# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** efcb8c81-7900-5962-9aaf-1eab30bc8163
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-10-07
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 07.10.2025 F-7362/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-7362-2025_2025-10-07.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-7362/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  7 .  O k t o b e r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichterin Susanne Genner, 

mit Zustimmung von Richterin Aileen Truttmann;   

Gerichtsschreiberin Margerita Socha. 
 

 
 

Parteien 
 A._______, geboren am (…), 

Somalia,   

vertreten durch Stephanie Arévalo Menchaca,  

HEKS Rechtsschutz Bundesasylzentren Ostschweiz,  

Beschwerdeführerin,  

  
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM,  

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

  
 

 
 

Gegenstand 
 Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung 

(Dublin-Verfahren - Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG);  

Verfügung des SEM vom 19. September 2025. 

 

 

 

F-7362/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführerin ersuchte am 19. Juli 2025 in der Schweiz um Asyl. 

Ein Abgleich mit der europäischen Fingerabdruckdatenbank (Eurodac) 

ergab, dass sie bereits am 20. Oktober 2021 in Belgien und am 24. April 

2025 in Frankreich um Asyl ersucht hatte. 

B.  

Am 23. Juli 2025 informierte die Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin 

die Vorinstanz, dass es sich bei der der Beschwerdeführerin um ein Opfer 

geschlechtsspezifischer Verfolgung (GespeVer: FGM) handle und ersuchte 

darum, bei den Terminen ein Frauenteam zur Verfügung zu stellen. Zudem 

wurde der Vorinstanz mitgeteilt, dass die Beschwerdeführerin der Rechts-

vertretung gegenüber angegeben habe, in Somalia während vier Jahren 

eingesperrt und körperlich und sexuell missbraucht worden zu sein. 

C.  

Am 7. August 2025 führte die Vorinstanz mit der Beschwerdeführerin ein 

Dublin-Gespräch durch. Dabei wurde ihr das rechtliche Gehör zur Zustän-

digkeit Belgiens für die Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfah-

rens, zu einem allfälligen Nichteintretensentscheid sowie zur Wegweisung 

dorthin gewährt. 

D.  

Am 7. August 2025 ersuchte die Vorinstanz die belgischen Behörden um 

Wiederaufnahme der Beschwerdeführerin gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. d 

der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des 

Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur 

Bestimmung des Mitgliedsstaats, der für die Prüfung eines von einem Dritt-

staatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten An-

trags auf internationalen Schutz zuständig ist (nachfolgend: Dublin-III-VO). 

Die belgischen Behörden hiessen das Wiederaufnahmeersuchen am 

18. August 2025 gut. 

E.  

Am 26. August 2025 reichte die Rechtsvertretung bei der Vorinstanz eine 

Eingabe ein, mit der die Durchführung einer Befragung potenzieller Opfer 

von Menschenhandel (OMH-Befragung) sowie die Ansetzung der Erho-

lungs- und Bedenkzeit gemäss Art. 35 VZAE (SR 142.201) beziehungs-

weise die Sistierung des Verfahrens beantragt wurden.  

F-7362/2025 

Seite 3 

F.  

Am 27. August 2025 teilte die Vorinstanz der Rechtsvertretung mit, dass 

die anlässlich des Dublin-Gesprächs am 7. August 2025 gemachten Anga-

ben keine Aussagen enthalten würden, die auf eine mögliche Situation von 

Menschenhandel hindeuten könnten. Auch aus dem Schreiben vom 

26. August 2025 würden weiterhin keine Anhaltspunkte hervorgehen, die 

eventuell auf Menschenhandel hindeuten könnten. Die Vorinstanz ersuchte 

die Beschwerdeführerin in der Folge darum, die Angaben zu präzisieren. 

Am 3. September 2025 nahm die Beschwerdeführerin diesbezüglich Stel-

lung. 

G.  

Mit Verfügung vom 19. September 2025 – eröffnet am 22. September 

2025 – trat die Vorinstanz in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG 

(SR 142.31) auf das Asylgesuch der Beschwerdeführerin nicht ein, ordnete 

ihre Überstellung nach Belgien an und forderte sie auf, die Schweiz am Tag 

nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen. 

H.  

Am 25. September 2025 erhob die Beschwerdeführerin beim Bundesver-

waltungsgericht Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung 

sei vollständig aufzuheben und die Vorinstanz anzuweisen, auf ihr Asylge-

such einzutreten. Eventualiter sei die Verfügung vollständig aufzuheben 

und zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Subeventuali-

ter sei die Verfügung aufzuheben, an die Vorinstanz zurückzuweisen und 

die Vorinstanz sei anzuweisen, eine individuelle schriftliche Zusicherung 

der belgischen Behörden bezüglich des Zugangs zu einem fairen Asylver-

fahren und der unmittelbaren adäquaten Unterbringung und medizinischen 

Versorgung einzuholen. Der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung 

zu erteilen und die Vollzugsbehörden seien unverzüglich im Sinne einer 

superprovisorischen vorsorglichen Massnahme anzuweisen, von einer 

Überstellung nach Belgien abzusehen, bis das Bundesverwaltungsgericht 

über die vorliegende Beschwerde entschieden habe. Es sei der Beschwer-

deführerin die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren und auf die Er-

hebung eines Kostenvorschusses zu verzichten. 

I.  

Am 26. September 2025 ordnete die Instruktionsrichterin einen superpro-

visorischen Vollzugsstopp an. 

  

F-7362/2025 

Seite 4 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht ist für die Behandlung der Beschwerde 

zuständig (Art. 105 AsylG; Art. 31 ff. VGG) und die Sachurteilsvorausset-

zungen sind erfüllt, so dass auf die Beschwerde einzutreten ist (Art. 48 Abs. 

1 VwVG, Art. 108 Abs. 3 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG).  

1.2 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige oder 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).  

1.3 Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet, weshalb 

sie im Verfahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines 

zweiten Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin (Art. 111 Bst. e 

AsylG), ohne Durchführung eines Schriftenwechsels und mit summari-

scher Begründung zu behandeln ist (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 

2.  

2.1 Die Vorinstanz hat korrekt erwogen, dass gemäss Art. 18 Abs. 1 Bst. d 

Dublin-III-VO grundsätzlich Belgien für die Behandlung des Asylgesuchs 

der Beschwerdeführerin zuständig ist, dass das belgische Asylsystem 

rechtsprechungsgemäss keine systemischen Mängel aufweist, aufgrund 

derer die Zuständigkeit gemäss Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO auf die Schweiz 

überginge, und dass vorliegend keine völkerrechtlichen Vollzugshinder-

nisse ersichtlich sind, welche die Schweiz zu einem Selbsteintritt nach 

Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO verpflichten würden. Dabei hat sie namentlich 

die Vorbringen der Beschwerdeführerin, sie sei ein potenzielles Opfer von 

Menschenhandel, ihre Rückkehr nach Belgien (Obdachlosigkeit, medizini-

sche Behandlung, Zugang zum Arbeitsmarkt) sowie ihren Gesundheitszu-

stand (Allergien, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Zahnschmerzen, Einschlaf-

probleme, Albträume, Angst und depressive Verstimmung sowie Probleme 

hinsichtlich der Beschneidung, Rippen- Rücken- und Beinschmerzen) be-

rücksichtigt und rechtsprechungskonform gewürdigt. Darüber hinaus hat 

die Vorinstanz in rechtsfehlerfreier Ausübung des ihr nach Art. 17 Abs. 1 

Dublin-III-VO und Art. 29a Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 

1999 (AsylV 1, SR 142.311) zukommenden Ermessens von einem freiwil-

ligen Selbsteintritt der Schweiz abgesehen. Sie ist demnach zu Recht in 

Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG auf das Asylgesuch der Be-

schwerdeführerin nicht eingetreten und hat in Anwendung von Art. 44 

F-7362/2025 

Seite 5 

AsylG deren Wegweisung nach Belgien angeordnet. Zur näheren Begrün-

dung wird auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen. 

2.2 Was die Beschwerdeführerin auf Rechtsmittelebene vorbringt, vermag 

an der Richtigkeit der angefochtenen Verfügung nichts zu ändern. Hinsicht-

lich des Umstandes, dass es sich bei der Beschwerdeführerin um ein po-

tenzielles Opfer von Menschenhandel handelt, ist festzuhalten, dass die 

Entführung der Beschwerdeführerin bereits vor Jahren im Heimatland statt-

gefunden hat, weshalb das Risiko, vom Entführer ausfindig gemacht zu 

werden oder gar erneut in den Menschenhandelsprozess zu geraten (sog. 

Re-Trafficking), äusserst gering ist. Dies nicht zuletzt auch deshalb, weil 

die Beschwerdeführerin seit ihrer Flucht aus der behaupteten Gefangen-

schaft im September 2021 offenbar vom Entführer oder von mit diesem 

allenfalls in Verbindung stehenden Personen nicht mehr kontaktiert worden 

ist. Was den Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin (psychisch und 

physisch stark belastet) angeht, sind diese Leiden selbst in ihrer Gesamt-

betrachtung nicht derart gravierend, dass gestützt auf Art. 3 EMRK von ei-

ner Überstellung nach Belgien abgesehen werden müsste. Nichtsdestot-

rotz ist ergänzend darauf hinzuweisen, dass Belgien über eine ausrei-

chende medizinische Infrastruktur verfügt. Auch die von der Beschwerde-

führerin wiedergegebenen Berichte von Nichtregierungsorganisationen zur 

allgemeinen Asyl- und Aufnahmesituation in Belgien sowie die geltend ge-

machten Erlebnisse vermögen keine systemischen Mängel beziehungs-

weise eine Gefährdungslage im Sinne von Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO zu 

belegen. Für eine Änderung der Rechtsprechung (zu den Voraussetzun-

gen: BGE 147 V 342 E. 5.5.1 m.w.H.) besteht in Würdigung der von der 

Beschwerdeführerin gemachten Äusserungen keine Veranlassung. Es ist 

demnach davon auszugehen, dass Gesuchstellende, welche gestützt auf 

die Dublin-III-VO nach Belgien überstellt werden, Zugang zum dortigen 

Asylverfahren erhalten und Belgien die Sicherheit gestützt auf die Dublin-

III-VO überstellter Personen garantiert und deren Rechte gemäss dem in-

ternationalen Recht einhält (siehe E. 2.1 hiervor).  

2.3 Entgegen den Vorbringen der Beschwerdeführerin liegt weder eine 

Verletzung des rechtlichen Gehörs in Form der Prüfungs- und Begrün-

dungspflicht noch eine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes vor. Wie 

aus der Begründung des angefochtenen Entscheids hervorgeht, bezog die 

Vorinstanz die von der Beschwerdeführerin geschilderten Erlebnisse im 

Zusammenhang mit dem potenziellen Menschenhandel in ihren Entscheid 

mit ein. Hinsichtlich der Gesundheitssituation der Beschwerdeführerin 

durfte die Vorinstanz den Sachverhalt angesichts der Aktenlage als hin-

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Seite 6 

reichend erstellt erachten. Da das belgische Asyl- und Aufnahmesystem 

rechtsprechungsgemäss keine systemischen Mängel aufweist, mithin über 

eine ausreichende medizinische Versorgung und Unterbringung verfügt, 

musste die Vorinstanz auch keine weiteren Abklärungen vornehmen. Dass 

die Beschwerdeführerin die Schlussfolgerungen der Vorinstanz nicht teilt, 

begründet keine unvollständige Sachverhaltsabklärung, sondern betrifft 

deren rechtliche Würdigung. Folglich ist der Eventualantrag, die Sache sei 

zu weiteren Sachverhaltsabklärungen an die Vorinstanz zurückzuweisen, 

abzuweisen.  

2.4 Schliesslich besteht kein Anlass, die Vorinstanz anzuweisen, explizit 

Zusicherungen hinsichtlich des Zugangs zu einem fairen Asylverfahren und 

der unmittelbaren adäquaten Unterbringung und medizinischen Versor-

gung bei den belgischen Behörden einzuholen. Der entsprechende Sub-

eventualantrag ist ebenfalls abzuweisen.  

3.  

Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung nicht zu beanstanden 

(Art. 106 AsylG) und die Beschwerde ist abzuweisen. 

4.  

Mit vorliegendem Urteil fällt der am 26. September 2025 angeordnete Voll-

zugsstopp dahin und das Gesuch um Erteilung der aufschiebenden Wir-

kung wird gegenstandslos.  

5.  

5.1 Die Rechtsbegehren erweisen sich als aussichtslos, weshalb das Ge-

such um unentgeltliche Prozessführung (Art. 65. Abs. 1 VwVG) abzuwei-

sen ist. 

5.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der Beschwerde-

führerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– 

festzusetzen (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kos-

ten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]). 

6.  

Dieses Urteil ist endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 7 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen.  

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab-

gewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden der Beschwerdeführerin aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, die Vorinstanz und die kan-

tonale Migrationsbehörde. 

 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Susanne Genner Margerita Socha 

 

 

 

Versand: