# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 336d3892-2f31-5181-b6a4-5a791e7e63d8
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-06-03
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 03.06.2010 A-7164/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-7164-2007_2010-06-03.pdf

## Full Text

Abtei lung I
A-7164/2007
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  3 .  J u n i  2 0 1 0

Richter Michael Beusch (Vorsitz), 
Richter Markus Metz, Richterin Salome Zimmermann, 
Gerichtsschreiber Lino Etter.

X.A_______, und Y.A._______,...
Beschwerdeführende,

gegen

Eidgenössische Erlasskommission für die direkte 
Bundessteuer (EEK),
Eigerstrasse 65, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Erlass der direkten Bundessteuer.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

A-7164/2007

Sachverhalt:

A.
Mit Entscheid vom 24. April 2007 wies die Eidgenössische Erlasskom-
mission  (EEK)  für  die  direkte  Bundessteuer  ein  Ersuchen  von 
X.A_______ und  Y.A._______ um Erlass  der  direkten  Bundessteuer 
der Jahre 2001 bis 2003 in der Höhe von Fr. 9'591.60 ab. X.A._______ 
erhob  mit  Schreiben  vom  12. Oktober  2007  Beschwerde  beim 
Bundesverwaltungsgericht  und  machte  sinngemäss  geltend,  die 
finanzielle Lage der Familie sei im Hinblick auf eine angeblich unver-
mietbare Liegenschaft an der P-strasse, L., und das Verhältnis zu min-
destens einem Gläubiger unrichtig beurteilt worden.

B.
Am 16. April 2008 forderte das Bundesverwaltungsgericht die EEK (im 
Folgenden auch: Vorinstanz) zur Stellungnahme auf und verwies dabei 
auf seinen Grundsatzentscheid A-4174/2007 vom 27. März 2008 hin-
sichtlich  der  Bekanntgabe  des  Spruchkörpers.  Die  EEK  stellte  mit 
Schreiben vom 5. Mai 2008 in Aussicht, die angefochtene Verfügung in 
Wiedererwägung  zu  ziehen  um  den  gerügten  Verfahrensmangel  zu 
beheben. 

C.
Mit Wiedererwägungsentscheid vom 23. Dezember 2009 wies die EEK 
das  Gesuch  von  X.A_______  und  Y.A._______ (im  folgenden 
Beschwerdeführende  bzw.  Beschwerdeführer  und  Beschwerdeführe-
rin) abermals ab. Am 12. Januar 2010 meldete sich der Beschwerde-
führer  per  E-Mail  bei  der  Vorinstanz,  um  sein  Missfallen  aufgrund 
angeblich  unvollständiger  Sachverhaltsdarstellung  kund  zu  tun  und 
nach einem Rechtsmittel zu fragen. Daraufhin wurden die Beschwer-
deführenden von der Vorinstanz auf das vorliegende Verfahren verwie-
sen. 

D.
Mit Zwischenverfügung vom 19. Januar 2010 wurde der Beschwerde-
führer (mit gleichzeitiger Zusendung des Aktenverzeichnisses der Vor-
instanz) eingeladen, bis zum 9. Februar 2010 eventuelle Bemerkungen 
und  Beweismittel  einzureichen,  unter  Androhung  der  Entscheidung 
aufgrund der Akten im Säumnisfall. Eine Antwort blieb aus.

Seite 2

A-7164/2007

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1
Das Bundesverwaltungsgericht ist  für die Beurteilung von Beschwer-
den  gegen  Entscheide  der  EEK  zuständig  (Art. 31  i.V.m.  Art. 32  e 
contrario  und  Art. 33  Bst. f  des  Bundesgesetzes  vom 17. Juni  2005 
über das Bundesverwaltungsgericht [Verwaltungsgerichtsgesetz, VGG, 
SR 173.32]).  Soweit  das  VGG nichts  anderes  bestimmt,  richtet  sich 
das Verfahren gemäss dessen Art. 37 nach dem Bundesgesetz vom 
20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG, 
SR 172.021).  Die  Beschwerdeführenden  sind  nach  Art. 48  Abs. 1 
VwVG zur Beschwerde legitimiert. 

1.2
1.2.1 Jeder Ehegatte vertritt während des Zusammenlebens die ehe-
liche Gemeinschaft für die laufenden Bedürfnisse der Familie (Art.  166 
Abs. 1 des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs vom 10. Dezember 1907 
[ZGB, SR 210]). Ehegatten, die in rechtlich und tatsächlich ungetrenn-
ter Ehe leben, üben die ihnen nach dem  Bundesgesetz vom 14. De-
zember 1990 über die direkte Bundessteuer (DBG, SR 642.11) zukom-
menden  Verfahrensrechte  und  Verfahrenspflichten  gemeinsam  aus. 
Rechtsmittel  und andere Eingaben gelten als  rechtzeitig  eingereicht, 
wenn ein Ehegatte innert Frist handelt (Art. 113 DBG). Handelt bloss 
ein Ehegatte, gilt die gesetzliche Vermutung, dass der nichthandelnde 
Ehegatte  durch  den  handelnden  Gatten  vertreten  wird  (MARTIN ZWEI-
FEL/HUGO CASANOVA,  Schweizerisches  Steuerverfahrensrecht,  Direkte 
Steuern,  Zürich  2008,  § 17  Rz. 6 ff.;  CHRISTINE JAQUES in:  Yersin/Noël 
[Hrsg.], Commentaire romand, Impôt fédéral direct, Basel 2008, Rz. 6 
zu  Art. 113  [zitiert:  Com  LIFD];  MARTIN ZWEIFEL in:  Zweifel/Athanas 
[Hrsg.],  Kommentar  zum  Schweizerischen  Steuerrecht,  Bd. I/2a+b, 
2. Aufl. Basel 2008, Rz. 13 zu Art. 113 DBG [zitiert: Kom DBG]).

1.2.2 Verfügungsadressaten des Entscheids vom 24. April 2007 waren 
beide  Beschwerdeführenden,  wobei  zuvor  beide  Ehepartner  (allein 
und zusammen) gegenüber der Vorinstanz bzw. der kantonalen Behör-
de  gemeinsam aufgetreten  waren. Nach  Anhebung der  Beschwerde 
(unterzeichnet  durch  den  Ehemann)  korrespondierte  lediglich  noch 
dieser  mit  dem  Bundesverwaltungsgericht  und  der  Vorinstanz,  ob-
gleich jene sich zur Erhebung von Angaben jeweils an beide Ehepart-
ner  richtete. Dies  führte  –  nicht  zuletzt  aufgrund  der  langen Verfah-
rensdauer – dazu, dass die Zwischenverfügungen des Bundesverwal-

Seite 3

A-7164/2007

tungsgerichts versehentlich nur an den Ehemann eröffnet wurden. Da 
die Ehegatten jedoch, soweit bekannt, während des gesamten Verfah-
rens  zusammenlebten  und  auch  die  übrigen  Umstände  darauf  hin-
deuten,  dass  die  Ehefrau  durch  ihren  Ehemann  hinsichtlich  dieses 
Verfahrens  vertreten  wird,  ist  von  einer  gemeinsamen  Beschwerde-
anhebung und Ausübung von Verfahrensrechten auszugehen. 

1.3 Gemäss Art. 2 Abs. 1 VwVG finden unter anderem die Art. 12-19 
VwVG auf das Steuerverfahren keine Anwendung. Dies gilt  somit für 
die Bestimmungen betreffend die Feststellung des Sachverhalts,  wo-
nach die Behörde sich grundsätzlich der Beweismittel  der Urkunden, 
Parteiauskünfte,  Zeugnisse  und  Auskünfte  Dritter,  Augenscheine 
sowie  Sachverständigengutachten  bedient  (vgl.  Art. 12  VwVG). Den-
noch wird  das Verfahren vor  erster  Instanz  von der  Untersuchungs-
maxime beherrscht. Demnach muss die entscheidende Behörde den 
Sachverhalt  von  sich  aus  abklären.  Sie  muss  die  für  das  Verfahren 
notwendigen  Sachverhaltsunterlagen  beschaffen  und  die  rechtlich 
relevanten  Umstände  abklären  sowie  darüber  ordnungsgemäss  Be-
weis führen (Urteil  des Bundesverwaltungsgerichts A-5004/2007 vom 
11. September 2009 E. 1.3).

1.4 Der Untersuchungsgrundsatz wird durch die Mitwirkungspflichten 
der  Steuerpflichtigen  relativiert:  So  muss das  Erlassgesuch  mit  den 
nötigen  Beweismitteln  schriftlich  begründet  eingereicht  werden 
(Art. 167 Abs. 2 DBG). Wo der Untersuchungsgrundsatz endet und die 
Mitwirkungspflicht  beginnt,  lässt  sich  nicht  allgemein  festlegen.  Die 
Mitwirkungspflicht  gilt  naturgemäss  gerade  für  solche  Tatsachen, 
welche  eine  Partei  besser  kennt  als  die  Behörde  und  welche  diese 
ohne ihre Mitwirkung gar nicht  erheben könnte (ANDRÉ MOSER/MICHAEL 
BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER,  Prozessieren vor dem Bundesverwaltungs-
gericht, Basel 2008, Rz. 1.50). Selbiges gilt auch für das Verfahren vor 
dem Bundesverwaltungsgericht, dem die Beschwerdegründe in sach-
bezogener Klarheit zu unterbreiten sind; erforderlich ist zumindest eine 
rudimentäre Auseinandersetzung mit den für das Ergebnis des ange-
fochtenen  Entscheids  massgeblichen  Erwägungen  (Art. 52  VwVG; 
analog  Art. 42  Abs. 2  des  Bundesgesetzes  vom 17. Juni  2005  über 
das Bundesgericht [BGG, SR 173.110]). Von diesen Mitwirkungspflich-
ten ist die (objektive) Beweislast zu unterscheiden, welche festlegt, zu 
wessen Lasten es sich auswirkt, wenn ein Sachumstand unbewiesen 
bleibt. Es ist anerkannt, dass die Steuerbehörde für die steuerbegrün-
denden  Tatsachen  den  Nachweis  zu  erbringen  hat,  während  dem 

Seite 4

A-7164/2007

Steuerpflichtigen  der  Nachweis  der  Tatsachen  obliegt,  welche  die 
Steuerschuld mindern oder aufheben (ERNST BLUMENSTEIN/PETER LOCHER, 
System  des  schweizerischen  Steuerrechts,  6. Aufl.,  Zürich  2002, 
S. 453 f.).  Zu  den  steueraufhebenden  Tatsachen  zählen  die  Erlass-
voraussetzungen (zum Ganzen statt  vieler: Urteil  des Bundesverwal-
tungsgerichts A-5004/2007 vom 11. September 2009 E. 1.3.1); können 
sie nicht bewiesen werden, ist somit zu Ungunsten des Steuerpflichti -
gen zu entscheiden.

1.5 Das  Bundesverwaltungsgericht  kann  den  angefochtenen  Ent-
scheid grundsätzlich in  vollem Umfang überprüfen. Der Beschwerde-
führer  kann  neben  der  Verletzung  von  Bundesrecht  (Art.  49  Bst. a 
VwVG)  und  der  unrichtigen  oder  unvollständigen  Feststellung  des 
rechtserheblichen Sachverhalts (Art. 49 Bst. b VwVG) auch die Rüge 
der  Unangemessenheit  erheben  (Art. 49  Bst. c  VwVG;  MO-
SER/BEUSCH/KNEUBÜHLER,  a.a.O., Rz. 2.149). Jedoch ist  es grundsätzlich 
nicht Sache der Rechtsmittelbehörden, den für den Entscheid erheb-
lichen Sachverhalt  von Grund auf zu ermitteln und über die tatsäch-
lichen  Vorbringen  der  Parteien  hinaus  den  Sachverhalt  vollkommen 
neu zu erforschen. Vielmehr geht es in diesem Verfahren darum, den 
von den Vorinstanzen ermittelten Sachverhalt zu überprüfen und allen-
falls zu berichtigen oder zu ergänzen (Urteile des Bundesverwaltungs-
gerichts  A-5004/2007  vom 11. September  2009  E. 1.4,  A-1624/2006 
vom  4.  November  2008  E. 1.4,  A-3069/2007  vom  29. Januar  2008 
E. 1.2 in fine).

2.
2.1 Der  steuerpflichtigen  Person,  für  die  infolge  einer  Notlage  die 
Bezahlung der direkten Bundessteuer, eines Zinses oder einer Busse 
wegen  Übertretung  eine  grosse  Härte  bedeuten  würde,  können  die 
geschuldeten Beträge ganz oder teilweise erlassen werden (Art. 167 
DBG). Diese Bestimmung wird in der Verordnung des Eidgenössischen 
Finanzdepartements (EFD) vom 19. Dezember 1994 über die Behand-
lung von Erlassgesuchen für die direkte Bundessteuer (Steuererlass-
verordnung, SR 642.121) konkretisiert.

2.2 Der Steuererlass stellt den Verzicht des Gemeinwesens auf einen 
ihm  zustehenden  steuerrechtlichen  Anspruch  dar,  mit  welchem  das 
öffentliche  Vermögen  vermindert  wird  (BLUMENSTEIN/LOCHER,  a.a.O, 
S. 346 f.). Ziel und Zweck des Steuererlasses ist es, zu einer langfris ti-
gen und dauernden Sanierung der  wirtschaftlichen Lage der  steuer-

Seite 5

A-7164/2007

pflichtigen  Person  beizutragen.  Bestimmungsgemäss  hat  er  demzu-
folge der  steuerpflichtigen  Person  selbst  und  nicht  ihren  Gläubigern 
zugute zu kommen (Art. 1 Abs. 1 Steuererlassverordnung). Die Grün-
de für  einen Erlass liegen letztlich stets in der "Person" des Steuer-
schuldners: Diese soll aus sozialpolitischen oder volkswirtschaftlichen 
Gründen nicht in ihrer wirtschaftlichen Existenz gefährdet werden (vgl.  
Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-6466/2008 vom 1. Juni 2010 
E. 4.1 und A-3144/2007 vom 12. Mai 2009 E. 2.1; MICHAEL BEUSCH, Aus-
wirkungen  der  Rechtsweggarantie  von Art. 29a  BV  auf  den  Rechts-
schutz im Steuerrecht,  in: ASA 73 S. 725). Aus Gründen der rechts-
gleichen  Behandlung der  Steuerpflichtigen (Art. 8  der  Bundesverfas-
sung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV, 
SR 101])  muss  der  Steuererlass  aber  seltene  Ausnahme  bleiben, 
welche nur  unter  bestimmten  Voraussetzungen gewährt  wird  (BVGE 
2009/45 E. 2.2 S. 640; MICHAEL BEUSCH, Kom DBG, Rz. 6 zu Art. 167).

2.3 Der  Steuererlass  gehört  nicht  zur  Steuerveranlagung,  sondern 
zum  Steuerbezug  (bzw.  zur  Steuervollstreckung).  Ein  Erlass  kann 
demnach nur erfolgen, wenn die Veranlagung abgeschlossen ist  und 
eine rechtskräftig festgesetzte Steuer vorliegt,  die noch nicht bezahlt 
worden  ist  (vgl.  Art. 7  Abs. 2  Steuererlassverordnung; objektive  Vor-
aussetzungen). Im Erlassverfahren zu prüfen ist demnach ausschliess-
lich, ob die gesetzlich statuierten Erlassvoraussetzungen erfüllt  sind. 
In einem solchen Verfahren kann es demnach nicht um die Revision 
der Veranlagung und um die Begründetheit der Steuerforderung gehen 
(Art. 1  Abs. 2  Steuererlassverordnung).  Die  Erlassbehörde  ist  denn 
auch nicht befugt, Letztere nachzuprüfen (PIERRE CURCHOD, Com LIFD, 
Rz. 18  zu  Art. 167;  FELIX RICHNER/WALTER FREI/STEFAN KAUFMANN/HANS 
ULRICH MEUTER, Handkommentar zum DBG, 2. Aufl., Zürich 2009, Rz. 3 
zu Art. 167; BEUSCH, Kom DBG, Rz. 7, 12 f. zu Art. 167).

2.4 Das  Gesetz  nennt  zwei  subjektive  Voraussetzungen,  die  einen 
Erlass der geschuldeten Abgaben zu rechtfertigen vermögen. Es sind 
dies das Vorliegen einer Notlage und die grosse Härte (vgl. Art.  167 
DBG). Wenngleich es zu deren Bestimmung objektive Prüfpunkte gibt, 
sind  diese  Voraussetzungen  bei  jedem  Steuerpflichtigen  anhand 
sämtlicher  Umstände  des  konkreten  Einzelfalles  abzuklären,  wobei 
sich  bei  Ehepartnern  eine  jeweils  eigene  Abklärung  erübrigen  kann 
(BEUSCH, Kom DBG, Rz. 13 zu Art. 167).

Seite 6

A-7164/2007

2.5 Die  erste  im  Gesetz  genannte  Voraussetzung  –  das  Vorliegen 
einer  Notlage  –  wird  in  Art. 9  Abs. 1  der  Steuererlassverordnung 
konkretisiert (zum Ganzen: BVGE 2009/45 E. 2.6 S. 642).

2.5.1 Eine  solche  liegt  vor,  wenn  der  ganze  geschuldete  Betrag  in 
einem  Missverhältnis  zur  finanziellen  Leistungsfähigkeit  der  steuer-
pflichtigen Person steht. Bei natürlichen Personen ist ein Missverhält-
nis  dann  gegeben,  wenn  die  Steuerschuld  trotz  Einschränkung  der 
Lebenshaltungskosten  auf  das  Existenzminimum  in  absehbarer  Zeit 
nicht  vollumfänglich  beglichen  werden  kann  (Art. 9  Abs. 1  Steuer-
erlassverordnung; PIERRE CURCHOD, a.a.O Rz. 5 zu Art. 167).

2.5.2 Unter Vorbehalt von Art. 10 Steuererlassverordnung ist es uner-
heblich, aus welchem Grund die steuerpflichtige Person in die geltend 
gemachte Notlage geraten ist (Art. 2 Abs. 2 Steuererlassverordnung). 
Dieser Vorbehalt bezieht sich – entgegen der zu unpräzisen Nennung 
– nur auf Art. 10 Abs. 2 Steuererlassverordnung. Mögliche Ursachen 
für  eine  derartige  Notlage  werden  beispielhaft  in  Art. 10  Abs. 1 
Steuererlassverordnung  genannt.  Dazu  gehört  unter  anderem  eine 
starke  Überschuldung  als  Folge  von  ausserordentlichen  Aufwen-
dungen, die in den persönlichen Verhältnissen begründet sind und für 
welche  die  steuerpflichtige  Person  nicht  einzustehen  hat  (Art.  10 
Abs. 1 Bst. b Steuererlassverordnung). Als weitere Ursachen werden 
hohe Krankheitskosten, die nicht von Dritten getragen werden, sowie 
Pflegekosten,  soweit  sie für  die steuerpflichtige Person eine Notlage 
herbeiführen, genannt (Art. 10 Abs. 1 Bst. d Steuererlassverordnung). 
Dabei ist jedoch das Verbot der Doppelberücksichtigung zu beachten 
(PIERRE CURCHOD,  a.a.O,  Rz. 8  zu  Art. 167).  Damit  können  finanzielle 
Konstellationen, die bereits im Rahmen des Einschätzungsverfahrens 
oder  der  Steuerberechnung  berücksichtigt  werden  konnten,  in  der 
Regel nicht noch einmal zur Begründung der zu einem Erlass führen-
den Notlage herangezogen werden (Urteil des Bundesverwaltungsge-
richts A-3692/2009 vom 10. Dezember 2009 E. 2.7.2). 

2.5.3 Eine einschränkende Ausnahme vom Grundsatz, wonach es auf 
die Ursache der Notlage nicht ankommt, enthält Art.  10 Abs. 2 Steuer-
erlassverordnung.  Liegen  nämlich  für  die  Überschuldung  andere 
Gründe vor, als die in Art. 10 Abs. 1 Steuererlassverordnung genann-
ten – insbesondere geschäftliche Misserfolge, hohe Grundpfandschul-
den, Kleinkreditschulden als Folge eines überhöhten Lebensstandards 
usw., – so ist ein Erlass der Steuerschuld zugunsten anderer Gläubi-

Seite 7

A-7164/2007

ger  ausgeschlossen  bzw.  nur  in  demselben  prozentualen  Umfang 
möglich,  wie  andere  Gläubiger  ganz  oder  teilweise  auf  ihre  Forde-
rungen  verzichten  (Art. 10  Abs. 2  Steuererlassverordnung).  Die  zu 
einem  Erlass  berechtigende  Notlage  setzt  nicht  voraus,  dass  die 
steuerpflichtige Person einen Anspruch auf Sozialhilfe haben oder sich 
gar  auf  das  Recht  auf  Hilfe  in  Notlagen (Art.  12  BV)  berufen  muss 
(BEUSCH,  Kom DBG, Rz. 17 zu Art. 167;  RICHNER/FREI/KAUFMANN/MEUTER, 
a.a.O., Rz. 21 zu Art. 167). Freiwillig herbeigeführte Einkommens- und 
Vermögensminderungen  finden  im  Übrigen  keine  Berücksichtigung 
(Art. 12  Abs. 2  Steuererlassverordnung;  vgl.  PHILIPPE BÉGUIN/KALOYAN 
STOYANOV,  in:  OREF  [Hrsg.],  Les  procédures  en  droit  fiscal,  2.  Aufl., 
Bern 2005, S. 885).

2.6
2.6.1 Die zweite in Art. 167 Abs. 1 DBG statuierte Voraussetzung ver-
langt, dass die Notlage zu einer grossen Härte für die steuerpflichtige 
Person führt. Die beiden genannten Voraussetzungen lassen sich nicht 
scharf  voneinander  abgrenzen,  sondern  überschneiden  sich  weit-
gehend. Während das Kriterium der Notlage ausschliesslich die wirt -
schaftliche Lage des Schuldners bzw. der Schuldnerin berücksichtigt, 
können unter dem Aspekt der grossen Härte auch andere Umstände 
massgebend sein, namentlich Billigkeitserwägungen (ZWEIFEL/CASANOVA, 
a.a.O,  § 31  Rz. 13  und  19).  Eine  grosse  Härte  kann  etwa  aus  der 
anhaltenden  Verschlechterung  der  wirtschaftlichen  Verhältnisse  seit 
der Veranlagung resultieren oder sich aus den besonderen Ursachen 
der Notlage ergeben. Dies trifft etwa zu, wenn die wirtschaftliche Leis -
tungsfähigkeit der steuerpflichtigen Person durch besondere Umstän-
de  wie  aussergewöhnliche  Belastungen  durch  den  Unterhalt  der 
Familie, dauernde Arbeitslosigkeit  oder Krankheit,  Unglücksfälle usw. 
erheblich beeinträchtigt  wird (zum Ganzen: Urteil  des Bundesverwal-
tungsgerichts A-3692/2009 vom 10. Dezember 2009 E. 2.8).

2.6.2 Da die zu einem Erlass berechtigende Notlage nicht den Bezug 
von  Sozialhilfe  voraussetzt,  schliesst  das  Vorhandensein  von  Ver-
mögen die Gewährung eines Erlasses nicht  von vornherein aus. Ein 
Steuererlass kann daher gewährt werden, bevor die letzten Ersparnis-
se der gesuchstellenden Person aufgebraucht sind. Dies gilt insbeson-
dere  für  nicht  erwerbstätige  Gesuchstellende  (vgl.  RICHNER/FREI/KAUF-
MANN/MEUTER,  a.a.O.,  Rz. 31  zu  Art. 167).  Die  Nichtgewährung  eines 
Erlasses würde eine grosse Härte bedeuten, wenn die Belastung oder 
Verwertung  des  zum  Verkehrswert  berechneten  Vermögens  nicht 

Seite 8

A-7164/2007

zumutbar  ist  (vgl.  Art. 11  Abs. 1  Steuererlassverordnung).  Dies  ist 
etwa  dann  der  Fall,  wenn  ältere  Steuerpflichtige  ohne  Erwerbsein-
künfte und anderes Vermögen ihr selbst bewohntes und (weitgehend) 
hypothekenfreies  Wohneigentum  belasten  oder  veräussern  müssten 
oder es sich beim Vermögen um einen unentbehrlichen Bestandteil der 
Altersvorsorge  handelt  (Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts 
A-699/2009 vom 23. Dezember 2009 E. 2.7.2;  PIERRE CURCHOD,  a.a.O, 
Rz. 12 zu Art. 16). Wenn jedoch ein Partner zum Zweck der Familien-
gründung aus eigenem Antrieb  seine Erwerbstätigkeit  aufgibt,  so  ist  
dies nach der Rechtsprechung noch kein besonderer Umstand, auch 
wenn  daraus  vorübergehend  ein  Negativsaldo  resultiert  (Urteil  des 
Bundesgerichts  2P.316/2003  vom  19. Dezember  2003  E. 4.3;  ZWEI-
FEL/CASANOVA, a.a.O., § 31 Rz. 14).

2.7 Beim Entscheid über einen Steuererlass sind die gesamten wirt -
schaftlichen Verhältnisse der steuerpflichtigen Person zu berücksichti-
gen. Massgebend ist  dabei  in erster  Linie die Situation im Zeitpunkt 
des Entscheids, daneben auch die Entwicklung seit der Veranlagung, 
auf die sich das Erlassbegehren bezieht, sowie die Aussichten für die 
Zukunft  (Art. 3  Abs. 1  Steuererlassverordnung).  Die  Behörde  hat  zu 
prüfen,  ob  für  die  steuerpflichtige  Person  Einschränkungen  der 
Lebenshaltung geboten und zumutbar sind oder gewesen wären. Ein-
schränkungen gelten grundsätzlich als zumutbar, wenn die Auslagen 
die nach den Ansätzen für die Berechnung des betreibungsrechtlichen 
Existenzminimums (gemäss Art. 93 des Bundesgesetzes vom 11. April 
1889  über  Schuldbetreibung  und  Konkurs  [SchKG,  SR 281.1])  sich 
ergebenden Lebenshaltungskosten übersteigen (Art. 3 Abs. 2 Steuer-
erlassverordnung); mit  anderen Worten werden nur  die notwendigen 
Lebenshaltungskosten  berücksichtigt  (Urteile  des  Bundesverwal-
tungsgerichts  A-699/2009  vom  23. Dezember  2009  E. 2.8.1  und 
A-3692/2009 vom 10. Dezember 2009 E. 2.9). 

3.
3.1 Gegen den Entscheid der Vorinstanz vom 24. April 2007 reichten 
die Beschwerdeführenden mit Schreiben vom 12. Oktober 2007 eine 
äusserst  rudimentär begründete  Beschwerde ein. Sinngemäss rügen 
die Beschwerdeführenden mit Schreiben vom 12. Oktober 2007 und E-
Mail an die Vorinstanz vom 12. Januar 2010 die unrichtige oder unvoll-
ständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts.

Seite 9

A-7164/2007

3.2 Der am 23. Dezember 2009 erlassene Wiedererwägungsentscheid 
der EEK enthält eine ausführliche Begründung. Die Vorinstanz legt dar, 
dass  ihr  trotz  diverser  Kontaktaufnahmen und Ermahnungen gegen-
über  den  Beschwerdeführenden  nur  äusserst  spärlich  Informationen 
zugeflossen seien, wobei sich die Lebenslage der Beschwerdeführen-
den  durch  Wohnungswechsel,  Emigration  nach  K.,  Geburt  einer 
weiteren  Tochter,  Jobwechsel  etc.  dauernd  verändert  habe.  Zusam-
menfassend seien weder die Ausgaben oder die Einnahmen noch das 
momentane oder zum Zeitpunkt der Gesuchseinreichung aktuelle Ver-
mögen der Beschwerdeführenden einigermassen nachvollziehbar. Aus 
den Angaben würden sich im Weiteren Gründe für eine Verweigerung 
des Erlasses ergeben. 

3.3 Hätten also die Beschwerdeführerenden – was sie nicht behaup-
ten  –  bis  zum  Erlass  des  Wiedererwägungsentscheids  nicht  genau 
gewusst, welche Unterlagen zur Bearbeitung ihres Gesuches notwen-
dig sind,  mussten sie spätestens nach Ergehen des erwähnten Ent-
scheids darüber genau im Bilde sein. Trotz klarem Hinweis durch die 
Vorinstanz auf  die  ungewisse Situation  reichten die  Beschwerdefüh-
renden dem Bundesverwaltungsgericht  abgesehen von zwei Offerten 
aus dem Jahr 2007 und einer Eingabe an das Bezirksgericht L. hin-
sichtlich einer baurechtlichen Streitigkeit, die offenbar den schlechten 
Zustand ihrer Eigentumswohnung dokumentieren sollen, keine Belege 
zu ihren finanziellen Verhältnissen ein.

3.4 Es  ist  festzuhalten,  dass  bereits  die  Berechnung  des  Existenz-
minimums aufgrund der vorliegenden Angaben und des Aufenthalts in 
den Vereinigten Arabischen Emiraten nicht möglich ist. Den Beschwer-
deführenden ist  mit  den zahlreichen entsprechenden Aufforderungen 
der  Vorinstanz  sowie  der  Verfügung  vom  23. Dezember  2009  die 
Bedeutung  der  Dokumentation  ihrer  finanziellen  Lage  deutlich  vor 
Augen geführt worden. Dass sie sodann trotz expliziter Einladung des 
Bundesverwaltungsgerichts  zur  Einreichung  von  Beweismitteln  und 
Bemerkungen keine Stellung zum Wiedererwägungsgesuch beziehen 
und so die Feststellung des erheblichen Sachverhalts massiv erschwe-
ren wenn nicht verunmöglichen, stellt eine Verletzung von Mitwirkungs-
pflichten  dar,  welche  von  ihnen  zu  vertreten  ist  und  sich  zu  ihren 
Ungunsten auswirkt (vgl. oben E. 1.4). 

Seite 10

A-7164/2007

4.
Unter diesen Umständen kann auf die Erwägungen der Vorinstanz ver-
wiesen werden (vgl. Art. 109 Abs. 3 BGG) und es sind lediglich punk-
tuelle  Ergänzungen  anzubringen.  Dabei  ist  aufgrund  des  gemeinsa-
men Haushaltes  eine  gesamtheitliche Betrachtung für  beide  Steuer-
pflichtige  vorzunehmen  (vgl.  oben  E. 2.4).  Einzugehen  ist  in  erster 
Linie  auf  die  Beanstandungen der  Beschwerdeführenden,  die  Vorin-
stanz sei bezüglich der nicht selbst bewohnten Eigentumswohnung zu 
Unrecht von einer zu positiven wirtschaftlichen Lage ausgegangen und 
hätte – so die sinngemässe Rüge – die Lebenssituation realitätsfern 
beurteilt,  indem  sie  einen  anteilsmässigen  Schuldenerlass  durch 
andere Gläubiger (Grossbank) verlangt habe.

4.1 Die Beschwerdeführenden rügen, die Vorinstanz hätte die kleine 
Eigentumswohnung im Zentrum von L. zu Unrecht als Vermögenswert 
bzw.  positiv  für  ihre  wirtschaftliche  Lage  gewürdigt.  Sinngemäss 
vertreten die Beschwerdeführenden, dass diese Liegenschaft aufgrund 
von  Baumängeln,  Bauhandwerkerpfandrechten  und  einem  hängigen 
Zivilprozess weder vermiet- noch verkaufbar sei. Dem ist entgegen zu 
setzen,  dass  auch  eine  mit  Mängeln  behaftete  Liegenschaft  (wenn 
auch  eventuell  nicht  zum erwünschten  Preis)  verkauft  werden  kann 
und  grundsätzlich  einen  Vermögenswert  darstellt,  soweit  sie  nicht 
deutlich überbelastet ist. Im vorliegenden Fall wurde seit Stel lung des 
Erlassgesuchs  die  Hypothekarbelastung  erhöht.  Eine  Überbelastung 
ist  allerdings  nach wie  vor  unbelegt. Im Gegenteil:  Sogar  wenn das 
Geld, welches den Beschwerdeführenden aus der Erhöhung der Hypo-
thekarschuld zugekommen ist,  zur Lösung eines Teils der von ihnen 
angesprochenen Probleme (Vergleich im Zivilprozess) gedient haben 
mag,  deutet  die  Möglichkeit  der  Hypothekarschulderhöhung  auf  die 
Werthaltigkeit  dieser  Liegenschaft  hin. Es  handelt  sich  um eine seit 
Gesuchseinreichung nie selbst bewohnte, offenbar zu Anlagezwecken 
gehaltene Liegenschaft, die – basierend auf den vorhandenen Anga-
ben – nicht als unentbehrlicher Bestandteil der Altersvorsorge erachtet 
werden kann; eine Verwertung erschiene mithin durchaus als zumut-
bar. Somit ist die Liegenschaft als Hinweis darauf zu werten, dass Ver-
mögen vorhanden ist, dessen Einsatz für die Bezahlung der Steuern 
zumutbar ist (vgl. oben E. 2.6.2).

4.2 Im Übrigen ist  der Vorinstanz zuzustimmen, dass selbst  bei  An-
nahme, dass es sich bei dieser Liegenschaft um ein Passivum handle, 
kein  Erlass  gewährt  werden  kann.  Denn  hohe  Grundpfandschulden 

Seite 11

A-7164/2007

gelten gemäss Art. 10 Abs. 2 Steuererlassverordnung als Ursache für 
eine Notlage, durch die der Bund nicht zugunsten anderer Gläubiger 
auf seine gesetzlichen Ansprüche verzichten kann bzw. die Gläubiger 
dem Schuldner  im  selben  Umfang  einen  Erlass  gewähren  müssen. 
Unstrittig  bestehen  oder  bestanden  vorliegend  Abzahlungspläne. 
Jedoch  wurde  seitens  der  anderen  Gläubiger  –  soweit  ersichtlich  – 
weder Erlass gewährt noch wurden sämtliche von Schuldtilgungen be-
günstigten  Gläubiger  (insbesondere  die  Hypothekarbank)  miteinbe-
zogen.

4.3 In diesem Zusammenhang ist auf die Bemerkung der Beschwer-
deführenden  zurückzukommen,  dass  (sinngemäss)  ein  Erlass  durch 
ihre privaten Gläubiger in ihrer Lage nicht zu bewerkstelligen sei. Wie 
bereits erwähnt (vgl. oben E. 2.2), stellt der Erlass einen seltenen Aus-
nahmefall  aus  sozialpolitischen  Gründen  dar.  Insofern  ist  nicht  zu 
beanstanden,  dass  für  die  Anerkennung  einer  Notlage  im  Sinn  von 
Art. 10 Abs. 1 Steuererlassverordnung restriktive, auf soziale Ausnah-
mefälle  zugeschnittene  Voraussetzungen  erfüllt  sein  müssen.  Denn 
diese Voraussetzungen sollen dafür  Gewähr  bieten,  dass  der  Erlass 
direkt die Situation der Personen, die sich in einer Notlage befinden,  
verbessert bzw. überhaupt die Möglichkeit schafft, zusammen mit den 
privaten Gläubigern eine Lösung zu finden. Vorliegend stellt ein Erlass 
keine Voraussetzung für eine private Lösung dar, und das durch einen 
Erlass Ersparte dürfte mithin statt den Beschwerdeführenden schliess-
lich privaten Gläubigern (insbesondere der Hypothekarbank) zu Gute 
kommen.  Entsprechend  kann  den  Beschwerdeführenden  ein  Erlass 
u.a. genau deshalb nicht gewährt  werden, weil  sie keine Lösung mit  
den privaten Gläubigern finden können.

4.4 Vorliegend machen die Beschwerdeführenden (vor der Vorinstanz) 
Arbeitslosigkeit  und  drückende  Familienlasten  geltend.  Zwar  mögen 
die  Familienlasten  infolge  Nachkommenschaft  zugenommen  haben 
und  standen  bzw.  stehen  die  Beschwerdeführenden  zeitweilig  in 
keinem  Arbeitsverhältnis.  Allerdings  ist  darin  seit  der  Veranlagung 
keine unübliche Verschlechterung der wirtschaftlichen Verhältnisse im 
Sinn  eines  Unglücksfalles  oder  eine  besondere  Härte  zu  erblicken; 
wäre  dem  anders,  könnten  sämtliche  (vorübergehend)  arbeitslosen 
Eltern den Erlass der Steuerschuld in Anspruch nehmen wollen. Zum 
Hinweis, es gebe in den Vereinigten Arabischen Emiraten für Auslän-
der  keine  Arbeitslosenversicherung,  was  die  momentane  Lage  der 
Beschwerdeführenden in (neuerlicher) Arbeitslosigkeit  zusätzlich ver-

Seite 12

A-7164/2007

schärfe, ist zu bemerken, dass die eingereichte Kündigung des Arbeit-
gebers  des Beschwerdeführers  sich  lediglich  auf  den Zusatzarbeits-
kontrakt für den Aufenthalt in K. bezieht ("Z. will exercise the right to 
recall you back to L. in your capacity as an International Assignee"). 
Haben sich die Beschwerdeführenden entschieden, trotzdem in K. zu 
bleiben  und  auf  die  Arbeitsstelle  in  der  Schweiz  zu  verzichten, 
bedeutet dies eine nicht zu berücksichtigende freiwillige Entäusserung 
einer Einkommensquelle  (Art. 12 Abs. 2 Steuererlassverordnung; vgl. 
oben  E. 2.5.3  in  fine).  Auch  die  wegen  der  Kinder  erfolgte 
Erwerbsaufgabe  der  Beschwerdeführerin  sowie  die  für  diese 
möglicherweise  komplizierte  Arbeitslage  in  K.  führen  zu  keiner 
eigentlichen  Notlage  bzw. besonderen  Härte  im  Sinn  der  massgeb-
lichen Bestimmungen (vgl. oben E. 2.6.2 in fine).

4.5 Art. 10  Abs. 2  Steuererlassverordnung  trägt  der  Tatsache  Rech-
nung, dass auch bei Fehlen einer anerkannten Notlage gemäss Abs. 1 
derselben Norm oft  eine sinnvolle Lösung zwischen Privatgläubigern 
und  -schuldnern  nur  mit  verhältnismässig  gleichwertigem Entgegen-
kommen  der  öffentlichen  Hand  überhaupt  ermöglicht  werden  kann. 
Eine  solche  Situation  liegt  hier  freilich  unstreitig  nicht  vor:  Bei  Ein -
reichung  des  Erlassgesuchs  wurden  monatliche  Einnahmen  von 
Fr. 8'700.--  ausgewiesen,  die mehrheitlich  der  Schuldtilgung dienten. 
Dabei entrichteten die Beschwerdeführenden nicht  nur den Hypothe-
kargläubigern und den Kreditkartenunternehmen Zahlungen, sondern 
beglichen  auch  die  Staatssteuerrechnungen  derjenigen  Steuerperio-
den,  für  welche um Erlass  (der  Bundessteuern)  ersucht  wird. Diese 
Schuldtilgungen zeigen,  dass sich die Beschwerdeführenden damals 
nicht  in  einer  Notlage  befanden.  Ein  Erlass  der  Bundessteuern  er-
scheint auch unter diesen Umständen für die wirtschaftliche Erholung 
der Beschwerdeführenden nicht notwendig.

4.6 Die Beschwerdeführenden äussern sich zwar über fehlendes Ein-
kommen und verweisen dafür neben der  Liegenschaft,  deren Eigen-
tümer sie sind, auf die Kosten der Wohnstätte in den Vereinigten Ara-
bischen Emiraten. Jedoch ist augenfällig, dass die Beschwerdeführen-
den nach den unwidersprochen gebliebenen Ergebnissen der Recher-
chen der Vorinstanz eine weitere Wohnung in der Schweiz zu einem 
monatlichen  Zins  von  Fr. 1'500.--  mieten.  Wer  derartige  freiwillige 
Ausgaben tätigt, ist nicht von einer Notlage oder Härte betroffen, die 
einen Verzicht  des Bundes auf  sein Steuersubstrat  in  der  Höhe von 
insgesamt  Fr. 9'591.60  zu  rechtfertigen  vermöchte.  Der  geschuldete 

Seite 13

A-7164/2007

Betrag,  um  dessen  Erlass  ersucht  wird,  steht  auch  nicht  in  einem 
Missverhältnis zur finanziellen Leistungsfähigkeit der Beschwerdefüh-
renden. Insofern erübrigt sich eine weitere Analyse der ohnehin durch 
die  Beschwerdeführenden  mangelhaft  dokumentierten  Situation  (vgl. 
oben E. 1.4 und 3.4). Mithin ist die Beschwerde abzuweisen.

5.
Den unterliegenden Beschwerdeführenden sind die Verfahrenskosten 
von Fr. 1'000.--  aufzuerlegen (Art. 63 VwVG). Diese werden mit  dem 
geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 1'000.-- verrechnet.

6.
Dieser Entscheid kann nicht mit  Beschwerde in öffentlich-rechtlichen 
Angelegenheiten an das Bundesgericht weitergezogen werden (Art.  83 
Bst. m BGG).

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die Verfahrenskosten von Fr. 1'000.-- werden den Beschwerdeführen-
den  auferlegt  und  mit  dem in  gleicher  Höhe  geleisteten  Kostenvor-
schuss verrechnet.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführenden (Einschreiben)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. ...; Einschreiben)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Michael Beusch Lino Etter

Versand: 

Seite 14