# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 74637a69-88e4-5877-b6a7-e766e0542bf5
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-04-28
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Verwaltungsgericht 28.04.2025 WBE.2023.312
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_006_WBE-2023-312_2025-04-28.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht 

2. Kammer 

 

WBE.2023.312 / th / jh 
(3-RV.2021.161)  

Art. 26 

 

Urteil vom 28. April 2025 
 

 

Besetzung  Verwaltungsrichter J. Huber, Vorsitz 

Verwaltungsrichter Plüss 

Verwaltungsrichterin Schwarz 

Gerichtsschreiber i.V. Hufschmid 

 

 
   

Beschwerde-

führer  

 A._____ 

 

gegen 

  Kantonales Steueramt, Geschäftsbereich Recht, Rechtsdienst,  

Telli-Hochhaus, 5004 Aarau 

 

  Gemeinderat Q._____ 

 

 
   

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend Kantons- und Gemeindesteuern 2012 

 

Entscheid des Spezialverwaltungsgerichts, Abt. Steuern,  

vom 20. Juli 2023 

 

  

 - 2 - 

 

 

    

Das Verwaltungsgericht entnimmt den Akten: 

A.   

1.   

A._____ war von Januar 2008 bis Juni 2012 bei der B._____ AG unselb-

ständig erwerbstätig und wechselte im Juli 2012 zum neuen Arbeitgeber, 

der C._____ AG, für welche er mindestens bis zum Ende der Steuerperi-

ode 2012 tätig blieb. Sowohl die B._____ AG als auch die C._____ AG sind 

in der Heizöl- und Treibstoffbranche tätig. Im Rahmen seiner Tätigkeit bei 

der B._____ AG schloss A._____ eine Vereinbarung mit dieser ab, welche 

ihm erlaubte, physisch Heizöl zu erwerben und dieses bis zum späteren 

Verkauf in den Lagertanks der B._____ AG einzulagern. 

2.   

A._____ erzielte in den Steuerperioden 2010 und 2011 einen Gewinn in der 

Höhe von Fr. 32'183.20 (2010) respektive Fr. 27'815.60 (2011) aus dem 

Verkauf von eingelagertem Heizöl, deklarierte diese Gewinne aber nicht in 

der jeweiligen Steuererklärung.  

3.   

In der Steuerperiode 2012 stellte A._____ den physischen Handel mit Öl 

ein und begann stattdessen, mit strukturierten Finanzprodukten an der 

Börse zu spekulieren, wobei er mehrheitlich mit Öl- und Edelmetall-Deriva-

ten handelte. Dabei resultierte ein Verlust in Höhe von Fr. 55'103.00, wel-

chen A._____ in seiner Steuerdeklaration der Steuerperiode 2012 ebenfalls 

nicht angab.  

B.  

1.   

Mit Nachsteuerverfügungen vom 4. Dezember 2019 wurden die aus der 

physischen Öl-Handelstätigkeit stammenden Gewinne der Steuerperioden 

2010 und 2011 in der Höhe von insgesamt Fr. 59'998.80 als Einkommen 

aus selbständiger Erwerbstätigkeit qualifiziert und mit Einspracheentschei-

den vom 6. Juli 2020 für die Kantons- und Gemeindesteuern 2010 und 2011 

sowie für die direkten Bundessteuern 2010 und 2011 rechtskräftig nachbe-

steuert.  

2.   

Im Rahmen des Nachsteuerverfahrens liess A._____ durch seine Vertrete-

rin weitere bis anhin nicht deklarierte Verluste aus Wertschriftenhandel mel-

den, die er in den Steuerperioden 2012 bis 2017 erlitten habe. Die Vertre-

terin von A._____ bezifferte die Verluste auf Fr. 55'103.00 (2012), 

Fr. 42'034.12 (2013), Fr. 29'801.22 (2014), Fr. 45'607.01 (2015), 

Fr. 143'031.90 (2016) und Fr. 130'741.10 (2017).  

 - 3 - 

 

 

3.   

Mit Schreiben vom 8. Dezember 2020 machte A._____ schliesslich gel-

tend, er sei in der Steuerperiode 2012 im Nebenerwerb als Wertschriften-

händler tätig gewesen. Darauf würden bereits die Anzahl der Transaktionen 

(46) und der damit generierte Umsatz von mehr als Fr. 200'000.00 auf dem 

Wertschriftenkonto bei der UBS hinweisen. 

C.   

1.   

Im Folgenden wurde A._____ mit Verfügung der Steuerkommission 

Q._____ vom 19. Februar 2021 für die Kantons- und Gemeindesteuern 

2012 mit einem steuerbaren und satzbestimmenden Einkommen von 

Fr. 98'900.00 und einem steuerbaren Vermögen von Fr. 0.00 veranlagt. Der 

von A._____ geltend gemachte Verlust aus Wertschriftenhandel in der 

Höhe von Fr. 55'103.00 wurde nicht zum Abzug zugelassen. 

2.   

A._____ erhob mit Schreiben vom 16. März 2021 Einsprache gegen diesen 

Entscheid, in welcher er beantragte, der Verlust von Fr. 55'103.00 sei vom 

steuerbaren Einkommen der Steuerperiode 2012 in Abzug zu bringen. Am 

7. Juli 2021 fand die Einspracheverhandlung statt. Mit Entscheid vom 

1. September 2021 wies die Steuerkommission Q._____ die Einsprache 

von A._____ ab. 

3.   

Mit Schreiben vom 7. Oktober 2021 liess A._____ beim Spezialverwal-

tungsgericht, Abt. Steuern, Rekurs erheben. Dieses entschied am 20. Juli 

2023: 

1. 
Der Rekurs wird abgewiesen. 

2. 
Der Rekurrent hat die Kosten des Rekursverfahrens, bestehend aus einer 
Staatsgebühr von CHF 1'100.00, der Kanzleigebühr von CHF 240.00 und 
den Auslagen von CHF 100.00, zusammen CHF1'440.00 zu bezahlen. 

3. 
Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet. 

D.   

1.   

Mit Beschwerde vom 3. September 2023 (eingegangen 15. September 

2023) gelangte der Beschwerdeführer an das Verwaltungsgericht und 

stellte folgende Anträge: 

 - 4 - 

 

 

1. 
Es sei das Gerichtsurteil vom 20. Juli 2023 aufzuheben; 

 
2. 
Es sei der Beschwerdeführer mit Bezug auf die Kantons- und Gemeinde-
steuern 2012 auf Grundlage eines Verlustes aus selbständiger Erwerbstä-
tigkeit (Wertschriftenhandel) i.H.v. CHF 55'103.25 und ansonsten deklara-
tionsgemäss zu veranlagen; 
 
3. 
Eine allfällige Beschwerdeantwort sei dem Beschwerdeführer zur Stellung-
nahme, jedenfalls aber zur Kenntnisnahme zuzuleiten; 

 
 
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Beschwerde-
gegners. 

2.   

In seiner Eingabe vom 15. September 2023 verzichtete das Spezialverwal-

tungsgericht, Abt. Steuern, auf die Erstattung einer Vernehmlassung. Das 

Kantonale Steueramt verwies in ihrer Beschwerdeantwort vom 19. Oktober 

2023 vollumfänglich auf die Ausführungen des Spezialverwaltungsgerichts 

und beantragte die Abweisung der Beschwerde. 

3.   

Das Verwaltungsgericht hat den Fall am 28. April 2025 beraten und ent-

schieden. 

 
  

Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

I.   

1.   

Das Verwaltungsgericht beurteilt Beschwerden gegen Entscheide des Spe-

zialverwaltungsgerichts, Abt. Steuern, in Kantons- und Gemeindesteuersa-

chen (§ 198 Abs. 1 des Steuergesetzes des Kantons Aargau vom 15. De-

zember 1998 [StG; SAR 651.100]; § 54 Abs. 1 des Gesetzes über die Ver-

waltungsrechtspflege vom 4. Dezember 2004 [VRPG; SAR 271.200]). Es 

ist somit zur Behandlung des vorliegenden Falls zuständig und überprüft 

den angefochtenen Entscheid im Rahmen der Beschwerdeanträge auf un-

richtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhalts sowie Rechts-

verletzungen (§ 199 StG; § 48 Abs. 2 und § 55 Abs. 1 VRPG). 

2.   

Die übrigen Prozessvoraussetzungen geben zu keinen Bemerkungen An-

lass. Auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist vollumfäng-

lich einzutreten. 

 - 5 - 

 

 

II.   

1.   

Die Vorinstanz hat in ihrem Urteil vom 20. Juli 2023 im Wesentlichen erwo-

gen, dass es sich bei den Öl-Handelsaktivitäten des Beschwerdeführers in 

den Steuerperioden 2010 und 2011 und dem Wertschriftenhandel in der 

Steuerperiode 2012 um unterschiedliche Tätigkeiten gehandelt habe, wel-

che steuerlich separat zu würdigen seien. Da es dem Beschwerdeführer 

bei seiner Wertschriftenhandelstätigkeit in der relevanten Steuerperiode 

2012 an der objektiven Gewinnstrebigkeit gemangelt habe und zudem we-

der spezielles Fachwissen noch ein systematisches oder planmässiges 

Vorgehen des Beschwerdeführers vorgelegen habe, handle es sich bei die-

ser Tätigkeit nicht um eine selbständige Erwerbstätigkeit. Der steuerliche 

Abzug der erlittenen Verluste in der Höhe von Fr. 55'103.00 sei deshalb 

zurecht verweigert worden. 

2.   

Der Beschwerdeführer hingegen sieht in seiner Öl-Handelstätigkeit starke 

Parallelen zum ab der Steuerperiode 2012 ausgeübten Wertschriftenhan-

del, weshalb eine steuerliche Ungleichbehandlung unzulässig sei. Zudem 

seien die Prüfkriterien des gewerbsmässigen Wertschriftenhandels alle-

samt erfüllt und auch an der objektiven Gewinnstrebigkeit seiner Wert-

schriftenhandelstätigkeit habe es nicht gemangelt.  

3.  

3.1   

Die Abzugsfähigkeit der vom Beschwerdeführer erlittenen Verluste hängt 

davon ab, ob der von ihm ausgeübte Wertschriftenhandel als selbständige 

Erwerbstätigkeit oder als blosse private Vermögensverwaltung zu qualifi-

zieren ist: Nur im ersten Fall unterliegen allfällige Erträge der Einkommens-

steuer (§ 25 Abs. 1 und § 27 Abs. 1 StG vgl. Art. 7 Abs. 1 und Art. 8 Abs. 1 

des Bundesgesetzes über die Harmonisierung der direkten Steuern der 

Kantone und Gemeinden [StHG; SR 642.14]), womit auch die eingetrete-

nen und verbuchten Verluste auf Geschäftsvermögen von den gesamten 

steuerbaren Einkünften abgezogen werden können (§ 36 Abs. 2 lit. c 

i. V. m. § 34 StG; Art. 10 Abs. 1 lit. c StHG). 

3.2   

Unter den Begriff der selbständigen Erwerbstätigkeit fällt allgemein jede 

Tätigkeit, bei der ein Unternehmer auf eigenes Risiko, unter Einsatz von 

Arbeit und Kapital, in einer frei gewählten Organisation und mit der Absicht 

der Gewinnerzielung am Wirtschaftsverkehr teilnimmt. Eine solche Tätig-

keit kann haupt- oder nebenberuflich sowie dauernd oder temporär ausge-

übt werden. Ob eine selbständige Erwerbstätigkeit vorliegt, ist stets nach 

den gesamten Umständen des Einzelfalls zu beurteilen (vgl. BGE 

125 II 113, Erw. 5b; BGE 122 II 446, Erw. 5a). 

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 - 6 - 

 

 

Die Absicht der Gewinnerzielung besteht aus dem ernsthaften Streben 

nach Erzielung eines Einkommens (subjektives Element der Gewinnstre-

bigkeit) und dem objektiven Umstand, dass dieses Streben wirtschaftlich 

Erfolg haben kann (objektives Element). Entscheidend sind die Eignung der 

eingesetzten Mittel zur nachhaltigen Gewinnerzielung und die tatsächliche 

Bewirtschaftung nach betriebswirtschaftlichen Grundsätzen (vgl. JULIA VON 

AH, in: Klöti-Weber / Schudel / Schwarb [Hrsg.], Kommentar zum Aargauer 

Steuergesetz, 5. Aufl. 2023, N. 47 zu § 27). 

Bringt eine Tätigkeit auf Dauer nichts ein, ist dies als deutliches Indiz dafür 

zu werten, dass es an der subjektiven oder objektiven Gewinnstrebigkeit 

mangelt: Wer wirklich eine Erwerbstätigkeit ausübt, wird sich in der Regel 

nach andauernden beruflichen Misserfolgen von der Zwecklosigkeit seiner 

Tätigkeit überzeugen lassen und diese aufgeben. Führt er sie dennoch wei-

ter, ist anzunehmen, dass dafür in subjektiver Hinsicht andere Motive als 

der Erwerbszweck massgebend sind. Dies trifft etwa dann zu, wenn eine 

Tätigkeit aus blosser Liebhaberei oder als Hobby betrieben wird (vgl. Ur-

teile des Bundesgerichts 2C_188/2015 resp. 2C_189/2015 vom 23. Okto-

ber 2015, Erw. 2.2 ff.; 2C_186/2014 vom 4. September 2014, Erw. 2 ff.). 

3.3   

Das Bundesgericht hat für den Handel mit Wertschriften spezifische Prüf-

kriterien entwickelt, um eine nichtsteuerbare private Vermögensverwaltung 

vom steuerbaren gewerbsmässigen Wertschriftenhandel abzugrenzen. Als 

Indizien für das Vorliegen des gewerbsmässigen Wertschriftenhandels gel-

ten die systematische oder planmässige Art und Weise des Vorgehens, die 

Häufigkeit der Transaktionen, die kurze Besitzdauer, der enge Zusammen-

hang mit der beruflichen Tätigkeit der steuerpflichtigen Person, der Einsatz 

spezieller Fachkenntnisse oder erheblicher fremder Mittel zur Finanzierung 

der Geschäfte sowie die Verwendung der erzielten Gewinne bzw. deren 

Wiederanlage in gleichartige Vermögensgegenstände. Jedes dieser Indi-

zien kann zusammen mit andern, unter Umständen jedoch auch für sich 

alleine zur Annahme einer selbständigen Erwerbstätigkeit ausreichen. 

Dass einzelne typische Elemente einer selbständigen Erwerbstätigkeit im 

Einzelfall nicht erfüllt sind, kann durch andere Elemente kompensiert wer-

den, die besonders ausgeprägt vorliegen. Entscheidend ist, dass die Tätig-

keit in ihrem gesamten Erscheinungsbild auf Erwerb ausgerichtet ist (BGE 

125 II 113, Erw. 5e f.; Urteile des Bundesgerichts 2C_929/2014 vom 

10. August 2015, Erw. 4.1; 2C_1048/2013 vom 25. August 2014, Erw. 2.3; 

2C_868/2008 vom 23. Oktober 2009, Erw. 2.3 ff.; vgl. zum Ganzen auch 

das Kreisschreiben der Eidgenössischen Steuerverwaltung Nr. 36 "Ge-

werbsmässiger Wertschriftenhandel" vom 27. Juli 2012 [nachfolgend Kreis-

schreiben Nr. 36]).  

Im Hinblick auf diese Indizien erwog das Bundesgericht im bereits erwähn-

ten Urteil 2C_868/2008 vom 23. Oktober 2009, Erwägung 2.7, für die 

 - 7 - 

 

 

Frage, ob gewerbsmässiger Wertschriftenhandel vorliege, seien insbeson-

dere die Höhe des Transaktionsvolumens (d. h. die Summe aller Kauf-

preise und Verkaufserlöse) sowie der Einsatz erheblicher fremder Mittel zur 

Finanzierung der Geschäfte als massgebliche Kriterien zu berücksichtigen. 

Demgegenüber hätten die Indizien des systematischen und planmässigen 

Vorgehens sowie des Einsatzes spezieller Fachkenntnis nur noch unterge-

ordnete Bedeutung (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 2C_385/2011 vom 

12. September 2011, Erw. 2.1). 

4.   

4.1   

Was zunächst die allgemeinen Voraussetzungen der selbständigen Er-

werbstätigkeit angeht, hat die Vorinstanz richtigerweise ausgeführt, dass 

der Beschwerdeführer in der Steuerperiode 2012 ohne Zweifel auf eigenes 

Risiko und unter Einsatz von Arbeit und Kapital mit Wertschriften gehandelt 

hat. Darüber hinaus hat der Beschwerdeführer seinen Wertschriftenhandel 

in einer frei gewählten Organisation ausgeübt und nach aussen erkennbar 

am Wirtschaftsverkehr teilgenommen (vgl. Urteil des Spezialverwaltungs-

gerichts 3-RV.2021.161 vom 20. Juli 2023, Erw. 5.2.1). 

4.2   

4.2.1   

Nicht zu zweifeln ist ausserdem an der Absicht des Beschwerdeführers, 

durch die von ihm getätigten Börsengeschäfte in der Steuerperiode 2012 

einen Gewinn zu erzielen (subjektives Element). In der blossen Abwick-

lungshandlung bei einem Börsengeschäft lässt sich nur schwerlich ein 

Hobby oder eine Liebhaberei erkennen; ohne die Absicht der Gewinnerzie-

lung wäre diese Tätigkeit jedes Sinnes entleert (Urteil des Bundesgerichts 

2C_375/2015 vom 1. Dezember 2015, Erw. 7.4.2). Aus diesem Grund ist 

die subjektive Gewinnstrebigkeit des Beschwerdeführers bei seiner Wert-

schriftenhandelstätigkeit in der Steuerperiode 2012 ohne Weiteres anzu-

nehmen. 

Zentral und vorliegend im Streit ist hingegen die Frage, ob die Handelsak-

tivitäten des Beschwerdeführers in der Steuerperiode 2012 auch geeignet 

waren, das objektive Element der Gewinnstrebigkeit zu erfüllen. 

4.2.2   

Der Beschwerdeführer hat mit dem Handel von Wertschriften in den 

Steuerperioden 2012 bis 2017 unbestrittenermassen Verluste in der Höhe 

von Fr. 55'103.00 (2012), Fr. 42'034.12 (2013), Fr. 29'801.22 (2014), 

Fr. 45'607.01 (2015), Fr. 143'031.90 (2016) und Fr. 130'741.10 (2017) 

hinnehmen müssen. In diesem Verfahren strittig ist die steuerliche 

Abzugsfähigkeit des Verlustes aus der Steuerperiode 2012 in der Höhe von 

Fr. 55'103.00. Der Beschwerdeführer bringt diesbezüglich vor, dass die 

Verlusterzielung im ersten Geschäftsjahr einer Wertschriftenhandels-

 - 8 - 

 

 

tätigkeit nicht ausreiche, um von einem Dauerverlustbetrieb (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 2C_548/2018 vom 3. August 2018, Erw. 2.3.2) auszuge-

hen. Wie die Vorinstanz bereits treffend ausgeführt hat, können gemäss 

bundesgerichtlicher Rechtsprechung auch die folgenden und hier nicht 

strittigen Steuerperioden zur Beurteilung der Gewinnstrebigkeit herbeige-

zogen werden (vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 2A.126/2007 vom 

19. September 2007, Erw. 2.3). Demnach kann unter Berücksichtigung fol-

gender Verlustperioden bereits die Verlusterzielung in der ersten Steuerpe-

riode, in welcher eine Tätigkeit aufgenommen wird, zu einer Verneinung der 

objektiven Gewinnstrebigkeit dieser Tätigkeit führen (vgl. Urteil des Bun-

desgerichts 2C_375/2015 vom 1. Dezember 2015, Erw. 7.4.3). Somit ist die 

vorgenommene Prüfung der objektiven Gewinnstrebigkeit durch die 

Vorinstanz unter Inbezugnahme der in den Steuerperioden 2013 bis 2017 

erlittenen Verluste nicht zu beanstanden. 

4.2.3   

Unbestritten ist, dass der Handel mit Wertschriften objektiv dazu geeignet 

ist, nachhaltig Gewinne zu erwirtschaften. Gemäss ständiger bundesge-

richtlicher Rechtsprechung ist damit das Element der objektiven Gewinn-

strebigkeit jedoch nicht zwangsläufig erfüllt. Vielmehr ist unter dem Krite-

rium der objektiven Gewinnstrebigkeit zu prüfen, ob die Art und Weise, wie 

der Beschwerdeführer den Wertschriftenhandel betrieben hat, objektiv 

dazu geeignet war, um nachhaltig ein Erwerbseinkommen zu erwirtschaf-

ten (vgl. Urteile des Bundesgerichts 2C_375/2015 vom 1. Dezember 2015, 

Erw. 7.4.3; 2C_389/2018 vom 9. Mai 2019, Erw. 3.2.2.). 

Die Vorbringen des Beschwerdeführers, wonach die Vorinstanz bei der Prü-

fung der Gewinnstrebigkeit die Elemente der objektiven und subjektiven 

Gewinnstrebigkeit verwechselt haben soll, erweisen sich im Lichte der er-

wähnten bundesgerichtlichen Rechtsprechung als unzutreffend. Um zu 

prüfen, ob die Art und Weise wie der Beschwerdeführer mit Wertschriften 

gehandelt hat objektiv geeignet war, um nachhaltig ein Erwerbseinkommen 

zu erwirtschaften und ob der Beschwerdeführer bei seiner Wertschriften-

handelstätigkeit nach betriebswirtschaftlichen Grundsätzen handelte (vgl. 

JULIA VON AH, a. a. O., N. 47 zu § 27), hat die Vorinstanz in Ziffer 5.2.3. des 

angefochtenen Urteils die Wertschriftenhandelstätigkeiten des Beschwer-

deführers hinsichtlich seiner Planmässigkeit insbesondere auf das Vorlie-

gen einer konkreten Handelsstrategie untersucht. Entgegen der Ansicht 

des Beschwerdeführers ist dieses Vorgehen aus formeller Sicht nicht zu 

beanstanden, da die Planmässigkeit des Vorgehens des Beschwerdefüh-

rers beziehungsweise das Vorhandensein einer konkreten Strategie aus 

betriebswirtschaftlicher Sicht unzweifelhaft ein sinnvolles Indiz zur Beurtei-

lung dessen darstellt, ob der Beschwerdeführer seinen Wertschriftenhan-

del in einer Art und Weise ausgeführt hat, die dazu geeignet war, um nach-

haltig ein Erwerbseinkommen zu erwirtschaften. 

 - 9 - 

 

 

4.2.4   

Inhaltlich vermögen die vorgebrachten Ausführungen der Vorinstanz jedoch 

nur teilweise zu überzeugen.  

Vorab ist der Vorinstanz zuzustimmen, dass die Erzielung eines nachhalti-

gen Erwerbseinkommens durch den Handel mit Wertschriften das Verfol-

gen einer konkreten Strategie erfordert. Es ist nicht zu erwarten, dass eine 

Person, die auf gut Glück aktiv mit Derivaten handelt, nachhaltig ein Er-

werbseinkommen erzielen wird. Der Beschwerdeführer hat es versäumt, 

Unterlagen irgendwelcher Art einzureichen, welche konkret auf eine solche 

Strategie seiner Wertschriftenhandelstätigkeit in der Steuerperiode 2012 

hinweisen. Auch ein vom Beschwerdeführer im Rahmen des Einsprache-

verfahrens erwähnter Grobplan zu Umsätzen, Transaktionen und Märkten 

findet sich nach wie vor nicht in den Akten. Zudem hat der Beschwerdefüh-

rer bereits im Rahmen der Einspracheverhandlung eingeräumt, nie einen 

ausführlichen Businessplan erstellt zu haben. Zwar ist dem Beschwerde-

führer insoweit zuzustimmen, als dass er vorbringt, einem Businessplan 

käme zur Sicherstellung des nachhaltigen Erfolges bei einer privaten Wert-

schriftenhandelstätigkeit grundsätzlich nur eine untergeordnete Relevanz 

zu. Damit rechtfertigt sich jedoch nicht, dass der Beschwerdeführer weder 

den von ihm erwähnten Grobplan noch Nachweise zu etwaigen Marktana-

lysen der gehandelten Produkte respektive Basisprodukte oder Unterlagen 

bezüglich Risiko- und Kapitalmanagement vorgelegt hat, welche auf eine 

konkrete Handelsstrategie hinweisen würden. Der Beschwerdeführer bringt 

diesbezüglich vor, ihm könne nicht entgegengehalten werden, dass er 

keine Nachweise hinsichtlich der Planmässigkeit seines Vorgehens vorge-

legt habe, da die Vorinstanz auch keine gegenteiligen Beweise habe vor-

bringen können.  

Die steuerliche Abzugsfähigkeit der Verluste aus Wertschriftenhandel in der 

Steuerperiode 2012 ist eine steuermindernde Tatsache, welche durch den 

Beschwerdeführer zu beweisen ist (vgl. BGE 121 II 257, Erw. 4c/aa). Da 

der Nachweis der verfolgten Strategie des Beschwerdeführers einen Teil 

dieser steuermindernden Tatsache darstellt, obliegt die Beweislast diesbe-

züglich dem Beschwerdeführer. Dieser Beweispflicht ist der Beschwerde-

führer vorliegend nicht nachgekommen.  

Entgegen den Ausführungen der Vorinstanz ist hingegen auch nach den 

vorstehenden Ausführungen eine gewisse Planmässigkeit des Vorgehens 

des Beschwerdeführers nicht ganz von der Hand zu weisen. Die Vorinstanz 

hat es im Rahmen der oberflächlichen betriebswirtschaftlichen Analyse der 

Handelstätigkeiten des Beschwerdeführers in Ziffer 5.2.3 des angefochte-

nen Entscheids versäumt, auch auf die aus den Akten ersichtlichen, 

konkreten Handelsaktivitäten des Beschwerdeführers einzugehen. So hat 

dieser in der Steuerperiode 2012 unbestrittenermassen mit einer Vielzahl 

gleichgelagerter Derivate auf Preisentwicklungen im Öl- und 

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Edelmetallmarkt spekuliert, woraus gemäss Kreisschreiben Nr. 36 bereits 

ein grundsätzlich systematisches Vorgehen zu erkennen ist (Kreisschrei-

ben Nr. 36, Ziff. 4.3.2). Darüber hinaus ist auch in der regen Handelstätig-

keit des Beschwerdeführers in der Steuerperiode 2012 (vgl. unten 

Erw. II/5.1) und der durchgehenden Wiederanlage von Transaktionserlösen 

in gleichartige Anlagen ein systematisches Handeln des Beschwerdefüh-

rers zu erkennen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_375/2015 vom 1. De-

zember 2015, Erw. 6.1). 

Hinsichtlich der Strategie des Beschwerdeführers gilt es ferner die allge-

meine finanzielle Situation desselben in der relevanten Steuerperiode 2012 

zu würdigen. Der Beschwerdeführer hat in der Steuerperiode 2012 unter 

erheblicher Inbezugnahme von fremden Mitteln (vgl. unten Erw. II/5.2), 

ohne vorgängige berufliche Erfahrung im Wertschriftenhandel (vgl. unten 

Erw. II/5.4) und ohne nennenswerte finanzielle Rücklagen (vgl. unten 

Erw. II/5.2) mit hochvolatilen Derivaten gehandelt, wobei einige der ausge-

führten Transaktionen den Monatslohn des Beschwerdeführers aus unselb-

ständiger Erwerbstätigkeit in der Steuerperiode 2012 massgeblich über-

stiegen haben. Im Lichte dessen war das Vorgehen des Beschwerdefüh-

rers durch ein enormes Verlustrisiko geprägt, welches sich schliesslich 

auch in einer ununterbrochen Verlustphase von sechs Steuerperioden ver-

wirklicht hat. Dieses Vorgehen, welches anlagetechnischen Grundprinzi-

pien des Risikomanagements wie der Diversifikation und Absicherung 

(Hedging) von gehaltenen Anlagen diametral entgegensteht, lässt zu Recht 

an der Nachhaltigkeit der Strategie beziehungsweise an der Nachhaltigkeit 

der Art und Weise, wie der Beschwerdeführer den Wertschriftenhandel aus-

geführt hat, zweifeln. Der Beschwerdeführer hat damit objektiv betrachtet 

bei seinen Wertschriftenhandelstätigkeiten ein derart hohes Risiko in Kauf 

genommen, dass seine Handelstätigkeit im Ergebnis als reines Glückspiel 

zu qualifizieren ist. 

Zusammenfassend ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer keine Un-

terlagen vorgelegt hat, welche konkret auf eine Handelsstrategie in der 

Steuerperiode 2012 hinweisen würden. Hingegen lässt sich in der regen 

Handelstätigkeit mit gleichgelagerten Derivaten und der durchgehenden 

Wiederanlage von Transaktionserlösen in diese Anlagen trotzdem eine ge-

wisse Planmässigkeit und damit eine Strategie des Beschwerdeführers er-

kennen. Die mit dieser Strategie eingegangen Verlustrisiken und deren Ver-

wirklichung lassen jedoch aus betriebswirtschaftlicher Perspektive zu 

Recht an der Nachhaltigkeit der Tätigkeiten des Beschwerdeführers zwei-

feln. Eine vertieftere betriebswirtschaftliche Prüfung der Wertschriftenhan-

delsaktivitäten des Beschwerdeführers ist aufgrund der diesbezüglich spär-

lichen Aktenlage nicht möglich. Die Oberflächlichkeit der durchgeführten 

Analyse hat der Beschwerdeführer selbst zu verantworten, da er keine ent-

sprechenden Unterlagen eingereicht hat. Im Ergebnis ist der Vorinstanz da-

her zuzustimmen, dass unter Anbetracht sämtlicher zur Verfügung 

 - 11 - 

 

 

stehender Informationen zur Strategie des Beschwerdeführers, die Art und 

Weise, wie dieser mit Wertschriften gehandelt hat, objektiv nicht dazu ge-

eignet war, um nachhaltig ein Erwerbseinkommen zu erwirtschaften. 

4.2.5   

Als zentrales und letztlich entscheidendes Kriterium zur Beurteilung des-

sen, ob die Art und Weise, wie der Beschwerdeführer mit Wertschriften ge-

handelt hat, geeignet war, um nachhaltig ein Erwerbseinkommen zu erwirt-

schaften, hat das Bundesgericht in vergleichbaren Fällen jeweils auf die 

erzielten Gewinne (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_758/2020 vom 

29. Juli 2021, Erw. 9.2) respektive Verluste (vgl. Urteile des Bundesgerichts 

2C_375/2015 vom 1. Dezember 2015, Erw. 7.4.3; 2C_389/2018 vom 

9. Mai 2019, Erw. 3.2.2) des Steuerpflichtigen abgestellt. Dieser Recht-

sprechung liegt das bereits in Erwägung II/4.2.2 erwähnte bundesgerichtli-

che Konzept des "Dauerverlustbetriebes" zu Grunde, wobei es einer Tätig-

keit, welche auf Dauer nichts einbringt, vermutungsweise an der subjekti-

ven oder objektiven Gewinnstrebigkeit mangelt (vgl. Urteil des Bundesge-

richts 2C_375/2015 vom 1. Dezember 2015, Erw. 7.4.1). 

Der Zeitraum, innert welchem zwingend Gewinne zu erwirtschaften sind, 

damit noch von einer Gewinnerzielungsabsicht ausgegangen werden kann, 

lässt sich nicht generell festlegen. Auch bei der im Steuerrecht mitunter 

herangezogenen 10-Jahres-Frist handelt es sich nur um eine grobe Faust-

regel. Im Einzelfall sind die Art der Tätigkeit und die konkreten Verhältnisse 

(wie beispielsweise die Gegebenheiten am Markt) entscheidend (BGE 

143 V 177, Erw. 4.2.4). 

Wie von der Vorinstanz bereits eingehend ausgeführt, hat das Bundesge-

richt bei drei- respektive 13-jähriger Wertschriftenhandelstätigkeit mit aus-

schliesslicher Verlusterwirtschaftung das Vorliegen einer objektiven Ge-

winnstrebigkeit verneint, da bei ausschliesslicher Verlusterzielung zu 

schliessen sei, die Art und Weise, in welcher der Beschwerdeführer seine 

Wertschriftenhandelstätigkeit betreibe, sei objektiv zur nachhaltigen Ge-

winnerzielung ungeeignet (vgl. Urteile des Bundesgerichts 2C_375/2015 

vom 1. Dezember 2015, Erw. 7.4.3; 2C_389/2018 vom 9. Mai 2019, 

Erw. 3.2.2).  

Der Beschwerdeführer erzielte in der Steuerperiode 2012 mit seinen Bör-

sengeschäften einen erheblichen Verlust in der Höhe von Fr. 55'103.00. 

Auch in den darauffolgenden fünf Steuerperioden (bis hin zur Aufgabe der 

Wertschriftenhandelstätigkeit), welche entgegen der Auffassung des Be-

schwerdeführers ebenfalls zur Beurteilung der Gewinnstrebigkeit beigezo-

gen werden können (siehe vorne Erwägung II/4.2.2), resultierte kein positi-

ves Ergebnis. Im Gegenteil, die eingefahrenen Verluste haben sich in der 

Tendenz erhöht, wobei schliesslich in den Steuerperioden 2016 und 2017 

Verluste in der Höhe von Fr. 143'031.90 (2016) und Fr. 130'741.10 (2017) 

 - 12 - 

 

 

hingenommen werden mussten. Zusammengefasst hat der Beschwerde-

führer über eine Zeit von sechs Steuerperioden ununterbrochen Verluste 

erzielt, welche, mit Ausnahme der Steuerperiode 2014, mit jeder folgenden 

Steuerperiode gestiegen sind und schlussendlich auch nicht mehr durch 

das unselbständige Erwerbseinkommen des Beschwerdeführers gedeckt 

werden konnten. Im Lichte der genannten bundesgerichtlichen Rechtspre-

chung ist daher nicht zu beanstanden, dass beide Vorinstanzen bei der 

Wertschriftenhandelstätigkeit des Beschwerdeführers in der Steuerperiode 

2012 die objektive Gewinnstrebigkeit verneinten. 

Daran vermögen auch die Vorbringen des Beschwerdeführers nichts zu än-

dern, wonach die objektive Gewinnstrebigkeit seiner Wertschriftenhandel-

stätigkeit nicht verneint werden könne, da er bei der Hälfte seiner Börsen-

geschäfte (52 %) einen Gewinn habe erzielen können. Auch wenn am Ende 

der Steuerperioden jeweils ein Verlust zu verzeichnen war, zeige dies, dass 

er in der Lage gewesen sei, mit dem Handel von Derivaten einen Gewinn 

zu erzielen.  

Vorliegend relevant ist nicht der Umstand, ob der Beschwerdeführer in der 

Lage war, mit einem einzelnen Börsengeschäft einen Gewinn zu erzielen, 

sondern ob die Art und Weise, wie der Beschwerdeführer den Wertschrif-

tenhandel betrieben hat, im Ganzen objektiv dazu geeignet war, nachhaltig 

Gewinne zu erwirtschaften. Auch wenn mit mehr als der Hälfte der Ge-

schäfte ein Gewinn erwirtschaftet wurde, hatte der Beschwerdeführer in 

den Steuerperioden 2012 bis 2017 einen Gesamtverlust in der Höhe von 

Fr. 446'318.35 hinzunehmen. Es kann daher in keiner Art und Weise von 

einer nachhaltigen Gewinnerzielung gesprochen werden. 

4.2.6   

4.2.6.1   

Der Beschwerdeführer bringt weiter vor, dass die von ihm in den Steuerpe-

rioden 2010 und 2011 vereinnahmten Gewinne aus dem physischen Öl-

Handel als selbständiges Erwerbseinkommen besteuert worden seien und 

diesbezüglich sowohl die subjektive als auch die objektive Gewinnstrebig-

keit der Öl-Handelstätigkeit gegeben sein müsse. Da seine Handelsaktivi-

täten im Wertschriftenhandel ab 2012 "starke Parallelen" zum vorherge-

gangen Öl-Handel (2010 bis 2011) aufweisen würden, sei sowohl die sub-

jektive als auch die objektive Gewinnstrebigkeit für den Wertschriftenhan-

del in der Steuerperiode 2012 zu bejahen. 

Der Beschwerdeführer begründet die Parallelen der beiden Handelsaktivi-

täten damit, dass sowohl der von ihm getätigte Wertschriftenhandel als 

auch der Öl-Handel im Grundsatz eine Spekulation auf den Ölpreis darstel-

len würden. Da der Ölpreis massgeblich an der Börse bestimmt werde, 

seien beides Börsenspekulationen auf das Grundprodukt Öl. Als einzige 

Abweichung anerkennt der Beschwerdeführer den Unterschied des 

 - 13 - 

 

 

Fachwissens zwischen den beiden Spekulationstätigkeiten, was jedoch 

nicht relevant sei, da ihm sein Fachwissen im Bereich des Öl-Handels bei 

der Spekulation auf den Ölpreis mit physischem Öl ohnehin keine Vorteile 

eingebracht habe. 

Weiter führt er aus, er habe zunächst bewusst auf Börsengeschäfte ver-

zichtet und den physischen Handel mit Öl vorgezogen, da das "Rollen" von 

Monatskontrakten (Futures) kostspielig sei. Seine ehemalige Arbeitgeberin, 

die B._____ AG, habe dabei als "Bank-Ersatz" fungiert, bei der er Positio-

nen habe kaufen und verkaufen können. Es habe sich daher schon in den 

Steuerperioden 2010 und 2011 um eine reine Spekulation auf den Öl-Preis 

gehandelt und nicht um einen klassischen Vertrieb von Öl, weshalb seine 

Wertschriftenhandelstätigkeit ab 2012 auch als Weiterführung des physi-

schen Öl-Handels in veränderter Form zu verstehen sei. 

4.2.6.2   

Die Vorbringen des Beschwerdeführers hinsichtlich der "starken Parallelen" 

zwischen den beiden Tätigkeiten erscheinen nicht im Grundsatz haltlos zu 

sein und bedürfen daher einer eingehenden Prüfung hinsichtlich dessen, 

ob sich daraus Auswirkungen auf die objektive Gewinnstrebigkeit des Wert-

schriftenhandels in der Steuerperiode 2012 ergeben.  

Dem Beschwerdeführer ist insoweit zuzustimmen, als er vorbringt, die Be-

steuerung der selbständigen Öl-Handelstätigkeit in den Steuerperioden 

2010 und 2011 lasse zwangsläufig auf die vorhandene subjektive und ob-

jektive Gewinnstrebigkeit dieser Tätigkeit schliessen. Ausserdem erscheint 

es aufgrund der Art und Weise, wie der Beschwerdeführer in den Steuer-

perioden 2010 und 2011 physisch mit Öl gehandelt hat, glaubhaft, dass 

dabei tatsächlich ein reines Spekulationsgeschäft vorlag und nicht bloss ein 

üblicher Öl-Vertrieb angestrebt wurde. Darüber hinaus ist offensichtlich, 

dass sowohl mit physischen An- und Verkäufen von Öl als auch mit dem 

Handel von Öl-Derivaten auf den Öl-Preis spekuliert werden kann. Eine ge-

wisse Grundähnlichkeit der beiden Tätigkeiten ist daher nicht vollständig 

von der Hand zu weisen. In Anbetracht dieser Sachverhaltsumstände ist zu 

prüfen, ob die beiden Tätigkeiten eine derartige Ähnlichkeit aufweisen, 

dass der Beschwerdeführer aufgrund der Erzielung von Gewinnen in den 

Steuerperioden 2010 und 2011 für die nachfolgenden sechs Verlustperio-

den zurecht davon ausgehen durfte, dass noch kein Dauerverlustbetrieb 

vorlag und eine nachhaltige Gewinnerzielung weiterhin möglich gewesen 

sei.  

Hinsichtlich der Beurteilung der vorgebrachten "starken Parallelen" zwi-

schen den beiden Tätigkeiten ist zunächst der Vorinstanz zuzustimmen, 

dass aufgrund der Hebelfunktion von Derivaten, im Vergleich zum physi-

schen Öl-Handel, ein ungleich höheres Verlustrisiko besteht. Zudem findet 

der Handel mit physischem Öl zwangsläufig lokal statt, wobei der Preis 

 - 14 - 

 

 

nicht ausschliesslich vom globalen Börsenpreis, sondern auch entspre-

chenden lokalen Begebenheiten (Lieferengpässe, Gesetzesänderungen, 

Dauer der jeweiligen Heizperiode) beeinflusst wird. Ebenso ist der 

Vorinstanz zuzustimmen, dass für beide Tätigkeiten unterschiedliche Fach-

kenntnisse benötigt werden, da sich die Vorgehensweisen zur Tätigung ei-

ner Investition bei beiden Tätigkeiten massgeblich voneinander unterschei-

den und zum Handel mit Wertschriften ein Grundverständnis der zu erwer-

benden Finanzprodukte vorausgesetzt ist. Dass für den Wertschriftenhan-

del spezielle Fachkenntnisse benötigt werden, verdeutlicht sich auch darin, 

dass sowohl in der schweizerischen als auch europäischen Gesetzgebung 

unter bestimmten Voraussetzungen für den Handel von Finanzprodukten 

ein Eignungstest des Anlegers durchgeführt werden muss (vgl. Art. 10-14 

des Bundesgesetzes über die Finanzdienstleistungen [FIDLEG; SR 950.1]; 

Art. 25 Richtlinie 2015/65/EU des europäischen Parlaments und des Rates 

[MiFID II]). Darüber hinaus ist den Akten zu entnehmen, dass der Be-

schwerdeführer in der Steuerperiode 2012 nicht ausschliesslich mit Öl-

Derivaten, sondern auch in erheblichem Umfang mit Derivaten anderer 

Rohstoffe wie Silber und Gold gehandelt hat. Das gab der Beschwerdefüh-

rer in der Verhandlung vor der Steuerkommission Q._____ am 19. Februar 

2021 auch zu Protokoll. In diesem Verhalten lässt sich ohne Weiteres er-

kennen, dass der Beschwerdeführer im Wertschriftenhandel ab 2012 nicht 

eine ausschliessliche Weiterführung seiner vorherigen Spekulationen auf 

den Ölpreis gesehen hat.  

In Anbetracht dieser Umstände zeigt sich, dass sich die Tätigkeiten des 

Beschwerdeführers in den Steuerperioden 2010 bis 2011 massgeblich von 

jenen in der Steuerperiode 2012 unterscheiden. Der Beschwerdeführer 

durfte aufgrund der in den Steuerperioden 2010 und 2011 erzielten Ge-

winne für die nachfolgenden sechs Verlustperioden deshalb nicht davon 

ausgehen, dass noch kein Dauerverlustbetrieb vorlag und eine nachhaltige 

Gewinnerzielung weiterhin möglich war. 

Zusammenfassend zeigt sich, dass die objektive und subjektive Gewinn-

strebigkeit der Öl-Handelstätigkeit des Beschwerdeführers in den Steuer-

perioden 2010 und 2011 nicht zu rechtfertigen vermag, dass der Beschwer-

deführer seinen ausschliesslich verlusterzielenden Wertschriftenhandel be-

ginnend in der Steuerperiode 2012 über sechs Steuerperioden aufrecht-

erhalten hat. Im Sinne der geltenden bundesgerichtlichen Rechtsprechung 

(vgl. Erw. II/4.2.5) war demnach die Art und Weise, wie der Beschwerde-

führer den Wertschriftenhandel in der Steuerperiode 2012 betrieben hat, 

objektiv nicht dazu geeignet, um nachhaltig ein Erwerbseinkommen zu er-

wirtschaften. Die objektive Gewinnstrebigkeit ist demnach zu verneinen 

und die Wertschriftenhandelstätigkeit des Beschwerdeführers in der Steu-

erperiode 2012 ist nicht als selbständige Erwerbstätigkeit zu qualifizieren. 

 - 15 - 

 

 

5.   

5.1   

Hinsichtlich der Indizien zur Abgrenzung einer privaten Vermögensverwal-

tung vom gewerbsmässigen Wertschriftenhandel (siehe Erw. II/3.3) ist un-

strittig, dass das gehandelte Transaktionsvolumen des Beschwerdeführers 

in der Steuerperiode 2012 in der Höhe von Fr. 533'000.00 erheblich war. 

Zudem deuten auch die Anzahl der im Jahr 2012 erfolgten Transaktionen 

(ungefähr 100) sowie die Haltedauer (in 60% der Fälle betrug die Halte-

dauer nicht länger als fünf Tage) unbestrittenermassen auf einen gewerbs-

mässigen Wertschriftenhandel hin.  

5.2   

Strittig ist hingegen weiterhin, ob der Beschwerdeführer in der Steuerperi-

ode 2012 erhebliche Fremdmittel zur Finanzierung seines Wertschriften-

handels eingesetzt hat.  

Wie von der Vorinstanz ausgeführt, ist dies vorliegend anhand der Aufstel-

lung "Darlehen Eltern" zu beurteilen, da entsprechende Angaben in der De-

klaration der Steuerperiode 2012 fehlen. Zu Beginn der Steuerperiode 2012 

standen dem Beschwerdeführer demnach fremde Mittel in der Höhe von 

Fr. 32'142.10 zur Verfügung. Darüber hinaus besass der Beschwerdeführer 

zu Beginn der Steuerperiode 2012 eigene flüssige Mittel in der Höhe von 

Fr. 209.00 (Swissquote Investmentkonto) und Fr. 5'805.00 (UBS Privat-

konto). 

Entgegen den Ausführungen der Vorinstanz kann zur Beurteilung der Er-

heblichkeit des Einsatzes von Fremdmitteln das Fremdkapital nicht einfach 

in Relation zum Transaktionsvolumen gesetzt werden. Das Transaktions-

volumen wird, wie vom Beschwerdeführer richtig ausgeführt, durch Multi-

plikation der Anzahl der Transaktionen und dem durchschnittlichen Trans-

aktionswert errechnet. Die Relation zwischen Fremdkapital und Transakti-

onsvolumen ist zur Beurteilung der Erheblichkeit vom Einsatz von Fremd-

mitteln in keiner Art und Weise aussagekräftig, da das Transaktionsvolu-

men auch durch fremdfinanzierte Transaktionen gesteigert werden kann. 

Relevant ist vielmehr, in welchem Verhältnis das Fremdkapital zu den ei-

gens eingesetzten Mitteln stand (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

2C_758/2020 vom 29. Juli 2021, Erw. 8.2). Vorliegend verfügte der Be-

schwerdeführer über flüssige Mittel in der Höhe von gesamthaft 

Fr. 6'014.00. Die eigenen Mittel des Beschwerdeführers zu Beginn der 

Steuerperiode 2012 beliefen sich daher auf lediglich 18.7 % der gesamten 

dem Beschwerdeführer zur Verfügung stehenden flüssigen Mittel. Eine er-

hebliche Fremdfinanzierung der Wertschriftenhandelstätigkeit des Be-

schwerdeführers in der Steuerperiode 2012 ist damit klar zu bejahen. 

 - 16 - 

 

 

5.3   

Der Beschwerdeführer hat darüber hinaus unbestrittenermassen mit diver-

sen strukturierten Finanzprodukten gehandelt, was ebenfalls als Indiz für 

die Gewerbsmässigkeit des Wertschriftenhandels zu werten ist. 

5.4   

Wie bereits erwähnt, kommt den Kriterien des systematischen Vorgehens 

und dem Einsatz spezieller Fachkenntnisse gemäss bundesgerichtlicher 

Rechtsprechung (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_385/2011 vom 

12. September 2011, Erw. 2.1) lediglich untergeordnete Relevanz zu. Sie 

begründen für sich alleine keine selbständige Erwerbstätigkeit, dienen aber 

der Bestärkung, wenn im Vordergrund stehende Kriterien bereits erfüllt sind 

(vgl. Kreisschreiben Nr. 36, Ziff. 4.3.2). 

Hinsichtlich des Kriteriums der systematischen Vorgehensweise des Be-

schwerdeführers ist auf die obigen Erwägungen II/4.2.4 zu verweisen, wo-

nach dem Beschwerdeführer ein gewisses systematisches Vorgehen zu-

gutegehalten werden muss.  

Zum Einsatz spezifischer Fachkenntnisse bringt der Beschwerdeführer 

selbst vor, er könne seine private Weiterbildung im Bereich des Wertschrif-

tenhandels mittels Bücher, Expertenmeinungen, YouTube-Videos und dem 

Austausch mit der Trader-Community nicht beweisen. Ein enger Zusam-

menhang des Wertschriftenhandels mit der beruflichen Tätigkeit des Be-

schwerdeführers ist, wie von der Vorinstanz zutreffend ausgeführt, auch 

nicht zu erkennen. Das Vorliegen spezieller Fachkenntnisse des Beschwer-

deführers ist demnach nicht belegt. 

6.   

Zusammenfassend sprechen das Transaktionsvolumen, die Häufigkeit der 

Transaktionen, die Haltedauer, das Handeln mit Derivaten, der Einsatz von 

Fremdkapital sowie das systematische Vorgehen des Beschwerdeführers 

für das Vorliegen eines gewerbsmässigen Wertschriftenhandels in der 

Steuerperiode 2012. Entscheidend ist jedoch, dass es dem Beschwerde-

führer, wie in Erwägung II/4.2 ausführlich dargelegt, vorliegend an der ob-

jektiven Gewinnstrebigkeit gemangelt hat, da die Art und Weise, wie der 

Beschwerdeführer den Wertschriftenhandel betrieben hat, objektiv nicht 

dazu geeignet war, um nachhaltig einen Gewinn zu erzielen. Damit lag im 

Wertschriftenhandel in der Steuerperiode 2012 keine selbständige Er-

werbstätigkeit des Beschwerdeführers vor und die erlittenen Verluste in der 

Höhe von Fr. 55'103.00 sind steuerlich nicht abzugsfähig. Die Beschwerde 

ist dementsprechend abzuweisen. 

 - 17 - 

 

 

III.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird der Beschwerdeführer kosten-

pflichtig (§ 189 Abs. 1 StG; § 31 Abs. 2 VRPG). Parteikostenersatz fällt aus-

ser Betracht (§ 189 Abs. 2 StG; § 31 Abs. 2 VRPG). 

 

 
 

Das Verwaltungsgericht erkennt: 

1.   

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.   

Die verwaltungsgerichtlichen Verfahrenskosten, bestehend aus einer 

Staatsgebühr von Fr. 1'200.00 sowie der Kanzleigebühr und den Auslagen 

von Fr. 290.00, gesamthaft Fr. 1'490.00, sind durch den Beschwerdeführer 

zu bezahlen. 

3.   

Es werden keine Parteikosten ersetzt. 

 
  

Zustellung an: 

den Beschwerdeführer 

das Kantonale Steueramt 

den Gemeinderat Q._____ 

die Eidgenössische Steuerverwaltung 

Mitteilung an: 

das Spezialverwaltungsgericht, Abt. Steuern 

 
  

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

Dieser Entscheid kann wegen Verletzung von Bundesrecht, Völkerrecht, 

kantonalen verfassungsmässigen Rechten sowie interkantonalem Recht 

innert 30 Tagen seit der Zustellung mit Beschwerde in öffentlich-rechtli-

chen Angelegenheiten beim Schweizerischen Bundesgericht, Schwei-

zerhofquai, 6004 Luzern, angefochten werden. Die Frist steht still vom 

7. Tag vor bis und mit 7. Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. Au-

gust und vom 18. Dezember bis und mit 2. Januar. Die unterzeichnete Be-

schwerde muss das Begehren, wie der Entscheid zu ändern sei, sowie in 

gedrängter Form die Begründung, inwiefern der angefochtene Akt Recht 

verletzt, mit Angabe der Beweismittel enthalten. Der angefochtene Ent-

scheid und als Beweismittel angerufene Urkunden sind beizulegen 

(Art. 82 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht [Bundesgerichts-

gesetz, BGG; SR 173.110] vom 17. Juni 2005). 

 - 18 - 

 

 

 
  

Aarau, 28. April 2025 

Verwaltungsgericht des Kantons Aargau 

2. Kammer 

Vorsitz: Gerichtsschreiber i.V.:  

 

 i.V. 

 

J. Huber Hufschmid