# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4763b671-7871-556a-b1c8-c597bdcd633f
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-02-17
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 17.02.2022 720 21 161/36
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-21-161-36_2022-02-17.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 17. Februar 2022 (720 21 161 / 36) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

Würdigung der Arztberichte 

 

 
Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter Christof Enderle, Kan-

tonsrichterin Susanne Afheldt, Gerichtsschreiber Daniel Gfeller 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Daniel Altermatt, 
Rechtsanwalt, Neuarlesheimerstrasse 15, Postfach 435, 4143 Dor-
nach 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Be-
schwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente  

 
 
 
A. Die 1962 geborene A.____ meldete sich am 14. Dezember 2018 bei der IV-Stelle Basel-
Landschaft (IV-Stelle) unter Hinweis auf eine gesundheitliche Beeinträchtigung am rechten Hand-
gelenk zum Leistungsbezug an. Nach Abklärung der gesundheitlichen und erwerblichen Verhält-
nisse lehnte die IV-Stelle nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren mit Verfügung vom 16. Ap-
ril 2021 das Leistungsbegehren von A.____ gestützt auf einen IV-Grad von 17 % ab.  
 

 

 
 
Seite 2   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

B. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Advokat Daniel Altermatt, mit Schreiben vom 
22. Mai 2021 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-
rungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte sie, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben 
und die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihre Arbeitsfähigkeit mittels eines polydisziplinären 
Gutachtens neu abzuklären. 
 
C. Mit Vernehmlassung vom 14. Juni 2021 beantragte die IV-Stelle, dass die Beschwerde 
abzuweisen sei.  
 
D. Die Beschwerdeführerin hielt mit Schreiben vom 27. September 2021 an ihren Rechts-
begehren und Ausführungen gemäss ihrer Beschwerdeschrift vom 22. Mai 2021 fest. 
 
E. Mit Schreiben vom 8. November 2021 reichte die Beschwerdeführerin ein Schreiben der 
behandelnden Ärztin Dr. med. B.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom 19. Oktober 
2021 zu den Akten und hielt an ihren bisherigen Rechtsbegehren fest. 
 
F. Die IV-Stelle nahm dazu unter Beilage einer Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen 
Dienstes (RAD) mit Schreiben vom 24. November 2021 Stellung und hielt dabei an ihrem Abwei-
sungsantrag fest.  
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 

1.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) 
vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versicherungs-
gericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfah-
rens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständigkeit des 
Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die 
Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das 
Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwer-
den gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der 
vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die – im Übrigen form- und fristgerecht eingereichte – 
Beschwerde der Versicherten vom 22. Mai 2021 ist demnach einzutreten.  
 
1.2 Am 1. Januar 2022 trat die vom Gesetzgeber am 19. Juni 2020 beschlossene Änderung 
des IVG ("Weiterentwicklung der IV", WEIV) in Kraft. Die vorliegend angefochtene Verfügung 
erging vor dem 1. Januar 2022. Nach den allgemeinen Grundsätzen des intertemporalen Rechts 
und des zeitlich massgebenden Sachverhalts (statt vieler: BGE 144 V 210 E. 4.3.1; 129 V 
354 E. 1 mit Hinweisen) sind daher die Bestimmungen des IVG und diejenigen der Verordnung 
über die Invalidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 sowie des Bundesgesetzes über den 
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 in der bis 31. De-
zember 2021 gültig gewesenen Fassung anwendbar (Urteil des Bundesgerichts vom 23. Februar 
2022, 8C_455/2021, E. 2). Sie werden im Folgenden jeweils in dieser Version wiedergegeben, 
zitiert und angewendet.  

 

 
 
Seite 3   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

 
2. Streitig und im Folgenden zu prüfen ist, ob die IV-Stelle das Leistungsbegehren der Be-
schwerdeführerin zu Recht abgewiesen hat.  
2.1 Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die: a. ihre Er-
werbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare 
Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können; b. während ei-
nes Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig 
(Art. 6 ATSG) gewesen sind; und c. nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 
ATSG) sind. Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Grad der Invalidität wie folgt 
abgestuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 
70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie 
zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist.  
 
2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-
rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung 
der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähig-
keit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer 
Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berück-
sichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere 
Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Ge-
burtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der 
durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust 
der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verste-
hen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach 
Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berück-
sichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht 
nicht überwindbar ist (Satz 2). 
 
2.3 Geht es um psychische Erkrankungen wie eine anhaltende somatoforme Schmerzstö-
rung, ein damit vergleichbares psychosomatisches Leiden (vgl. BGE 140 V 8 E. 2.2.1.3) oder 
depressive Störungen leicht- bis mittelgradiger Natur (BGE 143 V 409, 143 V 418), sind für die 
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit systematisierte Indikatoren beachtlich, die – unter Berücksichti-
gung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und Kompensationspotentialen 
(Ressourcen) anderseits – erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschät-
zen (BGE 141 V 281 E. 2., E. 3.4-3.6 und 4.1). Gemäss altem Verfahrensstandard (z.B. BGE 130 
V 352) eingeholte Gutachten verlieren nicht per se ihren Beweiswert. Vielmehr ist im Rahmen 
einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezifischen Gegebenheiten und den er-
hobenen Rügen entscheidend, ob ein abschliessendes Abstellen auf die vorhandenen Beweis-
grundlagen vor Bundesrecht standhält (BGE 141 V 281 E. 8). 
 
2.4 Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbin-
dung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird 

 

 
 
Seite 4   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durch-
führung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkom-
men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht 
invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in 
der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig mög-
lichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommens-
differenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. Allgemeine Methode des Einkommensver-
gleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).  
 
Vorliegend hat die IV-Stelle den Invaliditätsgrad der Versicherten nach der allgemeinen Methode 
des Einkommensvergleichs bemessen, was von der Beschwerdeführerin – zu Recht – nicht be-
stritten wird. 
 
3. Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrades bildet die Frage, ob und gegebe-
nenfalls in welchem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträch-
tigungen arbeitsunfähig ist. 
 
3.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und bei der Beurteilung der Arbeitsfä-
higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Un-
terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu 
stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen 
und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versi-
cherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grund-
lage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zuge-
mutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 
 
3.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs-
prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle ande-
ren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 
pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit-
tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestat-
ten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess 
nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, wa-
rum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Be-
weiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange 
umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berück-
sichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der me-
dizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und 
ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 
E. 5.1; 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).  
 

 

 
 
Seite 5   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

3.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusam-
menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch 
BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5).  
 
3.3.1 So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spe-
zialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen so-
wie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssi-
gen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange 
nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 
E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts vom 6. März 2019, 9C_609/2018, 
E. 3.2.2).  
 
3.3.2 Zur Frage der beweisrechtlichen Verwertbarkeit der Berichte und Gutachten versiche-
rungsinterner Fachpersonen wird der Grundsatz betont, wonach ein Anstellungsverhältnis dieser 
Person zum Versicherungsträger alleine nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangen-
heit schliessen lässt (BGE 125 V 351 E. 3b/ee). Diesen Berichten kommt allerdings nicht derselbe 
Beweiswert wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG (in der bis 31.12.2021 gültigen Fassung) 
eingeholten Gutachten externer Fachpersonen oder gar wie einem Gerichtsgutachten zu, sie sind 
aber soweit zu berücksichtigen, als auch nicht geringe Zweifel an der Richtigkeit ihrer Schlussfol-
gerungen bestehen (BGE 135 V 465 E. 4.7). 
 
3.3.3 In Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten darf und soll das Gericht der Erfah-
rungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Ver-
trauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen 
(BGE 125 V 351 E. 3b/cc). Die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch 
tätigen (Fach-)Arztes einerseits und von Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedi-
zinischen Experten anderseits (vgl. BGE 124 I 170 E. 4; Urteil des EVG vom 13. Juni 2001, I 
506/00, E. 2b) lässt nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen 
und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anderslau-
tenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende 
Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige – und nicht rein subjektiver ärztlicher 
Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt 
oder ungewürdigt geblieben sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 
2.2.1, mit Hinweisen). 
 
4. Das Administrativverfahren vor der IV-Stelle wie auch der kantonale Sozialversiche-
rungsprozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1, Art. 61 lit. c ATSG). 
Danach haben IV-Stelle und Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen für die richtige und 
vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungs-
pflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen 
Tatsachen hinreichende Klarheit besteht (BGE 126 V 353 E. 5b; Urteil des Bundesgerichts vom 

 

 
 
Seite 6   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

22. März 2022, 8C_521/2021, E. 3.1.2). Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und 
Rechtslage. 
 
5. Zur Beurteilung des medizinischen Sachverhalts liegen im Wesentlichen die folgenden 
ärztlichen Unterlagen vor: 
 
5.1 Mit Schreiben vom 13. März 2019 berichtet Dr. C.____, Physikalische Medizin und Re-
habilitation, Speziell Rheumaerkrankungen FMH, dass die Versicherte seit Jahren an chroni-
schen Beschwerden leide, nach wie vor an panvertebralen Rückenschmerzen mit Betonung im 
Bereich der BWS und Schmerzen im Schulterbereich links mehr als rechts und in den Oberschen-
keln bis zu den Kniegelenken. Dr. C.____ hält fest, dass aus rheumatologischer Sicht die Arbeit 
als Raumpflegerin schon länger nicht mehr zumutbar gewesen sei. Um die Arbeitsfähigkeit stei-
gern zu können, müsse die Patientin eine leichtere Arbeit verrichten. So eine Arbeit werde sie 
jedoch nicht finden. Gesamtmedizinisch sei sie wahrscheinlich nicht mehr als 50 % arbeitsfähig, 
dies unter Berücksichtigung der Einschränkung wegen chronischen Schmerzen, Müdigkeit und 
Erschöpfung. 
 
5.2 Am 19. November 2019 berichtet Dr. C.____ über einen stationären Gesundheitszu-
stand. In der Diagnostik wird eine schwere generalisierte Fibromyalgie erwähnt. Es wird eine 
100%ige Arbeitsunfähigkeit angegeben.  
 
5.3 Dr. med. B.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, führt in ihrem Bericht vom 2. Juli 
2020 als Diagnose eine depressive Episode gegenwärtig mittleren Grades an. Anamnestisch hält 
sie den Verdacht auf eine posttraumatische Belastungsstörung fest. Dr. B.____ attestiert eine 
100%ige Arbeitsunfähigkeit, eine Prognose könne sie nicht abgeben.  
 
5.4 Am 7. Januar 2021 wird das von der IV-Stelle in Auftrag gegebene polydisziplinäre Gut-
achten (mit den Disziplinen Allgemeine Innere Medizin, Rheumatologie, Psychiatrie) der Neuro-
logie Toggenburg AG erstattet. 
 
5.4.1 Im rheumatologischen Teilgutachten von Dr. med. D.____, FMH Rheumatologie, vom 
12. Dezember 2020 wird ausgeführt, die Versicherte habe angegeben, dauernd Schmerzen in 
beiden Beinen und in der gesamten Wirbelsäule zu verspüren. Seit dem Unfall im Dezember 
2017 sei alles schlimmer geworden. Sie könne wegen ihrer Schmerzen weder lange sitzen noch 
sonst eine Position längere Zeit innehalten. Schmerzen habe sie auch beim Gehen. Dr. D.____ 
hält fest, die Versicherte sei von ihm leicht nach vorne geneigt sitzend angetroffen worden. Beim 
Gang zum Untersuchungszimmer seien beim Aufstehen aus dem Stuhl initial non verbale 
Schmerzäusserungen aufgefallen. Der Gang sei kleinschrittig jedoch ohne Hinken in deutlich ky-
photischer Rumpfhaltung erfolgt. Der Rapport sei während der gesamten Untersuchung unein-
geschränkt gewesen. Sie habe affektiv gut schwingungsfähig gewirkt, teilweise sei sie kurzfristig 
in Tränen ausgebrochen. Während der gut einstündigen Anamneseerhebung sei sie zwar in der 
Lage gewesen, im Stuhl zu sitzen, habe jedoch spontan mehrmals die Sitzposition gewechselt, 
wobei sie eine nach vorne geneigte Sitzposition bevorzugt habe. Das An- und Auskleiden sei 
leicht verlangsamt erfolgt, jedoch flüssig. Dr. D.____ erhebt als Diagnosen mit Auswirkung auf 

 

 
 
Seite 7   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

die Arbeitsfähigkeit ein chronisches Panvertebralsyndrom sowie eine intermittierende Polyarthral-
gie. Der Zustand in Bezug auf die Radiusfraktur sei ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Die 
objektivierbaren rheumatologischen Befunde hätten die von der Versicherten geklagte ausge-
dehnte und subjektiv hochgradig invalidisierende muskuloskelettale Schmerzsymptomatik nur 
anteilig zu erklären vermögen. Hinweise auf eine entzündliche rheumatologische Erkrankung 
seien nicht vorhanden. In seiner versicherungsmedizinischen Beurteilung hält Dr. D.____ fest, im 
Rahmen der aktuellen gutachterlichen Untersuchung hätten bezüglich geklagter Beschwerden 
ein betreffend Intensität nicht mehr modulierbares, diffuses, den ganzen Körper einnehmendes 
muskuloskelettales Schmerzsyndrom, verbunden mit vegetativen subjektiven Symptomen, ins-
besondere einer Müdigkeit sowie Schlafstörung, ferner Stimmungsschwankungen mit vorwie-
gend gedrückter Stimmung im Vordergrund gestanden. Klinisch habe sich die Versicherte mus-
kuloskelettal dekonditioniert präsentiert. Es hätten keine wesentlichen Inkonsistenzen festgestellt 
werden können und die Versicherte habe sich im Rahmen der Untersuchung adäquat verhalten. 
Im Weiteren habe sich eine deutliche Wirbelsäulenfehlform mit einer muskulären Dysbalance und 
eine altersbezogen deutliche generalisierte Hypermobiliät nachvollziehen lassen. Die subjektive 
Symptombeschreibung könne damit jedoch nur zum Teil erklärt werden. Aus rheumatologischer 
Sicht erachtet Dr. D.____ die angestammte Tätigkeit als nicht mehr zumutbar. Diese Einschät-
zung gelte sicher ab Dezember 2017. Sehr leichte bis leichte sowie rückenergonomisch adap-
tierte Tätigkeiten seien jedoch zu 100% zumutbar. Kritisch seien insbesondere das Vor- bzw. 
Rückneigen des Rumpfes sowie Tätigkeiten mit rotiertem Rumpf. Auch sollten Tätigkeiten mit 
Exposition des Körpers gegenüber Schlägen und Vibrationen vermieden werden. Weiter sei die 
Versicherte auf Wechselbelastung angewiesen. 
 
5.4.2 Dr. med. E.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, hält in seinem psychiatrischen 
Teilgutachten fest, dass der allgemeine Zustand etwas reduziert gewirkt habe. Die Versicherte 
sei sehr schlank. Themenabhängig sei sie mehrfach in Tränen ausgebrochen und habe sich dafür 
entschuldigt. Der objektive psychiatrische Befund sei normal gewesen. So sei sie wach und be-
wusstseinsklar, zeitlich, örtlich und situativ und zur Person orientiert, das Gedächtnis sei intakt 
und auch die Konzentration und die Aufmerksamkeit seien nicht eingeschränkt gewesen. Der 
formale Gedankenlauf sei geordnet gewesen und über Ängste und Befürchtungen habe sie nicht 
berichtet. Hinweise für inhaltliche Denkstörungen würden keine vorliegen. Auch affektiv sei die 
Versicherte situationsangemessen und gut moduliert gewesen. Dr. E.____ diskutiert mögliche 
Diagnosen und hält zusammenfassend fest, dass es nach einer Fraktur der rechten Hand im Jahr 
2017 ab Frühjahr 2019 überwiegend wahrscheinlich zu einer ab März 2019 dokumentierten leich-
ten depressiven Beeinträchtigung gekommen sei. Es hätten medikamentöse Behandlungen mit 
Antidepressiva stattgefunden. Aktuell bestehe lediglich noch eine phasenweise vorhandene sub-
syndromale Restsymptomatik mit Einschränkungen der Freude, phasenweiser Herabgestimmt-
heit und phasenweiser Lustlosigkeit. Es liesse sich aktuell keine namhafte psychische Beein-
trächtigung objektivieren. Dr. E.____ zieht den Schluss, dass weder Diagnosen mit Auswirkungen 
noch ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit gestellt werden könnten. Er erachtet die Versi-
cherte aus psychiatrischer Sicht als zu 100 % arbeitsfähig. Die leichte depressive Episode ab 
Frühjahr 2019 habe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründet. 
 

 

 
 
Seite 8   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

5.4.3 Im Teilgutachten in der Fachdisziplin Allgemeine Innere Medizin von Dr. med. F.____, 
FMH Allgemeine Innere Medizin, werden keine fachspezifischen Diagnosen angeführt. Weder 
anhand der Akten noch der erhobenen Befunde könne eine internistische Diagnose gestellt wer-
den. Dementsprechend erachtet er die Versicherte aus allgemein-medizinischer Sicht als zu 
100 % arbeitsfähig.  
 
5.4.4 Im Rahmen der interdisziplinären Gesamtbeurteilung vom 7. Januar 2021 wird ausge-
führt, aus internistischer und psychiatrischer Sicht hätten keine Diagnosen gestellt werden kön-
nen. Aus rheumatologischer Sicht würden ein Panvertebralsyndrom und Polyarthralgien vorlie-
gen, die sich klar auf die Funktionsfähigkeiten auswirken würden. Es sei von einer weitgehend 
mechanisch nozizeptiven Schmerzentstehung auszugehen. Als Diagnosen mit Auswirkung auf 
die Arbeitsfähigkeit wird ein chronisches Panvertebralsyndrom und eine intermittierende Poly-
arthralgie festgestellt. Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit sei der Zustand nach der Ra-
diusfraktur im Dezember 2017, ein Spreiz-, Plattfuss und eine Osteoporose festzustellen. Es wird 
auf eine gewisse Diskrepanz zwischen den objektivierbaren rheumatologischen Befunden und 
der subjektiv hochgradig invalidisierenden Schmerzsymptomatik hingewiesen. Eine Aggravation 
sei aber nicht festzustellen gewesen. Im Rahmen der psychiatrischen Untersuchung sei eine ge-
wisse Verdeutlichungstendenz festgestellt worden. Die zuletzt durchgeführte Tätigkeit als Reini-
gungsmitarbeiterin sei ab Ende 2017 nicht mehr zumutbar. Auch eine angepasste Tätigkeit sei 
nach dem Unfall im Dezember 2017 vorübergehend vollständig nicht mehr zumutbar gewesen. 
Ab August 2018 sei überwiegend wahrscheinlich aber von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit bei 
sehr leichten bis leichten rückenergonomisch adaptierten Tätigkeiten auszugehen. 
 
5.5 Der im Rahmen des Beschwerdeverfahrens von Dr. B.____ eingereichte Bericht vom 
19. Oktober 2021 enthält im Wesentlichen folgende Angaben: Zum psychiatrischen Teilgutachten 
von Dr. E.____ führt Dr. B.____ aus, dass keine fachspezifischen Zusatzuntersuchungen durch-
geführt worden seien, insbesondere mit Blick auf die Abklärungen des Schweregrades der De-
pression. Die psychiatrische Untersuchung stütze sich lediglich auf die vorhandenen Akten und 
eine kurze psychiatrische Statuserhebung. Ebenfalls sei auf eine Laboruntersuchung verzichtet 
worden. Eine Fremdanamnese habe nicht stattgefunden. Es sei üblich, den Schweregrad der 
depressiven Erkrankung mittels Testverfahren abzuklären. Dr. B.____ hält fest, dass entgegen 
der Darstellung des Gutachters sehr wohl eine Medikation erfolge. Mehrere Antidepressiva hätten 
jedoch wegen Nebenwirkungen abgesetzt werden müssen. Die fehlende Medikamentenein-
nahme zum Zeitpunkt der Untersuchung sei nicht auf die Remission der psychiatrischen Erkran-
kung zurückzuführen, sondern auf nicht tolerierbare Nebenwirkungen. Ab Frühjahr 2021 sei es 
gelungen, eine vertretbare medikamentöse Therapie zu etablieren. Die Versicherte sei weiterhin 
zu 100 % arbeitsunfähig. Das allgemeine Funktionsniveau sei deutlich erniedrigt. Neben der psy-
chiatrischen Situation würden auch die somatischen Diagnosen eine Rolle spielen. Alle Teilbe-
reiche würden sich gegenseitig beeinflussen und verstärken. Aktuell liege eine mittelgradige de-
pressive Episode ohne somatische Symptome vor. Weiter nimmt Dr. B.____ zu den ICD-Kriterien 
Stellung und gelangt zum Ergebnis, dass die Versicherte die erforderlichen Kriterien für das Vor-
liegen einer depressiven Erkrankung hochgradig erfülle.  
 

 

 
 
Seite 9   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

5.6 Mit ihrer Duplik reicht die Beschwerdegegnerin eine Stellungnahme des RAD-Arztes 
Dr. med. G.____, Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie, vom 16. November 2021 zu den Ak-
ten. Dr. G.____ hält fest, es sei falsch zu behaupten, eine Depression könne zuverlässig nur 
mittels einer Testung erkannt werden. Die Objektivierung ergebe sich tatsächlich einerseits durch 
Testungen (auf Basis von subjektiven Angaben der Versicherten), andererseits aus den Be-
obachtungen des Untersuchers. Insofern könne hier nicht von einer fehlenden Objektivierung ge-
sprochen werden. Viel wichtiger jedoch sei die Gesamtschau der vorliegenden Krankheitsge-
schichte, welche es ermögliche, die in der Untersuchung erhobenen Befunde valide zu interpre-
tieren. Das Vorgehen im Gutachten sei korrekt erfolgt, die gezogenen Schlüsse nachvollziehbar. 
Weiter führt Dr. G.____ aus, es erschliesse sich sachlich nicht, warum ein systemisch wirkendes 
Medikament in Tropfenform körperlich weniger Beschwerden machen solle als in Tablettenform. 
Dass der Gutachter aus einer unstrittig nicht erfolgten Medikation seine Schlüsse gezogen habe, 
sei versicherungsmedizinische Praxis und unterscheide sich damit durchaus von der Sichtweise 
der Therapeutin. Mit einer Gegendarstellung unter Verweis auf den ICD-10 lasse sich keine Ar-
beitsunfähigkeit begründen, ebensowenig mit der fehlenden persönlichen Kontaktaufnahme mit 
der Therapeutin und der nicht erfolgten Testpsychologie. Entscheidend seien die funktionellen 
Einschränkungen und weniger die Diagnosen. Das vorliegende Gutachten lasse keine Fragen 
offen und argumentiere unter Einbezug von Längsverlauf und aktuellen Befunden und komme zu 
nachvollziehbaren Schlüssen.  
 
6.1 Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Verfügung vom 16. April 2021 bei der 
Beurteilung des Gesundheitszustands und der Arbeitsfähigkeit der Versicherten auf die Ergeb-
nisse, zu denen die Gutachter im polydisziplinären Gutachten der Neurologie Toggenburg AG 
vom 7. Januar 2021 gelangten. Sie ging dementsprechend davon aus, dass die Beschwerdefüh-
rerin in der angestammten Tätigkeit ab Dezember 2017 vorübergehend vollständig arbeitsunfähig 
war. Überwiegend wahrscheinlich könne ab August 2018 von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in 
sehr leichten bis leichten rückenergonomisch adaptierten Tätigkeiten ausgegangen werden. 
Diese vorinstanzliche Beweiswürdigung ist – jedenfalls für den vorliegend massgebenden Zeit-
raum ab Juni 2019 (vgl. nachfolgend E. 6.3.3) – nicht zu beanstanden. Wie oben ausgeführt (vgl. 
E. 3.3.1 hiervor), ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer 
Spezialärztinnen und -ärzte, die aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen so-
wie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssi-
gen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange 
nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. Solche Indizien liegen 
hier keine vor.  
 
6.2 Das Gutachten der Neurologie Toggenburg AG weist weder formale noch inhaltliche 
Mängel auf, es ist – wie dies vom Bundesgericht verlangt wird (vgl. E. 3.2 hiervor) – für die strei-
tigen Belange umfassend, es beruht auf allseitigen Untersuchungen, es berücksichtigt die ge-
klagten Beschwerden (Hand- und Rückenproblematik sowie die psychiatrischen Beschwerden) 
und es ist in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden. Mit Blick auf die erhobenen Diagnosen 
und Befunde leuchtet es auch in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit ein. Der Rheumatologe kann die 
geklagten Beschwerden nicht mit entsprechenden Befunden vollständig erklären. Unter Berück-

 

 
 
Seite 10   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

sichtigung der Fehlstatik und der degenerativen Veränderungen am Rücken gesteht er der Be-
schwerdeführerin zu, die angestammte Tätigkeit nicht mehr ausüben zu können. Er attestiert ihr 
auch, dass nur noch leichte dem Rücken angepasste Tätigkeiten möglich sind. Er nimmt damit 
Rücksicht auf die objektiven Probleme der Beschwerdeführerin. Auch der psychiatrische Gutach-
ter hat umfassend dargestellt, dass nur eine subsyndromale depressive Symptomatik besteht, 
was mit Blick auf die erhobenen Befunde nachvollziehbar ist. Sowohl eine Schmerzverarbeitungs-
störung als auch eine posttraumatische Belastungsstörung hat der psychiatrische Gutachter dis-
kutiert und ausgeschlossen. Auch die behandelnde Psychiaterin diagnostiziert "lediglich" eine – 
wenn auch mittelgradige – Depression, weshalb weitere Diagnosen nicht zur Diskussion stehen. 
Das Gutachten leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge bzw. der Beurtei-
lung der medizinischen Situation ein und es ist in den Schlussfolgerungen überzeugend. Ebenso 
setzt es sich ausreichend mit den vorhandenen abweichenden ärztlichen Einschätzungen ausei-
nander. 
 
6.3.1 Die Beschwerdeführerin bringt gegen das rheumatologische Teilgutachten der Neurolo-
gie Toggenburg AG unter anderem vor, die Einschränkungen durch die Verletzung am rechten 
Handgelenk seien nicht korrekt festgestellt worden. Der Sachverhalt sei diesbezüglich in keiner 
Weise geklärt worden. Dem ist entgegenzuhalten, dass eine handchirurgische Exploration nicht 
notwendig erscheint. Der rheumatologische Gutachter ist fachlich geeignet, insbesondere unter 
Berücksichtigung der Vorberichte, die Arbeitsfähigkeit diesbezüglich zu beurteilen. Im Einklang 
mit den Berichten aus dem UV-Verfahren ist schlüssig, dass die Handproblematik jedenfalls ab 
Mai 2019 keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hat, auch nicht in Bezug auf die angestammte 
Tätigkeit. Damit ist nachvollziehbar, dass es bei der Beschreibung einer zumutbaren Tätigkeit 
nicht zu qualitativen Einschränkungen in Bezug auf die rechte Hand kommt und folglich solche 
auch keine Erwähnung finden. Es sind keine Unterlagen vorhanden, welche die von der Be-
schwerdeführerin behaupteten Einschränkungen bestätigen würden.  
 
Des Weiteren macht die Beschwerdeführerin geltend, auch die vom rheumatologischen Gutach-
ter diagnostizierten Rückenbeschwerden seien nicht haltbar bzw. es seien die weitergehenden 
Diagnosen von Dr. C.____ zu berücksichtigen. Dieser Auffassung kann nicht beigepflichtet wer-
den. Die von Dr. C.____ verwendete Nomenklatur der Diagnosen fällt zwar anders aus als dieje-
nige von Dr. C.____. Mit Dr. H.____ (vgl. dazu ihren Bericht vom 7. Juni 2021) ist jedoch davon 
auszugehen, dass die von Dr. D.____ erhobenen Diagnosen der Fehlstatik der gesamten Wir-
belsäule umfassender den ganzen Rücken beurteilen, als die von Dr. C.____ im Besonderen 
erwähnte BWS-Symptomatik. Die von Dr. C.____ erwähnte Hyperkyphose ist Teil der Fehlstatik. 
Diesbezüglich ist im Übrigen zu betonen, dass gerade mit Blick auf die Rückenproblematik der 
Beschwerdeführerin nur noch sehr leichte bis leichte rückenergonomisch adaptierte Arbeiten zu-
gemutet werden.  
 
6.3.2 In psychiatrischer Hinsicht beruft sich die Beschwerdeführerin auf ihre behandelnde Psy-
chiaterin Dr. B.____, welche eine mittelgradige Depression diagnostiziert. Dagegen führt der RAD 
zu Recht aus, dass diese Diagnose von Dr. B.____ auf der Grundlage der subjektiven Angaben 
der Beschwerdeführerin erhoben wurde. Zumindest ist den Berichten keine objektive Befunder-
hebung zu entnehmen. Dr. E.____ hat sich mit den Diagnostik-Kriterien auseinandergesetzt. 

 

 
 
Seite 11   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Testverfahren nach Hamilton sind dabei nicht nötig, entscheidend ist vielmehr der klinische Ein-
druck. Die Objektivierung ergibt sich zwar tatsächlich einerseits aus den Testungen (auf Basis 
von subjektiven Angaben), andererseits aber aus den Beobachtungen des Untersuchers. Inso-
fern kann hier nicht von einer fehlenden Testung gesprochen werden. Ausserdem ergibt sich, 
dass Dr. E.____ die psychiatrische Befunderhebung AMDP-konform vorgenommen hat, was eine 
klinische Untersuchung der kognitiven Fähigkeiten beinhaltet. Aus den Qualitätsleitlinien für ver-
sicherungspsychiatrische Gutachten der Schweizerischen Gesellschaft für Psychiatrie und Psy-
chotherapie (SGPP; Version 16.06.2016 / Korrigenda 17.10.2016) ergibt sich, dass die Verwen-
dung des AMDP-Systems als Standardabklärung definiert wird (Ziffer 4.3.1 der Qualitätsleitli-
nien). Wie der RAD zu Recht festhält, ist entscheidend die Gesamtschau der vorliegenden Krank-
heitsgeschichte, welche es ermöglicht, die in der Untersuchung erhobenen Befunde valide zu 
interpretieren. Ebenso ist eine Fremdanamnese nicht notwendig, sofern die Ausführungen des 
Gutachters stimmig erscheinen, was vorliegend der Fall ist. Auch ist nicht zu beanstanden, dass 
Dr. E.____ die im Zeitpunkt der Begutachtung unstrittig nicht erfolgte Medikation als mangelnden 
Leidensdruck interpretiert hat. Im Übrigen ist auch festzuhalten, dass Dr. B.____ bei ihrer Beur-
teilung die somatischen Beschwerden miteinbezogen hat, was nicht korrekt ist. Die vom psychi-
atrischen Gutachter gezogenen Schlüsse sind demzufolge nachvollziehbar und schlüssig, wes-
halb aus psychiatrischer Sicht von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit – auch im Zeitpunkt der leich-
ten depressiven Episode im Frühjahr 2019 – auszugehen ist.  
 
6.3.3 Was den relevanten Verlauf der Arbeitsunfähigkeit betrifft, ist folgendes festzuhalten: 
Der frühestmögliche Rentenbeginn unter Berücksichtigung der sechs monatigen Wartefrist nach 
erfolgter Anmeldung im Dezember 2018 ist Juni 2019. Zweifellos kann die Einschätzung der Gut-
achter ab diesem Zeitpunkt als überzeugend beurteilt werden. Zwar ist der rheumatologische 
Gutachter der Meinung, dass bereits ab August 2018 seine Einschätzung gelte. Unter Berück-
sichtigung der Unfallakten zeigt sich jedoch, dass diese Auffassung mit Blick auf die Handprob-
lematik in Zweifel zu ziehen ist. Sicherlich kann der Auffassung des Gutachters aber ab Mai 2019 
von der Handproblematik her zugestimmt werden. In Bezug auf die Rückenproblematik ergeben 
sich keine Abweichungen, da sich der Zustand des Rückens als gleichbleibend erwiesen hat, d.h. 
nur noch sehr leichte bis leichte rückenergonomisch adaptierte Arbeiten als zumutbar erachtet 
werden. Etwas Anderes ist den Akten nicht zu entnehmen. Psychiatrisch bestand ab März 2019 
allenfalls eine leichte depressive Episode, welche aber zu keiner nennenswerten Einschränkung 
geführt hat. Die behandelnde Psychiaterin Dr. B.____ hat durchgehend eine 100%ige Arbeitsun-
fähigkeit bei mittelgradiger Depression beschrieben, was nicht überzeugt (vgl. oben E. 6.3.2). 
Demzufolge kann die Einschätzung von Dr. E.____ rückwirkend Geltung beanspruchen. Selbst 
wenn also im Frühjahr 2019 eine leichte Depression vorlag, so lässt sich damit keine Arbeitsun-
fähigkeit begründen. Bei fehlender relevanter psychischer Beeinträchtigung ist auch keine Indi-
katorenprüfung vorzunehmen. Damit erscheint der von den Gutachtern festgelegte relevante Ver-
lauf der Arbeitsunfähigkeit – jedenfalls ab Mai 2019 – nachvollziehbar, weshalb ab diesem Zeit-
punkt von einer vollen Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten, d.h. in einer leichten bis sehr 
leichten rückenergonomisch adaptierten Tätigkeit, auszugehen ist. 
 
6.4 Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerdeführerin zwar seit Dezember 2017 
in der angestammten Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig, aber jedenfalls ab Mai 2019 in einer 

 

 
 
Seite 12   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

leidensangepassten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig ist, dies bei einem frühest möglichen Ren-
tenbeginn im Juni 2019.  
 
7. Gegen die Berechnung des Validen- und Invalideneinkommens bringt die Beschwerde-
führerin in grundsätzlicher Hinsicht zu Recht keine Einwände vor. Sie macht jedoch geltend, dass 
vom errechneten Invalideneinkommen entgegen der Auffassung der IV-Stelle nicht nur ein lei-
densbedingter Abzug von 5 %, sondern ein solcher von 25 % vorzunehmen sei. Abgesehen da-
von, dass sich ein solch hoher Abzug unter Berücksichtigung der Tatsache, dass der Beschwer-
deführerin noch leichte bis sehr leichte rückenergonomisch adaptierte Tätigkeiten in einem vollen 
Pensum zugemutet werden, nicht begründen lässt, würde selbst ein Abzug von 25% nicht zu 
einem rentenbegründenden Invaliditätsgrad führen.  
 
8. Aus den obigen Erwägungen ergibt sich, dass die Beschwerdeführerin keinen Anspruch 
auf eine Invalidenrente hat. Demzufolge hat die IV-Stelle einen Leistungsanspruch der Beschwer-
deführerin zu Recht verneint, weshalb die vorliegende Beschwerde abzuweisen ist.  
 
9.  Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Be-
willigung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert 
im Rahmen von Fr. 200.-- - Fr. 1‘000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein 
durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskosten in 
Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Nach § 20 
Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemesse-
nem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist die Beschwerdeführerin unterliegende Partei, weshalb die 
Verfahrenskosten ihr aufzuerlegen sind. Dem Prozessausgang entsprechend wird keine Partei-
entschädigung zugesprochen (vgl. Art. 61 lit. g ATSG). 
 
 
  

 

 
 
Seite 13   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen.  

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- werden der Beschwer-
deführerin auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in Höhe 
von Fr. 800.-- verrechnet. 

 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.  
 

 
 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 http://www.bl.ch/kantonsgericht