# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fd92fb43-7170-5ada-af3d-84966fdb53f0
**Source:** Freiburg/Fribourg (FR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-12-12
**Language:** de
**Title:** Freiburg Kantonsgericht Steuergerichtshof 12.12.2022 604 2022 6
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/FR_Gerichte/FR_TC_010_604-2022-6_2022-12-12.pdf

## Full Text

Tribunal cantonal TC
Kantonsgericht KG

Augustinergasse 3, Postfach 630, 1701 Freiburg

T +41 26 304 15 00

www.fr.ch/tc

—
Pouvoir Judiciaire PJ
Gerichtsbehörden GB

604 2022 6
604 2022 7

Urteil vom 12. Dezember 2022

Steuergerichtshof

Besetzung Präsident: Marc Sugnaux 
Richterinnen: Dina Beti, Daniela Kiener 
Gerichtsschreiberin: Melany Madrid

Parteien A.________ und B.________, Beschwerdeführer, vertreten durch 
RSM Swiss KMU GmbH 

gegen

KANTONALE STEUERVERWALTUNG, Vorinstanz    

Gegenstand Einkommens- und Vermögenssteuer der natürlichen Personen 
(Berichtigung; Revision)

Beschwerde vom 26. Januar 2022 gegen den Einspracheentscheid vom 
22. Dezember 2021; Kantonssteuern 2010-2013

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Sachverhalt

A. B.________ ist unbeschränkt haftender Gesellschafter mit Einzelunterschrift der C.________, 
einer im Jahr 1946 gegründeten und im Handelsregister eingetragenen Kommanditgesellschaft mit 
Sitz in Bern (nachfolgend: Firma). Auf dem Handelsregisterauszug der Firma erwähnt sind zudem 
seine Ehefrau A.________ (Kommanditärin ohne Zeichnungsberechtigung) und D.________ 
(Einzelunterschrift).

Da B.________ und A.________ in Bern wohnen, sind sie im Kanton Bern steuerpflichtig 
(Hauptsteuerdomizil und Nebensteuerdomizil des Geschäftsortes).

Im Jahr 1961 hat der Vater von B.________ eine Landparzelle am Murtensee erworben (Grundstück 
Nr. eee des Grundbuchs der Gemeinde F.________; nachfolgend: Liegenschaft), auf dem er ein 
Einfamilienhaus errichten liess, das seither von der Familie A.________ B.________ D.________ 
als Ferienhaus genutzt wird. Seit dem Versterben beider Elternteile ist B.________ Alleineigentümer 
der Liegenschaft. Es besteht also auch im Kanton Freiburg eine Steuerpflicht (Nebensteuerdomizil 
des Liegenschaftsortes). Weitere Nebensteuerdomizile liegen in den Kantonen Basel-Stadt, 
Solothurn, Tessin und Zürich.

B. Die Kantonale Steuerverwaltung Bern (nachfolgend: Steuerverwaltung BE) wies die 
Liegenschaft seit jeher – so auch in den hier interessierenden Steuerperioden 2010-2013 – dem 
Geschäftsvermögen zu. Entsprechend wurde auf den interkantonalen Steuerausscheidungen 
zwischen den Kantonen Bern, Basel-Stadt, Freiburg, Solothurn, Tessin und Zürich kein Einkommen 
und Vermögen aus (Privat-) Liegenschaften in den Kanton Freiburg ausgeschieden, sondern ein 
solches aus Nettoanteilen an Kollektiv-/Kommanditgesellschaften. Entsprechend wurde für den 
Kanton Freiburg die Ausscheidungsquote beim Einkommen auf 0,00 Prozent (im Steuerjahr 2010 
auf 0,16 Prozent) und beim Vermögen zwischen 0,77-0,85 Prozent festgesetzt.

Die Kantonale Steuerverwaltung Freiburg (nachfolgend: Steuerverwaltung FR) wiederum 
qualifizierte die Liegenschaft als Privatliegenschaft und veranlagte entsprechend ein Einkommen 
und Vermögen aus Privatliegenschaften (Code 3.310).

C. Mit Schreiben vom 31. März 2017 gelangten die Steuerpflichtigen, vertreten durch die Pascal 
Sigrist Treuhand GmbH, mit einem «Revisions- bzw. Berichtigungsbegehren» an die 
Steuerverwaltung FR. Sie beantragten, es seien die Verfügungen und Entscheide betreffend die 
Kantons- und Gemeindesteuern der Steuerjahre 2009-2013 sowie die zugehörigen Abrechnungen 
infolge Revision aufzuheben und das steuerbare Einkommen unter Beseitigung der interkantonalen 
Doppelbesteuerung im Sinne der Erwägungen neu zu verfügen; eventualiter seien die Verfügungen 
und Entscheide betreffend die Kantons- und Gemeindesteuern der Steuerjahre 2010-2013 sowie 
die zugehörigen Abrechnungen infolge Berichtigung abzuändern und das steuerbare Einkommen 
unter Beseitigung der interkantonalen Doppelbesteuerung im Sinne der Erwägungen festzulegen. 
Ausserdem seien jeweils die zu viel erhobenen Verzugszinsen zurückzuerstatten und die 
Vergütungszinsen für zu viel erhobene Steuern und Zinsen zu entschädigen. In der Begründung 
ihres Begehrens wiesen die Steuerpflichtigen darauf hin, dass sie im November 2016 die Pascal 
Sigrist Treuhand GmbH mit der Überprüfung der Buchhaltung und Steuererklärung des Jahres 2015 
beauftragt hätten. Im Zuge dieser Überprüfung seien diverse Umstände aufgedeckt worden, die 
schliesslich zur Beendigung des Auftragsverhältnissens zwischen den Steuerpflichtigen und ihrer 
vormaligen Treuhänderin (G.________ GmbH) geführt hätten. Die Pascal Sigrist Treuhand GmbH 

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habe anschliessend auch die vergangenen Jahre überprüft; diese Prüfung habe sich über sämtliche 
relevanten Steuerdomizile (Bern, Basel-Stadt, Freiburg, Solothurn, Tessin und Zürich) und die 
Steuerjahre 2006-2013 erstreckt, wobei insbesondere der Unterscheidung zwischen den 
geschäftlichen und privaten Steuerwerten als auch der Ausscheidungssystematik betreffend das 
Firmenvermögen spezielle Beachtung geschenkt worden sei. Dabei sei zu Tage getreten, dass in 
den Steuerjahren 2009-2013 zwischen den Kantonen Bern und Freiburg ein Gesamtreineinkommen 
im Umfang von ca. CHF 25'000.- doppelt besteuert worden sei (das Steuerjahr 2010 sei nach 
Zustellung der angeforderten Veranlagungsverfügung noch zu verifizieren), habe doch der Kanton 
Freiburg eine Besteuerung über der ihm von der Steuerverwaltung BE ausgeschiedenen Quote 
vorgenommen. Ursächlich für die Divergenz bei der Einkommensausscheidung zwischen den 
Kantonen Freiburg und Bern seien die folgenden Umstände: Der Kanton Freiburg habe seine 
interkantonale Steuerausscheidung stets nur zwischen den Kantonen Bern, Basel-Stadt und 
Freiburg vorgenommen und die Steuerdomizile in Solothurn, Tessin und Zürich unberücksichtigt 
gelassen. Ausserdem habe der Kanton Freiburg – in Abweichung der übrigen Steuerdomizile, 
namentlich dem Kanton Bern als Hauptsteuerdomizil und Nebensteuerdomizil des Geschäftsortes, 
welche die Liegenschaft korrekterweise als Bestandteil des Firmenvermögens erfasst und 
ausgeschieden hätten – die in seinem Hoheitsgebiet gelegene Liegenschaft dem Privatvermögen 
zugewiesen. Auch lasse sich den Veranlagungen und Steuerausscheidungen des Kantons Freiburg 
nicht entnehmen, ob die Firma als Sondervermögen berücksichtigt worden sei. Allgemein seien die 
Einkommens- und Vermögensverhältnisse in den Veranlagungen des Kantons Freiburg nicht 
nachvollziehbar und würden weder mit den tatsächlichen Gegebenheiten noch mit den eingereichten 
Steuerdeklarationen oder den Verfügungen und Entscheiden der anderen Kantone übereinstimmen. 
Die Steuerveranlagungen des Kantons Freiburg seien deshalb mittels Revision oder Berichtung 
abzuändern. Dabei beriefen sich die Steuerpflichtigen namentlich auf die folgenden 
Revisionsgründe: Art. 188 Abs. 1 Bst. b DStG (Revision wegen Ausserachtlassens von erheblichen 
Tatsachen und entscheidenden Beweismitteln), Art. 127 Abs. 3 BV (Revision wegen interkantonaler 
Doppelbesteuerung), Art. 8 und Art. 9 BV (Revision aus Billigkeit) und Art. 5 Abs. 3 und Art. 9 BV 
(«erleichterte» Revision wegen Verstosses gegen den Grundsatz von Treu und Glauben bzw. das 
Rechtsmissbrauchsverbot). Technisch umgesetzt werden könne die Korrektur der Verfügungen und 
Entscheide, indem die Steuerverwaltung FR diese gemäss den in den Kanton Freiburg 
ausgeschiedenen Quoten des Hauptsteuerdomizils (0,00 Prozent für die Steuerjahre 2009 und 
2011-2013 bzw. 0,16 Prozent für das Steuerjahr 2010) abändere.

Am 11. Mai 2017 erliess die Steuerverwaltung FR einen «Entscheid über das Revisionsbegehren», 
mit welchem sie dieses abwies. Sie erwog, dass eine Revision ausgeschlossen sei, wenn die 
steuerpflichtige Person die Möglichkeit gehabt habe, die Veranlagung auf dem ordentlichen 
Rechtsmittelweg anzufechten, was ohne Weiteres der Fall gewesen wäre. Des Weiteren wies sie 
darauf hin, dass ein Revisionsgesuch grundsätzlich in erster Linie an die Steuerverwaltung des 
Hauptsteuerdomizils gerichtet werden sollte, dort sei jedoch noch kein entsprechendes Gesuch 
eingereicht worden. Bevor der Kanton Freiburg allenfalls eine Revision der Steuerveranlagungen 
erwäge, müsse das Hauptsteuerdomizil (Kanton Bern) zum Sachverhalt Stellung nehmen.

Gegen diesen Entscheid erhoben die Steuerpflichtigen am 22. Juni 2017 Einsprache, mit welcher 
sie der Steuerverwaltung FR unter anderem zur Kenntnis brachten, dass sie am 31. März 2017 auch 
in den Kantonen Bern und Zürich entsprechende «Revisions- bzw. Berichtigungsbegehren» 
eingereicht hätten.

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Am 8. März 2018 sistierte die Steuerverwaltung FR das Einspracheverfahren und bat die 
Steuerpflichtigen um Mitteilung, sobald ein rechtskräftiger Revisionsentscheid der Steuerverwaltung 
BE vorliege.

D. Mit Nachricht vom 12. November 2020 wurde die Steuerverwaltung FR von der 
Steuerverwaltung BE dahingehend informiert, dass das Revisionsverfahren in der Zwischenzeit 
habe abgeschlossen werden können. Gleichzeitig wurden der Steuerverwaltung FR die 
Revisionsentscheide 2008-2013 sowie die dazugehörigen interkantonalen Steuerausscheidungen 
vom 9. Juni 2020 eröffnet (Änderungen beim satzbestimmenden/steuerbaren Einkommen und 
Vermögen wurden keine vorgenommen, sondern es wurden nur die interkantonalen 
Steuerausscheidungen angepasst). In den Kanton Freiburg wurde wiederum kein steuerbares 
Einkommen und Vermögen aus (Privat-) Liegenschaften ausgeschieden, sondern ein solches aus 
Nettoanteilen an Kollektiv-/Kommanditgesellschaften, wobei die Ausscheidungsquoten beim 
Einkommen auf 0,00 Prozent (Steuerjahre 2008 und 2012-2013), 0,06 Prozent (Steuerjahr 2009), 
0,51 Prozent (Steuerjahr 2010) bzw. 0,35 Prozent (Steuerjahr 2011) und beim Vermögen zwischen 
0,77-0,85 Prozent festgesetzt wurden.

Am 19. August 2021 eröffnete die Steuerverwaltung FR den Steuerpflichtigen berichtigte 
Veranlagungsanzeigen betreffend die Steuerjahre 2010-2013. In diesen erfasste sie das aus der 
Liegenschaft herrührende Einkommen und Vermögen neu unter den Positionen «Kollektiv-
/Kommanditgesellschaft» (Code 1.420) resp. «Anteil an Gesellschaften, usw.» (Code 3.560) anstatt 
wie bis anhin unter der Position «Privatliegenschaften» (Code 3.310). Dabei stellte sie sowohl beim 
im Kanton Freiburg zu versteuernden Einkommen und Vermögen als auch bei den massgebenden 
Sätzen auf die vom Hauptsteuerdomizil ermittelten Steuerwerte ab, die sie in ihre berichtigten 
Veranlagungsanzeigen übertrug (beim Einkommen wurde in allen Steuerjahren auf das reine 
Einkommen, beim Vermögen teilweise auf das Reinvermögen [Steuerjahr 2010], teilweise auf das 
steuerbare Vermögen nach Sozialabzügen [Steuerjahre 2011-2013] abgestellt; ausserdem scheint 
sich im Steuerjahr 2011 beim satzbestimmenden Einkommen ein kleiner Übertragungsfehler 
eingeschlichen zu haben).

Mit Eingabe vom 27. September 2021 erhoben die Steuerpflichtigen, nach wie vor vertreten durch 
ihren Treuhänder, der nunmehr für die RSM Swiss KMU GmbH zeichnet, Einsprache gegen die 
berichtigten Veranlagungsanzeigen. Sie stellten den Antrag, es seien die angefochtenen 
Veranlagungsanzeigen aufzuheben, eventualiter infolge offensichtlichen und schweren Mangels als 
nichtig zu betrachten. In der Begründung machten sie geltend, dass die Umqualifikation der 
Liegenschaft vom Privatvermögen in Geschäftsvermögen nicht auf dem Wege der Berichtigung 
erfolgen könne, da dies über eine Korrektur von Rechnungsfehlern und Schreibversehen 
hinausgehe. Vielmehr wäre die Umqualifikation über eine Revision vorzunehmen gewesen. Da aber 
keine massgebliche Änderung im Sachverhalt eingetreten sei, sei vorliegend auch eine Revision 
nicht möglich. Folglich sei die Liegenschaft wie bis anhin als Privatliegenschaft zu qualifizieren und 
– infolge fehlender Auswirkungen auf den Steuerbetrag – auf eine Anpassung der 
Repartitionsfaktoren zu verzichten.

Mit Einspracheentscheid vom 22. Dezember 2021 wies die Steuerverwaltung FR die Einsprache ab. 
Sie erwog, dass das Hauptsteuerdomizil (Kanton Bern) das Revisionsbegehren gutgeheissen und 
ihr revidierte Steuerausscheidungen eröffnet habe. Aufgrund dessen (neue Tatsache) dränge sich 
auch eine Berichtung der Steuerveranlagungen am Nebensteuerdomizil (Kanton Freiburg) auf. Da 
das Hauptsteuerdomizil die Liegenschaft nicht dem Privatvermögen, sondern dem 
Geschäftsvermögen zugewiesen habe, sei in den Steuerausscheidungen lediglich ein Anteil an der 

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Gesellschaft in den Kanton Freiburg ausgeschieden worden. Diese Angaben seien übernommen 
und die Steuerveranlagungen 2010-2013 entsprechend berichtigt worden. 

E. Gegen diesen Einspracheentscheid erhoben die Steuerpflichtigen, nach wie vor vertreten 
durch die RSM Swiss KMU GmbH, mit Eingabe vom 26. Januar 2022 Beschwerde an das 
Kantonsgericht Freiburg. Sie stellen das folgende Rechtsbegehren:

«Es sei der Einspracheentscheid […] aufzuheben […] und [das im Kanton Freiburg steuerbare Einkommen] im 
Sinne der Erwägungen neu festzusetzen. Dabei seien die freiburgische Liegenschaft weiterhin als solche des 
Privatvermögens zu qualifizieren und für die Satzbestimmung die freiburgischen Vermögenswerte unter Beizug der 
Repartitionswerte zu verwenden. Aufgrund der fehlenden Nachbesteuerungs-, Berichtigungs- und 
Revisionsmöglichkeit für die Steuerjahre 2009-2013 [seien] in diesem Sinne die ursprünglichen [Veranlagungs-] 
Verfügungen […] in Rechtskraft zu belassen.

Eventualiter sei[en] der Einspracheentscheid […] sowie die Berichtigungsverfügungen […] infolge offensichtlicher 
und schwerer Mängel als nichtig zu erklären.

Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen.»

Auf die Begründung der Beschwerde wird, soweit für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde 
notwendig, in den nachfolgenden Erwägungen näher eingegangen.

Der mit Verfügung vom 1. Februar 2022 auf CHF 800.- angesetzte Kostenvorschuss wurde am 
21. Februar 2022 geleistet.

In ihren Bemerkungen vom 28. April 2022 schliesst die Vorinstanz auf eine Abweisung der 
Beschwerde.

F. Ein weiterer Schriftenwechsel wurde nicht angeordnet.

Erwägungen

Prozessuales

1.

1.1. Gegen Einspracheentscheide der Veranlagungsbehörde kann die steuerpflichtige Person 
innert 30 Tagen nach Zustellung beim Kantonsgericht schriftlich Beschwerde erheben (Art. 140 
Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 über die direkte Bundessteuer [DBG; 
SR 642.11]; Art. 50 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 über die Harmonisierung 
der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden [StHG; SR 642.14]; Art. 180 Abs. 1 des Gesetzes 
vom 6. Juni 2000 über die direkten Kantonssteuern [DStG; SGF 631.1]). Die Beschwerdeschrift 
muss die Begehren der beschwerdeführenden Person und deren Begründung enthalten (Art. 140 
Abs. 2 DBG; Art. 50 Abs. 2 StHG; Art. 180 Abs. 2 DStG). Mit der Beschwerde können alle Mängel 
des angefochtenen Entscheids und des vorangegangenen Verfahrens gerügt werden (Art. 140 Abs. 
3 DBG; Art. 50 Abs. 2 StHG; Art. 180 Abs. 3 DStG). Das Beschwerdeverfahren richtet sich nach 
dem Gesetz vom 23. Mai 1991 über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; SGF 150.1) (Art. 182 DStG).

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1.2. Die Beschwerde vom 26. Januar 2022 gegen den Einspracheentscheid vom 22. Dezember 
2021 ist durch die rechtsgültig vertretenen Beschwerdeführer frist- und formgerecht bei der sachlich 
und örtlich zuständigen Beschwerdeinstanz eingereicht worden. Als Steuerschuldner sind die 
Beschwerdeführer durch den angefochtenen Einspracheentscheid berührt, weshalb sie ohne 
weiteres ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung haben (Art. 76 Bst. a 
VRG).

Auf die Beschwerde ist einzutreten.

Direkte Bundessteuer (604 2022 6)

2.

Den Beschwerdeführern wurden am 19. August 2021 berichtigte Steuerveranlagungsanzeigen für 
die Steuerjahre 2010-2013 zugestellt. Darin wurden die von den Beschwerdeführern geschuldeten 
Kantonssteuern neu festgesetzt; eine direkte Bundessteuer wurden von den im Kanton Bern 
wohnhaften Beschwerdeführern indes nicht erhoben. Entsprechend beschlägt auch der hier 
angefochtene Einspracheentscheid lediglich die Kantonssteuern, nicht aber die direkte 
Bundessteuer. Die Eröffnung eines entsprechenden Beschwerdeverfahrens ist somit irrtümlich 
erfolgt. Dies gilt es festzustellen.

Entsprechend ist das Verfahren betreffend die direkte Bundessteuer (604 2022 6) als 
gegenstandslos abzuschreiben.

Kantonssteuer (604 2022 7)

3.

3.1. Das kantonale Steuerverfahrensrecht sieht vor, dass Veranlagungsverfügungen, 
Einsprache- und Beschwerdeentscheide mit einer Begründung zu versehen sind (Art. 165 Abs. 2, 
Art. 179 Abs. 3 und Art. 187 DStG). Auch leitet sich aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör von 
Art. 29 Abs. 2 BV eine allgemeine Pflicht der Behörden ab, ihre Verfügungen und Entscheide zu 
begründen.

Welche Anforderungen an Inhalt und Umfang der Begründung zu stellen sind, kann nicht allgemein 
gesagt werden. Es kommt auf den konkreten Fall an. Die Begründung ist jedenfalls so abzufassen, 
dass der Steuerpflichtige dadurch in die Lage versetzt wird, die Tragweite der Entscheidung zu 
erkennen und die Überlegungen, welche die Behörde ihrer Entscheidung zugrunde gelegt hat, 
nachzuvollziehen. Auf diese Weise soll der Steuerpflichtige beurteilen können, ob und mit welchen 
Argumenten er die Verfügung bzw. den Entscheid auf dem Rechtsmittelweg weiterziehen will. In 
diesem Sinn müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die 
Behörde hat leiten lassen und auf die sich ihr Entscheid stützt. Schliesslich ermöglicht die 
vorinstanzliche Begründung der Rechtsmittelbehörde die Überprüfung der angefochtenen 
Entscheidung. Die Behörde muss sich nicht mit allen Parteistandpunkten einlässlich 
auseinandersetzen und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen. Sie kann sich auf die 
für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken. Dichte und Umfang der Begründung 
hängen von verschiedenen Faktoren ab, namentlich von der funktionellen Stellung der verfügenden 
bzw. entscheidenden Instanz, von den Vorbringen der Parteien, vom Umfang des 
Ermessensbereichs der Behörde und von der Komplexität der Materie. Je grösser der Spielraum, 

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welcher der Behörde infolge Ermessens oder unbestimmter Rechtsbegriffe eingeräumt ist, je 
vielfältiger die tatsächlichen Voraussetzungen sind, die bei der Betätigung des Ermessens zu 
berücksichtigen sind und je stärker ein Entscheid in die individuellen Rechte eingreift, desto höhere 
Anforderungen sind an die Begründung eines Entscheids zu stellen. Die Begründungspflicht ist 
jedenfalls erfüllt, wenn die Betroffenen die entsprechende Erwägung sachgerecht anfechten können 
(ZWEIFEL/CASANOVA/BEUSCH/HUNZIKER, Schweizerisches Steuerverfahrensrecht, Direkte Steuern, 
2. Auflage 2018, § 15 Rz. 43).

Die Rechtsfolgen der mangelhaften Eröffnung sind unterschiedlich, einerseits in Bezug auf die 
Verfügung selber (Anfechtbarkeit oder Nichtigkeit), andererseits hinsichtlich der Rechte des 
Steuerpflichtigen (oder anderer Betroffener) (ZWEIFEL/CASANOVA/BEUSCH/HUNZIKER, §15 Rz. 55). 
Bei mangelhafter Begründung muss die Verfügung innerhalb der Rechtsmittelfrist angefochten 
werden; andernfalls erwächst sie in Rechtskraft. Selbst bei vollständigem Fehlen einer Begründung 
ist die Verfügung oder der Entscheid in der Regel nicht nichtig. Sofern der Rechtsmittelbehörde volle 
Überprüfungsbefugnis zukommt, kann der Mangel auch dadurch geheilt werden, dass die fehlende 
Begründung im Rechtsmittelverfahren nachgeschoben und der Steuerpflichtige dazu angehört wird, 
wobei anzumerken ist, dass der dadurch eintretende Verlust einer Instanz problematisch ist. 
Andernfalls ist die fehlerhafte Verfügung aufzuheben (ZWEIFEL/CASANOVA/BEUSCH/HUNZIKER, §15 
Rz. 58).

3.2. Der vorliegend angefochtene Einspracheentscheid ist nur sehr rudimentär begründet. Es 
lässt sich ihm zwar entnehmen, dass die Vorinstanz ihre Veranlagungsanzeigen der Steuerjahre 
2010-2013 auf der Grundlage der zuvor ergangenen Revisionsentscheide der Steuerverwaltung BE 
vom 9. Juni 2020 abgeändert hat. Da der Einspracheentscheid keinerlei Bezug auf die ihm 
zugrundeliegenden Rechtsgrundlagen nennt, lässt sich dem Entscheid aber nicht entnehmen, unter 
welchem Rechtstitel die Abänderung der bereits rechtskräftigen Steuerveranlagungsanzeigen 
erfolgte. Zwar ist auf den abgeänderten Veranlagungsanzeigen vom 19. August 2021 von einer 
Berichtigung die Rede, ebenso im Einspracheentscheid vom 22. Dezember 2021 (Ziff. 5: «[es] 
drängt sich eine Berichtigung der Steuerveranlagungen […] auf» und «[es ist] nur konsequent, dass 
[die Steuerveranlagungen] berichtigt werden», Ziff. 7: «»folglich hat die Kantonale Steuerverwaltung 
Freiburg […] die Steuerveranlagungen berichtigt»). Gleichzeitig wird aber auf ein 
«Revisionsbegehren» Bezug genommen und als Grund für die Abänderung der 
Veranlagungsanzeigen nicht ein Rechnungsfehler oder ein Schreibversehen (vgl. Art. 52 StHG bzw. 
Art. 191 Abs. 1 DStG) angeführt, sondern auf «neue Tatsachen» hingewiesen, die gegebenenfalls 
einen Revisionsgrund darstellen können (vgl. Art. 51 Abs. 1 Bst. a StHG bzw. Art. 188 Abs. 1 Bst. a 
DStG). Auch die Bemerkungen der Vorinstanz bringen diesbezüglich keine Klarheit.

