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**Case Identifier:** 839433fd-cc61-57b8-bd3d-4a679e9945f1
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-11-04
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 04.11.2015 IV 2014/32/259/377, IV 2015/38/118
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2014-32-259-377--_2015-11-04.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2014/32/259/377, IV 2015/38/118

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 29.05.2020

Entscheiddatum: 04.11.2015

Entscheid Versicherungsgericht, 04.11.2015
Art. 22 IVG. Taggeld. Taggeldanspruch während eines Studiums. Ermittlung 
der Erwerbseinbusse anhand eines Vergleichs zwischen dem 
hypothetischen Ausbildungsverlauf ohne eine Gesundheitsbeeinträchtigung 
und dem tatsächlichen Ausbildungsverlauf (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 4. November 2015, IV 
2014/32, IV 2014/259, IV 2014/377, IV 2015/38, IV 2015/118).

Entscheid Versicherungsgericht, 04.11.2015

Entscheid vom 4. November 2015

Besetzung

Vizepräsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und Karin 

Huber-Studerus; Gerichtsschreiber Tobias Bolt

Geschäftsnr.

IV 2014/32, IV 2014/259, IV 2014/377, IV 2015/38, IV 2015/118

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch den Rechtsdienst Integration Handicap, Bürglistrasse 11, 8002 Zürich,

gegen

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IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Taggeld

Sachverhalt

A.       

A.a      A.___ litt an einer angeborenen Sehschwäche (vgl. IV-act. 6). Mithilfe von 

Sachleistungen der Invalidenversicherung konnte sie altersgerecht eingeschult werden 

(vgl. IV-act. 27 ff.). Die Primarschule konnte sie innerhalb der üblichen sechs Jahre 

abschliessen (vgl. IV-act. 55). Im Jahr 2001 trat sie in die Oberstufe in der Stiftung für 

Blinde und sehbehinderte Kinder und Jugendliche in B.___ über (vgl. IV-act. 56 und 65). 

Die Stiftung berichtete im November 2002, dass die Versicherte über ein schulisches 

Potential verfüge, das einen gymnasialen Abschluss ermöglichen werde (IV-act. 70). Im 

Juni 2004 teilte die Stiftung – kurz vor dem Ende der dreijährigen Oberstufe – dann 

allerdings mit (IV-act. 87), dass die Versicherte aufgrund ihrer hochgradigen 

Sehbehinderung die zehnte Klasse besuchen sollte. So könne sie entsprechend ihrer 

Sehbehinderung gefördert werden. Im März 2005 berichtete die Stiftung, dass die 

Versicherte im Sommer 2005 ins Gymnasium C.___ übertreten werde (IV-act. 97). Die 

Versicherte plante, nach dem Abschluss des Gymnasiums Sprachen zu studieren, 

weshalb sie im Sommer 2009 drei Aufnahmeprüfungen (Universität D.___, Universität 

E.___, Hochschule F.___) ablegen wollte (vgl. IV-act. 145). Im Frühjahr 2009 

verschlechterte sich ihr Zustand allerdings; ihr musste das rechte Auge operativ 

entfernt werden (vgl. IV-act. 148). Dennoch erlangte sie im Sommer 2009 die Matura 

(IV-act. 163). Am 7. August 2009 teilte sie der IV-Stelle mit, dass sie an der Hochschule 

F.___ studieren werde (IV-act. 163).

A.b     Die Berufsberaterin der IV-Stelle notierte am 14. Oktober 2009 (IV-act. 175), dass 

das Studium der Versicherten zur Übersetzerin wohl fünf Jahre dauern werde. Zwar 

werde die Versicherte nach drei Jahren einen ersten Zwischenschritt erreichen, indem 

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sie dann den Bachelor-Abschluss erhalten werde. Zum regulären Ausbildungsverlauf 

gehöre aber auch der Abschluss des anschliessenden zweijährigen Masterstudiums. 

Da es der Versicherten gesundheitsbedingt nicht möglich sei, neben dem Studium 

einer Erwerbstätigkeit nachzugehen, bestehe ein Anspruch auf ein „kleines“ Taggeld 

für Werkstudenten gemäss dem Kreisschreiben über die Taggelder der 

Invalidenversicherung. Im November 2009 wurden der Versicherten unterstützende 

Massnahmen für die Bewältigung des Schulstoffes zugesprochen (IV-act. 190 f.).

A.c      Am 25. April 2010 beantragte die Versicherte einen Wechsel an die Universität 

E.___. Sie führte aus (IV-act. 203), im Oktober 2008 hätten sich im linken Auge 

unerwartet die Netz- und die Aderhaut abgelöst. Das Auge sei stark entzündet 

gewesen und der Augendruck sei stark abgefallen. Sie habe drei Wochen im Spial 

G.___ behandelt und dreimal am Auge operiert werden müssen (Entfernung des 

rechten Auges, Hornhautverpflanzung und Netzhautoperation am linken Auge). Von 

einem Tag auf den andern habe sie nicht mehr lesen können, da sich ihr Visus 

erheblich verschlechtert habe. Da sie aber unbedingt das Gymnasium habe im Sommer 

2009 abschliessen wollen, habe sie alles daran gesetzt, den Schulstoff aufzuarbeiten. 

