# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 87a6fbba-9ce6-5274-8525-282f8c91d756
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2006-11-22
**Language:** de
**Title:** Zürich Verwaltungsgericht 22.11.2006  VB.2006.00378
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Verwaltungsgericht/ZH_VG_001_-VB-2006-00378_2006-11-22.html

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				Geschäftsnummer: 	VB.2006.00378	 
	Entscheidart und -datum: 	Endentscheid vom 22.11.2006
	Spruchkörper: 	1. Abteilung/1. Kammer
	Weiterzug: 	Dieser Entscheid ist rechtskräftig.
	Rechtsgebiet: 	Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht
	Betreff: 

	Baubewilligung

	
Um- und Ausbau eines unter Schutz stehenden Wohnhauses.

Umstritten sind die Bewilligung der Dachlukarne sowie die Versetzung des Kamins. Unzulässige Eingriffe in das geschützte Dach?
Bei der Bestimmung des Umfangs der Schutzverfügung ist nicht nur isoliert auf deren Wortlaut abzustellen. Es sind auch die Schutzverfügungen der Nachbarhäuser sowie der Planungsgang und die bauliche Entwicklung zu berücksichtigen. Im Hinblick auf die bereits 1987, vor der Unterschutzstellung, erstellte Giebellukarne auf der östlichen Dachhälfte ist die Bewilligung zur Wiederherstellung der Gebäudesymmetrie zu Recht erteilt worden (E. 2.2.1). Eine gute Einordnung im Sinn von § 238 Abs. 2 PBG kann der Lukarne ohne weiteres zuerkannt werden (E. 2.2.2).
Die mit dem Einbau einer neuen Erdgasheizung in Zusammenhang stehende Verschiebung des Kamins zur Einhaltung der gestützt auf Art. 36 Abs. 3 lit. c LRV erlassenen Empfehlungen über die Mindesthöhe von Kaminen hat die Baubehörde nach Abwägung zwischen umweltrechtlichen und denkmalpflegerischen Anliegen ebenfalls zu Recht als vertretbare Lösung bezeichnet (E. 3.2).
Abweisung.

			 	
				Stichworte:
	
						DACHAUFBAUTE
DACHGESTALTUNG
DENKMALPFLEGE
GESTALTUNG UND EINORDNUNG
KAMIN
KAMINHÖHE
LUKARNE
SCHUTZOBJEKT
SCHUTZUMFANG
SCHUTZVERFÜGUNG

					
	
	Rechtsnormen:
	
						Art. 36 Abs. III lit. c LRV
§ 205 lit. c PBG
§ 238 Abs. II PBG

					
	
	Publikationen:
	
						- keine -
					
	Gewichtung:

					(1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)
	
						Gewichtung: 4
					

			 

	 	
			

			

I.  

Die Bausektion der Stadt Zürich bewilligte C am 15. Februar
2006 unter Nebenbestimmungen einen Um- und Ausbau des Wohnhauses Vers.-Nr. 01
auf dem Grundstück Kat.-Nr. 02 an der L-Strasse 03 in Zürich. Das Vorhaben
umfasste verschiedene Änderungen im Gebäudeinnern, die Einrichtung einer
Erdgasheizung sowie die Erstellung einer Dachlukarne. Demgegenüber verweigerte
die Behörde den Anbau einer Terrasse sowie den Abbruch einer Wand im
Untergeschoss. Gemäss der geltenden Bau- und Zonenordnung der Stadt Zürich (BZO)
befindet sich das Baugrundstück in der zweigeschossigen Wohnzone W2bII.

Beim Umbauobjekt handelt es
sich um das westliche Kopfgebäude der aus drei Einfamilienhäusern bestehenden,
in den Jahren 1923/24 nach Plänen des Architekten Erhard Gull erstellten Siedlung
"M". Der Stadtrat Zürich stellte das Ensemble am 19. Juli 1989
unter Schutz, nachdem das städtische Hochbauamt, Büro für Denkmalpflege, die
Häuser zuvor in das Inventar der kunst- und kulturhistorischen Schutzobjekte
von kommunaler Bedeutung gemäss § 209 des Planungs- und Baugesetzes vom 7. September
1975 (PBG) aufgenommen hatte. Auf Rekurse der Eigentümer der Liegenschaften L-Strasse
04 und 05 hin hob die Baurekurskommission I diese Schutzverfügungen am 30. September
1994 teilweise auf. Mit Beschluss vom 30. November 2005 revidierte der
Stadtrat die betreffenden Anordnungen. Für das streitbetroffene Grundstück L-Strasse
03 lautet die Schutzverfügung nun wie folgt:

"Das Haus L-Strasse
03 auf dem Grundstück Kat.-Nr. 02, Vers.-Nr. 01, in Zürich gilt als
Schutzobjekt im Sinne von § 203 lit. c PBG.

Geschützt sind:

[1]
Wohnhaus: Die Fassaden mit ihren charakteristischen Gestaltungselementen
(Fenster, Fensterläden), der erkerartige Vorbau und der Balkon, das
weitausladende Dach mit seiner Untersicht, im Innern die primäre Tragstruktur.

[2]
Umgebung: Der terrassierte Garten mit unveränderten Höhenkoten, die
Einfriedung.

[3]
Das Schutzobjekt darf nicht abgebrochen und es darf weder durch Änderungen
noch durch Unterhaltsarbeiten in seinem kunst- und kulturhistorischen Charakter
beeinträchtigt werden.

[4]
Das Schutzobjekt ist ordnungsgemäss zu unterhalten. Die geschützten Teile
sind im Original zu erhalten. Wo ein Ersatz von geschützten Teilen, namentlich
von Verschleissschichten an Böden und Wänden, unumgänglich ist, sind wiederum
Materialien gemäss Originalzustand zu verwenden.

[5]
Die Erstellung zusätzlicher ober- und unterirdischer Bauten auf dem
Grundstück Kat.-Nr. 02 sowie die ober- und unterirdische Volumenvergrösserung
des Gebäudes Vers.-Nr. 01 sind ausgeschlossen."

 

II.  

Einen vom Nachbarn A hiergegen erhobenen Rekurs wies die
Baurekurskommission I am 28. Juli 2006 ab, soweit sie darauf eintrat.

III.  

Mit Beschwerde vom 18. September
2006 liess A dem Verwaltungsgericht beantragen:

"1.   Der Entscheid der
Baurekurskommission I […] sei insofern aufzuheben, als damit die Rekursanträge Ziff. 1,
2 und 3 abgewiesen wurden.

2.    Die baurechtliche
Bewilligung für die projektierte Dachlukarne sowie für den neuen Kamin und den
Abbruch des bisherigen Kamins sei zu verweigern, und der Beschwerdegegner sei
zu verpflichten, den bisherigen Kamin wiederherzustellen.

3.    Die Kosten- und
Entschädigungsfolgen seien entsprechend dem Ausgang dieses Verfahrens zu
regeln."

C liess am 2. Oktober 2006
beantragen, die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden könne;
ausserdem verlangte er eine Parteientschädigung. In ihrer Vernehmlassung vom 5. Oktober
2006 schloss die Baurekurskommission I ohne weitere Bemerkungen auf Abweisung
der Beschwerde. Den nämlichen Antrag stellte die Bausektion der Stadt Zürich am
24. Oktober 2006.

Auf die Parteivorbringen wird, soweit wesentlich, in den
nachfolgenden Urteilsgründen zurückgekommen.

Die
Kammer zieht in Erwägung:

1.  

Das Verwaltungsgericht ist gemäss § 41 Abs. 1
des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) zur Behandlung
von Beschwerden gegen Entscheide der Baurekurskommissionen zuständig. Der im
Rekursverfahren unterlegene Beschwerdeführer ist als Bewohner des angrenzenden
Wohnhauses aufgrund von § 338a Abs. 1 PBG ohne weiteres zur Beschwerde
berechtigt. Auf das form- und fristgerecht erhobene Rechtsmittel ist einzutreten.

