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**Case Identifier:** 5231dc1b-8ba8-50c2-9371-284e049638d1
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-04-12
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 12.04.2024 200 2023 713
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2023-713_2024-04-12.pdf

## Full Text

200 23 713 IV
FUE/FRN/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 12. April 2024

Verwaltungsrichter Furrer, Kammerpräsident
Verwaltungsrichterin Wiedmer, Verwaltungsrichterin Frey
Gerichtsschreiberin Franzen

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 7. September 2023

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. April 2024, IV/23/713, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1960 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
bezog nach einer schweren Quetschverletzung der rechten Hand vom 
11. Februar 1987 mit Wirkung ab 1. Februar 1988 Rentenleistungen der 
Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) in unterschiedlicher Höhe (Ak-
ten der IV [act. II] 1.1 S. 125). Mit Verfügung vom 12. Juni 2014 hob die IV-
Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) die zuletzt ausgerichtete halbe 
IV-Rente revisionsweise per Ende Juli 2014 auf (act. II 9, 71). 

Auf eine Neuanmeldung vom Juli 2016 (act. II 72) trat die IVB mit unange-
fochten gebliebener Verfügung vom 6. Oktober 2016 mangels einer geltend 
gemachten Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse nicht ein 
(act. II 84). 

Im Juni 2017 meldete sich der Versicherte erneut bei der IVB zum Leis-
tungsbezug an (act. II 87). Mit Verfügung vom 5. Dezember 2017 (act. II 
100) trat die IVB auf das Leistungsbegehren nicht ein. Hiergegen erhob der 
Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. B.________, 
Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Bern (act. II 102), wor-
aufhin die IVB die Verfügung vom 5. Dezember 2017 am 19. Februar 2018 
wiedererwägungsweise aufhob (act. II 104). In der Folge nahm sie erwerb-
liche und medizinische Abklärungen vor. Mit Mitteilung vom 15. Januar 
2019 (act. II 136) verneinte sie den Anspruch auf Eingliederungsmassnah-
men wegen einer anstehenden Schulteroperation (vgl. act. II 142). Auf 
Empfehlung des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD; Akten der IV [act. 
IIA] 201) ordnete die IVB eine polydisziplinäre Begutachtung an (Gutachten 
der MEDAS C.________ vom 1. Mai 2022 [act. IIA 217.1-9]). Mit Vorbe-
scheid vom 27. Juli 2022 (act. IIA 228) stellte die IVB die Gewährung einer 
rückwirkend abgestuften Rente in Aussicht. Hiergegen erhob der Versicher-
te Einwand (act. IIA 229), woraufhin die IVB weitere medizinische Ab-
klärungen vornahm. Mit Vorbescheid vom 26. April 2023 (act. IIA 278) stell-
te die IVB die Zusprache einer halben IV-Rente vom 1. Dezember 2017 bis 
30. April 2019 und einer ganzen IV-Rente ab 1. Mai 2019 in Aussicht. Da-

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mit zeigte sich der Versicherte nicht einverstanden (act. IIA 281). Am 7. 
September 2023 verfügte die IVB dem Vorbescheid entsprechend (act. IIA 
288).

B.

Hiergegen erhob der Versicherte, nach wie vor vertreten durch Rechtsan-
wältin Dr. iur. B.________, mit Eingabe vom 16. Oktober 2023 Beschwerde 
mit dem folgenden Antrag:

Es sei dem Beschwerdeführer spätestens ab August 2016 bis 30. April 
2019 bereits eine ganze Rente der IV zuzusprechen, eventualiter sei dem 
Beschwerdeführer ab August 2016 mindestens eine Dreiviertelsrente, sub-
eventualiter eine halbe Rente zuzusprechen.

-Unter Kostenfolge- 

Mit Beschwerdeantwort vom 17. November 2023 schloss die Beschwerde-
gegnerin auf Abweisung der Beschwerde. 

Mit prozessleitender Verfügung vom 20. November 2023 bat der Instrukti-
onsrichter Rechtsanwältin Dr. iur. B.________, bis am 4. Dezember 2023 
eine Kostennote einzureichen. Mit prozessleitender Verfügung vom 21. 
Dezember 2023 stellte der Instruktionsrichter fest, dass Dr. iur. B.________ 
weder ein Fristerstreckungsgesuch noch eine Kostennote eingereicht habe. 
Er erwog, eine allfällige Parteientschädigung würde folglich nach gerichtli-
chem Ermessen pauschal festgesetzt. Ferner schloss er das Beweisverfah-
ren. 

Am 3. Januar 2024 ging beim Gericht eine Eingabe des Beschwerdeführers 
mit weiteren Ausführungen und einer Kostennote ein.

Mit prozessleitender Verfügung vom 3. Januar 2024 erwog der Instruktions-
richter, mit Verfügung vom 19. Dezember 2023 habe die IV-Stelle die Ver-
fügung vom 7. September 2023 mit der Begründung ersetzt, im Jahr 2016 
seien die Beiträge als Selbständigerwerbender infolge Beitragsverrechnung 
höher ausgefallen. Die Verfügung vom 19. Dezember 2023 weiche lediglich 
in betraglicher Hinsicht – zu Gunsten des Beschwerdeführers – von der 

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früheren Verfügung ab. Des Weiteren führte der Instruktionsrichter aus, 
weil Dr. iur. B.________ – trotz unzähliger Ermahnungen durch das ange-
rufene Gericht und einer Bussenauferlegung vom 19. Juli 2023 – auch im 
vorliegenden Verfahren ihr Verhalten nicht geändert und die richterlich an-
gesetzte Frist für die Einreichung der Kostennote wiederum ignoriert habe, 
beabsichtige er, ihr eine Ordnungsbusse aufzuerlegen. Es stehe ihr frei, bis 
am 17. Januar 2024 dazu Stellung zu nehmen, was diese am 18. Januar 
2024 tat. 

Mit prozessleitender Verfügung vom 22. Januar 2024 auferlegte der In-
struktionsrichter Dr. iur. B.________ eine Ordnungsbusse von Fr. 500.--.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-

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tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsgegenstand bildet die Verfügung vom 7. September 
2023 (act. IIA 288). In anfechtungs- und streitgegenständlicher Hinsicht 
liegt ein Rechtsverhältnis vor, wenn rückwirkend eine abgestufte und/oder 
befristete IV-Rente zugesprochen wird. Wird nur die Abstufung oder die 
Befristung der Leistungen angefochten, wird damit die richterliche Überprü-
fungsbefugnis nicht in dem Sinne eingeschränkt, dass die unbestritten ge-
bliebenen Rentenbezugszeiten von der richterlichen Prüfung ausgenom-
men blieben (BGE 125 V 413; SVR 2019 IV Nr. 32 S. 100 E. 3.2; AHI 2001 
S. 278 E. 1a). Streitig und zu prüfen ist demnach der Anspruch auf eine 
Invalidenrente, unter Einschluss der von 1. Dezember 2017 bis 30. April 
2019 zugesprochenen halben und der ab 1. Mai 2019 zugesprochenen 
ganzen Invalidenrente. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Am 1. Januar 2022 sind die Änderungen vom 19. Juni 2020 des IVG 
(Weiterentwicklung der IV) und weiterer Erlasse (insbesondere des ATSG) 
in Kraft getreten (AS 2021 705). In zeitlicher Hinsicht sind – vorbehältlich 
besonderer übergangsrechtlicher Regelungen – grundsätzlich diejenigen 
Rechtssätze massgeblich, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden 
oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 147 V 
156 E. 7.2.1 S. 159, 146 V 364 E. 7.1 S. 371). Zwar datiert die angefochte-
ne Verfügung vom 7. September 2023 (act. IIA 288), womit sie nach dem 
Inkrafttreten der IVG-Änderung vom 19. Juni 2020 erging. Indessen liegen 
der frühest mögliche Zeitpunkt der potentiellen Entstehung des Rentenan-
spruchs (vgl. E. 4.2 hiernach) sowie sämtliche Revisionsgründe (vgl. E. 4.4 

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hiernach) vor dem 1. Januar 2022, weshalb die Bestimmungen des IVG 
und diejenigen der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenver-
sicherung (IVV; SR 831.201) in der bis 31. Dezember 2021 gültigen Fas-
sung (fortan: aArt.) massgebend sind (vgl. auch Ziff. 9100 f. des Kreis-
schreibens über Invalidität und Rente in der Invalidenversicherung [KSIR]; 
zur Bedeutung von Verwaltungsweisungen vgl. BGE 147 V 79 E. 7.3.2 
S. 82, 146 V 224 E. 4.4.2 S. 228). 

2.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss aArt. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

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Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG frühestens nach 
Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs 
nach Art. 29 Abs. 1 ATSG. 

2.4 Eine versicherte Person hat nach Art. 32 Abs. 1 IVG Anspruch auf 
eine Übergangsleistung, wenn sie im Laufe der drei auf die Herabsetzung 
oder Aufhebung einer Rente folgenden Jahre zu mindestens 50 % arbeits-
unfähig wird (lit. a), die Arbeitsunfähigkeit mindestens 30 Tage gedauert 
hat und weiter andauert (lit. b) und sie vor Herabsetzung oder Aufhebung 
der Rente an Massnahmen zur Wiedereingliederung nach Art. 8a IVG teil-
genommen hat oder die Rente wegen der Wiederaufnahme einer Erwerbs-
tätigkeit oder der Erhöhung des Beschäftigungsgrades herabgesetzt oder 
aufgehoben wurde (lit. c). 

Der Anspruch auf eine Übergangsleistung entsteht am Anfang des Monats, 
in welchem die Voraussetzungen nach Abs. 1 erfüllt sind. Er erlischt 
spätestens am Ende des Monats, in dem die IV-Stelle (nach Art. 34 IVG) 
über den Invaliditätsgrad entschieden hat (Art. 32 Abs. 2 und 3 IVG).  

2.5

2.5.1 Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades be-
reits einmal verweigert, so wird eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die 
versicherte Person darin glaubhaft macht, dass sich der Grad der Invalidität 
in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat (vgl. Art. 87 
Abs. 2 und 3 IVV). Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung oder das 
Revisionsgesuch ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu 
vergewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Ver-
änderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist. Stellt sie 
fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Ver-
fügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. 
Andernfalls hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die festgestellte Verände-
rung genügt, um nunmehr eine rentenbegründende (bzw. anspruchsrele-
vant höhere) Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Be-
schwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Ge-
richt (BGE 117 V 198 E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1). 

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2.5.2 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit 
den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb nicht 
nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, son-
dern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen 
(oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) 
des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert 
haben. Dazu gehört die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit aufgrund einer 
Angewöhnung oder Anpassung an die Behinderung. Ein Revisionsgrund ist 
ferner unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine andere Art der 
Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine Wandlung des 
Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 144 I 103 E. 2.1 S. 105, 141 V 9 
E. 2.3 S. 10; SVR 2021 IV Nr. 36 S. 110 E. 3.1). 

2.5.3 Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invali-
ditätsgrad erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuan-
meldungsverfahren –  analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG 
–  durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten mate-
riellen Beurteilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit 
demjenigen zur Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 
S. 112; 130 V 71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

2.5.4 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-
gebenden Tatsachenspektrums, neu und ohne Bindung an frühere Invali-
ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b 
S. 200; SVR 2021 IV Nr. 36 S. 110 E. 3.1). 

2.6 Bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten 
IV-Rente sind die für die Rentenrevision geltenden Bestimmungen analog 
anzuwenden, weil noch vor Erlass der ersten Rentenverfügung eine an-
spruchsbeeinflussende Änderung eingetreten ist mit der Folge, dass dann 
gleichzeitig die Änderung mitberücksichtigt wird. Wird rückwirkend eine 
abgestufte oder befristete Rente zugesprochen, sind einerseits der Zeit-
punkt des Rentenbeginns und anderseits der in Anwendung der Dreimo-
natsfrist von Art. 88a IVV festzusetzende Zeitpunkt der Anspruchsänderung 

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die massgebenden Vergleichszeitpunkte (BGE 133 V 263 E. 6.1 S. 263; 
SVR 2020 IV Nr. 70 S. 244 E. 4.2.2).

2.7 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG). 

2.8 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2021 IV 
Nr. 54 S. 181 E. 2.3).

 

3.

3.1 Die Beschwerdegegnerin trat auf die Neuanmeldung vom Juni 2017 
(act. II 87) ein und hat den Leistungsanspruch materiell geprüft. Praxis-
gemäss ist die Eintretensfrage durch das Gericht daher nicht zu beurteilen 
(BGE 109 V 108 E. 2b S. 114). 

Mit der Löschung der Einzelunternehmung D.________ im Juni 2016 (act. 
II 74) sowie der subtotalen Re-Ruptur der Supraspinatussehne Schulter 
(ICD-10: M75.1) rechts nach der Operation vom 27. Februar 2019 (act. IIA 
217.1 S. 14) sind offenkundig wesentliche Änderungen in erwerblicher und 
medizinischer Hinsicht seit der Verfügung vom 12. Juni 2014 (act. II 71) 
eingetreten, weshalb der Leistungsanspruch vorliegend in rechtlicher und 
tatsächlicher Hinsicht allseitig zu prüfen ist (vgl. E. 2.5.4 hiervor). 

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3.2 Das polydisziplinäre MEDAS C.________-Gutachten vom 1. Mai 
2022 (act. IIA 217.1-9) basiert auf Untersuchungen in den Fachbereichen 
Neurologie, Psychiatrie, Allgemeine Innere Medizin, Rheumatologie sowie 
Handchirurgie. Im interdisziplinären Konsens stellten die Gutachter folgen-
de Diagnosen (act. IIA 217.1 S. 14 f.):

Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:

• Persistente hochgradige Funktionseinbusse der gesamten rechten 
Hand mit/bei
- Status nach schwerer Quetschverletzung (ICD-10: S66.4) am 

11.02.1987 mit Zerfetzung der Thenarmuskulatur und Mehrfrag-
mentfraktur des Metacarpale II proximal, sowie Sprengung des Sat-
telgelenkes

- Status nach ausgedehnter Wundrevision, Debridement, Spaltung 
Carpaltunnel, Naht und Spickung des Sattelgelenkes, Plattenosteo-
synthese MC II, ausgedehnte Wundversorgung am 11.02.1987

- Status nach Metallentfernung Metacarpale II, Kommissurrelease und 
Brandplastik mit VHT, Transfer Ext. ind. proprius auf opponensroute 
am 22.6.1987

- Status nach Entfernung eines versenkten Kirschnerdrahtes am 
17.8.1987

- Status nach Revision und Arthrolyse Daumengrundgelenk, Sattelge-
lenksprothese. Brandplastik mit VCR am 21.9.1987

- Status nach Daumensattelgelenksrevision, Prothesenentfernung, 
Modellierung der Basismetacarpale 1, Narbeninterpositionsarthro-
plastik am 30.10.1989

- Revision des ehemaligen Sattelgelenkes, der Basis des Metacarpale 
II sowie des carpo-metacarpalen Überganges, stellungskorrigieren-
de Arthrodesierung Metacarpale I zu Metacarpale II, unter Einbrin-
gung eines Knochenblockes am 05.05.1992

- Entwicklung einer Patrapezial-Arthrose
• Subtotale Re-Ruptur der Supraspinatussehne Schulter (ICD-10: M75.1) 

rechts mit/bei 
- Status nach Supraspinatussehnennaht sowie Bizepssehnentenoto-

mie/-tenodese und Resektion der lateralen Clavicula mit subacro-
mialer Dekompression Schulter rechts am 27.02.2019 mit/bei

- Status nach vollständiger Ruptur der Supraspinatussehne sowie AC-
Gelenksarthrose Schulter rechts

Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:

• Metabolisches Syndrom (ICD-10: E88.8)
- Arterielle Hypertonie
- Adipositas, WHO Grad II, BMI 35.6 kg/m2
- Dyslipidämie
- Hyperurikämie
- Verdacht auf Diabetes mellitus, HbA1c 6.1 %

• Prostatahyperplasie

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• Rein sensible Affektion des N. medianus rechts bezüglich des Dig. I 
(ICD-10-G56.1) mit/bei

- Höchstwahrscheinlich aufgetreten im Rahmen des Traumas 
von 1987

- Insgesamt als Residualzustand anzunehmen

Die Dres. med. E.________, Facharzt für Neurologie, F.________, Fach-
arzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie G.________, Fachärztin für 
Allgemeine Innere Medizin, stellten keine Diagnosen mit Auswirkung auf 
die Arbeitsfähigkeit (act. IIA 217.2 S. 18, 217.3 S. 10, 217.4 S. 17). 

Dr. med. H.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumato-
logie des Bewegungsapparates, führte im rheumatologischen Teilgutachten 
vom 16. Februar 2022 (act. IIA 217.5) aus, die Einschränkung der rechten 
Hand / des rechten Unterarms werde im handchirurgischen Gutachten ge-
würdigt. Auf sonst orthopädisch / rheumatologischem Gebiet belaste die 
Reruptur der Supraspinatussehne nach der Operation vom 27. Februar 
2019. Die rechte Schulter sei eingeschränkt in ihrer Beweglichkeit und kön-
ne im Allgemeinen nur bis knapp unter die Horizontale aktiv angehoben 
werden. Rotationsbewegungen und weiteres Anheben der rechten Schulter 
führten zu Beschwerden und verminderter Kraftentfaltung (act. IIA 217.5 S. 
17). Die schwere Tätigkeit als … im … sei somit auf unabsehbare Zeit nicht 
möglich. Tätigkeiten unterhalb der Horizontalen seien im Allgemeinen mit 
der rechten Schulter im mittleren bis leichten Bereich zu 100 % möglich 
(act. IIA 217.5 S. 18 f.).

Dr. med. I.________, Facharzt für Chirurgie, führte im handchirurgischen 
Teilgutachten vom 21. Januar 2022 (act. IIA 217.6) aus, der Beschwerde-
führer habe sich am 11. Februar 1987 eine schwere Quetschverletzung mit 
der Verletzung der Thenarmuskulatur und Mehrfragmentfraktur des Meta-
carpale II proximal sowie Sprengung des Daumensattelgelenkes zugezo-
gen. In den darauffolgenden Monaten und Jahren seien weitere operative 
Massnahmen im Zusammenhang mit der Quetschverletzung erfolgt. Es 
finde sich eine schwerwiegende relevante funktionelle Einschränkung für 
die rechte Hand. Die Greiffunktion unter Einbezug des rechten Daumens 
sei aufgehoben. Die Greiffunktion könne nur noch durch die Langfinger der 
rechten Hand bewerkstelligt werden. Feinmotorische Fähigkeiten könnten 
an die rechte Hand nicht mehr gestellt werden (act. IIA 217.6 S. 38). Ab 

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Unfalldatum (11. Februar 1987) sei der Beschwerdeführer als vollständig 
arbeitsunfähig zu bezeichnen in der angestammten Tätigkeit als … im …. 
Eine angepasste Tätigkeit müsste folgende Merkmale aufweisen: Die 
Tätigkeit sollte wechselbelastend (alternierend im Sitzen, Gehen und Ste-
hen) verrichtet werden. Die Tätigkeit sollte nicht über Brust-, Schulter- oder 
Kopfhöhe verrichtet werden (act. IIA 217.6 S. 41). Arbeiten auf …, …, … 
oder … seien zum Selbstschutz und zum Schutz anderer ausgeschlossen. 
Die Tätigkeit sollte keine Ansprüche an die Grob- und Feinmotorik der rech-
ten Hand stellen. Der Beschwerdeführer sollte keine Lasten heben, tragen 
und bewegen (körpernah/-fern, bis Taillen-/Brusthöhe, Gewichte von max. 
5 kg rechts). Weiter sollte er keine gefährlichen/schweren/vibrierenden … 
bedienen. Zumutbar sei eine leichte Tätigkeit. Die maximale Präsenz be-
trage acht Stunden pro Tag. Es bestehe eine Leistungsminderung während 
dieser Anwesenheit von 50 % aufgrund der funktionellen Einschränkungen 
im Bereich der rechten Hand in Bezug auf die Grobmotorik und Feinmoto-
rik. Die rechte Hand könne nur als Helferhand eingesetzt werden (act. IIA 
217.6 S. 42). 

In der polydisziplinären Gesamtbeurteilung führten die Gutachter aus, in 
der angestammten Tätigkeit bestehe seit dem Unfall vom 11. Februar 1987 
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. In einer Verweistätigkeit bestehe seit dem 
1. Januar 1993 (Endzustand der rechten Hand) eine 50%ige Arbeitsun-
fähigkeit. Unterbrochen werde diese Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätig-
keit durch die Erkrankung der rechten Schulter. Eine vollständige Arbeits-
unfähigkeit habe ab dem 27. Februar 2019 (Operationsdatum) bis zum 1. 
September 2019 (Ende der Erholungsphase) bestanden (act. IIA 217.1 S. 
18). Die Verhaltensbeobachtung anlässlich der Evaluation der funktionellen 
Leistungsfähigkeit vom 17. März 2022 sei gut gewesen. Die beobachtete 
Leistungsfähigkeit liege bei einer leichten Arbeit (act. IIA 217.1 S. 15). 

3.3 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. April 2024, IV/23/713, Seite 13

ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352). 

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352). Der Beweiswert eines zwecks Rentenrevision – bzw. im 
neuanmeldungsrechtlichen Kontext – erstellten Gutachtens hängt folglich 
wesentlich davon ab, ob es sich ausreichend auf das Beweisthema – er-
hebliche Änderung(en) des Sachverhalts – bezieht (vgl. SVR 2018 IV 
Nr. 13 S. 40 E. 4.2 und 4.2.1).

Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen Spezia-
lärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchun-
gen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörte-
rung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Be-
weiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 
E. 1.3.4 S. 227, 135 V 465 E. 4.4 S. 470, 125 V 351 E. 3b bb S. 353; SVR 
2020 IV Nr. 71 S. 246 E. 2.2).

3.4 Die Beschwerdegegnerin hat sich in der angefochtenen Verfügung 
vom 7. September 2023 (act. IIA 288) massgeblich auf das polydisziplinäre 
MEDAS C.________-Gutachten vom 1. Mai 2022 (act. IIA 217.1-9) ge-
stützt. Dieses erfüllt die von der höchstrichterlichen Rechtsprechung an den 
Beweiswert einer Expertise gestellten Anforderungen und überzeugt. Ins-
besondere basieren die Beurteilungen auf umfassenden Untersuchungen, 
berücksichtigen die geklagten Beschwerden und wurden in Kenntnis und 
nach Auseinandersetzung mit den Vorakten erstattet. Sie leuchten in der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. April 2024, IV/23/713, Seite 14

Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 
medizinischen Situation ein. Folglich kommt dem Gutachten voller Beweis-
wert zu (vgl. E. 3.3 hiervor). 

3.4.1 In handchirurgischer Hinsicht ging Dr. med. I.________ nachvoll-
ziehbar und überzeugend davon aus, dass aufgrund der schweren 
Quetschverletzung vom 11. Februar 1987 mit Zerfetzung der Thenarmus-
kulatur und Mehrfragmentfraktur des Metacarpale II proximal, sowie Spren-
gung des Sattelgelenkes in der angestammten Tätigkeit als … im … eine 
vollständige Arbeitsunfähigkeit besteht (act. IIA 217.6 S. 37, 41). Das von 
Dr. med. I.________ negativ und positiv umschriebene Zumutbarkeitsprofil 
steht in Einklang mit den Ergebnissen der EFL (act. IIA 217.6 S. 41 f., 
217.9 S. 2). Zumutbar ist eine leichte wechselbelastende Tätigkeit während 
acht Stunden pro Tag. Dabei besteht eine Leistungsminderung von 50 % 
aufgrund der funktionellen Einschränkungen im Bereich der rechten Hand 
in Bezug auf die Grob- und Feinmotorik. Die rechte Hand kann nur als Hel-
ferhand eingesetzt werden (act. IIA 217.6 S. 42).

Unterbrochen wurde diese Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit durch 
die Reruptur der Supraspinatussehne der rechten Schulter nach der Opera-
tion vom 27. Februar 2019. Diesbezüglich führte Dr. med. H.________ im 
rheumatologischen Teilgutachten schlüssig aus, dass eine vollständige 
Arbeitsunfähigkeit ab dem 27. Februar 2019 (Operationsdatum) bis zum 1. 
September 2019 (Ende der Erholungsphase) bestand (act. IIA 217.1 S. 18). 
Anschliessend waren im Zusammenhang mit der rechten Schulter Tätigkei-
ten unterhalb der Horizontalen im mittleren bis leichten Bereich möglich 
(act. IIA 217.5 S. 18 f.).

3.4.2 Die Gutachter legten überdies überzeugend und nachvollziehbar 
dar, dass in neurologischer, psychiatrischer sowie allgemeinmedizinischer 
Hinsicht keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vorliegen 
(act. IIA 217.2 S. 18, 217.3 S. 10, 217.4 S. 17). 

3.4.3 Zusammenfassend ist gestützt auf das MEDAS C.________-
Gutachten vom 1. Mai 2022 (act. IIA 217.1-9) unbestrittenermassen erstellt, 
dass in der angestammten Tätigkeit seit dem 11. Februar 1987 (Unfallda-
tum) eine volle Arbeitsunfähigkeit besteht. In einer Verweistätigkeit besteht 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. April 2024, IV/23/713, Seite 15

seit dem 1. Januar 1993 eine 50%ige Arbeits- und Leistungsfähigkeit. Un-
terbrochen wurde diese Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit durch die 
Erkrankung der rechten Schulter. Eine vollständige Arbeitsunfähigkeit be-
stand vom 27. Februar bis 1. September 2019 (act. IIA 217.1 S. 18). Ge-
stützt darauf ist nachfolgend die Invaliditätsbemessung vorzunehmen. 

4.

4.1

4.1.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft. Die Ermittlung des Valideneinkommens hat 
so konkret wie möglich zu erfolgen (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 
322 E. 4.1 S. 325; SVR 2022 UV Nr. 4 S. 12 E. 3.2).

4.1.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 148 V 174 E. 6.2 S. 181, 143 V 295 E. 2.2 
S. 296). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens 
keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit 
aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne 
gemäss den vom Bundesamt für Statistik (BFS) herausgegebenen Lohn-
strukturerhebungen (LSE) herangezogen werden. Dabei wird in der Regel 
der Totalwert angewendet. Praxisgemäss ist beim anhand der LSE vorge-
nommenen Einkommensvergleich sodann von der Tabellengruppe A (stan-
dardisierte Bruttolöhne) auszugehen, wobei üblicherweise auf die Tabelle 
TA1_tirage_skill_level, privater Sektor, abgestellt wird. Bei der Verwen-
dung der standardisierten Bruttolöhne ist gemäss Rechtsprechung jeweils 
vom sogenannten Zentralwert (Median) auszugehen (BGE 148 V 174 
E. 6.2 S. 181, 143 V 295 E. 2.2 S. 297). Es gilt zu berücksichtigen, dass 
gesundheitlich beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten Hilfsarbei-
tertätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und ent-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. April 2024, IV/23/713, Seite 16

sprechend einsetzbaren Arbeitnehmern lohnmässig benachteiligt sind und 
deshalb in der Regel mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen 
müssen. Diesem Umstand ist mit einem Abzug vom Tabellenlohn Rech-
nung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481).

Die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, 
hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkre-
ten Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Na-
tionalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad). Der Einfluss sämt-
licher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem Er-
messen gesamthaft zu schätzen, wobei der Abzug auf insgesamt höchs-
tens 25 % zu begrenzen ist (BGE 148 V 174 E. 6.3 S. 182, 135 V 297 
E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2018 IV Nr. 46 S. 148 E. 3.3).

Zu beachten ist, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen 
Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht zusätz-
lich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu 
einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (BGE 
148 V 174 E. 6.3 S. 182, 146 V 16 E. 4.1 S. 20; SVR 2023 IV Nr. 18 S. 64 
E. 5.2.1.1).

4.2 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-
ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 
bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3 
S. 300, 129 V 222; vgl. auch Art. 25 Abs. 2 IVV). Unter Berücksichtigung 
des Wartejahres und der Neuanmeldung vom Juni 2017 (act. II 87) ist der 
frühest mögliche Rentenbeginn hier in Anwendung von Art. 28 Abs. 1 i.V.m. 
Art. 29 Abs. 1 IVG auf den 1. Dezember 2017 festzusetzen. Auf diesen 
Zeitpunkt hin ist ein Einkommensvergleich durchzuführen.

4.3

4.3.1 Die Beschwerdegegnerin hat das Valideneinkomen anhand statisti-
scher Werte festgelegt. Sie ist dabei zu Recht von der LSE 2016, Tabelle 
TA1, Ziff. 41-43 (Baugewerbe), Männer, Kompetenzniveau 1 (Fr. 5'508.--) 
ausgegangen. Angepasst an die berufsübliche Wochenarbeitszeit von 41.3 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. April 2024, IV/23/713, Seite 17

Stunden (BFS, Betriebsübliche Wochenarbeitszeit nach Wirtschaftsabtei-
lungen, Ziff. 41-43, 2017) und indexiert auf das Jahr 2017 ergibt sich ein 
Betrag von Fr. 68'443.10 (Fr. 5'508.-- / 40 x 41.3 x 12 / 102.9 x 103.2 [No-
minallohnindex Männer 2011-2022, T1.1.10, Ziff. 41-43 {Baugewer-
be/Bau}]).

Soweit der Beschwerdeführer vorbringt, er hätte bei längerer Anwesenheit 
in der Schweiz von seinen vorhandenen Fachkenntnissen auf dem … Ge-
brauch machen können und entsprechend mehr verdient, weshalb vom 
Kompetenzniveau 2 auf dem … auszugehen sei (Beschwerde S. 9), kann 
dem nicht gefolgt werden. Für die Berücksichtigung einer beruflichen Wei-
terentwicklung müssen praxisgemäss konkrete Anhaltspunkte dafür beste-
hen, dass die versicherte Person einen beruflichen Aufstieg und ein ent-
sprechend höheres Einkommen tatsächlich realisiert hätte, wenn sie nicht 
invalid geworden wäre. Die Absicht, beruflich weiterzukommen, muss durch 
konkrete Schritte wie Kursbesuche, Aufnahme eines Studiums, Ablegung 
von Prüfungen usw. kundgetan worden sein (BGE 145 V 141 E. 5.2.1 S. 
144; SVR 2021 IV Nr. 29 S. 92 E. 2.2, 2018 IV Nr. 48 S. 153 E. 4.2). In 
concreto bestehen keine solchen konkreten Anhaltspunkte dafür, dass der 
Beschwerdeführer einen beruflichen Aufstieg und ein entsprechend höhe-
res Einkommen realisiert hätte, wenn er nicht invalid geworden wäre. 

4.3.2

4.3.2.1 Der Beschwerdeführer, der in einer angepassten Tätigkeit zu 50 % 
arbeits- und leistungsfähig ist (E. 3.4.3 hiervor), hat keine Verweisungs-
tätigkeit im zumutbaren Rahmen aufgenommen. Damit ist nicht zu bean-
standen, dass die Beschwerdegegnerin das hypothetische Invalidenein-
kommen anhand der Tabellenlöhne bestimmt hat. Mit Blick auf das Zumut-
barkeitsprofil (act. IIA 217.6 S. 41 f., 217.5 S. 18 f.) ist von der LSE 2016, 
Tabelle TA1, Total, Männer, Kompetenzniveau 1 (Fr. 5’340.--) auszugehen. 
Angepasst an die berufsübliche Wochenarbeitszeit im Jahr 2017 von 41.7 
Stunden (BFS, Betriebsübliche Wochenarbeitszeit nach Wirtschaftsabtei-
lungen, Total), indexiert auf das Jahr 2017 und unter Berücksichtigung der 
50%igen Arbeits- und Leistungsfähigkeit resultiert ein Betrag von 
Fr. 33'562.10 (Fr. 5’340.-- / 40 x 41.7 x 12 / 104.1 x 104.6 x [Nominal-
lohnindex Männer 2011-2022, T1.1.10, Total] x 0.5).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. April 2024, IV/23/713, Seite 18

4.3.2.2 Der Beschwerdeführer macht geltend, dass die Resterwerbsfähig-
keit für einen fremdsprachigen … mit diesem Zumutbarkeitsprofil und der 
zusätzlichen Leistungsminderung von 50 % realistischerweise auf dem 
ersten Arbeitsmarkt nicht mehr nachgefragt sei. Die Verlangsamung wegen 
Einarmigkeit bestehe in sämtlichen Tätigkeiten. Es handle sich bei der 
rechten Hand um die dominante Hand (Beschwerde S. 7). Die Rechtspre-
chung hat für die Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit älterer Men-
schen relativ hohe Hürden aufgestellt (Entscheid des BGer vom 25. No-
vember 2021, 8C_535/2021, E. 5.6). Der massgebende Zeitpunkt für die 
Beurteilung der Zumutbarkeit der Restarbeitsfähigkeit ist hier der 1. Mai 
2022 (Vorliegen des polydisziplinären Gutachtens; act. IIA 217.1). Dem 
Beschwerdeführer mit Jahrgang 1960 verbleibt beim damaligen Alter von 
61 Jahren und 6 Monaten noch eine mehr als dreijährige Aktivitätsdauer bis 
zum Erreichen des Referenzalters von 65 Jahren (Art. 21 Abs. 1 lit. a des 
Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1946 über die Alters- und Hinterlasse-
nenversicherung [AHVG; SR 831.10]). Zudem erfordern Hilfsarbeiten, wie 
sie für den Beschwerdeführer in Frage kommen, grundsätzlich weder (gute) 
Kennntnisse der deutschen Sprache noch eine Ausbildung (Entscheid des 
BGer vom 25. Oktober 2018, 9C_898/2017, E. 3.4). Es bestehen auf dem 
ausgeglichenen Arbeitsmarkt rechtsprechungsgemäss genügend realisti-
sche Betätigungsmöglichkeiten auch für Personen, die funktionell als Ein-
armige zu betrachten sind und überdies nur noch leichte Arbeit verrichten 
können. Es entspricht der Praxis, selbst bei faktischer Einhändigkeit zwar 
eine erheblich erschwerte Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit anzunehmen, 
gleichwohl aber sogar bei Versicherten, die ihre dominante Hand gesund-
heitlich bedingt nur sehr eingeschränkt (z.B. als unbelastete Zudienhand) 
einsetzen können – wie dies beim Beschwerdeführer der Fall ist – (act. IIA 
217.6 S. 42), einen hinreichend grossen Arbeitsmarkt mit realistischen 
Betätigungsmöglichkeiten zu unterstellen. Längst nicht alle im Arbeitspro-
zess im weitesten Sinne notwendigen Aufgaben und Funktionen im Rah-
men der Überwachung und Prüfung werden durch Computer und automati-
sierte Maschinen ausgeführt. Abgesehen davon müssen solche Geräte 
auch bedient und ihr Einsatz ebenfalls überwacht und kontrolliert werden. 
Zu denken ist etwa an einfache Überwachungs-, Prüf- und Kontrolltätigkei-
ten sowie an die Bedienung und Überwachung von (halb-) automatischen 
Maschinen oder Produktionseinheiten, die keinen Einsatz der betroffenen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. April 2024, IV/23/713, Seite 19

Hand voraussetzen (Entscheid des BGer vom 27. August 2020, 
8C_462/2020, E. 5.1). Der Zugang zum Arbeitsmarkt kann unter Berück-
sichtigung der strengen bundesgerichtlichen Praxis sowie die in Frage 
kommenden leichten Hilfsarbeitertätigkeiten, die auf dem ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt grundsätzlich altersunabhängig nachgefragt werden, nicht 
verneint werden. Nach dem Dargelegten ist die Verwertbarkeit der Restar-
beitsfähigkeit zu bejahen. 

4.3.2.3 Die Beschwerdegegnerin gewährte einen Abzug vom Tabellenlohn 
von 15 % (act. IIA 288 S. 5). Der Beschwerdeführer beantragt einen Abzug 
vom Tabellenlohn von 20-25 % (Beschwerde S. 8). Gemäss beweiskräfti-
gem MEDAS C.________-Gutachten ist der Beschwerdeführer bei ganztä-
giger Präsenzzeit in seiner Leistung um 50 % eingeschränkt (act. IIA 217.6 
S. 42), womit ein Teilzeitabzug nicht zu gewähren ist (Entscheid des BGer 
vom 12. Februar 2019, 8C_190/2019, E. 4.2). Ferner wurden die funktionel-
len Einschränkungen im Bereich der rechten Hand in Bezug auf die Grob- 
und Feinmotorik, namentlich die Verlangsamung, bereits in der Leistungs-
minderung von 50 % genügend berücksichtigt (vgl. E. 4.1.2 hiervor). Über-
dies hat der Beschwerdeführer den Tatbeweis erbracht, dass er trotz Ein-
schränkung der rechten Hand in einer ideal adaptierten Tätigkeit (im …; 
act. II 113) ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen erzielen kann, 
worauf die Beschwerdegegnerin zu Recht verwies (Beschwerdeantwort 
S. 3 Ziff. 3). Gesamthaft ist der von der Beschwerdegegnerin zugestandene 
Abzug vom Tabellenlohn von 15 % nicht zu beanstanden. Folglich beläuft 
sich das Invalideneinkommen auf Fr. 28'527.80 (Fr. 33'562.10 – 15 %).

4.3.3 Aus der Gegenüberstellung der beiden Vergleichseinkommen von 
Fr. 68'443.10 und Fr. 28'527.80 resultiert ein Invaliditätsgrad von gerundet 
(vgl. BGE 130 V 121 E. 3.2 und 3.3 S. 123) 58 %. Damit besteht ab dem 
1. Dezember 2017 Anspruch auf eine halbe IV-Rente.

Soweit der Beschwerdeführer einwendet, die Neuanmeldung sei bereits am 
19. Juli 2016 erfolgt, weshalb der Rentenanspruch spätestens im Dezem-
ber 2016 entstanden sei (Beschwerde S. 6 Ziff. II 1., Replik S. 2), scheint er 
zu verkennen, dass die Beschwerdegegnerin auf die Neuanmeldung vom 
Juli 2016 (act. II 72) mit in Rechtskraft erwachsener Verfügung vom 6. Ok-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. April 2024, IV/23/713, Seite 20

tober 2016 (act. II 84) nicht eintrat, womit ein früherer Anspruchsbeginn von 
Vornherein ausser Betracht fällt. 

Ebenfalls im Zusammenhang mit der Neuanmeldung vom Juli 2016 vertritt 
der Beschwerdeführer die Ansicht, die Beschwerdegegnerin habe die Zu-
sprache der Übergangsleistungen mit der rentenaufhebenden Verfügung 
von 2014 gemäss Art. 32 IVG übersehen. Dem kann ebenfalls nicht gefolgt 
werden. Mit der Anmeldung vom Juli 2016 (act. II 72) hat der Beschwerde-
führer in keiner Weise zu erkennen gegeben, dass er eine Übergangsleis-
tung beantragt. Nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung umfasst eine 
Anmeldung zwar alle Ansprüche, die nach Treu und Glauben mit dem an-
gemeldeten Risikoeintritt im Zusammenhang stehen (Entscheid des Bun-
desgerichts [BGer] vom 6. Mai 2013, 9C_336/2012, E. 3.2). In concreto 
liess der Beschwerdeführer jedoch namentlich die Rubrik Arbeitsunfähigkeit 
(act. II 72 S. 4 Ziff. 4.3) leer und reichte auch keine Arbeitsunfähigkeitsat-
teste oder sonstige Belege ein, die den Schluss auf eine 50%ige Arbeitsun-
fähigkeit bezogen auf die im Zeitpunkt der Rentenaufhebung ausgeübte, 
konkrete Tätigkeit (BBI 2010 1817 S. 1897 [«Ein Teilzeitpensum von 50 
Prozent, das aus gesundheitlichen Gründen nur noch zu 25 Prozent erfüllt 
werden kann, erfüllt die Voraussetzungen»]) – d.h. eine insgesamt 75%ige 
Arbeitsunfähigkeit (vgl. act. II 1.1 S. 125) – i.S.v. Art. 32 Abs. 1 lit. a und b 
IVG zugelassen hätten. Die Beschwerdegegnerin war daher nach Treu und 
Glauben nicht gehalten, diese Neuanmeldung als Gesuch um Übergangs-
leistung entgegenzunehmen. Desgleichen bestand für die Beschwerde-
gegnerin auch aufgrund der abermaligen Neuanmeldung vom Juni 2017 
(act. II 87) kein Anlass, eine Übergangsleistung zu prüfen. Dies umso we-
niger, als Dr. med. J.________, Facharzt für Handchirurgie, im kurz nach 
der Neuanmeldung eingereichten Arztbericht vom 20. Juni 2017 rapportier-
te, es läge ein «Weiterhin vollkommen unveränderter Aspekt an der rechten 
Hand» vor (act. II 88 S. 2). Sodann gaben auch der Einwand der im Sep-
tember 2017 mandatierten Rechtsvertreterin (act. II 91) vom 16. Oktober 
2017 (act. II 93) sowie die weitere Korrespondenz keinen Anlass, den An-
spruch auf eine Übergangsleistung zu prüfen, weil namentlich keine weiter-
gehende Arbeitsunfähigkeit bescheinigt wurde. Eine solche Einschätzung 
der Arbeitsunfähigkeit lag frühestens mit Bericht vom 17. Mai 2018 vor, 
wonach «aktuell» eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestehe (act. II 118 S. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. April 2024, IV/23/713, Seite 21

3). Mithin wären die Voraussetzungen gemäss Art. 32 Abs. 2 IVG allenfalls 
im Mai 2018 erfüllt gewesen, was aufgrund des Rentenanspruchs (bereits) 
ab 1. Dezember 2017 nicht abschliessend geklärt werden muss. 

4.4 Vom 27. Februar bis 1. September 2019 bestand durch die Erkran-
kung der rechten Schulter eine vollständige Arbeitsunfähigkeit in jeglicher 
Tätigkeit (act. IIA 217.1 S. 18). Dies stellt einen Revisionsgrund dar. Damit 
ist per Februar 2019 der Invaliditätsgrad neu zu bestimmen. Weil der Be-
schwerdeführer gemäss MEDAS C.________-Gutachten für jegliche Tätig-
keiten zu 100 % arbeitsunfähig war, erübrigt es sich, einen Einkommens-
vergleich durchzuführen und es besteht unter Berücksichtigung von Art. 
88a Abs. 2 IVV ab dem 1. Mai 2019 Anspruch auf eine ganze IV-Rente. 

4.5 Trotz medizinisch (wieder) ausgewiesener Leistungsfähigkeit ab 
dem 2. September 2019 (act. IIA 217.1 S. 18), was wiederum einen Revisi-
onsgrund darstellte, hat die Beschwerdegegnerin, weil aufgrund des Alters 
des 1960 geborenen Beschwerdeführers die Unzumutbarkeit einer Selbst-
eingliederung vermutet wird (BGE 145 V 209 E. 5.1 S. 211, 141 V 5 E. 4.1 
S. 7; SVR 2019 IV Nr. 38 S. 121 E. 5.2, 2016 IV Nr. 27 S. 81 E. 5.1, 2011 
IV Nr. 30 S. 88 E. 4.2.1 und 4.2.2, Nr. 73 S. 222 E. 3.3) und berufliche 
Massnahmen offen seien, vorerst auf eine Anpassung des Rentenan-
spruchs verzichtet (act. IIA 288 S. 5). Dies ist nicht zu beanstanden.

5.

Mit lite pendente erlassener Verfügung vom 19. Dezember 2023 (Akten des 
Beschwerdeführers [act. I] 4) hat die Beschwerdegegnerin die Beträge für 
sämtliche Zeiträume erhöht, weil infolge Beitragsverrechnung gemäss Ren-
tenverfügung vom 7. September 2023 für das Jahr 2016 höhere Beiträge 
resultierten. Diese Verfügung kommt – da sie den Begehren des Be-
schwerdeführers nicht vollumfänglich entspricht – einem Antrag an das 
Gericht gleich (vgl. prozessleitende Verfügung vom 3. Januar 2024). Die 
mit Verfügung vom 19. Dezember 2023 neu festgesetzte Höhe der Ren-
tenbetreffnisse sind unbestritten geblieben und geben keinen Anlass zu 
Weiterungen. Folglich ist die angefochtene Verfügung vom 7. September 
2023 (act. IIA 288) insoweit abzuändern, als der monatliche Rentenbetrag 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. April 2024, IV/23/713, Seite 22

von 1. Dezember 2017 bis 31. Dezember 2018 auf Fr. 885.--, von 1. Januar 
2019 bis 30. April 2019 auf Fr. 839.--, von 1. Mai 2019 bis 31. Dezember 
2020 auf Fr. 1'785.--, von 1. Januar 2021 bis 30. April 2021 auf Fr. 1'800.--, 
von 1. Mai 2021 (Vorbezug der Altersrente durch die Ehefrau) bis 31. De-
zember 2022 auf Fr. 1'461.-- und von 1. Januar 2023 bis auf weiteres auf 
Fr. 1’498.-- festzusetzen ist. Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen.

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen. 

Der Beschwerdeführer obsiegt lediglich insofern, als die Beschwerdegeg-
nerin mit Verfügung vom 19. Dezember 2023 (act. I 4) die Beträge für 
sämtliche Zeiträume erhöhte, weil aufgrund der Verrechnung von offenen 
AHV-Beiträgen mit der nachzuzahlenden IV-Rente ein höheres durch-
schnittliches Erwerbseinkommen resultierte (vgl. E. 5 hiervor), wogegen er 
im Grundsatz unterliegt und daher als weitgehend unterliegend zu betrach-
ten ist. Demnach rechtfertigt es sich, von einer Gutheissung der Beschwer-
de im Umfang von ca. 1/5 auszugehen. 

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, sind dem im 
Grundsatz unterliegenden Beschwerdeführer im Umfang von Fr. 640.-- und 
im Umfang von Fr. 160.-- der Beschwerdegegnerin zur Bezahlung aufzuer-
legen. Der Betrag von Fr. 640.-- ist dem geleisteten Kostenvorschuss von 
Fr. 800.-- zu entnehmen; die Restanz von Fr. 160.-- ist dem Beschwerde-
führer nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückzuerstat-
ten.  

6.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG). Nach der Rechtsprechung hat 
sie bei teilweisem Obsiegen mindestens Anspruch auf eine reduzierte Par-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. April 2024, IV/23/713, Seite 23

teientschädigung (BGE 110 V 54 E. 3a S. 57; SVR 2003 EL Nr. 5 S. 14 
E. 4.1). Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer 1/5 der Par-
teikosten zu ersetzen (vgl. E. 6.1 hiervor). 

Mit Blick auf vergleichbare Fälle, die Wichtigkeit der Streitsache und den 
gebotenen Aufwand ist ein Honorar von pauschal Fr. 3'500.-- (inkl. Ausla-
gen und Mehrwertsteuer) angemessen (vgl. prozessleitende Verfügung 
vom 21. Dezember 2023). Davon hat die Beschwerdegegnerin dem Be-
schwerdeführer 1/5, ausmachend Fr. 700.--, zu ersetzen. 

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Ver-
fügung der IV-Stelle Bern vom 7. September 2023 insoweit abgeän-
dert, als der monatliche Rentenbetrag von 1. Dezember 2017 bis 
31. Dezember 2018 auf Fr. 885.--, von 1. Januar 2019 bis 30. April 
2019 auf Fr. 839.--, von 1. Mai 2019 bis 31. Dezember 2020 auf 
Fr. 1'785.--, von 1. Januar 2021 bis 30. April 2021 auf Fr. 1'800.--, von 
1. Mai 2021 bis 31. Dezember 2022 auf Fr. 1'461.-- und von 1. Januar 
2023 bis auf weiteres auf Fr. 1’498.-- festgesetzt wird. Im Übrigen wird 
die Beschwerde abgewiesen. 

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zu Fr. 160.-- und dem Beschwerdeführer zu Fr. 640.-- auferlegt. Der 
Anteil des Beschwerdeführers wird dem geleisteten Kostenvorschuss 
in der Höhe von Fr. 800.-- entnommen. Die Restanz von Fr. 160.-- wird 
ihm nach Rechtskraft des Urteils zurückerstattet.

3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer die anteilsmässi-
gen Parteikosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.-- (inkl. Auslagen 
und MWST), zu ersetzen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. April 2024, IV/23/713, Seite 24

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwältin Dr. iur. B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.