# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 316a7927-0d2b-51c0-8341-a31850a43bb2
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-01-09
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Versicherungsgericht 09.01.2023 VBE.2022.160
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_007_VBE-2022-160_2023-01-09.pdf

## Full Text

Versicherungsgericht 

4. Kammer 

 

 

VBE.2022.160 / ms / ce       

Art. 1 

 

 

Urteil vom 9. Januar 2023 
 

 

Besetzung  Oberrichter Roth, Präsident  

Oberrichterin Merkofer  

Oberrichterin Fischer  

Gerichtsschreiber Schweizer          

 

 
   

Beschwerde- 

führer  

 A._____   

unentgeltlich vertreten durch lic. iur. Markus Zimmermann, Rechtsanwalt, 

Stadtturmstrasse 10, Postfach, 5401 Baden    

     

 
   

Beschwerde-

gegnerin  

 SVA Aargau, IV-Stelle, Bahnhofplatz 3C, Postfach, 5001 Aarau   

     

 
   

Beigeladene   B._____      

 

    
 

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend IVG Renten 

(Verfügung vom 15. März 2022) 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

 

   

Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Der 1969 geborene, zuletzt als Solartechniker tätig gewesene Beschwer-

deführer meldete sich am 27. Januar 2015 (Posteingang: 20. Februar 

2015) bei der Beschwerdegegnerin zum Bezug von Leistungen (berufliche 

Integration/Rente) der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) an. Die 

Beschwerdegegnerin tätigte daraufhin Abklärungen in erwerblicher und 

medizinischer Hinsicht, holte die Akten der Krankentaggeldversicherung 

(Allianz) ein und liess den Beschwerdeführer durch den Regionalen Ärztli-

chen Dienst (RAD) rheumatologisch untersuchen. In der Folge gewährte 

ihm die Beschwerdegegnerin berufliche Eingliederungsmassnahmen in 

Form einer Umschulung in den kaufmännischen Bereich (Handelsschule), 

welche der Beschwerdeführer im Januar 2017 erfolgreich abschloss. Nach-

dem der Beschwerdeführer gegen den rentenablehnenden Vorbescheid 

vom 1. September 2017 Einwände erhoben hatte, veranlasste die Be-

schwerdegegnerin auf Empfehlung des RAD eine polydisziplinäre Begut-

achtung (Gutachten der MEDAS Bern vom 18. März 2019). Daraufhin 

stellte sie den MEDAS-Gutachtern Rückfragen, zu welchen diese am 

27. September 2019 Stellung nahmen. Nach Rücksprache mit dem RAD 

gab sie zudem eine bidisziplinäre (neurologische und orthopädische) Ver-

laufsbegutachtung in Auftrag (Verlaufsgutachten der C. vom 5. Februar 

2021). Mit Vorbescheid vom 7. April 2021 stellte sie dem Beschwerdeführer 

erneut die Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht. Nachdem der Be-

schwerdeführer dagegen wiederum Einwände erhoben hatte, stellte sie 

den C.-Gutachtern Ergänzungsfragen, welche diese mit Stellungnahme 

vom 10. März 2022 beantworteten. Mit Verfügung vom 15. März 2022 ver-

neinte die Beschwerdegegnerin einen Rentenanspruch des Beschwerde-

führers. 

 

2. 

2.1. 

Gegen die Verfügung vom 15. März 2022 erhob der Beschwerdeführer mit 

Eingabe vom 2. Mai 2022 fristgerecht Beschwerde und stellte folgende 

Rechtsbegehren: 

 

"1. Die angefochtene Verfügung vom 15.03.2022 sei vollumfänglich aufzu-
heben und dem Beschwerdeführer seien die gesetzlich geschuldeten 
Leistungen, insbesondere eine Rente der Invalidenversicherung, zuzu-
sprechen. 

2. Eventualiter sei die Sache an die Beschwerdegegnerin zur ordnungs-
gemässen Abklärung des Sachverhalts zurückzuweisen. 

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerde-
gegnerin." 

 

Zudem ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege sowie 

Rechtsvertretung. 

 - 3 - 

 

 

 

 

2.2. 

Mit Vernehmlassung vom 15. Juni 2022 beantragte die Beschwerdegegne-

rin die Abweisung der Beschwerde. 

 

2.3. 

Mit instruktionsrichterlicher Verfügung vom 20. Juni 2022 wurde die beruf-

liche Vorsorgeeinrichtung des Beschwerdeführers im Verfahren beigeladen 

und ihr Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben. Diese liess sich nicht ver-

nehmen. 

 

2.4. 

Mit instruktionsrichterlicher Verfügung vom 18. Oktober 2022 wurde dem 

Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege bewilligt und lic. iur. 

Markus Zimmermann, Rechtsanwalt, Baden, zu seinem unentgeltlichen 

Vertreter ernannt. 

 

 
   

Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

In der angefochtenen Verfügung vom 15. März 2022 (Vernehmlassungs-

beilage [VB] 219) ging die Beschwerdegegnerin gestützt auf das MEDAS-

Gutachten sowie das C.-Verlaufsgutachten im Wesentlichen davon aus, 

der Beschwerdeführer sei seit Ablauf des Wartejahrs im August 2015 in 

einer angepassten Tätigkeit zu 80 % arbeitsfähig. In Anwendung der allge-

meinen Methode des Einkommensvergleichs errechnete die Beschwerde-

gegnerin einen rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von 29 % (VB 219 

S. 1 f.).  

 

Der Beschwerdeführer macht demgegenüber im Wesentlichen geltend, die 

Beschwerdegegnerin habe den rechtserheblichen Sachverhalt nicht genü-

gend abgeklärt. Zudem sei bei der Bemessung des Invaliditätsgrads vom 

Invalideneinkommen ein Abzug vorzunehmen (vgl. Beschwerde S. 21 ff.). 

 

Strittig und zu prüfen ist demnach, ob die Beschwerdegegnerin das Ren-

tenbegehren des Beschwerdeführers mit Verfügung vom 15. März 2022 zu 

Recht abgewiesen hat. 

 

2. 

2.1. 

Das von der Beschwerdegegnerin eingeholte MEDAS-Gutachten vom 

18. März 2019 vereint eine internistische, eine orthopädische, eine ophthal-

mologische und eine psychiatrische Beurteilung. Die MEDAS-Gutachter 

stellten interdisziplinär folgende Diagnosen (VB 142.1 S. 8): 

 

 - 4 - 

 

 

 

" mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit als Solartechniker: 

  Chronisches lumbospondylogenes Syndrom ohne radikuläre Zeichen 
bei/mit 
- St. n. Spondylodese (Dekompression L5/S1 rechts und TLIF L5/S1 

am 28.11.2014 
- Degenerativen Veränderungen der LWS 

 Chronische Handgelenksbeschwerden links bei/mit 
- Fortgeschrittene Degeneration des TFC 

  OU rezidivierende nicht granulomatöse anteriore Uveitis 

  OU diffuse rezidivierende Episkleritis 
 

ohne Auswirkungen 
 

  Tendinopathie Achillessehe rechts 

  Instabile Schulter rechts bei St. n. Schulterluxation rechts vor vielen 
Jahren (momentan mit wenig Beschwerden) und kleinen Labrumläsio-
nen. 

  Epicondylitis humeri radialis bds (momentan mit wenig Beschwerden) 

  St. n. Kniearthroskopie rechts vom 12.05.2017 (Innenmeniskushinter-
hornteilresektion, Plicaresektion, offene Bursektomie) 

  St. n. Kniearthroskopie links vom 23.11.2017 (Innenmeniskushinter-
hornteilresektion, Plicaresektion, Synovialis PE) 

  Anamnestisch Gonarthrosen bds.- momentan jedoch beschwerdefrei 

  OU Pigmentdispersionssyndrom mit Augendrucksteigerung 

  OU leichter Astigmatismus mixtus, Presbyopie 

  Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung 
Z73". 

 

Die MEDAS-Gutachter hielten fest, dass eine verminderte Belastbarkeit der 

linken Schulter und der Lendenwirbelsäule sowie auch "bis Mitte Dezem-

ber" des rechten Knies bestehe. Das Heben und Tragen von schweren Las-

ten über 5 kg links wie auch Überkopfarbeiten und das Arbeiten mit vibrie-

renden und schlagenden Maschinen und Zwangshaltungen des Kopfes 

und des Rumpfes, gebückte, kniende Arbeiten, Gehen auf unebenem 

Grund und das Besteigen von Treppen und Gerüsten seien nicht mehr zu-

mutbar. Rein gehende, rein stehende und rein sitzende Arbeiten seien nicht 

mehr zumutbar. Zudem sei aufgrund der schmerzhaften Augenentzündun-

gen, die "monatlich mindestens einmal vorkomme[n] und 2-3 Tage an-

halte[n]" würden, von einer etwa 10%igen Einschränkung der Arbeitsfähig-

keit auszugehen (VB 142.1 S. 8 f.). Insbesondere wegen des Rückenlei-

dens bestehe in der angestammten Tätigkeit seit Juni 2014 keine Arbeits-

fähigkeit mehr (VB 142.1 S. 9). In einer angepassten Tätigkeit bestehe eine 

80%ige Arbeitsfähigkeit "wegen vermehrter Pausen". Ab dem Operations-

datum vom 28. November 2014 habe für maximal neun Monate eine 

100%ige Arbeitsunfähigkeit in einer Verweistätigkeit bestanden. Ab dann 

könne bis zum 25. Oktober 2018 eine mindestens 80%ige Arbeitsfähigkeit 

attestiert werden. Vom 25. Oktober bis maximal Ende Dezember 2018 

könne eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert werden. Seit 2019 be-

stehe wieder die Arbeitsfähigkeit wie vor dem 25. Oktober 2018 (VB 142.1 

S. 10). 

 

 - 5 - 

 

 

 

2.2. 

Im Verlaufsgutachten (orthopädische und neurologische Begutachtung) 

vom 5. Februar 2021 stellten die C.-Gutachter Dr. med. D., Facharzt für 

Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, 

und Dr. med. E., Facharzt für Neurologie, folgende Diagnosen (VB 195.1 

S. 2 f.): 

 

" mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit als Solartechniker: 

  Chronisches zervikospondylogenes Syndrom ohne radikuläre Zeichen 
bei/mit 
- Degenerativen Veränderungen der Halswirbelsäule 

  Chronisches lumbospondylogenes Syndrom ohne radikuläre Zeichen 
bei/mit 
- St. n. Spondylodese (Dekompression L5/S1 rechts und TLIF L5/S1 

am 28.11.2014 
- Degenerativen Veränderungen der Lendenwirbelsäule 

  Chronische Handgelenksbeschwerden links bei/mit 
- Fortgeschrittener Degeneration des TFCC 

  St. n. Kniearthroskopie rechts vom 12.05.2017 (Innenmeniskushinter-
hornteilresektion, Plicaresektion, offene Bursektomie) und St. n. Knie-
arthroskopie links vom 23.11.2017 (Innenmeniskushinterhornteilresek-
tion, Plicaresektion, Synovialis PE) bei/mit 
- Degenerativen Veränderungen der Kniegelenke/Gonarthrose beid-

seits 
 

ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit 
 

 Schulterinstabilität rechts bei St. n. Schulterluxation rechts mit Labrum-
läsion 

 Epicondylitis humeri radialis bds". 
  

Die C.-Gutachter hielten fest, aufgrund der Erkrankungen am Bewegungs-

apparat bestehe in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Solartechniker 

keine verwertbare Arbeitsfähigkeit. Die vollständige Arbeitsunfähigkeit in 

dieser Tätigkeit bestehe retrospektiv seit dem 28. November 2014 

(VB 195.1 S. 3). In einer körperlich leichten Tätigkeit, "wechselbelastend, 

nicht dauerhaft überkopfarbeitend, durchgehend in physiologischen Hal-

tungen, wobei die Position selbst zu wählen sein sollte, sodass zwischen 

Sitzen, Gehen und Stehen frei gewählt werden" könne, und die auf ebenem 

Gelände ausgeführt werden könne, bestehe eine volle Arbeitsfähigkeit 

(Pensum 100 %, Leistung 100 %). Eine Bürotätigkeit, wie die aktuelle Tä-

tigkeit bei F., entspreche einer optimal angepassten Tätigkeit (VB 195.1 S. 

3). In einer optimal angepassten Tätigkeit liessen sich weder Einschrän-

kungen der Leistung noch ein erhöhter Pausenbedarf begründen. Ebenfalls 

lasse sich keine Leistungsminderung aufgrund von Schmerzen objektivie-

ren (VB 195.1 S. 4). Zum zeitlichen Verlauf führten die C.-Gutachter aus, 

aufgrund der damaligen akuten, starken Nacken-Schulter-Armschmerzen 

rechts habe zwischen dem 28. Juli 2019 und dem 30. Oktober 2019 eine 

 - 6 - 

 

 

 

vorübergehende 100%ige Arbeitsunfähigkeit in jeglichen Tätigkeiten be-

standen. Ab November 2019 sei keine Arbeitsunfähigkeit in einer ange-

passten Tätigkeit mehr begründbar (VB 195.1 S. 4 f.). 

 

2.3. 

Am 19. Februar 2021 nahm RAD-Arzt Dr. med. G., Facharzt für Rheuma-

tologie, zum C.-Gutachten Stellung und hielt fest, die Schlussfolgerungen 

der Gutachter seien nachvollziehbar. Deren Beurteilung der Arbeitsfähig-

keit in einer angepassten Tätigkeit weiche vom  

MEDAS-Gutachten jedoch leicht ab: Statt von einer 80%igen Arbeitsfähig-

keit wie im MEDAS-Gutachten werde von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit 

in einer angepassten Tätigkeit ausgegangen. Dabei handle es sich im We-

sentlichen um eine andere Beurteilung des gleichen Sachverhalts. Diese 

leichte Abweichung in der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in der angepass-

ten Tätigkeit liege jedoch im Ermessen der Gutachter, sodass sie keinen 

Widerspruch darstelle. Es sei bereits die im MEDAS-Gutachten festge-

stellte 80%ige Arbeitsfähigkeit vom RAD als nachvollziehbar erachtet wor-

den und seither sei es zu keiner längerdauernden "AF-relevanten" Verän-

derung des Gesundheitszustandes gekommen. Daher werde empfohlen, 

weiterhin auf die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit 

im MEDAS-Gutachten abzustellen (VB 197 S. 3 f.). 

 

3. 

3.1. 

Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob die-

ser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 

beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 

Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medi-

zinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchtet 

und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 134 

V 231 E. 5.1 S. 232; 125 V 351 E. 3a S. 352).  

 

3.2. 

Den von Versicherungsträgern im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingehol-

ten Gutachten von externen Spezialärzten, welche auf Grund eingehender 

Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Be-

richt erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergeb-

nissen gelangen, ist bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerken-

nen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Exper-

tise sprechen (BGE 135 V 465 E. 4.4 S. 470; 125 V 351 E. 3b/bb S. 353). 

Den Gutachten kommt somit bei Abklärungen im Leistungsbereich der So-

zialversicherung überragende Bedeutung zu (UELI KIESER, Kommentar 

zum Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-

rechts, 4. Aufl. 2020, N. 13 zu Art. 44 ATSG; vgl. auch BGE 132 V 93 

E. 5.2.8 S. 105). 

 

 - 7 - 

 

 

 

3.3. 

Der Beschwerdeführer wurde sowohl zur Erstellung des MEDAS-Gutach-

tens vom 18. März 2019 als auch des C.-Gutachtens vom 5. Februar 2021 

fachärztlich umfassend und in Kenntnis sowie unter Würdigung der Vorak-

ten (vgl. VB 142.2 S. 1 ff.; 195.2 S. 5 ff.; 195.3 S. 2 ff.) und unter Berück-

sichtigung der geklagten Beschwerden (vgl. VB 142.3 S. 6 f.; 142.4 S. 6 f..; 

142.5 S. 6 f.; 142.6 S. 13 ff.; 195.2 S. 14 f.; 195.3 S. 7 f.) untersucht. Es 

wurden ferner eigene Zusatzuntersuchungen durchgeführt (vgl. VB 142.1 

S. 2; 195.4). Dabei beurteilten die Gutachter die medizinischen Zusammen-

hänge sowie die medizinische Situation einleuchtend und gelangten zu ei-

ner nachvollziehbar begründeten Schlussfolgerung. Die Gutachten sind so-

mit im Sinne vorstehender Kriterien grundsätzlich geeignet, den Beweis für 

den anspruchserheblichen medizinischen Sachverhalt zu erbringen. 

 

4. 

4.1. 

Der Beschwerdeführer macht im Wesentlichen geltend, er habe sich auf-

grund der Verschlechterung seines Gesundheitszustandes erneut in stati-

onäre, mehrwöchige Behandlung begeben. Zudem sei der behandelnde 

Orthopäde Dr. med. H. zum Schluss gekommen, dass auch das bereits 

jetzt ausgeübte Arbeitspensum die Leistungsfähigkeit übersteige und län-

gerfristig nicht gehalten werden könne (vgl. Beschwerde S. 21 f.). 

 

4.2. 

4.2.1. 

Zur Beurteilung des behandelnden Orthopäden Dr. med. H. vom 23. Sep-

tember 2021 (VB 208 S. 2 ff.) nahm der orthopädische C.-Gutachter am 

12. Januar 2022 Stellung und hielt fest, eine Auswirkung auf die Belastbar-

keit lasse sich aus der Symptombeschreibung "Mobilisationsschmerz", mit 

welchem Dr. med. H. die dem Beschwerdeführer attestierte 100%ige Ar-

beitsunfähigkeit begründet habe, wissenschaftlich nicht begründen. Auch 

die vorgeschlagene chirurgische Behandlung zur Behebung der Neurofo-

ramenstenosen bei fehlenden neurologischen Diagnosen mit Auswirkung 

auf die Arbeitsfähigkeit finde keine Bestätigung in den wissenschaftlichen 

Leitlinien. Eine zervikale Radikulopathie, welche eine Operationsindikation 

ergeben würde, sei bis anhin nicht vorgelegen. Im Vordergrund stehe ein 

seit 2012 bildgebend dokumentierter nichtradikulärer, den degenerativen 

Veränderungen entsprechend, üblicher chronischer Nackenschmerz mit 

geringen Funktionseinschränkungen (VB 216.3 S. 9 f.). 

 

Da Dr. med. H. im Bericht vom 23. September 2021 keinerlei wichtige As-

pekte benennt, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewür-

digt geblieben sind (vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 

9C_425/2019 vom 10. September 2019 E. 3.4 mit Hinweisen), ist lediglich 

von einer anderen Beurteilung des gleichen Sachverhalts auszugehen (Ur-

teil des Bundesgerichts 8C_616/2014 vom 19. Dezember 2014 E. 2.1 mit 

 - 8 - 

 

 

 

Hinweisen). Dies rechtfertigt angesichts der auf einer umfassenden gut-

achterlichen Abklärung beruhenden und nach dem Gesagten durchwegs 

einleuchtenden Beurteilung der Experten kein Abweichen vom Gutachten. 

 

4.2.2. 

Weiter macht der Beschwerdeführer unter Hinweis auf eine E-Mail des be-

handelnden Orthopäden Dr. med. H. vom 21. März 2022 (BB 4) geltend, 

dieser erachte die Stellungnahme des neurologischen C.-Gutachters als 

"qualifiziert falsch" (vgl. Beschwerde S. 21). Inwiefern das C.-Gutachten 

"falsch" sein soll, wird sodann weder vom Beschwerdeführer dargelegt 

noch ergeben sich entsprechende Anhaltspunkte aus der E-Mail vom 

21. März 2022 von Dr. med. H. oder den weiteren Akten. Was die pau-

schale Kritik von Dr. med. H. an der Fachkompetenz des neurologischen 

C.-Gutachters Dr. med. E., Facharzt für Neurologie, betrifft (vgl. BB 4), ist 

schliesslich darauf hinzuweisen, dass Dr. med. E. über die rechtspre-

chungsgemäss geforderte Facharztausbildung in der zu begutachtenden 

medizinischen Disziplin verfügt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

8C_460/2017 vom 1. Februar 2018 E. 5.5); weitergehende Anforderungen 

an die gutachterliche Qualifikation bestehen nicht (vgl. ERIK FUR-

RER, Rechtliche und Praktische Aspekte auf dem Weg zum Gerichtsgut-

achten in der Invalidenversicherung, SZS 1/2019 S. 6). Diesbezügliche 

Weiterungen erübrigen sich demnach. 

 

4.3. 

Der Beschwerdeführer verweist sodann insbesondere auf den Bericht der 

I. vom 22. Juni 2021 (VB 206 S. 16 ff.) sowie auf den Bericht der I. vom 

20. April 2022 (Beschwerdebeilage [BB] 3), wonach sich sein Gesundheits-

zustand seit dem C.-Gutachten verschlechtert habe (vgl. Beschwerde 

S. 21). 

 

Die C.-Gutachter nahmen am 10. März 2022 (unter anderem) zum Bericht 

der I. vom 22. Juni 2021 Stellung und hielten nachvollziehbar fest, dass in 

diesem Bericht kein einziger neuer Befund vorgelegt werde (VB 216.2 

S. 11). Die medizinische Situation habe sich seit der Begutachtung nicht 

wesentlich geändert. So würden keine neuen gesundheitlichen Einschrän-

kungen vorliegen. Die neu eingegangenen Berichte würden keine neuen 

medizinischen Aspekte enthalten, welche wissenschaftlich hergeleitet wor-

den seien (VB 216.3 S. 10). 

 

Zum im Beschwerdeverfahren eingereichten Bericht der I. vom 20. April 

2022 (vgl. BB 3) nahm RAD-Arzt Dr. med. G. am 27. Mai 2022 Stellung 

(VB 222). Dieser stellte fest, neu werde eine mässige Coxarthrose rechts 

beschrieben. In seiner Stellungnahme vom 12. Januar 2022 habe der or-

thopädische C.-Gutachter jedoch bereits darauf hingewiesen, dass selbst 

bei einer mittelschweren Coxarthrose an der Arbeitsfähigkeitsbeurteilung 

 - 9 - 

 

 

 

festgehalten werden könne (VB 222 S. 2; vgl. auch VB 216.3 S. 10). Tat-

sächlich sei nur eine mässig ausgeprägte Coxarthrose rechts dokumentiert. 

Zusammenfassend könne auch unter Berücksichtigung des Berichts der I. 

vom 20. April 2022 an der versicherungsmedizinischen Einschätzung der 

C.-Gutachter festgehalten werden (VB 222 S. 2).  

 

Diese ohne Weiteres nachvollziehbar begründete Beurteilung von RAD-

Arzt Dr. med. G. findet sodann eine Stütze in der Einschätzung der behan-

delnden Ärzte der I., welche am 20. April 2022 selbst feststellten, der Be-

fund zeige sich im Allgemeinen "idem" zum letztmaligen und auch zu den 

vorbeschriebenen Befunden (vgl. BB 3 S. 4).  

 

Eine wesentliche Verschlechterung des Gesundheitszustands seit der Be-

gutachtung ist somit nicht ersichtlich. 

 

4.4. 

Zusammenfassend sind keine konkreten Indizien ersichtlich, die gegen die 

Zuverlässigkeit des MEDAS-Gutachtens vom 18. März 2019 respektive das 

C.-Gutachten vom 5. Februar 2021 sowie der ergänzenden Stellungnahme 

vom 10. März 2022 sprechen, sodass darauf abzustellen ist (Beweisgrad 

der überwiegenden Wahrscheinlichkeit, vgl. BGE 134 V 109 E. 9.5 S. 125 

mit Hinweis auf BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181). Der medizinische Sachver-

halt erweist sich vor diesem Hintergrund als vollständig abgeklärt, weshalb 

in antizipierter Beweiswürdigung auf weitere Abklärungen (Rechtsbegeh-

ren Ziff. 2) zu verzichten ist (vgl. BGE 137 V 64 E. 5.2 S. 69, 136 I 229 

E. 5.3 S. 236 f.). Demnach ist davon auszugehen, dass der Beschwerde-

führer in seiner angestammten Tätigkeit als Solartechniker seit Juni 2014 

nicht mehr arbeitsfähig ist (vgl. VB 142.1 S. 9). Ab dem 28. November 2014 

war der Beschwerdeführer zudem auch in jeglicher angepassten Tätigkeit 

für neun Monate vollständig arbeitsunfähig. Danach ist von einer 80%igen 

Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit auszugehen (vgl. VB 142.1 

S. 10; VB 197 S. 4). Zudem ist ab dem 28. Juli 2019 bis zum 31. Oktober 

2019 von einer vorübergehenden vollen Arbeitsunfähigkeit in jeglichen Tä-

tigkeiten auszugehen (vgl. VB 195.1 S. 4). 

 

5. 

5.1. 

Im Rahmen der Beurteilung der erwerblichen Auswirkungen der gesund-

heitlichen Beeinträchtigungen legte die Beschwerdegegnerin das Validen-

einkommen gestützt auf die Angaben der ehemaligen Arbeitgeberin des 

Beschwerdeführers und das Invalideneinkommen gestützt auf die Tabel-

lenlöhne der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) fest. Einen lei-

densbedingten Abzug nahm sie nicht vor. Per 20. August 2015 errechnete 

die Beschwerdegegnerin einen rentenausschliessenden Invaliditätsgrad 

von 29 % (vgl. VB 219 S. 2). 

 

 - 10 - 

 

 

 

5.2. 

Gemäss Art. 16 ATSG wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität 

und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Ein-

gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgegli-

chener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Bezie-

hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie 

nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). 

 

Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des (po-

tentiellen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei Validen- und 

Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erheben und allfäl-

lige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum Ver-

fügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 129 V 222; 128 V 174). 

 

5.3. 

Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, das Invalideneinkommen sei 

anhand des von ihm tatsächlich erzielten Einkommens festzulegen (vgl. 

Beschwerde S. 22), ist auf Folgendes hinzuweisen: 

 

Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-

erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person kon-

kret steht. Hat sie nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jeden-

falls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, kön-

nen nach der Rechtsprechung die LSE-Tabellenlöhne herangezogen wer-

den (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301 mit Hinweis unter anderem auf BGE 129 

V 472 E. 4.2.1 S. 475). 

 

Ausweislich der Akten übt der Beschwerdeführer die aktuelle Tätigkeit als 

"nebenberufliche[r] Sicherheitsmitarbeiter", die er im Mai 2020 aufgenom-

men hat (vgl. VB 199 S. 3), lediglich in einem (garantierten) rund 46%igen 

Pensum aus (vgl. VB 199 S. 6, S. 11 ff.), womit er die ihm attestierte Ar-

beitsfähigkeit von 80 % in einer angepassten Tätigkeit nicht ausschöpft. 

Daher hat die Beschwerdegegnerin zu Recht die LSE zwecks Bemessung 

des Invalideneinkommens herangezogen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 

8C_631/2019 vom 18. Dezember 2019 E. 6.2; 8C_ 590/2019 vom 22. No-

vember 2019 E. 5.4). 

 

5.4. 

Weiter macht der Beschwerdeführer geltend, es sei ein "massiver" Abzug 

vom Tabellenlohn vorzunehmen, da er wegen der multiplen Einschränkun-

gen nur noch in der Lage sei, einfache, wechselbelastende Tätigkeiten aus-

zuüben (vgl. Beschwerde S. 22 f.).  

 

 - 11 - 

 

 

 

Diesbezüglich ist anzumerken, dass dem Beschwerdeführer insbesondere 

aufgrund der orthopädischen Einschränkungen und des daraus resultieren-

den erhöhten Pausenbedarfs gutachterlich eine lediglich 80%ige Arbeitsfä-

higkeit in einer entsprechend angepassten Tätigkeit attestiert wurde (vgl. 

VB 142.1 S. 10), womit die gesundheitlichen Einschränkungen bereits um-

fassend bei der Beurteilung des Grads der Arbeitsfähigkeit und der Defini-

tion des Zumutbarkeitsprofils berücksichtigt wurden. Die gesundheitlichen 

Einschränkungen können deshalb nicht zu einem zusätzlichen leidensbe-

dingten Abzug führen (vgl. vgl. BGE 146 V 16 E. 4.1 S. 19 f. mit Hinweis). 

Andere einen leidensbedingten Abzug begründende Faktoren werden we-

der geltend gemacht noch sind solche anhand der Akten ersichtlich, womit 

ein leidensbedingter Abzug nicht gerechtfertigt ist. 

 

5.5. 

Die Invaliditätsbemessung durch die Beschwerdegegnerin wird im Übrigen 

durch den durch einen Rechtsanwalt vertretenen Beschwerdeführer nicht 

weiter bemängelt. Die Beschwerdegegnerin ging folglich – für die Zeiten, 

für welche eine 80%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit aus-

gewiesen ist (vgl. E. 4.4. hiervor) – zu Recht von einem rentenausschlies-

senden Invaliditätsgrad aus.  

 

6. 

Im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns (Beginn Wartejahr Juni 

2014, VB 142.1 S. 9.; [verspätete] Anmeldung vom 20. Februar 2015 [Post-

eingang], VB 8; nach Ablauf der sechsmonatigen Karenzfrist; vgl. Art. 29 

Abs. 1 IVG), dem 20. August 2015, ist gemäss vorangehenden Ausführun-

gen von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit in angestammter und ange-

passter Tätigkeit auszugehen (vgl. E. 4.4. hiervor). Damit resultiert zu die-

sem Zeitpunkt – entgegen der Beschwerdegegnerin (vgl. VB 219 S. 2) – 

ein rentenbegründender Invaliditätsgrad von 100 %. Der Beschwerdeführer 

hat damit mit Wirkung ab 1. August 2015 Anspruch auf eine ganze Invali-

denrente (Art. 28 Abs. 2 IVG). Ab dem 28. August 2015 ist von der gut-

achterlich festgestellten 80%igen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit, 

verwertbar in einem ganztägigen Pensum (vgl. E. 4.4. hiervor), und damit 

von einem rentenausschliessenden Invaliditätsgrad auszugehen (vgl. 

E. 5.4. hiervor). Die ab 1. August 2015 zuzusprechende ganze Invaliden-

rente ist daher in Anwendung von Art. 88a Abs. 1 IVV bis zum 30. Novem-

ber 2015 zu befristen. Für die Zeit vom 1. Dezember 2015 bis zum 30. Juni 

2019 besteht sodann kein Rentenanspruch. Vom 28. Juli 2019 bis 31. Ok-

tober 2019 ist jedoch wiederum eine volle Arbeitsunfähigkeit in jeglichen 

Tätigkeiten ausgewiesen (vgl. VB 195.1 S. 4). Da diese Verschlechterung 

des Gesundheitszustandes – wenn auch nur knapp – über drei Monate an-

gedauert hat, ist sie gemäss Art. 88a Abs. 2 IVV zwingend zu berücksichti-

gen. Demnach resultiert ab dem 1. Juli 2019 ebenfalls ein Anspruch auf 

eine ganze Rente. Da seit dem 1. November 2019 (vgl. VB 195.1 S. 5) wie-

 - 12 - 

 

 

 

derum von einer (seither andauernden) 80%igen Arbeitsfähigkeit in ange-

passter Tätigkeit auszugehen ist, ist die Rente bis 31. Januar 2020 zu be-

fristen (vgl. Art. 88a Abs. 1 IVV). 

 

7. 

7.1. 

Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen und die 

angefochtene Verfügung vom 15. März 2022 ist aufzuheben. Der Be-

schwerdeführer hat für die Zeit vom 1. August 2015 bis 30. November 2015 

sowie 1. Juli 2019 bis 31. Januar 2020 Anspruch auf eine ganze Invaliden-

rente. Ein weiterer Rentenanspruch besteht nicht, womit die Beschwerde 

im Übrigen abzuweisen ist. Demnach ergibt sich folgender (befristeter) 

Rentenanspruch des Beschwerdeführers: 

 

Zeitraum  Rentenhöhe 

1. August 2015 bis 30. November 2015 ganze Rente 

1. Juli 2019 bis 31. Januar 2020 ganze Rente 

 

7.2. 

Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Kosten 

werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im 

Rahmen von Fr. 200.00 bis Fr. 1'000.00 festgesetzt. Für das vorliegende 

Verfahren betragen diese Fr. 800.00 und sind gemäss dem Verfahrensaus-

gang zu verlegen. Das Obsiegen des Beschwerdeführers erweist sich als 

geringfügig, weshalb ihm Fr. 600.00 und der Beschwerdegegnerin 

Fr. 200.00 aufzuerlegen sind (§ 31 Abs. 2 VRPG; vgl. Urteil des Bundes-

gerichts 8C_449/2016 vom 2. November 2016 E. 3.2 mit Verweis auf Ur-

teile des Bundesgerichts 9C_94/2010 vom 26. Mai 2010 E. 4.3 und 

9C_672/2008 vom 23. Oktober 2008 E. 5.2.1). Da dem Beschwerdeführer 

die unentgeltliche Rechtspflege bewilligt wurde, sind die von ihm zu tragen-

den Kosten einstweilen vorzumerken. 

 

7.3. 

Nach Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Person 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Versicherungs-

gericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeu-

tung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. 

Indessen kommt die Zusprechung einer vollen Parteientschädigung trotz 

nur teilweisen Obsiegens nur in Frage, wenn die beschwerdeführende Per-

son im Grundsatz obsiegt und lediglich im Masslichen (teilweise) unterliegt 

(vgl. SVR 2011 IV Nr. 38 S. 112, 9C_580/2010 E. 4.1). So verhält es sich 

vorliegend jedoch nicht. Der Beschwerdeführer, der die Zusprache einer 

unbefristeten Rente beantragt hat, obsiegt lediglich teilweise, nämlich inso-

weit, als er ab 1. August 2015 bis 30. November 2015 sowie ab 1. Juli 2019 

bis 31. Januar 2020 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente hat. Es recht-

fertigt sich damit gesamthaft, unter Berücksichtigung auch des Umstands, 

 - 13 - 

 

 

 

dass die teilweise Gutheissung aufgrund eines nicht gerügten, von Amtes 

wegen zu berücksichtigenden Nebenpunkts erfolgt, dem Beschwerdefüh-

rer einen Viertel der im Falle eines vollständigen Obsiegens richterlich fest-

zusetzenden Parteientschädigung von Fr. 2'450.00 (Art. 61 lit. g ATSG), 

das heisst Fr. 612.50, zuzusprechen (vgl. SVR 2011 IV Nr. 38 S. 112, 

9C_580/2010 E. 4.2.2; Urteile des Bundesgerichts 8C_533/2016 vom 

18. Oktober 2016 E. 6.2.2; 8C_478/2015 vom 12. Februar 2016 E. 5). Drei 

Viertel der Parteikosten, Fr. 1'837.50 ausmachend, werden dem unentgelt-

lichen Rechtsvertreter nach Eintritt der Rechtskraft des versicherungsge-

richtlichen Urteils aus der Obergerichtskasse zu vergüten sein (Art. 122 

Abs. 1 lit. a ZPO i.V.m. § 34 Abs. 3 VRPG). 

 

7.4. 

Es wird ausdrücklich auf Art. 123 ZPO verwiesen, wonach eine Partei, der 

die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, zur Nachzahlung der dem 

Rechtsvertreter ausgerichteten Entschädigung verpflichtet ist, sobald sie 

dazu in der Lage ist. 

 

  

 - 14 - 

 

 

 

   

Das Versicherungsgericht erkennt: 

 

1. 

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung vom 

15. März 2022 aufgehoben. Der Beschwerdeführer hat vom 1. August 2015 

bis 30. November 2015 sowie 1. Juli 2019 bis 31. Januar 2020 Anspruch 

auf eine ganze Invalidenrente.  

 

2. 

Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen. 

 

3. 

Die Verfahrenskosten von Fr. 800.00 werden zu drei Vierteln, Fr. 600.00 

ausmachend, dem Beschwerdeführer und zu einem Viertel, Fr. 200.00 aus-

machend, der Beschwerdegegnerin auferlegt. Zufolge Bewilligung der un-

entgeltlichen Rechtspflege werden die dem Beschwerdeführer auferlegten 

Verfahrenskosten einstweilen vorgemerkt. 

 

4. 

Die Parteientschädigung wird richterlich auf Fr. 2'450.00 festgesetzt. 

 

Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, dem unentgeltlichen Rechtsver-

treter des Beschwerdeführers eine Entschädigung in Höhe eines Viertels 

der Parteikosten, Fr. 612.50 ausmachend, zu bezahlen. 

 

Die Obergerichtskasse wird gestützt auf § 12 Anwaltstarif angewiesen, 

dem unentgeltlichen Rechtsvertreter des Beschwerdeführers, lic. iur. Mar-

kus Zimmermann, Rechtsanwalt, Baden, nach Eintritt der Rechtskraft eine 

Entschädigung in Höhe von drei Vierteln der Parteienkosten, Fr. 1'837.50 

ausmachend, auszurichten. 

 

 
 

   

Zustellung an: 

den Beschwerdeführer (unentgeltlicher Vertreter; 2-fach)   

die Beschwerdegegnerin  

die Beigeladene 

das Bundesamt für Sozialversicherungen 

 

Mitteilung nach Rechtskraft an: 

die Obergerichtskasse 

  

  

 - 15 - 

 

 

 

   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim 

Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung 

mit Art. 90 ff. BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom sieb-

ten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli 

bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar 

(Art. 46 BGG).  

 

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 

6004 Luzern, zuzustellen. 

 

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 

der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines 

Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweis-

mittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Hän-

den hat (Art. 42 BGG). 

 

 
   

Aarau, 9. Januar 2023 

 

Versicherungsgericht des Kantons Aargau 

4. Kammer 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Roth Schweizer