# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 67a10b68-7503-509a-8acd-ca3819de6f92
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-03-05
**Language:** de
**Title:** Keine Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit bei 63-jährigem Versicherten, Gutheissung
**Docket/Reference:** IV.2016.01251
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2016.01251.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2016.01251
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Arnold Gramigna
Sozialversicherungsrichterin Philipp
Gerichtsschreiberin Geiger
Urteil
vom
5. März 2018
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch AXA-ARAG Rechtsschutz AG
Rechtsdienst,
Dr.
iur
.
O.___
Affolternstrasse
42, Postfach 6944, 8050 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1953 geborene
X.___
erlitt am
4.
September 2012 bei seiner Arbeit als Gebäudereiniger bei der
Y.___
AG einen Unfall und verletzte sich dabei an seinem Oberkörper, insbesondere an der linken Schulter. Auf Empfehlung der Unfallversich
erung Suva
, welche die unfallbedingten Heilungskosten übernahm
sowie Taggelder leistete (
Urk.
6
/9)
, wurde
X.___
durch seine Arbeitgeberin am 2
1.
Februar 2013 bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zur Früher
fassung gemeldet (
Urk.
6
/4). In der Folge meldete sich
X.___
am 2
6.
Februar 2013 (Eingangsdatum) bei der IV-Stelle zum Leistungs
bezug an. Die IV-Stelle tätigte erwerbliche und medizinische Abklärungen, haupt
sächlich unt
er
Beizug
der Suva
-Akten
. Mit Vorbescheid vom 2
0.
Dezember 2013 stellte die IV
-
Stelle dem Versicherten die Abweisung seines Ren
ten
begeh
rens in Aussicht (
Urk.
6/26), was mit Verfügung vom 14.
Februar 2014 rechtskräftig verfügt wurde (
Urk.
6
/28).
1.2
Am
7.
Oktober 2014 (Eingangsdatum) meldete sich
X.___
wegen Ver
schlechterung seines Gesundheitszustandes erne
ut zum Leistungsbezug an
(
Urk.
6
/29). Auf entsprechende Aufforderung der IV-Stelle hin (
Urk.
8/32) reichte
der Versicherte diverse Arztberichte
ein (
Urk.
6
/33-34).
Mit Verfügung vom 17. Februar 2015
trat die IV-Stelle auf das erneute Leistungsbegehren nicht ein (
Urk.
6/44
)
. Mit Urteil IV.2015.00342 vom 29. Mai 2015 wurde die
dagegen erhobene
Beschwerde
vom 1
8.
März 2015
in dem Sinne gutgeheissen, dass
die
angefochtene Verfügung
aufgehoben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen wurde, damit diese über die Neuanmeldung vom 7. Oktober 2014 materiell befinde (Urk. 6/49).
1.3
Im Nachgang zu diesem Urteil aktualisierte die IV-Stelle die medizinische und erwerbliche Aktenlage und liess
X.___
durch med.
pract
.
Z.___
, Fachärztin für
orthopäd
i
sche Chirurgie und
T
raumatologie
vom Regio
nalen Ärztlichen Dienst (RAD) orthopädisch untersuchen (Untersuchungs
bericht vom 1. März 2016, Urk. 6/67). Mit Vorbescheid vom 4. März 2016 kündigte die IV-Stelle die Abweisung des Rentenbegehrens gestützt auf ei
nen Invaliditätsgrad von 25 % an
(Urk. 6/71). Dagegen erhob
X.___
am 22. März respektive 22. April 2016 Einwand (Urk.
6/72 und Urk. 6/74) und reichte diverse
Arztberichte
ein (
Urk. 6/78, Urk. 6/83 und Urk.
6
/88).
Dazu nahm RAD-Ärztin
Z.___
am 30. September 2016 Stellung (Urk. 6/
9
0 S. 3 f.).
Am 13. Oktober 2016 verfügte die IV-Stelle die vorbeschiedene Abweisung des Rentengesuchs (Urk. 2).
2.
Hiergegen erhob
X.___
am
10. November 2016
Beschwerde und bean
tragte, es sei
ihm eine (Teil-)Invalidenrente zuzusprechen, eventuell sei die Sache zu weiteren medizinischen Abklärungen zurückzuweisen, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin
(
Urk.
1). Die Be
schwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom
28. Dezember 2016
auf
Abweisung der Beschwerde (
Urk.
5
, u
nter Beilage ihrer Akten,
Urk.
6
/1-
94
), was dem Beschwerdeführer am
18. Januar 2017 mitgeteilt wurde (
Urk.
7
).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird - soweit erforderlich - im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit
verur
-
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels
-
rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1
IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen),
in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkommensver
-
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander ge
gen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invali
di
tätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3
der Verordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neu
anmeldung ein
– oder wird eine entsprechende
Nichteintretensverfügung
gerichtlich aufgehoben -
, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte
Verän
-
derung
des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren
hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.5
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und
pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das
Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfüg
baren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Be
richten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arzt
berichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange um
fassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer
den berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
-
folgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grund
-
sätzlich
somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gut
-
achten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
1.6
Den
Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte kommt nach der Rechtsprechung Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erschei
nen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 134 V 231 E. 5.1 mit Hinweis auf BGE 125 V 351 E. 3b/
bb
/
ee
). Trotz dieser grundsätzlichen Beweiseignung kommt den Berichten versicherungsinterner medizinischer Fachpersonen praxis
ge
mäss nicht dieselbe Beweiskraft zu wie einem gerichtlichen oder im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger veranlassten
Gutachten unabhän
giger Sachverständiger. Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines exter
nen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuver
lässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 139 V 225 E. 5.2; BGE 135 V 465 E. 4.4 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_348/2016 vom 9. Dezember 2016 E. 2.4).
Hinsichtlich Beweiswert und Aufgabe von RAD-Berichten gilt nach der bundes
gerichtlichen Rechtsprechung Folgendes: Interne RAD-Berichte haben die Funk
tion, aus medizinischer Sicht – gewissermassen als Hilfestellung für die medi
zinischen Laien in Verwaltung und Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu entscheiden haben – den medizinischen Sachverhalt zu
sam
menzufassen und zu würdigen sowie bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wertung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung durchzu
führen sei. Sie würdigen die vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht. Gemäss
Art.
59
Abs.
2bis IVG haben die RAD die für die Invalidenversicherung nach
Art.
6 ATSG massgebende funktionelle Leistungsfähigkeit der Versicherten festzusetzen, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbe
reich auszuüben. Nach
Art.
49 IVV beurteilen sie die medizinischen Voraus
setzungen des Leistungsanspruches (statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 8C_880/2011 vom 2
1.
März 2012 E. 4.1).
Nach der Rechtsprechung ist es dem Sozialversicherungsgericht nicht verwehrt, einzig oder im Wesentlichen gestützt auf die (versicherungsinterne) Beurteilung des RAD zu entscheiden. In solchen Fällen sind an die Beweiswürdigung jedoch strenge Anforderungen in dem Sinne zu stellen, dass bei auch nur geringen
Zweifeln an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen
ergänzende Abklärungen vorzunehmen sind (Urteil des Bundesgerichts 9C_8/2011
vom 2
1.
Februar 2011 E. 4.1.3 mit Hinweisen).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid erwog die Beschwerdegegnerin, die Abkl
ärungen hätten ergeben, dass der
Beschwerdeführer
in seiner zuletzt ausgeübten Tätig
keit als Reinigungsmitarbeiter zu 100 % arbeitsunfähig sei
.
Eine behinderungs
-
angepasste Tätigkeit (körperlich leichte wechselbelastende Tätigkeit, ohne regel
mässige Hebe- und Tragebelastungen über 10 Kilogramm, ohne Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, ohne häufiges Treppensteigen, ohne häufige wirbelsäu
lenbelastende und kniegelenksbelastende Arbeiten) sei ihm weiterhin zu 80 % zumutbar.
Da der Invaliditätsgrad
– unter Berücksichtigung eines
leidens
be
-
dingten
Abzuges von 10 % - lediglich 25
% betrage, bestehe kein Renten
an
spruch (
Urk.
2).
2.2
Der Beschwerdeführer machte demgegenüber im Wesentlichen geltend,
auf die Einschätzung von RAD-Ärztin
Z.___
könne nicht abgestellt werden. Es sei vielmehr von einer mindestens 50%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen, womit ein Rentenanspruch ausgewiesen sei. Zudem sei e
ine allfällige Restarbeits
fähig
keit infolge seines fortgeschrittenen Alters auf dem ausgeglichenen Arbeits
markt nicht mehr verwertbar.
Beim
Valideneinkommen
müsse vom höheren Durchschnittswert der von 2009-2011 erzielten Löhne ausgegangen werden. Ausserdem sei ein leidensbedingter Abzug von
20
% gerechtfertigt.
E
ventuell
seien weitere Abklärungen des medizinischen Sachverhaltes vorzunehmen (
Urk.
1).
3.
3.1
Der rentenabweisenden Verfügung vom 1
4.
Februar 2014 (
Urk.
6/28) lag in medizinischer Hinsicht ausschliesslich der S
uva
-Bericht der kreisärztlichen Abschlussuntersuchung vom
8.
Oktober 2013 (
Urk.
6/21) zugrunde (vgl. Fest
stel
lungsblatt für den Beschluss vom 2
0.
Dezember 2013,
Urk.
6/25), worin folgende Diagnosen genannt wurden:
-
Stolpersturz am
4.
September 2012 mit:
-
A
nterosuperiorer
Rotatorenmanschettenläsion
bei AC-
Gelenksarthrose
links,
-
Status nach offener Rekonstruktion der
Rotatorenmanschettenläsion
(Supraspinatus/
Subskapularis
) und
Teno
tomie der langen Bizep
ssehne am
1
5.
Januar 2013,
-
Rippenfraktur rechts basal,
-
E
ingeschränkter Beweglichkeit und Belastbarkeit im linken
Schultergelenk.
Ab dem Untersuchungstag (
8.
Oktober 2013) bestehe beim Beschwerdeführer wieder eine volle Arbeitsfähigkeit mit folgendem Zumutbarkeitsprofil:
wechsel
belastende, leichte bis mittelschwere Tätigkeiten mit einer Gewichtsbelastung von 10 Kilogramm bis in Hüfthöhe, 5 Kilogramm bis in Brusthöhe und ohne Überkopfarbeiten, ohne das Besteigen von Leitern und Gerüsten wegen der erhöhten Absturzgefahr, ohne repetitive Rotationsbewegungen im linken Schul
tergelenk. Die bisherige Tätigkeit als Gebäudereiniger sei ihm dagegen nicht mehr zumutbar.
