# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5c9f70ae-8011-54a3-bfb8-a7a102b6eced
**Source:** Glarus (GL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-06-13
**Language:** de
**Title:** Glarus Verwaltungsgericht 13.06.2024 VG.2024.00020 (VG.2024.1361)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GL_Omni/GL_VG_001_VG-2024-00020_2024-06-13.html

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GLARUS

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Urteil vom 13. Juni 2024

  
	
   

  
	
   

  
	
  II. Kammer

  
	
   

  
	
   

  
	
  Besetzung:
  Gerichtspräsident MLaw Colin Braun, Verwaltungsrichter Samuel Bisig,
  Verwaltungsrichterin Petra Feusi Bissig und Gerichtsschreiberin MLaw Leonora
  Muji

  
	
   

  
	
   

  
	
  in Sachen

  
	
  VG.2024.00020

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    A.______

    	
    Beschwerdeführer

    

  

  
	
   

  
	
  	
    vertreten durch Prof.
    Dr. Hardy Landolt, Rechtsanwalt

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  gegen

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    Schweizerische Unfallversicherungsanstalt
    (Suva)

    	
    Beschwerdegegnerin

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
  betreffend

  
	
   

  
	
   

  
	
  Invalidenrente

  
	
   

  
	
  Die Kammer zieht in Erwägung:

  
	
  I.

  
	
  1.

  
	
  A.______, geboren am […], war seit
  dem 1. April 2019 bei der B.______AG als Monteur tätig und in dieser
  Eigenschaft bei der
  Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) gegen die Folgen von
  Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert.
  Am 27. Oktober 2021 stürzte er aus einer Höhe von etwa zwei Metern von
  einer Leiter und zog sich dabei eine Berstungsfraktur zu. Die Suva erbrachte
  in der Folge die gesetzlichen Leistungen.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  Am 19. September 2023
  sprach die Suva A.______
  eine Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 12 % sowie eine Integritätsentschädigung bei einer
  Integritätseinbusse von 5 % zu. Die am 11. Oktober 2023
  bzw. am 25. Oktober 2023 von ihm dagegen erhobene Einsprache wies
  die Suva am 26. Februar 2024 ab.

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  A.______ gelangte mit
  Beschwerde vom 9. April 2024 ans Verwaltungsgericht und beantragte die
  Aufhebung des Einspracheentscheids vom 26. Februar 2024. Ihm sei ab dem
  1. Juli 2023 eine Invalidenrente basierend auf einem Invaliditätsgrad
  von mindestens 50 % zuzusprechen. Eventualiter sei die Sache im Sinne
  der Erwägungen an die Suva zurückzuweisen; alles unter Kosten- und
  Entschädigungsfolgen zu Lasten der Suva. Die Suva schloss am 7. Mai 2024
  auf Abweisung der Beschwerde.

  
	
   

  
	
  II.

  
	
  1.

  
	
