# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 602d0b94-7c6d-5ea4-a569-60dd2656a141
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-12-22
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 22.12.2022 ZK1 2022 124
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZK1-2022-124_2022-12-22.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Entscheid vom 22. Dezember 2022

Referenz ZK1 22 124

Instanz I. Zivilkammer

Besetzung Aebli, Vorsitzende
Cavegn und Moses
Guetg, Aktuar

Parteien A._____
Berufungsklägerin
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Dieter Marty
Alexanderstrasse 8, Postfach 428, 7001 Chur

gegen

B._____
Berufungsbeklagter
vertreten durch Rechtsanwalt MLaw Tobias Brändli
Aquasanastrasse 8, 7000 Chur

Gegenstand Erlass von Eheschutzmassnahmen

Anfechtungsobj. Entscheid des Regionalgerichts Imboden, Einzelrichterin, vom 
18.07.2022, mitgeteilt am 29.07.2022 (Proz. Nr. 135-2022-63)

Mitteilung 23. Dezember 2022

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Sachverhalt

A. Mit Eingabe vom 23. Februar 2022 ersuchte B._____ das Regionalgericht 
Imboden um Erlass folgender Eheschutzmassnahmen:

I. RECHTSBEGEHREN

GETRENNTLEBEN

1. Es sei festzustellen, dass die Eheleute C._____ getrennt voneinander 
leben und sie seien zum Getrenntleben für berechtigt zu erklären.

EHELICHE WOHNUNG

2. Die eheliche Liegenschaft an der D._____ sei dem Ehemann und den 
gemeinsamen Kindern samt Inventar und Mobiliar während der Dauer 
der Trennung zu[r] alleinigen Benützung zuzuweisen.

3. Die Ehefrau sei eine angemessene richterliche Frist bis spätestens 
31. März 2022 anzusetzen, um die eheliche Liegenschaft unter Mit-
nahme ihrer persönlichen Effekten zu verlassen.

OBHUT

4. Die gemeinsamen Kinder der Parteien, namentlich,

- E._____, geboren am _____ 2011, und

- F._____, geboren am _____ 2012,

seien unter die alleinige Obhut des Kindsvaters zu stellen.

5. Die gemeinsame Tochter G._____, geboren am _____ 2004, sei unter 
die Obhut des Kindsvaters zu stellen. Eventualiter sei G._____ ange-
sichts ihres Alters selbst der Entscheid darüber zu belassen, wo sie 
wohnen möchte.

ELTERLICHE SORGE

6. Es sei die Kindsmutter zu verpflichten, ihre Zustimmung zu erteilen, 
dass der Kindsvater den Wohnsitz der beiden jüngeren Kinder 
E._____ und F._____ nach Portugal verlegen kann.

7. Eventualiter sei die elterliche Sorge der Kindsmutter in Bezug auf das 
Aufenthaltsbestimmungsrecht dahingehend einzuschränken, als dass 
die Bestimmung über das Aufenthaltsrecht der alleinigen elterlichen 
Sorge des Kindsvaters zukommt.

PERSÖNLICHER VERKEHR

8. Es sei der persönliche Verkehr zwischen E._____ und F._____, zwi-
schen der Kindsmutter und den Kindern im Sinne des Kindeswohls zu 
regeln.

9. Auf die Festlegung eines persönlichen Verkehrs zwischen den Kinds-
eltern und G._____ sei angesichts des Alters der Tochter (17-jährig) 
zu verzichten. Es sei festzustellen, dass G._____ und die Kindseltern 
den persönlichen Verkehr frei untereinander regeln.

10. Es sei der Kindsmutter ein angemessenes Ferienrecht zwischen den 
beiden jüngeren Kindern und ihr einzuräumen.

KINDERUNTERHALT

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11. Die Kindsmutter sei zu verpflichten, beginnend ab 1. März 2022 an-
gemessene monatliche Barunterhaltsbeiträge für E._____ und 
F._____ jeweils zahlbar pränumerando jeweils auf den Ersten eines 
jeden Monats an den Kindsvater zu leisten. 

12. Die Kindsmutter sei zu verpflichten, vollumfänglich und lückenlos Aus-
kunft über ihre Einkommens- und Vermögensverhältnisse zu erteilen 
und dabei insbesondere auch ihre Arbeitssuchbemühungen darzule-
gen.

13. Dem Kindsvater sei nach Erfüllung der Editionsverpflichtung gemäss 
der vorstehenden Ziffer eine angemessene richterliche Frist anzuset-
zen, um die Barunterhaltsansprüche gegenüber der Kindsmutter zu 
beziffern.

EHEGATTENUNTERHALT

14. Es sei festzustellen, dass sich die Eheleute C._____ gegenseitig kei-
nen Ehegattenunterhalt schulden.

KOSTEN- UND ENTSCHÄDIGUNGSFOLGE

15. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zzgl. MwSt.) zu Lasten der 
Ehefrau.

II. PROZESSUALER ANTRAG

1. Die Zuteilung der alleinigen Obhut über die beiden Kinder E._____ und 
F._____ an den Kindesvater sei superprovisorisch und ohne Anhörung 
der Gegenpartei zu verfügen.

2. Eventualiter seien die Parteien gleichzeitig mit der Zustellung des vor-
liegenden Eheschutzgesuches an die Ehefrau umgehend zu einer 
mündlichen Hauptverhandlung vorzuladen und das Verfahren ohne 
Verzug fortzuführen.

B. In ihrer Stellungnahme vom 18. März 2022 beantragte A._____ was folgt:

I. Rechtsbegehren

1. Das Gesuch des Ehemannes sei, ausser Punkt 1, abzulehnen.

Getrenntleben

2. Der Zeitpunkt der Trennung der Eheleute sei auf den 1. März 2022 
festzulegen.

Eheliche Liegenschaft

3. Die eheliche Liegenschaft, D._____, sei der Ehefrau und ihren drei 
Kindern zur alleinigen Benützung zuzuweisen.

4. Dem Ehemann sei Frist bis zum 31. März 2022 anzusetzen, um aus 
der Liegenschaft D._____, auszuziehen.

Obhut

5. Die ehelichen Kinder:

- G._____, _____ 2004

- E._____, _____ 2011

- F._____, _____ 2012

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seien unter die Obhut der Mutter zu stellen.

