# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 708d47ee-52b9-58de-8a7d-b83a4cae3028
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2008-07-10
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 10.07.2008 S 2008 45
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2008-45_2008-07-10.pdf

## Full Text

S 08 45

2. Kammer als Versicherungsgericht

URTEIL
vom 10. Juli 2008

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Versicherungsleistungen nach UVG

1. a) … (geb. … 1984), Österreichische Staatsangehörige, arbeitete als 

Hotelfachfrau im Hotel … in ... Am 25. März 2007 begab sie sich mit den 

Gebrüdern … ins Skigebiet „…“, ... Die Versicherte war mit ihrem Snowboard, 

die Begleiter mit Skis unterwegs. Gemeinsam fuhren sie gegen Mittag - 

ausserhalb der markierten Piste - vom „…“ in Richtung … Bei der Alphütte … 

verloren die Gebrüder … den Kontakt zur Versicherten. Als sie plötzlich 

bemerkten, dass sie sich oberhalb von felsigem Gelände befanden, stiegen 

sie zurück und umfuhren dieses rechtsseitig. In der Folge begaben sich … zur 

Talstation der Sesselbahn … und versuchten wiederholt vergeblich per 

Telefon Kontakt zur Versicherten aufzunehmen. Als diese um 17.00 Uhr nicht 

an ihrem Arbeitsplatz eintraf, wurde die Rega alarmiert. Um ca. 20.15 Uhr 

konnte die Versicherte unterhalb einer 50 m hohen Felswand, schwer verletzt, 

aufgefunden werden. Anschliessend wurde sie in das Kantonsspital Chur 

geflogen, wo sie sich bis am 5. April 2007 aufhielt. Für weitere 

Untersuchungen wurde sie ins Unfallkrankenhaus Graz (A) verlegt und am 

11. Juli 2007 aus der stationären Klinikbehandlung entlassen.

b) Gemäss Ausführungen im Bericht der Kantonspolizei Graubünden (Kapo GR) 

vom 30. März 2007 befand sich die Unfallstelle auf dem Gemeindegebiet …, 

abseits der Piste, ca. 250 m westlich der Abfahrt Nr. 35 vom „…“ zur ... Nach 

einem offenen, übersichtlichen und eher einfachen Gelände folgte ein kurzer 

Steilhang, bevor es in eine praktisch senkrechte und etwa 50 m hohe 

Felswand überging. Aufgrund der vorgefundenen Spuren befuhr die 

Versicherte mit ihrem Snowboard den kurzen Steilhang oberhalb der 

Felswand. Dann dürfte sie sich rutschend auf den felsigen Übergang 

hingetastet haben. Mit grosser Wahrscheinlichkeit ist dann die Schneedecke, 

welche sich auf dem von der Sonne gewärmten Felsen befand, abgerutscht 

und die Versicherte in der Folge über den Felsen abgestürzt. Die Rega fand 

die Versicherte in einer flachen Schneemulde auf dem Rücken liegend, das 

Snowboard noch immer angeschnallt, auf. Zur Unfallzeit trug sie weder einen 

Schutzhelm, noch einen Rückenschutz und auch kein 

Lawinenverschüttetensuchgerät (LVS).

c) Durch den Sturz erlitt die Versicherte diverse Verletzungen. In der Zeitspanne 

zwischen dem 25. März und dem 23. November 2007 erfolgten zahlreiche 

Untersuchungen, Arzt- und Klinikberichte, die sich zu den einzelnen Leiden 

und den jeweiligen Gesundheitszuständen der Versicherten äusserten. 

Gemäss Bericht von Dr. med. …, Kantonsspital Chur, vom 23. April 2007, 

wurden anlässlich des Untersuches vom 5. April 2007 bei der Versicherten 

komplette Berstungsbrüche der Lendenwirbelkörper 1 und 2 und eine 

Hirnquetschung mit einer kleinen Hirnblutung diagnostiziert. Dr. … führte 

zudem aus, dass die Hirnquetschung durchaus lebensgefährlich gewesen sei. 

Diese hätte leicht zu einer grösseren Hirnblutung führen können, welche 

ihrerseits eine Steigerung des Hirninnendrucks und in der Folge eine 

Funktionsuntätigkeit wichtiger Zotten (Herz, Kreislauf, Atmung) bewirkt hätte. 

Ein bleibender Nachteil sei wahrscheinlich nicht zu erwarten, wobei dies im 

Zeitpunkt der Berichterstellung noch nicht abschliessend beurteilt werden 

könne. Bezüglich der voraussichtlichen Dauer der Heilung und der 

Arbeitsunfähigkeit meinte er, es würde sich um Wochen bis Monate handeln. 

Dem Entlassungsbericht von Oberarzt Dr. … und dem ärztlichen Leiter Prim. 

Dr…, Rehabilitationsklinik …, vom 11. Juli 2007, war die Versicherte im 

Zeitpunkt der Entlassung voll rehabilitiert. In den Ausführungen wird 

festgehalten, dass sie die Gehfähigkeit auch ohne Behelf erlangt habe und 

bei der Entlassung subjektiv im Wesentlichen schmerzfrei gewesen sei. Als 

„Ende der unfallbedingten Heilbehandlung“ wurde der 22. Juli 2007 notiert. 

Am 23. November 2007 erstattete Prim Dr. … der Ersatzkasse UVG die 

Meldung, dass die Versicherte nach dem Unfall vom 25. März 2007 am 1. 

Dezember 2007 als gesund bezeichnet werden könne. 

d) Am 30. März 2007 stellte das Kantonsspital Graubünden, Chur der 

Ersatzkasse UVG, Zürich ein Gesuch betreffend Kostengutsprache und die 

Patientenstammdaten der Versicherten inkl. ärztlichem Eintrittszeugnis von 

Dr. med. … zu. Die Ersatzkasse UVG, Zürich schickte das Formular am 2. 

April 2007 zurück, und stellte eine volle Kostenübernahme durch die 

Unfallversicherung gemäss UVG-Tarif in Aussicht. 

e) Mit Vorentscheid der Ersatzkasse UVG vom 27. Juli 2007 wurde der 

Versicherten mitgeteilt, dass aufgrund des Vorliegens eines Wagnisses im 

Sinne von Art. 39 UVG bzw. Art. 50 Abs. 1 UVV sämtliche Geldleistungen um 

50% gekürzt würden. Der Taggeldansatz betrage 50% von Fr. 113.10, was 

Fr. 56.55 abzüglich Quellensteuer entspreche. Begründet wurde der 

Entscheid damit, dass die Unfallstelle abseits der Piste liege und die 

Versicherte beim Unfall weder einen Helm, noch einen Rückenpanzer 

getragen habe, geschweige denn ein LVS. Als Wagnis geltende 

Kürzungstatbestände würden u.a. das Befahren einer eindeutig gesperrten 

Route, das Verlassen offizieller Pisten bei hoher Lawinengefahr, eine 

offensichtlich gefahrvolle Abfahrt zwischen Felswänden oder gefährlichen 

Routen, bei denen jeder Sturz lebensgefährlich sein könne, angesehen. Der 

Versicherten wurde bis am 31. August 2007 Gelegenheit gewährt, sich zur 

Sache zu äussern, wobei sie darauf hingewiesen wurde, dass die 

Stellungnahme nach dem unbenutzten Ablauf der Frist als Verfügung 

bestätigt werden würde. 

f) Nachdem der Versicherten eine Fristverlängerung für die Stellungnahme bis 

am 1. Oktober 2007 gewährt wurde, liess sie der Ersatzkasse UVG am 26. 

September 2007 die Vernehmlassung betreffend den Unfall vom 25. März 

2007 zustellen. Das Rechtsbegehren beinhaltete die Forderung auf einen 

Verzicht bezüglich der auf Art. 39 UVG und Art. 50 UVV gestützten Kürzung 

der UVG-Leistungen. Begründend wurde ausgeführt, dass die Versicherte die 

Sattelpiste gut kenne und diese bereits mehrfach befahren habe. Da sie 

aufgrund der Schwere ihrer Verletzungen keine Erinnerung mehr an das 

Unfallereignis habe, müssten bezüglich des Ablaufs Hypothesen angestellt 

werden. Gemäss Art. 39 UVG i.V. mit Art. 50 UVV werde der Begriff Wagnis 

definiert als Handlungen, mit denen sich der Versicherte einer besonders 

grossen Gefahr aussetze, ohne die Vorkehren zu treffen, die das Risiko auf 

ein vernünftiges Mass beschränken. Vorliegend stelle sich die Frage, ob ein 

Wagnis im Sinne des Gesetzes vorliege. Das Bundesgericht habe im 

Entscheid U 187/99 festgehalten, dass Abfahrten mit Snowboards eine 

gewisse Verletzungsgefahr in sich bergen, jedoch kein absolutes Wagnis 

darstellen würden. Ferner würden auch keine Gründe für die Bejahung des 

schützenswerten Charakters einer solchen sportlichen Betätigung sprechen. 

Snowboardfahren an und für sich sei kein Wagnis; es müssten besondere 

Umstände vorliegen, die auf ein Wagnis schliessen lassen würden. Allein die 

Tatsache, dass neben einer offiziellen Piste an einem sonnigen Tag in 

offenem Gelände Snowboard gefahren werde, begründe nicht den 

Tatbestand des Wagnisses. Die seitens der Ersatzkasse aufgeführten 

Sachverhalte, welche ein Wagnis begründeten, würden vorliegend nicht 

zutreffen. Vielmehr handle es sich um einen Snowboardunfall, der sich 

jederzeit überall in einem Skigebiet hätte ereignen können. Die Leistungen 

würden offenbar gekürzt, weil die Verletzte keinen Helm und keinen 

Rückenpanzer getragen habe. Das Tragen von solchen „Utensilien“ sei 

gesetzlich nicht vorgeschrieben und bei Tiefschneeabfahrten auch nicht 

erforderlich. Diesen würde auf harten Pisten ein viel grösserer Stellenwert 

zukommen, da sie auch tatsächlich dazu geeignet seien, schwere 

Verletzungen zu verhindern. Es treffe nicht zu, dass das Tragen eine 

Rückenpanzers und eines Schutzhelmes ausserhalb der Piste unerlässlich 

sei.

g) Am 20. Dezember 2007 verfügte die Ersatzkasse UVG mit Hinweis auf das 

Vorliegen eines Wagnisses die 50%-ige Kürzung sämtlicher Geldleistungen. 

Als für den Entscheid massgebend sei, dass „gefährliche Routen, bei denen 

jeder Sturz lebensgefährlich sein kann“ ein Kürzungstatbestand, der als 

Wagnis gelte, darstelle. Begründend wurde ausgeführt, dass dieses Merkmal 

vorliegend für den abseits der Piste befahrenen Abschnitt zutreffe. Der 

Unfallort könne durchaus unter dem erwähnten Kürzungstatbestand 

subsumiert werden. Da die Versicherte eine gute Fahrerin sei und die Piste 

gut kenne, könne davon ausgegangen werden, dass ihr das Vorhandensein 

eines Felsvorsprunges mit mehreren Metern Höhe bekannt gewesen sei. 

Ferner würden Helm, Rückenpanzer und Suchgerät zwar nicht zur 

Pflichtausstattung gehören, seien jedoch bei Variantenfahrern und abseits der 

Piste unerlässlich. Ein Wagnis liege vor, wenn eine Handlung auf Grund 

objektiver Gegebenheiten mit Gefahren verbunden sei, die unabhängig von 

den konkreten Verhältnissen nicht auf ein vernünftiges Mass herabgesetzt 

werden könnten. Dazu sei auch die Schutzbekleidung zu zählen, auch wenn 

diese nicht zur Pflichtausrüstung gehöre, sowie auch die Rücksicht beim 

Fahren. Die Merkmale für ein Wagnis würden daher als erfüllt betrachtet und 

die Geldleistungen um 50% gekürzt werden.  

h) Am 18. Januar 2008 liess die Versicherte gegen die Verfügung der 

Ersatzkasse UVG Einsprache erheben mit dem Begehren um Gutheissung 

der Einsprache und Ausrichtung einer vollen Geldleistung unter gesetzlicher 

Kosten- und Entschädigungsfolge. In Ergänzung zur Vernehmlassung vom 

26. September 2007 sei ausdrücklich festzuhalten, dass sich der 

Unfallstandort nicht völlig abseits der befahrenen Piste befände, sondern 

geradezu angrenzend an diese sei. Zudem sei die steile Felswand in 

Fahrtrichtung nicht erkennbar. Bezüglich der 50%-igen Kürzung der 

Taggeldleistung wurde vorgebracht, dass die von der Vorinstanz gemachte 

Definition von Wagnis auf den vorliegenden Sachverhalt absolut nicht zutreffe. 

In dem offenen, übersichtlichen Gelände habe ein Sturz in aller Regel keine 

Folgen. Das Befahren des gesamten Bereiches sei an und für sich mit absolut 

keiner Gefahrensituation verbunden. Gefährlich sei einzig die steil abfallende 

Felswand. Aufgrund der Akten gehe nicht hervor, dass die Versicherte diesen 

gefährlichen Bereich befahren habe. Es sei schlichtweg nicht möglich, dass 

sie diese Felswand erkannt und oberhalb des Felsbandes den Bereich 

gequert habe. Die Versicherte habe sich völlig adäquat verhalten. Nachdem 

sie erkannt habe, dass die Felswand ein Gefahrenpotential darstellte, habe 

sie den Bereich im oberen Teil gequert. Sie habe nicht damit rechnen müssen, 

dass die Schneedecke abrutschen und sie in die Tiefe mitreissen würde. Mit 

einem Snowboard sei es auch nicht möglich, im Tiefschnee ohne weiteres 

zurück zu steigen. Im Weitern habe sie das Snowboard nicht ausziehen 

können, weil das Fortbewegen im tiefen Schnee ohne Snowboard nicht 

möglich sei und allenfalls die Gefahr des Abrutschens noch erhöht hätte. 

Allein die Tatsache, dass sich ein Unfall ereignet habe, berechtige die 

Unfallversicherung nicht, von einem Wagnis auszugehen. Der von der 

Ersatzkasse aufgeführte Kürzungstatbestand der gefährlichen Route liege 

z.B. vor, wenn Freerider zwischen Felsköpfen und absoluten Steilhängen eine 

Abfahrt riskieren würden. Dies gelte hingegen nicht bei einem offenen und 

übersichtlichen Gelände, das sich nahe den offiziell präparierten Pisten 

befinde. Beim Begriff „gefährliche Route“ gelte es zudem zu berücksichtigen, 

dass die gesamte Route als lebensgefährlich qualifiziert werden müsse. 

Dieser Umstand fehle vorliegend völlig. Die Absturzstelle bilde in dem 

übersichtlichen Gebiet eine exponierte Stelle, mitnichten aber eine gefährliche 

Route. Dass der Einsprecherin das Vorhandensein des Felsvorsprunges 

bekannt gewesen sei, gehe an den tatsächlichen Verhältnissen vorbei. Das 

Skigebiet … umfasse über 160 km Piste. Es könne auch von einer guten 

Fahrerin, der das Skigebiet bekannt sei, nicht erwartet werden, dass jede 

exponierte Stelle in einer Geländekammer bekannt sei. Von einem Wagnis 

könne unter Berücksichtigung jeglicher Gesichtspunkte absolut keine Rede 

sein. 

i) Im ihrem Einspracheentscheid vom 10. März 2008 wies die Ersatzkasse UVG 

in Ergänzung zur Verfügung vom 20. Dezember 2007 darauf hin, dass 

gemäss Rechtsprechung zu verschiedenen gefährlichen Sportarten zunächst 

solche als absolute Wagnisse gelten würden, die wettkampfmässig betrieben 

würden und bei denen es auf die Geschwindigkeit ankomme. Gestützt auf die 

polizeilichen Ermittlungen müsse der unfallrelevante Sachverhalt in zwei 

Phasen eingeteilt werden. Die erste Phase bestehe darin, dass die Gebrüder 

…, nachdem sie die Einsprecherin aus den Augen verloren hatten, in felsiges 

Gelände gerieten. Dies habe sie dazu veranlasst, mit den Skiern an den 

Füssen wieder zurückzusteigen und das felsige Gelände rechts, in Talrichtung 

gesehen, zu umfahren. Wie der fatale Sturz der Versicherten gezeigt habe, 

sei auch sie in dieses felsige Gelände hinein gefahren. Im Gegensatz zu den 

Gebrüdern … habe sie es aber unterlassen, diesem auszuweichen. Vielmehr 

habe sie es bewusst befahren. Ihr sei deshalb anzulasten, dass sie in dieser 

Phase mit dem Befahren des felsigen Geländes eine Handlung vorgenommen 

habe, mit welcher sie sich einer besonders grossen Gefahr ausgesetzt und 

keine Vorkehren getroffen habe, das Risiko auf ein vernünftiges Mass zu 

beschränken, d.h. dem felsigen Gelände auszuweichen. Mit dem in dieser 

Phase beschriebenen Verhalten sei sie ein relatives Wagnis eingegangen. In 

der zweiten Phase sei die Versicherte beim Befahren des felsigen Geländes 

auf eine 50 m hohe und senkrecht abfallende Felswand vorgestossen. Die 

polizeilichen Fotoaufnahmen würden zeigen, dass sie dort an der vordersten 

Kante, wo die senkrecht abfallende Felswand beginne, 50 m abgestürzt sei. 

Die polizeilichen Ermittlungen hätten weiter ergeben, dass sie sich auf ihrem 

Snowboard quer rutschend langsam zum Scheitelpunkt der abfallenden 

Felswand vorgetastet habe. In dieser Situation habe sie einerseits 

wahrnehmen können, dass sie schon bald keinen Boden bzw. kein Gelände 

mehr unter dem Snowboard habe. Andererseits habe sie sich dadurch der 

Gefahr eines Sturzes ins Leere über die senkrecht abfallende Felswand 

ausgesetzt. Auch in dieser Situation habe sie keine Vorkehren getroffen, 

dieser Gefahr auszuweichen; sie habe sich nämlich weiterhin langsam nach 

vorne getastet, bis es schliesslich zum Absturz gekommen sei. Dass sie in 

dieser Phase ein absolutes Wagnis eingegangen sei, sei offensichtlich. Man 

könnte sich zudem die Frage stellen, ob die Versicherte gar die Absicht gehabt 

habe, einen Sprung über die Felswand hinaus auszuführen, was 

selbstverständlich auch ein absolutes Wagnis darstellen würde. Aufgrund des 

Dargelegten sei erstellt, dass die Versicherte ein Wagnis im Sinne von Art. 39 

UVG eingegangen sei und sich deshalb die verfügte Kürzung der 

Geldleistungen als korrekt erweisen würde. 

2. Am 10. April 2008 liess die Versicherte form- und fristgerecht Beschwerde 

beim kantonalen Verwaltungsgericht erheben mit den Begehren um 

kostenfällige Aufhebung des angefochtenen Entscheids und der Ausrichtung 

einer vollen Geldleistung. Es sei festzustellen, dass der Unfallhergang nicht 

geklärt sei und dieser lediglich auf Annahmen der Kapo GR beruhe, da sich 

die Beschwerdeführerin aufgrund ihres schweren Schädel-/Hirntraumas nicht 

mehr an das Geschehen des Unfalltages und der darauf folgenden drei 

Wochen erinnern könne. Die Behauptung des Ersatzkasse UVG, die 

Beschwerdeführerin habe es unterlassen, dem felsigen Gelände 

auszuweichen und habe dieses bewusst befahren, finde in den Akten keine 

Stütze. Die Schlussfolgerungen seien daher für die Beurteilung des Falles 

irrelevant. Ebenso falsch sei die Behauptung, die Beschwerdeführerin habe 

sich zum Scheitelpunkt der Felswand vorgetastet. Der Verfasser des 

Einspracheentscheides lasse sich sogar zur Annahme verleiten, die 

Beschwerdeführerin habe möglicherweise die Absicht gehegt, einen Sprung 

über die Felswand zu wagen. Die Aussage der Vorinstanz, die 

Beschwerdeführerin habe es im Gegensatz zu den Gebrüdern … unterlassen, 

dem felsigen Gelände auszuweichen, sei falsch. Vielmehr habe sie es 

bewusst befahren. Aus der Fotodokumentation sei ersichtlich, dass die 

Beschwerdeführerin eher im linken Bereich auf das felsige Gelände getroffen 

sei. Zwangsläufig habe sie versuchen müssen, dieses Felsband linksseitig zu 

umfahren. Wie aus der Fotografie Nr. 14 ersichtlich werde, könne das 

Felsband in Fahrtrichtung auf der linken Seite ohne weiteres verlassen 

werden und zwischen zwei Felskuppen abgefahren werden. Der 

verhängnisvolle Unfall habe sich bei der Querung des Felsbandes ereignet. 

Der Unfall sei daher nicht gestützt auf ein unvernünftiges Verhalten, sondern 

aufgrund eines Naturereignisses geschehen. Die Beschwerdeführerin habe 

gar nicht anders reagieren können. Aus der Fotodokumentation sei ersichtlich, 

dass das Felsband unvermittelt auftauche. Es sei der Beschwerdeführerin 

deshalb nicht vorzuwerfen, überhaupt in den Bereich des Felsens gekommen 

zu sein, zumal sich davor das gesamte Gebiet als offen, einfach und 

übersichtlich präsentiere. Sie habe versucht, oberhalb des Felsens nach links 

in das dortige Couloir auszuweichen. Sie habe nicht damit rechnen müssen, 

dass plötzlich mehrere Meter vor dem Abgrund der Schnee, einem 

Schneerutsch gleich, abgleiten und sie mit über den Felsen reissen würde. 

Das Naturereignis reiche nicht für die Konstruktion eines Wagnisses, 

ansonsten die meisten Unfälle ausserhalb der Skipisten als Wagnis zu 

qualifizieren wären. Schliesslich wurde gerügt, dass ein internes 

Beschwerdeverfahren ad absurdum geführt werde, wenn ein und dieselbe 

Person gleichzeitig die Untersuchung führe, die Verfügung erlasse und im 

Rahmen des internen Rechtsmittelweges sogar noch den 

Einspracheentscheid verfasse, wie das bei der Ersatzkasse UVG geschehen 

sei. 

3. Die Ersatzkasse UVG liess in ihrer Vernehmlassung die Abweisung der 

Beschwerde beantragen. Zur Begründung verwies sie im Wesentlichen auf 

die Ausführungen im Einspracheentscheid. Entgegen der Meinung der 

Beschwerdeführerin seien die senkrecht abfallende Felswand und die 

Absturzgefahr klar erkennbar gewesen; anders sei das langsame Vortasten 

zum Scheitelpunkt der Felswand nicht erklärbar. Erstellt sei weiter, dass die 

Stelle, an welcher sich die Beschwerdeführerin in den Einfahrtsbereich zur 

Felswand befunden habe, zum grossen Teil schneefrei gewesen sei. Die 

Beschwerdeführerin hätte folglich die Möglichkeit gehabt, die gefährliche 

Absturzstelle zu Fuss zu umgehen. Die Behauptung, dass die 

Beschwerdeführerin aufgrund des Spurenbildes versucht habe, den Felsen 

links zu umfahren, sei falsch. Das Spurenbild zeige kein solches Verhalten. 

Im Weiteren sei zu bemerken, dass die Kapo GR den Unfallhergang anhand 

der vorhandenen Spuren abgeklärt habe. Gestützt auf diese Abklärungen 

stehe fest, dass die Beschwerdeführerin dem felsigen Gelände nicht 

ausgewichen sei, sondern sich vielmehr weiter nach vorne in den 

Gefahrenbereich zum Scheitelpunkt der Felswand vorgetastet habe, wo es 

dann zum Absturz gekommen sei. Das Verhalten der Beschwerdeführerin 

lasse erkennen, dass sie sich der Gefahr eines Absturzes bewusst gewesen 

sei. Dass bei einem solch gezeigten Verhalten bei jedem Aussenstehenden 

die Schlussfolgerung aufkomme, dass ein beabsichtigter Sprung über die 

Felswand hinaus beabsichtigt gewesen sei, sei nachvollziehbar. Der 

Beschwerdeführerin werde nicht zum Vorwurf gemacht, sie sei deshalb ein 

Wagnis eingegangen, weil sie ausserhalb der Piste ihren Sport betrieben 

habe. Das Wagnis bestehe vielmehr darin, dass sie dem felsigen Gebiet nicht 

ausgewichen sei, obschon sie dies hätte tun können. Die Beschwerdeführerin 

unterliege einem Irrtum, wenn sie vortragen lasse, der verhängnisvolle Unfall 

habe sich bei der Querung des Felsbandes ereignet. Sie habe nämlich das 

Felsband nicht gequert, sondern sich nach vorne auf den Scheitelpunkt 

zubewegt. Dass der Unfall auf unvernünftiges Verhalten und nicht aufgrund 

eines Naturereignisses geschehen sei, könne nicht in Abrede gestellt werden. 

Ferner bestreite die Beschwerdeführerin zu Unrecht, dass sie die fragliche 

Piste kenne. Ihr sei in diesem Zusammenhang entgegenzuhalten, dass … 

gegenüber der Polizei ausgesagt habe, dass sie die Piste kenne und diese 

schon mehrmals, auch abseits, befahren habe. Das felsige Gebiet und die 

senkrecht abfallende Felswand seien ihr also nicht fremd gewesen. Sie habe 

mitnichten adäquat auf die auftauchende Gefahrensituation reagiert; im 

Gegenteil, sie habe die Gefahr herausgefordert. Abschliessend wurde darauf 

hingewiesen, dass es nicht zu beanstanden sei, dass der 

Einspracheentscheid von den bereits zuvor verfügenden Personen gefällt 

werde. Art. 52 Abs. 1 ATSG lege ausdrücklich fest, dass die Einsprache bei 

der verfügenden Stelle einzureichen sei. Damit übernehme die Bestimmung 

die für das Einspracheverfahren bisher typische Zuständigkeitsordnung, 

wonach diejenige Instanz, die verfügt habe, den Entscheid im 

Einspracheverfahren überprüfe. Das Verhalten er Beschwerdegegnerin sei 

somit auch in formeller Hinsicht korrekt gewesen. 

4. In ihrer Replik liess die Beschwerdeführerin in Ergänzung zur Beschwerde 

vom 10. April 2008 erneut ausführen, dass sich aus der Fotodokumentation 

eindeutig ergebe, dass das Felsband abrupt aufgetaucht sei. Die 

Beschwerdeführerin müsse sich relativ nahe an der Absturzstelle befunden 

haben, als sie erstmals mit der möglicherweise gefährlichen Situation 

konfrontiert worden sei. Auf den Aufnahmen Nr. 9 und Nr. 14 erkenne man, 

dass in Fahrtrichtung links gesehen ein relativ gut befahrbares Schneefeld 

liege. Die Polizei habe festgestellt, dass sich die Beschwerdeführerin quer 

rutschend bewegt habe. Sie habe sich also durch Querung aus der 

Gefahrensituation befreien wollen. Es möge zwar sein, dass die 

Beschwerdeführerin eine ungenügende Lagebeurteilung vorgenommen habe. 

Deshalb könne ihr aber nicht vorgeworfen werden, sie sei ein absolutes 

Wagnis eingegangen. 

5. Die Ersatzkasse UVG machte in ihrer Duplik geltend, dass sowohl am in der 

Vernehmlassung gestellten Rechtsbegehren wie auch an der Begründung 

festgehalten werde. Ausdrücklich gelte nochmals darauf hinzuweisen, dass 

die Gebrüder … die Gefahr eines Absturzes erkannt hätten und deshalb 

folgerichtig zurückgestiegen und so der Gefahr ausgewichen seien. Weshalb 

die Beschwerdeführerin auf die erkennbare Gefahr nicht wie die Gebrüder … 

reagiert habe, werde von ihr nicht dargetan. 

Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften sowie im 

angefochtenen Entscheid wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden 

Erwägungen eingegangen. 

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt im vorliegenden Beschwerdeverfahren bildet der 

Einspracheentscheid der Ersatzkasse UVG vom 10. März 2008 resp. die 

diesem zugrunde liegende Verfügung vom 20. Dezember 2007. 

Beschwerdethema im vorliegenden Verfahren bildet die Frage, ob die 

Ersatzkasse UVG den Taggeldanspruch der Beschwerdeführerin zu Recht 

wegen Vorliegen eines Wagnisses um die Hälfte gekürzt hatte.

2. a) In verfahrensrechtlicher Hinsicht bringt die Beschwerdeführerin vor, dass das 

interne Beschwerdeverfahren ad absurdum geführt werde, wenn ein und 

dieselbe Person die Untersuchung führe, die Verfügung erlasse und im 

Rahmen des internen Rechtsmittelweges den Einspracheentscheid verfasse. 

Dem ist entgegen zu halten, dass gemäss Art. 52 Abs. 1 des Bundesgesetzes 

über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) 

Einsprachen gegen Verfügungen bei der verfügenden Stelle zu erheben sind. 

Die Bestimmung übernimmt die für das Einspracheverfahren typische 

Zuständigkeitsordnung, wonach diejenige Instanz die verfügt hat, den 

Entscheid im Einspracheverfahren überprüft (Kölz/Häner, 

Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl., 

Zürich 1998, S. 465). Die Einsprache soll der verfügenden Stelle erlauben, 

den von ihr gefällten Entscheid erneut zu überprüfen (Kieser, ATSG-

Kommentar, Zürich/Basel/Genf 2003, Art. 52 Rz. 7 f.). Es ist somit 

festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin dadurch, dass sie die Verfügung 

und den Einspracheentscheid von ein und derselben Person ausfertigen liess, 

rechtens gehandelt hatte.

b) Bevor auf die konkrete Beurteilung des Unfallablaufes eingegangen werden 

kann, ist zum Vorwurf der Beschwerdeführerin, der Unfallhergang sei nicht 

geklärt und beruhe lediglich auf Annahmen der Kapo GR Stellung zu nehmen. 

Das Bundesrecht schreibt nicht vor, wie die einzelnen Beweismittel zu 

würdigen sind. Für das gesamte Verwaltungs- und 

Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. 

Danach haben Versicherungsträger und Sozialversicherungsrichter die 

Beweise frei, d.h. ohne jede Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie 

umfassend und pflichtgemäss zu würdigen (Gygi, 

Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Aufl., Bern 1983, S. 278). Für das 

Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass der Sozialversicherungsrichter alle 

Beweismittel, unabhängig von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und 

danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige 

Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Der Unfallbericht der 

Kapo GR inkl. der dazu gehörenden Fotos stützt sich auf die Gegebenheiten 

am Unfalltag bzw. die am Unfallort vorgefundenen Spuren und die Aussagen 

der Beteiligten. Es ist zwar richtig, dass die Beschwerdeführerin aufgrund 

ihres Schädel-/Hirntraumas sich nicht mehr an das Geschehene des 

Unfalltages erinnern und dazu keine Aussagen machen kann. Auch ist 

korrekt, dass es für das Unfallgeschehen keine Augenzeugen gibt, die den 

genauen Ablauf zu schildern in der Lage wären. Dies alles ist aber an sich 

kein Grund, den Unfall als nicht bewiesen anzunehmen. Der wahrscheinliche 

Unfallablauf ist im Bericht der Kapo GR nachvollziehbar dargestellt, er enthält 

keine Widersprüche und die beiliegenden Fotos belegen die am Unfallort 

vorgefundene Situation. Es ist somit nicht ersichtlich, weshalb bei der 

Beweiswürdigung nicht auf diesen Bericht abgestellt werden sollte. 

3. a) Ist ein Versicherter infolge eines Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so 

hat er gemäss Art. 16 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung 

(UVG; SR 832.20) Anspruch auf ein Taggeld. Bei Nichtberufsunfällen, welche 

auf ein Wagnis zurückgehen, werden die Geldleistungen jedoch um die Hälfte 

gekürzt und in besonders schweren Fällen verweigert (Art. 39 UVG in 

Verbindung mit Art. 50 Abs. 1 der Verordnung über die Unfallversicherung 

[UVV; SR 832.202]).

b) Gemäss Art. 50 Abs. 2 UVV handelt es sich bei Wagnissen um Handlungen, 

mit denen sich der Versicherte einer besonders grossen Gefahr aussetzt, 

ohne die Vorkehren zu treffen oder treffen zu können, die das Risiko auf ein 

vernünftiges Mass beschränken. Die Handlung muss z.B. waghalsig, kühn 

oder verwegen sein, wobei die Gefahr dabei unmittelbar drohen muss. Diese 

gilt als besonders gross, wenn man die Situation als „unfallträchtig“ 

bezeichnen muss, indem sich daraus leicht Unfälle oder aber besonders 

schwere Unfälle ereignen können (Maurer, Schweizerisches 

Unfallversicherungsrecht, Bern 1985, S. 507 f.; BGE 96 V 105). Ein absolutes 

Wagnis liegt vor bei Betätigungen, die unabhängig von der Ausbildung, der 

Vorbereitung, der Ausrüstung, der Fähigkeiten und der Eigenschaften des 

Versicherten als ausserordentlich risikovoll gelten, wobei diese Risiken nicht 

auf ein vernünftiges Mass reduziert werden können (BGE 112 V 300 Erw. 1b). 

Liegt kein absolutes Wagnis vor, ist zu prüfen, ob es sich allenfalls um ein 

relatives Wagnis handelt. Dieses ist dadurch gekennzeichnet, dass der 

Versicherte die besonders grosse Gefahr mangels subjektiver Fähigkeiten, 

Eigenschaften und Kenntnissen nicht auf ein vernünftiges Mass zu reduzieren 

in der Lage ist. Dabei kommt es nicht darauf an, ob der Versicherte über die 

Gefährlichkeit einer Handlung nachgedacht und ob sie ihm wirklich bewusst 

geworden ist. Es genügt, dass sie ihm bewusst geworden wäre, wenn er 

darüber nachgedacht hätte. Liegt eine Wagnishandlung vor und besteht ein 

adäquater Zusammenhang zum darauf folgenden Unfall, so müssen die 

Geldleistungen gemäss Art. 50 Abs. 1 UVV gekürzt oder verweigert werden 

(BGE 112 V 47 Erw. 2a und b, 112 V 300 Erw. 1b; Rumo-Jungo, 

Bundesgesetz über die Unfallversicherung, in: Murer/Stauffer [Hrsg.], 

Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 2. Aufl., 

Zürich 1995, Art. 39, S. 198 f.). Da die Rechtsfolgen die gleichen sind, ist die 

Qualifikation in absolutes oder relatives Wagnis jedoch nicht von praktischer 

Bedeutung (Erni, Sportunfälle – zwischen Prävention und Kürzung, in: Sport 

und Versicherung, Luzerner Beiträge zur Rechtswissenschaft, Riemer-Kafka 

[Hrsg.], Bd. 14, Zürich/Basel/Genf 2007, S. 140). 

c) Ob ein Wagnis vorliegt, ist auf Grund des konkreten Geschehnisses zu 

beurteilen. Im Rahmen einer länger dauernden Unternehmung, wie z.B. einer 

Skitour kann entweder die gesamte Tour ein Wagnis sein oder auch nur 

einzelne Abfahrten den Wagnisbegriff erfüllen. So z.B. wenn an bestimmten 

Stellen entgegen den Regeln der Kunst auf gewisse Sicherungen verzichtet 

wird oder eine riskante Abkürzung anstelle der Normalroute eingeschlagen 

wird (BGE 97 V 83 Erw. 6a). Es ist folglich nicht hypothetisch zu fragen, ob 

eine bestimmte Handlung für eine Durchschnittsperson ein Wagnis darstelle, 

sondern ob die handelnde Person im massgeblichen Zeitpunkt alle jene 

Anforderungen hinsichtlich persönlicher Fähigkeiten, Eigenschaften und 

Vorkehren erfüllte, um das zu beurteilende Unternehmen nach den Regeln 

der Kunst bewältigen und das ihm innewohnende Risiko auf Grund ihrer 

Fähigkeiten auf ein vertretbares Mass herabsetzen zu können. Massgebend 

ist, ob der Verunfallte am Unglückstag unter den damals herrschenden 

äusseren Umständen alle jene Anforderungen erfüllt hat, die an eine Person 

gestellt werden müssen, welche die in concreto zu beurteilende Situation nach 

den Regeln der Kunst zu bewältigen imstande ist (BGE 97 V 83 f. Erw. 6a). 

d) Skifahren bzw. Snowboardfahren auf der Piste wie auch das Varianten- bzw. 

Tourenfahren kann nicht allgemein als absolutes Wagnis qualifiziert werden, 

da deren Risiken sich grundsätzlich auf ein vernünftiges Mass reduzieren 

lassen (Tännler, Markante Versicherungsfälle aus der Sportwelt, in: Sport und 

Versicherung, a.a.O., S. 165). Vorliegend ist daher nicht darüber zu befinden, 

ob die Beschwerdeführerin durch das Fahren abseits der Skipiste an sich ein 

Wagnis im Rechtssinn eingegangen ist. Zu entscheiden ist vielmehr darüber, 

ob dem Verhalten der Beschwerdeführerin unter Berücksichtigung ihrer 

persönlichen Fähigkeiten und den objektiv vorhandenen Risiken und 

Gefahren in der konkreten Situation im Bereich des Felsvorsprunges 

Wagnischarakter zukommt oder nicht. Aus dem Unfallbericht geht hervor, 

dass am Unfalltag schönes Wetter und eine gute Sicht herrschte. Das 

Lawinenbulletin wies eine Gefahrenstufe 2, mässige Gefahr, aus und die 

Schneeverhältnisse waren gut (Pulverschnee). Die Beschwerdeführerin war 

mit zwei Kollegen im Skigebiet … auf der Strecke … ausserhalb der Piste 

unterwegs. Bei der Umgebung der Unfallstelle handelte es sich um ein zuerst 

offenes, übersichtliches und eher einfaches Gelände. Diesem folgte ein kurzer 

Steilhang, welcher dann in eine praktisch senkrechte und etwa 50 m hohe 

Felswand überging. Aufgrund der vorgefundenen Spuren befuhr die 

Beschwerdeführerin, welche, entgegen ihren Angaben in der polizeilichen 

Einvernahme vom 2. April 2008 weder Helm noch Rückenpanzer noch ein 

LVS trug, mit ihrem Snowboard den kurzen Steilhang oberhalb der Felswand, 

bevor sie sich quer rutschend auf den felsigen Übergang vortastete. Es wird 

als wahrscheinlich angenommen, dass die Schneedecke, die sich über die 

Mittagszeit aufgewärmt hatte, abrutschte und die Beschwerdeführerin in der 

Folge über den Felsen abstürzte.  

e) Die Beschwerdeführerin ist gemäss ihren eigenen Aussagen eine gute bis 

sehr gute Snowboardfahrerin, die sich im besagten Skigebiet gut auskennt. 

So äusserte sie gegenüber ihren Kollegen, dass sie die Strecke kenne und 

diese auch schon mehrmals befahren habe (polizeiliche Einvernahme von … 

vom 26. März 2007). Angeblich wurde auch am Abend vor dem Unfall 

besprochen, dass die Piste … befahren werde. So gab die 

Beschwerdeführerin zu Protokoll, dass sie sich diese Piste auf dem Pistenplan 

schon angeschaut habe. Was sie dazu bewog, trotz ihrer Gebietskenntnisse 

so nahe an den Felsen heranzufahren bzw. weshalb sie diesen nicht wie ihre 

zwei Begleiter rechts umfuhr, ist nicht bekannt. Es ist jedoch nicht von der 

Hand zu weisen, dass die gesamten Umstände darauf schliessen lassen, 

dass ein Sprung über die Felswand hinaus beabsichtigt gewesen sein könnte. 

Unbestritten und nach Polizeibericht resp. der diesem beiliegenden Fotos 

belegt ist, dass die Beschwerdeführerin zur Mittagszeit den kurzen Steilhang 

oberhalb der Felswand befuhr, bevor sie sich quer rutschend auf den felsigen 

Übergang vortastete. Zur Beurteilung bezüglich des Vorliegens eines 

Wagnisses gilt es, die Unfallsituation, wie von der Vorinstanz richtig 

ausgeführt wurde, in zwei Phasen zu unterteilen. In der ersten Phase befuhr 

die Beschwerdeführerin den Steilhang oberhalb der Felswand. Gemäss den 

Ausführungen in der Beschwerdeschrift hat sie das felsige Gelände bewusst 

befahren, d.h. sie ist ihm nicht ausgewichen, obwohl sie sich im Gebiet 

auskannte. Ob dies bereits ein Wagnis im Sinne vom Art. 50 UVV darstellte, 

das zu einer Kürzung der Leistungen berechtigen würde, kann offen gelassen 

werden. Gemäss den am Unfallort vorgefundenen Spuren hat sich die 

Versicherte dann in einer zweiten Phase quer rutschend auf den felsigen 

Übergang vorgetastet und sich so bewusst in die Gefahrensituation begeben. 

Das Risiko eines Absturzes war in dieser Situation unbestrittenermassen 

objektiv vorhanden und hätte sich auch verwirklicht, wenn die Versicherte die 

Fahrfähigkeiten einer Profisnowboarderin gehabt hätte resp. mit einem Helm 

und einem Rückenpanzer ausgerüstet gewesen wäre. Hingegen wäre es nicht 

zu einem Unfall gekommen, wenn sie sich der Risikosituation entsprechend 

verhalten hätte, indem sie den Felsen umfahren bzw. diesem ausgewichen 

wäre oder indem sie sich nicht so nahe an den Felsvorsprung herangewagt 

hätte. Unter den gegebenen Umständen ist somit davon auszugehen, dass 

das Vortasten auf den felsigen Übergang in der konkreten Situation, unter 

Berücksichtigung, dass sich die Beschwerdeführerin in der Umgebung 

auskannte, vom Felsen wusste und ihr zudem bekannt war, dass der Schnee 

im Frühling um die Mittagszeit abzurutschen neigt, ein Wagnis dargestellt hat. 

Nicht die fehlenden Fähigkeiten oder die mangelnde Ausrüstung, sondern das 

„Herantasten“ an den Felsvorsprung, das im Übrigen darauf schliessen lässt, 

dass die Beschwerdeführerin vom felsigen Abhang Kenntnis hatte, war 

ursächlich für den Unfall. Die Kürzung des Taggeldes der Beschwerdeführerin 

ist somit zu Recht erfolgt, und die Beschwerde ist vollumfänglich abzuweisen.

4. Gerichtskosten werden nicht erhoben, da das kantonale 

Beschwerdeverfahren in Unfallversicherungsstreitigkeiten gemäss Art. 61 lit. 

a ATSG – ausser bei leichtsinniger und mutwilliger Prozessführung – 

grundsätzlich kostenlos ist. Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die 

Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf aussergerichtliche Entschädigung.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.