# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9e8307ac-bd8a-56b0-ba63-7a6a1afeaedf
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-07-03
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 03.07.2014 D-3182/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-3182-2014_2014-07-03.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung IV 

D-3182/2014 

 

 

  U r t e i l  v o m  3 .  J u l i  2 0 1 4  

Besetzung 

 
Einzelrichter Martin Zoller, 

mit Zustimmung von Richter Gérard Scherrer; 

Gerichtsschreiber Daniel Widmer. 

   Parteien 
 

1. A._______, 

dessen Ehefrau 

2. B._______, 

sowie deren Kinder  

3. C._______, 

4. D._______, 

5. E._______, 

6. F._______, 

7. G._______, und 

8. H._______, 

Äthiopien,  

c/o Schweizerische Botschaft in Khartum, Sudan,  

Beschwerdeführende,  

 

  
gegen 

  
Bundesamt für Migration (BFM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; 

Verfügung des BFM vom 3. Februar 2014 / N (…). 

 

D-3182/2014 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführenden 1 und 2 suchten mit Schreiben vom 17. März 

2011 an die Schweizerische Botschaft in Khartum (nachfolgend: Bot-

schaft; Eingangsstempel: […]) für sich und ihre sechs Kinder (Beschwer-

deführende 3 bis 8) sinngemäss um Asyl nach. 

Zur Stützung ihrer Vorbringen reichten die Beschwerdeführenden diverse 

Beweismittel in Kopie zu den Akten. 

B.  

B.a Mit Datum vom 4. April 2011 (Versand: […]) leiteten die Beschwerde-

führenden den Inhalt ihrer Asylgesuche vom 17. März 2011 per E-Mail an 

die Botschaft weiter (Eingangsstempel: […]). 

B.b Mit Schreiben vom (…) 2012 bestätigte das BFM den Erhalt der 

E-Mail vom 4. April 2011 und teilte den Beschwerdeführenden mit, dass 

kein bestimmtes Datum für den Asylentscheid in Aussicht gestellt werden 

könne. 

C.  

Mit Schreiben vom 5. September 2012 an die Botschaft (Eingangsstem-

pel vom selben Datum) ergänzten die Beschwerdeführenden ihre Vor-

bringen. 

D.  

D.a Mit über die Botschaft versandter Zwischenverfügung vom 1. Oktober 

2012 – zugestellt am (…) – teilte das BFM den Beschwerdeführenden un-

ter Hinweis auf das in BVGE 2007/30 veröffentlichte Urteil des Bundes-

verwaltungsgerichts E-6148/2006 vom 27. November 2007 mit, die Bot-

schaft sei aufgrund der Zunahme der eingereichten Asylgesuche, des be-

grenzten Personalbestands sowie wegen fehlender Voraussetzungen im 

sicherheitstechnischen und räumlichen Bereich nicht mehr in der Lage, 

eine persönliche Befragung durchzuführen. In diesem Zusammenhang 

ersuchte die Botschaft sie – unter Hinweis auf ihre Mitwirkungspflicht – 

zur Vervollständigung des rechtserheblichen Sachverhalts um Beantwor-

tung konkreter Fragen betreffend persönliche Angaben, Familie und An-

gehörige in einem Drittstaat, Asylgründe sowie Aufenthalt im Sudan bis 

zum (…) 2012, wobei für den Fall schuldhafter Verletzung der Mitwir-

kungspflicht sowie bei Nicht- oder mangelhafter Beantwortung der Frage 

ein Nichteintreten auf die Asylgesuche und für den Unterlassungsfall ein 

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Seite 3 

Entscheid aufgrund der Aktenlage beziehungsweise die Abschreibung der 

Asylgesuche als gegenstandlos in Aussicht gestellt wurde. 

D.b Das nicht datierte Antwortschreiben samt weiteren, teilweise bereits 

eingereichten Beweismitteln traf am (…) 2013 (Eingangsstempel) bei der 

Botschaft ein. 

E.  

In ihren schriftlichen Eingaben machten die Beschwerdeführenden zur 

Begründung der Asylgesuche im Wesentlichen Folgendes geltend: 

Der Beschwerdeführende 1 sei äthiopischer Staatsangehöriger aus 

I._______ in der Region J._______. Aufgrund der kriegerischen Ausei-

nandersetzungen in Äthiopien habe er seinen Heimatstaat im (…) 1985 

verlassen und sei in den Sudan geflüchtet. Dort habe er sich als Flücht-

ling registrieren lassen und bis im (…) 1991 im Flüchtlingslager 

K._______ aufgehalten. In der Folge sei er nach Khartum gereist. Die 

Beschwerdeführende 2 sei ebenfalls äthiopische Staatsangehörige aus 

L._______ in der Region J._______. Im Jahr 1992 habe sie ihren Hei-

matstaat verlassen und sei nach Äthiopien geflüchtet. Als registrierter 

Flüchtling habe sie sich bis zum Jahr 1993 in einem Flüchtlingscamp in 

M._______ aufgehalten. In der Folge habe sie sich aufgrund ihrer Arbeit 

nach Khartum begeben. Die Beschwerdeführenden 1 und 2 hätten im 

Jahr (…) in Khartum geheiratet. Zusammen mit ihren sechs Kindern 

wohnten sie in N._______, Khartum. Der Beschwerdeführende 1 arbeite 

dort als (…). Er fürchte sich in Khartum vor den äthiopischen Sicherheits-

kräften, welche ihn aufgrund seiner Mitgliedschaft bei der O._______ in 

Äthiopien stets aufsuchten und behelligten. Im Zeitraum von 2001 bis 

2008 sei er wiederholt zu Hause in Khartum von den Sicherheitskräften 

aufgesucht und befragt worden. Er und seine Kinder seien mehrmals für 

mehrere Tage gefangen gehalten worden. Als Flüchtlinge lebten sie in 

Khartum in grosser Unsicherheit und fürchteten sich vor weiteren Verfol-

gungsmassnahmen sowie einer Deportation nach Äthiopien. Zudem sorg-

ten sie sich auch um die Zukunft ihrer Kinder. 

F.  

Mit über die Botschaft versandter Verfügung vom 3. Februar 2014 – eröff-

net am (…) – verweigerte das Bundesamt den Beschwerdeführenden die 

Einreise in die Schweiz und lehnte deren Asylgesuche ab. 

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Seite 4 

G.  

Mit englischsprachiger Eingabe vom 25. Mai 2014 (samt deutscher Über-

setzung) an die Botschaft (Eingangsstempel vom selben Datum), welche 

an das Bundesverwaltungsgericht (Eingangsstempel: […]) weitergeleitet 

wurde, beantragten die Beschwerdeführenden sinngemäss, es sei die 

angefochtene Verfügung aufzuheben und ihnen die Einreise in die 

Schweiz zu bewilligen beziehungsweise Asyl zu gewähren. Als Beweis-

mittel wurden, nebst bereits im erstinstanzlichen Verfahren eingereichten 

Unterlagen weitere Dokumente in Kopie eingereicht. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu 

den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bun-

desverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im 

Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist 

daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde; es 

entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser – was hier nicht 

der Fall ist – bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor 

welchem die beschwerdeführende Partei Schutz sucht (Art. 105 Asylge-

setz [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bst. c Ziff. 1 und Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Die dringlichen Änderungen des Asylgesetzes vom 28. September 

2012, welche am 29. September 2012 in Kraft getreten sind, kommen 

vorliegend nicht zur Anwendung, wurde doch in der Übergangsbestim-

mung (Ziffer III) festgehalten, dass für Asylgesuche, die im Ausland vor 

dem Inkrafttreten der Änderung des Asylgesetzes gestellt worden sind – 

was vorliegend der Fall ist – die Art. 12, 19, 20, 41 Absatz 2, 52 und 68 in 

der bisherigen Fassung gelten. 

2.  

Die Beschwerdeführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilge-

nommen, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt, ha-

ben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise 

Änderung und sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert. Auf 

die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten 

(Art. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 

Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

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3.  

Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

4.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise 

einer zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine solche, weshalb der 

Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 

AsylG). 

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durchfüh-

rung eines Schriftenwechsels verzichtet. 

5.  

5.1 Das Bundesamt kann ein im Ausland gestelltes Asylgesuch ablehnen, 

wenn die asylsuchende Person keine Verfolgung glaubhaft machen kann 

oder ihr die Aufnahme in einem Drittstaat zugemutet werden kann (Art. 3, 

Art. 7 und aArt. 52 Abs. 2 AsylG). Gemäss aArt. 20 Abs. 2 AsylG bewilligt 

das Bundesamt einer asylsuchenden Person die Einreise zur Abklärung 

des Sachverhaltes, wenn ihr nicht zugemutet werden kann, im Wohnsitz- 

oder Aufenthaltsstaat zu bleiben oder in ein anderes Land auszureisen. 

Gestützt auf aArt. 20 Abs. 3 AsylG kann das Eidgenössische Justiz- und 

Polizeidepartement (EJPD) schweizerische Vertretungen ermächtigen, 

Asylsuchenden die Einreise zu bewilligen, die glaubhaft machen, dass ei-

ne unmittelbare Gefahr für Leib und Leben oder für die Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG bestehe. 

5.2 Ein Asylgesuch kann gemäss aArt. 19 AsylG im Ausland bei einer 

schweizerischen Vertretung gestellt werden, die es mit einem Bericht an 

das Bundesamt überweist (aArt. 20 Abs. 1 AsylG). Hinsichtlich des Ver-

fahrens bei der schweizerischen Vertretung im Ausland sieht aArt. 10 der 

Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 über Verfahrensfragen (AsylV 1, 

SR 142.311) vor, dass diese mit der asylsuchenden Person in der Regel 

eine Befragung durchführt. Ist dies nicht möglich, so wird die asylsuchen-

de Person aufgefordert, ihre Asylgründe schriftlich festzuhalten (aArt. 10 

Abs. 2 AsylV 1). 

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5.2.1 Die Beschwerdeführenden wurden nicht zu ihren Asylgesuchen 

befragt. Sie haben ihre Vorbringen jedoch bereits im Asylgesuch vom 

17. März 2011 schriftlich dargelegt und am (…) 2012 ergänzt (vgl. 

Sachverhalt Bstn. A und C). Zudem wurde ihnen in der Folge mit 

Zwischenverfügung des BFM vom 1. Oktober 2012 ein Katalog von für 

die vollständige Erstellung des rechtserheblichen Sachverhalts noch 

zu beantwortenden offenen Fragen zugestellt, wozu sie am (…) 2013 

schriftlich Stellung genommen haben (vgl. Sachverhalt Bst. D.b). Der 

entscheidwesentliche Sachverhalt erscheint angesichts der schrift-

lichen Darlegung der Asylgründe soweit erstellt, dass die entscheid-

relevanten Elemente vorliegen. 

 

5.2.2  Bei dieser Sachlage bestand keine Veranlassung, die Beschwer-

deführenden vorgängig eines Entscheides durch eine schweizerische 

Vertretung zusätzlich persönlich zu befragen. Das BFM hat den verfah-

rensrechtlichen Anforderungen damit Genüge getan. 

 

5.3 Für die Erteilung einer Einreisebewilligung gelten restriktive Voraus-

setzungen, wobei den Behörden ein weiter Ermessensspielraum zu-

kommt. Neben der erforderlichen Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG 

sind namentlich die Beziehungsnähe zur Schweiz, die Möglichkeit der 

Schutzgewährung durch einen anderen Staat, die Beziehungsnähe zu 

anderen Staaten, die praktische Möglichkeit und objektive Zumutbarkeit 

zur anderweitigen Schutzsuche sowie die voraussichtlichen Eingliede-

rungs- und Assimilationsmöglichkeiten in Betracht zu ziehen. Ausschlag-

gebend für die Erteilung der Einreisebewilligung ist dabei die Schutzbe-

dürftigkeit der betreffenden Person, mithin die Prüfung der Fragen, ob ei-

ne Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG glaubhaft gemacht wird und ob 

der Verbleib am Aufenthaltsort für die Dauer der Sachverhaltsabklärung 

zugemutet werden kann (vgl. BVGE 2011/10 E. 3.3 S. 126 und E. 5.1 

S. 128, sowie auch die Zusammenfassung der Rechtsprechung im Urteil  

D-2018/2011 vom 14. September 2011 E. 7.1). Eine Verfolgungssituation 

muss überdies aktuell sein, um gemäss Art. 3 AsylG als relevant zu gel-

ten. 

 

5.4 Das BFM führte zur Begründung seiner Verfügung im Wesentlichen 

aus, es liege keine unmittelbare Gefährdung der Beschwerdeführenden 

vor, welche deren Einreise in die Schweiz als notwendig erscheinen lies-

se. Zwar liessen die Ausführungen im Asylgesuch vom 17. März 2011 und 

in der Stellungnahme der Beschwerdeführenden vom (…) 2013 darauf 

schliessen, dass diese ernstzunehmende Schwierigkeiten mit den äthio-

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pischen Behörden hätten. Es sei zu prüfen, ob einer allfälligen Asylge-

währung durch die Schweiz ein Asylausschlussgrund von aArt. 52 AsylG 

entgegenstehe, gemäss welcher Gesetzesbestimmung einer Person das 

Asyl verweigert werden könne, wenn ihr zugemutet werden könne, sich in 

einem anderen Staat um Aufnahme zu bemühen. Die Beschwerdefüh-

renden 1 und 2 hätten sich nach ihrer Ankunft im Sudan in einem Flücht-

lingslager registrieren lassen, wo sie sich bis (…) 1991 (1) beziehungs-

weise (…) 1993 (2) aufgehalten hätten, bevor sie nach Khartum gezogen 

seien, wo sie im Jahr (…) geheiratet und sich mit ihren sechs Kindern 

niedergelassen hätten. Auf die Frage im Schreiben des BFM vom 

1. Oktober 2012, weshalb ihnen ein weiterer Verbleib im Sudan nicht 

möglich beziehungsweise zumutbar sein sollte, hätten sie geantwortet, 

dass sie sich vor den äthiopischen Sicherheitskräften fürchteten, von wel-

chen sie wiederholt aufgesucht würden, wobei der Beschwerdeführende 

1 mehrmals inhaftiert worden sei; sie lebten in grosser Unsicherheit und 

fürchteten sich vor einer Deportation nach Äthiopien. Demgegenüber – so 

das BFM – befänden sich zahlreiche äthiopische Flüchtlinge und Asylsu-

chende im Sudan, und es sei nicht zu verkennen, dass die Lage vor Ort 

für diese Menschen nicht einfach sei. Dennoch bestünden in Bezug auf 

die Beschwerdeführenden keine Anhaltspunkte zur Annahme, dass für sie 

ein weiterer Verbleib im Sudan nicht zumutbar oder möglich wäre. Als im 

Sudan vom Amt des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Natio-

nen (UNHCR) registrierte Flüchtlinge seien sie einem Flüchtlingslager 

zugeteilt worden, wo sie sich aufzuhalten hätten. Sie verfügten im Sudan 

nicht über ein freies Aufenthaltsrecht für das ganze Land. Deshalb sei es 

den Beschwerdeführenden in Übereinstimmung mit der Praxis des Bun-

desverwaltungsgerichts zuzumuten, wieder in das ihnen zugewiesene 

Flüchtlingslager zurückzukehren, wenn ihre Situation tatsächlich kritisch 

sein sollte. Ihre Befürchtung, nach Äthiopien ausgeschafft zu werden, 

werde vom BFM als unbegründet erachtet. Gemäss gesicherten Erkennt-

nissen und Praxis des Bundesverwaltungsgerichts sei das Risiko einer 

Deportation oder Verschleppung für im Sudan vom UNHCR als Flüchtlin-

ge anerkannte Äthiopier gering. Das UNHCR registriere vor Ort sämtliche 

Äthiopier, die sich in einem Flüchtlingslager meldeten, unabhängig davon, 

weshalb sie Äthiopien verlassen hätten. In casu lägen keine konkreten 

Anhaltspunkte dafür vor, dass den Beschwerdeführenden eine Rückfüh-

rung nach Äthiopien drohen könnte. So verfügten sie gemäss den Akten 

nicht über ein geeignetes Risikoprofil, welches eine Befürchtung vor einer 

Verschleppung nach Äthiopien objektiv begründen könnte. Auch sei es 

ihnen nicht gelungen glaubhaft darzulegen, persönlich faktisch und unmit-

telbar bedroht zu sein, um unter Verletzung des Non-Refoulement-

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Prinzips nach Äthiopien zurückgeschafft zu werden. Da die Beschwerde-

führenden 1 und 2 durch das UNHCR den Flüchtlingsstatus erhalten hät-

ten, hätten sie jederzeit die Möglichkeit, sich bei einer Vertretung des 

UNHCR im Sudan zu melden. Das UNHCR habe den Sudan, welcher 

das Abkommen vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge 

(FK, SR 0.142.30) unterzeichnet habe, an seine internationalen Verpflich-

tungen erinnert. Zwar sei es in Khartum für äthiopische Flüchtlinge ge-

wiss nicht einfach. Doch habe der Beschwerdeführende 1 dort eigenen 

Angaben zufolge als (…) gearbeitet. Er und seine Ehefrau lebten zudem 

seit 25 Jahren in Khartum, hätten dort geheiratet und eine Familie ge-

gründet. Aufgrund der langen Anwesenheitsdauer und der Sprachkennt-

nisse bestünden für die Beschwerdeführenden bessere Integrationsmög-

lichkeiten in die sudanesische Gesellschaft als für andere äthiopische 

Flüchtlinge. Die Hürden für eine zumutbare Existenz in Khartum seien 

daher in casu nicht unüberwindbar. Überdies lebe im Sudan eine grosse 

äthiopische Diaspora, welche für in Not geratene Landsleute bereitstehe 

und weitgehend Unterstützung biete. Schliesslich lebten den Angaben der 

Beschwerdeführenden zufolge keine nahen Verwandten oder Bezugsper-

sonen von ihnen in der Schweiz. Auch sonst seien in den Akten keine 

Hinweise auf allfällige Anknüpfungspunkte zur Schweiz ersichtlich. Auf-

grund dessen sei keine besondere Beziehungsnähe zur Schweiz gege-

ben, welche die vorangegangenen Feststellungen umzustossen vermöch-

ten. 

 

5.5 Die Beschwerde beschränkt sich sinngemäss auf eine Wieder-

holung der bisherigen Vorbringen im erstinstanzlichen Asylverfahren. 

Zudem sei die im (…) 2014 fällig gewordene Erneuerung der 

Flüchtlingsausweise der Beschwerdeführenden 1 und 2 vom Sudan's 

Commissioner for Refugees Office (COR) noch nicht vorgenommen 

worden, wobei die Polizei von mit nicht erneuerten Ausweisen 

aufgegriffenen Personen die Bezahlung von Schmiergeldern verlange. 

Auch würden namentlich die Beschwer-deführenden 3 bis 8 wegen 

ihrer nichtislamischen Glaubenszugehörig-keit verbal belästigt. 

5.6 Die Überprüfung der Akten ergibt, dass sich die Erwägungen in der 

angefochtenen Verfügung (vgl. E. 5.4) – abgesehen von der darin er-

wähnten Aufenthaltsdauer der Beschwerdeführenden 1 und 2 im Sudan – 

als zutreffend erweisen und den Beschwerdeführenden tatsächlich zuge-

mutet werden kann, sich weiterhin im Sudan aufzuhalten. Daran vermö-

gen die zusätzlichen Ausführungen in der Beschwerde – unabhängig von 

deren Glaubhaftigkeit – sowie die der Rechtsmitteleingabe in Kopie bei-

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gelegten Unterlagen, welche teils allgemeiner Natur sind beziehungswei-

se Schwierigkeiten bei der Verlängerung der Ausweise dokumentieren 

sollen, nichts zu ändern. Zwar ist es im Sudan in der Tat in vereinzelten 

Fällen zu Entführungen von Flüchtlingen beziehungsweise zu Deportatio-

nen gekommen. Indessen ist gemäss gesicherten Erkenntnissen das Ri-

siko einer Deportation oder Verschleppung für im Sudan vom UNHCR als 

Flüchtlinge anerkannte Personen gering. Die diesbezüglich von den Be-

schwerdeführenden geltend gemachten Drohungen sind zu wenig sub-

stanziiert, als dass sie als Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG qualifi-

ziert werden könnten. Die Beschwerdeführenden 1 und 2 halten sich seit 

mehr als 20 Jahren im Sudan auf, wo sie vom UNHCR registriert sind. Im 

Zusammenhang mit den von ihnen geltend gemachten Behelligungen 

durch Sicherheitskräfte und unbekannte Täter gelangten sie jeweils an 

den COR, welcher sich beim UNHCR für die Beschwerdeführenden ein-

setzte. Bisher wurden ihre Flüchtlingsausweise offensichtlich stets ohne 

Weiteres erneuert. Sollte sich die aktuell anstehende Erneuerung verzö-

gert haben, könnten sie diesbezüglich an das UNHCR gelangen. Zwar ist 

bekannt, dass in Khartum von Zeit zu Zeit Asylsuchende oder Flüchtlinge 

von Polizeikräften verhaftet werden, um auf diese Weise an Schmiergeld-

zahlungen zu gelangen. Auch diesbezüglich hätten sich die Beschwerde-

führenden gegebenenfalls an das UNHCR oder den COR zu wenden, um 

behördliche Hilfe zu erhalten. Schliesslich spricht auch die allgemeine 

Lage für Christen in Khartum nicht gegen einen weiteren Verbleib im 

Land. Soweit die Beschwerdeführenden vorbringen, wirtschaftliche 

Schwierigkeiten zu haben, ist festzuhalten, dass sie im Sudan einem 

Flüchtlingslager zugewiesen worden sind, es den Akten zufolge aber vor-

gezogen haben, sich in Khartum ausserhalb desselben aufzuhalten. Es 

ist ihnen jedoch grundsätzlich zuzumuten, sich in das ihnen zugewiesene 

Flüchtlingslager zurückzubegeben. 

5.7 Schliesslich besitzen die Beschwerdeführenden keinen Anknüpfungs-

punkt zur Schweiz. Aufgrund dessen ist keine besondere Beziehungsnä-

he zur Schweiz gegeben, die die vorangegangenen Feststellungen um-

zustossen vermag. 

6.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig 

sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist 

abzuweisen. 

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Seite 10 

7.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären dessen Kosten grundsätzlich 

den Beschwerdeführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Aus ver-

waltungsökonomischen Gründen und in Anwendung von Art. 63 Abs. 1 in 

fine VwVG und Art. 2 und 3 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsge-

richt (VGKE, SR 173.320.2) ist indes auf die Erhebung von Verfahrens-

kosten zu verzichten. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das BFM und die zu-

ständige schweizerische Vertretung. 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Martin Zoller Daniel Widmer 

 

 

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