# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** eab2ef80-f668-55a8-a83c-ca4201489131
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-06-06
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsbehörden Bau- und Verkehrsdirektion 06.06.2017 110 2017 31
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_BVD/BE_VB_001_110-2017-31_2017-06-06.pdf

## Full Text

ENTSCHEID
DER

BAU-, VERKEHRS- UND ENERGIEDIREKTION 

RA Nr. 110/2017/31 Bern, 6. Juni 2017

in der Beschwerdesache zwischen

Herrn A.________
Beschwerdeführer

vertreten durch Herrn Rechtsanwalt B.________

und

C.________, bestehend aus:

Beschwerdegegner 1-6

alle per Adresse Einwohnergemeinde Roggwil, Bahnhofstrasse 8, 4914 Roggwil BE

sowie

Regierungsstatthalteramt Oberaargau,  Schloss,  Postfach  175, 3380  Wangen an der 
Aare

Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Roggwil, Gemeindeverwaltung, 
Bahnhofstrasse 8, Postfach 164, 4914 Roggwil BE

betreffend die Verfügung des Regierungsstatthalteramts Oberaargau vom 16. Februar 
2017 (bbew 142/2016; Erschliessungsanlage)

I. Sachverhalt

1. Die Beschwerdegegner 1-6, vertreten durch die Einwohnergemeinde Roggwil, 

reichten am 16. August 2016 bei der Gemeinde Roggwil ein Baugesuch ein für eine "neue 

Erschliessungsanlage mit Ver- und Entsorgungsanlagen, Strassenbau" auf Parzellen 

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Roggwil Grundbuchblatt Nrn. D.________, E.________, F.________, G.________, 

H.________, I.________, J.________, K.________ und L.________. Die Parzellen liegen 

in der Zone mit Planungspflicht ZPP "M.________", mit Ausnahme der Strassenparzelle 

Nr. H.________, welche auf der nördlichen Seite an die ZPP "M.________" heranführt. 

Gegen das Bauvorhaben erhob unter anderen der Beschwerdeführer Einsprache.

Mit Gesamtbauentscheid vom 16. Februar 2017 erteilte das Regierungsstatthalteramt 

Oberaargau die Baubewilligung unter Vorbehalt der Genehmigung der 

Überbauungsordnung (ÜO) zur ZPP "M.________ weg" ohne Änderungen durch das Amt 

für Gemeinden und Raumordnung (AGR) und unter diversen Auflagen. Die Einsprache 

wies es ab.

2. Dagegen reichte der Beschwerdeführer am 10. März 2017 Beschwerde bei der Bau-, 

Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE) ein. Er beantragt sinngemäss die 

Aufhebung des Gesamtbauentscheides vom 16. Februar 2017 und die Erteilung des 

Bauabschlags. Eventuell sei das Baugesuch mit zusätzlichen Auflagen zu bewilligen. Von 

der Rechtsverwahrung des Beschwerdeführers sei Protokoll zu nehmen.

3. Das Rechtsamt, welches die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet1, holte die 

Vorakten ein und führte den Schriftenwechsel durch. Es wies die Verfahrensbeteiligten mit 

Verfügung vom 14. März 2017 darauf hin, dass Erschliessungsgemeinschaften nicht 

prozessfähig sind. Ihre Mitglieder müssen grundsätzlich persönlich und zusammen 

Prozesshandlungen vornehmen. Es bat daher die C.________, in ihrer Beschwerdeantwort 

Namen und Adressen ihrer Mitglieder bekannt zu geben. Die Beschwerdeantwort müsse 

zudem von allen Mitgliedern der Erschliessungsgemeinschaft unterzeichnet werden.

