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**Case Identifier:** eb116798-881c-59ba-9d5f-7dd98f49606c
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-05-11
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 11.05.2017 200 2016 845
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2016-845_2017-05-11.pdf

## Full Text

200 16 845 UV
SCJ/REL/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 11. Mai 2017

Verwaltungsrichter Scheidegger, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Loosli, Verwaltungsrichter Kölliker
Gerichtsschreiberin Renz

A.________
vertreten durch B.________ AG
Beschwerdeführerin

gegen

Visana Versicherungen AG
Weltpoststrasse 19, Postfach 253, 3000 Bern 15
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 15. Juli 2016 (14.029825)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Mai 2017, UV/16/845, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1955 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
war über ihren Arbeitgeber bei der Visana Versicherungen AG (Visana 
bzw. Beschwerdeführerin) obligatorisch gegen die Folgen von Berufs- und 
Nichtberufsunfällen versichert. Mit Schadenmeldung UVG vom 31. Mai 
2016 teilte sie der Visana mit, dass sie am 4. Januar 2014 beim Hinaustra-
gen des Weihnachtsbaums auf dem nassen Balkon-Fussboden ausge-
rutscht sei, wobei der Baum in der Balkontüre stecken geblieben sei und 
sie durch den abrupten Stopp kurz die rechte Schulter luxiert habe (Akten 
der Visana [AB] 1 - 2). Anlässlich der Erstkonsultation vom 20. Januar 2014 
wurde anamnestisch der Befund einer Subluxation der Schulter rechts mit 
Impingement-Symptomatik festgehalten (AB 4). Gestützt auf die Beurtei-
lung ihres beratenden Arztes vom 10. Juni 2016 (AB 7 - 8) teilte die Visana 
der Versicherten zunächst formlos (AB 10) und danach auch mit Verfügung 
vom 17. Juni 2016 (AB 13 - 15) mit, dass sie für die Schulterbeschwerden 
im Zusammenhang mit dem Ereignis vom 4. Januar 2014 über den 4. April 
2014 hinaus keine Versicherungsleistungen erbringen werde. Die dagegen 
von der Versicherten erhobene Einsprache (AB 17) wies die Visana – 
nachdem weitere Berichte des behandelnden Arztes eingegangen waren – 
mit Entscheid vom 15. Juli 2016 (act. II 50) ab. In der Begründung hielt sie 
fest, dass es lediglich möglich, nicht aber überwiegend wahrscheinlich sei, 
dass die im April 2016 geltend gemachten Beschwerden auf das Ereignis 
vom 4. Januar 2014 zurückzuführen seien.

B.

Gegen diesen Entscheid erhob die Versicherte – vertreten durch die 
B.________ AG, Dr. iur. C.________ – am 14. September 2016 Beschwer-
de beim Verwaltungsgericht des Kantons Bern. Sie beantragt die Ausrich-
tung der gesetzlichen Leistungen aus der obligatorischen Unfallversiche-
rung.

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Mit Beschwerdeantwort vom 16. Dezember 2016 beantragt die Beschwer-
degegnerin die Abweisung der Beschwerde. 

Mit Stellungnahme vom 10. Januar 2017 bzw. Duplik vom 9. Februar 2017 
halten beide Parteien an ihren Rechtsbegehren und vorgebrachten Stand-
punkten fest. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 
kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

1.2 Angefochten ist der Einspracheentscheid vom 15. Juli 2016 (AB 26 -
31), mit welchem die Verfügung vom 17. Juni 2016 (AB 13 - 15) bestätigt 
wurde. Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf die gesetzlichen Unfall-
versicherungsleistungen im Zusammenhang mit dem Ereignis vom 4. Ja-
nuar 2014.

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1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversi-
cherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines 
Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 des 
Bundesgesetzes vom 20. März 1981 über die Unfallversicherung [UVG; 
SR 832.20]). Der Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversi-
cherung setzt nebst anderem einen natürlichen und adäquaten Kausalzu-
sammenhang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden vor-
aus (BGE 129 V 177 E. 3.1 und 3.2 S. 181; SVR 2012 UV Nr. 2 S. 6 
E. 3.1).

2.2 Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind 
alle Umstände, ohne die der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder 
nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht als zur gleichen Zeit eingetreten 
gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Beja-
hung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein 
Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen 
ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Be-
dingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person 
beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden 
kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele 
("conditio sine qua non"; BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181, 119 V 335 E. 1 
S. 337; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1).

Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen 
Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, 
worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen 
der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungs-

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recht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu be-
finden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhanges genügt für die 
Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1 
S. 181; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1).

2.3 Bei einem Rückfall handelt es sich um das Wiederaufflackern einer 
vermeintlich geheilten Krankheit, so dass es zu ärztlicher Behandlung, 
möglicherweise sogar zu (weiterer) Arbeitsunfähigkeit kommt. Von Spätfol-
gen spricht man, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im Verlaufe längerer 
Zeit organische oder psychische Veränderungen bewirkt, die zu einem völ-
lig anders gearteten Krankheitsbild führen können (BGE 118 V 293 E. 2c 
S. 296; SVR 2016 UV Nr. 15 S. 47 E. 3.2 und Nr. 18 S. 56 E. 2.1.2).

Liegt ein Rückfall oder eine Spätfolge vor, so besteht eine Leistungspflicht 
des Unfallversicherers nur dann, wenn zwischen den erneut geltend ge-
machten Beschwerden und der seinerzeit beim versicherten Unfall erlitte-
nen Gesundheitsschädigung ein natürlicher und adäquater Kausalzusam-
menhang besteht. Dabei kann der Unfallversicherer nicht auf der Anerken-
nung des Kausalzusammenhangs beim Grundfall oder einem früheren 
Rückfall behaftet werden (BGE 118 V 293 E. 2c S. 296; RKUV 1994 U 206 
S. 327 E. 2 und S. 328 E. 3b; SVR 2016 UV Nr. 15 S. 47 E. 3.2 und Nr. 18 
S. 56 E. 2.1.2). Bei Rückfällen und Spätfolgen obliegt es der versicherten 
Person, das Vorliegen eines natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen 
dem neuen Beschwerdebild und dem Unfall mit dem im Sozialversiche-
rungsrecht geltenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 
nachzuweisen. Je grösser der zeitliche Abstand zwischen dem Unfall und 
dem Auftreten der gesundheitlichen Beeinträchtigung ist, desto strengere 
Anforderungen sind an den Wahrscheinlichkeitsbeweis des natürlichen 
Kausalzusammenhangs zu stellen. Bei Beweislosigkeit fällt der Entscheid 
zu Lasten der versicherten Person aus (SVR 2016 UV Nr. 18 S. 57 
E. 2.2.2).

3.

3.1 Zunächst erstellt und im Übrigen unbestritten ist, dass das Ereignis 
vom 4. Januar 2014 einen Unfall im Sinne von Art. 4 ATSG darstellt: Die 

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Beschwerdeführerin luxierte sich die rechte Schulter, als sie beim Hinaus-
tragen des Weihnachtsbaums auf dem nassen Holzboden des Balkons 
ausrutschte und in ihrer Bewegung abrupt gestoppt wurde, weil der Baum 
in der Balkontür hängen geblieben war (AB 2). Es kann deshalb offen blei-
ben, ob die Beschwerdeführerin in ihrer Einsprache vom 20. Juni 2016 
(AB 17) tatsächlich eine „Korrektur des Sachverhalts“ vorgenommen hat, 
wenn sie dort erstmals ausführte, dass es rund 30 Minuten nach der ange-
gebenen Luxation zu einer zweiten Luxation gekommen sei (vgl. Aus-
führungen der Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort, S. 5 Ziff. 5).

Weiter wird von der Beschwerdeführerin zu Recht anerkannt, dass die am 
31. Mai 2016 gemeldeten Beschwerden (AB 1 - 2) als Rückfall einzustufen 
sind (vgl. E. 2.3 vorstehend). So ist bei dem von der Beschwerdeführerin 
dargestellten Hergang am 4. Januar 2014 von einem harmlosen Unfall 
auszugehen, nach welchem sich die Schulter selbstständig wieder repo-
niert hat (Beschwerde vom 14. September 2016, S. 2 Ziff. II) und keine 
Arbeitsunfähigkeit begründet wurde. Der Unfall wurde der Beschwerdegeg-
nerin in diesem Zeitpunkt denn auch nicht gemeldet, so dass ein förmlicher 
Abschluss des Grundfalls gar nicht erst erfolgen konnte und musste. Zu-
dem bestand eine Behandlungsbedürftigkeit bis zur Erstkonsultation im 
Juni 2016 (AB 4) offenbar nicht, die Beschwerden haben sich im Verlauf 
von ein paar Wochen zurückgebildet und sind während annähernd zwei 
Jahren nicht wieder aufgetreten. Brückensymptome werden für diese Zeit 
ebenfalls nicht geltend gemacht. Die der Beschwerdegegnerin im Mai 2016 
(AB 1 - 2) gemeldeten Beschwerden sind somit ohne weiteres als Rückfall 
zum Unfall vom 4. Januar 2014 zu beurteilen. Eine Leistungsfähigkeit der 
Beschwerdegegnerin setzt damit voraus, dass ein natürlicher Kausalzu-
sammenhang zwischen dem Ereignis vom 4. Januar 2014 und den am 
31. Mai 2016 gemeldeten Beschwerden (vgl. AB 1 - 2) überwiegend wahr-
scheinlich erstellt ist. Die blosse Möglichkeit eines Kausalzusammenhangs 
genügt nicht (vgl. E. 2.2 hiervor).

3.2 Den Akten ist in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen das Fol-
gende zu entnehmen:

3.2.1 Im Bericht zur Schulter-Magnetresonanztomographie (MRT) rechts 
vom 22. April 2016 (AB 5 - 6) führte Dr. med. D.________, Facharzt für 

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Radiologie, aus, dass geringe Zeichen eines subacromialen Impingements 
bei lateral abfallendem Typ I Acromion mit leichter Kapselhypertrophie des 
AC-Gelenks sowie beginnender subacromialer Spornbildung des lateralen 
Claviculaendes sowie eine geringe Bursitis subacromialis/subdeltoidea 
vorlägen (S. 2). Zudem zeige sich eine Tendinitis der peripheren Sehnen-
anteile des Musculus supraspinatus sowie eine intratendinöse Partialruptur 
des gemeinsamen, sich überkreuzenden Sehnenansatzes des Musculus 
supraspinatus und infraspinatus. Darüber hinaus fänden sich eine unauffäl-
lige Rotatorenmanschette, keine Atrophie oder fettige Degeneration der 
Muskulatur, jedoch ein Verdacht auf SLAP-Läsion des Labrum glenoidale 
mit Ausbildung einer Zyste/Ganglion. Es gebe keinen Nachweis einer 
Knorpelläsion und die Bicepssehne, der Bicepssehnenanker, die glenohu-
meralen Ligamente und der Pulley-Komplex seien intakt, der Gelenkskör-
per frei.

3.2.2 Im Arztzeugnis UVG vom 8. Juni 2016 (AB 4) hielt Dr. med. 
E.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, fest, dass er „damals 
anamnestisch“ eine Subluxation der Schulter rechts mit Impingement-
Symptomatik (leicht-mittel) festgestellt habe (Ziff. 4).

3.2.3 Der beratende Arzt der Beschwerdegegnerin, Dr. med. F.________, 
Facharzt für Chirurgie, führte in seinem Bericht vom 10. Juni 2016 (AB 7 -
 8) aus, dass es beim Ereignis vom 4. Januar 2014 mit überwiegender 
Wahrscheinlichkeit zu einer vorübergehenden Schmerzauslösung im Be-
reich der rechten Schulter gekommen sei, die aber nach zwei bis drei Wo-
chen wieder verschwunden sei. Erst seit einem halben Jahr sei es zu er-
neuten Schmerzen gekommen (Ziff. 1). Das Unfallereignis habe zu einer 
Verschlimmerung der altersentsprechenden degenerativen Veränderungen 
im Bereich der rechten Schulter geführt, welche aus einer beginnenden 
Arthrose des AC-Gelenks mit subacromialer Tendinitis der peripheren Su-
praspinatus- und Infraspinatussehne beständen (Ziff. 2 lit. a). Eine eindeu-
tige SLAP-Läsion sei nicht nachgewiesen. Mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit handle es sich bei den aktuell geklagten Beschwerden um eine vor-
übergehende Verschlimmerung dieses Vorzustandes (lit. b). Die heutigen 
Beschwerden seien deshalb mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht 
mehr auf das Ereignis vom 4. Januar 2014, sondern auf die erwähnten al-

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tersentsprechenden, degenerativen Veränderungen zurückzuführen 
(Ziff. 3). Der Status quo sine sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 
spätestens drei Monate nach dem Ereignis erreicht gewesen (Ziff. 4).

3.2.4 Dr. med. G.________, Facharzt für Chirurgie, diagnostizierte in sei-
nem Operationsbericht vom 28. Juni 2016 (AB 19 - 20) einen Status nach 
traumatischer Schulterluxation rechts mit ausgedehnter Bankläsion, eine 
Hill-Sachs-Läsion, eine Instabilität der langen Bicepssehne mit Verletzung 
der Bicepssehne am Übergang in den Bicepssehnenanker am Limbus 
rechts. Die Beschwerdeführerin habe vor zwei Jahren ein Schultertrauma 
erlitten, indem sie gestürzt sei und es ihr wegen eines beim Hinaustragen 
im Türrahmen steckengebliebenen Weihnachtsbaumes die Schulter weg-
gerissen habe. Dabei habe sie sich eine traumatische Luxation der rechten 
Schulter zugezogen, welche sich in der Folge reponiert habe. Kurz darauf 
habe sich eine zweite Luxation durch eine ungeschickte Bewegung ereig-
net. Vorgängig hätten keinerlei Schulter- und auch keine Instabilitätspro-
bleme bestanden. Dr. med. G.________ führte eine Arthroskopie der rech-
ten Schulter und eine arthroskopische Limbusrefixation mit Mitekanker und 
Panalokanker sowie eine arthroskopische Bicepstenotomie und eine 
Schlüssellochtenodese der langen Bicepssehne intertubercularis rechts 
durch (S. 2).

3.2.5 Im mit „Wiedererwägung Entscheid“ betitelten Bericht vom 28. Juni 
2016 (AB 23 - 24) hielt Dr. med. G.________ fest, dass dem beigelegten 
Operationsbericht vom selben Tag (AB 19 - 20) unwiderlegbare Beweise 
dafür entnommen werden könnten, dass es sich um eine traumatische 
Schulterluxation und posttraumatische Instabilität handle. Eine breite Ab-
rissverletzung des Limbus glenoidalis im Sinne einer Bankart-Läsion zu-
sammen mit einer Hill-Sachs-Läsion seien untrügliche Folgen der traumati-
schen Schulterluxation. Dazu komme, dass eine stattgefundene Schulterlu-
xation häufig nicht primär operiert werden müsse oder solle, da viele Luxa-
tionspatienten trotz inliegender Strukturverletzung ein gutes muskuläres 
Gleichgewicht hätten, so dass eine Operation oft nicht notwendig sei. Wenn 
jemand eine traumatische Schulterluxation erlitten habe, bleibe eine Insta-
bilität bestehen, die Limbus-Abrissverletzung und die Hill-Sachs-Stelle 
könnten nicht spontan abheilen. Auch wenn eine solche Instabilität erst 

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nach Jahren operiert werden müsse, so sei sie immer noch Folge des Un-
falls und der Instabilität und nicht degenerativ. Angesichts der Fakten sei 
klar, dass die Befunde als Unfallfolgen anerkannt werden müssten (S. 2).

3.3 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; SVR 2015 IV Nr. 28 S. 86 E. 4.1).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt Beweis-
wert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet 
sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverläs-
sigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in einem An-
stellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf 
mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen (BGE 125 V 351 
E. 3b ee S. 354). Soll allerdings ein Versicherungsfall ohne Einholung eines 
externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung 
strenge Anforderungen zu stellen. Insbesondere sind die von der versicher-
ten Person aufgelegten Berichte der behandelnden Ärztinnen und Ärzte 
mitzuberücksichtigen. Wird die Schlüssigkeit der Feststellungen der versi-

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cherungsinternen Fachpersonen durch einen nachvollziehbaren Bericht 
eines behandelnden Arztes in Zweifel gezogen, so genügt der pauschale 
Hinweis auf dessen auftragsrechtliche Stellung (BGE 125 V 351 E. 3a cc 
S. 353) nicht, um solche Zweifel auszuräumen. Vielmehr wird das Gericht 
entweder ein Gerichtsgutachten anzuordnen oder die Sache an den Versi-
cherungsträger zurückzuweisen haben, damit dieser im Verfahren nach Art. 
44 ATSG eine Begutachtung veranlasst (BGE 142 V 58 E. 5.1 S. 65, 135 V 
465 E. 4.4 - 4.6 S. 469).

3.4 Die Beschwerdegegnerin hat sich im hier angefochtenen Einspra-
cheentscheid vom 15. Juli 2016 (AB 26 - 31) in medizinischer Hinsicht auf 
die Aktenbeurteilung ihres beratenden Arztes Dr. med. F.________ vom 
10. Juni 2016 (AB 7 - 8) gestützt. Nach der Praxis sind Aktengutachten 
nicht zu beanstanden, wenn die Akten ein vollständiges Bild über Anamne-
se, Verlauf und gegenwärtigen Status ergeben und diese Daten unbestrit-
ten sind. Der Untersuchungsbefund muss lückenlos vorliegen und der Ex-
perte muss sich aufgrund vorhandener Unterlagen ein gesamthaft lücken-
loses Bild machen können (RKUV 2006 U 578 S. 175 E. 3.4, 1988 U 56 
S. 371 E. 5b). Dr. med. F.________ hat die Beschwerdeführerin nicht un-
tersucht und seine Beurteilung allein gestützt auf den Bericht zur Schulter-
MRT vom 22. April 2016 (AB 5 - 6) verfasst. Dabei ist er von altersentspre-
chenden degenerativen Veränderungen ausgegangen. Eine SLAP-Läsion 
hat er als nicht nachgewiesen erachtet, obwohl im MRT-Bericht ein Ver-
dacht auf SLAP-Läsion des Labrum glenoidale festgehalten worden war. 
Dr. med. F.________ hatte im Zeitpunkt seiner Beurteilung jedoch weder 
Kenntnis vom Operationsbericht vom 28. Juni 2016 (AB 19 - 20) noch von 
der Stellungnahme von Dr. med. G.________ vom selben Tag (AB 23 -
 24). Dies fällt deshalb entscheidend ins Gewicht, weil der operierende 
Dr. med. G.________ gestützt auf den intraoperativen Befund die Diagnose 
eines Status nach traumatischer Schulterluxation rechts mit ausgedehnter 
Bankart-Läsion und Hill-Sachs-Läsion stellt. Dieser Widerspruch lässt sich 
nicht auflösen. Vielmehr lässt er Zweifel an der Schlüssigkeit der 
Beurteilung von Dr. med. F.________ aufkommen, wonach vor allem 
altersentsprechende degenerative Veränderungen vorliegen würden. Be-
stehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit 
der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, sind rechtspre-

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chungsgemäss ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 139 V 225 
E. 5.2 S. 229). Dies hat vorliegend umso mehr zu gelten, als Dr. med. 
F.________ nicht alle relevanten medizinischen Unterlagen zur Verfügung 
gestanden haben, denn entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin 
(Replik vom 10. Januar 2017, S. 4 ad. Art. 9) vermag der Operationsbericht 
vom 28. Juni 2016 (AB 19 - 20) durchaus zu neuen Erkenntnissen zu 
führen. Auf den Bericht des beratenden Arztes Dr. med. F.________ vom 
10. Juni 2016 (AB 7 - 8) kann deshalb nicht abgestellt werden. 

3.5 Es kann aber auch nicht ohne weiteres auf die Beurteilung des ope-
rierenden Arztes Dr. med. G.________ vom 28. Juni 2016 (AB 19 - 20) 
abgestellt werden. Hierbei ist nämlich der Erfahrungstatsache Rechnung zu 
tragen, dass neben Hausärzten auch behandelnde Spezialärzte mitunter im 
Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen 
eher zugunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b cc S. 353; 
SVR 2015 IV Nr. 26 S. 80 E. 5.3.3.3; Entscheid des EVG vom 20. März 
2006, I 655/05, E. 5.4), was vorliegend angesichts der eher polemischen 
Äusserungen von Dr. med. G.________ in seiner Stellungnahme vom 
28. Juni 2016 (AB 21 - 22) nicht von der Hand zu weisen ist. Zudem ist 
nicht ohne Weiteres erklärbar, weshalb das Unfallereignis vom 4. Januar 
2014 erst mehr als zwei Jahre später zu einer Operation geführt haben soll, 
zumal keine Brückensymptomatik nachgewiesen ist (vgl. E. 3.1 vorste-
hend). Schliesslich kann aufgrund der vorliegenden Akten auch das Ver-
hältnis zwischen traumatischen und degenerativ bedingten Veränderungen 
nicht abschliessend beurteilt werden und es bestehen Unsicherheiten be-
züglich der von der Beschwerdeführerin und Dr. med. G.________ ange-
gebenen zweiten Luxation der rechten Schulter.

3.6 Angesichts dieser Unklarheiten ist die Streitsache an die Beschwer-
degegnerin zurückzuweisen, damit diese einen Bericht eines versiche-
rungsexternen Spezialarztes einhole, welcher – nach Klärung des Unfall-
geschehens am 4. Januar 2014 insbesondere hinsichtlich der nachträglich 
geltend gemachten zweiten Luxation – Auskunft darüber gibt, ob und inwie-
fern die geltend gemachten Beschwerden – sowie die daraus folgenden 
Behandlungen – natürlich kausal auf den Unfall vom 4. Januar 2014 
zurückzuführen sind (vgl. E. 3.3 vorstehend).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Mai 2017, UV/16/845, Seite 12

4.

Nach dem Dargelegten ist in Gutheissung der Beschwerde der Einspra-
cheentscheid vom 23. September 2014 (act. IIA 73) aufzuheben. Die Sa-
che ist an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen zum weiteren Vorge-
hen im Sinne der Erwägungen und anschliessendem Erlass einer neuen 
Verfügung. 

5.

5.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. a ATSG 
sind keine Verfahrenskosten zu erheben. 

5.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG). Nach der Rechtsprechung gilt 
es unter dem Gesichtspunkt des (bundesrechtlichen) Anspruchs auf eine 
Parteientschädigung im Streit um eine Sozialversicherungsleistung bereits 
als Obsiegen, wenn die versicherte Person ihre Rechtsstellung im Ver-
gleich zu derjenigen nach Abschluss des Administrativverfahrens insoweit 
verbessert, als sie die Aufhebung einer ablehnenden Verfügung und die 
Rückweisung der Sache an die Verwaltung zu ergänzender Abklärung und 
neuer Beurteilung erreicht (BGE 137 V 57 E. 2.1 S. 61).

In der Kostennote vom 10. Januar 2017 hat Dr. iur. C.________ von der 
B.________ AG einen zeitlichen Aufwand von 13.25 Stunden à Fr. 180.– 
und damit ein Honorar von Fr. 2'385.– geltend gemacht. Dies ist nicht zu 
beanstanden. Der Parteikostenersatz wird somit auf Fr. 2'385.– festgesetzt. 
Diesen Betrag hat die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin zu 
ersetzen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Mai 2017, UV/16/845, Seite 13

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird der angefochtene Einspra-
cheentscheid der Visana vom 15. Juli 2016 aufgehoben und die Sache 
wird an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie nach Vor-
nahme der Abklärungen im Sinne der Erwägungen neu verfüge.

2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 2'385.–, zu ersetzen.

4. Zu eröffnen (R):
- B.________ AG z.H. der Beschwerdeführerin
- Visana Versicherungen AG
- Bundesamt für Gesundheit 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.