# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8ac99d0d-6cfa-565c-8822-68fc98d32b4d
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-08-03
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsbehörden Bau- und Verkehrsdirektion 03.08.2015 110 2015 44
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_BVD/BE_VB_001_110-2015-44_2015-08-03.pdf

## Full Text

ENTSCHEID
DER

BAU-, VERKEHRS- UND ENERGIEDIREKTION 

RA Nr. 110/2015/44 Bern, 3. August 2015

in der Beschwerdesache zwischen

Herrn A.________
Beschwerdeführer 1

Frau B.________
Beschwerdeführerin 2

und

C.________ AG
Beschwerdegegnerin

vertreten durch Herrn Rechtsanwalt D.________

sowie

Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Wilderswil, Bauverwaltung, Kirchgasse 31, 
3812 Wilderswil

betreffend die Verfügung der Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Wilderswil vom 
24. Februar 2015 (4.301.02154/04; Erweiterung Parkplatz)

I. Sachverhalt

1. Mit Gesamtentscheid vom 23. Dezember 2011 erteilte der Regierungsstatthalter von 

Interlaken der Beschwerdegegnerin die Baubewilligung für das Erstellen von zwei 

Zweifamilienhäusern mit Autounterstand auf der Parzelle Wilderswil Grundbuchblatt 

Nr. E.________. Die Parzelle liegt in der Mischzone B. Die Beschwerdeführenden hatten 

2

gegen das Bauvorhaben Einsprache erhoben, den Gesamtentscheid jedoch nicht 

angefochten. Eine von zwei anderen Einsprecherinnen erhobene Beschwerde wurde von 

der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion (BVE) und vom Verwaltungsgericht abgewiesen. 

Der Gesamtentscheid des Regierungsstatthalteramts Interlaken vom 23. Dezember 2011 

ist rechtskräftig.

2. Die Beschwerdegegnerin reichte am 3. September 2014 bei der Gemeinde 

Wilderswil ein Baugesuch ein für vier zusätzliche Abstellplätze. Gegen das Bauvorhaben 

erhoben die Beschwerdeführenden Einsprache. Mit Entscheid vom 24. Februar 2015 

erteilte die Gemeinde Wilderswil die Baubewilligung.

3. Dagegen reichten die Beschwerdeführenden am 23. März 2015 Beschwerde bei der 

BVE ein. Sie beantragen sinngemäss die Aufhebung des Entscheids vom 24. Februar 

2015. Sie machen insbesondere geltend, es seien verschiedene Verfahrensfehler 

begangen worden, Motorfahrzeuge könnten auf der Parzelle der Beschwerdegegnerin 

nicht wenden und die Erschliessung sei ungenügend.

4. Das Rechtsamt, welches die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet1, holte die 

Vorakten ein und führte den Schriftenwechsel durch. Die Beschwerdegegnerin und die 

Gemeinde beantragen die Abweisung der Beschwerde. Anschliessend holte das 

Rechtsamt beim Tiefbauamt des Kantons Bern, Oberingenieurkreis I (OIK I) einen 

Fachbericht zu Fragen der Verkehrssicherheit ein und gab den Verfahrensbeteiligten 

Gelegenheit zur Stellungnahme und zur Einreichung von Schlussbemerkungen.

5. Auf die Rechtsschriften und den Fachbericht des OIK I wird, soweit für den Entscheid 

wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

1 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und 
Energiedirektion (OrV BVE; BSG 152.221.191)

3

II. Erwägungen

1. Sachurteilsvoraussetzungen

Bauentscheide können nach Art. 40 BauG2 innert 30 Tagen seit Eröffnung mit 

Baubeschwerde bei der BVE angefochten werden. Die BVE ist somit für die Beurteilung 

der Beschwerde zuständig. Zur Beschwerde befugt sind die Baugesuchsteller, die 

Einsprecher im Rahmen ihrer Einsprachegründe und die zuständige Gemeindebehörde 

(Art. 40 Abs. 2 BauG). Die Beschwerdeführenden, deren Einsprache abgewiesen wurde, 

sind durch den vorinstanzlichen Entscheid beschwert und daher zur Beschwerdeführung 

legitimiert. Auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten.

2. Anfechtungsobjekt und Streitgegenstand

a) Die Beschwerdeführenden machen geltend, sie seien gezwungen, auch gegen den 

Gesamtentscheid des Regierungsstatthalters vom 23. November 2011 Beschwerde zu 

führen, da sich der Entscheid vom 24. Februar 2015 auf diesen stütze. In diesem 

Zusammenhang erheben sie in ihrer Beschwerde und ihren Schlussbemerkungen mehrere 

Rügen.

b) Anfechtungsobjekt ist die Verfügung der Vorinstanz. Der Streitgegenstand braucht 

sich nicht mit dem Anfechtungsobjekt zu decken, kann aber auch nicht über dieses 

hinausgehen. Innerhalb dieses Rahmens bestimmen die Parteien den Streitgegenstand. 

Sowohl für das Einleiten eines Beschwerdeverfahrens als auch für dessen Umfang und 

eine allfällige vorzeitige Beendigung gilt somit die Verfügungs- oder Dispositionsmaxime 

sowie das Rügeprinzip. Die Parteien können den Streitgegenstand im Verlauf des 

Verfahrens nicht erweitern, sondern nur einschränken.3

c) Anfechtungsobjekt ist der Entscheid vom 24. Februar 2015, mit dem die Gemeinde 

vier zusätzliche Abstellplätze bewilligte. Im Beschwerdeverfahren kann daher höchstens 

die Aufhebung dieses Entscheides verlangt werden. Nicht Gegenstand des 

Beschwerdeverfahrens kann hingegen die mit Gesamtentscheid des 

2 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721)
3 Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 72 N. 6 bis 8

4

Regierungsstatthalteramts vom 23. November 2011 erteilte Baubewilligung für das 

Erstellen der zwei Zweifamilienhäuser sein. Vorbringen, die sich auf diesen rechtskräftigen 

Entscheid beziehen, liegen ausserhalb des Streitgegenstandes. Auf sie kann nicht 

eingetreten werden. Dies gilt zunächst für die im Zusammenhang mit dem 

Gesamtentscheid des Regierungsstatthalteramts vom 23. November 2011 von den 

Beschwerdeführenden gerügten Verfahrensfehler, aber auch für die Ausgestaltung der 

Erschliessung der Bauparzelle. Diese Fragen wurden mit Gesamtentscheid des 

Regierungsstatthalters vom 23. Dezember 2011 entschieden und die dagegen erhobene 

Beschwerde von der BVE und dem Verwaltungsgericht abgewiesen. Sowohl die BVE als 

auch das Verwaltungsgericht haben festgestellt, dass die Erschliessung der beiden 

Zweifamilienhäuser ausreichend ist.4 Der im Zusammenhang mit diesen 

Beschwerdeverfahren von der BVE beim Strasseninspektorat Oberland Ost eingeholte 

Fachbericht vom 28. Februar 2012 musste den Beschwerdeführenden nicht bekannt 

gegeben werden, da diese den Gesamtentscheid des Regierungsstatthalters selbst nicht 

angefochten hatten und sie damit nicht Partei im Beschwerdeverfahren vor der BVE waren.

Auch auf die Rügen betreffend Umnutzung des Estrichs zu einem Wohnraum, die 

Zusatzbewilligung für das Verlegen des unterirdischen Heizungsraumes, die Verlegung der 

Kanalisationsleitung, die Detailgestaltung der Zufahrtsstrasse sowie die 

Liegenschaftsentwässerung kann nicht eingetreten werden. Diese Punkte sind nicht 

Gegenstand des hier umstrittenen Baugesuches betreffend zusätzlicher Abstellplätze und 

damit nicht Verfahrensgegenstand. Ebenfalls nicht Gegenstand des vorliegenden 

Verfahrens sind sodann die Verteilung der Unterhaltskosten für den Zufahrtsweg sowie die 

Verpflichtungen aus der vor der Schlichtungsbehörde Oberland geschlossenen 

Vereinbarung vom 6. Dezember 2012. Zudem handelt es sich dabei um privatrechtliche 

Vorbringen, die im Baubewilligungsverfahren und im vorliegenden Beschwerdeverfahren 

nicht geprüft werden können. 

3. Baugesuch

a) Die Beschwerdeführenden rügen, die Vorinstanz habe nicht unterschriebene 

Dokumente genehmigt.

4 BDE 110/2012/12 vom 24.5.2012 E. 3; VGE 100.2012.208 vom 31.1.2013 E. 3.5

5

b) Die Eingabe eines Baugesuchs ist an die Formvorschriften von Art. 10 ff. BewD5 

gebunden. Nach Art. 10 Abs. 2 BewD ist das amtliche Formular zu verwenden, das von der 

Bauherrschaft, von den Projektverfassenden und bei Bauten auf fremdem Boden 

ausserdem von der Grundeigentümerin oder vom Grundeigentümer zu unterzeichnen ist. 

Alle Pläne sind zu datieren und von den Gesuchstellenden sowie von den 

Projektverfassenden zu unterzeichnen (Art. 10 Abs. 3 BewD).

c) Die Pläne und Baugesuchsformulare in den Vorakten sind datiert und korrekt 

unterzeichnet. Soweit die Beschwerdeführenden geltend machen, es seien nicht 

unterzeichnete Dokumente genehmigt worden, ist die Beschwerde unbegründet. 

4. Rechtliches Gehör

a) Die Beschwerdeführenden rügen weiter, die Vorinstanz habe Verhandlungen mit der 

Bauherrschaft ohne ihr Beisein durchgeführt und dabei verbindliche Entscheide gefällt.

Die Beschwerdegegnerin macht geltend, die fragliche Besprechung von Ende Januar 2015 

habe die Umnutzung im Dachgeschoss und damit ein anderes Baugesuch betroffen. Dabei 

sei auch darüber diskutiert worden, ob nicht auch gefangene Parkplätze, wie sie 

ursprünglich unter dem Autounterstand geplant gewesen seien, bewilligungsfähig und 

sinnvoller wären. Die Gemeinde habe informiert, dass die Baukommission die 

Baubewilligung für die Parkplätze gemäss Baugesuch in Aussicht stelle. Zudem sei den 

Beschwerdeführenden eine Aktennotiz der Besprechung mit der Gelegenheit zur 

Stellungnahme zugestellt worden. Die Beschwerdeführenden hätten im Verfahren keine 

Nachteile erlitten.

Die Gemeinde bringt vor, an der Besprechung vom 30. Januar 2015 sei den Anwesenden 

lediglich das Ergebnis der Baukommissionssitzung vom 12. Januar 2015 mitgeteilt worden.

b) Der Anspruch einer Partei auf rechtliches Gehör ist eine grundlegende 

Verfahrensgarantie (Art. 29 Abs. 2 BV6, Art. 26 Abs. 2 KV7, Art. 21 ff. VRPG8). Nach der 

5 Dekret vom 22. März 1994 über das Baubewilligungsverfahren (Baubewilligungsdekret, BewD; BSG 725.1)
6 Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV; SR 101)

6

bundesgerichtlichen Rechtsprechung umfasst der verfassungsrechtliche Gehörsanspruch 

insbesondere das Recht der Betroffenen, sich vor Erlass eines in ihre Rechtsstellung 

eingreifenden Entscheids zur Sache zu äussern, erhebliche Beweise beizubringen und mit 

erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden, Einsicht in die Akten zu nehmen und sich 

zum Beweisergebnis zu äussern. Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst als 

Mitwirkungsrecht alle Befugnisse, die einer Partei einzuräumen sind, damit sie in einem 

Verfahren ihren Standpunkt wirksam zur Geltung bringen kann. Die Anhörung kann 

mündlich oder schriftlich erfolgen.9 Voraussetzung für die Wahrnehmung des Äusserungs- 

und Anhörungsrechts ist, dass die Behörden die Betroffenen über die wesentlichen 

Aspekte des Verfahrens orientieren. Der Gehörsanspruch beschlägt in erster Linie 

Sachverhaltsfragen.10

Laut Art. 48 VRPG ist es den Behörden untersagt, ausserhalb des Verfahrens eine bei 

ihnen hängige Angelegenheit mit einer Partei zu besprechen (sog. Verbot des Berichtens), 

weil das Erörtern von Verfahrensaspekten mit einer Partei unter Ausschluss der übrigen 

Parteien gegen den Grundsatz der Waffengleichheit verstösst. Damit wird das 

Verfassungsprinzip der Fairness verletzt.11 Zudem lässt ein solches Vorgehen auch an der 

Unparteilichkeit der Behörde Zweifel aufkommen.12 Hat die Baubewilligungsbehörde den 

Eindruck, die Bauherrschaft könne ohne Beisein der Einsprecher eher zu einer 

Projektänderung oder zu einem Teilrückzug des Baugesuchs bewegt werden, so muss sie 

wenigstens anschliessend an eine solche Besprechung die Einsprecher über den Inhalt 

des Gesprächs orientieren und ihnen Gelegenheit zur Stellungnahme geben, damit der 

Grundsatz der Waffengleichheit gewahrt bleibt.13 Bei Verstössen gegen das Verbot des 

Berichtens kann das fehlbare Behördenmitglied wegen Befangenheit abgelehnt werden.14

c) Gemäss Protokoll bzw. Aktennotiz der Besprechung vom 30. Januar 2015 haben an 

der Besprechung Herr F.________, Gemeinderat, Herr G.________ vom 

7 Verfassung des Kantons Bern vom 6. Juni 1993 (KV; BSG 101.1)
8 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21)
9 Merkli/Aeschlimann/Herzog, a.a.O., Art. 21 N. 6
10 BVR 2012 S. 28 E. 2.3.1, mit weiteren Hinweisen
11 BGE 118 Ia 228
12 Merkli/Aeschlimann/Herzog, a.a.O., Art. 48 N. 1
13 BDE 110/2006/63 vom 1. Juni 2007 E. 2b
14 Merkli/Aeschlimann/Herzog, a.a.O., Art. 48 N. 1

7

Regierungsstatthalteramt Interlaken-Oberhasli, Herr C.________ sowie seine 

Rechtsanwältin und der Bauverwalter teilgenommen. Die Besprechung betraf verschiedene 

Aspekte des Bauvorhabens der Beschwerdegegnerin auf der Parzelle Wilderswil 

Grundbuchblatt Nr. E.________. Besprochen wurden die vier zusätzlichen Abstellplätze, 

die Balkone auf der Südfassade und die Umnutzung des Dachgeschosses. In Bezug auf 

die Abstellplätze wurden die Anordnung der Parkplätze und die Frage nach der 

Zulässigkeit gefangener Abstellplätze sowie die Wendemöglichkeit auf dem Baugrundstück 

diskutiert.

Es steht fest, dass die Besprechung ohne Teilnahme der Beschwerdeführenden stattfand. 

Es ist auch nicht ersichtlich und wird von keiner Seite vorgebracht, dass den 

Beschwerdeführenden die Möglichkeit zur Teilnahme gegeben wurde. Immerhin wurde den 

Beschwerdeführenden das Protokoll dieser Sitzung mit Verfügung vom 18. Februar 2015 

zugestellt. Die Gemeinde hat damit die Besprechung transparent gemacht und den 

Beschwerdeführenden mit der Gelegenheit zur Stellungnahme das rechtliche Gehör 

gewährt. Ob damit auch die Waffengleichheit im vorinstanzlichen Verfahren vollständig 

wiederhergestellt wurde, kann hingegen offen bleiben. Der Entscheid der Baukommission 

über die hier umstrittenen vier zusätzlichen Abstellplätze erfolgte bereits anlässlich der 

Kommissionssitzung vom 12. Januar 201515, was auch aus dem Protokoll der Besprechung 

hervorgeht. Insofern hatte die Besprechung vom 30. Januar 2015 auf den angefochtenen 

Entscheid keinen Einfluss mehr. Den Beschwerdeführenden ist in Bezug auf die 

umstrittenen vier Abstellplätze aus der Nichtbeteiligung an der Besprechung jedenfalls kein 

Nachteil entstanden. Es liegt weder ein Verstoss gegen das Verbot des Berichtens noch 

eine Gehörsverletzung vor. Die Rügen der Beschwerdeführenden sind unbegründet.

5. Abstellplätze

a) In Bezug auf die Abstellplätze rügen die Beschwerdeführenden, die Vorinstanz habe 

keinen Fachbericht eingeholt und nicht geprüft, ob auf dem Grundstück der 

Beschwerdegegnerin gewendet werden könne und ob die VSS-Vorschriften eingehalten 

seien.

15 Vorakten, p. 16 f.

8

Die Beschwerdegegnerin bringt vor, das Wenden auf der Parzelle Wilderswil 

Grundbuchblatt Nr. E.________ sei möglich. Es bestehe genügend Manövrierfläche und 

das Baureglement verlange nicht, dass die VSS-Normen auf privaten Grundstücken 

eingehalten seien.

b) Das mit Gesamtentscheid vom 23. Dezember 2011 bewilligte Vorhaben beinhaltet 

zwei Zweifamilienhäuser mit Autounterstand und insgesamt vier Abstellplätzen für 

Motorfahrzeuge. Mit dem vorliegend zu beurteilenden Projekt kommen vier weitere 

Abstellplätze hinzu, so dass für die vier Wohnungen neu insgesamt acht Abstellplätze für 

Motorfahrzeuge zur Verfügung stehen. Es ist unbestritten, dass die acht Abstellplätze für 

Motorfahrzeuge innerhalb der Bandbreite gemäss Art. 51 BauV16 liegen. Die 

Beschwerdeführenden selbst gingen in ihrer Einsprache vom 9. Dezember 2014 von einer 

Bandbreite von vier bis acht Abstellplätzen aus.

c) Bauvorhaben sind zu bewilligen, wenn sie den massgeblichen Vorschriften 

entsprechen (Art. 2 Abs. 1 BauG). Bauten und Anlagen sind so zu erstellen, dass weder 

Personen noch Sachen gefährdet werden (Art. 21 Abs. 1 BauG). Bei der Erstellung von 

Bauten und Anlagen sind die anerkannten Regeln der Baukunde einzuhalten (Art. 57 

Abs. 1 BauV). In Bezug auf die Verkehrssicherheit sind bei der Erstellung von Parkplätzen 

gestützt auf Art. 21 BauG und Art. 57 BauV die einschlägigen Normen des 

Schweizerischen Verbandes der Strassen- und Verkehrsfachleute (VSS) zu beachten.17

d) Das Rechtsamt der BVE holte beim OIK I einen Fachbericht zu Fragen der 

Verkehrssicherheit ein. Mit Fachbericht vom 28. Mai 2015 kommt der OIK I zum Schluss, 

dass die Verkehrssicherheit durch die geplante Anordnung der Parkplätze gewährleistet 

sei. Der OIK I hat für seine Beurteilung die Situation am 22. Mai 2015 vor Ort besichtigt und 

festgestellt, dass die fahrbare Geschwindigkeit sehr tief sei (Schritttempo), der Verkehr 

äusserst gering (Sackgasse), die Übersicht gut und die Platzverhältnisse für Manöver 

ausreichend seien. Auch das Wenden von Personenwagen erachtet der OIK I auf der 

Parzelle Wilderswil Grundbuchblatt Nr. E.________ bei Belegung aller Querparkplätze als 

möglich.

16 Bauverordnung vom 6. März 1985 (BauV; BSG 721.1)
17 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 21 
N. 7

9

Die Ausführungen des OIK I sind nachvollziehbar und überzeugen. Entgegen der 

Befürchtungen der Beschwerdeführenden ist es ohne weiteres möglich, auf dem 

Grundstück zu Wenden. Im Zeitpunkt der Besichtigung durch den OIK I war nach den 

Ausführungen im Fachbericht ein Teil der vorgesehenen Manövrierfläche durch 

Baumaterialien verstellt. Dennoch war das Wenden nach den Feststellungen des OIK I 

möglich. Nach Abschluss der Bauarbeiten wird daher auf jeden Fall ausreichend 

Manövrierraum zur Verfügung stehen. Damit ist auch die Befürchtung der 

Beschwerdeführenden, es komme durch rückwärts fahrende Fahrzeuge auf der 

Erschliessung zu gefährlichen Situationen, unbegründet. Die Abstellplätze sind benutzbar 

und es ist für die erforderlichen Manövriervorgänge ausreichend Platz vorhanden. Da die 

projektierten vier Abstellplätze den anwendbaren Vorschriften entsprechen, kann von der 

Beschwerdegegnerin nicht verlangt werden, dass sie den Vorschlag des OIK I für eine aus 

Sicht der Fahrgeometrie noch günstigere Anordnung der Parkplätze umsetzt.

e) Nach Art. 5 Bst. b BauV genügen bestehende Erschliessungsanlagen für Umbauten 

und Erweiterungen, wenn sie zu keinen wesentlichen Mehrbelastung führen. Dass die 

bestehende Erschliessung für die zwei Zweifamilienhäuser ausreichend ist, hat das 

Verwaltungsgericht bestätigt.18 Diese Frage ist rechtskräftig entschieden. Die geplanten 

vier zusätzlichen Parkplätze bringen keine wesentliche Mehrbelastung mit sich und sie 

beeinträchtigen die Verkehrssicherheit nicht.19 Die bestehende Erschliessung reicht daher 

aus und muss nicht erneut überprüft werden. Die Rügen der Beschwerdeführenden 

betreffend Abstellplätze und Erschliessung erweisen sich als unbegründet.

Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerde abzuweisen ist, soweit darauf 

eingetreten werden kann.

6. Kosten

a) Bei diesem Ausgang des Verfahrens unterliegen die Beschwerdeführenden. Sie 

haben die Verfahrenskosten zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Die Verfahrenskosten im 

Beschwerdeverfahren bestehen aus einer Pauschalgebühr. Für besondere 

Untersuchungen, Gutachten und dergleichen können zusätzliche Gebühren erhoben 

18 VGE 100.2012.208 vom 31.1.2013, E. 3.4
19 Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 7/8 N. 10

10

werden (Art. 103 Abs. 1 VRPG). Die Pauschalgebühr wird festgesetzt auf Fr. 800.-- 

(Art. 103 Abs. 2 VRPG in Verbindung mit Art. 19 Abs. 1 und Art. 20 Abs. 1 GebV20).

b) Die Beschwerdeführenden haben zudem der Beschwerdegegnerin die Parteikosten 

zu ersetzen (Art. 108 Abs. 3 VRPG). Die Kostennote des Anwaltes der 

Beschwerdegegnerin beträgt Fr. 2'614.15 (Honorar: Fr. 2'350.--; Auslagen: Fr. 70.50; 

Mehrwertsteuer: Fr. 193.65). Die Beschwerdegegnerin ist mehrwertsteuerpflichtig21 und 

kann somit die von ihrem Rechtsvertreter auf sie überwälzte Mehrwertsteuer in ihrer 

eigenen Mehrwertsteuerabrechnung als Vorsteuer abziehen. Ihr fällt daher betreffend 

Mehrwertsteuer kein Aufwand an und eine Abgeltung der Mehrwertsteuer käme einer mit 

Art. 108 Abs. 3 i.V.m. Art. 104 Abs. 1 VRPG unvereinbaren Überentschädigung gleich. Die 

in der Kostennote des Rechtsvertreters der Beschwerdegegnerin aufgeführte 

Mehrwertsteuer ist daher bei der Bestimmung des Parteikostenersatzes nicht zu 

berücksichtigen.22 Ansonsten gibt die Kostennote zu keinen Bemerkungen Anlass. Die 

Beschwerdeführenden haben somit der Beschwerdegegnerin die Parteikosten von 

Fr. 2'420.50 zu ersetzen.

III. Entscheid

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten werden kann. Der 

Bauentscheid der Gemeinde Wilderswil vom 24. Februar 2015 wird bestätigt.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden den Beschwerdeführenden zur 

Bezahlung auferlegt. Die Beschwerdeführenden haften solidarisch für den gesamten 

Betrag. Eine separate Zahlungseinladung folgt, sobald dieser Entscheid in 

Rechtskraft erwachsen ist.

3. Die Beschwerdeführenden haben der Beschwerdegegnerin die Parteikosten im 

Betrag von Fr. 2'420.50 zu ersetzen.

20 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; 
BSG 154.21)
21 Siehe Unternehmens-Identifikationsnummer-Register, einsehbar unter: <https://www.uid.admin.ch>
22 BVR 2014 S. 484 E. 6

11

IV. Eröffnung

- Frau B.________ und Herrn A.________, eingeschrieben

- Herrn Rechtsanwalt D.________, eingeschrieben

- Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Wilderswil, Bauverwaltung, eingeschrieben

- Tiefbauamt des Kantons Bern, Oberingenieurkreis I, Postfach, 3601 Thun, zur 

Kenntnis

- Regierungsstatthalter von Interlaken-Oberhasli, zur Kenntnis

BAU-, VERKEHRS- UND 

ENERGIEDIREKTION

Die Direktorin

Barbara Egger-Jenzer

Regierungsrätin

Rechtsmittelbelehrung

Dieser Entscheid kann innert 30 Tagen seit seiner Eröffnung mit Beschwerde beim 

Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Speichergasse 12, 3011 Bern, angefochten werden. Eine 

allfällige Verwaltungsgerichtsbeschwerde, die mindestens in vier Exemplaren einzureichen ist, muss 

einen Antrag, die Angabe von Tatsachen und Beweismitteln, eine Begründung sowie eine 

Unterschrift enthalten; der angefochtene Entscheid und andere greifbare Beweismittel sind 

beizulegen.

Beilage: Kopie des Situationsplanes mit Stempel der Baupolizeibehörde Wilderswil vom 24. Februar 

2015

12

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