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**Case Identifier:** b2340128-c72d-5f34-a0f5-70c52c21959e
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-09-15
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 15.09.2021 IV 2020/43
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2020-43_2021-09-15.pdf

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2020/43

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 01.04.2022

Entscheiddatum: 15.09.2021

Entscheid Versicherungsgericht, 15.09.2021
Art. 7 ATSG; Art. 8 ATSG; Art. 16 ATSG; Art. 17 ATSG; Art. 28 IVG: 
Wiederanmeldung. Gemäss unbestrittenem polydisziplinären Gutachten liegt 
aus psychiatrischer Sicht eine Arbeitsunfähigkeit von 30 % vor. 
Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit auf ausgeglichenem Arbeitsmarkt 
gegeben. Kein Abzug vom Invalidenabkommen wegen Leidens, 
Teilzeittätigkeit, langjähriger Abwesenheit vom Arbeitsmarkt, mangelnder 
Deutschkenntnisse, fehlender Qualifikation und Ausländerstatus (Entscheid 
des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 15. September 2021, 
IV 2020/43). Bestätigt durch Urteil des Bundesgerichts 8C_703/2021.

Entscheid vom 15. September 2021

Besetzung

Versicherungsrichterinnen Corinne Schambeck (Vorsitz) und Michaela Machleidt 

Lehmann, Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiberin Beatrix Zahner

Geschäftsnr.

IV 2020/43

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Gandi Calan, Anwaltskanzlei & Notariat Calan, 

Obere Bahnhofstrasse 26a, 9500 Wil SG,

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gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherter) meldete sich am 12. Dezember 2006 bei der 

Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug (berufliche Massnahmen) an, da er 

aufgrund eines Unfalls am 1. September 2005 mit erlittenem Quetschtrauma und 

nachfolgender Operation am 1. März 2006 den rechten Daumen nicht mehr richtig 

einsetzen könne (IV-act. 1; Bericht Spital B.___, IV-act. 16-28; Unfallmeldung UVG vom 

23. September 2005, Fremdakten, act. 5-1; Austrittsbericht Klinik für Hand-, 

Plastische- und Wiederherstellungschirurgie des Kantonsspitals St. Gallen [KSSG] vom 

10. März 2006, IV-act. 16-20 f.; Operationsbericht vom 1. März 2006, IV-act. 16-18 f.).

A.a. 

Nachdem in den Arztberichten der Klinik für Hand-, Plastische- und 

Wiederherstellungschirurgie des KSSG vom 11. Januar 2007 (IV-act. 7-2 f.) und von 

Dr. med. C.___, Facharzt für Allgemein- und Tropenmedizin, vom 9. Februar 2007 (IV-

act. 16-1 ff.) persistierende Schmerzen und eine depressive Entwicklung geschildert 

wurden, veranlasste die IV-Stelle ein psychiatrisches / rheumatologisches Gutachten 

(Gutachten vom 17. Januar 2008; Dr. med. D.___, Facharzt Psychiatrie und 

Psychotherapie und Dr. med. et sc. nat. E.___, Fachärztin für Rheumatologie; 

Untersuchungen vom 3. Januar 2008; IV-act. 51). Der psychiatrische Gutachter 

diagnostizierte eine leichte Anpassungsstörung mit Angst und Depression gemischt 

(ICD-10: F 43.22). Diese habe keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit; in körperlich 

adaptierten Tätigkeiten sei der Versicherte seit dem Unfall am 2. September 2005 voll 

arbeitsfähig (IV-act. 51-6 f.). Die rheumatologische Gutachterin formulierte als Diagnose 

A.b. 

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persistierende diffuse Schmerzen und Hypästhesien des Daumenengliedes rechts (IV-

act. 51-22). Arbeiten mit schwer- oder grobmanuellem Hantieren mit Werkzeugen in 

der rechten Hand, mit vibrierenden Maschinen, mit erhöhter Anforderung an die 

Feinmotorik der rechten Hand und mit mehr als seltener beidhändiger 

Lastenhandhabung von mehr als 10kg (IV-act. 51-9) sowie die bisherige Tätigkeit als 

Maschinenbediener der F.___ AG (Angaben Arbeitgeberin vom 24. Januar 2007, IV-

act. 8) bzw. als Betriebsmitarbeiter der G.___ AG (Angaben H.___ AG vom 14. Juni 

2007, IV-act. 36) seien nicht mehr zumutbar (IV-act. 51-8 f.). In einer adaptierten 

Tätigkeit bestehe ab 11. Januar 2007 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (IV-act. 51-8).

Die IV-Stelle schloss die eingeleitete Eingliederung bzw. gewährte 

Arbeitsvermittlung am 21. November 2008 ab, da der Versicherte nicht mitgewirkt habe 

bzw. sich subjektiv nicht arbeitsfähig fühle (Protokoll Eingliederung, IV-act. 59 f.; 

Mitteilung vom 5. Dezember 2008, IV-act. 64). Entsprechend dem Vorbescheid vom 

5. Dezember 2008 (IV-act. 66) wies sie das Leistungsgesuch betreffend Rente bei 

einem ermittelten IV-Grad von 10 % mit Verfügung vom 27. Januar 2009 ab (IV-

act. 69).

A.c. 

Der Versicherte musste sich am 15. März 2012 einer Kniegelenks-Arthroskopie bei 

gemäss MRT medialer Meniskusläsion (Operationsbericht, IV-act. 134) und am 8. März 

2016 einer Operation eines Rezidivs eines Ganglions an der linken Hand 

(Operationsbericht, IV-act. 133) unterziehen. Vom 19. Oktober bis 22. November 2016 

war er zur stationären Rehabilitation in der Klinik I.___, wo ihm eine chronische 

Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10: F45.41), eine 

rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradig (ICD-10: F33.1), eine 

generalisierte Angststörung mit Somatisierung (ICD-10: F41.1) sowie ein 

lumbospondylogenes Schmerzsyndrom bei leichtgradiger Degeneration der 

Intervertebralgelenke der kaudalen LWS L3 bis S1 und leicht- bis mittelgradiger 

Osteochondrose L4/L5 sowie Rest-Rezidivhernie L4/L5 mit Kompression der 

Nervenwurzel L5 links diagnostiziert wurden (Austrittsbericht vom 9. Januar 2017, IV-

act. 108). Am 11. Juli 2017 wurde dem Versicherten erneut ein Ganglionrezidiv am 

linken Handgelenk entfernt (Operationsbericht, IV-act. 110) und am 3. November 2017 

erfolgte bei diagnostiziertem chronisch lumbospondylogenem Schmerzsyndrom und 

Claudicatio radicularis L5 bei Diskopathie Pfirrmann Grad II bis III L4/5 und 

A.d. 

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Rezessusstenose L4/5 linksseitig mit Kompression der Nervenwurzel L5 (vgl. 

Konsultationsberichte Klinik J.___ vom 12. Juni 2017, IV-act. 109, vom 13. Juli 2017, 

IV-act. 111 und vom 20. September 2017, IV-act. 115) eine Versteifung L4/5 und 

Dekompression L4/5 links (Operationsbericht, IV-act. 118; Austrittsbericht Klinik J.___ 

vom 7. November 2017, IV-act. 119). Der Versicherte wurde vom 19. Februar bis 

30. März 2018 wiederum in der Klinik I.___ wegen einer rezidivierenden depressiven 

Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (F33.1), einer Agoraphobie (F40.0) sowie 

einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren 

(F45.41) behandelt (Austrittsbericht vom 20. April 2018, IV-act. 123).

Am 17. Mai 2018 meldete sich der Versicherte erneut zum Leistungsbezug an (IV-

act. 78). Die IV-Stelle aktualisierte den medizinischen Sachverhalt (Arztbericht med. 

pract. K.___, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 6. Juli 2018, IV-

act. 86, Arztbericht Dr. L.___ vom 23. Juli 2018, IV-act. 88; Bericht Klinik J.___ vom 

17. Dezember 2018, IV-act. 129) und ordnete daraufhin eine polydisziplinäre 

Begutachtung an (IV-act. 136).

A.e. 

Diese erfolgte durch die Medizinisches Gutachtenzentrum Region St. Gallen 

(MGSG) GmbH (Gutachten vom 9. November 2019; Dr. med. M.___, Facharzt für Innere 

Medizin; Dr. med. N.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie; Dr. med. O.___, 

Facharzt für Orthopädie; Dr. med. P.___, Fachärztin für Neurologie; Untersuchungen 

vom 14., 21. August und 6. September 2019; Evaluation der funktionellen 

Leistungsfähigkeit vom 3./4. September 2019; IV-act. 154). Die Experten 

diagnostizierten als die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigende Gesundheitsschäden eine 

Schmerzpersistenz nach Quetschtrauma des Daumenendglieds rechts 2005 sowie eine 

Läsion des medialen Restmeniskus bei Chondropathie des medialen Femurcondylus 

(IV-act. 154-32), eine neurologisch diskrete Sensibilitätseinschränkung und 

persistierende Schmerzsymptomatik des rechten Daumenendgliedes (IV-act. 154-104), 

eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10: 

F33.1) bei Zustand nach Anpassungsstörungen mit längerer depressiver Reaktion 

(ICD-10: F43.21), eine Agoraphobie (ICD-10: F40.0; IV-act. 154-130) sowie ohne 

Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit einen Status nach viermaliger Exzision eines dorsalen 

Handgelenksganglions 2007 bis 2017 und Abriss des Processus styloideus ulnae links, 

ein Lumbovertebralsyndrom bei Status nach TLIF L4/5 mit Dekompression links im 

A.f. 

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November 2017, eine Gonalgie des Kniegelenks mit fraglicher Chondropathie und 

reduziertem femorotibialem Alignement links, einen Fersensporn rechts und links sowie 

eine Adipositas (IV-act. 154-32), einen Status nach Spondylodese LWK 4-5 mit 

diskreter residueller Wurzelreizung L5 links und persistierenden Beschwerden eines 

lumbospondylogenen Schmerzsyndroms (IV-act. 154-104) und eine anhaltende 

somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4; IV-act. 154-130). Die Gutachter kamen 

zum Schluss, aus orthopädischer, neurologischer und internistischer Sicht bestehe in 

angepassten Tätigkeiten keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. In der bisherigen 

Tätigkeit betrage die Arbeitsfähigkeit aus orthopädischer und neurologischer Sicht 

50 % (IV-act. 154- 36 f.; IV-act. 154-106; IV-act. 154-61 f.). Der psychiatrische Experte 

attestierte - interdisziplinär führend - bei zumutbarer 100%iger Präsenz eine 

Leistungseinbusse von 40 % in der bisherigen und von 30 % in einer adaptierten 

Tätigkeit (IV-act. 154-139 f.).

Der RAD-Arzt Dr. Q.___, Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie, 

befand am 23. Oktober 2019, das Gutachten entspreche im Wesentlichen den 

geltenden versicherungsmedizinischen Kriterien (IV-act. 155).

A.g. 

Mit Vorbescheid vom 28. Oktober 2019 gewährte die IV-Stelle dem Versicherten 

das rechtliche Gehör zur vorgesehenen Abweisung des Gesuchs aufgrund eines 

Invaliditätsgrades von 30 % (IV-act. 158). Hiergegen erhob der Versicherte am 

28. November 2019 Einwand, er sei nicht in der Lage, 70 % zu arbeiten. Es stehe eine 

erneute Operation am Handgelenk bevor (IV-act. 162).

A.h. 

Am 20. Januar 2020 verfügte die IV-Stelle gemäss Vorbescheid. Zur Begründung 

führte sie aus, es seien keine medizinischen Akten eingereicht worden. Infolgedessen 

sei weiterhin von einer Arbeitsfähigkeit von 70 % in einer leidensangepassten Tätigkeit 

auszugehen. Bei einer Operation sei mit einer vorübergehenden Arbeitsunfähigkeit zu 

rechnen, die derzeit nicht berücksichtigt werden könne. Sollte eine längerfristige 

Arbeitsunfähigkeit resultieren, habe der Versicherte die Möglichkeit, sich erneut bei der 

Invalidenversicherung anzumelden (IV-act. 169-2 ff.).

A.i. 

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B.  

Gegen die Verfügung vom 20. Januar 2020 lässt A.___ (nachfolgend: 

Beschwerdeführer), vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. G. Calan, am 21. Februar 

2020 Beschwerde erheben (act. G 1) und diese mit Beschwerdeergänzung vom 28. Mai 

2020 (act. G 9) begründen. Er beantragt, die angefochtene Verfügung sei unter Kosten- 

und Entschädigungsfolgen auszuheben. Es sei ihm eine IV-Rente gestützt auf einen 

Invaliditätsgrad von mindestens 40 % zuzusprechen; eventualiter sei die Angelegenheit 

zur Ergänzung des Sachverhalts an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen 

(act. G 9). Weiter seien ihm die unentgeltliche Rechtspflege und unentgeltliche 

Rechtsverbeiständung zu bewilligen. Er bringt vor, die IV-Stelle verletze in der 

angefochtenen Verfügung das rechtliche Gehör bzw. die Begründungspflicht. Die 

angefochtene Verfügung sei alleine deshalb aufzuheben (act. G 1). Aufgrund des 

vielfältig eingeschränkten Zumutbarkeitsprofils sei die Verwertbarkeit seiner 

Arbeitsfähigkeit im ersten Arbeitsmarkt unrealistisch. Er habe seit seinem Aufenthalt in 

der Schweiz nur körperlich schwere Arbeiten ausgeführt. Es sei nicht nachvollziehbar, 

welcher Arbeitgeber ihn nach einem Beschäftigungsunterbruch von 15 Jahren und mit 

einer klar ausgewiesenen rheumatologischen und psychiatrischen Diagnose überhaupt 

beschäftigen solle. Die umschriebene leidensangepasste Tätigkeit sei dem 

schweizerischen Arbeitsmarkt fremd. Höchstens eine Bürotätigkeit käme in Frage. Eine 

solche Stelle zu finden sei für ihn als unqualifizierte Arbeitskraft von vornherein 

ausgeschlossen. Das von einem Arbeitgeber aufzubringende Entgegenkommen wäre 

unrealistisch, zumal er seit 15 Jahren nicht mehr erwerbstätig gewesen sei und sehr 

gebrochen Deutsch spreche. Sodann sei ihm weder ein Leidens- noch ein 

Teilzeitabzug gewährt worden, ohne dass dies begründet worden wäre. Die attestierte 

Arbeitsfähigkeit von 70 % könne er, wenn überhaupt, nur schwankend und damit 

schwer planbar erbringen. Dies sei lohnmindernd zu berücksichtigen. Zudem sei das 

Risiko von vermehrten krankheitsbedingten Absenzen einzukalkulieren. Aufgrund seiner 

gesundheitlichen Einschränkungen, seiner seit 15 Jahren Abwesenheit vom 

Berufsleben, seiner sehr schlechten Deutschkenntnisse, seiner fehlenden Qualifikation 

und seiner ausländischen Staatsangehörigkeit, sei ein Tabellenlohnabzug von 20 % 

angemessen. Somit habe er bei einem Invaliditätsgrad von 44 % Anspruch auf eine 

Viertelsrente (act. G 9).

B.a. 

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Mit Beschwerdeantwort vom 8. Juli 2020 beantragt die Beschwerdegegnerin die 

Abweisung der Beschwerde. Sie führt aus, die Begründung der angefochtenen 

Verfügung sei rechtsgenüglich. Zudem würde eine Verletzung der Begründungspflicht, 

wenn sie vorliegen würde, nicht derart schwer wiegen, dass eine Heilung im 

Beschwerdeverfahren angesichts der vollen Kognition der Beschwerdeinstanz nicht 

angenommen werden könne. Dem MGSG-Gutachten komme voller Beweiswert zu und 

es seien keine weiteren Abklärungen angezeigt. Für den Beschwerdeführer geeignet 

seien etwa leichtere Maschinenbedienungs-, Kontroll-, Sortier- und Prüfarbeiten. Selbst 

bei faktischer Einhändigkeit liege ein hinreichend grosser Arbeitsmarkt mit realistischen 

Betätigungsmöglichkeiten vor. Der Beschwerdeführer sei einerseits bereits vor Eintritt 

des Gesundheitsschadens als Maschinenbediener tätig gewesen, andererseits sei im 

Alter von lediglich 43 Jahren davon auszugehen, dass er sich die Fähigkeiten zum 

Bedienen von Computern und automatisierten Maschinen aneignen könne. Die 

Sprachprobleme und die seit dem Jahr 2005 vorliegende Abwesenheit vom 

Arbeitsmarkt seien bei solchen Tätigkeiten kein Hindernis. Dass dem 

Beschwerdeführer nur noch leichte Tätigkeiten mit weiteren einschränkenden Faktoren 

zumutbar seien, die geltend gemachte starke Einschränkung an der rechten Hand, die 

bereits bei der Schätzung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit berücksichtigten 

psychischen Aspekte und die dadurch bedingte verstärkte Rücksichtnahme seitens der 

Vorgesetzten und Arbeitskollegen rechtfertigten keinen Tabellenlohnabzug. Gemäss 

der einschlägigen Lohntabelle liege das Durchschnittseinkommen von Männern mit der 

Niederlassungsbewilligung C zwar unter demjenigen schweizerischer 

Staatsangehöriger, jedoch über dem für die Invaliditätsbemessung herangezogenen 

Durchschnittseinkommen. Zudem wäre von einem generellen Minderverdienst 

konsequenterweise auch beim Valideneinkommen auszugehen. Aufgrund der 

vollzeitlichen Arbeitsfähigkeit mit eingeschränkter Leistungsfähigkeit sei unter dem Titel 

Beschäftigungsgrad kein Tabellenlohnabzug zu gewähren. Ein Abzug infolge 

sprachlicher Schwierigkeiten lasse sich im Kompetenzniveau 1 ebenfalls nicht 

rechtfertigen. Die geltend gemachte Gefahr überdurchschnittlicher 

Krankheitsabsenzen, die schwankende Leistungsfähigkeit, der Bedarf nach besonderer 

Rücksichtnahme, ein erhöhter Betreuungsaufwand und die lange Abwesenheit vom 

Arbeitsmarkt berechtigten ebenfalls nicht zu einem (vorliegend rentenbegründenden) 

Tabellenlohnabzug (act. G 11).

B.b. 

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Auf die Vorbringen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge sowie die 

Akten wird, soweit für den Entscheid relevant, in den nachstehenden Erwägungen 

eingegangen.

Erwägungen

1.  

Die Präsidentin des Versicherungsgerichts bewilligt dem Beschwerdeführer am 

14. Juli 2020 die unentgeltliche Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten und 

unentgeltliche Rechtsverbeiständung; act. G 12).

B.c. 

Mit Replik vom 19. Oktober 2020 lässt der Beschwerdeführer geltend machen, 

seine in den Jahren 2000 bis 2005 erworbenen Kenntnisse als Maschinenbediener 

seien aufgrund der seitherigen Veränderungen der Technik und Maschinen nicht mehr 

nützlich. Die Sprachprobleme seien sehr wohl hinderlich, da Anweisungen und 

Bedienung in deutscher Sprache erfolgten. Entgegen der Annahme der 

Beschwerdegegnerin bzw. der von ihr angeführten Rechtsprechung stehe ihm kein 

genügend breites Spektrum an Verweistätigkeiten zur Verfügung (act. G 18).

B.d. 

Die Beschwerdegegnerin verzichtet am 18. November 2020 auf eine Duplik 

(act. G 20).

B.e. 

Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) umschreibt Invalidität als voraussichtlich 

bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. 

Erwerbsunfähigkeit ist der durch die gesundheitliche Beeinträchtigung verursachte und 

nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende Verlust der 

Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind 

ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. 

Eine Erwerbsunfähigkeit liegt nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar 

ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).

1.1. 

Für somatisch unklare Beschwerdebilder (somatoforme Schmerzstörung und 

gleichgestellte Diagnosen), psychische Erkrankungen wie namentlich Depressionen 

und Abhängigkeitserkrankungen ist der Beweis einer lang andauernden und 

1.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/21

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erheblichen gesundheitsbedingten Arbeitsunfähigkeit nach dem strukturierten 

Verfahren mittels Indikatoren zu führen (vgl. dazu BGE 145 V 226 E. 6; BGE 143 V 429 

E. 7.2; BGE 141 V 294 f., E. 3.5 f. und S. 298, E. 4.2). Er kann nur dann als geleistet 

betrachtet werden, wenn die Prüfung der massgeblichen Beweisthemen im Rahmen 

einer umfassenden Betrachtung ein stimmiges Gesamtbild einer Einschränkung in allen 

Lebensbereichen (Konsistenz) für die Bejahung einer Arbeitsunfähigkeit zeigt (BGE 143 

V 427, E. 6 a. E.).

Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 

831.20) besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person 

mindestens zu 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60 %, auf eine 

halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 %, und auf eine Viertelsrente, wenn sie 

mindestens zu 40 % invalid ist. Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 

Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum 

Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Valideneinkommen, Art. 16 ATSG).

1.3. 

Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im 

Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist (BGE 132 V 93 E. 4 mit Hinweisen). Die urteilenden Instanzen 

haben die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie 

umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des Beweiswertes eines 

Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, 

auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 

Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der 

medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchtet und ob 

die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit 

Hinweisen). Rechtsprechungsgemäss ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens 

eingeholten Gutachten von externen Spezialärzten und -ärztinnen, welche aufgrund 

eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten 

Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen 

gelangen, volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die 

1.4. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/21

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2.  

3.  

Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 227 E. 1.3.4; Urteil des 

Bundesgerichts vom 13. Februar 2019, 8C_801/2018, E. 4.3).

Im Sozialversicherungsrecht gelten der Untersuchungsgrundsatz und der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Das Gericht hat seinen 

Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. BGE 126 V 353 E. 5b; 

BGE 125 V 193 E. 2, je mit Hinweisen).

1.5. 

Vorliegend hat die Beschwerdegegnerin ein erstes Gesuch des Beschwerdeführers 

vom 12. Dezember 2006 (IV-act. 1) mit Verfügung vom 27. Januar 2009 (IV-act. 69) 

abgewiesen und ist dabei gestützt auf das bidisziplinäre Gutachten der Dres. D.___ und 

E.___ vom 17. Januar 2008 (IV-act. 51) von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit in der 

bisherigen und von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit 

ausgegangen (IV-act. 71).

2.1. 

Die Beschwerdegegnerin hat eine erhebliche Änderung des Invaliditätsgrads 

gemäss Art. 87 Abs. 2 und 3 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 

831.201) als glaubhaft gemacht erachtet, indem sie auf die Wiederanmeldung vom 

17. Mai 2018 (IV-act. 78) eingetreten ist und schliesslich eine Begutachtung angeordnet 

hat. Da ein Rentenanspruch mit rechtskräftig gewordener Verfügung vom 27. Januar 

2009 abgewiesen worden war (IV-act. 69), besteht ein allfälliger Rentenanspruch 

aufgrund der Wiederanmeldung vom 17. Mai 2018 frühestens ab 1. November 2018 

(Art. 29 Abs. 1 und 3 IVG) bzw. nach Ablauf des Wartejahres gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. 

b IVG (BGE 142 V 550 f. E. 3.1 f.; Urteil des Bundesgerichts vom 18. Februar 2016, 

9C_942/2015, E. 3.3.3). Die Beschwerdegegnerin hat gestützt auf das MGSG-

Gutachten vom 9. September 2019 eine erhebliche Veränderung des 

Gesundheitszustandes angenommen, zufolge derer in adaptierten Tätigkeiten im 

interdisziplinären Konsens aus psychiatrischer Sicht noch eine Arbeitsfähigkeit von 

70 % vorliege. Diese Einschätzung wird vom Beschwerdeführer nicht bestritten.

2.2. 

In formeller Hinsicht rügt die Beschwerdeführerin eine Verletzung der aus dem 

Anspruch auf die Gewährung des rechtlichen Gehörs fliessenden Begründungspflicht. 

Der in Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft 

(BV; SR 101), in Art. 42 ATSG sowie in Art. 49 Abs. 3 ATSG verankerte Anspruch 

beinhaltet, dass sich der Versicherungsträger mit den Vorbringen der Partei inhaltlich 

3.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/21

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4.  

auseinandersetzt und angibt, weshalb er diese nicht für erheblich hält, ihnen nicht folgt 

oder sie nicht berücksichtigt. Es müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt 

werden, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf welche sich ihr 

Entscheid stützt. Der Anspruch ist gewahrt, wenn die Begründung eine sachgerechte 

Anfechtung ermöglicht. Nicht erforderlich ist, dass sich die Verwaltung vorgängig mit 

jedem einzelnen Parteivorbringen einlässlich befasst (vgl. BGE 136 I 188 E. 2.2.1; Urteil 

des Bundesgerichts vom 10. Februar 2017, 8C_785/2016, E. 5.2; U. Kieser, 

Kommentar ATSG, 4. Aufl., Zürich 2020, Art. 42 Rz. 7, Art. 49 Rz 66). Die 

sozialversicherungsrechtliche Rechtsprechung lässt eine Heilung einer nicht besonders 

schwerwiegenden Gehörsverletzung zu, wenn die betroffene Person die Möglichkeit 

hat, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie 

auch die Rechtslage frei überprüfen kann (Kieser, a.a.O., Art. 42 Rz 15).

In der angefochtenen Verfügung wurden die Adaptionskriterien genannt und es 

wurde festgehalten, dass aus medizinischer Sicht in angepassten Tätigkeiten eine 

Arbeitsfähigkeit von 70 % bestehe und der Beschwerdeführer daher keinen Anspruch 

auf eine Rente habe. Weiter wurde ausgeführt, mit dem Einwand seien keine 

medizinischen Akten eingebracht worden, welche die bisherige (gutachterliche) 

Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in Frage zu stellen vermöchten, und dass aufgrund 

der vorgesehenen Operation lediglich mit einer vorübergehenden Arbeitsunfähigkeit zu 

rechnen sei (IV-act. 169). Da der Beschwerdeführer im Einwandverfahren noch nicht 

geltend gemacht hatte, er könne aufgrund der Einschränkungen seine Arbeitsfähigkeit 

nicht verwerten bzw. es sei ihm ein Tabellenlohnabzug zu gewähren, verletzt es die 

Begründungspflicht nicht, dass die Beschwerdegegnerin auf diese Punkte nicht näher 

einging. Es liegt demnach keine Gehörsverletzung vor.

3.2. 

Gemäss dem MGSG-Gutachten vom 9. September 2019 ist der Beschwerdeführer 

in einer adaptierten Tätigkeit aus somatischer (orthopädischer und neurologischer) 

Sicht voll arbeitsfähig (IV-act. 154-36 f.; IV-act. 154-106). Eine im Rahmen der 

Begutachtung durchgeführte Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit ergab eine 

mässige Symptomausweitung und eine erhebliche Selbstlimitierung (IV-act. 154-20 ff., 

35). Der orthopädische Gutachter führte aus, die Schmerzen und die konsekutive 

Bewegungseinschränkung im rechten Daumen könnten im Rahmen der Folgezustände 

eines Weichteilquetschtraumas interpretiert werden. Die Ursache der Schmerzen und 

der leicht abnormen Untersuchungsbefunde im linken Handgelenk bleibe bei fast 

normalem radiologischem Befund unklar (IV-act. 154-31). Auch die Schmerzen in der 

Lendenwirbelsäule sowie die präsentierten pathologischen objektiven (gemeint wohl: 

4.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/21

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subjektiven) Befunde könnten (aus orthopädischer Sicht) bei normalem postoperativem 

radiologischem Befund nicht objektiviert werden. Die Schmerzen im rechten 

Kniegelenk und die leicht pathologischen Untersuchungsbefunde desselben seien 

Folge des im MRI nachgewiesenen Risses im medialen Restmeniskus. Die Ursache der 

Beschwerden im linken Kniegelenk bleibe bei normalem klinischen und radiologischen 

Befund desselben unklar. Auf Grund der Untersuchungsbefunde könnten die 

Schmerzen plantar an der Ferse rechts und links als Fersensporn beurteilt werden. Eine 

Arbeitsunfähigkeit resultiere hieraus allerdings nicht, da das Krankheitsbild in der Regel 

erfolgreich therapiert werden könne (IV-act. 154-32). Ergänzend diagnostizierte die 

neurologische Gutachterin hinsichtlich der lumbalen Beschwerden eine residuelle 

Wurzelreizung L5 links und persistierende Beschwerden eines lumbospondylogenen 

Syndroms. Sie mass diesen aber keine (quantitative) Beeinträchtigung der 

Arbeitsfähigkeit zu und erklärte in diesem Zusammenhang, bei fehlenden fokal 

neurologischen Ausfällen von Seiten der LWS resultiere keine relevante 

Funktionseinschränkung (IV-act. 154-104). In den Berichten der Schulthess Klinik vom 

11. Dezember 2017 (IV-act. 121) und vom 17. Dezember 2018 (IV-act. 129) sowie im 

Austrittsbericht der Klinik I.___ vom 20. April 2018 (IV-act. 123) war von einer 

Claudicatio radicularis L5 mit starken Muskelverspannungen im lumbalen Bereich und 

davon die Rede, dass die angegebenen Beschwerden zu einer Claudicatio spinalis mit 

vor allem in den Fusssohlenbereich ausstrahlenden Schmerzen passten. Die 

neurologische Gutachterin hat die der LWS zuzuordnenden Beschwerden gewürdigt 

und in den Berichten der Klinik J.___ sowie der Klinik I.___ wurden keine objektiven 

Befunde beschrieben, welche entgegen der Gutachterin eine Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit begründen würden. Orthopädischerseits wurde anlässlich der 

Begutachtung zusätzlich zu den bereits im Jahr 2008 vorhandenen 

Gesundheitsbeeinträchtigungen eine Läsion des medialen Restmeniskus mit 

Chondropathie des medialen Femurcondylus rechts festgestellt und als die 

Arbeitsfähigkeit (qualitativ) beeinträchtigend beurteilt (IV-act. 154-37 f., 48). Im Übrigen 

erhoben bzw. berücksichtigten der orthopädische Gutachter und die neurologische 

Gutachterin die üblichen bildgebenden und klinischen Befunde vollständig (IV-

act. 154-13 ff.; IV-act. 154-102 f.), und es kann auf die gutachterliche Beurteilung 

abgestellt werden.

Der psychiatrische Gutachter hielt fest, seit einer LWS-Operation im November 

2017 lasse sich eine Verschlechterung des psychischen Zustandsbildes mit 

anhaltender mittelgradiger depressiver Episode erheben. Auch zum gegenwärtigen 

Untersuchungszeitpunkt fänden sich die entsprechenden Symptome mit 

niedergeschlagener Stimmung, verminderter Lust und Freude, mangelnder 

4.2. 

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Unternehmungslust und Affektstörungen mit einem verminderten affektiven 

Mitschwingen, ohne Stimmungsaufhellung bei Ablenkung. Zusätzlich habe der 

Beschwerdeführer seit etwa 2006 / 2007 eine Agoraphobie mit Panikattacken bei 

Menschenansammlungen oder bei Aufenthalt an unbekannten Orten entwickelt. Er 

äussere anhaltende schwere und quälende Schmerzen, somit könne eine anhaltende 

somatoforme Schmerzstörung diagnostiziert werden (IV-act. 154-31, 33). Die 

Schmerzen könnten durch eine organische Störung nicht vollständig erklärt werden 

und stünden in Verbindung mit den emotionalen Konflikten und psychosozialen 

Problemen. Es liessen sich im Zusammenhang mit der rezidivierenden depressiven 

Störung und der Agoraphobie emotionale Konflikte und ausgeprägte psychosoziale 

Belastungen, insbesondere mit finanziellen Problemen erheben und zusätzlich könne 

eine psychogene Überlagerung der körperlichen Beschwerden im Zusammenhang mit 

der rezidivierenden depressiven Störung angenommen werden (IV-act. 154-134). Der 

Gutachter legt sodann dar, dass die depressive Erkrankung und die Angststörung mit 

der Schmerzstörung in Zusammenhang stünden (IV-act. 154-134), weshalb plausibel 

erscheint, dass er letzterer keinen eigenständigen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit 

zuschreibt (IV-act. 154-130). Weiter führt er aus, beim Beschwerdeführer liessen sich 

keine Hinweise für eine Persönlichkeitsstörung, keine tief verwurzelten oder 

anhaltenden Verhaltensmuster erheben, die mit gestörter sozialer Funktions- und 

Leistungsfähigkeit einhergingen. Damit würden die Selbst- und Fremdwahrnehmung, 

Realitätsprüfung und Urteilsbildung, Affektsteuerung, Impulskontrolle, Intentionalität 

und der Antrieb lediglich durch die rezidivierende depressive Störung und Agoraphobie 

beeinträchtigt erscheinen (IV-act. 154-134). Hiermit nennt der Gutachter 

nachvollziehbar gleichzeitig die massgeblichen Befunde und die sich daraus 

ergebenden Einschränkungen.

Die Gutachter berücksichtigten die geklagten Beschwerden nur, soweit sie 

objektivierbar waren. So unterschied namentlich der orthopädische Gutachter klar, 

welche Beschwerden objektivierbar seien und berücksichtigte die im Rahmen der 

Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit beobachtete Symptomausweitung bzw. 

Selbstlimitierung (vgl. IV-act. 154-35), und die neurologische Gutachterin hielt fest, die 

Befunde der LWS verursachten keine erheblichen funktionellen Einschränkungen (IV-

act. 154-104). Der psychiatrische Gutachter wies auf Ressourcen beim 

Beschwerdeführer hin: Dieser fühle sich nicht arbeitsfähig und zeige nur wenige 

Aktivitäten im Tagesablauf. Trotzdem versorge er sich und den Haushalt weitgehend 

selbst, halte allfällige Termine ein und habe regelmässig soziale Kontakte mit einem 

Kollegen. Er hätte zum Untersuchungszeitpunkt gut kommunikationsfähig und gut 

kontaktfähig gewirkt sowie eine gewisse Motivation und Interessen gezeigt. Er würde 

4.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/21

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5.

Der Beschwerdeführer bringt vor, seine Arbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen ersten 

Arbeitsmarkt aufgrund der im Gutachten umfangreich genannten Adaptionskriterien 

und weiteren Einschränkungen (15 Jahre Abwesenheit vom Arbeitsmarkt, 

unqualifizierte Arbeitskraft, schlechte Deutschkenntnisse) nicht verwerten zu können. 

Die Beschwerdegegnerin macht geltend, dem Beschwerdeführer seien aufgrund des 

Belastungsprofils leichtere Maschinenbedienungs-, Kontroll-, Sortier- und Prüfarbeiten 

zumutbar.

Zeitung lesen und seinem Hobby Malen nachgehen (IV-act. 154-137). Ähnlich 

beschrieb die neurologische Gutachterin die Ressourcen (IV-act. 154-106). Zur 

Konsistenz führte der psychiatrische Experte aus, es sei eine relativ gleichmässige 

Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen zu 

erheben. Die vom Beschwerdeführer berichteten und geklagten Beschwerden seien 

trotz ungenauer anamnestischer Angaben in sich weitgehend konsistent und plausibel. 

Es liessen sich keine wesentlichen Diskrepanzen oder Widersprüche erheben. Auch 

seien die Untersuchungsergebnisse weitgehend valide und nachvollziehbar (IV-

act. 154-137). Die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit erfolgte ausdrücklich unter 

Ausschluss der IV-fremden psychosozialen Faktoren (IV-act. 154-39). Auch die 

neurologische Gutachterin fand in den Angaben des Beschwerdeführers und in der 

Aktenlage keine Inkonsistenzen (IV-act. 154-106). Die interdisziplinär führende 

Einschätzung des psychiatrischen Gutachters, wonach in angepassten Tätigkeiten bei 

zeitlich voller Arbeitsfähigkeit eine Leistungseinbusse von 30 % bestehe (IV-

act. 154-140), erscheint schlüssig und nachvollziehbar. Die nach dem strukturierten 

Beweisverfahren massgeblichen Indikatoren wurden berücksichtigt. Insgesamt ist 

daher gestützt auf das beweiskräftige Gutachten von einer - im Übrigen nicht mehr 

bestrittenen - 70%igen Arbeitsfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten auszugehen.

Die Möglichkeit einer versicherten Person, das verbliebene Leistungsvermögen auf 

dem allgemeinen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, hängt von den konkreten 

Umständen des Einzelfalls ab. Massgebend sind rechtsprechungsgemäss die Art und 

Beschaffenheit des Gesundheitsschadens und seiner Folgen, der absehbare 

Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand und in diesem Zusammenhang auch die 

Persönlichkeitsstruktur, vorhandene Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung, 

beruflicher Werdegang oder die Anwendbarkeit von Berufserfahrung aus dem 

angestammten Bereich. Beim ausgeglichenen Arbeitsmarkt handelt es sich um eine 

theoretische Grösse, so dass nicht leichthin angenommen werden kann, die 

5.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/21

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verbliebene Leistungsfähigkeit sei unverwertbar. Er umfasst auch sogenannte 

Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeitsangebote, bei denen Behinderte mit 

einem sozialen Entgegenkommen des Arbeitgebers rechnen können. Unverwertbarkeit 

der Restarbeitsfähigkeit ist insbesondere dann anzunehmen, wenn die zumutbare 

Tätigkeit in nur so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene 

Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem 

Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden 

einer entsprechenden Stelle daher zum Vornherein als ausgeschlossen erscheint (Urteil 

des Bundesgerichts vom 2. Dezember 2020, 8C_416/2020, E. 4 mit Verweisen).

Dem Beschwerdeführer sind an seine somatischen Beeinträchtigungen 

angepasste körperlich leichte Tätigkeiten, abwechselnd sitzend und stehend, ohne 

häufiges Gehen, insbesondere auf Treppen, Leitern und schrägen Ebenen, ohne 

kniende Positionen, ohne Kraftanwendung der rechten Hand und ohne feinkoordinative 

Arbeiten derselben zumutbar (IV-act. 154-36 f.). Der orthopädische Gutachter erhob 

eine Druckdolenz des gesamten Daumens rechts. Die Mobilität im Daumengrundgelenk 

sowie im Interphalangealgelenken rechts sei im Gegensatz zu links um 50 % reduziert, 

ansonsten seien komplette Extension der Finger und kompletter Faustschluss möglich 

(IV-act. 154-14). Der Gang sei langsam und die Beweglichkeit der Lendenwirbelsäule 

eingeschränkt (IV-act. 154-13). Zur Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit 

wurde im Wesentlichen festgehalten, wechselbelastende Tätigkeiten seien ideal. Bei 

längerem Sitzen seien Pausen zu empfehlen. Nach längerem Stehen oder Gehen gebe 

der Beschwerdeführer Schmerzen lumbal und in den Knien an. Aufgrund der 

Testbeobachtungen sei das Heben und Tragen von Lasten zwischen 5 kg und 10 kg 

möglich. Die Griffweite rechts sei eingeschränkt. Ein Glas könne gehoben werden, 

feinkoordinative Tätigkeiten rechts seien mässig eingeschränkt (IV-act. 154-21). 

Psychiatrisch adaptiert sind Arbeiten ohne erhöhte emotionale Belastung, ohne 

erhöhten Zeitdruck (Stressbelastung), ohne erforderliche geistige Flexibilität, ohne 

vermehrte Kundenkontakte, ohne Menschenansammlungen und ohne 

überdurchschnittliche Dauerbelastung (IV-act. 154-140).

5.2. 

Die im Rahmen der Begutachtung durchgeführte Evaluation der funktionellen 

Leistungsfähigkeit hat gerade auch zum Gegenstand, die Umsetzbarkeit des 

medizintheoretischen Leistungspotentials abzuklären. Hinweise auf eine fehlende 

Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit lassen sich ihr nicht entnehmen. Die 

bundesgerichtliche Rechtsprechung nimmt an, dass selbst für funktionell Einarmige, 

die nur noch leichte Arbeit verrichten können, auf dem massgebenden ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt genügend realistische Betätigungsmöglichkeiten bestehen (Urteile des 

5.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/21

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Bundesgerichts vom 1. April 2019, 8C_730/2018, E. 5.2.2 und vom 11. Dezember 

2019, 8C_495/2019, E. 4.2.2). Für den Beschwerdeführer, der nach dem 

orthopädischen Befund nicht als funktionell einarmig zu betrachten ist, kommen somit 

nicht ausschliesslich Bürotätigkeiten oder ähnliche geistige Arbeiten, die fundierte 

sprachliche Kenntnisse erfordern, in Frage. Im Übrigen kann er beispielsweise 

immerhin seine rechte Hand für sein Hobby Malen einsetzen (IV-act. 154-26, IV-

act. 154-100, 106). Einschränkend ist allerdings zu bedenken, dass der 

Beschwerdeführer aus psychiatrischer Sicht während einer reduzierten Arbeitszeit 

keine volle Leistung, sondern ganztägig eine reduzierte Leistung erbringen kann, und 

dies nur ohne Zeitdruck. Es dürfte deshalb in der Realität zwar ein Problem darstellen, 

dass z. B. automatisierte Anlagen oft nicht an das reduzierte Rendement des 

Beschwerdeführers angepasst werden können. Dennoch kann nicht davon 

ausgegangen werden, dass es auf dem hypothetisch ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

keine geeigneten Stellen im Bereich Produktion oder Lagerbewirtschaftung existieren. 

Zu denken ist an einfache Überwachungs-, Prüf- und Kontrolltätigkeiten sowie an die 

Bedienung von (halb-)automatischen Maschinen oder Produktionseinheiten, die keinen 

Einsatz des nicht mehr funktionstüchtigen Armes oder der nicht mehr einsetzbaren 

Hand voraussetzen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 1. April 2019, 8C_730/2018, 

E. 5.2.2). In den Akten der SUVA befinden sich Auszüge von DAP-Arbeitsplätzen aus 

dem Jahr 2007. Mindestens zwei davon sind nicht nur an die Folgen der 

Handverletzung des Beschwerdeführers angepasst, sondern auch bei frei wählbarer 

Körperposition und ohne Begehen von Treppen, Gerüsten oder unebenen Flächen 

sowie Hantierung schwererer Lasten (über 5 kg) durchführbar. Es handelt sich dabei 

um die Maschinen- und Anlageführung in der R.___ (Fremdakten, act. 50-16 f.) sowie 

um Sortierarbeiten in einem S.___ (Fremdakten, act. 50-18 f.). Wie die 

Beschwerdegegnerin zu Recht bemerkt, ist der Beschwerdeführer im Unterscheid zur 

Beschwerdeführerin im von ihm angerufenen Urteil des Bundesgerichts vom 

5. November 2018, 9C_304/2018, noch nicht in einem Alter (Jahrgang 1976), in 

welchem die ordentliche Pensionierung kurz bevorsteht. In den Akten deutet nichts 

darauf hin, dass er nicht in der Lage wäre, die Bedienung der zur Ausübung der 

körperlich möglichen Tätigkeiten notwendigen Anlagen zu erlernen. Seine frühere 

Erfahrung dürfte ihm, auch wenn sich die Technik inzwischen weiterentwickelt hat, 

dennoch behilflich sein. Von einer Unverwertbarkeit der 70%igen Restarbeitsfähigkeit 

kann daher nicht ausgegangen werden.

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6.  

Der Beschwerdeführer hat seine mehrjährige Arbeitsstelle bei der F.___ AG wegen 

Belastung des ehelichen Verhältnisses und der daraus resultierenden 

Anpassungsstörung verloren; die Ehefrau arbeitete im selben Unternehmen (vgl. IV-

act. 51-3). Invalidenversicherungsrelevante Gründe waren für den Stellenverlust nicht 

vordergründig. Der erlittene Unfall an der Hand ereignete sich erst ein paar Monate 

nach dem letzten Arbeitstag bei der F.___ AG. Die anschliessende Einsatztätigkeit bei 

der G.___ AG übte er während weniger als einem Monat aus. Sodann schöpfte der 

Beschwerdeführer bei dieser Tätigkeit seine Arbeitsfähigkeit nicht aus. Die 

Beschwerdegegnerin hat daher zu Recht das Validen- und Invalideneinkommen 

gestützt auf die Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik (BFS) 

herangezogen und den Invaliditätsgrad nach einem Prozentvergleich bestimmt (vgl. 

Urteile des Bundesgerichts vom 24. Januar 2019, 9C_492/2018, E. 4.3.2, vom 12. Juli 

2017, 9C_648/2016, E. 6.2.1; vom 24. August 2016, 9C_237/2016, E. 2.2 und vom 

14. Juli 2016, 9C_225/2016, E. 6.2.2).

6.1. 

Der Beschwerdeführer macht geltend, es sei ihm ein Tabellenlohnabzug von 20 % 

zu gewähren. Nebst einem Leidens- und Teilzeitabzug seien weitere Faktoren wie die 

15-jährige Abwesenheit vom Arbeitsmarkt, seine schlechten Deutschkenntnisse, seine 

fehlende Qualifikation sowie sein Ausländerstatus zu berücksichtigen. Nach der 

Rechtsprechung können die statistischen Löhne um bis zu 25 % gekürzt werden, um 

dem Umstand Rechnung zu tragen, dass versicherte Personen mit einer 

gesundheitlichen Beeinträchtigung in der Regel das durchschnittliche Lohnniveau nicht 

erreichen (RKUV 1999 Nr. U242 S. 412 E. 4b/bb) bzw. ihre Restarbeitsfähigkeit auf dem 

allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg zu 

verwerten in der Lage sind. Dabei handelt es sich um einen allgemeinen 

behinderungsbedingten Abzug (BGE 146 V 16 E. 4.1). Nach der Rechtsprechung hängt 

die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von 

sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen - auch von invaliditätsfremden 

Faktoren - des konkreten Einzelfalles ab (namentlich leidensbedingte Einschränkung, 

Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad), die nach 

pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen sind. Eine schematische 

Vornahme des Leidensabzuges ist unzulässig (BGE 126 V 79 E. 5b, bestätigt in AHI 

2002 S. 62 und BGE 129 V 481 E. 4.2.3 mit Hinweisen). Die Rechtsprechung gewährt 

insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte 

Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer 

Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 146 V 16 E. 4.1). Sind hingegen leichte bis 

6.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/21

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mittelschwere Arbeiten zumutbar, ist allein deswegen auch bei eingeschränkter 

Leistungsfähigkeit noch kein Abzug gerechtfertigt, weil der Tabellenlohn 

Kompetenzniveau 1 bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten 

umfasst (Urteil des Bundesgerichts vom 22. März 2017, 8C_805/2016, E. 3.4.2). 

Bestehen über das ärztlich beschriebene Beschäftigungspensum hinaus zusätzliche 

Einschränkungen, wie beispielsweise ein vermindertes Rendement pro Zeiteinheit 

wegen verlangsamter Arbeitsweise oder ein Bedarf nach ausserordentlichen Pausen 

oder ist die funktionelle Einschränkung ihrer besonderen Natur nach nicht ohne 

weiteres mit den Anforderungen vereinbar, wie sie sich aus den gewöhnlichen 

betrieblichen Abläufen ergeben, kann dies bei der Bemessung des leidensbedingten 

Abzugs vom statistischen Tabellenlohn berücksichtigt werden (Urteil des 

Bundesgerichts vom 18. Januar 2018, 8C_552/2017, E. 5.3.1).

Vorliegend kommt wegen der vollzeitlichen Verwertbarkeit der leistungsmässig 

reduzierten Arbeitsfähigkeit ein so genannter Teilzeitabzug nicht in Betracht (Urteil des 

Bundesgerichts vom 20. April 2018, 9C_833/2017, E. 5.3). Fraglich ist, ob nebst der 

verminderten Leistungsfähigkeit und der Tatsache, dass dem Beschwerdeführer nur 

noch körperlich leichte Tätigkeiten zumutbar sind, weitere Faktoren vorliegen, die zu 

einem lohnrelevanten Nachteil führen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 8. Oktober 

2019, 9C_447/2019, E. 4.3.2, wo diese verneint wurde). Gemäss genanntem Urteil 

rechtfertigten die Ausübung der Arbeitstätigkeit mit überwiegendem Sitzen, in 

Wechselbelastung, ohne Heben, Tragen und Bewegen von Lasten, ohne Besteigen von 

Leitern und Gerüsten, ohne kniende oder kniebeugende Körperhaltungen, wie sie auch 

beim Beschwerdeführer vorliegen, keinen Tabellenlohnabzug. Der Beeinträchtigung 

des Gebrauchs des rechten Daumens bzw. der rechten Hand wurde mit dem 

qualitativen Zumutbarkeitsprofil Rechnung getragen. Auch sie stellt keinen Grund dar, 

der an einer grundsätzlich den Adaptationskriterien entsprechenden Arbeitsstelle eine 

anzunehmende Lohneinbusse begründet. Die psychischen Einschränkungen 

begründen bereits die reduzierte Leistungsfähigkeit und können damit nicht nochmals 

für einen Tabellenlohnabzug berücksichtigt werden. Im für den Einkommensvergleich 

massgeblichen Jahr 2018 (BGE 129 V 222) lag der Median des Einkommens von allen 

Männern ohne Kaderfunktion bei Fr. 5'941.--, jener von Männern mit 

Niederlassungsbewilligung C bei Fr. 5'764.-- (LSE TA 12, monatlicher Bruttolohn 

[Zentralwert und Quartilbereich], Schweizer/innen und Ausländer/innen, nach 

beruflicher Stellung und Geschlecht), was einem Minderverdienst von 3 % entspricht. 

Ein solcher würde sich allerdings auch auf das Valideneinkommen auswirken (vgl. Urteil 

vom 10. Dezember 2015, 9C_318/2015, E. 4.3 a.E.). Mangelnde Sprachkenntnisse 

rechtfertigen nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung keinen Tabellenlohnabzug, 

6.3. 

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7.

Abschliessend ist darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer grundsätzlich 

Anspruch auf Arbeitsvermittlung im Sinne von Art. 18 IVG hat: Die leistungsspezifische 

Invalidität ist gegeben, wenn die versicherte Person bei der Suche nach einer 

geeigneten Arbeitsstelle aus gesundheitlichen Gründen Schwierigkeiten hat und die 

Behinderung bleibend oder während voraussichtlich längerer Zeit Probleme bei der - in 

einem umfassenden Sinn verstandenen - Stellensuche selber verursacht; genannt 

werden daneben sich aus invaliditätsbedingten Gründen ergebende spezielle 

Anforderungen an den Arbeitsplatz (etwa Sehhilfen) oder den Arbeitgeber (etwa 

Toleranz gegenüber invaliditätsbedingt notwendigen Ruhepausen), die für das Finden 

einer Stelle das Fachwissen und entsprechende Hilfe der Vermittlungsbehörden 

erfordern (H.-J. Mosimann, AHVG/IVG Kommentar, Zürich 2018, N 3 Art. 18 IVG, mit 

Verweis auf Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG, seit 1. Januar 

2007: sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 24. März 2006, I 427/05, 

E. 4.1.1). Der Anspruch auf Arbeitsvermittlung besteht insbesondere, wenn besondere 

Möglichkeiten und Grenzen der versicherten Person erläutert werden müssen (Urteil 

des Bundesgerichts vom 12. Januar 2016, 8C_641/2015, E. 2). Der Beschwerdeführer 

hat ein relativ stark eingeschränktes Zumutbarkeitsprofil und es dürfte für ihn schwierig 

sein, in Betracht kommende Tätigkeiten zu finden und deren Auswirkungen auf seinen 

Gesundheitszustand abzuschätzen. Er war seit rund 15 Jahren nicht mehr arbeitstätig 

und ist aus psychischen Gründen auf ein entgegenkommendes Arbeitsumfeld 

da für Hilfsarbeiten keine (guten) Kenntnisse der deutschen Sprache erforderlich sind 

(Urteile des Bundesgerichts vom 19. Februar 2020, 9C_550/2019, E. 4.8 und vom 

25. Oktober 2018, 9C_898/2017, E. 3.4). Aus den Akten ergibt sich zudem, dass der 

Beschwerdeführer sich durchaus in der deutschen Sprache verständigen kann bzw. die 

Verständigung lediglich leicht erschwert war, was bei einem 27-jährigen Aufenthalt in 

der Schweiz auch erwartet werden darf (Einreise 1994, z.B. IV-act. 1-3). Ebenso 

begründet die fehlende Ausbildung im Bereich des Kompetenzniveaus 1 keinen 

Tabellenlohnabzug (Urteil des Bundesgerichts vom 30. Juli 2020, 8C_139/2020, 

E. 6.3.4). Die lange Abwesenheit vom Arbeitsmarkt ist IV-fremd und gebietet daher 

keinen Tabellenlohnabzug (Urteile des Bundesgerichts vom 25. November 2020, 

8C_390/2020, E. 4.5.1 und vom 30. April 2021, 8C_111/2021, E. 4.3.3). Weitere Gründe 

für einen Tabellenlohnabzug sind nicht ersichtlich. Die Beschwerdegegnerin hat ihr 

Ermessen somit korrekt ausgeübt, wenn sie keinen Tabellenlohnabzug vorgenommen 

hat. Folglich bleibt es beim Invaliditätsgrad von 30 %, aus dem sich kein 

Rentenanspruch ergibt.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 20/21

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angewiesen. Der Beschwerdeführer kann sich daher jederzeit bei der 

Beschwerdegegnerin melden, um Arbeitsvermittlung in Anspruch zu nehmen.

8.  

Entscheid

Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.8.1. 

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem 

unterliegenden Beschwerdeführer sind die Gerichtskosten vollumfänglich aufzuerlegen. 

Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist er von der Bezahlung zu befreien.

8.2. 

bis

Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung die Kosten der 

Rechtsvertretung des Beschwerdeführers. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen 

(Art. 61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor 

Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung des Kantons St. 

Gallen (HonO; sGS 963.75) pauschal Fr. 1'500.-- bis Fr. 15'000.--. Der 

Beschwerdeführer beantragt eine Parteientschädigung von Fr. 3'000.-- zzgl. 

Barauslagen und Mehrwertsteuer (act. G 9-5). Unter Zugrundelegung des mittleren 

Honorars von Fr. 250.-- (Art. 24 Abs. 1 HonO) entspricht dies einem Aufwand von 12 

Stunden. Dies erscheint im Vergleich zu üblichen IV-Fällen vorliegend angemessen, da 

die Eingaben einen unterdurchschnittlichen Umfang aufweisen und der 

Beschwerdeführer eine Verletzung des rechtlichen Gehörs, die Bejahung der 

Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit und die Nichtvornahme eines 

Tabellenlohnabzuges rügte, zu Recht aber nicht die Beweiskraft des Gutachtens und 

die darin festgelegte Höhe der Arbeitsfähigkeit bemängelte. Zufolge des 

Verfahrensausgangs und gewährter unentgeltlicher Rechtsvertretung ist das Honorar 

um einen Fünftel zu kürzen (Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes, sGS 963.70). Somit 

hat der Staat den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers pauschal mit Fr. 2'700.-- 

(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.

8.3. 

Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur 

Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen 

Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).

8.4. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 21/21

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St.Galler Gerichte

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.

Der Beschwerdeführer wird von der Bezahlung der Gerichtsgebühr in der Höhe von 

Fr. 600.-- zufolge unentgeltlicher Rechtspflege befreit.

3.

Der Staat entschädigt den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers zufolge 

unentgeltlicher Rechtsverbeiständung mit Fr. 2'700.-- (inklusive Barauslagen und 

Mehrwertsteuer).

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	Entscheid Versicherungsgericht, 15.09.2021
	Art. 7 ATSG; Art. 8 ATSG; Art. 16 ATSG; Art. 17 ATSG; Art. 28 IVG: Wiederanmeldung. Gemäss unbestrittenem polydisziplinären Gutachten liegt aus psychiatrischer Sicht eine Arbeitsunfähigkeit von 30 % vor. Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit auf ausgeglichenem Arbeitsmarkt gegeben. Kein Abzug vom Invalidenabkommen wegen Leidens, Teilzeittätigkeit, langjähriger Abwesenheit vom Arbeitsmarkt, mangelnder Deutschkenntnisse, fehlender Qualifikation und Ausländerstatus (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 15. September 2021, IV 2020/43). Bestätigt durch Urteil des Bundesgerichts 8C_703/2021.

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