# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 15ed2890-417e-5938-aefb-1c5b38d083a2
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2016-03-10
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 10.03.2016 D-6191/2015
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6191-2015_2016-03-10.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung IV 

D-6191/2015 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 0 .  M ä r z  2 0 1 6  

Besetzung 
 Einzelrichter Bendicht Tellenbach, 

mit Zustimmung von Richter Markus König;  

Gerichtsschreiber Martin Scheyli 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am [...], 

Syrien,  

vertreten durch lic. iur. Bernhard Jüsi, Rechtsanwalt,  

Advokatur Kanonengasse,  

[...],  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz 

   

Gegenstand 

 
Asyl; Verfügung des SEM vom 31. August 2015 

 

 

 

D-6191/2015 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer ist syrischer Staatsangehöriger kurdischer Ethnie 

mit letztem Wohnsitz in der Stadt al-Qamishli (arabisch) beziehungsweise 

Qamişlo (kurdisch) in der Provinz al-Hasakah (arabisch) beziehungsweise 

Hesiça (kurdisch). Gemäss eigenen Angaben verliess er seinen Heimat-

staat im Juni 2014 in Richtung Türkei. Am 15. Dezember 2014 reiste er 

unkontrolliert in die Schweiz ein und stellte am 16. Dezember 2014 beim 

Empfangs- und Verfahrenszentrum Basel ein Asylgesuch. Am 2. Januar 

2015 wurde er durch das Staatssekretariat für Migration (SEM) summa-

risch und am 28. April 2015 eingehend zu den Gründen seines Asylge-

suchs befragt. Zwischenzeitlich wurde er für die Dauer des Asylverfahrens 

dem Kanton B._______ zugewiesen.  

B.  

Der Beschwerdeführer äusserte sich anlässlich seiner Befragungen zum 

einen in Bezug auf seine militärische Dienstpflicht in Syrien. Diesbezüglich 

gab er im Rahmen der summarischen Erstbefragung an, er habe im Jahr 

2009 ein Aufgebot zur militärischen Musterung erhalten. Diesem habe er 

aber nicht Folge geleistet und sei deshalb durch die syrischen Militärbehör-

den gesucht worden. Anlässlich der eingehenden Anhörung zog er diese 

Aussagen zurück, indem er erklärte, aufgrund einer Krebserkrankung sei 

er durch die zuständigen syrischen Behörden von der militärischen Dienst-

pflicht befreit worden. Weiter machte der Beschwerdeführer zur Begrün-

dung seines Asylgesuchs geltend, er sei seit Mai oder Juni 2012 Mitglied 

der kurdisch-syrischen bewaffneten Organisation YPG (Yekîneyên Paras-

tina Gel; Volksverteidigungseinheiten) gewesen, wobei er als Chauffeur 

von Transportfahrzeugen gewirkt habe. Im März oder April 2014 habe die 

Einheit, für die er gearbeitet habe, im Dorf C._______ eine Razzia gegen 

Angehörige der Jabhat al-Nusra (al-Nusra-Front) oder des Dāʿish (arabi-

sches Kürzel für "Islamischer Staat") durchgeführt, wobei zwei Angehörige 

jener Organisation verhaftet worden seien. Dabei sei er von einem ethni-

schen Araber beobachtet worden, der ein Nachbar der Familie des Be-

schwerdeführers in al-Qamishli gewesen sei. Zwei Monate später habe die-

ser Nachbar die Familie des Beschwerdeführers aufgesucht und gefragt, 

weshalb sich der Beschwerdeführer an jener Razzia beteiligt habe. Er habe 

deshalb gefürchtet, er könnte durch jene extremistische Organisation ge-

tötet werden. Des Weiteren brachte der Beschwerdeführer vor, er habe im 

Jahr 2011 in al-Qamishli mehrfach an Demonstrationen gegen das staatli-

che syrische Regime teilgenommen. Deswegen habe er damals Probleme 

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Seite 3 

mit den staatlichen syrischen Behörden bekommen, und es sei im Haus 

seiner Familie eine Mitteilung abgegeben worden, wonach er gesucht 

werde. Er wisse aber nicht, von welcher Behörde diese Mitteilung gewesen 

sei und was darin gestanden habe. Wegen der Teilnahme an Demonstrati-

onen hätten im Übrigen auch sein Vater und sein Bruder Schwierigkeiten 

mit den syrischen Behörden gehabt. Anlässlich seiner Befragungen gab 

der Beschwerdeführer einen vom Jahr 2009 datierenden militärischen Stel-

lungsbefehl, vier Photographien in Bezug auf seine Mitgliedschaft bei den 

YPG sowie acht Photographien betreffend die erwähnten Demonstrationen 

im Jahr 2011 zu den Akten.  

