# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 38400165-dec1-54d9-9f64-a1bbe3bf67c3
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-08-29
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 29.08.2019 SK 2018 119
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2018-119_2019-08-29.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

1. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

1re Chambre pénale

Urteil
SK 18 119

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 29. August 2019 

Besetzung Oberrichter Guéra (Präsident i.V.)
Oberrichter Vicari und Oberrichter Gerber
Gerichtsschreiberin Piccioni

Verfahrensbeteiligte A.________
amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen 

Leitung Jugendanwaltschaft, Amthaus, Hodlerstrasse 7, 
3011 Bern

Staatsanwaltschaft/Anschlussberufungsführerin

und

C.________
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. D.________

Straf- und Zivilkläger 1

E.________

Straf- und Zivilkläger 2

F.________

Straf- und Zivilkläger 3

G.________

Straf- und Zivilkläger 4

H.________

Zivilkläger

2

I.________

Strafkläger

Gegenstand Raub, qualifizierte Erpressung, Sachbeschädigung

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts (Kollegialgericht) 
vom 19. Oktober 2017 (JG 17 34)

3

Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Mit Urteil des Jugendgerichts des Kantons Bern vom 19. Oktober 2017 wurde 
A.________ (nachfolgend Beschuldigter) schuldig erklärt des Raubes, mehrfach 
und gemeinsam mit Mittätern begangen, am 9. September 2016 in Bern z.N. von 
C.________ und J.________ sowie am 10. September 2016 in Bern z.N. von 
E.________, F.________, H.________ und G.________. Weiter wurde der Be-
schuldigte schuldig erklärt der versuchten qualifizierten Erpressung, gemeinsam 
mit Mittätern begangen, am 9. September 2016 in Bern z.N. von C.________ und 
J.________ sowie der Sachbeschädigung, mehrfach und gemeinsam mit Mittätern 
begangen, am 12./13. August 2016 am Bahnhof K.________ z.N. von I.________ 
(Sachschaden CHF 100.00) und am 13. August 2016 beim Parkplatz K.________ 
z.N. von L.________ und M.________ (Sachschaden CHF 750.00). Der Beschul-
digte wurde verurteilt zu einem bedingten Freiheitsentzug von 90 Tagen bei einer 
Probezeit von 2 Jahren, mit Begleitperson, unter Anrechnung der ausgestandenen 
Haft (Untersuchungs- und Sicherheitshaft) von 13 Tagen. Zudem wurden die 
Schutzmassnahme der Unterbringung in einer offenen Erziehungseinrichtung und 
eine ambulante Behandlung angeordnet. Weiter wurden dem Beschuldigten die 
Verfahrenskosten auferlegt und die amtliche Entschädigung der Verteidigung fest-
gesetzt. Im Zivilpunkt wurde der Beschuldigte verurteilt, dem Privatkläger 
C.________ eine Genugtuung von CHF 2‘500.00 zuzüglich 5% Zins seit dem 9. 
September 2016 zu bezahlen, unter solidarischer Haftbarkeit der Mittäter. Die Ent-
schädigung der privaten Verteidigung von C.________ wurde auf insgesamt CHF 
4‘050.00 bestimmt. Die Zivilklage des Privatklägers G.________ wurde dem 
Grundsatz nach gutgeheissen und für die vollständige Beurteilung auf den Zivilweg 
verwiesen. Die Zivilklagen der anderen Privatkläger E.________, F.________ und 
H.________ wurden auf Grund der unzureichenden Begründung auf den Zivilweg 
verweisen. 

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldete der Beschuldigte, vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________, mit Schreiben vom 30. Oktober 2017 form- und fristgerecht die Beru-
fung an (pag. 1572). Nach Zustellung der schriftlichen Urteilsbegründung mit Ver-
fügung vom 21. März 2018 (pag. 1580 f.) erklärte der Beschuldigte mit Schreiben 
vom 12. April 2018 (pag. 1588 ff.) form- und fristgerecht die vollumfängliche Beru-
fung. Die Leitung Jugendanwaltschaft erklärte hierauf mit Schreiben vom 7. Mai 
2018 die Anschlussberufung und beschränkte diese auf die Strafzumessung (Be-
messung des Freiheitsentzugs) und die damit zusammenhängende Folgepunkte 
des Urteils (pag. 1604 f.). Seitens der Privatkläger wurden mit Schreiben vom 27. 
April 2018 weder Anschlussberufung erklärt noch ein Nichteintreten auf die Beru-
fung beantragt (pag. 1602, 1608).

4

Die Berufungsverhandlung wurde auf den 29. Oktober 2018 angesetzt (pag. 1631). 
Mit Schreiben vom 17. September 2018 (pag. 1634 f.) informierte die Leitung Ju-
gendanwaltschaft die Kammer darüber, dass gegen den Beschuldigten in der Zwi-
schenzeit eine neue Strafuntersuchung eröffnet worden sei wegen Raubes unter 
Mitführen einer Schusswaffe, angeblich begangen am 29. Mai 2018 in N.________ 
(BM 18 0544). In deren Zuge habe die Jugendanwaltschaft die vorsorgliche Unter-
bringung in einer geschlossenen Erziehungseinrichtung und die ambulante Be-
handlung angeordnet (pag. 1636 ff.) sowie ein psychiatrisches Gutachten in Auftrag 
gegeben (pag. 1640 ff.). Eine Kopie des Auftrags zur psychiatrischen Begutachtung 
über den Beschuldigten im Verfahren BM 18 0544 wurde der Kammer durch die 
Leitung Jugendanwaltschaft eingereicht und anschliessend der Verteidigung zuge-
sandt (pag. 1647). Die Leitung Jugendanwaltschaft führte in ihrem Schreiben vom 
17. September 2018 weiter aus, dass das Ergebnis dieser psychiatrischen Begut-
achtung auch für die Beurteilung der notwendigen Schutzmassnahme in vorliegen-
dem Verfahren relevant sein könnte und stellte deshalb den Antrag auf Zweiteilung 
der oberinstanzlichen Verhandlung gemäss Art. 342 Abs. 1 lit. a StPO (separate 
Beurteilung der Tat- und Schuldfrage, sog. Schuldinterlokut; pag. 1634 f.). Die Ver-
teidigung zeigte sich mit Schreiben vom 4. Oktober 2018 mit einer Zweiteilung der 
Verhandlung nicht einverstanden und stellte den Antrag auf Verschiebung des Ver-
handlungstermins vom 29. Oktober 2018 (pag. 1658). Hierauf wurde der Verhand-
lungstermin abgesetzt und mit Verfügung vom 26. Oktober 2018 die neue Verhand-
lung auf den 7. März 2019 angesetzt. Mit gleicher Verfügung wurde die Leitung Ju-
gendanwaltschaft ersucht, dem Gericht das psychiatrische Gutachten aus dem 
neuen Strafuntersuchung BM 18 0544 zuzustellen, sobald vorliegend 
(pag.  1661 f., 1701 ff.).

Ebenfalls mit Verfügung vom 26. Oktober 2018 wurde festgehalten, dass das 
mündliche Verfahren ohne Teilnahme der Privatklägerschaft an der oberinstanzli-
chen Hauptverhandlung vorgesehen sei. Besondere Umstände, welche gestützt 
auf Art. 20 Abs. 2 JStPO eine Teilnahme in der Hauptverhandlung notwendig er-
scheinen liessen, würden nicht vorliegen. Den Privatklägern wurde mit derselben 
Verfügung die Gelegenheit gegeben, bis am 31. Januar 2019 schriftliche Anträge 
für die oberinstanzliche Beurteilung zu stellen (pag 1701 ff.). Mit Schreiben vom 
4. Januar 2019 reichte der Verteidiger des Privatklägers C.________, Rechtsan-
walt D.________, schriftliche Anträge ein und verlangte die vollumfängliche 
Bestätigung des erstinstanzlichen Urteils (pag. 1717). Die restlichen Privatkläger 
haben sich innert Frist nicht vernehmen lassen (pag. 1727).

Mit Schreiben vom 18. Februar 2019 informierte die Leitung Jugendanwaltschaft, 
dass sich der Beginn der psychiatrischen Begutachtung infolge erneuter Flucht des 
Beschuldigten verzögert habe. Am 25. Februar 2019 erfolge das Erstgespräch mit 
dem Gutachter und der Gutachter benötige voraussichtlich 4 Monate zur Fertigstel-
lung des Gutachtens. Somit stellte die Leitung Jugendanwaltschaft den Antrag, die 
Verhandlung vom 7. März 2019 abzusetzen und auf einen Termin im August 2019 
anzusetzen (pag. 1736). Hierauf wurde der ursprüngliche Verhandlungstermin ab-
gesetzt (pag. 1781) und mit Verfügung vom 28. Februar 2019 die Berufungsver-
handlung neu auf den 29. August 2019 angesetzt (pag. 1797).

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Mit Verfügung vom 28. Februar 2019 wurden die Verteidigung und die Leitung Ju-
gendanwaltschaft um Mitteilung ersucht, ob sich bezüglich des oberinstanzlichen 
Verfahrens zusätzliche Fragen an den psychiatrischen Experten ergeben würden. 
Beide Parteien teilten mit, dass aktuell keine zusätzlichen Fragen an den psychia-
trischen Experten gestellt werden würden (pag. 1809, 1813, 1816). Am 20. Juli 
2019 reichte die Leitung Jugendanwaltschaft das inzwischen durch Dr. med. 
O.________ erstellte psychiatrische Gutachten über den Beschuldigten ein, datiert 
vom 10. Juni 2019 (pag. 1818 ff.). Das Gutachten wurde den Parteien mittels Ver-
fügung vom 24. Juni 2019 zugestellt und es wurde ihnen nochmals Gelegenheit 
gegeben, innert Frist allfällige Ergänzungsfragen an den psychiatrischen Gutachter 
zu stellen, welche sich auf das vorliegende jugendrechtliche Berufungsverfahren 
beziehen (pag. 1885 f.). Die Leitung Jugendanwaltschaft stellte keine Ergänzungs-
fragen (pag. 1889). Rechtsanwalt B.________ teilte mit Schreiben vom 9. Juli 2019 
mit, dass er bereits im Rahmen des vor der Jugendanwaltschaft hängigen anderen 
Strafverfahrens Ergänzungsfragen zum Gutachten gestellt habe (pag. 1890). Mit 
Schreiben vom 16. August 2019 reichte die Leitung Jugendanwaltschaft das inzwi-
schen erstellte Ergänzungsgutachten von Dr. med. O.________ vom 31. Juli 2019 
ein, in welchem zu den Zusatzfragen der Verteidigung Stellung genommen wurde 
(pag. 1919 ff.). Dieses wurde sodann mit Verfügung vom 19. August 2019 den Par-
teien zugestellt (pag. 1928 f.)

Die Berufungsverhandlung vor der 1. Strafkammer fand am 29. August 2019 in 
Anwesenheit des Beschuldigten, seines Verteidigers Rechtsanwalt B.________, 
sowie dem Leitenden Jugendanwalt P.________ statt (pag. 1240 ff.).

3. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Von Amtes wegen wurden im Berufungsverfahren folgende Beweisergänzungen 
erhoben, welche den Parteien vorgängig zur mündlichen Verhandlung zugestellt 
wurden:

- aktueller Strafregisterauszug datiert vom 14. August 2019 (pag. 1703, 1918)

- Schlussbericht des Jugendheims Q.________ vom 23. Mai 2018 (pag. 1703, 
1723, 1728 ff.)

- Verlaufsbericht des Massnahmenzentrums R.________ vom 3. August 2018, 
betreffend Zeitraum 11. Juli 2018 – 31. Juli 2019 (pag. 1703, 1724, 1899, 1931 
ff.) 

- Betreuungsjournal der Jugendanwaltschaft Bern-Mittelland, eingereicht von der 
Leitung Jugendanwaltschaft am 18. Februar 2019, (pag. 1725, 1703, 1736 ff.); 
betreffend BM 16 0874: Zeitraum 28. Juni 2017 – 25. Mai 2018 pag. 1766 –
1778; betreffend BM 18 0544: Zeitraum 29. Mai 2018 – 5. Februar 2018 pag. 
1738 – 1765

- Betreuungsjournal der Jugendanwaltschaft Bern-Mittelland, eingereicht durch 
die Leitung Jugendanwaltschaft am 13. August 2019 (pag. 1799, 1898, 1900 
ff.), betreffend Zeitraum 5. Februar 2019 – 25. Juni 2019: pag. 1901 – 1911

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- Protokoll der Standortsitzung des Massnahmenzentrums R.________ vom 
13. Juni 2019, eingereicht durch die Leitung Jugendanwaltschaft am 13. Au-
gust 2019 (pag. 1900, 1912 ff.)

- Psychiatrisches Gutachten Dr. med. O.________ vom 10. Juni 2019 und Er-
gänzungsgutachten vom 31. Juli 2019 im Verfahren BM 18 0544, eingereicht 
durch die Leitung Jugendanwaltschaft am 20. Juli 2019 bzw. 31. Juli 2019, vgl. 
Ziff. 2 hiervor).

An der Berufungsverhandlung vom 29. August 2019 stellte der Leitende Jugend-
anwalt den Antrag, das Einvernahmeprotokoll vom 3. August 2017 von S.________ 
im Verfahren BM 16 0894 sowie die Verfügung vom 22. August 2019 der Jugend-
anwaltschaft betreffend vorsorgliche Unterbringung in einer offenen Erziehungsein-
richtung im Verfahren BM 18 0544 zu den Akten zu erkennen. Diese Anträge wur-
den gutgeheissen (pag 1942 ff.). Weiter wurde an der Berufungsverhandlung die 
inzwischen ausgefertigte Anklageschrift im Verfahren BM 18 0544 zu den Akten er-
kannt (pag 1943, 1968 ff.).

An der Berufungsverhandlung vom 29. August 2019 erfolgte zudem eine ergän-
zende Einvernahme mit dem Beschuldigten (pag 1945 ff.).

4. Anträge der Parteien

4.1 Rechtsanwalt B.________ stellte an der Berufungsverhandlung vom 29. August 
2019 namens des Beschuldigten/Berufungsführers folgende Anträge (1950 f.):

I.
Das Strafverfahren gegen A.________ sei im nachfolgenden Punkt einzustellen ev. habe ein Frei-
spruch zu erfolgen: 

Sachbeschädigung, angeblich begangen am 12./13.08.2016 in K.________ z.N. I.________ gemäss 
Ziff. 1.4, 1. Lemma, Anklageschrift (AS); 

unter Ausscheidung und Auferlegung der anteilsmässigen erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskos-
ten und Ausrichtung einer anteilsmässigen Entschädigung für die erst- und oberinstanzlichen An-
waltskosten von Rechtsanwalt B.________.

II.
A.________ sei freizusprechen: 
1. des Raubes, angeblich begangen am 09.09.2016 in 3011 Bern, T.________ gemäss Ziff. 1.1 der 

Anklageschrift (AS); 
2. der versuchten qualifizierten Erpressung, evtl. der Geiselnahme, angeblich begangen am 

09.09.2016 in 3011 Bern, T.________, auf der Tramlinie Richtung U.________ und in 3006 
Bern, V.________ gemäss Ziff. 1.2 AS; 

3. des Raubes, evtl. des Angriffs, angeblich begangen am 10.09.2017 in 3011 Bern, T.________ 
gemäss Ziff. 1.3 AS; 

4. der Sachbeschädigung, angeblich begangen am 13.08.2016 in K.________ gemäss Ziff. 1.4, 2. 
Lemma, AS; 

unter Auferlegung der erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten an den Kanton Bern und der 
Ausrichtung einer Genugtuung in gerichtlich zu bestimmender Höhe für die ausgestandene Untersu-
chungs- und Sicherheitshaft sowie der Massnahme und einer Entschädigung für die erst- und oberin-

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stanzlichen Anwaltskosten gemäss der eingereichten Honorarnote von Rechtsanwalt B.________ an 
A.________.

III.
1. Die Zivilklage des C.________ sei abzuweisen, soweit darauf eingetreten wird, unter Kosten- 

und Entschädigungsfolgen. 
2. Die Zivilklage des G.________ sei abzuweisen, soweit darauf eingetreten wird, unter Kosten- 

und Entschädigungsfolgen. 
3. Die Zivilklage des E.________ sei abzuweisen, soweit darauf eingetreten wird, unter Kosten- 

und Entschädigungsfolgen. 
4. Die Zivilklage des F.________ sei abzuweisen, sowie darauf eingetreten wird, unter Kosten- und 

Entschädigungsfolgen. 
5. Die Zivilklage des H.________ sei abzuweisen, soweit darauf eingetreten wird, unter Kosten- 

und Entschädigungsfolgen. 

IV.
1. Das Honorar der amtlichen Verteidigung sei gemäss der eingereichten Honorarnote gerichtlich 

zu bestimmen; 
2. Die weiteren Verfügungen seien von Amtes wegen zu treffen.

4.2 Die Leitung Jugendanwaltschaft stellte an der Berufungsverhandlung vom 29. Au-
gust 2019 namens der Staatsanwaltschaft folgende Anträge (pag. 1957 f.):
I.
A.________ sei freizusprechen: 
1. der Sachbeschädigung, mehrfach begangen, gemeinsam mit Mittätern 

1.1. am 12./13.08.2016, Bahnhof K.________, Veloparkplatz, z.N. I.________; 
1.2. am 13.08.2016 ,in Parkplatz K.________,  z.N. L.________, M.________ 

2. unter Ausscheidung der darauf entfallenden anteilmässigen Verfahrens- und Parteikosten sowie 
Auferlegung an den Kanton Bern.

II. 
A.________ sei schuldig zu erklären: 
1. des Raubes, mehrfach begangen, gemeinsam mit Mittätern 

1.1. am 09.09.2016, ca. 22.30 Uhr bis 23.55 Uhr, in Bern, z.N. C.________ und J.________; 
1.2. am 10.09.2016, ca. 00.40 Uhr, in Bern, T.________, z.N. E.________, F.________, 
H.________, G.________ 

2. der versuchten qualifizierten Erpressung, begangen am 09.09.2016, ca. 22.30 Uhr bis 23.55 
Uhr, gemeinsam mit Mittätern in Bern, T.________, auf der Tramline Richtung U.________ und 
am V.________, z.N. C.________ und J.________.

Ill. 
Für A.________ sei: 
1. die Schutzmassnahme der Unterbringung in einer offenen Erziehungseinrichtung und 
2. eine ambulante Behandlung anzuordnen.

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IV. 
A.________ sei zu verurteilen: 
1. zu einem unbedingten Freiheitsentzug von 130 Tagen unter Anrechnung der ausgestandenen 

Untersuchungshaft von 13 Tagen. Der Vollzug sei zugunsten der Schutzmassnahme aufzu-
schieben; 

2. zu den anteilmässigen erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten. 

V. 
Weiter sei zu verfügen: 
1. die Höhe der Entschädigung der amtlichen Verteidigung; 
2. die Zustimmung zur Löschung der erkennungsdienstlichen Daten; 
3. die Eintragung des Urteils in das Strafregister

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Aufgrund der vollumfänglichen Berufung des Beschuldigten (pag. 1588 ff.) ist das 
Urteil vollumfänglich zu überprüfen.

Die Kammer verfügt als Berufungsgericht bei der Überprüfung der angefochtenen 
Punkte über umfassende Kognition in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht (Art. 3 
JStPO i.V.m. Art. 398 Abs. 2 und 3 StPO). Sie ist aufgrund der Anschlussberufung 
der Leitung Jugendanwaltschaft in den von der Anschlussberufung umfassten 
Punkten nicht an das Verschlechterungsverbot gebunden, sie darf das Urteil in die-
sen Punkten auch zu Ungunsten des Beschuldigten abändern (Art. 3 JStPO i.V.m. 
Art. 391 Abs. 2 StPO). 

6. Verletzung des Anklagegrundsatzes 

6.1 Vorbringen der Verteidigung

Die Verteidigung machte an der Berufungsverhandlung eine Verletzung des Ankla-
gegrundsatzes geltend (pag. 1951 ff.) und rügte, dass in der Anklageschrift (nach-
folgend auch: AKS) bei allen Vorwürfen der jeweilige Tatbeitrag des Beschuldigen 
zu wenig klar umschrieben sei. Es gehe nicht klar hervor, was dem Beschuldigten 
vorgeworfen werde. Der Tatbeitrag des Beschuldigten werde - mit Ausnahme der 
umschriebenen Handlung des Beschuldigten in Bezug auf das Fragen nach der Zi-
garette gemäss AKS Ziff. 1.1 - bei allen Vorwürfen allgemein damit abgetan, dass 
er sich in der Gruppe befunden haben soll. Es werde lediglich umschrieben, wie die 
Gruppe als Ganzes tätig geworden sein soll und hieraus werde geschlossen, dass 
somit auch der Beschuldigte als Teil der Gruppe tätig geworden sei. In der Ankla-
geschrift stehe aber bei den jeweiligen Abschnitten nicht, welches der genaue Tat-
beitrag des Beschuldigten während der einzelnen Handlungen der Gruppe gewe-
sen sein soll. Weiter werde auch nicht genau umschrieben, wann sich der Beschul-
digte genau den Vorsatz der Gruppe zu den einzelnen Handlungen angeeignet ha-
ben soll. Der Vorsatz werde allgemein damit abgetan, dass durch seine angebliche 
Mitgliedschaft in der X.________ Gang jedes Handeln der Gruppe auch beim Be-
schuldigten vorsatzmässig abgedeckt sei.

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6.2 Rechtliches

Nach dem Anklagegrundsatz bestimmt die Anklageschrift den Gegenstand des Ge-
richtsverfahrens (Umgrenzungsfunktion; Art. 9 und Art. 325 StPO; Art. 29 Abs. 2 
und Art. 32 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft 
[BV; SR 101]; Art. 6 Ziff. 1 und Ziff. 3 Bst. a und b der Konvention zum Schutze der 
Menschenrechte und Grundfreiheiten [EMRK; SR 0.101]). Die Anklage hat die der 
beschuldigten Person zur Last gelegten Delikte in ihrem Sachverhalt so präzise zu 
umschreiben, dass die Vorwürfe in objektiver und subjektiver Hinsicht genügend 
konkretisiert sind. Zugleich bezweckt das Anklageprinzip den Schutz der Verteidi-
gungsrechte der beschuldigten Person und garantiert den Anspruch auf rechtliches 
Gehör (Informationsfunktion). Entscheidend ist, dass die beschuldigte Person ge-
nau weiss, welcher konkreter Handlungen sie beschuldigt und wie ihr Verhalten 
rechtlich qualifiziert wird, damit sie sich in ihrer Verteidigung richtig vorbereiten 
kann. Solange klar ist, welcher Sachverhalt der beschuldigten Person vorgeworfen 
wird, kann auch eine fehlerhafte und unpräzise Anklage nicht dazu führen, dass es 
zu keinem Schuldspruch kommen darf. Die nähere Begründung der Anklage erfolgt 
in Schranken; es ist Sache des Gerichts, den Sachverhalt verbindlich festzustellen. 
Dieses ist an den in der Anklage umschriebenen Sachverhalt, nicht aber an die 
darin vorgenommene rechtliche Würdigung gebunden (Art. 350 Abs. 1 StPO; 
BGE 143 IV 63 E. 2.2 S. 65 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 6B_620/2018 
vom 9. Oktober 2018 E. 2.1).

6.3 Beurteilung durch die Kammer

Sämtliche dem Beschuldigten zur Last gelegten Delikte wurden als in Mittäterschaft 
begangen angeklagt (AKS Ziff. 1.1. – 1.4., pag. 1233 ff.). Bei der Mittäterschaft 
steht grundsätzlich die Handlung als Gruppe im Vordergrund, welche durch alle 
Mittäter mitgetragen wird. Entsprechend wurde dem Beschuldigte vorgeworfen, in 
Mittäterschaft in casu als Teil einer Gruppierung gehandelt zu haben. Gerade bei 
den beiden Räuben und der versuchten qualifizierten Erpressung wurde die Bedro-
hungssituation nicht nur durch die Handlung eines Einzelnen, sondern durch das 
Handeln als Gruppe geschaffen bzw. aufrechterhalten. Diese Besonderheit wider-
spiegelt sich in der Anklageschrift darin, dass oft das Handeln der Gruppe um-
schrieben wird. Der Beschuldigte wird in der Anklageschrift als Teil der Gruppe bei 
allen Vorwürfen namentlich erwähnt und wo es möglich war, die einzelne Handlung 
des Beschuldigten von der Gruppe losgelöst zu umschreiben, ist dies auch erfolgt. 

Beim ersten Raub vom 9. September 2016 (AKS Ziff. 1.1.) wurde die Anlasshand-
lung mit der Zigarette, der Versuch des Wegreissens des Zigarettenpacks, der 
Fusstritt und der Faustschlag durch den Beschuldigten genau umschrieben. Weiter 
wurde der Beschuldigte als Teil der Gruppe von 10 bis 15 Personen namentlich 
erwähnt, welche mit den Opfern zusammen weiter zum W.________ gegangen 
sein soll. In AKS Ziff. 1.1. wurde festgehalten, dass der Beschuldigte ab Beginn der 
Auseinandersetzung dabei gewesen bzw. der Auslöser gewesen sein soll. Damit 
wusste der Beschuldigte um die selber ausgelöste und sich weiter formierende Be-
drohungssituation, als er mit der Gruppe zum W.________ weiterging. Gerade die-
ses Dabeisein wurde dem Beschuldigten als Teil der Gruppierung zum Vorwurf 
gemacht, weil dadurch bei den ihm vorgeworfenen Delikten die Bedrohungssituati-

https://www.swisslex.ch/DOC/ShowLawViewByGuid/315c575f-b12a-4355-a1ad-3474409d0494/92e77335-1a98-4d60-a219-1ef7aadcc6b6?source=document-link&SP=2|ihxkf5
https://www.swisslex.ch/Doc/ShowDocComingFromCitation/27151fb2-3061-4fce-9bb8-0db3d152459f?citationId=2780ef50-502f-4fb9-83c4-9ea142e63215&source=document-link&SP=2|ihxkf5

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on aufrecht erhalten wurde. In der Anklageschrift wurde sodann erwähnt, dass der 
Beschuldigte Teil der sog. X.________ - Gang gewesen sein soll. Speziell zum 
Vorsatz wurde festgehalten, dass ihm bewusst gewesen sein soll, dass es darum 
gegangen sei, die Opfer auszunehmen und sich durch die Wegnahme von Zigaret-
ten und anderen Wertgegenständen zu bereichern. Die Formulierung des Vorsat-
zes wurde - entgegen der Ansicht der Verteidigung - nicht allein an die Zugehörig-
keit der X.________ - Gang geknüpft. Dem Beschuldigten wird zwar in der Ankla-
geschrift eine entsprechende Mitgliedschaft vorgeworfen, aber der Vorsatz wurde 
für sich alleine beschrieben. Diese Umschreibung in der Anklageschrift für die An-
eignung des Vorsatzes genügt. Es wird klar genug zum Ausdruck gebracht, dass 
der Beschuldigte durch Mitmachen und Dabeisein den Vorsatz seiner Kollegen 
mitgetragen hat.

Die versuchte qualifizierte Erpressung (AKS Ziff. 1.2.) wurde in der Anklageschrift 
quasi als Fortsetzung zum ersten Raub gemäss AKS Ziff. 1.1. umschrieben. Damit 
kommt klar zum Ausdruck, dass der Beschuldigte weiter als Teil einer Gruppe ge-
handelt haben soll. Die Drohkulisse der Gruppe stand auch in AKS Ziff. 1.2. im 
Vordergrund, was sich beispielsweise in der Formulierung widerspiegelt, wonach 
J.________ der Meinung gewesen sein soll, dass sie nicht hätten fliehen können, 
weil einer der Gruppe sie sonst gepackt hätte. Es geht aus der Formulierung in der 
Anklageschrift klar hervor, dass die als Gruppe umschriebenen einzelnen Handlun-
gen auch dem Beschuldigten zuzurechnen sind. Als eigene Handlung des Be-
schuldigten wurde zusätzlich noch ausgeführt, dass er vor dem Domizil von 
J.________ aufgepasst haben soll, dass niemand kommen würde. Zum Vorsatz 
wurde festgehalten, dass er von Anfang an dabei gewesen und ihm bewusst gewe-
sen sei, dass es darum gegangen sei, von J.________ unrechtmässig Geld zu er-
langen und sich damit zu bereichern. Damit sind seine Tatbeiträge, sein Wirken als 
Teil der Gruppe und damit auch sein Vorsatz genügend umschrieben (zur Zugehö-
rigkeit der X.________-Gang siehe oben).

Beim anschliessenden zweiten Raub in der gleichen Nacht zum 10. September 
2016 (AKS Ziff. 1.3.) wurde der Beschuldigte am Anfang namentlich als Teil einer 
grösseren, neu formierten Gruppierung erwähnt. Für den weiteren Verlauf wurde 
die Handlung der „grösseren Gruppe“ umschrieben, von welcher der Beschuldigte 
laut Anklageschrift Teil gewesen sein soll. Nach dem Beschrieb der einzelnen 
Handlungen der grösseren Gruppe wurde noch aufgeführt, dass sich der Beschul-
digte mitten im Geschehen befunden haben soll, sich an der Schlägerei beteiligt 
und dabei mindestens einem Opfer einen Faustschlag verabreicht haben soll. Es 
wurde auch hier erneut festgehalten, er sei ab Beginn der Auseinandersetzung da-
bei gewesen und ihm sei bewusst gewesen, dass es darum gegangen sei, die klei-
nere Gruppierung auszunehmen und sich durch die Wegnahme von Zigaretten, 
Handys, Musikboxen, Bargeld und anderen Wertgegenständen zu bereichern. Da-
mit sind sowohl seine Tatbeiträge innerhalb der Gruppe wie auch das Mitwirken als 
Mitglied der Gruppe, mithin das Mittragen der Handlungen der Gruppe und damit 
auch der entsprechende Vorsatz genügend umschrieben (zur Zugehörigkeit der 
X.________- Gang siehe oben).

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Auch die Sachbeschädigungen gemäss Ziff. 1.4. wurden als Handlungen in Mit-
täterschaft beschrieben. Die Handlungen, welche der Beschuldigte gemeinsam mit 
den Mittätern begangen haben soll, sind sachlich, örtlich und zeitlich genügend 
umschrieben.

Im Ergebnis kann festgehalten werden, dass aus der Anklageschrift bei sämtlichen 
Vorwürfen klar genug hervorgeht, welche Tathandlungen dem Beschuldigten vor-
geworfen werden (einerseits als eigene Handlung innerhalb der Gruppe und ande-
rerseits das Mittragen der Handlungen der anderen Gruppenmitglieder). Für den 
Beschuldigten können keine Zweifel darüber bestehen, welches Verhalten ihm vor-
geworfen wird. Damit ist auch – wie im Übrigen den Akten zu entnehmen ist - je-
derzeit eine wirksame Verteidigung möglich gewesen. Eine Verletzung des Ankla-
gegrundsatzes liegt nicht vor.

7. Verjährungsfrage betreffend Sachbeschädigung (AKS Ziff. 1.4.)

Die Verteidigung führte in seinem Parteivortrag an der Berufungsverhandlung aus 
(pag. 1956), der Sachverhalt mit dem Zerstechen der Veloreifen müsse gesondert 
vom Sachverhalt mit dem Zerstechen der Autoreifen behandelt werden. Die beiden 
Sachverhalte würden sich örtlich und zeitlich nicht decken. Der Sachschaden beim 
Zerstechen der Veloreifen betrage zudem nur CHF 100.00, weshalb von einem ge-
ringfügigen Vermögensdelikt auszugehen sei, welches - entsprechend der dafür 
nach Jugendstrafrecht vorgesehenen einjährigen Verjährungsfrist - im Zeitpunkt 
des erstinstanzlichen Urteils bereits verjährt gewesen sei, weshalb eine Einstellung 
des Verfahrens zu erfolgen habe. 

Gemäss Anklageschrift wurde dem Beschuldigten vorgeworfen, gemeinsam mit 
namentlich erwähnten Mittätern zuerst die Veloreifen und anschliessend die Auto-
reifen aufgeschlitzt zu haben. Die vorgeworfenen Handlungen betreffen den glei-
chen Täterkreis und sind in einem Zug erfolgt, unmittelbar nacheinander und an 
örtlich angrenzenden Stellen. Damit sind diese Tathandlungen nicht getrennt zu 
behandeln, sondern als Tateinheit. Der gesamthafte Deliktsbetrag von CHF 850.00 
liegt über dem praxisgemässen Grenzwert von CHF 300.00 für ein geringfügiges 
Vermögensdelikt. Somit greift die einjährige Verjährungsfrist gemäss Art. 36 Abs. 1 
lit. c JStG hier nicht und die Verjährung ist noch nicht eingetreten, weshalb keine 
Einstellung erfolgen kann. 

Es wird sich jedoch im Folgenden zeigen, dass der Beschuldigte aufgrund der ent-
lastenden Beweislage von den Vorwürfen der Sachbeschädigung freizusprechen 
sein wird (nachfolgend Ziff. II.11).

12

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

8. Raub, z.N. C.________ und J.________ (AKS Ziff. 1.1)

8.1 Sachverhalt gemäss Anklageschrift, pag. 1233
Dem beschuldigten Jugendlichen wurde vorgeworfen, dass er am 9. September 
2016, ca. 22.30 bis 23.55 Uhr gemeinsam mit Y.________, Z.________ und 
AA.________ in Bern, T.________, z.N. C.________ und J.________ einen Raub 
begangen habe.

C.________ habe sich am 9. September 2016 um ca. 22.30 Uhr mit seinem Kolle-
gen J.________ auf der T.________ getroffen, um dort „herumzuhängen“. Auf 
einmal sei A.________ auf ihn zugekommen und habe ihn aufgefordert, er solle 
ihm eine Zigarette geben. C.________ habe dann ein geschlossenes Zigarettenpa-
ket hervorgeholt. A.________ habe gesagt, er wolle das Paket aufmachen. 
C.________ habe ihm aber das Zigarettenpaket nicht gegeben. A.________ habe 
sodann versucht, ihm das Paket aus der Hand zu reissen. 

In diesem Moment sei J.________ dazu gestossen und habe zu A.________ ge-
sagt, er solle ruhig bleiben, C.________ werde ihm doch eine Zigarette geben. 
Daraufhin habe A.________ J.________ an den linken Oberschenkel getreten. Es 
seien sodann Kollegen von A.________, ca. acht Personen, dazu gestossen. 
Y.________ habe J.________ aufgefordert, sich nicht einzumischen. J.________ 
habe geantwortet, dass er nur seinem Kollegen habe helfen wollen. In diesem Mo-
ment habe A.________ J.________ mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Er sei 
dabei an der Lippe leicht verletzt worden.

J.________ habe sich entfernt und sich zu C.________ begeben, der etwas aus-
serhalb gestanden sei. Die Gruppierung um Y.________ habe beschlossen, 
C.________ und J.________ zu „filzen“. Sie seien wieder zu J.________ gegangen 
und hätten ihn aufgefordert, in Richtung W.________ mitzukommen. Anschlies-
send hätten sich Y.________, A.________ und seine Kollegen, insgesamt ca. 10-
15 Personen, zusammen mit J.________ in Richtung W.________ begeben. 
C.________ habe seinen Kollegen nicht allein lassen wollen und habe die Gruppe 
begleitet.

Etwas unterhalb der Bergstation des W.________ hätten sie Geld oder „sonst et-
was“ von C.________ und J.________ gefordert. Y.________ habe sodann 
C.________ in die Hosentaschen gegriffen und ihm ein Paket Zigaretten wegge-
nommen. Zudem habe er seinen Rucksack durchsucht. Y.________ habe 
J.________ das Handy weggenommen, habe es umhergezeigt und gefragt, ob es 
jemand haben möchte. Schliesslich habe Y.________ J.________ das Handy 
zurückgegeben. Bei J.________ habe Y.________ ebenfalls die Tasche und die 
Hosen durchsucht. Er habe ihm den Hut weggenommen. Jemand aus der Gruppe 
um Y.________ habe noch gemeint, dass ihm der Pullover von J.________ gefal-
len würde. Schlussendlich hätten sie J.________ den Pullover aber nicht wegge-
nommen. C.________ und J.________ hätten die Durchsuchung über sich erge-
hen lassen, weil sie sonst geschlagen worden wären.

13

A.________ sei Mitglied der sog. „X.________ -Gang“ gewesen. Er sei von Beginn 
der Auseinandersetzung an dabei bzw. sei der Auslöser gewesen, weshalb ihm 
bewusst gewesen sei, dass es darum ging, J.________ und C.________ „auszu-
nehmen“ und sich durch die Wegnahme von Zigaretten und anderen Wertge-
genständen zu bereichern.

8.2 Vorinstanzliche Beweiswürdigung 
Die Vorinstanz würdigte die Aussagen der Beteiligten und kam zusammenfassend 
zum Schluss, dass die Aussagen des Beschuldigten (mit Ausnahme der Aussagen 
zum Gefühlszustand der Privatkläger) widersprüchlich, beschönigend und auswei-
chend seien, weshalb sie nicht darauf abstellte. Sie stellte in Bezug auf die einzel-
nen Geschehnisse während des Vorfalles auf die Aussagen der beiden Privatklä-
ger C.________ und J.________ ab. Weiter erachtete sie auch die späteren Aus-
sagen von Y.________ in Bezug auf das Ziel, welches die Tätergruppe verfolgt ha-
be, die intern geführte Diskussion über das weitere Vorgehen mit den Opfern und 
den geschilderten Ablauf des Vorfalls als glaubhaft. Auch die Aussagen von 
Z.________, wonach der Beschuldigte ein Mitglied der X.________- Gang gewe-
sen sei, erachtete die Vorinstanz als glaubhaft. Die Vorinstanz erachtete im Ergeb-
nis den angeklagten Sachverhalt gemäss Anklageschrift Ziff. 1.1. als vollständig er-
stellt.

8.3 Bestrittener und unbestrittener Sachverhalt
Unbestritten ist, dass der Beschuldigte C.________ nach Zigaretten fragte, dass er 
J.________ mittels Fusstritt am Oberschenkel traf und diesen aufgrund eines 
Faustschlages im Gesicht verletzte. Auch wird nicht bestritten, dass C.________ 
und J.________ von Y.________ unterhalb des W.________ gefilzt wurden und 
dass J.________ der Hut weggenommen wurde.

Strittig ist die Rolle des Beschuldigten. Der Beschuldigte macht zusammenfassend 
geltend, dass er lediglich am Anfang für den Erstkontakt verantwortlich gewesen 
sei. Beim nachfolgenden Durchsuchen beim W.________ sei der Beschuldigte le-
diglich unbeteiligt in der Nähe gestanden. Weiter wird die Zugehörigkeit des Be-
schuldigten zur X.________ - Gang bestritten. Die Verteidigung führte verschiede-
ne Aussagen der Beteiligten auf, welche den Beschuldigten entlasten würden (vgl. 
im Detail hierzu die Parteivorbringen vom 29. August 2019, pag. 1940 ff.). 

8.4 Beweismittel
Die Vorinstanz hat die vorhandenen Beweismittel im erstinstanzlichen Motiv aus-
führlich zusammengefasst und wiedergegeben. Als subjektive Beweismittel hat die 
Vorinstanz die Aussagen des Beschuldigten (pag. 34 ff., 456 ff., 465 ff., 478 ff., 
1342 ff., 1413 ff.), die Aussagen des Privatklägers C.________ (pag. 491 ff., 499 
ff., 1416 ff.), die Aussagen des Privatklägers J.________ (pag. 520 ff., 526 ff., 1418 
ff.), die Aussagen von Y.________ (pag. 549 ff., pag. 557 ff., 571 ff., 1419 ff.), die 
Aussagen von Z.________ (pag. 570 ff., 586 ff., 589 ff., 596.1 ff., 1046 ff., 1421 ff.) 
sowie die Aussagen von AA.________ (pag. 596 ff., 618 ff., 1423 ff.) beigezogen. 
Als objektive Beweismittel wurden der Anzeigerapport vom 21. September 2018 
sowie dessen Nachtrag vom 14. März 2017 (pag. 418 ff., 427 ff., 1423) und der 
Rapport des Kriminaltechnischen Dienstes KTD vom 7. Dezember 2016 (675 ff.) 

14

wiedergegeben. Es wird auf die vorinstanzliche Zusammenfassung der Beweismit-
tel verwiesen. Soweit sich Ergänzungen zu den vorgenannten Beweismitteln auf-
drängen, erfolgen diese im Rahmen der nachfolgenden oberinstanzlichen Beweis-
würdigung an der entsprechenden Stelle.

Als weiteres Beweismittel stehen der Kammer die Aussagen des Beschuldigten an-
lässlich der Berufungsverhandlung vom 29. August 2019 (pag. 1945 ff.) zur Verfü-
gung. Zur Sache äusserte sich der Beschuldigte lediglich noch zur Frage, weshalb 
er sich nicht von der Gruppe und deren Vorgehen distanziert habe. Hierzu führte er 
aus, er sei damals im 10. Schuljahr gewesen, er sei noch nicht lange in der 
Schweiz gewesen und habe kaum Freunde gehabt. Der einzige Anschluss, den er 
gehabt habe, sei zu diesen Leuten gewesen. Das sei auch das erste Mal gewesen, 
dass er in der Stadt gewesen sei. Diese Leute hätten einen schlechten Einfluss auf 
ihn gehabt. Er wolle aber nichts abschieben; er könne ja selber entscheiden, mit 
wem er verkehre. Er habe sich einfach nicht entfernen können, er habe nicht begrif-
fen, was richtig oder falsch sei. Er sei dabei gewesen, das stimme, aber er sei von 
allen nicht derjenige gewesen, den es am meisten betroffen habe (pag. 1947). An-
lässlich seines letzten Wortes führte er noch aus, an diesem Abend sei viel pas-
siert, was nicht hätte passieren dürfen. Wenn er diesen Abend so hätte vorausse-
hen können, dann wäre er nicht ausgegangen (pag. 1963).

8.5 Beurteilung durch die Kammer
Die Vorinstanz hat die Beweise in ihrer Würdigung ausführlich erörtert. Die Kam-
mer kann deren Ausführungen teilweise übernehmen, teilweise sind sie jedoch zu 
ergänzen und/oder zu korrigieren. 

8.5.1 Objektive Beweismittel
Die obgenannten objektiven Beweismittel stimmen mit dem vom Opfer beschriebe-
nen Tathergang sowie den daraus resultierenden Verletzungen überein. Sie lassen 
jedoch keine klaren Rückschlüsse auf den konkreten Tathergang bzw. auf die Zu-
ordnung der Handlungen zu. 

8.5.2 Aussagen des Beschuldigten
Die Aussagen des Beschuldigten sind mit zahlreichen Lügensignalen versetzt. Sei-
ne Aussagen sind widersprüchlich und nicht konstant.

Der Beschuldigte wurde fünfmal zu diesem Vorfall befragt. Zuerst stritt er alles ab, 
später gab er nur soviel zu, wie ihm nachgewiesen werden konnte. So gab er in 
seiner ersten Einvernahme vom 9. September 2016 an, dass er keine Ahnung ha-
be, um was es gehe bzw. bestritt, dass er überhaupt etwas von diesem Vorfall wis-
se. Er habe niemanden ausgenommen (pag. 461). In seiner zweiten Einvernahme 
bestätigte er dann, mit Z.________ auf dem Platz beim W.________ gewesen zu 
sein. In Bezug auf das Verlangen nach Zigaretten und Geld verweigerte er jedoch 
die Aussage (pag. 469) und bestritt - auch nach Vorhalt der Aussage von 
Z.________, welcher ihn belastete, auch dabei gewesen zu sein - seine Teilnahme 
(pag. 470). Dies änderte sich auch zu Beginn der dritten Einvernahme nicht. Er be-
stritt weiter, etwas vom Vorfall zu wissen. Erst auf Nachfragen seines Verteidigers 
gab er an, nicht die Wahrheit gesagt zu haben. Er gab zu, mit der Gruppe nach 
U.________ gefahren zu sein (pag. 477). Zum ersten Mal machte der Beschuldigte 

15

in seiner vierten Einvernahme, in der Folgeeinvernahme bei der Jugendanwalt-
schaft, genauere Angaben zum Ablauf des Vorfalls. So gab er an, der Auslöser des 
Vorfalls gewesen zu sein; danach hätte er sich zu seinen Kollegen zurückgezogen 
(pag. 478). Er bestritt jedoch, versucht zu haben, C.________ das Zigarettenpäckli 
aus den Händen zu reissen (pag. 479). Auch gab er die Durchsuchung der beiden 
Privatkläger beim W.________ zu, wies jedoch eine eigene Beteiligung von sich 
(pag. 460, 482). In der anschliessenden Einvernahme vor dem Jugendgericht gab 
er dann erstmals an, dass er beleidigt worden sei bzw. sich dadurch ein wenig an-
gegriffen gefühlt habe (pag. 1346). Er habe aber keine Zigaretten erhalten (pag. 
1347). 

In Bezug auf die Situation beim W.________ gab er – wie bereits erwähnt – die 
Durchsuchung von C.________ und J.________ später zu (pag. 480), führte je-
doch aus, er sei einfach nur dort gestanden (pag. 482). Hierzu erläuterte die Ver-
teidigung in ihrem Parteivortrag, der Beschuldigte sei bei der Durchsuchung nicht 
beteiligt gewesen, sondern sei abseits gestanden und habe auf seinem Handy her-
umgedrückt. Dem sei Glauben zu schenken, immerhin habe der Beschuldigte ja 
anderes zugegeben, wie z.B. nach einer Zigarette gefragt zu haben sowie einen 
Fusstritt und Faustschlag ausgeteilt zu haben. Dem ist entgegenzuhalten, dass der 
Beschuldigte den gesamten Vorfall anfänglich ziemlich lange bestritt und erst an 
der vierten Einvernahme zugegeben hat, überhaupt am Vorfall beteiligt gewesen zu 
sein. Insofern kann diesbezüglich wenig zu seinen Gunsten abgeleitet werden. Zu-
dem fällt auf, dass der Beschuldigte in dieser Einvernahme spezifische und detail-
lierte Aussagen zum Vorfall beim W.________ machte, welche darauf hinweisen, 
dass er doch relativ nahe am Geschehen gewesen sein muss und an der Durchsu-
chung, wenn auch nicht durch aktives Tun, teilgenommen haben muss. So gab er 
z.B. an zu wissen, dass es nicht Y.________ gewesen sei, welcher J.________ 
durchsucht bzw. ihm den Hut weggenommen habe (pag. 482). Von den Sachen, 
welche den beiden weggenommen wurden, habe er auch eine Zigarette erhalten. 
Diese habe ihm C.________ selber gegeben (pag. 482). Die Kammer geht be-
weismässig davon aus, dass er in unmittelbarer Nähe gestanden ist. Auch wenn er 
selber nicht aktiv gewesen ist, so führte seine Anwesenheit und erkennbare Zu-
gehörigkeit zur Gruppe zur Wahrnehmung einer faktischen Übermachtstellung, 
welche gegenüber den beiden Privatklägern ihre Wirkung zeigte. Vor dem Jugend-
gericht gab er rechtfertigend an, erst aus dem Protokoll erfahren zu haben, dass 
Sachen weggekommen seien (pag. 1347) bzw. dass gefilzt worden sei (pag. 1348) 
und er keine Zigarette erhalten habe (pag. 1347). Dies widerspricht seinen früheren 
Aussagen. Die Kammer geht davon aus, dass es sich hierbei um Schutzbehaup-
tungen handelt.

Immerhin gab er denn auch zu, dass J.________ auf der T.________ Angst gehabt 
habe (pag. 479, 484), versuchte dies jedoch sogleich möglichst allgemein zu halten 
und abzuschwächen. So sagte er vor Jugendgericht, es könne sein, wenn viele 
Menschen um einen stehen würden, dass man sich bedroht fühle (pag. 1348).

Die Frage nach der Zugehörigkeit der X.________ - Gang bestritt der Beschuldigte 
durchgehend. Seine übrigen Aussagen zur X.________ - Gang sind dagegen wi-
dersprüchlich. Anfänglich will er beispielsweise nur von der Gang gehört haben 

16

(pag. 476). Später will er dann mit einigen von ihnen viel unterwegs gewesen sein 
(pag. 925). Bezüglich des Zwecks der Gang verweigerte er seine Aussage (pag. 
925).

Insgesamt sind die Aussagen des Beschuldigten bezüglich des Vorfalls wider-
sprüchlich, beschönigend und ausweichend. Er gibt nur zu, was ihm eindeutig 
nachgewiesen werden kann. Die Aussagen des Beschuldigten sind nach Ansicht 
der Kammer nicht glaubhaft, so dass grundsätzlich nicht darauf abgestellt werden 
kann.

8.5.3 Aussagen von C.________
In den Aussagen von C.________ finden sich etliche Realkennzeichen. 
C.________ wurde zweimal zum Vorfall befragt. Dabei waren seine Aussagen ins-
gesamt konstant, detailliert, nachvollziehbar und glaubhaft. Seine Aussagen stim-
men in Bezug auf den gesamten Vorfall mit den Aussagen von J.________ übe-
rein.

C.________ schilderte nachvollziehbar den Erstkontakt mit dem Beschuldigten auf 
der T.________ (Zigarette, Fusstritt und Faustschlag). Diesbezüglich stimmen sei-
ne Aussagen nicht nur mit den Aussagen von C.________ überein, sondern im 
groben Ablauf letztlich auch mit den späteren Aussagen des Beschuldigten. Hier-
aus kann der Beschuldigte jedoch nichts zu seinen Gunsten ableiten, zumal der 
Beschuldigte erst bei seiner vierten Einvernahme mit dieser (zutreffenden) Version 
herausrückte. Während der Beschuldigte immer noch bestritt, dass er versucht ha-
be, C.________ das Zigarettenpäckchen aus den Händen zu reisen, sagten beide 
Privatkläger übereinstimmend das Gegenteil aus. Die Verteidigung führte aus, 
C.________ habe bestätigt, dass J.________ dem Beschuldigten Schimpfwörter 
an den Kopf geworfen habe, weshalb sich der Beschuldigte provoziert gefühlt habe 
und erst dann zuschlug (pag. 1951). Dem ist entgegenzuhalten, dass C.________ 
zwar erwähnte, dass J.________ dem Beschuldigten noch ein Schimpfwort an den 
Kopf geworfen haben dürfte, aber nicht näher ausführte, wann dies gewesen sein 
soll und dies insbesondere nicht in Zusammenhang mit einem der beiden Schlägen 
erwähnte (pag. 493). 

Weiter schilderte C.________ detailliert, wie das Filzen abgelaufen sei und führte in 
beiden Einvernahmen übereinstimmend aus, dass ihm das Zigarettenpack entwen-
det worden sei (pag. 506, pag. 502, pag. 494). Seine Aussagen wirken erlebnisba-
siert. So bestätigte er auch in Übereinstimmung mit den Aussagen von 
J.________, dass ihm sein Cap weggenommen worden sei (pag. 494). Er aggra-
vierte auch nicht und sagte beispielsweise aus, dass ihm der Rucksack sowie das 
Portemonnaie, welche aber keine Wertsachen enthielten, wieder zurückgegeben 
worden seien (pag. 494, pag. 506).

C.________ schilderte auch seine Gefühlslage, was ein weiteres Wahrheitssignal 
darstellt. So gab er an, dass er aufgrund der Dunkelheit und der Anzahl Mittäter, 
welche ihm gegenüber gestanden seien, Angst gehabt habe (pag. 506). Aufgrund 
der Dunkelheit bzw. der Überzahl habe er die Durchsuchung über sich ergehen 
lassen (pag. 506.). Diese Schilderung ist durchaus nachvollziehbar. So wehrte er 
sich beispielsweise am Anfang der Auseinandersetzung - als er sich lediglich dem 

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Beschuldigten gegenüber sah - noch gegen das Entreissen des Zigarettenpacks 
(493). Als er sich dann der gesamten Gruppe gegenüber sah, bekam er Angst und 
wehrte sich nicht mehr.

Es sind weder Hinweise noch Interessen ersichtlich, welche auf eine falsche Aus-
sage hindeuten würden. Im Ergebnis erachtet die Kammer die Aussagen von 
C.________ als glaubhaft und stellt darauf ab. 

8.5.4 Aussagen von J.________  
Auch die Aussagen von J.________ sind mit vielen Realkennzeichen versetzt. Er 
wurde zweimal einvernommen und machte dabei konstante und in sich kohärente 
Aussagen, welche mit den Aussagen von C.________ übereinstimmen. Seine 
Aussagen stimmen auch mit den späteren Aussagen des Beschuldigten zum gro-
ben Verlauf betreffend Erstkontakt mit dem Beschuldigten auf der T.________ übe-
rein (Frage nach Zigarette, Faustschlag und Fusstritt) - mit Ausnahme der Aussage 
des Entreissens des Zigarettenpacks. J.________ gab in beiden Einvernahmen an, 
dass man C.________ ein Päckchen Zigaretten aus der Hand habe reissen wollen 
(pag. 521, pag. 529) bzw. habe stehlen wollen (pag. 529). Auch erklärte 
J.________ sein Eingreifen, indem er angab, dass es ihm darum gegangen sei, 
seinem Kollegen zu helfen und er versucht habe, die Situation zu beruhigen. Dafür 
habe er einen Faustschlag ins Gesicht kassiert. Seine diesbezüglichen Aussagen 
sind nachvollziehbar. Er schilderte auch in Bezug auf den Beschuldigten nicht un-
nötig aggravierend. So sagte er aus, er wisse nicht, von wem er den gezielten 
Faustschlag ins Gesicht bekommen habe, es seien zu viele Leute anwesend ge-
wesen (pag. 523). Aus der Tatsache, dass er nicht von Anfang direkt sagte, derje-
nige mit dem Zigarettenpäckli sei der Beschuldigte gewesen, kann – entgegen der 
Ansicht der Verteidigung – nichts zu seinen Ungunsten abgeleitet werden. So 
nannte er bei seiner ersten Einvernahme allgemein drei Namen, die er kannte 
(Y.________, Z.________ und A.________, pag. 523), ohne diese Namen indes 
einem Vorfall zuzuordnen. Dies wohl auch aus erklärbarer Angst heraus (Er habe 
den Vorfall nicht gemeldet, da er nicht gewusst habe, was dann passiere. Er habe 
von den Konsequenzen Angst gehabt, pag. 521). Erst als er dann bei der nächsten 
Einvernahme die Täter mittels Fotodokumentation identifizieren musste und er ge-
zielt danach gefragt wurde (pag. 529), gab er dann auch an, dass der Beschuldigte 
derjenige mit der Zigarette gewesen sei. Dies ist ein nachvollziehbares Verhalten, 
welches in sich keine Widersprüche birgt. Dass der Beschuldigte derjenige war, der 
nach der Zigarette gefragt und ein Fusstritt und ein Faustschlag erteilt hat, ist in-
zwischen ohnehin unbestritten. Aus der Aussage von J.________, er könne nichts 
zu A.________ sagen, er sei einfach von den anderen genannt worden, er sei klein 
etc. (pag. 523), leitete die Verteidigung weiter ab, dass J.________ den Beschul-
digten mit dieser Aussage entlasten würde und der Beschuldigte im weiteren Ge-
schehensverlauf nichts gemacht habe. Dem kann nicht gefolgt werden. Der Be-
schuldigte hat lediglich bei der ersten Einvernahme zu den genannten Namen aus-
geführt, woher er diese kenne oder wie diese ausgesehen hätten. Diese Aussage 
ist nicht im Zusammenhang mit einer Tatbeteiligung zu verstehen. 

In Übereinstimmung mit C.________ schilderte J.________ den weiteren Verlauf, 
wonach die Gruppe - nachdem sie in Richtung W.________ unterwegs gewesen 

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seien - von ihnen Geld oder sonst etwas gewollt habe (pag. 521, pag. 530) und die 
beiden auch durchsucht worden seien (pag. 528, pag. 539). Dabei sei ihm sein Hut 
entwendet worden (pag. 522, pag. 524, pag. 528) und C.________ ein Zigaretten-
päckchen (pag. 532).

J.________ schilderte seine Gefühlslage eindrücklich und nachvollziehbar. Er gab 
an, dass er sich nach dem Vorfall mit den Zigaretten und dem Faustschlag wieder 
zurückgezogen habe, bevor die Gruppe wieder auf ihn zugekommen sei und ihn 
aufgefordert habe, mitzukommen (pag. 521). Dabei gab J.________ in beiden Ein-
vernahmen übereinstimmend an, dass sie beide von ca. acht Personen bedroht 
worden seien (pag. 530). Auch gab er in beiden Einvernahmen an, dass ihm ange-
droht worden sei, sich nicht mit der Polizei in Verbindung zu setzen, ansonsten sie 
ihn finden würden und er Probleme mit ihnen haben würde (pag. 524, pag. 532). Er 
beschrieb die Übermachtstellung der Täterschaft, indem um sie einen Kreis gebil-
det und sie auch gegen eine Wand gedrückt worden seien (pag. 528). Dabei 
sprach er auch von einer „Riesenmenge“, in welcher er gestanden sei (pag. 529). 
Er habe versucht zu entkommen (pag. 528), aber er habe keine Chance gehabt, 
etwas auszurichten (pag. 521). Weiter führte er aus, er habe den Vorfall nicht ge-
meldet, da er nicht gewusst habe, was dann passiere. Er habe zuerst abwarten 
wollen. Er habe auch vor den Konsequenzen ein bisschen Angst gehabt (pag. 
521). So gab J.________ denn auch an, dass er schon Angst hätte, wenn er 
Y.________ alleine treffen würde - aber nicht panische, einfach Respekt. Hier sei-
en sie aber nur zu zweit gegen ca. acht Leute gewesen und diese hätten verlangt, 
dass er alles gebe, was er habe (pag. 530). Seine diesbezüglichen Ausführungen 
sind eindrücklich und nachvollziehbar.

Im Ergebnis erachtet die Kammer die Aussagen des Privatklägers J.________ als 
glaubhaft und stellt beweismässig darauf ab.  

8.5.5 Aussagen von Y.________
Y.________ wurde dreimal zu diesem Vorfall befragt. In der ersten Einvernahme 
bestritt er noch seine Beteiligung. Danach gab er den Vorfall relativ schnell zu und 
belastete sich schwer. Die Rolle des Anführers, welche er Z.________ zuschrieb, 
ist allerdings umstritten (so sagte Z.________ gerade das Gegenteil aus; vgl. Aus-
sagen Z.________, Ziff. 8.5.6 hienach), vorliegend jedoch nicht relevant. Es ist 
durchaus denkbar, dass sich Y.________ selber nicht als der Anführer sehen woll-
te oder nebst Z.________ ebenfalls derjenige war, welcher koordinierte oder selber 
in den Vordergrund trat. So beschrieb er beispielsweise, wie er der Gruppe die ver-
schiedenen Optionen (Ausnehmen/Gehenlassen) aufgezählt habe, dann aber 
Z.________ entschieden habe, was gemacht werden sollte (pag. 572). Y.________ 
beschrieb in der weiteren Einvernahme seine Handlungen ziemlich detailliert und 
diese könnten von den Privatklägern durchaus dahingehend verstanden worden 
sein, dass er nach aussen als Anführer fungiert habe (pag. 559, 572: er habe ver-
schiedene Optionen aufgezählt. Er habe den J.________ durchsucht und Zigaret-
ten gefunden. Es sei möglich, dass er auch C.________ in die Taschen gegriffen 
habe). 

Y.________ beschrieb in seiner dritten Einvernahme eindrücklich, wie es darum 
gegangen sei, zu profitieren und die beiden auszunehmen (pag. 571). Weiter führte 

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er aus, dass sie beim Filzen lediglich Zigaretten gefunden hätten (pag. 559). Er gab 
zu, dass sie kassiert hätten, wenn sie nichts dabei gehabt hätten (pag. 559), was 
die von den Privatklägern beschriebene Angst umso begründeter erscheinen lässt. 

Er gab in den letzten beiden Einvernahmen an, dass er versucht habe, bei der 
Strasse, welche Richtung W.________ führe, die Sache zu schlichten. Die anderen 
Kollegen hätten ihm nicht entgegenkommen wollen. Sie seien ihm schon etwas 
entgegengekommen, aber sie hätten profitieren und sie ausnehmen wollen (pag. 
571). Man habe die beiden abschlagen und ausnehmen wollen. Z.________ habe 
das gewollt. Y.________ habe dann den Kollegen verschiedene Optionen mitge-
teilt: Man nehme sie aus und lasse sie gehen, einer gegen einer oder man lasse es 
ganz sein. Z.________ habe dann entschieden, dass sie sie ausnehmen würden 
(pag. 572). Er habe die Optionen aufgezählt, sonst hätte es eine Massenschlägerei 
gegeben, U.________ gegen AB.________ (pag. 573). Die Tätergruppe scheint 
abgesprochen zu haben, wie es mit den Opfern weitergehen sollte. Auch die Opfer 
haben mitbekommen, was ihnen drohen würde, falls sie nichts abliefern könnten. 
So bestätigte Y.________, der J.________ habe Paranoia bekommen, deshalb 
habe er dies selber vorgeschlagen und habe zu sich nach Hause gehen wollen, 
weil die anderen ihn hätten kaputt machen wollen (pag. 559). Diese Aussage un-
terstreicht den Druck der Gruppe und die Gefühlslage der Privatkläger beim 
W.________; sie dokumentiert insbesondere auch, dass die Privatkläger sich alles 
andere als freiwillig durchsuchen liessen.

Es ist der Tätergruppierung - nachdem diese bereits gesehen hatte, dass die Pri-
vatkläger Zigaretten mit sich führen - offenbar darum gegangen, diesen möglichst 
viel bzw. zumindest die bereits gesehenen Zigaretten wegzunehmen. Hätten die 
beiden Opfer mehr Geld oder Wertgegenstände bei sich gehabt, so wäre auch die-
se Beute ins Visier gerückt. Auch zeigen die Aussagen von Y.________ auf, dass 
die Tätergruppierung sehr wohl über die nächsten Schritte diskutiert und sich ent-
sprechend abgesprochen hat. Es war somit den Mitgliedern der Tätergruppierung 
klar, dass man zuerst filzen würde - und später auch bereit war, sich ans Domizil 
von J.________ zu begeben, um dort von ihm Geld zu bekommen.

Die Aussagen von Y.________ enthalten – mit Ausnahme der ersten Einvernahme 
– durchaus mehrere Realkennzeichen. Er gab den Vorfall ab der zweiten Einver-
nahme zu und belastete sich im Folgenden selber. Allerdings ist auch eine Ten-
denz erkennbar, sich von der Verantwortung bzw. von der Leaderposition zu di-
stanzieren oder sich in ein günstigeres Licht zu rücken  (er habe versucht zu 
schlichten, die Gruppe hat entschieden etc.). Seine Angaben sind deshalb mit eini-
ger Vorsicht zu würdigen. Soweit die Aussagen von Y.________ mit den Aussagen 
der Privatkläger übereinstimmen, kann indes darauf abgestellt werden.

8.5.6 Aussagen von Z.________
Z.________ wurde insgesamt fünfmal zu diesem Vorfall einvernommen. Er zeigte 
ein ähnliches Aussageverhalten wie die anderen Mitbeschuldigten. So bestritt er in 
der ersten Einvernahme, etwas mit dem Vorfall zu tun zu haben (pag. 582). In einer 
späteren Einvernahmen erzählte er dann vom Vorfall, spielte allerdings in allen wei-
teren Einvernahmen seinen eigenen Tatbeitrag herunter. Seine Rolle innerhalb der 
Gruppe lässt sich auf Grund seiner eigenen Aussagen nicht schlüssig eruieren. So 

20

sprach er relativ unbeteiligt und desinteressiert davon, was die Gruppe gemacht 
habe und nahm sich dabei aus der Gruppe raus. Zum Beispiel sagte er, er habe 
gesehen wie J.________ sein Cap und seinen Pulli habe ausziehen müssen (pag. 
591). Wieso es zum Streit gekommen sei (pag. 596.2) oder weshalb man 
J.________ aufgefordert habe in Richtung W.________ mitzukommen, wisse er 
nicht (pag. 596.3). Es sei ihm egal gewesen, ob dies für J.________ gemütlich sei 
oder nicht (pag. 596.4). Weiter sagte er beispielsweise, das Cap sei J.________ 
weggenommen worden. Er wisse nicht von wem (pag. 596.5). Er habe sich nicht 
selber an der Durchsuchungsaktion beteiligt, er sei in der Nähe gestanden, ca. 2-3 
Meter entfernt (pag. 596.5). Er wisse nicht, was die Gruppe gemacht hätte, wenn 
J.________ und C.________ sich gegen die Durchsuchung gewehrt hätten. Es sei 
nichts abgesprochen gewesen bzw. ihm sei nichts gesagt worden. Wenn etwas 
gewesen wäre, hätte er das aber schon mitbekommen (pag. 596.6). Dass nichts 
abgesprochen gewesen sein soll, steht im Widerspruch zu den Aussagen von 
Y.________ und den glaubhaften Aussagen der Privatkläger (und auch zum 
tatsächlichen Verlauf).

Weiter sagte er teilweise auch widersprüchlich aus. So gab er beispielsweise in 
seinen tatnäheren Aussagen an, Y.________ habe J.________ gesagt, er solle 
ihm Zigaretten und so geben (pag. 590). In seiner letzten Einvernahme bestritt er 
dann, dass sie „Geld oder sonst etwas“ gewollt hätten (pag. 596.5).

Auf Vorhalt, wonach der Beschuldigte die Aussage von J.________ betreffend Hin-
zukommen der Kollegen des Beschuldigten bestätigt habe (pag. 479, 521), meinte 
Z.________, dass er ein Kollege von A.________ sei. Wenn sie sich geschlagen 
oder wenn sich J.________ Kollegen eingemischt hätten, wäre er einfach da ge-
wesen, falls etwas passiert wäre (pag. 596.3). Diese Aussage weist darauf hin, 
dass auch Z.________ der Gruppe zugehörig gewesen sein muss - einer Gruppe, 
welche bereit war, ihren Teil zum Geschehen beizutragen. Weiter unterstreicht die-
se Aussage auch die von den Privatklägern dargestellte Überlegenheit der Grup-
pierung.

Auffallend ist, dass er in Bezug auf die X.________ - Gang relativ detailreiche Aus-
führungen machte, so zum Ziel und der Entstehung der Gruppe sowie über die Me-
thode der Abhärtung der Gangmitglieder. Auch nannte er diverse Personen, welche 
Gangmitglied gewesen seien, unter anderem auch der Beschuldigte (pag. 593). Er 
bestritt aber sogleich, selber Mitglied der Gang zu sein. Diese Aussage erscheint in 
Hinblick auf die Details und Hintergrundinformationen, welche er machte, wenig 
glaubhaft. Sein diesbezügliches Aussageverhalten passt zu seinem allgemeinen 
Aussageverhalten zum Vorfall, wonach er ebenfalls erzählt hat, was geschehen ist 
und was die anderen gemacht haben, er selber aber nicht Teil davon gewesen sein 
soll.

Die Aussagen von Z.________ sind für die Kammer insgesamt zu widersprüchlich, 
zu unbestimmt und zu wenig zuverlässig, als dass in Bezug auf die Einzelheiten 
des Vorfalls darauf abgestellt werden könnte. Entgegen der Ansicht der Vorinstanz 
kann somit auch nicht punktuell in Bezug auf die Mitgliedschaft des Beschuldigten 
in der X.________ - Gang darauf abgestellt werden. 

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8.5.7 Aussagen von AA.________
AA.________ gab bei beiden Einvernahmen an, nichts vom ersten Vorfall auf der 
T.________ zwischen A.________ und J.________ mitbekommen zu haben. An-
lässlich der ersten Einvernahme sagte er aus, er sei mit A.________ zusammen 
gewesen. Dieser habe gesagt, sie würden Geld holen gehen. AA.________ habe 
gedacht, dieser Junge sei wohl ein Kollege von A.________ (pag. 603). An der 
zweiten Einvernahme gab AA.________ ebenfalls an, auf der T.________ dabei 
gewesen zu sein und sich anschliessend mit mehreren Personen ins Tram Rich-
tung U.________ begeben zu haben. Auf der T.________ habe ihm A.________ 
gerufen, er solle mitkommen. Er sei dann mit A.________ und Z.________ und 
zwei Unbekannten nach U.________ zu C.________ und J.________ mitgegangen 
(pag. 620).

Er bestreitet an beiden Einvernahmen in der ersten Phase dabei gewesen zu sein. 
Seine Aussagen sind inhaltlich zu wenig ergiebig, als dass eine entsprechende 
Aussagewürdigung vorgenommen werden könnte. Seinen Aussagen kann lediglich 
entnommen werden, dass der Beschuldigte ihn offenbar gerufen bzw. aufgefordert 
hat, mit der Tätergruppe nach U.________ zu kommen. Allein hieraus kann jedoch 
zur Rolle des Beschuldigten nichts abgeleitet werden.

8.5.8 Beweisergebnis
Die Kammer erachtet die Aussagen der beiden Privatkläger C.________ und 
J.________ als glaubhaft und stellt für die Beurteilung des Vorfalls vom 9. Septem-
ber 2016 darauf ab. Auch die späteren Aussagen von Y.________, in welchen er 
sich selber stark belastet, stimmen mit den Schilderungen der Privatkläger überein 
und unterstreichen den Wahrheitsgehalt der Aussagen der Privatkläger. Die Aus-
sagen des Beschuldigten und der weiteren Beteiligten sind mit zu vielen Lügensi-
gnalen und Unsicherheiten versetzt, als dass zuverlässig darauf abgestellt werden 
könnte. Insbesondere kann – entgegen der Ansicht der Vorinstanz – auch in Bezug 
auf die Mitgliedschaft des Beschuldigten in der X.________ - Gang nicht auf die 
Aussagen von Z.________ abgestellt werden. Es wird an dieser Stelle vorwegge-
nommen, dass auch AC.________ in seinen Aussagen zum Vorfall AKS Ziff. 1.3. 
bestätigte, dass der Beschuldigte Mitglied der X.________ - Gang gewesen sein 
soll (pag. 943, pag. 955). Da jedoch die weiteren Beteiligten nichts zu dieser Mit-
gliedschaft sagen konnten und es zudem von der Definition abzuhängen scheint, 
ab wann man zur Gang gehört und ab wann man nur mit Mitgliedern der Gang her-
umhängt, wird die Zugehörigkeit zur X.________ - Gang in Bezug auf den Be-
schuldigten offen gelassen. Nach Ansicht der Kammer ist dies für die Beurteilung 
des angeklagten Sachverhalts ohnehin nicht relevant, zumal rechtsgenüglich nach-
gewiesen werden kann, dass der Beschuldigte zusammen mit anderen Kollegen, 
also in einer Gruppe, handelte. Dem Beschuldigten war auch ohne den Nachweis 
einer Mitgliedschaft zu dieser Gang bewusst, dass es darum ging die beiden Pri-
vatkläger auszunehmen. So war er am Anfang auf der T.________ selber aktiv und 
versuchte, C.________ das Zigarettenpäckchen wegzureissen. Anschliessend bil-
ligte und unterstützte er das Handeln der anderen Gruppenmitglieder beim 
W.________ bereits allein durch sein Mitgehen und seine Wahrnehmung als Mit-
glied der Gruppe, welche gegenüber den beiden Privatklägern als bedrohliche 

22

Übermacht auftrat und wirkte – dies umso mehr, als in derselben Konstellation vor-
gängig bereits eine tätliche Auseinandersetzung stattgefunden hat. Die Aussage, 
wonach der Beschuldigte beim Filzen nicht dabei gewesen sei, erscheint - wie 
oben bereits ausgeführt - unglaubhaft. Seine besten Freunde waren dabei und der 
Beschuldigte war der Auslöser der ganzen Situation. 

Im Ergebnis geht die Kammer davon aus, dass vorab aufgrund der glaubhaften 
Aussagen der Privatkläger der Sachverhalt gemäss Anklageschrift Ziff. 1.1. – mit 
Ausnahme der Mitgliedschaft zur X.________ - Gang – erwiesen ist.

9. Qualifizierte Erpressung (Versuch), z.N. C.________ und J.________ 
(AKS Ziff. 1.2)

9.1 Sachverhalt gemäss Anklageschrift (pag. 1233 f.)
Dem beschuldigten Jugendlichen wird vorgeworfen, am 9. September 2016, ca. 
22.30 bis 23.55 Uhr gemeinsam mit Y.________, Z.________ und AA.________ 
und „BD.________“ in Bern, T.________, auf der Tramlinie Richtung U.________ 
und in Bern, V.________, z.N. C.________ und J.________ eine qualifizierte Er-
pressung (Versuch), evtl. Geiselnahme begangen zu haben. 

In der Hoffnung, dass die Gruppierung sie dann in Ruhe lassen würde, habe 
J.________ schliesslich erwähnt, dass er über CHF 150.00 verfüge. Y.________ 
habe dann zu J.________ gemeint, dass er das Geld hergeben solle. J.________ 
habe erklärt, dass er das Geld zu Hause habe bzw. er es am gleichen Abend erhal-
ten werde. Y.________ habe entgegnet, dass sie das Geld gleich holen gehen 
könnten. 

Die Gruppierung um Y.________ habe sich in Richtung T.________ entfernt, um 
sich zu besprechen. Die Gruppierung sei von Y.________ darüber in Kenntnis ge-
setzt worden, dass J.________ bei sich zu Hause über CHF 150.00 verfüge. Sie 
hätten geplant, das Geld zu holen. Eine unbekannte Person sei derweil zurückge-
blieben, um auf C.________ und J.________ aufzupassen. 

Y.________ und Z.________ hätten ca. sechs Personen ausgewählt, welche zum 
Tram mitkommen sollten. Darunter hätten sich A.________, AA.________ und 
„BD.________" befunden. Y.________ habe sich mit seinen Leuten zurück zu 
C.________ und J.________ begeben und habe erklärt, dass sie sich nun zum 
Tram an den BE.________ mit Fahrtrichtung nach U.________ begeben würden. 
Sie seien alle zu Fuss zur Tramstation BE.________ gegangen.

C.________ habe befürchtet, dass die Gruppierung ihn zum Mitgehen gezwungen 
hätte, wenn er sich hätte entfernen wollen. Aus Angst, dass sie ihm etwas antun 
könnten, insbesondere weil er und J.________ in der Unterzahl gewesen seien, sei 
er mitgegangen. Auch J.________ habe befunden, dass es besser sei, mitzuge-
hen. J.________ sei der Meinung gewesen, dass sie nicht hätten fliehen können, 
da einer der Gruppe sie ansonsten gepackt hätte. 

Die Gruppe sei mit dem Tram der Linie in Richtung U.________ gefahren. 
Während der Fahrt hätten sie zu J.________ gesagt, er solle ihnen das Mobiltele-
fon hergeben. Sie hätten ihm sodann das Handy weggenommen, hätten es im 
Tramwagen umhergeworfen und hätten das Gerät mit dem Display gegen die Hal-

http://bzw.er

23

testangen geschlagen. Zwei oder drei Frauen, welche im Tram gesessen seien, 
seien aufgefordert worden, das Gerät als Gegenleistung für ein „Rauchi" aus der 
Seitenscheibe zu werfen, was diese auch getan hätten. Eine Flucht sei für 
C.________ und J.________ nach wie vor nicht möglich gewesen, da sich die 
Gruppierung ununterbrochen um die beiden herum aufgehalten hätte. Ca. um 
23.30 Uhr sei die Gruppe bei der Haltestelle BF.________ oder BG.________ aus 
dem Tram gestiegen. 

Die Gruppierung habe sich zum nahegelegenen Domizil von J.________ begeben 
und sei vor dem Domizil stehen geblieben. Y.________ habe J.________ 15 Minu-
ten Zeit gegeben, um die von ihm erwähnten CHF 150.00 bzw. seine Bankkarte ho-
len zu gehen, um dann ab dem Konto CHF 150.00 zu beziehen. Y.________ habe 
gesagt, falls er in 15 Minuten nicht zurück sei, seine Eltern aus dem Fenster 
schauen würden, er eine Polizeisirene hören oder er das Gefühl habe, dass er 
„verarscht" werde, würden sie C.________ „kaputt machen". A.________ habe die 
Drohung gehört und sei an Ort und Stelle verblieben. 

J.________ habe sich daraufhin in die Wohnung begeben. Y.________ habe 
C.________ angewiesen, mit ihnen ein bisschen zur Seite zu gehen und sich ne-
ben ihn zu setzen. Y.________ habe sich dann erhoben und Andeutungen ge-
macht, wie wenn er C.________ gegen den Kopf hätte schlagen wollen. 
C.________ sei zusammengezuckt. Daraufhin habe Y.________ gemeint, dass er 
ihn richtig schlagen werde, falls er nochmals zusammenzucke. Y.________ habe 
daraufhin mit der Faust mit voller Wucht gegen die linke Wange von C.________ 
geschlagen. Da C.________ auf einer Mauer gesessen sei, sei er nicht zu Boden 
gefallen. Er habe sich jedoch benommen gefühlt.

Nach dem ersten Schlag habe Y.________ C.________ aufgefordert, sich wieder 
neben ihn zu setzen, was er auch getan habe. Y.________ habe erneut eine An-
deutung gemacht, wie wenn er C.________ mit der Faust hätte schlagen wollen. 
Y.________ habe C.________ noch etliche starke Faustschläge gegen die linke 
Wange verabreicht, welche zur Benommenheit von C.________ geführt hätten. 
Von Z.________ habe C.________ ebenfalls zwei Ohrfeigen erhalten.

Wenig später sei eine Polizeisirene zu hören gewesen. Y.________ habe 
C.________ erklärt, dass er verraten worden sei. Er habe C.________, welcher auf 
einer Mauer gesessen sei, quer hinter seinem Rücken angehoben, wobei er mit 
dem rechten Arm seinen Kopf und mit dem linken Arm seine Beine eingeklemmt 
habe. Y.________ habe C.________ sodann auf den Rasen fallen lassen, so dass 
er mit dem Rücken auf den Boden aufgeschlagen sei. Y.________ habe sich nach 
hinten auf C.________ fallen lassen und habe ihn mehrmals mit den Fäusten ge-
gen den Kopf geschlagen, wobei er vor allem an der linken Wange, am linken Ohr 
und im Bereich des Kiefers und des Mundes getroffen worden sei. Y.________ ha-
be ihn auch zweimal mit dem Fuss gegen das Gesicht getreten. C.________ sei 
benommen auf dem (Rasen-)Boden liegen geblieben.

Als der Vater von J.________ aus dem Haus gekommen sei und sich der Gruppe 
genähert habe, hätten sie C.________ befohlen, dass er sich sofort erheben und 
sich auf die Mauer setzen solle. Der Vater habe sich erkundigt, worum es gehe. 

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C.________ habe sich nicht getraut, auf seine Situation aufmerksam zu machen. 
Als der Vater von J.________ die Sache habe klären wollen, habe die Gruppe das 
Domizil verlassen, wobei C.________ hätte mitkommen sollen. Y.________ und 
seine Kollegen seien sodann in Richtung des Bahnhofs U.________ Süd gerannt. 
C.________ sei zunächst an Ort und Stelle verblieben und sei dann zurück in Rich-
tung des Elternhauses von J.________ gerannt.

C.________ habe eine mehrfache Prellung des Unterkiefers, eine Rissquetsch-
wunde an der Unterlippe und ein Hämatom / eine Bisswunde im Mund (Schleim-
haut Wange rechts und links) sowie ein Hämatom am Oberarm links erlitten. 

A.________ sei Mitglied der sog. „X.________ Gang" gewesen, er sei von Beginn 
der Auseinandersetzung an dabei bzw. der Auslöser gewesen. Ihm sei bewusst 
gewesen, dass es darum gegangen sei, von J.________ unrechtmässig Geld zu 
erlangen und sich damit zu bereichern. Vor dem Domizil von J.________ habe er 
aufgepasst, dass niemand komme. 

9.2 Vorinstanzliche Beweiswürdigung
Die Vorinstanz erachtete zusammengefasst die Aussagen der Privatkläger als 
glaubhaft und stellte darauf ab. In Bezug auf den Vorschlag der CHF 150.00 stützte 
sich die Vorinstanz auf die Aussagen von J.________ und Y.________. Dass die 
Gruppierung über das weitere Vorgehen diskutiert habe, ergebe sich aus den 
glaubhaften Aussagen von Y.________. Bezüglich Angst bzw. Beweggründe, wel-
che C.________ und J.________ dazu gebracht hätten, mit der Gruppe mitzuge-
hen, stellte die Vorinstanz auf die Aussagen der beiden Opfer ab. Der Vorfall im 
Tram werde nicht bestritten und sei erstellt. In Bezug auf die ausgesprochenen 
Drohungen und die ausgeteilten Schläge vor dem Haus von J.________ stellte das 
Gericht auf die Aussagen der beiden Privatkläger ab. In Bezug auf die X.________ 
Gang verwies die Vorinstanz auf die bereits erfolgten Ausführungen zum vorange-
henden Vorfall. Zudem stellte die Vorinstanz in Bezug auf die Tatsache, dass der 
Beschuldigte zusammen mit AA.________ Schmiere gestanden sei, auf die Aus-
sagen von Letzterem ab. Damit erachtete die Vorinstanz den Sachverhalt gemäss 
Anklageschrift Ziff. 1.2. als vollständig erweisen.

9.3 Bestrittener und unbestrittener Sachverhalt
Vorliegend sind einzig die Schläge von Y.________ sowie von Z.________ unbe-
stritten. 

Der Beschuldigte machte zusammenfassend geltend, dass J.________ ihnen das 
Geld aus eigenem Antrieb habe geben wollen, dass J.________ und C.________  
keine Furcht gehabt hätten und ihre Mitfahrt im Tram freiwillig erfolgt sei. Etwas 
anderes wäre für den Beschuldigten nicht erkennbar gewesen. Die Verteidigung 
führte namens des Beschuldigten aus, dass J.________ und C.________ sich aus 
dem Tram hätten entfernen können. Die Rolle des Beschuldigten wird von der Ver-
teidigung dahingehend beschrieben, dass er lediglich unbeteiligt mitgegangen sei 
und in U.________ beim Domizil von J.________ nur in der Nähe gestanden sei. 
Wenn er etwas gemacht habe, dann habe er lediglich versucht, Y.________ von 
weiteren Schlägen an C.________ abzuhalten, am Vorfall habe er sich sonst nicht 
beteiligt. Insbesondere könne nicht auf die Aussagen von AA.________ betreffend 

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dem Schmiere-Stehen abgestellt werden; diese seien zu unbestimmt und würden 
den Beschuldigten nicht benennen. Weiter wurde die Zugehörigkeit des Beschul-
digten zur X.________ - Gang bestritten. Die Verteidigung führte verschiedene 
Aussagen der Beteiligten auf, welche den Beschuldigten entlasten würden (vgl. 
hierzu im Detail Parteivorbringen vom 29. August 2019, pag. 1940 ff.).

9.4 Beweismittel
Die Vorinstanz hat auch in Bezug auf diesen Sachverhalt die vorhandenen Be-
weismittel im erstinstanzlichen Motiv ausführlich zusammengefasst und wiederge-
geben. Als subjektive Beweismittel hat die Vorinstanz die Aussagen des Beschul-
digten (pag. 34 ff., 456 ff., 465 ff., 478 ff., 1342 ff.), die Aussagen des Privatklägers 
C.________ (pag. 491 ff., 499 ff.), die Aussagen des Privatklägers J.________ 
(pag. 520 ff., 526 ff.), die Aussagen von Y.________ (pag. 549 ff., pag. 557 ff., 571 
ff.), die Aussagen von Z.________ (pag. 579 ff., 586 ff., 589 ff., 596.1 ff.) sowie die 
Aussagen von AA.________ (pag. 596 ff., 618 ff.) zusammengefasst dargestellt. 
Als objektive Beweismittel wurden die Fotos der Verletzungen von C.________ 
(pag. 438 ff.), der BA.________ Notfallbericht inkl. Fotos vom 11. September 2016 
(pag. 448 ff.) sowie der Befundbericht vom 13. September 2016 (pag. 451) aufge-
führt. Es wird auf die vorinstanzlich korrekt und ausführlich zusammengefassten 
Beweismittel verwiesen. Soweit sich Ergänzungen zu den obgenannten Beweismit-
teln aufdrängen, erfolgen diese im Rahmen der Beweiswürdigung an der entspre-
chenden Stelle. Weiter wird auf die zusammengefassten Aussagen des Beschul-
digten an der Berufungsverhandlung vom 29. August 2019 verwiesen (vgl. Ziff. 8.4 
hievor).

9.5 Beurteilung durch die Kammer
Die Vorinstanz hat die Beweise in ihrer Würdigung ausführlich erörtert und gewür-
digt. Die Kammer stellt auch hier teilweise auf deren Beweiswürdigung ab.

9.5.1 Objektive Beweismittel
Die obgenannten objektiven Beweismittel stimmen mit dem vom Opfer beschriebe-
nen Tathergang sowie den daraus resultierenden Verletzungen überein. Sie lassen 
jedoch keine Rückschlüsse auf den konkreten Tathergang zu. 

9.5.2 Aussagen des Beschuldigten
In Bezug auf das Aussageverhalten des Beschuldigten wird auf die Beweiswürdi-
gung zu AKS Ziff. 1.1 oben verwiesen. Ergänzend und bezogen auf diesen Vorfall 
ist festzuhalten, dass das Aussageverhalten des Beschuldigten auch in Bezug auf 
die CHF 150.00 widersprüchlich ist. So machte er in der Einvernahme vom 14. Ok-
tober 2016 bezüglich den CHF 150.00 zum ersten Mal Ausführungen, wonach er 
erst in der Unterführung davon erfahren habe (pag. 38). In der darauf folgenden 
Einvernahme vom 29. Mai 2017 gab er eine andere Version an, nämlich dass der 
Vorschlag mit den CHF 150.00 bereits auf der T.________, nach den Schlägen er-
folgt sei (pag. 484). Der Vorschlag sei von J.________ aus gekommen (pag. 479). 
An der Einvernahme vor dem Jugendgericht erfolgte dann eine weitere Version, er 
habe viel Alkohol getrunken und bis zum Schluss nicht mitbekommen, dass es um 
Geld gegangen sei (pag. 1348). Seine Aussagen hinterlassen den Eindruck, dass 
er nach Ausreden suchte und je nachdem so aussagte, wie es für ihn gerade güns-

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tiger schien. Der Beschuldigte war die ganze Zeit dabei und es wäre völlig lebens-
fremd, dass er nicht mitbekommen hätte, weshalb man in Richtung U.________ 
fahren würde. Würde man dem Argument der Verteidigung folgen, dass er nur ha-
be nach Hause gehen wollen, weil er in U.________ wohne, so wäre nicht logisch, 
weshalb er dann, statt nach Hause zu gehen, mit der Gruppe zu J.________ Domi-
zil mitgegangen ist oder weshalb er nach der Geschichte bei J.________ Domizil 
nochmal mit der Gruppe nach Bern zurückgekehrt ist. Der Beschuldigte gab hierzu 
an, dass er sowieso nach U.________ hätte fahren müssen, um Kleider bei sich zu 
Hause zu holen (pag. 483). In einer späteren Einvernahme führte er dann aber aus, 
dass er aufgrund von AA.________ mitgegangen sei (pag. 1348). Auf seine wider-
sprüchlichen Aussagen kann nicht abgestellt werden. Die Kammer geht davon aus, 
dass er von Anfang an wusste, um was es bei den CHF 150.00 ging und mit der 
Gruppe mitging, um dieses Geld erhältlich zu machen.

Dass er dann am Domizil J.________ völlig unbeteiligt gewesen sein soll und ledig-
lich auf einem Mäuerchen gesessen bzw. gelegen haben will (pag. (pag. 1347, 
pag. 1349), wie er vor Jugendgericht das erste Mal angab, scheint äusserst un-
wahrscheinlich. So konnte er immerhin in der Dunkelheit sehen, dass C.________ 
geschlagen worden ist und will interveniert haben (pag. 1347), was er notabene an 
der ersten Einvernahme noch vereint hatte (pag. 470). In Übereinstimmung mit den 
glaubhaften Aussagen von C.________ ist davon auszugehen, dass der Beschul-
digte mit Worten versucht hat, Y.________ von weiteren Schlägen abzuhalten; dies 
wird in der Strafzumessung entsprechend zu berücksichtigen sein. Diese verbale 
Intervention führt jedoch nicht zur Annahme, dass der Beschuldigte nicht als Teil 
der Gruppierung bzw. der Drohkulisse in Erscheinung getreten bzw. wahrgenom-
men worden wäre. So war der Beschuldigte die ganze Zeit über bei der Gruppe 
und blieb es letztlich auch, als Y.________ nicht auf ihn hörte. Damit billigte er das 
Verhalten der Gruppe. Anzumerken ist, dass die Schläge erst erfolgten, nachdem 
J.________ schon ins Haus gegangen war, weshalb diese für die Beurteilung der 
nachfolgenden versuchten qualifizierten Erpressung nicht von entscheidender Be-
deutung sind.

Insgesamt kann festgehalten werden, dass die Aussagen des Beschuldigten zu 
viele Lügensignale und Unsicherheiten aufweisen, als dass betreffend den Vorwurf 
gemäss AKS Ziff. 1.2. darauf abgestellt werden könnte.

9.5.3 Aussagen von C.________
In Bezug auf das Aussageverhalten von C.________ wird auf die Beweiswürdigung 
zu AKS Ziff. 1.1 oben verwiesen. Ergänzend und bezogen auf diesen Vorfall ist 
festzuhalten, dass C.________ auch hier den Sachverhalt detailliert, konstant und 
erlebnisbasiert wiedergab.

So schilderte er insbesondere das Vorgehen (Drohungen) bzw. die Schläge vor 
dem Domizil von J.________ detailliert und schlüssig. Dabei aggravierte er nicht, 
sondern gab im Gegenteil zur Entlastung des Beschuldigten an, dass ein 16-
Jähriger (A.________) sich eingemischt und sich für ihn eingesetzt habe (pag. 495, 
pag. 504). Auch die Situation mit der Person, welche während der Diskussion über 
das weitere Vorgehen der Tätergruppe auf die beiden Opfer aufgepasst habe so-
wie dass Y.________ bestimmte Personen, welche mitkommen sollten, ausgewählt 

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habe, beschreibt er in beiden Einvernahmen übereinstimmend und glaubhaft (pag. 
494, pag. 502). 

C.________ nannte als Grund, weshalb er mitgegangen sei, einerseits die Angst 
sowie andererseits die Aufforderung der Tätergruppe (pag. 503). Auch gab er wie-
derholt an, dass er denke, dass wenn er sich hätte entfernen wollen, sie ihn zum 
Mitgehen gezwungen hätten. Er bestätigte auch, dass J.________ das Angebot mit 
den CHF 150.00 vermutlich in der Hoffnung gemacht habe, dass sie ihn dann in 
Ruhe lassen würden (pag. 494). Diese Aussagen zur Gefühlslage und zur Bedro-
hungssituation sind eindrücklich und glaubhaft. Entgegen der Ansicht der Verteidi-
gung lassen diese Aussagen keinen Raum dafür, davon auszugehen, dass das 
Angebot des Geldes und die hierauf folgende Mitfahrt im Tram freiwillig erfolgten. 
C.________ schilderte, dass Y.________ J.________ aufgefordert habe, ihm das 
Mobiltelefon zu geben, anschliessend das Telefon herumgeworfen habe und es 
gegen eine Haltestange geschlagen habe, um zu sehen, ob das Panzerglas kaputt 
gehe (pag. 495). Auch anhand dieser Situation ist ersichtlich, wie gross das Ag-
gressionspotenzial der Gruppe und dementsprechend die Angst der Privatkläger 
gewesen sein müssen, dass sie eine solche erniedrigende Situation haben über 
sich ergehen liessen. Dass der Beschuldigte auch hier nicht erkannt haben will, 
dass dies kein Spass mehr war, kann nur als Schutzbehauptung gewertet werden.

Aus der Aussage von C.________, wonach er gesagt haben soll, der Beschuldigte 
habe ihm eigentlich nichts gemacht, er sei einfach mitgekommen (pag. 501), kann 
entgegen der Ansicht der Verteidigung nicht abgeleitet werden, dass der Beschul-
digte am gesamten Geschehen unbeteiligt war. Diese Aussage kann im Kontext 
nur so verstanden werden, dass der Beschuldigte – im Gegensatz zu anderen Mit-
tätern – den C.________ vor dem Domizil von J.________ nicht geschlagen habe. 
C.________ sagte aus, der Beschuldigte sei einfach mitgekommen. Und genau 
dieses Verhalten wird dem Beschuldigten im weiteren Verlauf vorgeworfen, näm-
lich, dass er mit seinem „Mitgehen“ und seiner Präsenz als Teil der Gruppe das 
Verhalten der Gruppe billigte und die Bedrohungssituation mitkonstellierte. Aus 
dieser Aussage von C.________ kann jedenfalls nichts zu Gunsten des Beschul-
digten abgeleitet werden.

Es sind auch in diesen Aussagen keine Hinweise ersichtlich, dass C.________ fal-
sche Aussagen gemacht hätte. Die Aussagen von C.________ sind glaubhaft, 
weshalb auch in Bezug auf diesen Vorfall darauf abgestellt werden kann.

9.5.4 Aussagen von J.________
Betreffend das Aussageverhalten von J.________ wird auf die Beweiswürdigung 
zu AKS Ziff. 1.1 oben verwiesen. Ergänzend und bezogen auf diesen Vorfall kann 
festgehalten werden, dass J.________ auch bezüglich dem Vorfall gemäss AKS 
Ziff. 1.2. glaubhaft aussagte. Seine Aussagen stimmen mit denjenigen von 
C.________ überein.

J.________ schilderte seine Gefühlslage eindrücklich. So führte er aus, dass sie im 
Tram keine Gelegenheit gehabt hätten, zu fliehen (pag. 530). Wenn sie versucht 
hätten abzuhauen, wäre schon jemand aufgestanden und hätte sie daran gehindert 
(pag. 529). Des Weiteren gab J.________ an, dass ihm auf dem Weg zum Tram 

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sowie während der Tramfahrt gedroht worden sei, dass er nicht zur Polizei gehen 
solle, ansonsten er ein Problem haben werde (pag. 532). Auf die Frage, ob er 
Angst gehabt habe, dass C.________ oder ihm etwas zustossen könnte, falls sie 
den Anweisungen nicht Folge leisten würden, meinte J.________, dass er auf je-
den Fall Angst gehabt habe (pag. 532). Er führte hierzu aus, C.________ sei ein 
Kollege von ihm. Er habe Angst gehabt, dass sie ihn schwer verletzen könnten, 
dass es zu einem Schlag auf die Schläfe kommen würde oder sie ihm den Rücken 
brechen könnten (pag. 532). Für die Kammer gibt es keinen Zweifel darüber, dass 
die Privatkläger Angst hatten. Das gegenteilige Argument der Verteidigung vermag 
nicht zu überzeugen, wonach die Privatkläger keine Angst gehabt hätten, sonst 
hätten sie sich bemerkbar gemacht bei den zahlreichen Personen, die unterwegs 
waren. Es mag zwar stimmen, dass um diese Uhrzeit noch relativ viele Menschen 
unterwegs waren. Dies erhöht einerseits aber auch die Anonymität und vor allem 
sind in concreto die vorangehenden Geschehnisse nicht ausser Acht zu lassen. So 
scheint die Angst der Privatkläger mit Blick auf die mit der zahlenmässig deutlich 
überlegenen Gruppe bereits gemachten Erfahrungen - den Gewalttätigkeiten auf 
der T.________ sowie das Umzingeln, Bedrohen und Filzen - durchaus nachvoll-
ziehbar und glaubhaft. Für die Kammer gibt es keinen Zweifel, dass die Gruppie-
rung ihre Macht demonstrierte und dadurch die Privatkläger gefügig gemacht wur-
den. Unter diesen Umständen kann nicht davon ausgegangen werden, dass die 
Privatkläger freiwillig mit der Tätergruppe mitgingen. Ebenfalls kann festgestellt 
werden, dass auch ein besonnener Mensch in der gleichen Lage sich unter diesen 
Umständen bedroht gefühlt hätte und dies somit – entgegen den Ausführungen der 
Verteidigung – auch für den Beschuldigten erkennbar gewesen sein muss.

Einzig vor diesem Hintergrund und in der Hoffnung, sich aus dem Dilemma zu be-
freien, erfolgte das „Angebot“ von J.________ betreffend die CHF 150.00. Er gab 
glaubhaft an, dass von ihnen Geld bzw. alles was sie hätten, gefordert worden sei. 
Dabei seien sie von acht Personen umzingelt worden und etwas abseits von der 
T.________ an einer Wand gestanden (pag. 530). Er habe in Bezug auf die CHF 
150.00 gelogen, um bei sich zu Hause, von seinen Eltern, Unterstützung zu erhal-
ten (pag. 528). Diese Darstellung erscheint vor dem Hintergrund, dass er zuvor auf 
der T.________ schon  wegen einer Zigarette tätlich angegriffen wurde, glaubwür-
dig und nachvollziehbar. Die Gruppierung wollte an diesem Abend den beiden Pri-
vatklägern möglichst viel abnehmen. So ist die Befürchtung naheliegend, dass die-
se mit weiteren Schlägen zu rechnen gehabt hätten, wenn sie der offensichtlich ta-
tentschlossenen Gruppe nichts anzubieten hätten.

Zur Tramfahrt schilderte er in Übereinstimmung mit C.________ eindrücklich, wie 
sie ihm das Natel abgenommen hätten, es im Tram umhergeworfen worden sei und 
die anderen das lustig gefunden hätten (pag. 522). Die Verteidigung führte aus, 
J.________ habe mit dem Panzerglas seines Handys geprahlt und quasi angebo-
ten, ihnen das Handy zu geben, damit sie schauen könnten, ob es kaputt gehe. 
Hieraus könne eine gewisse Freiwilligkeit abgeleitet werden. Dieser Argumentation 
kann auf Grund der vorangehenden Situation auf der T.________ und beim 
W.________ und auf Grund der von dem Privatkläger glaubhaft geschilderten Be-
drohungslage nicht gefolgt werden. Zudem deckt sich die Argumentation der Ver-
teidigung weder mit den Aussagen von C.________ noch mit den Aussagen von 

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Z.________. Letzterer schildert sogar, wie Y.________ J.________ aufgefordert 
habe, ihm das Handy zu geben und ihm dann das Handy auf den Boden gefallen 
sei (pag. 590). J.________ habe dann gesagt, dass es nicht kaputt gehe, hierauf 
habe Y.________ gefragt, ob er auf das Handy schlagen dürfe, was J.________ 
bejaht habe. Von Prahlen kann somit nicht die Rede sein und dass J.________ 
quasi erlaubt habe, dass Y.________ aufs Handy schlagen dürfe, erscheint im 
Rahmen der gesamten Situation mehr als nachvollziehbar.

Es sind auch in den Aussagen zu diesem zweiten Vorfall keine Hinweise ersicht-
lich, dass J.________ falsche Aussagen gemacht hätte. Sie stimmen mit denjeni-
gen von C.________ überein und erscheinen auch in Bezug auf diesen zweiten 
Vorfall als glaubhaft, weshalb darauf abgestellt werden kann.

9.5.5 Aussagen von Y.________ 
In Bezug auf das Aussageverhalten von Y.________ wird auf die Beweiswürdigung 
zu AKS Ziff. 1.1 oben verwiesen. Auch bei diesem zweiten Vorfall belastete er sich 
ab der zweiten Einvernahme selber schwer, indem er beispielsweise aussagte, den 
C.________ selber auch geschlagen zu haben oder dass C.________ am Boden 
gelegen sei und keine Luft mehr bekommen habe, was krass ausgesehen habe 
(pag. 560). Gleichzeitig schwächte er dann aber in Bezug auf die Anzahl und Art 
Schläge im Vergleich zu den Aussagen der Privatkläger wiederum ab (pag. 572 f.). 
Es finden sich trotz der Belastung auch hier Tendenzen, sich in einem günstigeren 
Licht erscheinen zu lassen und die Hauptverantwortung auf die anderen der Grup-
pe zu schieben. So sagte er beispielsweise, er selber hätte die beiden gehen las-
sen, seine Kollegen wisse er nicht (pag. 574). Auf Vorhalt, die beiden seien aus 
Angst vor dem Verprügeltwerden ins Tram gestiegen, sagte er: Ja, aber nicht von 
ihm (pag. 574). 

Der Verteidigung ist beizupflichten, dass Y.________ – wie alle anderen aus der 
Tätergruppierung – angab, dass J.________ das Geld von sich aus angeboten ha-
be (pag. 566). Präzisierend ist hierzu entgegenzuhalten, dass Y.________ dann 
trotzdem die konkreten Umstände ausführte und angab, dass die Opfer Schläge 
kassiert hätten, wenn sie nichts dabei gehabt hätten. Der J.________ habe Para-
noia bekommen, deshalb habe er dies selber vorgeschlagen und habe zu sich 
nach Hause gehen wollen. Die andern hätten ihn sonst kaputt machen wollen (pag. 
559). Die Frage, ob es sein könne, dass der J.________ dies gewusst habe und 
aus Angst vor den Konsequenzen vorgeschlagen habe, dass er CHF 150.00 zu 
Hause holen könne, bejahte Y.________ (pag. 567). Vor diesem Hintergrund kann 
somit – entgegen der Ansicht der Verteidigung – nicht mehr von einem freiwilligen 
Vorschlag zur Geldübergabe gesprochen werden.

Des Weiteren gab er als Einziger an, dass er einen Teil des Geldes von 
Z.________ bekommen hätte, da er mitgegangen sei. Wieviel sei jedoch nicht klar 
gewesen (pag. 562). Dies unterstreicht am Rande auch die Version der Privatklä-
ger, wonach es sich eben nicht um irgendwelche Geldschulden gehandelt habe.

Wie bereits oben erwähnt, gab Y.________ letztlich die Schläge zu und seine Aus-
sagen stimmen in den wesentlichen Zügen mit denjenigen von C.________ und 
Z.________ überein. Einzig in Bezug auf die Aussagen, wonach er C.________ auf 

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den Rücken genommen habe, bestehen Unstimmigkeiten. Y.________ meinte da-
zu, dass er ausgerutscht sei (pag. 564). Dies erscheint aber vor dem Hintergrund 
der entgegenstehenden Aussagen des Opfers C.________ (pag. 496) und des Mit-
täters Z.________ als nicht glaubhaft. 

Die Aussagen von Y.________ enthalten auch zu diesem zweiten Vorfall – mit 
Ausnahme der ersten Einvernahme – durchaus mehrere Realkennzeichen. Er gab 
den Vorfall ab der zweiten Einvernahme zu und belastete sich im Folgenden dann 
selber. Allerdings war auch bei diesen Aussagen eine Tendenz erkennbar, sich in 
einem günstigeren Licht darzustellen. Auf seine Aussagen ist somit nur mit Vorsicht 
und nur in denjenigen Punkten darauf abzustellen, welche mit den glaubhaften 
Aussagen der Opfer übereinstimmen.

9.5.6 Aussagen von Z.________
In Bezug auf das Aussageverhalten von Z.________ wird auf die Beweiswürdigung 
zu AKS Ziff. 1.1 oben verwiesen. So versuchte er auch bezüglich dieses zweiten 
Vorfalls seinen eigenen Tatbeitrag runter zu spielen und den grösseren Tatbeitrag 
auf Y.________ abzuschieben. Er führte zu diesem zweiten Vorfall beispielsweise 
aus, er habe nicht gewusst, dass die beiden Privatkläger dazu erpresst worden 
seien, es sei ihm egal gewesen, es sei nicht sein Problem gewesen (pag. 591). 
J.________ habe Y.________ Geld geben wollen, er wisse nicht warum (pag. 
596.3). Er habe C.________ nur „chläpft“ (pag. 596.8.). Von der Drohung, dass 
man C.________ kaputt machen würde, habe er nichts mitgekommen (pag. 596.9). 
Weiter sagte er – wie alle anderen Mittäter – aus, die Privatkläger seien einfach 
mitgekommen. J.________ habe selber gesagt, dass er ihm CHF 150.00 geben 
werde. Die beiden Privatkläger seien nicht festgehalten worden, sie hätten einfach 
gehen können (pag. 591). Diese Aussagen passen nicht zu den glaubhaften Aus-
sagen der Privatkläger und sind als Schutzbehauptungen zu bezeichnen. 

Z.________ bestätigte wiederum die Aussage von C.________, dass er ihn am 
Domizil bei J.________ geschlagen habe (pag. 590) sowie dass er das Handy von 
J.________ zusammen mit Y.________ umhergeworfen habe (pag. 591). Ein-
drücklich ist seine Aussage, er wisse nicht, was die anderen genau gemacht hät-
ten, würde es aber auch nicht sagen, wenn er es wüsste (pag. 593). Diese Aussa-
ge steht symbolisch für das allgemeine Aussageverhalten unter den Mittätern.

Grundsätzlich sind die Aussagen von Z.________, wie bereits unter  AK Ziff. 1.1. 
ausgeführt, zu wenig zuverlässig, als dass für die Einzelheiten des Vorfalls darauf 
abgestellt werden könnte.

9.5.7 Aussagen von AA.________
Vorab wird in Bezug auf sein Aussageverhalten ebenfalls auf die Beweiswürdigung 
zu AKS Ziff. 1.1. verwiesen. In Bezug auf den Vorfall beim Domizil von J.________ 
bestritt AA.________ nicht, dabei gewesen zu sein. Er stellte sich aber auf den 
Standpunkt, dass er einfach mit A.________ mitgegangen sei und einige von der 
Gruppe nicht mal gekannt habe. Er sagte aus, dass er nicht (mehr) glaube, dass 
J.________ und C.________ freundschaftlich mit ihnen im Tram mitgefahren seien 
(pag. 625). Er würde wohl durchdrehen, wenn man sein Handy wegnehmen und 
gegen eine Stange schlagen würde (pag. 625). Diese Aussage erscheint auch vor 

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dem Hintergrund, wie wichtig Jugendlichen heutzutage das Handy ist, überzeugend 
und vermag aufzuzeigen, unter welchem enormen Druck J.________ und 
C.________ gestanden haben müssen. 

Gemäss AA.________ habe der Beschuldigte beim Vorfall zugeschaut (pag. 604). 
Weiter sagte er aus, sie hätten geschaut, dass die Polizei nicht komme (pag. 623) 
und belastet sich damit selber. Diese letzte Aussage ist in Übereinstimmung mit der 
Verteidigung zu unbestimmt, als davon ausgegangen werden kann, dass damit ein 
Schmiere-Stehen auch des Beschuldigten gemeint war. In Bezug auf die Rolle des 
Beschuldigten kann somit einzig abgeleitet werden, dass der Beschuldigte 
AA.________ mitgenommen hat und dass der Beschuldigte mindestens zuge-
schaut haben muss. Es ist der Vorinstanz beizupflichten, dass doch ein Unter-
schied besteht zwischen einer sich in der Nähe befindenden Person und einem Zu-
schauer, welcher bewusst einen Vorgang verfolgt und mit seiner Präsenz in der 
Gruppe dazu beiträgt, die Übermacht der Gruppe wahrnehmbar aufrecht zu erhal-
ten.

Nach Ansicht der Kammer hat es in den Aussagen von AA.________ zwar auch 
Realkennzeichen insbesondere in Bezug auf die eigene Belastung beim Schmiere 
stehen und die Gefühlslage der Privatkläger im Tram. Allerdings ist zu berücksich-
tigen, dass er selber als Mittäter angeklagt ist und dass er den ersten Vorfall bei 
der T.________ abgestritten hat. Auch sind seine Aussagen in Bezug auf die kon-
krete Rolle des Beschuldigten zu unbestimmt, als darauf abgestellt werden könnte.

9.5.8 Beweisergebnis
Auch für den Vorfall gemäss Anklageschrift Ziff. 1.2. ist auf die glaubhaften Aussa-
gen der beiden Privatkläger abzustellen. Die späteren Aussagen des sich dadurch 
selber belastenden Y.________ bestätigen in wesentlichen Teilen die Schilderun-
gen der Privatkläger. Auf die Aussagen der weiteren weit weniger glaubwürdigen 
Beteiligten kann indes nicht abgestellt werden, so auch nicht in Bezug auf die Zu-
gehörigkeit des Beschuldigten zur X.________ - Gang (vgl. vorangehende Aus-
führungen Ziff. II. 8.5.8.). 

Für die Kammer ist auf Grund der gesamten Entstehungsgeschichte, dem weiteren 
Verlauf und dem Verhalten des Beschuldigten erstellt, dass dieser um das Vorha-
ben der Gruppe wissen musste und dieses unterstützte, mithin das Handeln der 
Gruppe auch bezüglich des versuchten Erhältlichmachens der von J.________ in 
seiner Not in Aussicht gestellten CHF 150.00 billigte und damit den Vorsatz mittrug. 
Er hat allein durch sein Mitgehen seine Präsenz mitgeholfen, die Übermachtstel-
lung der Gruppe und die Bedrohungssituation gegenüber den Privatklägern zu ver-
stärken oder zumindest zu perpetuieren – zumal bei dieser Vorgeschichte. Ob er 
i.e.S. auch Schmiere gestanden ist, kann offengelassen werden und ändert an sei-
ner Teilnahme wenig. Es ist hier der Verteidigung insofern beizupflichten, als dass 
die Aussagen von AA.________ (pag. 623 ff.) zu unbestimmt sind, um dem Be-
schuldigten ein effektives Schmiere-Stehens rechtsgenüglich nachzuweisen.

Im Ergebnis geht die Kammer davon aus, dass der Sachverhalt gemäss Anklage-
schrift Ziff. 1.2. – mit Ausnahme der Mitgliedschaft zur X.________-Gang – erwie-
sen ist.

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10. Raub, z.N. E.________, F.________, H.________ und G.________ (AKS Ziff. 
1.3)

10.1 Sachverhalt gemäss Anklageschrift (pag. 1235 f.)
A.________ wurde angeklagt des Raubes evtl. Angriffs, notabene begangen in 
derselben Nacht vom 10. September 2016 um ca. 00.40 Uhr, gemeinsam mit 
AC.________, AF.________, AA.________, Z.________ und AH.________, 
T.________, z.N. E.________, F.________, H.________, G.________.

AD.________, E.________, F.________, H.________, G.________ und 
AE.________ (kleinere Gruppierung) hätten sich am 10. September 2016, ca. 
00.15 Uhr, auf die T.________ in Bern begeben. Dort seien sie auf eine Gruppie-
rung von ca. 10-15 Jugendlichen, darunter AC.________, AF.________, 
A.________, AA.________, Z.________ und AH.________ (grössere Gruppierung) 
getroffen. Nach bekanntem Schema hätten Mitglieder der grösseren Gruppierung 
die kleinere Gruppierung nach Zigaretten gefragt. Als niemand Zigaretten angebo-
ten habe, habe AC.________ erklärt, dass sie nicht nur zum Spass fragen würden. 
AC.________ habe angefangen zu drohen, wonach sie auch Gewalt anwenden 
könnten. Schliesslich habe H.________ jemandem eine Zigarette ausgehändigt. 
Danach habe die grössere Gruppierung die Jugendlichen der kleineren Gruppie-
rung aufgefordert, ihre Taschen zu zeigen und Gegenstände herauszugeben, an-
sonsten sie abgestochen und niedergeschlagen würden. Sie hätten begonnen, die 
Mitglieder der kleineren Gruppierung nach Wertsachen abzutasten. AF.________ 
habe E.________ aufgefordert, sein Handy zu geben und den PIN-Code bekannt 
zu geben. H.________ habe das Handy ausgerissen werden können und auch 
G.________ hätten sie das Handy wegnehmen können. Als G.________ versucht 
habe, sein Handy zurückzunehmen, hätten sie es untereinander weitergegeben. 
Daraufhin sei es zum tätlichen Angriff der grösseren Gruppierung gegen die kleine-
re Gruppierung gekommen, wobei AC.________ als Erster zugeschlagen und die 
Situation sodann eskaliert sei. AD.________ und AE.________ sei es gelungen, 
sich von der Gruppe zu entfernen. AD.________ habe sicherheitshalber seine 
Wertsachen an AE.________ übergeben. 

Im Rahmen der Auseinandersetzung seien die übrigen Mitglieder der kleineren 
Gruppierung wie folgt in Mitleidenschaft gezogen bzw. verletzt worden: 

E.________ sei mit der Faust an seinen linken Wangenknochen geschlagen wor-
den. Er sei umgefallen und habe mit dem Rücken an einem Geländer aufgeschla-
gen. Ein Mitglied der grösseren Gruppierung habe ihn mit einem spitzen Gegen-
stand am linken Arm verletzt. Schliesslich sei ein weiterer Angreifer von der rechten 
Seite hergekommen, der ihn habe schlagen wollen. E.________ habe u.a. eine 
Schnittwunde am linken Unterarm, ca. 7 cm lang erlitten. Weiter sei es zu einer 
Schwellung über dem Jochbein links sowie dem linken Nasenflügel und Schürfun-
gen am rechten und linken Unterschenkel gekommen.

F.________ sei von drei Personen gleichzeitig angegriffen worden, wobei er mit 
der geschlossenen Faust mehrfach ins Gesicht, insbesondere an die linke Schläfe, 
getroffen worden und umgefallen sei. Auf der Flucht habe ihn jemand an seinem 
rechten Bein zu packen versucht, habe ihn aber nicht mehr erwischt. F.________ 

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habe u.a. einen Schnitt am rechten Handgelenk, Schürfungen an der Stirn, eine 
Schwellung über dem linken Jochbein, Hautrötungen am Hals, am Bauch, Schür-
fungen am linken Unterarm sowie kleinere Risse/Schnitte und Schürfungen am lin-
ken Unterarm und an den Händen erlitten.

H.________ sei zu Boden geworfen und es sei auf ihn eingeschlagen worden. 
H.________ habe eine rücklings zusammengekauerte Haltung eingenommen, um 
sich zu schützen. Die Arme habe er vor den Kopf gehalten. H.________ habe sich 
sodann auf den Bauch drehen und aufstehen wollen, als er von einigen Personen 
gegen den Oberkörper getreten worden sei. H.________ sei beim Aufstehen ge-
stolpert, worauf ihn einer an der Jacke festgehalten habe und mit einer zerbroche-
nen Flasche in der Hand eine grosse Schwungbewegung gegen seinen Oberkörper 
gemacht habe und geschrien habe „i bringe di um!". Es sei dabei zu zwei Stichen 
am linken Arm gekommen. Als H.________ in Richtung Baustelle versucht habe zu 
flüchten, sei er von ca. 5 Personen angehalten, getreten und geschlagen worden. 
H.________ sei es schliesslich gelungen, sich loszureissen, wobei er seine Jacke 
verloren habe. Als er beinahe über der Baustellenabschrankung gewesen sei, habe 
er mehrere Schläge auf den Hinterkopf kassiert. Auf der Baustelle sei er erneut 
aufgegriffen worden und es sei einer mit einem Messer auf ihn zugekommen und 
habe ihn damit an der linken Schulter/Oberarm verletzt. H.________ habe u.a. eine 
Stichverletzung an der linken Schulter, zwei Stichverletzungen am linken Oberarm 
und eine Schnittverletzung an der linken Hand erlitten. Weiter sei es zu Prellungen 
und Schürfungen am ganzen Körper gekommen und der Daumen sei eine Zeit lang 
nicht mehr bewegbar gewesen. 

G.________ sei, als er versucht habe, sein Handy zurückzuerlangen, in den Bauch 
geschlagen worden. Als G.________ erneut versucht habe, sein Handy zu ergrei-
fen, hätten ca. 3-4 Personen begonnen auf ihn einzuschlagen. Sie hätten mehrfach 
mit den Fäusten links und rechts gegen sein Gesicht geschlagen. G.________ sei 
zu Boden gegangen, als er einen Schlag gegen die Schläfe bekommen habe und 
ihm sei es schwarz vor Augen geworden. Die Täterschaft habe derweil weiter auf 
ihn eingeschlagen. Nachdem es E.________ gelungen sei, G.________ aus der 
Masse zu nehmen, seien die beiden Richtung Baustelle geflüchtet, wobei 
E.________ das Handy von G.________ habe mitnehmen können. G.________ 
habe u.a. Prellungen, Schürfungen, einen doppelten Kieferbruch sowie eine 
Schnittverletzung am Rücken erlitten.

A.________ habe sich mitten drin im Geschehen befunden, habe sich an der 
Schlägerei beteiligt und habe dabei mindestens einem Opfer einen Faustschlag 
verabreicht.

Im Rahmen der Auseinandersetzung seien von E.________ schwarze JBL Blue-
tooth Boxen im Wert von ca. CHF 240.00 entwendet worden. Von H.________ sei-
en JBL Boxen sowie der Rucksack samt Inhalt entwendet worden. Im Rucksack 
hätten sich fünf Zigarettenpackungen der Marke Lucky Strike, das Portemonnaie 
mit CHF 50.00 Notengeld und CHF 20.00 Hartgeld, eine UBS Bankkundenkarte, 
eine Krankenkassenkarte, ein GA, ein Schülerausweis, zwei Mobiltelefonlade-
geräte und ein Mobile Charger befunden. 

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A.________ sei Mitglied der sog. „X.________ Gang" gewesen, er sei von Beginn 
der Auseinandersetzung an dabei gewesen und ihm sei bewusst gewesen, dass es 
darum gegangen sei, die kleinere Gruppierung „auszunehmen" und sich durch die 
Wegnahme von Zigaretten, Handys, Musikboxen, Bargeld und anderen Wertge-
genständen zu bereichern. 

10.2 Vorinstanzliche Beweiswürdigung
Die Vorinstanz erachtete die Aussagen des Beschuldigten in den bestrittenen 
Punkten als widersprüchlich und nicht glaubhaft. Aufgrund der belastenden Aussa-
gen seiner Kolle