# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 70e40847-88fa-5abc-9f89-df0b34f1bfac
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-05-17
**Language:** de
**Title:** Steuerhoheit (ab 1.01.2008)
**Docket/Reference:** ST.2010.27
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_ST_2010_27_kq.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

2. Abteilung 

2 ST.2010.27 

Entscheid 

17. Mai 2011 

Mitwirkend: 

Abteilungspräsident Christian Mäder, Steuerrichterin Micheline Roth, Steuerrichter 
Marcus Thalmann und Gerichtsschreiberin Barbara Müller 

A ,    

In Sachen 

gegen 

S t a a t   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Stadt Zürich,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Rekurrent,  

Rekursgegner,  

betreffend 

Steuerhoheit (ab 1.01.2008) 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A. A (nachfolgend der Pflichtige), geboren 19.., ist seit dem 3. Januar 19.. (Un-

terbruch 31. August 19.. bis 1. Juni 19..) in der Stadt B als Wochenaufenthalter gemel-

det.  

Auf  Ersuchen  des  Steueramts  der  Stadt  B 

füllte  der  Pflichtige  am 

25. März 2008  den  "Fragebogen  zur  Feststellung  des  steuerrechtlichen  Wohnsitzes" 

aus. Am 4. August 2008 führte das Steueramt der B sodann im selben Zusammenhang 

eine persönliche Befragung des Pflichtigen durch.  

Nachdem das Steueramt der Stadt B einen entsprechenden Antrag beim kan-

tonalen  Steueramt  gestellt  hatte,  erliess  dieses  am  23.  Februar  2009  einen  Vorent-

scheid über die Beanspruchung der Steuerhoheit.  

B. Mit Schreiben vom 10. März 2009 (Datum Poststempel) erhob der Pflichtige 

Einsprache gegen diesen Entscheid und beantragte sinngemäss, es sei auf die Bean-

spruchung der Steuerhoheit zu verzichten. Am 22. Oktober 2009 erliess das kantonale 

Steueramt  eine  Beweisauflage,  welche  der  Pflichtige  am  19.  November  2009  beant-

wortete. Dabei reichte er die folgenden Unterlagen ein: 

  C 

  Kreditkartenabrechnungen UBS Visa Card Classic  

  Kreditkartenabrechnungen Master Card Gold  

  9 Monatsrechnungen der cablecom GmbH für Telefon und Internet  

  2 Rechnungen ewz für die Zeit vom 31.05.2007 bis 03.06.2009 

Das kantonale Steueramt wies die Einsprache am 6. Januar 2010 ab.  

C.  Mit  Eingabe  an  die  Steuerrekurskommission  vom  27./28.  Januar  2010  er-

klärte  der  Pflichtige,  er  sei  mit  dem  Einspracheentscheid  nicht  einverstanden.  Die 

Steuerrekurskommission ersuchte den Pflichtigen angesichts des unklaren Rekurswil-

lens  um  eine  Erklärung,  ob  die  Eingabe  vom  27./28.  Januar  2010  als  Rekurs  zu  be-

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trachten sei. Der Pflichtige teilte im Schreiben vom 11. Februar 2010 mit, dass er Re-

kurs erheben wolle, falls dies keine Kostenfolgen für ihn nach sich ziehe. Die Steuerre-

kurskommission  ersuchte  den  Pflichtigen  am  15.  Februar  2010  um  eine  unbedingte 

Erklärung  hinsichtlich  seines  Rekurswillens,  worauf  der  Pflichtige  im  Schreiben  vom 

23. Februar  2010  bestätigte,  dass  er  Rekurs  erheben  wolle  und  die  Gewährung  der 

unentgeltlichen Prozessführung beantrage. 

In  der  Rekursantwort  vom  23.  März  2010  schloss  das  kantonale  Steueramt 

auf Abweisung des Rekurses. 

Im  Zusammenhang  mit  dem  Gesuch  um  unentgeltliche  Prozessführung  er-

suchte die Steuerrekurskommission den Pflichtigen mit Verfügung vom 26. März 2010 

um nähere Angaben zu seinen Einkommens- und Vermögensverhältnissen. Der Pflich-

tige reichte in der Folge verschiedene Unterlagen ein. Am 22. April 2010 hielt sie den 

Pflichtigen  zu  weiteren  Beweisleistungen  und  Auskünften  an.  Der  Pflichtige  nahm 

schliesslich  am  26.  Mai  2010  (Datum  Poststempel)  ein  weiteres  Mal  zur  Sache  Stel-

lung. 

Mit Verfügung vom 1. Juni 2010 wies der Präsident der Steuerrekurskommis-

sion II das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung ab. Auf die Beschwerde, welche 

der Pflichtige am 17. Juni 2010 gegen diese Verfügung erhob, trat das Verwaltungsge-

richt mit Beschluss vom 17. November 2010 nicht ein.  

Die Kammer zieht in Erwägung: 

1.  Die  bisherigen  Steuerrekurskommissionen  wurden  per  1.  Januar  2011  in 

das Steuerrekursgericht umgewandelt (vgl. §§ 112 - 118a und §§ 147 - 153 des Steu-

ergesetzes  in  der  alten  und  neuen  Fassung  vom  8.  Juni  1997  bzw.  13.  September 

2010,  StG).  Das  vorliegende,  noch  bei  der  Steuerrekurskommission  II  eingegangene 

Geschäft ist als Folge dieser Änderung der 2. Kammer des Steuerrekursgerichts zuge-

teilt worden und wird unter der Geschäftsnummer 2 ST.2010.27 weitergeführt. 

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2. a) Gemäss Art. 3 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Harmonisierung der 

direkten Steuern der Kantone und Gemeinden vom 14. Dezember 1990 (StHG) sowie 

§ 3  Abs.  1  StG  sind  natürliche  Personen  im  Kanton  Zürich  aufgrund persönlicher  Zu-

gehörigkeit  steuerpflichtig,  wenn  sie  ihren  steuerrechtlichen Wohnsitz  oder  Aufenthalt 

im Kanton haben. Der steuerrechtliche Wohnsitz befindet sich laut Art. 3 Abs. 2 StHG 

und  §  3  Abs.  2  StG  dort,  wo  die  Person  sich  mit  der  Absicht  dauernden  Verbleibens 

aufhält. In diesem Fall ist die Steuerpflicht kraft § 5 Abs. 1 StG unbeschränkt, d.h. sie 

erstreckt  sich grundsätzlich auf  das gesamte  Einkommen  und Vermögen  des  Steuer-

pflichtigen.  

b) Aufgabe des interkantonalen Steuerrechts ist es, die Kollision  von konkur-

rierenden Besteuerungsansprüchen zweier oder mehrerer Kantone zu vermeiden. Eine 

solche Kollision besteht namentlich dann, wenn zwei Kantone die unbeschränkte Steu-

erhoheit  über  dieselbe  Person  während  der  nämlichen  Steuerperiode  beanspruchen. 

Dies kommt häufig dann vor, wenn sowohl der Arbeitsortkanton, in welchem eine na-

türliche Person während der Woche übernachtet, als auch der Kanton des zivilrechtli-

chen Wohnorts, in welchen sie am Wochenende zurückkehrt, zur unbeschränkten Be-

steuerung  schreiten.  Art.  3  StHG  enthält  eine  Regel  zur  Schlichtung  eines  solchen 

Streits.  Diese  bestimmt,  dass  sich  das  Hauptsteuerdomizil  an  jenem  Ort  befindet,  in 

welchem  sich  die  Person  mit  der  Absicht  dauernden  Verbleibens  aufhält,  wobei  der 

steuerrechtliche  Wohnsitz  dem  qualifizierten  Aufenthalt  (im  Sinn  von  Art.  3  Abs.  1 

Halbsatz 2 StHG) vorgeht (Bauer-Balmelli/Nyffenegger, in: Kommentar zum Schweize-

rischen Steuerrecht, Band I/1, 2. A., 2002, Art. 3 N 11 StHG). Dergestalt liegt eine bun-

desrechtliche  Kollisionsnorm  zum  interkantonalen  Steuerrecht  vor  (a.M.:  Bauer-

Balmelli/Nyffenegger,  Art.  3  N  15;  Höhn/Mäusli,  Interkantonales  Steuerrecht,  4.  A., 

2000, S. 16 f.). Somit bildet Art. 3 Abs. 1 und 2 StHG die Grundlage für die Abgrenzung 

der unbeschränkten Steuerhoheit. Die langjährige bundesgerichtliche Rechtsprechung, 

welche sich gestützt auf Art. 46 Abs. 2 der Bundesverfassung vom 29. Mai 1874 (aBV) 

sowie später Art. 127 Abs. 3 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV) entwickelt 

hat, dient weiterhin als Auslegungshilfe. Jedoch vermag sie nur insoweit zu greifen, als 

sie nicht der erwähnten StHG-Norm widerspricht (so auch Höhn/Mäusli, S. 17). 

c) Nach Art. 68 Abs. 1 StHG (in der ab 1. Januar 2001 gültigen Fassung) be-

steht  die  Steuerpflicht  aufgrund  persönlicher  Zugehörigkeit  bei  Wechsel  des  steuer-

rechtlichen Wohnsitzes innerhalb der Schweiz für die laufende Steuerperiode im Kan-

ton, in welchem der Steuerpflichtige am Ende dieser Periode wohnt. Mithin kommt es 

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für  die  Bestimmung  des  steuerrechtlichen  Wohnsitzes  im  interkantonalen  Verhältnis 

auf die tatsächlichen Umstände am Ende der jeweiligen Steuerperiode an. 

d)  Nach  der  massgeblichen  Rechtsprechung  des  Bundesgerichts  zum  Dop-

pelbesteuerungsverbot gemäss Art. 127 Abs. 3 BV bzw. Art. 46 Abs. 2 aBV steht die 

Besteuerung  des  Einkommens  und  beweglichen  Vermögens  unselbstständig  erwer-

bender Personen dem Kanton zu, in welchem sie ihren Wohnsitz haben. Unter Wohn-

sitz  ist  dabei  in  der  Regel  der  zivilrechtliche  Wohnsitz  zu  verstehen,  d.h.  der  Ort,  an 

welchem sich die Person in der Absicht dauernden Verbleibens aufhält (Art. 23 Abs. 1 

ZGB; so auch Art. 3 Abs. 2 StHG und § 3 Abs. 2 StG), wo sich der Mittelpunkt der Le-

bensinteressen  befindet  (BGr,  25.  Januar  2006,  2P.171/2005,  E.  2.2;  17.  Juni  2004, 

2P.180/2003,  E.  2.1;  7.  Januar  2004,  2P.2/2003,  E.  2.2;  BGE  123  I  289,  E.  2a,  293; 

StR 1994, 580 ff.; ASA 63, 836). Dem polizeilichen Domizil, wo die Schriften hinterlegt 

sind und die politischen Rechte ausgeübt werden, kommt dagegen keine entscheiden-

de  Bedeutung  zu.  Beides  sind  bloss  äussere  Merkmale,  die  ein  Indiz  für  den  steuer-

rechtlichen Wohnsitz bilden können, wenn auch das übrige Verhalten der Person dafür 

spricht (BGE 125 I 54 E. 2; StE 1998 A 24.21 Nr. 11 E. 2a, mit Hinweisen). 

e)  Hält  sich  eine  Person  abwechslungsweise  an  zwei  oder  mehreren  Orten 

auf,  namentlich  wenn  Arbeits-  und  sonstiger  Aufenthaltsort  auseinander  fallen,  ist  für 

die Bestimmung des Steuerwohnsitzes darauf abzustellen, zu welchem Ort die Person 

die  stärkeren  Beziehungen  unterhält  (BGE  125  I  54,  E.  2).  Der  Lebensmittelpunkt  

bestimmt sich dabei nach der Gesamtheit der äusseren Umstände, aus denen sich die 

Lebensinteressen erkennen lassen, und nicht bloss nach den erklärten Wünschen der 

steuerpflichtigen Person (BGE 125 I 54, E. 2; 123 I 289, E. 2b). Auf die gefühlsmässige 

Bevorzugung eines Ortes kommt es nicht an; der steuerliche Wohnsitz ist nicht unge-

achtet der tatsächlichen Verhältnisse frei wählbar (BGE 123 I 289, E. 2b; 113 Ia 465,  

E.  3).  Die  Frage,  zu  welchem  Aufenthaltsort  der  Steuerpflichtige  die  stärkeren  Bezie-

hungen unterhält, ist jeweils aufgrund der Gesamtheit der Umstände des Einzelfalls zu 

beurteilen (BGr, 7. Januar 2004, 2P.2/2003, E. 2.2; StE 1998 A 24.21 Nr. 11 E. 2b, mit 

Hinweisen). Bei der Bestimmung des Steuerdomizils kann neben den Verhältnissen in 

der Bemessungsperiode auf die weiteren, bis zum letztinstanzlichen Entscheid einge-

tretenen Entwicklungen abgestellt werden (BGr, 1. Oktober 1996, 2P.242/1994, E. 1b). 

f) Bei unverheirateten Steuerpflichtigen, die unselbstständig erwerbstätig sind, 

liegt das Steuerdomizil gewöhnlich am Arbeitsort, genauer am Ort, von wo aus  sie für 

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längere  oder  unbestimmte  Zeit  der  täglichen  Erwerbstätigkeit  nachgehen  (BGr, 

20. Januar 1994 = StE 1994 A 24.21 Nr. 7 = ASA 63, 836; BGE 125 I 54, E. 2b, auch 

zum Folgenden). Denn der Zweck des Erwerbs für den Lebensunterhalt ist dauernder 

Natur. Eine Ausnahme besteht dann, wenn sie regelmässig an den Familienort zurück-

kehren  und  ihre  persönlichen  und  gesellschaftlichen  Beziehungen  zum  Familienort 

diejenigen  zum  Arbeitsort  klar  überwiegen.  Das  Bundesgericht  nimmt  dabei  an,  dass 

die  beruflichen  Interessen  nicht  über  die  affektiven  Beziehungen  gestellt  werden  dür-

fen. Daran vermöge, so das Gericht, der Umstand, dass eine Person ledig sei, nichts 

zu  ändern.  Als  Familienort  gilt  auch  der Wohnort  der  elterlichen  Familie  und  der  Ge-

schwister (BGr, 28. April 2005, 2P.260/2004). Die Kontakte müssen sich aber auf einen 

bestimmten Ort beziehen; es genügt nicht, dass die Beziehungen zu einer ganzen Re-

gion bestehen, mit der sich der Steuerpflichtige verbunden fühlt (StRK II, 8. September 

2004,  2  ST.2004.381).  Werden  am Wochenende  und  in  der  Freizeit  Beziehungen  zu 

mehreren  Orten  gepflegt,  ist  eher  anzunehmen,  dass  der  Wochenaufenthaltsort  der 

Lebensmittelpunkt und damit der steuerrechtliche Wohnsitz ist. 

g)  Generell  ist  gemäss  der  bundesgerichtlichen  Rechtsprechung  nur  mit  Zu-

rückhaltung  anzunehmen,  die  Beziehungen  zum  Familien-  bzw.  Wochenendaufent-

haltsort seien stärker als diejenigen zum Arbeitsort. Sinn und Zweck der direkten Steu-

ern  ist  es,  die  allgemeinen  Leistungen  abzugelten,  die  das  Gemeinwesen  für  seine 

Mitglieder erbringt. Der ledige Steuerpflichtige ohne Familie beansprucht die öffentliche 

Infrastruktur und die Leistungen des Gemeinwesens stärker am Ort, an dem er seiner 

Erwerbstätigkeit nachgeht und sich demzufolge mehrheitlich aufhält, als am Ort, wo er 

seine Freizeit verbringt. 

Dementsprechend sind bei ledigen Steuerpflichtigen auch die weiteren Erfor-

dernisse für einen Wohnsitz am Ort, wo sie die Wochenenden verbringen, namentlich 

hinsichtlich  der  regelmässigen  Rückkehr,  besonders  streng  zu  handhaben  (BGr, 

25. Januar  2006,  2P.171/2005,  E.  2.2,  auch  zum  Folgenden).  Von  ganz  besonderem 

Gewicht sind die Dauer der Anstellung am Arbeitsort und das Alter des Steuerpflichti-

gen. Mit Berücksichtigung der Dauer des Aufenthalts am Arbeitsort trägt das Bundes-

gericht  dem  Umstand  Rechnung,  dass  sich  mit  dessen  zunehmender  Dauer  die  Bin-

dungen zur Familie erfahrungsgemäss lockern, während sich diejenigen zum Arbeitsort 

verdichten (BGr, 26. Januar 1994 = StE 1994 A 24.21 Nr. 7 = ASA 63, 836, auch zum 

Folgenden).  Die ständige  regelmässige Rückkehr  an  den  elterlichen Wohnort  vermag 

deshalb  nach  einer  gewissen  Dauer  des  Aufenthalts  am  Arbeitsort  das  Steuerdomizil 

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am  Ort  der  Familie  nicht  mehr  ohne  weiteres  zu  begründen,  wenn  nicht  weitere  Um-

stände schlüssig darauf hinweisen, dass die Beziehungen zum Familienort diejenigen 

zum Arbeitsort überwiegen.  

3. a) In einer schriftlichen Befragung am 10. Februar 2005 erklärte der Pflich-

tige, seine Wochenenden und Freizeit oft bis immer in der Gemeinde D, wo er aufge-

wachsen  sei,  zu  verbringen.  Er  unterhalte  dort  Beziehungen  zu  seinen  Eltern,  Ge-

schwistern und anderen Personen. In B pflege er einen Freundes- und Bekanntenkreis. 

Ebenfalls drückte er die Absicht aus, (nur) vorübergehend in B zu bleiben, da er vorha-

be, sich später im Kanton E selbstständig zu machen. 

b) In einer schriftlichen Befragung vom 25. März 2008 erklärte der Pflichtige, 

dass  er  sich  während  seiner  Freitage  sehr  oft  im  Kanton  E  aufhalte.  Auf  die  (vom 

Pflichtigen  wohl  falsch  verstandene)  Frage,  weshalb  er  seinen  bisherigen  Wohnsitz 

beibehalten wolle, erklärte er, dass er innerhalb einer Stunde am F sein müsse. Über 

seine Absicht der Dauer des Verbleibs in B erklärte er, dass beruflich bedingt eventuell 

ein  Umzug  nötig  sei.  Die Wochenenden  und  die  Freizeit  verbringe  er  wöchentlich  an 

seinem Wohnort. Am Wohnort unterhalte er Beziehungen zu seinen Eltern, Geschwis-

tern und Freunden sowie zu seiner Lebenspartnerin. Mit B verbinde ihn sein Beruf. In B 

wohne er alleine in einer teilmöblierten 1.5-Zimmer-Mietwohnung. An seinem Wohnort 

lebe er bei seinen Eltern oder Verwandten, bei Dritten oder bei anderen Personen.  

c) Anlässlich einer mündlichen Befragung am 4. August 2008 gab der Pflichti-

ge zu Protokoll, dass ihm in D in der 4-Zimmerwohnung seiner Eltern ein Zimmer zur 

Verfügung  stehe.  Er  bezahle  dafür  einen  Unkostenbeitrag.  Einen  Telefonanschluss 

habe  er  dort  nicht.  Bevor  er  an  die  …strasse  gezogen  sei,  habe  er  an  der  …strasse 

gewohnt,  ebenfalls  in einer  1.5-Zimmerwohnung.  In  B  unterhalte er  wenig  Kontakt  zu 

Bekannten  und  Freunden.  Die  Freizeit  in  B  verbringe  er  zu  Hause.  Er  besuche  in  B 

keine gesellschaftlichen Anlässe.  Im  Durchschnitt  verbringe er  2-3 Wochenenden  pro 

Monat in D. Für die Rückkehr benutze er jeweils sein Auto. Er sei in D aufgewachsen. 

Seine Eltern wohnten dort, sein Bruder in G und seine Schwester in H. Eine feste Part-

nerbeziehung habe er nicht. Ebenfalls gehe er keiner Vereinstätigkeit nach und beklei-

de keine öffentlichen Ämter.  

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d) In der Einsprache machte der Pflichtige geltend, aufgrund seiner I-Tätigkeit 

sei er weltweit unterwegs. Es gebe keinen Ort, wo sich sein Lebensmittelpunkt befinde. 

Wenn er nach J freie Tage habe, so nutze er diese sehr gerne, um bei seinen Eltern zu 

sein, die auf dem Land wohnten. Er könne sich dort besser erholen. Seine Wohnung in 

B  benutze  er  als  Schlafstelle.  Für  ein  soziales  Leben  in  B  fehle  ihm  schlichtweg  die 

Zeit. Er gehe nicht aus und aufgrund seines jetzigen Berufes habe er fast keine nahen 

Bezugspersonen in B. Hingegen unterhalte er in D noch immer viele Kontakte zu ehe-

maligen  Schulkollegen  und  Jugendfreunden  habe.  Auch  sein  Bruder  und  dessen 

Freundin lebten immer noch im Kanton E. Seit Kurzem habe er auch wieder eine Be-

ziehung  im  Kanton  E.  Sodann habe  sein  Vater  bereits  zwei  "Herzanfälle"  erlitten  und 

es gehe ihm nicht gut. Er wolle so viel Zeit wie möglich mit ihm verbringen und seine 

Mutter  brauche  ebenfalls  Unterstützung.  Seine  Wohnung  in  B  sei  zwar  mit  eigenen 

Möbeln eingerichtet. Dabei handle es sich aber zu einem grossen Teil um Möbel aus 

dem Brockenhaus oder aus seinem Jugendzimmer. Es seien rein zweckmässige Mö-

bel.  Er  lebe  in  einer  sehr  kleinen  Wohnung  und  brauche  auch  keine  grössere,  da  er 

wirklich nur in B sei, wenn er arbeite. Sein Lebensmittelpunkt befinde sich dort, wo sein 

Herz sei und dies sei und bleibe bei seinen Eltern, seinem Bruder und seinen Freun-

den, allesamt wohnhaft im Kanton E.  

e)  Ergänzend  brachte  der  Pflichtige  in  der  Rekursschrift  vor,  während  seiner 

Abwesenheit  übernachteten  Arbeitskollegen  in  seiner  Wohnung.  Auch  die  Nachbarin 

verbringe  Zeit  mit  seiner  Katze  in  der  Wohnung.  Dies  erkläre  den  Stromverbrauch. 

Was den Internet-Anschluss betreffe, so sei zu beachten, dass ein Vertragspaket güns-

tiger sei als der Abschluss verschiedener Verträge. Er könne sodann nicht alle Telefo-

nate von seinen Eltern aus führen, da er sie finanziell nicht belasten wolle. Während er 

in B ein Zimmer benutze, stünden ihm in der Wohnung der Eltern ein eigenes Zimmer 

und zusätzlich ein Wohnzimmer zur Mitbenützung zur Verfügung. Da er keine Agenda 

führe,  könne  er  keine  lückenlose  Auskunft  über  seinen  jeweiligen  Aufenthaltsort  im 

Jahr 2008 liefern.  

4. a) Der ledige, .. Jahre alte Pflichtige hält sich – mit einem Unterbruch von 

Ende August 19.. bis Juni 19.. – seit Januar 19.. in der Stadt B auf. Seit Mitte Februar 

19.. wohnt er alleine an der …strasse .. in B in einer 1.5-Zimmerwohnung; der monatli-

che  Mietzins  inkl.  Nebenkosten  beträgt  Fr.  1’023.-.  Der  Pflichtige  verfügt  in  der Woh-

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nung  über  einen  Telefon-Festanschluss  und  eine  Internetverbindung.  Seit  1.  Januar 

20.. arbeitet er bei der K als I mit einem monatlichen Nettolohn von rund Fr. 2'800.-. 

b)  Die  Umstände,  welche  die  unbeschränkte  Steuerhoheit  über  eine  Person 

begründen, stellen eine steuerbegründende Tatsache dar und müssen daher vom ent-

sprechenden  Gemeinwesen  bzw.  von  der  zuständigen  Steuerbehörde  bewiesen  wer-

den (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  Kommentar  zum  harmonisierten  Zürcher  Steuer-

gesetz, 2. A., 2006, § 3 N 83).  

Bei  unverheirateten,  unselbstständig  Erwerbstätigen  besteht  indessen  nach 

der  Rechtsprechung  des  Bundesgerichts  eine  besondere  Beweislastregel:  Der  Um-

stand,  dass  der  unverheiratete  Steuerpflichtige  vom  Ort  aus,  wo  er  sich während  der 

Woche  aufhält,  eine  unselbstständige  Erwerbstätigkeit  ausübt,  begründet  nach  der 

Rechtsprechung die natürliche Vermutung, dass der Steuerpflichtige dort sein Steuer-

domizil hat. Diese Vermutung lässt sich nur entkräften, wenn er regelmässig, mindes-

tens  ein  Mal  pro Woche  oder  zumindest  (bei  unregelmässiger  Arbeitszeit)  an  den ar-

beitsfreien  Tagen,  an  den  Ort  zurückkehrt,  wo  seine  Familie  lebt,  mit  welcher  er  aus 

bestimmten Gründen besonders eng verbunden ist, und wo er andere persönliche und 

gesellschaftliche Beziehungen pflegt (BGr, 28. April 2005, 2P.260/2004; BGE 125 I 54, 

E.  3a;  Peter  Locher,  Die Praxis  der  Bundessteuern,  III.  Teil:  Das  interkantonale Dop-

pelbesteuerungsrechts, § 3, I B, 2b Nrn. 32 und 27; Martin Arnold, Der steuerrechtliche 

Wohnsitz  natürlicher  Personen  im  interkantonalen  Verhältnis  nach  der  neueren  bun-

desgerichtlichen  Rechtsprechung,  ASA  68,  462  ff.).  Die  Anforderungen  an  die  Über-

zeugungskraft der für die Kontakte zum Wochenendort geltend gemachten Umstände 

werden dabei mit zunehmender Dauer des Aufenthalts am Arbeitsort höher, geht doch 

mit zunehmender Dauer des Wochenaufenthalts regelmässig eine Lockerung der Bin-

dungen zur elterlichen Familie einher (StE 1994 A 24.21 Nr. 7 E. 3 b).  

c)  Vorliegend  macht  der  Pflichtige  enge  Beziehungen  zu  seinen  Eltern  gel-

tend. Was die regelmässige, wöchentliche Rückkehr bzw. die Rückkehr an den dienst-

freien  Tagen  an  den  Familienort  betrifft,  so  ersuchte  das  kantonale  Steueramt  den 

Pflichtigen in der Beweisauflage vom 22. Oktober 2009 um eine detaillierte Darlegung 

und um den entsprechenden Beweis, an welchen Tagen er sich im Jahr 2008 am "Wo-

chenendort" und an anderen Orten ausserhalb des Kantons Zürich aufgehalten habe.  

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Auf  Grund  von  folgenden  Umständen  sind  die  Anforderungen  an  den  Nach-

weis der regelmässigen Rückkehr an den Familienort hoch anzusetzen:  

 

In der Steuerperiode 2008 war der Pflichtige .. Jahre alt und hielt sich, mit ei-

nem Unterbruch von Ende August 19.. bis Juni 19.., bereits seit Januar 19.. in 

der Stadt B auf.  

  Während  er  in  B  Alleinbenützer  einer  1,5-Zimmerwohnung  war,  standen  ihm 

am Familienort nur ein Zimmer sowie ein Wohnzimmer (zur Mitbenutzung) zur 

Verfügung. 

  Der  Pflichtige  machte  wechselnde  Angaben  zu  einer  partnerschaftlichen  Be-

ziehung  am  Familienort.  Den  diesbezüglichen  Punkt  in  der  Beweisauflage 

vom 22. Oktober 2009 ("detaillierter Beschrieb der persönlichen und sozialen 

Beziehungen…")  erfüllte  er  in  seiner  Eingabe vom  19. November  2009  nicht. 

Es  ist  demnach  nicht  von  einer  langjährigen,  beständigen  Partnerschaft  mit 

Anknüpfungspunkt in D auszugehen. 

  Zur  Ausstattung  der  Mietwohnung  in  B  gehörten  ein  Telefon-Festanschluss 

sowie eine Internetverbindung. 

  Offenbar hielt sich der Pflichtige in der Wohnung in B eine Katze als Haustier. 

Aus  den  Darlegungen  des  Pflichtigen  und  aus  den  eingereichten  Unterlagen 

lässt sich nicht ableiten, dass der Pflichtige im Jahr 2008 regelmässig, d.h. grundsätz-

lich  wöchentlich,  an  den  Familienort  zurückkehrte.  Mit  Bezug  auf  die  Fahrten  nach  D 

führte er aus, dass er seine Rückfahrten nicht belegen könne, da er mit dem Auto fahre 

und seine Benzinbezüge jeweils bar bezahle. Es erübrigt sich auch, die vom Pflichtigen 

angesprochenen  Zeugen  einzuvernehmen;  dies  umso  mehr,  als  der  Pflichtige  selber 

darum  ersucht,  von  einer  Einvernahme  abzusehen.  Ausserdem  liesse  sich  aus  der 

Mitbenutzung  seiner  Wohnung  durch  weitere  Personen  keine  direkten  Rückschlüsse 

auf  eine  wöchentliche  Rückkehr  nach  D  ziehen.  Eine  regelmässige  Rückkehr  an  den 

Familienort wurde vom Pflichtigen damit nicht nachgewiesen.  

2 ST.2010.27 

 
 
 
 
 
 
 
 
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5. a) Diese Erwägungen führen zur Abweisung des Rekurses.  

b)  Desgleichen  ist  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Prozess-

führung  abzuweisen.  Zur  Begründung  ist  auf  die  entsprechenden  Erwägungen  in  der 

Verfügung vom 1. Juni 2010 zu verweisen. Insbesondere ist darauf hinzuweisen, dass 

der  Pflichtige  vor  der  Steuerrekurskommission/dem  Steuerrekursgericht  nicht  seine 

ganze  Vermögenssituation  offenlegte  und  seine  Lebenshaltungskosten  nur  teilweise 

belegte. Diese Versäumnisse holte er auch in der Beschwerde an das Verwaltungsge-

richt  nicht  nach.  Die  Kosten  des  Rekursverfahrens  sind  daher  ausgangsgemäss  dem 

Pflichtigen aufzuerlegen (§ 151 Abs. 1 StG). 

Demgemäss beschliesst die Kammer: 

Das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung wird abgewiesen; 

und erkennt: 

1.  Der Rekurs wird abgewiesen. 

[…] 

2 ST.2010.27