Elterliche Sorge

6. Die elterliche Sorge bleibe die gesetzliche.

Persönlicher Verkehr

7. Dem Kindesvater sei das gerichtsübliche Besuchs- und Ferienrecht zu 
erteilen.

Kindesunterhalt

8. Der Kindsvater sei zu verpflichten, an den Unterhalt von

- G._____ CHF 1'000.-

- E._____ CHF 1'000.-

- F._____ CHF 1'000.-

zuzüglich gesetzlicher/vertraglicher Kinderzulagen monatlich im Vor-
aus jeweils auf den Ersten eines jeden Monats fällige Beträge an die 
Kindsmutter zu bezahlen.

9. Eventualiter seien die Unterhaltszahlungen in Bar- und Betreuungsun-
terhalt aufzusplitten.

10. Eventualiter sei erst nach richterlicher Feststellung der väterlichen 
Leistungsfähigkeit der Unterhalt an die Kinder festzulegen.

11. Der Ehemann sei zu verpflichten[,] an den Unterhalt der Ehefrau mo-
natlich im Voraus auf jeweils den Ersten fälligen Betrag von 
CHF 1'500.- zu bezahlen.

12. Eventualiter sei der Ehemann an Stelle des fixen Unterhaltes von 
CHF 1'500.- zu verpflichten, die monatliche Bedienung der Hypotheka-
rverträge für die eheliche Liegenschaft zu übernehmen.

13. Eventualiter sei der Unterhalt an die Ehefrau erst nach richterlicher 
Feststellung der Leistungsfähigkeit des Ehemannes festzulegen.

Kosten

14. Die Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MwSt.) seien zu Lasten 
des Ehemannes zu sprechen.

II. Prozessuale Anträge

1. Das Gesuch um superprovisorisch verfügte Massnahmen sei abzu-
weisen.

2. Der Gesuchsteller sei zu verpflichten[,] seiner Ehefrau bis zum 
31. März 2022 Valuta für das begonnene Verfahren einen Prozesskos-
tenvorschuss von CHF 5'000.- (zzgl. MwSt.) zu bezahlen.

3. Eventualiter sei der Prozesskostenvorschuss (zzgl. MwSt.) in drei Ra-
ten aufzuteilen; zahlbar monatlich auf den Ersten fällig.

C. Mit Eingabe vom 14. April 2022 machte der Ehemann von seinem Replik-
recht Gebrauch und hielt an den gestellten Rechtsbegehren fest.

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D. Am 6. April 2022 wurden die Kinder der Parteien von der zuständigen Ein-
zelrichterin angehört. Da sich die Tochter E._____ im Nachgang dazu mit Schrei-
ben vom 11. April 2022 an das Gericht wandte und darin den Wunsch äusserte, 
bei ihrem Vater bleiben zu wollen, gab die Einzelrichterin am 4. Mai 2022 bei der 
Sozialpädagogischen Fachstelle H._____ die Erstellung eines Abklärungsberichts 
zur sozialpädagogischen Erfassung des Kindeswillens in Auftrag. Dieser sollte 
sich namentlich zur Frage der künftigen Obhutszuteilung und des künftigen 
Wohnortes der jüngeren Kinder E._____ und F._____ äussern.

E. Die Eheschutzverhandlung fand am 18. Juli 2022 statt. Anlässlich dieser 
wurde der am 14. Juni 2022 erstattete Abklärungsbericht durch dessen Verfasse-
rin erläutert und die Parteien erhielten Gelegenheit, Ergänzungsfragen zu stellen. 
Der Ehemann nahm sodann eine Änderung der Rechtsbegehren vor, indem er 
Ziffer 7 neu als Hauptbegehren und Ziffer 6 als Eventualantrag formulierte. Der 
von A._____ für die Kinder E._____ und F._____ zu leistende Kinderunterhalt be-
zifferte er neu auf je CHF 800.00.

F. Mit Entscheid vom 18. Juli 2022, mitgeteilt am 29. Juli 2022, erkannte die 
Einzelrichterin in Zivilsachen am Regionalgericht Imboden was folgt:

1. Es wird festgestellt, dass die Parteien zum Getrenntleben berechtigt 
sind.

2. Die Kinder E._____ (geboren am _____ 2011) und F._____ (geboren 
am _____ 2012) werden für die Dauer der Trennung unter die Obhut 
des Vaters gestellt. Dem Vater wird in diesem Zusammenhang die 
Ermächtigung erteilt, den Aufenthaltsort von E._____ und F._____ 
nach Portugal zu verlegen.

Die Tochter G._____ (geboren am _____ 2004) wird für die Dauer 
der Trennung unter die Obhut der Mutter gestellt.

3. a) A._____ ist, solange der Vater noch in der Schweiz weilt, berechtigt, 
ihre Kinder E._____ und F._____ jedes zweite Wochenende von Frei-
tagabend 18:00 Uhr bis Sonntagabend 18:00 Uhr zu besuchen bzw. 
zu sich auf Besuch zu nehmen und drei Wochen Ferien pro Jahr mit 
ihnen zu verbringen.

b) Nach erfolgtem Wegzug von B._____ nach Portugal steht A._____ 
ein Ferienbesuchsrecht von acht Wochen pro Jahr zu. Es ist Sache 
der Parteien, Zeitpunkt und weitere Modalitäten in gemeinsamer Ab-
sprache festzulegen.

c) Diese Besuchsrechtsregelung gilt als Minimalanspruch für den Streit-
fall. Den Parteien steht es frei, davon im gegenseitigen Einverneh-
men und im Interesse der Kinder abzuweichen. 

d) Angesichts der Alters der Tochter G._____ wird auf die Festlegung 
eines gerichtsüblichen Besuchsrechts verzichtet. G._____ kann ei-
genverantwortlich über die Häufigkeit und Dauer der Kontakte zu ih-
rem Vater befinden.

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4. Die eheliche Liegenschaft an der D._____ wird für die Dauer der 
Trennung respektive bis zu deren Verkauf B._____ und den gemein-
samen Kindern E._____ und F._____ zur alleinigen Benützung zu-
gewiesen.

5. A._____ wird verpflichtet, ihren Kindern E._____ und F._____ folgen-
de monatliche, im Voraus zahlbare Unterhaltsbeiträge zuzüglich all-
fälliger Kinderzulagen zu entrichten:

a) ab Rechtskraft des Entscheids bis 31. August 2023:

Für E._____: CHF 165.00 (Barunterhalt)

Für F._____: CHF 165.00 (Barunterhalt)

b) ab 1. September 2023:

Für E._____: CHF 409.00 (Barunterhalt)

Für F._____: CHF 409.00 (Barunterhalt)

6. Auf die Festlegung eines Unterhaltsbeitrages zu Gunsten der Tochter 
G._____ sowie von Ehegattenunterhalt wird mangels Leistungsfähig-
keit von B._____ verzichtet.

7. a) [Gerichtskosten]

b) [Kostenanteil A._____]

c) [Ausseramtliche Kosten]

8. a) [Rechtsmittel Hauptentscheid]

b) [Rechtsmittel Kostenentscheid]

c) [Hinweis auf Art. 145 Abs. 2 ZPO]

9. [Mitteilung]

G. Mit Eingabe vom 12. August 2022 liess A._____ (nachfolgend Berufungs-
klägerin) gegen den Entscheid Berufung an das Kantonsgericht von Graubünden 
mit folgenden Anträgen erheben:

I. Rechtsbegehren

1. [Berufungsfrist]

2. Der Eheschutzentscheid vom 18. Juli 2022, mitgeteilt am 29. Juli 2022, 
sei aufzuheben.

3. Der Zeitpunkt der Trennung sei auf den 1. März 2022 festzulegen.

4. Eventualiter sei der angefochtene Entscheid zur Neubeurteilung an die 
Vorinstanz zurückzuweisen.

5. Die Kinder E._____, geb. am _____ 2011, und F._____, geb. am 
13. November 2012, seien für die Dauer der Trennung unter die Obhut 
der Mutter zu stellen.

Die Tochter G._____, geb. am _____ 2004, sei für die Dauer der 
Trennung unter die Obhut der Mutter zu stellen.

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6. Dem Vater sei das Besuchsrecht an jedem 2ten Wochenende von 
Freitagabend 18:00h bis Sonntagabend 18:00h zu gewähren. Zudem 
seien ihm 3 Wochen Ferien zu gewähren. 

7. Der Vater, B._____[,] sei zu verpflichten, seinen Kindern E._____, 
F._____ und G._____ folgende monatliche im Voraus zu zahlende Un-
terhaltsbeiträge zuzüglich allfälliger Kinderzulagen zu entrichten:

- G._____ CHF 1'000.-

- E._____ CHF 1'000.-

- F._____ CHF 1'000.-

8. Eventualiter seien die Unterhaltsbeiträge der wirtschaftlichen Leis-
tungsfähigkeit des Vaters, nach dessen Offenlegung seiner Einkom-
mensverhältnisse, anzupassen. 

9. Eventualiter seien die Unterhaltszahlungen in Bar- und Be-
treu[u]ngsunterhalt aufzusplitten.

10. Der Ehemann sei zu verpflichten, an den Unterhalt der Ehefrau monat-
lich und im Voraus auf jeweils den 1ten fälligen Betrag von 
CHF 1'500.- zu bezahlen. 

11. Eventualiter sei der Ehemann anstelle des fixen Unterhaltes von 
CHF 1'500.- zu verpflichten, die monatliche Bedienung der Hypotheka-
rverträge für die eheliche Liegenschaft zu übernehmen. 

12. Subeventualiter sei der Unterhalt an die Ehefrau erst nach Feststellung 
der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des Ehemannes festzulegen. 

13. Die Kosten und Entschädigungsfolge (zuzüglich MWST) seien zu Las-
ten des Ehemannes zu sprechen.

II. Prozessuale Anträge

1. B._____, der Vater von E._____ und F._____[,] sei ohne vorgängige 
Anhörung zu verpflichten, die beiden Kinder sofort wieder in die 
Schweiz an die D._____[,] zurückzubringen. Es sei ihm eine vernünftig 
kurze Frist zu setzen. 

2. Das Gesuch um URP liegt gesondert bei.

H. Mit Verfügung vom 15. August 2022 trat die Vorsitzende der I. Zivilkammer 
des Kantonsgerichts von Graubünden auf das Gesuch um superprovisorischen 
Erlass einer vorsorglichen Massnahme, wonach der Vater zur Rückverbringung 
der Kinder E._____ und F._____ in die Schweiz zu verpflichten sei, mangels Be-
gründung nicht ein. Gleichzeitig wurde der Berufung, soweit sie sich gegen die 
Ermächtigung zur Verlegung des Aufenthaltsortes richtet (Dispositivziffer 2 Absatz 
1 Satz 2 des angefochtenen Entscheids), einstweilen von Amtes wegen die auf-
schiebende Wirkung erteilt und es wurde dem Berufungsbeklagten untersagt, die 
Kinder nach Portugal abzumelden. 

I. B._____ (nachfolgend Berufungsbeklagter) liess mit Berufungsantwort vom 
26. August 2022 die Abweisung der Berufung beantragen, soweit darauf über-

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haupt einzutreten sei. In prozessualer Hinsicht liess er beantragen, der Berufung 
keine aufschiebende Wirkung zu gewähren und ihn für berechtigt zu erklären, die 
beiden Kinder E._____ und F._____ bei der Gemeinde I._____ nach Portugal ab-
zumelden.

J. Der Berufungsbeklagte wurde mit Verfügung der Vorsitzenden vom 2. Sep-
tember 2022 aufgefordert, den Zeitpunkt des Wegzugs zu präzisieren sowie mög-
liche Belege sowohl bezüglich des Zeitpunktes als auch des tatsächlich erfolgten 
Wegzuges nach Portugal einzureichen. Er erteilte mit Eingabe vom 29. September 
2022 innert erstreckter Frist Auskunft über den Zeitpunkt des Wechsels des Auf-
enthaltsortes der Kinder E._____ und F._____ und reichte als Beleg hierfür eine 
Immatrikulationsbescheinigung, ein Schreiben an das Schulsekretariat I._____ 
sowie einen Kreditkartenauszug ein. Der Berufungsklägerin wurde die Eingabe am 
30. September 2022 übermittelt und sie wurde ersucht, sich mit Blick auf Art. 5 
Abs. 2 HKsÜ zur Zuständigkeit des Kantonsgerichts von Graubünden zu äussern 
und zur Berufungsantwort und ergänzenden Eingabe vom 29. September 2022 
Stellung zu nehmen. Dieser Aufforderung kam die Berufungsklägerin mit Eingabe 
vom 13. Oktober 2022 nach. 