Vor Verwaltungsgericht beanstandet der Beschwerdeführer
nur noch die Zulässigkeit der Dachlukarne (nachfolgende E. 2) und des
Kamins (E. 3). Die im vorinstanzlichen Verfahren ausserdem erhobenen
Einwendungen gegen zusätzliche Fenster und die Vergrösserung bestehender
Fenster werden hingegen nicht mehr erneuert.

2.  

2.1 Im Streit
liegt zunächst die Erstellung einer Giebellukarne von 2,15 m Breite und
2,6 m Höhe auf der Südwestseite des ersten Dachgeschosses. Die
Baurekurskommission I erwog hierzu, dass nach dem Wortlaut der Schutzverfügung
nicht die Dachhaut, sondern die Dachform und mit ihr die Dachuntersicht
erhalten bleibe. Wenn der Stadtrat ein umfassendes Veränderungsverbot hätte
anordnen wollen, so wäre die Errichtung von Dachaufbauten in der
Schutzverfügung ausdrücklich ausgeschlossen worden. Der Ausbau von Dachgeschossen
zu Wohnräumen komme insbesondere bei alten Bauten oft vor, sodass im Zeitpunkt
der Unterschutzstellung mit einem solchen Vorhaben zu rechnen gewesen sei. Dies
gelte hier umso mehr, als beim östlichen Gebäude L-Strasse 04 noch vor der
Unterschutzstellung eine gleichartige Dachlukarne errichtet worden sei.
Entgegen der Auffassung der Rekurrenten stehe auch das Verbot einer
Volumenvergrösserung der Dachlukarne nicht entgegen. Als Volumenvergrösserung
gelte nur die Erweiterung von Vollgeschossen oder eine Aufstockung, nicht aber
die Anbringung einer solchen Dachaufbaute. Im Weiteren frage sich, ob die vorgesehene
Lukarne das Gebäude L-Strasse 03 unter Missachtung von Absatz 4 der Schutzverfügung
in seinem kunst- und kulturhistorischen Charakter beeinträchtige.
Charakteristisches Merkmal der im so genannten Heimatstil errichteten, aus zwei
Kopfbauten und einem Mittelhaus bestehenden Gebäudegruppe bilde die Symmetrie,
die heute jedoch nicht mehr durchgehend gewahrt sei. Insbesondere sei im Jahr
1987 auf der südwestlichen Dachfläche des Wohnhauses L-Strasse 04 ein
Dachhäuschen erstellt worden, das mit einem Walmdach bedeckt sei und dessen
Fenster mit Klappläden verschlossen werden könnten. Der Bauherr beabsichtige
nun die Erstellung eines gleich gestalteten Dachhäuschens. Die Bausektion
verlange, dass dieses hinsichtlich Material, Farbe und Detailausbildung der genannten
Lukarne anzupassen sei. Angesichts einer Länge des Hauptdachs von rund 27 m
und einer Breite von gut 5 m falle die strittige Lukarne mit 2,15 m Breite
und 2,6 m Höhe optisch wenig auf. Die Südfassade werde nach wie vor vom
mittleren Wohnhaus als Mittelrisalit mit einem imposanten Zwerchdach dominiert.
Die projektierte Lukarne entspreche der schon bestehenden auf der östlichen
Kopfbaute und passe zum Baustil der Wohnzeile. Dass die westlich benachbarte
Wohnzeile L-Strasse 06–10 nicht über Dachaufbauten verfüge, stehe dem Projekt
ebenso wenig entgegen.

Der Beschwerdeführer hält auch vor Verwaltungsgericht seinen
Standpunkt aufrecht, dass die Erstellung einer Dachlukarne einer durch die
Schutzverfügung untersagten oberirdischen Volumenvergrösserung gleichkomme. Die
gegenteilige Auffassung der Baurekurskommission I widerspreche sowohl dem
Wortlaut als auch dem Sinn und Zweck der Anordnung. Dachaufbauten gehörten
offensichtlich zum Kubus eines Gebäudes und seien auch bei der Berechnung der
Baumassenziffer zu berücksichtigen. Die Schutzverfügung enthalte keine Ausnahme
für Dachaufbauten. Der Schutz umfasse "das weitausladende Dach mit seiner
Untersicht". Daraus leite die Vorinstanz zu Unrecht ab, dass nicht die
Dachfläche, sondern nur die Dachform und die Dachuntersicht erhalten bleiben
sollten und die Errichtung von Dachaufbauten ausdrücklich hätte ausgeschlossen
werden müssen. Wie das Inventarblatt zeige, bezwecke die Schutzverfügung nicht
nur die Erhaltung der Dachform, sondern des behäbigen und stattlichen Dachs
insgesamt in seiner kunst- und kulturhistorischen Beschaffenheit. Daher habe
die Errichtung von Dachaufbauten nicht ausdrücklich ausgeschlossen werden
müssen. Entgegen der Meinung der Rekurskommission sei die Lukarne auf dem
Nachbarhaus L-Strasse 04im Zeitpunkt der Inventarisierung noch nicht vorhanden
gewesen. Selbst unter der Annahme, dass allein die Dachform geschützt wäre,
müsste das Vorhaben verweigert werden, weil die Behäbigkeit des Dachs und die
sparsame Verwendung von Schmuckelementen mit dem Aufbau einer Lukarne verloren
gingen.

In seiner Beschwerdeantwort führt der Bauherr aus, dass
die Schutzverfügung die Schaffung von zusätzlichem Wohn- und Schlafraum im
Dachgeschoss nicht ausschliesse. Eine solche Nutzung setze jedoch ausreichende
Belichtungs- und Belüftungsmöglichkeiten voraus. Als Alternative zu einer
Dachlukarne käme nur ein ausreichend grosses Dachflächenfenster in Frage. Im
Vergleich mit einem solchen nehme eine wohl geformte Lukarne, welche die
"heutige, einseitige Lukarnensituation" behebe und die Symmetrie
wiederherstelle, mehr Rücksicht auf das Schutzobjekt. – Die Bausektion betont,
dass die Zulässigkeit von Dachaufbauten nicht allein aufgrund des Wortlauts der
Schutzverfügung zu beantworten sei, sondern im Zusammenhang mit der das
Nachbargebäude L-Strasse 04 betreffenden Schutzverfügung. Diese verlange keine
umfassende Substanzerhaltung, sondern eine angemessene, das heisst mit dem
kunst- und kulturhistorischen Charakter der einzelnen Schutzobjekte und auch
der Häusergruppe vereinbare bauliche Veränderungen blieben zulässig. Der Aufbau
einer stiltypischen Lukarne auch auf dem Haus Nr. 03 erscheine als
sinnvoll.

2.2 Zunächst
stellt sich die Frage, ob die projektierte Lukarne der Schutzverfügung vom 30. November
2005 entspricht (E. 2.2.1). Im Weiteren muss sich diese Dachaufbaute rechtsgenügend
einordnen (E. 2.2.2).

2.2.1
Der Inhalt der Verfügung vom 30. November 2005 darf nicht isoliert aus
dem Wortlaut der für das streitbetroffene Gebäude L-Strasse 03 erlassenen
Anordnungen abgeleitet werden. Vielmehr sind auch die Bestimmungen für die
Nachbarhäuser L-Strasse 04 und 05 einzubeziehen. Ferner gilt es den in Ziffer I
der Prozessgeschichte skizzierten Planungsgang und die bauliche Entwicklung
dieser Einfamilienhauszeile zu berücksichtigen. Weder aus dem Inventar noch aus
der darauf beruhenden Schutzverfügung von 1989 und erst recht nicht aus der
vorliegend massgebenden vom 30. November 2005 lässt sich die vom
Beschwerdeführer verfochtene strenge, buchstabengetreue Auffassung ableiten.
Für eine vollständige Erhaltung der Bausubstanz der Siedlung "M"
besteht kein Anlass; vielmehr geht es darum, das überlieferte Erscheinungsbild
mit der strengen Symmetrie zu erhalten. Dementsprechend beschränkt sich der
Schutz hauptsächlich auf das Äussere der Häuserzeile, während im Innern – wie
das vorliegende Verfahren zeigt – erhebliche Änderungen des Grundrisses
zulässig bleiben. Laut Inventar wurde beim östlichen Nachbarhaus L-Strasse 04
die Lukarne am 2. März 1987 bewilligt. Somit war diese Dachaufbaute dem
Stadtrat anlässlich der ersten Unterschutzstellung am 19. Juli 1989 bekannt.
In welchem Zeitpunkt die Bauausführung dann erfolgte, tut nichts zur Sache.
Unter diesen Umständen ist mit den Vorinstanzen die in den Schutzverfügungen
unterbliebene Erwähnung von Dachaufbauten grundsätzlich zugunsten von deren
Zulässigkeit auszulegen. Dafür spricht auch der Umstand, dass der Stadtrat die
Wiederherstellung der Symmetrie durch den Aufbau einer gleichartigen Lukarne
auf dem Gebäude L-Strasse 03 ermöglichen wollte. Im Übrigen bleibt anzumerken,
dass der Gebäudekubus mit dem Aufbau der Dachlukarne wohl etwas vergrössert
wird; indessen führt dies nach § 255 Abs. 1 PBG nicht zu einer
(gemäss der laut Art. 13 BZO massgebenden Ausnützungs- und
Überbauungsziffer) grösseren baulichen Dichte.

2.2.2
Weil das Gebäude L-Strasse 03 unter Denkmalschutz steht, haben bauliche Massnahmen
gestalterisch den strengeren Anforderungen von § 238 Abs. 2 PBG zu
genügen (Christoph Fritzsche/Peter Bösch, Zürcher Planungs- und Baurecht, 4. A.,
Zürich 2006, S. 10-12). Wie die Vorinstanzen zutreffend erwogen haben,
kann der streitbetroffenen Lukarne nicht nur eine gute Einordnung zuerkannt
werden. Indem sie die Symmetrie wiederherstellt, wertet sie die
Einfamilienhauszeile sogar deutlich auf.

3.  

3.1 Im
Weiteren beabsichtigt der Bauherr, den bestehenden Kamin in der Mitte der Nordseite
des zweiten Dachgeschosses abzubrechen und durch einen solchen an der östlichen
Grenzmauer gegen das Mittelgebäude zu ersetzen. Der neue Kamin ist mit einem
Durchmesser von rund 45 cm schlanker als der bisherige, mit 1,4 m
jedoch höher und soll um rund 70 cm über den First hinausragen. Die
Baurekurskommission hielt hierzu fest, dass die streitbetroffene Wohnzeile
heute vier spiegelbildlich angeordnete Kamine aufweise, welche die nördliche
Dachfläche durchstiessen und den First nicht überragten. Zwei etwas grössere,
rund 80 cm breite Kamine seien etwa in der Mitte der Kopfbauten und je ein
schmaler sei etwas höher und nahe bei der Grenzmauer zum Mittelhaus angesetzt.
Entsprechend den Ausführungen zur Lukarne widerspreche das Vorhaben auch
insoweit der Schutzverfügung nicht. Soweit der Rekurrent dem Kamin eine
unbefriedigende Einordnung entgegenhalte, seien die ästhetischen Anforderungen
gegenüber den umweltschutzrechtlichen Anliegen abzuwägen. Gemäss Art. 6 Abs. 2
der Luftreinhalte-Verordnung vom 16. Dezember 1985 (LRV) müssten
Emissionen in der Regel durch Kamine oder Abluftkanäle über Dach ausgestossen
werden. Das Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL [heute Bundesamt
für Umwelt; BAFU]) habe gestützt auf Art. 36 Abs. 3 lit. c LRV
am 15. Dezember 1989 Empfehlungen über die Mindesthöhe von Kaminen
erlassen. Danach sollten – neu zu errichtende wie auch bestehende –
Kaminmündungen um mindestens 50 cm über den höchsten Gebäudeteil, hier also den
Dachfirst, hinausragen (Ziff. 32 der Empfehlungen). Aufgrund dieser
Richtlinie müsse der bestehende Kamin entsprechend verlängert und die
symmetrische Gestaltung des Dachs ohnehin durchbrochen werden. Wenn die Bausektion
eine solche Verlängerung als gestalterisch unbefriedigend ablehne, lasse sich
diese Auffassung durchaus vertreten. Zwar könnten ästhetische Gründe es rechtfertigen,
von Empfehlungen des BUWAL abzuweichen; hier bestehe jedoch kein Anlass, auf
die Schaffung eines umweltrechtskonformen Kamins zu verzichten. Mit dem Abbruch
des bestehenden und der Errichtung eines schmaleren Kamins nahe bei der
Grenzmauer zum Mittelgebäude gehe die symmetrische Dachgestaltung zwar
verloren. Angesichts der Breite des neuen Kamins von nur rund 45 cm und der
Länge von 1,4 m sei die Änderung jedoch optisch von untergeordneter Bedeutung.
Im Übrigen sei die streitbetroffene Hauszeile selbst nach Erstellung der
Lukarne nicht durchgehend symmetrisch, weshalb die zusätzliche Abweichung von
der Gleichförmigkeit die Erscheinung des Gebäudes nicht beeinträchtige. Im
Übrigen entspreche der neue Kamin bezüglich der Breite den beiden bestehenden
kleineren. Schliesslich fänden sich die Kamine über der weniger empfindlichen
Nordfassade.

Diesen Erwägungen hält der Beschwerdeführer entgegen, dass im
vorliegenden Fall die denkmalpflegerischen Anliegen stärker zu gewichten seien
als jene der Luftreinhaltung. Die bestehenden Kaminmündungen befänden sich immerhin
auf der Höhe des Dachfirsts, weshalb der bisherige Kamin nicht hätte um 50 cm
erhöht werden müssen. Kein Kamin der Siedlung "M" übersteige den
Dachfirst um so viel und nirgends seien die Empfehlungen des BUWAL angewendet
worden. Der Kamin der Liegenschaft L-Strasse 04 sei eben erst im Sommer
2006 renoviert worden, ohne dass die Bausektion eine Erhöhung verlangt hätte.
Im Übrigen wäre eine – wenigstens die Symmetrie aufrechterhaltende –
Verlängerung des bestehenden Kamins um 50 cm das weitaus kleinere Übel als die
vorgesehene Versetzung. Das Inventarblatt betone die augenfällig strenge
Symmetrie der Häuserzeile ausdrücklich. Die projektierte Versetzung des Kamins
würde dieses Bild beeinträchtigen und einen unzulässigen Eingriff in die
Schutzverfügung bedeuten. Wenn die Bausektion eine Erhöhung des bestehenden
Kamins als mit § 238 Abs. 2 PBG unvereinbar erachte, gelte dies erst
recht für eine Versetzung. Von einer minimalen Abweichung der Symmetrie könne
keine Rede sein und die Ebenmässigkeit der Fassade widerspiegle sich in der
bisherigen Anordnung der Kamine auf dem Dach. Dass die Nordfassade "unempfindlich"
sei, treffe nicht zu, denn die Dachfläche werde einzig durch die vier Kamine
durchstossen. Diese trügen daher wesentlich zum symmetrischen Eindruck des Dachs
bei. Nach dem Abbruch des bestehenden Kamins entstünde auf der westlichen
Hälfte ein störender Leerraum. Dass der Bauherr diesen Kamin eigenmächtig schon
abgebrochen habe, dürfe nicht berücksichtigt werden.

Nach Ansicht des Bauherrn ist die Kaminverschiebung
technisch bedingt und greift nur geringfügig in die Gebäudesymmetrie ein. Weil
die Bewilligung insoweit Ergebnis einer sachgerechten Interessenabwägung sei,
falle die vom Beschwerdeführer verlangte Wiederherstellung des bisherigen
Kamins von vornherein ausser Betracht; das Verwaltungsgericht sei mangels eines
diesbezüglichen Entscheids der Bausektion ohnehin unzuständig. – Nach
Auffassung der Bausektion gilt es bei einem Konflikt zwischen umweltrechtlichen
und denkmalpflegerischen Anliegen zu berücksichtigen, wie gross der Eingriff in
ein Schutzobjekt sei und ob er geschützte Substanz betreffe oder nicht.
Vorliegend gehe es um eine kleinere technisch bedingte Dachaufbaute, welche das
Dach insgesamt nicht beeinträchtige. Der neue Kamin sei mit einer Länge von
etwa 1,4 m und einem Durchmesser von rund 45 cm weniger auffällig
bzw. störend als eine Erhöhung des bisherigen, 75 cm breiten Kamins auf
ca. 2,1 m.

3.2 Die
Versetzung des bisherigen Kamins als haustechnisch bedingter Dachaufbaute hängt
vorliegend mit dem Einbau einer neuen Erdgasheizung zusammen. Es fragt sich, ob
der umstrittene Aufbau eines neuen Kamins von der Schutzverfügung überhaupt
erfasst werde. Selbst wenn man davon ausgeht, lässt sich nach den schlüssigen
Erwägungen der Vorinstanz, auf die nach § 70 in Verbindung mit § 28 Abs. 1
Satz 2 VRG verwiesen werden kann, nicht sagen, dass denkmalpflegerische
Gründe Vorrang vor der Durchsetzung des Umweltrechts hätten (vgl. auch
Fritzsche/Bösch, S. 15-11).

Wenn die Bausektion unter den gegebenen Umständen der vom
Bauherrn gewünschten Variante zugestimmt und die Kaminverschiebung "als
optisch harmonische und denkmalpflegerisch vertretbare technische Lösung" bezeichnet
hat, lässt sich diese Wertung ohne weiteres vertreten; zumindest liegt darin
keine Rechtsverletzung, in die das Verwaltungsgericht korrigierend eingreifen
müsste. Überdies ist der Baubehörde darin beizupflichten, dass das
gestalterische Störungspotenzial einer solchen technisch bedingten kleineren Aufbaute
eher gering ist und sich die Kamine auf der weniger gut einsehbaren
Nordostseite des Gebäudes befinden. Nach dem Gesagten fällt die vom
Beschwerdeführer verlangte Wiederherstellung des abgebrochenen Kamins, worüber
das Verwaltungsgericht nach dem zutreffenden Einwand der Bauherrschaft gar
nicht befinden könnte, ausser Betracht.

Diese Erwägungen führen zur Abweisung der Beschwerde.

4.  

Der unterliegende Beschwerdeführer wird kostenpflichtig (§ 70
in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 1 VRG) und kann von
vornherein keine Parteientschädigung beanspruchen. Vielmehr hat er den privaten Beschwerdegegner gestützt auf § 17 Abs. 2
lit. a VRG angemessen zu entschädigen. Als angemessen erweist sich eine Entschädigung
von Fr. 1'000.- (§ 12 der Gebührenverordnung des Verwaltungsgerichts
vom 26. Juni 1997).

Demgemäss entscheidet die
Kammer:

1.    Die
Beschwerde wird abgewiesen.

2.    Die Gerichtsgebühr wird
festgesetzt auf 

Fr. 2'500.--;    die übrigen Kosten betragen:

Fr.      90.--     Zustellungskosten,

Fr. 2'590.--     Total der Kosten.

3.    Die Gerichtskosten werden
dem Beschwerdeführer auferlegt.

4.    Der
Beschwerdeführer wird verpflichtet, dem privaten Beschwerdegegner eine Parteientschädigung
von Fr. 1'000.- zu bezahlen, zahlbar innert 30 Tagen nach Rechtskraft
dieses Entscheids.

5.    Mitteilung an …