# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 789a95d6-3787-5d4f-8db1-7a39810df7f9
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-07-09
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 09.07.2014 200 2013 1112
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2013-1112_2014-07-09.pdf

## Full Text

200 13 1112 IV
SCI/MAK/MAA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 9. Juli 2014

Verwaltungsrichter Schwegler, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Ackermann, Verwaltungsrichter Scheidegger
Gerichtsschreiberin Mauerhofer

A.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 12. November 2013

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Juli 2014, IV/13/1112, Seite 2

Sachverhalt:

A.

A.________ (Jg. 1968) ist in … aufgewachsen und ist seit … in der 
Schweiz wohnhaft (Antwortbeilage [AB] 2). Sie hat hier verschiedene Er-
werbstätigkeiten in der … und in der … ausgeübt (AB 22/3 f.). Sie ist in 
dritter Ehe verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder. 

Im Jahr 2008 verlegte A.________ ihren Wohnsitz erneut nach …. Dort 
unterzog sie sich mehreren Rückenoperationen. Nach der Rückkehr in die 
Schweiz im Jahr 2010 nahm sie bei der Unternehmung B.________ in … 
eine Tätigkeit ab Januar 2011 als „…“-Mitarbeiterin auf. Da sie seit 24. Juli 
2011 bis auf weiteres krankgeschrieben war (AB 4, 5), löste die Arbeitgebe-
rin dieses Arbeitsverhältnis per 24. Dezember 2011 auf (AB 12). 

B.

Am 6. Dezember 2011 meldete sich A.________ bei der Invalidenversiche-
rung (IV) zum Leistungsbezug an, dies unter Hinweis auf Rückenbe-
schwerden, Schwierigkeiten beim Gehen und Stehen, Panik- und Angstat-
tacken, Konzentrationsschwierigkeiten, Müdigkeit und Denkblockaden (AB 
2/4). Am 3. Februar 2012 beantragte sie ferner, es sei ihr ein Distraktions-
korsett zuzusprechen (AB 28).

Die IV-Stelle Bern (IVB) tätigte medizinische und erwerbliche Erhebungen 
(AB 11 f., 16, 18 20, 23). Auf Empfehlung des regionalen ärztlichen Diensts 
(RAD) holte sie ein neurochirurgisch-psychiatrisches Gutachten ein (AB 
44.1, 49.1, 49.2). Gestützt auf die genannten Abklärungen sowie zwei Stel-
lungnahmen des RAD vom 14. und 15. November 2012 (AB 57 f.) erliess 
sie am 29. November einen Vorbescheid (AB 59) und am 25. Januar 2013 
eine gleichlautende Verfügung (AB 64), wonach kein Anspruch auf ein 
Lendenmieder bestehe.

Mit Vorbescheid vom 30. Januar 2013 teilte sie der Versicherten sodann 
mit, mangels anspruchsbegründender Invalidität bestehe generell kein An-

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spruch auf Leistungen der Invalidenversicherung, weshalb sie das Leis-
tungsbegehren abzuweisen gedenke (AB 65). Hiergegen erhob die Versi-
cherte – unter Mithilfe der behandelnden Ärztinnen (AB 67/2 ff., 71 ff.) – 
Einwand (AB 67/1). 

Am 30. April 2013 trat die Versicherte ins Spital C.________ ein (AB 77). 
Dieser stationäre Aufenthalt dauerte bis am 31. Mai 2013 (AB 81).

Nachdem die zuständige Ärztin des RAD im Rahmen des Vorbescheid-
verfahrens erneut Stellung genommen hatte (AB 76), wandte sich die IVB 
mit Ergänzungsfragen an den psychiatrischen Gutachter (AB 78). Dessen 
Antwortschreiben vom 23. Juli 2013 (AB 82.1) sowie die diesbezügliche 
Beurteilung durch den RAD vom 26. September 2013 (AB 86) wurden der 
Beschwerdeführerin zugestellt (AB 87). Die IVB führte dabei aus, sie sehe 
vor, am in Aussicht gestellten Entscheid festzuhalten. Der Versicherten 
wurde zudem Gelegenheit zur Stellungnahme eingeräumt. Mit Schreiben 
vom 3. November 2013 (AB 91) erklärte sich diese damit nicht einverstan-
den. Die IVB verfügte am 12. November 2013 gemäss Vorbescheid (AB 
92).

  

C.

Mit Eingabe vom 11. Dezember 2013 hat die Versicherte die Verfügung der 
IVB vom 12. November 2013 beim Verwaltungsgericht des Kantons Bern 
angefochten und sinngemäss eine Teilrente beantragt. Ausserdem wurde 
um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (uR) ersucht. Auf Auffor-
derung hin reichte die Beschwerdeführerin die betreffend das uR-Gesuch 
erforderlichen Unterlagen nach. Mit prozessleitender Verfügung vom 7. Ja-
nuar 2014 wurde der Antrag wegen fehlender Prozessarmut abgewiesen. 
Der einverlangte Kostenvorschuss ging fristgerecht beim Gericht ein. Die 
IVB schloss mit Beschwerdeantwort vom 19. Februar 2014 auf Abweisung 
der Beschwerde.

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Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Angefochten ist die Verfügung der IVB vom 12. November 2013 
(AB 92). Die Beschwerdeführerin beantragt eine Rente; Streitgegenstand 
bildet demnach der Rentenanspruch. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend aus 
drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

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2.

2.1 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde gan-
ze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Neben den 
geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können auch solche psy-
chischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 ATSG).

Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenver-
sicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähig-
keit, welche die versicherte Person bei Aufbietung allen guten Willens, die verblei-
bende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des Forder-
baren wird dabei weitgehend objektiv bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 
352 E. 2.2.1 S. 353; SVR 2007 IV Nr. 47 S. 154 E. 2.4).

2.2 Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens, so auch 
einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung, setzt zunächst eine 
fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Diagnose nach einem wissenschaftlich 
anerkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 136 V 279 E. 3.2.1 S. 
282). 