K. Mit Verfügung vom 14. Oktober 2022 widerrief die zuständige Vorsitzende 
die der Berufung einstweilen von Amtes wegen erteilte aufschiebende Wirkung 
bezüglich der Ermächtigung zur Verlegung des Aufenthaltsortes (Dispositivziffer 2 
Absatz 1 Satz 2 des angefochtenen Entscheids). Begründend hielt sie fest, beide 
Parteien hätten bestätigt, dass der Wegzug nach Portugal bereits vor Inempfang-
nahme der entsprechenden Verfügung vom 15. August 2022 erfolgt sei. Gleichzei-
tig wurde die Eingabe der Berufungsklägerin vom 13. Oktober 2022 dem Beru-
fungsbeklagten zur Kenntnisnahme übermittelt.

L. In Beanspruchung des Replikrechts nahm der Berufungsbeklagte am 
28. Oktober 2022 zur Eingabe der Berufungsklägerin vom 13. Oktober 2022 Stel-
lung. 

M. Mit Schreiben vom 2. November 2022 monierte die Berufungsklägerin, dass 
der Berufungsbeklagte gestützt auf die Verfügung betreffend Widerruf der auf-
schiebenden Wirkung (vgl. Sachverhalt K.) gegenüber dem Einwohneramt I._____ 
die Abmeldung der Kinder beantragt habe. 

N. Der Berufungsbeklagte ersuchte die Vorsitzende mit Eingabe vom 3. No-
vember 2022, die Vollstreckbarkeit von Dispositivziffer 2 des angefochtenen Ur-
teils sowie die damit einhergehende Berechtigung zur Verlegung des Aufenthalts-

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ortes nach Portugal zu bestätigen. Die Vorsitzende bestätigte mit Schreiben vom 
4. November 2022 gegenüber den Parteien die Vollstreckbarkeit von Dispositivzif-
fer 2 Absatz 1 Satz 2 des angefochtenen Entscheids. 

O. Die vorinstanzlichen Verfahrensakten (Proz. Nr. 135-2022-63) wurden bei-
gezogen.

Erwägungen

1. Rechtsmittelvoraussetzungen

Bevor der angefochtene Entscheid einer materiellen Prüfung unterzogen werden 
kann, sind die Zulässigkeitsvoraussetzungen des vorliegenden Rechtsmittels von 
Amtes wegen zu prüfen (BGE 135 III 212 E. 1; vgl. nachfolgende E. 2 bis E. 4). 

2. Anfechtungsobjekt, Streitwert, Form und Frist

2.1. Der angefochtene erstinstanzliche Entscheid über den Erlass von Ehe-
schutzmassnahmen stellt einen grundsätzlich berufungsfähigen Entscheid dar 
(Art. 308 Abs. 1 lit. a ZPO). Gegenstand des Berufungsverfahrens bilden im We-
sentlichen die Obhutszuteilung über die Kinder E._____ und F._____ sowie die 
Erteilung der Zustimmung zur Verlegung von deren Aufenthaltsort nach Portugal. 
Der Kinder- und Ehegattenunterhalt sind von untergeordneter Bedeutung, so dass 
die Angelegenheit insgesamt als nicht vermögensrechtlich zu behandeln ist und 
kein Streitwerterfordernis gilt (Art. 308 Abs. 2 ZPO; BGer 5A_399/2014 v. 
17.12.2014 E. 1). 

2.2. Die vorliegend zu beurteilende Berufung wurde sodann form- und fristge-
recht erhoben (Art. 311 i.V.m. Art. 314 Abs. 1 ZPO).

3. Internationale Zuständigkeit der Berufungsinstanz

Weil der Berufungsbeklagte mit den Kindern E._____ und F._____ unbestritte-
nermassen nach Portugal umgezogen ist, liegt nunmehr ein internationaler Sach-
verhalt vor und es stellt sich die Frage nach einem möglichen Wegfall der (interna-
tionalen) Zuständigkeit der hiesigen Berufungsinstanz. Wie noch zu zeigen sein 
wird, ist diese Frage hinsichtlich der einzelnen Berufungspunkte unterschiedlich zu 
beantworten.

3.1. Aufenthaltsbestimmungsrecht, Obhut und persönlicher Verkehr

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3.1.1. Gemäss Art. 85 Abs. 1 IPRG bestimmt sich die Zuständigkeit für den Erlass 
von Massnahmen im Bereich des Kindesschutzes sowie das dabei anzuwendende 
Recht nach den Regeln des Haager Kindesschutzübereinkommens (HKsÜ, 
SR 0.211.231.011). Art. 5 Abs. 1 HKsÜ erklärt grundsätzlich die Behörden und 
Gerichte am gewöhnlichen Aufenthaltsort des Kindes als zuständig. Sodann sieht 
Art. 5 Abs. 2 HKsÜ vor, dass bei einem Wechsel des gewöhnlichen Aufenthaltes 
des Kindes, vorliegend von E._____ und F._____, in einen anderen Vertragsstaat 
die dortigen Behörden zuständig werden. Mithin besteht im Grundsatz keine per-
petuatio fori (BGE 143 III 193 E. 2; 142 III 1 E. 2.1). 

3.1.2. Es steht ausser Frage, dass die vorliegend streitgegenständlichen Kinder-
belange betreffend E._____ und F._____ (Zustimmung zum Wegzug, Obhuts- und 
Besuchsrechtsregelung) unter den zeitlichen, sachlichen und persönlichen An-
wendungsbereich des HKsÜ fallen. So sind die Schweiz wie auch Portugal Ver-
tragsstaaten des HKsÜ (Inkrafttreten Schweiz: 1. Juli 2009, Inkrafttreten Portugal: 
1. August 2011). E._____ sowie F._____ sind noch nicht volljährig (Art. 2 HKsÜ). 
Die sie betreffende strittige Zustimmung zum Wegzug sowie die Obhuts- und Be-
suchsrechtsregelung beschlagen Massnahmen im Sinne von Art. 1 i.V.m. Art. 3 
HKsÜ. Hinsichtlich der vorerwähnten Kinderbelange findet mithin das HKsÜ An-
wendung. Entsprechend ist die internationale Zuständigkeit der hiesigen Beru-
fungsinstanz gestützt auf das HKsÜ zu prüfen.

3.1.3. Wie dargelegt, erklärt Art. 5 Abs. 1 HKsÜ die Behörden und Gerichte am 
gewöhnlichen Aufenthaltsort des Kindes als zuständig (E. 3.1.1). Was unter dem 
gewöhnlichen Aufenthaltsort des Kindes zu verstehen ist, wird im HKsÜ nicht 
näher definiert. Der Begriff ist vertragsautonom auszulegen und darunter wird ge-
meinhin der tatsächliche Mittelpunkt der Lebensführung des Kindes verstanden, 
welcher sich aufgrund der nach aussen erkennbaren tatsächlichen Umstände wie 
der Dauer des Aufenthaltes und den dadurch begründeten Beziehungen oder der 
voraussichtlichen Dauer des Aufenthaltes und der damit zu erwartenden Integrati-
on ergibt. In der Regel fällt der gewöhnliche Aufenthalt mit dem Lebensmittelpunkt 
mindestens eines Elternteils zusammen; im Normalfall eines Umzugs – d.h. unter 
Vorbehalt einer Entführung – mit dem sorgeberechtigten Elternteil begründet ein 
Kind sofort einen gewöhnlichen Aufenthalt am neuen Ort (vgl. zum Ganzen 
BGer 5A_293/2016 v. 8.8.2016 E. 3.1 m.w.H.; vgl. auch BGE 143 III 193 E. 2). 

Die Kinder E._____ und F._____ folgten dem betreuenden Elternteil, dem Beru-
fungsbeklagten, nach Portugal. Letzterer möchte gemäss eigenem Bekunden in 
Portugal bleiben. Diese Absicht wird dadurch untermauert, dass der Berufungsbe-
klagte offenkundig versucht, seine Beziehungen in die Schweiz zu kappen. Unter 

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anderem ist er dabei, die in der Schweiz domizilierte Unternehmung, die J._____ 
AG, an welcher er und die Berufungsklägerin gemeinsam 100% der Anteilsrechte 
halten, sowie das im Miteigentum stehende Grundstück in I._____ zu verkaufen. 
Eine entsprechende Vereinbarung zwischen den Parteien liegt im Recht (VI act. 
II/19, vierte und fünfte Klausel). Mit Schreiben vom 10. August 2022 hat der Beru-
fungsbeklagte die Kinder für das Schuljahr 2022/2023 vom Schulunterricht in 
I._____ abgemeldet (act. C.7). E._____ und F._____ wurden in Portugal in der 
Schule angemeldet und dürften seit dem 16. September 2022 am dortigen Unter-
richt teilnehmen (act. C.2 bis C.6). Der Berufungsbeklagte hat sodann versucht, 
die Kinder E._____ und F._____ bei der Einwohnerkontrolle der Gemeinde 
I._____ abzumelden (vgl. act. A.6). Zumindest der erste Versuch schien an der 
Opposition der Berufungsklägerin gescheitert zu sein (vgl. act. A.7). Ob die Ab-
meldung in I._____ zwischenzeitlich erfolgen konnte, ist unbekannt. Jedenfalls ist 
aufgrund der genannten Umstände von einer auf lange Dauer ausgerichteten Auf-
enthaltsbegründung in Portugal auszugehen, mit der damit einhergehenden – er-
wünschten – sozialen Integration. Durch die Begründung des Aufenthaltsortes in 
Portugal kommt es zum Verlust der schweizerischen Jurisdiktion (Art. 5 Abs. 2 
HKsÜ). 

3.1.4. Eine subsidiäre Zuständigkeit der Schweiz gemäss Art. 6 bis 12 HKsÜ be-
steht nicht. Entgegen der zumindest implizit geäusserten Sicht der Berufungsklä-
gerin besteht insbesondere keine Zuständigkeit im Sinne von Art. 7 HKsÜ (wider-
rechtliches Verbringen oder Zurückhalten der Kinder), erfolgte das Verbringen der 
Kinder doch gestützt auf eine richterliche Ermächtigung und damit rechtmässig, 
wie nachfolgend zu erörtern ist:

Mit Entscheid vom 18. Juli 2022, welcher den Parteien am 29. Juli 2022 mitgeteilt 
worden war, wurde dem Berufungsbeklagten die Obhut über die Kinder E._____ 
und F._____ zugeteilt und er wurde ermächtigt, mit diesen nach Portugal wegzu-
ziehen (vgl. act. B.1, Dispositivziffer 2). Weil der Berufung gegen diesen Ehe-
schutzentscheid von Gesetzes wegen keine aufschiebende Wirkung zukommt 
(Art. 315 Abs. 4 lit. b ZPO; vgl. BGE 137 III 475 E. 4.1 = Pra 2012 Nr. 28), war der 
Entscheid folglich sofort und bis zur mit Verfügung vom 15. August 2022 von Am-
tes wegen gewährten aufschiebenden Wirkung vollstreckbar (act. D.1; vgl. Peter 
Reetz/Sarah Hilber, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommen-
tar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO], 3. Aufl., Zürich 2016, N 53 zu 
Art. 315 ZPO m.w.H. auf die Rechtsprechung). Nun lässt sich das genaue Ausrei-
sedatum aufgrund der eingereichten Dokumentation nicht abschliessend bestim-
men. Der Kreditkartenauszug (act. C.8), welchem Fahrzeugbetankungen in Frank-

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reich und Spanien (Buchungen: "SHELL 3034, Vitrac SUR MO, Frankreich Euro 
141.89"; "E.S LA PEDRESINA II, SALAMANCA, Spanien Euro 74.70"; "E.S HER-
NANI M.D, HERNANI, Spanien Euro 66.43") bzw. Autobahngebühren (Buchun-
gen: "APRR, 21850, Frankreich Euro 29.70"; "ATLANDES, 33615, Frankreich Eu-
ro 3.90"; "ATLANDES, 33615, Frankreich Euro 3.90"), jeweils am 5. August 2022, 
entnommen werden können, vermag die Behauptung des Berufungsbeklagten, 
wonach die gemeinsame Ausreise mit den Kindern am 5. August 2022 erfolgt sein 
soll (act. A.3, Ziff. V.6), zumindest zu stützen. Zudem liegt das vom Berufungsbe-
klagten genannte Datum innerhalb der von der Berufungsklägerin selbst aner-
kannten möglichen Ausreisezeitspanne. Dass nämlich die Ausreise frühestens 
nach Mitteilung des angefochtenen Entscheids und damit nach Ermächtigung zum 
Wegzug nach Portugal erfolgt war, bestätigte die Berufungsklägerin selbst. So 
führte sie in ihrer Eingabe vom 13. Oktober 2022 aus, die Ausreise sei "praktisch 
sofort nach [Hervorhebung durch das Gericht] Mitteilung" des angefochtenen Ent-
scheids erfolgt (vgl. act. A.4, S. 3). Aus dem prozessualen Antrag der Berufungs-
klägerin auf Rückverbringung von E._____ und F._____ in die Schweiz (vgl. act. 
A.1, S.3) geht schliesslich hervor, dass die Kinder die Schweiz noch vor Einrei-
chung der Berufung am 12. August 2022 verlassen hatten, mithin noch vor Ertei-
lung der aufschiebenden Wirkung. Mit anderen Worten erfolgte der Wegzug nach 
Portugal gestützt auf eine gerichtlich erteilte und vollstreckbare Ermächtigung. Ein 
widerrechtliches Verbringen i.S.v. Art. 7 Abs. 2 HKsÜ ist darin nicht zu erkennen. 