  Das Verwaltungsgericht ist
  gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung
  vom 20. März 1981 (UVG) i.V.m. Art. 56 ff. des Bundesgesetzes
  über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000
  (ATSG) i.V.m. Art. 1 des Einführungsgesetzes zum Bundesgesetz über die
  Unfallversicherung vom 3. Mai 2009 (EG UVG) zur Behandlung der
  vorliegenden Beschwerde zuständig. Da auch die übrigen Prozessvoraussetzungen
  erfüllt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  2.1 Der Beschwerdeführer bringt vor, die psychischen
  Beeinträchtigungen seien koinzident mit dem Unfall aufgetreten und folglich
  natürlich kausal zum Unfallereignis. Da sie im direkten Zusammenhang mit dem
  Unfallereignis aufgetreten seien, könne die Adäquanzbeurteilung überdies
  nicht nach Massgabe der Rechtsprechung erfolgen, welche für ausschliessliche
  psychische Unfallfolgen anwendbar sei. Sodann hätte die Beschwerdegegnerin
  eine umfassende und neutrale Begutachtung durchführen und abklären müssen, ob
  unfallbedingt eine depressive Symptomatik und eine psychosoziale
  Belastungssituation eingetreten seien. Hinzu komme, dass der Kreisarzt kein
  Facharzt für Psychiatrie sei und entsprechend auch nicht beurteilen könne, ob
  die komplexe Schmerzproblematik als somatoforme Schmerzstörung bzw. die
  Belastungssituation als Depression oder Belastungsstörung zu beurteilen sei.
  Die Rechtsprechung im Bereich der Invalidenversicherung betreffend die
  anhaltenden somatoformen Schmerzstörungen und vergleichbaren
  psychosomatischen Leiden gelte dabei sinngemäss. Das Unfallereignis sei
  ferner geeignet, bei ihm eine psychische Belastungssituation herbeizuführen,
  nicht zuletzt weil er als bald 60-Jähriger von einem Arbeitsplatzverlust
  überdurchschnittlich betroffen sei und er bis zum Erreichen des ordentlichen
  Rentenalters keine Arbeitsstelle mehr finden werde. Selbst wenn die
  Adäquanzrechtsprechung zu den psychischen Störungen anwendbar wäre, so werde
  bestritten, dass es sich lediglich um ein mittelschweres Unfallereignis
  handle. Ferner sei die Invaliditätsbemessung fehlerhaft, da insbesondere auf
  den Medianwert der Löhne abgestellt worden sei. Er sei mit Bezug auf die
  angestammte Tätigkeit vollständig arbeitsunfähig und könne auch geeignete
  Verweisungstätigkeiten nur eingeschränkt und mit einem verminderten
  Arbeitstempo bzw. einem erhöhten Pausenbedarf im Umfang von 50 %
  ausführen. Selbst bei einer vollständigen Arbeitsfähigkeit wäre schliesslich
  der maximale Abzug vom Tabellenlohn von 25 % zu gewähren, da er als bald
  60-Jähriger mit überwiegender Wahrscheinlichkeit das noch vorhandene
  funktionelle Leistungsvermögen auf dem konkreten Arbeitsmarkt nicht mehr
  verwerten könne.

  
	
   

  
	
  2.2 Die Beschwerdegegnerin ist der Ansicht, der
  adäquate Kausalzusammenhang zwischen den psychischen Beschwerden und dem
  Unfall vom 27. Oktober 2021, welcher als mittelschwerer Unfall im
  engeren Sinne zu qualifizieren sei, sei zu verneinen, wobei die
  Adäquanzprüfung rechtsprechungsgemäss nach der Psycho-Praxis zu erfolgen
  habe. Sodann sei bei Unfällen aus dem mittleren Bereich kein Gutachten für
  deren Beurteilung erforderlich. Ferner seien die massgeblichen
  Zusatzkriterien insgesamt nicht im erforderlichen Ausmass erfüllt. Namentlich
  handle es sich bei einer Berstungsfraktur LWK 1 nicht um eine schwere
  Verletzung oder um eine solche besonderer Art. Dementsprechend sei diese
  nicht geeignet, psychische Fehlentwicklungen auszulösen. In den Akten fänden
  sich darüber hinaus keine Anhaltspunkte für eine ärztliche Fehlbehandlung,
  einen schwierigen Heilungsverlauf oder erhebliche Komplikationen, wobei die
  Behandlung der psychischen Beschwerden nicht in die Prüfung dieser Kriterien
  miteinzubeziehen sei. Im Übrigen berücksichtige die behandelnde Hausärztin
  unfallfremde Beschwerden und beziehe sich lediglich auf die angestammte
  Tätigkeit. Insgesamt sei mit der versicherungsmedizinischen Beurteilung vom
  5. Mai 2023 der Endzustand eingetreten. Schliesslich könne den Einwänden
  des Beschwerdeführers hinsichtlich des herangezogenen Tabellenlohns nicht
  gefolgt werden. Für die Bemessung des Invalideneinkommens anhand
  statistischer Werte hätten nämlich weiterhin die Zentral-
  bzw. Medianwerte der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung des Bundesamts
  für Statistik (LSE) Geltung.

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  3.1

  
	
  3.1.1 Nach Art. 6 Abs. 1 UVG
  werden bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten die
  Versicherungsleistungen gemäss Art. 10 ff. UVG gewährt, sofern das
  Gesetz nichts anderes bestimmt. Als Unfall gilt nach Art. 4 ATSG die
  plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen
  äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der
  körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge
  hat.

  
	
   

  
	
  3.1.2 Ist ein Versicherter infolge eines
  Unfalls voll oder teilweise arbeitsunfähig im Sinne vom Art. 6 ATSG, so
  hat er gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. Wenn von
  der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des
  Gesundheitszustands mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen
  der Invalidenversicherung abgeschlossen sind, besteht bei einem
  Invaliditätsgrad von mindestens 10 % Anspruch auf eine Invalidenrente
  (Art. 18 Abs. 1 i.V.m. Art. 19 Abs. 1 UVG). Mit dem
  Rentenbeginn fällt der Anspruch auf Taggeld dahin (Art. 19 Abs. 1
  UVG).

  
	
   

  
	
  3.1.3 Invalidität ist die
  voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise
  Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der
  durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit
  verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende
  ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht
  kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Eine
  Erwerbsunfähigkeit liegt vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar
  ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).

  
	
   

  
	
  3.1.4 Für die Beurteilung des
  Gesundheitszustands und der rechtlichen Folgen sind Versicherungsträger und
  Gerichte auf Angaben ärztlicher Experten angewiesen. Die Aufgabe dieser
  Experten ist es, sämtliche Auswirkungen einer Krankheit oder eines Unfalls
  auf den Gesundheitszustand des Versicherten zu beurteilen und zu umschreiben,
  welche Tätigkeiten ihm noch zumutbar sind und inwiefern er in seiner
  körperlichen und geistigen Integrität beeinträchtigt ist (vgl. dazu
  BGE 125 V 351 E. 3a).

  
	
   

  
	
  3.1.5 Der Versicherungsträger prüft die Begehren, nimmt
  die notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vor und holt die erforderlichen
  Auskünfte ein (Art. 43 Abs. 1 ATSG). Im Rahmen der
  Verfahrensleitung kommt ihm ein grosser Ermessensspielraum bezüglich
  Notwendigkeit, Umfang und Zweckmässigkeit von medizinischen Erhebungen zu.
  Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der jeweiligen Sach- und Rechtslage.
  Gestützt auf den Beweisgrad ist der Sachverhalt so weit zu ermitteln, dass
  über den Leistungsanspruch zumindest mit dem Beweisgrad der überwiegenden
  Wahrscheinlichkeit entschieden werden kann (BGer-Urteil 8C_815/2012 vom
  21. Oktober 2013 E. 3.2.1).

  
	
   

  
	
  3.2

  
	
  3.2.1 Die Verwaltung wie auch die
  kantonalen Versicherungsgerichte haben die Einschätzungen der Experten nach
  dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG) ohne
  Bindung an förmliche Beweisregeln umfassend und pflichtgemäss zu würdigen.
  Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Gericht alle
  Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und
  danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige
  Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten
  (BGE 125 V 351 E. 3a).

  
	
   

  
	
  3.2.2 Hinsichtlich des Beweiswerts eines
  Arztberichts ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend
  ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden
  berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in
  der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
  medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet
  sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die
  Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in
  Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten
  (BGE 143 V 124 E. 2.2.2, 125 V 351 E. 3a,
  mit Hinweisen).

  
	
   

  
	
  3.2.3 Auch den Berichten und Gutachten
  versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als
  schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich
  widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen.
  Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem
  Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf
  mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr
  besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der
  Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die
  erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht
  zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gutachterin
  allerdings ein strenger Massstab anzulegen (BGE 122 V 157
  E. 1c).

  
	
   

  
	
  3.3

  
	
  3.3.1 Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt
  zunächst voraus, dass zwischen dem versicherten Unfallereignis und dem
  eingetretenen Schaden ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im
  Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren
  Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in
  der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht
  werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen
  Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder
  unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist. Es genügt, dass das
  schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder
  geistige Integrität des Versicherten beeinträchtigt hat, der Unfall mit
  anderen Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene
  gesundheitliche Störung entfiele. Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und
  einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht,
  ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht
  im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im
  Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden
  Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs
  genügt für die Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (vgl. BGE 144 V 427 E. 3.2, 129 V 177 E. 3.1). Es ist
  daher unerlässlich, dass die geklagten Beschwerden nicht lediglich den von
  der versicherten Person subjektiv umschriebenen Leiden entsprechen, sondern
  medizinisch einer fassbaren gesundheitlichen Beeinträchtigung zugeschrieben
  werden können und diese Gesundheitsschädigung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
  in einem ursächlichen Zusammenhang mit dem versicherten Unfallereignis steht
  (BGE 119 V 335 E. 2b). Entscheidend ist dabei die
  Würdigung der in den Akten liegenden medizinischen Berichte, wobei das Gericht bei der Beurteilung des natürlichen
  Kausalzusammenhangs nicht ohne zwingenden Grund von der Einschätzung der medizinischen
  Experten abweicht (BGE 118 V 286 E. 1b).

  
	
   

  
	
  3.3.2 Die
  Leistungspflicht der Unfallversicherung setzt im Weiteren voraus, dass zwischen
  dem Unfall und der dadurch verursachten Arbeits- bzw. Erwerbsunfähigkeit
  ein adäquater Kausalzusammenhang besteht. Ein Ereignis hat dann als adäquate
  Ursache eines Erfolgs zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge
  und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg
  von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolgs
  also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint
  (BGE 117 V 359 E. 5a). Die
  Adäquanz spielt im Bereich organisch objektiv ausgewiesener Unfallfolgen
  praktisch keine Rolle, da sich hier die adäquate weitgehend mit der
  natürlichen Kausalität deckt (Alexandra Rumo-Jungo/André P. Holzer, in Erwin
  Murer/Hans-Ulrich Stauffer [Hrsg.], Rechtsprechung des Bundesgerichts
  zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz
  über die Unfallversicherung, 4. A., Zürich/Basel/Genf 2012,
  S. 58 f.).

  
	
   

  
	
  4.

  
	
  4.1 Prof. Dr. med. C.______ und Assistenzärztin D.______ diagnostizierten am 10. November 2021 eine
  Berstungsfraktur LWK 1. Am 15. November 2021 stellte die Rehaklinik
  E.______ beim Beschwerdeführer sodann
  Schmerzen in Bewegung sowie im Operationsgebiet fest. Das Gehen und Stehen gehe
  gut. Er, der Beschwerdeführer, bemerke leichte Sensibilitätseinschränkungen
  an der linken Fusssohle. Die behandelnden Ärzte attestiertem ihm vom
  10. November 2021 bis zum 31. Dezember 2021 ferner eine volle
  Arbeitsunfähigkeit.

  
	
   

  
	
  4.2 Am 14. Februar 2022 schilderte Prof. C.______, es bestünden weiterhin tieflumbale mechanische
  Rückenschmerzen sowie ISG-Beschwerden. Bis Ende Februar sei weiterhin von
  einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit auszugehen.

  
	
   

  
	
  4.3 Kreisarzt Dr. med. F.______, Facharzt für Orthopädie und Traumatologie, stellte
  am 14. März 2022 eine Deckplattenimpressionsfraktur in LWK 1 mit
  deutlicher Höhenminderung und Beteiligung der Vorder- sowie Hinterkante fest.
  Die frakturierte Hinterkante reiche um etwa fünf Millimeter in den Spinalkanal.
  Sodann liege ein partiell mitabgebildetes subcutanes Hämatom gluteal
  beidseits und rechtsbetont vor, womit der Unfall mit überwiegender
  Wahrscheinlichkeit zu zusätzlichen strukturellen Läsionen geführt habe. Nach
  einer Wirbelsäulenoperation seien mindestens sechs bis zwölf Monate bis zur
  vollen Arbeitsfähigkeit abzuwarten. Dem Beschwerdeführer sei auf dem
  allgemeinen Arbeitsmarkt eine leichte überwiegend sitzende Arbeit ganztags
  zumutbar. Länger andauerndes oder repetitives Einnehmen einer Zwangshaltung für
  die Wirbelsäule wie gebückte Haltung, Tätigkeiten mit maximalen oder länger
  dauernden Rumpfrotationen seien weitgehend zu meiden. Arbeiten auf Leitern
  und Gerüsten sowie andauernde Vibrationsbelastungen für die Wirbelsäule seien
  zu vermeiden.

  
	
   

  
	
  4.4 Dr. med. G.______,
  Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin FMH, führte am 1. September
  2022 aus, beim Beschwerdeführer bestünden weiterhin lumbale Schmerzen und
  tieflumbale muskuläre Verspannungen, teilweise immobilisierend mit hinkendem
  Gangbild. Weiter lägen Verspannungen paravertebral im Bereich der
  Facettengelenke vor, wobei durch die Physiotherapie eine leichte
  Beschwerdebesserung habe erzielt werden können. Er, der Beschwerdeführer,
  könne weiterhin keine schweren Platten heben. Die Arbeit könne er zu 50 %
  wiederaufnehmen.

  
	
   

  
	
  4.5 Am 19. Oktober 2022 diagnostizierte Prof. C.______
  eine Spondylodese thorakolumbal bei
  Berstungsfraktur L1 und einen mechanischen Rückenschmerz, insbesondere in den
  Segmenten L4/5 und L5/S1. Überdies bestehe der Verdacht auf eine beidseitige
  ISG-Arthropathie. 

  
	
   

  
	
  4.6 Anlässlich der ärztlichen Untersuchung vom
  16. Dezember 2022 diagnostizierte Kreisarzt Dr. med. H.______, Facharzt für Chirurgie und Traumatologie, eine
  Berstungsfraktur LWK 1 sowie als unfallfremde Erkrankungen Spondylarthrosen
  LWK4/LWK5 und LWK5/SWK1 beidseits. Die bisherige Tätigkeit sei nicht mehr
  zumutbar. Hingegen sei eine vollschichtige wechselbelastende Tätigkeit auf
  dem allgemeinen Arbeitsmarkt zumutbar. Dies vorwiegend sitzend, aber auch
  stehend und gehend. Das Heben und Tragen von Lasten sei auf zehn Kilogramm
  begrenzt. Überkopfarbeiten, Tätigkeiten in Zwangshaltungen (vornüber
  geneigt), an unzugänglichen Orten, in kniender oder kauernder Stellung seien
  nicht zumutbar. Mit einer Steigerung der Arbeitsfähigkeit könne nicht
  gerechnet werden.

  
	
   

  
	
  4.7 Prof. C.______
  operierte den Beschwerdeführer am 15. Februar 2023 und hielt ein
  störendes Osteosynthesematerial nach thorakolumbaler Spondylodese sowie
  muskuläre und Fasziendehiszenz dorsal fest. Mittels Physiotherapie könne
  keine Verbesserung mehr erreicht werden. Am 26. April 2023 informierte
  Prof. C.______, dass im Bereich
  des dorsalen Zugangs keine Muskeln oder Fasziendehiszenzen vorlägen. Die
  Muskulatur sei deutlich weicher als vorher. Im Bereich der unteren LWS bestehe
  nach wie vor ein mechanischer Rückenschmerz mit Facettengelenksschmerzen und
  rechtsbetont auch ISG-Probleme.

  
	
   

  
	
  4.8 Am 5. Mai 2023 beurteilte Kreisarzt Dr. H.______ die Restbeschwerden als teilkausal zum
  Unfallereignis vom 27. Oktober 2021. Von weiteren Behandlungen werde mit
  überwiegender Wahrscheinlichkeit keine Besserung des unfallbedingten
  Gesundheitszustands möglich sein.

  
	
   

  
	
  4.9 Am 20. Oktober 2023 hielt Dr. G.______ fest, sie könne nicht beurteilen, ob aktuell noch
  Unfallfolgen vorlägen. Dem Beschwerdeführer habe sie aufgrund der Lumbago und
  einer depressiven Symptomatik sowie einer psychosozialen Belastungssituation
  eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % attestiert. Die Arbeitsunfähigkeit
  beziehe sich auf die angestammte Tätigkeit. Auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt
  sei eine wechselbelastende Tätigkeit zumutbar und zu befürworten.

  
	
   

  
	
  5.

  
	
  5.1 Der Beschwerdeführer klagt über
  Beschwerden im Bereich des Rückens und über eine psychische Problematik.
  Betreffend die Rückenbeschwerden anerkannte die Beschwerdegegnerin eine
  Teilkausalität, weshalb an dieser
  Stelle nicht weiter darauf einzugehen ist. Uneinigkeit besteht demgegenüber, ob die geltend
  gemachten psychischen Beschwerden kausal zum Unfallereignis vom 27. Oktober 2021 sind, wobei der
  Beschwerdeführer die Anwendung
  der Psycho-Praxis (BGE 115 V 133) bestreitet.

  
	
   

  
	
  5.2 Bei der Beurteilung der Adäquanz
  von organisch nicht (hinreichend) nachweisbaren Unfallfolgeschäden ist
  zunächst abzuklären, ob die versicherte Person beim Unfall ein
  Schleudertrauma der Halswirbelsäule, eine dem Schleudertrauma äquivalente
  Verletzung oder ein Schädel-Hirntrauma erlitten hat. Ist dies nicht der Fall,
  gelangt die Psycho-Praxis zur Anwendung. Ergeben die Abklärungen aber, dass
  die versicherte Person eine der soeben erwähnten Verletzungen erlitten hat,
  muss beurteilt werden, ob die zum typischen Beschwerdebild einer solchen
  Verletzung gehörenden Beeinträchtigungen zwar teilweise vorliegen, im
  Vergleich zur psychischen Problematik aber ganz in den Hintergrund treten.
  Trifft dies zu, sind für die Adäquanzbeurteilung ebenfalls die in
  BGE 115 V 133 für Unfälle mit psychischen Folgeschäden
  aufgestellten Grundsätze massgebend. Andernfalls erfolgt die Beurteilung der
  Adäquanz gemäss den in BGE 117 V 359 festgelegten Kriterien
  (vgl. BGE 138 V 248 E. 4, 127 V 102
  E. 5b/bb, je mit Hinweisen).

  
	
   

  
	
  5.3 Aus den im Recht liegenden
  Akten geht einzig aus dem Bericht von Dr. G.______ vom 20. Oktober
  2023 eine depressive Symptomatik sowie eine psychosoziale Belastungssituation
  hervor. Dieser Bericht vermag den beweisrechtlichen Anforderungen jedoch
  nicht zu genügen, zumal sich Dr. G.______ weder rechtsgenüglich mit den
  Vorakten auseinandergesetzt noch eigene Explorationen angestellt oder Tests
  durchgeführt hat. Überdies äussert sie sich einzig und lediglich pauschal zur
  Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit und bleibt eine Einschätzung
  zur Arbeitsfähigkeit in Verweistätigkeiten schuldig. Des Weiteren weist sie
  selbst darauf hin, dass sie sich zum Vorliegen von Unfallfolgen nicht äussern
  könne, weshalb ihr Bericht von vornherein mit erheblichen Unsicherheiten
  behaftet ist. Ferner bezieht sie zu den vom Beschwerdeführer beklagten
  psychischen Beschwerden nicht eingehend Stellung. Obschon ihrem Bericht im
  Ergebnis somit kein wesentlicher Beweiswert zukommt, bezog sich die
  Beschwerdegegnerin bei der Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs auf
  ihren Bericht vom 20. Oktober 2023 und wendete in der Folge die
  Psycho-Praxis an, womit die Beschwerdegegnerin das Bestehen psychischer
  Beschwerden offensichtlich selbst nicht ausschloss. Weitere Berichte, welche
  Schlussfolgerungen in Bezug auf allfällige psychische Beschwerden zulassen
  würden bzw. welche sich mit den Voraussetzungen zur Anwendbarkeit der
  Psycho-Praxis auseinandersetzen oder hierzu geeignet sind, liegen sodann nicht vor. Zwar stellt die
  Frage nach der Adäquanz eines natürlichen Kausalzusammenhangs grundsätzlich
  eine Rechtsfrage dar, worauf die Beschwerdegegnerin zu Recht hinweist
  (vgl. BGE 134 V 109 E. 6.2.1, BGer-Urteil
  8C_100/2021 vom 7. April 2021 E. 4.2). Die Anwendung der
  Psycho-Praxis setzt indessen aber voraus, dass natürlich unfallkausale, aber
  organisch nicht objektiv ausgewiesene Beschwerden vorliegen, was vorgängig
  die Beurteilung allfälliger Krankheits- und Unfallfolgen bedingt. Erst dieser
  Umstand gibt Anlass zu einer besonderen Adäquanzbeurteilung, anhand welcher
  vom augenfälligen Geschehensablauf auszugehen ist und je nachdem weitere
  unfallbezogene Kriterien einzubeziehen sind (vgl. zum Ganzen
  BGE 140 V 193 E. 3.2; BGer-Urteil 8C_749/2010 vom
  6. Januar 2011 E. 3, mit Hinweisen).

  
	
   

  
	
  5.4 Wie bereits dargelegt, beurteilte die
  Beschwerdegegnerin die Adäquanz anhand der Psycho-Praxis. Dies obschon
  ungewiss ist, ob und unter welchen psychischen Beschwerdebildern der
  Beschwerdeführer leidet und ob durch die Behandlung derselben noch eine
  namhafte Verbesserung der Erwerbsfähigkeit erreicht werden kann
  bzw. inwiefern die Arbeitsfähigkeit und das Zumutbarkeitsprofil durch
  die psychischen Leiden beeinflusst werden. Überdies bestehen keine verlässlichen
  Angaben über das Zusammenwirken der somatischen und der allfälligen
  psychischen Beschwerden, zumal verlässliche medizinische Unterlagen fehlen.
  Ferner bleibt unklar, ob die übrigen
  Beeinträchtigungen gegenüber der psychischen Problematik in den Hintergrund
  treten, womit insgesamt nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden
  Wahrscheinlichkeit auf organisch nicht objektiv ausgewiesene Beschwerden
  geschlossen werden kann. Dementsprechend ist die Prüfung des für die
  Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin vorausgesetzten adäquaten
  Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden
  nach der Psycho-Praxis allein gestützt auf den Bericht von Dr. G.______
  vom 20. Oktober 2023 nicht gerechtfertigt (vgl. BGE 127 V 102
  E. 5b/bb). Sollte eine diesbezügliche fachärztliche Abklärung
  nämlich ergeben, dass organisch hinreichend nachweisbare psychische
  Unfallfolgen vorliegen, wären diese nach der allgemeinen Adäquanzformel zu
  beurteilen. Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass
  es an der Beschwerdegegnerin im Rahmen ihrer Abklärungspflicht (Art. 43
  ATSG) gelegen hätte, solche Unklarheiten mittels weiteren medizinischen
  Abklärungen zu beseitigen.

  
	
   

  
	
  6.

  
	
  6.1 Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung können die
  Sozialversicherungsgerichte nicht mehr frei entscheiden, ob sie eine
  Streitsache zur neuen Begutachtung an die Verwaltung zurückweisen. Die
  Beschwerdeinstanz hat vielmehr im Regelfall selbst ein Gerichtsgutachten
  einzuholen, wenn sie einen im Verwaltungsverfahren anderweitig erhobenen Sachverhalt
  überhaupt für gutachterlich abklärungsbedürftig hält oder wenn ein
  Administrativgutachten in einem rechtserheblichen Punkt nicht beweiskräftig
  ist. Eine Rückweisung an die Vorinstanz bleibt hingegen möglich, wenn sie
  allein in der notwendigen Erhebung einer bisher vollständig ungeklärten Frage
  begründet ist oder, wenn lediglich eine Klarstellung, Präzisierung oder
  Ergänzung von gutachterlichen Ausführungen erforderlich ist
  (BGE 137 V 210 E. 4.4.1 ff.).

  
	
   

  
	
  6.2
  Die Beurteilung von Dr. G.______
  vom 20. Oktober 2023, auf welche
  sich die Beschwerdegegnerin bei der Adäquanzbeurteilung der psychischen
  Beschwerden hauptsächlich abstützt, stellt keine verlässliche medizinische
  Entscheidungsgrundlage dar (vgl. vorstehende E. II/5.3). Dennoch hat die
  Beschwerdegegnerin pauschal darauf abgestellt und gestützt darauf die
  Adäquanzprüfung vorgenommen, was mit Blick auf ihre Untersuchungs- bzw.
  Abklärungspflicht im Verwaltungsverfahren ungenügend erscheint. Ob der
  Beschwerdeführer im Nachgang zum Unfall tatsächlich psychische Beschwerden
  entwickelt hat und diese auf das Unfallereignis vom 27. Oktober
  2021 zurückzuführen sind, kann einzig mittels einer fachärztlichen
  Beurteilung geklärt werden. Die Sache ist dementsprechend an die
  Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie die notwendigen Abklärungen
  vornimmt und hernach erneut über ihre Leistungspflicht verfügt.

  
	
   

  
	
  7.

  
	
  Da es bezüglich der Frage
  des natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen allfälliger psychischer
  Beschwerden und dem Unfallereignis vom 27. Oktober
  2021 weiterer medizinischer Abklärungen
  bedarf, erübrigt sich (aktuell) die Prüfung der Arbeitsfähigkeit und des
  Invaliditätsgrads.

  
	
   

  
	
  Dies führt zur teilweisen
  Gutheissung der Beschwerde.

  
	
   

  
	
  III.

  
	
  1.

  
	
  Die Gerichtskosten sind
  von Gesetzes wegen auf die Staatskasse zu nehmen (Art. 1 Abs. 1 UVG
  i.V.m. Art. 61 lit. a ATSG). Da die Rückweisung der Sache an den
  Versicherungsträger hinsichtlich der Kosten- und Entschädigungsfolge als
  Obsiegen gilt (Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 4. A., Zürich/Basel/Genf
  2020, Art. 61 N. 224), steht dem Beschwerdeführer zu Lasten der
  Beschwerdegegnerin eine angemessene Parteientschädigung zu, welche auf
  pauschal Fr. 1'800.- (inkl. Mehrwertsteuer) festzusetzen ist
  (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG).

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  Gegen diesen Zwischenentscheid
  steht die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten ans
  Bundesgericht nur nach Massgabe von Art. 93 Abs. 1 des Gesetzes
  über das Bundesgericht vom 17. Juni 2005 (BGG) offen.

  
	
  Demgemäss erkennt die Kammer:

  
	
  	
    1.

    	
    Die
    Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Der Einspracheentscheid der
    Beschwerdegegnerin vom 26. Februar 2024 wird aufgehoben und die Sache
    wird im Sinne der Erwägungen an diese zurückgewiesen.

    
	
    2.

    	
    Die
    Gerichtskosten werden auf die Staatskasse genommen.

    
	
    3.

    	
    Die
    Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, dem Beschwerdeführer innert
    30 Tagen nach Rechtskraft dieses Entscheids eine Parteientschädigung
    in der Höhe von Fr. 1'800.- (inkl. Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

    
	
    4.

    	
    Schriftliche
    Eröffnung und Mitteilung an:

    
	
     

    	
    […]