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**Case Identifier:** 11bf5177-f748-5c76-b414-7f2a81a18716
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-02-29
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 29.02.2012 IV 2010/80
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2010-80_2012-02-29.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2010/80

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 18.05.2020

Entscheiddatum: 29.02.2012

Entscheid Versicherungsgericht, 29.02.2012
Art. 7 Abs. 1 ATSG, Art. 16 ATSG. Invaliditätsbemessung mittels 
Einkommensvergleich; Bedeutung des Grundsatzes "Eingliederung vor 
Rente (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 29. 
Februar 2012, IV 2010/80). Aufgehoben durch Urteil des Bundesgerichts 
9C_677/2012.

Präsident Martin Rutishauser, Versicherungsrichterin Marie Löhrer, 

Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiber Ralph Jöhl

Entscheid vom 29. Februar 2012

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Robert Baumann, Waisenhausstrasse 17, 

Postfach, 9001 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Rente

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Sachverhalt:

A.     

A.___ stellte am 17. Mai 2002 ein Rentengesuch (IV-act. 1). In einem Gutachten der 

Ärztliches Begutachtungsinstitut GmbH ABI (abgekürzt ABI GmbH) vom 5. November 

2004 (IV-act. 64) wurde festgehalten, an der linken oberen Extremität bestehe keine 

Einschränkung der Kraft und der Beweglichkeit; die angegebenen Schmerzen bei 

einem Verdacht auf ein subakromiales Impingement hätten durch die klinischen Tests 

nicht objektiviert werden können. Die rechte Schulter sei zweimal operiert worden. Im 

Bereich von Ellbogen und Hand sei keine Einschränkung der Kraft und der 

Beweglichkeit festzustellen gewesen. Für körperlich leichte bis mittelschwere 

Tätigkeiten ohne Arbeiten über Kopf bestehe zeitlich und leistungsmässig eine volle 

Arbeitsfähigkeit. Der Versicherte setze den rechten Arm im Alltagsleben durchaus ein, 

wie die deutliche Beschwielung auch der rechten Hand im Anschluss an die 

Gartenarbeit dokumentiere. Die anhaltende somatoforme Schmerzstörung mit 

somatischen und psychischen Faktoren und die leichte depressive Verstimmung hätten 

eine Arbeitsunfähigkeit von ca. 10% zur Folge. Die Ursachen dieser Arbeitsunfähigkeit 

bestünden in den aus der leichten Depression resultierenden Konzentrations- und 

Aufmerksamkeitsstörungen und aus der psychophysischen Anstrengung, die 

Schmerzen dauernd auszuhalten. Der Versicherte reichte ein privates orthopädisches 

Gutachten von Dr. med. B.___, Spezialarzt FMH für orthopädische Chirurgie, Aarau, 

vom 21. Februar 2005 ein (IV-act. 73). Dr. B.___ hatte darin angegeben, der Versicherte 

sei für jede physische Arbeit, auch für Arbeiten mit herunterhängenden Armen, zu 

80-85% arbeitsunfähig. Für administrative Arbeiten sei der Versicherte aufgrund seiner 

Bildung ungeeignet. Die ABI GmbH erstattete am 8. Juni 2006 ein zweites Gutachten 

(IV-act. 99). Der orthopädische Sachverständige gab erneut eine uneingeschränkte 

Arbeitsfähigkeit für körperlich leichte bis höchstens mittelschwere Tätigkeiten ohne 

Bewegungen der Arme oberhalb von ca. 60° an. Die geklagten Schmerzen auch bei 

hängenden Armen hätten sich durch die sicher objektivierbaren Befunde nicht erklären 

lassen. Die Untersuchung habe deutliche Hinweise auf eine Selbstlimitierung geliefert. 

Mit Sicherheit bestehe eine nicht unerhebliche Restbeweglichkeit am hängenden 

rechten Arm. Das habe sich in unbeobachtet scheinenden Momenten klar feststellen 

lassen. Der psychiatrische Sachverständige der ABI GmbH hatte festgehalten, dass ein 

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labiles pathologisches Geschehen vorzuliegen scheine, das sich vor etwa einem Jahr 

intensiviert habe. Die Leistungsfähigkeit sei aus psychiatrischer Sicht wegen eines 

erhöhten Pausenbedarfs um 30% eingeschränkt. Zusammenfassend hielten die 

Sachverständigen der ABI GmbH fest, im Vergleich zur Voruntersuchung zeige sich 

eine deutlich verstärkte Selbstlimitierung. Die Einschränkungen hätten aber nur 

geringgradig zugenommen. Die Psychiatrische Klinik C.___ berichtete dem 

behandelnden Psychiater am 4. Oktober 2006 über den stationären Klinikaufenthalt 

des Versicherten vom 6. Juni bis 15. September 2006 (IV-act. 113). Sie gab als 

Diagnose eine mittelgradige depressive Episode bei anhaltender somatoformer 

Schmerzstörung als Ausdruck einer psychosozialen Mehrfachbelastung an. Zur 

Arbeitsfähigkeit bemerkte sie nur, der Versicherte betrachte sich selbst in einer 

adaptierten Tätigkeit als nur noch zu 20% arbeitsfähig. Die Tagesklinik des 

Psychiatrischen Zentrums D.___ berichtete dem behandelnden Psychiater am 8. 

November 2006 über die Behandlung vom 20. September bis 8. November 2006 (IV-

act. 115), der Versicherte sei während der gesamten Behandlungszeit aus 

psychiatrischer Sicht wegen einer rezidivierenden depressiven Störung und einer 

anhaltenden somatoformen Schmerzstörung zu 100% arbeitsunfähig gewesen. Am 8. 

Dezember 2006 berichtete die Tagesklinik (IV-act. 117), der Versicherte sei voll 

arbeitsunfähig. Neben der mittel- bis schwergradigen depressiven Symptomatik und 

dem chronischen Schmerzsyndrom bestehe eine anhaltende Persönlichkeitsänderung. 

Dr. med. E.___ vom RAD hielt am 25. Januar 2007 fest (IV-act. 118), die Berichte der 

Psychiatrischen Klinik C.___ dokumentierten zweifelsfrei eine relevante 

Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustands seit der Begutachtung 

(mittelschwere bis schwere Depression). Der Beginn der Verschlechterung sei auf April 

2006 anzusetzen. Die Arbeitsunfähigkeit betrage ab diesem Zeitpunkt 100%. Mit 

Verfügungen vom 14. August 2007 (IV-act. 139-141) sprach die IV-Stelle dem 

Versicherten ab Juni 2006 eine Viertelsrente und ab Juli 2006 eine ganze Invalidenrente 

zu. Das vom Versicherten angerufene Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen 

wies die Sache in seinem Entscheid vom 20. Januar 2009 (IV 2007/301, IV-act. 167) zur 

weiteren Abklärung an die IV-Stelle zurück. Zur Begründung machte es geltend, es sei 

mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass der 

Versicherte bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung am 14. August 2007 in einer 

seiner körperlichen Beeinträchtigung angepassten Erwerbstätigkeit rein somatisch 

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betrachtet zu 100% arbeitsfähig gewesen sei. In bezug auf eine allfällige psychisch 

bedingte Arbeitsunfähigkeit vermöge die Einschätzung der Psychiatrischen Klinik C.___ 

nicht zu überzeugen. Dasselbe gelte für die Angaben der Tagesklinik des 

Psychiatrischen Zentrums D.___ sowohl in bezug auf die Diagnose als auch in bezug 

auf die Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit. Die Diagnose einer andauernden 

Persönlichkeitsveränderung sei nicht plausibel, weil die entsprechenden Symptome 

bereits vom psychiatrischen Sachverständigen der ABI GmbH und von den Ärzten der 

Psychiatrischen Klinik C.___ hätten erkannt werden müssen, was aber nicht der Fall 

gewesen sei. Die ebenfalls behauptete Zunahme der Depression sei nicht plausibel, da 

die Tagesklinik ihre Arbeitsfähigkeitsschätzung nur aus therapeutischer Sicht 

abgegeben, d.h. das Kriterium der objektiven Zumutbarkeit der Überwindung der 

Arbeitsunfähigkeitsüberzeugung nicht zur Anwendung gebracht habe. Demnach 

beruhe die Annahme einer Arbeitsunfähigkeit von 100% auch in einer der körperlichen 

Beeinträchtigung angepassten Tätigkeit ab April 2006 auf einem unzureichend 

abgeklärten Sachverhalt. Das gelte auch für die Frage, wann der Anstieg der durch die 

Beeinträchtigung der psychischen Gesundheit ausgelösten Arbeitsunfähigkeit von 10% 

auf 30% erfolgt sei.

B.     

