# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 89caa448-2ab4-5b2a-8014-d6695cc076a7
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-04-09
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Sonstige Kammern 09.04.2025 SR1 2024 40
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_999_SR1-2024-40_2025-04-09.pdf

## Full Text

«I_NAM»
«I_ALI»
«I_BEM»

Urteil vom 9. April 2025
mitgeteilt am 7. Juli 2025

Referenz SR1 24 40

Instanz Erste strafrechtliche Kammer

Besetzung Moses, Vorsitz
Cavegn und Richter-Baldassarre
Bernhard, Aktuarin

Parteien Staatsanwaltschaft Graubünden
Rohanstrasse 5, 7001 Chur

gegen

A._____
Beschuldigte
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Reto Nigg
Reichsgasse 65, 7000 Chur

Gegenstand Verbrechen gegen das BetmG etc.

Anfechtungsobj. Urteil Regionalgericht Plessur vom 17. August 2023, mitgeteilt am 
6. Juni 2024 (Proz. Nr. 515-2022-57)

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Sachverhalt

A. Das Regionalgericht Plessur sprach A._____ (im Folgenden: Beschuldigte) 
am 17. August 2023 vom Vorwurf der fahrlässigen Störung von Betrieben, die der 
Allgemeinheit dienen (Art. 239 Ziff. 2 StGB in Verbindung mit Ziff. 1 StGB), frei. Es 
sprach die Beschuldigte des Verbrechens gegen das Betäubungsmittelgesetz 
(Art. 19 Abs. 1 lit. c und d BetmG [SR 812.121] i.V.m. Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG 
sowie i.V.m. Art. 19 Abs. 3 lit. b BetmG), der mehrfachen Übertretung gegen das 
Betäubungsmittelgesetz (Art. 19a Ziff. 1 BetmG), der mehrfachen Übertretung 
gegen das Personenbeförderungsgesetz (Art. 57 Abs. 3 PBG), der Übertretung des 
Bundesgesetzes zum Schutz vor Passivrauchen (Art. 5 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 2 
Abs. 1 und Art. 1 Abs. 2 lit. i) sowie des Vergehens gegen das 
Betäubungsmittelgesetz (Art. 19 Abs. 1 lit. c und d BetmG) schuldig. Das 
Regionalgericht bestrafte die Beschuldigte mit einer Freiheitsstrafe von zwölf 
Monaten und einer Busse von CHF 500.00. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wurde 
unter Ansetzung einer Probezeit von vier Jahren aufgeschoben. Das 
Regionalgericht widerrief den bedingten Vollzug der mit Strafbefehl der 
Staatsanwaltschaft Graubünden vom 7. Oktober 2020 ausgesprochenen 
Geldstrafe. Diverse beschlagnahmte Gegenstände wurden eingezogen und deren 
Vernichtung bzw. Verwertung angeordnet. Die Zivilklage der B._____ wurde im 
Umfang von CHF 220.00 gutgeheissen. Die Verfahrenskosten wurden der 
Beschuldigten auferlegt.

B. Die Staatsanwaltschaft meldete am 23. August 2023 Berufung an. Die 
Berufungserklärung erfolgte am 18. Juni 2024. Die Staatsanwaltschaft beantragte 
im Wesentlichen einen zusätzlichen Schuldspruch wegen gewerbsmässigen 
Betäubungsmittelhandels (Art. 19 Abs. 2 lit. c BetmG) sowie den Wegfall der 
Strafmilderung wegen Betäubungsmittelabhängigkeit (Art. 19 Abs. 3 lit. b BetmG). 
Zudem beantragte sie eine Freiheitsstrafe von 18 Monaten (statt zwölf), die 
vollzogen werden soll.

C. Die Berufungsverhandlung fand am 25. März 2025 statt. Die Verhandlung 
wurde gleichzeitig mit derjenigen im Parallelverfahren SR1 24 41 durchgeführt. Es 
erschienen beide Beschuldigte und deren Verteidiger (Rechtsanwalt Reto Nigg für 
die Beschuldigte) sowie die Staatsanwaltschaft.

