# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 283c47e5-dc4d-5d5a-9622-2072ee6f224a
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-07-25
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Aufsichtsbehörde in Betreibungs- und Konkurssachen 25.07.2017 ABS 2017 121
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_007_ABS-2017-121_2017-07-25.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

Aufsichtsbehörde in Betrei-
bungs- und Konkurssachen

Cour suprême
du canton de Berne

Autorité de surveillance
en matière de poursuite
et de faillite

Entscheid
ABS 17 121

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 04
Fax +41 31 635 48 14
aufsichtsbehoerdeschkg.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 25. Juli 2017

Besetzung Oberrichter Hurni (Präsident i.V.), Oberrichter D. Bähler und Ober-
richter Trenkel
Gerichtsschreiberin Miescher

Verfahrensbeteiligte A.________ AG
vertreten durch Fürsprecher B.________

Beschwerdeführerin

gegen

Betreibungsamt Emmental-Oberaargau, Dienststelle Emmen-
tal, Dunantstrasse 7C, 3400 Burgdorf

Gegenstand Beschwerde (SchKG 17)

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Regeste:

Wenn in Bezug auf einen Gegenstand in der Konkursmasse von verschiedenen Anspre-
chern sowohl das Eigentum als auch Pfand- oder Retentionsrechte geltend gemacht wer-
den, ist entsprechend der Regelung von Art. 53 der Verordnung über die Geschäfts-
führung der Konkursämter (KOV; SR 281.32) vorzugehen. 

Wird der Eigentumsanspruch des Dritten durch das Konkursamt anerkannt, so bildet der 
streitige Gegenstand nicht mehr Teil der Konkursmasse. Es liegt damit eine drittpfandgesi-
cherte Forderung vor, für die eine Betreibung gemäss Art. 206 Abs. 1 Satz 2 SchKG 
zulässig ist (E. 14 – 16). 

Erwägungen:

1. Mit Entscheid des zuständigen Einzelgerichts vom 1. Dezember 2014 wurde über 
die D.________ AG (Schuldnerin) mit Wirkung ab 1. Dezember 2014 der Konkurs 
eröffnet. Das Konkursamt Emmental-Oberaargau, Dienststelle Emmental-
Oberaargau, erstellte in der Folge das Inventar und den Kollokationsplan.

Gemäss dem Kollokationsplan wurde eine retentionsgesicherte Forderung der 
A.________ AG (Beschwerdeführerin) für ausstehenden Mietzins, Nebenkosten 
sowie Instandstellungs- und Räumungskosten im Betrag von total 
CHF 1‘154‘878.80 (teilweise bedingt) kolloziert. Als Retentionsgegenstände wurden 
die Konkursinventarpositionen Nrn. 1, 3, 11-18, 28 f., 32-34, 39, 97 f. im Schät-
zungswert von CHF 255‘668.00 (exkl. Dritteigentum) aufgeführt. Eine Kollokations-
klage wurde nicht angehoben (Ausführungen aus dem Entscheid ABS 15 385).

2. Aus dem Konkursinventar geht hervor, dass die C.________ AG an den Inventar-
positionen 19-22 (PW Volvo V40 D2, Stamm-Nr. 556.612.699, Fahrgestell-Nr. 
YV1MV8481E2134155, Farbe weiss, Typ Nr. 1VA998; PW Volvo V40 D2, Stamm-
Nr. 556.614.738, Fahrgestell-Nr. YV1MV8481E2134099, Farbe weiss, Typ Nr. 
1VA998; PW Volvo V40 D2, Stamm-Nr. 556.612.726, Fahrgestell-Nr. 
YV1MV8481E2134130, Farbe weiss, Typ Nr. 1VA998; PW Volvo V60 D2, Stamm-
Nr. 557.062.518, Fahrgestell-Nr. YV1FW8481F1235116, Farbe weiss, Typ Nr. 
1VA995) Eigentumsansprachen geltend macht. Das Konkursamt Emmental-
Oberaargau, Dienststelle Emmental-Oberaargau, hat diese Ansprachen anerkannt 
und im Inventar folgenden Hinweis angebracht (Vernehmlassungsbeilage [VB] 3):

Die Vermieterin A.________ AG, beansprucht jedoch an diesen Gegenständen das gesetzliche Re-
tentionsrecht gem. Art. 268 OR.

