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**Case Identifier:** bd124867-897c-56c0-a2de-0a9b64611b9c
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2008-07-14
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 14.07.2008 UV 2007/41
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2007-41_2008-07-14.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2007/41

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 05.05.2020

Entscheiddatum: 14.07.2008

Entscheid Versicherungsgericht, 14.07.2008
Art. 6, 10, 16 UVG. Unfallkausalität psychisch überlagerter chronischer 
Schmerzen nach einer HWS-Distorsion, erlitten bei einem Verkehrsunfall 
(Heckaufprall). Geklagte Beschwerden sind nicht auf ein objektivierbares 
organisches Substrat zurückzuführen, psychische Beschwerden 
überwiegen. Adäquanzbeurteilung bei psychischer Fehlentwicklungen nach 
Unfall somit gemäss BGE 115 V 133 (Entscheid des Versicherungsgerichts 
des Kantons St. Gallen vom 14. Juli 2008, UV 2007/41).

Präsident Martin Rutishauser, Versicherungsrichter Joachim Huber und 

Versicherungsrichterin Marie-Theres Rüegg Haltinner; Gerichtsschreiberin Vera 

Holenstein Werz

Entscheid vom 14. Juli 2008

in Sachen

S.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Jürg Grämiger, Bronschhoferstrasse 2, 9500 Wil,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358, 

6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

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vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Urs Glaus, Oberer Graben 44, Postfach, 

9001 St. Gallen,

betreffend

Versicherungsleistungen

Sachverhalt:

A.         

A.a    Der 1969 geborene S.___ war als Abkanter bei der Firma A.___ tätig und dadurch 

bei der Suva obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert, als er am 1. Juni 

2002 als Lenker eines Personenwagens in einen Auffahrunfall verwickelt wurde (UV-

act. 1). Bei der medizinischen Erstbehandlung am Tag nach dem Unfall gab er an, er 

sei 3 Minuten wie schockiert gewesen und habe ein komisches Gefühl am Kopf 

verspürt (UV-act. 2 und 7). Er klagte über zunehmende Kopf- und Nackenschmerzen 

sowie zuletzt auch leichte Schulterschmerzen beidseits; kein Erbrechen, keine Übelkeit; 

Schwindel bei raschen Drehbewegungen und beim Aufstehen. Die Ärzte am Spital Wil 

diagnostizierten ein HWS-Schleudertrauma mit Verdacht auf leichte HWS-Instabilität 

(HWK 2/3) mit postkontusionellen Kopfschmerzen, Myogelose der HWS-Nacken-

Schultermuskulatur und neurovegetativen Funktionsstörungen (Schwindel) und 

schrieben den Versicherten 100% arbeitsunfähig (UV-act. 2 und 7). Der Röntgenbefund 

ergab eine leichte Streckhaltung der HWS ohne Anhaltspunkte für frische ossäre 

Läsionen (UV-act. 8). Auf Funktionsaufnahmen zeigte sich eine minimste Subluxation 

von 1,5 mm zwischen dem 2. und 3. Halswirbelkörper. Bei der Befragung vom 2. Juli 

2002 gab der Versicherte an, er sei auf den Aufprall nicht vorbereitet gewesen und 

habe den Hinterkopf an der Kopfstütze angeschlagen (UV-act. 12). Die Suva erbrachte 

für die gesundheitlichen Folgen des Unfalls die gesetzlichen Versicherungsleistungen.

Bei der kreisärztlichen Untersuchung vom 10. Juli 2002 (UV-act. 19) klagte der 

Versicherte über eher progrediente Schmerzen, die seit kürzerer Zeit auch im Bereich 

der Brust- und Lendenwirbelsäule aufträten. Kreisarzt Dr. med. B.___ stellte wohl 

muskuläre Befunde im Sinn von Verspannungen und Myogelosen fest, stufte diese 

aber als eher geringer Art ein. Auch die Funktionseinschränkungen seien nicht sehr 

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beträchtlich und neurologische Ausfälle liessen sich nicht finden. Um einer weiteren 

Verschlechterung der gesundheitlichen Situation und einer Chronifizierung der 

Beschwerden entgegenzuwirken, wurde ein dringender stationärer Aufenthalt in der 

Rehaklinik Bellikon angeordnet. Dieser fand vom 31. Juli bis 4. September 2002 statt 

(UV-act. 35). Dabei konnte weder eine Verbesserung des Allgemeinzustandes und der 

Belastbarkeit noch eine Schmerzminderung erreicht werden. Das psychosomatische 

Konsilium vom 27. August 2002 an der Rehaklinik Bellikon (UV-act. 36) ergab die 

Diagnose einer Anpassungsstörung mit Angst und depressiver Reaktion gemischt 

(ICD-10: F43.22) sowie Chronifizierungsgefahr bei möglicherweise sich entwickelnder 

somatoformer Komponente. Ab 6. September 2002 galt der Versicherte als 25% 

arbeitsfähig. Er setzte diese Arbeitsfähigkeit um, indem er stundenweise anderen 

Mitarbeitern die Bedienung und den Einsatz der Abkantmaschine instruierte. Die 

biomechanische Kurzbeurteilung der Arbeitsgruppe für Unfallmechanik, Zürich, vom 

29. Oktober 2002 (UV-act. 60) ergab eine kollisionsbedingte 

Geschwindigkeitsänderung (Delta-V) von 10 – 15 km/h. Die Beschwerden des 

Versicherten wurden als "eher erklärbar" eingestuft. Die Kernspintomographie vom 

2. Dezember 2002 (UV-act. 79) zeigte intakte ossäre Strukturen und ergab keinen 

Hinweis für eine durchgemachte Fraktur beim Unfall, eine Bandruptur oder eine 

muskuläre Ansatzpathologie und ebenfalls nicht auf eine Diskusprotrusion oder -

herniation. Vom 12. Februar bis 19. März 2003 folgte eine weitere stationäre 

Behandlung in der Rehaklinik Bellikon (UV-act. 92). Im Anschluss an den 

Klinikaufenthalt wurde dem Versicherten wieder volle Arbeitsunfähigkeit attestiert, aber 

gleichzeitig ein weiterer Arbeitsversuch im angestammten Betrieb organisiert.

A.b   Am 3. Juni 2003 wurde der Versicherte an der Klinik für Neurologie des 

Kantonsspitals St. Gallen abgeklärt (Bericht vom 12. Juni 2003: UV-act. 125). Gestützt 

darauf und auf die übrigen Unterlagen verfasste Dr. med. C.___, Facharzt FMH für 

Neurologie am 19. September 2003 eine spezialärztliche Beurteilung (UV-act. 143). Zur 

Abklärung der Schwindelbeschwerden des Versicherten empfahl er eine 

neurootologische Untersuchung. Diese wurde am 5. November 2003 durch Dr. med. 

D.___, Leitender Arzt an der Abteilung für Gehör-, Sprach- und Stimmheilkunde des 

Kantonsspitals St. Gallen durchgeführt (Bericht vom 18. November 2003: UV-act. 153).

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A.c    Da die Beschwerden anhielten, liess die Suva den Versicherten am 9. März 2004 

am Universitätsspital Zürich neurologisch und neuropsychologisch begutachten (UV-

act. 181f.). Zu diesen Gutachten und den übrigen Akten verfasste das SIVM, 

Schweizerisches Institut für Versicherungsmedizin, Fachbereich Neuro, am 26. Oktober 

2005 eine Aktenbeurteilung (UV-act.203). Am 27. März 2006 bzw. 30. August 2006 

(Datum des schriftlichen Berichts) folgte ein psychiatrisches Gutachten durch Dr. med. 

E.___, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie (UV-act. 219). Dieser 

diagnostizierte eine "sonstige anhaltende affektive Störung mit depressiven und 

ängstlichen Zügen (ICD-10: F34.8) bei chronischen, cervico-cephal betonten 

muskuloskelettalen Schmerzen".

Mit schriftlichem Vorbescheid vom 9. Oktober 2006 (UV-act. 220) kündigte die Suva die 

Terminierung der Versicherungsleistungen per Ende Oktober 2006 an. Am 30. Oktober 

2006 erliess sie die formelle Verfügung (UV-act. 222) und stellte die 

Versicherungsleistungen per 1. November 2006 ein. Zur Begründung führte sie an, die 

noch geklagten Beschwerden seien organisch nicht mehr als Folge des erlittenen 

Unfalls zu erklären und zwischen den psychischen Beschwerden und dem Unfall 

bestehe kein rechtserheblicher Kausalzusammenhang. Weiter verneinte sie die 

Voraussetzungen für die Ausrichtung einer Invalidenrente und einer 

Integritätsentschädigung.

B.        

Die Krankenversicherung des Versicherten, die Helsana Versicherungen AG, erhob am 

2. November 2006 vorsorglich Einsprache gegen die Verfügung der Suva vom 

30. Oktober 2006 (UV-act. 224). Diese zog sie am 10. November 2006 wieder zurück 

(UV-act. 225). Der Versicherte liess durch seinen Rechtsvertreter, Rechtsanwalt Jürg 

Grämiger, Wil, Einsprache erheben und die Aufhebung der Verfügung, die Ausrichtung 

einer Invalidenrente von 100% ab 1. November 2006 sowie einer 

Integritätsentschädigung von mindestens 10% (UV-act. 223) beantragen. Mit Entscheid 

vom 15. Februar 2007 wies die Suva diese Einsprache ab (act. G 1.1, UV-act. 228).

C.        

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C.a   Dagegen richtet sich die Beschwerde vom 13. März 2007 mit den Anträgen, die 

Verfügung vom 30. Oktober 2006 und der diese bestätigende Einspracheentscheid 

vom 15. Februar 2007 seien vollumfänglich aufzuheben; dem Beschwerdeführer seien 

eine Unfall-Invalidenrente von 100% seit 1. November 2006 und eine 

Integritätsentschädigung von mindestens 10% auszurichten; entgegen der Anordnung 

im angefochtenen Entscheid sei der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu 

erteilen und dem Beschwerdeführer seit 1. November 2006 das bisher bezahlte 

Taggeld zu 100% für die Dauer des Beschwerdeverfahrens nach jeweiliger 

fachärztlicher Beurteilung des Grades der Arbeitsunfähigkeit auszurichten; unter 

Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Beschwerdegegnerin. Zur Begründung 

wird im Wesentlichen ausgeführt, bis zum Unfall vom 1. Juni 2002 sei der 

Beschwerdeführer 100% arbeitsfähig und völlig gesund gewesen. Seither sei er 

anhaltend arbeitsunfähig und habe sich von den Unfallfolgen nicht mehr erholt. Seine 

Beeinträchtigungen seien eine natürlich kausale Folge des Unfallereignisses, das werde 

auch durch die vorliegenden Gutachten bestätigt. Das typische Beschwerdebild nach 

"Schleudertrauma" liege vor, weshalb nach der "Schleudertrauma-Praxis" des 

Bundesgerichts auch die adäquate Kausalität gegeben sei. Die Beschwerdegegnerin 

habe daher die gesetzlichen Leistungen über den 1. November 2006 hinaus zu 

erbringen und der Beschwerdeführer habe Anspruch auf eine Invalidenrente der 

Unfallversicherung sowie eine Integritätsentschädigung.

C.b Mit Entscheid vom 5. April 2007 gewährte der Gerichtspräsident dem 

Beschwerdeführer für das Beschwerdeverfahren vor Versicherungsgericht die 

unentgeltliche Rechtsverbeiständung durch seinen bisherigen Rechtsvertreter (act. G 

7). Das Begehren um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde 

wies der Präsident gleichentags ab (act. G 9).

C.c   Mit Beschwerdeantwort vom 15. Juni 2007 (act. G 12) beantragt Rechtsanwalt 

Dr. U. Glaus für die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Kein 

Gutachten oder Arztbericht führe organisch objektiv ausgewiesene Beschwerden an, 

vielmehr würden alle die Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers mit der 

psychischen Diagnose bzw. Problematik begründen. Innerhalb von 72 Stunden nach 

dem Unfallereignis seien nur einzelne Elemente des typischen Beschwerdebildes nach 

Schleudertrauma aufgetreten. Es sei daher zu prüfen, ob ein adäquater 

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Kausalzusammenhang der psychischen Beschwerden mit dem Unfallereignis bestehe, 

was im Einspracheentscheid vom 15. Februar 2007 zu Recht verneint worden sei.

C.d Auf Begehren des Beschwerdeführers sistierte der Gerichtspräsident das Verfahren 

bis zum Vorliegen des durch die SVA St. Gallen am 17. April 2007 in Auftrag 

gegebenen interdisziplinären Gutachtens des ABI, Ärztliches Begutachtungsinstitut 

GmbH, Basel (act. G 16).

Das ABI kam im multidisziplinären Gutachten [FMH Psychiatrie und Psychotherapie 

sowie FMH Neurologie unter internistischer/allgemeinmedizinischer Fallführung] vom 

10. Januar 2008 (act. G 17.1) zusammenfassend zu folgender Stellungnahme (S. 19): 

"Der 38-jährige, aus Mazedonien stammende Explorand ist für eine körperlich leichte 

bis mittelschwere Tätigkeit zu 80% arbeits- und leistungsfähig, ganztätig realisierbar. 

Medizinische Massnahmen (Weiterführung der ambulanten Psychotherapie mit 

antidepressiver Medikation) können empfohlen werden. Berufliche Massnahmen 

können aufgrund der ausgeprägten subjektiven Krankheitsüberzeugung nicht 

empfohlen werden. Aus dem gleichen Grund kann auch keine gute Prognose für die 

Wiederaufnahme einer Erwerbstätigkeit gestellt werden." In der neurologischen 

Beurteilung des Gutachtens (Ziff. 4.2.4, S. 15f.) wird diskutiert, ob die kurze 

Bewusstseinsstörung unmittelbar nach dem Aufprall eine Commotio cerebri im Sinn 

einer leichten milden traumatischen Hirnverletzung darstellte, oder ob es sich um eine 

allgemeine Schreckreaktion handelte. Im Ergebnis hätte die Qualifikation der 

Benommenheit jedoch keine Konsequenzen, die im Zeitpunkt der Begutachtung noch 

relevant sein könnten, müsste davon ausgegangen werden, dass in der Zwischenzeit 

eine vollständige Erholung eingetreten wäre, da eine Verletzung im untersten Bereich 

des Spektrums der milden traumatischen Hirnverletzungen mit einer sehr guten 

Prognose für eine rasche Erholung zur Diskussion gestanden habe.

C.e Das Gutachten des ABI Basel ist den Parteien am 12. Februar 2008 unter 

gleichzeitiger Aufhebung der Verfahrenssistierung zur Stellungnahme zugestellt 

worden. Die Beschwerdegegnerin führt in ihrer Stellungnahme vom 18. Februar 2008 

(act. G 19) aus, das Gutachten bestätige im Wesentlichen ihre Erhebungen und die 

tatsächliche Grundlage des Einspracheentscheids. Die gesundheitlichen Probleme des 

Beschwerdeführers seien ausschliesslich psychischer Natur und stünden nicht in 

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einem adäquaten Kausalzusammenhang mit dem Unfall. Deshalb sei die Beschwerde 

abzuweisen.

Der Beschwerdeführer kritisiert in der Eingabe vom 31. März 2008 (act. G 22) die 

Qualität und Schlüssigkeit des Gutachtens. Daher sei nicht auf diese Beurteilung 

abzustellen, die nicht aus Sicht des Unfalls und der Kausalität erfolgt, sondern von der 

IV einverlangt worden sei. Er beantragt, eine aktualisierte neurologische und 

neuropsychologische Expertise einzuholen. Im Übrigen hält er an der Beschwerde vom 

13. März 2007 und den weiteren dort gestellten Beweisanträgen fest.

Erwägungen:

1.         

Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht weitere Leistungen 

(Behandlungskosten und Taggelder) für die Zeit nach dem 1. November 2006 mangels 

adäquaten Kausalzusammenhangs eingestellt und den Anspruch auf eine 

Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung verneint hat. Sie hat im 

angefochtenen Entscheid die rechtlichen Voraussetzungen des Bestehens eines 

natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfall und den in 

Frage stehenden (physischen und psychischen) Gesundheitsschädigungen zutreffend 

dargelegt (Erwägungen 2, 4a, 5a); darauf kann verwiesen werden. Zu ergänzen ist, 

dass das Bundesgericht im Entscheid U 394/06 vom 19. Februar 2008 (BGE 134 V 109) 

die Anforderungen an den Nachweis einer natürlich unfallkausalen Verletzung, welche 

die Anwendung der Schleudertrauma-Praxis rechtfertigt, erhöht (a.a.O. E. 9 S. 121ff.) 

und die Kriterien modifiziert hat, nach denen die Adäquanz bei Schleudertraumata zu 

prüfen ist (a.a.O. E. 10 S. 126ff.).

2.         

2.1    Zunächst ist zu untersuchen, ob die Beschwerden, die der Versicherte noch klagt, 

auf einem organisch objektivierbaren Substrat beruhen, das auf den Unfall vom 1. Juni 

2002 zurückzuführen ist. Dazu ergibt sich aus den Akten Folgendes:

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2.2    Bei der Erstbehandlung am Spital Wil vom 2. Juni 2002 wurden keine 

neurologischen Ausfälle oder Defizite festgestellt (UV-act. 7). Die Röntgenaufnahmen 

zeigten keine unfallbedingten Verletzungen der ossären Strukturen (UV-act. 8). Eine 

leichte Instabilität der Halswirbelsäule (HWK 2/3) wurde lediglich als 

Verdachtsdiagnose geäussert (UV-act. 7f.) und es ist nicht klar, ob diese durch die 

erstbehandelnden Ärzte als vorbestehend eingeschätzt wurde. In der biomechanischen 

Kurzbeurteilung (UV-act. 60) wurde hergeleitet, dass es aus biomechanischer Sicht 

keinen Grund gebe, weshalb diese Instabilität durch die relativ geringe 

Kollisionseinwirkung hätte verursacht werden können.

Die cervicale vertebro-spinale Kernspintomographie (C0 bis Th5) vom 2. Dezember 

2002 durch Dr. med. K.___ (UV-act. 79) ergab ebenfalls intakte ossäre Strukturen und 

nur eine leichte Dehydrierung der Bandscheiben C4/C5 und C5/C6. Auch die HWS-

Funktionsaufnahmen waren unauffällig. Eine Instabilität konnte nicht festgestellt 

werden.

Die Röntgenaufnahmen vom 20. November 2007 (act. G 17.1: Bericht unter Ziff. 4.2.2.1 

S. 14 ABI-Gutachten und Interpretation unter Ziff. 4.2.4 S. 16) zeigten keine 

wesentlichen degenerativen Veränderungen, welche auf einen Zustand nach einer 

Traumatisierung der HWS hinweisen würden. Insbesondere konnte bei den 

Funktionsaufnahmen keine Instabilität nachgewiesen werden.

2.3    Die neurologische Untersuchung am Kantonsspital St. Gallen vom 3. Juni 2003 

(UV-act. 125) zeigte weder fokal-neurologische Defizite noch Hinweise für ein 

organisch bedingtes neurologisches Leiden. Unterstrichen wird dieses Ergebnis durch 

die neurologische Aktenbeurteilung von Dr. med. C.___ vom 19. September 2003 (UV-

act. 143): Nach den initialen Beschwerden mit Nacken- und Kopfschmerzen habe der 

Versicherte eine neurologisch nicht erklärbare Symptomausweitung entwickelt. Nicht 

nur das Fehlen traumatischer Läsionen bei den konventionell-radiologischen und 

neuroradiologischen Abklärungen (MRI HWS) spreche gegen das Vorhandensein eines 

zugrunde liegenden somatischen Leidens, sondern auch das Nichtansprechen auf 

somatisch orientierte Therapien und das immer wieder Auftreten von neuen 

Symptomen und Beschwerden würden auf das Vorhandensein einer im Vordergrund 

stehenden psychischen Problematik hindeuten. Neurootologisch fanden sich am 

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18. November 2003 (UV-act. 153) keine Erklärungen für den Schwindel des 

Beschwerdeführers.

Auch anlässlich der Begutachtung an der neurologischen Klinik des Universitätsspitals 

Zürich vom 9. März 2004 (UV-act. 182) zeigten sich neurologisch keine fokalen Defizite. 

Die Gutachter führten keine der Beschwerden – Kopfschmerzen, Schwindel, 

Nackenschmerzen beidseits, unregelmässiges Kribbeln Arme beidseits, Müdigkeit, 

allgemeine Leistungsminderung, vermehrt unangenehme Träume, Angstzustände – auf 

eine organische Ursache zurück (Beantwortung Fragenkatalog Ziff. 1.2 S. 9).

Das ABI-Gutachten vom 10. Januar 2008 (act. G 17.1) stellt in der neurologischen 

Beurteilung (Ziff. 4.2.4, S. 15f.) keine organischen Ursachen für die neurologischen 

Diagnosen (chronisches cervico-cephales Schmerzsyndrom mit begleitenden 

Sensibilitätsstörungen auf der rechten Körperseite und Schwindelbeschwerden sowie 

Status nach HWS-Distorsionstrauma vom 1. Juni 2002 mit Verdacht auf Commotio 

cerebri) fest. Bei der klinischen Untersuchung zeigte sich eine weitgehend normalisierte 

Beweglichkeit der HWS. Bei unauffälliger Beobachtung des Beschwerdeführers 

vermerkte der Neurologe sogar eine freie Beweglichkeit des Kopfes ohne erkennbare 

Zwangs- bzw. Schonhaltung.

2.4    Die medizinischen Beurteilungen gehen somit übereinstimmend davon aus, dass 

die vom Versicherten noch geklagten Beschwerden nicht auf einem objektivierbaren 

organischen Substrat beruhen. Ein anders lautender Hinweis liegt nicht vor. Bei diesem 

Ergebnis ist weiter zu untersuchen, ob die nicht organisch nachweisbaren 

Beschwerden des Versicherten auf den Unfall vom 1. Juni 2002 zurückzuführen sind.

3.         

3.1    Nach der einschlägigen Rechtsprechung ist dabei zunächst zu prüfen, ob der 

Beschwerdeführer ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule, eine dem 

Schleudertrauma äquivalente Verletzung oder ein Schädel-Hirntrauma erlitten hat. Ist 

dies der Fall, muss beurteilt werden, ob die zum typischen Beschwerdebild einer 

solchen Verletzung gehörenden Beeinträchtigungen wie Kopf- und Nackenschmerzen, 

Schwindel, neurologische Defizite (Konzentrations- und Gedächtnisstörungen), 

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Übelkeit, Visusstörungen, Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung 

usw. vorliegen (BGE 8C_181/2007 vom 17. April 2008 E. 2.4 bzw. BGE 117 V 359 E. 4b 

S. 360). Kann nicht von einem vielschichtigen somatisch-psychischen Beschwerdebild 

- d.h. von einem komplexen Gesamtbild unfallbedingter psychischer Beschwerden und 

ebenfalls unfallkausaler organischer Störungen - gesprochen werden, hat die Prüfung 

der adäquaten Kausalität praxisgemäss unter dem Gesichtspunkt einer psychischen 

Fehlentwicklung nach Unfall gemäss BGE 115 V 133 zu erfolgen. Dieses Vorgehen 

greift Platz, wenn die zum typischen Beschwerdebild eines HWS-Schleudertraumas 

gehörenden Beeinträchtigungen zwar teilweise gegeben sind, im Vergleich zur 

ausgeprägten psychischen Problematik aber unmittelbar nach dem Unfall ganz in den 

Hintergrund getreten sind oder die physischen Beschwerden im Verlauf der ganzen 

Entwicklung vom Unfall bis zum Beurteilungszeitpunkt gesamthaft nur eine sehr 

untergeordnete Rolle gespielt haben (vgl. BGE 134 V 109 E. 2.1 S. 111f., 127 V 102 

E. 5b/bb S. 103, 123 V 98 E. 2a S. 99; RKUV 5/2002 Nr. U 465 S. 437, je mit 

Hinweisen).

3.2    Gemäss den Berichten des erstbehandelnden Arztes, Dr. med. G.___, vom 2. Juni 

2002 (UV-act. 7) bzw. vom 12. Juni 2002 (UV-act. 2) erlitt der Versicherte beim Unfall 

vom 1. Juni 2002 ein HWS-Schleudertrauma. Die Diagnose eines HWS-Schleuder- 

bzw. Distorsionstraumas wurde durch die weiterbehandelnden Ärzte übernommen. Das 

neurologische Gutachten des Universitätsspitals Zürich (UV-act. 182 Ziff. 5 S. 8) 

präzisierte, es habe sich um ein cranio-cervicales Beschleunigungstrauma (sog. 

Schleudertrauma) Grad IIb (nach Quebec-Task-Force [initiales Beschwerdebild: 

Nackenbeschwerden und muskuloskelettale Zeichen]) gehandelt. Das ABI-Gutachten 

diskutierte in der neurologischen Beurteilung (act. G 17.1 Ziff. 4.2.4 S. 15f.) zusätzlich, 

ob die kurze Bewusstseinsstörung unmittelbar nach dem Aufprall eine Commotio 

cerebri im Sinn einer leichten milden traumatischen Hirnverletzung darstellte, oder ob 

es sich um eine allgemeine Schreckreaktion handelte. Es führte jedoch aus, im 

Ergebnis hätte die Qualifikation der Benommenheit keine Konsequenzen, die im 

Zeitpunkt der Begutachtung noch relevant gewesen seien, da es sich jedenfalls um 

eine Verletzung im untersten Bereich des Spektrums der milden traumatischen 

Hirnverletzungen gehandelt habe und zwischenzeitlich mit sehr grosser 

Wahrscheinlichkeit vollständige Erholung eingetreten wäre.

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Zusammengefasst kann somit von einem Schleudertrauma ausgegangen werden, das 

der Beschwerdeführer beim Unfall vom 1. Juni 2002 erlitten hat. Davon geht auch die 

Beschwerdegegnerin sowohl in ihren Unterlagen (UV-act. 1 – 230) als auch in ihren 

Eingaben an das Versicherungsgericht aus.

3.3    An Beschwerden gab der Versicherte dem erstbehandelnden Arzt am 2. Juni 

2002 Kopf- und Nackenschmerzen sowie leichte Schulterschmerzen beidseits an. Beim

raschen Drehen oder Aufstehen verspürte er Schwindel. Übelkeit oder Erbrechen 

verneinte er ausdrücklich. Weitere Beschwerden klagte er nicht (UV-act. 7). Erst später 

kamen weitere Gesundheitsbeeinträchtigungen hinzu: Wochen nach dem Unfall klagte 

der Versicherte über Schmerzen im Bereich der Brust- und Lendenwirbelsäule, 

erstmals erwähnt anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung vom 10. Juli 2002 (UV-

act. 19), und über Schlafstörungen, erstmals erwähnt bei der persönlichen Befragung 

durch die Beschwerdegegnerin am 2. Juli 2002 (UV-act. 12) und besonders während 

der Rehabilitation in Bellikon (UV-act. 35 und 36). Monate nach dem Unfall kamen an 

körperlichen Beschwerden ein Ameisenlaufen in den Schultern und Armen sowie 

Übelkeit und Erbrechen hinzu (Bericht psychosomatisches Konsilium Rehaklinik 

Bellikon vom 21. Februar 2003 anlässlich des zweiten Rehabilitationsaufenthalts, UV-

act. 93 S. 2f.). Im neurologischen Gutachten des Universitätsspitals Zürich vom 9. März 

2003 (UV-act. 182) wird neben Müdigkeit erstmals auch eine allgemeine 

Leistungsminderung explizit aufgeführt.

Bereits die kreisärztliche Untersuchung vom 10. Juli 2002 – 40 Tage nach dem Unfall - 

zeigte eine Chronifizierungstendenz (UV-act. 19). Diese wurde anlässlich des ersten 

stationären Aufenthalts in der Rehaklinik Bellikon (31. Juli bis 4. September 2002) 

weiter erhärtet (UV-act. 35). Das psychosomatische Konsilium an der Rehaklinik 

Bellikon vom 21. August 2002 zeigte eine Anpassungsstörung, die einerseits als 

reaktive Depression und andererseits mit einer erhöhten Ängstlichkeit in Erscheinung 

trat (UV-act. 36; Diagnose: Anpassungsstörung mit Angst und depressiver Reaktion 

gemischt ICD-10: F43.22). Hinzu kamen eine psychovegetative Irritierbarkeit sowie eine 

sich wahrscheinlich anbahnende somatoforme Komponente mit expressiver 

Schmerzbeschreibung und hartnäckiger Therapieresistenz. In Bellikon wurde eine 

Psychotherapie begonnen, die anschliessend (ab 7. Oktober 2002) ambulant bei 

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lic. phil.  J.___, Wil, fortgesetzt wurde. Im Bericht vom 16. Dezember 2002 (UV-act. 78) 

listet dieser als psychopathologische Diagnose Angststörung mit Angst und 

depressiver Reaktion gemischt und multiple somatische und psychosomatische 

Störungen nach Autounfall (Heckaufprall) vom 1. Juni 2002, ICD-10: F43.22, F45.0, auf.

Anlässlich des psychosomatischen Konsiliums an der Rehaklinik Bellikon vom 

19. Februar 2003 ergab sich im Vergleich zur Beurteilung vom August 2002 ein 

weitgehend unverändertes Bild mit reaktiv-depressiver Symptomatik und Ängstlichkeit. 

Neu berichtete der Beschwerdeführer über eine leicht intrusive Symptomatik mit 

spezifischen Unfallträumen und Nachhallerinnerungen. Es wurde eine 

Anpassungsstörung mit Angst (teils in Form von erlebnisreaktiver, leicht intrusiver 

Symptomatik) und depressiver Reaktion gemischt sowie somatoformer Komponente 

mit entsprechender Chronifizierungsgefahr (ICD-10: F43.22, F45.1) diagnostiziert (UV-

act. 93). Im Austrittsbericht vom 18. März 2003 (UV-act. 92) weist die Rehaklinik 

Bellikon darauf hin, dass die Psychopathologie bei der Beurteilung eine entscheidende 

Rolle spiele. Arbeitsrelevante Problembereiche seien die cervico-cephalen Schmerzen 

sowie die psychische Auffälligkeit und die allgemein verminderte Belastbarkeit. 

Aufgrund der psychogenen Überlagerung der somatischen Beschwerden liesse sich 

die körperliche Belastbarkeit des Patienten nicht genau einschätzen (a.a.O. S. 3). Der 

Psychotherapeut bestätigte im Bericht vom 29. Mai 2003 (UV-act. 123) die im Bericht 

vom 16. Dezember 2002 gestellten Diagnosen. In der Psychotherapie arbeitete er an 

der Realisierung einer regelmässigen, ausgewogenen Tages-, Nacht- und 

Beschäftigungsstruktur, um den ausgeprägten regressiven Tendenzen des Patienten 

gezielt entgegenzuwirken. Anlässlich der neurologischen Untersuchung vom 3. Juni 

2003 am Kantonsspital St. Gallen (UV-act. 125) wurde – wie bereits vorstehend Ziff. 2.3 

ausgeführt – das Fehlen eines fokal-neurologischen Defizits und von Hinweisen für ein 

organisch bedingtes neurologisches Leiden festgestellt. Laut den Fachärzten für 

Neurologie sprachen die anamnestischen Angaben inkl. psychischem Befund und das 

Auftreten des Patienten während der Konsultation für ein chronisches 

Schmerzsyndrom mit Cephalea und einer Cervikalgie sowie einer ausgeprägten 

reaktiven Depression.

Im psychiatrischen Gutachten vom 30. August 2006 (UV-act. 219) führte Dr. med. 

E.___, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, in der diagnostischen 

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Beurteilung (a.a.O. Ziff. 5 S. 17) aus, trotz medikamentöser antidepressiver Therapie 

sowie psychotherapeutischer Fachbehandlung sei es bis heute zu keiner 

durchgreifenden Zustandsverbesserung gekommen. Die Symptomatik herrsche 

weitgehend unverändert auch im aktuellen psychopathologischen Befund vor. Da die 

Störung den in den diagnostischen Leitlinien der ICD-10 angegebenen Zeitrahmen von 

höchstens zwei Jahren für eine Anpassungsstörung (F43) überschritten habe, könne 

das psychische Leiden nosologisch am besten als sonstige anhaltende affektive 

Störung mit depressiven und ängstlichen Zügen (ICD-10: F34.8) klassifiziert werden. Er 

empfahl eine Weiterführung der psychotherapeutischen Behandlung. Prognostisch sei 

auf Grund des bisherigen chronischen Verlaufs mit Persistieren der psychischen 

Störung trotz adäquater Behandlung, geringen weiteren Behandlungsaussichten auf 

psychiatrischer Seite und chronifiziertem Schmerz mit fehlendem Ansprechen auf 

somatische Behandlungen von keiner weiteren wesentlichen Veränderung des 

Störungsbildes in einem absehbaren Zeitrahmen auszugehen.

Das ABI-Gutachten vom 10. Januar 2008 (act. G 17.1 Ziff. 4.1.3 S. 11) listet als 

psychiatrische Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit Angst und depressive 

Störung, gemischt (ICD-10 F41.2) und ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine 

Schmerzverarbeitungsstörung (ICD-10 F54) auf. Der begutachtende Dr. med. F.___, 

FMH Psychiatrie und Psychotherapie, geht mit Dr. E.___ einig, dass eine leichte 

depressiv-ängstliche Störung vorliege. Im Gegensatz zu Dr. E.___ schliesst er daraus, 

dass aus psychiatrischer Sicht nur eine geringgradige Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit attestiert werden könne und beurteilt diese mit 20%. Die 

Schmerzverarbeitungsstörung habe keinen Krankheitswert und schränke die 

Arbeitsfähigkeit nicht ein (a.a.O. Ziff. 4.1.5 und 4.1.7).

3.4    Zusammenfassend waren beim Versicherten nur einzelne der Beschwerden, die 

zum typischen Beschwerdebild nach Schleudertrauma gehören, innerhalb der 

Latenzzeit von maximal 72 Stunden nach dem Unfallereignis aufgetreten. Das typische 

Beschwerdebild nach Schleudertrauma lag nur teilweise vor. Die körperlichen 

Beschwerden traten gegenüber den psychischen im Zeitverlauf seit dem Unfall immer 

mehr in den Hintergrund. Dieser Prozess begann mit dem Auftreten der psychischen 

Beschwerden. Im Zeitpunkt der Leistungseinstellung durch die Beschwerdegegnerin 

(per 1. November 2006) herrschten die psychischen Beschwerden eindeutig vor. Die 

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Adäquanzbeurteilung ist demnach praxisgemäss nicht nach der Schleudertrauma-

Praxis (BGE 134 V 109 und 117 V 359), sondern nach der Psycho-Praxis (BGE 

115 V 133) vorzunehmen.

4.             

4.1    Bei der Beurteilung des Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfall und einer 

anschliessend einsetzenden psychischen Fehlentwicklung mit Einschränkung der 

Arbeits- und Erwerbsfähigkeit ist nach der Rechtsprechung (BGE 115 V 133 E. 6 S. 138 

ff., bestätigt unter anderem in SVR 1999 UV Nr. 10 S. 31 ff.) vom Unfallereignis 

auszugehen. Dabei besteht ein adäquater Kausalzusammenhang zwischen den 

Beschwerden und dem Unfall, wenn dem Unfall eine massgebende Bedeutung für die 

Entstehung der Beschwerden zukommt. In objektivierter Betrachtungsweise werden 

die Unfälle nach ihrer erfahrungsgemässen Eignung, psychische Beschwerden zu 

bewirken, eingeteilt in banale und leichte Unfälle einerseits, schwere Unfälle anderseits 

und in einen dazwischen liegenden mittleren Bereich der mittelschweren Unfälle. Bei 

banalen Unfällen kann der adäquate Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und 

psychischen Gesundheitsstörungen in der Regel ohne weiteres verneint werden, weil 

auf Grund der allgemeinen Lebenserfahrung davon ausgegangen werden darf, dass ein 

solcher Unfall nicht geeignet ist, einen invalidisierenden psychischen 

Gesundheitsschaden zu verursachen. Bei schweren Unfällen dagegen ist der adäquate 

Kausalzusammenhang zwischen Unfall und psychisch bedingter Erwerbsunfähigkeit in 

der Regel zu bejahen. Denn nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der 

allgemeinen Lebenserfahrung sind solche Unfälle geeignet, invalidisierende psychische 

Gesundheitsschäden zu bewirken. Dabei gelten als schwer nur solche Unfälle, bei 

denen sämtliche Umstände, insbesondere die Dramatik des Unfallereignisses und die 

Dauer desselben wie auch die somatischen Unfallfolgen eine für die versicherte Person 

aussergewöhnliche Eindrücklichkeit aufweisen. Mithin können auch Unfälle, die im 

Volksmund als schwer bezeichnet werden, keine der Rechtsprechung zur 

obligatorischen Unfallversicherung entsprechende Schwere aufweisen. Bei Unfällen im 

mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen Unfall und psychisch bedingter 

Erwerbsunfähigkeit ein adäquater Kausalzusammenhang besteht, nicht aufgrund des 

Unfalls allein schlüssig beantworten. Vielmehr sind weitere, objektiv fassbare 

Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als 

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direkte bzw. indirekte Folge davon erscheinen, in eine Gesamtwürdigung 

einzubeziehen (BGE 115 V 133 E. 6a-c S. 139 ff.). Dabei müssen 

rechtsprechungsgemäss (vgl. BGE 115 V 133 E. 6c S. 140f.; SVR 1999 UV Nr. 10 S. 31 

ff. E. 2, 2001 UV Nr. 8 S. 31 ff. E. 3, je mit Hinweisen) die weiteren unfallbezogenen 

Kriterien entweder in gehäufter oder auffallender Weise oder ein einziges Kriterium in 

besonders ausgeprägter Weise erfüllt sein, damit die Adäquanz bejaht werden kann. 

Als abschliessend aufgezählte Kriterien gelten dabei:

-    besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des 

Unfalls,

-    die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre 

erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen,

-    ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung,

-    körperliche Dauerschmerzen,

-    ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert,

-    schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen,

-    Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit.

4.2    Der Beschwerdeführer erlitt am 1. Juni 2002 einen Auffahrunfall mit Heckkollision. 

Auffahrkollisionen werden regelmässig als mittelschweres, im Grenzbereich zu den 

leichten Unfällen liegendes Ereignis eingestuft (vgl. RKUV 3/2005 Nr. U 549 S. 236 

E. 5.1.2 mit Hinweisen). Diesbezüglich ist im Ergebnis der Argumentation des 

Beschwerdeführers in der Beschwerdeschrift (act. G 1 S. 8f.) zu folgen und der 

Auffahrunfall vom 1. Juni 2002 – entgegen der Ausführungen der 

Beschwerdegegnerin - als mittelschwerer Unfall an der Grenze zu den leichten 

einzuteilen. Dabei kann jedoch nicht davon ausgegangen werden, dass die 

Unfallverursacherin ungebremst mit 60 - 70 km/h auf das Fahrzeug des 

Beschwerdeführers auffuhr. Vielmehr ist rechtsprechungsgemäss auf den äusseren, 

augenfälligen Geschehensablauf mit den sich dabei entwickelnden Kräften abzustellen 

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(BGE U 615/06 vom 9. Januar 2008 und U 2/07 vom 19. November 2007). Massgebend 

ist insbesondere die biomechanische Kurzbeurteilung der Arbeitsgruppe für 

Unfallmechanik vom 29. Oktober 2002 (UV-act. 60), wonach die kollisionsbedingte 

Geschwindigkeitsänderung (delta-v) 10 – 15 km/h betrug. Auch die Fotos vom 

Fahrzeug des Beschwerdeführers (UV-act. 41) sowie die Tatsache, dass seine Ehefrau 

als Folge des Unfalls nur minimste Gesundheitsbeeinträchtigungen beklagte und die 

mitfahrenden Kinder unverletzt blieben (UV-act. 11), unterstützen diese Beurteilung.

4.3    Der Unfall vom 1. Juni 2002 hatte sich weder unter besonders dramatischen 

Begleitumständen ereignet, noch war er – objektiv betrachtet – von besonderer 

Eindrücklichkeit. Er hatte auch keine schweren Verletzungen oder Verletzungen 

besonderer Art zur Folge. Die Diagnose eines Schleudertraumas oder einer 

schleudertraumaähnlichen Verletzung der HWS vermag die Schwere oder besondere 

Art der erlittenen Verletzung für sich allein nicht zu begründen. Es bedarf hiezu einer 

besonderen Schwere der für das Schleudertrauma typischen Beschwerden oder 

besonderer Umstände, welche das Beschwerdebild beeinflussen können, wie etwa 

eine besondere Körperhaltung im Unfallzeitpunkt, erhebliche krankhafte oder 

traumatisch bedingte Veränderungen im Bereich der Halswirbelsäule (Vorzustand) oder 

ein biologisches Alter der verunfallten Person über 50/55 Jahren (BGE U 167/06 vom 

31. Januar 2007 E. 5.2, RKUV 3/2005 Nr. U549 E. 5.2.3 S. 238). Solche besonderen 

Umstände liegen hier nicht vor. Die Verletzungen des Beschwerdeführers gelten 

erfahrungsgemäss auch nicht als geeignet, psychische Fehlentwicklungen auszulösen.

Unmittelbar nach dem Unfall nahm der Beschwerdeführer keine oder kaum körperliche 

Beschwerden wahr. Die Polizei ging jedenfalls im Rapport vom 22. Juni 2002 (UV-

act. 25) davon aus, er habe sich beim Unfall vom 1. Juni 2002 nicht verletzt. Er war 

nach dem Ereignis in der Lage, wie vorgesehen, einen Kollegen zu besuchen. Die 

Schwere der Verletzung ist von den schwerwiegend empfundenen Verletzungsfolgen 

(besonders die anhaltende, mit Ausnahme des Arbeitsversuches zwischen 6. Septem­

ber 2002 und Herbst 2003, für die bisherige Tätigkeit vollständige Arbeitsunfähigkeit) 

zu trennen. Letztere werden unter andern Kriterien zur Adäquanzbeurteilung 

berücksichtigt. Zusammenfassend ist das Kriterium der Schwere oder besonderen Art 

der erlittenen Verletzungen nicht erfüllt.

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4.4    Die ärztliche Behandlung der somatischen Beschwerden dauerte nicht 

ungewöhnlich lange, beschränkten sich doch die nach dem Unfall getroffenen 

Massnahmen schon nach kurzer Zeit im Wesentlichen auf die Abgabe von 

Medikamenten und auf Verlaufskontrollen. In der neurologischen Beurteilung vom 

19. September 2003 beurteilte Dr. C.___ das Weiterführen somatisch orientierter 

Therapien ausdrücklich für nicht notwendig (UV-act. 143 S. 4). Die noch andauernde 

und im ABI-Gutachten vom 10. Januar 2008 (act. G 17.1) auch weiterhin empfohlene 

psychotherapeutische Behandlung ist auf psychische Gründe zurückzuführen und 

daher hier nicht zu berücksichtigen.

4.5    Das Kriterium der körperlichen Dauerschmerzen war während einer gewissen Zeit 

erfüllt. Die aktuellen Schmerzen sind allerdings zu einem wesentlichen Teil psychisch 

bedingt und fallen daher hier ausser Betracht (BGE U 159/05 vom 15. Juni 2007 E. 5.3).

4.6    Der Beschwerdeführer macht geltend, das Tragen des Halskragens über einen 

Monat nach der Kollision sei verordnet gewesen und stelle auch gemäss 

biomechanischer Kurzbeurteilung der Arbeitsgruppe für Unfallmechanik vom 

29. Oktober 2002 (UV-act. 60) eine ärztliche Fehlbehandlung dar, welche die 

Unfallfolgen erheblich verschlimmert habe. Aus den Akten ist eine Verordnung zum 

Tragen des Halskragens lediglich für 3 – 5 Tage im Bericht (UV-act. 7) bzw. im Zeugnis 

(UV-act. 2) von Dr. G.___ über die Erstbehandlung am Spital Wil vom 2. Juni 2002 

dokumentiert. Der nachbehandelnde Hausarzt, Dr. med. H.___, erwähnt den 

Halskragen im Zwischenbericht vom 21. Juni 2002 (UV-act. 10) nicht. Vielmehr führt er 

als Therapie neben Analgetika und Myotonolytika physiotherpeutische Massnahmen 

zur Lockerung und Stabilisierung der HWS an. Massnahmen zur Schonung oder gar 

Ruhigstellung, das Ziel der Behandlung mit einem Halskragen, werden vom Hausarzt 

nicht verordnet. Anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung vom 10. Juli 2002 (UV-

act. 19) führte der Beschwerdeführer aus, er trage den Halskragen (wie auch heute) 

noch sehr oft und lasse ihn nur stundenweise weg. Auch dieses Dokument sagt nichts 

aus über eine Verordnung, den Halskragen länger als 3 – 5 Tage nach dem Unfall zu 

tragen. Eine ärztliche Verordnung, den Halskragen länger als 3 – 5 Tage nach dem 

Unfall zu tragen, ist somit nicht ausgewiesen.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/23

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Die Arbeitsgruppe für Unfallmechanik führt in der biomechanischen Kurzbeurteilung 

29. Oktober 2002 (UV-act. 60) wörtlich aus: "Es sind nun seit längerer Zeit und immer 

deutlicher auch medizinisch-therapeutische Studien vorhanden, die aufzeigen, dass 

das längere Tragen eines Halskragens praktisch nie sinnvoll ist und sich in den meisten 

Fällen sogar negativ auf die Heilung auswirkt. Es wäre nicht erstaunlich, wenn das 

lange Tragen des Halskragens die Heilung negativ beeinflusst hätte." (a.a.O. S. 3 

unten). Damit bleibt die Arbeitsgruppe für Unfallmechanik sehr vage und im Bereich 

einer möglichen Hypothese. Damit das Kriterium der ärztlichen Fehlbehandlung für die 

Adäquanzbeurteilung erfüllt ist, muss jedoch sowohl die ärztliche Fehlbehandlung als 

auch die dadurch bedingte erhebliche Verschlimmerung der Unfallfolgen nachgewiesen 

sein. Beides ist vorliegend nicht der Fall.

Das Bundesgericht (damals noch Eidgenössisches Versicherungsgericht) hat im 

Entscheid vom 20. April 2004 U 299/03 E. 3.3 eine ärztliche Fehlbehandlung durch das 

Tragen eines Halskragens ebenfalls verneint und diese Praxis in den Entscheiden 

U 65/07 vom 14. Dezember 2007 E. 5.5 und U 14/05 vom 29. Mai 2006 E. 5 

beibehalten. In der Begründung führt das Bundesgericht u.a. aus, die Frage, ob das 

(längere) Tragen eines Halskragens negative Auswirkungen auf die Heilung habe und 

ob es zur Verschlimmerung der Beschwerden beitrage, sei in medizinischen 

Fachkreisen umstritten.

4.7    Ein schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen können nach der 

neueren Rechtsprechung nicht bereits aus dem Fortbestehen bestimmter Symptome 

abgeleitet werden, sondern setzen voraus, dass besondere Gründe gegeben sind, die 

die Heilung beeinträchtigt haben (SVR 2007 UV Nr. 25 S. 81 ff. E. 8.5 U 479/05). 

Derartige Umstände sind hier nicht ersichtlich, weshalb das Kriterium verneint werden 

muss. Die Umstände, die der Beschwerdeführer als schwierig anführt, beschreiben fast 

ausschliesslich nicht den Heilungsverlauf sondern andere (Lebens-)Bereiche. Aus der 

Tatsache, dass die somatischen Beschwerden weitgehend therapieresistent waren und 

sind, lässt sich noch nicht auf einen schwierigen Heilverlauf und erhebliche 

Komplikationen im Sinn der zitierten Rechtsprechung schliessen; zumal die 

Therapieresistenz der somatischen Beschwerden zumindest teilweise durch die hier 

nicht zu berücksichtigenden psychischen Beeinträchtigungen verursacht wurde.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 19/23

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4.8    Bleibt als letztes Kriterium der Adäquanzbeurteilung Grad und Dauer der physisch 

bedingten Arbeitsunfähigkeit zu prüfen. Der Beschwerdeführer war bei der ärztlichen 

Erstbehandlung am 2. Juni 2002 (UV-act. 2 und 7) 100% arbeitsunfähig geschrieben 

worden. Der Hausarzt gab im Zwischenbericht vom 21. Juni 2002 (UV-act. 10) an, 

eventuell sei eine Wiederaufnahme der Arbeit ab 1. Juli 2002 möglich. Der Kreisarzt 

nahm im Untersuchungsbericht vom 10. Juli 2002 (UV-act. 19) zur Arbeitsfähigkeit des 

Beschwerdeführers nicht Stellung, meldete ihn wegen Chronifizierungsgefahr und zur 

Steigerung der Arbeitsfähigkeit aber dringend zur stationären Rehabilitation in Bellikon 

an. Obwohl die Behandlungen und Therapien der Rehaklinik Bellikon nicht fruchteten 

(Austrittsbericht vom 16. September 2002, UV-act. 35), wurde mit dem 

Beschwerdeführer und seiner Arbeitgeberin nach Klinikaustritt ein Arbeitsversuch 

geplant und durchgeführt. Das psychosomatische Konsilium vom 21. August 2002 an 

der Rehaklinik Bellikon (UV-act. 36) diagnostizierte eine Anpassungsstörung mit Angst 

und depressiver Reaktion gemischt ICD-10: F43.22. Zu deren anteilmässiger 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nahm die Klinik nicht Stellung. Der Arbeitsversuch, 

mehr als berufsorientierte Ergotherapie denn als Arbeitstätigkeit durchgeführt, wurde 

 nach Absprache mit den Beteiligten - Ende Oktober 2002 von ca. 2 auf 3 Stunden 

täglich gesteigert (UV-act. 57). Aufgrund der Tatsache, dass der Arbeitsversuch bisher 

nicht zu einem wirtschaftlich verwertbaren Resultat geführt hatte, sowie der 

Bestätigung dieser Ausgangssituation in der berufsorientierten Ergotherapie, attestierte 

die Rehaklinik Bellikon dem Beschwerdeführer nach dem zweiten stationären 

Aufenthalt im Austrittsbericht vom 18. März 2003 (UV-act. 92) volle Arbeitsunfähigkeit, 

gleiste aber einen Arbeitsversuch im angestammten Betrieb von 2 x 2 Stunden pro Tag 

auf. Das psychosomatische Konsilium vom 19. Februar 2003 an der Rehaklinik Bellikon 

(UV-act. 93) diagnostizierte neben der Anpassungsstörung eine somatoforme 

Komponente. Der Anteil der psychischen Beeiträchtigungen an der Arbeitsunfähigkeit 

wurde nicht beziffert. Wörtlich hielten die Ärzte der Rehaklinik Bellikon im 

Austrittsbericht vom 18. März 2003 (UV-act. 92) unter dem Titel "Behinderungen / 

Fähigkeitsstörungen" fest: "Arbeitsrelevante Problembereiche sind die cervico-

cephalen Schmerzen(,) sowie die psychische Auffälligkeit und die allgemein 

verminderte Belastbarkeit. Aufgrund der psychogenen Überlagerung der somatischen 

Beschwerden lässt sich die körperliche Belastbarkeit des Patienten nicht genau 

einschätzen. Bei Austritt besteht eine reduzierte psychophysische Belastbarkeit, 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 20/23

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Arbeiten in Zwangshaltungen und rückenbelastende Tätigkeiten sind reduziert. 

Überkopfarbeiten und schweres Heben und Tragen sind mindestens vorläufig limitiert, 

Arbeiten in absturzgefährdeten Positionen sind derzeit nicht zumutbar." Nach dem 

zweiten stationären Aufenthalt in der Rehaklinik Bellikon war der Beschwerdeführer 

wegen einer Magen-Darm-Entzündung zusätzlich arbeitsunfähig (Zwischenbericht 

Dr. I.___ vom 7. Mai 2003 UV-act. 118 und Bericht Psychotherapeut vom 29. Mai 2003 

UV-act. 123). Den Arbeitsversuch nahm er danach – soweit aus den Akten ersichtlich 

(Telefonnotizen vom 19. Juni 2003 UV-act. 128 und 130 sowie vom 26. Juni 2003 UV-

act. 133) - erst am 19. Juni 2003 wieder auf.

Das neurologische Gutachten vom 9. März 2004 (UV-act. 182) attestiert aus 

neurologisch/neuropsychologischer Sicht eine Arbeitsunfähigkeit von 50% (a.a.O. S. 8 

und 10). Für eine Differenzierung nach Ursache bzw. Beschränkung auf unfallbedingte 

Beschwerden organischer Genese verweist es auf das psychiatrische Gutachten. Die 

Aktenbeurteilung des Schweizerischen Instituts für Versicherungsmedizin (SIVM) vom 

26. Oktober 2005 (UV-act. 203) kam in der Beurteilung (a.a.O. S. 4) zum Schluss, das 

Gutachten des Universitätsspitals Zürich nach Untersuchung vom 9. März 2004 sei 

widersprüchlich. Nachdem organisch bedingte Beschwerden im Wesentlichen verneint 

würden, werde dennoch eine Arbeitsunfähigkeit von ca. 30 – 50% als Abkanter 

angenommen, welche aus ihrer Sicht vor allem durch psychische Faktoren bedingt sei. 

Neuropsychologisch lasse sich höchstens ein leichte, ca. 20 – 30% Arbeitsunfähigkeit 

rechtfertigen. Die beiden neurologischen Gutachter hätten hier klarer trennen müssen, 

welcher Anteil der Arbeitsunfähigkeit neurologisch bzw. neuropsychologisch, also 

aufgrund organischer Faktoren, und welcher aufgrund psychischer Faktoren 

gerechtfertigt erscheine. (…) Die unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit betrage maximal 

30%.

Das psychiatrische Gutachten vom 30. August 2006 (UV-act. 219) attestierte dem 

Beschwerdeführer für die Tätigkeit als Abkanter volle Arbeitsunfähigkeit. In einer an die 

körperlichen Einschränkungen adaptierten, körperlich leichten Tätigkeit, ohne zeitlichen 

Stress, mit begrenzten sozialen Kontakten und ohne besondere Anforderungen an die 

Konzentrationsfähigkeit schätzte der Gutachter die Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer 

Sicht auf 50% (a.a.O. S. 21f.). Diese Einschätzung wird durch das ABI-Gutachten vom 

10. Januar 2008 (act. G. 17.1) kritisiert. Bei einer leichten depressiv-ängstlichen 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 21/23

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Störung – wie von beiden psychiatrischen Gutachtern übereinstimmend festgestellt – 

sei die Arbeitsfähigkeit nur geringgradig beeinträchtigt. Die ausgeprägte subjektive 

Krankheitsüberzeugung und der passive Umgang würden aber keine Einschränkung 

der Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht begründen. Daher könne aus 

psychiatrischer Sicht nur eine geringgradige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 

attestiert werden. Diese wurde auf 20% eingeschätzt. Dabei könne es dem 

Exploranden aus psychiatrischer Sicht zugemutet werden, trotz der geklagten 

Beschwerden die nötige Willensanstrengung aufzubringen, um ganztags einer 

beruflichen Tätigkeit nachgehen zu können (a.a.O. S.12/19). Zusammengefasst kam 

das ABI-Gutachten zum Schluss, der Explorand sei aus polydisziplinärer Sicht für 

körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeiten zu 80% arbeits- und leistungsfähig, 

vollschichtig realisierbar. Den Beginn dieser Arbeitsunfähigkeit setzt das ABI auf 

wenige Wochen nach dem Unfallereignis fest.

Auch wenn der psychisch bedingte und damit hier nicht zu berücksichtigende Anteil an 

der Arbeitsfähigkeit erst mit dem neurologischen Gutachten des Universitätsspitals 

Zürich vom 9. März 2003 (UV-act. 182) klarer und erst mit dem ABI-Gutachten vom 

10. Januar 2008 polydisziplinär festgelegt wurde, ist aufgrund der vorstehend 

zusammengefassten Unterlagen klar, dass die Arbeitsunfähigkeit des 

Beschwerdeführers schon innerhalb von Wochen nach dem Unfall weitgehend auf 

psychische Ursachen zurückzuführen war. Damit ist das Kriterium Grad und Dauer der 

physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit ebenfalls nicht erfüllt.

4.9    Zusammenfassend ist keines der Beurteilungskriterien der Adäquanzprüfung in 

besonders ausgeprägter Weise erfüllt. Die Kriterien sind auch nicht in gehäufter oder 

auffallender Weise erfüllt. Die adäquate Kausalität der Unfallfolgen muss daher verneint 

werden. Die Beschwerdegegnerin ist daher nicht verpflichtet, über den 1. November 

2006 hinaus weitere Versicherungsleistungen zu erbringen.

5.               

Fehlt es am adäquaten Kausalzusammenhang für eine weitere Leistungspflicht der 

Beschwerdegegnerin über den 1. November 2006 hinaus, sind auch weder eine Unfall-

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 22/23

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Invalidenrente noch eine Integritätsentschädigung geschuldet. Die entsprechenden 

tatsächlichen Voraussetzungen sind daher nicht zu prüfen.

6.              

Dem Beweisantrag des Beschwerdeführers, es sei eine zweite oder aktualisierte 

neurologische und neuropsychologische Begutachtung durch Spezialärzte einzuholen, 

ist nicht zu folgen. Da nicht anzunehmen ist, dass weitere medizinische Abklärungen 

für die Beurteilung des vorliegend relevanten Sachverhalts neue Erkenntnisse bringen, 

kann darauf verzichtet werden (antizipierte Beweiswürdigung vgl. BGE 124 V 90 E. 4b 

S.94; Praxis 88/1999 Nr. 117 S. 636 ff.; SVR UV 1996 Nr. 62 S. 211 ff. E. 3).

7.               

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten 

sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

8.               

Dem Beschwerdeführer wurde die unentgeltliche Rechtsverbeiständung am 5. April 

2007 bewilligt. Wenn die wirtschaftlichen Verhältnisse des Beschwerdeführers es ge­

statten, kann er jedoch zur Nachzahlung der Gerichtskosten, der Auslagen für die 

Vertretung und der vom Staat entschädigten Parteikosten verpflichtet werden (Art. 288 

Abs. 1 ZPG, sGS 961.2, i.V.m. Art. 99 Abs. 2 VRP, sGS 951.1). Der Staat ist zufolge 

unentgeltlicher Rechtsverbeiständung zu verpflichten, für die Kosten der 

Rechtsvertretung des Beschwerdeführers aufzukommen. Dabei ist zu berücksichtigen, 

dass dem unentgeltlichen Rechtsbeistand lediglich ein um 20% reduziertes Honorar 

zusteht (vgl. Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes, sGS 963.70). Mangels Kostennote ist 

die Entschädigung vom Gericht ermessensweise festzusetzen. Ein Betrag von 

Fr. 3'200.-- (80% von Fr. 4'000.--; inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) scheint 

der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses angemessen.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 23/23

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entschieden:

1.        Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.        Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.        Der Staat hat den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers mit Fr. 3'200.-- zu 

entschädigen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 14.07.2008
	Art. 6, 10, 16 UVG. Unfallkausalität psychisch überlagerter chronischer Schmerzen nach einer HWS-Distorsion, erlitten bei einem Verkehrsunfall (Heckaufprall). Geklagte Beschwerden sind nicht auf ein objektivierbares organisches Substrat zurückzuführen, psychische Beschwerden überwiegen. Adäquanzbeurteilung bei psychischer Fehlentwicklungen nach Unfall somit gemäss BGE 115 V 133 (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 14. Juli 2008, UV 2007/41).

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