# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e70dd7ac-9a73-5317-9e58-183eb4e71771
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-12-17
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 17.12.2021 21-5721
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_21-5721_2021-12-17.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 1/30

Publikationsplattform

Kanton St.Gallen und St.Galler Gemeinden

Fall-Nr.: 21-5721

Stelle: Generalsekretariat Bau- und Umweltdepartement

Instanz: Bau- und Umweltdepartement

Publikationsdatum: 12.01.2022

Entscheiddatum: 17.12.2021

BUDE 2021 Nr. 085
Art. 88 Abs. 2 Bst. a VRP. Werden der zuständigen Behörde im Rahmen einer 
Immissionsklage übermässige Geruchsemissionen aus einem Betrieb 
angezeigt, hat die Behörde die Pflicht, den Sachverhalt innert nützlicher Frist 
zu prüfen und zu handeln. Dabei reicht es nicht aus, beim 
Immissionsbeklagten lediglich Lösungsvorschläge einzufordern. Unterlässt 
es die Behörde, die für die Beurteilung notwendigen Abklärungen 
anzuordnen und eine verbindliche Entscheidung über die Immissionsklage 
zu treffen, begeht sie eine formelle Rechtsverweigerung (Erw. 2.9).

BUDE 2021 Nr. 85 finden Sie im angehängten PDF-Dokument.

Kanton St.Gallen 

Bau- und Umweltdepartement 

 

 
 

  

 

 

 

21-5721 

 

Entscheid Nr. 85/2021 vom 17. Dezember 2021 

Beschwerdeführer 

 

  

 A.___ 

B.___ 

 

  gegen 

 

 

Beschwerdegegner  Gemeinderat Z.___ 

 

 

Beschwerdebeteiligter 

 

 

 C.___ 

vertreten durch lic.oec.HSG Jakob Huber, Rechtsanwalt, 

Dorfstrasse 7, 8722 Kaltbrunn 

 

 

 

Betreff  Rechtsverweigerungsbeschwerde 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 85/2021), Seite 2/29 

 

Sachverhalt 

A.  

a) Das Grundstück Nr. 001, Grundbuch Z.___, liegt gemäss gel-

tendem Zonenplan der Gemeinde Z.___ vom 22. Januar 2013 in der 

Landwirtschaftszone. Es ist unter anderem mit einem 

Schweinemaststall überbaut und wird über die M.___strasse, eine 

Gemeindestrasse zweiter Klasse, erschlossen. 

 

 
Auszug Orthofoto (www.geoportal.ch/ktsg) 

 

b) Die Schweinemastanlage auf Grundstück Nr. 001 befand sich 

ab dem Jahr 10025 im Eigentum von B.___, Y.___. Ab Mitte des Jah-

res 2006 wurde die Schweinemastanlage nicht mehr betrieben. B.___ 

übertrug das Eigentum an Grundstück Nr. 001 im Jahr 2007 an seinen 

Sohn, D.___, X.___. Anfang des Jahres 2009 schloss D.___ mit 

C.___, S.___, einen Pachtvertrag für die Schweinemastanlage, der 

diese in der Folge wieder in Betrieb nahm. Die Schweinemastanlage 

verfügt über eine Kapazität von rund 700 Mastplätzen. 

 

c) Aus dem Protokoll der Sitzung des Gemeinderates Z.___ vom 

14. April 2009 ist ersichtlich, dass sich nach der Wieder-Inbetrieb-

nahme der Schweinemastanlage telefonische und schriftliche Rekla-

mationen von Anwohnern betreffend Geruchsemissionen häuften. Un-

ter anderem wurde von E.___, Y.___, Eigentümerin von Grundstück 

Nr. 002, mit Schreiben an den Gemeinderat Z.___ vom 31. März 2009 

geltend gemacht, an windstillen Tagen rieche es in der Umgebung der 

Schweinemastanlage unerträglich. Entsprechend hatte E.___ den Ge-

meinderat aufgefordert, die Situation zu prüfen und gegebenenfalls 

Massnahmen einzuleiten. Gemäss dem Protokoll der Gemeinderats-

sitzung vom 14. April 2009 hat der Gemeinderat daraufhin beschlos-

sen, dass der Grundeigentümer, D.___, sowie der Betreiber der 

Schweinemastanlage, C.___, um schriftliche Stellungnahme ersucht 

würden. Mit Stellungnahmen vom 28. April und 18. Mai 2009 führten 

D.___ und C.___ aus, die Lüftungsanlage sei von Experten für ein-

wandfrei erklärt worden. Zudem seien zusätzliche Abluftventilatoren 

sowie eine Jauchebelüftung eingebaut worden. Der Gemeinderat 

Grundstück-Nr. 001 

Schweinemaststall 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 85/2021), Seite 3/29 

 

nahm an der Gemeinderatssitzung vom 8. Juni 2009 von den zur Ver-

minderung der Geruchsemissionen ergriffenen Massnahmen Kennt-

nis, behielt sich aber vor, die technischen Einrichtungen der Schwei-

nemastanlage durch eine Fachstelle überprüfen zu lassen, falls die er-

hoffte Wirksamkeit der emissionsbegrenzenden Massnahmen aus-

bleiben sollte.  

 

d) Nachdem in der Folge wegen der Geruchsemissionen des 

Schweinemastbetriebs neben verschiedenen telefonischen Reklama-

tionen auch wieder eine schriftliche Beschwerde, diesmal von F.___, 

Y.___, Eigentümer von Grundstück Nr. 003, beim Gemeinderat ein-

ging, beschloss der Gemeinderat Z.___ am 10. August 2009 Folgen-

des: 

 
1. Der Gemeinderat ersucht das AFU, baldmöglichst die 

Installationen des Schweinestalles D.___ in Y.___ zu 
überprüfen und insbesondere festzustellen, ob die An-
lage vorschriftsgemäss betrieben wird und alle techni-
schen Möglichkeiten zur Eindämmung der Ge-
ruchsimmissionen ausgeschöpft sind. 

2. Das AFU ist höflich gebeten, ihre Feststellungen dem 
Gemeinderat in einem kurzen Bericht mitzuteilen. 

3. Es ist dem Gemeinderat ein Anliegen, sowohl den In-
teressen der in der Wohnzone lebenden Bürgerinnen 
und Bürger als auch den Interessen der in der Land-
wirtschaftszone tätigen Produzenten gerecht zu wer-
den. Jedoch ist für den Gemeinderat klar, dass die Be-
treiber eines in unmittelbarer Nähe zu bewohntem Ge-
biet liegenden Schweinestalles alle zur Verfügung ste-
henden technischen Möglichkeiten zur Verminderung 
von Geruchsimmissionen auszuschöpfen haben – und 
zwar auch dann, wenn dies mit entsprechenden Inves-
titionen verbunden sein sollte.  

Zur Begründung führte der Gemeinderat Z.___ aus, dass die bereits 

eingeleiteten Massnahmen offenbar zu wenig wirksam seien. Darauf 

liessen Berichte von Bürgerinnen und Bürgern, welche bereits seit 

Jahrzehnten in Y.___ wohnten, schliessen. Gemäss den Beschwer-

den handle es sich um "penetrante Immissionen, welche sehr viel stär-

ker auftreten würden, als dies in früheren Betriebsjahren der Fall ge-

wesen sei".  

 

e) Daraufhin hat das Amt für Umwelt und Energie (heute Amt für 

Umwelt [AFU]) die Schweinemastanlage am 4. September 2009 im 

Beisein des damaligen Gemeindepräsidenten sowie des Betreibers, 

C.___, und von B.___ begutachtet. Dabei wurde festgestellt, dass die 

Geruchsemissionen für die Bevölkerung nicht tragbar seien (gemäss 

Protokoll der Gemeinderatssitzung vom 7. September 2009). Überdies 

geht aus dem Protokoll dieser Gemeinderatssitzung vor, dass sich die 

Anwesenden an der Begutachtung des Schweinemaststalls einig wa-

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 85/2021), Seite 4/29 

 

ren, dass versucht werden solle, die Geruchsimmissionen durch be-

triebliche Massnahmen bis Ende des Jahres 2009 massgeblich zu ver-

ringern, bevor die Gemeinde Sanierungsmassnahmen verfüge.  

 

f) Mit Schreiben an die Gemeinde Z.___ vom 29. September 2009 

teilte C.___ mit, dass zur Verbesserung der Abluft sämtliche Jauche-

kanäle im Stall entschlammt und gereinigt, die Jauchebelüftung in-

standgestellt, zur Eindämmung des Ammoniakgeruchs ein Zusatz, der 

wöchentlich ersetzt werde, in die Jauche gemischt, sowie das Jauche-

silo entschlammt und gereinigt worden seien. Gemäss Auszug aus 

dem Protokoll der Gemeinderatssitzung vom 15. Oktober 2009 quali-

fizierte der Gemeinderat die Massnahmenliste von C.___ als zu dürftig 

und beschloss, nochmals Erkundigungen einzuholen, ob eine Verbes-

serung der Geruchsemissionen festzustellen sei; andernfalls sei wohl 

die Schliessung des Schweinemaststalls zu verfügen. Dem Auszug 

aus dem Protokoll der Gemeinderatssitzung vom 14. Dezember 2009 

wiederum ist zu entnehmen, dass die Anwohner in der Umgebung der 

Schweinemastanlage erneut über unzumutbare Geruchsimmissionen 

klagten und deshalb auch der Gemeinderat die Situation als unhaltbar 

einstufte. Entsprechend hat der Gemeinderat beschlossen, in Zusam-

menarbeit mit dem AFU die Schliessung des Schweinemaststalls zu 

verfügen. Überdies wurde beschlossen, dass – sollte die Schliessung 

nicht möglich sein – eine umfassende Sanierung der Schweinemast-

anlage verfügt werden solle.  

 

g) Gemäss Auszug aus dem Protokoll der Gemeinderatssitzung 

vom 8. Februar 2010 hat der Gemeinderat in der Folge einen Entwurf 

einer Sanierungsverfügung erstellt und diesen D.___ sowie C.___ am 

9. Februar 2010 zur Wahrung des rechtlichen Gehörs mit folgendem 

Dispositiv zukommen lassen: 

 
1. (…) 

2. Der Gemeinderat verfügt als Sanierungsmassnahme 
am Schweinestall von D.___, betrieben von C.___, auf 
Grundstück Nr. 001, Y.___, den Einbau eines Biowä-
schers oder Biofilters bis spätestens 30. Juni 2010. 

3. Da die durch den Schweinemaststall verursachten Ge-
ruchsbelästigungen übermässig sind und ein öffentli-
ches Ärgernis darstellen, welches der Einwohner-
schaft von Y.___ nicht mehr weiter zugemutet werden 
kann, verfügt der Gemeinderat mit Wirkung ab 5. März 
2010 die vorübergehende Stilllegung der Anlage. 

4. (Gebühr) 

5. Vor der Zustellung dieses Beschlusses ist D.___ und 
C.___ das rechtliche Gehör zu gewähren. 

Zur Begründung des Verfügungsentwurfs wurde ausgeführt, dass die 

bislang umgesetzten Massnahmen in keiner Art und Weise wirksam 

seien und auch künftig keine Verbesserung der Situation zu erwarten 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 85/2021), Seite 5/29 

 

sei. Daher sei die Geruchsbelästigung für die Einwohnerschaft von 

Y.___ nicht mehr weiter zumutbar. Gemäss den Empfehlungen der 

Eidgenössischen Forschungsanstalt für Betriebswirtschaft und Land-

technik (FAT, neu bezeichnet als Forschungsanstalt Agroscope Re-

ckenholz-Tänikon ART [im Folgenden Agroscope]) sei von übermäs-

sigen Immissionen im Sinn von Art. 2 Abs. 5 der eidgenössischen Luft-

reinhalte-Verordnung (SR 814.318.142.1; abgekürzt LRV) auszuge-

hen, wenn der halbe Mindestabstand zu bewohnten Zonen  

oder Wohnbauten nach Anhang 2 Ziff. 512 LRV unterschritten sei. 

