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**Case Identifier:** f0607a6d-b315-5223-b72a-eac082efc688
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-05-05
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 05.05.2020 100 2019 335
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2019-335_2020-05-05.pdf

## Full Text

100.2019.335U
HER/SPA/ROS

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 5. Mai 2020

Verwaltungsrichter Häberli, Abteilungspräsident
Verwaltungsrichterin Herzog, Verwaltungsrichter Keller
Gerichtsschreiber Spring

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt …
Beschwerdeführerin 

gegen

Berner Fachhochschule
Departement Soziale Arbeit, Hallerstrasse 10, 3012 Bern
Beschwerdegegnerin 

und

Rekurskommission der Berner Fachhochschule
p.A. Fürsprecher Dr. Dino Degiorgi, Schwanengasse 9, 
Postfach, 3001 Bern 

betreffend Annullierung der Prüfung im Modul «Philosophie und Ethik; 
Einführung» (Entscheid der Rekurskommission der Berner Fachhoch-
schule vom 10. September 2019)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 05.05.2020, Nr. 100.2019.335U, 
Seite 2

Sachverhalt:

A.

A.________ absolviert seit dem Herbstsemester 2015 an der Berner Fach-
hochschule (BFH), Departement Soziale Arbeit, das Bachelorstudium für 
Soziale Arbeit. Am 25. Januar 2018 legte sie zum zweiten Mal den Kom-
petenznachweis im Modul «Philosophie und Ethik: Einführung» ab. Der für 
die Prüfung zuständige Dozent teilte ihr am 11. Februar 2018 informell die 
ungenügende Note 3,5 mit. Gleichentags informierte sich A.________ 
wegen einer «Panikattacke» während der Prüfung nach der Möglichkeit 
eines nachträglichen Dispensationsgesuchs. Die formelle Noteneröffnung 
erfolgte am 12. März 2018. Am 15. März 2018 ersuchte A.________ die 
BFH um nachträgliche Dispensation. Die BFH nahm das Dispen-
sationsgesuch als Einsprache gegen die ungenügende Benotung des 
Moduls «Philosophie und Ethik: Einführung» entgegen. Am 12. Oktober 
2018 wies die BFH die Einsprache ab, soweit sie darauf eintrat.

B.

Hiergegen erhob A.________ am 12. November 2018 Beschwerde bei der 
Rekurskommission der BFH. Sie beantragte, die Verfügung der BFH und 
die Notenverfügung im Modul «Philosophie und Ethik: Einführung» vom 
12. März 2018 seien aufzuheben und die BFH sei anzuweisen, sie zu einer 
Nachprüfung aufzubieten. Zudem sei ihr vorsorglich zu gestatten, während 
des Beschwerdeverfahrens weiterhin Lehrveranstaltungen ihres Studien-
gangs besuchen zu dürfen. Mit Stellungnahme vom 12. Dezember 2018 
hielt die BFH an ihren Ausführungen in der Verfügung fest. Sie wies zudem 
darauf hin, dass A.________ weiterhin immatrikuliert sei und sie ihr 
Studium fortsetzen könne. Am 10. September 2019 wies die Rekurs-
kommission die Beschwerde ab. 

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C.

Gegen diesen Entscheid hat A.________ am 10. Oktober 2019 Ver-
waltungsgerichtsbeschwerde erhoben. Sie stellt folgende Anträge: 

«1. Der Entscheid der Rekurskommission Berner Fachhochschule vom 
10. September 2019 sei aufzuheben.

2. Die Notenverfügung der Berner Fachhochschule (Transcript of 
Records) im Modul 'Philosophie und Ethik: Einführung' vom 
12. März 2018 sei aufzuheben.

3. Die Berner Fachhochschule, Departement Soziale Arbeit sei an-
zuweisen, die Beschwerdeführerin zu einer Nachprüfung auf-
zubieten und Zeitpunkt und Modalitäten dieser Nachprüfung fest-
zulegen.»

