# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f7b40e96-faa5-55ee-82cb-e1fda5dc07a0
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-10-20
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 20.10.2016 200 2015 1070
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2015-1070_2016-10-20.pdf

## Full Text

200 15 1070 IV
LOU/PES/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 20. Oktober 2016

Verwaltungsrichter Loosli, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Ackermann, Verwaltungsrichter Scheidegger
Gerichtsschreiber Peter

A.________
vertreten durch Fürsprecher B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 30. Oktober 2015

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Okt. 2016, IV/15/1070, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Im August 2005 meldete sich die 1982 geborene A.________ (nachfolgend 
Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) wegen Multipler Sklerose bei der 
Invalidenversicherung zum Bezug einer Rente an (Antwortbeilage [AB] 1). 
Nach Abklärungen medizinischer und erwerblicher Art (AB 4 – 6, 8, 9, 11) 
sprach ihr die IV-Stelle Bern (nachfolgend IV-Stelle bzw. Beschwerdegeg-
nerin) mit Verfügung vom 18. Juli 2006 für die Zeit ab dem 1. März 2006 
eine Viertelsrente zu (AB 14 S. 3 ff.). Diese Verfügung ist unangefochten 
geblieben.

B.

Im Juli 2007 stellte die Versicherte ein Revisionsgesuch (AB 24). Nach Ab-
klärungen in medizinischer und erwerblicher Hinsicht (AB 23, 25, 30) er-
höhte die IV-Stelle mit Verfügung vom 5. Februar 2008 die bisherige Vier-
telsrente der Versicherten mit Wirkung ab dem 1. August 2007 auf eine 
halbe Rente (AB 38 S. 2 ff.). Diese Verfügung ist wiederum unangefochten 
geblieben.

C.

Ende Januar 2009 wurde die Versicherte Mutter. Mit Schreiben vom 9. Fe-
bruar 2009 beantragte sie für ihre Tochter eine Kinderrente (AB 40).

Nach Erhebung vom 17. März 2009 erstellte der Abklärungsdienst der IV-
Stelle am 20. März 2009 einen Abklärungsbericht Haushalt. Dabei ging er 
für die Zeit ab Februar 2009 von einem Status von 100% Haushalt aus und 
ermittelte für den Bereich Haushalt eine Einschränkung von aufgerundet 
20% (AB 42 S. 2 ff.). Insbesondere gestützt auf diesen Haushaltsbericht 
hob die IV-Stelle die bisherige Rente der Versicherten in der Folge mit Ver-

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fügung vom 15. Juni 2009 per 31. Juli 2009 revisionsweise auf (AB 48). 
Auch diese Verfügung ist unangefochten geblieben. 

D.

Mit Mitteilungen vom 15. Februar 2010 gewährte die IV-Stelle der Versi-
cherten auf ein entsprechendes Gesuch hin die leihweise Abgabe eines 
Rollstuhls sowie eines Rollstuhlzuggeräts (AB 55, 56).

Im April 2010 beantragte die Versicherte erneut eine Invalidenrente 
(AB 59). Nach Aktualisierung der medizinischen Akten (AB 64, 65) erstellte 
der Abklärungsdienst der IV-Stelle nach Erhebung vom 23. September 
2010 am 18. Oktober 2010 einen neuen Abklärungsbericht Haushalt 
(AB 68 S. 2 ff.). Dabei ging er neu von einem Status von 20% Erwerbs-
tätigkeit und 80% Haushalt aus. Insbesondere gestützt auf diesen Ab-
klärungsbericht verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 14. Dezember 
2010 bei einem ermittelten Invaliditätsgrad von 18% einen erneuten Ren-
tenanspruch der Versicherten (AB 77). Diese Verfügung ist wiederum un-
angefochten geblieben. 

E.

Im Juni 2012 wurde die Versicherte zum zweiten Mal Mutter (AB 86, 87). 
Im November 2014 reichte sie erneut ein Rentengesuch ein. Ihre gesund-
heitliche Situation habe sich seit 2010 verschlechtert (AB 86). Nach Ein-
gang aktueller Berichte der behandelnden Ärzte inkl. Beilagen (AB 90, 91, 
95, 99, 103) erstellte der Abklärungsdienst der IV-Stelle nach Erhebung 
vom 10. Juli 2015 am 4. August 2015 einen erneuten Abklärungsbericht 
Haushalt/Erwerb. Dabei ging er unverändert von einem Status von 20% 
Erwerbstätigkeit und 80% Haushalt aus. Die Abklärungen ergaben einen 
Invaliditätsgrad von aufgerundet total 35% (AB 104 S. 2 ff.). Die IV-Stelle 
stellte der Versicherten in der Folge mit Vorbescheid vom 7. August 2015 
die Abweisung des neuen Rentenbegehrens in Aussicht (AB 107). Hierge-
gen erhob die Versicherte, vertreten durch Fürsprecher B.________, unter 

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Beilage von Berichten der behandelnden Ärzte Einwand (AB 115). Nach 
Einholung einer Stellungnahme des Bereichs Abklärungen zu den erhobe-
nen Einwänden (AB 120 S. 2 ff.) verfügte die IV-Stelle am 30. Oktober 
2015 ihrem Vorbescheid entsprechend die Abweisung des erneuten Ren-
tengesuchs (AB 121).

