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**Case Identifier:** d2730284-c60b-5432-8436-b8a1aa47bb72
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-11-21
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 21.11.2017 200 2017 489
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2017-489_2017-11-21.pdf

## Full Text

200 17 489 KV publiziert in BVR 2018 S. 235
SCJ/GET/NEN/STA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 21. November 2017

Verwaltungsrichter Scheidegger, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Ackermann, Verwaltungsrichter Loosli
Gerichtsschreiber Germann

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

Visana AG
Weltpoststrasse 19, 3000 Bern 15
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 11. April 2017

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Nov. 2017, KV/17/489, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die … geborene A.________ (nachfolgend Versicherte bzw. Beschwerde-
führerin) ist bei der Visana AG (nachfolgend Visana bzw. Beschwerdegeg-
nerin) obligatorisch krankenpflegeversichert (Akten der Visana [act. II] 18). 
Im November 2015 liess die Versicherte durch die Klinik für Plastische- und 
Handchirurgie des Spitals C.________ um Übernahme der Kosten für eine 
"Lipoinfiltration des Gesichtes mit Entnahme des Fettgewebes abdominal" 
ersuchen (act. II 1), was die Visana nach Vorlage des Dossiers bei ihrem 
Vertrauensarzt, Dr. med. D.________, Praktischer Arzt, Facharzt für Prä-
vention und Gesundheitswesen, am 5. Januar 2016 ablehnte (act. II 4). 

Im Februar 2016 stellte dieselbe Klinik ein "Wiedererwägungsgesuch" be-
treffend die vorgenannte Kostengutsprache (act. II 5), welches die Visana – 
nachdem sie einen Bericht beim behandelnden Psychiater eingeholt (act. II 
8) und das Dossier dem Vertrauensarzt erneut vorgelegt hatte (act. II 9) – 
am 7. April 2016 (act. II 10) wiederum formlos ablehnte. Damit war die Ver-
sicherte nicht einverstanden (act. II 12), woraufhin die Visana eine weitere 
Stellungnahme des behandelnden Psychiaters (act. II 13) sowie eine ver-
trauensärztliche Beurteilung durch Dr. med. D.________ (act. II 14) einhol-
te. Mit Verfügung vom 9. Dezember 2016 (act. II 18) verneinte die Visana 
einen Anspruch auf Übernahme der Kosten für die Lipoinfiltration im Ge-
sicht mit Entnahme des Fettgewebes abdominal. Die dagegen erhobene 
Einsprache (act. II 20) wies die Visana – nachdem sie bei Dr. med. 
D.________ eine weitere vertrauensärztliche Beurteilung eingeholt hatte 
(act. II 24) – mit Einspracheentscheid vom 11. April 2017 ab (act. II 26). In 
der Begründung hielt sie im Wesentlichen fest, dass kein entstellender äs-
thetischer Mangel vorliege bzw. dass die vorgebrachten psychischen Be-
schwerden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht auf die Verände-
rungen im Gesichtsbereich zurückzuführen seien.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Nov. 2017, KV/17/489, Seite 3

B.

Dagegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt B.________, 
mit Eingabe vom 22. Mai 2017 Beschwerde. Sie stellt den folgenden An-
trag: 

Der Einspracheentscheid vom 11. April 2017 sei aufzuheben und es seien der 
Beschwerdeführerin für die Lipoinfiltration im Gesicht mit Entnahme des Fett-
gewebes abdominal Leistungen aus der obligatorischen Krankenpflegeversi-
cherung auszurichten.

- unter Kosten- und Entschädigungsfolge - 

In der Begründung lässt die Beschwerdeführerin im Wesentlichen geltend 
machen, die Beschwerdegegnerin habe den rechtserheblichen Sachverhalt 
unrichtig und unvollständig abgeklärt. Insbesondere sei die Beschwerde-
führerin ohne eigenes Verschulden durch eine Bluttransfusion mit HIV infi-
ziert worden bzw. lebensbedrohend erkrankt. In der Folge sei es durch die 
Einnahme von antiretroviralen Medikamenten zu einer Lipodystrophie, ei-
ner bekannten Nebenwirkung dieser medikamentösen Behandlung, ge-
kommen. Die Auswirkungen der Lipodystrophie würden unbestritten den 
Gesichts- und Bauchbereich und damit, zumindest im Gesicht, einen sicht-
baren und ästhetisch besonders empfindlichen Teil des Körpers betreffen, 
wodurch ihr Krankheitswert zukomme und – entgegen der zu engen Auf-
fassung der Beschwerdegegnerin – von einem entstellenden Ausmass 
auszugehen sei. Im Übrigen sei die Kostengutsprache auch unter dem Ge-
sichtspunkt der Leistungspflicht bei einer psychischen Erkrankung infolge 
ästhetischer Defizite der Beschwerdeführerin, welche mit überwiegender 
Wahrscheinlichkeit auf die schwerwiegenden Veränderungen im Gesichts-
bereich zurückzuführen sei, angezeigt.

Mit Beschwerdeantwort vom 20. Juli 2017 beantragt die Beschwerdegeg-
nerin die Abweisung der Beschwerde.

Am 8. September 2017 liess die Beschwerdeführerin dem Gericht eine wei-
tere Eingabe zukommen.

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Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 
kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 11. April 
2017 (act. II 26). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf Übernahme der 
Kosten für eine Lipoinfiltration im Gesicht mit Entnahme des Fettgewebes 
abdominal.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Die obligatorische Krankenpflegeversicherung übernimmt die Kos-
ten für die Leistungen, die der Diagnose oder Behandlung einer Krankheit 

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und ihrer Folgen dienen (Art. 25 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 18. März 
1994 über die Krankenversicherung [KVG; SR 832.10]). Die Leistungen 
nach den Art. 25 - 31 KVG müssen wirksam, zweckmässig und wirtschaft-
lich sein (Art. 32 Abs. 1 Satz 1 KVG).

2.2 Gemäss Art. 3 Abs. 1 ATSG ist Krankheit jede Beeinträchtigung der 
körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit, die nicht Folge eines 
Unfalles ist und die eine medizinische Untersuchung oder Behandlung er-
fordert oder eine Arbeitsunfähigkeit zur Folge hat.

2.3

2.3.1 Ein ausschliesslich ästhetischer Mangel zählt grundsätzlich nicht zu 
den durch das KVG versicherten Krankheitsrisiken (Entscheid des Eid-
genössischen Versicherungsgerichts [EVG; heute Bundesgericht {BGer}] 
vom 17. Januar 2006, K 135/04, E. 1). Unter bestimmten Voraussetzungen 
hat der Krankenversicherer aber die Kosten der operativen Behandlung 
sekundärer krankheits- oder unfallbedingter Beeinträchtigungen, nament-
lich äusserliche Verunstaltungen vor allem an sichtbaren und in ästheti-
scher Beziehung speziell empfindlichen Körperteilen – besonders im Ge-
sicht – zu übernehmen. Dies wenn die äusserliche Verunstaltung ein ge-
wisses Ausmass erreicht und sich durch eine kosmetische Operation be-
heben lässt, der Versicherer auch für die primären Unfall- oder Krankheits-
folgen leistungspflichtig war und die durchgeführte kosmetische Operation 
sich in allgemein üblichen Grenzen sowie im Rahmen der Wirtschaftlichkeit 
hält (Entscheid des EVG vom 17. Januar 2006, K 135/04, E. 1; Entscheid 
des BGer vom 9. Mai 2016, 9C_319/2015, E. 3.1)

Ob ein ästhetischer Mangel entstellend ist, beurteilt sich grundsätzlich nach 
objektiven Kriterien. Dazu gehört die gesellschaftliche Anschauung. Eben-
falls von Bedeutung ist, inwiefern der von der Norm abweichende Zustand 
aus ästhetischen Gründen sich negativ auf das Erwerbsleben auswirkt. Mit 
Blick auf das Gebot der Gleichbehandlung der Versicherten (Art. 8 Abs. 1 
der Bundesverfassung [BV; SR 101]) ist von einem engen Begriffsver-
ständnis von „entstellend“ auszugehen. Subjektive Faktoren, insbesondere 
die persönliche Anschauung, haben ausser Acht zu bleiben. Ihnen wird bei 
der Frage Rechnung getragen, ob der Mangel körperliche oder psychische 

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Beschwerden mit Krankheitswert verursacht, welche mit der Behebung des 
Mangels beseitigt werden können (vgl. EVG K 135/04, E. 2.3).

