oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist. Trifft ein Unfall auf einen 

vorgeschädigten Körper und steht medizinischerseits fest, dass weder der Status quo 

sine noch der Status quo ante je wieder erreicht werden können, liegt eine 

richtungsgebende Verschlimmerung vor. Treten im Anschluss an einen Unfall 

Beschwerden auf, die zuvor nicht bestanden haben, und ist davon auszugehen, dass 

durch den Unfall lediglich ein zuvor stummer degenerativer Vorzustand aktiviert, nicht 

aber verursacht worden ist, so hat der Unfallversicherer bis zum Erreichen des Status 

quo sine oder ante Leistungen für das unmittelbar im Zusammenhang mit dem Unfall 

stehende Schmerzsyndrom zu erbringen (Urteil des Bundesgerichts vom 26. Februar 

2013, 8C_423/2012, E. 5.3 mit Hinweisen). Ebenso wie der leistungsbegründende 

natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von 

2.1. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 11/20

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unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem im 

Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit gänzlich fehlender Auswirkungen des 

Unfalls genügt nicht (vgl. zum Ganzen Urteil des Bundesgerichts vom 6. August 2008, 

8C_101/2008, E. 2.2 mit Hinweisen; RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b mit Hinweisen; 

Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 54).

Für die Beantwortung der Tatfrage nach dem Bestehen natürlicher 

Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin ist das Gericht in der Regel auf 

Angaben ärztlicher Experten oder Expertinnen angewiesen. Die Frage nach dem 

adäquaten Kausalzusammenhang ist demgegenüber eine Rechtsfrage, die vom Gericht 

nach den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln zu beurteilen ist (BGE 129 V 181 

E. 3.1 und 123 III 110; PVG 1984 Nr. 82, 174). Bei physischen Unfallfolgen spielt die 

Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen 

Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine 

Rolle, da sich hier die adäquate weitgehend mit der natürlichen Kausalität deckt (BGE 

134 V 111 f. E. 2.1 und 127 V 103 E. 5b/bb). Sind dagegen die Unfallfolgen organisch 

nicht (hinreichend) fassbar, ist eine eigenständige Adäquanzbeurteilung durchzuführen, 

wobei abhängig von den Verletzungen und dem Beschwerdebild entweder nach der 

sogenannten Psychopraxis (BGE 115 V 133) oder der Schleudertraumapraxis (BGE 117 

V 359 und 134 V 109) vorzugehen ist (vgl. zum Ganzen Entscheide des 

Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 9. Januar 2018, UV 2016/6, E. 3.4, 

und vom 10. November 2021, UV 2020/66, E. 2.2).

2.2. 

Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht 

für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch 

die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der 

Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen 

Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und 

ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Fachperson begründet und 

nachvollziehbar sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit 

weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder 

in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 

Inhalt (BGE 134 V 232 f. E. 5.1 und 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen).

2.3. 

Art. 8 der Bundesverfassung (BV; SR 101) und Art. 6 Ziff. 1 der Europäischen 

Menschenrechtskonvention (EMRK; SR 0.101) geben keinen formellen Anspruch auf 

eine versicherungsexterne Begutachtung, wenn Leistungsansprüche streitig sind (BGE 

135 V 470 E. 4.4 mit Hinweis; bestätigt in Urteil des Bundesgerichts vom 23. November 

2.4. 

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2012, 8C_592/2012, E. 5.3). Vielmehr kann auch den Berichten versicherungsinterner 

Ärzte und Ärztinnen rechtsprechungsgemäss Beweiswert beigemessen werden. Soll 

ein Versicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden 

werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen 

auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der 

versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen 

vorzunehmen (BGE 135 V 470 f. E. 4.4 und 4.6; bestätigt etwa in Urteil des 

Bundesgerichts vom 23. November 2012, 8C_592/2012, E. 5.3).

