# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 71d0118b-85a3-5909-810d-cd47fbdab693
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2015-10-27
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 27.10.2015 E-6774/2015
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-6774-2015_2015-10-27.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung V 

E-6774/2015 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 7 .  O k t o b e r  2 0 1 5  

Besetzung 
 Einzelrichter Daniel Willisegger, 

mit Zustimmung von Richter Martin Zoller;   

Gerichtsschreiber Pascal Waldvogel. 

   

Parteien 

 
A._______, 

Sri Lanka,  

(…),   

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration  

(SEM; zuvor Bundesamt für Migration, BFM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung;  

Verfügung des SEM vom 27. August 2015 / N (…). 

 

 

 

E-6774/2015 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Mit Eingabe vom 20. März 2003 (Eingang) an die Schweizerische Bot-

schaft in Colombo suchte der Beschwerdeführer um Asyl in der Schweiz 

nach. 

B.  

Das Asylgesuch des Beschwerdeführers wurde mit Entscheid vom 1. Juni 

2010 als gegenstandslos abgeschrieben, da sich der Beschwerdeführer in 

Haft befand. Am 30. September 2011 wurde das Verfahren wieder aufge-

nommen. 

C.  

Am 7. November 2011 forderte die Botschaft den Beschwerdeführer auf – 

sofern er am Gesuch festhalte – seine Asylgründe detailliert darzulegen 

und allfällige Beweismittel einzureichen. 

D.  

Mit undatierter Eingabe – bei der Botschaft am 22. Dezember 2011 einge-

gangen – erläuterte der Beschwerdeführer sein Gesuch um Asyl und Be-

willigung der Einreise in die Schweiz.  

E.  

Mit Schreiben vom 3. Februar 2012 wurde der Beschwerdeführer für ein 

Interview in die Schweizerische Botschaft in Colombo eingeladen. Am 

22. Februar 2012 hörte die Botschaft den Beschwerdeführer zu den Asyl-

gründen an. Im Wesentlichen machte er geltend, er sei am 23. Februar 

2000 verhaftet worden und 11 Jahre und 204 Tage inhaftiert gewesen. Im 

Gefängnis habe man ihn gefoltert. Er habe dort viel geschrieben und auch 

publiziert, weshalb er einen Drohbrief ins Gefängnis bekommen habe. Am 

14. September 2011 habe ihn ein Gericht von allen Vorwürfen freigespro-

chen, und er sei freigelassen worden. Sowohl während als auch nach sei-

ner Inhaftierung seien seine Mutter und sein Bruder vom Criminal Investi-

gation Department (CID) mehrmals befragt worden. Auch seine Mitinsas-

sen und seinen Arbeitgeber habe man über ihn befragt. Er selbst sei sehr 

vorsichtig gewesen und kaum mehr aus dem Haus gegangen, weshalb er 

nach seiner Freilassung nicht mehr in Kontakt mit den Sicherheitskräften 

gekommen sei. Er lebe jedoch in ständiger Angst. 

F.  

Der Beschwerdeführer wendete sich in der Folge mit diversen weiteren 

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Seite 3 

Eingaben an die Botschaft, wobei er jeweils den dargelegten Sachverhalt 

wiederholte. Mit E-Mail vom 22. August 2013 teilte der Beschwerdeführer 

der Botschaft mit, dass er Sri Lanka am 21. August 2013 Richtung Indien 

verlassen habe. Mit Schreiben vom 1. Oktober 2013 schrieb er der Bot-

schaft, er sei zwischenzeitlich nach Sri Lanka zurückgekehrt, habe am 

9. September 2013 das Land jedoch ein zweites Mal verlassen und befinde 

sich nunmehr in Malaysia. Daraufhin wurde der Beschwerdeführer mit 

Schreiben vom 4. Dezember 2013 von der Schweizerischen Botschaft in 

Colombo informiert, dass von nun an die Schweizerische Botschaft in 

Kuala Lumpur für ihn zuständig sei. 

G.  

Mit Schreiben vom 1. Juni 2015 wurde der Beschwerdeführer für ein Inter-

view in die Schweizerische Botschaft in Kuala Lumpur eingeladen. Am 

14. Juli 2015 hörte die Botschaft den Beschwerdeführer ergänzend zu den 

Asylgründen an. Dabei bestätigte er den bereits vorgebrachten Sachver-

halt. 

H.  

Mit Verfügung vom 27. August 2015 bewilligte das SEM dem Beschwerde-

führer die Einreise in die Schweiz nicht und lehnte das Asylgesuch ab. 

I.  

Mit Eingabe des Beschwerdeführers an die Botschaft datiert vom 6. Okto-

ber 2015 erhob er Beschwerde gegen die Verfügung des SEM vom 27. Au-

gust 2015. Am 15. Oktober 2015 überwies die Botschaft die Eingabe ans 

SEM, welches die Beschwerde zuständigkeitshalber ans Bundesverwal-

tungsgericht weiterleitete, wo diese am 22. Oktober 2015 einging. Der Be-

schwerdeführer machte sinngemäss geltend, die angefochtene Verfügung 

sei aufzuheben und es sei ihm die Einreise in die Schweiz zu bewilligen. 

Er reichte zahlreiche Zeitungsartikel und Berichte über die Situation in Sri 

Lanka sowie weitere Dokumente seine Inhaftierung betreffend zu den Ak-

ten. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurtei-

lung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig 

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und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorlie-

gend – endgültig (vgl. Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG [SR 

142.31]).  

1.2 Der Zeitpunkt der Eröffnung der angefochtenen Verfügung steht man-

gels Vorliegen einer Empfangsbestätigung nicht fest. Da die Beweislast für 

die Zustellung an die Partei der eröffnenden Behörde obliegt (vgl. MO-

SER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsge-

richt, Basel 2013, 2. Aufl., Rz. 2.112, S. 76), ist zugunsten des Beschwer-

deführers davon auszugehen, dass die Beschwerde rechtzeitig erfolgt ist. 

1.3 Der Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdefüh-

rung legitimiert (Art. 48 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte 

Beschwerde (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist einzutre-

ten. 

2.  

2.1 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht und die unrich-

tige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts 

gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

2.2 Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet und ist im 

Verfahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten 

Richters (Art. 111 Bst. e AsylG), ohne Weiterungen und mit summarischer 

Begründung zu behandeln (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 

3.  

Gemäss der Übergangsbestimmung zur Änderung des Asylgesetzes vom 

28. September 2012 (in Kraft getreten am 29. September 2012) gelten für 

Asylgesuche, die im Ausland vor dem Inkrafttreten der Änderung vom 

28. September 2012 gestellt worden sind, die Artikel 12, 19, 20, 41 Abs. 2, 

52 und 68 AsylG in der bisherigen Fassung. 

4.  

4.1 Ein Asylgesuch kann gemäss Art. 19 Abs. 1 aAsylG im Ausland bei ei-

ner Schweizerischen Vertretung gestellt werden, die es mit einem Bericht 

an das Bundesamt überweist (Art. 20 Abs. 1 aAsylG). 

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4.2 Gemäss Art. 20 Abs. 2 aAsylG bewilligt das Bundesamt Asylsuchen-

den die Einreise zur Abklärung des Sachverhaltes, wenn ihnen nicht zuge-

mutet werden kann, im Wohnsitz- oder Aufenthaltsstaat zu bleiben oder in 

ein anderes Land auszureisen. Nach Absatz 3 der Bestimmung kann das 

Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) die Schweizeri-

sche Vertretungen ermächtigen, Asylsuchenden die Einreise zu bewilligen, 

die glaubhaft machen, dass eine unmittelbare Gefahr für Leib und Leben 

oder für die Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG bestehe.  

4.3 Beim Entscheid für die Erteilung einer Einreisebewilligung gelten rest-

riktive Voraussetzungen, wobei den Behörden ein weiter Ermessensspiel-

raum zukommt. Neben der erforderlichen Gefährdung im Sinne von Art. 3 

AsylG sind namentlich die Beziehungsnähe zur Schweiz, die Möglichkeit 

der Schutzgewährung durch einen anderen Staat, die Beziehungsnähe zu 

anderen Staaten, die praktische Möglichkeit und objektive Zumutbarkeit 

zur anderweitigen Schutzsuche sowie die voraussichtlichen Eingliede-

rungs- und Assimilationsmöglichkeiten in Betracht zu ziehen (BVGE 

2011/10 E. 3.3). 

5.  

5.1 Die Vorinstanz stellt in der angefochtenen Verfügung fest, der Be-

schwerdeführer sei zum Zeitpunkt seiner Ausreise aus Sri Lanka nicht akut 

gefährdet gewesen. Dies zeige sich auch daran, dass er problemlos nach 

Sri Lanka habe ein- und ausreisen können. Die Bewilligung der Einreise in 

die Schweiz diene nicht dem Ausgleich vergangenen Unrechts, sondern 

solle demjenigen gewährt werden, der aktuell des Schutzes des Zufluchts-

landes bedürfe. 

5.2 Das Bundesverwaltungsgericht anerkennt, dass die allgemeine 

Situation für die Tamilen, insbesondere im Norden und Osten Sri Lankas, 

während des langjährigen Bürgerkriegs sehr schwierig war. Namentlich 

gab es eine Vielzahl von Gewaltereignissen, Entführungen und 

unverhältnismässig langen Inhaftierungen. Diese Vorkommnisse stehen 

indes in Zusammenhang mit der damaligen Bürgerkriegssituation 

beziehungsweise den "Emergency Regulations" in Sri Lanka. Letztere 

wurden per Ende August 2011 aufgehoben. Seither hat sich die allgemeine 

Lage in Sri Lanka wesentlich verändert. Einer erhöhten Verfolgungsgefahr 

sehen sich heute Personen ausgesetzt, die einer bestimmten Risikogruppe 

angehören (dazu im Einzelnen BVGE 2011/24). Der Beschwerdeführer 

gehört indes keiner dieser Gruppen an. Ihm sind, wie bereits vorinstanzlich 

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Seite 6 

festgestellt, nach seiner Freilassung aus der zu Unrecht erlittenen Haft 

keine ernsthaften Nachteile im Sinne von Art. 3 AsylG widerfahren. Zudem 

stellte die Vorinstanz zutreffend fest, dass der Beschwerdeführer ohne 

Probleme zwei Mal aus Sri Lanka ausreisen und einmal wieder einreisen 

konnte. Hätten die sri-lankischen Behörden ein Verfolgungsinteresse an 

ihm gehabt, wäre dies kaum möglich gewesen. Weitergehend legt der 

Beschwerdeführer mit dem sinngemässen Wiederholen seiner 

Asylvorbringen nicht substantiiert dar, inwiefern die Verfügung 

Bundesrecht verletzen oder aus einem anderen Beschwerdegrund 

mangelhaft sein soll. Solches ist auch nicht ersichtlich. Aus den 

eingereichten Beweismitteln kann der Beschwerdeführer nichts zu seinen 

Gunsten ableiten. Er ist somit nicht auf den Schutz der Schweiz 

angewiesen. Die Vorinstanz hat demnach dem Beschwerdeführer zu Recht 

die Einreise in die Schweiz nicht bewilligt und das Asylgesuch abgelehnt. 

6.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und auch sonst nicht zu beanstanden ist 

(Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist abzuweisen. 

7.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten von Fr. 600.– grund-

sätzlich dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG). 

Aus verwaltungsökonomischen Gründen und in Anwendung von Art. 63 

Abs. 1 in fine VwVG und Art. 6 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 

2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungs-

gericht (VGKE, SR 173.320.2) ist auf die Erhebung von Verfahrenskosten 

zu verzichten. 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 7 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die Schweize-

rische Botschaft in Kuala Lumpur. 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Daniel Willisegger Pascal Waldvogel 

 

 

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