# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 935da74a-1525-5954-bafe-46461834f371
**Source:** Glarus (GL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-08-09
**Language:** de
**Title:** Glarus Verwaltungsgericht 09.08.2018 VG.2018.00050 (VG.2018.680)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GL_Omni/GL_VG_001_VG-2018-00050_2018-08-09.html

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GLARUS

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Urteil vom 9. August 2018

  
	
   

  
	
   

  
	
  II. Kammer

  
	
   

  
	
   

  
	
  in Sachen

  
	
  VG.2018.00050

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    A.______

    	
    Beschwerdeführer  

    

  

  
	
   

  
	
  	
    vertreten durch
    Berufsbeistandschaft B.______

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  gegen

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    Soziale Dienste

    	
    Beschwerdegegner  

    

  

  
	
   

  
	
  	
    2.

    	
    Departement Volkswirtschaft und Inneres 

    
	
     

    	
    des Kantons Glarus

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
  betreffend

  
	
   

  
	
   

  
	
  Sozialhilfe

  
	
   

  
	
  Die Kammer zieht in Erwägung: 

  
	
  I. 

  
	
  1. 

  
	
  1.1 A.______ schloss am 21. März 2017 mit Wirkung ab 1.
  April 2017 einen Mietvertrag für ein möbiliertes Zimmer in […] ab, womit
  er von […] nach Glarus Süd umzog. In der Folge kündigte die Vermieterin den
  Mietvertrag am 30. Juni 2017 fristlos und setzte zugleich eine Frist zur
  Räumung des möbilierten Zimmers bis am 5. Juli 2017 an. Da A.______ das
  Zimmer innert Frist nicht räumte, erklärte sich die Vermieterin bereit, das
  im Zimmer befindliche Hab und Gut von A.______ zu verpacken, welches in der
  Folge auf dessen Wunsch hin in […] eingelagert wurde.

  
	
   

  
	
  1.2 Ende Juni 2017 befand sich A.______ bei einem
  Kollegen in […]. Am 2. Juli 2017 meldete sich A.______ notfallmässig in der
  Klinik C.______ AG, Privatklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, von
  wo aus er am 11. Juli 2017 in die Psychiatrische Klinik D.______ eintrat.
  Mitte August 2017 zog A.______ in die Stiftung E.______ in […] um.

  
	
   

  
	
  1.3 Am 4. Mai 2017 anerkannten die Sozialen Dienste
  Stützpunkt Süd ihre sozialhilferechtliche Zuständigkeit bezüglich A.______
  und unterstützten ihn rückwirkend per 1. April 2017 mit Sozialhilfe. In
  der Folge erteilten die Sozialen Dienste Stützpunkt Süd am 28.
  August 2017 eine subsidiäre Kostengutsprache für den Aufenthalt von
  A.______ in der Stiftung E.______, befristet für drei Monate bis Ende
  November 2017. 

  
	
   

  
	
  1.4 A.______ wurde nach Rücksprache mit dessen
  Beiständin per 30. November 2017 in Glarus Süd mit Wegzug in die
  Stiftung E.______ in […] abgemeldet.

  
	
   

  
	
  1.5 Mit Verfügung vom 7. Dezember 2017 erteilten die
  Sozialen Dienste Stützpunkt Süd eine Kostengutsprache für eine Zahnbehandlung
  von A.______ im Umfang von Fr. 1'935.15 (Kostenorientierung 01 vom 29. November
  2017). Am 18. Dezember 2017 widerriefen die Soziale Dienste
  Stützpunkt Süd die erlassene Verfügung bezüglich Zahnbehandlung und
  entschieden, die entsprechenden Kosten nicht zu übernehmen. Ebenso verfügten
  die Sozialen Dienste Stützpunkt Süd, ab Dezember 2017 keine weiteren
  Kosten für den Aufenthalt von A.______ in der Stiftung E.______ wie auch
  keine weiteren wirtschaftlichen Hilfeleistungen zu übernehmen. Die gegen diese
  Verfügung am 16. Januar 2018 erhobene Einsprache wiesen die Sozialen
  Dienste Stützpunkt Süd am 12. Februar 2018 ab.

  
	
   

  
	
  1.6 Dagegen gelangte A.______ mit Beschwerde vom
  27. Februar 2018 ans Departement Volkswirtschaft und Inneres (DVI),
  welches am 17. April 2018 die Beschwerde teilweise guthiess und feststellte,
  die Sozialen Dienste Stützpunkt Süd seien für die Kostenübernahmegarantie für
  das betreute Wohnen von A.______ in der Stiftung E.______ nach wie vor
  zuständig. Hinsichtlich die Übernahme der Kosten für die Zahnbehandlung wies
  das DVI die Beschwerde von A.______ ab.

  
	
   

  
	
  2. 

  
	
  Gegen diesen Entscheid
  gelangte A.______ am 18. Mai 2018 ans Verwaltungsgericht und beantragte die
  Übernahme der Kosten für seine Zahnbehandlung. Während die Sozialen Dienste
  Stützpunkt Süd am 29. Mai 2018 auf das Einreichen einer weiteren
  Stellungnahme verzichteten, beantragte das DVI am 14. Juni 2018 die Abweisung
  der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei.

  
	
   

  
	
  II. 

  
	
  1.

  
	
  1.1 Das Verwaltungsgericht ist gemäss Art. 54 Abs. 2 des
  Gesetzes über die öffentliche Sozialhilfe vom 7. Mai 1995 (Sozialhilfegesetz)
  i.V.m. Art. 105 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege
  vom 4. Mai 1986 (VRG) zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig.
  Da auch die übrigen Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf die
  Beschwerde einzutreten.

  
	
   

  
	
  1.2 Praxisgemäss können sich die Parteien in
  sozialhilferechtlichen Streitigkeiten auch durch eine Person vertreten
  lassen, die nach dem kantonalen Anwaltsgesetz nicht zur Parteivertretung vor
  Glarnerischen Gerichten berechtigt ist (vgl. Art. 17 Abs. 2 VRG). 

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  2.1 Der Beschwerdeführer bringt vor, er leide an einer
  psychischen Erkrankung, weshalb er schon mehrere Klinikaufenthalte absolviert
  habe. Letztmals sei er im März 2017 in der Klinik F.______ stationiert
  gewesen, bevor er dann von […] nach Glarus Süd gezogen sei. Schon anlässlich
  seines letzten stationären Aufenthalts in der Klinik F.______ sei eine
  Traumatherapie diskutiert worden, dafür hätte er am 10. Juli 2017 in die
  D.______ eintreten wollen. Dies habe er am 29. Juni 2017 seiner
  Beiständin mitgeteilt. Ebenso habe er ihr gesagt, dass er nach seinem
  Klinikaufenthalt wieder nach Glarus zurückkehren wolle. Gleichentags habe er
  von der fristlosen Wohnungskündigung erfahren, weshalb er zur Vermeidung
  einer Obdachlosigkeit Zuflucht bei einem ausserkantonal wohnhaften Freund
  gesucht habe. Da die Beziehung zu seiner ehemaligen Vermieterin aufgrund der
  Anschuldigungen verhärtet gewesen sei, habe er Abstand zu ihr gesucht. Am 2.
  Juli 2017 sei er notfallmässig in die C.______AG, Privatklink für Psychiatrie
  und Psychotherapie, eingetreten, seither lebe er in Institutionen. Die beiden
  Tage, welche er als Notlösung und zur Vermeidung von Obdachlosigkeit bei
  einem Kollegen verbracht habe, würden keinen Wegzug bedeuten, da gemäss Ziff.
  5.4 der Richtlinien der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe betreffend
  die örtliche Zuständigkeit in der Sozialhilfe (SKOS-Richtlinien) in einem
  solchen Fall der bisherige Unterstützungswohnsitz bestehen bleibe.

  
	
   

  
	
  2.2 Die Beschwerdegegnerin 2 macht geltend, es
  liege keine ärztliche Einweisungsbescheinigung vor, welche die gemäss
  Ausführungen des Beschwerdeführers geplante Traumatherapie bestätige, zudem
  sei der Beschwerdegegnerin 1 kein solcher Aufenthalt angekündigt worden.
  Weiter habe der Beschwerdeführer seiner ehemaligen Vermieterin bereits im
  Juni 2017 mitgeteilt, er befinde sich in der Traumatherapie, was nachweislich
  nicht gestimmt habe, weshalb nicht glaubhaft sei, dass ein solcher Aufenthalt
  geplant gewesen sei. Stattdessen habe der Beschwerdeführer wohl bereits
  mehrere Tage oder Wochen vor der Beendigung des Mietverhältnisses den Kanton
  Glarus verlassen, was in Anbetracht des zerrütteten Verhältnisses zu seiner
  ehemaligen Vermieterin, welche überdies seinen einzigen sozialen Kontakt im
  Kanton Glarus dargestellt habe, sogar wahrscheinlich sei. Der
  Beschwerdeführer habe den Kanton Glarus auf unbestimmte Zeit verlassen, um
  seinen künftigen Verbleib neu zu organisieren; ein Überbrücken einer Notsituation
  liege nicht vor. Weiter sei nicht auf die nicht überprüfbare Absicht des
  Beschwerdeführers, wieder in den Kanton Glarus zurückkehren zu wollen,
  abzustellen, da ein Wegzug bereits anzunehmen sei, wenn die bisherige Wohnung
  aufgegeben werde, selbst wenn eine spätere Rückkehr beabsichtigt sei. Die
  Absicht des dauernden Verbleibs müsse nach aussen sichtbar sein, um einen
  Unterstützungswohnsitz begründen bzw. behalten zu können. Eine Absicht des
  dauernden Verbleibs im Kanton Glarus sei nicht ersichtlich, zumal der
  Beschwerdeführer seiner ehemaligen Vermieterin mitgeteilt habe, er suche nun
  eine Anstellung als Türsteher im Raum […]. Somit habe der Beschwerdeführer
  seinen Unterstützungswohnsitz in Glarus Süd durch Wegzug verloren, weshalb
  für dessen Unterstützung im Rahmen der Sozialhilfe sein Aufenthaltsort
  zuständig sei.

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  3.1 Das Sozialhilfegesetz regelt die Sozialhilfe zu
  Gunsten von Personengruppen aller Altersstufen, die sich im Kantonsgebiet
  aufhalten oder für die der Kanton oder die Gemeinden aufgrund anderer Erlasse
  zuständig sind (Art. 1 Abs. 1 Sozialhilfegesetz). Das Bundesgesetz über die
  Zuständigkeit für die Unterstützung Bedürftiger vom 24. Juni 1977
  (ZUG) bestimmt im interkantonalen Verhältnis, welcher Kanton für die
  Unterstützung eines Bedürftigen, der sich in der Schweiz aufhält, zuständig
  ist (Art. 1 Abs. 1 ZUG). Ausländer mit Wohnsitz in der Schweiz
  werden vom Wohnkanton unterstützt, soweit es dessen Gesetzgebung, das
  Bundesrecht oder völkerrechtliche Verträge vorsehen (Art. 20 Abs. 1 ZUG).
  Ist ein Ausländer ausserhalb seines Wohnkantons auf sofortige Hilfe
  angewiesen, so gilt Art. 13 sinngemäss (Art. 20 Abs. 2 ZUG).
  Hat der Bedürftige keinen Unterstützungswohnsitz, wird er gemäss
  Art. 12 Abs. 2 ZUG vom Aufenthaltskanton unterstützt, was
  sinngemäss auch für Ausländer gilt (vgl. Ziff. 2.2 der Richtlinien der
  Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe betreffend Unterstützung
  ausländischer Staatsangehöriger aus Drittstaaten [ohne EG/EFTA-Bürgerinnern
  und -Bürger und Personen des Asyl- und Flüchtlingsbereichs]). 

  
	
   

  
	
  3.2 Der Bedürftige hat seinen Wohnsitz nach ZUG
  (Unterstützungswohnsitz) in dem Kanton, in dem er sich mit der Absicht des
  dauernden Verbleibs aufhält. Dieser Kanton wird als Wohnkanton bezeichnet
  (Art. 4 Abs. 1 ZUG). Diese Definition enthält sowohl ein objektives Element
  (Aufenthalt) wie auch ein subjektives Element (Absicht des dauernden
  Verbleibs), die untrennbar miteinander verknüpft sind. Körperliche
  Anwesenheit ist in der Regel zur Begründung und zur Aufrechterhaltung des
  einmal begründeten Wohnsitzes erforderlich. Nicht entscheidend sind die Dauer
  und die Art des Aufenthalts. Die Absicht des dauernden Verbleibs ist
  zweifellos dann erfüllt, wenn sich eine Person auf unbestimmte Zeit an einem
  Ort aufhalten will und dies auch durchführbar ist. Dies ist jedoch ein
  innerer Vorgang, auf den immer nur aus indirekten Wahrnehmungen geschlossen
  werden kann. Bei der Wohnsitzermittlung ist daher nicht auf den inneren
  Willen, sondern auf die für Dritte erkennbaren Kriterien abzustellen. Entscheidend
  ist demzufolge, auf welche Absicht die äusseren Umstände schliessen lassen,
  das heisst die Beantwortung der Frage, ob nach den gesamten Umständen
  anzunehmen ist, dass die betreffende Person den Ort ihres Verweilens zum
  Mittel- oder Schwerpunkt ihrer Lebensbeziehungen gemacht hat (Werner Thomet,
  Kommentar zum Bundesgesetz über die Zuständigkeit für die Unterstützung
  Bedürftiger [ZUG], 2. A., Zürich 1994, Rz. 96 f.). Somit kann es sich nicht
  um einen Ort handeln, zu dem die betreffende Person keine dauerhafte
  persönliche Beziehung hat, weshalb das ZUG im Gegensatz zu Art. 24 Abs. 2
  des Schweizerischen Zivilgesetzbuches vom 10. Dezember 1907 (ZGB)
  einen fiktiven Wohnsitz nicht kennt (BGE 140 V 499 E. 4.2.2). Der Aufenthalt
  in einem Heim, einem Spital oder einer anderen Einrichtung begründet nach
  Art. 5 ZUG keinen Unterstützungswohnsitz. 

  
	
   

  
	
  3.3 Wer aus dem Wohnkanton wegzieht, verliert den
  bisherigen Unterstützungswohnsitz (Art. 9 Abs. 1 ZUG). Der
  Unterstützungswohnsitz endet also nicht, wenn jemand das Gebiet des
  Wohnkantons nur zu einem bestimmten Zweck vorübergehend verlässt und den
  bisherigen Wohnort beibehält, insbesondere wenn die bisherige Wohnung nicht
  aufgegeben wird. Wegzug ist hingegen anzunehmen, wenn die bisherige Wohnung
  bzw. Unterkunft aufgegeben worden ist, selbst wenn die Rückkehr beabsichtigt
  ist. Auf die Absichten des Bedürftigen ist keine Rücksicht zu nehmen, da
  deren Überprüfung faktisch unmöglich ist (Thomet, Rz. 146). Der Eintritt in
  ein Heim, ein Spital oder eine andere Einrichtung beendigt einen bestehenden
  Unterstützungswohnsitz nicht (Art. 9 Abs. 3 ZUG). 

  
	
   

  
	
  4.

  
	
  4.1 Einleitend ist festzuhalten, dass die
  Beschwerdegegnerin 2 bei der Bestimmung der örtlichen Zuständigkeit zu
  Recht zwischen dem Bereich der Kostenübernahmegarantie für das betreute
  Wohnen und dem Bereich der Sozialhilfe unterscheidet. So richtet sich die
  interkantonale örtliche Zuständigkeit im Bereich der Heimkosten aufgrund der
  Interkantonalen Vereinbarung für Soziale Einrichtungen vom
  13. Dezember 2002 (IVSE) nach dem zivilrechtlichen Wohnsitz der
  betreffenden Person, während die interkantonale örtliche Zuständigkeit im
  Bereich der Sozialhilfe nach dem Unterstützungswohnsitz gemäss ZUG zu
  bestimmen ist (vgl. Guido Winzent, Die sozialhilferechtliche Bedürftigkeit,
  Ein Handbuch, Zürich/St. Gallen 2014, S. 127). Dabei decken sich die Regeln
  für die Festsetzung des Unterstützungswohnsitzes nicht vollständig mit jenen
  über den zivilrechtlichen Wohnsitz, weshalb sich abweichende Zuständigkeiten
  ergeben können, was der Gesetzgeber beim Erlass des ZUG zum Schutz der
  Standortkantone bewusst in Kauf genommen hat (BGE 138 V 23 E. 3.1.2 f.).
  Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bildet nun einzig die Frage,
  ob der Unterstützungswohnsitz des Beschwerdeführers nach ZUG nach wie vor in
  Glarus Süd liegt, gestützt worauf die örtliche Zuständigkeit der Gemeinde
  Glarus Süd für Sozialhilfeleistungen, wozu die Übernahme von Kosten für eine
  Zahnbehandlung zu zählen ist, weiterhin zu bejahen wäre (vgl. Art. 1 Abs. 1
  Sozialhilfegesetz).

  
	
   

  
	
  4.2 Dabei ist daran zu erinnern, dass auf den inneren
  Willen des Beschwerdeführers für die Wohnsitzermittlung gemäss ZUG nicht
  abzustellen ist, da dieser nicht überprüfbar ist. Stattdessen sind für Dritte
  und damit nach aussen erkennbare Kriterien massgebend, welche auf eine
  dauerhafte persönliche Beziehung des Beschwerdeführers zu einem Ort
  schliessen lassen müssen. 

  
	
   

  
	
  Der Beschwerdeführer hat
  von Anfang April 2017 bis Ende Juni 2017 in […] ein möbiliertes Zimmer
  gemietet. Nach […] ist der Beschwerdeführer umgezogen, weil er seine
  ehemalige Vermieterin im Rahmen eines stationären Klinikaufenthaltes
  kennenlernte und diese ihm die Vermietung eines Zimmers bei ihr zuhause
  anbot; andere gefestigte und regelmässig gepflegte soziale Beziehungen zu
  Glarus Süd oder aber zum Kanton Glarus sind weder aus den Akten ersichtlich
  noch werden sie seitens des Beschwerdeführers geltend gemacht. So ergeben
  sich insbesondere keine Hinweise darauf, dass Familienmitglieder des
  Beschwerdeführers in Glarus Süd bzw. im Kanton Glarus leben würden, auch
  macht der Beschwerdeführer nicht geltend, er verfüge über Freunde in […] bzw.
  im Kanton Glarus, zu welchen er regelmässig Kontakt pflege und in deren
  Umgebung er seinen Lebensmittelpunkt sehe. Daraus folgt, dass der Beschwerdeführer
  mit Ausnahme seiner ehemaligen Vermieterin, zu welcher das Verhältnis in der
  Zwischenzeit auch gemäss seinen eigenen Ausführungen zerrüttet ist, über kein
  soziales Netzwerk in […] bzw. im Kanton Glarus verfügt. Dies wird
  schliesslich auch dadurch bestätigt, dass sich der Beschwerdeführer Ende Juni
  2017, als seine Beziehung zu seiner ehemaligen Vermieterin immer schwieriger
  wurde, bereits nicht mehr im Kanton Glarus aufhielt.

  
	
   

  
	
  4.3 Stattdessen hat der Beschwerdeführer den Kanton
  Glarus Ende Juni 2017 verlassen, und zwar bereits vor Bekanntgabe der
  Wohnungskündigung, führte doch die ehemalige Vermieterin des
  Beschwerdeführers insbesondere aus, den Zimmerschlüssel bereits am
  29. Juni 2017 vom Beschwerdeführer mit eingeschriebener Post
  erhalten zu haben. Der Beschwerdeführer hat zum einen dadurch, dass er sich
  bei Bekannten ausserhalb des Kantons Glarus niederliess, sein Zuhause in […]
  aufgegeben. Zum anderen regelte er die Auflösung des von ihm bewohnten
  möbilierten Zimmers nicht selbständig und befand sich dafür insbesondere auch
  nicht im Kanton Glarus. Auf seinen Wunsch hin übernahmen seine ehemalige
  Vermieterin, die Beschwerdegegnerin 1 wie auch seine Beiständin die
  Organisation der Räumung seines Zimmers. Dabei vollzog der Beschwerdeführer
  nicht einen Umzug und bezog eine neue Wohnung oder aber ein neues Zimmer in
  Glarus Süd bzw. im Kanton Glarus, sondern er stellte seine persönlichen
  Gegenstände in einem Lagerhaus ein. Folglich verfügte der Beschwerdeführer
  seither über kein Wohndomizil in […] bzw. im Kanton Glarus mehr. Auf die vom
  Beschwerdeführer behauptete innere Absicht, zukünftig in Glarus wieder
  Wohnsitz nehmen zu wollen, kann von Vornherein nicht abgestellt werden, da
  diese kein äusserer, für Dritte erkennbarer Umstand darstellt. Dies muss
  ebenso für den vom Beschwerdeführer behaupteten inneren Willen, Mitte
  Juli 2017 eine Traumatherapie absolvieren zu wollen, gelten. Insgesamt
  sind keine für Dritte nach aussen erkennbaren Umstände ersichtlich, welche
  darauf schliessen lassen würden, dass der Beschwerdeführer beabsichtigte,
  weiterhin in Glarus Süd bzw. dem Kanton Glarus zu verbleiben.

  
	
   

  
	
  4.4 Einem Wegzug entgegenstehen könnte im Sinne eines
  Ausnahmetatbestandes demnach einzig noch, dass sich der Beschwerdeführer zur
  Vermeidung von Obdachlosigkeit vorübergehend bei ausserkantonal wohnhaften
  Freunden aufgehalten hätte. Dabei müsste es sich um eine von Vornherein kurz
  befristete Zeit handeln, während welcher der Betroffene bei Verwandten oder
  Bekannten in einem anderen Kanton Unterschlupf gesucht hätte (SKOS-Richtlinien,
  Ziff. 5.4). 

  
	
   

  
	
  Zuzustimmen ist dem
  Beschwerdeführer insofern, als dass er sich nur wenige Nächte vor seinem
  notfallmässigen Spitaleintritt in die C.______AG ausserhalb des Kantons
  Glarus aufhielt. Allerdings befand sich der Beschwerdeführer bereits vor
  Vornahme der Wohnungskündigung und damit zu einem Zeitpunkt, als er noch über
  ein Zuhause in […] verfügte, nicht mehr im Kanton Glarus. Daraus kann einzig
  folgen, dass er eben nicht zur Vermeidung von Obdachlosigkeit den Kanton
  Glarus verlassen hat, da er zum Zeitpunkt des Wegzuges aus dem Kanton Glarus
  noch über ein angemietetes Zimmer in […] verfügte, und somit nicht obdachlos
  war. Er hat sich dabei gemäss seinen eigenen Ausführungen bei ausserkantonal
  wohnhaften Freunden aufgehalten, was abermals zeigt, dass sich sein soziales
  Umfeld ausserhalb des Kantons Glarus befindet.

  
	
   

  
	
  Überdies ist festzuhalten,
  dass die Beschwerdegegnerin 1 im Falle der plötzlich eingetretenen
  Obdachlosigkeit des Beschwerdeführers aufgrund der Kündigung des gemieteten
  Zimmers verpflichtet gewesen wäre, den Beschwerdeführer zu unterstützen,
  indem sie ihm einen Platz in der Notschlafstelle zur Verfügung gestellt und
  ihn bei der Suche nach einer zukünftigen Wohnung unterstützt hätte (Art. 24
  Sozialhilfegesetz). Hätte der Beschwerdeführer die Beschwerdegegnerin 1
  um Unterstützung in einer Notlage ersucht, wäre sein Unterstützungswohnsitz
  in […] bestehen geblieben, insbesondere weil sich der Beschwerdeführer
  weiterhin im Kanton Glarus aufgehalten hätte. Da sich der Beschwerdeführer
  aber bereits nicht mehr im Kanton Glarus befand, ist durch die Vornahme der
  Kündigung des gemieteten Zimmers nicht vom Eintreten einer Notlage
  auszugehen, zumal sich der Beschwerdeführer entschloss, die Kündigung zu
  akzeptieren und sich gegen deren Vornahme in Wahrnehmung der ihm als Mieter
  obliegenden Rechte nicht zu wehren. Stattdessen ist in Übereinstimmung mit
  der Beschwerdegegnerin 2 davon auszugehen, dass sich der
  Beschwerdeführer im Zeitpunkt der Vornahme der Wohnungskündigung zur Regelung
  seines zukünftigen Aufenthaltes bereits nicht mehr in […] aufgehalten hatte,
  womit kein Vermeiden einer vorübergehenden Obdachlosigkeit vorliegt.

  
	
   

  
	
  4.5 Aus obigen Erwägungen ergibt sich, dass der
  Beschwerdeführer sein vormaliges Zuhause in […] aufgab und überdies keine
  sozialen Beziehungen zum Kanton Glarus pflegt, er wohl aber ein soziales
  Netzwerk ausserhalb des Kantons Glarus besitzt. Auch hat der Beschwerdeführer
  […] nicht nur vorübergehend zur Vermeidung von Obdachlosigkeit verlassen,
  sondern er ist per Ende Juni 2017 und damit bereits vor dem Eintritt in die
  C.______AG aus dem Kanton Glarus weggezogen. Folglich hat er seinen zuvor
  vorhandenen Unterstützungswohnsitz in […] gestützt auf
  Art. 9 Abs. 1 ZUG verloren. Entsprechend ist die Gemeinde
  Glarus Süd seit Ende Juni 2017 für die Entrichtung von
  Sozialhilfeleistungen zu Gunsten des Beschwerdeführers örtlich nicht mehr
  zuständig, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.

  
	
   

  
	
  III. 

  
	
  Die Gerichtskosten des
  vorliegenden Verfahrens sind gestützt auf Art. 135a Abs. 1
  lit. d VRG auf die Staatskasse zu nehmen. 

  
	
  Demgemäss erkennt die Kammer:

  
	
  	
    1.

    	
    Die Beschwerde wird abgewiesen.

    
	
    2.

    	
    Die Gerichtskosten werden auf die Staatskasse
    genommen.

    
	
    3.

    	
    Schriftliche
    Eröffnung und Mitteilung an:

    
	
     

    	
    […]