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**Case Identifier:** bb03a3e1-451d-5be3-a4f6-f3d8df56aa93
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-07-27
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 27.07.2017 720 17 102/189
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-17-102-189_2017-07-27.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 27. Juli 2017 (720 17 102 / 189) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

IV-Rente / Würdigung des medizinischen Sachverhalts / Einkommensvergleich: Bemes-

sung des Validen- und des Invalideneinkommens anhand der LSE-Tabellenlöhne / Mass-

gebende Tabellen und Kompetenzniveaus 

 

 
Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter Yves Thommen, Kan-

tonsrichter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiber Markus Schäfer 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Sarah Brutschin, Advoka-
tin, Picassoplatz 8, Postfach 330, 4010 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, 
Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente  
 
 
 
A. Der 1987 geborene A.____ absolvierte von 2004 bis 2008 erfolgreich eine Berufslehre 
als Haustechnikplaner Lüftung. Ab August 2011 besuchte er die Berufsfachschule Gesundheit, 
die er im Juli 2013 mit der Berufsmaturität abschloss. Noch während dieser Ausbildung hatte 
sich A.____ am 2. Mai 2012 unter Hinweis auf eine Depression und eine ADHS bei der Eidge-
nössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug angemeldet. Die IV-Stelle Basel-

 

 
 
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Landschaft (IV-Stelle) gewährte ihm in der Folge berufliche Massnahmen in Form von Arbeits-
vermittlung. Nachdem der Versicherte Ende Februar 2013 mitgeteilt hatte, dass er sich auf die 
Schule und die bevorstehenden Prüfungen konzentrieren wolle, schloss die IV-Stelle die Ar-
beitsvermittlung mit Verfügung vom 13. Mai 2013 - ein erstes Mal - ab. Am 27. August 2013 
meldete sich A.____ wiederum bei der IV-Stelle für Unterstützung in der beruflichen Integration 
an. Nachdem der Versicherte per 1. November 2013 eine Anstellung gefunden hatte, verfügte 
die IV-Stelle am 10. Februar 2014 den Abschluss der Massnahme. Am 31. März 2014 erfolgte 
eine erneute Anmeldung des Versicherten. Die IV-Stelle erteilte ihm in der Folge unter anderem 
eine Kostengutsprache für ein individuelles Coaching. Da es trotz dieser beruflichen Massnah-
men nicht gelang, A.____ innert angemessener Zeit in den Arbeitsmarkt zu integrieren, teilte die 
IV-Stelle dem Versicherten am 14. Januar 2015 mit, dass die beruflichen Massnahmen abge-
schlossen seien und das Dossier zur Prüfung des Rentenanspruchs an die zuständige Sachbe-
arbeitung weitergeleitet werde. Die IV-Stelle klärte daraufhin die aktuellen gesundheitlichen und 
die beruflichen Verhältnisse des Versicherten ab, wobei sie einen Invaliditätsgrad von 34 % 
ermittelte. Gestützt auf dieses Ergebnis lehnte sie nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren 
mit Verfügung vom 22. Februar 2017 einen Anspruch von A.____ auf eine Rente ab. 
 
B. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten durch Advokatin Sarah Brutschin, am 
27. März 2017 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kan-
tonsgericht). Darin beantragte er, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und es sei 
ihm mit Wirkung ab Mai 2013 eine halbe Invalidenrente zuzusprechen; unter o/e-Kostenfolge. 
 
C. In ihrer Vernehmlassung vom 24. Mai 2017 beantragte die IV-Stelle die Abweisung der 
Beschwerde.  
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 

1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) 
vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versiche-
rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekt des vorliegenden 
Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig-
keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes 
über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beur-
teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons 
Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Be-
handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die - im Übrigen frist- und formgerecht 
erhobene - Beschwerde des Versicherten vom 27. März 2017 ist demnach einzutreten. 
 
2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs-
fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein-
gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während 
eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig 
gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c).  

 

 
 
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2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-
rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung 
der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfä-
higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei 
langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem andern Beruf oder Aufgabenbereich 
berücksichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder 
längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge 
von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit 
ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur-
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise 
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt 
zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit 
sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung 
zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objekti-
ver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2).  
 
