# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c98d3786-a7d0-5d74-91b5-077f10da5ba4
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-06-28
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Zivilkammern 28.06.2023 ZSU.2023.124
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_001_ZSU-2023-124_2023-06-28.pdf

## Full Text

Obergericht 

Zivilgericht, 3. Kammer 

 

 

ZSU.2023.124  
(SF.2023.40)  

Art. 31 

 

Entscheid vom 28. Juni 2023 
 

 

Besetzung  Oberrichterin Massari, Präsidentin  

Oberrichter Brunner  

Oberrichter Holliger  

Gerichtsschreiber Sulser          

 

 
   

Kläger   A._____,  

[...] 

vertreten durch Rechtsanwalt Stamm, 

Seminarstrasse 34, 5400 Baden    

 

 
   

Beklagter   B._____,  

[...] 

gesetzlich vertreten durch C._____ 

[...] 

vertreten durch Rechtsanwältin Cornelia Dippon, 

Schloss-Strasse 41, Postfach, 4702 Oensingen     

 

 
 

Gegenstand  Vorsorgliche Massnahmen (Abänderung Kinderunterhalt/Schuldneranwei-

sung) 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

 

   

Das Obergericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

1.1. 

Der Kläger anerkannte am 29. Oktober 2019 vor dem Zivilstandsamt Q. 

vorgeburtlich die Vaterschaft gegenüber dem Beklagten, der am tt.mm. 

2020 auf die Welt kam. 

 

1.2. 

Mit Klage vom 3. August 2021 beantragte der Beklagte beim Bezirksgericht 

Zofingen die Regelung der Kinderbelange. 

 

1.3. 

Mit Entscheid vom 31. Januar 2022 erkannte die Präsidentin des Familien-

gerichts des Bezirksgerichts Zofingen im Verfahren VF.2021.7 (mit ergänz-

tem und berichtigtem Dispositiv gemäss der nachträglich begründeten Fas-

sung): 

 

" 1. 
B., geboren am tt.mm. 2020, verbleibt unter der gemeinsamen elterlichen 
Sorge der Eltern C. und A.. Er steht unter der Obhut der Mutter C., bei 
welcher er seinen Wohnsitz hat.  
 
2. 
Der [Kläger] wird berechtigt, Sohn B. stufenweise wie folgt zu sich auf Be-
such zu nehmen:  
 
Stufe 1:  
Während 3 Sonntagen im Monat jeweils zwischen 10.00 – 12.00 Uhr.  
 
Die Besuche finden begleitet statt, nach Möglichkeit durch eine Person aus 
dem familiären Umfeld, mit der Aufgabe, die Besuche langsam auf 8 Stun-
den zu steigern.  
 
Stufe 2:  
Während 3 Sonntagen im Monat jeweils zwischen 10.00 und 18.00 Uhr.  
 
Stufe 3:  
Während jedem zweiten Wochenende von Freitag, 18.00 Uhr bis Sonntag, 
18.00 Uhr sowie während drei Wochen Ferien pro Jahr.  
 
Abweichende Vereinbarungen der Eltern bleiben vorbehalten.  
 
3. (ergänzt) 
Die Erziehungsgutschriften gemäss Art. 52fbis AHVV werden ganz der Mut-
ter C. angerechnet.  
 
4. 
Der [Kläger] wird verpflichtet, sich während der Stufe 1 und 2 des Besuchs-
rechts gemäss Ziff. 2 hiervor einer Abstinenzkontrolle zu unterziehen. Im 
Falle, dass der [Kläger] seine Abstinenz nicht nachzuweisen vermag, fin-
den die Besuche auch über Stufe 1 hinaus weiterhin begleitet statt.  

