# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 96bf7b04-9729-59bb-8bca-cc6bae3ac861
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2015-10-30
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 30.10.2015 E-6547/2015
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-6547-2015_2015-10-30.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung V 

E-6547/2015 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  3 0 .  O k t o b e r  2 0 1 5  

Besetzung 
 Richterin Gabriela Freihofer (Vorsitz), 

Richterin Contessina Theis,  

Richterin Regula Schenker Senn, 

Gerichtsschreiber Christoph Berger. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

c/o schweizerische Botschaft in Khartum (Sudan), 

Äthiopien,  

Beschwerdeführerin,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM;  

zuvor Bundesamt für Migration, BFM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung;  

Verfügung des SEM vom 20. Juli 2015 / N (…). 

 

 

 

E-6547/2015 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Mit Eingabe datiert vom 24. August 2012 stellte die Beschwerdeführerin bei 

der schweizerischen Botschaft in Khartum (Sudan) (nachfolgend: Bot-

schaft) ein Asylgesuch (Eingangsstempel Botschaft: 30. September 2012). 

Nach Weiterleitung der Eingabe wurde diese vom BFM am 30. Oktober 

2012 als Auslandsgesuch erfasst. 

B.  

B.a Mit Schreiben vom 2. April 2015 teilte das SEM der Beschwerdeführe-

rin durch Vermittlung der Botschaft mit, aufgrund des begrenzten Perso-

nalbestandes sowie fehlender Voraussetzungen im sicherheitstechnischen 

und räumlichen Bereich könne keine Befragung durch die Botschaft durch-

geführt werden. Aus diesem Grund unterbreite ihr das SEM einen ausführ-

lichen Fragekatalog zur Abklärung des Sachverhalts und forderte sie auf, 

ihre Stellungnahme innert Frist bei der Botschaft einzureichen. Am 7. Mai 

2015 bestätigte die Beschwerdeführerin unterschriftlich, das Schreiben des 

SEM erhalten zu haben. 

B.b Am 10. Juni 2015 ging das Antwortschreiben der Beschwerdeführerin 

bei der Botschaft ein. 

B.c Mit ihren Eingaben reichte die Beschwerdeführerin ein Schreiben vom 

Office of Commissioner for Refugees in Khartum vom 24. September 2012 

mit dem Inhalt, ihr sei von der sudanesischen Regierung der Flüchtlings-

status zuerkannt worden, zu den Akten. Im Weiteren legte sie ihre vorläu-

fige Identitätskarte für Asylsuchende und ihre Flüchtlings-Identitätskarte 

(jeweils in Kopie) bei. 

 

C.  

Mit Verfügung vom 20. Juli 2015, welche der Beschwerdeführerin durch 

Vermittlung der Botschaft am 2. August 2015 eröffnet wurde, bewilligte das 

SEM der Beschwerdeführerin die Einreise in die Schweiz nicht und lehnte 

das Asylgesuch ab. 

Dabei stützte sich das SEM auf den in der Verfügung im Wesentlichen wie 

folgt zusammenfassend geltend gemachten Sachverhalt: Die Beschwerde-

führerin habe einen 18-jährigen Sohn und sei verwitwet. In Äthiopien habe 

sie einen kleinen Laden geführt, in welchem sie Zeitschriften, T-Shirts und 

Antiquitäten verkauft habe. Ihr Ehemann, in dessen Tätigkeit die Be-

schwerdeführerin nicht involviert gewesen sei, habe als (…) sei (…), von 

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Seite 3 

den äthiopischen Sicherheitsbehörden wiederholt bedroht und einge-

schüchtert worden. Schliesslich sei er für mehrere Monate ins Gefängnis 

gekommen, worüber sie sich bei den Behörden beschwert habe. Diese hät-

ten sie ermahnt, im Zusammenhang ihres Ehemannes keine weiteren Fra-

gen zu stellen. Ihr Ehemann sei schliesslich unter suspekten Umständen 

im Gefängnis gestorben und als sie versucht habe, die Ursachen seines 

Todes herauszufinden, sei sie von den äthiopischen Sicherheitskräften ver-

folgt worden. Daraufhin sei sie mit ihrem Sohn in eine andere Gegend ge-

flohen. Am 20. Juni 2009 habe sie illegal die Grenze zum Sudan überschrit-

ten; ihren Sohn und ihre Mutter habe sie in Äthiopien zurücklassen müs-

sen. Auf dem Weg in den Sudan sei sie mehrmals von Menschenschmugg-

lern vergewaltigt worden, worunter sie psychisch und emotional leiden 

würde. Sie erhalte nach wie vor Anrufe von unbekannten Personen. Als 

Frau ohne den Schutz eines männlichen verwandten sei es ihr nicht mög-

lich, ein normales Leben zu führen und sie müsse sich ständig verstecken. 

Im Sudan habe sie lange erfolglos nach ihrer Schwester gesucht. Zurzeit 

arbeite sie als Hausangestellte und wohne im gleichen Haus, wo sie ar-

beite. 

Zur Begründung der Nicht-Bewilligung der Einreise in die Schweiz und der 

Ablehnung des Asylgesuchs führte das SEM im Wesentlichen Folgendes 

aus: 

Wenn sich eine Person, die ein Asylgesuch aus dem Ausland stelle, sich in 

einem Drittstaat aufhalte, bedeute dies zwar nicht zwingend, dass es ihr 

auch zuzumuten sei, sich dort um Aufnahme zu bemühen; es sei jedoch in 

solchen Fällen im Sinne einer Regelvermutung davon auszugehen, dass 

die betreffende Person bereits anderweitig in einem Drittstaat Schutz ge-

funden habe, was in der Regel zur Ablehnung des Asylgesuches und der 

Verweigerung der Einreisebewilligung führe (vgl. Urteil des Bundesverwal-

tungsgerichts E-7996/2008 vom 10. Dezember 2009 E. 2.2). In jedem Fall 

seien allerdings die Kriterien zu prüfen, welche die Zufluchtnahme in die-

sem Drittstaat als zumutbar erscheinen liessen, und diese seien mit einer 

allfälligen Beziehungsnähe zur Schweiz abzuwägen. Es gelte also zu prü-

fen, ob es aufgrund der gesamten Umstände geboten erscheine, dass es 

gerade die Schweiz sei, die den erforderlichen Schutz einer Person ge-

währen solle. 

Gestützt auf die Ausführungen der Beschwerdeführerin könne trotz gewis-

ser Unstimmigkeiten in ihren Aussagen (im Vergleich des schriftlichen Asyl-

gesuches und der schriftlichen Stellungnahme) nicht mit hinreichender 

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Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden, dass sie (zumindest) auf-

grund der (…) Tätigkeit ihres Ehemannes und im Anschluss an seinen Tod 

seitens der heimatlichen Behörden ernsthaften Nachteilen im Sinne von 

Art. 3 AsylG ausgesetzt gewesen sei respektive solche bei einer Rückkehr 

zu befürchten habe.  

Zu prüfen bleibe, ob einer allfälligen Asylgewährung durch die Schweiz der 

Asylausschlussgrund von aArt. 52 Abs. 2 AsylG entgegenstehe. Danach 

könne einer Person das Asyl verweigert werden, wenn ihr zugemutet wer-

den könne, sich in einem anderen Staat um Aufnahme zu bemühen. 

Aus den Akten gehe hervor, dass sich die Beschwerdeführerin zurzeit in 

Khartum aufhalte und sich beim UNHCR als Flüchtling habe registrieren 

lassen. Laut Berichten des UNHCR würden sich zahlreiche äthiopische 

Flüchtlinge und Asylbewerber im Sudan befinden. Vor diesem Hintergrund 

sei nicht zu verkennen, dass die Lage vor Ort für diese Menschen wie auch 

für die Beschwerdeführerin nicht einfach sei. Dennoch bestünden keine 

konkreten Anhaltspunkte zur Annahme, dass ein weiterer Verbleib im Su-

dan für sie nicht zumutbar oder nicht möglich wäre.  

Das UNHCR registriere vor Ort sämtliche Äthiopier, die sich in einem 

Flüchtlingslager melden würden, unabhängig davon, weshalb sie Äthiopien 

verlassen hätten. Sie würden einem Flüchtlingslager zugeteilt, wo sie sich 

aufzuhalten hätten und die nötige Versorgung erhielten. Sie würden im Su-

dan nicht über ein freies Aufenthaltsrecht für das ganze Land verfügen (mit 

Hinweis auf das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D-3336/2014 vom 

1. Juli 2014). Die Beschwerdeführerin sei vom UNHCR als Flüchtling aner-

kannt worden und habe die Möglichkeit, sich beim UNHCR zu melden, 

sollte sie sich in einer kritischen Situation befinden, in der sie auf Hilfeleis-

tungen angewiesen sei. 

Khartum sei für äthiopische Flüchtlinge gewiss nicht einfach. Aus den An-

gaben der Beschwerdeführerin gehe hervor, dass sie seit 2009 im Sudan 

lebe und dort durch ihre Erwerbstätigkeit als Hausangestellte in der Lage 

sei, ein gewisse Einkommen zur Bestreitung ihres Lebensunterhaltes zu 

erzielen. Ausserdem wohne sie an ihrem Arbeitsort und verfüge damit über 

eine Unterkunft. Die Hürden für eine zumutbare Existenz im Sudan seien i 

für sie folglich nicht unüberwindbar. Überdies lebe im Sudan eine grosse 

äthiopische Diaspora, die für in Not geratene Landsleute bereitstehe und 

weitgehend Unterstützung biete. 

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Seite 5 

Bei der Anwendung von aArt. 52 Abs. 2 AsylG seien zudem im Sinne einer 

Gesamtwürdigung auch die Beziehungsnähe zur Schweiz und die Bezie-

hungsnähe zu anderen Staaten zu prüfen. Zufolge der Angaben der Be-

schwerdeführerin würden keine Verwandten oder Bezugspersonen von ihr 

in der Schweiz leben. Auch sonst seien in den Akten keine Hinweise auf 

allfällige Anknüpfungspunkte zur Schweiz ersichtlich. Aufgrund dessen sei 

keine besondere Beziehungsnähe zur Schweiz gegeben, die die vorange-

gangenen Feststellungen umstossen könnte. 

Aufgrund der Erwägungen erscheine es für die Beschwerdeführerin objek-

tiv zumutbar, den im Sudan gegenüber einer allfälligen Verfolgungsgefahr 

in ihrem Heimatstaat Äthiopien bestehenden Schutz weiterhin in Anspruch 

zu nehmen. Es liege somit ein Asylausschlussgrund nach aArt 52 Abs. 2 

AsylG vor. Eine unmittelbare Gefahr im Sinne von aArt. 20 Abs. 3 AsylG 

habe nicht glaubhaft gemacht werden können. 

D.  

Mit undatierter Eingabe (Eingang Botschaft am 1. September 2015) erhob 

die Beschwerdeführerin Beschwerde gegen die Verfügung des SEM vom 

20. Juli 2015. Sinngemäss beantragte sie, es sei die Verfügung des SEM 

aufzuheben, ihr die Einreise in die Schweiz zu bewilligen und ihr Asyl und 

Schutz zu gewähren. Auf die Begründung der Beschwerde wird, soweit 

entscheidrelevant, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht 

vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

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Seite 6 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Die 

Beschwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, 

ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung. Sie ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 

und 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die 

Beschwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durchführung 

eines Schriftenwechsels verzichtet. 

4.  

Mit den dringlichen Änderungen des Asylgesetzes vom 28. September 

2012 (AS 2012 5359), welche am 29. September 2012 in Kraft getreten 

sind, wurden unter anderem die Bestimmungen betreffend die Einreichung 

von Asylgesuchen aus dem Ausland aufgehoben. Die Übergangsbestim-

mung (Ziffer III) hält jedoch fest, dass für die im Ausland vor dem Inkraft-

treten der Änderung vom 28. September 2012 gestellten Gesuche die mas-

sgeblichen Artikel (aArt. 12, 19, 20, 41 Abs. 2, 52 und 68 AsylG) in der 

bisherigen Fassung anwendbar sind. Demnach sind auf den vorliegenden 

Fall die altrechtlichen Bestimmungen betreffend das Asylverfahren anzu-

wenden. 

5.  

5.1 Ein Asylgesuch kann gemäss aArt. 19 AsylG im Ausland bei einer 

schweizerischen Vertretung gestellt werden, die es mit einem Bericht an 

das Bundesamt überweist (aArt. 20 Abs. 1 AsylG). Hinsichtlich des Verfah-

rens bei der schweizerischen Vertretung im Ausland sieht aArt. 10 der Asyl-

verordnung 1 vom 11. August 1999 über Verfahrensfragen (AsylV 1, 

SR 142.311) vor, dass diese mit der asylsuchenden Person in der Regel 

eine Befragung durchführt (aArt. 10 Abs. 1 AsylV 1); ist dies nicht möglich, 

so wird die asylsuchende Person von der Vertretung aufgefordert, ihre 

Asylgründe schriftlich festzuhalten (Art. 10 Abs. 2 AsylV 1). Eine Befragung 

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Seite 7 

beziehungsweise eine schriftliche Sachverhaltsabklärung kann sich erüb-

rigen, wenn der Sachverhalt bereits aufgrund des eingereichten Asylge-

suchs als entscheidreif erstellt erscheint; der asylsuchenden Person ist 

aber in diesem Fall im Sinne des rechtlichen Gehörs die Gelegenheit zu 

geben, sich zu einem abzusehenden negativen Entscheid zumindest 

schriftlich zu äussern (BVGE 2007/30 E. 5.7 S. 367). 

5.2 Vorliegend wurde die Beschwerdeführerin von der Botschaft in Khar-

tum zu ihrem Asylgesuch nicht befragt. Indes wurde sie im Rahmen des 

rechtlichen Gehörs mittels Schreiben vom 2. April 2015 zur weiteren Kon-

kretisierung ihrer Asylgründe aufgefordert. In Verbindung mit den bereits 

vorgängig enthaltenen Fragestellungen sowie den entsprechenden Ant-

worten der Beschwerdeführerin dazu konnte das SEM letztlich davon aus-

gehen, dass sämtliche für die Beurteilung des Asylgesuchs aus dem Aus-

land notwendigen Aspekte abgedeckt waren, namentlich die genauen Per-

sonalien der asylsuchenden Personen, die detaillierten Asylvorbringen, die 

unternommenen Massnahmen zur Schutzsuche oder die Möglichkeit einer 

innerstaatlichen Fluchtalternative. Dabei ist festzustellen, dass sich die Be-

schwerdeführerin in allen ihren Eingaben grundsätzlich auf den gleichen 

Sachverhalt berief. Aufgrund der Schilderungen der Beschwerdeführerin 

durfte das SEM davon ausgehen, dass sämtliche für die Beurteilung des 

Asylgesuches aus dem Ausland notwendigen Sachverhaltsaspekte vorge-

bracht wurden. Das SEM ist zudem der Begründungspflicht des Anhö-

rungsverzichts nachgekommen, so dass im vorliegenden Verfahren dem 

Anspruch der Beschwerdeführerin auf Gewährung des rechtlichen Gehörs 

Rechnung getragen und der entscheidwesentliche Sachverhalt in genü-

gender Weise und umfassend abgeklärt wurde. 

6.  

6.1 Die Vorinstanz kann ein im Ausland gestelltes Asylgesuch ablehnen, 

wenn die asylsuchende Person keine Verfolgung glaubhaft machen kann 

oder ihr die Aufnahme in einem Drittstaat zugemutet werden kann            

(vgl. Art. 3, Art. 7 und aArt. 52 Abs. 2 AsylG). 

6.2 Gemäss aArt. 20 Abs. 2 AsylG bewilligt das SEM Asylsuchenden die 

Einreise zur Abklärung des Sachverhaltes, wenn ihnen nicht zugemutet 

werden kann, im Wohnsitz- oder Aufenthaltsstaat zu bleiben oder in ein 

anderes Land auszureisen. Bei diesem Entscheid sind die Voraussetzun-

gen zur Erteilung einer Einreisebewilligung grundsätzlich restriktiv zu um-

schreiben, wobei den Behörden ein weiter Ermessensspielraum zukommt. 

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Seite 8 

Neben der erforderlichen Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG sind na-

mentlich die Beziehungsnähe zur Schweiz, die Möglichkeit der Schutzge-

währung durch einen anderen Staat, die Beziehungsnähe zu anderen 

Staaten, die praktische Möglichkeit und objektive Zumutbarkeit zur ander-

weitigen Schutzsuche sowie die voraussichtlichen Eingliederungs- und  

Assimilationsmöglichkeiten in Betracht zu ziehen. Ausschlaggebend für die 

Erteilung der Einreisebewilligung ist dabei die Schutzbedürftigkeit der be-

troffenen Personen, mithin die Prüfung der Fragen, ob eine Gefährdung im 

Sinne von Art. 3 AsylG glaubhaft gemacht wird und ob der Verbleib am 

Aufenthaltsort für die Dauer der Sachverhaltsabklärung zugemutet werden 

kann (vgl. BVGE 2011/10 E. 3.3 S. 126 und E. 5.1 S. 128; vgl. auch die 

Zusammenfassung der Rechtsprechung im Urteil D-2018/2011 vom         

14. September 2011 E. 7.1).  

6.3 Nach Prüfung der Akten durch das Gericht ist festzustellen, dass die 

Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung den von der Beschwerdefüh-

rerin geltend gemachten wesentlichen Sachverhalt korrekt erfasst und in 

ihrer Begründung überzeugend dargelegt hat, dass den von der Beschwer-

deführerin geltend gemachtem Vorbringen keine einreiserelevante Bedeu-

tung zukommt. Es kann deshalb vorab auf die vorinstanzlichen Erwägun-

gen verwiesen werden (vgl. vorstehend unter C.).  

6.4 In der Rechtsmitteleingabe schildert die Beschwerdeführerin vorab im 

Wesentlichen den bereits im vorinstanzlichen Verfahren geltend gemach-

ten Sachverhalt und hebt hervor, die äthiopische Regierung beabsichtige, 

sie und ihren Sohn zu inhaftieren. Die Beschwerdeführerin hält sich jedoch 

in einem Drittstaat, dem Sudan, auf, in dem ihr der Flüchtlingsstatus zuer-

kannt wurde und hinreichenden Schutz gefunden hat. Auch sind keine 

ernsthaften Zweifel erkennbar, wonach es der Beschwerdeführerin nicht 

zumutbar wäre, weiterhin im Sudan zu leben. In der Rechtsmitteleingabe 

gibt die Beschwerdeführerin zwar ihre Schmerz und ihrer Traurigkeit Aus-

druck, von ihrem Sohn getrennt und allein ohne verwandtschaftliche Un-

terstützung leben zu müssen. Hingegen macht sie keine Behelligungen 

seitens der sudanesischen Behörden oder seitens der Familie, bei der sie 

wohnt und arbeitet, geltend. Das Bundesverwaltungsgericht anerkennt, 

dass in genereller Hinsicht die Umstände im Sudan schwierig und teilweise 

unbefriedigend sind. Dennoch sind sie nicht dergestalt, dass auch ohne 

Bezug zur Schweiz eine Einreise in die Schweiz bewilligt werden müsste 

(vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurs-

kommission [EMARK] 2005 Nr. 19). Demnach ergibt sich aus der Be-

schwerdeeingabe nichts Entscheidwesentliches, was die Erwägungen des 

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Seite 9 

SEM entkräften könnte. Die Beschwerdeführerin konnte keine aktuelle Ge-

fährdung im Sinne von Art. 3 AsylG aufzeigen, welche die Bewilligung der 

Einreise in die Schweiz rechtfertigen würde. Die Schutzbedürftigkeit der 

Beschwerdeführerin im Sinne von aArt. 20 i.V.m. Art. 3 AsylG ist nicht ge-

geben. Das Bundesverwaltungsgericht schliesst sich somit den Ausführun-

gen des SEM in der angefochtenen Verfügung vollumfänglich an. Das SEM 

hat der Beschwerdeführerin zu Recht die Einreise in die Schweiz nicht be-

willigt und das Asylgesuch abgelehnt. 

7.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

8.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären dessen Kosten grundsätzlich 

der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Aus verwal-

tungsökonomischen Gründen ist indessen in Anwendung von Art. 6 des 

Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen 

vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) auf die Erhe-

bung von Verfahrenskosten zu verzichten. 

 

 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die schweize-

rische Botschaft in Khartum. 

 

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Gabriela Freihofer Christoph Berger 

 

 

 

 

 

 

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