# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cdf2c583-259a-53ec-bb29-2d478e20a7ec
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-04-30
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 30.04.2013 UV 2012/36
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2012-36_2013-04-30.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2012/36

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 30.08.2019

Entscheiddatum: 30.04.2013

Entscheid Versicherungsgericht, 30.04.2013
Art. 43 Abs. 3 ATSG: Sanktionsverfügung infolge Verletzung der Auskunfts- 
und Mitwirkungspflicht der versicherten Person nach Durchführung des 
Mahn- und Bedenkzeitverfahrens aufgrund der Akten. Art. 53 Abs. 1 ATSG in 
Verbindung mit Art. 67 VwVG: Eintretensvoraussetzung der Fristwahrung für 
die Einreichung eines Revisionsbegehrens nicht erfüllt. Art. 53 Abs. 2 ATSG: 
Wiedererwägungsvoraussetzungen der erheblichen Bedeutung der 
Berichtigung und der zweifellosen Unrichtigkeit erfüllt (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St.Gallen vom 30. April 2013, UV 
2012/36). Aufgehoben durch Urteil des Bundesgerichts 8C_472/2013.

Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider (Vorsitz), Versicherungsrichterin 

Marie Löhrer, Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiberin Della Batliner

Entscheid vom 30. April 2013

in Sachen

SWICA Krankenversicherung AG, Rechtsdienst, Römerstrasse 38, 8401 Winterthur,

Beschwerdeführerin,

gegen

Schweizerische Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG, Bundesgasse 35, Postfach, 

3001 Bern,

Beschwerdegegnerin,

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vertreten durch Fürsprecherin Barbara Künzi-Egli, Thunstrasse 84, Postfach 256, 

3074 Muri b. Bern,

und

A.___,

Beigeladene,

vertreten durch Soziale Dienste Z.___, Amtsvormund B.___,

betreffend

Versicherungsleistungen (i.S. Revision / A.___)

Sachverhalt:

A.

A.a  Die 1990 geborene A.___ war seit 4. August 2010 bei C.___, Gasthof D.___, als 

Serviceangestellte tätig und dadurch bei der Schweizerischen Mobiliar 

Versicherungsgesellschaft AG (nachfolgend: Mobiliar) gegen die Folgen von Unfällen 

versichert. Am 7. September 2010 meldete der Arbeitgeber der Mobiliar einen "Unfall 

mit Pferd", den die Versicherte am 31. August 2010 im Stall E.___ erlitten habe. Unter 

der Rubrik "erstbehandelnder Arzt bzw. Spital/Klinik" wurden die Angaben "Helikopter" 

sowie "Kant. Spital Chur" gemacht und als nachbehandelndes Spital wurde das 

Kantonsspital St. Gallen (nachfolgend: KSSG) genannt. Weitere Auskünfte könnten bei 

der sich zur Zeit im KSSG aufhaltenden Versicherten eingeholt werden (act. G 5.2/1 ff.). 

Am 13. September 2010 ging bei der Mobiliar das Einweisungsformular des KSSG vom 

6. September 2010 zur klinisch-stationären Behandlung/Rehabiliation in der Klinik 

Valens ein (act. G 5.2/13-15). Mit Schreiben vom 14. September 2010 ersuchte die 

Mobiliar die Versicherte insbesondere um eine präzise Beschreibung des Hergangs des 

Ereignisses vom 31. August 2010 sowie um Angabe der erlittenen Verletzungen und 

des Grundes für die aufgebotene Rega (act. G 5.2/4). Am 15. September 2010 teilte die 

Sachbearbeiterin des Krankenversicherers von A.___, der Swica Krankenversicherung 

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AG (nachfolgend: Swica), telefonisch mit, dass bei der Versicherten gemäss Auskunft 

der behandelnden Ärztin des KSSG von einer Rückenprellung bei psychischer 

Überlagerung auszugehen, auf dem MRI jedoch nicht viel zu sehen sei. Die Swica gehe 

von ihrer Vorleistungspflicht aus und werde die Indikation sowie die Ziele, die zum 

vorgesehenen Rehabilitationsaufenhalt in der Klinik Valens führen sollten, abklären. Die 

Mobiliar erklärte ebenfalls, weitere Abklärungen vorzunehmen (act. G 5.2/5). Mit 

Schreiben vom 15. September 2010 teilte die Mobiliar dem Kantonsspital Graubünden, 

dem KSSG sowie der Klinik Valens mit, dass sie zur Zeit ihre Leistungspflicht aus der 

obligatorischen Unfallversicherung prüfe und zu dieser Frage abschliessend Stellung 

nehmen könne, sobald sie im Besitz sämtlicher Abklärungsergebnisse sei. Im Weiteren 

wies sie die Spitäler bzw. die Klinik auf die in Art. 70 des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsgesetzes (ATSG; SR 830.1) statuierte 

Vorleistungspflicht der Krankenversicherung hin, wenn die Übernahme für 

Sachleistungen und Taggelder durch die Kranken- und die Unfallversicherung 

umstritten sei (act. G 5.2/6, G 5.2/7, G 5.2/10). Am 13. Oktober 2010 bestätigte die 

Mobiliar gegenüber der Klinik Valens nochmals telefonisch die Vorleistungspflicht des 

Krankenversicherers und verlangte die zur Abklärung ihrer Leistungspflicht benötigten 

Berichte der Kantonsspitäler Graubünden und St. Gallen sowie der Klinik Valens (act. G 

5.2/11). In einer Telefonnotiz vom 16. Oktober 2010 hielt die Mobiliar fest, die 

Versicherte habe kurz nach Erhalt ihres Schreibens vom 14. September 2010 bei ihr 

angerufen und sei darüber informiert worden, dass sie - die Mobiliar - für die 

Beurteilung ihrer Leistungspflicht auf die verlangten Angaben angewiesen sei. Die 

Versicherte habe zugesichert, diese in den nächsten Tagen zuzustellen (act. G 5.2/12). 

Mit Schreiben vom 26. Oktober 2010 erinnerte die Mobiliar die Versicherte an die 

unerledigte Beantwortung ihrer Fragen und erbat diese innerhalb der nächsten zehn 

Tage (act. G 5.2/16). Mit eingeschriebenem Brief vom 17. November 2010 mahnte die 

Mobiliar die Versicherte unter Hinweis auf Art. 43 Abs. 3 ATSG bzw. die Möglichkeit 

des Versicherungsträgers, auf Grund der Akten zu verfügen oder die Erhebungen 

einzustellen und Nichteintreten zu beschliessen, wenn die versicherte Person ihrer 

Auskunfts- und Mitwirkungspflicht in unentschuldbarer Weise nicht nachkomme, die 

am 26. Oktober 2010 innert zehn Tagen angeforderten Antworten spätestens bis zum 

28. November 2010 einzureichen (act. G 5.2/17 f.). Die Versicherte holte den 

Einschreibbrief bei der Post nicht ab (act. G 5.2/26).

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A.b  Mit Verfügung vom 3. Dezember 2010 lehnte die Mobiliar eine Leistungspflicht aus 

der obligatorischen Unfallversicherung für das Ereignis vom 31. August 2010 ab. Aus 

den vorliegenden medizinischen Unterlagen sei weder ein Unfallereignis ersichtlich, 

noch hätten ihr Verletzungsfolgen genannt werden können, welche auf ein solches 

schliessen lassen würden (act. G 5.2/19 f.). Die Verfügung wurde sowohl der 

Versicherten als auch der Swica per Einschreiben zugestellt (act. G 5.2/19, G 5.2/25). 

Nachdem von der Versicherten auch die Verfügung bei der Poststelle nicht abgeholt 

worden war (act. G 5.2/29), stellte ihr die Mobiliar das Schreiben vom 17. November 

2010 und die Verfügung nochmals mit einfacher Post zu (act. G 5.2/27, G 5.2/30).

A.c  Am 10. Oktober 2011 meldeten die Sozialen Dienste Z.___, Amtsvormundschaft, 

der Swica einen Unfall der Versicherten vom 31. August 2010. Sie habe hinter einem 

Pferd gestanden, welches sich erschreckt und mit den Hinterhufen ausgeschlagen 

habe. Die Versicherte sei dabei getroffen worden und habe sich am Rücken und an den 

Beinen eine Prellung sowie eine Nervenschädigung zugezogen (act. G 5.2/35 f.). Die 

Swica beantragte daraufhin bei der Mobiliar Akteneinsicht (act. G 5.2/32), welche ihr 

mit Schreiben vom 19. Oktober 2011 gewährt wurde (act. G 5.2/33).

A.d  Mit Schreiben vom 20. Dezember 2011 stellte die Swica, insbesondere unter 

Beibringung der ihr eingereichten Unfallmeldung vom 10. Oktober 2011 (act. G 5.2/35f.) 

und des Austrittsberichts der Klinik Valens vom 29. Oktober 2010 (act. G 5.2/38 f.), ein 

Revisions- sowie ein Wiedererwägungsgesuch betreffend die Verfügung der Mobiliar 

vom 3. Dezember 2010 (act. G 5.2/40 f.). Am 4. Januar 2012 reichte sie den 

Austrittsbericht des Kantonsspitals Graubünden vom 5. September 2010 nach (act. G 

5.2/42 ff.).

A.e  Am 9. Januar 2012 legte die Schweizerische Rettungsflugwacht (nachfolgend:

Rega) der Mobiliar die von ihr einverlangten Unterlagen - den Medizinischen Rapport 

Heli sowie die ärztliche Bestätigung, beide vom 31. August 2010 (act. G 5.2/47 f.) - vor 

(act. G 5.2/49).

A.f Am 9. Februar 2012 verfügte die Mobiliar das Nichteintreten auf das 

Revisionsgesuch. Das Wiedererwägungsgesuch wurde abgewiesen (act. G 5.2/65 ff.).

B.  

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B.a  Mit Eingabe vom 14. Februar 2012 erhob die Swica gegen diese Verfügung 

Einsprache (act. G 5.2/69 ff.)

B.b  Mit Schreiben vom 12. März 2012 bestätigten die Sozialen Dienste Z.___ der 

Mobiliar, dass mit Beschluss der Vormundschaftsbehörde Y.___ vom 5. Mai 2011 (act. 

G 5.2/76f.) für die Versicherte gemäss Art. 372 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches 

(ZGB; SR 210) eine Vormundschaft errichtet worden sei (act. G 5.2/78).

B.c  Mit Entscheid vom 3. April 2012 wies die Mobiliar die Einsprache vom 14. Februar 

2012 ab (act. G 5.2/79 ff.).

C.  

C.a  Dagegen richtet sich die von der Swica eingereichte Beschwerde vom 20. April 

2012 mit dem Antrag, der Einspracheentscheid vom 3. April 2012 sei aufzuheben und 

die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, Versicherungsleistungen für den Unfall 

vom 31. August 2010 zu erbringen (act. G 1).

C.b  Mit Beschwerdeantwort vom 18. Juni 2012 beantragt die Beschwerdegegnerin, 

vertreten durch Rechtsanwältin Barbara Künzi-Egli, Muri b. Bern, Abweisung der 

Beschwerde unter Kostenfolge (act. G 5).

C.c  Von der ihr mit Schreiben vom 16. Juli 2012 eingeräumten Möglichkeit zur 

Stellungnahme hat die vom Gericht zum Verfahren beigeladene Amtsvormundschaft, 

Soziale Dienste Z.___, keinen Gebrauch gemacht (act. G 7). Der Amtsvormund der 

Versicherten, B.___, Vormundschaftsbehörde Y.___, hat dem Gericht lediglich die 

Unterlagen zu den aktuellen Vormundschaftsverhältnissen zukommen lassen (act. G 8).

C.d  Auf die näheren Begründungen in den Rechtsschriften sowie die Ausführungen in 

den weiteren Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den nachfolgenden 

Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:

1.

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1.1 Soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, werden die Versicherungsleistungen 

bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Art. 6 Abs. 1 

des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung [UVG; SR 832.20]). Art. 4 ATSG 

umschreibt als Unfall die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines 

ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine 

Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit oder den Tod zur Folge 

hat. Das Geschehnis wird also in der Definition als "Einwirkung … eines Faktors auf 

den menschlichen Körper" bezeichnet. Diese Einwirkung muss die Ursache der 

gesundheitlichen Störung sein, d.h. zwischen Einwirkung und Störung wird ein 

Kausalzusammenhang gefordert. Die Versicherung wird somit im Weiteren nur 

leistungspflichtig, wenn der Unfall solche Auswirkungen verursacht hat (Alfred Maurer, 

Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl. Bern 1989, S. 164 f.). Gemäss 

gefestigter Praxis des Bundesgerichts kann ein nach einem versicherten Unfall 

aufgetretenes Leiden nur dann als dessen Folge betrachtet werden, wenn und soweit 

es sicher oder doch zumindest überwiegend wahrscheinlich von jenem Unfall herrührt 

(natürliche Kausalität). Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die 

Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 181 E. 3.1, 119 V 338 E. 1, 

118 V 289 E. 1b, je mit Hinweisen).

1.2 Im Sozialversicherungsprozess herrscht der Grundsatz der Untersuchungspflicht. 

Laut Art. 43 Abs. 1 ATSG prüft der Versicherungsträger die Begehren, nimmt die 

notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vor und holt die erforderlichen Auskünfte 

ein. Allerdings ist die leistungsansprechende Person gesetzlich verpflichtet, dabei 

mitzuwirken (vgl. dazu auch Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Aufl. 2009, Art. 43 N 9 

ff., Art. 43 N 47 ff.). Verwaltungsbehörden und Sozialversicherungsgericht haben 

zusätzliche Abklärungen stets vorzunehmen, wenn hierzu aufgrund der 

Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebender Anhaltspunkte 

hinreichender Anlass besteht (BGE 110 V 53 E. 4a in fine). Der 

Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinn der Beweisführungslast 

begriffsnotwendig aus. Im Sozialversicherungsprozess tragen mithin die Parteien die 

Beweislast insofern, als im Fall der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener 

Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten 

wollte. Vorliegend obliegt es der Leistungsansprecherin, das Vorliegen eines Unfalls 

sowie des natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfall und dem 

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Beschwerdebild nachzuweisen. Nur wenn diese beiden Tatbestandsmerkmale mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sind, entsteht eine Leistungspflicht des 

Unfallversicherers. Im Falle der Beweislosigkeit fällt der Entscheid nach den 

dargestellten Grundsätzen zu Lasten der versicherten Person bzw. vorliegend der 

Beschwerdeführerin als Krankenversicherer aus, die aus dem unbewiesen gebliebenen 

Unfall und natürlichen Kausalzusammenhang als anspruchsbegründenden Tatsachen 

Rechte ableiten wollte (vgl. BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen; RKUV 1994 Nr. U 206 

S. 327 f. E. 1, 3b).

1.3 Nach Art. 43 Abs. 3 ATSG kann der Versicherungsträger, wenn die versicherte 

Person oder andere Personen, die Leistungen beanspruchen, den Auskunfts- oder 

Mitwirkungspflichten in unentschuldbarer Weise nicht nachkommen, aufgrund der 

Akten verfügen oder die Erhebungen einstellen und Nichteintreten beschliessen. Er 

muss diese Personen vorher schriftlich mahnen und auf die Rechtsfolgen hinweisen; 

ihnen ist eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen. Ein Entscheid aufgrund der 

Akten bedeutet, dass aufgrund der vorhandenen (unvollständigen) Akten - ohne das 

Ergebnis, welches wegen der fehlenden Mitwirkung nicht zustande kam - materiell über 

den Anspruch zu entscheiden ist (Urteil des Bundesgerichts vom 8. August 2007, I 

874/06, E. 5.1). Eine Verfügung nach Art. 43 Abs. 3 ATSG stellt mithin eine 

Sanktionsverfügung dar, welche erst nach Durchführung eines Mahn- und 

Bedenkzeitverfahrens erlassen werden kann, und ausschliesslich auf einer Verletzung 

der Mitwirkungspflicht bei der Sachverhaltsabklärung beruht (vgl. dazu Kieser, a.a.O., 

Art. 43 N 47 ff.).

1.4 Nach Art. 53 Abs. 1 ATSG müssen formell rechtskräftige Verfügungen in Revision 

gezogen werden, wenn die versicherte Person oder der Versicherungsträger nach 

deren Erlass erhebliche neue Tatsachen entdeckt oder Beweismittel auffindet, deren 

Beibringung zuvor nicht möglich war (sog. prozessuale Revision). Damit können 

Tatsachen und Beweismittel angerufen werden, die trotz hinreichender Sorgfalt bisher 

nicht bekannt waren bzw. nicht in das Verfahren eingebracht werden konnten (vgl. 

Kieser, a.a.O., N 18 zu Art. 53; vgl. dazu auch BGE 122 V 273 E. 4). Der Revisionsgrund 

der erheblichen neuen Tatsachen setzt voraus, dass die Tatsache bei Fällung des 

Entscheids bereits bestanden haben musste (Kieser, a.a.O., N 12 zu Art. 53). Das in 

Art. 53 Abs. 1 ATSG genannte Beweismittel muss dazu dienen, eine erhebliche neue 

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oder eine "alte", d.h. eine früher bereits erkannte oder erkennbare, aber 

unverschuldeterweise unbewiesen gebliebene Tatsache zu beweisen (Urteil des 

Bundesgerichts vom 15. Februar 2011, 8C_717/2010, E. 7.1.2; BGE 110 V 141 E. 2). 

Liegt ein solches Beweismittel vor und konnte dieses im Vorfeld des Erlasses der 

ursprünglichen Verfügung noch nicht beigebracht werden, so spielt es ausnahmsweise 

keine Rolle, ob die letztlich relevante Tatsache qualifiziert neu ist oder gegebenenfalls 

bereits früher behauptet wurde oder hätte erkannt (aber noch nicht bewiesen) werden 

können. Gemäss Art. 53 Abs. 2 ATSG kann die Verwaltung sodann eine formell 

rechtskräftige Verfügung, welche nicht Gegenstand materieller richterlicher Beurteilung 

gebildet hat, in Wiedererwägung ziehen, wenn sie zweifellos unrichtig und ihre 

Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist (BGE 127 V 469 E. 2c mit Hinweisen).

2.  Die Beschwerdegegnerin hat mit Verfügung vom 3. Dezember 2010 eine 

Leistungspflicht aus der obligatorischen Unfallversicherung für das Ereignis vom 31. 

August 2010 abgelehnt. Aus den vorliegenden medizinischen Akten sei weder ein 

Unfallereignis ersichtlich noch hätten Verletzungsfolgen genannt werden können, 

welche auf ein solches schliessen lassen würden (act. G 5.2/19). Diese Verfügung stellt 

eine Sanktionsverfügung gemäss Art. 43 Abs. 3 ATSG dar, welche die 

Beschwerdegegnerin infolge Verletzung der Auskunfts- und Mitwirkungspflicht der 

Versicherten nach Durchführung des Mahn- und Bedenkzeitverfahrens (vgl. dazu act. G 

5.2/12, act. G 5.2/16 ff.), auf Grund der Akten erlassen hat. Diese Verfügung ist 

unangefochten in Rechtskraft erwachsen. Mit Eingabe vom 20. Dezember 2011 (act. G 

5.2/40 f.) beantragte nun die Beschwerdeführerin, bezüglich der Verfügung vom 3. 

Dezember 2010 sei eine prozessuale Revision bzw. eine Wiedererwägung 

vorzunehmen (act. G 5.2/40 f.). Mit Verfügung vom 9. Februar 2012 trat die 

Beschwerdegegnerin auf das Gesuch um Revision nicht ein. Hinsichtlich des 

Wiedererwägungsgesuchs erliess sie einen neuen Sachentscheid und wies das Gesuch 

um Wiedererwägung materiell ab (act. G 5.2/65 ff.). Im angefochtenen 

Einspracheentscheid vom 3. April 2012 bestätigte die Beschwerdegegnerin ihre 

Verfügung vom 9. Februar 2012 (act. G 5.2/79 ff.).

3. 

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3.1 Das Revisionsverfahren umfasst zunächst die Eintretensprüfung und 

gegebenenfalls nachfolgend eine neue materiell-rechtliche Entscheidung in der Sache. 

Wird von der versicherten Person ein Gesuch um Revision eingereicht, gilt es zunächst 

das Verwaltungsverfahren zu eröffnen und dabei insbesondere zu prüfen, ob das 

Revisionsbegehren in formeller Hinsicht den Eintretensvoraussetzungen genügt. 

Gemäss Art. 55 Abs. 1 ATSG bestimmen sich die in den Art. 27-54 ATSG oder in den 

Einzelgesetzen nicht abschliessend geregelten Verfahrensbereiche nach dem 

Verwaltungsverfahrensgesetz (VwVG; SR 172.021). In Verbindung mit Art. 67 VwVG ist 

das Revisionsbegehren nach Art. 53 Abs. 1 ATSG innert 90 Tagen nach Entdeckung 

des Revisionsgrundes, spätestens aber innert 10 Jahren nach Eröffnung der 

rechtskräftigen Verfügung bzw. des rechtskräftigen Einspracheentscheids schriftlich 

einzureichen (vgl. Kieser, a.a.O., N 23 zu Art. 53). Grundsätzlich bestimmt sich der 

Zeitpunkt, in welchem die Partei den angerufenen Revisionsgrund hätte entdecken 

können, nach dem Prinzip von Treu und Glauben. Mit "Entdecken" ist die sichere 

Kenntnis der früher unbekannten Tatsachen und Beweismittel gemeint. Blosse 

Ahnungen oder Vermutungen über erst nachträglich entdeckte Tatsachen oder 

Beweismittel genügen dafür nicht. Wird ein Revisionsgesuch erst nach Ablauf der 

relativen oder der absoluten Frist eingereicht, so ist darauf nicht einzutreten 

(Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren [VwVG], Auer/Müller/

Schindler [Hrsg.], Art. 67 N 2 und N 5; Praxiskommentar VwVG, Waldmann/

Weissenberger [Hrsg.], Art. 67 N 4).

3.2 Die Vormundschaftsbehörde Y.___ meldete der Beschwerdeführerin am 10. 

Oktober 2011, d.h. mehr als ein Jahr nach Erlass der rechtskräftigen Verfügung vom

3. Dezember 2010 einen Unfall vom 31. August 2010, worin beschrieben wurde, die 

Versicherte habe hinter einem Pferd gestanden, welches sich erschreckt, mit den 

Hinterhufen ausgeschlagen und die Versicherte getroffen habe. Angeblich war der 

Beschwerdeführerin zudem im März 2011 eine Rechnung der Rega eingereicht worden, 

welche einen Primärtransport am 31. August 2010 beinhaltete (act. G 5.2/34). Nach der 

Unfallmeldung verlangte die Beschwerdeführerin vom Kantonsspital Graubünden und 

der Klinik Valens die Austrittsberichte vom 5. September bzw. 29. Oktober 2010, 

welche bei ihr beide im Dezember 2011 eingingen (act. G 5.2/38 f., act. G 5.2/42 f.). Die 

Beschwerdeführerin stellt sich auf den Standpunkt, aufgrund der Abklärungspflicht des 

Unfallversicherers als zuständigem Versicherungsträger habe sie davon ausgehen 

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dürfen, dass die Verfügung vom 3. Dezember 2010 richtig gewesen sei. Erst in Folge 

der bei ihr eingereichten Unfallmeldung sei sie dem fraglichen Ereignis nachgegangen. 

Die 90-tägige Frist für die Einreichung des Revisionsbegehrens habe erst im Zeitpunkt 

der Einreichung der Austrittsberichte des Kantonsspitals Graubünden und der Klinik 

Valens, in welchen ein Pferdetritt als Unfallereignis erwähnt werde, zu laufen begonnen.

3.3 Ist bei Krankheit oder Unfall die Leistungspflicht der Unfallversicherung nach UVG 

oder der Militärversicherung zweifelhaft, so darf der Krankenversicherer - wie im 

konkreten Fall unbestrittenermassen geschehen - die bei ihm versicherten Leistungen 

ohne Antrag bei voller Wahrung seiner Rückerstattungsrechte von sich aus vorläufig 

ausrichten (Art. 112 Abs. 1 der Verordnung über die Krankenversicherung [KVV; SR 

832.102]). Erlässt ein Versicherungsträger eine Verfügung, welche die Leistungspflicht 

eines anderen Trägers berührt, so hat er auch ihm die Verfügung zu eröffnen. Dieser 

kann die gleichen Rechtsmittel ergreifen wie die versicherte Person (Art. 49 Abs. 4 

ATSG). Es liegt in der Natur verschiedener Gesundheitsschäden, dass diese sowohl 

traumatisch als auch krankheitsbedingt auftreten können. Hinzu kommt, dass Zweifel 

darüber bestehen können, ob ein Ereignis einen Unfall im Rechtssinne (Art. 4 ATSG) 

darstellt oder nicht. Lehnt ein Unfallversicherer in Bezug auf ein Ereignis oder einen 

Gesundheitsschaden seine Leistungspflicht ab, wird in der Regel der 

Krankenversicherer leistungspflichtig. Insofern ist letzterer von einer ablehnenden 

Leistungsverfügung des Unfallversicherers berührt. Mit Verfügung vom 3. Dezember 

2010 verneinte die Beschwerdegegnerin sowohl das Vorliegen eines Unfalls als auch 

einer bei einem Unfall erlittenen Verletzung, weshalb sie die Verfügung richtigerweise 

nicht nur der Versicherten, sondern auch der Beschwerdeführerin zustellte (act. G 

5.2/19). Letztere hatte damit sichere Kenntnis vom ablehnenden Entscheid bzw. der 

sich daraus grundsätzlich nunmehr ergebenden Konsequenz ihrer Leistungspflicht, 

verbunden mit dem Ausschluss einer Rückvergütung der im Rahmen ihrer 

Vorleistungspflicht erbrachten Leistungen (vgl. Art. 117 Abs. 1 KVV). Bekannt war aber 

auch dessen Begründung, dass aufgrund der fehlenden Mitwirkung der Versicherten 

bei der Sachverhaltsermittlung die Entscheidfindung gestützt auf die zur Verfügung 

stehenden Akten erfolgt ist. Die Verneinung der Leistungspflicht der 

Beschwerdeführerin konnte einzig über die Bejahung eines Unfallereignisses bzw. 

unfallkausaler Verletzungsfolgen erfolgen. Angesichts dieses Umstandes wäre die 

vorsorgliche Einspracheerhebung verbunden mit einem Gesuch um Akteneinsicht 

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durch die Beschwerdeführerin die logische Reaktion gewesen. Eine solche war jedoch 

bereits unterblieben. Spätestens mit der Zustellung der Verfügung hätte die 

Beschwerdeführerin jedoch gestützt auf ihre Vorleistungspflicht aktiv werden bzw. ihrer 

Abklärungspflicht gemäss Art. 43 Abs. 1 ATSG nachkommen müssen. Eine solche kam 

ihr aufgrund ihrer Vorleistungspflicht und möglichen definitiven Leistungspflicht - 

unabhängig davon, ob parallel auch der Unfallversicherer gestützt auf eine 

Unfallmeldung abklärungspflichtig war - zu. Die Beschwerdeführerin war über die 

verschiedenen Leistungserbringer im Falle der Versicherten genau informiert und 

erbrachte die entsprechenden Versicherungsleistungen (vgl. dazu act. G 5.2/34). Die 

Beschwerdegegnerin war mit der Sachbearbeiterin der Beschwerdeführerin zudem am 

15. September 2010 telefonisch so verblieben, dass diese die Indikation sowie die Ziele 

betreffend den vorgesehenen Rehabilitationsaufenthalt in der Klinik Valens abklären 

werde (act. G 5.2/5). Wäre sie ihrer Abklärungspflicht nachgekommen, hätte die 

Beschwerdeführerin die von ihr mit dem Revisionsgesuch vom 20. Dezember 2011 

eingereichten Akten - den Austrittsbericht des Kantonsspitals Graubünden und der 

Klinik Valens - mit überwiegender Wahrscheinlichkeit innerhalb von 90 Tagen nach 

Zustellung der Verfügung vom 3. Oktober 2010 entdeckt und diese revisionsweise 

beibringen bzw. im Rahmen eines Revisionsgesuchs reagieren können.

3.4 In Anbetracht des Gesagten ist festzuhalten, dass die Eintretensvoraussetzung der 

Fristwahrung gemäss Art. 67 VwVG für die Einreichung eines Revisionsbegehrens nicht 

erfüllt ist und die Beschwerdegegnerin damit zu Recht auf das am 20. Dezember 2011 

von der Beschwerdeführerin eingereichte Revisionsgesuch nicht eingetreten ist.

3.5 Selbst wenn auf das Revisionsgesuch hätte eingetreten werden können, wären 

jedoch die Revisionsvoraussetzungen zu verneinen. Eine Revision ist zum vornherein 

ausgeschlossen, wenn die vorgebrachten neuen Tatsachen und Beweismittel bereits 

im Rahmen des vorangehenden Verfahrens oder auf dem Weg der Beschwerde hätten 

geltend gemacht werden können (BGE 110 V 141 E. 2; RKUV 2001 Nr. KV 150 S. 68, 

1991 Nr. K 855 S. 16, je mit Hinweisen; SVR 1997 IV Nr. 104 S. 319; Thomas Locher, 

Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 3. Aufl. Bern 2003, S. 467 f.). Sie soll 

grundsätzlich nicht dazu dienen, eine vermeidbare Nachlässigkeit nachzuholen (Kieser, 

a.a.O., Art. 53 N 18). Die Austrittsberichte der Klinik Valens und des Kantonsspitals 

Graubünden lagen bei Erlass der ursprünglichen Verfügung vom 3. Dezember 2010 

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bereits vor und deren Beibringung durch die Beschwerdeführerin wäre, hätte sie ihre 

Abklärungspflicht sorgfältig wahrgenommen, im Rahmen des Einspracheverfahrens 

ohne weiteres möglich gewesen. Die erst am 10. Oktober 2011 bei der 

Beschwerdeführerin eingegangene Unfallmeldung der Versicherten (act. G 5.2/35 f.) 

vermag an dieser Beurteilung nichts zu ändern. Der darin beschriebene Unfallhergang 

war hinsichtlich der wesentlichen Punkte vergleichbar in den Austrittsberichten 

festgehalten: Trauma nach Pferdetritt/Pferdetritt 31. August 2010/Pferd schlug mit den 

Hinterhufen aus und traf die Versicherte; Contusio spinalis, schlaffe Parese der Beine 

mit sensibler Querschnittssymptomatik/Commotio cerebri et spinalis, intermittierend 

Paraplegie und sensorischer Ausfall ab Th 12/Prellung und Nervenschädigung. Als 

Indiz für ein Trauma war darin zudem eine Bewusstlosigkeit bzw. eine retrograde 

Amnesie erwähnt.

3.6 Zusammenfassend ist mithin festzuhalten, dass aufgrund der Erwägungen 3.3 und 

3.5 keine Möglichkeit einer prozessualen Revision besteht. Diesbezüglich ist die 

Beschwerde abzuweisen.

4.   

4.1 Nachdem die Beschwerdegegnerin im angefochtenen Einspracheentscheid bzw. 

der Verfügung vom 9. Februar 2012 auf das Wiedererwägungsgesuch der 

Beschwerdeführerin eingetreten ist, gilt es demnach im Folgenden zu prüfen, ob 

bezüglich der Verfügung vom 3. Dezember 2010 die Voraussetzungen für eine 

Wiedererwägung erfüllt sind bzw. ob sich die Verneinung der Leistungspflicht 

hinsichtlich des Ereignisses vom 31. August 2010 mit der Begründung, es seien weder 

ein Unfallereignis noch natürlich kausale Verletzungsfolgen nachgewiesen, als 

zweifellos unrichtig erweist und die Berichtigung der Verfügung vom 3. Dezember 2010 

von erheblicher Bedeutung ist (Art. 53 Abs. 2 ATSG). Würde dies bejaht und ist deshalb 

auf die entsprechende Entscheidung zurückzukommen, wäre in einem zweiten Schritt 

unter Berücksichtigung der massgebenden Umstände ein erneuter Entscheid zu fällen 

(Kieser, a.a.O., Art. 53 N 43).

4.2 Weil das Vorliegen eines Unfallereignisses und der Kausalität zwischen Unfall und 

gesundheitlichen Beschwerden Grundvoraussetzungen für eine Leistungspflicht des 

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Unfallversicherers bilden, ist die Wiedererwägungsvoraussetzung der erheblichen 

Bedeutung der Berichtigung im vorliegenden Fall offensichtlich erfüllt. Zu prüfen bleibt 

mithin die Wiedererwägungsvoraussetzung der zweifellosen Unrichtigkeit der 

Verfügung vom 3. Dezember 2010. Wann die Unrichtigkeit zweifellos ist, beurteilt sich 

nicht nach der Grobheit des Fehlers. Massgebend muss vielmehr das Ausmass der 

Überzeugung sein, dass die bisherige Entscheidung unrichtig war. Mit "zweifellos" wird 

dabei ein hoher Grad umschrieben. Es darf kein vernünftiger Zweifel daran möglich 

sein, dass eine Unrichtigkeit vorliegt; es ist ein einziger Schluss - eben derjenige auf 

eine Unrichtigkeit - möglich. Die Frage der Unrichtigkeit beurteilt sich dabei nach dem 

ursprünglichen Sachverhalt und nach dem im Zeitpunkt des Verfügungserlasses 

herrschenden Rechtszustand, wozu auch die seinerzeitige Rechtspraxis gehört (Kieser, 

a.a.O, Art. 53 N 31; René Schaffhauser/Franz Schlauri, Die Revision von 

Dauerleistungen in der Sozialversicherung, Veröffentlichungen des Schweizerischen 

Instituts für Verwaltungskurse an der Universität St. Gallen, Neue Reihe, St. Gallen 

1999, S. 22 f.; BGE 117 V 17 E. 2c).

4.3  

4.3.1 Die von der Beschwerdegegnerin am 3. Dezember 2010 auf Grund der Akten 

erlassene Sanktionsverfügung gemäss Art. 43 Abs. 3 ATSG mit Ablehnung ihrer 

Leistungspflicht erfolgte mit der Begründung, die Versicherte habe ihre Auskunfts- und 

Mitwirkungspflicht verletzt, indem sie den ihr von der Beschwerdegegnerin am 14. 

September 2010 zugestellten Fragenkatalog auch nach vorschriftsgemässer 

Durchführung des Mahn- und Bedenkzeitverfahrens nicht eingereicht habe. Insofern 

stellt sich in Bezug auf die Unrichtigkeit der fraglichen Verfügung im 

wiedererwägungsrechtlichen Sinn zunächst die Frage, ob die Beantwortung des 

Fragenkatalogs zur Abklärung des Anspruchs erforderlich war (vgl. dazu Art. 28 Abs. 2 

ATSG) oder ob der rechtserhebliche Sachverhalt genauso von der 

Beschwerdegegnerin im Rahmen ihrer Untersuchungspflicht hätte erhoben werden 

können (vgl. dazu Art. 43 Abs. 1 ATSG). Hierbei ist erheblich, ob die 

Beschwerdegegnerin ihrer Untersuchungspflicht genügend nachgekommen ist bzw. 

ihre Abklärungspflicht erschöpft war. Die Beschwerdegegnerin durfte aufgrund der ihr 

vorliegenden Akten entscheiden, wenn sie den Untersuchungsgrundsatz nicht verletzt 

hat bzw. die Beantwortung des Fragenkatalogs durch die Versicherte erforderlich war.

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4.3.2 Die versicherte Person muss die einzelnen Umstände des Unfallgeschehens 

glaubhaft machen. Kommt sie dieser Forderung nicht nach, indem sie unvollständige, 

ungenaue oder widersprüchliche - oder gar keine - Angaben macht, die das Bestehen 

eines unfallmässigen Schadens als unglaubwürdig erscheinen lassen, besteht keine 

Leistungspflicht des Unfallversicherers (BGE 114 V 305 E. 5b; RKUV 1990 Nr. U 86 S. 

50). Zur Glaubhaftmachung eines Unfalls genügt es nicht, einen Gesundheitsschaden 

nachzuweisen, der möglicherweise auf ein Unfallereignis zurückgehen könnte, sondern 

es müssen über das konkrete Geschehen wahre, genaue und wenn möglich ins 

Einzelne gehende Daten namhaft gemacht werden, aufgrund derer der Versicherer in 

die Lage versetzt wird, sich über die Tatumstände ein Bild zu machen und diese in 

objektiver Weise abzuklären (Alexandra Rumo-Jungo, Rechtsprechung des 

Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die 

Unfallversicherung, 3. Aufl. Zürich 2003, S. 20 f.). Weil die versicherte Person den Unfall 

erleidet und damit im Regelfall dessen konkrete Umstände am besten kennt, ist deren 

Aufforderung zur weiteren Substantiierung des gemeldeten Geschehens notwendig 

und wird von den Unfallversicherern gewohnheitsmässig durchgeführt. Die 

tatsächlichen Verhältnisse werden - wie im konkreten Fall getätigt - üblicherweise 

mittels eines Fragenkatalogs detailliert erhoben. Im Vordergrund stehen die Fragen 

betreffend die für die Leistungspflicht des Unfallversicherers massgebenden 

Voraussetzungen des Unfallgeschehens sowie der zugezogenen Verletzungen (vgl. 

Erwägung 1.1 und act. G 5.2/4, Ziff. 1 und 2). Aufgrund des Gesagten ist die 

Beantwortung eines Fragenkatalogs für eine umfassende Prüfung der Leistungspflicht 

des Unfallversicherers unerlässlich, womit bei dessen Nichteinreichung von einer 

Verletzung der Mitwirkungs- und Auskunftspflicht der versicherten Person 

ausgegangen werden müsste, was im Regelfall - nach vorschriftsgemässer 

Durchführung des Mahn- und Bedenkzeitverfahrens - zu einer Verfügung aufgrund der 

Akten berechtigen würde.

4.3.3 Anhand der vorliegenden Akten lässt sich nun aber nicht mit dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit feststellen, ob die Versicherte ihrer Auskunfts- und 

Mitwirkungspflicht überhaupt nachzukommen vermochte, und ob es sich darum um 

eine schuldhafte Verletzung dieser Pflicht handeln konnte, was jedoch eine 

Voraussetzung für den Erlass einer Sanktionsverfügung gemäss Art. 43 Abs. 3 ATSG 

und damit deren Richtigkeit bildet (vgl. Kieser, a.a.O, N 51 zu Art. 43). Die 

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Beschwerdeführerin bringt vor, die Versicherte sei schon im Zeitpunkt der Abklärungen 

der Beschwerdegegnerin psychisch beeinträchtigt gewesen und habe die Bedeutung 

des Mahn- und Bedenkzeitverfahrens mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht verstanden. 

Tatsächlich lassen sich den medizinischen Akten Anzeichen bzw. Hinweise auf eine 

(stattgefundene) psychische Problematik - die Diagnose (Begleiterkrankung) einer 

Borderline-Störung, eine Hospitalisation in Littenheid 2007 sowie die 

Differentialdiagnose einer funktionellen Überlagerung/Somatisierungsstörung (act. G 

5.2/15, G 5.2/39, G 5.2/43) - entnehmen. Dass die Fähigkeit der Versicherten, ihre 

Angelegenheiten adäquat zu erledigen, beeinträchtigt sein konnte, ergibt sich auch aus 

der kurze Zeit nach Erlass der Verfügung und weniger als ein Jahr nach dem Unfall 

erfolgten Bevormundung. Die genauen Umstände der Bevormundung sind zwar nicht 

aktenkundig, es darf jedoch festgehalten werden, dass allein die Tatsache der 

Bevormundung zeigt, dass bei der Versicherten eine gravierende Hilfsbedürftigkeit 

vorliegt und wahrscheinlich schon einige Zeit vor der Bevormundung vorgelegen hat. 

Insgesamt liegt damit ein abklärungsbedürftiger Sachverhalt vor. Die Frage der 

Entschuldbarkeit der Verletzung der Auskunfts- und Mitwirkungspflicht rückt jedoch 

insofern in den Hintergrund, als sich die Sanktionsverfügung - wie die nachfolgenden 

Erwägungen (Ziff. 4.4.1 ff.) zeigen - unabhängig von der Versicherten bzw. ihrem 

Verhalten im Verwaltungsverfahren als zweifellos unrichtig erweist.

4.4  

4.4.1 So hätte der rechtserhebliche Sachverhalt von der Beschwerdegegnerin im 

Rahmen ihrer Untersuchungspflicht (Art. 43 Abs. 1 ATSG) erhoben werden können 

bzw. wurden von ihr von Amtes wegen notwendige Abklärungen vor Erlass der 

Sanktionsverfügung nicht getätigt. Im Rahmen des Erlasses der Verfügung vom 3. 

Dezember 2010 lag der Beschwerdegegnerin neben der Unfallmeldung das von ihr 

eingeholte Einweisungsformular des KSSG vom 6. September 2010 zur klinisch-

stationären Behandlung/Rehabilitation in der Klinik Valens vor (act. G 5.2/13 f.). 

Nachdem ihr damit bekannt war, dass ein Rehabilitationsaufenthalt in der Klinik Valens 

vorgesehen war (vgl. dazu auch act. G 5.2/5), und aus der Unfallmeldung hervorging, 

dass die Versicherte am Ereignistag mit dem Helikopter der Rega ins Kantonale Spital 

Chur gebracht worden war, hätten zur Prüfung der Unfall- sowie Verletzungs- bzw. 

Kausalitätsfrage auch die entsprechenden Berichte der vorgenannten Beteiligten 

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gehört. Die Beschwerdegegnerin hat zwar vor Erlass der Verfügung auch das 

Kantonsspital Chur sowie die Klinik Valens angeschrieben und sie auf die Prüfung ihrer 

Leistungspflicht aus der obligatorischen Unfallversicherung sowie die 

Vorleistungspflicht des Krankenversicherers hingewiesen, hat jedoch nicht explizit die 

Einreichung ihrer Berichte verlangt (act. G 5.2/6, G 5.2/10). Ein medizinischer Rapport 

der Rega wurde von der Beschwerdegegnerin vor Erlass der Verfügung ebenfalls nicht 

einverlangt. Die fraglichen Beweismittel lagen der Beschwerdegegnerin erst nach 

Erlass der Verfügung vor (act. G 5.2/37 ff., G 5.2/42 f., G 5.2/47 ff.). Zusammenfassend 

ist damit festzuhalten, dass die Abklärungspflicht der Beschwerdegegnerin im 

Zeitpunkt des Erlasses der Verfügung vom 3. Dezember 2010 nicht erschöpft war. 

Damit war ein Sachverhalt, von dem auf Grund der Akten - dabei muss es sich mit 

Blick auf die Untersuchungspflicht der Beschwerdegegnerin um sämtliche für die 

Abklärung ihrer Leistungspflicht massgebende Akten handeln - mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit hätte angenommen werden können, er treffe zu, nicht 

rechtsgenüglich erhoben. Massgebend ist jedoch letztlich auch, dass sich bei Vorliegen 

der vollständigen Akten ein anderer materiell-rechtlicher Entscheid ergeben hätte. So 

hätte ein Unfallereignis bejaht werden müssen und das Vorliegen natürlich kausaler 

Verletzungsfolgen nicht ohne weitere Abklärungen verneint werden dürfen.

4.4.2 Im Einsatzbericht der Rega vom 31. August 2010 sind die Verdachtsdiagnosen 

einer Rückenverletzung mit Paraplegie Th 12 sowie einer Thorax-/Beckenverletzung 

vermerkt. Unter der Rubrik "Ereignis" ist festgehalten "In Koje von Pferd getreten/an 

Zaun gedrückt? Mechanismus unklar/unbeobachtet. Keine Bewusslosigkeit, aber 

Amnesie für Ereignis. Liegt auf Bauch." (act. G 5.2/47). In der ärztlichen Bestätigung 

der Rega-Ärztin vom 31. August 2010 sind die Diagnosen Rückenverletzung mit 

Paraplegie sowie Verdacht auf Rippenverletzung angeführt (act. G 5.2/48). Die 

Versicherte wurde mit der Rega ins Kantonsspital Graubünden geflogen, wo sie sich 

laut Austrittsbericht vom 5. September 2010 (act. G 5.2/42 f.) bis 2. September 2010 

stationär aufhielt. Diagnostiziert wurde eine Commotio cerebri et spinalis durch 

Pferdetritt am 31. August 2010 mit/bei intermittierender Paraplegie sowie sensorischem 

Ausfall ab Th 12, retrograder Amnesie, Differentialdiagnose Somatisierungsstörung. 

Unter der Rubrik "Anamnese und Befund" wurde ausgeführt, die Patientin sei von der 

Rega gebracht worden. Die Notärztin habe berichtet, die Patientin sei in einem 

Pferdestall unbeobachtet bei ihrem Pferd in der Box gewesen, sei dann in der Folge 

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reglos auf dem Bauch liegend aufgefunden worden. Bei Eintreffen der Rega sei die 

Patientin ansprechbar gewesen, habe jedoch ab Niveau Th 12 einen kompletten 

sensomotorischen Ausfall gehabt. Bei Eintreffen auf der Notfallstation sei die Patientin 

ebenfalls ansprechbar gewesen, habe jedoch keine Auskunft über den genauen 

Unfallhergang geben können. Im Verlauf der Untersuchungen habe sie angegeben, sich 

daran erinnern zu können, dass sich eine Katze in der Pferdebox aufgehalten und das 

Pferd daraufhin ausgeschlagen habe. Die radiologischen Abklärungen (Röntgen Thorax 

und Becken; CT Schädel, HWS, und BWS; MRI Wirbelsäule) hätten keinen 

pathologischen Befund ergeben. Die Patientin habe stets einen Sensibilitätsverlust ab 

Höhe Th 12 angegeben. Bezüglich Motorik habe sie nur noch leicht die Zehen bewegt. 

Ansonsten habe sie eine Lähmung bis Th 12 aufgewiesen. Wärme/Kälte-Gefühl, 

Vibrationssinn sowie Schmerzsinn seien nicht mehr vorhanden gewesen. Abgesehen 

von einem beidseits abgeschwächten Händedruck seien die oberen Extremitäten 

unauffällig gewesen. Am 2. September 2010 wurde die Versicherte zur 

Weiterbehandlung ins KSSG verlegt. Auf dessen Einweisungsformular vom 6. 

September 2010 zur klinisch-stationären Behandlung/Rehabiliation in der Klinik Valens 

(act. G 5.2/13 ff.) sind die Diagnosen einer Querschnittssymptomatik mit/bei schlaffer 

Paraparese, sensorischem Ausfall ab Th 11; Status nach Trauma mit fraglich Pferdetritt 

am 31. August 2010; Differentialdiagnose funktionelle Überlagerung/

Somatisierungsstörung bei Dg 2 sowie einer Borderline-Störung mit/bei anamnestisch 

aktueller Beschwerdefreiheit und Status nach Hospitalisation in Littenheid 2007 

vermerkt. Auf dem Zusatzblatt zum Einweisungsformular wurde eine mittelschwere 

Aggressivität/Euphorie/Depression/

Apathie/Unruhe angekreuzt und bemerkt, dass sich die Versicherte sehr kindlich 

benehme, Stimmungsschwankungen, ein bekanntes Borderline-Syndrom und dass sie 

bereits einen Aufenthalt in einer Psychiatrie hinter sich habe. Das Vorliegen von 

Wunden und Verletzungen wurde verneint. Der Austrittsbericht der Klinik Valens vom 

29. Oktober 2010 (act. G 5.2/38 f.) enthält im Grundsatz die gleichen, nur etwas anders 

formulierten Diagnosen. Ausserdem wird ausgeführt, die Zuweisung sei mit der 

Diagnose einer Contusio spinalis in Folge eines berichteten Traumas nach Pferdetritt 

am 31. August 2010 erfolgt. Hierbei habe die Patientin auch das Bewusstsein verloren. 

Klinisch hätten initial eine schlaffe Paraparese der Beine mit sensibler 

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Querschnittssymptomatik sub Th 11 sowie eine anamnestische Blasenfunktionsstörung 

imponiert.

4.4.3 Wird eine Person von einem ausschlagenden Pferd getroffen und erleidet 

dadurch einen Gesundheitsschaden, stellt dies unstreitig einen Unfall im Sinne von Art. 

4 ATSG dar. Die in Erwägung 4.4.2 angeführten medizinischen Akten enthalten 

eindeutige Indizien, aufgrund derer ein Unfall bzw. ein Pferdetritt als mit dem 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen gelten kann. Das 

fragliche Ereignis hat sich zwar ohne Zeugen abgespielt. Ein Unfall "unter Ausschluss 

von Zeugen" gilt jedoch nicht an sich als unbewiesen. Doch müssen die Aussagen der 

versicherten Person als glaubwürdig erscheinen, dürfen keine Widersprüche aufweisen 

und müssen mit den vorhandenen Indizien im Wesentlichen übereinstimmen (Rumo-

Jungo, a.a.O., S. 21). Im konkreten Fall liegen ereignisnah die Eindrücke der Rega vor, 

welche die Versicherte reglos auf dem Bauch liegend in der Koje ihres Pferdes vorfand. 

Die Rega-Ärztin, Dr. med. X.___, hielt zwar fest, dass der Mechanismus unklar sei, 

erwog jedoch aufgrund der angetroffenen Situation, dass die Versicherte "in der Koje 

von Pferd getreten / an Zaun gedrückt?" wurde. Die Schilderung der Versicherten im 

Verlauf der Untersuchungen auf der Notfallstation des Kantonsspitals Graubünden geht 

sodann mit dem von der Rega-Ärztin gedeuteten Sachverhaltsablauf vollständig 

zusammen. Dass die Beschwerdeführerin vom Pferd getreten oder gegen die Koje 

gedrückt wurde, erscheint denn auch bei der von der Rega angetroffenen Situation in 

keiner Weise rätselhaft, sondern rundum einleuchtend. Insgesamt muss damit die 

Verneinung eines Unfalls bezogen auf das Ereignis vom 31. August 2010 durch die 

Beschwerdegegnerin als zweifellos unrichtig bezeichnet werden.

4.4.4 Als ebenso unrichtig erweist sich die in der Sanktionsverfügung vom 3. Dezember 

2010 angenommene Verneinung des Nachweises natürlich kausaler Unfallfolgen. Aus 

den üblicherweise als traumatisch angesehenen Verletzungen im Bereich Rücken, 

Rippen, Thorax und Becken sowie aus der Contusio spinalis kann zwar zunächst nicht 

auf das Vorliegen organischer Unfallfolgen geschlossen werden. Die 

"Verletzungs-"Diagnosen wurden von der Rega lediglich als Verdachtsdiagnosen 

gestellt. Für die Annahme unfallkausaler somatischer Gesundheitsschäden wird im 

Regelfall eine radiologisch objektivierte strukturelle Läsion verlangt. Die anschliessend 

an die Verdachtsdiagnosen im Kantonsspital Graubünden durchgeführten 

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radiologischen Abklärungen (Röntgen Thorax und Becken, HWS, und BWS sowie MRI 

Wirbelsäule) zeigten jedoch keine pathologischen Befunde, womit sich diesbezügliche 

traumatische Verletzungen mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

ausschliessen lassen. Den infolge einer Contusio spinalis auftretenden bzw. durch sie 

ausgelösten Beschwerden ist zwar eigen, dass sie im Rahmen des posttraumatischen 

Verlaufs nie wirklich - d.h. in Form struktureller Läsionen - sichtbar gemacht werden 

können. Dennoch ist dies ein Faktum, welches gegen massgebende Verletzungsfolgen 

spricht. Typische klinische Befunde - wie Wunden, Schürfungen, Prellmarken, 

Hämatome etc. - fanden sich sodann ebenfalls keine. Die fragliche Diagnose wurde 

wohl als Folge des berichteten Traumas - Pferdetritt - oder des aufgrund der 

vorgefundenen Situation mutmasslichen Traumas gestellt. Auch die im Austrittsbericht 

des Kantonsspitals Graubünden vom 5. September 2010 angeführte Diagnose einer 

Commotio cerebri muss sodann nicht mit einer radiologisch feststellbaren strukturellen 

Läsion in Verbindung stehen. Entsprechend blieb auch die CT-Untersuchung des 

Schädels ohne Befund. Dennoch handelt es sich bei der Commotio cerebri um eine 

traumatische Verletzung bzw. Diagnose, die anhand spezifischer Untersuchungen, 

beispielsweise durch eine - wie im konkreten Fall erfolgte (vgl. act. G 5.2/47) - 

Abschätzung der Bewusstseinsstörung nach dem Punkte-Bewertungsschema der 

Glasgow-Koma-Skala [GCS], gesichert werden kann. Als Erstbefund erhob die Rega-

Ärztin bei der Versicherten 12 Punkte, was einem mittelschweren Schädelhirntrauma 

entspricht. Als massgebendes Indiz für eine Commotio cerebri ist im Übrigen die bei 

der Versicherten nach dem Ereignis vom 31. August 2010 aufgetretene Amnesie für 

das Ereignis zu werten (vgl. dazu Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 262. Aufl. Berlin 

2010, S. 400; http://de.wikipedia.org/wiki/Sch%C3%A4del-Hirn-Trauma; http://

www.neurologen-und-psychiater-im-netz.de/npin/npinkrankheit/show.php3?

p=2&id=125&nodeid =24, beide abgerufen am 18. April 2013). Die Versicherte wies 

sodann echtzeitlich eine intermittierende Paraplegie und einen sensorischen Ausfall ab 

Th 12 auf, wobei es sich nicht um eigentliche Gesundheitsschäden, sondern vielmehr 

um Symptome handelt, welche nicht in jedem Fall einem organischen 

Gesundheitsschaden zuzuordnen sind. Auch eine psychogene Ursache ist denkbar 

(vgl. dazu; https://de.wikipedia.org/wiki/Querschnittl%C3%A4hmung; http://

www.dgn.org/leitlinien-online-2012/inhalte-nach-kapitel/2412-ll-71-2012-

querschnittlaehmung.html; http://books.google.ch/books?

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 20/21

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id=WYx0IJWiEK8C&pg=PA308&lpg=PA308&dq=psychogene

+paraplegie&source=bl&ots=-

y6CymYsO1&sig=QZHqqgOWY5Q7GvKWucxbLUyGISc&hl=de&sa=X&ei=MCNxUZnE

NOqL4ASZwoDABQ&sqi=2&ved=0CF8Q6AEwBQ#v=onepage&q=psychogene

%20paraplegie&f=false, alle abgerufen am 19. April 2013). In den Austrittsberichten 

des Kantonsspitals Graubünden und der Klinik Valens sowie im Einweisungsformular 

des KSSG sind Hinweise auf eine psychische Komponente der Versicherten enthalten. 

Entsprechend führten das Kantonsspital Graubünden und das KSSG im 

Zusammenhang mit ihren Diagnosen der Commotio cerebri et spinalis bzw. 

Querschnittssymptomatik die Differenzialdiagnose einer funktionellen Überlagerung/

Somatisierungsstörung an, womit als Ursache für die im Stall von der Rega 

angetroffene Situation sowie die Beschwerden der Versicherten (Paraparese, 

sensorischer Ausfall) offensichtlich auch von den Medizinern eine psychische 

Komponente in Erwägung gezogen wurde. Nachdem laut Ausführungen in Erwägung 

4.4.3 ein Unfall am 31. August 2010 mit dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit als nachgewiesen zu gelten hat, lässt sich damit im konkreten Fall 

nicht ausschliessen, dass die bei der Versicherten aufgetretenen gesundheitlichen 

Störungen im Sinne einer psychischen Reaktion auf das Unfallereignis aufgetreten sein 

könnten. Immerhin ist im Austrittsbericht des Kantonsspitals Graubünden vom 5. 

September 2010 im Zusammenhang mit der Diagnose einer Commotio cerebri et 

spinalis durch Pferdetritt 31. August 2010 ein Status nach ähnlicher Episode im 

Rahmen eines Schlittelunfalls 2008 angeführt (vgl. act. G 5.2/43). Eine abschliessende 

Beurteilung der Frage, ob die Paraplegie und der sensorische Ausfall der Versicherten 

eine psychische Reaktion auf das Unfallereignis darstellt, lässt sich auch anhand der 

vorliegenden medizinischen Akten nicht vornehmen. Vielmehr drängt sich hierzu die 

Durchführung weiterer Abklärungen bzw. einer psychiatrischen Kausalitätsbeurteilung 

auf. Indem die Beschwerdegegnerin eine solche unterliess, vermochte sie die Frage, 

inwiefern die Versicherte als Folge des Ereignisses vom 31. August 2010 psychisch 

bedingte Unfallfolgen aufwies, nicht abschliessend zu beantworten, womit sich die 

Verneinung des Nachweises natürlich kausaler Unfallfolgen in der Verfügung vom 3. 

Dezember 2010 auch unter diesem Aspekt als unrichtig erweist.

4.4.5 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass in Bezug auf die organischen 

Unfallfolgen - Commotio cerebri - ein überwiegend wahrscheinlicher Sachverhalt als 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 21/21

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ausgewiesen gilt. Hinsichtlich allfälliger psychischer Unfallfolgen steht hingegen der 

massgebende Sachverhalt nicht ausreichend fest bzw. kann der Schadenfall nicht 

abschliessend beurteilt werden. Die Beschwerdegegnerin wird dazu weitere 

Abklärungen vorzunehmen haben, wozu die Sache an sie zurückzuweisen ist.

5.   

5.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde in Bezug auf die 

Möglichkeit einer prozessualen Revision unter Bestätigung des Einspracheentscheids 

vom 3. April 2012 abzuweisen. Hinsichtlich der Wiedererwägung ist die Beschwerde 

hingegen gutzuheissen und der Einspracheentscheid vom 3. April 2012 aufzuheben. 

Die Sache wird im Sinne der Erwägungen zu weiteren Abklärungen und zur neuen 

Verfügung im Wiedererwägungsverfahren an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

5.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

5.3 Da sich die Sanktionsverfügung vom 3. Dezember 2010 als unrichtig bzw. 

rechtswidrig herausgestellt hat, ist dieser Verfahrensausgang als Unterliegen der 

Beschwerdegegnerin zu werten. Der Beschwerdeführerin steht jedoch, als mit 

öffentlich-rechtlichen Aufgaben betraute Institution, keine Parteientschädigung zu (vgl. 

BGE 128 V 133 f. E. 5b).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 

VRP entschieden:

1.  Die Beschwerde ist in Bezug auf die Möglichkeit einer prozessualen Revision unter 

Bestätigung des Einspracheentscheids vom 3. April 2012 abzuweisen. Hinsichtlich der 

Wiedererwägung ist die Beschwerde gutzuheissen und der Einspracheentscheid vom 

3. April 2012 aufzuheben. Die Sache wird im Sinn der Erwägungen zu weiteren 

Abklärungen und anschliessender neuer Verfügung im Wiedererwägungsverfahren an 

die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2.  Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 30.04.2013
	Art. 43 Abs. 3 ATSG: Sanktionsverfügung infolge Verletzung der Auskunfts- und Mitwirkungspflicht der versicherten Person nach Durchführung des Mahn- und Bedenkzeitverfahrens aufgrund der Akten. Art. 53 Abs. 1 ATSG in Verbindung mit Art. 67 VwVG: Eintretensvoraussetzung der Fristwahrung für die Einreichung eines Revisionsbegehrens nicht erfüllt. Art. 53 Abs. 2 ATSG: Wiedererwägungsvoraussetzungen der erheblichen Bedeutung der Berichtigung und der zweifellosen Unrichtigkeit erfüllt (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St.Gallen vom 30. April 2013, UV 2012/36). Aufgehoben durch Urteil des Bundesgerichts 8C_472/2013.

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		2025-07-19T10:46:08+0200
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