Auch reine Aktenbeurteilungen, wie sie vorliegend von Dr. H.___ und Dr. J.___ 

erstellt worden sind, können beweiskräftig sein, sofern ein lückenloser Befund vorliegt 

und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich 

feststehenden medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztliche Befassung 

mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt (Urteil des Bundesgerichts vom 

18. Juni 2014, 9C_196/2014, E. 5.1.1). Die Aktenbeurteilungen von Dr. J.___ und Dr. 

H.___ sind in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden und befassen sich zur 

Hauptsache mit der Beurteilung der Unfallkausalität. Rechtsprechungsgemäss kann 

gerade die Beurteilung des Kausalzusammenhangs zum Unfallereignis in einem 

Aktengutachten erörtert werden (Urteil des Bundesgerichts vom 21. September 2011, 

8C_396/2011, E. 5.2 mit Hinweis).

2.5. 

Soweit die Beschwerdeführerin im Zusammenhang mit der Einholung der 

medizinischen Beurteilung von Dr. J.___ eine Verletzung ihres rechtlichen Gehörs rügt 

(act. G 1 S. 3), kann ihr nicht gefolgt werden. Wie die Beschwerdegegnerin im 

Einspracheentscheid und in der Beschwerdeantwort zutreffend ausgeführt hat (vgl. UV-

act. A86 S. 4 und act. G 7 S. 5), darf ein Versicherungsträger den Sachverstand 

versicherungsinterner medizinischer Fachpersonen einbeziehen, ohne dass hierfür die 

vorgängige Einwilligung der versicherten Person erforderlich ist (Urteil des 

Bundesgerichts vom 31. Juli 2013, 8C_400/2013, E. 5.1 mit Verweis auf BGE 135 V 

467 f. E. 4.2 mit Hinweis). Da es sich bei der Aktenbeurteilung von Dr. J.___ nicht um 

ein Gutachten nach Art. 44 ATSG handelt, verfängt auch der Einwand der 

Beschwerdeführerin, wonach sie keine Ergänzungsfragen habe stellen können und bei 

der Auswahl des Sachverständigen nicht habe mitwirken können (act. G 1 S. 3), nicht 

(Urteil des Bundesgerichts vom 31. Juli 2013, 8C_400/2013, E. 5.3 mit Hinweis auf 

BGE 135 V 468 E. 4.2 und Urteil des Bundesgerichts vom 3. Februar 2012, 

8C_738/2011, E. 4.2). Dass es sich bei der Beurteilung von Dr. J.___ nicht um ein 

Gutachten, sondern um eine versicherungsinterne Beurteilung handelt, ist, wie bereits 

dargelegt, im Rahmen der Beweiswürdigung zu berücksichtigen. Soweit die 

2.6. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 13/20

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3.  

versicherungsinterne Beurteilung überzeugt, kann ihr jedoch vollen Beweiswert 

zukommen (vgl. oben E. 2.4 f.). Schliesslich ist das Aktengutachten von Dr. J.___ der 

Beschwerdeführerin vor Erlass des Einspracheentscheides zugestellt worden, sodass 

sie Gelegenheit zur Stellungnahme erhalten hat (UV-act. A80). Eine Verletzung des 

Anspruchs auf rechtliches Gehör (vgl. Art. 42 ATSG) ist demnach nicht auszumachen.

Nach dem Gesagten sprechen grundsätzlich keine formell-rechtlichen Gründe 

gegen einen Einbezug der Aktenbeurteilungen von Dr. H.___ und Dr. J.___. Inwieweit 

letztlich auf diese abgestellt werden kann, ist im Rahmen der nachfolgenden materiell-

rechtlichen Beurteilung bzw. Beweiswürdigung zu prüfen.

2.7. 

Unter Einbezug der versicherungsinternen Aktenbeurteilungen ist folglich zunächst 

zu prüfen, ob im Zeitpunkt der Leistungseinstellung noch strukturelle objektivierbare 

Unfallfolgen vorhanden gewesen sind, welche die über die Leistungseinstellung hinaus 

geklagten Beschwerden erklären können.

3.1. 

Für die Annahme unfallkausaler somatischer Restfolgen werden grundsätzlich eine 

unfallkausale strukturelle Läsion bzw. eine schlecht verheilte strukturelle Läsion als 

objektivierbares Korrelat verlangt. Objektivierbar sind Ergebnisse, die reproduzierbar 

und von der Person des Untersuchenden und den Angaben des Patienten bzw. der 

Patientin unabhängig sind. Folglich kann von objektiv ausgewiesenen organisch-

strukturellen Unfallfolgen dann gesprochen werden, wenn die erhobenen 

unfallkausalen Befunde mit – wissenschaftlich anerkannten – apparativen/bildgebenden 

Abklärungen (wie Röntgen, MRT, CT, EEG) bestätigt werden können (vgl. BGE 134 V 

232 E. 5.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts vom 28. Oktober 2009, 

8C_216/2009, E. 2 mit Hinweisen; vgl. ferner BGE 134 V 121 f. E. 9).

3.2. 

Die beratenden Ärzte der Beschwerdegegnerin gehen davon aus, dass es durch 

das Unfallereignis zu keinen neuen strukturellen Schädigungen oder 

richtungsgebenden Verschlimmerungen eines Vorzustandes gekommen sei (vgl. UV-

act. M34, M42 und M43).

3.3. 

Die Beschwerdeführerin ist demgegenüber der Ansicht, dass es zu einer 

strukturellen Schädigung oder richtungsgebenden Verschlimmerung gekommen sei 

(vgl. act. G 1 S. 12 f.). Sie stellt sich auf den Standpunkt, dass das Wirbelgleiten 

(Ventrolisthesis) HWK4/5 unfallbedingt sei oder zumindest durch den Unfall 

richtungsgebend verschlimmert worden sei. Die beratenden Ärzte der 

Beschwerdegegnerin würden lapidar behaupten, dass bezüglich der degenerativen 

3.4. 

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Veränderungen durch den Unfall keine Verschlimmerung eingetreten sei. Dabei sei 

allerdings nur die degenerative Veränderung HWK5/6 thematisiert worden. Die 

Ventrolisthesis sei nie untersucht und hinsichtlich einer Verschlimmerung nie abgeklärt 

worden (act. G 1 S. 11, 13 und 15 f.). In der CT-Untersuchung vom 29. Dezember 2010 

sei von einer Wirbelverschiebung im Bereich HWK4/5 noch nichts zu lesen gewesen 

(act. G 1 S. 13). Es könne folglich nicht einfach behauptet werden, das Wirbelgleiten sei 

schon vorbestehend gewesen. Dr. G.___ habe gerade ausgeführt, dass zentrales 

Thema ihres Schreibens vom 29. Mai 2021 das Neuauftreten einer Diskushernie und 

einer Instabilität nach dem Unfall 2019 sei (act. G 1 S. 19; vgl. dazu auch UV-act. M39). 

Verschlimmerungen seien auch unter kleinen Krafteinwirkungen möglich. Es sei davon 

auszugehen, dass gerade diese Instabilität zwischen den Halswirbelkörpern 4 und 5 zu 

den anhaltenden Beschwerden geführt habe (act. G 1 S. 12 f.; vgl. auch act. G 1 S. 7). 

Auch sei nie abgeklärt worden, ob der Unfall neurologische Folgen gezeitigt habe. 

Insgesamt sei der Fall durch die Beschwerdegegnerin somit unzureichend abgeklärt 

worden (act. G 1 S. 16).

Zunächst ist festzuhalten, dass sich der beratende Arzt Dr. J.___ entgegen der 

Behauptung der Beschwerdeführerin nicht nur zur degenerativen Veränderung 

HWK5/6, sondern auch eingehend zum Wirbelgleiten HWK4/5 geäussert hat. Er hat 

sich mit den Röntgenbildern vom 23. Januar 2019 und 1. März 2021 sowie den MRT-

Bildern der HWS vom 4. Februar 2019 selber auseinandergesetzt. Vergleichend hat er 

auch die HWS-CT-Befunde vom 29. Dezember 2010 herangezogen. Er hat 

nachvollziehbar und schlüssig ausgeführt, dass in der CT-Untersuchung der HWS vom 

29. Dezember 2010, also rund acht Jahre vor dem Unfallereignis, als degenerative 

Veränderungen eine Fehlhaltung der HWS mit Unterbruch der physiologischen Lordose 

bis Segment HWK5/6, eine Skoliose nach links und eine ausgeprägte Spondylose im 

Segment HWK5/6 beschrieben worden seien, wobei es sich beim Begriff Spondylose 

um einen Oberbegriff für die degenerative Erkrankung der Wirbelkörper infolge 

Bandscheibenschadens handle. In den HWS-Röntgenbildern vom 23. Januar 2019 und 

auch in denjenigen vom 1. März 2021 seien als Befunde eine Fehlhaltung der HWS mit 

Unterbruch der physiologischen Lordose in den Segmenten HWK2/3 bis HWK5/6, eine 

Skoliose nach links und eine Spondylose im Segment HWK5/6 zu sehen. Einerseits 

entsprächen die Befunde von 2019 somit denjenigen von 2010. Andererseits sei es im 

Verlauf bis 2021 radiologisch nicht zu einer fassbaren Zunahme der Degeneration 

gekommen. Auch ohne Kenntnis des Vorbefundes könne mit Sicherheit gesagt werden, 

dass die am 23. Januar 2019 sichtbaren Veränderungen vorbestehend sein müssten, 

weil zur Entstehung der hier vorhandenen knöchernen Veränderungen Jahre benötigt 

würden. Die Veränderungen könnten keinesfalls innert zwei Tagen entstehen. Sicher 

3.5. 

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vorbestehend sei auch die Verschiebung von HWK4 gegenüber 5. Dass diese 

Veränderung im CT von 2010 nicht beschrieben sei, spreche nicht dagegen. Einerseits 

sei das Ausmass der Verschiebung sehr gering und nicht jeder Radiologe erwähne eine 

derart geringe Veränderung explizit. Andererseits sei die CT-Untersuchung im Jahr 

2010 im Liegen durchgeführt worden, während die Röntgenbilder im Stehen 

aufgenommen worden seien. Durch die veränderte Belastung infolge der Schwerkraft 

werde sich ein instabiles Segment in der stehenden Aufnahme eher verschieben als im 

Liegen. Vor allem aus pathophysiologischen Überlegungen sei aber offensichtlich, dass 

die geringe Instabilität HWK4/5 nicht unfallbedingt sein könne. Eine unfallbedingte 

Instabilität könne nur auftreten, wenn die stabilisierenden Strukturen unfallbedingt akut 

zerstört würden. Konkret müssten dazu die Bänder um die Wirbelsäule zerreissen. Es 

würde sich dabei um eine äussert schwere Verletzung handeln, die einen 

wirbelsäulenchirurgischen Notfall mit der Notwendigkeit einer sofortigen Behandlung in 

einem Zentrumsspital zur Verhinderung einer Verschlechterung und Tetraplegie 

erfordern würde. Eine Verletzung des Bandapparates habe in der MRT-Untersuchung 

vom 4. Februar 2019 sicher ausgeschlossen werden können (UV-act. M43). Die 

Einschätzung des Neurologen Dr. J.___, wonach die radiologisch sichtbaren 

Veränderungen an der HWS nicht unfallkausal, sondern vorbestehend seien, stimmt 

sodann mit der Einschätzung des Rheumatologen Dr. H.___ vom 10. Juni 2021 überein. 

Auch dieser hat das Bildmaterial selber durchgesehen und festgehalten, dass bei einer 

traumatischen Diskushernie, aber auch bei einer Läsion, die zu einer Instabilität führe, 

eine akute vertebrale Symptomatik zu fordern sei, was zeitnah ausgeschlossen worden 

sei. Das Gleiche gelte für eine richtungsgebende Verschlimmerung eines Vorzustandes 

(UV-act. M42). Schliesslich ist auch der von der Beschwerdeführerin beauftragte Univ.-

Prof. Dr. med. K.___, Klinik für Orthopädie sowie Unfall- und 

Wiederherstellungschirurgie, Centrum L.___, in seiner Beurteilung vom 15. August 2022 

zum Schluss gekommen, dass entsprechend den vorliegenden Befunden, 

insbesondere der MRT-Untersuchung vom 4. Februar 2019 zwei Wochen nach dem 

Unfall, keine posttraumatischen Folgen im Bereich der HWS festzulegen seien, da 

insbesondere keine Signalanreicherung in den Bändern und Weichteilen sowie auch in 

den knöchernen Anteilen nachzuweisen gewesen seien. Vielmehr seien die 

beschriebenen Veränderungen wie die Diskusprotrusion HWK5/6 und auch die 

Anterolisthese HWK4/5 als degenerativ und vorbestehend zu werten (act. G 1.20 S. 9 

f.). Auch teilt Prof. K.___ die Auffassung von Dr. J.___, wonach eine traumatische 

Wirbelverschiebung im Sinne einer Ventrolisthese eine erhebliche Krafteinwirkung 

erfordere, was mit erheblichen, bereits initialen Schmerzen, gegebenenfalls sogar 

Neurologie verbunden sei. Bei einer traumatischen Verletzung des 

Wirbelsäulensegments wären seiner Einschätzung nach in der zeitnah durchgeführten 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 16/20

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4.  

MRT-Untersuchung frische Verletzungen nachweisbar gewesen mit erhöhter 

Signalintensität als Zeichen eines Hämatoms in den Weichteilen sowie auch einer 

Diskontinuität der Längsbänder bzw. eine erhöhte Signalintensität in den betroffenen 

knöchernen Bereichen. All dies sei in der zeitnah zum Unfallereignis durchgeführten 

MRT-Untersuchung vom 4. Februar 2019 nicht nachweisbar gewesen (act. G 1.20 S. 

11). Drei ausgewiesene Fachärzte aus den Bereichen Neurologie, Orthopädie und 

Rheumatologie sind somit übereinstimmend der Ansicht, dass sich aufgrund des 

bildgebenden Materials strukturelle Unfallfolgen ausschliessen lassen, namentlich auch 

das Wirbelgleiten nicht unfallkausal sei. Entgegen der Behauptung der 

Beschwerdeführerin fehlt es somit auch nicht an einer neurologischen Beurteilung. Im 

Übrigen haben bereits die Radiologen des Z.___ im Bericht zum MRT-Befund vom 4. 

Februar 2019 ausdrücklich festgehalten, dass keine posttraumatischen Veränderungen, 

jedoch degenerative Veränderungen vorliegen würden (UV-act. M2).

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass das Unfallereignis mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit zu keinen neuen oder richtungsgebend verschlimmerten 

strukturellen Verletzungen geführt hat, welche die über die faktische 

Leistungseinstellung der Heilbehandlung hinaus geklagten Beschwerden erklärten 

könnten.

3.6. 

Nach den Ergebnissen der medizinischen Forschung ist nun aber bekannt, dass 

bei Schleudertrauma- sowie äquivalenten Verletzungen auch ohne nachweisbare 

pathologische bzw. organische Befunde noch Jahre nach dem Unfall funktionelle 

Ausfälle verschiedenster Art auftreten können. Der Umstand, dass die für ein 

Schleudertrauma, eine Distorsion der HWS oder ein Schädel-Hirntrauma typischen 

Beschwerden nicht mit entsprechenden Untersuchungsmethoden (wie Röntgen, MRT, 

CT, EEG) objektivierbar sind, rechtfertigt für sich allein nicht, die diesbezüglichen 

Beschwerden in Abrede zu stellen (BGE 117 V 363 f. E. 5d/aa).

4.1. 

Aus diesem Grund ist das Bundesgericht in seiner älteren Rechtsprechung davon 

ausgegangen, dass der natürliche Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und der 

danach eingetretenen Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit in der Regel anzunehmen ist, 

wenn ein Schleudertrauma oder eine dem Schleudertrauma äquivalente Verletzung 

diagnostiziert worden ist und ein für diese Verletzung typisches Beschwerdebild mit 

einer Häufung von Beschwerden wie diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, 

Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit und 

Visusstörungen, Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung usw. 

