# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4d25113e-01d2-5d22-b8c1-0676fdbd8d05
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-04-30
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsrekurskommission 30.04.2015 IV-2014/117
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VWEK_001_IV-2014-117_2015-04-30.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV-2014/117

Stelle: Verwaltungsrekurskommission

Rubrik: Verkehr

Publikationsdatum: 09.10.2019

Entscheiddatum: 30.04.2015

Entscheid Verwaltungsrekurskommission, 30.04.2015
Art. 16 Abs. 1, Art. 16d Abs. 1 lit. b SVG (SR 741.01). Die Angaben des 
Betroffenen zum Drogenkonsum stimmten nicht mit den Ergebnissen der 
Laboruntersuchung überein, die auf einen mehrmaligen Konsum von Kokain 
hindeuten. Die Tendenz zur Verharmlosung des Drogenkonsums (Kokain) 
birgt die Gefahr, dass die Auswirkungen der Drogen auf das Verhalten im 
Strassenverkehr unterschätzt werden. Bestätigung des Sicherungsentzugs 
(Verwaltungsrekurskommission, Abteilung IV, 30. April 2015, IV-2014/117).

Präsident Urs Gmünder, Richter Urs Früh und Beat Fritsche, Gerichtsschreiber Philipp 

Lenz

X, Rekurrent,

vertreten durch lic.iur. Dominik Schorno, Rechtsanwalt, St. Leonhardstrasse 32, 

9001 St. Gallen,

gegen

Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt, Abteilung Administrativmassnahmen, 

Frongartenstrasse 5, 9001 St. Gallen, Vorinstanz,

betreffend

Führerausweisentzug (Sicherungsentzug)

Sachverhalt:

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A.- X besitzt den Führerausweis für die Kategorien A1, B, D1, BE, D1E seit dem 

26. April 2001. Am 20. September 2011 lenkte er ein Fahrzeug auf der Autobahn und 

überschritt die signalisierte Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h um 27 km/h. Dafür 

wurde er vom Strassenverkehrsamt mit Verfügung vom 13. März 2012 verwarnt. Am 

25. September 2012 war X mit einem Lieferwagen auf der Autobahn unterwegs, als er 

von der Kantonspolizei Zürich wegen Nichteinhaltens eines genügenden Abstands 

beim Hintereinanderfahren angehalten und angezeigt wurde. Das Strassenverkehrsamt 

entzog ihm daraufhin den Führerausweis wegen schwerer Widerhandlung gegen die 

Strassenverkehrsvorschriften für die Dauer von drei Monaten. Die Massnahme wurde 

vom 30. Mai bis 29. August 2013 vollzogen.

B.- Am 18. Januar 2014 wurde X von der Stadtpolizei St. Gallen kontrolliert. Dabei 

stellten die Polizisten rund 0,4 Gramm Kokain sicher. Aufgrund dieses Vorfalls verbot 

das Strassenverkehrsamt X mit Verfügung vom 24. Januar 2014 das Führen von 

Motorfahrzeugen sämtlicher Kategorien vorsorglich ab sofort und ordnete am 18. 

Februar 2014 eine verkehrsmedizinische Untersuchung beim Institut für Rechtsmedizin 

(IRM) am Kantonsspital St. Gallen an.

C.- Am 19. März 2014 unterzog sich X der verkehrsmedizinischen Untersuchung beim 

IRM. Im Gutachten vom 16. Mai 2014 wurde die Fahreignung wegen 

Drogenmissbrauchs abgesprochen. Der Gutachter empfahl eine mindestens 

sechsmonatige fachtherapeutisch begleitete Drogenabstinenz mit monatlichen 

Urinkontrollen auf Cannabis und halbjährlichen Haaranalysen. Gestützt auf das 

Gutachten entzog das Strassenverkehrsamt X mit Verfügung vom 23. Juli 2014 den 

Führerausweis auf unbestimmte Zeit. Die Wiedererteilung wurde von einer 

kontrollierten und fachlich betreuten Drogenabstinenz (Arzt und Beratungsstelle) von 

mindestens sechs Monaten sowie einer verkehrsmedizinischen Kontrolluntersuchung 

abhängig gemacht. Einem allfälligen Rekurs entzog das Strassenverkehrsamt die 

aufschiebende Wirkung.

D.- Mit Eingabe vom 21. August 2014 erhob X durch seinen Rechtsvertreter Rekurs bei 

der Verwaltungsrekurskommission. Er beantragte die Aufhebung der Verfügung des 

Strassenverkehrsamtes vom 23. Juli 2014. Als Prozessantrag begehrte er die Erteilung 

der aufschiebenden Wirkung des Rekurses. Auf die Ausführungen des Rekurrenten zur 

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Begründung der Anträge wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen. 

Das Strassenverkehrsamt verzichtete mit Schreiben vom 17. September 2014 auf eine 

Vernehmlassung.

Mit Verfügung vom 20. Oktober 2014 wies der Präsident das Gesuch um Erteilung der 

aufschiebenden Wirkung ab.

Erwägungen:

1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die 

Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur 

Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 21. August 2014 (Datum des 

Poststempels) ist rechtzeitig eingereicht worden und erfüllt in formeller und inhaltlicher 

Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 41 lit. g , 45, 47 und 48 des Gesetzes 

über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf den Rekurs ist 

einzutreten.

2.- Im Rekurs ist umstritten, ob die Vorinstanz die Fahreignung des Rekurrenten 

gestützt auf das verkehrsmedizinische Gutachten des IRM St. Gallen vom 16. Mai 2014 

zu Recht verneinte. Darin wurde festgestellt, beim Rekurrenten sei von einem die 

Fahreignung ausschliessenden Drogenmissbrauch (Kokain und Cannabis) auszugehen.

a) Ausweise und Bewilligungen sind zu entziehen, wenn festgestellt wird, dass die 

gesetzlichen Voraussetzungen zur Erteilung nicht oder nicht mehr bestehen (Art. 16 

Abs. 1 des Strassenverkehrsgesetzes [SR 741.01, abgekürzt: SVG]). Art. 16d SVG 

regelt den Führerausweisentzug wegen fehlender Fahreignung. Nicht geeignet, ein 

Fahrzeug zu führen, ist namentlich, wer nicht oder nicht mehr über die körperliche und 

geistige Leistungsfähigkeit verfügt, um ein Motorfahrzeug sicher zu führen (Art. 16d 

Abs. 1 lit. a SVG), wer an einer Sucht leidet, welche die Fahreignung ausschliesst (lit. 

b), oder wer aufgrund seines bisherigen Verhaltens nicht Gewähr bietet, dass er künftig 

beim Führen eines Motorfahrzeugs die Vorschriften beachten und auf die Mitmenschen 

Rücksicht nehmen wird (lit. c). Drogensucht wird nach der Rechtsprechung bejaht, 

wenn die Abhängigkeit von der Droge derart ist, dass der Betroffene mehr als jede 

andere Person der Gefahr ausgesetzt ist, sich ans Steuer eines Fahrzeugs in einem – 

bis

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dauernden oder zeitweiligen – Zustand zu setzen, der das sichere Führen nicht mehr 

gewährleistet. Im Interesse der Verkehrssicherheit setzt die Rechtsprechung den 

regelmässigen Konsum von Drogen der Drogenabhängigkeit gleich, sofern dieser 

seiner Häufigkeit und Menge nach geeignet ist, die Fahreignung zu beeinträchtigen 

(BGE 127 II 122 E. 3c). Davon ist nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung bei 

nur gelegentlichem Cannabiskonsum, d.h. bei maximal zweimaligem 

Substanzgebrauch pro Woche (Empfehlungen der schweizerischen Gesellschaft für 

Rechtsmedizin [SGRM], in: B. Liniger, Jahrbuch zum Strassenverkehr 2014, S. 327 ff.) 

nicht auszugehen, da dieses Konsumverhalten noch zu keinen verkehrsrelevanten 

Leistungseinbussen führe (vgl. Urteil des Bundesgerichts [BGer] 6A.11/2006 vom 13. 

April 2006 E. 3.3). Werden daneben jedoch weitere Drogen konsumiert, ist die Situation 

anders zu beurteilen. Das Bundesgericht wertet einen mehrjähriger Mischkonsum als 

Indiz für einen beträchtlichen Drogenkonsum, von dem eine erhebliche 

Verkehrsgefährdung ausgehen könne (BGer 6A.49/2000 vom 28. Juni 2000 E. 3c). 

Deshalb kann eine Person, die weder in abhängiger noch in verkehrsrelevant 

missbräuchlicher Weise Cannabis konsumiert, nicht mehr ohne verkehrsmedizinische 

Begutachtung als fahrgeeignet beurteilt werden, wenn sie zusätzlich Kokain verwendet 

(vgl. B. Liniger, Drogen, Medikamente und Fahreignung, in: Handbuch der 

verkehrsmedizinischen Begutachtung, 1. Aufl. 2005, S. 37). Von Kokain geht zudem ein 

sehr grosses Suchtpotenzial aus. Aufgrund der enthemmenden Wirkung dieses 

Betäubungsmittels stellt dessen Konsum eine Gefahr im Strassenverkehr dar (vgl. 

Philippe Weissenberger, Kommentar SVG und OBG, 2. Aufl. 2015, Art. 16d N 36).

b) Der Gutachter stützte seine Beurteilung auf die Vorgeschichte, die Angaben des 

Rekurrenten, die Befunde der körperlichen Untersuchung, die Resultate der 

Laboruntersuchungen und auf Fremdauskünfte. Damit berücksichtigte er die 

wesentlichen Aspekte und traf die notwendigen Abklärungen (BGE 129 II 82 E. 6.2.2). 

In seiner Beurteilung gelangte er zum Schluss, die Fahreignung sei wegen 

Drogenmissbrauchs nicht zu befürworten. Der Rekurrent habe entgegen der geltend 

gemachten Abstinenz Kokain konsumiert. Dies habe sich aus der Haaranalyse ergeben. 

In beiden Segmenten sei diese Substanz und deren Abbauprodukte in ungefähr 

gleicher Menge nachgewiesen worden. Bei Kokain handle es sich um eine Droge mit 

hohem Suchtpotential, die enthemmend wirke und die Risikobereitschaft erhöhe. Der 

Kokainrausch könne je nach psychischer Verfassung und Persönlichkeitsstruktur 

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unterschiedlich verlaufen. So seien Angst- und Panikreaktionen bekannt. Es könne 

aber auch zu Einschränkungen der Kritikfähigkeit, des Urteilsvermögens und 

Psychosen kommen. Zudem sei die Urinprobe vom 19. März 2014 positiv auf Cannabis 

getestet worden. Allerdings sei die THC-Konzentration niedrig gewesen, so dass auch 

ein Passivkonsum in Frage komme. Nicht auszuschliessen sei auch, dass es sich beim 

Befund um einen rückläufigen Parameter im Zusammenhang mit dem Abstinenzbeginn 

(Februar 2014) gehandelt habe. Cannabis reichere sich bei gewohnheitsmässigem 

Konsum im Körper an, so dass die Urinproben erst nach einigen Wochen negativ 

würden. Die zwei weiteren Urinkontrollen seien negativ ausgefallen. Dass der Rekurrent 

nach der Anzeige wegen Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes im Januar 2014 

bis Februar 2014 weiterhin Cannabis konsumiert habe, spreche für ein psychisches 

Verlangen. Insgesamt sei von einem Drogenmissbrauch mit fortgesetztem Kokain- und 

Cannabiskonsum bis Februar 2014 auszugehen.

Der Rekurrent bringt dagegen vor, das Gutachten des IRM sei nicht schlüssig. Weder 

der Gutachter noch die Vorinstanz hätten nachgewiesen, dass bei ihm eine Sucht 

vorliege. Selbst wenn er gelegentlich Cannabis konsumiere, sei damit nicht dargetan, 

dass er drogensüchtig sei und sich unter dem Einfluss von Cannabis ans Steuer setze. 

Dasselbe gelte für den Konsum von Kokain. Es sei nicht dargetan, dass er nicht in der 

Lage sei, Konsum und Strassenverkehr zu trennen. Der Schluss des Gutachters, es 

liege eine Kokainsucht vor, weil die Analyseresultate gegen die vom Rekurrenten 

behauptete Abstinenz sprächen, sei nicht überzeugend. Die Urinprobe vom 19. März 

2014 sei negativ auf Opiate, Kokain usw. getestet worden; diejenigen vom 31. März 

und 17. April 2014 auch negativ auf Cannabis. Unzutreffend seien die Ausführungen 

des Gutachters zur Haaranalyse. Der Nachweis von Kokain und Abbauprodukten in 

beiden Segmenten sei für sich allein nicht wesentlich, denn die Abbauprodukte seien 

über längere Zeit nachweisbar. Wesentlich sei vielmehr, dass einzelne Substanzen im 

zweiten Abschnitt sehr wohl nur noch in geringer Konzentration nachweisbar gewesen 

seien. Dieser Umstand deute auf eine Abstinenz hin; insbesondere, weil die 

Konzentration der übrigen Substanzen praktisch unverändert geblieben sei. Es sei 

immer wieder feststellbar, dass sich einzelne Substanzen nicht gleichmässig abbauten. 

Zudem sei ausser Acht gelassen worden, dass er in stabilen Verhältnissen lebe, einer 

Erwerbstätigkeit nachgehe und weder in körperlicher noch in psychischer Hinsicht 

auffällig sei.

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c) aa) Der Rekurrent berichtete gegenüber dem Gutachter von regelmässigem 

Cannabiskonsum in der Vergangenheit; letztmals Mitte Februar 2014. Er habe zweimal 

monatlich jeweils am Wochenende einen bis zwei Joints geraucht; beim Besuch von 

Openair-Veranstaltungen seien es vier bis fünf pro Tag gewesen. Diese Angaben lassen 

nicht auf einen übermässigen und unkontrollierten Cannabiskonsum schliessen; die 

Analyseergebnisse vom 31. März und 17. April 2014 sprechen denn auch für eine 

Abstinenz. Die Urinkontrolle vom 19. März 2014 wurde zwar positiv auf Cannabis 

getestet, aufgrund der geringen THC-Konzentration liess sich damit ein Konsum aber 

nicht nachweisen. Der Gutachter schloss einen Passivkonsum nicht aus. Auszugehen 

ist demnach von einem letztmaligen Konsum Mitte Februar 2014. Dieser wäre 

anlässlich der Untersuchung vom 19. März 2014 nur nach vorgängig chronischem 

Konsum nachweisbar gewesen, da die Nachweisdauer in solchen Fällen bei 30 Tagen 

liegt; bei nur gelegentlichem Konsum beträgt sie nur rund 10 Tage (vgl. Sutter/Sturm, 

Wissenswertes zur Analytik von Suchtstoffen im Urin und in anderen Asservaten mittels 

immunchemischen Verfahren, Version 02, S. 12, unter: www.rechtsmedizin.kssg.ch/

downloads). Die Feststellung des Gutachters, es sei nicht auszuschliessen, dass der 

Rekurrent gewohnheitsmässig Cannabis konsumiert haben könnte und das 

Analyseergebnis vom 19. März 2014 auf den Abstinenzbeginn zurückzuführen sei, ist 

deshalb nachvollziehbar.

bb) Der Rekurrent gab sowohl gegenüber der Stadtpolizei St. Gallen (act. 9/33) als 

auch gegenüber dem Gutachter an, nur zweimal Kokain konsumiert zu haben; das 

erste Mal mit 18 oder 19 Jahren und ein zweites Mal an Silvester 2013. Die Analyse der 

am 19. März 2014 entnommenen Haarprobe zeigte jedoch ein anderes Bild. Beim 

kopfnahen Segment (0-2 cm ab Kopfhaut) wurde eine Kokain-Konzentration von 550 

pg/mg gemessen, im kopffernen Segment (2 bis 4,5 bzw. 5 cm ab Kopfhaut) eine 

solche von 610 pg/mg. Bei diesem Befund ist ein eher regelmässiges Konsumverhalten 

anzunehmen, da ein einzelner Kokainkonsum im Rahmen der Haaranalytik in der Regel 

nicht feststellbar ist (I. Thiele, Jahrbuch zum Strassenverkehrsrecht 2005, S. 117; M.R. 

Baumgartner, Nachweis des Konsums von psychotropen Substanzen und Alkohol 

mittels Haaranalyse, in: Therapeutische Umschau 2011, S. 272, unter: www.irm.uzh.ch/

downloads). Bei der Analyse wird mit sogenannten Cut-off-Werten gearbeitet. Diese 

werden allgemein in zweierlei Hinsicht verwendet: einerseits zum Ausschluss analytisch 

unsicherer Ergebnisse, d.h. zur Vermeidung falsch-positiver Resultate. In diesem Sinne 

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werden bei chromatographisch-spektroskopischen Verfahren Nachweis- oder 

Bestimmungsgrenzen verwendet. Andererseits dienen sie bei sicher nachgewiesener 

Konzentration zur Abgrenzung von für die Fragestellung irrelevanten Werten, z.B. durch 

einmaligen oder Probierkonsum. Bei einmaligem oder vereinzeltem Substanzkonsum 

innerhalb eines längeren Zeitraumes liegt die Konzentration im Haar unterhalb der 

Nachweisgrenze und ergibt somit einen negativen Befund (Baumgartner, a.a.O., S. 272; 

vgl. auch Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- 

und Verwaltungsrecht vom 17. Juli 2013 Nr. 810 12 343 E. 5.4). Der Cut-off-Wert von 

Kokain liegt gemäss SGRM bei 500 pg/mg (vgl. SGRM, Arbeitsgruppe Haaranalytik, 

Bestimmung von Drogen und Medikamenten in Haarproben, 1. September 2014, 

Anhang). Andere Autoren setzen ihn wesentlich tiefer, nämlich bei 100 pg/mg an 

(Madea/Musshoff/Berghaus (Hrsg.), Verkehrsmedizin, 2. Aufl. 2012, S. 188). Die im 

Haar des Rekurrenten gemessenen Konzentrationen liegen mit 610 und 550 pg/mg 

deutlich über dem von der SGRM definierten Cut-off-Wert, was auf einen mehr als 

einmaligen Kokainkonsum hinweist. Dass der Wert im kopfnahen Segment tiefer ausfiel 

als derjenige im kopffernen, vermag an dieser Beurteilung nichts zu ändern. Die 

abnehmende Konzentration könnte darauf hindeuten, dass der Rekurrent den Konsum 

von Kokain einstellte oder zumindest reduzierte.

cc) Somit ist aufgrund der schlüssigen Ausführungen im Gutachten davon auszugehen, 

dass der Rekurrent in der Vergangenheit häufiger Drogen konsumierte – insbesondere 

Kokain –, als er gegenüber dem Gutachter angab. Zu berücksichtigen ist auch, dass er 

anlässlich der polizeilichen Kontrolle vom 14. Januar 2014 0,4 g Kokain in seiner linken 

Jackentasche mit sich trug; dieses Kokain war gemäss eigenen Angaben für den 

Eigenkonsum bestimmt (act. 9/17). Die Tendenz zur Verharmlosung des 

Konsumverhaltens gibt zu Bedenken Anlass, zumal Kokain ein erhebliches 

Suchtpotential in sich birgt. Es besteht zwar die Vermutung, dass der gelegentliche 

Kokainkonsum am Wochenende nicht zu einer dem Heroin-Missbrauch 

gleichzusetzenden sozialen Schädigung und gegebenenfalls Abhängigkeit führt. 

Aufgrund der äusserlich relativ unauffälligen Kokainkreise sowie der häufigen 

Verbindung des Kokain-Konsums mit dem Missbrauch von Alkoholika, Barbituraten 

usw. sind allgemeingültige Aussagen dazu jedoch nur sehr beschränkt möglich. 

Besteht eine Abhängigkeit, ist davon auszugehen, dass die Erfolgsaussichten im Sinne 

einer Langzeitabstinenz im Hinblick auf das starke fortbestehende Verlangen nach der 

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Droge auch beim Kokain-Schnupfen noch geringer anzusetzen sind als bei Heroin-

Abhängigen (Th. Geschwinde, Rauschdrogen, Marktformen und Wirkungsweisen, 4. 

Aufl. 1998, Rz 1456 ff. und 1493). Der Gutachter ging beim Rekurrenten von einer 

gewissen psychischen Abhängigkeit aus, da er nach der Anzeige wegen des 

Verstosses gegen das Betäubungsmittelgesetz im Januar 2014 nicht auf den Konsum 

von Drogen verzichtet habe. Dies erscheint nachvollziehbar. Hinzu kommt, dass der 

Rekurrent nach eigenen Angaben bereits im 18. oder 19. Lebensjahr (das heisst im 

Jahr 2000) mit dem Drogenkonsum begann; anfangs nur Cannabis, später (2007) auch 

Kokain. Wie dargelegt ist ein mehrjähriger Mischkonsum ein erhebliches Indiz für einen 

beträchtlichen Drogenkonsum, von dem eine erhebliche Verkehrsgefährdung ausgehen 

kann. Eine eigentliche Sucht im Sinne der ICD-10-Klassifikation der 

Weltgesundheitsorganisation (vgl. www.icd-code.de) ist hingegen nicht nachgewiesen. 

Jedoch kann auch eine kombinierte Einnahme von mehreren psychotropen Substanzen 

– wie beim Rekurrenten – zu einer Sucht führen, ohne dass eine solche bezüglich der 

einzelnen Substanzen gegeben sein muss (BSK SVG-Rütsche/D'Amico, Art. 16d N 45).

dd) Soweit aus den Akten ersichtlich, wurde der Rekurrent noch nie in zufolge 

Drogenkonsums fahrunfähigem Zustand erwischt. Dies ist im vorliegenden Fall jedoch 

nicht ausschlaggebend. Vielmehr ist im Sinne einer zukunftsgerichteten Betrachtung zu 

prüfen, ob das vom Rekurrenten ausgehende Gefährdungspotential einen 

Sicherungsentzug zu rechtfertigen vermag. Dass bereits einmal ein Fahrzeug unter 

Drogeneinfluss gelenkt wurde, wird für einen Sicherungsentzug nicht vorausgesetzt 

(Rütsche/D'Amico, a.a.O., Art. 16d N 44). Zwar ergab die Haaranalyse auf Kokain vom 

19. März 2014 im kopfnahen Segment einen tieferen Wert als im kopffernen, was auf 

einen rückläufigen oder zumindest gleichbleibenden Konsum hindeutete; die Werte 

lagen mit 550 und 610 pg/mg aber immer noch deutlich über dem Cut-off-Wert von 

500 pg/mg und weisen auf mehrmaligen Konsum hin. Dass der Rekurrent dies 

gegenüber dem Gutachter bestritt, lässt an seiner Fähigkeit zweifeln, das eigene 

Konsumverhalten kritisch zu reflektieren. Die Tendenz zur Verharmlosung des 

Drogenkonsums ist deshalb problematisch, weil so die Auswirkungen der Drogen auf 

das Verhalten im Strassenverkehr unterschätzt werden. Insbesondere Kokain wirkt 

enthemmend und subjektiv leistungssteigernd bei herabgesetzter Fähigkeit zur 

Selbstkritik. Dies kann zu einer erhöhten Risikobereitschaft und in der Folge zu 

gefährlichem Verhalten im Strassenverkehr führen (BGer 1C_248/2011 vom 30. Januar 

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2012 E. 4.1; Thiele, a.a.O., S. 112 f.). Vor diesem Hintergrund ist mit dem Gutachter 

von einer die Fahreignung ausschliessenden verkehrsrelevanten Drogenproblematik 

auszugehen. Seine Empfehlung, eine weitere verkehrsmedizinische Neubeurteilung von 

einer mindestens sechsmonatigen fachtherapeutisch begleiteten Abstinenz abhängig 

zu machen, erscheint folgerichtig.

e) Zusammenerfassend ergibt sich, dass die Voraussetzungen für einen 

Sicherungsentzug erfüllt sind. Die Verfügung der Vorinstanz vom 23. Juli 2014 ist zu 

bestätigen und der Rekurs abzuweisen.

3.- Die Massnahme des Sicherungsentzugs soll sicherstellen, dass der Rekurrent zum 

Schutz der Sicherheit der übrigen Verkehrsteilnehmer vom Strassenverkehr 

ferngehalten wird. Dieser Zweck wäre gefährdet, wenn der Rekurrent während eines 

Rechtsmittelverfahrens als Motorfahrzeugführer zum Strassenverkehr zugelassen 

würde. Einer allfälligen Beschwerde ist deshalb die vom Gesetz vorgesehene 

aufschiebende Wirkung zu entziehen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 51 VRP).

4.- Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten dem Rekurrenten 

aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 1'700.–, worunter die 

Kosten der Verfügung zur aufschiebenden Wirkung vom 20. Oktober 2014 von 

Fr. 200.–, erscheint angemessen (vgl. Art. 7 Ziff. 111 und 122 der 

Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der Kostenvorschuss von Fr. 1'500.– ist 

anzurechnen.

Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf Entschädigung der 

ausseramtlichen Kosten (Art. 98  VRP).

Entscheid:

1.  Der Rekurs wird abgewiesen.

2.  Einer allfälligen Beschwerde wird die aufschiebende Wirkung entzogen.

3.  Der Rekurrent hat die amtlichen Kosten von Fr. 1'700.– zu bezahlen.

     Der Kostenvorschuss von Fr. 1'500.– wird angerechnet.

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