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**Case Identifier:** 63fd50c8-f62c-5319-ac90-fb11e46d5691
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-06-06
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 06.06.2008 C-1164/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-1164-2007_2008-06-06.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-1164/2007/frj/fas
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  6 .  J u n i  2 0 0 8

Richter Johannes Frölicher (Vorsitz), 
Richter Stefan Mesmer, 
Richterin Franziska Schneider, 
Gerichtsschreiberin Susanne Fankhauser.

B._______ AG, Postfach 67, 3984 Fiesch,
Beschwerdeführerin,

gegen

SUVA Schweizerische Unfallversicherungs-Anstalt,
Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358, 6002 Luzern,
Vorinstanz.

Einreihung in den Prämientarif für die 
Berufsunfallversicherung (BUV) 2007 
(Einspracheentscheid vom 19.1.2007).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-1164/2007

Sachverhalt:

A.
Die  B._______  AG  in  Fiesch  befasst  sich  gemäss  Handels-
registereintrag mit der Erstellung von Hoch- und Tiefbauten sowie der 
Durchführung  von  Renovationen  im  Bauhauptgewerbe.  Ihre  Arbeit-
nehmenden sind bei  der  Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt 
(SUVA)  für  das  Berufs-  und  Nichtberufsunfallrisiko  versichert.  Der 
Betrieb ist im Prämientarif für die Berufsunfallversicherung (BUV) der 
SUVA  in  der  Klasse  41A  (Betriebe,  die  Arbeiten  des  Bauhauptge-
werbes [wie Erd-, Maurer-, Beton-, Belags-, Steinhauer-, Zimmerarbei-
ten]  ausführen,  Felsmaterial  gewinnen oder  Bauelemente  aus  Beton 
herstellen) zugeteilt. In der Klasse 41A wurde per 1. Januar 2007 das 
alte  Bonus-Malus-Prämienbemessungssystem  (BMS  95)  durch  das 
neue Bonus-Malus-System 03 (BMS 03) abgelöst. Gleichzeitig mit der 
Einführung des BMS 03 wurden in der Klasse 41A neue Unterklassen 
bzw. Unterklassenteile  eingeführt. Der  Betrieb der B._______ AG ist 
dem Unterklassenteil A0 (Betrieb, der Arbeiten des Bauhauptgewerbes 
ausführt) zugeteilt. 

Mit Verfügung vom 26. Oktober 2006 reihte die SUVA die B._______ 
AG  in  Anwendung  des  BMS  03  per  1. Januar  2007  neu  in  den 
Prämientarif  ein.  Dabei  wurde  der  Nettoprämiensatz  von  2,53% auf 
2,90%  (Stufe  103  des  neu  anwendbaren  150-stufigen  BUV-
Grundtarifs) erhöht (Akt. 10/1 und 10/2). 

B.
Die gegen diese Neueinreihung im Prämientarif  BUV erhobene Ein-
sprache wies die SUVA mit Einspracheentscheid vom 19. Januar 2007 
ab. Sie  erläuterte  die  Grundsätze  des  BMS 03,  die  sich  in  wesent-
lichen Punkten vom BMS 95 unterschieden. Der  Grund für  die  Prä-
mienerhöhung von netto 2,53% auf netto 2,90% liege nicht im Risiko-
verlauf des Betriebes, sondern im Wechsel vom BMS 95 zum BMS 03. 
Da  der  Prämienbedarf  nach  dem neuen  System deutlich  höher  sei, 
müsse der Prämiensatz schrittweise an den neuen Bedarf angepasst 
werden.

C.
Am  13. Februar  2007  erhob  die  B._______  AG  Beschwerde  beim 
Bundesverwaltungsgericht  (BVGer)  und  beantragte  sinngemäss, 
aufgrund des Schadenverlaufs der letzten Jahre sei der ab 1. Januar 

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2007 anwendbare Prämiensatz zu reduzieren. Mit der Einführung des 
BMS  03  würden  die  Kleinbetriebe  bestraft  und  die  Grossbetriebe 
profitieren. 

D.
Nach Eingang des mit Verfügung des Instruktionsrichters vom 2. März 
2007 auf Fr. 750.- festgesetzten Kostenvorschusses reichte die SUVA 
am 23. Mai 2007 die Beschwerdeantwort ein und beantragte die kos-
tenfällige  Abweisung der  Beschwerde. Entgegen der  Auffassung der 
Beschwerdeführerin  sei  der  Schadenverlauf  bei  der  Prämienbemes-
sung berücksichtigt worden. Da aber der Prämienbedarf des Betriebes 
gemäss BMS 03 höher sei als derjenige nach dem BMS 95, müsse der 
Prämiensatz schrittweise an den neuen Bedarf angepasst werden. Die 
Prämienerhöhung  von  2006  auf  2007  betrage  14.6%,  die  Mehrbe-
lastung  der  Lohnsumme  0.37%.  Die  Prämienerhöhung  sei  daher 
weder  willkürlich  noch  unverhältnismässig.  Der  für  das  Jahr  2007 
verfügte Nettoprämiensatz liege im Übrigen immer noch deutlich unter 
dem  Prämienbedarf  des  Betriebes  von  4.0%  und  auch  unter  dem-
jenigen der Branche von 4.28%. 

E.
Die  Beschwerdeführerin  reichte  innerhalb  der  bis  zum  5. Juli  2007 
angesetzten Frist  keine Replik  ein. Gegen die am 23. Juli  2007 mit-
geteilte Zusammensetzung des Spruchkörpers wurden keine Einwän-
de erhoben.

F.
Auf die weiteren Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten 
wird,  soweit  für  die  Entscheidfindung  erforderlich,  im  Rahmen  der 
nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005  (VGG,  SR  173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht 
Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach  Art.  5  des  Bundesgesetzes 
vom 20. Dezember  1968 über  das  Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 
172.021),  sofern  keine  Ausnahme  nach  Art.  32  VGG  vorliegt.  Als 

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Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VGG genannten Behörden. 
Die  Schweizerische  Unfallversicherungsanstalt  (SUVA)  ist  eine  Vor-
instanz  im  Sinne  von  Art. 33  Bst. e  VGG.  Die  Beschwerde  an  das 
Bundesverwaltungsgericht  ist  jedoch  unzulässig,  wenn  ein  anderes 
Bundesgesetz  eine  kantonale  Behörde als  zuständig  erklärt  (Art. 32 
Abs. 2 Bst. b VGG). 

