# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 10488da3-95a6-561e-881d-88cf6ef91a87
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-08-29
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 29.08.2025 F-237/2024
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-237-2024_2025-08-29.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-237/2024 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 9 .  A u g u s t  2 0 2 5  

Besetzung 
 Richter Basil Cupa (Vorsitz), 

Richterin Claudia Cotting-Schalch, 

Richter Gregor Chatton, 

Gerichtsschreiberin Nathalie Schmidlin. 
 

 
 

Parteien 
 A._______, 

vertreten durch Laura Rossi, Fürsprecherin,  

Beschwerdeführer,  

  
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM,  

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

  
 

 
 

Gegenstand 
 Reisedokumente für ausländische Personen (Übriges); 

Verfügung des SEM vom 6. Dezember 2023. 

 

 

 

F-237/2024 

 Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der eritreische Staatsangehörige A._______ (geb. 1997, nachfolgend: Be-

schwerdeführer) suchte am 13. September 2012 in der Schweiz um Asyl 

nach. Mit Verfügung vom 3. Februar 2015 lehnte das damalige Bundesamt 

für Migration (BFM, heute: Staatssekretariat für Migration [SEM], nachfol-

gend: Vorinstanz) das Asylgesuch ab und verfügte die Wegweisung aus 

der Schweiz, schob den Wegweisungsvollzug jedoch infolge Unzumutbar-

keit zugunsten einer vorläufigen Aufnahme auf. Seit dem 17. November 

2020 ist der Beschwerdeführer im Besitz einer Aufenthaltsbewilligung. 

B.  

Nach mehreren erfolglos gebliebenen Gesuchen um Ausstellung eines 

Reisepasses für eine ausländische Person hiess die Vorinstanz am 

20. September 2021 ein entsprechendes Gesuch des Beschwerdeführers 

für eine Reise innert 30 Tagen ab Dokumentenausstellung gut. Gleichzeitig 

hielt sie fest, der Beschwerdeführer gelte nach wie vor nicht als schriftenlos 

und sei gehalten, sich einen heimatlichen Reisepass zu beschaffen.  

C.  

C.a Am 25. September 2023 ersuchte der Beschwerdeführer die kantona-

len Behörden erneut um Ausstellung eines Reisepasses für eine ausländi-

sche Person. Nachdem das Gesuch an die Vorinstanz weitergeleitet wor-

den war, teilte diese dem Beschwerdeführer mit Schreiben vom 27. Sep-

tember 2023 mit, die Voraussetzungen für die Erteilung des beantragten 

Reisedokuments seien nicht erfüllt, weshalb sie beabsichtige, das Gesuch 

abzulehnen. Am 4. Dezember 2023 liess der Beschwerdeführer um Erlass 

einer anfechtbaren Verfügung ersuchen.  

C.b Mit Verfügung vom 6. Dezember 2023 wies die Vorinstanz das Gesuch 

des Beschwerdeführers um Ausstellung eines Reisepasses für eine aus-

ländische Person ab. 

D.  

D.a Dagegen liess der Beschwerdeführer am 10. Januar 2024 Beschwerde 

beim Bundesverwaltungsgericht erheben und beantragen, die Beschwerde 

sei gutzuheissen und in Aufhebung der angefochtenen Verfügung sei die 

Vorinstanz anzuweisen, ihm einen Reisepass für eine ausländische Person 

auszustellen.  

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 Seite 3 

D.b Mit Vernehmlassung vom 14. Februar 2024 schloss die Vorinstanz auf 

Beschwerdeabweisung, worauf der Beschwerdeführer mit Replik vom 

22. März 2024 an seinen eingangs gestellten Rechtsbegehren und deren 

Begründung festhalten liess. Mit Duplik vom 17. April 2024 verzichtete die 

Vorinstanz auf weitere Ausführungen und schloss erneut auf Beschwerde-

abweisung. Die Duplik wurde dem Beschwerdeführer am 24. April 2024 zur 

Kenntnisnahme zugestellt.  

D.c Am 27. Mai 2024 übermittelte die Vorinstanz dem Bundesverwaltungs-

gericht ein Gesuch des Beschwerdeführers um Ausstellung eines «provi-

sorischen Reisedokuments und eines Rückreisevisums». 

D.d Mit Eingabe vom 24. Juli 2024 liess der Beschwerdeführer ein Beweis-

mittel einreichen.  

D.e Am 15. Juli 2025 leitete die Vorinstanz ein erneutes Gesuch des Be-

schwerdeführers um Ausstellung eines Passes für eine ausländische Per-

son an das Bundesverwaltungsgericht weiter.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Verfügungen der Vorinstanz betreffend die Ausstellung von Reisedoku-

menten im Sinn von Art. 59 AIG (SR 142.20) sind mit Beschwerde beim 

Bundesverwaltungsgericht anfechtbar (Art. 112 Abs. 1 AIG i.V.m. 

Art. 31 ff. VGG). 

1.2 Das Rechtsmittelverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet 

sich nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt 

(Art. 37 VGG). 

1.3 Der Beschwerdeführer ist zur Beschwerde legitimiert (Art. 48 

Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist 

einzutreten (Art. 50 Abs. 1 und 52 Abs.1 VwVG). 

2.  

Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 

von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Er-

messens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheb-

lichen Sachverhalts und, im Falle von Bundesbehörden, die Unangemes-

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senheit gerügt werden (vgl. Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht 

wendet im Beschwerdeverfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an 

und ist nicht an die Begründung der Begehren gebunden (Art. 62 

Abs. 4 VwVG). Massgeblich ist grundsätzlich die Sachlage im Entscheid-

zeitpunkt (BGE 139 II 534 E. 5.4.1 m.w.H.; BVGE 2020 VII/4 E. 2.2 m.H.). 

3.  

3.1 Das SEM kann einer schriftenlosen Person mit Aufenthaltsbewilligung 

einen Pass für eine ausländische Person abgeben (Art. 59 Abs. 1 AIG 

i.V.m. Art. 4 Abs. 2 Bst. a der Verordnung vom 14. November 2012 über die 

Ausstellung von Reisedokumenten für ausländische Personen [RDV, 

SR 143.5]). 

3.2 Gemäss Art. 10 Abs. 1 RDV gilt eine ausländische Person als schrif-

tenlos, die keine gültigen Reisedokumente ihres Heimat- oder Herkunfts-

staates besitzt und von der nicht verlangt werden kann, dass sie sich bei 

den zuständigen Behörden ihres Heimat- oder Herkunftsstaates um die 

Ausstellung oder Verlängerung eines Reisedokuments bemüht (Bst. a), 

oder für welche die Beschaffung von Reisedokumenten unmöglich ist 

(Bst. b). Der Umstand, nicht im Besitz eines gültigen Reisedokumentes des 

Heimat- oder Herkunftsstaates zu sein, reicht für sich allein genommen 

nicht aus, um die Schriftenlosigkeit im Sinn von Art. 10 Abs. 1 RDV zu be-

gründen (vgl. Urteil des BVGer F-1658/2021 vom 7. Februar 2022 E. 4.1). 

3.3 Die Frage der Zumutbarkeit, das heisst diejenige, ob einer ausländi-

schen Person zugemutet werden kann, sich wegen der Beschaffung von 

Reisedokumenten an die Behörden des Heimat- oder Herkunftsstaates zu 

wenden (Art. 10 Abs. 1 Bst. a RDV), ist praxisgemäss nach objektiven Mas-

sstäben zu beurteilen (vgl. BVGE 2014/23 E. 5.2 mit Hinweis auf das Urteil 

des BGer 2A.335/2006 vom 18. Oktober 2006). 

4.  

4.1 Die Vorinstanz verweigerte das Ausstellen eines Reisedokuments im 

Wesentlichen mit der Begründung, es sei zwar bekannt, dass das eritrei-

sche Konsulat für die Inanspruchnahme seiner Dienstleistungen die Be-

zahlung der Zwei-Prozent-Steuer und bei illegal aus Eritrea Ausgereisten 

die Abgabe einer sogenannten Reueerklärung (sog. «Letter of Regret») 

verlange. Diese Umstände seien jedoch nicht geeignet, die Unzumutbar-

keit der Passbeschaffung zu begründen. Es liege nicht in der Zuständigkeit 

der schweizerischen Behörden, einer ausländischen Person ein Ersatz-

reisedokument auszustellen, wenn diese die gesetzlichen Voraussetzung-

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 Seite 5 

en an die Ausstellung eines heimatlichen Reisedokuments nicht erfülle. 

Der Beschwerdeführer habe nicht nachgewiesen, sich ernsthaft um den 

Erhalt eines eritreischen Reisepasses bemüht zu haben.  

4.2 Der Beschwerdeführer bringt hiergegen im Wesentlichen vor, aus den 

Umständen, dass eritreische Staatsangehörige bei der Beantragung eines 

Reisepasses eine verpflichtende Erklärung zur Entrichtung der Diaspora-

Steuer und eine sogenannte Reueerklärung abgeben müssten, ergebe 

sich eine Unzumutbarkeit der Passbeschaffung im Sinn von Art. 10 Abs. 1 

Bst. a RDV. Zu dieser Schlussfolgerung seien auch das Verwaltungsgericht 

Zürich und das deutsche Bundesverwaltungsgericht gelangt. Vermeintliche 

Deserteure und Personen, welche das Land illegal verlassen hätten, wür-

den mit Unterzeichnung der Reueerklärung genötigt, eine Straftat einzuge-

stehen und eine dafür vorgesehene Strafe zu akzeptieren. Dies widerspre-

che dem verfassungs- und völkerrechtlichen Grundsatz «nemo tenetur se 

ipsum accusare» und sei per se unzulässig. 

4.3 In der Vernehmlassung führt die Vorinstanz aus, gemäss Rechtspre-

chung des Bundesverwaltungsgerichts sei es nicht als Flüchtling aner-

kannten eritreischen Staatsangehörigen, welche im Besitz einer Aufent-

haltsbewilligung oder einer vorläufigen Aufnahme seien, zumutbar, sich bei 

den heimatlichen Behörden um Ausstellung von Dokumenten zu bemühen. 

Der Beschwerdeführer habe trotz mehrfacher Aufforderung des SEM keine 

Identitätspapiere im Asylverfahren eingereicht. Spätestens nach Ableh-

nung seines Asylgesuchs und Anordnung der vorläufigen Aufnahme im 

Jahr 2015 wäre es ihm zumutbar und möglich gewesen, einen eritreischen 

Reisepass zu beschaffen, nötigenfalls mit Hilfe Dritter. 

4.4 Replizierend macht der Beschwerdeführer geltend, es sei mit hoher 

Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass er bei den eritreischen Behör-

den gar nicht registriert sei. Aufgrund des Fehlens von Dokumenten seines 

verstorbenen Vaters bzw. seiner Eltern sei es ihm schlicht unmöglich, einen 

eritreischen Pass zu beantragen. 

5.  

Strittig und zu prüfen ist, ob die Vorinstanz die Schriftenlosigkeit des Be-

schwerdeführers zu Recht verneint hat. 

5.1 Obschon der Beschwerdeführer vorbringt, eritreischer Staatsangehöri-

ger zu sein, verfügt er gemäss Akten über keine eritreischen Reisepapiere. 

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Das derzeitige «Nichtbesitzen» gültiger Reisedokumente im Sinn von 

Art. 10 Abs. 1 RDV ist vorliegend als erstellt zu erachten. 

5.2 Der Beschwerdeführer macht zu Recht nicht geltend, sein ausländer-

rechtlicher Status in der Schweiz stünde einer Kontaktaufnahme mit den 

heimatlichen Behörden entgegen (vgl. Art. 10 Abs. 1 Bst. a RDV i.V.m. 

Art. 10 Abs. 3 RDV; Urteile des BVGer F-4605/2022 vom 11. Februar 2025 

E. 3.3.4; F-10/2022 vom 16. März 2023 E. 5.1; F-1004/2019 vom 11. Feb-

ruar 2021 E. 5.1; MATHIAS KRADOLFER, in: Caroni/Thurnherr, Stämpflis 

Handkommentar Ausländer- und Integrationsgesetz [AIG], 2. Aufl. 2024, 

Art. 59 N 15; siehe ferner die Stellungnahme des Bundesrats vom 15. Feb-

ruar 2023 auf die Interpellation 22.4531 von Nationalrätin Marra). Er ist 

denn auch bereits mit der eritreischen Vertretung in der Schweiz in Kontakt 

getreten (siehe E. 5.4.2 nachfolgend).  

5.3  

5.3.1 Das Bundesverwaltungsgericht geht in seiner langjährigen, gefestig-

ten Praxis davon aus, dass die durch Eritrea erhobene Diaspora-Steuer 

und das Reueschreiben weder eine Unzumutbarkeit noch Unmöglichkeit 

(siehe zu letzterer nachfolgend E. 5.4) der Papierbeschaffung zu begrün-

den vermögen (vgl. Urteile des BVGer F-7020/2025 vom 29. Juni 2025 

E. 7.2; F-3892/2022 vom 4. Juni 2025 E. 5.1.2; F-4605/2022 vom 11. Feb-

ruar 2025 E. 3.3.6; F-6281/2016 vom 17. Mai 2018 E. 4.1 f.; C-6101/2014 

vom 29. Dezember 2015 E. 4.7; C-3044/2007 vom 23. Januar 2009 E. 3.3; 

anderer Auffassung diesbezüglich: HELEN ZEMP, Keine Pflicht zur Passbe-

schaffung bei drohender Selbstbezichtigung durch Reueerklärung, Asyl 

2/24 S. 33). Die Beurteilung der Frage, ob die Erhebung der Diaspora-

Steuer eine strafbare Handlung im Sinn des StGB (SR 311.09) darstellt, 

fällt grundsätzlich in den Zuständigkeitsbereich der Strafverfolgungsbehör-

den. Deren Abklärungen haben jedoch bereits 2015 ergeben, dass die 

Diaspora-Steuer legal sei, da sie vom eritreischen Staat und nicht von den 

Angehörigen des Generalkonsulats in der Schweiz beschlossen worden 

sei (vgl. Urteile des BVGer F-7020/2023 vom 29. Juni 2025 E. 7.2;  

F-3892/2022 vom 4. Juni 2025 E. 5.1.2; F-4605/2022 vom 11. Feb-

ruar 2025 E. 3.3.7; F-6281/2016 vom 17. Mai 2018 E. 4.1). Im Rahmen 

dieser Untersuchungen war die Bundesanwaltschaft zum Schluss gekom-

men, dass keine ausreichenden Elemente vorliegen, um der Anzeige nach-

zugehen, und dass keine konkreten Hinweise darauf bestehen, dass das 

Konsulat von der eritreischen Diaspora in der Schweiz diese Steuer einge-

fordert hätte oder dass eritreische Behörden einen Zwang zur Zahlung die-

ser Steuer ausgeübt hätten (vgl. Stellungnahme des Bundesrates vom 

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22. November 2023 auf die Interpellation 23.4112 von Nationalrat Clivaz). 

Insofern der Beschwerdeführer geltend macht, die mit dem Reueschreiben 

unter Zwang geforderte Selbstbezichtigung sei unzulässig, ist darauf zu 

verweisen, dass das Bundesgericht darin jüngst weder eine Verletzung des 

«nemo tenetur»-Prinzips noch eine Verletzung von Art. 32 BV und 

Art. 6 EMRK erkannte (vgl. Urteil des BGer 6B_1471/2021 vom 

9. März 2023 E. 1.1-1.5).  

5.3.2 Hinsichtlich der vom Beschwerdeführer angerufenen UN-Resolution 

2023 (S/RES/2023 vom 5. Dezember 2011) hat das Bundesverwaltungs-

gericht wiederholt betont, dass der UN-Sicherheitsrat damit nicht die Erhe-

bung der Steuer an sich verurteile, sondern lediglich die mutmassliche Nut-

zung der durch die Steuer eingenommenen Mittel zur Destabilisierung der 

Region des Horns von Afrika (Art. 10) sowie die Eintreibung der Steuer mit-

tels Erpressung, Gewaltandrohung oder anderer unerlaubter Mittel 

(Art. 11), weshalb die Erhebung der Diaspora-Steuer somit nicht per se ge-

gen die UN-Resolution verstosse (vgl. Urteile des BVGer F-4605/2022 vom 

11. Februar 2025 E. 3.3.8; E-5815/2017 vom 7. Juli 2020 E. 10.2.3; je 

m.w.H.; ferner E-5073/2017 vom 11. März 2019 E. 9.4.2).  

5.3.3 Vor diesem Hintergrund besteht für eine Änderung der Rechtspre-

chung (zu den Voraussetzungen hierfür siehe BGE 149 II 381 E. 7.3.1; 148 

V 174 E. 7; je m.w.H.) auch unter Berücksichtigung der vom Beschwerde-

führer angerufenen, das Bundesverwaltungsgericht im Kontext der Reise-

papierbeschaffung aber nicht bindenden Rechtsprechung des Verwal-

tungsgerichts Zürich und des deutschen Bundesverwaltungsgerichts keine 

Veranlassung (vgl. Urteile des BVGer F-7020/2023 vom 29. Juni 2025 

E. 7.2; F-4605/2022 vom 11. Februar 2025 E. 3.3.9).  

5.3.4 Die Beschaffung eines Reisepapiers im Sinn von Art. 10 Abs. 1 

Bst. a RDV erweist sich somit für den Beschwerdeführer als zumutbar. 

5.4  

5.4.1 Als unmöglich im Sinn von Art. 10 Abs. 1 Bst. b RDV wird die Papier-

beschaffung sodann nur angesehen, wenn sich die ausländische Person 

bei den Behörden ihres Heimatstaates um einen Reisepass bemüht, des-

sen Ausstellung aber ohne zureichende Gründe verweigert wird, oder 

wenn es an den rechtlichen Möglichkeiten fehlt, vom Heimat- beziehungs-

weise Herkunftsstaat überhaupt Papiere zu erlangen (BVGE 2014/23 

E. 5.3-5.4; zuletzt Urteil des BVGer F-7020/2023 vom 29. Juni 2025 E. 5.5 

m.w.H.). Die Ausstellung von Reise- und Identitätspapieren liegt in der 

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 Seite 8 

Kompetenz des jeweiligen Heimatstaates. Der hohe Stellenwert des sich 

aus dem Völkergewohnheitsrecht ergebenden Prinzips der Passhoheit 

souveräner Staaten führt zu einer entsprechenden Zurückhaltung der 

Schweizer Behörden bei der Ausstellung von Reisedokumenten an auslän-

dische Staatsangehörige (vgl. Urteil des BVGer C-6096/2012 vom 6. Feb-

ruar 2015 E. 5.2.2 m.w.H.). Dem Heimatstaat kommt bei der Ausübung sei-

ner Passhoheit denn auch ein erheblicher Gestaltungsspielraum zu, den 

es seitens der Eidgenossenschaft zu respektieren gilt. Besteht eine realis-

tische Möglichkeit, innert absehbarer Zeit vom jeweiligen Heimatstaat ei-

nen Pass erhältlich machen zu können, hat die Schweiz die Passhoheit 

des ausländischen Staates zu respektieren, selbst wenn dies für die be-

troffenen Personen zu erheblichem Aufwand führt. Es obliegt grundsätzlich 

der gesuchstellenden Person, die von den heimatlichen Behörden verlang-

ten notwendigen Anforderungen zur Ausstellung eines Passes zu erfüllen 

(vgl. Urteil des BVGer F-3997/2022 vom 19. September 2024 E. 3.3). 

5.4.2 Die eritreische Botschaft in Genf hat mit Schreiben vom 15. Juli 2024 

und 1. Juli 2025 bestätigt, dass der Beschwerdeführer eritreischer Staats-

bürger sei und ihm der beantragte Pass nach Abschluss des Prozesses 

ausgestellt werde («He will receive the passport once the application pro-

cess has been finalized»). Auch wenn anhand der beiden Schreiben davon 

ausgegangen werden kann, dass er mittlerweile einen Pass beantragt hat, 

obliegt es ihm, die weiteren Schritte vorzunehmen, damit die Botschaft ein 

solches Dokument ausstellt. Angesichts der rechtsprechungsgemäss 

strengen Anforderungen, welche an die Ernsthaftigkeit der Bemühungen 

zur Beschaffung von Reisepapieren zu stellen sind, kann vorliegend nicht 

als rechtsgenüglich erstellt gelten, er habe alles Zumutbare unternommen, 

um in deren Besitz zu gelangen. Mit der ins Recht gelegten Terminverein-

barung ist eine persönliche Vorsprache des Beschwerdeführers auf der 

eritreischen Botschaft nicht belegt. Auch für die Aufforderungen der Bot-

schaft, die Diaspora-Steuer zu entrichten, ein Reueschreiben zu unter-

zeichnen sowie Dokumente des verstorbenen Vaters bzw. der Eltern bei-

zubringen, fehlen jegliche Belege. Dass die eritreischen Behörden dem Be-

schwerdeführer die Ausstellung des verlangten Passes ohne zureichende 

Gründe – und damit willkürlich –, verweigern würden, ist weder dargetan 

noch ersichtlich (vgl. Urteil des BVGer F-1004/2019 vom 11. Februar 2021 

E. 5.4 m.w.H.). Allfällige (selbst längere) sachlich begründete Verzögerun-

gen bei der Ausstellung von Reisedokumenten haben ausländische Staats-

angehörige hinzunehmen (vgl. Art. 10 Abs. 2 RDV; BVGE 2014/23 E. 5.3.3; 

Urteil des BVGer F-2067/2022 vom 3. Juli 2023 E. 6.4). Das Verfahren und 

dessen Ablauf zum Erhalt eines Reisedokuments zu bestimmen, fällt – wie 

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 Seite 9 

bereits erwähnt – in die Hoheit des jeweiligen Staates. Würde die Schweiz 

in einer solchen Situation auf breiter Basis von einer Schriftenlosigkeit erit-

reischer Staatsangehöriger ausgehen, wäre sie regelmässig gehalten, in 

die völkergewohnheitsrechtlich anerkannte Passhoheit – und damit die 

Souveränität eines anderen Staates – einzugreifen, was es namentlich un-

ter diplomatischen Gesichtspunkten zu vermeiden gilt (vgl. Urteile des 

BVGer F-7020/2023 vom 29. Juni 2025 E. 7.3; F-4605/2022 vom 11. Feb-

ruar 2025 E. 3.4.4; je m.H.). 

6.  

Im Ergebnis ist die Beschaffung eines gültigen eritreischen Reisedoku-

ments durch den Beschwerdeführer weder als unzumutbar (Art. 10 Abs. 1 

Bst. a RDV) noch als unmöglich (Art. 10 Abs. 1 Bst. b RDV) zu beurteilen. 

Vor diesem Hintergrund erübrigen sich Weiterungen zur behaupteten Un-

zumutbarkeit bzw. Unmöglichkeit der Beschaffung eines äthiopischen Rei-

sepasses durch den Beschwerdeführer aufgrund der angeblich äthiopi-

schen Staatsangehörigkeit seiner Mutter. Der Beschwerdeführer ist nicht 

als schriftenlos im Sinn von Art. 10 Abs. 1 RDV anzusehen. Die Vorinstanz 

hat folglich das Gesuch um Ausstellung eines Reisepasses für eine aus-

ländische Person zu Recht abgewiesen. 

7.  

Die angefochtene Verfügung ist nicht zu beanstanden (Art. 49 VwVG). Die 

Beschwerde ist abzuweisen. 

8.  

Entsprechend dem Verfahrensausgang sind die Kosten dem unterliegen-

den Beschwerdeführer aufzuerlegen und auf Fr. 1'000.– festzusetzen (vgl. 

Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 1 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[VGKE, SR 173.320.2]). Sie sind durch den in gleicher Höhe geleisteten 

Kostenvorschuss gedeckt.  

9.  

Dieses Urteil ist endgültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 6 BGG). 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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 Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 1'000.– werden dem Beschwerdeführer 

auferlegt. Sie sind durch den in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss 

gedeckt. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer und die Vorinstanz. 

 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Basil Cupa Nathalie Schmidlin 

 

 

 

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