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**Case Identifier:** fbcb9eff-14d5-5052-82fe-cdcb9be09187
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht Praxis des Verwaltungsgerichts (PVG) 00.00.0000 PVG 2017 28
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_006_PVG-2017-28_0000-00-00.pdf

## Full Text

12/28 Landwirtschaft PVG 2017

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Landwirtschaft 12
Agricultura Agricoltura

Ausschluss aus der Alpgenossenschaft. Voraussetzun- gen.
– Ein Ausschluss aus einer öffentlich-rechtlichen Körper- 

schaft, der mit dem Verlust von gewissen Rechten in 
Verbindung steht, bedarf einer formellen gesetzlichen 
Grundlage; ein Alpgenossenschaftsreglement genügt 
dieser Anforderung nicht; der Ausschluss muss dazu 
auch noch verhältnismässig sein.

Esclusione dal consorzio alpestre. Condizioni.
– L’esclusione da una corporazione di diritto pubblico lega- ta 

alla perdita di determinati diritti necessita di una base legale 
formale; un regolamento di un consorzio alpestre non 
soddisfa questi presupposti; l’esclusione deve poi essere 
anche proporzionale.

Erwägungen:
3. a) In materiellrechtlicher Hinsicht ist sodann zu prüfen, 

ob der Ausschluss des Beschwerdeführers aus der Alpgenossen- 
schaft rechtmässig erfolgte. Vorliegend ist unbestritten, dass es 
sich bei der Alpgenossenschaft um eine solche öffentlich-recht- 
licher Natur gemäss Art. 63 ff. GG handelt (zur Abgrenzung der 
öffentlich-rechtlichen von der privatrechtlichen Rechtsform einer 
Alp- und Weidegenossenschaft s. BGE 132 I 270 E.4 und 5). Nach der 
Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubün- 
den handelt es sich bei einer solchen Alpgenossenschaft um eine 
öffentlich-rechtliche Körperschaft, der die Gemeinde eine öffent- 
liche Aufgabe übertragen hat (vgl. Urteil des Verwaltungsgerichts 
[VGU] R 11 137 vom 12. Dezember 2012 E.3 und 3, auszugsweise 
publiziert in PVG 2013 Nr. 6; VGU R 15 50 vom 23. September 2015 
E.2e/bb). Die öffentliche Aufgabe besteht darin, die Alpen, Weiden 
und Alpgebäude als Nutzungsvermögen der Gemeinde zu erhalten 
und zu bewirtschaften (Art. 3 der Statuten der Alpgenossenschaft 
[nachfolgend Statuten] und Art. 3 Reglament davart igl uorden e 
las taxas d‘alpegiaziun). Mitglied in der Genossenschaft ist jeder 
Grossviehbesitzer mit Wohnsitz in der Gemeinde X. , der einen

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eigenen oder einen Pachtbetrieb im Sinne der landwirtschaftlichen 
Begriffsverordnung selbständig bewirtschaftet und Vieh sömmert 
(Art. 7 Statuten «Einheimische Mitglieder»). Diese Voraussetzun- 
gen für eine Mitgliedschaft in der Alpgenossenschaft erfüllt der 
Beschwerdeführer unbestrittenermassen. Die Mitgliedschaft ist 
nach dem Gesagten nicht freiwillig, sondern entsteht automatisch 
kraft Wohnsitzes in der Gemeinde und der Eigenschaft als Gross- 
viehbesitzer, womit auch ein Anspruch darauf besteht (so auch 
entschieden mit PVG 2013 Nr. 6 E.2a). In der Regel ist der Beitritt 
zu öffentlich-rechtlichen Körperschaften gemäss HÄFELIN/MÜLLER/ 
UHLMANN denn auch obligatorisch (Allgemeines Verwaltungsrecht, 
Zürich 2016, Rz. 1654) und der Beitritt steht den betreffenden Per- 
sonen gerade nicht frei («Zwangsmitgliedschaft»; so z.B. handelt 
es sich bei der Studentenschaft der Universität St. Gallen um eine 
öffentlich-rechtliche Körperschaft, der beizutreten oder nicht bei- 
zutreten dem einzelnen Studenten nicht freisteht; er wird vielmehr 
mit der Immatrikulation automatisch auch Mitglied der Studenten- 
schaft, dazu BGE 110 Ia 36, E.3a). In diesem Sinn entschied auch 
das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden mit PVG 1973 
Nr. 47, S. 92 ff., dass eine in den Genossenschaftsstatuten festge- 
legte Zwangsmitgliedschaft in einer öffentlich-rechtlichen Alpge- 
nossenschaft zulässig ist, soweit das Gemeinderecht eine solche 
vorsieht (so auch RASCHEIN, Bündnerisches Gemeinderecht, Domat/ 
Ems 1972, S. 34; PRITZI, Die privatrechtlichen Korporationen nach 
dem Recht des Kantons Graubünden, mit besonderer Berücksichti- 
gung des Unterengadins, Diss., Zürich 1998, S. 139, Fn. 326). Nun ist 
gemäss Art. 11 der Statuten ein Austritt aus der Alpgenossenschaft 
zwar durchaus möglich, folgenlos ist dieser allerdings nur dann, 
wenn der Genossenschaftsvorstand mit der Sömmerung auf einer 
auswärtigen Alp einverstanden ist und das Mitglied für die aus- 
wärtige Sömmerung eine Ersatzabgabe leistet. Die Ersatzabgabe 
entfällt nur dann, wenn ein Mitglied infolge fehlenden Platzes ge- 
zwungen ist, seine Tiere auswärts zu sömmern. Es kann vorliegend 
offen bleiben, ob die Alpgenossenschaft in tatsächlicher Hinsicht 
eine Zwangsmitgliedschaft bildet und ob diesfalls ein Ausschluss 
aus der Genossenschaft überhaupt möglich ist, zumal ein solcher 
im vorliegenden Fall bereits aus anderen Gründen unzulässig ist 
(nachstehende Erwägung 3b ff.).

b) Art. 12 der Statuten sieht den Ausschluss aus der Ge- 
nossenschaft und den Bestossungsrechten vor, wenn ein Mitglied 
den Interessen der Genossenschaft zuwiderhandelt. Drei Verstös- 
se innert fünf Jahren führen automatisch zum Ausschluss. Danach

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gilt eine Sperrfrist von zehn Jahren. Die ausgelagerte Trägerschaft 
stellte diese Statuten im Sinne von Art. 63 GG auf und der 
Gemeindevorstand genehmigte sie mit konstitutiver Wirkung (vgl. 
Art. 40 Abs. 1 der Statuten). Die Beschwerdegegnerinnen stellen 
sich auf den Standpunkt, dass die Statuten nach Art. 64 GG insbe- 
sondere die Grundzüge der Organisation zu regeln hätten, wobei 
zur Organisation auch die Regelung der Zugehörigkeit und Mit- 
gliedschaft gehöre. Somit müssten Mitglieder, welche ihren Ver- 
pflichtungen nicht nachkämen, ausgeschlossen werden können. 
Andernfalls könnte eine ausgelagerte Trägerschaft ihre Aufgaben 
nicht erfüllen, was gegen die Grundsätze einer guten Verwaltung 
des kommunalen Nutzungsvermögens verstiesse (Art. 29 GG). 
Dem hält der Beschwerdeführer entgegen, dass Art. 12 der Statu- 
ten bereits durch die übergeordnete, zwingende Bestimmung von 
Art. 31 Abs. 1 GG derogiert werde sowie darüber hinaus ein Aus- 
schluss von der Alpgenossenschaft und den damit verbundenen 
Alpweiderechten auf einer ungenügenden gesetzlichen Grundlage 
beruhe.

c/aa) Mit den Beschwerdegegnerinnen ist einig zu gehen, 
dass die Mitgliedschaft bei der Alpgenossenschaft – aufgrund der 
von der Gemeinde global übertragenen Alprechte auf die Alpge- 
nossenschaft – untrennbar mit der Ausübung der entsprechenden 
Alprechte (bzw. Bestossungs- oder Weidnutzungsrechte) verbun- 
den ist (vgl. Art. 3 Reglament davart igl uorden e las taxas d‘alpigi- 
aziun und Art. 3 der Statuten; in diesem Sinn wohl auch Urteil des 
Bundesgerichts 1P.349/2006 vom 21. November 2006 E.5.3.4 und
5.4 m.w.H und unter Bezugnahme auf Art. 30 ff. GG), weswegen 
der Ausschluss aus der Alpgenossenschaft somit auch gleichzeitig 
den Verlust dieser Rechte zur Folge hat. Die Statuten einer öffent- 
lich-rechtlichen Alpgenossenschaft stellen einen rechtsetzenden 
Erlass dar, dessen Rechtmässigkeit das Verwaltungsgericht vorfra- 
geweise bei der Prüfung einer gestützt darauf ergangenen Verfü- 
gung beurteilen kann (PVG 1973 Nr. 47, E.1). Zunächst ist festzuhal- 
ten, dass der zu beurteilende Art. 12 der Statuten unbestritten kein 
Gesetz im formellen Sinn darstellt. Ebenfalls unbestritten ist, dass 
weder das Bundesrecht noch das kantonale oder kommunale Recht 
einen Ausschluss aus einer Alpgenossenschaft vorsieht. Soweit 
die Beschwerdegegnerinnen vorbringen, dass der Ausschluss von 
einem Nutzungsrecht dem kantonalen Recht nicht fremd gewesen 
sei, indem beispielsweise im früheren Art. 41 Abs. 2 GG der Gemein- 
de namentlich gestattet worden sei, einen Gemeinwerkpflichtigen 
von den Nutzungen auszuschliessen, wenn er weder das im Inter-

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esse dieser Nutzung angeordnete Gemeinwerk leiste noch den auf 
ihn entfallenden Kostenanteil bezahle (vgl. Vernehmlassung vom
8. August 2016 Ziff. II/B/1, S. 4), so mag dies zwar zutreffen. Es zeigt 
allerdings vor allem auch, dass der Gesetzgeber eine Rechtsgrund- 
lage im formellen Sinn für einen Ausschluss von einem Nutzungs- 
recht als schwerwiegenden Eingriff in die Rechte des Betroffenen 
als unabdingbar erachtete. Gleich verhält es sich mit dem von den 
Beschwerdegegnerinnen angeführten Beispiel zum Jagdregal, wo 
die Abgabe des Patentes insbesondere verweigert werde, wenn 
der an sich Jagdberechtigte Verpflichtungen gegenüber dem Staat 
und Unterhaltsberechtigten vernachlässige. Auch die Verweige- 
rung des Jagdpatentes stellt einen schwerwiegenden Eingriff in die 
Rechte des Betroffenen dar, weswegen der Gesetzgeber die Verwei- 
gerungsgründe in einem Gesetz im formellen Sinn normierte (vgl. 
dazu Art. 7 Abs. 1 KJG). Dass der Beschwerdeführer im Falle eines 
Ausschlusses aus der Alpgenossenschaft und den damit verbun- 
denen Alprechten gewichtige Nachteile zu gewärtigen hätte, liegt 
auf der Hand. Wenn der Beschwerdeführer sein Vieh statt auf den 
Alpweiden auf der Heimwiese zu sömmern hätte respektive dieses 
auf Kosten der Wintervorräte im Stall durchfüttern müsste, hätte 
dies für ihn nicht nur finanzielle Einbussen (laut dem Beschwerde- 
führer entgingen ihm diesfalls Sömmerungs- und Alpungsbeiträge 
in Höhe von Fr. 400.– pro Normalstoss [NST]), sondern insofern 
auch betriebliche Nachteile zur Folge, als er in Anbetracht seiner 
angezehrten Wintervorräte entweder seinen Viehbestand zu re- 
duzieren oder die entsprechende Menge Heu dazuzukaufen hätte. 
Der Ausschluss aus der Alpgenossenschaft stellt somit nach der 
Auffassung des streitberufenen Gerichts eine Rechtsnorm dar, die 
wegen ihrer Wichtigkeit in einem Gesetz im formellen Sinn ent- 
halten sein müsste («Erfordernis der Gesetzesform»). Für die Um- 
schreibung der Wichtigkeit zieht die herrschende Lehre insbeson- 
dere folgende Kriterien heran: Intensität des Eingriffs, Zahl der von 
einer Regelung Betroffenen, finanzielle Bedeutung, Akzeptierbar- 
keit (statt vieler MÜLLER/UHLMANN, Elemente einer Rechtssetzungs- 
lehre, Zürich/Basel/ Genf 2013, Rz. 230 ff.). Ein Ausschluss aus der 
Alpgenossenschaft stellt einen erheblichen Eingriff in die Rechte 
eines Grossviehbesitzers in der Gemeinde dar, zumal dieser da- 
durch der Bestossungs- oder Weidnutzungsrechte verlustig ginge 
und dies im Hinblick auf seine betriebliche Tätigkeit als Landwirt 
weitreichende Konsequenzen, nicht nur finanzieller Natur, hätte. 
Die Rüge des Beschwerdeführers, wonach der Ausschluss aus der 
Alpgenossenschaft  und  den  Alpweiderechten  auf  einer ungenü-

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genden gesetzlichen Grundlage beruhe und insoweit das Legali- 
tätsprinzip (Art. 5 BV) verletze, erweist sich nach dem Gesagten als 
begründet, fehlt es doch offensichtlich an einer Rechtsgrundlage   
in einem kommunalen oder kantonalen Erlass im formellen Sinn.  
Es ist zu beachten, dass das Gesetzmässigkeitsprinzip umfassend 
gilt, also nicht nur bei der Einschränkung von Grundrechten (vgl. 
BGE 131 II 562, 565; Urteil des Bundesgerichts 2A.528/2006 vom
6. Februar 2007 E.5.1). Bei diesem Ergebnis ist der Entscheid des 
Gemeindevorstandes X.     vom 19. Mai 2016 aufzuheben und   
die Beschwerde diesbezüglich gutzuheissen, ohne dass weiter zu 
prüfen ist, ob der Ausschluss auch im öffentlichen Interesse und 
verhältnismässig ist.

bb) Besondere Bedeutung kommt sodann dem Grundsatz 
der Gesetzmässigkeit im Zusammenhang mit den Grundrechten  
zu (s. dazu den wegleitenden BGE 74 I 147 E.5). Die von der Ver- 
fassung gewährleisteten Grundrechte dürfen nur gestützt auf eine 
gesetzliche Grundlage eingeschränkt werden, wobei schwerwie- 
gende Einschränkungen im Gesetz selber vorgesehen sein müssen 
(Art. 36 Abs. 1 Satz 2 BV). Ausgenommen vom Erfordernis der ge- 
setzlichen Grundlage für schwerwiegende Einschränkungen sind 
Fälle ernster, unmittelbarer und nicht anders abwendbarer Gefahr 
(Art. 36 Abs. 1 Satz 3 BV). Vor dem Hintergrund der vorstehenden 
Ausführungen (Erwägung 3c/aa) und mangels Rüge hinsichtlich ei- 
ner Verletzung von Grundrechten braucht nachfolgend allerdings 
nicht vertieft geprüft zu werden, ob der Ausschluss aus der Alp- 
genossenschaft allenfalls einen schwerwiegenden Eingriff in die 
Wirtschaftsfreiheit (Art. 27 BV; Gewerbefreiheit, Gleichbehandlung 
der Gewerbegenossen) oder in die Eigentumsgarantie (Art. 26 BV) 
des Beschwerdeführers darstellt.

d/aa) Nichtsdestotrotz sei an dieser Stelle in Bezug auf die 
Verhältnismässigkeit erwähnt, dass das Abstellen auf die Anzahl 
Verstösse innert bestimmter Dauer ohne Berücksichtigung der 
Schwere der Zuwiderhandlung gegen die Interessen der Genos- 
senschaft (vgl. dazu Art. 12 der Statuten) dem Verhältnismässig- 
keitsgrundsatz von Art. 5 Abs. 2 BV nicht standhält. Andernfalls 
könnten drei oder mehr leichte Verstösse zu einem automatischen 
Ausschluss und zu einer Sperrfrist von zehn Jahren, zwei grobe 
und schwerwiegende Verstösse demgegenüber nicht zum Aus- 
schluss führen. Unter dem Gesichtspunkt der Verhältnismässigkeit 
ist nach Möglichkeit zunächst die jeweils weniger einschneidende 
Massnahme zu treffen. Der vorübergehende (bzw. mit einer Sperr- 
wirkung von zehn Jahren versehene und damit angesichts des Al-

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ters des Beschwerdeführers nahezu schon dauerhafte) Ausschluss 
aus disziplinarischen Gründen ist daher – angenommen es bestün- 
de eine ausreichende Rechtsgrundlage – ohnehin erst zulässig, 
wenn weniger weit gehende Massnahmen, verbunden mit der An- 
drohung des Ausschlusses, nicht den gewünschten Erfolg gezeigt 
haben. Denkbar wäre ein Ausschluss nur dann, wenn der Diszipli- 
narverstoss so schwer ist, dass der fehlbare Grossviehbesitzer mit 
Wohnsitz in X. geradezu untragbar für die Alpgenossenschaft 
geworden ist und den Interessen der Genossenschaft in krasser 
Weise zuwidergehandelt hat und diese, sofern die fehlbare Person 
nicht ausgeschlossen wird, ihre unter anderem auch öffentliche 
Aufgabe nicht mehr richtig erfüllen kann. Der Ausschluss kommt 
somit nur als letzte und schärfste Massnahme (ultima ratio) in Fra- 
ge. Auch seine Dauer muss der Situation angemessen sein. Eine 
Ahndung von Verstössen gegen die Statuten, Reglemente und Be- 
schlüsse der Genossenschaftsversammlung hat zunächst gemäss 
Art. 36 der Statuten zu erfolgen. Die Sanktion hätte zudem eine 
Androhung des Ausschlusses zu enthalten, was vorliegend nicht 
geschehen ist. So verliert die gleichzeitig ausgesprochene Busse 
von vornherein ihre bestrafende Wirkung.

bb) Art. 10 der nahezu eins zu eins übernommenen Must- 
erstatuten für öffentlich-rechtliche Alpgenossenschaften der Fach- 
stelle für Alpwirtschaft Plantahof sowie Alpwirtschaftskommission 
Bündner Bauernverband statuiert, dass für einheimische Viehbesit- 
zer eine Zwangsmitgliedschaft besteht, und deswegen für sie auch 
kein formelles, freiwilliges Austrittsrecht bestehen kann. In Art. 12 
wird sodann zum Ausschluss angemerkt, dass ein Ausschluss nur 
aus wichtigen Gründen zulässig sei (analog Kündigung im Arbeits- 
recht). Gemeint ist dabei die ausserordentliche Kündigung aus 
wichtigen Gründen, das heisst nur unter der Voraussetzung, dass 
die Mitgliedschaft des Beschwerdeführers für die Alpgenossen- 
schaft geradezu unzumutbar ist. Die Lehre spricht sich sogar im 
Zusammenhang mit privatrechtlichen Alpgenossenschaften dafür 
aus, dass der Ausschluss nur bei Verletzung wichtiger, in Verbin- 
dung mit der genossenschaftlichen Tätigkeit stehenden Pflichten, 
erfolgen darf (PRITZI, a.a.O., S. 144; ARNOLD, Die privatrechtlichen All- 
mendgenossenschaften und ähnliche Körperschaften (ZGB 59 III) 
nach dem Recht des Bundes und des Kantons Wallis, Diss. Freiburg 
1987, S. 162). Die einzelnen, dem Beschwerdeführer vorgeworfenen
– und jedenfalls nicht sehr schwerwiegenden – Verstösse gegen 
die Interessen der Genossenschaft brauchen vor dem Hintergrund 
vorstehender Ausführungen (Erwägung 3c) indes nicht weiter ge-

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würdigt zu werden. Es sei allerdings bemerkt, dass der Beschwer- 
deführer im Rahmen der Mitgliedschaft bei der Alpgenossenschaft 
nicht nur Rechte (insbesondere die Bestossungs- oder Weidnut- 
zungsrechte) besitzt, sondern selbstredend gleichermassen Pflich- 
ten, z.B. Arbeiten im Gemeinwerk (Art. 4 Reglament davart igl uor- 
den e las taxas d‘alpigiaziun sowie in den alpgenossenschaftlichen 
Vorschriften) zu erfüllen hat.

e) Nachdem der Ausschluss aus der Alpgenossenschaft als 
nicht rechtmässig qualifiziert wurde, braucht die im Urteil des Ver- 
waltungsgericht R 16 48 vom 18. August 2016 E.3b aufgeworfene 
Frage zum Verhältnis zwischen dem Weidenutzungsrecht gemäss 
Art. 31 GG und den Statuten und Reglementen der Alpgenossen- 
schaft nicht weiter geklärt zu werden. Es kann demnach offen blei- 
ben, wo und unter welchen Voraussetzungen der Beschwerdefüh- 
rer  –  ausserhalb  einer  Mitgliedschaft  in  der Alpgenossenschaft
– sein Vieh in Zukunft zu sömmern berechtigt wäre. Vielmehr wird 
festgestellt, dass der Beschwerdeführer weiterhin Mitglied der Alp- 
genossenschaft ist und entsprechend die damit verbundenen Alp- 
rechte auch in Anspruch nehmen kann. Es entzieht sich jedoch der 
Kenntnis des Gerichts, ob und wie die Gemeinde respektive Alpge- 
nossenschaft über die dem Beschwerdeführer zustehenden Weide- 
rechte aufgrund des Urteils des Verwaltungsgerichts R 15 62 vom
10. Mai 2016 (Dispositiv Ziff. 1) neu befunden bzw. ob eine gütliche 
Einigung zwischen den Parteien bezüglich der beanspruchten Nor- 
malstösse stattgefunden hat.
R 16 40 Urteil vom 30. Mai 2017