# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d88afd85-de90-5f09-a8a3-12912dcc5789
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-02-23
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 23.02.2012 D-929/2012
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-929-2012_2012-02-23.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung IV
D­929/2012

U r t e i l   v om   2 3 .   F e b r u a r   2 0 1 2

Besetzung Einzelrichter Robert Galliker,
mit Zustimmung von Richter Fulvio Haefeli;  
Gerichtsschreiber Matthias Jaggi.

Parteien A._______, geboren (…),
Türkei,
vertreten durch Ali Tüm, Advokaturbüro Siegfried, 
(…),
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Asyl und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 16. Januar 2012 / N (…).

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Sachverhalt:

A. 
A.a  Eigenen  Angaben  zufolge  gelangte  der  Beschwerdeführer  am  2. 
September  2011  in  die Schweiz, wo er  am gleichen Tag  im Empfangs­ 
und  Verfahrenszentrum  (EVZ)  B._______  ein  Asylgesuch  einreichte. 
Dazu  wurde  er  am  13.  September  2011  im  EVZ  B._______  befragt 
(Kurzbefragung)  und  am  14.  November  2011  in  C._______  angehört 
(Anhörung).

A.b Zur Begründung seines Asylgesuchs machte der Beschwerdeführer 
anlässlich  der  Befragungen  im  Wesentlichen  geltend,  er  sei  türkischer 
Ethnie und stamme aus dem Dorf D._______ (Provinz E._______), wo er 
bis  zu  seiner Ausreise aus der Türkei  gewohnt  habe und als Hirte  tätig 
gewesen  sei.  Im  Juli/August  2011,  als  er  seine  Schafe  gehütet  habe, 
seien  fünf  Kämpfer  der  PKK  (Kurdische  Arbeiterpartei)  bei  ihm 
aufgetaucht,  die  seinen  Hund  und  eines  seiner  Schafe  getötet  sowie 
unter Drohungen Brot respektive Essen von ihm verlangt hätten. Da ihm 
nichts anderes übrig geblieben sei, habe er  ihnen Brot gegeben. Einige 
Tage  später  sei  er  von  Soldaten  respektive  vom 
Gendarmeriekommandanten  auf  den  Posten mitgenommen worden,  wo 
man ihm vorgeworfen habe, die PKK mit Essen unterstützt zu haben, was 
er  unter  Schlägen  auch  zugegeben  habe.  Am  nächsten  Morgen  habe 
man ihn unter der Bedingung wieder freigelassen, die PKK nicht mehr zu 
unterstützen.  Kurze  Zeit  später  seien  erneut mehrere  PKK­Kämpfer  bei 
ihm  aufgetaucht  und  hätten  Esswaren  von  ihm  verlangt.  Unter 
Todesdrohungen  habe  er  ihnen  ein  weiteres  Mal  Brot  ausgehändigt. 
Nach  zwei  bis  drei  Tagen  sei  der  Kommandant  abermals  zu  ihm 
gekommen und habe gesagt, er habe gehört, dass er (Beschwerdeführer) 
der PKK wieder Brot gegeben habe. Anschliessend sei er erneut auf den 
Posten gebracht worden, wo man ihn verhört und misshandelt habe. Bei 
seiner  Freilassung  am  folgenden  Tag  habe  ihm  der  Kommandant 
gedroht, er würde ihn persönlich erschiessen, falls er nochmals die PKK 
unterstütze.  Als  er  später  verzweifelt  am  Strassenrand  gesessen  habe, 
sei ein Mann vorbeigekommen, der ihm gesagt habe, er könne ihm einen 
Schlepper organisieren, der ihn im Ausland in Sicherheit bringe. Noch am 
selben  Tag  sei  er  mit  diesem  Mann  nach  Istanbul  gereist,  von  wo  er 
(Beschwerdeführer) per LKW unter Umgehung der Grenzkontrolle  in die 
Schweiz gelangt sei. Dort sei er von seinem Bruder abgeholt worden. Für 
die weiteren Aussagen des Beschwerdeführers wird auf die Protokolle bei 
den Akten verwiesen. 

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Der  Beschwerdeführer  reichte  im  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  eine 
Identitätskarte zu den Akten. 

