# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d6b2ed00-873d-5e30-bcc9-1ec3a2fd35d1
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-05-19
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 19.05.2021 100 2020 8
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2020-8_2021-05-19.pdf

## Full Text

100.2020.8U
BUC/STS/SPR

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 19. Mai 2021

Verwaltungsrichter Häberli, Abteilungspräsident
Verwaltungsrichter Bürki, Verwaltungsrichter Stohner
Gerichtsschreiberin Straub

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________

Beschwerdeführer

gegen

Kanton Bern
handelnd durch die Sicherheitsdirektion, Kramgasse 20, 3011 Bern

Beschwerdegegner

betreffend Staatshaftung; Schadenersatz und Genugtuung wegen Unter-
bringung in einer für den Massnahmenvollzug ungeeigneten Einrichtung 
(Verfügung der Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern vom 
19. Dezember 2019; 2018.POM.161)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19.05.2021, Nr. 100.2020.8U, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Aufgrund eines Vorfalls am … April 2015 dehnte die Staatsanwaltschaft 
Bern-Mittelland ein bereits am 16. Januar 2015 gegen A.________ (geb. 
1990) eröffnetes Strafverfahren auf schwere Körperverletzung und weitere 
Tatbestände aus. Am 26. Oktober 2015 hiess sie ein Gesuch um vorzeitigen 
Massnahmenvollzug gut. Daraufhin verfügte die Abteilung Straf- und 
Massnahmenvollzug (ASMV; heute: Bewährungs- und Vollzugsdienste 
[BVD]) des Amtes für Freiheitsentzug und Betreuung (heute: Amt für Justiz-
vollzug [AJV]) am 2. November 2015 die Einweisung von A.________ zum 
vorzeitigen Massnahmenvollzug in die Justizvollzugsanstalt (JVA) Thorberg. 
Es folgten Aufenthalte auf der Bewachungsstation am Inselspital (BEWA), in 
den Regionalgefängnissen Burgdorf und Thun, erneut (kurz) auf der BEWA 
und schliesslich auf der forensisch-psychiatrischen Spezialstation Etoine der 
Universitären Psychiatrischen Dienste (UPD) Bern. Am 12. April 2017 trat 
A.________ in die Klinik für Forensische Psychiatrie Königsfelden (nach-
folgend: Klinik Königsfelden) ein zwecks Vollzugs einer stationären Mass-
nahme nach Art. 59 des Schweizerischen Strafgesetzbuches vom 21. De-
zember 1937 (StGB; SR 311.0). Das Regionalgericht Bern-Mittelland hatte 
diese mit Urteil vom 10. Juni 2016 angeordnet. In diesem Urteil wurde fest-
gestellt, dass der bereits mehrfach vorbestrafte A.________ verschiedene 
Straftaten begangen hatte, so unter anderem 2015 eine vorsätzliche 
schwere Körperverletzung, Sachbeschädigung und Drohung, dass er jedoch 
jeweils im Tatzeitpunkt schuldunfähig im Sinne von Art. 19 Abs. 1 StGB war.

B.

Am 21. Februar 2018 reichte A.________ bei der Polizei- und Militärdirek-
tion des Kantons Bern (POM; heute: Sicherheitsdirektion [SID]) ein Staats-
haftungsgesuch ein. Er beantragte, der Kanton Bern sei zu verpflichten, ihm 
Schadenersatz von Fr. 30'000.-- sowie eine Genugtuung von Fr. 184'450.--, 
beides zuzüglich Zins zu 5 % seit 12. April 2017, zu bezahlen und es sei ihm 
die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren unter Beiordnung seines 

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Rechtsvertreters B.________ als amtlicher Anwalt. Die POM wies das 
Staatshaftungsgesuch und das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege mit 
Verfügung vom 19. Dezember 2019 ab.

C.

Gegen diese Verfügung hat A.________ mit «Vorabbeschwerde zur [un-
entgeltlichen Rechtspflege]» vom 7. Januar 2020 sowie mit verbesserter und 
ergänzter Eingabe vom 20. Januar 2020 Verwaltungsgerichtsbeschwerde 
erhoben. Er beantragt, die Verfügung der POM vom 19. Dezember 2019 sei 
aufzuheben und der Kanton Bern sei zu verpflichten, ihm Fr. 30'000.-- als 
Schadenersatz sowie Fr. 184'450.-- als Genugtuung zu bezahlen, beides zu-
züglich Zins zu 5 % seit 12. April 2017. Für das Verfahren vor der POM sei 
ihm eine Parteientschädigung von Fr. 5'000.-- (inkl. Auslagen und MWSt) zu-
zusprechen. Eventualiter sei ihm für das vorinstanzliche Verfahren die un-
entgeltliche Rechtspflege zu gewähren und seinem Rechtsvertreter 
B.________ eine amtliche Entschädigung von Fr. 4'000.-- (inkl. Auslagen 
und MWSt) zuzusprechen. Subeventualiter sei die angefochtene Verfügung 
aufzuheben und zur neuen Begründung an die Vorinstanz zurückzuweisen. 
Gleichzeitig ersucht er um unentgeltliche Rechtspflege unter Beiordnung sei-
nes Rechtsvertreters B.________ als amtlicher Anwalt und beantragt, dass 
darüber vorab entschieden werde. 

Die SID beantragt mit Beschwerdeantwort vom 20. Februar 2020 die Abwei-
sung der Beschwerde und des Gesuchs um unentgeltliche Rechtspflege. 
Eventuell sei, falls die Haftung des Kantons bejaht werde, die Sache zur erst-
instanzlichen Beurteilung der Schadens- und Genugtuungsleistungen an sie 
zurückzuweisen. Mit Stellungnahme vom 28. April 2020 hält der Beschwer-
deführer an seinen Anträgen fest. Am 7. September 2020 hat der Instruk-
tionsrichter bestätigt, dass – wie bereits am 12. März 2020 verfügt – über 
das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege nicht (wie beantragt) vorab, 
sondern mit dem Sachentscheid entschieden wird. 

Am 19. Januar 2021 hat der Beschwerdeführer zwar eine präzisierte Voll-
macht von Rechtsanwalt C.________ eingereicht, den er am 28. November 

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2020 betreffend «Vollzug» mandatiert hatte, das am 12. Januar 2021 ge-
stellte Gesuch um Akteneinsicht aber zurückgezogen. Mit Schreiben vom 
5. März 2021 teilt Rechtsanwalt B.________ mit, der Beschwerdeführer 
habe ihn «als seinen alleinigen Rechtsvertreter bestätigt», und reicht zusätz-
lich zu einer Kostennote eine Vollmacht vom 24. Februar 2021 ein, mit wel-
cher er «unter Ausschluss von RA C.________» als Vertreter im 
Staatshaftungsverfahren mandatiert wurde. Er führt aus, Rechtsanwalt 
C.________ sei entgegen seiner telefonisch abgegebenen Zusicherung 
«nicht mehr kontaktiert [worden], da sich dies durch die eindeutige 
Unterschrift erübrigt» habe (vgl. act. 36). 

Erwägungen:

1. Eintreten

1.1 Gemäss Art. 74 Abs. 1 des Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Ver-
waltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) beurteilt das Verwaltungsgericht 
als letzte kantonale Instanz Beschwerden gegen Verfügungen und Entschei-
de, die sich auf öffentliches Recht stützen, sofern keiner der Ausschluss-
gründe gemäss Art. 75 ff. VRPG gegeben ist. 

1.1.1 Begehren um Schadenersatz oder Genugtuung, die sich gegen den 
Kanton richten, sind bei der Direktion einzureichen, in deren Aufgabenbe-
reich sich der anspruchsbegründende Sachverhalt ereignet hat. Die betroffe-
ne Direktion erlässt über die streitigen Ansprüche eine Verfügung (Art. 104 
Abs. 1 und 2 des Personalgesetzes vom 16. September 2004 [PG; BSG 
153.01]), welche grundsätzlich der Beschwerde an das Verwaltungsgericht 
unterliegt (vgl. Art. 104 Abs. 3 PG i.V.m. Art. 74 ff. VRPG). Entschädigungs-
ansprüche nach der Schweizerischen Strafprozessordnung vom 5. Oktober 
2007 (Strafprozessordnung, StPO; SR 312.0) fallen allerdings in die Zustän-
digkeit der Strafgerichte. Sie gehen als lex specialis denjenigen nach Staats-
haftungsrecht – welches nur subsidiär zur Anwendung gelangen kann – vor. 
Kostenverlegung sowie Entschädigungen und allfällige Genugtuungen im 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19.05.2021, Nr. 100.2020.8U, Seite 5

Strafverfahren sind von Beginn der polizeilichen Erhebungen bis hin zum 
Abschluss der Rechtsmittelverfahren abschliessend durch die StPO gere-
gelt. Es können weder gegen den Bund oder die Kantone noch gegen die 
handelnden Staatsangestellten oder Magistratspersonen nach weiteren Haf-
tungsnormen des privaten oder öffentlichen Rechts des Bundes oder der 
Kantone Forderungen geltend gemacht werden (Grundsatz der Ausschliess-
lichkeit bzw. Exklusivwirkung der strafprozessualen Kosten- und Entschädi-
gungsregeln; vgl. Schmid/Jositsch, Handbuch des schweizerischen Strafpro-
zessrechts, 3. Aufl. 2017, § 97 N. 1760). Werden solche Ansprüche nicht im 
Strafverfahren eingebracht, sind sie verwirkt; die Verwirkung tritt indessen 
nur ein, wenn die betroffene verfahrensbeteiligte Person Gelegenheit hatte, 
ihre Ansprüche anzumelden. Art. 5 Ziff. 5 der Europäischen Menschen-
rechtskonvention (EMRK; SR 0.101) räumt diesbezüglich keine über 
Art. 429 ff. StPO hinausgehenden Rechte ein und eröffnet keine Wege zur 
Geltendmachung von Entschädigungsansprüchen ausserhalb der StPO 
(BGE 142 IV 245 E. 4.2 [Pra 106/2017 Nr. 14]; BVR 2018 S. 450 E. 2.1 f.; 
VGE 2019/416 vom 22.12.2020 E. 2.2, 2018/1 vom 24.6.2020 E. 2.2 mit Hin-
weisen).

1.1.2 Im vorliegenden Verfahren werden nicht Entschädigungsansprüche 
nach der StPO geltend gemacht, sondern davon unabhängige Ansprüche 
aus Staatshaftung (vgl. hinten E. 2.2): Die vom Beschwerdeführer als staats-
haftungsbegründend gerügte Unterbringung in ungeeigneten Einrichtungen 
betrifft den Zeitraum vom 2. November 2015 (Beginn des vorzeitigen Mass-
nahmenvollzugs nach Art. 59 StGB) bis zum Eintritt in die Klinik Königsfelden 
am 12. April 2017. Die geltend gemachten Ansprüche beziehen sich somit 
zwar auch auf den gestützt auf Art. 236 StPO angeordneten vorzeitigen 
Massnahmenvollzug ab dem 2. November 2015 und damit auf eine Zeit, als 
das Strafverfahren noch hängig war. Das angeblich staatshaftungsbegrün-
dende behördliche Verhalten hat aber auch für diesen Zeitraum (bis zum Ur-
teil des Regionalgerichts vom 10.6.2016) keinen direkten Bezug zum damals 
hängigen Strafprozess. Die vorgebrachten Ansprüche stützen sich weder auf 
Art. 429 StPO (Entschädigung bei Freispruch oder endgültiger Verfahrens-
einstellung) noch auf Art. 431 StPO (Entschädigung bei rechtswidrig ange-
wandten Zwangsmassnahmen). Es wird auch nicht eine Entschädigung oder 
Genugtuung infolge fehlerhafter Verfahrenshandlungen geltend gemacht, 

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die gemäss Art. 416 ff. i.V.m. Art. 363 Abs. 1 StPO in einem selbständigen 
nachträglichen Verfahren vom erstinstanzlichen Gericht zu beurteilen wären. 
Vielmehr bezieht sich das Staatshaftungsbegehren auf reine Modalitäten 
des strafrechtlichen Massnahmenvollzugs. 

1.1.3 Im Bereich des Straf- und Massnahmenvollzugs nach dem Gesetz 
vom 23. Januar 2018 über den Justizvollzug (Justizvollzugsgesetz, JVG; 
BSG 341.1) verfügt das Obergericht (ebenso wie in zivilrechtsnahen Streitig-
keiten) über eine grössere Sachnähe als das Verwaltungsgericht. Art. 77 
Bst. g VRPG schliesst deshalb Verfügungen und Entscheide in diesen straf-
rechtsnahen Angelegenheiten (analog Art. 77 Bst. f VRPG) von der Verwal-
tungsgerichtsbeschwerde aus, sodass anstelle des Verwaltungsgerichts das 
Obergericht kantonal letztinstanzlich entscheidet (vgl. Art. 52 JVG; vgl. auch 
Art. 78 Abs. 2 Bst. b des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bun-
desgericht [Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 173.110], wonach Entscheide 
über den Vollzug von Strafen und Massnahmen der Beschwerde in Strafsa-
chen [und nicht in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten] unterstehen; BGE 
141 IV 49 E. 2.4, 139 I 51 E. 2.2 [Pra 103/2014 Nr. 49]; Ruth Herzog, in Her-
zog/Daum [Hrsg.], Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 77 
N. 44). Entscheide über medizinische Staatshaftung, die das Bundesgericht 
als zivilrechtsnah der Beschwerde in Zivilsachen zuweist (Art. 31 Abs. 1 
Bst. d des Reglements vom 20. November 2006 für das Bundesgericht 
[BGerR; SR 173.110.131] i.V.m. Art. 72 ff. BGG), werden dementsprechend 
seit dem 1. Januar 2019 gestützt auf Art. 104a Abs. 3 PG auf dem Zivil-
rechtsweg bzw. kantonal letztinstanzlich durch das Obergericht beurteilt. 
Entscheide, die wie vorliegend eine Staatshaftung wegen angeblich mangel-
haften Justizvollzugs betreffen, sind jedoch kantonal letztinstanzlich durch 
das Verwaltungsgericht als allgemeines Staatshaftungsgericht zu beurteilen 
(vgl. Art. 104 Abs. 3 PG bzw. vorne E. 1.1.1; Ruth Herzog, a.a.O., Art. 77 
N. 41 und 43, Art. 87 N. 12 mit Hinweis auf BGE 144 II 281 E. 1.1, wonach 
gegen Endentscheide betreffend Staatshaftung – ausser in Bezug auf medi-
zinische Tätigkeiten – gemäss Art. 30 Abs. 1 Bst. c Ziff. 1 BGerR i.V.m. 
Art. 82 ff. BGG grundsätzlich die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange-
legenheiten offensteht). Die angefochtene Verfügung fällt somit nicht unter 
den Ausschlussgrund von Art. 77 Bst. g VRPG. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19.05.2021, Nr. 100.2020.8U, Seite 7

1.1.4 Das Verwaltungsgericht ist demnach zur Beurteilung der Beschwerde 
als letzte kantonale Instanz gemäss Art. 104 Abs. 3 PG i.V.m Art. 74 Abs. 1, 
Art. 76 und Art. 77 VRPG zuständig. 

1.2 Der Beschwerdeführer hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenom-
men, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein 
schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung (Art. 79 
Abs. 1 VRPG). Die Bestimmungen über Form und Frist sind eingehalten 
(Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 VRPG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. Im 
Licht der Vollmacht vom 24. Februar 2021 (act. 36A2) ist davon auszugehen, 
dass der Beschwerdeführer im Urteilszeitpunkt immer noch durch Rechtsan-
walt B.________ (und nicht durch Rechtsanwalt C.________) vertreten ist 
(vgl. vorne Bst. C). 

1.3 Das Verwaltungsgericht überprüft die angefochtene Verfügung auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 Bst. a und b VRPG).

2. Sachverhalt und Anspruchsgrundlagen

Der Beschwerdeführer begründet den geltend gemachten Anspruch auf 
Schadenersatz und Genugtuung mit seiner Unterbringung in angeblich un-
geeigneten Einrichtungen ab seiner Einweisung am 2. November 2015 zum 
vorzeitigen Massnahmenvollzug in der JVA Thorberg bis zum Eintritt in die 
Klinik Königsfelden am 12. April 2017. Er bringt vor, das Verhalten der Voll-
zugsbehörden sei widerrechtlich und begründe einen Staatshaftungsan-
spruch auf Ersatz entgangenen Gewinns sowie auf Genugtuung. Weiter 
hafte der Kanton Bern auch aus Billigkeit.

2.1 Den Haftungsbegehren liegt zusammenfassend folgender unbestrit-
tener Sachverhalt zugrunde: 

2.1.1 Mit Urteil vom 9. Dezember 2014 stellte das Regionalgericht Bern-
Mittelland fest, dass die objektiven Tatbestandsmerkmale mehrerer Delikte 
erfüllt waren, der Beschwerdeführer im Zeitpunkt von deren Begehung 
jedoch schuldunfähig im Sinne von Art. 19 StGB war, und ordnete eine am-
bulante Massnahme nach Art. 63 StGB sowie Bewährungshilfe an (vgl. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19.05.2021, Nr. 100.2020.8U, Seite 8

Vorakten BVD [act. 4A] pag. 55 ff.). Nachdem der Beschwerdeführer auf die 
Aufforderung, eine Therapiestelle zu nennen, wo er seine Behandlung 
durchführen möchte oder damit bereits begonnen habe, zunächst nicht rea-
gierte und vereinbarte Termine mehrmals verschoben bzw. nicht wahrge-
nommen hatte, fand am 20. April 2015 ein Erstgespräch bei einem von ihm 
gewählten Psychiater und Psychotherapeuten statt (vgl. Vorakten BVD 
[act. 4A] pag. 65, 68 ff., 93a). Am 28. April 2015 wurde der Beschwerdefüh-
rer wegen des dringenden Tatverdachts der Körperverletzung vorläufig fest-
genommen und am 29. April 2015 in Untersuchungshaft versetzt. Am 2. No-
vember 2015 trat er den vorzeitigen Massnahmenvollzug an (Vorakten BVD 
[act. 4A] pag. 79 ff., 162 f., 168 f.; vgl. vorne Bst. A). Gemäss Urteil des Re-
gionalgerichts Bern-Mittelland vom 10. Juni 2016 (Vorakten BVD [act. 4A] 
pag. 241 ff.) erfüllte der Beschwerdeführer die Straftatbestände der vorsätz-
lichen schweren Körperverletzung (Art. 122 StGB), der Sachbeschädigung 
(Art. 144 Abs. 1StGB), der Drohung (Art. 180 Abs. 1 StGB), des Hausfrie-
densbruchs (Art. 186 StGB), des Diebstahls (Art. 139 Ziff. 1 i.V.m. Art. 172ter 
StGB), der Entwendung eines Motorfahrzeugs zum Gebrauch (Art. 94 Abs. 1 
Bst. a des Strassenverkehrsgesetzes vom 19. Dezember 1958 [SVG; 
SR 741.01]), des Führens eines Personenwagens unter Drogeneinfluss bzw. 
ohne Berechtigung sowie der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittel-
gesetz (Bundesgesetzes vom 3. Oktober 1951 über die Betäubungsmittel 
und die psychotropen Stoffe, BetmG; SR 812.121). Im Zentrum des Strafver-
fahrens stand das Ereignis vom … April 2015, bei dem der Beschwerdefüh-
rer einen ihm unbekannten Mann angegriffen und mit Schlägen und Fusstrit-
ten gegen Kopf und Bauch lebensgefährlich verletzt hatte. Für die Aussage 
des Beschwerdeführers, er sei vorgängig provoziert und angegriffen worden 
und habe sich verteidigt, konnte das Gericht keine Anhaltspunkte finden. Es 
erachtete sie als lebensfremd, ging aber nicht von einer Schutzbehauptung 
aus, sondern kam angesichts der beim Beschwerdeführer diagnostizierten 
schweren psychischen Störung zum Schluss, er sei zur Zeit der Taten nicht 
schuldfähig gewesen (Art. 19 Abs. 1 StGB). Das Gericht ordnete deshalb 
eine stationäre Massnahme im Sinne von Art. 59 StGB an (vgl. Vorakten 
BVD [act. 4A] pag. 264 ff.). 

2.1.2 Die vorerwähnten Strafurteile basieren auf folgenden gutachterlichen 
Befunden: 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19.05.2021, Nr. 100.2020.8U, Seite 9

– In einem im Hinblick auf das Urteil vom 9. Dezember 2014 in Auftrag 
gegebenen psychiatrischen Gutachten des Forensisch-Psychiatrischen 
Dienstes (FPD) der Universität Bern vom 4. August 2014 wurde beim Be-
schwerdeführer eine paranoide Schizophrenie mit einer (im Begutach-
tungszeitraum) akuten psychotischen Episode diagnostiziert. Der Be-
schwerdeführer erlebe sich als von aussen kontrolliert und beobachtet 
und beziehe zahlreiche Situationen auf sich. Hinweise auf eine organi-
sche Verursachung der Störung hätten sich während seiner vielen statio-
nären psychiatrischen Aufenthalte nicht ergeben. Hingegen hätten die 
Laborbefunde der letzten Hospitalisierung einen regelmässigen Can-
nabiskonsum aufgezeigt, der eine psychosefördernde Wirkung auf den 
Beschwerdeführer ausgeübt habe. Komplizierend komme eine schlecht 
eingestellte Diabeteserkrankung hinzu, die eine Leber- und Nierenschä-
digung verursacht habe. Der Diabetes erkläre die psychiatrische Sympto-
matik jedoch nicht. Aufgrund seiner schweren psychischen Störung sei 
der Beschwerdeführer zur Zeit der Taten nicht in der Lage gewesen, das 
Unrecht seines Handelns einzusehen. Das Risiko für fremdaggressive 
Handlungen müsse unbehandelt als erhöht eingeschätzt werden. Die 
Gutachterin empfahl eine ambulante Massnahme nach Art. 63 StGB, die 
jedoch stationär eingeleitet werden solle, da der Beschwerdeführer der-
zeit nicht behandelt werde und akut krank sei. Ausserdem empfehle sie 
flankierend zu den strafrechtlichen Massnahmen die Errichtung einer Bei-
standschaft (vgl. Vorakten BVD [act. 4A] pag. 18 ff.). 

– Das dem Urteil vom 10. Juni 2016 zugrundeliegende psychiatrische Gut-
achten des FPD vom 5. Oktober 2015 bestätigt die Diagnose der parano-
iden Schizophrenie. Der Beschwerdeführer habe sich im Untersuchungs-
zeitraum sowie zu sämtlichen Tatzeitpunkten unbehandelt in einer akuten 
Episode einer paranoiden Schizophrenie befunden und sei in seiner Re-
alitätswahrnehmung, seinem Urteilsvermögen und seiner Willensbildung 
erheblich beeinträchtigt gewesen. Aus diesem Grund habe er das Unrecht 
seines Tuns nicht einsehen können. Seine fortgeführte Delinquenz bestä-
tige das im vorherigen Gutachten prognostizierte hohe Risiko für erneute 
fremdaggressive Handlungen. Darüber hinaus habe sich erstmals ge-
zeigt, dass er unter Umständen auch gravierende Gewaltdelikte mit 
schweren, potenziell lebensbedrohlichen Opferschäden begehen könne, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19.05.2021, Nr. 100.2020.8U, 
Seite 10

um sich gegen einen vermeintlichen Angreifer zu schützen oder zu ver-
teidigen. Das Rückfallrisiko für erneute, auch schwere Gewalthandlungen 
sei als hoch einzuschätzen. Der bisherige Verlauf habe gezeigt, dass eine 
ambulante Massnahme nicht durchgeführt werden könne, und angesichts 
der schweren Rückfalldelinquenz auch nicht ausreiche. Entsprechend er-
scheine einzig eine stationäre therapeutische Massnahme nach Art. 59 
StGB geeignet, um der Gefahr weiterer Gewaltdelikte und anderer Straf-
taten entgegenzuwirken. Diese Massnahme sollte anfänglich «in einem 
geschlossenen Setting durchgeführt werden, wie es eine forensische Kli-
nik (z.B. Klinik Rheinau) [an]bietet». Die Unterbringung in einem Gefäng-
nis (auch zur Zwischenplatzierung) würde sich ungünstig auf den Krank-
heitsverlauf auswirken und sollte deshalb nach Möglichkeit vermieden 
werden (vgl. Vorakten BVD [act. 4A] pag. 141 ff., 157 [Zitat]). 

Gestützt auf das Gutachten des FPD vom 5. Oktober 2015 ordnete das Re-
gionalgericht Bern-Mittelland im Urteil vom 10. Juni 2016 eine stationäre 
Massnahme nach Art. 59 StGB an. Es schloss sich der dringenden Empfeh-
lung der Gutachterin an, die Massnahme zumindest anfänglich in einem ge-
schlossenen Setting durchzuführen. Dass der Beschwerdeführer bis zuletzt 
die Notwendigkeit einer stationären Massnahme zur Behandlung seiner 
schweren psychischen Erkrankung nicht einsehe, stehe deren Anordnung 
nicht entgegen. Das Gesetz messe der Behandlungsbereitschaft des Täters 
bei der stationären Behandlung von psychischen Störungen keine besonde-
re Bedeutung zu. Dies trage dem Umstand Rechnung, dass es durchaus 
aufgrund der psychischen Erkrankung der betroffenen Person an der Fähig-
keit fehlen könne, die Notwendigkeit und das Wesen einer Behandlung 
abzuschätzen. Mangelnde Einsicht gehöre bei schweren, langandauernden 
Störungen häufig zum typischen Krankheitsbild. Ein erstes Therapieziel be-
stehe daher oft darin, Einsicht und Therapiewilligkeit zu schaffen, was 
gerade im Rahmen stationärer Behandlungen auch Aussicht auf Erfolg habe 
(vgl. Vorakten BVD [act. 4A] pag. 241 ff., 284 mit Hinweis auf BGer 
6B_543/2015 vom 10.12.2015 E. 4.2.3).

2.1.3 Der Beschwerdeführer wurde mit Verfügung der ASMV vom 2. No-
vember 2015 zum vorzeitigen Massnahmenvollzug in die JVA Thorberg ein-
gewiesen (Vorakten BVD [act. 4A] pag. 168 f.) und in der Integrationsabtei-
lung untergebracht. Die ASMV ersuchte am 17. November 2015 die Univer-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19.05.2021, Nr. 100.2020.8U, 
Seite 11

sitären Psychiatrischen Kliniken (UPK) Basel, die Klinik Königsfelden und 
das Zentrum für Stationäre Forensische Psychiatrie Rheinau (nachfolgend: 
Klinik Rheinau) um Aufnahme des Beschwerdeführers in die jeweilige Insti-
tution (Vorakten BVD [act. 4A] pag. 171 ff.). Die Klinik Königsfelden und die 
UPK Basel teilten am 4. Dezember 2015 bzw. 5. Januar 2016 mit, der Be-
schwerdeführer werde auf die Warteliste gesetzt (Vorakten BVD [act. 4A] 
pag. 175 f.). Am 19. Februar 2016 wurde der Beschwerdeführer wegen 
Selbst- und Fremdgefährdung in die Sicherheitsabteilung A der JVA Thor-
berg versetzt (Vorakten BVD [act. 4A] pag. 211 ff.). Vom 26. Februar bis 
7. März 2016 war er auf der Bewachungsstation am Inselspital (BEWA) 
untergebracht und wurde von dort ins Regionalgefängnis Burgdorf verlegt, 
da die Rückführung in die JVA Thorberg nicht mehr möglich war (Vorakten 
BVD [act. 4A] pag. 225). Am 23. Juni 2016 wurde er ins Regionalgefängnis 
Thun verlegt (Vorakten BVD [act. 4A] pag. 253 ff.). Die UPK Basel lehnte das 
Aufnahmegesuch mit Schreiben vom 26. September 2016 ab (Vorakten BVD 
[act. 4B] pag. 329 f.). Die Klinik Königsfelden teilte am 30. September 2016 
auf Nachfrage mit, die Stationen seien nach wie vor voll belegt und es be-
stehe weiterhin eine Wartezeit von mehreren Monaten (Vorakten BVD 
[act. 4B] pag. 337). Gleichentags stellte die ASMV ein Gesuch um Aufnahme 
des Beschwerdeführers in die Klinik Beverin der Psychiatrischen Dienste 
Graubünden (Vorakten BVD [act. 4B] pag. 335 ff.), wo er auf die Warteliste 
gesetzt wurde. Am 28. Oktober 2016 folgte ein Aufnahmegesuch an die JVA 
Solothurn, nachdem Abklärungen ergeben hatten, dass Patienten mit diag-
nostizierter Schizophrenie aufgenommen werden könnten, sofern sie stabil 
und medikamentös gut eingestellt seien (Vorakten BVD [act. 4B] 
pag. 346 ff.). Der Beschwerdeführer wurde per 4. Januar 2017 auf die BEWA 
und am 12. Januar 2017 auf die Station Etoine der UPD verlegt (vgl. Vorak-
ten BVD [act. 4B] pag. 366 ff., 372 ff.). Die JVA Solothurn lehnte das Aufnah-
megesuch mit Schreiben vom 19. Januar 2017 ab (Vorakten BVD [act. 4B] 
pag. 390). Am 7. April 2017 teilte die Klinik Königsfelden der ASMV mit, sie 
habe einen freien Platz für den Beschwerdeführer, worauf dieser am 12. April 
2017 dorthin verlegt werden konnte (Vorakten BVD [act. 4B] pag. 427 f. bzw. 
439 ff.). 

2.1.4 Im Verlauf der Therapie in der Klinik Königsfelden zeigte der Be-
schwerdeführer zwar teilweise Therapiebereitschaft. Intern gewährte Öff-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19.05.2021, Nr. 100.2020.8U, 
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nungsschritte («Stufenerhöhungen») mussten aber wegen der Verweige-
rung einer medikamentösen Optimierung, einer generellen Verweigerungs-
haltung sowie tätlichen Auseinandersetzungen mit einem Mitpatienten mehr-
mals wieder rückgängig gemacht werden. Mitte Oktober 2019 konnte der 
Beschwerdeführer im Rahmen eines probeweisen Aufenthalts in das Foren-
sische Wohnheim Bern übertreten. Weil er die Aufnahmekriterien (noch) 
nicht erfüllte, wurde er anschliessend in die Klinik Königsfelden zurückver-
legt. In der Folge verweigerte er zunehmend die therapeutische Zusammen-
arbeit, lehnte die ärztlich verordnete Fortführung der Depotmedikation anhal-
tend ab und bedrohte das Pflegefachpersonal, sodass ihn die Klinik am 
17. Januar 2020 «zur Verfügung stellte». Nach einem kurzen Aufenthalt im 
Regionalgefängnis Burgdorf wurde der Beschwerdeführer am 27. Januar 
2020 in die UPK Basel verlegt. Dem Therapieabschlussbericht der Klinik 
Königsfelden vom 11. Februar 2020 ist zu entnehmen, dass beim Beschwer-
deführer in diesem Zeitpunkt die Krankheitseinsicht immer noch fehlte, er die 
Diagnose einer schizophrenen Grunderkrankung vehement ablehnte und 
«im gesamten bisherigen Behandlungsverlauf […] eine störungsorientierte 
Auseinandersetzung nicht möglich» war (vgl. Vorakten BVD [act. 4D] 
pag. 1133 f.). Gemäss Verlaufsbericht der UPK Basel vom 4. November 
2020 «distanzierte [er] sich [in der Therapie] stets von der Diagnose der pa-
ranoiden Schizophrenie und negierte, psychisch krank zu sein». Der Thera-
pieverlauf wird als schwierig bezeichnet. Der Beschwerdeführer habe eine 
passive und teilweise ablehnende Grundhaltung gezeigt, und im bisherigen 
Massnahmenvollzug hätten kaum elementare Therapiefortschritte erzielt 
werden können. Nach wie vor fehle die Krankheitseinsicht (vgl. act. 28A 
S. 3 ff.; vgl. auch Schreiben der BVD vom 6.11.2020 betreffend rechtliches 
Gehör zur jährlichen Prüfung der Massnahme [act. 28]). Die BVD hat ange-
sichts des «lediglich bedingt erfolgreich[en]» Massnahmenverlaufs am 
22. September 2020 beim Regionalgericht Bern-Mittelland den Antrag ge-
stellt, die stationäre Massnahme nach Erreichen der «Höchstdauer» am 
9. Juni 2021 um drei Jahre zu verlängern (Art. 59 Abs. 4 StGB; vgl. act. 27). 
Die Staatsanwaltschaft stellte am 27. November 2020 denselben Antrag und 
verwies dabei auf die offenbar gänzlich fehlende Krankheitseinsicht des Be-
schwerdeführers und sein fehlendes Verständnis für die Notwendigkeit der 
langfristigen Medikation und der therapeutischen Interventionen (vgl. Vorak-
ten BVD [act. 4D] pag. 1284 f.). In seinem Entscheid vom 6. April 2021 kam 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19.05.2021, Nr. 100.2020.8U, 
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das Regionalgericht Bern-Mittelland zum Schluss, die stationäre therapeuti-
sche Massnahme sei nach wie vor geeignet, um der Gefahr von weiteren, 
mit der psychischen Erkrankung des Beschwerdeführers zusammenhängen-
den Straftaten zu begegnen, und verlängerte die stationäre Massnahme um 
drei Jahre (vgl. Vorakten BVD [act. 4D] pag. 1315 ff.).

2.2 Der Beschwerdeführer stützt sein Haftungsbegehren auf folgende 
Anspruchsgrundlagen: 

2.2.1 Der Kanton haftet für den Schaden, den die Mitarbeiterinnen und Mit-
arbeiter in Ausübung ihrer amtlichen Tätigkeit Dritten widerrechtlich zugefügt 
haben (Art. 100 Abs. 1 PG vgl. auch Art. 71 Abs. 1 der Verfassung des Kan-
tons Bern [KV; BSG 101.1]). Für Verletzungen der körperlichen Integrität und 
schwere Persönlichkeitsverletzungen haben die Geschädigten Anspruch auf 
eine angemessene Genugtuung (Art. 100 Abs. 3 PG). Die Haftung setzt so-
mit einen Schaden, eine widerrechtliche amtliche Handlung sowie einen (na-
türlichen und adäquaten) Kausalzusammenhang zwischen dieser und dem 
Schaden voraus; die Haftungsvoraussetzungen müssen kumulativ erfüllt 
sein (statt vieler BVR 2014 S. 297 [VGE 2012/65/66 vom 16.4.2014] nicht 
publ. E. 3.3, 2011 S. 200 E. 2.4.1 f. mit Hinweisen; VGE 2019/416 vom 
22.12.2020 E. 2.1, 2018/166 vom 20.6.2019 E. 4.1). Im Bereich des Frei-
heitsentzugs gilt zudem gestützt auf Art. 25 Abs. 5 KV, dass eine Entschädi-
gungspflicht nicht nur im Fall von Widerrechtlichkeit besteht, sondern auch 
dann, wenn der Freiheitsentzug ungerechtfertigt war (vgl. Kälin/Bolz, Hand-
buch des bernischen Verfassungsrechts, 1995, Art. 25 N. 11a f. mit Hinwei-
sen). Widerrechtlich bzw. rechtswidrig ist eine Haft, wenn ihre Anordnung auf 
einer Verletzung von Rechtsnormen beruht. Als ungerechtfertigt gilt Haft, die 
zwar rechtmässig angeordnet worden ist, sich aber nachträglich als unbe-
gründet erweist (vgl. BGE 117 IV 209 E. 4c; BGer 2C_809/2018 vom 
18.6.2019 E. 3.5; VGE 2016/21 vom 5.9.2016 E. 2.2, 2010/226 vom 
6.12.2011 E. 2.2 [bestätigt durch BGer 2C_99/2012 vom 14.8.2012]; Reto 
Feller, Das Prinzip der Einmaligkeit des Rechtsschutzes im Staatshaftungs-
recht, Diss. Bern 2006, S. 149 f.; Thomas Hugi Yar, Zwangsmassnahmen im 
Ausländerrecht, in Uebersax et al. [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl. 2009, 
N. 10.162). Der Kanton steht weiter für den Schaden ein, den er rechtmässig 
verursacht hat, wenn Einzelne unverhältnismässig schwer betroffen sind und 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19.05.2021, Nr. 100.2020.8U, 
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ihnen nicht zugemutet werden kann, den Schaden selber zu tragen (sog. 
Billigkeitshaftung; Art. 100 Abs. 2 PG). Während die geschädigte Person ge-
mäss der allgemeinen Beweislastregel von Art. 8 des Schweizerischen Zivil-
gesetzbuches (ZGB; SR 210) die Beweislast für die Haftungsvorausset-
zungen trägt, ist das Gemeinwesen beweispflichtig hinsichtlich möglicher 
Entlastungstatbestände (Rechtmässigkeit der Amtshandlung, Selbstver-
schulden etc.; vgl. BVR 2011 S. 200 E. 2.4.2, 2005 S. 3 E. 3.1; Jürg Wich-
termann, Staatshaftungsrecht, in Müller/Feller [Hrsg.], Bernisches Verwal-
tungsrecht, 3. Aufl. 2021, S. 143 N. 87 f.; Felix Uhlmann, Schweizerisches 
Staatshaftungsrecht, 2017, N. 180; Tobias Jaag, Staats- und Beamtenhaf-
tung, SBVR Band I/3, 3. Aufl. 2017, N. 186). 

2.2.2 Schadenersatz- und Genugtuungsleistungen können auch direkt ge-
stützt auf die Bestimmungen der EMRK geltend gemacht werden. Nach 
Art. 5 Ziff. 5 EMRK hat jede Person, die unter Verletzung der Bestimmungen 
dieses Artikels von Festnahme oder Freiheitsentzug betroffen ist, Anspruch 
auf Schadenersatz. Voraussetzung ist, dass Vorschriften, wie sie sich aus 
Art. 5 Ziff. 1-4 EMRK ergeben, verletzt worden sind; ein Verschulden braucht 
hierfür nicht nachgewiesen zu werden. Art. 5 Ziff. 5 EMRK stellt eine eigen-
ständige Haftungsnorm dar und kommt unabhängig vom kantonalen Recht 
zur Anwendung. Materiell besteht danach Anspruch auf eigentlichen Scha-
denersatz ebenso wie auf Genugtuung; der Schaden kann ein rein immate-
rieller, ideeller sein (vgl. BGE 129 I 139 E. 2, 125 I 394 E. 5a mit Hinweisen; 
BGer 6B_747/2016 vom 27.10.2016 E. 3.3.4). Die Geltendmachung eines 
Entschädigungsanspruchs für unrechtmässige Festnahme oder Haft nach 
Art. 5 Ziff. 5 EMRK ist auch dann möglich, wenn die Anordnung der Fest-
nahme oder Haft selbst nicht angefochten wurde. Das Verfahren ist sogar 
zulässig, wenn die Haft zunächst als rechtmässig anerkannt worden ist (vgl. 
BGE 129 I 139 E. 3.1 f., 125 I 394 E. 5d in fine; Häfelin/Müller/Uhlmann, All-
gemeines Verwaltungsrecht, 8. Aufl. 2020, N. 2134).

2.3 Das vom Beschwerdeführer beanstandete Verhalten der ASMV steht 
unbestrittenermassen im Zusammenhang mit der Ausübung einer amtlichen, 
nichtgewerblichen Tätigkeit, wobei die gerügten Verhaltensweisen der Mitar-
beitenden der ASMV dem Kanton zuzurechnen sind. Umstritten und zu prü-
fen ist indes, ob dem Kanton Bern ein widerrechtliches Verhalten vorzuwer-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19.05.2021, Nr. 100.2020.8U, 
Seite 15

fen ist, welches kausal für den geltend gemachten Schaden bzw. die vor-
gebrachte seelische Unbill war bzw. ist (hinten E. 5; zur Billigkeitshaftung 
hinten E. 6). Umstritten und vorab zu prüfen ist weiter, ob die Staatshaftungs- 
und Entschädigungsforderungen verjährt sind (E. 4). An erster Stelle ist die 
erhobene Rüge der Verletzung des rechtlichen Gehörs zu beurteilen.

3. Rechtliches Gehör

Der Beschwerdeführer rügt, die Vorinstanz sei weder auf die Frage der Höhe 
der Haftentschädigung eingegangen noch habe sie sich dazu geäussert, ob 
die schädigende Handlung von einer «dem Staat zurechenbaren schadens-
verursachenden Person» ausgegangen und in Ausübung einer amtlichen 
Tätigkeit erfolgt sei. Die Vorinstanz habe sodann mit keinem Wort begründet, 
warum keine Billigkeitshaftung zum Tragen komme. Damit habe sie ihre Be-
gründungspflicht und das rechtliche Gehör des Beschwerdeführers verletzt.

3.1 Aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 21 ff. VRPG, Art. 29 
Abs. 2 der Bundesverfassung [BV; SR 101] und Art. 26 Abs. 2 KV) folgt die 
Pflicht der Behörden, ihre Verfügungen und Entscheide zu begründen (vgl. 
auch Art. 52 Abs. 1 Bst. b VRPG). Die Begründung muss so abgefasst sein, 
dass sich die betroffene Person über die Tragweite des Entscheids Rechen-
schaft geben und diesen sachgerecht anfechten kann. Sie muss zwar die 
wesentlichen Überlegungen enthalten, von denen sich die Behörde hat leiten 
lassen und auf die sie ihren Entscheid stützt. Nicht erforderlich ist aber, dass 
sich die Vorinstanz in ihrer Begründung mit allen Parteistandpunkten einläss-
lich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt 
(BGE 143 III 65 E. 5.2, 142 I 135 E. 2.1, 142 II 49 E. 9.2; BVR 2018 S. 341 
E. 3.4.2, 2016 S. 529 E. 4.3, S. 402 E. 6.2). 

3.2 Die Vorinstanz hat in der angefochtenen Verfügung ausführlich be-
gründet, weshalb sie eine staatliche Haftung für die vom Beschwerdeführer 
gerügte Unterbringung in ungeeigneten Einrichtungen ablehnt. Insbesonde-
re hat sie einlässlich dargelegt, weshalb nach ihrer Auffassung die Forderung 
teilweise verjährt sei und dem Kanton Bern kein widerrechtliches Verhalten 
vorgeworfen werden könne. Weiter hat sie sich entgegen der Behauptung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19.05.2021, Nr. 100.2020.8U, 
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des Beschwerdeführers mit der Frage einer Billigkeitshaftung nach Art. 100 
Abs. 2 PG befasst und substanziell begründet, weshalb die Voraussetzun-
gen hierfür nicht gegeben seien (angefochtene Verfügung E. II/7 S. 11 ff.). 
Ob die vorinstanzlichen Erwägungen inhaltlich bzw. materiell-rechtlich zu-
treffen, ist nicht eine Frage des rechtlichen Gehörs, sondern der materiellen 
Beurteilung (vgl. etwa BGE 145 III 324 E. 6.1; BVR 2018 S. 310 E. 3.5, 2013 
S. 443 E. 3.1.3). Dass sich die Vorinstanz zur Frage der schadensverursa-
chenden Person und zur erforderlichen amtlichen Tätigkeit nicht näher äus-
serte, ist nicht zu beanstanden, zumal diese Punkte nicht umstritten sind und 
mit Blick auf die vorinstanzliche Beurteilung auch nicht entscheidwesentlich 
waren (vgl. vorne E. 2.3). Ebenso wenig war die Vorinstanz gehalten, sich 
zur Höhe einer allfälligen Haftentschädigung zu äussern, nachdem sie einen 
Anspruch auf eine solche im Grundsatz ausgeschlossen hatte. Im Übrigen 
hätte bereits das Bejahen der Verjährung zur genügend begründeten Abwei-
sung geführt; die weiteren Anspruchsvoraussetzungen hätte die POM nicht 
zwingend prüfen müssen. Sie hat sich dazu aber dennoch geäussert und die 
Voraussetzungen der Widerrechtlichkeit und des Schadens bzw. der imma-
teriellen Unbill verneint. Solche Eventualbegründungen erfolgen meist aus 
prozessökonomischen Gründen bzw. um unnötige Folgeverfahren zu verhin-
dern (Michel Daum, in Herzog/Daum [Hrsg.], Kommentar zum bernischen 
VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 21 N. 29). Die angefochtene Verfügung ist ausrei-
chend begründet und erlaubte eine sachgerechte Anfechtung, weshalb keine 
Verletzung des rechtlichen Gehörs vorliegt.

4. Verjährung

Die Vorinstanz hat erwogen, der geltend gemachte Haftungsanspruch sei im 
Zeitpunkt der Einreichung des Staatshaftungsgesuchs (21.2.2018) in Bezug 
auf den Aufenthalt des Beschwerdeführers vom 2. November 2015 bis 
25. Februar 2016 in der JVA Thorberg, vom 26. Februar bis 7. März 2016 in 
der BEWA, vom 8. März bis 22. Juni 2016 im Regionalgefängnis Burgdorf, 
vom 23. Juni 2016 bis 3. Januar 2017 im Regionalgefängnis Thun sowie vom 
4. bis 11. Januar 2017 in der BEWA bereits verjährt gewesen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19.05.2021, Nr. 100.2020.8U, 
Seite 17

4.1 Gemäss Art. 105 PG gelten die Bestimmungen des Schweizerischen 
Obligationenrechts (OR; SR 220) als ergänzendes kantonales Recht. Man-
gels entsprechender Normen im PG finden im Staatshaftungsverfahren die 
obligationenrechtlichen Verjährungsbestimmungen als solches Anwendung 
(vgl. Vortrag des Regierungsrats betreffend das PG, in Tagblatt des Grossen 
Rates 2004, Beilage 20, S. 22; vgl. auch BVR 2009 S. 149 E. 4.2). Nach 
aArt. 60 Abs. 1 OR in der bis zum 31. Dezember 2019 gültigen Fassung 
(AS 27 S. 317) verjährt der Anspruch auf Schadenersatz oder Genugtuung 
in einem Jahr von dem Tag weg, an dem die geschädigte Person Kenntnis 
vom Schaden und von der ersatzpflichtigen Person erlangt hat, jedenfalls 
aber mit Ablauf von zehn Jahren, vom Tag der schädigenden Handlung an 
gerechnet. Die relative Verjährungsfrist wurde mit der am 1. Januar 2020 in 
Kraft getretenen Revision des Verjährungsrechts auf drei Jahre verlängert 
(vgl. Art. 60 Abs. 1 OR). Bestimmt das neue Recht eine längere Frist als das 
bisherige, so gilt das neue Recht, sofern die Verjährung nach bisherigem 
Recht noch nicht eingetreten ist (Art. 49 Abs. 1 Schlusstitel zum ZGB). Das 
Staatshaftungsgesuch des Beschwerdeführers datiert vom 20. Oktober 
2017. Mit dieser Eingabe wurde die Verjährung unterbrochen, soweit sie 
nicht bereits eingetreten war. Die Gesetzesänderung bringt zwar eine Ver-
längerung der relativen Verjährungsfrist, enthält in Bezug auf den Beginn des 
Fristenlaufs jedoch keine Änderung. Die relative Verjährung ist somit vorlie-
gend nach Massgabe von aArt. 60 Abs. 1 OR zu beurteilen.

4.2 Die relative Verjährungsfrist läuft gemäss aArt. 60 Abs. 1 OR vom 
Zeitpunkt der Kenntnis des Schadens und der ersatzpflichtigen Person an. 
Kenntnis vom Schaden hat die geschädigte Person, wenn sie die Beschaf-
fenheit und die wesentlichen Merkmale, d.h. alle tatsächlichen Umstände 
kennt, die geeignet sind, eine Klage zu veranlassen oder zu begründen (BGE 
131 III 61 E. 3.1.1 [Pra 94/2005 Nr. 121], 96 II 39 E. 2a). Das Schadenereig-
nis muss abgeschlossen sein. Dauert es an und kann der Schaden nicht 
festgestellt werden, beginnt die relative Verjährungsfrist grundsätzlich nicht 
zu laufen. Ergibt sich mithin das Ausmass des Schadens aus einem Sach-
verhalt, der sich weiterentwickelt, so beginnt die Verjährung nicht vor Ab-
schluss dieser Entwicklung zu laufen (BGE 126 III 161 E. 3c [Pra 90/2001 
Nr. 80], 112 II 118 E. 4, 108 Ib 97 E. 1c, 96 II 39 E. 2a; BGer 2C_372/2018 
vom 25.7.2018 E. 3.1; vgl. auch Felix Uhlmann, a.a.O., N. 158 ff.; Tobias 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19.05.2021, Nr. 100.2020.8U, 
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Jaag, a.a.O., N. 182a ff.; Claire Huguenin, Obligationenrecht – Allgemeiner 
und Besonderer Teil, 3. Aufl. 2019, N. 2241). Analoge Grundsätze gelten in 
Bezug auf den Beginn der absoluten Verjährung: Gemäss bundesgerichtli-
cher Rechtsprechung kann sich das schädigende Verhalten über einen grös-
seren Zeitraum erstrecken. Bei wiederholtem oder andauerndem schädigen-
dem Verhalten ist der Tag, an dem dieses Verhalten aufhört, für den Beginn 
des Fristenlaufs massgebend (BGE 146 III 14 E. 6.1.2 mit Hinweisen, vgl. 
auch BGE 92 II 1 E. 5b). Gemäss der seit 1. Januar 2020 gültigen Fassung 
von Art. 60 Abs. 1 OR wird die absolute Verjährung von dem Tage an ge-
rechnet, an welchem das schädigende Verhalten «erfolgte oder aufhörte». 
Damit wollte der Gesetzgeber den Beginn der zehnjährigen Frist im Hinblick 
auf Fälle präzisieren, in denen das schädigende Ereignis wiederholt eintritt 
oder in einer dauerhaften Handlung besteht (Botschaft zur Änderung des 
Obligationenrechts [Verjährungsrecht] vom 29. November 2013, in BBI 2014 
S. 235 ff., S. 252).

4.3 Der vom Beschwerdeführer gerügte, angeblich staatshaftungsbe-
gründende Sachverhalt umfasst ein schädigendes Verhalten, das sich über 
einen Zeitraum von gut 17 Monaten erstreckte (ab Einweisung in die JVA 
Thorberg am 2.11.2015 bis zum Eintritt in die psychiatrische Klinik Königs-
felden am 12.4.2017). Der Beschwerdeführer begründet die Widerrechtlich-
keit damit, in für den Vollzug der ihm auferlegten Massnahme grundsätzlich 
ungeeigneten Einrichtungen untergebracht worden zu sein. Die verschiede-
nen Aufenthalte in den als ungeeignet gerügten Institutionen beruhen zwar 
jeweils auf einzelnen Anordnungen bzw. Verlegungsverfügungen. Das allen-
falls widerrechtliche und damit staatshaftungsbegründende Verhalten 
endete indes nicht mit dem jeweiligen Wechsel in eine andere, ebenfalls mut-
masslich ungeeignete Anstalt, sondern erst mit dem Eintritt in die psychiatri-
sche Klinik Königsfelden. Auch das gerügte nachlässige Verhalten der 
ASMV, mit dem nötigen Nachdruck für eine zeitnahe Unterbringung des Be-
schwerdeführers in einer geeigneten Einrichtung zu sorgen, fand erst mit 
diesem Eintritt sein Ende. Da die Widerrechtlichkeit gerade auch mit Blick 
auf die gesamte Dauer der Unterbringung in grundsätzlich ungeeigneten Ein-
richtungen zu beurteilen ist (vgl. hinten E. 5.2 ff., 5.4), sind die gerügten, zeit-
lich nahtlos aneinander anschliessenden Aufenthalte (auch) verjährungs-
rechtlich als Einheit zu betrachten. Die behauptete schädigende Handlung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19.05.2021, Nr. 100.2020.8U, 
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endete somit am letzten Tag der als widerrechtlich gerügten Unterbringung 
des Beschwerdeführers. Erst am 12. April 2017, d.h. mit der Verlegung in die 
psychiatrische Klinik Königsfelden als unstreitig für den Vollzug der angeord-
neten Massnahme geeignete Institution, war die Entwicklung des angeblich 
staatshaftungsbegründenden Sachverhalts abgeschlossen und konnte der 
Beschwerdeführer die wesentlichen Merkmale des von ihm geltend gemach-
ten Schadens- und Genugtuungsanspruchs kennen. Die Verjährungsfrist 
gemäss Art. 105 PG i.V.m. aArt. 60 Abs. 1 OR begann am Folgetag dieser 
Verlegung, also am 13. April 2017 zu laufen. Die Einreichung des Staatshaf-
tungsgesuchs am 21. Februar 2018 erfolgte somit entgegen den vorinstanz-
lichen Ausführungen rechtzeitig vor Ablauf der relativen Verjährungsfrist.

5. Widerrechtlichkeit

Im Folgenden ist zu prüfen, ob dem Kanton Bern ein widerrechtliches Ver-
halten vorzuwerfen ist. 

5.1 Nach dem staatshaftungsrechtlichen Widerrechtlichkeitsbegriff gilt, 
gleich wie nach Art. 41 OR, eine Schadenszufügung als widerrechtlich, wenn 
sie gegen eine allgemeine gesetzliche Pflicht verstösst, indem entweder 
absolute Rechte (wie Leib, Leben, Eigentums- und Persönlichkeitsrechte) 
der geschädigten Person beeinträchtigt werden (Erfolgsunrecht) oder eine 
reine Vermögensschädigung durch Verstoss gegen eine Norm bewirkt wird, 
die nach ihrem Zweck vor derartigen Schäden schützen soll (Verhaltensun-
recht). Liegt eine Verletzung absoluter Rechte ohne Rechtfertigungsgrund 
vor, so ergibt sich die Rechtswidrigkeit der schädigenden Handlung grund-
sätzlich direkt aus diesem Erfolg, ohne dass es zusätzlich eines verpönten 
Verhaltens bedürfte (vgl. BGE 146 IV 211 E. 3.2, 144 I 318 E. 5.5 [Pra 
108/2019 Nr. 94], 139 IV 137 E. 4.2, 135 V 373 E. 2.4; BGer 2C_227/2020 
vom 21.8.2020 E. 7; BVR 2014 S. 297 E. 4.2, 2011 S. 200 E. 4.2.1, 2008 
S. 163 E. 5.2; VGE 2018/166 vom 20.6.2019 E. 4.2). – Der Beschwerde-
führer rügt eine durch den verzögerten Beginn der stationären Massnahme 
verursachte Persönlichkeitsverletzung. Er bringt vor, seine psychische Inte-
grität sei verletzt worden, da sich sein (psychischer) Zustand in den Regio-
nalgefängnissen infolge der fehlenden adäquaten Behandlung seiner Krank-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19.05.2021, Nr. 100.2020.8U, 
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heit graduell verschlechtert habe. Das ungeeignete Setting ohne Therapie 
habe namentlich für seine Gesundheit verheerende Folgen. Angesichts der 
Unterbringung des Beschwerdeführers in grundsätzlich für den Vollzug der 
stationären therapeutischen Massnahme ungeeigneten Einrichtungen (vgl. 
dazu hinten E. 5.4) ist die Beeinträchtigung eines absoluten Rechtsguts 
plausibel dargetan. Es ist deshalb zu prüfen, ob ein Rechtfertigungsgrund 
vorliegt, der eine Widerrechtlichkeit ausschliesst.

5.2 Wichtigster Rechtfertigungsgrund im Staatshaftungsrecht ist die Er-
füllung einer Amtspflicht bzw. die rechtmässige Ausübung öffentlicher Ge-
walt. Eine amtliche Tätigkeit wirkt dann rechtfertigend, wenn der Schaden 
entweder Zweck oder unvermeidliche Begleiterscheinung einer Handlung im 
Rahmen staatlicher Aufgabenerfüllung ist. Eine Schädigung bei Erfüllung 
einer Amtspflicht lässt sich jedoch nur insoweit rechtfertigen, als die getroffe-
nen Massnahmen ordnungsgemäss sind und insbesondere den Grundsatz 
der Verhältnismässigkeit wahren (BGE 123 II 577 E. 4i; vgl. auch VGE 
2018/166 vom 20.6.2019 E. 4.3; Häfelin/Müller/Uhlmann, a.a.O., N. 2116; 
Tschannen/Zimmerli/Müller, Allgemeines Verwaltungsrecht, 4. Aufl. 2014, 
§ 62 N. 35, 38; Jürg Wichtermann, a.a.O., S. 140 N. 77 f.; Tobias Jaag, 
a.a.O., N. 129 ff. und N. 140; Josianne Magnin, Die Polizei: Aufgaben, 
rechtsstaatliche Grenzen und Haftung, 2017, S. 425; Oftinger/Stark, Schwei-
zerisches Haftpflichtrecht, Band II/1, 4. Aufl. 1995, N. 227). Ob vorliegend 
das gerügte Verhalten der ASMV rechtfertigend wirkt und sich der Beschwer-
degegner auf die (rechtmässige) amtliche Tätigkeit der ASMV berufen kann, 
ist im Licht der massnahmenrechtlichen Bestimmungen des StGB und des 
JVG bzw. des auf den vorliegenden Sachverhalt noch anwendbaren alten 
Gesetzes vom 25. Juni 2003 über den Straf- und Massnahmenvollzug 
(SMVG; BAG 04-25; in Kraft bis 30.11.2018) im Verbund mit Art. 3 und Art. 5 
EMRK und der dazu ergangenen Rechtsprechung zu beurteilen.

5.2.1 Nach Art. 59 StGB kann das Strafgericht eine stationäre Behandlung 
anordnen, wenn die Täterin oder der Täter psychisch schwer gestört ist, das 
Verbrechen oder Vergehen mit der psychischen Störung in Zusammenhang 
steht und zu erwarten ist, dadurch lasse sich der Gefahr weiterer mit der 
psychischen Störung in Zusammenhang stehender Taten begegnen 
(Abs. 1). Die stationäre Behandlung erfolgt in einer geeigneten psychiatri-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19.05.2021, Nr. 100.2020.8U, 
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schen Einrichtung oder einer Massnahmenvollzugseinrichtung (Abs. 2). So-
lange die Gefahr besteht, dass die Täterin oder der Täter flieht oder weitere 
Straftaten begeht, wird sie bzw. er in einer geschlossenen Einrichtung be-
handelt. Die Behandlung kann auch in einer Strafanstalt erfolgen, sofern die 
nötige Therapie durch Fachpersonal gewährleistet ist (Abs. 3). Das Gericht 
ordnet eine Massnahme in der Regel nur an, wenn eine geeignete Einrich-
tung zur Verfügung steht (Art. 56 Abs. 5 StGB), wobei die konkrete Bereit-
schaft einer geeigneten Institution, die betroffene Person aufzunehmen, 
nicht Voraussetzung für die Anordnung der Massnahme ist (vgl. BGer 
6B_326/2020 vom 17.4.2020 E. 3.5 mit Hinweisen; Marianne Heer, in: Basler 
Kommentar, Strafrecht I, 4. Aufl. 2019, Art. 56 N. 89). Die sachverständige 
Begutachtung, auf die sich die gerichtliche Anordnung der Massnahme 
stützt, äussert sich (auch) über die Möglichkeiten des Vollzugs der Massnah-
me (vgl. Art. 56 Abs. 3 Bst. c StGB). Die Massnahme wird aufgehoben, wenn 
eine geeignete Einrichtung nicht oder nicht mehr existiert (Art. 62c Abs. 1 
Bst. c StGB). Diese Bestimmung ist nach der Rechtsprechung nicht nur an-
wendbar, wenn überhaupt keine geeignete Einrichtung (mehr) existiert, son-
dern auch dann, wenn es für die betroffene Person keinen Platz in einer 
geeigneten Einrichtung gibt (vgl. BGer 6B_294/2020 vom 24.9.2020 E. 4.1, 
6B_840/2019 vom 15.10.2019 E. 2.3 f., 6B_1001/2015 und 6B_1147/2015 
vom 29.12.2015 E. 3.2, je mit Hinweisen; vgl. auch Heer/Habermeyer, in: 
Basler Kommentar, Strafrecht I, 4. Aufl. 2019, Art. 59 N. 91; Marianne Heer, 
ebenda, Art. 59 N. 100b f.). Art. 62c Abs. 1 Bst. c StGB ist restriktiv auszule-
gen (vgl. Marianne Heer, a.a.O., Art. 56 N. 87, Art. 62c N. 24). Gemäss 
Art. 10 Abs. 1 Bst. g SMVG dienen die Gefängnisse unter anderem dem Voll-
zug von Massnahmen, die aus Sicherheits-, Disziplinar- oder Platzgründen 
vorübergehend nicht anderswo vollzogen werden können (vgl. soweit hier 
interessierend übereinstimmend Art. 9 Abs. 2 Bst. a JVG). Art. 30 SMVG be-
stimmt, dass die zuständige Stelle der POM Eingewiesene zur Fortsetzung 
des Vollzugs in eine andere Vollzugseinrichtung, in eine psychiatrische Klinik 
oder in eine anerkannte private Institution verlegen kann, wenn ihr Zustand, 
ihr Verhalten oder die Sicherheit dies notwendig machen, ihre Behandlung 
dies erfordert oder ihre Eingliederung dadurch eher erreicht wird (Abs. 1). 
Aus Sicherheits-, Disziplinar- oder Platzgründen können Eingewiesene vo-
rübergehend in ein Gefängnis verlegt werden. Verlegungen bis zu einer 
Dauer von drei Wochen können durch die Leitung der Vollzugseinrichtung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19.05.2021, Nr. 100.2020.8U, 
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angeordnet werden. Längerfristige Verlegungen sind durch die zuständige 
Stelle der Polizei- und Militärdirektion anzuordnen (Abs. 2; vgl. soweit hier 
interessierend übereinstimmend Art. 18 JVG). Art. 377 Abs. 3 StGB schreibt 
den Kantonen ausdrücklich vor, die vom Gesetz für den Massnahmenvollzug 
vorgesehenen Einrichtungen zu errichten und zu betreiben.

5.2.2 Die persönliche Freiheit ist grundrechtlich geschützt und darf einer 
Person nur in den gesetzlich vorgesehenen Fällen und nur auf die im Gesetz 
vorgeschriebene Weise entzogen werden (Art. 10 Abs. 2 und Art. 31 Abs. 1 
BV; Art. 5 EMRK). Gemäss Art. 5 Ziff. 1 EMRK darf der betroffenen Person 
die Freiheit insbesondere entzogen werden, wenn sie rechtmässig nach Ver-
urteilung durch ein zuständiges Gericht in Haft gehalten wird (Bst. a) oder 
wenn ihr die Freiheit rechtmässig entzogen wird, weil sie psychisch krank ist 
(Bst. e). Der Freiheitsentzug unter dem Titel von Art. 5 Ziff. 1 Bst. e EMRK 
ist unter drei Bedingungen zulässig: Die psychische Störung muss beweis-
mässig erstellt sein, der Freiheitsentzug muss durch den Charakter oder den 
Schweregrad der Störung legitimiert sein und der Freiheitsentzug darf nur 
bei persistierender Störung aufrecht erhalten werden (Europäischer Men-
schenrechtshof [EGMR] 43977/13 vom 9.1.2018, Kadusic gegen Schweiz, 
Ziff. 42; BGer 6B_294/2020 vom 24.9.2020 E. 4.2, 6B_121/2019 vom 
12.6.2019 E. 3.2, 6B_976/2018 vom 18.10.2018 E. 1.3, je mit Hinweisen). 
Nach der Rechtsprechung des EGMR ist der Freiheitsentzug einer psychisch 
kranken Person nur dann im Sinne von Art. 5 Abs. 1 Bst. e EMRK rechtmäs-
sig, wenn er in einem Spital, einer Klinik oder einer anderen geeigneten 
Institution vollzogen wird (EGMR 43977/13 vom 9.1.2018, Kadusic gegen 
Schweiz, Ziff. 45; 43368/08 vom 27.1.2015, Papillo gegen Schweiz, Ziff. 42; 
8225/78 vom 28.5.1985, Ashingdane gegen Vereinigtes Königreich, Ziff. 44). 
Der Umstand, dass die betroffene Person übergangsweise nicht in einer ge-
eigneten Einrichtung untergebracht ist (sog. Organisationshaft; vgl. etwa 
BGer 6B_294/2020 vom 24.9.2020 E. 4.2, 5.1; Marianne Heer, a.a.O., 
Art. 59 N. 100c), hat nach der Rechtsprechung des EGMR indes nicht auto-
matisch die Rechtswidrigkeit des Freiheitsentzugs zur Folge. Bei der Beur-
teilung der Zulässigkeit der Unterbringung einer massnahmenunterworfenen 
Person in einer Straf- oder Haftanstalt sind vielmehr auch die Bemühungen 
der Behörden zu berücksichtigen, eine geeignete Einrichtung zu finden. Da-
für muss diesen eine angemessene Zeitspanne zugebilligt werden (vgl. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19.05.2021, Nr. 100.2020.8U, 
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EGMR 43368/08 vom 27.1.2015, Papillo gegen Schweiz, Ziff. 43 und 46; 
43418/09 vom 10.1.2013, Claes gegen Belgien, Ziff. 115; 27428/07 vom 
13.10.2009, De Schepper gegen Belgien, Ziff. 48; BGE 142 IV 105 E. 5.8.1; 
BGer 6B_294/2020 vom 24.9.2020 E. 4.2, 6B_1320/2019 vom 29.1.2020 
E. 2.1, 6B_330/2019 vom 5.9.2019 E. 1.1.2, 6B_817/2014 vom 2.4.2015 
E. 3.2.2 f.). Der EGMR trägt mit dieser Rechtsprechung dem Umstand Rech-
nung, dass eine gewisse Diskrepanz zwischen verfügbaren und benötigten 
Klinikplätzen unvermeidbar und daher gerechtfertigt ist. Bereits eine relativ 
kurze Wartezeit gilt aber als nicht mehr zumutbar, wenn sie auf einen seit 
Jahren bekannten strukturell bedingten Mangel an Einrichtungskapazitäten 
zurückzuführen ist (vgl. EGMR 48865/99 vom 11.5.2004, Morsink gegen 
Niederlande, Ziff. 67 ff.; 49902/99 vom 11.5.2004, Brand gegen Niederlande, 
Ziff. 64 ff.; BGE 142 IV 105 E. 5.8.2, 138 III 593 E. 8.2, je mit Hinweisen; 
BGer 6B_294/2020 vom 24.9.2020 E. 4.2; Grabenwarter/Pabel, Europäi-
sche Menschenrechtskonvention, 7. Aufl. 2021, § 21 N. 44; Meyer-Ladewig 
et al., in: EMRK, Handkommentar, 4. Aufl. 2017, Art. 5 N. 56; Gonin/Bigler, 
Convention européenne des droits de l’homme, 2018, Art. 5 N. 96 f.). In der 
Schweiz besteht gemäss der Rechtsprechung des EGMR kein struktureller 
Mangel an Therapieplätzen für psychisch kranke Straftäter (vgl. EGMR 
43368/08 vom 27.1.2015, Papillo gegen Schweiz, Ziff. 46; daran anschlies-
send etwa BGE 142 IV 105 E. 5.8.2; BGer 6B_294/2020 vom 24.9.2020 
E. 5.5; vgl. dazu auch hinten E. 5.4.6).

5.2.3 Dieselben Schranken für Organisationshaft ergeben sich aus der 
Rechtsprechung des Bundesgerichts: Danach ist eine längerfristige Unter-
bringung von zu einer Massnahme verurteilten Personen in einer Straf- oder 
Haftanstalt, jedenfalls soweit die Voraussetzungen von Art. 59 Abs. 3 StGB 
nicht erfüllt sind, unzulässig. Freiheitsentzug ist bei einer behandlungsbe-
dürftigen Person grundsätzlich nur rechtmässig, wenn er in einem Kranken-
haus, einer Klinik oder einer anderen hierfür geeigneten Institution erfolgt. 
Damit ist der Staat (konkret: die Kantone) verpflichtet, in hinreichendem 
Umfang Plätze in geeigneten Einrichtungen bereitzustellen, sodass die Be-
troffenen angemessen untergebracht werden können. Ein übergangsweiser 
Aufenthalt in einer Straf- oder Haftanstalt ist solange zulässig, als dies erfor-
derlich ist, um eine geeignete Einrichtung zu finden. Verstreicht infolge be-
kannter Kapazitätsschwierigkeiten jedoch längere Zeit bis zur adäquaten 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19.05.2021, Nr. 100.2020.8U, 
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Platzierung der betroffenen Person, verstösst die Inhaftierung in einer Straf-
anstalt unter Umständen gegen Art. 5 EMRK. Insoweit kommt auch der In-
tensität der behördlichen Bemühungen für eine geeignete Unterbringung 
Bedeutung zu (BGE 142 IV 105 E. 5.8.1 f.; BGer 6B_294/2020 vom 
24.9.2020 E. 5.1, 6B_840/2019 vom 15.10.2019 E. 2.5.3, je mit Hinweisen). 
Leitet die zuständige Vollzugsbehörde nicht umgehend die Einweisung in 
eine Therapieeinrichtung in die Wege und handelt sie nicht zielstrebig, kann 
dies einen verfassungs- bzw. konventionswidrigen Freiheitsentzug begrün-
den (vgl. Marianne Heer, a.a.O., Art. 59 N. 100c). Nebst den Bemühungen 
der Vollzugsbehörde, eine geeignete Massnahmenvollzugseinrichtung zu 
finden, sind praxisgemäss auch das Verhalten der betroffenen Person und 
weiter der Umstand zu berücksichtigen, ob bzw. inwieweit diese bereits vor 
ihrem Eintritt in eine geeignete Einrichtung die erforderliche Therapie erhält 
(vgl. BGE 142 IV 105 E. 5.8.1; BGer 6B_840/2019 vom 15.10.2019 E. 2.5.4, 
6B_1001/2015 und 6B_1147/2015 vom 29.12.2015 E. 9.2). Weiter ist zu be-
achten, dass der Zweck der Massnahme (die Resozialisierung durch eine 
geeignete Therapie) nicht durch einen unverhältnismässig langen Aufenthalt 
in einer Straf- oder Haftanstalt ohne adäquate Behandlung vereitelt werden 
soll: Liegt der wahre Zweck der Massnahme bloss (noch) in der Sicherung 
der betroffenen Person, ist ein solchermassen begründeter Freiheitsentzug 
nur unter den strengen Voraussetzungen zulässig, die für eine Verwahrung 
gelten (vgl. BGE 142 IV 105 E. 5.8.1 in fine). Das Bundesgericht hat mit Blick 
auf die Unterbringung in einer ungeeigneten Einrichtung aber teils auch 
längere Zeitspannen akzeptiert: So hat es erwogen, eine Dauer von etwas 
mehr als fünf Monaten, in der die betroffene Person in einem Gefängnis un-
tergebracht war und wöchentliche Gespräche mit einer Psychologin führte 
sowie eine psychopharmakologische Behandlung erhielt, verstosse nicht ge-
gen Art. 5 Abs. 1 Bst. e EMRK (BGer 6B_817/2014 vom 2.4.2015 E. 3.5.2). 
Im Fall eines von einer stationären therapeutischen Massnahme gemäss 
Art. 61 StGB betroffenen jungen Erwachsenen, der während elf Monaten 
ohne Behandlung in einem Gefängnis untergebracht war, verneinte das Bun-
desgericht eine Verletzung von Art. 5 Ziff. 1 Bst. e EMRK ebenfalls (BGer 
6B_330/2019 vom 5.9.2019 E. 1.3.2). Ebenso befand es den Aufenthalt in 
einem Regionalgefängnis während gut zehn Monaten nach der «Zurverfü-
gungstellung» durch eine Massnahmenvollzugseinrichtung zwar als lang, 
angesichts der wegen der Therapieverweigerung des Betroffenen schwie-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19.05.2021, Nr. 100.2020.8U, 
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rigen Ausgangslage jedoch «gerade noch [als] vertretbar» (BGer 
6B_840/2019 vom 15.10.2019 E. 2.5.5). Selbst eine Wartezeit von zwei Jah-
ren und fünf Monaten in einer ungeeigneten Einrichtung erachtete das Bun-
desgericht als zulässig, wobei allerdings im fraglichen Verfahren das Ober-
gericht des Kantons Bern bereits angeordnet hatte, dass bis zu einem 
bestimmten Zeitpunkt ein Übertritt der betroffenen Person in eine psychiatri-
sche Klinik oder andernfalls die Aufhebung der Massnahme erfolgen müsse 
(BGer 6B_1001/2015 und 6B_1147/2015 vom 29.12.2015 E. 9.2).

5.2.4 Aus den vorstehenden Erwägungen und der zitierten Rechtspre-
chung des EGMR und des Bundesgerichts lässt sich keine absolute Frist 
oder bestimmte Dauer ableiten, nach deren Ablauf ein Freiheitsentzug in 
einer ungeeigneten Einrichtung bundesrechts- bzw. konventionswidrig ist. 
Vielmehr hängt das zumutbare Mass für eine Wartezeit bzw. die Rechtmäs-
sigkeit der Dauer der sog. Organisationshaft namentlich von der Intensität 
der Bemühungen der zuständigen Vollzugsbehörden für eine geeignete Plat-
zierung ab, wobei stets der konkrete Einzelfall aufgrund einer Interessenab-
wägung unter Berücksichtigung aller weiteren relevanten Umstände zu 
beurteilen ist. Dabei ist die übergangsweise Unterbringung einer massnah-
menunterworfenen Person in einer Straf- oder Haftanstalt in der Regel solan-
ge zulässig, als sie bei hinreichenden behördlichen Bemühungen erforder-
lich ist, um eine geeignete Einrichtung für den Vollzug der Massnahme zu 
finden.

5.3 Der Beschwerdegegner führt in der angefochtenen Verfügung aus, 
die ASMV habe sich zeitnah und auch quantitativ genügend intensiv um eine 
Unterbringung des Beschwerdeführers in einer geeigneten Massnahmen-
vollzugseinrichtung bemüht. Dass der Beschwerdeführer in den angemelde-
ten Kliniken auf der Warteliste gestanden habe, gründe einerseits wohl auf 
einem gewissen strukturellen Mangel an Plätzen für die Durchführung von 
stationären therapeutischen Massnahmen. Anderseits sei jedoch auch das 
Verhalten des Beschwerdeführers von entscheidender Bedeutung gewesen 
für die Schwierigkeiten bei seiner Platzierung. Seine Verweigerungshaltung 
hinsichtlich der verschriebenen Medikation sowie sein renitentes Verhalten, 
das von den Einrichtungen mehrfach mit Disziplinarmassnahmen geahndet 
worden sei, hätten massgeblich zur Verzögerung seiner Unterbringung in 

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einer geeigneten psychiatrischen Institution beigetragen. Namentlich habe 
die Klinik Königsfelden seine Aufnahme mit Blick auf Sicherheitsfragen einer 
eingehenden Prüfung unterziehen müssen, und die UPK Basel habe ihren 
negativen Bescheid mit der fehlenden Krankheits- und Behandlungseinsicht 
begründet (angefochtene Verfügung E. II/4c S. 6 f.). – Der Beschwerdefüh-
rer bringt vor, es treffe nicht zu, dass sich die ASMV intensiv um seine Un-
terbringung in einer geeigneten Einrichtung bemüht habe. So habe sie ihn 
nicht von Beginn an auch bei den Kliniken Beverin und St. Gallen Nord an-
gemeldet und ausserdem erstmals nach über acht Monaten bei den ange-
fragten Kliniken nachgehakt. Erst nach der Absage der UPK Basel sei auch 
die Klinik Beverin angefragt worden, nicht aber die Klinik St. Gallen Nord. 
Dass er sich unkooperativ und misstrauisch verhalten habe, könne ihm nicht 
vorgeworfen werden, da dies ein Merkmal seiner (damals nicht adäquat 
behandelten) schizophrenen Erkrankung sei. Es hätte bereits vor seinem 
vorzeitigen Massnahmenantritt eine geeignete Einrichtung für ihn gefunden 
werden müssen. Weil dies nicht der Fall gewesen und die zulässige kurze 
Aufenthaltsdauer in einem Regionalgefängnis deutlich überschritten worden 
sei, hafte der Kanton Bern (Beschwerdeergänzung Bst. C Rz. 3.4 ff. 
S. 15 f.).

5.4 Nach der Anordnung des vorzeitigen Massnahmenvollzugs am 
2. November 2015 wartete der Beschwerdeführer bis zum 12. April 2017, 
also mehr als 17 Monate darauf, in eine forensisch-psychiatrische Institution 
eintreten zu können. Dies ist auch dann eine lange Zeit, wenn man berück-
sichtigt, dass die stationäre Massnahme erst im Strafurteil vom 10. Juni 2016 
angeordnet wurde bzw. der Beschwerdeführer in der Zeit vom 2. November 
2015 bis dahin noch nicht rechtskräftig zur (stationären) Massnahme verur-
teilt worden war (vgl. insoweit relativierend BGer 1B_251/2020 vom 
17.6.2020 E. 5.3). Die Vorinstanz hat festgehalten, dass der Beschwerde-
führer bis zum Eintritt in die Klinik Königsfelden nicht in einer geeigneten 
psychiatrischen Einrichtung untergebracht war. Es ist daher im Licht der in 
E. 5.2 dargelegten Aspekte im Folgenden namentlich zu prüfen, ob die Be-
mühungen der ASMV, für den Beschwerdeführer einen Therapieplatz zu fin-
den, ausreichend waren. Grundsätzlich ist hierfür das gesamte behördliche 
Verhalten der ASMV in der fraglichen Zeitspanne massgebend und unter 
Berücksichtigung der weiteren relevanten Aspekte zu würdigen. Die allfällige 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19.05.2021, Nr. 100.2020.8U, 
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Widerrechtlichkeit folgt im Ergebnis aus der als zu lange gerügten Gesamt-
dauer der Unterbringung in ungeeigneten Einrichtungen; das beanstandete 
behördliche Verhalten endete erst mit der Verlegung in den angeordneten 
Massnahmenvollzug (vgl. auch vorne E. 4.3). Soweit sich dabei das angeb-
lich staatshaftungsbegründende behördliche Verhalten nicht auf Realakte 
der Vollzugsbehörden, sondern auf formell rechtskräftige Rechtsakte der 
Massnahmenvollzugsbehörden und -gerichte bezieht, muss sich der Be-
schwerdeführer deren Rechtmässigkeit nicht entgegengehalten lassen. Sind 
wie vorliegend Entschädigungsansprüche unmittelbar gestützt auf Art. 5 
EMRK zu beurteilen, kommt das auch im Staatshaftungsrecht des Kantons 
Bern an sich zu beachtende Prinzip der Einmaligkeit des Rechtsschutzes, 
wonach die Rechtmässigkeit formell rechtskräftiger Verfügungen, Entschei-
de und Urteile in einem Staatshaftungsverfahren nicht mehr überprüft wer-
den kann (vgl. BVR 2014 S. 297 E. 4.3.1, 2008 S. 569 E. 3.3.2, 2000 S. 537 
E. 2b), ausnahmsweise nicht zum Tragen (vgl. BGE 129 I 139 E. 3.1, 126 I 
144 E. 2a; Reto Feller, a.a.O., S. 151 ff.; vgl. auch vorne E. 2.2.2).

5.4.1 Die Vorinstanz macht nicht geltend, die Voraussetzungen für eine Un-
terbringung und Behandlung des Beschwerdeführers in einer Strafanstalt 
nach Art. 76 Abs. 2 StGB seien erfüllt und die nötige therapeutische Behand-
lung durch Fachpersonal in den Strafanstalten vollumfänglich gewährleistet 
gewesen (Art. 59 Abs. 3 StGB; vgl. BGE 142 IV 105 E. 5.8.1). Es stellt sich 
mit Blick auf die Zulässigkeit und die Dauer der Aufenthalte in den einzelnen 
Institutionen dennoch jeweils auch die Frage, inwieweit der Beschwerdefüh-
rer während der sog. Organisationshaft, die sich vorliegend in die nachfol-
genden drei Phasen unterteilen lässt, eine therapeutische Behandlung er-
halten konnte: 

– Von den 17 Monaten bis zum Eintritt in eine forensisch-psychiatrische In-
stitution verbrachte der Beschwerdeführer die ersten vier Monate in der 
JVA Thorberg (vgl. vorne E. 2.1.3). In dieser ersten Phase wurde er durch 
den FPD psychiatrisch begleitet. Es fanden regelmässig psychiatrische 
Konsilien statt und es war eine interne Verlegung auf die damalige thera-
peutische Abteilung vorgesehen, welche jedoch nicht zuletzt an seiner 
Verweigerungshaltung gegenüber der psychiatrischen Behandlung schei-
terte (vgl. Vorakten BVD [act. 4A] pag. 181, 191, 232 ff.). Der Beschwer-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19.05.2021, Nr. 100.2020.8U, 
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deführer wurde wegen unanständigen Benehmens gegenüber dem Per-
sonal bzw. Drohung gegen Miteingewiesene mehrmals disziplinarisch mit 
mehrtägigem Arrest bestraft (vgl. Vorakten BVD [act. 4A] pag. 182 f. bzw. 
192 f.) und musste wegen «Beziehungs- und Beeinträchtigungsideen, 
teilweise mit Fixierung auf einen Mitinsassen» abteilungsintern verlegt 
werden (vgl. Vorakten BVD [act. 4A] pag. 184 ff., 187 [Zitat]). Er verwei-
gerte die Blutentnahme zur Erhebung seines Medikamenten-Blutspie-
gels, wodurch er die mit Blick auf seine Diabeteserkrankung wichtige 
Überprüfung des Blutbilds verunmöglichte. Ab Ende Januar 2016 begann 
er, auch die Einnahme der antipsychotischen Medikation systematisch zu 
verweigern (vgl. Vorakten BVD [act. 4A] pag. 201 f.). Am 19. Februar 
2016 musste er aufgrund akuter Selbst- und Fremdgefährdung in der 
Sicherheitsabteilung der JVA Thorberg isoliert werden (vgl. Vorakten BVD 
[act. 4A] pag. 207 f., 209 f., 211 f.). Wegen seines zunehmend psychoti-
schen Verhaltens und der fehlenden Kooperation in Bezug auf die Be-
handlung seiner Diabeteserkrankung wurde der Beschwerdeführer 
schliesslich auf die BEWA verlegt (vgl. Vorakten BVD [act. 4A] pag. 225, 
230 f., 232 ff.). 

– In einer zweiten Phase verbrachte der Beschwerdeführer insgesamt neun 
Monate und 28 Tage in Regionalgefängnissen (vgl. vorne E. 2.1.3). Dort 
waren die Therapiemöglichkeiten beschränkt. Der Beschwerdeführer er-
hielt aber jederzeit die notwendige medikamentöse Therapie (soweit er 
diese nicht verweigerte) und war in regelmässiger psychologischer und 
ärztlicher Behandlung (jeweils 1-2 Konsultationen pro Monat; vgl. Vorak-
ten BVD [act. 4A] pag. 302, Vorakten BVD [act. 4B] pag. 353, 362, 
475 ff.). Die Behandlung erfolgte gemäss Verlaufsbericht vom 29. Mai 
2017 weiterhin durch den FPD, wobei der Schwerpunkt auf der Stabilisie-
rung des Beschwerdeführers sowie auf psychoedukativen Elementen lag, 
aber keine vertiefte störungsorienterte Therapie und keine deliktorien-
tierte Behandlung stattfanden (vgl. Vorakten BVD [act. 4B] pag. 475 ff.). 
Nachdem es im Regionalgefängnis Thun offenbar anfänglich relativ gut 
lief, wurde der Beschwerdeführer ab November 2016 zunehmend psycho-
tisch und schwer tragbar (vgl. Vorakten BVD [act. 4B] pag. 353). Am 
5. Dezember 2016 wurde er wegen Beleidigung des Personals und Stö-
rung des geordneten Zusammenlebens in die Sicherheitszelle eingewie-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19.05.2021, Nr. 100.2020.8U, 
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sen (vgl. Vorakten BVD [act. 4B] pag. 364 f.). Am 3. Januar 2017 teilte der 
Direktor des Regionalgefängnisses der ASMV mit, der Beschwerdeführer 
stelle ein medizinisches Risiko dar, da er sich nicht kontrollieren lasse, 
seine Diabeteswerte nicht mitteile, die Blutabnahme verweigere und mög-
licherweise die verschriebenen Medikamente nicht einnehme (vgl. Vorak-
ten BVD [act. 4B] pag. 366). 

– Deshalb erforderte der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers am 
4. Januar 2017 erneut eine Verlegung auf die BEWA. Danach verbrachte 
er drei Monate auf der Station Etoine der UPD (vgl. Vorakten BVD 
[act. 4B] pag. 372 ff.). In dieser dritten Phase war der Beschwerdeführer 
psychiatrisch und medizinisch umfassend versorgt. Die Behandlung auf 
der hochspezialisierten Station Etoine erfolgt durch Fachpersonen aus 
Medizin, Pflege, Psychologie, Sozialarbeit und Therapie, das Behand-
lungssetting ist milieutherapeutisch orientiert und umfasst auch psycho- 
und soziotherapeutische Angebote. Neben der dringend notwendigen 
Kontrolle des Blutzuckers wurde dort insbesondere versucht, beim Be-
schwerdeführer eine antipsychotische Medikation zu etablieren. Dies er-
wies sich infolge seiner fortdauernden Verweigerungshaltung indes als 
schwierig. Angesichts seiner Instabilität ging es zunächst darum, ihn so-
matisch und psychisch zu stabilisieren und insbesondere die Diabetes-
erkrankung in den Griff zu bekommen (vgl. Vorakten BVD [act. 4B] 
pag. 402). Nach Lockerungen im milieutherapeutischen Bereich verwei-
gerte der Beschwerdeführer erneut mehrmals die Einnahme der Medika-
mente und es trat eine psychische Dekompensation auf. Zudem begann 
er, sich für das milieutherapeutische Programm unmotiviert zu zeigen. Es 
war nicht möglich, die geplante antipsychotische Depotmedikation auf 
freiwilliger Basis umzusetzen. Zur Vermeidung von Selbst- und Fremd-
schädigungen war eine Zwangsmedikation erforderlich, wobei der Be-
schwerdeführer körperliche und verbale Gegenwehr leistete (vgl. Vorak-
ten BVD [act. 4B] pag. 498 ff.). 

5.4.2 Es ist somit festzuhalten, dass der Beschwerdeführer auch während 
seiner Aufenthalte in Strafvollzugseinrichtungen stets Zugang zu grundle-
gender psychiatrischer und umfassender medizinischer Versorgung hatte. 
Eine spezifische, d.h. auf den Beschwerdeführer bezogene delikt- und stö-
rungsorientierte Therapie konnte allerdings in den genannten Institutionen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19.05.2021, Nr. 100.2020.8U, 
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nicht begonnen werden; die mit dem Massnahmenentscheid angeordnete 
Therapie erfolgte mithin erst mit dem Eintritt in die Klinik Königsfelden. Dabei 
ist aber zu beachten, dass zunächst vorgesehen war, den Beschwerdeführer 
nach einem anfänglichen Aufenthalt in der Integrationsabteilung der JVA 
Thorberg auf die damals bestehende dortige Therapieabteilung zu verlegen, 
was an seinem Verhalten und damit verbundenen Sicherheitsbedenken 
scheiterte (vgl. Vorakten BVD [act. 4B] pag. 475; E. 5.4.1 hiervor, auch zum 
Folgenden). Die erste Phase der Unterbringung in einer ungeeigneten Insti-
tution hätte somit der alsbaldigen Verlegung auf die spezialisierte Therapie-
station dienen sollen, wo der Beschwerdeführer auf den Massnahmenantritt 
vorbereitet worden wäre. Die zweite Phase, während der lediglich die psy-
chiatrische und medizinische Basisversorgung sichergestellt war, kann ohne 
Weiteres als eigentliche Wartezeit bezeichnet werden. Demgegenüber dien-
te die dritte Phase (wiederum) der Vorbereitung auf den Massnahmenantritt: 
In einem intensiven Gesamtsetting wurde versucht, eine antipsychotische 
Medikation zu etablieren und die für eine delikt- und störungsorientierte The-
rapie erforderliche Behandlungseinsicht und -motivation des Beschwerde-
führers herzustellen. Der Aufenthalt auf der Station Etoine der UPD mit der 
engmaschigen und hochspezialisierten Betreuung durch Fachpersonen 
namentlich aus den Bereichen Medizin und Psychologie stellt somit keine 
eigentliche Wartezeit dar, sondern hatte vielmehr den Charakter einer vor-
bereitenden Therapiephase im Sinn des Erwerbs eines Krankheitsverständ-
nisses (vgl. auch BGer 6B_294/2020 vom 24.9.2020 E. 5.3 in fine, mit Hin-
weisen; ferner Chris Lehner, Freiheitsentziehende Massnahmen im schwei-
zerischen Strafrecht, in recht 2017 S. 81 ff., 91). Dass sich der Gesundheits-
zustand des Beschwerdeführers wegen fehlender adäquater Therapie 
dauerhaft verschlechtert hätte, wird in der Beschwerde nicht substanziiert 
dargelegt und ist denn auch nicht ersichtlich. Das Obergericht des Kantons 
Bern führt in seinem Beschluss vom 24. Mai 2018 betreffend Aufhebung der 
Massnahme (E. 25) hierzu aus (vgl. Vorakten BVD [act. 4C] pag. 734 ff.): 

«Auch [das Obergericht] erachtet [wie der Beschwerdeführer] den Zeit-
punkt, in dem der Beschwerdeführer nach Antritt der Massnahme erst-
mals in eine geeignete Einrichtung eintreten konnte, als spät. Jedoch 
hat die [POM] zu Recht darauf hingewiesen, dass beim Beschwerdefüh-
rer bereits vor Antritt der Massnahme im Jahr 2015 und vor seinem Auf-
enthalt in den Regionalgefängnissen keine Therapiemotivation vorhan-
den war. Dies hat sich während seiner Unterbringung in den Regional-
gefängnissen auch nicht geändert. Es kann damit nicht gesagt werden, 
dass die Aufenthalte in den Regionalgefängnissen bzw. auf der Station 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19.05.2021, Nr. 100.2020.8U, 
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Etoine den Gesundheitszustand und die Motivation des Beschwerde-
führers nachhaltig und anhaltend gestört hat» 

Diese Einschätzung teilt das Verwaltungsgericht. Auch der Hinweis des Be-
schwerdeführers auf die in einem Zeitungsartikel abgedruckte Fachmeinung 
(vgl. Beschwerdeergänzung Bst. C Rz. 2.9 S. 10 f.) rechtfertigt es nicht, da-
von abzuweichen. Umgekehrt bestehen keine Hinweise darauf, dass bei 
einem früheren Eintritt in eine geeignete Institution die Therapiemotivation 
wesentlich leichter und die Krankheitseinsicht bedeutend schneller hätten 
herbeigeführt werden können, zumal auch nach dem Eintritt des Beschwer-
deführers in die Klinik Königsfelden diesbezüglich erhebliche Schwierigkei-
ten bestanden (vgl. vorne E. 2.1.4; ferner Vorakten BVD [act. 4C] 
pag. 788 ff., Vorakten BVD [act. 4D] pag. 1016 ff.). In Bezug auf die geltend 
gemachte Verschlechterung des Gesundheitszustands des Beschwerdefüh-
rers ist im Übrigen darauf hinzuweisen, dass sich dieser immer wieder gegen 
die erforderliche medikamentöse Behandlung wehrte und Gespräche ver-
weigerte, wobei letzteres gemäss Austrittsbericht des FPD vom 3. Mai 2016 
nicht auf psychotische Blockaden, sondern auf eine willentliche Verweige-
rung zurückzuführen war (vgl. Vorakten BVD [act. 4A] pag. 236; vgl. E. 5.4.1 
hiervor sowie hinten E. 5.4.5). 

5.4.3 Die ASMV hat im November 2015 zunächst drei forensisch-psychia-
trische Kliniken um Aufnahme des Beschwerdeführers ersucht. Die Klinik 
Königsfelden und die UPK Basel bestätigten im Dezember 2015 bzw. Januar 
2016, dass er auf die jeweilige Warteliste gesetzt wurde. Gemäss Verfügung 
der ASMV vom 13. Januar 2017 war der Beschwerdeführer auch auf der 
Warteliste der Klinik Rheinau berücksichtigt worden (vgl. Vorakten BVD 
[act. 4B] pag. 372 ff.). Im August 2016 rief diese Klinik aber einen Aufnah-
mestopp für ausserkantonale Eingewiesene aus (vgl. <www.konkordate.ch>, 
Rubrik «Anstaltsplanung», Zwischenbericht der Arbeitsgruppe Versorgungs-
ketten für psychisch kranke Straftäter im Konkordat NWI-CH [November 
2016]). Im Februar 2016 erhielt der zuständige psychiatrische Oberarzt des 
FPD auf Anfrage die Rückmeldung der UPK Basel, dass man nicht wisse, 
wann der Beschwerdeführer aufgenommen werden könne, selbst wenn er 
bevorzugt berücksichtigt würde (vgl. Vorakten BVD [act. 4A] pag. 203 f.). Am 
29. Juli und 5. August 2016 erkundigte sich die ASMV bei der UPK Basel, ob 
und wann mit einer Aufnahme gerechnet werden könne (Vorakten BVD 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19.05.2021, Nr. 100.2020.8U, 
Seite 32

[act. 4A] pag. 301). Nachdem die UPK Basel zunächst telefonisch angab, 
der Beschwerdeführer sei nach wie vor auf der Warteliste eingetragen, teilte 
sie mit Schreiben vom 11. August 2016 mit, das Aufnahmegesuch sei bereits 
einige Monate zuvor wegen fehlender Behandlungseinsicht und mangelnder 
Therapiemotivation des Beschwerdeführers abgelehnt worden. Da sich die 
Antwort derart verzögert habe, könnte das Gesuch aber gegebenenfalls er-
neut geprüft werden (vgl. Vorakten BVD [act. 4B] pag. 320). Am 22. August 
2016 meldete die ASMV den Beschwerdeführer daher erneut bei der UPK 
Basel an (Vorakten BVD [act. 4B] pag. 323). Auf Nachfrage hin lehnte die 
UPK Basel eine Aufnahme am 26. September 2016 u.a. gestützt auf eigene 
Abklärungen wiederum ab, da die «in den Vorberichten dokumentierte fast 
durchgehend fehlende Krankheitseinsicht und Behandlungsmotivation […] 
sich leider nicht relevant geändert [hätten]» (vgl. Vorakten BVD [act. 4B] 
pag. 326 bzw. 329 f. [Zitat]; vgl. dazu vorne E. 5.4.1). Die ASMV erkundigte 
sich ausserdem am 20. September 2016 telefonisch bei der Klinik Königsfel-
den über den aktuellen Status des Aufnahmegesuchs (Vorakten BVD 
[act. 4B] pag. 325), worauf diese am 30. September 2016 schriftlich mitteilte, 
der Beschwerdeführer sei immer noch auf der Warteliste und man werde 
sich mit der ASMV in Verbindung setzen, sobald ein Eintrittstermin absehbar 
sei. Gleichentags stellte die ASMV bei der Klinik Beverin ein Aufnahmege-
such (Vorakten BVD [act. 4B] pag. 335 ff.), und der Beschwerdeführer wurde 
auf die dortige Warteliste gesetzt. Am 28. Oktober 2016 folgte zudem ein 
Aufnahmegesuch an die JVA Solothurn (Vorakten BVD [act. 4B] 
pag. 346 ff.). Am 12. April 2017 trat der Beschwerdeführer den Vollzug der 
stationären Massnahme nach Art. 59 StGB in der Klinik Königsfelden an. 

5.4.4 Die dokumentierten und hiervor zusammenfassend dargelegten 
Bemühungen der ASMV, für den Beschwerdeführer einen Platz in einer 
forensisch-psychiatrischen Klinik zu finden, erweisen sich entgegen dessen 
Auffassung nicht als ungenügend. Die Schweizer Kantone haben sich zur 
Erfüllung der kantonalen Aufgabe des Straf- und Massnahmenvollzugs für 
Erwachsene (vgl. Art. 123 Abs. 2 BV) zu drei regionalen Strafvollzugskon-
kordaten zusammengeschlossen. Diese verfolgen das Ziel, einen bedarfs-
gerechten, verfassungs- und gesetzeskonformen Straf- und Massnahmen-
vollzug zu gewährleisten. Es entspricht dem Sinn der Strafvollzugskonkor-
date, dass bei der Suche nach einem Platz für den stationären Massnah-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19.05.2021, Nr. 100.2020.8U, 
Seite 33

menvollzug zunächst in erster Linie die Anstalten der Konkordatskantone 
angefragt werden (vgl. <www.konkordate.ch>, Rubriken «Portrait/Konkor-
datsvereinbarung», Art. 3, 11, 13 und 15 der Konkordatsvereinbarung vom 
5.5.2006). Entsprechend wurden die zum Strafvollzugskonkordat Nordwest- 
und Innerschweiz gehörenden Kliniken der Kantone Aargau und Basel-Stadt 
angefragt. Zudem wurde bereits im November 2015 die (ausserkonkordat-
liche) Klinik Rheinau sowie nach der Absage der UPK Basel im September 
2016 die (ebenfalls ausserkonkordatliche) Klinik Beverin angefragt. Dass auf 
die Anfrage weiterer ausserkonkordatlicher Institutionen verzichtet wurde, 
lag im Ermessen der Vollzugsbehörden und ist angesichts der bisweilen 
bestehenden Aufnahmebeschränkungen nicht zu beanstanden. Die ASMV 
blieb auch nach den Anmeldungen nicht untätig. So stellte sie den angefrag-
ten Anstalten jeweils die aktuellen Führungsberichte zu und traf Vorkehren 
zum formalen Behandlungssetting bis zu einer Aufnahme in eine geeignete 
forensisch-psychiatrische Fachklinik (vgl. beispielsweise Vorakten BVD 
[act. 4A] pag. 190). Dass sie darauf verzichtete, sich in kürzeren Abständen 
bei den angefragten Institutionen nach dem aktuellen Stand zu erkundigen, 
stellt die Ernsthaftigkeit ihrer Bemühungen nicht infrage: Ein vermehrtes 
Nachfragen hätte weder an der Reihenfolge auf der jeweiligen Warteliste 
noch an der Dauer bis zum Freiwerden der nächsten Massnahmeplätze 
etwas ändern können. Zudem bestand keinerlei Grund zur Annahme, dass 
sich die angefragten Einrichtungen nicht an die Wartelisten halten oder die 
Anmeldung des Beschwerdeführers unberücksichtigt lassen würden. Den 
Vollzugsbehörden kann unter diesen Umständen nicht vorgeworfen werden, 
nicht ausreichend intensive oder nicht ernsthafte Anstrengungen unternom-
men zu haben, um den Beschwerdeführer in einer geeigneten Vollzugsein-
richtung zu platzieren.

5.4.5 Die Schwierigkeiten bei der Unterbringung des Beschwerdeführers in 
einer geeigneten Einrichtung lagen weniger in einem allfälligen strukturell 
bedingten Mangel an Therapieplätzen, sondern vielmehr in seinem eigenen 
Verhalten im Vollzug. Mangelnde Krankheitseinsicht und Behandlungsmoti-
vation, der fehlende Therapiewille sowie ein wiederholt akut selbst- und 
fremdgefährdendes Verhalten haben immer wieder zu anstaltsinternen Dis-
ziplinierungen geführt und dazu beigetragen, dass der Beschwerdeführer 
von der JVA Thorberg auf die BEWA und von dort in ein Regionalgefängnis 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19.05.2021, Nr. 100.2020.8U, 
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verlegt werden musste. Dadurch wurden letztlich auch die geplante Unter-
bringung in der damaligen therapeutischen Abteilung der JVA Thorberg 
zwecks Vorbereitung auf den Massnahmenantritt und Förderung der Krank-
heits- und Behandlungseinsicht verunmöglicht (vgl. vorne E. 5.4.1 f.). Selbst 
wenn dem Beschwerdeführer dies angesichts seiner Erkrankung nicht vor-
behaltlos entgegengehalten werden kann, ist doch festzustellen, dass sein 
Verhalten die zweite Phase, mithin die Unterbringung in Regionalgefäng-
nissen, massgeblich mitverursacht hat. Die zweimalige Ablehnung seiner 
Aufnahmegesuche durch die UPK Basel wurde namentlich mit der fehlenden 
Behandlungseinsicht und mangelnden Therapiemotivation begründet (vgl. 
vorne E. 5.4.3). Seine dortige Aufnahme scheiterte damit an objektiven 
Gründen, die nicht im Verantwortungsbereich der ASMV lagen. Die Bemü-
hungen der Vollzugsbehörden, um deren staatshaftungsrechtliche Beurtei-
lung es hier geht, hat der Beschwerdeführer durch sein Verhalten wesentlich 
erschwert und dazu beigetragen, dass die Platzierung in einer forensisch-
psychiatrischen Institution erst am 12. April 2017 erfolgen konnte. 

5.4.6 Gemäss der Rechtsprechung des EGMR verstösst die Unterbringung 
einer psychisch kranken Person in einer ungeeigneten Einrichtung nicht au-
tomatisch gegen Art. 5 Ziff. 1 Bst. e EMRK, sondern ist vorübergehend zu-
lässig, bis die Behörden einen Platz in einer geeigneten Einrichtung finden. 
Den Behörden ist hierfür eine angemessene Zeitspanne zuzubilligen. Eine 
gewisse Diskrepanz zwischen verfügbaren und benötigten Klinikplätzen ist 
mit Art. 5 Ziff. 1 Bst. e EMRK vereinbar, solange nicht bekanntermassen ein 
struktureller Mangel an Einrichtungskapazitäten besteht (vgl. vorne 
E. 5.2.2 f., auch zum Folgenden). In der Schweiz bestehen zwar nicht selten 
Wartezeiten bzw. Wartelisten für die Behandlungsplätze in forensisch-psy-
chiatrischen Kliniken, ein struktureller Mangel wird aber vom EGMR ebenso 
wie vom Bundesgericht in konstanter Rechtsprechung verneint: Der EGMR 
hat in die Schweiz betreffenden Fällen (anders als bspw. im Urteil 49902/99 
vom 11.5.2004, Brand gegen Niederlande) in Kenntnis der Kritik gewisser 
Fachkreise, die für einzelne Fallgruppen einen Mangel erkennen, bis heute 
kein strukturelles Problem bei der Behandlung von Delinquenten mit psychi-
schen Störungen festgestellt (vgl. namentlich EGMR 43368/08 vom 
27.1.2015, Papillo gegen Schweiz, Ziff. 46). Auch das Bundesgericht ver-
neint in seiner bisherigen und jüngsten Rechtsprechung unter Berücksichti-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19.05.2021, Nr. 100.2020.8U, 
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gung von aktuellen Berichten sowie kritischen Fachmeinungen das Vorlie-
gen eines strukturellen Mangels (vgl. BGE 142 IV 105 E. 5.8.2; BGer 
6B_294/2020 vom 24.9.2020 E. 5.5, 6B_330/2019 vom 5.9.2019 E. 1.3, 
6B_154/2017 vom 25.10.2017 E. 2.5, 6B_705/2015 vom 22.9.2015 E. 1.4.2 
und 2, je mit Hinweisen). Der vorliegende Sachverhalt gibt keinen Anlass, 
von dieser Rechtsprechung abzuweichen. Daran vermag der vom Be-
schwerdeführer erwähnte Fachartikel, worin im Ergebnis festgehalten wird, 
im Kanton Bern gebe es zu wenig stationäre klinische Behandlungsplätze für 
psychisch gestörte Rechtsbrecher, nichts zu ändern (vgl. Beschwerdeergän-
zung Bst. C Rz. 3.11 S. 16 mit Verweis auf Klecha/Köhler/Freytag/Krammer, 
Der Bedarf an forensischen Klinikbetten am Beispiel des Kantons Bern, in 
Schweizerische Zeitschrift für Kriminologie SZK 3/2016 S. 3 ff., 11; daran an-
schliessend Chris Lehner, a.a.O., S. 92). 

5.4.7 Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass das Verhalten der Vollzugs-
behörden im Zusammenhang mit der sog. Organisationshaft von rund 
17 Monaten weder ungenügende Bemühungen für eine adäquate Unterbrin-
gung des Beschwerdeführers noch anderweitige Sorgfaltspflichtverletzun-
gen erkennen lässt. Vielmehr hat die ASMV unter den gegebenen Umstän-
den ihren Handlungsspielraum ausgeschöpft, um den Beschwerdeführer so 
schnell wie möglich in einer geeigneten Institution unterzubringen. Der 
Zweck der Massnahme war somit jederzeit die Etablierung einer adäquaten 
Behandlung resp. die auf eine Resozialisierung des Beschwerdeführers aus-
gerichtete Therapierung. Auch wenn es einige Zeit dauerte, bis er die Mass-
nahme in der Klinik Königsfelden antreten konnte, kann nicht gesagt werden, 
der Freiheitsentzug hätte lediglich der Sicherheit gedient. Ein struktureller 
Mangel an Therapieplätzen ist in der Schweiz trotz bestehender Wartezeiten 
(auch) aus Anlass der vorliegenden Streitigkeit nicht auszumachen. Weiter 
ist zu beachten, dass der Beschwerdeführer im fraglichen Zeitraum nicht 
ausschliesslich in Strafvollzugseinrichtungen einsass, sondern über insge-
samt sieben Monate in Kliniken behandelt wurde. Auch während seiner Auf-
enthalte in Strafvollzugseinrichtungen war er zudem jederzeit medizinisch 
und zumindest grundlegend psychiatrisch versorgt. Die übergangsweise 
Platzierung in ungeeigneten Einrichtungen erweist sich zusammenfassend 
zwar als lang, jedoch als erforderlich, damit eine geeignete Vollzugseinrich-
tung gefunden werden konnte, weshalb sie keinen rechtswidrigen Freiheits-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19.05.2021, Nr. 100.2020.8U, 
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entzug und keine Verletzung von Art. 3 und Art. 5 Ziff. 1 Bst. e EMRK (im 
Verbund mit den weiteren massnahmenrechtlichen Bestimmungen; vgl. 
vorne E. 5.2) darstellt. Damit kommt der Rechtfertigungsgrund der rechtmäs-
sigen Ausübung öffentlicher Gewalt zum Tragen.

5.5 Dem Kanton Bern kann nach dem Gesagten kein widerrechtliches 
Verhalten vorgeworfen werden. Der geltend gemachte Schaden erscheint 
vielmehr als hinzunehmende Begleiterscheinung der staatlichen Aufgaben-
erfüllung durch die Vollzugsbehörden. Diese bemühten sich umgehend nach 
der Einweisung des Beschwerdeführers zum vorzeitigen Massnahmenvoll-
zug um einen Platz in einer Therapieeinrichtung und verfolgten dieses Vor-
haben zielgerichtet bis zu seinem Eintritt in die Klinik Königsfelden. Sie ha-
ben ihre Amtspflicht, eine geeignete Institution für die Unterbringung des Be-
schwerdeführers zu finden, ordnungsgemäss erfüllt und den Grundsatz der 
Verhältnismässigkeit gewahrt. Das Verhalten der ASMV wirkt somit rechtfer-
tigend. Die rechtmässige Ausübung der öffentlichen Gewalt schliesst die 
Widerrechtlichkeit aus (vgl. vorne E. 5.1 f.). Die weiteren (kumulativen) Vo-
raussetzungen für eine Haftung des Kantons nach Art. 100 Abs. 1 und 
Art. 100 Abs. 1 i.V.m. Abs. 3 PG müssen daher nicht geprüft werden (vgl. 
vorne E. 2.2.1). Es besteht unter diesem Titel kein Anspruch auf Schadener-
satz oder Genugtuung. Ebenso entfällt ein Anspruch aus Art. 25 Abs. 5 KV, 
da sich der Freiheitsentzug nicht als nachträglich unbegründet und damit un-
gerechtfertigt erwiesen hat (vgl. vorne E. 2.2.1).

6. Billigkeitshaftung

Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung von Art. 100 Abs. 2 PG und 
macht geltend, der Kanton hafte für den ihm rechtmässig verursachten Scha-
den aus Billigkeit, da er unverhältnismässig schwer betroffen sei. 

6.1 Der Kanton steht gemäss Art. 100 Abs. 2 PG aus Billigkeit auch für 
durch ihn rechtmässig verursachten Schaden ein, wenn Einzelne unverhält-
nismässig schwer betroffen sind und ihnen nicht zugemutet werden kann, 
den Schaden selber zu tragen. Diese Regelung soll es ermöglichen, Härte-
fälle zu entschädigen. Der Gesetzgeber hat bei der Billigkeitshaftung nach 
Art. 100 Abs. 2 PG vor allem an unbeteiligte natürliche Personen gedacht, 
d.h. solche, die weder Verhaltens- noch Zustandsstörer sind und für den 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19.05.2021, Nr. 100.2020.8U, 
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behördlichen Einsatz somit keine Verantwortung tragen (Vortrag des Regie-
rungsrats betreffend das PG, a.a.O, S. 7 und 22; zur gleich lautenden alt-
rechtlichen Bestimmung Vortrag der Finanzdirektion betreffend die Totalre-
vision des Beamtengesetzes, in Tagblatt 1992, Beilage 19, S. 15; BVR 2000 
S. 537 E. 6 mit Hinweis; VGE 2013/313 vom 13.2.2015 E. 6.1). Als Verhal-
tensstörerin bzw. -störer gilt, wer (unmittelbar bzw. adäquat kausal) durch 
eigenes Verhalten oder durch das unter ihrer bzw. seiner Verantwortung er-
folgende Verhalten von Dritten eine Massnahme verursacht. Zustandsstöre-
rin bzw. -störer ist, wer über die Sache, die den ordnungswidrigen Zustand 
bewirkt, die rechtliche oder tatsächliche Gewalt hat (vgl. BGE 143 I 147 
E. 5.1 S. 154, 139 II 106 E. 3.1.1; vgl. ferner Häfelin/Müller/Uhlmann, a.a.O., 
N. 2612 ff.).

6.2 Vorliegend ist nicht von der Hand zu weisen, dass der Beschwerde-
führer die freiheitsentziehenden Massnahmen durch sein Verhalten mitver-
ursacht hat und nicht als unbeteiligter Dritter bezeichnet werden kann (vgl. 
vorne E. 2.1.1, 5.4.1 und 5.4.5). Daran vermag weder die Tatsache, dass er 
strafrechtlich als schuldunfähig eingestuft wurde, noch der gerügte Umstand 
etwas zu ändern, dass er während einer Dauer von 17 Monaten in ungeeig-
neten Einrichtungen untergebracht war. Der Beschwerdeführer ist von den 
staatlichen Massnahmen auch nicht unverhältnismässig schwer betroffen: 
Einerseits ist unklar, ob der Beschwerdeführer bei einem früheren Eintritt in 
eine forensisch-psychiatrische Klinik überhaupt entsprechend früher in die 
Freiheit entlassen werden könnte (vgl. vorne E. 2.1.4). Anderseits hat er 
durch die Wartezeit in ungeeigneten Einrichtungen keinen nachweislichen 
Gesundheitsschaden erlitten (vgl. vorne E. 5.4.2), womit auch das Vorliegen 
eines staatshaftungsrelevanten Schadens sehr fraglich ist. Diesbezüglich 
kann auf die vorinstanzlichen Erwägungen verwiesen werden (angefochtene 
Verfügung E. II/7c f. S. 12 f.). Eine Haftung aus Billigkeit gemäss Art. 100 
Abs. 2 PG ist daher ebenfalls ausgeschlossen.

7. Kosten Vorinstanz

Der Beschwerdeführer rügt weiter, die Vorinstanz habe zu Unrecht das 
Staatshaftungsbegehren als aussichtslos eingestuft und sein Gesuch um 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19.05.2021, Nr. 100.2020.8U, 
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Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege abgelehnt. Ausserdem hätte 
sie über das Gesuch bereits unmittelbar nach dessen Einreichung entschei-
den müssen.

7.1 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungs- oder die Verwaltungsjustiz-
behörde eine Partei von den Verfahrenskosten, wenn die Partei nicht über 
die erforderlichen Mittel verfügt und das Rechtsbegehren nicht von vorn-
herein aussichtslos erscheint (Art. 111 Abs. 1 VRPG; vgl. auch Art. 117 der 
Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 [Zivilpro-
zessordnung, ZPO; SR 272]). Unter den gleichen Voraussetzungen kann ei-
ner Partei überdies eine Anwältin oder ein Anwalt beigeordnet werden, wenn 
die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse es rechtfertigen (Art. 111 
Abs. 2 VRPG). Die Prozessarmut des Beschwerdeführers ist unbestritten. 
Ein Prozess ist nicht aussichtslos, wenn sich Gewinnaussichten und Verlust-
gefahren ungefähr die Waage halten oder jene nur wenig geringer sind als 
diese. Als aussichtslos sind nach der bundesgerichtlichen Praxis demgegen-
über Prozessbegehren anzusehen, bei denen die Gewinnaussichten be-
trächtlich geringer sind als die Verlustgefahren und die deshalb kaum als 
ernsthaft bezeichnet werden können. Massgebend ist dabei, ob eine Partei, 
die über die nötigen Mittel verfügt, sich bei vernünftiger Überlegung zu einem 
Prozess entschliessen oder aber davon absehen würde. Eine Partei soll 
einen Prozess, den sie auf eigene Rechnung und Gefahr nicht führen würde, 
nicht deshalb austragen können, weil er sie nichts kostet (statt vieler BVR 
2019 S. 128 E. 4.1; BGE 142 III 138 E. 5.1; zum Ganzen Lucie von Büren, 
in Herzog/Daum [Hrsg.], Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, 
Art. 111 N. 29 f.).

7.2 Die Vorinstanz begründete die Aussichtslosigkeit des Staatshaf-
tungsgesuchs damit, dass ein möglicher Anspruch auf Ausrichtung von 
Schadenersatz und Genugtuung bereits verjährt gewesen sei und dass die 
Unterbringungsbemühungen der ASMV sowie die fehlende Kooperations-
bereitschaft des Beschwerdeführers eindeutig aus den Akten hervorgehen 
würden. Entgegen den vorinstanzlichen Erwägungen war der geltend ge-
machte Haftungsanspruch im Zeitpunkt der Einreichung des Staatshaftungs-
gesuchs jedoch nicht (auch nicht teilweise) verjährt (vgl. vorne E. 4). Sodann 
war die fehlende Kooperationsbereitschaft des Beschwerdeführers zumin-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19.05.2021, Nr. 100.2020.8U, 
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dest teilweise auf seine Erkrankung zurückzuführen und nicht ohne weiteres 
erkennbar, ob und inwieweit sein Verhalten tatsächlich Einfluss hatte auf die 
lange Wartezeit für einen Therapieplatz. Angesichts des lange andauernden 
Aufenthalts des Beschwerdeführers in ungeeigneten Einrichtungen und sei-
ner nachvollziehbar vorgebrachten Bedenken hinsichtlich eines allfälligen 
strukturellen Mangels an geeigneten Therapieplätzen kann das Staatshaf-
tungsbegehren daher nicht als von Vornherein aussichtslos bezeichnet wer-
den. Die Verweigerung der unentgeltlichen Rechtspflege im vorinstanzlichen 
Verfahren erweist sich damit als rechtswidrig. Hingegen trifft es nicht zu, 
dass die Vorinstanz über das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege unmit-
telbar nach dessen Einreichung hätte entscheiden müssen: Nach ständiger 
Rechtsprechung ist es grundsätzlich zulässig, über ein solches Gesuch erst 
zusammen mit dem Sachentscheid zu befinden (vgl. BVR 2016 S. 369 
E. 4.3.1 mit Hinweisen). Dieses Vorgehen ist dann nicht zu beanstanden, 
wenn – was in der öffentlich-rechtlichen Rechtspflege die Regel ist – das 
Gesuch mit der Eingabe in der Hauptsache verbunden wird und keine wei-
teren Vorkehren der Rechtsvertreterin oder des Rechtsvertreters erforderlich 
sind. Das Risiko, für anwaltlichen Aufwand im Zusammenhang mit den 
Rechtsschriften eventuell nicht entschädigt zu werden, tragen diesfalls Partei 
und Anwältin bzw. Anwalt. Hinsichtlich der Verfahrenskosten trägt die Praxis 
der bernischen Verwaltungsrechtspflegebehörden der Beurteilung des Ge-
suchs im Endentscheid dadurch Rechnung, dass nur eine Abschreibungs-
gebühr erhoben wird, wie sie auch angefallen wäre, wenn die Partei nach 
Abweisung ihres Gesuchs das Rechtsmittel zurückgezogen hätte (vgl. 
BVR 2016 S. 369 E. 4.3.1, 2014 S. 437 E. 7.9; vgl. entsprechend angefoch-
tene Verfügung E. II/9c S. 14). Dieses Vorgehen stellt weder eine Rechts-
verweigerung bzw. -verzögerung dar noch liegt darin eine Verletzung des 
allgemeinen Fairnessgebots von Art. 29 Abs. 1 BV (BVR 2016 S. 369 
E. 4.3.1; vgl. auch BGer 9C_423/2017 vom 10.7.2017 E. 4.1, 5D_98/2016 
vom 22.6.2016 E. 4.1, 2D_3/2011 vom 20.4.2011 E. 2.4; VGE 2017/293/294 
vom 14.5.2018 E. 4.2 [bestätigt durch BGer 2C_523/2018 vom 20.6.2018]). 
Anders verhält es sich nur, wenn die Anwältin oder der Anwalt nach Einrei-
chung des Gesuchs um unentgeltliche Rechtspflege gehalten ist, weitere 
Verfahrensschritte zu unternehmen, die mit erheblichen Kosten verbunden 
sind: Diesfalls ist es grundsätzlich unabdingbar, dass die Behörde über das 
Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege vorab entscheidet, damit sich die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19.05.2021, Nr. 100.2020.8U, 
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Rechtsvertretung über das finanzielle Verfahrensrisiko Klarheit verschaffen 
kann (BVR 2016 S. 369 E. 4.3.1 f. mit Hinweisen; VGE 2017/293/294 vom 
14.5.2018 E. 4.2 [bestätigt durch BGer 2C_523/2018 vom 20.6.2018]; zum 
Ganzen bereits prozessleitende Verfügung 2020/8X10 vom 7.9.2020 
[act. 26] sowie Lucie von Büren, a.a.O., Art. 111 N. 33). Die vom Beschwer-
deführer im vorinstanzlichen Verfahren unaufgefordert eingereichte Stellung-
nahme sowie die wiederholten Nachfragen nach dem Verfahrensstand 
stellen keine Verfahrensschritte dar, die eine vorgängige Entscheidung über 
das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege erfordert hätten.

7.3 Die Vorinstanz hat das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege zu 
Unrecht abgewiesen. Der angefochtene Entscheid ist in diesem Punkt auf-
zuheben; desgleichen die vorinstanzliche Kostenregelung. Dem Beschwer-
deführer ist für das vorinstanzliche Verfahren die unentgeltliche Rechts-
pflege zu gewähren. Die Bedeutung der Sache rechtfertigt überdies die Bei-
ordnung seines Rechtsvertreters B.________ als amtlicher Anwalt. Die 
vorinstanzlichen Verfahrenskosten im Betrag von Fr. 400.-- trägt somit vor-
läufig der Kanton Bern. Dasselbe gilt für die Entschädigung des amtlichen 
Anwalts. Mit Blick auf den in der Sache gebotenen Zeitaufwand, die Bedeu-
tung der Streitsache und die Schwierigkeit des Prozesses gibt die Kosten-
note für das vorinstanzliche Verfahren (act. 37) hinsichtlich ihrer Höhe zu 
keinen Bemerkungen Anlass. Der tarifmässige Parteikostenersatz ist dem-
entsprechend kostennoten- bzw. antragsgemäss auf Fr. 2ꞌ852.--, zuzüglich 
Fr. 156.60 Auslagen und Fr. 231.65 MWSt (7,7 % von Fr. 3ꞌ008.60), insge-
samt Fr. 3ꞌ240.25, festzusetzen (vgl. Art. 41 Abs. 3 i.V.m. Art. 42a Abs. 3 des 
Kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 2006 [KAG; BSG 168.11]).

7.4 Die amtliche Entschädigung bestimmt sich nach Art. 112 Abs. 1 
VRPG i.V.m. Art. 42 KAG. Demnach bezahlt der Kanton den amtlich bestell-
ten Anwältinnen und Anwälten eine angemessene Entschädigung, die sich 
nach dem gebotenen Zeitaufwand bemisst und höchstens dem Honorar ge-
mäss der Tarifordnung für den Parteikostenersatz entspricht (Art. 42 Abs. 1 
Satz 1 KAG). Der Stundenansatz beträgt Fr. 200.-- (Art. 42 Abs. 4 KAG 
i.V.m. Art. 1 der Verordnung vom 20. Oktober 2010 über die Entschädigung 
der amtlichen Anwältinnen und Anwälte [EAV; BSG 168.711]). Auslagen und 
Mehrwertsteuer werden zusätzlich entschädigt (Art. 42 Abs. 1 Satz 3 KAG). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19.05.2021, Nr. 100.2020.8U, 
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Bei einem massgeblichen Zeitaufwand von 14.26 Stunden entspricht die 
amtliche Entschädigung dem tarifmässigen Parteikostenersatz. Der Be-
schwerdeführer ist gegenüber dem Kanton zur Nachzahlung verpflichtet, so-
bald er dazu in der Lage ist (Art. 113 VRPG i.V.m. Art. 42a Abs. 2 KAG und 
Art. 123 ZPO).

8. Kosten Verwaltungsgericht

8.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens dringt der Beschwerdeführer mit 
seinem Hauptbegehren (Zahlung von Fr. 30'000.-- als Schadenersatz und 
Fr. 184'450.-- als Genugtuung, je zuzüglich Zins zu 5 % seit 12. April 2017; 
vgl. vorne Bst. C) nicht durch. Hingegen ist seine Beschwerde in Bezug auf 
die vorinstanzliche Verweigerung der unentgeltlichen Rechtspflege gutzu-
heissen. Angesichts dessen rechtfertigt es sich, von einem Obsiegen zu ei-
nem Fünf