Das Regierungsstatthalteramt Oberaargau beantragt mit Stellungnahme vom 5. April 2017 

die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. Auch die 

Einwohnergemeinde Roggwil schliesst mit Stellungnahme vom 7. April 2017 auf 

Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. Sie nennt – nebst sich selbst – 

die Beschwerdegegner 2-6 als Mitglieder der C.________ und will ihre Stellungnahme 

1 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und 
Energiedirektion (OrV BVE; BSG 152.221.191)

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gestützt auf eine Bevollmächtigung durch diese zugleich als Beschwerdeantwort der 

C.________ verstanden haben. Das Rechtsamt machte mit Verfügung vom 9. Mai 2017 

darauf aufmerksam, dass eine Prozessvertretung im Beschwerdeverfahren nur durch 

Anwältinnen und Anwälte erfolgen kann, die nach der Anwaltsgesetzgebung zur 

Parteivertretung im Kanton Bern berechtigt sind. Die Beschwerdegegner haben innert der 

zur Nachbesserung der Beschwerdeantwort angesetzten Frist ein Doppel der Eingabe vom 

7. April 2017 mit zusätzlichen Unterschriften eingereicht. Mit Verfügung vom 23. Mai 2017 

teilte das Rechtsamt mit, dass für die Beschwerdegegnerinnen 3 und 6 

(Erbengemeinschaften) und für den Beschwerdegegner 5 Stellvertreter unterzeichnet 

haben, die nicht zur Prozessvertretung im Beschwerdeverfahren berechtigt sind. Es 

verzichtete auf eine erneute Fristansetzung zur Verbesserung.

II. Erwägungen

1. Sachurteilsvoraussetzungen

a) Angefochten ist ein Gesamtentscheid nach Art. 9 KoG2. Laut Art. 11 Abs. 1 KoG kann 

er – unabhängig von den geltend gemachten Einwänden – nur mit dem Rechtsmittel 

angefochten werden, das für das Leitverfahren massgeblich ist. Das Leitverfahren ist im 

vorliegenden Fall das Baubewilligungsverfahren (Art. 5 Abs. 1 KoG). Bauentscheide 

können nach Art. 40 Abs. 1 BauG3 innert 30 Tagen seit Eröffnung mit Baubeschwerde bei 

der BVE angefochten werden. Die BVE ist somit zur Beurteilung der Beschwerde gegen 

den Gesamtentscheid zuständig. Zur Beschwerde befugt sind die Baugesuchstellerinnen, 

die Baugesuchsteller, die Einsprecherinnen, die Einsprecher und die zuständige 

Gemeindebehörde (Art. 10 KoG i.V.m. Art. 40 Abs. 2 BauG). Der Beschwerdeführer, 

dessen Einsprache abgewiesen wurde, ist formell und als Nachbar auch materiell durch 

den vorinstanzlichen Gesamtentscheid beschwert und daher zur Beschwerdeführung 

legitimiert. Auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten.

2 Koordinationsgesetz vom 21. März 1994 (KoG; BSG 724.1)
3 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721)

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b) Eine Erschliessungsgemeinschaft bildet eine einfache Gesellschaft, sofern sich ihre 

Mitglieder nicht zu einer besonderen Rechtsform zusammengeschlossen haben.4 Bei der 

C.________ handelt es sich mangels anderer Rechtsform um eine einfache Gesellschaft. 

Diese ist nicht handlungs- und prozessfähig. Im vorliegenden Beschwerdeverfahren bilden 

die Mitglieder der C.________ eine notwendige Streitgenossenschaft, da die zugunsten 

der Erschliessungsgemeinschaft erteilte Baubewilligung angefochten ist und der 

Beschwerdeentscheid für deren Mitglieder nur in gleichem Sinn ausfallen kann.5 

Prozesshandlungen für die Erschliessungsgemeinschaft müssen daher von den 

Mitgliedern der Erschliessungsgemeinschaft persönlich und gemeinsam vorgenommen 

werden. 

Im Beschwerdeverfahren vor der BVE sind nur Anwältinnen und Anwälte zur 

Prozessvertretung zugelassen. Diese müssen nach der Anwaltsgesetzgebung zur 

Parteivertretung im Kanton Bern berechtigt sein (Art. 15 Abs. 4 VRPG6 i.V.m. Art. 7 Abs. 1 

KAG7 und Art. 4 BGFA8). Dies trifft auf die Einwohnergemeinde Roggwil nicht zu. Trotz 

Bevollmächtigung durch die anderen Mitglieder der Erschliessungsgemeinschaft kann 

daher die Einwohnergemeinde Roggwil diese im vorliegenden Verfahren nicht vertreten. 

Dies bedeutet namentlich, dass die Einwohnergemeinde Roggwil ohne Mitwirkung der 

übrigen Mitglieder keine Prozesseingaben im Namen der Erschliessungsgemeinschaft 

machen kann. Die Stellungnahme der Gemeinde vom 7. April 2017 konnte daher nicht 

zugleich als Beschwerdeantwort entgegengenommen werden. Das Rechtsamt gab den 

Beschwerdegegnern Gelegenheit zur Nachbesserung. Die Beschwerdegegner reichten 

innert Frist ein Doppel der Stellungnahme vom 7. April 2017 mit zusätzlichen Unterschriften 

ein. Die Beschwerdeführenden 2 und 4 haben diese Eingabe persönlich unterzeichnet. Für 

den Beschwerdeführer 5 unterzeichnete jedoch eine Stellvertreterin, die nicht zur 

Prozessvertretung im vorliegenden Beschwerdeverfahren berechtigt ist. Die 

Beschwerdeführenden 3 und 6 sind Erbengemeinschaften; ihre Mitglieder können dem 

Eintrag im Grundstücksinformationssystem Grudis entnommen werden. Für beide 

Erbengemeinschaften hat jeweils nur ein Mitglied unterzeichnet. Da Erbengemeinschaften 

4 Vgl. Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 3. Aufl., Band II, Bern 2010, 
Art. 109-110 N. 19
5 Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 13 N. 4
6 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21)
7 Kantonales Anwaltsgesetz vom 28. März 2006 (KAG; BSG 168.11)
8 Bundesgesetz über die Freizügigkeit der Anwältinnen und Anwälte vom 23. Juni 2000 (Anwaltsgesetz, BGFA; 
SR 935.61)

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nicht prozessfähig sind, müssen ihre Mitglieder Prozesshandlungen persönlich und 

gemeinsam vornehmen. Aufgrund des Anwaltsmonopols können sie im vorliegenden 

Beschwerdeverfahren nicht durch einzelne Erben vertreten werden, selbst wenn diese 

bevollmächtigt sind.

c) Die Eingabe vom 7. April 2017 genügt demnach auch mit den innert 

Nachbesserungsfrist ergänzten Unterschriften den Anforderungen an eine 

Beschwerdeantwort nicht. Die Beschwerdegegner 1 - 6 sind als Adressaten des 

angefochtenen Entscheids unabhängig von der Einreichung einer Beschwerdeantwort 

notwendige Parteien im vorliegenden Beschwerdeverfahren. Ihnen können jedoch die 

Anträge und Begründungen der Stellungnahme vom 7. April 2017 nicht zugerechnet 

werden.

Die Eingabe vom 7. April 2017 wurde durch zwei zur Vertretung der Gemeinde ermächtigte 

Gemeindemitarbeiter unterzeichnet (vgl. Art. 15 Abs. 5 VRPG). Sie ist demnach als 

Stellungnahme der Gemeinde entgegenzunehmen. 

2. Fehlende Überbauungsordnung

a) Nach den unbestrittenen Ausführungen des Beschwerdeführers ist die 

Überbauungsordnung zur ZPP "M.________ weg" noch nicht rechtskräftig erlassen 

worden. Die Gemeinde räumt in ihrer Stellungnahme ein, dass die Genehmigung des AGR 

(Art. 94 Abs. 3 i.V.m. Art. 61 BauG) noch aussteht. Die Vorinstanz hat die angefochtene 

Baubewilligung unter der Bedingung erteilt, dass die Überbauungsordnung ZPP 

"M.________ weg" vom AGR ohne Änderungen genehmigt wird.

Der Beschwerdeführer zieht in Zweifel, dass das Baugesuch beurteilt werden durfte, weil 

die baurechtlichen Vorschriften, auf die es sich stützt, dahinfallen könnten. Die Vorinstanz 

führt dagegen an, das Risiko des Dahinfallens der Baubewilligung in dem Fall, dass die ÜO 

nicht oder mit Änderungen genehmigt werde, liege bei der Baugesuchstellerin.

b) Für Zonen mit Planungspflicht muss die baurechtliche Grundordnung den 

Planungszweck, die Art der Nutzung, deren Mass als Planungswert und die 

Gestaltungsgrundsätze für Bauten, Anlagen und Aussenräume festlegen (Art. 92 Abs. 1 

BauG). Die Gemeinde Roggwil hat in ihrem Baureglement vom Februar 2007 (GBR) 

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Anhang A, Ziff. 3 eine entsprechende Regelung für die ZPP "M.________ weg" getroffen. 

Diese enthält u.a. folgende Festlegung: "Die Erschliessung erfolgt vom M.________weg 

und von der Bahnhofstrasse. Die Strassen sind verkehrsberuhigt und mit einer 

Baumbepflanzung zu gestalten, damit sie sich zum Spielen eignen."

c) Das Bauen in einer Zone mit Planungspflicht setzt eine rechtskräftige 

Überbauungsordnung voraus. Vor Erlass der Überbauungsordnung kann eine Bewilligung 

unter den Voraussetzungen von Art. 93 Abs. 1 BauG mit Zustimmung der 

Gemeindebehörde erteilt werden. Dies ist allerdings nur möglich, so lange die ÜO noch 

nicht öffentlich aufgelegt wurde. Sind die neuen Vorschriften bekannt und öffentlich 

aufgelegt worden, findet nicht mehr Art. 93 BauG Anwendung, sondern Art. 36 f. BauG, wo 

Baugesuche im Hinblick auf vorgesehene neue Vorschriften oder Pläne geregelt werden.9 

Wird ein Baugesuch eingereicht, nachdem die ÜO öffentlich aufgelegt wurde, ist nämlich 

der Ausgang des Baubewilligungsverfahrens vom Ausgang des Planerlassverfahrens 

abhängig. Für diesen Fall sehen sowohl Art. 38 VRPG als auch die Spezialregelung von 

Art. 36 Abs. 3 BauG die Sistierung des Baubewilligungsverfahrens vor.10 Damit wird 

insbesondere vermieden, dass im Planerlassverfahren noch Einwände der betroffenen 

Dritten geprüft werden müssten, nachdem bereits ein Bauvorhaben nach der umstrittenen 

Regelung bewilligt worden wäre. Diese Abfolge würde den Absichten des Gesetzgebers 

zuwiderlaufen.11 

Nach Art. 36 Abs. 3 BauG sind Baugesuche, die im Hinblick auf vorgesehene neue 

Vorschriften oder Pläne eingereicht werden, nach deren Genehmigung aufgrund dieser 

Vorschriften und Pläne zu beurteilen. Damit ist gemeint, dass die Genehmigung durch das 

AGR (Art. 61 BauG) rechtskräftig geworden sein muss.12 Auf das Abwarten der 

rechtskräftigen Genehmigung kann nur verzichtet werden, wenn nach Art. 37 BauG eine 

vorzeitige Baubewilligung erteilt werden kann. Letzteres setzt voraus, dass das zuständige 

Gemeindeorgan die Bauvorschriften beschlossen hat, die das Bauvorhaben betreffenden 

Bauvorschriften unbestritten sind und das AGR der Erteilung der vorzeitigen 

Baubewilligung zustimmt (Art. 37 BauG, Art. 102 Abs. 2 BauV13).

9 BVR 1999 S. 504 ff.
10 BVR 1999 S. 505 f.
11 BVR 1999 S. 505
12 BVR 1999 S. 506; vgl. BGE 135 II 22 E. 1.2.1
13 Bauverordnung vom 6. März 1985 (BauV; BSG 721.1) 

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d) Nach dem angefochtenen Entscheid hat die öffentliche Planauflage für die ÜO zur 

ZPP "M.________weg" stattgefunden und es sind keine Einsprachen dagegen eingelegt 

worden. Eine rechtskräftige Genehmigung des AGR liegt aber noch nicht vor. Daher hätte 

die Erteilung der Baubewilligung vorausgesetzt, dass die Voraussetzungen von Art. 37 

BauG erfüllt sind.14 Es wird von keiner Seite behauptet und geht auch aus den Akten nicht 

hervor, dass das AGR nach Art. 37 Bst. c BauG seine Zustimmung zur vorzeitigen 

Bewilligung erteilt hat. Die Voraussetzungen für eine vorzeitige Baubewilligung sind 

demnach nicht erfüllt. Nach dem Gesagten muss daher das Bewilligungsverfahren sistiert 

werden, bis der rechtskräftige Entscheid des AGR betreffend Genehmigung der ÜO zur 

ZPP "M.________weg" vorliegt.

e) Art. 37 BauG regelt abschliessend, unter welchen Voraussetzungen ein Baugesuch 

im Hinblick auf neue Bauvorschriften oder Pläne vorzeitig, d.h. vor deren rechtskräftiger 

Genehmigung, bewilligt werden kann. Das kantonale Recht lässt keinen Spielraum für die 

Erteilung vorzeitiger Baubewilligungen nach alternativen Kriterien. Insbesondere kann 

Art. 37 BauG nicht umgangen werden, indem die Bewilligung mit der Suspensivbedingung 

der künftigen Genehmigung der neuen Vorschriften oder Pläne verknüpft wird. Nach dem 

Gesagten sollen die Vorschriften von Art. 36 Abs. 3 und Art. 37 BauG den sauberen Ablauf 

des gesetzlich vorgesehenen Verfahrens gewährleisten. Grundsätzlich gilt, dass zuerst die 

möglichen Einwände gegen die Planung bereinigt sein müssen, bevor darauf gestützte 

Projekte beurteilt werden können. Eine andere Reihenfolge könnte zu Konflikten bzw. einer 

Präjudizierung des Planerlassverfahrens führen, was nicht den Absichten des 

Gesetzgebers entspricht.

Dass vorliegend gegen die ÜO keine Einsprachen eingelegt wurden, ändert daran nichts. 

Unter bestimmten Voraussetzungen (bspw. Publikationsmängel im Planerlassverfahren) 

können Betroffene zur Beschwerde gegen die Genehmigung einer ÜO legitimiert sein, 

auch wenn sie keine Einsprache gegen diese eingereicht haben.15 Ob hier eine solche 

Beschwerdemöglichkeit besteht, ist nicht zu prüfen. Wesentlich ist, dass das Ergebnis des 

Genehmigungsverfahrens noch offen ist. Die Bewilligung konkreter Vorhaben vor 

Abschluss des Planerlassverfahrens kann auch dann eine erhebliche Signalwirkung 

14 BVR 1999 S. 506
15 BVR 1993 S. 38 ff. (Sachverhalt siehe S. 33 ff.), S. 43 ff.

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entfalten, wenn die formelle Verbindlichkeit noch suspensiv bedingt ist. Ein solches 

Vorgehen ist daher nicht statthaft.

3. Ergebnis und Kosten

a) Die vorangegangenen Erwägungen ergeben, dass die nachgesuchte Baubewilligung 

auch unter dem Vorbehalt der Genehmigung der ÜO ZPP "M.________" zur Zeit nicht 

erteilt werden kann. Der angefochtene Entscheid ist daher aufzuheben und die Sache zur 

Fortsetzung des Verfahrens an die Vorinstanz zurückzuweisen. Diese wird zu klären 

haben, ob die Bauherrschaft eine vorzeitige Baubewilligung nach Art. 37 BauG beantragt, 

und gegebenenfalls über dieses Gesuch entscheiden. Andernfalls muss die Vorinstanz das 

Verfahren bis zur rechtskräftigen Genehmigung der ÜO zur ZPP "M.________weg" 

sistieren und das Bauvorhaben erst danach beurteilen. Im Rahmen der neuen 

Entscheidung ist gegebenenfalls auch die Rechtsverwahrung des Beschwerdeführers zu 

vermerken.

b) Nach Art. 108 Abs. 1 VRPG sind die Verfahrenskosten der unterliegenden Partei 

aufzuerlegen, es sei denn, das prozessuale Verhalten einer Partei gebiete eine andere 

Verlegung oder die besonderen Umstände rechtfertigten, keine Verfahrenskosten zu 

erheben. Die Beschwerdegegner sind notwendig am Verfahren beteiligt. Nach dem in Ziffer 

1 hiervor Gesagten haben sie keine Beschwerdeantwort eingereicht, die den dafür 

geltenden Anforderungen entspricht. Mangels zurechenbaren Anträgen gelten sie nicht als 

unterliegend und können nicht mit Verfahrenskosten belastet werden.16 Die Gemeinde 

Roggwil hat in ihrer Stellungnahme vom 7. April 2017 Anträge gestellt, mit denen sie 

unterlegen ist. Da sie als (Mit-) Bauherrin in ihren Vermögensinteressen betroffen ist, 

können ihr nach Art. 108 Abs. 2 VRPG Kosten auferlegt werden. Sie hat daher die 

Verfahrenskosten zu tragen. Diese werden bestimmt auf eine Pauschalgebühr von 

Fr. 800.– (Art. 103 Abs. 2 VRPG i.V.m. Art. 19 Abs. 1 GebV17). Die vorinstanzlichen Kosten 

sind im Rahmen der neuen Entscheidung der Vorinstanz neu zu verlegen.

16 Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 108 N. 3
17 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; 
BSG 154.21)

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c) Die Gemeinde Roggwil hat zudem dem Beschwerdeführer die Parteikosten zu 

ersetzen (Art. 108 Abs. 3 VRPG). Der Anwalt des Beschwerdeführers macht Parteikosten 

im Umfang von Fr. 1'870.15 (Honorar Fr. 1'620.–, Auslagen Fr. 111.60, Mehrwertsteuer 

Fr. 138.55) geltend. Dies gibt zu keinen Bemerkungen Anlass. Die Gemeinde Roggwil hat 

somit dem Beschwerdeführer die Parteikosten von Fr. 1'870.15 zu ersetzen.

III. Entscheid

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Der Gesamtbauentscheid des 

Regierungsstatthalteramtes Oberaargau vom 16. Februar 2017 wird aufgehoben und 

die Sache wird im Sinne der Erwägungen zur Fortsetzung des Verfahrens und zu 

neuer Beurteilung an die Vorinstanz zurückgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.– werden der Gemeinde Roggwil zur Bezahlung 

auferlegt. Eine separate Zahlungseinladung folgt, sobald dieser Entscheid in 

Rechtskraft erwachsen ist.

3. Die Gemeinde Roggwil hat dem Beschwerdeführer die Parteikosten im Betrag von 

Fr. 1'870.15 (inkl. Mehrwertsteuer) zu ersetzen.

IV. Eröffnung

- Herrn Rechtsanwalt B.________, eingeschrieben

- C.________, eingeschrieben

- Regierungsstatthalteramt Oberaargau, A-Post

- Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Roggwil, Gemeindeverwaltung, 

eingeschrieben

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BAU-, VERKEHRS- UND 

ENERGIEDIREKTION

Die Direktorin

Barbara Egger-Jenzer

Regierungsrätin

Rechtsmittelbelehrung

Dieser Rückweisungsentscheid kann innert 30 Tagen seit seiner Eröffnung mit Beschwerde beim 

Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Speichergasse 12, 3011 Bern, angefochten werden, wenn 

die Voraussetzungen nach Art. 61 i.V.m. Art. 74 Abs. 3 VRPG erfüllt sind. Eine allfällige 

Verwaltungsgerichtsbeschwerde, die mindestens in 4 Exemplaren einzureichen ist, muss einen 

Antrag, die Angabe von Tatsachen und Beweismitteln, eine Begründung sowie eine Unterschrift 

enthalten; der angefochtene Entscheid und andere greifbare Beweismittel sind beizulegen.