# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** af0df617-4458-5666-a0e5-297cbe12dae4
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-01-22
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 22.01.2024 ZK1 2024 7
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZK1-2024-7_2024-01-22.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Entscheid vom 22. Januar 2024

Referenz ZK1 24 7

Instanz I. Zivilkammer 

Besetzung Cavegn, Vorsitzender
Michael Dürst und Nydegger
Fleisch, Aktuar

Parteien A._____
Beschwerdeführer

Gegenstand Behandlung ohne Zustimmung

Anfechtungsobj. Anordnung B._____ (B._____) vom 11.01.2024

Mitteilung 24. Januar 2024

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Sachverhalt

A. Mit ärztlich verfügter Einweisung vom 6. Dezember 2023 wurde A._____ in 
der Klinik B._____ (nachfolgend: B._____) zur Behandlung fürsorgerisch unterge-
bracht. Mit Entscheid der Kollegialbehörde vom 7. Dezember 2023 verlängerte die 
KESB Graubünden, Zweigstelle C._____ (nachfolgend KESB C._____), die für-
sorgerische Unterbringung, wobei die Entlassungskompetenz bei der KESB 
C._____ verblieb.  

B. Am 11. Januar 2024 ordnete die Klinik B._____ eine Behandlung ohne Zu-
stimmung an. Hiergegen erhob A._____ (nachfolgend: Beschwerdeführer) noch 
am selben Tag Beschwerde beim Kantonsgericht von Graubünden.

C. Am 15. Januar 2024 ersuchte der Vorsitzende der I. Zivilkammer die Klinik 
B._____ um einen kurzen Bericht zum Gesundheitszustand des Beschwerdefüh-
rers, zur Art der Behandlung und insbesondere darüber, inwiefern die Vorausset-
zungen für eine Behandlung ohne Zustimmung aus ärztlicher Sicht gegeben sei-
en. Die Klinik B._____ reichte den angeforderten Bericht mitsamt den wesentli-
chen Klinikakten über den Beschwerdeführer am selben Tag beim Kantonsgericht 
ein.

D. Mit prozessleitender Verfügung vom 16. Januar 2024 beauftragte der Vor-
sitzende der I. Zivilkammer dipl. med. D._____, Facharzt für Psychiatrie und Psy-
chotherapie FMH, mit der Erstellung eines Gutachtens über den Gesundheitszu-
stand des Beschwerdeführers und über die Notwendigkeit der Behandlung ohne 
Zustimmung. Das Gutachten ging innert Frist am 19. Januar 2024 beim Kantons-
gericht ein.

E. Am 22. Januar 2024 fand die Hauptverhandlung statt, zu welcher mit Verfü-
gung vom 18. Januar 2024 vorgeladen worden war. Der Beschwerdeführer nahm 
an der Hauptverhandlung persönlich teil und wurde befragt. Nach durchgeführter 
Urteilsberatung wurde das vorzeitige Entscheiddispositiv dem Beschwerdeführer 
sowie den B._____ noch gleichentags zugestellt.

Erwägungen

1. Gegenstand des Beschwerdeverfahrens bildet die Anordnung der Behand-
lung ohne Zustimmung vom 11. Januar 2024 (Art. 434 ZGB; act. 08.1). Für die 
Beurteilung der dagegen erhobenen Beschwerde ist das Kantonsgericht von 
Graubünden einzige kantonale Beschwerdeinstanz (Art. 439 Abs. 1 Ziff. 4 ZGB 
i.V.m. Art. 60 Abs. 1 EGzZGB [BR 210.100]). Die Frist zur Anrufung des Gerichts 

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beträgt gemäss Art. 439 Abs. 2 ZGB zehn Tage seit Mitteilung des Entscheids. 
Die Beschwerde vom 11. Januar 2024 erfolgte frist- und formgerecht (act. 01). Auf 
die Beschwerde ist einzutreten. Kein Thema des Beschwerdeverfahrens bildet der 
Verlängerungsentscheid der fürsorgerischen Unterbringung der KESB C._____ 
vom 7. Dezember 2023, da gegen diesen keine Beschwerde eingereicht wurde.

2. Bei der Behandlung einer psychischen Störung ohne Zustimmung richtet 
sich das Verfahren gemäss Art. 439 Abs. 1 Ziff. 4 und Abs. 3 ZGB sinngemäss 
nach den Bestimmungen über das Verfahren vor der gerichtlichen Beschwerdein-
stanz (Art. 450 ff. ZGB). Einschlägig ist ausserdem Art. 60 EGzZGB. Bei psychi-
schen Störungen muss gestützt auf das Gutachten einer sachverständigen Person 
entschieden werden (vgl. Art. 450e Abs. 3 ZGB). Dem Gericht liegt das Kurzgut-
achten von dipl. med. D._____, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, 
vom 18. Januar 2024 vor (act. 09). Art. 450e Abs. 4 ZGB statuiert, dass die ge-
richtliche Beschwerdeinstanz die betroffene Person in der Regel als Kollegium 
anhört. Diesem Erfordernis wurde mit der Anhörung des Beschwerdeführers im 
Rahmen der Hauptverhandlung Genüge getan (vgl. act. 12). Aus Art. 450a ZGB 
ergibt sich schliesslich, dass das Gericht Tat- und Rechtsfragen wie auch die An-
gemessenheit frei überprüft (vgl. Thomas Geiser/Mario Etzensberger, in: Gei-
ser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 7. Aufl., Basel 
2022, N 39 zu Art. 439 ZGB).

3.1. Wird eine Person zur Behandlung einer psychischen Störung in einer Ein-
richtung untergebracht, so erstellt die behandelnde Ärztin oder der behandelnde 
Arzt unter Beizug der betroffenen Person und gegebenenfalls ihrer Vertrauensper-
son einen schriftlichen Behandlungsplan (Art. 433 Abs. 1 ZGB). Der Behand-
lungsplan wird der betroffenen Person zur Zustimmung unterbreitet (Art. 433 
Abs. 3 ZGB). Fehlt die Zustimmung der betroffenen Person zur Behandlung, kann 
die Chefärztin oder der Chefarzt der Abteilung die im Behandlungsplan vorgese-
henen medizinischen Massnahmen unter bestimmten, im Gesetz wiedergegebe-
nen Voraussetzungen (Art. 434 Abs. 1 Ziff. 1–3 ZGB) schriftlich anordnen. Die An-
ordnung wird der betroffenen Person und ihrer Vertrauensperson verbunden mit 
einer Rechtsmittelbelehrung schriftlich mitgeteilt (Art. 434 Abs. 2 ZGB).

3.2. Damit die Anordnung zur Behandlung einer psychischen Störung ohne Zu-
stimmung der betroffenen Person gemäss Art. 434 ZGB rechtmässig ist, müssen 
folgende allgemeine Voraussetzungen erfüllt sein: (1.) Die betroffene Person muss 
fürsorgerisch in einer Einrichtung untergebracht worden sein (Art. 426 ZGB); (2.) 
die Unterbringung muss zur Behandlung einer psychischen Störung erfolgt sein; 
(3.) die betroffene Person hat der Behandlung nicht zugestimmt und (4.) die ange-

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ordnete Behandlung muss im Behandlungsplan vorgesehen sein (vgl. Gei-
ser/Etzensberger, a.a.O., N 13 ff. zu Art. 434 ZGB).

3.3. Der Beschwerdeführer wurde aufgrund psychischer Dekompensation im 
Rahmen psychotischer Symptomatik sowie Verwahrlosung mit verbalem, aggres-
sivem Verhalten fürsorgerisch untergebracht (act. 04). Die behandelnden Ärzte in 
der Klinik B._____ diagnostizieren beim Beschwerdeführer eine paranoide Schi-
zophrenie (ICD-10: F20.0; act. 08). Dipl. med. D._____ kommt in seinem Gutach-
ten ebenfalls zum Schluss, beim Beschwerdeführer liege eine psychische Störung 
vor, und bestätigte die Diagnose der Klinik B._____ (act. 09). Der Behandlungs-
plan vom 7. Dezember 2023 sieht eine psychopharmakologische Therapie mit 
Risperidon bis zu 12 mg/d oder Clopixol bis zu 80mg/Tag und/oder Haldol bis zu 
30 mg/d sowie Valium/Psychopax bis zu 30 mg/d oral, alternativ die letzteren bei-
den genannten Substanzen intramuskulär jeweils bis zu zweimal 10 mg/d oder 
Clopixol acutard bis zu 150 mg intramuskulär alle drei Tage vor (act. 08). Da der 
Beschwerdeführer die Medikation verweigert und dem Behandlungsplan nicht zu-
gestimmt hatte, ordnete die Klinik am 11. Januar 2024 schriftlich diejenige Be-
handlung an, welche im Behandlungsplan vom 7. Dezember 2023 vorgesehen war 
(act. 08.1). Die Anordnung wurde u.a. durch die stellvertretende Chefärztin der 
Klinik B._____ unterzeichnet. Damit sind die allgemeinen Voraussetzungen für 
eine Behandlung ohne Zustimmung vorliegend gegeben.

4. Damit die medikamentöse Behandlung ohne Zustimmung zulässig ist, müs-
sen zusätzlich zu den vorstehend (E. 3.2) genannten allgemeinen Bedingungen 
die in Art. 434 Abs. 1 Ziff. 1–3 ZGB aufgeführten Voraussetzungen erfüllt sein, und 
zwar kumulativ (vgl. Geiser/Etzensberger, a.a.O., N 17 zu Art. 434 ZGB). Dem-
nach muss der betroffenen Person ohne Behandlung ein ernsthafter gesundheitli-
cher Schaden drohen oder das Leben oder die körperliche Integrität Dritter ernst-
haft gefährdet sein (Ziffer 1), die betroffene Person muss bezüglich ihrer Behand-
lungsbedürftigkeit urteilsunfähig sein (Ziffer 2) und es darf keine angemessene, 
weniger einschneidende Massnahme zur Verfügung stehen (Ziffer 3).

4.1. Laut der angefochtenen Verfügung erachtete die stellvertretende Chefärztin 
im Zeitpunkt der Anordnung sämtliche Voraussetzungen gemäss Art. 434 Abs. 1 
ZGB als erfüllt (act. 08.1). In ihrem Bericht vom 15. Januar 2024 (act. 04) führte 
die Klinik B._____ ergänzend aus, dass dies der 14. dokumentierte stationäre 
Aufenthalt des Beschwerdeführers in der Klinik der B._____ sei. Der Patient impo-
niere im Gespräch bisher anhaltend psychotisch, zerfahren, verbal aggressiv und 
verweigere sowohl ärztliche Visiten als auch die Einnahme der oralen Medikation.

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4.2. Der Beschwerdeführer hat seine Beschwerde gegen die Anordnung der 
Zwangsbehandlung – zulässigerweise – ohne nähere Begründung eingereicht 
(act. 01). Im Rahmen der Hauptverhandlung begründete der Beschwerdeführer 
seine Ablehnung gegenüber der angeordneten Medikation hauptsächlich damit, 
dass diese bei ihm unnötig sei und er nicht mehr psychotisch oder paranoid wer-
de. Zudem deutete er gewisse Nebenwirkungen an (zum Ganzen act. 12, S. 2 f.).

4.3.1. Die Anordnung einer Behandlung ohne Zustimmung setzt zunächst eine 
ernsthafte Selbst- oder Fremdgefährdung im Sinne von Art. 434 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB 
voraus. Die Selbstgefährdung ist dann ausreichend, wenn ohne die Behandlung 
ein ernsthafter gesundheitlicher Schaden droht. Ernstlich ist ein gesundheitlicher 
Schaden dann, wenn er zu einer langen Beeinträchtigung wichtiger körperlicher 
oder psychischer Funktionen führt. Genügende Fremdgefährdung liegt vor, wenn 
das Leben oder die körperliche Integrität Dritter ernstlich gefährdet ist. Die Drittge-
fährdung ist regelmässig bereits durch die blosse Unterbringung der betroffenen 
Person in einer Anstalt abgewendet. Die Behandlung ohne Zustimmung soll hier 
jedoch eine reine Verwahrung des Patienten verhindern und ermöglichen, dass 
die betroffene Person aufgrund der Behandlung wieder in der Lage ist, ausserhalb 
der Anstalt ein (wenigstens teil-)autonomes Leben zu führen. Die Anordnung einer 
Behandlung rechtfertigt sich dann, wenn diese die Möglichkeit einer Entlassung 
aus der Klinik erheblich erhöht und beschleunigt, oder wenn es darum geht, ande-
re Personen innerhalb der Klinik zu schützen (Geiser/Etzensberger, a.a.O., N 19 
ff. zu Art. 434/435 ZGB; Botschaft zur Änderung des Schweizerischen Zivilgesetz-
buches [Erwachsenenschutz, Personenrecht und Kindesrecht] vom 28. Juni 2006, 
BBl 2006 7001 [zitiert Botschaft], S. 7069 f.).

4.3.2. Aus der angefochtenen Anordnung der Klinik B._____ ergeht, dass bei Un-
terbleiben der Behandlung mit einer Verschlechterung der bestehenden Psychose 
und der Gefahr von selbst- und fremdgefährdenden Handlungen sowie mit einer 
Verschlechterung der Prognose zu rechnen ist (act. 08.1). Dipl. med. D._____ 
bestätigt in seinem Kurzgutachten ebenfalls, dass bei Unterbleiben der Behand-
lung des Beschwerdeführers ein gesundheitlicher Schaden drohe. Es bestehe die 
Gefahr einer Chronifizierung der Krankheit mit Hirnabbau, suizidalen Verhaltens, 
zusätzlicher Suchterkrankungen sowie schwerer Verwahrlosung und als Folge 
auch weiteren schweren körperlichen Erkrankungen (act. 09, Fragenkatalog Be-
handlung ohne Zustimmung, Frage 3). In Bezug auf eine allfällige Fremdgefähr-
dung hält der Gutachter fest, dass es aufgrund von psychotischen Verkennungen 
der Realität zu Tätlichkeiten kommen könne (act. 09, Fragenkatalog Behandlung 
ohne Zustimmung, Frage 4).

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4.3.3. Das Kantonsgericht hat den Beschwerdeführer anlässlich der Hauptver-
handlung persönlich befragt. Der Beschwerdeführer wirkte während der Verhand-
lung grundsätzlich entspannt, aber stark logorrhoisch. Es war kaum möglich, den 
Beschwerdeführer in seinem Redefluss zu unterbrechen und die notwendigen 
Fragen zu stellen. Seinen kaum zielgerichteten Ausschweifungen konnte nur be-
dingt gefolgt werden. Der Beschwerdeführer hat jedoch klargemacht, dass er eine 
medikamentöse Behandlung ablehne (act. 12, S. 3). Die Ausführungen der Klinik 
B._____ und des Gutachters zeigen klar auf, dass bei ausbleibender Medikation 
mit einer Verschlechterung der psychotischen Symptome zu rechnen ist. Diese 
treten durch selbst- und allenfalls auch fremdgefährdendes Verhalten (ausgelöst 
durch allfällige Wahnvorstellungen) in Erscheinung. So verweigert der Beschwer-
deführer beispielsweise medizinische Untersuchungen, obwohl ein deutlicher Ver-
dacht auf eine Krebserkrankung besteht und er aufgrund einer zurückliegenden 
Bauchoperation auf regelmässige medizinische Kontrolle angewiesen wäre (act. 
09). Aufgrund dieser Umstände ist die Einschätzung der Klinik B._____ und des 
begutachtenden dipl. med. D._____, wonach bei unterbleibender Behandlung des 
Beschwerdeführers ein ernsthafter gesundheitlicher Schaden drohe, für das Kan-
tonsgericht ohne Weiteres nachvollziehbar.

4.4.1. Als weitere Voraussetzung für die Anordnung einer Behandlung ohne Zu-
stimmung verlangt das Gesetz die Urteilsunfähigkeit der betroffenen Person 
(Art.  34 Abs. 1 Ziff. 2 ZGB). In diesem Zusammenhang gilt es hervorzuheben, 
dass das Vorliegen einer psychischen Störung an sich nicht Urteilsunfähigkeit der 
betroffenen Person bedeutet, sondern mit der konkret zu beurteilenden Handlung 
in Beziehung zu setzen ist. Wie die höchstrichterliche Rechtsprechung festgehal-
ten hat, ist eine Person nicht allein deswegen urteilsunfähig, weil sie ihre Meinung 
ändert oder eine medizinisch angezeigte Behandlung verweigert (BGE 127 I 6 
E. 7b). Erfüllt daher die betroffene Person die Voraussetzungen der Urteilsfähig-
keit und verweigert sie die beabsichtigte Behandlung, ist ihr Wille zu respektieren, 
selbst wenn er objektiv schwer nachvollziehbar ist (siehe Olivier Guillod, in: Büch-
ler et al. [Hrsg.], FamKomm Erwachsenenschutz, Bern 2013, N 21 zu Art. 434 
ZGB m.w.H.). Da die Urteilsfähigkeit immer bezüglich des konkreten Rechtsge-
schäftes zu beurteilen ist, kann die Urteilsfähigkeit nicht für jede Behandlung 
gleich beurteilt werden. Es kann der betroffenen Person als Folge ihrer Krankheit 
an den notwendigen kognitiven Fähigkeiten fehlen, um in eine Behandlung einwil-
ligen oder sie ablehnen zu können. Denkbar ist aber auch, dass die Krankheit die 
Wahrnehmungsfähigkeit beeinträchtigt oder die Entschlussfähigkeit lähmt, so dass 
die betroffene Person zwar merkt, worum es geht, einer angepassten Behandlung 
aber nicht zustimmen kann, weil sie in ihrer die ganze Persönlichkeit erfassenden 

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Schwäche ihre Situation nicht vernunftgemäss einschätzen kann. Erfasst werden 
von daher auch Personen, die einen Willen ausdrücken können, dieser aber nicht, 
wie in Art. 16 ZGB gefordert, auf einem Mindestmass an Rationalität beruht (Bot-
schaft, a.a.O., S. 7069; Geiser/Etzensberger, a.a.O., N 18 zu Art. 434/435 ZGB).

4.4.2. Die Klinik B._____ hielt in der Anordnung zur Behandlung ohne Zustim-
mung fest, der Beschwerdeführer sei in Bezug auf dieselbe urteilsunfähig und leh-
ne die Behandlung trotz intensiver Aufklärung über die Notwendigkeit aus krank-
heitsbedingten Gründen ab (act. 08.1). Auch gemäss dem Gutachter ist die Ur-
teilsfähigkeit des Beschwerdeführers im Hinblick auf seine Behandlungsbedürftig-
keit nicht gegeben (act. 09, Fragenkatalog Behandlung ohne Zustimmung, Frage 
5). Der Beschwerdeführer selbst hat während der Hauptverhandlung ausgesagt, 
dass er keine Behandlung benötige, da er nicht (mehr) psychotisch oder paranoid 
sei (act. 12, S. 3). Insoweit sind keine Gründe ersichtlich, um von der Einschät-
zung der behandelnden Ärzte der Klinik B._____ und des Gutachters betreffend 
Urteilsunfähigkeit abzuweichen.

4.5.1. Das Gesetz verlangt schliesslich, dass die vorgesehene Massnahme ver-
hältnismässig ist. Für die Zulässigkeit der Anordnung einer Behandlung ohne Zu-
stimmung darf somit keine andere, weniger einschneidende, angemessene Mass-
nahme zur Verfügung stehen (Art. 434 Abs. 1 Ziff. 3 ZGB; vgl. auch Art. 389 
Abs. 2 ZGB). Weniger einschneidend sind Massnahmen, die dem tatsächlichen 
oder mutmasslichen Willen des Patienten mehr entsprechen als die vorgeschla-
gene. Die Beurteilung, welche Massnahme angemessen ist, muss nach dem neu-
esten Stand der Wissenschaft erfolgen. Damit eine alternative Behandlung in Fra-
ge kommt, muss diese selbstverständlich wirksam und zweckmässig sein (Gei-
ser/Etzensberger, a.a.O., N 22 und N 24 zu Art. 434/435 ZGB; Botschaft, a.a.O., 
S. 7069 f.).

4.5.2. Die Klinik B._____ kam in ihrer Anordnung zum Schluss, dass ein reiner 
Aufenthalt in der Klinik ohne entsprechende Behandlung zu einer deutlichen ge-
sundheitlichen Verschlechterung des Beschwerdeführers führen würde und ande-
re weniger einschneidende Massnahmen nicht ersichtlich seien (act. 08.1). Auch 
der Gutachter bestätigt, dass keine Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung 
ständen, welche weniger einschneidend seien (act. 09, Fragenkatalog Behandlung 
ohne Zustimmung, Frage 8). Der Beschwerdeführer erwähnt selber keine Alterna-
tive zur antipsychotischen Medikation. Er möchte, so scheint es, auf jegliche Be-
handlung verzichten. Für das Kantonsgericht ist mithin keine mildere Massnahme 
ersichtlich als die zwangsweise Anordnung der medikamentösen Behandlung 
gemäss Behandlungsplan.

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5. Im Ergebnis sind sämtliche Voraussetzungen für die Anordnung einer Be-
handlung ohne Zustimmung erfüllt. Die Beschwerde ist daher abzuweisen.

6. Da der Beschwerdeführer vollumfänglich unterlegen ist, wären ihm die Kos-
ten des Beschwerdeverfahrens aufzuerlegen (vgl. Art. 60 Abs. 5 EGzZGB i.V.m. 
Art. 106 Abs. 1 ZPO). Es ist jedoch davon auszugehen, dass der Beschwerdefüh-
rer – welcher eine IV-Rente erhält – nicht über die finanziellen Mittel zur Kosten-
tragung verfügt. Unter Berücksichtigung der finanziellen Verhältnisse des Be-
schwerdeführers rechtfertigt es sich vorliegend, im Sinne von Art. 63 Abs. 3 EGz-
ZGB auf die Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten. Daher verbleiben die 
Kosten des Beschwerdeverfahrens in der Höhe von CHF 3'125.00 (Gerichtsge-
bühr von CHF 1'500.00 und Gutachterkosten von CHF 1'625.00, vgl. zu letzteren 
act. 09.1) beim Kanton Graubünden.

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Demnach wird erkannt:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von insgesamt CHF 3'125.00 
(CHF 1'500.00 Gerichtsgebühr und CHF 1'625.00 Gutachterkosten) gehen 
zu Lasten des Kantons Graubünden.

3. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 72 BGG Beschwerde in Zivil-
sachen an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, geführt 
werden. Die Beschwerde ist dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 Tagen 
seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der 
gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff. und Art. 90 
ff. BGG.

4. Mitteilung an: