# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** eee071c0-33d5-53ba-acc0-52a8844e0b05
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-10-05
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 05.10.2015 PQ150031
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_PQ150031_2015-10-05.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Zivilkammer    

 

 

Geschäfts-Nr.: PQ150031-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. A. Katzenstein, Vorsitzende, Oberrichter lic. iur. 

et phil. D. Glur, Ersatzrichter lic. iur. H. Meister und sowie Gerichts-

schreiber lic. iur. M. Hinden 

Beschluss und Urteil vom 5. Oktober 2015 

 

in Sachen 

 
A._____,  

Beschwerdeführer 

 

gegen 

 
B._____,  

Verfahrensbeteiligter 

 

sowie 

 
C._____,  

Verfahrensbeteiligte 

 

vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. X._____ 

 

betreffend Kindesvertretung nach Art. 314abis ZGB 

 
Beschwerde gegen ein Urteil des Bezirksratspräsidenten des Bezirksrates 

Zürich vom 30. April 2015 i.S. D._____, geb. tt.mm.2002, E._____, geb. 

- 2 - 

tt.mm.2004, und F._____, geb. tt.mm.2009; VO.2014.118 (Kindes- und Er-

wachsenen-schutzbehörde der Stadt Zürich) 

 
Erwägungen: 

I. 

1. Der Beschwerdeführer ist der Vater der Kinder D._____, geboren am 

tt.mm.2002, E._____, geboren am tt.mm.2004, und F._____, geboren am 

tt.mm.2009. Mit Beschluss der KESB Zürich vom  

20. Februar 2014 wurde Rechtsanwalt lic. iur. B._____ (fortan Kindervertreter) 

zum Verfahrensvertreter der Kinder i.S. von Art. 314a bis ZGB ernannt  

(act. 8/142). Dieser Punkt war nicht Gegenstand einer vom Beschwerdeführer ge-

gen Teile dieses Beschlusses erhobenen, schliesslich durch Rückzug erledigten 

Beschwerde (act. 8/184; act. 8/173 S. 2 oben; act. 8/175).  

2. Mit Schreiben an die KESB vom 18. August 2014 beantragte der Beschwer-

deführer "falls überhaupt ein Kinderanwalt eingesetzt wird, eine andere Vertretung 

zu wählen" (act. 8/189). Mit Verfügung vom 6. November 2014 wies die Vorstehe-

rin der Abteilung 2 der KESB, G._____, sowohl den Antrag des Beschwerdefüh-

rers auf Wechsel in der Person des Verfahrensvertreters als auch seinen  

Antrag auf Aufhebung der Verfahrensvertretung i.S. von Art. 314abis ZGB ab  

(act. 8/222).  

3. Nachdem ein Wiedererwägungsgesuch vom 14. November 2014  

(act. 8/229) am 17. November 2014 (act. 8/230) abschlägig und ein weiteres 

Schreiben vom 24. November 2014 (act. 8/239) überhaupt nicht beantwortet  

worden waren, verlangte der Beschwerdeführer am 1. Dezember 2014  

(act. 8/241) bei der KESB den Ausstand des Behördenmitglieds G._____. Gegen 

die Abweisung des Ausstandsgesuchs durch die KESB mit Zirkulationsbeschluss 

vom 7. Januar 2015 (act. 8/249) erhob der Beschwerdeführer am 16. Januar 2015 

(PQ150030 act. 8/1) Beschwerde an den Bezirksrat. Diese wurde mit Urteil vom 

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30. April 2015 (PQ150030 act. 7) abgewiesen. Gegen diesen Entscheid, den er 

am 4. Mai 2015 erhalten hatte (PQ150030 act. 8/14), erhob der Beschwerdeführer 

am 12. Mai 2015 rechtzeitig Beschwerde an das Obergericht mit den Anträgen 

(PQ150030 act. 2 S. 1 f.): 

1) Das Urteil VO.2015.12/3.02.16 vom 30. April 2015 des Bezirks-
rats Zürich und der Zirkulationsbeschluss Nr. 68 vom 7. Januar 
2015 der KESB der Stadt Zürich betreffend Ausstand von Behör-
denmitglied G._____ in Sachen Kindesschutz D._____ / 
E._____ / F._____ seien aufzuheben; Behördenmitglied G._____ 
werde verpflichtet, in dieser Sache in den Ausstand zu treten. 

2) Der vorliegenden Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu-
zuerkennen, die Vollstreckbarkeit des angefochtenen Urteils wer-
de aufgehoben. 

3) Der KESB der Stadt Zürich sei anzuordnen, ihre Aktennotiz vom 
30. April 2015 (act. 305) aus den Akten der KESB zu entfernen, 
und die Besprechung mit der Kindermutter betreffend Kindertref-
fen und psychiatrische Begutachtung der Kinder sei durch ein 
Behördenmitglied zu wiederholen, gegen das kein Ausstands-
grund besteht. 

4) Das vorliegende Verfahren sei mit der Beschwerde des gleichen 
Beschwerdeführers betreffend Kindervertretung zu vereinigen. 

5) Dem Unterzeichneten werde die Unentgeltlichkeit des Verfahrens 
gewährt, und er werde zu seinem eigenen Rechtsbeistand be-
stellt. 

6) Kosten- und Entschädigungsfolgen. 

Das Beschwerdeverfahren betreffend Ausstand wurde mit der Geschäftsnummer 

PQ150030 am Register eröffnet und wird ebenfalls heute durch den gleichen 

Spruchkörper erledigt. Von einer formellen Vereinigung der beiden Verfahren, wie 

vom Beschwerdeführer in jenem Verfahren beantragt, wurde wegen der unter-

schiedlichen Verfahrensbeteiligten abgesehen. 

4. Bereits zuvor hatte der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 20. November 

2014 gegen die Verfügung vom 6. November 2014 Beschwerde an den Bezirksrat 

erhoben mit den Anträgen, das Mandat des Kinderanwalts sei ersatzlos zu been-

den, eventualiter seien die Kinder persönlich anzuhören, subeventualiter sei ihnen 

eine Vertretung nach ihrem Wunsch zu bestellen (act. 7/1 S. 1). Diese Beschwer-

de wurde mit Entscheid des Bezirksratspräsidenten vom 30. April 2015 abgewie-

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sen (act. 6). Gegen diesen Entscheid, der ihm am 4. Mai 2015 eröffnet wurde 

(act. 7/28), erhob der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 13. Mai 2015 rechtzeitig 

Beschwerde bei der Kammer mit folgenden Anträgen (act. 2 S. 1 Ziff. 1): 

1) Das Urteil VO.2014.118/3.02.02 vom 30. April 2015 des Bezirks-
rates Zürich und die Verfügung Nr. ... vom 6. November 2014 der 
KESB der Stadt Zürich betreffend Vertretung der Kinder 
D._____ / E._____ / F._____ durch RA lic. iur. B._____ seien 
aufzuheben. RA lic. iur. B._____ sei ersatzlos abzuberufen, und 
seine Kosten seien der KESB aufzuerlegen. 

2) Der vorliegenden Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu-
zuerkennen, die Vollstreckbarkeit des angefochtenen Urteils wer-
de aufgehoben. 

3) Dem Unterzeichneten werde die Unentgeltlichkeit des Verfahrens 
gewährt, und er werde zu seinem eigenen Rechtsbeistand be-
stellt. 

4) Kosten- und Entschädigungsfolgen. 

5. Die Beschwerdeschrift betreffend Kindervertretung wurde dem darin vom 

Beschwerdeführer als Beschwerdegegner bezeichneten Kindervertreter, Rechts-

anwalt lic. iur. B._____, zur Beantwortung und der Mutter der Kinder, C._____, 

zur Stellungnahme zugestellt (act. 9). Während sich letztere nicht vernehmen 

liess (act. 11), stellte Rechtsanwalt B._____ mit Eingabe vom 8. Juni 2015 den 

Antrag, es sei auf die Beschwerde nicht einzutreten, eventuell sei sie abzuweisen. 

Für den Fall, dass auf die Beschwerde einzutreten sei, ersuchte er um eine an-

gemessene Frist zur ergänzenden Stellungnahme (act. 12). Dazu liess sich der 

Beschwerdeführer am 6. Juli 2015 (act. 17) unaufgefordert vernehmen.  

Nach einer weiteren, vorab angekündigten Noveneingabe (jeweils mit Vorabzu-

stellung per Fax, act. 21-26) reichte der Beschwerdeführer mit Eingabe vom  

19. August 2015 (wieder mit Vorabzustellung per Fax, act. 27 und 28) ein "an  

die 'KESB' & Obergericht" gerichtetes handschriftliches Schreiben der Kinder 

D._____ und E._____ vom 18. August 2015 ein (act. 29). Daraufhin wurden 

D._____ und E._____ auf den 2. September 2015 zu einer Anhörung eingeladen 

(act. 30). Am 27. August 2015 reichte der Beschwerdeführer eine weitere Noven-

eingabe ein (act. 33). Mit Eingabe vom 8. September 2015 (act. 38) nahm der Be-

schwerdeführer unaufgefordert Stellung zum Protokoll der Kinderanhörung (Prot. 

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S. 5 f.) und reichte ein Schreiben der Kinder vom 7. September 2015 (act. 39/4) 

ein. Diese Aktenstücke sind den übrigen Verfahrensbeteiligten mit diesem Ent-

scheid zuzustellen. 

6. Der Beschwerdeführer weist auf Art. 301 lit. b ZPO hin und bemängelt, dass 

die Verfügung der KESB vom 6. November 2014 den Kindern D._____ und 

E._____ weder vom Kindervertreter noch von der KESB direkt mitgeteilt wurde. Er 

folgert daraus, dass die von den Kindern direkt bei der KESB gestellten Anträge 

vom  

26. August und 4. Oktober 2014 auf Abberufung des Kindervertreters nach wie 

vor hängig seien (act. 2 S. 13 f. Ziff. 44 f. m.H. auf act. 8/193 und 8/213).  

Wie der Beschwerdeführer einräumt, haben weder D._____ noch E._____ die Al-

tersgrenze von Art. 301 lit. b ZPO erreicht, ab der eine Eröffnung des Entscheides 

vorgeschrieben ist. Besteht eine Kindervertretung, werden Entscheide ohnehin 

nur dieser mitgeteilt. Angesichts des Gegenstands dieses Verfahrens, in dem es 

um seine Abberufung geht, ist nachvollziehbar, wenn er sich mit Informationen an 

die Kinder zurückhält und damit zuwartet bis zum rechtskräftigen Abschluss des 

Verfahrens.  

Wenn der Beschwerdeführer als mittelbarer Vertreter der Kinder auftritt und ihren 

Wunsch auf eine Abberufung des Kindervertreters geltend macht (vgl. act. 2 S. 10 

Ziff. 32 f.), kann von ihm erwartet werden, dass er den Kindern die entsprechen-

den Entscheide mitteilt. Das hat er laut eigenem Bekunden jedoch nicht getan 

(act. 2 S. 6 Ziff. 19). Spätestens seit der Anhörung sind D._____ und E._____ 

über das vorliegende Verfahren orientiert.  

Die Eingaben von D._____ und E._____ an die KESB mit der Mitteilung, sie woll-

ten Herrn B._____ (den Kindervertreter) nicht als ihren Anwalt (vgl. act. 8/213), 

hätten eine Reaktion erfordert. Die KESB und nachher der Bezirksrat durften die-

se Willensäusserungen nicht einfach unter Verweis auf die identische Position 

des Beschwerdeführers und die zweifelhafte Autonomie des Kinderwillens ignorie-

ren. Auch wenn der Kinderwille manipuliert sein sollte, ist seine Äusserung entge-

gen zu nehmen und zu behandeln. Einer möglichen Manipulation ist bei der Wür-

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digung Rechnung zu tragen. Dieser Mangel wurde durch die Durchführung einer 

Anhörung in diesem Verfahren geheilt (vgl. zu deren Ergebnissen unten III). 

Im Nachgang zur vorliegend durchgeführten Anhörung der beiden älteren Kinder, 

drängt es sich auf, ihnen diesen Entscheid in einer altersgerechten Form direkt 

mitzuteilen. Das bietet auch die Gelegenheit, Fragen der Kinder zum Anhörungs-

protokoll zu beantworten. 

II.  

1. Während der Beschwerdeführer vor Vorinstanz neben der ersatzlosen Auf-

hebung der Kindervertretung als Eventual- und Subeventualantrag auch die Aus-

wechslung der Person des Kindervertreters bzw. die Anhörung der Kinder ver-

langt hatte, beantragt er im vorliegenden Verfahren ausschliesslich die ersatzlose 

Aufhebung der Kindervertretung.  

Diese Einschränkung der Anträge des Beschwerdeführers stimmt mit der Lehr-

meinung überein, die den Eltern das rechtliche Gehör und ein Beschwerderecht 

nur für die Frage einräumen will, ob ein Kinderanwalt eingesetzt wird, nicht jedoch 

zu dessen Person. Diese Differenzierung der Verfahrensrechte der Eltern wird 

damit begründet, dass die Anordnung einer Kindervertretung die elterliche Sorge 

einschränkt und die Eltern für die Kosten aufkommen müssen, während sie durch 

die Art und Weise, wie diese Aufgabe ausgeführt wird, nicht direkt betroffen sind, 

da diese nicht ihrem Schutz dient (Diggelmann / Isler, Vertretung und prozessuale 

Stellung des Kindes im Zivilprozess, SJZ 111 / 2015, S. 145). Das erscheint über-

zeugend.  

Beschränkt sich die Beschwerdelegitimation des Beschwerdeführers richtiger-

weise auf die Frage, ob eine Kindervertretung einzusetzen ist, ist der Kinderver-

treter nicht als Beschwerdegegner zu behandeln. Das erlaubt es, den Bedenken 

des Kindervertreters Rechnung zu tragen, der befürchtet, sich als Gegenpartei 

"auf einen offenen Schlagabtausch mit einem Elternteil einlassen" zu müssen mit 

entsprechenden negativen Auswirkungen auf das Vertrauensverhältnis zwischen 

den Kindern und ihm (act. 12 S. 3 Ziff. 1), und deshalb verlangt, es sei auf die Be-

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schwerde nicht einzutreten (act. 12 S. 2). Da sich die Beschwerde, welche die er-

satzlose Absetzung des Kindervertreters verlangt und sich damit ausdrücklich ge-

gen die Kindervertretung als solche und nicht gegen die mit dieser Aufgabe be-

traute Person richtet, besteht dazu kein Anlass. Die unzutreffende Bezeichnung 

des Kindervertreters als Beschwerdegegner ist von Amtes wegen zu korrigieren 

und dieser ist im Rubrum als Verfahrensbeteiligter aufzuführen. 

2. Die im Eheschutzurteil des Einzelgerichts der 7. Abteilung am Bezirksgericht 

Zürich vom 10. Oktober 2013 (act. 8/81) zur Überwachung des Besuchsrechts der 

Mutter eingesetzte Beiständin i.S. von Art. 308 Abs. 2 ZGB empfahl am 29. Janu-

ar 2014 "aufgrund der umstrittenen Besuchsrechtssituation" die Einsetzung eines 

Kinderanwalts (act. 8/132). Die KESB folgte dieser Empfehlung unter Verweis auf 

die zwischen den Eltern in Bezug auf die zukünftige Ausgestaltung des Besuchs-

rechts bestehende Uneinigkeit ‒ der Beschwerdeführer hatte am 6. Januar 2014 

bei der KESB die Abänderung des im Eheschutzentscheid geregelten Besuchs-

rechts beantragt (act. 8/111) ‒ und den im Abklärungsbericht vom 3. Oktober 

2013 (act. 8/69) beschriebenen Loyalitätskonflikt der Kinder mit Beschluss vom  

20. Februar 2014. Dass die beiden älteren Kinder in der Lage seien, ihre Wün-

sche zu äussern, wie der Beschwerdeführer geltend gemacht hatte (act. 8/140), 

spreche nicht gegen die Verfahrensvertretung. Dadurch sei es für den Kinderan-

walt einfacher, mit ihnen zu kommunizieren (act. 8/142 S. 11 E. 5). In der Verfü-

gung vom 6. November 2014, die den Ausgangspunkt dieses Rechtsmittelverfah-

rens bildet, erwog die Abteilungsvorsteherin der KESB, der Beschwerdeführer als 

gesetzlicher Vertreter sei nicht geeignet, diese Aufgabe zu versehen, da es sein 

erklärtes Ziel sei, dass die Mutter ohne die Kinder in den Senegal zurückkehren 

müsse, was nicht dem Interesse der Kinder entspreche (act. 8/222 S. 2).  

Der Bezirksrat hält dem Beschwerdeführer in seinem Beschwerdeentscheid vom 

30. April 2015 vor, wenn er sich auf den Standpunkt stelle, er vertrete die Interes-

sen der Kinder, verkenne er nicht nur den Sinn und Zweck der Aufgabe des Kin-

dervertreters (der zwar dem Kindeswillen Ausdruck zu verleihen, gleichzeitig aber 

auch offen die objektiven Kindesinteressen zu reflektieren habe; act. 6 S. 10  

E. 4.3), sondern auch die Tatsache, dass er als Verfahrensbeteiligter nicht mehr 

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die nötige Objektivität an den Tag zu legen vermöge. Auch wenn er alles daran 

setze, möglichst die Interessen der Kinder zu vertreten, könne eine Vermischung 

mit eigenen Interessen kaum verhindert werden. Seine Beschwerdeschrift und die 

weiteren Eingaben in diesem Verfahren liessen darauf schliessen, dass er ‒ be-

wusst oder unbewusst ‒ sehr stark auf die Kinder einwirke und deren Willen be-

einflusse. Die Verfahrensvertretung erweise sich unter den gegebenen Umstän-

den nach wie vor als notwendig und sei daher nicht aufzuheben (act. 6 S. 13 f.  

E. 5.4).  

Diesen Ausführungen ist nichts beizufügen. Die Notwendigkeit einer Kindervertre-

tung liegt bei der vorliegenden Konstellation auf der Hand. Dass der Beschwerde-

führer die darin angelegte konkrete Gefahr einer Interessenkollision nicht erkennt, 

sondern auch in diesem Verfahren geltend macht, er tue "nichts, als den Kindern 

namentlich bei Gerichten und Behörden Gehör zu verschaffen" (act. 2 S. 10  

Ziff. 33), bestätigt diese Einschätzung. Der Antrag auf ersatzlose Aufhebung  

der Kindervertretung ist daher abzuweisen. 

III. 

1. Die Offizialmaxime, die im Kindes- und Erwachsenenschutzrecht auch im 

Beschwerdeverfahren uneingeschränkt gilt (vgl. Auer / Marti, BSK, Art. 446 ZGB 

N 38), führt dazu, dass ausserhalb der Beschwerdeanträge auch weitere Punkte 

zu prüfen sind, wobei die Interessen der am Verfahren nicht direkt beteiligten Kin-

der im Vordergrund stehen.  

Aufgrund von entsprechenden aktenkundigen Äusserungen der Kinder ist von 

Amtes wegen zu prüfen, ob eine Auswechslung des Kindervertreters angezeigt 

ist, auch wenn der Beschwerdeführer ‒ anders als in den vorinstanzlichen Verfah-

ren ‒ keinen entsprechenden Antrag gestellt hat, wozu er im Übrigen auch nicht 

legitimiert wäre, wie oben festgehalten wurde (vgl. Diggelmann / Isler, Vertretung 

und prozessuale Stellung des Kindes im Zivilprozess, SJZ 111 / 2015, S. 145).  

2. Die Kinder D._____ und E._____ haben an der Anhörung und auch schrift-

lich wiederholt geäussert, dass sie mit dem Kindervertreter nichts mehr zu tun ha-

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ben möchten. Dieser klare Wille ist zur Kenntnis zu nehmen und davon ist in der 

Folge auszugehen.  

a) Ob die Kinder ihren Willen autonom gebildet haben oder ob sie durch ihren 

Vater, den Beschwerdeführer, beeinflusst wurden, wie die Vorinstanzen mutmas-

sen, war nicht Gegenstand der Anhörung. Solche Zweifel rechtfertigen im Übrigen 

nicht den Verzicht auf eine Anhörung der Kinder, wie einleitend festgestellt wurde.  

Ob die wiederholte gemeinsame Verwendung des nicht geläufigen Begriffs "Mut-

tertreffen" ein Beleg für eine Absprache zwischen dem Beschwerdeführer und 

seinen Töchtern ist (so die Vorinstanz, act. 6 S. 13 E. 5.4) oder vielmehr Ausdruck 

davon, "dass die Kinder und der Beschwerdeführer als Lebensgemeinschaft ei-

nander ‒ auch im Wortschatz ‒ beeinflussen" (so der Beschwerdeführer, act. 2  

S. 12 Ziff. 39), kann hier offen gelassen werden.  

Um festzustellen, ob eine Beeinflussung vorliegt, bräuchte es in diesem Fall ver-

tiefte Abklärungen, für welche das Gericht nicht die nötige Fachkompetenz be-

sitzt. Darauf zielt der Hinweis in der Verfügung der KESB vom 6. November 2014 

auf eine objektive Beurteilung, welche gegebenenfalls durch die Behörde anzu-

ordnen sei (act. 8/222 S. 2). Darauf kann vorliegend jedoch verzichtet werden, da 

der Entscheid über die Entlassung des Kindervertreters nicht vom Willen der Kin-

der abhängt.  

b) Der Kindervertreter ist kein gewillkürter Vertreter, sondern er wird durch die 

Behörde eingesetzt. Das wäre auch im ‒ hier nicht gegebenen ‒ Fall der Anord-

nung einer Vertretung auf Antrag eines urteilsfähigen Kindes so. Das Vertre-

tungsverhältnis kann daher nicht von den Parteien, sondern nur von der Behörde 

aufgelöst werden.  

Der Beschwerdeführer verkennt, dass der Kindervertreter sich nicht selbst aus 

seinem Amt entlassen kann, wenn er ihm vorwirft, dass er trotz Ablehnung durch 

die Kinder sein Mandat nicht niederlege (act. 17 S. 6 Ziff. 13). Dass der Kinderver-

treter den Entscheid den Behörden überlässt, anstatt selbst um seine Entlassung 

nachzusuchen, ist nicht zu beanstanden. Seine anwaltliche Treuepflicht geht nicht 

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so weit, dass er den entsprechenden gegen ihn gerichteten Antrag der Kinder ak-

tiv unterstützen müsste. 

c) Die Stellung der Kindervertretung ist vergleichbar mit einer amtlichen Vertei-

digung im Strafverfahren. Die Lehre will daher die dazu entwickelten Grundsätze 

analog heranziehen und eine Entlassung der Kindervertretung zulassen, wenn 

objektive Gründe vorgebracht werden, die auch einer erwachsenen Person einen 

Wechsel des Offizialverteidigers erlauben (BSK-ZPO Steck, Art. 300 N 9; ZK-ZPO 

Schweighauser, Art. 300 N 30).  

Gemäss Art. 134 Abs. 2 StPO wird ein Wechsel der amtlichen Verteidigung bewil-

ligt, wenn das Vertrauensverhältnis zwischen der beschuldigten Person und ihrer 

amtlichen Verteidigung erheblich gestört oder eine wirksame Verteidigung aus 

anderen Gründen nicht mehr gewährleistet ist. Das ist eine Lockerung gegenüber 

der Rechtslage vor Inkrafttreten der Schweizerischen Strafprozessordnung, wel-

che einen Wechsel nur zuliess, wenn eine wirksame Verteidigung aus objektiven 

Gründen unmöglich erschien. Die Botschaft zum neuen Recht verweist als Mass-

stab für die Relevanz einer Störung des Vertrauensverhältnisses auf die Frage, 

ob auch eine privat verteidigte beschuldigte Person einen Verteidigerwechsel  

vornehmen würde (Botschaft zur Vereinheitlichung des Strafprozessrechts vom 

21. Dezember 2005, 1080). Doch das bedeutet nicht, dass allein das subjektive 

Empfinden der betroffenen Person relevant ist, sondern dieses muss sich anhand 

konkreter Hinweise soweit objektivieren lassen, dass das gestörte Vertrauensver-

hältnis nachvollziehbar wird (ZK-StPO Lieber, Art. 134 N 19; BSK-StPO 

Ruckstuhl, Art. 134 N 8). 

Ein sachlicher Bezug zur Amtsführung des Kindervertreters muss auf jeden Fall 

gegeben sein. Äusserlichkeiten wie "die mächtige Statur" des Kindervertreters, 

welche die Kinder einschüchtere, wie der Beschwerdeführer ausführt (act. 38  

S. 2; vgl. auch act. 17 S. 5 Ziff. 12), oder eine persönliche Abneigung, wie 

D._____ geltend macht, die als Reaktion auf die Einschätzung im Anhörungspro-

tokoll, die Kinder hätten mit dem Kindervertreter als Person kein Problem (Prot. S. 

5), in ihrer schriftlichen Eingabe vom 7. September 2015 betont, der Kindervertre-

ter sei ihr als Person unsympathisch (act. 39/4), sind daher von vornherein unge-

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eignet, um einen Wechsel zu begründen. So etwas könnte zwar bei einer gewill-

kürten Vertretung durchaus ein Grund für einen Wechsel sein (Art. 404 OR). Mit 

einer Störung des Vertrauensverhältnisses hat das jedoch nichts zu tun und ist 

daher in diesem Zusammenhang irrelevant.  

3. Die Meinungen darüber, ob sich der Kindervertreter an den Wünschen und 

dem subjektiven Willen des Kindes oder am objektiven Kindeswohl zu orientieren 

habe, gehen in der Literatur auseinander.  

Die Botschaft zum Scheidungsrecht nennt Zweifel, ob Eltern im Scheidungspro-

zess in der Lage sind, die Interessen des Kindes sachgerecht wahrzunehmen und 

im wohlverstandenen Interesse des Kindes zu handeln, als Grund für die Einfüh-

rung des Instituts der Kindervertretung (Botschaft über die Änderung des Schwei-

zerischen Zivilgesetzbuches vom 15. November 1995, S. 147), was auf eine Aus-

richtung am objektiv verstandenen Kindeswohl hindeutet.  

Die Literatur betont jedoch die Bedeutung eines intakten Vertrauensverhältnisses 

zwischen Kindesvertreter und Kind, damit die Kindervertretung die ihr unter ande-

rem zugedachte Funktion einer Übersetzung und Begleitung im Verfahren wahr-

nehmen kann. Ein Vertrauensverhältnis kann nur entstehen, wenn der Wille des 

Kindes respektiert wird. Zudem wird darauf hingewiesen, dass es Aufgabe des 

Gerichts bzw. der entscheidenden Behörde ‒ und nicht des Kindervertreters ‒ ist, 

das Kindeswohl zu wahren. Die Kindervertretung ist nicht nur gegenüber den El-

tern, sondern auch gegenüber den Behörden unabhängig (ZK-ZPO Schweighau-

ser, Art. 300 N 3 ff.; BSK-ZPO Steck, Art. 300 N 10 ff.). 

Im Vordergrund steht nach diesem zutreffenden Verständnis die umfassende, 

sorgfältige und altersgerechte Abklärung der subjektiven Meinung des Kindes, die 

der Kindervertreter in geeigneter Form in das Verfahren einzubringen hat. Je älter 

‒ und damit mutmasslich auch urteilsfähiger ‒ das Kind ist, desto stärker sollte 

sich die Kindervertretung an seinen Instruktionen ausrichten (BSK-ZPO Steck, 

Art. 300 N 13; ZK-ZPO Schweighauser, Art. 300 N 8).  

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4. Die Vorsteherin der Abteilung 2 der KESB hatte in der Verfügung vom  

6. November 2014 eingeräumt, es sei nicht unumstritten, ob der Kindervertreter 

dem objektiven Kindeswohl oder, falls abweichend und soweit überhaupt unter-

scheidbar, dem subjektiven Kindeswillen verpflichtet sei. Der Kindesvertreter 

müsse eine subjektive Sicht des Kindes zwar auf jeden Fall in den Prozess tra-

gen, er solle dabei aber "auf Widersprüche oder Unsicherheiten, auf Verlässlich-

keiten oder auch etwa auf andere Sichtweisen bzw. kindeswohlorientierte Er-

kenntnisse" hinweisen. Nicht in jedem Fall habe er die Meinung des Kindes unre-

flektiert und gegen die eigene Überzeugung vorzubringen (act. 8/222 S. 2).  

Der Bezirksrat meinte dazu, wenn der erhebliche Verdacht bestehe, dass die Kin-

der vom Beschwerdeführer sehr stark beeinflusst würden, könne der Kindesver-

treter nicht ausschliesslich auf den gegen aussen geäusserten Willen der Kinder 

abstellen, sondern müsse er unter Einbezug sämtlicher Umstände eruieren, was 

im Wohl der Kinder liege und dies kund tun; die Kindervertretungen seien nicht 

zur Ausführung aller durch die unter Umständen urteilsunfähigen Kinder geäus-

serten Wünsche verpflichtet (act. 6 S. 14 f. E. 5.5). 

Den differenzierten Ausführungen der KESB kann uneingeschränkt zugestimmt 

werden. Sollte der Bezirksratspräsident im Konflikt zwischen Kindeswohl und Kin-

deswille einer primären Orientierung am Kindeswohl das Wort reden, könnten 

seine Ausführungen dagegen nicht vollumfänglich geteilt werden. Die Ausführung 

der Wünsche der Kinder, wie der Bezirksratspräsident ein wenig missverständlich 

schreibt, ist ohnehin nicht die Aufgabe des Kindervertreters, sondern er hat diese 

lediglich in geeigneter Form in das Verfahren einzubringen, damit die zuständige 

Behörde diesen Rechnung tragen kann. Soweit mit Wünschen die Vorstellungen 

der Kinder in Bezug auf sein Handeln als Vertreter gemeint sind, so hat er diesen 

grundsätzlich zu folgen, was aber nicht bedeutet, dass er allfällige Bedenken ver-

schweigen muss, sondern er soll diese den Kindern mitteilen und darf sie auch 

gegenüber den Behörden offen legen. 

Besteht der Verdacht, dass der Kinderwille von einem Elternteil manipuliert wird, 

was der Bezirksratspräsident in den Raum stellt, ist besonders wichtig, dass der 

Kindervertreter seine Unabhängigkeit wahrt, und zwar sowohl gegenüber dem 

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mutmasslich manipulierenden Elternteil als auch gegenüber der Behörde. Letzte-

res ist in solchen Fällen besonders wichtig, um zu verhindern, dass das Kind noch 

tiefer in die Arme dieses Elternteils getrieben wird. Eine funktionierende Kinder-

vertretung soll dem Kind eine neutrale Begleitung im Prozess bieten, was auch 

ein Schritt heraus aus der mit der Manipulation durch einen Elternteil verbunde-

nen Isolation ist. 

5. Der Kindervertreter hat die Kinder am 2. April 2014 (act. 3/16) und am  

4. September 2014 (act. 27) persönlich getroffen. Aktenkundig sind seine Einga-

ben vom 4. April 2014 an den Bezirksrat (act. 3/16) und vom 28. April 2015 an die 

KESB (act. 3/9), sein Schreiben vom 3. Juni 2015 an die Beiständin (act. 26/1) 

und sein Schreiben vom 3. August 2015 an die Kinder (act. 26/7). Ferner reichte 

der Beschwerdeführer Auszüge aus seinem Mailverkehr mit dem Kindervertreter 

ein (vgl. insbesondere act. 3/26 und act. 18/1-4). 

a) In seiner Eingabe an den Bezirksrat vom 4. April 2014 gibt der Kindervertre-

ter zunächst den Willen der Mädchen wieder, welche die Mutter im begleiteten 

Besuchstreff im H._____ treffen wollten. Die KESB hatte Treffen ausserhalb des 

H._____s angeordnet, die durch einen professionellen Besuchsbegleiter begleitet 

werden sollten. Der Kindervertreter unterstützt dieses Vorgehen in Abweichung 

von den Wünschen der Mädchen, was er damit begründet, dass mehrere Monate 

verstreichen würden, bis die Besuche im H._____ stattfinden könnten und dass 

sich ein derart langes Zuwarten nicht rechtfertige (act. 3/16 S. 9). Das wird ihm 

vom Beschwerdeführer als Missachtung des Willens der Kinder und Pflichtverlet-

zung angekreidet und bildet einen wesentlichen Grund für seinen Antrag auf Ab-

berufung des Kindervertreters (act. 2 S. 4 f. Ziff. 13 ff.; vgl. auch act. 18/1).  

Vor dem Hintergrund des (andauernden) Kontaktabbruchs ist vorrangig, dass 

Kontakte zwischen Mutter und Kindern überhaupt stattfinden. Ob diese Kontakte 

im H._____ oder woanders stattfinden und durch wen sie begleitet werden (dass 

eine Begleitung erforderlich ist, ist unstrittig), ist demgegenüber sekundär. Die 

Kinder äusserten damals noch nicht den Wunsch, die Mutter nicht zu sehen. Der 

Kindervertreter durfte davon ausgehen, dass eine rasche Wiederaufnahme der 

Treffen mit der Mutter auch im Sinn der Kinder war. Es handelt sich nicht um ei-

- 14 - 

nen Konflikt zwischen Kindeswohl und Kindeswille, sondern um einen Zielkonflikt. 

Wenn der Kindervertreter aus nachvollziehbaren Überlegungen der Auffassung 

war, dass eine Wiederaufnahme der Kontakte zur Mutter rascher zu erreichen 

war, wenn man nicht dem Willen der Kinder, sondern dem Entscheid der KESB 

folgte, ist das nicht zu beanstanden.  

b) In seiner Eingabe an die KESB vom 28. April 2015 sprach sich der Kinder-

vertreter nicht nur gegen die Anordnung eines kinderpsychiatrischen Gutachtens 

aus, sondern stellte auch offen den Sinn einer Stärkung der Mutter-Kind Bezie-

hung in Frage, da die Mutter aus ausländerrechtlichen Gründen die Schweiz in 

absehbarer Zeit verlassen müsse (act. 3/9). Mit Schreiben vom 3. Juni 2015 liess 

er die Beiständin wissen, die Gutachterin werde in der gegebenen Situation auf 

den Kinderwillen abstellen müssen (act. 26/1 S. 4).  

Damit stellt sich der Kindervertreter voll hinter die Kinder und gibt ihren Willen 

weiter, ohne ihn zu hinterfragen oder durch eine Gegenüberstellung mit dem Kin-

deswohl und die Bedeutung der Beziehung zur Mutter zu relativieren. Der Be-

schwerdeführer räumt denn auch gegenüber dem Kindervertreter anerkennend 

ein, dass er die Kinder damit ernst nehme (act. 18/1). Dafür, dass es sich dabei 

bloss um ein Manöver handle, um sich bei den Kindern beliebt zu machen, wie 

der Beschwerdeführer im vorliegenden Verfahren unter Berufung auf die Wahr-

nehmungs- und Urteilsfähigkeit seiner Kinder behauptet (act. 2 S. 14 Ziff. 46), gibt 

es keine Anhaltspunkte. Das wäre im Übrigen auch unerheblich, solange er den 

Willen der Kinder überzeugend vertritt. 

c) Zu den Aufgaben des Kindervertreters gehört die altersgerechte Aufklärung 

von urteilsfähigen Kindern über die Rechtslage und damit verbundene Risiken. 

Sollte der Kindervertreter D._____ darauf hingewiesen haben, dass nicht sie über 

die Muttertreffen entscheide (act. 17 S. 5 Ziff. 12), wäre das aus materieller Sicht 

nicht falsch. Gestützt auf Art. 273 ZGB haben nicht obhuts- und sorgeberechtigter 

Elternteil und Kind einen gegenseitigen Anspruch auf Kontakt, den das Kind un-

abhängig von seinem Alter und seiner Urteilsfähigkeit nicht einseitig aufkünden 

kann. Die Kindesschutzbehörde wird daher den Willen der Kinder, die Mutter nicht 

mehr zu sehen (vgl. act. 29), aller Voraussicht nach nicht einfach zur Kenntnis 

- 15 - 

nehmen, sondern versuchen, diesen Willen zu erforschen und darauf Einfluss  

zu nehmen, was die Anordnung einer Begutachtung mit sich bringen kann (vgl. 

act. 18/4). Sollte sich D._____ durch eine solche Mitteilung unter Druck gesetzt 

fühlen, dürfte das auf den Inhalt dieser Mitteilung zurückzuführen sein, der nicht 

dem entspricht, was sie zu hören wünscht, und ist nicht dem Kindervertreter anzu-

lasten.  

Das gleiche gilt für den Hinweis im Schreiben vom 3. August 2015, dass die 

KESB die Anordnung eines Gutachtens erneut prüfen würde, wenn die Mutter-

Kind-Treffen weiterhin nicht zustande kommen würden (act. 26/7), den der Be-

schwerdeführer (act. 25 S. 7 Ziff. 20) und die Kinder (act. 29) als Drohung inter-

pretieren. Damit verkennen sie den Unterschied zwischen einer Drohung und ei-

ner Warnung: Nicht der Kindervertreter, sondern die KESB entscheidet über die 

Anordnung eines Gutachtens, somit kann er auch nicht damit drohen, sondern nur 

davor warnen. Die Vorstellung, dass der Kindervertreter als Hilfsperson der KESB 

und damit als Behördenvertreter handle (act. 25 S. 1 Ziff. 1), entspricht nicht der 

Realität, sondern ist die verzerrte Wahrnehmung des Beschwerdeführers.  

d) Der Vorwurf, das Schreiben an die Kinder vom 3. August 2015 sei nicht al-

tersgerecht (act. 25 S. 4 Ziff. 10), entbehrt der Grundlage. Zwar ist einzuräumen, 

dass ein Gespräch die geeignetere Mitteilungsform wäre, um allfällige Missver-

ständnisse zu erkennen und sogleich zu klären. Doch der Kindervertreter bot den 

Kindern am Ende seines Schreibens ein Gespräch an (act. 26/7 S. 2). Die durch 

den Beschwerdeführer überlieferte Reaktion der einen Tochter, "das kann er sich 

aus dem Kopf wischen" (act. 25 S. 4 Ziff. 8), lässt nicht erahnen, dass die Kinder 

dieses Angebot ernsthaft in Betracht gezogen hätten.  

Dass der Kindervertreter trotz der ihm bekannten Ablehnung seiner Tätigkeit 

durch die Kinder nicht gänzlich auf eine Information verzichtete, sondern einen 

Brief schrieb, ist nicht zu beanstanden. Der Zeitpunkt seines Schreibens "mitten  

in den Ferien", was den Kindern die Ferien verdorben habe, wie moniert wird  

(act. 29; act. 25 S. 4 Ziff. 8), wurde nicht von ihm gewählt, sondern durch den 

Entscheid der KESB diktiert, der am 9. Juli 2015 gefällt worden war. Hätte er den 

Ablauf der Rechtsmittelfrist abgewartet, wie der Beschwerdeführer zu erwarten 

- 16 - 

scheint (act. 25 S. 4 Ziff. 11), hätte er den Vorwurf gewärtigen müssen, er habe 

verhindert, dass die Kinder etwas dagegen unternehmen könnten. 

Der Beschwerdeführer argumentiert widersprüchlich, wenn er dem Kindervertreter 

vorwirft, er übergehe den Wunsch der Kinder, nichts mehr mit ihm zu tun zu ha-

ben, um gleich darauf zu verlangen, er hätte die Kinder vor der Verfassung seiner 

Stellungnahme vom 3. Juni 2015 über ihren aktuellen Willen befragen müssen, da 

er sie seit dem 4. September 2014 nicht mehr gesehen habe (act. 25 S. 5 Ziff. 12 

f.). Indem er seine Stellungnahme verfasste, ohne die Kinder zu kontaktieren, 

respektierte er lediglich deren Wunsch, von ihm in Ruhe gelassen zu werden.  

Das ist auch die Ursache dafür, dass der Kindervertreter zur Wiederaufnahme  

der Treffen mit der Mutter Stellung nehmen musste, ohne die Kinder anzuhören 

(act. 25 S. 6 Ziff. 16). Immerhin konnte er sich dabei auf die Ausführungen des 

Beschwerdeführers in seiner Beschwerdeschrift im vorliegenden Verfahren bezie-

hen, wo der Beschwerdeführer ausdrücklich erklärte, dass sowohl beide Eltern als 

auch die Kinder der KESB einvernehmlich beantragten, dass die Besuche beglei-

tet sein müssten und im H._____ stattfinden könnten (act. 2 S. 8 Ziff. 27). Wie der 

Beschwerdeführer dazu kommt, die mit dieser, seiner eigenen Position in der Be-

schwerdeschrift übereinstimmende Darstellung des Kindervertreters, die Eltern 

hätten sich übereinstimmend dafür ausgesprochen, dass diese Treffen im 

H._____ stattfänden, und sie seien damit einverstanden, dass an diesen Treffen 

eine Begleitperson teilnehme (act. 26/7), als erfunden zu bezeichnen (act. 25 S. 5 

f. Ziff. 16), ist unerfindlich.  

6. Verschiedene Äusserungen des Beschwerdeführers und der Kinder, so etwa 

der Verdacht, wenn der Kindervertreter gegenüber der KESB ihre Position vertre-

te, handle es sich um ein blosses Manöver, um sich bei den Kindern beliebt zu 

machen (act. 2 S. 14 Ziff. 46), verraten ein grosses Misstrauen und deuten auf ein 

gestörtes Vertrauensverhältnis vorab des Beschwerdeführers zum Kindervertreter 

hin. Solange dafür, wie oben gezeigt, keine objektiven Gründe ersichtlich sind, 

handelt es sich dabei jedoch um ein blosses Vorurteil, das keinen Wechsel des 

Kindervertreters zu rechtfertigen vermag.  

- 17 - 

Es ist den Kindern genau gleich wie Erwachsenen in einer vergleichbaren Situa-

tion zuzumuten, dass sie sich von diesen Vorurteilen lösen und diese in der weite-

ren Zusammenarbeit mit dem Kindervertreter überwinden. Da sie den Kinderver-

treter bisher erst zwei Mal getroffen haben und seit dem letzten Treffen inzwi-

schen mehr als ein Jahr vergangen ist, ist davon auszugehen, dass sich diese 

Vorurteile noch nicht verfestigt haben und noch revidiert werden können.  

Als wichtigste erwachsene Bezugsperson hat der Beschwerdeführer eine zentrale 

Funktion, wenn es darum geht, die Kinder dazu anzuhalten und dabei zu unter-

stützen, ihre negativen Vorurteile gegenüber dem Kindervertreter zu überwinden. 

Sein Auftreten in diesem Verfahren weckt allerdings Zweifel daran, ob er dazu in 

der Lage ist. Ob der Beschwerdeführer die Kinder manipuliert und die treibende 

Kraft hinter ihrer Ablehnung des Kindervertreters ist oder ob er lediglich unreflek-

tiert die angeblich autonomen Bedenken und Sorgen der Kinder gegenüber den 

Behörden bündelt und verstärkt, kann hier offen bleiben. Mit seinem vehementen 

Einsatz liefert er jedenfalls ungewollt eine Bestätigung für den vom Kindervertreter 

gezogenen Befund einer fehlenden Bindungstoleranz (vgl. act. 3/9 S. 1), zwar 

nicht mit Bezug auf die Mutter, sondern auf den Kindervertreter, der ihn in der ei-

genen Familie in seiner beruflichen Domäne konkurrenziert.  

Die Schilderung der Kinder, der Beschwerdeführer komme "jeden Tag nach der 

Arbeit und dem Fall (mit der Mutter) sehr müde und aufgelöst nach Hause" und 

schlafe sogar "die halbe Nacht wegen diesen Sachen nicht" (act. 29), zeigt, dass 

es höchste Zeit ist, dass sich der Beschwerdeführer hier zurücknimmt und sich 

auf seine Rolle als alleinerziehender Vater konzentriert, die er nach dem Bekun-

den des Kindervertreters "in ausgeprägtem Masse" wahrnimmt (vgl. act. 3/9 S. 1), 

wovon etwa die bemerkenswerte schulische Integration der nicht hier geborenen 

Kinder zeugt (vgl. Prot. S. 5), damit diese nicht das Gefühl haben, sie müssten 

sich um ihn sorgen, was kein altersadäquates Verhältnis zwischen Eltern und 

Kindern darstellt. 

- 18 - 

IV. 

1. Der Beschwerdeführer beantragt die Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtspflege. Mit den im Verfahren betreffend Ausstand eingereichten Unterlagen 

(PQ150030 act. 3/33), die einen monatlichen Ausgabenüberschuss von rund  

CHF 1'350 ergeben, hat er seine Mittellosigkeit grundsätzlich genügend belegt. 

Der in diesem Verfahren gestellte Antrag auf ersatzlose Abberufung des Kinder-

vertreters war bei der vorliegenden Konstellation jedoch aussichtslos. Dass der 

Beschwerdeführer in der Auseinandersetzung mit der Mutter die Interessen seiner 

Kinder vertritt, kommt offensichtlich nicht in Frage. Das Gesuch des Beschwerde-

führers um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ist demnach abzuwei-

sen. 

2. Der Beschwerdeführer, der von Beruf Anwalt ist, möchte als sein eigener 

Rechtsbeistand bestellt werden (act. 2 S. 16 f. Ziff. 53). Dieser Antrag ist nicht nur 

wegen der Aussichtslosigkeit seines Begehrens abzuweisen, sondern auch, weil 

er nicht sich selber vertreten, sondern bloss in eigenem Namen auftreten kann 

und als Anwalt, der ohne Einarbeitung über die relevante Sachkenntnis verfügt, 

wie er selbst einräumt (act. 2 S. 16 Ziff. 53), keiner rechtskundigen Vertretung be-

darf. 

Derartige Eigenleistungen der Parteien sind im Rahmen der Entschädigungsfol-

gen nach Massgabe von Obsiegen und Unterliegen abzugelten (Art. 95 Abs. 3 

i.V.m. Art. 106 Abs. 1 ZPO). Dabei wäre in begründeten Fällen auch ein Ver-

dienstausfall zu berücksichtigen (vgl. act. 2 S. 17). Da der Beschwerdeführer mit 

seinen Anträgen unterliegt, kann er daraus jedoch nichts ableiten.  

3. Die Kosten für die Behandlung seines Antrags auf ersatzlose Abberufung 

des Kindervertreters sind ausgangsgemäss dem Beschwerdeführer zu auferle-

gen. Für die Anhörung der Kinder, welche durch die KESB durchzuführen gewe-

sen wäre, und die zusätzlich vorgenommene Prüfung, ob ein Wechsel des Kin-

dervertreters angezeigt sei, sind keine Kosten zu erheben. 

- 19 - 

Der Kindervertreter, der vom Beschwerdeführer zu Unrecht als Beschwerdegeg-

ner ins Recht gefasst wurde und im Verhältnis zu diesem obsiegt, beantragt keine 

Entschädigung, während sich die Mutter nicht am Verfahren beteiligte. Es sind 

demnach keine Parteientschädigungen zuzusprechen. 

Es wird beschlossen: 

1. Das Gesuch des Beschwerdeführers um Gewährung der unentgeltlichen 

Prozessführung wird abgewiesen. 

2. Mitteilung und Rechtsmittelbelehrung für diesen Beschluss erfolgen mit dem 

nachfolgenden Erkenntnis. 

Es wird erkannt: 

1. Die Beschwerde betreffend Kindervertretung wird abgewiesen.  

2. Die Kosten des zweitinstanzlichen Beschwerdeverfahrens werden auf  

Fr. 1'000.– festgesetzt und dem Beschwerdeführer auferlegt. 

3. Parteientschädigungen werden nicht zugesprochen. 

4. Schriftliche Mitteilung an den Beschwerdeführer und an die Verfahrensbetei-

ligten (je unter Beilage von act. 40, an die Verfahrensbeteiligten zusätzlich je 

unter Beilage eines Doppels von act. 38 und act. 39/4), an die Kindes- und 

Erwachsenenschutzbehörde der Stadt Zürich, die Direktion der Justiz und 

des Innern (Gemeindeamt des Kantons Zürich) sowie – unter Rücksendung 

der eingereichten Akten– an den Bezirksrat Zürich, je gegen Empfangs-

schein. 

5. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 

30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

- 20 - 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). 

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG.  
Es handelt sich um eine nicht vermögensrechtliche Angelegenheit. 
Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 

 
 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Zivilkammer 

 
Der Gerichtsschreiber: 

 
 
 

lic. iur. M. Hinden 
 
 
versandt am: 

	Beschluss und Urteil vom 5. Oktober 2015
	Erwägungen:
	I.
	II.
	III.
	IV.

	Es wird beschlossen:
	Es wird erkannt:
	1. Die Beschwerde betreffend Kindervertretung wird abgewiesen.
	2. Die Kosten des zweitinstanzlichen Beschwerdeverfahrens werden auf  Fr. 1'000.– festgesetzt und dem Beschwerdeführer auferlegt.
	3. Parteientschädigungen werden nicht zugesprochen.
	4. Schriftliche Mitteilung an den Beschwerdeführer und an die Verfahrensbeteiligten (je unter Beilage von act. 40, an die Verfahrensbeteiligten zusätzlich je unter Beilage eines Doppels von act. 38 und act. 39/4), an die Kindes- und Erwachsenenschutzb...
	5. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...