# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 03efc872-648e-5b76-b723-4b5bbbf91289
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-07-16
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 1. Kammer 16.07.2014 U 2014 27
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_001_U-2014-27_2014-07-16.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT
DES KANTONS GRAUBÜNDEN

U 14 27

1. Kammer 

bestehend aus

Verwaltungsrichter Audétat als Vorsitzender, Vizepräsident Priuli 

und Verwaltungsrichterin Moser, Aktuarin Bernhard

URTEIL
vom 16. Juli 2014

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

ARGE A._____,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Claudio Weingart,

Beschwerdeführerin
gegen 

Gemeinde X._____,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Gian Reto Zinsli,

Beschwerdegegnerin
und

ARGE B._____,
Beschwerdegegnerin

betreffend Submission

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1. Die politische Gemeinde X._____ schrieb am 14. Februar 2014 im Zu-

sammenhang mit dem Umbau des Bahnhofes X._____ im offenen Ver-

fahren die Neugestaltung des Bahnhofplatzes bzw. die betreffenden 

Baumeister- und Belagsarbeiten aus. In den Ausschreibungsunterlagen 

wurden folgende Zuschlagskriterien und Gewichtungen aufgeführt: Qua-

lität 20 %, Bauablauf/Termine 20 % und Preis 60 %. Eingabefrist für die 

Offerten war der 21. März 2014.

Innert Frist gingen von zwei Anbietern insgesamt drei Angebote ein. Am 

25. März 2014 fand die Offertöffnung statt. Gemäss Offertöffnungs-

Protokoll war das preislich günstigste Angebot mit Fr. 1'388'168.25 die 

Unternehmervariante der ARGE A._____; es folgte das Grundangebot 

der ARGE B._____ mit Fr. 1'458'906.55. Mit Fr. 1'499'960.65 folgte 

schliesslich das Grundangebot der ARGE A._____.

2. Die Unternehmervariante der ARGE A._____ unterscheidet sich von den 

Offerten gemäss Ausschreibungsunterlagen im Wesentlichen in zwei 

Punkten:

1) Bei der Unternehmervariante wird das Koffermaterial nicht von Y._____ 

nach X._____ transportiert, sondern direkt in X._____ bezogen und zwar 

in der gemeindeeigenen Deponie D._____. Die ARGE B._____ bringt vor, 

dass dieses Material von der Gemeinde X._____ anderorts schon für den 

Strassenbau verwendet worden sei, weshalb die Gleichwertigkeit der Un-

ternehmervariante offensichtlich sei. In Position NPK 221 100 auf Sei-

te 126 des Leistungsverzeichnisses verringere sich so der Preis von 

Fr. 269'970.-- der Grundvariante auf Fr. 176'946.-- in der Unternehmerva-

riante.

2) Die ARGE B._____ offerierte zudem in ihrer Unternehmervariante in 

der Position 441 40101 auf Seite 149 als Tragschicht das Material 

AC T 22 N (RA 60 %). Dies im Gegensatz zur Grundofferte, wo gleichen-

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orts das Material AC T 22 N offeriert wird, wie in den Ausschreibungsun-

terlagen vorgesehen. In der Offerte der ARGE B._____ wird ebenfalls 

ausschreibungsgemäss das Material AC T 22 N geliefert, eingebaut und 

verdichtet (Offerte ARGE B._____, S. 88).

3. Nach der Offertöffnung teilte die von der Gemeinde X._____ für diese 

Ausschreibung beigezogene C._____ AG den Offerenten am 28. März 

2014 um 11:34 Uhr per E-Mail mit, dass die Position NPK 221 111.212 

Lieferung Kiesgemisch 0/45 bei allen Offerten gestrichen werde und ver-

langte von beiden ein neues Angebot für die im Leistungsverzeichnis neu 

geschaffene Position 221.237 betreffend Transport des Koffermaterials 

von der Deponie D._____ auf die Baustelle am Bahnhof X._____; die Än-

derung wurde mit Hinweis auf NPK 102 begründet und das neue Angebot 

bis 17:00 Uhr am selben Tag per E-Mail einverlangt. Die ARGE B._____ 

beantwortete die E-Mail am 31. März 2014 und gab als Transportpreis zu 

Position 221.237 Fr. 15.50/m3 fest an. Die ARGE A._____ gab am 8. April 

2014 unter Hinweis auf das nicht mit den Submissionsregeln konforme 

Vorgehen der Vergabebehörde für Position 221.237.01 einen Festpreis 

von Fr. 18.--/m3 an. Die Vergabebehörde verzichtete in der Folge auf die 

nachträgliche Änderung der Ausschreibung und führte das Vergabever-

fahren wie ausgeschrieben weiter.

4. Am 8. April 2014 schloss der Gemeindevorstand X._____ die Unterneh-

mervariante der ARGE A._____ vom Vergabeverfahren aus und erteilte 

den Zuschlag der ARGE B._____ zum Preis von Fr. 1'458'906.55. Der 

Ausschluss wurde im Vergabebeschluss mit mangelnder Gleichwertigkeit 

der Unternehmervariante begründet. So beinhalte der Bau der Trag-

schicht bei der ausgeschlossenen Variante eine Zugabe von Recycling-

material. Mit Recycling versetzter Asphalt sei minderwertiger als recy-

cling-freier Belag und dessen langfristige Qualität sei noch nicht hinrei-

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chend bekannt. Den Offerenten wurde allerdings nicht dieser Beschluss 

beziehungsweise diese Begründung eröffnet.

5. Der Vorsteher des Departements Tiefbau der Gemeinde X._____ eröffne-

te der unterlegenen ARGE A._____ den Vergabeentscheid vom 8. April 

2014 vielmehr mit einem separaten Dokument, datiert vom 10. April 2014. 

In Bezug auf die ausgeschlossene Unternehmervariante wurde dort ledig-

lich festgehalten, diese werde nicht weiterverfolgt.

6. Mit Beschwerde vom 22. April 2014 beantragte die Beschwerdeführerin 

ARGE A._____ die Aufhebung des angefochtenen Vergabeentscheides 

und Zuschlagserteilung an sich selber, eventualiter die Aufhebung des 

Vergabeentscheides und Rückweisung der Sache zu neuem Entscheid 

an die Vergabebehörde und subeventualiter die Feststellung der Rechts-

widrigkeit des angefochtenen Vergabeentscheids für den Fall, dass die 

Vergabebehörde bereits einen gültigen Vertrag mit der Zuschlagsemp-

fängerin abgeschlossen haben sollte. Weiter wurde die Gewährung der 

aufschiebenden Wirkung beantragt sowie die Anordnung eines zweiten 

Schriftenwechsels zwecks Stellungnahme zu den zu edierenden Verga-

beunterlagen und allfälliger Präzisierung der Rechtsbegehren. Als Be-

gründung führte die Beschwerdeführerin an, dass der Vergabeentscheid 

die Begründungspflicht verletzte, formell mangelhaft eröffnet worden sei, 

die Unternehmervariante als wirtschaftlich günstigstes Angebot zu Un-

recht ausgeschlossen worden sei und der Vergabeentscheid insgesamt 

willkürlich zustande gekommen sei.

7. Die Vergabebehörde schloss mit Eingabe vom 8. Mai 2014 auf Abwei-

sung der Beschwerde, soweit darauf eingetreten werden könne und lehn-

te die Gewährung der aufschiebenden Wirkung ab. Die Zuschlagsemp-

fängerin liess sich nicht vernehmen.

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8. Am 3. Juni 2014 erklärte die Zuschlagsempfängerin, dass die von ihr 

stammenden und durch die Vergabebehörde eingelegten Offertunterlagen 

ohne Einschränkung der Beschwerdeführerin zur Einsicht vorgelegt wer-

den dürften.

9. Mit Schreiben vom 11. Juni 2014 beantragte die Beschwerdeführerin die 

Edition der Antwort der Zuschlagsempfängerin auf die E-Mail der 

C._____ AG vom 28. März 2014, welche sich nicht bei den von der Ver-

gabebehörde eingelegten Akten befand. Dieses Dokument reichte die 

Vergabebehörde am 13. Juni 2014 zu den Akten.

10. In ihrer Stellungnahme vom 18. Juni 2014 bestätigte die Beschwerdefüh-

rerin ihre Rechtsbegehren und beantragte die Edition eines ursprüngli-

chen Vergabeantrags unter Hinweis auf den als Beilage 7 bei den Akten 

liegenden Vergabeantrag der C._____ AG, welcher auf den 9. April 2014 

datiert ist, mithin also am Tag nach dem Vergabeentscheid der Gemeinde 

X._____. Diesem Editionsantrag gab der Instruktionsrichter mit Schreiben 

vom 19. Juni 2014 nicht statt, unter Hinweis darauf, dass die Existenz ei-

nes früheren Vergabeantrages von Beginn weg fraglich sei und die Ver-

gabebehörde ohnehin – unabhängig des Vorliegens eines Antrages des 

beauftragten Ingenieurbüros – frei gewesen sei, den strittigen Auftrag zu 

vergeben.

11. In der Duplik vom 23. Juni 2013 und dem anschliessenden Schriften-

wechsel vom 25./27. Juni 2014 wurde das Thema Recyclingzugabe ver-

tieft.

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften wird, 

soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

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Das Gericht zieht in Erwägung:

1. a) Anfechtungsobjekt des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bildet der 

Vergabeentscheid betreffend Neugestaltung des Bahnhofplatzes X._____ 

bzw. die betreffenden Baumeister- und Belagsarbeiten vom 8./10. April 

2014, mit welchem der Zuschlag für die ausgeschriebenen Arbeiten zum 

Betrag von Fr. 1'458'906.55 an die ARGE B._____ für deren Grundange-

bot erteilt wurde. Streitig und zu prüfen ist die Rechtmässigkeit des ange-

fochtenen Vergabeentscheids. Die Prozessvoraussetzungen geben vor-

liegend zu keinen Bemerkungen Anlass. Auf die Beschwerde ist einzutre-

ten.

b) Auf das vorliegende Verfahren gelangen neben dem GATT/WTO-

Übereinkommen über das öffentliche Beschaffungswesen (GPA; 

SR 0.632.231.422), die Interkantonale Vereinbarung über das öffentliche 

Beschaffungswesen (IVöB; BR 803.510), das Submissionsgesetz (SubG; 

BR 803.300) sowie die hierzu erlassene Submissionsverordnung (SubV; 

BR 803.310) zur Anwendung.

2. Die Beschwerdeführerin macht zunächst geltend, der Vergabeentscheid 

sei allein durch den Departementsvorsteher Tiefbau der Gemeinde 

X._____ unterzeichnet worden, was den Vorgaben von Art. 15 Abs. 2 des 

Gemeindegesetzes des Kantons Graubünden (GG; BR 175.050), wonach 

der Gemeindepräsident zusammen mit einem weiteren Vorstandsmitglied 

oder dem Gemeindeschreiber die rechtsverbindliche Unterschrift für die 

Gemeinde führt, nicht genüge. Diesbezüglich ist anzumerken, dass der 

eigentliche Vergabeentscheid am 8. April 2014 stattfand. Auf diesem Ent-

scheid sind die Unterschriften des Gemeindepräsidenten und des Ge-

meindeschreibers vorgesehen, was grundsätzlich korrekt wäre. Auf dem 

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Protokollauszug, der bei den Akten liegt, fehlen die Unterschriften aller-

dings. Mit Schreiben vom 10. April 2014 an die Beschwerdeführerin er-

folgte sodann eine separate Eröffnung des Vergabeentscheides. Somit ist 

diese Verfügung das Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens. Da 

sie, wie von der Beschwerdeführerin festgestellt, allein durch den Depar-

tementsvorsteher Tiefbau der Gemeinde X._____ unterzeichnet worden 

ist, verletzt sie prima vista Art. 15 Abs. 2 GG. Allerdings wird in Art. 23 

Abs. 2 SubG festgehalten, dass der Auftraggeber die Mitteilungsbefugnis 

intern delegieren kann, was vorliegend auch geschehen ist. Selbst wenn 

die Eröffnung mangelhaft erfolgt wäre, führte dies nicht zwangsläufig zur 

Aufhebung der zugrunde liegenden Verfügung oder gar zu deren Nichtig-

keit. Wie das Verwaltungsgericht bereits unter der Herrschaft des alten 

Vergaberechts, das eine Vorschrift wie Art. 23 Abs. 2 SubG nicht kannte, 

entschieden hat, gilt die Eröffnung durch interne Beauftragte solange als 

korrekt, als die mit der Verfügungseröffnung betraute Person die mitzutei-

lende Verfügung der vorgesetzten Behörde korrekt ausfertigt, darin also 

die wirkliche Willensäusserung der verfügenden Behörde und ihre we-

sentlichen Motive enthalten sind. Ist dies nicht der Fall, muss darin ein 

Eröffnungsmangel erblickt werden. Dies allein führt indessen noch nicht 

zur Aufhebung der angefochtenen Verfügung. Die Folgen eines Eröff-

nungsmangels werden vielmehr aufgrund einer Interessenabwägung be-

stimmt. Sinn und Ziel dieser Abwägung ist, die Partei vor Nachteilen, die 

sie infolge des Mangels erleiden würde, zu schützen. Gemäss Praxis ist 

deshalb dem Rechtsschutzinteresse Genüge getan, wenn die objektiv 

mangelhafte Eröffnung trotz Mangels ihren Zweck erreicht hat 

(BGE 122 V 189 E.2). Ausschlaggebend ist, ob die Partei im konkreten 

Fall tatsächlich irregeführt oder benachteiligt wurde. Die Mangelhaftigkeit 

der Eröffnung hat also nur Folgen, wenn die Betroffenen deshalb erstens 

einem Irrtum unterliegen und wenn sie zweitens infolge dieses Irrtums ei-

nen Nachteil erleiden (vgl. dazu das Urteil des Verwaltungsgerichts 

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U 05 109 vom 9. März 2006 E.3; ferner das Urteil des Verwaltungsge-

richts U 03 13 vom 27. März 2003 E.1). Vorliegend macht die Beschwer-

deführerin nicht geltend und es ist auch nicht ersichtlich, dass sie durch 

die von der Beschwerdegegnerin gewählten Eröffnungsmodalitäten einen 

Nachteil erlitten hat. Insbesondere ist nicht ersichtlich, dass sie deswegen 

den umstrittenen Vergabeentscheid nicht sachgerecht anfechten konnte.

3. Die Beschwerdeführerin macht weiter geltend, die Beschwerdegegnerin 

habe Art. 19 Abs. 1 SubG und Art. 25 SubV verletzt. Zu den allgemeinen 

Grundsätzen des öffentlichen Beschaffungswesens gehöre unter ande-

rem das Verbot von Verhandlungen. Verhandlungen als sogenannte Ab-

gebotsrunden zwischen Auftraggeber und Anbieter über Preise und 

Preisnachlässe sowie Änderungen des Leistungsinhalts, welche Auswir-

kungen auf den Preis hätten, seien bei formellen Submissionsverfahren 

unzulässig (Art. 19 Abs. 1 SubG). Entsprechend dürften die Angebote 

nach der Offertöffnung grundsätzlich materiell nicht mehr verändert wer-

den. Vorliegend sei klar, dass die Ergänzung bzw. nachträgliche Ände-

rung des Leistungsverzeichnisses eine wesentliche Änderung des offe-

rierten Preises zur Folge gehabt hätte. Dabei handle es sich um eine un-

zulässige Erläuterung im Sinne von Art. 25 SubV.

Dazu gilt es auszuführen, dass sich die Bauherrschaft im Devis NPK 102 

Position 133.100 (Seite 3) das Recht vorbehält, Teile oder einzelne Ar-

beitsgattungen des Angebotes zu streichen, als Teilaufträge, nicht oder 

anderweitig zu vergeben. Wie die Beschwerdeführerin in ihrer E-Mail vom 

8. April 2014 grundsätzlich richtig ausführt, ist der Leistungsinhalt nach 

Offertöffnung unabänderlich, allerdings mit Ausnahmen (vgl. GAL-

LI/MOSER/LANG/STEINER, Praxis des öffentlichen Vergaberechts, 3. Auf-

lage, Zürich 2013, Rz. 707 ff.); die Klausel kommt damit erst nach Durch-

führung des Vergabeverfahrens zur Anwendung. Insofern hat die Verga-

bebehörde mit ihrer E-Mail vom 28. März 2014 vergaberechtswidrig ver-

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sucht, nach Offertöffnung die Ausschreibung abzuändern, indem sie – um 

das Material von der Deponie D._____ auf die Baustelle zu liefern – Posi-

tion 221.237 im Leistungsverzeichnis ergänzen wollte. In der Folge sah 

die Vergabebehörde indes von ihrem Vorhaben ab, weshalb der Vorwurf 

nunmehr ins Leere zielt.

4. Die Beschwerdeführerin rügt sodann, die Beschwerdegegnerin habe mit 

Vergabeentscheid vom 10. April 2014 ihre Begründungspflicht und damit 

das rechtliche Gehör der Beschwerdeführerin verletzt. Nach Art. 23 

Abs. 1 SubG müsse ein Vergabeentscheid eine kurze Begründung enthal-

ten. Für die Beschwerdeführerin sei völlig unklar und nicht nachvollzieh-

bar, weshalb die eingereichte Unternehmervariante, die das wirtschaftlich 

günstigste Angebot darstelle, von der Beschwerdegegnerin aus dem 

Recht gewiesen und 'nicht weiterverfolgt' worden sei. Die fehlende Be-

gründung erstaune umso mehr, als die Beschwerdegegnerin mit der 

nachträglich intendierten Änderung (vgl. vorstehend Erwägung 3) genau 

die von der Beschwerdeführerin eingereichte Unternehmervariante verfol-

gen wollte.

Eine Begründung für den Ausschluss der Unternehmervariante der Be-

schwerdeführerin fehlt tatsächlich. Im Schreiben der Gemeinde vom 

10. April 2014 steht lediglich, dass die Unternehmervariante der Be-

schwerdeführerin 'nicht weiterverfolgt' werde. Gemäss Art. 23 Abs. 1 

SubG i.V.mit Art. 13 lit. h IVÖB ist der Zuschlag allen Anbietern mitzutei-

len und – mit einer Rechtsmittelbelehrung versehen – kurz zu begründen. 

Nach konstanter verwaltungsgerichtlicher Rechtsprechung heisst dies, 

dass dabei wenigstens summarisch diejenigen Überlegungen zu nennen 

sind, von denen sich die Vergabebehörde hat leiten lassen und auf wel-

che sich der Entscheid stützt (vgl. u.a. das Urteil des Verwaltungsgericht 

U 09 41 vom 19. Juni 2009 E.2b m. w. H.). Dies wurde vorliegend nicht 

befolgt, weshalb das rechtliche Gehör der Beschwerdeführerin verletzt 

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worden ist. Die Zuschlagsverfügung ist folglich mangels Begründung for-

mell fehlerhaft (vgl. dazu GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 1247 

ff.). Aufgrund des doppelten Schriftenwechsels ist die Verletzung des 

rechtlichen Gehörs im vorliegenden Verfahren allerdings wieder geheilt 

(vgl. dazu GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 1247 ff.).

Als zulässig hat das Gericht selbst derart kurze Begründungen wie die 

vorliegende erachtet, wenn zumindest aus den zur Einsichtnahme aufge-

legten Vergabeakten klar hervorgeht, aus welchen Gründen die Vorin-

stanz den Zuschlag einem bestimmten Anbieter erteilt hat und wenn die 

Offerenten die Möglichkeit hatten, bei der Vergabebehörde Rückfragen zu 

stellen, um ihre Rechte im nachfolgenden Beschwerdeverfahren sachge-

recht wahren zu können (vgl. u.a. das Urteil des Verwaltungsgericht 

U 09 41 vom 19. Juni 2009 E.2b m. w. H.). Dies könnte vorliegend infolge 

der Heilung der Verletzung des rechtlichen Gehörs durch den doppelten 

Schriftenwechsel grundsätzlich offen bleiben, doch stellt sich die Frage, 

ob der Verstoss gegen die Begründungspflicht im Kostenpunkt zu berück-

sichtigen ist, was in Lehre und Praxis befürwortet wird (so z.B. das Ver-

waltungsgericht des Kantons St. Gallen GVP 2000 Nr. 24, zahlreich 

bestätigt, vgl. dazu GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., Fussnote 2795 zu 

Rz. 1251; ferner BGE 126 II 111 E.7b m. w. H.). Dabei soll der Verstoss 

gegen die Begründungspflicht für die Vergabebehörde unabhängig vom 

Obsiegen in der Sache Folgen haben, wobei auch zu berücksichtigen ist, 

ob sich die Anbieterin – vorliegend die Beschwerdeführerin – noch vor 

Beschwerdeerhebung ihrerseits um zusätzliche Auskünfte bzw. um eine 

Nachlieferung der fehlenden Begründung bemüht hat (vgl. GAL-

LI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., Fussnote 2796 zu Rz. 1251 mit Verweis 

auf den Beschluss des Verwaltungsgerichts des Kantons Aargau 

WBE.2012.253 vom 23. August 2012 E.2.3.2). Vorliegend sind aus den 

Akten keine diesbezüglichen Bemühungen seitens der Beschwerdeführe-

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rin ersichtlich, was folglich im Kostenpunkt ebenfalls zu berücksichtigen 

ist.

5. In Bezug auf den ungerechtfertigten Ausschluss der Unternehmervariante 

bringt die Beschwerdeführerin zunächst vor, dass die Unternehmervarian-

te gleichwertig sei und deshalb zu Unrecht ausgeschlossen worden sei. 

Das Angebot sei unter wirtschaftlichen und ökologischen Gesichtspunkten 

das Günstigste gewesen. Die Beschwerdegegnerin räume ein, dass die 

offerierte Kofferlieferung mit Recycling-Anteilen aus der gemeindeeigenen 

Deponie 'nicht wesentlich minderwertiger sei als recycling-freies Koffer-

material' (Vernehmlassung Ziff. 5 S. 4); damit sei die Gleichwertigkeit des 

Koffermaterials anerkannt. Die Beschwerdegegnerin mache geltend, sie 

wolle keinen Deckbelag mit Recycling, was in der ausgeschlossenen Un-

ternehmervariante aber gar nicht vorgesehen sei; einzig die Tragschicht 

enthalte einen Recycling-Anteil.

Die Vergabebehörde bzw. die Beschwerdegegnerin hat in ihrem Vergabe-

beschluss vom 8. April 2014 in Bezug auf den Ausschluss der Unterneh-

mervariante festgehalten, dass diese den Bau der Tragschicht mit Zugabe 

von Recyclingmaterial vorsehe; mit Recycling versetzter Asphalt sei aber 

minderwertiger als recycling-freier Belag. Dessen langfristige Qualität sei 

noch nicht hinreichend bekannt. Deshalb fehle der Unternehmervariante 

die Gleichwertigkeit und sie werde nicht weiterverfolgt. In der Duplik wird 

von der Beschwerdegegnerin sodann ausgeführt, der Begriff 'Deckbelag' 

sei untechnisch verwendet worden, es seien damit ganz allgemein Beläge 

gemeint gewesen; die Beschwerdeführerin gehe somit in ihrem Schluss 

fehl, wenn sie daraus ableite, dass die Vergabebehörde nur beim Deck-

belag kein Recycling wolle. Im Weiteren obliege gemäss Art. 13 Abs. 3 

SubV der Beschwerdeführerin der Nachweis, wonach der von ihr angebo-

tene Tragschichtbelag gleichwertig sei mit dem im Devis ausgeschriebe-

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nen; dieser Nachweis werde aber in den Rechtsschriften der Beschwer-

deführerin nicht erbracht.

Auch in diesem Zusammenhang verhält sich die Beschwerdegegnerin 

zumindest missverständlich: Tragschicht und Deckschicht sind im Stras-

senbau klar definierte Fachbegriffe. Dass in der Begründung der Verga-

bebehörde der verwendete Begriff 'Deckbelag' untechnisch gebraucht 

worden sei und damit sowohl Trag- also auch Deckschicht gemeint wa-

ren, vermag deshalb nicht zu überzeugen. Weiter ist auch zutreffend, 

dass das ausgeschriebene Tragschichtmaterial AC T 22 N standardmäs-

sig eine sogenannte Warmzugabe (Recycling) von 20 % enthält und somit 

nicht recycling-frei ist. Die Begründung der Vergabebehörde fällt deshalb 

sehr unglücklich und teilweise widersprüchlich aus. Auf der anderen Seite 

verkennt die Beschwerdeführerin, dass ein Recycling-Anteil von 20 % für 

die Tragschicht, wie im Ausschreibungs-Devis vorgesehen, bei Weitem 

nicht dasselbe ist wie die von ihr in ihrer Unternehmervariante angebote-

ne Tragschicht mit einem Recycling-Anteil von 60 %. Wie die Beschwer-

degegnerin richtig anführt, ist es Sache der Beschwerdeführerin, die 

Gleichwertigkeit von Positionen, welche vom Ausschreibungs-Devis ab-

weichen, nachzuweisen (Art. 13 Abs. 3 SubV). Keine Probleme bestehen 

diesbezüglich hinsichtlich des Materials für die Kofferung und die Deck-

schicht, welche jeweils gleichwertig sind. Bezüglich der Tragschicht ge-

lingt der Beschwerdeführerin der Nachweis hingegen nicht. Die Be-

schwerdegegnerin hat somit im Ergebnis zu Recht die Gleichwertigkeit 

der Unternehmervariante verneint.

6. Schliesslich macht die Beschwerdeführerin Willkür in der Vergabe gel-

tend. Die Beschwerdeführerin rechnet vor, dass die Unternehmervariante 

ursprünglich mit 100 % beurteilt worden sei, weil sie das wirtschaftlich 

günstigste Angebot dargestellt habe. Die Grundofferte der Zuschlagsemp-

fängerin sei dann mit 105.1 % und die Grundofferte der Beschwerdeführe-

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rin mit 108.1 % bewertet worden. Im Vergabeentscheid seien dann aber 

diese Zahlen trotz Ausschluss der Unternehmervariante unverändert 

übernommen und mit Punkten bezeichnet worden. So habe nun die 

Grundofferte der Beschwerdeführerin mehr Punkte als diejenige der Zu-

schlagsempfängerin und rangiere dennoch auf dem zweiten Platz. Weiter 

weist die Beschwerdeführerin darauf hin, dass im Schreiben vom 10. April 

2014, der Eröffnung des Vergabeentscheids, unter Ziff. 1 lit. g von 'Ver-

gabepreis Variante' die Rede sei; aus diesem Umstand schliesst die Be-

schwerdeführerin, dass ursprünglich ein Vergabeantrag auf die Unter-

nehmervariante lautete. Schliesslich bemängelt die Beschwerdeführerin 

auch, dass der Vergabeantrag der C.____ AG vom 9. April 2014 datiere, 

obgleich die Vergabe ja schon tags zuvor beschlossen worden sei. Der 

Vergabeantrag laute zudem auf die Beschwerdeführerin.

Die Vergabebehörde bzw. die Beschwerdegegnerin erklärt die Verteilung 

der Punkte damit, dass die Offerte der Beschwerdeführerin teurer sei. 

Dass der Vergabeantrag der C._____ AG auf die Beschwerdeführerin lau-

te, sei ein Versehen.