Dr. med. F.___ vom RAD notierte am 17. März 2009 (IV-act. 168), er betrachte die 

folgenden Schlussfolgerungen als gerechtfertigt: Ab Mai 2002 bestehe aus 

psychischen Gründen eine Arbeitsunfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit von 10%; 

laut ABI-Gutachten bestehe spätestens seit Ende März 2006 eine Arbeitsunfähigkeit in 

einer adaptierten Tätigkeit von 30%; gemäss den Urteilserwägungen erscheine es als 

gerechtfertigt, den Beginn der 30%igen Arbeitsunfähigkeit auf Dezember 2005 zu 

setzen; während der Hospitalisation (6. Juni bis 15. September 2006) in C.___ habe die 

Arbeitsunfähigkeit 100% betragen; abzuklären sei noch, wie sich die Arbeitsfähigkeit 

ab September 2006 entwickelt habe. Unter diesen Umständen sei eine 

Verlaufsbegutachtung angezeigt. Die Gutachter sollten darlegen, ob sie seine 

Schlussfolgerungen über den Verlauf der Arbeitsfähigkeit bis September 2006 

nachvollziehen könnten, und sie sollten darlegen, wie sich die Arbeitsfähigkeit seit 

September 2006 entwickelt habe. Wichtig sei, welches Ausmass die depressive 

Störung aktuell aufweise und ob eine andauernde Persönlichkeitsstörung bei einem 

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chronischen Schmerzsyndrom vorliege. Die IV-Stelle beauftragte die ABI GmbH mit 

einer Verlaufsbegutachtung (IV-act. 173).

B.a   Im Gutachten vom 23. September 2009 (IV-act. 176) berichtete der psychiatrische 

Sachverständige der ABI GmbH, der Versicherte befinde sich zurzeit in Behandlung in 

der psychiatrischen Tagesklinik (zwei Tage pro Woche). Er erlebe den Aufenthalt dort 

als zum Teil belastend. Regelmässig fänden auch Gespräche mit dem Psychiater statt. 

Entgegen seinen Angaben nehme der Versicherte das verordnete Antidepressivum 

nicht ein. Die Beziehung zur Ehefrau sei angespannt. Der Versicherte leide unter 

leichten Schlafstörungen. Er kümmere sich um den Haushalt (kleinere Einkäufe, mittags 

kochen für sich und die Tochter). Vormittags und nachmittags gehe er eine Stunde 

spazieren. Im Übrigen sehe er meistens fern. Er sei etwas apathisch und pflege 

praktisch keine sozialen Kontakte (ausser gelegentlichen Verwandtenbesuchen am 

Wochenende). Bei der Untersuchung sei der Versicherte leichtgradig depressiv 

gewesen. Er habe über zahlreiche somatische Beschwerden geklagt, die durch die 

somatischen Untersuchungsbefunde nicht vollständig hätten objektiviert werden 

können, so dass eine psychische Überlagerung anzunehmen sei. Diese sei auf dem 

Hintergrund der jahrelangen depressiven Störung und der wirtschaftlichen 

Schwierigkeiten zu sehen, so dass eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung 

diagnostiziert werden könne. Der Versicherte habe eine ausgeprägte subjektive 

Krankheitsüberzeugung gezeigt. Die rezidivierende depressive Störung und die 

anhaltende somatoforme Schmerzstörung hätten eine Arbeitsunfähigkeit von 30% zur 

Folge. Hinweise auf eine schwere depressive Störung fehlten. Trotz der depressiven 

Verstimmungen gestalte der Versicherte den Tagesablauf relativ aktiv. Ein ausgeprägter 

sozialer Rückzug lasse sich nicht feststellen. Das Scheitern aller therapeutischen 

Bemühungen sei darauf zurückzuführen, dass der Versicherte aufgrund der 

ausgeprägten subjektiven Krankheitsüberzeugung wenig Motivation zeige, sich trotz 

allfälliger Restbeschwerden aktiv um eine Genesung zu bemühen und sich wieder den 

Belastungen der Arbeitswelt auszusetzen. Schwere lebensgeschichtliche Belastungen 

fänden sich nicht, Hinweise auf unbewusste Konflikte fehlten, ein primärer 

Krankheitsgewinn sei nicht vorhanden. Aus psychiatrischer Sicht sei es deshalb 

zumutbar, die nötige Willensanstrengung aufzubringen, um zu 70% einer 

Erwerbstätigkeit nachzugehen. Da der Versicherte das verordnete Antidepressivum 

gemäss den Blutuntersuchungen nicht einnehme, sei die leichte depressive Störung 

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nicht adäquat behandelt. Die Nichteinnahme sei ein Hinweis darauf, dass sich der 

Versicherte nicht besonders depressiv fühle. Seit der letzten psychiatrischen 

Begutachtung vom 27. März 2006 habe sich der Gesundheitszustand nicht wesentlich 

verändert. Die Verschlechterung des psychiatrischen Gesundheitszustands sei 

zwischen dem 13. Oktober 2005 (Austritt aus der Klinik) und dem 27. März 2006 

(Untersuchung ABI GmbH) eingetreten. Genauer lasse sich der Zeitpunkt der 

Verschlechterung nicht bestimmen.

B.b   Der orthopädische Sachverständige der ABI GmbH berichtete, der Versicherte 

habe angegeben, er sei im Sommer 2007 mit einem Mofa gestürzt und habe sich dabei 

eine Fraktur des Wirbelkörpers zugezogen. Die Behandlung sei seit 2008 beendet. Die 

Schulterschmerzen rechts hätten sich nicht wesentlich gebessert. Aktuell hätten sich 

folgende Befunde objektivieren lassen: Das Gangbild auf der Treppe und auf ebenem 

Terrain sei mitsamt den geprüften Gangvarianten unauffällig gewesen. Insbesondere 

sei auch der Kauergang ohne weiteres möglich gewesen, was eine relevante 

Einschränkung von Seiten der unteren Extremitäten bereits zu Beginn weitestgehend 

ausgeschlossen habe. Bei der Untersuchung des Rumpfs habe sich eine deutliche 

Selbstlimitation gezeigt, indem der Versicherte beim Messen des Finger-Boden-

Abstands den Oberkörper lediglich leicht nach vorn geneigt habe, so dass der Abstand 

40 cm betragen habe. Später seien aber der Lasègue-Test und ein modifizierter 

Langsitz ohne weiteres gelungen. Das habe sich auch bei der ausgiebigen Palpation 

gezeigt, wo lediglich im thorakolumbalen Übergangsbereich gewisse Schmerzen 

angegeben worden seien, während die übrigen Anteile sowie die paravertebrale 

Muskulatur schmerzfrei hätten abgetastet werden können. Die Beweglichkeit des 

Kopfes sei bei expliziter Aufforderung vor allem nach rechts deutlich eingeschränkt 

gewesen. Bei gleichzeitiger Ablenkung sei die Kopfdrehung jedoch unauffällig 

gewesen. An den oberen Extremitäten konzentriere sich die Problematik nach wie vor 

auf die rechte Schulter. Auf neurologischer Ebene hätten sich keine Hinweise auf das 

Vorliegen einer Pathologie im Bereich des peripheren Nervensystems ergeben. 

Insbesondere eine spinale Kompressionsproblematik oder die Läsion eines grösseren 

peripheren Nervs hätten klinisch weitgehend ausgeschlossen werden können. Die neu 

angefertigten Röntgenbilder der BWS hätten nach wie vor die deutliche 

Fischwirbeldeformität von Th10 nach der erlittenen Kneifzangenfraktur gezeigt. Doch 

dürfte es sich gemäss den vorliegenden Berichten aus dem Kantonsspital St. Gallen 

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um einen weitgehend konstanten Befund handeln. Dieser erkläre sicherlich eine 

verminderte Belastbarkeit des Rumpfs, insbesondere im thorakolumbalen 

Übergangsbereich. Dass der Versicherte ohne weiteres ein Mofa habe lenken können, 

deute darauf hin, dass die Schulterfunktion im Alltagsleben deutlich besser sei, als der 

Versicherte angebe, was auch viel besser zu den eindeutig objektivierbaren Befunden 

passe als eine weitgehende Funktionslosigkeit. Zusammenfassend hielt der 

orthopädische Sachverständige fest, die angegebenen Beschwerden liessen sich zwar 

qualitativ, nicht aber quantitativ erklären. Als Folge der Fraktur von Th10 sei es 

plausibel, wenn thorakolumbal eine etwas verminderte Belastbarkeit bestehe. Auch an 

der rechten Schulter seien aufgrund des postoperativen Zustandsbilds und bei einem 

nicht auszuschliessenden subakromialen Rest-Impingement gewisse Einschränkungen 

zu begründen, nicht aber die behauptete weitgehende Funktionslosigkeit im 

Alltagsleben. Die Teerspuren an den Fingern der rechten Hand zeigten, dass der 

Versicherte die Zigarette mit der rechten Hand zum Mund führe, was bei der 

angegebenen Funktionslosigkeit sicher nicht der Fall wäre. Es müssten somit 

wesentlich nichtorganische Faktoren postuliert werden, die das subjektive 

Beschwerdebild dominierten. Für körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeiten in 

wechselnder Position, bei denen eine Hebe- und Traglimite von 10 kg nicht 

überschritten werde und keine Bewegung des rechten Arms oberhalb von 60° 

durchgeführt werden müsse, bestehe eine zeitlich und leistungsmässig 

uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit. Nach der allgemeinen Erfahrung bewirkten solche 

Tätigkeiten bei den eindeutig objektivierbaren Befunden keine Schmerzprovokation.

B.c   Die Gesamtbeurteilung ergab folgende Diagnosen: Chronische 

Schulterschmerzen rechts (V.a. ein persistierendes leichtes subakromiales 

Impingement, beginnende

AC-Gelenksarthrose, St.n. Abtragung eines Akromionsporns 08.03.02 und nach offener 

Akromioplastik und Supraspinatussehnen-Refixation 31.08.01), chronisches 

thorakolumbovertebrales Schmerzsyndrom ohne radikuläre Symptomatik (St.n. 

Berstungsfraktur Th10 am 24.07.07 mit konservativer Behandlung und persistierender 

Fischwirbeldeformität), rezidivierende depressive Störung gegenwärtig leichte bis 

mittelgradige Episode, anhaltendes somatoformes Schmerzsyndrom sowie - ohne 

Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit - St.n. Meatotomie sowie innerer Urethrotomie am 

06.11.07, fortgesetzter

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Nikotinkonsum und Medikamenten-Malcompliance. Die Sachverständigen der ABI 

GmbH stellten fest, dass aus polydisziplinärer Sicht hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit 

eine identische Einschätzung wie im Vorgutachten von 06/06 bestehe. Das neu 

hinzugekommene thorakolumbovertebrale Syndrom wirke sich nicht zusätzlich aus, da 

die Arbeiten bereits aufgrund des Zumutbarkeitsprofils bezüglich Schulter so 

auszuwählen seien, dass kein weiter einschränkendes Zumutbarkeitsprofil aufgrund 

des thorakolumbovertebralen Syndroms zu definieren sei. Bis zum Aufenthalt in der 

Klinik Gais (10/05) habe nur eine Arbeitsunfähigkeit von 10% bestanden. Die 

Arbeitsunfähigkeit sei bis zur Begutachtung 03/06 kontinuierlich angestiegen. Deshalb 

sei ab der Mitte dieser Termine (01/06) eine 30%ige Arbeitsunfähigkeit aus 

psychiatrischer Sicht zu bestätigen. Seither betrage die Arbeitsunfähigkeit 30%. Dr. 

F.___ vom RAD hielt dazu am 22. Oktober 2009 fest, die medizinischen 

Schlussfolgerungen im Gutachten seien gut nachvollziehbar (IV-act. 177).

C.       

C.a   Die IV-Stelle nahm einen Einkommensvergleich vor (IV-act. 178). Zur Ermittlung 

des Valideneinkommens stellte sie auf ein Einkommen 2003 von Fr. 59'494.- ab, das 

sie der Nominallohnentwicklung bis 2009 anpasste, was einen Betrag von Fr. 63'586.- 

ergab. Zur Ermittlung des zumutbaren Invalideneinkommens ging sie von einem 

statistischen Durchschnittseinkommen 2009 von Fr. 61'468.- aus. Bei einem 

Arbeitsfähigkeitsgrad von 70% resultierte ein Einkommen von Fr. 43'028.-. Da die IV-

Stelle keine weiteren Abzüge vornahm, entsprach dies dem zumutbaren 

Invalideneinkommen. Der Einkommensvergleich lieferte einen Invaliditätsgrad von 32%. 

Mit einem Vorbescheid vom 5. November 2009 teilte die IV-Stelle dem Rechtsvertreter 

des Versicherten mit, dass sie beabsichtige, das Rentengesuch abzuweisen (IV-act. 

182).

C.b   Der Rechtsvertreter des Versicherten wandte am 3. Dezember 2009 ein (IV-act. 

184), es sei von einem wesentlich höheren Arbeitsunfähigkeitsgrad auszugehen. Auf 

das Gutachten vom 23. September 2009 dürfe nicht abgestellt werden. Zur 

Arbeitsfähigkeit seien Berichte des Psychiatrischen Zentrums D.___, von Dr. med. 

G.___, Dr. med. I.___ und der Klinik für Orthopädische Chirurgie einzuholen. Das 

Valideneinkommen sei nach oben anzupassen, das Invalideneinkommen sei zu 

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reduzieren (zusätzlicher Abzug von 25% vom Tabellenlohn). Am 18. Januar 2010 führte 

der Rechtsvertreter des Versicherten ergänzend aus (IV-act. 188-1/14 bis 9/14), es sei 

ab wann rechtens, allerspätestens ab 1. Mai 2003 eine ganze Invalidenrente 

zuzusprechen; eventualiter seien weitere Abklärungen vorzunehmen. Er sei mit der 

Arbeitsunfähigkeitsschätzung gemäss dem ABI-Gutachten nicht einverstanden. 

Gemäss einem aktuellen Bericht des Psychiatrischen Zentrums D.___, Tagesklinik, 

bestehe aus psychischen Gründen eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. Bereits früher 

sei eine vollständige Arbeitsunfähigkeit attestiert worden, so dass nicht nachvollziehbar 

sei, weshalb nur eine Arbeitsunfähigkeit von 30% bestanden haben solle. Die 

Sachverständigen der ABI GmbH hätten nur auf eine Momentaufnahme abgestellt, 

während den Arbeitsfähigkeitsschätzungen der behandelnden Ärzte eine 

Langzeitbeurteilung zugrunde liege. Den behandelnden Ärzten könne nicht unterstellt 

werden, sie seien nicht ausreichend neutral und objektiv gewesen. Im Gutachten fehle 

eine eigentliche Auseinandersetzung mit den abweichenden Einschätzungen der 

behandelnden Ärzte. Aufgrund der praktisch gegenteiligen Einschätzung der 

Arbeitsfähigkeit dränge sich eine Oberbegutachtung auf. Gemäss einem aktuellen 

Bericht führten die Folgen der Wirbelfraktur auch bei körperlich leichten Arbeiten zu 

Einschränkungen. Gemäss den Angaben der behandelnden Ärzte habe der 

orthopädische Sachverständige der ABI GmbH die Wirbelsäule nicht ausreichend 

abgeklärt. Deshalb sei ein neues orthopädisches und wirbelsäulenchirurgisches 

Gutachten notwendig. Die behandelnde Ärztin habe auch die Einschätzung der 

Schulterproblematik rechts durch den Sachverständigen der ABI GmbH gerügt. Weiter 

hielt der Rechtsvertreter des Versicherten fest, die Sachverständigen der ABI GmbH 

hätten die Wechselwirkungen zwischen den psychischen Leiden und den organischen 

Leiden zuwenig berücksichtigt. Es könne nicht behauptet werden, dass die psychisch 

bedingte Arbeitsunfähigkeit von 30% auch die Einschränkungen aus den 

orthopädischen Leiden abdecke. Bei der Ermittlung des zumutbaren 

Invalideneinkommens sei ein Abzug von 25% notwendig. Dr. med. H.___, Oberarzt der 

Tagesklinik des Psychiatrischen Zentrums D.___, hatte dem Rechtsvertreter des 

Versicherten am 18. Dezember 2009 angegeben (IV-act. 188-10/14 bis 11/14), die 

Diagnose laute: Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige 

Episode, mit somatischen Symptomen. Der Versicherte sei zu 100% arbeitsunfähig. 

Auch zum Zeitpunkt der Untersuchung durch den "ABI-Psychiater" (24.08.09) habe 

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eine vollständige Arbeitsunfähigkeit vorgelegen. In körperlich leichten bis 

mittelschweren, orthopädisch adaptierten Tätigkeiten und bei einem wohlwollenden 

und ruhigen Arbeitsumfeld könnte mittel- bis langfristig eventuell eine Arbeitsfähigkeit 

von 50% erreicht werden. Dringend empfohlen sei die Weiterführung der 

tagesklinischen Psychotherapie und der Psychopharmakomedikation. Dr. med. I.___, 

Facharzt für Allgemeine Medizin FMH, D.___, hatte gegenüber dem Rechtsvertreter des 

Versicherten am 8. Dezember 2009 ausgeführt (IV-act. 188-12/14 bis 14/14), es 

verstehe sich von selbst, dass die Rückenschmerzen zu einer zusätzlichen 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit führten und zwar auch bei einer körperlich leichten 

Arbeit. Er wisse nicht, weshalb die Sachverständigen der ABI GmbH auf eine genaue 

Anamnese bezüglich der Rückenschmerzen verzichtet hätten. Für die gutachterliche 

Beurteilung einer Wirbelfraktur mit Skoliosebildung und Kyphosierung sollten die 

entsprechenden Winkel ausgemessen und dokumentiert werden. Im ganzen Gutachten 

sei weder eine Angabe der Beschwerden noch eine adäquate klinische Untersuchung 

oder eine korrekte Beschreibung des radiologischen Befundes der Wirbelsäule 

vorhanden. Deshalb sei es nicht verwunderlich, dass die Wirbelfraktur für die 

Beurteilung der Arbeitsfähigkeit im ABI-Gutachten keine Rolle gespielt habe. Dort 

fänden sich zudem fragwürdige Beurteilungen zum Gebrauch des rechten Arms. Der 

Unfall mit dem Mofa beweise doch gerade, dass der Versicherten wegen der 

Behinderung seines rechten Arms nicht fähig gewesen sei, ein Mofa zu lenken. Auch 

bei einer vollständig unbrauchbaren rechten Schulter könne problemlos mit dem 

rechten Arm geraucht werden; die Händigkeit werde nur schwer gewechselt. Eine 

Restarbeitsfähigkeit könne nur noch an einem geschützten Arbeitsplatz realisiert 

werden.

C.c   Dr. F.___ vom RAD hielt dazu am 26. Januar 2010 fest (IV-act. 189), Dr. L.___ von 

der Tagesklinik habe im Bericht vom 18. Dezember 2009 keinen Psychostatus geliefert 

und nur summarisch und ohne Begründung festgehalten, dass die mittelgradige 

depressive Episode, die im Dezember 2009 vorgelegen habe, eine Arbeitsunfähigkeit 

von 100% begründet habe. Das sei so nicht nachvollziehbar und entspreche auch nicht 

der vom Bundesgericht festgehaltenen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit bei einer 

mittelgradigen depressiven Episode. Der orthopädische Gutachter der ABI GmbH habe 

die verminderte Belastbarkeit der Wirbelsäule durchaus gewürdigt. Tatsache sei, dass 

keine neurologischen Ausfälle vorlägen und dass der Versicherte 45 bis 60 Min. sitzen 

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und zwei Stunden gehen könne. Der Bedarf nach vermehrten Pausen sei mit einer 

Arbeitsfähigkeit von 70% gedeckt. Zwar fehlten die Winkelangaben, aber es bestehe 

ein korrektes Alignement, was sich auf die Anordnung der dorsalen Kante der 

Wirbelkörper beziehe. Diese sei wichtig in bezug auf eine allfällige 

Rückenmarksschädigung. Die dorsale Kante sei nie am Unfallgeschehen beteiligt 

gewesen. Die ventrale Situation habe weniger schwerwiegende Konsequenzen. Beim 

rechten Arm bestehe bis 60° eine normale Funktion und in den Röntgenbildern sei eine 

bessere Funktion dokumentiert, als der Versicherte vorgebracht habe. Die Einwände 

des Rechtsvertreters des Versicherten enthielten keine neuen, bisher nicht bekannten 

medizinischen Elemente. Es seien keine weiteren medizinischen Abklärungen 

erforderlich. Auf die gutachterlichen Schlussfolgerungen könne abgestellt werden. Mit 

einer Verfügung vom 26. Januar 2010 wies die IV-Stelle das Rentengesuch ab, da der 

Invaliditätsgrad nur 32% betrage (IV-act. 190).

D.     

Der Versicherte liess am 25. Februar 2010 Beschwerde erheben und sinngemäss die 

Zusprache einer ganzen Invalidenrente ab wann rechtens, spätestens ab 1. Mai 2003 

beantragen (act. G1). Eventualiter sei die Sache zur weiteren medizinischen Abklärung 

an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Zur Begründung machte der 

Rechtsvertreter des Beschwerdeführers insbesondere geltend, dieser sei in einem 

solchen Ausmass arbeitsunfähig, dass ein rechtsgenüglicher Einkommensvergleich 

einen Anspruch auf eine Invalidenrente ergeben müsse. Er stütze sich dabei auf die 

Einschätzungen des Psychiatrischen Zentrums D.___ und von Dr. I.___. Gemäss den 

entsprechenden Berichten sei er bereits aufgrund seiner psychiatrischen Erkrankung zu 

100% arbeitsunfähig. Die ABI GmbH und die Beschwerdegegnerin hätten übersehen, 

dass die mindestens mittelgradige depressive Störung ein selbständiges, vom 

psychogenen Schmerzsyndrom losgelöstes Leiden mit IV-rechtlich relevanter 

Arbeitsunfähigkeit sei. Die ABI GmbH habe sich nicht ausreichend mit anderen 

psychiatrischen Einschätzungen auseinandergesetzt, so dass nicht nachvollziehbar sei, 

weshalb die Auffassung zahlreicher Behandler nicht geteilt werde. Sowohl das 

Psychiatrische Zentrum als auch die Psychiatrische Klinik C.___ seien staatliche 

Stellen, denen nicht unterstellt werden dürfe, sie seien nicht ausreichend neutral und 

objektiv. Falls nicht auf deren Arbeitsfähigkeitsschätzung abgestellt werden sollte, sei 

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zwingend eine psychiatrische Oberbegutachtung notwendig. Die ABI GmbH habe in 

ihrer früheren Gutachten andere Diagnosen gestellt und andere 

Arbeitsfähigkeitsschätzungen abgegeben, weshalb auch seine Objektivität fraglich sei. 

Das ABI-Gutachten vermöge gemäss den Angaben von Dr. I.___ den Anforderungen an 

ein Gutachten (Vollständigkeit, Nachvollziehbarkeit, Schlüssigkeit) nicht zu genügen. In 

bezug auf die Rückenbeschwerden sei ebenfalls eine Oberbegutachtung notwendig. 

Dasselbe gelte für die Schulterproblematik rechts. Die Würdigung der 

Wechselwirkungen zwischen dem psychischen und den somatischen Beschwerden sei 

unterblieben. Es könne nun nicht gesagt werden, die Einschränkungen als Folge der 

somatischen Leiden enthielten auch die Einschränkungen als Folge des psychischen 

Leidens. Bei der Bemessung des zumutbaren Invalideneinkommens müsse ein 

zusätzlicher Abzug von mindestens 20% erfolgen, weil zahlreiche Diagnosen 

bestünden. Zusammen mit dem Teilzeitnachteil resultiere ein Abzug im Umfang des 

Maximums von 25%. Dr. I.___ hatte am 12. Februar 2010 nochmals Stellung 

genommen und ausgeführt, der Beschwerdeführer weise mit seiner Wirbelfraktur einen 

Befund auf, bei dem jeder unvoreingenommene Arzt davon ausgehen würde, dass 

belastungsabhängige Beschwerden bestünden (act. G1.5). In einer solchen Situation 

sei von einem orthopädischen Gutachten zu erwarten, dass es die vorhandenen 

Beschwerden genau angebe, den klinischen und radiologischen Befund exakt 

beschreibe und detailliert angebe, wie weit die Beschwerden zu einer Einschränkung 

der Arbeitsfähigkeit führten. Das alles sei im ABI-Gutachten vom 23. September 2009 

nicht zu finden. Dass der RAD ein fachlich absolut ungenügendes Gutachten akzeptiere 

(natürlich nur wenn es "positiv" für die Invalidenversicherung sei), entspreche seiner 

Erfahrung.

E.      

Die Beschwerdegegnerin beantragte am 30. März 2010 die Abweisung der 

Beschwerde (act. G3). Sie machte geltend, die ABI GmbH habe eigene Aufnahmen der 

BWS angefertigt. Die angegebenen Beschwerden hätten sich zwar qualitativ, aber nicht 

quantitativ erklären lassen. Die Aufnahmen zeigten eine Fischwirbeldeformität von Th10 

nach erlittener Kneifzangenfraktur. Es sei aber von einem konstanten Befund 

auszugehen, der eine verminderte Belastbarkeit des Rumpfs, insbesondere im 

thorakolumbalen Übergangsbereich erkläre. Es sei nachvollziehbar, dass sich diese 

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verminderte Belastbarkeit in angepassten Tätigkeiten nicht auf die Arbeitsfähigkeit 

auswirke. Die Abklärung durch die ABI GmbH sei also in somatischer Hinsicht nicht zu 

bemängeln. Die rezidivierende depressive Störung könne zwar nicht als blosse 

Begleiterscheinung der somatoformen Schmerzstörung und damit als nicht-

invalidisierend eingestuft werden. Jedoch sei nur eine leichtgradige Depressivität 

festgestellt worden. Damit fehle es an einer von der somatoformen Schmerzstörung 

klar unterscheidbaren, andauernden Depression. Da die somatoforme Schmerzstörung 

überwindbar sei, komme auch ihr keine invalidisierende Wirkung zu. Das ABI-

Gutachten habe zwar vollen Beweiswert, aber der Feststellung des psychiatrischen 

Experten, dem Beschwerdeführer könne nur die Willensanstrengung zugemutet 

werden, zu 70% einer Erwerbstätigkeit nachzugehen, könne nicht beigepflichtet 

werden. Es liege kein psychisches Leiden vor, das die Arbeitsfähigkeit des 

Beschwerdeführers beeinträchtigen würde. Die früheren Arbeitsfähigkeitsschätzungen 

aus psychiatrischer Sicht seien vom Versicherungsgericht im Rückweisungsentscheid 

als nicht überzeugend qualifiziert worden. Das müsse auch für den Bericht der 

Tagesklinik vom 18. Dezember 2009 gelten. Die Sachverständigen der ABI GmbH 

hätten über die Krankengeschichte verfügt, weshalb ihre Einschätzung nicht auf einer 

Momentaufnahme beruht habe. Für die gesamte massgebende Zeit müsse von einer 

Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit von 100% ausgegangen werden. Selbst 

bei einer Arbeitsunfähigkeit von 30% bestünde kein Rentenanspruch, denn einem 

Valideneinkommen von Fr. 58'500.- (gemäss dem Arbeitgeberfragebogen) wäre ein 

zumutbares Invalideneinkommen gegenüberzustellen, das ausgehend von einem 

Durchschnittseinkommen von Fr. 57'008.- zu ermitteln wäre. Ein Teilzeitabzug wäre 

nicht gerechtfertigt, da der Beschwerdeführer ganztags mit reduzierter Leistung tätig 

sein könnte. Es gebe auch keinen anderen Grund für einen zusätzlichen Abzug. Bei 

einem zumutbaren Invalideneinkommen von Fr. 39'906.- resultiere ein Invaliditätsgrad 

von lediglich 32%.

F.      

