# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 61422d7e-a6c8-518b-8315-b4d5aa54c541
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-10-26
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 26.10.2018 100 2017 243
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2017-243_2018-10-26.pdf

## Full Text

100.2017.243/244U
ARB/DIS/SRE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil der Einzelrichterin vom 26. Oktober 2018

Verwaltungsrichterin Arn De Rosa
Gerichtsschreiberin Kissel

A.________
Beschwerdeführerin 

gegen

Steuerverwaltung des Kantons Bern
Brünnenstrasse 66, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin 

und

Steuerrekurskommission des Kantons Bern
Sägemattstrasse 2, Postfach 54, 3097 Liebefeld

betreffend Kantons- und Gemeindesteuern sowie direkte Bundessteuer 
2012, 2013 und 2014 (Entscheide der Steuerrekurskommission des 
Kantons Bern vom 25. Juli 2017; 100 16 643-645, 200 16 524-526)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26.10.2018, Nrn. 100.2017.243/
244U, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die Steuerverwaltung des Kantons Bern, Region …, veranlagte 
A.________ am 20. Mai 2016 für die Steuerjahre 2012 bis 2014 abwei-
chend von deren Selbstdeklaration auf ein steuerbares Einkommen von 
Fr. 28'800.-- (2012), Fr. 40'200.-- (2013) und Fr. 53'200.-- (2014) bei den 
Kantons- und Gemeindesteuern und Fr. 39'000.-- (2012), Fr. 51'500.--
(2013) und Fr. 64'700.-- (2014) bei der direkten Bundessteuer. Die Abwei-
chung beruhte im Wesentlichen darauf, dass die Steuerverwaltung die in 
den Jahren 2012 bis 2014 geltend gemachten selbstgetragenen 
Krankheitskosten teilweise nicht zum Abzug zuliess, Unterhaltsbeiträge als 
vollständig der Einkommenssteuer unterliegend erachtete und den anteils-
mässigen Erfolg aus der in Miteigentum stehenden Liegenschaft gemäss 
den zivilrechtlichen Verhältnissen lediglich zur Hälfte berücksichtigte. Zu-
dem verweigerte sie im Steuerjahr 2014 einen aus dem Steuerjahr 2006 
nachträglich geltend gemachten Abzug aus Liegenschaftsunterhalt. Die 
dagegen gerichteten Einsprachen hiess die Steuerverwaltung in den Steu-
erjahren 2012 und 2013 in Nebenpunkten teilweise gut, wies sie wie die 
Einsprache für das Steuerjahr 2014 in den hier interessierenden Belangen 
jedoch ab (Entscheide vom 6.12.2016).

B.

Am 22. Dezember 2016 gelangte A.________ mit Rekurs und Beschwerde 
an die Steuerrekurskommission des Kantons Bern (StRK) und beantragte 
sinngemäss, die Veranlagung der Steuerjahre 2012 bis 2014 sei 
entsprechend ihrer Selbstdeklaration vorzunehmen. Mit Entscheiden vom 
25. Juli 2017 wies die StRK die Rechtsmittel ab.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26.10.2018, Nrn. 100.2017.243/
244U, Seite 3

C.

In einer einzigen Rechtsschrift vom 23. August 2017 erhebt A.________ 
sowohl bezüglich der Kantons- und Gemeindesteuern als auch der direkten 
Bundessteuer 2012 bis 2014 Verwaltungsgerichtsbeschwerde. Sie stellt 
folgende Anträge:

«I.  Der Entscheid der Steuerrekurskommission des Kantons Bern vom 
25. Juli 2017 sei in allen Punkten aufzuheben. 

II. Es sei festzustellen, dass

a. die in den Steuererklärungen 2012, 2013 und 2014 geltend gemach-
ten, selbstgetragenen Krankheitskosten von Fr. 14'528.30 (2012), 
Fr. 10'876.75 (2013) und Fr. 8'382.40 (2014) zum Abzug zugelassen 
sind;

b. die Zahlung von Herrn B.________ von Fr. 850.-- pro Monat als 
Schadenersatzzahlungen nicht zu versteuern sind; 

c. die durch C.________ bezahlten Unterhalts- und Hypothekarkosten 
der Liegenschaft … bei mir zu keinem Abzug führen bzw. der Abzug 
durch eine gleich hohe Einnahme steuerlich neutralisiert wird:

- Zuordnung der gesamten bezahlten Unterhalts- und Hypothekar-
kosten zum Anteil von C.________ aus der Miteigentümergemein-
schaft 

oder

- Anerkennung eines Unterhaltsbeitrags (Alimente durch 
C.________) bei mir (Einnahme) und bei C.________ (Abzug) in 
der Höhe von 50 % der von C.________ übernommenen 
Unterhalts- und Hypothekarkosten.  

[…]»

Am 28. August 2017 hat der Abteilungspräsident die Verfahren betreffend 
die Kantons- und Gemeindesteuern sowie die direkte Bundessteuer ver-
einigt.

Die StRK und die Steuerverwaltung beantragen mit Vernehmlassung vom 
21. September 2017 bzw. mit Beschwerdeantwort vom 25. Oktober 2017 je 
die Abweisung der Beschwerden. Mit Eingabe vom 12. November 2017 hat 
sich A.________ erneut zur Sache geäussert; sie hält an ihren Anträgen 
fest.

Erwägungen:

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1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerden als 
letzte kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des 
Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; 
BSG 155.21) zuständig (vgl. auch Art. 201 Abs. 1 des Steuergesetzes vom 
21. Mai 2000 [StG; BSG 661.11] und Art. 145 Abs. 1 des Bundesgesetzes 
vom 14. Dezember 1990 über die direkte Bundessteuer [DBG; SR 642.11] 
sowie Art. 9 Abs. 3 der Verordnung vom 18. Oktober 2000 über den Voll-
zug der direkten Bundessteuer [BStV; BSG 668.11]). Die Beschwerdefüh-
rerin hat am vorinstanzlichen Rekurs- und Beschwerdeverfahren teilge-
nommen, ist durch die angefochtenen Entscheide besonders berührt und 
hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung 
(Art. 79 Abs. 1 VRPG; vgl. auch Art. 201 Abs. 2 StG sowie Art. 145 Abs. 2 
i.V.m. Art. 140 Abs. 1 DBG). Auf die form- und fristgerecht eingereichte 
Beschwerde betreffend die Kantons- und Gemeindesteuern ist – unter Vor-
behalt von E. 1.2 hiernach – einzutreten. Anders verhält es sich in Bezug 
auf die direkte Bundessteuer 2012 bis 2014, für die die Beschwerdeführerin 
jeweils auf einen Steuerbetrag von null Franken veranlagt wurde: Mangels 
eines schutzwürdigen Interesses an der Aufhebung oder Änderung des an-
gefochtenen Entscheids ist auf die Beschwerde betreffend die direkte Bun-
dessteuer nicht einzutreten.

1.2 Die Beschwerdeführerin verlangt nebst der Aufhebung der Ent-
scheide der StRK auch die Feststellung, dass die in den Steuererklärungen 
2012 bis 2014 geltend gemachten Krankheitskosten zum Abzug zuzulas-
sen (Rechtsbegehren II Bst. a) und die monatlichen Zahlungen vom Vater 
zwei ihrer Kinder insoweit nicht zu versteuern seien, als es sich um Scha-
denersatz handle (Rechtsbegehren II Bst. b). Diese Anträge sind nicht als 
Feststellungsbegehren, sondern als Leistungsbegehren zu verstehen und 
als solche entgegenzunehmen. – Das Verfahren vor dem Verwaltungsge-
richt ist grundsätzlich auf den Streitgegenstand beschränkt. Dieser wird 
durch den angefochtenen Entscheid (Anfechtungsobjekt) einerseits und die 
Anträge der beschwerdeführenden Partei andererseits bestimmt (vgl. 
BVR 2016 S. 5 [VGE 2014/37 vom 3.9.2015] nicht publ. E. 1.3, 2011 S. 391 
E. 2.1; Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 
1997, Art. 25 N. 14 und Art. 72 N. 6 f.). Anfechtungsobjekt ist der Entscheid 
der StRK vom 25. Juli 2017 betreffend die Kantons- und Gemeindesteuern 

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2012, 2013 und 2014. Die Beschwerdeführerin macht vor Verwaltungsge-
richt erstmals geltend, die faktische Unterhaltspflicht der Lebenspartnerin 
ihr gegenüber rechtfertige, dass entweder die gesamten von der Lebens-
partnerin an den Unterhalt der im Miteigentum stehenden Liegenschaft 
geleisteten Unterhaltskosten sowie Schuldzinsen zum Abzug zuzulassen 
seien (Rechtsbegehren II Bst. c erstes Lemma) oder 50 % der von der Le-
benspartnerin geleisteten Liegenschaftsunterhaltskosten sowie Schuldzin-
sen als Alimente bei der Lebenspartnerin zum Abzug zu bringen und bei ihr 
als steuerbares Einkommen aufzurechnen seien (Rechtsbegehren II Bst. c 
zweites Lemma). Hintergrund dazu bildet ein Urteil des Bundesgerichts 
vom 13. April 2015 betreffend die Veranlagung ihrer Lebenspartnerin, die 
den Abzug der gesamten von ihr geleisteten Unterhaltskosten an die im 
Miteigentum stehende Liegenschaft verlangt hatte. Das Bundesgericht er-
wog, die Lebenspartnerin könne nur einen Unterhaltskostenabzug für jenen 
Anteil an der Liegenschaft geltend machen, der ihr gehöre und von ihr mit 
dem anteilsmässigen Eigenmietwert im Einkommen versteuert werde, 
weshalb lediglich die Hälfte der Unterhaltskosten abziehbar sei 
(BGer 2C_427/2014 und 2C_428/2014 vom 13.4.2015 E. 5.2). Das Rechts-
begehren II Bst. c erstes Lemma liegt ausserhalb des Streitgegenstands, 
da es Veranlagungen der Lebenspartnerin betrifft, die hier nicht zur Diskus-
sion stehen; darauf kann nicht eingetreten werden. Beim Rechtsbegehren II 
Bst. c zweites Lemma fehlt es der Beschwerdeführerin an einem Rechts-
schutzinteresse: Ein schutzwürdiges Interesse liegt vor, wenn die tatsächli-
che oder rechtliche Situation der betroffenen Person durch den Ausgang 
des Verfahrens beeinflusst werden kann, so dass von der Abwendung ei-
nes materiellen oder ideellen Nachteils gesprochen werden kann (vgl. 
BVR 2015 S. 534 E. 2.1; VGE 2015/322/323 vom 1.6.2017 E. 1.2, 
2015/126/127 vom 31.1.2017 E. 1.2.1, 23057/23058 vom 30.1.2009, in 
StE 2009 B 13.1 Nr. 16 E. 2.2, je auch zum Folgenden). Dieses Rechts-
schutzinteresse liegt auf der Hand, wenn die steuerpflichtige Person eine 
tiefere Steuerbelastung anstrebt, nicht aber im umgekehrten Fall: Wird eine 
Abänderung der Steuerfaktoren zum eigenen Nachteil beantragt, fehlt es in 
der Regel an einem schutzwürdigen Interesse. Das Interesse an einer 
Höherveranlagung wird nur ausnahmsweise bejaht, wenn sich die Höher-
veranlagung gesamthaft als günstiger erweist, namentlich im Zusammen-
hang mit einer aktuellen oder virtuellen Doppelbesteuerung oder Konkur-

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renz der ordentlichen Besteuerung mit einer Sonderbesteuerung, oder zur 
Abwendung eines Nachsteuer- oder Hinterziehungsverfahrens (vgl. 
BVR 1993 S. 446 E. 1b f.; VGer ZH 27.6.2012 [SB.2012.00019] E. 2.1; 
OGer AG 26.6.2014, in AGVE 2014 S. 292 E. 2.1.1; vgl. auch 
BGE 140 II 167 [BGer 2C_490/2013 vom 29.1.2014] nicht publ. E. 1.1). 
Das Verwaltungsgericht prüft die Beschwerdebefugnis als Prozessvoraus-
setzung von Amtes wegen (Art. 20a VRPG). Es ist jedoch Sache der Be-
schwerdeführerin oder des Beschwerdeführers, die Umstände darzutun, 
die das Rechtsschutzinteresse begründen (BVR 2015 S. 534 E. 2.1 mit 
Hinweisen). Die Beschwerdeführerin beantragt eine Aufrechnung von in der 
Vergangenheit erfolgten Leistungen der Lebenspartnerin als Einkommen. 
Dies würde bei ihr zu einer Höherveranlagung und mithin Schlechterstel-
lung führen. Wie dargelegt besteht ein schutzwürdiges Interesse an einer 
Höherveranlagung nur in Ausnahmefällen. Ein solcher wird von der Be-
schwerdeführerin nicht dargetan und ist auch nicht ersichtlich, weshalb auf 
die Beschwerde insoweit nicht einzutreten ist. 

1.3 Da der Streitwert beider Verfahren unter Fr. 20'000.-- liegt, fällt die 
Behandlung der Beschwerden in die einzelrichterliche Zuständigkeit 
(Art. 57 Abs. 1 des Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der 
Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1]).

1.4 Den Entscheid betreffend die Kantons- und Gemeindesteuern 2012 
bis 2014 überprüft das Verwaltungsgericht auf Rechtsverletzungen hin 
(Art. 80 Bst. a und b VRPG).

2.

Strittig und zu prüfen ist, ob die von der Beschwerdeführerin geltend ge-
machten Krankheitskosten in den Steuerjahren 2012 bis 2014 vollständig 
zum Abzug zuzulassen sind. 

2.1 Das Einkommen natürlicher Personen unterliegt der Einkommens-
steuer (Art. 1 Abs. 1 Bst. a StG; vgl. auch Art. 1 Bst. a DBG). Zu diesem 
Zweck wird das Reineinkommen der Steuerpflichtigen ermittelt, indem von 
deren gesamten steuerbaren Einkünften (Art. 19-29 StG; vgl. auch Art. 16-

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24 DBG) die mit der Einkommenserzielung zusammenhängenden Aufwen-
dungen (Gewinnungskosten) und die allgemeinen Abzüge (Art. 31-39 StG; 
vgl. auch Art. 26-33a DBG) abgezogen werden (Art. 30 Abs. 1 StG; vgl. 
auch Art. 25 DBG). Zu letzteren zählen die Krankheits- und Unfallkosten 
der steuerpflichtigen Person und der von ihr unterhaltenen Personen, so-
weit die steuerpflichtige Person die Kosten selber trägt und diese fünf Pro-
zent der um die Aufwendungen verminderten Einkünfte übersteigen 
(Art. 38a Bst. b StG; vgl. auch Art. 33 Abs. 1 Bst. h DBG). 

2.2 Der Abzug von Kosten für Heilmassnahmen wird im Kreisschreiben 
(KS) Nr. 11 der Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV) vom 31. August 
2005 betreffend Abzug von Krankheits- und Unfallkosten sowie von behin-
derungsbedingten Kosten (publ. in StR 2005 S. 795 ff.) näher geregelt. Als 
Verwaltungsanweisung richtet sich das KS Nr. 11 zwar vorab an die Voll-
zugsorgane und ist für Gerichte nicht verbindlich. Diese berücksichtigen die 
darin enthaltenen Anweisungen aber bei ihrer Entscheidung, sofern sie 
eine dem Einzelfall angepasste und gerecht werdende Auslegung der 
anwendbaren gesetzlichen Bestimmungen zulassen. Die Gerichte weichen 
also nicht ohne triftigen Grund von Verwaltungsanweisungen ab, wenn 
diese eine überzeugende Konkretisierung der rechtlichen Vorgaben dar-
stellen (BVR 2017 S. 7 E. 4.1 und 7.3, 2010 S. 59 E. 3.3; BGE 143 II 443 
E. 4.5.2, 141 II 199 E. 5.5, 133 V 346 E. 5.4.2; vgl. auch BGE 142 II 182 
E. 2.3.2 f.). Das KS Nr. 11 entspricht gefestigter Praxis und wurde vom 
Bundesgericht und vom Verwaltungsgericht verschiedentlich als sachge-
recht und zweckmässig beurteilt (vgl. etwa BGer 2C_1187/2016 und 
2C_1188/2016 vom 2.2.2017 E. 3.2, 2C_479/2016 und 2C_480/2016 vom 
12.1.2017 E. 3.5; VGE 2016/193/194 vom 25.7.2017 E. 2.3, 2015/73/74 
vom 21.10.2016 E. 2.2; Hunziker/Mayer-Knobel, in Zweifel/Beusch [Hrsg.], 
Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, 3. Aufl. 2017, Art. 33 DBG 
N. 31a). Unter Ziffer 3.2.2 hält die ESTV fest, dass die Kosten besonderer 
Heilmassnahmen wie Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie und Psy-
chotherapie als abzugsfähig gelten, sofern sie ärztlich verordnet sind und 
von diplomierten Personen durchgeführt werden (vgl. auch BGer 
2C_1005/2015 vom 8.12.2015 E. 2.2, 2C_103/2009 vom 10.7.2009 E. 3.1; 
Leuch/Schlup Guignard, in Leuch/Kästli/Langenegger [Hrsg.], Praxis-Kom-

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mentar zum Berner Steuergesetz, 2011, Art. 38a N. 16; Richner/Frei/Kauf-
mann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 3. Aufl. 2016, Art. 33 N. 148).

2.3 Die Beschwerdeführerin macht geltend, die Steuerverwaltung habe 
zu Unrecht Krankheitskosten (Trauerbegleitung und Therapie für die 
Beschwerdeführerin und deren Kinder) für die Steuerjahre 2012 
(Fr. 14'528.30), 2013 (Fr. 10'876.75) und 2014 (Fr. 8'382.40) nicht vollstän-
dig anerkannt, die ihr aufgrund des Unfalltodes ihres dreijährigen Sohnes 
im Jahr 2010 entstanden seien. Zudem liege eine Verletzung des Grund-
satzes von Treu und Glauben vor, da ihr ein Experte der Steuerverwaltung 
anlässlich einer am 24. Juni 2016 erfolgten Buchprüfung zugesichert habe, 
dass die geltend gemachten Krankheitskosten abgezogen werden könnten, 
wenn «im Nachhinein noch eine ärztliche Bestätigung» eingereicht würde 
(Beschwerde B.1; vgl. Schreiben der Beschwerdeführerin vom 12.3.2016 
an die Steuerverwaltung, Vorakten StRK [act. 4A] pag. 13 f.). Die Vor-
instanz hat erwogen, auch wenn das von der Beschwerdeführerin einge-
reichte ärztliche Zeugnis bestätige, dass die Beschwerdeführerin und ihre 
Kinder von November 2010 bis Oktober 2014 eine psychotherapeutische 
Begleitung der Trauerverarbeitung benötigt hätten, handle es sich dabei 
nicht um eine vorgängige ärztliche Verordnung, weshalb die Kosten für die 
ursprünglich selbst initiierte Behandlung nicht abziehbar seien. Aus dem 
gleichen Grund könne auch eine Verletzung des Gebots von Treu und 
Glauben von vornherein ausgeschlossen werden (angefochtene Ent-
scheide E. 3.7). Die Beschwerdeführerin hält dagegen, dem Experten sei 
bewusst gewesen, dass keine vorgängige Verordnung der Behandlung 
ausgestellt worden sei; trotzdem habe er ihr die Abzugsfähigkeit zugesi-
chert, weshalb ihr aufgrund des Grundsatzes von Treu und Glauben der 
volle Abzug der geltend gemachten Krankheitskosten zustehe (Beschwer-
de B.1).

2.4 Das von der Beschwerdeführerin betreffend die Steuerjahre 2012, 
2013 und 2014 ins Recht gelegte ärztliche Zeugnis wurde erst am 26. Au-
gust 2016 ausgestellt und bestätigt, dass die Beschwerdeführerin und ihre 
Kinder «langfristig eine psychotherapeutische Begleitung der Trauerverar-
beitung» benötigten, weshalb um Steuererleichterung gebeten werde (Ärzt-
liches Zeugnis vom 26.8.2016, Vorakten StRK [act. 4A] pag. 405). Auch 

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wenn die Begleitung der Trauerverarbeitung für die Beschwerdeführerin 
und deren Kinder unterstützend und möglicherweise auch notwendig ge-
wesen sein mag, so hat die Vorinstanz zu Recht erwogen, ein nachträglich 
ausgestelltes Zeugnis genüge den Anforderungen an eine vorgängige kon-
krete Anordnung einer bestimmten Heilmassnahme durch eine diplomierte 
Person nicht (vgl. E. 2.2 hiervor). Das Zeugnis wurde unstreitig rückwirkend 
ausgestellt und betraf eine von der Beschwerdeführerin ursprünglich selbst 
veranlasste Behandlung, weshalb die vorliegend strittigen Krankheitskosten 
keine abzugsfähigen Auslagen darstellen. 

2.5 Die Beschwerdeführerin begründet den geltend gemachten Abzug 
der Krankheitskosten zudem mit dem Schutz ihres Vertrauens in die Zusi-
cherung des Experten der Steuerverwaltung (vgl. Beschwerde B.1). Der 
Grundsatz von Treu und Glauben (Art. 9 der Bundesverfassung [BV; 
SR 101]; Art. 11 Abs. 2 der Verfassung des Kantons Bern [KV; BSG 101.1]) 
verleiht einer Person Anspruch darauf, in ihrem berechtigten Vertrauen in 
behördliche Zusicherungen oder sonstiges, bestimmte Erwartungen be-
gründendes Verhalten der Behörden geschützt zu werden. Demnach kann 
eine (selbst unrichtige) Auskunft, die eine Behörde einer Privatperson er-
teilt, unter gewissen Umständen Rechtswirkungen entfalten. Vorausset-
zung dafür ist, dass sich die Auskunft auf eine konkrete, die betreffende 
Person berührende Angelegenheit bezieht, dass die Behörde, welche die 
Auskunft gegeben hat, hiefür zuständig war oder die betroffene Person sie 
aus zureichenden Gründen für zuständig betrachten durfte, dass Letztere 
die Unrichtigkeit der Auskunft nicht ohne weiteres hat erkennen können, 
dass sie im Vertrauen hierauf nicht ohne Nachteil rückgängig zu machende 
Dispositionen getroffen hat, dass die Rechtslage zur Zeit der Verwirkli-
chung des Tatbestands noch die gleiche ist wie im Zeitpunkt der Aus-
kunftserteilung und dass das öffentliche Interesse an der Anwendung des 
positiven Rechts die geschützte private Vertrauensposition nicht überwiegt 
(vgl. zum Ganzen BVR 2017 S. 540 E. 6.2, 2015 S. 15 E. 4.1, 2013 S. 85 
E. 6.1; BGE 137 II 182 E. 3.6.2, 137 I 69 E. 2.5.1, 132 II 240 E. 3.2.2, 
129 I 161 E. 4.1). Es kann offenbleiben, ob der Experte der Steuerverwal-
tung die Abzugsfähigkeit der Krankheitskosten zugesichert hat, da die Be-
schwerdeführerin gestützt auf die Auskunft keine nicht ohne Nachteil rück-
gängig zu machende Disposition getroffen hat: Die geltend gemachten 

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Krankheitskosten betreffen die Steuerjahre 2012, 2013 und 2014, weshalb 
sie bereits vor der Buchprüfung durch den Experten der Steuerverwaltung 
am 24. Juni 2016 angefallen und mithin nicht gestützt auf die Aussage des 
Experten getätigt worden sind. Die Voraussetzungen für das Vorliegen ei-
ner Verletzung des Grundsatzes von Treu und Glauben sind somit ohnehin 
nicht erfüllt.

3.

Strittig ist weiter, ob es sich bei den in den Jahren 2012 bis 2014 er-
haltenen Unterhaltszahlungen von jährlich Fr. 14'400.-- im Umfang von 
Fr. 10'200.-- um steuerfreien Schadenersatz handelt.

3.1 Die Beschwerdeführerin bringt vor, der Vater von zwei ihrer Kinder 
habe jahrelang monatlich lediglich Fr. 350.-- anstatt wie schriftlich im Un-
terhaltsvertrag vereinbart Fr. 1'270.-- an den Unterhalt der beiden Kinder 
geleistet. Nach dem Tod des (nicht gemeinsamen) Sohnes der Beschwer-
deführerin hätten sie im Jahr 2011 mündlich vereinbart, dass er zusätzlich 
Fr. 850.-- als Schadenersatz zu leisten habe, da er bei dem tödlichen Unfall 
als Aufsichtsperson anwesend gewesen sei und mithin seine Fürsorge-
pflicht verletzt habe (Beschwerde B.2). 

3.2 Wie bereits dargelegt (vgl. vorne E. 2.1) unterliegen der Einkom-
menssteuer alle wiederkehrenden und einmaligen Einkünfte. Darunter fal-
len auch Unterhaltsbeiträge, die ein Elternteil für die unter seiner Obhut 
stehenden Kinder erhält (Art. 28 Bst. f StG; vgl. auch Art. 23 Bst. f DBG). 
Ein Vermögenszufluss ist hingegen dann nicht einkommensbildend, wenn 
er mit einem korrelierenden Vermögensabgang einhergeht: Dient der Ver-
mögenszufluss wie bei einer Schadenersatzleistung nur dem Ausgleich 
einer Vermögensminderung, so stellt er keinen echten Vermögenszugang 
dar und ist mithin steuerfrei (vgl. BGer 2C_692/2013 und 2C_693/2013 
vom 24.3.2014 E. 4.2). 

3.3 Die Vorinstanz hat erwogen, es fänden sich in den Akten keine 
schriftlichen Unterlagen, die darauf hindeuten würden, dass es sich bei 
einem Teil der Zahlungen um Schadenersatzleistungen handle (angefoch-

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tene Entscheide E. 2.4.1 f.). Vielmehr habe der Vater der beiden Kinder in 
seinen Steuererklärungen der Jahre 2012 bis 2014 die Geldüberweisungen 
als Unterhaltsbeiträge deklariert und in Abzug gebracht. Dies schliesse 
eine einvernehmliche Reduktion der Unterhaltsbeiträge auf monatlich 
Fr. 350.-- und auf Leistung eines zusätzlichen Betrags von Fr. 850.-- als 
Schadenersatzzahlung aus (angefochtene Entscheide E. 2.4.2). Die Be-
schwerdeführerin bringt nichts vor, was diese Ausführungen als rechtsfeh-
lerhaft erscheinen liesse. Soweit sie geltend macht, die StRK verkenne, 
dass sie sich mit dem Vater der beiden Kinder einvernehmlich und münd-
lich auf einen Unterhaltsbeitrag von Fr. 350.-- anstatt der schriftlich verein-
barten Fr. 1'270.-- geeinigt habe und Fr. 850.-- mithin Schadenersatz dar-
stelle, übersieht sie, dass sie daraus nichts zu ihren Gunsten ableiten kann: 
Nach den allgemeinen Regeln über die Verteilung der objektiven Beweis-
last tragen die Steuerbehörden die Beweislast für steuerbegründende oder 
steuererhöhende Tatsachen. Der Beweis für steueraufhebende oder 
steuermindernde Tatsachen – zu denen auch die Qualifizierung von Ein-
künften als Schadenersatzzahlung gehört – obliegt der steuerpflichtigen 
Person. Diese hat die steuermindernde Tatsache nicht nur zu behaupten, 
sondern auch zu belegen (BGE 143 II 661 E. 7.2, 140 II 248 E. 3.5, 
121 II 257 E. 4c/aa; BVR 2011 S. 241 E. 4.1, 2009 S. 465 E. 3; Richner/
Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., Art. 123 N. 77 ff.). Die Beschwerdeführerin 
hat darauf verzichtet, Unterlagen einzureichen, die belegen und rechtferti-
gen würden, dass ein Teil der Unterhaltsbeiträge als Schadenersatzzah-
lungen anzuerkennen ist. Vielmehr weist die Beschwerdeführerin darauf 
hin, der Vater der beiden Kinder selbst erachte die Zahlungen als Alimente 
und nicht als Schadenersatzzahlungen (Beschwerde B.2 S. 3). Im Übrigen 
bringt sie selbst vor, dass «die gesamten Todesfall-Kosten Gegenstand 
eines laufenden zivilrechtlichen Verfahrens» gegen den verurteilten Täter 
seien, weshalb nicht ersichtlich ist, welche Kosten der vom Gericht vom 
Vorwurf der fahrlässigen Tötung freigesprochene Vater zu tragen hätte (vgl. 
Schreiben der Beschwerdeführerin vom 12.3.2016 an die Steuerverwal-
tung, Vorakten StRK [act. 4A] pag. 12). Zu Recht hat somit die Vorinstanz 
erwogen, die Beschwerdeführerin habe den Nachweis, dass es sich bei 
den Unterhaltszahlungen teilweise um steuerfreien Schadenersatz handle, 
nicht erbracht. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26.10.2018, Nrn. 100.2017.243/
244U, Seite 12

4.

Soweit die Beschwerdeführerin in Bezug auf die Abziehbarkeit von Unter-
haltskosten und Schuldzinsen der Liegenschaft in Miteigentum nach wie 
vor daran festhält, dass die «effektiven Verhältnisse bei der Ermittlung der 
Anteile aus der Miteigentümergemeinschaft» zu berücksichtigen seien (vgl. 
Beschwerde B.3), so ist sie auf das in der Sache ergangene abschlies-
sende Urteil des Bundesgerichts zu verweisen (vgl. vorne E. 1.2). Die StRK 
hat ferner zutreffend erwogen, dass der der Lebenspartnerin im Steuerjahr 
2006 nicht gewährte Abzug für Unterhaltskosten und Schuldzinsen nicht 
bei der Beschwerdeführerin nachträglich zum Abzug gebracht werden 
könne, da die entsprechenden Kosten nicht im Steuerjahr 2014 angefallen 
seien. Ein Rückkommen auf die Veranlagung der Beschwerdeführerin des 
Steuerjahrs 2006 scheitere an der Rechtskraft der Veranlagung (ange-
fochtene Entscheide E. 4.3). Unabhängig davon, welchen Charakter die 
Beschwerdeführerin unter Hinweis auf andere Rechtsgebiete den Leistun-
gen im Nachhinein beimessen will (vgl. Beschwerde B.3 S. 3 f.), ist eine 
nachträgliche Berücksichtigung nicht möglich. Auf die weiteren Begehren 
ist wie dargelegt nicht einzutreten (vgl. vorne E. 1.2).

5.

Zusammenfassend ergibt sich, dass die Vorinstanz in den Steuerjahren 
2012 bis 2014 zu Recht die Krankheitskosten nicht vollständig zum Abzug 
zugelassen und die gesamten Unterhaltsbeiträge als steuerbares Einkom-
men qualifiziert hat. Der angefochtene Entscheid hält auch insofern der 
Rechtskontrolle stand, als die Vorinstanz die hälftige Aufteilung des Netto-
einkommens und des Nettovermögens in Bezug auf die Liegenschaft im 
Miteigentum in den Steuerjahren 2012 und 2013 bestätigt und einen nach-
träglichen Abzug aus dem Steuerjahr 2006 im Steuerjahr 2014 verweigert 
hat. Die Beschwerden erweisen sich damit als unbegründet und sind ab-
zuweisen, soweit darauf eingetreten wird (vgl. vorne E. 1.1 f.).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26.10.2018, Nrn. 100.2017.243/
244U, Seite 13

6.

Bei diesem Ausgang der Verfahren wird die Beschwerdeführerin kosten-
pflichtig (Art. 151 StG i.V.m. Art. 108 Abs. 1 VRPG; Art. 145 Abs. 2 i.V.m. 
Art. 144 Abs. 1 DBG). Parteikosten sind keine zu sprechen (Art. 151 StG 
i.V.m. Art. 108 Abs. 3 und Art. 104 Abs. 3 VRPG; Art. 145 Abs. 2 i.V.m. 
Art. 144 Abs. 4 DBG und Art. 64 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren [Verwaltungsverfah-
rensgesetz, VwVG; SR 172.021]).

Demnach entscheidet die Einzelrichterin:

1. Die Beschwerde betreffend die Kantons- und Gemeindesteuern 2012 bis 
2014 wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2. Auf die Beschwerde betreffend die direkte Bundessteuer 2012 bis 2014 
wird nicht eingetreten.

3. Die Kosten der Verfahren vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf 
eine Pauschalgebühr von insgesamt Fr. 1'500.--, werden der Beschwer-
deführerin auferlegt.

4. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

5. Zu eröffnen:
- der Beschwerdeführerin
- der Steuerverwaltung des Kantons Bern
- der Steuerrekurskommission des Kantons Bern
- der Eidgenössischen Steuerverwaltung 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26.10.2018, Nrn. 100.2017.243/
244U, Seite 14

Rechtsmittelbelehrung
Gegen diese Urteile kann innert 30 Tagen seit Eröffnung beim Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss 
Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bun-
desgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.