F.

Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte, wiederum vertreten durch 
Fürsprecher B.________, am 2. Dezember 2015 Beschwerde mit den 
sinngemässen Rechtsbegehren, die angefochtene Verfügung sei aufzuhe-
ben und es sei ihr eine Rente zuzusprechen. Zudem sei ihr für das Be-
schwerdeverfahren die vollumfängliche unentgeltliche Rechtspflege unter 
Beiordnung von Fürsprecher B.________ als amtlicher Anwalt zu ge-
währen. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge.

Mit Beschwerdeantwort vom 22. Dezember 2015 beantragt die Beschwer-
degegnerin die Abweisung der Beschwerde.

Mit Eingaben vom 6. und 13. Juni 2016 reichte Fürsprecher B.________ 
aktuelle Berichte der behandelnden Ärzte sowie der behandelnden Physio-
therapeutin zu den Akten (Beschwerdebeilagen [BB] 23 – 25a). Am 4. Juli 
2016 nahm die Beschwerdegegnerin unter Verweis auf einen beigelegten 
Bericht ihres Bereichs Abklärungen vom 28. Juni 2016 zu diesen Eingaben 
Stellung und hielt an ihrem Antrag auf Abweisung der Beschwerde fest.

Am 17. August 2016 ging dem Gericht eine weitere Eingabe von Fürspre-
cher B.________ zu. 

Mit prozessleitender Verfügung vom 18. August 2016 erhielten die Parteien 
die Möglichkeit, bis am 19. September 2016 Schlussbemerkungen einzu-
reichen. Im Rahmen dieser Schlussbemerkungen hielten die Parteien an 
ihren Anträgen fest.

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Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Angefochten ist die Verfügung der IV-Stelle Bern vom 30. Oktober 
2015 (AB 121). Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-

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werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf 
eine Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgaben-
bereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach Ab-
lauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b und 
c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, 
wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine Dreivier-
telsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad 
von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem 
Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Viertelsrente. 

2.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99). 

2.4 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-

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ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; SVR 2015 IV Nr. 28 S. 86 E. 4.1).

2.4.1 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

2.4.2 Für den Beweiswert eines Abklärungsberichts sind verschiedene 
Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer 
qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis der örtlichen und räumli-
chen Verhältnisse sowie der aus den medizinischen Diagnosen sich erge-
benden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Anga-
ben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Mei-
nungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext 
schliesslich muss plausibel begründet und bezüglich der einzelnen Ein-
schränkungen angemessen detailliert sein und in Übereinstimmung mit den 
an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Ab-
klärungsbericht voll beweiskräftig. Das Gericht greift in das Ermessen der 
die Abklärung tätigenden Person nur ein, wenn klar feststellbare Fehlein-
schätzungen vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, dass die 
fachlich kompetente Abklärungsperson näher am konkreten Sachverhalt ist 
als das im Beschwerdefall zuständige Gericht. Diese Rechtsprechung ist 
auf Abklärungsberichte für Ansprüche auf Hilflosenentschädigung, Inten-
sivpflegezuschlag, Hilfsmittel oder Assistenzbeitrag analog anwendbar 
(BGE 140 V 543 E. 3.2.1 S. 547, 130 V 61 E. 6.2 S. 63).

2.5 Unter dem Gesichtspunkt von Art. 8 ATSG stellt sich die Frage 
nach der anwendbaren Invaliditätsbemessungsmethode (Art. 16 ATSG 
sowie Art. 28a Abs. 2 und 3 IVG).

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Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig Erwerbstätige 
oder als Nichterwerbstätige einzustufen ist – was je zur Anwendung einer 
anderen Methode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich, 
Betätigungsvergleich, gemischte Methode) führt –, ergibt sich aus der Prü-
fung, was sie bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine 
gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde (BGE 141 V 15 E. 3.1 S. 20, 
125 V 146 E. 2c S. 150). Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Er-
werbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet wer-
den könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig 
wäre (BGE 133 V 504 E. 3.3 S. 508).

2.5.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird bei einer erwerbs-
tätigen versicherten Person das Erwerbseinkommen, das sie nach Eintritt 
der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und 
allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit 
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt 
zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 
geworden wäre (Art. 16 ATSG). Bei nicht erwerbstätigen Versicherten, die 
im Aufgabenbereich tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätig-
keit nicht zugemutet werden kann (Art. 5 Abs. 1 IVG und Art. 8 Abs. 3 
ATSG), wird für die Bemessung der Invalidität in Abweichung von Art. 16 
ATSG darauf abgestellt, in welchem Mass sie unfähig sind, sich im Aufga-
benbereich zu betätigen (Art. 28a Abs. 2 IVG; spezifische Methode [Betäti-
gungsvergleich]; BGE 141 V 15 E. 3.2 S. 20, 125 V 146 E. 2a S. 149). 
Nach Art. 28a Abs. 3 IVG wird bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbs-
tätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegat-
tin mitarbeiten, für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. 
Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität 
für diese Tätigkeit gestützt auf einen Betätigungsvergleich ermittelt 
(Art. 28a Abs. 2 IVG). In diesem Falle sind der Anteil der Erwerbstätigkeit 
oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehe-
gattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der 
Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen (sog. gemischte Metho-
de; BGE 141 V 15 E. 3.2 S. 20, 125 V 146 E. 2a S. 150). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Okt. 2016, IV/15/1070, Seite 9

2.5.2 Der Anteil der Erwerbstätigkeit bestimmt sich bei Teilerwerbstäti-
gen nach dem zeitlichen Umfang der von der versicherten Person ohne 
gesundheitliche Beeinträchtigung ausgeübten Beschäftigung im Verhältnis 
zu der im betreffenden Beruf üblichen (Normal-)Arbeitszeit. Im Weiteren 
sind bei der Bemessung der Invalidität im erwerblichen Bereich die Ver-
gleichsgrössen Validen- und Invalideneinkommen im zeitlichen Rahmen 
der ohne Gesundheitsschaden (voraussichtlich dauernd) ausgeübten Tei-
lerwerbstätigkeit zu bestimmen (BGE 131 V 51 E. 5.1.1 S. 53, 125 V 146 
E. 2b S. 149). 

Im Rahmen der gemischten Methode (Art. 28a Abs. 3 IVG) sind Erwerbs-
tätigkeit und nichterwerblicher Aufgabenbereich grundsätzlich in dem Sinne 
komplementär, als was nicht Erwerbstätigkeit ist, unter die Besorgung des 
Haushaltes fällt. Mit anderen Worten geben die beiden Bereiche zusam-
men im Regelfall einen Wert von 100%. Der Haushaltsanteil darf somit 
nicht in Abhängigkeit vom Umfang der im Aufgabenbereich anfallenden 
Arbeiten festgesetzt werden. Auch ist nicht entscheidend, wie viel Zeit sich 
die versicherte Person für die Haushaltsarbeiten nimmt. Dass die Haus-
haltsgrösse kein massgebendes Kriterium ist, trifft auch auf die aussch-
liesslich im Haushalt tätigen Versicherten zu, deren Aufgabenbereich 
rechtsprechungsgemäss in jedem Fall mit 100% zu veranschlagen ist (BGE 
141 V 15 E. 4.5 S. 22).

2.6 Wurde eine Rente wegen eines fehlenden oder zu geringen Invali-
ditätsgrades bereits einmal verweigert, so wird eine neue Anmeldung nur 
geprüft, wenn die versicherte Person glaubhaft macht, dass sich der Grad 
der Invalidität in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat 
(Art. 87 Abs. 2 und 3 der Verordnung über die Invalidenversicherung vom 
17. Januar 1961 [IVV; SR 831.201]). Die Behandlung der Eintretensfrage 
durch die Verwaltung ist vom Gericht nur zu überprüfen, wenn das Eintre-
ten streitig ist (BGE 109 V 108 E. 2b S. 114).

Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache mate-
riell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Per-
son glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsäch-
lich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revi-
sionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (SVR 2011 IV Nr. 2 S. 8 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Okt. 2016, IV/15/1070, Seite 10

E. 3.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren 
rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das 
neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die fest-
gestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine rentenbegründende Inva-
lidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt 
die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 
E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invaliditätsgrad 
erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuanmeldungsver-
fahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG – durch Ver-
gleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten materiellen Beur-
teilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit demjenigen zur 
Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 S. 112; 130 V 
71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

3.

3.1 Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung der Be-
schwerdeführerin vom November 2014 (AB 86) eingetreten, hat materiell 
geprüft, ob seit der letzten rechtskräftigen Verneinung eines Rentenan-
spruchs (vgl. Verfügung vom 14. Dezember 2010; AB 77) eine im Hinblick 
auf den Invaliditätsgrad wesentliche Änderung in den tatsächlichen Ver-
hältnissen eingetreten ist und hat dies in der Folge gestützt auf die vorge-
nommenen medizinischen Abklärungen bejaht. Zunächst zu prüfen ist, ob 
die Beschwerdegegnerin dies zu Recht getan hat, wobei die Frage des 
Eintretens auf die Neuanmeldung hier nicht zu prüfen ist (vgl. E. 2.6 hier-
vor).

