# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 94fe0902-fb58-5caa-acd2-65f26575294e
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2006-02-17
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 1. Kammer 17.02.2006 S 2002 93
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_001_S-2002-93_2006-02-17.pdf

## Full Text

S 02 93

1. Kammer als Versicherungsgericht

URTEIL
vom 17. Februar 2006

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Schadenersatz nach AHVG

1. Die Sportanlagen AG … mit Sitz in … (nachfolgend Sportanlagen AG) wurde 

am 3. April 1975 ins Handelsregister des Kantons Graubünden eingetragen. 

… als Präsident, … als Vizepräsident und Delegierter sowie … sind seit dem 

19. Juli 1991 Verwaltungsratsmitglieder der Gesellschaft mit jeweiliger 

Kollektivunterschriftsberechtigung zu zweien. Die Sportanlagen AG ist der 

AHV-Ausgleichskasse des Kantons Graubünden (nachfolgend 

Ausgleichskasse) angeschlossen. Mit Beschluss vom 21. August 2000 

gewährte der Bezirksgerichtsauschuss … der Sportanlagen AG eine 

Nachlasstundung von sechs Monaten ab dem 31. August 2000. Daraufhin 

veranlasste der bestellte Sachwalter den Schuldenruf, welcher den bekannten 

Gläubigern schriftlich zugestellt und am 31. August 2000 im Amtsblatt des 

Kantons Graubünden publiziert wurde. Am 19. September 2005 gab die 

Ausgleichskasse dem Sachwalter die damalige Forderung in Höhe von Fr. 

16’441.25 bekannt. Mit Beschluss vom 27. Februar 2001 verlängerte der 

Bezirksgerichtsausschuss Inn die Nachlassstundung um sechs Monate bis 

am 31. August 2001. Am 28. Juni 2001 lud der Sachwalter die Gläubiger zur 

Gläubigerversammlung vom 25. Juli 2001 ein und legte dieser Einladung den 

Nachlassvertrag inklusive Zustimmungserklärung sowie den Status der 

Sportanlagen AG bei, welcher einen Passivenüberschuss von Fr. 

1'375'514.25 auswies. Zudem ging aus einer weiteren Beilage dieses 

Schreibens hervor, dass die Schuldner die Forderung der Ausgleichskasse in 

der Höhe von Fr. 16'441.25 anerkannten. Am 24. Oktober 2001 beschloss die 

Generalversammlung der Sportanlagen AG die Herabsetzung des 

Aktienkapitals auf Null und die gleichzeitige Kapitalerhöhung auf Fr. 300'000.-

-. Der anlässlich der Gläubigerversammlung geschlossene Nachlassvertrag 

wurde am 22. November 2001 durch den Bezirksgerichtsausschuss Inn 

genehmigt. 

2. Am 5. Februar 2002 erliess die Ausgleichskasse gegenüber den drei 

erwähnten Verwaltungsratsmitgliedern jeweils eine Schadenersatzverfügung 

über Fr. 14'521.25 für entgangene Sozialversicherungsbeiträge samt Zins und 

Kosten. Dagegen erhoben diese am 1. März 2002 Einspruch bei der 

Ausgleichskasse mit dem jeweiligen Antrag, die Verfügung sei aufzuheben, 

und der Begründung, es liege weder eine absichtliche noch eine 

grobfahrlässige Missachtung von Vorschriften vor. 

3. Auf diesen Einspruch hin erhob die Ausgleichskasse am 26. März 2002 Klage 

ans Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden mit dem Antrag, die 

Beklagten seien unter solidarischer Haftung zu verpflichten, der Klägerin Fr. 

12'877.10 zu bezahlen und die in der Klageschrift vereinigten Klagen seien in 

einem einzigen Verfahren zu behandeln. Die geltend gemachte Forderung 

hatte sich mittlerweile infolge Bezahlung der Nachlassdividende in Höhe von 

Fr. 1'644.15 (10% der rechtzeitig angemeldeten und anerkannten Forderung 

in der Höhe von Fr. 16'441.25) von Fr. 14’521.25 auf Fr. 12'877.10 reduziert. 

Zur Begründung wurde im Wesentlichen vorgebracht, die entsprechenden 

Verjährungsfristen seien gewahrt und die Voraussetzungen für 

Schadenersatz im Sinne von Art. 52 des Bundesgesetzes über die Alters- und 

Hinterlassenenversicherung (AHVG; SR 830.10) seien aufgrund 

grobfahrlässiger Missachtung von Vorschriften durch die Nichtbezahlung von 

paritätischen Sozialversicherungsbeiträgen erfüllt.

4. Nach erstreckter Frist liessen die Beklagten mit Schreiben vom 29. Mai 2002 

dem Verwaltungsgericht mitteilen, dass sie unter Hinweis auf ihre 

Einsprachen an die Ausgleichskasse auf die Einreichung einer Klageantwort 

verzichteten. 

5. Am 28. Juni 2002 liessen die Beklagten den Antrag stellen, das vorliegende 

Verfahren sei bis zum Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts 

(EVG) über ein Verfahren gegen die Sozialversicherungsanstalt des Kantons 

Graubünden, in welchem die Haftung bei einem Nachlassvertrag mit 

Prozentvergleich zur Diskussion stand, zu sistieren. Das Verfahren wurde 

daraufhin am 1. Juli 2002 sistiert. Nachdem das EVG am 11. Oktober 2005 in 

der erwähnten Sache entschieden hatte (EVG-Urteil H 376/01), wurde das 

vorliegende Verfahren fortgesetzt und der Klägerin wurde bis zum 14. 

November 2005 Frist zur Einreichung der Vernehmlassung gewährt. 

6. In ihrer Vernehmlassung vom 14. November 2005 verwies die Klägerin zur 

Begründung ihres unveränderten Rechtsbegehrens hauptsächlich auf ihre 

Klageschrift vom 26. März 2002. Zudem führte sie mit Bezug auf das erwähnte 

Urteil des EVG an, dass sie dem Nachlassvertrag nie zugestimmt und daher 

sämtliche Rechte gegenüber den Beklagten gewahrt habe, weshalb sie die 

Differenz zwischen der Nachlassdividende und dem Gesamtbetrag der 

entgangenen Beitragsforderung gegen die Beklagten gestützt auf Art. 52 

AHVG geltend machen könne. 

7. Innert erstreckter Frist zur Stellungnahme liessen die Beklagten am 12. 

Dezember 2005 erneut ein Sistierungsgesuch einreichen. Zur Begründung 

wurde vorgebracht, das EVG habe wider erwarten nicht in der Sache selbst 

entschieden und die Sache ans Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden 

zur Entscheidung zurückgewiesen, weshalb es als richtig erscheine, dass das 

Verfahren bis zum Vorliegen eines endgültigen Entscheides in der anderen 

Sache weiterhin sistiert bleibe. Mit der Begründung, dass sich eine weitere 

Sistierung nicht mehr rechtfertige, da die frühere Sistierung nur im Hinblick 

auf die mittlerweile durch das EVG entschiedene Rechtsfrage in der Sache 

erfolgte, wurde dieses Gesuch jedoch abgelehnt und die Beklagten wurden 

zur Einreichung der Stellungnahme bis zum 16. Januar 2006 aufgefordert, 

worauf sie jedoch mit Schreiben vom 12. Januar 2006 verzichten liessen. 

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften wird, 

soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen. 

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. a) Gemäss Art. 32 Abs. 2 des Gesetzes über die Verwaltungsgerichtsbarkeit im 

Kanton Graubünden (VGG; BR 370.100) kann das Verwaltungsgericht 

verschiedene Verfahren vereinigen, wenn sich dies als zweckmässig erweist. 

Im vorliegenden Fall ist es aufgrund des engen tatsächlichen und rechtlichen 

Zusammenhangs der Klagen gerechtfertigt, diese, wie von der Klägerin 

beantragt, in einem Verfahren zu vereinigen. 

b) Am 1. Januar 2003 trat das Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) vom 6. Oktober 2000 in Kraft. 

Mit ihm wurden zahlreiche Bestimmungen im Bereich der AHV, namentlich 

auch Art. 52 AHVG geändert und Art. 81 und 82 der Verordnung über die 

Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVV; SR 831.101) aufgehoben. 

Weil in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend 

sind, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes 

Geltung haben (BGE 129 V 4 E. 1.2, EVG-Urteil vom 11.10.2005 H 376/01 E. 

2.1) und weil ferner das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines 

Falles grundsätzlich auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen 

Schadenersatzverfügungen (hier: 5. Februar 2002) eingetretenen 

Sachverhalt abstellt (BGE 121 V 366 E. 1b, EVG-Urteil vom 11.10.2005 H 

376/01 E. 2.1), sind die bis zum 31. Dezember 2002 geltenden Bestimmungen 

anwendbar.

2. Das AHVG statuiert in Art. 52 die Haftung des Arbeitgebers für den Schaden, 

welchen er durch absichtliche oder grobfahrlässige Missachtung von 

Vorschriften gegenüber der Ausgleichskasse verschuldet hat. Zu prüfende 

Tatbestandsmerkmale sind somit Schaden, Widerrechtlichkeit, Verschulden 

und adäquater Kausalzusammenhang. Vorweg gilt es zu untersuchen, ob der 

geltend gemachte Anspruch noch nicht verjährt ist und ob den Beklagten im 

vorliegenden Klageverfahren die Passivlegitimation zukommt.

3. a) Gemäss Art. 82 Abs. 1 AHVV verjährt eine Schadenersatzforderung, wenn sie 

nicht innert Jahresfrist seit Kenntnis des Schadens durch Erlass einer 

Schadenersatzverfügung geltend gemacht wird, auf jeden Fall aber mit Ablauf 

von fünf Jahren seit Eintritt des Schadens. Entgegen dem Wortlaut handelt es 

sich dabei um eine Verwirkungsfrist, welche von Amtes wegen zu prüfen ist 

(BGE 119 V 92 E. 3). Die Jahresfrist gemäss Art. 82 Abs. 1 AHVV beginnt mit 

Kenntnis des Schadens zu laufen. Diese Kenntnis ist in der Regel von dem 

Zeitpunkt an gegeben, in welchem die Ausgleichskasse unter Beachtung der 

ihr zumutbaren Aufmerksamkeit erkennen muss, dass es die tatsächlichen 

Umstände nicht mehr erlauben, die Beiträge einzufordern, wohl aber eine 

Schadenersatzpflicht begründen können (BGE 119 V 92 E. 3). 

b) Vorliegend ging am 2. Juli 2001 bei der Klägerin das Schreiben des 

Sachwalters der Beklagten vom 28. Juni 2001 ein, welchem der 

Nachlassvertrag und die Zwischenbilanz der Sportanlagen AG per 31. August 

2000, welche einen Passivenüberschuss von Fr. 1'375'514.25 aufwies, 

beigelegt war. Mit Erhalt dieses Schreibens konnte die Klägerin unter 

Beachtung der ihr zumutbaren Aufmerksamkeit erkennen, dass für sie als 

Gläubigerin der dritten Klasse ein Verlust eintreten könnte, weshalb sie 

frühestens im Zeitpunkt der Zustellung dieses Status, also am 2. Juli 2001, 

Kenntnis des Schadens erhielt. Somit erfolgten die 

Schadenersatzverfügungen der Klägerin vom 5. Februar 2002 innerhalb der 

einjährigen Verjährungsfrist. Die absolute Verjährungsfrist von fünf Jahren ist 

im Übrigen offensichtlich gewahrt.

4. a) Ist der Arbeitgeber eine juristische Person, so haften subsidiär die für diese 

handelnden Organe. Als Organe gelten die natürlichen Personen, welche die 

juristische Person gegen aussen vertreten (formelle Organe) sowie Personen, 

welche Organen vorbehaltene Entscheidungen treffen oder die eigentliche 

Geschäftsführung besorgen und so die Willensbildung der Gesellschaft 

massgebend beeinflussen (faktische Organe; ZAK 1989 S. 162 ff.). Bei der 

Aktiengesellschaft kommen als formelle Organe etwa der Verwaltungsrat oder 

einzelne Verwaltungsratsmitglieder in Frage (Thomas Nussbaumer, Das 

Schadenersatzverfahren nach Art 52 AHVG, in: Aktuelle Fragen aus dem 

Beitragsrecht der AHV, St. Gallen 1998, S. 102). Die Subsidiarität der Haftung 

der Organe bedeutet, dass sich die Ausgleichskasse zuerst an den 

Arbeitgeber zu halten hat, bevor seine Organe belangt werden dürfen. Nicht 

vorausgesetzt wird, dass sich die Arbeitgeberfirma im Konkurs befindet und 

dieser schon abgeschlossen sein muss. Die Ausgleichskasse kann den im 

Nachlassvertragsverfahren entstandenen Schaden direkt gegen die Organe 

geltend machen, auch wenn die mit dem Nachlassvertrag sanierte 

Arbeitgeberin weiter existiert (EVG-Urteil vom 11.10.2005 H 376/01 E. 3.2). 

Sofern mehrere Personen für den gleichen Schaden verantwortlich sind, 

haften diese solidarisch. Dabei kann die Ausgleichskasse von jedem 

Schuldner den gesamten Schadenersatz verlangen, wobei es ihr freisteht, 

welchen oder welche Solidarschuldner sie belangen will. 

b) Vorliegend sind die Beklagten seit dem 19. Juli 1991 zeichnungsberechtigte 

Mitglieder des Verwaltungsrates und somit ohne Zweifel formelle Organe der 

Sportanlagen AG. Damit sind sie infolge der Zahlungsunfähigkeit der 

Sportanlagen AG gegenüber der Klägerin für den ihr seither entstandenen 

Schaden haftbar, sofern die übrigen Tatbestandsmerkmale des Art. 52 AHVG 

erfüllt sind. 

5. a) Ein Schaden entsteht, wenn der Ausgleichskasse ein ihr gesetzlich 

geschuldeter Betrag entgeht. Dazu gehören neben den vom Arbeitnehmer 

geschuldeten Arbeitnehmer- und Arbeitgeberbeiträgen auch 

Verwaltungskostenbeiträge, Verzugszinsen, Veranlagungskosten, 

Mahngebühren und Betreibungskosten (Marlies Knus, Die 

Schadenersatzpflicht des Arbeitgebers in der AHV, Winterthur 1989, S. 30 ff.). 

Der Schaden ist eingetreten, sobald der geschuldete Betrag aus rechtlichen 

oder tatsächlichen Gründen nicht mehr erhoben werden kann. Dies ist der 

Fall, wenn die Beitragsforderung infolge Verjährung nach Art. 16 Abs. 1 AHVG 

untergegangen ist bzw. der Arbeitgeber zahlungsunfähig ist (BGE 121 III 384 

E. 3). Das EVG hat im genannten Urteil vom 11. Oktober 2005 (H 376/01) 

entschieden, dass die Geltendmachung der Schadenersatzverfügung 

gegenüber den verantwortlichen Organen unter anderem voraussetzt, dass 

entweder die Ausgleichskasse dem Nachlassvertrag nicht zugestimmt hat 

oder aber die Ausgleichskasse, welche dem Nachlassvertrag zugestimmt hat, 

gemäss Art. 303 Abs. 2 SchKG vorgegangen sein muss. 

b) Vorliegend ergibt sich aufgrund der nicht unterzeichneten 

Zustimmungserklärung, dass die Klägerin dem Nachlassvertrag nicht 

zustimmte. Der Nachlassvertrag kam trotzdem zustande und wurde mit 

Beschluss des Bezirksgerichtsausschusses Inn vom 22. November 2001 

genehmigt. Damit ist die Klägerin zwar an diesen Nachlassvertrag gebunden, 

wahrte sich aber mangels Zustimmung sämtliche Rechte gegen 

„Mitschuldner, Bürgen und Gewährspflichtige“ (Ammon/Walther, Grundriss 

des Schuldbetreibungs- und Konkursrechts, 7. Auflage, Bern 2003, § 55 N 16 

ff.; Art. 303 Abs. 1 SchKG), worunter auch die Beklagten als subsidiär 

haftende Organe der schuldnerischen Gesellschaft fallen (AHI 1997 S. 95). 

Der von der Klägerin geltend gemachte Schadenersatz von Fr. 12'877.10 ist 

in betraglicher Hinsicht in dieser Höhe ausgewiesen und wird denn auch von 

den Beklagten in ihren Einsprachen nicht bestritten. Gemäss den 

Beitragsübersichten der Ausgleichskasse setzt sich dieser Betrag aus der 

Differenz zwischen den unbezahlt gebliebenen Lohnbeiträgen für die 

Wintersaisons 1998/99, 1999/2000 und 2000/01 plus Mahngebühren 

einerseits, und gutgeschriebenen Rückvergütungen für ausbezahlten 

Familienzulagen, früheren Rückzahlungen sowie der Nachlassdividende 

andererseits zusammen (Beilagen Klägerin, act. 20). 

6. a) Die Schadenersatzpflicht gemäss Art. 52 AHVG setzt weiter das 

Tatbestandselement der Widerrechtlichkeit voraus, welches im Gesetz mit der 

„Missachtung von Vorschriften“ umschrieben ist. Unter diesem Begriff sind 

zunächst alle Bestimmungen des AHVG und seiner Vollzugserlasse zu 

verstehen. Insbesondere fallen diejenigen Vorschriften über die 

Beitragspflicht, die Bemessung der Beiträge vom Einkommen aus 

unselbständiger Erwerbstätigkeit, den Bezug der Arbeitnehmerbeiträge, die 

Abrechnungs- und die Zahlungspflicht sowie die Rentenauszahlung durch 

den Arbeitgeber darunter (Vorschriften im engeren Sinne). Die 

Rechtsprechung zählt aber auch die nach den objektiven Umständen und den 

persönlichen Verhältnissen gebotene Pflicht, dafür zu sorgen, dass keine 

Zahlungsunfähigkeit eintritt, zu den genannten Vorschriften im Sinne von Art. 

52 AHVG (sog. Vorschriften im weiteren Sinne; ZAK 1985, S. 580 E. 5). 

b) Vorliegend macht die Klägerin geltend, die Beklagten hätten einschlägige 

Vorschriften missachtet, indem sie Lohnbeiträge der Jahre 1998 bis 2001 

nicht bezahlt hätten. Gemäss Art. 14 Abs. 1 AHVG sind die Beiträge vom 

Einkommen aus unselbständiger Erwerbstätigkeit bei jeder Lohnzahlung in 

Abzug zu bringen und vom Arbeitgeber zusammen mit dem 

Arbeitgeberbeitrag periodisch zu entrichten. Zu beachten ist, dass für die 

ausstehenden Beiträge der Jahre 1998 bis 2000 das aktuellere Recht über 

den Beitragsbezug noch nicht zu beachten ist, für die Ausstände des Jahres 

2001 hingegen schon. Gemäss Art. 34 Abs. 1 lit. a altAHVV sind Beiträge 

monatlich oder vierteljährlich durch den Arbeitgeber zu bezahlen. Gemäss Art. 

34 Abs. 1 lit. a AHVV sind Beiträge monatlich, oder wenn die jährliche 

Lohnsumme Fr. 200'000.-- nicht übersteigt, vierteljährlich zu bezahlen. Die für 

die Zahlungsperiode geschuldeten Beiträge werden mit deren Ablauf fällig 

und sind innert zehn Tagen zu entrichten (Art. 34 Abs. 3 AHVV bzw. Art. 34 

Abs. 4 altAHVV). Ergibt sich am Ende der Abrechnungsperiode aufgrund der 

Abrechnung, dass zu wenig Beiträge bezahlt wurden, ist die Differenz alsdann 

nachzuzahlen (Art. 36 Abs. 4 AHVV bzw. Rz 2030 der Wegleitung über den 

Bezug der Beiträge [altWBB]). Zudem hat der Arbeitgeber periodisch mit der 

Ausgleichskasse abzurechnen und die erforderlichen Angaben für die 

Führung der individuellen Konten zu machen (Art. 51 Abs. 3 AHVG). 

c) Da im vorliegenden Fall fällige und verfallene Lohnbeiträge für die Jahre 1998 

bis 2001 nicht bezahlt wurden, besteht die für eine Haftung nach Art. 52 AHVG 

vorausgesetzte Widerrechtlichkeit in der Verletzung der in Art. 14 Abs. 1 

AHVG in Verbindung mit Art. 34 AHVV bzw. alt AHVV vorgeschriebenen 

Zahlungspflicht. 

7. a) Eine weitere wesentliche Voraussetzung für die Schadenersatzpflicht besteht 

nach dem Wortlaut von Art. 52 AHVG darin, dass der Arbeitgeber die 

Vorschriften der AHV-Gesetzgebung, durch deren Verletzung der Schaden 

entstanden ist, absichtlich oder grobfahrlässig missachtet hat. In Analogie zu 

Art. 18 Abs. 2 StGB, welcher auch im Verwaltungsrecht, insbesondere im 

Sozialversicherungsrecht, Anwendung findet, ist Absicht beim Handeln mit 

Wissen und Willen gegeben. Grobfahrlässig handelt, wer das ausser Acht 

lässt, was jedem verständigen Menschen in gleicher Lage und unter gleichen 

Umständen als beachtlich hätte einleuchten müssen. Dabei ist das Mass der 

zu verlangenden Sorgfalt abzustufen entsprechend der Sorgfaltspflicht, die in 

den kaufmännischen Belangen der entsprechenden Arbeitgeberkategorie 

üblicherweise erwartet werden kann (ZAK 1988 S. 599 E. 5a). Aufgrund 

gefestigter Praxis kann die Ausgleichskasse, welche festgestellt hat, dass sie 

einen durch Missachtung von Vorschriften entstandenen Schaden erlitten hat, 

davon ausgehen, dass der Arbeitgeber die Vorschriften absichtlich oder 

grobfahrlässig verletzt hat, sofern keine Anhaltspunkte für die 

Rechtmässigkeit des Handelns oder die Schuldlosigkeit des Arbeitgebers 

bestehen (BGE 108 V 200 f. E. 1; VGU S 02 245). Nach der Rechtsprechung 

ist es denkbar, dass ein Arbeitgeber der Ausgleichskasse vorsätzlich einen 

Schaden zufügt, aber für diesen trotzdem nicht schadenersatzpflichtig wird. 

Insbesondere ist die Situation denkbar, dass er durch die verspätete Zahlung 

der Beiträge das Überleben des Unternehmens bei besonderen 

Liquiditätsengpässen ermöglichen kann. Damit er jedoch später für ein 

solches Handeln nicht im Sinne von Art. 52 AHVG belangt werden kann, muss 

feststehen, dass der Arbeitgeber im Zeitpunkt, in welchem er diese 

Entscheidung trifft, mit ernsthaften und sachlichen Gründen davon ausgehen 

durfte, die Forderung inner nützlicher Frist begleichen zu können (BGE 108 V 

188; ZAK 1992 S. 248 E. 4b). Fehlende finanzielle Mittel eines Arbeitgebers 

genügen für sich allein nicht als Rechtfertigungs- oder Exkulpationsgrund, da 

ansonsten die Haftungsvorschrift von Art. 52 AHVG weitgehend ihres 

Gehaltes entleert würde (ZAK 1985 S. 621 E. 4). Werden Organe einer 

Gesellschaft ins Recht gefasst, ist zusätzlich zu überprüfen, ob und inwieweit 

eine Handlung oder Unterlassung der Unternehmung diesen im Hinblick auf 

deren rechtliche und faktische Stellung innerhalb der Gesellschaft 

zuzurechnen ist (ZAK 1985 S. 620 E. 3b). Handelt es sich beim Arbeitgeber 

um eine AG, sind grundsätzlich strenge Anforderungen an die Sorgfaltspflicht 

der Organe zu stellen, wobei das Verschulden nach den Verhältnissen im 

Einzelfall zu beurteilen ist. So ist beispielsweise vom 

Verwaltungsratspräsidenten als einzigem ausführenden Organ ein höheres 

Mass an Sorgfalt zu verlangen als von einem Verwaltungsratsmitglied eines 

Grossunternehmens, dessen Kontrollmöglichkeiten eingeschränkt sind (BGE 

108 V 203 f. E. 3b). Bei einfachen Verhältnissen muss von einem 

Verwaltungsratsmitglied einer AG in der Regel der Überblick über alle 

wesentlichen Belange einer Unternehmung verlangt werden. Auch eine 

Delegation von Geschäftsführungs- und Vertretungsbefugnissen an Dritte 

entbindet die Organe nicht von ihrer Überwachungspflicht gemäss Art. 716a 

Abs. 1 Ziff. 1 und 5 OR. Nicht geschäftsführende Verwaltungsratsmitglieder 

sind zwar nicht verpflichtet, jedes einzelne Geschäft der Geschäftsleitung zu 

überwachen, doch müssen diese die Tätigkeit der Geschäftsleitung und den 

Geschäftsgang überprüfen. Dazu gehört, dass diese sich laufend über den 

Geschäftsgang informieren, Rapporte verlangen, diese sorgfältig studieren, 

nötigenfalls ergänzende Auskünfte einholen und Irrtümer abzuklären 

versuchen. Ergibt sich aus diesen Informationen der Verdacht falscher und 

unsorgfältiger Ausübung der delegierten Befugnisse, ist jedes 

Verwaltungsratsmitglied verpflichtet, sogleich die erforderlichen Abklärungen 

zu treffen und eine genaue und strenge Kontrolle hinsichtlich der Einhaltung 

gesetzlicher Vorschriften auszuüben (BGE 114 V 223 f. E. 4a). Dasselbe gilt 

auch im Verhältnis der Verwaltungsratsmitglieder untereinander (AJP 1996 S. 

1078).

b) Da es sich bei der Sportanlagen AG um eine kleine Aktiengesellschaft mit 

einfachen und überschaubaren Verhältnissen handelt, traf die Beklagten als 

Verwaltungsratsmitglieder eine hohe Sorgfaltspflicht. In ihren Einsprachen 

machen sie lediglich geltend, dass weder eine absichtliche noch eine 

grobfahrlässige Missachtung von Vorschriften vorliege, was sie jedoch in 

keiner Weise begründen. Der Rechtfertigungsgrund im Sinne der 

Rechtsprechung, wonach die vorübergehende Nichtbezahlung der Beiträge 

ausnahmsweise rechtmässig erscheint, wenn feststeht, dass der Arbeitgeber 

aus ernsthaften und objektiven Gründen annehmen durfte, seine 

Beitragsschulden innert nützlicher Frist begleichen zu können, fällt vorliegend 

von vornherein weg, da die Ausstände erwiesenermassen mehrere 

Beitragsjahre betreffen. Die Beklagten machen denn auch in ihren 

Einsprachen weder diesen noch andere Rechtfertigungs- oder 

Exkulpationsgründe geltend. Somit ist davon auszugehen, dass sie als 

Vertreter der Gesellschaft für das Beitragswesen verantwortlich waren und 

damit die Zahlungspflicht zumindest grobfahrlässig verletzt haben. 

8. a) Als weitere Haftungsvoraussetzung verlangt Art. 52 AHVG, dass zwischen 

dem eingetretenen Schaden und dem pflichtwidrigen Verhalten ein adäquater 

Kausalzusammenhang vorliegen muss. Ein Ereignis hat dann als adäquate 

Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der 

Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen 

Erfolg von der Art des Eingetretenen herbeizuführen (BGE 119 V 406). 

b) Durch die Wahrnehmung ihrer Pflichten hätten die Beklagten den Eintritt eines 

Schadens verhindern können, weshalb zwischen der Missachtung der 

Zahlungspflicht respektive der Pflicht, dafür zu sorgen, dass keine 

Zahlungsfähigkeit eintritt, und dem Schaden der Ausgleichskasse ein 

adäquater Kausalzusammenhang besteht. 

9. Da vorliegend sämtliche Tatbestandsmerkmale der Klage gemäss Art. 52 

AHVG erfüllt sind, sind die Beklagten zu verpflichten, der Klägerin unter 

solidarischer Haftung Fr. 12'877.10 zu bezahlen. 

10. Gemäss Art. 85 Abs. 2 lit. a AHVG und Art. 11 der kantonalen Verordnung 

über das Verfahren in Sozialversicherungsstreitsachen (VSS; BR 542.300) ist 

das Verfahren für die Parteien, abgesehen von hier nicht zutreffenden 

Ausnahmen, grundsätzlich kostenlos. Eine aussergerichtliche Entschädigung 

steht der obsiegenden Klägerin praxisgemäss nicht zu.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Klage wird gutgeheissen und …, … und … werden unter solidarischer 

Haftung verpflichtet, der AHV-Ausgleichskasse des Kantons Graubünden Fr. 

12'877.10 zu bezahlen. 

2. Es werden keine Kosten erhoben.