# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9c11ae72-9339-592b-876d-ddb9ee5c7767
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-10-29
**Language:** de
**Title:** Steuerhoheit (1.1. - 31.12.2009)
**Docket/Reference:** ST.2017.8
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/2-st.2017.8-1588772273.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

2. Abteilung 

2 ST.2017.8 

Entscheid 

 29. Oktober 2019 

Mitwirkend: 

Abteilungsvizepräsidentin Micheline Roth, Steuerrichter Alexander Widl, Steuerrichterin 
Barbara Collet und Gerichtsschreiber Fabian Steiner 

A    

vertreten durch lic.iur. B,  

In Sachen 

gegen 

Rekurrent,  

S t a a t   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Stadt Zürich, 
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Rekursgegner,  

betreffend 

Steuerhoheit (1.1. - 31.12.2009) 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A. 1. A (nachfolgend der Rekurrent) ist deutscher Staatsangehöriger und kam 

Ende 2007 aus beruflichen Gründen von Deutschland in die zürcherische Gemeinde C. 

Er  arbeitete  im  Jahr  2009  als  Delegierter  des  Verwaltungsrats  (CEO)  für  die  D  AG 

(damals  firmierend  unter  E  AG;  nachfolgend  D  AG)  mit  ausserkantonalem  Sitz  in  der 

zugerischen  Gemeinde  F.  Das  dabei  erzielte  Erwerbseinkommen  unterlag  der  Quel-

lensteuer.  Mit  seiner  Partnerin,  ebenfalls  deutsche Staatsangehörige,  lebte er  zusam-

men in einer 5½ - Zimmerwohnung an der ...strasse 7 in der zürcherischen Gemeinde 

C.  Ab  ... März  2009  mietete  der  Rekurrent  in  der  zugerischen  Gemeinde  G  an  der 

...strasse 2 Räumlichkeiten, wohin die D AG am ... Mai 2009 ihren Firmensitz verlegte. 

Per  ...  Dezember 2009  meldete  sich  der  Rekurrent  dort  auch  privat  an.  Bereits  per 

... Juli  2010  meldete  er  sich  dann  wieder  in  der  zürcherischen  Gemeinde  C  an  der 

...strasse 7 an.  

2. a)  Mit  Veranlagungsverfügungen  vom  26. Februar  2014  wurde  der  Rekur-

rent für die Steuerperiode 1. Januar bis 31. Dezember 2009 im Kanton Zug im Rahmen 

einer  nachträglichen  ordentlichen  Veranlagung  für  die  Staats-  und  Gemeindesteu-

ern 2009  und  die  Direkte  Bundessteuer  2009  eingeschätzt.  Dabei  erfolgte  eine  Auf-

rechnung  von  Gehaltsnebenleistungen  in  der  Höhe  von  Fr. 600'000.-.  Zudem  wurde 

nahezu das gesamte  Einkommen  und  Vermögen zugunsten  des  Kantons  Zürich  aus-

geschieden. Gegen beide Entscheide erhob der Rekurrent am 27. März 2014 Einspra-

che, welche zurzeit sistiert ist.  

b)  Das  kantonale  Steueramt  Zürich  nahm  die  Steuerfaktoren  der  Veranla-

gungen  des  Kantons  Zug  als  Grundlage  und  sandte  dem  Rekurrenten  mit  Veranla-

gungsverfügung  vom  3. Juni  2014  die  entsprechende  Steuerrechnung  für  die  Direkte 

Bundessteuer  2009  sowie  am  16. Juni  2014  eine  Schlussrechnung  für  die  Staats- 

und Gemeindesteuern 2009 zu. Am 6. Juli 2014 liess der Rekurrent gegen die Veran-

lagungsverfügung  Direkte  Bundessteuer  2009  und  am  14. Juli  2014  gegen  den  Ein-

schätzungsentscheid  Staats-  und  Gemeindesteuern  2009  Einsprache  erheben,  wo- 

rin  unter  Hinweis  auf  den  Entscheid  des  Bundesgerichts  vom  29. Januar 2014 

(2C_490/2013) die proportionale Aufteilung der Steuerpflicht bzw. die Steuerhoheit des 

Kantons Zürich für das ganze Steuerjahr 2009 bestritten wurde.  

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3. Die  Steuerverwaltung  des  Kantons  Zug  teilte  dem  Kantonalen  Steueramt 

Zürich  am  12. August  resp.  30. September  2014  unter  Hinweis  auf  den  genannten 

Bundesgerichtsentscheid  mit,  dass  der  nachträglich  ordentlich  zu  veranlagende  quel-

lensteuerpflichtige Rekurrent ihrer Ansicht nach für das gesamte Jahr 2009 im Kanton 

Zug  zu  besteuern  sei.  Das  Kantonale  Steueramt  Zürich  habe  bei  Zweifeln  mit  Bezug 

auf den Wohnsitzwechsel des Rekurrenten von der zürcherischen Gemeinde C nach in 

die  zugerische  Gemeinde  G  die  entsprechenden  Abklärungen  vorzunehmen  und  ge-

gebenenfalls einen Steuerhoheitsentscheid zu fällen.  

4. a) Daraufhin ersuchte der Steuerkommissär des Kantons Zürich den Rekur-

renten  mit  Auflagen  vom  3. Oktober  2014  und  5. Januar  2015  unter  anderem  um  die 

Einreichung  der  Mietverträge  betreffend  die  Wohnungen  in  den  Gemeinden  C  und  G 

sowie  verschiedener  weiterer  Unterlagen  betreffend  seinen  Umzug  von  C  nach  G. 

Ebenso  seien  Ausführungen  zu  seinem  Lebensmittelpunkt  im  Jahr  2009  erforderlich. 

Dazu reichte der Rekurrent Verschiedenes ein.  

b)  Am  23. Juli  2015  erliess  das  kantonale  Steueramt  Zürich  einen  Vorent-

scheid  über  die  Beanspruchung  der  Steuerhoheit  für  das  Jahr  2009. Ein  Umzug  des 

Rekurrenten an den Firmensitz der D AG in G habe nicht stattgefunden. Daher werde 

die Steuerhoheit des Kantons Zürich und der zürcherischen Gemeinde C für die Steu-

erperiode 1. Januar 2009 bis 31. Dezember 2009 beansprucht.  

B.  In  der  Einsprache  vom  21. August  2015  gegen  diesen  Steuerhoheitsent-

scheid  liess  der  Rekurrent  zusammengefasst  ausführen,  dass  er  bedingt  durch  sein 

starkes geschäftliches Engagement bei der D AG Ende 2009 seinen Wohnsitz an den 

Firmensitz der D AG verlegt habe. Zudem seien durch seine Berufstätigkeit mit seiner 

Partnerin  Beziehungsprobleme  entstanden.  Ein  persönliches  Beziehungsnetz  aus-

serhalb  seiner  Partnerschaft  habe  er  nicht  gehabt,  der  Mittelpunkt  seiner  Lebensinte-

ressen sei  allein  in  seinem  beruflichen  Umfeld  zu  suchen.  Sein  Steuerdomizil  sei  per 

Ende 2009 im Kanton Zug in der Gemeinde G gewesen.  

Das kantonale Steueramt wies – nachdem der Rekurrent auf die Auflage vom 

18. November  2015  hin weitere  Angaben  und  Unterlagen  eingereicht  hatte  –  die  Ein-

sprache am 30. November 2016 ab. Es erwog, dass weiterhin nicht glaubhaft sei, dass 

der  Rekurrent  die  Räumlichkeiten  des  Firmensitzes  der  D  AG  in  G  als  Wohnsitz  ge-

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nutzt habe. Auch ein Umzug dorthin sei nicht nachgewiesen worden. Es sei auch nach 

Einsicht  in  die  Kreditkarten-  und  Bankauszüge  des  Rekurrenten  davon  auszugehen, 

dass dieser weiterhin einen grossen Teil seiner privaten Zeit in der zürcherischen Ge-

meinde C verbracht und letztlich wohl auch die Wohnung in C genutzt habe. Des Wei-

teren komme auch die Regelung für leitende Angestellte nicht zum Tragen.  

C. In seinem Rekurs vom 30. Dezember 2016 liess der Rekurrent beantragen, 

den  Einspracheentscheid  betreffend  Steuerhoheit  durch  den  Kanton  Zürich  für  die 

Steuerperiode 2009 aufzuheben und die Steuerhoheit des Kantons  Zug für die ganze 

Steuerperiode  2009  anzuerkennen.  An  seiner  Sachdarstellung  betreffend  Wohnsitz-

nahme  in  G  hielt  er  in  der  Begründung  fest.  Eventualiter  beantragte  er,  dem  Kanton 

Zug  das  Hauptsteuerdomizil  –  Arbeitsort  des  Steuerpflichtigen  in  leitender  Stellung  – 

und  dem  Kanton  Zürich  das  Nebensteuerdomizil  –  sekundäres  Steuerdomizil  des 

Steuerpflichtigen  –  zuzusprechen  und  das  Erwerbseinkommen  und  das  bewegliche 

Vermögen  inkl.  der  daraus  fliessenden  Erträge  für  die  Steuerperiode  2009  zwischen 

Zug und Zürich hälftig aufzuteilen. Zudem beantragte er eine Prozessentschädigung. 

Das  kantonale  Steueramt  beantragte  in  der  Rekursantwort  vom  24.  Janu-

ar 2017  Abweisung  des  Rechtsmittels.  Die  zürcherische  Gemeinde  C  liess  sich  nicht 

vernehmen. 

Auf die weiteren Parteivorbringen wird – soweit rechtserheblich – in den nach-

folgenden Erwägungen eingegangen. 

Die Kammer zieht in Erwägung: 

1. a) Gemäss Art. 3 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Harmonisierung der 

direkten Steuern der Kantone und Gemeinden vom 14. Dezember 1990 (StHG) sowie 

§ 3  Abs. 1  des  Steuergesetzes  vom  8. Juni  1997  (StG)  sind  natürliche  Personen  im 

Kanton  Zürich  aufgrund  persönlicher  Zugehörigkeit  steuerpflichtig,  wenn  sie  ihren 

steuerrechtlichen Wohnsitz oder Aufenthalt im Kanton haben. 

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b) Der steuerrechtliche Wohnsitz befindet sich laut Art. 3 Abs. 2 StHG und § 3 

Abs. 2  StG  dort,  wo  die  Person  sich  mit  der  Absicht  dauernden  Verbleibens  aufhält. 

Diesfalls  ist  die  Steuerpflicht  kraft  § 5  Abs. 1  StG  unbeschränkt,  mit  anderen  Worten 

erstreckt sie sich (unter Vorbehalt von Geschäftsbetrieben, Betriebsstätten und Grund-

stücken ausserhalb des Kantons Zürich) auf das gesamte Einkommen und Vermögen 

des Steuerpflichtigen. Art. 3 StHG enthält demnach eine Regel zur Vermeidung eines 

interkantonalen  Doppelbesteuerungskonflikts. In diesem  Sinn  liegt  eine  bundesrechtli-

che Kollisionsnorm zum interkantonalen Steuerrecht vor. Art. 3 Abs. 1 und 2 StHG bil-

den die Grundlage für die Abgrenzung der unbeschränkten Steuerhoheit. Die langjäh-

rige  bundesgerichtliche  Rechtsprechung,  welche  sich  gestützt  auf  Art. 46  Abs. 2  der 

Bundesverfassung  vom 29. Mai  1874  (aBV)  sowie  später  Art. 127  Abs. 3  der  Schwei-

zerischen Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV) entwickelt hat, dient weiterhin als 

massgebliche Auslegungshilfe.  

Bei Wechsel des steuerrechtlichen Wohnsitzes innerhalb der Schweiz besteht 

die Steuerpflicht aufgrund persönlicher Zugehörigkeit für die laufende Steuerperiode im 

Kanton, in welchem der Steuerpflichtige am Ende dieser Periode seinen Wohnsitz hat 

(Art. 68  Abs. 1  Satz  1  StHG,  in  der  bis  31. Dezember  2013  gültigen  Fassung;  BGr, 

29. Januar 2014, 2C_490/2013, E. 2.2). 

c) Der Begriff des steuerrechtlichen Wohnsitzes setzt sich aus einem objekti-

ven,  äusseren  (Aufenthalt)  und  einem  subjektiven,  inneren  Element  (Absicht)  zusam-

men  (BGr,  1. Juli  2013,  2C_1267/2012,  E. 3.1;  BGr,  7. März  2012,  2C_653/2011, 

E. 4.1 = StE 2012 A 31.2 Nr. 10). Der steuerrechtliche Wohnsitz einer natürlichen Per-

son befindet sich dort, wo faktisch der Mittelpunkt ihrer Lebensinteressen liegt (“le lieu 

où se situe le centre de ses intérêts“, BGE 132 I 29, E. 4.1; BGE 125 I 54, E. 2).  

d)  Bei  der  Feststellung  des  Steuerdomizils  geht  es  darum,  aufgrund  von  ob-

jektiven,  äusseren  Umständen  auf  innere  Tatsachen  zu  schliessen.  Dabei  kann  ge-

meinhin kein klarer Beweis geführt werden, sondern es ist aufgrund von Indizien eine 

Gewichtung  vorzunehmen.  Hierzu  ist  eine  sorgfältige  Berücksichtigung  und  Gewich-

tung  sämtlicher  Berufs-,  Familien-  und  Lebensumstände  notwendig  (BGr,  6. Dezem-

ber 2010, 2C_397/2010, E. 2.4.2 = StE 2011, A 24.21 Nr. 22). Auf die bloss geäusser-

ten Wünsche der steuerpflichtigen Person oder die gefühlsmässige Bevorzugung eines 

Ortes kommt es nicht an. Der steuerrechtliche Wohnsitz ist insofern nicht frei wählbar. 

Für eine Wohnsitzverlegung genügt es sodann nicht, die Verbindungen zum bisherigen 

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Wohnsitz  zu  lösen;  entscheidend  ist  vielmehr,  dass  nach  den  gesamten  Umständen 

ein  neuer  Wohnsitz  begründet  worden  ist  (BGr,  7. Dezember  2010,  2C_355/2010, 

E. 4.1 = StE 2011 B 11.1 Nr. 22). Sodann sind subjektive Absichten des Steuerpflichti-

gen  nicht  beachtlich,  wenn  sie  zur  tatsächlichen  Gestaltung  im  Widerspruch  stehen 

(Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  Kommentar  zum  Zürcher  Steuergesetz,  3. A.,  2013, 

§ 3 N 5 StG). Gleichermassen spielt das polizeiliche Domizil, an welchem die Schriften 

hinterlegt sind oder wo die politischen Rechte ausgeübt werden, keine entscheidende 

Rolle.  Als  äussere  Merkmale können  sie ein Indiz  für  den steuerrechtlichen Wohnsitz 

bilden, falls auch das übrige Verhalten der Person dafür spricht (BGE 132 I 29, E. 4.1). 

Pflegt  eine  Person  Kontakte  zu  mehreren  Orten,  ist  für  die  Bestimmung  des  steuer-

rechtlichen  Wohnsitzes  darauf  abzustellen,  zu  welchem  Ort  sie  die  stärkeren  Bezie-

hungen unterhält. Dabei ist diese Frage jeweils aufgrund der Gesamtheit der Umstän-

de des Einzelfalls zu beurteilen (BGE 132 I 29, E. 4.2, mit Hinweisen). 

e)  Grundsätzlich obliegt es der  Steuerbehörde, jene  Umstände  darzutun  und 

zu beweisen, aus denen folgt, dass sich der Wohnsitz einer natürlichen Person im Kan-

ton  befindet.  Denn  gemäss  dem  generellen  Grundsatz  über  die  Beweislastverteilung 

(Art. 8  ZGB)  haben  im  Allgemeinen  die Steuerbehörden  die  steuerbegründenden Tat-

sachen zu beweisen, mithin auch jene, welche die Steuerhoheit begründen. Erscheint 

der  vom  Steueramt  angenommene  Wohnsitz  im  Kanton  als  sehr  wahrscheinlich,  ge-

nügt  dies  regelmässig  als  Hauptbeweis  und  liegt  es  alsdann  an  der  betreffenden 

Person,  den  Gegenbeweis  für  den  von  ihr  verfochtenen  anderen  Lebensmittelpunkt 

zu  erbringen  (vgl.  BGr,  16. Februar  2010,  2C_625/2009,  E. 3.2;  VGr,  11. Mai  2016, 

SB.2016.00035,  E. 2.3; VGr,  14. Dezember  2011,  SB.2011.00064,  E. 2.2, mit  Hinwei-

sen). Wenn die bisherige Wohnstätte im Kanton (ohne Fremdvermietung) sich weiter-

hin zur Verfügung gehalten wird, stellt dieser Umstand ein starkes Indiz dar, dass der 

bisherige  Wohnsitz  im  Kanton  nicht  aufgegeben  wurde  (Richner/Frei/Kaufmann/ 

Meuter, § 3 N 86, mit Hinweisen). 

Auch  bei  einer  Wohnsitzverlegung  muss  die  betreffende  Person  nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen, dass ein neuer Wohnsitz begründet wurde. Bleiben 

Zweifel  bestehen,  ist  anzunehmen,  dass  das  bisherige  Domizil  fortbestand  (BGr, 

15. Februar  2005,  2P.186/2004,  E. 2.3;  BGr,  1. März  2007,  2P.203/2006,  E. 2.3  = 

StE 2008  A 24.21  Nr. 18;  BGr,  7. Dezember  2010,  2C_355/2010  =  StE 2011  B 11.1 

Nr. 22 [Wohnsitz  im  internationalen  Verhältnis]; Peter  Locher,  Die  Praxis  der  Bundes-

steuern,  III.  Teil:  Das  interkantonale  Doppelbesteuerungsrecht,  § 3,  I  A,  2b  Nr. 4;  vgl. 

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aber BGr, 17. August 2012, 2C_92/2012, E. 4.3). Somit trägt der Steuerpflichtige letzt-

lich die Beweislast, dass er tatsächlich einen Wohnsitzwechsel vorgenommen hat und 

sein Lebensmittelpunkt nunmehr an einem neuen Wohnort liegt.  

2. a)  Strittig  ist  vorliegend  zunächst  allein  die  Frage  der  Steuerhoheit  im 

Jahr 2009,  d.h.  ob  der  Rekurrent  Mitte  Dezember  2009  seinen Wohnsitz von  der  zür-

cherischen Gemeinde C in die zugerische Gemeinde G verlegt hat und damit im Jahr 

2009  der  Steuerhoheit  des  Kantons  Zug  untersteht.  Darüber,  dass  entsprechend  der 

aktuellen  bundesgerichtlichen  Rechtsprechung  keine  pro-rata-Besteuerung  vorzuneh-

men  ist,  da  diesfalls  eine  diskriminierende  Höherbesteuerung  resultieren  würde,  be-

steht Einigkeit. 

b) Mit Auflagen vom 3. Oktober 2014 und 5. Januar 2015 forderte das kanto-

nale Steueramt Zürich den Rekurrenten unter anderem auf, sowohl die Kündigung sei-

ner  Wohnung  an  der  ...strasse  in  der  zürcherischen  Gemeinde  C  sowie  den Wieder-

einzug  in  diese  Wohnung  und  einen  Mietvertrag  betreffend  die  Wohnung  in  G  samt 

Grundriss  einzureichen.  Ebenso  sei  nachzuweisen,  wer  von  Januar  bis  Juli 2010  die 

Mietkosten in C getragen habe. Ferner sei der Umzug nach G zu belegen, die Telefon-

rechnungen der Festnetzanschlüsse und die Stromrechnungen an beiden Orten vorzu-

legen  sowie  entsprechende  Tankquittungen  für  die  Zeit  von  Dezember  2009  bis  Juli 

2010  beizubringen.  Auch seien  die  persönlichen  und  sozialen  Beziehungen  samt  den 

kulturellen,  sportlichen  und  übrigen  Freizeitaktivitäten  detailliert  zu  beschreiben.  Der 

Rekurrent  nahm  dazu mit  Schreiben vom  26. November 2014  und 6. März  2015  Stel-

lung  und reichte  dabei  verschiedene  Unterlagen  ein.  Am  13.  Mai  2015  fand  eine  Be-

sprechung  beim  kantonalen  Steueramt  Zürich  statt.  Zu  der  im  Einspracheverfahren 

zahlreiche weitere Angaben und Unterlagen einfordernden Auflage vom 18. November 

2015  nahm  der  Rekurrent  am  15. April  2016  Stellung.  Sodann  reichte  er  im  Septem-

ber 2016 die fehlenden Kreditkartenabrechnungen und Bankkontoauszüge nach. 

c)  Aus  dem  Vorbringen des  Rekurrenten  und  den von  ihm  eingereichten  Un-

terlagen ergibt sich Folgendes: Der Rekurrent sei erst im Jahr 2007 aus geschäftlichen 

Gründen  von  Deutschland  in  die  Schweiz  und  in  die  zürcherische  Gemeinde  C  ge-

kommen.  Ein  persönliches  Beziehungsnetz  in  der  Schweiz  habe  er  allein  über  seine 

geschäftlichen Kontakte. Ende Mai 2008 sei auch seine langjährige Partnerin, H, in die 

Schweiz  gekommen  und  habe  bei  ihm  in der Wohnung  in C, ...strasse, gewohnt.  Be-

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reits damals sei er CEO der D AG gewesen und dies habe ein sehr hohes berufliches 

Engagement von ihm gefordert. In dieser Funktion habe er nicht nur das normale ope-

rative Geschäft leiten, sondern auch die organisatorischen, vor allem personellen Fol-

gen einer Reorganisation betreuen müssen. Dies habe dazu geführt, dass er sich noch 

intensiver  auf  die  Herausforderungen  der  Firmenentwicklung  habe  fokussieren  müs-

sen. Daher habe er seinen privaten Wohnsitz mit dem Firmensitz zusammenlegen wol-

len. Zudem sei in diesem Zeitpunkt auch unklar gewesen, wie sich die Unternehmens-

gruppe  D,  die  in  der  Deutschschweiz  an  diversen  Standorten  vertreten  gewesen  sei, 

geographisch  weiterentwickle.  In  dieser  Situation  hätten  die  Räumlichkeiten  des  Fir-

mensitzes  in  der  zugerischen  Gemeinde  G  ausgereicht.  Auch  die  Grösse  sei  kein 

Problem gewesen, da ja alleine eine Büromöblierung und ein Sofa-Bett für ihn erforder-

lich gewesen seien. Entsprechende Möbel seien durch ihn nicht gekauft worden, viel-

mehr habe er diese aus der Wohnung in C selber nach G transportiert. Daher könne er 

einen Umzug nach G nicht nachweisen. Die Miete der Wohnung in der zürcherischen 

Gemeinde  C  von  (netto)  Fr. 10'815.-/Monat  sei  aus  Verantwortung  gegenüber  seiner 

Partnerin weiterhin durch ihn gezahlt worden.  

Aus beruflichen Gründen, z.B. Sitzungen mit Geschäftspartnern, habe er sich 

häufig in der zürcherischen Gemeinde C aufgehalten. Auch die sich aus den Bankaus-

zügen und Kreditkartenabrechnungen ergebenden Einkäufe in C seien damit zu erklä-

ren,  zumal  die von  ihm bevorzugten  Einkaufsgeschäfte  in  der  zugerischen  Gemeinde 

G  nicht  verfügbar  gewesen  seien.  Des  Weiteren  habe  er  weiterhin  Kontakt  zu  seiner 

Partnerin  gehabt,  womit  auch  die  Einkäufe  in  der  Nähe  der  Wohnung  in  C  erklärbar 

seien.  Er  habe  ein  Geschäftsfahrzeug  gehabt  und  eine  Kilometerentschädigung  für 

Geschäftsfahrten  erhalten,  daher  habe  er  die  Tankquittungen  nicht  aufbewahrt.  Fest-

netzanschlüsse  gebe  es  ebenfalls  nicht  und  auch  Stromrechnungen seien nicht  mehr 

verfügbar. Persönliche und soziale Beziehungen habe er alleine in seinem Arbeitsum-

feld gehabt. Die intensive geschäftliche Belastung des Rekurrents habe durch die Re-

organisation der D AG bereits im 2010 nachgelassen, was dazu geführt habe, dass er 

sich bereits Mitte 2010 mit seiner langjährigen Partnerin versöhnt habe und nach C in 

die Wohnung an der ...strasse zurückgekommen sei. 

d)  Demgegenüber  führt  der  Rekursgegner  aus,  dass  in  den  ab  Anfang  März 

2009  vom  Rekurrenten  gemieteten  Räumlichkeiten  an  der  ...strasse 2  in  der  zugeri-

schen  Gemeinde  G  (mit  Verwendungszweck  "Private/Geschäftlich")  seit  dem  ... Mai 

2009  der  Firmensitz  der  D  AG  gewesen  sei.  Weiter  habe  es  sich  entsprechend  dem 

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Grundrissplan  um Geschäftsräumlichkeiten  in  der  Grösse  von  54 m² gehandelt.  Auch 

sei ein typischer Mietvertrag über Geschäftsliegenschaften abgeschlossen worden, da 

der  Mietpreis  entsprechend  den  Quadratmeterzahlen  der  Räumlichkeiten  festgesetzt 

worden  und  im  Mietvertrag  Regelungen  über  "Namens-,  Firmenschilder,  Leuchtrekla-

men, Beschriftungen und Werbeaktionen" getroffen worden seien. Sanitäre Einrichtun-

gen habe es in den Räumlichkeiten nicht gegeben (nur ausserhalb der Fläche gemein-

same  mit  anderen  Mietern).  Hinzu komme,  dass  ein  privater  Umzug des  Rekurrenten 

von der zürcherischen Gemeinde C in die zugerische Gemeinde G nicht nachgewiesen 

worden  sei.  Auch  ergebe  sich  aus  den  vom  Rekurrenten  eingereichten  Kreditkarten- 

und  Bankauszügen,  dass  dieser  sich  überwiegend  in  C  aufgehalten  habe,  wenn  er 

nicht gerade im Ausland oder sonst in der Schweiz auf Reisen gewesen sei. Insgesamt 

sei davon auszugehen, dass der Rekurrent weiterhin einen grossen Teil seiner privaten 

Zeit  in  C  verbracht  und auch  die Wohnung  in  C  genutzt  habe.  Zudem  sei  zu  berück-

sichtigen,  dass  der  Rekurrent  weiterhin  die  hohen  Mietkosten  von  (netto)  Fr. 10'815.-

/Monat für die Wohnung an der ...strasse in C bezahlt habe, obwohl der Mietvertrag ab 

1. Januar  2010  auf  seine  Lebensgefährtin  H  gelautet  habe.  Auffallend  sei  auch,  dass 

der Rekurrent sich bereits per ... Juli 2010 wieder in C an der ...strasse 7 angemeldet 

habe.  

e)  Vorab  gilt  es  anzumerken,  dass  der  intensivste  persönliche  Kontakt  eines 

(kinderlosen)  Steuerpflichtigen  in  der  Regel  zu  seinem  Lebenspartner  besteht.  Dies 

dürfte umso mehr gelten, wenn – wie hier der Rekurrent selber vorbringt – er erst Ende 

des Jahres 2007 von Deutschland in die Schweiz bzw. in die zürcherische Gemeinde C 

zugezogen ist, zur Schweiz bisher lediglich geschäftliche Kontakte hatte und sein ge-

samtes  persönliches  Beziehungsnetz  zur  Schweiz  aus  seinen  beruflichen  Kontakten 

stammte. Langjährige Lebenspartnerin – und seit dem Jahr 2014 gesetzlich angetraute 

Ehefrau – des Rekurrenten war bzw. ist vorliegend H, mit der er seit Ende Mai 2008 in 

C an der ...strasse 7 auch zusammenlebte (beide waren überdies als gleichberechtigte, 

solidarisch haftende Mieter in dem vom .... Dezember 2007 bis und mit .... Dezember 

2009 geltenden Mietvertrag vom ... Oktober/... November 2007 aufgeführt). Obwohl der 

Rekurrent vorbringt, im Jahr 2009 habe es infolge seiner intensiven geschäftlichen Tä-

tigkeit eine "Partnerschaftskrise" gegeben, weshalb er die gemeinsame Wohnung habe 

verlassen wollen, hatte er auch nach Mitte Dezember 2009 weiterhin Kontakt zu seiner 

Partnerin in C. Auch zahlte er weiterhin die Miete für die Wohnung in C von doch im-

merhin  (netto)  Fr. 10'815.-/Monat.  Des  Weiteren  ist  auch  aus  den  vom  Rekurrenten 

eingereichten Kreditkarten- und Bankauszügen nicht zu erkennen, dass sich sein örtli-

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ches Ausgabeverhalten ab Mitte Dezember 2009 änderte. Zwischen .. Dezember 2009 

und Ende Juli 2010 sind mit der Kreditkarte des Rekurrenten überhaupt keine Buchun-

gen im Kanton Zug vorgenommen worden. Ebenso erfolgten in der Zeit von Mitte De-

zember 2009 bis Juli 2010 mit den beiden Maestro Karten keine Ausgaben oder Geld-

bezüge  im  Kanton  Zug  (Privatkonto  Nr....  und    Privatkonto  Nr....).  Vielmehr  ist  zu  er-

kennen,  dass  der  Rekurrent  weiterhin  in  der  zürcherischen  Gemeinde  C  Restaurants 

besuchte, in C zum Coiffeur ging, bei Coop und Migros einkaufte und häufig  im Zent-

rum  dieser  Gemeinde  Bargeld  bezog.  Diese  Umstände  sprechen  insgesamt  dafür, 

dass der Rekurrent, trotz allfälliger Unstimmigkeiten in seiner Partnerschaft zu H, wei-

terhin  seinen  Lebensmittelpunkt  in  C  hatte  und  hier  neben  seiner  Geschäftstätigkeit 

auch seinen privaten Interessen und Bedürfnissen nachging. 

f) Mit seinen Ausführungen zu einem Umzug nach G ist dem Rekurrenten der

Gegenbeweise nicht gelungen. Selbst wenn der Rekurrent mit wenig Mobiliar aus der 

Wohnung in C ausgezogen ist und er dadurch die Möglichkeit hatte, in G am Firmen-

sitz  zu übernachten,  so reicht  dies für  die  Begründung  eines  neuen Wohnsitzes nicht 

aus.  Es  ist  nämlich  äusserst  fraglich,  ob  überhaupt  die  Möglichkeit  bestand,  sich  am 

Firmensitz in G längere Zeit wohnlich aufzuhalten. Denn aus dem eingereichten Grund-

rissplan  der  Räumlichkeiten  in  G  ist  ersichtlich,  dass  es  nur  zwei  Toiletten  (je  mit 

WC/Handwaschbecken)  ausserhalb  der  Büroräumlichkeiten  auf  dem  Gang  gab  und 

diese mit weiteren Mietparteien zu benutzen waren. Waschmöglichkeiten wie eine Du-

sche  o.ä.  in  oder  ausserhalb  der  Wohnung  waren  soweit  ersichtlich  nicht  vorhanden. 

Ebenso  ist  nicht  dargelegt  worden  und  erkennbar,  ob  überhaupt  die  Möglichkeit  be-

stand, sich in den Büroräumlichkeiten eine Mahlzeit zuzubereiten, wie z.B. eine Koch-

ecke. Schon aus diesen Überlegungen ergibt sich, dass am Firmensitz in G sämtliche 

Merkmale  einer Wohnung  fehlen,  denn  ein  Schlafsofa und  eine  Toilette reichen  –  für 

einen  Geschäftsmann  –  sicher  nicht  aus,  um  der  in  der  Regel  täglich  stattfindenden 

Körperpflege nachzukommen. Des Weiteren werden vom Rekurrenten keinerlei Aktivi-

täten  bekannt gegeben, aus  denen sich  schliessen  liesse,  dass  er beabsichtigte,  dort 

einen  Lebensmittelpunkt  aufzubauen  (z.B.  ausüben  von  Freizeitaktivitäten  wie  Golf- 

oder  Tennisspielen  in  einem  örtlichen  Verein,  aktive  Teilnahme  am  öffentlichen  Ge-

schehen der Gemeinde G).  

Selbst  wenn  der  Rekurrent  häufiger  in  G  am  Firmensitz  übernachtet  haben 

sollte, ist fraglich, ob er sich dort überhaupt mit der Absicht des dauernden Verbleibens 

gemäss § 3 Abs. 2 StG aufgehalten hat. Denn laut den Ausführungen des Rekurrenten 

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war  der  Firmensitz  in  G  für  ihn  persönlich  ohnehin  nur  ein  vorübergehender  Aufent-

haltsort,  da  alles  von  der  geographischen  Entwicklung  der  D  AG  abhängig  gewesen 

sei.  

Der Auffassung des Rekursgegners, dass der Rekurrent auch nach Mitte De-

zember 2009 seinen Lebensmittelpunkt weiterhin in C hatte, ist daher nach Würdigung 

der  Ausführungen  des  Rekurrenten  und  der  vorliegenden  Unterlagen  zuzustimmen. 

Folglich  ist  vom  Fortbestand  des  Wohnsitzes  in  C  auszugehen  und  der  Ein-

spracheentscheid des kantonalen Steueramts vom 30. November 2016 zu bestätigen. 

3.  Auch  der  Eventualantrag  des  Rekurrenten,  zufolge  seiner  Stellung  als  lei-

tender Angestellter das Hauptsteuerdomizil dem Kanton Zug und das Nebensteuerdo-

mizil dem Kanton Zürich zuzusprechen und entsprechend das Erwerbseinkommen und 

das bewegliche Vermögen samt daraus fliessender Erträge für die Steuerperiode 2009 

zwischen Zug und Zürich hälftig aufzuteilen, ist abzuweisen.  

Zum einen konnte der Rekurrent nicht nachweisen, dass am Firmensitz an der 

...strasse 2  in  G  überhaupt  eine  Wohnmöglichkeit  bestand,  an  welcher  er  sich  über 

mehrere Tage aufhalten konnte. Zum anderen fehlt es auch am substanziierten Nach-

weis, dass der Rekurrent in der Regel unter der Woche wegen seiner beruflichen Be-

anspruchung in G übernachtete und während der Woche nicht nach C zu seiner Part-

nerin  zurückkehrte  und  dort  ebenfalls  übernachtete.  Zumal  ja,  wie  unter  E. 2  ausge-

führt, sich der Rekurrent mehrheitlich in C aufhielt und im Kanton Zug keine Ausgaben 

tätigte (vgl. Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, § 3 N 43 ff. StG, mit weiteren Hinweisen).  

4. Diese  Erwägungen  führen  zur  Abweisung  des  Rekurses.  Bei  diesem  Ver-

fahrensausgang  sind  die  Kosten  dem  Rekurrenten  aufzuerlegen  (§ 151  Abs. 1  StG) 

und  steht  diesem  keine  Parteientschädigung  zu  (§ 152  StG  i.V.m.  §  17  Abs. 2  des 

Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]). 

Demgemäss erkennt die Kammer 

1.  Der Rekurs wird abgewiesen. 

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