# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fb21bdcb-3fbf-515f-839e-5fbdf668b2d4
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-08-29
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 29.08.2025 D-5886/2024
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5886-2024_2025-08-29.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-5886/2024 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 9 .  A u g u s t  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichter Simon Thurnheer, 

mit Zustimmung von Richter Walter Lang,  

Gerichtsschreiberin Bettina Hofmann. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Türkei, 

(…), 

Beschwerdeführer, 

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 20. August 2024 / N (…). 

 

 

 

D-5886/2024 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

B._______ (N […]) – die Schwester des Beschwerdeführers – suchte am 

14. Februar 2011 in der Schweiz um Asyl nach. Mit Verfügung vom 13. April 

2011 anerkannte sie das SEM gestützt auf Art. 51 Abs. 1 AsylG 

(SR 142.31) als Flüchtling und gewährte ihr Asyl. Am 4. Juli 2022 verzich-

tete sie infolge geplanter Heimatreise auf ihren Flüchtlingsstatus und auf 

das ihr in der Schweiz gewährte Asyl. 

B.  

B.a Der Beschwerdeführer selbst suchte am 12. Februar 2022 in der 

Schweiz um Asyl nach. 

B.b Am 10. Juni 2022 hörte ihn das SEM – in Anwesenheit der zugewiese-

nen Rechtsvertretung – eingehend zu seinen Asylgründen an und teilte 

sein Asylverfahren mit Verfügung vom 17. Juni 2022 einer Behandlung im 

erweiterten Verfahren zu, was einen Wechsel der Rechtsvertretung zur 

Folge hatte. Am 31. Mai 2023 fand die ergänzende Anhörung statt. 

B.c Zu seinem persönlichen Hintergrund und zur Begründung seines Asyl-

gesuchs brachte er im Wesentlichen vor, er sei türkischer Staatsangehöri-

ger kurdischer Ethnie und habe zuletzt in C._______ (Provinz D._______) 

gelebt. Er habe die HDP (Halkların Demokratik Partisi) unterstützt, an 

Newroz-Feierlichkeiten teilgenommen und in den sozialen Medien politisch 

motivierte Beiträge geteilt. Aufgrund ebendieser Aktivitäten sei er seitens 

Angehöriger der türkischen Behörden mehrmals schikaniert und insgesamt 

zwei Mal kurzzeitig inhaftiert worden. Aus Angst vor weiteren Behelligun-

gen habe er die Türkei im Dezember 2021 auf legalem Weg verlassen. 

Nach seiner Einreise in die Schweiz habe er regimekritische Beiträge in 

den sozialen Medien geteilt und in der Türkei in Erfahrung gebracht, dass 

inzwischen ein Ermittlungsverfahren wegen Propaganda für eine terroristi-

sche Organisation gegen ihn eröffnet worden sei und er behördlich gesucht 

werde. 

B.d Zum Beleg seiner Identität und Vorbringen reichte er insbesondere fol-

gende Unterlagen zu den Akten:  

- Reisepass, Identitätskarte sowie Familienregisterauszug (in Kopie); 

D-5886/2024 

Seite 3 

- Justizdokumente im Zusammenhang mit dem obgenannten Ermittlungsver-

fahren (in erster Linie polizeilicher Untersuchungsbericht vom 11. Februar 

2022, Antrag der Oberstaatsanwaltschaft C._______ beim Friedensstrafge-

richt C._______ auf Erlass eines Vorführbefehls vom 28. Februar 2022, Be-

schluss des Friedensstrafgerichts C._______ zum Erlass eines Vorführbefehls 

vom 2. März 2022 sowie Vorführbefehl des Friedensstrafgerichts C._______ 

vom 2. März 2022); 

- Referenzschreiben seiner Rechtsvertretung in der Türkei vom 9. Mai 2023. 

C.  

Mit Verfügung vom 20. August 2024 (eröffnet am 22. August 2024) stellte 

das SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft 

nicht, lehnte sein Asylgesuch ab, verfügte die Wegweisung aus der 

Schweiz und ordnete den Vollzug derselben an. 

D.  

Mit Eingabe vom 18. September 2024 (Datum des Poststempels) erhob 

der Beschwerdeführer gegen die ablehnende Verfügung beim Bundesver-

waltungsgericht Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung 

sei aufzuheben und ihm unter Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft 

Asyl zu gewähren. Eventualiter sei die Unzulässigkeit und die Unzumut-

barkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen und die vorläufige Auf-

nahme anzuordnen. Subeventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an 

das SEM zurückzuweisen. 

In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte er um Erteilung der aufschieben-

den Wirkung der Beschwerde, um Erlass eines superprovisorischen Voll-

zugsstopps sowie um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung (in-

klusive Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses). 

Der Beschwerde beigelegt war eine Kopie der angefochtenen Verfügung. 

E.  

Mit Zwischenverfügung vom 25. Februar 2025 stellte der Instruktionsrichter 

fest, dass der Beschwerdeführer den Ausgang des Verfahrens in der 

Schweiz abwarten dürfe. Gleichzeitig wies er das Gesuch um Gewährung 

der unentgeltlichen Prozessführung – unter Hinweis auf die Aussichtslosig-

keit der Beschwerde – ab und forderte den Beschwerdeführer auf, bis zum 

12. März 2025 einen Kostenvorschuss von Fr. 750.– zu leisten. 

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Seite 4 

F.  

Am 5. März 2025 ging der Kostenvorschuss fristgerecht beim Bundesver-

waltungsgericht ein. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurtei-

lung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig 

und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vor- 

liegend – endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG). Der Be-

schwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdeführung legiti-

miert (Art. 48 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Be-

schwerde ist (nach Leisten des Kostenvorschusses und unter nachfolgen-

dem Vorbehalt) einzutreten (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 Abs. 1 

VwVG). 

1.2 Soweit in der Rechtsmitteleingabe die Erteilung der aufschiebenden 

Wirkung und der Erlass eines superprovisorischen Vollzugsstopps bean-

tragt werden, kann festgestellt werden, dass der Beschwerde von Geset-

zes wegen aufschiebende Wirkung zukommt (vgl. Art. 6 AsylG i.V.m. 

Art. 55 Abs. 1 VwVG) und das SEM diese vorliegend nicht entzogen hat. 

Auf die entsprechenden Anträge ist daher mangels Rechtsschutzinteres-

ses nicht einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Die vorliegende Beschwerde erweist sich – wie nachstehend aufgezeigt – 

als offensichtlich unbegründet und ist im Verfahren einzelrichterlicher Zu-

ständigkeit mit Zustimmung einer zweiten Richterin beziehungsweise eines 

zweiten Richters (Art. 111 Bst. e AsylG), ohne Weiterungen und mit sum-

marischer Begründung zu behandeln (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 

4.  

Eine Verletzung der Begründungspflicht respektive des Anspruchs auf 

rechtliches Gehör (vgl. Art. 29 Abs. 2 BV, Art. 29 VwVG, Art. 35 Abs. 1 

D-5886/2024 

Seite 5 

VwVG) kann – entgegen der in der Beschwerde vertretenen Auffassung 

(vgl. a.a.O. S. 8 f.) – nicht festgestellt werden. Das SEM hat in einer Ge-

samtwürdigung der Vorbringen und Beweismittel nachvollziehbar aufge-

zeigt, von welchen Überlegungen es sich leiten liess (vgl. angefochtene 

Verfügung, Ziff. II). Soweit ferner gerügt wird, das SEM verkenne das Vor-

liegen einer asylrelevanten Verfolgung im Heimatland, wird die sich aus 

dem Untersuchungsgrundsatz (vgl. Art. 12 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG) erge-

bende Pflicht zur Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts mit der 

rechtlichen Würdigung der Sache vermengt, welche die materielle Ent-

scheidung über die vorgebrachten Asylgründe betrifft, weshalb diesbezüg-

lich auf die nachfolgenden Erwägungen zu verweisen ist. 

5.  

5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

5.2 Wer sich darauf beruft, dass durch seine Ausreise aus dem Heimat- 

oder Herkunftsstaat oder wegen seines Verhaltens nach der Ausreise eine 

Gefährdungssituation erst geschaffen worden sei, macht sogenannte sub-

jektive Nachfluchtgründe im Sinne von Art. 54 AsylG geltend. Subjektive 

Nachfluchtgründe begründen zwar die Flüchtlingseigenschaft im Sinne von 

Art. 3 AsylG, führen jedoch nach Art. 54 AsylG zum Ausschluss des Asyls, 

unabhängig davon, ob sie missbräuchlich oder nicht missbräuchlich ge-

setzt wurden (vgl. BVGE 2009/28 E. 7.1). Stattdessen werden Personen, 

die subjektive Nachfluchtgründe nachweisen oder glaubhaft machen kön-

nen, als Flüchtlinge vorläufig aufgenommen. 

6.  

6.1 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt nach Prüfung der Akten zum 

Schluss, dass das SEM (im Ergebnis) zutreffend festgehalten hat, die Vor-

bringen des Beschwerdeführers genügten den Anforderungen von Art. 3 

AsylG an die flüchtlingsrechtliche Beachtlichkeit nicht. Die Beschwerde-

ausführungen, welche sich auf eine sinngemässe Wiederholung der bishe-

rigen Aussagen beschränken, halten dem nichts Stichhaltiges entgegen. 

D-5886/2024 

Seite 6 

6.2 Hinsichtlich der geltend gemachten Nachteile seitens der türkischen 

Behörden vor seiner Ausreise (anhaltende Schikanen sowie kurzzeitige 

Festhaltungen [vgl. SEM-Akten A18 F49, F84 ff.; A40 F65 ff.]) ist – unge-

achtet der Frage der Glaubhaftigkeit – festzuhalten, dass die Angehörigen 

der türkischen Behörden dem Beschwerdeführer keine konkreten Nach-

teile androhten, weshalb diese Massnahmen die Intensität ernsthafter 

Nachteile im Sinne von Art. 3 Abs. 2 AsylG nicht erreichen. Als strafrecht-

lich unbescholtene Person war es ihm denn auch möglich, legal aus der 

Türkei auszureisen (vgl. SEM-Akte A18 F140). 

6.3 Sodann erweist sich die vorinstanzliche Einschätzung bezüglich des 

gegen den Beschwerdeführer angeblich eingeleiteten Ermittlungsverfah-

rens wegen Propaganda für eine terroristische Organisation als zutreffend. 

Sie steht – unter Berücksichtigung der nachfolgenden Erwägungen – im 

Einklang mit der Praxis des Bundesverwaltungsgerichts, wonach sich al-

leine aus der Hängigkeit eines staatsanwaltschaftlichen Ermittlungsverfah-

rens wegen Propaganda für terroristische Organisationen noch keine be-

gründete Furcht vor zukünftiger Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG 

ergibt, sondern nur bei Vorliegen zusätzlicher Risikofaktoren (vgl. das Re-

ferenzurteil des BVGer E-4103/2024 vom 8. November 2024 E. 8), welche 

nachfolgend zu prüfen sind. 

Es ist derzeit – soweit aus den Akten ersichtlich – offen, ob die Staatsan-

waltschaft aufgrund der dem Beschwerdeführer vorgeworfenen Handlun-

gen in den sozialen Medien nach der Ausreise überhaupt Anklage erheben 

wird, ob das Gericht eine solche Anklage gegebenenfalls als begründet er-

achten und ein Gerichtsverfahren gegen den Beschwerdeführer eröffnet 

würde, ob er in der Folge (aus flüchtlingsrechtlich relevanten Motiven) zu 

einer Strafe (flüchtlingsrechtlich relevanter Intensität) verurteilt würde und 

ob ein solches Urteil vor den türkischen Rechtsmittelinstanzen bestehen 

könnte. In diesem Zusammenhang ist erneut darauf hinzuweisen, dass der 

Beschwerdeführer in der Türkei bislang noch nie verurteilt wurde und damit 

strafrechtlich nicht vorbelastet ist. Sodann lassen die von ihm im Heimat-

land beschriebenen politischen Tätigkeiten (Aushilfe bei der Verteilung der 

Parteizeitung respektive niederschwellige Hilfestellung bei Parteisitzungen 

und Parteikundgebungen, blosse Teilnahme an Newroz-Feierlichkeiten so-

wie das Teilen prokurdischer Inhalte in den sozialen Medien [vgl. SEM-Ak-

ten A18 F77, F81 ff., F104 ff.; A40 F38 ff., F54 ff.]) noch keine Exponiertheit 

erkennen. Unter diesen Umständen ist nicht von einer dem Beschwerde-

führer in absehbarer Zukunft mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit drohen-

den flüchtlingsrechtlich relevanten Verfolgung auszugehen. 

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Seite 7 

Bei dieser Sachlage kann offenbleiben, ob die vom Beschwerdeführer ein-

gereichten Verfahrensunterlagen (vgl. Sachverhalt, Bst. B.d) authentisch 

sind. Offenbleiben kann auch die Frage, ob er gegebenenfalls die in der 

Türkei hängigen Ermittlungsverfahren durch seine Beiträge in den sozialen 

Medien nach der Ausreise bewusst eingeleitet hat, um in rechtsmiss-

bräuchlicher Absicht (allenfalls lediglich aufgrund subjektiver Nachflucht-

gründe) einen Schutzstatus in der Schweiz zu erlangen. 

6.4 Schliesslich ist dem SEM darin zuzustimmen, dass sich den Akten auch 

keine konkreten Anhaltspunkte dafür entnehmen lassen, wonach er wegen 

seines familiären Umfeldes (vgl. Sachverhalt, Bst. A.) mit beachtlicher 

Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft von Reflexverfolgungs-

massnahmen ernsthaften Ausmasses betroffen sein könnte. 

6.5 Das SEM hat demzufolge die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerde-

führers zu Recht verneint und sein Asylgesuch folgerichtig abgelehnt.  

7.  

Gemäss Art. 44 AsylG verfügt das SEM in der Regel die Wegweisung aus 

der Schweiz, wenn es das Asylgesuch ablehnt. Der Beschwerdeführer ver-

fügt in der Schweiz weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewil-

ligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen (vgl. BVGE 

2013/37 E. 4.4; BVGE 2009/50 E. 9, je m.w.H.). Die Wegweisung wurde 

demnach ebenfalls zu Recht angeordnet. 

8.  

8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

Vollzugshindernissen sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich 

ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 

E. 10.2 m.w.H.). 

8.2 Nach Art. 83 Abs. 3 AIG ist der Vollzug nicht zulässig, wenn völker-

rechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin 

oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat ent-

gegenstehen. 

8.2.1 Da der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllt, ist 

– wie vom SEM zutreffend festgehalten – das flüchtlingsrechtliche Rück-

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Seite 8 

schiebungsverbot von Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 

über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) und Art. 5 AsylG 

nicht anwendbar. Die Zulässigkeit des Vollzugs der Wegweisung beurteilt 

sich vielmehr nach den allgemeinen verfassungs- und völkerrechtlichen 

Bestimmungen (Art. 25 Abs. 3 BV; Art. 3 des Übereinkommens vom 

10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche 

oder erniedrigende Behandlung oder Strafe [FoK, SR 0.105]; Art. 3 

EMRK). 

8.2.2 Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdefüh-

rers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer 

Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit 

einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behand-

lung ausgesetzt wäre. Gemäss der Praxis des Europäischen Gerichtshofes 

für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses 

müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachwei-

sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter 

oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR 

Saadi gegen Italien vom 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, 

§§ 124–127 m.w.H.). Nach den vorstehenden Ausführungen gelingt ihm 

das nicht. Auch die allgemeine Menschenrechtssituation im Heimatstaat 

lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig 

erscheinen. 

8.2.3 Der Vollzug der Wegweisung ist somit sowohl im Sinne der landes- 

als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 

8.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind.  

8.3.1 Gemäss konstanter Praxis des Bundesverwaltungsgerichts ist in der 

Türkei nicht von einer Situation allgemeiner Gewalt oder bürgerkriegsähnli-

chen Verhältnissen – auch nicht für Angehörige der kurdischen Ethnie – 

auszugehen (vgl. Referenzurteile des BVGer E-1948/2018 vom 12. Juni 

2018 E. 7.3 sowie E-4103/2024 vom 8. November 2024 E. 13, je m.w.H.). 

8.3.2 Auch sprechen – in Übereinstimmung mit dem SEM und entgegen 

der Ansicht des Beschwerdeführers – keine individuellen Gründe gegen 

einen Wegweisungsvollzug. Aufgrund seiner Arbeitserfahrungen (vgl. 

D-5886/2024 

Seite 9 

SEM-Akte A18 F20, F23 ff.) ist davon auszugehen, dass er auch zukünftig 

in der Lage sein wird, seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Sodann ver-

fügt er im Heimatland über ein grosses familiäres Beziehungsnetz (vgl. 

SEM-Akte A18 F8 ff.), auf welches er bei Bedarf zurückgreifen kann. Was 

die auf Beschwerdeebene geltend gemachten, jedoch weder substantiier-

ten noch belegten psychischen Probleme des Beschwerdeführers anbe-

langt, ist er sodann auf die medizinischen Institutionen im Heimatstaat zu 

verweisen (vgl. statt vieler die Urteile des BVGer E-3979/2024, E-

7441/2024 vom 2. April 2025 E. 8.3.5, D-6886/2024 vom 14. November 

2024 E. 9.3.4, je m.w.H.). 

8.3.3 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch 

als zumutbar. 

8.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 

2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu 

bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

8.5 Zusammenfassend hat das SEM den Wegweisungsvollzug zu Recht 

als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Die Anordnung der vorläu-

figen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

9.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und auch sonst nicht zu beanstanden ist 

(Art. 106 Abs. 1 AsylG und Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist abzuweisen. 

10.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerde-

führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– 

festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die 

Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]). Der in gleicher Höhe geleistete Kostenvorschuss ist zur 

Bezahlung der Verfahrenskosten zu verwenden. 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-5886/2024 

Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Der in gleicher Höhe geleistete Kostenvorschuss wird zur Bezahlung 

der Verfahrenskosten verwendet. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Simon Thurnheer Bettina Hofmann 

 

 

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