Damit bleibt unklar, unter welchem Rechtstitel die Vorinstanz auf die bereits in Rechtskraft 
erwachsenen Veranlagungsanzeigen der Steuerjahre 2010-2013 zurückgekommen ist.

Für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde ist diese Frage aber nicht weiter von Relevanz, 
hätten doch – wie sogleich dargelegt wird – die rechtskräftigen Veranlagungsanzeigen der 
Steuerjahre 2010-2013 weder auf dem Weg der Berichtigung (vgl. nachfolgende E. 5) noch auf dem 
Weg der Revision (vgl. nachfolgende E. 6) korrigiert werden dürfen. Der angefochtene 
Einspracheentscheid – wie auch die dem Einspracheentscheid zu Grunde liegenden 
Veranlagungsanzeigen vom 19. August 2021 – sind damit so oder anders aufzuheben.

4.

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4.1. Vorwegzunehmen ist, dass eine unangefochten gebliebene und damit formell rechtskräftig 
gewordene Veranlagung nicht schon deswegen nachträglich abzuändern ist, weil sich ergibt, dass 
sie an einem ursprünglichen Rechtsfehler leidet. Vielmehr kann darauf nur noch unter besonderen 
Voraussetzungen und mit einem entsprechend eingeschränkten Anwendungsbereich 
zurückgekommen werden. Gemäss jüngerer Rechtsprechung des Bundesgerichts ist davon 
auszugehen, dass das harmonisierte Steuerrecht, das insofern mit dem Recht der direkten 
Bundessteuer übereinstimmt, einen Numerus clausus von Rechtsgründen kennt, die es erlauben, 
auf eine rechtskräftige Verfügung oder einen solchen Entscheid zurückzukommen. Bei diesen 
Gründen handelt es sich um die Revision (zugunsten der steuerpflichtigen Person; Art. 51 StHG 
bzw. Art. 188 ff. DStG), die Berichtigung (zugunsten der steuerpflichtigen Person oder der 
öffentlichen Hand; Art. 52 StHG bzw. Art. 191 Abs. 1 DStG) und schliesslich die Nachsteuer 
(zugunsten der öffentlichen Hand; Art. 53 f. StHG bzw. Art. 192 ff. DStG). Weitere Aufhebungs- oder 
Abänderungsgründe sind ausgeschlossen und können weder von der steuerpflichtigen Person noch 
der öffentlichen Hand angerufen werden. Insbesondere bleibt für die im übrigen Verwaltungsrecht 
bekannte Wiedererwägung kein Raum, abgesehen von der Möglichkeit der Steuerbehörde, eine 
Veranlagungsverfügung bis zum Ablauf der Einsprachefrist in Wiedererwägung zu ziehen (Urteile 
BGer 2C_596/2012 vom 19. März 2013 E. 2.3 und 2C_519/2011 vom 24. Februar 2012 E. 3.3, je 
mit weiteren Hinweisen; ZWEIFEL/CASANOVA/BEUSCH/HUNZIKER, § 26 Rz 8 f.).

4.2. Im Folgenden ist auf das Rechtsinstitut der Nachsteuer nicht weiter einzugehen. Weder hat 
die Vorinstanz ein Nachsteuerverfahren eröffnet, noch wurden die bereits in Rechtskraft 
erwachsenen Steuerveranlagungsanzeigen der Steuerperioden 2010-2013 zu Ungunsten der 
Beschwerdeführer abgeändert. 

Aus diesem Grund stossen auch die diesbezüglichen Ausführungen der Beschwerdeführer ins 
Leere.

5.

5.1. Gemäss Art. 52 StHG bzw. Art. 191 Abs. 1 DStG können Rechnungsfehler und 
Schreibversehen in rechtskräftigen Verfügungen und Entscheiden innert fünf Jahren nach der 
Eröffnung auf Antrag oder von Amtes wegen von der Behörde berichtigt werden, der sie unterlaufen 
sind.

Die Aufhebung der Rechtskraft infolge einer Berichtigung ist sowohl zu Ungunsten als auch zu 
Gunsten des Steuerpflichtigen möglich. Ihr Sinn und Zweck besteht darin, rechtskräftige 
Verfügungen resp. Entscheide, die dem wirklichen Willen der Veranlagungsorgane bzw. 
Justizorgane nicht entsprechen, weil sie an einem Fehler im Ausdruck leiden, möglichst formlos 
korrigieren zu können. Es geht also ausschliesslich um die Korrektur von sogenannten 
«Kanzleifehlern» (LOOSER in Zweifel/Beusch, Kommentar zum Bundesgesetz über die 
Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinde, 3. Auflage 2017, Art. 52 N. 2 und 
4).

Die Berichtigung ist – auf Antrag einer Partei oder von Amtes wegen – von der Behörde 
vorzunehmen, welcher der Rechnungsfehler oder das Schreibversehen unterlaufen ist. Das 
Verfahren ist nicht näher geregelt, sollte aber möglichst formlos durchgeführt werden können. Zur 
zeitlichen Begrenzung gibt es im harmonisierten Recht nur eine absolute Frist von fünf Jahren, 
welche mit der Eröffnung zu laufen beginnt, da ja die Berichtigung schon vor Eintritt der Rechtskraft 
möglich ist. Aus dem Gebot von Treu und Glauben ist jedoch auch die Forderung abzuleiten, dass 
ein Anspruch auf Berichtigung innert gebührlicher Frist geltend gemacht wird. Wenn also für die 

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Fristwahrung die Berichtigung innert 5 Jahren erfolgen muss, muss ein allfälliges Gesuch 
entsprechend früher gestellt werden (LOOSER, Art. 52 N. 14 mit Verweis auf LOCHER, Kommentar 
zum Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer, III. Teil zu den Art. 102-222 DBG, 2015, Art. 150 
N. 17; siehe zum Ganzen auch ZWEIFEL/CASANOVA/BEUSCH/HUNZIKER, § 26 Rz. 92 ff.).

5.2. Aus den eingereichten und eingeholten Unterlagen ergibt sich, dass die vorliegend im Streit 
liegenden Steuerjahre bereits am 26. April 2011 (Steuerjahr 2009, Beschwerdebeilage 3), 19. 
Januar 2012 (Steuerjahr 2010, Eingabe vom 1. Dezember 2022), 17. Januar 2013 (Steuerjahr 2011, 
Beschwerdebeilage 4), 16. Januar 2014 (Steuerjahr 2012, Beschwerdebeilage 5) und 18. Dezember 
2014 (Steuerjahr 2013, Beschwerdebeilage 6) veranlagt wurden. Die 5-jährige Frist, innert welcher 
eine Berichtigung im Sinne von Art. 52 StHG resp. Art. 191 DStG vorgenommen werden kann und 
muss, war damit am 19. August 2021, als die Vorinstanz die bereits in Rechtskraft erwachsenen 
Steuerveranlagungen abänderte, für alle im Streit liegenden Steuerperioden bereits längstens 
abgelaufen.

Eine Korrektur auf dem Weg der Berichtigung war also, selbst wenn es sich um einen reinen 
«Kanzleifehler» gehandelt hätte, gar nicht mehr zulässig.

6.

6.1. Soll die formelle Rechtskraft einer Veranlagungsverfügung oder eines Entscheids zu 
Gunsten des Steuerpflichtigen aufgehoben werden, spricht man von Revision. Die Revision verlangt, 
dass eine vom gesetzlichen Mass abweichende Besteuerung vorliegt, d.h. der Steuerpflichtige muss 
objektiv zu viel versteuert haben (sog. Übersteuerung). Die Revision kann sowohl vom 
Steuerpflichtigen beantragt als auch von Amtes wegen vorgenommen werden.

Das StHG führt die herkömmlichen Revisionstatbestände in Art. 51 Abs. 1 ausdrücklich auf. Genannt 
werden die Entdeckung von erheblichen Tatsachen oder entscheidenden Beweismitteln (Bst. a), das 
Ausserachtlassen von erheblichen Tatsachen oder entscheidenden Beweismitteln, die der Behörde 
bekannt waren oder bekannt sein mussten (Bst. b), die Verletzung von wesentlichen 
Verfahrensgrundsätzen (Bst. b) sowie das Vorliegen eines Verbrechens oder Vergehens, das die 
Verfügung resp. den Entscheid beeinflusst hat (Bst. c). Weitere Revisionstatbestände sind aber nicht 
ausgeschlossen (LOOSER, Art. 51 N. 8), sind doch neben den genannten, gesetzlich statuierten 
Revisionstatbeständen auch die aufgrund des Verfassungs- und übrigen Bundesrechts sowie des 
(zwingenden) Völkerrechts bestehenden Revisionsgründe zu beachten (LOOSER, Art. 51 N. 23 f.). 
Zu denken ist etwa an Art. 122 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht 
(BGG; SR 173.110), der auch im Revisionsverfahren auf Kantonsebene Anwendung findet (Revision 
wegen Verletzung der EMRK) und Art. 8 und 9 BV (Revision aus Gleichheits- resp. 
Billigkeitsgründen). Eine Revision ist aber auch im Zusammenhang mit internationalen 
Doppelbesteuerungskonflikten angezeigt, wenn die Behörde zum Schluss kommt, dass nach den 
anwendbaren Regeln zur Vermeidung der Doppelbesteuerung der Bund sein Besteuerungsrecht 
einschränken müsste (Revision aufgrund von Doppelbesteuerungsabkommen). Bei interkantonalen 
Konstellationen der Doppelbesteuerung wiederum ergibt sich nach Lehre und Praxis ein 
Revisionsanspruch – auch ohne gesetzliche Grundlage – direkt gestützt auf Art. 127 Abs. 3 BV. 
Sobald also der zweitveranlagende Kanton rechtskräftig entschieden hat und sich dabei herausstellt, 
dass die rechtskräftige Veranlagung resp. der rechtskräftige Entscheid des erstveranlagenden 
Kantons gegen das Doppelbesteuerungsverbot verstösst, kann der Steuerpflichtige gegen die 
Veranlagung resp. den Entscheid des erstveranlagenden Kantons ein Revisionsgesuch einreichen. 
Dabei kann vom Steuerpflichtigen nicht verlangt werden, dass er sämtliche Rechtsmittel im 

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zweitveranlagenden Kanton ergreift, wenn er mit dessen Beurteilung in der Sache einverstanden ist. 
Er muss aber innerhalb von 90 Tagen nach Eröffnung der Verfügung resp. des Entscheids des 
zweitveranlagenden Kantons im erstveranlagenden Kanton ein Revisionsgesuch stellen (zum 
Ganzen: LOOSER, Art. 51 N. 23b ff. mit zahlreichen Hinweisen auf Literatur und Rechtsprechung).

Nach Art. 51 Abs. 2 StHG ist die Revision ausgeschlossen, wenn der Antragsteller als 
Revisionsgrund vorbringt, was er bei der ihm zumutbaren Sorgfalt schon im ordentlichen Verfahren 
hätte geltend machen können. Diese Regelung hat der Kanton Freiburg wörtlich in sein Steuergesetz 
übernommen (vgl. Art. 188 Abs. 2 DStG). Es gilt also der Grundsatz, dass keinen Revisionsgrund 
abgibt, was mit einem ordentlichen Rechtmittel rügbar gewesen wäre. Dieser Grundsatz wird 
gerechtfertigt mit der Subsidiarität der Revision und der Rechtssicherheit; ein ausserordentliches 
Rechtsmittel soll keine Aushöhlung der ordentlichen Rechtsmittelfristen bewirken. Die Revision dient 
also nicht dem Zweck, vermeidbare Unterlassungen während des ordentlichen Verfahrens im 
Rahmen des Revisionsverfahrens nachholen zu können, selbst wenn an sich ein Revisionsgrund 
vorliegen würde. Mit anderen Worten ist eine Revision namentlich dann ausgeschlossen, wenn der 
Steuerpflichtige bzw. sein Rechtsvertreter den Sachverhalts- oder Rechtsirrtum der Behörde bei der 
Prüfung der eröffneten Steuerveranlagung sofort hätte entdecken können. Der Ausschlussgrund 
über das Vorbringen der Rügen im ordentlichen Rechtsmittelverfahren gilt für sämtliche 
Revisionsgründe, also selbst wenn die Veranlagungsbehörde tatsächlich eine erhebliche Tatsache, 
die ihr bekannt war, ausser Acht gelassen hat (LOOSER, Art. 51 N. 25a). Dabei sind an die Sorgfalt 
des Steuerpflichtigen bei der Wahrung seiner Rechte im Veranlagungsverfahren gewisse 
Anforderungen zu stellen. Es ist grundsätzlich davon auszugehen, dass er seine eigenen finanziellen 
Verhältnisse kennt und dass er nach Erhalt der Veranlagungsverfügung diese überprüft und allfällige 
Mängel rechtzeitig rügt. Das Bundesgericht verlangt eine strikte Anwendung des Ausschlussgrundes 
der Revision und stellt hohe Anforderungen an das Mass der Sorgfalt des Steuerpflichtigen. Aus 
dem Blickwinkel des Revisionsverfahrens sind die Gründe für die Verletzung der zumutbaren 
Sorgfalt unerheblich. Allfällige Fehleinschätzungen und Unkenntnis der Rechtslage des Vertreters 
des Steuerpflichtigen sind letzterem anzulasten (LOOSER, Art. 51 N. 26a).

Da die Revision ein frist- und formgebundenes Rechtsmittel darstellt, sieht das StHG hierfür in 
Art. 51 Abs. 3 verbindliche Fristen vor (vgl. auch Art. 189 DStG). Auch aufgrund der Überlegung, 
dass nur ausnahmsweise und unter besonderen Voraussetzungen auf eine rechtkräftige Verfügung 
resp. einen rechtskräftigen Entscheid zurückgekommen werden darf, ist im Sinne der 
Rechtssicherheit das Recht, ein Revisionsgesuch einzureichen, zu befristen. Demnach ist das 
Revisionsbegehren innert 90 Tagen (relative Frist) nach der Entdeckung des Revisionsgrundes 
einzureichen. Der Revisionsgrund gilt als dann entdeckt, wenn der Gesuchsteller die nötigen 
sicheren Anhaltspunkte für das Vorliegen eines Revisionsgrundes gewonnen hat; blosse Gerüchte 
oder Vermutungen reichen nicht. Bei interkantonalen Doppelbesteuerungskonflikten besitzt der 
Steuerpflichtige ab dem Zeitpunkt der Eröffnung der Veranlagung resp. des Entscheids des 
zweitveranlagenden Kantons Kenntnis über einen allfälligen Revisionsgrund im erstveranlagenden 
Kanton (LOOSER, Art. 51 N. 28). 

6.2. In ihrem «Revisions- bzw. Berichtigungsbegehren» vom 31. März 2017 machten die 
Beschwerdeführer im Wesentlichen geltend, dass eine interkantonale Doppelbesteuerung vorliege, 
da der Kanton Freiburg eine Besteuerung über der ihm von der Steuerverwaltung BE 
ausgeschiedenen Quote vorgenommen habe. Dass resp. aus welchen Gründen die vormalige 
Treuhänderin (G.________ GmbH) bei der ihr zumutbaren Sorgfalt nicht hätte in der Lage sein 
sollen, die geltend gemachte Doppelbesteuerung bereits früher zu erkennen und zu rügen, wird von 
den Beschwerdeführern nicht dargelegt. Dies erstaunt nicht, sind doch die Umstände, die gemäss 

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den Beschwerdeführern zur (vermeintlichen) Doppelbesteuerung geführt haben, augenscheinlich: 
So hatten die Beschwerdeführer spätestens mit der Eröffnung der Steuerveranlagungsanzeigen der 
Steuerverwaltung BE (Steuerperiode 2010: 13. Oktober 2015; Steuerperiode 2011: 8. September 
2015; Steuerperiode 2012: 8. September 2015; Steuerperiode 2013: 20. November 2015; vgl. die 
Beschwerdebeilagen 8-11) die nötige sichere Kenntnis davon, dass die Vorinstanz in den bereits 
zuvor eröffneten Veranlagungsanzeigen ein Einkommen über der dem Kanton Freiburg 
zugewiesenen Ausscheidungsquote veranlagt hatte. Auch die im Revisionsbegehren gerügte 
divergierende Qualifikation der Liegenschaft (Privatliegenschaft vs. Geschäftsliegenschaft) und die 
ebenfalls kritisierte interkantonale Steuerausscheidung (3 Kantone vs. 6 Kantone) stechen selbst 
ohne eingehende Analyse oder vertiefte Abklärung sogleich ins Auge. Entsprechend wären die 
Beschwerdeführer – über ihre damalige Treuhänderin – ohne weiteres in der Lage gewesen, die 
(vermeintliche) Doppelbesteuerung bereits früher zu erkennen und geltend zu machen und die 
Revision der bereits in Rechtskraft erwachsenen Steuerveranlagungsanzeigen des Kantons 
Freiburg bereits früher zu beantragen. Mit anderen Worten: Dass die Beschwerdeführer mit ihrem 
Revisionsbegehren bis ins Jahr 2017 zugewartet haben, lässt sich nicht damit erklären, dass erst 
dann die nötigen sicheren Anhaltspunkte für das Vorliegen einer (vermeintlichen) 
Doppelbesteuerung gegeben waren, sondern ist einzig dem Umstand geschuldet, dass die 
Beschwerdeführer im Jahr 2016 ihren Treuhänder wechselten, der im Nachhinein auch bereits 
definitiv veranlagte Steuerjahre überprüfte. Diese können aber selbstredend nicht im Nachhinein auf 
dem Weg der Revision abgeändert werden, selbst dann nicht, sollten die bereits rechtskräftigen 
Veranlagungsanzeigen an einem Rechtsfehler leiden. Vielmehr hätte die Vorinstanz den 
Beschwerdeführer entgegenhalten müssen, dass die Überprüfung der Veranlagungsanzeigen und 
ein eventuelles Revisionsbegehren bereits zu einem früheren Zeitpunkt – innert 90 Tagen nach der 
Eröffnung der Veranlagungsanzeigen des zweitveranlagenden Kantons – hätte erfolgen können und 
auch müssen, und die beantragte Revision der Veranlagungsverfügungen aus diesem Grund 
verweigern müssen.

Bleibt zu erwähnen, dass der Vorinstanz auch nicht gefolgt werden kann, wenn sie sich darauf beruft, 
dass «neue Tatsachen» eine Abänderung der bereits rechtskräftigen Veranlagungsanzeigen 
geradezu aufdrängen würden. Da die Vorinstanz in den ursprünglichen Veranlagungsanzeigen nicht 
auf die vom Hauptsteuerdomizil vorgenommene interkantonale Steuerausscheidung abstellte, 
sondern die Beschwerdeführer jeweils vorab (definitiv) ordentlich veranlagte, kann sie die Revision 
nicht damit begründen, dass nun mit den revidierten interkantonalen Steuerausscheidungen des 
Hauptsteuerdomizils neue Tatsachen vorliegen. Auch hat die Steuerverwaltung BE die Liegenschaft 
seit jeher – und nicht erst mit den Revisionsentscheiden – dem Geschäftsvermögen zugewiesen. Im 
Gegensatz zur Vorinstanz nahm die Steuerverwaltung BE also keine neue rechtliche Qualifikation 
der Liegenschaft vor, sondern bestätigte ihre langjährige Praxis. Von «neuen Tatsachen», die 
gegebenenfalls zu einer Revision von bereits in Rechtskraft erwachsenen Verfügungen und 
Entscheiden führen können, kann unter den gegebenen Umständen also keine Rede sein. 

6.3. Damit ist erstellt, dass eine Abänderung der bereits rechtskräftigen Veranlagungsanzeigen 
betreffend die Steuerperioden 2010-2013 auch auf dem Weg der Revision nicht (mehr) möglich war.

7.

Die Beschwerde ist somit gutzuheissen und es sind der angefochtene Einspracheentscheid vom 
22. Dezember 2021 sowie die dem Einspracheentscheid zu Grunde liegenden berichtigten 
Veranlagungsanzeigen vom 19. August 2021 betreffend die Steuerjahre 2010-2013 aufzuheben.

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Damit behalten die ursprünglichen, bereits in Rechtskraft erwachsenen 
Steuerveranlagungsanzeigen vom 19. Januar 2012 (Steuerjahr 2010), 17. Januar 2013 (Steuerjahr 
2011), 16. Januar 2014 (Steuerjahr 2012) und 18. Dezember 2014 (Steuerjahr 2013) ihre Gültigkeit.

8.

8.1. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend sind keine Kosten zu erheben (Art. 131 und 
Art. 133 VRG). Der bezahlte Kostenvorschuss von CHF 800.- ist den Beschwerdeführern 
zurückzuerstatten.

8.2. In den Beschwerde-, Revisions- und Erläuterungsverfahren vor einer als letzter kantonaler 
Instanz entscheidenden Behörde sowie in den Klageverfahren spricht die Verwaltungsjustizbehörde 
der obsiegenden Partei auf Gesuch eine Entschädigung für die zur Wahrung ihrer Interessen 
entstandenen, notwendigen Kosten zu (Art. 182 DStG i.V.m. Art. 137 Abs. 1 VRG).

Die Parteientschädigung wird gemäss einem vom Staatsrat beschlossenen Tarif festgesetzt 
(Art. 137 Abs. 3 VRG). Dieser sieht vor, dass das Honorar für die Vertretung oder die 
Verbeiständung einer Partei zwischen CHF 200.- und CHF 10'000.- und nach einem Stundentarif 
von CHF 250.- festgesetzt wird (Art. 8 Abs. 1 des Tarifs der Verfahrenskosten und Entschädigungen 
in der Verwaltungsjustiz vom 17. Dezember 1991 [Tarif VJ; SGF 150.12]).

Angesichts der sich im vorliegenden Verfahren stellenden Rechtsfragen und des nur einfachen 
Schriftenwechsels erscheint es vorliegend angemessen, den Beschwerdeführern eine 
Parteientschädigung für Honorar und Auslagen der Rechtsvertreterin von CHF 1'500.-, zuzüglich 
einer Mehrwertsteuer von CHF 115.50, ausmachend insgesamt CHF 1'615.50, zuzusprechen. 
Dieser Betrag geht zu Lasten der unterliegenden Vorinstanz.

(Dispositiv auf der nächsten Seite)

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Der Hof erkennt:

Direkte Bundessteuer (604 2022 6)

1. Das Verfahren wird als gegenstandslos abgeschrieben.

Kantonssteuer (604 2022 7)

2. Die Beschwerde wird gutgeheissen.

Der Einspracheentscheid der Steuerverwaltung des Kantons Freiburg vom 22. Dezember 
2021 wie auch die dem Einspracheentscheid zugrundeliegenden Veranlagungsanzeigen der 
Steuerverwaltung des Kantons Freiburg vom 19. August 2021 betreffend die Steuerjahre 2010, 
2011, 2012 und 2013 werden aufgehoben.

Kosten und Entschädigung

3. Es werden keine Gerichtskosten erhoben. A.________ und B.________ wird der geleistete 
Kostenvorschuss in der Höhe von CHF 800.- zurückerstattet.

4. A.________ und B.________ wird zu Lasten der Steuerverwaltung des Kantons Freiburg eine 
Parteientschädigung für Honorar und Auslagen der Rechtsvertreterin von CHF 1'500.-, 
zuzüglich der Mehrwertsteuer von CHF 115.50 (7,7 Prozent von CHF 1'500.-), ausmachend 
total CHF 1'615.50, zugesprochen.

Zustellung.

Der vorliegende Entscheid kann gemäss Art. 82 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über 
das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) innert 30 Tagen seit Eröffnung mit einer Beschwerde in 
öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beim Bundesgericht angefochten werden.

Gegen die Festsetzung der Höhe der Parteientschädigung ist innert 30 Tagen die Einsprache an die 
Behörde, die entschieden hat, zulässig, sofern nur dieser Teil des Entscheides angefochten wird 
(Art. 148 VRG).

Freiburg, 12. Dezember 2022/dki

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin: