# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** edd9b6d1-0122-559a-a98f-b2b6fa9fe049
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-08-13
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 13.08.2009 C-1195/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-1195-2008_2009-08-13.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-1195/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 3 .  A u g u s t  2 0 0 9

Richterin Ruth Beutler (Vorsitz), Richter Bernard Vaudan, 
Richter Blaise Vuille, 
Gerichtsschreiberin Barbara Kradolfer.

A._______,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Verweigerung der Einreisebewilligung in Bezug auf 
B._______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-1195/2008

Sachverhalt:

A.
Am 12. Dezember 2007 beantragte die thailändische Staatsangehörige 
B._______  (geboren  1968;  nachfolgend  Gesuchstellerin)  bei  der 
schweizerischen Vertretung in Bangkok ein Visum für einen dreimona-
tigen  Besuchsaufenthalt  beim  Beschwerdeführer.  Nach  formloser 
Verweigerung  des  Visums  übermittelte  die  Auslandvertretung  das 
Gesuch zur Prüfung und zum Entscheid an die Vorinstanz.

B.
Nachdem  die  kantonale  Migrationsbehörde  bei  dem  als  Gastgeber 
fungierenden Beschwerdeführer weitere Informationen eingeholt hatte, 
wies die Vorinstanz das Einreisegesuch mit Verfügung vom 15. Febru-
ar 2008 ab. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen an, dass die 
Wiederausreise der Gesuchstellerin aufgrund der wirtschaftlichen und 
soziokulturellen Verhältnisse im Herkunftsland sowie  wegen der  per-
sönlichen Verhältnisse nicht als gesichert angesehen werden könne.

C.
Mit  Rechtsmitteleingabe  vom  25.  Februar  2008  beantragt  der  Be-
schwerdeführer sinngemäss die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfü-
gung sowie die Erteilung der beantragten Einreisebewilligung an die 
Gesuchstellerin. Er versichert, dass die Gesuchstellerin nicht vorhabe, 
sich  unter  Umgehung der  Begrenzungsmassnahmen in  der  Schweiz 
eine bessere Zukunft aufzubauen; das liessen seine finanziellen Ver-
hältnisse nicht zu. Im Weiteren böten die familiären Verhältnisse Ge-
währ dafür, dass die Gesuchstellerin nicht in der Schweiz bleibe. Das 
von  der  Vorinstanz  angeführte  Risiko  sei  deshalb  als  gering  einzu-
stufen. Zudem werde er alles für eine fristgerechte und anstandslose 
Wiederausreise tun.

D.
Mit  Vernehmlassung  vom 2. April  2008  beantragt  die  Vorinstanz  die 
Abweisung  der  Beschwerde.  Als  Ergänzung  der  Begründung  der 
Verfügung beruft sie sich auf die Einschätzung der Auslandvertretung, 
wonach die familiären Verhältnisse keine ausreichende Gewähr für die 
Wiederausreise bieten könnten.

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E.
Mit Eingabe vom 17. März (recte: April) 2008 nahm der Beschwerde-
führer zur Vernehmlassung der Vorinstanz Stellung.

F.
Auf den weiteren Akteninhalt  wird,  soweit  entscheiderheblich,  in  den 
Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht unter 
Vorbehalt der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen Beschwerden ge-
gen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), welche von 
einer in Art. 33 VGG aufgeführten Behörde erlassen wurden. Darunter 
fallen  u.a.  Verfügungen  des  BFM  betreffend  Verweigerung  der  Ein-
reisebewilligung. Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet in diesem 
Bereich  endgültig  (Art. 83  Bst. c  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Sofern  das  Verwaltungsgerichtsgesetz  nichts  anderes  bestimmt, 
richtet  sich  das  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  nach 
dem VwVG (Art. 37 VGG).

1.3 Der Beschwerdeführer  ist  gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG zur  Be-
schwerde berechtigt. Auf  die  frist-  und formgerechte Beschwerde ist 
einzutreten (Art. 50–52 VwVG).

2.
Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 
von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des 
Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechts-
erheblichen Sachverhaltes und – sofern nicht eine kantonale Behörde 
als  Beschwerdeinstanz  verfügt  hat  –  die  Unangemessenheit  gerügt 
werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Be-
schwerdeverfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist ge-
mäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht ge-
bunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend 
gemachten  Gründen  gutheissen  oder  abweisen.  Massgebend  ist 

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grundsätzlich  die  Rechts-  und  Sachlage  zum  Zeitpunkt  seines  Ent-
scheides (vgl. E. 1.2 des in BGE 129 II 215 teilweise publizierten Ur-
teils 2A.451/2002 vom 28. März 2003).

