# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5bfebbf9-d675-57dc-ab67-0260916918a3
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2015-09-01
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 01.09.2015 A-675/2015
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-675-2015_2015-09-01.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 
 

 

 

  

 
 Abteilung I 

A-675/2015 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 .  S e p t e m b e r  2 0 1 5  

Besetzung 
 Richter Michael Beusch (Vorsitz), 

Richterin Salome Zimmermann, Richter Daniel Riedo, 

Gerichtsschreiberin Zulema Rickenbacher. 
 

 
 

Parteien 
 A._______, 

vertreten durch 

lic. iur. Diego F. Schwarzenbach, Rechtsanwalt, 

Beschwerdeführer,  

 
 

 
gegen 

 
 

Oberzolldirektion (OZD), 

Hauptabteilung Verfahren und Betrieb, 

Monbijoustrasse 40, 3003 Bern, 

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Verwendung eines unverzollten und unversteuerten  

Fahrzeugs. 

 

 

 

A-675/2015 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Am 1. August 2013 wurde B._______, deutscher Staatsangehöriger mit 

Aufenthaltsbewilligung Kategorie B und Wohnsitz in der Schweiz, bei der 

Einreise von Deutschland in die Schweiz via den Grenzübergang Kreuzlin-

gen-Autobahn einer Zollkontrolle unterzogen. Dabei entstand der Verdacht 

auf unrechtmässige Verwendung eines ausländischen Fahrzeugs sowie 

dessen widerrechtliche zollfreie Einfuhr. Der Fahrzeugführer erklärte, An-

gestellter der Zürcher Autogarage X._______ AG zu sein und das Fahr-

zeug (Marke […], Fahrgestellnummer […], Kennzeichen […]) im Auftrag 

des Fahrzeugbesitzers zwecks Durchführung der Hauptuntersuchung für 

Kraftfahrzeuge ("TÜV") nach Deutschland gebracht zu haben. Er befinde 

sich auf dem Rückweg nach Zürich. 

B.  

Das genannte Fahrzeug [Kennzeichen] (nachfolgend: Fahrzeug) ist auf 

das Unternehmen Y._______ GmbH & Co. KG, [Adresse], [Ort in Deutsch-

land] (nachfolgend Y._______ GmbH) zugelassen. Dieses Unternehmen 

ist unter der Nummer […] auf A._______, spanischer Staatsangehöriger 

mit Aufenthaltsbewilligung Kategorie B in der Schweiz, eingetragen. Unter-

nehmenszweck der Y._______ GmbH ist insbesondere der Handel und die 

Vermittlung sowie Verwaltung von Vermögensgegenständen, Automobilen 

und Immobilien jeglicher Art. 

 

C.  

Am 11. September 2013 eröffnete die Zollkreisdirektion Schaffhausen die 

Einleitung einer Zollstrafuntersuchung gegen A._______ wegen Wider-

handlung gegen das Zollgesetz vom 18. März 2005 (ZG; SR 631.0), das 

Bundesgesetz vom 12. Juni 2009 über die Mehrwertsteuer (MWSTG; SR 

641.20), das Bundesgesetz vom 22. März 1974 über das Verwaltungsstraf-

recht (VStrR; SR 313.0) sowie das Automobilsteuergesetz vom 21. Juni 

1996 (AStG; SR 641.51). Gleichentags wurde er als Beschuldigter einver-

nommen. 

D.  

Mit Schreiben der Zollkreisdirektion Schaffhausen vom 28. März 2014 

wurde A._______ bzw. seinem Rechtsvertreter sowohl das Schlussproto-

koll zur zollrechtlichen Untersuchung als auch die Verfügung über die Leis-

A-675/2015 

Seite 3 

tungspflicht zugestellt. Gemäss Letzterer wurden Abgaben für Zoll, Mehr-

wertsteuer und Automobilsteuer in Höhe von Fr. 18'654.75 (inkl. Gebühr für 

Form. 13.20A und Verzugszins) nachgefordert. 

E.  

Mit Eingabe vom 30. April 2014 erhob A._______ gegen die Verfügung vom 

28. März 2014 Beschwerde an die Oberzolldirektion (OZD). Namentlich 

rügte er, die Dienststelle [Ort] sei vom widrigen Sachverhalt ausgegangen, 

er hätte das Fahrzeug für private Zwecke verwendet. 

F.  

Mit Entscheid vom 16. Dezember 2014 wies die OZD die Beschwerde ab. 

Sie begründete ihren Entscheid im Wesentlichen damit, dass das Verbrin-

gen von Waren ins schweizerische Zollgebiet grundsätzlich Zollpflicht aus-

löse und davon nur abgewichen werden könne, wenn eine rechtliche Aus-

nahme vorgesehen sei. Eine solche sei im vorliegenden Fall nicht gege-

ben. Namentlich bestehe aufgrund des schweizerischen Wohnsitzes von 

A._______ kein Raum für die Anwendung des Übereinkommens vom 

26. Juni 1990 über die vorübergehende Verwendung (SR 0.631.24, nach-

folgend: "Istanbul Übereinkommen"). Sodann habe es A._______ unterlas-

sen, das Fahrzeug anlässlich der ersten Einfuhr, zwecks Erlangung einer 

Bewilligung zur vorübergehenden Verwendung eines ausländischen Beför-

derungsmittels zum eigenen Gebrauch, anzumelden. Eine nachträgliche 

Bewilligung sei ausgeschlossen, selbst wenn die übrigen Bedingungen er-

füllt wären. Letztendlich hätte A._______ das Fahrzeug auch anmelden 

müssen, wenn er das Fahrzeug zu einem anderen Zweck als zum eigenen 

Gebrauch in die Schweiz verbracht hätte. 

G.  

Gegen den Entscheid der OZD vom 16. Dezember 2014 erhob A._______ 

(nachfolgend: Beschwerdeführer) mit Eingabe vom 2. Februar 2015 Be-

schwerde an das Bundesverwaltungsgericht. Er beantragt die Aufhebung 

des Entscheides über die Leistungspflicht (Ziff. 1). Ebenso sei festzustel-

len, dass er den Abgabenbetrag von Fr. 18'654.75 nicht zu entrichten habe 

(Ziff. 2). Die Verfahrenskosten im erstinstanzlichen Verfahren seien auf die 

Staatskasse zu nehmen und der Beschwerdeführer für das erstinstanzliche 

Verfahren ausseramtlich angemessen zu entschädigen (Ziff. 3). Dies unter 

gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge im zweitinstanzlichen Ver-

fahren (Ziff. 4). 

A-675/2015 

Seite 4 

Zur Begründung macht er insbesondere geltend, sein Wohnsitz befinde 

sich – entgegen der Meinung der OZD – nicht in der Schweiz, sondern seit 

seiner Kindheit in [Ort in Deutschland]. Dort befinde sich sein Lebensmit-

telpunkt, zumal seine Kinder sowie seine jetzige Ehefrau dort lebten und er 

dort einer Erwerbstätigkeit nachgehe. Ausserdem werde er in [Ort in 

Deutschland] ordentlich besteuert. Mit dem Erwerb seiner Zweitwohnung 

in [Ort in der Schweiz] habe er in diesem Ort zwar einen weiteren Wohnsitz 

als Jahresaufenthalter begründen müssen, dies bedeute aber nicht, dass 

[Ort in Deutschland] nicht nach wie vor sein zivilrechtlicher Wohnsitz sei. 

Die Voraussetzungen für die Anwendung der einschlägigen Bestimmungen 

des Istanbul Übereinkommens seien im vorliegenden Fall gegeben, wes-

halb er zur zoll- bzw. steuerfreien Einfuhr eines Fahrzeugs zur vorüberge-

henden gewerblichen Verwendung (Kundenpräsentation des zum Verkauf 

stehenden Fahrzeugs in der Schweiz) berechtigt gewesen sei. Ausserdem 

bringt der Beschwerdeführer vor, die Einvernahme vom 11. September 

2013 sei nicht korrekt abgelaufen, namentlich seien Suggestivfragen ge-

stellt und wichtige Fragen in Zusammenhang mit der Eruierung des Haupt-

wohnsitzes nicht gestellt worden. 

H.  

Mit Vernehmlassung vom 12. März 2015 beantragt die OZD (nachfolgend: 

Vorinstanz) die Abweisung der Beschwerde unter Kostenfolge. Sie weist 

namentlich darauf hin, dass sie im angefochtenen Entscheid gestützt auf 

die Dossierunterlagen davon ausgegangen sei, das Fahrzeug sei zum ei-

genen Gebrauch in die Schweiz eingeführt worden. Aus der Beschwerde 

ergebe sich nun aber, dass das Fahrzeug zwecks "ungewissen Verkaufs" 

in die Schweiz verbracht worden sei. Dies sei wiederum nicht formlos mög-

lich. Vielmehr wäre eine Zollanmeldung für die vorübergehende Verwen-

dung (ZAVV) erforderlich gewesen, welche anlässlich der Einfuhr des Fahr-

zeugs hätte beantragt werden müssen. Eine nachträgliche Ausstellung ei-

ner Bewilligung sei nicht möglich, weshalb die Überführung in den zoll-

rechtlich freien Verkehr erforderlich sei. Sodann erwiesen sich die Rügen 

betreffend Mängel anlässlich der Einvernahme des Beschwerdeführers als 

haltlos, zumal dessen Rechtsanwalt der Einvernahme beigewohnt habe 

und die Möglichkeit gehabt hätte, bei Bedarf direkt zu intervenieren. 

  

A-675/2015 

Seite 5 

I.  

Auf die konkreten Vorbringen in den Eingaben der Parteien wird – soweit 

entscheidrelevant – in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG, sofern keine Ausnahme 

nach Art. 32 VGG gegeben ist. Eine solche liegt im vorliegenden Fall nicht 

vor und die Vorinstanz ist eine Behörde im Sinne von Art. 33 VGG. Die 

Zuständigkeit des Bundesverwaltungsgerichts zur Behandlung der Be-

schwerde ist somit gegeben. Das Verfahren richtet sich gemäss Art. 37 

VGG nach den Bestimmungen des VwVG, soweit das VGG nichts anderes 

bestimmt. 

1.2 Gemäss Art. 25 Abs. 2 VwVG ist dem Begehren um Erlass einer Fest-

stellungsverfügung zu entsprechen, wenn der Gesuchsteller ein entspre-

chendes schutzwürdiges Interesse nachweist. Laut bundesgerichtlicher 

Rechtsprechung ist der Anspruch auf Erlass einer Feststellungsverfügung 

subsidiär gegenüber rechtsgestaltenden Verfügungen (Urteil des Bundes-

gerichts 1C_6/2007 vom 22. August 2007 E. 3.3; BGE 119 V 11 E. 2a; statt 

vieler: Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-1053/2014 vom 1. Dezem-

ber 2014 E. 4.3 mit weiteren Hinweisen). Soweit der Beschwerdeführer in 

Ziff. 2 seines Antrags formell ein Feststellungsbegehren stellt, fehlt ihm so-

mit ein schutzwürdiges Interesse an dessen Behandlung, zumal bereits 

das negative Leistungsbegehren – der Antrag auf Aufhebung des Ent-

scheids bzw. der angefochtenen Nachforderung (vgl. Antrag Ziff. 1) – ge-

stellt worden ist. Mit diesem kann anhand eines konkreten Falles entschie-

den werden, ob der fragliche Sachverhalt die beanstandete Steuerforde-

rung auslöste. Dies lässt das Feststellungsinteresse hinfällig werden (zum 

Ganzen: Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-2677/2007 vom 16. Ja-

nuar 2009 E. 1.4 mit Hinweisen auf die Urteile des Bundesverwaltungsge-

richts A-1424/2006 vom 13. Juli 2007 E. 1.2 und BVGE 2007/24 E. 1.3 S. 

283). Mit dieser Einschränkung ist auf die im Übrigen form- und fristgerecht 

eingereichte Beschwerde einzutreten. 

1.3 Das Bundesverwaltungsgericht kann den angefochtenen Entscheid 

grundsätzlich in vollem Umfang überprüfen. Der Beschwerdeführer kann 

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neben der Verletzung von Bundesrecht (Art. 49 Bst. a VwVG) und der un-

richtigen oder unvollständigen Feststellung des rechtserheblichen Sach-

verhalts (Art. 49 Bst. b VwVG) auch die Rüge der Unangemessenheit er-

heben (Art. 49 Bst. c VwVG; ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ 

KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsgericht, 2. Aufl., 

2013, Rz. 2.149). Hingegen ist es grundsätzlich nicht Sache der Rechts-

mittelbehörden, den für den Entscheid erheblichen Sachverhalt von Grund 

auf neu zu ermitteln und über die tatsächlichen Vorbringen der Parteien 

hinaus den Sachverhalt vollkommen neu zu erforschen. Vielmehr geht es 

in diesem Verfahren darum, den von den Vorinstanzen ermittelten Sach-

verhalt zu überprüfen und allenfalls zu berichtigen oder zu ergänzen (Urteil 

des Bundesverwaltungsgerichts A-1080/2014 vom 2. Oktober 2014 E. 1.2 

mit Verweis auf Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-3626/2009 vom 

7. Juli 2010 E. 1.2; A-7164/2007 vom 3. Juni 2010 E. 1.5; A-310/2009 vom 

7. Mai 2010 E. 1.4). 

1.4 Im Beschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der Rechtsanwendung von 

Amtes wegen (Untersuchungsmaxime). Das Bundesverwaltungsgericht ist 

verpflichtet, auf den unter Mitwirkung der Verfahrensbeteiligen festgestell-

ten Sachverhalt die richtigen Rechtsnormen und damit jenen Rechtssatz 

anzuwenden, den es als den zutreffenden erachtet, und ihm jene Ausle-

gung zu geben, von der es überzeugt ist (MOSER/ BEUSCH/KNEUBÜHLER, 

a.a.O., Rz. 1.54 unter Verweis auf BGE 119 V 347 E. 1a). Aus der Rechts-

anwendung von Amtes wegen folgt, dass das Bundesverwaltungsgericht 

als Beschwerdeinstanz nicht an die rechtliche Begründung der Begehren 

gebunden ist (Art. 62 Abs. 4 VwVG) und eine Beschwerde auch aus ande-

ren als den geltend gemachten Gründen (teilweise) gutheissen oder den 

angefochtenen Entscheid im Ergebnis mit einer von der Vorinstanz abwei-

chenden Begründung bestätigen kann (sog. Motivsubstitution; vgl. Urteil 

des Bundesverwaltungsgerichts  

A-1080/2014 vom 2. Oktober 2014 E. 1.3 mit Verweis auf BVGE 2007/41 

E.2 mit Hinweisen). 

1.5 Weiter gilt im Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht der Grund-

satz der freien Beweiswürdigung (BGE 130 II 485 E. 3.2). Die Beweiswür-

digung endet mit dem richterlichen Entscheid darüber, ob eine rechtser-

hebliche Tatsache als erwiesen zu gelten hat oder nicht. Der Beweis ist 

geleistet, wenn das Gericht gestützt auf die freie Beweiswürdigung zur 

Überzeugung gelangt ist, dass sich der rechtserhebliche Sachumstand 

verwirklicht hat. Gelangt das Gericht nicht zu diesem Ergebnis, kommen 

die Beweislastregeln zur Anwendung. Dabei ist zuungunsten jener Partei 

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zu urteilen, welche die Beweislast trägt. Die Abgabebehörde trägt die Be-

weislast für Tatsachen, welche die Abgabepflicht als solche begründen o-

der die Abgabeforderung erhöhen (abgabebegründende bzw. -mehrende 

Tatsachen). Die Abgabepflichtige ist demgegenüber für Tatsachen beweis-

belastet, welche die Abgabebefreiung oder Abgabebegünstigung bewirken 

(abgabeaufhebende bzw. -mindernde Tatsachen (statt vieler: BGE 140 II 

248 E. 3.5; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-828/2014 vom 21. Ok-

tober 2014 E. 2.5). 

1.6 Zur Bestimmung des anwendbaren materiellen Rechts sind gemäss 

dem allgemeinen intertemporalen Grundsatz in zeitlicher Hinsicht diejeni-

gen Rechtssätze relevant, welche bei der Verwirklichung des zu Rechtsfol-

gen führenden Sachverhalts in Geltung standen (BGE 119 Ib 103 E. 5; 

BVGE 2007/25 E. 3.1). Der zu beurteilende Sachverhalt hat sich im August 

2013 verwirklicht. Somit finden namentlich das am 1. Mai 2007 in Kraft ge-

tretene ZG vom 18. März 2005, die Zollverordnung des Bundesrats vom 

1. November 2006 (ZV; SR 631.01), das seit dem 1. Januar 2010 geltende 

MWSTG vom 12. Juni 2009 sowie das AStG vom 21. Juni 1996 Anwen-

dung. 

  

2.1 Waren, die ins schweizerische Zollgebiet verbracht werden, sind grund-

sätzlich zollpflichtig und nach dem Zollgesetz sowie nach dem Zolltarifge-

setz vom 9. Oktober 1986 (ZTG; SR 632.10) zu veranlagen (Art. 7 ZG). 

Solche Waren unterliegen zudem grundsätzlich der Einfuhrsteuer 

(Art. 50 ff. MWSTG) und – sofern es sich um Automobile handelt – der 

Automobilsteuer (Art. 22 Abs. 1 AStG). Vorbehalten bleiben Zoll- und Steu-

erbefreiungen, die sich aus besonderen Bestimmungen von Gesetzen und 

Verordnungen oder Staatsverträgen ergeben (Art. 2 Abs. 1 und Art. 8 ff. 

ZG, Art. 1 Abs. 2 ZTG, Art. 53 MWSTG, Art. 7 und 12 Abs. 1 AStG). 

2.2 Die Zollzahlungspflicht obliegt der Zollschuldnerin bzw. dem Zoll-

schuldner (Art. 70 Abs. 1 ZG). Zum entsprechenden Kreis gehört mitunter 

auch die Person, die Waren über die Zollgrenze bringt oder bringen lässt 

(Art. 70 Abs. 2 Bst. a). Sodann umfasst die Zollzahlungspflicht die Pflicht 

zur Entrichtung der Abgaben und Kosten, die gestützt auf andere als zoll-

rechtliche Erlasse (also beispielsweise auf die Mehrwertsteuergesetzge-

bung) durch die Zollverwaltung zu erheben sind (Art. 90 ZG; vgl. Urteil des 

Bundesverwaltungsgerichts A-235/2014 vom 26. Mai 2014 m.w.H.). 

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Seite 8 

2.3 Das Zollveranlagungsverfahren gliedert sich in einzelne Verfahrens-

teile und dient grundsätzlich der Feststellung des Sachverhalts, der zollta-

rifarischen Erfassung der Ware, der Festsetzung der Zollabgaben sowie 

dem Erlass der Veranlagungsverfügung. Die einzelnen Zollverfahren  

(eines davon ist dasjenige der vorübergehenden Verwendung [Art. 47 Abs. 

2 Bst. d ZG]; vgl. nachfolgend E. 3 ff.) haben sodann die Aufgabe, die ein-

zelnen Verfahrensschritte des Zollveranlagungsverfahrens so zu modifizie-

ren, dass die Aspekte des jeweiligen Zollverfahrens im Vordergrund stehen 

(vgl. Botschaft des Bundesrates vom 15. Dezember 2003 über ein neues 

Zollgesetz [nachfolgend: Botschaft ZG], BBl 2004 567, 579). 

