# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0b78ae71-f20c-5818-ab8a-57d8e2bc42c8
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-08-23
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 23.08.2018 200 2017 1098
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2017-1098_2018-08-23.pdf

## Full Text

200 17 1098 IV
LOU/ABE/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 23. August 2018

Verwaltungsrichter Loosli, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Kölliker, Verwaltungsrichter Grütter
Gerichtsschreiberin Abenhaim

A.________
vertreten durch B.________, Rechtsdienst, Rechtsanwalt C.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 15. November 2017

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Aug. 2018, IV/17/1098, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1978 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich am 4. August 2015 erstmals zum Bezug von Leistungen der 
Invalidenversicherung an (Antwortbeilage [AB] 2). Die IV-Stelle Bern (IVB 
bzw. Beschwerdegegnerin) tätigte erwerbliche (AB 6 ff.) und medizinische 
Abklärungen, insbesondere holte sie Berichte behandelnder Ärzte (AB 7 ff.) 
sowie Stellungnahmen des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD; AB 21, 
23, 30, 33) ein. Alsdann ordnete sie eine medizinische Begutachtung an 
(AB 39, 48; vgl. auch AB 34, 38). Nach Erstattung des polydisziplinären 
Gutachtens durch das D.________ (MEDAS) vom 13. Juni 2017 (AB 52.1) 
stellte die IVB dem (MEDAS) eine Zusatzfrage (AB 60; vgl. auch AB 59/4), 
welche am 7. September 2017 beantwortet wurde (AB 61). Schliesslich 
veranlasste die IVB eine Haushaltsabklärung (Bericht vom 3. Oktober 2017 
[AB 62/2]).

Mit Vorbescheid vom 5. Oktober 2017 (AB 63) stellte die IVB der Versicher-
ten bei einem nach Massgabe der gemischten Methode (Erwerb: 80%, 
Haushalt: 20%) ermittelten Invaliditätsgrad von 24% die Abweisung des 
Rentengesuchs in Aussicht. Gleichentags teilte sie ihr mit, sie gewähre 
eine dreimonatige berufliche Grundabklärung ab dem 9. Oktober 2017 in 
der Stiftung E.________ (AB 64). Am 15. November 2017 verfügte die IVB
– wie angekündigt – eine Rentenablehnung (AB 73).

B.

Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt 
C.________, B.________, am 18. Dezember 2017 Beschwerde. Sie bean-
tragt die kostenfällige Aufhebung der angefochtenen Verfügung und Zu-
sprechung einer Invalidenrente. Zudem wird die unentgeltliche 
Rechtspflege mit anwaltlicher Verbeiständung beantragt. Die Beschwerde-
führerin macht geltend, im Gesundheitsfall wäre sie vollzeitlich erwerbs-
tätig. Zudem sei von einem höheren Valideneinkommen auszugehen.

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Mit Beschwerdeantwort vom 1. Februar 2018 beantragt die Beschwerde-
gegnerin die Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 15. November 2017 
(AB 73). Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch der Beschwerdefüh-
rerin.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

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1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und 
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Vier-
telsrente.

2.3 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades Erwerbstätiger wird das 
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität 
und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Ein-
gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgegli-
chener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum 
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid gewor-
den wäre (Art. 16 ATSG).

Nach Art. 28a Abs. 3 IVG wird bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbs-
tätig sind, für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Wa-
ren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität für 
diese Tätigkeit gestützt auf einen Betätigungsvergleich ermittelt (Art. 28a 
Abs. 2 IVG). In diesem Falle sind der Anteil der Erwerbstätigkeit und der 
Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditäts-

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grad in beiden Bereichen zu bemessen (sog. gemischte Methode; BGE 142 
V 290 E. 4 S. 293, 144 I 21 E. 2.1 S. 23).

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und be-
züglich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weite-
ren sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

3.

3.1 Dem MEDAS-Gutachten vom 13. Juni 2017 (AB 52.1) ist Folgendes 
zu entnehmen:

Die Explorandin habe in … während 12 Jahren die Schule besucht; einen 
Beruf habe sie nicht erlernt. Nachdem ihre Familie in ihr Heimatland … 
zurückgeschickt worden sei, sei sie in den … gereist, wo sie vier Jahre als 
Haushaltshilfe gearbeitet habe. Alsdann sei sie nach … weiter gezogen, wo 
sie während einem Jahr in einem … gearbeitet habe. Sie habe danach 
nach Europa ausreisen wollen, sei jedoch festgenommen und in … in ei-
nem Gefängnis inhaftiert worden. Im Jahr 2007 habe sie aus … flüchten 
und via … in die Schweiz einreisen können. Hier habe sie im Jahr 2012 
während 8 Monaten in einem … ein Praktikum als … absolviert. Alsdann 
habe sie von Oktober 2013 bis Mai 2015 ca. 10% (5 Stunden pro Woche) 
als … gearbeitet. Danach sei sie keiner Erwerbstätigkeit mehr nachgegan-
gen. Die Explorandin sei ledig, habe zwei Töchter (geb. 2000 und 2008) 
und lebe von der Unterstützung des Sozialamts (S. 6).

Nach allgemeininternistischen, psychiatrischen, orthopädischen, neurologi-
schen und urologischen Untersuchungen wurden folgende Diagnosen ge-
nannt (S. 25 f.):

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Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit

1. Ausgeprägte Belastungsinkontinenz Grad Ill (ICD10 N39.3)

• Zustand nach BWS/LWS-Trauma (2005) mit Spondylodese und post-

traumatischer Syringomyelie mit Zustand nach Entfernung des Spondy-

lodese-Materials

• Inkontinenzproblematik nach zwei Spontangeburten

• minimal vorhandener Beckenbodentonus

• Zystozele Grad Il (ICD10 N81.1), leichtgradige Rektozele (ICD10 N81.6)

2. Chronisches lumbogluteales Schmerzsyndrom beidseits (ICD-10 M54.5, 

M79.65, T91.1, Z98.8)

• Status nach dorsaler Spondylodese BWK12-LWK2 bei LWK1-Fraktur 

(August 2015)

• Status nach linksseitiger Entfernung des Spondylodesematerials BWK12 

und LWK2, Hemilaminektomie BWK9/10 links und ultraschallgestützter 

Identifikation sowie Fensterung der Syringomyelie BWK9-LWK1 über ei-

ne dorsale Myelotomie unter intraoperativem Monitoring (am 29. Juni 

2015) bei Implantatversagen

• radiologisch praktisch unveränderte Syringomyelie und Myelopathie;

Zustand nach Deckplattenfraktur mit Hinterkantenbeteiligung LWK1 mit 

geringer Spinalkanalstenose ohne radikuläre Kompression; multiseg-

mentale lumbale Degeneration und ISG-Arthrose beidseits (MRI 29. Mai 

2015 und 30. August 2015; Röntgen 8. September 2015)

• anamnestisch keine Besserung gegenüber dem präoperativen Zustand

Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit

1. Leichtgradige Niereninsuffizienz (ICD10 N18.1)

2. Chronische Fersenschmerzen beidseits (ICD-10 M79.67, T93.9)

• anamnestisch Status nach konservativ behandelter Fraktur im Fersenbe-

reich rechts (August 2005)

• radiologisch keine klaren Hinweise für erfolgte ossäre Läsion (Röntgen 

2. Mai 2017)

3. Leichte Thrombozytose unklarer Ätiologie (ICD-10 075.9)

4. Leichte Leberwerterhöhung unklarer Ätiologie (ICD-10 R74.8)

5. Hyperurikämie (ICD-10 E79.0)

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Anlässlich der urologischen Untersuchung habe bei der Blasenspiegelung 
eine erstaunlich grosse Kapazität der Harnblase bestanden: Die Exploran-
din habe auch bei einer Füllung von 500 ml keinen Harndrang verspürt. 
Indessen sei eine leichtgradige Trabekulierung der Harnblase festgestellt 
worden. Beim Hustentest sei es bei gefüllter Blase schon bei leichtem 
Pressen zu einem massiven Urinverlust gekommen. Im Stehen sei schon 
ohne Husten ein tropfenweiser Urinverlust feststellbar gewesen. Auffällig 
sei gewesen, dass nur ein minimaler Beckenbodentonus vorhanden gewe-
sen sei. Neurologisch habe sich ein sensibles Defizit im Sinne eines Reit-
hosenphänomens gezeigt. Eine postrenale Komponente für die 
leichtgradige Niereninsuffizienz habe nicht erhoben werden können. Auf-
grund der ausgeprägten Belastungsinkontinenz und des nahezu fehlenden 
Beckenbodentonus bestehe aus urologischer Sicht für die Dauer von 
9 Monaten eine 50%-ige Arbeitsunfähigkeit auch für adaptierte, vorwiegend 
sitzende berufliche Tätigkeiten. In dieser Zeit sei eine neurourologische 
Evaluation vorzunehmen bzw. die Indikation für eine Inkontinenz-Operation 
zu prüfen, wobei auch die stuhlregulatorischen Probleme berücksichtigt 
werden sollten. Anschliessend empfehle sich eine neue neurourologische 
Evaluation der Arbeitsfähigkeit (S. 26).

Aus orthopädischer Sicht seien die im Bereich der Wirbelsäule beklagten 
Beschwerden mit den klinischen und radiologischen Befunden durchaus 
begründbar. Für überwiegend im Stehen und Gehen zu verrichtende sowie 
für körperlich (mittel-)schwere Tätigkeiten bestehe eine bleibende vollstän-
dige Arbeitsunfähigkeit. Für sitzende Tätigkeiten mit Wechselbelastung 
bestehe aus rein orthopädischer Sicht eine Arbeitsfähigkeit von 80% bei 
ganztägigem Pensum mit um 20% reduzierter Leistung aufgrund eines 
vermehrten Pausenbedarfs (S. 26 f.).

Bei der neurologischen Untersuchung hätten sich erloschene Beineigenre-
flexe, eine Hypotrophie der Unterschenkel, eine Atrophie der intrinsischen 
Fussmuskulatur mit Krallenzehenstellen, eine Fusssenkerschwäche und 
ein leicht paretisch-ataktisches Gangbild gezeigt. Die sensiblen Defizite an 
den Beinen entsprächen den Segmenten S1 und dem Reithosenbereich, 
was mit der Belastungsinkontinenz einhergehe. Aus neurologischer Sicht 
seien Arbeiten im Stehen oder Gehen nicht oder nur punktuell möglich; was 

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auch für die bisherige Tätigkeit im … zutreffe. Sitzende Tätigkeiten seien 
zumutbar; bei ganztägiger Präsenz bestehe ein vermehrter Pausenbedarf 
mit einer Leistungsfähigkeit von 80% (S. 27).

Aus psychiatrischer und aus allgemeininternistischer Sicht beständen keine 
Einschränkungen (S. 27).

Polydisziplinär bestehe für leichte, überwiegend sitzende Tätigkeiten ab 
April 2016 eine 50%-ige Arbeits- und Leistungsfähigkeit. Das Pensum sei 
über 4-6 Stunden pro Tag umsetzbar. Eine Inkontinenzoperation sei zu 
evaluieren; danach sollte ca. in einem Jahr eine erneute neurologische 
Evaluation erfolgen. Für die bisherige und andere mittel- und schwer belas-
tende Tätigkeiten sowie für überwiegend stehend/gehend zu verrichtende 
Tätigkeiten bestehe seit dem Eingriff vom 29. Juni 2015 eine volle Arbeits-
unfähigkeit (S. 27). Im Haushalt bestehe für körperlich (mittel-)schwere 
Tätigkeiten sowie für überwiegend stehende/gehende Tätigkeiten eine Ein-
schränkung von 30% (S. 28).

Am 7. September 2017 (AB 61) ergänzten die MEDAS-Gutachter, rein me-
dizinisch spreche nichts gegen eine berufliche Abklärung schon vor der 
Durchführung einer erneuten neurologischen Evaluation.

3.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass das 
Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, unab-
hängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, ob 

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die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

3.3 Die angefochtene Verfügung vom 15. November 2017 (AB 73) ba-
siert in medizinischer Hinsicht auf dem MEDAS-Gutachten vom 13. Juni 
2017 (AB 52.1/2). Die gutachterliche Einschätzung erfüllt die höchstrichter-
lichen Beweisanforderungen und überzeugt. Die Expertise stützt sich auf 
die Vorakten, beruht auf einlässlichen anamnestischen Erhebungen sowie 
fachärztlichen Untersuchungen und ist in der Darlegung der Befunde, der 
Diagnosen und der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit widerspruchsfrei und 
nachvollziehbar begründet. Es finden sich keine Anhaltspunkte, die gegen 
die Zuverlässigkeit der Beurteilung sprechen. In der Beschwerde werden 
die Ergebnisse der Begutachtung denn auch – zu Recht – nicht bestritten. 
Der Expertise kommt voller Beweiswert zu (BGE 125 V 351 E. 3b/bb 
S. 353). Folglich ist für angepasste Erwerbstätigkeiten eine 50%-ige
Arbeits- und Leistungsfähigkeit ab April 2016 erstellt.

4.

Umstritten ist der Status, d.h. die Frage, in welchem Umfang die Be-
schwerdeführerin als Gesunde erwerbstätig wäre.

Während die Beschwerdegegnerin der Ermittlung des Invaliditätsgrades die 
gemischte Methode zugrunde legte bzw. von einem Status von 80% Er-
werbstätigkeit und 20% Haushalt ausgeht, macht die Beschwerdeführerin 
geltend, die (hypothetische) Erwerbstätigkeit betrage 100%, weshalb allein 
ein Einkommensvergleich durchzuführen sei.

4.1 Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig Erwerbs-
tätige oder als Nichterwerbstätige einzustufen ist, was je zur Anwendung 
einer anderen Methode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich, 
Betätigungsvergleich, gemischte Methode) führt, ergibt sich aus der Prü-

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fung, was sie bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine 
gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde (BGE 141 V 15 E. 3.1 S. 20, 
125 V 146 E. 2c S. 150). Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Er-
werbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet wer-
den könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig 
wäre (BGE 133 V 504 E. 3.3 S. 508). Dabei ist massgebend, inwieweit die 
Ausübung einer Erwerbstätigkeit unter Berücksichtigung der gesamten 
persönlichen, familiären, beruflichen und sozialen Situation als 
überwiegend wahrscheinlich zu betrachten ist (Entscheid des 
Bundesgerichts [BGer] vom 17. Oktober 2016, 9C_926/2015, E. 4.2).

4.2 Den Akten ist diesbezüglich Folgendes zu entnehmen:

Die ledige Beschwerdeführerin ist alleinerziehende Mutter zweier Töchter 
(geb. 2000 und 2008 [AB 2/1, 3/4]). Anlässlich der medizinischen Explorati-
on gab sie an, im … während vier Jahren (ca. 1999 bis 2003) zu 100% als 
Haushalthilfe und in … ein Jahr im … zu 100% gearbeitet zu haben (AB 
52.1/6). Im Lebenslauf (AB 75/11) sind diese Beschäftigungen ebenfalls 
erwähnt, jedoch mit Abweichungen in zeitlicher Hinsicht (… in …: 2004-
2007; … im …: 2000-2003). In der Schweiz absolvierte die Beschwerdefüh-
rerin 2011 einen (Intensiv-)Deutschkurs (AB 75/16) sowie 2011/2012 ein 
berufliches Integrationsprogramm mit diversen (2-5 Tage dauernden) Prak-
tika in einer …, in … und im … (AB 75/15). Anschliessend arbeitete sie 
2012/2013 im Rahmen eines 9-monatigen Fachkurses „…“ (vgl. AB 75/13 
f.) von September 2012 bis Januar 2013 in einem … mit einem 80%-igen 
Pensum; gleichzeitig nahm sie am theoretischen Unterricht (20%) teil. Im 
Arbeitszeugnis (AB 75/12) wurden der Beschwerdeführerin einwandfreie 
Leistungen attestiert. Sodann absolvierte sie mit Unterstützung der Invali-
denversicherung eine berufliche Abklärung in der Stiftung E.________ von 
Oktober bis Ende Dezember 2017 (AB 64). Die Ziele (vgl. AB 66/2) wurden 
grösstenteils erfüllt; die Beschwerdeführerin zeigte grosse Motivation, wur-
de als intelligent, sehr sprachkundig, fleissig und pünktlich beschrieben und 
es waren keine Krankheitsabsenzen zu verzeichnen (AB 72/1, 75/4). 
Gemäss dem Auszug aus dem individuellen Konto (IK) hat die Beschwer-
deführerin in den Jahren 2013 und 2014 schliesslich diverse – offensicht-

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lich tiefprozentige – … für verschiedene Arbeitgeber ausgeführt (AB 6; vgl. 
auch AB 62/3).

4.3 Rechtsprechungsgemäss kommt für die Beurteilung der Statusfra-
ge dem vor Eintritt der gesundheitlichen Beeinträchtigung verrichteten Ar-
beitspensum starker Indizwert zu (vgl. Entscheid des BGer vom 
19. Dezember 2017, 9C_233/2017, E. 3.3.1). Im vorliegenden Fall beste-
hen zwar Anhaltspunkte dafür, dass die Beschwerdeführerin vor ihrer Ein-
reise in die Schweiz über mehrere Jahre trotz dem damals bereits 
geborenen ersten Kind zu 100% arbeitete (vgl. E. 4.2 hiervor). Indessen 
sind die entsprechend geltend gemachten Beschäftigungen nicht belegt. 
Zufolge der allgemeinen Beweisregel, wonach die Beweislosigkeit zu Las-
ten derjenigen Person geht, die aus der unbewiesen gebliebenen Tatsache 
hätte Rechte ableiten können (vgl. Art. 8 des Schweizerischen Zivilgesetz-
buches [ZGB; SR 210]), vermag die Beschwerdeführerin aus den geltend 
gemachten Vollzeitbeschäftigungen im Ausland bezüglich der hier streiti-
gen Statusfrage nichts zu ihren Gunsten abzuleiten.

4.4 Sowohl anlässlich der medizinischen Begutachtung als auch bei 
der Haushaltabklärung sowie während der beruflichen Grundabklärung gab 
die Beschwerdeführerin jeweils an, mehr als 50% arbeiten zu wollen bzw. 
im Gesundheitsfall 100% zu arbeiten. Von den MEDAS-Gutachtern nach 
den Zukunftsvorstellungen gefragt, erklärte sie, sie könne sich z.B. als 
Übersetzerin eine Vollzeittätigkeit vorstellen (AB 52.1/7). Der Abklärungs-
fachperson gegenüber gab sie an, bei guter Gesundheit würde sie z.B. in 
der …, in der … oder in einem … einem 100%-Pensum nachgehen, um 
nicht vom Sozialdienst abhängig zu sein bzw. damit sie mit den Kindern 
einmal etwas unternehmen oder sich Ferien leisten könnte. Die jüngere 
Tochter würde sie dabei in die Kindertagesstätte oder in die Tagesschule 
geben; sie könne „gut organisieren“ (AB 62/4). Jedoch äusserte sie ge-
genüber der zuständigen Integrationsfachperson auch, sie suche eine Teil-
zeitarbeit, weil sie noch eine schulpflichtige Tochter betreuen müsse (AB 
75/4 f.), zumal die Betreuung nicht so leicht zu organisieren sei (AB 72/1). 
Aufgrund des Umstands, dass die jüngere Tochter der Beschwerdeführerin 
im Zeitpunkt der Verfügung (erst) 9-jährig war (vgl. AB 3/4), erscheint – bei 
lobenswerter Motivation der finanziellen Autonomie und glaubhaft dargeleg-

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ter Möglichkeit einer teilweisen Fremdbetreuung – ein hypothetischer Er-
werbsanteil von 80% hoch, aber zu bewerkstelligen. Eine Vollzeittätigkeit 
hingegen ist unter Berücksichtigung der konkreten Umstände nicht realis-
tisch, steht der alleinerziehenden Beschwerdeführerin doch insbesondere 
auch keine Vertrauensperson zur Verfügung, die ihre jüngere Tochter bei 
Bedarf spontan betreuen könnte (vgl. AB 62/5).

4.5 Zusammenfassend ist im Gesundheitsfall ein Status 80% Erwerb 
und 20% Haushalt überwiegend wahrscheinlich (vgl. BGE 138 V 218 E. 6 
S. 221) erstellt.

5.

Damit ist die Invaliditätsbemessung anhand der sog. gemischten Methode 
vorzunehmen (vgl. E. 2.3 hiervor). Der Vollständigkeit halber ist diesbezüg-
lich festzustellen, dass die am 1. Januar 2018 in Kraft getretenen Änderun-
gen des Art. 27bis Abs. 2-4 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die 
Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) im vorliegenden Fall zeitlich nicht 
zur Anwendung gelangen.

5.1 Zu ermitteln ist zunächst die Einschränkung im Erwerbsbereich:

5.1.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325; SVR 2017 IV Nr. 52 S. 157 E. 5.1). Lässt sich aufgrund der 
tatsächlichen Verhältnisse das ohne gesundheitliche Beeinträchtigung rea-
lisierbare Einkommen nicht hinreichend genau beziffern, ist auf Erfahrungs- 
und Durchschnittswerte gemäss Tabellenlohn nach den vom Bundesamt 
für Statistik (BFS) herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) abzu-
stellen. Auf sie darf jedoch im Rahmen der Invaliditätsbemessung nur unter 
Mitberücksichtigung der für die Entlöhnung im Einzelfall gegebenenfalls 
relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren abgestellt werden (BGE 

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139 V 28 E. 3.3.2 S. 30; Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsge-
richts [EVG; heute BGer] vom 30. Oktober 2002, I 517/02, E. 1.2).

Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine 
oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge-
nommen, so können (auch) zur Bestimmung des Invalideneinkommens 
Tabellenlöhne herangezogen werden (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 297).

5.1.2 Während die Beschwerdegegnerin das Valideneinkommen gestützt 
auf den Tabellenlohn des Bereichs „sonstige persönliche Dienstleistungen“ 
ermittelte, hat sie das Invalideneinkommen auf der Basis des Totalwerts 
(Hilfsarbeit) berechnet. Selbst wenn zu Gunsten der Beschwerdeführerin 
beide Vergleichseinkommen – wie in der Beschwerde (S. 7 f.) geltend ge-
macht – ausgehend vom gleichen statistischen Wert zu berechnen wären, 
was jedoch offen gelassen werden kann, änderte dies nichts am Ergebnis:

Da die vollständige LSE 2016 bis dato nicht greifbar ist, ist auf die LSE 
2014 abzustellen. Demnach betrüge das Valideneinkommen per 1. Juli 
2016 (frühester Rentenbeginn) Fr. 43‘616.-- (Fr. 4‘300.-- [LSE 2014, Tabel-
le TA1, Frauen, Total, Kompetenzniveau 1 {einfache Tätigkeiten körperli-
cher oder handwerklicher Art}] x 12 Monate / 40 Wochenarbeitsstunden x 
41.7 Wochenarbeitsstunden [allgemeine betriebsübliche Arbeitszeit 2016] 
zuzüglich Nominallohnentwicklung [103.6 Punkte 2014 bzw. 105.0 Punkte 
2016; vgl. www.bfs.admin.ch] x 80% Erwerbsanteil]).

Das Invalideneinkommen beträgt Fr. 27‘260.-- (Fr. 4‘300.-- [LSE 2014, Ta-
belle TA1, Frauen, Total, Kompetenzniveau 1 {einfache Tätigkeiten körper-
licher oder handwerklicher Art}] x 12 Monate / 40 Wochenarbeitsstunden x 
41.7 Wochenarbeitsstunden [allgemeine betriebsübliche Arbeitszeit 2016] 
zuzüglich Nominallohnentwicklung [103.6 Punkte 2014 bzw. 105.0 Punkte 
2016; vgl. www.bfs.admin.ch] x 50% Restarbeitsfähigkeit). Die Nichtge-
währung eines leidensbedingten Abzugs (vgl. BGE 134 V 322 E. 5.2 S. 
327) wird zu Recht nicht beanstandet.

Aus der Gegenüberstellung dieser Werte resultiert eine Erwerbseinbusse 
von höchstens Fr. 16‘356.--, was einem ungewichteten Invaliditätsgrad von 
37.5% entspricht.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Aug. 2018, IV/17/1098, Seite 14

5.2 Was schliesslich die Einschränkung im Aufgabenbereich anbe-
langt, wurde im Haushaltsabklärungsbericht vom 3. Oktober 2017 (AB 
62/2) mittels Betätigungsvergleich eine Einschränkung von (ungewichtet) 
7.8% ermittelt. Der Bericht wurde vom spezialisierten Abklärungsdienst der 
Beschwerdegegnerin aufgrund einer Erhebung vor Ort verfasst und erfolgte 
in hinreichender Kenntnis der medizinischen Situation sowie unter 
Berücksichtigung der Angaben der Beschwerdeführerin. 

Die im Abklärungsbericht enthaltene Umschreibung der Haushaltsaufgaben 
entspricht den Vorgaben des Kreisschreibens über Invalidität und Hilflosig-
keit in der Invalidenversicherung des Bundesamtes für Sozialversicherung 
(BSV) in der im Verfügungszeitpunkt (2017) gültig gewesenen Fassung 
(KSIH, Rz. 3086). Die Gewichtung der einzelnen Aufgabenbereiche hält 
sich sodann innerhalb der dort angegebenen Bandbreiten und ist in Anbe-
tracht der konkreten Umstände nicht zu beanstanden. Schliesslich sind die 
Feststellungen der Abklärungsperson zu den bezogen auf die einzelnen 
Verrichtungen bestehenden Einschränkungen nachvollziehbar begründet 
und hinreichend detailliert. Gegenteiliges wird denn auch nicht vorgebracht.

5.3 Bei einer gewichteten Einschränkung von maximal 30% im Er-
werbsbereich (37.5% x 0.8) und 1.56% im Haushalt (7.8% x 0.2) resultiert 
insgesamt höchstens ein Invaliditätsgrad von gerundet 31.6% (zur Run-
dung: vgl. BGE 130 V 121 E. 3.2 S. 123). Damit besteht kein Anspruch auf 
eine Invalidenrente (vgl. E. 2.2 hiervor). 

5.4 Zusammenfassend ist die angefochtene Verfügung vom 15. No-
vember 2017 (AB 73) im Ergebnis nicht zu beanstanden und die Be-
schwerde ist abzuweisen.

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Aug. 2018, IV/17/1098, Seite 15

Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 
200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Beschwerdefüh-
rerin die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen; 
unter Vorbehalt der unentgeltlichen Rechtspflege (vgl. sogleich).

6.2 Gemäss Art. 1 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 61 lit. g ATSG 
(Umkehrschluss) besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung.

6.3 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, 
wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechts-
begehren nicht aussichtslos erscheint. Unter den gleichen Voraussetzun-
gen kann überdies einer Partei eine Anwältin oder ein Anwalt beigeordnet 
werden, wenn die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse es rechtferti-
gen (Art. 61 lit. f ATSG sowie Art. 111 Abs. 1 und 2 VRPG; SVR 2011 IV 
Nr. 22 S. 61 E. 2, 2011 UV Nr. 6 S. 22 E. 6.1).

6.3.1 Die Bedürftigkeit der Beschwerdeführerin ist aktenkundig (vgl. Be-
schwerdebeilage [BB] 4). Zudem kann das Verfahren nicht als von vorn-
herein aussichtslos bezeichnet werden und die Notwendigkeit einer 
Rechtsverbeiständung ist zu bejahen. Das Gesuch um unentgeltliche 
Rechtspflege und Beiordnung Rechtsanwalt C.________ ist demnach gut-
zuheissen. Somit ist die Beschwerdeführerin – unter Vorbehalt der Nach-
zahlungspflicht gemäss Art. 113 VRPG i.V.m. Art. 123 der Schweizerischen 
Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 (Zivilprozessordnung [ZPO; 
SR 272]) – von der Zahlungspflicht betreffend die Verfahrenskosten zu be-
freien. Festzusetzen bleibt das amtliche Honorar von Rechtsanwalt 
C.________.

6.3.2 Gemäss der Praxis des Verwaltungsgerichts wird der Stundenan-
satz amtlicher Anwältinnen und Anwälte gemeinnützig tätiger Rechtsbera-
tungsstellen unter Beachtung der bundesgerichtlichen Rechtsprechung 
(BGE 135 I 1 E. 7.3 S. 3; SVR 2010 IV Nr. 3 S. 6 E. 5.4) auf Fr.130.-- fest-
gesetzt. Dieser allgemeingültige pauschalisierte Stundenansatz wird im 
konkreten Fall mit dem gebotenen Aufwand multipliziert (vgl. Rundschrei-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Aug. 2018, IV/17/1098, Seite 16

ben der Sozialversicherungsrechtlichen Abteilung und der Abteilung für 
französischsprachige Geschäfte des Verwaltungsgerichts des Kantons 
Bern vom 16. Dezember 2009; abrufbar unter www.justice.be.ch).

6.3.3 Die von Rechtsanwalt C.________ eingereichte Kostennote vom 
19. Februar 2018 gibt – was den geltend gemachten Aufwand von 8.6 
Stunden anbelangt – zu keinen Bemerkungen Anlass. Dementsprechend 
wird das amtliche Honorar auf Fr. 1‘118.-- (8.6 x Fr. 130.--) festgesetzt.

Bei der Berechnung der Mehrwertsteuer ist das Folgende zu beachten: Für 
Leistungen, die vor dem 1. Januar 2018 erbracht worden sind, ist der Satz 
von 8% anwendbar, wogegen der Satz von 7.7% für Leistungen gilt, die 
nach dem 1. Januar 2018 erbracht worden sind. Sind Leistungen vor und 
nach dem 1. Januar 2018 erbracht worden, muss eine separate Berech-
nung erfolgen (vgl. Art. 115 Abs. 1 i.V.m. Art. 112 des Bundesgesetzes 
über die Mehrwertsteuer vom 12. Juni 2009 [Mehrwertsteuergesetz, 
MWSTG; SR 641.20]). Gemäss der Kostennote wurden im Jahr 2017 für 
Fr. 949.-- (7.3 Std. x Fr. 130.--) Leistungen erbracht. Für diese gilt der 
Mehrwertsteuersatz von 8%, was eine Mehrwertsteuer von Fr. 75.90 ergibt. 
Für die restlichen Leistungen von Fr. 169.-- (1.3 Std. x Fr. 130.--), die im 
Jahr 2018 erbracht wurden, gilt ein Mehrwertsteuersatz von 7.7%, was ei-
nen Betrag von Fr. 13.-- ergibt.

Da die Auslagen nicht nach Datum ausgeschiedenen sind, ist diesbezüg-
lich allein der tiefere Ansatz zu veranschlagen (Fr. 58.60 x 7.7%) bzw. ein 
Betrag von Fr. 4.50 zu berücksichtigen. 

Daraus resultiert eine Mehrwertsteuer von total Fr. 93.40.

Insgesamt beträgt die amtliche Entschädigung Fr. 1‘270.-- (Fr. 1‘118.-- 
[Honorar] + Fr. 58.60 [Auslagen] + Fr. 93.40 [MWSt.]). Dieser Betrag ist 
Rechtsanwalt C.________ nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils aus 
der Gerichtskasse zu vergüten. Vorbehalten bleibt die Nachzahlungspflicht 
nach Art. 123 ZPO.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Aug. 2018, IV/17/1098, Seite 17

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung von 
Rechtsanwalt C.________ als amtlicher Anwalt wird gutgeheissen.

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen 
Rechtspflege wird die Beschwerdeführerin – unter Vorbehalt der Nach-
zahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht 
befreit.

4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

5. Rechtsanwalt C.________ wird nach Eintritt der Rechtskraft dieses 
Urteils eine amtliche Entschädigung von Fr. 1‘270.-- (inkl. Auslagen 
und MWSt.) aus der Gerichtskasse vergütet. Vorbehalten bleibt die 
Nachzahlungspflicht nach Art. 123 ZPO.

6. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.