# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 525f7a94-228c-568a-8ff8-8b78696ebda5
**Source:** Schwyz (SZ)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-03-17
**Language:** de
**Title:** Schwyz Verwaltungsgericht 1. Kammer 17.03.2022 I 2021 58
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SZ_Verwaltungsgericht/SZ_VG_003_I-2021-58_2022-03-17.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz
Kammer I

I 2021 58

Entscheid vom 17. März 2022 

Besetzung lic.iur. Gion Tomaschett, Vizepräsident
Dr.med. Bernhard Zumsteg, Richter
Dr.med. Urs Gössi, Richter
MLaw Milena Pesic, a.o. Gerichtsschreiberin

Parteien A.________,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt B.________,

gegen

IV-Stelle Schwyz, Rechtsdienst, Postfach 53, 6431 Schwyz,
Vorinstanz,

Gegenstand Invalidenversicherung (Leistungen)

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Sachverhalt:

A. A.________ (geb. ________1967) hat eine Ausbildung als Sportartikelver-
käufer absolviert (1983 - 1986) und sich zum Versicherungs- und Vorsorgebera-
ter ausbilden lassen; zunächst arbeitete er bei der C.________-Versicherung und 
seit 2011 als Aussendienstmitarbeiter für die D.________-Versicherung bzw. der 
betreffenden Generalagentur in E.________ (vgl. IV-act. 15-2/4 oben, i.V.m. IV-
act. 62-11/30, IV-act. 64-1/6, 40, 108 und 150-11/103 unten).

B. Am 1. März 2014 erlitt er beim Treppensteigen ein Kniedistorsionstrauma 
links (IV-act. 16-2/3). In der Folge unterzeichnete er am 18. März 2015 eine An-
meldung zum Bezug von IV-Leistungen (welche bei der IV-Stelle Schwyz am 
9.4.2015 einging). Die gesundheitlichen Beeinträchtigungen umschrieb er mit 
Knieproblemen seit dem Knieunfall vom 1. März 2014 (IV-act. 1).

C. Der weitere Verlauf wurde in einem Bericht der Klinik F.________ 
(G.________) vom 19. Februar 2019 u.a. dahingehend zusammengefasst, dass 
bei A.________ ein invalidisierendes, chronifiziertes Schmerzsyndrom im Be-
reich des linken Kniegelenkes bestehe (welches mit einer Meniskusläsion be-
gann; es folgten u.a. eine Teilmeniskektomie, Revision mit erneuter Teilmenis-
kektomie, bei Persistenz der Beschwerden Tibiakopf-OT, Revision wegen inkom-
pletter Konsoli-dation mit Beckenspan-Interposition, zweimalige Nervenrevision 
auf Höhe des 
Saphenus-Astes, Schlittenprothesen-Versorgung, Behandlung in der Schmerz-
klinik R.________ mit Neurostimulator, Implantation eines zweiten Stimulators 
etc., vgl. IV-act. 78-7/58 oben).

Zuvor hatte die IV-Stelle nach einer Würdigung der medizinischen Aktenlage vom 
12. Juni 2018 durch den RAD-Arzt Dr.med. H.________ (Allgemeinmedizin FMH, 
vgl. IV-act. 64-6/6) mit Vorbescheid vom 18. Juni 2018 angekündigt, das Leis-
tungsbegehren abzuweisen (IV-act. 65). Dagegen liess A.________ am 26. Sep-
tember 2018 Einwände erheben (IV-act. 72).

D. Am 2. August 2019 ging bei der IV-Stelle eine Anmeldung zum Bezug von 
Hilfsmitteln ein. Nach diversen Abklärungen übernahm die IV-Stelle die Kosten 
für den Umbau des Bürotisches in ein Stehpult (IV-act. 114). Am 17. Januar 2020 
erteilte die IV-Stelle Kostengutsprache für die leihweise Abgabe eines Rollstuhls 
(IV-act. 121). Am 8. April 2020 folgten die Kostengutsprachen für die leihweise 
Abgabe eines zweiten Rollstuhls (im Betrag von Fr. 7'497.30, vgl. IV-act. 141) 
sowie für die Montage eines Rollstuhlverladesystems im Kofferraum des Fahr-
zeuges von A.________ im Betrag von Fr. 10'072.10 (IV-act. 142).

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E. Nach Prüfung der medizinischen Aktenlage vom 16. März 2020 empfahl 
der RAD-Arzt Dr.med. H.________ die Einholung eines interdisziplinären Gut-
achtens (IV-act. 123-9/10), was A.________ am 23. März 2020 mitgeteilt wurde 
(IV-act. 125). Der Begutachtungsauftrag wurde der Gutachterstelle "I.________" 
zugelost (IV-act. 144). Mit Schreiben vom 27. April 2020 wurden A.________ die 
Namen der vorgesehenen Sachverständigen bekanntgegeben (IV-act. 147). Das 
MEDAS-Gutachten wurde am 3. Juli 2020 fertiggestellt und ging am 14. Juli 2020 
bei der IV-Stelle ein (IV-act. 150). 

Am 6. August 2020 nahm der RAD-Arzt Dr.med. H.________ dahingehend Stel-
lung, dass das Gutachten schlüssig sei und dass darauf abgestellt werden könne 
(IV-act. 160). 

F. Mit Vorbescheid vom 28. August 2020 kündigte die IV-Stelle an, folgende 
IV-Rentenleistungen zu gewähren (IV-act. 165):

01.01.2016 bis 31.03.2016 Dreiviertelsrente

01.04.2016 bis 30.04.2016 ganze IV-Rente

01.05.2016 bis 28.02.2017 halbe IV-Rente

01.03.2017 bis 31.03.2017 ganze IV-Rente

01.04.2017 bis 31.07.2017 halbe IV-Rente

01.04.2018 bis 31.07.2018 ganze IV-Rente

Am 4. September 2020 teilte die IV-Stelle mit, dass die Kosten für einen invali-
ditätsbedingten Umbau des Personenwagens des Versicherten auf Handbetrieb 
(gemäss Offerte von Fr. 8'586.25) übernommen werden (IV-act. 168).

Am 24. September 2020 teilte der Rechtsvertreter von A.________ der IV-Stelle 
mit, dass im August nochmals eine Operation erfolgt sei (IV-act. 174; Knietota-
lendoprothese vom 3.8.2020, vgl. IV-act. 176 und 179-4/6). 

Am 14. Oktober 2020 erteilte die IV-Stelle Kostengutsprache für Fuss-Orthesen 
nach ärztlicher Verordnung (IV-act. 178). 

Am 12. Januar 2021 nahm der RAD-Arzt Dr.med. H.________ erneut zur medi-
zinischen Aktenlage Stellung (IV-act. 187). Am 19. Januar 2021 ging noch ein 
Verlaufsbericht des Operateurs Dr.med. J.________ (K.________, G.________) 
ein (IV-act. 188). 

G. Am 27. Juli 2021 verfügte die IV-Stelle, dass A.________ (analog wie im 
Vorbescheid vom 28.8.2020) ab 1. Januar 2016 Anspruch auf eine Dreiviertels-
rente, ab 1. April 2016 Anspruch auf eine ganze IV-Rente, ab 1. Mai 2016 An-
spruch auf eine halbe IV-Rente, ab 1. März 2017 Anspruch auf eine ganze IV-

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Rente, ab 1. April 2017 bis 31. Juli 2017 Anspruch auf eine halbe Invalidenrente 
sowie im Zeitraum vom 1. April 2018 befristet bis 31. Juli 2018 erneut Anspruch 
auf eine ganze IV-Rente habe (vgl. IV-act. 215 bzw. Bf-act. 2).

H. Gegen diese Verfügung liess A.________ (unter Berücksichtigung des Fris-
tenstillstandes nach Art. 38 Abs. 4 lit. b ATSG i.V.m. Art. 60 ATSG) rechtzeitig 
am 13. September 2021 beim Verwaltungsgericht Beschwerde erheben mit den 
folgenden Rechtsbegehren:

1. Die Verfügung vom 27. Juli 2021 sei aufzuheben.

2. Es sei auf Kosten der Beschwerdegegnerin direkt durch das Gericht ein neu-
trales polydisziplinäres Gutachten in Auftrag zu geben.

3. Eventualiter sei die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen und 
diese zu verpflichten, die verbleibende Restarbeitsfähigkeit des Beschwerde-
führers mittels Vergabe eines polydisziplinären Gutachtens abzuklären.

4. Subeventualiter sei die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen und diese zu 
verpflichten, den Invalidenlohn für den massgeblichen Zeitraum konkret zu be-
rechnen und daraufhin neu zu entscheiden.

5. Eventualiter sei dem Beschwerdeführer eine Dreiviertelsrente zuzusprechen.

6. Es sei eine öffentliche Verhandlung durchzuführen, im Rahmen dieser Ver-
handlung sei der Beschwerdeführer zu befragen und dem Rechtsvertreter die 
Möglichkeit einzuräumen, eine Replik vorzutragen.

7. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Beschwerdegegnerin.

I. Mit Vernehmlassung vom 19. November 2021 beantragte die IV-Stelle, die 
Beschwerde sei abzuweisen, unter Kostenfolge zulasten des Beschwerdefüh-
rers. Dazu nahm der Beschwerdeführer in einer Eingabe vom 14. Januar 2022 
Stellung. 

Am 17. März 2022 fand die vom Beschwerdeführer beantragte mündliche Ver-
handlung statt (wobei die IV-Stelle auf eine Teilnahme verzichtete).

Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.1.1  Nach Art. 4 Abs. 1 des Invalidenversicherungsgesetzes (IVG; SR 831.20) 
in Verbindung mit Art. 8 Abs. 1 Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des So-
zialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) gilt als Invalidität die durch einen kör-
perlichen oder geistigen Gesundheitsschaden verursachte, voraussichtlich blei-
bende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. 
Gemäss Art. 7 Abs. 2 ATSG sind für die Beurteilung des Vorliegens einer Er-
werbsunfähigkeit ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchti-
gung zu berücksichtigen; eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie 
aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist.

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Die versicherte Person hat nach Art. 28 Abs. 2 IVG:

- Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 70 Prozent, 
- Anspruch auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60 Prozent, 
- Anspruch auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 Prozent, 
- und Anspruch auf eine Viertelsrente, wenn sie mindestens zu 40 Prozent 

invalid ist. 

1.1.2  Anzufügen ist, dass der Gesetzgeber mit der Gesetzesrevision "Weite-
rentwicklung der IV" (WE IV) bzw. den Änderungen des IVG vom 19. Juni 2020, 
welche per 1. Januar 2022 in Kraft getreten sind, u.a. ein neues, stufenloses 
Rentensystem eingeführt hat. Mit diesem Wechsel wird die Höhe des Anspruchs 
auf eine Invalidenrente neu in prozentualen Anteilen einer ganzen Rente festge-
legt und nicht mehr wie bisher nach Viertelsrentenstufen (vgl. Erw. 1.1.1 in fine). 
Allerdings gilt das stufenlose Rentensystem für Rentenansprüche ab dem 1. Ja-
nuar 2022. Rentenansprüche, die vor dem 1. Januar 2022 entstanden sind, wer-
den noch nach altem Recht zugesprochen (vgl. die Übergangsbestimmungen zur 
IVG-Änderung vom 19.6.2020; vgl. auch Anne-Sylvie Dupont, Weiterentwicklung 
der IV, in SZS 1/2022, S. 7; siehe auch Mélanie Sauvain, Sozialversicherungen: 
Was ändert sich 2022, in: SZS 1/2022, S. 41; Kreisschreiben über die Überg-
angsbestimmungen zum Rentensystem im Rahmen der WE IV, Rz. 1008).

1.1.3  Die IV-Stelle hat mit zwei Verfügungen vom 27. Juli 2021 festgelegt, dass 
dem Versicherten im Zeitraum vom 1. Januar 2016 bis 31. Juli 2020 teilweise be-
stimmte Rentenleistungen in unterschiedlicher Höhe gewährt werden. Hier geht 
es somit um vor dem 1.1.2022 entstandene Rentenansprüche, welche 
grundsätzlich nach dem bisherigen Recht zu prüfen sind.

1.1.4  An dieser Stelle ist hervorzuheben, dass die IV-Stelle im vorliegenden Fall 
lediglich über die Leistungsansprüche im genannten Zeitraum zwischen Januar 
2016 bis Juli 2020 verfügt hat. Ob und inwieweit dem Versicherten gegebenen-
falls ab August 2020 weitere Rentenleistungen (in welchem Umfange) zustehen, 
darüber hat die IV-Stelle noch nicht verfügt, sondern in der (zweiten) Verfügung 
(womit für April 2018 bis Juli 2018 vier ganze IV-Monatsrenten gewährt werden) 
ausdrücklich festgehalten: "Der Leistungsanspruch ab August 2020 wird weiter-
hin geprüft". Bei dieser konkreten Sachlage gehört die Fragestellung, welche 
Rentenansprüche dem Versicherten für die Zeit ab 1. August 2020 zustehen, 
nicht zum Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens. 

Mit anderen Worten kann, soweit der Versicherte mit seiner Beschwerde Renten-
leistungen für die Zeit ab 1. August 2020 beantragt, auf die Beschwerde nicht 
eingetreten werden, weil diesbezüglich noch kein Anfechtungsobjekt vorliegt. 

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Sollte - nach den von der IV-Stelle in der angefochtenen Verfügung angekündig-
ten weiteren Abklärungen ("wird weiterhin geprüft"), welche u.a. auch die Folgen 
des am 13. September 2021 amputierten linken Oberschenkels umfassen wer-
den (vgl. Replik, S. 4 unten) - der Versicherte mit der künftigen Verfügung über 
den Leistungsanspruch ab August 2020 nicht einverstanden sein, wird ihm dies-
bezüglich dannzumal der Rechtsweg (ans Verwaltungsgericht) offen stehen.

1.1.5  Soweit hinsichtlich des genannten Zeitraumes (1.1.2016 - 31.7.2020) eine 
ganze IV-Rente zugesprochen wird (mithin für April 2016, für März 2017 sowie 
für April 2018 bis Juli 2018, zusammen sechs ganze Monatsrenten), sind sich die 
Parteien einig, weshalb sich dazu weitere Ausführungen erübrigen. Analoges gilt 
auch für den Rentenbeginn (ab 1.1.2016), zumal der beanwaltete Versicherte 
den Zeitpunkt des Rentenbeginns vor Gericht nicht in Frage gestellt hat. Abge-
sehen davon ist nicht ersichtlich, welche Gründe für einen anderen Rentenbeginn 
sprechen würden.

Soweit in den anderen Monaten des genannten Zeitraumes eine Dreiviertelsrente 
(Januar bis März 2016) bzw. eine halbe IV-Rente (Mai 2016 bis Februar 2017 
und April 2017 bis Juli 2017) bzw. keine Rentenleistungen (August 2017 bis März 
2018) zugesprochen werden, fordert der Beschwerdeführer vor Gericht haupt-
sächlich eine Aufhebung der angefochtenen Verfügung(en), eine polydisziplinäre 
Begutachtung, eine Neuberechnung des massgebenden Invalideneinkommens 
sowie (konkludent) ebenfalls eine ganze IV-Rente, bzw. eventualiter für die 
Zeiträume vom 1.5.2016 bis 28.2.2017 sowie vom 1.4.2017 bis 31.7.2017 und 
vom 1.8.2018 bis 31.7.2020 eine Dreiviertelsrente (Rechtsbegehren Ziff. 5). Dar-
auf ist nachfolgend zurückzukommen.

1.2 Der Invaliditätsgrad bestimmt sich nach Art. 16 ATSG, wonach zur Ermitt-
lung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person 
nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behand-
lung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätig-
keit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (= sog. hypothetisches 
Invalideneinkommen), zum Erwerbseinkommen in Beziehung gesetzt wird, das 
sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (= sog. hypothetisches 
Valideneinkommen). Es ist für die Invaliditätsbemessung nicht entscheidend, ob 
die versicherte Person ihre (Rest-)Arbeitsfähigkeit erwerblich verwertet, d.h. von 
der verbliebenen Erwerbsfähigkeit Gebrauch macht. Vielmehr ist die Invalidität 
stets auf der Grundlage desjenigen Erwerbseinkommens zu bemessen, das die 
versicherte Person durch eine ihr zumutbare Tätigkeit erzielen könnte (Meyer/ 
Reichmuth, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 3. A., Art. 28a N 27).

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1.3 Die Invalidität bemisst sich somit nicht nach medizinischen, sondern nach 
wirtschaftlichen, erwerblichen Kriterien, nach der Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsun-
fähigkeit ist das Unvermögen, auf dem gesamten für die versicherte Person in 
Frage kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt die verbliebene Arbeitsfähigkeit 
in zumutbarer Weise wirtschaftlich zu verwerten (BGE 109 V 25 Erw. 3d). Wer 
nicht mindestens teilweise arbeitsunfähig ist, kann auch nicht erwerbsunfähig 
und mithin nicht invalid sein (vgl. BGE 105 V 139 Erw. 1b).

1.4 Das sozialversicherungsrechtliche Verwaltungs- und Verwaltungsgerichts-
beschwerdeverfahren ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (vgl. Art. 43 
Abs. 1, Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben Verwaltung und Sozialversicherungs-
gericht von sich aus für die richtige und vollständige Abklärung des Sachverhalts 
zu sorgen (BGE 122 V 157 Erw. 1a). Mit dem Untersuchungsgrundsatz korrelie-
ren die Mitwirkungspflichten der versicherten Person, indem diese zur Abklärung 
des Sachverhaltes beitragen muss (vgl. Meyer/Reichmuth, a.a.O., Art. 53-57 IVG 
N 10 mit Verweis auf BGE 122 V 157 Erw. 1a).

1.5.1  Die Verwaltung und im Beschwerdefall der Richter sind bei der Bemes-
sung des IV-Grades auf Unterlagen angewiesen, die der Arzt und gegebenenfalls 
auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes ist 
es, den Gesundheitszustand des Versicherten zu beurteilen. Der Arzt hat auch 
dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeit 
der Versicherte arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine 
wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen dem 
Versicherten noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 Erw. 4).

1.5.2  In der Würdigung der Beweise ist der Sozialversicherungsrichter frei (vgl. 
Art. 61 lit. c ATSG). Er hat die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche 
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Er hat alle 
Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und 
danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Be-
urteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten (BGE 125 V 351 Erw. 3a; 
122 V 157 Erw. 1c). 

1.5.3  Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist mithin entscheidend, 
ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizini-
schen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein-
leuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-

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nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gege-
benen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 351 Erw. 3a).

1.5.4  In der Rechtsprechung sind die Aufgaben von Rechtsanwender und 
Arztperson im Rahmen der Invaliditätsbemessung seit jeher wie folgt verteilt 
worden: Sache des (begutachtenden) Mediziners ist es erstens, den 
Gesundheitszustand zu beurteilen und wenn nötig seine Entwicklung im Laufe 
der Zeit zu beschreiben, d.h. mit den Mitteln fachgerechter ärztlicher 
Untersuchung unter Berücksichtigung der subjektiven Beschwerden die Befunde 
zu erheben und gestützt darauf die Diagnose zu stellen. Hiermit erfüllt der 
Sachverständige seine genuine Aufgabe, wofür die Verwaltung und im Streitfall 
Gerichte nicht kompetent sind (z.B. Urteil BGer 9C_437/2012 vom 6.11.2012 
Erw. 3.2). Bei der Folgenabschätzung der erhobenen gesundheitlichen 
Beeinträchtigungen für die Arbeitsfähigkeit kommt der Arztperson hingegen keine 
abschliessende Beurteilungskompetenz zu. Vielmehr nimmt die Arztperson zur 
Arbeitsunfähigkeit Stellung, d.h. sie gibt eine Schätzung ab, welche sie aus ihrer 
Sicht so substanziell wie möglich begründet. Die ärztlichen Angaben sind eine 
wichtige Grundlage für die juristische Beurteilung der Frage, welche 
Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (so die mit BGE 
105 V 156 Erw. 1 begründete und in zahllosen Urteilen bestätigte 
Rechtsprechung, z.B. BGE 132 V 93 Erw. 4).

1.5.5  Den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von 
externen Spezialärzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen und Un-
tersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erör-
terung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Beweis-
würdigung Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die 
Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 Erw. 3b/bb; Urteil BGer 
9C_278/2016 vom 22.7.2016 Erw. 3.2.2). 

1.6.1  Für die Festsetzung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Leiden definiert 
das strukturierte Beweisverfahren gemäss BGE 141 V 281 systematisierte Indi-
katoren, die - unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungs-
faktoren einerseits und allfälliger Kompensationspotentiale (Ressourcen) ander-
seits - erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen 
(Urteil BGer 8C_213/2020 vom 19.5.2020 Erw. 4.1 mit Verweis auf BGE 141 V 
281 Erw. 2 S. 285 ff., Erw. 3.4 - 3.6 und 4.1 S. 291 ff.). Bei der Beurteilung der 
Arbeitsfähigkeit haben sich sowohl die medizinischen Sachverständigen als auch 
die Organe der Rechtsanwendung in ihrer Einschätzung des Leistungsvermö-
gens an den normativen Vorgaben zu orientieren, die Gutachter im Idealfall 

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gemäss der entsprechend formulierten Fragestellung (BGE 141 V 281 Erw. 5.2 
S. 306 f.).  

1.6.2  Die psychiatrische Exploration kann von der Natur der Sache her nicht 
ermessensfrei erfolgen. Sie eröffnet dem begutachtenden Psychiater daher 
praktisch immer einen gewissen Spielraum, innerhalb dessen verschiedene 
medizinisch-psychiatrische Interpretationen möglich, zulässig und zu 
respektieren sind, sofern der Experte lege artis vorgegangen ist (vgl. Urteil BGer 
I 676/05 vom 13.3.2006 Erw. 2.4 mit Hinweisen).

1.7 Gelangt der Rechtsanwender nach der Beweiswürdigung zum Schluss, ein 
Gutachten erfülle sowohl die mit BGE 141 V 281 definierten versicherungsmedi-
zinischen Massstäbe wie auch die allgemeinen rechtlichen Beweisanforderungen 
(Erw. 1.4ff.), ist es beweiskräftig und die darin formulierten Stellungnahmen zur 
Arbeitsfähigkeit sind zu übernehmen. Eine davon losgelöste juristische Parallelü-
berprüfung nach Massgabe des strukturierten Beweisverfahrens soll nicht statt-
finden (BGE 141 V 281 Erw. 5.2.3; Urteil BGer 8C_260/2017 vom 1.12.2017).

1.8 Führen die von Amtes wegen vorzunehmenden Abklärungen die Verwal-
tung oder das Gericht bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur Überzeugung, 
ein bestimmter Sachverhalt sei als überwiegend wahrscheinlich zu betrachten 
und es könnten weitere Beweismassnahmen an diesem feststehenden Ergebnis 
nichts mehr ändern, so ist auf die Abnahme weiterer Beweise zu verzichten (an-
tizipierte Beweiswürdigung; Kölz/Häner, Verwaltungsverfahren und Verwaltungs-
rechtspflege des Bundes, 3. A. Rz. 153; Urteil BGer 8C_424/2010 vom 19.7.2010 
Erw. 3.2.3 mit Verweis auf BGE 134 I 140 Erw. 5.3). 

2. Was die gesundheitlichen Beeinträchtigungen der Versicherten für den hier 
massgebenden Zeitraum (bis 31.7.2020) sowie die Auswirkungen auf das 
verbliebene (zumutbare) Leistungsvermögen (im genannten Zeitraum) anbelangt, 
sind den Akten u.a. die nachfolgend aufgeführten Angaben zu entnehmen.

2.1.1  Bei einem Unfall vom 1. März 2014 stürzte der Versicherte beim 
Treppensteigen auf das linke Kniegelenk und zog sich dabei ein 
Kniedistorsionstrauma links zu (vgl. Fremdakten 1-29/40 i.V.m. der 
Beschwerdeschrift S.1 Ziff. 5). In der Folge wurde zunächst am 26. März 2014 
eine Gelenkspiegelung am linken Kniegelenk mit Teilentfernung des 
Innenmeniskus durchgeführt (damals wurden auch beginnende innenseitige 
Aufbrauchveränderungen festgestellt). Bei persistierenden Schmerzen erfolgte 
eine erneute Arthroskopie am 18. Juni 2014 mit weiterer Teilentfernung des 
Innenmeniskus und gleichzeitiger Knorpelglättung. Auch diese Eingriffe führten 

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nicht zu dauerhafter Linderung der Beschwerden, so dass am 23. Januar 2015 
eine valgisierende Tibiakopfosteotomie links (Beinachskorrektur) zur 
Begradigung der O-Beinstellung des linken Beines erfolgte (vgl. IV-act. 62-2/30).

2.1.2  Am 9. April 2015 ging bei der Vorinstanz die IV-Anmeldung ein, in welcher 
der Versicherte Kniebeschwerden deklarierte (IV-act. 1). In einem 
Operationsbericht der L.________-Klinik vom 23. Januar 2015 (Dr.med. 
M.________, Operateur; Dr.med. N.________, Assistentin) wurden folgende 
Diagnosen gestellt (IV-act. 11-1/16):

Überlastung mediales Kompartiment bei beginnender medialer Gonarthrose und 
Varusmorphotypus
Status nach zweimaliger Kniearthroskopie März und Juli 2014 mit medialer und 
lateraler Teilmeniskektomie sowie Knorpelshaving im medialen Kompartiment
Status nach Kniedistorsion links April 2014.

2.1.3  Am 21. April 2015 nahm Dr.med. N.________ (L.________-Klinik) zur 
Arbeitsfähigkeit des Versicherten Stellung und führte u.a. sinngemäss aus, post-
operativ liege noch keine volle Arbeitsfähigkeit vor, dem Versicherten sei ca. 50% 
vom eigentlichen Pensum zumutbar (leichte körperliche Arbeiten, wechselnd 
sitzend - stehend, IV-act. 11-15/16).

2.2.1  Da es zu einer Falschgelenkbildung im Operationsbereich kam, musste 
am 11. Dezember 2015 eine operative Revision Spongiosaentnahme vom linken 
Beckenkamm, Plattenentfernung und Neueinbringung der Platte durchgeführt 
werden. In gleicher Sitzung wurde auch eine Freilegung des im OP-Gebiets 
verlaufenden Saphenusnervenastes (sensibler Nerv) durchgeführt (IV-act. 62-
2/30).

2.2.2  Anlässlich eines Telefongespräches vom 9. Februar 2016 berichtete der 
Versicherte der zuständigen Person der IV-Stelle, dass er weiterhin zu 50% in 
seiner angestammten Tätigkeit als Versicherungs-Aussendienstmitarbeiter tätig 
sei; die Prognose für eine vollständige Genesung sei eher positiv. Der 
Arbeitsplatz sei nicht in Gefahr. Er selber möchte wieder zu 100% arbeiten, was 
derzeit noch nicht möglich sei (IV-act. 21).

2.2.3  Nach der Konsultation vom 4. April 2016 in der L.________-Klinik 
veranschlagte Dr.med. M.________ weiterhin eine Arbeitsfähigkeit von 50% (IV-
act. 22-3/4). Daran hielt der gleiche Arzt in seinem Bericht vom 22. Dezember 
2016 fest mit dem ergänzenden Hinweis, wonach die letzte Beurteilung und 
Berichterstattung am 4. und 8. August 2016 erfolgt sei (IV-act. 25). 

11

Allerdings hatte Dr.med. M.________ in einem Bericht vom 8. August 2016 an 
den Arbeitgeber des Versicherten den Standpunkt vertreten, dass die Belastung 
bis Ende Jahr gesteigert werden könne (IV-act. 72-59/60):

Dies wie bereits in meinem Bericht erwähnt bis Ende 2016, zumindest bis 80% 
Arbeitsfähigkeit. Mir ist nicht bekannt, [ob] weitere Faktoren die Arbeitsunfähigkeit 
beeinflussen. Wie bereits erwähnt, rechne ich mit einer sukzessiven Steigerung 
der Arbeitsfähigkeit bis Ende 2016. (…)

2.2.4  Bei einer Besprechung mit der Case-Managerin der involvierten 
C.________-Versicherung vom 7. Februar 2017 führte der Versicherte u.a. aus, 
dass nun am 14. März 2017 die 6. Knieoperation anstehe. Mit den aktuell 
bestehenden Schmerzen weiterzumachen sei für ihn keine Option. Gehen und 
vor allem auch Treppensteigen seien schwierig und sehr schmerzhaft. Er habe 
seit dem Unfall 20 kg zugenommen. Nachts schlafe er wegen der Schmerzen 
sehr schlecht, wache immer wieder auf und könne dann nicht mehr einschlafen. 
Auch tagsüber seien starke Schmerzen stets vorhanden, die starken 
Schmerzmittel und Opiate würden nicht wirklich helfen. Er habe je länger mehr 
Mühe, sich zu konzentrieren. Dadurch würden Fehler bei der Arbeit auftreten, 
was ihn verunsichere. Die Belastbarkeit habe gelitten, er sei auch reizbar 
geworden, was er früher nicht gekannt habe (IV-act. 28-1/3). Hinsichtlich der 
beruflichen Auswirkungen verhalte es sich so, dass persönliche Kundenkontakte 
teilweise erschwert seien, da selbst die Distanz vom Parkplatz bis zu den 
Kunden schmerzhaft sei; Treppensteigen sei schwierig, zumal er den Laptop und 
Printer zu den Kundentreffen mitnehmen müsse; aktuell sei die Arbeitsfähigkeit 
bei 50%; ihm fehle die Zeit, um neue Kunden zu akquirieren (IV-act. 28-2/3).

2.2.5  Nachdem die Schmerzen anhielten, wurde am 14. März 2017 in der Klinik 
R.________ eine operative Exploration der möglicherweise 
schmerzverursachenden Nerven durchgeführt. Nach einer zunächst guten 
Besserung mündete die Beschwerdesymptomatik wieder in die vorbekannte 
Schmerzsymptomatik. Im Rahmen der initiierten Schmerztherapie wurde dem 
Versicherten am 3. April 2018 eine SCS Stimulationssonde in Rückenmarksnähe 
implantiert (IV-act. 62-2/30 unten).

2.2.6  Am 3. Mai 2017 konsultierte der Versicherte Dr.med. O.________ (FMH 
Chirurgie und Handchirurgie; Facharzt für plastische/ rekonstruktive Chirurgie, 
P.________). In seinem Bericht vom 8. Mai 2017 führte er u.a. aus (IV-act. 35-
2/3):

Konsultationsgrund, Anamnese:

Verlauf 7 Wochen postoperativ. Der Pat. war in Rio, er sei erste Klasse geflogen 
und habe das Bein gut hochlagern können. Trotzdem kommt es gelegentlich vor, 

12

v.a. wenn er aktiver wird (z.B. bei der Feuerwehr mit Tragen der Feuerwehrstiefeln, 
was nur etwa 2 Std. möglich sei), dass das Knie wieder anschwillt. (…)

Er erwache jetzt wegen Schmerzen im Knie zwar nicht mehr wie früher 5-6x, 
sondern nur noch 3x pro Nacht auf. Hauptbeschwerden hat er, wenn er beginnt "zu 
belasten". Es ist vor allem das Einsteigen ins Auto, welches Mühe bereitet und die 
Vibrationen, welche beim Fahren vom Auto auf das Bein übertragen werden. (…)

(…) Nächste Kontrolle in 1.5 - 2 Monaten. Bis dahin bleibt der Pat. zu 50% 
arbeitsfähig.

Am 15. Februar 2017 teilte die Case Managerin (der involvierten C.________ 
Versi-cherung) telefonisch der IV-Stelle mit, dass der Versicherte weiterhin in 
einem 
50%-Pensum arbeite und einen Lohn zu 50% erhalte (IV-act. 36-1/2 unterhalb 
der Mitte).

Analog informierte auch der Versicherte die IV-Stelle per Telefon, dass er 
weiterhin zu 50% arbeitsfähig geschrieben sei und nach ca. 2 Stunden im Büro 
seine Konzentration stark nachlasse. Eigentlich sei sein Job ideal für seine 
gesundheitlichen Beschwerden, aber das Problem sei der Aussendienst; er sei 
kaum in der Lage Treppen zu steigen und dabei noch sein Material zu tragen (IV-
act. 36-1/2 unten).

2.2.7  Vom 28. August 2017 bis 19. Dezember 2017 war der Versicherte in 
ambulanter Behandlung bei Dr.med. Q.________ (Klinik R.________, 
Wirbelsäulen- und Schmerz-Clinic, P.________), welche in ihrem Bericht vom 29. 
Januar 2018 an die IV-Stelle die Arbeitsunfähigkeit des Versicherten im 
Aussendienst der betreffenden Versicherung auf 50% bis 60% veranschlagte (bis 
auf weiteres, IV-act. 45-2/7, Ziff. 1.6).

Demgegenüber veranschlagte Prof. Dr.med. S.________ (Klinik R.________, 
Zentrum für Endoprothetik und Gelenkchirurgie), welcher den Versicherten vom 
14. Juni 2016 bis 17. November 2017 ambulant behandelte, insgesamt eine 
Arbeitsunfähigkeit von 50% (IV-act. 59-2/6, letzte Kontrolle am 17.11.2017). 
Dabei beurteilte dieser Arzt das Konzentrationsvermögen und die Belastbarkeit 
als eingeschränkt, derweil das Auffassungsvermögen, die Anpassungsfähigkeit 
und die Fahrtauglichkeit uneingeschränkt seien. Zudem setzte er die Limite für 
das Heben und Tragen von Gewichten auf 5 kg fest (IV-act. 59-4/6).

2.3.1  Der RAD-Arzt Dr.med. H.________ (Allgemeinmedizin FMH) hatte sich in 
einer Stellungnahme vom 8. Februar 2018 wie folgt zum Gesundheitsschaden, 
zur Arbeitsfähigkeit des Versicherten sowie zum weiteren Vorgehen geäussert 
(IV-act. 47-5/5): 

13

Es geht um ein Knieproblem links im Sinne einer posttraumatischen Gonarthose 
mit kompliziertem Verlauf mit diversen Operationen (Arthroskopien, dann Umstel-
lungsosteotomie, schliesslich Knie-Hemiprothese). Nun persistieren offenbar neur-
opathisch anmutende Beschwerden, welche nicht genau einer Struktur zugeordnet 
werden können.
AF: Eine generelle 50%ige AUF für alle Tätigkeiten ist für diesen isolierten Knie-
schaden nicht nachvollziehbar.
Vorschläge zum Procedere: Orthopädisches Gutachten Dr. T.________, 
I.________, U.________.

2.3.2  Dieses vom beauftragten Dr.med. T.________ (Facharzt für orthopädische 
Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates) am 22. Mai 2018 fertig-
gestellte Gutachten ging am 24. Mai 2018 bei der IV-Stelle ein. Der Gutachter 
stellte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (IV-act. 62-
18/30):

- Schmerzhafte Funktionseinschränkung des linken Kniegelenkes nach mehrfa-
chen operativen Eingriffen, zuletzt mit Implantation einer medialen Schlitten-
prothese;

- Organisch nicht zuzuordnende Schmerzempfindungsstörung, derzeit mit SCS-
Sonde therapeutisch versorgt.

Der Beurteilung des orthopädischen Gutachters sind unter anderem die folgen-
den Ausführungen zu entnehmen (IV-act. 62-21ff./30).

(…)
Der gesamte Verlauf bei dem Probanden ist durchaus ungewöhnlich. Die häufigen 
operativen Massnahmen, die jeweils unter Annahme einer somatischen Ursache 
der persistierenden Schmerzen durchgeführt wurden, sind letztlich ins Leere gelau-
fen. Nach Angaben des Versicherten persistieren die Schmerz in der Form, dass 
sogar der Nachtschlaf gestört sei und er aufgrund seiner Konzentrationsstörungen 
nur ein hälftiges Pensum an seinem Arbeitsplatz leisten könne. Letztlich konnte bei 
dem Untersuchten die eigentliche Genese der Schmerzsymptomatik nicht eruiert 
werden. Der Schmerztherapeut der Klinik in R.________ vermutet nur eine partiel-
le Ursache in einem neuropathischen Schmerz, äussert dies aber nur als Ver-
dachtsdiagnose. Anzunehmen ist natürlich durchaus eine Schmerzgeneration 
durch Gewebeschädigungen nach mehrfachen operativen Eingriffen. Hierzu ist 
aber festzustellen, dass das Kniegelenk selbst völlig reizlos, blande und ohne Er-
guss und Überwärmung ist. Üblicherweise kann eine Dysfunktion eines Kniegelen-
kes mit implantierter Prothese aus verschiedenen Ursachen entstehen: Dies kann 
zum 
einen eine falsche Implantatposition und Grösse sein, was aber nicht der Fall ist, 
wie die heute gesichteten Bilder zeigen. Weiter kann dies eine bedeutsame Bewe-
gungseinschränkung (Beugung unter 90°) sein. Des Weiteren ist ein Veranke-
rungsproblem, beispielsweise einer Lockerung, möglich, eine Instabilität, eine per-
sistierende Abweichung der Kniescheibenführung mit Dezentrierung derselben. 
Auch solches liegt beim Versicherten nicht vor. Ebenso ist beschwerdeverursa-
chend durchaus auch ein progredienter Abrieb der Gelenksfläche mit vorhandener 
Synovitis und folgendem Reizzustand. Auch dieser ist beim Versicherten nicht vor-
handen. Alle diese Probleme sind beim Versicherten abgeklärt und letztendlich, 

14

unter Berücksichtigung der zahlreichen Berichte der Schulthess-Klinik, als ursäch-
lich ausgeschlossen worden.

Insofern ist es problematisch, überhaupt eine organische Ursache der beklagten 
"invalidisierenden" Schmerzsymptomatik auf fachorthopädischem Gebiet zu formu-
lieren. Nicht zu verkennen ist natürlich, dass gerade die Quantifizierung von 
Schmerzen ein erhebliches Problem darstellt, zumal nach dem derzeitigen wissen-
schaftlichen Stand, dass bildgebende oder neurophysiologische Verfahren nicht 
geeignet sind, das Ausmass von Schmerzen darzustellen. Es wird daher weitge-
hend als erforderlich angesehen, konkrete Nachweise körperlicher Beeinträchti-
gungen im Alltagsleben zu erbringen, die geeignet sind, diese Schmerzen zu er-
klären.

Alle bisherigen Behandlungsregime beim Versicherten stützen sich ausschliesslich 
auf die Selbsteinschätzung des Versicherten, was schmerztherapeutisch durchaus 
lege artis sein mag, jedoch für sich allein nicht den Anforderungen einer neutralen 
gutachterlichen Einschätzung gerecht werden kann.

Auffallend im vorliegenden Fall ist das massive Ausmass der beklagten Schmerz-
symptomatik im Bereich der linken unteren Extremität, welches in seiner Intensität 
schwerlich durch die unzweifelhaft vorliegende Gewebeschädigung nach mehrfa-
chen operativen Eingriffen plausibel erklärbar ist. Versuchte man noch durch die 
diversen orthopädischen und neurochirurgischen Interventionen an den peripheren 
Nerven einen organisch begründbaren Bezug zum Schmerz herzustellen, so 
schlug dies bei unverändert bleibender Schmerzintensität fehl, was eindeutig für 
einen organisch nicht begründbaren Schmerz spricht, da er keinen anatomischen 
Bezug hat und sich auch regional nicht abgrenzen lässt. So sind die Schmerzpunk-
te und das Areal der Gefühlsminderung anatomisch keinem speziellen Nervenver-
lauf zuzuordnen und auch die vormals intensive Schmerzregion des gesamten 
vorderen Oberschenkels in keiner Weise durch ein Op-Trauma erklärbar. (…)

7.3 Beurteilung von Konsistenz und Plausibilität
Das Gesamtbild, welches Herr … hinsichtlich seiner Schmerzsymptomatik unter 
Berücksichtigung der erhobenen Befundtatsachen bietet, ist nicht konsistent.
Zum einen ist dies der auffällige hinkende Gang, der letztlich zu keiner Entlastung 
der linken unteren Extremität führt, sondern durch das Schwingen des Oberkörpers 
über das linke Bein bei verlängerter Standfussphase sogar eine verstärkte Belas-
tung generiert, was nicht zur Schmerzsymptomatik passt. Des Weiteren war die 
Abnahme der Beugefähigkeit im Rahmen mehrfacher Gegenprüfungen nicht er-
klärbar. Die primäre passive Bewegungsprüfung ergab eine Flexion des linken 
Kniegelenkes von 120° mit deutlich weichem Endanschlag, so dass die auch im 
Akt mehrfach mögliche Beugefähigkeit bis 125° im Rahmen des Möglichen er-
scheint. Diese, die primär von mir festgestellte Beugefähigkeit, nahm aber dann bei 
mehrfachen Prüfungen auf unter 90° ab, was organpathologisch nicht erklärbar ist.
Die entscheidende Inkonsistenz, die auch das Ausmass der beklagten Beschwer-
de- und Schmerzsymptomatik in Frage stellt, die bei dem Ausmass der angegebe-
nen Schmerzsymptomatik ungewöhnliche seitengleiche Sohlenbeschwielung der 
Füsse und entscheidend vor allem aber der weitgehend seitengleich ausgebildete 
Muskelmantel der linken unteren Extremität. Eine auch im Alltag beibehaltene 
schmerzbedingte Schonung einer linken unteren Extremität mit einer Intensität, die 
dem Versicherten den Schlaf raubt, hat zwingend und ohne Ausnahme eine ober-
halb der Messfehlergrenze liegende Muskelminderung zur Folge, was bei Herr … 

15

aber nicht der Fall ist. Somit bestehen ganz erhebliche Zweifel am Ausmass der 
dargebotenen Beschwerdesymptomatik. Hierdurch wird auch die unten anvisierte 
Steigerung der Arbeitsfähigkeit auf 80% in der angestammten Tätigkeit begründet. 
Auch die Tatsache, dass dem vP während der Zeit der intensivsten Schmerzemp-
findung 2 Überseereisen problemlos möglich waren, stützt nicht die Aussage des 
Schmerztherapeuten, es lägen invalidisierende Schmerzsensationen vor.

7.4 Würdigung von Fähigkeiten, Ressourcen und Belastungen
Angesichts der heutigen Exploration und der erhobenen Befunde ist der Versicher-
te, angesichts seiner Ressourcen, was die Ausführung und Organisationsfähigkeit 
seiner beruflichen Tätigkeit angeht, sicher in der Lage, ein höheres Arbeitspensum 
zu leisten, als er dies aktuell vorgibt. Das röntgenologisch einwandfrei einliegende 
Implantat (mediale Schlittenprothese) am linken Kniegelenk und die über 90° mög-
liche Beugung lassen eine überwiegend sitzende Tätigkeit, wie sie der Versicherte 
auch durchführt, zu. Da hin und wieder doch Wegstrecken zu den Kunden vom Au-
to aus zurückzulegen sind und auch partiell stehende Tätigkeiten auszuführen 
sind, ergibt sich letztlich auf zeitlicher Basis eine geringe, aber nicht entscheidende 
Einschränkung der Einsatzbarkeit.

8. Aufführung und Beantwortung der Fragen
Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit:
- Wie viele Stunden kann die versicherte Person in der zuletzt ausgeübten 

Tätigkeit anwesend sein?
Die versicherte Person kann in der letzten ausgeübten Tätigkeit 6 Stunden anwe-
send sein.

- Besteht während dieser Anwesenheitszeit auch eine Einschränkung der 
Leistung? Wenn ja, in welchem Umfang und warum?

Während der Anwesenheitszeit besteht keine Einschränkung der Leistung.

- Wie hoch schätzen Sie insgesamt die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen 
Tätigkeit, bezogen auf ein 100%-Pensum?

Arbeitsfähigkeit 80%

(…)

Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit:

- Welche Merkmale müsste eine der Behinderung optimal angepasste 
Tätigkeit aufweisen?

Wechselnde Belastung mit sitzen, gehen, stehen. Überwiegender Zeitanteil sit-
zend. Angesichts der korrekt implantierten Schlittenprothese links sind zwischen-
zeitlich auch längere Steh- und Gehphasen (1-2 Stunden) zumutbar ohne rauhe 
Belastungssituationen. Kein Heben und Tragen von Lasten mehr als 15 kg.
Die bisherige angestammte Tätigkeit kann als angepasst gelten.
(…)

2.3.3  Am 12. Juni 2018 beurteilte der RAD-Arzt Dr.med. H.________ das Gut-
achten als schlüssig und nachvollziehbar (IV-act. 64-6/6), worauf die IV-Stelle 
nach Durchführung eines Einkommensvergleichs mit Vorbescheid vom 18. Juni 
2018 ankündigte, das Leistungsbegehren abzuweisen (IV-act. 65). 

16

2.4.1  Vom 27. bis 31. August 2018 war der Versicherte für eine Implantation 
einer 2. Stimulationselektrode in der Klinik R.________ hospitalisiert. Dr.med. 
V.________ stellte im Austrittsbericht folgende Diagnosen (IV-act. 72-6/60):

Persistierende teilinvalidisierende mindestens teilweise neuropathische Knie-
schmerzen links (G 57.9)

- St.n. insgesamt 7x OP Knie links, u.a. Implantation Knieprothese, Neuro-
lyse und Revision des N. saphenus

- St.n. Implantation eines lumbothorakalen epiduralen Neurostimulations-
systems, definitiv, 10.04.2018

- St.n. Implantation einer 2. Stimulationselektrode 28.08.18

In der Beurteilung führte Dr.med. V.________ u.a. aus, auch jetzt sei das Stimu-
lationsmuster noch nicht optimal, allerdings sei tendenziell eine leichte Verschie-
bung derselben nach kaudal festzustellen. Die neue Elektrode brauche jetzt 
sicherlich rund drei Monate bis zu stabileren Fixation/ Verklebung im Epidural-
raum (IV-act. 72-7/60).

2.4.2  Vom 9. bis 20. Oktober 2018 hielt sich der Versicherte in der Klinik 
F.________ in G.________ auf, wo (am 10.10.2018) zunächst 2 Spinalganglien-
stimulationselektroden implantiert wurden, worauf (am 12.10.2018) eine Revisi-
onsoperation nötig wurde (mit u.a. Korrektur der Position) sowie (am 17.10.2018) 
eine Revisions-OP zur Erweiterung des Systems erfolgte. Zur Frage der Arbeits-
fähigkeit nahm Dr.med. J.________ nicht Stellung (IV-act. 73-2f/11).

2.4.3  Eine weitere Hospitalisation in der gleichen Klinik F.________ erfolgte vom 
29. November 2018 bis 5. Dezember 2018 mit einer am 30. November 2018 
durchgeführten Operation (Implantation einer Spinalgangstimulationselektrode 
Höhe L4 links/ Versuch der Umplatzierung de L5-Elektrode, schliesslich komplet-
te Neueinlage der L5 Elektrode links etc., Operateur: Dr.med. J.________, vgl. 
IV-act. 77).

2.4.4  In der Folge wies Dr.med. J.________ den Versicherten für eine Zweit-
meinung seinem Kollegen Dr.med. W.________ (Facharzt für Orthopädische 
Chirurgie und Traumatologie, G.________) zu, welcher in seiner Stellungnahme 
vom 19. Februar 2019 folgende Diagnosen stellte (IV-act. 78-7/58):

Invalidisierende Knieschmerzen links mit/bei:
- V.a. neuropathische Ätiologie
- St.n. Implantation einer unikondylären medialen Knieprothese
- St.n. valgisierender Tibiakopf-OT, Revision wegen non union mit Span-

Interposition
- St.n. Neurolyse der Saphenus-Äste
- St.n. zweimaliger Arthoskopie
- St.n. Ausschöpfen der konservativen schmerztherapeutischen Möglichkeiten
- Unauffälligem Befund in der Spekt-CT-Untersuchung
- Fehlendem Ansprechen auf intraartikuläre Mischinfiltration

17

In seiner Beurteilung führte dieser Arzt aus, er könne die Schmerzätiologie eben-
falls "nicht sicher ins Gelenk zuordnen, schon die Berührung der Weichteile ist 
ausgesprochen schmerzhaft". Zur Frage der Arbeitsfähigkeit äusserte sich dieser 
Arzt in diesem Bericht nicht (IV-act. 78-7f./58).

2.4.5  Im Verlaufsbericht vom 20. März 2019 an die IV-Stelle führte die Hausärz-
tin des Versicherten, Dr.med. X.________ (Allg. Innere Medizin FMH, 
Y.________) u.a. aus, dass das Hauptproblem das Knie und Schmerzen beträ-
fen, welche von Spezialisten behandelt würden. Der Arbeitsunfähigkeitsgrad 
werde von den Spezialisten ausgestellt. Es müsse mit einer anhaltenden Reduk-
tion der Arbeitsfähigkeit gerechnet werden (IV-act. 78-1f./58).

2.5 In seiner Stellungnahme vom 21. Mai 2019 kommentierte der RAD-Arzt 
Dr.med. H.________ den weiteren Verlauf u.a. dahingehend, der Versicherte sei 
durch die Beschwerden derart eingeschränkt, dass er Prof. S.________ anläss-
lich der letzten Kontrolle gebeten habe, die unikondyläre Prothese zu entfernen 
und auf eine Vollprothese zu konvertieren, was der Professor aufgrund der un-
auffälligen Spect-CT-Untersuchung nicht für angezeigt erachte. Der Versicherte 
sei sogar mit einer Amputation im Oberschenkelbereich einverstanden, derart 
leide er unter der Problematik. Im Ergebnis bestehe ein chronisches, subjektiv 
äusserst schwerwiegendes Schmerzproblem am linken Knie nicht wirklich klarer 
Ätiologie. Die Therapeuten würden am ehesten von einem neuropathischen 
Schmerz-syndrom ausgehen nach möglichen Nervenverletzungen im Bereich 
des Knies. Alle Therapieversuche seien bisher fehlgeschlagen. Aktuell werde 
noch ein Behandlungsversuch mit Dronabinol gestartet, dessen Ergebnis abzu-
warten sei. Zudem sei noch ein reguläres Arztzeugnis des Schmerztherapeuten 
anzufordern (IV-act. 81-8/9).

2.6 In einem Verlaufsbericht vom 6. Juni 2019 an die IV-Stelle führte Dr.med. 
J.________ u.a. aus, er habe in den letzten Monaten eine Konversion der epidu-
ralen Rückenmarkstimulation auf eine Spinalgangstimulation durchgeführt, wel-
che zu einer Verbesserung der Schmerzsituation geführt habe, wenn auch nur im 
geringen Masse. Der Versicherte habe weiterhin persistierend starke Schmerzen. 
Er sei im Alltag und im Schlaf massiv eingeschränkt (IV-act. 82-3/6 Ziff. 2.2). Zur 
Frage der Arbeitsfähigkeit führte dieser Arzt aus, bis 29. September 2018 habe 
er eine Arbeitsunfähigkeit von 50% attestiert; aufgrund operativer und therapeuti-
scher Eingriffe sei der Versicherte zwischenzeitlich immer wieder zu 100% ar-
beitsunfähig gewesen (IV-act. 82-2/6 Ziff. 1.3). Zur Frage der Funktionsein-
schränkungen hielt dieser Arzt fest, er könne dies nicht beantworten (IV-act. 82-
4/6 Ziff. 3.4).

18

2.7 Hinsichtlich des Begehrens des Versicherten, wonach ihm die IV-Stelle ein 
Stehpult finanzieren solle, erkundigte sich die IV-Stelle beim Rechtsvertreter des 
Versicherten, wie oft ein solches Stehpult benötigt werde. In seiner Antwort vom 
21. November 2019, welche vom Arbeitgeber mitunterzeichnet wurde, veran-
schlagte der Versicherte wöchentlich rund 15 Stunden am Stehpult; hinzu kämen 
noch ca. 7 ½ Stunden wöchentlich im Aussendienst (vgl. IV-act. 108), was einer 
durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von 22 ½ h entspricht.

2.8 In einem Verlaufsbericht vom 9. Januar 2020 an die IV-Stelle führte 
Dr.med. J.________ u.a. aus, trotz aller bisherigen Bemühungen (inklusive inva-
siver Schmerztherapie mittels intrathekaler Pumpe und Neurostimulator) habe 
sich die Schmerzsituation nicht wesentlich verbessern lassen. Analog habe sich 
auch die Arbeitsfähigkeit nicht wesentlich verändert, aktuell betrage sie 40 bis 
50% (IV-act. 117-2/3 Ziff. 3). 

2.9 Am 16. März 2020 empfahl der RAD-Arzt Dr.med. H.________, angesichts 
der Schmerzproblematik die massgebende Arbeitsfähigkeit durch ein MEDAS-
Gutachten beurteilen zu lassen (IV-act. 123-9/10), was dem Versicherten am 
23. März 2020 mitgeteilt wurde (IV-act. 125). Der Begutachtungsauftrag wurde 
der I.________ zugelost (IV-act. 144). Die vorgesehenen Sachverständigen wur-
den dem Versicherten am 27. April 2020 bekanntgegeben (IV-act. 147). 

2.9.1  Am polydisziplinären MEDAS-Gutachten, welches am 3. Juli 2020 fertig-
gestellt wurde sowie am 14. Juli 2020 bei der IV-Stelle einging, wirkten folgende 
Sachverständige mit (IV-act. 150-8/103):

Allg.Innere Medizin Dr.med. Z.________ (Facharzt Allg. Innere Medizin)
Orthopädie Dr.med. T.________ (Facharzt für orthop. Chirurgie und

Traumatologie des Bewegungsapparats/ zertif. med. Gut-
achter SIM)

Neurologie Dr.med. AA.________ (Facharzt für Neurologie)
Psychiatrie AB.________ (Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie 

FMH zertif. med. Gutachter SIM)

2.9.2  Diese Sachverständigen stellten im Rahmen der interdisziplinären Ge-
samtbeurteilung (Konsensbeurteilung) folgende Diagnosen (IV-act. 150-5/103):

Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
- Funktionseinschränkung des linken Kniegelenkes bei implantierter medialer 

Schlittenprothese und infolge multipler operativer Eingriffe (Arthroskopie, Um-
stellungsosteotomie mit Re-Operation, mediale Schlittenimplantation)

- Neuropathisches Schmerzsyndrom des R. infrapatellaris des Nervus saphenus 
links

19

- Fluktuierende Beinparese, aktuell Fussheberschwäche links, Gangstörung, 
Blasenentleerungsstörung als Folgen der patientengesteuerten intrathekalen 
Bupivacain-Anwendung

Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
- Adipositas
- Aktuell erhöhter Blutdruck

2.9.3  Hinsichtlich der funktionellen Auswirkungen der Befunde/ Diagnosen führ-
ten die Sachverständigen aus, dass infolge der fluktuierenden Beinparesen die 
Mobilität als Versicherungsvertreter eventuell mit Kundenbesuchen leichtgradig 
eingeschränkt sei. Des Weiteren wurde u.a. festgehalten, dass der Versicherte 
über gute persönliche Ressourcen verfüge (IV-act. 150-5/103).  

Die Konsistenzbeurteilung fassten die Gutachter wie folgt zusammen (IV-act. 
150-5f./103):

Die Schmerzproblematik ist im monierten Ausmass weder orthopädisch noch neu-
rologisch auf strukturelle Schäden abstützbar. In den orthopädischen Akten finden 
sich keine Hinweise für solche, sofern auf objektive Befunde Bezug genommen 
wurde (diverse Bildgebungen, Spiegelung mit Gewebeproben, Untersuchung des 
Kniegelenks in Narkose).
In Bezug auf den (arbeitshypothetisch bei andauernden Schmerzangaben) mögli-
cherweise bei den Knieoperationen beschädigten und deshalb revidierten und ver-
lagerten Nervenast an der Knieinnenseite ergab sich in den Akten und bei der hie-
sigen Untersuchung gar keine Übereinstimmung der subjektiven Schmerzausdeh-
nung mit dem Innervationsgebiet.
Die Gangprüfung zeigte nicht das rein (patho-)physiologisches zu erwartendes 
Muster; es kam zu plötzlichen Ausfallschritten, welche eine aufwändige Bewegung 
darstellen und bei "echten" (auch bupivacain-induzierten) Ausfällen so nicht mög-
lich wären.
Orthopädischerseits fehlt die aufgrund schmerzbedingter Schonung des Kniege-
lenks obligat folgende Minderbemuskelung (entsprechend mindestens <2 cm Um-
fangdifferenzen) des linken Oberschenkels.
Im Rahmen der teilweise mehrstündigen gutachterlichen Untersuchungen konnten 
von keinem Gutachter Konzentrationsstörungen und Gedächtnislücken beobachtet 
werden.

2.9.4  Die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit sowie in einer angepassten 
Tätigkeit wurde von den Gutachtern wie folgt veranschlagt (IV-act. 150-6/103).

70% AF aufgrund reduzierter Präsenzzeit seit 1.5.2018 mit Bezug auf das Gutach-
ten vom 7.3.2018.
Nachher erfolgten Interventionen, die einzeln keine länger als eine Woche dauern-
de AUF bewirkten.
Vorgängig ergaben sich durch die orthopädischen Eingriffe wiederholt längere Re-
ha-Phasen mit AUF ab 03.2014 bis Ende April 2018; es wird auf die Zusammen-
stellung im aktuellen orthopädischen (Teil)Gutachten verwiesen.

20

2.10  Am 6. August 2020 beurteilte der RAD-Arzt Dr.med. H.________ das Re-
sultat des MEDAS-Gutachtens als nachvollziehbar, schlüssig und beweiskräftig, 
ohne dass noch Rückfragen an die Gutachter geboten seien (IV-act. 160).

2.11.1  Eine weitere Knieoperation folgte am 3. August 2020, indem eine Knie-
totalendoprothese implantiert wurde. Im Bericht vom 29. September 2020 an die 
Ärztin Dr.med. AC.________ (Allg. Innere Medizin FMH, Y.________) stellte 
Dr.med. AD.________ (FMH Neurologie) die Diagnose einer wahrscheinlichen 
Schädigung des Nervus ischiadicus links (im Rahmen der erwähnten Implantati-
on, vgl. IV-act. 176-1/16).

2.11.2  Der gleiche Facharzt führte in seinem Bericht zur ambulanten Konsulta-
tion vom 1. April 2021 an die Ärztin Dr.med. X.________ (Allg. Innere Medizin 
FMH, Y.________) u.a. in seiner Beurteilung aus (IV-act. 176-10/16):

Anamnestisch und klinisch zeigte sich heute keine Befundänderung, erstmals 
konnte dokumentiert werden, dass nicht nur sonologisch und neurografisch, son-
dern auch myographisch eine erhaltene Nervenkontinuität besteht. Der Patient 
konnte die erhaltene Willkürmotorik akustisch und visuell verfolgen.
Demzufolge besteht bei sehr wahrscheinlich Teilschädigung Nervus ischiadicus 
links auf Höhe des Oberschenkels nach Implantation einer Knietotalendoprothese 
am 3.8.2020 eine Bewusstseins-ferne Aggravation/ Dekonditionierung. (…)

3. Eine gerichtliche Würdigung der dargelegten Unterlagen zeitigt für den hier 
zu prüfenden Zeitraum (Januar 2016 bis Ende Juli 2020, siehe oben, Erw. 1.1.4) 
folgende Ergebnisse. 

3.1 Nach der Aktenlage ist erstellt (und hier unbestritten), dass der Versicherte 
seit dem Treppensturz vom 1. März 2014 (mit Kniedistorsionstrauma) an 
Schmerzen im Kniebereich leidet und seither seine Gehfähigkeit eingeschränkt 
ist. Streitig ist zunächst, wie hoch die verbliebene Restarbeitsfähigkeit im darge-
legten Zeitraum (bis Ende Juli 2020) zu veranschlagen ist. Diesbezüglich hat die 
Vorinstanz eine interdisziplinäre Begutachtung veranlasst, womit sie grundsätz-
lich die in der Beschwerde (Ziff. 35) thematisierte Abklärungspflicht erfüllt hat. 
Wie in der Beschwerde (Ziff. 21) zutreffend ausgeführt wurde, ist diejenige Gut-
achterstelle ausgelost worden, bei welcher der orthopädische Gutachter bereits 
zu einem früheren Zeitpunkt den Versicherten für die IV-Stelle untersucht und 
beurteilt hatte. Darin ist keine unzulässige Vorbefassung zu erblicken, denn bei 
einer Verlaufsbegutachtung kommt es regelmässig vor, dass der gleiche Sach-
verständige einer bestimmten Fachrichtung die gleiche versicherte Person zwei-
mal untersucht und beurteilt. Abgesehen davon wurden dem Versicherten nach 
der Auslosung der Gutachterstelle die Namen der vorgesehenen Sachverständi-
gen offengelegt, ohne dass der Versicherte dagegen remonstriert hat (vgl. IV-act. 

21

147ff.). Nach dem Gesagten ist es nicht zu beanstanden, dass die ausgeloste 
Gutachterstelle den Versicherten untersucht und die (Rest)Arbeitsfähigkeit des 
Versicherten bis zur Erstattung des Gutachtens (3.7.2020) aus den erwähnten 
Fachdisziplinen geschätzt hat.

3.2 Soweit in der Beschwerde (sowie anlässlich der mündlichen Verhandlung) 
Kritik am erwähnten MEDAS-Gutachten geäussert wird, drängen sich folgende 
Bemerkungen auf. Zutreffend ist der Einwand in der Beschwerde (S. 14 oben), 
dass im gesamten Gutachten nicht festgehalten wird, welcher der involvierten 
Sachverständigen als fallführender Gutachter tätig war. Was die unter Ziffer 38 
der Beschwerde vorgebrachten Zweifel an der Konsensdiskussion anbelangt 
(bzw. wie die Gutachter von den in den Teilgutachten festgestellten Arbeitsfähig-
keitsgraden auf eine gesamthafte Arbeitsfähigkeit von 70% gelangten), trifft es an 
sich zu, dass die betreffende Konsensdiskussion im Gutachten eher knapp aus-
gefallen ist. Diese Schwächen des Gutachtens mindern dessen Beweiserheb-
lichkeit jedoch nicht entscheidend für den hier zu beurteilenden Zeitraum (bis 
Ende Juli 2020). Vorab ist festzuhalten, dass den Gutachtern, welche sich aus-
führlich mit der umfangreichen medizinischen Aktenlage auseinandergesetzt so-
wie eigene Untersuchungen lege artis durchgeführt und auch die Selbstangaben 
des Versicherten ausreichend berücksichtigt haben, hinsichtlich der Einschät-
zung der massgebenden Arbeitsfähigkeit ein erheblicher Beurteilungsspielraum 
zuzugestehen ist. Dies gilt erst recht, wenn im Rahmen der Begutachtung nicht 
unerhebliche Inkonsistenzen festgestellt werden. Diesbezüglich sind zum einen 
bei der Gangprüfung die "unphysiologischen Ausfallschritte" zu erwähnen (vgl. 
IV-act. 150-6/103 oben i.V.m. 150-43/103 unten bzw. 150-44/103 oben sowie 
150-47/103 Ziff. 7.3). Zum andern ist dem orthopädischen Gutachter aufgefallen, 
dass bei der vom Versicherten vorgebrachten, schmerzbedingten weitgehenden 
Belastungsunfähigkeit des linken Beines zwingend eine "Minderbemuskelung" 
auftreten müsste, was der Gutachter nicht feststellen konnte (vgl. IV-act. 150-
74/103 unten i.V.m. 150-6/103 oben; siehe auch schon IV-act. 62-23/30 Mitte: 
"ungewöhnliche seitengleiche Sohlenbeschwielung der Füsse" sowie "weitge-
hend seitengleich ausgebildete Muskelmantel der linken unteren Extremität"). 
Inkonsistent ist zudem auch die am Untersuchungstag demonstrierte Fussheber-
schwäche links im Stehen, wobei anschliessend im Liegen die kraftvolle, durch 
den Untersucher veranlasste Fusssenkung vom Versicherten sehr kräftig gegen-
innerviert wurde (IV-act. 150-75/103 Mitte).

Zu den zwei im Gutachten thematisierten Inkonsistenzen/ Auffälligkeiten (Gang-
prüfung/ Fussheberschwäche) hat sich der beanwaltete Beschwerdeführer vor 
Gericht mit keinem Wort geäussert, auch nicht anlässlich der mündlichen Ver-

22

handlung. Zur Thematik, weshalb die linke untere Extremität seitengleiche Soh-
lenbeschwielungen und vergleichbare Muskelmantel wie die rechte untere Ex-
tremität aufwiesen, obwohl gemäss den (sinngemässen) Angaben des Versicher-
ten das linke Bein kaum belastbar war, wird in der Beschwerde (S. 18, Ziff. 41 in 
fine) einzig eingewendet, dass der Beschwerdeführer seit 2019 für weitere Geh-
strecken einen Rollstuhl benutze und lediglich für ganz kurze Strecken Stöcke 
verwende. An anderer Stelle machte er geltend, "er könne etwa 2 Stunden täg-
lich an Stöcken gehen" (IV-act. 120-20/103 unten) und er könne bis zu 1 ½ Stun-
den am höhenverstellbaren Stehpult arbeiten (IV-act. 150-63/103 unten), wobei 
offenkundig diese Arbeit am Stehpult "nicht gleichzeitig mit Stöcken" erfolgt. In 
Anbetracht dieser Selbstangaben (mit Gehen und Stehen am Stehpult bis zu 3 ½ 
Stunden täglich) vermag die in der Beschwerde (S. 18) vorgebrachte Benützung 
des Rollstuhls für längere Gehstrecken nicht plausibel zu erklären, weshalb der 
Gutachter seitengleiche Sohlenbeschwielungen und Muskelmantel bzw. im Ver-
gleich zur rechten unteren Extremität keine Schonungszeichen an der linken un-
teren Extremität feststellen konnte (anzufügen ist der Vollständigkeit halber, dass 
sich die vorstehenden Erwägungen ausschliesslich auf die Situation bis Ende Juli 
2020 beziehen und der weitere Verlauf ab August 2020 wie erwähnt hier nicht 
zum Beschwerdegegenstand gehört).

Hinsichtlich der im Gutachten nicht festgestellten, aber vom Versicherten vorge-
brachten Konzentrationsstörungen und Gedächtnislücken (IV-act. 150-6/103 
oben i.V.m. IV-act. 150-47/103 unten und 150-101/103 Ziff. 7.3) erläuterte der 
Beschwerdeführer vor Gericht, dass er sich rund eine bis eineinhalb Stunden am 
Stück konzentrieren könne, anschliessend nehme seine Konzentration ab und er 
müsse sich ausruhen; sodann hätten die Explorationsgespräche anlässlich der 
Begutachtung an zwei verschiedenen Tagen stattgefunden und hätten nie länger 
als 1 ½ Stunden gedauert (vgl. Beschwerde, S. 14f.). 

3.3 In diesem Zusammenhang fallen die unterschiedlichen Angaben des Versi-
cherten zum durchschnittlichen Arbeitstag auf.

Am 16. Juni 2020 schilderte der (in Y.________ SZ lebende) Versicherte seinen 
Arbeitstag gegenüber dem begutachtenden Internisten (im Zeitraum zwischen 
15.50 Uhr bis 16.55 Uhr) wie folgt (IV-act. 150-20/103): 

Er begebe sich um 8.00 Uhr ins Büro (E.________); um 11.00 Uhr müsse er nach 
Hause; um 15.00 Uhr sei er wieder im Büro und besuche eventuell einen Kunden; 
um 18.00 Uhr sei er müde wieder zuhause.

Am gleichen Tag hatte der Versicherte (vormittags) gegenüber dem begutach-
tenden Psychiater seinen Arbeitstag wie folgt beschrieben (IV-act. 150-94/103):

23

Er fahre nach dem Morgenessen mit dem Auto ins Büro und arbeite dort ab ca. 
08.45 Uhr eineinhalb Stunden, dann gehe er nach Hause, nehme das Mittagessen 
ein und schlafe eine Stunde. Danach sei er wiederum anderthalb Stunden im Büro 
oder besuche Kunden; gegen 18.00 Uhr sei er meistens wieder zuhause.

(siehe auch IV-act. 150-98/103 unten, wonach der Versicherte gegenüber dem be-
gutachtenden Psychiater eine aktuelle Erwerbstätigkeit von ca. 3 h im Tag schil-
derte). 

Vier Tage später schilderte der Versicherte am 20. Juni 2020 gegenüber dem 
begutachtenden Neurologen (IV-act. 150-38/103):

dass er in ungekündigter Anstellung bei der D.________ Versicherung (zu 100%) 
sei, indessen nur "zu 30% arbeiten könne. Hinsichtlich Büroarbeit könne er "für 1 
Stunde hochkonzentriert arbeiten", anschliessend erledige er sogenannten "Fleis-
saufgaben" (etwa weniger wichtige Telefonate); gegen 11.00 Uhr fahre er nach 
Hause. Nach dem Essen schlafe er für eine Stunde; anschliessend gehe er ab 
15.00 Uhr oder 15.30 Uhr wieder zur Arbeit (Kundenbesuche oder nochmals ins 
Büro). Meistens sei er gegen 18.30 Uhr wieder zuhause.

Vergleicht man diese Schilderungen des Arbeitstages, fällt auf, dass der Versi-
cherte am gleichen Tag (16.6.2020) verschiedene Versionen zum Umfang eines 
durchschnittlichen Arbeitstages präsentiert hat, und zwar gegenüber dem Inter-
nisten rund 3 h vormittags und 3 h nachmittags, derweil gegenüber dem Psychia-
ter lediglich 1 ½ h vormittags sowie 1 ½ h nachmittags geltend gemacht wurden. 
Indessen ist den Akten zu entnehmen, dass der Versicherte im Jahre 2020, als 
die MEDAS-Begutachtung stattfand, zusätzlich - nebst seiner Tätigkeit im Versi-
cherungsaussendienst - eine Ausbildung im Bereich "Hypothekar-Versicherung" 
absolviert hat (vgl. IV-act. 150-38/103 oben; vgl. auch IV-act. 150-93/103 Mitte). 
Daraus ist abzuleiten, dass die Leistungsfähigkeit des Versicherten im Begutach-
tungszeitpunkt mehr als nur 1 ½ Stunden vormittags und 1 ½ Stunden nachmit-
tags (bzw. die Selbsteinschätzung von 30%, vgl. IV-act. 150-93/103 unten) um-
fasste. Im Einklang damit steht, dass der Versicherte (und sein Arbeitgeber), als 
es um das Finanzierungsgesuch für ein Stehpult ging, gegenüber der IV-Stelle 
am 21. November 2019 erklärte(n), dass der Versicherte wöchentlich rund 15 
Stunden im Büro und wöchentlich rund 7 ½ Stunden im Aussendienst (mithin 
rund 22 ½ pro Woche) arbeite (vgl. IV-act. 108). Damit ist für den hier zu prüfen-
den Zeitraum (vom 3.8.2018 bis 31.7.2020), für welchen die Vorinstanz keine IV-
Rentenleistungen gewährt hat, von einem Arbeitsfähigkeitsgrad von grundsätz-
lich mindestens 50% auszugehen. Ein solcher Arbeitsfähigkeitsgrad wird im Üb-
rigen auch vom behandelnden Arzt Dr.med. J.________ am 9. Januar 2020 als 
zumutbar erachtet (IV-act. 117-2/3 Ziff. 3). 

3.4 Anknüpfend an diese zuletzt erwähnte Arbeitsfähigkeitsbeurteilung (50%) 
ist hier festzuhalten, dass die im MEDAS-Gutachten veranschlagte Arbeitsfähig-

24

keitsbeurteilung (von 70%) eine Differenz von 20% ergibt. Es fragt sich, wie mit 
dieser Differenz umzugehen ist. Soweit der Versicherte zur Klärung dieser Diffe-
renz ein neues Gutachten fordert, ist ihm entgegenzuhalten, dass es sich im 
konkreten Fall um die Prüfung eines vergangenen Zeitraumes (bis 31.7.2020) 
geht, wofür ein neues Gutachten im Jahre 2022 wenig Erkenntnisgewinn ver-
spricht, zumal der damalige massgebende Arbeitsfähigkeitsgrad von einer Wür-
digung der vorhandenen medizinischen Unterlagen (zum damaligen Gesund-
heitszustand) abhängt. Abgesehen davon kommt den ärztlichen Angaben nur 
(aber immerhin) eine wichtige Grundlage für die juristische Beurteilung der Fra-
gestellung zu, welche Arbeitsleistungen der betreffenden Person (damals) noch 
zugemutet werden konnten (siehe oben, Erw. 1.5.4). 

Bei dieser Sachlage ist das Begehren um Durchführung einer neuen Begutach-
tung zur Beurteilung des vorliegenden Beschwerdeverfahrens (bzw. des Renten-
anspruchs bis 31. Juli 2020) abzuweisen (hinsichtlich weiterer Einwände des Be-
schwerdeführers siehe noch nachfolgend).

3.5.1  An diesem dargelegten Zwischenergebnis, wonach für den vorliegenden 
Entscheid kein zusätzliches Gutachten nötig ist, vermögen die weiteren Vorbrin-
gen des Beschwerdeführers nichts zu ändern. Nicht zu hören ist namentlich auch 
die an der mündlichen Verhandlung geäusserte Kritik, dass er (sinngemäss) die 
Behandlung bei der Gutachterstelle als "katastrophal" erlebt habe, dass die Gut-
achter die Befragungen unsensibel (desinteressiert) begonnen hätten und insge-
samt den Eindruck erweckt hätten, die Akten ungenügend angeschaut zu haben. 
Unbehelflich ist aber auch die Kritik hinsichtlich der Indikatorenrechtsprechung. 
Nachdem der begutachtende Psychiater keine ICD-kodierte psychiatrische Er-
krankung feststellen konnte und zudem der Versicherte nach der Aktenlage im zu 
prüfenden Zeitraum (bis 31.7.2020) selber weder eine psychiatrische Erkrankung 
geltend machte, noch eine psychiatrische Behandlung in Anspruch genommen 
hat, erübrigt sich bei dieser konkreten Ausgangslage eine indikatorengeleitete 
Überprüfung eines (unbekannten) psychischen Leidens. Wollte man anders ent-
scheiden, käme dies einer sogenannten fishing expedition gleich, was grundsätz-
lich nicht Sache der IV-Stelle sein kann.

3.5.2  Daraus, dass für den vorliegenden Entscheid (I 2021 58) kein zusätzliches 
medizinisches Gutachten nötig ist, kann indessen nichts für das weiterhin bei der 
Vorinstanz hängige Verfahren (betreffend Leistungsanspruch ab 1. August 2020) 
abgeleitet werden. Mit anderen Worten hat das Verwaltungsgericht hier nicht 
darüber zu befinden, ob und inwieweit (d.h. bezüglich welcher Fachdisziplinen) 
für die Frage des Rentenanspruchs ab 1. August 2020 noch ein Gutachten nötig 
wäre bzw. nötig sein wird.

25

3.6 Nach dem Gesagten ist im konkreten Fall zu beachten, dass es nur um den 
Rentenanspruch bis zum 31. Juli 2020 geht, wobei die Zeiträume, in welchen die 
Vorinstanz dem Beschwerdeführer eine ganze IV-Rente zugesprochen hat 
(1.4.16 - 30.4.16/ 1.3.17 - 31.3.17/ 1.4.18 - 31.7.18) hier nicht weiter zu prüfen 
sind. Es verbleiben die folgenden Zeiträume, für welche folgende echtzeitliche 
Arbeitsfähigkeitsangaben vorliegen:

- 1.1.16 - 31.3.16: Am 9. Februar 2016 teilte der Versicherte der IV-Stelle 
mit, dass er weiterhin zu 50% in der angestammten Tätigkeit arbeite, 
woraus eine Arbeitsfähigkeit von mindestens 50% abzuleiten (bzw. hier 
offen bleiben kann, ob ein höherer Arbeitsfähigkeitsgrad zumutbar ge-
wesen wäre, nachdem ein Einkommensvergleich für diesen Zeitraum 
einen IV-Grad von 51.5% ergibt [siehe nachfolgend Erw. 4.3] und die 
IV-Stelle diesbezüglich eine Dreiviertelsrente zugesprochen hat.

- 1.5.16 - 28.2.17: Am 4. April 2016 attestierte Dr.med. M.________ 
(Chefarzt Orthopädie, L.________ Klinik) eine Arbeitsfähigkeit von wei-
terhin 50% (IV-act. 22-3/4), wobei er am 13. April 2016 ab Juni 2016 mit 
einer Steigerung der Arbeitsfähigkeit rechnete (IV-act. 22-2/4), welche 
im Bericht vom 22. Dezember 2016 nicht bestätigt wurde (IV-act. 25); 
am 8.2.2017 wurde weiterhin von einer Arbeitsfähigkeit von 50% aus-
gegangen (IV-act. 28-2/3 Mitte).

- 1.4.17 - 31.7.17: Am 3.5.2017 attestierte Dr.med. O.________ dem 
Versicherten weiterhin eine Arbeitsfähigkeit von 50% (IV-act. 35-2/3 un-
ten). Auch der Versicherte meldete der IV-Stelle am 22. Mai 2017 eine 
Arbeitsfähigkeit von 50% (IV-act. 36-1/2 unten). Auffällig ist in diesem 
Zusammenhang, dass der Versicherte im Frühjahr 2017 eine Fernreise 
nach Rio unternahm und gegenüber Dr.med. O.________ (gemäss Be-
richt vom 3.5.2017) was folgt erklärte (vgl. IV-act. 35-2/3):

Der Pat. war in Rio, er sei erster Klasse geflogen und habe das 
Bein gut hochlagern können. Trotzdem kommt es gelegentlich vor, 
v.a. wenn er aktiver wird (z.B. bei der Feuerwehr mit Tragen der 
Feuerwehrstiefel, was nur etwa 2 Std. möglich sei), dass das Knie 
wieder anschwillt. 

Aus dem IK-Auszug für das Jahr 2017 ist zu entnehmen, dass die Ge-
meindeverwaltung seiner Wohnsitzgemeinde für den Feuerwehreinsatz 
Fr. 3'494.-- vergütet hat (vgl. IV-act. 162-6/6), woraus zu schliessen ist, 
dass die Arbeitsfähigkeit des Versicherten zu dieser Zeit höher als 50% 
zu veranschlagen ist (siehe auch IV-act. 62-11/30 Mitte, wonach er seit 
2013 als Einsatzleiter der örtlichen Feuerwehr wirkte).

- 31.7.17 - 1.4.18: Am 29. Januar 2018 attestierte Dr.med. Q.________, 
welche den Versicherten seit dem 28.8.2017 behandelte, eine Arbeits-
fähigkeit von 40-50% (IV-act. 45-2/7).

- 31.7.18 - 31.7.20: Bei der Untersuchung vom 8.5.2018 durch Dr.med. 
T.________ erklärte der Versicherte, dass er zurzeit 50% arbeite (IV-
act. 62-9/30), was einer Arbeitsfähigkeit von mindestens 50% ent-
spricht.

26

3.7 Im Rahmen einer gerichtlichen Würdigung all dieser dargelegten Aspekte 
sprechen im konkreten Fall die gewichtigeren Argumente für die Annahme, wo-
nach der massgebende Arbeitsfähigkeitsgrad für den zu überprüfenden Zeitraum 
(bis 31.7.2020) im Bereich zwischen den Eckpunkten von 70% (gemäss den 
MEDAS-Gutachtern) und rund 50% (gemäss den behandelnden Ärzten) zu ver-
anschlagen wäre. Auf eine genaue Eingrenzung dieser Bandbreite (50% bis 
70%) auf einen einzigen Wert kann im vorliegenden Fall verzichtet werden, 
nachdem der massgebende IV-Grad letztlich vom Einkommensvergleich abhän-
gig ist (vgl. oben, Erw. 1.2) und hier von einem stabilen Arbeitsverhältnis auszu-
gehen ist, bei welchem nach der Aktenlage der Versicherte seine ihm verbliebe-
ne Arbeits- und Leistungsfähigkeit - jedenfalls für den hier zu überprüfenden Zeit-
raum - ausreichend ausgeschöpft hat (siehe dazu noch nachfolgend).

3.8 Im Übrigen kann der Beschwerdeführer mit der anlässlich der mündlichen 
Verhandlung abgegebenen Zusammenstellung der Beschäftigungsgrade seit 
2014 hier nichts zu seinen Gunsten ableiten. Einmal abgesehen davon, dass der 
betreffende Vorgesetzte des Beschwerdeführers (Generalagent) in dieser Zu-
sammenstellung nicht nachvollziehbar dargelegt hat, wie er auf einen bestimm-
ten Beschäftigungsgrad in einem einzelnen Jahr gelangte (vgl. die Beilage zum 
Plädoyer anlässlich der mündlichen Verhandlung), ist dem Beschwerdeführer 
beispielsweise entgegenzuhalten, dass er am 21. November 2019 gegenüber der 
Vorinstanz eine durchschnittliche Wochenarbeitszeit von 22 ½ h deklarierte (vgl. 
oben, Erw. 2.7), derweil der Generalagent einen tieferen Beschäftigungsgrad von 
41% (für 2019) geltend machte. Eine plausible Erklärung für diese Diskrepanz 
fehlt.

4. Zu prüfen sind im Weiteren die erwerblichen Auswirkungen der gesundheit-
lichen Einschränkungen (für den genannten Zeitraum bis 31.7.2020).

4.1.1  Bei der Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die ver-
sicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns aufgrund ihrer 
beruflichen Fähigkeiten und ihrer persönlichen Umstände nach dem Beweisgrad 
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ohne Gesundheitsschaden tatsächlich 
verdient hätte. Die Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfol-
gen. Weil nach empirischer Erfahrung in der Regel ohne gesundheitliche Beein-
trächtigung die bisherige Tätigkeit weitergeführt worden wäre, ist Anknüpfungs-
punkt für die Bestimmung des Valideneinkommens grundsätzlich der letzte vor 
Eintritt der Gesundheitsschädigung erzielte, nötigenfalls der Teuerung und der 
realen Einkommensentwicklung angepasste Verdienst (BGE 134 V 322 Erw. 4.1 
S. 325). Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein 

27

(vgl. Urteil BGer 9C_109/2020 vom 17.11.2020 Erw. 2.2.2 mit Verweis auf BGE 
139 V 28 Erw. 3.3.2 S. 30 mit Hinweisen).  

4.1.2  Im vorliegenden Fall hat der Beschwerdeführer nach dem Unfall (1.3.2014) 
seine Erwerbstätigkeit als Aussendienstmitarbeiter (und auch seine nebenberuf-
liche Tätigkeit für die Wohnsitzgemeinde im Feuerwehrbereich) weitergeführt. 
Was die dabei erzielten bzw. im Gesundheitsfall erzielbaren Einkünfte anbelangt, 
sind den Akten folgende Angaben (hinsichtlich des hier interessierenden Be-
reichs von anfangs 2016 bis 31.7.2020) zu entnehmen:

- Beim ersten Abklärungsgespräch vom 8. Mai 2015 (und mithin etwas 
mehr als 1 Jahr nach dem Unfall vom 1.3.2014) erklärte der Versicher-
te, dass der Bruttolohn "vor Behinderung" jährlich Fr. 162'000.-- betra-
gen habe (IV-act. 15-2/4; siehe auch IV-act. 1-5/7 Ziff. 5.4, wo der Ver-
sicherte ein Bruttoeinkommen von Fr. 162'161.-- deklarierte);

- Diese Lohnangaben korrespondieren grundsätzlich mit dem IK-Auszug, 
wonach für den Verdienst als Aussendienstmitarbeiter der D.________-
Versicherung im Jahr 2013 Fr. 161'810.-- abgerechnet wurden (vgl. IV-
act. 40-6/6 bzw. 162-6/6; ein ähnlicher Betrag resultiert auch für 2012, 
wenn man das an den anderen Ehegatten weggesplittete Einkommen 
hinzuzählt, vgl. IV-act. 40-5/6);

- In seiner Eingabe vom 26. September 2018 machte der Beschwerde-
führer geltend, dass das Valideneinkommen per 2016 Fr. 196'000.-- be-
trage (IV-act. 72-3/60, Ziff. 6 und 7, und zwar Fr. 102'596.-- gemäss IK-
Auszug und Taggelder von Fr. 80'613.--, welche nicht AHV-pflichtig 
gewesen seien und deswegen im IK nicht erfasst wurden);

- In der Anmeldung vom 19. Juli 2019 (für Hilfsmittel) erklärte der Versi-
cherte, dass sein Bruttoeinkommen 2019 bei einem 100%-Pensum 
Fr. 140'000.-- betragen würde, indes aktuell nur 30% bis 50% bzw. 
momentan ca. Fr. 45'000.-- machbar seien (IV-act. 84-3/7 und 93-3/7);

- Beim Begutachtungsgespräch vom 16. Juni 2020 führte der Versicherte 
gegenüber dem Internisten aus, aktuell beziehe er eine Grundent-
schädigung von Fr. 45'000.-- sowie Provisionen im Umfange von 
Fr. 40'000.-- (Total 85'000); bei der C.________ Versicherung habe er 
jährlich Fr. 220'000.-- verdient; vor dem Unfall sei er bei der 
D.________ Versicherung (seit 15.8.2011, IV-act. 12-1/6) "nach 2 Jah-
ren wieder etwa auf diesem Niveau gewesen" (IV-act. 150-20/103 
oben);

- In der Anmeldung vom 31. Juli 2020 für die Finanzierung eines Roll-
stuhls deklarierte der Versicherte, dass er im Zeitraum vom 1. März 
2014 bis 2020 durchschnittlich ein Bruttoeinkommen von Fr. 160'000.-- 
erzielt hätte, aktuell noch Fr. 60'000.-- (IV-act. 155-3/7);

- In der Anmeldung vom 25. November 2020 für weitere Leistungen (Au-
toumbau, Bürotisch Anpassung) machte der Versicherte geltend, er hät-
te im Zeitraum vom 1. März 2014 bis 2020 ca. ein Bruttoeinkommen 
von Fr. 200'000.-- erzielt, aktuell noch ca. Fr. 50'000.-- (IV-act. 181-3/7);

28

- Eine Anfrage der IV-Stelle vom 13. August 2020 an den Arbeitgeber 
beantwortete der Generalagent der betreffenden Versicherung am 
25. August 2020 dahingehend, dass ohne Gesundheitsschaden 
Fr. 211'600.-- ausbezahlt würden, allerdings sind in diesem Betrag er-
hebliche fixe und variable Spesen, Abgeltungen für Werbegeschenke/ 
Lokalwerbung, Ausfallentschädigungen enthalten (vgl. IV-act. 163).

Des Weiteren machte der Beschwerdeführer anlässlich der mündlichen Verhand-
lung geltend, dass (sinngemäss) sich sein Salär, soweit es auf Provisionen beru-
he, auf einen Zeitraum von fünf Jahren verteile, indem pro Jahr jeweils 1/5 der 
erarbeiteten Provision ausbezahlt werde. Mit anderen Worten wirke sich der Um-
stand, wonach der gesundheitsbedingt weniger leistungsfähig sei und dadurch 
geringere Provisionen erarbeiten könne, grundsätzlich verzögert bzw. erst nach 
und nach aus.

4.1.3  Ausgehend von diesen unterschiedlichen Verdienstangaben ist zur Fest-
legung des Valideneinkommens an die Erstangaben des Versicherten anzuknüp-
fen, wonach er beim Eintritt des Gesundheitsschadens (1.3.2014) mit einem 
Bruttoeinkommen (als gesunder Aussendienstmitarbeiter dieser Versicherung) 
von rund Fr. 162'000.-- rechnen konnte. Hinzu kommen zum einen noch der Ver-
dienst für seinen nebenberuflichen Einsatz bei der lokalen Feuerwehr sowie ein 
gewisser Zuschlag für die Annahme, wonach der Versicherte mit zunehmender 
Erfahrung beim neuen Arbeitgeber grundsätzlich auch seine Entlöhnung hätte 
steigern können, was gerichtsnotorisch ist. Für den Einsatz bei der Feuerwehr 
entrichtete die Wohnsitzgemeinde in den beiden Jahren vor dem Unfall eine Ab-
geltung von Fr. 4'377.-- (2012) und von Fr. 3'924.-- (2013), derweil im Unfalljahr 
2014 eine Entschädigung von Fr. 7'189.-- bezahlt wurde, welche im Folgejahr 
2014 auf Fr. 3'181.-- sank und im Jahr 2016 (= Rentenbeginn) auf Fr. 5'449.-- 
anstieg. 

Im Lichte all dieser Angaben ist das massgebende Valideneinkommen per 2016 
(Beginn des Rentenanspruchs) ermessensweise auf Fr. 175'000.-- festzulegen. 
Dieser Ausgangswert für 2016 ist nach Massgabe der Entwicklung der Nomi-
nallöhne wie folgt anzupassen (siehe 3. Kolonne in der folgenden Tabelle; die 
betreffenden Werte sind der Tabelle T39, Entwicklung der Nominallöhne, der 
Konsumentenpreise und der Reallöhne 2010-2020, herausgegeben vom Bun-
desamt für Statistik) entnommen; zum Vergleich wird auch eine Berechnung 
nach Massgabe der Entwicklung der Reallöhne angefügt:

29

Jahr Indexstand
Nominallöhne 

Männer

umgerechnet 
nach Entwicklung 

Nominallöhne

Indexstand
Reallöhne

Männer

umgerechnet 
nach Entwicklung 

Reallöhne
2016 (175'000) 2239 299
2017 2249 175'782 298 174'415
2018 2260 176'641 297 173'829
2019 2279 178'126 298 174'415
2020 2298 179'611 303 177'341

4.2.1  Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-
erwerblichen Situation auszugehen, in der die versicherte Person konkret steht. 
Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der - kumulativ - 
besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass 
sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und 
erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und 
nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invali-
denlohn. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, na-
mentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens 
keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge-
nommen hat, so können nach der Rechtsprechung die Tabellenlöhne der vom 
Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstrukturerhebung (LSE) herange-
zogen werden (BGE 135 V 297 Erw. 5.2; SVR 2014 IV Nr. 37 S. 130, Urteil BGer 
8C_7/2014 Erw. 7.1). Dabei wird in der Regel der Totalwert angewendet (vgl. Ur-
teil BGer 9C_206/2021 vom 10.6.2021 Erw. 4.4.2 mit Hinweisen).

4.2.2  In der Beschwerde (S. 20) werden unter Ausscheidung der bezahlten Tag-
geldleistungen (als Invalideneinkommen) folgende aus der Verwertung der Rest-
arbeitsfähigkeit erzielten Einkünfte vorgebracht:

Jahr Invalideneinkommen
gemäss Berechnung Beschwerdeführer

Invalideneinkommen
gemäss Berechnung Vorinstanz

2016 84'823 102'596 (IV-act. 196-8/15, 1.Zeile)
2017 88'046
2018 92'310 148'120 (IV-act. 196-11/15)
2019 95'470
2020 bis und mit Sept. 43'924

(dieser Sachdarstellung steht entgegen, 
dass der Versicherte am 16.6.2020 er-

klärte, aktuell eine Grundentschädigung 
von 45'000 sowie Provisionen von 40'000 

zu beziehen, zusammen 85'000.--, vgl. 
IV-act. 150-20/103 oben) 

4.3 Folgt man den Angaben des Beschwerdeführers zum Invalideneinkommen 
(siehe Erw. 4.2.2, hinsichtlich 2020 den Erstangaben vom 16.6.2020), resultieren 

30

bei einer Gegenüberstellung mit den oben hergeleiteten Valideneinkommen 
(Erw. 4.1.3) folgende IV-Grade (wobei gleichzeitig die von der IV-Stelle gewähr-
ten Rentenleistungen aufgeführt werden):

Jahr Valideneinkommen Invalideneinkommen IV-Grad von IV-Stelle
gewährte IV-Rente

2016 175'000 84'823 51.5% 1.1.16 - 31.3.16          ¾ Rente
April 16                ganze Rente
1.5.16 - 31.12.16        ½ Rente

2017 175'782 88'046 49.9% 1.1.17 - 28.2.17          ½ Rente
März 17               ganze Rente
1.4.17 - 31.7.17          ½ Rente
1.8.17 - 31.12.17  keine Rente

2018 176'641 92'310 47.7% 1.1.18 - 31.3.18    keine Rente
1.4.18 - 31.7.18   ganze Rente
1.8.18 - 31.12.18  keine Rente

2019 178'126 95'470 46.4% 1.1.19 - 31.12.19  keine Rente
2020 179'611 85'000 52.6% 1.1.20 - 31.7.20    keine Rente

Daraus ist abzuleiten, dass bezogen auf das Jahr 2016 die IV-Stelle für die ers-
ten 3 Monate eine Dreiviertelsrente gewährte, derweil nach der vorstehenden Be-
rechnung lediglich Anspruch auf eine halbe Rente bestünde und der Rentenan-
spruch für den Zeitraum von Mai 2016 bis Dezember 2016 nach beiden Berech-
nungen identisch wäre.

Bezogen auf das Jahr 2017 bestünde für die ersten 7 Monate (im Vergleich zu 
den gewährten Rentenleistungen) kein Anlass zur Korrektur, derweil insoweit 
eine Divergenz für die letzten 5 Monate (August bis Dezember 2017) vorläge, als 
die vorstehende Berechnung einen Anspruch auf eine halbe IV-Rente ergäbe, 
während die IV-Stelle für diese Zeit keine Rentenleistungen gewährte.

Bezogen auf das Jahr 2018 bestünde gemäss der IV-Stelle nur für die Monate 
April bis und mit Juli 2018 Anspruch auf eine ganze Rente, derweil die vorste-
hende Berechnung für die restlichen Monate einen Anspruch auf eine Viertels-
rente (IV-Grad 47.7%) ergäbe.

Bezogen auf das Jahr 2019 bestünde gemäss der IV-Stelle kein Rentenan-
spruch, während die vorstehende Berechnung einen Anspruch auf eine Viertels-
rente (IV-Grad 46.4%) ergäbe.

Bezogen auf den Zeitraum vom 1. Januar 2020 bis 31. Juli 2020 bestünde 
gemäss der IV-Stelle kein Rentenanspruch, derweil die vorstehende Berechnung 
einen Anspruch auf eine halbe IV-Rente ergäbe.

4.4 Aus den dargelegten Gründen und um allen Eventualitäten gerecht zu wer-
den, rechtfertigt es sich, für den zu überprüfenden Zeitraum (1.1.2016 bis 

31

31.7.2020) zusätzlich zu den von der IV-Stelle gewährten Rentenleistungen noch 
gewisse Rentenleistungen zuzusprechen, wobei auf eine teilweise reformatio in 
peius verzichtet wird. Mit anderen Worten wird die Beschwerde insoweit teilweise 
im Sinne der Erwägungen gutgeheissen, als die IV-Stelle für den Zeitraum bis 
31. Juli 2020 noch Rentenleistungen auf der Basis von folgenden Ansprüchen 
nachzuzahlen hat: 

- für 1.8.2017 bis 31.12.2017: Anspruch auf eine halbe IV-Rente (5x halbe 
IV-Rente);

- für 1.1.2018 bis 31.3.2018 sowie 1.8.2018 bis 31.12.2018: Anspruch auf 
eine Viertelsrente (8x Viertelsrente);

- für 1.1.2019 bis 31.12.2019: Anspruch auf eine Viertelsrente (12x Vier-
telsrente);

- für 1.1.2020 bis 31.7.2020: Anspruch auf eine halbe IV-Rente (7x An-
spruch auf eine halbe IV-Rente).

Anzufügen ist, dass dieses Ergebnis auch in erheblichem Masse Züge einer 
vermittelnden Vergleichslösung enthält.

5. Dem Teilobsiegen entsprechend werden die Verfahrenskosten zu 3/5 dem 
Beschwerdeführer sowie zu 2/5 der Vorinstanz auferlegt. Zudem wird dem Be-
schwerdeführer für sein Teilobsiegen zulasten der Vorinstanz eine reduzierte 
Parteientschädigung zugesprochen. Die Entschädigung richtet sich nach dem 
Gebührentarif für Rechtsanwälte (GebTRA, SRSZ 280.411). § 2 GebTRA sieht 
als Bemessungskriterien die Wichtigkeit der Streitsache, ihre Schwierigkeit, den 
Umfang und die Art der Arbeitsleistung sowie den notwendigen Zeitaufwand vor. 
Das Honorar beträgt für die Vertretung vor Verwaltungsgericht Fr. 300.-- bis 
Fr. 8'400.-- (§ 14 GebTRA). Eine allfällige Kostennote ist zu spezifizieren und vor 
Fällen des Entscheides einzureichen; andernfalls wird die Vergütung nach freiem 
Ermessen festgesetzt (§ 6 Abs. 1 GebTRA). Bei einer Kostennote beträgt der ak-
tuell vom Verwaltungsgericht akzeptierte maximale Stundenansatz Fr. 220.-- (in-
kl. MwSt, siehe VGE I 2021 66 vom 1.12.2021, Erw. 1.2.3 mit Hinweis).

Der Rechtsvertreter hat im Januar 2022 eine Honorarnote mit einem Zeitaufwand 
von 18.4 h (à Fr. 250.--/h) sowie nach der (für den vorliegenden Teilentscheid an 
sich entbehrlichen) mündlichen Verhandlung eine überarbeitete Honorarnote mit 
einem Zeitaufwand von 22.6 h (à Fr. 220.--/h ohne MwSt) eingereicht und nicht 
näher umschriebene Spesen von Fr. 649.15 geltend gemacht. Im Lichte aller 
konkreten, oben angeführten Aspekte (mit einem maximalen Stundenansatz von 
Fr. 220.--/h inkl. MwSt) sowie nach Massgabe des Teilobsiegens wird die redu-
zierte Parteientschädigung ermessensweise auf Fr. 2'000.-- festgelegt.

32

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird insoweit im Sinne der Erwägungen teilweise gutge-
heissen, als die Vorinstanz zusätzlich zu den am 21. Juli 2021 gewährten 
Rentenleistungen für den Zeitraum bis zum 31. Juli 2020 noch folgende 
Rentenleistungen nachzuzahlen hat:

- 1.8.2017 bis 31.12.2017: Anspruch auf eine halbe IV-Rente (5x halbe IV-
Rente);

- 1.1.2018 bis 31.3.2018 sowie 1.8.2018 bis 31.12.2018: Anspruch auf eine Vier-
telsrente (8x Viertelsrente);

- 1.1.2019 bis 31.12.2019: Anspruch auf eine Viertelsrente (12x Viertelsrente);

- 1.1.2020 bis 31.7.2020: Anspruch auf eine halbe IV-Rente (7x Anspruch auf 
eine halbe IV-Rente).

Im Übrigen wird die Beschwerde, soweit darauf einzutreten ist, abgewie-
sen.

2. Die Verfahrenskosten (Gerichtsgebühr inkl. mündliche Verhandlung) wer-
den auf Fr. 800.-- festgelegt und dem Beschwerdeführer zu 3/5 (Fr. 480.--) 
sowie der Vorinstanz zu 2/5 (Fr. 320.--) festgelegt. Der Beschwerdeführer 
hat einen Kostenvorschuss von Fr. 500.-- bezahlt, so dass ihm bzw. dem 
Rechtsvertreter Fr. 20.-- aus der Gerichtskasse zurückerstattet werden. Die 
Vorinstanz hat ihren Verfahrenskostenanteil innert 30 Tagen seit Zustellung 
dieses Entscheids auf das PC-Konto 60-22238-6 zu überweisen.

3. Dem Beschwerdeführer wird für sein Teilobsiegen zulasten der IV-Stelle 
eine reduzierte Parteientschädigung von Fr. 2'000.-- zugesprochen.

4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung Beschwer-
de* in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beim Bundesgericht, Schwei-
zerhofquai 6, 6004 Luzern, erhoben werden (Art. 42 und 82ff. des Bundes-
gesetzes über das Bundesgericht [BGG; SR 173.110] vom 17.6.2005).

Soweit die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nicht 
zulässig ist, kann in derselben Rechtsschrift subsidiäre Verfassungs-
beschwerde* erhoben und die Verletzung von verfassungsmässigen Rech-
ten gerügt werden (Art. 113ff. BGG).

5. Zustellung an:
- den Vertreter des Beschwerdeführers (2/R)
- die Vorinstanz (R, inkl. Plädoyer des Bf mit Beilage zur mündl. Verhandlung)
- und das Bundesamt für Sozialversicherungen BSV, 3003 Bern (A).

33

Schwyz, 17. März 2022

Im Namen des Verwaltungsgerichts

Der Vizepräsident:

Die a.o. Gerichtsschreiberin:

*Anforderungen an die Beschwerdeschrift 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache (Deutsch, Französisch, Italienisch, Ru-
mantsch Grischun) abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der 
Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form 
darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt. Die Urkunden, auf die 
sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 
hat; der angefochtene Entscheid ist beizulegen.

Versand: 28. März 2022