Im Dezember 2008 habe sie sich nochmals zwei Operationen unterziehen müssen. Mit 

der Unterstützung der Lehrkräfte und des ambulanten Dienstes habe sie die Matura im 

Sommer 2009 erlangen können. Gleichzeitig habe sie die Aufnahmeprüfungen an der 

Universität E.___ und an der Hochschule F.___  bestanden. Danach habe die Zeit 

gedrängt; sie habe sich für einen Studienplatz entscheiden müssen. Gleichzeitig habe 

sie sich an das neue Sehunvermögen gewöhnen und aus der Wohngruppe austreten 

müssen. Sie habe sich deshalb ein Universitätsstudium nicht zugetraut. Da sich die 

Hochschule F.___ zudem näher am Wohnort ihrer Eltern befinde, habe sie sich für ein 

Studium an der Hochschule F.___ entschieden, denn sie sei sich nicht sicher gewesen, 

wie viel Unterstützung ihrer Eltern sie im Alltag benötigen würde. Nach zwei Semestern 

an der Hochschule F.___ wisse sie nun, dass sie in der Lage sei, ihren Alltag und ein 

Universitätsstudium zu meistern. Alle Befürchtungen, die sie vor einem Jahr abgehalten 

hätten, in E.___ zu studieren, seien nun aus dem Weg geräumt. Ein Studium in E.___ 

hätte für sie viele Vorteile. Ihre beruflichen Aussichten würden sich erheblich 

verbessern, da die Universität E.___ im In- und im Ausland einen hervorragenden Ruf 

geniesse. Der Unterricht an einer Universität würde ihren Neigungen und Fähigkeiten 

eher entsprechen. Die Universität E.___ verfüge über mehr Erfahrung mit blinden und 

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sehbehinderten Studenten. E.___ liege deutlich näher bei H.___ als I.___, was von 

Vorteil wäre, weil sie nach wie vor regelmässig zur Behandlung ins Spital in H.___ 

gehen müsse. Aufgrund der eklatanten Unterschiede zwischen der Ausbildung an der 

Hochschule F.___ und jener an der Universität E.___ könnten ihr bei einem Wechsel 

allerdings die erreichten Kreditpunkte nicht angerechnet werden. Sie müsste also das 

erste Jahr wiederholen, was die Studienzeit um ein Jahr verlängern würde. Die 

Eingliederungsberaterin unterstützte den Wechsel und die damit verbundene 

Verzögerung des Ausbildungsabschlusses (IV-act. 208). Am 20. Oktober 2010 erteilte 

die IV-Stelle eine entsprechende Kostengutsprache (IV-act. 211).

A.d     Bereits am 14. Oktober 2010 hatte die IV-Eingliederungsberaterin der 

Ausgleichskasse mitgeteilt, dass die Versicherte ihren Studienplatz per 20. September 

2010 gewechselt habe. Die Taggeldauszahlung müsse neu halbjährlich blockweise 

erfolgen. Mit einer Verfügung vom 15. Juli 2011 sprach die IV-Stelle der Versicherten 

für das Jahr 2011 zweimal 33 Taggelder von 103.80 Franken zu. Am 30. März 2012 

liess die Versicherte um die Ausrichtung eines durchgehenden Taggeldes ersuchen (IV-

act. 248). Ihre Rechtsvertreterin führte aus, dass die Versicherte ohne ihre 

Gesundheitsbeeinträchtigung bereits erwerbstätig wäre, wenn der Bachelor-Abschluss 

als Ausbildungsabschluss anerkannt würde. Die Versicherte habe bekanntlich 

gesundheitsbedingt zwei Jahre „verloren“, weil sie vor dem Gymnasium ein 

Zwischenjahr habe absolvieren müssen und weil nach dem Erlangen der Matura 

aufgrund der damaligen Verschlechterung des Gesundheitszustandes ungewiss 

gewesen sei, ob die Versicherte einem Universitätsstudium gewachsen sei. Die IV-

Stelle antwortete am 7. Juni 2012 (IV-act. 254), das Ausbildungsziel sei erst mit dem 

Erlangen des Master-Abschlusses erreicht. Deshalb bestehe aktuell kein Anspruch auf 

ein durchgehendes Taggeld. Am 22. September 2013 ersuchte die Versicherte erneut 

um die Ausrichtung eines durchgehenden Taggeldes (IV-act. 276). Zur Begründung 

führte sie aus, dass sie ohne die gesundheitsbedingten Verzögerungen ihre Ausbildung 

im Sommer 2013 abgeschlossen hätte. Die IV-Stelle antwortete ihr am 19. November 

2013 (IV-act. 281), dass die Verzögerungen ihre Ursache nicht in der 

Gesundheitsbeeinträchtigung hätten, sondern aus persönlichen Gründen erfolgt seien. 

Deshalb könne kein durchgehendes Taggeld ausgerichtet werden. Am 29. November 

2013 erliess die IV-Stelle eine Verfügung, mit der sie der Versicherten für die Dauer 

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vom 1. August 2013 bis zum 31. Dezember 2013 33 Taggelder à 103.80 Franken 

zusprach (IV-act. 283).

B.       

B.a      Am 15. Januar 2014 liess die nun (wieder) anwaltlich vertretene Versicherte 

(nachfolgend: die Beschwerdeführerin) eine Beschwerde gegen die Verfügung vom 

29. November 2013 erheben (act. G 1). Ihre Rechtsvertreterin beantragte die 

Aufhebung der Verfügung vom 29. November 2013 und die Gewährung eines 

durchgehenden Taggeldes ab dem 1. August 2013. Zur Begründung führte sie aus, die 

IV-Stelle (nachfolgend: die Beschwerdegegnerin) habe am 7. Juni 2012 bestätigt, dass 

für die Beantwortung der Frage, wann die Beschwerdeführerin ihre Ausbildung ohne 

die Gesundheitsbeeinträchtigung abgeschlossen hätte, der Zeitpunkt der Erlangung 

des Master-Abschlusses massgebend sei. Die Master-Ausbildung dauere sowohl an 

der Universität E.___ als auch an der Hochschule F.___ fünf Jahre. Nach dem 

Abschluss der Sekundarschule sei ungewiss gewesen, ob die Beschwerdeführerin eine 

gymnasiale Ausbildung werde bewältigen können. Deshalb sei ein Zwischenjahr 

(10. Schuljahr) durchgeführt worden. Nach dem Abschluss der Mittelschule habe die 

Beschwerdeführerin die Aufnahmeprüfungen in E.___ und an der Hochschule F.___ 

bestanden. Aufgrund einer unerwarteten Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes 

sei aber ungewiss gewesen, ob sie den Übertritt an die Universität E.___ schaffen 

könne. Aus diesem Grund habe sie sich vorerst für eine Ausbildung an der Hochschule 

F.___ entschieden. Nachdem sie sich an die verschlechterte Sehfähigkeit gewöhnt, sich 

im Alltag neu zurecht gefunden und einen Einblick in das Studium an der Hochschule 

F.___ erhalten habe, sei die Beschwerdeführerin zuversichtlich gewesen, dass sie auch 

das Studium an der Universität E.___ werde bewältigen können. Deshalb sei sie nach 

einem Jahr „verspätet“ an die Universität E.___ gewechselt. Die beiden Verzögerungen 

von je einem Jahr hätten also mit der Gesundheitsbeeinträchtigung zusammengehängt, 

weshalb die Beschwerdeführerin die fünfjährige Masterausbildung bereits im Sommer 

2013 hätte abschliessen können, wenn sie gesund gewesen wäre. Daher habe sie 

einen Anspruch auf ein durchgehendes Taggeld ab August 2013.

B.b     Die Beschwerdegegnerin beantragte am 27. Februar 2014 die Abweisung der 

Beschwerde (act. G 5). Zur Begründung führte sie aus, es stehe nicht mit dem 

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erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, dass die 

Beschwerdeführerin ohne die Gesundheitsbeeinträchtigung direkt in E.___ zu studieren 

begonnen hätte. Der Wechsel von der Hochschule F.___ an die Universität E.___ sei 

nicht aus gesundheitlichen Gründen erfolgt, sondern weil die Beschwerdeführerin an 

der Hochschule F.___ unterfordert gewesen sei und sich vom Abschluss in E.___ 

bessere Berufsaussichten erhofft habe. Folglich sei nicht davon auszugehen, dass sie 

ihre Ausbildung ohne die Gesundheitsbeeinträchtigung im Sommer 2013 

beziehungsweise vor dem Sommer 2014 abgeschlossen hätte. Bei diesem Ergebnis 

könne offenbleiben, ob die andere Verzögerung vor dem Übertritt ins Gymnasium 

gesundheitsbedingt gewesen sei.

B.c      Am 28. März 2014 liess die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen festhalten 

(act. G 8). Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 10).

C.       

C.a      Mit einer Verfügung vom 25. April 2014 sprach die Beschwerdegegnerin der 

Beschwerdeführerin für die Zeit vom 1. Februar bis zum 31. Juli 2014 einen anteiligen 

Anspruch auf zweimal 33 Taggelder à 103.80 Franken zu (IV-act. 311).

C.b     Gegen diese Verfügung liess die Beschwerdeführerin am 16. Mai 2014 eine 

Beschwerde

erheben, die unter der Verfahrensnummer IV 2014/259 am Protokoll des 

Versicherungsgerichtes des Kantons St. Gallen eingeschrieben wurde (IV 2014/259, 

act. G 1). Die Rechtsvertreterin beantragte die Aufhebung der Verfügung, die 

Ausrichtung eines durchgehenden Taggeldes und die Vereinigung der 

Beschwerdeverfahren IV 2014/32 und IV 2014/259. Die Beschwerdegegnerin 

beantragte am 4. Juli 2014 die Abweisung der Beschwerde (IV 2014/259, act. G 3). Zur 

Begründung verwies sie auf ihre Beschwerdeantwort im Verfahren IV 2014/32. Sie 

befürwortete eine Vereinigung der beiden Beschwerdeverfahren.

D.       

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D.a      Mit einer Verfügung vom 15. August 2014 sprach die Beschwerdegegnerin der 

Beschwerdeführerin für die Zeit vom 1. August bis zum 31. Dezember 2014 einen 

anteiligen Anspruch auf zweimal 33 Taggelder à 103.80 Franken pro Jahr zu 

(IV 2014/377, act. G 3.2.19).

D.b     Am 1. September 2014 liess die Beschwerdeführerin eine Beschwerde gegen 

die Verfügung vom 15. August 2014 erheben, die unter der Verfahrensnummer 

IV 2014/377 am Protokoll des Versicherungsgerichtes des Kantons St. Gallen 

eingeschrieben wurde (IV 2014/377, act. G 1). Die Rechtsvertreterin beantragte die 

Aufhebung der Verfügung, die Gewährung eines durchgehenden Taggeldes und die 

Vereinigung der Beschwerdeverfahren IV 2014/32, IV 2014/259 und IV 2014/377. Die 

Beschwerdegegnerin beantragte am 12. September 2014 unter Hinweis auf ihre 

Beschwerdeantwort im Verfahren IV 2014/32 die Abweisung der Beschwerde 

(IV 2014/377, act. G 3).

E.        

E.a      Mit einer Verfügung vom 19. Dezember 2014 sprach die Beschwerdegegnerin 

der Beschwerdeführerin für die Zeit vom 1. Januar bis zum 1. März 2015 einen 

anteiligen Anspruch auf zweimal 33 Taggelder à 103.80 Franken pro Jahr zu (IV-

act. 332). Aus unerfindlichen Gründen ersetzte sie diese Verfügung am 12. Januar 2015 

durch eine gleich lautende Verfügung (IV-act. 345).

E.b      Gegen diese Verfügung liess die Beschwerdeführerin am 11. Februar 2015 eine 

Beschwerde erheben, die unter der Verfahrensnummer IV 2015/38 im Protokoll des 

Versicherungsgerichtes des Kantons St. Gallen eingeschrieben wurde (IV 2015/38, 

act. G 1). Die Rechtsvertreterin beantragte die Aufhebung der Verfügung vom 

12. Januar 2015, die Gewährung eines durchgehenden Taggeldes und die Vereinigung 

der Beschwerdeverfahren IV 2014/32, IV 2014/259, IV 2014/377 und IV 2015/38. Die 

Beschwerdegegnerin beantragte am 20. März 2015 unter Hinweis auf ihre 

Beschwerdeantwort im Verfahren IV 2014/32 die Abweisung der Beschwerde 

(IV 2015/38, act. G 3).

F.        

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F.a      Mit einer Verfügung vom 27. März 2015 sprach die Beschwerdegegnerin der 

Beschwerdeführerin für die Zeit vom 2. März bis zum 13.September 2015 einen 

anteiligen Anspruch auf zweimal 33 Taggelder à 103.80 Franken pro Jahr zu (IV-

act. 354).

F.b      Gegen diese Verfügung liess die Beschwerdeführerin am 14. April 2015 eine 

Beschwerde erheben, die unter der Verfahrensnummer IV 2015/118 am Protokoll des 

Versicherungsgerichtes des Kantons St. Gallen eingeschrieben wurde (IV 2015/118, 

act. G 1). Die Rechtsvertreterin beantragte die Aufhebung der Verfügung, die 

Gewährung eines durchgehenden Taggeldes und die Vereinigung der Verfahren 

IV 2014/32, IV 2014/259, IV 2014/377, IV 2015/38 und IV 2015/118. Die 

Beschwerdegegnerin beantragte am 12. Mai 2015 unter Hinweis auf ihre 

Beschwerdeantwort im Verfahren IV 2014/32 die Abweisung der Beschwerde (act. G 3).

Erwägungen

1.         Die Beschwerdeverfahren IV 2014/32, IV 2014/259, IV 2014/377, IV 2015/38 

und IV 2015/118 betreffen grundsätzlich alle denselben Gegenstand, nämlich die Höhe 

des während der erstmaligen beruflichen Ausbildung ausgerichteten Taggeldes. Streitig 

ist, ob sich die Ausbildung der Beschwerdeführerin aus gesundheitlichen Gründen um 

zwei Jahre verzögert hat (was zufällig der Dauer des Master-Studiums entspricht; es 

besteht kein kausaler Zusammenhang zwischen dem Streit und dem Master-Studium) 

und ob die Beschwerdeführerin entsprechend einen Anspruch auf ein Taggeld hat, das 

ein entgangenes Erwerbseinkommen bei einer vollzeitigen Erwerbstätigkeit ersetzt, 

oder ob weiterhin ein Taggeld auszurichten ist, das der Erwerbseinbusse einer so 

genannten Werksstudentin entspricht. Die Beschwerdegegnerin hat das Taggeld nicht 

für die Dauer der gesamten Ausbildung zugesprochen, sondern jeweils für einen Teil-

Zeitraum der Ausbildung ein befristetes Taggeld ausgerichtet. Infolgedessen hat sie 

jährlich mehrere Taggeldverfügungen erlassen. Für die Zeit ab Sommer 2013 sind 

mittlerweile fünf Taggeldverfügungen ergangen, die zusammengenommen das Taggeld 

während des – noch nicht abgeschlossenen – Master-Studiums betreffen. Die 

Beschwerdeführerin hat zur Wahrung ihrer Rechte vorsichtshalber jede Verfügung 

einzeln anfechten müssen. Es handelt sich dabei aber nicht um fünf voneinander 

unabhängige Verfügungen, denn sie behandeln zusammen einen einzigen 

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Rechtsanspruch und nicht fünf verschiedene Rechtsansprüche. Die „Zerstückelung“ 

auf fünf Verfügungen ist mit der „Zerstückelung“ eines Rentenanspruchs bei einer 

rückwirkenden, abgestuften Rentenzusprache der Invalidenversicherung vergleichbar, 

bei der die einzelnen Verfügungen ebenfalls als eine Einheit zu behandeln sind 

(BGE 131 V 164). Folglich drängt sich eine Vereinigung der Beschwerdeverfahren auf. 

Beide Parteien haben sich damit ausdrücklich einverstanden erklärt.

2.         Versicherte in der erstmaligen beruflichen Ausbildung und Versicherte, die das 

20. Altersjahr noch nicht vollendet haben und noch nicht erwerbstätig gewesen sind, 

haben einen Anspruch auf ein Taggeld, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit ganz oder teil­

weise einbüssen (Art. 22 Abs. 1  IVG). Die Grundentschädigung beträgt für 

Versicherte in der erstmaligen beruflichen Ausbildung und für Versicherte, die das 

20. Altersjahr noch nicht vollendet haben und noch nicht erwerbstätig gewesen sind, 

30 Prozent des Höchstbetrages des Taggeldes nach dem Bundesgesetz über die 

Unfallversicherung (Art. 24 Abs. 1 IVG), das heisst 30 Prozent von 346 Franken pro Tag 

(Art. 22 Abs. 1 UVV). Für Studenten sieht die Rz. 1039 des Kreisschreibens über die 

Taggelder der Invalidenversicherung folgendes vor: Kann die versicherte Person den 

Nachweis erbringen, dass sie auch ohne die Gesundheitsbeeinträchtigung ein Studium 

absolviert und daneben ein Erwerbseinkommen erzielt hätte, dies nun aber 

behinderungsbedingt nicht kann, ist für die Zeit, während der sie jeweils gearbeitet 

hätte, eine invaliditätsbedingte Erwerbseinbusse anzunehmen; das „kleine“ Taggeld ist 

pro Jahr höchstens solange auszurichten, bis der Gesamtbetrag der Taggelder die 

mutmassliche jährliche invaliditätsbedingte Erwerbseinbusse erreicht hat (vgl. ZAK 

1990, 480). Daraus wird ersichtlich, dass der Zweck des Taggeldes (im Allgemeinen) 

darin besteht, eine Erwerbseinbusse während einer beruflichen 

Eingliederungsmassnahme zu ersetzen. Die Erwerbseinbusse ist anhand eines 

Vergleichs zwischen der hypothetischen Karriere ohne eine 

Gesundheitsbeeinträchtigung und der realen Karriere zu ermitteln. Bei Werksstudenten 

entspricht sie in der Regel der Differenz zwischen dem Erwerbseinkommen, das eine 

versicherte Person ohne Gesundheitsbeeinträchtigung in den Semesterferien oder im 

Rahmen einer regelmässigen Erwerbstätigkeit nebst dem Studium hätte erzielen 

können, und dem Erwerbseinkommen, das sie mit ihrer Gesundheitsbeeinträchtigung 

effektiv erzielen oder eben nicht erzielen kann. Verzögert sich der Studienabschluss 

aus gesundheitlichen Gründen, entspricht die Erwerbseinbusse aber ab dem Zeitpunkt 

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des hypothetischen Studienabschlusses ohne eine Gesundheitsbeeinträchtigung nicht 

mehr der Differenz zwischen dem hypothetischen Nebenerwerbseinkommen und dem 

effektiven Einkommen des Werksstudenten, sondern – an sich – der Differenz zwischen 

dem hypothetischen Einkommen nach dem Abschluss des Studiums und dem 

effektiven Einkommen. Allerdings lässt der Art. 23 Abs. 2 IVG es nicht zu, auf das 

hypothetische Einkommen nach dem Studienabschluss abzustellen. Die 

Grundentschädigung kann nämlich nach wie vor nur maximal 30 Prozent des 

Höchstansatzes des Taggeldes gemäss dem UVG entsprechen. Damit stellt sich 

vorliegend ausschliesslich die Frage, ob die Beschwerdeführerin ab dem Sommer 2013 

zu Recht als Werksstudentin qualifiziert worden ist oder ob sie als hypothetisch 

Erwerbstätige hätte behandelt werden müssen. Von der Beantwortung dieser Frage 

hängt ab, für wie viele Tage pro Jahr das gemäss dem Art. 23 Abs. 2 IVG geschuldete 

Taggeld von 103.80 Franken ab dem Sommer 2013 hätte ausgerichtet werden müssen.

3.        

3.1      Die Beschwerdeführerin hat die obligatorische Schulzeit im Sommer 2004 

altersgemäss beendet. Bereits im November 2002 war darauf hingewiesen worden, 

dass sie das Potential für eine Matura habe. Dennoch ist im Sommer 2004 nach dem 

dritten Sekundarschuljahr nicht der Wechsel ans Gymnasium erfolgt, sondern die 

Beschwerdeführerin hat ein Zwischenjahr, ein so genanntes 10. Schuljahr, absolviert. 

Als Grund für dieses Zwischenjahr hat die Schulleitung die hochgradige 

Sehbehinderung der Beschwerdeführerin angegeben. Sie hat damit eine optimale 

Förderung der Beschwerdeführerin im Hinblick auf die durch die Sehbehinderung 

geschaffenen Schwierigkeiten während des Gymnasiums erreichen wollen. Später hat 

sich dann gezeigt, dass die Beschwerdeführerin das Gymnasium mit Bestnoten 

gemeistert hat. Angesichts dieses Leistungsnachweises muss davon ausgegangen 

werden, dass ohne die Sehbehinderung nichts gegen den direkten Übertritt von der 

dritten Sekundarklasse ins Gymnasium gesprochen hätte. Die einjährige Verzögerung 

der Ausbildung im Jahr 2004/2005 ist also gesundheitsbedingt gewesen.

3.2      Im Sommer 2009 hat die Beschwerdeführerin trotz einer unerwarteten 

erheblichen Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes und einer damit 

verbundenen mehrwöchigen Absenz vom Schulbetrieb nicht nur die 

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Abschlussprüfungen des Gymnasiums, sondern auch die Aufnahmeprüfungen der 

Universität E.___ und der Hochschule F.___ bestanden. Obwohl sie also die freie Wahl 

gehabt hat, an der Universität E.___ oder an der Hochschule F.___ zu studieren, und 

obwohl ihr bereits damals bewusst gewesen sein muss, dass die Universität E.___ 

hinsichtlich der Dolmetscherausbildung über ein besseres Rénommée als die 

Hochschule F.___ verfügt und dass die universitäre Ausbildung wissenschaftlicher als 

die Ausbildung an der Hochschule F.___ ist, hat sie sich für die „schlechtere“ Option 

entschieden. In ihrem Schreiben vom 25. April 2010, mit dem sie den Studienwechsel 

trotz des Verlustes eines ganzen Jahres beantragt hat, hat sie ausführlich und plausibel 

dargelegt, was die Gründe für diese Wahl gewesen sind: Sie ist sich nach der fast 

vollständigen Erblindung und der Entfernung des rechten Auges nicht sicher gewesen, 

ob sie den Anforderungen des Studiums und des Alltags gewachsen sei, zumal sie 

infolge der erheblichen Visusverschlechterung umgehend eine neue Technik hat 

erlernen und verinnerlichen müssen, um sich den Lernstoff anzueignen. Die Aussage 

der Beschwerdeführerin, sie habe sich für das Studium an der Hochschule F.___ 

entschieden, weil sie davon ausgegangen sei, den dort tieferen Anforderungen eher 

genügen zu können, und weil F.___ deutlich näher bei J.___, dem Wohnort ihrer Eltern, 

liege als E.___, sodass sie mit mehr Unterstützung im Alltag durch die Eltern habe 

rechnen können, ist überzeugend. Retrospektiv mögen sich ihre damaligen 

Befürchtungen als unbegründet erwiesen haben, was allerdings irrelevant ist. 

Massgebend ist nämlich nur, dass die Beschwerdeführerin nach dem Abschluss des 

Gymnasiums aus den dargelegten Gründen durchaus hat befürchten müssen, dem 

Studium an der Universität E.___ nicht gewachsen zu sein. Die damit verbundene 

objektiv berechtigte Unsicherheit hat sie dazu bewogen, nicht direkt ein Studium an der 

Universität E.___ zu beginnen, sondern ein Studium an der Hochschule F.___ 

anzutreten, von dem sie hat annehmen können, dass sie es eher meistern werde als 

das Studium an der Universität E.___. Ein anderer Grund, weshalb die 

Beschwerdeführerin nicht direkt an der Universität E.___ hätte studieren sollen, ist nicht 

ersichtlich, zumal sich mittlerweile gezeigt hat, dass die Beschwerdeführerin sogar trotz 

ihrer Gesundheitsbeeinträchtigung in der Lage gewesen ist, das Bachelorstudium an 

der Universität E.___ zu meistern. Die schulischen Fähigkeiten der Beschwerdeführerin 

können nicht der Grund für den „Umweg“ an der Hochschule F.___ gewesen sein, 

denn auch die Eingliederungsberaterin der Beschwerdegegnerin hat, nachdem die 

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Beschwerdeführerin sich an die Verschlechterung ihrer Sehfähigkeiten angepasst und 

im ersten Studienjahr an der Hochschule F.___ bewährt hatte, den Wechsel an die 

Universität E.___ (trotz erheblicher Mehrkosten für die Beschwerdegegnerin) 

befürwortet. Die durch den „Umweg“ an der Hochschule F.___ verursachte 

Verzögerung steht folglich überwiegend wahrscheinlich mit der erheblichen und 

unerwarteten Gesundheitsverschlechterung am Ende des Gymnasiums im 

Zusammenhang. Mit anderen Worten ist nicht plausibel, dass die Beschwerdeführerin 

ohne die Gesundheitsbeeinträchtigung trotz ihrer hervorragenden Noten im 

Maturazeugnis und trotz der bestandenen Aufnahmeprüfung der Universität E.___ sich 

dazu entschlossen hätte, an der Hochschule F.___ zu studieren, wenn sie gesund 

gewesen wäre; sie hätte vielmehr direkt ihr Studium an der Universität E.___ 

aufgenommen.

3.3      Ohne die Gesundheitsbeeinträchtigung hätte die Beschwerdeführerin die 

gymnasiale Ausbildung also bereits im Sommer 2004 und nicht erst im Sommer 2005 

begonnen. Sie hätte die Matura folglich schon im Sommer 2008 statt erst im Sommer 

2009 erlangt. Danach hätte sie sich an der Universität E.___ eingeschrieben, wo sie den 

Bachelortitel nach drei Jahren, also im Sommer/Herbst 2011 erhalten hätte. Das 

anschliessende

Masterstudium hätte sowohl an der Universität E.___ als auch an der Hochschule F.___ 

zwei Jahre gedauert. Den Masterabschluss hätte die Beschwerdeführerin wohl auch 

ohne Gesundheitsbeeinträchtigung an der Hochschule F.___ erlangen müssen, weil sie 

zwar die – angesichts der Sehbehinderung anspruchsvollere – schriftliche Prüfung der 

Universität E.___ bestanden, die mündliche Prüfung aber nicht bestanden hat. Die 

mündliche Prüfung hätte sie folglich wohl auch ohne die Sehbehinderung nicht 

bestanden. Der Lehrgangsverantwortliche der Hochschule F.___ hat in einer 

Stellungnahme ausgeführt, dass das Studienjahr an der Hochschule F.___ anders als 

an den Universitäten nicht im Herbst, sondern im Frühjahr beginne. Mit dem Wechsel 

an die Hochschule F.___ hätte also eine halbjährige Verzögerung verbunden sein 

können. An der Universität E.___ hätte die Beschwerdeführerin den Mastertitel mit 

anderen Worten im Sommer oder Herbst 2013, an der Hochschule F.___ dagegen 

allenfalls erst im Winter oder Frühjahr 2014 erhalten. Die Beschwerdegegnerin hat es 

unterlassen abzuklären, wann die Ausbildung (in E.___ oder an der Hochschule F.___) 

effektiv abgeschlossen worden wäre, das heisst in welchem Monat genau die 

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Beschwerdeführerin den zur Berufsausübung erforderlichen Mastertitel erhalten hätte. 

Sie wird noch abklären, wann die Beschwerdeführerin den Mastertitel erhalten hätte, 

wenn sie den Bachelorlehrgang in E.___ im Sommer/Herbst 2011 abgeschlossen und 

dann für das Masterstudium an die Hochschule F.___ gewechselt hätte. Ab diesem 

Zeitpunkt respektive ab dem Folgemonat hat die Beschwerdeführerin einen Anspruch 

auf 365 Taggelder à 103.80 Franken pro Jahr, weil sie als Gesunde nach dem 

Abschluss des Masterstudiums ab diesem Zeitpunkt einer Erwerbstätigkeit als 

Übersetzerin nachgegangen wäre.

4.        

4.1      Die beiden Verfügungen vom 29. November 2013 (IV 2014/32) und vom 25. April 

2014 (IV 2014/259) sind folglich aufzuheben und die Sache ist zur weiteren Abklärung 

und zur anschliessenden neuen Verfügung betreffend den Taggeldanspruch für die Zeit 

vom 1. August 2013 bis zum 31. Juli 2014 an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen.

4.2      Die Verfügungen vom 15. August 2014 (IV 2014/377), vom 12. Januar 2015 

(IV 2015/38) und vom 27. März 2015 (IV 2015/118) sind ebenfalls aufzuheben. Da die 

Beschwerdeführerin ihren Mastertitel ohne die Gesundheitsbeeinträchtigung 

spätestens im Frühjahr 2014 beziehungsweise sicher vor dem 1. August 2014 erhalten 

hätte, ist der von diesen drei Verfügungen betroffene Zeitraum vom 1. August 2014 bis 

zum 13. September 2015 von der weiteren Abklärung nicht betroffen. Diesbezüglich ist 

direkt ein Taggeld von 103.80 Franken für jeden Kalendertag zuzusprechen. Die 

Beschwerdegegnerin wird der Beschwerdeführerin eine entsprechende Nachzahlung 

auszurichten haben.

5.        

5.1      Die Rückweisung einer Sache zur weiteren Abklärung gilt 

rechtsprechungsgemäss hinsichtlich der Kosten- und Entschädigungsfolgen als 

vollständiges Obsiegen der Beschwerde führenden Partei. Somit sind die Kosten- und 

Entschädigungsfolgen hinsichtlich aller fünf Verfügungen beziehungsweise 

Beschwerdeverfahren gleich: Die Kosten sind der unterliegenden Beschwerdegegnerin 

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aufzuerlegen und die Beschwerdegegnerin ist zu verpflichten, der Beschwerdeführerin 

eine Parteientschädigung auszurichten.

5.2      Die Kosten werden für das Verfahren IV 2014/32 praxisgemäss auf 600 Franken 

festgesetzt. Für die vier Folgeverfahren IV 2014/259, IV 2014/377, IV 2015/38 und 

IV 2015/118 werden die Kosten auf je 100 Franken festgesetzt. Die 

Beschwerdegegnerin hat insgesamt also 1’000 Franken Gerichtskosten zu bezahlen.

5.3      Angesichts des durchschnittlichen Vertretungsaufwandes im Verfahren 

IV 2014/32 wird die Parteientschädigung praxisgemäss auf 3’500 Franken 

(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) festgesetzt. Für die Folgeverfahren 

IV 2014/259, IV 2014/377, IV 2015/38 und IV 2015/118 ist kein nennenswerter 

Vertretungsaufwand mehr angefallen; die Rechtsvertreterin hat sich darauf 

beschränken können, je eine Beschwerde zu erheben und auf ihre Eingaben im 

Beschwerdeverfahren IV 2014/32 zu verweisen, was sie auch getan hat. Hierfür 

erscheint eine Entschädigung von je 350 Franken (einschliesslich Barauslagen und 

Mehrwertsteuer) als angemessen. Insgesamt hat die Beschwerdegegnerin der 

Beschwerdeführerin also eine Parteientschädigung von 4’900 Franken auszurichten.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.     

Die Verfügungen vom 29. November 2013 (IV 2014/32) und vom 25. April 2014 

(IV 2014/259) werden aufgehoben und die Sache wird zur Durchführung von weiteren 

Abklärungen und zur anschliessenden neuen Verfügung im Sinne der Erwägungen an 

die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2.     

Die Verfügungen vom 15. August 2014 (IV 2014/377), vom 12. Januar 2015 (IV 2015/38) 

und vom 27. März 2015 (IV 2015/118) werden aufgehoben und der Beschwerdeführerin 

wird für den Zeitraum vom 1. August 2014 bis zum 13. September 2015 ein Taggeld 

von 103.80 Franken pro Kalendertag zugesprochen.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/15

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3.     

Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtskosten von 1’000 Franken zu bezahlen.

4.     

Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung von 

4’900 Franken auszurichten.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 04.11.2015
	Art. 22 IVG. Taggeld. Taggeldanspruch während eines Studiums. Ermittlung der Erwerbseinbusse anhand eines Vergleichs zwischen dem hypothetischen Ausbildungsverlauf ohne eine Gesundheitsbeeinträchtigung und dem tatsächlichen Ausbildungsverlauf (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 4. November 2015, IV 2014/32, IV 2014/259, IV 2014/377, IV 2015/38, IV 2015/118).

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