 - 3 - 

 

 

 

5. 
Der [Kläger] wird verpflichtet, C. an den Unterhalt des gemeinsamen Soh-
nes B. rückwirkend ab 1. März 2021 monatlich im Voraus folgende Unter-
haltsbeiträge zuzüglich allfällig bezogener Kinder-/ Ausbildungszulagen zu 
bezahlen:  
 
5.1. 
Phase I (1. März 2021 bis 31. Juli 2024) 
Barunterhalt Fr. 2'065.00 
Total  Fr. 2'065.00 
 
5.2 
Phase II (1. August 2024 bis 19. März 2030) 
Barunterhalt Fr. 1'293.00 
Anteil Überschuss Fr.    165.00 
Total  Fr. 1'458.00 
 
5.3. 
Phase III (20. März 2030 bis 31. Juli 2032) 
Barunterhalt Fr. 1'509.00 
Anteil Überschuss Fr.    130.00 
Total  Fr. 1'639.00 
 
5.4. 
Phase IV (1. August 2032 bis Volljährigkeit/Abschluss Erstausbildung) 
Barunterhalt Fr.    957.00 
Anteil Überschuss Fr.    217.00 
Total  Fr. 1'174.00 
 
6. 
Der [Kläger] kann sich die bisher geleisteten Unterhaltsbeiträge von ge-
samthaft Fr. 2'740.75 an die Unterhaltsbeiträge anrechnen lassen.  
 
7. 
Die vorstehenden Unterhaltsbeiträge basieren auf 101.6 Punkten des Lan-
desindexes des BIGA für Konsumentenpreise (Stand Oktober 2021; Basis 
Dezember 2015 = 100 Punkte). Sie werden jährlich auf den 1. Januar, erst-
mals auf den 1. Januar 2023, gemäss dem Indexstand per November des 
Vorjahres nachfolgender Formel der Teuerung angepasst: 
 

ursprüngliche Unterhaltsbeiträge x neuer Indexstand  
vom November des Vorjahres 

101.6 

 
Die Anpassung der Unterhaltsbeiträge findet nur statt, soweit der oder die 
Verpflichtete nicht mit Urkunden nachweist, dass das Einkommen nicht 
entsprechend der Teuerung gestiegen ist. 
 
8. (berichtigt) 
Die Arbeitgeberin des [Klägers] (die D. AG, [...]) wird angewiesen, von des-
sen Lohn folgende Beträge abzuziehen und auf ein von C. zu bezeichnen-
des Konto zu überweisen:  
 
- ab sofort bis zum 31. Juli 2024 monatlich Fr. '2'066.00, zuzüglich all-

fällig bezogener Kinder-/Ausbildungszulagen für das Kind B.; 
- vom 1. August 2024 bis 19. März 2030 monatlich Fr. 1'458.00 zuzüg-

lich allfällig bezogener Kinder-/Ausbildungszulagen für das Kind B.; 

 - 4 - 

 

 

 

- vom 20. März 2030 bis 31. Juli 2032 monatlich Fr. 1'638.00 zuzüglich 
allfällig bezogener Kinder-/Ausbildungszulagen für das Kind B.; 

- vom 1. August 2032 bis zur Volljährigkeit monatlich Fr. 1'174.00 zu-
züglich allfällig bezogener Kinder-/Ausbildungszulagen für das Kind B. 

 
In diesem Umfang kann sich die Arbeitgeberin von ihrer Schuld gegenüber 
dem [Kläger] nicht durch Zahlung an ihn selbst befreien.  
 
9. 
Für B., geboren am tt.mm. 2020, wird eine Erziehungsbeistandschaft ge-
mäss Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB errichtet.  
 
Die Beistandschaft umfasst folgende Aufgaben:  
- Unterstützung der Eltern in ihrer Sorge um B. mit Rat und Tat; 
- Überwachung der Umsetzung des Besuchsrechts, Vermittlung bei Kon-

flikten der Eltern und gegebenenfalls Festlegung der Modalitäten – ins-
besondere über den Zeitpunkt des Ausbaus des Besuchsrechts; 

- Unterstützung der Eltern bei der Suche nach einer geeigneten Mediati-
onsstelle. 

 
10. 
Die restlichen Anträge des [Klägers] werden abgewiesen, soweit darauf 
eingetreten wird.  
 
11. (berichtigt) 
Die Entscheidgebühr von Fr. 750.00 wird den Kindseltern je zur Hälfte mit 
Fr. 375.00 auferlegt. Beide Parteien haben dem Gericht je Fr. 375.00 
nachzuzahlen.  
 
12. 
Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen." 

 

1.4. 

Gegen diesen Entscheid erhob der Kläger beim Obergericht des Kantons 

Aargau am 19. April 2022 Berufung. Mit Verfügung vom 11. Juli 2022 ord-

nete der Instruktionsrichter des Obergerichts des Kantons Aargau, 1. Kam-

mer des Zivilgerichts, für die Dauer des Berufungsverfahrens Folgendes 

an: 

 

"  Es werden bis zum rechtskräftigen Abschluss des Berufungsverfahrens 
folgende vorsorgliche Massnahmen angeordnet (teilweise im Sinne eines 
Entzugs der aufschiebenden Wirkung der Berufung): 

 
1. 
Dem [Kläger] wird in Bezug auf den [Beklagten] ein begleitetes Besuchs-
recht während 3 Sonntagen im Monat von 10.00 – 12.00 Uhr eingeräumt. 
Die Beiständin legt die Modalitäten (insb. Termine und Begleitperson) fest.  

 
2. 
Der [Kläger] wird verpflichtet, sich einer Abstinenzkontrolle zu unterziehen. 
Die Beiständin wird mit der Überprüfung der Abstinenzkontrolle beauftragt. 
 
3. 
Der [Kläger] wird verpflichtet, C. an den Unterhalt des gemeinsamen Kin-
des B. monatlich im Voraus Fr. 1'900.00 zu bezahlen. 

 - 5 - 

 

 

 

 
4. 
Die Arbeitgeberin des Beklagten, D. AG [...], wird angewiesen, von dessen 
Lohn ab sofort monatlich den Betrag von Fr. 1'900.00 nebst allfälligen Kin-
derzulagen abzuziehen und auf das Konto IBAN [...], lautend auf C., zu 
überweisen." 

 

1.5. 

Mit Entscheid vom 1. November 2022 hiess das Obergericht des Kantons 

Aargau die Berufung des Klägers vom 19. April 2022 in dem Sinne gut, 

dass der Entscheid des Gerichtspräsidiums Zofingen vom 31. Januar 2022 

aufgehoben und die Sache zu weiterer Abklärung im Sinne der Erwägun-

gen und erneutem Entscheid an die Vorinstanz zurückgewiesen wird. Der 

Entscheid ist unangefochten in Rechtskraft erwachsen. 

 

2. 

2.1. 

Mit Eingabe vom 27. April 2023 stellte der Kläger beim Präsidium des Fa-

miliengerichts des Bezirksgerichts Zofingen folgende Rechtsbegehren: 

 

" 1. 
Es sei superprovisorisch sofort zu verfügen, dass die Anweisung an den 
Arbeitgeber aufgehoben wird, Fr. 1'900.00 pro Monat seien an die Kinds-
mutter zu überweisen. 
 
2. 
Die Alimentenpflicht des Kindsvaters A. sei massiv zu reduzieren (auf max. 
Fr. 700.00 / Monat), dies von Amtes wegen gemäss den üblichen Berech-
nungsmethoden. 
 
3. 
Sollte wiederum eine Anweisung an den Arbeitgeber erfolgen, sei diese 
entsprechend Ziff. 2 des Rechtsbegehrens auf Fr. 700.00 pro Monat zu 
beschränken. 
 
4. 
Die Gerichts-Kosten seien gemäss den üblichen Regeln aufzuerlegen. 
 
5. 
Da A. die URP bewilligt worden ist, seien die Rechtsanwalts-Koten des 
Unterzeichners auf die Staatskasse zu nehmen." 

 

2.2. 

Die Vorinstanz nahm die Eingabe des Klägers als Abänderungsklage ent-

gegen (VF.2023.10) und eröffnete gleichzeitig ein summarisches Verfahren 

hinsichtlich der begehrten (super-) provisorischen Massnahmen 

(SF.2023.40).  

 

 - 6 - 

 

 

 

2.3. 

Mit Verfügung vom 3. Mai 2023 wies die Präsidentin des Familiengerichts 

des Bezirksgerichts Zofingen den Antrag des Klägers um Erlass einer su-

perprovisorischen Massnahme ab. 

 

2.4. 

Mit Entscheid vom 1. Juni 2023 erkannte die Präsidentin des Familienge-

richts des Bezirksgerichts Zofingen im Verfahren SF.2023.40: 

 

" 1. 
Die mit Verfügung vom 2. Mai 2023 [recte: 3. Mai 2023] abgewiesene su-
perprovisorische Aufhebung der Schuldneranweisung wird bestätigt. Für 
die Dauer des Abänderungsverfahrens werden keine vorsorglichen Mass-
nahmen angeordnet. 
 
2. 
Die Gerichtskosten in Höhe von Fr. 800.00 werden dem Gesuchsteller auf-
erlegt. Sie gehen infolge Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege 
einstweilen zu Lasten des Kantons. Der Gesuchsteller ist zur Nachzahlung 
verpflichtet, sobald er dazu in der Lage ist (Art. 123 ZPO). 
 
3. 
Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. Die richterlich zu 
genehmigenden Anwaltskosten der Parteien gehen infolge Gewährung der 
unentgeltlichen Rechtspflege einstweilen zu Lasten des Kantons Aargau. 
Die Parteien sind zur Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage 
sind (Art. 123 ZPO)." 
 

3. 

Gegen diesen Entscheid erhob der Kläger am 12. Juni 2023 beim Oberge-

richt des Kantons Aargau Berufung und beantragte: 

 

" 1. 
Der Entscheid der Vorinstanz sei aufzuheben. 
 
2. 
Der Berufung sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen. 
 
3. 
Der Fall sei zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen mit dem 
Auftrag, einen sofortigen neuen Entscheid unter Berücksichtigung der 
heute aktuellen Zahlen zu treffen (der Berufungskläger hatte beantragt, 
statt der damals verfügten Fr. 1'900.00 seien vorläufig pro Monat maximal 
Fr. 700.00 festzulegen). 
 
4. 
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten des Staates oder 
der Gegenpartei 

 
5. 
Dem Gesuchsteller sei die unentgeltliche Rechtspflege zu erteilen." 

 

  

 - 7 - 

 

 

 

   

Das Obergericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

1.1. 

Gegen erstinstanzliche Entscheide über vorsorgliche Massnahmen ist die 

Berufung zulässig, soweit der Streitwert mindestens Fr. 10'000.00 beträgt 

(Art. 308 Abs. 1 lit. b und Abs. 2 ZPO). Zulässigkeitsvoraussetzung eines 

jeden Rechtsmittels ist die Beschwer. Sie ist das für das Rechtsmittelver-

fahren von Amtes wegen zu beachtende Pendant zum Rechtsschutzinte-

resse im erstinstanzlichen Verfahren, welches eine Prozessvoraussetzung 

darstellt (Art. 59 Abs. 2 lit. a ZPO). Das Erfordernis der Beschwer hat die 

Wirkung, dass nur derjenige zur Erhebung eines Rechtsmittels befugt ist, 

welcher ein schutzwürdiges Interesse tatsächlicher oder rechtlicher Natur 

an der Abänderung eines erstinstanzlichen Entscheides besitzt (REETZ, in: 

Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schwei-

zerischen Zivilprozessordnung [ZPO], 3. Aufl. 2016, N. 30 zu Vorbemer-

kungen zu den Art. 308-318 ZPO). Es wird zwischen formeller und materi-

eller Beschwer unterschieden, die in der Regel beide vorliegen müssen. 

Die formelle Beschwer ist gegeben, wenn der Partei nicht zugesprochen 

worden ist, was sie beantragt hatte. Zudem muss aber auch eine materielle 

Beschwer vorliegen, d.h. der angefochtene Entscheid muss die Partei in 

ihrer Rechtsstellung treffen, für sie in ihrer rechtlichen Wirkung nachteilig 

sein, und die Partei muss deshalb an der Abänderung interessiert sein 

(BGE 120 II 5 E. 2a; Urteil des Bundesgerichts 4P.231/2000 vom 3. Januar 

2001 E. 1). 

 

1.2. 

1.2.1. 

Die Vorinstanz wies das Gesuch des Klägers um Anordnung provisorischer 

Massnahmen ab. Sie erwog im angefochtenen Entscheid, dass sie mit Ent-

scheid vom 31. Januar 2022 die Unterhaltspflicht des Klägers für die Phase 

I (1. März 2021 bis 31. Juli 2024) auf Fr. 2'065.00 festgelegt habe. Der Klä-

ger bringe keine Gründe vor, weshalb die Schuldneranweisung in Höhe von 

Fr. 1'900.00 an die Arbeitgeberin des Klägers im Rahmen von vorsorgli-

chen Massnahmen für die Dauer des Abänderungsverfahren aufzuheben 

wäre (angefochtener Entscheid E. 2). 

 

1.2.2. 

Worauf sich die Vorinstanz stützt, wenn sie implizit davon auszugehen 

scheint, dass die Unterhaltsverpflichtung des Klägers bzw. die Anweisung 

an dessen Arbeitgeber zum Abzug am Lohn und Überweisung an die Mut-

ter des Beklagten noch Bestand hätten, ist unklar. Mit Gesuch vom 27. April 

2023 beantragte der Kläger im Wesentlichen, dass die Anweisung an den 

Arbeitgeber, Fr. 1’900.00 pro Monat vom Lohn des Klägers abzuziehen und 

an die Kindsmutter zu überweisen, aufzuheben bzw. die Unterhaltspflicht 

zu reduzieren sei. Grundlage der Unterhaltsverpflichtung von Fr. 1'900.00 

 - 8 - 

 

 

 

und der Anweisung an den Arbeitgeber war der Entscheid des Gerichtsprä-

sidiums Zofingen vom 31. Januar 2022 (VF.2021.7) bzw. die vom Instrukti-

onsrichter des Obergerichts am 11. Juli 2022 im Berufungsverfahren 

(ZVE.2022.32) angeordneten vorsorglichen Massnahmen. Diese hatten, 

wie in der oberrichterlichen Verfügung explizit festgehalten, jedoch bloss 

für die Dauer des Berufungsverfahrens Geltung, was sich, soweit damit der 

Berufung lediglich die aufschiebende Wirkung entzogen wurde (Art. 315 

Abs. 2 ZPO), von selbst versteht. Letzteres war auch für die Unterhaltsver-

pflichtung des Klägers und die Schuldneranweisung der Fall (vgl. Verfü-

gung des Obergerichts vom 11. Juli 2022 E. 1). Mit Berufungsentscheid 

vom 1. November 2022, mit dem der Entscheid des Gerichtspräsidiums Zo-

fingen vom 31. Januar 2022 aufgehoben und zur weiteren Abklärung und 

erneutem Entscheid an dieses zurückgewiesen wurde, wurde daher auch 

die Unterhaltsverpflichtung und die Anweisung an den Arbeitgeber des Klä-

gers aufgehoben. 

 

1.2.3. 

Es liegt demnach kein Entscheid vor, der dem Obergericht bekannt wäre, 

wonach die Unterhaltsverpflichtung bzw. die Anweisung an den Arbeitge-

ber des Klägers noch Bestand hätten. Die Kinderbelange sind vielmehr erst 

(neu) zu regeln, nachdem der Entscheid des Gerichtspräsidiums Zofingen 

vom 31. Januar 2022 aufgehoben und an dieses zurückgewiesen wurde. 

Für eine Abänderung bzw. damit im Zusammenhang stehende vorsorgliche 

Massnahmen besteht keine Grundlage, womit dem vorliegend angefochte-

nen Entscheid vom 1. Juni 2023 auch keine Bedeutung zukommt. Dem 

Kläger fehlt es insoweit an der materiellen Beschwer. Auf die Berufung ist 

folglich in der Hauptsache (Dispositiv-Ziffer 1 des angefochtenen Ent-

scheids) nicht einzutreten. Hinsichtlich der vom Kläger mitangefochtenen 

Kosten- und Entschädigungsfolgen (Dispositiv-Ziffern 2 und 3 des ange-

fochtenen Entscheids) ist der Kläger hingegen zwar beschwert, doch er-

weisen sich diese im Ergebnis als korrekt, da sowohl ein Unterliegen als 

auch ein Nichteintreten (welches korrekterweise hätte ergehen müssen) 

eine Kostenauflage nach sich zieht (Art. 106 Abs. 1 ZPO) und auch keine 

Parteientschädigung ausgerichtet wird. 

 

2. 

Der Antrag des Klägers auf aufschiebende Wirkung wird mit dem vorliegen-

den Entscheid gegenstandslos. 

 

3. 

Ausgangsgemäss sind die Kosten des obergerichtlichen Verfahrens dem 

Kläger aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 ZPO). Die Entscheidgebühr ist auf 

Fr. 500.00 festzusetzen (§ 8 VKD). Zufolge offensichtlicher Unzulässigkeit 

der Berufung wurde auf die Zustellung der Beschwerde an den Beklagten 

verzichtet (Art. 322 Abs. 1 ZPO), so dass diesem kein Aufwand entstanden 

ist. Eine Parteientschädigung ist demnach nicht zuzusprechen. 

 - 9 - 

 

 

 

4. 

Der Kläger beantragte die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege für 

das Berufungsverfahren. Da die Berufung nach dem Gesagten aussichtlos 

war, ist das Gesuch abzuweisen (Art. 117 ZPO). 

 

 
 

 

 

   

Das Obergericht erkennt: 

 

1. 

Die Berufung wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

 

2. 

Das Gesuch des Klägers um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege 

wird abgewiesen. 

 

3. 

Die obergerichtliche Entscheidgebühr in Höhe von Fr. 500.00 wird dem Klä-

ger auferlegt. 

 

4. 

Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

 

 
 

   

Zustellung an: 

[...] 

  

 
   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Zivilsachen (Art. 72 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen, kann innert 30 Tagen, von der schrift-

lichen Eröffnung der vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Be-

schwerde an das Schweizerische Bundesgericht erhoben werden. In vermögensrechtlichen 

Angelegenheiten ist die Beschwerde nur zulässig, wenn der Streitwert in arbeits- und miet-

rechtlichen Fällen mindestens Fr. 15'000.00 bzw. in allen übrigen Fällen mindestens 

Fr. 30'000.00 beträgt, es sei denn, es stelle sich eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Be-

deutung oder es handle sich um einen Entscheid des Konkurs- und Nachlassrichters (Art. 44 

Abs. 1, Art. 72, Art. 74, Art. 90, Art. 100 Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen Bundes-

gericht einzureichen (Art. 42 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Ist eine Beschwerde 

nur unter der Voraussetzung zulässig, dass sich eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Be-

deutung stellt, ist auszuführen, warum diese Voraussetzung erfüllt ist. Die Urkunden, auf die 

sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in den Händen 

hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). 

 - 10 - 

 

 

 

 

Der Streitwert des kantonalen Verfahrens beträgt mehr als Fr. 30'000.00. 

 
 
 

 

  

Aarau, 28. Juni 2023 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Zivilgericht, 3. Kammer 

Die Präsidentin:    Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Massari     Sulser