Wie jede andere psychische Beeinträchtigung begründet indes auch eine 
diagnostizierte anhaltende somatoforme Schmerzstörung als solche noch 
keine Invalidität. Vielmehr besteht eine Vermutung, dass die somatoforme 
Schmerzstörung oder ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensanstren-

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gung überwindbar sind. Bestimmte Umstände, welche die Schmerzbewälti-
gung intensiv und konstant behindern, können den Wiedereinstieg in den 
Arbeitsprozess unzumutbar machen, weil die versicherte Person alsdann 
nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen notwendigen Ressour-
cen verfügt. Ob ein solcher Ausnahmefall vorliegt, entscheidet sich im Ein-
zelfall anhand verschiedener Kriterien:

Im Vordergrund steht die Feststellung einer psychischen Komorbidität von 
erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer. Massgebend sein können 
auch weitere Faktoren, so: chronische körperliche Begleiterkrankungen; ein 
mehrjähriger, chronifizierter Krankheitsverlauf mit unveränderter oder pro-
gredienter Symptomatik ohne länger dauernde Rückbildung; ein sozialer 
Rückzug in allen Belangen des Lebens; ein verfestigter, therapeutisch nicht 
mehr beeinflussbarer innerseelischer Verlauf einer an sich missglückten, 
psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung (primärer Krankheitsge-
winn; "Flucht in die Krankheit"); das Scheitern einer konsequent durchge-
führten ambulanten oder stationären Behandlung (auch mit unterschiedli-
chem therapeutischem Ansatz) trotz kooperativer Haltung der versicherten 
Person. Je mehr dieser Kriterien zutreffen und je ausgeprägter sich die 
entsprechenden Befunde darstellen, desto eher sind – ausnahmsweise – 
die Voraussetzungen für eine zumutbare Willensanstrengung zu verneinen 
(BGE 137 V 64 E. 4.1 S. 67, 136 V 279 E. 3.2.1 S. 282, 131 V 49 E. 1.2 S. 
50, 130 V 352 E. 2.2.3 S. 354). Diese für alle Versicherten in gleicher Wei-
se geltende Gerichtspraxis ist weder menschenrechtswidrig noch diskrimi-
nierend (SVR 2008 IV Nr. 62 S. 204 E. 4.2) noch basiert sie – mit Blick auf 
die rechtliche Natur des Kriterienkataloges – auf medizinwissenschaftlich 
unhaltbaren Annahmen (SVR 2012 IV Nr. 32 S. 128 E. 2.3 - 2.5).

2.3 Psychosoziale und soziokulturelle Faktoren lassen sich oft nicht klar 
vom medizinisch objektivierbaren Leiden trennen. Trotzdem können solche 
äusseren Umstände nicht als gesundheitliche Beeinträchtigungen im Sinne 
des Gesetzes verstanden werden, weil der gesetzliche Invaliditätsbegriff 
selber klar zwischen der versicherten Person als Trägerin des (invalidisie-
renden) Gesundheitsschadens und der durch ihn verursachten Erwerbsun-
fähigkeit unterscheidet. Infolgedessen können psychische Störungen, wel-
che durch soziale Umstände verursacht werden und bei Wegfall der Belas-

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tung wieder verschwinden, nicht zur Invalidenrente berechtigen. Zwar kann 
einer fachgerecht diagnostizierten psychischen Krankheit der invalidisie-
rende Charakter nicht mit dem blossen Hinweis auf eine bestehende psy-
chosoziale Belastungssituation abgesprochen werden. Je stärker aber psy-
chosoziale und soziokulturelle Faktoren im Einzelfall in den Vordergrund 
treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss 
eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vor-
handen sein (BGE 127 V 294 E. 5a S. 299; SVR 2012 IV Nr. 52 S. 189 E. 
3.2). Nur wenn und soweit psychosoziale und soziokulturelle Faktoren ei-
nen derart verselbstständigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten oder 
seine – unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden – 
Folgen verschlimmern, können sie sich mittelbar invaliditätsbegründend 
auswirken (SVR 2010 IV Nr. 19 S. 59 E. 5.2). In diesem Sinn werden 
Wechselwirkungen zwischen sich körperlich und psychisch manifestieren-
den Störungen und der sozialen Umwelt berücksichtigt, wenn auch bedeu-
tend weniger stark als nach dem in der Medizin verbreiteten bio-psycho-
sozialen Krankheitsmodell (SVR 2008 IV Nr. 62 S. 204 E. 4.2).

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 132 V 93 E. 4 S. 99). 

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 

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gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass das 
Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, unab-
hängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

3.

3.1 Hinsichtlich des Gesundheitszustands und der Arbeitsfähigkeit der 
Beschwerdeführerin ergibt sich aus den bei den Akten liegenden Arztbe-
richten und RAD-Stellungnahmen das Folgende:

3.1.1 Mit Zwischenbericht zuhanden des Krankentaggeldversicherers, der 
D.________ AG, vom 13. Dezember 2011 (AB 16/3 ff.) diagnostizierte die 
Hausärztin, Dr. med. E.________ (Allgemeine Medizin FMH) eine dissozia-
tive Bewegungsstörung (ICD-10: F44.1), eine mittelgradige depressive Epi-
sode (ICD-10: F33.1) und eine somatoforme Schmerzstörung bei chroni-
schen Lumbalgien (ICD-10: F 45.4). Wegen des Rückenleidens sei länge-
res Sitzen ungünstig, die Mobilität sei eingeschränkt. Die Patientin sei 
überhaupt nicht belastbar, emotional sei sie sofort mit allem überfordert. 
Infolgedessen bestehe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. 

3.1.2 Im Austrittsbericht der Klinik F.________ vom 11. Januar 2012 wur-
de eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % attestiert. Die Diagnosen entspra-
chen denjenigen der Hausärztin (AB 20).

3.1.3 Gegenüber der Beschwerdegegnerin erklärte Dr. med. E.________ 
mit Arztbericht vom 16. Januar 2012 (AB 23/7 ff.), die Beschwerdeführerin 

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sei weiterhin krankgeschrieben. Es bestünden Schmerzen im Bereich der 
LWS, Schwäche der Beine und verminderte Mobilität. Hinzu komme die 
verminderte psychische Belastbarkeit. Eine Wiedereingliederung in einer 
geschützten Arbeitsstätte könnte am ehesten zu einer Verbesserung der 
Gesamtsituation führen. 