3.
Das  schweizerische  Ausländerrecht  kennt  weder  ein  allgemeines 
Recht auf Einreise noch gewährt es einen besonderen Anspruch auf 
Erteilung  eines  Visums.  Die  Schweiz  ist  daher  –  wie  alle  anderen 
Staaten auch – grundsätzlich nicht gehalten, Ausländerinnen und Aus-
ländern die Einreise zu gestatten. Vorbehältlich völkerrechtlicher Ver-
pflichtungen  handelt  es  sich  dabei  um  einen  autonomen  Entscheid 
(vgl. Botschaft zum Bundesgesetz über Ausländerinnen und Ausländer 
vom 8. März 2002, BBl 2002 3774; BGE 133 I 185 E. 2.3 S. 189).

4.
Am 1. Januar 2008 sind das Bundesgesetz vom 16. Dezember 2005 
über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) sowie die 
dazu gehörigen  Ausführungsverordnungen  (u.a. die  Verordnung  vom 
24.  Oktober  2007  über  das  Einreise-  und  Visumverfahren  [VEV, AS 
2007  5537])  in  Kraft  getreten.  In  der  Volksabstimmung  vom  5. Juni 
2005 wurde dem Bundesbeschluss vom 17. Dezember 2004 über die 
Genehmigung  und  die  Umsetzung  der  bilateralen  Abkommen 
zwischen der Schweiz und der EU über die Assoziierung an Schengen 
und  an  Dublin  (SR  362)  zugestimmt.  Die  entsprechenden  Assoziie-
rungsabkommen  (darunter  das  Abkommen  vom  26. Oktober  2004 
zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft,  der Europäischen 
Union  und  der  Europäischen  Gemeinschaft  über  die  Assoziierung 
dieses Staates bei der Umsetzung, Anwendung und Entwicklung des 
Schengen-Besitzstands  [SAA,  SR 0.360.268.1])  sind  sodann  für  die 
Schweiz am 12. Dezember 2008 definitiv in Kraft getreten. Seitdem ist 
die  Schweiz  verpflichtet,  den  übernommenen  Schengen-Besitzstand 
anzuwenden und umzusetzen, wie u.a. die Bestimmungen zur gemein-
samen Visapolitik, auf die verschiedentlich in EG-Rechtsakten verwie-
sen wird. Durch die Übernahme des Schengen-Besitzstandes wurden 
im AuG entsprechende Anpassungen notwendig (vgl. u.a. Art. 2 Abs. 4 
AuG, wonach die Bestimmungen über das Visumsverfahren und über 
die Ein-  und Ausreise  nur  gelten,  sofern  das  Schengen-Recht  keine 
abweichenden Bestimmungen enthält). Im Weiteren ist  die VEV total 
revidiert worden (Verordnung vom 22. Oktober 2008 über die Einreise 
und die Visumerteilung [VEV, SR 142.204], in Kraft seit 12. Dezember 
2008). Art. 57 VEV sieht vor, dass hängige Verfahren nach dem neuen 

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übergeordneten (Schengen-)Recht  fortgeführt  werden.  Das bedeutet, 
dass  die  Schweiz  ungeachtet  der  übergangsrechtlichen Bestimmung 
von Art. 126 Abs. 1 AuG völkerrechtlich verpflichtet ist, auf Verfahren, 
die am 12. Dezember 2008 hängig sind, das neue Recht anzuwenden 
(zum Vorrang des internationalen Rechts: vgl. BGE 122 II  485 E. 3, 
122 II 234 E. 4.e, 119 V 171 E. 4;  RAINER J. SCHWEIZER,  Zur Einleitung: 
Das  Bundesverwaltungsgericht  im  System  der  öffentlich-rechtlichen 
Rechtspflege  des  Bundes,  in:  Bernhard  Ehrenzeller/Rainer J. 
Schweizer  [Hrsg.],  Das Bundesverwaltungsgericht:  Stellung und Auf-
gaben, St. Gallen 2008, S. 24).

5.
5.1 Bezüglich  der  Einreisevoraussetzungen  für  einen  Aufenthalt  von 
höchstens drei Monaten verweist Art. 2 Abs. 1 VEV auf die Verordnung 
(EG) Nr. 562/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 
15. März 2006 über einen Gemeinschaftskodex für das Überschreiten 
der  Grenzen  durch  Personen  (Schengener  Grenzkodex  [SGK,  ABl. 
L 105 vom 13.04.2006, S. 1–32]). Art. 5 Abs. 1 SGK präzisiert die Ein-
reisevoraussetzungen  für  Drittstaatsangehörige. Diese  benötigen  zur 
Einreise ein oder mehrere gültige Reisedokumente und – sofern sie 
der Visumspflicht unterliegen – ein gültiges Visum (Bst. a und b). Sie 
müssen den Zweck und die Umstände ihres beabsichtigten Aufenthalts 
belegen  und  hierfür  über  ausreichende  finanzielle  Mittel  verfügen 
(Bst. c). Im Weiteren dürfen sie nicht im Schengener Informationssys-
tem  (SIS)  zur  Einreiseverweigerung  ausgeschrieben  sein  und  keine 
Gefahr für die öffentliche Ordnung, die innere Sicherheit, die öffentli-
che Gesundheit oder die internationalen Beziehungen eines Mitglied-
staats darstellen (Bst. d und e).

5.2 Die  Einreisevoraussetzungen  gemäss  Schengener  Grenzkodex 
entsprechen im Wesentlichen Art. 5 Abs. 1 Bst. a–d AuG. Das in Art. 5 
Abs. 1 Bst. c SGK genannte Erfordernis, Zweck und Umstände des ge-
planten Aufenthalts zu belegen, wird in Art. 5 Abs. 1 AuG nicht explizit 
erwähnt.  Demgegenüber  verlangt  Art. 5  Abs. 2  AuG,  dass  im  Falle 
eines nur vorübergehenden Aufenthalts für die gesicherte Wiederaus-
reise  Gewähr  zu  bieten  ist.  Dies  stellt  jedoch  kein  zusätzliches  im 
nationalen Recht verankertes Erfordernis dar und steht daher nicht im 
Widerspruch zum Schengener Grenzkodex. Die Angabe des vorüber-
gehenden Aufenthaltszwecks stellt  nämlich zugleich eine Absichtser-
klärung dar, nach Erfüllung dieses Zwecks wieder ausreisen zu wollen. 
Erfolgen widersprüchliche oder unglaubwürdige Angaben zum Aufent-

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haltszweck, so kann daraus der Schluss gezogen werden, dass der je-
weilige Gesuchsteller nicht willens ist, nach Ablauf des geplanten Auf-
enthalts den Schengenraum fristgerecht zu verlassen. In diesem Sinne 
äussert  sich auch die Gemeinsame Konsularische Instruktion an die 
diplomatischen  Missionen  und  die  konsularischen  Vertretungen,  die 
von  Berufskonsularbeamten  geleitet  werden  (GKI,  ABl.  C 326  vom 
22.12.2005, S. 1–149), die eine analoge Auslegung vornimmt. Die GKI 
verlangt  hinsichtlich  des Entscheids über  den Visumsantrag die Ein-
schätzung des Migrationsrisikos; es muss geprüft werden, "ob der An-
tragsteller die Absicht hat, in das Hoheitsgebiet der Mitgliedstaaten mit 
Hilfe  eines  zu  Touristik-,  Studien-,  Geschäfts-  bzw.  zu  Familienbe-
suchszwecken ausgestellten Visums einzuwandern und sich dort nie-
derzulassen“ (vgl. ABl. C 326, S. 10).  Die laut Art. 5 Abs. 2 SGK zur 
Glaubhaftmachung des Aufenthaltszwecks in Frage kommenden Bele-
ge werden beispielhaft in Anhang I des Schengener Grenzkodex auf-
gelistet. 

5.3 Aufgrund  der  vorstehenden  Erwägungen  ist  somit  festzuhalten, 
dass die nach Art. 5 Abs. 1 Bst. c SGK erforderliche Überprüfung des 
Aufenthaltszwecks dieselbe Fragestellung aufwirft wie die Überprüfung 
des in Art. 5 Abs. 2 AuG genannten Merkmals der gesicherten Wieder-
ausreise. Es kann daher an die bisherige Praxis und Rechtsprechung 
bezüglich des letztgenannten Merkmals angeknüpft werden. 

6.
Das Schengen-Recht nimmt eine Differenzierung in Bezug auf die Vi-
sumspflicht  von  Drittstaatsangehörigen  vor.  Die  Verordnung  (EG) 
Nr. 539/2001  des  Rates  vom  15. März  2001  (ABl.  L 81  vom 
21.03.2001, S. 1–7) verweist in Art. 1 Abs. 1 und 2 auf die Anhänge I 
und  II,  welche  jeweils  eine  Liste  von  Drittländern  enthalten.  In  An-
hang I sind diejenigen Drittstaaten aufgelistet, deren Staatsangehörige 
beim Überschreiten der Aussengrenzen der Schengen-Mitgliedstaaten 
im Besitz eines Visums sein müssen; Anhang II dagegen führt diejeni-
gen Drittländer auf, deren Staatsangehörige von der Visumspflicht be-
freit sind. Thailand findet sich in Anhang I, so dass die Gesuchstellerin 
als thailändische Staatsangehörige der Visumspflicht unterliegt.

7.  
7.1 Zur Prüfung des Kriteriums der gesicherten Wiederausreise muss 
das  Verhalten  des  Gesuchstellers  oder  der  Gesuchstellerin  im  Falle 
einer  Einreise  in  die  Schweiz  beurteilt  werden.  Da  es  sich  um  ein 

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zukünftiges  Verhalten  handelt,  lassen  sich  dazu  in  der  Regel  keine 
gesicherten  Feststellungen,  sondern  lediglich  Voraussagen  machen. 
Dabei sind sämtliche Umstände des Einzelfalles zu würdigen.

7.2 Anhaltspunkte  zur  Beurteilung der  fristgerechten Wiederausreise 
können sich aus der allgemeinen Lage im Herkunftsland der Gesuch-
stellerin oder des Gesuchstellers ergeben. Einreisegesuche von Bür-
gerinnen und Bürgern  aus Staaten bzw. Regionen mit  politisch oder 
wirtschaftlich  vergleichsweise  ungünstigen  Verhältnissen  können 
darauf  hindeuten,  dass  die  persönliche  Interessenlage  in  solchen 
Fällen nicht mit dem Ziel und Zweck einer zeitlich befristeten Einreise-
bewilligung in Einklang steht.

Die wirtschaftliche Situation Thailands zeigte in den letzten Jahren ein 
robustes  Wachstum,  auch  wenn  innenpolitische  Unsicherheit,  auf-
kommende Gewalt in den vier südlichsten Provinzen sowie die Auswir-
kungen des verheerenden Tsunami von 2004 eine Verlangsamung des 
Wirtschaftswachstums bewirkt haben. Die weltweite Finanz- und Wirt-
schaftskrise sowie die zunehmend unsichere innenpolitische Situation 
(Besetzung  der  Flughäfen  Ende  November/Anfang  Dezember  2008 
sowie die Demonstrationen der politischen Opposition und die vorüber-
gehende Verhängung des Ausnahmezustandes über Bangkok und die 
umliegenden Provinzen im April 2009) haben sich in den letzten Mona-
ten deutlich negativ auf die wirtschaftliche Situation Thailands ausge-
wirkt (Quellen: Länder- und Reiseinformationen auf der Webseite des 
deutschen Auswärtigen Amtes: www.auswaertiges-amt.de > Thailand > 
Rubriken:  Wirtschaft,  Innenpolitik  sowie  Reise-  und  Sicherheits-
hinweise, Stand: Mai 2009 bzw. 15. Juli  2009; Background Notes auf 
der Webseite des US Aussenministeriums: www.state.gov > Travel > 
Countries  and  Regions  >  Background  Notes,  Stand:  Januar  2009. 
Beide Seiten besucht am 15. Juli 2009). Die Lebensbedingungen be-
trächtlicher  Teile  der  Bevölkerung  waren  bereits  vor  den  jüngsten 
Ereignissen  in  ökonomischer  und  sozialer  Hinsicht  vergleichsweise 
schwierig. Entsprechend hoch ist der Anteil jener Thailänder, die ver-
suchen, ins Ausland zu gelangen, um sich unter günstigeren Lebens-
bedingungen  eine  bessere  Existenz  aufzubauen  bzw.  sichern  zu 
können. Der Trend zeigt sich erfahrungsgemäss dort besonders stark, 
wo im Ausland durch die Anwesenheit von Verwandten oder Bekann-
ten bereits ein minimales soziales Beziehungsnetz besteht.

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7.3 Angesichts der geschilderten Situation ist  nicht  zu beanstanden, 
wenn die Vorinstanz das Risiko einer nicht fristgerechten Wiederaus-
reise  von Besuchern  aus  Thailand generell  als  hoch  einschätzt. Bei 
der  Risikoanalyse sind  jedoch nicht  nur  solch  allgemeine  Umstände 
und Erfahrungen zu berücksichtigen, sondern, wie erwähnt, sämtliche 
Gesichtspunkte  des  konkreten  Einzelfalles.  Obliegen  dem  Gesuch-
steller oder der Gesuchstellerin im Heimatstaat besondere berufliche, 
gesellschaftliche oder familiäre Verpflichtungen, kann dieser Umstand 
durchaus die Prognose für eine anstandslose Wiederausreise begün-
stigen. Andererseits muss bei Gesuchstellerinnen und Gesuchstellern, 
die in der Heimat keine der erwähnten Verpflichtungen haben, die sie 
von einer möglichen Emigration abhalten könnten, aufgrund entspre-
chender  Erfahrungen  das  Risiko  eines  fremdenpolizeilich  nicht  vor-
schriftsgemässen Verhaltens nach bewilligter Einreise als hoch einge-
schätzt werden. 

7.4 Aus den Akten geht hervor, dass die Gesuchstellerin 41 Jahre alt 
und geschieden ist. Zum Zeitpunkt der Gesuchstellung war sie arbeits-
los. Gemäss den Angaben der Botschaft vom 12. Dezember 2007 hat 
die  Gesuchstellerin  drei  Kinder  im  Alter  von  damals  15,  14  und  7 
Jahren. Sie sei im November 2007 geschieden worden und habe auf 
der Botschaft eine Bestätigung vorgelegt, welche sie als unverheiratet 
ausgewiesen habe. Auf die Frage, wozu sie diese Bestätigung brau-
che, gab die Gesuchstellerin an, sie schliesse eine Heirat nicht aus. 
Der  Gastgeber  sei  ihr  Freund  ("boyfriend").  Gemäss  Angaben  des 
Gastgebers  ist  die  Gesuchstellerin,  welche  er  als  seine  Freundin 
bezeichnet, Mutter von Zwillingen im Teenageralter.

Aus  diesen  Angaben  ist  nicht  erkennbar,  dass  die  Gesuchstellerin 
berufliche, familiäre oder gesellschaftliche Verpflichtungen hat, welche 
sie nachhaltig von einer Emigration abzuhalten vermögen. Zwar beste-
hen  familiäre  Bindungen  zu  den  minderjährigen  Kindern.  Es  sind 
jedoch  Widersprüche  zwischen  den  Angaben  der  Gesuchstellerin 
gegenüber  der  Botschaft  und denjenigen des Beschwerdeführers  im 
Beschwerdeverfahren erkennbar. Zudem schliesst die Gesuchstellerin 
offenbar eine Heirat in der Schweiz nicht  aus. Aufgrunddessen kann 
die fristgerechte und anstandslose Wiederausreise nicht als gesichert 
angesehen werden. An dieser Stelle ist zu betonen, dass keine Zweifel 
an der Integrität des Beschwerdeführers und an seinem festen Willen 
bestehen, die Frist zur Wiederausreise zu respektieren (vgl. auch die 
Vernehmlassung der Vorinstanz vom 2. April 2008). Naturgemäss kann 

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jedoch ein Gastgeber nur für gewisse finanzielle Risiken garantieren, 
mangels rechtlicher und faktischer Durchsetzbarkeit nicht aber für ein 
bestimmtes  Verhalten  des  Gastes  (vgl.  das  Urteil  des  Bundesver-
waltungsgerichts C-6923/2007 vom 6. April 2009 E. 10 mit Hinweisen).

7.5 Unter den gegebenen Umständen durfte die Vorinstanz zu Recht 
davon ausgehen, es bestehe aufgrund der Situation im Herkunftsland 
der  Gesuchstellerin  und  deren  persönlichen  Verhältnissen  nicht 
genügend Gewähr für die fristgerechte und anstandslose Wiederaus-
reise nach einem Besuchsaufenthalt.

8.
Aus den vorstehenden Erwägungen folgt, dass die angefochtene Ver-
fügung im Lichte von Art. 49 VwVG rechtmässig ist. Die Beschwerde 
ist daher abzuweisen.

9.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwer-
deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 1 und Art. 3 des 
Reglements  vom 21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädi-
gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht ([VGKE, SR 173.320.2]).

(Dispositiv S. 10)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.-  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Sie  sind  durch  den  am  5. März  2008  geleisteten  Kosten-
vorschuss gedeckt.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben)
- die Vorinstanz (Akten Ref-Nr. [...] retour)
- das Migrationsamt des Kantons Zürich ([...])

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Ruth Beutler Barbara Kradolfer

Versand: 

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