# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b4b3a3ff-120a-58ff-8512-c35ca4a27f38
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-03-03
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsgericht 03.03.2025 B 2024/119, B 2024/126
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VG_001_B-2024-119--B-2024-1_2025-03-03.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 1/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: B 2024/119, B 2024/126

Stelle: Verwaltungsgericht

Rubrik: Verwaltungsgericht

Publikationsdatum: 28.03.2025

Entscheiddatum: 03.03.2025

Entscheid Verwaltungsgericht, 03.03.2025
Strassenbaurecht, Koordination, Art. 25a RPG, Art. 3, Art. 24 ff., Art. 31 ff. 
und Art. 38 ff. StrG, Art. 135 ff. PBG. Die beschwerdegegnerische Gemeinde 
als Bauherrin plant, eine Bushaltestelle zwecks Realisierung der 
behindertengerechten ÖV-Nutzung zu verschieben und diese als 
unverzichtbare Komfortverbesserung mit einer Buswartehalle auszustatten. 
Zwischen dem strittigen Strassenbauprojekt und dem 
Baubewilligungsverfahren für die Erstellung der Buswartehalle, welche nicht 
Bestandteil des Strassenbauprojekt bilden kann, besteht deshalb ein enger 
sachlicher und zeitlicher Zusammenhang. Die zwei Vorhaben sind inhaltlich 
aufeinander abzustimmen. Auch ist ein Koordinationsbedarf zwischen dem 
Baubewilligungs- und Konzessionsverfahren für die Erstellung der 
Buswartehalle zu bejahen (E. 3). (Verwaltungsgericht, B 2024/119, B 
2024/126)

Entscheid siehe pdf.

Kanton St. Gallen 

Gerichte 

 
 

 

 
 
Verwaltungsgericht 

Abteilung I 

 

 

 

 

 

 

 Entscheid vom 3. März 2025  

Besetzung  Abteilungspräsidentin Lendfers; Verwaltungsrichterin Zindel,  

Verwaltungsrichter Steiner; Gerichtsschreiber Bischofberger 

   

Geschäftsnrn.   B 2024/119 und 126 

 

   

Verfahrens- 

beteiligte 

 

 A.__, 

B.__, 

Beschwerdeführer 1 

und 2,  

Stiftung C.__, 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Alex Keller,  

relevanz.legal, Teufener Strasse 11, 9001 St. Gallen 

Beschwerdeführerin 3 

 

  gegen 

  Bau- und Umweltdepartement des Kantons St. Gallen, 

Lämmlisbrunnenstrasse 54, 9001 St. Gallen,  

Vorinstanz,  

Politische Gemeinde Z.__, 

Beschwerdegegnerin,  

 

 

  

Gegenstand  Strassenbauprojekt 

 

 

Das Verwaltungsgericht stellt fest: 

 

B 2024/119 und 126 

 

2/15 

 

A.  

Gemäss dem Verzeichnis der Transportunternehmen (TUV) des Bundesamtes für Verkehr 

BAV umfassen die Konzessionsrechte der Verkehrsbetriebe Z.__ (Konzession Nr. …) für 

regelmässige gewerbsmässige Personenbeförderung unter anderem die Buslinie 001_: 

(vom BAV erneuert am …). Diese Buslinie führt zwischen den Haltestellen D.__/E.__-

strasse und F.__ via die Haltestellen G.__-strasse und H.__ über die I.__ (Gemeindestrasse 

erster Klasse Nr. 002_, Parzellen Nrn. 0000_ und 0001_, Grundbuchkreise Y.__ und X.__), 

welche auf einer Strecke von rund 1'053 m von der J.__-strasse (Gemeindestrasse erster 

Klasse Nr. 003_, Parzelle Nr. 0002_) in nordöstlicher Richtung bis zur Einmündung in die 

K.__-, L.__- bzw. M.__-strasse (Parzellen Nrn. 0003_, 0004_ resp. 0005_) verläuft 

(https://www.geoportal.ch, https://map.geo.admin.ch, https://www.bav.admin.ch > Allge-

meine Themen > Fachthemen > Arbeitshilfen > Verzeichnisse > TU-Verzeichnis, alle Stand: 

17. Februar 2025). 

B.  

Vom 13. September bis 13. Oktober 2021 legte der Stadtrat Z.__ gestützt auf seinen Be-

schluss vom 31. August 2021 das Strassenbauprojekt I.__ (J.__-strasse bis Haus 

Nr. 004_), Verschiebung Haltestelle D.__/E.__-strasse infolge N.__, öffentlich auf. Innert 

Frist erhoben die Erbengemeinschaft O.__ sel., Z.__, bestehend aus A.__, B.__ und Q.__, 

sowie die Stiftung C.__ Einsprache. Die Erbengemeinschaft O.__ sel. ist Eigentümerin der 

mit dem Wohnhaus Assek.-Nr. 0006_ überbauten Parzelle Nr. 0007_ in der Wohnzone 

W3a. Die Stiftung C.__ ist Inhaberin eines selbständigen und dauernden Baurechts (R.__, 

ehemals: N.__), verselbständigt unter der Parzellen 0008_, auf dem Stammgrundstück 

Nr. 0009_ im Eigentum des S.__, welches der Zone für öffentliche Bauten und Anlagen 

zugewiesen ist. Am 4. und 20. Januar 2022 führte die Direktion Planung und Bau der Stadt 

Z.__ zwei Augenscheine durch. Mit Entscheiden vom 1. Dezember 2022 wies der Stadtrat 

die Einsprachen ab (B 2024/119 act. 8/4/Allgemeine Akten/4 f., 8/4/1, 8 f., act. 8/13, 

B 2024/126 act. 9/5/1, 9 f., https://www.geoportal.ch, […], beide Stand: 17. Februar 2025). 

C.  

Dagegen rekurrierten A.__ und B.__ am 11. Dezember 2022 (Verfahren 22-9020) und die 

Stiftung C.__ am 15. Dezember 2022 (Verfahren 22-9084) an das Bau- und Umweltdepar-

tement (BUD). Am 17. Mai 2023 reichte die Denkmalpflege im Verfahren 22-9084 einen 

Amtsbericht ein. Am 29. August 2023 führte das BUD zwei Augenscheine durch. Mit Ent-

scheiden Nrn. 50/2024 und 51/2024 vom 6. Juni 2024 wies es die Rekurse ab (B 2024/119 

act. 2, 8/1, 9, B 2024/126 act. 2, 9/1, 10). 

D.  