B. 
Mit  Verfügung  vom  16.  Januar  2012  stellte  das  BFM  fest,  der 
Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, und lehnte das 
Asylgesuch ab. Gleichzeitig verfügte es die Wegweisung aus der Schweiz 
und den Vollzug. 

Das BFM hielt  in  seiner Verfügung  im Wesentlichen  fest,  die Aussagen 
des  Beschwerdeführers  zu  seiner  angeblichen  Verfolgung  durch  PKK­
Kämpfer  sowie  durch  die  türkische  Polizei  wiesen  in  wesentlichen 
Punkten  massive  Widersprüche  auf.  Beispielsweise  habe  er  in  der 
Kurzbefragung geltend gemacht,  als  die PKK­Kämpfer  erstmals  bei  ihm 
aufgetaucht  seien  und  Brot  von  ihm  verlangt  hätten,  sei  sein  Hund  bei 
ihm  gewesen.  Da  dieser  ständig  gebellt  habe,  hätten  die  Kämpfer  ihn 
getötet.  Demgegenüber  habe  der  Beschwerdeführer  in  der  Anhörung 
gesagt, sein Hund sei an dem Abend gerade nicht bei ihm gewesen, als 
er  plötzlich  Schüsse  gehört  habe.  Dann  seien  die  PKK­Kämpfer 
aufgetaucht und hätten ihm gesagt, sie hätten seinen Hund umgebracht. 
Im Widerspruch dazu habe er in seiner freien Schilderung der Asylgründe 
im  Rahmen  der  Anhörung  die  Tötung  des  Hundes  erst  beim  zweiten 
Besuch  der  PKK­Kämpfer  erwähnt.  Weiter  habe  der  Beschwerdeführer 
anlässlich  der  Kurzbefragung  angeführt,  wenige  Tage  nach  dem  ersten 
Besuch der PKK seien Soldaten bei  ihm aufgetaucht und hätten  ihn auf 
den  Posten  gebracht.  Nach  dem  zweiten  Besuch  der  PKK­Kämpfer  sei 
dann  der  Gendarmeriekommandant  zu  ihm  gekommen  und  habe  ihn 
mitgenommen.  In  der  Anhörung  habe  der  Beschwerdeführer  jedoch 
angegeben,  bereits  nach dem ersten Vorfall mit  den PKK­Kämpfern  sei 
der Kommandant zu ihm gekommen und habe ihn mitgenommen. Zudem 
habe er anlässlich der Kurzbefragung geltend gemacht, die PKK­Kämpfer 
hätten von ihm Brot verlangt. Gemäss seinen Aussagen bei der Anhörung 
hätten  ihn  die  Kämpfer  jedoch  zur  Beschaffung  von  Essen  im 
Allgemeinen  aufgefordert.  Ausserdem  unterstrichen  widersprüchliche 
Aussagen des Beschwerdeführers zu seiner Ankunft in der Schweiz noch 
zusätzlich dessen Unglaubwürdigkeit. So habe er nämlich anlässlich der 
Kurzbefragung  gesagt,  er  wisse  nicht,  wo  in  der  Schweiz  er  aus  dem 
LKW ausgestiegen sei. Der Fahrer habe nur gesagt, sie seien jetzt in der 
Schweiz.  Daraufhin  habe  er  seinen  in  der  Schweiz  lebenden  Bruder 
angerufen und  ihm die Reklameschriften, die Gebäude und die Gegend 
beschrieben,  damit  dieser  ihn  abholen  könne.  In  der Anhörung  habe er 

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demgegenüber  geltend  gemacht,  der  LKW­Fahrer  habe  ihm  bei  der 
Ankunft  gesagt,  wo  sie  seien,  nämlich  in  der  Nähe  von  F._______. 
Daraufhin  habe  er  seinen  Bruder  angerufen,  und  dieser  habe  ihn 
abgeholt. 

Des Weiteren seien die Vorbringen des Beschwerdeführers auch deshalb 
unglaubhaft, weil sie in wesentlichen Punkten der allgemeinen Erfahrung 
oder  der  Logik  des  Handelns  widersprächen.  Beispielsweise  habe  er 
ausgesagt,  er  nehme  an,  die  Polizei  habe  deshalb  von  seinem  ersten 
Treffen  mit  den  PKK­Kämpfern  erfahren,  da  man  ihn  habe  beschatten 
lassen. Diese Aussage sei als realitätsfremd einzustufen, habe doch der 
Beschwerdeführer  selber  angegeben,  immer  als  Hirte  in  den  Bergen 
gearbeitet  und  politisch  nicht  aktiv  gewesen  zu  sein.  An  dieser 
Einschätzung  ändere  auch  die  nachgeschoben  wirkende  Aussage,  er 
unterstütze  im Geheimen die Partei DTP  (Partei  für eine demokratische 
Gesellschaft), nichts. Weiter sei auch nicht nachvollziehbar, weshalb der 
Beschwerdeführer  nicht  unmittelbar  nach  dem  zweiten  Vorfall  mit  der 
PKK die Flucht ergriffen habe, wo er doch damit habe rechnen müssen, 
dass  die  Polizei  ihn  wieder  festnehmen  würde  und  ihm  dabei  viel 
drastischere Strafen drohten. Direkt auf diesen Umstand angesprochen, 
habe der Beschwerdeführer dieses Verhalten nicht zu erklären vermocht. 
Aufgrund  dieser  –  im  Übrigen  nicht  abschliessend  aufgezählten – 
Widersprüche  und  Ungereimtheiten  könne  ihm  die  geltend  gemachte 
Verfolgung  durch  die  PKK  und  die  türkischen  Behörden  nicht  geglaubt 
werden.  Somit  hielten  die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  den 
Anforderungen  an  die  Glaubhaftigkeit  gemäss  Art.  7  des  Asylgesetzes 
vom  26.  Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31)  nicht  stand,  so  dass  ihre 
Asylrelevanz  nicht  geprüft  werden müsse. Überdies  sei  der  Vollzug  der 
Wegweisung als zulässig, zumutbar und möglich zu bezeichnen. 

C. 
Mit Beschwerde vom 14. Februar 2012 (Poststempel: 18. Februar 2012; 
vorab  per  Fax  dem  BFM  zugestellt)  an  das  Bundesverwaltungsgericht 
liess  der  Beschwerdeführer  durch  seinen  Rechtsvertreter  in  materieller 
Hinsicht  beantragen,  der  Entscheid  des  BFM  vom  16.  Januar  2012  sei 
aufzuheben  beziehungsweise  zur  neuen  Beurteilung  an  die  Vorinstanz 
zurückzuweisen  und  es  sei  ihm  gemäss  Art.  3  und  7  AsylG  Asyl  zu 
gewähren. Zudem sei die Unzumutbarkeit der Wegweisung festzustellen 
und er sei mindestens als Flüchtling vorläufig aufzunehmen. Von einem 
Vollzug  der  Wegweisung  sei  jedenfalls  abzusehen.  In  prozessualer 
Hinsicht  beantragte  der  Beschwerdeführer,  es  sei  der  vorliegenden 

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Beschwerde  die  aufschiebende  Wirkung  zuzuerkennen,  ihm  sei  die 
unentgeltliche  Prozessführung  gemäss  Art.  65  Abs.  1  des 
Bundesgesetzes  vom  20.  Dezember  1968  über  das 
Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) zu gewähren und es sei auf 
die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  zu  verzichten.  Auf  die 
Begründung  der  Beschwerde  wird  –  soweit  wesentlich  –  in  den 
nachfolgenden Erwägungen eingegangen. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 
1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  VwVG.  Das  BFM  gehört  zu  den 
Behörden  nach  Art. 33  VGG  und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des 
Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme 
im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht 
ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und 
entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig,  ausser  bei  Vorliegen 
eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die 
beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d 
Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG, 
SR 173.110]).  Eine  solche  Ausnahme  liegt  nicht  vor,  das 
Bundesverwaltungsgericht entscheidet demnach endgültig.

1.2. Das  Verfahren  richtet  sich  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem 
BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 
AsylG).

1.3. Die Beschwerde ist frist­ und formgerecht eingereicht (Art. 108 Abs. 1 
AsylG,  Art.  105  AsylG  i.V.m.  Art.  37  VGG  und  Art.  52  VwVG).  Der 
Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 
durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein 
schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung,  weshalb  er  zur  Einreichung  der  Beschwerden  legitimiert  ist 
(Art.  105 AsylG  i.V.m. Art.  37 VGG und Art.  48 Abs.  1 VwVG). Auf  die 
Beschwerde  ist  somit  –  unter  Vorbehalt  der  nachstehenden 
Ausführungen (E. 1.4.) – einzutreten.

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1.4.  Der  Beschwerde  kommt  von  Gesetzes  wegen  aufschiebende 
Wirkung  zu  (Art.  55  Abs.  1  VwVG),  und  das  BFM  hat  in  der 
angefochtenen Verfügung einer allfälligen Beschwerde die aufschiebende 
Wirkung nicht  entzogen  (vgl. Art.  55 Abs.  2 VwVG). Demzufolge  ist  auf 
das  Begehren  um  Zuerkennung  der  aufschiebenden  Wirkung  der 
Beschwerde mangels Rechtsschutzinteresses nicht einzutreten.

2. 
Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3. 
Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise 
einer  zweiten  Richterin  entschieden  (Art. 111  Bst.  e  AsylG).  Wie 
nachstehend  aufgezeigt,  handelt  es  sich  vorliegend  um  eine  solche, 
weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 
111a Abs. 2 AsylG).

Gestützt  auf  Art.  111a  Abs.  1  AsylG  wurde  vorliegend  auf  die 
Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet.

4. 
Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft  nachweisen 
oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 
Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  für 
gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere  Vorbringen,  die  in 
wesentlichen  Punkten  zu  wenig  begründet  oder  in  sich  widersprüchlich 
sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte 
oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).

5. 
5.1.  Vorab  ist  festzuhalten,  dass  der  Beschwerdeführer  den  Wortlaut 
sämtlicher  Protokolle  mit  seiner  Unterschrift  bestätigt  hat  und  sich 
deshalb  seine  Aussagen  entgegenhalten  lassen  muss,  zumal  er  die 
übersetzenden Personen bei beiden Befragungen gut verstanden haben 
will (vgl. Akten BFM A 4/11 S. 9, A 11/13 S. 1).

5.2. Nach Prüfung der Akten durch das Gericht ist – in Übereinstimmung 
mit  der  Vorinstanz  –  festzustellen,  dass  die  Asylvorbringen  des 
Beschwerdeführers  den  Anforderungen  an  die  Glaubhaftigkeit  gemäss 

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Art. 7 AsylG nicht standzuhalten vermögen, weshalb diesbezüglich vorab 
auf  die  ausführlichen  und  zutreffenden  vorinstanzlichen Erwägungen  zu 
verweisen ist (vgl. die Ziffern I, Bst. B. vorstehend). Durch seine teilweise 
krass widersprüchlichen Vorbringen im vorinstanzlichen Verfahren ist der 
Beschwerdeführer  unglaubwürdig,  weshalb  ihm  die  geltend  gemachten 
Asylgründe  nicht  geglaubt  werden  können.  Auch  die 
Beschwerdevorbringen  sind  nicht  geeignet,  zu  einer  von  der Vorinstanz 
abweichenden  Betrachtungsweise  zu  führen,  zumal  der 
Beschwerdeführer  den  vorinstanzlichen  Erwägungen  nichts 
Substanzielles  entgegenhält  und  im  Wesentlichen  lediglich  am 
Wahrheitsgehalt  der  im  vorinstanzlichen  Verfahren  geltend  gemachten 
Vorbringen  festhält,  was  aber  an  der  offensichtlichen  Unglaubhaftigkeit 
der behaupteten Verfolgungsvorbringen nichts zu ändern vermag. Daran 
würden  auch  allfällig  in  der  Schweiz  oder  anderswo  anerkannte 
Flüchtlinge  mit  Verwandtschaftsgrad  zum  Beschwerdeführer  nichts 
ändern. Aufgrund des soeben Ausgeführten  ist zu schliessen, es handle 
sich bei den geltend gemachten Asylgründen des Beschwerdeführers um 
ein Sachverhaltskonstrukt. 

