# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f4298aa2-99db-5983-8094-ab7aa371d6dc
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-04-29
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 29.04.2016 200 2015 345
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2015-345_2016-04-29.pdf

## Full Text

200 15 345 IV
SCP/JAP/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 29. April 2016

Verwaltungsrichter Schütz, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Loosli, Verwaltungsrichter Scheidegger
Gerichtsschreiber Jakob

A.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 16. März 2015

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. April 2016, IV/15/345, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1960 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich am 29. Januar 1999 bei der IV-Stelle Bern (IVB bzw. Be-
schwerdegegnerin) zum Leistungsbezug an (Akten der IVB, Antwortbeilage 
[AB] 1.6). Diese wies das Leistungsgesuch hinsichtlich einer Invalidenrente 
mit Verfügung vom 31. Januar 2000 (AB 1.23/2 f.) ab. Nachdem die Be-
schwerdeführerin eine hiergegen erhobene Beschwerde zurückgezogen 
hatte, schrieb das Verwaltungsgericht das Beschwerdeverfahren zufolge 
Gegenstandslosigkeit mit Prozessurteil vom 7. Juli 2000, IV/57345 (AB 14), 
als erledigt vom Geschäftsverzeichnis ab.

B.

Am 16. Juli 2014 meldete sich die Versicherte erneut zum Leistungsbezug 
an (AB 18), worauf die IVB nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren 
(AB 38) und einem ermittelten Invaliditätsgrad von 4 % einen Rentenan-
spruch mit Verfügung vom 16. März 2015 (AB 40) verneinte.

C.

Mit Eingabe vom 16. April 2015 erhob die Versicherte Beschwerde. Sie 
beantragt sinngemäss, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und ihr 
sei eine Invalidenrente zuzusprechen; eventualiter sei die Sache zur weite-
ren medizinischen Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

Die Beschwerdegegnerin schliesst mit Beschwerdeantwort vom 11. Juni 
2015 auf Beschwerdeabweisung.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. April 2016, IV/15/345, Seite 3

Erwägungen:

1.

1.1 Die angefochtene Verfügung ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Verfügun-
gen. Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren 
Anträgen nicht durchgedrungen, durch die angefochtene Verfügung berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung, weshalb sie zur 
Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gege-
ben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die 
Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über 
Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. 
Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungs-
rechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwer-
de einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 16. März 2015 
(AB 40). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Invalidenrente.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-

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werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 

2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.3 Wurde eine Rente oder eine andere Dauerleistung wegen eines 
fehlenden oder zu geringen Invaliditätsgrades bereits einmal verweigert, so 
wird eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die versicherte Person glaub-
haft macht, dass sich der Grad der Invalidität in einer für den Anspruch 
erheblichen Weise geändert hat (vgl. Art. 87 Abs. 2 und 3 der Verordnung 
vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]). 
Diese Eintretensvoraussetzung soll verhindern, dass sich die Verwaltung 
immer wieder mit gleichlautenden und nicht näher begründeten, d.h. keine 
Veränderung des Sachverhalts darlegenden Rentengesuchen befassen 
muss (BGE 133 V 108 E. 5.3.1 S. 112).

Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache mate-
riell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Per-
son glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsäch-
lich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revi-
sionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (SVR 2011 IV Nr. 2 S. 8 
E. 3.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren 
rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das 
neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die fest-
gestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine rentenbegründende Inva-
lidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt 
die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 
E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

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Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invaliditätsgrad 
erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuanmeldungsver-
fahren – analog zur materiellen Revision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG – durch 
Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten materiellen 
Beurteilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit demjenigen 
zur Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 S. 112; 130 
V 71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

3.

3.1 Die Verwaltung ist auf die Neuanmeldung eingetreten, weshalb die 
Eintretensfrage praxisgemäss nicht zu überprüfen ist (BGE 109 V 108 
E. 2b S. 114). Streitig ist, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht zum 
Schluss gelangte, die Beschwerdeführerin habe keinen Rentenanspruch. 
Zu prüfen gilt es somit zunächst, ob im Vergleich zur Sachlage, wie sie der 
Verfügung vom 31. Januar 2000 (AB 1.23/2 f.) zugrunde lag, im Zeitpunkt 
der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 16. März 2015 (AB 40) in 
den tatsächlichen Verhältnissen eine erhebliche Änderung eingetreten ist, 
die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu 
beeinflussen (vgl. E. 2.3 hiervor). Gegebenenfalls ist anschliessend der 
Rentenanspruch allseitig frei zu beurteilen (vgl. BGE 117 V 198 E. 4b 
S. 200; SVR 2011 IV Nr. 37 S. 109 E. 1.1).

3.2 Die rechtskräftige Verfügung vom 31. Januar 2000 (AB 1.23/2 f.) 
basierte in medizinischer Hinsicht auf dem Bericht des damaligen Hausarz-
tes Dr. med. B.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, vom 
21. April 1999 (AB 20/4 Ziff. 3.8 i.V.m. 15). Darin diagnostizierte er ein post-
traumatisches Zervikalsyndrom rechtsbetont nach Verkehrsunfall im Jahr 
1995, einen Status nach Diskushernien-Operation auf Stufe L5/S1 rechts 
im Jahr 1993 sowie einen Status nach Hysterektomie im Jahr 1997 bei in-
validisierenden Blutungen (AB 15/1 Ziff. 3). Er erklärte, die Beschwerdefüh-
rerin sei trotz den vorbestehenden lumbalen Rückenbeschwerden im Beruf 
und Haushalt leistungsfähig gewesen (AB 15/1 Ziff. 1.6), nunmehr leide sie 
am Zervikalsyndrom mit Ausstrahlungen in den Schulter- und Armbereich, 
wobei die Beschwerden durch jede Belastung, ungünstige Haltung etc., 

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Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. April 2016, IV/15/345, Seite 6

verstärkt würden (AB 15/3 Ziff. 1). Er attestierte eine 75%ige Arbeitsun-
fähigkeit im angestammten Beruf bzw. eine 25 % Einschränkung im Haus-
halt (AB 15/1 Ziff. 1.5); eine leidensadaptierte Tätigkeit (leichte wechselbe-
lastende Arbeiten ohne Druck und der Möglichkeit, sich auch wieder zu 
entspannen) sei «stundenweise» zumutbar (AB 15/2 Ziff. 4.3). 

3.3 Die angefochtene Verfügung vom 16. März 2015 (AB 40) stützt sich 
hauptsächlich auf die Beurteilung des Regionalen Ärztlichen Dienstes 
(RAD) sowie der neuen Hausärztin (AB 40/1 i.V.m. 35/6 Ziff. 3.7).

3.3.1 Die ab 2005 behandelnde (AB 18/5 Ziff. 6.5) Dr. med. C.________, 
Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, bescheinigte wegen einer Disko-
pathie mit lumbospondylogenem und Verdacht auf lumboradikulärem Reiz-
syndrom L5/S1 rechts ab 3. Februar 2014 eine vollständige Arbeitsunfähig-
keit (AB 23 f.). Unter Beilage diverser Konsiliarberichte (AB 32/5-8) ging sie 
im Bericht vom 25. September 2014 (AB 32/1-4) von einem seit Februar 
2014 stationären Gesundheitszustand aus und vermerkte die nachstehen-
den Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (AB 32/1):

1. Lumboradikuläres Schmerzsyndrom L5/S1 rechts
 Status nach Mikrodiskektomie L5/S1 rechts im Jahr 1993
 MRI vom Januar 2014: Osteochondrose LWK 4/5 mit kleiner 

Diskushernie rechts mit Kontakt zum Abfaltungsbereich der 
Nervenwurzel L5 rechts, Fazettengelenksarthrose und Baas-
trup-Zeichen

2. Chronisches Zervikalsyndrom
 Status nach indirektem HWS-Trauma bei Autounfall am 8. Sep-

tember 1999 mit vorzeitiger Abnutzungserscheinung im Seg-
ment C5/6 im Rahmen einer Traumatisierung

 Röntgen HWS-Status vom September 2012: Ausgeprägte 
Osteochondrose C5/6 mit starker Diskushöhenabnahme, Retro-
listhesis um vier Millimeter. Chondrotische Diskushöhenabnah-
me bei C6/7 und beginnend C4/5.

 Abklärung (inkl. MRI) vom Oktober 2012: Eindrücklicher Befund 
C5/6 mit Stenose rechts im lateralen und foraminalen Bereich. 
Das Myelon hat genügend Platz. Keine Operation, solange kei-
ne ausstrahlenden Schmerzen in den Arm auftreten.

Sie gab an, es bestünden lumbale Schmerzen mit Ausstrahlung ins rechte 
Bein sowie eine Schmerzzunahme beim Vornüber-Neigen des Rumpfes 
und beim Bücken bzw. Aufrichten. Zudem würden bei fixierter Kopfhaltung 
oder bei Nackenbelastung Nacken-Schulterschmerzen und Schwindelge-
fühle auftreten (AB 32/3 Ziff. 1). Die angestammte sowie die zuletzt aus-

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geübte Beschäftigung seien langfristig nicht mehr zumutbar, leidensadap-
tierte Tätigkeiten (wechselbelastende Arbeiten ohne wesentliche Rücken- 
und Nackenbelastung, ohne längeres Sitzen mit Kopf-Protrusionshaltung) 
seien dagegen möglich (AB 32/3 Ziff. 2 f.). Auf Rückfrage der Beschwerde-
gegnerin erklärte Dr. med. C.________ im Januar 2015, dass eine ange-
passte Tätigkeit ab sofort für zirka vier Stunden täglich zumutbar sei 
(AB 34).

3.3.2 Der RAD-Arzt Dr. med. D.________, Facharzt für Allgemeine Innere 
Medizin, wies im Rahmen der Sprechstunde vom 27. Januar 2015 darauf 
hin, dass die Arbeitsunfähigkeit retrospektiv schwierig einzuschätzen sei. 
Zwar könne rein formal davon ausgegangen werden, dass seit 1995 bis zur 
erneuten vollständigen Arbeitsunfähigkeit ab 3. Februar 2014 in einer Ver-
weisungstätigkeit eine durchschnittliche Arbeitsunfähigkeit von 25 % aus-
gewiesen sei, das in dieser Zeit erzielte Einkommen der Beschwerdeführe-
rin spreche jedoch dafür, dass die Arbeitsfähigkeit möglicherweise gar 
höher als 75 % gewesen sei. Dass vom 3. Februar 2014 bis zum Bericht 
von Dr. med. C.________ vom 25. September 2014 (AB 32/1-4) eine 
vollständige Arbeitsunfähigkeit bestanden haben soll, lasse sich mit dem 
lumboradikulären Schmerzsyndrom und dem chronischen Zervikalsyndrom 
begründen. Hingegen würde man in einer dem Leiden angepassten Tätig-
keit unter Berücksichtigung des MRI-Befundes, welcher nebst der Fazet-
tengelenksarthrose und dem Baastrup-Phänomen lediglich einen Kontakt – 
und keine Kompression – der Nervenwurzel zeige, ein höheres Pensum 
erwarten als die von der Hausärztin attestierten vier Stunden täglich. Er 
denke, dass der Beschwerdeführerin eine körperlich leichte und wechsel-
belastende Tätigkeit, ohne Überkopfarbeiten und ohne längeres Sitzen in 
Protrusionshaltung, zu mindestens zweimal drei Stunden täglich ohne Leis-
tungsminderung zugemutet werden könne (AB 36).

3.4 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-

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schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

3.5 Die Einschätzungen der Dres. med. C.________ und D.________ 
erfüllen die vorerwähnten höchstrichterlichen Beweisanforderungen nicht 
(vgl. E. 3.4 hiervor). Abgesehen davon, dass es sich um teilweise diskre-
pante Beurteilungen handelt, bieten sie sowohl in Bezug auf das revisions-
rechtliche Beweisthema – erhebliche Änderung(en) des Sachverhalts (vgl. 
E. 2.3 hiervor) – als auch hinsichtlich der Frage nach der Beeinträchtigung 
des funktionellen Leistungsvermögens keine verlässliche Entscheidgrund-
lage. 

3.5.1 Allein in den im Vergleich zum Referenzzeitpunkt abweichenden 
bildgebenden Befunden sowie den neuen diagnostischen Feststellungen 
wäre nur dann eine revisionsrechtlich relevante Gesundheitsverschlechte-
rung zu erblicken, wenn diese veränderten Umstände den Rentenanspruch 
berührten (vgl. BGE 141 V 9 E. 5.2 S. 12), was hier gerade nicht erstellt ist. 
Wenngleich die im Referenzzeitpunkt von Dr. med. B.________ angenom-
mene «stundenweise» Arbeitsfähigkeit in einer leidensadaptierten Tätigkeit 
(AB 15/2 Ziff. 4.3) vage und wenig überzeugend ausfiel, würde die von der 
Hausärztin postulierte und vom RAD-Arzt unkritisch übernommene 
vollständige Arbeitsunfähigkeit ab 3. Februar bis zum Bericht vom 25. Sep-
tember 2014 (AB 23 f., 32/2 Ziff. 5) zwar als Revisionsgrund vorderhand 
bereits genügen. Denn nach Art. 88a Abs. 2 IVV ist nicht verlangt, dass 
eine Änderung, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate 
angedauert hat, voraussichtlich weiterhin andauern muss. Das Erfordernis 
einer auf Dauer gerichteten Änderung ist mit Ablauf der dreimonatigen 
Wartezeit grundsätzlich erfüllt (vgl. Entscheid des Bundesgerichts vom 
21. September 2012, 9C_530/2012, E. 5.2). Diese zwischenzeitliche Ex-
azerbation ist jedoch nicht ausgewiesen, zumal die attestierte 100%ige 
Arbeitsunfähigkeit auf die angestammte Tätigkeit als … bzw. die zuletzt 
ausgeübte Beschäftigung im … referenziert und keine medizinisch-

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theoretische Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in einer Verweisungstätigkeit 
darstellt. 

3.5.2 Wie sich die Arbeitsfähigkeit nach dem massgebenden Beweisgrad 
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 138 V 218 E. 6 S. 221) im 
Verlauf entwickelte bzw. sich im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung 
vom 16. März 2015 (AB 40) präsentierte, ist unklar. Während sich die 
Hausärztin mit blossen zirka Angaben begnügte (AB 34), «dachte» der 
RAD-Arzt, es könnten statt der von dieser genannten rund vier Stunden 
täglich aufgrund der Akten auch deren sechs sein (bei Aufteilung auf zwei-
mal drei Stunden täglich; AB 36/2). Eine schlüssige und nachvollziehbare 
Herleitung der entsprechenden Einschätzungen fehlt bei beiden Allgemei-
ninternisten. Dass keine Neurokompression dokumentiert ist (AB 36/2), 
genügt hierfür jedenfalls nicht. Es mag zutreffen, dass Prof. Dr. med. 
E.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 
Bewegungsapparates, die Schmerzen im Oktober 2012 nicht als radikulo-
pathisch interpretierte und anhand der bildgebenden Abklärungen sowie 
der klinischen Untersuchung (noch) keine Operationsindikation erkannte 
(AB 32/7). Der Wirbelsäulenspezialist äusserte sich indes weder zur hier 
interessierenden Frage, ob sich die beklagten Schmerzen mit den von ihm 
erhobenen somatischen Befunden vereinbaren lassen noch wie das medi-
zinisch-theoretische Zumutbarkeitsprofil mit Bezug auf eine den offenkun-
digen Beeinträchtigungen optimal Rechnung tragenden Tätigkeit lautet.

3.6 Der medizinische Sachverhalt erweist sich nach dem Gesagten als 
nicht rechtsgenüglich abgeklärt, womit die Sache an die Beschwerdegeg-
nerin zurückzuweisen ist, damit sie in Nachachtung der Untersuchungsma-
xime (Art. 43 Abs. 1 ATSG) die erforderlichen Erhebungen – vorzugsweise 
in Form einer neurochirurgischen Begutachtung – nachholt. Sollte sich die 
von der Beschwerdeführerin geklagte Beschwerdesymptomatik mit den 
klinisch bzw. bildgebend feststellbaren Befunden nicht (hinreichend) er-
klären lassen, wäre eine ergänzende psychiatrische Exploration anzuord-
nen und – soweit sich dabei ein psychosomatisches Geschehen offenbart – 
eine den Anforderungen zur Prüfung der massgebenden Standardindikato-
ren (vgl. BGE 141 V 281 E. 4.1.3 S. 297 f.) genügende Beurteilungsgrund-

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lage herzustellen. In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen und 
die angefochtene Verfügung vom 16. März 2015 (AB 40) aufzuheben.

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4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung 
oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach 
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). Der von der Beschwerde-
führerin geleistete Kostenvorschuss in gleicher Höhe ist ihr nach Eintritt der 
Rechtskraft des Urteils zurückzuerstatten.

4.2 Trotz ihres Obsiegens hat die nicht vertretene Beschwerdeführerin 
nach konstanter Praxis keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung, da 
der Aufwand zur Wahrung ihrer Interessen den Rahmen dessen nicht 
überschritten hat, was der Einzelne üblicher- und zumutbarerweise zur Be-
sorgung seiner persönlichen Angelegenheiten auf sich zu nehmen hat (vgl. 
BGE 127 V 205 E. 4b S. 207).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 16. März 2015 aufgehoben und die Sache an die 
Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie – nach Vornahme der 
Abklärungen im Sinne der Erwägungen – neu verfüge.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt. Der von der Beschwerdeführerin geleistete 
Kostenvorschuss von Fr. 700.-- wird nach Rechtskraft des Urteils 
zurückerstattet.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. April 2016, IV/15/345, Seite 12

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- A.________
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.