# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b2710c03-a708-5dba-b805-6818ea6b68fe
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-03-04
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 04.03.2010 A-4360/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-4360-2008_2010-03-04.pdf

## Full Text

Abtei lung I
A-4360/2008 und A-4415/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  4 .  M ä r z  2 0 1 0

Richter Daniel Riedo (Vorsitz), 
Richter Thomas Stadelmann, Richter Pascal Mollard, 
Gerichtsschreiberin Gabriela Meier.

X. und Y._______,
Beschwerdeführer,

gegen

Eidgenössische Steuerverwaltung ESTV,
Hauptabteilung Mehrwertsteuer, Schwarztorstrasse 50, 
3003 Bern,
Vorinstanz.

Zahnprothetiker; Ermessensveranlagung; Solidarhaftung.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

A-4360/2008 und A-4415/2008

Sachverhalt:

A.
Die Zahnprothetiker X. und Y._______ führen in A._______ eine Praxis 
X. & Y._______ (einfache Gesellschaft), welche ab 1. Januar 1995 ins 
Register  der  Mehrwertsteuerpflichtigen  eingetragen  wurde.  X.  und 
Y._______  kamen  ihrer  Abrechnungspflicht  für  die  Steuerperioden 
1. Quartal 1996 bis 2. Quartal 2007 (Zeitraum vom 1. Januar 1996 bis 
30.  Juni  2007)  nicht  nach.  Sie  lehnten  eine  Kontrolle  vor  Ort  ab, 
reichten jedoch auf Verlangen der Eidgenössischen Steuerverwaltung 
(ESTV)  die  Bilanzen  und  Erfolgsrechnungen  für  die  Jahre  1996  bis 
2006 und mit Schreiben vom 20. November 2007 Angaben zu den bis 
zu jenem Zeitpunkt in jenem Jahr erzielten Umsätzen ein. Die ESTV 
auferlegte ihnen (mit EA Nr. _______ vom 21. November 2007) für die 
Steuerperioden  1.  Quartal  1996  bis  4. Quartal  2000  Steuern  in  der 
Höhe  von Fr. 31'988.--  und (mit  EA Nr. _______  vom 21. November 
2007)  für  die  Steuerperioden  1. Quartal  2001  bis  2. Quartal  2007 
Steuern in der Höhe von Fr. 38'923.--,  jeweils zuzüglich Verzugszins. 
In  der  Folge  reichten  sie  einen  "Rückweisungsbeschluss  bezüglich 
Rechnungen einer nicht vorhandenen Firma X. & Y._______ (...)" vom 
26. November  2007 ein und beantragten die rückwirkende Löschung 
aus dem Register der Mehrwertsteuerpflichtigen.

B.
Die  ESTV  hielt  mit  ihren  Entscheiden  vom 25. März  2008  an  ihren 
Steuerforderungen  in  der  Höhe  von  Fr.  31'988.--  und  Fr.  38'923.-- 
(beide nebst Verzugszins) fest.

C.
Dagegen erhoben X. und Y._______ mit Schreiben vom 29. März 2008 
bei  der  ESTV  Einsprache.  Sie  beantragten  die  Löschung  ihres 
Unternehmens  aus  dem Register  der  Mehrwertsteuerpflichtigen  und 
machten  geltend,  der  Preis  für  die  Zahnprotheselieferungen  werde 
durch sie selber und nicht durch die ESTV bestimmt. Überdies sei der 
Umsatz  in  der  Höhe  von  Fr.  12'000.--  immer  deklariert  worden. 
Schliesslich  brachten sie  vor,  die  Z.________ AG sei  seit  dem Jahr 
1991  Mitbenutzerin  der  Räumlichkeiten  und  erledige  die  zahntech-
nischen Arbeiten.

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D.
Die ESTV (nachfolgend Vorinstanz) wies die Einsprachen mit den Ein-
spracheentscheiden  vom  20.  Juni  2008  ab.  Sie  führte  aus,  X.  und 
Y._______ hätten eine Kontrolle  vor Ort  zur  Beurteilung der Steuer-
pflicht und zur Festlegung der steuerbaren Umsätze ab dem Jahr 1996 
abgelehnt.  Die  ESTV  habe  in  der  Folge  auf  eine  entsprechende 
Kontrolle  verzichtet  und  aufgrund  der  eingereichten  Unterlagen  und 
Angaben  entschieden.  Beim  Umsatz  sei  das  Mietentgelt  der 
Z._______  AG  von  Fr.  12'000.--  pro  Jahr  (für  das  Jahr  2007 
Fr. 6'000.--)  zu  Gunsten  der  Steuerpflichtigen  nicht  berücksichtigt 
worden.  Weiter  seien  die  Umsätze  gestützt  auf  die  von  X.  und 
Y._______ eingereichten Unterlagen und Angaben für die Jahre 1996 
bis 2007 ermessensweise festgesetzt worden.

E.
Gegen  diese  Einspracheentscheide  gelangten  X.  und  Y._______ 
(Beschwerdeführer) je mit gleichlautender und gemeinsamer Eingabe 
vom 25. Juni 2008 an das Bundesverwaltungsgericht und beantragten 
sinngemäss die Aufhebung der angefochtenen Entscheide.

F.
Mit  Zwischenverfügungen vom 3. Juli  2008 wurden die Beschwerde-
führer  zur  Bezahlung  eines  Kostenvorschusses  in  der  Höhe  von  je 
Fr. 2'500.--  aufgefordert  und gleichzeitig  wurde  ihnen  die  Besetzung 
des Spruchkörpers bekannt gegeben.
Die Beschwerdeführer ersuchten mit  Schreiben vom 8. Juli  2008 um 
Ausstand des Instruktionsrichters und der beiden mitwirkenden Richter 
sowie um Erlass des Kostenvorschusses.

G.
Mit  Zwischenentscheid  des  Bundesverwaltungsgerichts  vom 
29. September 2008 erfolgte eine Abweisung der Ausstandsbegehren. 
Die Beschwerden in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gegen den 
ebenfalls abweisenden Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts be-
treffend Bezahlung des Kostenvorschusses wurde mit Urteil des Bun-
desgerichts 2C.521/2008 vom 22. Juli 2008 abgewiesen, soweit darauf 
eingetreten wurde.

H.
Die Vorinstanz beantragte mit  Vernehmlassung vom 19. Januar 2009 
die kostenfällige Abweisung der Beschwerden und die Vereinigung der 
Verfahren A-4360/2008 und A-4415/2008.

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I.
Die  Beschwerdeführer  reichten  mit  unaufgeforderter  Eingabe  vom 
26. Januar 2009 eine "Richtigstellung bezüglich Vernehmlassung der 
ESTV vom 19.01.09" ein.

Auf die Begründung der Eingaben ans Bundesverwaltungsgericht wird 
– soweit  entscheidwesentlich  – im  Rahmen  der  Erwägungen  näher 
eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Angefochten ist ein Einspracheentscheid der ESTV und damit eine 
Verfügung nach Art. 5  des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 
über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021). Das Bundesver-
waltungsgericht ist  zuständige Beschwerdeinstanz (Art. 31, Art. 32 e 
contrario und Art. 33 Bst. d des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 
über das Bundesverwaltungsgericht [Verwaltungsgerichtsgesetz, VGG, 
SR 173.32]). Das vorliegende Verfahren richtet sich nach dem VwVG, 
soweit das VGG nichts anderes bestimmt.

1.2 Am  1.  Januar  2010  ist  das  Mehrwertsteuergesetz  vom 12.  Juni 
2009 (MWSTG, SR 641.20) in Kraft getreten. Die bisherigen gesetzli-
chen Bestimmungen sowie die darauf gestützt erlassenen Vorschriften 
bleiben grundsätzlich weiterhin auf alle während ihrer Geltungsdauer 
eingetretenen  Tatsachen  und  entstandenen  Rechtsverhältnisse  an-
wendbar (Art. 112 Abs. 1 MWSTG). Soweit der Sachverhalt vom 1. Ja-
nuar 2001 bis 30. Juni 2007 betroffen ist,  untersteht das vorliegende 
Verfahren  deshalb  in  materieller  Hinsicht  dem  Bundesgesetz  vom 
2. September  1999  über  die  Mehrwertsteuer  (aMWSTG,  AS  2000 
1300). Für die Zeit vom 1. Januar 1996 bis 31. Dezember 2000 finden 
ferner die Bestimmungen der Verordnung vom 22. Juni 1994 über die 
Mehrwertsteuer (aMWSTV, AS 1994 1464) Anwendung (Art. 93 und 94 
aMWSTG).  Namentlich  die  Verjährung  ist  ein  matriell-rechtliches 
Institut  (vgl. dazu  BGE 126  II  1  E. 2a  mit  weiteren Hinweisen). Die 
Frage  nach  der  Verjährung  der  bis  Ende  des  Jahres  2000 
geschuldeten  Steuer  wird  deshalb  nach  den  Bestimmungen  der 
aMWSTV  beurteilt,  für  die  Zeit  danach  gemäss  dem  aMWSTG 
(Art. 112 Abs. 1 letzter Satz MWSTG i.V.m. Art. 93 aMWSTG).

Demgegenüber ist  das neue mehrwertsteuerliche Verfahrensrecht  im 
Sinne von Art. 113 Abs. 3 MWSTG auf sämtliche im Zeitpunkt des In-

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krafttretens  hängige  Verfahren  anwendbar.  Allerdings  ist  Art.  113 
Abs. 3  MWSTG  insofern  restriktiv  auszulegen,  als  gemäss  höchst-
richterlicher Rechtsprechung nur eigentliche Verfahrensnormen sofort 
auf hängige Verfahren anzuwenden sind, und es dabei nicht zu einer 
Anwendung von neuem materiellen  Recht  auf  altrechtliche Sachver-
halte kommen darf (ausführlich: Urteil des Bundesverwaltungsgerichts 
A-1113/2009 vom 23. Februar 2010 E. 1.3.3.2). Kein Verfahrensrecht in 
diesem engen Sinn stellen im vorliegenden Fall etwa die nachfolgend 
abgehandelten  Themen  wie  die  Buchführungspflicht,  das  Selbst-
veranlagungsprinzip,  die  Ermessensveranlagung  oder  gar  der 
Verzugszins  etc.  dar,  so  dass  vorliegend  diesbezüglich  noch  altes 
Recht anwendbar ist. Keine Anwendung finden deshalb beispielsweise 
Art.  70,  71,  72,  79  oder  87  MWSTG,  obwohl  sie  unter  dem  Titel 
„Verfahrensrecht für die Inland- und die Bezugsteuer“ stehen.

1.3 Jeder vorinstanzliche Entscheid bildet grundsätzlich ein selbstän-
diges  Anfechtungsobjekt  und  ist  deshalb  einzeln  anzufechten.  Von 
diesem  Grundsatz  kann  jedoch  abgewichen  und  die  Anfechtung  in 
einem gemeinsamen Verfahren mit  einem einzigen Urteil  zugelassen 
werden, wenn die einzelnen Sachverhalte in einem engen inhaltlichen 
Zusammenhang stehen und sich in allen Fällen gleiche oder ähnliche 
Rechtsfragen stellen. Unter denselben Voraussetzungen können auch 
getrennt eingereichte Beschwerden in einem Verfahren vereinigt wer-
den (BGE 131 V 461 E. 1.2; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-
1478/2006 vom 10. März 2008 E. 1.2). Ein solches Vorgehen dient der 
Verfahrensökonomie  und  liegt  im  Interesse  aller  Beteiligten  (ANDRÉ 
MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER,  Prozessieren  vor  dem  Bun-
desverwaltungsgericht, Basel 2008, Rz. 3.17). Diese Voraussetzungen 
sind für die beiden vorliegenden Verfahren klar erfüllt; stellen sich doch 
die gleichen Rechtsfragen und ist derselbe Sachverhalt betroffen. Aus 
diesen Gründen sind die Verfahren A-4360/2008 und A-4415/2008 zu-
sammenzulegen, was die ESTV im Übrigen ausdrücklich und die Be-
schwerdeführer  mit  ihrer  gemeinsam  unterzeichneten  Beschwerde 
implizite beantragen.

1.4 Die  Anfechtungs-  oder  Beschwerdeobjekte  sind  die  Einsprache-
entscheide  der  ESTV  vom  20.  Juni  2008,  in  welchen  die  Steuer-
forderungen  vom  1. Quartal  1996  bis  2. Quartal  2007  festgelegt 
wurden. Die Beschwerdeführer bringen vor, die Kontrolle vom 2. Mai 
1996  könne  nicht  als  Basis  für  die  Eintragung  vom 1. Januar  1995 
"bezeichnet"  werden.  Soweit  sie  damit  die  Steuerpflicht  oder  die 

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Steuernachforderung für  den Zeitraum zwischen 1. Januar 1995 und 
31. Dezember 1995 in Frage stellen wollen, ist festzuhalten, dass mit 
Urteil  des  Bundesgerichts 2A.455/2006  vom  1. März  2007  bereits 
rechtskräftig  darüber entschieden worden ist. Auf diesen Punkt  kann 
nicht eingetreten werden. Soweit die Rügen der Beschwerdeführer die 
Steuerperioden der Jahre 1996 bis 2007 betreffen, ist auf die grund-
sätzlich  form-  und  fristgerecht  (Art.  50  ff.  VwVG)  eingereichten  Be-
schwerden einzutreten, insofern sie überhaupt sachbezogen sind.

1.5 Das Bundesverwaltungsgericht  kann die  angefochtenen Einspra-
cheentscheide  grundsätzlich  in  vollem  Umfang  überprüfen.  Der  Be-
schwerdeführer kann neben der Verletzung von Bundesrecht (Art. 49 
Bst. a  VwVG)  und  der  unrichtigen  oder  unvollständigen  Feststellung 
des  rechtserheblichen  Sachverhalts  (Art. 49  Bst.  b  VwVG)  auch  die 
Rüge  der  Unangemessenheit  erheben  (Art. 49  Bst. c  VwVG;  vgl. 
MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER,  a.a.O.,  Rz. 2.149;  ULRICH HÄFELIN/GEORG 
MÜLLER/FELIX UHLMANN,  Allgemeines  Verwaltungsrecht,  5. Aufl.,  Zürich 
2006, Rz. 1758 ff.).

2.
2.1 Mehrwertsteuerpflichtig ist, wer eine mit der Erzielung von Einnah-
men  verbundene  gewerbliche  oder  berufliche  Tätigkeit  selbstständig 
ausübt, auch wenn die Gewinnabsicht fehlt, sofern seine Lieferungen, 
seine Dienstleistungen und sein Eigenverbrauch im Inland jährlich ge-
samthaft  Fr. 75'000.--  übersteigen  (Art.  17  aMWSTV, Art.  21  Abs. 1 
aMWSTG).  Der  für  die  Feststellung  der  Steuerpflicht  massgebende 
Umsatz bemisst  sich bei  den der Steuer unterliegenden Lieferungen 
und  Dienstleistungen  nach  den  vereinnahmten  Entgelten  (Art.  26 
aMWSTV, Art. 21 Abs. 3 Bst. a aMWSTG). Von der Steuerpflicht aus-
genommen  sind  Unternehmen  mit  einem  Jahresumsatz  zwischen 
Fr. 75'000.-- und Fr. 250'000.--, sofern der nach Abzug der Vorsteuer 
verbleibende Mehrwertsteuerbetrag (sogenannte Steuerzahllast) regel-
mässig nicht mehr als Fr. 4'000.-- betragen würde (Art. 19 aMWSTV, 
Art. 25 Abs. 1 Bst. a aMWSTG).

Steuerpflichtig  sind  unter  anderem  Personengesamtheiten  ohne 
Rechtsfähigkeit,  welche  unter  gemeinsamer  Firma  Umsätze  tätigen 
(Art. 17 Abs. 2 aMWSTV, Art. 21 aMWSTG). Dazu gehört auch die ein-
fache  Gesellschaft  (Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-1634/ 
2006 vom 31. März 2009 E. 2.1.2,  A-1544/2006 vom 11. September 
2008 E. 2.1.2; GERHARD SCHAFROTH/DOMINIK ROMANG, mwst.com, Kommen-

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tar zum Bundesgesetz über die Mehrwertsteuer, Basel 2000, Rz. 17 zu 
Art. 21). Die Teilhaber an einer einfachen Gesellschaft  haften solida-
risch  im  Rahmen  ihrer  zivilrechtlichen  Haftbarkeit  mit  dem  Steuer-
pflichtigen  (Art.  25  Abs.  1  Bst.  a  aMWSTV,  Art. 32  Abs.  1  Bst.  a 
aMWSTG).

2.2 Die im Inland gegen Entgelt  erbrachten Lieferungen von Gegen-
ständen unterliegen der Mehrwertsteuer, sofern sie nicht ausdrücklich 
von  der  Steuer  ausgenommen  sind  (Art.  4  Bst.  a  aMWSTV,  Art.  5 
Bst. a aMWSTG). Von der Mehrwertsteuer ausgenommen (unecht be-
freit) sind unter anderem die von Zahnärzten oder Angehörigen ähn-
licher Heil- und Pflegeberufe erbrachten Heilbehandlungen im Bereich 
der Humanmedizin (Art. 14 Ziff. 3 aMWSTV, Art. 18 Ziff. 3 aMWSTG). 
Unter  der Geltung der aMWSTV wird die Lieferung fester  Prothesen 
und zahnprothetischer Apparate durch einen Zahnarzt als Teil der ärzt-
lichen Heilbehandlung verstanden und deshalb von der Mehrwertsteu-
er  ausgenommen. Hingegen wird  die blosse Lieferung von Zahnpro-
thesen  explizit  als  steuerbar  erklärt (Art. 14  Ziff.  3  aMWSTV;  ISABEL 
HOMBERGER GUT,  mwst.com,  Kommentar  zum  Bundesgesetz  über  die 
Mehrwertsteuer,  Basel 2000,  Rz. 24 zu Art. 18 Ziff. 3). Das Bundes-
gericht hat in BGE 124 II 193 ff. ausgeführt, es entspreche Sinn und 
Zweck von Art. 14  Ziff. 3  aMWSTV, wenn die  Lieferung von heraus-
nehmbaren Zahnprothesen an Patienten, unabhängig von der Person 
des Lieferanten, nicht als eine von der Steuer ausgenommene Heilbe-
handlung  gelte  – im  Unterschied  zu  festsitzendem  Zahnersatz  und 
kieferorthopädischen Apparaturen. Die Steuerbarkeit  von Lieferungen 
von Zahnprothesen gemäss Art. 14 Ziff. 3 aMWSTV wurde ausserdem 
für  verfassungskonform  erklärt  (vgl.  dazu  insbesondere  BGE  124  II 
193 E. 6 ff.). Im aMWSTG wird die Lieferung von Prothesen und ortho-
pädischen Apparaten demgegenüber einheitlich der Steuer unterstellt. 
Deshalb sind auch Lieferungen von Prothesen, welche in eine ärztliche 
Heilbehandlung einfliessen, steuerbar  (HOMBERGER GUT,  a.a.O., Rz. 25 
zu Art. 18 Ziff. 3).

2.3 Das  Handeln  wird  mehrwertsteuerlich  grundsätzlich  demjenigen 
zugerechnet, der nach aussen, gegenüber Dritten in eigenem Namen 
auftritt (statt vieler: Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-1341/2006 
vom 7. März 2007 E. 2.3.1).

2.4 Die Veranlagung und Entrichtung der Mehrwertsteuer erfolgt nach 
dem  Selbstveranlagungsprinzip  (vgl.  ERNST BLUMENSTEIN/PETER LOCHER, 

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System  des  schweizerischen  Steuerrechts,  6. Aufl.,  Zürich  2002, 
S. 421  ff.). Dies  bedeutet,  dass  der  Mehrwertsteuerpflichtige  selbst 
und unaufgefordert über seine Umsätze und Vorsteuern abzurechnen 
und innerhalb von 60 Tagen nach Ablauf der Abrechnungsperiode den 
geschuldeten  Mehrwertsteuerbetrag  (Steuer  vom  Umsatz  abzüglich 
Vorsteuern) an die ESTV abzuliefern hat (Art. 37 f. aMWSTV, Art. 46 f. 
aMWSTG;  ALOIS CAMENZIND/NIKLAUS HONAUER/KLAUS A.  VALLENDER,  Hand-
buch  zum  Mehrwertsteuergesetz  [MWSTG],  2.  Aufl.,  Bern  2003, 
Rz. 1579,  JEAN-DANIEL ROUVINEZ,  mwst.com,  Kommentar  zum Bundes-
gesetz über die Mehrwertsteuer, Basel 2000, Rz. 1 ff. zu Art. 47 Abs. 1 
und 2). Ein Verstoss des Steuerpflichtigen gegen diesen Grundsatz ist 
im alten Recht als schwerwiegend anzusehen, da er durch die Nicht-
einhaltung dieser Vorschrift die ordnungsgemässe Erhebung der Mehr-
wertsteuer  gefährdet  (Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-
746/2007  vom  6. November  2009  E.  2.1,  A-1560/2007  vom 
20. Oktober 2009 E. 3.2, A-1636/2006 vom 2. Juli 2008 E. 2.1). 

Der Mehrwertsteuerpflichtige hat seine Geschäftsbücher ordnungsge-
mäss zu führen und so einzurichten, dass sich aus ihnen die für die 
Feststellung der  Mehrwertsteuerpflicht  sowie für  die Berechnung der 
Steuer  und  der  abziehbaren  Vorsteuern  massgebenden  Tatsachen 
leicht  und  zuverlässig  ermitteln  lassen  (Art. 47  Abs. 1  aMWSTV, 
Art. 58 Abs. 1 aMWSTG).

2.5
2.5.1 Die ESTV nimmt eine Schätzung nach pflichtgemässem Ermes-
sen  nur  vor,  wenn  der  Steuerpflichtige  seine  Abrechnungspflichten 
nicht  erfüllt  oder  die  ausgewiesenen  Ergebnisse  mit  dem wirklichen 
Sachverhalt  offensichtlich  nicht  übereinstimmen  (Art. 48  aMWSTV, 
Art. 60 aMWSTG; CAMENZIND/HONAUER/VALLENDER, a.a.O., Rz. 1680).

2.5.2 Sind die Voraussetzungen für eine Ermessenstaxation erfüllt, ist 
die ESTV nicht nur berechtigt, sondern sogar verpflichtet, eine solche 
vorzunehmen. Ihr Ermessen hat sie dabei pflichtgemäss auszuüben. In 
Ausübung dieses pflichtgemässen Ermessens hat die Verwaltung die-
jenige Schätzungsmethode zu wählen,  die  den individuellen  Verhält-
nissen im Betrieb der Steuerpflichtigen soweit als möglich Rechnung 
trägt,  auf  plausiblen  Angaben  beruht  und  deren  Ergebnis  der  wirk-
lichen  Situation  möglichst  nahe  kommt  (Urteil  des  Bundesgerichts 
2C.426/2007 vom 22. November 2007; Urteile des Bundesverwaltungs-
gerichts A-746/2007 vom 6. November 2009 E. 4.1, A-3678/2007 vom 

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18. August 2009 E. 3.2 f., A-1527/2006 vom 6. März 2008 E. 2.3). In 
Betracht fallen einerseits Methoden, die auf eine Ergänzung oder Re-
konstruktion  der  ungenügenden  Buchhaltung  hinauslaufen,  anderer-
seits  Umsatzschätzungen  aufgrund  unbestrittener  Teil-Rechnungser-
gebnisse  in  Verbindung  mit  Erfahrungssätzen  (Urteil  des  Bundes-
gerichts vom 4. Mai 1983, veröffentlicht in Archiv für Schweizerisches 
Abgaberecht  [ASA] 52 S. 234 E. 4;  Urteil  des Bundesverwaltungsge-
richts  A-1560/2007  vom  20.  Oktober  2009  E. 4.4;  vgl.  zum  Ganzen 
auch PASCAL MOLLARD,  TVA  et  taxation  par  estimation,  in  ASA 69 
S. 526 ff., 557). Die brauchbaren Teile der Buchhaltung und allenfalls 
vorhandene Belege sind soweit als möglich bei der Schätzung mitzu-
berücksichtigen. Sie können durchaus als Basiswerte der Ermessens-
taxation  fungieren  (HANS GERBER,  Die  Steuerschätzung  [Veranlagung 
nach Ermessen], in Steuer Revue [StR] 1980, S. 307).

2.5.3 Die ESTV ermittelt im Rahmen der Ermessenseinschätzung den 
pflichtwidrig  nicht  oder  falsch  deklarierten  Umsatz  des  Steuerpflich-
tigen.  Da es sich indes bei den Vorsteuern um steuermindernde Tat-
sachen handelt, obliegt der formgerechte Beweis für das Vorliegen der 
angefallenen  Vorsteuern  dem Mehrwertsteuerpflichtigen  (BLUMENSTEIN/ 
LOCHER, a.a.O., S. 415, 453 f.; vgl. dazu auch unten E. 2.6.2); ihm ist es 
anheim  gestellt,  ob  er  davon  Gebrauch  machen  will  (Urteil  des 
Bundesgerichts 2A.558/2005 vom 8. Mai 2006 E. 2.3; Urteile des Bun-
desverwaltungsgerichts  A-1634/2006  vom 31.  März  2009  E.  5.3,  A-
1353/2006 vom 7. April  2008 E. 2.6,  3.1). Eine Schätzung der  nicht 
nachgewiesenen Vorsteuern wird durch die ESTV nur ausnahmsweise 
vorgenommen  (Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-1374/2006 
vom 21. Januar  2008 E. 3.2,  A-1553/2006 vom 26. September  2007 
E. 3.1). Ohne Bedeutung ist eine Schätzung der Vorsteuern jedoch im 
Rahmen  der  Ermessenstaxation  bei  jenen  Steuerpflichtigen,  welche 
nach Saldosteuersätzen abrechnen; hier hat die ESTV den Ausgangs-
umsatz zu schätzen und die Steuer sodann mittels des branchenkon-
formen Saldosteuersatzes, der die Vorsteuer pauschal berücksichtigt, 
zu  berechnen  (Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-1549/2006 
vom 16. Mai 2008 E. 4.4, A-1535/2006 vom 14. März 2007 E. 2.5.3). 
Die Voraussetzungen, welche für die Geltendmachung des Vorsteuer-
abzuges  erfüllt  sein  müssen,  sind  dabei  nicht  zu  prüfen  (CAMENZIND/ 
HONAUER/VALLENDER, a.a.O., Rz. 1687).

Der  im Einzelfall  anzuwendende Saldosteuersatz  ist  nicht  gesetzlich 
bestimmt,  sondern  wird  von der  ESTV aufgrund  der  branchenspezi-

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fischen  Besonderheiten  (anwendbarer  Steuersatz,  Anlageintensität, 
Personalaufwand,  so  CAMENZIND/HONAUER/VALLENDER,  a.a.O.,  Rz. 1541) 
festgelegt.  Der  so  ermittelte  Saldosteuersatz  widerspiegelt  die  Diffe-
renz  zwischen  dem  Normalsteuersatz  und  dem  –  aus  mittelfristiger 
Sicht – vermuteten Anteil  an vorsteuerbelasteten Aufwendungen und 
Investitionen  einer  ganzen  Branche  bzw.  einer  Geschäftstätigkeit 
(Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-2036/2008  vom 19.  August 
2009 E. 2.2.2).

2.6
2.6.1 Ob die Voraussetzungen für die Vornahme einer Ermessensver-
anlagung gegeben sind, überprüft  das Bundesverwaltungsgericht un-
eingeschränkt. Bei der Kontrolle von zulässigerweise erfolgten Ermes-
sensveranlagungen auferlegt es sich allerdings eine gewisse Zurück-
haltung  (Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-1527/2006  vom 
6. März  2008  E. 1.4,  A-1531/2006 vom 10. Januar  2008  E. 2.1). Die 
Rechtmässigkeit dieser Praxis wurde höchstrichterlich bestätigt (Urteil 
des Bundesgerichts 2C.426/2007 vom 22. November 2007 E. 4.3).

2.6.2 Sind die  Voraussetzungen einer  Ermessenstaxation  erfüllt,  ob-
liegt  es  der  Steuerpflichtigen,  den  Beweis  für  die  Unrichtigkeit  der 
Schätzung zu erbringen. Erst wenn ihr der Nachweis gelingt, dass der 
Vorinstanz dabei erhebliche Ermessensfehler unterlaufen sind, nimmt 
das  Bundesverwaltungsgericht  eine  Korrektur  der  vorinstanzlichen 
Schätzung  vor  (Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-746/2007 
vom  6.  November  2009  E. 5.2,  A-1531/2006  vom  10. Januar  2008 
E. 2.5.2). Insoweit erfolgt eine Abkehr von der allgemeinen Beweislast-
regel,  wonach die Steuerbehörde die Beweislast für  Tatsachen trägt, 
welche  die  Steuerpflicht  als  solche  begründen  oder  die  Steuerfor-
derung erhöhen (sog. steuerbegründende und -mehrende Tatsachen), 
währenddem  die  Steuerpflichtige  für  die  steueraufhebenden  und 
-mindernden Tatsachen beweisbelastet ist,  das heisst  für solche Tat-
sachen,  welche  eine  Steuerbefreiung  oder  Steuerbegünstigung  be-
wirken (statt vieler: Urteil des Bundesgerichts vom 14. Juli 2005, ver-
öffentlicht in ASA 75 S. 495 ff. E. 5.4; Urteile des Bundesverwaltungs-
gerichts  A-1503/2007  vom  5. Dezember  2007  E. 1.3,  A-1373/2006 
vom 16. November 2007 E. 2.1, je mit Hinweisen).

2.7 Die Mehrwertsteuerforderung verjährt fünf Jahre nach Ablauf des 
Kalenderjahres,  in  dem sie  entstanden ist  (Art. 40 Abs. 1 aMWSTV, 
Art. 49 Abs. 2 aMWSTG). Der Lauf der Verjährungsfrist wird durch jede 

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Einforderungshandlung  und  jede  Berichtigung  durch  die  zuständige 
Behörde  gegenüber  allen  Zahlungspflichtigen  unterbrochen  (Art.  40 
Abs. 2 und 3 aMWSTV, Art. 49 Abs. 2 und 3 aMWSTG). Die aMWSTV 
selber kennt im Gegensatz zu Art. 49 Abs. 4 aMWSTG keine absolute 
Verjährungsfrist von fünfzehn Jahren.

2.8 Bei verspäteter Entrichtung der Mehrwertsteuer (vgl. oben E. 2.4) 
durch  den  Steuerpflichtigen  oder  diejenigen  Personen,  welche  aus 
der Steuerforderung mithaften (BLUMENSTEIN/LOCHER, a.a.O., S. 485), ist 
ohne Mahnung und unabhängig vom Verschulden ein Verzugszins zu 
bezahlen  (Art. 38  Abs. 2  aMWSTV, Art.  47  Abs. 2  aMWSTG; Kom-
mentar des Eidgenössischen Finanzdepartements [EFD] zur Verord-
nung  über  die  Mehrwertsteuer  vom  22. Juni  1994,  S. 38;  ROUVINEZ, 
a.a.O.,  Rz. 4  zu  Art. 47  Abs.  1  und  2).  Dieser  ist  selbst  dann  ge-
schuldet, wenn die Mehrwertsteuerforderung noch nicht rechtskräftig 
festgesetzt  ist  (Urteile  des Bundesverwaltungsgerichts  A-1475/2006 
vom  20. November  2008  E. 7,  A-1378/2006  vom  27. März  2008 
E. 2.8;  CAMENZIND/HONAUER/VALLENDER,  a.a.O.,  Rz. 1601). Der  Verzugs-
zinssatz beläuft sich gemäss den entsprechenden Verordnungen des 
EFD auf 5% (Art. 81 Bst. a aMWSTV i.V.m. Art. 1 der Verordnung des 
EFD über die Verzinsung vom 14. Dezember  1994 [AS 1994 3170], 
Art. 90 Abs. 3 Bst. b aMWSTG i.V.m. Art. 1 der Verordnung des EFD 
über  die  Verzugs-  und Vergütungszinssätze vom 20. Juni  2000  [AS 
2000 2146]).

2.9 Art. 29  Abs. 1  BV  gewährleistet  als  Mindestanforderung  an  ein 
rechtsstaatliches  Verfahren  den  Erlass  eines  Entscheides  innerhalb 
einer angemessenen Frist. Denselben Anspruch gewährt der auf das 
Steuerverfahren nicht anwendbare (STEFAN OESTERHELT,  Anwendbarkeit 
von  Art.  6  EMRK  auf  Steuerverfahren,  in  ASA  75  S. 593 ff.)  Art. 6 
Ziff. 1  der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Men-
schenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101), wonach Streitig-
keiten  über  zivilrechtliche  Ansprüche  und  Verpflichtungen  innerhalb 
angemessener  Frist  zu  behandeln  sind  (Urteil  des  Bundesgerichts 
vom 18. Oktober 2004, veröffentlicht in Die Praxis des Bundesgerichts 
[Pra] 2005 Nr. 58 S. 447 E. 2). Für die Frage, ob die Dauer des Ver-
fahrens einem ordentlichen Geschäftsablauf entspricht, ist sinngemäss 
auf die zur Rechtsverzögerungsbeschwerde entwickelten Kriterien ab-
zustellen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 12T.1/2007 vom 29. Mai 2007 
E. 3).

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Eine Gerichts- oder Verwaltungsbehörde muss jeden Entscheid binnen 
einer  Frist  fassen,  die nach der  Natur  der  Sache und nach den ge-
samten übrigen Umständen als angemessen erscheint. Die Angemes-
senheit  der  Dauer  bestimmt  sich  nicht  absolut.  Sie  ist  im  Einzelfall 
unter Berücksichtigung der gesamten Umstände zu beurteilen und in 
ihrer Gesamtheit zu würdigen. Dabei sind insbesondere die Natur so-
wie der Umfang und die Komplexität der Sache, das Verhalten der be-
troffenen  Privaten  und  der  Behörden,  die  Bedeutung  für  die  Betrof-
fenen sowie die für die Sache spezifischen Entscheidungsabläufe zu 
berücksichtigen (BGE 130 IV 54 E. 3.3.3, 124 I 139 E. 2c, Urteil des 
Bundesgerichts  vom  18. Oktober  2004,  veröffentlicht  in  Pra 2005 
Nr. 58 S. 447 E. 2; MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 5.28, GIOVANNI 
BIAGGINI,  Kommentar zur Bundesverfassung der Schweizerischen Eid-
genossenschaft,  Zürich 2007,  Art. 29 N 13,  JÖRG PAUL MÜLLER/MARKUS 
SCHEFER,  Grundrechte in der Schweiz, 4. Aufl., Bern 2008, S. 840 ff.). 
Ein weniger als zweieinhalb Jahre dauerndes Verfahren vor der Eidge-
nössischen  Steuerrekurskommission  (SRK)  hat  das  Bundesgericht 
ohne nähere Begründung nicht beanstandet (vgl. Urteil des Bundesge-
richts 2A.455/2006 vom 1. März 2007 E. 3.3.1).

Für die Rechtsuchenden ist  es unerheblich, auf  welche Gründe eine 
übermässige  Verfahrensdauer  zurückzuführen  ist;  entscheidend  ist 
ausschliesslich, dass die Behörde nicht oder nicht fristgerecht handelt. 
Bei der Feststellung einer übermässigen Verfahrensdauer ist daher zu 
prüfen, ob sich die Umstände, die zur Verlängerung des Verfahrens ge-
führt haben, objektiv rechtfertigen lassen (BGE 125 V 188 E. 2a, 117 
Ia  193 E. 1c,  108 V 13 E. 4c,  107 Ib  160 E. 3b,  103 V 190 E. 3c; 
MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 5.28 f.).

3.
3.1 Im vorliegenden Fall ist vorab auf die Rügen einzugehen, welche 
die Beschwerdeführer wiederholt geltend machen und weitgehend be-
reits mit Urteil des Bundesgerichts  2A.455/2006 vom 1. März 2007 in 
Sachen X. & Y._______, aber für frühere Perioden, beurteilt  wurden. 
Die Beschwerdeführer bestreiten zum einen dem Sinn nach, dass die 
Lieferung  von  Zahnprothesen  durch  Zahnprothetiker  steuerbar  sei 
(Steuerobjekt) und beanstanden zum anderen das Bestehen der ein-
fachen Gesellschaft  X. & Y._______ (Steuersubjekt) und die entspre-
chenden mehrwertsteuerrechtlichen Folgen. Im Weiteren rügen sie im 
gleichen  Zusammenhang  die  Verletzung  von  verschiedenen  Be-
stimmungen des Bundesprivatrechts und der Bundesverfassung (vor-

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liegend namentlich Art. 2 und 8 ZGB, Art. 8, 9, 29 BV; zur Rüge betref-
fend Verletzung von Art. 29 BV siehe E. 3.3 des Urteils des Bundesge-
richts 2A.455/2006 vom 1. März 2007; vgl. dazu E. 2.9, 3.5).

3.1.1 Im  Urteil  des  Bundesgerichts  2A.455/2006  vom  1. März  2007 
wurden (in Anlehnung an BGE 124 II 193 ff.; vgl. dazu E. 2.2) die Liefe-
rungen von Zahnprothesen unabhängig davon, ob diese von der X. & 
Y._______  selber  hergestellt  oder  am  Patienten  direkt  inkorporiert 
wurden, für steuerbar erklärt. Zudem bestätigte das Bundesgericht die 
einfache  Gesellschaft  X.  &  Y._______  als  Steuersubjekt  und  führte 
schliesslich  aus,  es  sei  weder  erstellt  noch  ersichtlich,  inwieweit 
insbesondere Art. 2 und 8 ZGB, Art. 8 und 9 BV verletzt sein sollten.

3.1.2 Das  Bundesgericht  hat  im  besagten  Urteil  in  Anwendung  der 
aMWSTV entschieden. Die Bestimmungen des aMWSTG entsprechen 
zudem inhaltlich im hier  relevanten Bereich der Lieferung von Zahn-
prothesen denjenigen der aMWSTV, weshalb vorliegend nicht nur für 
die  in  den  Anwendungsbereich  der  aMWSTV  fallenden  Perioden 
(1. Quartal  1996  bis  4.  Quartal  2000),  sondern  auch  für  die  dem 
aMWSTG unterliegenden Steuerperioden (vorliegend 1. Quartal 2001 
bis  2. Quartal  2007)  auf  das  betreffende  Bundesgerichtsurteil  abzu-
stützen ist (vgl. E. 2.1 f.). Das Bundesgericht hat sich in seinem Urteil 
2A.455/2006  vom  1. März  2007  mit  diesen  auch  vorliegend  vorge-
brachten Fragen befasst und die jeweiligen Vorbringen der Beschwer-
deführer verworfen. Darauf ist hier zu verweisen, zumal die Beschwer-
deführer nicht glaubhaft  darzutun vermögen, dass sich ihre Situation 
bezüglich Mehrwertsteuerobjekt oder -subjekt seither massgeblich ver-
ändert hat. Andere Verletzungen von Bestimmungen des Bundesrechts 
sind überdies nicht erkennbar.

3.2
Ferner bringen die Beschwerdeführer vor, die Z._______ AG habe die 
fraglichen  Zahnprothesen  hergestellt  bzw.  geliefert  und  nicht  sie 
selbst. Entsprechend hätten sie für diese Lieferungen kein Entgelt ver-
langt und die massgebliche Umsatzlimite nicht erreicht. Deshalb ist die 
Frage zu klären, wem das fragliche Handeln mehrwertsteuerlich zuzu-
rechnen ist. Weiter ist in einem nächsten Schritt darüber zu befinden, 
ob  die  Grundlage  für  eine  Ermessenseinschätzung  durch  die  Vor-
instanz gegeben war. Falls dies zu bejahen ist, gilt es zu überprüfen, 
ob die Ermessensveranlagung auch bezüglich Höhe der Steuerschuld 

 Seite 13

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bzw. bezüglich der Frage, ob die Umsatzlimite erreicht ist, rechtmässig 
erfolgt ist.

3.2.1 In  mehrwertsteuerrechtlicher  Hinsicht  ist  das  Handeln  desje-
nigen massgebend, welcher gegenüber Dritten in eigenem Namen auf-
tritt  (vgl. E. 2.3). Insofern ist  den Beschwerdeführern nicht zu folgen, 
wenn sie vorbringen, die Herstellung und Lieferung der Zahnprothesen 
werde durch die Z._______ AG ausgeführt. Den amtlichen Akten ist 
nämlich  zu  entnehmen,  dass  einzig  die  einfache  Gesellschaft  X. & 
Y._______ mit Bezug auf die fraglichen zahnprothetischen Lieferungen 
unbestrittenermassen nach aussen erkennbar aufgetreten ist, dies na-
mentlich gegenüber den mehrwertsteuerlichen Leistungsempfängern, 
den Patienten; damit  sind ihr  und nicht  etwa der  Z._______ AG die 
mehrwertsteuerlich relevanten Handlungen zuzurechnen.

3.2.2 Den  Beschwerdeführern  obliegt  aufgrund  des  Selbstveran-
lagungsprinzips eine Abrechnungspflicht (vgl. E. 2.4). Die Beschwerde-
führer reichten Mehrwertsteuerabrechnungen ohne Deklaration des re-
levanten Umsatzes ein – dies namentlich teilweise auch nachdem sie 
Kenntnis  vom  abweichenden  Standpunkt  der  ESTV,  dieser  gestützt 
durch die SRK und das Bundesgericht, hatten – und haben damit ihre 
Abrechnungspflicht in schwerwiegender Weise verletzt. Die Vorinstanz 
hat infolgedessen zu Recht eine Veranlagung nach Ermessen vorge-
nommen (vgl. E. 2.5.1).

3.2.3 Die  Vorinstanz  hat  anhand  der  von  den  Beschwerdeführern 
eingereichten  Erfolgsrechnungen  den  jährlichen  Umsatz  ermessens-
weise berechnet. Das "Mietentgelt" der Z._______ AG in der Höhe von 
jährlich  Fr. 12'000.--  (für  die  ersten  beiden  Quartale  2007  entspre-
chend  Fr. 6'000.--)  wurde  zugunsten  der  Beschwerdeführer  nicht  in 
den massgeblichen Jahresumsatz einbezogen. Anhand des durch die 
Beschwerdeführer eingereichten "Muster für die Mehrwertsteuer" vom 
22. September 2001 ermittelte die Vorinstanz das Verhältnis von steu-
erbaren gegenüber  ausgenommenen Leistungen. Die  von der  Mehr-
wertsteuer ausgenommenen Leistungen machten bei einem Patienten 
zum Sozialtarif Fr. 2'970.10 (74.32%) und die steuerbaren Leistungen 
Fr. 1'026.--  (25.68%)  aus,  während  sich  bei  einem  Privatpatienten 
Erstere  auf  Fr. 3'516.70  (77.41%)  und  Letztere  auf  Fr. 1'026.-- 
(22.59%)  beliefen.  Die  Vorinstanz  hat  wiederum  zugunsten  der  Be-
schwerdeführer ihren Berechnungen die Annahme zugrunde gelegt, es 
würden hauptsächlich Privatpatienten und nicht Patienten zum Sozial-

 Seite 14

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tarif behandelt und ist in der Folge davon ausgegangen, 22.59% des 
Umsatzes entfalle  auf  steuerbare Leistungen. Der  auf  dieser Grund-
lage  berechnete  jährliche  steuerbare  Umsatz  beläuft  sich  in  den 
Jahren  1996  bis  2007  aber  dennoch  auf  jeweils  deutlich  über 
Fr. 75'000.--. Die Vorinstanz hat die geschuldeten Mehrwertsteuern an-
schliessend  anhand  der  Saldosteuersatzmethode  berechnet  und  die 
Höhe der jeweiligen Saldosteuersätze gestützt auf die entsprechenden 
Spezialbroschüren der ESTV festgesetzt (Jahre 1996 bis 1998: 4.5% 
[Saldo-Steuersätze bei der Mehrwertsteuer, S. 10, herausgegeben im 
Mai 1995,  Saldosteuersätze bei  der Mehrwertsteuer,  S. 21,  gültig ab 
1. Januar  1997];  Jahre  1999  und  2000:  5.1%  [Mehrwertsteuer, 
Änderungen  ab  1. Januar  1999,  S. 28];  Jahre  2001  bis  2007: 5.2% 
[Spezialbroschüre  Nr. 03,  Saldosteuersätze,  S. 46,  Spezialbroschüre 
Nr. 03a Saldosteuersätze, S. 61, gültig ab 1. Juli 2004]; vgl. E. 2.5.3).

Die  Beschwerdeführer  bringen  gegen  die  Ermessenseinschätzung 
sinngemäss  vor,  der  jährliche  Umsatz  der  Zahnprotheselieferungen 
belaufe  sich  auf  lediglich  Fr. 12'000.--  und  die  Umsatzgrenze  von 
Fr. 75'000.-- für  die Festlegung der Steuerpflicht sei  folglich nicht er-
reicht  worden.  Auch  beanstanden  sie  den  durch  die  Vorinstanz  be-
rechneten  Anteil  von  22.59%  an  steuerbaren  Leistungen  ("Labor-
leistungen").  Die  Beschwerdeführer  tragen  ihre  Vorhalte  zur  Ermes-
senseinschätzung allerdings lediglich pauschal und keineswegs subs-
tanziiert  vor  und  bringen  keine  Beweismittel  zur  Stützung  ihrer  Be-
hauptungen  bei.  Den  Beweis  der  Unrichtigkeit  der  Schätzung  der 
ESTV ist ihnen damit nicht gelungen (vgl. E. 2.6.2). Ihr Vorbringen, die 
steuerbaren  Lieferungen  seien  nicht  ihnen  zuzuordnen,  ist  ohnehin 
bereits an anderer Stelle (E. 3.2.1) widerlegt worden. Im Weiteren hat 
die  ESTV für  ihre  Schätzung  die  im Gesetz  vorgesehenen Kriterien 
berücksichtigt und es bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass diese 
auf einer rechtswidrigen Betätigung des Schätzungsermessens beruht. 
Entsprechend  sind  die  vorinstanzlichen  Umsatz-  und  Steuerberech-
nungen der Jahre 1996 bis 2007 zu bestätigen.

Inwiefern  die  Vorinstanz  den  rechtserheblichen  Sachverhalt  rechts-
widrig festgestellt haben soll, wie die Beschwerdeführer pauschal vor-
bringen, ist bei alledem nicht erfindlich.

3.3 Weiter  bringen  die  Beschwerdeführer  ohne  weitere  Begründung 
vor, die Mehrwertsteuerforderungen seien verjährt.  Die absolute Ver-
jährungsfrist  von  fünfzehn  Jahren  gelangt  im  zeitlichen  Geltungs-

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bereich der aMWSTV nicht zur Anwendung (vgl. E. 1.2 und 2.7). Die 
sowohl in der aMWSTV wie auch im aMWSTG vorgesehene relative 
Verjährungsfrist  von  fünf  Jahren  wurde  mit  den  Schreiben  der  Vor-
instanz vom 11. April 2001 und 12. Dezember 2005 jeweils rechtzeitig 
unterbrochen; die Verjährung ist folglich nicht eingetreten.

3.4 Seitens der Beschwerdeführer wird überdies sinngemäss die Auf-
erlegung des Verzugszinses durch die Vorinstanz gerügt. Da die Be-
schwerdeführer die Mehrwertsteuern nicht rechtzeitig entrichtet haben, 
ist  ohne Rücksicht  auf  den Grund der Säumnis ein Verzugszins von 
5% geschuldet (vgl. E. 2.8). Dieser läuft ab dem durch die Vorinstanz 
berechneten, unbestrittenen mittleren Verfalltag.

3.5 Schliesslich  bringen die  Beschwerdeführer  vor,  die  Umsatzüber-
prüfung für den Zeitraum vom 1. Januar 1996 bis 30. Juni 2007 sei erst 
am 21. November 2007 und folglich  nicht  innert  angemessener Frist 
erfolgt; sinngemäss wird damit eine Verletzung von Art. 29 BV geltend 
gemacht  (vgl. E. 2.9). Zudem wenden die  Beschwerdeführer  auch in 
diesem  Zusammenhang  sinngemäss  ein,  es  dürfe  kein  Verzugszins 
auferlegt  werden,  da  das  Verfahren  nicht  innert  angemessener  Zeit 
durchgeführt worden sei.

Die vorliegend zu beurteilenden Mehrwertsteuerforderungen 1. Quartal 
1996 bis 2. Quartal 2007 betreffen einen Zeitraum von beinahe zwölf 
Jahren. Zwar wurden die Verfahren vor der ESTV für alle diese Steuer-
forderungen gleichzeitig mit den Einspracheentscheiden vom 20. Juni 
2008 abgeschlossen, hingegen haben sie vor der ESTV jeweils inner-
halb der Verjährungsfrist der einzelnen Steuerperioden zu verschiede-
nen Zeitpunkten ihren Anfang genommen. Die Rüge, die Verfahrens-
dauer  sei  nicht  angemessen,  kann sich  dementsprechend von vorn-
herein nur auf die älteren Steuerperioden beziehen.

Vorliegend ist davon auszugehen, dass die Vorinstanz das präjudizie-
rende  Urteil  des  Bundesgerichts  (1.  März  2007)  in  Sachen  X.  & 
Y._______  betreffend  Mehrwertsteuerforderungen  des  Jahres  1995 
abwartete, bevor sie einen anfechtbaren Einspracheentscheid über die 
nachfolgenden Steuerperioden erliess. Dieses Vorgehen macht sowohl 
im Interesse der Beschwerdeführer als auch in prozessökonomischer 
Hinsicht Sinn, auch wenn nicht ganz ersichtlich ist, weshalb die Ver-
fahren  durch  die  Vorinstanz  nicht  bis  zum Vorliegen  des  Bundesge-
richtsentscheids formell  sistiert  worden sind. Es  fällt  denn auch auf, 
dass die Vorinstanz die Verfahren nach Kenntnis des Bundesgerichts-

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urteils  2A.455/2006  vom  1.  März  2007  beförderlich  behandelt  und 
bereits  mit  den  Einspracheentscheiden  vom 20. Juni  2008  zum Ab-
schluss gebracht hat.

In diesem Zusammenhang zu beachten ist im Weiteren das Selbstver-
anlagungsprinzip,  welches  den  Beschwerdeführern  die  Obliegenheit 
auferlegt,  innert  den gesetzlich vorgesehenen Fristen selber und un-
aufgefordert  über  die  Umsätze  und  Vorsteuern  abzurechnen  (vgl. 
E. 2.4); dies hätten sie bis zum Eintritt der Rechtskraft des von ihnen 
abweichenden Standpunktes der Vorinstanz und der SRK mit entspre-
chenden  ausdrücklichen  Vorbehalten  tun  können.  Wie  bereits  in 
E. 3.2.2  ausgeführt  sind  die  Beschwerdeführer  ihrer  Abrechnungs-
pflicht  nicht  nachgekommen und  haben  damit  zu  weiteren  Verzöge-
rungen der Verfahren selber beigetragen.

Ohnehin  hätte  eine  allfällige  Verletzung  des  Beschleunigungsgebots 
allein die entsprechende Feststellung zur Folge und kann nach bun-
desgerichtlicher Rechtsprechung in Steuerangelegenheiten nicht dazu 
führen, dass die geschuldete Steuer nicht bezahlt werden müsste (vgl. 
dazu  insbesondere  Urteil  des  Bundesgerichts  2A.455/2006  vom 
1. März 2007 E. 3.3.2; Urteil  des Bundesverwaltungsgerichts A-1653/ 
2006 vom 22. Oktober 2008 E. 6). Das Gleiche gilt selbstredend auch 
für die Verzugszinsen.

Mit diesen Feststellungen hat es bezüglich der Rüge einer Verletzung 
von Art. 29 BV sein Bewenden.

4.
Ausgangsgemäss  sind  die  Beschwerden  abzuweisen,  soweit  darauf 
einzutreten  ist.  Die  Verfahrenskosten  für  das  vereinigte  Verfahren  in 
der  Höhe  von  insgesamt  Fr. 5'000.--  sind  den  Beschwerdeführern 
unter solidarischer Haftbarkeit aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG in 
Verbindung mit Art. 4 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die 
Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht 
[VGKE, SR 173.320.2]) und mit den geleisteten Kostenvorschüssen in 
gleicher Höhe zu verrechnen.

 Seite 17

A-4360/2008 und A-4415/2008

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die  Beschwerdeverfahren  A-4360/2008  und  A-4415/2008  werden 
vereinigt.

2.
Die Beschwerden werden abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

3.
Die  Verfahrenskosten  für  das  (vereinigte)  Beschwerdeverfahren  von 
Fr. 5'000.--  werden  den  Beschwerdeführern  unter  solidarischer  Haft-
barkeit  auferlegt. Sie werden mit  den geleisteten Kostenvorschüssen 
von gesamthaft Fr. 5'000.-- verrechnet.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. _______; Gerichtsurkunde)

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Daniel Riedo Gabriela Meier

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich-recht-
lichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die 
Rechtsschrift  ist  in  einer  Amtssprache  abzufassen  und  hat  die  Be-
gehren,  deren  Begründung  mit  Angabe  der  Beweismittel  und  die 
Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweis-
mittel sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, 
beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand:

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