5.3. Zusammenfassend  ist  festzuhalten, dass es dem Beschwerdeführer 
nicht  gelungen  ist,  nachzuweisen oder  zumindest  glaubhaft  zu machen, 
dass er  in der Heimat ernsthafte Nachteile gemäss Art.  3 AsylG erlitten 
hat  oder  solche  bei  der Ausreise  zu  befürchten  hatte  oder  im Falle  der 
Rückkehr  in die Türkei befürchten müsste. Der Antrag auf Rückweisung 
zur  Neubeurteilung  an  die  Vorinstanz  ist  abzuweisen.  Das  BFM  hat 
demnach  zu  Recht  die  Flüchtlingseigenschaft  des  Beschwerdeführers 
verneint und dessen Asylgesuch abgelehnt. 

6. 
6.1. Lehnt  das Bundesamt  das Asylgesuch  ab  oder  tritt  es  darauf  nicht 
ein,  so  verfügt  es  in  der  Regel  die Wegweisung  aus  der  Schweiz  und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit 
der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

6.2. Der Beschwerdeführer  verfügt weder  über  eine  ausländerrechtliche 
Aufenthaltsbewilligung  noch  über  einen  Anspruch  auf  Erteilung  einer 
solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 
Abs. 1 AsylG; vgl. BVGE 2009/50 E. 9).

7. 

http://links.weblaw.ch/BVGE-2009/50
http://links.weblaw.ch/BVGE-2009/50
http://links.weblaw.ch/BVGE-2009/50

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7.1.  Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 
nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach 
den  gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von 
Ausländern  (Art.  44  Abs.  2  AsylG;  Art.  83  Abs.  1  des  Bundesgesetzes 
vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer  [AuG, 
SR 142.20]).

Bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen  gilt 
gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  seiner 
Vorgängerorganisation  ARK  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte 
Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. 
WALTER  STÖCKLI,  Asyl,  in:  Uebersax/Rudin/Hugi  Yar/Geiser  [Hrsg.], 
Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148).

7.2. 
7.2.1.  Der  Vollzug  ist  nicht  zulässig,  wenn  völkerrechtliche 
Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des 
Ausländers  in  den  Heimat­,  Herkunfts­  oder  einen  Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG).

So  darf  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen  werden,  in  dem  ihr  Leib,  ihr  Leben  oder  ihre  Freiheit  aus 
einem  Grund  nach  Art.  3  Abs.  1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 
5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 
1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]).

Gemäss  Art.  25  Abs.  3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  vom  18.  April  1999  (BV,  SR  101),  Art.  3  des 
Übereinkommens  vom  10.  Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere 
grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art.  3  der  Konvention  vom  4. 
November  1950  zum  Schutz  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten 
(EMRK,  SR 0.101)  darf  niemand  der  Folter  oder  unmenschlicher  oder 
erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.

7.2.2. Da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich 
erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen,  kann 
der  in  Art.  5  AsylG  verankerte  Grundsatz  der  Nichtrückschiebung  im 
vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  finden.  Eine  Rückkehr  des 

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Beschwerdeführers  in  den  Heimatstaat  ist  demnach  unter  dem  Aspekt 
von Art. 5 AsylG rechtmässig.

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers 
noch  aus  den  Akten  Anhaltspunkte  dafür,  dass  er  für  den  Fall  einer 
Ausschaffung  in  den  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  dort  mit  beachtlicher 
Wahrscheinlichkeit  einer nach Art.  3 EMRK oder Art.  1 FoK verbotenen 
Strafe  oder  Behandlung  ausgesetzt  wären.  Gemäss  Praxis  des 
Europäischen  Gerichtshofes  für  Menschenrechte  (EGMR)  sowie  jener 
des  UN­Anti­Folterausschusses  müsste  der  Beschwerdeführer  eine 
konkrete  Gefahr  ("real  risk")  nachweisen  oder  glaubhaft  machen,  dass 
ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung 
drohen würde  (vgl. EGMR  [Grosse Kammer], Saadi gegen  Italien, Urteil 
vom  28.  Februar  2008,  Beschwerde  Nr.  37201/06,  §§  124­127,  mit 
weiteren  Hinweisen).  Dies  ist  ihm  nach  den  vorstehenden  Erwägungen 
nicht  gelungen.  Auch  die  allgemeine  Menschenrechtssituation  in  der 
Türkei  lässt  den Wegweisungsvollzug  zum  heutigen  Zeitpunkt  nicht  als 
unzulässig  erscheinen.  Nach  dem  Gesagten  ist  der  Vollzug  der 
Wegweisung  sowohl  im  Sinne  der  asyl­  als  auch  der  völkerrechtlichen 
Bestimmungen zulässig. 

7.3. 
7.3.1. Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug  für Ausländerinnen 
und  Ausländer  unzumutbar  sein,  wenn  sie  im  Heimat­  oder 
Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg, 
allgemeiner  Gewalt  und  medizinischer  Notlage  konkret  gefährdet  sind. 
Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 
83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren.

7.3.2. Vorab  ist  festzustellen, dass angesichts der heutigen Lage  in der 
Türkei  nicht  von  einer  Situation  allgemeiner  Gewalt  oder  von 
kriegerischen  oder  bürgerkriegsähnlichen  Verhältnissen  gesprochen 
werden kann, welche für den Beschwerdeführer bei einer Rückkehr eine 
konkrete Gefährdung darstellen würde.

7.3.3. Auch aufgrund der persönlichen Situation des Beschwerdeführers 
sind  keine  Gründe  ersichtlich,  die  gegen  die  Zumutbarkeit  des 
Wegweisungsvollzugs sprechen. Der – soweit den Akten zu entnehmen 
ist – gesunde Beschwerdeführer verfügt über jahrelange Berufserfahrung 
als Hirte, weshalb anzunehmen ist, er könne sich in seiner Heimat wieder 
wirtschaftlich  integrieren. Gemäss seinen Angaben  leben überdies seine 

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Eltern  sowie  vier  seiner  Geschwister  nach  wie  vor  in  D._______.  Vor 
diesem Hintergrund ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer in 
seiner Heimat  über  ein  soziales Beziehungsnetz  verfügt. Blosse  soziale 
und  wirtschaftliche  Schwierigkeiten,  von  denen  die  ansässige 
Bevölkerung  im  Allgemeinen  betroffen  ist,  genügen  nicht,  um  eine 
konkrete Gefährdung im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG darzustellen (vgl. 
BVGE  2008/34  E.  11.2.2).  Nach  dem  Gesagten  ist  der  Vollzug  der 
Wegweisung somit als zumutbar zu bezeichnen.

7.4.  Schliesslich  obliegt  es  dem  Beschwerdeführer  sich  bei  der 
zuständigen  Vertretung  des  Heimatstaates  die  für  eine  Rückkehr 
notwendigen  Reisedokumente  zu  beschaffen  (Art.  8  Abs.  4  AsylG), 
weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist 
(Art. 83 Abs. 2 AuG).

8. 
Insgesamt ist der durch die Vorinstanz verfügte Vollzug der Wegweisung 
zu  bestätigen.  Die  Vorinstanz  hat  den  Vollzug  zu  Recht  als  zulässig, 
zumutbar  und  möglich  erachtet.  Folglich  fällt  eine  Anordnung  der 
vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1­4 AuG).

9. 
Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung 
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und 
vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art.  106  AsylG).  Die 
Beschwerde  ist  nach  dem  Gesagten  abzuweisen,  soweit  darauf 
einzutreten ist. 

10. 
Das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses wird 
mit vorliegendem Entscheid in der Hauptsache gegenstandslos. 

11. 
11.1. Aufgrund  vorstehender  Erwägungen  erweist  sich  die  Beschwerde 
als aussichtslos, weshalb das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen 
Prozessführung  gemäss  Art.  65  Abs.  1  VwVG,  unbesehen  der 
Bedürftigkeit des Beschwerdeführers, vollumfänglich abzuweisen ist.

11.2.  Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  die  Kosten  dem 
Beschwerdeführer  aufzuerlegen  (Art.  63  Abs.  1  und  5  VwVG)  und  auf 
insgesamt  Fr.  600.–  festzusetzen  (Art.  1­3  des  Reglements  vom  21. 

http://links.weblaw.ch/BVGE-2008/34
http://links.weblaw.ch/BVGE-2008/34
http://links.weblaw.ch/BVGE-2008/34

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Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).

(Dispositiv nächste Seite)

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

2. 
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Prozessführung  wird 
abgewiesen. 

3. 
Die  Verfahrenskosten  von  Fr.  600.­­  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 

4. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Robert Galliker Matthias Jaggi

Versand: