# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c40c523a-91de-51af-a11a-480899e9bbbc
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-05-21
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 21.05.2021 SB200330
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB200330_2021-05-21.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    
 

 
 
 

Geschäfts-Nr.: SB200330-O/U/mc 
 

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. Spiess, Präsident, und lic. iur. Wenker,  

Oberrichterin lic. iur. Haus Stebler sowie die Gerichtsschreiberin 

MLaw Baechler 

 
 

Urteil vom 21. Mai 2021 

 

in Sachen 

 

Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl, 
vertreten durch Leitenden Staatsanwalt lic. iur. Kloiber,  

Anklägerin und Erstberufungsklägerin 

 

sowie 

 

1. A._____,  
2. B._____,  
Privatkläger 

 

1 unentgeltlich vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

2 unentgeltlich vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ 

 

gegen 

 

C._____,  
Beschuldigter und Zweitberufungskläger 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt MLaw Z._____ 

 

- 2 - 

betreffend sexuelle Nötigung etc. und Widerruf   
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Pfäffikon vom 11. Mai 2020 
(DG190015) 
 

 

- 3 - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 21. Oktober 2019 

(Urk. D1/15/7) ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig 

− der sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB; 

− der sexuellen Handlungen mit einem Kind im Sinne von Art. 187 Ziff. 1 

StGB und 

− der fahrlässigen Körperverletzung im Sinne von Art. 125 Abs. 1 StGB. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 34 Monaten Freiheitsstrafe, wovon bis 

und mit heute 2 Tage durch Haft erstanden sind. 

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 24 Monaten aufgescho-

ben und die Probezeit auf 3 Jahre festgesetzt. Im Übrigen (10 Monate) – ab-

züglich 2 Tage, die durch Untersuchungshaft erstanden sind – wird die Frei-

heitsstrafe vollzogen. 

4. Der Antrag auf Widerruf der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Win-

terthur/Unterland vom 7. Mai 2012 ausgefällten bedingten Geldstrafe von 

15 Tagessätzen zu je Fr. 110.–, entsprechend Fr. 1'650.–, wird abgewiesen. 

5. Der Antrag auf Landesverweisung für 7 Jahre, verbunden mit dem Antrag, 

die Landesverweisung im Schengener Informationssystem auszuschreiben, 

wird abgewiesen. 

6. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber der Privatklägerin 1 

aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach schadenersatzpflichtig 

ist. Zur genauen Feststellung des Umfanges des Schadenersatzanspruches 

wird die Privatklägerin auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen. 

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7. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 1 Genugtuung in Höhe 

von Fr. 10'000.– zuzüglich Zins von 5% ab 1. August 2013 zu bezahlen. 

8. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber dem Privatkläger 2 

aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach schadenersatzpflichtig 

ist. Zur genauen Feststellung des Umfanges des Schadenersatzanspruches 

wird der Privatkläger 2 auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen. 

9. Das Genugtuungsbegehren des Privatklägers 2 wird abgewiesen. 

10. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 5'000.– ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 3'000.–   Gebühr für das Vorverfahren 

Fr. 825.–   Auslagen im Vorverfahren 

Fr. 150.–   Kosten des Gutachtens 

Fr. 22'065.35   Kosten der amtlichen Verteidigung (inkl. Barauslagen und MwSt.) 

Fr. 9'156.65   Kosten der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung der Privatklägerin 1 (inkl. Barauslagen und MwSt.) 

Fr. 6'686.10   Kosten der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung des Privatklägers 2 (inkl. Barauslagen und MwSt.). 

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

11. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens – ausge-

nommen diejenigen der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen 

Rechtsverbeiständung der Privatklägerin 1 und des Privatklägers 2 – werden 

dem Beschuldigten auferlegt. 

12. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden einstweilen auf die Gerichts-

kasse genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 

Abs. 4 StPO. 

Es wird davon Vormerk genommen, dass der amtlichen Verteidigung bereits 

eine Akontozahlung von Fr. 7'900.– ausbezahlt wurde. 

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13. Die Kosten der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung der Privatklägerin 1 

werden definitiv auf die Gerichtskasse genommen. 

14. Die Kosten der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung des Privatklägers 2 

werden definitiv auf die Gerichtskasse genommen. 

Berufungsanträge: 

a) Der amtlichen Verteidigung: 

(Urk. 76 S. 2) 

1. Dispositivziff. 1 bis und mit Dispositivziff. 3, Dispositivziff. 6 bis und mit 

Dispositivziff. 8 sowie Dispositivziff. 11 des Urteils vom 11. Mai 2020 

des Bezirksgerichts Pfäffikon seien aufzuheben; 

2. Der Beschuldigte sei vom Vorwurf der sexuellen Nötigung im Sinne von 

Art. 189 Abs. 1 StGB, der sexuellen Handlungen mit einem Kind im 

Sinne von Art. 187 Ziff. 1 StGB und der fahrlässigen Körperverletzung 

im Sinne von Art. 125 Abs. 1 StGB freizusprechen; 

3. Es sei dem Beschuldigten im Sinne von Art. 429 Abs. 1 lit. c StPO eine 

angemessene Genugtuung in der Höhe von CHF 400.00 für die Dauer 

der Untersuchungshaft zuzusprechen; 

4. Die Zivilforderungen der Privatklägerin 1 (Genugtuungs- und Schaden-

ersatzbegehren) sowie des Privatklägers 2 (Schadenersatzbegehren) 

seien abzuweisen; 

5. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens seien 

durch die Staatskasse zu tragen; 

6. Die Kosten der amtlichen Verteidigung gemäss Honorarnote vom 

18. Mai 2021 zuzüglich für die Dauer der Hauptverhandlung, der Ur-

teilseröffnung und den Reiseweg seien durch die Staatskasse zu tra-

gen; 

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7. Im Übrigen sei das Urteil der Vorinstanz zu bestätigen. 

b) Des Vertreters der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl: 

(Urk. 68, schriftlich, sinngemäss) 

1. Verzicht auf Anschlussberufung 

2. Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils 

3. Gesuch um Dispensation von der Teilnahme an der Berufungsverhand-

lung. 

c) Der unentgeltlichen Rechtsvertretung des Privatklägers 2: 

(Urk. 77 S. 1) 

1. Der Beschuldigte sei der fahrlässigen Körperverletzung im Sinne von 

Art. 125 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen. 

2. Der Beschuldigte sei dem Grundsatz nach zu verpflichten, dem Privat-

kläger Schadenersatz und Genugtuung zu leisten; betreffend Höhe des 

Zivilanspruchs sei die Zivilklage auf den Zivilweg zu verweisen. 

  

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Erwägungen: 

I. Verfahrensgang 

Gegen das eingangs im Dispositiv wiedergegebene Urteil des Bezirksgerichtes 

Pfäffikon vom 11. Mai 2020 meldeten sowohl die Staatsanwaltschaft mit Eingabe 

vom 19. Mai 2020 (Eingang Vorinstanz: 20. Mai 2020) als auch der Beschuldigte 

mit Eingabe vom 19. Mai 2020 (Eingang Vorinstanz: 20. Mai 2020) rechtzeitig Be-

rufung an (Urk. 48; Urk. 51; Art. 399 Abs. 1 StPO). Mit Eingabe vom 27. Mai 2020 

zog die Staatsanwaltschaft ihre Berufung zurück (Urk. 62). Nach Erhalt des be-

gründeten Urteils am 28. Juli 2020 (Urk. 60/1) reichte die amtliche Verteidigung 

am 17. August 2020 (Datum des Poststempels) fristgerecht die Berufungserklä-

rung im Sinne von Art. 399 Abs. 3 StPO samt Beilagen ein (Urk. 64; Urk. 65/1-12). 

Die Berufung des Beschuldigten richtet sich gegen die vorinstanzlichen Urteils-

dispositivziffern 1 (Schuldsprüche betreffend sexuelle Nötigung, sexuelle Hand-

lungen mit einem Kind und fahrlässige Körperverletzung), 2 und 3 (Strafmass),  

6-8 (Zivilforderungen Privatklägerschaft) und 11 (Kostenauflage). Er beantragt ei-

nen vollumfänglichen Freispruch sowie die Zusprechung einer angemessenen 

Genugtuung in der Höhe von Fr. 400.– für die Dauer der erlittenen Untersu-

chungshaft (Urk. 64 S. 4; Urk. 76 S. 2). Obwohl die vorinstanzliche Dispositivziffer 

12 trotz Rückzahlungspflicht des Beschuldigten gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO von 

der Verteidigung nicht explizit angefochten wurde, gilt diese aufgrund des bean-

tragten Freispruchs als mitangefochten. 

Mit Präsidialverfügung vom 21. August 2020 wurde die Berufungserklärung des 

Beschuldigten der Staatsanwaltschaft und der Privatklägerschaft zugestellt und 

Frist für Anschlussberufung oder einen Nichteintretensantrag angesetzt. Dieselbe 

Frist wurde der Privatklägerin 1 angesetzt, um mitzuteilen, ob sie den Antrag 

stellt, dass dem urteilenden Gericht eine Person gleichen Geschlechts angehört, 

und ob sie für den Fall einer Befragung verlangt, von einer Person gleichen Ge-

schlechts einvernommen zu werden (Urk. 66). Mit Eingabe vom 26. August 2020 

beantragte die Staatsanwaltschaft die Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils 

und ersuchte um Dispensation von der Teilnahme an der Berufungsverhandlung 

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(Urk. 68). Mit Eingabe vom 27. August 2020 liess der Privatkläger 2 seinen Ver-

zicht auf Anschlussberufung mitteilen (Urk. 69). Die Privatklägerin 1 liess sich in-

nert Frist nicht vernehmen. 

Am 9. November 2020 wurden die Parteien zur Berufungsverhandlung auf den 

21. Mai 2021 vorgeladen (Urk. 72). Anlässlich der Berufungsverhandlung liess der 

Beschuldigte die eingangs aufgeführten Anträge stellen (Prot. II S. 3 f.; Urk. 76 

S. 2). 

II. Prozessuales 

Vorab ist davon Vormerk zu nehmen, dass die Staatsanwaltschaft ihre Berufung 

zurückgezogen hat (vgl. vorstehend, Erw. I.). 

Gemäss Art. 402 StPO in Verbindung mit Art. 437 StPO wird die Rechtskraft des 

angefochtenen Urteils im Umfang der Anfechtung gehemmt. Nachdem die Ur-

teilsdispositivziffern 4 (Absehen vom Widerruf), 5 (Absehen von einer Landesver-

weisung), 9 (Abweisung Genugtuungsforderung des Privatklägers 2), 

10 (Kostenfestsetzung) sowie 13 und 14 (Kostenregelung betreffend Rechtsver-

tretungen Privatklägerschaft) unangefochten blieben, ist mittels Beschlusses fest-

zustellen, dass das vorinstanzliche Urteil in diesem Umfang in Rechtskraft er-

wachsen ist. 

Die amtliche Verteidigung macht in Bezug auf den Sachverhalt gemäss Dossier 1 

(Urk. D1/15/7 S. 2 f.) eine Verletzung des Anklageprinzips geltend. Zur Begrün-

dung führt sie aus, dem Beschuldigten werde durch die "äusserst schwammigen 

Angaben" zum Tatzeitpunkt die Möglichkeit genommen, seine Verteidigungsrech-

te angemessen auszuüben. In der Anklageschrift werde ein Zeitraum von rund 8 

Monaten angegeben; eventualiter vom 1. Juni bis 12. Juli 2013. Entsprechend 

wisse der Beschuldigte nicht, ob er die angebliche Tat nun im Winter 2012 oder 

Frühling 2013 begangen haben soll oder eben doch im Juni oder Juli 2013. Sol-

che Zeitangaben seien nicht zureichend und würden eine effektive Verteidigung 

verunmöglichen (Urk. 41 S. 12; Urk. 76 S. 3 f.). 

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Nach dem Anklagegrundsatz bestimmt die Anklageschrift den Gegenstand des 

Gerichtsverfahrens (Umgrenzungsfunktion; Art. 9 und Art. 325 StPO; Art. 29 

Abs. 2 und Art. 32 Abs. 2 BV; Art. 6 Ziff. 1 und Ziff. 3 lit. a und b EMRK). Die An-

klage hat die der beschuldigten Person zur Last gelegten Delikte in ihrem Sach-

verhalt so präzise zu umschreiben, dass die Vorwürfe in objektiver und subjektiver 

Hinsicht genügend konkretisiert sind. Zugleich bezweckt das Anklageprinzip den 

Schutz der Verteidigungsrechte der beschuldigten Person und garantiert den An-

spruch auf rechtliches Gehör (Informationsfunktion). Entscheidend ist, dass die 

beschuldigte Person genau weiss, welcher konkreter Handlungen sie beschuldigt 

und wie ihr Verhalten rechtlich qualifiziert wird, damit sie sich in ihrer Verteidigung 

richtig vorbereiten kann. Solange klar ist, welcher Sachverhalt der beschuldigten 

Person vorgeworfen wird, kann auch eine fehlerhafte und unpräzise Anklage nicht 

dazu führen, dass es zu keinem Schuldspruch kommen darf. Die nähere Begrün-

dung der Anklage erfolgt an Schranken; es ist Sache des Gerichts, den Sachver-

halt verbindlich festzustellen. Dieses ist an den in der Anklage umschriebenen 

Sachverhalt, nicht aber an die darin vorgenommene rechtliche Würdigung gebun-

den (Art. 350 Abs. 1 StPO; BGE 143 IV 63 E. 2.2.; Urteile des Bundesgerichtes 

6B_332/2019 vom 29. Oktober 2019 E. 1.1. und 6B_879/2018 vom 26. April 2019 

E. 1.1.; je mit Hinweisen). 

Die Staatsanwaltschaft hat den Tatzeitraum in der Anklageschrift im Eventual-

standpunkt auf den 1. Juni bis 12. Juli 2013 eingegrenzt (Urk. D1/15/7 S. 2). Da-

rauf hat die Vorinstanz bei ihrer Sachverhaltserstellung abgestellt und erwogen, 

dass von diesem Tatzeitraum auszugehen sei (Urk. 61 S. 45). Da einzig der Be-

schuldigte Berufung gegen das vorinstanzliche Urteil erhoben hat, ist das Ver-

schlechterungsverbot (Verbot der reformatio in peius; Art. 391 Abs. 2 StPO) zu 

beachten, weshalb dieser Tatzeitraum auch der nachfolgenden Sachverhaltser-

stellung (Erw. III.) zugrunde zu legen ist. Die Eingrenzung des Tatzeitraums auf 

den 1. Juni bis 12. Juli 2013 und damit auf knapp 1½ Monate erweist sich nicht 

als unangemessen lang. In Übereinstimmung mit der Vorinstanz (Urk. 61 S. 6) 

liegt somit keine Verletzung des Anklageprinzips gemäss Art. 9 StPO vor, da der 

Tatzeitraum, die Örtlichkeit, der Tatablauf und die dem Beschuldigten zur Last ge-

legten Tathandlungen zum Nachteil der Privatklägerin 1 in der Anklageschrift 

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(Urk. D1/15/7 S. 2 f.) hinreichend umschrieben sind. Der Beschuldigte weiss, was 

ihm im Einzelnen vorgeworfen wird, und er konnte seine Verteidigungsrechte an-

gemessen ausüben. 

III. Sachverhalt 

1. Anklagevorwurf 

1.1. Delikte zum Nachteil der Privatklägerin 1 

Dem Beschuldigten wird zusammengefasst vorgeworfen, zu einem nicht näher 

bestimmbaren Zeitpunkt zwischen Dezember 2012 und Juli 2013, eventualiter 

im Zeitraum vom 1. Juni bis 12. Juli 2013, an seinem damaligen Wohnort an 

der D._____-strasse .. in E._____, die Tochter seiner damaligen Ehefrau, die da-

mals 9-jährige A._____ (nachfolgend: Privatklägerin 1) am Rücken massiert zu 

haben, während er über dieser auf dem Bett gekniet sei. Dabei habe er die Hose 

und Unterhose der Privatklägerin 1 bis ca. Mitte Oberschenkel heruntergezogen 

und die Massage mit knetenden Bewegungen im nackten Gesässbereich fortge-

führt. Die Privatklägerin 1 habe versucht, den Beschuldigten mit den Händen von 

sich wegzustossen und sich gegen das Herunterziehen der Hose zu wehren, was 

ihr aufgrund der körperlichen Überlegenheit des Beschuldigten aber nicht gelun-

gen sei. Daraufhin habe der Beschuldigte mit der rechten Hand sein Glied in sei-

ner Hose umfasst, während er der Privatklägerin 1 mit der linken Hand die Augen 

zugehalten habe, wenn diese nach hinten habe sehen wollen. Zudem habe er die 

Privatklägerin 1 immer wieder mit der linken Hand/dem linken Unterarm am Rü-

cken auf das Bett gedrückt, wenn diese versucht habe, sich zu wehren, umzudre-

hen oder aufzustehen, wobei sie ihn lautstark zum Aufhören aufgefordert, ge-

schrien und geweint habe. Der Beschuldigte habe sodann die Gesässbacken der 

Privatklägerin 1 gespreizt, seine Hose bis Mitte Oberschenkel heruntergezogen, 

sich teilweise auf sie gelegt, sein nacktes Glied zwischen ihre Gesässbacken ge-

führt sowie seine Penisspitze in ihren After eingeführt. Als er aufgehört habe, ha-

be die Privatklägerin 1 eine Flüssigkeit, eventualiter Sperma, an ihrem Gesäss 

gehabt. Der Beschuldigte habe dabei im Wissen darum, dass die Privatklägerin 1 

die sexuellen Handlungen nicht gewollt habe, gehandelt und diese gewaltsam ge-

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gen deren Willen vollzogen. Dabei sei dem Beschuldigten auch bewusst gewe-

sen, dass die Privatklägerin 1 das 16. Altersjahr noch nicht zurückgelegt habe 

(Urk. D1/15/7 S. 2 f.). 

1.2. Delikt zum Nachteil des Privatklägers 2 

Weiter wird dem Beschuldigten zusammengefasst vorgeworfen, am 16. Oktober 

2017 einen Lieferwagen von F._____ bei der G._____-strasse in H._____ rück-

wärts in einen Parkplatz vor der Lade-Rampe gelenkt zu haben, wobei er auf-

grund einer grob pflichtwidrigen Unaufmerksamkeit nicht bemerkt habe, dass 

B._____ (nachfolgend: Privatkläger 2) zu Fuss über diesen Parkplatz gelaufen 

und ungebremst mit diesem kollidiert sei. Der Privatkläger 2 sei durch die Fläche 

der Rückseite des Lieferwagens am Rücken getroffen und infolge des Aufpralls zu 

Boden geschleudert worden, wodurch er eine Wirbelsäulenprellung erlitten habe. 

Hätte der Beschuldigte beim Rückwärtsfahren pflichtgemäss seine volle Aufmerk-

samkeit auf die Strasse bzw. den Parkplatz gerichtet, hätte er den Privatkläger 2 

erkannt und in der Folge abbremsen und die Kollision verhindern können 

(Urk. D1/15/7 S. 3). 

2. Sachverhaltserstellung Delikte zum Nachteil der Privatklägerin 1 

2.1. Standpunkt des Beschuldigten 

Der Beschuldigte bestreitet, dass es je zu einem solchen Vorfall respektive sexu-

ellen Handlungen mit der Privatklägerin 1 gekommen ist und macht insbesondere 

geltend, nie mit ihr alleine gewesen zu sein (Urk. D1/2/4 S. 2 ff.; Urk. D1/2/5 S. 2 

ff.; Urk. D1/2/6 S. 2 ff.; Urk. 36 S. 2 f.; Prot. II S. 18). 

Nachfolgend ist zu prüfen, ob sich der Sachverhalt anhand der vorliegenden Be-

weismittel erstellen lässt, wobei sich die urteilende Instanz nicht mit allen Partei-

standpunkten einlässlich auseinandersetzen und jedes einzelne Vorbringen aus-

drücklich widerlegen muss (Urteil des Bundesgerichtes 6B_170/2011 vom 

10. November 2011, E. 1.2). 

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2.2. Übersicht Beweismittel 

Für die Erstellung des Sachverhalts liegen als Beweismittel die Aussagen des 

Beschuldigten (Urk. D1/2/1; Urk. D1/2/4-6; Urk. 36 S. 2 f.; Prot. II S. 16 ff.), der 

Privatklägerin 1 (Urk. D1/3/4-5; Urk. D1/3/8-9), der beiden Zeugen I._____, Mutter 

der Privatklägerin 1 (Urk. D1/4/1; Urk. D1/4/5) und J._____, Polizeibeamter 

(Urk. D1/4/2), sowie der Auskunftsperson K._____, Lebenspartner der Mutter der 

Privatklägerin 1 (Urk. D1/4/11), die Berichte der Psychologin FSP L._____ zu den 

beiden Videobefragungen der Privatklägerin 1 (Urk. D1/4/3; Urk. D1/4/7), das Ge-

sprächsjournal betreffend die Gespräche zwischen der Sozialpädagogin M._____ 

von der Fachstelle für Opferberatung & Kinderschutz (Okey) und der Privatkläge-

rin 1 (Urk. D1/13/2) und das Eheschutzurteil des Bezirksgerichtes Pfäffikon vom 

23. September 2014 betreffend die Ehe der Mutter der Privatklägerin 1 und des 

Beschuldigten (Urk. D1/4/10; Urk. D1/11/2) vor. 

2.3. Aussagen 

Seitens der Vorinstanz wurden die massgebenden Aussagen des Beschuldigten, 

der Privatklägerin 1, der beiden Zeugen sowie der Auskunftsperson ausführlich 

und zutreffend wiedergegeben (Urk. 61 S. 10-33), weshalb vorab vollumfänglich 

darauf verwiesen werden kann (Art. 82 Abs. 4 StPO). 

Anlässlich der Berufungsverhandlung führte der Beschuldigte erneut aus, dass er 

nie allein mit der Privatklägerin 1 gewesen sei, aber selbst wenn er einmal alleine 

mit ihr zuhause gewesen wäre, hätte er das, was ihm vorgeworfen werde, niemals 

getan, da er keinen solchen Charakter habe. Ein Mensch wie er wäre zu so etwas 

nicht fähig. Weiter bestätigte er, dass er nach der Scheidung von I._____ im Jahr 

2015 weder mit dieser noch der Privatklägerin 1 Kontakt gehabt habe. Es habe 

einmal noch einen Streit zwischen ihm und I._____ gegeben wegen Steuerschul-

den. Er habe die Schweiz aber 2015 oder 2016 verlassen und sei in die Türkei 

gegangen. Der Streit habe davor stattgefunden. Vor 2016 habe er zwei Jahre 

nichts von I._____ oder der Privatklägerin 1 gehört und auch später nie wieder. Er 

habe nur in den ersten drei Jahren, als er mit I._____ verheiratet gewesen sei, 

Kontakt mit ihnen gehabt. I._____ habe damals gesagt, sie werde dafür sorgen, 

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dass er aus der Schweiz weggewiesen werde. Sie habe viele Schulden bei ihm 

gehabt. Die Privatklägerin 1 habe zudem ausgesagt, dass der Vorfall vor zwei 

Jahren passiert sei. Zu jenem Zeitpunkt sei er aber nicht hier gewesen, sondern in 

der Türkei. Später sei dies dann abgeändert worden, und es sei dann die Rede 

von 5 Jahren gewesen. Er denke, weil sie gewusst habe, dass er in die Türkei zu-

rückgekehrt sei und nicht mehr zurückkommen werde, habe sie wohl gedacht, 

diese Sache sei erledigt und deshalb nichts davon erzählt. Er habe aber gesagt, 

dass er früher oder später zurückkehren und alles Geld wieder von ihr verlangen 

werde. Kaum sei er dann zurückgekehrt, sei es passiert (Prot. II S. 16 ff.). Auf 

Frage, ob er später irgendwann Geldforderungen gegenüber I._____ erhoben ha-

be, führte der Beschuldigte aus, nein, er sei mit seiner damaligen Ehefrau glück-

lich gewesen und habe mit dieser Sache nichts mehr zu tun haben wollen (Prot. II 

S. 22). 

2.4. Beweiswürdigung 

2.4.1. Allgemeine Grundsätze 

Die Grundsätze der Beweiswürdigung und die allgemeingültigen Beweisregeln 

wurden von der Vorinstanz korrekt dargelegt, weshalb vollumfänglich darauf ver-

wiesen werden kann (Urk. 61 S. 8 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO). 

2.4.2. Glaubwürdigkeit 

Der Beschuldigte ist vom Strafverfahren direkt betroffen und hat deshalb ein legi-

times Interesse daran, die Geschehnisse in einem für ihn günstigen Licht darzu-

stellen, was dazu führt, dass seine Aussagen vor dem Hintergrund der Interes-

senlage zu würdigen sind. Es liegen aber keine Anhaltspunkte vor, die von vorn-

herein gegen seine Glaubwürdigkeit sprechen würden. 

Die Privatklägerin 1 hat aufgrund ihrer Stellung als Verfahrensbeteiligte und der 

von ihr geltend gemachten Zivilansprüche ein eigenes Interesse am Ausgang des 

Verfahrens. Sie könnte daher versucht sein, die Geschehnisse in einem für sie 

günstigen Licht darzustellen, was bei der Würdigung ihrer Aussagen entspre-

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chend zu berücksichtigen ist. Es liegen jedoch keine Anhaltspunkte vor, welche 

an ihrer allgemeinen Glaubwürdigkeit zweifeln liessen. 

I._____ ist die Mutter der Privatklägerin 1 und die Ex-Frau des Beschuldigten (vgl. 

Urk. D1/2/4 S. 3; D1/4/5 S. 2 f.; Urk. D1/11/2). Zwar könnte sie als Mutter der Pri-

vatklägerin 1 ein legitimes Interesse daran haben, die Darstellung und Aussagen 

der Privatklägerin 1 zu bekräftigen, was entsprechend zu berücksichtigen ist, al-

lerdings sind den Akten keinerlei Hinweise zu entnehmen, welche aufgrund der 

Familienverhältnisse auf eine dadurch begründete Voreingenommenheit schlies-

sen liessen. Hinzu kommt, dass I._____ als Zeugin unter Hinweis auf die strenge 

Strafandrohung bei falscher Zeugenaussage gemäss Art. 307 StGB ausgesagt 

hat (Urk. D1/4/5 S. 2). Die Strafandrohung zur wahrheitsgemässen Aussage er-

folgt aufgrund der prozessualen Stellung der Aussagenden als Zeugin. Entgegen 

den Erwägungen der Vorinstanz (Urk. 61 S. 24) kann nicht gesagt werden, dass 

die Androhung von Straffolgen der Zeugin generell zu erhöhter Glaubwürdigkeit 

verhilft. Dies widerspräche allen strafprozessualen Grundsätzen, was die Vo-

rinstanz im Zusammenhang mit der Glaubwürdigkeit der Privatklägerin 1 zutref-

fend erwogen hat (Urk. 61 S. 11). Den Aussagen der Zeugin ist mit einer gewis-

sen Zurückhaltung zu begegnen, es besteht aber keine Veranlassung, an ihrer 

Glaubwürdigkeit zu zweifeln. 

K._____ ist der Lebenspartner von I._____, der Mutter der Privatklägerin 1, und 

lebt mit dieser sowie der Privatklägerin 1 in einem gemeinsamen Haushalt 

(Urk. D1/4/5 S. 4 f.; Urk. D1/4/11 S. 2). Zum Beschuldigten steht er in keiner Be-

ziehung, er kennt diesen allerdings aus der Zeit, als dieser noch mit der Mutter 

der Privatklägerin 1 verheiratet gewesen ist (vgl. Urk. D1/2/6 S. 4; D1/4/11 S. 4 f.). 

Entgegen den Erwägungen der Vorinstanz wurde K._____ nicht als Zeuge unter 

Hinweis auf die strenge Strafandrohung bei falscher Zeugenaussage gemäss 

Art. 307 StGB einvernommen, sondern seine Aussagen erfolgten als Auskunfts-

person unter Strafandrohung von Art. 303-305 StGB (Urk. D1/4/11 S. 1 f.). Auf-

grund der bestehenden Beziehung zur Mutter der Privatklägerin 1 sowie dem Zu-

sammenleben mit dieser und der Privatklägerin 1 ist den Aussagen von K._____ 

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mit einer gewissen Zurückhaltung zu begegnen. Es besteht aber keine Veranlas-

sung, an seiner Glaubwürdigkeit zu zweifeln. 

Der Polizeibeamte J._____ gab an, die Privatklägerin 1 einzig in seiner Funktion 

als Schulpolizist anlässlich seiner Kriminalpräventionslektion in der Oberstufe ge-

sehen zu haben. Ansonsten stehe er in keiner Beziehung zu ihr, und den Be-

schuldigten kenne er nicht (Urk. D1/4/2 S. 2). Er hat als Zeuge ebenfalls unter 

Hinweis auf die strenge Strafandrohung bei falscher Zeugenaussage gemäss 

Art. 307 StGB ausgesagt (Urk. D1/4/2 S. 2). Es besteht keine Veranlassung, an 

der Glaubwürdigkeit des Zeugen zu zweifeln. 

Im Vordergrund steht aber bei allen erwähnten Personen die Glaubhaftigkeit ihrer 

Aussagen. 

2.4.3. Aussagen der Privatklägerin 1 und der Drittpersonen  

Die Privatklägerin 1 hat in beiden polizeilichen Befragungen konstant und im 

Kerngehalt gleichbleibend ausgesagt. Sie schilderte den anklagegegenständli-

chen Vorfall detailliert, lebensnah und schlüssig. So gab sie konstant zu Protokoll, 

dass es im Alter von acht oder neun Jahren zu sexuellen Handlungen mit dem 

Beschuldigten gekommen sei. Ihre Mutter sei damals um die Mittagszeit mit ihrer 

Schwester zu McDonalds gefahren, während sie alleine mit dem Beschuldigten 

zuhause gewesen sei. Sie sei im Zimmer ihrer Schwester gewesen und habe am 

Boden neben dem Bett Barbie gezeichnet, als der Beschuldigte zu ihr gekommen 

sei und gefragt habe, ob er sie an Rücken und Schultern massieren solle. Sie ha-

be sich dann auf seine Aufforderung hin mit dem Bauch aufs Bett gelegt. Er habe 

dann begonnen, sie zu massieren. Während der Massage habe er ihre Hose und 

Unterhose schrittweise immer weiter nach unten gezogen, was ihr unangenehm 

gewesen sei. Sie habe dann "stopp" gesagt und versucht, ihn wegzustossen. Sie 

habe sich hin und her bewegt. Sie habe auch geweint, was er gesehen habe. Sie 

habe jeweils versucht, sich umzudrehen und aufzustehen. Er habe sie dann aber 

immer wieder mit seinem linken Arm am Rücken aufs Bett gedrückt. Er habe dann 

seine Hand in seiner Hose gehabt und seinen Penis aus der Hose nehmen wol-

len. Er habe sie am Gesäss berührt und seine Hose bis zu den Knien herunterge-

- 16 - 

zogen. Er habe ihre Gesässbacken gespreizt, dann sei er über sie gestiegen, ha-

be seinen Penis zwischen ihre Gesässbacken gesteckt und diesen ganz nah an 

ihren After gedrückt. Sie habe seinen Penis nicht gesehen, diesen aber an ihrem 

Gesäss gespürt. Er habe dann seinen Penis mit seiner rechten Hand leicht in ih-

ren After eingeführt. Er habe aufgehört, als sie geschrien und die Nachbarn we-

gen des Lärms von oben an die Wand bzw. auf den Boden geklopft hätten. Sie 

sei dann auf die Toilette gerannt. An ihrem Gesäss habe sie eine durchsichtige 

Flüssigkeit gehabt, welche sie dann abgewischt habe (Urk. D1/3/1; Urk. D1/3/4-5; 

Urk. D1/3/6; Urk. D1/3/8-9). 

Die Aussagen der Privatklägerin 1 sind nachvollziehbar und enthalten zahlreiche 

Einzelheiten, durch welche ihre Ausführungen lebendig werden und wie sie nur 

von jemandem zu erwarten sind, der das Geschilderte auch tatsächlich erlebt hat. 

So beschrieb sie beispielsweise das Geräusch des Gummizugs der Hose des Be-

schuldigten, welches sie gehört habe, als dieser mit seinen Handlungen fertig ge-

wesen sei, seine Hose wieder ganz nach oben gezogen habe und sie ins Bade-

zimmer habe flüchten können. Ebenfalls erwähnte sie in beiden Befragungen, 

dass die Nachbarn wie mit einem "Stecken" aufgrund des Lärms an die Wand 

bzw. auf den Boden geklopft hätten (Urk. D1/3/4-5; Urk. D1/3/8-9). 

Entgegen der Verteidigung (Urk. 41 S. 4) betreffen allfällige Abweichungen oder 

Unregelmässigkeiten in den Aussagen der Privatklägerin 1 nicht das eigentlich 

Kerngeschehen. Sie bestätigte auf mehrfaches Befragen auch Details gleichblei-

bend. So führte sie durchgehend aus, dass der Beschuldigte mit seiner rechten 

Hand in seine Hose gefasst habe, und auch hinsichtlich der Dauer der einzelnen 

Handlungen gab sie konstant an, er habe sie ca. 2 bis 3 Minuten massiert und als 

er auf ihr gelegen und seinen Penis zwischen ihre Gesässbacken gesteckt habe, 

habe dies ca. 1 bis 2 Minuten gedauert (Urk. D1/3/4-5; Urk. D1/3/8-9). Allfällige 

Abweichungen oder Unregelmässigkeiten beziehen sich einzig auf das Randge-

schehen und Nebensächlichkeiten. Entsprechend ist auch nicht weiter von Be-

deutung, ob der Beschuldigte die Privatklägerin 1 mit der Hand oder dem Ellen-

bogen/Arm am Rücken aufs Bett gedrückt hat, denn dass sie von ihm während 

- 17 - 

des Vorfalls aufs Bett gedrückt worden war und er dafür seinen linken Arm ein-

setzte, sagte die Privatklägerin 1 anlässlich beider Befragungen konstant aus.  

Nicht von zentraler Bedeutung sind auch ihre abweichenden Aussagen bezüglich 

ihres Oberteils während der Massage. Während sie anlässlich der Befragung vom 

14. März 2018 noch ausführte, er habe sie über dem Oberteil massiert, sagte sie 

bei der Befragung vom 25. Juni 2018 aus, er habe dies nach oben geschoben. 

Dass die Privatklägerin 1 sich in einer Situation, in welcher ihr der Beschuldigte 

gegen ihren ausdrücklichen Willen die Hose samt Unterhose herunterzieht und ihr 

Gesäss entblösst, nicht mehr daran zu erinnern vermag, was er genau mit ihrem 

Oberteil getan hat, erscheint nachvollziehbar, da das Herunterziehen der Hose 

und Unterhose für sie viel belastender gewesen sein musste und sich damit auch 

deutlicher in ihrer Erinnerung festgesetzt hat.  

Unzutreffend ist der Einwand der Verteidigung, wonach die Privatklägerin 1 das 

Zuhalten ihrer Augen durch den Beschuldigten in der ersten Befragung nicht er-

wähnt haben soll (Urk. 41 S. 4). Dies wurde bereits anlässlich ihrer ersten Befra-

gung vom 14. März 2018 thematisiert, in welcher die Privatklägerin 1 ausführte, 

der Beschuldigte habe versucht, ihr die Augen zuzuhalten, damit sie nichts habe 

sehen können (Urk. D1/3/4-5, 00:23:21). Ebenfalls nicht weiter von Relevanz ist, 

wie das Bett auf welchem sie gelegen sind, im Detail ausgesehen hat, denn dass 

es sich dabei um ein Bett handelte, welches für sie beide gross genug gewesen 

war, bestätigte sie ebenfalls anlässlich beider Befragungen. Allfällige Erinnerungs-

lücken entsprechen der Erfahrung, dass die Erinnerung zeitnah zu den Vorfällen 

am zuverlässigsten ist, um dann mit zunehmendem Zeitablauf zu verblassen. 

Dass gewisse Nebensächlichkeiten für die Privatklägerin 1 in den Hintergrund ge-

rückt sind und sie sich nicht mehr an jedes kleinste Detail zu erinnern vermag, ist 

angesichts der zwischen der Tat und ihren Befragungen verstrichenen Zeit von 

rund fünf Jahren sowie ihres Alters von neun Jahren zum Tatzeitpunkt durchaus 

nachvollziehbar und vermag die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen nicht zu schmä-

lern. Im Gegenteil ist dies ein Hinweis darauf, dass sie das von ihr tatsächlich Er-

lebte aus ihrer eigenen Erinnerung wiedergibt, ohne zuvor eine Geschichte minu-

tiös auswendig gelernt zu haben oder einfach nur "beigebrachte Aussagen" – wie 

- 18 - 

dies der Beschuldigte glauben zu machen versucht (Urk. D1/2/4 S. 7, Antw. auf 

Frage 44) – aufsagt. 

Die Privatklägerin 1 räumte auch ein, wenn sie sich nicht sicher war oder etwas 

nicht mehr wusste. So sagte sie aus, nicht zu wissen, was der Beschuldigte mit 

seiner Hand genau in seiner Hose gemacht habe (Urk. D1/3/8-9). Sie wisse auch 

nicht mehr genau, was für Kleidung sie getragen habe. Sie wisse nur noch, dass 

sie etwas Kurzärmliges getragen habe (Urk. D1/3/4-5; Urk. D1/3/6; Urk. D1/3/8-9). 

Auch was der Beschuldigte oben getragen habe, wisse sie nicht mehr. Sie könne 

sich nur noch daran erinnern, dass er eine schwarze Jogging-Hose angehabt ha-

be (Urk. D1/3/1; Urk. D1/3/4-5; Urk. D1/3/8-9). Zudem führte sie aus, der Pe-

nis des Beschuldigten sei eher hart gewesen. Sie wisse nicht, ob er "einen Stei-

fen" gehabt habe. Er habe aber eher "einen Steifen" gehabt (Urk. D1/3/6; 

Urk. D1/3/8-9). Sie bestätigte aber, sich nicht sicher zu sein. Die Privatklägerin 1 

räumte auch ein, wenn sie etwas nicht gesehen hatte. So bestätigte sie mehrfach, 

nicht gesehen zu haben, wie der Beschuldigte seinen Penis aus der Hose ge-

nommen habe. Sie habe lediglich gesehen, wie er mit seiner rechten Hand in sei-

ner Hose gewesen sei, und als er auf sie gelegen sei, habe sie seinen Penis an 

ihrem Gesäss und zwischen ihren Gesässbacken gespürt (Urk. D1/3/4-5; 

Urk. D1/3/8-9). Sein Penis habe sich warm angefühlt (Urk. D1/3/4-5). 

Wenn die Verteidigung geltend macht, die Aussagen der Privatklägerin 1 seien 

nicht glaubhaft, weil sie den Vorfall zeitlich nicht richtig einzuordnen vermöge 

(Urk. 41 S. 8 f.; Urk. 76 S. 7 f.), kann dieser Argumentation nicht gefolgt werden. 

So konnte sie zwar keine genaue Jahreszahl benennen, sie führte aber in beiden 

Befragungen konstant aus, dass sie im Zeitpunkt des Vorfalls 8 oder 9 Jahre alt 

gewesen sei und sie etwas Kurzärmliges getragen habe, da es draussen eher 

warm gewesen sei (Urk. D1/3/4-5; Urk. D1/3/8-9). Aufgrund ihrer Angaben lässt 

sich der Tatzeitpunkt damit wie in der Anklageschrift umschrieben auf 1. Juni bis 

12. Juli 2013 eingrenzen, was so auch durch die glaubhaften Aussagen der Mut-

ter der Privatklägerin 1, I._____, gestützt wird, welche angab, im Juli 2013 sei der 

Beschuldigte gänzlich von ihnen weggegangen, da sie sich nicht mehr verstanden 

hätten, wobei er im Juli 2013 noch einige Male bei ihnen gewesen sei 

- 19 - 

(Urk. D1/4/5 S. 4). Diesen Trennungszeitpunkt bestätigte auch die Privatklägerin 

1, welche aussagte, ihre Mutter und der Beschuldigte hätten sich kurz nach dem 

anklagegegenständlichen Vorfall getrennt und dieser sei danach nie wieder zu 

ihnen nach Hause gekommen (Urk. D1/3/4-5; Urk. D1/3/8-9). Der Umstand, dass 

eine Notiz des Polizeibeamten J._____ vorliegt, aus welcher hervorgeht, dass die 

Privatklägerin 1 ihm in der 11 Uhr-Pause mitgeteilt habe, sie sei vor ca. 2 Jahren 

durch den (Ex-)Freund ihrer Mutter vergewaltigt worden (Urk. D1/4/3), vermag die 

Glaubhaftigkeit der Aussagen der Privatklägerin 1 zum Tatzeitpunkt – entgegen 

der Auffassung der Verteidigung (Urk. 41 S. 8 f.; Urk. 76 S. 8) – nicht zu schmä-

lern. Einerseits konnte J._____ anlässlich seiner Zeugeneinvernahme vom 

18. Juli 2018 nicht mehr genau sagen, wann diese Notiz entstanden ist respektive 

welche "Eckdaten" er sich damals aufgeschrieben hat (Urk. D1/4/2 S. 5). Ande-

rerseits ist auch unklar, ob er die Notiz lediglich gestützt auf seine Erinnerung o-

der unmittelbar während des Gesprächs mit der Privatklägerin 1 verfasst hat. An-

hand seiner Aussagen ist davon auszugehen, dass diese Notiz erst im Nachgang 

an das Gespräch verfasst worden ist und damit auf seinen Erinnerungen beruht. 

Entsprechend mit Zurückhaltung ist diese Notiz von J._____ zu würdigen. Zudem 

erscheint gerade in einer belastenden Stresssituation nachvollziehbar, dass zeitli-

che Dimensionen nur schwer abschätzbar sind und deshalb nur sehr einge-

schränkt verlässliche Angaben zur Dauer oder zum Zeitraum von Vorfällen ge-

macht werden können, insbesondere, da es sich bei der Privatklägerin 1 im Tat-

zeitpunkt um ein Kind im Alter von 9 Jahren handelte, was auch erklärt, weshalb 

sie nicht wusste, ob der Beschuldigte einen erigierten Penis hatte oder ob die 

Flüssigkeit an ihrem Gesäss Sperma war oder nicht. Dazu führte sie anlässlich ih-

rer ersten Befragung am 14. März 2018 aus, sein Penis habe sich warm ange-

fühlt, sei aber ihres Erachtens nicht steif gewesen, da er ihn nicht habe nach un-

ten drücken müssen. Ein Eindringen ohne steifen Penis erachte sie allerdings 

auch als kaum möglich. Sie wisse daher nicht, ob er steif gewesen sei oder nicht. 

Ihres Erachtens sei während des Vorfalls nichts aus dem Penis des Beschuldig-

ten gekommen. An ihrem Gesäss sei danach allerdings eine nasse, durchsichtige, 

schleimige Flüssigkeit, allenfalls Sperma, gewesen, welche sie auf der Toilette mit 

Papier weggewischt habe (Urk. D1/3/4-5). Auch anlässlich ihrer Befragung vom 

- 20 - 

25. Juni 2018 sagte sie aus, der Penis des Beschuldigten habe sich warm und 

hässlich sowie eher hart angefühlt. Sie wisse zwar nicht, ob er "einen Steifen" ge-

habt habe. Sie denke aber mittlerweile, dass er eher einen gehabt habe. Auf der 

Toilette habe sie sich dann geputzt, da sie eine schleimige, weisse Flüssigkeit an 

ihrem Hintern festgestellt habe. Sie denke, dass es Sperma gewesen sei, auch 

wenn sie damals noch nicht gewusst habe, was das sei (Urk. D1/3/8-9). Entgegen 

der Auffassung der Verteidigung deuten diese Aussagen der Privatklägerin 1 nicht 

auf ein widersprüchliches Aussageverhalten hin (Urk. 41 S. 4), sondern zeigen, 

dass sie aufgrund ihres jungen Alters mit gewissen sexuellen Themen nicht ver-

traut war und insbesondere bei ihrer ersten Befragung noch nicht genau wusste, 

was ein erigierter Penis oder Sperma ist, was sie so auch klar äusserte. Auch 

dem Einwand der Verteidigung, wonach die Aussage der Privatklägerin 1, der Be-

schuldigte habe sich auf ihr nicht hin und her bewegt, nicht zu ihrer Andeutung 

passe, der Beschuldigte sei sexuell erregt gewesen und zum Orgasmus gekom-

men, da sie im Anschluss an die Handlung des Beschuldigten eine durchsichtige 

Flüssigkeit an ihrem Gesäss gehabt habe (Urk. 41 S. 4 f.), kann nicht gefolgt wer-

den. Die Privatklägerin 1 sagte gerade nicht aus, dass der Beschuldigte zum Or-

gasmus gekommen sei, und auch auf die Frage, ob dieser erregt gewesen sei 

respektive es sich um Sperma an ihrem Gesäss gehandelt habe, räumte die Pri-

vatklägerin 1 ein, dies nicht genau zu wissen. Ohnehin lässt sich die durchsichtige 

Flüssigkeit am Gesäss der Privatklägerin 1 nicht nur mit einem Orgasmus erklä-

ren, da der Beschuldigte auch ohne einen solchen gewisse Spuren respektive 

Flüssigkeit hinterlassen kann. 

Die Verteidigung macht weiter geltend, die Privatklägerin 1 könne durch ihre Mut-

ter instrumentalisiert worden sein und den Beschuldigten nur deshalb belasten 

(Urk. 41 S. 11; Prot. I S. 8; Urk. 76 S. 6 f.). Auch der Beschuldigte führte anläss-

lich seiner Hafteinvernahme aus, die Privatklägerin 1 sei von jemandem beein-

flusst und instruiert worden, so etwas zu sagen. Vielleicht habe ihr jemand so et-

was angetan, und man wolle ihn jetzt damit belasten. Offenbar sei sie für diese 

Aussagen gut vorbereitet worden. Wenn er ihre Aussagen höre, denke er, dass 

man ihr diese Aussagen beigebracht habe. Seine Ex-Frau habe nicht gewollt, 

dass er in diesem Land bleibe. Es habe sie gestört, dass er noch hier sei. Es kön-

- 21 - 

ne sein, dass sie das Kind deswegen manipuliert habe, um solche Aussagen zu 

machen (Urk. D1/2/4 S. 6 f.). Vor Vorinstanz gab er diesbezüglich zu Protokoll, 

die Privatklägerin 1 belaste ihn derart, weil er sich von deren Mutter getrennt ha-

be. Die Privatklägerin 1 sei von ihrer Mutter zu einer solchen Aussage instruiert 

worden. Die Mutter habe es gestört, dass er in der Schweiz sei (Urk. 36 S. 2). 

Den Akten lassen sich allerdings keine Hinweise auf eine entsprechende Instru-

mentalisierung und Beeinflussung der Privatklägerin 1 durch ihre Mutter entneh-

men, und auch der Umstand, dass die Privatklägerin 1 sehr zurückhaltend aus-

sagte, ohne den Vorfall zu dramatisieren, und sie den Beschuldigten nicht über-

mässig belastet, zeigt, dass es ihr nicht darum geht, ihm zu schaden oder eine 

möglichst hohe Strafe zu erwirken. Sie versuchte auch nicht, die Handlungen des 

Beschuldigten übertrieben darzustellen. So sagte sie klar aus, der Beschuldigte 

habe sie nicht an der Scheide und auch sonst an keiner weiteren Körperstelle be-

rührt. Es sei auch nicht zu Küssen zwischen ihnen gekommen. Sie habe ihn auch 

nirgends berührt oder berühren müssen. Er habe, während er seinen Penis zwi-

schen ihre Gesässbacken gesteckt habe, weder Bewegungen noch Geräusche 

gemacht. Sie habe seinen Penis auch nicht gesehen, sondern diesen lediglich 

gespürt. Dieser habe sich warm angefühlt. Sie habe auch nicht gesehen, dass ei-

ne Flüssigkeit aus seinem Penis gekommen sei. Er habe seinen Penis nicht tief in 

ihren After eingeführt, und es habe ihr auch nicht weh gemacht. Er habe ihr auch 

nicht gedroht (Urk. D1/3/1; Urk. D1/3/4-5; Urk. D1/3/6; Urk. D1/3/8-9). Hätte die 

Privatklägerin 1 den Beschuldigten, wie von ihm geltend gemacht, übermässig be-

lasten wollen, wäre es für sie ein Leichtes gewesen, den Vorfall dramatischer dar-

zustellen oder auszuführen, dass dieser noch weitere sexuelle Handlungen an ihr 

vorgenommen, sie zu solchen gezwungen oder massive Gewalt gegen sie ange-

wendet habe. Auch bestätigte sie ganz klar, dass es bei diesem einen Vorfall ge-

blieben sei (Urk. D1/3/4-5; Urk. D1/3/8-9). 

Aufgrund der langen Zeitdauer, welche zwischen der Trennung respektive Schei-

dung zwischen dem Beschuldigten und der Mutter der Privatklägerin 1 (Trennung 

im Jahr 2014 [Urk. D1/11/2], Scheidung gemäss Aussagen von I._____ im Jahr 

2016 [vgl. Urk. D1/4/11, recte: D1/4/1, S. 2]) und der Anzeigeerstattung (im Jahr 

2018; Urk. D1/1/4 [recte: D1/1/1], S. 2) liegt, ist nicht nachvollziehbar, inwiefern 

- 22 - 

die Vorwürfe der Privatklägerin 1 mit der Trennung/Scheidung in Zusammenhang 

stehen sollten. Wäre die Privatklägerin 1 aufgrund der Trennung/Scheidung tat-

sächlich von ihrer Mutter instrumentalisiert worden, wie vom Beschuldigten gel-

tend gemacht, wäre die Anzeige wohl im Zeitpunkt der Scheidung respektive wäh-

rend des laufenden Scheidungsverfahrens erfolgt. Auch sonst ist kein Motiv er-

kennbar, weshalb die Privatklägerin 1 den Beschuldigten zu Unrecht belasten 

sollte, zumal beide bestätigt haben, dass sie ein sehr gutes Verhältnis sowie viel 

Spass gehabt hätten und der Beschuldigte für sie wie ein grosser Bruder gewe-

sen sei (Urk. D1/2/4 S. 3 und S. 6 f.; D1/3/6 S. 4; Urk. D1/3/8-9). Dies wurde so 

auch von der Mutter der Privatklägerin 1 und K._____ bestätigt (Urk. D1/4/1 S. 2; 

Urk. D1/4/5 S. 7; Urk. D1/4/11 S. 4). Zudem erfolgte kurz nach dem Vorfall die 

Trennung zwischen dem Beschuldigten und der Mutter der Privatklägerin 1 (vgl. 

Urk. D1/4/10). Sowohl die Privatklägerin 1 als auch deren Mutter bestätigten, dass 

sie seither keinen Kontakt mehr zum Beschuldigten gehabt hätten (Urk. D1/2/4 

S. 3; Urk. D1/3/1 S. 3; Urk. D1/3/4-5; Urk. D1/4/11 [recte: D1/4/1], S. 4; 

Urk. D1/4/5 S. 4). Auch der Beschuldigte bestätigte anlässlich der Berufungsver-

handlung, dass er nach der Scheidung davon abgesehen habe, gegenüber der 

Mutter der Privatklägerin 1 finanzielle Forderungen zu stellen und nach der 

Scheidung kein Kontakt mehr zur Privatklägerin 1 und ihrer Mutter bestanden ha-

be (Prot. II S. 22). Eine (angebliche) Falschbezichtigung seitens der Privatklägerin 

1 und ihrer Mutter, gerade im massgebenden Zeitpunkt, erscheint vor diesem Hin-

tergrund nicht plausibel. Auch der Umstand, dass die Mutter der Privatklägerin 1 

von dieser nicht im Detail über den anklagegegenständlichen Vorfall informiert 

worden ist, sondern sie diesen lediglich in den Grundzügen zu kennen scheint 

(vgl. Urk. D1/4/11 [recte: D1/4/1], S. 1 ff.; Urk. D1/4/5 S. 6), spricht gegen den 

Einwand des Beschuldigten, dies sei ein Spiel der Mutter der Privatklägerin 1 

(Urk. D1/2/5 S. 5). 

Die Privatklägerin 1 schildert auch nachvollziehbar und authentisch, dass sie di-

rekt nach dem Vorfall, als ihre Mutter und ihre Schwester nach Hause gekommen 

seien, aus Angst und Scham so getan habe, als sei nichts gewesen. Sie habe 

auch von sich aus niemandem davon erzählt und das Ganze nach ein paar Wo-

chen wieder vergessen. Sie habe den Beschuldigten nach der Trennung von ihrer 

- 23 - 

Mutter auch nie mehr gesehen. Nur immer beim Thema Küssen, Sex oder "Ume-

mache" sei es ihr wieder eingefallen. Als der Polizeibeamte J._____ zu ihnen in 

die Schule gekommen sei und dieser mit ihnen darüber gesprochen habe, was in 

dieser Sache gut oder schlecht sei, habe sie es ihm erzählt (Urk. D1/3/1; 

Urk. D1/3/4-5; Urk. D1/3/8-9). Die Privatklägerin 1 sagte auf die Frage, weshalb 

sie sich nicht früher ihrer Mutter oder sonst einer Person anvertraut habe, aus, 

dass sie sich nach dem Vorfall schlecht gefühlt habe und es ihr peinlich gewesen 

sei. Es ist – entgegen der Auffassung der Verteidigung (Urk. 41 S. 6 und S. 10 f; 

Urk. 76 S. 6) – durchaus nachvollziehbar, dass es einem Mädchen in diesem Alter 

nicht leicht fällt, sich jemandem anzuvertrauen und über sexuelle Themen zu 

sprechen, zumal die Privatklägerin 1 selber aussagte, dass zuhause über sexuel-

le Themen nicht offen gesprochen worden sei. Auch aus den Aussagen der Mut-

ter geht hervor, dass sich die Privatklägerin 1 beim Erzählen geniert hat (vgl. Urk. 

D1/4/5 S. 5) und mit sexuellen Themen eher zurückhaltend umgegangen wird. So 

führte I._____ aus, dass sie nie Bilder zeige, die von Sexualität handeln würden. 

Auch im Fernsehprogramm habe sie immer den Sender gewechselt, weil sie nicht 

gewollt habe, dass die Kinder solche Bilder sehen würden (Urk. D1/4/11 [recte: 

D1/4/1] S. 3). Da es sich bei Herrn J._____ um eine Fachperson handelte und er 

in der Schule war, um über Sexualität aufzuklären, dürfte es der Privatklägerin 1 

leichter gefallen sein, sich im Anschluss daran diesem anzuvertrauen, zumal sie 

von zwei Kolleginnen, welchen sie sich bereits anvertraut hatte, dazu ermutigt 

worden war (Urk. D1/3/8-9). 

Die Psychologin FSP L._____ hält in ihrem Bericht zur Videobefragung der Pri-

vatklägerin 1 vom 14. März 2018 fest, dass die Privatklägerin 1 das Vorgefallene 

klar und bildlich beschrieben habe, wobei sie sich bei den Detailfragen etwas ge-

schämt habe. An dieser Stelle wirke sie auch nervös, beisse sich auf die Lippen 

und berühre immer wieder einmal ihre Haare, die Kette etc. Sie erzähle alles sehr 

genau. Ihre Körperhaltung zeige, dass es ihr nahe gehe und die Erinnerungen 

noch sehr prägnant vorhanden seien. Die Privatklägerin 1 halte während der Be-

fragung Blickkontakt, und sie habe sich nur etwas zurückgezogen, als es für sie 

etwas intim und peinlich geworden sei. Als sie erzähle, wie sie den Vorfall erlebt 

habe, spreche sie etwas leiser, ihr Ton sei aber sehr ernst und bedacht. An dieser 

- 24 - 

Stelle zupfe sie an ihren Fingern, schäme sich und wirke niedergeschlagen sowie 

bedrückt. Die Privatklägerin 1 spreche frei und beantworte die Fragen umfassend. 

Sie erwecke den Eindruck, dass es ihr schon lange ein Bedürfnis sei, das Vorge-

fallene zu erzählen, da sie es schon lange mit sich herumtragen würde 

(Urk. D1/3/3). Auch hinsichtlich der Videobefragung der Privatklägerin 1 vom 

25. Juni 2018 hält die Psychologin FSP L._____ in ihrem Bericht fest, die Privat-

klägerin 1 antworte immer klar und deutlich, sage aber auch, wenn sie etwas nicht 

mehr wisse. Sie pflege guten Blickkontakt während der Befragung und wirke in 

sich ruhend und sicher. Sie sei, während sie über den Vorfall spreche, mit ihren 

Emotionen zurückhaltend. Sie versuche sachlich zu bleiben, aber an einigen Stel-

len komme ihre Emotionalität zum Vorschein, beispielsweise als sie gefragt wer-

de, wie sich der Penis des Beschuldigten angefühlt habe oder als sie beschreibe, 

wie sie die weisse Flüssigkeit von ihrem Gesäss weggeputzt habe; da sei der 

Ekel in ihrer Mimik erkennbar gewesen. Die Privatklägerin 1 habe, als sie davon 

erzählt habe, wie der Beschuldigte sich auf sie gelegt habe, immer niederge-

schlagener gewirkt, ihre Stimme sei leiser und ihre Antworten seien kürzer ge-

worden. Sie habe schützend die Arme vor ihrem Bauch verschränkt und etwas 

verloren vor sich hin gestarrt. Es sei erkennbar, dass der Übergriff ihr immer noch 

sehr nahe gehe und noch nicht verdaut sei (Urk. D1/3/7). Das von der Psycholo-

gin FSP L._____ in ihren Berichten beschriebene Auftreten und Verhalten der Pri-

vatklägerin 1 während der Befragungen geht anschaulich aus den Videoaufnah-

men hervor, zumal sie hinlänglich und detailliert während insgesamt etwas mehr 

als 2½ Stunden befragt worden ist (Urk. D1/3/4; Urk. D1/3/9). Die Privatklägerin 1 

wirkt bei beiden Befragungen eher scheu und zurückhaltend, aber sehr ruhig, 

konzentriert und der Befragenden zugewandt. Sie antwortet auf die ihr gestellten 

Fragen ohne Zögern, klar und detailgetreu. Lediglich bei intimen Fragen fällt auf, 

dass sie nervöser wirkt. Insbesondere bei ihrer ersten Befragung vom 14. März 

2018 ist ersichtlich, dass sie von sexuellen Themen peinlich berührt zu sein 

scheint und Mühe zeigt, intime Wörter wie beispielsweise primäre Geschlechtstei-

le oder Handlungen konkret zu benennen, was angesichts ihres Alters aber 

durchaus nachvollziehbar ist. 

- 25 - 

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Privatklägerin 1 die Geschehnisse in 

einer charakteristischen Weise konkret und anschaulich wiedergibt, wie es nur 

von derjenigen Person zu erwarten ist, welche den Vorfall selber erlebt hat. Zu-

dem schilderte sie den Vorfall detailreich und widerspruchsfrei. Allfällige Unge-

reimtheiten beziehen sich insbesondere auf zeitliche Angaben respektive die Fra-

ge, ob und in welchem Umfang der Beschuldigte zum Tatzeitpunkt einer Erwerbs-

tätigkeit nachging, und beschlagen damit vorwiegend Nebensächlichkeiten und 

das Randgeschehen, was sich wie bereits vorstehend erwogen insbesondere 

auch mit dem jungen Alter der Privatklägerin 1 erklären lässt. Entgegen der An-

sicht des Beschuldigten erscheint es durchaus nachvollziehbar, dass sich ein 

Mädchen von 9 Jahren nicht dafür interessiert respektive nicht weiss, ob ihre Mut-

ter und der Beschuldigte tatsächlich verheiratet waren oder nicht und in welchem 

Pensum dieser im Deliktszeitraum einer Arbeitstätigkeit nachgegangen sein soll, 

zumal ihre Beziehung nicht besonders eng gewesen ist. Nebensächlichkeiten sind 

der Privatklägerin 1 nicht gleich gut in Erinnerung geblieben wie der für sie belas-

tende Vorfall selber. Angesichts ihrer sehr konstanten und schlüssigen Aussagen 

zum Hauptgeschehen, ist dies aber auch nicht weiter von Relevanz. Die Privat-

klägerin 1 hat das Vorgefallene auch konstant gegenüber Drittpersonen geäus-

sert. So schilderte sie den Vorfall nicht nur anlässlich ihrer polizeilichen Befragun-

gen, sondern auch gegenüber der Sozialpädagogin M._____ von der Fachstelle 

für Opferhilfeberatung & Kinderschutz, was sich aus dem Gesprächsjournal über 

die Beratung vom 14. Februar 2018 ergibt (vgl. Urk. D1/13/2 S. 3). Auch aus den 

Aussagen der Mutter der Privatklägerin 1 ergibt sich, dass die Privatklägerin 1 

die Geschehnisse ihr gegenüber gleich geschildert hat (vgl. Urk. D1/4/11 [recte: 

D1/4/1], S. 2 f., insbes. Antw. auf Frage 12; Urk. D1/4/5 S. 6). Die konstanten und 

detailreichen Aussagen der Privatklägerin 1 erscheinen insgesamt glaubhaft. 

2.4.4. Aussagen des Beschuldigten 

Auffallend ist, dass der Beschuldigte die Vorwürfe pauschal mit "das stimmt nicht" 

bestreitet (vgl. Urk. D1/2/4 S. 5 f.) und zudem auf gewisse Fragen nur auswei-

chend sowie oberflächlich antwortet oder Gegenfragen stellt, ohne die an ihn ge-

richtete Frage überhaupt zu beantworten respektive zum Vorwurf Stellung zu 

- 26 - 

nehmen. So lenkte er auf Vorhalt, er solle die Privatklägerin 1 am Rücken mas-

siert haben, während diese auf dem Bett gelegen sei, auf andere Themen und 

Personen ab, indem er zu Protokoll gab: "War niemand zuhause? Wo war die 

Mutter?" (Urk. D1/2/4 S. 4, Antw. auf Frage 25). Mit dem Vorwurf konfrontiert, er 

habe die Privatklägerin 1 jeweils am Rücken auf das Bett gedrückt, um zu verhin-

dern, dass diese sich drehen oder weggehen könne, führte er ausweichend aus, 

sie sei ein Kind, welche Kraft sollte ein Kind haben (Urk. D1/2/4 S. 5, Antw. auf 

Frage 31), ohne zum eigentlichen Vorwurf Stellung zu nehmen. Auch auf weitere 

Nachfrage blieb seine Antwort ausweichend sowie oberflächlich, und er gab zu 

Protokoll: "Wieso hätte ich einem Kind so etwas antun sollen. So etwas ist eine 

Krankheit." (Urk. D1/2/4 S. 5, Antw. auf Frage 32). Auf Vorhalt, er hätte die Ge-

sässbacken der Privatklägerin 1 gespreizt und seinen Penis zwischen diese ge-

führt bis in die Nähe des Afters, reagierte der Beschuldigte mit Mutmassungen 

ohne zum Vorwurf Stellung zu nehmen. So führte er aus: "Wie kann ein Kind ge-

sund bleiben, wenn ich so etwas gemacht hätte. Ebenfalls hätte die Mutter dies 

mitbekommen. A._____ hätte wohl auch Schmerzen gehabt" (Urk. D1/2/4 S. 5 f.). 

Auf mehrfachen Vorhalt, er hätte seinen Penis in den After der Privatklägerin 1 

eingeführt, reagierte der Beschuldigte ebenfalls mit diversen Gegenfragen, wie "in 

welchem Alter sagt ein Kind so etwas" oder "hat ein Kind so etwas gesagt?", oder 

er führte ausweichend aus: Für ihn sei unvorstellbar, dass ein Kind solche Aussa-

gen mache. Das sei nicht normal. Dieses Kind habe wie eine Frau gesprochen. 

Das sei unvorstellbar (Urk. D1/2/4 S. 6). Auch dem Einwand des Beschuldigten, 

wonach der von der Privatklägerin 1 geschilderte Tatablauf teilweise nicht nach-

vollziehbar und die ihm unterstellten Handlungen wie von ihr beschrieben gar 

nicht möglich gewesen sein können (vgl. Urk. D1/2/5 S. 4 f.), kann nicht gefolgt 

werden. Im Gegenteil; der von der Privatklägerin 1 geschilderte Tatablauf respek-

tive die einzelnen Handlungen des Beschuldigten wirken aufgrund der Detailge-

nauigkeit realitätsnah und sind auch nachvollziehbar. 

Die Aussagen des Beschuldigten weisen zudem gewisse Widersprüche auf. Ge-

rade in Bezug auf die Dauer der Beziehung mit der Mutter der Privatklägerin 1 

verstrickte er sich mehrfach in Widersprüche. So führte er in seiner Hafteinver-

nahme aus, er sei mit der Mutter der Privatklägerin 1 nicht einmal drei Jahre ver-

- 27 - 

heiratet gewesen, während er auf eine Frage später zur Länge ihrer Beziehung zu 

Protokoll gab, zweieinhalb Jahre oder nicht einmal (Urk. D1/2/4 S. 3, Antw. auf 

Fragen 14 f.). Auch sprach er selber von einem Vorfall, seit welchem fünf Jahre 

vergangen seien, während er eine Frage später auf Vorhalt, ob es also einen Vor-

fall gegeben habe, ausführte: "Nein, absolut nicht." (Urk. D1/2/4 S. 3 f.). 

Der Beschuldigte macht geltend, der Deliktszeitraum vom 1. Juni bis 12. Juli 2013 

könne nicht stimmen, da seine Ex-Frau in der Scheidungsverhandlung gesagt ha-

be, dass er die Wohnung am 1. Juni verlassen habe. Er sei in dieser Zeit nur ein-

mal in der Wohnung gewesen, als ihn seine Ex-Frau eingeladen habe. Sie habe 

genau diese Daten genommen, die zur Scheidungsphase passen würden (Urk. 

D1/2/5 S. 3 f.). Die Aussage des Beschuldigten, wonach er nach dem 1. Juni nur 

noch einmal in der Wohnung bei seiner Ex-Frau I._____ gewesen sein will, er-

scheint angesichts seiner äusserst widersprüchlichen Aussagen hinsichtlich der 

Dauer der Ehe sowie des Zusammenlebens mit I._____ allerdings unglaubhaft. 

So führte er anlässlich seiner Hafteinvernahme aus, dass sie in den ersten drei 

Monaten nach der Heirat zusammen gewesen seien, dann habe er begonnen, auf 

einer Baustelle zu arbeiten, sodass sie sich nur noch einmal pro Woche oder alle 

zwei Wochen hätten sehen können, während er auf die Frage, wie lange er mit ihr 

und der Privatklägerin 1 im gleichen Haushalt gelebt habe, zu Protokoll gab, nicht 

viel, vier Monate (Urk. D1/2/4 S. 3). Gegenüber der Staatsanwaltschaft führte er 

anfänglich aus, von der Heirat am tt. Dezember 2010 an habe er die ersten drei 

Monate immer dort gewohnt und sei von dort zur Arbeit gegangen. Danach habe 

er nie mehr dort übernachtet, sondern bei seiner Mutter (Urk. D1/2/6 S. 4). Ob-

wohl er nach den ersten drei Monaten nie mehr im gleichen Haushalt wie I._____ 

und die Privatklägerin 1 übernachtet haben will, verstrickt er sich bereits bei den 

nachfolgenden Fragen in Widersprüche, indem er aussagte, er habe ab April 

2011 nur noch ab und zu dort übernachtet, aber insgesamt maximal einen Monat, 

bis 2013 habe er dort ab und zu übernachtet, insgesamt habe er dort einen Monat 

gewohnt (Urk. D1/2/6 S. 4 f.). Auf die Frage, weshalb er im Eheschutzverfahren 

ausgesagt habe, dass er bis Januar 2014 dort gewohnt habe, gab er zu Protokoll, 

weil er das Land nicht verlassen wolle (Urk. D1/2/6 S. 5). Auch vor Vorinstanz 

sagte der Beschuldigte abweichend zu seinen bisherigen Aussagen aus, er sei 

- 28 - 

mit I._____, der Mutter der Privatklägerin 1, seit der Heirat im Dezember 2010 bis 

Mitte Februar 2011 zusammen gewesen (Urk. 36 S. 3). Die Aussagen des Be-

schuldigten sind somit völlig widersprüchlich und unglaubhaft. Dieses Aussage-

verhalten hinterlässt zudem den Eindruck, dass der Beschuldigte seine Aussagen 

– insbesondere im Zusammenhang mit der Dauer der Ehe sowie des Zusammen-

lebens – je nach Verfahren (Strafverfahren, Eheschutzverfahren) und Stand des 

jeweiligen Verfahrens beliebig anpasst. Aus dem Urteil und der Verfügung des 

Bezirksgerichtes Pfäffikon vom 23. September 2014 geht hervor, dass der Be-

schuldigte angegeben hat, er und die Mutter der Privatklägerin 1, I._____, würden 

erst seit Mitte Januar 2014 getrennt leben (vgl. Urk. D1/11/2 S. 5).  

Die Aussage des Beschuldigten, wonach er während der gesamten Zeit als er mit 

der Mutter der Privatklägerin 1 zusammen gewesen sei, niemals alleine mit der 

Privatklägerin 1 respektive beiden Kindern gewesen sein soll (Urk. D1/2/4 S. 4; 

Urk. 36 S. 2), erscheint nicht nur aufgrund der mehrjährigen Ehe zwischen ihm 

und I._____ sowie des Zusammenlebens mit ihr und den Kindern, unglaubhaft 

und geradezu lebensfremd, sondern auch gestützt auf die glaubhaften Aussagen 

von I._____, wonach sie mit dem Beschuldigten ungefähr 2½ Jahre in einem ge-

meinsamen Haushalt gelebt habe (Urk. D1/4/5 S. 4) und die Privatklägerin 1 und 

deren Schwester regelmässig alleine mit dem Beschuldigten zuhause geblieben 

seien, wenn sie Termine gehabt habe (Urk. D1/4/11 [recte: D1/4/1], S. 2). Auf 

Nachfrage, ob es oft vorgekommen sei, dass der Beschuldigte alleine mit 

den Kindern zu Hause gewesen sei, führte sie aus, ja, mehrfach, als sie zur Arbeit 

oder Einkaufen gegangen sei, sei er immer zu Hause gewesen (Urk. D1/4/5 S. 9). 

Weiter bestätigte I._____ anlässlich ihrer Zeugeneinvernahme auch, dass der Be-

schuldigte im August 2013 nicht mehr bei ihnen gewesen sei. Im Juli sei er ein 

paar Mal gekommen, nachher sei er aber weg gegangen (Urk. D1/4/5 S. 4). Ge-

stützt auf die übereinstimmenden Aussagen der Privatklägerin 1 und deren Mutter 

ist somit – entgegen den widersprüchlichen Aussagen des Beschuldigten – davon 

auszugehen, dass dieser kurz vor der Trennung im Juli/August 2013 zwar öfters 

abwesend gewesen ist, aber bis zu jenem Zeitpunkt nach wie vor bei der Mutter 

der Privatklägerin 1 gewohnt und dort auch tageweise verkehrt hat. 

- 29 - 

Weiter wendet der Beschuldigte ein, der Vorfall könne nicht stattgefunden haben, 

da die Privatklägerin 1 ausgesagt habe, dies sei über Mittag an einem Wochentag 

passiert, und an den Wochentagen habe er immer gearbeitet. Im Juli 2013 habe 

er auf der Baustelle sowie bei der Reinigung und damit bei zwei Stellen gearbei-

tet. Dabei sei er über Mittag jeweils nicht nach Hause gegangen, da er für den 

Hin- und Rückweg zwei Stunden gebraucht hätte (Urk. D1/2/5 S. 4). Um sei-

nen Einwand zu stützen, liess der Beschuldigte von der Verteidigung entspre-

chende Lohnabrechnungen, Arbeitsrapporte sowie Einsatzverträge einreichen 

(Urk. 65/1-11). Diesen sind allerdings lediglich die gesamten Arbeitsstunden 

pro Tag zu entnehmen. Die genauen Uhrzeiten von wann bis wann der Beschul-

digte jeweils arbeitete respektive wann und wo er seine (Mittags-)Pausen ver-

brachte oder wie lange diese dauerten, lässt sich den Unterlagen gerade nicht 

entnehmen. Zudem ist unglaubhaft, dass der Beschuldigte bei durchschnittlich 

acht bis neun Arbeitsstunden pro Tag im Deliktszeitraum vom 1. Juni bis 12. Juli 

2013 und damit während rund zwei Wochen nie eine Mittagspause eingelegt ha-

ben soll. Entgegen der Auffassung der Verteidigung (Urk. 64 S. 5 f.; Urk. 76 

S. 8 ff.) lässt sich gestützt auf diese Unterlagen folglich nicht belegen, dass der 

Beschuldigte nie eine Mittagspause zusammen mit der Privatklägerin 1 verbracht 

hat. 

Weiter lässt der Beschuldigte vorbringen, die Privatklägerin 1 könnte ihn mit je-

mandem verwechselt haben, und die von ihr beschriebenen Handlungen könnten 

ihr von jemand anderem angetan worden sein (vgl. Urk. 41 S. 11; Prot. I S. 8). 

Diesbezüglich führte der Beschuldigte anlässlich seiner Hafteinvernahme aus, er 

habe den jetzigen Stiefvater gemeint, weil er diesen einige Male gesehen habe, 

wie dieser die Kinder massiert habe. Damals sei es ihm jedoch nicht in den Sinn 

gekommen, dass dieser das mit anderer Absicht gemacht haben könnte 

(Urk. D1/2/4 S. 7). Angesichts des Umstandes, dass es sich beim Beschuldigten 

um den damaligen Stiefvater der Privatklägerin 1 handelte, mit welchem deren 

Mutter verheiratet gewesen ist und welcher eine gewisse Zeit im selben Haushalt 

mit ihnen gelebt hat, erscheint es unglaubhaft, dass die Privatklägerin 1 den Be-

schuldigten mit jemand anderem verwechselt haben respektive nicht in der Lage 

gewesen sein könnte, den Beschuldigten und den aktuellen Partner ihrer Mutter, 

- 30 - 

K._____, auseinanderzuhalten. Dies insbesondere, da K._____ kurz nach der 

Trennung des Beschuldigten von der Mutter der Privatklägerin 1 mit dieser sowie 

der Privatklägerin 1 zusammengezogen ist und die Privatklägerin 1 K._____ somit 

bestens kennt. Zudem blieben die Aussagen des Beschuldigten diesbezüglich 

sehr vage. So führte er weder aus, an welchen Körperstellen noch zu welchem 

Zeitpunkt der jetzige Stiefvater die Kinder massiert haben sollte. Dieser pauschale 

Vorwurf des Beschuldigten wird weder durch die Aussagen der Privatklägerin 1 

oder deren Mutter noch durch andere Beweismittel gestützt. Die Privatklägerin 1 

sagte anlässlich ihrer Befragung glaubhaft aus, dass sie von K._____ – anders 

als ihre Schwester – nie am Rücken massiert worden sei (Urk. D1/3/8-9). 

Schlicht unverständlich und geradezu verfehlt ist die Argumentation der Verteidi-

gung, wonach es erstaunlich sei, dass es nach dem angeblichen Vorfall zu keiner 

Verhaltensveränderung der Privatklägerin 1 gekommen sei und sich deren schuli-

schen Leistungen nicht verändert hätten oder der Einwand, wonach der von der 

Privatklägerin 1 beschriebene Vorfall von einem Triebtäter mit pädophilen Nei-

gungen habe begangen worden sein müssen, was der Beschuldigte gerade nicht 

sei (Urk. 41 S. 8 f.; Urk. 76 S. 5). Diesen pauschalen Mutmassungen der Verteidi-

gung ist entgegenzuhalten, dass kein psychiatrisches Gutachten über die Privat-

klägerin 1 vorliegt, welches die Auswirkungen des anklagegegenständlichen Vor-

falls auf ihre Psyche dokumentiert. Weder die Verteidigung noch der Beschuldigte 

können sachkundige Aussagen und Einschätzungen darüber machen, welche 

(psychischen) Auswirkungen die Handlungen des Beschuldigten auf die Privat-

klägerin 1 und deren Entwicklung haben, zumal auch nicht jede geschädigte Per-

son genau gleich auf missbräuchliche sexuelle Handlungen reagiert oder diese 

verarbeitet. Dass solche Handlungen lediglich von einem Triebtäter mit pädophi-

len Neigungen hätten begangen werden können, wobei der Beschuldigte sich 

bisher nichts dergleichen zu Lasten habe kommen lassen, ist einzig entgegenzu-

halten, dass auch bei einem Triebtäter alles mit einer ersten Tat beginnt. 

Insgesamt vermögen die pauschalen Bestreitungen des Beschuldigten und die 

von ihm vorgebrachten Einwände keine ernsthaften Zweifel an der Glaubhaftigkeit 

der Aussagen der Privatklägerin 1 zu begründen. 

- 31 - 

2.4.5. Fazit 

Der Sachverhalt hinsichtlich Dossier 1 ist gestützt auf die gewürdigten Beweismit-

tel, insbesondere die glaubhaften Aussagen der Privatklägerin 1, erstellt. Ange-

sichts der glaubhaften Aussagen der Privatklägerin 1, wonach sich der Beschul-

digte und ihre Mutter unmittelbar nach dem anklagegegenständlichen Vorfall ge-

trennt hätten, sie beim Vorfall 8- oder 9-jährig gewesen sei und sommerliche Klei-

dung getragen habe, sowie diejenigen der Mutter der Privatklägerin 1, wonach die 

Trennung vom Beschuldigten im Juli 2013 erfolgt sei (vgl. vorstehend, 

Erw. III.2.4.3. f.) lässt sich zudem auch der in der Anklageschrift aufgeführte Tat-

zeitraum zwischen dem 1. Juni und 12. Juli 2013 erstellen. 

3. Sachverhaltserstellung Delikt zum Nachteil des Privatklägers 2 

3.1. Standpunkt des Beschuldigten 

Der Beschuldigte bestreitet nicht, dass es zu einer Kollision zwischen seinem Lie-

ferwagen und dem Privatkläger 2 gekommen ist. Er bestreitet aber, den Privatklä-

ger 2 aufgrund einer Unaufmerksamkeit beim Rückwärtsfahren mit seinem Lie-

ferwagen nicht gesehen und dabei mit diesem kollidiert zu sein, sondern macht 

insbesondere geltend, er habe im rechten Aussenspiegel seines Lieferwagens 

gesehen, dass der Privatkläger 2 zu seinem Fahrzeug gelaufen sei und sich habe 

fallen lassen (Urk. D2/4/1 S. 2 f.; Urk. D2/4/4 S. 5; Prot. II S. 23). 

Nachfolgend ist zu prüfen, ob sich der Sachverhalt anhand der vorliegenden Be-

weismittel erstellen lässt, wobei sich die urteilende Instanz nicht mit allen Partei-

standpunkten einlässlich auseinandersetzen und jedes einzelne Vorbringen aus-

drücklich widerlegen muss (Urteil des Bundesgerichtes 6B_170/2011 vom 

10. November 2011, E. 1.2). 

 

3.2. Übersicht Beweismittel 

Für die Erstellung des Sachverhalts liegen als Beweismittel die Aussagen des 

Beschuldigten (Urk. D2/4/1-2; Urk. D2/4/4; Urk. 36 S. 3 ff.; Prot. II S. 23 ff.), des 

- 32 - 

Privatklägers 2 (Urk. D2/5/1-2), der Zeugen N._____ (Urk. D2/6/1; Urk. D2/6/5), 

O._____ (Urk. D2/6/2; Urk. D2/6/4) und P._____ (Urk. D2/6/3; Urk. D2/6/6), der 

ärztliche Befund der Q._____ Gruppenpraxis (Urk. D2/7/6), der Austrittsbericht 

des Spitals Limmattal vom 17. Oktober 2017 (Urk. D2/7/7) sowie der ärztliche Be-

fund von Dr. med. R._____, …ärztin der Notfallstation des Spitals Limmattal, vom 

15. März 2019 (Urk. D2/7/8) vor. 

3.3. Aussagen 

Seitens der Vorinstanz wurden die massgebenden Aussagen des Beschuldigten, 

des Privatklägers 2, der Zeugen sowie die Feststellungen aus den ärztlichen Un-

terlagen ausführlich und zutreffend wiedergegeben (Urk. 61 S. 46-67), weshalb 

vorab vollumfänglich darauf verwiesen werden kann (Art. 82 Abs. 4 StPO). 

Anlässlich der Berufungsverhandlung führte der Beschuldigte erneut aus, er habe 

sich der Rampe genähert und während des Rückwärtsfahrens in die Seitenspie-

gel sowie die Kamera gesehen. Als er nach rechts geschaut habe, habe er den 

Privatkläger 2 gesehen. Dieser sei rechts gestanden. Er sei sehr langsam rück-

wärts gefahren. Er habe vom Fahrzeug her nichts bemerkt, sondern lediglich ge-

sehen, wie sich der Privatkläger 2 zu Boden geworfen habe. Wenn es zu einem 

Kontakt oder Aufprall gekommen wäre, hätte er das sicher gemerkt, da die Aus-

senverkleidung des Fahrzeugs aus Plastik gewesen sei und man jedes Geräusch 

sofort gehört hätte. Auf der Kamera habe er den Privatkläger 2 nicht gesehen. Er 

habe nur gesehen, wie dieser zu Boden falle oder gefallen sei. Er habe den Pri-

vatkläger 2 dann gefragt, was los sei. Dieser habe gesagt, er hätte den Fuss "ka-

putt". Er habe gedacht, der Privatkläger 2 habe den Fuss verstaucht. Dieser habe 

dann gesagt, es sei nichts, sei aufgestanden, habe mit den anderen geplaudert 

sowie gelacht und sei dann zur Arbeit gegangen. Vielleicht habe dieser auch mit 

der Schulter am Fahrzeug angeschlagen. Er könnte sich nicht mehr an Einzelhei-

ten erinnern, aber dort seien drei Überwachungskameras aufgestellt gewesen 

(Prot. II S. 23 ff.). 

- 33 - 

3.4. Beweiswürdigung 

3.4.1. Allgemeine Grundsätze 

Die Grundsätze der Beweiswürdigung und die allgemeingültigen Beweisregeln 

wurden von der Vorinstanz korrekt dargelegt, weshalb vollumfänglich darauf ver-

wiesen werden kann (Urk. 61 S. 8 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO). 

3.4.2. Glaubwürdigkeit 

Der Beschuldigte ist vom Strafverfahren direkt betroffen und hat deshalb ein legi-

times Interesse daran, die Geschehnisse in einem für ihn günstigen Licht darzu-

stellen, was dazu führt, dass seine Aussagen vor dem Hintergrund der Interes-

senlage zu würdigen sind. Es liegen aber keine Anhaltspunkte vor, die von vorn-

herein gegen seine Glaubwürdigkeit sprechen würden. 

Der Privatkläger 2 hat aufgrund seiner Stellung als Verfahrensbeteiligter und der 

von ihm geltend gemachten Zivilansprüche ein eigenes Interesse am Ausgang 

des Verfahrens. Er könnte daher versucht sein, die Geschehnisse in einem für ihn 

günstigen Licht darzustellen, was bei der Würdigung seiner Aussagen entspre-

chend zu berücksichtigen ist. Es liegen jedoch keine Anhaltspunkte vor, welche 

an seiner allgemeinen Glaubwürdigkeit zweifeln liessen. 

N._____ und P._____ waren zum Zeitpunkt des anklagegegenständlichen Vor-

falls – wie der Beschuldigte und der Privatkläger 2 – als Chauffeure bei F._____ 

in H._____ tätig. Sie gaben beide an, weder zum Beschuldigten noch zum Privat-

kläger 2 in einer persönlichen Beziehung zu stehen (Urk. D2/6/5 S. 2; Urk. D2/6/6 

S. 2). N._____ gab an, sie seien lediglich Arbeitskollegen (Urk. D2/6/5 S. 2). Die 

beiden Zeugen haben unter Hinweis auf die strenge Strafandrohung bei falscher 

Zeugenaussage gemäss Art. 307 StGB ausgesagt (Urk. D2/6/5 S. 1 f.; 

Urk. D2/6/6 S. 1 f.). Es besteht keine Veranlassung, an der Glaubwürdigkeit die-

ser Zeugen zu zweifeln. 

O._____ war zum Zeitpunkt des anklagegegenständlichen Vorfalls als Schichtlei-

ter im Lager von F._____ in H._____ tätig und damit Vorgesetzter des Beschul-

- 34 - 

digten, des Privatklägers 2 und der beiden Zeugen N._____ und P._____ 

(Urk. D2/6/2 S. 2). Er gab an, mit dem Beschuldigten früher zusammengearbeitet 

zu haben. Zum Privatkläger 2 stehe er in keiner Beziehung. Er habe nicht einmal 

gewusst, wie dieser heisse (Urk. D2/6/4 S. 2). Der Zeuge O._____ pflegte zum 

Beschuldigten beruflich offenbar einen engeren Kontakt als zum Privatkläger 2. 

O._____ hat ebenfalls unter Hinweis auf die strenge Strafandrohung bei falscher 

Zeugenaussage gemäss Art. 307 StGB ausgesagt (Urk. D2/6/4 S. 1 f.). In Über-

einstimmung mit der Vorinstanz (Urk. 61 S. 63) könnte O._____ aufgrund seiner 

Aufsichtspflicht als Schichtleiter und Vorgesetzter des Beschuldigten und des Pri-

vatklägers 2 allerdings ein Interesse daran haben, den Vorfall in einem für ihn und 

den Beschuldigten günstigen Licht darzustellen, weshalb seine Aussagen mit ei-

ner gewissen Zurückhaltung zu würdigen sind. Es besteht aber keine Veranlas-

sung, an seiner Glaubwürdigkeit zu zweifeln. 

Im Vordergrund steht aber bei allen erwähnten Personen die Glaubhaftigkeit ihrer 

Aussagen. 

3.4.3. Aussagen des Privatklägers 2 und der Zeugen 

Der Privatkläger 2 hat in seinen Einvernahmen konstant und im Kerngehalt 

gleichbleibend ausgesagt, er sei auf dem Weg zum Lager gewesen, als er zwei 

Lieferwagenfahrer – u.a. den Beschuldigten – gesehen habe, welche sich darüber 

gestritten hätten, wer zuerst in den freien Parkplatz bei der Rampe fahren dürfe. 

Der Beschuldigte sei mit seinem Lieferwagen dann sehr schnell rückwärts in den 

umstrittenen Parkplatz gefahren, wo er gestanden sei. Dabei sei der Beschuldigte 

ihm in den Rücken gefahren, sodass er "davongeflogen" sei. Der Beschuldigte sei 

daraufhin ausgestiegen und habe sich entschuldigt, weil er ihn übersehen habe. 

In jenem Moment seien mehrere Leute zu ihnen gelaufen. Niemand habe ihm ge-

holfen und es sei behauptet worden, er sei absichtlich hingefallen. Es habe nie-

mand die Polizei oder einen Krankenwagen gerufen, sodass er selber ins Spital 

gefahren sei (Urk. D2/5/1 S. 3 f.; Urk. D2/5/2 S. 3 ff.). 

Der Privatkläger 2 schilderte den Geschehensablauf bei allen Einvernahmen 

nachvollziehbar. Dass er gegenüber der Staatsanwaltschaft detailliertere Aussa-

- 35 - 

gen machte als noch bei der Polizei, deutet entgegen der Auffassung der Vertei-

digung (Urk. 41 S. 15; Urk. 76 S. 13 f.) nicht auf eine gesteigerte Dramatik hin, 

sondern ist unter anderem dem Umstand geschuldet, dass er von der Staatsan-

waltschaft detaillierter befragt und ihm spezifischere Fragen zum Geschehensab-

lauf gestellt worden sind. Zwar ist bei den Aussagen des Privatklägers 2, wonach 

er zwei Meter geflogen und aufgeschlagen sei (Urk. D2/5/2 S. 3) oder die Motoren 

aufgeheult und die Reifen gequietscht hätten (Urk. D2/5/2 S. 4 und S. 5), eine 

gewisse Aggravierungstendenz erkennbar, dass es durch die Unaufmerksamkeit 

des Beschuldigten aber zu einem Unfall gekommen ist und dieser ihn mit seinem 

Lieferwagen angefahren und am Rücken getroffen hat, sagte der Privatkläger 2 

jedoch in allen Einvernahmen konstant aus. 

Der Privatkläger 2 sagte anlässlich seiner staatsanwaltschaftlichen Einvernahme 

zudem aus, der Beschuldigte sei anschliessend davongelaufen und habe zwei, 

drei Leute, die Schichtleiter, welche zuständig gewesen waren, geholt. Diese hät-

ten ihn "schikaniert" und gesagt, er solle aufstehen, es sei alles in Ordnung. Er sei 

dann aufgestanden und wieder hingefallen. Sie hätten ihn danach hochgehoben 

und die zwei, welche von der linken Seite gekommen seien, hätten den Beschul-

digten gefragt, was passiert sei. Dieser habe direkt zugegeben, dass er ihn nicht 

gesehen und Stress habe. Sie hätten dann mit ihm gesprochen. Die Chefs hätten 

keinen Arzt und keine Polizei holen wollen, er habe selber zum Arzt gehen sollen 

(Urk. D2/5/2 S. 3 f.). Im Verlauf der Einvernahme führte er auf die Frage, was 

nach dem Aufprall passiert sei, erneut aus: "Dann kamen von links zwei Leute. Er 

stieg aus, er habe mich nicht gesehen, er habe Stress. Er lief schnell rein und hol-

te zwei Leute raus. Es kamen noch 1-2 Leute dazu. Bevor er reinlief, haben die 

beiden Leute noch gefragt, was los war und da sagte er, er habe mich nicht gese-

hen. Sie fragten ihn, ob er mich getroffen habe und dann sagte er, er habe mich 

nicht gesehen und lachte dabei." (Urk. D2/5/2 S. 6). Auf entsprechende Nachfra-

ge führte der Privatkläger 2 ergänzend aus, sie hätten ihn hochgehoben und ge-

schaut, ob er stehen könne. Er sei dann wieder hingefallen. Sie hätten ihn dann 

wieder hochgehoben, auf einen "Pollerstein" gesetzt und ihm Wasser gegeben. 

Dies sei P._____ gewesen, glaube er (Urk. D2/5/2 S. 9). Diese Darstellung des 

Privatklägers 2 deckt sich mit derjenigen der Zeugen N._____ und P._____ und 

- 36 - 

wird durch deren Aussagen untermauert. Die Zeugen N._____ und P._____ konn-

ten den Unfallhergang selber zwar nicht beobachten. Diese hatten zusammen ei-

nen Lieferwagen beladen und machten Pause auf dem Platz, als der anklagege-

genständliche Vorfall passierte. Sie kamen aber unmittelbar nach dem Unfall zum 

Unfallort (vgl. Urk. D2/6/1 S. 2; Urk. D2/6/3 S. 2). So führte der Zeuge N._____ 

aus, sie seien hingegangen und hätten gesehen, wie der Privatkläger 2 auf dem 

Boden gelegen sei. Er habe diesen gefragt, was er gemacht habe, und dieser ha-

be geantwortet, er sei angefahren worden. S._____ und O._____ hätten den Pri-

vatkläger 2 hochziehen wollen und gesagt, dieser habe gar nichts. P._____ habe 

dann gesagt, sie müssten den Krankenwagen rufen, dies sei kein Spass. Der Be-

schuldigte habe nur gesagt, er sei im Stress. Sie hätten den Privatkläger 2 wieder 

hochheben wollen und gesagt, dieser müsse noch eine Tour fahren. Er habe 

dann gesagt, sie sollen aufhören, es reiche jetzt. Er habe dem Privatkläger 2 dann 

hochgeholfen und diesen auf die Mauer gesetzt. P._____ habe ihm etwas zu trin-

ken geholt. Für ihn habe der Beschuldigte es zugegeben, als dieser gesagt habe, 

er sei im Stress, und er habe den Privatkläger 2 nicht gesehen (Urk. D2/6/1 S. 2 

f.; Urk. D2/6/5 S. 3 f.). Auch der Zeuge P._____ bestätigte, dass der Privatkläger 

2 auf dem Boden gelegen sei. Er hätte diesen gefragt, was geschehen sei, und 

dieser habe geantwortet, der Beschuldigte sei in ihn gefahren. Sein Kollege habe 

den Beschuldigten dann gefragt, ob dieser den Privatkläger 2 nicht gesehen ha-

be. Dieser habe mit nein geantwortet, er sei im Stress. Dann seien zwei aus dem 

Büro gekommen, die dem Privatkläger 2 hätten aufhelfen wollen. Er habe aber 

gesagt, sie sollen den Privatkläger 2 liegen lassen, die anderen beiden hätten 

aber nein gesagt und dass der Privatkläger 2 nun aufstehen solle. Sie hätten den 

Privatkläger 2 zur Seite genommen. Dieser konnte laufen, jedoch nicht gut. Dieser 

sei komisch gestanden (Urk. D2/6/3 S. 2). 

Die beiden Zeugen P._____ und N._____ schilderten das Erlebte deckungsgleich, 

konstant und widerspruchsfrei, weshalb ihre Aussagen als glaubhaft einzustufen 

sind. Beide Zeugen bestätigten, dass sie den Unfall selber nicht gesehen hätten 

(vgl. Urk. D2/6/1 S. 2 f.; Urk. D2/6/3 S. 2). Sie sagten eher zurückhaltend aus und 

räumten ein, wenn sie etwas nicht selber mitbekommen hatten oder etwas nicht 

wussten. So sagte der Zeuge N._____ beispielsweise aus, er wisse nicht, ob je-

- 37 - 

mand den Unfall direkt gesehen habe. Er wisse auch nicht, ob O._____ das Gan-

ze gesehen habe. Er denke eher nicht, dieser sei eigentlich immer "drin" und her-

gerufen worden. Aber ganz sicher wisse er es nicht (Urk. D2/6/1 S. 3). Der Zeuge 

N._____ verneinte auch, etwas vom Unfall mitbekommen oder etwas gehört zu 

haben (Urk. D2/6/5 S. 4). Auch der Zeuge P._____ sagte aus, er wisse nicht, ob 

O._____ den Unfall gesehen habe (Urk. D2/6/3 S. 3). Weiter führte P._____ aus, 

so wie er es verstanden habe, sei der Privatkläger 2 im Rücken getroffen worden. 

Dieser habe vorbeilaufen wollen, als der Beschuldigte ihn beim Rückwärtsfahren 

getroffen habe (Urk. D2/6/3 S. 3). Zudem belasteten beide Zeugen den Beschul-

digten nicht übermässig. So gab N._____ zu Protokoll, der Beschuldigte sei rot im 

Gesicht und in Panik gewesen. Das habe er einfach für sich gedacht. Er könne 

nicht jemanden beschuldigen, wenn er nicht wisse, was passiert sei (Urk. D2/6/5 

S. 5). Auch P._____ gab zu Protokoll, der Beschuldigte sei schockiert gewesen. 

Dieser habe es sicher nicht extra gemacht (Urk. D2/6/6 S. 5). Die Zeugen 

P._____ und N._____ untermauern – insbesondere was die Vorkommnisse und 

den Ablauf unmittelbar nach dem Unfall anbelangt – die Darstellung des Privat-

klägers 2. 

Zwar wies der Zeuge P._____ bei seiner Einvernahme bei der Staatsanwaltschaft 

drauf hin, dass der Cousin des Privatklägers 2 gesagt habe, dieser würde sie alle 

verarschen und der Privatkläger 2 habe ihm nach dem Vorfall Geld angeboten, 

um für ihn auszusagen (Urk. D2/6/6 S. 5 und S. 7), wodurch er gewisse Vorbehal-

te gegenüber dem Privatkläger 2 zum Ausdruck bringt. An seiner Darstellung der 

Tatumstände hielt der Zeuge P._____ jedoch fest, wonach es einen hörbaren 

Schlag gegeben habe. Seine Wahrnehmungen nach dem Unfall deuten darauf 

hin, dass es effektiv zu einer Kollision gekommen war, welche zu Verletzungen 

beim Privatkläger 2 geführt hatte. 

Die Aussagen des Zeugen O._____, welcher den Unfall selber nicht gesehen hat-

te, sondern unmittelbar nach dem Unfall zum Unfallpatz gekommen war 

(Urk. D2/6/2 S. 2), weisen gewisse Widersprüche auf, welche dieser nicht glaub-

haft zu erklären vermochte. So führte er gegenüber der Polizei und damit zeitnä-

her zum anklagegegenständlichen Vorfall noch aus, er habe gesehen, dass der 

- 38 - 

Beschuldigte im Stress und in Panik gewesen sei (Urk. D2/6/2 S. 3), während er 

im Widerspruch dazu bei der Staatsanwaltschaft ausführte, der Beschuldigte sei 

sehr zurückhaltend sowie ruhig gewesen, und auf die Frage, ob der Beschuldigte 

erwähnt habe, ob er unter Zeitdruck gewesen sei, gab O._____ zu Protokoll, nicht 

dass er sich erinnern würde (Urk. D2/6/4 S. 4 f.). Auf Vorhalt, dass er gegenüber 

der Polizei gesagt habe, er habe gesehen, dass der Beschuldigte im Stress ge-

wesen sei, führte er ausweichend aus, er könne sich nicht erinnern, dass er das 

gesagt habe, dies komme ihm ziemlich fremd vor (Urk. D2/6/4 S. 5). Auf weitere 

Frage, er habe das Protokoll aber unterschrieben, führte er aus, er habe es nicht 

Buchstabe für Buchstabe durchgelesen und auf erneute Wiederholung, er habe 

ausgesagt, dass der Beschuldigte im Stress gewesen sei, führte er dann plötzlich 

aus: "Unmöglich, dass ich das gesehen habe" (Urk. D2/6/4 S. 5). Auf weitere Fra-

ge, wie der Beschuldigte nach dem Unfall auf ihn gewirkt habe, sagte er aus, die-

ser sei ziemlich ruhig und zurückhaltend gewesen, was im Widerspruch zu seiner 

weiteren Aussage steht, wonach er das Gefühl gehabt habe, der Beschuldigte 

habe Angst gehabt und sei etwas rot im Gesicht gewesen (Urk. D2/6/4 S. 5). 

Ebenfalls widersprüchlich und damit wenig glaubhaft sind seine Aussagen zur 

Frage, in welcher Beziehung er zum Privatkläger 2 steht. Während er zu Beginn 

seiner staatsanwaltschaftlichen Einvernahme noch ausführte, er stehe mit diesem 

in keinerlei Beziehung und habe nicht einmal gewusst, wie dieser heisse 

(Urk. D2/6/4 S. 2), gab er später zu Protokoll, der Privatkläger 2 habe sich immer 

wieder mal Spässe erlaubt, deshalb sei es für ihn umso schwieriger gewesen, zu 

erkennen, ob es Spass sei oder nicht (Urk. D2/6/4 S. 3). Nur schon aufgrund der 

Tatsache, dass O._____ Schichtleiter und damit Vorgesetzter des Privatklägers 2 

gewesen war, erscheint seine Aussage, er habe nicht einmal dessen Namen ge-

kannt, wenig glaubhaft. 

Beim Aussageverhalten des Zeugen O._____ fällt in Übereinstimmung mit der 

Vorinstanz (Urk. 61 S. 68) auf, dass dieser präventiv zu seiner Entlastung als 

Vorgesetzter gewisse für ihn wichtige Informationen ohne entsprechende Frage 

vorbrachte und mehrfach betonte, dass es für ihn nach Spass des Privatklägers 2 

ausgesehen habe, weshalb für ihn auch kein Handlungsbedarf bestanden habe. 

Er führte auch ungefragt aus, dass der Privatkläger 2 ein Problem mit der Versi-

- 39 - 

cherung gehabt habe und er nicht wisse, ob F._____ den Vorfall bestreite 

(Urk. D2/6/2 S. 3). Auffallend ist zudem, dass die Aussagen von O._____ gegen-

über der Staatsanwaltschaft abweichend von seinen bisherigen Aussagen bei der 

Polizei eher zugunsten des Beschuldigten ausfallen und er beispielsweise erst auf 

mehrfachen Vorhalt seiner bisherigen Aussagen einräumte, dass der Beschuldig-

te wie in Panik ausgesehen habe und ein bisschen rot im Gesicht gewesen sei 

(Urk. D2/6/4 S. 5), was so auch mit der Darstellung des Zeugen N._____ überein-

stimmt, welcher ebenfalls von einem roten Gesicht des Beschuldigten und Panik 

gesprochen hat (Urk. D2/6/5 S. 5). Dass der Beschuldigte ruhig und zurückhal-

tend gewirkt haben soll, deckt sich auch nicht mit den Aussagen des Zeugen 

P._____, welcher zu Protokoll gab, er denke, der Beschuldigte habe einen 

Schock gehabt. Dieser habe so ausgesehen und sei nervös gewesen (Urk. D2/6/6 

S. 4 f.). Weiter ergibt sich aus den Aussagen des Zeugen O._____, dass dieser 

die vom Privatkläger 2 geäusserten Beschwerden nicht wirklich ernst genommen 

hat (Urk. D2/6/2 S. 2 ff.; Urk. D2/6/4 S. 3 ff.), was sich mit der Darstellung des Pri-

vatklägers 2 und der Zeugen N._____ und P._____ deckt (vgl. Urk. D2/5/2 S. 3 f.; 

Urk. D2/6/1 S. 2 f.; Urk. D2/6/3 S. 2). Insgesamt erscheinen die Aussagen der 

Zeugen N._____ und P._____ somit glaubhafter als diejenigen des Zeugen 

O._____, allerdings decken sich gewisse seiner Aussagen ebenfalls mit denjeni-

gen des Privatklägers 2 oder der beiden anderen Zeugen. 

Der Privatkläger 2 führte aus, dass er nach vorne geflogen sei und die Knieschei-

ben und die Ellbogen aufgeschürft habe, was auch seine spätere Aussage von of-

fenen Wunden erklärt und entgegen der Auffassung der Verteidigung (Urk. 41 

S. 15; Urk. 76 S. 13 f.) einfach eine andere Formulierung darstellt und nicht auf 

eine übertriebene Darstellung schliessen lässt. Auch dass in den medizinischen 

Unterlagen keine Abschürfungen als Verletzungsfolgen dokumentiert sind, spricht 

entgegen der Auffassung der Verteidigung (Urk. 41 S. 18 f.; Urk. 76 S. 13) nicht 

per se gegen das Vorliegen solcher Verletzungen, sondern lässt sich damit erklä-

ren, dass gemäss Austrittsbericht des Spitals Limmattal vom 17. Oktober 2017 die 

Ellbogen oder Kniescheiben des Privatklägers 2 nicht untersucht worden sind 

(vgl. Urk. D2/7/7). Die übrigen Verletzungsfolgen des Privatklägers 2 sind in den 

ärztlichen Unterlagen dokumentiert und hatten eine Arbeitsunfähigkeit des Privat-

- 40 - 

klägers 2 von 100 % für 8 Tage vom 17. bis 24. Oktober 2017, attestiert durch das 

Spital Limattal (Urk. D2/7/8 S. 2), sowie für weitere 21 Tage vom 25. Oktober bis 

7. November 2017 und 4. bis 10. Dezember 2017, attestiert durch die Q._____ 

Gruppenpraxis (Urk. D2/7/6), zur Folge. Aus dem Austrittsbericht sowie dem ärzt-

lichen Befund von Dr. med. R._____, Spital Limmattal, vom 17. Oktober 2017 so-

wie 15. März 2019 und dem ärztlichen Befund der Q._____ Gruppenpraxis geht 

hervor, dass der Privatkläger 2 eine Wirbelsäulenprellung erlitten hat (Urk. D2/7/6-

8). Dr. med. R._____ hält in ihrem ärztlichen Befund fest, dass aufgrund des Un-

fallmechanismus und der Kinematik der Privatkläger 2 nach vorne geschoben und 

dabei auf den Rücken gestürzt sei. Dabei seien diese Prellungen im Bereich der 

Wirbelsäule entstanden. Aufgrund der Anamnese sei von einem Arbeitsunfall 

auszugehen, somit habe der Privatkläger 2 sich diese Verletzungen/Prellungen 

nicht selber beigebracht (Urk. D2/7/8 S. 1). Auch aus den Aussagen des Beschul-

digten ergibt sich, dass dieser von Verletzungen beim Privatkläger 2 ausgegan-

gen ist. So sagte der Beschuldigte gegenüber der Staatsanwaltschaft aus, er ha-

be gesehen, dass diese Person auf den Boden gefallen sei. Er habe dann sofort 

angehalten, sei ausgestiegen und zu dieser Person gegangen. Als er diese Per-

son gesehen habe, habe er gedacht, dass das Bein nicht am richtigen Ort sei 

(Urk. D2/4/2 S. 3). Dass der Privatkläger 2 sich nach dem anklagegegenständli-

chen Vorfall nicht verhielt, als wäre alles in Ordnung, wie dies der Beschuldigte 

zeitweise geltend zu machen versucht, ergibt sich auch aus den übereinstimmen-

den Aussagen der Zeugen N._____ und P._____, welche bestätigten, dass der 

Privatkläger 2 über Schmerzen geklagt habe. So sagte P._____ bei der Staats-

anwaltschaft aus, als der Privatkläger 2 am Boden gelegen sei, habe dieser ge-

sagt, dass er Rückenschmerzen habe (Urk. D2/6/6 S. 4). Dieser habe ausgese-

hen, als habe er Schmerzen (Urk. D2/6/6 S. 5). Dieser sei gelaufen, aber nicht al-

leine. Sie hätten ihn stützen oder halten müssen (Urk. D2/6/6 S. 5). Auch der 

Zeuge N._____ sagte aus, der Privatkläger 2 habe gesagt, dass er den linken o-

der rechten Fuss fast nicht spüre und nicht darauf treten könne (Urk. D2/6/5 S. 4). 

Zwar macht der Beschuldigte sinngemäss geltend, die Verletzungen des Privat-

klägers 2 seien arbeitsbedingter Verschleiss (vgl. Urk. D2/4/4 S. 3). Gestützt auf 

den ärztlichen Befund der Q._____ Gruppenpraxis sowie den Austrittsbericht des 

- 41 - 

Spitals Limmattal (Urk. D2/7/6-7) ergibt sich zwar, dass Abnützungserscheinun-

gen der Wirbelsäule bestehen, welche auf die schwere körperliche Arbeit und das 

erhöhte Gewicht des Privatklägers 2 zurückzuführen sind und damit bereits vor 

dem anklagegegenständlichen Vorfall bestanden, allerdings wird klar festgehal-

ten, dass der Privatkläger 2 eine Stauchung der Wirbelsäule erlitten habe, wobei 

dieses Verletzungsmuster im Rahmen des geschilderten Aufprallunfalls plausibel 

sei (vgl. Urk. D2/7/6; Urk. D2/7/8 S. 1). Damit erlitt der Privatkläger 2 gestützt auf 

die ärztlichen Unterlagen – entgegen den Aussagen des Beschuldigten und der 

Auffassung der Verteidigung (Urk. 41 S. 18; Urk. 76 S. 12 f.) – Verletzungsfolgen, 

welche nicht nur arbeitsbedingte Abnützungserscheinungen darstellen, sondern 

aufgrund des anklagegegenständlichen Vorfalls entstanden sind. 

Es ist auch kein Motiv erkennbar, weshalb der Privatkläger 2 den Beschuldigten 

zu Unrecht belasten sollte. Der Privatkläger 2 kannte den Beschuldigten im Zeit-

punkt des anklagegegenständlichen Vorfalls erst seit Kurzem, weil der Beschul-

digte neu in der Firma war. Sie standen weder privat noch beruflich näher mitei-

nander in Beziehung, sondern kannten sich höchstens vom Grüssen her bei der 

Arbeit, was so auch vom Beschuldigten und dem Zeugen N._____ bestätigt wor-

den ist (Urk. D2/4/1 S. 3 f., Antw. auf Fragen 14 f.; Urk. D2/5/1 S. 3; Urk. D2/5/2 

S. 2 und S. 5; Urk. D2/6/1 S. 3). Auch sind keine Gründe ersichtlich, weshalb sich 

der Privatkläger 2 absichtlich hinter dem Lieferwagen des Beschuldigten hätte fal-

len lassen und damit entsprechende Verletzungen hätte in Kauf nehmen sollen, 

wie dies der Beschuldigte vorbrachte (Urk. D2/4/1 S. 3; Urk. D2/4/4 S. 3; Urk. 36 

S. 4). Zudem dachte der Privatkläger 2 – wie auch der Zeuge N._____ (vgl. 

D2/6/1 S. 3; Urk. D2/6/5 S. 4) –, dass der Unfall von den Videokameras aufge-

zeichnet worden sei, da sich beim Unfallplatz gleich zwei Videokameras befunden 

hätten (vgl. Urk. D2/5/1 S. 3, Antw. auf Frage 13; Urk. D2/5/2 S. 8). Bereits auf-

grund dieses Umstandes erscheint wenig plausibel, dass sich jemand absichtlich 

fallen lässt, einen Unfall provoziert und dann falsche Aussagen macht, wenn er 

davon ausgeht, dass das Vorgefallene von Videokameras aufgezeichnet worden 

ist. 

- 42 - 

Die Aussagen des Privatklägers 2 sind insgesamt konstant und detailliert. Sie er-

geben ein stimmiges Ganzes und zeigen keine Anzeichen von übertriebener Be-

lastung des Beschuldigten. So gab dieser mehrfach klar zu Protokoll, dass der 

Beschuldigte ihn nicht absichtlich angefahren habe (Urk. D2/5/1 S. 3). Dieser ha-

be das nicht mit Absicht gemacht. Dieser habe ihn einfach nicht gesehen 

(Urk. D2/5/2 S. 7). 

Zusammenfassend erscheinen die Aussagen des Privatklägers 2 als glaubhaft. 

Seine Darstellung wird nicht nur aufgrund der ärztlichen Unterlagen, sondern 

auch durch die Zeugenaussagen – insbesondere von N._____ und P._____ – ge-

stützt. 

3.4.4. Aussagen des Beschuldigten 

Die Aussagen des Beschuldigten dagegen sind wenig nachvollziehbar und wei-

sen diverse Widersprüche zum Kerngeschehen auf. So sagte er anlässlich seiner 

polizeilichen Einvernahme aus, er sei im Auto gesessen und habe im Aussen-

spiegel rechts gesehen, wie der Privatkläger 2 zu seinem Auto gelaufen sei und 

sich dann fallen gelassen habe. Dieser habe ein Theater gemacht. Er habe dies 

richtig gesehen. Er habe alles gesehen (Urk. D2/4/1 S. 3). Während er zuerst klar 

aussagte, er habe gesehen, wie der Privatkläger 2 auf den Lieferwagen zugelau-

fen sei, widersprach er sich im Verlauf dieser Einvernahme bereits, indem er zu 

Protokoll gab, er habe den Privatkläger 2 erst wieder gesehen, als dieser hinten 

rechts beim Lieferwagen gewesen sei. Er habe keine Ahnung, wie dieser dorthin 

gekommen sei. Er habe ganz gestoppt, und erst dann sei der Privatkläger 2 ins 

Auto gelaufen und habe sich fallengelassen (Urk. D2/4/1 S. 4). Anlässlich der 

staatsanwaltschaftlichen Einvernahme sprach er dann entgegen seiner bisherigen 

Aussagen nicht mehr nur vom rechten Aussenspiegel, sondern machte geltend, 

er habe in den Rückspiegel des Lieferwagens gesehen und dort jemanden gese-

hen, der gerade gelaufen sei. Als er zurückgefahren sei, habe er gleichzeitig in 

den linken Spiegel gesehen. Er sei aber auf der rechten Seite gewesen. Als er 

langsam zurückgefahren sei, habe er in den rechten Spiegel geschaut und gese-

hen, dass er oder sie auf den Boden gefallen sei (Urk. D2/4/2 S. 2 f.). Später führ-

te er zudem aus, er könne sich nur leicht erinnern, dass er in den Spiegel ge-

- 43 - 

schaut und dessen rechtes Bein gesehen habe, während er im Anschluss darauf 

zu Protokoll gab, diese Person sei schräg gelaufen, und plötzlich habe er in den 

linken Spiegel geschaut und gesehen, dass er auf dem Boden liege (Urk. D2/4/2 

S. 6). Auf Frage, in welchem Zeitpunkt er den Privatkläger 2 das erste Mal gese-

hen habe, gab dieser ausweichend und widersprüchlich zu Protokoll, er habe in 

den Spiegel geschaut, als dessen rechtes Bein sich Richtung rechte Seite bewegt 

habe, da habe er gesehen, dass dieser auf den Boden gefallen sei (Urk. D2/4/2 

S. 6). Auf mehrfache Wiederholung der Frage gab er zu Protokoll: "Sobald ich an-

hielt, sah ich diese Person" und "Ich habe in den Spiegel geschaut und da sah ich 

sein Bein, gleichzeitig hielt ich an. Als ich anhielt, gab es ca. einen halben Meter 

Abstand zwischen dem Lieferwagen und dem Geschädigten" (Urk. D2/4/2 S. 6). 

Ebenfalls nicht nachvollziehbar sind seine Aussagen, wonach er im Spiegel gese-

hen haben will, wie der Privatkläger 2 hingefallen ist, um bereits im Nachfolgesatz 

auszusagen, er habe in den Spiegel gesehen, als der Privatkläger 2 bereits am 

Boden gelegen sei (Urk. D2/4/2 S. 9). Aufgrund der äusserst widersprüchlichen 

Aussagen des Beschuldigten ist somit nicht nachvollziehbar durch welchen Spie-

gel er den Privatkläger 2 zu welchem Zeitpunkt wo gesehen haben will. Einerseits 

will er den Privatkläger 2 bereits während des Rückwärtsfahrens gesehen haben, 

als dieser noch am Laufen gewesen ist, andererseits erst als dessen Bein bereits 

in der Nähe des Lieferwagens gewesen ist respektive als er angehalten hat. Zu-

dem konnte er angeblich nicht sehen, ob es sich um eine Frau oder einen Mann 

handelte ("dass er oder sie auf den Boden gefallen ist" Urk. D2/4/2 S. 3), das 

rechte Bein dieser Person will er dann aber ganz genau gesehen haben. Auf-

grund seiner äusserst widersprüchlichen und nicht nachvollziehbaren Aussagen 

ist somit davon auszugehen, dass der Beschuldigte den Privatkläger 2 bei seiner 

Rückwärtsfahrt nicht gesehen hat. Zudem sagte der Beschuldigte einerseits aus, 

der Privatkläger 2 habe ihm gesagt, dass der Fuss kaputt sei (Urk. D2/4/2 S. 3 

und S. 7; Prot. II S. 26), und im Widerspruch dazu andererseits, dass der Privat-

kläger 2 gesagt habe, es sei alles in Ordnung (Urk. D2/4/2 S. 3), es sei nichts 

passiert (Urk. D2/4/2 S. 7; Prot. II S. 26). 

Zudem fällt erneut auf, dass er auf gewisse Fragen nur ausweichend antwortete 

und ausschweifend Nebensächlichkeiten schilderte, die mit dem eigentlichen 

- 44 - 

Kerngeschehen respektive ihm gestellten Fragen in keinem Zusammenhang 

standen, ohne die an ihn gerichtete Frage überhaupt zu beantworten respektive 

zum Vorwurf Stellung zu nehmen. So führte er auf Fragen zum Unfallhergang 

aus, etwa drei Monate später sei der Privatkläger 2 wieder zur Arbeitsstelle ge-

kommen und habe ihn mit seinem Privatauto zugeparkt. Er habe nicht mehr weg-

fahren können. Dann seien zwei vom Büro gekommen und hätten gesagt, der Pri-

vatkläger 2 solle gehen, ansonsten würden sie die Polizei rufen. Dann hätten die-

se den Privatkläger 2 links und rechts zugeparkt, sodass er habe davonfahren 

können (Urk. D1/4/1 S. 3). Auf Vorhalt der Aussagen des Privatklägers 2, wonach 

der Beschuldigte sehr schnell rückwärtsgefahren und ihm in den Rücken gefahren 

sei, reagierte der Beschuldigte ausweichend mit Gegenfragen, indem er zu Proto-

koll gab: "Wie konnte er mich dann sehen? Wie konnte er merken, dass ich zu 

schnell gefahren bin" (Urk. D2/4/2 S. 5). 

Weiter fällt auf, dass der Beschuldigte bei den Einvernahmen bemüht ist, sich 

in ein gutes Licht zu rücken ("An dem Tag war ich nicht gestresst, ich hatte genü-

gend Pausen eingelegt und hatte bis dort auch nie einen Unfall. Ich bin ein vor-

sichtiger Mensch", Urk. D2/4/2 S. 5), während er den Privatkläger 2 schlecht zu 

machen oder gar zu belasten versucht, indem er diesem unterstellt, aus dem Un-

fall Profit schlagen zu wollen respektive geltend macht, dieser sei verbotener-

weise über die Parkplätze gelaufen. So führte der Beschuldigte aus, er habe ge-

hört, dass der Privatkläger 2 ein Zigeuner sei. Er glaube, dies sei nur wegen des 

Geldes (Urk. D2/4/1 S. 3 f.). Er nehme an, dass der Privatkläger 2 aufgrund die-

ses Unfalls IV-Rente beziehen oder eine Entschädigung wolle (Urk. D2/4/2 S. 9). 

Dieser habe sich seine Verletzungen selber zugefügt. Dessen Verhalten am Ort 

des Geschehens sei schon ziemlich auffällig gewesen (Urk. D2/4/4 S. 3). Er habe 

mitbekommen, dass der Privatkläger 2 das absichtlich gemacht habe. Als dieser 

zu Boden gefallen sei, habe dieser gelacht (Urk. 36 S. 4). Zudem sei es verboten, 

bei der Rampe zu laufen (Urk. D2/4/1 S. 2). Er habe diesen gefragt, was er zwi-

schen den Autos mache, er dürfe hier nicht laufen. Normalerweise müssten sie 

hier nichts machen. Dieser habe nur gelacht. Er glaube, es sei wegen des Geldes 

(Urk. D2/4/1 S. 4). Der Privatkläger 2 habe sich dort aufgehalten, wo es nicht er-

laubt sei (Urk. D2/4/4 S. 5). Entgegen den Aussagen des Beschuldigten gaben 

- 45 - 

aber sowohl der Privatkläger 2 als auch der Zeuge O._____ als verantwortlicher 

Schichtleiter übereinstimmend zu Protokoll, dass dort kein Fussgängerverbot und 

auch kein entsprechendes Schild gewesen sei (Urk. D2/5/2 S. 4 f.; Urk. D2/6/2 

S. 3). 

Der Beschuldigte machte geltend, er sei rückwärts zur Rampe gefahren, aber sei-

ne Geschwindigkeit sei sehr tief gewesen, ca. 10 km/h. Er sei sich nicht sicher, 

aber er sei sehr langsam gewesen (Urk. D1/4/2 S. 2; Prot. II S. 23). Dass der Be-

schuldigte beim Rückwärtsfahren und damit vor der Kollision mit dem Privatklä-

ger 2 nicht im Schritttempo auf den Parkplatz gefahren ist, erscheint angesichts 

der glaubhaften Aussagen des Privatklägers 2, wonach sich der Beschuldigte 

vorgängig mit einem anderen Chauffeur darum gestritten habe, wer zuerst zur 

Rampe fahren und seinen Lieferwagen beladen könne (vgl. Urk. D2/5/1 S. 3; 

Urk. D2/5/2 S. 3 f. und S. 6), ebenfalls nachvollziehbar. Zudem bestätigte auch 

der Zeuge N._____: "Wenn die Zeit kommt zum Laden, wollen alle schnell bela-

den und fahren einfach kreuz und quer" (Urk. D2/6/5 S. 5), was zeigt, dass auf 

diesem Parkplatz beim Beladen der Lieferwagen jeweils eine gewisse Hektik 

herrscht. Dazu führte auch der Privatkläger 2 aus, die Zeit sei knapp bemessen. 

Alle die draussen seien, würden schnell zurück zum Auto rennen. Man wolle so-

fort los zum Kunden, damit man nachher nach Hause könne. Man müsse eine 

Stunde, bevor es zugehe, dort sein, ansonsten stehe man nachher da 

(Urk. D2/5/2 S. 5). Auch der Zeuge O._____ bestätigte mit seinen Aussagen, 

dass die Situation vor Ort hektisch gewesen war. So sagte dieser gegenüber der 

Staatsanwaltschaft aus, es sei am Nachmittag und für ihn und den anderen 

Schichtleiter ziemlich stressig gewesen. Sie hätten immer mit zu wenigen Chauf-

feuren zu kämpfen (Urk. D2/6/4 S. 3). Aus der Darstellung von O._____ geht an-

schaulich hervor, dass die Chauffeure regelmässig gestresst waren. So führte 

dieser aus, es sei ziemlich klein draussen gewesen, 6 Rampen oder so, und es 

sei dann vorgekommen, dass mindestens 50 Leute dort gewesen seien. Es habe 

dann Schwierigkeiten gegeben, da gewisse ihre Sachen nicht gefunden hätten. 

Sie hätten dann suchen müssen, und draussen hätten sie schon gehupt, da die 

Parkplätze besetzt gewesen seien (Urk. D2/6/4 S. 6). Auch P._____ sagte aus, 

- 46 - 

man wisse, dass diejenigen die laden würden, alle immer Stress hätten 

(Urk. D2/6/6 S. 4). 

Den Aussagen des Beschuldigten, wonach er nicht im Stress gewesen sei 

(Urk. D2/4/2 S. 5 und S. 8; Prot. II S. 25), stehen die glaubhaften und überein-

stimmenden Aussagen des Privatklägers 2, welcher mehrfach ausgeführt hat, der 

Beschuldigte sei unter Stress gestanden (Urk. D2/5/2 S. 4 und S. 6) sowie der 

Zeugen N._____, P._____ und O._____ gegenüber. N._____ führte aus, der Be-

schuldigte habe gesagt, er sei im Stress (Urk. D2/6/1 S. 2). Dieser habe gesagt, 

er sei im Stress, und er habe den Privatkläger 2 nicht gesehen (Urk. D2/6/1 S. 3). 

Er habe den Beschuldigten gefragt, ob dieser den Privatkläger 2 angefahren ha-

be. Dieser habe gesagt, er wisse es nicht, er sei im Stress. Dieser habe ein