2.3 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psychischen Gesundheitsbeeinträchti-
gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Diagnose nach einem wissenschaftlich an-
erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 E. 1.2, 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). 
Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzugeltenden psychischen Leiden belas-
tenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umständen kein Krankheitswert zu-
kommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit 
Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und 
Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psychische Störung von Krankheitswert 
schlüssig erstellt, kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob und inwiefern, allenfalls 
bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versicherten Person trotz des Leidens wil-
lensmässig erwartet werden kann, zu arbeiten und einem Erwerb nachzugehen (BGE 
127 V 299 E. 5a mit Hinweisen). Zur Annahme einer durch eine psychische Gesundheitsbeein-
trächtigung verursachten Erwerbsunfähigkeit genügt es also nicht, dass die versicherte Person 
nicht hinreichend erwerbstätig ist; entscheidend ist vielmehr, ob anzunehmen ist, die Verwer-
tung der Arbeitsfähigkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder - als alternative Vo-
raussetzung - sogar für die Gesellschaft untragbar (BGE 102 V 165; vgl. auch BGE 127 V 298 
E. 4c in fine). 
 
2.4 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Grad der Invalidität wie folgt abge-
stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 
70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie 
zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist.  
 
3. Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrades bildet die Frage, in welchem 
Ausmass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen arbeitsun-
fähig ist. 
 

 

 
 
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3.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und bei der Beurteilung der Arbeitsfä-
higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Un-
terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung 
zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beur-
teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die 
versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige 
Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person 
noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 
 
3.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs-
prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an-
deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 
pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit-
tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs ge-
statten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den 
Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu-
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich 
des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen 
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer-
den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle-
gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation 
einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind 
(BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c).  
 
3.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführlichen Zusam-
menstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu 
auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens ein-
geholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Be-
obachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei 
der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung 
volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der 
Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen).  
 
4.1 Die IV-Stelle gab im Hinblick auf die Beurteilung des Rentenanspruchs des Versicher-
ten bei Dr. med. B.____, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, ein psychiatrisches Gutachten 
in Auftrag, welches am 30. November 2015 erstattet wurde. Darin erhob Dr. B.____ als Diagno-
sen einen Verdacht auf Persönlichkeitsproblematik mit ängstlichen und allenfalls schizoiden 
Anteilen (ICD-10 F61), eine soziale Phobie (ICD-10 F40.1) und eine mögliche leichte ADHS 
(ICD-10 F90.0). In seiner Beurteilung führte Dr. B.____ aus, es würden sich Auffälligkeiten 
schon seit der Kindheit zeigen, insbesondere grosse Schwierigkeiten im zwischenmenschlichen 
Bereich, wo es dem Exploranden nie richtig gelungen sei, tragende Beziehungen zu pflegen 

 

 
 
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und sich in eine Gemeinschaft einzuordnen. Er habe auch schulisch grosse Schwierigkeiten 
gehabt, möglicherweise habe die ADHS-Problematik tatsächlich eine gewisse Rolle gespielt, 
doch dürfte diese nicht ausschlaggebend gewesen sein. Es seien eher die Persönlichkeitsfakto-
ren, die dazu führen würden, dass der Explorand im zwischenmenschlichen Kontakt grosse 
Schwierigkeiten habe. Er leide unter permanenten Ängsten und habe das Gefühl, nicht genü-
gen zu können, er fühle sich dann auch schnell beobachtet. Auffallend sei zudem, dass sich der 
Explorand allgemein ziemlich zurückziehe und sich in einer eigenen Welt beschäftige. Diese 
Verhaltensauffälligkeiten seien schon länger anhaltend und durchgehend vorhanden und sie 
wirkten auch nicht ganz adäquat, es zeigten sich Gefühle von Ängsten, Anspannung und Be-
sorgtheit, er lasse sich kaum auf soziale Kontakte ein, der Lebensstil sei dadurch auch einge-
schränkt. Andererseits würden auch deutliche schizoide Strukturen auffallen, indem sich der 
Explorand hauptsächlich mit Computerspielen beschäftige, er wirke auch affektiv eher distan-
ziert und er sei in der Affektivität etwas abgeflacht. Es bestehe eine eher übermässige Vorliebe 
für einzelgängerische Beschäftigungen. Er habe praktisch keine Freunde oder vertrauensvolle 
Beziehungen. Es könne daher eine gemischte Persönlichkeit mit schizoiden und ängstlichen 
Zügen angenommen werden, wobei aufgrund der Dauerhaftigkeit und Ausprägung mit grosser 
Wahrscheinlichkeit von einer Persönlichkeitsstörung auszugehen sei. Diese Persönlichkeitsstö-
rung sei ausschlaggebend dafür, dass der Explorand im zwischenmenschlichen Kontakt Mühe 
habe. Im Gegensatz zur behandelnden Psychiaterin gehe er deshalb nicht von einer eigenstän-
digen sozialen Phobie aus. Zudem würden sicher teilweise auch Verstimmungszustände auftre-
ten, diese könnten aber nicht als eigenständige Störung interpretiert werden, man müsse sie 
vielmehr im Rahmen der Persönlichkeitsproblematik und der daraus resultierenden Probleme 
als Anpassungsstörungen sehen. Weiter falle auf, dass sich der Explorand ausgesprochen pas-
siv und zurückhaltend verhalte.  
 
In Bezug auf seine berufliche Zukunft habe der Versicherte keine Idee oder Vorstellung, in wel-
che Richtung seine Neigungen gehen oder welche Interessen bestehen würden. Dies sei eben-
falls Ausdruck der schizoiden Struktur. Die Erfahrung habe gezeigt, dass der Explorand unter 
verschiedenen Bedingungen grosse Mühe habe, insbesondere wenn er an einem Arbeitsplatz 
tätig sein müsste, an welchem verschiedene Menschen gleichzeitig arbeiten würden und er sich 
beobachtet und zu stark abgelenkt fühle. Der Explorand benötige durch seine Eigenwilligkeit 
und Schwierigkeiten im zwischenmenschlichen Bereich eine verständnisvolle Führung und auch 
Arbeitsbedingungen, bei denen nicht zu starke Ablenkungsfaktoren durch verschiedene Men-
schen bestehen würden. Die Arbeit müsse vorgegeben sein. Es sei allerdings nicht erklärbar, 
weswegen er nicht im angestammten Beruf eine Tätigkeit ausüben könnte. Eine Umschulung 
sei nicht indiziert und notwendig, denn die gleichen Probleme würden auch an anderen Arbeits-
plätzen auftreten. Etwas ungünstig dürften Tätigkeiten im sozialen Bereich sein da der Explo-
rand eher Mühe im zwischenmenschlichen Bereich habe. Zur Frage der Arbeitsfähigkeit aus 
psychiatrischer Sicht hielt Dr. B.____ deshalb abschliessend fest, dass der Explorand grund-
sätzlich in der Lage sein sollte, eine klar strukturierte Tätigkeit ohne Übernahme von Verantwor-
tung durchzuführen. Er dürfe aber nicht durch viele Menschen und Umgebungsfaktoren abge-
lenkt werden, da er mit seinem ängstlichen und unsicheren Verhalten nicht mehr die notwendi-
gen kognitiven Voraussetzungen aufbringen könne, um eine Tätigkeit mit voller Leistung aus-
zuüben. Er benötige auch ein Verständnis von Seiten der Arbeitsumgebung, falls er teilweise 

 

 
 
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unsicher sei und vermehrt nachfrage. Es könne damit gerechnet werden, dass er eine etwa 
80 %-ige Leistung erbringe. Die leichte Leistungsverminderung lasse sich durch die Umständ-
lichkeit und Verlangsamung erklären.  
 
4.2 Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Verfügung vom 22. Februar 2017 bei 
der Beurteilung des medizinischen Sachverhalts vollumfänglich auf die Ergebnisse, zu denen 
Dr. B.____ in seinem psychiatrischen Gutachten vom 30. November 2015 gelangt ist. Sie ging 
demzufolge davon aus, dass der Beschwerdeführer in sämtlichen Tätigkeiten, die klar struktu-
riert sind und bei denen er keine Verantwortung zu übernehmen hat, zu 80 % arbeitsfähig ist. 
Diese vorinstanzliche Beweiswürdigung ist nicht zu beanstanden. Wie oben ausgeführt (vgl. 
E. 3.3 hiervor), ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer 
Spezialärztinnen und -ärzte, die aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen 
sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu 
schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, 
solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. Solche Indi-
zien liegen hier keine vor. Das psychiatrische Gutachten von Dr. B.____ vom 30. November 
2015 weist weder formale noch inhaltliche Mängel auf, es ist - wie dies vom Bundesgericht ver-
langt wird (vgl. E. 3.2 hiervor) - für die streitigen Belange umfassend, es beruht auf allseitigen 
Untersuchungen, es berücksichtigt die geklagten Beschwerden, es ist in Kenntnis der Vorakten 
abgegeben worden, es ist in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge bzw. der Beur-
teilung der aktuellen medizinischen Situation schlüssig, es setzt sich mit den vorhandenen ab-
weichenden ärztlichen Einschätzungen auseinander und es enthält einleuchtende Schlussfolge-
rungen. Insbesondere nimmt es eine schlüssige Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Versicher-
ten vor.  
 
4.3 Was der Beschwerdeführer vorbringt, ist nicht geeignet, die ausschlaggebende Be-
weiskraft des Gutachtens von Dr. B.____ vom 30. November 2015 in Frage zu stellen. Er beruft 
sich insbesondere auf den Bericht der behandelnden Ärztin C.____, Psychiatrie und Psychothe-
rapie FMH, die bei ihm im Vergleich zum Gutachter Dr. B.____ weitere Diagnosen - insbeson-
dere nämlich Angst und depressive Störung gemischt (ICD-10 F43.2) und eine ADHS seit Kind-
heit (ICD-10 F90.0) - erhoben habe. Dr. B.____ hierzu jedoch nachvollziehbar aus, dass er auf 
die spezifische Diagnose einer depressiven Störung verzichte, da diese im Zusammenhang mit 
der von ihm erhobenen Persönlichkeitsproblematik interpretiert werden müsse. Was die von der 
behandelnden Ärztin diagnostizierte ADHS betrifft, anerkennt Dr. B.____, dass eine ADHS-
Problematik möglicherweise eine gewisse Rolle bei den schulischen Schwierigkeiten des Versi-
cherten gespielt habe, doch dürfte diese nicht ausschlaggebend gewesen sein. Die damaligen 
Abklärungen hätten ja auch aufgezeigt, dass die Defizite eher gering gewesen seien. Es seien 
eher die Persönlichkeitsfaktoren, welche dazu führen würden, dass der Explorand im zwi-
schenmenschlichen Kontakt Schwierigkeiten habe. In Anbetracht dieser nachvollziehbaren Aus-
führungen ist es aber nicht zu beanstanden, dass Dr. B.____ im Gegensatz zu Frau C.____ 
lediglich eine mögliche leichte ADHS diagnostiziert hat. Einen gewissen Widerspruch weist das 
Gutachten von Dr. B.____ jedoch in einem anderen Punkt auf: So listet der Gutachter unter den 
von ihm erhobenen Diagnosen explizit eine soziale Phobie (ICD-10 F40.1) auf, gleichzeitig hält 
er aber in seiner Stellungnahme zu den anderen (abweichenden) fachärztlichen Beurteilungen 

 

 
 
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fest, er verzichte auf die spezifische Diagnose einer sozialen Phobie, da auch diese im Zusam-
menhang mit der von ihm erhobenen Persönlichkeitsproblematik interpretiert werden müsse. 
Allein aufgrund dieser Unklarheit kann nun allerdings der ausschlaggebende Beweiswert des 
Gutachtens von Dr. B.____ nicht in Zweifel gezogen werden. Entscheidend ist, dass der Gut-
achter das Vorliegen einer sozialen Phobie - sei es nun als eigenständige Diagnose oder als 
Teil der bestehenden Persönlichkeitsproblematik - erkannt und diese bei der Beurteilung des 
aktuellen Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit hinreichend mitberücksichtigt hat. 
Nichts zu seinen Gunsten ableiten kann der Beschwerdeführer schliesslich aus dem Umstand, 
dass die behandelnde Psychiaterin allenfalls die Durchführung von Umschulungsmassnahmen 
als erforderlich bezeichnet hat. Von solchen kann jedoch abgesehen werden, denn es ist laut 
den schlüssigen Ausführungen von Dr. B.____ nicht erklärbar, weswegen der Versicherte nicht 
im angestammten Beruf tätig sein könnte. Eine Umschulung ist deshalb nicht indiziert und not-
wendig, denn der Gutachter weist zu Recht darauf hin, dass die auf die Persönlichkeitsproble-
matik zurückzuführenden Schwierigkeiten des Versicherten auch an anderen Arbeitsplätzen 
auftreten würden.  
 
5.1 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist Art. 16 ATSG 
anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das 
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh-
rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom-
men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht 
invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der 
Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst 
genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden. Aus der Einkommensdifferenz lässt 
sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 
128 V 30 E. 1).  
 
5.2 Bei der Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte Per-
son im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegen-
den Wahrscheinlichkeit als gesunde Person tatsächlich verdienen würde. Dabei wird in der Re-
gel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung an-
gepassten Verdienst angeknüpft, da erfahrungsgemäss die bisherige Tätigkeit ohne Gesund-
heitsschaden fortgesetzt worden wäre (BGE 134 V 325 E. 4.1). Ist es nicht möglich, zur Be-
stimmung des Valideneinkommens vom zuletzt vor Invaliditätseintritt erzielten Lohn auszuge-
hen, so ist es angezeigt, das Valideneinkommen anhand von Durchschnittswerten - wie etwa 
gestützt auf die Tabellenlöhne der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundes-
amtes für Statistik - zu ermitteln. Eine solche Konstellation liegt etwa vor, wenn ein konkreter 
Lohn nicht eruierbar ist, weil keine aussagekräftigen, verwertbaren Lohnangaben zu früheren 
Tätigkeiten vorliegen, wenn die versicherte Person seit längerem keine Erwerbstätigkeit mehr 
ausgeübt hat, wenn sie zurzeit des Invaliditätseintritts arbeitslos gewesen ist oder wenn sie die 
bisherige Stelle bis zum Rentenbeginn - beispielsweise aus wirtschaftlichen Gründen - ohnehin, 
d.h. auch dann verloren hätte, wenn sie gesund geblieben wäre.  
 

 

 
 
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5.3.1 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung primär 
von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret 
steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der - kumulativ - beson-
ders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbleiben-
de Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen 
aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsäch-
lich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkom-
men gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens 
keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so 
sind für die Bemessung des Invalideneinkommen die LSE-Tabellenlöhne heranzuziehen (zur 
Publikation vorgesehenes Urteil A. des Bundesgerichts vom 14. Juni 2017, 8C_228/2017, 
E. 2.2).  
 
5.3.2 Die Rechtsprechung wendet für die Bestimmung des Invalideneinkommens anhand 
von Tabellenlöhnen in der Regel die Monatslöhne gemäss Tabelle TA1 (Monatlicher Bruttolohn 
[Zentralwert] nach Wirtschaftsabteilungen, Anforderungsniveau des Arbeitsplatzes und Ge-
schlecht - Privater Sektor), Zeile "Total", an. Bisweilen wird aber auch auf Löhne einzelner Sek-
toren (Sektor 2 "Produktion" oder 3 "Dienstleistungen") oder gar einzelner Branchen abgestellt, 
wenn dies als sachgerecht erscheint, um der im Einzelfall zumutbaren erwerblichen Verwertung 
der verbleibenden Arbeitsfähigkeit Rechnung zu tragen. Dies geschieht namentlich bei Perso-
nen, die vor der Gesundheitsschädigung lange Zeit in diesem Bereich tätig gewesen sind und 
bei denen eine Arbeit in anderen Bereichen kaum in Frage kommt. Es besteht jedoch kein 
Grundsatz, wonach stets auf die Tabelle TA1 abzustellen ist. So kann es sich nach den konkre-
ten Umständen des Einzelfalls rechtfertigen, stattdessen auf die Tabelle TA7 (oder T7S) abzu-
stellen, wenn dies eine genauere Festsetzung des Invalideneinkommens erlaubt und der versi-
cherten Person der entsprechende Sektor offen steht und zumutbar ist (Urteil A. des Bundesge-
richts vom 15. Mai 2014, 8C_910/2013, E. 3.1.2.1 mit Hinweisen). 
 
5.4 Wie den Akten entnommen werden kann, hat der Versicherte nach Abschluss seiner 
Berufslehre nur während ganz weniger kurzer Phasen eine Erwerbstätigkeit ausgeübt. Es lie-
gen deshalb keine verlässlichen und verwertbaren Lohnangaben zu den Tätigkeiten vor, die er 
vor dem Auftreten der gesundheitlichen Beeinträchtigungen ausgeübt hat. Zudem verhält es 
sich so, dass der Versicherte auch aktuell keiner Erwerbstätigkeit nachgeht. Unter diesen Um-
ständen ist es nach dem Gesagten nicht zu beanstanden, dass die IV-Stelle sowohl das Vali-
den- als auch das Invalideneinkommen des Versicherten unter Beizug der LSE-Tabellenlöhne 
ermittelt hat. Die Vorgehensweise als solche wird vom Beschwerdeführer denn auch zu Recht 
nicht in Frage gestellt.  
 
5.5 Wird auf Tabellenlöhne abgestellt, sind grundsätzlich immer die aktuellsten statisti-
schen Daten zu verwenden (zur Publikation vorgesehenes Urteil A. des Bundesgerichts vom 
14. Juni 2017, 8C_228/2017, E. 2.3 mit Hinweisen). Vorliegend steht eine Rentenzusprache an 
den Versicherten ab Mai 2013 zur Diskussion. Damit ist grundsätzlich von den Tabellenlöhnen 
der LSE 2012 auszugehen, wobei diese in Bezug auf das Jahr 2013 nötigenfalls der Teuerung 
und der realen Einkommensentwicklung anzupassen sind. 

 

 
 
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6.1 Die IV-Stelle hat bei der Berechnung des Valideneinkommens des Versicherten auf die 
statistischen Lohndaten der Tabelle T17 (“Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Berufs-
gruppen; Lebensalter und Geschlecht“) der LSE 2012 abgestellt. Innerhalb dieser Tabelle hat 
sie die Lohnzahlen der Position 3 (“Techniker/innen und gleichrangige nichttechnische Berufe“) 
herangezogen und auf der Basis des Betrags von Fr. 7‘314.-- (Zeile “Total“ der Männerlöhne 
aller Lebensalter) nach Anpassung an die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41,4 
Stunden ein jährliches Valideneinkommen von Fr. 90‘840.-- ermittelt. Bei der Festsetzung des 
Invalideneinkommens ist die IV-Stelle von den Lohnzahlen der Tabelle T11 (“Monatlicher Brut-
tolohn [Zentralwert und Quartilbereich] nach Ausbildung, beruflicher Stellung und Geschlecht“) 
der LSE 2012 ausgegangen. Innerhalb dieser Tabelle hat sie auf die Lohnzahlen der Position 6 
(“Abgeschlossene Berufsausbildung“) abgestellt und auf der Grundlage des Betrags von 
Fr. 5‘992.-- (Lohn der Männer ohne Kaderfunktion) nach erfolgter Anpassung an die betriebsüb-
liche wöchentliche Arbeitszeit von 41,7 Stunden und in Berücksichtigung einer zumutbaren Ar-
beitsfähigkeit von 80 % ein massgebliches Invalideneinkommen von Fr. 59‘968.-- berechnet.  
 
6.2 Dieser vorinstanzlichen Einkommensermittlung kann nicht gefolgt werden. So ist als 
erstes in keiner Weise klar, weshalb die IV-Stelle bei der Ermittlung des Valideneinkommens 
die Lohnzahlen der Tabelle T17 (“Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Berufsgruppen; 
Lebensalter und Geschlecht“) der LSE 2012 herangezogen hat. Obwohl diese Tabelle in der 
Praxis bei der Ermittlung des Valideneinkommens - soweit ersichtlich - kaum je zur Anwendung 
gelangt, begründet die IV-Stelle sowohl in der angefochtenen Verfügung als auch in der Ver-
nehmlassung mit keinem Wort, weshalb sie vorliegend gerade diese statistischen Lohnzahlen 
als massgeblich erachtet. Die Anwendung der Tabelle T17 im konkreten Fall kann somit man-
gels jeglicher Begründung seitens der IV-Stelle nicht nachvollzogen werden. Im Weitern vermag 
aber auch das Abstellen auf die Tabelle T11 (“Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert und Quartil-
bereich] nach Ausbildung, beruflicher Stellung und Geschlecht“) der LSE 2012 bei der Ermitt-
lung des Invalideneinkommens nicht zu überzeugen. Der von der IV-Stelle hierfür genannte 
Grund, wonach der Versicherte über eine abgeschlossene Berufsausbildung verfügt, vermag 
dies allein (noch) nicht zu rechtfertigen. Dem betreffenden Umstand kann auch bei der Verwen-
dung anderer Lohntabellen - beispielsweise innerhalb der Tabelle TA1 bei der Bestimmung des 
massgebenden Kompetenzniveaus - Rechnung getragen werden. Zudem ist auch nicht klar, 
weshalb die IV-Stelle bei der Anwendung dieser Tabelle, welche die jeweiligen Lohnzahlen un-
ter anderem nach dem Lebensalter differenziert, im Fall des Versicherten auf das Total der 
Männerlöhne aller Lebensalter und nicht auf die Durchschnittslöhne der Altersgruppe abstellt, 
welcher dieser angehört. Dieser Schritt wird von der IV-Stelle ebenfalls nicht begründet.  
 
6.3 Wie oben ausgeführt (vgl. E. 4.2 hiervor), hat das Gutachten von Dr. B.____ ergeben, 
dass der Beschwerdeführer in sämtlichen Tätigkeiten, die klar strukturiert sind und bei denen er 
keine Verantwortung zu übernehmen hat, zu 80 % arbeitsfähig ist. Zu berücksichtigen ist so-
dann, dass der Versicherte anlässlich der psychiatrischen Begutachtung in Bezug auf seine 
berufliche Zukunft keine Idee oder Vorstellung angeben konnte, in welche Richtung seine Nei-
gungen gehen oder welche Interessen bestehen würden. Bei dieser Ausgangslage erscheint es 
deshalb vertretbar, sowohl das Validen- als auch das Invalideneinkommen des Versicherten 

 

 
 
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gestützt auf die Lohnzahlen der - zumindest beim Invalideneinkommen in den meisten Fällen 
zur Anwendung gelangenden (vgl. E. 5.3.2 hiervor) - Tabelle TA1 der LSE 2012 zu ermitteln. 
Da der Versicherte grundsätzlich in sämtlichen Wirtschaftszweigen tätig sein kann, ist es ange-
zeigt, innerhalb dieser Tabelle auf das Total aller Männerlöhne abzustellen. Fraglich ist einzig, 
von welchem Kompetenzniveau auszugehen ist. Als Gesunder könnte der Versicherte im bes-
ten Fall wohl komplexe praktische Tätigkeiten ausüben, welche ein grosses Wissen in einem 
Spezialgebiet voraussetzen. Dies entspricht dem Kompetenzniveau 3 der Tabelle TA1 der LSE 
2012, weshalb bei der Berechnung des Validenlohns von diesem Niveau auszugehen ist. Beim 
Invalideneinkommen hingegen ist, dem Umstand Rechnung zu tragen, dass der Versicherte 
laut gutachterlicher Beurteilung lediglich noch Tätigkeiten verrichten kann, die klar strukturiert 
sind und bei denen er keine Verantwortung zu übernehmen hat. Anderseits ist zu berücksichti-
gen, dass er eine EFZ-Lehre sowie später die Berufsmaturität erfolgreich abgeschlossen hat. 
Unter diesen Umständen erscheint es angebracht, beim Invalideneinkommen trotz der Ein-
schränkungen, was Verantwortung und Struktur des Arbeitsplatzes betrifft, nicht auf das tiefste 
Kompetenzniveau 1 (“Einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art“), sondern auf 
das Kompetenzniveau 2 (“Praktische Tätigkeiten wie Verkauf/Pflege/Datenverarbeitung und 
Administration/Bedienen von Maschinen und elektronischen Geräten/Sicherheitsdienst/Fahr-
dienst“) abzustellen.  
 
6.4 Laut Tabelle TA1 der LSE 2012 belief sich das Total aller Männerlöhne im Kompetenz-
niveau 3 (“komplexe praktische Tätigkeiten, welche ein grosses Wissen in einem Spezialgebiet 
voraussetzen“) im Jahre 2012 auf Fr. 7'204.-- (LSE 2012, Privater Sektor, Tabelle TA1, Männer, 
Kompetenzniveau 3, Zeile “Total“). Dabei ist zu beachten, dass dieser Tabellenlohn auf einer 
einheitlichen Arbeitszeit von 40 Wochenstunden beruht und deshalb auf die durchschnittliche 
Wochenarbeitszeit des Jahres 2012 von 41,7 Stunden (Bundesamt für Statistik, Statistik der 
betriebsüblichen Arbeitszeit nach Wirtschaftszweigen, “Total“) umzurechnen ist. Daraus resul-
tiert als massgebendes Valideneinkommen ein Monatslohn von Fr. 7'510.20 bzw. ein Jahres-
gehalt von Fr. 90'122.--. Beim Invalideneinkommen wiederum ergibt sich auf der Basis des 
Durchschnittslohns des Kompetenzniveaus 2 von Fr. 5‘633.-- (LSE 2012, Privater Sektor, Ta-
belle TA1, Männer, Kompetenzniveau 2, Zeile “Total“) nach Umrechnung auf die durchschnittli-
che Wochenarbeitszeit des Jahres 2012 von 41,7 Stunden (“Total“) ein Jahresgehalt von 
Fr. 70‘469.--. Da der Versicherte laut den massgebenden medizinischen Unterlagen in einer 
solchen Tätigkeit lediglich noch zu 80 % arbeitsfähig ist, resultiert für den Beschwerdeführer 
grundsätzlich ein Invalideneinkommen von Fr. 56'375.-- (Fr. 70'469.-- x 80 %). Zu ergänzen 
bleibt, dass von einer Anpassung des Validen- und des Invalideneinkommens an die bis ins 
Jahr des möglichen Rentenbeginns (2013) eingetretene Teuerung abgesehen werden kann, 
denn diese wäre, da sowohl beim Validen- als auch beim Invalideneinkommen auf das Total 
aller Männerlöhne der Tabelle TA1 abgestellt wird, bei beiden Einkommen im gleichen Umfang 
zu berücksichtigen. 
 
6.5.1 Wird das Invalideneinkommen wie im vorliegenden Fall auf der Grundlage von statisti-
schen Durchschnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. 
Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Per-
sonen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwerarbeit verrichteten und nach Eintritt 

 

 
 
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des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten nurmehr beschränkt einsatzfähig sind, in 
der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht errei-
chen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Fol-
ge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Rechtsprechung dem Um-
stand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten 
Person wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie 
Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll 
aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhaltspunkte dafür be-
stehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesund-
heitlich bedingte (Rest-) Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurch-
schnittlichem Einkommen verwerten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der 
Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der 
Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25 % des Tabel-
lenlohnes zu begrenzen (BGE 134 V 327 f. E. 5.2; vgl. zum Ganzen auch BGE 126 V 80 
E. 5b/bb und cc).  
 
6.5.2 Vorliegend nahm die IV-Stelle in der angefochten Verfügung vom 22. Februar 2017 
keinen leidensbedingten Abzug vom Tabellenlohn vor. Soweit der Beschwerdeführer geltend 
macht, es sei ihm ein Leidensabzug von 15 % zu gewähren, weil er aufgrund seiner Einschrän-
kungen ein unter dem statistischen Lohn liegendes Einkommen zu gewärtigen habe, kann ihm 
nicht gefolgt werden. Dem Versicherten steht auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt (vgl. dazu 
BGE 110 V 276 E. 4b) - was entscheidend ist - auch unter Berücksichtigung seiner gesundheit-
lichen Beeinträchtigungen ein hinreichend grosses Spektrum an zumutbaren Verweisungstätig-
keiten offen. Indem die IV-Stelle dem Versicherten gestützt auf die gutachterliche Zumutbar-
keitsbeurteilung in einer solchen Tätigkeit eine 20 %-ige Einschränkung der Leistungsfähigkeit 
zugebilligt hat, hat sie den aufgrund der gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu erwartenden 
Lohneinbussen ausreichend Rechnung getragen. Eine zusätzliche Berücksichtigung der vor-
handenen Einschränkungen beim leidensbedingten Abzug ist daher nicht angezeigt. Die Ge-
währung eines leidensbedingten Abzugs käme ansonsten einer unzulässigen doppelten Be-
rücksichtigung derselben Einschränkungen gleich. 
 
6.6 Setzt man im Einkommensvergleich die oben (vgl. E. 6.4 hiervor) ermittelten Validen- 
und Invalideneinkommen von Fr. 90‘122.-- bzw. von Fr. 56‘375.-- einander gegenüber, so resul-
tiert daraus eine Erwerbseinbusse von Fr. 33'747.--, was einen massgebenden Invaliditätsgrad 
von 37,45 % bzw. gerundet (vgl. zur Rundungspraxis: BGE 130 V 121 ff.) von 37 % ergibt.  
 
6.7 Sowohl der von der IV-Stelle in der angefochtenen Verfügung gestützt auf die Lohnda-
ten der Tabellen T11 und T17 der LSE 2012 ermittelte Invaliditätsgrad von 34 % als auch der 
nunmehr anhand der Löhne der Tabelle TA1 der LSE 2012 berechnete Invaliditätsgrad von 
37 % liegen unter dem für einen Rentenanspruch mindestens erforderlichen Invaliditätsgrad von 
40 %. Die IV-Stelle hat deshalb einen Rentenanspruch des Versicherten im Ergebnis zu Recht 
abgelehnt. Die gegen die betreffende Verfügung vom 22. Februar 2017 erhobene Beschwerde 
erweist sich als unbegründet, weshalb sie - wenn auch gestützt auf die Zahlen anderer Lohnta-
bellen und somit im Sinne der Erwägungen - abgewiesen werden muss. 

 

 
 
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7.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die 
Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streit-
wert im Rahmen von 200-1000 Franken festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen 
ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist und bei denen eine Urteilsberatung 
ohne vorgängige Parteiverhandlung erfolgt, setzt das Gericht die Verfahrenskosten in Berück-
sichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens seit 1. Juli 2016 einheitlich auf 800 Franken 
fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Par-
tei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist der Beschwerdeführer unterliegende 
Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihm zu auferlegen sind. 
 
7.2 Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgang entsprechend wettzuschla-
gen. 
 
  

 

 
 
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Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird im Sinne der Erwägungen abgewiesen. 

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- werden dem Be-
schwerdeführer auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in 
der Höhe von Fr. 800.-- verrechnet. 

 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. 
 

 

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