Die BFH beantragt mit Beschwerdeantwort vom 13. November 2019, die 
Beschwerde sei abzuweisen. Die Rekurskommission schliesst mit Ver-
nehmlassung vom 13. November 2019 ebenfalls auf Abweisung der Be-
schwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als 
letzte kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des 
Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; 
BSG 155.21) zuständig (vgl. auch Art. 60 Abs. 3 des Gesetzes vom 19. Ju-
ni 2003 über die Berner Fachhochschule [FaG; BSG 435.411]). 

1.2 Die Vorinstanz ging im angefochtenen Entscheid (E. 3) bzw. in der 
Beschwerdevernehmlassung ohne weiteres vom Vorliegen eines taug-
lichen Anfechtungsobjekts aus und sah ein Rechtsschutzinteresse als aus-
gewiesen. 

1.2.1 Das Verwaltungsgericht prüft von Amtes wegen, ob dem an-
gefochtenen Entscheid ein taugliches Anfechtungsobjekt zugrunde liegt 
und ob die Beschwerdeführerin zur Beschwerdeerhebung befugt ist 

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(Art. 20a Abs. 2 VRPG). Dabei ist unerheblich, ob die Vorinstanz von einer 
anfechtbaren Verfügung ausgegangen ist, die Beschwerdebefugnis aner-
kannt und auf die Beschwerde eingetreten ist. Zur Verwaltungsgerichts-
beschwerde wird nur zugelassen, wer sich am vorinstanzlichen Verfahren 
zulässigerweise beteiligt hat, durch den angefochtenen Entscheid beson-
ders berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung 
oder Änderung hat (Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 79 Abs. 1 VRPG; vgl. 
BVR 2013 S. 301 E. 1.1, 2008 S. 396 E. 1.2; VGE 2017/171 vom 6.3.2018 
E. 1.2.1, 2016/161 vom 8.3.2017 E. 1.1).

1.2.2 Hinsichtlich des Anfechtungsobjekts ergibt sich Folgendes: Die BFH 
nahm das nachträgliche Dispensationsgesuch der Beschwerdeführerin vom 
15. März 2018 als Einsprache gegen die Benotung des Moduls «Philoso-
phie und Ethik: Einführung» entgegen (vgl. vorne Bst. A). – Einzelne Fach-
noten stellen im Allgemeinen keine selbständig anfechtbaren Verfügungen 
dar, da sie grundsätzlich nur die (Begründungs-)Elemente sind, die zur Ge-
samtbeurteilung führen, und daher regelmässig – anders als Prüfungs-
entscheide als solche – keinen Einfluss auf die Rechtsstellung der Be-
troffenen haben. Ausnahmsweise können jedoch einzelne, auch ge-
nügende (Fach-)Noten ein selbständiges Anfechtungsobjekt bilden, wenn 
an deren Höhe bestimmte Rechtsfolgen geknüpft sind. Dies ist unter 
anderem der Fall, wenn der Ausschluss von der Weiterbildung in Frage 
steht (BVR 2013 S. 301 E. 2.1 mit zahlreichen weiteren Hinweisen; 
BGE 136 I 229 E. 2.2).

1.2.3 Wer die Bedingungen für das Weiterstudium an der BFH oder den 
Erhalt des Bachelor- oder Masterdiploms nicht mehr erfüllen kann, wird von 
Amtes wegen exmatrikuliert (Art. 25b FaG i.V.m. Art. 54 Abs. 3 Bst. c und d 
des Statuts der Berner Fachhochschule vom 14. Februar 2019 [Fachhoch-
schulstatut, FaSt]). Beim Modul «Philosophie und Ethik: Einführung» 
handelt es sich um ein Pflichtmodul, das mit vier Kreditpunkten bewertet ist 
(Art. 5 Abs. 1 Bst. a des Rahmenreglements vom 7. Juli 2005 für Kom-
petenznachweise an der Berner Fachhochschule [KNR]; vgl. Kurzversion 
der Modulbeschreibung «Philosophie und Ethik: Einführung», einsehbar 
unter: <bfh.ch/soziale-arbeit>, Rubriken «Studium/über das Studium/Stu-
dienprogramm/Module»; Transcript of Records vom 12.3.2018, Vor-

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akten 5A pag. 153 ff.). Die für das Bachelor-Diplom erforderlichen Kredit-
punkte (vgl. Art. 16 Abs. 1 KNR) können bei Pflichtmodulen nicht durch 
einen anderen Kompetenznachweis erworben werden, weshalb nach er-
folgloser Ausschöpfung der Wiederholungsmöglichkeit (Art. 13 KNR i.V.m. 
Art. 38 des Zulassungs- und Studienreglements zum Erwerb des Bachelor-
Diploms in Sozialer Arbeit vom 30. Juni 2016 [ZulStudR SA BSc]) das 
Studium nicht fortgesetzt werden kann (vgl. auch Art. 67a ZulStudR SA 
BSc). Wenn sich das ungenügende Ergebnis der Wiederholungsprüfung im 
Modul «Philosophie und Ethik: Einführung» bzw. die Ablehnung des nach-
träglichen Dispensationsgesuchs als rechtsgültig erweist, wären die Vor-
aussetzungen für die Exmatrikulation ohne weiteres erfüllt. 

1.2.4 Vor diesem Hintergrund sind mit dem ungenügenden Ergebnis der 
zweiten und letzten Prüfung im Modul «Philosophie und Ethik: Einführung» 
hinreichend direkt Rechtswirkungen verknüpft. Daran ändert nichts, dass 
die Beschwerdeführerin laut der BFH ihren Studiengang vorläufig weiter-
führen kann (vgl. Stellungnahme BFH vom 12.12.2018 S. 1, Vorakten 5A 
pag. 131; ferner angefochtener Entscheid E. 6.1). Der Streitigkeit liegt folg-
lich eine anfechtbare Verfügung zugrunde (vgl. VGE 2014/316 vom 
5.6.2015 E. 2.3; zur Problematik zuletzt VGE 2017/171 vom 6.3.2018 
E. 1.2.3-1.2.5 mit weiteren Hinweisen). Die Beschwerdeführerin hat zudem 
am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen, ist durch den angefochtenen 
Entscheid besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an 
dessen Aufhebung oder Änderung (Art. 79 Abs. 1 VRPG). Auf die form- 
und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist unter Vorbehalt von E. 1.3 
hiernach einzutreten.

1.3 Kraft Devolutiveffekts der Beschwerde ist der vorinstanzliche Ent-
scheid an die Stelle der ursprünglichen Verfügung getreten. Anfechtungs-
objekt vor dem Verwaltungsgericht ist deshalb ausschliesslich der Ent-
scheid der Rekurskommission (vgl. Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kom-
mentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 60 N. 7). Soweit die Be-
schwerdeführerin die Aufhebung der Note im Modul «Philosophie und 
Ethik: Einführung» beantragt (Rechtsbegehren 2), ist auf die Beschwerde 
daher nicht einzutreten (BVR 2018 S. 528 E. 3.3, 2010 S. 411 E. 1.4).

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1.4 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 Bst. a und b VRPG; vgl. auch Art. 60 
Abs. 5 FaG). Steht wie hier nicht die konkrete Bewertung einer Prüfungs-
leistung in Frage, sondern ist die Auslegung und Anwendung von Rechts-
sätzen strittig oder werden Verfahrensmängel gerügt, prüft das Ver-
waltungsgericht die erhobenen Einwendungen im Rahmen seiner gesetz-
lichen Kognition (Rechtskontrolle) uneingeschränkt (vgl. BVR 2012 S. 152 
E. 1.2, 2011 S. 324 E. 4.2; BGE 136 I 229 E. 5.4.1; Merkli/Aeschli-
mann/Herzog, a.a.O., Art. 80 N. 3, Art. 66 N. 4).

2.

In der Sache beruft sich die Beschwerdeführerin auf eine nachträglich er-
kannte und rechtzeitig geltend gemachte krankheitsbedingte Prüfungs-
unfähigkeit:

2.1 Die Beschwerdeführerin macht geltend, sie habe bei der Prüfung 
am 25. Januar 2018 eine «Panikattacke» erlitten (Beschwerde Rz. 31). 
Nach der Prüfung sei bei ihr im Zusammenhang mit dieser «Panikattacke» 
eine seit 2017 bestehende Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) 
diagnostiziert worden. Die Erkrankung an einer PTBS sei durch ein «auf-
fälliges Vermeidungsverhalten» und eine «deutliche Tendenz zur Bagatel-
lisierung» geprägt (Beschwerde Rz. 34). Sie sei daher erst nach dem 
«Schock über das faktische Ende des Studiums nach der inoffiziellen 
Noteneröffnung» fähig gewesen, gegenüber der BFH eine nachträgliche 
Prüfungsunfähigkeit geltend zu machen (Beschwerde Rz. 37). Nicht be-
stritten wird, dass die Prüfungsbewertung der tatsächlichen Prüfungs-
leistung entspricht.

2.2 Nicht ausdrücklich vorgesehen ist in Art. 22 KNR die Anordnung 
einer Nachprüfung, wenn – wie im vorliegenden Fall – die betroffene Per-
son vorbringt, die Prüfungsunfähigkeit erst nach der Prüfung bemerkt zu 
haben. Es ist allerdings anerkannt, dass die nachträgliche Geltendmachung 
der Prüfungsunfähigkeit und damit die nachträgliche Aufhebung von 
Prüfungsresultaten wegen gesundheitlicher Beeinträchtigung unter be-

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stimmten Voraussetzungen ausnahmsweise in Frage kommt (BVR 2010 
S. 104 E. 4.1.1 [betreffend Bachelorstudium in Rechtswissenschaft], 2007 
S. 433 E. 3.2.5 [betreffend Lehrabschlussprüfung]; VGE 2016/231 vom 
13.3.2016 E. 5.3 [betreffend Anwaltsprüfung]; Herbert Plotke, Schwei-
zerisches Schulrecht, 2. Aufl. 2003, S. 452; zum deutschen Recht vgl. 
Niehues/Fischer/Jeremias, Prüfungsrecht, 7. Aufl. 2018, N. 249 ff.). Die be-
troffene Person muss die krankheitsbedingte Prüfungsunfähigkeit unver-
züglich geltend machen. Damit soll ausgeschlossen werden, dass jemand 
in Kenntnis eines Verhinderungsgrunds die Prüfung ablegt und nachträglich 
im Fall des Scheiterns unter Anrufung dieses Grundes die Aufhebung des 
Prüfungsresultats verlangt und sich so eine zusätzliche Wiederholungs-
möglichkeit verschafft (vgl. Niehues/Fischer/Jeremias, a.a.O., N. 282; 
Zimmerling/Brehm, Prüfungsrecht, 3. Aufl. 2007, N. 518). In solchen Fällen 
gilt die (ungenügend bewertete) Prüfung vielmehr als nicht bestanden 
(BVR 2010 S. 104 E. 4.1.1, 2007 S. 433 E. 3.2.5, je mit Hinweisen; 
Niehues/Fischer/Jeremias, a.a.O., N. 265 ff.; Zimmerling/Brehm, a.a.O., 
N. 516 ff.; VGE 2014/316 vom 25.6.2015 E. 4.3).

2.3 Die nachträgliche Geltendmachung der Prüfungsunfähigkeit bzw. 
die nachträgliche Aufhebung von Prüfungsresultaten wegen gesundheit-
licher Beeinträchtigung kommt ausnahmsweise dann in Frage, wenn die 
betroffene Person aus objektiver Sicht und unverschuldet nicht in der Lage 
gewesen ist, ihren Verhinderungsgrund in eigenverantwortlicher Willens-
ausübung unverzüglich geltend zu machen (sog. «unerkannte Prüfungs-
unfähigkeit»). Dies ist namentlich anzunehmen, wenn Betroffenen zu gege-
bener Zeit die Fähigkeit fehlte, ihre gesundheitliche Situation genügend zu 
überblicken, um einen Entscheid über den Antritt oder die Weiterführung 
einer Prüfung zu treffen, oder bei einem zwar vorhandenen Bewusstsein 
über die gesundheitlichen Probleme entsprechend ihrer Einsicht zu 
handeln. Auch in diesen Fällen muss sich die Prüfungskandidatin bzw. der 
Prüfungskandidat jedoch im frühest möglichen Zeitpunkt, in dem von ihr 
bzw. ihm eine entsprechende Erklärung zumutbarerweise erwartet werden 
darf, unverzüglich auf die Prüfungsunfähigkeit berufen. Die Unverzüglich-
keit des Rücktritts ist in diesen Fällen daran zu messen, ab welchem Zeit-
punkt sie oder er die krankhafte Verminderung ihrer bzw. seiner körper-
lichen oder geistigen Leistungsfähigkeit erkannt hat oder bei der generell 

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zu erwartenden Sorgfalt hätte erkennen müssen. Dabei kommt es nicht 
darauf an, ob Betroffene in der Lage sind, ihren Zustand medizinisch als 
eine bestimmte Krankheit zu diagnostizieren oder rechtlich als Prüfungs-
unfähigkeit zu würdigen, sondern ob ihnen die gesundheitlichen Be-
schwerden in den wesentlichen Merkmalen bewusst sind und sie deren 
Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit erfassen (BVR 2010 S. 104 
E. 4.1.2 und 4.3.2 mit Hinweisen; VGE 2016/231 vom 13.3.2017 E. 5.3, 
2014/316 vom 5.6.2015 E. 4.4; Niehues/Fischer/Jeremias, a.a.O., N. 288; 
Zimmerling/Brehm, a.a.O., N. 505 f.). Bei der Frage, ob die behauptete 
Prüfungsunfähigkeit der betroffenen Person tatsächlich entgehen konnte, 
ist praxisgemäss ein strenger Massstab anzulegen; auf eine rechtlich rele-
vante Prüfungsunfähigkeit, die erst nach Bekanntgabe des Prüfungs-
ergebnisses «entdeckt» wird, ist nur mit grosser Zurückhaltung zu 
schliessen (vgl. zum Ganzen VGE 2015/173 vom 5.11.2015 E. 3.3 mit 
weiteren Hinweisen).

2.4 Zum Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin ist den Akten 
Folgendes zu entnehmen: Sie musste aufgrund einer Lungenembolie vom 
21. bis zum 31. Mai 2017 zunächst im Inselspital und anschliessend im 
Spital … hospitalisiert werden (Vorakten 5A pag. 159 f., 162 f.). Nach den 
Spitalaufenthalten erfolgten mehrere medizinische Nachkontrollen 
(Vorakten 5A pag. 187 ff., 195 ff., 199 ff., 211 ff.). Gemäss einem Konsilium 
der psychiatrischen Dienste des Regionalspitals … vom 30. Mai 2017 habe 
die Beschwerdeführerin «grosse Sorgen bezüglich ihrer Krankheit gezeigt», 
jedoch die Möglichkeit einer psychotherapeutischen Weiterbehandlung 
abgelehnt. Es habe keine Anhaltspunkte für eine psychische Störung 
gegeben (Beschwerdebeilage 3). Nach der Entlassung aus dem Spital ist 
der Grossvater der Beschwerdeführerin verstorben. Am 22. Januar 2018 ist 
zudem ihre Grossmutter notfallmässig ins Spital eingeliefert worden 
(Vorakten 5A pag. 177). Am 25. Januar 2018 fand die Prüfung im Modul 
«Philosophie und Ethik: Einführung» statt. Die Beschwerdeführerin hat am 
29. Januar 2018 mit der Psychiatrie des Spitals … Kontakt aufgenommen 
und sich nach Behandlungsmöglichkeiten erkundigt (Vorakten 5A pag. 87, 
91, 178, 242). Am 23. Februar 2018 fand durch die Psychiatrie des Spitals 
… eine Notfallbeurteilung statt (Vorakten 5A pag. 87). Seit dem 26. Februar 
2018 befand sie sich dann aufgrund «einer psychischen Erkrankung» bei 

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der Psychiatrie des Spitals … in Behandlung (Vorakten 5A pag. 253). Mit 
Arztzeugnis vom 7. März 2018 diagnostizierte die Psychiatrie des Spitals … 
bei ihr eine PTBS. Diese sei bereits während ihrer Hospitalisierung im Mai 
2017 aufgetreten. Im Rahmen einer PTBS könne es zu unerwarteten 
«Flashbacks» kommen. Zur Prüfungssituation äusserte sich der Arztbericht 
wie folgt (Vorakten 5A pag. 181): 

«Es ist für uns gemäss der Schilderung [der Beschwerdeführerin] wahr-
scheinlich und aufgrund der Krankengeschichte nachvollziehbar, dass 
sie während der Prüfung am 25.01.2018 im Rahmen der Prüfungs-
situation ein solches Flashback mit darauf folgender Panikattacke erlitt. 
Im Rahmen einer Panikattacke und eines solchen Flashbacks kann 
eine Prüfungsunfähigkeit eintreten, die so vorher nicht absehbar ist.» 

Mit ärztlichem Zeugnis vom 13. August 2018 wiederholte die Assistenz-
ärztin der Hausarztpraxis der Beschwerdeführerin die Diagnose einer 
PTBS und wies auf das mit dieser Störung verbundene Merkmal aus-
geprägten Vermeidungsverhaltens hin (Vorakten 5A pag. 313). Zuhanden 
der Vorinstanz verfasste die Psychiatrie des Spitals … am 14. März 2019 
ein psychiatrisches Aktengutachten. Gemäss diesem sei es «grundsätzlich 
[…] nachvollziehbar», dass sich bei der Beschwerdeführerin «während der 
Prüfung unter Belastung ein Flashback mit entsprechender Auswirkung auf 
die Prüfungsfähigkeit entwickelt hat». Mit «überwiegender Wahr-
scheinlichkeit» habe sie die Prüfung aufgrund einer psychischen Er-
krankung «nicht […] adäquat bearbeiten können». Die PTBS der Be-
schwerdeführerin sei zudem von einer Bagatellisierungstendenz sowie 
einem allgemeinen Vermeidungsverhalten geprägt (Vorakten 5A pag. 93, 
95).

2.5 In Würdigung der Angaben der Beschwerdeführerin und der ärzt-
lichen Atteste ergibt sich Folgendes:

2.5.1 Im nachträglichen Dispensationsgesuch vom 15. März 2018 be-
schrieb die Beschwerdeführerin ihre Gefühlslage während der Prüfung wie 
folgt (Vorakten 5A pag. 178):

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«Im Rahmen der Philosophieprüfung vom 25. Januar 2018 erlitt ich auf 
Grund der akuten Stresssituation eine Panikattacke. Wie es genau da-
zu gekommen ist und wie ich danach weiter gemacht habe, kann ich 
im Nachhinein nicht mehr genau sagen. Ich erinnere mich aber nur zu 
gut an das extreme Gefühl der Beklemmung und das Gefühl der aus-
weglosen Verzweiflung. Ich hatte ein Blackout. Ich versuchte nur, nicht 
zu weinen.»

In ihrer Stellungnahme an die BFH vom 7. Juni 2018 äusserte sich die Be-
schwerdeführerin erneut zum Prüfungsvorfall (Vorakten 5A pag. 242):

«Meine Gefühlslage änderte sich mit Verlassen des Prüfungssaals erst 
einmal nicht, bis plötzlich dieser überwältigende Drang ein- und sich 
umgehend durchsetzte, den Vorfall einfach zu ignorieren und zu ver-
gessen. In den darauffolgenden Tagen liess sich das völlig un-
bestimmte, schleichende Bauchgefühl nicht abschütteln, dass irgend 
etwas an der Prüfung geschehen sein könnte. Ich wusste nicht was. 
Ich konnte mich nicht dazu überwinden, mich daran zu erinnern.»

Durch diese zeitnahen Aussagen wird klar, dass die Beschwerdeführerin 
bereits unmittelbar nach der Prüfung gewisse Zweifel an ihrer Prüfungs-
fähigkeit hegte. Vor Verwaltungsgericht wiederholte die Beschwerde-
führerin dementsprechend, dass am Prüfungstag «etwas nicht gut lief» (Be-
schwerde Rz. 32). Bereits solche Zweifel können die Obliegenheit der 
Meldung der Prüfungsunfähigkeit auslösen (Zimmerling/Brehm, a.a.O., 
N. 507, 522). Darüber hinaus hat die Beschwerdeführerin am 29. Januar 
2018 – dem ersten Montag nach der Prüfung – mit der Psychiatrie des 
Spitals … Kontakt aufgenommen und sich nach Behandlungsmöglichkeiten 
erkundigt (vgl. vorne E. 2.4). In Kombination mit ihrer Vorgeschichte 
(Lungenembolie 2017) sowie den geschilderten Eindrücken während der 
Prüfung kann diese Kontaktaufnahme nur dahingehend gedeutet werden, 
dass sie spätestens zu diesem Zeitpunkt eine Verbindung zur 
Prüfungsunfähigkeit hergestellt hat (vgl. Zimmerling/Brehm, a.a.O., N. 523). 
Der Beschwerdeführerin wäre es daher ab dem 29. Januar 2018 zumutbar 
gewesen, sich auf ihre Prüfungsunfähigkeit zu berufen. Die erst nach der 
informellen Noteneröffnung vom 11. Februar 2018 vorgenommenen 
Handlungen zur Geltendmachung ihrer Prüfungsunfähigkeit sind damit 
allesamt zu spät erfolgt.

2.5.2 Am verspäteten Handeln vermag die Bagatellisierungstendenz und 
das allgemeine Vermeidungsverhalten aufgrund der PTBS der Be-
schwerdeführerin nichts zu ändern. Durch die Kontaktaufnahme mit der 
Psychiatrie des Spitals … vier Tage nach der Prüfung hat die Beschwerde-

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führerin unter Beweis gestellt, dass sie die Bagatellisierungstendenz sowie 
das Vermeidungsverhalten zumindest in Bezug auf ihre gesundheitliche 
Einschränkung während der Prüfung durchbrechen konnte. Dem-
entsprechend äusserte sich das psychiatrische Aktengutachten vom 
14. März 2019 dahingehend, dass sich das Vermeidungsverhalten vor 
allem darauf bezog, eine psychotherapeutische Aufarbeitung zu beginnen 
(Vorakten 5A pag. 93, 95). Dem psychiatrischen Gutachten ist hingegen mit 
der Vorinstanz nicht zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin des-
wegen gar keine Möglichkeit hatte, sich gegenüber der BFH auf eine 
Prüfungsunfähigkeit zu berufen (vgl. Beschwerdevernehmlassung S. 3 
[act. 5]). Dass sie nicht «den Überblick über sämtliche gesundheitliche Be-
schwerden und deren Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit» hatte (Be-
schwerde Rz. 30) bzw. sich nicht den «erforderlichen Überblick über ihre 
gesundheitliche Situation» verschaffen konnte (Beschwerde Rz. 36), spielt 
keine Rolle. Nach der dargelegten Rechtsprechung und Literatur ist einzig 
entscheidend, dass sie die gesundheitlichen Beschwerden in den wesent-
lichen Merkmalen und die dadurch bedingte Einschränkung ihrer Leistungs-
fähigkeit genügend überblicken konnte (vgl. vorne E. 2.3).

2.6 Dazu kommt, dass praxisgemäss ein strenger Massstab anzulegen 
ist bei der Frage, ob die behauptete Prüfungsunfähigkeit der betroffenen 
Person tatsächlich entgehen konnte (Zimmerling/Brehm, a.a.O., N. 506). 
Dass eine rechtlich relevante Prüfungsunfähigkeit (wie angeblich hier) erst 
nach Bekanntgabe des Prüfungsergebnisses «entdeckt» wird, ist mit Blick 
auf die von der Praxis entwickelten Voraussetzungen, insbesondere zur 
Unverzüglichkeit der Rücktrittserklärung (vorne E. 2.3), nahezu aus-
geschlossen (vgl. auch Zimmerling/Brehm, a.a.O., N. 518; 
Niehues/Fischer/Jeremias, a.a.O., N. 287). Zwar hat die Bekanntgabe des 
(informellen) Prüfungsergebnisses die Beschwerdeführerin offenbar auf-
gerüttelt und schliesslich veranlasst, sich mit der BFH in Verbindung zu 
setzen. Aus dieser späten Einsicht lässt sich indes nicht schliessen, dass 
sie sich zuvor wegen Bagatellisierungstendenz und allgemeinem Ver-
meidungsverhalten gesund und voll leistungsfähig gefühlt hatte. Dies war, 
wie in E. 2.5 hiervor dargelegt, nicht so. Die Beschwerdeführerin hat sich 
demnach nicht rechtzeitig auf Prüfungsunfähigkeit berufen.

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2.7 Da die Beschwerdeführerin es verpasste, ihre Prüfungsunfähigkeit 
rechtzeitig gegenüber der BFH geltend zu machen, erübrigen sich weitere 
Ausführungen zum von der Vorinstanz verneinten Kriterium der fehlenden 
offensichtlichen Symptome während der Prüfung (vgl. angefochtener Ent-
scheid E. 6.2.2; Beschwerde Rz. 19 ff.). Es kann daher offengelassen 
werden, ob dieses auf der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts 
aus dem Jahr 2009 basierende Kriterium überhaupt relevant bzw. erfüllt 
wäre (vgl. BVGer A-541/2009 vom 24.11.2009 E. 5.5). 

2.8 Nach dem Gesagten ist nicht rechtsfehlerhaft, die Wiederholungs-
prüfung im Modul «Philosophie und Ethik: Einführung» vom 25. Januar 
2018 als gültigen Prüfungsversuch zu werten bzw. das nachträgliche Dis-
pensationsgesuch der Beschwerdeführerin vom 15. März 2018 ab-
zuweisen. Weitere Sachverhaltsabklärungen in diesem Zusammenhang 
sind nicht erforderlich; die von der Beschwerdeführerin zur Einreichung an-
erbotenen Arbeitszeugnisse der Praktika (Beschwerde Rz. 31) sind für den 
Ausgang des Verfahrens ohne Belang. Der angefochtene Entscheid hält 
somit der Rechtskontrolle stand und die Beschwerde ist abzuweisen.

3.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird die Beschwerdeführerin kosten-
pflichtig (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Parteikosten sind nicht zu sprechen 
(Art. 108 Abs. 3 i.V.m. Art. 104 VRPG).

4.

Gemäss Art. 83 Bst. t des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das 
Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 173.110) ist die Be-
schwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten unzulässig gegen Ent-
scheide über das Ergebnis von Prüfungen und anderen Fähigkeits-
bewertungen, namentlich auf den Gebieten der Schule, der Weiterbildung 
und der Berufsausübung. Diese Ausschlussbestimmung zielt auf Prüfungs-
ergebnisse im eigentlichen Sinn sowie auf alle Entscheide ab, die auf einer 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 05.05.2020, Nr. 100.2019.335U, 
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Bewertung der intellektuellen oder physischen Fähigkeiten einer Kandidatin 
oder eines Kandidaten beruhen, nicht aber auf andere Entscheide im Zu-
sammenhang mit Prüfungen wie insbesondere solche organisatorischer 
Natur (BGE 138 II 42 E. 1.1, 136 I 229 E. 1). Im vorliegenden Fall steht die 
eigentliche Bewertung einer Prüfungsleistung nicht zur Diskussion, sondern 
die Frage, ob eine nachträgliche Prüfungsunfähigkeit vorlag. Diese Frage 
ist nach Ansicht des Verwaltungsgerichts vom Ausschlussgrund nicht er-
fasst, weshalb in der Rechtsmittelbelehrung auf die Beschwerde in öffent-
lich-rechtlichen Angelegenheiten hingewiesen wird (vgl. auch BVR 2018 
S. 304 [VGE 2017/311 vom 26.2.2018] nicht publ. E. 6; BGer 2C_497/2016 
vom 22.7.2016 E. 1.2). Bei gegenteiliger Auffassung stünde einzig die sub-
sidiäre Verfassungsbeschwerde offen (Art. 113 BGG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2. Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf 
eine Pauschalgebühr von Fr. 3'000.--, werden der Beschwerdeführerin 
auferlegt.

3. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

4. Zu eröffnen:
- Beschwerdeführerin
- Beschwerdegegnerin
- Rekurskommission der Berner Fachhochschule

Der Abteilungspräsident: Der Gerichtsschreiber:

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Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Eröffnung beim Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss 
Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bun-
desgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.