In seiner Replik vom 11. Juni 2010 (act. G10) liess der Beschwerdeführer einwenden, 

die Abklärung durch die ABI GmbH sei in somatischer Hinsicht zu beanstanden, wie 

Dr. I.___ klargestellt habe. Die Stellungnahme des RAD sei nicht stichhaltig, denn sie 

übergehe, dass die Kneifzangenfraktur in einer Fehlstellung abgeheilt sei, so dass 

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davon auszugehen sei, dass belastungsabhängige Schmerzen resultierten. Falls nicht 

auf die Feststellungen von Dr. I.___ abgestellt werden sollte, seien weitere medizinische 

Abklärungen unerlässlich. Dr. I.___ habe auch belegt, dass im Gutachten in bezug auf 

die Gebrauchsfähigkeit des rechten Arms

falsche Schlüsse gezogen worden seien. Die Beschwerdegegnerin gehe 

fälschlicherweise davon aus, dass nur eine leicht bedrückte depressive Stimmungslage 

bestehe. Tatsächlich liege gemäss der Einschätzung des Psychiatrischen Zentrums 

D.___ eine mittelschwere bzw. eine mittschwere bis schwere Depression vor. Auch hier 

beruhe die Einschätzung durch den Sachverständigen der ABI GmbH auf einer 

Momentaufnahme, diejenige der behandelnden Ärzte hingegen auf einer 

Langzeitbeobachtung. Die mindestens mittelschwere Depression sei ein selbständiges 

psychisches Leiden, das auch durch eine zumutbare Willensanstrengung nicht zu 

überwinden sei. Es bestünden nämlich chronische körperliche Begleiterkrankungen, ein 

mehrjähriger, unveränderter, allenfalls progredienter Krankheitsverlauf, ein 

ausgeprägter sozialer Rückzug, schwere Antriebsstörungen, Konzentrationsstörungen, 

ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr angehbarer innerseelischer Verlauf, eine 

verunglückte Konfliktbewältigung und unbefriedigende Behandlungsergebnisse. Die 

Arbeitsfähigkeitsschätzungen der behandelnden Ärzte seien unter Berücksichtigung 

des Kriteriums der zumutbaren Willensanstrengung erfolgt.

G.     

Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 22. Juni 2010 auf eine Duplik (act. G12).

Erwägungen:

1.      

Gemäss Art. 16 ATSG ist das Einkommen, das eine versicherte Person nach dem 

Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der medizinischen Behandlung und 

allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei 

ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung 

zu setzen zum Erwerbseinkommen, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn 

sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Die Ermittlung des Validen- und 

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des Invalideneinkommens setzt die vorgängige Bestimmung der Validen- und der 

Invalidenkarriere voraus.

1.1    In der ersten Anmeldung zum Leistungsbezug (vgl. IV-act. 1) hat der 

Beschwerdeführer angegeben, er habe in seinem Herkunftsland eine Anlehre als 

Schlosser absolviert. Er sei in der Schweiz als Schlosser tätig gewesen. Die Z.___ AG 

hat den Beschwerdeführer in ihrem Bericht vom 7. Juni 2002 als Werkstattmitarbeiter 

bezeichnet (vgl. IV-act. 3). Die J.___ AG hat am 12. Juni 2002 angegeben, sie habe den 

Beschwerdeführer als ungelernten Hilfsschlosser beschäftigt (vgl. IV-act. 7). Im ersten 

Gutachten der ABI GmbH (vgl. IV-act. 64) ist im Rahmen der persönlichen Anamnese 

angegeben worden, der Beschwerdeführer habe in seinem Herkunftsland eine Lehre 

als Mechaniker begonnen, aber nicht abgeschlossen. In der Schweiz sei der 

Beschwerdeführer zunächst im Gastgewerbe tätig gewesen, bevor er als Hilfsschlosser 

und später als Spritzlackierer tätig gewesen sei. Auch an der letzten Arbeitsstelle sei 

der Beschwerdeführer als Hilfsschlosser beschäftigt worden. Das letzte 

Arbeitsverhältnis ist vom Arbeitgeber, der J.___ AG, aufgrund der Erkrankung des 

Beschwerdeführers per 5. August 2002 aufgelöst worden (vgl. IV-act. 7). Nichts deutet 

darauf hin, dass der Beschwerdeführer, wäre er gesund geblieben, seine Stelle als 

Hilfsschlosser bei der J.___ AG irgendwann aufgegeben hätte, um eine qualifiziertere 

und damit höher entlöhnte Stelle anzunehmen, zumal ihm die dazu notwendigen 

beruflichen Kenntnisse und Erfahrungen gefehlt hätten. Es gibt aber auch kein Indiz 

dafür, dass der Beschwerdeführer beabsichtigt hätte, sich beruflich weiterzubilden, um 

dann ein höheres Einkommen erzielen zu können. Die Validenkarriere besteht deshalb 

in einer Betätigung als Hilfsschlosser. Laut den Angaben der J.___ AG (vgl. IV-act. 7) 

hätte der Beschwerdeführer dabei im Jahr 2002 einen Bruttolohn von Fr. 58'500.-- 

erzielt. Gemäss den Angaben im Anhang 2 zu der von der Informationsstelle AHV/IV 

herausgebrachten Textausgabe des IVG hat der Durchschnittslohn der Hilfsarbeiter 

aller Branchen Fr. 57'008.-- betragen. Dem Beschwerdeführer ist also ein leicht über 

dem durchschnittlichen Hilfsarbeiterlohn liegendes Einkommen ausgerichtet worden. 

Da er die Stelle bei der J.___ AG krankheitsbedingt hat aufgeben müssen, besteht die 

Validenkarriere nicht in einer durchschnittlichen Hilfsarbeit, sondern in der weiteren 

Beschäftigung bei der J.___ AG. Darauf ist zur Ermittlung des Valideneinkommens 

abzustellen. Dr. K.___ hat am 7. Juni 2002 eine Arbeitsunfähigkeit für die Periode 30. 

August 2001 bis 14. April 2002 und dann ab 27. Mai 2002 eine durchgehende 

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Arbeitsunfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit angegeben. Demnach müsste 

von einem erheblichen Unterbruch der Arbeitsunfähigkeit (Art. 29  IVV i.V.m. Art. 28 

Abs. 1 lit. b IVG bzw. aArt. 29 Abs. 1 lit. b IVG) vom 15. April bis 26. Mai 2002 

ausgegangen werden. Das Wartejahr, mit dessen Erfüllung ein allfälliger 

Rentenanspruch (nach dem auf den vorliegenden Fall aufgrund einer lückenfüllenden 

Übergangsbestimmung zur 5. IV-Revision in den IV-Rundschreiben Nr. 253 weiterhin 

anwendbaren aArt. 29 Abs. 1 lit. b IVG) entstanden wäre, hätte demnach erst im Jahr 

2002 zu laufen begonnen und wäre im Jahr 2003 absolviert gewesen. Nun weist der 

Bericht der J.___ AG vom 12. Juni 2002 aber eine durchgehende Arbeitsunfähigkeit 

des Beschwerdeführers ab dem 30. August 2001 aus. Das lässt den Schluss zu, dass 

die Angaben von Dr. K.___ vom 7. Juni 2002 auf einem Versehen beruhen. Das 

Wartejahr ist demnach am 31. Juli 2002 erfüllt gewesen, so dass ab 1. August 2002 ein 

Rentenanspruch zu prüfen ist. Demnach hat ein erster Einkommensvergleich auf der 

Grundlage der Einkommen des Jahres 2002 zu erfolgen.

1.2    Da der Beschwerdeführer keiner Erwerbstätigkeit mehr nachgeht, lässt sich auch 

die Invalidenkarriere nur hypothetisch bestimmen. Massgebend sind einerseits die 

beruflichen Kenntnisse und Erfahrungen, d.h. die berufliche Qualifikation des 

Beschwerdeführers, und andererseits die Art der Behinderung, indem sie das Spektrum 

der noch in Frage kommenden Erwerbstätigkeiten einschränkt. Der Beschwerdeführer 

ist immer nur als Hilfsarbeiter tätig gewesen. Er verfügt nicht über qualifizierte 

berufliche Kenntnisse oder Erfahrungen. Seine Invalidenkarriere besteht deshalb in 

einer Hilfsarbeit. Das gilt allerdings nur dann, wenn aus einem Einkommensvergleich 

zwischen dem oben ermittelten Valideneinkommen und dem in einer 

behinderungsadaptierten Hilfsarbeit erzielbaren Einkommen keine Erwerbseinbusse 

von 40% oder mehr (Art. 28 Abs. 2 IVG) resultiert. Erreicht die Erwerbseinbusse die 

Grenze von 40%, so besteht zunächst noch kein Rentenanspruch. Stattdessen liegt ein 

Anwendungsfall des Grundsatzes "Eingliederung vor Rente" (vgl. U. Kieser, ATSG-

Kommentar, 2. A., Vorbemerkungen N. 47) vor. Das bedeutet, dass versucht werden 

muss, das zumutbare Invalideneinkommen durch Eingliederungsmassnahmen so zu 

erhöhen, dass die Erwerbseinbusse weniger als 40% beträgt, im Idealfall sogar ganz 

überwunden werden kann. Die Eingliederung kann sich auf die medizinische 

(Verminderung der Arbeitsunfähigkeit) oder auf die erwerbliche Komponente der 

drohenden Invalidität beziehen. Im vorliegenden Fall kommt aufgrund der Art der 

ter

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Gesundheitsbeeinträchtigungen wohl nur eine berufliche Eingliederung in Frage. Das 

Ziel einer beruflichen Eingliederung muss es sein, dem Beschwerdeführer berufliche 

Kenntnisse und Fähigkeiten zu vermitteln, die es ihm erlauben, beim bestehenden 

(nicht verminderbaren) Arbeitsfähigkeitsgrad ein über dem Hilfsarbeiterlohn liegendes 

Erwerbseinkommen zu erzielen, d.h. durch eine qualifizierte Berufsausbildung das 

Wertschöpfungspotential der verbliebenen Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers 

anzuheben. Wäre eine solche "höherwertigen" Umschulung des Beschwerdeführers 

erfolgreich, würde sein zumutbare Invalideneinkommen idealerweise so hoch ausfallen, 

dass die Erwerbseinbusse bzw. der Invaliditätsgrad unter 40% sinken würde. Die Akten 

enthalten keine Indizien dafür, dass der Beschwerdeführer intellektuell und 

wesensmässig in der Lage wäre, sich zunächst die notwendigen schulischen 

Grundlagen zu verschaffen und dann eine qualifizierte Berufsausbildung zu 

absolvieren. Berücksichtigt man zudem, dass der Beschwerdeführer durch seine 

Erkrankung auch für die berufliche Eingliederung nur eingeschränkt "arbeitsfähig" wäre, 

wodurch die Umschulung nicht nur erheblich verlängert, sondern auch entsprechend 

erschwert würde, so kann in antizipierender Beweiswürdigung davon ausgegangen 

werden, dass die berufsberaterische Abklärung die fehlenden Erfolgsaussichten einer 

höherwertigen Umschulung aufzeigen würde. In dieser Situation ist festzustellen, dass 

der Grundsatz "Eingliederung vor Rente" nicht verletzt ist, wenn auf einen Versuch der 

höherwertigen beruflichen Eingliederung des Beschwerdeführers - und damit auf eine 

Rückweisung der Streitsache an die Beschwerdegegnerin - verzichtet und direkt ein 

allfälliger Rentenanspruch geprüft wird.

Im ersten Gutachten der ABI GmbH vom 5. November 2004 (vgl. IV-act. 64-17) ist die 

behinderungsadaptierte Erwerbstätigkeit folgendermassen definiert worden: Körperlich 

leichte bis mittelschwere Tätigkeiten unter Ausschluss von Überkopfarbeiten bzw. mit 

hängenden Armen. Im zweiten Gutachten der ABI GmbH vom 8. Juni 2006 (vgl. IV-act. 

99-22) ist die behinderungsadaptierte Tätigkeit genauer definiert worden: Körperlich 

leichte bis höchstens mittelschwere Tätigkeiten ohne Bewegungen der Arme oberhalb 

von 60°. Diese Definition hat im dritten Gutachten der ABI GmbH vom 23. September 

2009 (vgl. IV-act. 176-30) keine Veränderung mehr erfahren. Die Sachverständigen 

haben darauf hingewiesen, dass sich das neu hinzugekommene 

thorakolumbovertebrale Syndrom nicht auswirke, weil das Zumutbarkeitsprofil 

bezüglich Schulter ausreiche, um auch die Einschränkungen als Folge dieses 

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Syndroms abzudecken. Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen hat in seinem 

rechtskräftigen Urteil vom 20. Januar 2009 festgehalten, es stehe fest, dass der 

Beschwerdeführer bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung (10. Juli 2007) in einer 

angepassten Erwerbstätigkeit aus somatischer Sicht zu 100% arbeitsfähig gewesen 

sei. Daraus folgt, dass auch die Umschreibung der behinderungsadaptierten 

Erwerbstätigkeit bis zum 10. Juli 2007 feststeht. Zu prüfen ist vorliegend also nur, ob 

sich an dieser Umschreibung nach dem 10. Juli 2007 etwas geändert hat. Der 

Beschwerdeführer hatte wenige Tage nach dem Erlass der Verfügung vom 10. Juli 

2007 im Ausland einen Unfall mit dem Mofa erlitten, bei dem er sich eine 

Berstungsfraktur des 10. Brustwirbelkörpers zugezogen hatte. Trotz einer 

Kneifzangenfraktur war er mit einem Gipskorsett versorgt worden. Auch nach der 

Rückkehr in die Schweiz war eine Operation unterblieben. Dazu hielt der orthopädische 

Sachverständige der ABI GmbH im dritten Gutachten (vgl. IV-act. 176-26) fest, die neu 

angefertigten Röntgenbilder zeigten nach wie vor die deutliche Fischwirbeldeformität 

von Th10. Gemäss dem Bericht des Kantonsspitals St. Gallen dürfte es sich um einen 

weitgehend konstanten Befund handeln. Dieser erkläre zwar eine verminderte 

Belastbarkeit des Rumpfs, aber wenn während der leichten bis höchstens 

mittelschweren Arbeit Wechselpositionen eingenommen werden könnten und die 

Hebe- und Tragelimite von 10 kg nicht überschritten werde, komme es 

erfahrungsgemäss nicht zu einer Schmerzeskalation, die eine solcherart adaptierte 

Tätigkeit als objektiv unzumutbar erscheinen lassen würde. Der orthopädische 

Sachverständige hat ausserdem angegeben, in bezug auf das Zustandsbild an der 

rechten Schulter habe sich keine Veränderung seit der letzten Begutachtung ergeben. 

Dr. I.___ hat am 8. Dezember 2009 eingewendet (vgl. IV-act. 188-12), der 

Beschwerdeführer könne in Ruhe nur noch 45 bis 60 Min. sitzen. Dann müsse er 

aufstehen und umhergehen. Gehen könne der Beschwerdeführer während ca. zwei 

Stunden, wobei er jeweils nach 30 Min. eine Pause machen und sich hinsetzen müsse. 

Die vom Beschwerdeführer angegebenen Rückenschmerzen seien angesichts der 

genauen Diagnose absolut plausibel. Der orthopädische Sachverständige der ABI 

GmbH habe den Beschwerdeführer nicht lege artis abgeklärt. Tatsächlich stimmen 

diese von Dr. I.___ angegebenen Einschränkungen aber sehr weitgehend mit der 

Umschreibung einer adaptierten Tätigkeit durch den orthopädischen Sachverständigen 

der ABI GmbH überein: Wer 45 bis 60 Min. ruhig sitzen kann und erst dann 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 19/26

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umhergehen muss und wer bis zu zwei Stunden gehen kann und sich dabei nur alle 30 

Min. ausruhen und hinsetzen muss, der ist in einer wechselbelastenden körperlich 

leichten bis höchstens mittelschweren Tätigkeit ohne weiteres einsetzbar, zumal wenn 

er die Arme nicht über 60°anheben und wenn er keine Gewichte über 10 kg heben oder 

tragen muss. Dr. I.___ hat nicht erklärt, weshalb der Beschwerdeführer seiner 

Auffassung nach nur noch in einer geschützten Werkstätte sollte eingesetzt werden 

können. Die körperlichen Einschränkungen können nicht der Grund sein, denn der 

allgemeine und ausgeglichene Arbeitsmarkt stellt in praktisch allen Branchen 

Arbeitsplätze zur Verfügung, in denen dieses Arbeitsprofil eingehalten werden kann. Dr. 

I.___ hätte die Beschränkung auf das Arbeiten in einer geschützten Werkstätte wohl mit 

dem psychischen Gesundheitszustand des Beschwerdeführers begründet, wenn er 

danach gefragt worden wäre. Da die Abklärung durch den orthopädischen 

Sachverständigen auch in bezug auf das Rückenleiden ausreichend gewesen ist, steht 

mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, dass der 

Beschwerdeführer in einer körperlich leichten bis höchstens mittelschweren, 

wechselbelastenden Tätigkeit ohne Einsatz der Arme über 60° und mit einer Hebe- und 

Traglimite von maximal 10 kg in der freien Wirtschaft als Arbeitnehmer eingesetzt 

werden kann. Der allgemeine und ausgeglichene Arbeitsmarkt weist in praktisch allen 

Branchen adaptierte Arbeitsplätze für Hilfsarbeiter auf. Die Invalidenkarriere des 

Beschwerdeführers besteht also in einer adaptierten Hilfsarbeit.

1.3    Zu bestimmen bleibt der Arbeitsfähigkeitsgrad in einer adaptierten 

Erwerbstätigkeit. Im ersten Gutachten der ABI GmbH haben die Sachverständigen 

angegeben, aus orthopädischer Sicht bestehe in einer adaptierten Tätigkeit keine 

Arbeitsunfähigkeit und aus psychiatrischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit um 10% 

eingeschränkt, weil der Beschwerdeführer an Konzentrations- und 

Aufmerksamkeitsstörungen leide. Die von Dr. G.___ festgestellte Beschränkung auf 

eine halbtägige Arbeit in einem geschützten Rahmen bestehe nicht mehr; es könne 

davon ausgegangen werden, dass die medikamentöse und die Gesprächstherapie das 

psychiatrische Krankheitsbild nachhaltig verbessert hätten. Im zweiten Gutachten der 

ABI GmbH hat der psychiatrische Sachverständige festgehalten, bei der depressiven 

Episode scheine es sich um ein labiles pathologisches Geschehen zu handeln. Die 

bisherigen Behandlungen hätten zeitweise zu einem Teilerfolg geführt. Die 

Arbeitsfähigkeit sei um 30% eingeschränkt. Der Beschwerdeführer benötige nämlich 

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vermehrt Pausen, weil sich die Beschwerden seit der letzten Begutachtung verstärkt 

hätten. Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen hat in seinem Entscheid vom 

20. Januar 2009 festgestellt, dass der massgebende Arbeitsunfähigkeitsgrad in einer 

behinderungsadaptierten Tätigkeit bis zum ersten Gutachten 10% betragen habe. 

Wann der Arbeitsunfähigkeitsgrad in einer solchen Tätigkeit auf 30% angestiegen sei, 

lasse sich den ihm vorliegenden medizinischen Akten nicht entnehmen. Deshalb werde 

die Sache zur Ermittlung des Zeitpunkts, in dem dieser Anstieg stattgefunden habe, an 

die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen. Aus diesem Entscheid des 

Versicherungsgerichts folgt, dass bis September 2004 für eine adaptierte Tätigkeit mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit eine Arbeitsunfähigkeit von 10% bestanden hat und 

dass der Beschwerdeführer im März 2006 in einer adaptierten Tätigkeit zu 30% 

arbeitsunfähig gewesen ist. In ihrem dritten Gutachten haben die Sachverständigen der 

ABI GmbH angegeben, die Arbeitsunfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit sei 

zwischen dem ersten und dem zweiten Gutachten kontinuierlich von 10% auf 30% 

angestiegen. Ab Januar 2006 sei von einer Arbeitsunfähigkeit in einer adaptierten 

Tätigkeit von 30% auszugehen. Daran habe sich in der Folge bis zur dritten 

Begutachtung und bis auf weiteres nichts geändert. Der Beschwerdeführer beruft sich 

für seine Auffassung, er sei aus psychischen Gründen in der freien Wirtschaft für jede 

Art von Erwerbstätigkeit zu 100% arbeitsunfähig, insbesondere auf die von ihm selbst 

eingeholte Stellungnahme von Dr. L.___ vom 18. Dezember 2009 (IV-act. 188-10). Dr. 

L.___ hat angegeben, die mittelgradige depressive Störung habe momentan eine 

Arbeitsunfähigkeit von 100% zur Folge. Begründet hat er seine Einschätzung nicht. 

Trotzdem betrachtet der Beschwerdeführer die Meinung von Dr. L.___ als mit 

Selbstverständlichkeit richtig und die Arbeitsfähigkeitsschätzung der Sachverständigen 

der ABI GmbH demnach als nachgewiesenermassen falsch. Er begründet seine 

Auffassung damit, dass sich Dr. L.___ auf einen langen Behandlungs- und 

Beurteilungszeitraum habe abstützen können, während die Untersuchung durch die 

Sachverständigen der ABI GmbH nur eine Momentaufnahme gewesen sei. Das 

psychiatrische Krankheitsbild habe über einen langen Zeitraum hinweg eine 

mittelgradige bis schwere depressive Episode beinhaltet. Dementsprechend bestünden 

schwere Antriebsstörungen, Konzentrationsstörungen, ein ausgeprägter sozialer 

Rückzug usw. Das immer wieder vorgebrachte Argument, die psychiatrische 

Begutachtung sei nur eine Momentaufnahme, die in bezug auf den 

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Arbeitsfähigkeitsgrad kaum einen Beweiswert haben könne, während die 

Langzeitbeobachtung durch den behandelnden Arzt ohne weiteres der 

Arbeitsfähigkeitsschätzung einen sehr hohen Beweiswert verschaffe, ist zum einen 

nicht stichhaltig und zum anderen im vorliegenden Fall fehl am Platz. Der 

Beschwerdeführer ist nämlich über mehrere Jahre hinweg in regelmässigen Abständen 

von derselben Institution begutachtet worden, wobei jeweils die Berichte der 

behandelnden Ärzte beigezogen worden sind. Obwohl dabei verschiedene 

Sachverständige beteiligt gewesen sind, hat dies die (seltene) Möglichkeit eröffnet, 

auch einmal gestützt auf eine langfristige Beobachtung berichten zu können. Im Fall 

des Beschwerdeführers liegt also eine Langzeitbeobachtung vor. Allerdings stammt sie 

nicht von einem behandelnden Arzt, sondern von unabhängigen medizinischen 

Sachverständigen. Die Langzeitbeobachtung durch einen behandelnden Arzt kann im 

Übrigen den Beweiswert der Arbeitsfähigkeitsschätzung sogar vermindern. Sie setzt 

den Arzt nämlich der Gefahr aus, die über lange Zeit konsequent demonstrierte und im 

Alltag umgesetzte, aber rein subjektive Arbeitsunfähigkeitsüberzeugung seines 

Patienten - insbesondere angesichts der gescheiterten Therapiebemühungen - als 

objektiv zu betrachten und deshalb die Stärke der Beschwerden und die Höhe der 

Arbeitsunfähigkeit zu überschätzen. Die häufige Differenz zwischen den 

Arbeitsfähigkeitsschätzungen der behandelnden Ärzte und den 

Arbeitsfähigkeitsschätzungen der unabhängigen Sachverständigen beruht oft 

zusätzlich auf dem Umstand, dass abweichende Definitionen der Arbeitsfähigkeit 

verwendet werden. Der bei der Bemessung des Invalideneinkommens relevante 

Arbeitsfähigkeitsbegriff enthält nämlich notwendigerweise immer das Element der 

zumutbaren Willensanstrengung. Die Arbeitsunfähigkeit ist also weder die subjektive 

Krankheitsüberzeugung der versicherten Person und daraus resultierend die 

Überzeugung, nicht mehr arbeitsfähig zu sein, noch die therapeutische Sicht der 

Befreiung von der Pflicht, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen, um damit die 

Wiederherstellung der Gesundheit zu fördern. Während behandelnde Ärzte oft 

unbewusst diese beiden Elemente in ihre Arbeitsfähigkeitsschätzung einfliessen lassen, 

stützen sich die Sachverständigen auf den "objektiven" Arbeitsfähigkeitsbegriff, d.h. 

auf das Mass an Leistung, das die versicherte Person erbringen könnte, wenn sie die 

zumutbare Willensenergie einsetzen würde, um trotz der Schmerzen oder anderer 

Beschwerden zu arbeiten. Der Beschwerdeführer wäre nach der Einschätzung der 

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Sachverständigen der ABI GmbH in der Lage, seine über das nachweisbare Mass 

hinaus subjektiv empfundenen Schmerzen und die aus der depressiven Verstimmung 

resultierenden Beschwerden durch eine zumutbare Willensanstrengung zu überwinden 

und im Ausmass von 90%, seit Januar 2006 noch im Ausmass von 70%, einer 

adaptierten Erwerbstätigkeit nachzugehen. Die dagegen vorgebrachten Einwände sind 

nicht stichhaltig.

1.4    Die Beschwerdegegnerin hat nachträglich geltend gemacht, es sei von einer 

uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Erwerbstätigkeit auszugehen. 

Zur Begründung hat sie sich auf die höchstrichterliche Rechtsprechung berufen, die bei 

verschiedenen psychiatrischen Diagnosen von der Vermutung ausgeht, dass nur eine 

rein subjektive Arbeitsunfähigkeitsüberzeugung vorliege, die bei einer zumutbaren 

Willensanstrengung vollumfänglich überwindbar sei: "Die - nur in Ausnahmefällen 

anzunehmende - Unzumutbarkeit einer willentlichen Schmerzüberwindung und eines 

Wiedereinstiegs in den Arbeitsprozess setzt jedenfalls das Vorliegen einer 

mitwirkenden, psychisch ausgewiesenen Komorbidität von erheblicher Schwere, 

Intensität, Ausprägung und Dauer oder aber das Vorhandensein anderer qualifizierter, 

mit gewisser Intensität und Konstanz erfüllter Kriterien voraus" (BGE 130 V 354). Diese 

anderen Kriterien sind: Chronische körperliche Begleiterkrankungen, ein mehrjähriger, 

chronifizierter Krankheitsverlauf mit unveränderter oder progredienter Symptomatik 

ohne länger dauernde Rückbildung, ein sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens, 

ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr beeinflussbarer Verlauf einer an sich 

missglückten, psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung (primärer 

Krankheitsgewinn) oder das Scheitern einer konsequent durchgeführten ambulanten 

oder stationären Behandlung trotz kooperativer Haltung der versicherten Person. "Je 

mehr dieser Kriterien zutreffen und je ausgeprägter sich die entsprechenden Befunde 

darstellen, desto eher sind - ausnahmsweise - die Voraussetzungen für eine zumutbare 

Willensanstrengung zu verneinen" (BGE 131 V 51). Diese Erwägungen des 

Bundesgerichts könnten den Eindruck erwecken, dass es nur ein Entweder-Oder gebe, 

dass also entweder eine vollständige Arbeitsfähigkeit oder eine vollständige 

Arbeitsunfähigkeit vorliege, d.h. dass es bei den entsprechenden psychiatrischen 

Diagnosen nie eine Teilarbeitsfähigkeit geben könne. Tatsächlich können gewisse 

Auswirkungen psychischer Krankheiten aber durchaus unüberwindbar sein. Dazu 

gehören etwa Konzentrationsstörungen, die zu einer Reduktion der objektiv 

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erbringbaren Arbeitsleistung pro Zeiteinheit und damit zu einer Arbeitsfähigkeit führen. 

Sie können durch eine zumutbare Willensanstrengung nicht einfach überwunden 

werden. Wenn ein psychiatrischer Sachverständiger also bei einer Diagnose, die unter 

die obgenannte höchstrichterliche Rechtsprechung fällt, eine Teilarbeitsfähigkeit 

angibt, dann können dafür nicht nur die von der Rechtsprechung genannten Kriterien, 

sondern auch rein medizinische Kriterien verantwortlich sein. Im vorliegenden Fall sind 

sowohl die chronischen somatischen Beeinträchtigungen, die zwar nicht besonders 

schwerwiegend, aber dafür vielfältig sind, als auch die direkt aus der psychischen 

Erkrankung fliessenden Nachteile, die einen zusätzlichen Pausenbedarf zur Folge 

haben, für die Arbeitsunfähigkeit von zunächst 10%, ab Januar 2006 dann von 30% 

verantwortlich. Es steht deshalb mit dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit fest, dass der Beschwerdeführer in einer adaptierten 

Erwerbstätigkeit bis 2005 zu 10% und ab Januar 2006 zu 30% arbeitsunfähig gewesen 

ist.

1.5    Gemäss dem oben Dargelegten ist mit dem Ablauf des sogenannten Wartejahrs 

am 31. Juli 2002 ab 1. August 2002 ein Anspruch auf eine Invalidenrente zu prüfen. Das 

Valideneinkommen entspricht dem von der J.___ AG ausgerichteten Lohn. Dieser hat 

sich gemäss den Angaben dieses Arbeitgebers vom 12. Juni 2002 im Jahr 2002 auf Fr. 

58'500.-- belaufen. Da der Beschwerdeführer keiner Erwerbstätigkeit mehr 

nachgegangen ist, besteht die - hypothetische - Invalidenkarriere in einer 

behinderungsadaptierten durchschnittlichen Hilfsarbeit in irgendeiner Branche. In 

dieser Situation ist praxisgemäss vom Durchschnittseinkommen der Hilfsarbeiter aller 

Branchen auszugehen. Dieses Durchschnittseinkommen hat sich gemäss dem Anhang 

2 zu der von der Informationsstelle AHV/IV veröffentlichten Textausgabe 2008 des IVG 

im Jahr 2002 auf Fr. 57'008.-- belaufen. Bei einem Arbeitsfähigkeitsgrad von 90% 

entspricht das einem Jahreseinkommen von Fr. 51'307.--. Da der Beschwerdeführer 

bereits im Jahr 2002 an den bekannten psychischen Problemen gelitten hat, die einem 

hypothetischen Arbeitgeber erhebliche Umstände und Nachteile im Vergleich zu 

gesunden Hilfsarbeitern verursacht hätten (fehlende Flexibilität betreffend 

Tagesarbeitszeit und Einsatzfähigkeit an nicht adaptierten Arbeitsplätzen, effektive oder 

auch nur befürchtete Gefahr überdurchschnittlicher Krankheitsabsenzen, kurzfristig 

schwankende Leistungsfähigkeit, Bedarf nach besonderer Rücksichtnahme usw.), 

rechtfertigt sich ein Tabellenlohnabzug von 15%. Damit beläuft sich das zumutbare 

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Invalideneinkommen auf Fr. 43'611.--. Die behinderungsbedingte Lohneinbusse von Fr. 

14'889.-- entspricht einem Invaliditätsgrad von - abgerundet - 25%. Damit besteht 

gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG kein Anspruch auf eine Invalidenrente. In ihrem Gutachten 

vom 23. September 2009 hat die ABI GmbH überzeugend dargelegt, dass der 

Arbeitsfähigkeitsgrad des Beschwerdeführers in einer adaptierten Erwerbstätigkeit ab 

Januar 2006 nur noch 70% betragen habe. Aufgrund dieser Veränderung ist für die Zeit 

ab 1. Januar 2006 ein entsprechend angepasster Einkommensvergleich anzustellen. 

Die Validenkarriere ist weiterhin diejenige eines Hilfsschlossers bei der J.___ AG. 

Gemäss der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstrukturentwicklung 

2005, Anhang Tabelle T1.93, ist der Nominallohn in der Branche 27-28 (Erzeugung und 

Bearbeitung von Metall, Herstellung von Metallerzeugnissen) von 2002 bis 2005 von 

111,1% auf 113,8% angestiegen. Im Jahr 2005 hätte der Beschwerdeführer deshalb 

Fr. 59'922.-- verdient. Gemäss der Lohnentwicklung 2006, Anhang Tabelle T1.05, ist 

der Nominallohn in dieser Branche von 100% auf 101,3% gestiegen. Damit beläuft sich 

das Valideneinkommen 2006 des Beschwerdeführers auf Fr. 60'701.--. Das 

Durchschnittseinkommen 2006 der Hilfsarbeiter hat gemäss dem Anhang 2 zur IVG-

Textausgabe 2008 Fr. 59'197.-- betragen. Bei einem Arbeitsfähigkeitsgrad von 70% 

ergibt das ein Jahreseinkommen von Fr. 41'438.--. Der Tabellenlohnabzug von 15% 

führt zu einem zumutbaren Invalideneinkommen von Fr. 35'222.--. Die 

behinderungsbedingte Erwerbseinbusse von Fr. 25'479.-- entspricht einem 

Invaliditätsgrad von - aufgerundet - 42%. Der Beschwerdeführer hat somit ab Januar 

2006 einen Anspruch auf eine Viertelsrente.

Gemäss den Angaben der Psychiatrischen Klinik C.___ vom 4. Oktober 2006 dauerte 

der stationäre Aufenthalt des Beschwerdeführers vom 24. April 2006 bis zum 13. Mai 

2006 und vom 6. Juni 2006 bis 15. September 2006. Der Unterbruch war darauf 

zurückzuführen, dass zunächst die Kostenübernahme für die stationäre Behandlung zu 

klären gewesen war. Wäre der Beschwerdeführer im Jahr 2006 zu 70% einer 

adaptierten Hilfsarbeit nachgegangen, so wäre er nicht nur für die Zeit des effektiven 

Klinikaufenthalts, sondern auch für die Zwischenphase zu 100% arbeitsunfähig 

geschrieben worden. Deshalb ist von einer durchgehenden vollständigen 

Arbeitsunfähigkeit vom 24. April 2006 bis 15. September 2006 auszugehen. Im 

Gutachten der ABI GmbH vom 23. September 2009 ist festgehalten worden, der 

Beschwerdeführer sei aus somatischen Gründen vom 24. Juli 2007 bis Dezember 2007 

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vollständig arbeitsunfähig gewesen. Die vollständige Arbeitsunfähigkeit des 

Beschwerdeführers während dieser beiden Phasen ist ohne weiteres als 100%ige 

Invalidität zu qualifizieren. Demnach besteht zweimal ein vorübergehender Anspruch 

auf eine ganze Invalidenrente. Sowohl die revisionsweise Erhöhung einer laufenden 

Rente als auch deren revisionsweise Herabsetzung erfolgt mit einer Verzögerung von 

drei Monaten (Art. 88a IVV). Diese Verordnungsbestimmung ist aus 

Gleichbehandlungsgründen analog auf eine abgestufte rückwirkende Rentenzusprache 

anzuwenden. Der Beschwerdeführer hat deshalb für die Periode 1. Juli 2006 bis 30. 

November 2006 und 1. Oktober 2007 bis 29. Februar 2008 einen Anspruch auf eine 

ganze Invalidenrente.

2.      

Zusammenfassend erweist sich die angefochtene Abweisungsverfügung für die Zeit bis 

Ende 2005 als korrekt. Diesbezüglich ist die Beschwerde abzuweisen. Für die Zeit ab 

1. Januar 2006 erweist sich die angefochtene Verfügung aber als rechtswidrig, denn 

der Beschwerdeführer hat ab diesem Zeitpunkt einen Anspruch auf eine Viertelsrente. 

Dieser Anspruch auf eine Viertelsrente wird zweimal, vom 1. Juli 2006 bis zum 30. 

November 2006 und vom 1. Oktober 2007 bis 29. Februar 2008, durch eine ganze 

Invalidenrente abgelöst. Bei einem so weit gehenden Obsiegen des Beschwerdeführers 

rechtfertigt es sich nach der Auffassung des Gerichts, eine ungekürzte 

Parteientschädigung zuzusprechen. Da es sich um ein durchschnittliches 

Beschwerdeverfahren gehandelt hat, ist die Parteientschädigung praxisgemäss auf Fr. 

3'500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen. Die vollumfänglich 

unterliegende Beschwerdegegnerin hat auch für die Gerichtsgebühr aufzukommen. 

Diese ist praxisgemäss auf Fr. 600.-- festzusetzen. Bei dieser Kostenverlegung erweist 

sich die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung als gegenstandslos.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

entschieden:

1.       Die Beschwerde wird dahingehend gutgeheissen, dass dem Beschwerdeführer 

mit Wirkung ab 1. Januar 2006 eine Viertelsrente, ab 1. Juli 2006 eine ganze Rente, ab 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 26/26

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1. Dezember 2006 eine Viertelsrente, ab 1. Oktober 2007 eine ganze Rente und ab 1. 

März 2008 eine Viertelsrente zugesprochen wird.

2.       Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung 

von Fr. 3'500.-- zu bezahlen.

3.       Die Beschwerdegegnerin hat eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 29.02.2012
	Art. 7 Abs. 1 ATSG, Art. 16 ATSG. Invaliditätsbemessung mittels Einkommensvergleich; Bedeutung des Grundsatzes "Eingliederung vor Rente (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 29. Februar 2012, IV 2010/80). Aufgehoben durch Urteil des Bundesgerichts 9C_677/2012.

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