# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 887421c7-6ed1-5f9b-ade1-6b1488246082
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-07-17
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 17.07.2008 C-8065/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-8065-2007_2008-07-17.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-8065/2007/frj/fas
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 7 .  J u l i  2 0 0 8

Richter Johannes Frölicher (Vorsitz), 
Richter Stefan Mesmer, 
Richter Francesco Parrino, 
Gerichtsschreiberin Susanne Fankhauser.

M._______, 
vertreten durch Herr lic. iur. Gojko Reljic, 
Rechtsberatung für Ausländer, Go-Re-Ma, 
Quaderstrasse 18/2, 7000 Chur,
Beschwerdeführerin,

gegen

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,
avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 
1211 Genf 2,
Vorinstanz.

Invalidität (Verfügung vom 26. Oktober 2007).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-8065/2007

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass die IV-Stelle für Versicherte im Ausland (nachfolgend: IV-Stelle) 
mit  Verfügung  vom  26. Oktober  2007  auf  eine  Neuanmeldung  von 
M._______  nicht  eingetreten  ist,  mit  der  Begründung,  es  sei  nicht 
glaubhaft gemacht worden, dass sich der Grad der Invalidität in einer 
für den Anspruch erheblichen Weise geändert habe,

dass  M._______,  vertreten  durch  lic.  iur.  Gojko Reljic,  gegen  diese 
Verfügung  am  26. November  2007  beim  Bundesverwaltungsgericht 
Beschwerde einreichte und sinngemäss beantragte, die IV-Stelle sei – 
unter  Kosten-  und  Entschädigungsfolge  –  zu  verpflichten,  auf  das 
Gesuch einzutreten und die erforderlichen Abklärungen vorzunehmen,

dass  die  Beschwerdeführerin  am 10. Dezember  2007  weitere  medi-
zinische Berichte einreichen liess,

dass  die  Vorinstanz  mit  Vernehmlassung  vom  27. März  2008  die 
Abweisung der Beschwerde beantragte,

dass die Beschwerdeführerin  in ihrer  Replik vom 8. April  2008 unter 
anderem  vorbrachte,  der  IV-Stellenarzt  Dr. med.  A._______,  auf 
dessen  Stellungnahme  sich  die  Verwaltung  stützte,  sei  als  Arzt  für 
Allgemeine  Medizin  nicht  kompetent,  psychische  Beschwerden  und 
deren Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zu beurteilen, 

dass  die  IV-Stelle  unter  Hinweis  auf  die  Stellungnahme  von 
Dr. A._______  vom  17. Mai  2008,  wonach  eine  nähere  Abklärung 
durch eine kompetente Stelle in der Schweiz (MEDAS) durchzuführen 
sei, mit Duplik vom 26. Mai 2008 die Gutheissung der Beschwerde und 
Rückweisung an die Verwaltung beantragte,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  gemäss  Art.  31  des  Bundesge-
setzes vom 17. Juni 2006 über das Bundesverwaltungsgericht (VGG, 
SR 173.32) zur Beurteilung von Beschwerden gegen Verfügungen von 
Vorinstanzen gemäss Art. 33 und 34 VGG zuständig ist, sofern keine 
Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt,

dass die IV-Stelle als Vorinstanz gemäss Art. 33 Bst. d VGG zu gelten 
hat,  und  vorliegend  keine  Ausnahme  von  der  Zuständigkeit  auszu-
machen ist (vgl. auch Art. 69 Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes vom 

Seite 2

C-8065/2007

19. Juni  1959  über  die  Invalidenversicherung  [IVG]  SR  831.20),  so 
dass  das  Gericht  zur  Beurteilung  der  vorliegenden  Beschwerde 
zuständig ist,

dass gemäss Art. 87 Abs. 3 in Verbindung mit Abs. 4 der Verordnung 
vom  17. Januar  1961  über  die  Invalidenversicherung  (IVV,  SR 
831.201) eine Neuanmeldung nur geprüft  wird,  wenn die versicherte 
Person  glaubhaft  macht,  dass  sich  der  Grad  der  Invalidität  seit  der 
letzten  Beurteilung  (vgl.  BGE  130  V  71)  in  einer  für  den  Anspruch 
erheblichen Weise geändert hat,

dass die Parteien nunmehr darin übereinstimmen, dass die erhebliche 
Veränderung des Invaliditätsgrades glaubhaft gemacht worden ist und 
eine materielle Prüfung des Leistungsbegehrens zu erfolgen hat, 

dass  die  IV-Stelle  –  sofern  der  Eintretenstatbestand  gemäss  Art. 87 
Abs. 3  in  Verbindung  mit  Abs. 4  IVV  erfüllt  ist  –  auch  im  Neuan-
meldungsverfahren  den  Sachverhalt  von  Amtes  wegen  abklärt  (vgl. 
Art. 43  des  Bundesgesetzes  vom  6. Oktober  2000  über  den  Allge-
meinen Teil  des Sozialversicherungsrechts [ATSG] SR 830.1,  Art. 69 
bs. 2 IVV),

dass es für das Bundesverwaltungsgericht aufgrund der Akten keinen 
Anlass  gibt,  vom  übereinstimmenden  Antrag  der  Parteien  abzu-
weichen, 

dass  die  Beschwerde daher  gutzuheissen und  die  Sache zur  mate-
riellen Prüfung an die Verwaltung zurückzuweisen ist,

dass bei  diesem Ausgang des Verfahrens keine Verfahrenskosten zu 
erheben sind (Art. 63 Abs. 2 VwVG),

dass der Beschwerdeführerin  der von ihr geleistete Kostenvorschuss 
von Fr. 300.- zurück zu erstatten ist,

dass der obsiegenden Beschwerdeführerin  zu Lasten der  Vorinstanz 
eine Parteientschädigung zuzusprechen ist, welche unter Berücksich-
tigung  des  gebotenen  und  aktenkundigen  Aufwands,  pauschal  auf 
Fr. 600.- festgesetzt wird (Art. 64 VwVG in Verbindung mit Art. 7 ff. des 
Reglements  vom 21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädi-
gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE] SR 173.320. 2).

Seite 3

C-8065/2007

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die  Beschwerde  wird  gutgeheissen  und  die  Verfügung  vom 
26. Oktober 2007 aufgehoben.

2.
Die Sache wird an die IV-Stelle für Versicherte im Ausland zurückge-
wiesen, damit sie das Leistungsbegehren materiell prüfe.

3.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der von der Beschwerde-
führerin geleistete Kostenvorschuss von Fr. 300.- wird zurück erstattet.

4.
Der  Beschwerdeführerin  wird  für  das  vorliegende  Verfahren  eine 
Parteientschädigung in  der  Höhe von Fr. 600.-  zugesprochen. Diese 
Entschädigung ist von der Vorinstanz zu leisten.

5.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. ...)
- das Bundesamt für Sozialversicherungen  

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Johannes Frölicher Susanne Fankhauser

Seite 4

C-8065/2007

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  Schweizerhofquai  6,  6004  Luzern,  Beschwerde  in 
öffentlich-rechtlichen  Angelegenheiten  geführt  werden,  sofern  die 
Voraussetzungen  gemäss  den  Art.  82  ff.,  90  ff.  und  100  des 
Bundesgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni  2005  (BGG,  SR  173.110) 
gegeben sind. Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung 
mit  Angabe  der  Beweismittel  und  die  Unterschrift  zu  enthalten.  Der 
angefochtene  Entscheid  und  die  Beweismittel  sind,  soweit  sie  die 
beschwerdeführende  Partei  in  Händen  hat,  beizulegen  (vgl.  Art.  42 
BGG).

Versand: 

Seite 5