3.2 Im Zeitpunkt der letzten materiellen Beurteilung und rechtskräftigen 
Verneinung eines Rentenanspruchs war die Beschwerdeführerin für sitzen-
de Büroarbeiten noch zu 50% arbeitsfähig (AB 64 S. 2; siehe auch AB 23 – 
25, AB 68 S. 5 und AB 78). Seither hat sich der Gesundheitszustand der 
Beschwerdeführerin gemäss den diesbezüglich übereinstimmenden medi-
zinischen Akten infolge mehrerer MS-Schübe verschlechtert (vgl. AB 90, 
91, 95, 99). An Einschränkungen dokumentiert sind Sehstörungen, eine 

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leichtgradige Ataxie und Feinmotorikstörung, eine leichtgradige Bein-
schwäche rechts, Sensibilitätsstörungen an den unteren Extremitäten, eine 
Stand- und Gangataxie, Schwindel, eine erhöhte körperliche und psychi-
sche Erschöpfbarkeit, depressive Stimmungsschwankungen und Ängste 
sowie eine verminderte Konzentration (siehe AB 95 S. 4 und AB 99 S. 5). 
Grundsätzlich seien körperlich anstrengende Tätigkeiten ungünstig und 
nicht zumutbar. Aber auch bei vorwiegend sitzenden Tätigkeiten sei die 
Versicherte durch die Sehstörungen, die kognitive Erschöpfbarkeit bzw. die 
Konzentrationsstörungen und die leichten Feinmotorikstörungen einge-
schränkt. Die Wiederaufnahme einer beruflichen Tätigkeit – also auch der 
früheren Erwerbstätigkeit als … – sei der Versicherten nicht mehr zumutbar 
bzw. keine Berufstätigkeit mehr denkbar (vgl. AB 95 S. 4 und AB 99 S. 5). 
Das Vorliegen eines Neuanmeldegrundes ist damit erstellt. Zu prüfen 
bleibt, ob die Beschwerdeführerin nunmehr (wieder) Anspruch auf eine 
Invalidenrente hat. Der frühestmögliche Rentenbeginn fällt dabei in Anwen-
dung von Art. 28 Abs. 1 und Art. 29 Abs. 1 IVG (vgl. E. 2.2 hiervor) sowie 
mit Blick auf die seit dem 16. März 2005 durchgehend erstellte Arbeitsun-
fähigkeit von mindestens 40% (vgl. AB 14 S. 5) und die im November 2014 
erfolgte Neuanmeldung (AB 86) auf Mai 2015.

3.3 Die Beschwerdeführerin wurde von der Beschwerdegegnerin als 
Teilerwerbstätige mit einem Anteil von 20% Erwerbstätigkeit und 80% 
Haushalt bemessen (AB 121). Die Beschwerdeführerin wendet hiergegen 
ein, dass sie im Gesundheitsfall mindestens zu 50% erwerbstätig wäre. 

Die Beschwerdeführerin hat ihr letztes Arbeitsverhältnis im Hinblick auf die 
Geburt ihrer Tochter C.________ per 31. August 2008 aufgelöst. Bis zu 
diesem Zeitpunkt war sie immer im Umfang ihrer jeweiligen Arbeitsfähigkeit 
erwerbstätig (vgl. AB 42 S. 3, AB 68 S. 3). Anlässlich der Haushaltsab-
klärung vom 17. März 2009 gab die Beschwerdeführerin an, dass sie sicher 
auch bei guter Gesundheit die ersten fünf Jahre zu Hause bleiben und als 
Mutter und Hausfrau tätig sein würde. Ab Einschulung (Kindergarten) wür-
de sie dann gerne wieder eine Teilerwerbstätigkeit aufnehmen (AB 42 
S. 4). Anlässlich der Haushaltsabklärung vom 23. September 2010 führte 
die Beschwerdeführerin aus, dass sie aus finanzieller Notwendigkeit im 
Gesundheitsfall wieder zu einem 50%-Pensum erwerbstätig wäre. Die Fa-

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milie sei „extrem am Rudern“, seit sie keine IV-Rente mehr erhalte. Die 
finanzielle Situation würde sie zu einer Erwerbstätigkeit im Rahmen eines 
50%-Arbeitspensums drängen und sie würde ausserdem auch den dadurch 
bedingten externen Kontakt schätzen (AB 68 S. 4). Die Beschwerdegegne-
rin ging in der Folge von einem Status von 20% Erwerbstätigkeit und 80% 
Haushalt aus, da ein 20%-Pensum der Beschwerdeführerin genüge, um die 
weggefallene IV-Rente wettzumachen (AB 68 S. 4). Die Beschwerdeführe-
rin hielt hierauf mit Schreiben vom 8. Dezember 2010 an ihrer Meinung 
fest, dass sie ohne Invalidität wieder eine 50% Tätigkeit aufnehmen würde. 
Ihr sei jedoch bewusst, dass dies am Ergebnis eines Invaliditätsgrades 
unter 40% nichts ändere, da sie von den behandelnden Ärzten noch als zu 
50% arbeitsfähig betrachtet werde (AB 78). Folglich verzichtete sie auf eine 
Beschwerde. Anlässlich der Haushaltsabklärung vom 10. Juli 2015 gab die 
Beschwerdeführerin an, dass sie ohne Gesundheitsschaden weiter im … 
Bereich arbeiten würde, mit sämtlichen Weiterbildungen, die sie bisher 
wahrscheinlich schon gemacht hätte. In welchem Umfang, könne sie nicht 
sagen. Sie müsste arbeiten, weil ihr Mann den Lohn eines einfachen „Büe-
zers“ habe. Aktuell möchte sie die Kinder zwei Tage pro Woche zu einer 
Tagesmutter geben, welche auch in den Ferien disponibel wäre. Gemäss 
Abklärungsbericht schaltete sich (der an der Abklärung anwesende) Prof. 
Dr. med. D.________ bei dieser Frage ein und empfahl der Beschwerde-
führerin zu sagen, dass sie zur Selbstverwirklichung 100% erwerbstätig 
wäre. Das sei für die Invalidenversicherung eine sehr wichtige Frage. Hier-
auf führte die Beschwerdeführerin aus, dass sie, so wie sich die Welt ent-
wickle, 100% erwerbstätig wäre und die Kinder täglich in die Krippe bringen 
würde. Diese Aussage bekräftigte sie am 13. Juli 2015 am Telefon. Sie 
habe die Frage mit ihrem Ehemann besprochen und sie würde in dieser 
Lebenssituation (Arbeitslosigkeit des Ehemannes) durchaus 100% arbei-
ten. Vielleicht hätte sie ja gar keine Kinder oder nur eins. Zudem seien die 
Kinder ja schon älter. Sie habe ihren Beruf gern gehabt. Der Beruf und die 
Weiterbildungen würden ihr fehlen (AB 104 S. 5).

3.4 Dass die Beschwerdeführerin ohne Gesundheitsschaden zu 100% 
erwerbstätig wäre, erscheint angesichts ihrer beiden doch noch relativ klei-
nen Kinder und ihrer ursprünglichen Aussage, die ersten fünf Jahre zu 
Hause bleiben und als Mutter und Hausfrau tätig sein zu wollen (vgl. AB 42 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Okt. 2016, IV/15/1070, Seite 13

S. 4), unglaubwürdig. Gleichzeitig ist jedoch zu beachten, dass die Be-
schwerdeführerin bereits gut eineinhalb Jahre nach der Geburt ihrer Toch-
ter neu angab, dass sie aufgrund der knappen finanziellen Situation im Ge-
sundheitsfall wieder zu 50% im …bereich erwerbstätig wäre, zumal sie 
auch den dadurch bedingten externen Kontakt schätzen würde (vgl. AB 68 
S. 4). Dies bekräftigte sie mit Schreiben vom 8. Dezember 2010, obwohl 
sie wusste, dass sie auch bei einem Status von 50% Erwerbstätigkeit und 
50% Haushalt keine Rente erhalten würde (vgl. AB 78). Bei der Haushalts-
abklärung vom 10. Juli 2015 zeigte die Beschwerdeführerin Mühe, den hy-
pothetischen Umfang der im Gesundheitsfall ausgeübten externen Er-
werbstätigkeit anzugeben, wobei sie keine Zweifel darüber aufkommen 
liess, dass sie weiter im … Bereich arbeiten würde und hier auch Weiterbil-
dungen gemacht hätte. Am 13. Juli 2015 gab sie telefonisch u.a. ergänzend 
an, dass sie ihren Beruf gern gehabt habe und dass ihr der Beruf und die 
Weiterbildungen fehlten (vgl. AB 104 S. 5). Dies deckt sich sowohl mit ihrer 
Arbeitsanamnese einer vollen Ausschöpfung ihrer Arbeitsfähigkeit bis Mitte 
Schwangerschaft mit ihrer Tochter C.________ als auch mit den übrigen 
diesbezüglichen Angaben in den Akten (vgl. E. 3.3 hiervor). Die Aussage 
der Beschwerdeführerin, dass sie ihre Kinder aktuell zwei Tage pro Woche 
zu einer Tagesmutter geben möchte, welche auch in den Ferien disponibel 
wäre (vgl. AB 104 S. 5), kann sich sowohl auf die Situation mit als auch auf 
die Situation ohne Gesundheitsschaden beziehen, wobei die Abklärungs-
fachperson die Aussage ausschliesslich in Bezug auf die Situation mit Ge-
sundheitsschaden gesehen und entsprechend als irrelevant nicht berück-
sichtigt hat (AB 104 S. 5). Beachtet man, in welchem Zusammenhang die 
Aussage erfolgt ist, erscheint jedoch überwiegend wahrscheinlich, dass die 
Beschwerdeführerin mit dieser Aussage zu beantworten versuchte, was sie 
aktuell – mit ihren Kindern im derzeitigen Alter – überwiegend wahrschein-
lich ohne Gesundheitsschaden tun würde, sie nämlich zwei Tage pro Wo-
che zu einer Tagesmutter geben. Damit hätte sie ab August 2015, wenn die 
Tochter die 1. Schulklasse und der Sohn einen halben Tag pro Woche die 
Spielgruppe besucht, die Möglichkeit, wieder zu einem 50%-Pensum einer 
Erwerbstätigkeit nachzugehen, wie sie das schon früher als Wunsch 
geäussert hat. In Anbetracht des dokumentierten Umstandes, dass sie ih-
ren Beruf gern gehabt und schon relativ kurz nach der Geburt ihres ersten 
Kindes vermisst hat, erscheint überwiegend wahrscheinlich, dass sie ent-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Okt. 2016, IV/15/1070, Seite 14

gegen ihrer ursprünglichen Aussage, die ersten fünf Jahre zu Hause zu 
bleiben und als Mutter und Hausfrau tätig sein zu wollen, bereits ab August 
2015, mit dem Spielgruppeneintritt des Sohnes im Alter von gut drei Jah-
ren, wieder einer Erwerbstätigkeit im Umfang von 50% nachgegangen wä-
re. Bis zu diesem Zeitpunkt ist der von der Beschwerdegegnerin ange-
nommene Status von 20% Erwerbstätigkeit und 80% Haushalt nicht zu 
beanstanden. Ab dem 1. August 2015 ist hingegen von einem Status von 
50% Erwerbstätigkeit und 50% Haushalt auszugehen. 

3.5 Gestützt auf die medizinischen Akten ist nach dem in Erwä-
gung 3.2 hiervor Dargelegten erstellt, dass sich der Gesundheitszustand 
der Beschwerdeführerin seit Dezember 2010 infolge mehrerer MS-Schübe 
erheblich verschlechtert hat und dass sie aufgrund der bis zur angefochte-
nen Verfügung vom 30. Oktober 2015 (AB 121) dokumentierten Einschrän-
kungen mit Sehstörungen, leichtgradiger Ataxie und Feinmotorikstörung, 
leichtgradiger Beinschwäche rechts, Sensibilitätsstörungen an den unteren 
Extremitäten, Stand- und Gangataxie, Schwindel, erhöhter körperlicher und 
psychischer Erschöpfbarkeit, depressiven Stimmungsschwankungen und 
Ängsten sowie einer verminderten Konzentration nicht mehr erwerbstätig 
sein kann (vgl. E. 3.2 hiervor). In medizinischer Hinsicht ist der Sachverhalt 
mit den Berichten der behandelnden Ärzte rechtsgenüglich abgeklärt. Dass 
bezüglich Einschränkungen relevante Aspekte unerkannt oder ungewürdigt 
geblieben wären, kann aufgrund der gesamten Akten, insbesondere auch 
der zwischenzeitlich eingereichten aktuellen Berichte (vgl. BB 4, 6, 23 – 
26), nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ausge-
schlossen werden. Die Schwindelbeschwerden der Beschwerdeführerin 
sind unstrittig berücksichtigt worden. Ob sie auf ihre deutlichen cere-
bellären Okulomotorikstörungen zurückzuführen sind oder (auch) eine zen-
trale vestibuläre Ursache haben (vgl. AB 113 S. 7 sowie Beschwerde S. 9), 
ist für die Beurteilung der Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin ohne 
Bedeutung und begründet entsprechend auch keinen zusätzlichen medizi-
nischen Abklärungsbedarf. Dass ein solcher in Bezug auf eine der übrigen 
Einschränkungen bestehen würde, wird von der Beschwerdeführerin zu-
mindest für die Zeit bis zum Verfügungserlass vom 30. Oktober 2015 
(AB 121) in Übereinstimmung mit den medizinischen Akten (vgl. AB 95 
S. 3) zu Recht nicht geltend gemacht. Ob sich ihr Gesundheitszustand 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Okt. 2016, IV/15/1070, Seite 15

seither verschlechtert hat, wie sie insbesondere in ihren nachträglichen 
Eingaben ausführen lässt, ist nicht Gegenstand des vorliegenden Verfah-
rens und somit hier auch nicht zu prüfen (vgl. BGE 131 V 242 E. 2.1 
S. 243, 130 V 138 E. 2.1 S. 140). Zusammengefasst erweist sich der medi-
zinische Sachverhalt bis zum Zeitpunkt des Verfügungserlasses vom 
30. Oktober 2015 (AB 121), welcher rechtsprechungsgemäss die zeitliche 
Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis bildet, als rechtsgenüglich 
abgeklärt. Da von weiteren medizinischen Abklärungen für diese Zeit keine 
neuen Erkenntnisse mehr zu erwarten sind, ist auf solche in antizipierter 
Beweiswürdigung zu verzichten (vgl. BGE 122 V 157 E. 1d S. 162). 

3.6 Der Abklärungsbericht Haushalt/Erwerb vom 4. August 2015 
(AB 104 S. 2 ff.), welcher von der Beschwerdegegnerin zum integrierenden 
Bestandteil der angefochtenen Verfügung erklärt worden ist (AB 121 S. 1), 
wurde von einer qualifizierten Abklärungsfachperson in Kenntnis sämtlicher 
sich aus den medizinischen Akten ergebenden Beeinträchtigungen erstellt. 
Dabei hat die Abklärungsfachperson unter Berücksichtigung der konkreten 
Verhältnisse vor Ort beurteilt, in welchem Umfang die Beschwerdeführerin 
durch diese Beeinträchtigungen bei der Erledigung der verschiedenen Auf-
gaben im Haushalt eingeschränkt ist. Die diesbezüglichen Angaben der 
Beschwerdeführerin sind im Bericht dokumentiert und berücksichtigt wor-
den. Die Beurteilung der Abklärungsfachperson steht in Übereinstimmung 
mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben, ist bezüglich der einzelnen 
Einschränkungen angemessen detailliert und plausibel begründet. Der Ab-
klärungsbericht erbringt damit bezüglich Invalidität im Haushalt grundsätz-
lich vollen Beweis (vgl. E. 2.4.2 hiervor). Klar feststellbare Fehleinschät-
zungen der Abklärungsfachperson liegen nicht vor. Zwar lässt die Be-
schwerdeführerin geltend machen, dass die angenommene Einschränkung 
von 30% bei der gründlichen Wohnungsreinigung bzw. von 10% beim 
Grosseinkauf selbst dann zu gering sei, wenn die Mithilfe des Ehemannes 
berücksichtigt werde (vgl. Beschwerde S. 8). Weshalb und inwiefern sie 
dieser Meinung ist, wird jedoch nirgends konkretisiert und ist denn auch 
nicht ersichtlich. Eine Auseinandersetzung mit den plausiblen Begründun-
gen der Abklärungsfachperson für deren Einschätzungen (vgl. AB 104 
S. 9 ff.) fehlt. Die reine Behauptung von höheren Einschränkungen lässt 
nicht an der Zuverlässigkeit des Abklärungsberichts zweifeln. Ebenso 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Okt. 2016, IV/15/1070, Seite 16

wenig das Endergebnis, gemäss welchem trotz unstrittiger Zunahme der 
gesundheitlichen Beeinträchtigungen seit der Haushaltsabklärung vom 
23. September 2010 (vgl. AB 68) sich deren negative Auswirkungen auf die 
Erledigung der verschiedenen Aufgaben im Haushalt leicht reduziert haben 
(vgl. Beschwerde S. 8 f.). Wie sich aus einem Vergleich der verschiedenen 
Abklärungsberichte ergibt (vgl. AB 42 S. 2 ff., AB 68 S. 2 ff., AB 104 
S. 2 ff.), erklärt sich dies im Wesentlichen damit, dass die Beschwerdefüh-
rerin mittlerweile in einer neuen, ihrem Leiden besser angepassten, schwel-
lenlosen Wohnung wohnt und über verschiedene zusätzliche Hilfsmittel 
verfügt, so dass sich die stärkeren gesundheitlichen Beeinträchtigungen in 
der konkreten neuen Situation weniger stark auswirken. Dieses Phänomen 
ist auch der Grund, weshalb (auch) bei der Bemessung der Invalidität im 
Haushalt nicht auf eine medizinisch-theoretische Schätzung, sondern auf 
die konkrete Beurteilung der Situation vor Ort abzustellen ist. Nach der 
Rechtsprechung bedarf es des Beizugs eines Arztes, der sich zu den ein-
zelnen Positionen der Haushaltführung unter dem Gesichtswinkel der Zu-
mutbarkeit zu äussern hat, nur in Ausnahmefällen, insbesondere bei un-
glaubwürdigen Angaben der versicherten Person, die im Widerspruch zu 
den ärztlichen Befunden stehen (SVR 2005 IV Nr. 21 S. 84 E. 5.1.1). Dies 
ist vorliegend nicht der Fall. Dass die behandelnden Ärzte die Einschrän-
kungen der Beschwerdeführerin im Haushalt medizinisch-theoretisch teil-
weise höher einschätzen, als die Abklärungsfachperson unter Berücksichti-
gung der konkreten Verhältnisse, lässt nach dem Dargelegten nicht auf 
eine klare Fehleinschätzung der Abklärungsfachperson schliessen. Umso 
weniger, als sich in keinem der betreffenden Berichte konkrete Ausführun-
gen finden, die die Einschätzung der Abklärungsfachperson als falsch er-
scheinen liessen (siehe AB 95, 99. 115 S. 5 ff., BB 4, 6, 23), wobei in die-
sem Zusammenhang auch der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen ist, 
dass behandelnde Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche 
Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer Patienten aussa-
gen (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b cc S. 353; SVR 2015 IV Nr. 26 S. 80 
E. 5.3.3.3 sowie Entscheid des EVG vom 20. März 2006, I 655/05, E. 5.4). 
Dem Abklärungsbericht Haushalt vom 4. August 2015 (AB 104 S. 2 ff.) 
kommt nach dem Dargelegten für den vorliegend relevanten Zeitraum bis 
zur angefochtenen Verfügung vom 30. Oktober 2015 (AB 121) bezüglich 
Einschränkungen im Haushalt volle Beweiskraft zu (vgl. E. 2.4.2 hiervor). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Okt. 2016, IV/15/1070, Seite 17

Gestützt auf diesen Abklärungsbericht ist erstellt, dass die Beschwerdefüh-
rerin seit ihrem Umzug in die neue Wohnung per 1. Februar 2013 bis zum 
Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung vom 30. Oktober 2015 (AB 121) 
aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen unter Berücksichtigung 
der Mithilfe ihres Ehemannes durchschnittlich zu 18.4% im Bereich Haus-
halt eingeschränkt war (AB 104 S. 13).

4.

4.1 Bei einer vollständigen Einschränkung im erwerblichen Bereich 
(vgl. E. 3.5 hiervor) und einer Einschränkung im Bereich Haushalt von 
18.4% (vgl. E. 3.6 hiervor) resultiert bei einem bis 31. Juli 2015 anzuneh-
menden Status von 20% Erwerbstätigkeit und 80% Haushalt (vgl. E. 3.4 
hiervor) in Anwendung der trotz des Urteils des Europäischen Gerichtshofs 
für Menschenrechte (EGMR) vom 2. Februar 2016 (Di Trizio c. Suisse 
[Requête no 7186/09]) vorliegend unstrittig weiterhin anwendbaren ge-
mischten Methode ein Invaliditätsgrad von gerundet 35% (0.20 x 100% + 
0.80 x 18.4%) und damit kein Rentenanspruch.

4.2 Ab dem 1. August 2015 ist bei der Beschwerdeführerin neu von 
einem Status von 50% Erwerbstätigkeit und 50% Haushalt auszugehen 
(vgl. E. 3.4 hiervor). Bei einer vollständigen Einschränkung im erwerblichen 
Bereich (vgl. E. 3.5 hiervor) und einer Einschränkung im Bereich Haushalt 
von 18.4% (vgl. E. 3.6 hiervor) resultiert somit ab dem 1. August 2015 ein 
Invaliditätsgrad von gerundet 59% (0.50 x 100% + 0.50 x 18.4%) und damit 
ein Anspruch auf eine halbe Rente (vgl. E. 2.2 hiervor) Die Beschwerde ist 
folglich gutzuheissen, die angefochtene Verfügung der IV-Stelle Bern vom 
30. Oktober 2015 (AB 121) aufzuheben und der Beschwerdeführerin für die 
Zeit ab dem 1. August 2015 eine halbe Rente der Invalidenversicherung 
zuzusprechen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Okt. 2016, IV/15/1070, Seite 18

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung 
oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach 
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die zur Hauptsache unterliegende Beschwerde-
gegnerin zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). 

5.2 Die hauptsächlich obsiegende Beschwerdeführerin hat Anspruch 
auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Versicherungsgericht fest-
gesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der 
Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 1 
Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG). 

Fürsprecher B.________ macht in seiner Kostennote vom 30. Dezember 
2015 ein Honorar von Fr. 3‘450.-- zuzüglich Auslagen von Fr. 162.60.-- und 
8% MWSt., somit total Fr. 3‘901.60, geltend. Auch unter Berücksichtigung 
der nach der Kostennote noch getätigten Eingaben erscheint dieser Betrag 
gemessen am objektiv erforderlichen Prozessaufwand als zu hoch. Mit 
Blick auf andere, bezüglich des erforderlichen Aufwands, der Bedeutung 
der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses vergleichbare Verfah-
ren und die dafür vom angerufenen Gericht zugesprochenen Anwaltsge-
bühren ist der Parteikostenersatz vorliegend ermessensweise auf pauschal 
Fr. 3’200.-- (inkl. Auslagen und MWSt.) festzusetzen. Diesen Betrag hat die 
Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin zu ersetzen.

5.3 Damit ist das Gesuch der Beschwerdeführerin um unentgeltliche 
Rechtspflege und Beiordnung von Fürsprecher B.________ als amtlicher 
Anwalt gegenstandslos geworden und als erledigt vom Geschäftsverzeich-
nis abzuschreiben.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Okt. 2016, IV/15/1070, Seite 19

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 30. Oktober 2015 aufgehoben und der Beschwer-
deführerin ab dem 1. August 2015 eine halbe Rente der Invalidenver-
sicherung zugesprochen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt. 

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf pauschal Fr. 3‘200.-- (inkl. Auslagen und 
MWSt.), zu ersetzen.

4. Das Verfahren betreffend das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege 
und Beiordnung von Fürsprecher B.________ als amtlicher Anwalt 
wird als gegenstandslos geworden vom Geschäftsverzeichnis abge-
schrieben.

5. Zu eröffnen (R):
- Fürsprecher B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.