# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ffbb565f-f7be-5313-9c20-8ba9fdc009e0
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2007-05-24
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 24.05.2007 BH.2007.6
**Docket/Reference:** BH.2007.6
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_BH-2007-6_2007-05-24

## Full Text

Beschwerde gegen die Abweisung des Haftentlassungsgesuchs (Art. 52 Abs. 2 BStP);;Beschwerde gegen die Abweisung des Haftentlassungsgesuchs (Art. 52 Abs. 2 BStP);;Beschwerde gegen die Abweisung des Haftentlassungsgesuchs (Art. 52 Abs. 2 BStP);;Beschwerde gegen die Abweisung des Haftentlassungsgesuchs (Art. 52 Abs. 2 BStP)

Entscheid vom 24. Mai 2007  
I. Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Emanuel Hochstrasser, Vorsitz, 
Alex Staub und Tito Ponti 
Gerichtsschreiber David Heeb  

   
 
Parteien 

  
A., amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Rolf Liniger,  

Beschwerdeführer 
 

 gegen 
   

BUNDESANWALTSCHAFT,  
 

Beschwerdegegnerin 
 

Vorinstanz  EIDGENÖSSISCHES UNTERSUCHUNGSRICH-
TERAMT,  
 

Gegenstand  Beschwerde gegen die Abweisung des Haftentlas-
sungsgesuchs (Art. 52 Abs. 2 BStP) 

 
 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

Geschäftsnummer:  BH.2007.6 
 
 
 

 

 

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Sachverhalt: 
 

A. Die Schweizerische Bundesanwaltschaft (nachfolgend „Bundesanwalt-
schaft“) führt gegen A. und Mitbeteiligte ein gerichtspolizeiliches Ermitt-
lungsverfahren wegen des Verdachts der Förderung der Prostitution und 
des Menschenhandels, ausgehend von einer kriminellen Organisation.  

 
 
B. Im Rahmen dieses Verfahrens eröffnete die Bundesanwaltschaft gegen A. 

am 28. März 2006 die Haft. Die Festnahme erfolgte gleichentags. Am 
19. April 2006 wies das Haftgericht III Bern-Mittelland das erste Haftgesuch 
ab. Das zweite Haftentlassungsgesuch wurde am 31. August 2006 letztin-
stanzlich vom Bundesgericht abgewiesen (act. 1.6). Mit Entscheid vom 27. 
Oktober 2006 wies das Eidg. Untersuchungsrichteramt (nachfolgend „Un-
tersuchungsrichteramt“) das dritte Gesuch ab, welches unangefochten in 
Rechtskraft erwuchs. 

 
 
C. Mit Eingabe an das Untersuchungsrichteramt vom 23. März 2007 ersuchte 

A. erneut um Entlassung aus der Haft (act. 1.2). Die Bundesanwaltschaft 
widersetzte sich diesem Begehren mit Stellungnahme vom 28. März 2007 
(act. 1.7). Mit Replik vom 10. April 2007 bestätigte A. seine gestellten An-
träge (act. 1.3).  

 
 
D. Das Untersuchungsrichteramt wies das Haftentlassungsgesuch mit Verfü-

gung vom 12. April 2007 ab und erkannte, dass A. in Haft zu bleiben habe. 
Die Kosten von Fr. 400.-- wurden zur Hauptsache geschlagen (act. 1.1). Im 
Wesentlichen wird geltend gemacht, dass Flucht- und Kollusionsgefahr be-
stehe.  

 
 
E. Mit Beschwerde vom 23. April 2007 beantragt A. bei der I. Beschwerde-

kammer des Bundesstrafgerichts die Aufhebung des Entscheides des Un-
tersuchungsrichters vom 12. April 2007 (Antrag 1) und seine unverzügliche 
Entlassung aus der Untersuchungshaft (Antrag 2), eventualiter sei er un-
verzüglich gegen angemessene Sicherheit aus der Untersuchungshaft zu 
entlassen (Antrag 2.1), er sei infolge Mittellosigkeit von der Tragung der 
Verfahrens- und Anwaltskosten freizustellen (Antrag 3), unter Kosten- und 
Entschädigungsfolgen (Antrag 4 [act. 1]). Zur Begründung wird namentlich 
darauf hingewiesen, dass keine Flucht- und Kollusionsgefahr bestehe. Zu-
dem werde sowohl unter dem Aspekt des Beschleunigungsgebotes als 

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auch im Hinblick auf ein mögliches Strafmass der Grundsatz der Verhält-
nismässigkeit verletzt.  

 
 

F. Mit Schreiben vom 25. April 2007 verzichtet das Untersuchungsrichteramt 
auf eine Beschwerdeantwort (act. 4). Die Bundesanwaltschaft schliesst mit 
Beschwerdeantwort vom 30. April 2007 auf kostenfällige Abweisung der 
Beschwerde (act. 6). 

 
 
G. Mit Replik vom 2. Mai 2007 hält A. am Beschwerdeantrag fest (act. 7).  
 
 
H. Die Bundesanwaltschaft und das Untersuchungsrichteramt verzichten mit 

ihren Schreiben vom 7. Mai 2007 auf eine Beschwerdeduplik (act. 10 und 
act. 11). 

 
 
 
Die I. Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 

 
1.  
1.1 Die Beschwerde ist gegen Amtshandlungen und wegen Säumnis des Un-

tersuchungsrichters zulässig, insbesondere gegen die Abweisung eines 
Haftentlassungsgesuchs durch den Untersuchungsrichter (Art. 52 Abs. 2 
und Art. 214 Abs. 1 BStP, Art. 28 Abs. 1 lit. a SGG; vgl. Urteil des Bundes-
gerichts 1S.25/2005 vom 14. September 2005). Ist die Beschwerde gegen 
eine Amtshandlung des Untersuchungsrichters gerichtet (Art. 214 Abs. 2 
BStP), so ist sie innert fünf Tagen, nachdem der Beschwerdeführer von der 
Amtshandlung Kenntnis erhalten hat, einzureichen (Art. 217 BStP). 

 
1.2 Der Beschwerdeführer ist durch die Verweigerung der Entlassung aus der 

Untersuchungshaft beschwert und deshalb zur Beschwerde legitimiert. Die 
Beschwerde wurde fristgerecht eingereicht. Auf die Beschwerde ist dem-
nach einzutreten. 

 
 
2. Untersuchungshaft setzt gemäss Art. 44 BStP voraus, dass gegen den Be-

schuldigten ein dringender Tatverdacht wegen eines Verbrechens oder 
Vergehens besteht und zusätzlich, dass einer der besonderen Haftgründe 
der Kollusions- oder der Fluchtgefahr gegeben ist (TPF BH.2006.28 vom 
18. Dezember 2006 E. 2). Sodann hat die Untersuchungshaft im öffentli-

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chen Interesse zu liegen und dem Verhältnismässigkeitsprinzip zu genügen 
(TPF BH.2006.23 vom 7. September 2006 E. 2.1). 

 
 
3.  
3.1 Ein dringender Tatverdacht liegt dann vor, wenn erstens nach dem gegen-

wärtigen Stand der Ermittlungen oder Untersuchungen aufgrund konkreter 
Anhaltspunkte eine hohe Wahrscheinlichkeit für ein bestimmtes strafbares 
Verhalten des Beschuldigten besteht und zweitens keine Umstände ersicht-
lich sind, aus denen schon zum Zeitpunkt der Anordnung der Untersu-
chungshaft oder deren Fortsetzung geschlossen werden kann, dass eine 
Überführung und Verurteilung scheitern werde. Während zu Beginn eines 
Strafverfahrens eine noch wenig präzise Verdachtslage ausreicht, um Haft 
anzuordnen oder aufrechtzuerhalten, hat sich diese mit zunehmender Ver-
fahrensdauer zu konkretisieren (TPF BH.2006.19 vom 10. August 2006 
E. 2.1, TPF BH.2006.12 vom 14. Juni 2006 E. 2.1, TPF BH.2006.11 vom 
6. Juni 2006 E. 2.1, TPF BH.2006.8 vom 24. April 2006 E. 2.1, TPF 
BH.2006.5 vom 6. April 2006 E. 4.1; je m.w.H.). 