2.3.2 Soweit ein ästhetischer Mangel Beschwerden mit Krankheitswert im 
Rechtssinne verursacht, stellt die medizinische Behandlung dieser krank-
haften Folgeerscheinungen durch operative Behebung des ästhetischen 
Mangels nur eine Pflichtleistung der Krankenkasse dar, wenn die Be-
schwerden erheblich sind und andere, vor allem ästhetische Motive genü-
gend zurückdrängen (BGE 121 V 211 E. 4 S. 213; EVG K 135/04, E. 1).

3.

3.1 Zur Frage der medizinischen Indikation der Lipoinfiltration im Ge-
sicht mit Entnahme des Fettgewebes abdominal lässt sich den medizini-
schen Akten im Wesentlichen das Folgende entnehmen:

3.1.1 Im Gesuch um Kostengutsprache des Spitals C.________ vom 
20. November 2015 (act. II 1) diagnostizierte der behandelnde Arzt, 
Dr. med. E.________, Facharzt für Plastische, Rekonstruktive und Ästheti-
sche Chirurgie, eine Lipodystrophie bei HAART Therapie, wobei eine ge-
sichtsbetonte Fettgewebeatrophie sowie eine abdominalbetonte Fettge-
webshypertrophie festgestellt werden könne. Die bei HAART bekannte se-
kundäre Fettgewebsumverteilungsstörung werde als pathologisch betrach-
tet und bedürfe einer Korrektur.

3.1.2 Dr. med. D.________ kam im Rahmen der vertrauensärztlichen 
Abklärung vom 30. Dezember 2015 (act. II 3) zum Schluss, aufgrund vor-
liegender klinischer- und Fotodokumentation sei der verstümmelnde Cha-
rakter der Lipodystrophie sowohl im Gesicht als auch abdominal nicht aus-
gewiesen, womit der Lipodystrophie kein Krankheitswert zukomme und 
seitens der Beschwerdegegnerin keine Leistungspflicht bestehe. 

3.1.3 Mit Bericht vom 16. März 2016 (act. II 8) hielt Dr. med. F.________, 
Facharzt für Allgemeine Innere Medizin sowie Psychiatrie und Psychothe-
rapie, fest, dass die Beschwerdeführerin an einem gemischten ängstlichen 
und depressiven Zustandsbild leide. Sie befinde sich deshalb in einer inte-

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grierten psychiatrischen-psychotherapeutischen sowie in medikamentöser 
Behandlung, wobei die Konsultationen alle zwei bis drei Monate erfolgten.

3.1.4 Mit Bericht vom 23. März 2016 (act. II 9) hielt Dr. med. D.________ 
ergänzend fest, die vorgebrachten psychiatrischen Beschwerden seien 
nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf die Veränderung im Ge-
sichtsbereich zurückzuführen, weshalb er an seiner leistungsablehnenden 
Empfehlung festhalte.

3.1.5 Im Bericht des Spitals C.________ vom 30. Juni 2016 (act. II 12 S. 
3 f.) hielt Prof. Dr. med. G.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medi-
zin sowie Infektiologie, in diagnostischer Hinsicht fest, bei der Beschwerde-
führerin liege eine anhaltende, rezidivierende depressive Störung vor, wel-
che mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den ästhetischen Mangel 
zurückzuführen sei. Die ausgeprägte Lipodystrophie sei eine klare Neben-
wirkung der medizinischen Therapie einer potentiell tödlichen Krankheit 
und aus der Vorgeschichte der Beschwerdeführerin seien denn auch keine 
depressiven Episoden bekannt. Zudem habe eine erfolgreiche Liposuktion 
(Buffalo hump) im Nackenbereich zu einer passageren Verbesserung der 
psychischen Verfassung der Beschwerdeführerin geführt. Durch den vor-
gesehenen Korrektureingriff könne das psychische Leiden mit guten Aus-
sichten wesentlich verbessert werden, weshalb davon auszugehen sei, 
dass mittelfristig, mit kontinuierlicher psychotherapeutischer fachärztlicher 
Begleitung, die chronisch rezidivierende Störung deutlich besser werde und 
die medikamentöse Behandlung der Depression abgesetzt werden könne. 
Bezüglich des Ausmasses des ästhetischen Mangels hielt er fest, dass die 
Lipodystrophie sehr ausgeprägt sei und bei jedem Kontakt mit der Be-
schwerdeführerin auffalle. Eine Lipodystrophie sei sehr spezifisch für die 
Behandlung einer HIV-Infektion, so dass viele Leute diese Diagnose schon 
beim ersten Kontakt vermuten würden. Durch eine Lipoinfiltration im Ge-
sicht mit Entnahme des Fettgewebes abdominal würde sich der ästhetische 
Mangel beheben lassen, wobei sich die Kosten für die kosmetische Opera-
tion in den allgemein üblichen Grenzen und im Rahmen der Wirtschaftlich-
keit halten würden.

3.1.6 Dr. med. F.________ wiederholte im Bericht vom 20. Juli 2016 (act. 
II 13), bei der Beschwerdeführerin erfolge wegen eines gemischten ängstli-

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chen und depressiven Zustandsbildes eine integrierte psychiatrisch-
psychotherapeutische Behandlung. Zur Frage, ob das psychische Leiden 
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den ästhetischen Mangel 
zurückzuführen sei, hielt er fest, dass die Beeinträchtigung durch die Lipo-
dystrophie ein wichtiger Teilfaktor sei. Eine entsprechende Korrektur würde 
sicher einen günstigen Einfluss auf den Verlauf der psychischen Störung 
haben.

3.1.7 In der vertrauensärztlichen Beurteilung vom 23. August 2016 (act. II 
14) hielt Dr. med. D.________ fest, Fettumverteilungsstörungen seien eine 
bekannte Nebenwirkung der medikamentösen Behandlung der Beschwer-
deführerin. Die Veränderungen im Gesichtsbereich seien zwar erkennbar, 
von einer Entstellung könne aber aus objektiver Sicht nicht gesprochen 
werden. Auch seien weder Funktionseinbussen noch strukturelle Verände-
rungen dokumentiert bzw. zu erwarten. Die vorgebrachten psychischen 
Beschwerden seien aufgrund der Aussagen des behandelnden Psychiaters 
nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf die Veränderung im Ge-
sichtsbereich zurückzuführen. Im Übrigen begründe die Übernahme der 
Kosten der primären Behandlung durch die Beschwerdegegnerin nicht au-
tomatisch eine Leistungspflicht für sämtliche weiteren Folgen der Krankheit 
(S. 3). Die Voraussetzungen für eine Kostenübernahme der Lipoinfiltration 
im Gesicht mit Entnahme des Fettgewebes abdominal seien somit nicht 
gegeben und es werde die Ablehnung des Kostengesuches empfohlen.

3.1.8 Prof. Dr. med. G.________ hielt am 13. März 2017 (act. II 22) fest, 
der Verlauf seit Juli 2016 würde sowohl seine als auch die Beurteilung von 
Dr. med. F.________ bestätigen, wonach die Lipohypertrophie, welche 
einzig durch die schwere Krankheit und die antiretroviralen Medikamente 
verursacht worden sei, ein wichtiger Teilfaktor für das psychische Leiden 
der Beschwerdeführerin darstelle und dieses Leiden mit überwiegender 
Wahrscheinlichkeit auf die krankheitsbedingten Veränderungen und Ne-
benwirkungen zurückzuführen sei. Die Liposuktion des Abdomens und das 
Lipofilling im Gesicht seien trotz fehlender Kostengutsprache seitens der 
Beschwerdegegnerin im Oktober 2016 durchgeführt worden, wodurch sich 
die psychische Verfassung der Beschwerdeführerin stark verbessert habe. 
Ein weiterer operativer Eingriff sei im März 2017 erfolgt. Eine lange depres-

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sive Entwicklung verschwinde aber nicht sofort, der bisherige Verlauf deute 
jedoch, zusammen mit den fehlenden Hinweisen auf eine Depression vor 
der Krankheit, darauf hin, dass die Lipodystrophie mit überwiegender 
Wahrscheinlichkeit das psychische Leiden verursacht habe.

3.1.9 Mit Beurteilung vom 30. März 2017 (act. II 24) hielt Dr. med. 
D.________ an seinen im Bericht vom 23. August 2016 (act. II 14) getrof-
fenen Einschätzungen fest.

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; SVR 2015 IV Nr. 28 S. 86 E. 4.1).

3.3 Die vorliegend im Recht liegenden Akten erlauben eine zuverlässige 
Beurteilung der streitigen Sachverhalts- und Rechtsfragen.

Soweit die Beschwerdeführerin mit Bezug auf die Beurteilung des Vertrau-
ensarztes geltend macht, dass sie weder eine eigentliche Begründung im 
Sinne einer einlässlichen Auseinandersetzung mit den medizinischen Vor-
akten noch eine nachvollziehbare Erläuterung der getroffenen Folgerungen 
enthalte (vgl. Beschwerde S. 9 f.), kann ihr nicht gefolgt werden. Die Akten 
lagen Dr. med. D.________ vollständig vor, womit er sich ein gesamthaft 
lückenloses Bild machen konnte und eine persönliche Untersuchung dem-
nach nicht erforderlich war. Insoweit kann denn auch grundsätzlich auf 
dessen Einschätzungen abgestellt werden.

3.4

3.4.1 Unbestritten ist, dass bei der Beschwerdeführerin durch die Li-
poatrophie im Gesicht ein ästhetischer Mangel vorliegt. Ob ein solcher äs-
thetischer Mangel entstellend ist, beurteilt sich grundsätzlich nach objekti-
ven Kriterien (vgl. E. 2.3.1 hiervor). Demnach kann aufgrund der in den 

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medizinischen Akten zur Verfügung stehenden Fotodokumentation (act. II 1 
S. 3 ff.) die Lipodystrophie im Gesicht nicht als entstellend bezeichnet wer-
den. Daran vermag auch der Umstand, dass eine ohne eigenes Verschul-
den durchgemachte HIV-Erkrankung ursächlich für die Fettumverteilung 
war, nichts zu ändern, ist doch ein Zusammenhang zwischen der retrovira-
len Behandlung und der Lipoatrophie für aussenstehende Personen nicht 
ohne weiteres ersichtlich, so dass entgegen der Ausführungen der Be-
schwerdeführerin keine Stigmatisierung vorliegt (vgl. Beschwerde S. 7). 
Auch wenn der ästhetische Mangel das Gesicht – und damit einen sichtba-
ren und in ästhetischer Hinsicht speziell empfindlichen Körperteil – betrifft, 
kann doch mit Blick auf das insoweit massgebliche enge Begriffsverständ-
nis von "entstellend" (vgl. E. 2.3.1 hiervor) objektiv nicht von einer Entstel-
lung die Rede sein, zumal auch nicht erstellt ist, dass sich der ästhetische 
Mangel negativ auf das Erwerbsleben der Beschwerdeführerin ausgewirkt 
hat bzw. auswirkt (vgl. Beschwerde S. 8).

3.4.2 Es bleibt zu prüfen, ob die psychische Erkrankung der Beschwerde-
führerin mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf die Veränderung im Ge-
sichtsbereich zurückzuführen ist (vgl. E. 2.3.2 hiervor).

Dr. med. F.________ hielt im Bericht vom 16. März 2016 (vgl. act. II 8) fest, 
dass die Beschwerdeführerin an einem gemischten ängstlichen und de-
pressiven Zustandsbild leide. Die Ausführungen enthalten indessen keinen 
Hinweis auf einen Zusammenhang zwischen dem ästhetischen Mangel und 
dem psychischen Leiden. Des Weiteren erfolgt die Konsultation lediglich 
alle zwei bis drei Monate, was auf eine eher geringe Ausprägung des psy-
chischen Leidens schliessen lässt. Sodann hielt Dr. med. F.________ im 
Bericht vom 20. Juli 2016 (act. II 13) einzig fest, die Beeinträchtigung durch 
die Lipodystrophie sei ein wichtiger Teilfaktor der psychischen Erkrankung. 
Anders als im Bereich der Unfallversicherung genügt die von Dr. med. 
F.________ erwähnte reine Teilkausalität nicht, um eine Leistungspflicht 
des Krankenversicherers zu begründen; notwendig ist vielmehr eine über-
wiegende Verursachung. Die Unfallversicherung deckt als Kausalversiche-
rung Folgen von Unfällen (Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. März 
1981 über die Unfallversicherung [UVG; SR 832.20]), wobei Unfallfolge 
sachlogisch bereits bei einer Teilkausalität besteht. Die Krankenversiche-

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rung gewährt dagegen Leistungen bei einer Krankheit (Art. 1a Abs. 2 lit. a 
KVG). In diesem Zusammenhang werden ästhetische Mangel übernom-
men, wenn sie Beschwerden mit Krankheitswert verursachen, welche er-
heblich und dadurch geeignet sind, die ästhetischen Motive genügend 
zurückzudrängen (vgl. E. 2.3.2 hiervor). Letzteres kann erst der Fall sein, 
wenn die psychischen Beschwerden überwiegend durch den ästhetischen 
Mangel – hier die Veränderung im Gesicht – verursacht worden sind. Dies 
ist jedoch nicht überwiegend wahrscheinlich erstellt und ergibt sich auch 
nicht aus den übrigen Akten, insbesondere nicht – wie dargelegt – aus dem 
Bericht von Dr. med. F.________ vom 16. März 2016 (act. II 8). Soweit die 
Beschwerdeführerin dagegen vorbringt, Prof. Dr. med. G.________ führe in 
seinem Bericht vom 30. Juni 2016 (vgl. act. II 12 S. 3 f.) die anhaltende, 
rezidivierende depressive Störung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 
auf den ästhetischen Mangel zurück, vermag sie daraus nichts zu ihren 
Gunsten abzuleiten: Zum einen verfügt Prof. Dr. med. G.________ nicht 
über eine psychiatrische Facharztausbildung, womit seinen Ausführungen 
– soweit sie seinen Fachbereich überschreiten – nur beschränkte Beweis-
kraft zukommt. Soweit er zum anderen festhält, die zu einem früheren Zeit-
punkt erfolgte Liposuktion im Nackenbereich habe zu einer passageren – 
und somit nur vorübergehenden – Verbesserung der psychischen Verfas-
sung der Beschwerdeführerin geführt, erscheint es nicht ohne weiteres 
schlüssig, dass eine Lipoinfiltration im Gesicht diesbezüglich nunmehr zu 
einer nachhaltigen Verbesserung führen soll (vgl. act. II 12 S. 4). Schliess-
lich ist der Einwand der Beschwerdeführerin, die streitige Behandlung sei 
mittlerweile erfolgt (vgl. act. II 25) und die psychische Verfassung habe sich 
angeblich deutlich verbessert (vgl. Beschwerde S. 9) insoweit unerheblich, 
als dass diese Argumentation auf einen "post hoc, ergo propter hoc"-
Schluss hinaus läuft, was beweismässig nicht genügt (vgl. Entscheid des 
BGer vom 20. August 2012, 8C_454/2012, E. 2), abgesehen davon, dass 
auch diese Einschätzung von Prof. Dr. med. G.________ und nicht vom 
behandelnden Psychiater stammt. Dieser geht vielmehr von einer Behand-
lungsdauer von weiteren drei bis fünf Jahren aus (act. II 8), wobei er erst 
auf konkrete Nachfrage der Beschwerdegegnerin hin sich auf den allge-
meinen Standpunkt stellte, die Korrektur der Lipodystrophie werde einen 
günstigen Einfluss auf den Verlauf der rezidivierenden depressiven und 
ängstlichen Störung haben (act. II 13).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Nov. 2017, KV/17/489, Seite 12

3.5 Zusammenfassend hat die Beschwerdegegnerin die Leistungspflicht 
für eine Lipoinfiltration im Gesicht mit Entnahme des Fettgewebes abdomi-
nal zu Recht verneint. Der angefochtene Einspracheentscheid vom 
11. April 2017 (act. II 26) erweist sich somit als rechtens und die Be-
schwerde ist abzuweisen.

4.

4.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 KVG i.V.m. Art. 61 lit. a ATSG sind 
keine Verfahrenskosten zu erheben.

4.2 Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf eine Par-
teientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 KVG i.V.m. Art. 61 lit. g 
ATSG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Parteien-
tschädigung zugesprochen.

3. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- Visana AG (mit Eingabe der Beschwerdeführerin vom 7. September 

2017)
- Bundesamt für Gesundheit 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Nov. 2017, KV/17/489, Seite 13

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.