1.2 Die  sachliche  Zuständigkeit  zur  Beurteilung  von  Beschwerden 
gegen Verfügungen der SUVA wird grundsätzlich durch Art. 1 Abs. 1 
des Bundesgesetzes vom 20. März 1981 über die Unfallversicherung 
(UVG,  SR 832.20)  in  Verbindung  mit  Art. 58  Abs. 1  des  Bundesge-
setzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialver-
sicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) geregelt. Demnach ist das kanto-
nale Versicherungsgericht zuständig, wenn das Gesetz über die Unfall-
versicherung nicht  ausdrücklich eine andere Regelung vorsieht. Eine 
solche besondere Regelung der  Zuständigkeit  enthält  Art. 109 UVG. 
Gemäss Bst. b dieser Bestimmung beurteilt  das Bundesverwaltungs-
gericht  – in  Abweichung  von  Art. 58  Abs. 1  ATSG – Beschwerden 
gegen Einspracheentscheide über die Zuteilung der Betriebe und der 
Versicherten  zu  den  Klassen  und  Stufen  der  Prämientarife.  Die 
Zuständigkeit  des  Bundesverwaltungsgerichts  zur  Beurteilung  der 
vorliegenden Streitsache ist deshalb zu bejahen. 

2.
Das  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  richtet  sich  nach 
dem  Verwaltungsverfahrensgesetz,  soweit  das  Verwaltungsgerichts-
gesetz  nichts  anderes  bestimmt  (Art. 37  VGG).  Vorbehalten  bleiben 
gemäss  Art. 3  Bst. dbis VwVG  die  besonderen  Bestimmungen  des 
ATSG.

Die Beschwerde wurde frist- und formgerecht eingereicht (vgl. Art. 38 
ff. und Art. 60 ATSG, Art. 52 VwVG). Als Adressatin des Einsprache-
entscheides  ist  die  Beschwerdeführerin  durch  die  angefochtene 
Verfügung  berührt  und  hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren 
Aufhebung oder Abänderung (Art. 59 ATSG, Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf 
die Beschwerde ist deshalb einzutreten.

3.
Die Beschwerdeführenden können im Rahmen des Beschwerdeverfah-
rens  die  Verletzung  von  Bundesrecht  unter  Einschluss  des  Miss-
brauchs oder der Überschreitung des Ermessens, die unrichtige oder 

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unvollständige Feststellung des  Sachverhalts  sowie die  Unangemes-
senheit des Entscheids beanstanden (Art. 49 VwVG).

3.1 Das Bundesverwaltungsgericht hat nur den Entscheid der unteren 
Instanz  zu  überprüfen  und  sich  nicht  an  deren  Stelle  zu  setzen. 
Insbesondere  dann,  wenn  die  Ermessensausübung,  die  Anwendung 
unbestimmter  Rechtsbegriffe  oder  die  Sachverhaltswürdigung  hoch 
stehende, spezialisierte technische oder wissenschaftliche Kenntnisse 
erfordert,  ist  eine  Zurückhaltung  des  Gerichts  bei  der  Überprüfung 
vorinstanzlicher Bewertungen angezeigt (vgl. BGE 130 II  449 E. 4.1, 
BGE 126 II 43 E. 4c, BGE 121 II 384 E. 1, BGE 108 V 130 E. 4c/dd; 
vgl.  auch  Verwaltungspraxis  der  Bundesbehörden  [VPB]  67.31  E. 2, 
VPB 68.133 E. 2.4; Sozialversicherungsrecht – Rechtsprechung [SVR] 
1994 KV Nr. 3 E. 3b;  YVO HANGARTNER,  Behördenrechtliche Kognitions-
beschränkungen  in  der  Verwaltungsrechtspflege,  in:  Benoît  Bovay/ 
Minh Son Nguyen [Hrsg.], Mélanges en l'honneur de Pierre Moor, Bern 
2005,  S.  326f.,  BEATRICE WAGNER PFEIFFER,  Zum  Verhältnis  von 
fachtechnischer  Beurteilung  und  rechtlicher  Würdigung  im  Verwal-
tungsverfahren, in: ZSR, NF 116, I. Halbbd., S. 442 f.).

3.2 Im  Bereich  der  Prämientarife  besteht  die  Überprüfungsbefugnis 
des Bundesverwaltungsgerichtes einerseits darin, die richtige Anwen-
dung des Tarifs zu kontrollieren; andererseits kann es – im Rahmen 
der konkreten Normenkontrolle – die der Verfügung zu Grunde liegen-
den Tarifpositionen auf ihre Gesetz- und Verfassungsmässigkeit über-
prüfen.

Dem Unfallversicherer steht bei der Festsetzung des Prämientarifs für 
die  Berufsunfallversicherung  ein  weiter  Ermessensspielraum  zu.  In 
diesen  greift  das  Gericht  nur  mit  grosser  Zurückhaltung  ein;  in  der 
Regel  lediglich,  wenn  die  Anwendung  einer  Tarifposition  mit  dem 
Gleichbehandlungsgebot (Art. 8 Abs. 1 BV) unvereinbar ist oder dem 
Gedanken der  Risikogerechtigkeit  (Art.  92  Abs. 1 UVG) widerspricht 
oder wenn der Tarif sich nicht von objektiven Überlegungen leiten lässt 
(vgl. BGE 126 V 344 E. 4a; RKUV 1998 Nr. U 294 S. 230 E. 1c). In 
diesem Zusammenhang darf nicht ausser Acht gelassen werden, dass 
bei  der  Festsetzung  von  Tarifen  unter  Umständen  komplexe  und 
allenfalls  in  der  Zielrichtung  widersprüchliche  Aspekte  auf  einen 
Nenner  zu  bringen  sind.  Das  kann  zur  Folge  haben,  dass  eine 
bestimmte  Tarifposition,  die  für  sich  allein  genommen  diskutabel 
erscheint,  im Gesamtzusammenhang trotzdem nicht  zu beanstanden 

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ist  (Urteil  des Eidgenössischen Versicherungsgerichts U 240/03 vom 
2. Juni 2004, E. 3.2.2). Eine Tarifposition darf deshalb nicht losgelöst 
von den übrigen Tarifbestimmungen gewürdigt werden, sondern ist im 
Gesamtzusammenhang zu beurteilen (BVGE 2007/27 E. 3.2; Urteil der 
Rekurskommission  UV  vom  13. Dezember  2004,  publiziert  in  VPB 
69.73, E. 3).

3.3 Das  Bundesverwaltungsgericht  überprüft  ansonsten  den  ange-
fochtenen Entscheid frei, dies unter Berücksichtigung der vorgebrach-
ten Rügen. Die Beschwerdeinstanz hat mithin nicht zu untersuchen, ob 
sich die angefochtene Verfügung unter schlechthin allen in Frage kom-
menden Aspekten als korrekt erweist,  sondern untersucht im Prinzip 
nur die vorgebrachten Beanstandungen. Von den Verfahrensbeteiligten 
nicht aufgeworfene Rechtsfragen werden nur geprüft, wenn hiezu auf-
grund  der  Parteivorbringen  oder  anderer  sich  aus  den  Akten  erge-
bender Anhaltspunkte hinreichender Anlass besteht (BGE 119 V 347 
E. 1a; ALEXANDRA RUMO-JUNGO, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum 
Sozialversicherungsrecht,  Bundesgesetz über  die Unfallversicherung, 
3. Aufl., Zürich 2003, S. 348).

4.
Das am 1. Januar 2003 in Kraft getretene ATSG änderte die massgeb-
lichen Vorschriften über die Einreihung in die Prämientarife (Art. 91 ff. 
UVG)  nicht,  so  dass  auch  auf  die  vor  Erlass  des  ATSG ergangene 
Rechtsprechung abgestellt werden kann.

5.
Im  Folgenden  werden  die  bei  der  Prämientarifgestaltung  und  der 
Einreihung  der  Betriebe  in  diesen  Tarif  zu  beachtenden  wichtigsten 
gesetzlichen  Bestimmungen  und  massgebenden  Grundsätze  aufge-
führt (vgl. BVGE 2007/27 E. 5 S. 319 ff.).

5.1 Gemäss  Art. 92  Abs.  2  UVG  werden  für  die  Bemessung  der 
Prämien  in  der  Berufsunfallversicherung  die  Betriebe  nach  ihrer  Art 
und  ihren  Verhältnissen  in  Klassen  des  Prämientarifs  und  innerhalb 
dieser in Stufen eingereiht. Massgebend sind dabei insbesondere die 
Unfallgefahr und der Stand der Unfallverhütung. 

5.2 Die Betriebe oder Betriebsteile sind so in Klassen und Stufen des 
Prämientarifs  einzureihen,  dass  die  Kosten  der  Berufsunfälle  und 
Berufskrankheiten  einer  Risikogemeinschaft  voraussichtlich  aus  den 
Nettoprämien  bestritten  werden  können  (Art. 113  Abs. 1  der  Verord-

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nung über die Unfallversicherung vom 20. Dezember 1982 [UVV, SR 
832.202]).  Aufgrund  der  Risikoerfahrungen  kann  die  Zuteilung 
bestimmter  Betriebe  zu  den  Klassen  und  Stufen  des  Prämientarifs 
jeweils auf  den Beginn des Rechnungsjahres ändern  (Art. 92 Abs. 5 
UVG).  Die  Betriebe  oder  Betriebsteile  sind  folglich  nach  Massgabe 
ihres Risikos in die Klassen und Stufen des Prämientarifs einzuteilen 
(Grundsatz der risikogerechten Prämien). 

5.3 Bei der Prämienbemessung ist  weiter das in Art. 61 Abs. 2 UVG 
vorgesehene  Prinzip  der  Gegenseitigkeit  zu  berücksichtigen.  Dieses 
Prinzip verlangt, dass der Unfallversicherer einerseits keine Gewinne 
aus  dem  Versicherungsgeschäft  erzielt,  andererseits  finanziell  auto-
nom sein soll. 

5.4 Neben  diesen,  im  Gesetz  explizit  geregelten  Prinzipien  müssen 
sich die Versicherer bei der Aufstellung der Tarife an die allgemeinen 
Grundsätze  halten,  welche  aus  dem  Sozialversicherungsrecht  des 
Bundes, dem Verwaltungsrecht und der Bundesverfassung fliessen.

5.4.1 Unter die allgemeinen Prinzipien, welche bei der Tarifgestaltung 
zu berücksichtigen sind, fällt namentlich der Grundsatz der Solidarität. 
Demnach  muss  das  Unfallrisiko  durch  eine  grosse  Zahl  von  Versi-
cherten  getragen  werden  (BGE 112  V  316  E.  5c).  In  eine  ähnliche 
Richtung geht das Versicherungsprinzip, wonach das Risiko durch eine 
Mehrzahl von Versicherten zu tragen ist. Weiter ist der Grundsatz der 
Verwaltungsökonomie zu beachten (Urteil  der Rekurskommission UV 
vom 28. Juni 1996, publiziert in VPB 61.23A_I, E. 4d), sollen doch die 
Prämieneinnahmen nicht  durch übermässige Verwaltungsaufwendun-
gen geschmälert werden. 

5.4.2 Ein Prämientarif hat sodann den Grundsätzen der Verfassung zu 
entsprechen, insbesondere dem Prinzip der Gleichbehandlung (Art. 8 
Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft 
vom 18. April 1999 [BV], SR 101) und dem Willkürverbot (Art. 9 BV). 
Nach ständiger Rechtsprechung ist der Grundsatz der rechtsgleichen 
Behandlung in der Rechtsetzung verletzt, wenn rechtliche Unterschei-
dungen  getroffen  werden,  für  die  ein  vernünftiger  Grund  in  den  zu 
regelnden  Verhältnissen  nicht  ersichtlich  ist,  oder  wenn  Unterschei-
dungen unterlassen werden, welche sich auf Grund der Verhältnisse 
aufdrängen (BGE 133 V 42 E. 3.1 mit Hinweisen). Die Rechtsgleichheit 
wird insbesondere dann verletzt, wenn Gleiches nicht nach Massgabe 
seiner Gleichheit gleich oder Ungleiches nicht nach Massgabe seiner 

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Ungleichheit ungleich behandelt wird. Vorausgesetzt ist, dass sich die 
ungerechtfertigte  Gleich-  bzw. Ungleichbehandlung  auf  eine  wesent-
liche Tatsache bezieht (BGE 131 V 107 E. 3.4.2). Willkürlich ist  eine 
Bestimmung, wenn sie sich nicht auf ernsthafte Gründe stützen lässt 
oder wenn sie sinn- oder zwecklos ist (BGE 132 I 157 E. 4.1).

5.4.3 Das Eidgenössische Versicherungsgericht  hat  im Übrigen fest-
gestellt,  dass  im  Bereich  der  Prämientarifgestaltung  das  Gleichbe-
handlungsgebot  und  das  Prinzip  der  Risikogerechtigkeit  deckungs-
gleich sind (vgl. RKUV 1998 Nr. U 294 S. 228 E. 1c). Lässt sich also für 
eine Betriebsart  oder einen Betrieb ein gegenüber anderen Betriebs-
arten  unterschiedliches  Risiko  feststellen,  so  gebietet  dieser  Unter-
schied,  diese  Betriebsart  ungleich  zu  behandeln.  Bei  gleichen  Ver-
hältnissen müssen auch gleiche Leistungen beziehungsweise Prämien 
resultieren (BGE 112 V 291 E. 3b mit Hinweisen), wobei unter Gleich-
heit nicht Identität zu verstehen ist. 

5.5 Einzelne der hier dargelegten Grundsätze können sich widerspre-
chen. So sind das Prinzip der Solidarität und jenes der Risikogerech-
tigkeit  einander  entgegengesetzt.  Grösstmögliche  Solidarität  wäre 
durch  eine  für  alle  Betriebe  geltende  Einheitsprämie  zu  erreichen, 
während  grösstmögliche  Risikogerechtigkeit  eine  für  jeden  Betrieb 
individuell bestimmte Prämie bedingen würde. Die Ausgestaltung des 
Prämientarifs hat sich zwischen diesen zwei Polen zu bewegen. Aus 
dem Gegensatz dieser zwei Grundsätze fliesst denn auch, dass das 
Gleichbehandlungsgebot nicht zur Folge haben kann, dass für jeden 
einzelnen  Betrieb  ein  individueller  Risikosatz  bestimmt  wird,  es 
fliessen zwangsläufig Faktoren anderer – nicht identischer – Betriebe 
für die Einreihung mit ein, sei dies im Rahmen der Zuteilung zu den 
Klassen oder bei der Berücksichtigung von Vergleichswerten.

6.
Streitig und im vorliegenden Verfahren zu prüfen ist die Einreihung im 
Prämientarif  BUV 2007. Von der  Beschwerdeführerin  nicht  bestritten 
wird  dabei  die  Zuteilung  ihres  Betriebes zur  Klasse 41A,  Unterklas-
senteil A0. Aufgrund der Akten ergeben sich auch keine Anhaltspunkte 
dafür,  dass  diese  Zuteilung  unrichtig  wäre. Die  Klassenzuteilung  ist 
deshalb nicht zu überprüfen (vgl. E. 3.3). Die Beschwerdeführerin rügt 
im  Wesentlichen  die  mangelnde  Berücksichtigung  des  Schadenver-
laufs ihres Betriebes und eine Schlechterstellung der kleinen Betriebe 
durch  die  Anwendung  des  BMS  03.  Bevor  auf  diese  Rügen  im 

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Einzelnen eingegangen werden kann, sind daher die Grundsätze der 
Berechnungen,  die  im  Rahmen  des  BMS  03  zur  Festsetzung  der 
Nettoprämie  führen,  zu  erläutern  (vgl. dazu auch Urteil  der  Rekurs-
kommission  UV  vom  13. Dezember  2004,  publiziert  in  VPB  69.73, 
E. 5 f.).

6.1 Per 1. Januar 1995 hat  die SUVA in der Klasse 41A ein Bonus-
Malus-System  eingeführt,  das  bei  der  Prämienbemessung  –  neben 
den allgemeinen Risikoerfahrungen der Risikogemeinschaft – auch die 
mit jedem individuellen Betrieb gemachten Erfahrungen berücksichtigt. 
Per 1. Januar 2003 hat die SUVA dieses System gewissen Änderun-
gen unterzogen und im BMS 03 die für die Prämienbemessung mass-
gebenden Faktoren neu festgesetzt. Das BMS 03 gilt  für  die Klasse 
41A seit dem 1. Januar 2007.

6.1.1 Unter das BMS 03 fallen Betriebe mit einer so genannten Basis-
prämie zwischen Fr. 30'000 und 1,8 Mio. Franken. Betriebe, die diese 
Basisprämie nicht erreichen, werden grundsätzlich zum Basissatz ihrer 
Risikogemeinschaft eingereiht. Überschreitet das Betriebsvolumen die 
1,8 Mio. Franken, wird die Erfahrungstarifierung 03 angewendet.

6.1.2 Die massgebende Basisprämie ergibt sich aus der Multiplikation 
der kumulierten Lohnsumme der letzten sechs Jahre mit dem für das 
Einreihungsjahr bestimmten Basissatz. Die Beschwerdeführerin weist 
mit  einer  kumulierten  Lohnsumme 2000-2005  von  Fr. 1'359'000  und 
einem Basissatz von 4.28% (vgl.  nachfolgende E. 6.2) eine Basisprä-
mie von Fr. 58'165 auf (Grundlagenblatt  BUV 2007 [Akt. 10/2],  Ziff. 1 
und 4.1). Damit fällt sie in den Anwendungsbereich des BMS 03.

6.2 Das BMS 03 geht – wie bereits das BMS 95 – von einem Basis-
satz  aus,  der  für  jede  Branche  bestimmt  wird.  Es  handelt  sich  um 
jenen Prämiensatz, zu dem die gleichartigen Betriebe (unter Berück-
sichtigung allfälliger  besonderer Betriebsverhältnisse) eingereiht  wer-
den, wenn sie weder einen Bonus noch einen Malus verzeichnen bzw. 
wenn  das  BMS  03  nicht  auf  sie  anwendbar  ist.  Der  Basissatz  ent-
spricht  dem  Risikosatz  der  Branche  (allenfalls  angepasst  durch  die 
Berücksichtigung  von  besonderen  Betriebsverhältnissen)  zuzüglich 
eines Amortisationssatzes, in welchem die Verluste oder Gewinne der 
Risikogemeinschaft  berücksichtigt  werden  (vgl.  Bonus-Malus-System 
BMS 03, Berufsunfallversicherung, SUVA-Broschüre Nr. 2846.d, Erläu-
terung zum Grundlagenblatt  [im Folgenden: Erläuterung Grundlagen-
blatt] Ziff. 3.1 [Akt. 10/6]).

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Im Fall der Beschwerdeführerin kommt der Basissatz der Klasse 41A 
Unterklassenteil A0 von 4.28% zur Anwendung (siehe Grundlagenblatt 
Ziff. 3.1 sowie Rahmenbedingungen Bonus-Malus-System BMS 03 der 
Klasse  41A,  gültig  für  die  Prämien  2007  [im  Folgenden:  Rahmen-
bedingungen  Klasse 41A]).  Dieser  Satz  entspricht  der  Stufe  103 im 
BUV-Grundtarif.

Der  Bonus  bzw. Malus  eines  Betriebs  wird  errechnet,  indem  die  in 
diesem Betrieb  angefallenen  Kosten  (einerseits  Heilkosten  und  Tag-
gelder, andererseits Rentenkapital) mit den Kosten der Branche für die 
entsprechenden  Leistungen  verglichen  werden.  Die  in  Berücksichti-
gung  der  Betriebsgrösse und  der  Leistungsart  kredibilisierten  Werte 
des  Betriebs  können  zu  einer  Abweichung  vom  Basissatz  führen 
(siehe Erläuterung Grundlagenblatt Ziff. 3 sowie nachfolgende E. 6.3).

6.3 Im Einzelnen wird die Prämienbemessung wie folgt vorgenomen:

6.3.1 Massgebende  Faktoren  für  die  Bestimmung  der  mit  einem 
Betrieb  gemachten  Erfahrungen  sind  der  Gesamtaufwand  für  Heil-
kosten und Taggelder sowie derjenige für  die Renten während einer 
Beobachtungsperiode  von  sechs  Jahren.  Dabei  werden  die  pro  Fall 
anzurechnenden  Kosten  limitiert  auf  Fr.  27'000  für  Heilkosten  und 
Taggelder,  für  das  Rentenkapital  auf  Fr.  320'000.  Die  Kosten  von 
Berufskrankheiten und Regressfällen werden nicht berücksichtigt (vgl. 
Grundlagen  und  Anwendung  von  BMS  03  [in:  Bonus-Malus-System 
BMS 03, Berufsunfallversicherung, SUVA-Broschüre Nr. 2846.d] sowie 
Erläuterung Grundlagenblatt Ziff. 2).

Der für das BMS 03 massgebende Gesamtaufwand besteht aus den 
bereits angefallenen Unfallkosten und den Rückstellungen für  die zu 
erwartenden zukünftigen Kosten dieser Fälle. Die Höhe der möglichen 
künftigen  Kosten  wird  anhand  von  Rückstellungsgruppen  ermittelt, 
welchen  die  Tarifklassen  zugeteilt  sind.  Anhand  der  Rückstellungs-
gruppen wird der Bedarf an Heilkosten und Taggeldern pro anerkann-
ten Fall berechnet und entsprechend der Anzahl konkret aufgetretener 
Fälle dem Betrieb zugeordnet. Bei den Renten wird ebenfalls auf der 
Ebene  der  Rückstellungsgruppen  der  kollektive  Bedarf  in  Prozenten 
der Nettoprämien berechnet und entsprechend den Nettoprämien dem 
Betrieb zugeordnet. 

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In zeitlicher Hinsicht ist für die Bemessung der massgebenden Kosten 
das Unfalljahr massgebend und nicht das Jahr, in welchem die Kosten 
anfallen  (wie  im  BMS  95).  Das  bedeutet,  dass  alle  in  einem  Fall 
entstehenden Kosten dem Jahr, in dem sich der Unfall  ereignet  hat, 
angerechnet  werden,  auch  wenn  sie  erst  in  nachfolgenden  Jahren 
effektiv anfallen.

Im Unterschied zum BMS 95 ist die Anzahl Unfälle grundsätzlich kein 
Bemessungsfaktor  mehr. Indirekt  spielt  die  Unfallzahl  nur  noch  eine 
Rolle bei der Zuteilung der Rückstellungen, welche pro Fall berechnet 
werden. Auch wurde der individuelle Risikoausgleich (Verhältnis der in 
der Vergangenheit bezahlten Prämien zu den Kosten eines konkreten 
Betriebs) mit dem BMS 03 abgeschafft.

6.3.2 Für die Bonus-Malus-Berechnung wird der soeben beschriebene 
BMS-relevante  Aufwand  entsprechend  der  Aussagekraft  dieser 
Betriebsdaten berücksichtigt. Bei kleineren Betrieben verwirklicht sich 
das versicherte Risiko in der Regel nicht während der massgebenden 
Beobachtungsperiode.  Das  Risiko  eines  Unfalls  mit  Invaliditätsfolge 
tritt beispielsweise pro Jahr einmal auf 950 Beschäftigte ein, weshalb 
bei  einem  Betrieb  von  zehn  Beschäftigten  etwa  alle  100  Jahre  ein 
solcher Unfall  zu erwarten wäre (siehe SUVA-Broschüre Prämienbe-
messung, S. 4).

Als Aussagekraft  der Daten des Betriebes bzw. als "Kredibilität" wird 
das Mass bezeichnet, mit dem die Abweichung des Risikosatzes des 
Betriebes von dem der Branche berücksichtigt wird. Die Werte liegen 
zwischen Null und Eins: Je grösser die Basisprämie, desto grösser ist 
die Kredibilität (Erläuterung Grundlagenblatt, Ziff. 3). 

Die Kredibilitäten der Abweichungen zwischen den BMS-Risikosätzen 
des Betriebes und der Branche (des Unterklassenteils) werden für die 
Klasse  41A  nach  folgenden  Formeln  berechnet.  Für  Heilkosten  und 
Taggeld: (Basisprämie 2000 bis 2005) : (Basisprämie 2000 bis 2005 + 
Fr. 90'000) = Kredibilität HK + TG; für das Rentenkapital: (Basisprämie 
2000 bis 2005) : (Basisprämie 2000 bis 2005 + Fr. 600'000) = Kredi-
bilität RK (siehe Rahmenbedingungen Klasse 41A). 

Im  Fall  der  Beschwerdeführerin  –  als  Kleinbetrieb  mit  einer  relativ 
geringen  Lohnsumme – beträgt  die  Kredibilität  HK +  TG 0.393,  die 
Kredibilität RK 0.088.

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6.3.3 Die  Beschwerdeführerin  verzeichnet  für  die  massgebenden 
Jahre  2000-2005 einen BMS-relevanten Aufwand für  Heilkosten und 
Taggelder – inklusive Rückstellungen – von Fr. 12'598 (Ziff. 2 Grund-
lagenblatt). Der Risikosatz des Betriebes in diesem Bereich (Verhältnis 
der Kosten zur Lohnsumme) beträgt  0.927%, derjenige der Branche 
1.377%  (zur  Berechnung  der  Risikosätze  siehe  Erläuterung  Grund-
lagenblatt,  Ziff. 3). Diese  Differenz  von - 0.45% wird  mit  dem Faktor 
Kredibilität  von  0.393  und  dem  Verhältnis  zwischen  Basissatz  und 
Risikosatz  (4.28%  : 4.018%  =  1.0652%)  multipliziert.  Daraus  ergibt 
sich  ein  Abzug  vom  Basissatz  von  0.1884%  (vgl.  Grundlagenblatt 
Ziff. 3.3, Rahmenbedingungen Klasse 41A).

6.3.4 Beim Rentenkapital  beträgt  der BMS-relevante Aufwand in  der 
gleichen  Periode (von 2000-2005)  Fr. 9'190  (Ziff. 2  Grundlagenblatt). 
Dies  ergibt  einen  betrieblichen  Risikosatz  von  0.6762%,  während 
derjenige  der  Branche  bei  1.5957%  liegt.  Die  Multiplikation  der 
Differenz  von  - 0.9195%  mit  der  Kredibilität  von  0.088  und  dem 
Verhältnis von Basissatz und Risikosatz (1.0652%) ergibt einen Abzug 
vom  Basissatz  von  0.0862%  (Ziff. 3.4  Grundlagenblatt,  Erläuterung 
Grundlagenblatt, Rahmenbedingungen Klasse 41A).

6.3.5 Die  Summe  der  kredibilisierten  Zu-  und  Abschläge  und  des 
Basissatzes ergibt  den Bedarfssatz  des Betriebs. Grundsätzlich wird 
derjenige  Nettoprämiensatz  verfügt,  welcher  dem  Bedarfssatz  am 
nächsten liegt,  wobei  die maximale Veränderung des Prämiensatzes 
im Vergleich zum Vorjahr aber auf vier Stufen beschränkt ist (Erläute-
rung Grundlagenblatt, Ziff. 4.2).  

Im Fall der Beschwerdeführerin ergibt die Berechnung einen Bedarfs-
satz  von  4.0054%  (Ziff. 3.5  Grundlagenblatt).  Der  diesem  Satz  am 
nächsten  liegende  Nettoprämiensatz  des  BUV-Grundtarifs  wäre 
derjenige der Stufe 110 mit 4.080%. Wie die SUVA im Einspracheent-
scheid  und  der  Vernehmlassung  ausführte,  sollen  die  Prämiensätze 
schrittweise an den neuen Bedarfssatz herangeführt  werden. Mit der 
Einführung  des  BMS  03  seien  die  Prämiensätze  um  maximal  16% 
erhöht worden. Der Betrieb der Beschwerdeführerin wurde daher in die 
Stufe 103 mit einem Nettoprämiensatz von 2.9% eingereiht. Die Erhö-
hung von 2.53% auf 2.9% entspricht 14.62%.

6.4 Das  Gesetz  und  die  Verfassung  verbieten  die  Einführung  eines 
Prämienbemessungssystems,  in  welchem  die  Risikoerfahrungen  der 

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einzelnen  Betriebe  mit  berücksichtigt  werden,  grundsätzlich  nicht, 
wenn  der  Grundsatz  der  Solidarität  und  das  Versicherungsprinzip 
berücksichtigt  werden.  Diese  Voraussetzungen  sind  im  hier  zur 
Diskussion stehenden Tarif erfüllt, da das Risiko immer noch durch ein 
Kollektiv getragen wird. Dass nun aber Betriebe innerhalb der gleichen 
Risikogemeinschaft  unterschiedliche  Prämien  bezahlen,  rechtfertigt 
sich  dadurch,  dass  im  Gesetz  die  Unterscheidung  nach  der  Risiko-
gerechtigkeit explizite vorgesehen ist (Art. 92 Abs. 2 UVG). Signifikant 
nicht  mehr  im  Bereich  der  üblichen  Zufallsschwankungen  liegende 
Abweichungen der Kosten der Unfälle vom statistisch zu erwartenden 
Wert  können als  sekundäres  Risikomerkmal  bei  der  Prämienbemes-
sung für den betreffenden Betrieb berücksichtigt werden. Dadurch wird 
erreicht,  dass  überdurchschnittlich  hohe  Fehlbeträge  nicht  auf  die 
Gesamtheit  der  übrigen  Betriebe  der  Risikogemeinschaft  abgewälzt 
werden.  Umgekehrt  soll  nicht  nur  die  Risikogemeinschaft  sondern 
auch der betreffende Betrieb selbst  von seinen besonders günstigen 
Versicherungsergebnissen  profitieren  (vgl.  RKUV  2004  Nr. U  525 
S. 549 E. 3.2.1, mit Hinweis auf BGE 112 V 316 E. 3 und 5c).

Die  Rekurskommission  UV  hatte  bereits  in  zahlreichen  Urteilen  die 
grundsätzliche  Zulässigkeit  eines  Bonus-Malus-Systems  im  Bereich 
der Berufsunfallversicherung bejaht,  was auch vom Eidgenössischen 
Versicherungsgericht bestätigt wurde (vgl. RKUV 2002 Nr. U 448 S. 50 
E. 2c; SVR 2003 UV Nr. l E. 3 [= RKUV 2002 Nr. U 464]; RKUV 2003 
Nr. U 495 S. 394 E. 4.3.1, 2004 Nr. U 525 und U 526 S. 549 ff.; siehe 
auch Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts U 118/04 vom 
15. Juni 2005, E. 3.3.2).

Die Rekurskommission UV war der Ansicht, dass das BMS 03 gegen-
über dem alten BMS 95 verschiedene Verbesserungen bringe – und 
zwar  sowohl  unter  den  Aspekten  der  Solidarität  und  der  Risikoge-
rechtigkeit als auch hinsichtlich des Versicherungsprinzips. Zum Einen 
würden  kleinste  bzw. kleinere  Betriebe  grundsätzlich  nur  noch  zum 
Basissatz  eingereiht,  so  dass  sie nicht  mehr  zufallsabhängigen Prä-
mienschwankungen ausgesetzt seien. Mit der neu eingeführten Kredi-
bilisierung werde aber auch die Aussagekraft der zur Prämienbemes-
sung  beigezogenen  Faktoren  erhöht;  insbesondere  würden  kleinere 
Betriebe regelmässig Kredibilitätsfaktoren von nahe 0 aufweisen, wes-
halb ihr Bedarfssatz auch mit einer Berechnung gemäss BMS 03 nicht 
weit vom Basissatz abweichen könne. Aber auch bei etwas grösseren 
bzw.  mittleren  Betrieben  werde  der  Kredibilitätsfaktor  stets  unter 1 

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bleiben, so dass sich ihre individuellen Ergebnisse nur abgeschwächt 
auswirken könnten. Weitere Faktoren, wie die einheitliche Limitierung 
der berücksichtigten Kosten würden ebenfalls zu einer grösseren Aus-
sagekraft  des  Bedarfssatzes  eines  Betriebs  beitragen.  Zudem  habe 
die  SUVA  beispielsweise  mit  der  Vereinheitlichung  der  Beobach-
tungsperioden (sechs Jahre sowohl für die Heilkosten und Taggelder 
wie  auch  für  die  Renten)  und  dem  Weglassen  einzelner  Bemes-
sungsfaktoren (wie Anzahl Unfälle oder individueller Risikoausgleich) 
die  Berechnung  im  BMS  03  vereinfacht  und  damit  auch  die 
Nachvollziehbarkeit  verbessert.  Das Vorgehen  der  SUVA entspreche 
überdies  allgemein  anerkannten  Methoden  der  Versicherungsmathe-
matik (vgl. die im Urteil der Rekurskommission UV vom 13. Dezember 
2004,  publiziert  in VPB 69.73,  E. 7,  zitierte  Fachliteratur). Die statis-
tische  Aussagekraft  des  Resultats  der  BMS-Berechnungen  sei  zwar 
zwangsläufig  noch  beschränkt.  Es  sei  aber  immerhin  darauf  hinzu-
weisen,  dass die Abweichungen vom Basissatz  sowohl  gegen unten 
als auch gegen oben über die Zeit einen gewissen Ausgleich schaffen 
(a.a.O. [VPB 69.73] E. 7 mit Hinweisen). 

Die Rechtsprechung der Rekurskommission UV, wonach das Bonus-
Malus-System,  insbesondere  in  der  Ausgestaltung  des  BMS-03, 
grundsätzlich  zulässig  ist,  wurde  vom Bundesverwaltungsgericht  mit 
dem Urteil C-3189/2006 vom 5. Mai 2008 übernommen (E. 8.4 in fine).

6.5 Gestützt auf die festgestellte grundsätzliche Zulässigkeit des BMS 
03 ist bezüglich der in der Beschwerde vorgebrachten Rügen, wonach 
der  positive  Schadenverlauf  zu  wenig  berücksichtigt  werde  und  die 
Grossbetriebe zu Lasten der Kleinbetriebe profitierten,  noch Folgen-
des auszuführen:

6.5.1 Dem Versicherungsprinzip ist inhärent, dass Betriebe mit hohen 
Kosten durch Betriebe mit niedrigen Kosten mitfinanziert werden. Die 
Prämie kann demnach nicht eine direkte Gegenleistung für die Unfall-
kosten eines bestimmten Betriebs sein,  sondern  eine Gegenleistung 
dafür,  dass  die  Versicherung  bei  Verwirklichung  entsprechender 
Risiken auch sehr hohe Kosten, die weit über den geleisteten Prämien 
liegen,  zu  übernehmen  hat.  Deshalb  sollen  mit  den  Prämien  die 
Kosten einer Risikogemeinschaft (und nicht die Kosten eines einzelnen 
Betriebes,  sofern  es  sich  nicht  um  einen  Grossbetrieb  handelt,  bei 
dem die Erfahrungstarifierung zur Anwendung kommt) finanziert  wer-
den. Weiter sind die Betriebe – von Gesetzes wegen – nach Massgabe 

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ihres Risikos und nicht nach den Kosten der Schadenfälle in den Prä-
mientarif  einzureihen (vgl.  E. 5.1 ff. hievor). Mit  einem Bonus-Malus-
System  können  zwar  Betriebe,  die  wenig  Kosten  verursachen,  von 
einem  Bonus  profitieren,  damit  wird  aber  das  Versicherungsprinzip, 
welches am Risiko anknüpft, nicht aufgehoben. 

6.5.2 Der Grund für die von der Beschwerdeführerin kritisierten Prä-
mienerhöhung liegt im Wechsel des BMS 95 zum BMS 03. Die mit der 
Einführung  eines  neuen  Prämienbemessungssystems  allenfalls  ein-
hergehende Prämienerhöhung ist nicht grundsätzlich unzulässig. Eine 
Änderung der Bemessungsfaktoren hat in der Regel auch eine Ände-
rung der Einreihung zur Folge. Es handelt sich dabei um eine unver-
meidliche  Folge  der  der  SUVA  im  Tarifbereich  zustehenden  Rege-
lungsbefugnis. Andernfalls könnte eine einmal in Kraft gesetzte Tarif-
regel  nicht  mehr  abgeändert  werden.  Die  Rechtsprechung  hat  des 
Übrigen durch die Einführung neuer Tarifregeln bedingte Prämienerhö-
hungen bereits akzeptiert (Urteil BVGer C-3189/2006 vom 5. Mai 2008 
E. 8.5.3; vgl. auch Urteil der Rekurskommission UV vom 13. Dezember 
2004,  publiziert  in  VPB  69.73,  E. 8  f.;  unveröffentlichte  Urteile  der 
Rekurskommission  UV  REKU  654/06  vom  2. November  2006  E. 10 
und REKU 592/04 vom 18. November 2005 E. 5 f.).

Eine  aus  der  Einführung  eines  neuen  Prämienbemessungssystems 
resultierende  Prämienerhöhung  muss  jedoch  verhältnismässig  sein. 
Nach der Rechtsprechung kann jedenfalls eine Prämienerhöhung von 
20%  noch  nicht  als  unverhältnismässig  bezeichnet  werden  (RKUV 
2004  Nr.  U 525  S. 549  E. 6;  Urteil  der  Rekurskommission  UV  vom 
13. Dezember 2004,  publiziert  in  VPB 69.73,  E. 12,  vgl. auch unver-
öffentlichtes  Urteil  REKU  654/06  vom  2. November  2006  E. 13  mit 
Hinweisen,  in  welchem eine  Prämienerhöhung  von rund  21.5% auf-
grund  einer  Tarifänderung  als  nicht  unverhältnismässig  erachtet 
wurde).  Im  vorliegenden  Fall  beträgt  die  Erhöhung  der  Nettoprämie 
von  2.53% auf  2.9% etwas weniger  als  15%,  weshalb  sie  nicht  als 
unverhältnismässig bezeichnet werden kann. 

6.5.3 Der als Vorteil  des BMS 03 gegenüber dem BMS 95 erachtete 
Umstand,  dass  der  Aussagekraft  der  Zahlen  eines  Betriebes  (vgl. 
E. 6.3.2  hievor)  mehr  Gewicht  zugemessen  wird  und  damit  zufalls-
abhängige Schwankungen der  Prämiensätze vermindert  werden,  hat 
insbesondere  für  kleinere  Betriebe  zur  Folge,  dass  ein  bisheriger 
Bonus in der Regel geringer ausfällt. Dies gilt  jedoch auch für einen 

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allfälligen Malus. Hier dürfte es im Interesse der Kleinbetriebe liegen, 
dass  nicht  aufgrund  eines  einzigen  Unfalls  mit  längerdauernder 
Arbeitsunfähigkeit  die  Prämien  sprunghaft  auf  nahezu  das  Doppelte 
ansteigen können, wie dies im System des BMS 95 möglich war. Von 
einer  Benachteiligung  der  Kleinbetriebe  gegenüber  Grossbetrieben 
kann deshalb keine Rede sein. Es liegt vielmehr eine in der Sache – 
nämlich der im Verhältnis zur sinkenden Betriebsgrösse auch abneh-
menden statistischen Aussagekraft  der individuellen Risikofaktoren – 
begründete  Unterscheidung  vor. Anders  formuliert  erlaubt  die  Kredi-
bilisierung der Risikofaktoren zwar immer noch eine Berücksichtigung 
der individuellen Erfahrungen, doch trägt die gewählte Berechnungs-
methode  der  Signifikanz  dieser  Ergebnisse  Rechnung.  Da  diese 
Signifikanz  wiederum  mit  der  Betriebsgrösse  zusammenhängt,  lässt 
sich darin keine rechtsungleiche Behandlung erkennen. 

6.6 Zusammenfassend erweisen sich die von der Beschwerdeführerin 
vorgebrachten  Rügen  betreffend  die  Einreihung  ihres  Betriebs  im 
Prämientarif  BUV 2007  als  unbegründet.  Die  Beschwerde  ist  daher 
abzuweisen  und  der  Einspracheentscheid  vom  19. Januar  2007  zu 
bestätigen.

7.

7.1 Laut  Art.  63  Abs. 1  VwVG sind  die  Verfahrenskosten  der  unter-
liegenden Partei  aufzuerlegen, wobei der geleistete Kostenvorschuss 
zu berücksichtigen ist. Da die Beschwerdeführerin unterlegen ist, hat 
sie  die  Verfahrenskosten  zu  tragen.  Diese  bemessen  sich  nach 
Umfang  und  Schwierigkeit  der  Streitsache,  Art  der  Prozessführung 
und finanzieller Lage der Parteien (vgl. Art. 2 Abs. 1 des Reglements 
vom 11. Dezember  2006  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor 
dem Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2]).  Bei  Streitig-
keiten mit  Vermögensinteresse beträgt die Gerichtsgebühr bei einem 
Streitwert bis Fr. 10'000.- zwischen Fr. 200.- und 5'000.- (Art. 4 VGKE). 
Die Verfahrenskosten sind vorliegend auf Fr. 750.- festzulegen.

7.2 Der obsiegenden Partei kann von Amtes wegen oder auf Begeh-
ren eine Entschädigung für  ihr  erwachsene notwendige  und verhält-
nismässig hohe Kosten zugesprochen werden (Art. 64 Abs. 1 VwVG). 
Die  Beschwerdegegnerin  hat  als  mit  einer  öffentlichen  Aufgabe 
betraute  Organisation  jedoch  keinen  Anspruch  auf  Parteientschä-
digung (vgl. Art. 7 Abs. 3 VGKE sowie BGE 128 V 124 E. 5b).

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 750.-  werden  der  Beschwerdeführerin 
auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  von 
Fr. 750.- verrechnet. 

3.
Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. ...; Gerichtsurkunde)
- das Bundesamt für Gesundheit, Dienstbereich Kranken- und Unfall-

versicherung

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Johannes Frölicher Susanne Fankhauser

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Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  Schweizerhofquai  6,  6004  Luzern,  Beschwerde  in 
öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. 
und 100 des Bundesgerichtsgesetzes  vom 17. Juni  2005 [BGG, SR 
173.110]). Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit 
Angabe  der  Beweismittel  und  die  Unterschrift  zu  enthalten.  Der 
angefochtene  Entscheid  und  die  Beweismittel  sind,  soweit  sie  die 
beschwerdeführende  Partei  in  Händen  hat,  beizulegen  (vgl.  Art.  42 
BGG).

Versand: 

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