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**Case Identifier:** f0adfb9c-1af9-522f-88c8-daa18eb56cad
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-05-12
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 12.05.2022 IV 2021/76
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_IV-2021-76_2022-05-12.pdf

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2021/76

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 25.08.2022

Entscheiddatum: 12.05.2022

Entscheid Versicherungsgericht, 12.05.2022
Art. 28 IVG. Rentenanspruch. Das im Recht liegende bidisziplinäre Gutachten 
ist beweiskräftig und es ist darauf abzustellen. Unter Berücksichtigung der 
indirekten krankheitsbedingten Nachteile und der qualifizierenden 
Eigenschaften des Versicherten, die sich auf die Lohnhöhe auswirken, 
erscheint ein Tabellenlohnabzug von über 10 % als nicht gerechtfertigt. Der 
Versicherte hat somit Anspruch auf eine Viertelsrente. Abweisung der 
Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen 
vom 12. Mai 2022, IV 2021/76).

Entscheid vom 12. Mai 2022

Besetzung

Präsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und Karin Huber-

Studerus; Gerichtsschreiberin Lea Hilzinger

Geschäftsnr.

IV 2021/76

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Karl Gehler, LL.M., Hofmann Gehler Schmidlin, 

Lattenhofweg 4, Postfach 2151, 8645 Jona,

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gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ meldete sich erstmals im Juni 2015 bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen 

zur beruflichen Integration/Rente an (IV-act. 3). Er gab an, an einem 

Bandscheibenvorfall und einer Verengung des Wirbelsäulenkanals zu leiden. Von Beruf 

sei er B.___ für C.___. Gemäss dem beiliegenden Lebenslauf hatte der Versicherte 

seine Ausbildung an der Hochschule D.___ absolviert.

A.a. 

Die E.___ AG berichtete der IV-Stelle am 15. Juni 2015 (IV-act. 7), dass sie den 

Versicherten bis am 7. Juni 2013 als F.___ beschäftigt habe (Kündigung per 

31. Dezember 2013). Im Jahr 2013 habe der Monatslohn Fr. 5'100.-- betragen; heute 

würde der Versicherte ohne Gesundheitsschaden in der ursprünglichen Tätigkeit Fr. 

67'600.-- pro Jahr verdienen. Die Tätigkeit habe Montagen, Draht-/Kabeleinzug und 

Anschlussarbeiten beinhaltet. Es habe sich um eine selten sitzende, oft gehende und 

stehende Tätigkeit mit seltenem Heben oder Tragen von mittelschweren und schweren 

Lasten gehandelt.

A.b. 

Dr. med. G.___, Fachärztin für Allgemeine Medizin, berichtete der IV-Stelle am 23. 

Juni 2015 (IV-act. 12), dass der Versicherte an einem chronischen lumbovertebralen 

Schmerzsyndrom bei ausgeprägter Spinalkanalstenose L4/L5 leide. Die 

Arbeitsunfähigkeit bestehe seit Februar 2013. Für Anfang August 2015 sei eine 

operative Dekompression L4/5 geplant. Dr. med. H.___, Leitender Oberarzt 

Wirbelsäulenchirurgie, Klinik I.___, gab in seinem Bericht über die postoperative 

A.c. 

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Kontrolle vom 29. September 2015 als Diagnose einen Status nach dorsaler 

Dekompression und transforaminaler lumbaler intersomatischer Fusion monoportal 

links auf Höhe L4/5 am 10.08.2015 bei Diskusdegeneration und mittelgradiger zentraler 

Spinalkanalenge auf Höhe L4/5 an (IV-act. 29-2 f.). Er hielt ausserdem fest, dass sich 

ein zufriedenstellender Verlauf zeige. Bis zur nächsten Kontrolle in zwei Monaten 

bestehe eine volle Arbeitsunfähigkeit. Mit der Wiederaufnahme einer körperlich schwer 

belastenden Tätigkeit (bis 2013 B.___) sei bei einem günstigen Verlauf frühestens sechs 

Monate postoperativ zu rechnen. Derselbe Arzt hielt im Sprechstundenbericht vom 

17. November 2015 fest (IV-act. 29-4 f.), dass noch immer Restbeschwerden 

bestünden. Der Versicherte sei bis zur nächsten postoperativen Kontrolle im Februar 

2016 voll arbeitsunfähig. Am 10. Februar 2016 berichtete Dr. H.___ (IV-act. 34), dass 

der Versicherte ein halbes Jahr nach der Operation immer noch über starke 

belastungsabhängige Lumbalgien berichtet habe. Er habe ihm für die nächsten sechs 

Wochen eine volle Arbeitsunfähigkeit bescheinigt.

Am 6. September 2016 notierte die Eingliederungsverantwortliche der IV-Stelle, 

dass die Ausbildung zum B.___ in J.___ in der Schweiz nicht anerkannt sei (IV-act. 

50-2). Der Versicherte fühle sich subjektiv nicht arbeitsfähig (IV-act. 50-5).

A.d. 

Im Dezember 2016 wurde der Versicherte durch die Medizinische 

Gutachtenzentrum Region St. Gallen GmbH (MGSG) monodisziplinär orthopädisch 

begutachtet (Gutachten vom 21. Februar 2017, IV-act. 59). Dr. med. K.___ gab keine 

Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit an. Er hielt fest, dass das Ausmass 

der lumbalen Schmerzen und der subjektiven Einschränkung der körperlichen 

Leistungsfähigkeit sowie der präsentierten abnormen Untersuchungsbefunde der LWS 

mit den leichten Spondylarthrosen L3/4 und L5/S1 und dem unauffälligen Status nach 

Spondylodese L4/5 nicht plausibilisiert werden könne. Bei radiologisch fehlender 

neuraler Kompression könne auch die angegebene Hyposensibilität lateral am linken 

Oberschenkel nicht objektiviert werden. Im Rahmen der postoperativen Rehabilitation 

habe von August bis Dezember 2015 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit für jegliche 

Tätigkeiten bestanden. Seit Januar 2016 bestehe in der Tätigkeit als Elektriker wieder 

eine volle Arbeitsfähigkeit.

A.e. 

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B.  

Am 13. April 2017 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass er keinen 

Anspruch auf berufliche Massnahmen habe (IV-act. 62). Nach einem 

Vorbescheidverfahren wies die IV-Stelle das Rentengesuch am 8. September 2017 bei 

einem IV-Grad von 0 % ab (IV-act. 66).

A.f. 

Im November 2018 meldete sich der Versicherte erneut bei der IV-Stelle zur beruf­

lichen Integration/Rente an (IV-act. 70, 75 f.). Er gab an, seit dem 1. Februar 2018 zu 

100 % als Produktionsmitarbeiter beschäftigt zu sein.

B.a. 

Dr. med. L.___, Allgemeine Innere Medizin, berichtete der IV-Stelle am 9. 

Dezember 2018 (IV-act. 80), dass es dem Versicherten zurzeit schlechter gehe und er 

seit mindestens September 2018 zu 100 % arbeitsunfähig sei. Der Hauptgrund sei eine 

therapierefraktäre Plantarfasziitis mit Polyarthralgien, leichtgradig seit ca. 2016, seit Mai 

2018 therapierefraktär und invalidisierend. Es bestehe der Verdacht auf eine 

Spondylarthritis; ein Versuch mit einem Biologikum sei gestartet worden. Bereits am 5. 

Juni 2018 hatte Dr. med. M.___, Orthopädische Chirurgie, beim Versicherten einen 

Fersensporn bds. (rechts > links) und einen Status nach einem infizierten Unguis 

incarnatus Grosszehe rechts, ausbehandelt mit Co-Amoxi-Mepha, diagnostiziert. Dr. 

M.___ hatte festgehalten, dass bei vorwiegend plantarseitigen Fersenschmerzen eine 

Infiltration beider Fersen von Plantar durchgeführt worden sei.

B.b. 

Dr. med. N.___, Rheumatologie, berichtete der IV-Stelle am 17. Dezember 2018 

(IV-act. 90), dass zurzeit ein invalidisierendes Beschwerdebild im Rahmen einer 

wahrscheinlichen Spondyloarthritis bestehe, weshalb eine TNF-Hemmerbehandlung 

mit Adalimumab (Humira) geplant sei. Eine abschliessende Beurteilung sei deshalb 

nicht möglich.

B.c. 

Die Z.___ AG berichtete der IV-Stelle am 8. Januar 2019 (IV-act. 91), dass sie den 

Versicherten vom 1. Februar 2018 bis 31. Dezember 2018 als Produktionsmitarbeiter 

beschäftigt habe (Pensum von 92 %). Der Versicherte habe das Arbeitsverhältnis aus 

persönlichen Gründen gekündigt. Der letzte effektive Arbeitstag sei der 24. September 

2018 gewesen. Der Jahreslohn habe sich ab 1. Februar 2018 auf Fr. 52'000.-- 

belaufen.

B.d. 

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            – Status nach Ruptur der tiefen Anteile des Ligamentum deltoideum

            – Status nach Ruptur Ligamentum fibulotalare anterius

Dr. N.___ erklärte in seinem Bericht vom 27. September 2019 (IV-act. 103), dass 

die Spondyloarthritis weiterhin mit einem TNF-Hemmer behandelt werde. Da keine 

stabile Situation vorliege, sei eine Beurteilung erst in vier bis fünf Monaten sinnvoll. 

Derselbe Arzt berichtete am 24. April 2020 über eine Verschlechterung des 

Gesundheitszustandes (IV-act. 111). Als Diagnosen gab er eine DD Spondyloarthritis 

mit rechtsbetonter Fasziitis plantaris, humoraler Aktivität, HLA-B27 neg., Arthralgien 

ohne Synovitiden mit entzündlichen Gelenkmustern (Ellbogen, Handgelenke, PIPs und 

OSG) sowie deutlichen morgendlichen Anlaufbeschwerden an. Eine Besserung mit 

TNF-Hemmer finde auf der lab(or)mässigen Ebene statt, die Beschwerden hätten 

jedoch nicht anhaltend gebessert. Ein TNF-Hemmer-Wechsel sollte versucht werden. 

Er gehe jedoch nicht davon aus, dass die Arbeitsfähigkeit dadurch relevant beeinflusst 

werden könne. Er sehe den Versicherten auch in einer leichten Verweistätigkeit als 

nicht mehr arbeitsfähig.

B.e. 

RAD-Ärztin Dr. med. O.___ notierte am 30. April 2020 (IV-act. 113), dass die 

Faktenlage weiterhin dünn sei, da von Dr. N.___ weder aussagekräftige 

Sprechstundenberichte noch Labor-, Röntgen- oder Untersuchungsbefunde 

eingegangen seien. Eine bidisziplinäre rheumatologisch-psychiatrische Begutachtung 

sei notwendig.

B.f. 

Am 8. Mai 2020 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass sein Gesuch um 

berufliche Massnahmen abgewiesen werde (IV-act. 119).

B.g. 

Im Juni/Juli 2020 wurde der Versicherte rheumatologisch-psychiatrisch durch die 

Rheumaffairs GmbH begutachtet (Gutachten vom 15. September 2020, IV-act. 128). 

Die Gutachterinnen gaben die folgenden Diagnosen mit Auswirkungen auf die 

Arbeitsfähigkeit an:

B.h. 

Fasziitis plantaris bds., rechts mit partiellem Riss–

OSG/USG Arthrose, links–

Arthrose im Chopard/Talonavikulargelenk bds. links betont–

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Die Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit lauteten:

             – Spinalkanalstenose Segment L4/5 mit Dekompressionsoperation und 

Spondylodese L4/5 am 10.8.2015

Die rheumatologische Gutachterin Dr. med. P.___ hielt fest, dass die Operation vom 

August 2015 nicht zu einer Verschlechterung der Rückensituation geführt habe. 

Nachvollziehbar sei, dass nach der Rückenoperation durch die Dekonditionierung der 

Muskulatur, facettäre Überlastungen und myofasziale Beschwerden noch 

Rückenbeschwerden fortbestünden, die kämen und gingen und den Versicherten 

weniger belastbar machten für bückende Tätigkeiten, schweres Heben und langes 

Gehen und Stehen. Das gegenwärtige Ausmass der Beschwerden könne bei aktuell 

fehlenden Belastungen jedoch nicht nachvollzogen werden. Auf den Röntgenbildern sei 

ersichtlich, dass der Versicherte an rezidivierenden Enthesen-Schmerzen mit 

Plantarfasziitis leide; die Fersensporne seien Ausdruck rezidivierender abgelaufener 

Entzündungen. Die Ursache sei am wahrscheinlichsten mechanisch bedingt bei sehr 

hohem Körpergewicht und einer Tätigkeit, die mit häufigem Stehen und Gehen 

verbunden gewesen sei. Zwar könne die aktuell noch vorliegende Fasziitis plantaris die 

Gehunfähigkeit erklären. Das Ausmass der Schmerzen sei hingegen nur schwer 

einschätzbar. Die beklagten Arthralgien im Bereich der Sprunggelenke und Vorfüsse 

seien aufgrund des MRI-Befundes vom 27. und 28. August 2020 einer Arthrose 

zuzuordnen. Es sei möglich, dass der Versicherte auch an den übrigen tragenden 

Gelenken wie den Knien und der Hüfte Beschwerden osteoarthrotischer Genese 

verspüre; diesbezüglich sei er in seinen Symptomangaben jedoch nicht sehr konkret 

gewesen. Der Versicherte habe generalisierte Gelenkschmerzen beklagt, ohne konkret 

leichte depressive Episode (ICD-10: F32.0)–

anhaltende Schmerzstörung mit psychischen und somatischen Anteilen.–

Chronische lumbovertebrale Schmerzen–

myofasziale Schmerzen am rechten Schultergürtel–

Zustand nach psychischer und Verhaltensstörung durch Kokain, 

Abhängigkeitssyndrom, gegenwärtig abstinent.

–

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eine anhaltende Morgensteifigkeit, Schwellungen oder Enthesen-Schmerzen zu 

beschreiben. Die vom behandelnden Rheumatologen initiierte TNF-Alphahemmer-

Therapie sei hinsichtlich der Beschwerden wirkungslos geblieben. Auf die Diagnose 

einer Spondylarthritis könne sie sich gutachterlich schwer festgelegen, weil kein 

nachvollziehbar glaubhaft berichteter entzündlicher Rückenschmerz vorliege, es in den 

Akten keine charakteristischen entzündlichen Veränderungen am Achsenskelett gebe, 

der Versicherte HLA B 27 negativ sei und keine häufig mit einer Spondylarthropathie 

assoziierten Erkrankungen vorlägen. Auch eine positive Familienanamnese sei nicht 

bekannt. Für das Vorliegen einer Spondylarthropathie spreche die berichtete humorale 

Aktivität, die unter der Behandlung mit TNF-Alpha-Hemmern normwertig geworden sei. 

Ebenso dafür spreche die aktuelle Bildgebung vom 27. und 28. August 2020 der Füsse, 

welche unter Therapie eine persistierende Entzündung der Plantarfaszie zeigten, und 

die Sprunggelenksarthrosen. Aufgrund des späten Erkrankungsbeginns, der Adipositas 

und der über zwei Jahrzehnte lang ausgeübten gehenden und stehenden Tätigkeiten 

sei eine mechanische Ursache jedoch wahrscheinlicher. Die rheumatologische 

Gutachterin wies in Bezug auf die Konsistenz und Plausibilität der geltend gemachten 

Beschwerden darauf hin, dass die aktuelle Untersuchung nicht konklusiv zur 

körperlichen Beurteilung in allen Punkten habe herangezogen werden können. So sei 

es dem Versicherten nicht möglich gewesen, sich auf die Untersuchungsliege zu legen 

oder frei zu gehen. Dieses Verhalten sei im Sinne einer Symptomverdeutlichung zu 

interpretieren und erscheine "berechtigt angesichts des Umstandes eines noch 

schmerzhaften Rückens mit vorliegenden degenerativen Veränderungen (vergl. MRI-

LWS 2019) und den nachgewiesenen Befunden im MRI der Füsse vom 27.8. und 

28.8.2020". Trotzdem sei das tatsächliche Schmerzausmass rheumatologisch schwer 

ermittelbar gewesen, da keine schweren Befunde vorlägen. Wegen der Schmerzen und 

der fehlenden Belastbarkeit der Füsse bestehe in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit seit 

September 2018 keine Arbeitsfähigkeit mehr; allerdings befinde sich die Fasziitis 

plantaris bds. möglicherweise im Abheilungsprozess. In einer sitzenden Tätigkeit sei 

der Versicherte aus rheumatologischer Sicht voll arbeitsfähig. Die psychiatrische 

Gutachterin Dr. med. Q.___ führte aus, dass beim Versicherten aufgrund der 

Untersuchungsbefunde, der Selbstangaben und der Aktenlage von einer 

rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig leichte depressive Episode (F33.0), 

ausgegangen werden müsse. Der Versicherte habe zwei der diagnostischen 

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Symptome, nämlich eine gereizte, bedrückte und wechselhafte Stimmung mit innerer 

Unruhe sowie eine erhöhte Ermüdbarkeit und einen verminderten Antrieb gezeigt. Bei 

den anderen häufigen Symptomen hätten sich ein vermindertes Selbstwertgefühl und 

Selbstvertrauen, gelegentliche Suizidgedanken sowie Schlafstörungen gefunden. Der 

Versicherte befinde sich nicht in einer psychiatrischen oder psychotherapeutischen 

Behandlung. Von der Hausärztin erhalte er Mirtazapin 15 mg Schmelztabletten zur 

Nacht; diese Medikation scheine der Versicherte gemäss dem äusserst niedrigen 

Serumspiegel vom 23. Juli 2020 jedoch nicht regelmässig oder kaum einzunehmen. Auf 

Nachfrage hin habe der Versicherte frühere depressive Episoden verneint. Allerdings 

sei er bezüglich der Wahrnehmung wenig differenziert und sehr fixiert auf seine 

körperlichen Symptome. Deshalb könne eine larvierte depressive, mindestens 

dysthyme Stimmungslage über Jahre angenommen werden. Des Weiteren liege beim 

Versicherten eine anhaltende Schmerzstörung mit somatischen und psychischen 

Anteilen vor. Er erfülle die Diagnosekriterien eines andauernden schweren und 

quälenden Schmerzes, der durch einen physiologischen Prozess bzw. eine körperliche 

Störung nicht vollständig erklärt werden könne. Der Schmerz trete in Verbindung mit 

emotionalen Konflikten und psychosozialen Problemen auf. Die Folge für den 

Versicherten sei eine beträchtliche persönliche und medizinische Betreuung und 

Zuwendung. Die anhaltende Schmerzstörung und die rezidivierende depressive 

Störung müssten vor dem Hintergrund der dysfunktionalen familiären Verhältnisse 

gesehen werden, unter denen der Versicherte aufgewachsen sei. Es müsse von einer 

Alexithymie ("Gefühlsblindheit") ausgegangen werden. Die Persönlichkeit des 

Versicherten sei geprägt durch die depressiv resignative Haltung und die Fixierung auf 

die körperlichen Schmerzen. Dadurch sei der Versicherte in der Selbstwahrnehmung 

deutlich limitiert. Die innerpsychischen Ressourcen seien nicht stabil und die 

persönlichen Ressourcen deutlich reduziert. Im sozialen Bereich seien mobilisierbare 

Ressourcen vorhanden. Der Versicherte sei kommunikationsfähig, aber eingeschränkt 

introspektionsfähig. Es bestehe weder eine Therapieeinsicht noch eine 

Therapieadhärenz oder eine Therapiemotivation. Die Aufnahme einer integrierten 

psychiatrisch-psychotherapeutischen sowie antidepressiven, schmerzmodulierenden 

Behandlung sei dringend indiziert. Von einer entsprechenden Behandlung sei eine 

Remission der depressiven Symptomatik und eine Verbesserung der Schmerzstörung 

zu erwarten. Der Versicherte habe einen grossen Leidensdruck. Das Aktivitätsniveau 

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sei reduziert. Die Darstellung der Symptomatik sei kohärent, plausibel und konsistent. 

Eine Inkonsistenz bestehe bei der Angabe, regelmässig Mirtazapin einzunehmen. Der 

Versicherte sei in seiner bisherigen Tätigkeit als B.___ aus psychiatrischer Sicht 

gegenwärtig zu 100 % arbeitsunfähig. In einer angepassten Tätigkeit sei eine maximale 

Präsenz von sechs Stunden möglich. Zusätzlich bestehe eine Einschränkung der 

Leistungsfähigkeit von 10-15 % wegen eines erhöhten Pausenbedarfs und eines 

schmerzbedingt reduzierten Arbeitstempos. Unter Berücksichtigung aller Indikatoren 

müsse aus psychiatrischer Sicht von einer derzeitigen Arbeitsfähigkeit für angepasste 

Tätigkeiten von 60 % ausgegangen werden. Die Arbeitsunfähigkeit bestehe seit der 

Krankschreibung ab September 2018. Interdisziplinär kamen die Gutachterinnen zum 

Schluss, dass in der bisherigen Tätigkeit keine Arbeitsfähigkeit mehr und in einer 

angepassten Tätigkeit eine solche von 60 % bestehe. Nach sechs Monaten Therapie 

seien eine Verlaufskontrolle mittels MRI der Füsse mit Gadolinium und gegebenenfalls 

eine erneute Evaluation der Arbeitsfähigkeit angezeigt. Aus psychiatrischer Sicht werde 

eine Nachuntersuchung in zwei Jahren empfohlen.

B.i. RAD-Ärztin Dr. O.___ notierte am 7. Oktober 2020, dass das bidisziplinäre 

Gutachten umfassend und sorgfältig erstellt worden sei, sodass auf dessen Grundlage 

die Arbeitsfähigkeit des Versicherten konklusiv beurteilt werden könne (IV-act. 136).

B.j. Mit Vorbescheid vom 29. Oktober 2020 kündigte die IV-Stelle dem Versicherten bei 

einem IV-Grad von 43 % die Zusprache einer Viertelsrente ab 1. September 2019 an 

(IV-act. 142). Zur Begründung hielt sie fest, dass der Versicherte in der zuletzt 

ausgeübten Tätigkeit als Produktionsmitarbeiter in einem Pensum von 100 % ohne 

gesundheitliche Einschränkung ein Jahreseinkommen von Fr. 52'000.-- habe erzielen 

könne. Unter Verwertung der 60 %igen Arbeitsfähigkeit sei es dem Versicherten mit 

den gesundheitlichen Einschränkungen zumutbar, ein Jahreseinkommen von Fr. 

29'484.-- zu erzielen. Dieses Einkommen stütze sich auf den Durchschnittslohn der 

Mitarbeitenden der Schweiz gemäss der Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für 

Statistik. Zusätzlich sei ein Abzug von 10 % berücksichtigt worden. Dagegen liess der 

Versicherte am 4. Dezember 2020 einen Einwand erheben (IV-act. 149). Sein 

Rechtsvertreter machte in der Einwandbegründung vom 11. Januar 2021 geltend (IV-

act. 151), aufgrund der anhaltenden Rückenschmerzen und Gelenkschmerzen sei nicht 

nachvollziehbar, weshalb dem Versicherten eine sitzende Tätigkeit ohne Einschränkung 

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möglich sein solle. Die (rheumatologische) Gutachterin habe selber festgehalten, dass 

die Rückenschmerzen weder durch die konservative Therapie noch durch die 

Operation hätten gebessert werden können. Zwar habe die Gutachterin erklärt, dass es 

eine Inkonsistenz zwischen der bildgebenden Befundlage und den geschilderten 

Beschwerden gebe. Dieses Verhalten sei jedoch im Sinne einer 

Symptomverdeutlichung zu interpretieren und erscheine berechtigt angesichts eines 

noch schmerzhaften Rückens mit degenerativen Veränderungen. Konsequenterweise 

müsste somit auch der schmerzhafte Rücken berücksichtigt werden. Gerade bei 

Rückenschmerzen sei eine sitzende Tätigkeit erfahrungsgemäss nicht durchgehend 

möglich. Da eine wechselbelastende Tätigkeit aufgrund der Fussschmerzen nicht 

möglich sei, müsse auch für eine sitzende Tätigkeit eine volle Arbeitsunfähigkeit oder 

zumindest eine erhebliche Einschränkung von über 60 % angenommen werden. Des 

Weiteren könne nicht davon ausgegangen werden, dass auf dem freien Arbeitsmarkt 

entsprechende Stellen vorhanden seien, weshalb dem Versicherten die Verwertung 

einer allfälligen Restarbeitsfähigkeit nicht zugemutet werden könne. Zudem sei die IV-

Rente rückwirkend ab September 2018 auszurichten. Beim Valideneinkommen müsse 

auf den Jahreslohn 2012 von Fr. 65'560.-- abgestellt und dieser auf das Jahr 2020 

hochgerechnet werden. Schliesslich sei ein Tabellenlohnabzug ("Leidensabzug") von 

25 % zu gewähren: Einerseits sei die Differenz zwischen dem Einkommen gemäss der 

Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik (LSE), welche für gesunde 

Arbeitskräfte erstellt worden sei, und den tatsächlichen Löhnen, welche Arbeitgeber für 

behinderte oder eingeschränkte Arbeitnehmer zu zahlen bereit seien, auszugleichen. 

Andererseits seien aber auch die übrigen medizinisch-theoretischen Einschränkungen 

zu berücksichtigen, insbesondere die Rückenschmerzen und der Umstand, dass der 

Versicherte weder gehen noch stehen könne. Der Versicherte bringe zudem keinerlei 

Erfahrung und Ausbildung mit, welche für sitzende Tätigkeiten vorausgesetzt würden. 

Schliesslich könne er auch keine Gewichte über ein Kilogramm heben. Sollte davon 

ausgegangen werden, dass der Versicherte seine Restarbeitsfähigkeit verwerten 

könne, so ergebe sich ein Invaliditätsgrad von 63 % und damit ein Anspruch auf eine 

Dreiviertelsrente.

B.k. Mit Verfügung vom 16. März 2021 sprach die IV-Stelle dem Versicherten bei einem 

IV-Grad von 47 % ab 1. September 2019 eine Viertelsrente zu (IV-act. 154, 157). Zu 

den Einwänden hielt sie fest, die Gutachterin habe die Rückenbeschwerden aus 

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medizinischer Sicht gewürdigt und bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit und der 

Festlegung des Anforderungsprofils berücksichtigt. Im Weiteren gebe es in Industrie 

und Gewerbe verschiedene einfache Hilfsarbeiten, die dem von den Gutachterinnen 

festgehaltenen Anforderungsprofil an eine angepasste Tätigkeit Rechnung trügen. Die 

Gutachterinnen hätten eine Arbeitsunfähigkeit ab September 2018 bestätigt. Ab diesem 

Zeitpunkt sei das Wartejahr neu zu eröffnen. Demnach sei der Beginn des Anspruchs 

auf die IV-Rente per 1. September 2019 korrekt festgelegt worden. Der Forderung, für 

die Ermittlung des Valideneinkommens auf das im Jahr 2012 erzielte Einkommen 

abzustellen (Fr. 66'300.--), werde entsprochen. Dieses sei der Nominallohnentwicklung 

bis 2018 anzupassen. Das Valideneinkommen belaufe sich somit auf Fr. 68'176.--. Für 

das Invalideneinkommen sei weiterhin auf die LSE abzustellen (Fr. 36'399.--). Die 

Gewährung eines höheren Abzugs als 10 % sei nicht angezeigt.

C.

C.a. Gegen diese Verfügung liess der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 

30. April 2021 Beschwerde erheben (act. G 1). Sein Rechtsvertreter beantragte die 

Aufhebung der Verfügung und die Zusprache einer ganzen Invalidenrente ab 1. 

September 2019. Eventualiter sei dem Beschwerdeführer ab 1. September 2019 eine 

Dreiviertelsrente zuzusprechen. Subeventualiter sei dem Beschwerdeführer ab 1. 

September 2019 eine halbe Rente zuzusprechen. Zur Begründung machte der 

Rechtsvertreter ergänzend zu den Einwänden im Vorbescheidverfahren geltend, Dr. 

N.___ habe in seinem Bericht vom 24. April 2020 eine Arbeitsfähigkeit in einer 

leidensadaptierten Tätigkeit ausgeschlossen. Obwohl es die Gutachterin als 

nachvollziehbar erachtet habe, dass sich der Beschwerdeführer beim Untersuch nicht 

auf die Untersuchungsliege habe legen können, habe sie die Rückenbeschwerden bei 

der Festlegung der Anforderungen an eine adaptierte Tätigkeit ausgeblendet. Wer sich 

nicht einmal hinlegen könne, sei nicht in der Lage, in einem vollen Pensum einer 

sitzenden Tätigkeit nachzugehen. Im Gutachten sei ausgeführt worden, dass das 

"Hocken" nachvollziehbar erschwert sei. Gemäss dem üblichen Sprachgebrauch 

entspreche das "Hocken" dem Sitzen. Das Gutachten sei also widersprüchlich. 

Während die IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) das Valideneinkommen in 

der Verfügung neu korrekt ermittelt habe (Fr. 68'176.--), sei nun das 

Invalideneinkommen fehlerhaft. Der Invalidenlohn sei anhand des Einkommens eines 

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ungelernten Hilfsarbeiters gemäss der LSE zu ermitteln. Das Valideneinkommen 

belaufe sich somit auf Fr. 28'080.-- (60 % von Fr. 52'000.-- abzüglich 10 % 

Tabellenlohnabzug). Der IV-Grad betrage bei dieser Berechnung 59 %. Des Weiteren 

sei, wenn man überhaupt davon ausgehe, dass die Restarbeitsfähigkeit noch 

verwertbar sei, ein Tabellenlohnabzug von 20 % gerechtfertigt, da mit erheblichen 

Lohneinbussen gerechnet werden müsse. Unter Berücksichtigung eines 

Tabellenlohnabzugs von 20 % resultiere ein IV-Grad von 64 %.

C.b. Die Beschwerdegegnerin beantragte am 27. August 2021 die Abweisung der 

Beschwerde (act. G 8). Zur Begründung hielt sie fest, mit der vom Rechtsvertreter ins 

Feld geführten "Hocke" sei nicht das umgangssprachliche "Sitzen" auf Berndeutsch 

gemeint, sondern eine Körperhaltung mit angezogenen Beinen. Diese könne man sich 

vorstellen wie eine zu tief ausgeführte Ski-Hocke (Schweizerdeutsch auch "abehuure" 

genannt) oder die Bewegung, die ein Arbeiter auf der Baustelle ausführe, um an knapp 

über dem Boden ragende Stellen zu gelangen. Zudem schlössen Rückenschmerzen 

nicht per se eine sitzende Arbeitstätigkeit aus. Da sich weder aus juristischer noch aus 

medizinischer Sicht Widersprüche im Gutachten finden liessen, sei auf es abzustellen. 

Bei der Festlegung des Invalidenlohnes sei auf den Tabellenlohn für ungelernte 

Hilfsarbeiter abgestützt worden. Die angefochtene Verfügung sei nicht zu beanstanden.

C.c. In seiner Replik vom 27. Oktober 2021 machte der Rechtsvertreter des 

Beschwerdeführers ergänzend geltend (act. G 12), die Gutachter hätten es als plausibel 

erachtet, dass sich der Beschwerdeführer nicht im Liegen habe untersuchen lassen 

können und dass er gewisse Übungen (z.B. Zehen-Fersengang) nicht habe durchführen 

können. Wenn das Verhalten des Beschwerdeführers während der Begutachtung 

"berechtigt" und nachvollziehbar gewesen sei, sei nicht verständlich, weshalb diese 

Erkenntnisse bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nicht berücksichtigt worden seien 

und dem Beschwerdeführer für adaptierte Tätigkeiten eine volle Arbeitsfähigkeit 

attestiert worden sei. Die Ausführungen der Beschwerdegegnerin zum Thema "Hocke" 

würden bestritten. Es gebe diverse Interpretationen dieses Begriffs. Dies mache das 

Gutachten noch unverständlicher. Natürlich bestehe die Möglichkeit, dass jemand, der 

nur an Rückenschmerzen leide, eine sitzende Tätigkeit ausführen könne. Es sei aber 

geradezu als gerichtsnotorisch zu betrachten, dass jemand mit heftigen 

Rückenschmerzen eine sogenannte wechselbelastende Tätigkeit ausführen müsse. 

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Eine Wechselbelastung sei dem Beschwerdeführer aber wegen der erheblichen 

Beschwerden in den Füssen nicht möglich. Eine ganztägige sitzende Arbeitstätigkeit 

erscheine deshalb als absolut realitätsfremd. Das Einkommen eines Hilfsarbeiters 

betrage gemäss der LSE bei einem Pensum von 100 % lediglich Fr. 52'000.-- und nicht 

Fr. 67'405.--. Zwar habe sich der Beschwerdeführer früher in seiner Freizeit mit 

Computern beschäftigt. In den Anwendungen, die beispielsweise für eine Bürotätigkeit 

notwendig wären, kenne er sich aber nicht aus. Ein Tabellenlohnabzug von 20 % sei 

deshalb gerechtfertigt.

C.d. Die Beschwerdegegnerin führte in ihrer Duplik vom 12. November 2021 aus (act. 

G 14), es könne nicht nachvollzogen werden, woher die Zahl des Rechtsvertreters zur 

Berechnung des Invalideneinkommens (Fr. 52'000.--) stamme. Auch wenn es sich nach 

Erlass der Rentenverfügung vom 16. März 2021 zugetragen habe, so sei noch zu 

ergänzen, dass der Beschwerdeführer aktuell in der Gebäudereinigung Fuss gefasst 

habe. Gemäss der Anmeldung für Selbständigerwerbende führe er diese Tätigkeit 

alleine aus und beschäftige keine Mitarbeitende. Die Arbeitsfähigkeitsschätzung der 

Gutachter habe sich damit mehr als nur bestätigt. Die Angaben des Rechtsvertreters, 

der Beschwerdeführer sei aufgrund seiner Beschwerden gar nicht in der Lage, seine 

Restarbeitsfähigkeit zu verwerten, seien nicht nachvollziehbar.

C.e. Der Rechtsvertreter brachte am 22. November 2021 ergänzend vor (act. G 16), 

dass der Beschwerdeführer eine Einzelfirma gegründet habe, um irgendwie doch noch 

ein Einkommen zu generieren. Der Beschwerdeführer beabsichtige nicht, die 

Reinigungsarbeiten selbst auszuführen. Die Idee sei, dass der Beschwerdeführer mit 

Reinigungskräften zusammenarbeite und im Hintergrund die administrativen Arbeiten 

erledige. In einem geringen Pensum könne er dies noch tun. Zurzeit sei die Firma nicht 

operativ tätig.

Erwägungen

1.  

Als Eintretensvoraussetzung zu prüfen ist, ob die 30-tägige Beschwerdefrist (Art. 60 

Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, 

ATSG, SR 830.1) zur Anfechtung der Verfügung eingehalten worden ist. Der 

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Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat die Verfügung vom 16. März 2021 gemäss 

eigenen Angaben am 17. März 2021 erhalten. Die Frist hat also am 18. März 2021 zu 

laufen begonnen. Der Ostersonntag ist im Jahr 2021 auf den 4. April gefallen. 

Gesetzliche Fristen, die nach Tagen oder Monaten bestimmt sind, stehen vom siebten 

Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern still (Art. 38 Abs. 4 lit. a 

ATSG). Die Frist hat also vom Sonntag, 28. März 2021 bis Sonntag, 11. April 2021 

stillgestanden. Der 30. Tag der Frist ist somit auf den Samstag, 1. Mai 2021 gefallen, 

d.h. der letzte Tag der Frist ist der Montag, 3. Mai 2021, gewesen. Der Rechtsvertreter 

des Beschwerdeführers hat am 30. April 2021 und damit vor Ablauf der Frist 

Beschwerde erhoben. Auf die Beschwerde ist somit einzutreten.

2.

2.1. Das erste Rentengesuch des Beschwerdeführers ist mit der Verfügung vom 8. 

September 2017 abgewiesen worden. Im November 2018 hat er sich erneut zum 

Bezug einer Invalidenrente angemeldet. Gemäss Art. 87 Abs. 3 der Verordnung über 

die Invalidenversicherung (IVV, SR 831.201) wird eine neue Anmeldung nur geprüft, 

wenn darin glaubhaft gemacht wird, dass sich der Grad der Invalidität in einer für den 

Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Die Beschwerdegegnerin ist zu Recht auf 

die Neuanmeldung eingetreten, denn Gegenstand der ersten Anmeldung sind einzig 

die Rückenbeschwerden gewesen. Bei der zweiten Anmeldung vom November 2018 

haben dann eine therapierefraktäre Plantarfasziitis mit Polyarthralgien und ein Verdacht 

auf eine Spondylarthritis im Vordergrund gestanden (siehe IV-act. 80).

2.2. Mit der angefochtenen Verfügung vom 16. März 2021 hat die Beschwerdegegnerin 

dem Beschwerdeführer ab 1. September 2019 eine Viertelsrente zugesprochen. 

Gemäss der Auffassung des Bundesgerichts muss bei einer erneuten Anmeldung nach 

einer vorausgegangenen rechtskräftigen Abweisung eines Rentenbegehrens geprüft 

werden, ob ein Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 ATSG vorliegt (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts vom 4. März 2015, 9C_9/2015). Diese Praxis ist jedoch gesetzeswidrig: 

Mit Art. 29 Abs. 1 ATSG besteht eine abschliessende gesetzliche Regelung der 

Wirkung von Neuanmeldungen, sodass keine ausfüllungsbedürftige Gesetzeslücke 

vorliegt, die durch eine analoge Anwendung des Art. 17 ATSG auf die Neuanmeldung 

auszufüllen wäre (vgl. Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen 

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vom 6. Dezember 2016, IV 2014/188 E. 1.3 ff.). Die Neuanmeldung unterscheidet sich 

also nicht von einer erstmaligen Anmeldung. Demnach ist im vorliegenden Fall nur zu 

prüfen, ob der Beschwerdeführer in einem rentenbegründenden Ausmass invalid ist.

3.

3.1. Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die 

ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht 

durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder 

verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch 

durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses 

Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung, IVG, SR 831.20). Invalidität ist gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG die 

voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise 

Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine Beeinträchtigung der 

körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer 

Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der 

Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

(Art. 7 Abs. 1 ATSG).

3.2. Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist der Invaliditätsgrad 

grundsätzlich durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 

Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung 

gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Valideneinkommen).

4.

4.1. Um den IV-Grad ermitteln zu können, muss die Arbeitsfähigkeit bzw. die Arbeits­

unfähigkeit des Beschwerdeführers mit dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit feststehen.

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4.2. In medizinischer Hinsicht liegen insbesondere das bidisziplinäre Gutachten der 

Rheumaffairs GmbH vom 15. September 2020 und der Bericht des behandelnden 

Rheumatologen Dr. N.___ vom 24. April 2020 im Recht.

4.3. Die rheumatologische Gutachterin hat die angestammte Tätigkeit als F.___ wegen 

einer Fasziitis plantaris bds., rechts mit partiellem Riss, einer OSG/USG Arthrose links 

und einer Arthrose im Chopard/Talonavikulargelenk bds. links betont als nicht mehr 

zumutbar erachtet. Diese Einschätzung ist nachvollziehbar, da es sich bei der 

angestammten Tätigkeit um eine überwiegend gehende und stehende Tätigkeit 

gehandelt hat (IV-act. 7-6). Strittig ist, ob die Gutachterin für adaptierte, sitzende 

Tätigkeiten zu Recht von einer vollen Arbeitsfähigkeit aus somatischer Sicht 

ausgegangen ist. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat geltend gemacht, es 

sei insbesondere wegen der anhaltenden Rückenschmerzen und Gelenkschmerzen 

nicht nachvollziehbar, dass eine sitzende Tätigkeit ohne Einschränkungen möglich sein 

solle. Dr. N.___ habe in seinem Bericht vom 24. April 2020 ebenfalls festgehalten, dass 

eine leidensadaptierte Tätigkeit ausgeschlossen sei. Dr. N.___ hat in dem vom 

Rechtsvertreter erwähnten Bericht tatsächlich erklärt, dass er den Versicherten auch in 

einer leichten Verweistätigkeit als nicht mehr arbeitsfähig sehe. Begründet hat er diese 

Beurteilung jedoch nicht. Hinzu kommt, dass die rheumatologische Gutachterin die von 

Dr. N.___ gestellte Diagnose einer Spondyloarthritis nicht hat bestätigen können, wobei 

anzumerken ist, dass auch Dr. N.___ diese Diagnose in seinem aktuellsten Bericht vom 

24. April 2020 lediglich als Differentialdiagnose angegeben hat, d.h. bei ihm haben 

offenbar auch gewisse Zweifel am Vorliegen dieser Diagnose bestanden. Die 

rheumatologische Gutachterin hat zudem schlüssig begründet, weshalb sie eher von 

einer mechanischen Ursache für die persistierende Entzündung der Plantarfaszie als 

von einer Spondylarthropathie ausgegangen ist (S. 26 f. des Gutachtens). Den 

Rückenbeschwerden hat die rheumatologische Gutachterin keinen Einfluss auf die 

Arbeitsfähigkeit beigemessen. Diese Einschätzung deckt sich mit jener von Dr. K.___, 

welcher den Beschwerdeführer im Rahmen der ersten IV-Anmeldung im Dezember 

2016 gutachterlich untersucht hatte. Dass die Rückenoperation vom August 2015 nicht 

zwangsläufig zu einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit geführt hat, ist auch dem 

Bericht der Wirbelsäulenchirurgie der Klinik I.___, in welcher der Beschwerdeführer 

operiert worden war, zu entnehmen: Dr. H.___ ist davon ausgegangen, dass mit der 

Wiederaufnahme einer körperlich schwer belastenden Tätigkeit wie der Tätigkeit als 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 17/22

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B.___ im Anschluss an die postoperative Heilungsphase zu rechnen sei (IV-act. 29-3). 

Die rheumatologische Gutachterin hat darauf hingewiesen, dass das Ausmass der 

geltend gemachten Beschwerden bei aktuell fehlenden Belastungen nicht 

nachvollzogen werden könne, dass das tatsächliche Schmerzausmass schwer 

ermittelbar gewesen sei und dass von einer Symptomverdeutlichung ausgegangen 

werden müsse. Daran ändert nichts, dass sie das Verhalten des Beschwerdeführers 

während der Untersuchung (dem Beschwerdeführer sei es nicht möglich gewesen, sich 

auf die Untersuchungsliege zu legen und frei zu gehen) als berechtigt bezeichnet hat 

(S. 24 des Gutachtens). Diese Formulierung erscheint − zumindest für einen 

medizinischen Laien − etwas widersprüchlich, ist jedoch im Gesamtkontext des 

Gutachtens zu sehen: Die Gutachterin hat unter Ziff. 4 des Gutachtens ausdrücklich 

festgehalten, dass der Beschwerdeführer während der Exploration ein 

selbstlimitierendes Verhalten gezeigt habe; so habe er sich zum Beispiel nicht 

selbständig aus- und angezogen und er habe Gehhilfen und die Hilfe der Ehefrau 

benötigt, um sich fortzubewegen (S. 27 des Gutachtens). Schliesslich hat der 

Rechtsvertreter noch argumentiert, das rheumatologische Teilgutachten sei 

widersprüchlich, weil die Gutachterin das "Hocken", was im üblichen Sprachgebrauch 

dem Sitzen entspreche, als erschwert, eine sitzende Tätigkeit hingegen als 

vollumfänglich zumutbar erachtet habe. Hierzu kann auf die Ausführungen in der 

Beschwerdeantwort verwiesen werden (Ziff. 8). Zwar wird der Begriff "Hocken" im 

süddeutschen Raum und in der Schweiz auch als Synonym für das "Sitzen" benutzt 

(www.duden.de/rechtschreibung/hocken, besucht am 31. März 2022). Im Kontext des 

Gutachtens ist jedoch zweifelsfrei die hockende Stellung gemeint, d.h. eine Körper­

haltung, bei der man sich auf den Füssen befindet und die Knie stark angewinkelt sind. 

Die Argumentation des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers ist somit nicht 

stichhaltig. Zusammenfassend kann das rheumatologische Teilgutachten als 

umfassend und schlüssig bezeichnet werden. Auf die Arbeitsfähigkeitsschätzung der 

rheumatologischen Gutachterin ist somit abzustellen.

4.4. Die psychiatrische Gutachterin hat die Arbeitsfähigkeit in der angestammten 

Tätigkeit als F.___ aufgrund einer leichten depressiven Episode sowie einer 

anhaltenden Schmerzstörung mit psychischen und somatischen Anteilen als nicht mehr 

zumutbar erachtet. Für adaptierte Tätigkeiten (keine stark schwankenden 

Arbeitsbedingungen, kein Leistungsdruck, keine Überzeitanforderung und Stress, keine 

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Schichtarbeit) hat sie die Restarbeitsfähigkeit auf 60 % geschätzt (10-15 %ige 

Einschränkung der Leistungsfähigkeit wegen erhöhtem Pausenbedarf und 

schmerzbedingt reduziertem Arbeitstempo bei einer Anwesenheit von sechs Stunden 

pro Tag). Sie hat allerdings auch darauf hingewiesen, dass aus rein psychiatrischer 

Sicht eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit für angepasste Tätigkeiten auf 80-100 % 

medizinisch-theoretisch erwartet werden könne. Deshalb hat sie eine 

Nachuntersuchung in zwei Jahren empfohlen. Eine Arbeitsfähigkeitsschätzung eines 

anderen psychiatrischen Facharztes liegt nicht im Recht; der Beschwerdeführer ist 

gemäss eigenen Angaben noch nie in psychiatrischer Behandlung gewesen (wohl mit 

Ausnahme im Rahmen der Kokain-Entwöhnungsbehandlung in den Jahren 2005 bis 

2007; S. 18 des psychiatrischen Teilgutachtens). Die Diagnose einer leichten 

depressiven Episode überzeugt angesichts der von der Gutachterin erhobenen 

Symptome: Der Beschwerdeführer leidet an einer gereizten, bedrückten und 

wechselhaften Stimmung mit innerer Unruhe, einer erhöhten Ermüdbarkeit, einem 

verminderten Antrieb, einem verminderten Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen, 

gelegentlichen Suizidgedanken sowie Schlafstörungen. Die Gutachterin ist zudem 

davon ausgegangen, dass der Beschwerdeführer seit Jahren an einer larvierten 

depressiven, mindestens dysthymen Stimmungslage leide und letztlich eine chronisch 

verlaufende rezidivierende depressive Störung vorliege. Dass der Beschwerdeführer 

selbst frühere depressive Episoden verneint hat, hat sie damit erklärt, dass er bezüglich 

der Selbstwahrnehmung wenig differenziert und sehr fixiert auf seine körperlichen 

Symptome sei. Auch die Diagnose einer anhaltenden Schmerzstörung mit somatischen 

und psychischen Anteilen überzeugt: Der Beschwerdeführer leidet seit längerer Zeit an 

Rückenschmerzen und generalisierten Gelenkschmerzen, die ihren Ausgangspunkt in 

einem physiologischen Prozess bzw. einer körperlichen Störung haben (siehe ICD-10: 

F45.41). Das gegenwärtige Ausmass der Schmerzen ist somatisch jedoch nicht 

nachvollziehbar. Die psychiatrische Gutachterin hat sich mit den Standardindikatoren 

(vgl. BGE 141 V 281) auseinandergesetzt: Sie hat erklärt, dass die anhaltende 

Schmerzstörung und die rezidivierend depressive Störung vor dem Hintergrund der 

dysfunktionalen ursprünglichen familiären Verhältnisse gesehen werden müssten, dass 

die Selbstwahrnehmung und die persönlichen Ressourcen deutlich reduziert seien, 

dass weder eine Therapieeinsicht noch eine Therapieadhärenz oder eine 

Therapiemotivation bestünden und dass eine Inkonsistenz bei der Angabe, regelmässig 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 19/22

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Mirtazapin einzunehmen, bestehe. Die Aufnahme einer integrierten psychiatrisch-

psychotherapeutischen sowie einer antidepressiven, schmerzmodulierenden 

Behandlung sei dringend indiziert. Die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch die 

psychiatrische Gutachterin erscheint angesichts der psychiatrischen Diagnosen und 

unter Berücksichtigung der Standardindikatoren als begründet. Zu diesem Ergebnis ist 

auch die zuständige RAD-Ärztin gekommen. Demnach kann auch auf das 

psychiatrische Teilgutachten abgestellt werden.

4.5. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit seit September 2018 (Zeitpunkt der Krankschreibung und Aufgabe 

der Erwerbstätigkeit) in der angestammten Tätigkeit als F.___ nicht mehr arbeitsfähig 

ist. Für leidensangepassten Tätigkeiten besteht seit September 2018 mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit eine (psychisch bedingte) Arbeitsunfähigkeit von 40 

%.

4.6. Laut den Gutachterinnen befindet sich der Beschwerdeführer medizinisch noch in 

der Eingliederungsphase, d.h. durch eine angemessene medizinische Behandlung 

könnte in relativ kurzer Zeit in einer adaptierten Tätigkeit eine deutlich höhere 

Arbeitsfähigkeit werden. Die rheumatologische Gutachterin hat eine dreimonatige 

Therapie mit Vacoped (insbesondere für den rechten Fuss), Einlagen, 

Dehnungsübungen der Wadenmuskulatur und der Plantarfaszie sowie eine 

Gewichtsreduktion empfohlen (IV-act. 128-30). Nach sechs Monaten Therapie seien 

eine Verlaufskontrolle mittels MRI der Füsse mit Gadolinium und eine Überprüfung der 

Arbeitsfähigkeit angezeigt (IV-act. 128-36). Die psychiatrische Gutachterin hat dringend 

die Aufnahme einer integrierten, psychiatrisch-psychotherapeutischen und 

pharmakotherapeutischen Behandlung mit dem Schwerpunkt einer 

Schmerzbehandlung, gegebenenfalls auch in einer Schmerzambulanz mit Besuch einer 

Gruppe und einer schmerzmodulierenden, antidepressiven Medikation, empfohlen. 

Auch die Möglichkeit einer psychosomatischen stationären Behandlung sollte abklärt 

werden. Sie hat eine Nachuntersuchung in zwei Jahren empfohlen (IV-act. 128-36). Das 

Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen hat in einem in Anwendung des Art. 54 

GerG ergangenen Plenarentscheid vom 7. Mai 2019 beschlossen, dass auch für länger 

dauernde Phasen einer medizinischen Eingliederung eine Rente der 

Invalidenversicherung zugesprochen werden könne (vgl. Entscheid des 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 20/22

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Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 18. März 2021, IV 2019/166 E. 2.5). 

Demnach ist für die Invaliditätsbemessung auf die Arbeitsfähigkeitsschätzung der 

Gutachterinnen der Rheumaffairs GmbH abzustellen, auch wenn im Zeitpunkt der 

Begutachtung die medizinische Eingliederungsphase noch nicht abgeschlossen 

gewesen ist. Die psychiatrische Gutachterin hat darauf hingewiesen, dass beim 

Beschwerdeführer keine Therapiemotivation bestehe. Sollte die fehlende 

Therapiemotivation anhalten, so könnte die Beschwerdegegnerin nach Durchführung 

eines Mahn- und Bedenkzeitverfahren im Sinne von Art. 21 Abs. 4 ATSG allfällige 

Rentenleistungen vorübergehend oder dauernd kürzen oder verweigern.

5.

5.1. Somit bleibt noch der von der Beschwerdegegnerin vorgenommene 

Einkommensvergleich zu überprüfen. Die massgebenden Validen- und 

Invalideneinkommen sind unter Berücksichtigung der tatsächlichen Verhältnisse im 

Zeitpunkt des allfälligen Rentenbeginns festzusetzen (vgl. BGE 129 V 222; vgl. Rz. 3205 

des Kreisschreibens über Invalidität und Rente in der Invalidenversicherung, KSIR, 

Stand 1. Januar 2022). Das Wartejahr (Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG) hat im September 2018 

zu laufen begonnen. Da die IV-Anmeldung im November 2018 erfolgt ist, ist die 

sechsmonatige Wartezeit gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG bereits am 1. Mai 2019 

abgelaufen gewesen. Ein allfälliger Rentenanspruch würde somit am 1. September 

2019 entstehen. Die Beschwerdegegnerin hat zu Recht die Tätigkeit als F.___ als 

Validenkarriere betrachtet. Diese Tätigkeit hat der Beschwerdeführer bis Juni 2013 

ausgeübt. Die letzte Arbeitgeberin in der angestammten Tätigkeit, die E.___ AG, hat im 

Arbeitgeberbericht vom 15. Juni 2015 angegeben, dass der Beschwerdeführer ohne 

Gesundheitsschaden in der ursprünglichen Tätigkeit im Jahr 2015 Fr. 67'600.-- verdient 

hätte. Dieses Einkommen ist der Nominallohnentwicklung bis 2019 anzupassen. Im 

Jahr 2015 hat der Nominallohnindex von Männern im Sektor 2 Produktion, 

Baugewerbe/Bau, bei 102.5 Punkten und im Jahr 2019 bei 104.8 Punkten gelegen 

(www.bfs.admin.ch/bfsstatic/dam/assets/16904711/master, besucht am 5. April 2022). 

Das Valideneinkommen ist somit auf Fr. 69'117.-- festzusetzen (Fr. 67'600.-- / 102.5 x 

104.8). Der Beschwerdeführer verfügt über keine in der Schweiz anerkannte 

Berufsausbildung; die Ausbildung zum Elektriker hat er in J.___ absolviert. Die 

Invalidenkarriere besteht deshalb in einer Tätigkeit als Hilfsarbeiter. Gemäss der 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 21/22

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Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik hat ein Hilfsarbeiter im Jahr 2019 

in der Schweiz, aufgerechnet auf die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41.7 

Stunden, durchschnittlich ein Erwerbseinkommen von Fr. 68'336.-- erzielt (siehe 

Anhang 2 der IVG-Ausgabe der Informationsstelle AHV/IV, Ausgabe 2022). Der 

Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ist fälschlicherweise davon ausgegangen, dass 

der durchschnittliche Lohn eines Hilfsarbeiters im Jahr 2018 Fr. 52'000.-- betragen 

habe; hierbei hat es sich jedoch um das zuletzt vom Beschwerdeführer bei der Z.___ 

AG erzielte Erwerbseinkommen gehandelt (IV-act. 91-5). Die Beschwerdegegnerin hat 

vom Tabellenlohn einen Abzug von 10 % gewährt. Der Rechtsvertreter des 

Beschwerdeführers hat hingegen einen Abzug von 25 % resp. von 20 % gefordert. Bei 

der Ermittlung des Invalideneinkommens sind einerseits indirekte krankheitsbedingte 

Nachteile, die in der medizinischen Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht berücksichtigt 

worden sind, und andererseits qualifizierende Eigenschaften der versicherten Person, 

die sich auf die Lohnhöhe auswirken, zu berücksichtigen (vgl. Entscheid des 

Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 8. Dezember 2015, IV 2013/118 

E. 3.3 und Entscheid vom 17. Oktober 2016, IV 2014/121 E. 3.1). Aufgrund des 

Krankheitsbildes des Beschwerdeführers mit körperlichen und psychischen 

Beeinträchtigungen besteht die Gefahr überdurchschnittlich häufiger Arbeitsausfälle. 

Ein potentieller Arbeitgeber, der betriebswirtschaftlich rational handelt, also keinen sog. 

Soziallohn zahlen will, wird diesem erhöhten Ausfallrisiko bzw. dem Risiko der dadurch 

anfallenden zusätzlichen Kosten (Lohnzahlung ohne Arbeitsleistung) dadurch 

Rechnung tragen, dass er den Beschwerdeführer nur zu einem deutlich 

unterdurchschnittlichen Lohn einstellt. Weitere Faktoren, die sich lohnmindernd 

auswirken, sind nicht ersichtlich. Auch wenn der Beschwerdeführer in einer adaptierten 

Tätigkeit über keine spezifische Berufserfahrung verfügt, so wird ihm die 

Berufserfahrung als F.___, insbesondere die handwerklichen und technischen 

Fertigkeiten, auch in einer Hilfsarbeit zugutekommen. Und schliesslich ist davon 

auszugehen, dass auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt (vorwiegend) sitzend 

auszuführende Hilfsarbeiten existieren. Ein höherer Abzug als 10 % vom Tabellenlohn 

erscheint daher nicht gerechtfertigt. Nach dem Gesagten ist dem Beschwerdeführer 

entgegen der Ansicht seines Rechtsvertreters die Verwertung der Restarbeitsfähigkeit 

möglich und zumutbar. Das Invalideneinkommen beträgt folglich Fr. 36'901.-- (0.9 x 

[0.6 x Fr. 68'336.--]). Bei einer Erwerbseinbusse von Fr. 32'216.-- resultiert ein IV-Grad 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 22/22

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von aufgerundet 47 %. Der Beschwerdeführer hat somit ab 1. September 2019 

Anspruch auf eine Viertelsrente.

5.2. Demnach ist die Beschwerde abzuweisen.

6.

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem 

Ausgang des Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich dem Beschwerdeführer 

aufzuerlegen. Die Gerichtsgebühr ist durch den von ihm geleisteten Kostenvorschuss 

von Fr. 600.-- gedeckt. Der Beschwerdeführer hat bei diesem Verfahrensausgang 

keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.

7.

Da die Gerichtsschreiberin verhindert ist, wird der Entscheid stellvertretend von einer 

mitwirkenden Richterin unterzeichnet (Art. 39  Abs. 2 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 941.1]).

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Der Beschwerdeführer hat eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen; diese 

ist durch den in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss gedeckt.

3. Das Begehren um eine Parteientschädigung wird abgewiesen.

bis

ter

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	Entscheid Versicherungsgericht, 12.05.2022
	Art. 28 IVG. Rentenanspruch. Das im Recht liegende bidisziplinäre Gutachten ist beweiskräftig und es ist darauf abzustellen. Unter Berücksichtigung der indirekten krankheitsbedingten Nachteile und der qualifizierenden Eigenschaften des Versicherten, die sich auf die Lohnhöhe auswirken, erscheint ein Tabellenlohnabzug von über 10 % als nicht gerechtfertigt. Der Versicherte hat somit Anspruch auf eine Viertelsrente. Abweisung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 12. Mai 2022, IV 2021/76).

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