Die aktuell noch vorhandenen Beschwerden im Bereich des linken Schultergelenks seien unfallkausal.
3.2
Dr.
med.
A.___
, Fachärztin Innere Medizin, vom RAD, hielt in ihrer Stel
lungnahme vom 2
2.
November 2013 fest, dass keine sicheren Hinweise auf unfall
fremde, für die Arbeitsfähigkeit relevante Faktoren ersichtlich seien
(Urk.
6/25/4)
. Mit Verfügung vom 1
4.
Februar 2014 (
Urk.
6/28) lehnte die Be
schwer
de
gegnerin eine Rente basierend auf einem Invaliditätsgrad von 0
%
ab mit der Begründung, dass 1) nach Ablauf der Wartezeit eine
angepasste Tätig
keit wieder zu einem vollen Pensum möglich sei und 2) der Beschwerdeführer - gemäss Auskunft der Arbeitgeberin (vgl.
Urk.
6/22 und
Urk.
6/23/8) - seiner bisherigen Tätigkeit als Gebäudereiniger bei der
Y.___
AG weiterhin zu 100
%
bei gleichgebliebenem Einkommen nachgehe.
4.
4.1
M
it Urteil IV.2015.00342 vom 29. Mai 2015 (Urk. 6/49)
entschied das hiesige Gericht, dass die B
eschwerdegegnerin auf die Neuanmeldung des Beschwerde
führers vom 7. Oktober 2014
einzutreten und darüber materiell zu befinden habe, da eine Veränderung des Gesundheitszustandes aufgrund der Verschlech
terung der bestehenden Schulterproblematik und des allfälligen Hinzutretens neuer Beschwerden (Knie sowie Nacken beziehungsweise Rücken)
glaubhaft ge
macht worden sei.
Die damalige medizinische Aktenlage zeigte sich wie
folgt
:
4
.2
Das im
Einwandverfahren
eingereichte Arztzeugnis von
Dr.
med.
B.___
, Fachärztin FMH für Allgemeinmedizin, vom
9.
Mai
2014 (Urk. 6/41
/1) zuhanden der Krankentaggeldversicherung
innova
Versicherungen AG führt als Diagnose Schwindel und Nackenschmerzen bei akutem
cerviko
vertrebralem
Syndrom an. Das Leiden habe nicht schon früher bestanden. Seit dem 2
8.
Februar 2014 sei der Beschwerdeführer zu 100
%
arbeitsunfähig. Die Prognose sei zurzeit noch unklar und abhängig vom Verlauf.
4
.3
Der Bericht des
C.___
vom 2
3.
Juni 2014 (Urk. 6/33/1-2) führt als Diagnose eine zunehmende symptomatische AC-Ge
lenksarthrose Schulter links sowie persistierende leichte
Zervikobrachialgien
bei
Status nach offener
Rotatorenmanschetten
-Rekonstruktion (SSP/SCP) und Bizeps
tenotomie am 1
5.
Januar 2013 auf. Als Nebendiagnosen werden eine arterielle Hypertonie, ein
Diabetes mellitus Typ II, eine Adipositas per magna und eine
Varusgonarthrose
links genannt.
Hauptschmerzlokalisation scheine in erster Linie eine zunehmend
sympto
ma
-
tische
AC-Gelenksarthrose zu sein. Begleitend gebe der Beschwerdeführer zum Teil auch Dysästhesien im
zerviko
-brachialen Bereich an. Aufgrund einer aller
gischen Reaktion habe aber keine weitere Infiltration ins Schultergelenk vorge
nommen werden können.
4
.4
Dem Überweisungsschreiben von
Dr.
B.___
vom 2
6.
September 2014 (Urk. 4/41/2) an
Dr. D.___
, Rheumatologie und Innere Medizin FMH, sind folgende Diagnosen zu entnehmen:
-
Chronische Schulterschmerzen links bei Status nach offener
Rotatorenmanschetten
-Rekonstruktion am 1
5.
Januar
2013 und
zunehmend symptomatischer AC-Gelenksarthrose links
-
Chronische Schulterschmerzen rechts ohne Einschränkung der
Beweglichkeit
-
Chronisches
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom
-
Gonarthrose beidseits und Verdacht auf
Coxarthrose
beidseits
-
Metabolisches Syndrom (Diabetes mellitus Typ II, Arterielle Hypertonie,
Hyperlipidämie
und maligne Adipositas)
Seit einem Unfall mit Sturz auf einem Gerüst auf die linke Hand sei der Beschwerdeführer deutlich weniger beweglich und nicht mehr fähig, seiner Arbeit als Reinigungsangestellter nachzugehen. Grossen Einfluss auf die miss
-
lungene
Schulterheilung habe auch der Umstand, dass der Beschwerdeführer zwei adipöse Söhne mit fortschreitender Friedreich-
Ataxie daheim pflege, die beide
auf intensive Pflege angewiesen seien und knapp selbständig mobil seien. Aus kulturellen und sicher auch finanziellen Gründen möchte die Familie die beiden Söhne nicht im Pflegeheim platzieren. Das ständige Heben des Rollstuhls und der pflegebedürftigen Kinder habe am
ehesten zur Re-Ruptur der bereits angeschlagenen Schulter geführt.