 
3.2 Der anfänglich vom Haftgericht III Bern-Mittelland mit Entscheid vom 

30. März 2006 festgestellte dringende Tatverdacht hat sich während der 
Untersuchung durch zahlreiche belastende Aussagen von diversen Aus-
kunftspersonen weiter erhärtet (vgl. Stellungnahme der Beschwerdegegne-
rin zum Haftentlassungsgesuch vom 28. März 2007, S. 3 [act. 1.7]). Dies-
bezüglich kann beispielsweise auf die Aussagen von B. vom 12. bzw. 
20. Oktober 2006 (act. 5.9 und act. 5.10), die Aussagen von C. vom 17., 
18. und 20. Oktober 2006 (act. 5.12, act. 5.13 und act. 5.14) sowie die 
Aussagen von D. vom 1. Februar 2007 (act. 5.11) verwiesen werden, wel-
che sich bezüglich des Tatverdachts mit den Aussagen der bereits einver-
nommen Prostituierten decken (vgl. Stellungnahme der Beschwerdegegne-
rin zum Haftentlassungsgesuch vom 28. März 2007, S. 3 [act. 1.7]). Nach-
dem der Beschwerdeführer den allgemeinen Haftgrund des dringenden 
Tatverdachtes nicht bestreitet, kann auf weitere Ausführungen dazu ver-
zichtet werden. 

 
 

4.  
4.1 Der Beschwerdeführer bestreitet den Haftgrund der Kollusionsgefahr, da 

sämtliche Abklärungen vorgenommen und die Aussagen der Belastungs-
zeuginnen gesichert seien (act. 1.2). Die im Rahmen des Rechtshilfege-
suchs noch zu befragenden Personen in Brasilien seien dem Beschwerde-
führer nicht bekannt (act. 1). Es gebe deshalb keine konkreten Anhalts-

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punkte für die Annahme einer Kollusionsgefahr. Im Zusammenhang mit 
dem Vorwurf der Urkundenfälschung betreffend eines Darlehensvertrages 
zwischen E. und der F. AG bestehe ebenfalls keine Kollusionsgefahr. Die 
Grundlagen für eine objektive Abklärung des Vorwurfs seien vorhanden 
(act. 1) und der Auftrag sei erteilt worden (act. 7). Das Gutachten könne ob-
jektiv und fern von jeder Möglichkeit einer Beeinflussung durch den Be-
schwerdeführer durchgeführt werden (act. 1).  

 
4.2 In Bezug auf die Verdunkelungsgefahr kann auf die Feststellungen im Ent-

scheid des Bundesgerichts vom 31. August 2006 verwiesen werden 
(act. 1.6). Laut der im erwähnten Entscheid zitierten Praxis des Bundesge-
richts muss gerade im Prostitutionsmilieu in der Regel von einer erhöhten 
Gefahr von Druckversuchen bzw. Kollusionsneigung ausgegangen werden. 
In begründeten Fällen kann die Verdunkelungsgefahr auch nach erfolgter 
Befragung der relevanten Gewährspersonen noch weiter fortbestehen 
(BGE 132 I 21, 23 ff. E. 3.2-3.5 [act. 1.6, S. 6]). Entsprechendes muss laut 
Bundesgericht umso mehr im Umfeld des mutmasslichen organisierten 
Menschenhandels bzw. der gewerbsmässigen Förderung der Prostitution 
gelten (act. 1.6, S. 6). Konkrete Anhaltspunkte für die Kollusionsgefahr 
können sich namentlich aus dem bisherigen Verhalten des Angeschuldig-
ten im Strafprozess (Aussageverhalten, Kooperationsbereitschaft, Neigung 
zu Kollusion usw.), aus seinen persönlichen Merkmalen (Leumund, allfälli-
ge Vorstrafen usw.), aus seiner Stellung und seinen Tatbeiträgen im Rah-
men des untersuchten Sachverhaltes sowie aus den persönlichen Bezie-
hungen zwischen ihm und den ihn belastenden Personen (Art der berufli-
chen, freundschaftlichen, familiären und sozialen Kontakten) ergeben (Ur-
teil des Bundesgerichts 1P.775/2006 vom 15. Dezember 2006 E. 3.1). 

 
4.3 Zwar haben im Strafverfahren die meisten Einvernahmen schon stattge-

funden. Der Beschwerdeantwort der Beschwerdegegnerin vom 30. April 
2007 ist aber zu entnehmen, dass in nächster Zeit noch einige Ermittlungs-
handlungen geplant seien (z.B. rechtshilfeweise Durchführung parteiöffent-
licher Einvernahmen in Brasilien, Schlusseinvernahme von zwei Mitbe-
schuldigten, Einvernahme einer weiteren Auskunftsperson, Befragung wei-
terer Zeugen und Auskunftspersonen [act. 6, S. 4]). Bei einer sofortigen 
Haftentlassung würde die grosse Gefahr bestehen, dass der Beschwerde-
führer versuchen würde, das Aussageverhalten der Frauen zu beeinflus-
sen, weil er entgegen seinen Ausführungen die zu befragenden Frauen 
kennt und auch über die nötigen Kontaktmöglichkeiten verfügt. Bei den zu 
befragenden Frauen in Brasilen handelt es sich nämlich um Frauen, welche 
in seinem Etablissement gearbeitet haben (vgl. Beschwerdeantwort der 
Beschwerdegegnerin vom 30. April 2007, S. 2 [act. 6]). Entsprechend den 

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zutreffenden Ausführungen der Beschwerdegegnerin in ihrer Stellungnah-
me zum Haftentlassungsgesuch vom 28. März 2007 ist deshalb davon 
auszugehen, dass der Beschwerdeführer beispielsweise über C. versuchen 
würde, das Aussageverhalten der Frauen in Brasilien zu beeinflussen 
(act. 1.7). Immerhin spricht C. portugiesisch und war für den Beschwerde-
führer schon in Brasilien (BKP-Befragung vom 18. Oktober 2006, S. 2 
[act. 5.13]). Zudem hat sie vom Beschwerdeführer ein Darlehen erhalten 
(BKP-Befragung vom 17. Oktober 2006, S. 6 [act. 5.12]), arbeitete eng mit 
dem Beschwerdeführer zusammen (BKP-Befragung vom 17. Oktober 
2006, S. 4 [act. 5.12]) und könnte allenfalls ein eigenes Interesse am Aus-
sageverhalten der Frauen haben (vgl. dazu Stellungnahme der Beschwer-
degegnerin zum Haftentlassungsgesuch vom 28. März 2007, S. 5 [act. 1.7]. 
Des Weitern ist darauf hinzuweisen, dass nach den unbestrittenen Ausfüh-
rungen der Beschwerdegegnerin in ihrer Beschwerdeantwort vom 30. April 
2007 G., welcher nach den Aussagen der einvernommenen Frauen auf de-
ren Familienangehörige Druck ausgeübt haben soll, sich angeblich in Belo 
Horizonte aufhält (act. 6, S. 3). Alle diese Faktoren lassen die Kollusionsge-
fahr als erheblich erscheinen. Ebenso würde im Falle einer Haftentlassung 
die grosse Gefahr bestehen, dass der Beschwerdeführer hinsichtlich des 
Vorwurfs der Urkundenfälschung versuchen würde, auf E. Einfluss zu neh-
men. Diese Einflussmöglichkeit besteht entgegen der Auffassung des Be-
schwerdeführers unabhängig vom mittlerweile am 19. April 2007 angeord-
neten Schriftgutachten (act. 6.1). Des Weitern ist zu beachten, dass laut 
den unbestrittenen Ausführungen der Beschwerdegegnerin in ihrer Be-
schwerdeantwort vom 30. April 2007 die Prostituierten ausgesagt haben, 
dass sie jeweils vom Beschwerdeführer im Hinblick auf allfällige Polizeikon-
trollen in seinen Etablissements Verhaltensinstruktionen erhalten haben 
(act. 6, S. 3). Dieses Beispiel verdeutlicht eindrücklich die konkrete Kollusi-
onsneigung des Beschwerdeführers. Im Übrigen sind die mangelnde Ko-
operationsbereitschaft des Beschwerdeführers im Strafverfahren (vgl. Be-
schwerdeantwort der Beschwerdegegnerin vom 30. April 2007, S. 3 
[act. 6]) sowie das gegen ihn vor dem Obergericht des Kantons Solothurn 
geführte Strafverfahren (STKU.2003.5) (vgl. Beschwerde des Beschwerde-
führers vom 23. April 2007, S. 8, [act. 1] sowie das Haftentlassungsgesuch 
des Beschwerdeführers vom 23. März 2007, S. 3 [act. 1.2]) weitere konkre-
te Indizien, welche für die Kollisionsgefahr sprechen.  

 
 

5. 
5.1 Der Beschwerdeführer bestreitet des Weitern den Haftgrund der Fluchtge-

fahr (act. 1 und act. 1.2). Er habe keine persönlichen oder geschäftlichen 
Beziehungen mehr in Brasilien. Zudem verfüge er nicht über das Geld, um 

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sich eine Reise ins Ausland finanzieren zu können.  
 

5.2 Fluchtgefahr besteht, wenn es aufgrund der persönlichen Situation des Be-
schuldigten und der Gesamtheit der Umstände wahrscheinlich ist, dass er 
sich der Strafverfolgung oder dem Strafvollzug entzieht, falls er in Freiheit 
gelassen wird (Entscheid des Bundesgerichts 1P.430/2005 vom 29. Juli 
2005 E. 5.1 m.w.H., namentlich BGE 117 Ia 69, 70 E. 4a; TPF BH.2006.19 
vom 10. August 2006 E. 4). 

 
5.3 In Bezug auf die Fluchtgefahr kann vollumfänglich auf den Entscheid des 

Haftgerichtes III Bern-Mittelland vom 30. März 2006 verwiesen werden, wo 
der Haftgrund der Fluchtgefahr mit dem Hinweis auf die engen persönli-
chen und geschäftlichen Beziehungen des Beschwerdeführers zu Brasilien 
bejaht wurde (vgl. Entscheid der Vorinstanz vom 12. April 2007 E. 5.2 
[act. 1.1 und act. 5.2]). Diese Feststellungen gelten trotz der Haft nach wie 
vor. Aufgrund seiner früheren Tätigkeit im Prostitutionsmilieu ist davon aus-
zugehen, dass er nach wie vor über die nötigen Kontakte verfügt, um sich 
die finanziellen Mittel für eine Flucht zu besorgen, wie das Beispiel der 
Geldleistung von unbekannter Seite an seinen ehemaligen Rechtsanwalt H. 
eindrücklich zeigt (vgl. Protokoll der BA-Befragung vom 16. Februar 2007, 
S. 2 [act. 5.16]). Im Übrigen werden dem Beschwerdeführer wiederholt Dar-
lehen gewährt (vgl. Protokoll der BA-Befragung vom 16. Februar 2007, S. 8 
und S. 9 [act. 5.16]). Zudem hat der Beschwerdeführer Kontakte zu einem 
Kollegen aus Deutschland (vgl. Protokoll der BKP-Befragung vom 17. Ok-
tober 2006, S. 5 [act. 5.12]) und zu seinem Schwager in Brasilien (vgl. dazu 
die Stellungnahme der Beschwerdegegnerin zum Haftentlassungsgesuch 
vom 28. März 2007, S. 6 [act. 5.7]). Aufgrund des dringenden und weiter 
erhärteten Tatverdachtes hat sich zudem die Möglichkeit einer Verurteilung 
erhöht. Unter Berücksichtigung dieser Aspekte muss das Vorliegen einer 
Fluchtgefahr beim Beschwerdeführer trotz der familiären Verwurzelung in 
der Schweiz bejaht werden.  

 
 
6. Die Untersuchungshaft dauert seit dem 28. März 2006 und erweist sich an-

gesichts der Schwere der Tatvorwürfe nach wie vor als verhältnismässig. 
Die bisherige Haftdauer ist zur Zeit nicht in grosse Nähe der Freiheitsstrafe 
gerückt, welche im Falle einer strafrechtlichen Verurteilung droht (vgl. Stel-
lungnahme der Beschwerdegegnerin zum Haftentlassungsgesuch vom 
28. März 2007, S. 6 [act. 1.7] sowie Entscheid der Vorinstanz vom 12. April 
2007, S. 7 [act. 1.1]). Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers beste-
hen keine objektiven Anhaltspunkte für den Vorwurf, dass durch die Auf-
rechterhaltung der Haft das Beschleunigungsgebot verletzt werde. Wie sich 

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aus den Akten ergibt, handelt sich um komplexe Ermittlungen mit zahlrei-
chen Verfahrensbeteiligten (vgl. Entscheid des Bundesgerichts vom 
31. August 2006 E. 7 [act. 1.6]). Mit Rücksicht auf das Beschleunigungsge-
bot haben aber eine baldige Durchführung der in Aussicht gestellten Ein-
vernahmen und der Abschluss der Voruntersuchung zu erfolgen.  

 
 
7. Die eventualiter beantragten Ersatzmassnahmen („gegen angemessene 

Sicherheit aus der Untersuchungshaft zu entlassen“ [Antrag 2.1 der Be-
schwerde des Beschwerdeführers vom 23. April 2007]) sind nicht geeignet, 
den Untersuchungszweck sicherzustellen. Insbesondere erscheint der Vor-
schlag des Beschwerdeführers, es seien ihm Auflagen zu machen, wonach 
er keine einschlägigen Kontakte herstellen dürfe, wegen seiner erwähnten 
Kollusionsneigung nicht erfolgsversprechend. Aufgrund der erheblichen 
Kollusions- und Fluchtgefahr fallen Ersatzmassnahmen deshalb ausser Be-
tracht.  

 
Die Beschwerde ist somit als unbegründet abzuweisen. 

 
 

8. Den eingereichten Beilagen (act. 9.2 – act. 12) zum Gesuch um unentgelt-
liche Rechtspflege vom 23. April 2007 (act. 1) ist zwar zu entnehmen, dass 
der Beschwerdeführer mittellos sei. Seine Familie lebe von der Sozialfür-
sorge der Gemeinde Z. (Kt. SO [act. 9.1, act. 9.7 und act. 9.14]). Das Ge-
suchsformular wurde aber unvollständig ausgefüllt. Der Beschwerdeführer 
hat es nämlich trotz Aufforderung (act. 12, S. 2) unterlassen, im Formular 
um unentgeltliche Rechtspflege sein Vermögen, insbesondere seine Betei-
ligungswerte sowie seine Einkünfte vollständig anzugeben. Der Einver-
nahme von I. vom 18. Dezember 2006 ist beispielsweise zu entnehmen 
(act. 5.18), dass die Familie des Beschwerdeführers nach wie vor über ho-
he Einkünfte verfüge. Die Frau des Beschwerdeführers erhalte für die ver-
mieteten Etablissements monatlich Fr. 12'000.--. Aufgrund der ehelichen 
Beistandspflicht (Art. 159 ff. ZGB) hat sie den Beschwerdeführer finanziell 
zu unterstützen. Dies hat zur Folge, dass das Einkommen des Beschwer-
deführers seine Ausgaben bei Weitem übersteigt. Das Gesuch um unent-
geltliche Rechtspflege wird damit androhungsgemäss abgewiesen (vgl. da-
zu act. 12, S. 2); der Beschwerdeführer ist seiner Mitwirkungspflicht nicht 
vollständig nachgekommen und verfügt über genügend finanzielle Mittel zur 
Deckung seines Lebensunterhaltes.  

 
 
 

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9. Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer die Kosten 
zu tragen (Art. 66 Abs. 1 BGG), wobei die Gerichtsgebühr auf Fr. 1'500.--
festgesetzt wird (Art. 3 des Reglements über die Gerichtsgebühren vor dem 
Bundesstrafgericht vom 11. Februar 2004; SR 173.711.32).  

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Demnach erkennt die I. Beschwerdekammer: 
 
1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 
 
2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.  

 
3. Die Verfahrenskosten von Fr. 1'500.-- werden A. auferlegt.  

 
 

Bellinzona, 24. Mai 2007 
 
Im Namen der I. Beschwerdekammer 
des Bundesstrafgerichts 
 
Der Präsident:    Der Gerichtsschreiber:  
 
 

 
 
 
 
 
 

Zustellung an 
 
- Rechtsanwalt Rolf Liniger 
- Bundesanwaltschaft 
- Eidgenössisches Untersuchungsrichteramt 
 
Beilage: 

- 1 Einzahlungsschein  

 
Rechtsmittelbelehrung  

Gegen Entscheide der I. Beschwerdekammer über Zwangsmassnahmen kann innert 30 Tagen 
nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde geführt werden 
(Art. 79 und 100 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 17. Juni 2005; BGG). 
Das Verfahren richtet sich nach den Artikeln 90 ff. BGG. 

Eine Beschwerde hemmt den Vollzug des angefochtenen Entscheides nur, wenn der 
Instruktionsrichter oder die Instruktionsrichterin es anordnet (Art. 103 BGG).