Die Ausführungen der Parteien – insbesondere diejenigen der Beschwer-

deführerin – zeigen, dass im Zusammenhang mit der vorliegenden Ver-

gabe sowohl seitens der Beschwerdegegnerin als auch der beigezogenen 

C._____ AG unsorgfältig gearbeitet worden ist. In Bezug auf die 105.1 

bzw. 108.1 'Punkte' gilt es festzuhalten, dass es sich hier um einen Über-

tragungsfehler aus dem Vergabebeschluss handelt: Dort ist noch von 

'Prozenten' die Rede, gemeint ist also die Preisdifferenz in Prozenten. 

Falsch ist aber sowohl im Vergabebeschluss wie auch in der Eröffnung 

des Vergabeentscheids der Bezugspunkt 100 %, nämlich die ausge-

schlossene Unternehmervariante. Ist es im Offertöffnungsprotokoll noch 

üblich, sämtliche eingegangenen Angebote vom preislich Günstigsten aus 

gesehen nach Preisdifferenz in Prozenten aufzuführen, müssten nach er-

folgtem Ausschluss eines Angebots – wenn es das preislich Tiefste ist – 

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ein neuer Bezugspunkt und entsprechend neue Differenzen gerechnet 

werden; schliesslich erfolgt die Benotung des Preiskriteriums dann auch 

aufgrund dieser bereinigten Rangliste. In ihrem Vergabeantrag vom 

9. April 2014 (Beilage 7 Beschwerdeführerin) hat dies die C._____ AG 

richtig gemacht. Die Behauptung der Beschwerdeführerin, sie habe ja 

mehr Punkte als die Zuschlagsempfängerin ist vor diesem Hintergrund 

nicht nachvollziehbar. Dass dann auf der Eröffnung des Vergabebe-

schlusses vom 10. April 2014 noch der 'Vergabepreis Variante' aufgeführt 

ist, deutet wiederum auf die unsorgfältige Arbeitsweise der Vergabe-

behörde hin, bleibt aber folgenlos. Dasselbe gilt für den auf den 9. April 

2014 datierten Vergabeantrag der C._____ AG, in welchem der Antrag 

auf Vergabe an die Beschwerdeführerin gestellt wird. Die Vergabebehör-

de kann letztlich unabhängig vom Vorliegen eines solchen Vergabeantra-

ges Aufträge vergeben, entscheidend ist so oder anders die Begründung; 

dem Vergabeantrag bzw. der Beilage 7 der Beschwerdeführerin kommt 

somit rechtlich gesehen keine Bedeutung zu.

Die Beschwerde erweist sich somit insgesamt als unbegründet und ist 

abzuweisen.

7. Bei diesem Ausgang des Verfahrens gingen die Kosten grundsätzlich zu-

lasten der Beschwerdeführerin (Art. 73 Abs. 1 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege [VRG; BR 370.100]). Allerdings ist, wie in Erwä-

gung 4 erläutert, der Verstoss der Beschwerdegegnerin gegen die Be-

gründungspflicht im Kostenpunkt zu berücksichtigen, weshalb eine hälfti-

ge Aufteilung der Kosten zwischen der Beschwerdeführerin und der Be-

schwerdegegnerin gerechtfertigt erscheint. In ihrer Honorarnote vom 

25. Juni 2014 macht die Beschwerdeführerin ein Honorar von Fr. 9'100.-- 

zuzüglich Fr. 728.-- Mehrwertsteuer, somit Fr. 9'828.-- plus Spesen vom 

insgesamt Fr. 294.85, total also Fr. 10'122.85 geltend. Die Ansätze stim-

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men und der geltend gemachte Aufwand erscheint angemessen. Auch 

aussergerichtlich hat die Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin in-

folge des Verstosses gegen die Begründungspflicht zur Hälfte zu ent-

schädigen. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin folglich 

pauschal Fr. 5'000.-- zu bezahlen.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 7'000.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 352.--

zusammen Fr. 7'352.--

gehen je zur Hälfte zulasten der ARGE A._____ und der Gemeinde 

X._____ und sind innert 30 Tagen seit Zustellung dieses Entscheides an 

die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, zu bezahlen.

3. Die Gemeinde X._____ hat die ARGE A._____ aussergerichtlich mit 

Fr. 5'000.-- (inkl. MWST) zu entschädigen.

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilungen]