# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2ff29b41-917d-5fb0-b75b-340b6a2d9f6f
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-08-13
**Language:** de
**Title:** Beweiskräftiges Gutachten hinsichtlich der Frage der Unfallkausalität; keine Umkehr der Beweislast. (BGE 8C_700/2013)
**Docket/Reference:** UV.2011.00328
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2011.00328.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2011.00328
III. Kammer
Sozialversicherungsrichter Gräub, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Daubenmeyer
Sozialversicherungsrichterin Fehr
Gerichtsschreiberin Locher
Urteil
vom
13. August 2013
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwalt Christos
Antoniadis
Antoniadis
Advokaturbüro
Badenerstrasse
89, 8004 Zürich
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt
Rechtsabteilung
Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1952 geborene
X.___
ist Transportchef sowie Inhaber der
Y.___
und bei der Schweizerischen Unfallversiche
rungsanstalt (SUVA) gegen Unfallfolgen versichert. Am 26. September 2006 fuhr
ein Personenwagen in das Heck seines vor einem Rotlicht haltenden Autos (
Urk.
7/1
und
Urk.
7/7). In der Folge litt er an leichten Nackenbeschwerden. Eine
Arztkonsultation war vorerst
jedoch
nicht erforderlich. Wegen Schu
lterbeschwerden rechts legte
der Versicherte
ab dem 23. Oktober 2006 seine Arbeit nieder.
Drei Tage später
suchte er
erstmals
seinen Hausarzt
Z.___
,
Facharzt FMH
für Allgemeine Innere Medizin,
auf, welcher ihm eine Arbeit
sunfähigkeit be
s
cheinigte
(Urk. 7/2 und Urk. 7/7
). Konventionelle Röntgenaufnahmen der rechten Schulter vom 15. November 2006 ergaben eine mässige
A
cromio
-
Clavicular
-
Arthrose und
eine kleine Verkalkung neb
en dem
Tuberculum
majus
(Urk. 7
/19).
Eine von
A.___
, Facharzt FMH für Allgemeine Medizin,
am 21. Novembe
r
2006 durch
geführte Sonographie
der rechten Schulter zeigte eine
erheblich perforierende Ruptur der
Supraspinatusseh
n
e
mit entz
ündlichen Veränderungen (Urk. 7
/21).
Mit Verfügung vom
2.
Mai 2007 verneinte die SUVA
– unter Hinweis auf das
Fehlen eines natürlichen Kausalzusammenhangs zwis
chen dem Unfallereignis vom
September 2006 und den
geklagten Schulterbeschwerden rechts
– ihre
Leis
tungspflicht
und teilte mit, die bis zum 29. März 2007 angefallenen Kosten
über
nähme
sie im
Sinne von Abklärungsmassnahmen
(
Urk.
7/33). Nachdem der Ver
sicherte dagegen Einsprache erhoben hatte (
Urk.
7/36), holte die SUVA eine
kreis
ärztliche
Beurteilung ein.
B.___
, Facharzt FMH für Orthopä
dische
Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, hielt am 13. Ju
ni 2007
einen Kausalzusammenhang zwischen den Schulterbeschwerden und der
Auffahr
kollision
vom 26. September 2006 für nicht gegeben und verwies stattdessen
auf schon vorher bestandene degenerative Veränderungen (
Urk.
7/37). Mit
Einspra
cheentscheid
vom 8. August 2007 bestätigte die SUVA ihre Verfügung
vom
2.
Mai 2007 (Urk. 7/45).
Gegen diesen Entscheid erhob
X.___
am 11. September 2007 beim hiesigen Ge
richt Beschwerde (
Urk.
7/46/6) und reichte in der Beilage eine Stellungnahme v
on
A.___
vom 4. September 2007
ein, in der dieser mit grosser Wahrschein
lichkeit eine traumatische Genese der anlässlich der Sonographie vom 21. No
vember 2006 erhobenen Befunde an der Schulter festhielt (Urk. 7/46/8). Mit
Beschwerdeantwort vom 1
2.
Dezember 2007
(
Urk.
7/46/4) gab die SUVA eine ärztliche Beurteilung von
C.___
, Facharzt FMH für Chirurgie, Abteilung
Versicherungsmedizin der SUVA, vom 5. November 2007 zu den Akten, in welcher eine Unfallkausalität
der Befunde
– unter
anderem unter
Hinweis auf
eine beschwerdefreie Latenzzeit von zwei bis drei Wochen seit dem
Unfallereig
nis
–
verneint wurde (
Urk.
7/46/5).
Das hiesige Gericht
verneinte
mit Urteil vom 29. Mai
2009 (Prozess-Nr. UV.2007.00390)
einen natürlichen Kausalzusammen
hang zwischen dem Unfallereignis vom 26. September 2006 und den rechtssei
tigen Schulterbeschwerden
(
Urk.
7/46/1).
Die dagegen vom
X.___
erhobene Beschwerde vom 21. August 2009 (Urk.
7/
46/10) hiess das Bundesgericht mit Entscheid vom 19. Januar 2010 (Prozess-Nr. 8C_675/2009)
in dem Sinne teil
weise gut, dass es das Urteil des hiesigen Gerichts vom 29. Mai 2009 und den
Einspracheentscheid
der SUVA vom 8. August 2007 aufhob und die Sache an
die SUVA zurückwies, damit diese weitere Abklärungen hinsichtlich der Frage der
Unfallkausalität der Schulterbeschwerden rechts treffe und hernach über ihre Leistungspflicht neu verfüge (
Urk.
7/47/4).
1.2
In der Folge wurde
der Versicherte am 29. September 2010 und am 10. März 2011 durch
D.___
,
Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, untersucht (
Urk.
7/60 und
Urk.
7/64). Gestützt
auf dessen Gutachten vom 2
2.
November 2010 (
Urk.
7/60) samt den am
5. April (
Urk.
7/64) und 31. Mai 2011 (
Urk.
7/66) verfassten Ergänzungen verneinte
die SUVA daraufhin – unter Hinweis auf
das Fehlen eines überwiegend wahrscheinlichen Kausalzusammenhangs – ihre Leistungspflicht erneut (Verfü
gung vom 28. September 2011
[
Urk.
7/73]). Daran hielt sie auf Einsprache des Versicherten hin (
Urk.
7/75)
am 4. November 2011 fest (Urk.
7/78 =
Urk.
2).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 4. November 2011 (
Urk.
2) erhob der Ver
sicherte am 6. Dezember 2011 Beschwerde und beantragte
, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und es seien ihm die gesetzlichen Leistungen gemäss UVG auszurichten; eventuell
sei ein Gerichtsgutachten einzuholen
(
Urk.
1). Mit Beschwerdeantwort vom
30. Januar 2012 schloss die SUVA auf Abweisung der
Beschwerde (
Urk.
6). Am 7. Februar 2012 wurde dem Beschwerdeführer das Doppe
l der Beschwerdeantwort zugestellt (
Urk.
8/1).
3.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
Betreffend die gesetzlichen Bestimmungen und Grundsätze
über
die
Leistungs
pflicht
des obligatorischen Unfallversicherers (Art. 6
Abs.
1 des Bundesgesetzes
über die Unfallversicherung [UVG]), den Unfallbegriff (Art. 4 des Bundesgesetzes
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]), die
unfallähn
lichen
Körperschädigungen (Art. 9
Abs.
2 der Verordnung über die Unfallver
sicherung [UVV]),
den für die Leistungspflicht des Unfallversicherers erforder
lichen natürlichen Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis und dem e
ingetretenen Schaden
, den im Sozialversicherungsrecht zu beachtenden
Beweis
grad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit und den Beweiswert eines medizi
nischen Gutachtens wird auf das Urteil des hiesigen Gerichts vom 29. Mai 2009
in Sachen der Parteien verwiesen (Prozess-Nr. UV.2007.00390 E. 1
; Urk. 7/46/1
).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihr Festhalten an der Leistungsverweigerung
im Wesentlichen damit, dass sich aufgrund des – beweiskräftigen – Gutachtens von
D.___
bestätigt habe, dass die rechtsseitigen Schulterbeschwerden nicht ü
berwiegend wahrscheinlich auf das Unfallereignis vom 26. September 2006 zu
rückzuführen seien. Bei diesem Ergebnis
erübrige sich auch die Frage nach einer
allfälligen Umkehr der Beweislast, da kein Fall von Beweislosigkeit vorliege. Eine
Verletzung des rechtlichen Gehörs sei zudem auch nicht ersichtlich. Nach Er
stellung des Gutachtens habe einzig noch ein punktueller Abklärungsbedarf
bestanden, weshalb eine vorgängige Anhörung des Beschwerdeführers
zu den g
e
wünschten Präzisierungen der gutachterlichen Aussagen und zur
später
gestellten
Ergänzungsfrage
nicht nötig gewesen sei
(
Urk.
2 und
Urk.
6).
2.2
Der Beschwerdeführer
stellte sich demgegenüber im Wesentlichen auf den Stand
punkt,
die Beschwerde
gegnerin
habe
nach der Begutachtung durch
D.___
im
September 2010
Zusatzfragen gestellt und
den Gutachter
um
Präzisierung
seiner
Expertise ersucht
, ohne ihm dies vorab mitzuteilen respektive ihm
G
elegenheit zur Stellungnahme einzuräumen. Mit diesem Vorgehen sei sein Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt worden.
U
nt
er Hinweis auf das Gutachten von
D.___
rügte er
zudem
,
die Frage der Unfallkausalität
könne aus Gründen, die von der Beschwerdegegnerin zu ve
rantworten seien, nicht beantwortet
wer
den. Dies würde eine Umkehr der Beweislast bewirken und zu einer Bejahung der Leistungspflicht der Unfallversicherung führen (
Urk.
1).
3.
3.1
Nach Art. 42 ATSG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör, wobei sie
nicht angehört werden müssen vor Verfügungen, die durch Einsprache anfecht
bar
sind.
Das rechtliche Gehör – das neben der expliziten gesetzlichen Regelung
in Art. 42 ATSG auch in Art. 29
Abs.
2 der Bundesverfassung garantiert wird – dient
einerseits der Sachaufklärung, andererseits stellt es ein
persönlichkeitsbe
zogenes
Mit
wirkungsrecht beim Erlass eines Entscheids dar, welcher in die
Rechtsstellung einer Pe
rson eingreift. Dazu gehört ins
besondere deren Recht, sich
vor Erlass des in
ihre Rechtsstel
lung eingreifenden Entscheids zur Sache zu äus
sern,
erhebli
che Beweise be
izubringen, Einsicht in die Akt
en zu nehmen, mit erheblich
en Beweisanträgen gehört zu werden und an der Er
hebung wesentli
cher Beweise entweder mit
zuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu
äussern, wenn dieses geeig
net ist, den Entscheid zu beeinflussen (BGE 132 V 368
E. 3.1 S. 370 mit Hinwei
sen).
3.2
Aus Art. 42 ATSG
(
i.V.m
. Art. 1 UVG)
folgt damit, dass
in
unfallversicherungs
rechtlichen
Verfahren
die Gewährung des rechtlichen Gehörs ins
Einsprachever
fahren
verschoben wird (vgl. Urteil des Bundesgerichts C
49/03 vom 23. Juni 2003
E. 3.2 mit Hinweis). E
ntgegen
der Ansicht des Beschwerdeführer
s
lässt sich
daher
aus dem Umstand,
dass ihm keine Gelegenheit eingeräumt wurde
,
zu
den
Ergänzungsfrage
n
der Beschwerdegegnerin
und zu den
vom Gutachter verlang
ten Präzisierungen (vgl.
Urk.
7/
62 und
Urk.
7/65)
vorab Stellung zu nehmen, keine Verletzung des rechtlichen Gehörs ab
leiten
. Anzufügen ist zudem, dass
ihm
noch vor Verfügungserlass
Einblick in sämt
liche Akten gewährt wurde und er
sich zu diesen
und insbesondere zu den dem Gutachter unterbreiteten Fragen äussern
konnte
(Urk.
7/69; vgl. auch
Urk.
7/70)
.
Im Rahmen des
Einsprachever
fahrens
wurde er dann ein weiteres Mal – der gesetzlichen Regelung entsprech
end – a
ngehört (
Urk.
7/75).
4.
D.___
diagnostizierte am 2
2.
November 2010 (
Urk.
7/60) ein
leichtgradiges
Impingement
in der rechten Schulter und einen wenig symptomatischen Riss im Bereich der
Supraspinatussehne
(S. 2).
Bei der Untersuchung – so der Gutachter – seien
sowohl
die rechtsseitigen Schulterbeschwerden als auch die objektiven Befunde gering gewesen. Angesichts des
Verlaufs des Verfahrens
könne die Frage nach der Unfallkausalität fast nicht beantwortet werden
.
Eine traumati
sche Genese der Beschwerden könne jedoch nicht bewiesen werden. Es sei aber
auch nicht unmöglich, dass die Schulterbeschwerden
nach einer Traumatisierung
e
rst sekundär aufgetreten seien
(S.
3).
Überraschend sei zudem, dass der Be
schwerdeführer anlässlich der Untersuchung vor allem Beschwerden in der
Hals
wirbelsäule
und
in
der linken Schulter angegeben habe (S. 1 f.).
In seinen
ergänzenden Ausführungen vom
5. April 2011 (
Urk.
7/64) führte
der Gut
achter
aus, der Beschwerdeführer berichte nun über Beschwerden in der rechten Schulter; diese seien aber deutlich weniger ausgeprägt als auf der linken Seite (S. 1).
Er könne weiterhin keine eindeutige Aussage zur Unfallkausalität machen. Am wahrscheinlichsten sei, dass degenerative Veränderungen inklusive
einer Schädigung der
Supraspinatussehne
bestanden
hätten.
Häufig würden Trau
matisierungen eine richtungsweisende zusätzliche Schädigung
bewirken und letzt
lich auch zum therapiebedürftigen Zustand führen
. Ein Kausalzusammen
hang zum Auffahrunfall vom September 2006 müsse daher als durchaus möglich
betrachtet werden
(S. 2).
Nachdem die Beschwerdegegnerin
D.___
m
it Schreiben vom 17. Mai 2011 da
rauf hingewiesen hatte,
dass für die Kausalitätsbeurteilung
einzig
die
Begriffe
„überwiegend wahrscheinlich“
respektive
„möglich“
– und nicht „durchaus mög
lich“ –
zu verwenden seien
(
Urk.
7/65),
beurteilte
der Gutachter
den Zusammen
hang zwischen dem Unfallereignis und den rechtsseitigen Schulterbeschwerden als möglich (Gutachtensergänzung vom 31. Mai 2011 [
Urk.
7/66/1]).
5.
Was das Vorbringen des Beschwerdeführers, die Beschwerdegegnerin habe es offensichtlich versäumt, dem Gutachter die von
A.___
erhobenen
Sonographie
befunde
vom 21. November 2006 (
Urk.
7/21) und dessen Bericht vom 4. Sep
tember 2007 (
Urk.
7/46/8) zur Verfügung zu stellen (
Urk.
1 S. 13 f
.
), betrifft, geht
aus
den Akten hervor, dass
D.___
mit
Schreiben vom 8. September 2010
die Aktenstücke 1 – 47 zugestellt w
orden sind
(
Urk.
7/58 S.
2).
Angesichts dessen
ist anzun
ehmen, dass der Experte
aufgrund seiner gutachterlichen Sorgfaltspflicht
e
in unvollständiges Aktendossier
unverzüglich
bei der Beschwerdegegnerin be
mängelt hätte
.
Dies gilt umso mehr, als auch
in den Urteilen d
es hiesigen Ge
richts vom
29. Mai 2009 (Urk
.
7/46)
und
des Bundesgerichts vom 19. Januar 2010
(
Urk.
7/47/4)
die Beurteilungen von
A.___
einen wesentlichen Teil der
Entscheidbegründung
bildeten und der Beschwerdeführer auch anlässlich seiner Begutachtung darauf Bezug nahm (
Urk.
7/60 S. 2).
Es bestehen daher keine An
haltspunkte, dass dem Gutachter die betreffenden Berichte nicht bekannt waren und die Expertise ist in dieser Hinsicht nicht zu beanstanden.
Anzufügen bleibt, dass das Bundesgericht
mit Urteil vom 19. Januar 2010 (8C_675/2009
[
Urk.
7/47/4]
) den Beweiswert der Beurteilung von
A.___
von 4. September 2007
als herabgesetzt
(E. 3.3.2) respektive mit gewissen Mängeln be
haftet (E. 3.4)
beurteilte
.
Die vom Beschwerdeführer in seiner Beschwerdeschrift
geltend gemachte
Bedeutsamkeit
des Berichts (
Urk.
1 S. 14) wird damit relativiert.
6.
6.1
Dem auf einlässlichen klinischen und radiologischen Untersuchungen der rechten
Schulter beruhenden sowie die geklagten Beschwerden berücksic
htigenden Gut
achten des
D.___
kommt grundsätzlich Beweiskraft zu (
vgl. BGE 125 V 352 E. 3a; siehe
E. 1
hievor
mit Verweis auf E. 1.5 des Urteils des hiesigen Gerichts
vom 29. Mai 2009 [Prozess-Nr. UV.2007.00390]).
Dies wird von den Parteien auch
nicht bestritten (
vgl.
Urk.
1 S. 11 ff.
, 2 S. 6 und 6 S. 4). Strittig ist hin
gegen, wie die Schlussfolgerung des Gutachters hinsichtlich der Unfallkausalität zu verstehen ist und ob eine Beweislastumkehr resultiert.
Vor dem Hintergrund, dass
infolge
der anfänglich fehlenden
Schulterbeschwer
den
des
Versicherten
die F
rühphase nach dem Unfallereignis im September 2006 wenig dokumentiert
ist und der Auffahrunfall
im Zeitpunkt der
Gutachtenser
stellung
mehr als vier Jahre zurück
lag
, ist nachvollziehbar, dass dem
Experten
die Beantwortung der im Raum stehenden Frage nicht mit letzter Sicherheit möglich war. Angesichts des im Sozialversicherungsrecht massgebenden
Be
weisgrad
s
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ist eine solche Bestimmtheit indes auch nicht gefordert.
In Übereinstimmung damit äusserte sich
D.___
dahingehend, dass die Schulterbeschwerden rechts möglicherweise auf das
Un
fallereignis
vom
26. September 2006 zurückzuführen seien (
Urk.
7/66 S. 1
; vgl. auch
Urk.
7/64 S. 2
). Auch wenn der Gutachter
die
Beurteilung des Kausalzu
sammenhangs
als fast nicht durchführbar be
zeichnete (
Urk.
7/60 S. 3)
und da
mit nochmals die
Schwierigkeit
einer eindeuti
gen Aussage zu
r Unfallkausalität
zum Ausdruck brachte
(vgl. auch
Urk.
7/64 S. 2)
, ändert dies nichts daran, dass
er schliesslich
zum Schluss
gelangte, ein traumatischer Ursprung der Beschwer
de
n
liege bloss im Bereich des Möglichen.
Damit stellte der Experte zudem klar, dass der Unfall seiner Meinung nach nicht zu einer richtungsweisenden Ver
schlimmerung des Gesundheitszustands geführt hat, obwohl er dies in seinen vorhergehenden Äusserungen teilweise andeutete.
Die blosse Möglichkeit einer unfallbedingten Sehnenruptur reicht aber
– selbst wenn die Rede von „durchaus
möglich“ ist – für
das erforderliche Beweismass der überwiegenden Wahrschein
lichkeit nicht aus.
Im Einklang mit der
gutachterlichen Beurteilung
stehen
sodann auch die
Be
richte der
B.___
und
C.___
(
Urk.
7/37 und 7/46/5).
Die Fotos des vom Beschwerdeführer gelenkten Unfallfahrzeugs (Urk.
7/30; vgl. auch
Urk.
7/8/2) erhellen ausserdem ohne weiteres, dass der Aufprall nicht von grosser
Wucht
gewesen sein kann
, was ebenfalls gegen einen traumatischen Ur
sprung der Beschwerden spricht.
Im Übrigen
entspricht es einer
medizinischen Erfahrungstatsache, dass eine
Ro
tatorenmanschettenruptur
–
wie sie von
D.___
am 31. Mai 2011 erwähnt wurde
(
Urk.
7/66/1) – sowohl
traumatische wie auch degenerative Ursachen haben kann, wobei eine traumatische Ruptur, die mit sofort auftretenden akuten Schmerzen und Funktionsbeeinträchtigungen einhergeht, seltener ist; die
Rota
torenmanschettenruptur
entsteht vielmehr meist durch degenerative
Vorschädi
gungen
(vgl.
Niethard
/
Pfeil, Orthopädie, Stuttgart 1992
, S.
369 f.
).
6.2
Angesichts des Umstandes, dass der Beschwerdeführer während zwei bis drei Wochen nach dem Unfall keine
behandlungsbedürftigen
Schmerzen mit Aus
wirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verspürte (
Urk.
7/
2-
3 und
Urk.
7/7 S. 3)
,
und
unter Berücksichtigung der geringen Krafteinwirkung beim leichten Auffahr
unfall
(vgl.
Urk.
7/30)
erscheint der vom Gutachter gezogene Schluss
einer bloss möglichen Unfallkausalität
als durchaus nachvollziehbar.
6.3
Der Beschwerdeführer lässt einwenden, es müsse eine Umkehr der Beweislast stattfinden, denn die vom Gutachter erwähnten Beweisschwierigkeiten
seien durch die
Beschwerdegegnerin verursacht worden
(
Urk.
1 S. 12). Dieser Auffas
sung kann nicht gefolgt werden, denn
es liegt hinsichtlich der
entscheidwesent
lichen
Frage der Unfallkausalität
keine Beweislosigkeit, sondern ein erbrachter
Beweis
vor (vgl. insbesondere
Urk.
7/66
und E. 6.1
f.
hievor
)
. Die vom B
e
schwer
deführer angeführte Beweisregel
greift daher nicht
Platz.
6.4
Hinsichtlich der vom Beschwerdeführer gemachten Ausführungen betreffend die
in
Art.
9
Abs.
2
UVV
aufgelisteten unfallähnlichen Körperschädigungen bleibt anzufügen, dass auch bei solchen Verletzungen mit Ausnahme der schädigenden
Einwirkung eines „ungewöhnlichen äusseren Faktors“ auf den menschlichen Körper sämtliche Begriffsmerkmale eines Unfalls im Sinne von
Art.
4 ATSG er
füllt sein müssen, um eine Leistungspflicht des Unfallversicherers auszulösen. Dazu gehört als Grundvoraussetzung namentlich auch, dass eine solche Schädi
gung natürlich unfallkausal ist (Urteile des Bundesgerichts 8C_598/2012 vom
6.
März 2013 und 8C_941/2009 vom 1
8.
März 2010 jeweils E. 3.2). Ein Kausal
zusammenhang ist jedoch – wie eben ausgeführt –
nicht überwiegend wahr
schein
lich.
Weitere Ausführungen
hiezu
erübrigen sich damit.
7
.
Nach dem Gesagten
ist die Leistungseinstellung nicht zu beanstanden, weil
ein Kausalzusammenhang zwischen den Schulterbeschwerden und dem
Unfaller
eignis
vom 2
6.
September 2006
, wenn auch nicht gänzlich auszuschliessen, so
jedenfalls nicht überwiegend wahrscheinlich ist.
Die Beschwerde ist daher ab
zuweisen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Christos
Antoniadis
-
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt
-
Bundesamt für Gesundheit
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthal
ten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
GräubLocher
PF/CL/ESversandt