# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b90c2929-7a5f-584e-a912-93f681dddd6d
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-02-17
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Versicherungsgericht 17.02.2022 VBE.2021.451
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_007_VBE-2021-451_2022-02-17.pdf

## Full Text

Versicherungsgericht 

4. Kammer 

 

 

VBE.2021.451 / mw / ce       
Art. 17 

 

 

Urteil vom 17. Februar 2022 
 

 

Besetzung  Oberrichter Roth, Präsident  

Oberrichterin Fischer  

Oberrichterin Vasvary  

Gerichtsschreiberin Wirth          

 

 
   

Beschwerde- 

führer  

 A._____   

vertreten durch Dr. iur. Volker Pribnow, Rechtsanwalt,  

Stadtturmstrasse 10, Postfach, 5401 Baden    

 

     
   

Beschwerde- 

gegnerin  

 Suva, Rechtsabteilung, Fluhmattstrasse 1, Postfach, 6002 Luzern   

 

     
 

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend UVG 

(Einspracheentscheid vom 3. September 2021) 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

 

   

Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

1.1. 

Der 1964 geborene Beschwerdeführer ist seit dem 1. Juni 2016 bei der B. 

als Allrounder angestellt und in dieser Eigenschaft bei der Beschwerdegeg-

nerin obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert. Am 1. Feb-

ruar 2017 rutschte er aus und verletzte sich an der rechten Schulter. Die 

Beschwerdegegnerin anerkannte ihre Leistungspflicht für dieses Ereignis 

und richtete die entsprechenden Versicherungsleistungen in Form von Tag-

geld- und Heilbehandlungsleistungen aus. Mit Schreiben vom 25. Au-

gust 2017 stellte sie die Versicherungsleistungen per 1. September 2017 

ein, da der Status quo sine erreicht sei. 

 

1.2. 

Am 5. November 2020 erlitt der Beschwerdeführer gemäss der entspre-

chenden Schadenmeldung vom 6. November 2020 eine Prellung an der 

rechten Schulter, als er während der Arbeit auf einer Leiter ausrutschte und 

mit der Leiter auf die diese sichernde Hilfsperson stürzte. Die Beschwerde-

gegnerin anerkannte ihre Leistungspflicht im Zusammenhang mit diesem 

Unfall und richtete Taggeld- und Heilbehandlungsleistungen aus. Mit Ver-

fügung vom 24. März 2021 stellte sie – unter Hinweis auf die fehlende Kau-

salität des Unfalls für die noch geklagten Beschwerden – die Versiche-

rungsleistungen per 28. Februar 2021 ein. Die dagegen erhobene Einspra-

che vom 20. April 2021 wies die Beschwerdegegnerin mit Einspracheent-

scheid vom 3. September 2021 ab. 

 

2. 

2.1. 

Gegen den Einspracheentscheid vom 3. September 2021 erhob der Be-

schwerdeführer mit Eingabe vom 7. Oktober 2021 fristgerecht Beschwerde 

und stellte folgende Rechtsbegehren: 

 

"1. Der Einspracheentscheid vom 3. September 2021 sei aufzuheben und 
es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem Beschwerdeführer 
im Zusammenhang mit dem Unfall vom 5. November 2020 auch über 
den 28. Februar 2021 hinaus die gesetzlichen Leistungen zu erbringen.  

 
2. Eventualiter sei der Einspracheentscheid vom 3. September 2021 auf-

zuheben und es sei die Sache an die Beschwerdegegnerin zur Einho-
lung eines fachorthopädischen Gutachtens und anschliessender Neu-
verfügung zurückzuweisen. 

 
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (inkl. MwSt.) zulasten der Be-

klagten." 

 

 - 3 - 

 

 

 

2.2. 

Mit Vernehmlassung vom 29. Oktober 2021 beantragte die Beschwerde-

gegnerin die Abweisung der Beschwerde und reichte die Akten zum Unfall 

vom 5. November 2020 (Vernehmlassungsbeilage I) ein. 

 

2.3. 

Mit Verfügung vom 13. Januar 2022 wurden die Akten der Beschwerdegeg-

nerin betreffend den Unfall des Beschwerdeführers vom 1. Februar 2017 

(Vernehmlassungsbeilage II) beigezogen. 

 

 
   

Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin mit Einspracheent-

scheid vom 3. September 2021 zu Recht die Versicherungsleistungen be-

treffend den Unfall vom 5. November 2020 per 28. Februar 2021 eingestellt 

hat (Vernehmlassungsbeilage I [VB I] 68 S. 2 ff.). 

 

2. 

2.1. 

Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, 

dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krank-

heit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursa-

chen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, 

ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten  

oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten 

gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Beja-

hung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein 

Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen 

ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Be-

dingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person 

beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden 

kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele 

(BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181 mit Hinweisen; vgl. auch BGE 134 V 109 

E. 2.1 S. 111 f. und 129 V 402 E. 4.3.1 S. 406). 

 

Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass 

zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäqua-

ter Kausalzusammenhang besteht (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 

V 456 E. 5a). Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt 

sich die adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalität, weitgehend mit der na-

türlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen 

Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 

V 109 E. 2.1). 

 

 - 4 - 

 

 

 

2.2. 

Ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit 

nachgewiesen, entfällt die deswegen anerkannte Leistungspflicht des Un-

fallversicherers erst, wenn der Unfall nicht die natürliche und adäquate Ur-

sache des Gesundheitsschadens darstellt, wenn also Letzterer nur noch 

und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, 

wenn entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar 

vor dem Unfall bestanden hat (status quo ante) oder aber derjenige Zu-

stand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften 

Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (status 

quo sine), erreicht ist. Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche 

Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung 

von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem Be-

weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 134 V 109 E. 9.5 

S. 125 mit Hinweis auf BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181) nachgewiesen sein. 

Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswir-

kungen des Unfalls genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchsauf-

hebende Tatfrage handelt, liegt die entsprechende Beweislast – anders als 

bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammen-

hang gegeben ist – nicht beim Versicherten, sondern beim Unfallversiche-

rer (SVR 2009 UV Nr. 3 S. 9, 8C_354/2007 E. 2.2 mit Hinweisen). 

 

3. 

In ihrem Einspracheentscheid vom 3. September 2021 (VB I 68 S. 2 ff.) 

stützte sich die Beschwerdegegnerin in medizinischer Hinsicht im Wesent-

lichen auf die Beurteilungen ihres Kreisarztes Dr. med. C., Praktischer Arzt, 

vom 4. Februar 2021 (VB I 27 S. 1) und 16. März 2021 (VB I 45). Diese be-

ruhen auf den Akten, namentlich auf dem Ergebnis des Arthro-MRI der 

rechten Schulter vom 9. November 2020. Dieses hatte folgende Befunde 

gezeigt (VB I 14): 

 

"Kein Nachweis frischer Frakturen oder traumatisch bedingter Fehlstellun-
gen. 
- Ausgedehnte, ansatznahe, transmurale Partialruptur der Supraspinatus-
sehne. 
- Ansatznahe Partialruptur des Oberrandes der Subscapularissehne mit 
Begleitverletzung des Pulleys und konsekutiver Sublaxion der langen Bi-
zepssehne. 
- Insertionstendinopathie des Oberrandes der Infraspinatussehne. 
- Leichte Reizung der Bursa subacromialis/subdeltoidea. 
- Leicht aktivierte AC-Gelenksarthrose." 

 

Der Kreisarzt hielt in seiner Beurteilung vom 4. Februar 2021 fest, der Un-

fall vom 5. November 2020 habe zu keinen zusätzlichen objektivierbaren 

strukturellen Schäden geführt. Es seien am 13. Januar 2021 "degenerative 

Befunde […] operiert" worden, die der Beschwerdegegnerin bereits seit 

2017 bekannt seien. Eine mögliche unfallbedingte vorübergehende Be-

schwerdeauslösung sei spätestens am 24. November 2020 abgeklungen 

 - 5 - 

 

 

 

gewesen (VB I 27 S. 1). In Bezug auf den Unfall im Jahr 2017 verwies er in 

seiner Beurteilung vom 16. März 2021 auf seine gestützt auf die Ergeb-

nisse seiner kreisärztlichen Untersuchung vom 26. Juli 2017 am 28. Juli 

2017 verfasste Beurteilung (VB II 38), in welcher ausführlich dargelegt wor-

den sei, dass die damals im MRI vorgefundenen Befunde nicht Folge oder 

Teilfolge des Unfalles vom 1. Februar 2017, sondern ausschliesslich "vor-

bestehend degenerativer Natur" gewesen seien (VB I 45 S. 1). Zwar sei es 

beim Unfall vom 1. Februar 2017 zu einer geringfügigen Zunahme der de-

generativen Veränderungen, vor allem im Bereich der Supraspinatussehne 

gekommen, der Unfall sei jedoch nicht geeignet gewesen, die vorgefunde-

nen Befunde zu verursachen. Dem Schreiben von Dr. med. D., Facharzt 

für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, 

E. Klinik, vom 24. Februar 2021 (VB I 41) sei zu entnehmen, dass das Un-

fallereignis von 2017 entscheidend für eine "nunmehrige Kostenüber-

nahme" der Beschwerdegegnerin sei (VB I 45 S. 2; 41 S. 2). Jedoch sei 

keiner der beiden Unfälle geeignet gewesen, die aktuellen Beschwerden 

zu verursachen. Insbesondere bestätige die bereits im ersten MRI vorhan-

dene Zystenbildung eine degenerative Genese der Befunde. Unfallspezifi-

sche Befunde seien, abgesehen von einer diskreten Schwellung über dem 

Schultergelenk ventral, verursacht durch den Unfall im Jahr 2017, nicht 

ausgewiesen (VB I 45 S. 10). 

 

4. 

4.1. 

4.1.1. 

Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob die-

ser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 

beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 

Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medi-

zinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situ-

ation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet 

sind (BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232; 125 V 351 E. 3a S. 352). Auch eine 

reine Aktenbeurteilung kann voll beweistauglich sein, wenn es im Wesent-

lichen um die Beurteilung eines feststehenden medizinischen Sachverhalts 

geht und sich neue Untersuchungen erübrigen (Urteil des Bundesgerichts 

8C_674/2015 vom 2. Februar 2016 E. 2.2.1 mit Hinweisen). 

 

4.1.2. 

Auch wenn die Rechtsprechung den Berichten versicherungsinterner me-

dizinischer Fachpersonen stets Beweiswert zuerkannt hat, kommt ihnen 

praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft wie einem gerichtlichen oder ei-

nem im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger in Auftrag 

gegebenen Gutachten zu (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352 ff.; 122 V 157 

E. 1c S. 160 ff.). Zwar lässt das Anstellungsverhältnis der versicherungsin-

ternen Fachperson zum Versicherungsträger alleine nicht schon auf man-

gelnde Objektivität und Befangenheit schliessen (BGE 125 V 351 E. 3b/ee 

 - 6 - 

 

 

 

S. 353 ff.). Soll ein Versicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen 

Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge 

Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zu-

verlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Fest-

stellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen 

(BGE 139 V 225 E. 5.2 S. 229; 135 V 465 E. 4.4 S. 469 mit Hinweisen; Ur-

teil des Bundesgerichts 8C_348/2016 vom 9. Dezember 2016 E. 2.4). 

 

Bei Kreisarzt Dr. med. C. handelt es sich um einen versicherungsinternen 

Arzt der Beschwerdegegnerin (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_281/2018 

vom 25. Juni 2018 E. 4.2). Zu prüfen ist deshalb, ob Anlass zu zumindest 

geringem Zweifel an seiner vertrauensärztlichen Aktenbeurteilung besteht. 

 

4.2. 

Die kreisärztliche Beurteilung vom 16. März 2021 wird den von der Recht-

sprechung formulierten Anforderungen an eine beweiskräftige medizini-

sche Stellungnahme (vgl. E. 4.1. hiervor) gerecht. Die Einschätzung des 

Kreisarztes erfolgte in Kenntnis sämtlicher Vorakten; so bezog er sich auf 

den MRI-Bericht von PD Dr. med. F., Facharzt für Radiologie, vom 9. No-

vember 2020 (VB I 14; 45 S. 1) sowie die Berichte von Dr. med. D. vom 

26. November 2020 (VB I 5 S. 1 f.), 13. Januar 2021 (VB I 16 S. 1 f.), 

19. Januar 2021 (VB I 19 S. 1 f.) und 24. Februar 2021 (VB I 41 S. 1 f.; 45 

S. 2). Die gesundheitlichen Beschwerden wurden in der kreisärztlichen Be-

urteilung ausführlich wiedergegeben (VB I 45 S. 1 f.) und es erfolgte eine 

Auseinandersetzung mit den aufgeführten Befunden (VB I 45 S. 2). Die 

Einschätzung ist in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge 

und der medizinischen Situation nachvollziehbar und damit – entgegen den 

Vorbringen des Beschwerdeführers (Beschwerde S. 3, 4 und 9) – grund-

sätzlich geeignet, den Beweis für den anspruchserheblichen medizinischen 

Sachverhalt zu erbringen. 

 

4.3. 

Bei der kreisärztlichen Beurteilung handelt es sich um eine Aktenbeurtei-

lung. Eine solche ist nicht an sich als unzuverlässig zu beurteilen. Entschei-

dend ist, ob dem Kreisarzt genügend Unterlagen aufgrund anderer persön-

licher Untersuchungen vorlagen, die ein vollständiges Bild über Anamnese, 

Verlauf und gegenwärtigen Status ergeben (Urteile des Bundesgerichts 

8C_889/2008 vom 9. April 2009 E. 3.3.1 und U 224/06 vom 1. November 

2007 E. 3.5; je mit Hinweisen). Die erwähnten Berichte der behandelnden 

Fachärzte genügen vorliegend als Grundlage für eine vertrauensärztliche 

Aktenbeurteilung. Sie beruhen auf persönlichen Untersuchungen (VB I 5 

S. 1 f.; 41 S. 1 f.), erfolgten gestützt auf eine MR-Arthrographie der rechten 

Schulter (VB I 14 S. 1 f.), basieren auf intraoperativen Erkenntnissen 

(VB I 16 S. 1 f.) und ergeben ein umfassendes Bild betreffend den Befund 

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 - 7 - 

 

 

 

und die Symptomatik im Bereich der rechten Schulter im Verlauf. Die dies-

bezüglichen Vorbringen des Beschwerdeführers verfangen deshalb nicht 

(Beschwerde S. 5). 

 

5. 

5.1. 

Der Beschwerdeführer macht geltend, ihm stünden Leistungen auch nach 

dem 28. Februar 2021 zu (Beschwerde S. 3). In Bezug auf die Beurteilung 

der Gesundheitsbeeinträchtigung nach dem Ereignis vom 1. Februar 2017 

gehe der Kreisarzt fälschlicherweise und abweichend vom behandelnden 

Facharzt davon aus, dass die damals im MRI festgestellten Befunde dege-

nerativen Ursprungs und nicht unfallbedingtgewesen seien (Beschwerde 

S. 8). Diesbezüglich ist festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin in Be-

zug auf das Unfallereignis vom 1. Februar 2017 ihre Leistungen mit Schrei-

ben vom 25. August 2017 unter Hinweis auf einen (degenerativen) Vorzu-

stand informell eingestellt hat (Vernehmlassungsbeilage II [VB II] 46 

S. 1 f.). Dieser Entscheid erwuchs mangels Intervention des Beschwerde-

führers innert Jahresfrist in Rechtskraft (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 

8C_414/2021 vom 12. Oktober 2021 E. 4.2 mit Hinweisen). Eine allfällige 

weitere bzw. erneute Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin im Zusam-

menhang mit dem Ereignis vom 1. Februar 2017 ist im Weiteren vorliegend 

nicht Streitgegenstand, hat die Beschwerdegegnerin im angefochtenen 

Einspracheentscheid eine über den 28. Februar 2021 hinaus bestehende 

Leistungspflicht doch einzig in Bezug auf den Unfall vom 5. Novem-

ber 2020 verneint (VB I 46 S. 1; 58 S. 12; vgl. BGE 131 V 164 E. 1.2 

S. 164 f. mit Hinweisen). 

 

5.2. 

5.2.1. 

Der Beschwerdeführer bringt weiter vor, der Kreisarzt sei fälschlicherweise 

davon ausgegangen, dass Dr. med. D. die Unfallkausalität der Beschwer-

den verneint habe. Tatsächlich habe Dr. med. D. festgehalten, der – nach 

der traumatischen Supraspinatussehnenruptur – am 5. November 2020 er-

littene Unfall habe zu einer erneuten rechtsseitigen Schulterdistorsion ge-

führt, wobei das MRI eine Erweiterung der Rupturgrösse am Supraspinatus 

ergeben habe (Beschwerde S. 6).  

 

Wie obenstehend ausgeführt (vgl. E. 5.1. hiervor), bildet eine allfällige (er-

neute) Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin im Zusammenhang mit 

dem Unfall vom 1. Februar 2017 nicht Gegenstand des vorliegenden Ver-

fahrens. Dr. med. C. wies indes zu Recht darauf hin, dass Dr. med. D. in 

seinem Bericht vom 24. Februar 2021 festgehalten habe, das Unfallereig-

nis von 2017 sei entscheidend für die Leistungspflicht der Beschwerdegeg-

nerin (VB I 5 S. 2; 41 S. 2). Vorliegend erheblich ist einzig, ob die über den 

28. Februar 2021 hinaus beklagten Beschwerden zumindest teilweise auf 

das Ereignis vom 5. November 2020 zurückzuführen waren. Weder der 

 - 8 - 

 

 

 

Kreisarzt Dr. med. C. noch Dr. med. D., der den Beschwerdeführer bereits 

nach dessen Anfang Februar 2017 erlittenem Unfall behandelt hatte, gin-

gen jedoch davon aus, dass das Unfallereignis vom 5. November 2020 mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit Ursache der im Bereich der rechten 

Schulter bildgebend festgestellten Befunde sei. Arztberichte, die auf etwas 

Gegenteiliges schliessen liessen, oder anderweitige Anhaltspunkte, die 

diese – von Dr. med. C. überzeugend begründete – Einschätzung in Frage 

stellten, liegen nicht vor. 

 

5.2.2. 

Im Weiteren vermögen die Ausführungen von Dr. med. D. auch keine Zwei-

fel an der kreisärztlichen Beurteilung, wonach der Unfall vom 5. November 

2020 nicht zu einer richtunggebenden Verschlimmerung des vorbestehen-

den Schadens an der rechten Schulter, sondern lediglich zu einer vorüber-

gehenden Verschlimmerung, die spätestens bis 24. November 2020 wie-

der abgeklungen sei, geführt habe (VB I 27 S. 1), zu begründen (vgl. Be-

schwerde S. 9). Gemäss dem Bericht von Dr. med. D. vom 26. Novem-

ber 2020 zeigte sich im MRI vom 9. November 2020 im Vergleich zu den 

Voraufnahmen eine Erweiterung der Rupturgrösse am Suprapinatus 

(VB I 5 S. 1). Während sich im fraglichen Bericht keine Angaben hinsicht-

lich der Bedeutung des Unfalls vom 5. November 2020 für diese Ver-

schlechterung finden, geht aus dem Bericht von Dr. med. D. vom 24. Feb-

ruar 2021 klar hervor, dass dieser im Unfall vom 5. November 2020 keine 

Grundlage für eine allfällige Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin 

(mehr) sah, sondern eine solche lediglich im Zusammenhang mit dem – 

vorliegend nicht relevanten – Ereignis vom 1. Februar 2017 in Betracht zog. 

Damit brachte er auch unmissverständlich zum Ausdruck, dass er von kei-

nen durch den Unfall vom 5. November 2020 bedingten Beschwerden 

mehr ausging. Auch in dieser Hinsicht widersprechen sich die medizini-

schen Beurteilungen in Bezug auf die vorliegend zu klärende Sachlage 

nicht. Es ist somit auf die – nach dem Gesagten im Einklang mit der ent-

sprechenden Einschätzung von Dr. med. D. stehenden – nachvollziehba-

ren und schlüssigen Beurteilungen des Kreisarztes abzustellen, wonach 

der Unfall vom 5. November 2020 zu keiner richtunggebenden, sondern le-

diglich – bis spätestens 24. November 2020 – zu einer vorübergehenden 

Verschlechterung führte. 

 

5.3. 

Der Beschwerdeführer bringt weiter vor, die kreisärztliche Einschätzung be-

ruhe auf einem falschen Sachverhalt, wenn darin von einer Kontusion an-

stelle einer stattgehabten Distorsion ausgegangen werde (Beschwerde 

S. 7). 

 

Dem Kreisarzt lagen, wie bereits ausgeführt (vgl. E. 4.2. hiervor), sämtliche 

Berichte der behandelnden Ärzte vor, weshalb davon auszugehen ist, dass 

 - 9 - 

 

 

 

er diese bei seiner Beurteilung berücksichtigt hat (vgl. Urteile des Bundes-

gerichts 8C_616/2017 vom 14. Dezember 2017 E. 6.2.2 und 8C_209/2017 

vom 14. Juli 2017 E. 4.2.2 mit Hinweis auf 9C_20/2017 vom 29. März 2017 

E. 3.2). Der Schadenmeldung vom 6. November 2020 ist ausserdem zu 

entnehmen, dass der Beschwerdeführer eine Prellung (Kontusion) an der 

rechten Schulter erlitten habe (VB I 1 S. 1). Im Bericht vom 26. November 

2020, auf den sich der Beschwerdeführer beruft, hielt Dr. med. D. lediglich 

(unter "Anamnese/Verlauf") fest, der Beschwerdeführer habe angegeben, 

sich beim Sturz von der Leiter am 5. November 2020 erneut eine Distorsion 

der rechten Schulter zugezogen zu haben. Dass Dr. med. D. selbst von 

einer am 5. November 2020 erlittenen Schulterdistorsion ausging, geht aus 

keinem seiner Berichte hervor. Zudem änderte die Annahme einer Distor-

sion statt einer Kontusion nichts daran, dass weder Dr. med. C. noch 

Dr. med. D. von durch den Unfall vom 5. November 2020 verursachten ob-

jektivierbaren strukturellen Läsionen oder von noch über Ende Februar 

2021 (Zeitpunkt der Leistungseinstellung) anhaltenden, durch diesen Unfall 

bedingten Beschwerden ausgingen (vgl. VB I 27 S. 1; I 45 S. 10; I 41 S. 2). 

 

5.4. 

Zusammenfassend besteht kein Grund, an der kreisärztlichen Beurteilung 

betreffend das Fehlen eines natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen 

dem Unfall vom 5. November 2020 und den noch über den 24. November 

2020 hinaus geklagten rechtsseitigen Schulterbeschwerden zu zweifeln 

(Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit, vgl. BGE 134 V 109 

E. 9.5 S. 125 mit Hinweis auf BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181). Vor diesem 

Hintergrund erscheint der medizinische Sachverhalt ausreichend abge-

klärt, weshalb in antizipierter Beweiswürdigung auf weitere Abklärungen 

verzichtet werden kann (BGE 137 V 64 E. 5.2 S. 69; 136 I 229 E. 5.3 

S. 236; Urteil des Bundesgerichts 8C_280/2015 vom 8. August 2015 

E. 2.3). Damit erweist sich die per 28. Februar 2021 verfügte Einstellung 

der Leistungen im Zusammenhang mit dem Unfall vom 5. November 2020 

als rechtens. 

 

6. 

6.1. 

Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde abzuweisen. 

6.2. 

Das Verfahren ist kostenlos (Art. 61 lit. fbis ATSG). 

 

6.3. 

Dem Beschwerdeführer steht nach dem Ausgang des Verfahrens (Art. 61 

lit. g ATSG) und der Beschwerdegegnerin aufgrund ihrer Stellung als Sozi-

alversicherungsträgerin (BGE 126 V 143 E. 4 S. 149 ff.) kein Anspruch auf 

Parteientschädigung zu. 

 

 
   

 - 10 - 

 

 

 

Das Versicherungsgericht erkennt: 

 

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

2. 

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 

3. 

Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

 

 
 

   

Zustellung an: 

den Beschwerdeführer  (Vertreter; 2-fach)   

die Beschwerdegegnerin    

das Bundesamt für Gesundheit 

 

 
   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim 

Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung 

mit Art. 90 ff. BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom sieb-

ten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli 

bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar 

(Art. 46 BGG).  

 

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6,  

6004 Luzern, zuzustellen. 

 

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 

der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines 

Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweis-

mittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Hän-

den hat (Art. 42 BGG). 

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Aarau, 17. Februar 2022 

 

Versicherungsgericht des Kantons Aargau 

4. Kammer 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

Roth Wirth