Wenn feststehe, dass eine einzelne Anlage übermässige Immissionen 

verursache, verfüge die zuständige Behörde die Sanierung dieser An-

lage. Als Massnahme zur Emissionsbegrenzung im Sinn von Art. 9 

Abs. 1 LRV komme aufgrund der Lage des Schweinemaststalls einzig 

die Reinigung der Abluft mittels eines Biowäschers oder Biofilters in 

Frage. Dies, weil gemäss den FAT-Richtlinien Nr. 476 Untersuchun-

gen verschiedener wissenschaftlicher Institute ergeben hätten, dass 

sowohl Biowäscher wie auch Biofilter bis zu 95 % der Gerüche aus der 

Stallabluft entfernen könnten.  

 

aa) D.___ und C.___ haben sich am 24. Februar 2010 auf der Ge-

meinderatskanzlei zum Verfügungsentwurf vom 8. Februar 2010 ver-

nehmen lassen. Gemäss Aktennotiz des damaligen Gemeinderats-

schreibers haben sich D.___ und C.___ bereit erklärt, den Schweine-

maststall zu sanieren. Die Sanierung solle mittels Einbau einer Luft-

wäscher-Anlage des Systems Esch der H.___, X.___, erfolgen. Zu-

dem wurde erklärt, dass die bestehenden Ablaufschächte durch wirk-

samere, höhere Ablaufschächte ersetzt würden.  

 

bb) Daraufhin erliess der Gemeinderat Z.___ am 2. März 2010 fol-

gende Sanierungsverfügung: 

 
1. (…) 

2. Der Gemeinderat verfügt als Sanierungsmassnahme 
am Schweinemaststall von D.___, betrieben von 
C.___, auf Grundstück Nr. 001, Y.___, den Einbau ei-
nes Biowäschers, eines Biofilters oder einer Luftwä-
scheranlage (System Esch) bis spätestens 30. Juni 
2010. 

3. D.___ und C.___ werden verpflichtet, bis Montag, 
15. März 2010, ein vollständiges Baugesuch mit allen 
erforderlichen Beilagen dem Bausekretariat Z.___ ein-
zureichen, sowie innert einer Woche nach Vorliegen 
der Baubewilligung die Arbeiten zur Sanierung aufzu-
nehmen und innert einem Monat, d.h. innert fünf Wo-
chen nach Vorliegen der Baubewilligung, abzuschlies-
sen. 

4. Halten D.___ und C.___ diese Termine nicht ein, be-
hält sich der Gemeinderat vor, die  
vorübergehende Stilllegung der Anlage zu verfügen; 
dies insbesondere weil die Geruchsbelästigungen 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 85/2021), Seite 6/29 

 

übermässig sind und ein öffentliches Ärgernis darstel-
len, welches für die Einwohnerschaft von Y.___ als un-
zumutbar zu taxieren ist. 

5. Der Rat verzichtet auf die Festsetzung einer Gebühr. 

cc) Mit Baugesuch vom 9. März 2010 beantragten D.___ und C.___ 

beim Gemeinderat Z.___ die Baubewilligung für den Einbau einer Luft-

waschanlage sowie für den Abbruch und Neubau zweier Abluftkamine. 

In der Verfügung des AFU über Gewässerschutzmassnahmen vom 

8. Juli 2010 und der raumplanungsrechtlichen Teilverfügung des Am-

tes für Raumentwicklung und Geoinformation (AREG), ebenfalls vom 

8. Juli 2010, wurde dem Bau einer Lüftungsanlage mit Luftwäscher zu-

gestimmt (Ziff. 3 des Dispositivs der Teilverfügung des AREG). Am 

16. Juli 2010 erteilte der Gemeinderat Z.___ die Baubewilligung für 

den Einbau einer Luftwaschanlage (Ziff. I des Dispositivs).  

 

dd) Gemäss Abnahmebericht des Bausekretärs der Gemeinde 

Z.___ vom 6. Mai 2011 (Bauabnahme vom 5. Mai 2011) wies die 

Schweinemastanlage nach Abschluss der Bauarbeiten neu eine Luft-

waschanlage, einen Wassertank an der Nordseite des Stalls sowie 

vier Abluftkamine mit einer Höhe von jeweils ca. 7,5 m auf. Im Abnah-

meprotokoll wurde festgehalten, dass durch diese baulichen Verände-

rungen keine Öffnungen am Stallgebäude mehr vorhanden seien, 

durch welche Abluft aus dem Stall entweichen könne, ohne vorher die 

Luftwaschanlage passiert zu haben. 

 

h) Am 7. November 2011 hat C.___ das Grundstück Nr. 001 zu Ei-

gentum erworben.  

 

i) Mit Schreiben vom 15. Dezember 2011 teilten B.___, I.___, 

Y.___, E.___ und A.___, Y.___, dem Gemeinderat Z.___ mit, dass seit 

rund 14 Tagen "dieser Stall wieder erbärmlich [stinke]". Es wurde aus-

geführt, dass wiederholt das Gespräch mit C.___ gesucht worden sei, 

sich die Situation dadurch aber nicht verbessert habe. B.___ führte 

aus, dass er den Stall aufgrund der Geruchsemissionen stillgelegt 

habe; seines Erachtens befinde sich der Stall einfach am falschen Ort. 

 

j) Dem Protokoll der Gemeinderatssitzung vom 10. Januar 2012 

ist zu entnehmen, dass der Schweinemaststall auf Verfügung des Ge-

meinderates saniert worden und die entsprechende Bauabnahme am 

5. Mai 2011 erfolgt sei. Grundsätzlich sollten die Geruchsemissionen 

damit für die Nachbarschaft erträglich sein, es sei denn, die Anlage 

werde falsch betrieben. Dennoch hat der Gemeinderat an der Gemein-

deratssitzung vom 10. Januar 2012 beschlossen, C.___ zu ersuchen, 

zu den erhobenen Vorwürfen bis 29. Februar 2012 Stellung zu neh-

men.  

 

k) Mit Schreiben vom 26. März 2012 nahm C.___, vertreten durch 

lic.oec.HSG Jakob Huber, Rechtsanwalt, Kaltbrunn, zu den erhobenen 

Vorwürfen Stellung und beantragte, von Massnahmen abzusehen. Zur 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 85/2021), Seite 7/29 

 

Begründung führte er aus, vor rund einem Jahr sei im Schweinehal-

tungsbetrieb eine Abluftreinigungsanlage zur Vermeidung von Ge-

ruchsemissionen installiert worden. In der Folge hätten alle Nachbarn 

erklärt, die Verbesserung der Abluft sei befriedigend. Dass im Dezem-

ber 2011 während 14 Tagen ein erbärmlicher Gestank geherrscht ha-

ben solle, werde bestritten. Überdies dürfe nicht übersehen werden, 

dass zwischen Vater B.___ und Sohn D.___ im Zusammenhang mit 

dem Verkauf der Schweinemastanlage an C.___ am 7. November 

2011 grosse Meinungsverschiedenheiten aufgetreten seien. Es gäbe 

gewichtige Anhaltspunkte, dass das Schreiben von B.___ vom 15. De-

zember 2011 nicht primär wegen der Geruchsbelastung erfolgt sei, 

sondern vielmehr dessen Unmut über den Verkauf des Grundstücks 

Nr. 001 aufzeige.  

 

l) Mit Beschluss vom 10. April 2012 verfügte der Gemeinderat 

Z.___ Folgendes: 

 
1. C.___ wird als Eigentümer und Betreiber des Schwei-

nestalles aufgefordert, die Luftwaschanlage korrekt 
und unter Ausschöpfung ihrer technischen Möglichkei-
ten zu betreiben – und zwar so, dass eine Reduktion 
der Gerüche aus der Stallabluft um mindestens 80 % 
sichergestellt ist.  

2. Der Gemeinderat hält sich rechtliche Schritte aus-
drücklich vor.  

3. Bezugnehmend auf die telefonische Besprechung des 
Gemeinderatsschreibers mit dipl. Ing.-Agr. ETH J.___ 
vom 4. April 2012, wird die Fachstelle Landwirtschaft-
licher Umweltschutz des Amtes für Umwelt und Ener-
gie höflich gebeten, den Schweinemastbetrieb und da-
bei insbesondere die Luftwaschanlage vor Ort zu über-
prüfen und dem Gemeinderat entsprechend Bericht zu 
erstatten.  

Zur Begründung führte der Gemeinderat aus, dass am 29. März 2012 

ein Augenschein stattgefunden habe. Zu diesem habe C.___ eingela-

den und es hätten die Anwohner, der Lieferant der Luftwaschanlage 

sowie Vertreter des Gemeinderates teilgenommen. Anlässlich dieses 

Augenscheins sei festgestellt worden, dass C.___ das Potenzial sei-

ner Biowaschanlage wohl nicht ausschöpfe und entsprechend die vor-

gesehene Reduktion der Geruchsemissionen um 80 % noch nicht er-

reicht worden sei. Ebenso sei seitens des Lieferanten bestätigt wor-

den, dass die Anlage nicht optimal betrieben werde und betreffend die 

Luftreinigung Optimierungsmöglichkeiten bestünden. Mit Beschluss 

vom 8. Februar 2010 (recte: 2. März 2010) sei die Sanierung des 

Schweinemaststalls und der Einbau eines Biowäschers oder Biofilters 

verfügt worden. Dabei sei man davon ausgegangen, dass sowohl Bi-

owäscher wie auch Biofilter bis zu 95 % der Gerüche aus der Stallluft 

entfernen würden. Um den Schweinemaststall am Standort W.___ 

überhaupt betreiben zu dürfen, sei mindestens eine Reduktion der Ge-

rüche in der Stallabluft um 80 % notwendig.  

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 85/2021), Seite 8/29 

 

 

m) Mit E-Mail vom 16. Mai 2012 teilte der damalige Leiter der Sek-

tion Landwirtschaftlicher Umweltschutz des AFU der Gemeinde Z.___ 

seine Beurteilung der Schweinemastanlage mit. Er hielt fest, dass es 

sich bei der Luftreinigungsanlage gemäss Herstellerunterlagen um 

eine "Luftwäsche mit Wasser ohne Zusätze" handle. Dabei erfolge 

eine Nasswäsche der Abluft im Gegenstromverfahren. Entscheidend 

für die Reinigungsleistung sei die Verweilzeit bzw. die Kontaktzeit der 

Wassertröpfchen mit der Stallabluft. Gemäss einer Beurteilung von 

Agroscope aus dem Jahr 2005 werde der Anlage aufgrund von Ge-

ruchsmessungen mit Probanden ein Wirkungsgrad von 80 % attes-

tiert. Aus diesem Attest gingen aber keine Hinweise über die Konstruk-

tion einer derartigen Anlage hervor. Im vorliegenden Schweinemast-

stall sei die Luftgeschwindigkeit der Abluft relativ hoch (rund 5 m/s), 

daher dränge sich die Vermutung auf, dass möglichweise der Wir-

kungsgrad der Luftreinigungsanlage reduziert sein könnte. Dies lasse 

sich aber ohne zuverlässige Messungen nicht feststellen. Der dama-

lige Leiter der Sektion Landwirtschaftlicher Umweltschutz des AFU 

führte weiter aus, dass anlässlich des Augenscheins vom 29. März 

2012 weitere mögliche Massnahmen diskutiert worden seien. Einer-

seits sei C.___ aufgefordert worden, die Anlage bezüglich Lüfterein-

satz optimal zu betreiben, andererseits bestehe die Möglichkeit, die 

vier Abluftkamine angemessen zu erhöhen. Mit einer leichten Veren-

gung nach oben sei eine höhere Austrittsgeschwindigkeit der Abluft zu 

erwirken. Damit würde die noch belastete Abluft in etwas höhere Luft-

schichten geblasen und über die von den Geruchsemissionen be-

troffenen Liegenschaften geführt. 

 

n) Mit Beschluss vom 12. Juli 2012 verfügte der Gemeinderat 

Z.___: 

 
1. Der Gemeinderat verweist auf seine rechtsgültige Ver-

fügung vom 8. Februar 2010 [recte: 2. März 2010] und 
damit auf die Auflage, wonach C.___ seinen Schwei-
nestall im W.___ in Y.___ nur dann betreiben darf, 
wenn er die Gerüche aus der Stallabluft zu mindestens 
80 % reduziert. 

2. Dass C.___ diese verbindlichen Grenzwerte offen-
sichtlich nicht einhält, muss als unhaltbarer Zustand 
bezeichnet werden. 

3. C.___ wird aufgefordert, dem Gemeinderat bis spätes-
tens 10. August 2012 schriftlich mitzuteilen, wie und 
innert welcher Frist er diesen unhaltbaren Zustand be-
heben und dafür sorgen wird, dass die Gerüche der 
Stallabluft zu mindestens 80 % reduziert werden. 

4. Sollte C.___ eine Erhöhung der Abluftkamine beab-
sichtigen, erinnert der Gemeinderat daran, dass dafür 
der gemeinderätlichen Baubewilligungskommission 
rechtzeitig ein vollständiges Baugesuch einzureichen 
ist.  

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 85/2021), Seite 9/29 

 

5. Der Gemeinderat behält sich vor, unter Kostenfolge für 
C.___ Luftmessungen anzuordnen und – sollte nicht 
innert nützlicher Frist ein Reinigungsgrad von 80 % er-
reicht werden – die Stilllegung der Anlage zu verfügen.  

o) Mit Schreiben vom 8. August 2012 führte C.___ aus, dass ihm 

die Situation mit dem Schweinemastbetrieb und den Nachbarn grosse 

Sorgen bereite. Die Nachbarn würden sich belästigt fühlen, obwohl bei 

mehreren Begehungen mit den Anwohnern und Vertretern der Ge-

meinde zu verschiedenen Tageszeiten und Wetterlagen keine oder 

nur geringe Geruchsemissionen festzustellen gewesen seien. Er habe 

die Situation erneut mit der Firma IS Tool Systems AG, welche die 

Luftreinigungsanlage eingebaut habe, besprochen und wolle folgende 

Massnahmen treffen: 

 
1. Abgleich der Potentiometer auf die Luftwäschersteue-

rung 

2. Pumpenleistung messen 

3. PH messen 

4. Weitwurfdüse aufsetzen bei den vier Kaminen (da die 
bewilligte Höhe von acht Metern noch nicht erreicht ist) 

5. Evt. Einhängerkörbe zur Luftbremsung im Unterflurbe-
reich 

Daraufhin hat der Gemeinderat an der Sitzung vom 20. August 2012 

beschlossen, dass die von C.___ genannten Massnahmen bis zum 

30. September 2012 umzusetzen seien und dem Gemeinderat eine 

Vollzugsmeldung zukommen zu lassen sei.  

 

p) Gemäss Protokoll des Bauamts Z.___ vom 9. Oktober 2012 ha-

ben der Bausekretär und eine Bauamtsmitarbeiterin am 3. Oktober 

2012 überprüft, ob C.___ die am 20. August 2012 vom Gemeinderat 

verfügten Massnahmen zur Verminderung der Geruchsemissionen 

umgesetzt habe. Im Protokoll wurde festgehalten, dass vier neue Weit-

wurfdüsen auf den Abluftkaminen des Schweinemastbetriebs montiert 

worden seien. Nicht vorgenommen worden sei der Abgleich der Po-

tentiometer auf die Luftwäschersteuerung. Dies, weil sich deren Liefe-

rung um ein bis zwei Wochen verspätet habe. Aus diesem Grund sei 

auch die PH-Messung noch nicht erfolgt; diese erfolge mit dem Ab-

gleich der Potentiometer. Der Einbau der Einhängerkörbe zur Luft-

bremsung im Unterflurbereich sei nach Angaben von C.___ vorläufig 

nicht vorgesehen. Aufgrund dieses Protokolls hat der Gemeinderat am 

23. Oktober 2012 verfügt: 

 
1. Der Gemeinderat nimmt vom Abnahmebericht des 

Bauamtes Kenntnis und ist überzeugt davon, dass ins-
besondere die neu montierten Weitwurfdüsen eine er-
hebliche Reduktion der Geruchsimmissionen zur 
Folge haben. 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 85/2021), Seite 10/29 

 

2. Der Gemeinderat schreibt dieses Geschäft als erledigt 
von seiner Pendenzenliste ab. 

q) Gemäss Protokoll der Gemeinderatssitzung vom 1. Juli 2013 

sind in der Folge wiederum verschiedene Anwohner der Schweine-

mastanlage an den Gemeinderat gelangt und haben den unhaltbaren 

Zustand wegen des Gestanks des Schweinemaststalls gerügt. Ent-

sprechend hat der Gemeinderat mit Beschluss vom 1. Juli 2013 ver-

fügt: 

 
1. Der Gemeinderat stellt den dringenden Verdacht fest, 

dass die Geruchsimmissionen im Umfeld des Schwei-
nestalles von C.___ im W.___ Y.___ übermässig sind. 

(…) 

2. Gestützt auf Art. 12 der LRV verlangt der Gemeinderat 
von C.___ eine Emissionserklärung, welche aufgrund 
von Messungen über die Art und Menge der Emissio-
nen Auskunft erteilen muss (Geruchsmessungen). 

3. (…) 

4. (…) 

5. Sollte sich der Verdacht auf übermässige Immissionen 
im Umfeld des Schweinestalles aufgrund der Messun-
gen erhärten, behält sich der Gemeinderat die Verfü-
gung einer Stilllegung der Anlage ausdrücklich vor.  

r) Mit E-Mail vom 10. Juli 2013 hat das AFU der Gemeinde Z.___ 

mitgeteilt, dass die vom Gemeinderat am 1. Juli 2013 beschlossene 

Emissionserklärung nicht ohne weiteres erbracht werden könne. Nach 

Rücksprache mit Agroscope sei vorab die Übermässigkeit der Ge-

ruchsemissionen zu klären. Ausserdem seien Abklärungen zu den 

emittierenden Quellen im Hinblick auf diffuse Quellen, welche nicht o-

der nur teilweise von der Abluftreinigungsanlage erfasst würden, zu 

treffen. Nach Ansicht des AFU könne eine Emissionsklärung also nicht 

mittels eines Gemeinderatsbeschlusses erfolgen. Deshalb schlage es 

eine Begehung des Betriebs mit anschliessender Besprechung der 

notwendigen Massnahmen vor. Diese Begehung fand am 27. August 

2013 statt und es wurde, um festzustellen, ob die Geruchsemissionen 

des Schweinestalls übermässig sind, im Anschluss gemäss einer Ak-

tennotiz vom 29. August 2013 Folgendes festgelegt: 

 
1. Es sollen Abnahmemessungen durchgeführt werden. 

Ergeben diese Messungen eine Emission von weniger 
als 300 Geruchseinheiten, wäre davon auszugehen, 
dass die mit der rechtskräftigen Sanierungsverfügung 
geforderte Geruchsreduktion von achtzig Prozent ge-
währleistet ist und damit keine Übermässigkeit be-
steht. Ansonsten umgehend Massnahmen zur Errei-
chung der geforderten Werte umzusetzen wären. 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 85/2021), Seite 11/29 

 

2. Beat Steiner [Agroscope] und Eugen Schmid [H.___] 
definieren in Absprache mit dem Amt für Umwelt 
(AFU) des Kantons Thurgau das Messprojekt. 

3. Zusammen mit der Übermittlung des Messprojektes 
schlagen Beat Steiner und Eugen Schmid dem Ge-
meinderat innert nützlicher Frist für Geruchsmessun-
gen befähigte Ingenieurbüros vor. In diesem Zusam-
menhang klären Beat Steiner und Eugen Schmid zu-
dem ab, ob allenfalls das AFU des Kantons Thurgau 
bereit wäre, die Messungen durchzuführen. 

4. (…) 

5. (…) 

6. C.___ führt ab sofort Protokoll über sein Stallmanage-
ment (Gülle, Fütterung, Tierwechsel, usw.). 

7. Der Gemeinderat lädt die beschwerdeführenden An-
stösser im Rahmen der ordentlichen Gemeinderatssit-
zung vom 23. September [2013] zu einer kurzen Aus-
sprache mit Information über das weitere Vorgehen 
ein. Dabei werden die Anstösser zudem aufgefordert, 
Protokoll über die nach ihrer Meinung übermässigen 
Geruchsimmissionen zu führen (Datum, Uhrzeit, Wet-
ter, Intensität). 

Gemäss Protokoll der Gemeinderatssitzung vom 23. September 2013 

haben die anwesenden Anwohner B.___, I.___, E.___, A.___ und 

K.___, Y.___, dem Gemeinderat insbesondere mitgeteilt, dass der 

Schweinestall über den ganzen Tag verteilt schwallweise stinke. An 

schönen Tagen und/oder je nach Wind nehme der Gestank ein uner-

trägliches Ausmass an. Unmittelbar beim Silo stinke es nicht, dafür 

umso mehr im Bereich der benachbarten Liegenschaften. Nebst dem 

Gestank beklagten die Anwohner die Lärmimmissionen der Fütte-

rungsanlage.  

 

s) Am 2. Dezember 2013 lud der Gemeinderat Z.___ zu einer er-

neuten Augenscheinverhandlung ein, nachdem sich das AFU des 

Kantons Thurgau dazu bereit erklärt hatte, das Messprojekt zu erstel-

len und die notwendigen Messungen durchzuführen.  

 

t) Das AFU des Kantons Thurgau hat gemäss Messbericht vom 

8. August 2014 am 17. und 18. Juni 2014 Geruchsmessungen am 

Schweinemastbetrieb durchgeführt. Im Bericht vom 14. August 2014 

wird insbesondere festgehalten, dass das Lüftungs- und Wäschersys-

tem "ungewöhnlich komplex" sei. Es handle sich nicht um einen Bio-

wäscher, bei dem die Abluft eine Packung von mit Biomasse besiedel-

ten Füllkörpern kontrolliert durchströme, sondern die Stallluft werde in 

den Kanälen unter den Stallabteilen angesaugt und auf gewissen Ab-

schnitten mit Wasser bedüst. Dadurch sei "die Wirkung dieser einfa-

chen Berieselungsanlage annähernd mit einem reinen Wasserwä-

scher zu vergleichen". Obwohl die Interpretation der Messergebnisse 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 85/2021), Seite 12/29 

 

aufgrund der Komplexität dieser Abluftführung erschwert sei, könne 

festgestellt werden, dass die Stallluft bereits vor der Wasserbedüsung 

eine geringe Geruchsbelastung unter der üblichen Anforderung von 

300 Geruchseinheiten pro Kubikmeter (GE/m3) aufweise. Daraufhin 

erliess der Gemeinderat Z.___ am 26. August 2014 folgenden Be-

schluss: 

 
1. Der Gemeinderat stellt zusammengefasst fest, dass 

keine übermässigen Emissionen zu beklagen sind. 
Die Werte liegen unter 300 Geruchseinheiten pro Ku-
bikmeter. Damit ist die mit der rechtskräftigen Sanie-
rungsverfügung geforderte Geruchsreduktion von 
achtzig Prozent gewährleistet. 

2. (…) 

3. Schweinestallbetreiber C.___ hat damit den Nachweis 
erbracht, dass er die Auflagen der rechtskräftigen Sa-
nierungsverfügung und dabei insbesondere die Ge-
ruchsreduktion von achtzig Prozent einhält.  

4. Der Gemeinderat wird auf weitere Beschwerden in die-
ser Sache nicht mehr eintreten und allfällige Be-
schwerdebriefe der Anwohner aus Gründen der Ver-
hältnismässigkeit nicht mehr beantworten. 

5. Selbstverständlich steht es den Anwohnern jederzeit 
frei, selbst und auf eigene Kosten weitere Expertisen 
in Auftrag zu geben. 

u) Mit Schreiben vom 10.  November 2014 wandten sich A.___, 

B.___, I.___ und E.___ an den Gemeinderat Z.___ und liessen ihm 

den Bericht von Chemie-Ing.HTL L.___, St.Gallen, in welchem die Ge-

ruchssituation im Quartier W.___ vom 10. September bis 5. Oktober 

2014 untersucht worden war, zukommen. Im Bericht wurde aufgezeigt, 

dass unter anderem lokale Westwinde die Geruchseinwirkungen ver-

stärkten. Weiter wurde ausgeführt, dass der Mindestabstand eines 

Schweinemastbetriebs mit 600 Mastschweinen ohne einem den FAT-

Richtlinien entsprechenden Abluftwäscher in der Landwirtschaftszone 

119 m betrage. Erfolge eine Geruchsreduzierung der Stallabluft von 

mindestens 80% mit einem Biowäscher, betrage der Mindestabstand 

bei einer Belegung mit 600 Mastschweinen nur noch 36 m. Im Moment 

betrage der Abstand der Schweinemastanlage zum nächstgelegenen 

Wohnhaus ca. 33 m. Entscheidender als der Abstand sei aber, dass 

im Wäscher die Schweinestallgerüche vollkommen eliminiert würden, 

wie dies bei erprobten Biowäschern oder Biofiltern der Fall sei. Reine 

Wäschersysteme seien aufgrund chemisch-physikalischer Gegeben-

heiten nur beschränkt geeignet, Schweinestallgerüche vollkommen zu 

eliminieren.  

 

v) Der Gemeinderat Z.___ hat diesen Bericht an der Gemeinde-

ratssitzung vom 1. Dezember 2014 zur Kenntnis genommen und im 

Anschluss Folgendes verfügt: 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 85/2021), Seite 13/29 

 

 
1. Der Gemeinderat stellt fest, dass der vorliegende Be-

richt lediglich auf durch die Anwohner protokollierten 
Geruchsempfindungen basiert. 

2. Immerhin liegen dem Bericht des Amtes für Umwelt 
des Kantons Thurgau handfeste Messergebnisse zu-
grunde, welche wie bekannt einen unter 300 Geruchs-
einheiten liegenden Wert beweisen.  

3. Es gibt für den Gemeinderat keinen Grund, den Be-
richt von ausgewiesenen Fachpersonen des Amtes für 
Umwelt des Kantons Thurgau anzuzweifeln.  

4. Vielmehr empfiehlt der Gemeinderat den Anwohnern, 
mit Schweinestallbetreiber C.___ ein einvernehmli-
ches Gespräch zu führen und dabei auf freiwilliger Ba-
sis gemeinsam Massnahmen zu prüfen, welche die 
angeblich wahrnehmbaren Restgerüche eindämmen.  

B.  

a) Weil auf den 1. September 2018 neue Tierschutzvorschriften in 

Kraft treten sollten, teilte C.___ dem Bauamt Z.___ mit E-Mail vom 

20. Dezember 2016 mit, dass im Maststall einige bauliche Anpassun-

gen notwendig seien. Auf dem Stallplan werde aufgezeigt, wie die An-

passungen umgesetzt würden. Die neuen Stallbuchten würden auf 

Grossgruppenhaltung umgerüstet; die Fläche betrage neu 0,9 m2 pro 

Tier. Mit E-Mail vom 22. Dezember 2016 teilte der Leiter des Bauamts 

Z.___ C.___ mit, dass die Arbeiten gemäss den eingereichten Plänen 

ausgeführt werden könnten und keine Bewilligungen nötig seien.  

 

b) Mit Schreiben vom 27. Juni 2017 teilten B.___ dem Gemeinde-

rat Z.___ mit, dass sie am Schweinemaststall Bautätigkeit festgestellt 

hätten; sie erhoben deshalb vorsorglich Einsprache.  

 

c) Die Baubewilligungskommission Z.___ reagierte auf das Schrei-

ben von B.___ mit Schreiben vom 18. Dezember 2017. Sie führte aus, 

C.___ habe am 22. Dezember 2016 die "Genehmigung" erhalten, sei-

nen Stall an die neuen Tierschutzvorschriften anzupassen. Weil nur 

Anpassungen im Innenbereich vorgesehen gewesen seien, sei ihm 

"das Ganze ohne Baugesuch bewilligt" worden. Dennoch sei aufgrund 

des Schreibens von B.___ am 5. Juli 2017 eine Baukontrolle vor Ort 

erfolgt. Bei dieser Kontrolle sei festgestellt worden, dass die Arbeiten 

an den Böden gemäss der Bewilligung ausgeführt worden seien. Aus-

serdem sei eine neue Decke montiert worden, welche für einen opti-

maleren Luftaustausch sorge. Nach Ansicht der Baubewilligungskom-

mission sei durch die Anpassungen am Schweinestall die Geruchsbe-

lastung verbessert und nicht verschlechtert worden. Entsprechend be-

stehe kein weiterer Handlungsbedarf. 

 

d) In der Folge beschwerte sich A.___ am 28. Januar 2018 bei der 

Baubewilligungskommission erneut über die vom Schweinemastbe-

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 85/2021), Seite 14/29 

 

trieb ausgehenden Emissionen. Deshalb führte die Baubewilligungs-

kommission am 14. Februar 2018 eine weitere Baukontrolle durch, an 

welcher C.___, der Vorsitzende der Baubewilligungskommission und 

der Leiter des Bauamts anwesend waren. Gemäss den Ausführungen 

im Protokoll der Sitzung der Baubewilligungskommission vom 19. Feb-

ruar 2018 sei betreffend Geruch am 14. Februar 2018 nichts zu bean-

standen gewesen. Mit Beschluss vom 26. August 2014 sei den An-

wohnern mitgeteilt worden, dass der Gemeinderat auf weitere Be-

schwerden in dieser Sache nicht mehr eintreten und allfällige Be-

schwerdebriefe der Anwohner nicht mehr beantworten werde. An die-

sem Beschluss halte auch die Baubewilligungskommission fest, wes-

halb auf die E-Mail von A.___ vom 28. Januar 2018 nicht mehr einge-

treten werde. Dies wurde A.___ mit E-Mail vom 20. Februar 2018 vom 

Leiter des Bauamts Z.___ mitgeteilt.  

 

e) Mit Schreiben vom 26. Juni 2018 teilten die Anwohner des 

Schweinemastbetriebs, A.___, B.___, I.___, E.___ sowie N.___, 

Y.___, dem Gemeinderat mit, dass sich die "Gestanksbelästigung" seit 

den Umbauarbeiten des Stalls nochmals verschärft habe. Die Situa-

tion sei nicht mehr tolerierbar. Aufgrund dessen wurde der Gemeinde-

rat nochmals ersucht, die Einhaltung der LRV im Quartier W.___ 

durchzusetzen. 

 

f) Mit Beschluss vom 2. Juli 2018 verfügte der Gemeinderat Fol-

gendes: 

 
1. Schweinestallbetreiber C.___ wird aufgefordert, dem 

Gemeinderat innert einer Frist von 14 Tagen eine 
schriftliche Stellungnahme zu den Klagen der Anwoh-
ner sowie eine minutiöse Dokumentation über die vor-
genommenen Änderungen an den dem Luftaustausch 
dienenden Installationen einzureichen. 

2. Der Gemeinderat behält sich die Eröffnung eines bau-
polizeilichen Verfahrens vor.  

Zur Begründung wurde ausgeführt, dass gemäss Aktenlage C.___ 

zwar keine Änderungen am Lüftungssystem, jedoch an der Führung 

des Luftaustausches, vorgenommen habe. Die Massnahme hätte die 

Restgerüche nochmals minimieren sollen. Nach Schilderung der An-

wohner sei aber nun offenbar der gegenteilige Fall eingetreten. Auf-

grund dieser neuen Ausgangslage trete der Gemeinderat auf das 

Schreiben der Anwohner ein.  

 

g) Dieser Aufforderung nachkommend reichte C.___ am 14. Juli 

2018 eine Stellungnahme ein, wonach er an der Lüftung und Luftfüh-

rung nichts geändert habe. Er habe das Waschwasser ersetzt und da-

bei einen Lüftungsspezialisten beigezogen. Aufgrund dieser Stellung-

nahme verfügte der Gemeinderat am 13. August 2018 Folgendes: 

 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 85/2021), Seite 15/29 

 

1. Dem Gemeinderat liegen keine stichhaltigen Indizien 
dafür vor, dass am Lüftungs-, bzw. am Luftwaschsys-
tem des Schweinestalles im W.___, Y.___, technische 
Änderungen vorgenommen wurden.  

2. Es gibt daher für den Gemeinderat keinen Anlass zur 
Annahme dafür, dass sich die Messwerte verschlech-
terten. 

3. Der Gemeinderat verweist daher auf seine Beschluss-
fassung vom 26. August 2014 (Geschäft Nr. 1427), 
wonach er aufgrund von eigens durch das Amt für Um-
welt des Kantons Thurgau durchgeführten Luftmes-
sungen feststellte, dass 

 keine übermässigen Emissionen zu beklagen sind; 

 die Werte unter 300 Geruchseinheiten pro Kubikmeter 
liegen; 

 damit die mit der rechtskräftigen Sanierungsverfügung 
geforderte Geruchsreduktion des Schweinestalles um 
achtzig Prozent gewährleistet ist; 

 Schweinestallbetreiber C.___ somit den Nachweis er-
brachte, dass er die Auflagen der rechtskräftigen Sa-
nierungsverfügung und dabei insbesondere die Ge-
ruchsreduktion um achtzig Prozent einhält; 

 der Gemeinderat auf weitere Beschwerden in dieser 
Sache nicht mehr eintreten wird; 

 es den Anwohnern jederzeit freisteht, selbst und auf 
eigene Kosten weitere Expertisen in Auftrag zu geben, 
welche jedoch von einer ausgewiesenen Fachperson 
zu erstellen wären. 

C.  

Mit Schreiben vom 17. Januar 2019 erhoben A.___, B.___, I.___, 

E.___ und O.___, N.___ Rechtsverweigerungsbeschwerde (Verfahren 

Nr. 19-534) beim Baudepartement (seit 1. Oktober 2021: Bau- und 

Umweltdepartement). Mit Schreiben vom 17. Mai 2019 zogen die Be-

schwerdeführer die Rechtsverweigerungsbeschwerde wieder zurück, 

worauf diese am 22. Mai 2019 von der Geschäftsliste des Departe-

mentes abgeschrieben wurde. 

 

D.  

a) Mit Schreiben vom 5. Mai 2020 wandten sich A.___, B.___, 

I.___, E.___ und O.___, sowie N.___ erneut an den Gemeinderat 

Z.___. Sie brachten vor, dass sich die Geruchsemissionen in den letz-

ten Wochen und Monaten erneut markant verschlechtert hätten; die 

Situation sei für sie nicht mehr tragbar.  

 

b) Am 18. Mai 2020 beschloss der Gemeinderat Z.___ zum einen 

Folgendes: 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 85/2021), Seite 16/29 

 

 
1. Die Geruchssituation beim Schweinestall im W.___ 

Y.___ wird neu überprüft. 

2. (…) 

3. Die Anwohnerinnen und Anwohner sind um Verständ-
nis gebeten, dass die Prüfung etwas Zeit in Anspruch 
nimmt.  

In einem zweiten Beschluss, ebenfalls vom 18. Mai 2020, verfügte der 

Gemeinderat zum anderen: 

 
1. Der Gemeinderat beauftragt das Kompetenzzentrum 

Agroscope Tänikon mit der Überprüfung der Geruchs-
situation rund um den Schweinestall im W.___ in 
Y.___. 

2. Mit dieser Überprüfung ist insbesondere die Frage zu 
klären, ob die Gerüche des Schweinestalles auf die 
umliegenden, allesamt in der Landwirtschaftszone ge-
legenen Wohnliegenschaften übermässig einwirken. 

3. Dem Kompetenzzentrum Agroscope Tänikon werden 
zur Vorbereitung der Prüfung die bisher angefallenen 
wesentlichen Akten zur Geruchssituation übermittelt; 
dies verbunden mit dem Ersuchen, diese Akten ver-
traulich zu behandeln und nach Auftragsabschluss der 
Gemeinderatskanzlei Z.___ zu retournieren. 

4. Der Gemeinderat geht davon aus, dass die Überprü-
fung der Geruchssituation stattfindet, ohne dass der 
Anlagenbetreiber darüber vorab in Kenntnis gesetzt 
wird. 

Zur Begründung wurde ausgeführt, eine erneute Prüfung sei ange-

zeigt, da die letzte Überprüfung der Anlage bereits sechs Jahre zu-

rückliege. 

 

c) Da Agroscope die Überprüfung der Geruchssituation nicht über-

nehmen konnte, wandte sich der Gemeinderat gemäss Protokoll der 

Gemeinderatssitzung vom 24. August 2020 an das AFU, welches 

Prof.Dr. P.___, Institut für Umwelt- und Verfahrenstechnik der Fach-

hochschule Ostschweiz, St.Gallen, empfahl. Dieser schlug dem Ge-

meinderat anlässlich einer Besprechung vom 4. November 2020 eine 

Messmethode mit Probanden vor und schätzte die Kosten dafür auf 

Fr. 40'000.– bis Fr. 50'000.–. In der Absicht, eine weniger kosteninten-

sive Messmethode zu eruieren, nahm der Gemeinderat in das Budget 

für das Jahr 2021 Fr. 25'000.– auf und unterbreitete diesen Betrag der 

Bürgerschaft Z.___ an der Abstimmung vom 11. April 2021. 

 

d) Am 17. Mai 2021 fasste der Gemeinderat Z.___ folgenden Be-

schluss: 

 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 85/2021), Seite 17/29 

 

1. Der Gemeinderat begrüsst den Einsatz des Produktes 
"Q.___" der Firma R.___. Sobald die Wirksamkeit des 
Produktes bestätigt ist, wird der Gemeinderat eine 
Kostenbeteiligung prüfen; dies auf entsprechendes 
Gesuch des Schweinestallbetreibers hin. 

2. Die Anwohner des Schweinestalles im W.___ werden 
mittels Protokollauszug über die vorliegende Be-
schlussfassung in Kenntnis gesetzt. 

 

Zur Begründung wurde ausgeführt, in Ausführung des Gemeinderats-

beschlusses vom 18. Mai 2020 seien im Budget für das Jahr 2021 fi-

nanzielle Mittel für die Überprüfung der Geruchssituation beim Schwei-

nemastbetrieb bereitgestellt worden. Am 11. April 2012 sei das Budget 

2021 von der Bürgerschaft an der Urnenabstimmung genehmigt wor-

den. Nun habe C.___ dem Gemeinderat mit Schreiben vom 6. Mai 

2021 mitgeteilt, dass er beabsichtige, ein neues Verfahren zur Reduk-

tion der Geruchsemissionen im Schweinemaststall einzusetzen. Das 

Verfahren nenne sich "Q.___", ein Produkt der Firma R.___, V.___, 

und verspreche eine drastische Reduzierung der Ammoniakemissio-

nen. Sollte sich "Q.___" als wirksam erweisen, könnten die grundsätz-

lich für die Emissionsmessungen bereitgestellten finanziellen Mittel 

zielführender verwendet werden, indem in der Einführungsphase für 

"Q.___" ein Beitrag an C.___ ausgerichtet werde. 

 

E.  

Mit Eingabe vom 18. Juni 2021 erhoben A.___ sowie B.___ 

Rechtsverweigerungs-beschwerde beim Baudepartement. Es werden 

folgende Anträge gestellt: 

 
1. Es sei festzustellen, dass die Politische Gemeinde 

Z.___ eine Rechtsverweigerung begeht, indem sie die 
LRV nicht durchsetzt. 

2. Eine aktuelle Prüfung der Geruchssituation durch eine 
fachlich kompetente und neutrale Stelle mit Kosten-
folge für den Verursacher. Dabei ist auch der Einfluss 
der in den vergangenen Jahren vorgenommenen bau-
lichen Anpassungen zu berücksichtigen (Tierschutz-
auflagen, Abluftaustritt, Kaminanlagen etc.). 

3. Anordnung notwendiger Massnahmen zur Einhaltung 
des geltenden Mindestabstandes vom Schweinemast-
stall gegenüber den bewohnten Nachbarzonen. Insbe-
sondere auch konkrete Anforderungen betreffend Ab-
scheideleistung, Betrieb und Wartung der Abluftreini-
gung. 

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge.  

Zur Begründung wird geltend gemacht, die Anwohner des Schweine-

maststalls seien seit Jahren massiven Geruchsbelästigungen ausge-

setzt. Die Politische Gemeinde Z.___, welche mit der Einhaltung der 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 85/2021), Seite 18/29 

 

LRV beauftragt sei, verharmlose die Situation und nehme die Klagen 

der Anwohner nicht ernst. Die Geruchsmessungen am Schweinemast-

betrieb des AFU des Kantons Thurgau vom 17. und 18. Juni 2014 

seien dem Anlagebetreiber zwei Tage im Voraus angekündigt worden, 

womit er genügend Zeit gehabt habe, seine Anlage zu reinigen. Auch 

als der Anlagebetreiber mit Gemeinderatsbeschluss vom 2. Juli 2018 

verpflichtet worden sei, zu den Geruchsemissionen Stellung zu neh-

men, habe dieser eine vierzehntägige Vorlaufzeit gehabt, um das 

Waschwasser zu wechseln, die Anlagen korrekt einzustellen und 

diese im Anschluss von einem Fachspezialisten überprüfen zu lassen.  

 

F.  

a) Mit Vernehmlassung vom 20. Juli 2021 beantragt der Beschwer-

degegner, die Rechtsverweigerungsbeschwerde abzuweisen. Zur Be-

gründung wird geltend gemacht, man habe den Klagen sehr wohl die 

nötige Beachtung zukommen lassen. Die Beschwerdeführer wohnten 

in der Landwirtschaftszone. Auch wenn weniger der Schweinemast-

stall, sondern eher das landwirtschaftsunabhängige Wohnen in der 

Landwirtschaftszone als zonenfremd einzustufen sei, habe der Ge-

meinderat mit dem Erlass der Sanierungsverfügung alles darange-

setzt, die nötigen Vorkehrungen zu treffen, damit für die benachbarten 

Liegenschaften die Geruchsemissionen reduziert werden könnten. Im-

merhin handle es sich beim Schweinemaststall im W.___ in Y.___ um 

den einzigen sanierten Schweinemaststall in der Politischen Ge-

meinde Z.___. Es sei klar, dass die Situation am Schweinemastbetrieb 

nochmals fundiert überprüft werden müsse, auch wenn vor Ort schon 

mehrmals keine übermässigen Geruchsbelästigungen hätten festge-

stellt werden können. Aufgrund der Genehmigung des Budgets 2021 

stünden finanzielle Mittel für weitere Abklärungen grundsätzlich zur 

Verfügung. Im Wissen, dass eine Messung noch keine bessere Luft 

ausmache, sei es aber sinnvoller, vorerst den Einsatz des Produkts 

"Q.___" abzuwarten. Sollte die wiederholte Anwendung dieses Pro-

dukts keine Verbesserung bringen, werde ein geeignetes Messprojekt 

eruiert.  

 

b) Mit Vernehmlassung vom 6. August 2021 beantragt der 

Beschwerdebeteiligte durch seinen Rechtsvertreter, die Rechtsver-

weigerungsbeschwerde unter Kostenfolge abzuweisen. Zur Begrün-

dung wird geltend gemacht, der Beschwerdeführer B.___ habe den 

Schweinemastbetrieb während mindestens 30 Jahren ohne Abluftwä-

scher, mit niedrigeren Kaminen und ohne besondere Rücksicht auf die 

Nachbarn betrieben. Trotzdem seien die gelegentlichen Emissionen 

für die Nachbarn früher kein Anlass für eine Immissionsklage gewe-

sen. Erst kurz nach der Betriebsübernahme durch den Beschwerde-

beteiligten hätten die Immissionsklagen eingesetzt. Der Beschwerde-

beteiligte führe dies darauf zurück, dass B.___ nicht verstehen konnte, 

dass der seit Generationen in seiner Familie stehende Betrieb nun neu 

durch den Beschwerdebeteiligten geführt werde. Dieser habe durch 

eine besonders sorgfältige und hygienisch absolut einwandfreie Be-

triebsführung versucht, den früheren Eigentümer zu besänftigen. Ent-

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 85/2021), Seite 19/29 

 

sprechend habe er auf Empfehlung des AFU die Luftwaschanlage ein-

gebaut, obwohl eine Untersuchung des AFU des Kantons Thurgau er-

geben habe, dass die Vorgaben der LRV damals schon eingehalten 

gewesen seien. Auch nach den Geruchsmessungen des AFU des 

Kantons Thurgau, bei welchen festgestellt worden sei, dass die maxi-

mal zulässige Belastung von 300 Geruchseinheiten je Kubikmeter Luft 

zu keinem Zeitpunkt überschritten worden sei, hätten die Klagen der 

Beschwerdeführer nicht aufgehört. Deswegen hätten der Beschwer-

degegner und er nach weiteren Möglichkeiten gesucht um darzulegen, 

dass die zulässige Geruchsbelastung nicht überschritten werde. Im 

Sommer des Jahres 2020 habe er umweltverträgliche Massnahmen 

gesucht, um die Geruchsemissionen so weit wie möglich auszuschal-

ten. Im Rahmen dieser Recherche sei er auf das Produkt "Q.___" ge-

stossen, das auf biologische Weise Ammoniak, CO2 und Schwefel 

binde, wodurch unangenehme Gerüche reduziert würden. "Q.___" 

werde nun seit Juni dieses Jahres im Betrieb eingesetzt. Schon bei 

der ersten Messung sei festgestellt worden, dass der Ammoniakgehalt 

der Luft im Stall weit unter dem Grenzwert von 20 ppm liege, was eine 

sorgfältige Betriebsführung belege. 

 

c) Mit Amtsbericht vom 22. September 2021 führt das AFU aus, die 

offenbar nach wie vor bestehenden, mitunter beträchtlichen Geruchs-

belästigungen durch den Schweinemaststall könnten auf den Umstand 

zurück zu führen sein, dass mit der Baubewilligung des Beschwerde-

gegners vom 16. Juli 2010 der Einbau einer Luftwaschanlage auf 

Grundstück Nr. 001 bewilligt worden sei, obwohl im Sachverhalt der 

Verfügung über Gewässerschutzmassnahmen des AFU vom 8. Juli 

2010 vom Einbau einer Biowaschanlage ausgegangen worden sei. Im 

Gegensatz zu einer Biowaschanlage wasche eine Luftwaschanlage le-

diglich die wasserlöslichen Abluftinhaltstoffe, namentlich Ammoniak, 

aus. Die meisten Geruchsstoffe seien jedoch kaum, jedenfalls aber 

wesentlich schlechter, wasserlöslich als Ammoniak. Aufgrund der 

schlechteren Wasserlöslichkeit stelle die Abscheidung dieser Ge-

ruchsstoffe ein weitaus grösseres Problem dar als die Abscheidung 

von Ammoniak. Die im Wasser gelösten Geruchsstoffe könnten von 

Mikroorganismen abgebaut werden. Aufgrund des vergleichsweise 

geringen Massenstroms an Geruchsstoffen würden die meisten Mikro-

organismen jedoch verhungern. Daher seien Biofilter (Biowäscher) für 

den Geruchsabbau wesentlich besser geeignet als Abluftwäscher. 

Weiter führt das AFU aus, dass bevor weitere, aufwändige Messungen 

in Auftrag gegeben und andere, zurzeit noch wenig bekannte und 

kaum erprobte Methoden der Geruchsverminderung geprüft und an-

gewendet würden, sei zu klären, ob die bestehende Abluftwaschan-

lage im Schweinemaststall auf dem Grundstück Nr. 001 über eine bi-

ologische Reinigungsstufe verfüge und – falls dies der Fall sein sollte – 

ob die Anlage auch funktionstüchtig sei. Das AFU gehe davon aus, 

dass mit einer Abluftwaschanlage (Luftwäscher) ohne (bzw. ohne 

funktionstüchtige) biologische Reinigungsstufe die geltenden Anforde-

rungen von Anhang 2 Ziff. 51 in Verbindung mit Art. 3 Abs. 2 Bst. a 

LRV und der FAT-Richtlinien nicht eingehalten werden könnten. In die-

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 85/2021), Seite 20/29 

 

sem Fall liesse sich ein Korrekturfaktor von 0,3 bei der Mindestab-

standsberechnung nicht mehr rechtfertigen; der Mindestabstand des 

Schweinemaststalls zu den Wohnbauten der Beschwerdeführenden 

wäre mithin nicht eingehalten. 

 

d) Mit Schreiben vom 10. Oktober 2021 nehmen die Beschwerde-

führer Stellung zur Vernehmlassung des Beschwerdegegners und des 

Beschwerdebeteiligten. Es wird ausgeführt, dass die Geruchsbelästi-

gungen durch den Schweinemastbetrieb durch den Einsatz von 

"Q.___" nicht merklich reduziert worden seien.  

 

e) Mit Stellungnahme vom 13. Oktober 2021 bringt der Beschwer-

debeteiligte durch seinen Rechtsvertreter vor, dass kein grosser Leis-

tungsunterschied zwischen einem Luftwäscher und einem Biowäscher 

bestehe. Die im Schweinemastbetrieb eingebaute Luftwascheinrich-

tung verfüge über keine biologische Reinigungsstufe, dafür seien 

keine weiteren Abklärungen nötig. Dennoch würden die FAT-

Richtlinien eingehalten.  

 

G.  

Auf die weiteren Ausführungen der Verfahrensbeteiligten in den vor-

genannten Eingaben wird – soweit erforderlich – in den Erwägungen 

eingegangen. 

Erwägungen 

1.  

1.1 Die Zuständigkeit des Bau- und Umweltdepartementes zur Be-

handlung der Rechtsverweigerungsbeschwerde ergibt sich aus Art. 89 

Abs. 1 Bst. b des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 

(sGS 951.1; abgekürzt VRP) in Verbindung mit Art. 25 Abs. 1 Bst. b 

des Geschäftsreglementes der Regierung und der Staatskanzlei 

(sGS 141.3). 

 

1.2 Die Formerfordernisse von Art. 92 VRP in Verbindung mit 

Art. 48 VRP sind erfüllt.  

 

1.3 Im Weiteren ist zu prüfen, ob die Rechtsverweigerungsbe-

schwerde rechtzeitig erhoben wurde. 

 

1.3.1 Rechtsverweigerungsbeschwerde kann erhoben werden, soweit 

kein ordentliches Rechtmittel gegeben ist oder offenstand (Art. 88 

Abs. 1 VRP). Die Rechtsverweigerungsbeschwerde ist somit ein aus-

serordentliches und absolut subsidiäres Rechtsmittel. Vor ihrer Ergrei-

fung müssen sämtliche ordentlichen Rechtsmittel ausgeschöpft wer-

den. Wird namentlich die Einsprache- und Rekursmöglichkeit ver-

säumt, bleibt die Rechtsverweigerungsbeschwerde ausgeschlossen. 

Eine Besonderheit der Rechtsverweigerungsbeschwerde liegt darin, 

dass es diesem Rechtsmittel oftmals an einem Anfechtungsobjekt fehlt 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 85/2021), Seite 21/29 

 

oder gegen das Anfechtungsobjekt kein ordentliches Rechtsmittel of-

fensteht (BDE Nr. 20/2020 vom 20. März 2020 Erw. 1.2 mit Hinwei-

sen). Bei den Gründen für eine Rechtsverweigerungsbeschwerde wird 

unterschieden zwischen formeller und materieller Rechtsverweige-

rung. Art. 88 Abs. 2 Bst. a VRP nennt die formellen Gründe. Es sind 

dies die Weigerung, eine vorgeschriebene Amtshandlung vorzuneh-

men (formelle Rechtsverweigerung im engen Sinn) sowie die unge-

rechtfertigte Verzögerung einer Amtshandlung bzw. die Verschlep-

pung des Verfahrens (Rechtsverzögerung). Bei der formellen Rechts-

verweigerung im engen Sinn fällt die an sich zuständige Behörde zu 

Unrecht keine Entscheidung bzw. nur eine Teilentscheidung oder un-

terlässt es zu Unrecht, die für die Beurteilung notwendigen Abklärun-

gen zu treffen. Erforderlich ist dabei zunächst, dass der Betroffene ei-

nen Anspruch auf die Vornahme der entsprechenden Handlung res-

pektive den Erlass einer Verfügung hat. Ist eine solche nicht vorge-

schrieben, fehlt es an einem Anspruch auf die geforderte Amtshand-

lung und entsprechend an der Voraussetzung für die Rechtsverweige-

rungsbeschwerde im engen Sinn. Die Weigerung, die vorgeschrie-

bene Amtshandlung vorzunehmen, kann ausdrücklich oder stillschwei-

gend erfolgen. Dabei muss aus den Umständen eindeutig hervorge-

hen, dass die Behörde in der Sache nicht tätig zu werden gedenkt 

(BDE Nr. 20/2020 vom 20. März 2020 Erw. 1.3 mit Hinweisen).  

 

Der zweite formelle Grund für eine Rechtsverweigerungsbeschwerde 

besteht in einer ungerechtfertigten Verzögerung des Verfahrens. Es 

lassen sich insbesondere die schlichte Untätigkeit der Behörde und ein 

tatsächliches Tun in Form von als ungerechtfertigt erachteten Instruk-

tionsmassnahmen (z.B. Sistierungen, Fristerstreckungen) unterschei-

den. Eine ungerechtfertigte Verzögerung ist gegeben, wenn die Be-

handlung der Angelegenheit nicht innert angemessener Frist erfolgt. 

Was unter einer angemessenen Behandlungsfrist zu verstehen ist, be-

stimmt sich nach der Natur und den Umständen der betreffenden An-

gelegenheit, namentlich der Bedeutung der Sache für die am Verfah-

ren Beteiligten, deren Verhalten sowie der Natur und Komplexität des 

zugrundeliegenden Sachverhalts. Allgemein ist davon auszugehen, 

dass die Frist umso kürzer ist, je höher die Interessen der Betroffenen 

an einem raschen Entscheid sind. Den Behörden ist beispielsweise 

Rechtsverzögerung vorzuhalten, wenn sie ohne ersichtlichen Grund 

während längerer Perioden keine konkreten Vorkehren treffen, unge-

rechtfertigte Instruktionsmassnahmen vornehmen oder generell über-

lange Vernehmlassungsfristen ansetzen (BDE Nr. 26/2021 vom 

25. März 2021 Erw. 2.1 mit Hinweisen). 

 

1.3.2 Die Rechtsverweigerungsbeschwerde ist zulässig innert dreis-

sig Tagen, nachdem der Betroffene vom Beschwerdegrund Kenntnis 

erhalten hat (Art. 90 Abs. 1 VRP). Die Beschwerde, mit der die unge-

rechtfertigte Verzögerung einer Amtshandlung geltend gemacht wird, 

ist an keine Frist gebunden (Art. 90 Abs. 2 VRP). Vorliegend machen 

die Beschwerdeführer geltend, der Beschwerdegegner habe seit Jah-

ren keine geeigneten Massnahmen zur Geruchsminderung angeord-

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 85/2021), Seite 22/29 

 

net, obwohl der Betrieb sanierungsbedürftig sei. Die Beschwerdefüh-

rer machen somit eine Rechtsverzögerung geltend. Deren Geltendma-

chung ist an keine Frist gebunden. Weil auch die übrigen Vorausset-

zungen erfüllt sind, ist auf die Rechtsverweigerungsbeschwerde ein-

zutreten. 

 

2.  

Der Beschwerdebeteiligte betreibt den Schweinemaststall seit dem 

Jahr 2009, also seit nunmehr rund 12 Jahren. Er ist gemäss Vernehm-

lassung vom 6. August 2021 der Ansicht, die Häuser der Beschwerde-

führer lägen nahe beim Schweinemastbetrieb in der Landwirtschafts-

zone, weshalb sie leicht erhöhte Immissionen zu dulden hätten. Eine 

Untersuchung des AFU des Kantons Thurgau habe ergeben, dass der 

Schweinemaststall den Vorgaben der LRV und den FAT-Richtlinien 

entspreche. Trotzdem habe er sich auf Empfehlung des AFU bereiter-

klärt, eine Luftwaschanlage einzubauen, um die Emissionen weiter zu 

minimieren. Der Beschwerdegegner führt in der Vernehmlassung vom 

20. Juli 2021 ebenfalls aus, beim Schweinemaststall handle es sich 

um den einzigen sanierten Betrieb in der ganzen Gemeinde. 

 

2.1 Der umstrittene Schweinemastbetrieb ist eine Tierhaltungsan-

lage und damit eine stationäre Anlage im Sinn von Art. 2 Abs. 1 LRV. 

Der Betrieb erzeugt unter anderem Geruchsemissionen. Die von der 

Anlage verursachten Emissionen sind zunächst so weit zu begrenzen, 

als dies technisch und betrieblich möglich sowie wirtschaftlich tragbar 

ist (Art. 11 Abs. 2 des eidgenössischen Umweltschutzgesetzes 

[SR 814.01; abgekürzt USG]). Neue stationäre Anlagen müssen so 

ausgerüstet und betrieben werden, dass sie die im Anhang 1 LRV und 

allenfalls die in den Anhängen 2 bis 4 LRV festgelegten Emissionsbe-

grenzungen einhalten (Art. 3 LRV). Emissionen, für welche die LRV 

keine Emissionsbegrenzung festlegt oder eine bestimmte Begrenzung 

als nicht anwendbar erklärt, sind von der Behörde vorsorglich so weit 

zu begrenzen, als dies technisch und betrieblich möglich und wirt-

schaftlich tragbar ist (Art. 4 Abs. 1 LRV).  

 

2.2 Nach Art. 8 LRV hat die Behörde dafür zu sorgen, dass beste-

hende stationäre Anlagen, die den Anforderungen dieser Verordnung 

nicht entsprechen, saniert werden. Gemäss Art. 3 Abs. 2 Bst. a LRV 

in Verbindung mit Art. 7 LRV sind für neue wie bestehende stationäre 

Anlagen die in Anhang 2 zur LRV festgelegten Anforderungen mass-

gebend. Bei der Errichtung derartiger Anlagen müssen die nach den 

anerkannten Regeln der Tierhaltung erforderlichen Mindestabstände 

zu bewohnten Zonen eingehalten werden. Als solche gelten nach An-

hang 2 Ziff. 512 Abs. 1 LRV insbesondere die gemäss den FAT-

Richtlinien berechneten Abstände. Die FAT-Richtlinien befassen sich 

mit der vorsorglichen Emissionsbegrenzung, dienen aber auch als 

Hilfsmittel zur Beurteilung, ob die Tierhaltungsanlage übermässige Im-

missionen verursacht (BGE 133 II 370 Erw. 6.1, BGE 126 II 43 

Erw. 4a; Urteil des Bundesgerichtes 1A.58/2001 in URP 2002, 

S. 002 ff., Erw. 2d). Der Mindestabstand wird in einem dreistufigen 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 85/2021), Seite 23/29 

 

Verfahren berechnet. In einem ersten Schritt wird die Geruchsbelas-

tung nach der jeweiligen Tierart bestimmt. Danach wird basierend auf 

dieser Geruchsbelastung der Normabstand errechnet. Schliesslich 

wird der Normabstand durch Einflussfaktoren des Haltungssystems, 

der Lüftung, des Standorts und der Geruchsreduktion im Bereich der 

Stallluft korrigiert und auf diese Weise der Mindestabstand ermittelt. 

Gegenüber bewohnten Zonen, die neben der Wohnnutzung mässig 

störende Gewerbebetriebe zulassen, kann der Mindestabstand 

schliesslich um weitere 30 Prozent herabgesetzt werden (Urteil des 

Bundesgerichtes 1A.237/2006 vom 7. September 2007 Erw. 6.1 mit 

Verweis auf die FAT-Richtlinien 1995, Ziff. 3.2). 

 

2.3 Während neue Anlagen nur zu bewilligen sind, wenn die Min-

destabstände zu bewohnten Zonen eingehalten werden, gilt für beste-

hende Anlagen das Mass der Unterschreitung der Mindestabstände 

als Hinweis für das Vorliegen einer erheblichen Störung und damit als 

allfälliger Auslöser der Sanierungspflicht. Übermässige Immissionen 

im Sinn von Art. 2 Abs. 5 LRV können dabei regelmässig erwartet wer-

den, wenn der halbe Mindestabstand unterschritten wird (FAT-

Richtlinien Nr. 476, S. 7). Art. 2 Abs. 5 LRV bestimmt zudem, dass Im-

missionen u.a. dann als übermässig gelten, wenn aufgrund einer Er-

hebung in der Bevölkerung feststeht, dass sie einen wesentlichen Teil 

der Bevölkerung in ihrem Wohlbefinden erheblich stören (Bst. b). Die 

Behörde ist diesfalls verpflichtet, für die Anlage verschärfte Emissions-

begrenzungen zu verfügen (Art. 5 LRV). 

 

2.4 Der umstrittene Schweinemastbetrieb liegt im Weiler W.___ in 

Y.___, in der Landwirtschaftszone; unmittelbar östlich davon liegen die 

Wohnliegenschaften der Beschwerdeführer. Südwestlich des Schwei-

nemastbetriebs befindet sich eine Wohnzone. Seit der Beschwerde-

beteiligte die Schweinemastanlage im Jahr 2009 in Betrieb genommen 

hat, beklagen sich die östlich liegenden Anwohner über unzumutbare 

Geruchsimmissionen; so forderten sie den Beschwerdegegner wieder-

holt auf, emissionsbegrenzende Massnahmen zu veranlassen. In der 

Folge hat der Beschwerdebeteiligte zuerst zusätzliche Abluftventilato-

ren sowie eine Jauchebelüftung eingebaut. Von diesen zur Verminde-

rung der Geruchsemissionen ergriffenen Massnahmen nahm der Be-

schwerdegegner schon an der Gemeinderatssitzung vom 8. Juni 2009 

Kenntnis, behielt sich aber vor, die technischen Einrichtungen der 

Schweinemastanlage durch eine Fachstelle überprüfen zu lassen, falls 

die erhoffte Wirksamkeit der emissionsbegrenzenden Massnahmen 

ausbleiben sollte. Aufgrund der anhaltenden Beschwerden der An-

wohner des Schweinemaststalls erliess der Beschwerdegegner die 

Sanierungsverfügung vom 2. März 2010, wobei der Beschwerdegeg-

ner dem Beschwerdebeteiligten ausdrücklich die Möglichkeit des Ein-

baus eines (blossen) Luftwäschers zugestand. Im Gegensatz zu die-

ser Sanierungsverfügung war noch im Sanierungsverfügungsentwurfs 

vom 8. Februar 2010 als Massnahme zur Emissionsbegrenzung im 

Sinn von Art. 9 Abs. 1 LRV allein die Reinigung der Abluft mittels eines 

Biowäschers oder eines Biofilters vorgesehen gewesen. In der Folge 

erteilte der Beschwerdegegner am 16. Juli 2010 die Baubewilligung für 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 85/2021), Seite 24/29 

 

den Einbau einer Luftwaschanlage, welche am 5. Mai 2011 fertigge-

stellt wurde.  

 

2.5 Auch wenn heute noch keine genauen Sachverhaltsabklärun-

gen (Kontrollen der Funktionsfähigkeit der Luftwaschanlage durch Ex-

perten oder Messungen betreffend die Geruchsbelastung der 

Stallabluft) vorliegen, erscheint die Emissionssituation beim Schwei-

nemastbetrieb des Beschwerdebeteiligten nach wie vor sehr proble-

matisch. Dies ist nachvollziehbar, wenn man berücksichtigt, in wel-

chem Abstand zum Schweinemastbetrieb die Wohnhäuser der An-

wohner liegen. Wie bereits ausgeführt, haben Tierhaltungsbetriebe, 

und somit auch der vorliegende Schweinemaststall, aufgrund der FAT-

Richtlinien Mindestabstände zu bewohnten Zonen einzuhalten. Die 

von den Beschwerdeführern ins Recht gelegte und unbestritten geblie-

bene Berechnung von Chemie-Ing.HTL L.___, St.Gallen (im Folgen-

den: Bericht L.___), vom 7. November 2014 zeigt auf, dass bei einer 

Haltung von 600 Mastschweinen, ohne eine Geruchsreduzierung der 

Stallabluft durch Biowäscher oder Biofilter, gegenüber der Wohnzone 

ein Mindestabstand von 239 m einzuhalten wäre. Gegenüber Wohn-

liegenschaften in der Landwirtschaftszone wäre gemäss Bericht L.___ 

ein im Vergleich zur Wohnzone um 50 % verringerter Mindestabstand 

einzuhalten, der aber immer noch 119 m betrüge. Die Wohnhäuser der 

Beschwerdeführer liegen innerhalb des Mindestabstands von 119 m. 

Zwar kommt in der Landwirtschaftszone die Mindestabstandsregelung 

der FAT-Richtlinien gegenüber bewohnten Zonen nicht unmittelbar zur 

Anwendung. Trotzdem muss nach der Praxis des Bundesgerichtes 

auch in diesen Gebieten ein ausreichender Schutz gewährleistet sein, 

da das Vorsorgeprinzip (Art. 11 USG bzw. Art. 4 und 5 LRV) auch in 

der Landwirtschaftszone gilt (BGE 126 II 43). Dementsprechend kön-

nen die Mindestabstandsregelungen auch in der Landwirtschaftszone 

als Indiz für übermässige Emissionen herangezogen werden. Über-

mässige Immissionen im Sinn von Art. 2 Abs. 5 LRV können auch hier 

regelmässig erwartet werden, wenn der halbe Mindestabstand unter-

schritten wird (FAT-Richtlinien Nr. 476, S. 7). Gemäss Bericht L.___ 

beträgt der halbe Mindestabstand vorliegend 59,5 m. Die Wohnhäuser 

der Beschwerdeführer befinden sich innerhalb bzw. zumindest teil-

weise innerhalb dieses halben Mindestabstands von 59,5 m. Es 

könnte damit nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtes an sich 

davon ausgegangen werden, dass die Beschwerdeführer übermässi-

gen Geruchsemissionen ausgesetzt sind. Trotzdem ist zu prüfen, ob 

Umstände vorliegen, welche ein Abweichen vom Regelfall, nämlich 

der Annahme übermässiger Immissionen zufolge Unterschreitung des 

halben Mindestabstands, zulassen könnten. Diesfalls wäre die Tatsa-

che der Unterschreitung des halben Mindestabstands bloss als ge-

wichtiges Indiz für das Vorliegen übermässiger Immissionen zu wer-

ten; ob aber tatsächlich übermässige Immissionen vorliegen, müsste 

dann zusätzlich, beispielsweise mit einer Erhebung in der Bevölkerung 

(Art. 2 Abs. 5 LRV) geprüft werden. Im vorliegenden Fall fällt diesbe-

züglich in Betracht, dass der Beschwerdebeteiligte bereits am 2. März 

2010 vom Beschwerdegegner eine Sanierungsverfügung erhalten hat, 

welche mit Zusatzverfügung vom 10. April 2012 weiter konkretisiert 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 85/2021), Seite 25/29 

 

wurde. Der Beschwerdegegner hat daraufhin einen Luftwäscher ein-

gebaut. Es ergibt sich deshalb, dass der umstrittene Mastbetrieb be-

reits teilsaniert wurde. Die Unterschreitung des halben Mindestab-

stands zu den Wohnliegenschaften der Beschwerdeführer allein reicht 

darum vorliegend nicht mehr aus, um den Bestand übermässiger Im-

missionen zu belegen. 

 

2.6 Allerdings macht der oben beschriebene Sachverhalt deutlich, 

dass sich die Beschwerdeführer und auch andere Anwohner des 

Schweinemastbetriebs trotz dieser Sanierung stets weiter über unzu-

mutbare Geruchsimmissionen beklagt hatten. Dies hatte zur Folge, 

dass der Beschwerdegegner auch noch lange nach der Sanierungs-

verfügung vom 2. März 2010 eine Vielzahl von weiteren Verfügungen 

erlassen hat, die auf eine Verminderung der Geruchsemissionen ab-

zielten: 

 
- Mit Beschluss vom 10. April 2012 verfügte der Beschwer-

degegner, die Luftwaschanlage sei unter Ausschöpfung 
ihrer technischen Möglichkeiten so zu betreiben, dass 
eine Reduktion der Gerüche aus der Stallabluft um min-
destens 80 % sichergestellt sei. 

- Am 12. Juli 2012 verfügte der Beschwerdegegner aber-
mals, dass der Beschwerdebeteiligte die Schweinemast-
anlage nur dann betreiben dürfe, wenn er die Gerüche 
aus der Stallabluft zu mindestens 80 % reduziere. Dass 
der Beschwerdebeteiligte diese verbindlichen Grenz-
werte offensichtlich nicht einhalte, sei ein unhaltbarer Zu-
stand, weshalb vorbehalten bleibe, die Anlage stillzule-
gen.  

- Im Beschluss vom 1. Juli 2013 äusserte der Beschwerde-
gegner den dringenden Verdacht, dass die Ge-
ruchsimmissionen im Umfeld des Schweinestalls nach 
wie vor übermässig seien, weshalb vom Beschwerdegeg-
ner eine Emissionserklärung verlangt wurde. 

- Am 18. Mai 2020 beschloss der Beschwerdegegner, die 
Geruchssituation beim Schweinestall durch Agroscope 
neu überprüfen zu lassen.  

- Mit Gemeinderatsbeschluss vom 18. Mai 2020 wurden im 
Budget für das Jahr 2021 finanzielle Mittel für die Über-
prüfung der Geruchssituation beim Schweinemastbetrieb 
bereitgestellt. 

 

Aus all diesen Verfügungen lässt sich ableiten, dass selbst der Be-

schwerdegegner die Geruchemissionen auch noch nach der Sanie-

rungsverfügung vom 2. März 2010 als unzumutbar eingestuft hat. Den-

noch hat der Beschwerdegegner bis heute nichts weiter unternom-

men, um die Emissionssituation beim umstrittenen Schweinemaststall 

nachhaltig zu verbessern.  

 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 85/2021), Seite 26/29 

 

2.7 Ein weiterer Hinweis darauf, dass die Geruchssituation um den 

Schweinemastbetrieb nach wie vor sehr problematisch ist, ergibt sich 

aus dem Amtsbericht des AFU vom 22. September 2021. Demnach 

liegen zwischen der Funktionsweise von Luftwaschanlagen und Bio-

waschanlagen immense Unterschiede. Im Gegensatz zu einer Bio-

waschanlage wasche eine Luftwaschanlage lediglich die wasserlösli-

chen Abluftinhaltsstoffe, namentlich Ammoniak, aus. Die meisten (und 

zwar nahezu alle) Geruchsstoffe seien jedoch kaum, jedenfalls aber 

wesentlich schlechter wasserlöslich als Ammoniak. Aufgrund der 

schlechteren Wasserlöslichkeit stelle die Abscheidung dieser Ge-

ruchsstoffe das weitaus grössere Problem dar als die Abscheidung 

von Ammoniak. Biofilter (oder Biowäscher) seien deshalb für den Ge-

ruchsabbau wesentlich besser geeignet als blosse Luftwäscher. Das 

zeige sich auch daran, dass nach den FAT-Richtlinien bei der Berech-

nung des Mindestabstands ein Korrekturfaktor von 0,3 nur dann ein-

gerechnet werden dürfe, wenn ein Tierhaltungsbetrieb über einen  

Biowäscher oder einen Biofilter verfüge. Das AFU sei bei seiner Ver-

fügung über Gewässerschutzmassnahmen vom 8. Juli 2010 (betref-

fend den Einbau des Luftwäschers) davon ausgegangen, dass der Be-

schwerdebeteiligte einen Luftwäscher mit einer biologischen Reini-

gungsstufe einzubauen beabsichtige. Bevor nun weitere, aufwändige 

Messungen in Auftrag gegeben oder andere, zurzeit noch wenig be-

kannte und kaum erprobte Methoden der Geruchsverminderung ge-

prüft und angewendet würden, sei vorab zu klären, ob die bestehende 

Luftwaschanlage im umstrittenen Schweinemaststall tatsächlich über 

eine biologische Reinigungsstufe verfüge und – falls dies der Fall sein 

sollte – ob die Anlage auch funktionstüchtig sei. Das AFU gehe jeden-

falls davon aus, dass mit einer blossen Luftwaschanlage ohne (bzw. 

ohne funktionstüchtiger) biologischer Reinigungsstufe die geltenden 

Anforderungen von Anhang 2 Ziff. 51 in Verbindung mit Art. 3 Abs. 2 

Bst. a LRV und der FAT-Richtlinien (auch gegenüber Wohnbauten in 

der Landwirtschaftszone) nicht eingehalten werden könnten. Inzwi-

schen hat der Beschwerdebeteiligte mit Vernehmlassung vom 13. Ok-

tober 2021 bestätigt, dass seine Luftwaschanlage über keine biologi-

sche Reinigungsstufe verfüge. 

 

2.8 Ein weiteres Indiz für die problematische Geruchssituation liegt 

im Standort des Schweinemastbetriebs begründet. Wie im Bericht 

L.___ ausgeführt wird, treten im W.___ in Y.___ in erster Linie lokale 

Westwinde auf. Diese tragen die senkrecht über dem Dach ausgebla-

sene Abluft nach Osten, direkt zu den Wohnhäusern der Beschwerde-

führer. Aufgrund der kurzen Distanz zu den Wohnhäusern wird die Ab-

luft dabei unterwegs nicht hinreichend verdünnt. Aus diesem Grund ist 

es leicht nachvollziehbar, dass östlich des Schweinemastbetriebs, so-

gar noch ausserhalb des Mindestabstands gemäss FAT-Richtlinien, 

starke Geruchsbelästigungen auftreten können (vgl. FAT-Richtlinien 

Nr. 476, S. 9).  

 

2.9 Unter all diesen Umständen ist schwer nachvollziehbar, weshalb 

der Beschwerdegegner seit nunmehr sechs Jahren keine Überprüfung 

der Geruchssituation mehr veranlasst hat. Zwar ist er – wie sich aus 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 85/2021), Seite 27/29 

 

den vorstehend aufgeführten Verfügungen ergibt – selbst davon aus-

gegangen, dass nach wie vor übermässige Geruchsemissionen auf-

treten und der Mastbetrieb allenfalls sogar eingestellt werden muss, 

wenn die Emissionen nicht reduziert werden können. Trotzdem ist der 

Beschwerdegegner seit der Übernahme des Betriebs durch den Be-

schwerdebeteiligten im Jahr 2009 nie von sich aus tätig geworden, 

sondern hat immer nur auf Klagen der Beschwerdeführer und von an-

deren Anwohnern des Schweinemastbetriebs reagiert. Zudem hat er 

es dabei belassen, beim Beschwerdebeteiligten Lösungsvorschläge 

einzufordern, anstatt selbst konkrete Massnahmen zu verfügen. Auch 

in der Rekursvernehmlassung vom 20. Juli 2021 bringt der Beschwer-

degegner wieder vor, es sei für ihn unbestritten, dass die Situation am 

Schweinemastbetrieb nochmals fundiert überprüft werden müsse. 

Deshalb seien auch bereits Fr. 25'000.– ins Budget für das Jahr 2021 

eingestellt worden. Weil eine Messung aber noch keine bessere Luft 

mache, sei es sinnvoller, vorerst den Einsatz und die Wirkung des Pro-

dukts "Q.___" abzuwarten. Sollte die wiederholte Anwendung dieses 

Produkts keine Verbesserung bringen, würden Messungen veranlasst. 

Damit zeigt sich zusammenfassend, dass dem Beschwerdegegner zu 

Recht eine formelle Rechtsverweigerung vorgeworfen wird. Der Be-

schwerdegegner hat es zu Unrecht unterlassen, eine verbindliche Ent-

scheidung über die Immissionsklagen zu treffen und die für die Beur-

teilung notwendigen Abklärungen anzuordnen. Es ist festzustellen, 

dass die Sanierung des Schweinemastbetriebs über Gebühr ver-

schleppt worden ist und die Gesamtheit der Verfahrensdauer nicht 

mehr angemessen ist. Entsprechend ist die Rechtsverweigerungsbe-

schwerde begründet und damit gutzuheissen. 

 

3.  

Im Fall der Gutheissung einer Rechtsverweigerungsbeschwerde wird 

die Sache in der Regel mit verbindlichen Weisungen an die Vorinstanz 

zurückgewiesen (T. ZOGG/J.WYSS, in: Rizvi/Schindler/Cavelti [Hrsg.], 

Praxiskommentar zum Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege 

(VRP), Zürich/St.Gallen 2020, Art. 88 N 11).  

 

Der Beschwerdegegner ist anzuweisen, innert 30 Tagen nach Rechts-

kraft dieses Entscheids durch einen Experten überprüfen zu lassen, 

ob die im Jahr 2011 eingebaute Luftwaschanlage funktionstüchtig und 

in der Lage ist, eine Reduktion der Gerüche aus der Stallabluft um 

mindestens 80 % sicherzustellen, wie das gemäss rechtskräftiger Ver-

fügung vom 10. April 2012 notwendig ist. Sollte diese Überprüfung er-

geben, dass die Luftwaschanlage die Gerüche aus der Stallabluft nicht 

um mindestens 80 % reduzieren kann, ist – trotz bereits erfolgter Teil-

sanierung – weiterhin von übermässigen Geruchsimmissionen im Sinn 

von Art. 2 Abs. 5 LRV auszugehen. In diesem Fall hätte der Beschwer-

degegner innert weiterer 30 Tage nach Erhalt der Expertise den Ein-

bau eines Biofilters (bzw. Biowäschers) oder einer (zusätzlichen) bio-

logischen Reinigungsstufe im Schweinemaststall auf Grundstück 

Nr. 001 zu verfügen oder den Mastbetrieb stillzulegen. 

  

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 85/2021), Seite 28/29 

 

 

4.  

4.1 Nach Art. 95 Abs. 1 VRP hat in Streitigkeiten jener Beteiligte die 

Kosten zu tragen, dessen Begehren ganz oder teilweise abgewiesen 

werden. Die Entscheidgebühr für das Beschwerdeverfahren beträgt 

Fr. 3'000.– (Nr. 20.13.01 des Gebührentarifs für die Kantons- und Ge-

meindeverwaltung, sGS 821.5). Dem Ausgang des Verfahrens ent-

sprechend wären die amtlichen Kosten der Politischen Gemeinde 

Z.___ aufzuerlegen. Auf deren Erhebung ist jedoch zu verzichten (Art. 

95 Abs. 3 VRP). 

 

4.2 Der von A.___ am 28. Juni 2021 geleistete Kostenvorschuss 

von Fr. 1'800.– ist zurückzuerstatten. 

 

5.  

Beschwerdeführer und Beschwerdebeteiligter stellen im Verfahren Be-

gehren um Ersatz der ausseramtlichen Kosten. 

 

5.1 Im Beschwerdeverfahren werden ausseramtliche Kosten ent-

schädigt, soweit sie auf Grund der Sach- und Rechtslage notwendig 

und angemessen erscheinen (Art. 98 Abs. 2 VRP). Die ausseramtliche 

Entschädigung wird den am Verfahren Beteiligten nach Obsiegen und 

Unterliegen auferlegt (Art. 98bis VRP). Die Vorschriften der Schweize-

rischen Zivilprozessordnung (SR 272; abgekürzt ZPO) finden sachge-

mäss Anwendung (Art. 98ter VRP). 

 

5.2 Nicht anwaltlich vertretene Verfahrensbeteiligte haben grund-

sätzlich mangels eines besonderen Aufwands keinen Anspruch auf 

eine ausseramtliche Entschädigung (Art. 98ter VRP in Verbindung mit 

Art. 95 Abs. 3 Bst. c ZPO). Dass ihnen gleichwohl ersatzfähige Kosten 

für Umtriebe erwachsen, ist ungewöhnlich und bedarf deshalb einer 

besonderen Begründung. Eine Umtriebsentschädigung erfolgt somit 

nur ausnahmsweise, insbesondere wenn es sich um eine komplizierte 

Sache mit hohem Streitwert handelt, wenn der getätigte Aufwand er-

heblich ist und zwischen dem betrieblichen Aufwand und dem Ergeb-

nis der Interessenwahrung ein vernünftiges Verhältnis besteht. Nicht 

anwaltlich vertretenen Personen spricht das Bau- und Umweltdepar-

tement lediglich eine Umtriebsentschädigung ohne Bezugnahme auf 

den Anwalts- oder einen anderen Branchentarif zu, und zwar praxis-

gemäss in der Höhe von Fr. 300.– bis Fr. 500.– (vgl. VerwGE 

B 2013/178 vom 12. Februar 2014 Erw. 4.3 ff. und 5 ff., zusammenge-

fasst in: Baudepartement SG, Juristische Mitteilungen 2014/I/6). 

 

Weil die nicht anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer nicht begrün-

den, weshalb ihnen eine Umtriebsentschädigung geschuldet sein soll, 

ist ihr Antrag abzuweisen.  

 

5.3 Da der Beschwerdebeteiligte mit seinen Anträgen unterliegt, hat 

er von vornherein keinen Anspruch auf eine ausseramtliche Entschä-

digung. Sein Begehren ist deshalb abzuweisen. 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 85/2021), Seite 29/29 

 

Entscheid 

1.  

a) Die Rechtsverweigerungsbeschwerde von A.___ sowie B.___, 

alle Y.___, wird im Sinn der Erwägungen gutgeheissen. 

 

b) Der Gemeinderat Z.___ wird angewiesen, innert 30 Tagen nach 

Rechtskraft dieses Entscheids durch einen Experten überprüfen zu 

lassen, ob die im Jahr 2011 eingebaute Luftwaschanlage funktions-

tüchtig und in der Lage ist, eine Reduktion der Gerüche aus der 

Stallabluft um mindestens 80 % sicherzustellen. Sollte diese 

Überprüfung ergeben, dass die Luftwaschanlage die Gerüche aus der 

Stallabluft nicht um mindestens 80 % reduzieren kann, ist innert 

weiterer 30 Tage nach Erhalt der Expertise der Einbau eines Biofilters 

im Schweinemaststall auf Grundstück Nr. 001 zu verfügen oder der 

Mastbetrieb stillzulegen.  

 

2.  

a) Auf die Erhebung der amtlichen Kosten in der Höhe von 

Fr. 3'000.– bei der Politischen Gemeinde Z.___ wird verzichtet. 

 

b) Der am 28. Juni 2021 von A.___ geleistete Kostenvorschuss 

von Fr. 1'800.– wird zurückerstattet. 

 

3.  

a) Das Begehren von A.___ sowie B.___ um Zusprache einer Um-

triebsentschädigung wird im Sinn der Erwägungen abgewiesen. 

 

b) Das Begehren von C.___, S.___, um Ersatz der ausseramtli-

chen Kosten wird abgewiesen.  

 

 

 

Die Vorsteherin 

 

 

 

Susanne Hartmann 

Regierungsrätin 

	Publikationsplattform
	Kanton St.Gallen und St.Galler Gemeinden
	BUDE 2021 Nr. 085
	Art. 88 Abs. 2 Bst. a VRP. Werden der zuständigen Behörde im Rahmen einer Immissionsklage übermässige Geruchsemissionen aus einem Betrieb angezeigt, hat die Behörde die Pflicht, den Sachverhalt innert nützlicher Frist zu prüfen und zu handeln. Dabei reicht es nicht aus, beim Immissionsbeklagten lediglich Lösungsvorschläge einzufordern. Unterlässt es die Behörde, die für die Beurteilung notwendigen Abklärungen anzuordnen und eine verbindliche Entscheidung über die Immissionsklage zu treffen, begeht sie eine formelle Rechtsverweigerung (Erw. 2.9).