C.  

Mit Eingabe seines Rechtsvertreters an das SEM vom 26. Mai 2015 wies 

der Beschwerdeführer darauf hin, dass bezüglich seines Bruders 

D._______ durch das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil D-3906/2014 

vom 21. Mai 2015 ein positiver Asylentscheid gefällt worden sei.  

D.  

Mit Zwischenverfügung vom 24. August 2015 gewährte das SEM dem Be-

schwerdeführer Einsicht in dessen Asylverfahrensakten.  

E.  

Mit Verfügung vom 31. August 2015 lehnte das SEM das Asylgesuch des 

Beschwerdeführers ab. Gleichzeitig ordnete es wegen Unzumutbarkeit des 

Vollzugs der Wegweisung die vorläufige Aufnahme in der Schweiz an. Zur 

Begründung der Ablehnung des Asylgesuchs führte das Staatssekretariat 

im Wesentlichen aus, die betreffenden Vorbringen des Beschwerdeführers 

seien entweder nicht glaubhaft oder nicht asylrelevant.  

F.  

Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 1. Oktober 2015 focht der Be-

schwerdeführer die Verfügung des SEM beim Bundesverwaltungsgericht 

an. Dabei beantragte er hauptsächlich die Aufhebung der Dispositivziffern 

1‒3 der genannten Verfügung und die Gewährung des Asyls, eventualiter 

die Feststellung der Unzulässigkeit des Wegweisungsvollzugs bezie-

hungsweise die Zurückweisung der Sache an die Vorinstanz zur ergänzen-

den Abklärung des Sachverhalts und zur erneuten Beurteilung. In pro-

zessualer Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Pro-

zessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG sowie um Beiordnung ei-

nes amtlichen Rechtsbeistands gemäss Art. 110a des Asylgesetzes 

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(AsylG, SR 142.31) in der Person seines Rechtsvertreters. Mit der Be-

schwerdeschrift wurden als Beweismittel die Kopie eines Artikels aus der 

E._______ vom [...], verschiedene Photographien in Bezug auf die Tätig-

keit des Beschwerdeführers für die YPG und seine Teilnahme an Demonst-

rationen in Syrien, eine Fürsorgebestätigung sowie eine Honorarabrech-

nung eingereicht. Auf die Begründung der Beschwerde und den Inhalt der 

eingereichten Beweismittel wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in 

den Erwägungen eingegangen. 

G.  

Mit Zwischenverfügung vom 6. Oktober 2015 teilte der zuständige Instruk-

tionsrichter dem Beschwerdeführer mit, über die Gesuche um Gewährung 

der unentgeltlichen Prozessführung und um Beiordnung eines amtlichen 

Rechtsbeistands werde zu einem späteren Zeitpunkt befunden. Des Wei-

teren wurde auf die Erhebung eines Kostenvorschusses verzichtet. 

H.  

Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 17. Februar 2016 ersuchte der 

Beschwerdeführer um eine Mitteilung zum Verfahrensstand. 

 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Über Beschwerden ge-

gen Verfügungen, die gestützt auf das AsylG durch das SEM erlassen wor-

den sind, entscheidet das Bundesverwaltungsgericht grundsätzlich (mit 

Ausnahme von Verfahren betreffend Personen, gegen die ein Ausliefe-

rungsersuchen des Staates vorliegt, vor welchem sie Schutz suchen) end-

gültig (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31–33 VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht können im Anwen-

dungsbereich des AsylG die Verletzung von Bundesrecht, einschliesslich 

Missbrauch und Überschreitung des Ermessens, sowie die unrichtige oder 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

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Seite 5 

2.  

Der Beschwerdeführer ist legitimiert; auf seine frist- und formgerecht ein-

gereichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 105 und 108 Abs. 1 AsylG; 

Art. 37 VGG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 VwVG). 