Art. 53 der Verordnung über die Geschäftsführung der Konkursämter (KOV) bestimmt, dass bei Kon-
kurrenz von Pfand- mit anerkannten Eigentumsansprachen ein allfälliger Streit zwischen dem Vindi-
kanten und dem Pfandansprecher ausserhalb des Konkursverfahrens ausgetragen werden muss. Für 

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eine Herausgabe der vindizierten Gegenstände haben Sie sich daher an den Pfandansprecher (Re-
tentionsgläubiger) A.________ AG zu wenden. Die Konkursverwaltung befasst sich mit dieser Aus-
einandersetzung nicht. Sie ist mit dieser Mitteilung jeglicher Verantwortung entbunden.

Das Konkursinventar wurde nicht angefochten.

3. Am 21. Oktober 2015 beantragte die Beschwerdeführerin beim Betreibungsamt 
Emmental-Oberaargau, Dienststelle Emmental, die Einleitung einer Betreibung auf 
Pfandverwertung gegen die Schuldnerin in Liquidation, um das von ihr im Konkurs-
verfahren der Schuldnerin in Liquidation angemeldete Retentionsrecht an den im 
Eigentum der C.________ AG (Inventarpositionen 19-22) befindlichen Fahrzeugen 
durchzusetzen. Das Betreibungsamt Emmental-Oberaargau, Dienststelle Emmen-
tal, wies das Betreibungsbegehren damals mit Verfügung vom 23. Oktober 2015 
ab. 

4. Die dagegen erhobene Beschwerde vom 28. Oktober 2015 wies die Aufsichts-
behörde mit Entscheid vom 7. Dezember 2015 ab (VB 4). Sie erwog, dass nach 
Konkurseröffnung keine neuen Betreibungen zulässig seien (Art. 206 Abs. 1 des 
Bundesgesetzes über Schuldbetreibung und Konkurs [SchKG; SR 281.1]). Gemäss 
Art. 206 Abs. 1 Satz 2 SchKG sei nur dann eine Ausnahme vom Grundsatz der 
Generalexekution vorgesehen, wenn das Pfand von einem Dritten bestellt worden 
sei, was vorliegend nicht zutreffe. Das vom Gesetz vorgesehene Retentionsrecht 
sei etwas anderes als die Pfandbestellung mittels Rechtsgeschäfts, auch wenn in 
der Regel die Vollstreckung auf gleiche Weise erfolge. In Bezug auf den Dritten be-
stehe der Unterschied darin, dass er im Fall des Pfandrechts die Gegenstände als 
Pfand übergeben habe, während er bei der Retention die Gegenstände zwar auch 
übergeben habe, aber zu einem anderen Zweck. Damit fehle es an einem ausrei-
chenden Grund, um ausnahmsweise (gemäss Art. 206 Abs. 1 Satz 2 SchKG) eine 
Betreibung während des Konkursverfahrens durchzuführen. Falle der Mieter von 
Geschäftsräumlichkeiten in Konkurs, so müsse auch der Vermieter seine Forde-
rung und das Retentionsrecht im Konkurs eingeben. Gemäss der bundesgerichtli-
chen Rechtsprechung (BGE 124 III 215) könne diese Forderung nicht Gegenstand 
einer Betreibung während des Konkursverfahrens bilden. Streitigkeiten zwischen 
einem Vindikanten und dem Pfandansprecher (bzw. Retentionsgläubiger) seien 
zudem, wie die Dienststelle Emmental zu Recht ausgeführt habe, ausserhalb des 
Konkursverfahrens auszutragen, wenn die Konkursmasse – wie vorliegend – den 
Eigentumsanspruch anerkannt habe.

5. In der Folge gelangte die Beschwerdeführerin an das Handelsgericht des Kantons 
Bern und erhob Klage gegen die C.________ AG mit folgenden Begehren: 
Es sei festzustellen, dass die Klägerin an folgenden im Eigentum der Beklagten stehenden Ge-
genständen ein Retentionsrecht hat:

- PW Volvo V40 D2, Stamm-Nr. 556.612.699,
Fahrgestell-Nr. YV1MV8481E2134155, Farbe weiss, Typ Nr. 1VA998;

- PW Volvo V40 D2, Stamm-Nr. 556.614.738,
Fahrgestell-Nr. YV1MV8481E2134099, Farbe weiss, Typ Nr. 1VA998;

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- PW Volvo V40 D2, Stamm-Nr. 556.612.726,
Fahrgestell-Nr. YV1MV8481E2134130, Farbe weiss, Typ Nr. 1VA998;

- PW Volvo V60 D2, Stamm-Nr. 557.062.518,
Fahrgestell-Nr. YV1FW8481F1235116, Farbe weiss, Typ Nr. 1VA995.

- unter Kosten- und Entschädigungsfolge -

6. Das Handelsgericht des Kantons Bern hiess die Klage mit Entscheid vom 27. De-
zember 2016 gut (VB 5). Es stellte in Ziff. 1 fest, «dass der Klägerin [hier: Be-
schwerdeführerin] an folgenden im Eigentum der Beklagten stehenden Sachen ein 
Retentionsrecht zusteht:

- PW Volvo V40 D2, Stamm-Nr. 556.612.699,
Fahrgestell-Nr. YV1MV8481E2134155, Farbe weiss, Typ Nr. 1VA998;

- PW Volvo V40 D2, Stamm-Nr. 556.614.738,
Fahrgestell-Nr. YV1MV8481E2134099, Farbe weiss, Typ Nr. 1VA998;

- PW Volvo V40 D2, Stamm-Nr. 556.612.726,
Fahrgestell-Nr. YV1MV8481E2134130, Farbe weiss, Typ Nr. 1VA998;

- PW Volvo V60 D2, Stamm-Nr. 557.062.518,
Fahrgestell-Nr. YV1FW8481F1235116, Farbe weiss, Typ Nr. 1VA995».

7. Am 3. März 2017 stellte die Beschwerdeführerin beim Betreibungsamt Emmental-
Oberaargau, Dienststelle Emmental, erneut ein Betreibungsbegehren gegen die 
Schuldnerin in Liquidation (VB 1). Sie verlangte die Einleitung einer Betreibung auf 
Pfandverwertung betreffend die retinierten, im Eigentum der C.________ AG ste-
henden Fahrzeuge (Inventarpositionen 19-22). Sie bzw. ihr Rechtsvertreter be-
gründete das Betreibungsbegehren wie folgt: 
Mit in Rechtskraft erwachsenem Entscheid vom 27. Dezember 2016 hat das Handelsgericht Bern 
festgestellt, dass meiner Klientin (Beschwerdeführerin) an diesen Fahrzeugen zur Sicherung ihrer 
Mietzinsforderungen gegenüber der D.________ AG in Liquidation ein Retentionsrecht gemäss Art. 
268 OR zusteht […]. Da diese Fahrzeuge aufgrund des im Konkursverfahren anerkannten Dritteigen-
tums der C.________ AG nicht zur Konkursmasse gehören und folglich nicht im Rahmen des Kon-
kursverfahrens verwertet werden können, sind sie in analoger Anwendung von Art. 206 Abs. 1 Satz 2 
SchKG in einem separaten Pfandbetreibungsverfahren zu verwerten (so auch BOMMER FLORIAN, N 6 
zu Art. 53 KOV, in: Milani/Wohlgemut [Hrsg.], Kommentar zur Verordnung über die Geschäftsführung 
der Konkursämter, Zürich/St. Gallen 2016). Zwar setzt die Zulässigkeit einer neben dem Konkursver-
fahren laufenden Betreibung auf Pfandverwertung nach dem Wortlaut von Art. 206 Abs. 1 Satz 2 
SchKG voraus, dass das Pfand von einem Dritten bestellt worden ist, was beim Vorliegen eines Re-
tentionsrecht nicht der Fall ist. Ratio dieser Ausnahmeregel ist jedoch, dass das Verbot der Speziale-
xekution dann nicht spielen soll, wenn der Pfandgegenstand nicht in die Konkursmasse fällt (vgl. hier-
zu BK ZGB-ZOBL/THURNHERR, Systematischer Teil N 712). Genauso verhält es sich auch in vorliegen-
dem Fall. Von vornherein ausgeschlossen ist eine Betreibung gegen die C.________ AG als Ei-
gentümerin der retinierten Fahrzeuge, da diese nicht Schuldnerin der von meiner Klientin geltend ge-
machten Mietzinsforderungen ist.

