# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 55093489-c877-5147-87c3-5b6453d07da8
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-11-01
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 5. Kammer 01.11.2022 R 2020 105
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_005_R-2020-105_2022-11-01.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

R 20 105

5. Kammer 

Vorsitz Meisser

Richter Audétat und Racioppi

Aktuar Ott

URTEIL

vom 1. November 2022

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Michael Fretz,

Beschwerdeführer

gegen

Gemeinde B._____, 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Frank Schuler,

Beschwerdegegnerin 1

und

C._____ AG, 

Beschwerdegegnerin 2

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betreffend Baueinsprache

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I. Sachverhalt:

1. Die Gemeinde B._____ als Grundeigentümerin der Parzelle D._____ 

(Grundbuch B._____) schloss am 26./27. Februar 2019 mit der C._____ 

AG einen Mietvertrag betreffend die genannte Parzelle im Hinblick auf die 

Erstellung einer Telekommunikationsanlage ab. Am 15. Mai 2019 reichte 

die C._____ AG bei der Gemeinde B._____ ein Baugesuch betreffend 

eine Mobilfunkanlage (Neubau Mast mit [sechs] neuen Antennen) auf der 

Parzelle D._____ ein, welche der Zone für öffentliche Bauten zugewiese-

nen ist. Dem Baugesuch lag das Standortdatenblatt vom 7. Mai 2019 

(Rev. 1.8) zugrunde. Das Baugesuch wurde vom 23. Mai bis 12. Juni 2019 

öffentlich aufgelegt.

2. Dagegen erhob unter anderem A._____, Grundeigentümer der nördlich in 

einer Distanz von knapp 200 m gelegenen Parzellen E._____ und 

F._____ (Grundbuch B._____), am 11. Juni 2019 Einsprache, wobei er 

sinngemäss die Abweisung des Baugesuches beantragte.

3. Im Nachgang dazu reichte die C._____ AG neue Unterlagen ein, welche 

ein neues Standortdatenblatt vom 13. Juni 2019 (Rev. 1.10) beinhaltete. 

Die angepassten Unterlagen wurden am 20. Juni 2019 wiederum neu auf-

gelegt und dies publiziert. Dabei wurde darauf hingewiesen, dass die Ein-

sprachen gegen das am 23. Mai 2019 öffentlich aufgelegte Baugesuch 

eingegangenen Einsprachen auch für diese Projektänderung gelten wür-

den.

4. Die C._____ AG liess sich zu den auf die erstmalige öffentliche Auflage 

hin eingegangenen Einsprachen mit Eingabe vom 5. Juli 2019 vernehmen. 

In der Hauptsache beantragte sie die kostenpflichtige, vollumfängliche Ab-

weisung der Einsprachen und die Erteilung der Baubewilligung.

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5. Gegen die am 20. Juni 2019 öffentlich aufgelegte Projektänderung (Korri-

gierte NIS-Berechnung, keine bauliche Veränderung) erhob unter ande-

rem A._____ am 9. Juli 2019 wiederum Einsprache und beantragte sinn-

gemäss erneut die Abweisung des Baugesuches. Mit Eingabe vom 7. Au-

gust 2019 nahm A._____ zur Vernehmlassung der C._____ AG vom 

5. Juli 2019 Stellung.

6. Mit Schreiben vom 12. August 2019 äusserte sich wiederum die C._____ 

AG dazu und hielt an ihrem Antrag auf vollumfängliche, kostenpflichtige 

Abweisung der Einsprachen und Erteilung der Baubewilligung fest.

7. Mit Schreiben vom 15. August 2019 reichte A._____ eine eigene Berech-

nung der elektrischen Feldstärken an zwei neuen Orten mit empfindlicher 

Nutzung (OMEN Nr. 5 und 6) ein. Dies nachdem ihm Ende Juli 2019 sei-

tens der Gemeinde B._____ Akteneinsicht gewährt worden war.

8. Auf Ersuche der Gemeinde B._____ hin nahm das Amt für Natur und Um-

welt Graubünden (ANU) am 22. August 2019 zu der von A._____ mit Ein-

gabe vom 15. August 2019 eingereichten NIS-Berechnung(en) an den 

(neuen) OMEN Nr. 5 (Gebäude Nr. H._____ auf der Parzelle D._____) 

und 6 (Parzelle E._____, J._____) Stellung. Dabei gelangte das ANU zum 

Schluss, dass die Bestimmungen zum Schutz vor nichtionisierender Strah-

lung eingehalten seien, so wie es bereits im Fachbericht Nr. 2867-L vom 

27. Juni 2019 bestätigt worden sei.

9. Mit Baubescheid und Einspracheentscheid vom 19. September 2019 er-

teilte die Baubehörde der Gemeinde B._____ der C._____ AG die Baube-

willigung unter verschiedenen Auflagen. Insbesondere wurde der Fachbe-

richt Nr. 2867-L des ANU vom 27. Juni 2019 als integrierender Bestandteil 

dieser (Bau-)Bewilligung erklärt, wobei den dortigen Auflagen Folge zu 

leisten sei. Gleichzeitig wies die Baubehörde die Einsprachen ab.

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10. Mit Schreiben vom 24. September 2019 ersuchte der von A._____ vor-

mals mandatierte Rechtsvertreter um Akteneinsicht. Die Gemeinde 

B._____ stellte diesem am 25. September 2019 die von diesem einver-

langten Akten – soweit diese identifizierbar bzw. vorhanden waren – zu. 

Dabei handelte es sich um den Fachbericht Nr. 2867-L des ANU vom 

27. Juni 2019 sowie das Schreiben des ANU vom 22. August 2019.

11. Am 30. September 2019 erhob der wiederum nicht mehr anwaltlich vertre-

tene A._____ zusammen mit weiteren Personen "Rekurs" gegen den Ent-

scheid der Baubehörde vom 19. September 2019. Er beantragte in der Sa-

che die Aufhebung des Entscheides vom 19. September 2019 der Bau-

behörde und die Verweigerung der Baubewilligung zur Erstellung und In-

betriebnahme einer Mobilfunkantenne auf der Parzelle D._____. Dies un-

ter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der C._____ AG. Dabei 

wurde neben der Verletzung des Anspruches auf rechtliches Gehör etwa 

sinngemäss gerügt, dass der Gesundheitsschutz vor Strahlung nicht ge-

währleistet sei und auch den Anliegen des Landschaftsschutzes nicht 

Rechnung getragen worden sei.

12. Die Baubehörde nahm am 4. Oktober 2019 dazu Stellung. In ihrer Ver-

nehmlassung vom 8. November 2019 beantragte die C._____ AG insbe-

sondere die kostenpflichtige Abweisung der Einsprachen und die Bestäti-

gung der (am 19. September 2019) erteilten Baubewilligung. Dabei äus-

serte sie sich zu den von A._____ vorgetragenen Kritikpunkten. Am 

22. November 2019 präzisierte die Baubehörde eine Aussage in der Ver-

nehmlassung der C._____ AG vom 8. November 2019 betreffend die Lage 

von Büros und einer Garderobe auf der Parzelle D._____. 

13. A._____ äusserte sich zusammen mit weiteren Personen wiederum mit 

Eingabe vom 6. Dezember 2019 dazu.

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14. Die C._____ AG reichte am 20. Dezember 2019 eine Duplik ein, wobei sie 

insbesondere an ihrem in der Vernehmlassung vom 8. November 2019 

gestellten Begehren in der Sache auf Abweisung der Einsprachen und die 

Bestätigung der erteilten Baubewilligung festhielt.

15. Mit dem am 14. September 2020 gefällten, auf den 2. Oktober 2020 datie-

renden Rekursentscheid wies der Gemeinderat B._____ sämtliche Re-

kurse gegen den Baubescheid und Einspracheentscheid vom 19. Septem-

ber 2019, darunter auch denjenigen von A._____, kostenfällig ab, soweit 

darauf eingetreten wurde.

16. Gegen diesen Entscheid erhob A._____ (nachfolgend Beschwerdeführer) 

mit Eingabe vom 6. November 2020 Beschwerde beim Verwaltungsgericht 

des Kantons Graubünden und beantragte die kosten- und entschädi-

gungspflichtige Aufhebung des Rekursentscheides vom 2. Oktober 2020 

samt Bau- und Einspracheentscheid der Baubehörde B._____ vom 

19. September 2019. In formeller Hinsicht stellte er noch verschiedene 

Verfahrensanträge. Zur Begründung rügte er im Wesentlichen, dass die 

strittige Mobilfunkanlage nicht rechtskonform auf die Übereinstimmung mit 

den Bundesumweltrecht (namentlich USG und NISV) sowie dem Natur- 

und Heimatschutzrecht (namentlich NHG) geprüft worden sei. Es fehlten 

etwa Kontrollsysteme und -möglichkeiten für adaptive Antennen, das 

Standortdatenblatt entspreche nicht den gesetzlichen Vorgaben und die 

Bewilligung sei in Verletzung des Ortsbild- und Landschaftsschutzes so-

wie des Bundesinventares der historischen Verkehrswege der Schweiz 

(IVS) ergangen. Dabei rügte der Beschwerdeführer auch in vielerlei Hin-

sicht die Verletzung der Begründungspflicht sowie des Akteneinsichts-

rechts als Ausfluss seines Anspruches auf rechtliches Gehörs. Schliess-

lich wandte sich der Beschwerdeführer auch gegen die ihm (anteilsmäs-

sig) auferlegte Verpflichtung zur Kostentragung für das vorinstanzliche 

Verfahren vor dem Gemeinderat B._____.

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17. Das als Fachstelle für den Umweltschutz gemäss Art. 1 Abs. 2 KUSV zur 

Vernehmlassung zur Beschwerde vom 6. November 2020 eingeladene 

ANU, nahm am 10. Dezember 2020 dazu Stellung und äusserte sich zu 

den Themen "Schutz vor nichtionisierender Strahlung" und "Natur- und 

Landschaftsschutz".

18. Die Gemeinde B._____ (nachfolgend Beschwerdegegnerin 1) liess sich 

am 14. Dezember 2020 zur Beschwerde vom 6. November 2020 verneh-

men und beantragte in der Sache die kostenpflichtige Abweisung der Be-

schwerde, soweit darauf eingetreten werden könne. Ebenso seien die Ver-

fahrensanträge des Beschwerdeführers allesamt abzuweisen. Dabei ent-

gegnete sie den Vorbringen des Beschwerdeführers.

19. Mit Eingabe vom 15. Dezember 2020 beantragte die C._____ AG (nach-

folgend Beschwerdegegnerin 2) in der Sache die kosten- und entschädi-

gungspflichtige Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. 

Der Rekursentscheid des Gemeinderates B._____ vom 14. September 

bzw. 2. Oktober 2020 samt Bau- und Einspracheentscheid der Bau-

behörde B._____ vom 19. September 2019 sei zu bestätigen. Dabei 

wandte sich die Beschwerdegegnerin 2 auch gegen die formellen, vom 

Beschwerdeführer gestellten Anträge, wobei am 16. Dezember 2020 ein 

in der Vernehmlassung vom 15. Dezember 2020 unvollständig formulierter 

Satz eines der gestellten Rechtsbegehren noch vervollständigt wurde. Die 

Beschwerdegegnerin 2 entgegnete in ihrer Vernehmlassung vom 15. De-

zember 2020 ebenfalls den Vorbringen des Beschwerdeführers.

20. Der Beschwerdeführer replizierte am 11. Januar 2021, wobei er an seinen 

Rechtsbegehen festhielt und seine Argumentation anhand der beschwer-

degegnerischen Eingaben sowie der Vernehmlassung des ANU vertiefte.

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21. Mit Verfügung vom 13. Januar 2021 erkannt der zuständige Instruktions-

richter der Beschwerde im vorliegenden Verfahren die aufschiebende Wir-

kung zu.

22. Die Beschwerdegegnerin 1 duplizierte am 25. Januar 2021 mit unverän-

derten Rechtsbegehren und nahm punktuell noch zu den beschwerdefüh-

rerischen Ausführungen Stellung.

23. Am 5. Februar 2021 duplizierte auch die Beschwerdegegnerin 2 mit un-

veränderten Anträgen in der Sache. Ausserdem stellte sie in Abrede, dass 

sie betreffend einen formellen Antrag des Beschwerdeführers hinsichtlich 

der Offenlegung einer Messmethode für 5G-Basisstationen auf ein irrtüm-

liches, unvollständiges Rechtsbegehren in ihrer Vernehmlassung vom 

15. Dezember 2020 behaftet werden könne. Ausserdem nahm sie noch 

punktuell zu den beschwerdeführerischen Vorbringen Stellung.

24. Mit Schreiben vom 7. März 2022 forderte der zuständige Instruktionsrich-

ter die Beschwerdegegnerin 1 auf, gewisse im Rahmen der Vernehmlas-

sung vom 14. Dezember 2020 unvollständig kopiert eingereichten (Bau-

gesuchs-)Unterlagen noch einmal vollständig, also auch die fehlenden 

Seiten umfassend, einzureichen. Dem kam die Beschwerdegegnerin mit 

Schreiben vom 14. März 2022 nach.

25. Am 9. März 2022 ersuchte der zuständige Instruktionsrichter gestützt auf 

Art. 11 f. VRG das Amt für Kultur zur Einreichung eines Amtsberichts be-

treffend die Thematik IVS im Umfeld des strittigen Bauvorhabens. Die 

beim Amt für Kultur angesiedelte Denkmalpflege Graubünden erstattete 

ihren Bericht am 4. April 2022. Dieser wurde dem Beschwerdeführer zu-

sammen mit den mit Schreiben vom 14. März 2022 von der Beschwerde-

gegnerin 1 erhaltenen, vervollständigten Vernehmlassungsbeilagen zur 

Stellungnahme zugestellt.

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26. Der Beschwerdeführer äusserte am 27. April 2022 noch einmal zur Sache.

27. Die Beschwerdegegnerin 1 und die Beschwerdegegnerin 2 liess sich zu 

dieser Eingabe des Beschwerdeführers jeweils am 9. Mai 2022 ebenfalls 

noch einmal vernehmen.

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Eingaben, den ange-

fochtenen Entscheid vom 2. Oktober 2020 sowie die weiteren Akten, wird, 

sofern erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

II. Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Vorliegend ist der "Rekursentscheid" des Gemeinderates B._____ vom 

14. September, datierend auf den 2. Oktober 2020, angefochten. Ent-

schieden hat dabei der Gemeinderat B._____ in seiner Funktion als (ver-

waltungsinterne) Rekurs- bzw. Beschwerdeinstanz gemäss Art. 5 Abs. 2 

zweiter Spiegelstrich und Art. 122 Abs. 1 des für das Gebiet der ursprüng-

lichen Gemeinde B._____ nach wie vor gültigen kommunalen Baugeset-

zes (BG) vom 27. September 1992, genehmigt von der Regierung des 

Kantons Graubünden am 31. August 1993 und zuletzt geändert am 

20. Oktober 2019. Im angefochtenen Entscheid wurde über – unter ande-

rem vom Beschwerdeführer am 30. September 2019 – eingereichte Re-

kurse gegen den Baubescheid und Einspracheentscheid der (im Bausa-

chen) grundsätzlich für den Vollzug des Baugesetzes und der eidgenössi-

schen und kantonalen Vorschriften zuständigen Baubehörde B._____ 

(siehe dazu Art. 4 BG und Art. 45 der Gemeindeverfassung [GdeV] in der 

Fassung vom 24. August 2003; vgl. auch Art. 85 Abs. 2 des Raumpla-

nungsgesetzes für den Kanton Graubünden [KRG; BR 801.100] und 

Art. 40 des Gemeindegesetzes des Kantons Graubünden [GG; 

BR 175.050]) vom 19. September 2019 befunden und diese abgewiesen, 

soweit darauf eingetreten wurde. Dabei handelt es sich um einen kommu-

nalen Entscheid aus dem Bereich des Bau- und Planungsrechts, welcher 

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(nach Ausschöpfung des kommunalen Instanzenzuges) weder bei einer 

anderen Instanz angefochten werden kann noch nach kantonalem oder 

eidgenössischem Recht endgültig ist (siehe Art. 49 Abs. 1 lit. a des Geset-

zes über die Verwaltungsrechtspflege [VRG; BR 370.100]). Das Verwal-

tungsgericht des Kantons Graubünden ist somit örtlich und sachlich zu-

ständig. Gemäss Art. 50 VRG ist zur verwaltungsgerichtlichen Be-

schwerde legitimiert, wer durch den angefochtenen Entscheid berührt ist 

und ein schutzwürdiges Interesse an seiner Aufhebung oder Änderung hat 

oder durch besondere Vorschrift dazu ermächtigt ist. Der Beschwerdefüh-

rer ist Grundeigentümer der Parzellen E._____ und F._____, die sich 

knapp 200 m nördlich des geplanten Standortes der Mobilfunkanlage auf 

der Bauparzelle D._____ befinden. Die Parzelle E._____ ist mit einem 

Wohngebäude überbaut. Dieses befindet sich innerhalb des im Standort-

datenblattes für Mobilfunk- und WLL-Basisstationen (gemäss Art. 11 der 

Verordnung über den Schutz vor nichtionisierender Strahlung [NISV; 

SR 814.710]) vom 13. Juni 2019, Rev. 1.10 (siehe Akten der Beschwerde-

gegnerin 1 [Bg1-act.] 1 bzw. die edierten, nunmehr vollständig kopierten 

Akten [Ed-act.] 1.2) auf Seite 5 angegebenen Abstandes eines Ortes mit 

empfindlicher Nutzung (OMEN), welcher zu einer Einsprache berechtigt 

(siehe auch angefochtener Beschluss vom 2. Oktober 2020 S. 7 [Bg1-

act. 19] und Urteil des Bundesgerichts 1C_115/2021 vom 4. März 2022 

E.1.2 m.H.a. BGE 128 II 168 E.2; Bundesamt für Umwelt [BAFU; vormals 

Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft {BUWAL}, Mobilfunk- und 

WLL-Basisstationen, Vollzugsempfehlung zur NISV, Bern 2002 [nachfol-

gend Vollzugsempfehlung 2002], S. 27 f.). Somit kann aufgrund der räum-

lichen Nähe von einer besonderen Beziehungsnähe und grundsätzlich von 

einem schutzwürdigen Interesse an der Aufhebung oder Abänderung des 

angefochtenen Entscheides des Beschwerdeführers ausgegangen wer-

den, der in vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträgen nicht durchge-

drungen ist. Auf die im Übrigen form- und fristgerecht erhobene Be-

schwerde (vgl. Art. 52 Abs. 1 und Art. 38 VRG) ist somit einzutreten.

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2. Vorgängig ist auf die Rügen des Beschwerdeführers betreffend die Verlet-

zung seines Anspruches auf rechtliches Gehör einzugehen. Der Be-

schwerdeführer stellt sich dabei zum einen auf den Standpunkt, dass sich 

die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid gar nicht bzw. nicht hinrei-

chend und kritisch genug mit einer Vielzahl von seiner Seite aus erhobe-

nen Rügen auseinandergesetzt habe. Bereits im vorinstanzlichen Rekurs-

verfahren habe er eine Verletzung des Anspruches auf rechtliches Gehör 

und namentlich eine Verletzung der Begründungspflicht und verweigerte 

Akteneinsicht gerügt. Die Vorinstanz habe sich namentlich nicht mit den 

Rügen betreffend die falschen Leistungsangaben im Standortdatenblatt, 

der fehlenden Vollzugshilfe zur Beurteilung von adaptiven Antennen, der 

fehlenden amtlichen Messvorschriften für adaptive Antennen, den fehlen-

den gesundheitlichen Untersuchungen für Frequenzen um 3400 MHz, be-

treffend die Forderung nach gesundheitsverträglichen Alternativen, den 

angeprangerten Stromverbrauch von Mobilfunkanlagen, den fehlenden 

demokratischen Dialog, die Verletzung des Landschaftsschutzes, die 

Berücksichtigung des UNESCO-Weltkulturerbes, betreffend die Wertver-

minderung von Liegenschaften und der fehlenden Interessenabwägung 

bei der Beeinträchtigung des historischen Verkehrsweges befasst. Es rei-

che nicht aus, dass der Beschwerdeführer seine Rügen (nochmals) vor 

Verwaltungsgericht begründen könne. Eine Heilung der Verletzung seines 

Anspruches auf rechtliches Gehör sei vorliegend im verwaltungsgerichtli-

chen Beschwerdeverfahren ausgeschlossen, weil wesentliche Aspekte 

(durch die Vorinstanz) ganz unberücksichtigt geblieben seien, deren Ein-

schätzung zunächst durch die lokale Baubewilligungsbehörde erforderlich 

sei. Dies betreffe insbesondere (die unterbliebenen) Ermessensent-

scheide im Zusammenhang mit dem Ortsbild- und Landschaftsschutz so-

wie der fehlenden Interessenabwägung bei der der Beeinträchtigung des 

historischen Verkehrsweges.

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2.1. Die Beschwerdegegnerin 1 stellt fest, dass der Beschwerdeführer seinen 

Anspruch auf eine Begründung des Entscheids pauschal in sämtlichen bei 

Gemeinderat bzw. Vorinstanz und nun vor Verwaltungsgericht angebrach-

ten Rügen verletzt sieht. Die Rügen seien aber sehr allgemein und ohne 

konkrete Angabe erfolgt, inwiefern die Vorinstanz eine Verletzung des 

rechtlichen Gehörs begangen haben soll bzw. inwieweit die für ihn nicht 

zufriedenstellende Begründung eine solche darstellen soll. Die Beschwer-

degegnerin 1 wies auch darauf hin, dass verschiedene Rügen, etwa be-

treffend den Stromverbrauch von Mobilfunkanlagen, des fehlenden demo-

kratischen Dialogs sowie der Wertverminderung von Liegenschaften vor 

Verwaltungsgericht nicht mehr erhoben würden, während die Rüge einer 

fehlenden Interessenabwägung bei Beeinträchtigung der historischen Ver-

kehrswege vor dem Gemeinderat B._____ noch gar nicht erhoben worden 

war. Insoweit könne auf diese Rügen gar nicht eingetreten werden. Betref-

fend die weiteren Rügen mache der Beschwerdeführer aber gar nicht wei-

ter geltend, welche konkreten Vorbringen in seiner Einsprache bzw. Re-

kursschrift in Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör nicht bzw. 

in welcher Weise ungenügend behandelt worden wären. Vielmehr habe 

sich die Vorinstanz (Gemeinderat B._____) mit sämtlichen relevanten Rü-

gen – wenn auch inhaltlich nicht den Erwartungen des Beschwerdeführers 

entsprechend – auseinandergesetzt. Die Rüge der Verletzung des An-

spruches auf rechtliches Gehör sei daher abzuweisen. Jedenfalls habe der 

Beschwerdeführer vor dem Verwaltungsgericht (wiederum) die Möglich-

keit zur Erhebung seiner Rügen, so dass nicht ersichtlich sei, weshalb eine 

allfällige Gehörsverletzung nicht geheilt werden könnte. Die Beschwerde-

gegnerin 2 erachtet die Rüge der Verletzung der Begründungspflicht 

ebenfalls als unbegründet. Die Abweisung der vom Beschwerdeführer vor-

gebrachten Argumente bzw. Rügen durch die Vorinstanz bedeute nicht, 

dass diese die ihr obliegende Begründungspflicht verletzt habe. Die Vor-

instanz habe sich mit den Einwänden des Beschwerdeführers ausreichend 

auseinandergesetzt, denn die Überlegungen, von denen sich die Vorin-

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stanz bei ihrer Entscheidfindung habe leiten lassen, seien erkennbar. Dem 

Beschwerdeführer sei dementsprechend auch eine sachgerechte Anfech-

tung des (Rekurs-)Entscheides vom 2. Oktober 2020 möglich gewesen. 

Eine Verletzung des Anspruches auf rechtliches Gehör liege nicht vor. 

Ausserdem wäre eine Heilung einer allfälligen Gehörsverletzung vor der 

Beschwerdeinstanz, welche die Sach- und Rechtslage frei überprüfen 

könne, durchaus möglich.

2.2. Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossen-

schaft (BV; SR 101) und auf kantonaler Ebene insbesondere Art. 16 und 

Art. 22 Abs. 1 VRG gewährleisten den Anspruch auf rechtliches Gehör. 

Dieser dient einerseits der Sachaufklärung und garantiert andererseits ein 

persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht der Parteien im Verfahren 

(siehe BGE 144 I 11 E.5.3, 142 I 86 E.2.2 und 140 I 99 E.3.4; HÄFELIN/MÜL-

LER/UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 8. Aufl., Zürich 2020, 

Rz. 1001 ff.). Er umfasst namentlich das Recht einer Partei, in einem vor 

einer Verwaltungs- oder Justizbehörde geführten Verfahren mit ihrem Be-

gehren angehört zu werden, Einblick in die Akten zu erhalten und zu den 

für die Entscheidung wesentlichen Punkten Stellung nehmen zu können 

(HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 1002). Ausserdem ergibt sich für 

die entscheidende Behörde aus Art. 29 Abs. 2 BV auch eine Begrün-

dungspflicht (siehe BGE 146 II 335 E.5.1, 142 III 433 E.4.3.2, 141 V 557 

E.3.2.1, 137 II 266 E.3.2 und 134 I 83 E.4.1). Art. 22 Abs. 1 i.V.m. Art. 2 

Abs. 1 VRG hält denn auch für Gemeindebehörden ausdrücklich fest, dass 

Entscheide zu begründen sind (vgl. Urteile des Verwaltungsgerichts [VGU] 

R 19 73, R 19 74, R 19 75 und R 19 76 vom 28. September 2021 E.8.5.6). 

Sinn und Zweck der Begründungspflicht liegt darin, dass der Bürger wis-

sen soll, warum eine Behörde entgegen seinem Antrag entschieden hat. 

Die Begründung eines Entscheides muss deshalb so abgefasst sein, dass 

der Betroffene ihn gegebenenfalls sachgerecht anfechten kann. Dies ist 

nur möglich, wenn sowohl er wie auch die Rechtsmittelinstanz sich über 

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die Tragweite des Entscheids ein Bild machen können. In diesem Sinne 

müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen 

sich die Behörde leiten liess und auf die sich ihr Entscheid stützt (siehe 

BGE 143 III 65 E.5.2 und 136 I 229 E.5.2). Es ist insbesondere nicht nötig, 

dass sie sich mit jeder tatbestandlichen Behauptung und jedem rechtli-

chen Einwand auseinandersetzt, sondern sie kann sich vielmehr auf die 

für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (statt vieler 

BGE 146 II 335 E.5.1, 140 II 262 E.6.2 und 136 I 229 E.5.2). Ob die Be-

gründung dann auch rechtlich zutreffend und haltbar ist, ist nicht eine 

Frage des formellen Anspruchs auf rechtliches Gehör, sondern der mate-

riellen Beurteilung der Streitfrage (siehe zum Ganzen VGU R 19 52 vom 

13. Oktober 2021 E.2.2 und R 18 6 vom 2. Oktober 2018 E.3.1). Der An-

spruch auf rechtliches Gehör ist formeller Natur, mithin führt eine Verlet-

zung des Gehörsanspruchs, ungeachtet der Erfolgsaussichten der Be-

schwerde in der Sache selbst, grundsätzlich zur Aufhebung des angefoch-

tenen Entscheids (siehe BGE 142 II 218 E.2.8.1, 137 I 195 E.2.2, 132 V 

387 E.5.1; PVG 2011 Nr. 31 E.2a; HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., 

Rz. 1174). Dies aber unter dem Vorbehalt, dass der Mangel nicht im Be-

schwerdeverfahren geheilt werden kann (siehe BGE 138 II 77 E.4.3, 137 

I 195 E.2.3.2, 136 V 117 E.4.2.2.2, 133 I 201 E.2.2). Formelle Verfahrens-

fehler, wozu insbesondere die Verletzung des Anspruches auf rechtliches 

Gehör gehört, können durch die Rechtsmittelinstanz ausnahmsweise ge-

heilt werden, wobei es sich dabei (in der Regel) nicht um eine schwerwie-

gende Verletzung handeln darf und die Rechtsmittelinstanz über eine um-

fassende Prüfungsbefugnis der Rechts- und Sachlage verfügen muss, mit-

hin die Kognition für die zu beurteilende Frage nicht eingeschränkt ist 

(siehe BGE 138 II 77 E.4 und 137 I 195 E.2.3.2 f. und 2.6; Urteile des 

Bundesgerichts 2C_922/2019 vom 8. März 2021 E.4.2, 1C_158/2019 vom 

30. März 2020 E.2.6 und 1C_98/2012 vom 7. August 2012 E.3.4; HÄFE-

LIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 1175 ff.). Sicher im Anwendungsbereich 

Art. 33 Abs. 3 lit. b des Bundesgesetzes über die Raumplanung (RPG; 

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SR 700) verfügt das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden im Nor-

malfall und wenn es als erste Rechtsmittelinstanz entscheidet über eine 

Kognition, welche eine Heilung eines allfälligen formellen Mangels 

grundsätzlich ermöglicht (vgl. Urteile des Bundesgerichts 1C_158/2019 

vom 30. März 2020 E.2.6 und 1P.512/2002 vom 26. Juni 2003 E.3.5; VGU 

R 22 10 vom 7. Juni 2022 E.2 ff., R 20 22 vom 2. November 2021 E.2.1, 

R 19 6 vom 22. Dezember 2020 E.2.3.2 und R 18 15 vom 7. Januar 2020 

E.2.5.1). Hinsichtlich einer eigentlichen Ermessenskontrolle hat es sich 

aber trotzdem seiner Funktion als Rechtsmittelinstanz bewusst zu sein 

(vgl. BGE 145 I 52 E.3.1 ff.; VGU R 22 10 vom 7. Juni 2022 E.2.5, R 20 22 

vom 2. November 2021 E.2.1, R 19 6 vom 22. Dezember 2020 E.2.3.2 und 

R 18 15 vom 7. Januar 2020 E.2.5.1). Denn im Kanton Graubünden ver-

fügen die Gemeinden im Bereich des kommunalen Bau- und Raumpla-

nungsrechts grundsätzlich über eine relativ weitgehende Entscheidungs-

freiheit bzw. Autonomie (vgl. BGE 128 I 3 E.2b, 118 Ia 446 E.3c; Urteile 

des Bundesgerichts 1C_172/2020 vom 24. März 2021 E.3.3, 

1C_289/2019, 1C_293/2019 vom 16. Januar 2020 E.2.1, 1C_494/2018 

vom 13. Juni 2019 E.2.4, 1C_532/2015 vom 26. Januar 2016 E.2.4 und 

1C_163/2015 vom 10. November 2015 E.3.1). Von einer Rückweisung an 

die Vorinstanz ist – selbst bei einer schwerwiegenden Verletzung des An-

spruchs auf rechtliches Gehör – abzusehen, wenn und soweit die Rück-

weisung – im Sinne einer Heilung des Mangels – zu einem formalistischen 

Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit 

dem Interesse der Partei an einer beförderlichen Beurteilung der Sache 

nicht zu vereinbaren wären (siehe BGE 142 II 218 E.2.8.1, 138 II 77 E.4.3, 

137 I 195 E.2.3.2, 136 V 117 E.4.2.2.2; Urteile des Bundesgerichts 

2C_756/2019 vom 14. Mai 2020 E.3.2, 1C_158/2019 vom 30. März 2020 

E.2.6 und 1C_184/2016 vom 14. November 2016 E.2.4.1 sowie 

1C_98/2012 vom 7. August 2012 E.3.1 ff.). Ein Verstoss gegen die Be-

gründungspflicht stellt in der Regel aber ohnehin keine besonders schwer-

wiegende Verletzung des Anspruches auf rechtliches Gehör dar (siehe Ur-

- 16 -

teile des Bundesgerichts 1C_39/2017 vom 13. November 2017 E.2.1, 

1C_474/2016 vom 1. Juni 2014 E.2 und 1C_300/2015 vom 14. März 2016 

E.4.1). Insofern sind die Ausführungen der Beschwerdegegnerinnen, die 

auf eine in Frage kommende Heilungsmöglichkeit einer allfälligen Verlet-

zung des Anspruches auf rechtliches Gehör hinweisen, grundsätzlich zu-

treffend. Dies scheint auch dem Beschwerdeführer selbst bewusst zu sein, 

wenn er die vorstehend wiedergegebene Rechtsprechung zur Heilung von 

formellen Mängeln teilweise selber anführt (siehe Beschwerde vom 6. No-

vember 2020 S. 35 f. Rz. 99). 

2.3. Der Gemeinderat B._____ ist nach Art. 5 Abs. 1 BG Aufsichtsbehörde 

über die Baubehörde B._____ gemäss Art. 4 BG und Art. 44 GdeV. Weiter 

ist der Gemeinderat gestützt auf Art. 5 Abs. 2 zweiter Spiegelstrich BG 

auch für die Behandlung von Rekursen bzw. (Verwaltungs-)Beschwerden 

gegen Entscheide der Baubehörde zuständig (siehe auch bereits vorste-

hende Erwägung 1). Die Gemeinde B._____ sieht also ein gemeindeinter-

nes Beschwerdeverfahren in Bausachen vor, wie es teilweise auch andere 

Gemeinden gestützt auf das kommunale Recht kennen (siehe etwa VGU 

R 20 26 vom 13. September 2022 E.1.3, R 18 63 vom 7. Mai 2019 E.1.2 

und PVG 2014 Nr. 23 E.2f/dd). Ein solcher gemeindeinterner Rechtsmit-

telzug eröffnet die Möglichkeit einen ergangenen Baubewilligungs- und 

Einspracheentscheid bei einer (kommunalen) Behörde überprüfen zu las-

sen, welche den angefochtenen Entscheid mit uneingeschränkter Kogni-

tion überprüfen kann, ohne sich hinsichtlich der Auslegung des kommuna-

len Rechts oder der massgeblichen örtlichen Verhältnisse Zurückhaltung 

auferlegen zu müssen (vgl. VGU R 14 61 vom 14. November 2014 E.2e). 

Ein solcher gemeindeinterner Rechtsmittelzug, welcher üblicherweise an 

den Gemeindevorstand bzw. -rat als leitende Behörde bzw. oberstes Exe-

kutivorgan der Gemeinde führt (vgl. Art. 35 und 37 GG), ist zwar in der 

Musterkonzeption von Art. 85 Abs. 2 KRG, wonach der Gemeindevor-

stand in der Regel die kommunale Baubehörde darstellt und entsprechend 

- 17 -

der Regelung des (kantonalen) formellen Baurechts für kommunale Ver-

fügungen und Entscheide in diesem Sachbereich zuständig ist, nicht vor-

gesehen. Aber Art. 85 Abs. 2 KRG selbst behält Abweichungen über die 

Zuständigkeit im Bereich des Bau- und Planungsrechts aufgrund des 

KRG, der Spezialgesetzgebung oder des Gemeinderechts vor (vgl. auch 

Art. 107 Abs. 2 zweitletzter Satz KRG). Ferner bestimmt Art. 85 Abs. 1 

KRG, dass das Bauwesen Sache der Gemeinden ist, soweit das KRG oder 

die Spezialgesetzgebung nichts anderes bestimmt. Gemäss Art. 85 Abs. 3 

KRG organisieren die Gemeinden das Bauwesen so, dass ein fachlich 

kompetenter, wirksamer, zeitgerechter und koordinierter Vollzug gewähr-

leistet ist. Die Rechtsprechung anerkennt seit langem, dass die Bündner 

Gemeinden im Bereich der Raumplanung und des Bauwesens Autonomie 

zukommt (vgl. etwa BGE 128 I 3 E.2b und 118 Ia 446 E.3c; Urteile des 

Bundesgerichts 1C_172/2020 vom 24. März 2021 E.3.3, 1C_289/2019, 

1C_293/2019 vom 16. Januar 2020 E.2.1 und 1C_494/2018 vom 13. Juni 

2019 E.2.4; VGU R 22 10 vom 7. Juni 2022 E.2.2, R 20 94 vom 16. No-

vember 2021 E.3.2, R 20 71 vom 28. September 2021 E.5.2 und R 19 73, 

74, 75, 76 vom 28. September 2021 E.2.2). Insofern verkennt der Be-

schwerdeführer die Rechtslage und die Handhabung der Gemeindeauto-

nomie – auch in organisatorischen Fragen – im Kanton Graubünden, wenn 

er die Zulässigkeit für ein solches gemeinde- bzw. verwaltungsinternes 

Rekurs- bzw. (Verwaltungs-)Beschwerdeverfahren nur als zulässig an-

sieht, wenn es sich auf eine entsprechende Regelung im kantonalen 

Recht, namentlich des KRG oder der Raumplanungsverordnung für den 

Kanton Graubünden (KRVO; BR 801.110), stützten könnte (vgl. auch 

Art. 65 Abs. 2 der Verfassung des Kantons Graubünden [KV; 

BR 110.100], wonach die Gemeinden insbesondere befugt sind ihre Orga-

nisation zu bestimmen sowie ihre Behörden und Verwaltung einzusetzen 

und Art. 3 GG, wonach die Gemeinden im Rahmen des übergeordneten 

Rechts ihre Angelegenheiten selbständig regeln, den Gemeinden im die-

sem Rahmen das Recht zur Gesetzgebung und Verwaltung zusteht, wobei 

- 18 -

das kantonale Recht ihnen einen möglichst weiten Handlungsspielraum 

gewährt).

2.4. Betreffend die namentlich im Einspracheverfahren vor der Baubehörde 

B._____ sowie auch vorinstanzlichen Verfahren gerügte Verletzung des 

Akteneinsichtsrechts (vgl. Bg1-act. 2 S. 1, Bg1-act. 8, 11, 13 S. 1 und 4 

sowie Bg1-act. 17 S. 1 f.) ist festzuhalten, dass dem Beschwerdeführer 

nach seinen eigenen Angaben während des Einspracheverfahrens vor der 

Baubehörde B._____ am 30. Juli 2019 Akten betreffend die streitge-

genständlichen Baugesuche zugestellt wurden, wobei aber ein Standort-

datenblatt nach seiner nicht weiter belegten Behauptung immer noch nicht 

ganz vollständig gewesen seien soll. Dabei bleibt unklar, ob das Standort-

datenblatt vom 7. Mai 2019, Rev. 1.8 der ersten öffentlichen Auflage vom 

23. Mai 2019 oder das vorliegend massgebende Standortdatenblatt vom 

13. Juni 2019, Rev. 1.10 unvollständig gewesen sein soll. Dennoch reichte 

er mit Schreiben vom 15. August 2019 eine eigene Berechnung der elek-

trischen Feldstärken an den zwei Standorten ein, welche er OMEN Nr. 5 

und 6 nannte (siehe Bg1-act. 8). Dabei wurden jedenfalls für die Sende-

leistungen der Antennen 1SC1426 und 2SC1426 bei dem von ihm als 

OMEN Nr. 5 benannten Ort ein Wert von 5'400 W (ERP) angewendet, wel-

cher sich so nur aus dem Standortdatenblatt vom 13. Juni 2019 ergibt 

(siehe Ed-act. 1.1  A1 und Ed-act. 1.2 A1). Insofern war der Beschwerde-

führer also durchaus in der Lage, sich im Einspracheverfahren sachge-

recht und in Kenntnis von den wesentlichen Inhalten der Aktenstücke zu 

äussern. Nach Erlass des Baubescheides und Einspracheentscheides 

vom 19. September 2019, wo alle für das Bauvorhaben massgebenden 

Unterlagen aufgeführt waren (siehe Bg1-act. 10 S. 1), mandatierte der Be-

schwerdeführer am 24. September 2019 einen Rechtsvertreter, welcher 

gleichentags beim Bauamt der Gemeinde B._____ noch den Fachbericht 

Nr. 2867-L des Amtes für Natur und Umwelt Graubünden (ANU) vom 

27. Juni 2019 (siehe Ed-act. 1.3) und das Schreiben des ANU vom 22. Au-

- 19 -

gust 2019 betreffend die Beurteilung der beschwerdeführerischen Berech-

nung der elektrischen Feldstärke an den von ihm als OMEN Nr. 5 und 6 

benannten Standorte (siehe Ed-act. 1.4) einverlangte und festhielt, dass 

er zu diesen, nach der öffentlichen Auflage entstandenen Verfahrensakten 

bislang keine Stellung nehmen konnte (siehe Bg1-act. 11). Diese Doku-

mente wurden dem mandatierten Rechtsvertreter des Beschwerdeführers 

per Einschreiben vom 25. September 2019 zugesandt (siehe Bg1-act. 12). 

Im Rekurs vom 30. September 2019 rügte der nunmehr nicht mehr anwalt-

lich vertretene Beschwerdeführer aber wiederum eine Verweigerung der 

Einsichtnahme in die erwähnten Berichte (siehe Bg1-act. 13 S. 1), obwohl 

diese ihm zwischenzeitlich zu Verfügung hätten stehen müssen, sind sie 

seinem (zwischenzeitlichen) Rechtsvertreter doch (nachträglich) zuge-

stellt worden. Davon ging in ihrer Stellungnahme vom 4. Oktober 2019 

(siehe Bg1-act. 14) auch die Baubehörde aus, wenn sie auf die vorstehend 

erwähnte Zustellung dieser Unterlagen an den mandatierten Rechtsver-

treter des Beschwerdeführers verwies. Fehlerhafte Entscheide bzw. Ver-

waltungsakte sind in der Regel nicht nichtig, sondern nur dann, wenn der 

ihnen anhaftende Mangel besonders schwer wiegt, wenn er sich als offen-

sichtlich oder zumindest leicht erkennbar erweist und die Rechtssicherheit 

durch die Annahme der Nichtigkeit nicht ernsthaft gefährdet wird. Inhaltli-

che Mängel einer Entscheidung führen (ebenfalls) nur ausnahmsweise zur 

Nichtigkeit. Als Nichtigkeitsgründe kommen vorab die funktionelle und 

sachliche Unzuständigkeit der entscheidenden Behörde sowie krasse Ver-

fahrensfehler in Betracht (siehe anstatt vieler: Urteil des Bundegerichts 

1C_497/2020 vom 27. Juni 2022 E.6.4.1 m.H.a. BGE 147 III 226 E.3.1.2, 

145 III 436 E.4, 139 II 243 E.11.2, 137 I 273 E.3.1 und 133 II 366 E.3.2). 

Auch Eröffnungsmängel führen nur in Ausnahmefällen zur Nichtigkeit (vgl. 

BGE 122 I 97 E.3a/aa; Urteile des Bundesgerichts 1C_141/2021 vom 

2. Mai 2022 E.2.3, 1C_158/2019 vom 30. März 2020 E.3.3 und 

2C_712/2018 vom 21. März 2019 E.3.1). Immerhin gilt, dass einer Partei 

aus einer mangelhaften Eröffnung kein Nachteil erwachsen darf, was im 

- 20 -

individuell konkreten Fall zu prüfen ist und wobei die Berufung auf Form-

mängel ihre Grenzen ihrerseits im Grundsatz von Treu und Glauben findet 

(siehe BGE 144 II 401 E.3.1; Urteile des Bundesgerichts 2C_901/2017 

vom 9. August 2019 E.2.2.4, 2C_1038/2017 vom 18. Juli 2018 E.5.3.1 und 

1C_37/2018 vom 6. Juli 2018 E.5). Formelle Fehler im Zusammenhang 

mit dem Anspruch auf rechtliches Gehör sind im Rahmen eines Rechts-

mittelverfahrens zudem durchaus einer Heilung zugänglich (siehe bereits 

die vorstehende Erwägung 2.2 sowie BGE 147 IV 340 E.4.11.3, 142 II 218 

E.2.8.1, 138 II 77 E.4.3, 137 I 195 E.2.3.2, 136 V 117 E.4.2.2.2 und 133 I 

201 E.2.2; Urteile des Bundesgerichts 1C_6/2022 vom 30. Juni 2022 

E.2.2, 2C_922/2020 vom 8. März 2021 E.4.1.2, 2C_756/2019 vom 14. Mai 

2020 E.3.2 und 1C_158/2019 vom 30. März 2020 E.2.6; VGU R 20 22 vom 

2. November 2021 E.2.1, R 19 6 vom 22. Dezember 2020 E.2.3.2 und 

R 18 15 vom 7. Januar 2020 E.2.5.1). Inwiefern der Gemeinderat B._____ 

– auch angesichts der ihm gemäss der vorstehenden Erwägung 2.3 zu-

stehenden umfassenden Kognition – im Rekursentscheid vom 2. Oktober 

2020 bei diesen Umständen und unter Berücksichtigung der vorstehend 

dargestellten Rechtsprechung zur Möglichkeit der Heilung von formellen 

Fehlern zu Unrecht von einer (zwischenzeitlich erfolgten) Heilung einer 

(allfälligen) Gehörsverletzung ausgegangen ist (siehe Bg1-act. 19 S. 6) 

und ausnahmslos die Aufhebung des angefochtenen Entscheids erfolgen 

müsste, ist weder ersichtlich noch wird es vom Beschwerdeführer näher 

begründet (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 1C_141/2021 vom 2. Mai 

2022 E.2.3 und Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich 

VB.2021.00397 vom 22. Dezember 2021 E.3.2.1). Jedenfalls erweist sich 

angesichts der Kognition und der örtlichen Kenntnisse des Gemeinderates 

in diesem Zusammenhang die beschwerdeführerische Argumentation als 

unbegründet, dass eine Heilung infolge eines Kognitionsgefälles bei Fra-

gen des Ortsbild- und Landschaftsschutzes sowie der Interessenabwä-

gung bei der Beeinträchtigung des historischen Verkehrsweges ausge-

schlossen sei. Ebenfalls nicht ersichtlich ist, weshalb das strittige Bauge-

- 21 -

such noch einmal öffentlich aufgelegt werden müsste (siehe dazu Bg1-

act. 17 S. 2), weil die (ursprünglich) öffentlich aufgelegten Baugesuchun-

terlagen unvollständig oder mangelhaft gewesen wären. So rügte der Be-

schwerdeführer mit Eingabe vom 11. Juni 2019 beispielsweise nicht, dass 

etwa das Standortdatenblatt mit den Angaben gemäss Art. 11 Abs. 2 NISV 

oder die für die Beurteilung erforderlichen Baugesuchs- bzw. Planunterla-

gen im Sinne von Art. 42 KRVO und Art. 110 BG nicht aufgelegen wären. 

Nicht nachvollziehbar ist die beschwerdeführerische Rüge in der Eingabe 

vom 6. Dezember 2019 (siehe Bg1-act. 17 S. 2), wonach die erforderli-

chen Unterschriften auf den (aufgelegten) Auflageplänen fehlen würden 

(siehe den bewilligten Situationsplan, Süd- und Westansicht 1:200, datiert 

auf den 8. April 2019, in: Bg1-act. 1). Vermutlich bezieht sich der Be-

schwerdeführer auf den in den Standortdatenblättern vom 7. Mai und 

13. Juni 2019 ebenfalls enthaltene Situationsplan, Süd- und Westansicht 

1:200, datiert auf den 8. April 2019, wo der Ort für den kurzfristigen Auf-

enthalt (OKA; Nr. 1; siehe auch Ed-act. 1.1 und 1.2, jeweils A3) beim Mast-

fuss der Mobilfunkanlage im Sinne von Art. 11 Abs. 2 lit. d NISV noch mit-

tels Plan dargestellt wird. Warum diese Visualisierung in Nachachtung der 

Vorgabe von Art. 11 Abs. 2 lit. d NISV, aber zusätzlich zum unterschriebe-

nen und aufgelegten Plan zu unterzeichnen wäre, ist nicht nachvollziehbar 

und wird auch nicht weiter begründet.

2.5. Der Rekursentscheid vom 2. Oktober 2020 äusserte sich – entgegen der 

beschwerdeführerischen Ansicht – zudem durchaus auch zu Punkten wie 

etwa dem Landschaftsschutz und der Lage des Bauvorhabens im Umfeld 

des UNESCO-Welterbes bzw. der gestalterischen Einordnung der stritti-

gen Mobilfunkanlage sowie auch zur Einhaltung der Vorschriften über den 

Schutz vor nichtionisierender Strahlung bzw. der Umweltschutzgesetzge-

bung des Bundes (siehe Bg1-act. 19 S. 7 ff.). Somit ist etwa auch der be-

schwerdeführerische Vorwurf, die Vorinstanz habe sich nicht zu den an-

geblich falschen Leistungsangaben im Standortdatenblatt (wohl betreffend 

- 22 -

die adaptiven [5G-]Antennen 1SC3636 und 2SC3636, bei welchen ein 

Frequenzband von 3600 MHz ausgewiesen ist [Ed-act. 1.2 A2]), der The-

matik eines demokratischen Dialoges, den (noch) fehlenden Vollzugshilfe 

und amtlichen Messvorschriften für adaptive Antennen, den fehlenden ge-

sundheitliche Untersuchungen für Frequenzen um 3400 MHz und der For-

derung nach gesundheitsverträglichen Alternativen befasst, nicht nach-

vollziehbar. In diesem Zusammenhang wies die Beschwerdegegnerin 1 

etwa auch zutreffend darauf hin, dass das Bunderecht den Immissions-

schutz vor nichtionisierender Strahlung abschliessend regelt und dies na-

mentlich auch für den Bereich des vorsorglichen Emissionsschutzes gilt 

(siehe Bg1-act. 19 S. 9 m.H.a. BGE 133 II 64 E.5.2), das ANU die Einhal-

tung der Vorschriften über den Schutz vor nichtionisierender Strahlung in 

seinem Fachbericht Nr. 2867-L vom 13. Juni (recte 27. Juni) 2019 geprüft 

und bestätigt habe und dass bei Erfüllung der gesetzlichen Voraussetzun-

gen im Baubewilligungsverfahren ein Anspruch auf Bewilligungserteilung 

bestehe (siehe Bg1-act. 19 S. 9 f.). Eindeutig unzutreffend ist auch der 

Vorwurf, dass die Beschwerdegegnerin 1 im Rekursentscheid vom 2. Ok-

tober 2020 nicht auf eine geltend gemachte Wertminderung von angren-

zenden Liegenschaften eingegangen sei. Dazu hielt diese im angefochte-

nen Entscheid unter anderem fest, dass (auch umweltschutzrechtskon-

forme) Mobilfunkanlagen (ohne erwiesene gesundheitliche Gefährdung) 

Druck auf Kaufpreise oder Mietzinse in der Umgebung infolge ideeller Im-

missionen bewirken könnten, (Bau-)Einschränkungen infolge ideeller Im-

missionen aber einer gesetzlichen Grundlage bedürften (siehe Bg1-act. 19 

S. 11 f.). Damit wird klar, dass die Beschwerdegegnerin 1 der Ansicht ist, 

dass alle gesetzlichen Vorschriften beim strittigen Bauvorhaben erfüllt sind 

und ihr infolge des Charakters einer Baubewilligung keine Möglichkeit zu-

stehe, dieses trotzdem etwa infolge von geltend gemachten Wertminde-

rungen infolge ideeller Immissionen zu verweigern. Zutreffend ist unter 

dem Aspekt der Begründungspflicht auch die Ansicht der Beschwerdegeg-

nerin 1, wonach im vorinstanzlichen Verfahren die Rüge der fehlerhaften 

- 23 -

Interessenabwägung betreffend den historischen Verkehrsweg noch nicht 

in hinreichend klarer Weise vorgetragen wurde. Soweit der Beschwerde-

führer eine Verletzung seines Begründungsanspruches im Zusammen-

hang mit der Gesetz- und Verfassungsmässigkeit der NISV bzw. des Ver-

stosses gegen das Vorsorgeprinzip geltend macht, kann dem aufgrund der 

vorstehenden Überlegungen ebenfalls nicht gefolgt werden. Inwiefern die 

Anforderungen an die Begründungsdichte betreffend die Darlegung der 

entscheidwesentlichen Beweggründe durch die Beschwerdegegnerin 1 im 

Ergebnis nicht den rechtsprechungsgemässen Anforderungen gemäss 

der vorstehenden Erwägung 2.2 entsprechen sollen, legt der Beschwer-

deführer nicht weiter dar und ist angesichts der Tatsache, dass der Be-

schwerdeführer mit einer Beschwerde im Umfang von fast vierzig Seiten 

den Entscheid durchaus sachgerecht angefochten konnte, auch nicht er-

sichtlich. Die Rüge erweist sich also im Hinblick auf die beantragte Aufhe-

bung des Rekursentscheides vom 2. Oktober 2020 samt Baubescheid und 

Einspracheentscheid vom 19. September 2019 als unbegründet. 

3. Voraussetzung für die Erteilung der nachgesuchten Baubewilligung ist 

gemäss Art. 22 Abs. 3 RPG – neben der Übereinstimmung der Baute oder 

Anlage mit dem Zweck der Nutzungszone sowie einer hinreichenden Er-

schliessung (siehe Art. 22 Abs. 2 RPG) – auch die Einhaltung der übrigen 

Voraussetzungen des Bundesrechts sowie des kantonalen Rechts. Art. 89 

Abs. 1 KRG umschreibt die Bewilligungsvoraussetzung für eine Baubewil-

ligung im Sinne von Art. 86 KRG folgendermassen: Bauvorhaben und 

Zweckänderungen werden bewilligt, wenn alle Vorschriften des kommu-

nalen, kantonalen und eidgenössischen Rechts eingehalten sind (siehe 

VGU R 19 87 vom 1. November 2022 E.2.1). Unter das in Art. 22 Abs. 3 

RPG vorbehaltene bzw. in Art. 89 Abs. 1 KRG genannte und einzuhal-

tende eidgenössische bzw. kantonale Recht fällt namentlich auch die Re-

gelung über den Waldabstand gemäss Art. 29 Abs. 1 des kantonalen 

Waldgesetzes (KWaG; BR 920.100) i.V.m. Art. 78 Abs. 3 KRG (vgl. auch 

- 24 -

Art. 17 Abs. 2 des Bundesgesetzes über den Wald [Waldgesetz, WaG; 

SR 921.0]). Vorbehältlich von in der Grundordnung festgelegten Waldab-

standslinien haben Bauten und Anlagen gemäss Art. 29 Abs. 1 KWaG von 

Hochwald 10 m und von Niederwald fünf Meter Abstand zu halten. 

Gemäss Art. 30 KWaG sind Ausnahmen aber unter gewissen Vorausset-

zungen möglich (siehe auch Art. 17 Abs. 3 WaG).

3.1. Gemäss dem Kataster der öffentlich-rechtlichen Eigentumsbeschränkun-

gen (ÖREB-Kataster) ist auf der Parzelle D._____ mit Zonenplan vom 

21. Mai 2000, genehmigt von der Regierung des Kantons Graubünden am 

5. März 2002, eine statische Waldgrenze im Sinne von Art. 11 und 13 

KWaG (vgl. auch Art. 10 Abs. 2 und Art. 13 WaG) eingetragen worden. 

Ausserdem ist insbesondere der Bereich nördlich dieser statischen Wald-

grenze der Forstwirtschaftszone gemäss Art. 74 BG zugewiesen, welche 

insbesondere Wald im Sinne der Forstgesetzgebung umfasst. In nordöst-

licher Richtung hat der Baustandort den geringsten Abstand dazu (siehe 

auch bewilligten Situationsplan, Süd- und Westansicht 1:200, datiert auf 

den 8. April 2019, in: Bg1-act. 1, woraus ebenfalls eine Waldgrenze er-

sichtlich ist). Der Abstand bis zu einem nordöstlich der Antennenanlage 

gelegenen Zaun beträgt gemäss dem erwähnten Situationsplan 1:200 2 m 

und zum Antennensockel bzw. der Antennenanlage inkl. (Reserve-)Tech-

nikcontainer jedenfalls weniger als 5 m. Dass es sich bei der Bestockung 

im Norden der Parzelle D._____ sowie der angrenzenden Par-

zelle K._____ nicht um Wald im Sinne von Art. 2 KWaG bzw. Art. 2 WaG 

handeln könnte, ist hingegen nicht ersichtlich (siehe etwa auch den Layer 

"Waldrand" im kantonalen Geoportal unter https://edit.geo.gr.ch/... bzw. 

den Layer "Waldbetriebsplan-Bestandeskarte" unter 

https://edit.geo.gr.ch/..., jeweils zuletzt besucht am: 2. November 2022). In 

der Grundordnung enthaltene Waldabstandslinien im Sinne von Art. 78 

Abs. 3 Satz 2 KRG oder in der kommunalen Nutzungsplanung enthaltene 

Bau(gestaltungs)linien gemäss Art. 30 Abs. 1 KWaG, welche den gesetz-

- 25 -

lichen Waldabständen gemäss Art. 29 Abs. 1 KWaG vorgingen, sind auch 

keine erkennbar und werden im Baubescheid nicht thematisiert (vgl. auch 

Art. 14, 19 und 50 BG sowie Art. 55 und 57 KRG). Aus dem Baubescheid 

und Einspracheentscheid der kommunalen Baubehörde vom 19. Septem-

ber 2019 und den Akten geht ausserdem weder hervor, dass es sich beim 

fraglichen Bauvorhaben um eine bestehende Baute oder Anlage im Sinne 

von Art. 30 Abs. 2 KWaG handelt (siehe dazu auch die Deklaration des 

Bauvorhabens im Baugesuch vom 15. Mai 2019 als Neubau [Bg1-act. 1] 

und das Thema "Funksender" auf dem Geoportal des Bundes, abrufbar 

unter: https://s.geo.admin.ch/..., zuletzt besucht am: 2. November 2022) 

noch, dass das Amt für Wald und Naturgefahren (AWN) im Sinne von 

Art. 30 Abs. 3 Satz 2 KWaG vorgängig angehört worden ist. Eine entspre-

chende Stellungnahme des AWN ist jedenfalls nicht als Entscheidgrund-

lage im erwähnten kommunalen Baubescheid vom 19. September 2019 

aufgeführt und wird darin auch nicht spezifisch thematisiert, obwohl die 

Einhaltung der Waldabstandsvorschriften gemäss Art. 29 f. KWaG i.V.m. 

Art. 78 Abs. 3 KRG – als Element der unmittelbar anwendbaren kantona-

len Bauvorschriften (siehe dazu Art. 107 Abs. 2 Ziffer 5 KRG) – gemäss 

Art. 89 Abs. 1 KRG eine Voraussetzung für die Erteilung einer Baubewilli-

gung darstellt. Allerdings erscheint namentlich die Erteilung einer Ausnah-

mebewilligung durch die zuständige Leitbehörde gestützt auf Art. 30 

Abs. 3 KWaG bei einer positiven Stellungnahme des AWN immerhin nicht 

kategorisch ausgeschlossen (vgl. die Richtlinien des vormaligen Bau-, 

Verkehrs- und Forstdepartements [BVFD; heute Departement für Infra-

struktur, Energie und Mobilität; DIEM] und des Departementes des Inne-

ren und der Volkswirtschaft [DIV; heute Departement für Volkswirtschaft 

und Soziales; DVS] betreffend Ausnahmen vom Kantonalen Mindes-

Waldabstand vom 1. Januar 1998, S. 4).

3.2. Angesichts des fehlenden aktenkundigen Nachweise über die Einhaltung 

der Vorschriften über den Waldabstand gemäss Art. 29 f. KWaG i.V.m. 

- 26 -

Art. 78 Abs. 3 KRG durch das strittige Bauvorhaben bzw. eine in jeder Hin-

sicht fehlenden Auseinandersetzung damit durch die kommunale Bau-

behörde, hat diese das Baubewilligungsverfahren diesbezüglich weiterzu-

führen und dazu weitere Abklärungen zu treffen sowie in diesem Punkt – 

in Gewährung des rechtlichen Gehörs namentlich gegenüber dem Be-

schwerdeführer und der Beschwerdegegnerin 2 – einen Entscheid dazu 

zu fällen. Insofern ist die Sache an die Baubehörde B._____ als zustän-

dige (Leit-)Behörde zurückzuweisen (vgl. Richtlinien des vormaligen Bau-, 

Verkehrs- und Forstdepartements [BVFD; heute Departement für Infra-

struktur, Energie und Mobilität; DIEM] und des Departementes des Inne-

ren und der Volkswirtschaft [DIV; heute Departement für Volkswirtschaft 

und Soziales; DVS] betreffend Ausnahmen vom Kantonalen Mindes-

Waldabstand vom 1. Januar 1998, S. 7 und Entscheid des Baudeparte-

ments St. Gallen BDE 2020 Nr. 19 vom 9. Dezember 2020 E.4 ff.).

3.3. Bei dieser Gelegenheit ist im Zusammenhang mit Art. 12b des Bundesge-

setzes über den Natur- und Heimatschutz (NHG; SR 451) auch noch auf 

das Folgende hinzuweisen. Aus den Akten geht nicht hervor, ob das Bau-

gesuch vom 15. Mai bzw. die am 20. Juni 2019 aufgelegte Projektände-

rung im Kantonsamtsblatt Graubünden publiziert gewesen ist (siehe dazu 

auch VGU R 19 87 vom 1. November 2022 E.4.5). Bauvorhaben in Erfül-

lung einer Bundesaufgabe unterliegen den Publikationsanforderungen 

von Art. 12b NHG (vgl. Urteile des Bundesgerichts 1C_241/2021 vom 

17. März 2022 E.5.1, 1C_630/2014 vom 18. September 2015 E.2.3.1 ff. 

und 1C_478/2008 vom 28. August 2009 E.2.2; Entscheide der Bau- und 

Verkehrsdirektion des Kantons Bern [BVD] 110/2020/112 vom 30. Novem-

ber 2020 E.2b f. und 110/2020/102 vom 26. November 2020 E.2d f.). 

Gemäss Art. 104 Abs. 1 KRG beteiligen sich nach Bundesrecht zur Be-

schwerde berechtigte Umweltorganisationen (USOS) bei Bauvorhaben in-

nerhalb der Bauzone mittels Erhebung einer Einsprache während des Auf-

lageverfahren gemäss Art. 92 Abs. 2 KRG und Art. 45 KRVO. Insofern ist 

- 27 -

nicht auszuschliessen, dass nach Art. 12 Abs. 1 lit. b NHG beschwerde-

berechtigte Organisationen einzig durch die Beobachtung des Kantons-

amtsblattes Graubünden bislang nichts von diesem Bauvorhaben erfahren 

haben und somit ihnen gegenüber die erteilte Baubewilligung nicht in 

Rechtskraft erwachsen bzw. ihnen bei einer allfälligen späteren Beanstan-

dung des Bauvorhabens wohl Art. 12c Abs. 1 und 2 NHG nicht entgegen-

gehalten werden könnte (vgl. dazu KELLER, in: Keller/Zufferey/Fahrländer 

[Hrsg.], Kommentar NHG, 2. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2019, Art. 12b Rz. 9 

m.H.a. Urteil des Bundesgerichts 1A.33/2007, 1P.85/2007 vom 22. Okto-

ber 2007 E.6.6 [betreffend das Beschwerderecht nach Art. 55 ff. USG]). 

Eine mangelhafte Publikation bzw. ein entsprechender Eröffnungsmangel 

zu Lasten der USOS kann vorliegend aufgrund der Lage des Baustandor-

tes im Umfeld eines (Teil-)Abschnittes eines IVS-Objektes und eines regi-

onalen Landschaftsschutzobjektes nicht von vornherein ausgeschlossen 

werden. Dies wäre höchstens der Fall, wenn klarerweise jeglicher Bezug 

zum Natur- und Heimatschutzobjekten gemäss NHG ausgeschlossen 

wäre bzw. diesen Schutzobjekten bereits umfassend Rechnung getragen 

würde und es somit bereits (antizipiert) an der Legitimation der USOS be-

treffend die zulässigen Rügen fehlen würde (vgl. KELLER, in: Keller/Zuffe-

rey/Fahrländer [Hrsg.], a.a.O., Art. 12 Rz. 4 f. und 18 sowie Art. 12c Rz. 8; 

Entscheide der BVD 110/2020/112 vom 30. November 2020 E.2b f. und 

110/2020/102 vom 26. November 2020 E.2d f.). Wie in der vorstehenden 

Erwägung 2.4 bereits ausgeführt, sind fehlerhafte Entscheide bzw. Ver-

waltungsakte in der Regel aber nicht nichtig, sondern nur dann, wenn der 

ihnen anhaftende Mangel besonders schwer wiegt, wenn er sich als offen-

sichtlich oder zumindest leicht erkennbar erweist und die Rechtssicherheit 

durch die Annahme der Nichtigkeit nicht ernsthaft gefährdet wird. Als Nich-

tigkeitsgründe kommen vorab die funktionelle und sachliche Unzuständig-

keit der entscheidenden Behörde sowie krasse Verfahrensfehler in Be-

tracht (siehe anstatt vieler: Urteil des Bundegerichts 1C_497/2020 vom 

27. Juni 2022 E.6.4.1 m.H.a. BGE 147 III 226 E.3.1.2; 145 III 436 E.4, 139 

- 28 -

II 243 E.11.2, 137 I 273 E.3.1 und 133 II 366 E.3.2). Eröffnungsmängel 

führen nur in Ausnahmefällen zur Nichtigkeit (vgl. BGE 122 I 9 E.3a/aa; 

Urteile des Bundesgerichts 1C_141/2021 vom 2. Mai 2022 E.2.3, 

1C_158/2019 vom 30. März 2020 E.3.3 und 2C_712/2018 vom 21. März 

2019 E.3.1). Immerhin gilt, dass den Betroffenen aus einer mangelhaften 

Eröffnung kein Nachteil erwachsen darf, was im individuell konkreten Fall 

zu prüfen ist und wobei die Berufung auf Formmängel ihre Grenzen ihrer-

seits im Grundsatz von Treu und Glauben findet (siehe BGE 144 II 401 

E.3.1; Urteile des Bundesgerichts 1C_901/2017 vom 9. August 2019 

E.2.2.4, 2C_1038/2017 vom 18. Juli 2018 E.5.3.1 und 1C_37/2018 vom 

6. Juli 2018 E.5). Vorliegend hat sich der Beschwerdeführer (zusammen 

mit weiteren Einsprechern, später dann Rekurrenten) am ordentlichen 

Baubewilligungs- und dem daran anschliessenden gemeindeinternen Re-

kursverfahren beteiligen können. Insofern sind ihm und auch weiteren pri-

vaten, zur Baueinsprache legitimierten Nachbarn des strittigen Bauvorha-

bens keinerlei Nachteil erwachsen und sie konnten sich dazu eingehend 

äussern. Zudem hat der Beschwerdeführer bis anhin eine Verletzung von 

Art. 12b NHG, welche ihm als Privatperson auch gar keine spezifischen 

Rechte verleihen soll, weder im Einspracheverfahren noch im kommuna-

len Rekursverfahren substantiiert vorgebracht, womit ein späteres Nach-

schieben dieser Rüge ohnehin als treuwidrig zu beurteilen wäre (vgl. Urteil 

des Bundesgerichts 1C_630/2014 vom 18. September 2015 E.1.1 und 3.1 

f. betreffend sogar eine nach Art. 12 Abs. 1 lit. b NHG beschwerdeberech-

tige Organisation). Das Urteil 1C_5/2019 vom 12. Juni 2019 unterscheidet 

sich insofern von der vorliegenden Konstellation, als dass vorliegend ein 

ordentliches Baubewilligungsverfahren inkl. Publikation und öffentlicher 

Auflage stattgefunden hat (siehe Bg1-act. 1 und 3) und der Beschwerde-

führer bis anhin einen Verstoss gegen Art. 12b NHG auch nicht substanti-

iert geltend gemacht hat. Entgegen dem genannten Urteil des Bundesge-

richts fehlt vorliegend in Bezug auf die zur Baueinsprache berechtigten 

privaten Nachbarn auch nicht jegliche Publizitätswirkung des Bauvorha-

- 29 -

bens (siehe Urteil des Bundesgerichts 1C_5/2019 vom 12. Juni 2019 E.4). 

Ausserdem ist das Urteil 1C_5/2019 vom 12. Juni 2019 insoweit schwer 

nachvollziehbar, als dass eine beschwerdeführende Person, welche durch 

eine unterlassene Publikation selber keinen Nachteil erlitten hat, sich an-

scheinend in schutzwürdiger Weise auf die Verletzung einer Norm zuguns-

ten von Dritten berufen können und dies ohne weiteres zur Aufhebung der 

Baubewilligung führen soll. Dies nachdem das Bundesgericht etwa in den 

Urteilen 1C_440/2010 vom 8. März 2011 und 1C_478/2008 vom 28. Au-

gust 2009 betreffend Mobilfunkanlagen noch die Geltendmachung von 

(schutzwürdigen) Drittinteressen im Zusammenhang mit einer mangelhaf-

ten Publikation des Bauvorhabens seitens der dortigen Beschwerde-

führenden nicht gelten liess. Im Urteil 1C_97/2018 vom 3. September 

2019 verneinte es dann im Zusammenhang mit der Rüge einer als unzu-

reichend gerügten Publikation eines Baugesuches für eine Mobilfunkan-

lage ein schutzwürdiges Interesse im Sinne von Art. 89 Abs. 1 lit. c des 

Bundesgesetzes über das Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz, BGG; 

SR 173.110) der Beschwerdeführenden und trat insoweit auf die Be-

schwerde nicht ein. Im Urteil 1C_17/2021 vom 26. August 2021 hielt das 

Bundesgericht fest, dass der dortige Beschwerdeführer nicht zur Rüge be-

fugt sei, Verfahrensrechte von Dritten (etwa von Umweltverbänden und 

anderen Einsprechenden als dem Beschwerdeführer) seien verletzt wor-

den (siehe Urteile des Bundesgerichts 1C_17/2021 vom 26. August 2021 

E.4.5, 1C_97/2018 vom 3. September 2019 E.2, 1C_440/2010 vom 8. 

März 2011 E.3.4 und 1C_478/2008 vom 28. August 2009 E.2.4). Insofern 

spricht vorliegend nichts dafür, dass von Amtes wegen die Baubewilligung 

für die strittige Mobilfunkanlage aufzuheben wäre. Ebenso wenig erweist 

sich der strittige Baubescheid bei einer unterlassenen Publikation des 

Baugesuches in Nachachtung von Art. 12b NHG im kantonalen Amtsblatt 

als geradezu nichtig (siehe Urteil des Bundesgerichts 1C_630/2014 vom 

18. September 2015 E.3.3 m.H.a. BGE 134 V 306 E.4.2, 116 Ib 321 E.3a 

und 1C_150/2012 vom 6. März 2013 E.2 und Entscheid der BVD 

- 30 -

110/2020/102 vom 26. November 2020 E.2e m.H.a. Zaugg/Ludwig, Kom-

mentar zum Baugesetz des Kantons Bern, Band I, 5. Aufl., Bern 2020, 

Art. 35-35 Rz. 11). Sollte bis anhin noch keine Publikation in Nachachtung 

von Art. 12b Abs. 2 NHG im Kantonsamtblatt erfolgt sein, hat die (kommu-

nale) Baubehörde B._____ – infolge der im Hinblick auf Einhaltung der 

kantonalen Vorschriften über den Waldabstand ohnehin erforderlich Rück-

weisung – die Publikation des fraglichen Bauvorhabens im Kantonsamts-

blatt in Nachachtung von Art. 12b Abs. 2 NHG und mit Blick auf Art. 12c 

Abs. 2 NHG noch gegenüber den gemäss Art. 12 Abs. 1 lit. b NHG be-

schwerdeberechtigte USOS (siehe dazu auch die Verordnung über die Be-

zeichnung der im Bereich des Umweltschutzes sowie des Natur- und Hei-

matschutzes beschwerdeberechtigten Organisationen [VBO; 

SR 814.076]) nachzuholen und allenfalls daraufhin eingehende Einspra-

chen mit zulässigen Beschwerdegründen von solchen USOS noch zu prü-

fen (vgl. KELLER, in: Keller/Zufferey/Fahrländer [Hrsg.], a.a.O., Art. 12 

Rz. 10 ff., Art. 12b Rz. 4 f., 7 ff. und Art. 12c Rz. 8 und 11 ff. sowie 

BVD 110/2020/112 vom 30. November 2020 E.2e und BVD 110/2020/102 

vom 26. November 2020 E.2f). Dabei erscheint es auch angebracht, in der 

(allfälligen, nachträglichen) Kantonsamtsblattpublikation auf diese einge-

schränkte Einspracheberechtigung hinzuweisen bzw. die Publikation als 

Nachholung der Vorgabe von Art. 12b Abs. 2 NHG zu deklarieren (vgl. 

BVD 110/2020/112 vom 30. November 2020 E.2e). Dies erweist sich auch 

im Hinblick auf die Rechtssicherheit gegenüber der Beschwerdegegne-

rin 2 betreffend eine weiterhin zur Diskussion stehenden Erteilung einer 

Baubewilligung als gerechtfertigt (vgl. auch KELLER, in: Keller/Zuffe-

rey/Fahrländer [Hrsg.], a.a.O., Art. 12b Rz. 13 und Art. 12c Rz. 20).

4. Auch wenn gemäss der vorstehenden Erwägung 3.2 die Angelegenheit zu 

weiteren Abklärungen bzw. Fortführung des Baubewilligungsverfahrens 

betreffend die Einhaltung der Vorschriften über den Waldabstand an die 

kommunale Baubehörde zurückzuweisen ist, rechtfertigt es sich vorlie-

- 31 -

gend ausnahmsweise aus Gründen der Verfahrenseffizienz, auch die üb-

rigen (materiellen) Rügen des Beschwerdeführers zu behandeln, welche 

der Erteilung der nachgesuchten Baubewilligung entgegenstehen könn-

ten. Der Beschwerdeführer rügt etwa, dass die strittige Mobilfunkanlage 

(mit adaptiven Antennen) bewilligt wurde, obwohl die notwendigen Voll-

zugs- und Beurteilungsvorgaben für solche Antennen noch nicht vorhan-

den gewesen seien. In diesem Zusammenhang wird eine Prüfung und Be-

willigung des Baugesuches in Verletzung von Anhang 1 Ziffer 63 NISV be-

treffend den massgebenden Betriebszustand einer Mobilfunksendeanlage 

geltend gemacht. Der Beschwerdeführer stellt sich in diesem Zusammen-

hang zudem gegen den Umstand, dass im vorliegend zu beurteilenden 

Baubewilligungsverfahren adaptive Antennen im Rahmen einer Worst-

Case-Betrachtung gemäss den Schreiben des BAFU an die Kantone vom 

19. April 2019 (Information an die Kantone, Mobilfunk und Strahlung: Auf-

bau der 5G-Netze in der Schweiz) und 31. Januar 2020 (Information zu 

adaptiven Antenne und 5G [Bewilligung und Messung]) wie konventionelle 

Antennen behandelt wurden. Angesichts der vielen Unsicherheiten und 

der zum damaligen Zeitpunkt noch ausstehenden Vollzugshilfe und Mess-

empfehlung des BAFU schloss der Beschwerdeführer, dass sämtlich Bau-

bewilligungsverfahren sistiert oder vorsorglich abgewiesen hätten müs-

sen.

4.1. Die Beschwerdegegnerin 1 weist demgegenüber darauf hin, dass die 

neue Mobilfunkanlage auf der in der Bauzone gelegenen Par-

zelle D._____ im wesentlichen Bauland abdecken soll und die Parzelle 

auch erschlossen sei. Die Voraussetzungen von Art. 22 Abs. 2 RPG seien 

erfüllt. Mangels weiterer Vorgaben des kommunalen Rechts betreffend die 

Zonenkonformität von Bauten und Anlagen in der Zone für öffentliche Bau-

ten im Sinne von Art. 62 BG am Baustandort, bestehe infolge der 

grundsätzlich gegebenen Zonenkonformität keine Möglichkeit unter die-

sem Aspekt einen weitergehenden Einfluss auf die konkrete Standortwahl 

- 32 -

zu nehmen. Die Beschwerdegegnerin 1 hebt zudem hervor, dass der Im-

missionsschutz (betreffend nichtionisierende Strahlung) bundesrechtlich 

im Bundesgesetz über den Umweltschutz (USG; SR 814.01) und der NISV 

abschliessend geregelt ist und auch den Bereich des vorsorglichen Emis-

sionsschutzes umfasst. Das Bundesgericht habe in mehreren Entscheiden 

festgehalten, dass die in der Praxis gemäss den bestehenden Messemp-

fehlungen durchgeführten Abnahmemessungen auch heute noch dem 

Stand der Technik entsprächen. Weiter erläuterte sie die (kantonale) Zu-

ständigkeit und den Verfahrensablauf für die Überprüfung und Kontrolle 

der Vorschriften für den Schutz vor nichtionisierender Strahlung, nament-

lich die Kontrolle des Standortdatenblattes durch das ANU, was dieses in 

einem Fachbericht sodann bestätige. Mit der Beurteilung des BAFU treffe 

zu, dass – bis zum Vorliegen der angekündigten Vollzugshilfe – adaptive 

Antennen wie konventionelle zu behandeln seien, wobei die tatsächliche 

Strahlung überschätzt werde und die Beurteilung der Belastung der Bevöl-

kerung auf der sicheren Seite sei. Die Beschwerdegegnerin 2 erachtet die 

Rügen des Beschwerdeführers ebenfalls als unbegründet und verweist 

dazu auf ihre Ausführungen betreffend die gerügten Verstösse gegen Vor-

schriften der NISV.

4.2. Massgebend für die Beurteilung eines Baugesuches ist grundsätzlich die 

im Zeitpunkt der (erstinstanzlichen) Bewilligungserteilung geltende 

Rechtslage (siehe Art. 89 Abs. 2 KRG; siehe VGU R 20 102 vom 8. Fe-

bruar 2022 E.6.1 und R 20 9 vom 1. Februar 2022 E.3; vgl. auch VGU 

R 20 73 vom 1. Dezember 2020 E.5.5). In diesem Zusammenhang ist zu 

bemerken, dass Anhang 1 Ziffer 63 NISV per 1. Juni 2019 geändert wurde 

und im Zeitpunkt des Bau- und Einspracheentscheides sowie auch des 

angefochtenen Rekursentscheides wie folgt lautete: Als massgebender 

Betriebszustand gilt der maximale Gesprächs- und Datenverkehr bei ma-

ximaler Sendeleistung; bei adaptiven Antennen wird die Variabilität der 

Senderichtungen und der Antennendiagramme berücksichtigt. In der Er-

- 33 -

läuterung vom 17. April 2019 zu dieser Änderung der NISV hält das BAFU 

fest, dass adaptive Antennen sowohl Vorteile für die Mobilfunkversorgung 

als auch für Belastung der Bevölkerung durch nichtionisierende Strahlung 

hätten. Damit die Einführung von adaptiven Antennen nicht behindert 

werde, solle deshalb bei der Definition des für eine Beurteilung der Strah-

lung in der Umgebung der Mobilfunkanlagen massgebenden Betriebszu-

stands den verschiedenen möglichen räumlichen Ausprägungen des An-

tennendiagramms Rechnung getragen werden. Hierzu werde in der Ver-

ordnung ein Grundsatz festgelegt. Die konkrete Ausgestaltung des Grund-

satzes sei angesichts der Dynamik der Entwicklung der Antennentechnik 

aber auf Stufe Vollzugshilfe sachgerecht. Bis zum Vorliegen des am 

23. Februar 2021 vom BAFU publizierten Nachtrages für adaptive Anten-

nen zur Vollzugsempfehlung zur Verordnung über den Schutz vor nichtio-

nisierender Strahlung (NISV) für Mobilfunk- und WLL-Basisstationen des 

Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL) von 2002 (nach-

folgend Vollzugshilfenachtrag 2021) sowie der Erläuterungen zu adaptiven 

Antennen und deren Beurteilung gemäss der NISV vom selben Datum 

(nachfolgend Erläuterung adaptive Antennen 2021), galt gemäss Schrei-

ben des BAFU vom 31. Januar 2020 was folgt: Den Kantonen wurde – wie 

bereits in der Information vom des BAFU vom 17. April 2019 – empfohlen, 

bis zum Vorliegen der Vollzugshilfe für adaptive Antennen solche weiterhin 

gleich wie konventionelle Antennen zu behandeln. Die Strahlung sei wie 

bei konventionellen Antennen nach dem maximalen Gesprächs- und Da-

tenverkehr bei maximaler Sendeleistung und basierend auf den Antennen-

diagrammen zu beurteilen, die für jede Senderichtung den maximal mög-

lichen Antennengewinn berücksichtigten (sogenannte Worst-Case-Beur-

teilung). So werde die tatsächliche Strahlung überschätzt und die Beurtei-

lung für die betroffene Bevölkerung bleibe auf der sicheren Seite (siehe 

Schreiben des BAFU, Information an die Kantone, Mobilfunk und Strah-

lung: Aufbau der 5G-Netze in der Schweiz vom 17. April 2019, S. 4 und 

Schreiben des BAFU an die kantonalen und städtischen NIS-Fachstellen, 

- 34 -

Information zu adaptiven Antennen und 5G [Bewilligung und Messung] 

vom 31. Januar 2020, S. 2). Betreffend die vom Beschwerdeführer auf-

grund von vielen Unsicherheiten verlangte Sistierung des Baugesuches ist 

zu erwähnen, dass das Kantonsgericht Luzern am 10. Dezember 2020 

entschied, dass die noch ausstehende Vollzugshilfe des BAFU zur Ermitt-

lung der Strahlungsbelastung bei einer Mobilfunkanlage mit adaptiven An-

tennen kein hinreichender Grund für eine Verfahrenssistierung eines Bau-

bewilligungsverfahrens für eine solche Mobilfunkanlage darstellt (siehe 

Luzerner Gerichts- und Verwaltungsentscheide [LGVE] 2021 IV Nr. 1 

E.3.2.1 ff.). Zwischenzeitlich liegt der Vollzugshilfenachtrag 2021 sowie die 

Erläuterung adaptive Antennen 2021 vom selben Datum aber ohnehin vor 

(siehe auch VGU R 20 65 vom 14. September 2021 E.7.2, R 20 66 vom 

14. September 2021 E.7.2 und R 20 97 vom 14. September 2021 E.7.2).

4.3. Der Beschwerdeführer erachtet zudem – entgegen der erwähnten BAFU-

Empfehlung vom 31. Januar 2020 – die Beurteilung der vorliegenden Mo-

bilfunkanlage, welche auch mit zwei adaptiven Antennen ausgerüstet wer-

den soll (Antennen 1SC3636 und 2SC3636; siehe Ed-act. 1.2 A1 und A2. 

sowie Vernehmlassung der Beschwerdegegnerin 2 vom 15. Dezember 

2020 S. 11 Rz. 65; siehe zum Begriff der adaptiven Antenne: Anhang 1 

Ziffer 62 Abs. 6, in Kraft seit 1. Juni 2019), nach den Grundsätzen für kon-

ventionellen Antennen im Rahmen einer Worst-Case-Beurteilung durch 

die Beschwerdegegnerin 1 als unzulässig. Das BAFU habe nicht die Kom-

petenz eine solche Übergangsregelung einzuführen. Gemäss dem Be-

schwerdeführer wird die in Anhang 1 Ziffer 63 der NISV (in der bis am 

31. Dezember 2021 gültigen Fassung) für adaptive Antennen geforderte 

Variabilität der Senderichtungen und der Antennendiagramme nicht 

berücksichtigt, was mangels Einhaltung der Vorschriften der NISV eine 

Bewilligung des Vorhabens entgegenstehe. Ausserdem stellten die der 

NIS-Beurteilung zugrunde gelegten Antennendiagramme des Standortda-

tenblattes nicht den tatsächlichen Worst-Case dar. Die Einhaltung der 

- 35 -

Grenzwerte könne so nicht gewährleistet werden, wobei die Antennendia-

gramme des Standortdatenblattes nicht den maximal möglichen Anten-

nengewinn bei maximaler Sendeleistung für jede Richtung darstellten. Im 

Rahmen der Übergangsregelung (entsprechend der BAFU-Empfehlung 

an die Kantone) werde derjenige Moment beurteilt, in dem die adaptive 

Antenne "in die Breite strahle". Bei der Fokussierung eines Signals könn-

ten die Grenzwerte jedoch deutlich überschritten werden, weshalb adap-

tive Antennen zwingend im Moment des maximalen Antennengewinns zu 

beurteilen seien, um den Nachweis der Vorsorgewerte erbringen zu kön-

nen. Aus technischer Sicht sei dies klar. Der Beschwerdeführer führt eben-

falls noch aus, dass die NIS-Berechnungen anhand der Antennendia-

gramme des Standortdatenblattes nicht einem Worst-Case-Szenario ent-

sprechen würde. Adaptive Antennen verfügten zwar wie konventionelle 

Antennen über räumlich stabile Signalisierungskanäle, auf welche sich Ab-

nahmemessungen stützten könnten. Die Hochrechnung der Messergeb-

nisse während des Betriebs auf den Beurteilungswert gestalte sich bei ad-

aptiven Antennen aber komplexer, da die Verkehrskanäle eine andere 

räumliche Ausdehnung hätten als die Signalisierungskanäle. Die von der 

Beschwerdegegnerin 1 akzeptierten Antennendiagramme im Standortda-

tenblatt vom 13. Juni 2019 berücksichtigten aber den maximal möglichen 

Antennengewinn für jede Senderichtung und die besondere Abstrahlcha-

rakteristik gerade nicht, womit keine Worst-Case-Beurteilung vorliege. 

4.4. Die Beschwerdegegnerin 2 hingegen stellt sich auf den Standpunkt, dass 

es sich bei erwähnten BAFU-Empfehlungen nicht nur um übergangsrecht-

liche Regelungen im eigentlichen Sinn handle, sondern um eine zum da-

maligen Zeitpunkt geeignete Berechnungsmethode, um die Einhaltung der 

Anlagengrenzwerte (AGW) sicherzustellen. Ausserdem werde im Rahmen 

der vom BAFU (im Zeitpunkt der Bewilligung der fraglichen Mobilfunkan-

tenne) vorgeschlagenen Worst-Case-Beurteilung die Anlage nach der ma-

ximalen Leistung – die aber entgegen der beschwerdeführerischen Inter-

- 36 -

pretation nicht der technisch maximal möglichen Sendeleistung entspre-

che – beurteilt, bis zu der die Anlagen- und Immissionsgrenzwerte (IGW) 

noch eingehalten würden. Dabei werde auch die vom Beschwerdeführer 

erwähnte Situation erfasst, dass sich eine Vielzahl von Nutzern an ver-

schiedenen oder (demselben) Ort im Empfangsbereich der adaptiven An-

tenne befinden. Die Argumentation des Beschwerdeführers, wonach in-

folge der Fokussierungsmöglichkeit des Signals adaptive Antennen nicht 

wie konventionelle behandelt würden dürften, leuchte nicht ein. Denn die 

gesamthaft maximal ausgesendete Sendeleistung aller zu einem Moment 

aktiven Sendekegel entspreche immer maximal der für die Mobilfunkan-

tenne bzw. das entsprechende Frequenzband ersuchten Sendeleistung. 

Die Berechnungen beinhalteten selbstverständlich den Fall, bei dem sich 

die maximale Sendeleistung auf jeden einzelnen Punkt konzentriere. Es 

werde jeweils die maximale Sendeleistung auf jeden einzelnen möglichen 

Punkt berechnet und ein umfassendes Antennendiagramm erstellte, wel-

che alle innerhalb der bewilligten Parameter möglichen Senderichtungen 

(sämtlichen möglichen Beams) mit dem jeweils maximalen Antennenge-

winn beinhalte. Auch adaptive Antennen würden, wie bereits in der im vor-

instanzlichen Verfahren festgehalten, (nur) im Rahmen des bewilligten 

massgebenden Betriebszustandes betrieben und die zulässigen Anlagen-

grenzwerte würden eingehalten. Dass adaptive Antennen auf Nutzer fo-

kussierten könnten, sei unerheblich, zumal auch der Fall, dass die maxi-

male Sendeleistung auf einen Punkt fokussiert werde, im bewilligten 

massgebenden Betriebszustand enthalten und in den umfassenden An-

tennendiagrammen abgebildet sei. 

4.5. Gemäss der Beschwerdegegnerin 2 besteht zudem der Unterschied beim 

Betrieb vom adaptiven Antennen im Rahmen einer Worst-Case-Betrach-

tung und demjenigen nach Erlass der Vollzugsempfehlung durch das 

BAFU mithin "einzig" in der Berücksichtigung der Variabilität bzw. deren 

(vorläufige) Nichtberücksichtigung. Werde der Variabilität (noch) nicht 

- 37 -

Rechnung getragen, handle es sich auch bei adaptiv betriebenen Anten-

nen um nichts anderes als Antennen, bei welchen die Strahlung nach dem 

maximalen Gesprächs- und Datenverkehr bei maximaler Sendeleistung 

und basierend auf Antennendiagrammen, die für jede Senderichtung den 

maximal möglichen Antennengewinn berücksichtigen, beurteilt werde. Mit-

hin also um konventionelle Antennen. Dies ist insofern nachvollziehbar, 

als dass mit der Änderung der NISV vom 17. Dezember 2021 (in Kraft seit 

1. Januar 2022) gemäss Anhang 1 Ziffer 63 Abs. 2 NISV bei adaptiv be-

triebenen Antennen im Sinne von Anhang 1 Ziffer 62 Abs. 6 NISV bei acht 

oder mehr separat ansteuerbaren Antenneneinheiten (Sub-Arrays) auf die 

maximale ERP (Effective bzw. Equivalent radiated power) einen Korrek-

turfaktor KAA angewendet werden darf, wenn die Sendeantennen mit einer 

automatischen Leistungsbegrenzung ausgestattet werden die sicherstel-

len, dass im Betrieb die über sechs Minuten gemittelte ERP die korrigierte 

ERP nicht überschreitet. In der Erläuterung zur NISV-Änderung vom 

17. Dezember 2021 wird dazu unter anderem ausgeführt, dass damit ad-

aptive Antennen, nicht strenger beurteilt werden sollen als konventionelle 

Antennen (siehe Erläuterungen des BAFU zur Änderung der Verordnung 

über den Schutz vor nichtionisierender Strahlung [NISV] vom 17. Dezem-

ber 2021, S. 4). Die Möglichkeit eines solchen Korrekturfaktors wird in der 

erwähnten Erläuterung damit begründet, dass adaptiven Antennen nicht 

gleichzeitig in alle Richtungen die maximal mögliche Sendeleistung ab-

strahlen könnten, was einem Worst-Case-Szenario entsprechen würde. 

Insofern führt die Berücksichtigung der Variabilität von Senderichtungen 

und Antennendiagrammen von adaptiven Antennen im Sinne von An-

hang 1 Ziffer 63 in der bis am 31. Dezember 2021 gültigen Fassung bzw. 

in derjenigen ab dem 1. Januar 2022 aufgrund der im Vergleich zu kon-

ventionellen Antennen Rechnung zu tragenden unterschiedlichen Ab-

strahlungsmöglichkeiten zu einer gewissen Privilegierung von adaptiven 

Antennen betreffend die massgebende Sendeleistung, sofern die adaptive 

Antenne über acht oder mehr Sub-Arrays sowie eine automatische Leis-

- 38 -

tungsbegrenzung verfügt. Insofern werden im Rahmen der vorliegend vor-

genommenen Worst-Case-Beurteilung die zwei vorliegend auch zu beur-

teilenden adaptiven Antennen tendenziell in ihrer Strahlenbelastung auf 

die Umgebung in der Tendenz überschätzt (vgl. auch bereits die vorste-

hende Erwägung 4.2 sowie das Schreiben des BAFU an die kantonalen 

und städtischen NIS-Fachstellen zu adaptiven Antenne und 5G [Bewilli-

gung und Messung] vom 31. Januar 2020, S. 2; Schreiben des BAFU, In-

formation an die Kantone, Mobilfunk und Strahlung: Aufbau der 5G-Netze 

in der Schweiz vom 17. April 2019, S. 4; Vollzugshilfenachtrag 2021, S. 5 

ff. und Erläuterung adaptive Antennen 2021, S. 8 ff.). Mit dieser Schluss-

folgerung stimmt überein, dass das ANU, als kantonale Fachstelle für den 

Umweltschutz und namentlich für die Beurteilung der Vorschriften zum 

Schutz vor nichtionisierender Strahlung zuständige Behörde (siehe Art. 2 

Abs. 3 und 27 f. des Einführungsgesetzes zum Bundesgesetz über den 

Umweltschutz [Kantonales Umweltschutzgesetz, KUSG; BR 820.100] so-

wie Art. 1 Abs. 2 und Art. 31 f. der kantonalen Umweltschutzverordnung 

[KUSV; BR 820.110]), die Rüge der Verletzung von Anhang 1 Ziffer 63 

NISV durch eine Worst-Case-Beurteilung von (adaptiven) Mobilfunkanten-

nen gemäss seiner Vernehmlassung vom 10. Dezember 2020 namentlich 

unter Hinweis auf die BAFU-Empfehlung vom 31. Januar 2020 ebenfalls 

als unbegründet erachtet. Das Bundesgericht hat die Vereinbarkeit der Be-

urteilung von adaptiven Antennen unter der Geltung von Anhang 1 Ziffer 

63 in der ab dem 1. Juni 2019 bis am 31. Dezember 2021 gültigen Fas-

sung mit dem Bundesumweltrecht bisher nicht beurteilt. Allerdings ent-

schieden auch verschiedene andere kantonale Gerichte, dass die vorlie-

gend auch von der Beschwerdegegnerin 1 – gestützt auf den Fachbericht 

Nr. 2867-L vom 27. Juni 2019 des ANU – akzeptierte Worst-Case-Beur-

teilung der Mobilfunkanlage mit adaptiven Antennen nicht gegen Bundes-

umweltrecht und namentlich die NISV verstösst. Dabei wurde in gewissen 

Urteilen auch darauf hingewiesen, dass das BAFU gemäss Art. 12 Abs. 2 

und Art. 14 Abs. 2 NISV (i.V.m. Art. 38 Abs. 3 USG) geeignete Prüf- bzw. 

- 39 -

Mess- und Berechnungsmethoden empfehle, und die BAFU-Empfehlun-

gen vom 17. April 2019 und 31. Januar 2020 wurden darunter subsumiert 

(vgl. zum Ganzen etwa Urteile des Verwaltungsgericht des Kantons Zürich 

VB.2021.00606 vom 3. März 2022 E.6.3, VB.2021.00397 vom 22. Dezem-

ber 2021 E.5.1.1 f. und VB.2021.0048 vom 3. Juni 2021 E.5.1.1 ff.; Urteile 

des Verwaltungsgericht des Kantons St. Gallen B 2021/123 vom 13. De-

zember 2021 E.5.3, B 2021/115 vom 16. November 2021 E.4.3; Urteile 

des Verwaltungsgerichts des Kantons Schwyz III 2021 50 vom 26. August 

2021 E.2.2, 2.4 und 4.1.1 ff. und III 2021 51 vom 26. August 2021 E.1.5.1 

ff. und 6.1; Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern 

100.2020.27U vom 6. Januar 2021 E.4.3).

4.6. Aufgrund dieser Umstände ist, entgegen der beschwerdeführerischen An-

sicht, nicht ersichtlich, weshalb die Beschwerdegegnerin 1 – namentlich 

gestützt auf den Fachbericht Nr. 2867-L vom 27. Juni 2019 des ANU – mit 

der Bewilligung der strittigen Mobilfunkanlagen insbesondere gegen An-

hang 1 Ziffer 63 in der vom 1. Juni 2019 bis am 31. Dezember 2021 gülti-

gen Fassung verstossen haben soll und aus diesem Grund die Baubewil-

ligung (vorsorglich) nicht hätte erteilt werden dürfen (vgl. für die Voraus-

setzen der Erteilung einer Baubewilligung: Art. 22 Abs. 2 und 3 RPG und 

Art. 89 Abs. 1 KRG sowie auch VGU R 19 87 vom 1. November 2022 

E.2.1).

5. Der Beschwerdeführer sieht auch Art. 12 Abs. 1 und 2 NISV betreffend die 

Kontrolle und Überwachung der NIS-Emissionsbegrenzungen durch den 

angefochtenen Entscheid verletzt, weil kein (ausreichendes) Qualitäts-

sicherungssystem (QS-System) sowie kein Messverfahren (siehe auch 

Art. 14 Abs. 2 NISV) für adaptive Antennen existiere.

5.1.1. Der Beschwerdeführer rügt, dass die Beschwerdegegnerin 2 in Missach-

tung von Art. 12 Abs. 1 NISV nicht über ein den (gesetzlichen) Vorgaben 

entsprechendes QS-System verfüge. Adaptive Antennen könnten in den 

- 40 -

bestehenden QS-Systemen nicht korrekt dargestellt werden. Die (bestrit-

tene) Gleichstellung von konventionellen und adaptiven Antennen hin-

sichtlich der rechnerischen Prognose dürfe nicht mit der messtechnischen 

Überprüfung und der Kontrolle mittels QS-System gleichgesetzt werden. 

Ein QS-System, welches auch für adaptive Antennen geeignet wäre, 

müsste (bereits heute) auch zwingend die Änderung der Senderichtung 

erfassen können. Denn adaptive Antennen bestünden aus einer Vielzahl 

einzeln angesteuerter Elementen mit eigenem Verstärker. Durch gezieltes 

Einstellen der Phase könne die Senderichtung geändert werden. Das Si-

gnal werde umso stärker gebündelt, je mehr Antennenelemente gleichzei-

tig zusammen koordiniert würden. Diese Bündelung setze vordefinierte 

Einstellungen (Precodings) voraus, welche die Phasenverschiebung an 

den einzelnen Antennenelementen definierten. Das QS-System müsse 

diese Precodings kontrollieren können. In diesem Zusammenhang bean-

tragte der Beschwerdeführer auch die Edition des Audits und die Bewer-

tung der aktuellen ISO-Zertifizierung (Zertifikat CH16/1511) der Beschwer-

degegnerin 2 betreffend deren QS-System, um die Zertifizierung einer 

Überwachungsmöglichkeit von adaptiven Antennen überprüfen zu kön-

nen.

5.1.2. Die Beschwerdegegnerin 2 hält in ihrer Vernehmlassung vom 15. Dezem-

ber 2020 fest, wonach es zwar richtig sei, dass einzelne Antennenele-

mente einzeln angesteuert werden könnten. Die bewilligte maximale Sys-

temleistung könne demnach zwar individuell auf einzelne Antennenele-

mente "geleitet" werden, in der Summe aber nicht erneut erhöht werden. 

Bei adaptiven Antennen könne durch gezielte Phasenverschiebungen in 

der Ansteuerung der einzelnen Elemente innerhalb eines bestimmten Be-

reichs ("worst-case"-Diagramm) dynamisch eine Richtwirkung erzeugt, 

was dazu führe, dass die Antenne in der gewünschten Senderichtung 

während einem bestimmten, kurzen Zeitabschnitt einen erhöhten Anten-

nengewinn erziele. Die für eine adaptive Antenne möglichen Einstellungen 

- 41 -

zur Erreichung einer gewissen Richtwirkung (Precoding) seien in einigen 

Fällen bereits vordefiniert. Sie könnten jedoch, abhängig von der Einstel-

lung des Systems, (ebenfalls) dynamisch auf rechnerischer Basis ermittelt 

werden. Auch wenn bei adaptiven Antennen die für eine Mobilfunkantenne 

bzw. ein bestimmtes Frequenzband ersuchte Sendeleistung in eine Rich-

tung fokussiert oder aber die bewilligte Sendeleistung in verschiedene 

Richtungen aufgeteilt werden könne, entspreche die gesamthaft maximal 

ausgesendete Sendeleistung aller zu einem Moment aktiven Sendekegel 

aber dennoch immer maximal der für die Mobilfunkantenne bzw. des ent-

sprechend Frequenzband maximal zulässigen Sendeleistung (vgl. dazu 

auch Bundesamt für Kommunikation [BAKOM], Bericht: Testkonzession 

und Messungen adaptive Antennen [GS-UVEK-325.1-9/2/1] vom 24. Sep-

tember 2020, S. 5 f. und 43 sowie auch der Berichtsnachtrag dazu vom 

8. Februar 2021 S. 17). In dieser "vereinfachten" Darlegung der Funktions-

weise adaptiver Antennen seien die "Sendekegel" die durch die entspre-

chenden Precodings entstandenen Ausprägungen des Antennendia-

gramms respektive der Beams inkl. deren Richtwirkung. Somit sei es ent-

gegen der Meinung des Beschwerdeführers nicht notwendig, dass das 

QS-System die einzelnen Precodings überprüfen können müsse. Denn 

anhand des umhüllenden Antennendiagramms, welches den erzielten und 

erhöhten Antennengewinn für alle denkbaren Ansteuerungen (und damit 

auch alle möglichen Senderrichtungen) enthalte und dem gemäss den 

Vollzugsbestimmungen des BAFU geforderten Worst-Case-Ansatz ent-

spreche, würden die für eine Antenne (als Ganzes) zulässige maximale 

Sendeleistung berechnet, bestimmt und bewilligt. Der Antenne (als Gan-

zes) stehe (nur) diese maximale Sendeleistung zu Verfügung und diese 

werde im QS-System hinterlegt. Ausserdem bestimme die Steuerlogik der 

Antenne, welche der einzelnen Antennenelemente zu einem bestimmten 

Zeitpunkt mit welcher Phase und (Teil-)Leistung angesteuert werde. Die 

Steuerlogik bzw. die "Verstärker" (gemäss Formulierung des Beschwerde-

führers) der einzelnen Antennenelemente definierten nur, welcher Anteil 

- 42 -

der maximal zulässigen Sendeleistung über jenes ausgesendet werde, 

verstärkten die ihnen zugeführte Sendeleistung aber nicht. Im Rahmen der 

Prüfungsroutine vergleiche das QS-System bei sämtlichen Antennen des 

betreffenden Netzes die im QS-System hinterlegte maximal zulässige 

Sendeleistung mit der pro Antenne eingestellten maximalen Ausgangsleis-

tung des Verstärkers, multipliziert mit dem im QS-System für den jeweili-

gen Antennentyp fest hinterlegten, maximalen Antennengewinn. Dem-

nach seien alle möglichen Ausprägungen (Beams) und damit auch jede 

mögliche Aufteilung der maximal zulässigen Sendeleistung im umhüllen-

den Antennendiagramm abgebildet und werde durch die Überprüfung der 

Einhaltung der maximal bewilligten Sendeleistung, mit hin der äquivalen-

ten Strahlungsleistung (ERP), welche sich aus der einer Antenne zuge-

führten Sendeleistung multipliziert mit dem maximal möglichen Antennen-

gewinn aller denkbaren Senderichtungen, bezogen auf den Halbwellendi-

pol zusammensetze, sichergestellt, dass der zulässige AGW eingehalten 

werde. Die (bereits im Zeitpunkt der Bewilligung bzw. des angefochtenen 

Entscheides) bestehenden QS-Systeme (vgl. dazu etwa Urteil des Bun-

desgerichts 1C_97/2018 vom 3. September 2019 E.6.2 und 7.2 sowie 

1C_282/2008 vom 7. April 2009 E.3.4 f.) seien ohne weiteres geeignet zu 

prüfen bzw. sicherzustellen, dass die für die adaptiven Antennen (im Rah-

men einer Worst-Case-Beurteilung) bewilligten Parameter eingehalten 

würden, wobei sich der massgebende Betriebszustand von adaptiven An-

tennen bis auf die Berücksichtigung der Variabilität nicht von demjenigen 

von konventionellen Antennen unterscheide und damit auch die einzuhal-

tenden und zu prüfenden Parameter identisch seien. Es erübrige sich eine 

diesbezügliche Prüfung des QS-Systems und der Antrag des Beschwer-

deführers auf Edition des Audits und der Bewertung der aktuellen ISO-

Zertifizierung ihres QS-System sei ebenfalls abzuweisen. Dies zumal 

diese Dokumente zu wahrende Geschäftsgeheimnisse sowie Personen-

daten enthielten.

- 43 -

5.1.3. Diese Ausführungen der Beschwerdegegnerin 2 stehen für die vorliegend 

zu beurteilende Konstellation einer Worts-Case-(Mit-)Beurteilung von ad-

aptiven Antennen betreffen die Tauglichkeit des QS-Systems im Hinblick 

auf die Kontrolle der Einhaltung namentlich der Vorschriften der NISV im 

Betrieb jedenfalls im Ergebnis im Einklang mit der Position des BAFU, wel-

ches in seinem Empfehlungen 31. Januar 2020 festhielt, dass im Rahmen 

einer Worst-Case-Beurteilung von adaptiven Antennen, wo diese gleich 

behandelt würden wie konventionelle Antennen, der Betrieb in den beste-

henden QS-Systemen der Mobilfunkbetreiberinnen und der Datenbank 

des BAKOM korrekt dargestellt werden könne (siehe Schreiben des BAFU 

an die kantonalen und städtischen NIS-Fachstellen, Information zu adap-

tiven Antennen und 5G [Bewilligung und Messung] vom 31. Januar 2020, 

S. 2). Namentlich ist – auch gestützt auf die Ausführungen der Beschwer-

degegnerin 2 – nicht nachvollziehbar, inwiefern entgegen der Fachbeur-

teilung des BAFU ein rechtskonformes QS-System zwingend auch Preco-

dings umfassen müsste. Insofern ist in Übereinstimmung mit weiteren kan-

tonalen Gericht davon auszugehen, dass auch bei der vorliegend zu be-

urteilenden Konstellation den schutzwürdigen Interessen der Anwohner 

von Mobilfunkanlagen im Hinblick auf die Einhaltung der Grenzwerte der 

NISV (auch im Betrieb) mittels objektiv geeigneter Kontrollmassnahmen 

(vgl. etwa Urteile des Bundesgerichts 1C_97/2018 vom 3. September 

2019 E.6.2 und 7.2 m.H.a. 1C_282/2008 vom 7. April 2009 E.3.4 f.) hinrei-

chend Rechnung getragen werden kann (vgl. Urteile des Verwaltungsge-

richt des Kantons Zürich VB.2021.00705 vom 3. März 2022 E.5, 

VB.2021.00397 vom 22. Dezember 2021 E.5.4.1 f. und VB.2021.0048 

vom E.7.1.1 f.; Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Schwyz 

III 2021 50 vom 26. August 2021 E.2.5, 3.3.2, 4.1.4 und 4.2.4; Urteil des 

Verwaltungsgerichts des Kantons Bern 100.2020.27U vom 6. Januar 2021 

E.4.4 f. und 6.3). Ausserdem ist für den Fall, wenn die Beschwerdegegne-

rin 2 zukünftig die Korrekturfaktoren KAA gemäss Anhang 1 Ziffer 63 NISV 

(in der ab dem 1. Januar 2022 gültigen Fassung) anwenden möchte noch 

- 44 -

zu bemerken, dass diese gemäss Mitteilung des BAKOM (Stand: 19. Au-

gust 2021; siehe https://www.bakom.admin.ch/bakom/de/home/telekom-

munikation/technologie/5g/voraussetzungen-zum-betrieb-adaptiver-an-

tennen-sind-erfullt.html, zuletzt besucht am: 2. November 2022) seit Mitte 

2021 über ein QS-System verfügt, welches namentlich den Anforderungen 

des am 23. Februar 2021 vom BAFU publizierten Vollzugshilfenachtrag 

2021 (vgl. dazu Vollzugshilfenachtrag 2021, S. 13) entspricht und dieses 

auch den Betrieb von adaptiven Antennen (mit automatischer Leistungs-

begrenzung) unter Berücksichtigung der anwendbaren Korrekturfaktoren 

erlauben würde. Schliesslich ist mit der Beschwerdegegnerin 2 davon aus-

zugehen, dass die beantragte Edition des Audits und der Bewertung der 

ISO-Zertifizierung deren QS-Systems damit entbehrlich ist (siehe auch Ur-

teil des Verwaltungsgerichts des Kantons Schwyz III 2021 50 vom 26. Au-

gust 2021 E.4.2.4). Damit erweisen sich die Beanstandungen des Be-

schwerdeführers in diesem Punkt als unbegründet.

5.2.1. Der Beschwerdeführer stellt auch in Abrede, dass (die im Fachbericht 

Nr. 2867-L vom 27. Juni 2019 des ANU verlangten) Abnahmemessungen 

möglich seien. Es fehle an einer anerkannten Messempfehlung (der zu-

ständigen Behörde) und bis anhin hätten keine Abnahmemessungen bei 

adaptiven Antennen durchgeführt werden können. Der technische Bericht 

des Eidgenössischen Instituts für Metrologie (METAS; "Messmethode für 

5G-NR-Basisstationen im Frequenzbereich bis zu 6 GHz" vom 18. Fe-

bruar bzw. 20. April 2020, Version 2.1; nachfolgend METAS-Bericht) er-

mögliche entgegen der Behauptung der Beschwerdegegnerin 2 keine Ab-

nahmemessungen. Codeselektive Sonden könnten nur die Synchronisati-

onssignale messen, was aber nicht ausreiche um die maximalen Feldstär-

ken zu ermitteln. Dafür müssten diese Signale noch mit nicht definierten 

Faktoren multipliziert werden, ansonsten die maximale Abstrahlung der 

Datenkeulen nicht ermittelt werden könne. Insofern könne aktuell keine 

messtechnische Kontrolle von adaptiven Antennen vorgenommen werden 

- 45 -

und verwies dazu auch auf einen Abnahmemessungsprüfbericht vom 

2. April 2020 von einer ausserkantonalen Mobilfunkanlage der Beschwer-

degegnerin 2 (siehe Akten des Beschwerdeführers [Bf-act.] 8). Dort sei 

das Frequenzband um 3400 MHz im Messzeitpunkt noch nicht in Betrieb 

genommen worden und somit auch die Abnahmemessung nicht möglich 

gewesen. Die Beschwerdegegnerin 2 habe die adaptiven Antennen (im 

Frequenzbereich von 3400 MHz) ausser Betrieb genommen, weil sie 

selbst um die Unmöglichkeit von derartigen Abnahmemessungen wisse. 

Der Beschwerdeführer machte unter Hinweis auf den erwähnten techni-

schen Bericht des METAS auch noch geltend, dass im Rahmen der Mes-

sung von adaptiven Antennen durch die (unrichtige) Wahl des 

(Antennen-)Korrekturfaktors massive Grenzwertüberschreitungen resul-

tieren könnten. In diesem Zusammenhang beantragte er auch die Edition 

der von der Beschwerdegegnerin 2 für sich akkreditierten Messmethode 

für Basisstationen 5G NR (vgl. Bf-act. 9, S. 2). Der Beschwerdeführer stellt 

ausserdem im Abrede, dass im Frequenzbereich um 3.5 GHz frequenzse-

lektive Messungen nach dem Stand der Technik vorgenommen werden 

könnten. Ferner wies er auch auf Testmessungen in Frankreich hin, wel-

che Grenzwertüberschreitungen um ein zig-faches belegen sollen. Die 

Baubewilligung müsse somit infolge des Verstosses gegen Art. 12 Abs. 2 

und Art. 14 Abs. 2 NISV aufgehoben werden.

5.2.2. Betreffend den vorstehend erwähnten Editionsantrag von Unterlagen zur 

Akkreditierungsnummer STS 0121 ist zu klarzustellen, dass die Be-

schwerdegegnerin 2 am 16. Dezember 2020 das in der Eingabe vom 

15. Dezember 2020 unvollständig formulierte Rechtsbegehren Nr. 5 der-

gestalt ergänzte, dass dem entsprechenden Verfahrensantrag Nr. 6 des 

Beschwerdeführers in seiner Beschwerde vom 6. November 2020 nicht zu 

entsprechen sei. Dies ergibt sich auch eindeutig aus der Begründung in 

der Vernehmlassung vom 15. Dezember 2020 auf S. 9 bzw. Rz. 47, wo 

sie sich gegen die Edition solcher Unterlagen bei ihr aussprach. Insofern 

- 46 -

liegt die replicando vom Beschwerdeführer angenommene Zustimmung 

der Beschwerdegegnerin 2 zum beschwerdeführerischen Verfahrensan-

trag Nr. 6 und deren Behaftung darauf nicht nahe. Ausserdem klärte die 

Beschwerdegegnerin 2 im Rahmen ihrer Eingabe vom 25. Januar 2021 

den Grund für dieses Missverständnis gut nachvollziehbar auf. Dem Be-

schwerdeführer sei am 17. Dezember 2020 vom streitberufenen Gericht 

anstelle der in der Eingabe vom 16. Dezember 2020 ebenfalls enthalte-

nen, separaten und korrigierten Seite 2 der Vernehmlassung vom 15. De-

zember 2020 noch einmal auszugsweise die aus der ursprünglichen Ver-

nehmlassung vom 15. Dezember 2020, die der Eingabe vom 16. Dezem-

ber 2020 ebenfalls noch einmal beilag, entnommenen Seite zugestellt wor-

den. Dem Antrag der Beschwerdegegnerin 2, die berichtigte bzw. er-

gänzte separate Seite 2 der Vernehmlassung vom 15. Dezember 2020 

gemäss der Eingabe vom 16. Dezember 2020 dem Beschwerdeführer zu-

zustellen, kam das Gericht sodann mit Schreiben vom 26. Januar 2021 – 

zusammen mit der Gewährung der von der Beschwerdegegnerin 2 er-

suchten Fristerstreckung – nach, womit namentlich der Beschwerdeführer 

nunmehr auch im Besitz der vollständigen und korrekten Vernehmlassung 

der Beschwerdegegnerin 2 war.

5.2.3. Die Beschwerdegegnerin 2 bestreitet die Vorbringen des Beschwerdefüh-

rers betreffend die (noch) fehlenden Messverfahren bzw. Messempfehlun-

gen für adaptive Antennen. Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers 

sei es für die verschiedenen, bei der Schweizerischen Akkreditierungs-

stelle (SAS) akkreditierten Messunternehmen sehr wohl möglich, beim 

vorliegenden Standort nach dessen Erstellung und Inbetriebnahme eine 

Abnahmemessung nach Massgabe des METAS-Berichtes vom 20. April 

2020 durchzuführen. Gemäss Ziffer 1.6 des erwähnten METAS-Berichtes 

könne dieses Dokument bis zur Herausgabe einer offiziellen Messemp-

fehlung durch das METAS und das BAFU für die Konformitätsprüfung ver-

wendet werden. Dazu erläuterte die Beschwerdegegnerin 2 insbesondere 

- 47 -

unter Hinweis auf den METAS-Bericht vom 20. April 2020, einen Nachtrag 

vom 15. Juni 2020 dazu sowie der Erläuterung des BAFU zur Messme-

thode für adaptive Antennen vom 30. Juni 2020 beispielsweise, dass (wei-

terhin) zwei Messmethoden, nämlich die code-selektive (Referenzme-

thode) und die frequenzselektive (orientierende Messung), vorgeschlagen 

würden, wobei letztere zu einer Überschätzung der hochgerechneten 

Feldstärke im massgebenden Betriebszustand tendiere. Dabei wurde 

auch darauf hingewiesen, dass das BAFU in seiner Erläuterung zur Mess-

methode für adaptiven Antennen vom 30. Juni 2020 selbst für eine fre-

quenzselektive Messung davon ausgeht, dass die Einhaltung des AGW 

(infolge der Überschätzung der elektrischen Feldstärke im Rahmen der 

frequenzselektiven Methode) zuverlässig nachgewiesen ist, wenn der Be-

urteilungswert nicht höher als der AGW ist und dann keine weiteren Mass-

nahmen notwendig sind. Gemäss dem BAFU kann bei einem Beurtei-

lungswert oberhalb des AGW zwar nicht abschliessend beurteilt werden, 

ob der Grenzwert tatsächlich überschritten ist. Doch muss gemäss BAFU 

in solchen Fällen davon ungeachtet die Anlage so angepasst werden, 

dass der Beurteilungswert unterhalb des AGW zu liegen kommt (siehe 

auch Erläuterung des BAFU zur Messmethode für adaptive Antennen vom 

30. Juni 2020, S. 2 ff., insb. S. 6 und bereits das Schreiben des BAFU an 

die kantonalen und städtischen NIS-Fachstellen, Information zu adaptiven 

Antennen und 5G [Bewilligung und Messung] vom 31. Januar 2020, S. 3 

f.). Die vom Beschwerdeführer verlangten Edition von Messprotokollen 

von anderen Mobilfunkanlagen und die Implikation, dass bei Nichteinrei-

chung von der Unmöglichkeit von Abnahmemessungen auszugehen sei, 

erachtet die Beschwerdegegnerin 2 als nicht erforderlich bzw. stellt dies in 

Abrede, da dafür auch eine Auskunft der kantonalen NIS-Fachstelle ein-

geholte werden könne. Dies zumal solche Messprotokolle nicht Gegen-

stand des vorliegenden Verfahrens bildeten und eine gesetzliche Grund-

lage für die Akteneinsicht des Beschwerdeführers in verfahrensfremde Ak-

ten fehle. Betreffend die vom Beschwerdeführer vorgebrachte Abnahme-

- 48 -

messung bei einer ausserkantonale Mobilfunkanlage hielt die Beschwer-

degegnerin 2 fest, dass der Vorwurf einer Ausserbetriebnahme der bewil-

ligten unteren Antennen im Frequenzbereich von 3.6 GHz unzutreffend sei 

und er daraus nichts zu seinen Gunsten ableiten könne. Es sei etwa nicht 

ungewöhnlich, dass bei der Inbetriebnahme einer Mobilfunkanlage nicht 

alle bewilligten Frequenzbänder in Betrieb genommen würden. Hinsicht-

lich der Testmessungen in Frankreich wies die Beschwerdegegnerin 2 

schliesslich darauf hin, dass diese mit Sendeleistungen im Bereich von 

11'000 bis 17'000 W (ERP) durchgeführt worden seien, für die vorliegend 

zu beurteilende Mobilfunkanlage hingegen für die beiden adaptiven An-

tennen um die Bewilligung einer Sendeleistung von je 1'600 W (ERP) er-

sucht wurde (siehe Ed-act. 1.2 A2). Die Beschwerdegegnerin 1 erachtete 

die Rügen des Beschwerdeführers ebenfalls als unbegründet. Dazu wies 

sie insbesondere auch auf die bereits mehrfach erwähnte BAFU-Empfeh-

lung vom 31. Januar 2020 hin, wonach bis zur Verfügbarkeit von serien-

mässigen Geräten mit der Fähigkeit zur code-selektiven Messung von 5G 

für Antennen mit Frequenzbändern, die nur 5G-Signale senden, frequenz-

selektive Messungen nach dem Stand der Technik gemäss dem techni-

schen Bericht des METAS vorgenommen werden könnten, wobei diese 

Messmethode die elektrische Feldstärke generell überschätze. Dabei 

wurde auch der vorstehende schon erwähnte Schluss betreffend die Über- 

bzw. Unterschreitung der Beurteilungswerte in Bezug auf den AGW 

gemäss METAS-Bericht vom 20. April 2020 wiedergegeben. Für Anten-

nen, die im selben Frequenzband neben 5G noch andere Funktechnolo-

gien abstrahlten, könne aufgrund einer Messung dieses Signals auf die 

gesamte Sendeleistung hochgerechnet werden (siehe Schreiben des 

BAFU an die kantonalen und städtischen NIS-Fachstellen, Information zu 

adaptiven Antennen und 5G [Bewilligung und Messung] vom 31. Januar 

2020, S. 3 f.)

- 49 -

5.2.4. Das ANU wies in seiner Vernehmlassung vom 10. Dezember 2020 zu die-

ser Thematik – wie die Beschwerdegegnerin 1 – auf die BAFU-Empfeh-

lung vom 31. Januar 2020 sowie zusätzlich auch auf die Position des 

BAFU gemäss dessen Empfehlung vom 17. April 2019 hin, wonach es in-

folge der bei der Einführung von 5G genutzten Frequenzbereichen und 

ähnlichen Modulationsverfahren wie bei der vierten Mobilfunkgeneration 

(LTE) es zukünftig möglich sein werde, ein Messverfahren zu empfehlen 

(siehe Schreiben des BAFU, Information an die Kantone, Mobilfunk und 

Strahlung: Aufbau der 5G-Netze in der Schweiz vom 17. April 2019, S. 5). 

Ausserdem widersprach das ANU der beschwerdeführerischen Behaup-

tung, dass im Kanton Graubünden noch keine Abnahme- oder Kontroll-

messungen an 5G-Anlagen mit adaptiven Antennen durchgeführt worden 

seien. Vielmehr habe das ANU bereits solchen Messungen nach den 

(Mess-)Empfehlungen des BAFU und des METAS durchführen lassen.

5.2.5. Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers ist gemäss den vorstehen-

den Erwägungen 5.2.3 f. mit entsprechenden Hinweisen auf die fachkun-

digen, publizierten Äusserungen des BAFU und des METAS davon aus-

zugehen, dass bereits seit geraumer Zeit zumindest die die elektrische 

Feldstärke tendenziell überschätzenden frequenzselektiven Messungen 

von adaptiven Antennen und im vielfach für 5G verwendeten Frequenzbe-

reichen um 3.5 GHz mit den entsprechenden Modulationsverfahren nach 

dem Stand der Technik durchaus möglich sind. Entsprechend entschieden 

mit überzeugender Begründung im Übrigen auch bereits andere kantonale 

Verwaltungsgerichte (siehe etwa Urteile des Verwaltungsgerichts des 

Kantons Zürich VB.2021.00705 vom 3. März 2022 E.6, VB.2021.00561 

vom 27. Januar 2022 E.4, VB.2021.00397 vom 22. Dezember 2021 E.5.3 

und VB.2021.0048 vom 3. Juni 2021 E.7.2; Urteil des Verwaltungsgerichts 

des Kantons Schwyz III 2021 50 vom 26. August 2021 E.4.2.1 f.; Urteil des 

Verwaltungsgerichts des Kantons Bern 100.2020.27U vom 6. Januar 2021 

E.5.1 ff.). Dass der Beschwerdeführer replicando die Ausführungen des 

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ANU vom 10. Dezember 2020 betreffend allfälliger Abnahmemessung als 

unbewiesen Behauptungen kritisiert, ändert daran nichts. Namentlich kann 

er nichts aus dem Umstand ableiten, dass das ANU auf eine "Messemp-

fehlung" des BAFU/METAS verwiesen hat und gemäss dem Beschwerde-

führer erst eine Messmethode in Form eines technischen Berichtes be-

stehe. Denn wie die Beschwerdegegnerin 2 gemäss der v