# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 999473b7-b0e8-50cd-8461-af015f1dfee3
**Source:** Schwyz (SZ)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-05-31
**Language:** de
**Title:** Schwyz Verwaltungsgericht 3. Kammer 31.05.2021 III 2021 67
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SZ_Verwaltungsgericht/SZ_VG_001_III-2021-67_2021-05-31.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz
Kammer III

III 2021 67

Entscheid vom 31. Mai 2021 

Besetzung lic.iur. Gion Tomaschett, Vizepräsident
lic.iur. Karl Gasser, Richter
Irene Thalmann, Richterin
MLaw Stefanie Zlauwinen, a.o. Gerichtsschreiberin

Parteien A.________,
Beschwerdeführerin,

gegen

Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) B.________,
Vorinstanz,

Gegenstand Kindes- und Erwachsenenschutzrecht (Entzug des Aufenthalts-
bestimmungsrechts)

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Sachverhalt:

A. A.________ (Jahrgang 19__) steht die alleinige elterliche Sorge über die 
Tochter C.________ (geb. __._.20__) zu. Vater von C.________ ist D.________ 
(Jahrgang 19__; aus den vorliegenden Akten ist der Wohnsitz des Vaters nicht 
zu entnehmen). 

Nach Gefährdungsmeldungen der Schulleitung (E.________) vom 8. Februar 
2019 (Vi-act. 019 - 023) und vom 18. Juni 2019 (Vi-act. 40), entsprechenden Ab-
klärungen (inkl. Abklärungsbericht der Kinder- und Jugendpsychiatrie KJP 
Schwyz vom 6. August 2019, Vi-act. 066 - 068) und einer Anhörung vom 30. Au-
gust 2019 (Vi-act. 071 - 073) beschloss die KESB B.________ am 10. Septem-
ber 2019 unter anderem, für C.________ eine Beistandschaft nach Art. 308 Abs. 
1 und Abs. 2 ZGB zu errichten. Als Mandatsträgerin wurde die Berufsbeiständin 
F.________ ernannt mit einem detaillierten Aufgabenkatalog, welcher u.a. die 
Unterstützung der Mutter in der Sorge und Erziehung von 
C.________ umfasst. Zudem wurde für C.________ eine Sozialpädagogische 
Familienbegleitung SpF im Umfang von wöchentlich drei Stunden für sechs Mo-
nate durch eine Fachperson (G.________) angeordnet (Vi-act. 077 - 079). In ei-
nem weiteren Beschluss vom 10. März 2020 wurde die Sozialpädagogische Fa-
milienbegleitung um weitere sechs Monate verlängert (Vi-act. 105).

B. Am 21. November 2020 (= Samstag) hat der in der H.________ Dienst leis-
tende Arzt für C.________ wegen Selbstgefährdung (Suizidalität) eine ärztliche 
fürsorgerische Unterbringung in der Psychiatrischen Klinik I.________ angeord-
net (Vi-act. 110f.). Am 23. November 2020 hat A.________ ihre Tochter 
C.________ in der Klinik abgeholt und sie den Grosseltern übergeben, welche 
mit C.________ nach Bosnien reisten, wo sie sich bis zum 7. Januar 2021 auf-
hielt (Vi-act. 114 i.V.m. Vi-act. 117 oben). 

C. In einem Bericht vom 29. Januar 2021 beantragte J.________ als Stellver-
treter der eingesetzten Beiständin eine ausserfamiliäre Platzierung von 
C.________ u.a. mit der sinngemässen Begründung, dass die Leitung der 
E.________ C.________ aufgrund der Erfahrungen in den vergangenen Mona-
ten von der Schule ausgeschlossen habe (Vi-act. 117). 

Nach Abklärungen (hinsichtlich möglicher geeigneter Institutionen mit freien Ka-
pazitäten) und Anhörungen vom 8. April 2021 (Vi-act. 141f.) hat die KESB 
B.________ mit Beschluss Nr. IIA/004/15/2021 vom 9. April 2021 im Dispositiv 
was folgt festgehalten: 

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1. Das Aufenthaltsbestimmungsrecht von A.________ über C.________ wird 
aufgehoben.

2. C.________ wird per 09. April 2021 im K.________ in L.________ unterge-
bracht.

3. Die für C.________ bestehende Beistandschaft nach Art. 308 Abs. 1 und 2 
ZGB wird angepasst. Die Beistandsperson wird neu beauftragt:

a. Die Mutter in ihrer Sorge um C.________ mit Rat und Tat zu unterstüt-
zen;

b. Die Platzierung von C.________ im K.________ zu begleiten;
c. Für die Finanzierung der Platzierung besorgt zu sein;
d. Den regelmässigen Austausch und die Zusammenarbeit der involvier-

ten Stellen und Personen im Sinne eines Case-Managements zu för-
dern und zu koordinieren.

4. Die Beiständin F.________ wird in ihrem Amt bestätigt und beauftragt:
a. Die im Dispositiv genannten Aufgaben zu übernehmen;
b. Nötigenfalls Antrag auf Anpassung der behördlichen Massnahme an 

veränderte Verhältnisse zu stellen.

5. Die Fürsorgebehörde M.________ wird ersucht, subsidiär zur Unterhaltspflicht 
der Eltern, Kostengutsprache für die Unterbringung von C.________ zu leisten.

6. Einer allfälligen Beschwerde gegen diesen Beschluss wird die aufschiebende 
Wirkung entzogen.

7. Auf die Erhebung von Verfahrenskosten wird verzichtet.

Gegen diesen Beschluss reichte A.________ rechtzeitig am 21. April 2021 (= Da-
tum der Postaufgabe) beim Verwaltungsgericht Beschwerde ein mit dem sinn-
gemässen Antrag, dass ihr das Aufenthaltsbestimmungsrecht über C.________ 
nicht zu entziehen sei. 

Die KESB B.________ hat am 25. Mai 2021 die vorinstanzlichen Akten einge-
reicht und mit Verweis auf die Ausführungen im angefochtenen Beschluss auf die 
Erstattung einer Vernehmlassung verzichtet.

Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. Die für einen Unterbringungsentscheid massgeblichen Bestimmungen (u.a. 
Art. 307 Abs. 1 ZGB und Art. 310 Abs. 1 ZGB) wurden im angefochtenen Be-
schluss zutreffend dargelegt. Es kann darauf verwiesen werden, ohne dass diese 
Bestimmungen hier nochmals zu wiederholen wären. Zu ergänzen ist, dass sich 
die strittige Massnahme am Wohl des Kindes zu orientieren hat. Sodann gilt nach 
Art. 389 ZGB mit dem Randtitel "Subsidiarität und Verhältnismässigkeit" in Ver-
bindung mit Art. 314 Abs. 1 ZGB (wonach die Bestimmungen über das Verfahren 
vor der Erwachsenenschutzbehörde sinngemäss anwendbar sind), dass jede 
behördliche Massnahme erforderlich und geeignet sein muss.

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2. Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bildet ausschliesslich 
die Dispositivziffer 1 des vorinstanzlichen Beschlusses vom 9. April 2021, wo-
nach die Vorinstanz der Beschwerdeführerin gestützt auf Art. 310 Abs. 1 ZGB 
das Aufenthaltsbestimmungsrecht über ihre Tochter C.________ entzogen hat. 
Die Anordnungen in den weiteren Dispositivziffern dieses Beschlusses, nament-
lich die Unterbringung der Tochter im K.________ in L.________ (= Dispositivzif-
fer 2), die Fortführung der bestehenden Beistandschaft mit einem angepassten 
Aufgabenkatalog (= Dispositivziffer 3) sowie die Bestätigung der bisherigen Man-
datsträgerin (= Dispositivziffer 4) werden von der Beschwerdeführerin vor Gericht 
nicht in Frage gestellt, weshalb sich diesbezüglich weitere Ausführungen erübri-
gen.

3. Die Beschwerdeführerin begründet die von ihr beantragte Aufhebung der 
Dispositivziffer 1 vor Gericht mit den folgenden Ausführungen:

Wie Sie dem Beschluss entnehmen können, wird mir als Mutter vorgeworfen, die 
Entscheidung einer Platzierung im K.________ (L.________) nicht klar zu unter-
stützen. Wie Sie sich vorstellen können, war es ein sehr langer Prozess bis für alle 
klar war, dass für meine Tochter … eine Platzierung in einem geeigneten Heim 
unumgänglich ist. Es ist richtig, dass ich während diesem Prozess über lange Zeit 
ambivalent war, dies, weil es für mich als Mutter einen ausgesprochen schwierigen 
Schritt darstellt.
Zum heutigen Zeitpunkt aber, unterstütze ich die gemeinsam mit der KESB erar-
beitete Lösung einer Platzierung voll und ganz.
Entgegen den Andeutungen im Schreiben der KESB fühle ich mich in der Lage, 
Entscheidungen für meine Tochter zu treffen. Im Weiteren bestehen keine Gründe 
für eine Einschränkung meiner Urteilsfähigkeit (keine Drogen, kein psychiatrisches 
Leiden).
Ich arbeite selbst in einem Altersheim als Pflegeassistentin und übernehme auch 
dort entsprechend Verantwortung.
Ich habe mir mittlerweile selbst eingestanden, dass ich mit der Erziehung von … 
überfordert war, genau aus diesem Grunde unterstütze ich die Platzierung. Ich 
sehe mich in diesem Sinne klar in der Lage, über geeignete Massnahmen für 
meine Tochter zu entscheiden.

4.1 Die Beschwerdeführerin möchte als Mutter der zwischenzeitlich __-jährigen 
Tochter das Aufenthaltsbestimmungsrecht über ihre Tochter zurückerhalten. 
Würde diesem Begehren stattgegeben, stünde es der Beschwerdeführerin zu, 
darüber zu entscheiden, wann der Aufenthalt der Tochter in der betreffenden Ein-
richtung endet.

4.2 Nachdem die Beschwerdeführerin in ihrer Eingabe ans Gericht ausdrück-
lich anerkannt hat, dass sie "über lange Zeit ambivalent war", was auch durch die 
Akten dokumentiert ist (vgl. u.a. Vi-act. 117 oben), besteht nach der konkreten 

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Aktenlage - jedenfalls derzeit - kein Anlass, das Aufenthaltsbestimmungsrecht 
umgehend wieder der Mutter zuzuweisen. Dies gilt auch für die vorliegende Kon-
stellation, wonach die Beschwerdeführerin vor Gericht ausgeführt hat, "zum heu-
tigen Zeitpunkt" die aktuelle Unterbringungslösung der Tochter "voll und ganz zu 
unterstützen". Denn mit einer solchen Zusicherung besteht noch keine Gewähr, 
dass die Beschwerdeführerin die Platzierung der Tochter weiter unterstützen 
wird, wenn beispielsweise die Tochter den Wunsch äussern würde, den 
K.________ (aus welchen Gründen auch immer) wieder zu verlassen. Mit ande-
ren Worten ist mit der Formulierung "zum heutigen Zeitpunkt" nicht ausgeschlos-
sen, dass die Beschwerdeführerin ihre Haltung "in einem nächsten Zeitpunkt" 
wieder ändert, was die Kontinuität der erst seit kurzem laufenden Unterbrin-
gungslösung in Frage stellen würde.

4.3 Für das vorliegende Ergebnis, wonach eine Aufhebung der angefochtenen 
Dispositivziffer 1 derzeit nicht in Frage kommt, sprechen auch die nachfolgenden 
Ausführungen. Nach der Aktenlage war die minderjährige Tochter bereits dreimal 
in der Psychiatrischen Klinik I.________ hospitalisiert, und zwar vom 14. Oktober 
2018 bis 7. November 2018, vom 26. Oktober 2020 bis 7. November 2020 sowie 
vom 21. November 2020 bis 23. November 2020 (vgl. Vi-act. 118 unten). Beim 
dritten Klinikaufenthalt handelte es sich um eine ärztliche fürsorgerische Unter-
bringung, welche dadurch endete, dass die Beschwerdeführerin ihre Tochter auf 
deren Wunsch hin aus der Klinik holte und die Tochter den Grosseltern übergab, 
welche die Enkelin für rund 6 ½ Wochen nach Bosnien mitnahmen (vgl. Vi-act. 
117 oben). Damit unterstützte die Beschwerdeführerin faktisch eine Situation, in 
welcher die Tochter während Wochen dem obligatorischen Schulunterricht fern-
blieb und dadurch die bereits bestehenden (nach der Aktenlage erheblichen) De-
fizite im Lernstoff noch zusätzlich vermehrte, was nicht im wohlverstandenen 
Kindesinteresse sein konnte.

5. Zusammenfassend ist der vorliegende, von der Vorinstanz angeordnete 
Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts nicht zu beanstanden. Die Beschwer-
de erweist sich als unbegründet, weshalb sie abgewiesen wird. Im Übrigen steht 
es der Beschwerdeführerin frei, zu einem späteren Zeitpunkt - wenn und soweit 
sich die Situation mit der Tochter anhaltend stabilisiert hat - bei der Vorinstanz 
um Wiedererlangung des Aufenthaltsbestimmungsrechts nachzusuchen.

Nachdem nachvollziehbar ist, dass die Beschwerdeführerin als betroffene Mutter 
(mit alleiniger elterlichen Sorge) Mühe mit der erwähnten Dispositivziffer 1 hat 
bzw. lieber selber über geeignete Massnahmen für ihre Tochter entscheiden 
möchte, verzichtet das Gericht ausnahmsweise darauf, der unterliegenden Be-
schwerdeführerin Verfahrenskosten aufzuerlegen.

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Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird im Sinne der Erwägungen abgewiesen.

2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der von der Beschwerdefüh-
rerin bezahlte Kostenvorschuss von Fr. 400.-- wird ihr aus der Gerichtskas-
se zurückerstattet.

3. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung Beschwer-
de* in Zivilsachen beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, erhoben wer-
den (Art. 42 und 72ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht [BGG; 
SR 173.110] vom 17.6.2005).

Soweit die Beschwerde in Zivilsachen nicht zulässig ist, kann in derselben 
Rechtsschrift subsidiäre Verfassungsbeschwerde* erhoben und die Verlet-
zung von verfassungsmässigen Rechten gerügt werden (Art. 113ff. BGG).

4. Zustellung an:
- die Beschwerdeführerin (R)
- die Vorinstanz (2/EB, für sich und die eingesetzte Beiständin) 
- und das Departement des Innern (z.K.).

Schwyz, 31. Mai 2021

Im Namen des Verwaltungsgerichts

Der Vizepräsident:

Die a.o. Gerichtsschreiberin:

*Anforderungen an die Beschwerdeschrift 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache (Deutsch, Französisch, Italienisch, Ru-
mantsch Grischun) abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der 
Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form 
darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt. Die Urkunden, auf die 
sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 
hat; der angefochtene Entscheid ist beizulegen.

Versand: 11. Juni 2021