D. Anders als noch in der Berufungserklärung beantragt die Staatsanwaltschaft 
keine Bestrafung wegen gewerbsmässigen Handels mit Betäubungsmitteln (Art. 19 
Abs. 2 lit. c BetmG) mehr. Die restlichen Anträge entsprechen der 

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Berufungserklärung. Die Beschuldigte beantragt die Abweisung der Berufung und 
die Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.

Erwägungen

1. Prozessuales

1.1. Umfang der Berufung

Gegenstand der Berufung bildet die Anwendbarkeit von Art. 19 Abs. 3 lit. b BetmG 
(Strafmilderung wegen Sucht) und die Strafzumessung (Dispositivziffer 2, erster 
Spiegelstrich, 3a und 3c). Im Übrigen ist das Urteil der Vorinstanz in Rechtskraft 
erwachsen, was vorab festzustellen ist.

2. Sachverhalt

Der Sachverhalt kann dem vorinstanzlichen Urteil entnommen werden (act. E.1 
E. 3). Die entsprechenden Feststellungen wurden weder von der 
Staatsanwaltschaft noch von der Beschuldigten in Frage gestellt. 
Zusammengefasst hat die Beschuldigte (soweit vorliegend noch von Interesse) in 
der Zeitspanne vom 1. Februar bis 28. September 2021 mindestens 274 Gramm 
Kokain-Pulver von C._____ (Beschuldigter im Verfahren SR1 24 41) gekauft, 
daraus durch Abkochen unter Zuhilfenahme von Ammoniak 192 Gramm Kokain-
Base hergestellt, davon 48 Gramm selber konsumiert und mindestens 144 Gramm 
an verschiedene Abnehmer für insgesamt CHF 28'800.00 verkauft und damit einen 
Gewinn von CHF 1'400.00 erzielt. Ausgehend von einem Reinheitsgehalt von 90 % 
hat die Beschuldigte damit ca. 130 Gramm reines Kokain verkauft. Zudem hat sie 
auch noch mindestens 0.51 Gramm reines Heroin verkauft (Anklageziffer 1; act. E.1 
E. 3.2).

3. Rechtliches

Die Staatsanwaltschaft hatte mit Berufungserklärung noch eine Bestrafung wegen 
Art. 19 Abs. 2 lit. c BetmG (Gewerbsmässigkeit) beantragt. Anlässlich der 
Berufungsverhandlung hat sie diesen Antrag nicht wiederholt. Damit entspricht der 
zuletzt aufrechterhaltene Antrag der Berufung führenden Staatsanwaltschaft dem 
Schuldspruch der Vorinstanz. Weitere Ausführungen erübrigen sich und es kann 
auf die zutreffende Erwägung der Vorinstanz verwiesen werden (act. E.1 E.4). Die 
Beschuldigte ist demnach wegen Handels mit Kokain und Heroin gemäss Art. 19 
Abs. 1 lit. c und d BetmG i.V.m. Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG zu verurteilen. Auf die 

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Frage der Anwendbarkeit von Art. 19 Abs. 3 lit. b BetmG (Strafmilderung wegen 
Finanzierung der eigenen Sucht) wird im Folgenden eingegangen.

4. Strafzumessung

4.1. Urteil Regionalgericht

Das Regionalgericht ging hinsichtlich des Verbrechens gegen das 
Betäubungsmittelgesetz (Anklageziffer 1) von einem leichten Tatverschulden aus 
und kam dafür auf eine Einsatzstrafe von 15 Monaten Freiheitsstrafe. Diese 
reduzierte sie auf elf Monate aufgrund der Täterkomponenten. Für die Vergehen 
gegen das BetmG (Anklageziffer 4) asperierte es die Strafe auf zwölf Monate 
Freiheitsstrafe (act. E.1 E. 5.2 ff.). Die Staatsanwaltschaft beantragt mit Berufung 
eine zu vollziehende Freiheitsstrafe von 18 Monaten.

4.2. Strafrahmen

Art. 19 Abs. 2 BetmG sieht für schwere Fälle von Betäubungsmitteldelikten einen 
Strafrahmen von mindestens einem Jahr bis 20 Jahre Freiheitsstrafe vor. Art. 19 
Abs. 3 lit. b BetmG gibt dem Gericht die Möglichkeit, die Strafe in diesen Fällen zu 
mildern, wenn der Täter oder die Täterin von Betäubungsmitteln abhängig ist und 
diese Wiederhandlung zur Finanzierung des eigenen Betäubungsmittelkonsums 
hätte dienen sollen. Damit sollen abhängige Kleindealer (im Gegensatz zu den 
nichtabhängigen Profiteuren des Drogenschwarzmarktes) milder bestraft werden 
können (BGE 150 IV 213 E. 1.6.2.5 m.w.H.).

Es ist unbestritten, dass die Bestimmung nur auf Personen anwendbar ist, die selbst 
von unter den Anwendungsbereich des BetmG fallenden Substanzen abhängig sind 
(im Sinne der Klassifikation ICD-10 der WHO; vgl. Parlamentarische Initiative, 
Teilrevision des Betäubungsmittelgesetzes, Bericht der Kommission für soziale 
Sicherheit und Gesundheit des Nationalrates vom 4. Mai 2006, BBl 2006 8573 f., 
Ziff. 3.1.11.3). Nicht einig ist man sich in der Lehre, was die Voraussetzung der 
Finanzierung des Betäubungsmittelkonsums anbelangt. HUG-BEELI hält dafür, dass 
die Widerhandlung "einzig und allein" dem Betäubungsmittelkonsum dienen muss, 
weist aber darauf hin, dass bei betäubungsmittelabhängigen Tätern der 
Drogenhandel in den seltensten Fällen nur zur Finanzierung des 
Betäubungsmittelkonsums betrieben werde. Vielmehr werde ein Teil des Erlöses 
aus dem Drogenhandel zugleich für die Finanzierung des Lebensunterhaltes 
verwendet. In diesen Fällen könne lit. b nicht zur Anwendung kommen, zumal es 
kaum möglich sei, den erzielten Erlös aus dem Drogenhandel auf die Finanzierung 
des Drogenkonsums und des Lebensunterhaltes aufzuteilen (GUSTAV HUG-BEELI, 

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Betäubungsmittelgesetz Kommentar, 2016, Rz. 1187 f. zu Art. 19 BetmG). 
Überzeugender ist die Ansicht ALBRECHTS, wonach die Finanzierung der eigenen 
Sucht nicht das einzige, aber doch das vorherrschende Handlungsziel des Täters 
bilden müsse (PETER ALBRECHT, Die Strafbestimmungen des 
Betäubungsmittelgesetzes [Art. 19-28l BetmG], 2016, Rz. 284 zu Art. 19 BetmG). 
SCHLEGEL/JUCKER verweisen auf ALBRECHT, ebenso GRODECKI/JEANNERET 
(STEPHAN SCHLEGEL/OLIVER JUCKER, Kommentar zum Betäubungsmittelgesetz 
sowie zu Bestimmungen des StGB und OBG mit weiteren Erlassen, 4. Aufl. 2022, 
N. 249 zu Art. 19 BetmG; STÉPHANE GRODECKI/YVAN JEANNERET, Petit commentaire 
Loi fédérale sur les stupéfiants et les substances psychotropes du 3 octobre 1951, 
Dispositions pénales [art. 2 et 19 à 28a], 2022, Rz. 143 zu Art. 19 BetmG). HUG-
BEELI selbst führt an, eine ausschliessliche Finanzierung der Drogensucht dürfte bei 
abhängigen Tätern praktisch nie vorkommen. Würde man die Privilegierung nur 
diesen Tätern zuteilkommen, würde die Bestimmung gar keine Anwendung finden.

Art. 19 Abs. 3 BetmG ist eine Kann-Bestimmung. Es liegt demnach im Ermessen 
des Gerichts, ob es den Strafrahmen nach unten öffnet. Solches soll nach ständiger 
bundesgerichtlicher Rechtsprechung nur dann geschehen, wenn 
aussergewöhnliche Umstände vorliegen und die für die betreffende Tat angedrohte 
Strafe im konkreten Fall zu hart erscheint (Urteil des Bundesgerichts 6B_1157/2022 
vom 24. Februar 2023 E. 2.2.2).

Dass die Beschuldigte abhängig ist, wurde nicht in Frage gestellt. Vorliegend steht 
fest, dass sie 192 Gramm Kokain-Base hergestellt hatte, davon 48 Gramm selber 
konsumierte und mindestens 144 Gramm verkaufte. Damit ist die verkaufte Menge 
deutlich höher als die konsumierte. Die Beschuldigte hat also nicht hauptsächlich 
hergestellt und verkauft, um ihren eigenen Drogenbedarf zu decken, sondern hat 
aus dem Handel auch Gewinn erzielt (CHF 1'400.00). Die Beschuldigte erhält 
Sozialhilfe und hat darüber hinaus kein Einkommen, was nahelegt, dass der Erlös 
aus dem Drogenhandel auch ihrem Lebensunterhalt diente. Zudem ist erstellt, dass 
sie Glücksspiele gespielt hat, sodass ein Teil ihrer Einnahmen auch dahinfloss. Die 
Beschuldigte kann nicht mehr als Kleindealerin bezeichnet werden, für die die 
Privilegierung von Art. 19 Abs. 3 lit. b BetmG gedacht ist. Es besteht somit kein 
Anlass, eine Strafmilderung aufgrund der Drogensucht vorzunehmen. Der 
Strafrahmen beginnt damit bei einer Mindestfreiheitsstrafe von einem Jahr.

4.3. Grundlagen der Strafzumessung

Das Gericht misst die Strafe nach dem Verschulden des Täters zu. Es berücksichtigt 
das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf 

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das Leben des Täters (Art. 47 Abs. 1 StGB). Das Verschulden wird nach der 
Schwere der Verletzung oder Gefährdung des betroffenen Rechtsguts, nach der 
Verwerflichkeit des Handelns, den Beweggründen und Zielen des Täters sowie 
danach bestimmt, wie weit der Täter nach den inneren und äusseren Umständen in 
der Lage war, die Gefährdung oder Verletzung zu vermeiden (Art. 47 Abs. 2 StGB).

Im Zusammenhang mit dem Drogenhandel sind objektiv insbesondere die 
folgenden Elemente zu berücksichtigen: Die Menge der gehandelten Drogen, die 
Art der Droge und ihr Reinheitsgrad, die Art und Weise des betreffenden Handels 
(autonom oder als Mitglied einer Organisation, wobei die konkrete Beteiligung und 
die Position zu bestimmen sind), der Umfang des Verkehrs (lokal oder mit 
internationalen Verzweigungen) sowie die Anzahl der Transaktionen. Subjektiv ist 
zu unterscheiden, ob der Täter oder die Täterin selbst drogenabhängig ist und den 
eigenen Konsum finanziert, oder ob reines Gewinnstreben das vorherrschende 
Motiv ist (Urteil des Bundesgerichts 6B_603/2021 vom 18. Mai 2022 E. 4.3.2 
m.w.H.).

Hat der Täter durch eine oder mehrere Handlungen die Voraussetzungen für 
mehrere gleichartige Strafen erfüllt, so verurteilt ihn das Gericht zu der Strafe der 
schwersten Straftat und erhöht sie angemessen. Es darf jedoch das Höchstmass 
der angedrohten Strafe nicht um mehr als die Hälfte erhöhen. Dabei ist es an das 
gesetzliche Höchstmass der Strafart gebunden (Art. 49 Abs. 1 StGB).

4.4. Tatkomponente

4.4.1. Objektive Tatschwere

Mit der in Umlauf gebrachten Menge von 144 Gramm Kokain-Base mit einem 
Reinheitsgehalt von 90 % (entsprechend 130 Gramm reinem Kokain) ist der in der 
Rechtsprechung entwickelte Schwellenwert für die Erfüllung des schweren Falls im 
Sinne von Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG (18 Gramm reines Kokain) um das 
Siebenfache überschritten. Der Reinheitsgehalt ist mit 90 % sehr hoch. Die acht 
Monate, in denen die Beschuldigte den Handel betrieb, ist eine relativ geringe 
Zeitspanne. Die Anzahl an Abnehmern, die nachgewiesen werden konnte, ist eher 
tief (die Anklage nennt vier Personen explizit). Die Beschuldigte verkaufte 
vorwiegend in ihr bekannten Kreisen im D._____ in E._____. Wie die Vorinstanz 
richtig feststellt, kann die Beschuldigte nicht mehr als Kleindealerin bezeichnet 
werden, da sie mit ihrem Partner zusammen in einer Art "Arbeitsgemeinschaft" tätig 
war, die einer gewissen Organisation bedurfte (Bezug des Kokains, Herstellen der 
Base an verschiedenen Orten, Verkauf). Die Menge an gehandeltem Heroin ist 

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vernachlässigbar. Das Verschulden ist in objektiver Hinsicht als leicht anzusehen. 
In Anbetracht dessen, dass die Mindeststrafe bei einem Jahr Freiheitsstrafe liegt, 
entspricht dies einer Einsatzstrafe von 22 Monaten (was auch mit der "Tabelle 
Hansjakob" übereinstimmt). 

4.4.2. Subjektive Tatschwere

Erstellt ist, dass die Beschuldigte ihre eigene Sucht mit den Einnahmen aus dem 
Drogenhandel finanzierte. Dies ist hinsichtlich der subjektiven Tatschwere zu 
berücksichtigen und führt zu einer Reduktion der Einsatzstrafe um zwei Monate.

4.5. Täterkomponente

Mit der Vorinstanz sind die Vorstrafen und die Delinquenz während laufender 
Untersuchung und Probezeit straferhöhend zu berücksichtigend. Das 
vollumfängliche Geständnis sowie die gezeigte Reue und Einsicht und das 
kooperative Nachtatverhalten sind demgegenüber stark strafmindernd zu 
berücksichtigen. Insgesamt ergibt sich eine Reduktion der Einsatzstrafe aufgrund 
der Täterkomponente um vier Monate (vgl. act. E.1 E. 5.2).

4.6. Asperation wegen Vergehen

Die Einsatzstrafe von 16 Monaten ist um einen Monat zu asperieren wegen der 
Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz (Anklageziffer 4; Urteil der 
Vorinstanz, act. E.1 E. 5.3).

4.7. Ergebnis Strafzumessung

Für die Verbrechen und Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz ist die 
Beschuldigte mit einer Freiheitsstrafe von 17 Monaten zu bestrafen. 

4.8. Vollzug

Das Gericht schiebt gemäss Art. 42 Abs. 1 StGB den Vollzug einer Geldstrafe oder 
einer Freiheitsstrafe von höchstens zwei Jahren in der Regel auf, wenn eine 
unbedingte Strafe nicht notwendig erscheint, um den Täter von der Begehung 
weiterer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten. Das Gericht kann den Vollzug 
einer Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr und höchstens drei Jahren 
aufschieben, wenn dies notwendig erscheint, um dem Verschulden des Täters 
genügend Rechnung zu tragen (Art. 43 Abs. 1 StGB).

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Die Staatsanwaltschaft hält dafür, dass die Legalprognose aufgrund der fünf 
Vorstrafen der Beschuldigten (wovon zwei einschlägig) und der jüngsten 
Verurteilung durch das Regionalgericht Plessur stark belastet sei, weshalb keine 
(teil-)bedingte Sanktion ausgesprochen werden könne (act. H.4, S. 23). Das 
Regionalgericht stellte der Beschuldigten eine noch gute Prognose aus (act. E.1 
E. 5.5). Die Ausführungen der Vorinstanz sind überzeugend. In Anbetracht des 
beabsichtigten Drogenentzugs, des erklärten Ziels der Beschuldigten, ihre Kinder 
zu sich nehmen zu können, des drohenden Vollzugs der Freiheitsstrafe bei erneuter 
Delinquenz, der widerrufenen Geldstrafe (Strafbefehl der Staatsanwaltschaft 
Graubünden vom 7. Oktober 2020) und des Eindrucks, den die Haft machte, ist der 
Beschuldigten gerade noch eine gute Prognose zu stellen. Der Vollzug der 
Freiheitsstrafe ist aufzuschieben. Unter Berücksichtigung, dass die Prognose 
gerade noch günstig ist, ist die Probezeit auf vier Jahre festzusetzen.

5. Kosten

5.1. Untersuchung und erste Instanz

Grundsätzlich trägt der Staat die Kosten eines Strafverfahrens (Art. 423 Abs. 1 
StPO). Wird die beschuldigte Person verurteilt, trägt sie die Kosten (Art. 426 Abs. 1 
StPO). Dies ist vorliegend der Fall. Demzufolge hat die Beschuldigte die 
Untersuchungskosten in Höhe von CHF 6'729.50 und die Kosten des 
erstinstanzlichen Verfahrens von CHF 13'207.55 (Gerichtsgebühr von 
CHF 4'500.00, Kosten der amtlichen Verteidigung von CHF 8'707.55) zu tragen.

Die Kosten der amtlichen Verteidigung in der Höhe von CHF 8'707.55 sind 
einstweilen aus der Gerichtskasse des Regionalgerichts Plessur zu bezahlen. Die 
Beschuldigte ist zu verpflichten, den Betrag zurückzubezahlen, sobald es ihr die 
finanziellen Möglichkeiten erlauben (Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO).

5.2. Berufungsverfahren

Die Kosten des Berufungsverfahrens, welche CHF 3'000.00 betragen, werden nach 
Obsiegen und Unterliegen verteilt (Art. 428 Abs. 1 StPO). Die Staatsanwaltschaft 
obsiegt mit ihrer Berufung zur Hälfte, indem sie eine höhere Strafe erwirkt, aber 
keinen unbedingten Vollzug derselben. Entsprechend diesem Verfahrensausgang 
sind der Beschuldigten CHF 1'500.00 aufzuerlegen. Die andere Hälfte trägt der 
Kanton Graubünden (Obergericht).

Rechtsanwalt Reto Nigg macht für seine Aufwendungen im Berufungsverfahren 
CHF 2'152.50 geltend (act. G.1). Der Betrag ist angemessen. Rechtsanwalt Reto 

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Nigg ist aus der Kasse des Obergerichts zu entschädigen. Die Beschuldigte ist zu 
verpflichten, dem Kanton Graubünden die Hälfte dieses Betrags (entsprechend 
CHF 1'076.25) nach Massgabe von Art. 135 Abs. 4 StPO zurückzubezahlen.

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Es wird erkannt:

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Regionalgerichts Plessur vom 
17. August 2023 (Proz. Nr. 515-2022-57) wie folgt in Rechtskraft erwachsen 
ist:

1. A._____ wird in Bezug auf Ziffer 3 der Anklageschrift vom Vorwurf der 
fahrlässigen Störung von Betrieben, die der Allgemeinheit dienen 
gemäss Art. 239 Ziff. 2 StGB i.V.m. Ziff. 1 StGB freigesprochen.

2. A._____ ist schuldig:

– […]

– der mehrfachen Übertretung gegen das Betäubungsmittelgesetz 
gemäss Art. 19a Ziff. 1 BetmG,

– der mehrfachen Übertretung gegen das 
Personenbeförderungsgesetz gemäss Art. 57 Abs. 3 PBG,

– der Übertretung des Bundesgesetzes zum Schutz vor 
Passivrauchen gemäss Art. 5 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 2 Abs. 1 und 
Art. 1 Abs. 2 lit. i sowie

– des Vergehens gegen das Betäubungsmittelgesetz gemäss Art. 19 
Abs. 1 lit. c und d BetmG.

3. a) Dafür wird A._____ mit […] einer Busse von CHF 500.00 bestraft.

b) […]

c) […]

d) Die Ersatzfreiheitsstrafe für die Busse beträgt 5 Tage. Sie tritt an die 
Stelle der Busse, soweit dieselbe schuldhaft nicht bezahlt wird.

4. Der bedingte Vollzug der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft 
Graubünden vom 07.10.2020 gegen A._____ ausgesprochenen 
Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu je CHF 30.00 wird widerrufen.

5. Die mit Beschlagnahmebefehl der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 
06.10.2022 beschlagnahmten Gegenstände

– Steinchen Kokain Base lose, ohne Verpackung (STA-act. 6.2)
– Heroin in Minigrip Säcklein (STA-act. 6.2)
– Kokain ab Tellerboden (STA-act. 6.8)
– Heroin in Minigrip (STA-act. 6.8)
– 13 Tabletten Ketalgin (STA-act. 6.8)
– 6 Tabletten Morphin (STA-act. 6.8)
– 7 Tabletten Valium (STA-act. 6.8)
– Resten weisse Substanz (STA-act. 6.8)
– 1 Flasche Wasser / Vodka (STA-act. 6.8)
– 8 Ketalgin 20g (STA-act. 6.8)
– Minigrip mit Edelsteinen (STA-act. 6.8)
– 1 Pfeife (STA-act. 6.8)
– 2 Brenner (STA-act. 6.8)
– Braunes Pulver (STA-act. 6.8)
– 3 Kochgeschirr (STA-act. 6.8)

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– Weisse Steine (STA-act. 6.8)
– 2 Tabletten unbekannt (STA-act. 6.8)
– 1 CD (STA-act. 6.8)
– Schwarze Würfel (STA-act. 6.8)
– 1 Spritze aufgezogen (STA-act. 6.8)
– Steine Base (STA-act. 6.8)
– 2 Packung Flash (STA-act. 6.8)
– Pfeife Silber (STA-act. 6.8)
– Huawei schwarz (STA-act. 6.8)
– SIM-Karte (STA-act. 6.8)
– 2 Samsung Tablet (STA-act. 6.8)
– 7 Waagen mit weissen Rückständen (STA-act. 6.8)
– 2 Flaschen Ammoniak (STA-act. 6.8)
– Diverse Pfeifenteile (STA-act. 6.8)
– 2 Waagen (STA-act. 6.8)
– Diverse Minigrips (STA-act. 6.8)
– 3 Paysafe Karten (STA-act. 6.8)
– 1 Bong gross (STA-act. 6.8)
– 1 Bong klein (STA-act. 6.8)
– 1 Waage schwarz (STA-act. 6.8)
– Samsung Handy (STA-act. 6.8)
– Samsung Handy pink (STA-act. 6.8)
– 2 Röhrchen mit Steinen (STA-act. 6.8)
– Smartphone Huawei (STA-act. 6.8)
– Pfeiffe mit Totenköpfen (STA-act. 6.8)
– 2 Steine Base (STA-act. 6.8)
– Heroin im Minigrip (STA-act. 6.8)
– Heroin (STA-act. 6.8)
– Pfeife grün (STA-act. 6.8)
– Pfeifen Zubehör (STA-act. 6.8)
– Schwarze Kapsel (STA-act. 6.8)
– Stahl Kneuel (Wolle) (STA-act. 6.8)
– Röhrchen mit "Grossmutter" (STA-act. 6.8)
– 1 .4 Gramm (Brutto) Heroin (STA-act. 6.11)
– 3 Tabletten Ketalgin (STA-act. 6.11)
– 1 Minigrip mit braunem Pulver (STA-act. 6.16)
– Depositum in Höhe von CHF 280.00 (STA-act. 6.16 und 6.17)
– 1 Röhrchen mit Magnet Pulverrückständen weiss (STA-act. 6.28)
– Röhrchen Pulverrückstände weiss (STA-act. 6.28)
– Kapsel (silbrig) Pulverrückstände braun (STA-act. 6.28)
– 1 Waage klein (STA-act 6.29)
– 2 Minigrip mit mutmasslichem BM-Rückständen (STA-act 6.29)
– 3 Röhrchen mit mutmasslichen BM-Rückständen (STA-act 6.29)
– 1 Tablette Ketalgin 40mg (STA-act 6.29)
– 1 Tablette Dormicum 15mg (STA-act 6.29)
– 2 Schöpfkellen mit mutmasslichen BM-Rückständen (STA-act 6.29)
– Mobiltelefon Samsung (STA-act 6.29)
– Mobiltelefon Nokia (STA-act 6.29)
– Sieb mit mutmasslichen BM-Rückständen (STA-act 6.29)
– Verpackung Mobiltelefon Galaxy (STA-act 6.29)

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– 1 Röhrchen mit Restprodukt von Base (STA-act. 6.33)
– 1 Röhrchen mit Kokain Base (STA-act. 6.34)

werden gerichtlich eingezogen und sind zu vernichten soweit diese nicht 
verwertet werden können.

6. Die Zivilklage der B._____ gegen A._____ wird im Umfang von 
CHF 220.00 gutgeheissen und A._____ wird verpflichtet, der B._____ 
CHF 220.00 zu bezahlen.

[…]

2. A._____ ist zudem schuldig des Verbrechens gegen das 
Betäubungsmittelgesetz gemäss Art. 19 Abs. 1 lit. c und d BetmG in 
Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG.

3. A._____ wird zusätzlich zur Busse bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 
17 Monaten.

4. Die Polizei- und Untersuchungshaft von 3 Tagen wird an die Freiheitsstrafe 
angerechnet.

5. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben. Die Probezeit beträgt vier 
Jahre.

6. Die Untersuchungskosten von CHF 6'729.50 gehen zulasten von A._____.

7. Die Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens von CHF 13'207.55 
(Gerichtsgebühr CHF 4'500.00, Kosten der amtlichen Verteidigung 
CHF 8'707.55) gehen zulasten von A._____.

8. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden einstweilen aus der 
Gerichtskasse des Regionalgerichts Plessur bezahlt. Vorbehalten bleibt die 
Rückerstattungspflicht von A._____ gemäss Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO.

9. Die Gerichtsgebühr des Berufungsverfahrens von CHF 3'000.00 geht im 
Umfang von CHF 1'500.00 zulasten von A._____ und im Umfang von 
CHF 1'500.00 zulasten des Kantons Graubünden (Obergericht).

10. Die Kosten der amtlichen Verteidigung für das Berufungsverfahren von 
CHF 2'152.50 werden einstweilen aus der Kasse des Obergerichts bezahlt. 
Vorbehalten bleibt die Rückerstattungspflicht von A._____ nach Art. 135 
Abs. 4 StPO im Umfang von CHF 1'076.25.

11. [Rechtsmittelbelehrung] 

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12. [Mitteilungen]