# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7717a2f2-f97a-506e-8b7b-31371b507cb2
**Source:** Nidwalden (NW)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-01-25
**Language:** de
**Title:** Nidwalden Gerichte 25.01.2024 34255
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/NW_Gerichte/NW_OG_001_34255_2024-01-25.pdf

## Full Text

GERICHTE    VERWALTUNGSGERICHT  Marktgasse 4, Postfach 1244, 6371 Stans  

Tel. 041 618 79 70, www.nw.ch 

 

 

VA 23 26 

Entscheid vom 25. Oktober 2023 

Verwaltungsabteilung 

 

 

 

Besetzung Präsidentin Livia Zimmermann, Vorsitz, 

 Vizepräsidentin Barbara Brodmann, 

 Verwaltungsrichter Sepp Schnyder, 

 Gerichtsschreiber Silvan Zwyssig. 

 

 

 

 

 

Verfahrensbeteiligte A.__, 

vertreten durch lic. iur. Thomas Wüthrich, Rechtsanwalt, 

Bruchstrasse 69, Postfach, 6000 Luzern 7, 

Beschwerdeführerin. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gegenstand Fürsorgerische Unterbringung (FU); 

Beschwerde gegen die ärztliche angeordnete Einweisung 

vom 18. Oktober 2023. 

2│16 

Sachverhalt: 

A.  

Mit ärztlicher Einweisungsverfügung vom 18. Oktober 2023 wurde A.__ («Beschwerdeführe-

rin») durch Dr. med. B.__, Kantonsspital Nidwalden, wegen akuter Selbst- und Fremdgefähr-

dung fürsorgerisch in die Luzerner Psychiatrie (LUPS), untergebracht.  

 

B.  

Gegen diese Einweisung erhob die Beschwerdeführerin am 18. Oktober 2023 (Posteingang: 

19. Oktober 2023) Beschwerde beim Verwaltungsgericht Nidwalden, indem sie ihre Entlas-

sung verlangt. 

 

C.  

Am 20. Oktober 2023 liess sich eine als Verein organisierte Interessengruppe namens der 

Beschwerdeführerin telefonisch und mit E-Mail-Eingabe vernehmen. 

 

D.  

Mit verfahrensleitender Verfügung vom 23. Oktober 2023 wurde Dr. med. C.__ mit der Erstel-

lung eines mündlich zu erstattenden Kurzgutachtens beziehungsweise der Beantwortung der 

gestellten Fragen beauftragt. Die Begutachtung fand am 25. Oktober 2023 statt. 

 

E.  

Zuständigkeitshalber überwies das Kantonsgericht Nidwalden dem Verwaltungsgericht am 

24. Oktober 2023 die Vertretungsanzeige von Rechtsanwalt Thomas Wüthrich vom 20. Okto-

ber 2023 (Posteingang: 23. Oktober 2023). Namens seiner Klientin ersuchte dieser nochmals 

in Wiederholung des Antrags um Entlassung aus der fürsorgerischen Unterbringung. Darüber 

hinaus wurde die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege beantragt. 

 

F.  

Im Anschluss an die Exploration erstattete Gutachter Dr. med. C.__ dem Gericht am 25. Ok-

tober 2023 mündlich sein Kurzgutachten beziehungsweise beantwortete die ihm gestellten 

Fragen (s. auch unten E. 4.1.2). Es wurde sodann die Beschwerdeführerin vor Ort und im 

Beisein des Gutachters im Sinne von Art. 450e Abs. 4 ZGB angehört und ihr das Gutachten 

eröffnet. 

Das Anhörungsprotokoll («AHP») befindet sich bei den Akten. 

 

3│16 

G.  

Die Verwaltungsabteilung des Verwaltungsgerichts Nidwalden hat die vorliegende Beschwer-

desache gleichentags abschliessend beraten und beurteilt. Der Beschwerdeführerin wurde der 

Entscheid unmittelbar im Anschluss mündlich mit einer kurzen Begründung eröffnet und der 

begründete Entscheid in Aussicht gestellt. Der unverzügliche Vollzug des Entscheids wurde 

noch am Verhandlungstag vor Ort mittels mündlicher Anweisung an die Luzerner Psychiatrie, 

St. Urban, sichergestellt. 

 

 

Erwägungen: 

1.  

Gegenstand des vorliegenden Verfahrens ist eine ärztlich angeordnete fürsorgerische Unter-

bringung (FU) nach Art. 429 Abs. 1 ZGB. Dagegen kann die betroffene Person oder eine ihr 

nahestehende Person innert zehn Tagen schriftlich beim zuständigen Gericht Beschwerde er-

heben (Art. 439 Abs. 1 und Abs. 2 ZGB). Eine Begründung ist nicht notwendig (Art. 439 Abs. 3 

ZGB i.V.m. Art. 450e Abs. 1 ZGB). Die von der Beschwerdeführerin eingereichte Beschwerde 

richtet sich gegen die am 18. Oktober 2023 verfügte fürsorgerische Unterbringung. Die Be-

schwerdefrist wurde gewahrt, indem die Beschwerdeführerin gleichentags Beschwerde erhob.  

Für die Beurteilung der Beschwerde ist im interkantonalen Verhältnis das Gericht zuständig, 

auf dessen Hoheitsgebiet die fürsorgerische Unterbringung angeordnet wurde, unabhängig 

vom Ort, an dem die fürsorgerische Unterbringung vollzogen wird oder die betroffene Person 

ihren Wohnsitz hat (BGE 146 III 377 E. 6.3.3). Die fürsorgerische Unterbringung wurde ge-

mäss Art. 39 Abs. 2 EG ZGB (NG 211.1) durch einen im Kantonsspital Nidwalden praktizie-

renden Arzt angeordnet. Das Verwaltungsgericht Nidwalden entscheidet in Dreierbesetzung 

über Beschwerden im Bereich der fürsorgerischen Unterbringung (Art. 439 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB 

i.V.m. Art. 5 EG ZGB und Art. 33 Ziff. 2 GerG [NG 261.1]) und ist dementsprechend zur Beur-

teilung der vorliegenden Beschwerde örtlich wie sachlich zuständig. 

 

2.  

2.1 

Das Verfahren vor der gerichtlichen Beschwerdeinstanz richtet sich nach Art. 450a ff. ZGB. Zu 

beachten sind sodann die allgemeinen Verfahrensgrundsätze des erstinstanzlichen Verfah-

rens (Art. 443 ff. ZGB), die auch im Verfahren vor der gerichtlichen Beschwerdeinstanz an-

wendbar sind, soweit das Gesetz in den Art. 450 ff. ZGB keine abweichenden Vorschriften 

enthält (LORENZ DROESE, in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], BSK-ZGB I, 7. A., 2022, N 13 zu 

4│16 

Art. 450 ZGB). Dies gilt namentlich für die in Art. 446 ZGB verankerte uneingeschränkte Un-

tersuchungs- und Offizialmaxime und das an gleicher Stelle festgeschriebene Prinzip der 

Rechtsanwendung von Amtes wegen. Der Anwendungsbereich dieser zentralen Verfahrens-

grundsätze bezieht sich auf sämtliche Verfahren vor der Kindes- und Erwachsenenschutzbe-

hörde und erstreckt sich – wenn auch teilweise in abgeschwächter Form – nach dem Grund-

satz der Einheit des Prozesses auch auf die Verfahren vor der gerichtlichen Beschwer-

deinstanz (LUCA MARANTA, in: BSK-ZGB I, a.a.O., N 1 f. zu Art. 446 ZGB m.w.H.). Aus 

Art. 450a ZGB wie auch aus Art. 5 Ziff. 4 EMRK ergibt sich schliesslich, dass das Gericht Tat- 

und Rechtsfragen wie auch die Angemessenheit frei überprüft und ihm von Bundesrechts we-

gen volle Kognition zukommt. 

 

2.2 

Das Gesetz schreibt ausdrücklich vor, dass das Gericht aufgrund eines Gutachtens entschei-

den muss, wenn die betroffene Person an einer psychischen Störung leidet (Art. 439 Abs. 3 

i.V.m. Art. 450e Abs. 3 ZGB). Das Gutachten muss von einer unabhängigen, im laufenden 

Verfahren noch nicht involvierten sachverständigen Person erstellt werden und in dem Sinne 

aktuell sein, dass es sich zu den sich im gerichtlichen Verfahren stellenden Fragen äussern 

muss (BGE 143 III 189 E. 3.2 f.; THOMAS GEISER/MARIO ETZENSBERGER, in: BSK-ZGB I, a.a.O., 

N 48 ff. zu Art. 439 ZGB; THOMAS GEISER, in: BSK-ZGB I, a.a.O., N 19 zu Art. 450e ZGB). Das 

Gutachten hat es der Beschwerdeinstanz zu ermöglichen, die sich aus Art. 426 Abs. 1 ZGB 

ergebenden Rechtsfragen zu beantworten. Es hat sich insbesondere über den Gesundheits-

zustand der betroffenen Person, aber auch darüber zu äussern, wie sich allfällige gesundheit-

liche Störungen hinsichtlich der Gefahr einer Selbst- beziehungsweise Drittgefährdung oder 

einer Verwahrlosung auswirken können und ob sich daraus ein Handlungsbedarf ergibt. In 

diesem Zusammenhang interessiert insbesondere, ob ein Bedarf an der Behandlung einer 

festgestellten psychischen Erkrankung beziehungsweise an Betreuung der betroffenen Per-

son besteht. Wird ein Behandlungs- beziehungsweise Betreuungsbedarf bejaht, hat das Gut-

achten weiter darüber Auskunft zu geben, mit welcher konkreten Gefahr für die Gesundheit 

oder das Leben der betroffenen Person beziehungsweise von Dritten zu rechnen ist, wenn die 

Behandlung der gutachterlich festgestellten Krankheit beziehungsweise die Betreuung unter-

bleibt. Im Weiteren ist durch den Gutachter Antwort darauf zu geben, ob aufgrund des festge-

stellten Handlungsbedarfs eine stationäre Behandlung beziehungsweise Betreuung unerläss-

lich ist. Dabei hat der Experte auch darüber Auskunft zu geben, ob die betroffene Person über 

glaubwürdige Krankheits- und Behandlungseinsicht verfügt. Schliesslich hat der Gutachter zu 

beantworten, ob eine Anstalt zur Verfügung steht und wenn ja, warum die vorgeschlagene 

Anstalt infrage kommt (BGE 143 III 189 E. 3.3 m.w.H.).  

5│16 

Mit dem mündlich erstatteten Kurzgutachten vom 25. Oktober 2023, für welches die Beschwer-

deführerin vom Gutachter persönlich untersucht wurde und dessen wesentlicher Inhalt an der 

Anhörung eröffnet wurde, wurde dieser Vorschrift Genüge getan. 

 

2.3 

Gemäss Art. 450e Abs. 4 Satz 1 ZGB muss die gerichtliche Beschwerdeinstanz die betroffene 

Person in der Regel als Kollegium anhören, was faktisch zwingend zur Durchführung einer 

mündlichen Hauptverhandlung führt (CHRISTOF BERNHART, Handbuch der fürsorgerischen Un-

terbringung, 2011, N 848 f.).  

Mit der heutigen Anhörung wurde diese Vorgabe umgesetzt. 

 

3.  

Neben der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde können gemäss Art. 429 Abs. 1 ZGB 

auch die von den Kantonen bezeichneten Ärztinnen und Ärzte eine fürsorgerische Unterbrin-

gung, welche die Höchstdauer von sechs Wochen nicht überschreiten darf, anordnen. Im Kan-

ton Nidwalden sind dies die zur selbständigen Berufsausübung im Kanton zugelassenen Ärz-

tinnen und Ärzte sowie die Chefärztinnen und Chefärzte, die leitenden Ärztinnen und Ärzte 

und die Oberärztinnen und Oberärzte des Kantonsspitals (Art. 39 Abs. 2 EG ZGB). Dabei hat 

der einweisende Arzt die betroffene Person persönlich zu untersuchen und anzuhören 

(Art. 430 Abs. 1 ZGB) und ihr anschliessend den Unterbringungsentscheid mit den gesetzlich 

vorgeschriebenen Angaben auszuhändigen (Art. 430 Abs. 2 und 4 ZGB). Dies bedeutet, dass 

die Untersuchung dem Einweisungsentscheid unmittelbar vorauszugehen hat (GEISER/ET-

ZENSBERGER, a.a.O., N 20 ff. zu Art. 429/430 ZGB). Der einweisende Arzt muss sich gestützt 

auf eine klinische Untersuchung und soweit möglich nach einem Gespräch mit der betroffenen 

Person eine Meinung bilden (OLIVER GUILLOD, in: Büchler et al. [Hrsg.], Erwachsenenschutz, 

2013, N 4 zu Art. 430 ZGB).  

Dr. med. B.__ ist in der internistischen Abteilung/Klinik des Kantonsspitals Nidwalden tätig und 

damit zur Anordnung einer fürsorglichen Unterbringung legitimiert. Zudem enthält die Einwei-

sungsverfügung die gemäss Art. 430 Abs. 2 ZGB vorgeschriebenen Minimalangaben. Ge-

stützt auf die bekannte Befundlage bestand eine hinreichende Grundlage für die ärztliche An-

ordnung der fürsorgerischen Unterbringung. 

  

6│16 

4.  

4.1 

In tatsächlicher Hinsicht hat sich Folgendes ergeben: 

 

4.1.1 

Der Einweisungsverfügung vom 18. Oktober 2023 von Dr. med. B.__ lässt sich entnehmen, 

dass die Beschwerdeführerin im Kantonsspital von den Dres. D.__, E. __, F.__ und G.__ ärzt-

lich untersucht wurde. Es bestehe eine psychische Störung und sie werde wegen akuter 

Selbst- und Fremdgefährdung bei bekanntem Alkohol- und Zolpidem/Benzodiazepin Abusus 

bei St.n. Osteosynthese einer mehrfragmentären intraartikulären Radiusfraktur links fürsorge-

risch untergebracht. Die Beschwerdeführerin wünsche keinen Kontakt mit ihrer Tochter. 

 

4.1.2 

Gutachter Dr. med. C.__ erstattete dem Gericht im Rahmen der Anhörung vom 25. Oktober 

2023 mündlich sein Kurzgutachten beziehungsweise beantwortete die ihm gestellten Fragen 

wie folgt: 

1. Besteht bei der Beschwerdeführerin eine psychische Erkrankung, eine geistige Behinderung oder eine 

schwere Verwahrlosung? Falls ja, welcher Art (Diagnose)? 

In der Krankheitsgeschichte zeigt sich eine Abhängigkeit von Alkohol und Benzodiazepin. Im 

letzten Therapiebericht vom August 2022 werden als Diagnose genannt ein Abhängigkeits-

syndrom Sedative oder Hypnotika (ICD-10: F13.2) bzw. Alkohol (ICD-10: F10.2) sowie eine 

Anpassungsstörung bei psychosozialer Belastung. Aktuell ist die Situation ähnlich. Bei 

schlechten Nachrichten kommt es zu einer psychischen Belastung, die zusätzlich zum chroni-

schen Konsum von Benzodiazepin Alkoholkonsum zur Folge hat. Die Diagnosen sind dem-

nach nach wie vor aktuell. Meines Erachtens ist die Situation in den letzten 20 Jahren weitest-

gehend unverändert. 

2. Wie ist der gegenwärtige Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin? 

Die Beschwerdeführerin betreibt eine aktive Abhängigkeit von Alkohol und Benzodiazepin. 

Wenn man ihren Angaben glaubt, besteht die Abhängigkeit von Benzodiazepin schon eine 

längere Zeit, mit tiefen Dosierungen. Sie bekam diese hausärztlich verschrieben und geriet in 

eine Abhängigkeit. Aktuell sehe gemäss ihren Angaben ihre Hausärztin in Absprache mit ihr 

eine Abhängigkeit von Benzodiazepin als vertretbar an. 

Im aktuellen Behandlungssetting geht es der Beschwerdeführerin soweit gut. Sie ist klar, be-

wusstseinsorientiert betreffend ihre Person, wo sie sich befindet und der Situation. Die Auf-

merksamkeit und Konzentration im Gespräch ist intakt. Leichte Konzentrations- und 

7│16 

Gedächtnisübungen konnte sie ohne Schwierigkeiten absolvieren. Ihre Stimmung ist ruhig, 

angepasst und schwingungsfähig. Eine schwere affektive Störung besteht zurzeit nicht. Auch 

sonst sind keine Symptome einer schweren psychischen Störung erkennbar, ausser der 

Suchtproblematik. Mit der aktuellen Medikation zeigen sich auch keine Entzugssymptome. 

Zurzeit besteht eine hohe Dosierung mit Benzodiazepin. Insgesamt zeigt sich aktuell ein relativ 

ordentlicher psychischer Zustand. 

3. Gefährdet die Beschwerdeführerin sich selbst oder die Sicherheit von Drittpersonen? Wenn ja, inwiefern? 

Aktuell besteht keine akute Selbst- oder Fremdgefährdung. Die Gefahr eines Rückfalles ist 

vorhanden. Die Beschwerdeführerin hat die Situation vor einer Woche, welche zur Einweisung 

geführt hat, wie folgt beschrieben: Sie sei unter Einfluss von Alkohol und Benzodiazepin ge-

standen. Ihr ist schwarz vor Augen geworden und sie sei gestürzt. Sie berichtet eine Gedächt-

nislücke, was nachvollziehbar ist. Es besteht eine gewisse Gefahr, dass sie wieder in einen 

solchen Zustand geraten könnte. Die Beschwerdeführerin ist sich dieser Gefahr bewusst. 

4. Von welcher Dauer ist die festgestellte Erkrankung? 

Es besteht chronische langjährige Abhängigkeit während rund 20 Jahren. Aktuell erfolgt eine 

entsprechende Behandlung mit gängigen Diazepam, Psychopax. Sie nimmt in Tropfenform 

ungefähr viermal 12.5 mg über den Tag verteilt ein. Zudem nimmt sie Zolpidem ein. Bei dieser 

Medikation bestehen keine Entzugssymptome. 

Aufgrund des Medikamentenblattes der Klinik ist zudem bekannt, dass die Beschwerdeführe-

rin weitere Medikamente wie Antidepressiva (2x täglich) und ein stimmungsstabilisierendes 

Antipsychotikum (4x täglich) einnimmt. Die Beschwerdeführerin selbst hat das im Gespräch 

nicht berichten können bzw. nicht gewusst, was nachvollziehbar ist, zumal sie solche Medika-

mente ausserhalb des stationären Rahmens nicht eingenommen hat. 

5. Unter welchen Umständen tritt sie in Erscheinung? 

Wie erwähnt zeigt sich vorliegend eine chronische Abhängigkeit, wahrscheinlich mehr oder 

weniger ausgeprägt über die letzten 20 Jahre. Gemäss den nachvollziehbaren Angaben der 

Beschwerdeführerin besteht eine erhöhte Gefahr eines verstärkten Konsums bei psychischen 

Krisen. Beispielsweise, wenn sie schlechte Nachrichten erfährt oder wenn es ihr nicht gut geht. 

6. Ist die Beschwerdeführerin behandlungsbedürftig?  

Ja, wobei sie sich dessen bewusst ist. 

  

8│16 

6a. Falls ja, kann ihr die notwendige Behandlung und Betreuung nur stationär in einer Einrichtung erwiesen wer-

den? 

Im aktuellen Zustand ist eine ambulante Behandlung bei guter Absprachefähigkeit denkbar. 

Im gegenwärtigen Zustand ist nicht ausschliesslich eine stationäre Behandlung erfolgsverspre-

chend. Die Beschwerdeführerin ist demgegenüber skeptisch und sie neigt auch dazu, die 

Schwere ihrer Erkrankung zu bagatellisieren.  

6b. Falls ja, auch gegen ihren Willen? 

Diese Frage entfällt grundsätzlich. Natürlich wäre auch eine Behandlung gegen den Willen 

erfolgsversprechend, in einem sicheren stationären Rahmen. Man müsste mit der Beschwer-

deführerin anschauen, ob eine Totalabstinenz überhaupt ein realistisches Ziel ist. So wie ich 

sie verstanden habe, wird eine Abhängigkeit von Benzodiazepin inzwischen bewusst, in Ab-

sprache mit der Hausärztin, in Kauf genommen. Das hat zu einer gewissen Stabilität in den 

letzten Jahren beigetragen. 

6c. Welche Behandlung ist möglich und notwendig? 

Aktuell besteht eine Medikation mit Benzodiazepin. Bei einem Absetzen der Medikation ist mit 

schweren Entzugssymptomen zu rechnen. Es käme zu einem körperlichen Entzug mit Zittern, 

Kaltschweiss, Herzkreislaufproblemen, bis hin zur Möglichkeit eines plötzlichen Todes. Im 

Grunde genommen kommt man nicht umhin, einen Entzug kontrolliert zu machen, sei es in 

einem stationären Rahmen oder bei zuverlässigen Patienten ambulant. Kein Alkoholkonsum 

wäre aber eine notwendige Voraussetzung. Ob sie jetzt schon so weit ist, ist schwierig abzu-

schätzen. Rein kognitiv kann die Beschwerdeführerin diese Umstände wiedergeben bzw. 

scheint das verstanden zu haben. 

6d. Was sind die Folgen für die Beschwerdeführerin, wenn die Behandlung unterbleibt? 

Bei abruptem Absetzen kann es zu den genannten schweren Entzugssymptomen bis hin zu 

Herzrhythmusstörungen und Krampfanfällen kommen, als deren Folge Stürze und schwere 

Verletzungen. Ein Problem und Krankheitseinsicht bestehen aber. Trotzdem ist die Gefahr da, 

dass die Beschwerdeführerin langfristig doch zu Alkohol greift und vermehrt auf Benzodiazepin 

zurückgreifen könnte. Zuletzt hat sie aber offenbar die Medikamente täglich bei der Hausärztin 

abgeholt, damit sie keine ganzen Packungen bzw. grössere Mengen in Eigenverantwortung 

bei sich hat.  

6e. Verfügt die Beschwerdeführerin über Krankheits- und Behandlungseinsicht? 

Im Grunde sind diese gegeben, ja. Sie ist sich auch den Gefahren erneuten, erhöhten Kon-

sums bewusst sowie der Gefahr bei einem plötzlichem Absetzen. 

9│16 

6f. Mit welcher konkreten Gefahr für die Gesundheit oder das Leben der Beschwerdeführerin ist zu rechnen, 

wenn die stationäre Behandlung bzw. Betreuung unterbleibt? 

Latent besteht die Gefahr von Herzkreislaufproblemen bei erneutem Alkoholkonsum, dabei 

Sturzgefahr. Letztlich weiss ich nicht, weswegen sie vor der Einweisung gestürzt ist. Aufgrund 

des zusätzlichen Alkoholkonsums ist eine Herzkreislaufproblematik denkbar. Mittel- und lang-

fristig besteht dafür eine konkrete Gefahr. 

7. In welcher Einrichtung kann der Beschwerdeführerin die notwendige Behandlung und Betreuung in geeigneter 

Weise gewährt werden? 

In einem stationären Rahmen, in einer geeigneten Abteilung für ältere Patienten. Dort wären 

die Rahmenbedingungen für eine medikamentöse Behandlung mit Abbau von Benzodiazepin 

gegeben. Begleitend wäre eine psychotherapeutische Behandlung notwendig. Ambulant ist 

eine Behandlung im derzeitigen Zustand ebenfalls möglich. Bei einer Entlassung wäre die Be-

schwerdeführerin hausärztlich angebunden. Gemäss ihren Angaben besteht auch eine psy-

chotherapeutische Anbindung. 

8. Haben Sie weitere sachdienliche Hinweise (allfällige Akten bitte zur Einsicht übermitteln)? 

Von der Klinikabteilung habe ich mir den letzten Abschlussbericht ausdrucken lassen. Die Be-

schwerdeführerin war bereits vom 1.-4. Juli 2022 in der Klinik. Das ist auch mit den Angaben 

der Beschwerdeführerin vereinbar. Sie hat gesagt, dass sie 2022 schon einmal hier in Behand-

lung gewesen ist. Ansonsten habe ich keine weiteren Anmerkungen. 

 

4.2 

Gemäss Art. 426 Abs. 1 ZGB darf eine Person, welche an einer psychischen Störung oder an 

geistiger Behinderung leidet oder verwahrlost ist, in einer geeigneten Einrichtung unterge-

bracht werden, wenn die nötige Behandlung oder Betreuung nicht anders erfolgen kann. Die 

Belastung und der Schutz von Angehörigen und Dritten sind zu berücksichtigen (Abs. 2). Die 

betroffene Person wird entlassen, sobald die Voraussetzungen der Unterbringung nicht mehr 

erfüllt sind (Abs. 3). Der Entscheid über die Entlassung ist stets anhand des Zustandes des 

Betroffenen im aktuellen Zeitpunkt zu bestimmen (GEISER/ETZENSBERGER, a.a.O., N 44 zu 

Art. 426 ZGB). Die (nachfolgend beschriebenen) Voraussetzungen müssen dabei als Tatbe-

standselemente kumulativ erfüllt sein. 

 

4.2.1 Besondere Schutzbedürftigkeit 

Die Massnahme gelangt zur Anwendung, wenn eine Person der persönlichen Fürsorge oder 

Pflege (in einem stationären Rahmen) bedarf (s. Art. 426 Abs. 1 ZGB: «nötige Behandlung 

oder Betreuung»; GEISER/ETZENSBERGER, a.a.O., N 6 zu Vor Art. 426-439 ZGB). Welcher Art 

die Behandlung und Betreuung zu sein hat und in welchem Umfang sie zu gewähren ist, hängt 

10│16 

von den Umständen und Bedürfnissen des Einzelfalles ab (GEISER/ETZENSBERGER, a.a.O., 

N 8 zu Art. 426 ZGB). 

Wenn auch die Belastung und der Schutz von Angehörigen und Dritten zu berücksichtigen 

sind (Art. 426 Abs. 2 ZGB), so dient die fürsorgerische Unterbringung in jedem Fall dem Schutz 

der betroffenen Person. Dem Schutz der Umgebung kommt nur subsidiäre Bedeutung zu (GEI-

SER/ETZENSBERGER, a.a.O., N 8 zu Art. 426 ZGB m.H. auf BGE 140 III 103 E. 6.2.3). Fremd-

gefährdung allein genügt nicht (BGE 145 III 441 E. 8). 

 

4.2.2 Schwächezustand 

Die vorbeschriebene besondere Schutzbedürftigkeit muss dabei auf bestimmte, gesetzlich 

umschriebene Schwächezustände zurückzuführen sein. Neben der hier mangels Relevanz 

nicht behandelten geistigen Behinderung und schweren Verwahrlosung ist dies insbesondere 

der Schwächezustand der psychischen Störung. Der Begriff der psychischen Störung ent-

spricht der Klassifikation der WHO (ICD-10). Von einer im Sinne von Art. 426 Abs. 1 ZGB re-

levanten psychischen Störung ist bei einer Diagnose innerhalb der Klassen F00-F99 nach ICD-

10 (psychische und Verhaltensstörung) auszugehen (BERNHART, a.a.O., N 271). Auch die Dro-

gen- und Medikamentensucht, inklusive Alkoholsucht, ist erfasst (Urteil des Bundesgerichts 

5A_189/2013 vom 11. April 2013 E. 3.3.1). Ungenügend ist hingegen eine blosse soziale Stö-

rung ohne Krankheitswert (GEISER/ETZENSBERGER, a.a.O., N 15 zu Art. 426 ZGB). Die Fest-

stellung einer psychischen Störung ist eine materiell-medizinische Frage, erfordert entspre-

chend psychiatrisches Fachwissen (JÜRGEN GASSMANN/RENÉ BRIDLER, in: Fountoulakis et al. 

[Hrsg.], Kindes- und Erwachsenenschutzrecht, 2016, N 9.58). 

 

4.2.3 Verhältnismässigkeit 

Zu beachten ist im Übrigen der Grundsatz der Verhältnismässigkeit (Art. 389 ZGB). Die für-

sorgliche Unterbringung stellt einen schweren Eingriff in die persönliche Freiheit dar und ist 

deshalb nur zulässig, wenn keine leichteren Massnahmen der betroffenen Person einen ge-

nügenden Schutz gewähren. Daraus lässt sich zudem das Erfordernis ableiten, dass die für-

sorgerische Unterbringung überhaupt nur dann zulässig erscheint, wenn mit ihr das ange-

strebte Ziel überhaupt erreicht werden kann. Vor- und Nachteile, welche die fürsorgerische 

Unterbringung der betroffenen Person bringen, sind gegeneinander abzuwägen (GEISER/ET-

ZENSBERGER, a.a.O., N 22 ff. zu Art. 426 ZGB m.H.). Die erwähnten Voraussetzungen der be-

sonderen Schutzbedürftigkeit und des Schwächezustands bedingen sich gegenseitig und sind 

nur in ihrem Zusammenhang verständlich. Der Schwächezustand allein vermag eine fürsor-

gerische Unterbringung nie zu rechtfertigen, sondern immer nur zusammen mit der Notwen-

digkeit einer Behandlung oder Betreuung in einer Einrichtung. Mit anderen Worten ist eine 

ambulante Behandlung der Unterbringung stets vorzuziehen. Die Unterbringung oder 

11│16 

Zurückbehaltung in einer Einrichtung ist indes gerechtfertigt, wenn ohne sie auch durch eine 

ambulante Massnahme die professionelle Betreuung der betroffenen Person nicht gewährleis-

tet ist. Das ist namentlich der Fall, wenn begründeter Anlass für die Vermutung besteht, dass 

sich der Patient der notwendigen Behandlung entziehen wird. Die Möglichkeit einer ambulan-

ten Massnahme ist neben der Abhängigkeit von weiteren Umständen insbesondere auch syn-

drom- und symptomspezifisch (BERNHART, a.a.O., N 370 f.). Im Falle einer psychischen Stö-

rung bleiben für die rechtliche Beurteilung der Verhältnismässigkeit einer Unterbringung Art 

und Ausmass der durch die Störung verursachten Beeinträchtigung(en) entscheidend. Die 

Massnahmen sind am Krankheitswert zu messen. Entscheidend für die Angemessenheit sind 

nicht die medizinische Diagnose, sondern die Auswirkungen des Psychostatus insbesondere 

auf eine Fremd- oder Selbstgefährdung (BERNHART, a.a.O., N 317 ff., insbesondere 317 und 

324, jeweils m.w.H.). 

Behandlungs- und Betreuungsbedürftigkeit allein vermögen eine fürsorgerische Unterbringung 

nicht zu legitimieren. Zulässig ist sie nur dann, wenn darüber hinaus eine Selbst- und Drittge-

fährdung von einem bestimmten Ausmass besteht. Es sind hohe Anforderungen an das Aus-

mass der Gefährdung zu stellen, die sich aus dem Schwächezustand ergibt. Eine Unterbrin-

gung ist nach der klaren Rechtsprechung des Bundesgerichts nur dann gerechtfertigt, wenn 

diese aufgrund einer konkreten und erheblichen Gefahr für die Gesundheit oder das Leben 

der betroffenen Person und beziehungsweise von Dritten unausweichlich ist. Eine abstrakte 

oder hypothetische Gefährdung genügt nicht (GASSMANN/BRIDLER, a.a.O., N 9.76 f.). Eine 

Fremdgefährdung allein genügt wie erwähnt nicht (BGE 145 III 441 E. 8).  

 

4.2.4 Geeignete Einrichtung 

Die Rechtsfolge ist die Unterbringung in einer geeigneten Einrichtung (s. Art. 426 Abs. 1 ZGB). 

Das Vorhandensein einer geeigneten Einrichtung bildet selbst Voraussetzung für die Anord-

nung einer fürsorgerischen Unterbringung. Ist eine solche nicht vorhanden, hat die Unterbrin-

gung mit anderen Worten zu unterbleiben (Urteil des Bundesgerichts 5A_228/2016 vom 

11. Juli 2016 E. 3.1 m.H.; ausführlich: GEISER/ETZENSBERGER, a.a.O., N 35 ff. zu Art. 426 

ZGB). 

 

4.3 

Gemäss gutachterlicher Einschätzung von Dr. med. C.__ besteht bei der Beschwerdeführerin 

eine langjährige Abhängig von Alkohol und Benzodiazepin mit Krankheitswert (ICD-10: F10.2, 

F13.2). Insofern liegt eine psychische Störung resp. damit ein Schwächezustand im Sinne von 

Art. 426 Abs. 1 ZGB vor. Die Abhängigkeit wurde von der Beschwerdeführerin in der Anhörung 

denn auch nicht in Abrede gestellt, sondern ist anerkannt (AHP dep. 4 S. 7). Der Gutachter 

hält denn auch fest, dass die Beschwerdeführerin Krankheitseinsicht zeigt.  

12│16 

Von einer fürsorgerischen Unterbringung ist aus anderen Gründen abzusehen: Gutachtern 

Dr. med. Hanno hält ausdrücklich fest, dass es der Beschwerdeführerin im derzeitigen Be-

handlungssetting gut geht, aktuell keine schwere affektive Störung besteht und sich auch keine 

Entzugssymptome zeigen. Ihr psychischer Zustand ist relativ ordentlich. Es besteht keine 

akute Selbst- oder Fremdgefährdung, was auch den Zusicherungen der im Gespräch mit dem 

Gericht bewusstseinswach erscheinenden Beschwerdeführerin respektive dem Eindruck des 

Gerichts entspricht. Die gutachterlich erläuterte, zweifelsohne vorhandene Gefahr eines Rück-

falles rechtfertigt die Rückbehaltung in einem stationären Setting nicht. Dabei ist namentlich 

zu berücksichtigen, dass der Gutachter eine ambulante Behandlung der Abhängigkeitsproble-

matik als möglich bezeichnet, zumal die Beschwerdeführerin diesbezüglich einsichtig und sich 

der Konsequenzen eines Rückfalls bewusst ist. Es ist belegt und hat sich auch aus der Anhö-

rung der Beschwerdeführerin ergeben, dass diese um ihr Problem weiss und sich in beglei-

tender hausärztlicher sowie psychotherapeutischer Behandlung befindet (AHP dep. 3 S. 7). 

Ferner hat sie sich mit ihrer Situation und den möglichen (Behandlungs-)Optionen auseinan-

dergesetzt (AHP dep. 4 S. 7 f.). In Absprache mit ihrer hausärztlichen Betreuung hat sie sich 

aber bewusst – nach freiwilligem, erfolgslosen Entzugsversuch in einem kontrollierten, statio-

nären Setting – dafür entschieden, in gewissem Masse kontrolliert mit der Abhängigkeit zu 

leben. Unter diesen Umständen entfallen die Voraussetzungen für die Aufrechterhaltung der 

fürsorgerischen Unterbringung, zumal in diesem Zeitpunkt keine akute Selbst- oder Fremdge-

fährdung mehr besteht. 

 

5. 

Die Beschwerde ist begründet und wird gutgeheissen. Die Beschwerdeführerin ist unverzüg-

lich aus der fürsorgerischen Unterbringung zu entlassen. 

 

6. 

6.1 

Das gerichtliche Verfahren bezüglich fürsorgerischer Unterbringung ist kostenlos (Art. 44 

Abs. 1 EG ZGB). Es wird keine Gerichtsgebühr erhoben. 

Gutachter Dr. med. C.__ macht ein Honorar von Fr. 1'393.– geltend. Dieses geht zu Lasten 

des Staates. Die Gerichtskasse ist entsprechend anzuweisen. 

 

6.2 

6.2.1 

Die Festlegung der Parteientschädigung im Verfahren vor dem Verwaltungsgericht richtet sich 

nach der Gesetzgebung über die Prozesskosten (Art. 116 Abs. 3 VRG). Im 

13│16 

Rechtsmittelverfahren ist der ganz oder teilweise obsiegenden Partei eine angemessene Ent-

schädigung zu Lasten der unterliegenden Partei zuzuerkennen (Art. 123 Abs. 2 VRG). Die An-

waltskosten umfassen das Honorar (ordentliches Honorar und Zuschläge), die notwendigen 

Auslagen und die Mehrwertsteuer (Art. 31 Abs. 1 Prozesskostengesetz [PKoG; NG 261.2]).  

Im Beschwerdeverfahren vor dem Verwaltungsgericht als Kollegialgericht beträgt das ordent-

liche Honorar Fr. 400.– bis Fr. 6'000.– (Art. 47 Abs. 2 PKoG). Das Honorar entschädigt die 

Anwältin oder den Anwalt für die Verrichtungen, die unmittelbar mit der berufsmässigen Ver-

tretung oder Verbeiständung der Parteien im gerichtlichen Verfahren zusammenhängen, na-

mentlich für die Instruktion, das Studium der Akten, die Abklärung von Rechtsfragen, die Ver-

gleichsverhandlungen, die ordentlichen Rechtsschriften und die Teilnahme an den Gerichts-

verhandlungen (Art. 32 Abs. 1 PKoG). Massgebend für die Festsetzung des Honorars inner-

halb der in diesem Gesetz vorgesehenen Mindest- und Höchstansätze sind die Bedeutung der 

Sache für die Partei in persönlicher und wirtschaftlicher Hinsicht, die Schwierigkeit der Sache, 

der Umfang und die Art der Arbeit sowie der Zeitaufwand (Art. 33 PKoG). Die Anwältin oder 

der Anwalt hat Anspruch auf Ersatz der Barauslagen. Reiseauslagen sind zu vergüten, soweit 

die Reise notwendig und die Wahl des Verkehrsmittels zweckmässig ist (Art. 52 Abs. 1 und 2 

PKoG). 

Die Anwältin beziehungsweise der Anwalt reicht die geltend gemachten Anwaltskosten bei der 

Behörde ein. Im mündlichen Verfahren ist die Kostennote bei der Schlussverhandlung be-

kanntzugeben (Art. 41 Abs. 1 und Abs. 2 Satz 1 PKoG).  

 

6.2.2 

Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin beantragt mit Kostennote vom 25. Oktober 2023 

eine Parteientschädigung von Fr. 1'503.65 (Honorar Fr. 1'284.15 [5h35min à Fr. 230.–], Aus-

lagen Fr. 112.–; MwSt. 107.50 [7.7%]). Der geltend gemachte Aufwand von 335 Minuten ist 

übersetzt. Ihre Beschwerde hat die Beschwerdeführerin selbstständig verfasst und erhoben. 

Rechtsschriften oder Parteivorträge musste der Rechtsvertreter keine vorbereiten. Zudem gab 

es keine Verfahrensakten, die hätten studiert oder mit der Klientschaft besprochen werden 

müssen. Der gemäss Art. 32 Abs. 1 PKoG zu entschädigende Aufwand des Rechtsvertreters 

beschränkt sich auf dessen Anzeige seiner Bevollmächtigung sowie An-/Abreise zur bzw. Teil-

nahme an der 50-minütigen gerichtlichen Anhörung. Ohnehin ist der effektive bzw. durch die 

Rechtsvertretung geltend gemachte Zeitaufwand nur einer der nach Art. 33 PKoG für die Ho-

norarfestsetzung massgeblichen Faktoren. Hier kommt namentlich hinzu, dass die Sache im 

Vergleich zu anderen Verfahren vor dem Verwaltungsgericht auch in tatsächlicher und recht-

licher Hinsicht einfach war. Die angemessene Parteientschädigung der Beschwerdeführerin 

gemäss Art. 123 Abs. 2 VRG ist demnach ermessensweise (Art. 33 PKoG) im untersten Be-

reich des anwendbaren Honorarahmens (Art. 47 Abs. 2 PKoG) festzusetzen.  

14│16 

Unter Berücksichtigung der dargelegten Umstände und mit Blick auf vergleichbare Fälle wird 

das Honorar auf Fr. 750.– festgesetzt, inklusive Auslagen und Mehrwertsteuer. Dies entspricht 

beim Stundenansatz des Rechtsvertreters von Fr. 230.– einem dem Fall angemessenen Auf-

wand von rund 3 Stunden. Die Entschädigung geht zu Lasten des Staates. Die Gerichtskasse 

wird angewiesen, die Beschwerdeführerin mit diesem Betrag zu entschädigen. Das Gesuch 

um unentgeltliche Rechtspflege wird bei diesem Verfahrensausgang gegenstandslos. 

15│16 

Demgemäss erkennt das Verwaltungsgericht: 

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. 

 

2. Die Beschwerdeführerin ist unverzüglich aus der fürsorgerischen Unterbringung zu ent-

lassen. 

 
Die Anordnung der unverzüglichen Entlassung wurde der Einrichtung am 25. Oktober 

2023 mündlich eröffnet.  

 

3. Es wird keine Gerichtsgebühr erhoben. 

 

4. Die Gutachterkosten von Fr. 1'393.– gehen zu Lasten des Staats. Die Gerichtskasse wird 

angewiesen, Dr. med. C.__ den Betrag auszubezahlen. 

 

5. Der Beschwerdeführerin wird eine Entschädigung von Fr. 750.– (inkl. Auslagen und Mehr-

wertsteuer) zu Lasten des Staates zugesprochen. Die Gerichtskasse wird angewiesen, 

der Beschwerdeführerin den Betrag auszubezahlen. 

 

6. [Zustellung]. 

 
 

 
Stans, 25. Oktober 2023 

Verwaltungsgericht NIDWALDEN 

Verwaltungsabteilung 

Die Präsidentin 

 

 

 

lic. iur. Livia Zimmermann 

Der Gerichtsschreiber 

 

 

 

MLaw Silvan Zwyssig Versand:  
 

16│16 

Rechtmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, Beschwerde in Zivilsachen eingereicht werden (Art. 72 ff. i.V.m. Art. 90 ff. BGG). 

Die Beschwerde hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift 

des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als 

Beweismittel angeführten Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG). 

Für den Fristenlauf gelten die Art. 44 ff. BGG.