2.3.1 Das Zolllveranlagungsverfahren beginnt mit der Zuführungspflicht: 

Gemäss Art. 21 Abs. 1 ZG muss eine Person Waren, welche sie ins Zoll-

gebiet verbringt, verbringen lässt oder sie danach übernimmt, unverzüglich 

und unverändert der nächstgelegenen Zollstelle zuführen oder zuführen 

lassen. Waren, die ins Zollgebiet verbracht werden, unterliegen vom Zeit-

punkt des Verbringens an, bis zur Wiederausfuhr oder zur Überführung in 

den zollrechtlich freien Verkehr der Zollüberwachung und der Zollprüfung 

(Art. 23 Abs. 1 ZG). Die zuführungspflichtige Person oder die von ihr Be-

auftragten müssen die der Zollstelle zugeführten Waren gestellen und sum-

marisch anmelden (Art. 24 Abs. 1 ZG). Sodann muss die anmeldepflichtige 

Person die zugeführten, gestellten und summarisch angemeldeten Waren 

innerhalb der von der Zollverwaltung bestimmten Frist zur Veranlagung an-

melden und die Begleitdokumente einreichen (Art. 25 Abs. 1 ZG). In der 

Zollanmeldung ist die zollrechtliche Bestimmung der Waren festzulegen 

(Art. 25 Abs. 2 ZG). Waren, die in ein Zollverfahren überführt werden sollen, 

sind zum betreffenden Verfahren anzumelden (Art. 47 Abs. 1 ZG). Wählbar 

ist insbesondere das Verfahren der vorübergehenden Verwendung (Art. 47 

Abs. 2 Bst. d ZG). Anmeldepflichtig ist u.a. die zuführungspflichtige Person 

(Art. 26 Bst. a ZG), wobei als solche u.a. der oder die Warenführer/in gilt 

(Art. 75 Bst. a ZV). 

2.3.2 Die Zollanmeldung basiert auf dem Selbstdeklarationsprinzip, 

wodurch von der anmeldepflichtigen Person eine vollständige und richtige 

Deklaration der Ware verlangt wird. Hinsichtlich der diesbezüglichen Sorg-

faltspflicht werden an die anmeldepflichtige Person hohe Anforderungen 

gestellt (BARBARA SCHMID, in: Martin Kocher/Diego Clavadetscher [Hrsg.], 

Handkommentar zum Zollgesetz (ZG), 2009, [nachfolgend: Zollkommen-

tar], Art. 18 N. 3 f.; Botschaft ZG, BBl 2004 567, 601; Urteil des Bundesver-

waltungsgerichts A-593/2014 vom 27. Mai 2014 E. 2.2 mit Verweis auf 

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Seite 9 

BGE 112 IV 53 E. 1a; Urteile des Bundesgerichts 2A.539/2005 vom 12. Ap-

ril 2006 E. 4.5 und 2A.1/2004 vom 31. März 2004 E. 2.1). Die Zollpflichtigen 

haben sich vorweg über die Zollpflicht sowie die jeweiligen Abfertigungs-

verfahren zu informieren und die Waren entsprechend zur Veranlagung an-

zumelden. Unterlassen sie dies, haben sie dafür prinzipiell selber die Ver-

antwortung zu tragen (Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-5477/2013 

vom 24. März 2014 E. 2.7 m.w.H.). Mangels anderweitiger Regelung im 

MWSTG gelten die Mitwirkungs- und Sorgfaltspflichten des Zollverfahrens 

auch für die Erhebung der Mehrwertsteuer auf der Einfuhr von Gegenstän-

den (vgl. Art. 50 MWSTG). 

  

Da Waren, die nur vorübergehend in ein Zollgebiet verbracht und dort ge-

nutzt werden, nicht endgültig in den wirtschaftlichen Kreislauf eines Zollge-

bietes eingehen, können sie anders behandelt werden als Waren, die un-

eingeschränkt am Binnenmarkt teilnehmen (vgl. HEINZ SCHREIER, Zollkom-

mentar, Art. 9 N. 1). Zu diesem Zweck wird das Verfahren der vorüberge-

henden Verwendung vorgesehen. 

3.1 Diesbezüglich ist im hier interessierenden Zusammenhang das Istan-

bul Übereinkommen zu beachten. Die Bestimmungen dieses Übereinkom-

mens sind direkt anwendbar und die Betroffenen können sich unmittelbar 

darauf berufen. Gemäss Art. 17 des Übereinkommens setzt dieses Min-

desterleichterungen fest, über welche die Vertragsparteien auch hinausge-

hen können (Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-3505/2014 vom 8. 

April 2015 E. 2.2.1 m.w.H.). So verpflichtet Art. 2 Ziff. 1 des Übereinkom-

mens die Vertragsstaaten lediglich (aber immerhin), die in den Anlagen auf-

geführten Waren (einschliesslich Beförderungsmittel) nach den Bestim-

mungen des Übereinkommens zur vorübergehenden Verwendung zuzu-

lassen, und zwar grundsätzlich unter vollständiger Aussetzung der Ein-

gangsabgaben und frei von Einfuhrverboten und Einfuhrbeschränkungen 

wirtschaftlicher Art (Art. 2 Ziff. 2 des Übereinkommens). Hingegen steht es 

den Vertragsparteien grundsätzlich offen, formelle Erfordernisse in Bezug 

auf das Verfahren der vorübergehenden Verwendung vorzusehen (vgl. 

nachfolgend E. 3.1.3). 

3.1.1 Unter "vorübergehender Verwendung" ist nach Art. 1 Bst. a des Is-

tanbul Übereinkommens das Zollverfahren zu verstehen, nach welchem 

bestimmte Waren (einschliesslich Beförderungsmittel) unter Aussetzung 

der Eingangsabgaben und frei von Einfuhrverboten bzw. Einfuhrbeschrän-

kungen wirtschaftlicher Art, für einen bestimmten Zweck, in ein Zollgebiet 

A-675/2015 

Seite 10 

verbracht werden dürfen, um innerhalb einer bestimmten Frist und – von 

der normalen Wertminderung der Ware infolge ihrer Verwendung abgese-

hen – in unverändertem Zustand wieder ausgeführt zu werden (vgl. ebenso 

Art. 58 Abs. 2 ZG, nachfolgend E. 3.2.2). Zu den Eingangsabgaben zählen 

auch die auf den Einfuhren lastenden Steuern wie die Mehrwert- und Au-

tomobilsteuer (vgl. Art. 1 Bst. b des Übereinkommens; Urteile des Bundes-

verwaltungsgerichts A-235/2014 vom 26. Mai 2014 E. 3.1; A-5078/2012 

vom 15. Januar 2014 E. 6.1). 

3.1.2 Die vom Istanbul Übereinkommen erfassten Waren werden in ver-

schiedenen Anhängen definiert bzw. aufgelistet. Die Schweiz hat diesbe-

züglich folgende Anhänge übernommen: 

– Anlage B.1: Waren, die auf Ausstellungen, Messen und Kongressen oder 

ähnlichen Veranstaltungen ausgestellt oder verwendet werden sollen 

– Anlage B.2: Berufsausrüstung 

– Anlage B.3 (mit Vorbehalten): Behälter, Paletten, Umschliessungen, Muster 

und andere im Rahmen eines Handelsgeschäfts eingeführte Waren aller Art, 

deren Einfuhr aber kein Handelsgeschäft an sich darstellt  

– Anlage B.5 (mit Vorbehalten): Waren, die für den Unterricht, für wissen-

schaftliche oder kulturelle Zwecke eingeführt werden 

– Anlage B.6: Persönliche Gebrauchsgegenstände der Reisenden und zu 

Sportzwecken eingeführte Waren 

– Anlage B.7: Werbematerial für den Fernmeldeverkehr 

– Anlage B.8: Waren, die im Grenzverkehr eingeführt werden 

– Anlage B.9: Waren, die für humanitäre Zwecke eingeführt werden 

Aus dieser Übersicht geht hervor, dass es sich bei den vom Istanbul Über-

einkommen erfassten Waren ausschliesslich um solche handelt, die natur-

gemäss an einem Ort nur vorübergehend verwendet werden (etwa Kunst-

werke für einer temporäre Ausstellung oder wiederverwertbare Behälter, 

die eine Handelsware umschliessen). Vor dem Hintergrund, dass auch 

Transportmittel regelmässig nur vorübergehende Verwendung in einem 

Zollgebiet finden, indem sie etwa Waren ins Zollgebiet bringen und dieses 

nach erfolgter Lieferung wieder verlassen, enthält das Istanbul Überein-

kommen auch eine Anlage über Beförderungsmittel (Anlage C). Nach Art. 

2 Bst. a der Anlage C sind Beförderungsmittel (wie beispielsweise Stras-

senkraftfahrzeuge, vgl. Art. 1 Bst. a der Anlage C) zur gewerblichen Ver-

wendung oder zum eigenen Gebrauch zur vorübergehenden Verwendung 

A-675/2015 

Seite 11 

gemäss Übereinkommen zugelassen. Was unter "gewerblicher Verwen-

dung" von Beförderungsmitteln im Sinne der Anlage C zu verstehen ist, 

wird in deren Art. 1 Bst. b definiert: Demnach ist damit die "Beförderung 

von Personen gegen Entgelt" oder die "gewerbliche Beförderung von Wa-

ren gegen oder ohne Entgelt" gemeint. Demgegenüber handelt es sich 

beim "eigenen Gebrauch" um die Beförderung durch den Beteiligten aus-

schliesslich zum persönlichen Gebrauch mit Ausnahme der gewerblichen 

Verwendung. 

3.1.3 Wird in einer Anlage zum Übereinkommen nichts anderes bestimmt, 

ist jede Vertragspartei berechtigt, für die vorübergehende Verwendung von 

Waren (einschliesslich Beförderungsmittel) die Vorlage eines Zollpapiers 

und die Leistung einer Sicherheit zu verlangen (Art. 4 Ziff. 1 Istanbul Über-

einkommen). Ebenso kann jede Vertragspartei bei der vorübergehenden 

Verwendung von Waren (einschliesslich Beförderungsmittel) verlangen, 

dass sich deren Nämlichkeit bei Beendigung der vorübergehenden Ver-

wendung feststellen lässt (Art. 6 des Übereinkommens). Somit werden 

Zollförmlichkeiten vom Istanbul Übereinkommen nicht ausgeschlossen. 

Immerhin verpflichten sich die Vertragsparteien, die Zollförmlichkeiten, wel-

che im Zusammenhang mit den in diesem Übereinkommen vorgesehenen 

Erleichterungen zu erfüllen sind, auf ein Mindestmass zu beschränken 

(Art. 15 des Übereinkommens). Ist für die vorübergehende Verwendung 

eine vorherige Bewilligung erforderlich, so soll diese von der zuständigen 

Zollstelle so rasch wie möglich erteilt werden (Art. 16 Ziff. 1 Istanbul Über-

einkommen). Wird nun in Art. 6 der Anlage C des Istanbul Übereinkom-

mens bestimmt, dass für die vorübergehende Verwendung von Beförde-

rungsmitteln weder die Vorlage eines Zollpapiers noch eine Sicherheits-

leistung verlangt wird, gilt es zu berücksichtigen, dass dies nur die Beför-

derungsmittel betrifft, nicht aber zwangsläufig die von ihnen beförderten 

Waren. Bei letzteren kann es sich sowohl um Waren handeln, die vom Is-

tanbul Übereinkommen erfasst werden (vgl. oben E. 3.1.2), als auch um 

andere. 

3.1.4 Gemäss Art. 8 der Anlage C des Istanbul Übereinkommens ist jede 

Vertragspartei berechtigt, in gewissen Fällen die vorübergehende Verwen-

dung zu versagen oder die Bewilligung zu widerrufen. So etwa dann, wenn 

Beförderungsmittel zur gewerblichen Verwendung im Binnenverkehr ge-

nutzt oder Beförderungsmittel zum eigenen Gebrauch für eine gewerbliche 

Verwendung im Binnenverkehr benutzt werden (Bst. a und b). Unter Bin-

nenverkehr ist dabei die Beförderung von Personen oder Waren zu verste-

hen, die im Gebiet der vorübergehenden Verwendung aufgenommen oder 

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Seite 12 

eingeladen und auch innerhalb dieses Gebietes wieder abgesetzt oder 

ausgeladen werden (Art. 1 Bst. d der Anlage C des Istanbul Übereinkom-

mens). 

3.1.5 Um die in der Anlage C des Istanbul Übereinkommens genannten 

Erleichterungen in Anspruch nehmen zu können, müssen die Beförde-

rungsmittel zur gewerblichen Verwendung in einem anderen als dem Ge-

biet der vorübergehenden Verwendung auf den Namen einer Person zum 

Verkehr zugelassen sein, die ihren Sitz oder Wohnsitz ausserhalb des Ge-

biets der vorübergehenden Verwendung hat, und von Personen eingeführt 

und verwendet werden, die von diesem Gebiet aus ihre Geschäftstätigkeit 

ausüben (Art. 5 Bst. a der Anlage C zum Istanbul Übereinkommen). 

3.2 Die Möglichkeit der vorübergehenden Verwendung von ausländischen 

Waren im Zollgebiet wird – darüber hinaus – auch im innerstaatlichen 

Recht vorgesehen: Gemäss Art. 9 ZG ist der Bundesrat als Verordnungs-

geber ermächtigt, vorzusehen, dass ausländische Waren zur vorüberge-

henden Verwendung im Zollgebiet unter teilweiser oder vollständiger Be-

freiung von den Einfuhrzollabgaben eingeführt werden können (Abs. 1). 

Auch regelt er gemäss Art. 9 Abs. 2 ZG die Voraussetzungen für die Zoll-

abgabenbefreiung. 

3.2.1 Gestützt auf Art. 9 ZG wurde in Art. 30 Abs. 1 ZV bestimmt, dass Wa-

ren zur vorübergehenden Verwendung im Zollgebiet zollfrei sind, wenn sie 

im Eigentum einer Person mit Sitz oder Wohnsitz ausserhalb des Zollge-

biets sind und von einer solchen Person verwendet werden (Bst. a), ihre 

Identität gesichert werden kann (Bst. b), die Verwendung höchstens zwei 

Jahre dauert (Bst. c) und sie in unverändertem Zustand wieder ausgeführt 

werden, wobei der Verbrauch nicht als Veränderung gilt (Bst. d). Sind die 

Voraussetzungen nach Abs. 1 erfüllt, so gilt das Verfahren der vorüberge-

henden Verwendung als bewilligt (Abs. 4). 

Neben Art. 30 ZV ist im hier interessierenden Bereich Art. 34 ZV (gewerb-

liche Verwendung von ausländischen Beförderungsmitteln) zu beachten: 

Gemäss dieser Bestimmung ist die zollfreie vorübergehende Verwendung 

von ausländischen Beförderungsmitteln für Binnentransporte zu gewerbli-

chen Zwecken grundsätzlich untersagt (Art. 34 Abs. 1 ZV). Mit dieser Vor-

schrift hat die Schweiz, entsprechend der im Istanbul Übereinkommen den 

Vertragsparteien eingeräumten Befugnis, die vorübergehende Verwen-

dung von gewerblich genutzten ausländischen Beförderungsmitteln für 

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Seite 13 

Binnentransporte prinzipiell verboten (vgl. Urteil des Bundesverwaltungs-

gerichts A-235/2014 vom 26. Mai 2014 E. 3.2; Art. 8 der Anlage C des Is-

tanbul Übereinkommens, vgl. vorne E. 3.1.4). Das Verbot gilt indessen 

nicht ausnahmslos: Die Zollverwaltung kann eine Bewilligung namentlich 

dann erteilen, wenn der/die Gesuchsteller/in nachweist, dass keine ent-

sprechenden inländischen Beförderungsmittel zur Verfügung stehen und 

die ausländischen Beförderungsmittel nur für eine kurze Dauer benützt 

werden sollen (Art. 34 Abs. 4 Bst. a ZV), oder die ausländischen Beförde-

rungsmittel zu Testzwecken eingeführt werden (Art. 34 Abs. 4 Bst. b ZV). 

3.2.2 Der Umsetzung der materiellen Fiskalbestimmungen von Art. 9 ZG 

dient Art. 58 ZG (SCHREIER, Zollkommentar, Art. 9 N 6). Gemäss dieser 

Bestimmung sind Waren, die zur vorübergehenden Verwendung ins Zoll-

gebiet verbracht werden sollen, zum gleichnamigen Verfahren anzumel-

den. In diesem Verfahren werden die Einfuhrzollabgaben oder allfällige 

Ausfuhrzollabgaben mit bedingter Zahlungspflicht veranlagt, wird die Iden-

tität der Ware gesichert, wird die Dauer der vorübergehenden Verwendung 

festgesetzt und werden die nichtzollrechtlichen Erlasse des Bundes ange-

wendet (Art. 58 Abs. 2 Bst. a - d ZG, vgl. vorne E. 3.1.1). Wird das Verfah-

ren der vorübergehenden Verwendung nicht ordnungsgemäss abgeschlos-

sen, werden die veranlagten Abgaben fällig; es sei denn, die Waren wurden 

innerhalb der festgesetzten Frist wieder aus dem Zollgebiet oder ins Zoll-

gebiet verbracht und ihre Identität kann nachgewiesen werden (vgl. Art. 58 

Abs. 3 ZG; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-4425/2013 vom 9. 

September 2014 E. 5.2.2). 

Sodann wird der Ablauf des Verfahrens der vorübergehenden Verwendung 

in den Art. 162 - 164 ZV geregelt. Gemäss Art. 162 Abs. 1 ZV muss die 

anmeldepflichtige Person den Verwendungszweck der Ware in der Zollan-

meldung vermerken. Soll ein ausländisches Beförderungsmittel vorüberge-

hend zu gewerblichen Zwecken nach Art. 34 ZV ins Zollgebiet eingeführt 

werden, muss eine entsprechende Bewilligung vor der ersten Einfuhr bei 

der Zollverwaltung beantragt werden (Art. 164 Abs. 1 ZV). Soll ein Beför-

derungsmittel vorübergehend zum eigenen Gebrauch nach Art. 35 ZV ein-

geführt werden, muss die entsprechende Bewilligung zwar nicht vor, aber 

anlässlich der ersten Einfuhr (oder beim Erwerb im Inland) bei der Zollver-

waltung beantragt werden (vgl. Art. 164 Abs. 2 ZV). Demgegenüber hat die 

Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) in Art. 55 ihrer Zollverordnung vom 

4. April 2007 (ZV-EZV; SR 631.013) bestimmt, dass Personen mit Wohnsitz 

ausserhalb des Zollgebiets Beförderungsmittel zum eigenen Gebrauch im 

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Seite 14 

Verfahren der vorübergehenden Verwendung grundsätzlich bis höchstens 

ein Jahr ohne Zollanmeldung verwenden können. 

3.2.3 Einen Spezialfall bildet die Konstellation, in welcher zum Zeitpunkt 

des Grenzübertrittes noch nicht feststeht, ob es sich um eine vorüberge-

hende Verwendung handeln wird oder nicht. Dies ist namentlich dann der 

Fall, wenn die Absicht besteht, die Ware im Zollgebiet zu verkaufen, jedoch 

noch nicht sicher ist, dass der Verkauf auch tatsächlich zu Stande kommen 

wird. In der Praxis wird dabei vom Verbringen von Ware ins Zollgebiet "zum 

ungewissen Verkauf" gesprochen. Da es auch in diesen Fällen als nicht 

sachgerecht erachtet wird, wenn die Ware von vornherein in den zollrecht-

lich freien Verkehr überführt werden müsste, kann gemäss Praxis der EZV 

auch für solche Waren das Verfahren der vorübergehenden Verwendung 

beantragt werden. Voraussetzung dafür ist, dass Eigentümerin der Ware 

eine im Ausland domizilierte Person oder Unternehmung ist. Ist der/die Ei-

gentümer/in der Ware in der Schweiz ansässig, muss die Zollkreisdirektion 

seines/ihres Wohnkantons die Veranlagung bewilligen (vgl. Information der 

EZV zur vorübergehenden Einfuhr [ZAVV], abgerufen über 

http://www.ezv.admin.ch/zollinfo_firmen/04203/04306/ 04314/in-

dex.html?lang=deam, letzmals am 19. August 2015). 

  

4.1 Gemäss Art. 118 ZG begeht eine Zollwiderhandlung, wer vorsätzlich 

oder fahrlässig Zollabgaben durch Nichtanmelden, Verheimlichen oder un-

richtige Zollanmeldung der Waren oder in irgendeiner anderen Weise ganz 

oder teilweise hinterzieht, oder sich oder einer anderen Person sonst wie 

einen unrechtmässigen Zollvorteil verschafft.  

4.2 Gemäss Art. 96 Abs. 4 MWSTG begeht eine Steuerhinterziehung, wer 

zulasten des Staates die Steuerforderung verkürzt, indem er Waren bei der 

Einfuhr vorsätzlich oder fahrlässig nicht oder unrichtig anmeldet oder ver-

heimlicht (Bst. a) oder im Rahmen einer behördlichen Kontrolle oder eines 

Verwaltungsverfahrens, welches auf die Festsetzung der Steuerforderung 

oder den Steuererlass gerichtet ist, vorsätzlich auf entsprechende Nach-

frage hin keine, unwahre oder unvollständige Angaben macht (Bst. b).  

4.3 Sowohl die Zoll- als auch die Mehrwertsteuer- sowie die Automobilsteu-

ergesetzgebung gehören zur Verwaltungsgesetzgebung des Bundes (vgl. 

Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-235/2014 vom 26. Mai 2014 E. 4.3 

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Seite 15 

m.w.H.). Entsprechend findet bei Widerhandlungen in den jeweiligen Be-

reichen (zumindest teilweise) das VStrR Anwendung (vgl. Art. 128 Abs. 1 

ZG, Art. 103 Abs. 1 MWSTG und Art. 36 Abs. 1 AStG). 

Gemäss Art. 12 Abs. 1 VStrR sind Abgaben, die infolge einer Widerhand-

lung gegen die Verwaltungsgesetzgebung des Bundes zu Unrecht nicht 

erhoben worden sind, ohne Rücksicht auf die Strafbarkeit einer Person 

nachzuentrichten (Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-235/2015 vom 

26. Mai 2014 E. 4.3.1 mit Verweis auf BGE 106 Ib 218 E. 2c und Urteil des 

Bundesgerichts 2A.242/2006 vom 2. Februar 2007 E. 2.1 m.w.H.). Leis-

tungspflichtig für die zu Unrecht nicht erhobene Abgabe ist, "wer in den 

Genuss des unrechtmässigen Vorteils gelangt ist, insbesondere der zur 

Zahlung der Abgabe Verpflichtete" (Art. 12 Abs. 2 VStrR).  

  

Wie in E. 2.1 dargelegt, sind Waren, die ins schweizerische Zollgebiet ver-

bracht werden, grundsätzlich zollpflichtig und nach dem Zollgesetz sowie 

nach dem Zolltarifgesetz anzumelden und zu veranlagen. Im vorliegend zu 

beurteilenden Fall ist unstrittig, dass der Beschwerdeführer das Fahrzeug 

ohne Zollanmeldung bzw. Beantragung einer Bewilligung zur vorüberge-

henden Verwendung in die Schweiz verbracht hat. Zu prüfen gilt, ob die 

Vorinstanz zu Recht entschieden hat, dass das Fahrzeug aus diesem 

Grund – unter Entrichtung der entsprechenden Abgaben – in den zollrecht-

lich freien Verkehr zu überführen sei, oder ob eine Bestimmung greift, auf-

grund welcher sich eine Zollanmeldung erübrigte, bzw. aus welcher sich 

eine vorübergehende Zoll- und Steuerbefreiung ergibt. 

5.1 Aus den dem Bundesverwaltungsgericht vorliegenden Akten geht her-

vor, dass der Beschwerdeführer das zum Verkauf stehende Fahrzeug im 

Juli 2013 von Deutschland in die Schweiz verbracht hat, um es einem po-

tenziellen Käufer zu präsentieren und diesem eine Probefahrt zu ermögli-

chen. Dies wurde vom Beschwerdeführer, als auch von seinen Geschäfts-

partnern bestätigt. Der Beschwerdeführer wies in diesem Zusammenhang 

darauf hin, dass sich das Fahrzeug im Eigentum seines Unternehmens 

Y._______ GmbH befinde und auf dessen Namen in Deutschland zugelas-

sen sei. Entsprechend habe er das Fahrzeug nicht als Privatperson, son-

dern als "Mitarbeiter" dieses Unternehmens in die Schweiz gebracht. Der 

Beschwerdeführer rügt, die Vorinstanz sei vom widrigen Sachverhalt aus-

gegangen, er habe das Fahrzeug für private Zwecke verwendet (vgl. Sach-

verhalt Bst. E). Wie der Vernehmlassung der Vorinstanz vom 12. März 

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Seite 16 

2015 zu entnehmen ist, geht auch Letztere mittlerweile – in Übereinstim-

mung mit dem Beschwerdeführer – davon aus, dass das Fahrzeug nicht 

zum eigenen Gebrauch in die Schweiz verbracht wurde (vgl. Sachverhalt 

Bst. H). 

Angesichts dessen, sowie unter Berücksichtigung der vorliegenden Akten, 

kann davon ausgegangen werden, dass das Fahrzeug nicht zum eigenen 

Gebrauch, sondern zu gewerblichen Zwecken (Beförderung des Fahr-

zeugs als Handelsware zwecks Präsentation einem potenziellen Käufer 

gegenüber) ins Zollgebiet verbracht wurde (vgl. dazu E. 3.1.2). Vor dem 

Hintergrund, dass die Y._______ GmbH als Halterin des Fahrzeugs ihren 

Sitz in Deutschland hat, und der Beschwerdeführer, als einführende Per-

son, seine Geschäftstätigkeit von diesem Land aus ausübt, findet das Is-

tanbul Übereinkommen auf den vorliegenden Fall grundsätzlich Anwen-

dung (E. 3.1.5). Bei dieser Sachlage muss auf die bis anhin strittige Frage, 

ob der Beschwerdeführer als Privatperson allenfalls zivilrechtlichen Wohn-

sitz in der Schweiz hat, nicht weiter eingegangen werden (vgl. Sachverhalt 

Bst. G). Damit erübrigt sich die Befragung der vom Beschwerdeführer an-

gebotenen Zeugen schon aus diesem Grund. 

5.2 Gemäss Istanbul Übereinkommen werden gewerblich verwendete Be-

förderungsmittel zur vorübergehenden Verwendung zugelassen. Es obliegt 

jedoch grundsätzlich den einzelnen Vertragsstaaten, die diesbezüglichen 

Zollformalitäten zu regeln (E. 3.1). Immerhin wird in der Anlage C des Über-

einkommens betreffend die Beförderungsmittel bestimmt, dass für ihre vo-

rübergehende Verwendung weder die Vorlage eines Zollpapieres, noch 

eine Sicherheitsleistung verlangt wird (E. 3.1.3). Ob diese Bestimmung 

gleichzeitig bedeutet, dass die Beförderungsmittel nicht angemeldet wer-

den müssen, kann hier allerdings aus folgendem Grund offen bleiben: Das 

Fahrzeug im vorliegenden Fall weist zwei "Funktionen" auf. Zum einen ist 

es Handelsware (vgl. Sachverhalt Bst. B), gleichzeitig aber auch Beförde-

rungsmittel, welches eben diese Ware befördert. Erleichterungen, welche 

allenfalls das Fahrzeug in seiner Funktion als Beförderungsmittel betreffen, 

gelten nicht für das Fahrzeug als Handelsware. In dieser Funktion unter-

liegt es dem Istanbul Übereinkommen nicht, zumal es keine Ware darstellt, 

auf welche das Übereinkommen Anwendung findet (vgl. vorne E. 3.1.2). 

5.3 Es bleibt damit zu prüfen, ob der Beschwerdeführer gestützt auf Best-

immungen des innerstaatlichen Rechts berechtigt war, das Fahrzeug – in 

seiner Funktion als Handelsware – vorübergehend in die Schweiz einzu-

führen, und falls ja, unter welchen Voraussetzungen. 

A-675/2015 

Seite 17 

5.3.1 Wie in E. 3.2.2 erwähnt, sind Waren (und so auch Fahrzeuge in ihrer 

Funktion als Handelsware), die zur vorübergehenden Verwendung ins Zoll-

gebiet verbracht werden, zum gleichnamigen Verfahren anzumelden (vgl. 

auch E. 2.3.1). Dies ist notwendig, da in diesem Verfahren die Einfuhrzoll-

abgaben oder allfällige Ausfuhrzollabgaben mit bedingter Zahlungspflicht 

veranlagt werden und ausserdem die Identität der Ware gesichert sowie 

die Dauer der vorübergehenden Verwendung festgesetzt werden muss. 

Zeigt sich aufgrund der Anmeldung, dass die in Art. 30 ZV genannten Vo-

raussetzungen für eine zollfreie vorübergehende Verwendung im Zollge-

biet gegeben sind, gilt das genannte Verfahren als bewilligt (E. 3.2.1). Wird 

das Verfahren der vorübergehenden Verwendung allerdings nicht ord-

nungsgemäss abgeschlossen, werden die veranlagten Abgaben grund-

sätzlich fällig. Somit wäre der Beschwerdeführer im vorliegenden Fall ge-

stützt auf Art. 58 ZG in Verbindung mit Art. 162 ZV und Art. 30 ZV verpflich-

tet gewesen, das Fahrzeug anlässlich der Einfuhr anzumelden. Aufgrund 

des unter E. 4 ff. Erwähnten, ist sodann ausgeschlossen, dass die Bean-

tragung der Bewilligung zur vorübergehenden Verwendung im Zollgebiet 

nachgeholt werden kann. 

5.3.2 Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass weder staatsver-

tragliche noch innerstaatliche Bestimmungen vorliegen, die es dem Be-

schwerdeführer erlaubt hätten, das Fahrzeug – ohne Zollanmeldung 

zwecks Erlangung einer Bewilligung zur vorübergehenden Verwendung – 

zur Kundenpräsentation in der Schweiz einzuführen. Damit ist der Be-

schwerdeführer als Zollschuldner (E. 2.2) zur Nachleistung des Zolls sowie 

der weiteren geschuldeten Abgaben (vgl. Sachverhalt Bst. D) verpflichtet. 

5.3.3 Vor diesem Hintergrund, und in Anbetracht dessen, dass nicht fest-

gestellt werden kann, ob die geplante Probefahrt mit dem Fahrzeug tat-

sächlich stattgefunden hat, kann von vornherein offen bleiben, ob die 

Durchführung einer Probefahrt im Zollgebiet einer zusätzlichen Bewilligung 

für Binnenfahrten (vgl. E. 3.1.4 und 3.2.1) bedurft hätte. 

  

Die von der Zollkreisdirektion Schaffhausen bestimmte und seitens der Vo-

rinstanz bestätigte Höhe der Nachforderung wird vom Beschwerdeführer 

zu Recht nicht bestritten, weshalb sich Weiterungen hierzu erübrigen (vgl. 

dazu auch Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-235/2014 vom 26. Mai 

2014 E. 7 mit Verweis auf A-5078/2012 vom 15. Januar 2014 E. 10 ff.). 

  

A-675/2015 

Seite 18 

Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einzu-

treten ist (vgl. E. 1.2). 

  

Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer die Verfahrenskosten zu tra-

gen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Diese sind auf Fr. 2'800.-- festzusetzen (Art. 2 

Abs. 1 i.V.m. Art. 4 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten 

und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE; SR 

173.320.2]). Der einbezahlte Kostenvorschuss in gleicher Höhe wird zur 

Bezahlung der Verfahrenskosten verwendet. 

Eine Parteientschädigung ist nicht zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG e 

contrario). 

 

(Das Dispositiv befindet sich auf der folgenden Seite.) 

  

A-675/2015 

Seite 19 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

  

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

  

Die Verfahrenskosten in Höhe von Fr. 2'800.-- werden dem Beschwerde-

führer auferlegt. Der einbezahlte Kostenvorschuss wird zur Bezahlung der 

Verfahrenskosten verwendet. 

  

Eine Parteientschädigung wird nicht zugesprochen. 

  

Dieses Urteil geht an: 

– den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Gerichtsurkunde) 

 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Michael Beusch Zulema Rickenbacher 

 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange-

legenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG). Die Rechts-

schrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. 

Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Be-

schwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). 

 

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