3.1.5. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass es im Zeitpunkt des erfolgten 
tatsächlichen und rechtmässigen Wegzuges der Kinder E._____ und F._____ in 
ein Haager Vertragsstaat zum Verlust der schweizerischen Jurisdiktion gekommen 
ist. Neu sind gestützt auf Art. 5 Abs. 1 und 2 HKsÜ die portugiesischen Behörden 
für Massnahmen betreffend die elterliche Verantwortung (insbesondere Aufent-
haltsbestimmungsrecht, Obhut, persönlicher Verkehr etc.) bezüglich E._____ und 
F._____ zuständig. Da die Zuständigkeit noch vor Einreichung der Berufung ent-
fiel, ist auf die Berufungsanträge, soweit sie sich gegen die Obhutszuteilung bzw. 
Ermächtigung zum Wegzug (act. B.1, Dispositivziffer 2 Absatz 1) und die Rege-
lung des persönlichen Verkehrs (act. B.1, Dispositivziffer 3a bis c) von E._____ 
und F._____ richten, nicht einzutreten. 

3.1.6. Hinsichtlich der in der Schweiz verbliebenen Tochter G._____ ist die Zu-
ständigkeit der Berufungsinstanz zur Regelung der Obhut und des persönlichen 
Verkehrs grundsätzlich gegeben, wobei indessen zu beachten ist, dass G._____ 
im Laufe des Berufungsverfahrens volljährig geworden ist. 

3.2. Ehegatten- und Kindesunterhalt, Trennungszeitpunkt

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3.2.1. Vom soeben Ausgeführten abweichend ist die Zuständigkeitsfrage hinsicht-
lich des Ehegatten- und Kindesunterhaltes sowie der weiteren Punkte zu beurtei-
len. 

3.2.2. Zum vorinstanzlichen Entscheidzeitpunkt bestand noch kein qualifizierter 
Auslandbezug. Ein Rückgriff auf das Kollisionsrecht war entsprechend nicht ange-
zeigt. Zweifellos lag die (nationale) Entscheidzuständigkeit im vorliegenden Ehe-
schutzverfahren zum Entscheidzeitpunkt bei der Einzelrichterin am Regionalge-
richt Imboden, verfügten doch alle Parteien über Wohnsitz in I._____ (vgl. Art. 23 
ZPO; Art. 271 ZPO sowie Art. 4 Abs. 1 lit. a EGzZPO). Diese einmal begründete 
Zuständigkeit bleibt auch bei Veränderung von Tatsachen, wie die Verlegung des 
Wohnsitzes, die zu einem Wegfall der Zuständigkeit führen würden, grundsätzlich 
bestehen (sog. perpetuatio fori, Art. 64 Abs. 1 lit. b ZPO). Dieser Grundsatz gilt – 
Ausnahmen wie der soeben in E. 3.1 umschriebenen vorbehalten – auch in inter-
nationalen Verhältnissen (BGE 129 III 404 E. 4.3.1). 

Wie ausgeführt, liegt infolge des Wegzuges des Berufungsbeklagten samt den 
Kindern E._____ und F._____ nach Portugal nunmehr ein internationaler Sach-
verhalt vor, weshalb primär aufgrund des Kollisionsrechts zu prüfen ist, ob bezüg-
lich der in E. 3.2 aufgeführten strittigen Berufungspunkte eine Ausnahme vom 
Grundsatz der perpetuatio fori besteht. Zwar sind die ehelichen Verhältnisse vom 
sachlichen Anwendungsbereich des LugÜ ausgeschlossen (Art. 1 Ziff. 2 lit. a 
LugÜ). Bezüglich des ehelichen Unterhaltes, worunter Unterhaltsforderungen des 
Kindes gegen die Eltern wie auch eheliche Unterhaltsansprüche von Ehegatten 
fallen (Dieter Hofmann/Oliver Kunz, in: Oetiker/Weibel [Hrsg.], Basler Kommentar, 
Lugano-Übereinkommen, 2. Aufl., Basel 2016, N 380 f. zu Art. 5 LugÜ), besteht 
indessen eine Ausnahme. Dies ergibt sich einerseits daraus, dass Unterhaltssa-
chen nicht vom Negativkatalog des Art. 1 Ziff. 2 LugÜ erfasst sind, und anderer-
seits auch explizit aus Art. 5 Ziff. 2 LugÜ, der für Unterhaltssachen eine besondere 
Zuständigkeit vorsieht. Mit Blick auf das Ehegatten- und Kindesunterhaltsrecht 
bestehen im LugÜ nun keine Normen, welche ein Abweichen vom Grundsatz der 
perpetuatio fori vorsähen. Folglich bleibt es, trotz des Wegzuges des Berufungs-
beklagten mitsamt den Kindern E._____ und F._____ nach Portugal, hinsichtlich 
des sie betreffenden Kindes- und Ehegattenunterhaltes bei der Zuständigkeit der 
hiesigen Berufungsinstanz. Bezüglich der in der Schweiz verbliebenen Tochter 
G._____ besteht die Zuständigkeit ohnehin weiter fort. 

3.2.3. Gleich ist die Zuständigkeitsfrage im Zusammenhang mit dem weiteren um-
strittenen Punkt (der Feststellung des Trennungszeitpunktes) zu beantworten. 
Zum Zeitpunkt des angefochtenen Eheschutzentscheids war die Einzelrichterin 

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am Regionalgericht Imboden zuständig. Mangels eines (qualifizierten) internatio-
nalen Bezuges ergab sich diese Zuständigkeit ausschliesslich gestützt auf die 
ZPO (vgl. dazu E. 3.2.2). Die nunmehr bestehende Internationalität des Sachver-
haltes führt, auch unter Beachtung der IPRG-Normen, zu keinem Wegfall der Zu-
ständigkeit der hiesigen Berufungsinstanz, zumal das IPRG für die vorliegende 
Konstellation keine Ausnahme vom Grundsatz der perpetuatio fori vorsieht.

4. Begründung und Beschwer

4.1. Nach Art. 311 Abs. 1 ZPO ist eine Berufung zu begründen. Aus der Be-
gründung muss hervorgehen, welche Punkte des erstinstanzlichen Entscheids 
angefochten werden, weshalb der erstinstanzliche Entscheid in den angefochte-
nen Punkten unrichtig sein soll und wie stattdessen zu entscheiden ist. Der blosse 
Verweis auf bereits vor erster Instanz erhobene Rügen oder allgemeine Kritik am 
erstinstanzlichen Entscheid genügen nicht. Die kritisierten Ausführungen und die 
Beilagen müssen genau bezeichnet werden. Fehlt eine Begründung vollständig, 
wird lediglich auf die Vorakten verwiesen oder ist die Begründung in anderer Hin-
sicht ungenügend, ist auf die Berufung nicht einzutreten (BGE 138 III 374 E. 4.3 = 
Pra 2013 Nr. 4; Peter Reetz/Stefanie Theiler, in: Sutter-Somm/Hasen-
böhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung 
[ZPO], 3. Aufl., Zürich 2016, N 36 ff. zu Art. 311 ZPO; vgl. BGer 5A_141/2014 v. 
28.4.2014 E. 2.4). Die Begründungsobliegenheit ist auch dann zu beachten, wenn 
wie vorliegend die Untersuchungsmaxime zur Anwendung gelangt (BGE 141 III 
569 E. 2.3.3 = Pra 2016 Nr. 99; Reetz/Theiler, a.a.O., N 37 zu Art. 311 ZPO, 
m.w.H.).

4.2. Eine weitere Rechtsmittelvoraussetzung bildet, dass die das Rechtsmittel 
erhebende Person durch den angefochtenen Entscheid beschwert ist, mit anderen 
Worten ein schutzwürdiges Interesse tatsächlicher oder rechtlicher Natur an der 
Aufhebung bzw. Abänderung des angefochtenen Entscheids hat. Erforderlich ist 
das Vorliegen der formellen und der darin in der Regel enthaltenen materiellen 
Beschwer, ausnahmsweise auch nur der materiellen Beschwer. Die formelle Be-
schwer ist gegeben, wenn das Dispositiv des angefochtenen Entscheids von den 
vor der Vorinstanz gestellten Rechtsbegehren abweicht. Materielle Beschwer be-
deutet, dass die Rechtsstellung der das Rechtsmittel ergreifenden Person durch 
den erstinstanzlichen Entscheid tangiert wird, indem dieser in seinen rechtlichen 
Wirkungen für diese Person nachteilig ist und ihr dadurch ein Interesse an seiner 
Abänderung verschafft. Dies kann auch bei einem Dritten der Fall sein, welcher 
vor der ersten Instanz überhaupt keine Rechtsbegehren stellen konnte, durch den 
erstinstanzlichen Entscheid jedoch in seiner Rechtsstellung beeinträchtigt wird 

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(Peter Reetz, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur 
Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO], 3. Aufl., Zürich 2016, N 30 ff. zu den 
Vorbemerkungen zu den Art. 308-318 ZPO m.w.H.).

4.3. Die Berufungsklägerin beantragt, die Tochter G._____ sei für die Dauer der 
Trennung unter ihre Obhut zu stellen (vgl. act. A.1, Rechtsbegehren Ziffer 5 Ab-
satz 2). Damit beantragt sie ihr bereits von der Vorinstanz Zugesprochenes (act. 
B.1, Dispositivziffer 2 Absatz 2). Mangels formeller Beschwer kann auf den Antrag 
nicht eingetreten werden. 

4.4. Die Berufungsklägerin beantragt, das Besuchsrecht des Berufungsbeklag-
ten für die drei Kinder konkret zu regeln und ihm ein Besuchsrecht an jedem zwei-
ten Wochenende von Freitagabend, 18:00 Uhr, bis Sonntagabend, 18:00 Uhr, so-
wie drei Ferienwochen zu gewähren (vgl. act. A.1, Rechtsbegehren Ziffer 6). Es 
wurde bereits ausgeführt, dass auf die das Besuchsrecht von E._____ und 
F._____ abzielenden Berufungsanträge infolge Wegfalls der internationalen Zu-
ständigkeit des Berufungsgerichts nicht eingetreten werden kann (vgl. E. 3.1). 
Darüber hinaus fehlen in der Berufungsschrift Ausführungen zu diesem Antrag, 
sodass keine rechtsgenügliche Begründung vorliegt. Auf den Antrag ist nicht ein-
zutreten. Angesichts des Alters der Tochter G._____, geboren am _____ 2004, 
verzichtete die Vorinstanz auf die Festlegung eines gerichtsüblichen Besuchs-
rechts (vgl. act. B.1, Dispositivziffer 3d). Weil die Tochter G._____ zwischenzeit-
lich volljährig geworden ist, wäre eine Besuchsrechtsregelung ohnehin obsolet 
geworden. 

4.5. Die Vorinstanz verzichtete auf die Festlegung eines Unterhaltsbeitrages zu 
Gunsten der Tochter G._____ infolge mangelnder Leistungsfähigkeit des Beru-
fungsbeklagten, ebenso auf die Festlegung eines Ehegattenunterhaltes zugunsten 
der Berufungsklägerin (vgl. act. B.1, Dispositivziffer 6). Umgekehrt verpflichtete sie 
die Berufungsklägerin zu Unterhaltsbeiträgen an die Kinder E._____ und F._____ 
(vgl. act. B.1, Dispositivziffer 5).

4.5.1. Im Zusammenhang mit dem Kindesunterhalt betreffend G._____, E._____ 
und F._____ beantragt die Berufungsklägerin die Zusprechung von monatlich im 
Voraus zu leistenden Beiträgen von je CHF 1'000.00, zuzüglich allfälliger Kinder-
zulagen. Eventualiter beantragt sie, die Unterhaltsbeiträge der wirtschaftlichen 
Leistungsfähigkeit des Berufungsbeklagten nach Offenlegung von dessen Ein-
kommensverhältnissen anzupassen (vgl. act. A.1, Rechtsbegehren Ziffer 7 und 8). 
Hinsichtlich des Ehegattenunterhaltes wiederholt sie ihr erstinstanzliches Begeh-
ren auf Zusprechung von CHF 1'500.00 (act. A.1, Rechtsbegehren Ziffer 10), 

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eventualiter auf monatliche Bedienung der Hypothekarverträge für die eheliche 
Liegenschaft (act. A.1, Rechtsbegehren Ziffer 11). Subeventualiter beantragt sie, 
den Unterhalt für sie erst nach Feststellung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit 
festzulegen. 

4.5.2. Die Vorinstanz begründete ihren Entscheid betreffend Ehegatten- und Kin-
desunterhalt über rund sechs Seiten ausführlich und einlässlich (vgl. act. B.1, E. 7 
und 8). Was die Berufungsklägerin in Ziffer 17 ihrer Berufung dagegen vorbringt 
bzw. vorzubringen scheint, genügt den in Erwägung 4.1 dargelegten Begrün-
dungsanforderungen nicht. Abgesehen davon, dass die Vorbringen kaum nach-
vollziehbar sind, setzt sich die Berufungsklägerin diesbezüglich nicht im Gerings-
ten mit den vorinstanzlichen Erwägungen auseinander. Ohne Weiterungen ist auf 
die den Kindesunterhalt von G._____ und den Ehegattenunterhalt der Berufungs-
klägerin beschlagenden Berufungsanträge nicht einzutreten. Gleiches gilt 
grundsätzlich auch für den Kindesunterhalt von E._____ und F._____. Wie darge-
legt verbleiben die beiden Kinder unter der Obhut des Berufungsbeklagten (vgl. 
E. 3.1 ff.), so dass ohnehin keine Grundlage bestünde, Unterhaltsbeiträge dem 
berufungsklägerischen Antrag folgend zuzusprechen. Einen Eventualantrag, wo-
nach bei Beibehaltung der väterlichen Obhut ihre Unterhaltsverpflichtung gegenü-
ber E._____ und F._____ zu reduzieren oder aufzuheben sei, hat die Berufungs-
klägerin nicht gestellt.

4.6. Die Berufungsklägerin hatte im vorinstanzlichen Verfahren beantragt, den 
Trennungszeitpunkt auf den 1. März 2022 festzulegen. Die Vorinstanz stellte zwar 
fest, dass die Parteien zum Getrenntleben berechtigt seien (vgl. act. B.1, Disposi-
tivziffer 1), lehnte es aber infolge Uneinigkeit der Parteien ab, den genauen Tren-
nungszeitpunkt festzulegen (vgl. act. B.1, E. 3). Die Berufungsklägerin wiederholt 
diesen Antrag in ihrer Berufung. Soweit ersichtlich, führt sie hierzu begründend nur 
aus: "Der Ehemann verlangt in seinem Gesuch, die Unterhaltszahlungen seien ab 
dem 1. März 2022 zu bezahlen. Er bestätigt damit, das Datum vom 1. März ac. 
Einer gerichtlichen Festlegung des Datums steht nichts entgegen. Eheschutz-
massnahmen werden für die Dauer der Trennung erlassen. […]" (act. A.1, II. Ziffer 
4). Weitere Vorbringen mit möglichem Bezug zu seinem Berufungsantrag und zum 
vorinstanzlichen Entscheid sind nicht ersichtlich. Mit anderen Worten fehlt es in 
der Berufungsschrift an einer Auseinandersetzung mit dem angefochtenen Ent-
scheid und substantiierten Ausführungen zum behaupteten Trennungsdatum, 
weshalb auf das Begehren nicht einzutreten ist. Ferner äussert sich die Beru-
fungsklägerin nicht im Geringsten zum Bestehen eines eigenständigen Feststel-
lungsinteresses bezüglich des Zeitpunktes des Getrenntlebens, so dass darauf 

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auch aus diesem Grund nicht eingetreten werden kann (vgl. Jann Six, Eheschutz 
– Ein Handbuch für die Praxis, 2. Aufl., Bern 2014, Rz. 2.03 f.; vgl. auch Philipp 
Maier/Rolf Vetterli, in: Fankhauser, FamKomm, Scheidung, Bd I, 4. Aufl., Bern 
2022, N 5 zu Art. 175 ZGB).

5. Fazit

Zusammenfassend kann auf keinen der Berufungsanträge eingetreten werden. 
Auf die Berufung ist folglich insgesamt nicht einzutreten.

6. Kosten und Entschädigung

6.1. Da auch ein Nichteintreten als Unterliegen gilt, gehen die Prozesskosten 
vollumfänglich zu Lasten der Berufungsklägerin (Art. 106 Abs. 1 ZPO).

6.2. Die Gerichtsgebühr für das vorliegende Berufungsverfahren wird unter 
Berücksichtigung des Streitwertes sowie der sich stellenden Sach- und Rechtsfra-
gen auf CHF 2'000.00 festgelegt (Art. 9 VGZ [BR 320.210]).

6.3. Die Berufungsklägerin wird verpflichtet, dem Berufungsbeklagten eine – in 
Ermangelung einer im Recht liegenden Honorarnote nach Ermessen festgesetzte 
(Art. 2 Abs. 1 HV [BR 310.250]) – Parteientschädigung von pauschal 
CHF 2'000.00 (inkl. Spesen und MwSt.) zu bezahlen.

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Demnach wird erkannt:

1. Auf die Berufung wird nicht eingetreten.

2. Die Kosten des Berufungsverfahrens von CHF 2'000.00 gehen zulasten von 
A._____. 

3. A._____ hat B._____ für das Berufungsverfahren eine Parteientschädigung 
von CHF 2'000.00 (inkl. Spesen und MwSt.) zu bezahlen. 

4. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 72 BGG Beschwerde in Zivil-
sachen an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, geführt 
werden. Die Beschwerde ist dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 Tagen 
seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der 
gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff. und Art. 90 
ff. BGG.

5. Mitteilung an: