# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9ef87ac3-8f5c-54a1-94f2-ed516a737f37
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-04-28
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 28.04.2008 D-1044/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-1044-2007_2008-04-28.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-1044/2007
law/rep
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 8 .  A p r i l  2 0 0 8

Richter Walter Lang (Vorsitz),
Richter Gérald Bovier, Richter Robert Galliker, 
Gerichtsschreiber Philipp Reimann.

A._______, geboren (...), Sri Lanka,
wohnhaft (...), Sri Lanka,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 
3003 Bern,
Vorinstanz.

Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; 
Verfügung vom 29. Dezember 2006 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-1044/2007

Sachverhalt:

A.
Der Beschwerdeführer - ein Tamile aus B._______ - suchte mit an die 
Schweizerische  Botschaft  in  Colombo  gerichtetem  Schreiben  vom 
22. Juni 2006 um Asyl in der Schweiz nach (vgl. act. A1), dem er eine 
persönliche  Visitenkarte  sowie  ein  Bestätigungsschreiben  des  Bi-
schofs  der  Diözese B._______  -  C._______ -  D._______  -  vom 23. 
Juni 2006 beilegte.

Der  Beschwerdeführer  machte  zur  Begründung  im  Rahmen  seines 
schriftlichen Asylgesuchs vom 22. Juni  2006 geltend,  er  sei  "Grama 
Sevaka  Niladhari"  (Dorfvorsteher)  in  B._______  gewesen  und  habe 
seit April 2005 als "Rehabilitation Officer" im Distrikt B._______ gear-
beitet. Seit etwa 20 Jahren verfasse er Kurzgeschichten, in denen er 
oft  das  erbarmenswerte  Leben  der  tamilischen  Bevölkerung  in  der 
kriegsversehrten  Nordostprovinz  beschrieben  habe.  Diese  Kurzge-
schichten seien sowohl in srilankischen Tageszeitungen und Zeitschrif-
ten als auch im Ausland veröffentlicht worden. Im Jahre 1996 habe er 
mit Gleichgesinnten die Organisation "E._______" ins Leben gerufen, 
welche  die  angemessene  schulische  Ausbildung  bedürftiger  und 
verwaister Kinder im Distrikt B._______ und weiteren Distrikten in der 
F._______provinz unterstützt  habe. Im selben Jahr sei  er  unter  dem 
Vorwurf, einem Mitglied der "Liberation Tigers of Tamil Eelam" (LTTE) 
bei  der  Beschaffung  einer  srilankischen  Identitätskarte  behilflich 
gewesen zu sein,  festgenommen, schliesslich aber  vom Magistrate's 
Court in B._______ freigesprochen worden. Im Übrigen habe er sich in 
der  Vergangenheit  in  unterschiedlicher  Weise  in  der  Öffentlichkeit 
exponiert. So habe er  beispielsweise bei  den Wahlen in  den Jahren 
2001  und  2004  die  Kandidaten  der  "Tamil  National  Alliance"  (TNA) 
unterstützt. Ausserdem habe er in den Jahren 2005 beziehungsweise 
2006 bei den Gedenkveranstaltungen für den ermordeten G._______ 
respektive  für  seinen  engen  persönlichen  Freund  H._______,  dem 
ehemaligen  Führer  des  "I._______",  mitgewirkt.  Anlässlich  der 
Gedenkfeier  vom (...)  zum (...)  Todestag des ermordeten H._______ 
habe er in einer öffentlichen - in der lokalen Presse publizierten - Rede 
dessen Ermordung auf's Schärfste verurteilt. 

Wenig  später  sei  er  im Zusammenhang  mit  einer  Arbeitsstelle  nach 
Colombo gereist. Am 24. Mai 2006 seien mehrere Maskierte in seiner 
Abwesenheit  in  sein  Haus  in  B._______  eingedrungen  und  hätten 

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nach ihm gesucht. Auf Nachfrage seiner anwesenden Frau hätten sich 
die  Unbekannten  als  Polizisten  zu  erkennen  gegeben.  Seine  Frau 
habe  diesen  Vorfall  wenig  später  der  Human  Rights  Commission 
(HRC) und der  Sri  Lanka Monitoring Mission (SLMM) gemeldet. Die 
Polizei  habe  diesen  zwei  Organisationen  gegenüber  indessen 
dementiert, ihn - den Beschwerdeführer - am 24. Mai 2006 in seinem 
Haus in B._______ gesucht zu haben. Auf Anraten von Freunden und 
Verwandten sei er nicht nach B._______ zurückgekehrt, sondern halte 
sich aktuell in einem Haus eines Freundes in Colombo auf.

B.
Mit  Schreiben vom 20. Juli  2006 teilte  die  Schweizerische  Botschaft 
dem Beschwerdeführer mit, seine Eingabe werde als Asylgesuch ent-
gegen genommen. Gleichzeitig forderte die Botschaft  den Beschwer-
deführer  auf,  seine  Vorbringen  ("grievances")  und  allfällige  entspre-
chende  Beweismittel  sowie  Kopien  von  Identitätspapieren  als  letzte 
und bindende Eingabe ("your final  and binding submission") bis zum 
21. August 2006 einzureichen, sofern er nach wie vor an seinem Ge-
such festhalten wolle (vgl. act. A2).

C.
Am 8. August 2006 gingen der Schweizerischen Vertretung in Colom-
bo  zahlreiche,  vom  Beschwerdeführer  eingesandte  Dokumente  (na-
mentlich eine Anzeige an die Human Rights Commission [HCR] von 
Sri Lanka vom 12. Juni 2006, eine Anzeigebestätigung der Sri Lanka 
Monitoring Mission [S.L.M.M] vom 29. Mai 2006, eine Anzeige an den 
Präsidenten Sri Lankas vom 28. Juni 2006, Auszüge aus den amtlich 
publizierten Parliamentary Debates (Hansard) vom 7. und vom 8. Juni 
2006,  einen  Auszug  aus  dem  Gerichtsverfahren  Nr.  (...)  des 
Magistrate's  Court  B._______ gegen den Beschwerdeführer,  diverse 
Unterlagen zum vom Beschwerdeführer [nach dessen eigenen Anga-
ben im Jahre 1996]  gegründeten E._______,  diverse Zeitungsartikel 
sowie  Kopien  von  Geburtsregisterauszügen  und  srilankischen 
Identitätskarten  bezüglich  des  Beschwerdeführers,  dessen  Ehefrau 
sowie ihrer drei Kinder; vgl. act. A3) zu.

D.
Mit  an die Schweizer  Botschaft  gerichteten Schreiben vom 25. Sep-
tember 2006 und vom 21. Oktober 2006 wies der Beschwerdeführer 
auf  die angespannte Situation in Sri  Lanka und in seiner Heimatge-

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gend B._______ hin und ersuchte um eine beförderliche Behandlung 
seines Auslandverfahrens.

E.
Am 15. November 2006 wurde der Beschwerdeführer durch einen Mit-
arbeiter  der Schweizer Botschaft  in Colombo zu seinen Asylgründen 
befragt (vgl. act. A7). Dabei führte er unter anderem ergänzend aus, er 
habe von Ende Mai bis Ende Juli 2006 in Colombo gelebt und seinen 
Wohnsitz im August 2006 nach J._______ verlegt. Im selben Monat sei 
er  kurzfristig  nach Indien gereist,  im September 2006 jedoch wieder 
nach Sri Lanka zurück gekehrt, weil sein indisches Visum abgelaufen 
sei. Bis heute sei er seit dem erstmaligen Auftauchen Unbekannter in 
seinem Haus am 24. Mai 2006 dort  noch vier Male gesucht worden. 
Darüber  hinaus  hielt  der  Beschwerdeführer  fest,  er  habe  seit  März 
2006 im Abstand von drei bis vier Tagen telefonische Drohanrufe er-
halten, die mutmasslich von Karuna-Leuten stammten. Ferner seien im 
Mai  und  Juni  2006  zwei  Drohbriefe  an  seine  Wohnadresse  in 
B._______  verschickt  worden,  deren  Urheberschaft  er  ebenfalls 
Leuten im Umfeld von Karuna zuschreibe.

F.
Mit via Schweizer Botschaft in Colombo an den Beschwerdeführer ver-
sandter Verfügung vom 29. Dezember 2006 wies das BFM dessen Ein-
reise-  und  Asylgesuch  ab. Die  Verfügung  des  BFM wurde  dem  Be-
schwerdeführer  laut  dem  bei  den  Akten  befindlichen  postalischen 
Rückschein am 23. Januar 2007 ausgehändigt.

G.
Mit am 8. Februar 2007 beim BFM eingetroffener und von diesem an 
das Bundesverwaltungsgericht weitergeleiteter englischsprachiger Ein-
gabe vom 30. Januar  2007 beantragt  der  Beschwerdeführer  sinnge-
mäss, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und ihm die Einrei-
se in die Schweiz zu bewilligen beziehungsweise Asyl zu gewähren.

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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt  das Bundesverwaltungsge-
richt Beschwerden gegen Verfügungen nach  Art. 5 des Bundesgeset-
zes vom 20. Dezember 1968 über  das Verwaltungsverfahren (VwVG, 
SR 172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und 
ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts. Eine Aus-
nahme, was das Sachgebiet angeht, ist nicht gegeben (Art. 32 VGG). 
Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung 
der vorliegenden Beschwerde und entscheidet in diesem Bereich end-
gültig  (Art. 105  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni 1998  [AsylG, 
SR 142.31];  Art. 83  Bst.  d  Ziff.  1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die Beurteilung erfolgt nach neu-
em Verfahrensrecht (vgl. Art. 53 Abs. 2 VGG).

1.2 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrich-
tige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachver-
halts  und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG).

1.3 Die Beschwerde ist form- und fristgerecht eingereicht worden. Der 
Beschwerdeführer ist legitimiert (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 und 
50 ff. VwVG). Auf die Beschwerde ist mithin einzutreten. Das Bundes-
verwaltungsgericht hat dabei aus prozessökonomischen Gründen auf 
eine  Rückweisung  der  englischsprachigen  Beschwerde  zur  Überset-
zung in eine Amtssprache verzichtet, da die Rechtsmittelanträge ver-
ständlich sowie begründet sind. Der vorliegende Entscheid ergeht in-
dessen in deutscher Sprache (vgl. Art. 33a Abs. 2 VwVG i.V.m. Art. 6 
AsylG).

2.

2.1 Das Bundesamt kann ein im Ausland gestelltes Asylgesuch ableh-
nen,  wenn  die  asylsuchenden  Personen  keine  Verfolgung  glaubhaft 
machen können oder ihnen die Aufnahme in einem Drittstaat zugemu-
tet werden kann (vgl. Art. 3, Art. 7 und Art. 52 Abs. 2 AsylG). Gemäss 
Art. 20 Abs. 2 AsylG bewilligt das Bundesamt Asylsuchenden die Ein-
reise zur Abklärung des Sachverhaltes,  wenn ihnen nicht  zugemutet 
werden kann,  im Wohnsitz-  oder  Aufenthaltsstaat  zu bleiben oder  in 

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ein anderes Land auszureisen. Gestützt auf Art. 20 Abs. 3 AsylG kann 
das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) schweize-
rische Vertretungen ermächtigen, Asylsuchenden die Einreise zu be-
willigen, die glaubhaft machen, dass eine unmittelbare Gefahr für Leib 
und Leben oder für die Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 
AsylG bestehe.

2.2 Bei  diesem Entscheid  gelten  restriktive  Voraussetzungen  für  die 
Erteilung einer Einreisebewilligung, wobei den Behörden ein weiter Er-
messensspielraum zukommt. Neben der erforderlichen Gefährdung im 
Sinne  von  Art.  3  AsylG  sind  namentlich  die  Beziehungsnähe  zur 
Schweiz, die Möglichkeit  der Schutzgewährung durch einen anderen 
Staat,  die Beziehungsnähe zu anderen Staaten, die praktische Mög-
lichkeit und objektive Zumutbarkeit zur anderweitigen Schutzsuche so-
wie  die  voraussichtlichen  Eingliederungs-  und  Assimilationsmöglich-
keiten in Betracht zu ziehen (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der 
Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 1997 Nr. 15 E. 2.e.-
g. S. 131 ff., welcher angesichts bloss redaktioneller Änderungen bei 
der letzten Totalrevision des Asylgesetzes nach wie vor Gültigkeit hat).

3.

3.1 Der Beschwerdeführer  begründete sein Asylgesuch im Wesentli-
chen damit, er habe seit März 2006 alle drei bis vier Tage telefonische 
Drohanrufe erhalten. Im Mai und Juni 2006 seien überdies zwei Droh-
briefe  an  seinem  Wohnsitz  in B._______  eingetroffen.  Er  vermute, 
dass die telefonischen und brieflichen Drohungen von Karuna-Leuten 
ausgegangen seien. Am 21. oder 22. Mai 2006 habe er anlässlich ei-
ner  Gedenkfeier  für  seinen  ermordeten  engen  persönlichen  Freund 
H._______ eine öffentliche - in der lokalen Presse publizierte - Rede 
gehalten, in welcher er dessen Ermordung scharf verurteilt und hierfür 
die  srilankischen  Sicherheitsbehörden  verantwortlich  gemacht  habe. 
Wenig später habe er sich im Zusammenhang mit einer neuen Arbeits-
stelle nach Colombo begeben. Am 24. Mai 2006 seien nachmittags un-
bekannte  Personen  in  sein  Haus  in  B._______  eingedrungen  und 
hätten  nach  ihm gesucht.  Danach  sei  er  auf  Anraten  verschiedener 
Freunde  in  Colombo  geblieben  und  nicht  nach  B._______  zurück-
gekehrt.

3.2 Vorab stellt das Bundesverwaltungsgericht mit der Vorinstanz fest, 
dass der Beschwerdeführer die wiederholten anonymen telefonischen 
Drohanrufe seit März 2006 sowie den Zugang zweier anonymer Droh-

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briefe im Mai  beziehungsweise Juni 2006 erst  anlässlich seiner per-
sönlichen  Anhörung  in  der  Schweizerischen  Vertretung  in  Colombo 
Mitte November 2006 erwähnt hat, wogegen er in seinem schriftlichen 
Asylgesuch  vom  22.  Juni  2006  ausschliesslich  das  Auftauchen 
unbekannter Personen in seinem Haus in B._______ am 24. Mai 2006 
als  unmittelbaren  Grund  für  sein  Asylgesuch  erwähnt  hat.  Der 
Beschwerdeführer  hat  überdies  weder  die  telefonischen  Drohungen 
noch  die  beiden  Drohbriefe  gegenüber  dem HCR noch  dem SLMM 
erwähnt  und  keinen  der  beiden  Drohbriefe  als  Beweismittel  zu  den 
Akten  gereicht,  weshalb  anzunehmen  ist,  er  habe  die  fraglichen 
Vorkommnisse  anlässlich  der  Botschaftsanhörung  geltend  gemacht, 
um  seinen  Gesamtvorbringen  nachträglich  zusätzliches  Gewicht  zu 
verleihen.

Einzelne Ungereimtheiten bestehen auch in Bezug auf das am 24. Mai 
2006  erfolgte  Erscheinen  mehrerer  vermummter  Gestalten  im  Haus 
des Beschwerdeführers in  B._______ und deren Suche nach seiner 
Person.  So  gab  der  Beschwerdeführer  in  seinem  schriftlichen 
Asylgesuch  vom  22.  Juni  2006  an,  es  seien  damals  25  Personen 
erschienen, welche sich auf Nachfragen seiner Frau als Polizisten zu 
erkennen  gegeben  hätten  (vgl.  act.  A1  S.  3),  wogegen  er  bei  der 
Botschaftsanhörung behauptete, es habe sich dabei um 50 Personen 
gehandelt,  welche  ihre  Organisationszugehörigkeit  verschwiegen 
hätten (vgl. act. A7 S. 6, Ziff. 6.3.2).

Wie dem auch im Einzelnen sei, geht das Bundesverwaltungsgericht 
aufgrund  der  vom  Beschwerdeführer  eingereichten  Dokumente, 
insbesondere der von ihm beziehungsweise seiner Frau am 12. Juni 
2006 zuhanden des HCR verfassten Anzeigen (vgl. act. A3),  mit  der 
Vorinstanz davon aus, dass der Beschwerdeführer am 24. Mai  2006 
tatsächlich  von mehreren unbekannten Personen in  seinem Haus in 
B._______ gesucht worden ist. Stellt man dabei auf den Inhalt der vom 
Beschwerdeführer verfassten Anzeige an das HCR vom 12. Juni 2006 
sowie auf  die Aussagen des Parlamentsabgeordneten K._______ im 
Rahmen der parlamentarischen Debatten vom (...) (vgl. Parliamentary 
Debates - Hansard, Volume (...) ab, lag der Grund für das Erscheinen 
der  besagten  Leute  im  Hause  des  Beschwerdeführers  in  der 
öffentlichen Rede des Beschwerdeführers anlässlich des Gedenkfeier 
vom (...) für den am (...) ermordeten H._______.

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3.3 Vor diesem Hintergrund ist die Frage zu prüfen, ob den Akten hin-
reichende Anhaltspunkte dafür entnommen werden können, dass der 
Beschwerdeführer die Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft im 
Sinne von Art. 3 AsylG erfüllt.

3.3.1 Die  Schweiz  gewährt  Flüchtlingen  unter  Vorbehalt  von  Aus-
schlussgründen auf  Gesuch hin  Asyl  (vgl.  Art.  2  Abs. 1  und Art. 49 
AsylG).  Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft 
nachweisen oder zumindest glaubhaft  machen (Art. 7 Abs. 1 AsylG). 
Die Flüchtlingseigenschaft erfüllen Personen, welche in ihrem Heimat-
staat oder im Land, wo sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Reli-
gion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe 
oder  wegen  ihrer  politischen  Anschauungen  ernsthaften  Nachteilen 
ausgesetzt  sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen 
ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die 
Gefährdung von Leib, Leben oder Freiheit sowie Massnahmen, die ei-
nen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG).

3.3.2 Die  im  Gesetz  so  definierte  Flüchtlingseigenschaft  erfüllt  eine 
asylsuchende Person nach Lehre und Rechtsprechung dann, wenn sie 
Nachteile  von bestimmter  Intensität  erlitten  hat  beziehungsweise mit 
beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft begründe-
terweise befürchten muss, welche ihr gezielt und aufgrund bestimmter 
Verfolgungsmotive durch Organe des Heimatstaates oder durch nicht-
staatliche Akteure zugefügt worden sind beziehungsweise zugefügt zu 
werden drohen (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizeri-
schen Asylrekurskommission [EMARK] 2006 Nr. 18 E. 7 und 8 S. 190 
ff., 2005 Nr. 21 E. 7 S. 193). Aufgrund der Subsidiarität des flüchtlings-
rechtlichen Schutzes setzt die Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft 
im Weiteren voraus, dass die betroffene Person in ihrem Heimatland 
keinen ausreichenden Schutz finden kann (vgl. EMARK 2005 Nr. 21 E. 
7 S. 193).

3.3.3 Wie den Aussagen des Beschwerdeführers  in  seinem schriftli-
chen Asylgesuch vom 22. Juni 2006 (vgl. act. A1 S. 3) im Verbund mit 
seinen Angaben bei seiner Anhörung in der Botschaft vom 15. Novem-
ber 2006 zu entnehmen ist, verliess er B._______ im Zusammenhang 
mit einer neuen Arbeitsstelle beim L._______ in Colombo bereits am 
23. Mai 2006 (vgl. act. A1 S. 3 und act. A7 S. 7, Ziff. 6.7). Nachdem ihn 
seine  Freunde  vor  einer  Rückkehr  nach  B._______  gewarnt  hätten, 
habe er unter anderem auch bei einem in Colombo wohnhaften Freund 

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gelebt  (vgl.  act. A1 S. 4)  und  sei  schliesslich  im August  2006 nach 
J._______ umgezogen (vgl. act. A7 S. 1, Ziff. 1.1). Er machte indessen 
weder  in  seiner  Eingabe vom 22. Juni  2006 noch bei  der  Anhörung 
durch die Botschaft  beziehungsweise in  seiner Beschwerde vom 30. 
Januar  2007  geltend,  dass  er  in  Colombo  im  Zusammenhang  mit 
seinem  Auftritt  anlässlich  der  Gedenkfeier  vom  (...)  oder  aus 
anderweitigen  Gründen  gesucht  worden  wäre,  sondern  beschränkte 
sich anlässlich der Anhörung durch die Botschaft auf den Hinweis, er 
sei  nach  dem erstmaligen  Erscheinen  unbekannter  Leute  in  seinem 
Haus in B._______ am 24. Mai 2006 bis Oktober 2006 noch viermal in 
seinem dortigen Haus gesucht worden (vgl. act. A7 S. 6, Ziff. 6.3.2). 
Dies lässt den Schluss zu, dass der Beschwerdeführer ausserhalb der 
Stadt  B._______  nicht  gesucht  wird  und  damit  grundsätzlich  die 
Möglichkeit  hat,  sich  allfälligen  -  direkt  gegen  ihn  gerichteten  - 
Verfolgungshandlungen  seitens  der  Unbekannten  durch 
Wohnsitznahme  ausserhalb  B._______  wirksam  zu  entziehen.  Auch 
der Umstand,  dass der  Beschwerdeführer  nach einem einmonatigen 
Aufenthalt  in  Indien  im  September  2006  wieder  in  seine  Heimat 
zurückgekehrt  ist,  deutet  im  Ergebnis  darauf  hin,  dass  unter  dem 
Aspekt der Sicherheit auch er selbst seine Situation in Sri Lanka nicht 
als untragbar einstuft. An dieser Einschätzung vermag auch der in der 
Beschwerde erfolgende Hinweis auf  die prekäre  Gesamtsituation  für 
tamilische Medienleute nichts zu ändern, zumal der Beschwerdeführer 
im  Rahmen  des  Asylverfahrens  nie  geltend  gemacht  hat,  durch 
langjährige,  gleichsam  die  nationale  Aufmerksamkeit  erregende 
kritische  Berichterstattung  in  Zeitungen  den  Unwillen  der 
Kriegsparteien auf sich gezogen zu haben.

3.3.4 Zusammenfassend ist  deshalb  festzustellen,  dass  es  dem Be-
schwerdeführer nicht gelungen ist, eine Verfolgung im Sinne von Art. 3 
AsylG glaubhaft zu machen. Es erübrigt sich, auf weitere Vorbringen in 
der Beschwerde einzugehen, da sie am Ergebnis nichts ändern kön-
nen. Das BFM hat demnach dem Beschwerdeführer zu Recht die Ein-
reise in die Schweiz verweigert  beziehungsweise dessen Asylgesuch 
abgelehnt.

3.4 Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfü-
gung  Bundesrecht  nicht  verletzt,  den  rechtserheblichen  Sachverhalt 
richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). 
Die Beschwerde ist demnach abzuweisen.

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4. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären dessen Kosten grund-
sätzlich dem Beschwerdeführer  aufzuerlegen (Art. 63  Abs. 1 VwVG). 
Aus verwaltungsökonomischen Gründen und in  Anwendung von Art. 
63 Abs. 1 in fine VwVG und Art. 2 und 3 Bst. a des Reglements vom 
11. Dezember  2006  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht, VGKE, SR 173.320.2) ist allerdings auf die 
Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer durch Vermittlung der Schweizerischen Ver-
tretung in Colombo (per EDA-Kurier)

- die Schweizerische Vertretung in Colombo, mit der Bitte um Eröff-
nung des Urteils an den Beschwerdeführer und um Zustellung der 
beiliegenden  Empfangsbestätigung  an  das  Bundesverwaltungsge-
richt (per EDA-Kurier, In Kopie)

- das BFM, mit den Akten Ref.-Nr. N (...) (in Kopie)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Walter Lang Philipp Reimann

Versand: 

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