3.  

3.1 Die Beschwerdeeingabe richtet sich ausschliesslich gegen die Ableh-

nung des Asylgesuchs, die Feststellung der Vorinstanz, der Beschwerde-

führer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, sowie die Anordnung der 

Wegweisung. Die Frage des Vollzugs der Wegweisung bildet damit nicht 

Gegenstand des Beschwerdeverfahrens. 

3.2 Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterli-

cher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters entschieden 

(Art. 111 Bst. e AsylG). Vorliegend handelt es sich, wie nachfolgend auf-

gezeigt wird, um eine solche, weshalb der Beschwerdeentscheid nur sum-

marisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). 

3.3 Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wird auf einen Schriftenwechsel 

verzichtet. 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz grundsätzlich Flücht-

lingen Asyl. Als Flüchtling wird eine Person anerkannt, wenn sie in ihrem 

Heimatstaat oder im Land, wo sie zuletzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Re-

ligion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe  

oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausge-

setzt ist oder begründete Furcht hat, solchen Nachteilen ausgesetzt zu 

werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung von 

Leib, Leben oder Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen 

psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Glaubhaft gemacht ist die Flüchtlings-

eigenschaft, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit für gegeben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vor-

bringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich wi-

dersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf 

gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

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Seite 6 

4.3 Gemäss Art. 3 Abs. 3 AsylG sind keine Flüchtlinge Personen, die we-

gen Wehrdienstverweigerung oder Desertion ernsthaften Nachteilen aus-

gesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt 

zu werden. Vorbehalten bleibt die Einhaltung des Abkommens vom 28. Juli 

1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30). 

5.  

5.1 Zunächst ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer zwar anlässlich 

der Erstbefragung behauptete, er habe wegen des Nichtbefolgens eines 

militärischen Stellungsbefehls im Jahr 2009 Schwierigkeiten mit den syri-

schen Behörden gehabt, diese Aussage jedoch im Rahmen der eingehen-

den Anhörung widerrief. Auf diesen Gesichtspunkt ist somit nicht weiter ein-

zugehen.  

5.2 In der angefochtenen Verfügung wird unter anderem festgestellt, die 

Aussagen des Beschwerdeführers zu den Gründen seines Asylgesuchs 

seien aufgrund verschiedener Widersprüche und sonstiger Unstimmigkei-

ten grösstenteils unglaubhaft. Mit der Beschwerdeschrift wird dem entge-

gengehalten, unter anderem aufgrund von Missverständnissen bei der 

Übersetzung der Aussagen anlässlich der durchgeführten Befragungen sei 

die Begründung des Asylgesuchs durchaus glaubhaft ausgefallen. Jedoch 

erweist sich, dass die Vorbringen des Beschwerdeführers ohnehin asyl-

rechtlich nicht relevant sind, womit es sich erübrigt, die Frage der Glaub-

haftigkeit abschliessend zu beantworten. 

5.3 Der Beschwerdeführer brachte im vorinstanzlichen Verfahren zur Be-

gründung seines Asylgesuchs zum einen vor, er habe im Jahr 2011 in al-

Qamishli an Demonstrationen gegen das staatliche syrische Regime teil-

genommen und sei deswegen von den staatlichen Sicherheitskräften ge-

sucht worden. Diesbezüglich ist zunächst feststellen, dass der Beschwer-

deführer trotz dieser angeblichen Gefährdung während weiterer dreier 

Jahre in der Stadt al-Qamishli wohnhaft blieb, was offensichtlich dagegen 

spricht, dass er sich tatsächlich seitens des syrischen Regimes bedroht 

fühlte. Weiter ist in diesem Zusammenhang festzuhalten, dass die kurdisch 

besiedelten Gebiete Nordsyriens seit geraumer Zeit durch die syrisch-kur-

dische Partei PYD (Partiya Yekitîya Demokrat; Demokratische Einheitspar-

tei) und deren bewaffnete Organisation YPG kontrolliert werden, was ins-

besondere auch für die Stadt al-Qamishli gilt (hierzu zwei asylrechtliche 

Koordinationsentscheide des Bundesverwaltungsgerichts in Bezug auf die 

Situation in Syrien, BVGE 2015/3 E. 6.7.5.1 und 6.7.5.3 sowie das Urteil 

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D-5779/2013 vom 25. Februar 2015 E. 5.9.1 und 5.9.3 [letzteres als län-

derspezifisches Referenzurteil publiziert]). Mit anderen Worten hatte der 

Beschwerdeführer ‒ der nach eigenen Angaben selbst Mitglied der YPG 

war ‒ in seiner Heimatstadt al-Qamishli jedenfalls im Zeitraum unmittelbar 

vor seiner Ausreise ohnehin keine Behelligungen seitens des staatlichen 

syrischen Regimes zu befürchten. Diese Feststellung trifft auch für den 

heutigen Zeitpunkt weiterhin zu.  

5.4 Zum anderen machte der Beschwerdeführer gegenüber der Vorinstanz 

geltend, er sei im Rahmen seiner Tätigkeit als Chauffeur für die kurdisch-

syrischen Selbstverteidigungseinheiten der YPG im März oder April 2014 

bei der Verhaftung zweier Angehörigen der al-Nusra-Front oder des soge-

nannten "Islamischen Staats" zugegen gewesen. Er befürchte deswegen 

die Rache islamistischer Extremisten. Allerdings werden durch den Be-

schwerdeführer ‒ abgesehen von der blossen Nachfrage eines Nachbarn, 

weshalb er bei der fraglichen Verhaftung anwesend gewesen sei ‒ weder 

konkrete Behelligungen durch den sogenannten "Islamischen Staat" oder 

eine andere radikal-islamistische Terrororganisation geltend gemacht, 

noch vermag er konkrete Hinweise dafür vorzubringen, seitens einer dieser 

Gruppierungen hätten ihm tatsächlich individuelle Verfolgungsmassnah-

men gedroht. Hervorzuheben ist schliesslich insbesondere, dass der Woh-

nort des Beschwerdeführers, die Stadt al-Qamishli, zum Kerngebiet jener 

Regionen Nordsyriens gehört, die ‒ wie bereits erwähnt ‒ von der PYD und 

deren militärischen Organisation YPG kontrolliert werden. Hier hatte der 

Beschwerdeführer weder zum Zeitpunkt seiner Ausreise einen auf seine 

Person gerichteten gewaltsamen Übergriff seitens des sogenannten "Isla-

mischen Staats" oder der al-Nusra-Front zu befürchten, noch wäre dies 

zum heutigen Zeitpunkt der Fall. 

5.5 Auf Beschwerdeebene wird schliesslich geltend gemacht, es bestehe 

für den Beschwerdeführer die Gefahr einer Reflexverfolgung aufgrund der 

politischen Aktivitäten seines Vaters und insbesondere seines Bruders 

D._______. Letzterer sei in Syrien an der Koordination der ersten Auf-

stände und Kundgebungen durch die kurdische Jugendbewegung beteiligt 

gewesen und deswegen im Jahr 2012 vorübergehend inhaftiert worden. 

Diesbezüglich ist zum einen festzustellen, dass der Beschwerdeführer im 

Rahmen der eingehenden Anhörung auf entsprechende Frage hin aus-

drücklich aussagte, er habe wegen seiner Familienangehörigen in Syrien 

keinerlei Schwierigkeiten gehabt (Protokoll der eingehenden Anhörung, 

S. 10). Auch der Umstand, dass der Beschwerdeführer ‒ anders als sein 

Bruder D._______, der bereits im Februar 2012 aus Syrien ausreiste ‒ 

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Seite 8 

während weiterer zweier Jahre seitens der staatlichen syrischen Behörden 

völlig unbehelligt in al-Qamishli lebte, spricht offensichtlich gegen das Be-

stehen einer Reflexverfolgung aufgrund der politischen Aktivitäten des Bru-

ders oder des Vaters.  

5.6 Im Übrigen vermag der Beschwerdeführer auch aus dem Umstand 

nichts für sich abzuleiten, dass das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil  

D-3906/2014 vom 21. Mai 2015 in Bezug auf D._______ die Flüchtlingsei-

genschaft feststellte und das SEM anwies, diesem in der Schweiz Asyl zu 

gewähren. Wie in der vorliegend angefochtenen Verfügung zutreffender-

weise ausgeführt wurde, beruht die Flüchtlingseigenschaft von D._______ 

auf seinem spezifischen individuellen Engagement im Zusammenhang mit 

der Organisation von regimekritischen Kundgebungen in der Stadt al-

Qamishli im Jahr 2012, wobei der Genannte von konkreten Verfolgungs-

massnahmen der staatlichen syrischen Behörden betroffen war. Die Vor-

bringen des Beschwerdeführers im vorliegenden Fall sind damit nicht ver-

gleichbar. Zum anderen ist in diesem Zusammenhang erneut darauf hinzu-

weisen, dass der Beschwerdeführer bis zum Juni 2014 gänzlich unbehelligt 

von staatlichen Verfolgungsmassnahmen in al-Qamishli wohnhaft blieb. 

5.7 Weder die sonstigen Ausführungen in der Beschwerdeschrift noch die 

eingereichten Beweismittel ‒ so auch der eingereichte Zeitungsartikel ‒ 

sind geeignet, die soeben getroffenen Einschätzungen massgeblich zu be-

einflussen. 

5.8 Zusammenfassend ergibt sich aus den angestellten Erwägungen, dass 

der Beschwerdeführer keine asylrelevante Verfolgung glaubhaft zu ma-

chen vermochte. Die Vorinstanz hat folglich sein Asylgesuch zu Recht ab-

gelehnt. 

6.  

6.1 Die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein Asyl-

gesuch hat in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge 

(Art. 44 AsylG). Vorliegend hat der Kanton keine Aufenthaltsbewilligung er-

teilt und zudem besteht kein Anspruch auf Erteilung einer solchen (vgl. 

BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). Die verfügte Wegweisung 

steht daher im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen und wurde 

demnach von der Vorinstanz zu Recht angeordnet. 

6.2 Im vorliegenden Fall ist im Übrigen anzumerken, dass sich aus den 

angestellten Erwägungen nicht der Schluss ergibt, der Beschwerdeführer 

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Seite 9 

sei zum heutigen Zeitpunkt angesichts der in Syrien herrschenden Situa-

tion in seinem Heimatstaat nicht gefährdet. Indessen ist eine solche Ge-

fährdungslage im Falle des Beschwerdeführers ausschliesslich auf die all-

gemeine in Syrien herrschende Bürgerkriegssituation zurückzuführen, wel-

che durch die Vorinstanz mit Verfügung vom 31. August 2015 gestützt auf 

Art. 83 Abs. 4 des Ausländergesetzes (AuG, SR 142.20) im Rahmen der 

Anordnung der vorläufigen Aufnahme wegen Unzumutbarkeit des Vollzugs 

der Wegweisung berücksichtigt wurde. 

7.  

Aus den angestellten Erwägungen ergibt sich, dass der – einzig in den 

Punkten 1‒3 des Dispositivs angefochtene – Asylentscheid des SEM das 

Bundesrecht nicht verletzt sowie den rechtserheblichen Sachverhalt richtig 

und vollständig feststellt (Art. 106 AsylG). Die Beschwerde ist folglich ab-

zuweisen. 

8.  

8.1 Aufgrund der angestellten Erwägungen hat sich die Beschwerde als 

aussichtslos erwiesen. Somit sind die Gesuche um Gewährung der unent-

geltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG und um Beiord-

nung eines amtlichen Rechtsbeistands gemäss Art. 110a AsylG, deren Be-

urteilung mit Zwischenverfügung vom 6. Oktober 2015 auf einen späteren 

Zeitpunkt verwiesen wurde, abzulehnen. 

8.2 Als Folge der Abweisung der Beschwerde sind die Kosten des Verfah-

rens somit dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 

VwVG). Die Kosten sind auf Fr. 600.– festzusetzen (Art. 1–3 des Regle-

ments vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor 

dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2] i.V.m. Art. 16 Abs. 

1 Bst. a VGG). 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-6191/2015 

Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und um 

Beiordnung eines amtlichen Rechtsbeistands werden abgewiesen. 

3.  

Die Kosten des Verfahrens in der Höhe von Fr. 600.– werden dem Be-

schwerdeführer auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des 

Urteils zu Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Bendicht Tellenbach Martin Scheyli 

 

 

Versand: