# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d01a1f0a-963a-51b0-b210-f59f82a37e1d
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-11-23
**Language:** de
**Title:** Zürich Baurekursgericht 23.11.2022 BRGE III Nrn. 0196-0197/2022
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Baurekurs/ZH_BRK_001_BRGE-III-Nrn--0196-0_2022-11-23.pdf

## Full Text

Baurekursgericht 
des Kantons Zürich 

3. Abteilung 

 

 

 
 
 
G.-Nrn. R3.2022.00117 und R3.2022.00118 
BRGE III Nrn. 0196/2022 und 0197/2022 

 
 
  Entscheid vom 23. November 2022     
 
 

Mitwirkende Abteilungspräsident Felix Müller, Baurichterin Marlen Patt, Baurichter Martin 
Farner, Gerichtsschreiber Paul Wegmann     

 
 

in Sachen Rekurrierende 

R3.2022.00117 

1. IG KN, c/o FH, […] 
2. A AG, […] 
3. B AG, […] 
4. FH und MH, […] 
5. MS und BS, […] 
6. MF und IF, […] 
7. TB, […] 

alle vertreten durch […] 

R3.2022.00118 

1. C AG, […] 
2. MG, […] 
3. Erbengemeinschaft GW, bestehend aus:  

3.1. UW, […] 
3.2. BF, […] 
3.3. YS, […] 
3.4. LS, […] 

alle vertreten durch […] 

 

gegen Rekursgegnerin 

1. Baudirektion Kanton Zürich, Walchetor, Walcheplatz 2, Postfach, 
8090 Zürich  

Mitbeteiligte 

2. Gemeinderat Lindau, Tagelswangerstrasse 2, 8315 Lindau  

 

 

R3.2022.00117 Seite 2 

3. K AG, […] 

Nr. 3 vertreten durch […] 

4. Stadtrat Illnau-Effretikon, Märtplatz 29, 8307 Illnau-Effretikon  

 

 
betreffend Verfügung der Baudirektion Kanton Zürich Nr. ARE 0242/22 vom 27. April 

2022; Festsetzung kantonaler Gestaltungsplan Kiesabbaugebiet "Kiesgrube 
Tagelswangen", Lindau 
_______________________________________________________ 

hat sich ergeben: 

A. 

Mit Verfügung vom 27. April 2022 setzte die Baudirektion Kanton Zürich den 

kantonalen Gestaltungsplan Kiesabbaugebiet "Kiesgrube Tagelswangen", 

mit Umweltverträglichkeitsprüfung und Waldrodung, fest. Die Publikation er-

folgte am 6. Mai 2022.  

B. 

Gegen diese Verfügung erhoben die IG KN, die A AG, die B AG, FH und MH, 

MS und BS, MF und IF sowie TB mit gemeinsamer Eingabe vom 2. Juni 2022 

Rekurs an das Baurekursgericht des Kantons Zürich und stellten folgende 

Rechtsbegehren: 

 " 1. Die Verfügung der Baudirektion vom 27. April 2022 sei aufzuheben 
und der kantonale Gestaltungsplan "Kiesgrube Tagelswangen" sei 
dementsprechend nicht festzusetzen. 

  2. Das Materialgewinnungsgebiet Nr. 17 "Lindau, Tagelswangen" sei 
aus dem kantonalen Richtplan zu streichen, eventualiter sei festzu-
stellen, dass der entsprechende Eintrag nicht anwendbar ist. 

  3. Eventualiter sei die Etappe Nord, "Chäsen", aus dem kantonalen Ge-
staltungsplan zu streichen. 

 

 

R3.2022.00117 Seite 3 

  4. Subeventualiter sei der kantonale Gestaltungsplan wie folgt abzuän-
dern bzw. zu ergänzen: 

   4.1 Neuformulierung von Art. 9 GPV (Arbeitszeiten) wie folgt: 

    '1 Abbau-, Auffüll- und Rekultivierungsarbeiten finden von Mon-
tag bis Freitag [eventualiter: an Werktagen] unter Einhaltung 
der in Absatz 2 aufgeführten Zeiten innerhalb der gesetzlichen 
Arbeitszeiten statt. 

    2 Der Abbaubetrieb findet zwischen 07.00 Uhr und 17.00 Uhr, 
der Verladebetrieb zwischen 07.00 Uhr und 19.00 Uhr statt. 
Zwischen 12.00 und 13.00 Uhr ist eine Mittagspause einzuhal-
ten. Ausnahme ist die Behebung von technischen Unterbrü-
chen.' 

   4.2 Ergänzung von Art. 10 GPV (Art der Fahrtenkontrolle) wie folgt 
(unterstrichene Teile): 

    'Die durch den Betrieb der Kiesgrube Tagelswangen induzier-
ten LKW-Fahrten sind dem Kanton Zürich sowie den Gemein-
den (Lindau und Illnau-Effretikon) jährlich auszuweisen. Über-
steigt das induzierte Verkehrsaufkommen (im Schnitt über die 
letzten drei Jahre) 40'000 LKW-Fahrten pro Jahr (Etappe 1, Er-
schliessung via Vogelsang / Bietenholzstrasse) resp. 86'000 
LKW-Fahrten pro Jahr (Etappe 2, Erschliessung via Seuchen-
rank / Zürcherstrasse) resp. 17'200 LKW-Fahrten pro Jahr im 
Zentrum von Tagelswangen, so ist die Strassenlärmsituation 
erneut zu beurteilen.' 

   4.3 Ergänzung von Art. 32 (Monitoring) Abs. 1 GPV wie folgt (un-
terstrichene Teile): 

    'Es ist ein Monitoring der umweltrechtlichen Emissionen zu füh-
ren. Dieses ist zusammen mit dem ersten Baugesuch bei der 
Gemeinde einzureichen. Dabei sind insbesondere auch die 
Verkehrssituation in Tagelswangen und deren Auswirkungen 
auf den Fuss- und Veloverkehr, insbesondere die Schulwege, 
zu überwachen.' 

  5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Rekursgeg-
nerin." 

Mit Präsidialverfügung vom 3. Juni 2022 wurde vom Rekurseingang unter 

der Geschäftsnummer R3.2022.00117 Vormerk genommen und das Ver-

nehmlassungsverfahren eröffnet. Der Gemeinderat Lindau und die K AG 

wurden als Mitbeteiligte in das Rekursverfahren einbezogen. 

 

 

R3.2022.00117 Seite 4 

C. 

Mit gemeinsamer Eingabe vom 4. Juni 2022 erhoben auch die C AG, MG 

sowie die Erbengemeinschaft GW, bestehend aus UW, BF, YS und LS Re-

kurs an das Baurekursgericht des Kantons Zürich und beantragten – unter 

Kosten- und Entschädigungsfolgen – im Sinne eines "Hauptantrags 1" was 

folgt: 

 " Die Festsetzung des vorliegenden Gestaltungsplanes verbunden mit dem 
Waldrodungsgesuch sei mangels dem Vorliegen der Grundvoraussetzun-
gen und der Nichtbeachtung der gesetzlichen Vorgaben und Verfahren 
aufzuheben." 

Sodann stellten sie - unter Hinweis darauf, "die Details in den Begründungen" 

würden als Bestandteil der Anträge gelten – die folgenden Eventualanträge: 

 " [Antrag 2:] Die Umgrenzung des Gestaltungsplans (GP) sei zu überprüfen 
und der Abstand zum Siedlungsgebiet sei im Sinne der Begründung neu 
festzulegen. Der vorgesehene Schutzwall sei auf mindestens 5.00 m zu 
erhöhen." 

 " [Antrag 3:] Die Höchstgeschwindigkeit auf der Zürcherstrasse in Tagels-
wangen sei ab Ortseingang auf höchstens 50 km/Std. festzusetzen. Wei-
tere verkehrsberuhigende Massnahmen wie z.B. ein Ortseingangskreisel 
in Tagelswangen seien festzulegen. Zur Vermeidung von Strassentrans-
porten sei auch für die Wiederauffüllung ein Transportanteil über die 
Schiene von mindestens 50 % festzulegen." 

 " [Antrag 4:] Die räumliche Ausdehnung der Förderbandanlagen sei in ihrer 
Gesamtwirkung planlich und visuell darzustellen (maximale Ausdehnung 
aus der Sicht der Landschaft und der nahen Siedlungen). Der Gestal-
tungsplan inkl. Umweltverträglichkeitsbericht sei entsprechend zu ergän-
zen." 

 " [Antrag 5] Für das vorgesehene Monitoring (Art. 10 und Art. 32 GP-Vor-
schriften) sollen die wichtigsten organisatorischen und inhaltlichen Vorga-
ben im Gestaltungsplan näher festgelegt werden. Das ganze Monitoring 
soll jederzeit öffentlich zugänglich sein. Die Berichtsfristen sollen wesent-
lich reduziert werden. Für das Monitoring sind zusätzliche organisatori-
sche und verfahrensmässige Anordnungen im Sinne der nachfolgenden 
Begründung zu treffen." 

 " [Antrag 6] Die Bestimmung in Art. 4 Abs. 2 letzter Satz der Vorschriften 
zum Gestaltungsplan sei ersatzlos zu streichen. Allenfalls sei sie mit ei-
nem eng gefassten Enddatum zu versehen. Sofern die Bestimmung nicht 
gestrichen wird, sei sie nochmals einem ergänzenden Mitwirkungsverfah-
ren zu unterstellen." 

 

 

R3.2022.00117 Seite 5 

Mit Präsidialverfügung vom 8. Juni 2022 wurde vom Rekurseingang unter 

der Geschäftsnummer R3.2022.00118 Vormerk genommen und das Ver-

nehmlassungsverfahren eröffnet. 

D. 

Im Rekursverfahren G.-Nr. R3.2022.00117 verzichtete die Gemeinde Lin-

dau mit Schreiben vom 24. Juni 2022 ausdrücklich auf Einreichung einer 

Vernehmlassung. Die Baudirektion beantragte mit Eingabe vom 6. Juli 2022 

- unter Verweis auf den Mitbericht des Amts für Raumentwicklung (ARE) vom 

5. Juli 2022 - die Abweisung des Rekurses (wobei im Mitbericht der Antrag 

auf Abweisung, soweit auf den Rekurs einzutreten sei, lautete). Die K AG 

beantragte mit Vernehmlassung vom 7. Juli 2022, der Rekurs sei abzuwei-

sen, sofern darauf einzutreten sei, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen 

zulasten der Rekurrierenden. 

Mit Replik vom 15. August 2022 und Dupliken vom 1. September 2022 (unter 

Verweis auf den Mitbericht des ARE vom 31. August 2022) und vom 6. Sep-

tember 2022 hielten die Parteien an ihren Anträgen fest. Der Gemeinderat 

Lindau verzichtete stillschweigend auf Einreichung einer Duplik. Der mit Prä-

sidialverfügung vom 16. August 2022 als Mitbeteiligter in das Rekursverfah-

ren einbezogene Stadtrat Illnau-Effretikon verzichtete mit Schreiben vom 

12. September 2022 ausdrücklich auf Einreichung einer Vernehmlassung. 

Mit Eingabe vom 22. September 2022 haben die Rekurrierenden tripliziert, 

wozu sich die K AG mit Eingabe vom 11. Oktober 2022 vernehmen liess. 

E. 

Auch im Rekursverfahren G.-Nr. R3.2022.00118 verzichtete die Gemeinde 

Lindau mit Schreiben vom 24. Juni 2022 ausdrücklich auf Einreichung einer 

Vernehmlassung. Die Baudirektion beantragte mit Eingabe vom 6. Juli 2022 

– unter Verweis auf den Mitbericht des ARE vom 5. Juli 2022 – die Abwei-

sung des Rekurses (wobei im Mitbericht der Antrag auf Abweisung, soweit 

auf den Rekurs einzutreten sei, lautete). Die K AG beantragte mit Vernehm-

lassung vom 7. Juli 2022, der Rekurs sei abzuweisen, sofern darauf einzu-

treten sei, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Rekurrie-

renden. 

 

 

R3.2022.00117 Seite 6 

Mit Replik vom 6. August 2022 und Dupliken vom 1. September 2022 (unter 

Verweis auf den Mitbericht des ARE vom 31. August 2022) und vom 6. Sep-

tember 2022 hielten die Parteien an ihren Anträgen fest. Der Gemeinderat 

Lindau verzichtete stillschweigend auf Einreichung einer Duplik. Der mit Prä-

sidialverfügung vom 16. August 2022 als Mitbeteiligter in das Rekursverfah-

ren einbezogene Stadtrat Illnau-Effretikon verzichtete mit Schreiben vom 

12. September 2022 ausdrücklich auf Einreichung einer Vernehmlassung. 

F. 

Auf die Vorbringen der Parteien wird, soweit zur Entscheidbegründung erfor-

derlich, in den nachfolgenden Erwägungen Bezug genommen. 

Es kommt in Betracht: 

1. 

Streitgegenstand bildet der kantonale Gestaltungsplan "Kiesgrube Tagels-

wangen", mit welchem der Kiesabbau, die Wiederauffüllung und die Rekulti-

vierung innerhalb des Gestaltungsplanperimeters geregelt werden sollen. 

Das entsprechende, südwestlich von Tagelswangen (Gemeinde Lindau) und 

Effretikon gelegene Gebiet ist im kantonalen Richtplan als Standort für Ma-

terialgewinnung verzeichnet (Richtplantext, Pt. 5.3.2, Karteneintrag Nr. 17). 

Der eine Fläche von ca. 45,0 ha umfassende, auf dem Gemeindegebiet von 

Lindau befindliche Gestaltungsplanperimeter bzw. das innerhalb desselben 

gelegene Abbaugebiet von ca. 32,9 ha umfasst die drei räumlich getrennten 

Teilgebiete "Rodig" (11,4 ha [Gestaltungsplangebiet] bzw. 4,5 ha [Abbauge-

biet]), "Schoren" (13,0 bzw. 11,4 ha) und "Chäsen" (20,6 bzw. 17,0 ha), wo-

bei in den massgebenden Plänen (act. 18.4 bis 18.6 [soweit nicht anders 

vermerkt jeweils bezogen auf die Akten des Verfahrens G.-Nr. 

R3.2022.00117]) für die jeweiligen Abbaugebiete Teilphasen des Abbaus 

kartographisch festgehalten sind. Dabei befindet sich das Teilgebiet Rodig 

südlich der – sich in diesem Bereich kreuzenden – Bahnlinie Zürich-Win-

 

 

R3.2022.00117 Seite 7 

terthur und der Autobahn A1 bzw. A4, das weiter nordöstlich gelegene Ge-

biet Schoren zwischen Bahnlinie im Süden und Autobahn im Norden und das 

Gebiet Chäsen nördlich des Abbaugebiets Rodig und nördlich von Bahnlinie 

und Autobahn. Vorgesehen ist, zunächst die Etappe Süd (Rodig und Scho-

ren) und nach Abschluss derselben die Etappe Nord (Chäsen) abzubauen, 

wobei von einer gesamten kieshaltigen Aushubmenge von ca. 7.9 Mio. m3 

und einer Mehrauffüllung von ca. 1,063 Mio. Festkubikmeter ausgegangen 

wird. Der Abbaubetrieb vom ersten Aushub für die eigentliche Kiesgrube bis 

zur abgeschlossenen Wiederauffüllung darf für die Etappe Süd höchstens 

16 Jahre und für die Etappe Nord höchstens 10 Jahre betragen, wobei beide 

Fristen um je 2 Jahre verlängert werden können, falls ungünstige Witterung 

eine vorschriftsgemässe Wiederauffüllung resp. Rekultivierung nicht zulässt. 

Dabei darf die maximal offene Grubenfläche insgesamt 4,0 ha – sowie zu-

sätzlich eine offene Fläche von 1.0 ha für Wanderbiotope – nicht überschrei-

ten; für den Fall, dass Tunnelausbruch aus dem Brüttenertunnel mit dem 

Förderband antransportiert und in die Kiesgrube eingebaut wird, kann die 

maximal zulässige offene Grubenfläche auf 10,0 ha erhöht werden. 

Hinsichtlich des Materialtransports ist vorgesehen, dass der Transport von 

den Abbaugebieten zu den Verladegleisen – der im Teilgebiet Rodig zu er-

stellenden Verlade- und Anschlussgleisanlage – per Förderbandanlage er-

folgt, wobei das abgebaute Material mindestens zu 80 % per Bahn zur Auf-

bereitungsanlage in Bäretswil transportiert wird. Die Materialtransporte zur 

Wiederauffüllung erfolgen demgegenüber grundsätzlich auf der Strasse. Da-

bei ist die Erschliessung der Etappe Süd über die auf dem Gebiet der Ge-

meinde Illnau-Effretikon gelegene Vogelsang-, Industrie- und Bietenholz-

strasse vorgesehen, von wo sich die Route in Richtung Autobahnanschluss 

Hegnau fortsetzt; die Erschliessung der Etappe Nord erfolgt über die Staats-

strasse S-1 im sogenannten "Seuchenrank" an der Grenze zwischen den 

Gemeinden Bassersdorf und Lindau, wobei der weitere Routenverlauf so-

wohl nach Westen (bzw. zunächst kurz Süden) – Strassenbezeichnung 

Neue Winterthurerstrasse – in Richtung Autobahnanschluss Brüttisellen als 

auch nach Osten (bzw. zunächst kurz Norden) – Strassenbezeichnung Zür-

cherstrasse – und damit durch Tagelswangen möglich ist. 

Die zum Gestaltungsplangebiet gehörenden Flächen befinden sich grössten-

teils in der kantonalen Landwirtschaftszone, wobei es sich insoweit gemäss 

den kartographischen Festlegungen im kantonalen Richtplan weitestgehend 

 

 

R3.2022.00117 Seite 8 

um Fruchtfolgeflächen handelt. Im östlichen Teil des Gebiets Rodig, in wel-

chem die Verlade- und Anschlussgleisanlage geplant ist, befindet sich Wald. 

Aus diesem Grund und weil zudem die geplanten Strassen der internen Er-

schliessung - und teilweise auch Förderbandanlagen - durch Waldgebiete 

führen, ist seitens der K AG ein Rodungsgesuch für - als temporär qualifi-

zierte - Rodungen im Umfang von 41'263 m2 eingereicht worden. Weiter be-

findet sich ein Teil des Abbaugebiets Chäsen innerhalb des Perimeters der 

"glazial geprägten Form Vorwalden", welche als Teil des Objekts Nr. 101 

"Drumlinlandschaft Nürensdorf-Lindau-Illnau" im Inventar der Natur- und 

Landschaftsschutzobjekte von überkommunaler Bedeutung vom 4. Januar 

1980 ("Inventar 80") verzeichnet war, jedoch im neuen, mit Verfügung der 

Baudirektion vom 14. Januar 2022 festgesetzten kantonalen Inventar der 

Landschaftsschutzobjekte (KILO) nicht mehr enthalten ist. Die nordöstlich 

des Gebiets Chäsen gelegenen Gebäude des dem Abbaugebiet zugewand-

ten Dorfrandes von Tagelswangen gehören - von Nordwesten (beispiels-

weise Neustadtstrasse) Richtung Südosten (beispielsweise Büelstrasse) - 

zur Gewerbezone G3b (mit einem der Kernzone zugeschiedenen Ein-

sprengsel), zur Kernzone und zur Wohnzone W2/1.3, wobei für letztere die 

Lärmempfindlichkeitsstufe (ES) II, für die Flächen der anderen Zonen die ES 

III gilt. 

2.1.1 

Die Rekurrierenden im Rekursverfahren G.-Nr. R3.2022.00117 bringen zur 

Begründung ihrer Legitimation vor, das Kiesabbaugebiet reiche bis 250 m an 

den Dorfrand von Tagelswangen heran. Aufgrund der erhöhten Lage der 

Häuser am Ortsrand entstehe eine arenaähnliche Situation mit freiem Blick 

in die Grube, wobei Schall und Staub direkt zu den Liegenschaften hochstei-

gen würden. Die teilweise geplanten Schutzwälle von mindestens 3,0 m 

Höhe plus Heckenbepflanzung nützten aufgrund dieser Topographie wenig 

bis nichts. Auch wenn die massgeblichen Immissionsgrenzwerte angeblich 

eingehalten werden könnten, erhöhe sich die Lärmbelastung gemäss Um-

weltverträglichkeitsbericht (UVB) - welcher indessen nicht alle relevanten 

Lärmarten beinhalte - deutlich und steige etwa an der Büelstrasse auf einen 

Beurteilungspegel Lr von bis zu 51 db(A) an. Die Liegenschaften am Dorf-

rand würden ab Inkrafttreten des Gestaltungsplans erheblich an Wert verlie-

ren. Für die Etappe Nord werde mit 408 LKW-Fahrten pro Tag gerechnet. 

Die Zusatzbelastung zum Gesamtverkehr auf der Staatsstrasse S-1 betrage 

 

 

R3.2022.00117 Seite 9 

nur 4 %, betreffend Schwerverkehrsfahrten jedoch 100 %. Zwar sollten da-

von nur etwa 20 % von bzw. nach Norden und damit durch Tagelswangen 

fahren, doch sei diese Zahl lediglich im UVB - als Annahme zur Berechnung 

des Zusatzverkehrs - erwähnt, nicht aber im Bericht Erschliessung, im Da-

tenblatt Verkehrsaufkommen oder in den Gestaltungsplanvorschriften 

(GPV), wobei die Baudirektion im Bericht zu den Einwendungen im Gegenteil 

betone, dass nicht vorgeschrieben werden könne, welche Route auf den 

Staatsstrassen gefahren werde. Im schlimmsten Fall würden somit 100 % 

des zusätzlichen Schwerverkehrs durch Tagelswangen fahren, weshalb be-

sonders betroffen auch die Anwohner der Zürcherstrasse sowie die Eltern 

der diese Strasse überquerenden Schulkinder seien. 

Spezifisch die einzelnen Rekurrierenden betreffend wird sodann darauf hin-

gewiesen, bei der Rekurrentin 1 (IG KN) handle es sich um einen Verein, der 

im Sinne einer egoistischen Verbandsbeschwerde Rekurs erhebe. Gemäss 

bundesgerichtlicher Rechtsprechung sei ausreichend, dass damit die Inte-

ressen einer Grosszahl - und nicht zwingend der Mehrheit - der Mitglieder 

gewahrt würden. Von den 35 Mitgliedern des Vereins seien 21 am Dorfrand 

von Tagelswangen in der ersten oder zweiten Bebauungstiefe gegen den 

Kiesgrubenperimeter gelegen wohnhaft, als Eigentümer oder Mieter in unge-

kündigtem Mietverhältnis. Ein weiteres Mitglied wohne unmittelbar an der Z-

Strasse. Von den verbleibenden 13 Mitgliedern wohnten mehrere in dritter 

Bautiefe am Dorfrand, andere wohnten nahe der Z-Strasse und hätten schul-

pflichtige Kinder. Hinsichtlich der weiteren Rekurrierenden wird ausgeführt, 

die Rekurrierenden 2 bis 6 seien Eigentümer von Liegenschaften am Orts-

rand von Tagelswangen, während die Rekurrentin 7 an der Z-Strasse wohn-

haft sei. Bezüglich der beiden juristischen Personen erfolgen spezifische 

Hinweise auf die erwarteten wirtschaftlichen Auswirkungen bei Realisierung 

der Kiesgrube (Rekurrentin 2: Verlust von Mietzinseinnahmen; Rekurrentin 

3: Infragestellung der aktuellen geschäftlichen Grundstücksnutzung […]). 

Die Rekurrierenden im Rekursverfahren G.-Nr. R3.2022.00118 verweisen 

zur Begründung ihrer Legitimation darauf, sie seien "Grundbesitzer" bzw. 

wohnhaft im Bereich der N-Strasse bzw. der Z-Strasse im Abstand von ca. 

250 m zur geplanten Kiesgrube. 

 

 

R3.2022.00117 Seite 10 

2.1.2 

Die Baudirektion verweist auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung, wo-

nach bei Entfernungen von mehr als 100 m eine Beeinträchtigung aufgrund 

der konkreten Gegebenheiten glaubhaft gemacht werden müsse. Nur eine 

deutlich wahrnehmbare Immissionszunahme vermöge die Legitimation zu 

begründen. Im Verfahren G.-Nr. R3.2022.00117 führt die Baudirektion weiter 

aus, Nachbarn seien zur Beschwerdeführung legitimiert, wenn sie mit Sicher-

heit oder zumindest grosser Wahrscheinlichkeit durch Immissionen wie bei-

spielsweise Lärm, Staub, Erschütterungen oder Licht betroffen würden. In 

Bezug auf die monierte Verkehrszunahme werde ein besonderes Berührt-

sein bejaht, wenn eine Verkehrsanlage wahrnehmbar stärkere Lärmimmissi-

onen im Sinne von Art. 9 der Lärmschutzverordnung (LSV) erzeuge, was bei 

einem Anstieg des Lärmpegels um 1 dB(A), entsprechend einer Verkehrszu-

nahme um 25 %, der Fall sei. Für die Fahrten in Richtung Tagelswangen sei 

von einer plausiblen Annahme von 17'200 Fahrten/Jahr ausgegangen wor-

den. Selbst bei einer Verdoppelung der induzierten Fahrtenzahl durch Ta-

gelswangen würden die Emissionen beim am meisten belasteten Abschnitt 

in Tagelswangen einzig um 0,8 dB(A) zunehmen. Beachtlich sei sodann, 

dass die Rekurrierenden überwiegend und pauschal auf die Distanz von 

250 m zum Gestaltungsplanperimeter abstellen würden, der Abstand zum 

eigentlichen Kiesabbau aber zum Teil bedeutend höher sei. Die lärmschutz-

rechtlichen Planungswerte könnten zum Teil deutlich eingehalten werden. Im 

Verfahren G.-Nr. R3.2022.00118 erachtet es die Baudirektion als fraglich, ob 

die äusserst kurze und sehr allgemein gehaltene Begründung der Legitima-

tion die Anforderungen an deren substantiierte Darlegung zu erfüllen ver-

möge, zumal die lärmschutzrechtlichen Planungswerte eingehalten würden 

und es bei der Z-Strasse auf der Höhe Tagelswangen zu keiner lärmschutz-

rechtlich wahrnehmbaren Verkehrszunahme komme. 

Die K AG (im Folgenden: Mitbeteiligte) hält dafür, da sie bereits auf der Pla-

nungsebene eine Vielzahl von Massnahmen (namentlich Mindestabstand 

von 250 m zum Siedlungsrand, Erstellung eines Schutzwalls, Einhausung 

der Förderbänder) getroffen habe, um die Bewohner der Siedlungsgebiete 

vor Immissionen - insbesondere betreffend Lärm, Staub und Erschütterun-

gen - zu schützen, und da diese Massnahmen gemäss UVB geeignet seien, 

den fraglichen Schutz zu gewährleisten, misslinge den Rekurrierenden eine 

immissionsrechtliche Begründung ihrer Legitimation. Eine solche ergebe 

sich auch nicht aufgrund der Immissionen des Zubringerverkehrs, da die im 

 

 

R3.2022.00117 Seite 11 

UVB ausgewiesenen Lärmzunahmen entlang der Zufahrtsstrecken von ma-

ximal 0,7 dB(A) im nicht wahrnehmbaren Bereich liegen würden und der 

durch den Kiesabbau erzeugte Verkehr einen maximalen Anteil von 1,6 % 

des durchschnittlichen Tagesverkehrs (DTV) erreiche. Dabei sei mit an Si-

cherheit grenzender Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass entgegen der im 

UVB als "worst case" zugrunde gelegten Annahme der Transport des Auf-

füllmaterials für die Kiesgrube "Chäsen" nicht über die ganze Zeitspanne von 

Norden her erfolgen werde. Zudem sei der übrige Verkehr von im Schnitt 

täglich 9'000 Fahrzeugen weder lärmtechnisch noch betreffend Verkehrssi-

cherheit zu vernachlässigen und würden Lastwagen in Tagelswangen zum 

Dorfbild gehören, so dass der Zusatzverkehr nicht vom allgemeinen Stras-

senverkehr unterscheidbar sei. Spezifisch das Rekursverfahren G.-Nr. 

R3.2022.00117 betreffend führt die Mitbeteiligte weiter aus, die Legitimation 

ergebe sich auch nicht aus einer eingeschränkten Sicht, da keine spektaku-

läre Aussicht bestehe und zudem aufgrund der getroffenen Massnahmen 

(Begrünung des Schutzwalls, Mindestabstand zur Siedlung, Wahrung des 

Waldabstands) die Sicht ins Grüne während der gesamten Betriebszeit si-

chergestellt sei. Weiter würden sämtliche behaupteten Wertverluste der re-

kurrentischen Liegenschaften bestritten. 

2.2 

Im Raumplanungsrecht und im öffentlichen Baurecht ist gemäss § 338a des 

Planungs- und Baugesetzes (PBG) zum Rekurs und zur Beschwerde be-

rechtigt, wer durch die angefochtene Anordnung berührt ist und ein schutz-

würdiges Interesse an ihrer Aufhebung oder Änderung hat (vgl. auch § 21 

Abs. 1 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes [VRG]). Dasselbe gilt für die 

Anfechtung von Erlassen (§ 338a Satz 2 PBG). § 338a PBG gilt auch für die 

Anfechtung von Nutzungsplänen, wozu die Gestaltungspläne zählen 

(VB.2018.00760 vom 8. Juli 2020, E. 1.2). 

Das Erfordernis des Berührtseins beinhaltet, dass der Rekurrent in einer be-

sonderen, beachtenswerten, nahen Beziehung zum Streitgegenstand ste-

hen und stärker als beliebige Dritte oder die Allgemeinheit von diesem be-

troffen sein muss. Das vom Gesetz alsdann verlangte schutzwürdige Inte-

resse (Anfechtungsinteresse) setzt voraus, dass der Rekurrent mit der Gut-

heissung des Rekurses einen Nutzen erlangt bzw. einen Nachteil abwendet. 

Sofern und soweit der Rekurs mit hierzu von vornherein ungeeigneten Rü-

gen begründet wird, fehlt es am Anfechtungsinteresse. Das Interesse kann 

 

 

R3.2022.00117 Seite 12 

rechtlicher oder tatsächlicher Natur sein. Das Kriterium der Schutzwürdigkeit 

zeigt indes an, dass nicht jedes beliebige Interesse anerkannt wird; ob ein 

Interesse schutzwürdig ist, ergibt sich aus seiner rechtlichen Würdigung. Der 

angestrebte Nutzen muss stets ein eigener sein. Allein die Wahrnehmung 

von öffentlichen Interessen oder Interessen Dritter genügt demnach nicht. 

Der Rekurrent muss zudem von der Anordnung unmittelbar betroffen sein 

(Martin Bertschi, in: Kommentar VRG, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2014, § 21 

Rz. 10 ff. und 53 ff.). 

Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung sind Nachbarn zur Be-

schwerdeführung gegen ein Bauvorhaben - oder wie vorliegend gegen einen 

Gestaltungsplan - legitimiert, wenn sie mit Sicherheit oder zumindest grosser 

Wahrscheinlichkeit durch Immissionen (Lärm, Staub, Erschütterungen, Licht 

oder andere Einwirkungen) betroffen werden, die der Bau oder Betrieb der 

fraglichen Anlage hervorruft. Bei weiträumigen Einwirkungen kann ein gros-

ser Kreis von Personen zur Beschwerdeführung legitimiert sein. Als wichti-

ges Kriterium zur Beurteilung der Betroffenheit dient in der Praxis die räum-

liche Distanz zum Bauvorhaben bzw. zur Anlage. Die Rechtsprechung bejaht 

in der Regel die Legitimation von Nachbarn, deren Liegenschaften sich in 

einem Umkreis von bis zu rund 100 m befinden. Bei grösseren Entfernungen 

muss eine Beeinträchtigung aufgrund der konkreten Gegebenheiten glaub-

haft gemacht werden. Allerdings wurde stets betont, dass nicht schematisch 

auf einzelne Kriterien (insbesondere Distanzwerte) abgestellt werden dürfe, 

sondern eine Gesamtwürdigung anhand der konkreten Verhältnisse erfor-

derlich sei. Bei Lärm, der durch eine Anlage oder deren Zubringerverkehr 

verursacht wird, bejaht das Bundesgericht die Legitimation, wenn die Zu-

nahme deutlich wahrnehmbar ist; dies wird anhand von qualitativen (Art des 

Verkehrsgeräuschs) und quantitativen Kriterien (Erhöhung des Lärmpegels) 

beurteilt (BGE 140 II 214, E. 2.3; vgl. auch BGE 136 II 281, E. 2.3.1 und 

2.3.2; je mit weiteren Hinweisen). 

2.3.1 

Der grösste Teil der Rekurrierenden beider Rekursverfahren leitet die Legiti-

mation aus dem Eigentum an Grundstücken ab, die sich in erster oder zwei-

ter Bautiefe am südwestlichen Dorfrand von Tagelswangen befinden (vgl. im 

Einzelnen E. 2.3.2). Während im nordwestlichen Teil dieses Gebiets der Ab-

stand der rekurrentischen Liegenschaften bzw. Gebäude zum Abbaugebiet 

 

 

R3.2022.00117 Seite 13 

Chäsen ca. 250 m beträgt, befinden sich andere der fraglichen Liegenschaf-

ten in grösserer Entfernung, wobei sich für den südöstlichen Teil (Gebiet B-

Strasse) ab den Grundstücksgrenzen der ersten Bautiefe gemessen Distan-

zen zwischen ca. 300 und 350 m bis zum Gestaltungsplanperimeter des Ge-

biets Chäsen ergeben, von dem das Abbaugebiet nochmals um ca. 50 bis 

60 m zurückversetzt ist; zum Abbaugebiet Schoren weisen die am weitesten 

südöstlich gelegenen Grundstücke von Tagelswangen einen Abstand von 

ca. 250 bis 300 m auf. Obwohl damit die massgeblichen Distanzen deutlich 

mehr als 100 m betragen, ist aufgrund der aus den Plänen (vgl. insb. 

act. 18.3) sowie der Karte "Digitale Höhenmodelle 2017 Bund" im Geoinfor-

mations-System des Kantons Zürich (GIS-ZH; https://maps.zh.ch/) ersichtli-

chen topographischen Verhältnisse (erhöhter Dorfrand auf einer Kote zwi-

schen ca. 495 bis 500 m im nordwestlichen und ca. 511 bis 515 m im süd-

östlichen Teil, von wo sich das bestehende Gelände bis auf eine Kote von 

ca. 490 bis 495 m absenkt, um sodann im Abbaugebiet Chäsen wieder bis 

auf maximal ca. 506 m anzusteigen) davon auszugehen, dass die mit dem 

Kiesabbau einhergehenden landschaftlichen Veränderungen von den fragli-

chen Grundstücken aus ohne weiteres wahrnehmbar sein werden und auch 

allfällige Immissionen primär diese Grundstücke betreffen würden. Schon in-

soweit unterscheidet sich die Situation der Rekurrierenden deutlich von der-

jenigen wie sie im Rahmen einer verpönten Popularbeschwerde, mit welcher 

ausschliesslich öffentliche Interessen wahrgenommen werden sollen, gege-

ben wäre, ohne dass dabei angesichts der Dimensionen des streitbetroffe-

nen Vorhabens massgeblich ins Gewicht fallen würde, dass die zulässige 

Minimaldistanz zum Siedlungsrand von 250 m teilweise wie dargelegt über-

schritten wird. Entscheidend ist sodann, dass im Rahmen der Legitimations-

prüfung eine Gesamtbetrachtung zu erfolgen hat, welche auch der Kombina-

tion verschiedener Einwirkungen Rechnung trägt. In diesem Sinn ist zu-

nächst davon auszugehen, dass die durch den Kiesabbau über einen länge-

ren Zeitraum bewirkte Veränderung des Landschaftsbildes auch bei objekti-

ver Betrachtung als nachteilig empfunden werden kann, wobei dieser Aspekt 

entgegen der Mitbeteiligten - welche sich für ihre abweichende Ansicht aus-

schliesslich auf zivilrechtliche Entscheide zur nachbarrechtlichen Bestim-

mung von Art. 684 des Zivilgesetzbuchs (ZGB) stützt - nicht erst dann in Be-

tracht fällt, wenn eine geradezu "spektakuläre" Aussicht beeinträchtigt wird. 

Den erwähnten kartographischen Darstellungen lässt sich sodann entneh-

men, dass die entsprechenden Veränderungen ungeachtet der Errichtung 

eines Schutzwalls im nordöstlichen Teil des Abbaugebiets Chäsen sichtbar 

 

 

R3.2022.00117 Seite 14 

sein werden, kommt die Abdeckungswirkung des Walls (inklusive Bepflan-

zung) doch erst in einem relativ weit fortgeschrittenen Abbaustadium umfas-

send zum Tragen (vgl. insbesondere die Schnitte in act. 18.6, anhand derer 

sich in Kombination mit den aus act. 18.3 ersichtlichen Distanzen die Abde-

ckungswirkung nachvollziehen lässt). 

Was sodann die immissionsschutzrechtlichen Aspekte anbelangt, lässt die 

Rekursgegnerschaft im Rahmen der Infragestellung der Legitimation ausser 

Acht, dass die Rekurrierenden mit verschiedenen ihrer Rügen gerade die 

Aussagekraft der immissionsrechtlichen Beurteilung im UVB in Frage stellen 

und entsprechend im Ergebnis (insbesondere im Rahmen der eventualiter 

bzw. subeventualiter gestellten Anträge) teilweise eine Überprüfung der 

Frage verlangen, ob die angeordneten Immissionsschutzmassnahmen aus-

reichend sind. So wird im Rekursverfahren G.-Nr. R3.2022.00117 unter an-

derem beanstandet, bei der Ermittlung des Betriebslärms seien nicht alle 

massgeblichen Lärmquellen berücksichtigt worden (vgl. nachfolgend E. 8), 

während hinsichtlich der Verkehrszunahme moniert wird, diese beruhe für 

die Etappe Nord auf einer Aufteilung der Verkehrsströme, die in den rechts-

verbindlichen Vorgaben des Gestaltungsplans keinen Niederschlag finde 

(vgl. E. 7). Im Rekursverfahren G.-Nr. R3.2022.00118 werden unter anderem 

eine fehlende Einhaltung des Abstandes zum Siedlungsrand, die unzu-

reichende Höhe des Schutzwalls, Unklarheiten bezüglich der Lage der För-

derbandanlagen sowie eine Erhöhung der Immissionen aufgrund des Um-

stands, dass die offene Grubenfläche gemäss den GPV unter bestimmten 

Voraussetzungen 10 ha anstatt - wie im UVB zugrunde gelegt - lediglich 4 ha 

betragen dürfe (vgl. E. 1), gerügt. Unabhängig davon, ob sich diese Vorbrin-

gen im Rahmen der materiellen Beurteilung als begründet erweisen, kann 

damit jedenfalls im Kontext der Legitimationsprüfung nicht unbesehen auf 

die entsprechenden immissionsschutzrechtlichen Beurteilungen abgestellt 

werden, da andernfalls die materielle Prüfung in unzulässiger Weise vorweg-

genommen würde. Dabei kann es den Rekurrierenden umso weniger ver-

wehrt sein, die fraglichen Beurteilungen und die Angemessenheit der vorge-

sehenen Schutzmassnahmen in Frage zu stellen, als letztere gerade Aus-

druck davon sind, dass an sich - mithin vor Anordnung der entsprechenden 

Massnahmen - von Emissionen auszugehen ist, welche zumindest unter 

dem Aspekt des Vorsorgeprinzips gemäss Art. 11 Abs. 2 des Umweltschutz-

gesetzes (USG) eine Begrenzung verlangen. So kommt es hinsichtlich des 

Betriebslärms entgegen dem Dafürhalten der Mitbeteiligten nicht lediglich 

 

 

R3.2022.00117 Seite 15 

darauf an, ob die entsprechenden Planungswerte eingehalten sind. Spezi-

fisch den Verkehrslärm betreffend - dem im Übrigen ohnehin nur für die Le-

gitimation der Rekurrentin 7 im Verfahren G.-Nr. R3.2022.00117 ausschlag-

gebende Bedeutung zukommt, während er im Übrigen, soweit relevant, je-

denfalls nur einen von mehreren Aspekten darstellt - ist sodann festzuhalten 

was folgt: Einen Hinweis darauf, dass grundsätzlich eine entsprechende und 

damit auch für die Legitimationsprüfung relevante Problematik besteht, liefert 

bereits die Beurteilung des UVB durch die Baudirektion bzw. die jeweiligen 

Fachstellen vom 2. Juli 2018 (act. 18.12), wo ausgeführt wird, auch wenn die 

lärmschutzrechtlichen Bestimmungen eingehalten seien, sei während des 

Betriebs der Kiesgrube die Lärmbelastung durch die Lastwagentransporte 

nicht zu unterschätzen, weshalb auch bei der Anlieferung sämtliche Anstren-

gungen zu unternehmen seien, um Transporte per Lastwagen zu vermeiden 

(a.a.O., S. 15, vgl. auch S. 31). Zu berücksichtigen ist weiter, dass zwar die 

generelle Verkehrszunahme, welche für die Erschliessung der Etappe Nord 

ausgewiesen wird, lediglich 4 % beträgt (vgl. die [gegenüber der insoweit 

ohnehin identischen Schätzung in Anhang 5-1 des UVB] neuere Schätzung 

des Verkehrsaufkommens gemäss act. 18.7.5; vgl. darauf Bezug nehmend 

auch den Planungsbericht, der von maximal 4,8 % ausgeht [act. 18.7 S. 13]), 

die Zusatzbelastung mit Schwerverkehr jedoch mit 100 % beziffert wird. Zwar 

handelt es sich bei der zugrundeliegenden Anzahl von 204 Fuhren entspre-

chend 408 LKW pro Tag um die für die gesamte Etappe Nord prognostizier-

ten Werte, so dass insoweit die Aufteilung der Verkehrsströme Richtung 

Westen und Osten unberücksichtigt bleibt. Da aber wie aufgezeigt im Ver-

fahren G.-Nr. R3.2022.00117 gerade die fehlende Verbindlichkeit einer ent-

sprechenden Aufteilung thematisiert wird, muss basierend auf den - der Le-

gitimationsprüfung zugrunde zu legenden - rekurrentischen Rügen für die 

Verkehrszunahme in Tagelswangen von einem letztlich unbestimmten, je-

doch zumindest theoretisch denkbaren Wert in Höhe des gesamten zusätz-

lich generierten Verkehrs ausgegangen werden. Kann damit jedenfalls eine 

signifikante Erhöhung des Schwerverkehrsanteils nicht ausgeschlossen wer-

den, so geht damit eine veränderte akustische Qualität des Verkehrsge-

räuschs einher, wobei eine solche qualitative Veränderung gemäss bundes-

gerichtlicher Rechtsprechung zur Folge haben kann, dass das Vorliegen ei-

ner wahrnehmbaren Veränderung auch dann zu bejahen ist, wenn die quan-

titative Lärmzunahme unter 1 dB(A) liegt (vgl. BGE 136 II 281, E. 2.5). Da 

nun bei der im UVB vorgenommenen Ermittlung des Verkehrslärms für die 

Etappe Nord die fragliche Aufteilung der Erschliessung Richtung Westen und 

 

 

R3.2022.00117 Seite 16 

Osten im Verhältnis 80 % zu 20 % zugrunde gelegt wurde - womit sich (nebst 

einem höheren zukünftigen DTV und einer Umrechnung der täglichen Zu-

satzbelastung an den effektiv betroffenen 220 Tagen gemäss Anhang 5.1 

auf einen Durchschnittswert für 365 Tage) die wesentlich tieferen ausgewie-

senen Anteile des Zusatzverkehrs am DTV erklären -, werden für die Stras-

senabschnitte in Tagelswangen Zunahmen von maximal 0,4 dB(A) ausge-

wiesen (act. 18.8 S. 29 und Anhang 8-1c; vgl. auch S. 17 f.). Berücksichtigt 

man demgegenüber den unter anderem Gegenstand der rekurrentischen 

Rügen bildenden Umstand, dass gegebenenfalls ein wesentlich höherer An-

teil als 20 % des Zusatzverkehrs durch Tagelswangen führen könnte, so 

ergibt sich eine entsprechende Erhöhung des Emissionspegels, die sich 

nicht zwingend auf die seitens der Baudirektion berechnete und ins Recht 

gelegte Erhöhung um 0,8 dB(A) bei Verdoppelung des Anteils der LKW-

Fahrten durch Tagelswangen (vgl. act. 18.16) beschränken muss. Die Kom-

bination dieses Effekts einer Erhöhung des Emissionspegels in Abhängigkeit 

von der effektiven Aufteilung der Verkehrsströme mit der vorstehend aufge-

zeigten Sichtweise, wonach aufgrund der qualitativen Veränderung des Ver-

kehrslärms auch bereits eine quantitative Zunahme von weniger als 1 dB(A) 

als wahrnehmbar gelten kann, hat zur Folge, dass auch der Aspekt des Ver-

kehrslärms vorliegend für die Anerkennung der Legitimation der Rekurrieren-

den - soweit sie von diesem betroffen sind - spricht. Hinzu kommt schliess-

lich, dass die monierte Verkehrszunahme und dabei insbesondere der Um-

stand, dass diese ausschliesslich aus LKW-Fahrten besteht und damit - wie 

dargelegt - zu einer Veränderung der Verkehrszusammensetzung führt, auch 

unter dem Aspekt der in beiden Rekursverfahren thematisierten Verkehrssi-

cherheit relevant ist, was im Sinne einer weiteren Einwirkung ebenfalls in die 

Legitimationsprüfung miteinzubeziehen ist. 

Damit ergibt sich zusammenfassend, dass aufgrund der gebotenen Gesamt-

betrachtung die Legitimation derjenigen Rekurrierenden, welche diese aus 

ihrem Bezug zu einem am Ortsrand von Tagelswangen gelegenen Grund-

stück herleiten, zu bejahen ist. Gestützt auf die vorstehenden Ausführungen 

zu den Auswirkungen der Verkehrszunahme auf der Z-Strasse ist sodann 

auch die Rekurrentin 7 im Rekursverfahren G.-Nr. R3.2022.00117 zur Re-

kurserhebung legitimiert. Hinsichtlich des Rekursverfahrens G.-Nr. 

R3.2022.00118 ist sodann festzuhalten, dass zwar die eigentliche Begrün-

dung der Legitimation im Rahmen der Rekursschrift äusserst knapp gehalten 

 

 

R3.2022.00117 Seite 17 

ist. Indessen sind praxisgemäss auch die Ausführungen im Rahmen der ma-

teriellen Begründung des Rekurses in die Legitimationsbeurteilung miteinzu-

beziehen, soweit sie Aufschluss über die Legitimation zu geben vermögen 

(vgl. auch VB.2008.00051 vom 10. Juli 2008, E. 4.3), was vorliegend wie auf-

gezeigt der Fall ist. Aus diesem Grund sowie mit Blick darauf, dass aufgrund 

der umfassenden und im Rekursverfahren G.-Nr. R3.2022.00117 ohnehin 

gebotenen Prüfung die Legitimation der Eigentümer entsprechend gelegener 

Grundstücke feststeht, so dass es auch überspitzt formalistisch erschiene, 

den Rekurrierenden im Verfahren G.-Nr. R3.2022.00118 unter Verweis auf 

eine mangelhafte Substantiierung die materielle Prüfung ihrer Vorbringen zu 

verweigern, ist auch in diesem Verfahren die Legitimation der Rekurrieren-

den anzuerkennen. 

2.3.2 

Hinsichtlich der einzelnen Rekurrierenden ist sodann festzuhalten was folgt: 

Wie erwähnt erhebt die Rekurrentin 1 im Rekursverfahren G.-Nr. 

R3.2022.00117 eine egoistische Verbandsbeschwerde. Ein als juristische 

Person konstituierter Verband kann – im eigenen Namen, aber gewisser-

massen stellvertretend – die persönlichen Interessen seiner Mitglieder gel-

tend machen, wenn es sich um solche handelt, die er nach seinen Statuten 

zu wahren hat, die der Mehrheit oder doch einer Grosszahl seiner Mitglieder 

gemeinsam sind und zu deren Geltendmachung durch Rekurs jedes dieser 

Mitglieder befugt wäre (sogenannte egoistische Verbandsbeschwerde; vgl. 

BGE 142 II 80, E. 1.4.2.). Diese Voraussetzungen müssen kumulativ erfüllt 

sein; sie sollen die Popularbeschwerde ausschliessen. Die Wahrung der In-

teressen der Mitglieder muss zu den statutarischen Aufgaben des Verbands 

gehören, wobei an die Formulierung in den Statuten allerdings keine hohen 

Anforderungen gestellt werden. Vorliegend ergibt sich aus Art. 2 der Vereins-

statuten (act. 6.2), dass Zweck des Vereins unter anderem die Bekämpfung 

der geplanten Kiesgrube in Tagelswangen und dabei insbesondere die Wah-

rung der persönlichen Interessen der Mitglieder bei der Bekämpfung der 

Kiesgrube sowie die Ergreifung der notwendigen Rechtsmittel ist. Sodann 

ergibt sich aus der eingereichten Mitgliederliste (act. 6.5), dass 21 der 35 

Mitglieder einen Bezug zu Grundstücken aufweisen, die sich in der ersten 

und zweiten (bzw. in einem Fall in der dritten) Bautiefe am südwestlichen 

Ortsrand von Tagelswangen befinden. Da 18 dieser 21 Mitglieder gemäss 

Eigentümerauskunft im GIS-ZH Eigentümer der fraglichen Grundstücke sind, 

 

 

R3.2022.00117 Seite 18 

ist eine Mehrheit bzw. jedenfalls eine Grosszahl der Mitglieder im Sinne der 

vorstehenden Ausführungen zur Rekurserhebung legitimiert, so dass auch 

die Rekurslegitimation des Vereins anzuerkennen ist, wobei es sich bei die-

ser Sachlage insbesondere als entbehrlich erweist, bezüglich bestimmter 

weiterer Mitglieder Nachweise betreffend das Bestehen eines auf unbe-

stimmte Dauer abgeschlossenen Mietverhältnisses einzufordern. 

Die Rekurrierenden 2 bis 6 des Rekursverfahrens G.-Nr. R3.2022.00117 

sind ebenfalls Eigentümer von entsprechenden Grundstücken der ersten und 

zweiten Bautiefe, so dass auch ihre Legitimation zu bejahen ist. Ebenfalls 

legitimiert ist die nachweislich in einem auf unbestimmte Dauer abgeschlos-

senen Mietverhältnis an der Z-Strasse in Tagelswangen wohnende Rekur-

rentin 7 (vgl. hierzu bereits E. 2.3.1). 

Die Rekurrierenden 2 und 3 im Verfahren G.-Nr. R3.2022.00118 sind eben-

falls als Eigentümer von entsprechend gelegenen Grundstücken der ersten 

Bautiefe zur Rekurserhebung legitimiert. Bei der Rekurrentin 1 (C AG) han-

delt es sich zwar nicht um die Eigentümerin der Liegenschaft […] in Tagels-

wangen (Kat.-Nr. 1), die im Eigentum des Rekurrierenden 2 steht. Indessen 

befindet sich gemäss Handelsregisterauszug die Domiziladresse der Rekur-

rentin 1 an der fraglichen Adresse, wobei der Rekurrent 2 als einzelzeich-

nungsberechtigter Verwaltungsratspräsident der Rekurrentin 1 fungiert. Un-

ter diesen Umständen ist auch die Legitimation der Rekurrentin 1 zu bejahen. 

2.3.3 

Zusammenfassend sind sämtliche Rekurrierenden beider Verfahren zur Re-

kurserhebung legitimiert. Da auch die übrigen Prozessvoraussetzungen er-

füllt sind, ist auf die beiden Rekurse einzutreten. Nicht einzutreten ist jedoch 

auf Antrag 2 im Rekursverfahren G.-Nr. R3.2022.00117, da Verfahrensge-

genstand lediglich der kantonale Gestaltungsplan bildet, so dass die bean-

tragte Streichung des Eintrags im kantonalen Richtplan - ungeachtet der 

Möglichkeit einer akzessorischen Überprüfung (vgl. E. 4.2) - von vornherein 

ausser Betracht fällt, während es hinsichtlich des eventualiter gestellten 

Feststellungsbegehrens - ebenfalls mit Blick auf die Möglichkeit der akzesso-

rischen Überprüfung und deren Wirkungen - bereits am erforderlichen Fest-

stellungsinteresse fehlt. 

 

 

R3.2022.00117 Seite 19 

3.1 

Die beiden Rekursverfahren betreffen den gleichen kantonalen Gestaltungs-

plan, weshalb sie aus prozessökonomischen Gründen zu vereinigen sind. 

3.2 

Es wird im Sinne einer Beweisofferte der Rekurrierenden im Verfahren G.-Nr. 

R3.2022.00117 die Durchführung eines Augenscheins beantragt (vgl. § 7 

VRG). Das Baurekursgericht hat unbesehen von Parteianträgen nur dann 

einen Augenschein durchzuführen, wenn die Verhältnisse vor Ort zwar ent-

scheidrelevant, auf Grund der Akten aber noch unklar sind. Diese Voraus-

setzung ist vorliegend nicht erfüllt, so dass kein Augenschein durchzuführen 

war. Zu beachten ist insbesondere, dass die fragliche Beweisofferte primär 

im Kontext der Begründung der Legitimation erfolgt, welche wie dargelegt 

ohnehin zu bejahen ist, wobei namentlich dem seitens der Mitbeteiligten in 

diesem Zusammenhang vorgebrachten Gegenargument einer fehlenden 

ausserordentlichen Qualität der Aussicht wie aufgezeigt (vgl. E. 2.3.1) keine 

Bedeutung zukommt. Hinsichtlich der nachstehenden materiellen Prüfung ist 

sodann - ebenfalls in Übereinstimmung mit dem bereits in E. 2.3.1 Ausge-

führten - festzuhalten, dass sich die Wahrnehmbarkeit der aufgrund des ge-

planten Kiesabbaus bewirkten landschaftlichen Veränderungen bereits aus 

den Plänen ergibt und dass auch die Frage des Nutzens des geplanten 

Schutzwalls anhand der Pläne (insbesondere der Schnitte) und des im GIS-

ZH vorhandenen kartographischen Materials beurteilbar ist, ohne dass dies-

bezüglich aufgrund eines Augenscheins weitergehende Aufschlüsse zu ge-

winnen wären. 

3.3 

Im Rekursverfahren G.-Nr. R3.2022.00118 beantragt die Baudirektion den 

Beizug der im Rekursverfahren G.-Nr. R3.2022.00117 eingereichten Verfah-

rensakten "Festsetzungsdossier" sowie "Plandossier öffentliche Auflage". 

Der Beizug dieser im Beilagenverzeichnis zur Vernehmlassung der Baudi-

rektion referenzierten (vgl. act. 14 und 16 im Verfahren G.-Nr. 

R3.2022.00118) und damit den Rekurrierenden bekannten Akten ist durch 

Einfügen eines entsprechenden "Platzhalters" (act. 17 im Verfahren G.-Nr. 

R3.2022.00118) unter Verweis auf die Originalbeilagen im - nunmehr verei-

nigten - Rekursverfahren G.-Nr. R3.2022.00117 erfolgt, womit zugleich dem 

Antrag der Rekurrierenden im Verfahren G.-Nr. R3.2022.00118, wonach 

 

 

R3.2022.00117 Seite 20 

auch das im Mitwirkungsverfahren aufgelegte Projektdossier beizuziehen 

sei, stattgegeben worden ist. 

3.4 

Seitens der Rekurrierenden im Verfahren G.-Nr. R3.2022.00118 wird in der 

Replik die "Mitwirkungslegitimation" der K AG in Zweifel gezogen, deren Ver-

hältnis aus den öffentlich aufgelegten Festsetzungsakten nicht ersichtlich 

sei. Nachdem es sich bei der K AG um diejenige Unternehmung handelt, 

welche den aufgrund des kantonalen Gestaltungsplans ermöglichten Kiesab-

bau ausführen würde - was sich ohne weiteres aus dem Planungsbericht 

ergibt (act. 18.7 S. 5; vgl. auch den als Beilage zum Planungsbericht Teil des 

Festsetzungsdossiers bildenden privatrechtlichen Vertrag zwischen der K 

AG, der Gemeinde Lindau und der Stadt Illnau-Effretikon [act. 18.7.1]) -, er-

weist sich deren Einbezug in die beiden vorliegenden Rekursverfahren als 

zulässig und sachgerecht. 

Als Mitbeteiligte miteinzubeziehen war weiter als Standortgemeinde die Ge-

meinde Lindau, auf deren Gebiet sich der Gestaltungsplanperimeter befin-

det. Ebenfalls - nachträglich - miteinzubeziehen war die Stadt Illnau-Effre-

tikon, da auch für deren Stadtgebiet Festlegungen - im Zusammenhang mit 

der Erschliessung der Etappe Süd - erfolgen (vgl. insbesondere die entspre-

chenden Einträge zur internen Erschliessung in act. 18.3), weshalb denn 

auch beide Gemeinwesen in der angefochtenen Festsetzungsverfügung als 

Betroffene genannt und bezüglich Mitteilung sowie Auflage zur Einsicht-

nahme gleich behandelt werden. Nicht einzubeziehen war demgegenüber 

die Gemeinde Bassersdorf, da diese von der Erschliessung der Etappe Nord 

lediglich betroffen ist, ohne dass aber für ihr Gemeindegebiet Festlegungen 

erfolgen würden (vgl. act. 18.3; vgl. zum Ganzen auch act. 18.7. S. 5), wes-

halb sie im Gegensatz zur Stadt Illnau-Effretikon auch in der Festsetzungs-

verfügung gerade nicht als Betroffene aufgeführt ist. 

4.1.1 

Die Rekurrierenden im Verfahren G.-Nr. R3.2022.00117 verlangen vorab 

eine akzessorische Überprüfung der im kantonalen Richtplan erfolgten Fest-

setzung des Materialgewinnungsgebiets Nr. 17 "Lindau, Tagelswangen". Zur 

Begründung führen sie aus, die Festsetzung anlässlich der Gesamtüberprü-

 

 

R3.2022.00117 Seite 21 

fung des kantonalen Richtplans im Jahr 2014 sei ohne übergeordnete Ab-

stimmung und Interessenabwägung erfolgt. Im entsprechenden Erläute-

rungsbericht zu den Einwendungen werde nur darauf hingewiesen, dass die 

Mängel des vom Bundesgericht aufgehobenen - im Rahmen der 2009 erfolg-

ten Teilrevision "Versorgung, Entsorgung" vorgenommenen erstmaligen - 

Eintrags behoben worden seien und sodann eine nicht näher spezifizierte 

Güterabwägung erwähnt. Dabei sei zwar erkannt worden, dass betreffend 

Landschaft und nahegelegene Siedlung ein Problem bestehen könnte, doch 

sei dies nur rudimentär und unzutreffend abgehandelt worden. Eine eigentli-

che Standortevaluation mit Vergleich, Bewertung und Priorisierung der ver-

schiedenen im Kanton vorhandenen potenziellen Abbaustandorte sei nicht 

vorgenommen und nirgends begründet worden, weshalb es an diesem sied-

lungsnahen, sensiblen Standort eines Abbaus bedürfe. Damit sei gegen die 

in Art. 2, 3 und 8 des Raumplanungsgesetzes (RPG) und Art. 2, 3 und 4 der 

Raumplanungsverordnung (RPV) niedergelegten raumplanungsrechtlichen 

Vorgaben (namentlich die Beachtung der Planungsgrundsätze und das Ge-

bot der Interessenabwägung) verstossen worden. Im Übrigen seien die Aus-

führungen im genannten Bericht auch inhaltlich falsch oder irreführend: Der 

Bahnanteil werde beschönigend nur für den Abbau genannt, und dass die 

Strassenerschliessung via Siedlungsgebiet ausgeschlossen wäre und Ta-

gelswangen nicht von Mehrverkehr betroffen würde, treffe beides nicht zu; 

auch reiche der Abstand von 250 m zum Siedlungsgebiet bei weitem nicht 

zur hinreichenden Abmilderung der negativen Auswirkungen. Die Festset-

zung stehe überdies im krassen Gegensatz zum Entscheid des Kantonsrats 

von 1978, wonach eine Kiesgrube an diesem Standort infolge der Auswir-

kungen auf das Siedlungsgebiet, die Landschaft und die landwirtschaftliche 

Bodennutzung nicht in Frage komme, zumal sich diesbezüglich seit 1978 

nichts geändert habe. Ob der Standort überhaupt geeignet sei, aus einer ge-

samthaften Betrachtung heraus benötigt werde und wenn ja in welchem Zeit-

horizont, sei nicht geprüft worden; ebenso wenig etliche wichtige gegen den 

Standort sprechende Interessen. Eine Kiesgrube am geplanten Standort mit-

ten in der Agglomeration Zürich in Siedlungsnähe auf einer der letzten ver-

bleibenden Freiflächen zwischen Bahngleisen, Autobahn, Kantonsstrasse 

und Wohnsiedlungen, sei raumplanungsrechtlich derart widersinnig, dass sie 

klarerweise unzulässig sei. Nicht berücksichtigt worden seien unter anderem 

die enormen volkswirtschaftlichen Kosten (Entwertung der betroffenen 

Wohnliegenschaften während 30 Jahren; durch die ansässige Industrie zu 

treffende Schutzmassnahmen in Höhe von mehreren Millionen Franken oder 

 

 

R3.2022.00117 Seite 22 

alternativ Wegzug der Industrie mit Verlust von Arbeitsplätzen; resultierende 

Steuerausfälle von etlichen Millionen Franken; Gesundheitskosten aufgrund 

des erhöhten Lärms und Staubs). Hinzu kämen der erhebliche Konflikt mit 

dem Landschaftsschutz, die Blockierung der dringend erforderlichen Wild-

tierquerung, eine heikle Situation betreffend Grundwasser sowie die Notwen-

digkeit von Rodungen, was bei der Festsetzung des Richtplans alles weder 

diskutiert noch berücksichtigt worden sei. Ein solcher Standort könnte höchs-

tens nach sorgfältiger Abklärung und Priorisierung als letzter "Notnagel" 

noch in Frage kommen, wenn sämtliche anderen abbaubaren Kiesreserven 

im Kanton erschöpft seien, was bei Weitem nicht der Fall sei, nachdem ge-

mäss Kiesstatistik allein schon das aktuell richtplanerisch ausgeschiedene 

Kiesrestvolumen für über 20 Jahre reiche. Es fehle vorliegend an einer nach-

vollziehbaren Abstimmung der raumwirksamen Tätigkeiten, weshalb der 

Richtplaneintrag aufzuheben, zumindest aber nicht anwendbar sei, was zur 

Aufhebung der angefochtenen Festsetzung des kantonalen Gestaltungs-

plans zufolge fehlender Grundlage im kantonalen Richtplan führe. Im Rah-

men ihrer weiteren Rüge, wonach der kantonale Gestaltungsplan auch zu-

folge unvollständiger und fehlerhafter Bedarfsabklärung und Interessenab-

wägung aufzuheben sei (vgl. nachfolgend E. 5), weisen die Rekurrierenden 

überdies darauf hin, soweit die im Zusammenhang mit dem Richtplaneintrag 

genannten privaten und öffentlichen Interessen nicht bereits auf Stufe Richt-

plan hätten einfliessen müssen, so wäre dies jedenfalls im Rahmen einer 

umfassenden Interessenabwägung auf Stufe Nutzungsplanung bzw. Gestal-

tungsplan erforderlich gewesen (wobei entsprechend die geltend gemachten 

Interessen in diesem Zusammenhang näher spezifiziert werden). 

4.1.2 

Die Baudirektion weist vernehmlassungsweise darauf hin, die Kiesabbauge-

biete im Kanton Zürich lägen zu einem überwiegenden Teil im nördlichen 

Unterland des Kantons, wo über 80 % des zürcherischen Kieses abgebaut 

würden. Da im Kanton Zürich anfallendes, unverschmutztes Aushub- und 

Abraummaterial grundsätzlich für die Rekultivierung von Materialgewin-

nungsgebieten zu verwenden sei, würden gegen 80 % des jährlich im Kanton 

deponierten Aushubs im nördlichen Kantonsteil abgelagert. Verwendet 

werde die abgebaute Gesteinskörnung hingegen in den zentral und südlich 

gelegenen Ballungszentren, wo auch der Aushub anfalle. Der Transport des 

Aushubs und der Gesteinskörnung verursache auf der Nord-Süd-Achse in-

 

 

R3.2022.00117 Seite 23 

nerhalb des Kantons sowie über die Kantonsgrenzen hinweg Schwerver-

kehr, was sowohl aufgrund der damit einhergehenden Auswirkungen auf 

Raum und Umwelt (Immissionen, Belastung der Siedlungsgebiete sowie 

Verkehrsanlagen) wie auch aus volkswirtschaftlicher Sicht (Stausituationen) 

einen Missstand darstelle. Der Kanton Zürich verfolge zwei Strategien, die 

im Ergebnis auch die wesentlichen öffentlichen Interessen am vorliegend 

streitbetroffenen Kiesabbaugebiet konkretisierten: Einerseits solle eine er-

höhte Verlagerung der Aushubtransporte auf die Bahn erfolgen, wobei mit 

einer vom Regierungsrat dem Kantonsrat überwiesenen Vorlage zum Bahn-

transport von Aushub und Gesteinskörnung - in Übereinstimmung mit den 

richtplanerischen Vorgaben - die rechtliche Grundlage für die Pflicht zum 

Bahntransport geschaffen werden solle, um den im Richtplan vorgesehenen 

Anteil der Bahntransporte von mindestens 35 % zu erreichen. Andererseits 

hätten Abbau, Aufbereitung und Wegfuhr der Rohstoffe sowie Anfuhr und 

Einbau von unverschmutztem Aushub- und Abraummaterial möglichst emis-

sionsarm zu erfolgen und seien die Transportdistanzen möglichst kurz zu 

halten, was eine regionale Abbau- und Deponieversorgung bedinge. Wie 

sich der Kiesstatistik des Kantons Zürich und der Ermittlung der entsprechen-

den Transportströme entnehmen lasse, bestehe in den Regionen Winterthur 

und Umgebung sowie Glattal eine deutliche Unterversorgung an Kies, wes-

halb ein wesentliches öffentliches Interesse an einem regionalen Deponie- 

und Kiesabbaugebiet, welches im Anschluss wieder mit unverschmutztem 

Aushubmaterial verfüllt werden könne, bestehe. Mit der Festsetzung von 

sachgerechten Standorten könnten Bedürfnisse aus einer übergeordneten, 

kantonalen Sicht berücksichtigt werden. Trotz bzw. gerade wegen der relati-

ven Nähe zu den Ballungszentren sowie in unmittelbarem Nahbereich von 

leistungsfähigen Verkehrsanlagen könnten nachteilige Auswirkungen auf die 

natürlichen Lebensgrundlagen, die Bevölkerung und die Wirtschaft vermie-

den oder gesamthaft möglichst gering gehalten werden, womit den diesbe-

züglichen Planungszielen und -grundsätzen nachgelebt werde. Ausgeführt 

wird weiter, die aktuell im kantonalen Richtplan festgelegte Kiesabbaupla-

nung sei im Jahr 2005 von Seiten des Amts für Abfall, Wasser, Energie und 

Luft (AWEL) mit einer Liste geplanter neuer Materialgewinnungsgebiete auf-

gestartet und im Rahmen der Ämterkonsultation durch die kantonalen Fach-

stellen namentlich hinsichtlich der Interessen Naturschutz, Landschafts-

schutz, Bodenschutz, Gewässerschutz, Lärm, Archäologie und Ortsbild ab-

geklärt worden, wobei sich hinsichtlich des streitbetroffenen Standorts keines 

der tangierten öffentlichen Interessen als Hinderungsgrund erwiesen habe. 

 

 

R3.2022.00117 Seite 24 

Nachdem die ursprüngliche Festsetzung vom 24. November 2009 aufgrund 

einer Autonomiebeschwerde der Gemeinde Lindau durch das Bundesgericht 

aufgehoben worden sei, sei im Rahmen der Gesamtüberprüfung des kanto-

nalen Richtplans eine 'Wiederaufnahme' des Verfahrens zur Standortfestle-

gung erfolgt, wobei die Standortgemeinden bei der Anhörung und der öffent-

lichen Auflage einbezogen worden seien und die Gemeinde Lindau am 

11. Juni 2013 durch die kantonsrätliche Kommission für Energie, Verkehr 

und Umwelt zu einer separaten Anhörung eingeladen worden sei, was zur 

Aufnahme zahlreicher Anliegen der Gemeinde als Eckwerte im kantonalen 

Richtplan geführt habe. Es sei eine stufengerechte Abwägung der Rechts-

güter vorgängig zum Richtplaneintrag erfolgt. Bei der entsprechenden Fest-

setzung handle es sich im Kern um einen politischen Entscheid, dessen po-

litische Elemente in einem Rechtsmittelverfahren nicht mehr überprüft wer-

den könnten. Schliesslich könne sich der Richtplan nur zu den räumlichen 

Belangen aus Sicht des Gemeinwesens äussern. 

Die Mitbeteiligte argumentiert entsprechend. 

4.1.3 

Im Rahmen der Replik halten die Rekurrierenden ergänzend fest, zwar sei 

jede Verkürzung von Transportwegen erwünscht, doch handle es sich bei 

Transporten innerhalb des Kantons Zürich immer noch um kurze Wege; in 

anderen Ländern würde die Fläche des gesamten Kantons Zürich, wenn 

nicht sogar des gesamten Mittellandes als eine einheitliche Region und der 

Kies aus dem Unterland überall als regional gelten. Weiter handle es sich bei 

der Standortfrage von Kiesabbaugebieten nicht oder nur am Rande um poli-

tische Entscheide. Nur im Rahmen der Ergebnisse eines raumplanungs-

rechtlich korrekten Vorgehens bestehe ein planerisches und damit auch po-

litisches Ermessen. In der Triplik wird sodann dargelegt, es sei ein wesentli-

cher Unterschied, ob direkt an eine Agglomerationsgemeinde heran und mit 

Verkehr durch diese hindurch eine neue Kiesgrube geschaffen werde oder 

ob längere Verkehrswege über bestehende Autobahnen und Überlandstras-

sen in Kauf genommen werden müssten. 

4.2.1 

Richtpläne sind behördenverbindlich (Art. 9 Abs. 1 RPG, § 19 Abs. 1 PBG), 

können jedoch bei der Nutzungsplanung im Rechtsmittel- und im Genehmi-

gungsverfahren akzessorisch auf ihre Recht- und Zweckmässigkeit überprüft 

 

 

R3.2022.00117 Seite 25 

werden (§ 19 Abs. 2 PBG). Insbesondere ist eine akzessorische Prüfung der 

Richtplaneinträge auch bei der Festsetzung von überkommunalen Gestal-

tungsplänen möglich, wovon jedoch die politischen Elemente eines solchen 

Entscheids nicht umfasst sind (VB.2016.00605 vom 15. Juni 2017, E. 6.5.1 

und 6.5.2; Christoph Fritzsche/Peter Bösch/Thomas Wipf/Daniel Kunz, Zür-

cher Planungs- und Baurecht, 6. Aufl., Wädenswil 2019, Bd. 1, S. 188). Wie 

sich dem entsprechenden Urteil des Verwaltungsgerichts betreffend den 

kantonalen Gestaltungsplan für eine Jagdschiessanlage entnehmen lässt, 

bezieht sich diese Einschränkung allerdings zum einen auf den Grundsatz-

entscheid für die Erstellung einer entsprechenden Anlage (a.a.O., E. 6.5.2), 

zum andern auf den Umstand, dass es nach Auffassung des Verwaltungs-

gerichts nicht Aufgabe der Rekursinstanz ist, nochmals eine umfassende 

Prüfung und Bewertung der evaluierten Standorte oder gar allfällig weiterer 

solcher vorzunehmen, wobei das Verwaltungsgericht zugleich den im fragli-

chen Verfahren vorliegenden Bericht zur Standortwahl als nachvollziehbar 

erachtete und die Bevorzugung des letztlich gewählten Standorts als schlüs-

sig bezeichnete (a.a.O., E. 6.5.4). Daraus erhellt, dass seitens der Rekurs-

instanz zwar nicht eine eigenständige Standortevaluation vorzunehmen ist, 

die (vorliegend strittige) Frage, ob die richtplanerische Festsetzung - insbe-

sondere hinsichtlich Interessenabwägung und Standortevaluation - über-

haupt auf einer rechtsgenügenden Vorgehensweise beruht, jedoch der ge-

richtlichen Überprüfung zugänglich ist. Dies entspricht denn auch der in der 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung verwendeten Umschreibung, wo - be-

zogen auf die Überprüfungsbefugnis des Bundesgerichts im Rahmen der An-

fechtung kantonaler Richtpläne durch eine Gemeinde - ausgeführt wird, 

Richtpläne hätten vorwiegend politischen Charakter und stellten einen Akt 

planerischen und politischen Abwägens dar, der nur begrenzt justiziabel sei. 

Sei der Planungsträger rechtlich korrekt vorgegangen und erschienen das 

Vorgehen sowie die verwendeten Methoden zur Entscheidfindung als geeig-

net, so sei es nicht Sache des Bundesgerichts, die daraus hervorgegangene 

richtplanerische Vorgabe aufgrund einer anderen Interessengewichtung auf-

zuheben. Seitens der Beschwerdeführerin sei vor diesem Hintergrund dar-

zulegen, dass die umstrittene richtplanerische Standortfestlegung einer stu-

fengerechten Prüfung nicht standhalte (vgl. betreffend richtplanerische Fest-

setzung eines Kiesabbaugebiets BGr 1C_687/2020 vom 13. Januar 2022, E. 

3 [sowie E. 4.6, wo festgehalten wird, zwar greife das Bundesgericht nicht in 

die planerische Interessenabwägung des Kantons ein, doch setze dies vo-

raus, dass diese konsistent begründet und transparent gemacht werde, was 

 

 

R3.2022.00117 Seite 26 

im konkreten Fall - in dem die Standortwahl nicht auf einer nachvollziehbaren 

Abstimmung der raumwirksamen Tätigkeit basierte - zur Aufhebung der richt-

planerischen Festsetzung führte]; vgl. auch BGE 146 I 36, E. 3.4). 

4.2.2 

Die Richtpläne und dabei insbesondere auch die in diesen enthaltenen Fest-

legungen zu Standort und Umfang räumlicher Grossprojekte beruhen auf ei-

ner umfassenden Interessenabwägung, welche auch begründet und damit 

transparent gemacht werden muss (BGr 1C_346/2014 vom 26. Oktober 

2016, E. 2.8; vgl. auch BGE 146 I 36, E. 4.4 Heinz Aemisegger/Samuel Kis-

sling, in: Praxiskommentar RPG: Nutzungsplanung, Zürich/Basel/Genf 2016, 

Vorbemerkungen zur Nutzungsplanung Rz. 10; Pierre Tschannen, in: Pra-

xiskommentar RPG: Richt- und Sachplanung, Interessabwägung, Zürich/Ba-

sel/Genf 2019, Art. 3 Rz. 34). Der Vorgang der Interessenabwägung umfasst 

zunächst die Ermittlung der berührten und rechtlich anerkannten Interessen, 

sodann deren Beurteilung - wobei insbesondere die Vereinbarkeit mit der 

anzustrebenden räumlichen Entwicklung und die möglichen Auswirkungen 

zu berücksichtigen sind - und schliesslich die Optimierung der ermittelten und 

beurteilten Interessen, sodass sie auf Grund der Beurteilung, die ihnen zuteil 

wurde, im Entscheid möglichst umfassend zur Geltung gebracht werden kön-

nen (Art. 3 RPV; vgl. zur Methode der Interessenabwägung umfassend 

Tschannen, a.a.O., Art. 3 Rz. 19 ff.; vgl. spezifisch den kantonalen Richtplan 

betreffend auch Art. 8 Abs. 1 RPG und Art. 5 Abs. 2 lit. a RPV betreffend 

Umschreibung des Mindestinhalts - wonach der Richtplan unter anderem zu 

zeigen hat, wie die raumwirksamen Tätigkeiten im Hinblick auf die anzustre-

bende Entwicklung aufeinander abgestimmt werden - sowie Art. 4 Abs. 2 

RPV, wonach die Planungen über die einzelnen Sachbereiche die tatsächli-

chen und rechtlichen Gegebenheiten und die absehbaren Nutzungskonflikte 

zeigen und eine Beurteilung der möglichen Entwicklungen aus gesamtheitli-

cher Sicht enthalten sollen). Dabei äussert sich der Richtplan allerdings allein 

zu räumlichen Anliegen der Gemeinwesen und handelt weder von privaten 

noch von nicht-räumlichen öffentlichen Interessen, weshalb die im Einzelfall 

notwendige Abwägung mit diesen weiteren Interessen noch - insbesondere 

im Rahmen der Nutzungsplanung (vgl. E. 5.2) - vorzunehmen bleibt (Tschan-

nen, a.a.O., Art. 9 Rz. 27). 

 

 

R3.2022.00117 Seite 27 

Besondere Bedeutung kommt im Rahmen der Interessenabwägung den in 

Art. 3 RPG umschriebenen Planungsgrundsätzen zu, welche sich als recht-

lich ausgewiesene Interessen der Planung aus der Sicht des Gemeinwesens 

verstehen lassen (Tschannen, a.a.O., Art. 3 Rz. 19; vgl. auch die in § 18 PBG 

genannten, die Richtplanung betreffenden Gestaltungsgrundsätze). So sta-

tuiert Art. 3 Abs. 2 RPG den Grundsatz, dass die Landschaft zu schonen ist, 

und weist unter anderem darauf hin, insbesondere sollten der Landwirtschaft 

genügende Flächen geeigneten Kulturlandes, insbesondere Fruchtfolgeflä-

chen, erhalten bleiben (lit. a), naturnahe Landschaften und Erholungsräume 

erhalten bleiben (lit. d) und die Wälder ihre Funktionen erfüllen können (lit. 

e). Art. 3 Abs. 3 RPG hält im Rahmen der Planungsgrundsätze zur Siedlung 

unter anderem fest, insbesondere sollten Wohngebiete vor schädlichen oder 

lästigen Einwirkungen wie Luftverschmutzung, Lärm und Erschütterungen 

möglichst verschont werden (lit. b) und günstige Voraussetzungen für die 

Versorgung mit Gütern und Dienstleistungen sichergestellt sein (lit. d). Als 

Handlungsdirektiven zur Zielerreichung (Tschannen, a.a.O., Art. 1 Rz. 5) 

sind die Planungsgrundsätze überdies an die in Art. 1 RPG umschriebenen 

Ziele der Raumplanung zurückgebunden, wobei neben den in Abs. 1 enthal-

tenen, durch Raumplanung zu erreichenden Ziele insbesondere auch auf die 

in Abs. 2 genannten, durch Raumplanung zu unterstützenden Ziele hinzu-

weisen ist, zu denen unter anderem der Schutz der natürlichen Lebens-

grundlagen wie Boden, Luft, Wasser, Wald und Landschaft (lit. a), die Be-

rücksichtigung einer angemessenen Wohnqualität (lit. abis) und die Sicherung 

der ausreichenden Versorgungsbasis des Landes (lit. d) gehören. Die in den 

Zielen und Planungsgrundsätzen zum Ausdruck kommenden inhaltlichen Di-

rektiven schlagen sich schliesslich in Art. 2 Abs. 1 RPV nieder (Tschannen, 

a.a.O. Art. 2 RPG Rz. 58), wonach die Behörden im Hinblick auf die anzu-

strebende räumliche Entwicklung bei der Planung raumwirksamer Tätigkei-

ten insbesondere zu prüfen haben, wie viel Raum für die Tätigkeit benötigt 

wird (lit. a), welche Alternativen und Varianten in Betracht fallen (lit. b), ob 

die Tätigkeit mit den Zielen und Grundsätzen der Raumplanung vereinbar ist 

(lit. c) und welche Möglichkeiten bestehen, den Boden haushälterisch und 

umweltschonend zu nutzen sowie die Siedlungsordnung zu verbessern (lit. 

d). 

 

 

R3.2022.00117 Seite 28 

4.3.1 

Während der im Rahmen einer Gesamtüberprüfung mit Beschluss des Kan-

tonsrats vom 31. Januar 1995 festgesetzte kantonale Richtplan im streitbe-

troffenen Gebiet noch kein Gebiet für Materialgewinnung vorgesehen hatte, 

erfolgte im Rahmen der mit Beschluss des Kantonsrats vom 24. November 

2009 festgesetzten Teilrevision (unter anderem) des Kapitels "Versorgung, 

Entsorgung" in Pt. 5.3.2 (Karteneinträge) unter Nr. 9 eine entsprechende 

Festsetzung, für die als Bedingung "Bahnanschluss vorsehen; in Koordina-

tion mit Pt. 4.3.2 Nr. 25" (letzteres betreffend den geplanten Brüttener Tunnel 

[gemäss aktuellem Richtplantext Pt. 4.3.2 Nr. 27a]) vermerkt wurde. Nach-

dem diese Festsetzung mit BGE 136 I 265 wegen Verletzung des Mitwir-

kungsrechts der Gemeinde Lindau - im Zusammenhang mit Vorbringen zum 

geplanten Bahnanschluss - aufgehoben worden war, wurde im Rahmen der 

mit Beschluss des Kantonsrats vom 18. März 2014 festgesetzten und mit 

Beschluss des Bundesrates vom 29. April 2015 genehmigten Gesamtüber-

prüfung des kantonalen Richtplans erneut ein entsprechender Eintrag vorge-

nommen und als Nr. 22 das Materialgewinnungsgebiet Lindau, Tagelswan-

gen mit den Bedingungen "Strassenerschliessung via Siedlungsgebiet aus-

schliessen, Bahnanteil von 80 % für den Abbau vorsehen, Betrieb des Nord-

teils der Grube auf 12 Jahre beschränken" festgesetzt. Während seinerzeit 

eine Fläche von 26 ha und ein Abbauvolumen von 4.0 Mio. m3 ausgewiesen 

wurden, erfolgte im Rahmen des entsprechenden, mit Beschluss des Kan-

tonsrats vom 29. März 2021 festgesetzten Teils "Versorgung, Entsorgung" 

der Teilrevision 2017 (Vorlage 5517b) eine Anpassung für das mittlerweile 

unter der Nr. 17 verzeichnete Gebiet, für welches nun als Eckwerte für den 

Gestaltungsplan eine - auf das Abbaugebiet bezogene - Fläche von 35 ha 

und ein Abbauvolumen von 7,5 Mio. m3 ausgewiesen wurden (wobei es sich 

gemäss dem Bericht zu den Einwendungen zur fraglichen Vorlage [S. 10, zu 

Einwendung Nr. 42] um die Bereinigung einer Diskrepanz zwischen Richt-

plankarte und Richtplantext handelte [vgl. auch act. 18.7 S. 8]). 

Wie sich dem Erläuterungsbericht zu den Einwendungen zur Gesamtüber-

prüfung (2014) entnehmen lässt, beantragten mehrere Einwendende, das 

Kiesabbaugebiet Lindau, Tagelswangen, zu streichen (S. 126, Einwendung 

Nr. 464). Der Erläuterungsbericht hält hierzu nach einleitendem Verweis auf 

die aufgehobene Festsetzung im Rahmen der Teilrevision 2009 fest, die vom 

Bundesgericht erwähnten Mängel seien behoben worden, indem die Ge-

 

 

R3.2022.00117 Seite 29 

meinde in den Erarbeitungsprozess einbezogen worden sei und gemäss ei-

ner Machbarkeitsstudie und einer verbindlichen Zusage der SBB der Gleis-

anschluss und damit der Bahntransport bis zum Ende des Kiesabbaus ge-

währleistet sei. Im Rahmen der Güterabwägung würden nach wie vor die 

Gründe für die Festlegung des Abbaugebiets überwiegen: Kiesbedarf und 

die Möglichkeit des Bahntransports. Der Kies werde etappenweise abge-

baut, es werde immer nur eine kleine Fläche als Grube offen sein. Es werde 

genügend Aushubmaterial für die Rekultivierung zur Verfügung stehen. Die 

Wiederherstellung des Terrains sei im Rahmen des Gestaltungsplans ver-

bindlich festzulegen. Die für Fruchtfolgeflächen notwendigen Nutzungseig-

nungsklassen seien im Rahmen der Rekultivierung wieder herzustellen. Bei 

einer vorgesehenen Transportleistung von rund 2'000 t Kies pro Tag (zwei 

Züge) ergebe sich ein Abbauhorizont von rund 20 Jahren für die ganze 

Grube. Im Sinne von Eckwerten für die Ausarbeitung des entsprechenden 

Gestaltungsplans würden im Richtplan die Bedingungen formuliert, wonach 

die Strassenerschliessung via Siedlungsgebiet auszuschliessen sei, ein 

Bahnanteil von 80 % für den Abbau vorzusehen sei und der Betrieb des 

Nordteils der Grube auf 12 Jahre beschränkt werden solle. Der Gestaltungs-

plan werde einer Umweltverträglichkeitsprüfung unterzogen. Damit sei die 

Gewähr gegeben, dass alle gesetzlichen Bestimmungen des Umweltrechts 

eingehalten würden (Schutz des Grundwassers, Lärmschutz, Lufthygiene, 

Naturschutz etc.). Der Bahntransport werde als Auflage im Gestaltungsplan 

sowie in den entsprechenden Bewilligungen festgelegt. Der Eingriff in die 

Landschaft und Wohnqualität der benachbarten Liegenschaften könne mit 

verschiedenen Massnahmen gelindert werden. Zudem sei der Perimeter des 

Abbaugebiets bereits im Rahmen der Richtplanerarbeitung 2009 im Ver-

gleich zur ursprünglich beabsichtigten Abgrenzung verschoben worden, so 

dass ein Abstand von mindestens 250 Meter zum Siedlungsrand eingehalten 

werde. Die Lastwagenzufuhr von Aushub geschehe über den "Seuchen-

rank". Tagelswangen werde somit nicht von Mehrverkehr betroffen. In den 

die entsprechende Einwendung betreffenden Ausführungen im Erläute-

rungsbericht zur - aufgehobenen - Festsetzung im Rahmen der Teilrevision 

2009 erfolgte zusätzlich der Hinweis, wonach es aus Sicht des Grundwas-

serschutzes sowie des Naturschutzes keine Argumente gegen die Festle-

gung gebe. 

 

 

R3.2022.00117 Seite 30 

4.3.2 

Im Unterschied zu anderen richtplanerischen Standortfestlegungen ergibt 

sich bei Abbaugebieten eine relativ weitgehende erste Beschränkung der 

möglichen Standorte bereits aufgrund der natürlichen Gegebenheiten, indem 

primäre Voraussetzung das Bestehen entsprechender Rohstoffvorkommen 

ist. In diesem Sinn zeigt die im GIS-ZH verfügbare Kiesrohstoffkarte zum ei-

nen die hohe Eignung des vorliegend strittigen Gebiets, indem in diesem Al-

luvialkiese über der Talsohle (oft verkittet) mit einer Mächtigkeit von 25 m 

nachgewiesen sind, während zum andern ersichtlich ist, dass dieses Gebiet 

zwar Teil einer sich insbesondere Richtung Südosten und teilweise Richtung 

Nordwesten erstreckenden Zone entsprechender - allerdings weitgehend 

weniger mächtiger - Vorkommen ist, dass sich aber im Übrigen grössere Vor-

kommen primär im nördlichen Kantonsgebiet (sowie ein grösseres - zur 

Hauptsache vermutetes - Gebiet ganz im Süden des Kantons) befinden, wo-

bei überdies in Kombination mit den Angaben im kantonalen Richtplan für 

verschiedene der ausserhalb des nördlichen Kantonsteils verzeichneten Vor-

kommen relativ offensichtliche Schwierigkeiten im Hinblick auf einen allfälli-

gen Abbau ersichtlich sind, indem diese sich in vollständig überbautem Ge-

biet, im Wald (wo gemäss Richtplantext, Pt. 5.3.1 ein Abbau nur aus wichti-

gen Gründen zulässig ist) oder in Landschaftsschutzgebieten befinden. 

Da die ungleiche Verteilung der Kiesvorkommen innerhalb des Kantons - wie 

sie im Übrigen auch im Richtplantext, Pt. 5.3.2, Abb. 5.2 zum Ausdruck 

kommt - nicht mit der jeweiligen Intensität der Bautätigkeit übereinstimmt, 

kommt nun hinzu, dass für sämtliche der elf Planungsregionen eine erhebli-

che Diskrepanz zwischen dem Volumen des Kiesabbaus und des Kiesbe-

darfs besteht, womit - aufgrund des Umstands, dass gemäss dem kantona-

len Richtplan unverschmutztes Aushub- und Abraummaterial grundsätzlich 

für die Rekultivierung von Materialgewinnungsgebieten zu verwenden ist 

(vgl. Richtplantext, Pt. 5.3.1) - eine entsprechende Diskrepanz zwischen 

Aushubanfall und Aushub-Einbau einhergeht (vgl. bezüglich der genannten 

Diskrepanzen die tabellarischen Übersichten in act. 18.15 S. 13 und 21 [auch 

zum Folgenden], wobei sich die regionalen Unterschiede betreffend Kiesab-

bau und Aushubeinbau der Kiesstatistik [https://www.zh.ch/de/um-welt-

tiere/abfall-rohstoffe/rohstoffe/kies/kiesstatistik.html; zuletzt besucht am 11. 

November 2022] entnehmen lassen, während die unterschiedliche Intensität 

der Bautätigkeit - und damit des Kiesbedarfs und des Aushubanfalls - mit 

 

 

R3.2022.00117 Seite 31 

Schwerpunkten in den Regionen Stadt Zürich, Glattal, Winterthur und Um-

gebung und Limmattal aufgrund der unterschiedlichen Verteilung der Sied-

lungsgebiete ohne weiteres plausibel ist). Die fraglichen massiven Diskre-

panzen lassen sich dabei insbesondere auch für die das unmittelbare Ein-

zugsgebiet des streitbetroffenen Kiesabbaugebiets bildenden Regionen 

Glattal und Winterthur und Umgebung nachweisen. Resultat dieser Un-

gleichverteilung sind erhebliche Verkehrsströme - sowohl betreffend Ge-

steinskörnung als auch betreffend Aushubmaterial -, insbesondere auf der 

Nord-Süd-Achse innerhalb des Kantons (vgl. hierzu im Detail das vom AWEL 

verfasste Dokument "Aushubdeponien Kiesabbaugebiete Bahntransport" 

vom September 2015 [act. 18.14] und den von der EBP Schweiz AG im Auf-

trag des AWEL verfassten Bericht "Daten zu den Kies- und Aushubtranspor-

ten im Kanton Zürich [2020]" vom 25. Januar 2022 [act. 18.15], beide auch 

abrufbar unter https://www.zh.ch/de/umwelt-tiere/abfall-rohstoffe/roh-

stoffe/kies.html; zuletzt besucht am 11. November 2022). 

Der kantonale Richtplan hält in Pt. 5.3.1 betreffend Ziele der Materialgewin-

nung fest, Abbau, Aufbereitung und Wegfuhr der Rohstoffe sowie Anfuhr und 

Einbau von unverschmutztem Aushub- und Abraummaterial hätten möglichst 

emissionsarm zu erfolgen, weshalb die Transportdistanzen möglichst kurz 

zu halten seien. Mindestens 35 % der abgebauten und abzulagernden 

Menge müsse mit der Bahn oder im kombinierten Ladungsverkehr transpor-

tiert werden. Gemäss Pt. 5.3.2 sind neue Materialgewinnungsgebiete grund-

sätzlich nur dort vorgesehen, wo ein Bahnanschluss vorhanden oder dessen 

Neubau realistisch ist. Ausgehend von diesen übergeordneten richtplaneri-

schen Vorgaben ergibt sich in Kombination mit der vorstehend dargelegten 

unterschiedlichen räumlichen Verteilung von Kiesvorkommen und Bautätig-

keit - und in Übereinstimmung mit den zutreffenden Ausführungen der Bau-

direktion -, dass an einer ausgeglicheneren regionalen Verteilung der Abbau-

gebiete (soweit aufgrund der natürlichen Gegebenheiten überhaupt möglich) 

und dabei insbesondere an einem volumenmässig relativ grossen Abbauge-

biet in der vorliegend betroffenen Region (zentrales Kantonsgebiet) ein sehr 

erhebliches öffentliches Interesse - sowohl mit Blick auf die Herkunft des Kie-

ses als auch (und angesichts des lediglich für den Abbau bestehenden Bahn-

anteils insbesondere) zwecks Verringerung der Transportwege des einzu-

bauenden Aushubs - besteht. Als weiterer die Standortwahl limitierender 

Faktor kommt sodann die Vorgabe betreffend Realisierbarkeit eines Bahn-

anschlusses hinzu, welche im streitbetroffenen Gebiet ebenfalls erfüllt ist, so 

 

 

R3.2022.00117 Seite 32 

dass es sich auch in dieser Hinsicht als besonders geeignet erweist. Unter 

diesen Umständen kann entgegen den Rekurrierenden nicht gesagt werden, 

allfälligen mit dem vorgesehenen Abbaugebiet verbundenen Beeinträchti-

gungen stehe kein Gegenwert gegenüber, da der Gewinn einzig einer priva-

ten Kiesabbauunternehmung sowie den Eigentümern des benötigten Landes 

zufliessen würde, liegen doch bereits die Sicherstellung der Versorgung mit 

entsprechenden Rohstoffen und die korrespondierende Ermöglichung des 

Einbaus von Aushubmaterial als solche und sodann spezifisch die Bezeich-

nung von Abbaugebieten, mit denen die richtplanerisch definierten Ziele ei-

ner Verkürzung der Transportwege und einer Förderung des Bahnanteils 

umgesetzt werden können, im öffentlichen Interesse. Auch vermag das re-

kurrentische Argument betreffend im internationalen Vergleich ohnehin kurze 

Transportwege innerhalb des gesamten Kantonsgebiets nicht zu verfangen, 

ist doch zum einen der Kanton aufgrund des Umfangs seiner Planungshoheit 

von vornherein auf eine Optimierung innerhalb des Kantonsgebiets be-

schränkt, während zum andern ökologisch auch eine Reduktion entspre-

chender Transportwege (mit denen im Übrigen entgegen den Rekurrieren-

den ebenfalls eine Belastung von Siedlungsgebieten einhergeht) durchaus 

sinnvoll und signifikant erscheint, ganz abgesehen davon, dass mit der regi-

onalen Versorgung und dem regionalen Aushubeinbau auch Transporte in 

andere Kantone und ins Ausland (vgl. dazu act. 18.15, insb. S. 18 und 28) 

minimiert werden. 

Indem sich sodann die genannten Aspekte wie aufgezeigt bereits den gene-

rellen Ausführungen zur Materialgewinnung in Pt. 5.3 des Richtplantexts ent-

nehmen lassen und diese überdies teilweise - wenngleich in knapper Form - 

mit den Stichworten "Kiesbedarf" und "Möglichkeit des Bahntransports" auch 

in den referierten, den konkreten Richtplaneintrag betreffenden Ausführun-

gen im Erläuterungsbericht zu den Einwendungen (vgl. vorstehend E. 4.3.1) 

referenziert werden, kann davon ausgegangen werden, dass sie im Rahmen 

der den fraglichen Standort betreffenden Interessenabwägung bzw. der 

Standortevaluation nicht nur berücksichtigt wurden, sondern dass ihnen 

überdies besondere Bedeutung zuerkannt wurde. Im Sinne eines Zwischen-

ergebnisses lässt sich somit festhalten, dass aus dem kantonalen Richtplan 

und dem Erläuterungsbericht zur Gesamtüberprüfung 2014 hervorgeht, dass 

die mit der Planung betrauten Behörden von einem erheblichen öffentlichen 

 

 

R3.2022.00117 Seite 33 

Interesse an einem Abbaugebiet in der fraglichen Region und mit der Mög-

lichkeit eines Bahnanschlusses ausgingen, was wiederum die Festlegung 

des konkreten Standorts anleitete. 

4.3.3 

Aus der in E. 4.3.1 wiedergegebenen Passage des Erläuterungsberichts zur 

Gesamtüberprüfung 2014 geht sodann hervor, dass auch weitere, gegebe-

nenfalls entgegenstehende raumbezogene öffentliche Interessen berück-

sichtigt wurden. Dies betrifft insbesondere die (relative) Siedlungsnähe des 

festgesetzten Abbaugebiets, den Einfluss auf die Landschaft sowie die Aus-

wirkungen auf die landwirtschaftliche Nutzung. Ersteres erhellt bereits dar-

aus, dass im Richtplantext selbst neu eine zeitliche Beschränkung des Be-

triebs des Nordteils der Grube vorgesehen und die Strassenerschliessung 

via Siedlungsgebiet ausgeschlossen wurde (wobei die Frage, ob diese Be-

dingung durch den Gestaltungsplan missachtet wurde [vgl. näher E. 7], des-

sen Richtplankonformität, nicht aber die Zulässigkeit des Richtplaneintrags 

betrifft). Dass den Auswirkungen auf das Siedlungsgebiet im Rahmen der 

Interessenabwägung Beachtung geschenkt wurde, zeigen weiter die im Er-

läuterungsbericht erfolgenden Hinweise auf die Einhaltung eines Mindestab-

stands zum Siedlungsrand (und dies unabhängig von der materiellen Frage, 

ob sich dieser Abstand als ausreichend erweist), auf die zwecks Linderung 

des Eingriffs in die Wohnqualität vorzusehenden Massnahmen, auf die Frage 

der Belastung von Tagelswangen mit Mehrverkehr (wiederum unabhängig 

davon, ob der Gestaltungsplan insoweit mit dem Richtplan übereinstimmt) 

sowie generell auf die im Rahmen der nachgelagerten Umweltverträglich-

keitsprüfung sicherzustellende Einhaltung der umweltrechtlichen - und damit 

insbesondere auch der immissionsschutzrechtlichen - Vorgaben. Was so-

dann die Auswirkungen auf die Landschaft anbelangt, so finden diese zum 

einen ebenfalls im Erläuterungsbericht Erwähnung, wenn dieser auch inso-

weit auf lindernde Massnahmen verweist und zudem konkret festhält, dass 

jeweils nur eine kleine Fläche als Grube offen sein werde (wobei auch inso-

weit die richtplanerische Interessenabwägung von der nachgelagerten Frage 

zu unterscheiden ist, ob der Gestaltungsplan in unzulässiger Weise eine wei-

tergehende Öffnung des Geländes erlaubt [vgl. dazu E. 16.3]). Zu beachten 

ist sodann, dass hinsichtlich der im Zeitpunkt der richtplanerischen Festset-

zung bestehenden Inventarisierung eines Teils des potentiellen Abbauge-

biets als Landschaftsschutzobjekt (vgl. E. 1) ohnehin erst auf der nachgela-

 

 

R3.2022.00117 Seite 34 

gerten Stufe der Nutzungsplanung - nach Konkretisierung des Abbauvorha-

bens - über die Notwendigkeit einer vorgängigen Beurteilung der Schutzwür-

digkeit entschieden und eine solche gegebenenfalls veranlasst werden 

konnte. Hinsichtlich der Auswirkungen auf die Landwirtschaft und dabei ins-

besondere die Fruchtfolgeflächen weist schliesslich zum einen bereits der 

Richtplantext selbst darauf hin, nach der Rekultivierung seien die Böden in 

ihrer vor der Materialgewinnung vorhandenen Qualität und Fläche wieder-

herzustellen (Pt. 5.3.1), was sodann im Erläuterungsbericht sowohl in allge-

meiner Form (S. 125, Einwendung Nr. 457) als auch spezifisch bezogen auf 

das streitbetroffene Materialgewinnungsgebiet (S. 126, Einwendung 464) 

wiederholt wird. Damit ist erstellt, dass die genannten raumbezogenen Inte-

ressen von den mit der Planungsaufgabe betrauten Behörden in ihre Über-

legungen miteinbezogen wurden, wobei der rekurrentische Vorwurf, wonach 

die Ausführungen im Erläuterungsbericht inhaltlich falsch oder irreführend 

seien, unzutreffend ist (nachdem die monierte Erwähnung eines Bahnanteils 

von 80 % ausdrücklich auf den Abbau bezogen ist und die aufgrund des Ge-

staltungsplans gegebenenfalls denkbare Verkehrsbelastung von Tagelswan-

gen - das im Übrigen, wie in E. 2.3.1 aufgezeigt, nicht "mindestens von einer 

Verdoppelung des Schwerverkehrs betroffen" ist - wie vorstehend erwähnt 

nicht auf die Beurteilung der richtplanerischen Interessenabwägung zurück-

zuwirken vermag). 

Plausibel erscheint weiter, dass auch den raumbezogenen umweltrechtli-

chen Aspekten im Rahmen einer Ämterkonsultation Rechnung getragen 

wurde, wobei der Erläuterungsbericht zur ursprünglichen - aufgehobenen - 

Festsetzung diesen Umstand, wie in E. 4.3.1 ausgeführt, betreffend Grund-

wasser- und Naturschutz explizit erwähnt. Dass im Übrigen insoweit primär 

auf die Umweltverträglichkeitsprüfung im Rahmen des Gestaltungsplanver-

fahrens verwiesen wird, ist nicht zu beanstanden, nachdem das Vorhaben 

erst in diesem Stadium einen genügend hohen Konkretisierungsgrad auf-

weist, um entsprechende Abklärungen - wie auch, im Sinne einer Wechsel-

wirkung, deren Einfluss auf die Ausgestaltung der konkreten Vorgaben im 

Rahmen der Gestaltungsplanvorschriften - zu ermöglichen. Dass insoweit 

demgegenüber im Zeitpunkt der richtplanerischen Festsetzung eigentliche 

Ausschlusskriterien vorgelegen hätten, ist nicht ersichtlich und machen die 

Rekurrierenden zu Recht auch gar nicht geltend. Schliesslich sind - im Sinne 

des in E. 4.2.2 Dargelegten - verschiedene der von den Rekurrierenden ins 

 

 

R3.2022.00117 Seite 35 

Feld geführten Interessen noch gar nicht auf der Ebene des Richtplans, son-

dern erst im Rahmen der nachgelagerten Nutzungsplanung zu berücksichti-

gen (vgl. E. 5 ff.). In diesem Sinn werden etwa in BGr 1C_687/2020 vom 13. 

Januar 2022, E. 4.4, die Interessen am Schutz des Gebiets zur Erholung der 

Bevölkerung, am Schutz des Waldes sowie bezüglich eines Wildtierkorridors 

ausdrücklich von der Prüfung auf der Stufe der Richtplanung ausgenommen. 

Gleiches gilt schliesslich auch für die geltend gemachten - von vornherein 

nicht raumbezogenen und zudem primär privaten - Interessen finanzieller 

Art. 

Damit ergibt sich, dass vorliegend die im kantonalen Richtplan enthaltene 

Festsetzung des streitbetroffenen Materialgewinnungsgebiets insgesamt auf 

einer rechtsgenügenden Interessenabwägung beruht und die Wahl des frag-

lichen Standorts nachvollziehbar ist. Auch wurde aufgrund des Einbezugs 

der genannten Interessen den in E. 4.2.2 wiedergegebenen Planungsgrund-

sätzen Rechnung getragen. Dabei unterscheidet sich die vorliegend zu be-

urteilende Konstellation insbesondere von derjenigen, welche dem - von den 

Rekurrierenden angeführten - Entscheid des Bundesgerichts 1C_687/2020 

vom 13. Januar 2022 zugrunde lag. Für die in diesem Entscheid vorgenom-

mene Aufhebung der angefochtenen richtplanerischen Festsetzung erwies 

sich als entscheidend, dass bereits bezüglich der prognostizierten Volumen 

des abbaubaren Kieses erhebliche Unklarheiten bestanden und dass die 

Festsetzung zudem in einem nicht plausibel erklärbaren Widerspruch zu den 

Ergebnissen der vorgängigen Standortevaluation stand (a.a.O., E. 4.2, 4.5 

und 4.6). In vergleichbarer Weise erachtete es das Bundesgericht in einem 

Verfahren betreffend einen "plan d'extraction" im Kanton Genf als für die an-

geordnete Aufhebung relevant, dass ein überwiegendes Interesse am Kie-

sabbau im streitbetroffenen Gebiet gerade auch mit Blick auf das Bestehen 

weiterer bedeutender Abbaugebiete nicht dargetan war (BGr 1C_243/2020 

vom 8. September 2021, E. 5.4.2; vgl. ähnlich auch BGE 112 IB 26, E .4.b.bb 

[betreffend eine - zufolge fehlenden Richtplaneintrags vorgenommene - Be-

urteilung nach Art. 24 RPG]). Im Gegensatz hierzu ergibt sich vorliegend - 

wie in E. 4.3.2 dargelegt - das öffentliche Interesse an einem Abbaugebiet 

am fraglichen Standort spezifisch aus der ungleichmässigen Verteilung der 

Abbaugebiete innerhalb des Kantons, ihrer Nichtübereinstimmung mit der je-

weiligen Intensität der Bautätigkeit und den als Folge davon entstehenden 

Verkehrsströmen bzw. aus dem Bestreben der mit der Planung betrauten 

 

 

R3.2022.00117 Seite 36 

Behörden, diesen als problematisch erkannten Gegebenheiten durch ent-

sprechende planerische Massnahmen entgegenzuwirken. In diesem Sinn 

geht denn auch das rekurrentische Argument, wonach das streitbetroffene 

Gebiet lediglich als letzter "Notnagel" nach Erschöpfung aller anderen ab-

baubaren Kiesreserven im Kanton in Frage käme, fehl, wird bei dieser Be-

trachtungsweise doch der entscheidende Aspekt der räumlichen Verteilung 

der Abbaugebiete - die insofern bezogen auf die angestrebten ökologischen 

Verbesserungen gerade nicht durch Gebiete in anderen Kantonsteilen sub-

stituierbar sind - ausser Acht gelassen. Als irrelevant erweisen sich schliess-

lich die Hinweise auf frühere Verlautbarungen zur Frage des Kiesabbaus im 

streitbetroffenen Gebiet, sind doch die mit der Planung betrauten Behörden 

ohne weiteres berechtigt, im Rahmen der Umsetzung der umschriebenen 

Strategie zu einer abweichenden Einschätzung zu gelangen, ohne dass eine 

wie auch immer geartete Bindungswirkung der früheren Positionsbezüge er-

kennbar wäre. Zusammenfassend erweist sich somit die im Rekursverfahren 

G.-Nr. R3.2022.00117 erhobene Rüge betreffend Festsetzung des streitbe-

troffenen Materialgewinnungsgebiets im kantonalen Richtplan als unbegrün-

det, womit es dem vorliegend Anfechtungsobjekt bildenden kantonalen Ge-

staltungsplan nicht bereits an der erforderlichen richtplanerischen Grundlage 

fehlt. 

5.1.1 

Wie bereits in E. 4.1.1 erwähnt, monieren die Rekurrierenden im Verfahren 

G.-Nr. R3.2022.00117 auch eine unvollständige und fehlerhafte Bedarfsab-

klärung und Interessenabwägung auf Stufe des Gestaltungsplans. Der Richt-

plan stehe unter dem Vorbehalt nachfolgender Interessenabwägungen, wo-

bei es am Ende auch zum Unterliegen der im Richtplan ausgedrückten Di-

rektiven kommen könne. Die bereits im Zusammenhang mit der den Richt-

planeintrag betreffenden Rüge angeführten Interessen hätten jedenfalls in 

einer umfassenden Interessenabwägung auf Stufe der Nutzungsplanung 

bzw. des kantonalen Gestaltungsplans einfliessen müssen, was jedoch nicht 

der Fall sei. Der Standort sei infolge des Richtplaneintrags als gegeben er-

achtet worden. Zwar werde bei den einzelnen Themen versucht, über Mas-

snahmen die negativen Auswirkungen abzumildern, eine Gesamtbetrach-

tung, ob der Standort insgesamt überhaupt vertretbar sei, finde jedoch nir-

gends statt. Erwägungen zu den Interessen und massiven finanziellen Schä-

 

 

R3.2022.00117 Seite 37 

den bei privaten Dritten und deren Folgen auch für die Gemeinde seien nir-

gends enthalten. Unter Verweis auf § 44a PBG machen die Rekurrierenden 

sodann geltend, eine Evaluation der verschiedenen Standorte mit einer Pri-

orisierung unter Berücksichtigung aller Faktoren, insbesondere auch der 

zeitlichen, habe nie stattgefunden. Mit Blick auf die in der Folge im Einzelnen 

namhaft gemachten mangelhaften Punkte wird schliesslich festgehalten, 

eine Aufhebung des kantonalen Gestaltungsplans sei unabhängig davon, ob 

einige oder alle der entsprechenden Mängel noch dazukämen oder nicht, 

schon allein aufgrund der Nähe des Siedlungsgebiets und der massiven fi-

nanziellen und persönlichen Konsequenzen für Anwohner und Gewerbe ge-

boten. 

Die Rekurrierenden im Verfahren G.-Nr. R4.2022.00118 machen geltend, für 

langfristige Massnahmen mit derart schwerwiegenden Eingriffen in die Land-

wirtschaftszone und in die Landschaft seien deren Ortsgebundenheit und 

Notwendigkeit erforderlich. Gemäss § 44a PBG sei zudem ein örtlicher und 

zeitlicher Bedarf erforderlich. Dieser werde vorliegend nicht nachgewiesen, 

zumal er sich insbesondere nicht aus dem generellen Hinweis auf den Kies-

bedarf und die Möglichkeit, mit über den Kanton verteilten Abbaugebieten 

solche im Norden des Kantons zu entlasten, ergebe. Der Eintrag im Richt-

plan stelle ohne diese Nachweise keinen Freibrief für die konkrete Umset-

zung im Gestaltungsplan dar. Nach dem Grundsatz der Selbstbindung habe 

sich auch der Kanton an die eigenen Gesetzesvorhaben zu halten. Gemäss 

Art. 24a RPG dürften Bewilligungen für die Änderung von bestehenden Nut-

zungen ausserhalb der Bauzonen nur erteilt werden, wenn dadurch keine 

neuen Auswirkungen auf Raum, Erschliessung und Umwelt entstehen wür-

den, was aber gemäss dem vorliegenden Gestaltungsplan unweigerlich der 

Fall sei. In der Replik wird ergänzend dargelegt, die angestrebte Verminde-

rung der Transporte im Kanton würde nicht greifen, da das Abbaumaterial 

zuerst in die Region Zürcher Oberland transportiert, dort verarbeitet und 

dann per Lastwagen auf der Strasse verteilt würde, womit im Vergleich mit 

Kies aus dem Unterland ein praktisch gleicher oder gar weiterer Weg zurück-

gelegt werde. 

5.1.2 

Im Verfahren G.-Nr. R3.2022.00117 entgegnet die Baudirektion, die Kiesbe-

schaffung und die Ablagerung von Aushub sollten möglichst innerhalb des 

Kantons stattfinden, wobei die geeigneten Standorte beschränkt seien. Der 

 

 

R3.2022.00117 Seite 38 

gesamte Planungsprozess sei von einer jeweils stufengerechten Güter- und 

Interessenabwägung begleitet gewesen. Der kantonale Gestaltungsplan sei 

das Ergebnis einer umfassenden Interessenabwägung, was in den Planun-

terlagen entsprechend dokumentiert sei. Die Umweltverträglichkeitsprüfung 

habe ergeben, dass die gesetzlichen Vorgaben eingehalten würden bzw. 

seien in Nachachtung des Vorsorgeprinzips weitgehende Vorgaben gemacht 

worden. Den Interessen der Anwohnenden an einem möglichst emissions-

armen Betrieb sei insgesamt ein sehr hoher Stellenwert beigemessen wor-

den. Auch sei mit der Rekurrentin 1 ein freiwilliger Dialog-Prozess durchge-

führt worden. Bei den vorgebrachten wirtschaftlichen Schäden handle es 

sich um theoretische Schätzungen. Die behaupteten Emissionen und die be-

hauptete Entwertung der Liegenschaften würden bestritten. Die Mitbeteiligte 

argumentiert entsprechend. 

Auch im Verfahren G.-Nr. R3.2022.00118 macht die Baudirektion - nach ein-

leitenden Ausführungen im Sinne des in E. 4.1.2 Ausgeführten - geltend, der 

Gestaltungsplan sei Ergebnis einer umfassenden Interessenabwägung. Sie 

weist zudem darauf hin, da die mit der Sondernutzungsplanung ermöglichten 

Nutzungen im nachgelagerten Baubewilligungsverfahren als zonenkonform 

bewilligt werden könnten, gelangten Art. 24 ff. RPG nicht zur Anwendung. In 

der Duplik wird ergänzend festgehalten, auch wenn die Kiesverarbeitung 

nicht vor Ort erfolge, entkräfte bereits ein Blick auf die Karte die Behauptung, 

dass dabei distanzmässig kaum eine Differenz zu den Abbaugebieten im 

nördlichen Kantonsteil bestehe. Auch seien beim Zyklus des Kiesabbaus 

auch die Verfüllung mit unverschmutztem Aushub und die diesbezüglichen 

Transportwege massgebend. Die Mitbeteiligte führt aus, bereits aufgrund 

des Richtplaneintrags habe die Vorinstanz von einem gewichtigen öffentli-

chen Interesse am Erlass des Gestaltungsplans ausgehen dürfen. Zudem 

sei der Standort als Kiesabbaugebiet prädestiniert, da die geologischen Vo-

raussetzungen ideal und die verkehrstechnischen Rahmenbedingungen 

günstig seien, was eine effektive dezentralisierte Abdeckung der regionalen 

Kiesversorgung ermögliche. Im Rahmen der Duplik wird ergänzend darauf 

hingewiesen, das Abbaumaterial werde im Zürcher Oberland in verschiede-

nen Werken, z.B. in Bäretswil und Gossau, aufbereitet, sodann ebenfalls im 

Zürcher Oberland veredelt und schliesslich hauptsächlich auf Baustellen im 

Zürcher Oberland geliefert, so dass von beträchtlichen Einsparungen, insbe-

sondere von LKW-Transportwegen für die regionale Kiesversorgung Zürcher 

Oberland, ausgegangen werden könne. 

 

 

R3.2022.00117 Seite 39 

5.2 

Die im Richtplan festgehaltenen räumlichen Belange sind unverändert in die 

auf der nachgelagerten Stufe der Nutzungsplanung - und dabei auch bei 

Festsetzung eines Gestaltungsplans - erforderliche Interessenabwägung 

einzugeben und bilden insofern deren verbindlichen Ausgangspunkt. Dabei 

sind die Aussagen des Richtplans jedoch zu bewerten und gegen die vom 

Richtplan nicht abgedeckten (öffentlichen und privaten) Interessen abzuwä-

gen, wobei es auch zum Unterliegen der im Richtplan ausgedrückten Direk-

tiven kommen kann (Tschannen, a.a.O., Art. 9 Rz. 28). Selbst wo der Richt-

plan genaue Standortaussagen trifft, erlauben erst die nachfolgenden Pla-

nungs- und Bewilligungsverfahren die Frage zu beantworten, ob ein Projekt 

am Ende so, wie es vom Richtplan intendiert war, effektiv verwirklicht werden 

kann (Tschannen, a.a.O., Art. 9 Rz. 31; mit weiteren Hinweisen). Dabei ent-

spricht die vorzunehmende Interessenabwägung methodisch dem in E. 4.2.2 

Dargelegten, wobei aber - entsprechend dem ebenfalls bereits Ausgeführten 

- nun eine umfassende Abwägung aller rechtserheblichen Interessen unter 

Einbezug auch der nicht raumbezogenen öffentlichen sowie der privaten In-

teressen vorzunehmen ist. Dass dabei allerdings nicht leichthin von den richt-

planerischen Festlegungen abgewichen werden kann, kommt darin zum 

Ausdruck, dass der Schluss auf Fehlbeurteilungen im Sinne einer unzutref-

fenden Beurteilung der relativen Bedeutung der Interessen insbesondere 

dort als naheliegend erachtet wird, wo eine nachgelagerte Entscheidung im 

Widerspruch zum Richtplan steht (vgl. Tschannen, a.a.O., Art 3 Rz. 46). 

Spezifisch die Gestaltungspläne für Materialgewinnung und Materialablage-

rung betreffend hält § 44a PBG fest, entsprechende kantonale und regionale 

Gestaltungspläne würden nach örtlichem und zeitlichem Bedarf für jene Flä-

chen festgesetzt, die nach der Richtplanung für diese Zwecke vorgesehen 

sind (Abs. 1). Dabei werden mit dem Gestaltungsplan im Rahmen eines Ge-

samtkonzepts über das im Richtplan bezeichnete Gebiet für einen bestimmt 

umgrenzten Bereich die beanspruchte Landfläche, die Abbautiefe oder Auf-

füllhöhe sowie der Abbau- oder Deponievorgang samt allfälliger Etappierung 

festgelegt (Abs. 2). Der Gestaltungsplan hat auch Festlegungen über die vor-

gesehenen Bauten und Anlagen, die Wiederherstellung oder Neugestaltung 

der erfassten Flächen, den für eine spätere einwandfreie Nutzung vorzuse-

henden Bodenaufbau, die Erschliessung und die Transportwege sowie die 

weiteren für die Beurteilung der Umweltverträglichkeit erforderlichen Anga-

ben zu enthalten (Abs. 3). 

 

 

R3.2022.00117 Seite 40 

5.3 

Soweit die Rekurrierenden in allgemeiner Weise das Fehlen einer umfassen-

den Interessenabwägung bzw. einer Gesamtbetrachtung auf Stufe des Ge-

staltungsplans beanstanden, kann ihnen nicht gefolgt werden. So ergibt sich 

aus dem Planungsbericht nach Art. 47 RPV vom 26. Oktober 2021 (act. 18.7) 

in Verbindung mit dem Umweltverträglichkeitsbericht vom 26. Juni 2017 (act. 

18.8; vgl. auch den Ergänzungsbericht vom 16. Februar 2018, act. 18.10), 

auf welchen erster ausdrücklich verweist (vgl. 18.7 S. 13 ff.), dass eine um-

fassende Überprüfung auch der nicht unmittelbar raumbezogenen öffentli-

chen Interessen stattgefunden hat. Dass dabei konkrete, die Nutzung des 

Abbaugebiets beschränkende Vorgaben jeweils in bestimmten thematischen 

Bereichen statuiert wurden, bedeutet nicht, dass die gesamthaft ermittelten 

Auswirkungen des Abbauvorhabens für die Beurteilung des Gestaltungs-

plans nicht auch in dem Sinne relevant gewesen wären, dass dessen Fest-

setzung gerade mit Blick auf die Gesamtheit dieser Auswirkungen und ihr 

jeweiliges Ausmass als rechtmässig, zweckmässig und angemessen beur-

teilt wurde. Die seitens der Rekurrierenden als unzureichend kritisierten Aus-

führungen in Erwägung D der angefochtenen Festsetzungsverfügung, wo-

nach die im Planungsperimeter relevanten schutzwürdigen Interessen im 

Rahmen der Sachverhaltsermittlung während des Planungsprozesses sorg-

fältig erfasst und im vorliegenden Planungswerk nach Abwägungen best-

möglich berücksichtigt wurden, ist - entsprechend dem im Anschluss daran 

erfolgenden Verweis auf den Planungsbericht (act. 18.7) und den Bericht zu 

den Einwendungen (act. 18.11) - im Kontext dieser Dokumente (und damit 

auch der Umweltverträglichkeitsprüfung) zu lesen. Dabei werden namentlich 

mit den eigentlichen immissionsschutzrechtlichen Beurteilungen auch die 

massgeblichen privaten Interessen einbezogen, betreffen diese doch zur 

Hauptsache die Verhinderung entsprechender Einwirkungen, wobei die Ge-

wichtung der jeweiligen Interessen unmittelbar vom Ausmass der fraglichen 

Immissionen abhängt. Dass demgegenüber die Frage der finanziellen Aus-

wirkungen auf die Eigentümer von Grundstücken im Umfeld des geplanten 

Abbaugebiets im Planungsbericht nicht eigens thematisiert wird, erweist sich 

unter diesen Umständen als unproblematisch, umso mehr als im Bericht zu 

den Einwendungen selbst zu diesem, eine potentielle Reflexwirkung allfälli-

ger Immissionen darstellenden Aspekt Ausführungen enthalten sind (vgl. act. 

18.11, insb. Einwendungen Nr. 60, 69, 70, 71, 73, 74 und 75), was die Mit-

berücksichtigung auch dieser Thematik belegt. 

 

 

R3.2022.00117 Seite 41 

Was sodann die inhaltliche Seite der Interessenabwägung anbelangt, so 

kann eine abschliessende Beurteilung erst vorgenommen werden, nachdem 

auch die rekurrentischen Vorbringen zu einzelnen Themenbereichen geprüft 

worden sind (vgl. nachfolg