3.1.4 Die RAD-Ärztin, med. pract. G.________ (Physikalische Medizin 
und Rehabilitation FMH), erklärte mit Stellungnahme vom 26. März 2012 
(AB 37), anhand der bisherigen Erhebungen bleibe unklar, ob ein IV-
relevanter Gesundheitsschaden vorliege. Sie empfehle daher eine neuro-
chirurgisch-psychiatrische Begutachtung. 

3.1.5 Die behandelnde Psychiaterin, Dr. med. H.________ (Psychiatrie 
und Psychotherapie FMH), erstattete der Beschwerdegegnerin am 20. April 
2012 Bericht (AB 39). Sie diagnostizierte eine dissoziative Bewegungs-
störung (ICD-10: F44.4), eine emotionale Instabilität unklarer Genese (diffe-
rentialdiagnostisch: akzentuierte Persönlichkeitszüge als Folge der andau-
ernden Belastungssituation der letzten Jahre), chronische Lumbalgien mit 
Schmerzausbreitung (bei Status nach Diskushernie L4/5 links, Implantation 
eines Wallice interspinous device 2009 und mehreren Revisionen infolge 
Infektkomplikationen) sowie eine rezidivierende depressive Störung bei 
der§ leichter Episode ohne somatisches Syndrom (ICD-10: F33.0). Infolge 
massiv verminderter Stresstoleranz mit Verstärkung der emotionalen Insta-
bilität, der Schmerzen und der Erschöpfungssymptome bestehe eine Ar-
beitsunfähigkeit von 100 % bis auf weiteres. Die bisherige Tätigkeit in ei-
nem Call-Center sei auch bei einer Verbesserung nicht geeignet, wobei die 
Beschwerdeführerin generell mit einem beruflichen Wiedereinstieg zurzeit 
überfordert wäre. Unter Fortsetzung der Psychotherapie könne mit einer 
gewissen Stabilisierung gerechnet werden, es sei allerdings mit einer län-
geren Behandlungsdauer zu rechnen. 

3.1.6 Die neurochirurgische Gutachterin, Dr. med. I.________ (Neuro-
chirurgie FMH), untersuchte die Beschwerdeführerin am 2. Juli 2012 und 
erstattete der Beschwerdegegnerin am 12. Juli 2012 ihr neurochirurgisches 
Teilgutachten (AB 44.1). Gestützt auf ihre Untersuchung, einen elektrophy-
siologischen Untersuchungsbefund vom 10. Juli 2012 (Dr. med. 
J.________ [Neurologie FMH]) sowie die bisherigen medizinischen Akten 

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diagnostizierte die Gutachterin ein chronisches lumbales und lumbofemo-
ralgieformes Schmerzsyndrom beidseits, aktuell rechtsbetont bei LWS-
Fehlform und -Fehlhaltung und degenerativen LWS-Veränderungen sowie 
einen Status nach Implantation Wallis interspinous device und mehreren 
Revisionen bei Infektionskomplikationen, Entfernung und Neuimplantation 
des interspinous device 2009. Ausgeschlossen seien körperlich schwere 
Tätigkeiten, hingegen seien leichte und zeitweise körperlich mittelschwere 
wechselbelastende Tätigkeiten vollzeitlich zumutbar bei einer Leistungs-
minderung von 10 %, wobei der Anteil mittelschwerer Arbeit mit 10 % be-
grenzt sei. Der Arbeitsplatz sei rückenergonomisch zu gestalten. Mit Blick 
auf die eingeschränkte Gehfähigkeit komme nur Heimarbeit mit entspre-
chendem Zumutbarkeitsprofil in Frage. Aus rein neurochirurgisch-
somatischer Sicht sei das Beschwerdebild nicht vollständig erklärbar, es 
gebe keine objektivierbaren organischen Befunde, die das Ausmass der 
beklagten Symptome erklären könnten. Somit könne aus neurochirurgi-
scher Sicht auch kein therapeutischer Ansatz formuliert werden, eine ope-
rative Behandlung sei jedenfalls nicht indiziert. Hingegen sei die Fort-
führung konservativer Behandlungsmassnahmen zu empfehlen (Heimü-
bungsprogramm, Analgetika). 

Am 23. August 2012 wurde die Beschwerdeführerin von Dr. med. 
K.________ (Psychiatrie und Psychotherapie FMH) psychiatrisch unter-
sucht; das betreffende Teilgutachten datiert vom 18. September 2012 (AB 
49.1). Als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurden eine 
anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4) sowie eine dis-
soziative Bewegungsstörung (ICD-10: F44.4) aufgeführt. Als ohne Auswir-
kung auf die Arbeitsfähigkeit bezeichnete der Gutachter eine vordiagnosti-
zierte depressive Episode (ICD-10: F32), die aktuell – möglicherweise im 
Rahmen einer rezidivierenden depressiven Störung – remittiert sei. Die 
Diagnostik sei im vorliegenden Fall nicht einfach, doch sei aus versiche-
rungspsychiatrischer Sicht letzten Endes nicht entscheidend, welche Dia-
gnose in den Vordergrund gestellt werde. Zusammenfassend sei festzuhal-
ten, dass die nachvollziehbare, eng miteinander zusammenhängende 
Symptomatik aus dem Bereich der anhaltenden somatoformen Schmerz-
störung, der dissoziativen Störung oder auch den emotional instabilen Per-
sönlichkeitseigenschaften herrühren könnte. Hinzu komme seit Sommer 

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2011 eine wechselnde depressive Symptomatik, die gegenwärtig unter 
Gesprächstherapie und Medikation als weitgehend remittiert zu betrachten 
sei. Aktuell imponiere jedenfalls kein depressives Syndrom, das die Be-
schwerdeführerin in ihrer medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit an-
dauernd einschränken würde. 

Der Gutachter empfahl weiter, die psychopharmakologische Behandlung 
aufrechtzuerhalten. Unter Hinweis auf die Optionen der Behandlung führte 
er aus, die Bescheinigung einer anhaltenden 100 %-igen Arbeitsunfähigkeit 
durch Dr. med. H.________ sei nicht nachvollziehbar. Seiner Meinung 
nach sei vielmehr davon auszugehen, dass die akute psychiatrische Sym-
ptomatik doch insgesamt innerhalb nützlicher Zeit sehr gut behandelbar 
sei, so dass die Beschwerdeführerin – aus rein psychiatrischer Sicht – eine 
Arbeitstätigkeit zu mindestens 60 % wieder aufnehmen können sollte, im 
Rahmen von Heimarbeit wohl auch mit vollem Pensum, dies mit einer Leis-
tungseinschränkung von 10 %. Innerhalb von drei Monaten sei die Arbeits-
tätigkeit (auch ausserhäuslich) noch weiter, d.h. auf über 80 % steigerungs-
fähig. Mitwirkend seien psychosoziale – und damit krankheitsfremde – Fak-
toren (berufliche Vorgeschichte, Lebensalter, allgemeine Arbeitsmarktsitua-
tion), welche möglicherweise ebenfalls dazu beitrügen, dass die Beschwer-
deführerin sich nicht in der Lage fühle, wieder eine Arbeitstätigkeit aufzu-
nehmen; zu beachten sei auch die inzwischen eingetretene Dekonditionie-
rung. Hinsichtlich der Ursache für die fehlende Arbeitstätigkeit hielten sich 
die psychosozialen Faktoren und die psychische Störung etwa die Waage. 

In der interdisziplinären Beurteilung und Prognose (AB 49.2) wurden die in 
den Teilgutachten erfolgten Feststellungen hinsichtlich der Diagnosen wie-
derholt. Die Gutachter kamen zum Schluss, in körperlich überwiegend 
leichten Tätigkeiten sei der Beschwerdeführerin nach einer Angewöh-
nungszeit von sechs Monaten eine Arbeitstätigkeit von täglich fünf bis 
sechs Stunden zumutbar. Nach weiteren drei Monaten betrage die Arbeits-
fähigkeit mindestens 80 %, und zwar auch in ausserhäuslichem Rahmen. 
Aus versicherungspsychiatrischer Sicht müsste ein Arbeitsplatz keinen be-
sonderen Anforderungen genügen. 

3.1.7 Auf Nachfrage durch die IVB hin erklärte med. pract. G.________, 
RAD, mit Bericht vom 15. November 2011 (AB 58), die aus psychischen 

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Gründen seit Juni 2011 attestierte Arbeitsfähigkeit beruhe auf Störungen, 
die seitens der IV nicht anerkannt seien, dasselbe gelte für die Abhängig-
keit von Rollstuhl und Rollator. Am 4. Dezember 2012 (AB 60) hielt sie fer-
ner fest, die somatischen Diagnosen gemäss neurochirurgischem Gutach-
ten seien nachvollziehbar. 

3.1.8 Am 5. Dezember 2012 wurde ein MRI der Lendenwirbelsäule er-
stellt (AB 71/10); am 14. Januar 2013 folgten je ein MRI der Halswirbelsäu-
le und der Brustwirbelsäule (AB 71/9).

Gestützt auf die genannten Untersuchungen führte Dr. med. L.________ 
(Radiologie FMH) am 1. Februar 2013 eine perkutane CT-
fluoroskopiegesteuerte intraartikuläre Facettengelenksinfiltration L4/5 beid-
seits durch (AB 71/2 ff.). Der diesbezügliche Bericht enthält keinerlei Anga-
ben zur Arbeitsfähigkeit oder zum Zumutbarkeitsprofil.

3.1.9 Dr. med. M.________ (Allgemeine Innere Medizin FMH), welche die 
Beschwerdeführerin inzwischen als Hausärztin behandelt, erklärte mit 
Schreiben vom 14. Februar 2013, der Vorbescheid, wonach die Beschwer-
deführerin  keinen Anspruch auf Leistungen der IV habe, sei aus allgemein-
internistischer und psychosomatischer Sicht nicht nachvollziehbar 
(AB 67/4). Das Zumutbarkeitsprofil sei von einer weiteren Abklärungsstelle 
erneut zu überprüfen, nicht zuletzt mit Blick darauf, dass die Beschwerde-
führerin einen zunehmenden Behandlungserfolg festgestellt habe. 

Am 9. März 2013 wandte sich Dr. med. M.________ mit einer Ergänzung 
an die Beschwerdegegnerin (AB 71/1). Darin werden in erster Linie die 
aktuellen somatischen Therapiemassnahmen aufgeführt (durchgeführte 
und weitere geplante Facettengelenksinfiltrationen, Neuraltherapien, Kor-
sett-Rücken-Entlaster) und ferner wird über eine geplante multimodale The-
rapie im Spital C.________ informiert. 

3.1.10 Dr. med. H.________ nahm mit Schreiben vom 17. Februar 2013 
ebenfalls zum Vorbescheid Stellung (AB 67/2 ff.). Sie diagnostizierte eine 
emotionale Instabilität, am ehesten im Rahmen einer Persönlichkeitsverän-
derung bei chronischen Schmerzen und erheblichen Belastungen in der 
Anamnese (Kindheit, zwei Ehen mit Gewalterfahrung [ICD-10: F62.8]), eine 
dissoziative Bewegungsstörung (ICD-10: F44.4), Anteile einer somatofor-

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men Schmerzstörung im Sinne einer verstärkten Schmerzwahrnehmung 
bei vorhandenen somatischen Rückenproblemen sowie eine rezidivierende 
depressive Störung, derzeit remittiert (ICD-10: F33.4). Sie erklärte sich fer-
ner mit dem Gutachter insofern nicht einverstanden, als dieser die somato-
forme Schmerzstörung als Hauptdiagnose definiere, bestünden doch er-
hebliche somatisch bedingte Rückenprobleme. Die Schmerzen hätten zu 
einer psychischen Destabilisierung geführt; es sei zunehmend schwieriger 
geworden, die durch schwierige Kindheitserfahrungen hervorgerufene psy-
chische Verletzlichkeit und Selbstwertproblematik zu kompensieren. Was 
die Arbeitsfähigkeit angehe, sei Heimarbeit aus verschiedenen Gründen 
ungeeignet. Insbesondere bestehe die Gefahr, dass sich die starken Rück-
zugstendenzen dadurch chronifizieren könnten. Hinzu komme, dass die 
Vorstellung, eine geeignete Heimarbeit zu finden, als unrealistisch anmute. 
Vielmehr bedürfe es einer beruflichen Abklärung und eines schrittweisen, 
begleiteten Wiedereinstiegs ins Erwerbsleben. 

Dr. med. H.________ ergänzte ihre bisherigen Eingaben mit einem Schrei-
ben vom 24. März 2013 (AB 72). Sie hob darin hervor, die bisherigen Beur-
teilungen würden die emotionale Instabilität und die agoraphobischen 
Ängste zu wenig gewichten. Diese hätten auf die Arbeitsfähigkeit jedoch 
ebenfalls Einfluss. Die Symptomatik erfülle zwar die Kriterien einer emotio-
nal instabilen Persönlichkeitsstörung nicht, sie erreiche jedoch ein erhebli-
ches Ausmass, das die Beschwerdeführerin deutlich beeinträchtige. Das-
selbe gelte für die agoraphobischen Ängste, die mitunter dazu führen wür-
den, dass die Beschwerdeführerin Mühe habe, das Haus zu verlassen. 
Ausserdem sei die Gehfähigkeit eingeschränkt. Ein begleiteter beruflicher 
Wiedereinstieg sei wünschenswert, wobei derzeit in einem geschützten 
Rahmen und mit der Möglichkeit zu pausieren ein zeitliches Pensum von 
40 – 50 % zumutbar sei, dies bei einer Einschränkung der Leistungsfähig-
keit von 20 – 30 %.

3.1.11 Mit Schreiben vom 18. April 2013 wandte sich Dr. med. M.________ 
an die Koordinationsstelle AMA und bat um die Zuweisung ihrer Patientin 
zwecks objektiver Beurteilung der aktuellen Leistungsfähigkeit (AB 73/3).

Mit Stellungnahme vom 6. Mai 2013 hielt med. pract. G.________, RAD, 
daraufhin fest, es könne auf das neurochirurgisch-psychiatrische Gutachten 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Juli 2014, IV/13/1112, Seite 14

abgestellt werden (AB 76). In somatischer Hinsicht würden keine neuen 
Erkrankungen geltend gemacht. Die Anschaffung des Rückenkorsetts sei 
nicht zu befürworten, weshalb weiterhin diesbezüglich keine Kostenüber-
nahme erfolgen könne. Was den geforderten begleiteten Wiedereinstieg 
angehe, gehöre dieser zu den therapeutischen Massnahmen, die in den 
Leistungsbereich der Krankenversicherer gehören würden. Mangels eines 
invalidisierenden psychischen Gesundheitsschadens und mit Blick darauf, 
dass das Beschwerdebild aus somatischer Sicht weitgehend nicht be-
gründbar sei, bestehe jedenfalls nicht Anspruch auf berufliche Massnah-
men der IV.

3.1.12 Nachdem sich die Beschwerdeführerin vom 30. April bis am 31. Mai 
2013 im Spital C.________ stationär aufgehalten hatte, erstattete letztere 
am 11. Juni 2013 den Austrittsbericht (AB 81). Sie diagnostizierte eine so-
matoforme Schmerzstörung bei chronischen Lumbalgien (aktuell Schmerz-
exazerbation), eine dissoziative Bewegungsstörung (aktuell regredient, 
ICD-10: F44.4), eine mittelschwere Depression sowie einen Vitamin D-
Mangel. Am 17. Mai 2013 sei eine (erneute) diagnostische Infiltration mit 
Lidocain durchgeführt worden, woraufhin die Beschwerdeführerin ansch-
liessend über drei Tage schmerzfrei gewesen sei. Da von einer unspezifi-
schen Reaktion auszugehen sei, habe man von weiteren invasi-
ven Massnahmen abgeraten, was die Beschwerdeführerin aufgrund eines 
rein somatischen Krankheitskonzepts jedoch schwer verstanden habe. Die 
Beschwerdeführerin sei in ein multimodales Schmerztherapiekonzept inte-
griert worden, eine Weiterführung der einzelnen Massnahmen sei zu be-
fürworten und bei erneuter Schmerzexazerbation bestehe auch die Mög-
lichkeit einer erneuten Infiltration. 

3.1.13 Mit ergänzendem Schreiben vom 23. Juli 2013 nahm Dr. med. 
K.________ zu den zusätzlichen Fragen der Beschwerdegegnerin Stellung 
(AB 82.1). Er führt darin aus, Dr. med. H.________ gehe zu Unrecht davon 
aus, er habe die somatoforme Schmerzstörung als Hauptdiagnose be-
zeichnet. Es bestehe mit Sicherheit keine Persönlichkeitsstörung. Viel 
wahrscheinlicher sei, dass eine vorbestehende Symptomatik einer anhal-
tenden somatoformen Schmerzstörung über Jahre kompensiert geblieben 
sei. Er wiederholt ausdrücklich, er betrachte die Diskussion rund um die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Juli 2014, IV/13/1112, Seite 15

korrekte diagnostische Zuordnung des Beschwerdebildes als akademisch. 
Was die psychosozialen Faktoren angehe, seien diese bereits im Gutach-
ten von den psychischen Befunden klar ausgeschieden worden. Hinsicht-
lich der so genannten Foerster-Kriterien führte der Gutachter aus, im Zu-
sammenhang mit der psychischen Komorbidität sei zu betonen, dass die 
Beschwerdeführerin eine krankheitswertige psychische Störung erleide, die 
als anhaltende somatoforme Schmerzstörung und dissoziative Störung zu 
benennen sei. Da die Symptomatik der beiden Störungsbilder aus dem 
Kapitel F4 der ICD-10 überlappend sei, bestehe keine Komorbidität. Ob 
eine chronische Begleiterkrankung vorliege, könne nicht aus psychiatri-
scher Sicht behandelt werden, er verweise daher auf das neurochirurgische 
Gutachten. Ebenso wenig sei von einem mehrjährigen Krankheitsverlauf 
auszugehen, zumal eine allenfalls vorbestehende psychische Erkrankung 
bis zum Sommer 2011 kompensiert gewesen sei. Dem Kriterium des sozia-
len Rückzugs in allen Belangen des Lebens stehe er als Gutachter kritisch 
gegenüber. Die Beschwerdeführerin habe eine depressive Episode erlitten 
und dabei sei womöglich auch ein sozialer Rückzug erfolgt, es könne aber 
nicht unterstützt werden, jegliche Veränderung des Sozialverhaltens, bei-
spielsweise auch infolge körperlicher Beschwerden, als sozialen Rückzug 
zu bezeichnen. Ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr angehbarer Ver-
lauf der Krankheit liege nicht vor. Die Frage nach einer gescheiterten, kon-
sequent durchgeführten Therapie betrachte er als verfehlt. Im Übrigen halte 
er weiterhin an seiner bereits im Gutachten formulierten Ansicht fest, wo-
nach perspektivisch zunächst eine Arbeitsfähigkeit von 40 % und später 
eine solche von 80 % erreichbar sei. Die von Dr. med. H.________ postu-
lierten beruflichen Massnahmen seien nicht nachvollziehbar. Aufgrund sei-
ner Erfahrung liessen sich die Symptome der psychischen Störung, wie sie 
diskutiert worden seien, gut bessern oder sogar weitgehend überwinden, 
so dass die Versicherte wieder eine normale Arbeitstätigkeit aufnehmen 
könne.

3.1.14 Mit Stellungnahme vom 26. September 2013 vertrat med. pract. 
G.________, RAD, die Auffassung, am Gutachten sei weiterhin festzuhal-
ten (AB 86). Sie hob insbesondere hervor, die von den Ärzten des Spitals 
C.________ diagnostizierte mittelgradige Depression sei nicht von Psychia-
tern und ausschliesslich gestützt auf einen Fragebogen festgestellt worden, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Juli 2014, IV/13/1112, Seite 16

den die Beschwerdeführerin bei Eintritt ausgefüllt habe. Im Übrigen stelle 
auch die behandelnde Psychiaterin seit der Begutachtung keine solche 
Diagnose. 

3.1.15 Mit ihrer Beschwerde reichte die Beschwerdeführerin im vorliegen-
den Verfahren eine Stellungnahme von Dr. med. H.________ vom 11. De-
zember 2013 (Beschwerdebeilage [BB] 2) zu den Ergänzungen des Gut-
achters vom 23. Juli 2013 (AB 82.1) ein. Die Ärztin führte darin im Wesent-
lichen aus, ihrer Ansicht nach hätten die emotional instabilen Persönlich-
keitseigenschaften durchaus Krankheitswert; sie würden die Beschwerde-
führerin auch erheblich in ihrem Alltag einschränken. Insbesondere in Kon-
fliktsituationen zeige die Patientin massive emotionale Reaktionen, was die 
psychische Belastbarkeit deutlich beeinträchtige. Dissoziative Symptome 
seien übrigens bereits im Jahr 2007 erwähnt worden. Auch wenn sie in 
diagnostischer Hinsicht mit dem Gutachter weitgehend übereinstimme, 
unterscheide sich ihre Einschätzung hinsichtlich der Prognose und der Ar-
beitsfähigkeit wesentlich. Insgesamt würden die Aussagen des Gutachters 
der Situation der Beschwerdeführerin nicht gerecht. Die Beschwerdeführe-
rin versuche derzeit, im ersten Arbeitsmarkt wieder Fuss zu fassen, infol-
gedessen seien berufliche Massnahmen zurzeit nicht angezeigt, es sei 
denn, die derzeitig versuchte Selbsteingliederung misslinge. Die Be-
schwerdeführerin sei zwar auf einem guten Weg, ihre Stresstoleranz und 
allgemeine psychische Belastbarkeit seien jedoch nach wie vor deutlich 
eingeschränkt. 

3.2 Das neurochirurgisch-psychiatrische Gutachten der Dres. 
med. N.________ und K.________ erfüllt die Voraussetzungen der Recht-
sprechung an Expertisen (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352). Es ist schlüssig, 
nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei und es bestehen 
keine Indizien gegen seine Zuverlässigkeit; damit erbringt das Gutachten 
grundsätzlich vollen Beweis für die medizinisch-sachverhaltliche Beurtei-
lung. 

3.2.1 In somatischer Hinsicht wird gutachterlich festgehalten, dass die 
geklagten Beschwerden somatisch höchstens ansatzweise erklärt werden 
können (AB 44.1). Diese Beurteilung der neurochirurgischen Gutachterin 
stimmt mit jener der somatisch behandelnden (bzw. konsiliarisch befragten) 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Juli 2014, IV/13/1112, Seite 17

Ärzte überein. So kamen auch die Ärzte des Spitals C.________ zum 
Schluss, Schmerzcharakteristika, -lokalisation   und  -ausstrahlung seien 
untypisch für eine organische Pathologie (AB 23/23). Es ist daher unter 
dem somatischen Gesichtspunkt auf das überzeugende Zumutbarkeitsprofil 
der Gutachterin abzustellen, wonach schwere Tätigkeiten ausgeschlossen 
sind, während für eine leichte, zeitweise – anteilmässig maximal 10 % – 
körperlich mittelschwere wechselbelastende Tätigkeit eine volle Arbeits-
fähigkeit besteht. Was die angeblich fehlende „Wegefähigkeit“ angeht – 
gemeint ist das Unvermögen, sich an einen Arbeitsort zu begeben –, han-
delt es sich um eine somatisch weder erklärte noch erklärbare Einschrän-
kung, die aus somatischer Sicht keine Berücksichtigung finden kann. 

3.2.2 Unter dem Aspekt des psychischen Gesundheitszustands der Be-
schwerdeführerin ist vorauszuschicken, dass sowohl die behandelnden 
Ärzte wie auch der Gutachter neben den psychiatrischen Befunden zu-
gleich auch psychosoziale Belastungsfaktoren erhoben und diesen wesent-
liche Bedeutung für den aktuellen Beschwerdekomplex zugeschrieben ha-
ben (finanzielle Abhängigkeit vom Ehemann, Angst vor Arbeitsplatzverlust 
mit anschliessendem tatsächlichen Verlust, vgl. AB 49.1/13, 49.1/24). 
Dementsprechend wurde in der psychiatrischen Behandlung das Gewicht 
denn auch auf eine psychotherapeutische Begleitung gelegt, während die 
Medikation nicht im Zentrum stand (AB 23/12). 

Bezüglich der gestellten psychiatrischen Diagnosen ist festzustellen, dass 
die zunächst mit der Beschwerdeführerin befassten Somatiker von einer 
Schmerzverarbeitungsstörung ausgingen. Im Rahmen der psychosomati-
schen Behandlung wurden eine dissoziative Bewegungsstörung (Lähmung 
der Beine, aktuell regredient), eine somatoforme Schmerzstörung sowie 
eine mittelschwere Depression diagnostiziert (AB 23/11, 23/17). Seit dem 
28. Oktober 2011 findet nun auch eine fachärztliche psychiatrische Be-
handlung statt, auf deren Basis Dr. med. H.________ der Beschwerdefüh-
rerin eine dissoziative Bewegungsstörung, Depressivität im Sinne einer 
rezidivierenden depressiven Störung bei derzeit leichter Episode und emo-
tionale Instabilität unklarer Genese (DD akzentuierte Persönlichkeitszüge 
[ohne ICD-10 Code]) attestiert, wobei sie jedoch einen Beschwerdekom-
plex schildert, den sie nur beschränkt mit ICD-10 Codes versieht (AB 39/2). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Juli 2014, IV/13/1112, Seite 18

Vor diesem Hintergrund ist die Beurteilung des Gutachters, wonach die 
psychopathologischen Befunde eine eindeutige Diagnose kaum erlauben, 
nachvollziehbar und überzeugend. 

So hat denn auch die behandelnde Psychiaterin in der im vorliegenden 
Verfahren aufgelegten Stellungnahme die Übereinstimmung ihrer Beurtei-
lung mit jener des Gutachters hinsichtlich der Befundlage festgehalten. 
Diese Befundlage erlaubt kaum, die Diagnose je für sich als erfüllt zu be-
trachten. Insoweit ist es, unter Berücksichtigung auch der erheblichen psy-
chosozialen Belastungen, durchaus nachvollziehbar, dass Dr. med. 
H.________ den Beschwerdekomplex als ganzes in den Vordergrund stellt. 
Wenn der Gutachter festhält, es sei am ehesten die somatoforme 
Schmerzstörung als Leiterkrankung zu betrachten und die Ursache der 
dissoziativen Symptome in der Schmerzstörung bzw. den emotional insta-
bilen Persönlichkeitszügen zu sehen, so überzeugt dies. Eine abschlies-
sende Beurteilung ist jedoch nicht nötig. Die Schwierigkeiten bei der Dia-
gnostik sind – im Ergebnis – unerheblich: Massgebend ist nicht die dia-
gnostische Einordnung eines Gesundheitsschadens, entscheidend sind 
vielmehr dessen konkrete Auswirkungen auf die Arbeits- und Leistungs-
fähigkeit (Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 26. Juni 2012, 
9C_228/2013, E. 4.1.4). Sowohl auf die Schmerzstörung als auch die dis-
soziative Störung kommt gleichermassen die so genannte Überwindbar-
keitspraxis zur Anwendung, wonach diese Störungen bzw. ihre Folgen im 
Regelfall mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar sind (BGE 
136 V 279 E. 3.2.1 S. 282; vgl. auch vorstehend E. 2.2). Auch die erwähn-
ten Besonderheiten hinsichtlich der Persönlichkeitszüge gelten praxis-
gemäss als nicht invalidisierend (SVR 2012 IV Nr. 52 S. 188 E. 3.1).

Mit Blick darauf, dass der Gutachter nachvollziehbar erklärt, unter Medika-
tion habe keine Depressivität erhoben werden können, liegt aus psychiatri-
scher Sicht (allenfalls) allein eine somatoforme Schmerzstörung mit disso-
ziativen Symptomen vor, wobei daneben psychosoziale Umstände und 
emotional instabile Persönlichkeitszüge bestehen, die aber IV-rechtlich 
nicht massgeblich sind (vgl. vorstehend E. 2.3). Eine psychische Störung, 
die – für sich genommen – als invalidisierend gälte, ist somit nicht gegeben; 
ebenso wenig eine psychische Komorbidität, die hinreichend ausgeprägt 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Juli 2014, IV/13/1112, Seite 19

wäre, um der somatoformen Schmerzstörung resp. der dissoziativen 
Störung (im Sinne einer Ausnahme) eine invalidisierende Wirkung zu ver-
leihen. Von den fünf übrigen höchstrichterlichen Faktoren, die der Über-
windbarkeit entgegenstehen, fehlen deren vier (vgl. dazu auch AB 82.1/6 
ff.): Die Beschwerdeführerin hat sich keineswegs von sozialen Kontakten 
zurückgezogen, sondern pflegt regelmässig Kontakt mit ihrer Familie (AB 
49.1/11). Für einen primären Krankheitsgewinn bestehen keine Anhalts-
punkte. Es lässt sich auch nicht sagen, es liege ein chronifizierter Krank-
heitsverlauf mit unveränderter oder progredienter Symptomatik ohne länger 
dauernde Rückbildung vor, zumal die psychiatrische Behandlung erst im 
Oktober 2011 aufgenommen wurde (AB 39/2) und im Jahr 2013 offenbar 
auch über mehrere Monate eine deutliche Verbesserung der Gesamtsitua-
tion eintrat (AB 81/3). Mit Blick darauf, dass die Beschwerdeführerin ein 
rein somatisches Krankheitskonzept zeigt (AB 81/3; vgl. E. 3.1.13), ist auch 
nicht von einer kooperativen Haltung auszugehen, dessen ungeachtet eine 
konsequent durchgeführte Behandlung gescheitert wäre. Insofern, als seit 
längerer Zeit Wirbelsäulenprobleme ausgewiesen sind (die das Ausmass 
der beklagten Symptome allerdings nicht erklären; vgl. E. 3.1.6), liegt zwar 
eine chronische körperliche Begleiterkrankung vor, dies allerdings nicht in 
ausgeprägter Form. Dieser Umstand vermag für sich allein die Überwind-
barkeit nicht auszuschliessen. Die Voraussetzungen zur Anerkennung des 
Geklagten als invalidenversicherungsrechtlich relevante Störung sind nicht 
erfüllt. 

Was die – vom Gutachter postulierte – Anpassungszeit angeht, ist auch 
diese IV-rechtlich nicht zu berücksichtigen, geht sie doch auf die Dekondi-
tionierung, und nicht auf eine IV-rechtlich relevante Erkrankung zurück. 
Gleiches gilt für die seitens der neurochirurgischen Gutachterin erwähnte 
Einschränkung auf Heimarbeit, da diese weder objektivierbar noch erklär-
bar ist. Die Beurteilung der Beschwerdegegnerin ist daher korrekt. Daran 
vermögen die Berichte der behandelnden Ärztinnen – die in erster Linie 
insofern vom Gutachten abweichen, als sie durchwegs eine Arbeitsun-
fähigkeit attestieren – nichts zu ändern.

3.2.3 So erscheint zunächst die Beurteilung von Dr. med. H.________ 
vom 17. Februar 2013 (AB 67/2) nicht überzeugend. Die Psychiaterin führt 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Juli 2014, IV/13/1112, Seite 20

hier aus, die emotionale Instabilität gehe auf Kindheitserfahrungen und die 
Gewalterfahrungen in ihren beiden ersten Ehen zurück. Ausserdem wird 
eine Persönlichkeitsveränderung attestiert. Diese Sichtweise wird damit 
erstmals vorgebracht; in späteren Berichten (AB 72, 93) wird sie nicht wie-
derholt. Kommt hinzu, dass die Beschwerdeführerin während Jahren inte-
griert und beruflich erfolgreich war und keinerlei Anzeichen einer solchen 
auf frühe Ereignisse zurückgehenden Persönlichkeitsänderung zeigte. 

Auch die weiteren Abklärungen, insbesondere jene der Abteilung Psycho-
somatik C.________-Haus, führen zu keinem anderen Ergebnis. Dort wur-
de somatisch eine unveränderte Situation festgestellt. Die geklagten Be-
schwerden wurden wiederum nur sehr beschränkt der somatischen Pro-
blematik zugeschrieben (vgl. AB 81/3). In diesem Sinn stützt der Austritts-
bericht vom 11. Juni 2013 (AB 81) denn auch die Einschätzung des psych-
iatrischen Gutachters, zumal auch dort als erste Diagnose diejenige der 
somatoformen Schmerzstörung gestellt wird. Schliesslich führt es auch 
nicht zu einem Leistungsanspruch, dass die Beschwerdeführerin die an-
geblich „verfahrene sozialrechtliche Situation“ als erneute Enttäuschung 
und damit ausgesprochen negativ empfindet, wie im Bericht ebenfalls er-
wähnt wird (AB 81/4). 

3.3 Vom psychiatrischen Gutachten ist aus versicherungsrechtlichen 
Gründen insofern abzuweichen, als dieses die Leistungsfähigkeit als ein-
geschränkt betrachtet und eine Angewöhnungszeit postuliert. Im Übrigen 
geht daraus deutlich und nachvollziehbar hervor, dass die Voraussetzun-
gen eines invalidisierenden psychischen Gesundheitsschadens nicht erfüllt 
sind. In somatischer Hinsicht ist auf das von Dr. med. I.________ erstellte 
Zumutbarkeitsprofil abzustellen, wobei die darin erwähnte Beschränkung 
auf Heimarbeit unbeachtlich bleibt. Demnach besteht für jede körperlich 
überwiegend leichte Tätigkeit eine vollschichtige Arbeitsfähigkeit bei einer 
Leistungsminderung von 10 %. Unter diesen Umständen kann der Be-
schwerdegegnerin insoweit nicht gefolgt werden, als sie davon ausgeht, es 
liege überhaupt keine Invalidität vor. Zweifellos besteht jedoch keine ren-
tenbegründende Invalidität, zumal bei einem Einkommensvergleich im vor-
liegenden Fall beide Vergleichseinkommen auf der Basis der  gleichen 
lohnstatistischen Werte (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, BGE 139 V 28 E. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Juli 2014, IV/13/1112, Seite 21

3.3.2 S. 30) im tiefsten Anforderungsniveau zu bestimmen sind (Lohnstruk-
turerhebung [LSE], Tabelle TA1, Niveau 4, Frauen) und der Invaliditätsgrad 
daher der Einschränkung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit von vorlie-
gend 10 % entspricht (statt vieler Entscheid des BGer vom 15. April 2003, I 
1/03, E. 5.2). Die Beschwerdeführerin hat bereits vorher ausschliesslich 
leichte Tätigkeiten ausgeübt und ihren Einschränkungen wird bereits mit 
der Annahme einer Leistungseinbusse von 10 % Rechnung getragen. Ein 
leidensbedingter Abzug vom Tabellenlohn (BGE 134 V 322 E. 5.2 S. 327) 
ist daher nicht angezeigt; im Übrigen würde auch die Vornahme eines sol-
chen in der maximal zulässigen Höhe von 25 % (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 
301) zu einem Invaliditätsgrad von 32,5 % führen (100 – [100 x 0.9 x 0.75]), 
was ebenfalls nicht rentenbegründend ist. Die Beschwerdegegnerin hat 
den – einzig streitigen (vgl. E. 1.2) – Rentenanspruch daher zu Recht ver-
neint und die Beschwerde ist abzuweisen.

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Vorliegend sind die Verfahrenskosten gerichtlich auf Fr. 800.-- festzuset-
zen, der unterliegenden Beschwerdeführerin zur Bezahlung aufzuerlegen 
und dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe zu entnehmen. 

4.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 
lit. g ATSG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Juli 2014, IV/13/1112, Seite 22

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in Höhe von Fr. 800.-- 
entnommen. 

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- A.________
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.