4
.5
Im Bericht von
Dr.
D.___
vom
6.
Oktober 2014 (
Urk.
6/33/5-6 entspricht Urk. 6/34/2-3) werden folgende Diagnosen angeführt:
-
Zunehmend invalidisierende
meniskoprive
Gonarthrose links ausge
prägter als rechts
-
Leicht aktivierte AC-Gelenksarthrose links bei Status nach offener
Rekonstruktion der
Rotatorenmanschettenläsion
und Tenotomie der
langen Bizepssehne am 1
5.
Januar 2013 im
C.___
-
Hypertonie, Diabetes mellitus Typ II,
Hyperlipidämie
, Adipositas (eigene
Angabe: 114 Kilogramm bei 165 Zentimetern)
Seit der Schulteroperation links im Januar 2013 würden Schulterschmerzen links beim Schürzengriff sowie bei Tätigkeiten auf und über Schulterhöhe persi
stieren. Damit verbunden seien ziehende Schmerzen im Nackenbereich links. Nach der arthroskopischen
Teilmeniskektomie
beidseits vor circa 6 Jahren sei die Belastungstoleranz während ein bis zwei Jahren deutlich besser gewesen, danach sei eine zunehmend und aktuell invalidisierende Einschränkung mit medial betonten Knieschmerzen beidseits er
folgt und diese bereits nach 10
Minu
ten Gehen. Eine
Gehdauer
von über 20 Minuten werde schmerzbedingt nicht mehr realisiert.
5.
5.1
Aufgrund des Urteils IV.2015.00342 vom 29. Mai 2015 (Urk. 6/49)
hatt
e eine materielle Beurteilung des Rentenanspruchs
zu erfolgen
. Die
Verfügung vom 13. Oktober 2016, mit welcher das Rentenbegehren
-
gestützt auf einen
Inva
-
liditätsgrad
von
25
%
-
erneut
abgewiesen wurde (Urk. 2),
beruhte auf
folgen
den medizinischen Beurteilungen:
5.2
Die behandelnde H
ausärztin
Dr.
B.___
stellte in ihrem Verlaufsbericht (undatiert, Eingangsdatum: 2. Dezember 2015, Urk. 6/63) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
Chronische Schulterschmerzen links und rechts
-
AC-Gelenksarthrose links
-
Status nach OP am 15. Januar 2013
-
Chronische Ruptur de
s
Musculus
subscapularis (
MRI vom 11. März 2015)
-
Panarthrose, OSG-A
rthrose rechts, Gonarthrose und
Coxarthrose
beidseits
-
M
etabolisches Syndrom
-
Verdacht auf
H
ypophyseninsuff
izienz
(in Abklärung
)
Die bisherige Tätigkeit als Reinigungs-Hilfsperson sei dem Beschwerdeführer even
tuell während 1-2 Stunden pro Tag im Arbeitsversuch und ohne Leis
tungsauflagen zumutbar, wobei die Leistungsfähigkeit um 20 % vermindert sei. Die Wiedereingliederung sollte in geschütztem Rahmen stattfinden. Zurzeit sei die Situation stabil, wobei weitere Abklärungen liefen. Die Prognose sei unklar. Der Beschwerdeführer sei durch die Betreuung zweier an fortschreiten
der Friedreich-Ataxie erkrankter
Kinder (aktuell junge Männer) massiv belastet.
5.3
In der Beurteilung der Radiologie am Graben vom 5. Januar 2016 (Urk. 6/65) über das
tags zuvor vorgenommene
MRI der HWS und der LWS wurde festgehalten, dass eine mittelgrosse paramedian rechts gelegene
Diskushernie
C
5/6 mit möglicher Reizung der Nervenwurzel C6 rechts mehr als
links sowie eine kleine
rezessal
links gelegene Diskushernie C6/7 und eine kleine mediane Disk
ush
ernie C5/6 vorlägen.
Ausserdem zeigten sich geringe bis höchstens mässige Spondylarthrosen L4 bis S1 - Punktum maximum L4/5 -, welche nicht aktiviert seien.
Es lägen auch geringgradige Bandscheibendegenerationen und Spondylosen lumbal vor. Eine Spinalkanalstenose sei nicht festgestellt worden. Auch gäbe es keinen Nachweis einer Myelopathie.
5.4
RAD-Ärztin
med.
pract
.
Z.___
führte in ihrem
orthopädischen Unter
suchungs
bericht vom 1. März 2016
(Urk. 6/67)
folgende Diagnosen mit Aus
wir
kung auf die Arbeitsfähigkeit auf:
-
Schmerzhafte Bewegungs- und Belastungseinschränkung der linken
Schulter
-
Status nach
Rotatorenmanschetten
-Rekonstruktion
-
AC-Gelenks-Arthrose
-
Varus-Gonarthrose beidseits
-
Zervikobrachialgie
bei radiologisch nachgewiesener Diskushernie C5/6
Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit verblieben folgende Diagnosen:
-
Beginnende Bandscheibendegeneration und Spondylosen lumbal
-
Adipositas
-
Diabetes mellitus Typ II
-
Verdacht auf Schlafapnoe-Syndrom
Beim 62-jährigen Gebäudereiniger sei anhand der vorliegenden medizinischen Aktenlage und der körperlichen Untersuchung vom 16. Februar 2016 ein soma
tischer Gesundheitsschaden, der die Arbeitsfähigkeit beeinträchtige, ausge
wie
sen. In seiner bisherigen Tätigkeit als Gebäudereinig
er bestehe seit September 2013
eine 0%ige Arbeitsfähigkeit. In angepasster Tätigkeit (körperlich leichte wechselbelastende Tätigkeit, ohne regelmässige Hebe- und Tragebelastungen über 10 Kilogramm, ohne Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, ohne häufiges Treppensteigen, ohne häufige wirbelsäulenbelastende und kniegelenksbe
las
ten
de Arbeiten
) sei eine 80
%
ige Arbeitsfähigkeit seit jeher gegeben. Die Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit ergebe sich aus einem erhöhten Pausen- und Erholungsbedarf bei Polyarthrose.
5.5
Am 23. Mai 2016 nahm die Klinik für Orthopädie und Traumatologie des
C.___
Stellung zur Beurteilung von
RAD-Ärztin
Z.___
(Urk. 6/78 S. 1 f.) und hielt fest, dass deren Einschätzung nicht geteilt werde. Es sei vor allem zu bemän
geln, dass bezüglich der als diagnostisch relevant eingestuften schmerzhaften Bewegungs- und Belastungseinschränkung der linken Schulter in der klinischen Untersuchung überhaupt nicht auf die Funktion der
Rotatorenmanschette
eingegangen worden sei. Die Hauptdiagnose im Bereich der Schulter bestehe jedoch im Status nach offener
Rotatoren
man
schetten-Rekonstruktion
in Folge ein
er
R
otatorenmanschetten
-Läsion vom 15. Januar 2013 mi
t
aktuell noch persistierenden Restbeschwerden beziehungs
weise einer persistierenden Schwäche im Seitenvergleich im Bereich der rekon
struierten Manschettenanteile. Auch sei MR-tomografisch zwar erfreulicher
weise
eine
partielle Einheilung der rekonstruierten Manschettenanteile nachgewiesen worden, es sei aber auch eine persistierende Partialläsion in diesem Bereich dokumentiert.
Auch diesen Aspekt berücksichtige RAD-Ärztin
Z.___
nicht. Ebenfalls als unterbewertet seien die aktuell sogar im Vordergrund stehenden
Zervikobrachialgien
mit offensichtli
ch radiologisch nachgewiesener D
iskusher
nie C5/6 mit ausstrahlenden Schmerzen und vor allem auch Dysästhesien sowie subjektiver Kraftlosigkeit
zu sehen
. Entsprechend werde auch eine neu
rolo
gische respektive neurochirurgische Beurteilung empfohlen. Einigkeit be
stehe darin, dass der
Beschwerdeführer
in seiner ursprünglichen Tätigkeit nicht mehr arbeitsfähig sei.
In einer angepassten Tätigkeit sei jedoch auch eine 80%ige Arbeitsfähigkeit nicht umsetzbar. Wenn überhaupt
,
bestehe eine Arbeitsfähig
keit
in einer angepassten Tätigkeit: leichte, wechselbelastende Tätigkeiten mit einer Gewichtsbelastung bei maximal 2-3 Kilogramm, ohne Arbeiten auf
Leitern und Gerüsten, ohne häufiges Treppensteigen, ohne wirbelsäulenbelastende und kniegelenksbelastende Arbeiten. Die zumutbare
Arbeitstätigkeit liege eher bei 2-3 Stunden täglich, maximal jedoch bei 50
% mit regelmässigen Pausen.
5.6
Dr.
B.___
führte in ihrem Bericht vom 3
0.
Mai 2016 (Urk. 6/83) aus, dass der Beschwerdeführer als Gebäudereiniger und überhaupt als Reinigungsan
gestellter nicht mehr
a
rbeiten könne. Limitieren
d
seien der Schwindel und der deutliche Kraftverlust der Arme, der in der letzten Untersuchung vermehrt aufgefallen sei. Es dränge sich eine ENG-Untersuchung auf. Der Beschwer
de
führer
sei
aus hausärztlicher Sicht höchstens zu 20 % arbeitsfähig. Solange er nicht in der Lage sei, Tätigkeiten ohne Schwindel, Schwitzen und Tremor auszuüben, könne ihm keine 100%ige Leistung in der Arbeitswelt zugemutet werden. Dabei sei auch zu berücksichtigen, dass er kaum Ressourcen habe, die dies zulassen würden.
5.7
Dr.
med.
E.___
, Spezialarzt FMH für Neurologie, nannte in seinem
Bericht vom 28.
Juni 2016 (Urk. 6/88) folgende Diagnosen:
-
Multiformes
Beschwerdebild mit multimodalem Schwindel, fuss-/bein
betonten Schmerzen und brennenden Sensationen der Extremitäten
,
Restless-
legs
-ähnlichen Beschwerden,
verminderter Belastbarkeit/moto
rischen Insuffizienzphänomenen,
Gangunsicherheit,
N
ackenschmerzen, wahrscheinlich multifaktorieller Ätiologie
-
überwiegende Komponente einer lin
ks betonten chronifizierten
Fehl
belastung des Weichteil- und
osteoartikulären
Apparates mit
im Vordergrund stehenden, zum Teil neuropathischen
Fus
s
schmerzen
-
teils im Rahmen einer systematischen Schonung der linken
Körperseite nach Anterior-Superior-
Rotatorenmanschetten
-Läsion
links nach Sturz von einem Gerüst im September 2012,
Rippenfraktur rechts basal, Status nach offener Rekonstruktion der
Rotatorenmanschette
und Tenotomie der langen
Biceps
-Sehne
links im Januar 2013
-
teils im Rahmen einer schmerzhaften, wahrscheinlich Diabetes-
assoziierten Polyneuropathie
-
überlagerte, fixierte funktionell-somatoforme Komponente
-
keine Anhaltspunkte für eine überwiegende
vestibulo-cerebelläre
Funktionsstörung vom peripheren oder zentralen Typ, keine für
eine abortive Friedreich-Ataxie
-
Diabetes mellitus Typ II mit erschwerter Einstellung (HbA1c 9.9 %)
Es handle sich um eine komplexe, mittlerweile chronifizierte Konstellation, bei welcher multiple Faktoren mitwirkten. Für den Beschwerdeführer vordergründig seien die linksbet
onten, sowohl axialen als auch
akralen
Schmerzen, welche einerseits durch eine fixierte/chronifizierte Fehlhaltung/Fehlbelastung nach dem
Unfall
im September 2012, andererseits durch eine schmerzhafte, sehr wahr
sche
i
nlich Diabetes-assoziierte Polyneuropathie zustande kämen.
Die weichteil
rheumatisch-
osteoartikuläre
beziehungsweise
vertebro-spondylogene
Kompo
nent
e dürfte im axialen und proximalen
Extremitätenbereich
links betont überwiegen, wobei die polyneuropathische Komponente mehrheitlich für die
rechtsbetonten Fussbeschwerden
/
-schmerzen
verantwortlich
sei. Dadurch käme es zu einer zusätzlichen
Aggravierung
und Fixierung des Beschwerdebildes mit Aufrechterhaltung der multifokalen Schmerzen und damit assoziierten funktionell-motorischen Einschränkungen. Diese
seien mehrheitlich schmerz-assoziiert, die Polyneuropathie spiele in motorischer Hinsicht kaum eine Rolle. Die höhergradige Funktionseinschränkung im Alltag werde auch durch ein
e
funktionell-somatoforme Überlagerung und durch die erwähnten Schwindel
-
symptome mitbestimmt. Letzter
e
dürften primär ebenso als funktionelle Epi
phänomene der multifokalen Schmerzen und der polyneuropathischen Symp
tome/Ausfälle betrachtet werden, wobei ein primäre, im engeren Sinne atak
tische Polyneuropathie-assoziierte Komponente nicht eruiert
werden könne. Das Gleiche gelte auch für eine sonstige ZNS-Erkrankung oder für ein peripheres oder zentrales
vestibulo-cerebelläres
Ausfallsyndrom. Auch Stigmata in Rich
tung einer abortiven Form der Friedreich-Ataxie fänden sich nicht. Eine primär hämodynamische Ursache des Schwindels im Sinne einer
stenosierenden
Makroangiopathie
der hirnversorgenden Arterien liege mit besonderem Bezug auf eine
vertebro-basiläre
Insuffizienz nicht vor. Folgende
therpeutische
Optio
nen würden vorgeschlagen: rheumatologische Abklärung der Beschwer
den,
strenge Blutzuckereinstellung, Medikamenten-Anpassung, Gewichtsabnahme, Phy
sio
therapie, Abklärung der Schlaf-Apnoe und eventuell psychologische Hilfe.
6.
6.1
Vorliegend ist unbestritten und ausgewiesen, dass
der Beschwerdeführer
auf
grund
seiner körperlichen
Beschwerden
in
seiner
angestammten Tätigkeit als
Gebäudereiniger
nicht mehr arbeitsfähig ist.
Ebenfalls ist unbestritten, das
s
aufgrund der seit der rentenverneinenden Verfügung vom 14. Februar 2014 zusätzlich festgestellten Polyarthrose sowie der
Zervikobrachialgie
bei Diskus
hernie C5/6 (vgl. E. 3.1 und E. 5.4) dem Beschwerdeführer auch eine behinde
rungsangepasste Tätigkeit nicht mehr uneingeschränkt zumutbar ist.
Bezüglich der Arbeitsfähigkeit in einer behinderungsangepassten Tätigkeit ging die Beschwerdegegnerin gestützt auf den orthopädischen RAD-Untersuchungs
bericht vom 1. März 2016 (Urk. 6/67) von einer 80%igen Arbeitsfähigkeit aus,
während
der Beschwerdeführer eine
niedrigere
–
höchstens 50%ige – Arbeits
fähigkeit geltend macht (Urk. 1 S. 6).
Den Ausführungen des Beschwerdeführers folgend (vgl. Urk. 1 S. 6),
wäre vorab
das von RAD-Ärztin
med.
pract
.
Z.___
formulierte Belastbarkei
tsprofil mit den bereits im Suva
-Bericht vom 8. Oktober 2013
(vgl. E. 3.1) aufgeführten Ein
schränkungen zu ergänzen, da sich die gesundheitliche Situation seither ver
schlechtert hat. Entsprechend
wäre
dem Beschwerdeführer
nur noch
folgende
behinderungsangepasste Tätigkeit zumutbar: körperlich leichte wechselbe
lasten
de
Tätigkeit, ohne regelmässige Hebe- und Tragebelastungen über 10 Kilogramm
bis Hüfthöhe und 5 Kilogramm bis in Brusthöhe
, ohne Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, ohne häufiges Treppensteigen, ohne häufige wirbelsäulenbelastende und kniegelenksbelastende Arbeiten
, ohne Überkopfarbeiten und ohne repetitive Rotationsbewegungen im linken Schultergelenk.
Von einer abschliessenden Würdigung der aus den offenkundigen somatischen Beschwerden resultierenden Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
in einer Ver
-
weistätigkeit
kann indes angesichts der nachfolgenden Erwägungen abgesehen werden
.
6.2
Das trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung
zumutbarerweise
erzielbare Ein
kommen ist bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu ermitteln, wo
bei an die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaus
sich
ten keine übermässigen Anforderungen zu stellen sind (Urteil des
Bundes
ge
-
richts
9C_734/2013 vom 1
3.
März 2014 E. 2.1 mit Hinweis auf SVR 2008 IV Nr. 62 S. 203, 9C_830/2007 E. 5.1).
Das fortgeschrittene Alter wird, obgleich an sich ein invaliditätsfremder Faktor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches zusammen mit weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die einer versicherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt realistischerweise nicht mehr nachgefragt wird, und dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf die Selbsteingliederungspflicht nicht mehr zumut
bar ist. Der Einfluss des Lebensalters auf die Möglichkeit, das verbliebene Leis
tungsvermögen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, lässt sich nicht nach einer
allgemeinen Regel bemessen, sondern hängt ab von den Um
stän
den, die mit Blick auf die Anforderungen der Verweisungstätigkeiten mass
gebend sind (Urteil
des Bundesgerichts 9C_954/2012 vom 10. Mai 2013 E. 2 mit Hinweisen, insbesondere auf BGE 107 V 17 E. 2c).
Massgebend können die Art und Beschaffenheit des Gesundheitsschadens und seiner Folgen, der absehbare Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand und in diesem Zusammenhang auch Persönlichkeitsstruktur, vorhandene Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung, beruflicher Werdegang oder Anwendbarkeit von Berufserfahrung aus dem angestammten Bereich sein (Urteil des Bundesgerichts 9C_734/2013 vom 13. März 2014 E. 2.1 mit Hinweisen).
Die Möglichkeit, die verbliebene Arbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeits
markt zu verwerten, hängt nicht zuletzt auch davon ab, welcher Zeit
raum der versicherten Person für eine berufliche Tätigkeit und vor allem auch für einen allfälligen Berufswechsel noch zur Verfügung steht. Die im gesamten Bereich des Sozialversicherungsrechts geltende Schadenminderungspflicht und die daraus abgeleitete Selbsteingliederungslast gebieten grundsätzlich, die Frage nach der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit möglichst früh zu beantworten. Gemäss BGE 138 V 457 E. 3.4 steht die medizinische Zumutbarkeit einer (Teil-) Erwerbstätigkeit fest, sobald die medizinischen Unterlagen diesbezüglich eine zuverlässige Sachverhaltsfeststellung erlauben (Urteil des Bundesgerichts 9C_734/2013 vom 13. März 2014 E. 2.2 mit weiteren Hinweisen).
6.3
Für den Zeitpunkt, in welchem die Frage nach der Verwertbarkeit der Rest-Arbeitsfähigkeit bei vorgerücktem Alter beantwortet wird, ist auf das Feststehen der medizinischen Zumutbarkeit einer (Teil-)Erwerbstätigkeit abzustellen. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung steht die medizinische Zumutbarkeit einer (Teil-)Erwerbstätigkeit
fest, sobald die medizinischen Unterlagen diesbe
züg
lich eine zuverlässige Sachverhaltsfeststellung erlauben (BGE 138 V 457 E.
3.4; Urteil des Bundesgerichts 9C_734/2013 vom 1
3.
März 2014 E.
2.2 mit weiteren Hinweisen). Dies war vorliegend
frühestens
mit Erlass der ange
foch
tenen Verfügung vom 13. Oktober 2016 (
Urk.
2) der Fall, da im
Vorbescheidver
-
fahren auch die weiteren Berichte des
C.___
, von
Dr.
B.___
und von
Dr.
E.___
(vorstehend E. 5.5-7) von der Beschwerdegegnerin für die
Entscheid
findung
berücksichtigt wurden. Der am 14. August 1953 geborene Beschwerde
führer war in dem für die gerichtliche Beurteilung massgebenden Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung 63 Jahre und 2 Monate alt (vgl. 6/6 Ziff. 1.3).
6.4
Der Beschwerdeführer verfügt über keine Berufsausbildung und besuchte in Kroatien nur während 8 Jahren die Grundschule (Urk. 6/6). Seit 1987 war er beim selben Arbeitgeber
Y.___
AG als Gebäudereiniger tätig und besitzt keine anderen Berufskenntnisse, insbesondere auch keine Vorkenntnisse bezüglich feinmotorischer Tätigkeiten. Nachdem der Beschwerdeführer im Jahr 2013
noch
versucht hatte, beim bisherigen Arbeitgeber
in einer
angepasst
en Tätigkeit
weiterzuarbeiten (vgl. Urk. 6/22), wurde ihm diese Stelle zwischenzeitlich aus gesundheitlichen Gründen gekündigt. Er verfügt zudem nur über mangelnde Deutschkenntnisse.
Dem Beschwerdeführer ist die angestammte
, körperlich schwere
Tätigkeit als
Gebäudereiniger
aufgrund seiner körperlichen Beeinträchtigungen nicht mehr möglich. Aus somatischer Hinsicht sind ihm
höchstens
noch
körperlich leichte wechselbelastende Tätigkeit, ohne regelmässige Hebe- und Tragebelastungen über 10 Kilogramm bis Hüfthöhe und 5 Kilogramm bis in Brusthöhe, ohne Arbei
ten auf Leitern und Gerüsten, ohne häufiges Treppensteigen, ohne häufige wirbelsäulenbelastende und kniegelenksbelastende Arbeiten, ohne Überkopf
arbeiten und ohne repetitive Rotationsbewe
gungen im linken
Schultergelenk
in einem Umfang von maximal 80
%
möglich (vorstehend E. 6.1). Dem Beschwer
deführer ist demnach nur noch eine teilzeitliche Erwerbsfähigkeit zumutbar.
Ausserdem vertrat
auch
RAD-Ärztin
Z.___
die Ansicht, dass eine zukünftige Besserung des Gesundheitszustandes aufgrund dessen degenerativen Charakters nicht wahrscheinlich sei (Urk. 6/69 S. 4). Auch aufgrund
der
multiplen Be
schwerden
– im Zusammenwirken mit
der diabetischen Polyneuropathie (vgl. E. 5.7)
-
ist die Prognose bezüglich der Realisierung einer Erwerbstätigkeit äusserst schlecht.
Fraglich ist weiter, ob der Beschwerdeführer über die für einen Berufswechsel erforderliche Anpassungsfähigkeit verfügt
, da es ihm ange
sichts der schwierigen familiären Betreuungssituation
der beiden an Friedreich-Ataxie leidenden Söhnen
auch an Ressourcen mangelt (vgl. E. 5.2).
Insgesamt ist dem Beschwerdeführer somit insofern beizupflichten, als seiner verbliebenen Restarbeitsfähigkeit namentlich unter Berücksichtigung seines fortgeschrittenen Alters
(nur noch 1 Jahr und 10 Monate bis zur Pensionierung)
, seiner multiplen gesundheitlichen Probleme,
der zahlreichen Einschränkungen
auch bei angepassten Tätigkeiten,
der fehlenden beruflichen Ausbildung sowie
der Sprachbarriere auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt realistischerweise ni
cht mehr nachgefragt wird. Es fehlt damit an einer wirtschaftlichen Verwert
barkeit derselben, weshalb eine vollständige Erwerbsunfähigkeit
im Sinne von Art. 8 ATSG mit Anspruch auf eine entsprechende Rente der Invalidenversicherung vorliegt (vgl. zum Ganzen E. 6.2
und Urteile des Bundesgerichts 9C_183/2017 vom 3
0.
Oktober 2017 E. 5.2.2 ff. sowie 9C_416/2016 vom 1
4.
Oktober 2016 E.
5.1).
7.
7.1
Zu prüfen bleibt der Beginn des Rentenanspruchs.
7.2
Ein Rentenanspruch entsteht gemäss
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG unter anderem erst bei einer während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch bestehenden Arbeitsunfähigkeit von durchschnittlich mindestens 40
%
(vgl. vorstehend E. 1.2). Da der Beschwerdeführer in seiner angestammten Tätigkeit als
Gebäude
-
reiniger
seit
September 2012
(vgl. Feststellungsblatt vom 20. Dezember 2013 S. 5)
beeinträchtigt ist, begann die einjährige Wartefrist
ab
dann zu laufen.
Da ein Rentenanspruch gemäss
Art.
29
Abs.
1 IVG frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltend
machung des Leistungsanspruches
eintritt und sich der Beschwerdeführer am 7. Oktober 2014
neu angemeldet hatte (Urk. 6/29
),
hat der Beschwerdeführer ab dem
1.
April
2015 Anspruch auf eine ganze Rente.
7.3
Die Beschwerde ist in diesem Sinne gutzuheissen und dem Beschwerdeführer ab dem
1.
April
2015 eine ganze Rente auszurichten.
8.
8.1
Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
600.-- anzusetzen. Ent
sprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwer
degegnerin aufzuerlegen.
8.2
Gestützt auf § 34 Abs. 1 und 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) ist dem Beschwerdeführer eine Prozessentschädigung zuzusprechen, wobei ein Betrag von Fr. 1'
4
00.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) angemessen erscheint.
Das Gericht erkennt:
1.
In Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, vom
13. Oktober 2016
aufgehoben und es wird festgestellt, dass
der Beschwerdeführer
ab
1.
April
201
5
Anspruch auf eine ganze Rente hat.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
600
.-- werden
der Beschwerdegegnerin
auferlegt. Rechnung
und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.
3.
Die Beschwerdegegnerin wird
verpflichtet,
dem Beschwerdeführer
eine
Prozessent
-
schädigung von
Fr.
1’400.-- (inklusive
Barauslagen und
Mehrwertsteuer
) zu bezahlen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
AXA-ARAG Rechtsschutz AG
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
5.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu
enthal
-
ten
; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
HurstGeiger