# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 00cd905d-ad28-5d91-b5a8-c3afd3aaad3b
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-06-14
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 14.06.2021 UV 2020/58
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2020-58_2021-06-14.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2020/58

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 09.02.2022

Entscheiddatum: 14.06.2021

Entscheid Versicherungsgericht, 14.06.2021
Art. 6 UVG: Rückweisung zu weiteren Abklärungen der Unfallkausalität einer 
Supraspinatussehnenläsion (Entscheid des Versicherungsgerichts des 
Kantons St. Gallen vom 14. Juni 2021, UV 2020/58).

Entscheid vom 14. Juni 2021

Besetzung

Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider (Vorsitz), Versicherungsrichter 

Joachim Huber und Versicherungsrichterin Miriam Lendfers; Gerichtsschreiberin 

Sabrina Bleile

Geschäftsnr.

UV 2020/58

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwältin MLaw Diane Günthart, Bahnhofstrasse 12, 8001 Zürich,

gegen

Visana Versicherungen AG, Weltpoststrasse 19, Postfach 253, 3000 Bern 16,

Beschwerdegegnerin,

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Gegenstand

Versicherungsleistungen

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherte) war seit dem 1. April 2016 bei der B.___ AG, als 

Sachbearbeiterin (…) tätig und dadurch bei der Visana Versicherungen AG 

(nachfolgend: Visana) gegen die Folgen von Unfällen versichert. Am ___. Oktober 2019 

liess sie durch ihre Arbeitgeberin melden, sie sei am 29. September 2019 beim 

Hinunterlaufen ausgerutscht (Kies). Beim Sturz habe es ihr den Stockschaft hart an die 

linke Schulter geschlagen. Als Verletzung wurde eine Prellung angegeben (act. 5.1.1). 

Die Erstbehandlung hatte am 30. September 2019 bei Dr. med. C.___, Facharzt FMH 

für Allgemeinmedizin, stattgefunden, der eine Schulterkontusion links (direktes Trauma) 

am 29. September 2019 nach Sturz beim Wandern diagnostiziert und der Versicherten 

Lyman Gel und Brufen verschrieben hatte (act. G 5.1.7, 5.1.20). Infolge einer 

Beschwerdeprogression stellte sich die Versicherte am 8. Oktober 2019 im Institut für 

Notfallmedizin des Universitätsspitals D.___ (nachfolgend: D.___) vor. Die dortigen 

Ärzte diagnostizierten nach einer Röntgenuntersuchung ohne Nachweis einer frischen 

ossären Läsion (act. G 5.1.4) eine Schulterdistorsion bei der Differentialdiagnose einer 

Läsion der Supraspinatussehne. Im gleichentags erstellten Untersuchungsbericht 

wurde festgehalten, dass bei Beschwerdepersistenz eine weiterführende Bildgebung 

mittels MRI indiziert sei. Der Versicherten wurde weiterhin Brufen verschrieben (act. G 

5.1.2 f.). Mit Schreiben vom 10. Oktober 2019 anerkannte die Visana ihre 

Leistungspflicht für das Ereignis vom 29. September 2019 (act. G 5.1.5).

A.a. 

Nachdem sich kein Beschwerderückgang gezeigt hatte, wies Dr. C.___ die 

Versicherte mit Schreiben vom 22. Oktober 2019 der Klinik E.___, Team Schulter, für 

eine Beurteilung der linken Schulter zu (act. G 5.1.7). Dort wurde die Versicherte am 4. 

November 2019 durch Dr. med. F.___, Chefarzt Orthopädische Chirurgie, untersucht, 

der einen Status nach direkter Schulterkontusion links nach Sturzereignis vom 29. 

September 2019 bei Verdacht auf eine undislozierte Tuberculum majus-Fraktur links 

A.b. 

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diagnostizierte und eine weiterführende Abklärung mittels MRI zum Ausschluss einer 

begleitenden Rotatorenmanschettenpathologie empfahl (act. G 5.1.8 f.).

Die am 6. November 2019 in der Radiologie G.___, durchgeführte MRI-

Untersuchung der linken Schulter zeigte laut Beurteilung des untersuchenden 

Radiologen, Dr. med. H.___, Facharzt FMH Radiologie, eine vollständige Ruptur der 

Supraspinatussehne mit Retraktion um ca. 2 cm, eine ansatznahe Partialruptur der 

Subscapularissehne am cranialen Rand und eine kleine superiore Labrumläsion (SLAP-

Läsion Typ II), jedoch keinen Anhalt für eine stattgehabte Fraktur (act. G 5.1.10). Dr. 

F.___ hielt darauf im Bericht vom 8. November 2019 zur gleichentags durchgeführten 

Untersuchung fest, dass sich MR-tomographisch eine posttraumatische Totalruptur 

der Supraspinatussehne Schulter links mit deutlichem Kinking zeige, also Anzeichen für 

eine definitiv posttraumatische Situation gegeben seien. Aufgrund des deutlichen 

Befundes empfehle er der Versicherten ein operatives Vorgehen im Sinne einer 

arthroskopischen Supraspinatussehnenrekonstruktion und eine Behandlung der 

Bicepssehne bei Bedarf (act. G 5.1.11). Am selben Tag reichte die Klinik E.___ der 

Visana ein Kostengutsprachegesuch für einen Spitalaufenthalt mit Eintritt am 29. 

November 2019 zur Behandlung einer posttraumatischen Supraspinatussehnenruptur 

Schulter links ein (act. G 5.1.12).

A.c. 

Nachdem der Schadenfall am 21. November 2019 durch den beratenden Arzt der 

Visana, Dr. med. I.___, Facharzt FMH Chirurgie, Facharzt FMH Intensivmedizin, 

beurteilt worden war (act. G 5.1.23 f.), stellte die Visana mit Schreiben vom 22. 

November 2019 ihre Leistungen per 10. November 2019 ein, da die noch bestehenden 

Beschwerden ab dem 11. November 2019 überwiegend wahrscheinlich nicht mehr auf 

das Ereignis vom 29. September 2019, sondern auf altersentsprechende degenerative 

bzw. unfallfremde Veränderungen zurückzuführen seien (act. G 5.1.25). Gleichentags 

teilte die Visana auch der Klinik E.___ mit, dass sie die Behandlungskosten ab dem 11. 

November 2019 nicht mehr übernehme (act. G 5.27).

A.d. 

Am 29. November 2019 führte Dr. F.___ bei der Versicherten eine therapeutische 

Schulterarthroskopie links mit subacromialer Bursektomie, Acromioplastik und 

Supraspinatussehnenrekonstruktion (Speed bridge-Technik) durch (act. G 5.1.32 f.).

A.e. 

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B.  

C.  

Mit Arztzeugnis vom 2. Dezember 2019 bescheinigte Dr. F.___ der Versicherten 

vom 29. November 2019 bis 12. Januar 2020 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (act. G 

5.1.105).

A.f. 

Nachdem die Versicherte in einer E-Mail an die Visana vom 4. Dezember 2019 

erklärt hatte, mit der Leistungseinstellung per 10. November 2019 nicht einverstanden 

zu sein (act. G 5.1.36 f.), hielt die Visana mit Verfügung vom 26. Februar 2020 an ihrer 

Ablehnung weiterer Versicherungsleistungen fest (act. G 5.1.67 ff.).

A.g. 

Inzwischen hatte Dr. F.___ am 6. Januar 2020 eine Verlaufsuntersuchung 

durchgeführt (act. G 5.1.39 f.), die 100%ige Arbeitsunfähigkeit der Versicherten bis 28. 

Januar 2020 verlängert, bis 9. Februar 2020 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit 

bescheinigt und ab 10. Februar 2020 wieder eine 100%ige Arbeitsfähigkeit attestiert 

(act. G 5.1.107). Zudem hatte Dr. C.___ mit Schreiben vom 9. Januar 2020 gegenüber 

der Visana erklärt, dass die infolge des Sturzereignisses erlittenen Verletzungen (die 

Totalruptur der Supraspinatussehne) klar unfallbedingt seien (act. G 5.1.41).

A.h. 

Mit Eingabe vom 17. März 2020 erhob die Versicherte gegen die Verfügung vom 

26. Februar 2020 Einsprache (Suva-act. 5.1.72).

B.a. 

Nachdem die Visana den Schadenfall am 4. Juni 2020 nochmals durch Dr. I.___ 

hatte beurteilen lassen (act. G 5.1.86 f.), wies sie die Einsprache der Versicherten mit 

Einspracheentscheid vom 14. Juli 2020 ab (act. G 5.1.88 ff.).

B.b. 

Gegen den Einspracheentscheid liess die Versicherte (nachfolgend: 

Beschwerdeführerin) durch Rechtsanwältin MLaw D. Günthart, Zürich, mit Eingabe 

vom 24. August 2020 Beschwerde erheben. Darin wurde beantragt, der 

Einspracheentscheid vom 14. Juli 2020 sei aufzuheben und es seien der 

Beschwerdeführerin die gesetzlichen und allfälligen vertraglichen Leistungen 

zuzusprechen. Eventualiter sei die Sache an die Visana (nachfolgend: 

Beschwerdegegnerin) zwecks Einholung eines orthopädischen und radiologischen 

Gutachtens zurückzuweisen, damit sie hernach nochmals über die gesetzlichen 

C.a. 

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Erwägungen

1.

Vorliegend anerkannte die Beschwerdegegnerin eine Leistungspflicht im 

Zusammenhang mit dem Unfall vom 29. September 2019 und erstattete entsprechend 

Leistungen aus der Unfallversicherung. Zwischen den Parteien umstritten und 

nachfolgend zu prüfen ist die Rechtmässigkeit der Leistungseinstellung per 10. 

November 2019.

2.  

Ansprüche der Beschwerdeführerin entscheide, unter Entschädigungsfolgen zulasten 

der Beschwerdegegnerin (act. G 1).

Mit Beschwerdeantwort vom 22. Oktober 2020 beantragte die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde unter Kosten- und 

Entschädigungsfolge (act. G 5). Zudem reichte sie eine Stellungnahme ihres 

beratenden Arztes Dr. med. J.___, Facharzt für Orthopädische Chirurgie FMH, vom 29. 

September 2020 ein (act. G 5.1.108 ff.).

C.b. 

In der Replik vom 17. November 2020 hielt die Rechtsvertreterin der 

Beschwerdeführerin unverändert an ihren Anträgen fest (act. G 7). Zusammen mit der 

Replik reichte sie eine von vier Experten (Prof. Dr. med. K.___, Prof. Dr. med. L.___, 

Prof. Dr. med. M.___, Prof. Dr. med. N.___) im Namen der Expertengruppe Schulter- 

und Ellbogenchirurgie der Schweizerischen Gesellschaft für Orthopädie und 

Traumatologie Swiss Orthopaedics verfasste, auf den 1. Oktober 2020 datierte 

Stellungnahme [nachfolgend zitiert: Expertengruppe Schulter und Ellbogenchirurgie] 

zum Urteil des Bundesgerichts vom 22. Oktober 2019, 8C_446/2019, ein (act. G 7.1).

C.c. 

Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung einer Duplik (act. G 8 f.).C.d. 

Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 

832.20) werden Leistungen der Unfallversicherung bei Berufsunfällen, 

Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit des Gesetz nichts anderes 

bestimmt. Anspruchsvoraussetzung für jegliche Leistungen der Unfallversicherung 

bildet die Unfallkausalität. Eine Leistungspflicht besteht demnach nur für 

2.1. 

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Gesundheitsschäden, die natürlich und adäquat-kausal mit einem versicherten 

Unfallereignis zusammenhängen (BGE 129 V 181 E. 3.1 f. mit Hinweisen; siehe dazu 

André Nabold, N 48 ff. zu Art. 6, in: Marc Hürzeler/Ueli Kieser [Hrsg.], Bundesgesetz 

über die Unfallversicherung, Kommentar zum schweizerischen 

Sozialversicherungsrecht, 2018 [nachfolgend zitiert: KOSS UVG]; Irene Hofer, N 63 ff. 

zu Art. 6, in: Ghislaine Frésard-Fellay/Barbara Klett/Susanne Leuzinger/Kurt Pärli 

[Hrsg.], Unfallversicherungsgesetz, Basler Kommentar, 2019 [nachfolgend zitiert: BSK 

UVG]; Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre Holzer, Bundesgesetz über die 

Unfallversicherung, in: Erwin Murer/Hans-Ulrich Stauffer [Hrsg.], Rechtsprechung des 

Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 4. Aufl. 2012, S. 53 ff.). Für die 

Beantwortung der Tatfrage nach dem Bestehen natürlicher Kausalzusammenhänge im 

Bereich der Medizin ist das Gericht in der Regel auf Angaben ärztlicher Experten oder 

Expertinnen angewiesen. Die Frage nach dem adäquaten Kausalzusammenhang ist 

demgegenüber eine Rechtsfrage, die vom Gericht nach den von Doktrin und Praxis 

entwickelten Regeln zu beurteilen ist (BGE 112 V 32 f. E. 1 und 129 V 181 E. 3.1; Urteil 

des Bundesgerichts vom 1. September 2008, 8C_522/2007, E. 4.3.2; KOSS UVG-

Nabold, N 53, 59 zu Art. 6; BSK UVG-Hofer, N 66 74 zu Art. 6; Rumo-Jungo/Holzer, 

a.a.O., S. 55, 58). Bei physischen Unfallfolgen hat indessen die Adäquanz als rechtliche 

Eingrenzung der sich aus dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung 

des Unfallversicherers gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch 

keine selbstständige Bedeutung (BGE 118 V 291 f. E. 3a). Ob ein natürlicher 

Kausalzusammenhang gegeben ist, beurteilt sich nach dem im 

Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit; 

die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines 

Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen; Thomas Locher/

Thomas Gächter, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl. 2014, § 70 N 58 f.).

Ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit 

nachgewiesen, so entfällt die Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn der 

Unfall nicht mehr die natürliche (und adäquate) Ursache des Gesundheitsschadens 

darstellt, wenn also Letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen 

beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er 

unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante), oder aber derjenige 

Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften oder 

andersartig geschädigten Vorzustands auch ohne den Unfall früher oder später 

eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (vgl. zum Ganzen RKUV 1994 Nr. U 206 

S. 328 f. E. 3b, mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts vom 6. August 2008, 

8C_101/2008, E. 2.2; KOSS UVG-Nabold, N 54 zu Art. 6; BSK UVG-Hofer, N 71 zu Art. 

2.2. 

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6; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 54). Trifft ein Unfall auf einen vorgeschädigten Körper 

und steht medizinisch fest, dass weder der Status quo ante noch der Status quo sine je 

wieder erreicht werden können, spricht die Rechtsprechung von einer 

richtungsgebenden Verschlimmerung (BSK UVG-Hofer, N 71 zu Art. 6; Rumo-Jungo/

Holzer, a.a.O., S. 54; Urteil des Bundesgerichts vom 25. Oktober 2007, 8C_467/2007, 

E. 3.1). Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss 

das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines 

Gesundheitsschadens mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

nachgewiesen sein (Urteile des Bundesgerichts vom 15. Mai 2014, 8C_805/2013, E. 

3.2, und 6. August 2008, 8C_101/2008, E. 2.2).

Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die 

urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln 

sowie umfassend und pflichtgemäss, zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig 

davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die 

verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs 

gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der 

Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, 

auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. 

Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen 

Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und 

ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind (zum Ganzen BGE 125 V 

352 E. 3a mit Hinweis; Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 4. Aufl. 2020, N 130 zu Art. 61). 

Auch den Berichten beratender Ärzte und Ärztinnen von Versicherungen kann 

rechtsprechungsgemäss Beweiswert beigemessen werden, solange nicht konkrete 

Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. Auf das Ergebnis von 

Abklärungen beratender Ärzte und Ärztinnen kann nicht abgestellt werden, wenn auch 

nur geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (BGE 139 V 

229 E. 5.2, 135 V 469 f. E. 4.4 und 471 E. 4.7; Urteil des Bundesgerichts vom 16. 

September 2014, 8C_385/2014, E. 4.2.2). Die Rechtsprechung erachtet sodann 

Aktengutachten als zulässig, wenn die Akten ein vollständiges Bild über Anamnese, 

Verlauf und gegenwärtigen Status ergeben und diese Daten unbestritten sind. 

Voraussetzung ist ein lückenloser Untersuchungsbefund, damit der Experte bzw. die 

Expertin imstande ist, sich aufgrund der vorhandenen Unterlagen ein lückenloses Bild 

zu verschaffen (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 31. März 2009, 8C_514/2008, E. 5, 

mit Hinweisen und 24. März 2017, 8C_780/2016, E. 6.1 mit Hinweis). Angesichts der 

obigen Darlegungen sprechen keine formellrechtlichen Gründe gegen den Einbezug 

2.3. 

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3.  

der Aktenbeurteilungen von Dr. I.___ vom 21. November 2019 (act. G 5.1.23 f.) und 4. 

Juni 2020 (act. G 5.1.86 f.) sowie von Dr. J.___ vom 29. September 2020 (act. G 

5.1.108 ff.) Ob letztlich auf diese abgestellt werden kann, ist im Rahmen der 

nachfolgenden materiellrechtlichen Beurteilung bzw. Beweiswürdigung zu prüfen.

Dr. F.___ führte bei der Versicherten am 29. November 2019 eine therapeutische 

Schulterarthroskopie links mit subacromialer Bursektomie, Acromioplastik und 

Supraspinatussehnenrekonstruktion (Speed bridge-Technik) durch (act. G 5.1.32 f.). 

Sollte diese operative Behandlung einem (teil-)unfallkausalen Gesundheitsschaden 

gegolten haben, wäre die Beschwerdegegnerin dafür bis zur Heilung der 

Operationsfolgen leistungspflichtig. Zur Diskussion steht die Unfallkausalität der 

Supraspinatussehnenrekonstruktion bzw. der unbestrittenermassen bereits vor der 

Leistungseinstellung kernspintomographisch erhobenen und arthroskopisch 

bestätigten vollständigen Supraspinatussehnenruptur (act. G 5.1.10, G 5.1.32).

3.1. 

In Bezug auf die Rotatorenmanschette und insbesondere deren 

Supraspinatussehne gilt es zu beachten, dass diese zur Degeneration neigen. 

Allerdings kann die Rotatorenmanschette auch als Folge eines Traumas ein- oder 

abreissen (vgl. dazu Alfred M. Debrunner, Orthopädie, Orthopädische Chirurgie, 4. Aufl. 

2005, S. 628, 724 f., 728 ff., 732; Roche Lexikon, Medizin, 5. Aufl. 2003, S. 225, 1681; 

Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 267. Aufl. 2017, S. 250). Allgemein ist 

vorwegzunehmen, dass die Ausdrücke "Ruptur" und "Läsion" nicht automatisch auf ein 

erlittenes Trauma hindeuten (Debrunner, a.a.O., S. 412, 628, 724 f., 728 ff; Roche 

Lexikon, a.a.O., S. 1681; Pschyrembel, a.a.O., S. 1576, 1646).

3.2. 

Es ist mithin zu prüfen, ob es sich bei der von der Beschwerdeführerin erlittenen 

vollständigen Supraspinatussehnenruptur links um eine direkte Unfallfolge oder um 

einen degenerativen Vorzustand handelt. Während die Beschwerdegegnerin gestützt 

auf die Beurteilungen ihrer beratenden Ärzte Dr. I.___ und Dr. J.___ von einer 

vorbestehenden Supraspinatussehnenruptur ausgeht, vertritt die Rechtsvertreterin der 

Beschwerdeführerin gestützt auf die Beurteilungen der behandelnden Ärzte und des 

Radiologen sowie unter Hinweis auf die Stellungnahme der Expertengruppe Schulter- 

und Ellbogenchirurgie vom 1. Oktober 2020 den Standpunkt, die Beschwerdeführerin 

habe sich diese beim Unfall vom 29. September 2019 zugezogen (vgl. act. G 5.1.88 ff., 

G 5, G 7).

3.3. 

Der Vergleich bildgebender Untersuchungsergebnisse aus der Zeit vor und nach 

dem Unfall würde für die Abgrenzung eines Vorzustandes von einer unfallbedingten 

3.4. 

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4.

Dr. I.___ und Dr. J.___ beleuchten in ihren Beurteilungen sowohl Komponenten, welche 

für als auch solche, die gegen eine traumatische Genese sprechen.

strukturellen Schädigung eine bedeutsame Beweisgrundlage darstellen (vgl. dazu BGE 

134 V 232 E. 5.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts vom 28. Oktober 2009, 

8C_216/2009, E. 2). Im konkreten Fall liegen indes keine vor dem Unfall erstellten 

radiologischen Bilder vor, weshalb diesbezügliche Erkenntnisse fehlen. Die Schädigung 

der Supraspinatussehne links wurde bereits im Rahmen der MRI-Untersuchung vom 6. 

November 2019 erhoben (act. G 5.1.10), was als unfallnaher bildgebender Befund 

angesehen werden muss. Damit ist an sich nicht ausgeschlossen, dass sich die 

Beschwerdeführerin die vollständige Ruptur der Supraspinatussehne links beim Unfall 

vom 29. September 2019 zugezogen hat und diese somit eine traumatische Verletzung 

darstellt.

 4.1. 

Dr. J.___ diskutiert in seiner Beurteilung vom 29. September 2020 (act. G 

5.1.108) zunächst den Unfallmechanismus und die initiale Unfalldiagnose. Gemäss den 

drei sehr ähnlich lautenden Sachverhaltsschilderungen in der Bagatellunfallmeldung 

UVG der Arbeitgeberin vom ___. Oktober 2019 (act. G 5.1.1), der E-Mail von Dr. C.___ 

vom 12. November 2019 (act. G 5.1.20) und der Einsprache vom 17. März 2020 (act. G 

5.1.72) habe es sich beim Unfall vom 29. September 2019 ohne namhafte Zweifel um 

den Mechanismus einer direkten Kontusion der linken Schulter gehandelt. Eine 

Hebelwirkung durch den Stock und damit eine distorsielle Komponente, wie sie in der 

Beschwerdeschrift vom 24. August 2020 (act. G 1) geltend gemacht werde, liessen sich 

hingegen anamnestisch ausschliessen. Als Diagnose habe Dr. C.___ eine 

Schulterkontusion (direktes Trauma) am 29. September 2019 nach Sturz beim Wandern 

gestellt (act. G 5.1.20). Die MRI-Untersuchung vom 6. November 2019 habe sodann als 

Hauptbefund eine vollständige ossäre Ablösung der Supraspinatussehne gezeigt (act. 

G 5.1.10).

4.1.1. 

Insbesondere für Rotatorenmanschettenläsionen, wie der vorliegenden 

vollständigen ossären Ablösung der Supraspinatussehne, werden in medizinischen 

Fachartikeln konkrete Verletzungsmechanismen beschrieben, welche zu einer 

traumatischen Sehnenruptur führen können. Als potenziell geeignete 

Verletzungsmechanismen werden namentlich genannt: das Abscheren des 

Sehnenansatzes von innen, sobald der maximal zulässige Rotationswinkel 

4.1.2. 

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überschritten ist und der Sehnenansatz mit dem Pfannenrand in Konflikt gerät 

(sogenanntes inneres Impingement), z.B. bei einer Schulter(sub)luxation; die passive 

Traktion, z.B. nach unten (beim Versuch einen schweren fallenden Gegenstand 

aufzufangen), ventral oder medial; die exzentrische Belastung angespannter Anteile der 

Rotatorenmanschette, z.B. bei passiv forcierter Aussen- oder Innenrotation bei 

anliegendem oder abgespreiztem Arm, z.B. bei einem Sturz vom Gerüst nach vorn mit 

dem Versuch, den Fall durch Festhalten abzufangen (Alexandre Lädermann/Bernhard 

Jost/Dominik Weishaupt/Didier Elsig/Matthias Zumstein, Revidierte 

Unterscheidungskriterien, Degenerative oder traumatische Läsionen der 

Rotatorenmanschette in: Swiss Medical Forum, Ausgabe 2019/15-16, S. 260-267, zu 

finden unter: https://www.researchgate.net/publication/

332331925_Degenerative_oder_traumatische_Lasionen_der _Rotatorenmanschette, 

[Download full-text PDF], abgerufen am 6. Mai 2021 [nachfolgend zitiert: Swiss Medical 

Forum]; S2e-Leitlinie "Rotatorenmanschette", Version vom März 2017, zu finden unter: 

https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlininen/033-041l_S2e_ 

Rotatorenmanschette_2017-04-02.pdf, abgerufen am 6. Mai 2021 [nachfolgend zitiert: 

AWMF-Leitlinien]).

Das Bundesgericht gab in seinem Urteil vom 22. Oktober 2019, 8C_446/2019, E. 

5.2.2 f., die vorgenannten Unfallmechanismen wieder und ging gestützt auf eine 

weitere Publikation davon aus, dass die direkte Krafteinwirkung auf die Schulter (Sturz, 

Prellung, Schlag) ein ungeeigneter Hergang für eine Rotatorenmanschettenschädigung 

sei, da die Rotatorenmanschette durch den knöchernen Schutz der Schulterhöhe 

(Akromion) und durch den Delta-Muskel gut abgeschirmt sei. Das Versicherungsgericht 

des Kantons St. Gallen hat in seinen früheren Entscheiden gestützt auf das 

vorgenannte Bundesgerichtsurteil ein direktes Anpralltrauma der Schulter als 

bedeutsamen Faktor gegen eine traumatische Genese einer 

Rotatorenmanschettenläsion gewertet. In der Stellungnahme vom 1. Oktober 2020 

widerspricht nun die Expertengruppe Schulter- und Ellbogenchirurgie (act. G 7.1) der 

Auffassung des Bundesgerichts und gelangt zum Schluss, dass ein direktes 

Schultertrauma durchaus zu einer Rotatorenmanschettenruptur führen könne. Die 

Expertengruppe Schulter- und Ellbogenchirurgie gibt an, die aktuelle, internationale 

Literatur nochmals genau gesichtet und systematisch nach Artikeln gesucht zu haben, 

die über akute, rein traumatisch bedingte Rotatorenmanschettenrupturen berichteten. 

Sie führt die von ihr durchgesehenen Artikel an und hält fest, ihnen könne 

zusammenfassend entnommen werden, dass ein direktes Schultertrauma durchaus ein 

überwiegend wahrscheinlicher Mechanismus für eine akute/traumatische 

4.1.3. 

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Rotatorenmanschettenruptur sein könne und sogar einer der häufigsten Mechanismen 

sei. Das Bundesgerichtsurteil sei demgegenüber nicht wissenschaftlich begründet, 

basiere auf einer veralteten Expertenmeinung und ignoriere aktuelle, auf neuester 

Literatur basierende Meinungen von Schulterexperten. Wenn das Bundesgericht seine 

Entscheide auf aktuellste wissenschaftliche Erkenntnisse höchstmöglicher Evidenz 

abstütze, könne das fragliche Bundesgerichtsurteil nicht als richtungsweisend 

angesehen werden. Bereits in dem im Swiss Medical Forum veröffentlichten Artikel (S. 

263) hatten Experten, darunter wiederum Mitglieder der Expertengruppe Schulter- und 

Ellbogenchirurgie, ihre Meinung kundgetan, wonach eine Rotatorenmanschettenläsion 

nicht nur durch die in fünf Studien beschriebenen, sondern auch durch andere 

Verletzungsmechanismen, namentlich auch durch ein Direkttrauma der Schulter, 

entstehen könne. Zur Begründung im Bundesgerichtsurteil - die Rotatorenmanschette 

sei durch das darüber liegende Schulterdach (Acromion) und den Deltoideusmuskel vor 

einer Gewalteinwirkung geschützt - führt die Expertengruppe in der Stellungnahme 

vom 1. Oktober 2020 aus, dass diese Hypothese in keinem der von ihr gesichteten 

Artikeln durch eine biomechanische oder klinische Studie untermauert werde. Das 

Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen hat zwar, wie gesagt, in seinen früheren 

Entscheiden hinsichtlich Verletzungsmechanismus auf die obgenannte 

bundesgerichtliche Rechtsprechung abgestellt. Es hat jedoch den Artikel im Swiss 

Medical Forum im Rahmen der Kausalitätsbeurteilung von 

Rotatorenmanschettenläsionen grundsätzlich als wegweisend erachtet. Angesichts 

dessen, dass der Nachweis des natürlichen Kausalzusammenhangs im Bereich der 

Medizin in der Regel basierend auf Angaben ärztlicher Experten oder Expertinnen zu 

erbringen ist (vgl. Erwägung 2.1) und die Expertengruppe Schulter- und 

Ellbogenchirurgie in ihrer Stellungnahme vom 1. Oktober 2020 (act. G 7.1) die bereits 

im Swiss Medical Forum (S. 263) von einigen ihrer Experten geäusserte Meinung 

nochmals bekräftigt hat, wonach bei einem Direkttrauma der Schulter ohne explizit 

ausgestreckten Arm ebenfalls eine Rotatorenmanschettenläsion entstehen könne, hat 

das Versicherungsgericht in seinen Entscheiden UV 2020/22 vom 20. April 2021 und 

UV 2019/24 vom 21. April 2021 festgehalten, es sehe keinen Grund, künftig nicht auch 

die plausible und nachvollziehbare Stellungnahme der Expertengruppe Schulter- und 

Ellbogenchirurgie vom 1. Oktober 2020 zu berücksichtigen.

Das Bundesgericht hat in seinen erst nach diesen Entscheiden publik 

gewordenen Urteilen vom 7. April 2021, 8C_740/2020, E. 4, und 15. April 2021, 

8C_672/2020, E. 4, ebenfalls auf die Stellungnahme der Expertengruppe Schulter- und 

Ellbogenchirurgie vom 1. Oktober 2020 Bezug genommen. Dabei hat es darauf 

4.1.4. 

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hingewiesen, dass deren Meinungsäusserung wissenschaftlich nicht belegt sei und die 

Frage, ob und inwiefern Anpralltraumen geeignet seien, Rotatorenmanschettenläsionen 

zu verursachen, in der medizinischen Literatur kontrovers diskutiert werde. Es sei nicht 

Aufgabe des Bundesgerichts, den Expertenstreit hinsichtlich des Nachweises der 

Unfallkausalität von Rotatorenmanschettenläsionen zu entscheiden. Zur Beurteilung 

der Unfallkausalität werde dem Kriterium des Unfallmechanismus keine übergeordnete 

Bedeutung mehr beigemessen (vgl. dazu auch Urteil des Bundesgerichts vom 14. April 

2020, 8C_59/2020, E. 5.3. f.). Es gehe vielmehr darum, die einzelnen Kriterien, die für 

oder gegen eine traumatische Genese der Verletzung sprächen, aus medizinischer 

Sicht gegeneinander abzuwägen und den Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die 

Wahrscheinlichkeit für sich habe, der Wahrheit zu entsprechen. Dabei gelte es etwa, 

die bildgebenden Befunde, die Vorgeschichte, den Unfallhergang, den Primärbefund 

und den Verlauf zu berücksichtigen (Urteile des Bundesgerichts vom 7. April 2021, 

8C_740/2020, E. 4.2, und vom 15. April 2020, 8C_672/2020, E. 4.1.3).

Im vorliegenden Fall besteht kein Anlass, auf die Ausführungen des 

Versicherungsgerichts in den in Erwägung 4.1.3 genannten Entscheiden 

zurückzukommen, zumal die Frage, ob bei einem Direkttrauma der Schulter ebenfalls 

eine Rotatorenmanschettenläsion entstehen könne, offengelassen werden kann. Wie 

sich aus den nachfolgenden Erwägungen 4.1.6 f. ergibt, kann vorliegend nämlich auch 

der typische Bewegungsablauf einer Distorsion nicht ausgeschlossen werden. 

4.1.5. 

Die Beschwerdeführerin suchte einen Tag nach dem Unfall vom 29. September 

2019 ihren Hausarzt Dr. C.___ auf, der in der Krankengeschichte ein Ausrutschen beim 

Wandern und dabei einen Schlag mit dem Griff eines Wanderstocks gegen die linke 

Schulter notierte und eine Schulterkontusion (direktes Trauma) diagnostizierte (act. G 

5.1.20). Gemäss der von der Arbeitgeberin der Beschwerdeführerin am ___. Oktober 

2019 eingereichten Bagatellunfallmeldung UVG hatte es der Beschwerdeführerin bei 

einem Sturz beim Wandern den Stockschaft hart an die linke Schulter geschlagen (act. 

G 5.1.1). Am selben Tag hatte die Beschwerdeführerin den untersuchenden Ärzten im 

Institut für Notfallmedizin des D.___ berichtet, sie sei auf den ausgestreckten linken 

Arm gestürzt. Die Ärzte diagnostizierten eine Schulterdistorsion links (act. G 5.1.2). Im 

Überweisungsschreiben vom 22. Oktober 2019 an die Klinik E.___ hielt Dr. C.___ fest, 

die Beschwerdeführerin sei beim Wandern gestürzt. Wie in der Krankengeschichte 

schrieb er, dass der Beschwerdeführerin dabei unglücklich der Griff des Wanderstocks 

gegen die linke ventrale Schulter geprallt sei, und diagnostizierte eine 

Schulterkontusion links (direktes Trauma) nach Sturz beim Wandern (act. G 5.1.7). Dr. 

F.___ führte sodann im Untersuchungsbericht vom 4. November 2019 in der Anamnese 

4.1.6. 

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an, dass sich die Beschwerdeführerin im Rahmen eines Wandersturzes eine direkte 

Schulterkontusion linksseitig zugezogen habe. Zum einen sei es zu einem 

Anpralltrauma direkt mit dem Wanderstock ventralseits der Schulter gekommen, zum 

anderen zu einem Sturz auf die Schulter. Entsprechend diagnostizierte Dr. F.___ einen 

Status nach direkter Schulterkontusion links nach Sturzereignis (act. G 5.1.8). Für Dr. 

I.___ zeigte die Analyse der verschiedenen erhobenen Anamnesen auf, dass die 

Beschwerdeführerin einen direkten Schlag auf ihre linke Schulter erlitten habe (act. G 

5.1.23). Nach der formlosen Mitteilung der Leistungseinstellung vom 22. November 

2019 durch die Beschwerdegegnerin per 10. November 2019 (act. G 5.1.25) schilderte 

die Beschwerdeführerin in der E-Mail vom 4. Dezember 2019, sie sei beim Wandern 

bzw. Hinunterlaufen auf einer Felsplatte mit Kieselsteinen ausgerutscht. Sie sei mit 

Wanderstöcken (nicht eingeschlauft) unterwegs gewesen. Beim Ausrutschen habe es 

ihr den Stockgriff sehr heftig in die linke Schulter geschlagen. Weil der Arm nach hinten 

unter grosser Anspannung gewesen sei, habe es ihr leider das obere Schulterband 

abgerissen und ein seitliches Band angerissen (act. G 5.1.36). Nachdem die 

Leistungseinstellung per 10. November 2019 verfügt worden war, wiederholte die 

Beschwerdeführerin diese Unfallschilderung in der Einsprache vom 17. März 2020 (act. 

G 5.1.72). Die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin hielt schliesslich in der 

Beschwerde vom 24. August 2020 folgendes Unfallereignis fest: Die 

Beschwerdeführerin sei am 29. September 2019 verunfallt, als sie beim Hinunterlaufen 

auf Kies ausgerutscht und gestürzt sei. Sie sei an besagtem Tag mit Wanderstöcken 

wandern gewesen. Die Schlaufen seien nicht über die Handgelenke eingeschlauft 

gewesen. Nichtsdestotrotz habe sich die Beschwerdeführerin an den Stöcken 

festgehalten, als es zum Sturz gekommen sei. Der Sturz habe durch den Stockschaft 

eine zusätzliche (Hebel-)Kraft auf die linke Schulter verursacht. Es sei somit nicht nur 

zu einem Anpralltrauma der linken Schulter, sondern zudem durch den Stock zu einem 

Trauma mit Hebelwirkung auf die linke Schulter gekommen. Dr. I.___ gehe demnach 

von einem falschen Sachverhalt aus (act. G 1 S. 4).

Unbestritten ist, dass die Beschwerdeführerin am 29. September 2019 durch den 

Wanderstock einen direkten Schlag an die linke Schulter erlitten hat. Dr. J.___ (act. G 

5.1.108) und der Beschwerdegegnerin (act. G 5 B./3.) kann darin, dass sich eine 

Hebelwirkung durch den Stock und damit eine distorsionelle Komponente 

anamnestisch ausschliessen lasse, nicht gefolgt werden. Unter Berufung auf die 

Beweismaxime, wonach die sogenannten spontanen "Aussagen der ersten Stunde" in 

der Regel unbefangener und zuverlässiger seien als spätere Darstellungen, die bewusst 

oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder 

4.1.7. 

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anderer Art beeinflusst sein könnten (vgl. dazu Urteile des Bundesgerichts vom 22. 

September 2008, 8C_827/2007, E. 5.1, und 23. Oktober 2009, 8C_319/2009, E. 2; 

KOSS UVG-Nabold, N 11 zu Art. 6; BSK UVG-Hofer, N 10 zu Art. 6; Rumo-Jungo/

Holzer, a.a.O., S. 29 f.), lässt sich jedenfalls eine Distorsion nicht mit dem Beweisgrad 

der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ausschliessen. So beinhaltete bereits die 

Schilderung der Beschwerdeführerin gegenüber den Ärzten im Institut für 

Notfallmedizin des D.___ ein Sachverhaltselement, welches zusätzlich zum 

Kontusionsmechanismus einen Distorsionsmechanismus (Sturz auf den ausgestreckten 

linken Arm) beschrieb. Dies belegt auch die ärztliche Distorsionsdiagnose (act. G 5.1.2). 

Zusammenfassend ist mithin festzuhalten, dass für den konkreten Fall - entgegen der 

Auffassung von Dr. J.___ - eine Kontusion und/oder eine Distorsion nicht 

ausgeschlossen werden können. Laut Anamnese könnte beim Unfall sogar in 

dreifacher Weise eine schädigende Kraft auf die linke Schulter - durch den 

Stockschlag, die Hebelwirkung sowie den Sturz - eingewirkt haben.

Nachfolgend gilt es sodann - wie vom Bundesgericht gefordert - gestützt auf die 

vorliegenden medizinischen Beurteilungen die weiteren, im konkreten Fall 

bedeutsamen Kriterien, die für oder gegen eine traumatische Genese der 

Supraspinatussehnenruptur sprechen, gegeneinander abzuwägen.

4.2. 

Der Hinweis von Dr. J.___, die Diagnose von Dr. F.___ basiere ausschliesslich auf 

der Formel "post hoc ergo propter hoc" (vgl. dazu Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 4. 

Aufl. 2020, N 96 zu Art. 4; Alfred Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 2. 

Aufl. Bern 1989, S. 460 N 1205 [= Beweisführung nach der Formel "post hoc ergo 

propter hoc"]; SVR 2009 UV Nr. 13 [8C_590/2007], S. 52 E. 7.2.4 mit weiteren 

Hinweisen; BGE 119 V 340 ff. E. 2b/bb; act. G 5.1.109), ist zunächst kein 

überzeugendes Argument gegen eine traumatische Genese der 

Supraspinatussehnenläsion. Dr. C.___ erhob anlässlich der Erstbehandlung vom 30. 

September 2019 eine auf die Schulterkontusion folgende (konsekutive) functio laesa 

der Schulter (act. G 5.1.20). Auch die Ergebnisse der klinischen Untersuchung vom 8. 

Oktober 2019 liessen die behandelnden Ärzte im Institut für Notfallmedizin des D.___ 

bereits an eine Läsion der Supraspinatussehne denken (act, G 5.1.3; vgl. auch Swiss 

Medical Forum, S. 263; AWMF-Leitlinien, a.a.O., S. 17 ff.; Debrunner, a.a.O., S. 728; 

Pschyrembel, a.a.O., S. 1576), welche nachfolgend kernspintomographisch sowie 

arthroskopisch nachgewiesen wurde und operativ behandelt werden musste. Eine 

Rotatorenmanschettenproblematik trat bei der Beschwerdeführerin also offensichtlich 

zeitlich mit dem Unfall vom 29. September 2019 auf.

4.2.1. 

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Die Feststellung von Dr. J.___ (act. G 5.1.110) - es stelle sich ihm die Frage, 

weshalb Dr. C.___ nicht bereits umgehend nach seiner Erstbehandlung vom 30. 

September 2019 weitere Abklärungen veranlasst habe und stattdessen lediglich die 

lokale Applikation einer schmerzstillenden Salbe sowie Ibuprofen verordnet habe, wenn 

für ihn schon von Anfang an klar gewesen sei, dass sich die Beschwerdeführerin 

relevant verletzt haben könnte (vgl. dazu act. G 5.1.41, G 5.1.20) - mag teilweise 

berechtigt sein. Doch kann auch sie die Ausführungen in der Erwägung 4.2.1 nicht 

aufweichen und für sich allein stichhaltig eine traumatische Genese der 

Supraspinatussehnenruptur nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit ausschliessen. Dass Dr. C.___ tatsächlich von Beginn weg von einer 

relevanten, insbesondere strukturellen, Verletzung ausgegangen ist, ist nicht belegt. In 

seinem Schreiben vom 9. Januar 2020 bejahte er jedenfalls in Kenntnis der gesamten 

medizinischen Aktenlage mit Nachdruck eine traumatische Kausalität (act. G 5.1.41). 

Insofern erscheint es irrelevant, von welcher Diagnose er anlässlich der Erstbehandlung 

genau ausgegangen ist. Dass ein Hausarzt im Verlauf einer Heilbehandlungsphase 

eines Patienten basierend auf nachfolgenden fachärztlichen 

Untersuchungsergebnissen seine Beurteilung ändert, weil er neue Erkenntnisse 

dazugewonnen hat, ist zudem keinesfalls fragwürdig oder unüblich. Tatsächlich 

therapierte zwar Dr. C.___ die Beschwerdeführerin zunächst nur konservativ und wies 

sie keiner radiologischen Untersuchung zu. Als die Beschwerden persistierten, wies er 

sie jedoch Facharzt Dr. F.___ zu (act. G 5.1.7), der eine weiterführende MRI-

Untersuchung in die Wege leitete (act. G 5.1.8 ff.). Der von Dr. C.___ gewählte 

Therapieablauf erscheint damit - wie von der Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin 

in der Replik vom 17. November 2020 (act. G 7) zutreffend beurteilt - weder 

augenscheinlich fehlerhaft noch widersprüchlich.

4.2.2. 

 4.3. 

Dr. J.___ (act. G 5.1.108 f.) und Dr. I.___ (act. G 5.1.86 f.) nahmen schliesslich 

persönlich Einsicht in die MRI-Bilder vom 6. November 2019 (act. G 5.1.10). MRI-Bilder 

liefern zwar grundsätzlich objektivierbare Befunde, doch deren Einordnung und 

Beurteilung enthält eine subjektive, d.h. persönliche Komponente, was bei 

verschiedenen Medizinern zu unterschiedlichen und letztlich voneinander 

abweichenden Erkenntnissen führen kann. Daher kann sich eine differierende 

Zuordnung der Fakten ergeben. So kann ein und dieselbe strukturelle Schädigung als 

traumatische Verletzung oder als degenerativer Gesundheitsschaden imponieren 

(hinsichtlich der Rotatorenmanschettenläsion vgl. Erwägung 3.2; bezüglich 

Meniskusriss vgl. Pschyrembel, a.a.O., S. 1146; Roche Lexikon, a.a.O., S. 1204, 1852; 

4.3.1. 

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Debrunner, a.a.O., S. 1056 f., Evalotta Samuelsson, Neuregelung der unfallähnlichen 

Körperschädigung, Das Beispiel des Meniskusrisses, in: SZS 2018, S. 344 f.).

Dr. J.___ erhebt bezüglich der Supraspinatussehne verschiedene MRI-Befunde - 

eine Retraktion Grad II nach Patte, eine Atrophie sowie eine beginnende Verfettung der 

Muskulatur - und beurteilt, dass diese in Kombination und angesichts dessen, dass sie 

gerade nur fünf Wochen nach dem Trauma zu finden gewesen seien, nach dem 

aktuellen medizinischen Kenntnisstand eindeutig eine schon länger dauernde und 

somit chronisch-degenerative Entwicklung belegen würden (act. G 5.1.108 f.). 

Übereinstimmend dazu hält auch Dr. I.___ in seiner Beurteilung vom 4. Juni 2020 fest, 

dass die Ruptur der Supraspinatussehne in der MRI-Untersuchung vom 6. November 

2019 mit bereits deutlicher Retraktion aufgrund der in der Bildgebung zur Darstellung 

kommenden Veränderungen - unregelmässige Ausfransungen und osteophytäre 

Ausziehungen an der Sehne und an der Muskulatur - überwiegend wahrscheinlich 

Ausdruck einer degenerativen Veränderung seien, wenn auch nur geringe Zeichen einer 

Atrophie und Verfettung der Muskulatur im Bilddatensatz vorliegen würden (act. G 

5.1.87). Die von den beratenden Ärzten der Beschwerdegegnerin erhobenen 

radiologischen Kriterien können zur Unterscheidung zwischen einer degenerativen und 

traumatischen Rotatorenmanschettenläsion beitragen (vgl. Swiss Medical Forum, S. 

264 ff.). Ausfransungen sowie osteophytäre Ausziehungen im Schulterbereich weisen 

nach der Lehre in der Regel auf eine Rotatorenmanschettendegeneration hin (vgl. 

Debrunner, a.a.O., S. 58, 123, 583 f., 587, 725; Pschyrembel, a.a.O., S. 153 "Arthrose"; 

Roche Lexikon, a.a.O., S. 134).

4.3.2. 

Laut dem im Swiss Medical Forum (S. 265 f.) veröffentlichten Artikel sind 

traumatische Rotatorenmanschettenläsionen in der koronalen Ebene oftmals in der 

Sehnensubstanz lokalisiert. Im Verlauf könne es zur Retraktion des proximalen 

Sehnenabschnitts nach Patte kommen. Dies geschehe im Allgemeinen langsam. Eine 

Studie zeige, dass innerhalb von zwölf Wochen nach einer traumatischen Sehnenläsion 

der proximale Sehnenstumpf sich nicht bis zum Glenoid oder darüber hinaus retrahiere. 

Es könne jedoch sehr wohl eine Retraktion Grad III bis zum Glenoid ohne fettige 

Infiltration innerhalb weniger Wochen nach dem Trauma auftreten, was auf eine akute 

Läsion mit erheblicher muskulotendinöser Retraktion hinweise. Die von Dr. H.___ im 

MRI-Untersuchungsbericht vom 6. November 2019 erhobene Retraktion der 

Supraspinatussehne um ca. 2 cm (act. G 5.1.10), welche Dr. J.___ nach der 

Klassifikation von Patte dem Grad II zuordnet (act. G 5.1.108 f.), spricht demnach noch 

nicht gegen eine traumatische Rotatorenmanschettenläsion. Laut Swiss Medical Forum 

(S. 264) unterscheidet sich sodann die Entwicklungsdauer der fettigen Infiltration je 

4.3.3. 

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nachdem, ob eine traumabedingte oder eine allmählich fortschreitende 

Ausgangssituation vorliegt. Bei einer traumabedingten Ausgangssituation und bei 

massiven Läsionen (zwei oder mehr Sehnen) manifestiere sich die fettige Infiltration 

schneller. Ein Patient mit einer erheblichen fettigen Infiltration nach Goutallier (Grad III 

und IV) habe demzufolge wahrscheinlich eine bereits vorbestehende, nun 

dekompensierte Läsion entwickelt oder es sei zu einer akuten Vergrösserung einer 

bereits vorbestehenden Läsion gekommen. Eine erhebliche fettige Infiltration nach 

einer traumatischen Massenruptur könne sich innerhalb weniger Monate entwickeln. 

Während die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin in der Replik vom 17. 

November 2020 (act. G 7) festhält, Dr. H.___ beschreibe im MRI-Untersuchungsbericht 

vom 6. November 2019 eine leichte Verfettung Grad I nach Goutallier, vermag das 

Gericht aus dem Untersuchungsbericht nichts über eine Verfettung herauszulesen (vgl. 

act. G 5.1.10). Auch im Operationsbericht vom 29. November 2019, der für die 

Kausalitätsbeurteilung ebenso bedeutsam ist, weil die Arthroskopie gegenüber dem 

MRI durch direkten Einblick in die intraartikulären Strukturen in vielen Fällen eine 

nochmals feinere diagnostische Differenzierung zulässt (Pschyrembel, a.a.O., S. 153 f.; 

Debrunner, a.a.O., S. 247 f., 725 f.), wird von Dr. F.___ keine Verfettung der Muskulatur 

erwähnt (vgl. act. G 5.1.32). Vor diesem Hintergrund ist festzuhalten, dass eine 

traumabedingte Rotatorenmanschettenruptur auch unter Berücksichtigung des 

radiologischen Unterscheidungskriteriums "Atrophie und Verfettung der Muskulatur" 

nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen 

werden kann.

Ausfransungen und Ostophyten werden sodann von Dr. H.___ im MRI-Unter­

suchungsbericht (act. G 5.1.10) und von Dr. F.___ im Operationsbericht vom 29. 

November 2019 (act. G 5.1.32) ebenfalls nicht explizit erwähnt. Als entsprechender 

Befund erhob jedoch Dr. H.___ eine moderate AC-Arthrose (act. G 5.1.10). Abgesehen 

davon, dass eine AC-Gelenksarthrose laut Swiss Medical Forum (S. 263 f.) nicht in 

kausalem Zusammenhang mit einer Rotatorenmanschettenläsion steht, dürfte 

zumindest in einer moderaten Arthrose kein ausschlaggebender Hinweis für eine nur 

degenerative Rotatorenmanschettenläsion gesehen werden. Im Operationsbericht von 

Dr. F.___ wird im Übrigen eine Arthrose überhaupt nicht erwähnt (act. G 5.1.32).

4.3.4. 

Gemäss MRI-Bericht von Dr. H.___ wies das Acromion der Beschwerdeführerin 

vor der Operation eine Konfiguration Typ I nach Bigliani auf (act. G 5.1.10). Dr. F.___ 

nahm am 29. November 2019 eine Acromioplastik vor (act. G 5.1.32). Laut dem im 

Swiss Medical Forum veröffentlichten Artikel wird die Morphologie des Acromions als 

ursächlicher Faktor für die Entstehung einer Rotatorenmanschettenläsion in der 

4.3.5. 

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Literatur kontrovers diskutiert. Die Morphologie des Acromions nach Bigliani und der 

abfallende Acromionverlauf würden nicht eindeutig mit Läsionen der 

Rotatorenmanschette assoziiert. Die einzige eindeutig mit 

Rotatorenmanschettenläsionen assoziierte Veränderung sei eine Azetabulisierung des 

Acromions. Eine solche Morphologie liegt im konkreten Fall aber nicht vor.

Zusammenfassend ist mithin festzuhalten, dass sich auch aus den von Dr. J.___ 

und Dr. I.___ genannten radiologischen Kriterien und aus der übrigen konkreten 

radiologischen Befundsituation keine Hinweise auf bedeutsame Vorzustände ergeben, 

welche eine traumatisch verursachte Rotatorenmanschettenläsion als 

unwahrscheinlicher annehmen lassen als eine degenerative 

Rotatorenmanschetteläsion. Im Übrigen lässt sich aus allenfalls vorhandenen 

degenerativen Vorzuständen nicht ohne weiteres ableiten, der Unfall habe nicht zur 

Ruptur beigetragen. Denkbar ist auch, dass die Vorzustände zwar ein Einreissen 

erleichtern, es ohne Unfallereignis aber gleichwohl nicht zur Ruptur gekommen wäre.

4.3.6. 

Auch aufgrund der Ausführungen von Dr. J.___ (act. G 5.1.109 f.) bezüglich einer 

Frozen shoulder und einer von Dr. F.___ MR-tomographisch gesehenen Totalruptur der 

Supraspinatussehne mit deutlichem Kinking als angeblichem Anzeichen einer definitiv 

posttraumatischen Situation (act. G 5.1.11) kann eine traumatische Verursachung der 

Supraspinatussehne nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

ausgeschlossen werden.

4.4. 

Die Ausführungen bezüglich Frozen shoulder betreffen nicht die Frage der 

Kausalität der Supraspinatussehnenruptur, sondern die Operationsindikation und den 

Operationserfolg. Bei einer Frozen shoulder handelt es sich sodann um eine 

schmerzhafte Funktionseinschränkung der Gelenkbeweglichkeit, womit also 

grundsätzlich nur eine funktionelle, keine pathologisch-anatomische Diagnose vorliegt. 

Eine Frozen shoulder stellt keine degenerative oder eine traumatische Läsion dar, 

sondern entsteht durch degenerative Prozesse oder sekundär in Folge einer 

traumatischen Verletzung (vgl. Debrunner, a.a.O., S. 733; Pschyrembel, a.a.O., S. 611; 

Roche Lexikon, a.a.O., S. 1430). Insofern räumt selbst Dr. J.___ schlüssig ein (act. G 

5.1.109 f.), dass sich aus dem allfälligen Vorliegen einer solchen sowie aus dem 

Umstand, dass sich drei Monate postoperativ noch keine objektiv erkennbare 

Verbesserung im Vergleich zum präoperativen Zustand zeige, kein direkter 

Zusammenhang zur Kausalität ableiten lasse. Es dürfe jedoch die Frage aufgeworfen 

werden, ob mit der durchgeführten Operation wirklich diejenigen Strukturen 

angegangen worden seien, welche für die Beschwerden der Beschwerdeführerin 

4.4.1. 

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5.

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass an der Zuverlässigkeit der Beurteilungen von 

Dr. J.___ und Dr. I.___, wonach die Supraspinatussehnenruptur links mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit ein degenerativer Vorzustand sei, bedeutsame Zweifel bestehen. 

Gegen die von den beratenden Ärzten der Beschwerdegegnerin an sich richtig 

beleuchteten Faktoren liegen im konkreten Fall Hinweise vor, aufgrund welcher eine 

traumatische Ursächlichkeit nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden kann. Allerdings enthält der 

Untersuchungsbericht von Dr. F.___ vom 8. November 2019 (act. G 5.1.11) keine 

ausführliche und umfassende Kausalitätsbeurteilung, Dr. C.___ verfügt nicht über einen 

Facharzttitel, der ihn als Schulterspezialist ausweisen würde, und bei beiden Ärzten 

handelt es sich um behandelnde Ärzte (vgl. dazu BGE 135 V 470 E. 4.5; Urteile des 

Bundesgerichts vom 12. Februar 2010, 8C_907/2009, E. 1.1, und vom 27. Mai 2008, 

9C_24/2008, E. 2.3.1). Gestützt auf diese medizinische Aktenlage ist es daher dem 

Gericht nicht möglich, abschliessend zu beurteilen, ob die Supraspinatussehnenläsion 

links durch den Unfall vom 29. September 2019 verursacht wurde oder ob ihr ein 

degenerativer Vorzustand zugrunde liegt. Die Beschwerdegegnerin wäre gestützt auf 

den Untersuchungsgrundsatz (Art. 43 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil 

des Sozialversicherungsrecht [ATSG; SR 830.1]) zur Vornahme weiterer medizinischer 

verantwortlich gewesen seien. Im vorliegenden Fall ist unbestritten, dass bei der 

Beschwerdeführerin eine symptomatische Totalruptur der Supraspinatussehne 

gegeben war, welche von Dr. F.___ am 29. November 2019 grundsätzlich therapeutisch 

nachvollziehbar arthroskopisch rekonstruiert wurde (act. G 5.1.32; vgl. dazu AWMF-

Leitlinien, S. 26; Debrunner, a.a.O., S. 730; Pschyrembel, a.a.O., S. 1577). Ihre Genese 

gilt es hier zu beurteilen. Ob vor der Operation allenfalls eine Frozen shoulder 

vorgelegen hat, aufgrund welcher laut Dr. J.___ ein rekonstruktiver Eingriff an der 

Rotatorenmanschette kaum als lege artis anzusehen gewesen wäre, muss hier nicht 

beurteilt werden.

 Laut Dr. J.___ liegt es auf der Hand, dass eine abgelöste Supraspinatussehne in 

einem flüssigen Medium bzw. bei einer MRI-Untersuchung mit zuvor appliziertem intra­

artikulärem Kontrastmittel flottieren kann, so dass im vorliegenden Fall kaum von einem 

echten Kinking als vermeintlichem Zeichen einer posttraumatischen Situation die Rede 

sein könne (act. G 5.1.110). Abgesehen davon, dass damit offensichtlich auch Dr. J.___ 

ein Kinking nicht definitiv auszuschliessen vermag, kann die alleinige Unsicherheit 

bezüglich des Vorliegens eines solchen die Ausführungen in den Erwägungen 4.2 ff. 

nicht in Frage stellen oder beseitigen.

4.4.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 20/20

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St.Galler Gerichte

Abklärungen hinsichtlich Unfallkausalität gehalten gewesen. Nachdem bereits geringe 

Zweifel an der Schlüssigkeit der Feststellungen beratender Ärzte und Ärztinnen von 

Versicherern ergänzende Abklärungen erforderlich machen, wird sie solche 

nachzuholen haben (vgl. Erwägung 2.3). Die Angelegenheit ist deshalb zur 

Veranlassung einer versicherungsexternen fachmedizinischen Abklärung an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

6.  

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. Die Beschwerde wird dahingehend gutgeheissen, dass der Einspracheentscheid 

vom 14. Juli 2020 aufgehoben und die Sache zu ergänzenden Abklärungen im Sinne 

der Erwägungen und anschliessend neuer Verfügung hinsichtlich 

Anspruchsberechtigung der Beschwerdeführerin auf Versicherungsleistungen über den 

10. November 2019 hinaus an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen wird.

2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung 

von Fr. 4'000.-- auszurichten.

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde vom 24. August 2020 

(act. G 1) unter Aufhebung des Einspracheentscheids vom 14. Juli 2020 (act. G 5.1.88 

ff.) dahingehend gutzuheissen, dass die Streitsache zu ergänzenden Abklärungen im 

Sinne der Erwägungen und anschliessend neuer Verfügung hinsichtlich 

Anspruchsberechtigung der Beschwerdeführerin auf Versicherungsleistungen über den 

10. November 2019 hinaus an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen wird.

6.1. 

Gerichtskosten sind keine zu erheben (aArt. 61 lit. a ATSG in der bis 31. Dezember 

2020 gültigen, für das vorliegende Verfahren gemäss Art. 83 ATSG noch anwendbaren 

Fassung).

6.2. 

Die Beschwerdegegnerin hat bei diesem Verfahrensausgang Anspruch auf eine 

Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG). Es rechtfertigt sich, die Entschädigung - wie 

in vergleichbaren Fällen üblich - auf pauschal Fr. 4'000.-- (einschliesslich Barauslagen 

und Mehrwertsteuer) festzulegen. 

6.3. 

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	Entscheid Versicherungsgericht, 14.06.2021
	Art. 6 UVG: Rückweisung zu weiteren Abklärungen der Unfallkausalität einer Supraspinatussehnenläsion (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 14. Juni 2021, UV 2020/58).

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