# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2a559fec-749c-5aac-9b2a-f5614102df33
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-09-19
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 19.09.2018 200 2018 363
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2018-363_2018-09-19.pdf

## Full Text

200 18 363 IV
SCP/SAW/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 19. September 2018

Verwaltungsrichter Schütz, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Grütter, Verwaltungsrichter Ackermann
Gerichtsschreiberin Baumann

A.________
vertreten durch B.________, C.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 6. April 2018

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Sept. 2018, IV/18/363, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1962 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) zog 
sich nach einem Leitersturz am 25. Juli 2009 eine Schädelfraktur occipital 
rechts zu (Akten der Invalidenversicherung [act. II] 10 S. 19) und erlitt nach 
einem Auffahrunfall am 1. September 2013 ein Schleudertrauma (vgl. Ba-
gatellunfall-Meldung UVG vom 25. Oktober 2013, act. II 12.1 S. 4). Zuletzt 
arbeitete er vom 1. April bis zum 24. September 2013 als ... (Hilfs...) bei der 
D.________ GmbH (act. II 8 S. 2 f.). Am 7. November 2013 (act. II 3) mel-
dete er sich unter Hinweis auf einen Sehverlust links von 100% (seit Mai 
2004) und rechts von 50% (seit dem 25. Juli 2009) bei der Invalidenversi-
cherung zum Leistungsbezug an. Die IV-Stelle Bern (IVB resp. Beschwer-
degegnerin) holte daraufhin die Akten der E.________ ein (act. II 12.1) und 
führte erwerbliche sowie medizinische Abklärungen durch. Dabei veran-
lasste sie insbesondere ein sehbehindertentechnisches Assessment (vgl. 
Assessmentbericht vom 13. Februar 2014, act. II 25) sowie eine berufliche 
Abklärung durch die Abklärungsstelle F.________ (vgl. Bericht vom 5. Sep-
tember 2014, act. II 44) und liess den Versicherten bei der G.________ 
(MEDAS) polydisziplinär (orthopädisch/traumatologisch, neurologisch, 
ophtalmologisch, internistisch, psychiatrisch sowie neuropsychiatrisch) be-
gutachten (vgl. MEDAS-Gutachten vom 13. März 2015, act. II 54.1). Nach-
dem in der Abklärungsstelle F.________ vom 17. August 2015 bis am 
16. Mai 2016 ein Arbeitstraining durchgeführt worden war (vgl. Berichte der 
Abklärungsstelle F.________ vom 14. Dezember 2015, act. II 79, und vom 
2. März sowie vom 2. Juni 2016, Akten der Invalidenversicherung [act. IIA] 
83, 85), schloss die IVB die beruflichen Massnahmen mit Mitteilung vom 
13. April 2017 (act. IIA 101) ab. Dies weil sich der Versicherte auch mit 
Unterstützung durch das Eingliederungsmanagement nicht in der Lage 
fühlte, eine Stelle im ersten Arbeitsmarkt anzutreten. Mit Vorbescheid vom 
7. Juli 2017 (act. IIA 106) stellte die IVB bei einem Invaliditätsgrad von 5% 
die Abweisung des Rentenanspruchs in Aussicht. Damit zeigte sich der 
Versicherte nicht einverstanden und erhob am 30. August 2017 (act. IIA 
110) Einwand, den er unter Hinweis auf zwei weitere Arztberichte mit Ein-
gabe vom 31. Januar 2018 (act. IIA 124) ergänzte. Am 6. April 2018 (act. 

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IIA 125) verfügte die IVB wie im Vorbescheid angekündigt und wies das 
Leistungsbegehren ab.

B.

Mit Eingabe vom 9. Mai 2018 erhob der Versicherte, vertreten durch 
C.________, B.________, Beschwerde. Er beantragt sinngemäss, die an-
gefochtene Verfügung vom 6. April 2018 sei aufzuheben und die Sache sei 
zur Abklärung des vollständigen und richtigen Sachverhaltes und zur Neu-
beurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen; eventualiter sei auf die Be-
urteilung der behandelnden Spezialärzte abzustellen und unter Gewährung 
des maximalen behinderungsbedingten Abzugs der Invaliditätsgrad zu er-
mitteln. 

Die Beschwerdegegnerin schliesst mit Beschwerdeantwort vom 15. Juni 
2018 auf Abweisung der Beschwerde.

Mit prozessleitender Verfügung vom 3. Juli 2018 erklärte der Instruktions-
richter das Beweisverfahren für geschlossen und gab dem Beschwerdefüh-
rer Gelegenheit zur Einreichung von Schlussbemerkungen bis am 25. Juli 
2018.

Am 13. Juli 2018 ersuchte der Beschwerdeführer um Verlängerung der 
Frist zur Einreichung von Schlussbemerkungen bis am 31. August 2018 
resp. um Wiedereröffnung des Beweisverfahrens zwecks Einreichung eines 
ophthalmologischen Privatgutachtens.

Der Instruktionsrichter wies mit prozessleitender Verfügung vom 17. Juli 
2018 die Verfahrensanträge unter Hinweis auf die antizipierte Beweiswür-
digung ab.

Am 25. Juli 2018 reichte der Beschwerdeführer Schlussbemerkungen so-
wie eine als Verlaufsbericht bezeichnete ärztliche Stellungnahme vom 
24. Juli 2018 ein.

Mit prozessleitender Verfügung vom 26. Juli 2018 erwog der Instruktions-
richter, dass das Beweisverfahren für geschlossen erklärt und der Antrag 

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des Beschwerdeführers auf Wiedereröffnung des Beweisverfahrens abge-
wiesen worden sei und wies die ärztliche Stellungnahme vom 24. Juli 2018 
aus den Akten. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 6. April 2018 (act. II 
125). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Invalidenrente.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

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1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und 
damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschrän-
kungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung 
allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, ab-
wenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv 
bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353; SVR 
2014 IV Nr. 2 S. 5 E. 3.1).

2.3 Mit der Diagnose eines Gesundheitsschadens ist noch nicht gesagt, 
dass dieser auch invalidisierenden Charakter hat. Ob dies zutrifft, beurteilt 
sich gemäss dem klaren Gesetzeswortlaut nach dem Einfluss, den der Ge-
sundheitsschaden auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit hat. Entscheidend 
ist, ob der versicherten Person wegen des geklagten Leidens nicht mehr 
zumutbar ist, ganz oder teilweise zu arbeiten. Deshalb gilt eine objektivierte 
Zumutbarkeitsprüfung unter ausschliesslicher Berücksichtigung von Folgen 
der gesundheitlichen Beeinträchtigung (BGE 142 V 106 E. 4.4 S. 110).  

Es ist dem klaren Willen des Gesetzgebers gemäss Art. 7 Abs. 2 ATSG 
Rechnung zu tragen, wonach im Zuge einer objektivierten Betrachtungs-
weise von der grundsätzlichen „Validität“ der versicherten Person auszuge-

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hen ist (BGE 141 V 281 E. 3.7.2 S. 295) und die materielle Beweislast für 
Invalidität bei ihr liegt (BGE 142 V 106 E. 4.4 S. 110).

Die Sachverständigen sollen die Diagnose so begründen, dass die Rechts-
anwender nachvollziehen können, ob die klassifikatorischen Vorgaben 
tatsächlich eingehalten sind (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 141 V 281 
E. 2.1.1 S. 285). Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung erfolgt die 
Prüfung, ob ein psychischer Gesundheitsschaden eine rentenbegründende 
Invalidität zu bewirken vermag, schliesslich anhand eines strukturierten 
normativen Prüfungsrasters (BGE 143 V 418 E. 7 S. 428 f., 141 V 281 
E. 4.1 S. 296 ff.). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditäts-
grades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizi-
nisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall 
anhand von Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zu-
mindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind (BGE 141 
V 281 E. 6 S. 308). Dies gilt für sämtliche psychischen Störungen (BGE 
143 V 418 E. 7.2 S. 429). 

Eine invalidenversicherungsrechtlich erhebliche Gesundheitsbeeinträchti-
gung liegt nur vor, wenn die Diagnose im Rahmen einer Prüfung auf der 
ersten Ebene auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe nach 
BGE 131 V 49 standhält. Danach liegt regelmässig keine versicherte Ge-
sundheitsschädigung vor, soweit die Leistungseinschränkung auf Aggrava-
tion oder einer ähnlichen Erscheinung beruht. Hinweise auf solche und 
andere Äusserungen eines sekundären Krankheitsgewinns ergeben sich 
namentlich, wenn eine erhebliche Diskrepanz zwischen den geschilderten 
Schmerzen und dem gezeigten Verhalten oder der Anamnese besteht, 
intensive Schmerzen angegeben werden, deren Charakterisierung jedoch 
vage bleibt, keine medizinische Behandlung und Therapie in Anspruch ge-
nommen wird, demonstrativ vorgetragene Klagen auf den Sachverständi-
gen unglaubwürdig wirken oder schwere Einschränkungen im Alltag be-
hauptet werden, das psychosoziale Umfeld jedoch weitgehend intakt ist. 
Nicht per se auf Aggravation weist blosses verdeutlichendes Verhalten hin. 
Besteht im Einzelfall Klarheit darüber, dass nach plausibler ärztlicher Beur-
teilung die Anhaltspunkte auf eine Aggravation eindeutig überwiegen und 
die Grenzen eines bloss verdeutlichenden Verhaltens klar überschritten 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Sept. 2018, IV/18/363, Seite 7

sind, ohne dass das aggravatorische Verhalten auf eine verselbständigte, 
krankheitswertige psychische Störung (vgl. BGE 127 V 294 E. 5a S. 299) 
zurückzuführen wäre, fällt eine versicherte Gesundheitsschädigung ausser 
Betracht und ein Rentenanspruch ist ausgeschlossen, selbst wenn die 
klassifikatorischen Merkmale einer psychischen Störung gegeben sein soll-
ten (vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG erster Satz). Soweit die betreffenden Anzei-
chen neben einer ausgewiesenen verselbständigten Gesundheitsschädi-
gung (BGE 127 V 294 E. 5a S. 299) auftreten, sind deren Auswirkungen 
derweil im Umfang der Aggravation zu bereinigen (BGE 141 V 281 E. 2.1.1 
S. 285 und E. 2.2 S. 287; SVR 2016 UV Nr. 25 S. 83 E. 6). 

Liegt auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe eine versicher-
te Gesundheitsschädigung vor, erfolgt schliesslich auf der zweiten Ebene 
anhand eines normativen Prüfungsrasters mit einem Katalog von Indikato-
ren eine ergebnisoffene symmetrische Beurteilung des – unter Berücksich-
tigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und 
Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderseits – tatsächlich erreich-
baren Leistungsvermögens (BGE 141 V 281 E. 3.6 S. 294). Es gilt im Re-
gelfall nach gemeinsamen Eigenschaften systematisierte Standardindikato-
ren zu beachten (E. 4.1.3), welche sich in die Kategorien „funktioneller 
Schweregrad“ (E. 4.3) und „Konsistenz“ einteilen lassen (E. 4.4). Der Prü-
fungsraster ist rechtlicher Natur (E. 5). Die Anerkennung eines rentenbe-
gründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Aus-
wirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchs-
grundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und wi-
derspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachge-
wiesen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der Beweislosigkeit nach wie 
vor die materiell beweisbelastete versicherte Person zu tragen (E. 6). 

2.4 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und 
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Vier-
telsrente.

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2.5 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

2.6 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

3.

3.1 In medizinischer Hinsicht lässt sich den Akten im Wesentlichen Fol-
gendes entnehmen:

3.1.1 Der Hausarzt Dr. med. H.________, Facharzt für Allgemeine Innere 
Medizin, stellte im Bericht vom 25. November 2013 (act. II 10) mit Auswir-
kung auf die Arbeitsfähigkeit eine progrediente Sehverschlechterung nach 
Venenastthrombose, eine Phthisis bulbi und ein cervicales Schmerzsyn-
drom seit dem Autounfall vom 1. September 2013 fest. Ohne Auswirkung 
auf die Arbeitsfähigkeit nannte er einen Status nach Schädelfraktur occipi-
tal rechts mit minimaler Subarachnoidalblutung, seither chronisches Kopf-
schmerzsyndrom nach dem Trauma vom 25. Juli 2009 (S. 2 Ziff. 1.1). Es 
liege eine hochgradige Sehstörung bei Einäugigkeit vor, weshalb der Pati-
ent nicht mehr Autofahren und auch nicht mehr als ... arbeiten könne. Der 
Patient habe grosse Angst, dass er sein Augenlicht ganz verlieren könnte 
und meide deshalb alles, was sein rechtes Auge gefährden könnte (S. 3 
Ziff. 1.7). Ab dem 23. September bis Ende Dezember 2013 attestierte Dr. 

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med. H.________ eine 100% Arbeitsunfähigkeit und ergänzte, diese bezie-
he sich auf die unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit. Insgesamt werde der Pa-
tient weiterhin für viele Tätigkeiten arbeitsunfähig bleiben (S. 2 f. Ziff. 1.6 
und 1.9).

3.1.2 Im März 2014 (act. II 29) diagnostizierte Dr. med. I.________, 
Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, aus psychiatrischer Sicht 
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine mittelgradige depressive Epi-
sode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.11) und eine Anpassungs-
störung mit vorwiegender Störung von anderen Gefühlen (ICD-10 F43.23; 
S. 2 Ziff. 1.1). Die bisherigen Tätigkeiten als .../... oder ... könne der Patient 
wegen der Sehbehinderung kaum mehr ausüben. Zusätzlich störend sei 
aktuell eine depressive und eine Angststörung. Ab dem 28. Januar 2014 
bis auf weiteres liege eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vor (S. 4 Ziff. 1.6).

3.1.3 Im MEDAS-Gutachten vom 13. März 2015 (act. II 54.1), das auf 
Untersuchungen in den Fachbereichen Orthopädie/Traumatologie, Neuro-
logie, Ophthalmologie, Innere Medizin, Psychiatrie und Neuropsychiatrie 
beruht, wurden die folgenden Diagnosen aufgeführt (S. 15): 

Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:

1. Linkes Auge: Amaurose bei Phthisis bulbi und Cataracta provecta

Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:

2. Rechtes Auge: Retinoschisis temporal inferior, obliterierte Gefässe peri-
pher unten, leichter Astigmatismus hyperopicus, Presbyopie

3. Chronisch zervikovertebragenes Schmerzsyndrom mit leichter Funktions-
einschränkung

4. Anpassungsstörung (ICD-10 F43.2)
5. Anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)
6. Ausgeprägte Stamm- und Astvaricosis an beiden Beinen
7. Nikotinabusus

Aus ophthalmologischer Sicht legte Dr. med. J.________, Fachärztin für 
Ophthalmologie, dar, der Explorand sei Einäuger. Der vollständige Visus-
verlust links mit der Phthisis sei nicht geklärt; am ehesten handle es sich 
um einen Zustand nach Entzündung. Am rechten Auge seien nach einem 
Leitersturz im 2009 Sehstörungen mit Schleiersehen und zwei schwarzen 

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Punkten im Gesichtsfeld aufgetreten. Die Abklärungen hätten Gefässver-
schlüsse mehrerer kleiner Gefässe in der Peripherie temporal unten und 
eine Retinoschisis, dies bei vollem Visus, ergeben. Das fingerperimetrische 
Vergleichsfeld scheine horizontal nicht reduziert, während der Defekt oben 
eindeutig nachweisbar gewesen sei. Die Frage der Fahrtauglichkeit müsse 
nochmals genau angesehen werden. Jedenfalls fahre der Explorand Auto. 
Der Fernvisus betrage 1.0p. In der Nähe werde 0.6 gelesen. Es werde le-
diglich eine Nahkorrektur von +3.50 getragen; eine Gleitsichtbrille könnte 
die Fernsicht etwas verbessern. Folglich könne von einem vollsehtüchtigen 
rechten Auge ausgegangen werden. Alle Tätigkeiten, die kein exaktes 
räumliches und binokulares Sehen erfordern, seien möglich. Dabei sollten 
keine Leitern und Gerüste bestiegen, keine feinmechanischen Arbeiten und 
keine Bedienung gefährlicher grosser Maschinen ausgeübt werden. Für die 
angestammte Tätigkeit als ... und ... sei der Explorand nicht mehr geeignet 
wegen der unumgänglichen Besteigung von Gerüsten und Leitern. Bei ei-
ner geeigneten Verweistätigkeit liege eine volle Arbeitsfähigkeit ohne Leis-
tungseinbusse, also 8.5 Stunden am Tag, vor. Eine sogenannte sehbehin-
dertengerechte Tätigkeit dränge sich nicht auf (act. II 54.7 S. 3 f.).

In neuropsychiatrischer Hinsicht hielt lic. phil. K.________, Fachpsycholo-
gin für Neuropsychologie FSP, fest, der Explorand habe zwar bei der Un-
tersuchung kooperiert, aber keine ausreichende Anstrengungsbereitschaft 
gezeigt. Dies ergebe sich aus den standardmässig eingesetzten Symptom-
validierungsverfahren, welche auffällige Resultate ergeben hätten. Zudem 
zeige sich ein unspezifisches kognitives Leistungsprofil mit Beeinträchti-
gungen in allen geprüften Funktionen, welches mit den möglichen ätiologi-
schen Faktoren nicht ausreichend erklärbar sei. Die minimale bifrontale 
Subarachnoidalblutung im Rahmen des Unfalls mit Schädelbruch vom 25. 
Juli 2009 dürfte als Ursache von persistierenden kognitiven Defiziten kaum 
in Frage kommen. Die Monokelsituation mit eingeschränktem Gesichtsfeld 
habe sich ebenfalls nicht wesentlich auf die Testresultate ausgewirkt. Der 
Explorand habe sich zu keinem Zeitpunkt darüber beklagt, dass seine Seh-
fähigkeit für die Bearbeitung der Aufgaben nicht ausreichen würde. Zudem 
habe sich kein wesentlicher Unterschied zwischen den mündlichen und 
visuellen Leistungen ergeben. Da nicht gewährleistet sei, dass der Explo-
rand durchgehend eine ausreichende Anstrengungsbereitschaft gezeigt 

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habe, seien die erhobenen Befunde nicht als valide zu beurteilen. Eine 
Aussage zur Arbeits- und Leistungsfähigkeit sowie zu einem geeigneten 
Tätigkeitsprofil sei deshalb aus neuropsychologischer Sicht nicht möglich 
(act. II 54.6 S. 4 Ziff. 6).

In den Fachbereichen Orthopädie/Traumatologie, Neurologie, Innere Medi-
zin und Psychiatrie wurden keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Ar-
beitsfähigkeit gestellt (act. II 54.2 S. 7 Ziff. 4; 54.3 S. 5 Ziff. 4; 54.4 S. 8 Ziff. 
4; 54.5 S. 6 Ziff. 4). Im Rahmen der psychiatrischen Beurteilung erläuterte 
Dr. med. L.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie 
für Neurologie, dass beim Explorand – übereinstimmend mit der behan-
delnden Psychiaterin – eine Anpassungsstörung vorliege. Im Weiteren sei 
durchaus nachvollziehbar, dass er auf die bei ihm eingetretene Sehstörung 
mit einer depressiven Symptomatik reagiert habe. Diese sei allerdings vor 
dem Hintergrund der vom Versicherten selbst beschriebenen Freizeitakti-
vitäten als nicht so gravierend anzusehen, insbesondere lasse sich aus ihr 
keine Arbeitsunfähigkeit erklären. Die persistierenden Beschwerden nach 
dem stattgehabten Autounfall seien als Ausdruck einer somatoformen 
Störung zu werten. Insoweit werde der behandelnden Psychiaterin wider-
sprochen, die von einer depressiven Störung mit somatischem Syndrom 
ausgegangen sei. Vorliegend bestehe ein syndromales Beschwerdebild, 
weshalb die Foerster-Kriterien zu diskutieren seien. Hier ergebe sich, dass 
ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr angehbarer innerseelischer Ver-
lauf nicht festgestellt werden könne. Es sei vielmehr eine deutliche Dyna-
mik spürbar. Der diesbezügliche Verlauf sei abzuwarten. Es sei davon aus-
zugehen, dass eine deutliche Besserung der Symptomatik eintrete, wenn 
über die Arbeitsfähigkeit aus somatischer Sicht entschieden worden sei. 
Ein ausgewiesener sozialer Rückzug in allen Lebensbereichen liege nicht 
vor. Eine ausgewiesene Komorbidität ebenfalls nicht. Eine Reduktion der 
Arbeitsfähigkeit ergebe sich daher weder aus der anhaltenden somatofor-
men Schmerzstörung noch aus der Anpassungsstörung. Diese Erkenntnis-
se liessen sich zwangslos mit denjenigen im Rahmen der neuropsychologi-
schen Untersuchung in Einklang bringen (act. II 54.5 S. 6 f. Ziff. 5).

Die Gutachter hielten nach durchgeführter Konsensbesprechung fest, aus 
ophthalmologischen Gründen bestehe für die angestammte Tätigkeit als ... 

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und ... eine aufgehobene Arbeitsfähigkeit. Die Tätigkeit auf Leitern und 
Gerüsten sei bei diesem Beruf nicht zu umgehen, weshalb das Risiko für 
einen Fehltritt und Sturz als hoch eingeschätzt werde. Dagegen seien lei-
densadaptierte Tätigkeiten zu 100% möglich (act. II 54.1 S. 16).

3.1.4 Der Beschwerdeführer war vom 8. bis zum 19. November 2016 in 
der Rehaklinik M.________ hospitalisiert. Diagnostisch wurden im Bericht 
vom 2. Dezember 2016 (act. IIA 123 S. 8) ein chronisch depressiver Zu-
stand, eine psychosoziale Belastungssituation, die Erblindung des linken 
Auges sowie chronische Kopfschmerzen und chronische Schulterschmer-
zen aufgeführt. Der Patient habe am multimodalen Therapieprogramm mit 
Aktivierung und parallel mit entspannenden Verfahren sowie psychologi-
scher Betreuung teilgenommen. Auf Wunsch des Patienten sei der Aufent-
halt nicht verlängert worden. Am 19. November 2016 sei der Patient in sta-
bilem psychischen und physischen Zustand entlassen worden (S. 9 f.).

3.1.5 Dr. med. N.________ diagnostizierte im Bericht vom 13. März 2017 
(act. IIA 98) eine rezidivierende depressive Störung (ICD-10 F33.2) beste-
hend seit ca. vier Jahren und gab an, es lägen Antriebslosigkeit, Gedan-
kenkreisen, Verlust der Lebensfreude, innerliche Leere sowie Kraftlosigkeit 
vor (S. 1 Ziff. 1.1 und S. 2 Ziff. 1.7). Ab dem 1. November 2016 bis auf wei-
teres attestierte sie eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit, welche auch für eine 
behinderungsangepasste Tätigkeit gelte (S. 2 Ziff. 1.6 und S. 3).

3.1.6 Auf Zuweisung der behandelnden Augenärztin Dr. med. 
O.________, Fachärztin für Ophthalmologie (vgl. Überweisungsschreiben 
vom 6. April 2017, act. IIA 105 S. 14), wurde der Beschwerdeführer im Spi-
tal P.________ von Dr. med. Q.________ und Prof. Dr. med. R.________, 
beides Fachärzte für Ophthalmologie, untersucht. Im Bericht vom 5. Mai 
2017 (act. IIA 105 S. 11) stellten sie für das rechte Auge die folgenden Dia-
gnosen: Retinoschisis, mehrere kleine Gefässverschlüsse temporal unten, 
Cataracta corticonuclearis. In Bezug auf das linke Auge diagnostizierten sie 
eine Amaurose bei Phtisis unklarer Ätiologie (evtl. Zustand nach Entzün-
dung bei Status nach metallischem Fremdkörper 2001). Klinisch erscheine 
der Befund wie eine Amotio retinae, jedoch präsentiere sich im OCT eine 
Retinoschisis. Der Patient sei zu 100% arbeitsfähig. Dies gelte jedoch nicht 
für Tätigkeiten bei denen eine Stereoopsis Voraussetzung sei. Die Visus-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Sept. 2018, IV/18/363, Seite 13

minderung am rechten Auge sei vor allem durch die Katarakt bedingt, wes-
halb bei weiterer Zunahme der Katarakt eine Operation indiziert sei. 

3.1.7 Nach der Verlaufskontrolle vom 13. Juni 2017 berichtete Dr. med. 
O.________ (vgl. Bericht vom 22. Juni 2017, act. IIA 105 S. 2), die Retino-
schisis sei stabil, der Gesichtsfelddefekt grösser. Prof. Dr. med. 
R.________ habe die Arbeitsfähigkeit als 100% beurteilt, sei aber nicht auf 
den Gesichtsfelddefekt eingegangen. Aus ihrer Sicht liege seit dem 13. 
Juni 2017 eine 20%ige Arbeitsunfähigkeit vor. Der Patient könne als 
Einäuger mit dem Gesichtsfelddefekt nur verlangsamt arbeiten und sei ein-
geschränkt. Die Arbeitsfähigkeit solle an einem Zentrum (...) von Augenärz-
ten nochmals beurteilt werden (S. 3 Ziff. 1.4).

3.1.8 Vom 8. Mai bis zum 2. Juni 2017 befand sich der Beschwerdeführer 
in teilstationärer Behandlung in den psychiatrischen Diensten S.________. 
Im Kurzaustrittsbericht vom 17. Juli 2017 (act. IIA 109 S. 3) wurden eine 
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode 
(ICD-10 F33.1), und Anpassungsstörungen (ICD-10 F43.2) diagnostiziert. 
Der Patient habe eine depressive Stimmungslage mit Traurigkeit, Hoff-
nungslosigkeit und Antriebslosigkeit beklagt und häufiges Gedankenkreisen 
und Ängste betreffend seinen Visus beschrieben. Die grösste Sorge von 
ihm sei gewesen, dass er auch auf dem rechten Auge das Augenlicht ver-
lieren könnte. Aus diesem Grund habe er immer eine Brille zum Schutz 
getragen und jegliche Handlungen, welche in seinen Vorstellungen mit ei-
ner Gefahr für sein rechtes Auge einhergehen könnten, vermieden. Der 
Patient habe zwar eingesehen, dass seine Angst ihn im Alltag enorm ein-
schränke und sein ganzes Leben beeinträchtige, an dieser Angst habe er 
jedoch nicht arbeiten wollen, weil diese für ihn adäquat und gerechtfertigt 
sei. Am Besuch der Tagesklinik habe der Patient nichts Positives erkennen 
können. Da der Besuch der Tagesklinik aus seiner Sicht mit einem Risiko 
für sein Augenlicht verbunden gewesen sei, habe ihn dies unter Druck ge-
setzt. Weil der Patient auch eine Unterstützung betreffend dem Organisie-
ren von sozialen Kontakten nach Austritt aus der Tagesklinik abgelehnt 
habe, sei einvernehmlich der Austritt aus dem teilstationären Setting ent-
schieden worden (S. 4).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Sept. 2018, IV/18/363, Seite 14

3.1.9 Im ärztlichen Zeugnis vom 6. Oktober 2017 (act. IIA 117 S. 2) hiel-
ten Dr. med. Q.________ und Prof. Dr. med. R.________ fest, bei erhebli-
cher Oberflächenproblematik und Gesichtsfeldeinschränkung sei der Pati-
ent auf seinem rechten Auge bei weitem nicht zu 100% leistungsfähig. In-
zwischen habe sich eine Visusverschlechterung auf 0.4 infolge der Katarakt 
ergeben, was die Arbeits- und Leistungsfähigkeit im Vergleich zum Befund 
vor sechs Monaten zusätzlich erheblich limitiere. Weitere Abklärungen sei-
en vorgesehen.

3.1.10 Mit Schreiben vom 13. September 2017 (act. IIA 116 S. 2) überwie-
sen Dr. med. Q.________ und Prof. Dr. med. R.________ den Beschwer-
deführer an Prof. Dr. med. T.________, Facharzt für Ophthalmologie. Im 
Bericht vom 7. November 2017 (act. IIA 124 S. 5) führte Prof. Dr. med. 
T.________ die folgenden Diagnosen auf: OS Phthisis bulbi bei Verdacht 
auf Status nach intraokularem Fremdkörper, OD Retinoschisis und Ver-
dacht auf funktionelle Überlagerung. Im Wissen um die Vorbefunde sei der 
Visus rechts „mexikanisch“ geprüft worden und prompt habe ein voller und 
problemloser Visus von 1.0 festgestellt werden können. Die vom Patienten 
geäusserten Beschwerden passten relativ gut zu den Sicca-Symptomen 
bei Monokelsituation. Möglich sei auch ein überlagertes Charles Bonnet-
Syndrom bei Retinoschise und Amaurose auf der linken Seite. Auf die frohe 
Botschaft, dass mit dem rechten Auge künftig eine normale Sehfunktion 
möglich sei und keine unmittelbare Gefährdung des rechten Auges beste-
he, habe der Patient eher ungehalten reagiert. Vermutlich liege eine deutli-
che funktionelle Überlagerung vor, welche wahrscheinlich auch die konzen-
trische Gesichtsfeldeinschränkung und die Visusminderung bei den Unter-
suchungen von Prof. Dr. med. R.________ erkläre. 

3.1.11 Am 29. Januar 2018 (act. IIA 124 S. 3) legte Dr. med. T.________ 
dar, wie bereits früher berichtet, bestehe keine sinnvolle Sehfunktion mehr 
vom linken Auge. Am rechten Auge finde sich eine Netzhautspaltung (Schi-
sis) vor allem unten rechts, welche zu einer Gesichtsfeldeinschränkung auf 
der Nasenseite oben führe. Soweit beurteilbar führe dies auch zeitweise zu 
visuellen Halluzinationen im Sinne eines Charles Bonnet-Syndroms. Mit der 
aktuellen visuellen Situation seien keine Arbeiten möglich, die hohe und 
höchste visuelle Ansprüche erfordern. Tätigkeiten mit einer durchschnittli-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Sept. 2018, IV/18/363, Seite 15

chen visuellen Beanspruchung seien gut möglich. Die vorhandene Katarakt 
führe zu keiner wesentlichen Visusbeeinträchtigung und entsprechend sei 
eine Operation im Moment nicht indiziert. Aktuell läge die Leistungsfähig-
keit allein auf der Basis der visuellen Symptome auf ca. 90%. Dies bei 
durchschnittlicher visueller Beanspruchung. Eine Präsenzzeit zu 100% sei 
zumutbar. Arbeiten, die ein räumliches Sehen erfordern, seien nicht mög-
lich.

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

3.3 Die Beschwerdegegnerin hat sich in der hier angefochtenen Verfü-
gung vom 6. April 2018 (act. IIA 125) massgeblich auf das polydisziplinäre 
MEDAS-Gutachten vom 13. März 2015 (act. II 54.1) gestützt. Die darin 
enthaltenen Feststellungen beruhen auf eigenen Abklärungen der Gutach-
ter und sind in Kenntnis der Vorakten sowie unter Berücksichtigung der 
geklagten Beschwerden getroffen worden. Die Ausführungen in der Beur-
teilung der medizinischen Zusammenhänge sind einleuchtend und die ge-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Sept. 2018, IV/18/363, Seite 16

zogenen Schlussfolgerungen zum Gesundheitszustand nachvollziehbar, 
umfassend und einlässlich begründet. Das Gutachten erfüllt die von der 
höchstrichterlichen Rechtsprechung an den Beweiswert einer medizini-
schen Expertise gestellten Anforderungen (vgl. E. 3.2 hiervor), weshalb ihm 
insoweit volle Beweiskraft zukommt (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/bb S. 353).

Die Vorbringen in der Beschwerde betreffend den Beweiswert der polydis-
ziplinären Begutachtung vermögen daran nichts zu ändern. Wie bereits in 
der prozessleitenden Verfügung vom 17. Juli 2018 dargelegt wurde (vgl. 
S. 2 lit. e), hat der Umstand, dass Dr. med. J.________ das Gesamtgutach-
ten der MEDAS vom 13. März 2015 (act. II 54.1) nicht unterschrieben hat, 
keinen Einfluss auf dessen Beweiswert, wurde doch im Rahmen der Ge-
samtbeurteilung der Arbeitsfähigkeit das ophthalmologische Zumutbar-
keitsprofil vollumfänglich berücksichtigt. Soweit der Beschwerdeführer zu-
dem geltend macht, das psychiatrische Teilgutachten von Dr. med. 
L.________ liege mehr als drei Jahre zurück und sei nicht mehr geeignet, 
die in der Zwischenzeit erfolgten Veränderungen des psychischen Zustan-
des zu berücksichtigen (vgl. Beschwerde S. 4), kann ihm nicht gefolgt wer-
den. Es trifft zwar zu, dass das Gutachten im Wesentlichen auf Untersu-
chungsbefunden beruht, welche anfangs 2015 erhoben wurden. Aufgrund 
der verschiedenen Verlaufsberichte ist indessen eine bis zum Erlass der 
angefochtenen Verfügung eingetretene Verschlechterung des Gesund-
heitszustandes nicht überwiegend wahrscheinlich. Vielmehr wird mit den 
Ausführungen von Dr. med. N.________ vom 13. März 2017 (act. IIA 98 S. 
2), dem Bericht der psychiatrischen Dienste S.________ vom 17. Juli 2017 
(act. IIA 109 S. 3 f.) sowie mit der Beurteilung von Dr. med. T.________ 
vom 7. November 2017 (act. IIA 124 S. 5) bestätigt, dass die Beschwerde-
symptomatik ausschliesslich auf der Befürchtung des Beschwerdeführers 
beruht, dass er auch auf dem rechten Auge das Augenlicht verlieren könn-
te, was sich aufgrund der von Dr. med. T.________ erhobenen Befunde im 
Rahmen einer funktionalen Überlagerung abspielt und somit in der von 
Dr. med. L.________ diagnostizierten anhaltenden somatoformen 
Schmerzstörung aufgeht (act. II 54.5 S. 6 f.). Gestützt darauf ist denn auch 
der Einwand des Beschwerdeführers, die Angststörung sei nicht gebührend 
berücksichtigt worden (vgl. Beschwerde S. 5), nicht begründet. Im Weiteren 
ergibt sich hinsichtlich der Familien- und Lebensverhältnisse aus dem Be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Sept. 2018, IV/18/363, Seite 17

richt der psychiatrischen Dienste S.________ vom 17. Juli 2017 (act. IIA 
109 S. 3) ebenfalls ein im Vergleich zur Begutachtungssituation (vgl. act. II 
54.5 S. 3 Ziff. 2.4) unverändertes Bild. Zum Vorwurf, das psychiatrische 
Teilgutachten sei ohne Einbezug eines Dolmetschers durchgeführt worden 
(vgl. Beschwerde S. 4), ist festzuhalten, dass das gesamte polydisziplinäre 
Gutachten auf Wunsch des Beschwerdeführers ohne professionelle Über-
setzung erstellt wurde (vgl. act. II 54.1 S. 3). In Anbetracht der überein-
stimmenden Angaben zur psychiatrischen Beschwerdesymptomatik beste-
hen zudem keinerlei Anhaltspunkte, dass das Gutachten mangels Überset-
zung nicht verwertbar wäre. Der Beschwerdeführer legt denn auch in keiner 
Weise substantiiert dar, inwiefern der psychiatrischen Beurteilung von Dr. 
med. L.________ nicht gefolgt werden soll. Als blosse Schutzbehauptung 
erweist sich daher diese Rüge als unbegründet.

3.3.1 Aus orthopädischer/traumatologischer, neurologischer und internis-
tischer Sicht führten die MEDAS-Gutachter schlüssig und nachvollziehbar 
aus, dass keine Einschränkung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit besteht. 
Diese Einschätzungen werden vom Beschwerdeführer zu Recht nicht in 
Frage gestellt.

Aus ophthalmologischer Sicht ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer 
Einäuger ist resp. beim linken Auge aufgrund einer Phthisis bulbi mit Amau-
rose ein vollständiger Visusverlust vorliegt (act. II 54.7 S. 3; 105 S. 3; 117 
S. 2; 124 S. 3). In Bezug auf das rechte Auge legte Dr. med. J.________ 
nachvollziehbar und überzeugend dar, dass der Befund der obliterierten 
Gefässe und der Retinoschise temporal unten den Gesichtsfelddefekt oben 
erklärt und fingerperimetrisch das horizontale Gesichtsfeld nicht einge-
schränkt ist. In Bezug auf die Beurteilung der Arbeits- und Leistungsfähig-
keit führte sie einleuchtend aus, dass von einer vollen Leistungsfähigkeit 
des rechten Auges auszugehen ist und alle Verweistätigkeiten, die ein 
Einäuger ausüben kann, zu 100% mit voller Leistungsfähigkeit ausgeübt 
werden können (act. II 54.7 S. 4). Diese Beurteilung ist nicht nur in sich 
schlüssig, sondern findet auch Rückhalt in den Akten. Insbesondere steht 
sie im Einklang mit den Ausführungen von Dr. med. Q.________ und Prof. 
Dr. med. R.________ im Bericht vom 5. Mai 2017 (act. IIA 105 S. 12) und 
entspricht der Auffassung von Dr. med. T.________, welcher im Bericht 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Sept. 2018, IV/18/363, Seite 18

vom 7. November 2017 (act. IIA 124 S. 5) festhielt, dass künftig mit dem 
rechten Auge eine normale Sehfunktion möglich ist. Bei der 
neuropsychologischen Untersuchung klagte der Beschwerdeführer zu 
keinem Zeitpunkt darüber, dass er etwas nicht oder schlecht sehen könne 
und führte die visuellen Aufgaben ohne Einschränkung durch. Es zeigte 
sich denn auch kein wesentlicher Unterschied zwischen den mündlichen 
und visuellen Leistungen (act. II 54.6 S. 2 und S. 4). Auch während den 
Abklärungen bei der Abklärungsstelle F.________ in der Zeit vom 17. 
August 2015 bis zum 16. Mai 2016 war es dem Beschwerdeführer möglich, 
angemessene Leistungen in guter Qualität zu erbringen, wobei sich zeigte, 
dass für ihn Tätigkeiten im Bereich Recycling und Verpackung, Einsätze in 
der Logistik oder Arbeiten in der Hauswartung optimal sind. Im Rahmen 
eines Praktikums im Bereich des Liegenschaftsunterhalts wurde zudem 
explizit festgehalten, dass von einer Sehbehinderung bei diesem Einsatz 
nichts zu beobachten gewesen sei (act. IIA 83 S. 2; 85 S. 2). Hieran 
vermag der Bericht von Prof. Dr. med. T.________ vom 29. Januar 2018 
(act. IIA 124 S. 3) – entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers (vgl. 
Beschwerde S. 5) – nichts zu ändern. Soweit er aus augenärztlicher Sicht 
ein Pensum von 100% mit einer auf ca. 90% geschätzten 
Leistungsfähigkeit postuliert, kann ihm nicht gefolgt werden. So ist nicht 
einzusehen, inwiefern ihn die bereits im Zeitpunkt der Einreise in die 
Schweiz bestehende Einäugigkeit, welche ihn bis zur Kündigung der letzten 
Arbeitsstelle nicht eingeschränkt hat, in einer leidensangepassten Tätigkeit 
zu beeinträchtigen vermag. Dies umso weniger als Prof. Dr. med. 
T.________ im Bericht vom 7. November 2017 (act. IIA 124 S. 5) 
angegeben hat, dass mit dem rechten Auge künftig eine normale 
Sehfunktion möglich ist. Es ist daher davon auszugehen, dass er bei seiner 
Einschätzung auch die augenfremden Schmerzkomponente 
mitberücksichtigt hat. Ebenfalls ist der Bericht von Dr. med. O.________ 
vom 22. Juni 2017 (act. IIA 105 S. 3), in welchem sie eine 20%ige 
Arbeitsunfähigkeit attestiert, nicht geeignet, die Beurteilung von Dr. med. 
J.________ in Zweifel zu ziehen. Fehlt doch auch diesbezüglich eine 
medizinisch nachvollziehbare Begründung, weshalb in einer 
leistungsangepassten Tätigkeit eine 20%ige Arbeitsunfähigkeit vorliegen 
soll. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Sept. 2018, IV/18/363, Seite 19

3.3.2 Aus psychiatrischer Sicht hat Dr. med. L.________ eingehend und 
differenziert erläutert, dass der Beschwerdeführer an einer Anpassungs-
störung (ICD-10 F43.2) und an einer anhaltenden somatoformen Schmerz-
störung (IDC-10 F45.4) leidet (act. II 54.5 S. 6 f. Ziff. 5). Unter Bezugnahme 
auf die vor BGE 141 V 281 (vgl. E. 2.3 hiervor) noch massgebend gewese-
ne Rechtsprechung legte er dar, dass sich eine Reduktion der Arbeitsfähig-
keit aus den genannten Diagnosen nicht ergibt (act. II 54.5 S. 7). Dabei gilt 
festzuhalten, dass nach altem Verfahrensstandard eingeholte Gutachten 
nicht per se ihren Beweiswert verlieren. Vielmehr ist im Rahmen einer ge-
samthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezifischen Gegebenheiten 
und den erhobenen Rügen entscheidend, ob ein abschliessendes Abstellen 
auf die vorhandenen Beweisgrundlagen vor Bundesrecht standhält. In 
sinngemässer Anwendung dieser in BGE 137 V 210 E. 6 S. 266 entwickel-
ten Grundsätze auf die nunmehr materiell-beweisrechtlich geänderten An-
forderungen ist in jedem einzelnen Fall zu prüfen, ob die beigezogenen 
administrativen und/oder gerichtlichen Sachverständigengutachten – gege-
benenfalls im Kontext mit weiteren fachärztlichen Berichten – eine schlüs-
sige Beurteilung im Lichte der massgeblichen Indikatoren erlauben oder 
nicht. Wie nachfolgend aufgezeigt wird, bietet das psychiatrische Gutach-
ten von Dr. med. L.________ hinreichend Aufschluss für die Beurteilung 
nach den Vorgaben gemäss der neuen Rechtsprechung.

Zunächst ist festzustellen, dass gestützt auf die neuropsychologische Un-
tersuchung Hinweise auf Aggravation bestehen. So zeigte der Beschwer-
deführer keine ausreichende Anstrengungsbereitschaft und es resultierte 
ein unspezifisches kognitives Leistungsprofil mit Beeinträchtigungen in al-
len geprüften Funktionen, welches mit den möglichen ätiologischen Fakto-
ren nicht ausreichend erklärbar war (act. II 54.6 S. 4). Ob dadurch ein Aus-
schlussgrund nach BGE 131 V 49 vorliegt (vgl. E. 2.3 hiervor), kann offen 
bleiben. Dies weil so oder anders bei der Prüfung der neu massgebenden 
Indikatoren nicht von einer leistungsrelevanten psychischen Erkrankung 
auszugehen ist.

Im Rahmen der Kategorie „funktioneller Schweregrad“ (BGE 141 V 281 
E. 4.3 S. 298) ist zunächst der Komplex „Gesundheitsschädigung“ zu prü-
fen (BGE 141 V 281 E. 4.3.1 S. 298): Hier ist festzuhalten, dass die Aus-

http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=9C_492%2F2014&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F131-V-49%3Ade&number_of_ranks=0#page49

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Sept. 2018, IV/18/363, Seite 20

prägung der diagnoserelevanten Befunde und Symptome (BGE 141 V 281 
E. 4.3.1.1 S. 298 f.) nicht übermässig ist. So berichtete der Beschwerdefüh-
rer zum Tagesablauf, er stehe morgens zwischen 7.00 und 8.00 Uhr auf 
und gehe nach dem Frühstück mit den Enkelkindern nach draussen. Er 
verbringe sehr viel Zeit ausserhalb seiner Wohnung. Nachmittags versuche 
er, am Computer zu arbeiten, dies gelinge ihm längstens eine Stunde. Dar-
aufhin gehe er wieder an die frische Luft. Manchmal gehe er mit Kollegen 
einen Kaffee trinken. Das Abendessen werde gemeinsam eingenommen 
und danach berichte jeder, wie der Tag für ihn gelaufen sei. Um 22.00 Uhr 
gehe er ins Bett, wobei er allerdings erst gegen 1.00 Uhr einschlafe (act. II 
54.5 S. 2). Im Rahmen der orthopädisch-traumatologischen Untersuchung 
gab er im Weiteren an, dass er den Bus und die Bahn nutze und im Notfall 
auch eigenständig mit dem Auto zum Einkaufen fahre (act. II 54.2 S. 2 Ziff. 
2.1). 

Betreffend Behandlungserfolg oder -resistenz (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2 
S. 299 f.) ist zu bemerken, dass der Beschwerdeführer den Aufenthalt in 
der Rehaklinik M.________ im November 2016 auf eigenen Wunsch been-
det hat, obwohl die Ärzte reaktivierbare Ressourcen sahen, deren Stärkung 
in einem längeren Aufenthalt günstig gewesen wäre (act. IIA 123 S. 9). 
Auch an der teilstationären Behandlung durch die psychiatrischen Dienste 
S.________ vom 8. Mai bis zum 2. Juni 2017 konnte der Beschwerdeführer 
nichts Positives erkennen und lehnte die von den psychiatrischen Dienste 
S.________ angebotene Unterstützung betreffend dem Organisieren von 
sozialen Kontakten nach Austritt aus der Tagesklinik ab. An der Angst, 
dass er auch auf dem rechten Auge das Augenlicht verlieren könnte, wollte 
er nicht arbeiten (vgl. Austrittsbericht der psychiatrischen Dienste 
S.________ vom 17. Juli 2017, act. IIA 109 S. 4). Diese Tatsachen spre-
chen nicht nur gegen das Vorliegen einer schweren und therapeutisch nicht 
mehr angehbaren psychischen Störung, sondern auch gegen das Vorhan-
densein eines Leidensdrucks. Da nur geringe ophthalmologische Ein-
schränkungen bestehen (vgl. E. 3.3.1 hiervor), sind psychische oder soma-
tische Komorbiditäten, die dem Beschwerdeführer Ressourcen rauben 
würden, zu verneinen (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.3 S. 300 ff.). Im Weiteren 
fanden sich keine Hinweise auf eine Persönlichkeitsakzentuierung oder 
eine Persönlichkeitsstörung. Störungen des Ich-Bewusstseins wurden ver-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Sept. 2018, IV/18/363, Seite 21

neint (act. II 54.5 S. 5). Anhaltspunkte, dass in der Persönlichkeit des Be-
schwerdeführers krankheitswertige Umstände vorliegen, welche ein Leis-
tungsvermögen ausschlössen (BGE 141 V 281 E. 4.3.2 S. 302), sind dem-
nach nicht ersichtlich. 

Der soziale Kontext (BGE 141 V 281 E. 4.3.3 S. 303) zeigt, dass der Be-
schwerdeführer zusammen mit seinen vier Kindern, der Schwiegertochter 
und den zwei Enkelkindern in zwei miteinander verbundenen gemieteten 
Wohnungen lebt, einen engen Kontakt zu seinen Geschwistern pflegt und 
manchmal mit Kollegen einen Kaffee trinken geht (act. II 54.5 S. 2 und S. 3 
Ziff. 2.4). Der Lebenskontext hält dem Beschwerdeführer folglich genügend 
mobilisierbare Ressourcen bereit. 

Im Rahmen der Konsistenzprüfung (BGE 141 V 281 E. 4.4.1 S. 303 f.) ist 
schliesslich festzuhalten, dass keine gleichmässige Einschränkung des 
Aktivitätenniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen zu erheben 
war. Der Beschwerdeführer kann sich höchstens eine Arbeitstätigkeit 
während zwei bis drei Stunden am Tag vorstellen und bezweifelt, dass er 
nutzbringend tätig sein kann (act. II 54.5 S. 3 f. Ziff. 2.5). Diese Einschät-
zung stimmt in keiner Weise mit dem von ihm geschilderten Tagesablauf 
überein (act. II 54.2 S. 2 Ziff. 2.1; 54.5 S. 2). Zudem ist gestützt auf die neu-
ropsychologische Untersuchung auf die auffälligen Resultate aus dem 
standartmässig eingesetzten Symptomvalidierungsverfahren sowie auf das 
unspezifische kognitive Leistungsprofil mit Beeinträchtigungen in allen ge-
prüften Funktionen, welches mit den möglichen ätiologischen Faktoren 
nicht ausreichend erklärbar war (act. II 54.5 S. 7; 54.6 S. 4 Ziff. 6), hinzu-
weisen. Weitere Inkonsistenzen ergeben sich denn auch aus dem Bericht 
von Prof. Dr. med. T.________ vom 7. November 2017 (act. IIA 124 S. 5). 
Das Verhalten des Beschwerdeführers lässt daher mit Blick auf die gesam-
ten Umstände nicht auf einen krankheitsbedingten Rückzug und auf ver-
minderte Ressourcen schliessen. Mit Blick auf die massgebenden Indikato-
ren ist folglich erstellt, dass der diagnostizierten Anpassungsstörung und 
der anhaltenden somatoformen Schmerzstörung aus sozialversicherungs-
rechtlicher Sicht keine invalidisierende Wirkung beizumessen ist.

An dieser Beurteilung vermag der Bericht von Dr. med. N.________ vom 
13. März 2017 (act. IIA 98) nichts zu ändern. Soweit sie eine rezidivierende 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Sept. 2018, IV/18/363, Seite 22

depressive Störung (ICD-10 F33.2) diagnostizierte, kann ihr nicht gefolgt 
werden. Vielmehr ist diesbezüglich auf die schlüssigen und überzeugenden 
Ausführungen von Dr. med. L.________ zu verweisen, wonach zwar nach-
vollziehbar ist, dass der Beschwerdeführer auf die bei ihm eingetretene 
Sehstörung mit einer depressiven Symptomatik reagiert hat, diese jedoch 
vor dem Hintergrund der beschriebenen Freizeitaktivitäten als nicht so gra-
vierend zu qualifizieren ist (act. II 54.5 S. 7). Dass Dr. med. N.________ 
eine höhere Einschränkung bescheinigt – sie attestiert bei einer angepass-
ten Tätigkeit eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit (act. II 98 S. 3) – vermag des-
halb nicht zu überzeugen, weil nach den Ausführungen hiervor (vgl. E. 
3.3.1) zwar von einer Einäugigkeit, jedoch mit Bezug auf das rechte Auge 
von einer normalen Sehfunktion, auszugehen ist, womit der Beschwerde-
führer in einer leidensangepassten Tätigkeit über eine volle Arbeits- und 
Leistungsfähigkeit verfügt. Die Ärztin erwähnt denn auch keine Argumente, 
die gegen dieses Zumutbarkeitsprofil sprächen. Zudem darf das Gericht in 
Bezug auf Atteste von Hausärzten der Erfahrungstatsache Rechnung tra-
gen, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Ver-
trauensstellung in Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer Patienten aussagen 
(BGE 125 V 351 E. 3b cc S. 353; SVR 2015 IV Nr. 26 S. 80 E. 5.3.3.3). 
Dies gilt nicht nur für den allgemein praktizierenden Hausarzt, sondern 
ebenso für den behandelnden Spezialarzt (Entscheid des Eidgenössischen 
Versicherungsgerichts [EVG; heute Bundesgericht] vom 20. März 2006, I 
655/05, E. 5.4). Auf den Bericht von Dr. med. N.________ ist – entgegen 
den Ausführungen in der Beschwerde (vgl. S. 4 f.) – somit nicht abzustel-
len. 

3.3.3 Aus dem Dargelegten folgt, dass aus ophthalmologischen Gründen 
für die angestammte Tätigkeit als ... und ... keine Arbeitsfähigkeit mehr be-
steht. In einer angepassten Tätigkeit sind dem Beschwerdeführer sämtliche 
Arbeiten, die kein exaktes räumliches binokulares Sehen erfordern, zu 
100% möglich. Dabei sollten keine Leitern und Gerüste bestiegen, keine 
feinmechanischen Arbeiten ausgeführt und keine Bedienung gefährlicher 
grosser Maschinen ausgeübt werden. Der Beschwerdeführer ist in der La-
ge, körperlich mittelschwere Tätigkeiten mit Heben und Tragen von Lasten 
bis zu 25 kg durchzuführen. Ständige Überkopfarbeiten sind zu vermeiden 
(act. II 54.1 S. 16 f.).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Sept. 2018, IV/18/363, Seite 23

3.4 Der Sachverhalt ist gestützt auf das MEDAS-Gutachten vom 
13. März 2015 (act. II 54.1) hinreichend erstellt, weshalb – entgegen dem 
Antrag in der Beschwerde – auf weitere Beweiserhebungen zu verzichten 
ist (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 122 V 157 E. 1d S. 162; vgl. dazu 
auch die prozessleitenden Verfügungen vom 3., 17. und 26. Juli 2018).

4. Ausgehend von der zumutbaren Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 
100% in einer angepassten Tätigkeit ist im Folgenden der Invaliditätsgrad 
mittels Einkommensvergleichs zu bestimmen.

4.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325; SVR 2017 IV Nr. 52 S. 157 E. 5.1). Lässt sich aufgrund der 
tatsächlichen Verhältnisse das ohne gesundheitliche Beeinträchtigung rea-
lisierbare Einkommen nicht hinreichend genau beziffern, ist auf Erfahrungs- 
und Durchschnittswerte gemäss Tabellenlohn nach den vom Bundesamt 
für Statistik (BFS) herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) abzu-
stellen. Auf sie darf jedoch im Rahmen der Invaliditätsbemessung nur unter 
Mitberücksichtigung der für die Entlöhnung im Einzelfall gegebenenfalls 
relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren abgestellt werden (BGE 
139 V 28 E. 3.3.2 S. 30; Entscheid des EVG vom 30. Oktober 2002, I 
517/02, E. 1.2).

4.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Hat die versicherte 
Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine 
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können 
nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom BFS herausge-
gebenen LSE herangezogen werden (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 297). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Sept. 2018, IV/18/363, Seite 24

Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, 
die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich 
zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurch-
schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit ei-
nem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 
S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass 
Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und 
beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Ein-
schränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Be-
schäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalidenein-
kommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wo-
bei der Abzug auf insgesamt höchstens 25% zu begrenzen ist (BGE 135 V 
297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2015 IV Nr. 1 S. 1 E. 2.2).

4.3 Beim Valideneinkommen hat sich die Beschwerdegegnerin zu 
Recht auf die LSE 2014, Tabelle TA1, Total, Kompetenzniveau 1, Männer, 
gestützt (act. IIA 125 S. 1). Wie sich aus den Akten ergibt, hat der Be-
schwerdeführer – entgegen seinen stets anderslautenden Erklärungen (vgl. 
u.a. act. II 54.4 S. 6 Ziff. 2.6) – seine letzte, nur kurze Zeit innegehabte 
Stelle bei der D.________ aus iv-fremden Gründen verloren. So ergibt sich 
aus dem Kündigungsschreiben vom 24. September 2013 (act. II 8 S. 9) 
unzweifelhaft, dass nicht das Unfallereignis vom 1. September 2013, son-
dern der Nicht-Wiederantritt der Arbeitsstelle nach den Ferien zur fristlosen 
Auflösung des Arbeitsverhältnisses geführt hat. Das Invalideneinkommen 
ist mit Blick auf das ärztlich attestierte Zumutbarkeitsprofil (vgl. E. 3.3.3 
hiervor) und den Umstand, dass der Beschwerdeführer keine Verweistätig-
keit im zumutbaren Rahmen aufgenommen hat, aufgrund desselben Tabel-
lenlohns zu ermitteln. Sind Validen- und Invalideneinkommen ausgehend 
vom selben Tabellenlohn zu berechnen, erübrigt sich deren genaue Ermitt-
lung; diesfalls entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeitsunfähig-
keit unter Berücksichtigung des Abzuges vom Tabellenlohn (Entscheid des 
Bundesgerichts [BGer] vom 30. Juli 2012, 8C_365/2012, E. 7 mit Hinweis).

Stellt man zu Gunsten des Beschwerdeführers hinsichtlich der Leistungs-
fähigkeit auf die Beurteilung von Prof. Dr. med. T.________ vom 29. Janu-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Sept. 2018, IV/18/363, Seite 25

ar 2018 (act. IIA 124 S. 3) ab, so beträgt der Invaliditätsgrad maximal 10%. 
Soweit die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer darüber hinaus 
einen 5%igen Tabellenlohnabzug gewährt hat (vgl. Verfügung vom 6. April 
2018; act. IIA 125 S. 1), lässt sich dies in Anbetracht des Umstandes, dass 
die Sehbehinderung bereits vor der Einreise in die Schweiz (ca. im Jahre 
2001; act. II 54.7 S. 2) eingetreten ist und zudem der Beschwerdeführer die 
letzte Stelle aus iv-fremden Gründen verloren hat, grundsätzlich nicht recht-
fertigen. Die Invaliditätsbemessung der Beschwerdegegnerin ist daher als 
sehr wohlwollend zu beurteilen. So oder anders resultiert – wie die Be-
schwerdegegnerin ausführlich dargelegt hat (act. IIA 125 S. 3) – ein ren-
tenausschliessender Invaliditätsgrad. 

4.4 Nach dem Dargelegten erweist sich die angefochtene Verfügung 
vom 6. April 2018 als rechtmässig und die angefochtene Beschwerde ist 
abzuweisen.

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung 
oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach 
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzulegen.

Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Verfahrenskosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, dem unterliegenden Beschwerdeführer 
zur Bezahlung aufzuerlegen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem 
geleisteten Kostenvorschuss gleicher Höhe entnommen.

5.2 Bei diesem Verfahrensausgang ist dem Beschwerdeführer keine 
Parteientschädigung zuzusprechen (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g 
ATSG [Umkehrschluss]). Ebenso hat die Beschwerdegegnerin – trotz ihres 
Obsiegens – keinen Anspruch auf einen Parteikostenersatz (Art. 104 
Abs. 3 VRPG; vgl. auch BGE 128 V 124 E. 5b S. 133).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Sept. 2018, IV/18/363, Seite 26

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Sept. 2018, IV/18/363, Seite 27

Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.