# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** dc942930-dd5d-544f-ba6d-72f447a04757
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-09-22
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 22.09.2021 E-4170/2021
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-4170-2021_2021-09-22.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-4170/2021 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 2 .  S e p t e m b e r  2 0 2 1  

Besetzung 
 Einzelrichterin Roswitha Petry, 

mit Zustimmung von Richter Andreas Trommer;   

Gerichtsschreiberin Regina Seraina Goll. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Irak,  

BAZ (…),  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(Dublin-Verfahren);  

Verfügung des SEM vom 14. September 2021 / N (…). 

 

 

 

E-4170/2021 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Gemäss eigenen Angaben verliess der Beschwerdeführer seinen Heimat-

staat am (…) 2015 und suchte am (…) August 2021 in der Schweiz um Asyl 

nach. Ein Abgleich mit der europäischen Fingerabdruck-Datenbank (EU-

RODAC) ergab, dass der Beschwerdeführer am (…) 2015 in Österreich um 

Asyl nachgesucht hatte.  

Anlässlich des Dublin-Gesprächs vom (…) August 2021 wurde dem 

Beschwerdeführer das rechtliche Gehör zu einem allfälligen Nichteintre-

tensentscheid und der Möglichkeit einer Überstellung nach Österreich ge-

währt, welches gemäss Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen 

Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien 

und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung ei-

nes von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mit-

gliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist 

(nachfolgend: Dublin-III-VO), grundsätzlich für die Behandlung seines Asyl-

gesuchs zuständig sei. Dabei machte der Beschwerdeführer geltend, nicht 

nach Österreich zurückkehren zu wollen, da er dort einen Ausreisebefehl 

erhalten habe und ihm Haft angedroht worden sei, sollte er das Land nicht 

verlassen. Ihm drohe somit das Ausschaffungsgefängnis sowie die Rück-

reise nach Irak, wo er grosse Probleme habe. Hinsichtlich des medizini-

schen Sachverhalts gab er zu Protokoll, dass (…). Sonst habe er keine 

Beschwerden. 

B.  

B.a Gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. d Dublin-III-VO ersuchte die Vorinstanz 

die österreichischen Behörden am 30. August 2021 um Wiederaufnahme 

des Beschwerdeführers. 

B.b Die österreichischen Behörden hiessen das Wiederaufnahmeersu-

chen gestützt auf die von der Vorinstanz angerufene Bestimmung am 

10. September 2021 gut. 

C.  

Mit Verfügung vom 14. September 2021 – tags darauf eröffnet – trat das 

SEM in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) auf das 

Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht ein und verfügte die Überstellung 

nach Österreich. Es beauftragte den zuständigen Kanton mit dem Vollzug 

der Wegweisung und stellte fest, einer allfälligen Beschwerde gegen den 

Entscheid komme keine aufschiebende Wirkung zu.  

E-4170/2021 

Seite 3 

D.  

Mit Eingabe vom 15. September 2021 teilte die damalige Rechtsvertretung 

dem SEM die Beendigung des Mandatsverhältnisses mit.  

E.  

Mit Beschwerde vom 17. September 2021 an das Bundesverwaltungsge-

richt beantragt der Beschwerdeführer, die Verfügung des SEM sei aufzu-

heben und es sei festzustellen, dass der Vollzug der Überstellung nach 

Österreich unzulässig und unzumutbar sei. Es sei die unentgeltliche Pro-

zessführung zu gewähren, auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu 

verzichten und ein amtlicher Rechtsbeistand einzusetzen. Eventuell sei die 

aufschiebende Wirkung wiederherzustellen.  

F.  

Mit superprovisorischer Massnahme vom 20. September 2021 setzte die 

Instruktionsrichterin den Vollzug der Überstellung des Beschwerdeführers 

gestützt auf Art. 56 VwVG per sofort einstweilen aus.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.     

1.1 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.2 Die Beschwerde ist zulässig (Art. 105 AsylG; Art. 31 ff. VGG). Die übri-

gen Sachurteilsvoraussetzungen (Legitimation [Art. 48 Abs. 1 VwVG], Frist 

[Art. 108 Abs. 3 AsylG] und Form [Art. 52 VwVG] sind offensichtlich erfüllt. 

Auf die Beschwerde ist einzutreten. 

1.3 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige oder 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

  

2.  

Die Beschwerde erweist sich – wie im Folgenden zu zeigen ist – als offen-

sichtlich unbegründet, weshalb sie im Verfahren einzelrichterlicher Zustän-

digkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise einer 

E-4170/2021 

Seite 4 

zweiten Richterin (Art. 111 Bst. e AsylG), ohne Durchführung eines Schrif-

tenwechsels und mit summarischer Begründung, zu behandeln ist (Art. 

111a Abs. 1 und 2 AsylG). 

    

3.  

3.1 Auf Asylgesuche wird in der Regel nicht eingetreten, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG). In diesem Fall verfügt das SEM in der Regel die Weg-

weisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an (Art. 44 AsylG). 

3.2 Gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO wird jeder Asylantrag von einem 

einzigen Mitgliedstaat geprüft, der nach den Kriterien des Kapitels III (Art. 

8 - 15 Dublin-III-VO) als zuständiger Staat bestimmt wird (vgl. auch Art. 7 

Abs. 1 Dublin-III-VO). Das Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Mit-

gliedstaates wird eingeleitet, sobald in einem Mitgliedstaat erstmals ein 

Asylantrag gestellt wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO). Im Rahmen des Wie-

deraufnahmeverfahrens (Art. 23 -25 Dublin-III-VO) findet grundsätzlich 

keine (neue) Zuständigkeitsprüfung nach Kapitel III Dublin-III-VO mehr 

statt (vgl. zum Ganzen: BVGE 2017 VI/5 E. 6.2 und 8.2.1). 

 

4.  

Die Zuständigkeit Österreichs zur Durchführung des Asyl- und Wegwei-

sungsverfahrens ist gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. d Dublin-III-VO grund-

sätzlich gegeben und wird vom Beschwerdeführer auch nicht bestritten. 

 

5.  

Das Bundesverwaltungsgericht hat keinen Grund zur Annahme, das Asyl-

verfahren und die Aufnahmebedingungen in Österreich wiesen für Perso-

nen in der Situation des Beschwerdeführers systemische Mängel im Sinne 

von Art. 3 Abs. 2 Sätze 2 und 3 Dublin-III-VO auf (vgl. dazu anstelle vieler 

Urteile des BVGer F-1346/2021 vom 1. April 2021 E. 5.1 und F-4030/2020 

vom 18. August 2020 E. 4.3 und E. 4.4). Etwas Anderes wird vom Be-

schwerdeführer auch nicht geltend gemacht. Folglich bestand für die Vor-

instanz kein Anlass zur Übernahme der Zuständigkeit gestützt auf die ge-

nannte Bestimmung. 

 

 

E-4170/2021 

Seite 5 

6.  

Es bleibt zu prüfen, ob die Vorinstanz trotz der grundsätzlichen Zuständig-

keit Österreichs das Selbsteintrittsrecht nach Art. 17 Abs. 1 erster Satz 

Dublin-III-VO, konkretisiert in Art. 29a Abs. 3 AsylV 1, hätte ausüben müs-

sen. 

6.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, er habe in Österreich bereits 

zwei negative rechtskräftige Asylentscheide erhalten. Bei einer Überstel-

lung nach Österreich würde ihm daher eine Abschiebung in seine Heimat 

drohen, was gravierende Konsequenzen für ihn hätte, zumal er dort grosse 

Probleme habe und ihm eine Verfolgung drohe. Weiter seien die Hürden in 

Österreich für eine erneute Prüfung seiner Asylgründe angesichts der be-

reits abgelehnten Gesuche extrem hoch. Entgegen der Auffassung der Vor-

instanz würde eine Überstellung ebenfalls bedeuten, dass er einzig Not-

hilfe erhalten würde und seine medizinischen Beschwerden kaum adäquat 

abgeklärt und behandelt würden. 

6.2 Österreich ist Signatarstaat der EMRK, des Übereinkommens vom 

10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche 

oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und des Ab-

kommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtstellung der Flüchtlinge (FK, 

SR 0.142.30) sowie des Zusatzprotokolls der FK vom 3. Januar 1967 (SR 

0.142.301) und kommt seinen diesbezüglichen völkerrechtlichen Verpflich-

tungen nach. 

6.3 Auch ist anzunehmen, dieser Staat anerkenne und schütze die Rechte, 

die sich für Schutzsuchende aus den Richtlinien des Europäischen Parla-

ments und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 2013 zu gemeinsamen 

Verfahren für die Zuerkennung und Aberkennung des internationalen 

Schutzes (sog. Verfahrensrichtlinie, ABl. L 180/96 vom 29. Juni 2013) so-

wie 2013/33/EU vom 26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Auf-

nahme von Personen, die internationalen Schutz beantragen (sog. Aufnah-

merichtlinie, ABl. L 180/96 vom 29. Juni 2013) ergeben. 

6.4 Zwar kann die Vermutung, Österreich halte seine völkerrechtlichen Ver-

pflichtungen ein, im Einzelfall widerlegt werden. Dafür braucht es aber kon-

krete Indizien, die gegebenenfalls vom Betroffenen glaubhaft darzutun sind 

(vgl. BVGE 2010/45 E. 7.4 f.; Urteil des BVGer D-5698/2017 vom 6. März 

2018 E. 5.3.1).  

E-4170/2021 

Seite 6 

6.5 Die Ausführungen des Beschwerdeführers genügen diesen Anforde-

rungen offensichtlich nicht. Der Beschwerdeführer hat kein konkretes und 

ernsthaftes Risiko dafür dargetan, dass sich Österreich im Falle einer Über-

stellung weigern könnte, ihn wiederaufzunehmen oder ihm in Bezug auf 

Unterbringung und Betreuung die ihm zustehenden minimalen völkerrecht-

lichen Ansprüche zu gewähren. Den Akten sind auch keine Gründe für die 

Annahme zu entnehmen, Österreich werde in seinem Fall den Grundsatz 

des Non-Refoulement missachten und ihn zur Ausreise in ein Land zwin-

gen, in dem sein Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus einem Grund 

nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem er Gefahr laufen würde, 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden. Der Vollständig-

keit halber ist festzustellen, dass ein definitiver Entscheid über ein Asylge-

such und die Wegweisung in das Heimatland nicht per se eine Verletzung 

des Non-Refoulement-Prinzips darstellen. Das Prinzip der Überprüfung ei-

nes Asylgesuchs durch einen einzigen Mitgliedstaat ("one chance only") 

dient im Gegenteil der Vermeidung von multiplen Asylgesuchen in ver-

schiedenen Staaten (sogenanntes "asylum shopping"; vgl. BVGE 2017 

VI/5 E. 8.5.3.3). Vorliegend führt die Überstellung des Beschwerdeführers 

nach Österreich  gemäss Akten nicht zu einer Kettenabschiebung, welche 

gegen das Non-Refoulement-Prinzip verstossen würde, wie es in Art. 33 

FK verankert ist (und sich ausserdem aus Art. 4 der EU-Grund-

rechtecharta, Art. 3 EMRK oder Art. 3 FoK ableiten lässt). 

Auch wenn das Asylverfahren in Österreich bereits rechtskräftig abge-

schlossen ist, obliegt es den dortigen Behörden, den weiteren Aufenthalt 

bis zu einem allfälligen Wegweisungsvollzug beziehungsweise einer ande-

ren ausländerrechtlichen Regelung im Einklang mit den völkerrechtlichen 

Verpflichtungen zu regeln (vgl. Urteile des BVGer F-1346/2021 vom 1. April 

2021 E. 6.3.3; F-1186/2021 vom 24. März 2021 E. 5.4; F-658/2020 vom 

14. Februar 2020 E. 6.4; F-6848/2019 vom 10. Januar 2020 E. 7.3). 

6.6  

Der Beschwerdeführer macht geltend, sein Gesundheitszustand stehe ei-

ner Überstellung entgegen; das SEM habe den medizinischen Sachverhalt 

ungenügend abgeklärt. 

6.6.1 Rechtsprechungsgemäss stellt die zwangsweise Rückführung von 

Personen mit gesundheitlichen Problemen nur ganz ausnahmsweise einen 

Verstoss gegen Art. 3 EMRK dar. Dies ist insbesondere dann der Fall, 

wenn die betroffene Person sich in einem fortgeschrittenen oder terminalen 

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Seite 7 

Krankheitsstadium und bereits in Todesnähe befindet, nach einer Überstel-

lung mit dem sicheren Tod rechnen müsste und dabei keinerlei soziale Un-

terstützung erwarten könnte (vgl. BVGE 2011/9 E. 7 mit Hinweisen auf die 

damalige Praxis des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte 

[EGMR]). Eine weitere vom EGMR definierte Konstellation betrifft Schwer-

kranke, die durch die Abschiebung – mangels angemessener medizini-

scher Behandlung im Zielstaat – mit einem realen Risiko konfrontiert wür-

den, einer ernsten, raschen und unwiederbringlichen Verschlechterung ih-

res Gesundheitszustands ausgesetzt zu werden, die zu intensivem Leiden 

oder einer erheblichen Verkürzung der Lebenserwartung führen würde 

(vgl. Urteil des EGMR Paposhvili gegen Belgien 13. Dezember 2016, 

Grosse Kammer 41738/10, §§ 180–193 m.w.H.). 

6.6.2 Eine solche Situation ist vorliegend nicht gegeben. Anlässlich des 

Dublin-Gesprächs gab der Beschwerdeführer an, abgesehen von (…) 

keine gesundheitlichen Probleme zu haben (vgl. SEM-Akten 1105454-

12/2). Das SEM hat dennoch bei der Pflege des BAZ Informationen zum 

Gesundheitszustand und allfälligen Behandlungen des Beschwerdeführers 

eingeholt. Gemäss Auskunft der Pflege hat sich der Beschwerdeführer bis 

zum 14. September 2021 – bis auf ein einmaliges Vorsprechen in 

B._______ aufgrund von (…) – nie bei der Pflege gemeldet und auch keine 

Medikamente erhalten (vgl. SEM-Akten 1105454-26/1). Gegenteiliges 

wurde von der Rechtsvertretung – die dem Beschwerdeführer bis zum Ent-

scheid des SEM zur Seite gestanden hat – nicht geltend gemacht. Die Vo-

rinstanz hat damit dem Gesundheitszustand des Beschwerdeführers aus-

reichend Rechnung getragen und war auch nicht zu weiteren Abklärungen 

verpflichtet. Die auf Beschwerdeebene vorgebrachten psychischen Belas-

tungen werden nicht näher erläutert oder dokumentiert. Insgesamt ist nicht 

ersichtlich, dass aufgrund der gesundheitlichen Situation sich eine Über-

stellung als unzulässig erweisen würde oder aus humanitären Gründen da-

von abgesehen werden müsste. 

6.6.3 Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, er werde in Österreich 

keine adäquate medizinische Versorgung erhalten, ist festzuhalten, dass 

Österreich über eine ausreichende medizinische Infrastruktur verfügt. Die 

Mitgliedstaaten sind verpflichtet, den Antragstellern die erforderliche medi-

zinische Versorgung, die zumindest die Notversorgung und die unbedingt 

erforderliche Behandlung von Krankheiten und schweren psychischen Stö-

rungen umfasst, zugänglich zu machen (Art. 19 Abs. 1 Aufnahmerichtlinie); 

den Antragstellern mit besonderen Bedürfnissen ist die erforderliche medi-

zinische oder sonstige Hilfe (einschliesslich nötigenfalls einer geeigneten 

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Seite 8 

psychologischen Betreuung) zu gewähren (Art. 19 Abs. 2 Aufnahmerichtli-

nie). Es liegen keine Hinweise vor, wonach Österreich dem 

Beschwerdeführer eine adäquate medizinische Behandlung verweigern 

würde. Die schweizerischen Behörden, die mit dem Vollzug der angefoch-

ten Verfügung beauftragt sind, werden den medizinischen Umständen bei 

der Bestimmung der konkreten Modalitäten der Überstellung des 

Beschwerdeführers Rechnung tragen und die österreichischen Behörden 

vorgängig in geeigneter Weise über die spezifischen medizinischen Um-

stände informieren (vgl. Art. 31 f. Dublin-III-VO). 

6.7 Andere Gründe, die der Schweiz Anlass geben könnten, von ihrem 

Selbsteintrittsrecht nach Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO Gebrauch zu 

machen, werden weder geltend gemacht noch sind solche ersichtlich. Da-

bei gilt auch zu beachten, dass die Dublin-III-VO den Schutzsuchenden 

kein Recht einräumt, den ihren Antrag prüfenden Staat selber auszuwählen 

(vgl. auch BVGE 2010/45 E. 8.3). 

7.  

Das SEM ist demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b 

AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten. Da 

der Beschwerdeführer nicht im Besitz einer gültigen Aufenthalts- oder Nie-

derlassungsbewilligung ist, wurde die Überstellung nach Österreich in An-

wendung von Art. 44 AsylG ebenfalls zu Recht angeordnet (Art. 32 Bst. a 

AsylV 1). Da das Fehlen von Überstellungshindernissen bereits Vorausset-

zung des Nichteintretensentscheides gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG 

ist, sind allfällige Vollzugshindernisse gemäss Art. 83 Abs. 3 und 4 AIG (SR 

142.20) unter diesen Umständen nicht mehr zu prüfen (vgl. BVGE 2015/18 

E. 5.2 m.w.H.). 

8.  

8.1 Die Beschwerde ist aus den dargelegten Gründen abzuweisen und die 

Verfügung der Vorinstanz ist zu bestätigen. 

8.2 Mit dem vorliegenden Urteil fällt der am 20. September 2021 angeord-

nete Vollzugsstopp dahin. Das Gesuch um Erteilung der aufschiebenden 

Wirkung ist gegenstandslos geworden. 

8.3 Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und 

der amtlichen Rechtsverbeiständung sind abzuweisen, da die Begehren – 

wie sich aus den vorstehenden Erwägungen ergibt – als aussichtslos zu 

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bezeichnen sind. Die Verfahrenskosten sind dem Beschwerdeführer auf-

zuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– festzusetzen 

(Art. 1‑3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-

schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.    

Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und Ver-

beiständung werden abgewiesen.  

3.    

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen.  

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Roswitha Petry Regina Seraina Goll 

 

 

Versand: