# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 300595d5-2997-5b5f-956d-b37437456b53
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-04-08
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 08.04.2010 E-7641/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-7641-2009_2010-04-08.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-7641/2009/kuc
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  8 .  A p r i l  2 0 1 0

Richterin Christa Luterbacher (Vorsitz), 
Richter Pietro Angeli-Busi, Richterin Gabriela Freihofer, 
Gerichtsschreiberin Sandra Bodenmann.

A_______, geboren (...),
Georgien,
Adresse unbekannt (mutmasslich: Polen),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung nach 
Polen (Dublinverfahren); Verfügung des BFM vom 
28. Oktober 2009 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-7641/2009

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass der Beschwerdeführer am 3. September 2009 in der Schweiz um 
Asyl nachsuchte, 

dass das BFM mit Verfügung vom 28. Oktober 2009 – dem Beschwer-
deführer  am 3. Dezember  2009  eröffnet  (vgl. Eröffnungs-  und Emp-
fangsbestätigung  vom  3.  Dezember  2009;  vgl.  Aktum  5  der  Be-
schwerdeakten, letzte Seite) – in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d 
des  Asylgesetzes  vom  26.  Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31)  auf  das 
Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  nicht  eintrat  und  dessen 
Wegweisung nach Polen anordnete, 

dass  das  BFM  gleichzeitig  den  Beschwerdeführer  aufforderte,  die 
Schweiz  sofort  zu  verlassen,  wobei  festgehalten  wurde,  einer  all-
fälligen  Beschwerde  gegen  diese  Verfügung  komme  keine  auf-
schiebende Wirkung zu, 

dass  das  BFM  in  seiner  Verfügung  vorab  festhielt,  Polen  habe  am 
6. Oktober  2009  einer  Übernahme  des  Beschwerdeführers  zu-
gestimmt, 

dass  das  BFM  zur  Begründung  seiner  Verfügung  weiter  anführte, 
Polen  sei  gestützt  auf  das  „Abkommen  vom 26.  Oktober  2004  zwi-
schen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Europäischen 
Gemeinschaft  über  die  Kriterien  und Verfahren zur  Bestimmung des 
zuständigen Staates für die Prüfung eines in einem Mitgliedstaat oder 
in  der  Schweiz  gestellten  Asylantrags“  (Dublin-Assoziierungsabkom-
men  [DAA,  SR  0.142.392.68])  sowie  dem  „Übereinkommen  vom 
17. Dezember  2004  zwischen  der  Schweizerischen  Eidgenossen-
schaft,  der  Republik  Island  und  dem Königreich  Norwegen über  die 
Umsetzung,  Anwendung  und  Entwicklung  des  Schengen-Besitz-
standes und über die Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des zu-
ständigen Staates für die Prüfung eines in der Schweiz, in Island oder 
in  Norwegen  gestellten  Asylantrags“  (SR  0.362.32,  nachfolgend 
Übereinkommen vom 17. Dezember  2004)  für  die  Durchführung des 
Asylverfahrens zuständig,

dass  die  Rückführung  vorbehältlich  einer  allfälligen  Unterbrechung 
(Art. 20 Abs. 1 Bst. b der Verordnung [EG] Nr. 343/2003 des Rates vom 
18. Februar 2003 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Be-

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stimmung  des  Mitgliedstaats,  der  für  die  Prüfung  eines  von  einem 
Drittstaatsangehörigen in einem Mitgliedstaat gestellten Asylantrages 
zuständig ist [Dublin-II-VO]) oder Verlängerung (Art. 20 Abs. 1 Bst. d 
Dublin-II-VO) bis spätestens zum 6. April 2010 zu erfolgen habe,

dass der  Beschwerdeführer  im Rahmen der  Gewährung des rechtli-
chen  Gehörs  erklärt  habe,  er  wolle  nicht  nach  Polen  zurückkehren, 
weil  ihn  dort  einige  Tschetschenen,  mit  denen  er  bereits  eine 
Auseinandersetzung gehabt habe, suchen würden, 

dass  diese Ausführungen indessen  keinen Hinderungsgrund für  den 
Wegweisungsvollzug  nach  Polen  darstellten,  zumal  Polen  ein 
Rechtsstaat  sei,  der  die  Menschenrechte  aller  sich  auf  seinem 
Territorium befindlichen Personen schütze,

dass sich der Beschwerdeführer bezüglich der befürchteten Nachteile 
an die Polizeikräfte in Polen hätte wenden können, was er aber offen-
sichtlich nicht getan habe,

dass der Beschwerdeführer gegen diese Verfügung mit Eingabe vom 
7.  Dezember  2009  (Poststempel;  Eingang  beim  Bundesverwaltungs-
gericht:  10.  Dezember  2009)  Beschwerde  erhob  und  dabei  sinn-
gemäss  beantragte,  die  angefochtene  Verfügung  vom  28.  Oktober 
2009 sei  aufzuheben,  und die schweizerischen Asylbehörden hätten 
sich mit seinem Asylgesuch zu befassen,

dass  er  dabei  auf  eine  Tuberkulose-Erkrankung  und  den  Umstand 
verwies,  dass  er  noch  keine  Zeit  gehabt  habe,  seine  Krankheit  be-
handeln zu lassen, 

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  mit  Telefax  vom  10.  Dezember 
2009  [die  kantonale  Behörde]  anwies,  einstweilen  von 
Vollzugshandlungen abzusehen,

dass [die kantonale Behörde] in der Folge gleichentags mitteilte,  der 
Beschwerdeführer sei, ebenfalls am 10. Dezember 2009, bereits nach 
Polen überstellt worden, 

dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am 11.  Dezember  2009  beim Bun-
desverwaltungsgericht eintrafen,

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und erwägt,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  endgültig  über  Beschwerden 
gegen  Verfügungen  (Art. 5  des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember 
1968 über das Verwaltungsverfahren [VwVG, SR 172.021])  des BFM 
entscheidet  (Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art. 31-33  des 
Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005  [VGG,  SR 173.32]; 
Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 17. Juni 2005 
[BGG, SR 173.110]),

dass die Beschwerdeeingabe frist- und formgerecht eingereicht wurde 
und vorliegend auch vom Fortbestehen eines schutzwürdigen Interes-
ses an der Aufhebung respektive Änderung der angefochtenen Verfü-
gung  und  somit  von  der  Beschwerdelegitimation  auszugehen  ist 
(Art. 108 Abs. 2 AsylG sowie Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und 
Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 VwVG),

dass namentlich festzuhalten ist, dass es der früheren, bis Ende 2006 
geltenden  Rechtsprechung der damals zuständigen Schweizerischen 
Asylrekurskommission  (ARK)  entsprach  und  der  heutigen,  ständigen 
Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts entspricht, dass das 
Interesse  an  der  Weiterführung  des  Asylverfahrens  nicht  schon  da-
durch entfällt,  dass der Beschwerdeführer ausser Landes oder unbe-
kannten  Aufenthaltes  ist  (vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der 
ARK [EMARK] 1993 Nr. 17 E. 1 S. 110 f.), 

dass bei bereits vollzogener Wegweisung das aktuelle Rechtsschutz-
interesse nur dann entfällt, wenn sich der Gegenstand des Verfahrens 
auf  die  Frage  des  Wegweisungsvollzuges  beschränkt  (vgl.  EMARK 
2000 Nr. 24 E. 2.b S. 216),

dass  diese  Konstellation  bei  Nichteintretensentscheiden  gestützt  auf 
das DAA respektive die Dublin-II-Verordnung im Sinne von Art. 34 Abs. 
2 Bst. d AsylG nicht vorliegt, zumal es bei diesen Verfahren namentlich 
um  die  Frage  der  richtigen  Zuständigkeit  für  die  Behandlung  des 
Asylgesuches geht und der Asylsuchende auch nach der Überstellung 
in  einen  anderen  Dublin-Staat  noch  ein  aktuelles,  reales  Rechts-
schutzinteresse hat an der Prüfung der Frage, ob die Schweiz für die 
Durchführung  des  Asylverfahrens  zuständig  ist  bzw.  ob  ihm  eine 
EMRK-Verletzung oder Kettenabschiebung droht, 

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dass zwar auf Grund der derzeitigen Aktenlage der Aufenthaltsort des 
Beschwerdeführers nicht bekannt ist, 

dass indessen davon auszugehen ist, dass er sich nach seiner Über-
stellung  nach  Polen  nach  wie  vor  dort  aufhält  und  über  die  für  die 
Durchführung  des  Asyl-  und  Wegweisungsverfahrens  zuständigen 
polnischen Behörden auffindbar ist,

dass der Beschwerdeführer bereits nach Polen überstellt war, als das 
Bundesverwaltungsgericht nach Eingang der Beschwerde vorsorgliche 
Massnahmen anordnen  wollte,  und  dass  deshalb  keine  Gelegenheit 
bestand,  im Rahmen einer  Instruktionsverfügung über  die Frage der 
allfälligen aufschiebenden Wirkung der Beschwerde zu befinden und 
dabei den Beschwerdeführer aufzufordern, seine Adresse im Ausland 
mitzuteilen,

dass  somit  der  Umstand,  dass  der  derzeitige  Aufenthaltsort  des 
Beschwerdeführers  unbekannt  ist,  eine direkte Folge der  Praxis  des 
BFM  darstellte,  wonach  die  Überstellung  einer  von  einem  Dublin-
Nichteintretensentscheid nach Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG betroffenen 
Person in den als zuständig erachteten Dublin-Staat unmittelbar nach 
der  Eröffnung  des  Nichteintretens-  und  Wegweisungsentscheides 
vollzogen wurde,

dass diese Praxis des BFM gemäss Grundsatzurteil  des Bundesver-
waltungsgerichts vom 2. Februar 2010 (BVGE E-5841/2009) einerseits 
keine explizite  gesetzliche Grundlage findet  und im Widerspruch  zu 
Art. 45 Abs. 1 Bst. b AsylG, Art. 39 Bst. b und Art. 41 Abs. 2 VwVG 
steht (vgl. a.a.O., E.4),

dass sich auch aus Art. 19 Abs. 2 und Art. 20 Abs. 1 der  Dublin-II-
Verordnung keine Pflicht oder Ermächtigung des BFM  zum sofortigen 
Vollzug ableiten lässt (vgl. a.a.O., E.4),

dass  gemäss  zitiertem  Grundsatzentscheid  des  Bundesverwaltungs-
gerichts die erwähnte Praxis des BFM andererseits gegen das Gebot 
wirksamen  Rechtsschutzes  im  Sinne  von  Art.  29a  der  Bundes-
verfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18. April 
1999  (BV,  SR  101)  verstösst,  diese  Praxis  aber  auch  der  EGMR-
Rechtsprechung  zu  Art.  13  i.V.m. Art.  3  der  Konvention  vom 4. No-
vember 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten 
(EMRK, SR 0.101) widerspricht,  wonach vorläufiger Rechtsschutz zu 

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gewähren  ist,  wenn  bei  einer  Ausweisung  eine  Art.  3  EMRK  ent-
gegenstehende Behandlung droht (vgl. a.a.O., E.5),

dass denn auch das BFM diese Praxis in der Zwischenzeit angepasst 
hat,

dass dem Beschwerdeführer auf Grund der vorliegend vom BFM be-
gangenen  Verfahrensverletzungen  kein  Rechtsnachteil  erwachsen 
darf,  weshalb  trotz  unbekannten  Aufenthaltsortes  vom Fortbestehen 
seines Rechtsschutzinteresses auszugehen ist, 

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif -
tenwechsel verzichtet wurde,

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32-35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Be-
schwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass sich die Beschwerdeinstanz – sofern sie den Nichteintretensent-
scheid als unrechtmässig erachtet – einer selbstständigen materiellen 
Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die Sache zu 
neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. EMARK 2004 
Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.)

dass  demgegenüber  das  Gericht  die  angefochtene  Verfügung  hin-
sichtlich der angeordneten Wegweisung und deren Vollzuges in voller 
Kognition prüft,  sind diese Punkte doch von der  Vorinstanz materiell 
geprüft worden, 

dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asyl -
suchende in einen Drittstaat ausreisen können, welcher für die Durch-
führung  des  Asyl-  und  Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich  zu-
ständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG),

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dass  angesichts  des  zuvor  festgestellten  Sachverhalts  und  der  ein-
schlägigen Staatsverträge (vgl. DAA; Dublin-II-VO; Verordnung [EG] Nr. 
1560/2003  der  Kommission  vom  2.  September  2003  mit  Durchfüh-
rungsbestimmungen  zur  Verordnung  [EG]  Nr. 343/2003  des  Rates 
[Dublin-DVO]) die Feststellung des BFM, Polen sei als für die Durch-
führung des Asylverfahrens zuständig zu erachten, zu bestätigen ist,

dass  der  Beschwerdeführer  in  seiner  Rechtsmitteleingabe  die  Zu-
ständigkeit Polens selbst nicht explizit in Frage stellt, sondern vielmehr 
auf ihm drohende Probleme in Polen verweist, 

dass  Polen  am  6.  Oktober  2009  der  Rückübernahme  des 
Beschwerdeführers zugestimmt hat (vgl. Aktum A16/1),

dass der Drittstaat Polen somit für die Prüfung des Asylgesuchs des 
Beschwerdeführers staatsvertraglich zuständig ist,

dass,  wie  nachfolgend  aufgezeigt  wird,  der  Beschwerdeführer  auch 
keine  anderen  Gründe  vorbringen  kann,  die  die  Zuständigkeit  der 
Schweiz  zur  Durchführung  des  Asyl-  und  Wegweisungsverfahrens 
nach sich ziehen würden beziehungsweise einem weiteren Aufenthalt 
im Drittstaat Polen entgegenstünden,

dass  Polen als  EU-Mitgliedstaat  grundsätzlich  als  sicherer  Drittstaat 
gilt  und  unter  anderem  Signatarstaat  der  FK,  der  EMRK  und  des 
Übereinkommens vom 10. Dezember  1984 gegen Folter  und andere 
grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe 
(FoK, SR 0.105) ist,  weshalb grundsätzlich davon ausgegangen wer-
den kann, Polen respektiere das Non-Refoulement-Prinzip,

dass keine konkreten Hinweise dafür bestehen oder vom Beschwerde-
führer  im  Rahmen  seiner  Rechtsmitteleingabe  vorgetragen  werden, 
wonach Polen sich nicht an die massgebenden völkerrechtlichen Be-
stimmungen, insbesondere an das Refoulement-Verbot  oder die ein-
schlägigen Normen der EMRK halten würde,

dass  Polen  vielmehr  –  wie  alle  Beitrittskandidaten  –  im  Vorfeld  der 
Aufnahme  in  die  Europäische  Union  (EU)  sorgfältig  hinsichtlich  der 
Einhaltung  seiner  völkerrechtlichen  eingegangenen  Verpflichtungen 
(auch im Asylbereich) überprüft  wurde, und mit der Aufnahme in die 
EU den acquis der EU im Bereich Menschenrechte übernommen hat, 

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dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  (Überstellung)  nach  Polen  vorlie-
gend in Beachtung der massgeblichen völker-  und landesrechtlichen 
Bestimmungen  zulässig  ist,  weil  der  Beschwerdeführer  auch  dort 
Schutz vor Rückschiebung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 AsylG findet,

dass weder die allgemeine Lage in Polen noch individuelle Gründe auf 
eine konkrete Gefährdung des Beschwerdeführers in diesem Drittstaat 
schliessen lassen, 

dass insbesondere die vom Beschwerdeführer vorgetragene, aber mit 
keinerlei  Beweismittel  untermauerte  Tuberkuloseerkrankung  für  sich 
alleine  betrachtet  keinen  Hindernisgrund  für  eine  Überstellung  dar-
stellt,

dass Polen grundsätzlich über  eine hinreichende medizinische Infra-
struktur verfügt,  weshalb davon ausgegangen werden kann, eine all -
fällige Behandlung des Beschwerdeführers sei in Polen gewährleistet,

dass das BFM somit im Ergebnis zu Recht darauf verzichtet hat, von 
der  Souveränitätsklausel  (Art.  3  Abs.  2  Dublin-II-VO)  Gebrauch  zu 
machen,

dass es sich unter diesen Umständen erübrigt,  auf die weiteren Vor-
bringen in der Beschwerde näher einzugehen, zumal sie am Ergebnis 
nichts ändern können,

dass das BFM demnach in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG 
zu Recht auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten 
ist und die Wegweisung nach Polen angeordnet hat,

dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegwei-
sung aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend 
der  Kanton  keine  Aufenthaltsbewilligung  erteilt  hat  und  zudem  kein 
Anspruch  auf  Erteilung  einer  solchen  besteht  (vgl.  EMARK  2001 
Nr. 21),  weshalb  die  verfügte  Wegweisung  im  Einklang  mit  den  ge-
setzlichen  Bestimmungen  steht  und  demnach  vom  Bundesamt  zu 
Recht angeordnet wurde,

dass nach dem Gesagten die vom Bundesamt verfügte und vollzogene 
Überstellung nach Polen nachträglich zu bestätigen ist, 

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dass bei dieser Sachlage das BFM trotz der oben festgehaltenen ver-
fassungs- und völkerrechtswidrigen Vorgehensweise bei der Eröffnung 
und beim Vollzug der angefochtenen Verfügung nicht anzuweisen ist, 
Vorkehrungen  zu  treffen,  um  dem Beschwerdeführer  die  Wiederein-
reise in die Schweiz zu ermöglichen, 

dass es dem Beschwerdeführer zusammenfassend nicht gelungen ist 
darzutun, inwiefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletzt, 
den  rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  fest-
stellt  oder  unangemessen  ist  (Art. 106  AsylG),  weshalb  die  Be-
schwerde abzuweisen ist, 

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von Fr. 600.-- 
(Art. 1-3  des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  (VGKE,  SR 
173.320.2) grundsätzlich dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen wären 
(Art. 63 Abs. 1 VwVG), auf die Erhebung dieser Kosten jedoch ange-
sichts der vom BFM begangenen Verfahrensverletzungen gestützt auf 
Art. 63 Abs. 1 VwVG, letzter Satz) verzichtet wird,

dass  die  Schweizerische  Vertretung  in  Warschau  gebeten  wird,  den 
Beschwerdeführer  über  die  für  die  Durchführung  des  Asyl-  und 
Wegweisungsverfahrens  zuständigen  polnischen  Behörden  ausfindig 
zu machen und ihm das vorliegende Urteil zu eröffnen.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Auf die Erhebung von Verfahrenskosten wird verzichtet. 

3.
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM und  die  zu-
ständige kantonale Behörde. 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Christa Luterbacher Sandra Bodenmann

Versand: 

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