# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3cedd0d7-a228-51fd-aedc-5402735bc1c8
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-08-05
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 05.08.2014 200 2014 285
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2014-285_2014-08-05.pdf

## Full Text

200 14 285 IV
MAW/IMD/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 5. August 2014

Verwaltungsrichter Matti, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Loosli, Verwaltungsrichter Ackermann
Gerichtsschreiber Imhasly

A.________
vertreten durch Fürsprecher B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 18. Februar 2014

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Aug. 2014, IV/14/285, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1950 geborene A.________ (nachfolgend Versicherter bzw. Be-
schwerdeführer) meldete sich im Oktober 2005 unter Hinweis auf diverse 
Krankheiten bei der IV-Stelle Bern (nachfolgend IVB bzw. Beschwerdegeg-
nerin) zum Leistungsbezug an (Akten der IVB, Antwortbeilage [AB] 2). Die 
IVB nahm Abklärungen in medizinischer und erwerblicher Hinsicht vor, hol-
te insbesondere ein polydisziplinäres Gutachten bei der Medizinischen Ab-
klärungsstelle C.________ (nachfolgend MEDAS) ein (Gutachten vom 
28. Juni 2006; AB 20) und stellte dem Versicherten mit Vorbescheid vom 
10. August 2006 die Abweisung eines Rentenanspruchs bei einem Invali-
ditätsgrad von 31 % in Aussicht (AB 23). Am 27. November 2006 verfügte 
die IVB – nachdem der Versicherte durch seinen Rechtsvertreter Einwand 
erheben liess (AB 27) – dem Vorbescheid entsprechend und verneinte ei-
nen Rentenanspruch (AB 32). Nach Gewährung einer beruflichen Ab-
klärungsmassnahme (AB 31) und Durchführung des Vorbescheidverfah-
rens (AB 37, 41) wies die IVB mit Verfügung vom 3. Juli 2007 (AB 44) auch 
den Anspruch auf berufliche Massnahmen ab. Beide Verfügungen blieben 
unangefochten.

B.

Im Februar 2009 meldete sich der Versicherte erneut bei der IVB zum Leis-
tungsbezug an (AB 48). Die IVB holte die üblichen Unterlagen ein und ver-
anlasste eine Verlaufsbegutachtung bei der MEDAS (Gutachten vom 
15. Dezember 2009; AB 64.1). Nach Rücksprache mit dem Regionalen 
Ärztlichen Dienst (RAD; AB 65, 66) stellte sie mit Vorbescheid vom 25. Juni 
2010 die Abweisung des Leistungsbegehrens mangels wesentlicher Ver-
änderung des Gesundheitszustandes seit der Verfügung vom 27. Novem-
ber 2006 in Aussicht (AB 68). Auf Einwand des Versicherten (AB 71) und 
anschliessendem Vorschlag des RAD (AB 73) hin ersuchte die IVB die 
MEDAS um Beantwortung einer Rückfrage zum Verlaufsgutachten hin-
sichtlich des psychischen Gesundheitszustandes des Versicherten (AB 74). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Aug. 2014, IV/14/285, Seite 3

Dr. med. C.________, Facharzt für Neurologie und Psychiatrie, kam die-
sem Ersuchen mit Schreiben vom 18. November 2010 nach (AB 77). Auf-
grund eines anonymen Hinweises (AB 81) veranlasste die IVB in der Folge 
eine Beweissicherung vor Ort (BvO). Zu deren Ergebnis (AB 80) nahmen 
sowohl der RAD (AB 82, 83), als auch Dr. med. C.________ (AB 85) Stel-
lung. Am 31. Mai 2011 wurde der Versicherte schliesslich durch den RAD 
psychiatrisch untersucht (AB 98). Nach Gewährung des rechtlichen Gehörs 
mittels Vorbescheids vom 29. August 2011 (AB 103) verneinte die IVB mit 
Verfügung vom 25. Oktober 2011 (AB 112) einen Rentenanspruch mangels 
eines invalidisierenden Gesundheitsschadens.

Die hiergegen erhobene Beschwerde (AB 91) hiess das Verwaltungsgericht 
des Kantons Bern mit Urteil vom 18. April 2012, IV/11/1129, gut (AB 120). 
Es wies die Sache an die IVB zurück, damit diese nach Durchführung einer 
Verlaufsbegutachtung bei Dr. med. C.________ – welche sich auch mit der 
Entwicklung des Gesundheitszustandes des Versicherten zwischen den 
Begutachtungen zu befassen habe – neu verfüge. 

C.

In der Folge holte die IVB weitere medizinische Akten (AB 132, 133) sowie 
ein interdisziplinäres Gutachten bei Dr. med. C.________ und Dr. med. 
D.________, Fachärztin für Rheumatologie und Innere Medizin FMH, vom 
14. Mai 2013 (AB 141.1 - 141.2, 142.1 - 142.3) ein, bevor sie dem Versi-
cherten mit Vorbescheid vom 13. September 2013 (AB 144) wiederum die 
Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht stellte. Zur Begründung 
wurde ausgeführt, es liege keine gesundheitliche Einschränkung vor, wel-
che eine Invalidität zu begründen vermöchte. Nachdem der Versicherte 
Einwand erheben und die Zusprache einer befristeten ganzen Rente bean-
tragen liess (AB 146), verfügte die IVB am 18. Februar 2014 (AB 148) wie 
im Vorbescheid vorgesehen. 

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D.

Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________, mit Eingabe vom 21. März 2014 Beschwerde mit den folgen-
den Rechtsbegehren: 

1. Die Verfügung vom 18. Februar 2014 sei aufzuheben.
2. Die Beschwerdegegnerin sei zu verurteilen, dem Beschwerdefüh-

rer vom 1. November 2008 bis zum 30. April 2011 eine ganze 
Rente auszurichten, zuzüglich Verzugszins seit jeweiliger Fällig-
keit.

Eventualiter: Die Akten seien zur weiteren Abklärung an die Be-
schwerdegegnerin zurückzuweisen.

3. Dem Beschwerdeführer sei die Rechtswohltat der unentgeltlichen 
Prozessführung zu gewähren.

- unter Kosten- und Entschädigungsfolge -

Zur Begründung wird im Wesentlichen geltend gemacht, aus den eingehol-
ten Gutachten ergebe sich, dass zwischen November 2007 und Januar 
2011 ein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden bestanden 
habe, der in seiner Ausprägung zum Bezug einer befristeten ganzen Rente 
berechtige.

Mit Beschwerdeantwort vom 5. Juni 2014 beantragt die Beschwerdegegne-
rin die Abweisung der Beschwerde. Sie bringt vor, das Beschwerdebild sei 
stets von psychosozialen Faktoren geprägt gewesen. Es fehle an einem 
klinischen Beschwerdebild, das nicht einzig von invaliditätsfremden Fakto-
ren herrühre. Den Akten seien keine Hinweise auf nennenswerte und an-
dauernde Verschlechterungen des Gesundheitszustandes zu entnehmen.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 

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(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 18. Februar 2014 
(AB 148). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Rente der Invali-
denversicherung.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2

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2.2.1 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und 
damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschrän-
kungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung 
allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, ab-
wenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv 
bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353; SVR 
2007 IV Nr. 47 S. 154 E. 2.4).

2.2.2 Psychosoziale und soziokulturelle Faktoren lassen sich oft nicht klar 
vom medizinisch objektivierbaren Leiden trennen. Trotzdem können solche 
äusseren Umstände nicht als gesundheitliche Beeinträchtigungen im Sinne 
des Gesetzes verstanden werden, weil der gesetzliche Invaliditätsbegriff 
selber klar zwischen der versicherten Person als Trägerin des (invalidisie-
renden) Gesundheitsschadens und der durch ihn verursachten Erwerbsun-
fähigkeit unterscheidet. Infolgedessen können psychische Störungen, wel-
che durch soziale Umstände verursacht werden und bei Wegfall der Belas-
tung wieder verschwinden, nicht zur Invalidenrente berechtigen. Zwar kann 
einer fachgerecht diagnostizierten psychischen Krankheit der invalidisie-
rende Charakter nicht mit dem blossen Hinweis auf eine bestehende psy-
chosoziale Belastungssituation abgesprochen werden. Je stärker aber psy-
chosoziale und soziokulturelle Faktoren im Einzelfall in den Vordergrund 
treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss 
eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vor-
handen sein (BGE 127 V 294 E. 5a S. 299; SVR 2012 IV Nr. 52 S. 189 E. 
3.2). Nur wenn und soweit psychosoziale und soziokulturelle Faktoren ei-
nen derart verselbstständigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten oder 
seine – unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden – 
Folgen verschlimmern, können sie sich mittelbar invaliditätsbegründend 
auswirken (SVR 2010 IV Nr. 19 S. 59 E. 5.2). In diesem Sinn werden 
Wechselwirkungen zwischen sich körperlich und psychisch manifestieren-
den Störungen und der sozialen Umwelt berücksichtigt, wenn auch bedeu-
tend weniger stark als nach dem in der Medizin verbreiteten bio-psycho-
sozialen Krankheitsmodell (SVR 2008 IV Nr. 62 S. 204 E. 4.2).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Aug. 2014, IV/14/285, Seite 7

2.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.4 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

2.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 132 V 93 E. 4 S. 99).

2.6 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Aug. 2014, IV/14/285, Seite 8

Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

2.7 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander wi-
dersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, oh-
ne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, 
warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt 
(SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

3.

3.1 Zu prüfen ist – insbesondere unter Berücksichtigung von VGE 
IV/11/1129 (AB 120) – lediglich noch ein befristeter Rentenanspruch. Der 
Beschwerdeführer beantragt denn auch die Zusprache einer ganzen Rente 
für den Zeitraum vom 1. November 2008 bis zum 30. April 2011. Ange-
sichts der Neuanmeldung von Februar 2009 fällt der frühestmögliche Ren-
tenbeginn gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG allerdings auf August 2009 und nicht 
wie vom Beschwerdeführer geltend gemacht auf November 2008 (Be-
schwerde S. 8 Ziff. 9). Die Ausrichtung einer Rente für den Zeitraum vor 
der Neuanmeldung wäre gemäss BGE 138 V 475 E. 3.4 S. 480 nur mög-
lich, wenn diese bis zum 30. Juni 2008 erfolgt wäre.

3.2

3.2.1 Da dem vorliegenden Verfahren eine Neuanmeldung von Februar 
2009 zu Grunde liegt und die diesbezügliche (erste) leistungsabweisende 
Verfügung vom 25. Oktober 2011 (AB 112) mit VGE IV/11/1129 (AB 120) 
aufgrund weiteren Abklärungsbedarfs aufgehoben wurde, bildet weiterhin 

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die unangefochten gebliebene Verfügung vom 27. November 2006 (AB 32) 
den hier massgebenden Vergleichszeitpunkt. Anlässlich deren Erlasses 
stützte sich die Beschwerdegegnerin im Wesentlichen auf das Gutachten 
der MEDAS vom 28. Juni 2006 (AB 20). Laut dieser Expertise bestanden 
chronische, funktionelle Schmerzen im Bereich der gesamten Wirbelsäule 
und im Schultergürtel ohne ausreichendes somatisches Korrelat (ICD-10: 
M54.9) sowie eine anhaltende leichte bis mittelgradig schwere depressive 
Episode (ICD-10: F32.0). Zumutbar seien Arbeiten an einem Arbeitsplatz 
mit normalen Temperaturen und frei von Zugluft und Belästigungen durch 
Gase und Dämpfe; einseitige Körperhaltung sowie eine ständige Belastung 
der Wirbelsäule in allen Abschnitten seien zu vermeiden. Hoher Zeitdruck 
wirke sich ebenfalls ungünstig auf die funktionellen Schmerzzustände aus. 
Eine auf diese Weise angepasste Tätigkeit sei zeitlich an acht bis neun 
Stunden pro Tag und fünf Tagen der Woche zumutbar; dabei bestehe in-
folge der Depression eine Leistungsminderung von 20 %.

3.2.2 Bezüglich des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers zwi-
schen dem Zeitpunkt der erstmaligen Rentenabweisung im November 2006 
(AB 32) und der damals angefochtenen Verfügung vom 25. Oktober 2011 
(AB 112) hielt das Verwaltungsgericht in VGE IV/11/1129 fest, die Ergeb-
nisse der durchgeführten BvO (AB 80) schmälerten den Beweiswert des 
MEDAS-Gutachtens vom 15. Dezember 2009 (AB 64.1) sowie der ergän-
zenden Stellungnahme vom 18. November 2010 (AB 77) hinsichtlich der 
psychiatrischen Beurteilung erheblich, was auch Dr. med. C.________ in 
seiner Stellungnahme vom 24. März 2011 (AB 85) selbst erklärt habe (vgl. 
E. 4.3). Im entsprechenden Gutachten war bei einer diagnostizierten anhal-
tenden mittelgradigen bis eher schweren depressiven Störung mit ausge-
prägter Lebensmüdigkeit und Status nach Hospitalisierung wegen akuter 
Suizidalität (ICD-10: F32.2) eine vollständige Arbeitsunfähigkeit auf dem 
freien Arbeitsmarkt attestiert worden (AB 64.1 S. 20). Dr. med. C.________ 
wies in der Stellungnahme vom 24. März 2011 (AB 85) darauf hin, dass 
das Resultat der Begutachtung durch die Observationsergebnisse nicht 
widerlegt werden könne, allerdings dränge sich eine Abklärung einer allfäl-
ligen Verbesserung des Gesundheitszustandes des Versicherten auf. 

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Das Verwaltungsgericht kam weiter zum Schluss, dass zur Beurteilung des 
psychischen Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers im interessie-
renden Zeitraum auch auf die Berichte der RAD-Ärzte (AB 82, 83, 98) nicht 
abgestellt werden könne, da diese weder die Berichte der behandelnden 
Ärzte (AB 55, 57 f.), noch die Stellungnahme von Dr. med. C.________ 
vom 24. März 2011 (AB 85) in ihre Beurteilung miteinbezogen hätten (E. 
4.4). Zusammenfassend sei festzuhalten, dass die Frage nach der Restar-
beitsfähigkeit bei der gegenwärtigen Beweislage nicht schlüssig zu beant-
worten sei. Damit könne auch die vom Beschwerdeführer geltend gemach-
te Verschlechterung nicht zuverlässig geprüft werden. Bei der aktuellen 
Aktenlage lasse sich auch nicht beurteilen, ob allenfalls vorübergehend 
während einer gewissen Zeit eine rentenbegründende Invalidität vorgele-
gen habe und dementsprechend für diesen Zeitraum ein (befristeter) Ren-
tenanspruch bestehe (E. 4.5). 

3.2.3 In dem im Anschluss an den Rückweisungsentscheid des Verwal-
tungsgerichts erstellten interdisziplinären rheumatologisch-psychiatrischen 
Gutachten vom 14. Mai 2013 (AB 141.1, 142.1) diagnostizierten die Dres. 
med. D.________ und C.________ das Folgende:

- ICD-10: F34.1: Dysthymia mit episodischen Steigerungen in das 
Störungsbild einer rezidivierenden depressiven Störung unter-
schiedlicher Schweregrade (F33.x) – gegenwärtig remittiert 
(F33.4)

- ICD-10: F45.4: Anhaltende somatoforme Schmerzstörung im Sin-
ne chronischer Kopf- und Kreuzschmerzen bei negativen Fibro-
myalgiepunkten

- ICD-10: M54.5: Chronisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom 
und nächtliche Kopfschmerzen ohne nachweisbares somatisches 
Korrelat

- ICD-10: N20: Rezidivierende Nephrolithiasis beidseits bei wahr-
scheinlich familiärer Prädisposition (Zustand nach Nephrotomie 
rechts, Zustand nach ESWL links; chronische Mikrohämaturie)

- ICD-10: A18.1: Zustand nach Urogenitaltuberkulose (N51.1) mit 
Orchiektomie rechts 1994.

In rheumatologischer Hinsicht wurde festgehalten, die Beurteilung der 
früher involvierten somatischen Ärzte sei weiterhin gültig. In einer leidens-
angepassten Tätigkeit sei der Versicherte uneingeschränkt einsetzbar. Die 
aktuelle klinische Untersuchung sei vergleichbar mit den dokumentierten 
Befunden aus den Jahren 2005 und 2009, in welchen die jeweiligen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Aug. 2014, IV/14/285, Seite 11

fachärztlichen Beurteilungen keinen leistungsrelevanten Rückenschaden 
hätten nachweisen können. Auch die theoretisch mögliche Zunahme der 
degenerativen Veränderungen der unteren Lendenwirbelsäule ändere an 
dieser Beurteilung nichts, da Einigkeit darüber bestehe, dass medizinisch-
theoretisch nur noch rückenergonomisch korrekt durchführbare, wechsel-
belastende, körperlich leichtgradig belastende Tätigkeiten zumutbar seien 
(AB 142.1 S. 2).

Der psychische Gesundheitsschaden des Versicherten bestehe vor allen 
Dingen in einer Dysthymia (ICD-10: F34.1), die nach ethno-psychiatrischen 
Standards auch als "Entwurzelungs-Syndrom" etikettiert werden könne. Vor 
allem durch akute extrinsische Belastungen und immer wieder aufflam-
mende Probleme des Urogenital-Systems komme es zu Steigerungen der 
immer vorhandenen Dysthymia im Sinne unterschiedlich langer und inten-
siver depressiver Episoden, die als rezidivierende depressive Störung 
(ICD-10: F33.x) zu diagnostizieren seien. Zusätzlich liege ein chronisches 
Schmerz-Syndrom vor, das als anhaltende somatoforme Schmerzstörung 
oder chronische, funktionelle Schmerzen im Bereich der gesamten Wir-
belsäule mit lumbaler Betonung ohne ausreichendes somatisches Korrelat 
(ICD-10: M54.9) klassifiziert werden könne. Der bisherige Verlauf zeige, 
dass diese Gesundheitsschäden trotz schubweise auftretenden Ver-
schlechterungen in den vergangenen ca. 7 Jahren letztlich gleich geblieben 
seien. Für die Zeit zwischen dem 1. November 2007 (richtig wohl: 11. Ja-
nuar 2007 [vgl. AB 141.2 S. 13 2. Absatz]) und dem 5. Januar 2011 habe 
ein aufgehobenes Leistungsvermögen für Tätigkeiten im 1. Arbeitsmarkt 
vorgelegen, wenn der Beurteilung des (zweiten) MEDAS-Gutachtens vom 
15. Dezember 2009 (AB 64.1) und den sich dann notwendigerweise erge-
benden Konsequenzen für die Zeit vom Dezember 2009 bis 5. Januar 2011 
gefolgt werden könne. Es müsse den involvierten Rechtsanwendern über-
lassen bleiben, zu entscheiden, ob eine kritische Revision aller inzwischen 
vorliegenden Fakten nicht zu dem Schluss führe, dass auch 2009 "invali-
ditätsfremde" Faktoren entscheidend für die Einschätzung des Schwere-
grades des psychischen Gesundheitsschadens gewesen seien, was im-
merhin durch die vorliegenden Berichte, die Anamnese sowie die internisti-
schen, neurologischen und klinisch-neuropsychologischen Untersuchungs-
ergebnisse von 2009 nahegelegt werden könne, die auf zahlreiche Inkon-

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sistenzen hinweisen würden. Eine bewusste Täuschung – im Sinne einer 
mit hohem schauspielerischem Niveau durchgeführten Simulation – sei 
2009 von keinem der beteiligten Gutachter angenommen worden. Das Zu-
mutbarkeitsprofil für leidensangepasste Tätigkeiten entspreche seit Januar 
2011 wieder dem schon im (ersten) MEDAS-Gutachten vom 28. Juni 2006 
(AB 20) dargestellten Profil (AB 141.2 S. 20).

Interdisziplinär wiesen die Gutachter darauf hin, dass die in den Teildiszi-
plinen gestellten Diagnosen und die daraus abgeleiteten Zumutbarkeitspro-
file Überlappungen aufweisen würden, wie das bei Schmerz-Syndromen 
praktisch immer der Fall sei. Rheumatologisch lägen nur geringfügige ob-
jektivierbare körperliche Gesundheitsschäden vor, die hinsichtlich des Zu-
mutbarkeitsprofils nur qualitative Auswirkungen hätten, welche im Rahmen 
früherer Beurteilungen und Begutachtungen längst anerkannt worden seien 
und darauf hinausliefen, dass dem Versicherten Arbeiten mit dem bereits 
erwähnten Leistungsprofil weiterhin zugemutet werden könnten. Der zu-
sätzlich vorliegende psychische Gesundheitsschaden einer Dysthymia mit 
episodischen Steigerungen in das Störungsbild einer rezidivierenden de-
pressiven Störung unterschiedlichen Schweregrades – gegenwärtig remit-
tiert – trage nicht zu einer zusätzlichen Leistungsminderung innerhalb des 
somatischen Zumutbarkeitsprofils bei, nachdem die jeweiligen Diagnosen 
weitestgehend ein und denselben Sachverhalt meinten: ein generalisiertes 
Schmerz-Syndrom. Die behandelnden Ärzte wie die Gutachter würden ver-
suchen, die "Schmerzen" in Kopf- und chronifizierte lumbovertebrale 
Schmerzen aufzugliedern; die Psychiater sähen dann den Ausdruck einer 
somatoformen Schmerzstörung. In allen gutachtlichen Beurteilungen habe 
das psychische Störungsbild für die Annahme eines leistungsrelevanten 
Gesundheitsschadens dominiert.

3.3 Hinsichtlich der somatischen Beschwerden ist mit Dr. med. 
D.________ von einer vollständigen Arbeitsfähigkeit in einer rückenergo-
nomisch korrekt durchführbaren, wechselbelastenden, körperlich leichtgra-
dig belastenden Tätigkeit auszugehen (AB 142.2 S. 10). Diese Beurteilung 
steht in Übereinstimmung mit den Ausführungen im MEDAS-Gutachten 
vom 15. Dezember 2009 (AB 64.1) bezüglich der somatischen Beeinträch-
tigungen, auf welche gemäss VGE IV/11/1129 abgestellt werden konnte 

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(AB 120 S. 15 E. 4.3). Seitens des Beschwerdeführers wird denn auch 
nichts anderes geltend gemacht. Vielmehr stützt er sein befristetes Ren-
tenbegehren auf die vorstehend wiedergegebene psychiatrische Aussage, 
wonach für die Zeit zwischen dem 1. November 2007 bzw. wohl dem 
11. Januar 2007 (vgl. E. 3.2.3 hiervor) und dem 5. Januar 2011 ein aufge-
hobenes Leistungsvermögen für Tätigkeiten im 1. Arbeitsmarkt vorgelegen 
habe (vgl. E. 3.2.3 hiervor). 

3.4 Aus dem psychiatrischen Teilgutachten ergibt sich, dass sich der 
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers über den gesamten zu beur-
teilenden Zeitraum praktisch unverändert präsentiert hat. Der Gutachter 
führt aus, von der attestierten (befristeten) massiven Einschränkung der 
Arbeitsfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt sei nur dann auszugehen, 
wenn der Beurteilung des 2. MEDAS-Gutachtens vom 15. Dezember 2009 
(AB 64.1) gefolgt werden könne, worüber die rechtsanwendenden Behör-
den zu entscheiden hätten. Er weist auf das vorwiegend psychosoziale 
Geschehen im Verlauf der Jahre hin (Kündigung und damit verbundene 
Kränkung, Krankheit der Ehefrau mit Rente und damit verbundener öko-
nomischer Einbusse, Scheidung des Sohnes mit Zusprechung der Kinder 
an die Mutter sowie Heirat einer Tochter mit einem Schweizer sowie Dro-
gensucht einer anderen Tochter und damit verbunden "Zerstörung" des 
[kulturell bedingten] Weltbilds), welchem er einen erheblichen Einfluss auf 
das psychische Befinden des Beschwerdeführers beimisst (AB 141.2 
S. 18). Weiter weist er darauf hin, dass seit der 2. MEDAS-Begutachtung 
im Jahre 2009 keine Aufzeichnungen über Konsultationen beim behan-
delnden Psychiater Dr. med. E.________ beständen. Hier gilt es anzufü-
gen, dass Dr. med. E.________ erst im Mai 2007 behandelnder Psychiater 
wurde, nachdem der Beschwerdeführer sich mit dem ihn bisher psychia-
trisch betreuenden Dr. med. F.________ überworfen hatte (AB 133 S. 159), 
und nach der Neuanmeldung am 27. April 2009 zuhanden der Beschwer-
degegnerin ausführte, er habe den Patienten seit Februar 2009 nicht mehr 
gesehen (AB 57), was insgesamt darauf hindeutet, dass eine intensive 
psychiatrische Betreuung nicht als nötig erschien. Auch aus dem Bericht 
der Klinik G.________ vom 18. Juni 2009 (AB 133 S. 134 ff.), wo sich der 
Beschwerdeführer vom Dezember 2008 bis Mai 2009 in tagesstationärer 
Behandlung befand, überwiegen die bereits erwähnten psychosozialen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Aug. 2014, IV/14/285, Seite 14

Probleme, welche durch die Erkrankung der Mutter eine erhebliche (eben-
falls psychosozial ausgelöste) Verschärfung erfahren hätten (AB 133 S. 
136). Weiter legt der Gutachter dar, dass den Aufzeichnungen des Haus-
arztes (AB 133 S. 89 ff.) entnommen werden könne, der Versicherte habe 
diesen in all den Jahren eigentlich wegen mehr oder weniger gleichblei-
bender Beschwerden und Schmerzen konsultiert, habe nach 2005 offenbar 
immer wieder Urlaube in … gemacht und sei insbesondere noch im Ju-
li/August 2009 – also kurz vor dem Untersuchungstermin für die 2. MEDAS-
Begutachtung – in … gewesen. Datiert mit 14. August 2009 finde sich der 
Eintrag "obj besser!" und in den folgenden Einträgen (sieben Einträge zwi-
schen dem 4. September 2009 und dem 18. Januar 2010; AB 133 S. 91) 
fänden sich keine Hinweise auf eine besonders schwere psychiatrische 
Störung. Im Mai 2010 sei der Versicherte offenbar "für etwa sechs Wochen 
in die …" gereist. Im weiteren Verlauf fänden sich Hinweise auf die "immer 
gleichen" Schmerzen und am 22. Dezember 2012 die Notiz, dass "alles gut 
beweglich" sei (vgl. zum Ganzen AB 141.2 S. 20).

Insgesamt ist deshalb festzuhalten, dass ausser das MEDAS-Gutachten 
von 2009 selbst, kein Arztbericht Hinweise auf eine derart starke psychia-
trische Einschränkung der Arbeitsfähigkeit enthält. Der erwähnte Bericht 
der Klinik G.________ vom 18. Juni 2009 (AB 133 S. 134 ff.) lässt zwar auf 
eine erhebliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit schliessen. Der gesam-
te Bericht, inkl. die Diagnose (rezidivierende, gegenwärtig mittelschwere 
depressive Episode, vor dem Hintergrund schwieriger familiärer Situation, 
kulturellen Unterschieden, langjähriger Arbeitslosigkeit und einer somato-
formen Schmerzstörung) weist jedoch auf ein vorwiegend psychosozial 
bedingtes reaktives Geschehen hin, das keinen Krankheitswert im Sinne 
der Invalidenversicherung aufweist bzw. nach der Rechtsprechung als 
überwindbar gilt (vgl. E. 2.2.2 hiervor). Im MEDAS-Gutachten vom 15. De-
zember 2009 wurde hinsichtlich der verschiedenen psychosozialen und 
kulturellen Faktoren und deren medizinische resp. rechtliche Beurteilung 
mit Verweis auf "Erkenntnisse der Neurobiologie zur Prägung und Flexibi-
lität psychischer Kompensationsstrukturen im Gehirn" festgehalten, dass 
gerade kulturelle Prägungen aufgrund ihrer sehr frühen Einflussnahme auf 
das sich ausbildende Gehirn als zutiefst biologisch verankert anzusehen 
seien. Das Scheitern der verschiedenen therapeutischen und rehabilitati-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Aug. 2014, IV/14/285, Seite 15

ven Massnahmen in den vergangenen Jahren und die prognostisch hohe 
Wahrscheinlichkeit, dass sich daran auch in den kommenden Jahren nichts 
mehr ändern werde, zeige, dass das mittelgradig bis schwere depressive 
Störungsbild inzwischen unumkehrbar dazu geführt habe, dass dem Versi-
cherten keine beruflichen Tätigkeiten in der freien Wirtschaft mehr zumut-
bar seien (AB 64.1 S. 19 f.). Diese Einschätzung wird von Dr. med. 
C.________ nachvollziehbar in Zweifel gezogen: Er führt aus, dass im 
Rahmen der damaligen Beurteilung eindeutig beurteilungsrelevante – psy-
chosozial bedingte – Schwankungen im psychischen Gesundheitszustand 
des Versicherten zu erkennen seien, was von der Gutachterin zumindest 
hinsichtlich ihrer Prognose übersehen und damit falsch eingeschätzt wor-
den sei, wie der tatsächliche Verlauf eindeutig belege. Auch die durch neu-
robiologische Verankerung kultureller Prägungen in der Kindheit und Ju-
gend aufgehobenen Plastizität des Gehirns sei überschätzt worden, wie der 
weitere Verlauf eindeutig zeige, womit die schon im 2. MEDAS-Gutachten 
geführte Diskussion über "invaliditätsfremde" Faktoren wieder völlig offen 
sei (AB 141.2 S. 19). Damit ist der psychiatrischen Beurteilung des ME-
DAS-Gutachtens von 2009 der Boden entzogen, beruhte die attestierte 
hohe Einschränkung doch massgeblich auch auf der schlechten Prognose. 

Schliesslich ist in Betracht zu ziehen, dass bereits im MEDAS-Gutachten 
vom 28. Juni 2006 Hinweise für Aggravation und Simulation bei der neuro-
logischen, aber auch bei der psychiatrischen Untersuchung und bei der 
neuropsychologischen Testung erhebliche Hinweise auf eine verminderte 
Anstrengungs- und Kooperationsbereitschaft festgehalten wurden (AB 20 
S. 14 f.). Weiter wurde auch im Gutachten vom 15. Dezember 2009 darauf 
hingewiesen, der Versicherte sei bei der körperlichen Untersuchung wenig 
bis nicht kooperativ und die Ergebnisse seien häufig inkonsistent (AB 64.1 
S. 18).

3.5 Die zusätzliche Begutachtung hat ergeben, dass sich die gesund-
heitliche Situation des Beschwerdeführers in den letzten Jahren, d.h. seit 
der ersten IV-Anmeldung weitestgehend unverändert präsentiert (hat), 
weshalb zusammen mit der Beschwerdegegnerin mit überwiegender 
Wahrscheinlichkeit erstellt ist, dass ein invalidisierender Gesundheitsscha-
den fehlt. Daran ändert nichts, dass Dr. med. C.________ ausführt, eine 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Aug. 2014, IV/14/285, Seite 16

absichtliche bzw. willentliche Täuschung durch den Beschwerdeführer sei 
2009 von keinem der beteiligten Gutachter angenommen worden, und er 
hinsichtlich der 2009 getroffenen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit bzw. 
der Einschränkung ausführt, aus Gründen der medizinischen Redlichkeit 
müsse festgehalten werden, es bleibe dabei, dass sich der Versicherte 
damals den Gutachtern als mittelgradig bis schwer depressiver Patient prä-
sentiert habe, dem keine Arbeiten des 1. Arbeitsmarkts mehr zuzumuten 
gewesen seien (AB 141.2 S. 17). Die Wortwahl "präsentiert" legt den 
Schluss nahe, dass der Beschwerdeführer damals zwar gestützt auf sein 
Auftreten als mittelgradig bis schwer depressiv eingestuft worden ist, die-
ses Auftreten des Beschwerdeführers aber nicht auf eine (schwere) psychi-
sche Erkrankung zurückzuführen war.

3.6 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sich der Gesundheitszu-
stand des Beschwerdeführers während des gesamten beobachteten Zeit-
raums weitestgehend unverändert dargestellt hat, so dass das Vorliegen 
einer Invalidität auch für die Zeit vor, während und nach der Begutachtung 
von 2009 zu verneinen und die Beschwerde deshalb abzuweisen ist.

4.

4.1 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, 
wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechts-
begehren nicht aussichtslos erscheint. Unter den gleichen Voraussetzun-
gen kann überdies einer Partei eine Anwältin oder ein Anwalt beigeordnet 
werden, wenn die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse es rechtferti-
gen (Art. 61 lit. f ATSG sowie Art. 111 Abs. 1 und 2 VRPG; SVR 2011 IV 
Nr. 22 S. 61 E. 2, 2011 UV Nr. 6 S. 22 E. 6.1). Diese Voraussetzungen sind 
vorliegend erfüllt, womit das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege unter 
Beiordnung von Rechtsanwalt B.________ als amtlicher Anwalt gutzuheissen ist.

4.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Aug. 2014, IV/14/285, Seite 17

Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzulegen. Vorliegend werden die Verfahrens-
kosten auf Fr. 700.-- festgesetzt und dem unterliegenden Beschwerdefüh-
rer auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege wird er 
– unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 der Schweize-
rischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 (ZPO; SR 272) – 
jedoch von der Zahlungspflicht befreit (Art. 113 VRPG).

4.3 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht gemäss Art. 1 Abs. 1 
IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG (Umkehrschluss) kein Anspruch auf eine Par-
teientschädigung. 

4.4 Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege unter Beiord-
nung von Rechtsanwalt B.________ bleibt dessen amtliches Honorar fest-
zulegen.

Gemäss Art. 42 des kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 2006 
(KAG; BSG 168.11) bezahlt der Kanton den amtlich bestellten Anwältinnen 
und Anwälten eine angemessene Entschädigung, die sich nach dem gebo-
tenen Zeitaufwand bemisst und höchstens dem Honorar gemäss der Tarif-
ordnung für den Parteikostenersatz entspricht. Bei der Festsetzung des 
gebotenen Zeitaufwandes sind die Bedeutung der Streitsache und die 
Schwierigkeit des Prozesses zu berücksichtigen. Auslagen und Mehrwert-
steuer werden zusätzlich entschädigt (Abs. 1). Die Aufwendungen für die 
Erlangung des Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege sind nach den glei-
chen Regeln zu entschädigen (Abs. 3). Nach Art. 42 Abs. 4 KAG i.V.m. 
Art. 1 der Verordnung über die Entschädigung der amtlichen Anwältinnen 
und Anwälte vom 20. Oktober 2010 (EAV; BSG 168.711) beträgt der Stun-
denansatz Fr. 200.--.

Mit Kostennote vom 13. Juni 2014 macht Rechtsanwalt B.________ einen 
Zeitaufwand von 8 Stunden bzw. ein Honorar von Fr. 2'000.-- zuzüglich 
Auslagen von Fr. 42.90 sowie Mehrwertsteuer von 8 % (von Fr. 2'042.90) 
im Betrag von Fr. 163.40, total Fr. 2'206.30, geltend, was nicht zu bean-
standen ist. Folglich wird der tarifmässige Parteikostenersatz für dieses 
Verfahren auf Fr. 2'206.30 festgesetzt. Davon ist Rechtsanwalt B.________ 
nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils aus der Gerichtskasse ein amtli-
ches Honorar von Fr. 1'600.-- (8 h x Fr. 200.--) zuzüglich Auslagen von Fr. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Aug. 2014, IV/14/285, Seite 18

42.90 und Mehrwertsteuer von Fr. 131.40 (8 % von Fr. 1'642.90), total so-
mit eine Entschädigung von Fr. 1'774.30, auszurichten. Vorbehalten bleibt 
die Nachzahlungspflicht des Beschwerdeführers gegenüber dem Kanton 
Bern entsprechend den Voraussetzungen von Art. 123 ZPO.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung von 
Rechtsanwalt B.________ als amtlicher Anwalt wird gutgeheissen.

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden dem Beschwerdeführer 
auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Prozessführung 
wird der Beschwerdeführer – unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht 
gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht befreit.

4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

5. Der tarifmässige Parteikostenersatz des amtlichen Anwalts wird in die-
sem Verfahren auf Fr. 2'206.30 (inkl. Auslagen und MWSt.) festge-
setzt. Davon wird Rechtsanwalt B.________ nach Eintritt der Rechts-
kraft dieses Urteils aus der Gerichtskasse eine auf Fr. 1'774.30 festge-
setzte Entschädigung (inkl. Auslagen und MWSt.) vergütet. Vorbehal-
ten bleibt die Nachzahlungspflicht nach Art. 123 ZPO.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Aug. 2014, IV/14/285, Seite 19

6. Zu eröffnen (R):
- Fürsprecher B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 
  3001 Bern

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.