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8. Mit Verfügung vom 16. März 2017 wies das Betreibungsamt Emmental-
Oberaargau, Dienststelle Emmental, das Betreibungsbegehren der Beschwerde-
führerin zurück.

9. Die Beschwerdeführerin gelangte mit Eingabe vom 27. März 2017 an die Auf-
sichtsbehörde und beantragte, die Verfügung des Betreibungsamts Emmental-
Oberaargau, Dienststelle Emmental, vom 16. März 2017 sei aufzuheben und diese 
sei anzuweisen, dem Betreibungsbegehren der Beschwerdeführerin vom 3. März 
2017 Folge zu leisten. Würde diese Beschwerde wider Erwarten nicht gutgeheis-
sen werden, bedeute dies eine Aushebelung des zivilrechtlich festgelegten Reten-
tionsrechtes. Es könne nicht sein, dass weder das Konkursamt Emmental-
Oberaargau, Dienststelle Emmental-Oberaargau, noch das Betreibungsamt Em-
mental-Oberaargau, Dienststelle Emmental, für die Verwertung zuständig seien, 
obwohl die Schuldnerin in Liquidation ihren Sitz in E.________ habe. 

10. Das Betreibungs- und Konkursamt Emmental-Oberaargau schloss in seiner Ver-
nehmlassung vom 11. April 2017 auf Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung 
führte das Amt aus, während eines laufenden Konkursverfahrens könnten gemäss 
Art. 206 Abs. 1 SchKG keine neuen Betreibungen gegen den Schuldner eingeleitet 
werden. Eine Ausnahme bestehe für Betreibungen auf Verwertung von Pfändern, 
die von einem Dritten bestellt worden seien. Im vorliegenden Fall hätten sich die 
Gegenstände zum Zeitpunkt der Konkurseröffnung im Besitz der Schuldnerin in Li-
quidation befunden. Folglich liege keine Pfandbestellung vor, da die Gegenstände 
von der Eigentümerin nie an die Beschwerdeführerin übergeben worden seien. Der 
Entscheid des Handelsgerichts ändere nichts an der Sachlage. Gemäss bundesge-
richtlicher sowie kantonalrechtlicher Rechtsprechung sei das Retentionsrecht nicht 
der Pfandbestellung durch einen Dritten gleichzustellen. Infolgedessen sei die 
Rückweisung des Betreibungsbegehrens zu Recht erfolgt.

Das Betreibungs- und Konkursamt Emmental-Oberaargau führte in seiner Ver-
nehmlassung weiter aus, es stelle sich nun die Frage, wie mit den retinierten Ge-
genständen weiter zu verfahren sei. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung 
bedeute die Tatsache, dass der Streit ausserhalb des Konkursverfahrens auszu-
tragen sei, nicht, dass die Konkursverwaltung die Sache einfach dem Drittanspre-
cher herausgeben könne (BGE 42 III 46 E. 48). Vielmehr sei die Konkursverwal-
tung berechtigt bzw. verpflichtet, die Sachen zurückzubehalten, bis ein rechtskräfti-
ges Urteil aus einem Zivilprozess festgestellt habe, wessen Recht das bessere sei 
(Urteil des Bundesgerichts 7B.130/2003 vom 6. August 2003 E. 2.2; PKG 1997 S. 
130 E. 3c). E contrario sei die Konkursverwaltung wohl berechtigt, die Gegenstän-
de demjenigen mit dem besseren Recht herauszugeben, wenn ein solcher Ent-
scheid vorliege. Vorliegend sei gemäss Entscheid des Handelsgerichts das Reten-
tionsrecht festgestellt worden, weshalb die Beschwerdeführerin nun das bessere 
Recht an den Gegenständen habe. Infolgedessen ziehe das Konkursamt Emmen-
tal-Oberaargau, Dienststelle Emmental-Oberaargau, in Betracht, die retinierten 
Gegenstände der Beschwerdeführerin herauszugeben.

11. Die ebenfalls zur allfälligen Stellungnahme eingeladene Schuldnerin in Liquidation, 
handelnd durch die Konkursverwaltung (Konkursamt Emmental-Oberaargau, 

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Dienststelle Emmental-Oberaargau), teilte der Aufsichtsbehörde mit Schreiben vom 
25. April 2017 mit, keine Ergänzungen zur Vernehmlassung des Betreibungs- und 
Konkursamtes Emmental Oberaargau vom 11. April 2017 zu haben. Sie verwies 
insbesondere auf die Ziffern 7 und 8 der Vernehmlassung.

12. Die ebenfalls zur allfälligen Stellungnahme eingeladene C.________ AG liess sich 
nicht vernehmen.

13. Die Zuständigkeit der kantonalen Aufsichtsbehörde als Beschwerdeinstanz ergibt 
sich aus Art. 17 Abs. 1 des Bundesgesetzes über Schuldbetreibung und Konkurs 
(SchKG; SR 281.1) i.V.m. Art. 10 Abs. 1 des Einführungsgesetzes zum Bundesge-
setz über Schuldbetreibung und Konkurs (EGSchKG; BSG 281.1).

Auf die form- und fristgerechte Beschwerde ist einzutreten.

14. Nach der grundsätzlichen Vorschrift von Art. 206 Abs. 1 Satz 1 SchKG werden mit 
der Konkurseröffnung alle gegen den Schuldner hängigen Betreibungen aufgeho-
ben und können neue Betreibungen für Forderungen, die vor der Konkurseröffnung 
entstanden sind, während des Konkursverfahrens nicht eingeleitet werden. Ausge-
nommen sind Betreibungen auf Verwertung von Pfändern, die von Dritten bestellt 
worden sind (Art. 206 Satz 2 SchKG, Art. 89 VZG). Ein derartiges Pfand fällt gar 
nicht in die Konkursmasse, weshalb mit dessen Verwertung das Konkurssubstrat 
nicht verringert wird (WOHLFART/MEYER, Basler Kommentar zum Bundesgesetz 
über Schuldbetreibung und Konkurs, 2. Aufl. 2010, N. 19 zu Art. 206 SchKG).

Der Retentionsgläubiger geht indes seiner Rechte infolge der Konkurseröffnung 
über den Retentionsschuldner nicht verlustig, doch hat er wie jeder andere Gläubi-
ger gemäss Art. 232 und 234 SchKG Forderungen und Retentionsrecht im Konkurs 
anzumelden.

15. Wenn in Bezug auf einen Gegenstand in der Konkursmasse von verschiedenen 
Ansprechern sowohl das Eigentum als auch Pfand- oder Retentionsrechte geltend 
gemacht werden, d.h. bei Konkurrenz von Eigentumsanspruch und Retentionsrecht 
innerhalb des Konkurses, ist entsprechend der Regelung von Art. 53 der Verord-
nung über die Geschäftsführung der Konkursämter (KOV; SR 281.32) vorzugehen 
(vgl. WOHLFART/MEYER, a.a.O., N. 21 zu Art. 206 SchKG; BGE 107 III 84 E. 3; BGE 
43 III 339).

Art. 53 KOV schreibt folgendes Vorgehen vor: Wird der Eigentumsanspruch im 
Konkurs anerkannt, so ist ein allfälliger Streit zwischen dem Vindikanten und dem 
Pfandansprecher nicht im Konkursverfahren auszutragen; wenn hingegen ein Pro-
zess über den Eigentumsanspruch stattfindet, so ist über die Pfandansprache erst 
nach rechtskräftiger Abweisung des Drittansprechers durch einen Nachtrag zum 
Kollokationsplan zu verfügen.

Die Bestimmung sieht vor, dass zunächst über das Eigentum zu entscheiden ist.

Wird der Eigentumsanspruch des Dritten durch das Konkursamt anerkannt, so bil-
det der streitige Gegenstand nicht mehr Teil der Konkursmasse. Die Auseinander-
setzung zwischen dem Pfand- oder Retentionsgläubiger und dem Drittansprecher 

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ist ausserhalb des Konkursverfahrens auszutragen. Grund für diese Regelung ist, 
dass der Ausgang des Streits für die Konkursmasse nicht von Interesse ist: Obsiegt 
der Dritte, der Eigentum für sich beansprucht, so tangiert es die Konkursmasse 
nicht, ist es hingegen der Pfand- oder Retentionsgläubiger, dessen Recht ge-
schützt wird, so hat dies auf die Konkursmasse ebenfalls keine Auswirkung, da 
durch die Anerkennung des Eigentumsanspruchs des Dritten im Verhältnis zu ihr 
schon festgestellt ist, dass die Konkursmasse am fraglichen Gegenstand keinerlei 
Ansprüche mehr geltend macht.

Die Tatsache, dass der Streit ausserhalb des Konkursverfahrens auszutragen ist, 
bedeutet jedoch nicht, dass die Konkursverwaltung die Sache einfach dem Drittan-
sprecher herausgeben kann (BGE 42 III 46, 48). Die Konkursverwaltung ist viel-
mehr berechtigt, mit der Herausgabe zuzuwarten, bis feststeht, wessen Recht das 
bessere ist (Urteil des Bundesgerichts 7B.130/2003 vom 6. August 2003, E. 2.2; 
Urteil des Bundesgerichts 7B.20/2002 vom 27. Februar 2002). Das Bundesgericht 
bejaht eine solche Kompetenz der Konkursverwaltung (d.h. den Gegenstand 
zurückzubehalten) jedenfalls so lange, als nicht innert angemessener Frist die Zi-
vilansprüche durch den Pfand- oder Retentionsgläubiger geltend gemacht werden 
(Urteil des Bundesgerichts 7B.130/2003 vom 6. August 2003, E. 2.3). 

Wird somit die Eigentumsansprache des Dritten von den Gläubigern anerkannt, so 
fällt der Gegenstand nicht in die Konkursmasse. Es liegt damit eine drittpfandge-
sicherte Forderung vor, für die eine Betreibung gemäss Art. 206 Abs. 1 Satz 2 
SchKG zulässig ist. Zulässig muss aber auch eine materiell-rechtliche Klage des 
Pfand- oder Retentionsgläubigers auf Feststellung des beschränkten dinglichen 
Rechts oder aber eine solche des Eigentümers auf Feststellung des Bestandes des 
Eigentums sein. Das Feststellungsinteresse gemäss Art. 88 ZPO ergibt sich da-
durch, dass beide Parteien ihre (behaupteten) Rechte gegenüber der Konkursmas-
se geltend gemacht haben (vgl. zum Ganzen, BOMMER, in: Verordnung über die 
Geschäftsführung der Konkursämter [KOV], Kommentar, 2016, N. 3 ff. zu Art. 53 
KOV).

Wenn hingegen die Eigentumsansprache des Dritten im Konkurs nicht anerkannt 
wird, so setzt die Konkursverwaltung dem Ansprecher unverzüglich eine Frist zur 
Anhebung der Klage an (BGE 107 III 84; vgl. RUSSENBERGER, Basler Kommentar 
zum Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs, 2. Aufl. 2010, N. 35 zu 
Art. 242 SchKG). Kommt es zu einem Prozess über die Eigentumsansprache, so 
ist über die Pfandansprache erst nach rechtskräftiger Abweisung des Drittanspre-
chers durch einen Nachtrag zum Kollokationsplan zu verfügen (vgl. RUSSENBER-
GER, a.a.O., N. 38 zu Art. 242 SchKG).

16. Nicht bestritten ist vorliegend, dass das Konkursamt Emmental-Oberaargau, 
Dienststelle Emmental-Oberaargau, die Ansprache der C.________ AG betreffend 
die hier fraglichen Fahrzeuge anerkannt hat. Diese Fahrzeuge bilden somit nicht 
Gegenstand der Konkursmasse. Wie in den Erwägungen hiervor dargelegt, liegt 
damit eine drittpfandgesicherte Forderung vor, so dass eine Betreibung gemäss 
Art. 206 Abs. 1 Satz 2 SchKG oder eine materiell-rechtliche Klage des Pfand- oder 
Retentionsgläubigers auf Feststellung des beschränkten dinglichen Rechts zulässig 

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ist. Vorliegend wurde die Eigentumsansprache der C.________ AG durch das 
Konkursamt anerkannt. Ferner wurde mit Entscheid des Handelsgerichts vom 27. 
Dezember 2016 festgestellt, dass die Beschwerdeführerin an der hier fraglichen, im 
Eigentum der C.________ AG stehenden Fahrzeugen ein Retentionsrecht zusteht. 
Dem von der Beschwerdeführerin am 3. März 2017 gestellte Begehren um Einlei-
tung einer Betreibung auf Pfandverwertung gegen die Schuldnerin in Liquidation ist 
deshalb Folge zu leisten. Eine Herausgabe der retinierten Gegenstände an die Be-
schwerdeführerin wäre indes nicht gültig, zumal der Pfandgläubiger sich aus dem 
Verwertungserlös des Pfandes bezahlt zu machen hat und die Pfandsache nicht 
dem Gläubiger als Eigentum zufallen kann, wenn er nicht befriedigt wird (vgl. Art. 
891 und 894 ZGB).

Die Beschwerde muss auch aus folgendem Grund gutgeheissen werden: Zwar 
muss gemäss Art. 206 Abs. 1 Satz 2 SchKG, damit ausnahmsweise eine Betrei-
bung auf Pfandverwertung neben dem Konkursverfahren zulässig ist, das Pfand 
von einem Dritten bestellt worden sein, was beim Vorliegen eines Retentionsrechts 
nicht der Fall ist. Wie aber die Beschwerdeführerin zu Recht vorbringt, sollte das 
Verbot der Spezialexekution (Art. 206 Abs. 1 Satz 1 SchKG) dann nicht spielen, 
wenn der Pfandgegenstand nicht in die Konkursmasse fällt (vgl. ZOBL/THURNHERR, 
Berner Kommentar Band/Nr. IV/2/5/1, Schweizerisches Zivilgesetzbuch, 3. Aufl. 
2010, N. 718). Dies ist bei einer Betreibung auf Verwertung von Pfändern, die von 
Dritten bestellt worden sind, wie auch vorliegend der Fall. 

17. Nach dem Gesagten wird die Beschwerde gutgeheissen und die Verfügung der 
Dienststelle Emmental vom 16. März 2017 aufgehoben. Das Betreibungsamt Em-
mental-Oberaargau, Dienststelle Emmental, wird angewiesen, dem von der Be-
schwerdeführerin am 3. März 2017 gestellte Begehren um Einleitung einer Betrei-
bung auf Pfandverwertung gegen die Schuldnerin in Liquidation Folge zu leisten. 

18. Im betreibungs- und konkursrechtlichen Beschwerdeverfahren werden weder Ge-
richtskosten erhoben noch Parteientschädigungen gesprochen (Art. 20a SchKG 
und Art. 61 Abs. 2 sowie Art. 62 Abs. 2 der Gebührenverordnung zum Bundesge-
setz über Schuldbetreibung und Konkurs [GebV SchKG; SR 281.35]).

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Die Aufsichtsbehörde entscheidet:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und die Verfügung des Betreibungsamts Emmen-
tal-Oberaargau, Dienststelle Emmental, vom 16. März 2017 aufgehoben. Das Betrei-
bungsamt Emmental-Oberaargau, Dienststelle Emmental, wird angewiesen, dem von 
der Beschwerdeführerin am 3. März 2017 gestellte Begehren um Einleitung einer Be-
treibung auf Pfandverwertung gegen die Schuldnerin in Liquidation Folge zu leisten.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. Zu eröffnen:
- der Beschwerdeführerin, vertreten durch Fürsprecher B.________
- der Schuldnerin
- dem Betreibungs- und Konkursamt Emmental-Oberaargau

Bern, 25. Juli 2017 Im Namen der Aufsichtsbehörde
in Betreibungs- und Konkurssachen

Der Präsident i.V.:

Oberrichter Hurni

Die Gerichtsschreiberin:

Miescher
i.V. Gerichtsschreiber Knecht

Rechtsmittelbelehrung
Gegen den Entscheid der kantonalen Aufsichtsbehörde in Schuldbetreibungs- und Konkurssachen kann innert 
zehn Tagen nach der Eröffnung beim Bundesgericht Beschwerde erhoben werden. Wegen Rechtsverweige-
rung oder Rechtsverzögerung durch die kantonale Aufsichtsbehörde ist die Beschwerde jederzeit zulässig (Art. 
72 Abs. 2 Bst. a, Art. 95 ff., Art. 100 des Bundesgerichtsgesetzes [BGG; SR 173.110]). Die Beschwerden sind 
an die folgende Adresse einzureichen: Schweizerisches Bundesgericht, 1000 Lausanne 14.

Hinweis: Der Entscheid ist rechtskräftig.