4.2. 

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innerhalb von 24 bis höchstens 72 Stunden – wenn auch zunächst nicht in seiner 

umfassenden Ausprägung – nach dem Unfall aufgetreten ist (BGE 117 V 360 E. 4b; vgl. 

BGE 117 V 379 f. E. 3e und Urteil des Bundesgerichts vom 15. März 2007, U 258/06, E. 

4.3). In späteren Urteilen hat das Bundesgericht seine Rechtsprechung bezüglich der 

Voraussetzungen zur Annahme eines natürlichen Kausalzusammenhangs in 

Schleudertraumafällen jedoch verschärft. So hat es in BGE 119 V 340 E. 2b/aa bereits 

betont, dass auch bei Schleudermechanismen der HWS zuallererst die medizinischen 

Fakten wie die fachärztlichen Erhebungen über Anamnese, objektiven Befund, 

Diagnosen, Verletzungsfolgen, unfallfremde Faktoren etc. die massgeblichen 

Grundlagen für die Kausalitätsbeurteilung durch die Verwaltung und die Gerichte seien. 

Das Vorliegen eines Schleudertraumas und dessen Folgen müssten somit durch 

zuverlässige ärztliche Angaben gesichert sein. Treffe dies zu und sei die natürliche 

Kausalität aufgrund der ärztlichen Feststellungen im konkreten Fall unbestritten, so 

könne der natürliche Kausalzusammenhang ebenso aus rechtlicher Sicht als erstellt 

gelten (vgl. dazu auch BGE 134 V 122 E. 9.1). In BGE 134 V 109 hat das Bundesgericht 

weitere Anforderungen zu den vorzunehmenden medizinischen Abklärungen gestellt 

und namentlich auch festgehalten, dass inhaltlich überzeugende Aussagen dazu 

erforderlich seien, ob die geklagten Beschwerden überhaupt glaubhaft seien, und 

bejahendenfalls, ob für diese Beschwerden trotz Fehlens objektiv ausgewiesener 

organischer Unfallfolgen ein beim Unfall erlittenes Schleudertrauma der HWS, eine 

äquivalente Verletzung oder ein Schädel-Hirntrauma überwiegend wahrscheinlich 

zumindest eine Teilursache darstelle (vgl. BGE 109 V 125 E. 9.5).

Im Bericht des Z.___ vom 14. Februar 2019 zur Untersuchung vom 1. Februar 2019 

ist von einem leichten Schädel-Hirn-Trauma vom 21. Januar 2019 die Rede (act. M4 S. 

2). In den ärztlichen Erstberichten des D.___ ist ein solches hingegen nicht beschrieben 

(act. M5 ff.). Ein Schädel-Hirn-Trauma, welches höchstens den Schwergrad einer 

leichten Commotio cerebri (Gehirnerschütterung, SHT 1. Grades) nicht im Grenzbereich 

zu einer Contusio cerebri (Gehirnprellung, SHT 2. Grades) – erreicht, rechtfertigt 

gemäss der Rechtsprechung grundsätzlich ohnehin nicht die Anwendung der 

Schleudertrauma-Praxis (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 4. August 2008, E. 4 [publ. 

in: SVR 2008 UV Nr. 35 S. 133]; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 

13. Juni 2005, U 276/04, E. 2.2; vgl. ferner Urteile des Bundesgerichts vom 14. August 

2014, 8C_358/2014, E. 2.4.1, vom 16. Oktober 2013, 8C_258/2013, E. 4.3.2, und vom 

28. Juli 2011, 8C_270/2011, E. 2.1).

4.3. 

Weiter ist in den ärztlichen Berichten allerdings mehrfach eine HWS-Distorsion 

diagnostiziert worden, wobei es sich grundsätzlich um eine 

4.4. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 18/20

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schleudertraumaäquivalente Verletzung handeln könnte. Laut Dr. J.___ kann nicht 

abschliessend geklärt werden, ob beim Unfallereignis vom 21. Januar 2019 eine HWS-

Distorsion aufgetreten sei. Aufgrund des Unfallmechanismus sei prinzipiell denkbar, 

dass auch eine Verrenkung der HWS aufgetreten sei (eine Verrenkung sei medizinisch 

eine Distorsion). Der Mechanismus unterscheide sich allerdings grundlegend von 

demjenigen bei einem Schleudertrauma bei einem Autoauffahrunfall. Insbesondere sei 

es beim Unfall der Beschwerdeführerin nicht zu hin und her schleudernden 

Bewegungen des Kopfes gekommen, sodass die Verletzung gedanklich nicht mit 

einem HWS-Schleudertrauma verglichen werden könne. Falls eine HWS-Distorsion 

aufgetreten sei, was weder bejaht noch verneint werden könne, handle es sich gemäss 

der Klassifikation der Quebec Task Force (QTF) um einen Grad 0 der HWS-Distorsion, 

da bei der ersten Arztkonsultation weder Beschwerden noch Befunde der HWS 

vorgelegen hätten. Eine HWS-Symptomatik sei erst zwei Tage nach dem Unfall 

genannt worden. Auch die Röntgenbilder der HWS seien erst dann angefertigt worden 

(act. M43). Die Ausführungen von Dr. J.___ sind schlüssig und stehen in Einklang mit 

der medizinischen Aktenlage. Im Bericht zur am Unfalltag erfolgten Erstkonsultation im 

D.___ ist nämlich zu lesen, dass die Beschwerdeführerin über keine Übelkeit, keine 

Amnesie, kein Schwindel und keine Dyspnoe geklagt habe. Sie habe einzig Schmerzen 

sternal bis VAS6, atemabhängig, angegeben (UV-act. M7). Anlässlich der zwei Tage 

später erfolgten Konsultation vom 23. Januar 2019 sind dann erstmals 

Nackenschmerzen genannt worden (UV-act. M9). Auch wenn die Nackenschmerzen 

noch in die von der bundesgerichtlichen Rechtsprechung definierte Latenzzeit von 72 

Stunden fallen, ist demnach gestützt auf die Aktenlage nicht überwiegend 

wahrscheinlich erstellt, dass ein für Schleudertraumen typisches Beschwerdebild mit 

einer Häufung von Beschwerden (vgl. oben E. 4.2) zeitnah zum Unfall aufgetreten ist.

Selbst wenn also für die Zeit direkt nach dem Unfall von einem leichten Schädel-

Hirn-Trauma oder einer schleudertraumaähnlichen Verletzung mit tiefem Schweregrad 

auszugehen wäre, ist vorliegend überwiegend wahrscheinlich anzunehmen, dass über 

den Zeitpunkt der faktischen Einstellung der Heilbehandlung vom 31. Juli 2020 

(Physiotherapie 9. April 2021; vgl. UV-act. A69) hinaus jedenfalls keine Langzeitfolgen 

mehr vorgelegen haben, zumal die Rechtsprechung mit Verweis auf die medizinische 

Forschung (Gerhard Jenzer, Klinische Aspekte bei HWS-Belastungen durch 

Kopfanprall oder Beschleunigungsmechanismus; Grenzbereich zum leichten Schädel-

Hirn-Trauma, SZS 40/1996, S. 462 ff. und insbesondere S. 467; B.P. Radanov, Über 

Stellenwert der neuropsychologischen Diagnostik bei Patienten nach HWS-Distorsion, 

in: SZS 1996 S. 471 fff, 472 f. und 475) verschiedentlich festgehalten hat, der typische 

posttraumatische Verlauf nach einem leichten Schädel-Hirn-Trauma bzw. einer 

4.5. 

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Verletzung der HWS bringe eine Erholung innert sechs bis zwölf Wochen mit sich 

(Entscheide des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 14. Juli 2021, UV 

2021/10, E. 5.4, und vom 9. Januar 2018, UV 2016/6, E. 4.3.2). Weiter entspricht es 

gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung einer medizinischen 

Erfahrungstatsache, dass Prellungen, Verstauchungen oder Zerrungen der Wirbelsäule 

ohne strukturelle Läsionen im Allgemeinen in der Regel nach sechs bis neun Monaten, 

spätestens aber nach einem Jahr, abheilen (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 16. 

Dezember 2020, 8C_552/2020, E. 3.2, vom 3. September 2020, 8C_319/2020, 

8C_346/2020, E. 6.6, vom 26. August 2019, 8C_408/2019, E. 3.3 und vom 26. März 

2021, 8C_102/2021, E. 6.3.1). Dazu passt vorliegend, dass sich bei der 

Beschwerdeführerin anlässlich der Sprechstunde vom 6. November 2019 im Z.___ 

traumatologisch keine Restfolgen des Unfalls mehr gezeigt haben und keine weiteren 

Kontrollen mehr eingeplant worden sind (UV-act. M19), mithin auch die organischen 

Kontusions- oder Distorsionsfolgen seitens der Ärzteschaft damals als abgeheilt 

betrachtet worden sind.

Soweit die Beschwerdeführerin unter Hinweis auf die Beurteilung von Dr. K.___ 

psychische Beschwerden im Sinne einer posttraumatischen Belastungsstörung geltend 

macht (act. G 1 S. 15), ist festzuhalten, dass im Bericht des Z.___ vom 13. November 

2019 zwar von Problemen bei der Traumabewältigung gesprochen und eine 

diesbezügliche psychologische Abklärung angedacht worden ist (UV-act. M19), eine 

solche Abklärung oder gar eine psychologische Behandlung jedoch nicht aktenkundig 

sind und auch von der Beschwerdeführerin nicht behauptet werden. Selbst Dr. G.___ 

hat als Hausärztin der Beschwerdeführerin in ihrem Bericht vom 29. Mai 2021 keine 

psychologische Behandlung angesprochen (vgl. UV-act. M39). Im Weiteren liegt auch 

keine Arbeitsunfähigkeit vor. Aufgrund dieser Sachlage ist eine unfallkausale 

psychische Problematik nicht anzunehmen und weitere diesbezügliche Abklärungen 

sind nicht angezeigt (antizipierte Beweiswürdigung; vgl. BGE 122 V 162 E. 1d). Vor 

diesem Hintergrund erübrigt sich auch eine Adäquanzprüfung.

4.6. 

Die noch vor der faktischen Einstellung der Heilbehandlungsleistungen erfolgte 

faktische Einstellung der Taggeldleistungen per Ende Februar 2020 (vgl. UV-act. A69) 

ist ebenfalls nicht zu beanstanden, nachdem die Beschwerdeführerin ihre vor dem 

Unfall ausgeübte Arbeitstätigkeit per 1. März 2020 wieder voll aufgenommen hat (vgl. 

UV-act. M27).

4.7. 

Aufgrund der vorstehenden Ausführungen hat die Beschwerdegegnerin die 

Heilbehandlungs- und Taggeldleistungen demnach zu Recht eingestellt.

4.8. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 20/20

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5.  

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

Nach dem Gesagten ist die Beschwerde gegen den angefochtenen 

Einspracheentscheid abzuweisen.

5.1. 

Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. f  ATSG). Dem 

Verfahrensausgang entsprechend hat die Beschwerdeführerin auch keinen Anspruch 

auf eine Parteientschädigung.

5.2. bis

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	Entscheid Versicherungsgericht, 15.06.2023
	Art. 6, 10, 16 und 19 UVG: Die Einstellung der vorübergehenden Leistungen (Heilbehandlung und Taggeld) ist zu Recht erfolgt, da im Einstellungszeitpunkt keine organisch nachweisbaren Unfallfolgen mehr bestanden haben und auch keine schleudertraumaähnliche Verletzung mit Langezeitfolgen sowie keine natürlich kausalen psychischen Unfallfolgen überwiegend wahrscheinlich ausgewiesen sind. Abweisung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 15. Juni 2023, UV 2022/45).

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