Gegen den Rekursentscheid des BUD (Vorinstanz) Nr. 51/2024 vom 6. Juni 2024 erhoben 

 

B 2024/119 und 126 

 

3/15 

 

A.__ und B.__ (Beschwerdeführer 1 und 2) mit Eingabe vom 11. Juni 2024 und Ergänzung 

vom 11. Juli 2024 Beschwerde beim Verwaltungsgericht (Verfahren B 2024/119) zusam-

mengefasst mit dem Rechtsbegehren, der angefochtene Entscheid sei unter Kosten- und 

Entschädigungsfolge aufzuheben. Eventualiter sei der angefochtene Entscheid aufzuheben 

und die Sache zu neuem Entscheid an die Vorinstanz zurückzuweisen. Am 15. Au-

gust 2024 schloss die Vorinstanz und am 28. August 2024 die Direktion Planung und Bau 

der Stadt Z.__ (Beschwerdegegnerin) auf Abweisung der Beschwerde. Am 17. September 

2024 liessen sich die Beschwerdeführer 1 und 2 abschliessend vernehmen (B 2024/119 

act. 1, 5, 7, 10, 11). 

E.  

Gegen den Rekursentscheid der Vorinstanz Nr. 50/2024 vom 6. Juni 2024 erhob die Stif-

tung C.__ (Beschwerdeführerin 3) mit Eingabe vom 24. Juni 2024 und Ergänzung vom 

29. August 2024 Beschwerde beim Verwaltungsgericht (Verfahren B 2024/126) mit dem 

Rechtsbegehren, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben, unter Kostenfolge. Am 

18. September 2024 schloss die Vorinstanz und am 27. September 2024 die Direktion Pla-

nung und Bau der Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde. Am 18. Novem-

ber 2024 liess sich die Beschwerdeführerin 3 abschliessend vernehmen (B 2024/126 

act. 1, 5, 8, 11, 15). 

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung: 

1.  

Das Verwaltungsgericht kann mehrere Verfahren vereinigen und die Beschwerden in einem 

einzigen Urteil erledigen, wenn sie im Wesentlichen auf demselben Sachverhalt beruhen 

und sich dieselben Rechtsfragen stellen. Die Voraussetzungen sind erfüllt. Die Verfahren 

B 2024/119 und B 2024/126 sind zu vereinigen und gemeinsam zu erledigen (vgl. dazu 

VerwGE B 2018/80 und 82 vom 23. Mai 2019 E. 1; GVP 1972 Nr. 30, je mit Hinweisen). 

2.  

2.1.  

Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 46 des Strassenge-

setzes; sGS 732.1, StrG, in der Fassung vom 13. April 2021 [nGS 2021-052], in Verbindung 

mit Art. 59bis Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP). Die 

Beschwerden wurden mit Eingaben vom 11. und 24. Juni 2024 rechtzeitig erhoben und 

erfüllen zusammen mit den Ergänzungen vom 11. Juli und 29. August 2024 formell und in-

haltlich die gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 

Abs. 1 und 2 VRP). Die Beschwerdeführerin 3 als Adressatin des von ihr angefochtenen 

 

B 2024/119 und 126 

 

4/15 

 

Rekursentscheides und Eigentümerin der Baurechtsparzelle 0008_ ist zur Erhebung der 

Beschwerde befugt (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP).  

2.2.  

Vertiefter Betrachtung bedarf die Frage, ob die Beschwerdeführer 1 und 2 als Adressaten 

des von ihnen angefochtenen Rekursentscheids und Miterben berechtigt sind, für das im 

Eigentum der Erbengemeinschaft O.__ sel. stehende Grundstück 0007_ eigenständig und 

im eigenen Namen prozessual zu handeln.  

 

Das Recht, Beschwerde zu führen, setzt die Partei- und Prozessfähigkeit voraus (vgl. dazu 

VerwGE B 2023/258 vom 1. Juli 2024 E. 3.2, mit Hinweisen). Eine Erbengemeinschaft im 

Sinne von Art. 602 Abs. 1 und 2 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (SR 210, ZGB) ist 

keine juristische Person und nicht prozessfähig. Solange der Nachlass nicht geteilt ist, ste-

hen alle Erbschaftsgegenstände im Gesamteigentum der Erben (vgl. dazu VerwGE 

B 2023/212 vom 4. Juli 2024 E. 2, mit Hinweisen). Nur alle Erben zusammen oder ein Er-

benvertreter sind deshalb befugt, Rechte geltend zu machen, welche der Erbengemein-

schaft zustehen (vgl. dazu Art. 653 ZGB; BGE 116 Ib 447 E. 2a, mit Hinweisen, in: Pra 1991 

Nr. 224, siehe dazu auch Art. 70 der Schweizerischen Zivilprozessordnung, Zivilprozess-

ordnung, SR 272, ZPO, und BGE 142 III 782 E. 3.1.2, mit Hinweisen, in: Pra 2018 Nr. 46). 

Da aber die Parteistellung im öffentlichen Recht nicht auf die Ausübung subjektiver Rechte 

beschränkt ist, sondern auch dem Schutz tatsächlicher Interessen dient, können die Mit-

glieder einer Erbengemeinschaft unter Umständen auch einzeln zur Beschwerde legitimiert 

sein, so wenn ein einzelnes Mitglied seine eigene Rechtsstellung gegen die anderen Mit-

glieder verteidigt oder wenn es um die Abwehr belastender oder pflichtbegründender An-

ordnungen geht und die Durchsetzung des Rechtsstandpunkts die Interessen der Gemein-

schaft oder der übrigen Mitglieder – etwa hinsichtlich des Kostenrisikos – nicht zu beein-

trächtigen vermag (vgl. dazu BGer 1C_530/2021 vom 23. August 2022 E. 2.3; VerwGE 

B 2011/177 vom 29. August 2012 E. 3.2.3, je mit Hinweisen). Individuelles Handeln von 

Beteiligten einer Erbengemeinschaft wurde etwa zugelassen, um einen das gemeinsame 

Grundstück belastenden Wanderweg abzuwehren (vgl. dazu 2C_1028/2014 vom 

20. Juli 2015 E. 3.2, in: ZBGR 2016, S. 428 ff., mit Hinweisen). Dasselbe muss für das vor-

liegend strittige Strassenbauprojekt gelten. Demzufolge sind auch die Beschwerdeführer 1 

und 2 zur Beschwerdeerhebung befugt, ohne dass dafür das Einverständnis oder die Mit-

wirkung des dritten Erben nötig ist (vgl. dazu auch B 2024/119 act. 5, S. 2). 

2.3.  

Auf die Beschwerden ist einzutreten. 

 

B 2024/119 und 126 

 

5/15 

 

3.  

Die Beschwerdeführerin 3 macht geltend (B 2024/126 act. 5, S. 5 f. Ziff. IV/B, act. 15, S. 2-

5 Ziff. II/A/b, II/B/a und c), die für die Wartehalle bei der neuen Bushaltestelle D.__/E.__-

strasse erforderlichen Baugesuchs- und Konzessionsverfahren hätten mit dem streitigen 

Strassenplanverfahren materiell und formell koordiniert werden müssen. 

3.1.  

Vorweg (zu Recht) nicht umstritten ist, dass eine Bus-Normwartehalle des Typs «XL» der 

Beschwerdegegnerin ([fortan: BWH], vgl. dazu die Pläne vom 22. Februar 2011, 

B 2024/126 act. 6/6) unter den Begriff der «Bauten und Anlagen» im Sinne von Art. 22 

Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Raumplanung (Raumplanungsgesetz, SR 700, RPG) 

fällt und deren Errichtung damit baubewilligungspflichtig ist (vgl. dazu BGer 1C_112/2023 

vom 15. Dezember 2023 E. 2.1, mit Hinweisen). Zu prüfen ist, ob eine solche BWH zur 

öffentlichen Strasse (Art. 1 Abs. 1 StrG) gehört und deren Erstellung deswegen im Planver-

fahren nach Art. 39 ff. StrG zu beurteilen ist, welches das Baubewilligungsverfahren nach 

Art. 135 ff. des Planungs- und Baugesetzes (sGS 731.1, PBG) ersetzt (vgl. dazu Art. 39 

Abs. 1 Satz 2 StrG). 

3.1.1.  

Laut Art. 3 StrG gehören zur Strasse die Verkehrsflächen und die ihr dienenden Anlagen. 

Massgebend für die Beurteilung der Frage, was zu einer Strasse gehört, ist nach der vom 

Verwaltungsgericht bestätigten Praxis des BUD die Funktion. Alle Anlagen, die in einem 

unmittelbaren Zusammenhang mit der Strasse erstellt bzw. betrieben werden oder Bestand 

haben, gehören zur Strasse. Als Bestandteile der Strasse gelten namentlich Strassenkörper 

mit sämtlichen Kunstbauten (vgl. dazu auch Art. 51 Abs. 2 Ingress und Bst. i StrG) wie 

Treppen sowie Schutzbauten wie Unter- und Überführungen für Fussgänger und Radfahrer 

(vgl. dazu VerwGE B 2021/101 vom 17. Februar 2022 E. 2.3.1; VerwGE B 2013/212 und 

213 vom 19. Februar 2015 E. 4.1, mit Hinweis, in: GVP 2015 Nr. 26; E. 3.1 des Rekursent-

scheides Nr. 50/2024 vom 6. Juni 2024, B 2024/126 act. 2, S. 8, sowie Art. 3 Abs. 2 des 

Gesetzesentwurfs vom 28. Mai 1986 des damaligen Regierungsrates, ABl 1986 1706 f., 

siehe demgegenüber BRKE I Nr. 175 und 176/1991 vom 22. November 1991, in: BEZ 1992 

Nr. 9; TVR 2012 Nr. 17; Urteil des Obergerichts Uri OG V 21 11 vom 26. November 2021 

E. 3.5, in: RB 2020/21 Nr. 38; BGer 1C_912/2013 vom 10. April 2014 E. 4.3 [Kanton Lu-

zern], wonach Personenunterstände bzw. Buswartehäuschen resp. Sitzgelegenheiten und 

Witterungsschutz für wartende Passagiere [als Nebenanlagen] Bestandteil des Strassen-

bauprojekts bilden, sowie BRGE Nrn. 0117 und 0118/2015 vom 11. September 2015, in: 

BEZ 2015 Nr. 52, wonach selbst die Erstellung einer Glassammelstelle auf der öffentlichen 

Strasse einem strassenrechtlichen und nicht einem baurechtlichen Verfahren zu unterzie-

hen ist). Anlass, auf diese restriktive Handhabung von Art. 3 StrG in der Praxis 

 

B 2024/119 und 126 

 

6/15 

 

zurückzukommen, besteht vorliegend nicht. Ein Sondernutzungsplanverfahren bei ver-

schiedenen Planungszwecken gestützt auf Art. 39bis StrG (in Kraft seit 1. Oktober 2017; 

nGS 2017-049) wurde nicht eingeleitet, sodass kein Anlass besteht, die bisherige Ausle-

gung von Art. 3 StrG im Lichte dieser Bestimmung zu überprüfen.  

3.1.2.  

Die BWH als eigenständige Infrastrukturbaute für den öffentlichen Verkehr steht nicht in 

einem unmittelbaren Zusammenhang mit der öffentlichen Strasse. Nach dem Gesagten 

(E. 3.1.1 hiervor) ist deshalb mit der Vorinstanz (vgl. dazu E. 3.3 und 3.6 des Rekursent-

scheids Nr. 50/2024 vom 6. Juni 2024, B 2024/126 act. 2, S. 9 f.) davon auszugehen, dass 

eine BWH nicht Bestandteil eines Strassenbauprojektes wie des vorliegend zu beurteilen-

den bilden kann. Anhaltspunkte dafür, dass die neue Bushaltestelle im vorliegenden Fall 

auch als Lärmschutzanlage dienen soll (vgl. dazu BGer 1C_753/2013 vom 4. April 2014 

E. 8.2; Botschaft des Regierungsrates zum Strassengesetz vom 28. Mai 1986, ABl 1585 ff., 

1635, siehe dazu auch VerwGE B 2023/111 vom 23. November 2023 E. 4.1, mit Hinwei-

sen), bestehen nicht. Über die Errichtung einer BWH ist demzufolge im Rahmen eines Bau-

bewilligungsverfahrens nach Art. 135 ff. PBG zu befinden. Entgegen der Auffassung der 

Vorinstanz (vgl. dazu E. 3.4, 3.6 und 4 des Rekursentscheids Nr. 50/2024 vom 

6. Juni 2024, B 2024/126 act. 2, S. 9-11, B 2024/126 act. 8 Ziff. II/2) muss dies auch für die 

«Positionierung» bzw. «Situierung» der BWH gelten, selbst wenn diese abgestimmt auf das 

strittige Strassenbauprojekt zu erfolgen hat (vgl. dazu E. 3.2.3 hiernach). Vor diesem Hin-

tergrund stossen die Überlegungen der Vorinstanz zu den Auswirkungen der «Positionie-

rung» der BWH auf das Ortsbild und die umliegenden Schutzobjekte in Erwägung 4 des 

Rekursentscheids Nr. 50/2024 vom 6. Juni 2024 (B 2024/126 act. 2, S. 10 f.) ins Leere, so-

lange die Beurteilung der BWH im Baubewilligungsverfahren nicht koordiniert mit dem 

Strassenplanverfahren erfolgt (vgl. dazu auch B 2024/126 act. 5, S. 6 Ziff. IV/C/26). 

3.2.  

3.2.1.  

Die Gebote der Vereinfachung und Beschleunigung von Verfahren (Art. 29 Abs. 1 der Bun-

desverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft, SR 101, BV) sowie das Interesse 

an einem wirksamen Gesetzesvollzug (vgl. Art. 5 Abs. 1 BV) verlangen, dass voneinander 

abhängige Verwaltungsverfahren koordiniert werden (vgl. dazu VerwGE B 2018/80 und 82 

vom 23. Mai 2019 E. 6.1, mit Hinweisen). Dies gilt insbesondere, wenn für die Errichtung 

oder Änderung einer Baute oder Anlage im Sinne von Art. 22 Abs. 1 RPG Verfügungen 

mehrerer Behörden nötig sind (Art. 25a Abs. 1 RPG). Sachlich und zeitlich eng zusammen-

hängende Bauvorhaben müssen gemäss Art. 25a RPG koordiniert beurteilt werden, wenn 

zwischen den Vorhaben ein enger betrieblicher und funktioneller Zusammenhang besteht 

und sie daher eine materielle Einheit bilden bzw. wenn durch eine isolierte Beurteilung der 

 

B 2024/119 und 126 

 

7/15 

 

Bauvorhaben eine materiell-rechtlich gebotene gesamthafte Interessenabwägung vereitelt 

würde. Das Koordinationsgebot (Art. 25a RPG) verlangt eine materielle und soweit möglich 

formelle Koordination der für die Errichtung oder Änderung einer Baute erforderlichen Ver-

fügungen. In materieller Hinsicht sind die Verfügungen inhaltlich abzustimmen (Art. 25a 

Abs. 2 Ingress und Bst. d RPG). Sie dürfen keine Widersprüche enthalten (Art. 25a 

Abs. 3 RPG). In formeller Hinsicht sorgt die für die Koordination verantwortliche Behörde 

unter anderem für eine gemeinsame öffentliche Auflage aller Gesuchsunterlagen (Art. 25a 

Abs. 2 Ingress und Bst. b RPG) sowie möglichst für eine gemeinsame oder gleichzeitige 

Eröffnung der Verfügungen (Art. 25a Abs. 2 Ingress und Bst. d RPG, vgl. dazu 

BGer 1C_238/2021 vom 27. April 2022 E. 1.3.2, mit Hinweisen). Keine Koordinationspflicht 

im Sinne von Art. 25a RPG besteht, wenn zwei Bauvorhaben bzw. Projekte auch getrennt 

voneinander auf ihre Recht- und Zweckmässigkeit hin beurteilt und realisiert werden kön-

nen (vgl. dazu BGer 1C_445/2023; 1C_473/2023 vom 6. September 2024 E. 4.5.2, mit Hin-

weisen). Die Koordinationsgrundsätze finden auf Strassenpläne und -bauprojekte nach 

dem Strassengesetz sachgemäss Anwendung (vgl. dazu VerwGE B 2022/185, 186, 189 

und 190 vom 6. Juli 2023 E. 4.2.4, mit Hinweisen). 

3.2.2.  

Der Rat der Beschwerdegegnerin hat in seinem Beschluss vom 31. August 2021 betreffend 

Projekt zur Verschiebung der Haltestelle D.__/E.__-strasse (B 2024/119 act. 8/4/Allge-

meine Akten/4) unter der Ziffer 2 mit der Überschrift «Projekt» festgehalten, stadtauswärts 

werde eine Wartehalle erstellt. Weiter führte er darin unter Ziffer 3 «Kosten und Finanzie-

rung» die Kosten für die Erstellung der Normwartehalle von insgesamt CHF 55'000 auf, 

aufgeschlüsselt in «Buswartehalle Fundament» und «Oberbau Wartehalle inkl. Werbeträ-

ger». Im Situationsplan vom Juli 2021 (B 2024/119 act. 8/4/Allgemeine Akten/5) ist entspre-

chend ausdrücklich eine «Normwartehalle XL» auf der I.__ bei der neuen Haltestelle stadt-

auswärts verzeichnet (vgl. dazu E. 3.2 des Rekursentscheids Nr. 50/2024 vom 

6. Juni 2024, B 2024/126 act. 2, S. 8 f., und act. 8 Ziff. II/2, wonach darin die «Positionie-

rung» bzw. die «Situierung» der BWH zu erblicken sei, und demgegenüber act. 15, S. 2 f. 

Ziff. II/A/b/2.1, wonach im Situationsplan das Fundament bzw. der Sockel [hellgrüne Fläche 

mit durchgezogener roter Umrandung], das Dach und Vordach [rot gestrichelte bzw. ge-

punktete Linie], der Belagsersatz auf dem Gehweg [blassviolette Fläche], der neue Abfall-

behälter unter dem Vordach [roter Kreis mit Kennzeichen «A»] sowie die neuen Randab-

schlüsse längs des Gehwegs neben der neuen Wartehalle [dicke rote Linie] ausgewiesen 

seien). Im Übersichtsplan und der Visierung je vom September 2021 sowie der Signalisa-

tion und Markierung vom 16. Juli 2021 (B 2024/119 act. 8/4/Allgemeine Akten/5) ist diese 

«Normwartehalle XL» ebenso eingezeichnet, allerdings ohne als solche bezeichnet zu wer-

den. Aus dem Bericht der Direktion Planung und Bau in den Einspracheentscheiden vom 

1. Dezember 2022 geht sodann hervor (B 2024/119 act. 8/4/1 bzw. B 2024/126 act. 9/5/1, 

 

B 2024/119 und 126 

 

8/15 

 

je S. 3 Ziff. 5b), dass stadtauswärts eine Wartehalle vorgesehen sei (vgl. dazu auch Akten-

notiz zum Augenschein vom 20. Januar 2022, B 2024/126 act. 9/5/9). Überdies hielten die 

Vertreter der Direktion Planung und Bau demgemäss nach Durchführung des Augen-

scheins am 20. Januar 2022 an der Notwendigkeit einer (normgerechten) Wartehalle stadt-

auswärts am neuen Standort fest (B 2024/126, act. 9/5/1, S. 4 Ziff. 7 und 8a, vgl. dazu auch 

Aktennotiz zum Augenschein vom 20. Januar 2022, B 2024/126 act. 9/5/9, Voten der Ver-

treter der Beschwerdegegnerin). Ferner führte der Rat der Beschwerdegegnerin im Ent-

scheid betreffend die Einsprache der Beschwerdeführerin 3 aus (act. 9/5/1, S. 6 Ziff. 3a), 

das vorliegende Strassenprojekt umfasse auf beiden Seiten der I.__ die bauliche Ausge-

staltung von Haltekanten bei den neuen Haltestellen und eine damit verbundene Verengung 

der Fahrbahn im Haltebereich. Im Rahmen dieses Vorhabens erfolge auch die Erstellung 

einer Normwartehalle XL für die Linie … stadtauswärts Richtung Osten, welche aus-

schliesslich ins südseitige Trottoir zu stehen komme und für deren Realisierung kein Land 

von einer anstossenden Liegenschaft beansprucht werden müsse, insbesondere auch nicht 

von der Baurechtsparzelle I.__ 20 der Einsprecherin. Ein gewichtiges Bedürfnis für diese 

Wartehalle und damit auch das öffentliche Interesse an deren Bestand liege unzweifelhaft 

vor, da eine solche angesichts der bedeutenden Anzahl einsteigender Busbenützerinnen 

und Busbenützer an dieser Haltestelle eine unverzichtbare Komfortverbesserung bilde. Ge-

stützt darauf erwog er zusammengefasst (act. 9/5/1, S. 6 f. Ziff. 3b, 3c), dass der Blick auf 

das R.__ allein wegen einer Normwartehalle kaum beeinträchtigt werde und diese keinen 

erkennbaren negativen Einfluss auf das architektonische und städtebauliche Erscheinungs-

bild habe. Aufgrund der Frequenzen sei eine Wartehalle für eine Bushaltestelle an diesem 

Standort stadtauswärts zwingend geboten, zumal eine Wartehalle stadteinwärts nicht rea-

lisiert werden könne. In ihrer Rekursvernehmlassung vom 23. Januar 2023 (B 2024/126 

act. 9/5, S. 2 Ziff. II/3 f., 6) stellte sich die Beschwerdegegnerin auf den Standpunkt, im 

Rahmen des Einspracheverfahrens sei nie davon ausgegangen worden, dass die Frage 

der neuen Buswartehalle einen Bestandteil des Strassenprojekts resp. Gegenstand des 

Planverfahrens nach dem StrG gebildet habe. Ebenfalls habe sie diese Frage zu keinem 

Zeitpunkt – verfahrensrechtlich oder materiell – mit den vorgesehenen strassenbaulichen 

Massnahmen zwecks Realisierung der behindertengerechten ÖV-Nutzung verknüpft. Im 

Rahmen des Strassenplan- resp. Rechtsmittelverfahrens sei somit die Frage einer mögli-

chen Beeinträchtigung des Ortsbildes durch die Erstellung der Wartehalle unerheblich und 

die Beschwerdeführerin 3 mit ihren diesbezüglichen Ausführungen nicht zu hören. In ihrer 

Beschwerdevernehmlassung vom 27. September 2024 (B 2024/126 act. 12 Ziff. II/2) be-

kräftigte die Beschwerdegegnerin, dass die Wartehalle im Unterschied zur behindertenge-

rechten Ausgestaltung der Haltekanten der neuen Bushaltestelle mittels geeigneter stras-

senbaulicher Massnahmen nicht Gegenstand des vorliegend strittigen Strassenplan- und 

Rechtsmittelverfahrens sei. Die Realisierung dieser Behindertengerechtigkeit bezüglich der 

ÖV-Nutzung gemäss den Vorgaben des übergeordneten Rechts bilde gerade in 

 

B 2024/119 und 126 

 

9/15 

 

innerstädtischen Verhältnissen – mit oder ohne Buswartehalle – ein wesentliches Anliegen 

der Allgemeinheit und damit ein bedeutendes öffentliches Interesse.  

 

Die Vorinstanz stellte in den Augenscheinprotokollen vom 5. September 2023 unter dem 

Titel «A. Tatsächliche Feststellungen» fest (je Ziff. 5), dass mit der neuen Bushaltestelle 

stadtauswärts eine Bus-Wartehalle vorgesehen sei (vgl. B 2024/119 act. 8/9; B 2023/126 

act. 9/12, je S. 3), was von den Vertretern der Beschwerdegegnerin an den Rekursaugen-

scheinen bestätigt worden ist (S. 7 Ziff. 26 bzw. S. 4 f., 6 f. Ziff. 2 f., 10, 15). In Erwä-

gung 3.4 und 3.6 des Rekursentscheids Nr. 50/2024 vom 6. Juni 2024 (B 2024/126 act. 2, 

S. 9 f.) hat sie sodann (zu Recht, vgl. dazu E. 3.1.2 hiervor) dargetan, dass die neue BWH 

nicht Gegenstand des strittigen Strassenbauprojekts bilde, was sie allerdings nicht daran 

gehindert hat, die Einfügung der «Positionierung» der BWH in das Ortsbild im Rekursver-

fahren 22-9084 betreffend das fragliche Strassenbauprojekt zu prüfen. 

3.2.3.  

Die unter E. 3.2.2 hiervor wiedergegebenen Ausführungen des Rates bzw. der Vertreter 

der Direktion Planung und Bau der Beschwerdegegnerin sowie der Vorinstanz lassen kei-

nen anderen Schluss zu, als dass die Beschwerdegegnerin als (Strassen-)Bauherrin (vgl. 

dazu auch Art. 38 Abs. 1 StrG) beabsichtigt, die neue Bushaltestelle D.__/E.__-strasse 

stadtauswärts mit einer BWH auszustatten. Daran ändert nichts, dass die Beschwerdegeg-

nerin noch kein Baubewilligungs- und Konzessionsgesuch für die BWH eingereicht (vgl. 

dazu B 2024/126 act 8 Ziff. II/2) und in ihrer Rekursvernehmlassung vom 23. Januar 2023 

(B 2024/126 act. 9/5, S. 2 Ziff. II/4) sowie in ihrer Beschwerdevernehmlassung vom 

27. September 2024 (B 2024/126 act. 12 Ziff. II/2) in Widerspruch zu ihren übrigen Verlaut-

barungen behauptet hat, dass sie die Erstellung einer BWH zu keinem Zeitpunkt – verfah-

rensrechtlich oder «materiell» – mit den vorgesehenen strassenbaulichen Massnahmen 

zwecks Realisierung der behindertengerechten ÖV-Nutzung verknüpft habe. Daraus kann 

nicht gefolgert werden, dass sie zwischenzeitlich implizit auf die Erstellung einer BWH ver-

zichtet hätte, wie dies von der Beschwerdeführerin 3 und der T.__ (vgl. dazu deren Schrei-

ben vom 23. Mai 2022, B 2024/126 act. 9/5/6) bereits im Einspracheverfahren gefordert 

worden ist. Die von der Beschwerdegegnerin geplante Verschiebung der Bushaltestelle 

D.__/E.__-strasse erfasst demnach nicht nur die strassenbaulichen Massnahmen zur be-

hindertengerechten Gestaltung des öffentlichen Verkehrs im Rahmen des strittigen Stras-

senbauprojekts, sondern (nach wie vor) auch die Errichtung einer BWH, welche nach dem 

Gesagten (E. 3.1.2 hiervor) im Rahmen eines Baubewilligungsverfahrens zu beurteilen ist. 

Gemäss der Beschwerdegegnerin (act. 9/5/1, S. 6 f. Ziff. 3a, 3b) bildet die Erstellung der 

BWH angesichts der bedeutenden Anzahl einsteigender Busbenützerinnen und -benützer 

an der neuen Haltestelle D.__/E.__-strasse eine unverzichtbare Komfortverbesserung (vgl. 

dazu auch Art. 32 Bst. d und e sowie Art. 33 Bst. c StrG, wonach der Schutz der 

 

B 2024/119 und 126 

 

10/15 

 

schwächeren Verkehrsteilnehmer bzw. die Interessen des öffentlichen Verkehrs Voraus-

setzung des Strassenbaus bilden resp. besonders zu beachten sind). Auch kann nicht aus-

geschlossen werden, dass sich eine solche Komfortverbesserung auf die Beurteilung der 

von der Beschwerdegegnerin angestrebten behindertengerechten Ausgestaltung der 

neuen Bushaltestelle auswirkt. Bereits aus diesen Gründen besteht ein enger sachlicher 

und zeitlicher Zusammenhang zwischen dem streitigen Strassenbauprojekt und dem Bau-

vorhaben für eine BWH bei der neuen Haltestelle D.__/E.__-strasse stadtauswärts, so dass 

diese zwei Vorhaben inhaltlich aufeinander abzustimmen sind und nicht getrennt und un-

abhängig voneinander beurteilt werden können. So erscheint zumindest denkbar, dass in 

einer Gesamtbetrachtung der Haltestellenverlegung ohne BWH am strittigen Standort 

(stadtauswärts, also mit Komfortverbesserung für erheblich weniger Busbenützerinnen und 

Busbenützer als stadteinwärts) die erforderliche Zweckmässigkeit abzusprechen wäre. 

Eine isolierte Beurteilung nur des streitigen Strassenbauprojekts ohne Berücksichtigung der 

Komfortverbesserung durch den Bau der BWH erweist sich deswegen im Lichte des Koor-

dinationsgebots gemäss Art. 25a RPG als nicht zulässig. Nichts Gegenteiliges ergibt sich 

daraus, dass die Beschwerdegegnerin unter Umständen nicht verpflichtet ist, eine BWH zu 

erstellen, und die Vorinstanz die Erstellung der BWH nicht als erforderlich erachtet (vgl. 

dazu B 2024/126 act. 8 Ziff. II/2). Vor diesem Hintergrund hätte die Beschwerdegegnerin 

von einer formellen und materiellen Koordination des strittigen Strassenbauprojekts mit der 

von ihr als notwendig eingestuften Errichtung der BWH nicht absehen dürfen. Die ange-

fochtenen Entscheide und damit auch die Einsprachenentscheide der Beschwerdegegnerin 

vom 1. Dezember 2022 verletzen in dieser Hinsicht das Koordinationsgebot von 

Art. 25a RPG. 

3.2.4.  

Da die Erstellung einer BWH, wie gesagt (E. 3.1.2 hiervor), nicht Bestandteil der öffentli-

chen Strasse bilden kann, ist dafür eine Konzession im Sinne von Art. 24 ff. StrG erforder-

lich. Die mit der Erstellung der BWH verbundene, konzessionspflichtige Sondernutzung des 

öffentlichen Grundes ist dauerhafter Teil des Bauvorhabens. Daher ist auch ein Koordina-

tionsbedarf zwischen dem Baubewilligungs- und Konzessionsverfahren für die Erstellung 

der BWH zu bejahen (siehe dazu auch VerwGE B 2022/56 vom 3. Oktober 2022 E. 2, mit 

Hinweisen). 

3.3.  

Zusammengefasst sind die angefochtenen Entscheide und damit auch die Einspracheent-

scheide der Beschwerdegegnerin vom 1. Dezember 2022 bereits wegen Verletzung des 

Koordinationsgebots (Art. 25a RPG) in teilweiser Gutheissung der Beschwerden aufzuhe-

ben. Die Sache ist zur Koordination des strittigen Strassenbauprojekts mit dem Baubewilli-

gungs- und Konzessionsverfahren für die Erstellung der BWH bei der neuen Bushaltestelle 

 

B 2024/119 und 126 

 

11/15 

 

Uni/E.__-strasse stadtauswärts sowie zu neuer Entscheidung an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen. 

4.  

Bei diesem Ergebnis erübrigen sich Ausführungen zu den weiteren Vorbringen und zu den 

Beweisanträgen (vgl. dazu B 2024/126 act. 5, S. 5 Ziff. IV/B/22, act. 6 Ziff. III) der Be-

schwerdeführer. Lediglich der Vollständigkeit halber ist in verfahrensrechtlicher Hinsicht 

festzuhalten, dass die Interessen der Beschwerdeführer 1 und 2 sowie der Beschwerdefüh-

rerin 3 nicht gleichgelagert sind. Die Beschwerdegegnerin wird daher deren Einsprachen 

im erstinstanzlichen Strassenplanverfahren ebenfalls koordiniert zu behandeln haben, um 

die gebotene gesamthafte Interessenabwägung nicht zu vereiteln. Daraus folgt, dass der 

Beschwerdeführerin 3 im weiteren Verfahren antragsgemäss (vgl. dazu B 2024/126 act. 5, 

S. 4 f. Ziff. IV/A; act. 15, S. 2, 4 f. Ziff. II/A/a und II/B/c/9) Einsicht in die gesamten Verfah-

rensakten, einschliesslich der die Beschwerdeführer 1 und 2 bzw. die Erbengemeinschaft 

O.__ sel. betreffenden Akten, insbesondere der Akten des Rekursverfahrens 22-9020, zu 

gewähren ist. Was die inhaltliche Beurteilung der Verschiebung der Haltestelle D.__/E.__-

strasse anbelangt, haben die Beschwerdeführer 1 und 2 bzw. die Erbengemeinschaft O.__ 

sel., soweit ersichtlich, bis dato noch kein Baugesuch für einen Parkplatz oder den Umbau 

des Wohnhauses Assek.-Nr. 0006_ auf dem Grundstück 0007_ bei der Beschwerdegegne-

rin eingereicht, weswegen auch keine Bewilligung im Sinne von Art. 63 Abs. 1 Ingress und 

Bst. a StrG zur Diskussion steht (siehe dazu Votum des Vertreters des kantonalen Stras-

seninspektorats am Rekursaugenschein vom 29. August 2023 im Verfahren 22-9020, 

act. 8/9, S. 6 Bst. B/20, sowie B 2024/119 act. 5, S. 4 f. Ziff. 2). Folglich kann dahingestellt 

bleiben, ob das Grundstück 0007_ gemäss der Vorinstanz (vgl. dazu B 2024/119 act. 2, 

S. 10 E. 3.3) auch nach dem Bau der neuen Bushaltestelle über die I.__ im Sinne von 

Art. 22 Abs. 2 Ingress und Bst. b in Verbindung mit Art. 19 Abs. 1 RPG erschlossen bzw. 

im Sinne von Art. 66 Ingress und Bst. a in Verbindung mit Art. 67 Ingress und Bst. a PBG 

baureif bleibt. Dessen ungeachtet wirkt sich die Höhe der geplanten Haltekante auf der I.__ 

von 0,16 m auf einer Länge von rund 11,50 m entlang der Parzelle 0007_ faktisch wie eine 

Beschränkung oder Aufhebung der Zufahrt zu diesem Grundstück aus (vgl. dazu Art. 65 

Abs. 2 StrG und Situationsplan vom Juli 2021, B 2024/119 act. 8/4/Allgemeine Akten/5). 

Von der Beschwerdegegnerin ist indes bereits mit Schreiben vom 30. März 2022 in Aussicht 

gestellt worden (B 2024/119 act. 8/4/6 f.), diesen Eigentumseingriff insoweit abzumildern, 

als die Länge der 0,16 m hohen Haltekante entlang des Grundstücks 0007_ im Rahmen 

einer Projektänderung (Art. 47 StrG) auf rund 6,00 m vermindert werden könnte. Im Übrigen 

haben die Beschwerdegegnerin und die Vorinstanz auch weitere Projektvarianten geprüft 

(vgl. dazu act. 8/4/4 bzw. 9/5/5; B 2024/126 act. 9/20-23 und B 2024/119 act. 5, S. 4-6 

Ziff. 1, 3-5, act. 12 Ziff. 2). Darüber hinaus wird das kantonale Tiefbauamt in Ergänzung zu 

den bisherigen Aussagen seines Vertreters an und nach den Rekursaugenscheinen vom 

 

B 2024/119 und 126 

 

12/15 

 

29. August 2023 (vgl. dazu act. 8/9, S. 5 Bst. B/11 act. 9/12, S. 5 Bst. B/4, act. 9/22) zu all-

fälligen Unklarheiten im Zusammenhang mit der sowohl von den Beschwerdeführern 1 und 

2 (act. 5, S. 3, 6 f. Ziff. 3 und 6, act. 12 Ziff. 1) als auch von der Beschwerdeführerin 3 

(act. 5, S. 7 Ziff. IV/E) bemängelten Verkehrssicherheit Bericht erstatten können (siehe 

dazu etwa auch VerwGE B 2021/40 vom 24. September 2021 E. 5.3.2). Des Weiteren re-

sultiert aus dem Bau der BWH gemäss dem Amtsbericht der Denkmalpflege vom 

17. Mai 2023 und dem Votum des Kantonsbaumeisters anlässlich des Rekursaugen-

scheins vom 7. Juli 2023 im Verfahren 22-9084 (B 2024/126 act. 9/10 und 9/12, S. 6 

Ziff. 12) keine Beeinträchtigung von Schutzgegenständen oder dem Ortsbild (vgl. dazu 

auch B 2024/126 act. 5, S. 6 Ziff. IV/C). In Bezug auf die von der Beschwerdeführerin ge-

rügte Benachteiligung (Haltekantenhöhe von 0,16 m stadteinwärts; keine Wartehalle stadt-

einwärts) von Menschen mit Behinderung (B 2024/126 act. 5, S. 6 f. Ziff. IV/D) ist zunächst 

(zu Recht) nicht umstritten, dass die vorliegend strittige Bushaltestelle, welche grundsätz-

lich kantonalem Recht untersteht und ausserhalb des Anwendungsbereichs von Art. 3 In-

gress und Bst. b des Bundesgesetzes über die Beseitigung von Benachteiligungen von 

Menschen mit Behinderungen (Behindertengleichstellungsgesetz, SR 151.3, BehiG) liegt, 

vom BehiG erfasst wird (vgl. dazu Urteil des Verwaltungsgerichts Bern 100.2018.244U vom 

6. Dezember 2019 E. 3.2; SCHEFER/HESS-KLEIN, Behindertengleichstellungsgesetz, 

Bern 2014, S. 140-143), obgleich die kantonale Strassengesetzgebung (StrG und Stras-

senverordnung, sGS 732.11, StrV) – anders als das PBG (vgl. dessen Art. 102) – im Zu-

sammenhang mit der behindertengerechten Ausgestaltung keine genaueren Bestimmun-

gen enthält (vgl. zu weitergehenden Bestimmungen der Kantone Art. 4 f. BehiG und zu den 

Anpassungsfristen Art. 22 BehiG). Bei der Beurteilung der Zulässigkeit persönlicher Hilfe-

stellung (Benützung einer Rampe bei der Haltestelle stadteinwärts bei eine Haltekanten-

höhe von 0,16 m erforderlich) wären die Einbindung in den ordentlichen Betriebsablauf, die 

genügende Ausbildung des Personals und die Ausstattung sämtlicher Fahrzeuge mit tech-

nischen Einstieghilfen zu berücksichtigen (vgl. dazu Art. 15 Abs. 1 Ingress und Bst. a BehiG 

in Verbindung mit Art. 3 Abs. 1 und 2, Art. 5 der Verordnung über die behindertengerechte 

Gestaltung des öffentlichen Verkehrs, SR 151.34, VböV, sowie Art. 13 der Verordnung des 

UVEK über die technischen Anforderungen an die behindertengerechte Gestaltung des öf-

fentlichen Verkehrs, SR 151.342, VAböV, in Verbindung mit Anhang Ziff. 2.3 der Verord-

nung [EU] Nr. 1300/2014; SCHEFER/HESS-KLEIN, a.a.O., S. 192 f., und Merkblatt 120, Bus-

Haltestellen, der Schweizer Fachstelle für hindernisfreie Architektur, Stand: Februar 2019, 

S. 2-7, https://hindernisfreie-architektur.ch > Publikationen > Öffentlicher Verkehr, Stand: 

17. Februar 2025). Läge im Verzicht auf eine BWH stadteinwärts eine Benachteiligung im 

Sinne von Art. 2 Abs. 2 BehiG vor, könnten im Rahmen der Verhältnismässigkeitsprüfung 

insbesondere die Interessen des Heimatschutzes berücksichtigt werden (vgl. dazu Art. 11 

Abs. 1 BehiG in Verbindung mit Art. 6 BehiV). 

 

B 2024/119 und 126 

 

13/15 

 

5.  

Die Rückweisung der Sache mit noch offenem Ausgang gilt für die Frage der Auferlegung 

der Gerichtskosten wie auch einer Parteientschädigung als vollständiges Obsiegen, unab-

hängig davon, ob sie beantragt oder ob das entsprechende Begehren im Haupt- oder im 

Eventualantrag gestellt wird (VerwGE B 2023/137 vom 6. Dezember 2024 E. 7.1 mit Hin-

weis). Von der Vorinstanz und der Beschwerdegegnerin sind keine amtlichen Kosten zu 

erheben (Art. 95 Abs. 3 VRP). Die von den Beschwerdeführern 1 und 2 (Verfahren 

B 2024/119 und 22-9020) sowie der Beschwerdeführerin 3 (Verfahren B 2024/126 und 22-

9084) geleisteten Kostenvorschüsse von je CHF 2'500 (Beschwerdeverfahren) und 

CHF 1'800 (Rekursverfahren) sind ihnen zurückzuerstatten.  

 

Da die nicht durch eine Drittperson vertretenen Beschwerdeführer 1 und 2 keinen beson-

deren Aufwand nachgewiesen haben, haben sie im Beschwerdeverfahren B 2024/119 und 

im Rekursverfahren 22-9020 keinen Anspruch auf Entschädigung ausseramtlicher Kosten 

in Form einer Umtriebsentschädigung (vgl. dazu VerwGE B 2023/131 vom 24. April 2024 

E. 5.3, mit Hinweis). Der Verlegung der amtlichen Kosten entsprechend hat die Beschwer-

degegnerin die Beschwerdeführerin 3 antragsgemäss ausseramtlich pauschal für das Be-

schwerdeverfahren B 2024/126 mit CHF 3’120 (einschliesslich 4% Barauslagen) und für 

das Rekursverfahren 22-9084 mit CHF 2’080 (einschliesslich 4% Barauslagen) zu entschä-

digen, mangels Antrags ohne Mehrwertsteuer (Art. 98 Abs. 1 und 2 sowie Art. 98bis VRP; 

Art. 30 Abs. 1 Ingress und Bst. b Ziff. 1 sowie Art. 31 Abs. 1 f. des Anwaltsgesetzes, 

sGS 963.70, AnwG, Art. 6, Art. 19, Art. 22 Abs. 1 Bst. a und b, Art. 28bis und Art. 29 der 

Honorarordnung, sGS 963.5, HonO). 

  

 

B 2024/119 und 126 

 

14/15 

 

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht zu Recht: 

1.  

Die Beschwerdeverfahren B 2024/119 und B 2024/126 werden vereinigt. 

2.  

Die Beschwerde B 2024/119 wird teilweise gutgeheissen. 

3.  

Die Beschwerde B 2024/126 wird teilweise gutgeheissen. 

4.  

Die angefochtenen Rekursentscheide und damit auch die Einspracheentscheide der Be-

schwerdegegnerin vom 1. Dezember 2022 werden aufgehoben. Die Sache wird zur Koor-

dination des Strassenbauprojekts I.__ (J.__-strasse bis Haus Nr. 19), Verschiebung Halte-

stelle D.__/E.__-strasse infolge N.__, mit dem Baubewilligungs- und Konzessionsverfahren 

für die Erstellung der Bus-Normwartehalle bei der neuen Bushaltestelle D.__/E.__-strasse 

stadtauswärts sowie zu neuer Entscheidung an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen. 

5.  

Für das Beschwerdeverfahren B 2024/119 und das Rekursverfahren 22-9020 werden keine 

amtlichen Kosten erhoben. Den Beschwerdeführern 1 und 2 wird der im Beschwerdever-

fahren B 2024/119 geleistete Kostenvorschuss von CHF 2'500 zurückerstattet. Die Vor-

instanz wird angewiesen, den Beschwerdeführern 1 und 2 den im Rekursverfahren 22-9020 

geleisteten Kostenvorschuss von CHF 1'800 zurückzuerstatten. 

6.  

Für das Beschwerdeverfahren B 2024/126 und das Rekursverfahren 22-9084 werden keine 

amtlichen Kosten erhoben. Der Beschwerdeführerin 3 wird der im Beschwerdeverfahren 

B 2024/126 geleistete Kostenvorschuss von CHF 2'500 zurückerstattet. Die Vorinstanz wird 

 

B 2024/119 und 126 

 

15/15 

 

angewiesen, der Beschwerdeführerin 3 den im Rekursverfahren 22-9084 geleisteten Kos-

tenvorschuss von CHF 1'800 zurückzuerstatten. 

7.  

Im Beschwerdeverfahren B 2024/119 und im Rekursverfahren 22-9020 werden keine aus-

seramtlichen Kosten entschädigt. 

8.  

Die Beschwerdegegnerin entschädigt die Beschwerdeführerin 3 für das Beschwerdeverfah-

ren B 2024/126 mit CHF 3'120 und für das Rekursverfahren 22-9084 mit CHF 2'080 (je ein-

schliesslich Barauslagen), je ohne Mehrwertsteuer. 

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Verwaltungsgericht, 03.03.2025
	Strassenbaurecht, Koordination, Art. 25a RPG, Art. 3, Art. 24 ff., Art. 31 ff. und Art. 38 ff. StrG, Art. 135 ff. PBG. Die beschwerdegegnerische Gemeinde als Bauherrin plant, eine Bushaltestelle zwecks Realisierung der behindertengerechten ÖV-Nutzung zu verschieben und diese als unverzichtbare Komfortverbesserung mit einer Buswartehalle auszustatten. Zwischen dem strittigen Strassenbauprojekt und dem Baubewilligungsverfahren für die Erstellung der Buswartehalle, welche nicht Bestandteil des Strassenbauprojekt bilden kann, besteht deshalb ein enger sachlicher und zeitlicher Zusammenhang. Die zwei Vorhaben sind inhaltlich aufeinander abzustimmen. Auch ist ein Koordinationsbedarf zwischen dem Baubewilligungs- und Konzessionsverfahren für die Erstellung der Buswartehalle zu bejahen (E. 3). (Verwaltungsgericht, B 2024/119, B 2024/126)

		2026-01-28T04:40:40+0100
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen