# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e73241ef-02bf-5c1e-8614-c6316c8576fa
**Source:** Zürich Baurekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-05-16
**Language:** de
**Title:** Rüge der potentiellen Schutzwürdigkeit eines nicht inventarisierten Objekts durch ZVH und Nachbarrekurrenten
**Docket/Reference:** BRGE I Nrn. 0091-0092/2024
**URL:** https://www.baurekursgericht-zh.ch/media/auszug_r1s.2023.05109-05110_vom_16._mai_2024_1.pdf

## Full Text

Baurekursgericht 
des Kantons Zürich 

1. Abteilung 

G.-Nrn. 
BRGE I Nrn. 

R1S.2023.05109 und R1S.2023.05110 
0091/2024 und 0092/2024 

Entscheid vom 16. Mai 2024 

Mitwirkende 

Abteilungspräsident Claude Reinhardt, Baurichterin Beatrice Bosshard, Bau-
richter Christian Hurter, Gerichtsschreiber Andreas Mahler     

in Sachen 

Rekurrierende 

R1S.2023.05109 
Zürcher Heimatschutz ZVH, Neptunstrasse 20, 8032 Zürich  

vertreten durch […]  

R1S.2023.05110 
1.  A, […]  
2.  B, […] 
3.  C, […] 
4.  D, […] 

alle vertreten durch […] 

gegen 

Rekursgegnerschaft 

R1S.2023.05109 
1.  Bausektion der Stadt Zürich, c/o Amt für Baubewilligungen,  

Rechtsabteilung, Amtshaus IV, 8021 Zürich  

2.  Baudirektion Kanton Zürich, Walchetor, Walcheplatz 2, Postfach, 

8090 Zürich  

3.  Stadtrat von Zürich, Stadthausquai 17, 8022 Zürich  

Nr. 3 vertreten durch Dr. André Odermatt,  
Vorsteher des Hochbaudepartements  

dieser wiederum vertreten durch Hochbaudepartement der Stadt  
Zürich, Rechtsabteilung, Lindenhofstrasse 19, Postfach, 8001 Zürich  

4.  E AG, […] 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Nr. 4 vertreten durch […] 

R1S.2023.05110 
1.  Bausektion der Stadt Zürich, c/o Amt für Baubewilligungen,  

Rechtsabteilung, Amtshaus IV, 8021 Zürich  

2.  Baudirektion Kanton Zürich, Walchetor, Walcheplatz 2, Postfach, 

8090 Zürich  

3.  E AG, […]  

Nr. 3 vertreten durch […] 

betreffend 

R1S.2023.05109 
Beschluss der Bausektion vom 6. Juni 2023 (Bauentscheid Nr. 1321/23); Ge-
samtverfügung  Nr.  BVV  22-2660  der  Baudirektion  Kanton  Zürich  vom 
13. Februar 2023; Beschluss des Stadtrates vom 11. Januar 2023; Baube-
willigung für Ersatzneubauten und Umbau sowie Festsetzung Inventarblatt 
und Feststellung Schutzzweck, […] 

R1S.2023.05110 
Beschluss der Bausektion vom 6. Juni 2023 (Bauentscheid Nr. 1321/23); Ge-
samtverfügung  Nr.  BVV  22-2660  der  Baudirektion  Kanton  Zürich  vom 
13. Februar 2023; Baubewilligung für Ersatzneubauten und Umbau, […] 
_______________________________________________________ 

hat sich ergeben: 

A. 
Mit  Beschluss  vom  6. Juni  2023  erteilte  die  Bausektion  des  Stadtrats  von 

Zürich der E AG die baurechtliche Bewilligung für Ersatzneubauten mit 50 

Wohnungen, Beherbergungs-, Kultur- und Veranstaltungsbetrieben etc. so-

wie den teilweisen Umbau des Gebäudes H-Strasse 22 auf dem Grundstück 

Kat.-Nr. 1  an  der  I-Strasse 1,  1a  und  7,  J-Strasse  3  und  H-Strasse  10,  20 

und 22 in Zürich. 

Gleichzeitig  eröffnet  wurde  die  Gesamtverfügung  der  Baudirektion  Kanton 

Zürich  vom  13. Februar  2023  betreffend  Einbauten  in  Grundwasserträger, 

Lage im Hochwassergefahrenbereich und im Perimeter gemäss Kaster der 

belasteten Standorte sowie Versickerung. 

R1S.2023.05109 

Seite 2 

 
 
 
 
 
 
Ebenfalls eröffnet wurde der Beschluss des Stadtrats vom 11. Januar 2023, 

mit dem das Inventarblatt zum Gebäude H-Strasse 22 festgesetzt und fest-

gestellt wurde, dass die ordnungsgemässe Ausführung der Bauarbeiten den 

Schutzzweck nicht beeinträchtige. 

B. 

Gegen diese Entscheide erhob der Zürcher Heimatschutz ZVH mit Eingabe 

vom 13. Juli 2023 Rekurs und verlangte deren Aufhebung. Vor Erteilung ei-

ner  neuen  Baubewilligung  seien  die  im  kommunalen  Inventar  aufgenom-

mene Härterei (Gebäude K) der ehemaligen M Zahnräder AG, H-Strasse 22, 

sowie die Montagehalle und der sechsgeschossige Büroturm, H-Strasse 24, 

unter Schutz zu stellen. Die Kosten seien den Rekursgegnerinnen aufzuer-

legen. 

Gegen die Baubewilligung und die Gesamtverfügung der Baudirektion erho-

ben  sodann  A, B,  C und  D  Rekurs  und  beantragten die  Aufhebung  dieser 

beiden  Entscheide.  Die  Bausektion  sei  zu  verpflichten,  die  M-Halle  unter 

Schutz zu stellen, alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten 

der privaten Rekursgegnerin. 

C. 

Mit  Verfügungen  vom 17. Juli  2023  wurden die  Rekurseingänge  unter den 

Geschäfts-Nrn.  R1S.2023.05109  (ZVH,  nachfolgend  Rekurrent 1)  und 

R1S.2023.05110  (A  etc.,  nachfolgend  Rekurrentschaft 2)  vorgemerkt  und 

das Vernehmlassungsverfahren eröffnet. 

D. 

Nach zwischenzeitlicher Sistierung der Verfahren beantragte die Rekursgeg-

nerschaft  im  Verfahren  G.-Nr.  R1S.2023.05109  mit  Eingaben  vom  15. Au-

gust 2023, 9. November 2023, 22. November 2023 und 23. November 2023 

die Abweisung des Rekurses. Der Stadtrat und die private Rekursgegnerin 

beantragten zudem die Zusprechung einer Umtriebsentschädigung. 

Im Verfahren G.-Nr. R1S.2023.05110 beantragte die Bausektion mit Eingabe 

vom  13.  Dezember  2023,  auf  den  Rekurs  von  B  sei  nicht  einzutreten,  im 

R1S.2023.05109 

Seite 3 

 
 
Übrigen sei der Rekurs abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei. Die Bau-

direktion  sowie  die private  Rekursgegnerin beantragten mit  Eingaben  vom 

9. November  2023  bzw.  8. Dezember  2023  die  Abweisung  des  Rekurses, 

Letztere unter Zusprechung einer Umtriebsentschädigung. 

E. 

Mit  Repliken  vom  25. bzw.  26. Januar  2024 hielten  die  Rekurrierenden  an 

ihren  Anträgen  fest,  der  ZVH  mit  den  zusätzlichen  Eventualanträgen,  wo-

nach vor der Erteilung einer neuen Baubewilligung die Nichtunterschutzstel-

lung der Härterei (H-Strasse 22) und der Montagehalle samt Büroturm (H-

Strasse 24) zu publizieren sei. 

Im  Verfahren  G.-Nr.  R1S.2023.05109  hielten  die  kommunale  Baubehörde 

und die private Rekursgegnerin in ihren Dupliken vom 16. bzw. 19. Februar 

2024 an ihren Anträgen fest. Die Baudirektion und der Stadtrat verzichteten 

stillschweigend auf eine weitere Vernehmlassung. Mit Datum 4. März 2024 

reichte die Rekurrentin eine Triplik ein. 

Im Verfahren G.-Nr. R1S.2023.05110 nahmen die kommunale Baubehörde 

und die private Rekursgegnerin mit Dupliken vom 19. und 16. Februar 2024 

und die Baudirektion mit Eingabe vom 14. Februar 2024 – unter Verweis auf 

den Mitbericht des Amtes für Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL) vom 

12. Februar 2024 – zur Replik Stellung, jeweils unter Aufrechterhaltung der 

gestellten Anträge. Mit Datum 1. März 2024 erfolgte eine weitere Stellung-

nahme der Rekurrierenden. 

F. 
Auf die Vorbringen der Parteien wird, soweit zur Entscheidbegründung erfor-

derlich, in den nachfolgenden Erwägungen Bezug genommen. 

Es kommt in Betracht: 

R1S.2023.05109 

Seite 4 

 
 
1. 

Die Rekurse beziehen sich auf dasselbe Bauvorhaben. Die Verfahren sind 

daher aus prozessökonomischen Gründen zu vereinigen. 

2.1. 

Gemäss § 338b Abs. 1 lit. a Planungs- und Baugesetz (PBG) sind gesamt-

kantonal tätige Verbände, die sich seit wenigstens zehn Jahren im Kanton 

statutengemäss dem Natur- und Heimatschutz oder verwandten, rein ideel-

len Zielen widmen, zum Rekurs gegen Anordnungen und Erlasse berechtigt, 

soweit  sich  diese  auf  den  III. Titel  (Natur-  und  Heimatschutz,  §§ 203-217 

PBG) oder § 238 Abs. 2 PBG stützen. Der Rekurrent 1 erfüllt diese Voraus-

setzungen unbestrittenermassen.  

Nach der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts hängt die Rekurs- und 

Beschwerdelegitimation der Natur- und Heimatschutzverbände in der Regel 

davon ab, ob das betreffende Objekt in ein gestützt auf § 203 Abs. 2 PBG 

erstelltes Inventar Aufnahme gefunden hat. Die blosse Behauptung, ein nicht 

inventarisiertes Objekt sei dennoch schutzwürdig, verschafft den Verbänden 

keinen Zugang zum Rekursverfahren. Sodann darf § 338b Abs. 2 PBG nicht 

rein prozessual betrachtet werden, sodass schon die Berufung auf eine Miss-

achtung des III. Gesetzestitels bzw. von § 238 Abs. 2 PBG legitimationsbe-

gründend wäre. Die Verbandsbeschwerde kommt nur dann zum Zug, wenn 

die Behörde ihren Entscheid auf den III. Titel oder § 238 Abs. 2 PBG stützte 

bzw. aufgrund eines Inventareintrags darauf hätte stützen sollen. Dement-

sprechend muss die angefochtene Anordnung ein bereits förmlich erfasstes 

(§ 205  PBG)  oder  zumindest  schon  inventarisiertes  (§ 203  Abs.  2  PBG) 

Schutzobjekt im Sinn von § 203 Abs. 1 lit. a–g PBG betreffen. In zwei Aus-

nahmefällen  hat  das  Verwaltungsgericht  bisher  die  Legitimation  der  Ver-
bände  in der  Rechtsprechung  auch bei nicht  inventarisierten  Objekten  be-

jaht. Erstens  in  einem  Fall,  in  welchem  ein  Inventareintrag  einzig mangels 

rechtzeitiger  Entdeckung  des  Schutzobjekts  unterblieben  und  zudem  die 

Schutzwürdigkeit unbestritten war. Als Zweites in Fällen, in denen das zu-

ständige Gemeinwesen seiner Pflicht zur Inventarisierung nicht nachgekom-

men war und die Schutzwürdigkeit als glaubhaft dargetan wurde sowie wahr-

scheinlich erschien. Allerdings besteht ein Anfechtungsrecht des vorliegen-

den Rekurrenten weitergehend bereits dann, wenn eine Inventarisierung der 

betroffenen  Liegenschaft  offensichtlich  zu  Unrecht  unterblieben 

ist 

R1S.2023.05109 

Seite 5 

 
 
(VB.2022.00393  vom 13. April  2023,  E. 4.1.;  BGr 1C_92/2021  vom  7.  Juni 

2021, E. 4). 

Der  vorliegend  angefochtene  Stadtratsbeschluss  stützt  sich  auf  §§ 203 ff. 

PBG.  Soweit  der  ZVH  die  Beeinträchtigung des  Inventarobjekts  H-Strasse 

22 moniert, ist er zum Rekurs berechtigt. Soweit er die Schutzwürdigkeit der 

nicht  inventarisierten  M-Halle  (H-Strasse 24)  geltend  macht,  wird  nachfol-

gend dargelegt, dass deren Inventarisierung offensichtlich zu Unrecht unter-

blieben  ist.  Somit  ist,  da  auch  die  übrigen  Prozessvoraussetzungen  erfüllt 

sind, auf den Rekurs im Verfahren G.-Nr. R1S.2023.05109 einzutreten. 

2.2.1. 

Der Rekurrent 2 im Verfahren G.-Nr. R1S.2023.05110 ist Mieter einer Woh-

nung im 9. Stock an der I-Strasse […]. Indes fehlt das zur Wahrung des Re-

kursrechts  erforderliche  rechtzeitige  Zustellbegehren  (§§ 315 f. PBG).  Der 

Rekurrent bringt dazu vor, das Projekt sei viel zu tief ausgesteckt gewesen, 

die hohen Dimensionen des Hochhauses seien nicht dargestellt worden. Er 

habe sich auf die über 20 m zu wenig ausgesteckte Höhe verlassen und sei 

davon ausgegangen, die Aussicht würde ihm nicht versperrt. Die am Ort des 

Bauvorhabens aufgestellten Tafeln, die offenbar auf die ungenügende Aus-

steckung  hingewiesen  hätten,  habe  er  nicht  wahrgenommen,  weil  er  das 

Bauareal  aus  gesundheitlichen  Gründen  nicht  betreten  könne.  Von  seiner 

Wohnung aus habe er nur die zu tiefen Profile gesehen. Statische Gründe 

(Tragfähigkeit der M-Halle) hätten einer korrekten Aussteckung nicht entge-

gengestanden. 

Die  kommunale  Vorinstanz  entgegnet,  aus  statischen  Gründen  seien  nur 

zwei Eckprofile in der vollen Höhe des Hochhauses errichtet worden, die bei-

den weiteren Eckprofile hätten nur etwa die Hälfte der geplante Höhe aufge-
wiesen.  Massgebend  seien  indes  die  Projektpläne  und  nicht  die  Ausste-

ckung. Die Aussteckung sei durch Informationstafeln ergänzt worden, die im 

Ausschreibungstext explizit erwähnt worden seien.  

2.2.2. 

Darstellbare Bauvorhaben sind vor der öffentlichen Bekanntmachung auszu-

stecken.  Hiervon  ausgenommen  sind  Grenzveränderungen.  Die  Ausste-

ckungen  müssen  mindestens  während  der  ganzen  Auflagefrist  stehen. 

R1S.2023.05109 

Seite 6 

 
 
Werden  sie  vor  der  rechtskräftigen  Erledigung  des  Baugesuches  entfernt, 

kann 

in  streitigen  Fällen  die  Wiederherstellung  angeordnet  werden 

(§ 311 PBG). 

Mängel des baurechtlichen Verfahrens, zu welchem auch die Aussteckung 

des  Bauvorhabens  gehört,  können  vom  Nachbarn  dann  erfolgreich  gerügt 

werden,  wenn  sie  sich  auf  dessen  Rechts-  und  Interessenwahrnehmung 

nachteilig auswirken, indem der Anfechtende das Projekt und seine Auswir-

kungen nicht bzw. nicht hinreichend beurteilen konnte. Entsteht kein solcher 

Nachteil, liegt auch kein wesentlicher Verfahrensmangel vor, womit diesbe-

züglich  kein  Grund  zur  Aufhebung  der  Baubewilligung  besteht 

(VB.2017.00353  vom  30. November 2017,  E. 2.4.;  VB.2000.00086  in  BEZ 

2000 Nr. 39, auch zum Folgenden). 

Die Aussteckung des Bauvorhabens dient dazu, den Nachbarn auf das Bau-

vorhaben und dessen mögliche Auswirkungen auf sein Grundstück aufmerk-

sam zu machen und ihn so zur Publikation des Bauvorhabens und zur Auf-

lage  der  Baugesuchsunterlagen  (§ 314  PBG)  hinzulenken.  Für  den  Inhalt 

des  Projektes  sind  indes  allein  die  Baugesuchsunterlagen  massgebend. 

Diese können während der Auflagefrist eingesehen werden. Unterlässt der 

Nachbar die Einsicht, hat er einen hieraus resultierenden Rechtsverlust sel-

ber zu vertreten. Eine fehlerhafte Aussteckung kann mithin höchstens dann 

einen wesentlichen Verfahrensmangel bilden, wenn sie im Ergebnis an der 

rechtzeitigen Begehrensstellung gemäss § 315 Abs. 1 PBG gehindert hat. 

2.2.3. 

Das  geplante  Hochhaus  wurde  mit  vier  Profilstangen  ausgesteckt  (s.  Plan 

Baugespann,  act. 33.1,  R1S.2023.05110):  Zwei  ausserhalb  des  Gebäude-

grundrisses der Bestandesbaute (M-Halle) in voller Höhe mit einer Stangen-
länge von 52 m, zwei auf dem Dach der ca. 10 m hohen M-Halle mit einer 

Stangenlänge von 20 m. Gemäss den Fotos in Abbildung 2 der Rekursschrift 

konnte der Rekurrent 2 von seiner Wohnung aus alle vier Profilstangen se-

hen. Eines der 52 m hohen Profile (Gittermast) ist auf einem der Fotos deut-

lich zu erkennen. Wieso er nur die kürzeren Profile gesehen haben will, ist 

nicht nachvollziehbar. Er hätte somit deutlich erkennen können und müssen, 

dass ein 52 m hohes Gebäude geplant ist, welches ihm mit seiner breiteren 

Seite die Aussicht verstellt. Über die genauen Gebäudedimensionen hätte er 

sich  durch  Einsichtnahme  in  die  Baupläne  informieren  müssen.  Die 

R1S.2023.05109 

Seite 7 

 
 
Aussteckung ist daher nicht zu beanstanden. Mangels rechtzeitigem Zustell-

begehren hat der Rekurrent 2 sein Rekursrecht verwirkt (§ 316 Abs. 1 PBG), 

weshalb  auf  den  Rekurs  im  Verfahren  G.-Nr.  R1S.2023.05110,  soweit  er 

durch den Rekurrenten 2 erhoben wurde, nicht einzutreten ist. 

2.3. 

A ist Eigentümerin der Parzellen […]. Von den oberen Stockwerken der Lie-

genschaft besteht ein direkter Sichtbezug auf das in einer Distanz von ca. 

120 m geplante, ca. 52 m hohe Hochhaus. Die Rekurrierenden 3 und 4 im 

Verfahren G.-Nr. R1S.2023.05110 sind Stockwerkeigentümer bzw. Mieter in 

der  Liegenschaft  […].  Aufgrund  der  engen  räumlichen  Beziehung  und  der 

vorgebrachten Rügen sind die Genannten zur Rekurserhebung im Sinne von 

§ 338a des Planungs- und Baugesetzes (PBG) legitimiert. 

Obwohl sie den Stadtratsbeschluss vom 11. Januar 2023 nicht angefochten 

haben,  sind  die  Rekurrierenden 1,  3  und  4 

im  Verfahren  G.-Nr. 

R1S.2023.05110 entgegen der Auffassung der privaten Rekursgegnerin ins-

besondere  zur  Rüge  legitimiert,  bei  der  M-Halle  handle  es  sich  um  ein 

Schutzobjekt.  Es  trifft  nicht  zu,  dass  der  Stadtrat  mit  besagtem  Beschluss 

festgestellt hat, dass ein Rückbau der M-Hallen (H-Strasse 24) keine Schutz-

ziele beeinträchtige. Der Stadtratsbeschluss bezieht sich explizit nur auf das 

Gebäude H-Strasse 22 und den in den Plänen mit "TP1" bezeichneten Teil 

des Gesamtprojekts. 

Da  die  übrigen  Prozessvoraussetzungen  ebenfalls  erfüllt  sind,  ist  auf  den 

Rekurs im Verfahren G.-Nr. R1S.2023.05110, soweit er durch die Rekurrie-

renden 1, 3 und 4 erhoben wurde, einzutreten. 

3. 

Es wird die Durchführung eines Augenscheins beantragt (vgl. § 7 des Ver-

waltungsrechtspflegegesetzes [VRG]). Das Baurekursgericht hat unbesehen 

von  Parteianträgen  nur  dann  einen  Augenschein  durchzuführen,  wenn  die 

Verhältnisse vor Ort zwar entscheidrelevant, auf Grund der Akten aber noch 

unklar  sind.  Diese  Voraussetzung  ist  vorliegend  nicht  erfüllt,  so  dass  kein 

Augenschein durchzuführen war. 

R1S.2023.05109 

Seite 8 

 
 
4. 
Das Baugrundstück Kat.-Nr. 1 im Halte von 9'507 m2 liegt im Perimeter der 
Sonderbauvorschriften (SBV) M-Areal Plus. Es ist überstellt mit Industriebau-

ten der ehemaligen M Zahnräder AG, konkret die sogenannte Härterei (H-

Strasse 22) sowie daran angebaut die sogenannte M-Halle samt sechsge-

schossigem Büroturm (H-Strasse 24). Die Härterei ist im Inventar der kunst- 

und  kulturhistorischen  Schutzobjekte  von  kommunaler  Bedeutung  aufge-

führt. Geplant sind der teilweise Umbau der Härterei und anstelle der M-Halle 

Neubauten  mit  50  Wohnungen,  einem  Beherbergungsbetrieb,  Kultur-  und 

Veranstaltungsbetrieben, Läden, Büros, Gastronomiebetrieben und Aussen-

gastronomie. 

5.1. 

Die Rekurrierenden machen die Schutzwürdigkeit der zum Rückbau vorge-

sehenen, nicht inventarisierten M-Halle geltend und bringen diesbezüglich je 

ein Gutachten vor. Zum einen ein bauhistorisches Gutachten von F vom Mai 

2023, erstellt im Auftrag des Zürcher Heimatschutzes und des Stadtzürcher 

Heimatschutzes, zum anderen ein denkmalpflegerisches Gutachten von G 

vom Dezember 2022, erstellt im Auftrag der A. 

Dem  152  Seiten  umfassenden  Gutachten  von  F  kann  zusammenfassend 

und auszugsweise wiedergegeben folgendes entnommen werden:  

Sowohl die M Halle als auch der Büroturm seien als hochgradige städtebauliche, 
siedlungs-, stadt-, kultur-, wirtschafts- und sozialgeschichtliche Zeugen der indust-
riellen,  hochkonjunkturellen  Blütezeit  der  zweiten  Hälfte  des  20. Jahrhunderts  für 
das gesamte ehemalige Industriequartier Kreis 5 / Zürich West, das M-Areal und als 
eigenständige Baukörper im Sinne der Schutzfaktoren des § 203 Abs. 1 lit. c PBG 
zu qualifizieren. Der Erhalt dieser beiden noch verbliebenen Industriebauten als En-
semble mit der baulich verbundenen Härterei, der vis-à-vis situierten Spedition so-
wie  der Gassenraum  der  H-Strasse mit  den  Industriegleisen  sei für  das  gesamte 
Industriequartier von sehr entscheidender Bedeutung. Die M Halle mit den vielfälti-
gen Kulturangeboten sei das, was das Quartier Zürich West im Wesentlichen zum 
Trendquartier gemacht habe - es sei gleichsam der Puls der Lebendigkeit des gan-
zen Quartiers. In Kombination mit dem vormals industriellen Baubestand habe sich 
durch die gesellschaftliche Akzeptanz eine mit dem Ort und der M-Halle verknüpfte 
Identität und Stadtkultur gebildet. Auch in diesem Zusammenhang sei die M Halle 
von  grösster  Bedeutung.  Aufgrund  der  Vorgaben  des  ISOS  bestehe  für  die  Ge-
bäude des Ensembles bereits ein Schutz hinsichtlich ihres Situationswertes resp. 
ISOS-Ensemblewertes (substanzieller Erhalt).  

R1S.2023.05109 

Seite 9 

 
 
Zum Situationswert und zur städtebaulichen und siedlungsgeschichtlichen Bedeu-
tung wird ausgeführt, dass von den baulichen Zeugen der industriellen Vergangen-
heit im Kreis 5 lediglich ein verhältnismässig kleiner Restbestand von Fabrikgebäu-
den übriggeblieben sei. Gerade mit dem Rückbau der grossen, imposant wirkenden 
Werkhallen, welche charakteristisch und strukturbildend für die Industrieanlagen ge-
wesen  seien,  werde  die  Gebietsstruktur  entfremdet.  Mit  dem  Verlust  der  histori-
schen Werkhallen und entsprechenden industriellen Infrastrukturbauten würde auch 
ein erheblicher Teil des Erinnerungswertes und damit der Quartieridentität verloren 
gehen. Von den ursprünglich neun Fabrikarealen im Industriequartier sei heute nur 
noch  ein  gutes  Drittel  erhalten.  In  der  Gesamtbetrachtung  des  Industriequartiers 
komme den wenigen verbliebenen Fabrikarealen zur Lesbarkeit des Quartiercha-
rakters eine sehr grosse und prägende Rolle zu. 

Würde  die  Gebäudeanzahl  durch  den  Rückbau  insbesondere  der  sehr  industriell 
geprägten M-Halle und des Büroturms bis auf zwei - die Spedition und Härterei - 
weiter reduziert, wäre das M-Areal aus dem Quartier fast gänzlich verschwunden. 
Der Erhalt des M-Areals mit dem verbliebenen Rest seiner Industriebauten sei als 
bedeutender Eckpfeiler des Quartiers und zur Lesbarkeit eines typischen Industrie-
ensembles sehr dringlich und von unschätzbarem Wert. 

Die M-Halle und der Büroturm zählten zu den letzten baulichen Zeugen der funkti-
onalistisch rational geprägten Gebäude des Industriequartiers, welche die typisch 
schweizerische  unprätentiöse  Architektur  dieser  Zeit  repräsentieren  würden.  Sie 
würden in ihrer Situierung ein wichtiges Zeugnis der Arealausdehnung ablegen. Das 
Bürogebäude sei der letzte erstellte Bau auf dem M-Areal und es kennzeichne den 
Abschluss der Arealentwicklung. Als städtebaulicher Akzent signalisiere es die Brei-
tenausdehnung des M-Areals und sei zur Lesbarkeit der Arealgrösse von grosser 
Wichtigkeit. 

Das Ensemble von Spedition, Härterei, M-Halle und Büroturm verdeutliche exemp-
larisch  die  Bebauungsstruktur  des  M-Areals  in  seiner  enormen  Kompaktheit  und 
Dichte. In ihm werde diese besondere, aus den betrieblichen Notwendigkeiten ge-
nerierte Bebauungsstruktur noch nachvollziehbar und es sei daher ein bedeutendes 
architektonisches Dokument dieser bemerkenswerten städtebaulichen Konzeption. 
Das Ensemble sei ein herausragender Vertreter von klassischer Moderne und rati-
onalem Funktionalismus der Nachkriegsmoderne. Über eine starke raumbildende 
Wirkung verfüge auch der Gassenraum der H-Strasse zwischen der Spedition und 
der M Halle / Härterei. Er widerspiegle mit den Resten der noch vorhandenen Gleise 
die betriebliche Funktionalität, Freiraumstruktur und das Ambiente des Industrieare-
als. 

Von den grossen Produktionshallen auf dem M-Areal sei einzig die M-Halle übrig-
geblieben. In ihr manifestiere sich identifikatorisch am stärksten die industrielle Nut-
zung und sie wirke somit gleichsam als Markstein. Kraft dieses Alleinstellungsmerk-
mals müsse der M-Halle eine sehr hohe Bedeutung als letzte Zeugin der grossen 
Hallenbauten  auf  dem M-Areal  zugesprochen werden.  Das  harmonisch  weiterge-
baute, gewachsene 'Weltbild M" sei bis heute vor allem an der südöstlichen Stras-
senfront komplett erhalten und habe eine identitätsfördernde Ausstrahlung, die mit 
der Neunutzung […] wesentlich zum heutigen Stadtbild beitrage. Die funktional und 
zugleich  repräsentativ  gestaltete  Strassenfront  könne  zweifellos  als  Ensemble 

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Seite 10 

 
 
begriffen werden, das die Qualifikation als wichtiges schützenswertes Ortsbild ver-
diene. 

Zum  Eigenwert  der  M-Halle  und  des  Büroturms wird  ausgeführt,  die  Halle  wider-
spiegle mit ihrer subtil gestalteten, wohlausgewogenen Stahl- und Glaskonstruktion 
in überzeugender Weise den rationellen, auf Funktionalität zielenden Ausdruckswil-
len  ihrer  Zeit.  Hinsichtlich  der  hohen  Belichtungsqualitäten  übernehme  die  Halle 
eine Vorbildfunktion für den arbeitshygienischen Industriebau. Der 1971 errichtete 
Büroturm sei ein Zeugnis für die konsequente vertikale Ausrichtung der Vorhang-
fassade in der Skelettbauweise. Vom Typus der rationalen Bürohausarchitektur un-
prätentiös schweizerischer Prägung seien heute nur noch vereinzelte Beispiele in 
Zürich West existent. Die Gebäude der M Zahnräder-Fabrik zeugten von einer sehr 
stringenten  und  organisatorisch  brillant  durchdachten  Architektur  und  stünden  für 
einen  richtungsweisenden  Beitrag  zur  Etablierung  der  spezialisierten  Baugattung 
Industriearchitektur. lm Oeuvre von L zählten die M Halle und der Büroturm zu den 
sehr ausgereiften Werken. 

Weiter  attestiert  das  Gutachten  der  M-Halle  mit  integriertem  Büroturm  eine  hohe 
wirtschaftliche  Zeugenschaft,  da  sie  die  Periode  der  boomenden  Hochkonjunktur 
der Firma M widerspiegle. Auf dem M-Areal zeugten lediglich das Ensemble mit der 
ehemaligen Spedition, der Härterei, die M Halle, der Büroturm und die H-Strasse 
mit den Resten des Industriegleises von der grossen Vergangenheit der M Zahnrä-
derfabrik. Würden die M Halle und der Büroturm abgebrochen, zerfiele dieses En-
semble und mit dem Rückbau der wesentlich prägenden Fabrikhalle, welche insbe-
sondere  der  Identifikation  des  M-Areals  als  Industrieanlage  diene,  würde  das  M-
Areal in seiner noch lesbaren Existenz eliminiert. 

Mit der M Halle werde der Wandel von der Industrialisierung zur Deindustrialisierung 
– die Transformation von der Fabrikhalle zur Eventhalle – ausgesprochen deutlich. 
Die einst industrielle Vergangenheit bleibe aufgrund der Fabrikarchitektur im Aus-
druck der grossflächigen Halle mit seinen grossen, für den Industriebau charakte-
ristischen Glasfassaden stets spürbar. Der Abbruch der M Halle bedeutete den Ver-
lust von Identität und Erinnerungswert – nicht nur für das M-Areal, sondern auch für 
das ganze ehemalige Industriequartier. 

Das Ensemble mit Spedition, Härterei, M-Halle, Büroturm und Strassenraum der H-
Strasse sei mit den noch teilweise bestehenden Schienen der Industriegleise in Wi-
derspiegelung der typischen kompakten Bebauungsstruktur des M-Areals und der 
substanziell erhaltenen Bausubstanz noch weitgehend intakt. Die M-Halle sowie der 
Büroturm seien trotz Umnutzungen und einhergehenden baulichen Anpassungen in 
einem weitgehend unveränderten, bauzeitlich authentischem Zustand. Die Einzel-
objekte und der Strassenraum des Ensembles hätten einen äusserst hochgradigen 
Denkmalwert mit einer sehr bedeutenden siedlungsgeschichtlichen, ortsbildprägen-
den,  baukünstlerischen,  kulturellen,  stadt-,  sozial-  und  wirtschaftsgeschichtliche 
Zeugenschaft. 

R1S.2023.05109 

Seite 11 

 
 
5.2. 

Das Gutachten von G kommt ebenfalls zum Schluss, dass es sich bei der in 

den Jahren 1969 bis 1971 für die Zahnräderfabrik M erbauten Halle um ein 

Schutzobjekt handelt: 

Die M-Halle sei eine bedeutende Zeugin der industriellen Vergangenheit Zürichs. 
lm sechsgeschossigen Bürogebäude hätten sich alle wichtigen Büros des internati-
onal tätigen Unternehmens befunden. Der Industriebau sei nicht nur einer der letz-
ten auf dem M-Areal, sondern auch einer der wenigen verbleibenden in Zürich. 

Die M-Halle sei ein wichtiger Zeuge für die Industriekultur der Schweiz. Als ehema-
lige  Produktionsstätte  für  Zahnräder  und  Zahnradmaschinen  stehe  das  Gebäude 
für die sprichwörtliche Schweizer Präzision und es handle sich schon daher um ein 
exemplarisches Stück Schweizer Industriekultur. Nach der industriellen Primärnut-
zung erfülle das Gebäude seit vielen Jahren eine kulturelle Sekundärnutzung und 
stehe daher sowohl für die Industrialisierung als auch die Desindustrialisierung in 
Zürich. 

Die M-Halle, deren Gebäudegeometrie durch das Industriegleis und die I-Strasse 
begrenzt und definiert werde, verdeutliche mit ihren Gebäudeumrissen die überge-
ordneten  Strukturen  des  Industriequartiers.  Das  Gebäude  referenziere  damit  so-
wohl auf das schachbrettartige Strassenraster des planmässig angelegten Indust-
riequartiers als auch auf das durch das Industriequartier zur industriellen Erschlies-
sung angelegte, bis heute benutzte Industriegleis. Das M-Areal als Ganzes nehme 
am  Schnittpunkt  der  Bahnlinie  und  der  sie  querenden  K-Strasse  eine  Schlüssel-
stelle im Industriequartier ein. 

Die M-Halle sei ein typischer Industriebau der 1960er Jahre und zeige die sachliche 
Zweckmässigkeit  des  Funktionalismus.  Die  völlig  in  Sprossenfenster  aufgelösten 
Fassadenbereiche würden die Architektur des Hallenbaus als Folge der Sachlich-
keit der Moderne und als Ausdruck des Funktionalismus verstehen lassen. Mit dem 
Flachdach und den Curtainwall-Fassaden zeige das Bauwerk wesentliche ästheti-
sche Merkmale der Moderne. 

Die M-Halle sei ein Zeuge der für die Nachkriegszeit typischen Stahlbauweise im 
Industriebau bzw. ein typischer Bauzeuge der Nachkriegsmoderne. Mit der Stahl-
konstruktion bringe die M-Halle die zeitgenössische Industriearchitektur Ende der 
1960er Jahre bildhaft zum Ausdruck.  

Die M-Halle sei ein Werk der bedeutenden Industriearchitekten L. Diese hätten sich 
mit  zahlreichen  Industriebauten,  unter  anderem  für  weltbekannte  Firmen  wie  die 
Maschinenfabrik Oerlikon und Escher Wyss & Cie, einen Namen gemacht.  

Die  M-Halle  sei  ein  wertvoller  Zeuge  des  hochwertigen  Industriebaus  in  der 
Schweiz. Die grossflächige Halle zeige eine eindrückliche Stahlkonstruktion: Regel-
mässig verteilte Stahlstützen würden das flache Dach und die Kranbahnen tragen, 
Fassadenstützen aus Stahl und feingliedrige Stahlprofile erlaubten die fast vollstän-
dige Verglasung der Fassaden. Besonders die durchgehende Verglasung der lan-
gen Fassaden mit Sprossenfenstern mache die M-Halle einzigartig. 

R1S.2023.05109 

Seite 12 

 
 
6.1. 

Die Bausektion verzichtet im Verfahren G.-Nr. R1S.2023.05109 explizit auf 

Ausführungen zur Schutzabklärung, da sich die Vorbringen der Rekurrieren-

den inhaltlich auf den Beschluss des Stadtrates beziehen würden.  

Im Verfahren G.-Nr. R1S.2023.05110 führt die Bausektion zur Schutzwürdig-

keit aus, die relativ junge M-Halle sowie der Büroturm seien anlässlich der 

Erarbeitung der Sonderbauvorschriften "M-Areal Plus" (SBV) nicht als mate-

riell schützenswert betrachtet und deshalb nicht ins Denkmalinventar aufge-

nommen worden. In der Zwischenzeit seien weitere signifikante Veränderun-

gen an den besagten Bauten vorgenommen worden. So sei für den Einbau 

der provisorischen T-Halle in einem grossen Teilbereich die gesamte Dach-

konstruktion durch einen Neubau dieses Gebäudeteils ersetzt worden (dies 

entspreche dem Bereich des eingebauten Saals der provisorischen T-Halle). 

Auch aufgrund dieser Veränderungen sei die M-Halle samt Büroturm bei der 

Aufnahme der Härterei ins Inventar nicht berücksichtig worden. Dieses Ge-

bäudekonglomerat  gelte  auch  nach  mehreren  Untersuchungen  durch  die 

städtische  Denkmalpflege  nicht  als  wichtiger  Zeuge  gemäss  § 203  Abs. 1 

lit. c PBG (fehlender Eigenwert). Es bilde auch kein Zeugnis im Sinne von 

Satz  2  dieser  Bestimmung  (fehlender  Situationswert).  Daran  ändere  auch 

das von den Rekurrierenden eingeholte Parteigutachten von G nichts, wel-

chem lediglich eine beschränkte Aussagekraft zukomme. Auf das Gutachten 

geht  die  Bausektion  unter  Verweis  auf  die  Ausführungen  der  privaten  Re-

kursgegnerin nicht ein. 

Des Weiteren hätten denkmalschutzinteressierte Personenkreise beispiels-

weise mit einer Verwaltungsrechtsbeschwerde beim Kanton einen allfälligen 

Inventarmangel platzieren können oder bei der letzten Revision der Bauzo-

nenordnung die Möglichkeit gehabt, einen erweiterten Schutz durch das Pla-
nungsrecht auch auf dem Rechtsweg einzufordern. Es wäre gegen Treu und 

Glauben, wenn der Stadtrat von Zürich – als zuständige Instanz – erst bei 

einem abgeschlossenen Projekt im Rahmen einer Baueingabe eine Schutz-

abklärung durchführen würde. Dies gelte umso mehr, als auf dieser Parzelle 

rechtskräftige  Sonderbauvorschriften  gelten  würden,  die  bereits  im  Jahr 

2003 auch unter Berücksichtigung der Anliegen des Denkmalschutzes von 

Kanton und Parlament bestätigt worden seien.  

R1S.2023.05109 

Seite 13 

 
 
6.2. 

Der Stadtrat bringt zum Rekurs des Rekurrenten 1 vor, das Gebäudekonglo-

merat H-Strasse 24 könne nicht als wichtiger Zeuge gemäss § 203 Abs. 1 

lit. c PBG gelten (fehlender Eigenwert) und bilde auch kein Zeugnis im Sinne 

von Satz 2 dieser Bestimmung (fehlender Situationswert). Diese Einstufung 

habe der Rekurrent 1 vor wenigen Jahren durch die Unterzeichnung des Ver-

gleichs mit dem Stadtrat vom 28. Juni 2018 (act. 26.2.1., R1S.2023.05109) 

anerkannt. Es widerspreche daher der vor wenigen Jahren geschlossenen 

Vereinbarung, auch den Schutz der weiteren Gebäude des streitbetroffenen 

Grundstücks zu fordern, ohne dass sich seither das Recht und wesentliche 

Tatsachen in Bezug auf eine allfällige Schutzwürdigkeit geändert hätten. 

Die fraglichen Gebäude aus den Jahren 1968 und 1971 seien gewöhnliche 

Industriebauten dieser Zeit. Sie seien stark verändert worden, zuletzt mit der 

neuen Dachkonstruktion und weiteren Abbrüchen durch den Einbau des T-

Hallenprovisoriums. 

Auf das Gutachten von F geht der Stadtrat nicht ein. 

6.3. 

Die  private  Rekursgegnerin  verweist  zunächst  auf  das  von  ihr  eingeholte 

Gutachten "Ortsbauliche Interessenabwägung zur Entwicklung des M-Areals 

Zürich unter spezieller Berücksichtigung des ISOS", datiert vom 6. Oktober 

2023 und erstellt von der Fachhochschule N. Die Autoren hätten unter Be-

rücksichtigung der geschichtlichen Entwicklung und der baurechtlichen Rah-

menbedingungen sowie anhand von zwei Projekten die Interessen am Erhalt 

der M-Hallen sowie die Interessen an deren Rückbau geprüft und seien zum 

Schluss  gelangt,  dass  bei  objektiver  Betrachtung  die  Interessen  an  jenem 

Projekt, welches den Rückbau der M-Hallen vorsehe, klar überwiegen wür-
den. 

Abgesehen von Ausnahmefällen lasse es sich mit dem Gebot der Rechtssi-

cherheit nicht vereinbaren, ein formell erlassenes kommunales Inventar bei 

drohendem  Abbruch  von  nicht  inventarisierten  Gebäuden  im  Rechtsmittel-

verfahren  gegen  eine Baubewilligung,  die  im  Vertrauen  auf  den  fehlenden 

Inventareintrag erwirkt worden sei, in Frage zu stellen. 

R1S.2023.05109 

Seite 14 

 
 
Das M-Areal sei in den 1990er-Jahren Gegenstand einer vertieften denkmal-

pflegerischen Abklärung gewesen, welche alle Industriebauten der ehemali-

gen M Zahnradfabrik AG auf dem Kernareal erfasst habe. In einem Bericht 

an den damaligen Stadtbaumeister Rüegg vom Februar 1994 habe die städ-

tische Denkmalpflege mitgeteilt, dass nur die ehemalige Härterei von 1941 

erhaltenswert sei (act. 23.6., R1S.2023.05109). Auch in einem weiteren Be-

richt  vom  September 1999  (act. 23.7.,  R1S.2023.05109)  sei  für  die  H-

Strasse 24  keine  potentielle  Schutzwürdigkeit  erkannt  worden.  Nach  der 

Festsetzung des ISOS für die Stadt Zürich im Jahr 2016 habe die städtische 

Denkmalpflege  erneut  geprüft,  ob  für  Objekte  mit  ISOS-Erhaltungsziel A 

oder in den Perimetern "A" bzw. "a, B" eine Schutzvermutung vorliege und 

deshalb eine Inventaraufnahme angezeigt sei. Die Fachbehörden hätten für 

die M-Hallen mit dem Büroturm wiederum keinen Anlass für eine Inventari-

sierung  erkannt.  Es  könne  somit  keine  Rede  davon  sein,  dass  die  H-

Strasse 24 pflichtwidrig nicht inventarisiert worden sei. Die Baudirektion sei 

am 5. Oktober 2022 bei der Beurteilung einer Aufsichtsbeschwerde zu genau 

dieser Frage zum Schluss gekommen, dass es sich bei den M-Hallen nicht 

um "vergessene Schutzobjekte" handle. 

Schliesslich  handle  es  sich  auch  gemäss  den  Sonderbauvorschriften  "M-

Areal-Plus" nicht um ein erhaltenswertes Gebäude. Gemäss Bebauungskon-

zept sollten die M-Hallen mit dem Büroturm zurückgebaut werden, um Platz 

für Neubauten zu schaffen. 

Das Gutachten von F beschränke sich darauf, ausschliesslich die bewahren-

den  Interessen  darzulegen,  während  die  überwiegenden  entgegenstehen-

den  Interessen  an  einem  Rückbau  bzw.  einem  Ersatzneubau  kein  Thema 

seien. Der Eigenwert der M-Hallen müsse als gering bezeichnet werden. Sie 

seien erstellt worden, als die Industrialisierung in der Stadt Zürich bereits seit 
Jahren  rückläufig  gewesen  sei.  Später  errichtete  Bauten  könnten  folglich 

nicht mehr als wichtige Zeugen einer bestimmten Epoche qualifiziert werden. 

Sodann sei die frühere Nutzung als Montagehallen angesichts der mannig-

faltigen baulichen Änderungen heute kaum noch ablesbar. Der im Gutachten 

vorgenommenen Beurteilung der Ensemblewirkung könne nicht gefolgt wer-

den. Die verschiedenen Etappen wirkten nicht als ein harmonisches Zusam-

menspiel, sondern eher als zusammengewürfelter Mix verschiedener Archi-

tekturstile.  Die  M-Hallen  seien  direkt  an  die  Härterei  angebaut  und  beein-

trächtigten deren Schutzziel erheblich. Ausserdem erfasse der Anbau auch 

R1S.2023.05109 

Seite 15 

 
 
das Strassenareal der früheren Lichtstrasse, die durch den Bau der Monta-

gehallen unterbrochen worden sei. 

6.4.1. 

Als  Schutzobjekte  in  Betracht  fallen  gemäss  § 203  Abs. 1  lit. c  PBG  unter 

anderem  Gebäude  und  Teile  sowie  Zugehör  von  solchen,  die  als wichtige 

Zeugen einer politischen, wirtschaftlichen, sozialen oder baukünstlerischen 

Epoche  erhaltenswürdig  sind  oder  die  Landschaften  oder  Siedlungen  we-

sentlich  mitprägen,  samt  der  für  ihre  Wirkung  wesentlichen  Umgebung.  In 

der Praxis werden diese beiden Eigenschaften als Eigenwert und als Situa-

tionswert  bezeichnet.  Während  sich  der  Eigenwert  auf  die  Bedeutung  des 

Bauwerks selbst bezieht, bezeichnet der Situationswert den Wert eines Ob-

jekts, der sich in Bezug auf seine Stellung in der gesamten Umgebungsstruk-

tur ergibt.  

Für die Inventarisierung ist einzig die potenzielle Schutzwürdigkeit vorausge-

setzt. In das Inventar werden entsprechend nicht nur Objekte aufgenommen, 

die mit Sicherheit formell geschützt werden, sondern auch Objekte, bei de-

nen  die  Möglichkeit  besteht,  dass  sie  sich  bei  genauer  Untersuchung  als 

Denkmal erweisen könnten (VB.2022.00393, E. 4.2.). 

6.4.2. 

Die  beiden  von  den  Rekurrierenden  beigebrachten  Gutachten  gelangen 

übereinstimmend zum Schluss, dass es sich bei der M-Halle samt Bürotrakt 

um ein Schutzobjekt handelt. Die unbestritten fachkundigen Autoren haben 

sich vertieft mit dem Gebäude befasst und begründen sehr ausführlich und 

nachvollziehbar, weshalb sie zu diesem Ergebnis gelangen. Die Gutachten 

sind aktuell und gehen vom derzeitigen Zustand des Gebäudes aus. Berück-

sichtigt  wurden  namentlich  die  seit  dem  Erlass  der  Sonderbauvorschriften 
eingetretenen, laut Baubehörde "signifikanten" Veränderungen, namentlich 

der  Einbau  des  Saals  der  provisorischen  T-Halle  und  die  Entfernung  der 

Oberlichter (Gutachten F, S. 89 und 110; Gutachten G, S. 15, 17 und 26). 

Sodann ist es nicht Aufgabe der Sachverständigen, die Verhältnismässigkeit 

von  Schutzanordnungen  zu  beurteilen.  Hierbei  handelt  es  sich  um  eine 

Rechtsfrage, die durch die zuständige Behörde (§ 211 PBG) zu beantworten 

ist.  Die  Rüge  der  privaten  Rekursgegnerin,  die  entgegenstehenden 

R1S.2023.05109 

Seite 16 

 
 
Interessen an einem Rückbau bzw. einem Ersatzneubau seien kein Thema 

gewesen, zielt damit ins Leere. 

Die Rekursgegnerschaft setzt sich, wenn überhaupt, nicht näher mit den Gut-

achten auseinander und bringt nichts vor, was diese in wesentlichen Punkten 

in Frage stellen würde. Insbesondere ergibt sich die potenzielle Schutzwür-

digkeit nicht (und noch weniger allein) daraus, dass es sich bei der M-Halle 

um  einen  Zeugen  der  Epoche  der  Industrialisierung,  verstanden  als  die 

Phase im 19. Jahrhundert, in welcher die Industrie zum wichtigsten Sektor 

der  Wirtschaft  wurde,  handeln  soll.  Eine  dahingehende  Einordnung  ergibt 

sich aus den Gutachten nicht. Gemäss Gutachten F (S. 28) wird mit der M-

Halle  der  Wandel  von  der  Industrialisierung  zur  Deindustrialisierung  –  die 

Transformation von der Fabrikhalle zur Eventhalle – deutlich. Laut Gutachten 

G  (S. 4)  handelt  es  um  einen  wichtigen  Zeugen  für  die  Industriekultur  der 

Schweiz; er stehe sowohl für die Industrialisierung als auch die Desindustri-

alisierung in Zürich. 

Unbehelflich ist auch der Einwand der Rekurrentschaft 2, im Jahr 2013 seien 

die 81 besten und wertvollsten Bauten der Epoche 1960 bis 1980 ins Inventar 

aufgenommen  worden,  die  M-Halle  aber  nicht.  Während  es  im  Verfahren 

nach § 205 PBG zulässig sein kann, mit Blick auf das Vorhandensein ande-

rer Objekte von einer Unterschutzstellung abzusehen und eine engere Aus-

wahl zu treffen, setzt die Inventarisierung, wie bereits erwähnt, einzig die po-

tenzielle Schutzwürdigkeit voraus. Für die Inventarisierung dürfen keine zu 

strengen  Anforderungen  gestellt  werden 

(VB.2022.00065,  E. 4.4.1.; 

BGr 1C_92/2021, E. 5.2. und 5.4.). Entscheidend ist hier, dass mit der Fest-

setzung des Inventars nicht definitiv und rechtsverbindlich auf Schutzmass-

nahmen für die M-Halle verzichtet wurde. 

Wesentlich ist im vorliegenden Zusammenhang, dass dem Gebäude gemäss 

den sachverständigen Beurteilungen ein besonderer Eigen- und Situations-

wert zukommt und es zudem auch noch über alte Substanz verfügt. Damit 

erscheint das Gebäude als potenziell schutzwürdig und ist damit offensicht-

lich zu Unrecht nicht inventarisiert worden (vgl. VB.2022.00065 vom 10. No-

vember 2022, E. 4.4.1).  

R1S.2023.05109 

Seite 17 

 
 
6.4.3. 

Wenn die private Rekursgegnerin der Auffassung ist, die Interessen am ge-

planten  Projekt,  welches  den  Rückbau  der  M-Hallen  vorsehe,  würden  das 

Interesse am Erhalt überwiegen, so zielt sie auf die Verhältnismässigkeit von 

Schutzmassnahmen (§ 204 Abs. 1 PBG). Diese gilt indes nicht für die Inven-

tarisierung, für die einzig die potenzielle Schutzwürdigkeit vorausgesetzt ist. 

Zur Aufnahme eines Objekts in das Inventar genügt die Möglichkeit, dass es 

sich  bei  genauer  Untersuchung  als  Denkmal  erweisen  könnte.  Zweck  des 

Inventars  ist  die  lückenlose  Erfassung  derjenigen  Objekte,  bei  welchen  in 

Zukunft gestützt auf entsprechende Entscheide möglicherweise Schutzmas-

snahmen  im  Sinne  von  §§ 205-210 PBG  ergriffen  werden  müssen  (BGr 

1C_92/2021,  E.  5.2.  und  5.4.).  Von  dieser  Pflicht  bzw.  von  der  Pflicht, 

Schutzobjekte zu erhalten (§ 204 Abs. 1 PBG) kann sich der Stadtrat nicht 

durch die erwähnte Vereinbarung mit dem Rekurrenten 1 vom 28. Juni 2018 

entbinden. Abgesehen davon trifft es nicht zu, dass der Rekurrent 1 damals 

die fehlende Schutzwürdigkeit anerkannt habe. Vielmehr wurde unter ande-

rem betreffend die M-Halle vereinbart, dass diese und weitere Objekte nach 

fachlicher Beurteilung für die Aufnahme in das Inventar der kunst- und kul-

turhistorischen  Schutzobjekte  von  kommunaler  Bedeutung  geprüft  werden 

sollen (Vergleich vom 28. Juni 2018, Ziff. 1). 

6.4.4. 

Im Weiteren ist es den Rekurrierenden unbenommen, die Schutzwürdigkeit 

des nicht inventarisierten Objekts erst mit der Anfechtung der Baubewilligung 

geltend zu machen (s. VB.2015.00554 vom 21. April 2016, E. 3.1, betreffend 

die Rechtsmittelbefugnis von Nachbarn und BGr 1C_92/2021 betreffend die-

jenige von Verbänden gemäss § 338b PBG). Ob gegebenenfalls Gründe des 

Vertrauensschutzes gegen die allfällige Anordnung von Schutzmassnahmen 

sprechen, ist für die zunächst vorzunehmende Schutzabklärung unerheblich. 

Unerheblich  ist  sodann  die  Antwort  der  Baudirektion  vom 5. Oktober  2022 

auf  die  Aufsichtsbeschwerde  des  Stadtzürcher  Heimatschutzes  betreffend 

den fehlenden Inventareintrag der M-Halle (act. 23.8, R1S.2023.05109). Das 

Baurekursgericht ist nicht an die darin erfolgte Beurteilung der potenziellen 

Schutzwürdigkeit gebunden. 

R1S.2023.05109 

Seite 18 

 
 
6.4.5. 

Mit den Sonderbauvorschriften "M-Areal Plus" wurde nicht über die Schutz-

würdigkeit der M-Halle entschieden, auch wenn das Bebauungskonzept von 

deren Beseitigung ausgeht. Im Zusammenhang mit der Sondernutzungspla-

nung erfolgte auch keine fundierte Abklärung der Schutzwürdigkeit. Im be-

sagten,  knapp  zweiseitigen  Bericht  des  Hochbauamts,  Büro  für  Denkmal-

pflege,  an  den  Stadtbaumeister  vom  24. Februar  1994 

(act. 23.6, 

R1S.2023.05109)  wurden  bezüglich  des  gesamten  Bereichs  der  M  AG, 

O AG und P, der in etwa den Teilgebieten 1, 2, 3, 4 und 8 der Sonderbau-

vorschriften entspricht, nach Vornahme eines Augenscheins die vorhande-

nen Bauten mit Erstellungsjahr aufgelistet. Es wurde festgehalten, eine sum-

marische  Überprüfung  der  Schutzwürdigkeit  dieser  Bauten  habe  ergeben, 

dass für die Härterei ein Schutzverdacht nicht von der Hand zu weisen sei, 

was kurz begründet wird. Auf dieser Grundlage kann weder über eine Inven-

taraufnahme  geschweige  denn  einen  definitiven  Verzicht  auf  Schutzmass-

nahmen entschieden werden. Der Bericht stand auch in keinem Zusammen-

hang mit entsprechenden Verfahren.  

Gleiches gilt für den Bericht der städtischen Denkmalpflege vom September 

1999 (act. 23.7., R1S.2023.05109). Er enthält einen kurzen Abriss der Bau-

geschichte des M-Areals. Die summarische Überprüfung der Schutzwürdig-

keit der bestehenden Bauten habe für vier aufgelistete Gebäude – wobei die 

hier  streitbetroffene  M-Halle  nicht  dazuzählt  –  einen  Schutzverdacht  erge-

ben, weshalb deren Erhalt empfohlen werde. Von vertieften denkmalpflege-

rischen  Abklärungen,  wie  die  private  Rekursgegnerin  ausführt,  kann  keine 

Rede sein.  

Aufgrund  der  Sonderbauvorschriften  besteht  keine  Verpflichtung  zum  Ab-

bruch der M-Halle und die Richtlinien für das Bauen nach den Sonderbau-
vorschriften  gemäss  Art. 4 SBV  (act. 23.1,  R1S.2023.05109)  lassen  Raum 

für deren Erhalt. Gemäss Art. 28 SBV dürfen bestehende Gebäude um- und 

ausgebaut sowie anderen Nutzungen zugeführt werden, soweit dadurch die 

Überbauung  nach  den  Sonderbauvorschriften  nicht  nachteilig  beeinflusst 

wird. Dementsprechend sah die Projektstudie von G, die aus einem von der 

privaten Rekursgegnerin initiierten Studienauftrag hervorging, den "radikalen 

Erhalt des gesamten jetzt dort befindlichen Bauvolumens" sowie deren Über-

lagerung  mit  neuen  Gebäudestrukturen  vor  (Studienauftrag  Mlive,  S. 21, 

act. 23.3,  R1S.2023.05109).  Obgleich  sich  diese  Projektstudie  als 

R1S.2023.05109 

Seite 19 

 
 
baurechtswidrig erwiesen haben soll (Lage von Teilen der M-Halle und not-

wendiger  statischer  Verstärkungen  ausserhalb  der  Baubegrenzungslinie, 

s. Schlussbericht,  S. 11,  act. 23.4.,  R1S.2023.05110),  zeigt  sie  doch  vom 

Grundsatz her eine Möglichkeit auf, im Rahmen des Bebauungskonzepts der 

Sonderbauvorschriften die M-Halle zu erhalten und mit Neubauten zu ergän-

zen. Damit ist nichts gesagt, inwiefern die bauliche Umgestaltung im Sinne 

der Studie aus denkmalpflegerischer Sicht zulässig wäre. 

6.4.6. 

Nach dem Gesagten steht fest, dass vor Erteilung einer Baubewilligung auf 

entsprechendes  Gesuch  der  privaten  Rekursgegnerin  hin  (§ 213 PBG)  die 

Schutzwürdigkeit der M-Halle abzuklären und die zuständige Behörde über 

Schutzmassnahmen oder den Verzicht darauf zu entscheiden hat. Dies führt 

zur Aufhebung des angefochtenen Bauentscheids. 

Auf die weiteren Rügen, namentlich betreffend den Umbau des Gebäudes 

H-Strasse 22, ist bei diesem Ergebnis nicht mehr einzugehen. 

Auf die Anträge, die Härterei (H-Strasse 22) und die M-Halle (H-Strasse 24) 

seien unter Schutz zu stellen sowie die Eventualanträge, eine allfällige Nicht-

unterschutzstellung sei zu publizieren, ist nicht einzutreten. Schutzmassnah-

men oder der Verzicht darauf sind nicht Gegenstand der angefochtenen Ent-

scheide und können daher nicht Gegenstand der vorliegenden Rekursver-

fahren sein. 

7. 

Zusammengefasst ist auf den Rekurs im Verfahren G.-Nr. R1S.2023.05110, 

soweit er durch den Rekurrenten 2 erhoben wurde, nicht einzutreten.  

Im  Übrigen  sind  die  Rekurse  gutzuheissen,  soweit  auf  sie  einzutreten  ist. 

Demgemäss ist der Beschluss der Bausektion des Stadtrats von Zürich vom 

6. Juni 2023 aufzuheben. 

In Bezug auf die Gesamtverfügung der Baudirektion vom 13. Februar 2023 

und den Beschluss des Stadtrats vom 11. Januar 2023 sind die Verfahren 

als gegenstandslos geworden abzuschreiben. 

R1S.2023.05109 

Seite 20 

 
 
8.1. 

Ausgangsgemäss sind die Verfahrenskosten zu 1/15 B und zu je 7/15 der 

Bausektion und der privaten Rekursgegnerin aufzuerlegen (§ 13 VRG).  

Nach § 338 Abs. 1 PBG bzw. § 2 der Gebührenverordnung des Verwaltungs-

gerichts (GebV VGr) legt das Baurekursgericht die Gerichtsgebühr nach sei-

nem Zeitaufwand, nach der Schwierigkeit des Falls und nach dem bestimm-

baren  Streitwert  oder dem  tatsächlichen  Streitinteresse  fest.  Liegt  wie hier 

ein Verfahren ohne bestimmbaren Streitwert vor, beträgt die Gerichtsgebühr 

in der Regel Fr. 500.-- bis Fr. 50'000.-- (§ 338 Abs. 2 PBG; § 3 Abs. 2 GebV 

VGr). In besonders aufwendigen Verfahren kann die Gerichtsgebühr bis auf 

das Doppelte erhöht werden (§ 4 Abs. 1 GebV VGr). Bei der Bemessung der 

Gebührenhöhe steht der Rekursinstanz ein grosser Ermessensspielraum zu 

(Kaspar Plüss, in: Kommentar VRG, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2014, § 13 

Rz. 25 ff.).  

Im Lichte des vorliegend gegebenen tatsächlichen Streitinteresses (finanzi-

elle Bedeutung des Bauvorhabens im streitgegenständlichen Umfang, Bau-

kosten ca. Fr. 83 Mio.), des getätigten Verfahrensaufwandes (zweiter Schrif-

tenwechsel) und der Vereinigung mehrerer Rekursverfahren ist die Gerichts-

gebühr  auf  Fr. 8'000.--  festzusetzen  (BGr 1C_566/2015  vom  18. Februar 

2016, E. 2; BGr 1C_244/2013 vom 4. Juli 2013, E. 4; BRGE II Nrn. 0162 und 

0163/2012 vom 23. Oktober 2012, E. 16, in BEZ 2014 Nr. 36; Entscheid be-

stätigt  mit  VB.2012.00774  vom  22.  August  2013,  dieser  bestätigt  mit  BGr 

1C_810/2013 vom 14. Juli 2014; www.baurekursgericht-zh.ch). 

8.2. 

Gemäss § 17 Abs. 2 lit. a VRG kann im Rekursverfahren und im Verfahren 

vor dem Verwaltungsgericht die unterliegende Partei oder Amtsstelle zu ei-
ner  angemessenen  Entschädigung  für  die  Umtriebe  der  Gegenpartei  ver-

pflichtet werden, wenn die rechtsgenügende Darlegung komplizierter Sach-

verhalte und schwieriger Rechtsfragen besonderen Aufwand erforderte oder 

den Beizug eines Rechtsbeistandes rechtfertigte. Die Bemessung der Um-

triebsentschädigung richtet sich nach § 8 GebV VGr. 

Der Beizug eines Rechtsbeistandes ist in aller Regel als Grund für die Zu-

sprechung  einer  Umtriebsentschädigung  einzustufen  (VB.2003.00093  vom 

16. Oktober 2003, E. 3.1.). Demnach ist vorliegend dem Rekurrenten 1 und 

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der Rekurrentschaft 2 (ohne Rekurrent 2) zulasten der privaten Rekursgeg-

nerin  eine  Umtriebsentschädigung  zuzusprechen.  Angemessen  erscheint 

ein Betrag von je Fr. 3'500.-- (insgesamt Fr. 7'000.--). Da die Umtriebsent-

schädigung pauschal festgelegt wird, entfällt die Zusprechung eines Mehr-

wertsteuerzusatzes  von  vornherein  (BRKE II  Nrn. 0247  und  0248/2007  in 

BEZ 2007 Nr. 56; www.baurekursgericht-zh.ch). 

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