# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d4d0b750-c5ee-5c12-9b9c-529a730758cc
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-02-08
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 08.02.2024 SB220062
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB220062_2024-02-08.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: SB220062-O/U/cwo

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. S. Volken, Präsident, Ersatzoberrichter lic. iur. 

A. Kessler und Ersatzoberrichterin lic. iur. S. Nabholz sowie 

Gerichtsschreiberin MLaw A. Sieber

Urteil vom 8. Februar 2024

in Sachen

Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich, 
vertreten durch Staatsanwältin Dr. iur. I. Meier, 

Anklägerin und I. Berufungsklägerin (Rückzug)

sowie

A._____, 
Privatkläger und II. Berufungskläger

unentgeltlich vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____

gegen

B._____, 
Beschuldigter und Berufungsbeklagter

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____

betreffend Raufhandel 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Dielsdorf, I. Abteilung, 
vom 13. Juli 2021 (GG210023)

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Anklage:

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 25. Juni 2021 

(Urk. 41) ist diesem Urteil beigeheftet.

Urteil der Vorinstanz:
(Urk. 68 S. 35 f.)

"Es wird erkannt:         

1. Der Beschuldigte B._____ wird vom Vorwurf des Raufhandels im Sinne von Art. 133 

Abs. 1 StGB freigesprochen.

2. Das Genugtuungsbegehren des Privatklägers wird abgewiesen.

3. Das Genugtuungsbegehren des Beschuldigten wird abgewiesen.

4. Die Entscheidgebühr und die Gebühr für das Vorverfahren fallen ausser Ansatz; die 

übrigen Kosten werden auf die Gerichtskasse genommen.

5. Dem Beschuldigten wird aus der Gerichtskasse eine Entschädigung für die erbetene 

Verteidigung in Höhe von Fr. 8'138.– zugesprochen.

6. Die Entschädigung von Rechtsanwalt lic. iur. Z._____ für die amtliche Verteidigung 

des Beschuldigten wird auf Fr. 8'167.55 (Fr. 7'282.– Aufwand, Fr. 301.60 Baraus-

lagen und Fr. 583.95 Mehrwertsteuer) festgesetzt.

7. (Mitteilung)

8. (Rechtsmittel)"

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Berufungsanträge:

a) Des unentgeltlichen Rechtsvertreters des Privatklägers A._____:

(Urk. 72 S. 2)

"1. Es sei Ziffer 1 des Urteils des Bezirksgerichts Dielsdorf (GG210023-D) 

vom 13. Juli 2021 aufzuheben und es sei der Beschuldigte und Beru-

fungsbeklagte B._____ des Angriffs im Sinne von Art. 134 StGB, even-

tualiter des Raufhandels nach Art. 133 StGB sowie wegen einfacher 

Körperverletzung nach Art. 123 Ziff. 1 StGB schuldig zu sprechen und 

angemessen zu bestrafen;

2. Subeventualiter sei der Berufungsbeklagte B._____ wegen Tätlichkeiten 

nach Art. 126 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen und angemessen zu 

bestrafen;

3. Es sei Ziffer 2 des Urteils des Bezirksgerichts Dielsdorf (GG210023-D) 

vom 13. Juli 2021 aufzuheben und es sei der Beschuldigte und 

Berufungsbeklagte B._____ unter solidarischer Haftung der Beschuldig-

ten C._____ sowie D._____ zur Bezahlung einer Genugtuung von 

CHF 3'000.– an den Privatkläger und Berufungskläger A._____ zu ver-

pflichten;

unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zzgl. MWSt)."

b) Der Verteidigung des Beschuldigten B._____:

(Prot. II S. 18 f.; sinngemäss)

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.

c) Der Staatsanwaltschaft:

(Urk. 61 und Urk. 69; schriftlich)

Rückzug der Anschlussberufung und Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils

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Erwägungen:

I. Verfahrensgang

1. Zum Prozessverlauf bis zum erstinstanzlichen Urteil kann auf die Ausführun-

gen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 68 S. 4). Das erstinstanzliche Ver-

fahren gegen den Beschuldigten A._____ wegen versuchter vorsätzlicher Tötung 

und Raufhandel wurde unter der Geschäftsnummer DG200021-D und die Verfah-

ren gegen die Beschuldigten B._____, D._____ und C._____ unter den Geschäfts-

nummern GG210023-D (B._____), GG210024-D (D._____) und GG210025-D 

(C._____) geführt. A._____ nahm in den Verfahren gegen B._____, D._____ und 

C._____ betreffend Raufhandel jeweils als Privatkläger teil, während D._____ und 

B._____ im Verfahren gegen A._____ als Privatkläger auftraten. Gestützt auf Art. 

29 Abs. 1 StPO wurden alle Verfahren vor der Vorinstanz gemeinsam beurteilt 

(Urk. 68 S. 4). Mit Urteilen vom 13. Juli 2021 wurden alle Beteiligten vom Vorwurf 

des Raufhandels freigesprochen. A._____ wurde wegen versuchtem Totschlag 

schuldig gesprochen und mit einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und zehn Mona-

ten bestraft.

2. Die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich (nachfolgend: Staatsanwalt-

schaft) sowie der Privatkläger A._____ (nachfolgend: Privatkläger oder A._____) 

meldeten jeweils fristgerecht Berufung gegen die freisprechenden Urteile vom 

13. Juli 2021 in den Verfahren gegen B._____ (nachfolgend: Beschuldigter oder 

B._____), C._____ (nachfolgend: C._____) und D._____ (nachfolgend: D._____) 

betreffend Raufhandel an (Urk. 61 und Urk. 62), welches den Parteien gleichentags 

mündlich und schriftlich im Urteilsdispositiv eröffnet worden war (Prot. I S. 34 ff. und 

Urk. 60). Das begründete Urteil (Urk. 66 = Urk. 68) wurde der Staatsanwaltschaft 

sowie der Verteidigung am 13. Januar 2022 und dem Rechtsvertreter des Privat-

klägers A._____ am 20. Januar 2022 zugestellt (Urk. 67/1-3). In der Folge erklärte 

die Staatsanwaltschaft mit Eingabe vom 27. Januar 2022 (Poststempel) den Rück-

zug ihrer Berufung (Urk. 69). Der Privatkläger A._____ reichte am 8. Februar 2022 

(Poststempel) fristgerecht seine Berufungserklärung ein (Urk. 72).

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3. Mit Präsidialverfügung vom 16. Februar 2022 wurde im vorliegenden Verfah-

ren dem Beschuldigten sowie dem Privatkläger A._____ der Rückzug der Berufung 

der Staatsanwaltschaft mitgeteilt sowie dem Beschuldigten und der Staatsanwalt-

schaft eine Kopie der Berufungserklärung des Privatklägers A._____ zugestellt und 

Frist angesetzt, um Anschlussberufung zu erheben oder ein Nichteintreten auf die 

Berufung zu beantragen. Gleichzeitig wurde dem Beschuldigten und der Staatsan-

waltschaft Frist angesetzt, um zum Antrag des Privatklägers A._____ auf Bewilli-

gung der unentgeltlichen Rechtspflege und Rechtsverbeiständung Stellung zu neh-

men (Urk. 74). Die Staatsanwaltschaft verzichtete mit ihrer Eingabe vom 22. Fe-

bruar 2022 (Poststempel) auf eine Anschlussberufung (Urk. 76) und beantragte im 

Übrigen ebenfalls mit Eingabe vom 22. Februar 2022 (Poststempel) die Abweisung 

des Gesuchs des Privatklägers A._____ auf Bewilligung der unentgeltlichen 

Rechtspflege und Rechtsverbeiständung (Urk. 77). In der Folge wurde mit 

Präsidialverfügung vom 17. März 2022 dem Privatkläger A._____ die unentgeltliche 

Rechtspflege gewährt und in der Person von Rechtsanwalt lic. iur. X._____ ein un-

entgeltlicher Rechtsbeistand bestellt (Urk. 78).

4. Am 17. November 2022 wurden die Parteien des vorliegenden Verfahrens 

sowie die Parteien der Berufungsverfahren in Sachen A._____ (SB220061-O), 

D._____ (SB220058-O) und C._____ (SB220060-O) zur gemeinsamen Berufungs-

verhandlung auf den 6. und 7. März 2023 vorgeladen (Urk. 80). Dieser Termin 

musste wegen Erkrankung eines Gerichtsmitglieds kurzfristig abgesagt werden. 

Am 16. Mai 2023 wurden die Parteien neu auf den 14. September 2023 zur Beru-

fungsverhandlung vorgeladen (Urk. 84). Am 14. September 2023 erschienen die 

Beschuldigten A._____, D._____ und B._____ in Begleitung ihrer amtlichen Vertei-

digungen sowie Staatsanwältin Dr. iur. Meier. Der Beschuldigte C._____ erschien 

unentschuldigt nicht (Prot. II S. 6 f.). Das Gericht ordnete in Beachtung des 

Beschleunigungsgebots und im Einverständnis sämtlicher Parteien an, das Verfah-

ren gegen A._____ betreffend versuchter Tötung an der Berufungsverhandlung 

vom 14. September 2023 durchzuführen und von den Verfahren in Sachen 

D._____, C._____ und B._____ abzutrennen (Art. 30 StPO; Prot. II S. 8). Anzufü-

gen ist, dass der Freispruch von A._____ vom Vorwurf des Raufhandels bereits 

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rechtskräftig und nicht mehr Gegenstand seines Berufungsverfahren (SB220061-

O) war. 

5. In der Folge wurden die Beschuldigten B._____, D._____ (SB220058-O) und 

C._____ (SB220060-O) und sowie der jeweils als Privatkläger auftretende A._____ 

am 12. Dezember 2023 zu einer gemeinsamen Berufungsverhandlung auf den 

8. Februar 2024 vorgeladen (Urk. 91), zu welcher C._____ und B._____ in Beglei-

tung ihrer amtlichen Verteidiger und der Privatkläger in Begleitung seines unent-

geltlichen Rechtsvertreters erschienen sind (Prot. II S. 10). Die amtliche Verteidi-

gerin des Beschuldigten D._____ stellte zu Beginn der Berufungsverhandlung ein 

Gesuch um Erlass des persönlichen Erscheinens des Beschuldigten zur 

Berufungsverhandlung, welches bewilligt wurde (Prot. II S. 13 f.).

6. Der Beschuldigte war zunächst durch Rechtsanwalt lic. iur. Z._____ amtliche 

verteidigt (Urk. 25/3). Ein Gesuch des Beschuldigten vom 25. Mai 2021 um einen 

Verteidigerwechsel in der Person von Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ wurde mit Ver-

fügung vom 27. Mai 2021 abgewiesen (Urk. 25/6). Am 17. Juni 2021 teilte Rechts-

anwalt lic. iur. Y._____ mit, dass er den Beschuldigten (erbeten) vertrete 

(Urk. 25/18). Am 13. September 2023 stellte dieser das Gesuch, als amtlicher Ver-

teidiger eingesetzt zu werden (Urk. 87), was mit Präsidialverfügung vom 15. Sep-

tember 2023 bewilligt wurde (Urk. 89).

7. Es waren keine Vorfragen und keine Beweisanträge zu entscheiden. Der 

Beschuldigte liess ausdrücklich keine Anträge stellen (Prot. II S. 15 f.). Das Verfah-

ren erweist sich als spruchreif.

II. Prozessuales

1. Umfang der Berufung

1.1. Gemäss Art. 402 StPO in Verbindung mit Art. 437 StPO wird die Rechtskraft 

des angefochtenen Urteils im Umfang der Anfechtung gehemmt.

1.2. Der Privatkläger A._____ verlangt mit seiner Berufung die Aufhebung der 

Dispositiv-Ziffer 1 des vorinstanzlichen Urteils und die Bestrafung des Beschuldig-

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ten wegen Angriffs im Sinne von Art. 134 StGB, eventualiter wegen Raufhandels 

nach Art. 133 StGB sowie wegen einfacher Körperverletzung nach Art. 123 Ziff. 1 

StGB und subeventualiter wegen Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB. 

Des Weiteren verlangt der Privatkläger A._____ die Aufhebung der Dispositiv-Zif-

fer 2 des vorinstanzlichen Urteils und die Verpflichtung des Beschuldigten zur Be-

zahlung einer Genugtuung von Fr. 3'000.– an den Privatkläger A._____ unter soli-

darischer Haftung der Beschuldigten D._____ sowie C._____ (Urk. 72 S. 2).

1.3. Der Privatkläger hat seine Berufung nicht beschränkt (Urk. 72 S. 3), weshalb 

das vorinstanzliche Urteil grundsätzlich umfassend zu überprüfen ist (Art. 398 

Abs. 2 StPO). Unangefochten in Rechtskraft erwachsen ist immerhin die Fest-

setzung des Honorars der amtlichen Verteidigung (Dispositiv-Ziffer 4), was vorab 

mittels Beschluss festzustellen ist.

1.4. Vom Rückzug der Berufung der Staatsanwaltschaft (Urk. 69), ist Vormerk zu 

nehmen.

2. Formelles

Weiter ist darauf hinzuweisen ist, dass sich das urteilende Gericht nicht mit allen 

Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzen und jedes einzelne Vorbringen 

ausdrücklich widerlegen muss. Vielmehr kann sich die Berufungsinstanz auf die für 

ihren Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (vgl. BGE 146 IV 297 

E. 2.2.7; BGE 143 III 65 E. 5.2; BGE 141 IV 249 E. 1.3.1; Urteil des Bundesgerichts 

6B_1403/2019 vom 10. Juni 2020, E. 2.5 m.w.H.). Soweit nachfolgend auf 

Erwägungen der Vorinstanz im angefochtenen Entscheid verwiesen wird, erfolgt 

dies jeweils in Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO.

3. Strafantrag

A._____ hat sich als Privatkläger konstituiert und innert Frist Strafantrag gestellt 

(DG200021-D: Urk. 21/5).

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III. Schuldpunkt

A. Anklagevorwurf

Im Kern wird dem Beschuldigten vorgeworfen, am 17. Mai 2020 in der Strafanstalt 

Pöschwies zusammen mit D._____ und C._____ in die Zelle von A._____ gestürmt 

zu sein und auf diesen eingeschlagen zu haben, wobei auch A._____ anfänglich 

mit der Faust auf sie eingeschlagen habe. Die Anklage gliedert sich – hier in aller 

Kürze zusammengefasst – in drei Teile (Urk. 41): 

Als "Vorgeschichte" wird ausgeführt, dass es vor dem Vorfall bei einem Fussball-
spiel in der Strafanstalt zu einer Streitigkeit zwischen B._____ und A._____ gekom-

men sei, im Verlaufe welcher A._____ B._____ einen Kopfstoss ("Schwedenkuss") 

versetzt habe, B._____ deshalb gestürzt sei und sich Schürfungen an beiden Ellbo-

gen zugezogen habe. 

Dann folgt eine Umschreibung des "Tatablaufs": A._____ habe im Gang des Zel-
lentrakts lautstark gefordert, B._____ solle zu ihm kommen. Dieser sei in der Folge 

zusammen mit D._____ und C._____ in den Gang gekommen. Dort sei provoziert 

und beleidigt sowie wild gestikuliert worden. A._____ und D._____ hätten unauffällig 

Besteckmesser aus der Hosentasche geholt. Schliesslich seien D._____, B._____ 

und C._____ in die Zelle von A._____ gestürmt. Ca. fünf bis zehn Sekunden später 

sei B._____ wieder aus der Zelle gekommen und habe die Zellentüre zunächst weit-

gehend geschlossen, nach ein paar Sekunden wieder geöffnet und sodann schliess-

lich vollständig geschlossen. D._____ habe die Türe in der Folge von innen geöffnet, 

dann sei B._____ in die Zelle rein und D._____ sei im Türrahmen verblieben. In der 

Folge habe B._____ die Zelle verlassen und habe gewartet bis auch D._____ und 

C._____ nach ihm die Zelle verliessen (Anmerkung: das Geschehen im Zellentrakt 

ist durch Videos der Strafanstalt belegt; Urk. 94A = DG200021-D: Urk. 9/2-3; 

Urk. 8/2).

In der Zelle habe D._____ ca. drei Mal kräftig mit der Faust auf den Kopf/Oberkörper 

und mindestens einmal mit einem Holzstuhl auf den Rücken/Nackenbereich von 

A._____ geschlagen. C._____ habe A._____ während ca. sechs bis sieben Sekun-

den in den Schwitzkasten genommen und mit der Hand mehrere Mal gegen den Kopf 

und mindestens einmal mit einem Holzstuhl auf den Rücken/Nackenbereich von 

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A._____ geschlagen. B._____ habe zumindest einmal mit der Faust auf A._____ 

eingeschlagen. A._____ habe anfänglich mindestens drei Mal mit der Faust auf 

D._____, C._____ und B._____ eingeschlagen. Danach habe er sich nur noch mit 

den Armen geschützt. 

Weiter werden in der Anklage die Verletzungen von A._____, D._____, C._____ und 

B._____ aufgeführt und dass die Beteiligten bewusst und gewollt an der wechsel-

seitigen tätlichen Auseinandersetzung teilnehmen wollten.

Unter dem Titel "Nachgeschichte" wird in der Anklage schliesslich festgehalten, 
dass nach dieser Auseinandersetzung B._____ (und auch D._____ und C._____) 

wegelaufen war(en) und die Zellentüre geschlossen gewesen war. A._____ sei dann 

plötzlich aus der Zelle gestürmt und auf B._____ zugerannt und habe diesem von 

hinten mit einem Speisemesser mit grosser Wucht in den Nacken gestochen habe, 

wodurch B._____ umgefallen sei.

Hinsichtlich der detaillierten Anklage ist auf diese zu verweisen (Urk. 41 S. 2-6).

B. Standpunkte der Beteiligten

Der Beschuldigte bestreitet, den Privatkläger geschlagen zu haben. Er habe 

A._____ nicht angefasst. Er könne sich nicht erinnern, dass es in der Zelle zu einem 

Gerangel gekommen sei. Schläge von D._____ und C._____ habe er nicht gese-

hen. Sie seien zu Dritt in die Zelle von A._____, um über den Vorfall (beim Fuss-

ballspiel) zu sprechen, dass A._____ sich bei ihm entschuldige. Er sei an einer 

friedlichen Lösung interessiert gewesen (Urk. 13/1 F/A 28 ff.; Urk. 13/2 F/A 41-50; 

Urk. 12/3 S. 5-10). 

D._____ hat anerkannt, A._____ ca. drei bis vier Mal geschlagen zu haben. 

A._____ habe aber auch ihn geschlagen. Es sei zwischen ihm und A._____ wech-

selseitig zu Schlägen gekommen. Es seien aber keine heftigen Schläge gewesen 

(Urk. 14/2 F/A 13, 25 f. und 28; Urk. 14/3 F/A 30). Er bestreitet indessen, dass 

A._____ – von ihm und/oder C._____ – mit dem Stuhl geschlagen worden sei 

(Urk. 14/2 F/A 31 f.; Urk. 14/3 F/A 30 f.). 

C._____ hat seinerseits anerkannt, A._____ während ca. sechs bis sieben Sekun-

den im Schwitzkasten gehabt und zugedrückt zu haben, aber nicht so fest, dass er 

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ohnmächtig geworden sei. Er bestreitet, A._____ mit dem Stuhl geschlagen zu ha-

ben. Mit den Fäusten habe er ihn nicht direkt geschlagen bzw. malträtiert. Es habe 

aber schon ein Handgemenge zwischen ihm und A._____ gegeben und er habe 

A._____ auch weggestossen (Urk. 15/3 F/A 4-6). 

Sodann lässt der Beschuldigte – wie auch D._____ und C._____ – bestreiten, dass 

einer der Beteiligten Verletzungen im Sinne von Art. 123 StGB erlitten habe. Es 

handle sich bei sämtlichen in der Anklage aufgeführten Verletzungen von der 

Schwere her nicht um einfache Körperverletzungen handelt (Urk. 57 S. 3 ff.; Prot. II 

S. 18 f.).

Der Privatkläger hat geschildert, von allen drei in seinen Zelle gekommen Personen 

geschlagen worden zu sein und bestreitet, die anderen drei "Angreifer" geschlagen 

zu haben. Vor Vorinstanz hat er ausgeführt, dass seine Verletzungen zwar nicht 

erheblich gewesen seien, aber nicht mehr als blosse Tätlichkeiten zu qualifizieren 

seien. Er habe erhebliche Schmerzen gehabt, habe das Bewusstsein verloren und 

einen Schock erlitten (was den Tatbestand der einfachen Körperverletzung erfülle). 

Prellungen seien bei Personen mit schwarzer Haut äusserst schwierig festzustel-

len. Die Verletzungen von D._____ und C._____ gemäss Anklage erachtet er als 

nicht dokumentiert. Er ist daher der Ansicht, dass sich die drei "Angreifer" des An-

griffs im Sinne von Art. 133 Abs. 1 StGB schuldig gemacht hätten. Sodann hat der 

Vertreter des Privatklägers bereits vor Vorinstanz darauf hingewiesen, dass 

B._____ beim Vorfall verletzt worden sei und er den Angriff in der Zelle sowie die 

anschliessende Reaktion des Privatklägers als eine Tateinheit erachte, weshalb die 

objektive Strafbarkeitsbedingung einer einfachen Körperverletzung erfüllt sei. Das 

Bundesgericht (BGE 106 IV 253) lasse es sodann genügen, wenn die Verletzung 

nach Beendigung des Raufhandels erfolge (vgl. Urk. 59 S. 12-15 und 25-28). An 

diesem Standpunkt hielt er anlässlich der Berufungshandlung fest (Urk. 96 S. 1-9).

C. Grundsätze der Sachverhaltserstellung

Zu den allgemeinen Grundsätzen der Sachverhaltserstellung ist vollumfänglich auf 

die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz zu verweisen (Urk. 68 S. 7-9).

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D. Sachverhalt

1. Vorgeschichte 

Die Vorinstanz erachtete den Anklagesachverhalt in Bezug auf die Vorgeschichte 

auf dem Fussballplatz sowie die Auseinandersetzung im 2. Stock vor der Zelle des 

Privatklägers A._____ gestützt auf die jeweiligen Aussagen der Beteiligten sowie 

die Videoaufnahmen vom 2. Stock vor der Zelle des Privatklägers A._____ als er-

stellt (Urk. 68 S. 10-16). Auf diese zutreffenden Erwägungen kann verwiesen wer-

den. Zusammenfassend ist nochmals festzuhalten, dass B._____ wie auch 

A._____ übereinstimmend ausgesagt haben, dass A._____ B._____ am 17. Mai 

2020 auf dem Fussballfeld beim Fussballspiel einen Kopfstoss verpasst habe und 

dieser umgefallen sei (Urk. 12/1 F/A 28; Urk. 12/3 S. 4, 7, 14 und 16). Es ist somit 

ohne Weiteres erstellt, dass es kurze Zeit vor dem angeklagten Geschehen in der 

Zelle des Privatklägers auf dem Fussballplatz zwischen dem Privatkläger und 

B._____ zu einer Auseinandersetzung kam. Ob es sich beim Kopfstoss wie ange-

klagt um einen sog. "Schwedenkuss" oder einen Kopfstoss in die Brust von 

B._____ handelte, wie dies der Privatkläger vorbringen lässt, spielt letztlich keine 

Rolle und kann offen gelassen werden. Jedenfalls ist die "Vorgeschichte" insoweit 

erstellt, dass der Privatkläger A._____ auf dem Fussballplatz B._____ mit einer 

körperlich Attacke bzw. einem Kopfstoss zu Boden stiess. B._____ sagte denn 

auch, er habe gewollt, dass sich A._____ wegen dem Vorfall entschuldige 

(Urk. 12/3 S. 10; Urk. 13/1 F/A 16 und 40).

2. Auseinandersetzung im Zellentrakt

2.1. Zum Geschehen im Zellengang/Zellentrakt Nr. 8 in Pöschwies liegen Vi-

deoaufnahmen bzw. Videoprints aus zwei entgegengesetzten Richtungen bei den 

Akten (Urk. 94A = DG200021-D: Urk. 9/3; Urk. 8/2; Urk. 12/2 Anhang), welche den 

gesamten Ablauf des Vorfalls in dieser Zone gut dokumentieren. Es sind zwar 

Aufnahmen ohne Ton, doch ist die Körpersprache der Beteiligten weitgehend 

aussagekräftig und eindeutig. Die Vorinstanz hat den wesentlichen Inhalt der 

Aufnahmen sorgfältig und überzeugend zusammengefasst. Darauf kann vollum-

fänglich verwiesen werden (Urk. 68 S.11 ff.). 

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2.2. Kurz zusammengefasst lässt sich den beiden Videofilmen Folgendes entneh-

men:

- C._____ und B._____ gehen mit D._____ in dessen Zelle und bleiben über drei 
Minuten dort,

- D._____ und A._____ (steht vor seiner Zelle) fangen an sich zu provozieren,

- D._____ und A._____ und nehmen jeweils (etwa gleichzeitig) einen metallenen Ge-

genstand aus der rechten Hosentasche und lassen diesen wieder verschwinden, 

A._____ wohl eine Schere, D._____ wohl ein Besteckmesser,

- A._____ dreht sich und will in seine (von innen abschliessbare) Zelle. D._____ läuft 

ihm wild gestikulieren hinterher (und ruft ihm wohl etwas hinterher),

- A._____ winkt D._____ zu sich (dieser zeigt wohl Richtung Kameras und nach draus-

sen),

- A._____ steht die Türklinke seiner Zelle haltend im Zelleneingang und winkt D._____ 

zu sich,

- D._____ schaut zurück und nickt C._____ zu, der ihm zusammen mit B._____ zur 

Zelle von A._____ folgt,

- A._____ zeigt auf sich und D._____,

- D._____ stürmt auf A._____ zu und hebt ausholend zu einem Schlag gegen A._____ 

die Faust, C._____ und B._____ folgen ihm in die Zelle von A._____,

- rund 15 Sekunden später verlässt B._____ die Zelle, macht die Türe weitgehend zu, 

öffnet diese in der Folge wieder, schaut in die Zelle und schliesst dann die Türe ganz, 

wobei in diesem Moment D._____ die Zelle verlässt und B._____ wieder in die Zelle 

hineingeht,

- B._____ und C._____ kommen nach draussen, schliessen die Zellentür und alle drei 

entfernen sich,

- insgesamt waren die drei ca. 38 Sekunden in der Zelle von A._____,

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- rund fünf Sekunden später kommt A._____ (mit zerrissenem Shirt) aus seiner Zelle 

und fällt B._____ von hinten an und sticht ihm mit einem (metallenen) Speisemesser 

in den Nacken,

- B._____ läuft ein paar Schritte und fällt hin.

2.3. Rekapitulierend ist mit der Vorinstanz festzuhalten, dass D._____, B._____ 

und C._____ offensichtlich planten, A._____ anzugreifen. Der Zeuge E._____ hat 

denn auch glaubhaft ausgesagt, gesehen zu haben, dass D._____, B._____ und 

C._____ zusammen waren – gemäss Video waren sie mehrere Minuten in der Zelle 

von D._____ – und gehört zu haben, dass B._____ gesagt habe, sie würden 

A._____ angreifen (Urk. 17/1 F/A 10 f.; Urk. 17/2 F/A 5 und 25 ff.). Das Verhalten 

von D._____ und B._____ bestätigt dies; ebenso, dass C._____ sich für A._____ 

nicht sichtbar im Treppenhaus abgestellt hatte. Letztlich ist auch nicht bestritten, 

dass die drei A._____ eine Abreibung/Lektion erteilen wollten. Es ist denn auch am 

Ende der Videoaufnahme zu sehen, wie C._____ und D._____ sich abklatschen, 

so als wenn ihr Plan aufgegangen sei. Weiter kann festgehalten werden, dass es 

vor der tätlichen Auseinandersetzung offensichtlich zu gegenseitigen Provokatio-

nen (verbal und mit Gesten) zwischen D._____ und A._____ gekommen ist. 

D._____ fordert diesen – wie A._____ glaubhaft angab und auf dem Video erkenn-

bar – mehrfach auf ihm ins Treppenhaus zu folgen. Es folgen weitere gegenseitige 

Provokationen. A._____ geht zu seiner Zelle zurück, wobei ihm D._____ hinterher-

läuft und auf ihn einredet. A._____ hält mit der einen Hand die Zellentür halb geöff-

net, schliesst diese aber nicht. Vielmehr winkt er den Beschuldigten D._____ mehr-

mals zu sich heran, zeigt mit dem Finger auf ihn und bedeutet ihm, er solle in seine 

Zelle hineinkommen. In der Folge nimmt D._____ Blickkontakt zu C._____ und 

B._____ auf und nach weiteren gegenseitigen provokativen Gesten und einem hin 

und her mit der Zellentüre (etwas aufmachen und dann wieder zumachen durch 

A._____) springt D._____ Richtung A._____ und verpasst diesem wohl einen 

Faustschlag, wobei ihm C._____ und B._____ in die Zelle von A._____ folgen. Her-

vorzuheben ist in diesem Zusammenhang, dass beide Seiten (D._____, B._____, 

C._____ einerseits, A._____ andererseits) mehrfach die Möglichkeit gehabt haben, 

die Situation zu entschärfen, was sie nicht taten. Insbesondere hätte auch der Pri-

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vatkläger A._____ mehr als genug Zeit gehabt, seine Zellentüre von innen zu 

schliessen und sich so der Aggression gegen ihn zu entziehen. 

3. Auseinandersetzung in der Zelle 

3.1. Hinsichtlich des Geschehens in der Zelle während rund 35-38 Sekunden 

gehen die Darstellungen der Beteiligten auseinander. Ausser ihnen wurden auch 

die das Geschehen beobachtenden E._____ und F._____ befragt. Die Kameras im 

Zellentrakt haben während dieser Zeit wie bereits aufgeführt Folgendes festge-

halten: D._____ stürmt in die Zelle auf A._____ zu und hebt ausholend zu einem 

Schlag die Faust, C._____ und B._____ folgen ihm in die Zelle. Während den ersten 

rund 15 Sekunden in denen D._____, B._____ und C._____ mit A._____ in dessen 

Zelle waren, stand die Zellentüre von A._____ offen und mehrere Insassen schau-

ten von draussen in die Zelle hinein. Danach kam B._____ wieder aus der Zelle 

heraus, stellte sich während rund sechs Sekunden vor den offenen Türrahmen, 

schaut in die Zelle hinein und macht dann die Türe weitgehend zu (Urk. 94A = 

DG200021-D: Urk. 9/3, Video 1, Videozeit: 02:11). Rund zehn Sekunden später 

kommt D._____ aus der Zelle heraus und B._____ geht noch einmal kurz in die 

Zelle hinein, wobei er von D._____ von aussen beobachtet wird (Videozeit: 02:27). 

Rund acht Sekunden später kommen dann B._____ und C._____ aus der Zelle von 

A._____ heraus (Urk. 94A = DG200021-D: Urk. 9/3, Video 1, Videozeit: 02:35).

3.2.1. Des Weiteren befasste sich die Vorinstanz mit den jeweiligen Aussagen der 

Beteiligten sowie von E._____ und F._____ zur Auseinandersetzung in der Zelle 

(Urk. 68 S. 16 ff.). Die Vorinstanz hat die wichtigsten Aussagen der Beteiligten und 

Zeugen sorgfältig und korrekt zusammengefasst. Darauf ist grundsätzlich zu ver-

weisen (Urk. 66 S. 16-25). Lediglich der Übersicht halber werden die verschiede-

nen Darstellung hier – nur verkürzt – nochmals zusammengefasst. 

3.2.2. A._____ sagte aus, in seiner Zelle von drei Personen angegriffen worden zu 

sein. Der erste sei D._____ gewesen. Dann habe C._____ ihn ein einziges Mal mit 

dem Stuhl geschlagen, wobei er nicht sagen können wie stark. Der … [Staatsan-

gehörigkeit] hätte ihn in den Schwitzkasten genommen. Mehreren Personen hätten 

ihn mit Faustschlägen und Fusstritten auf alle Körperstellen geschlagen, auch 

-  15  -

B._____. Weiter meinte er zunächst, sich am Anfang vielleicht gewehrt zu haben. 

Später gab er an, nur Schläge bekommen zu haben und selber nicht geschlagen 

zu haben. Irgendwann habe er "ein bisschen" sein Bewusstsein verloren (vgl. die 

ausführliche Zusammenfassung in Urk. 68 S. 16-18). 

3.2.3. D._____ brachte zunächst vor, nur dazwischen gegangen zu sein, um 

B._____ zu helfen, da A._____ in der Zelle mit dem Messer auf diesen losgegangen 

sei. A._____ habe ein Glas rumgeworfen. Er hätte A._____ deshalb gepackt, dann 

losgelassen und sei rausgelaufen. In der nächsten Befragung räumte er dann ein 

schuldig zu sein, A._____ angegriffen zu haben. Es stimme, dass er A._____ – 

zwei bis drei Mal mit der Faust, aber nicht kräftig – geschlagen habe. Er habe 

A._____ gar nicht verletzen wollen, sondern nur gewollt, dass dieser von seinem 

hohen Ross runterkomme. Es sei ein Gerangel gewesen. In einer weiteren Befra-

gung gab er dann an, gesehen zu haben, wie C._____ A._____ sechs bis sieben 

Sekunden in den Schwitzkasten genommen und mit der anderen Hand mehrere 

Male gegen dessen Kopf geschlagen und dann auf den Boden gedrückt habe. 

C._____ habe A._____ mit dem Holzstuhl schlagen wollen, er sei jedoch dazwi-

schen gestanden ("Er hat den Stuhl ja bereits in die Hände genommen und empor-

gehalten."). A._____ sei in der Zelle nicht ohnmächtig geworden. Er sei jederzeit 

fähig gewesen, sich zu wehren. B._____ habe nie auf A._____ eingeschlagen (vgl. 

die ausführliche Zusammenfassung in Urk. 68 S. 19 f.). 

3.2.4. C._____ schilderte von Anfang an, dass D._____ und A._____ sich heftig 

geprügelt hätten. D._____ haben A._____ mit dem ersten Schlag getroffen. Es 

seien mehr oder weniger alle gegen A._____ gewesen. C._____ meinte allerdings 

zunächst, dass er nicht geschlagen habe, sondern versucht habe zu trennen. Er 

sei von A._____ mehr als einmal mit der Faust geschlagen worden. Er, C._____, 

habe A._____ weggestossen und während ca. sechs bis sieben Sekunden im 

Schwitzkasten gehalten und zugedrückt, aber nicht so fest, dass A._____ ohn-

mächtig geworden sei. Als A._____ dann auf den Boden gegangen sei, habe er 

dann von sich aus den Griff gelockert und von ihm abgelassen. Als A._____ auf 

dem Boden gewesen sei, seien andere dazugekommen und hätten auf ihn einge-

wirkt. Mit dem Stuhl habe er A._____ nicht geschlagen. C._____ gab auch noch 

-  16  -

an, im Handgemenge seine Sportschuhe verloren zu haben und im Treppenhaus 

in eine Scherbe gestanden zu sein und sich eine Schnittwunde zugezogen zu ha-

ben (vgl. die ausführliche Zusammenfassung seiner Aussagen in Urk. 68 S. 20 f.). 

3.2.5. B._____ sprach von einer hitzigen Stimmung in der Zelle und dass er gewollt 

habe, dass A._____ sich entschuldige. A._____ hätte einen spitzigen Gegenstand 

aus der Hose gezogen. C._____ sei dann zwischen ihm und A._____ gestanden. 

Er, B._____, sei etwa vier bis fünf Sekunden in der Zelle gewesen. D._____ habe 

A._____ nicht angefasst und er habe auch nicht gesehen, dass A._____ zu Boden 

gegangen sei (vgl. die ausführliche Zusammenfassung seiner Aussagen in Urk. 68 

S. 18 f.).

3.2.6. Der Zeuge E._____ führte im Wesentlichen aus, gesehen zu haben, dass 

C._____ A._____ in den Schwitzkasten genommen und D._____ während dem auf 

A._____ eingeschlagen habe. D._____ haben von hinten mit den Fäusten auf 

A._____ eingeschlagen. Schläge von B._____ habe er nicht gesehen (Urk. 17/1 

F/A 14-17; Urk. 17/2 F/A 30 ff.). F._____ schilderte bei der Polizei im Kern gesehen 

zu haben, wie A._____ von den drei anderen geschlagen worden sei und dass 

C._____ einen Stuhl genommen habe. Wie der Privatklägervertreter zutreffend 

ausführte hat F._____ auch geschildert, dass A._____ mit dem Gesicht nach unten 

(wie tot) auf dem Boden gelegen habe (Urk. 18/1 F/A 5). Nachdem F._____ indes-

sen lediglich als polizeiliche Auskunftsperson befragt wurde und die Teilnahme-

rechte des Beschuldigten nicht gewährt wurden, sind dessen Aussagen zu Lasten 

des Beschuldigten nicht verwertbar (Art. 147 StPO). Auf seine Angaben ist daher 

nachfolgend nicht mehr einzugehen. Anzufügen ist, dass der Zeuge G._____ gar 

nichts gesehen haben will, obwohl auf den Videoaufnahmen zu erkennen ist, dass 

er in die Zelle geschaut hat (Urk. 16/1-3).

3.3.1. Es ist zunächst zu konstatieren, dass D._____ eigene Faustschläge gegen 

A._____ Richtung Kopf eingesteht und C._____, dass er A._____ in den Schwitz-

kasten genommen habe. Weiter belasten sie sich gegenseitig, A._____ geschlagen 

zu haben. D._____ hat zu Protokoll gegeben, es sei richtig, dass C._____, als er 

A._____ im Schwitzkasten gehabt habe, diesen mit der anderen Hand mehrere 

Male gegen den Kopf geschlagen habe (Urk. 14/3 F/A 31). Dies deckt sich vorab 

-  17  -

mit den erwähnten Schilderungen des soweit ersichtlich neutralen Zeugen 

E._____. Ein erster Faustschlag von D._____ gegen A._____ zu Beginn der Aus-

einandersetzung lässt sich sodann auf dem Video erahnen. C._____ bestätigte 

denn auch ausdrücklich, dass D._____ A._____ mit dem ersten Schlag getroffen 

habe (Urk. 15/2 F/A 39). Das zerrissene T-Shirt von A._____ sowie die Scherben 

in seiner Zelle und der Umstand, dass C._____ bei der Auseinandersetzung seine 

Sportschuhe verlor, lassen denn auch auf ein durchaus heftiges Handgemenge 

schliessen. D._____ schildert im Weiteren, dass C._____ einen Stuhl in die Hand 

genommen habe. Dass sich D._____ und C._____ selber belasten, spricht für ihre 

Glaubhaftigkeit. Es kann ohne Weiteres auf ihre Zugaben bzw. Belastungen abge-

stellt werden. Anzufügen ist, dass C._____ zwar keine "direkten" Schläge von ihm 

gegen A._____ anerkannte, aber immerhin ein Handgemenge und ein Weggestos-

sen. Diese Schilderung von mehreren Faustschlägen bzw. Schlägen mit der Hand 

von ihnen beiden gegen A._____ stimmen denn auch insoweit mit dessen eigener 

Darstellung überein. Es ist zwar nicht zu verkennen, dass D._____ zunächst wenig 

glaubhaft eine tätliche Auseinandersetzung abstritt und C._____ sich vor allem als 

Schlichter sieht. Dies ändert indessen nichts an deren Zugaben. Es besteht auch 

kein Anlass an ihren gegenseitigen Belastungen zu zweifeln, ist doch kein vernünf-

tiger Grund ersichtlich, weshalb sie sich gegenseitig zu Unrecht belasten sollten. 

Es ist demnach vorab wie angeklagt erstellt, dass D._____ und C._____ sich an 

der Auseinandersetzung tätlich beteiligt haben. Es ist daher als erstellt zu betrach-

ten, dass der Beschuldigte C._____ A._____ mindestens sechs bis sieben Sekun-

den in den Schwitzkasten genommen und ihn mit der freien Hand mehrere Male 

auf den Kopf geschlagen hat bzw. er und A._____ eben ein wechselseitiges Hand-

gemenge hatten und er A._____ zu Boden gedrückt hat. Ferner ist mit der Vorin-

stanz erstellt, dass D._____ den ersten Faustschlag gegen A._____ austeilte und 

diesem anlässlich der Auseinandersetzung in der Zelle A._____ ca. drei Faust-

schläge verpasst hat (vgl. Urk. 68 S. 23-25). Dabei erscheint es mit der Vorinstanz 

richtig davon auszugehen, dass die erstellten Faustschläge aufgrund des Verlet-

zungsbildes von A._____ – dazu weiter unten eingehender – nicht als "kräftig" be-

zeichnet werden können (vgl. Urk. 68 S. 23). 

-  18  -

3.3.2. Mit der Vorinstanz kann im Weiteren nicht rechtsgenügend erstellt werden, 

dass C._____ und D._____ – so die Anklage – bzw. zumindest einer von ihnen 

A._____ mit einem Holzstuhl auf den Nackenbereich/Rücken geschlagen haben. 

Auch in diesem Punkt spricht vorab das Verletzungsbild von A._____ gegen einen 

solchen Schlag mit einem (ca. sieben bis acht Kilogramm schweren) Holzstuhl 

durch die kräftigen und offensichtlich gut trainierten C._____ und D._____ gegen 

den Nackenbereich/Rücken von A._____. Gemäss IRM-Gutachten vom 29. Mai 

2020 blieb dessen Halsbereich unversehrt (Urk. 6/1 S. 3). Es könnte schon von 

daher wenn überhaupt nur von einem leichten Schlag mit dem Stuhl auf den Na-

cken/Rückenbereich von A._____ ausgegangen werden. Auf dem Stuhl wurden 

zwar DNA-Spuren von D._____, indessen nicht von C._____ gefunden (Urk. 11/3 

S. 2), was indessen nicht zwingend ausschliesst, dass C._____ den Stuhl gehalten 

hat. A._____ sagte sodann zwar mehrfach aus, C._____ hätte ihn mit dem Stuhl 

geschlagen, wobei er mehrfach hervorhob, er habe gehört, dass C._____ gesagt 

habe, "Geh mir aus dem Weg, ich möchte ihn mit dem Stuhl schlagen" und dass er 

sich nicht erinnere, was danach gewesen sei (vgl. etwa Urk. 12/2 F/A 48). Die Vor-

instanz hat zudem überzeugend erwogen, dass es eher unwahrscheinlich er-

scheint, dass innert den rund 35 Sekunden, die D._____ und C._____ in der Zelle 

verbracht haben, diese A._____ mit den Fäusten geschlagen, dann sechs bis sie-

ben Sekunden im Schwitzkasten gehalten und auf den Boden gedrückt wurde, 

dann A._____ von C._____ mit dem Stuhl bedroht respektive leicht geschlagen 

wurde und dann auch noch der Beschuldigte D._____ den Stuhl genommen und 

A._____ geschlagen haben soll. Auch wenn DNA-Spuren des Beschuldigten 

D._____ am Stuhl gefunden wurden, so beweist dies in der Tat nicht, dass er 

A._____ mit dem Holzstuhl geschlagen hat. Hinsichtlich C._____ gab A._____ zwar 

an anderer Stelle dann konkret an, dass dieser ihn mit dem Stuhl in den Nacken 

bzw. im Hals- und Rückenbereich getroffen habe (Urk. 12/2 F/A 41). D._____ hat 

sodann ausgeführt, dass C._____ einen Stuhl in die Hand genommen habe. 

D._____ verneinte indessen ausdrücklich einen Schlag von C._____ mit dem Stuhl 

und begründete dies auch plausibel damit, dass er zwischen C._____ und A._____ 

gestanden sei. Er gab auch an, dass C._____ ansonsten A._____ wohl mit dem 

Stuhl geschlagen hätte (Urk. 14/3 F/A 31). Es ist somit zwar erstellt, dass C._____ 

-  19  -

den Stuhl in die Hand nahm und A._____ damit schlagen wollte. Es bestehen aber 

nicht unerhebliche Zweifel, ob er dies in der Folge dann auch tat. A._____ selbst 

konnte denn auch nicht sagen, wie fest er mit dem Stuhl geschlagen worden sei 

(Urk. 12/3 S. 18). Die Vorinstanz kam zum Schluss, dass C._____ A._____ nicht 

oder nur sehr leicht mit dem Stuhl geschlagen habe (Urk. 68 S. 23). Dies kann 

letztlich offen bleiben, da ohnehin erstellt ist, dass C._____ sich tätlich an der 

Auseinandersetzung beteiligte. Aufgrund der bestehenden Zweifel ist indessen zu-

gunsten der Beschuldigten davon auszugehen, dass C._____ keinen Schlag mit 

dem Stuhl auf den Nackenbereich/Rücken von A._____ ausführte.

3.3.3. Zu prüfen ist weiter, ob der Beschuldigte ebenfalls wie angeklagt mindestens 

einmal mit der Faust auf A._____ eingeschlagen hat (Urk. 41 S. 4), was von ihm 

bestritten wird (vgl. etwa Urk. 13/2 F/A 49). Er wird diesbezüglich von A._____ be-

lastet. Dieser meinte zwar teilweise, sich nicht erinnern zu können, wer ihn wie ge-

schlagen habe, anderseits war er sich dann wieder sicher, dass ihn B._____ min-

destens einmal geschlagen habe. Kurz nach dem Vorfall meinte A._____, die 

Schläge seien von überall gekommen. Wer ihn genau wie geschlagen habe, könne 

er nicht sagen. "Sie" hätten auf jeden Fall mit Fäusten auf ihn geschlagen. Alle drei 

hätten in der Zelle auf ihn eingeschlagen. Es hätten jedenfalls alle, die in seiner 

Zelle gewesen seien auf ihn eingeschlagen (Urk. 12/1 F/A 38; Urk. 12/2 F/A 45 f. 

und Urk. 12/3 S. 3 und 15; vgl. dazu auch DG200021-D: Urk. 13/4 S. 9 F/A 63). Es 

lässt sich dazu festhalten, dass er den Beschuldigten hier insgesamt nur zurück-

haltend belastet, was für seine Glaubhaftigkeit in diesem Punkt spricht. Auch ist 

erstellt, dass er wie von ihm geschildert, von D._____ und auch C._____ geschla-

gen worden ist. Dass er nicht mehr genau sagen könne, wer ihn wie geschlagen 

habe, ist aufgrund des nur rund eine halbe Minute dauernden dynamischen Ge-

schehens durchaus nachvollziehbar. Auch C._____ sprach allgemein davon, dass 

mehr oder weniger alle gegen A._____ gewesen seien und es seien, nachdem er 

A._____ aus dem Schwitzkastengriff gelassen habe und dieser am Boden gewesen 

sei, "andere" dazu gekommen und hätten auf A._____ "eingewirkt" (Urk. 15/3 

F/A 4). Mit diesen "anderen" können nur B._____ und D._____ gemeint sein, da 

nur sie neben C._____ noch in die Zelle gegangen sind. Auch wenn C._____ später 

meinte, er wolle diese Aussagen korrigieren und er habe nicht gesehen, dass 

-  20  -

B._____ A._____ geschlagen habe und er nur über seine Rolle spreche (Urk. 15/4 

F/A 24 sowie 44 und Urk. 12/3 S. 18 f.), ist auf diese belastende Aussage abzustel-

len. Er hat denn auch in keiner Weise begründet, weshalb er den Ausdruck "einge-

wirkt" benutzt haben will, wenn es gar nicht so gewesen war. Diese zwischenzeitli-

che Darstellung des Geschehens stützt jedenfalls diejenige von A._____ in diesem 

Punkt, dass eben nämlich danach die "anderen" auf A._____ "einwirkten". Vor dem 

Hintergrund der Vorgeschichte zwischen A._____ und B._____ auf dem Fussball-

platz, der Zusammenkunft von D._____, C._____ und B._____ in der Zelle von 

D._____, bei welcher sie in den Grundzügen besprochen haben, A._____ eine Lek-

tion zu erteilen (ihn vom hohen Ross herunterzuholen) und ihn "anzugreifen" bzw. 

eine Abreibung zu verpassen, erscheint die Darstellung von A._____ zu diesem 

Schlag des Beschuldigten denn auch plausibel, lebensnah und insgesamt glaub-

haft. Wie oben erwogen ist denn auch aufgrund der Videoaufnahmen erstellt, dass 

der Beschuldigte B._____ kurz nach C._____ die Zelle von A._____ betreten hat, 

diese kurz darauf verlassen und dann zum Schluss nochmals hineingegangen ist. 

Dies spricht dafür, dass er nicht einfach so in der Zelle war und für die Darstellung 

von A._____. Auffallend ist, dass der Beschuldigte B._____ bei dieser Attacke der 

drei Beschuldigten Trainings-Handschuhe trug, was ebenfalls ins Bild passt, dass 

er selber auch austeilte. Trainingshandschuhe erhöhen zwar entgegen dem Vor-

bringen der Privatklägervertretung (Urk. 59 S. 9; Urk. 96 S. 8) die Schlagkraft nicht, 

helfen aber, eigene Verletzungen zu vermeiden. Die Darstellung des Beschuldig-

ten, in der Zelle sei quasi gar nichts passiert, man habe nur friedlich reden wollen, 

D._____ habe A._____ nicht angefasst, C._____ habe ebenfalls nichts gemacht 

und er habe auch nicht gesehen, dass A._____ zu Boden gegangen sei, erscheint 

vor dem Hintergrund der Anerkennungen von D._____ und C._____ und der vor-

handenen aggressiven Stimmung, welche die Videoaufnahmen gut vermitteln, un-

glaubhaft und als offensichtliche Schutzbehauptung. Seine Darstellung wird schon 

nur durch den ersten Faustschlag von D._____, der auf der Videoaufnahme teil-

weise ersichtlich ist, als klare Lüge widerlegt. Es ist daher mit der Vorinstanz er-

stellt, dass B._____ A._____ mindestens einmal mit der Faust geschlagen hat 

(Urk. 68 S. 24 f.). 

-  21  -

Anzufügen ist, dass dieser Teil des Sachverhalts für die Frage eines Mit-

wirkens des Beschuldigten an der tätlichen Auseinandersetzung bzw. beim Rauf-

handel ohnehin nicht entscheidend wäre. Aufgrund seines engen Zusammen-

wirkens mit dem Beschuldigten D._____ und C._____, dem Planen der "Abrei-

bung", dem mehrfachen Betreten der Zelle von A._____ während der Auseinander-

setzung, dem Abschirmen vor der Zelle, während D._____ und C._____ auf 

A._____ einwirkten, sowie dem zwischenzeitlichen Schliessen der Zellentür, um 

Dritten die Sicht zu nehmen, wäre eine Beteiligung B._____ im Sinne von Art. 133 

Abs. 1 StGB am Raufhandel/Angriff ohnehin zu bejahen gewesen (vgl. BSK 

StGB/JStG-MAEDER, 4. Aufl., Basel 2019, N 13 zu Art. 133 StGB, m.w.H.).

3.3.4. Bleibt zu prüfen, ob sich A._____ wie angeklagt ebenfalls mit Faustschlägen 

an der tätlichen Auseinandersetzung beteiligte oder ob er sich, wie geltend macht, 

lediglich gewehrt (geschützt) habe. D._____ und C._____ haben übereinstimmend 

ausgesagt, dass A._____ auch sie (mehrfach) geschlagen habe. Beide haben sich 

– wie oben erwogen – selber und gegenseitig belastet, an der tätlichen Ausein-

andersetzung teilgenommen zu haben und ihre Aussagen wirken von daher insge-

samt nicht unglaubhaft. Für ihre Version sprechen auch die leichten Verletzungen 

von D._____ (vgl. dazu weiter unten). Zu Beginn der Untersuchung hat A._____ 

sodann selber Faustschläge seinerseits keineswegs ausgeschlossen, sondern 

meinte, dass er am Anfang "vielleicht" versucht habe, sich mit den Fäusten zu weh-

ren, aber nachher nicht mehr (Urk. 12/1 F/A 42). Er hat dies später zwar verneint 

und hat angegeben, sich nur gewehrt zu haben. Seine anfängliche Zugabe ist zwar 

vage ("vielleicht"), dennoch ist er darauf zu behaften. Es kann davon ausgegangen 

werden, dass er eigene Faustschläge von Anfang an entschieden zurückgewiesen 

hätte, wenn es zu keinen gekommen ist. Seine Aussagen sind sodann vor dem 

Hintergrund der "Vorgeschichte" und des bisherigen Geschehens zu würdigen, wo-

nach er und insbesondere D._____ sich während einiger Zeit gegenseitig provo-

zierten, D._____ anzeigte, A._____ solle mit ihm hinaus kommen und A._____ Zei-

chen machte, D._____ solle zu ihm in die Zelle kommen. Es wurden gegenseitig 

scharfe Gegenstände aus der Hosentasche gezogen und gezeigt etc. Es erscheint 

vor diesem Hintergrund durchaus auch lebensnah und realistisch, dass A._____ 

zumindest anfänglich Faustschläge austeilte oder austeilen wollte. Weiter ist zu se-

-  22  -

hen, dass das ganze Geschehen in der Zelle rund 35 Sekunden dauerte. In Anbe-

tracht der Überzahl und der körperlichen Überlegenheit von D._____, C._____ und 

B._____ erscheint es daher im Weiteren nachvollziehbar, dass sich A._____ ab 

einem gewissen Zeitpunkt nur noch "schützte", insbesondere nachdem C._____ 

ihn in den Schwitzkasten genommen hatte. Die Anklage geht denn auch selber 

davon aus, dass A._____, als er realisiert habe, gegen seine Widersacher nicht 

gewachsen zu sein, nur noch versucht habe, sich mit den Armen zu schützen 

(Urk. 41 S. 4). Es kann demnach mit der Vorinstanz als erstellt gelten, dass 

A._____ sich anfänglich mit den Fäusten zur Wehr gesetzt hat und dem Beschul-

digten D._____ und C._____ mindestens drei Faustschläge versetzte. Als er ein-

sah, dass er gegen die drei Mitinsassen keine Chance hat, hat er nur noch versucht, 

die Schläge abzuwehren (Urk. 68 S. 22-25). Damit ist erstellt, dass in der Zelle von 

A._____ jedenfalls zu Beginn eine wechselseitige tätliche Auseinandersetzung zwi-

schen ihm einerseits und D._____, C._____ und B._____ andererseits stattfand. 

4. Verletzungen der Beteiligten

4.1. In der Anklage sind Verletzungen von A._____, D._____, C._____ und 

B._____ aufgeführt (Urk. 41 S. 4 f.). 

4.2.1. Die Vorinstanz erachtete die in der Anklageschrift beschriebenen Verletzun-

gen von A._____ gestützt auf das IRM-Gutachten zur körperlichen Untersuchung 

vom 29. Mai 2020 sowie die dazugehörigen Fotos als erstellt (Urk. 68 S. 25-27; 

Urk. 6/1). Die Vorinstanz übersah offensichtlich, dass in der Anklage noch eine 

weitere – in den Erwägungen der Vorinstanz nicht erwähnte – Verletzung von 

A._____ aufgeführt ist, nämlich eine "ca. 3 cm scheitelwärts der Nasenwurzel 

ca. 2x1cm grosse stecknadelgrosse Hautverfärbungen an der Stirn mittig" (Urk. 47 

S. 4). Eine solche Verletzung ist im IRM-Gutachten nicht erwähnt und nicht erstellt. 

Mit der Vorinstanz ist sodann zu erwägen, dass ohne Weiteres auf die Feststellun-

gen im IRM-Gutachten abgestellt werden kann (Urk. 66 S. 25 f.). Den lediglich im 

Verfahren gegen A._____ zu den Akten genommenen Fotos (DG200021-D: 

Urk. 8/2) lässt sich nichts anderes entnehmen.

-  23  -

4.2.2. Die Vorinstanz hat die Schilderungen von A._____ hinsichtlich seiner Verlet-

zungen und Schmerzen angezweifelt (Urk. 68 S. 26 f.). Dieser hat zu seinen Ver-

letzungen ausgeführt, er sei überall im Gesicht geschwollen gewesen und habe 

überall blaue Flecken, unter anderem am linken Unterarm, am linken Ohr, resp. 

hinter dem Ohr und am Oberkörper. Er habe überall auf dem Rücken und auch 

generell am Körper Spuren gehabt, wobei er anfügte, dass bei dunkelhäutigen Hä-

matome nicht sichtbar seien. Der Rücken habe ihn noch ca. zwei Wochen und der 

Kopf ca. drei Tage geschmerzt und er habe Tabletten gegen Kopfschmerzen neh-

men müssen (Urk. 12/1 F/A 39; Urk. 12/3 S. 16; DG200021-D: Urk. 13/4 F/A 48-

50, 57-63 und 93). Diese behaupteten Schmerzen lassen sich objektiv nicht fest-

stellen. Offenbar war aber ausser der Einnahme von Kopfwehtabletten keine Be-

handlung erforderlich. In dem am 29. Mai 2020 – also zwölf Tage nach dem Vorfall 

– erstellten Gutachten (Urk. 6/1) sind diese Hämatome überall am Körper und die 

Schmerzen nicht dokumentiert und auch in der Anklageschrift sind weder Häma-

tome noch Schmerzen beschrieben. Es entsteht insgesamt der Eindruck, dass 

A._____ diese "wochenlangen" Schmerzen und Hämatome "überall am Körper" je-

denfalls leicht übertrieben schildert. Es ist in diesem Zusammenhang auch darauf 

hinzuweisen, dass die Aussagen von A._____ zur Auseinandersetzung wie erwo-

gen auch ansonsten nicht in allen Punkten überzeugend ausfielen. So hat er etwa 

im Widerspruch zu seinen anfänglichen Angaben unglaubhaft verneint, während 

der Auseinandersetzung selber je geschlagen zu haben. Auch seine Aussagen zu 

seiner Bewusstlosigkeit überzeugen nicht. Eine solche hat zu Recht nicht Eingang 

in die Anklage gefunden. Wie erwähnt hat A._____ dazu ausgeführt, während der 

Auseinandersetzung "ein bisschen" das Bewusstsein verloren zu haben. Es kann 

hier offensichtlich nicht von einer eigentlichen Bewusstlosigkeit gesprochen wer-

den. Dies überzeugt schon deshalb nicht, da A._____, nur rund fünf bis sechs Se-

kunden nachdem C._____ die Zelle verlassen hatte, aus seiner Zelle stürmt und 

wuchtig mit einem Messer auf B._____ einsticht (Urk. 94A = DG200021-D: Urk. 9/3, 

Video 1, Videozeit 02:35-02:39; Urk. 8/2 S. 13 = Urk. 12/2 S. 13 [in Farbe]). Eine 

eigentliche Bewusstlosigkeit von A._____ erscheint daher übertrieben und un-

glaubhaft, hätte er doch in diesen wenigen Sekunden nach seiner Bewusstlosigkeit 

auf dem Boden sich zunächst orientieren und aufstehen müssen, dann ein Messer 

-  24  -

behändigen und die Zellentüre öffnen, um dann zielstrebig und sofort auf B._____ 

loszugehen und auf diesen mit grosser Wucht einzustechen. Dies erscheint auf-

grund der Lebenserfahrung eher unwahrscheinlich. Gemäss IRM-Gutachten konn-

ten auch keinerlei Würgemale oder dergleichen feststellt werden (Urk. 6/1 S. 3). 

Anzufügen ist, dass C._____ dazu detailliert geschildert hatte, dass er A._____ 

während ca. sechs bis sieben Sekunden im Schwitzkasten gehalten und zuge-

drückt habe, aber nicht so fest, dass dieser ohnmächtig geworden sei. Als A._____ 

dann auf den Boden gegangen sei, habe er dann von sich aus den Griff gelockert 

und von ihm abgelassen. Dann seien "andere" dazu gekommen hätten auf ihn ein-

gewirkt und wieder abgelassen. A._____ sei dann wieder aufgestanden, auf ihn 

(C._____) zugekommen und habe ihn (C._____) weggestossen und auch er habe 

A._____ weggestossen, wobei A._____ nicht umgefallen sei. A._____ hätte ihn mit 

grossen Augen angeschaut. Er, C._____, habe mit dem Zeigefinger der linken 

Hand auf ihn gezeigt, dass jetzt gut sei. Es sei dann als letzter zur Zelle hinausge-

laufen etc. (Urk. 15/3 F/A 4). Diese detaillierte Schilderung erscheint glaubhaft und 

es kann festgehalten werden, dass entgegen dem Vorbringen von A._____ nicht 

von einer eigentlichen Bewusstlosigkeit von A._____ ausgegangen werden kann, 

was im Übrigen von den anderen Beteiligten bestritten wird. Auch diese Schilde-

rung erscheint zumindest übertrieben. 

4.2.3. Insgesamt ist von einer übertriebenen Beschreibung seiner Hämatome und 

Schmerzen durch A._____ auszugehen, wobei nochmals zu betonen ist, dass sol-

che in der Anklageschrift ohnehin nicht aufgeführt sind. Es ist mit der Vorinstanz 

davon auszugehen, dass die in der Anklageschrift aufgeführten Verletzungen er-

stellt sind und diese A._____ während eher kurzer Zeit Schmerzen in unbestimmter 

Stärke verursachten, letztlich aber doch rasch und folgenlos ausheilten (Urk. 68 

S. 27).

4.3.1. In der Anklageschrift sind weiter Verletzungen von D._____ aufgeführt, näm-

lich eine Rippenprellung, ein Hämatom an der Stirn und eine Verletzung (Sehnen-

anriss) am kleinen Finger der rechten Hand (Urk. 41 S. 5). Die Vorinstanz erwog 

zutreffend, dass diese Verletzungen nicht erstellt sind. Darauf kann vorab ver-

wiesen werden (Urk. 68 S. 28 f.). 

-  25  -

4.3.2. Die in der Anklageschrift aufgeführten Verletzungen von D._____ sind ärzt-

lich nicht dokumentiert worden. Sie basieren lediglich auf den Aussagen von 

D._____. Richtig ist ferner, dass im Insassenstammblatt von D._____ am 17. Mai 

2020 eingetragen wurde, dass auch er in den Arztdienst begleitet wurde und eine 

Verletzung am rechten kleinen Finger erwähnt. Ebenso eine Rissquetschwunde am 

linken Augenlied, eine Schürfwunde an der Stirn sowie ein kleiner Schritt im 

Rippenbereich (GG210024-D: Urk. 53 S. 13). Ein Sehnenriss ist nicht erwähnt. Es 

ist auch nicht die Rede von einer Rippenprellung und bei der Verletzung an der 

Stirn wird eine Schürfwunde erwähnt und kein Hämatom. Eine Rissquetschwunde 

am linken Augenlied ist wiederum gar nicht in der Anklage aufgeführt. D._____ hat 

zwar anlässlich der Schlusseinvernahme die vorgehaltenen Verletzungen der Be-

teiligten gemäss Anklage pauschal bestätigt. Anlässlich der vorinstanzlichen 

Hauptverhandlung hat er seine Verletzungen allerdings bestritten. Er selber hatte 

im Übrigen lediglich von einer Verletzung "wie eine Rippenprellung" gesprochen 

(Urk. 14/1 F/A 4). Die Vorinstanz hält daher zu Recht fest, dass das Verletzungsbild 

des Beschuldigten D._____ mit Blick auf die Aktenlage tatsächlich im Dunkeln 

bleibt und nur auf Mutmassungen beruht. Insbesondere wurde ärztlich nie ein Seh-

nenanriss diagnostiziert. Es lässt sich allein gestützt auf seine früheren Aussagen 

nicht rechtsgenügend erstellen, ob er im Rahmen der Auseinandersetzung tatsäch-

lich einen Sehnenanriss am kleinen Finger rechts, eine Rippenprellung und ein Hä-

matom an der Stirn erlitt oder nur leichte Blessuren der genannten Körperteile da-

vontrug, welche folgenlos und rasch abheilten. Anzufügen ist, dass auch die amtli-

che Verteidigung respektive die unentgeltlichen Rechtsvertretung von A._____ vor-

brachte, dass diese Verletzungen von D._____ und auch die von C._____ nicht 

erstellt seien, da diese nicht dokumentiert seien und einzig auf deren Aussagen 

beruhen würden (Urk. 59 S. 14).

4.3.3. Zusammenfassend ist nach dem Grundsatz "in dubio pro reo" mit der 

Vorinstanz davon auszugehen, dass D._____ höchstens leichte, folgenlose und 

schnell abheilende Blessuren erlitten hat (Urk. 68 S. 29).

4.4. Hinsichtlich C._____ führt die Anklage als Verletzung auf, dass er eine nicht 

näher bekannte Verletzung am linken Fuss mit leichter Gehbehinderung erlitten 

-  26  -

habe (Urk. 41 S. 5). Die Vorinstanz hielt dazu überzeugend fest, dass er sich diese 

Verletzung selber zufügte. Diese sei ihm nicht im Rahmen des Raufhandels von 

einem Dritten zugefügt worden, sondern sei die Folge einer eigenen Unachtsamkeit 

und damit letztlich eines Unfallgeschehens. Sie fügte an dieser Stelle an, dass eine 

solche sich selbst zugefügte Verletzung nicht als einfache Körperverletzung zu 

sehen sei, welche die objektive Strafbarkeitsvoraussetzung des Raufhandels erfüllt 

(Urk. 68 S. 29). Der Beschuldigte hat sich diese Verletzung am Fuss gemäss 

eigenen Angaben zugezogen, weil er wegen der Auseinandersetzung seinen 

Sportschuh verloren habe und nach der Auseinandersetzung im Treppenhaus in 

eine Scherbe gestanden sei. Diese Aussage lässt sich nicht widerlegen, auch wenn 

der Vertreter des Privatklägers grundsätzlich nachvollziehbar geltend macht, dass 

es in der Zelle Scherben hatte und es von daher naheliegend sei, dass der 

Beschuldigte sich die Verletzung in der Zelle zugezogen habe (Urk. 96 S. 6). 

Andere Hinweise für diese Verletzung liegen nicht vor. Es ist demnach von den 

Angaben von C._____ zu dieser Verletzung auszugehen. Entgegen der Anklage ist 

demnach nicht erstellt, dass er sich diese Verletzung unmittelbar durch die tätliche 

Auseinandersetzung in der Zelle zugezogen hat.

4.5.1. Die Anklage hält weiter fest, dass der Beschuldigte bei der Auseinander-

setzung in der Zelle diverse Verletzungen erlitten habe, nämlich Hautabtragungen 

am Oberarm, Ellenbogen, Handinnenfläche und Knie sowie Hautverfärbungen an 

der Stirn und an der Handinnenfläche am Daumenballen (Urk. 41 S. 5). Die 

Vorinstanz erwog grundsätzlich zutreffend, dass die in der Anklage genannten Ver-

letzungen durch das IRM-Gutachten belegt sind (Urk. 68 S. 27 f.; Urk. 7/1; vgl. auch 

die Fotos im Verfahren DG200021-D: Urk. 7/5). Wie bei den in der Anklage aufge-

führten Verletzungen von D._____ ist auch hier indessen wiederum zu korrigieren, 

dass in der Anklage die identische (falsche) Verletzung "mehrere ca. 3 cm scheitel-

wärts der Nasenwurzel ca. 2x1cm grosse stecknadelgrosse Hautverfärbungen an 

der Stirn mittig" genannt wird. Eine solche Verletzung war in der Untersuchung kein 

Thema und ist im IRM-Gutachten nicht aufgeführt. Weiter ist zu korrigieren, dass 

entgegen den Erwägungen der Vorinstanz in der Anklage – obwohl diese Ver-

letzung im Gutachten (Urk. 7/1 S. 4 oben) festgestellt wurde – nicht von einer 

Hautabtragung an der rechten Schultervorderseite die Rede ist (Urk. 68 S. 28). 

-  27  -

4.5.2. Hier stellt sich indessen die Frage, ob diese (ohnehin leichten) Verletzungen 

des Beschuldigten wie angeklagt auf die Auseinandersetzung in der Zelle zurück-

zuführen sind. Es ist zu bedenken, dass der Beschuldigte zuvor Fussball gespielt 

und von A._____ einen Kopfstoss erhalten hat und zu Boden gestützt ist. Der Be-

schuldigte selbst hat in der Untersuchung ausgeführt, sich beim Sturz nach dem 

Kopfstoss beim Fussballspiel an beiden Handballen und im Bereich der Ellbogen 

Abschürfungen zugezogen zu haben (Urk. 12/3 S. 7). Es ist daher insbesondere 

bezüglich der in der Anklageschrift genannten Hautabschürfungen von B._____ an 

seinem rechten Ellenbogen sowie an der rechten Hand und am rechten Knie 

keineswegs rechtsgenügend ausgeschlossen, dass diese vom Fussballspiel und 

der körperlichen Auseinandersetzung von B._____ mit A._____ noch auf dem 

Fussballplatz oder von früheren Ereignissen herrühren und eben nicht von Ausein-

andersetzung in der Zelle von A._____, wie dies bereits im IRM-Gutachten als Mög-

lichkeit erwähnt wird (vgl. Urk. 7/1 S. 5 f., wo der Beschuldigte ebenfalls dahinge-

hend zitiert wird, die Verletzungen an der Innenhand und am Ellenbogen seien bei 

Fussballspiel zustande gekommen). Auch auf den Videoaufnahmen erscheint es 

so – ganz klar ist dies nicht ersichtlich –, dass die Schürfungen am Ellenbogen des 

Beschuldigten bereits vor Beginn des Vorfalls vorhanden waren. Zudem trug der 

Beschuldigte während des Vorfalls in der Zelle sog. Fitnesshandschuhe, die ihm 

vor Verletzungen auf der Handinnenseite wohl einigen Schutz geboten haben dürf-

ten und gegen eine Hautabschürfung an der Handinnenseite aufgrund der 

Auseinandersetzung in der Zelle sprechen. Auch insofern kann der Anklagesach-

verhalt, wonach der Beschuldigte B._____ sämtliche dieser Verletzungen anläss-

lich der Auseinandersetzung in der Zelle erlitten habe, nicht als rechtsgenügend 

erstellt betrachtet werden. 

E. Rechtliche Würdigung

1. Ausgangslage

Die Staatsanwaltschaft wirft sämtlichen Beteiligten (A._____, D._____, C._____ 

und B._____) vor, sich des Raufhandels im Sinne von Art. 133 Abs. 1 StGB schul-

dig gemacht. Die Vorinstanz hat das Vorliegen eines Raufhandels im Sinne von 

Art. 133 Abs. 1 StGB – sowie eines Angriffs im Sinne von Art. 134 Abs. 1 StGB – 

-  28  -

verneint, da die dafür jeweils notwendige objektive Strafbarkeitsbedingung weder 

in Form einer (einfachen) Körperverletzung noch in Form des Todes einer Person 

vorgelegen habe (Urk. 68 S. 30-32). Sämtliche Beteiligten wurden daher vom 

Vorwurf des Raufhandels freigesprochen. Hinsichtlich A._____ ist das erstinstanz-

liche Urteil insoweit bereits vor seiner Berufungsverhandlung in Rechtskraft er-

wachsen. Die Vorinstanz erwog weiter, dass auch keine Verurteilungen wegen Tät-

lichkeiten ergehen könne, da eine Zuordnung der einzelnen Verletzungen als Tät-

lichkeiten in der Anklage nicht erfolgt – und auch nicht möglich – sei und eine ent-

sprechende Verurteilung bereits mit Blick auf das Anklageprinzip nicht erfolgen 

könne (Urk. 68 S. 33). A._____ hatte sich vor Vorinstanz auf den Standpunkt ge-

stellt, dass vorliegend ein Angriff (gegen ihn) vorliege, da nicht erstellt sei, dass er 

selber auch Faustschläge verteilt habe (Urk. 59 S. 25 f.). Mit seiner Berufung als 

Privatkläger verlangt er eine Verurteilung von D._____, C._____ und B._____ we-

gen Angriffs, eventualiter wegen Raufhandels und einfacher Körperverletzung so-

wie subeventualiter wegen Tätlichkeiten.

2. Objektive Strafbarkeitsbedingung beim Raufhandel/Angriff

2.1. Sowohl der Raufhandel im Sinne von Art. 133 StGB wie der Angriff im Sinne 

von Art. 134 StGB setzen voraus, dass die tätliche Auseinandersetzung den Tod 

oder die Körperverletzung eines Menschen zur Folge hat. Dieser Verletzungserfolg 

ist eine objektive (reine) Strafbarkeitsbedingung (Urteil des Bundesgerichts 

6B_1163/2020 vom 25. Februar 2021 E. 3.1.1; BGE 141 IV 454 E. 2.3.2; je m.w.H.). 

Der Sinn dieses Erfordernisses liegt darin, die Strafbarkeit auf ernstzunehmenden 

Schlägereien zu beschränken. Erforderlich ist zumindest eine Körperverletzung im 

Sinne von Art. 123 StGB. Tätlichkeiten reichen nicht aus (Urteil des Bundesgerichts 

6B_619/2013 vom 2. September 2013 E.2.2; BSK StGB/JStG-MAEDER, a.a.O., 

N 22-23a zu Art. 133 StGB; Praxiskommentar StGB-TRECHSEL/MONA, 4. Aufl., 

2021, N 7 zu Art. 133 StGB).

2.2. Art. 123 Ziff. 1 StGB erfasst alle Körperverletzungen, welche noch nicht als 

schwer im Sinne von Art. 122 StGB, aber auch nicht mehr als blosse Tätlichkeiten 

im Sinne von Art. 126 StGB zu werten sind. Die körperliche Integrität ist dann im 

Sinne einer Körperverletzung beeinträchtigt, wenn innere oder äussere Verletzun-

-  29  -

gen oder Schädigungen zugefügt werden, die mindestens eine gewisse Behand-

lung oder Heilungszeit erfordern, also etwa Knochenbrüche, Hirnerschütterungen, 

Quetschungen mit Blutergüssen und Schürfungen, sofern sie um einiges über 

blosse Kratzer hinausgehen. Auf blosse Tätlichkeiten ist umgekehrt zu erkennen, 

wenn Schürfungen, Kratzwunden, kleinere Schwellungen, ,Quetschungen oder 

bloss blaue Flecken offensichtlich so harmlos sind, dass sie in kurzer Zeit vorüber-

gehen und ausheilen. T (BSK StGB/JStG-ROTH/BERKEMEIER, a.a.O., N 3 f. zu 

Art. 123; OFK/StGB/JStG-DONATSCH, 21. Aufl., 2022, N 3 zu Art. 123 StGB; je 

m.H.). Eingriffe in die körperliche Integrität sind insbesondere dann als blosse 

Tätlichkeiten zu qualifizieren, wenn sie lediglich Schrammen, Kratzer, Schürfungen, 

blaue Flecken, Quetschungen und dergleichen bewirken, die keine besondere 

Behandlung erfordern, rasch ausheilen und ferner keine erheblichen Schmerzen 

hervorrufen (vgl. BGE 107 IV 40 E. 5.c.). Im Einzelfall kann eine Einordnung 

schwierig sein, die letztlich eine Frage des richterlichen Ermessens unter Würdi-

gung der konkreten Umstände ist.

2.3. Art der Verletzungen 

Nachfolgend ist demnach zu prüfen, ob die erstellten Verletzungen der an der Aus-

einandersetzung Beteiligten zumindest eine einfache Körperverletzung darstellen.

2.3.1. Im Gutachten des IRM wird zu den Verletzungen von A._____ festgehalten, 

dass diese voraussichtlich innerhalb kurzer Zeit folgenlos abheilen werden 

(Urk. 6/1 S. 4). Der Privatkläger A._____ erlitt vor allem diverse Schleimhautabtra-

gungen sowie Schleimhautverfärbungen und oberflächliche, kratzerartige Hautab-

tragungen. Dabei handelt es sich zwar um unangenehme Folgen, aber noch nicht 

um eigentliche Verletzungen im Sinne von Art. 123 StGB. Diese sind noch wie Krat-

zer, Schürfungen, blaue Flecken, Quetschungen und dergleichen im oben erwähn-

ten Sinne als Verletzungen zu qualifizieren, die gerade noch Tätlichkeiten darstel-

len. Auch die durch das Forensische Institut Zürich erstellte Fotodokumentation der 

Verletzungen von A._____ hinterlässt keinen anderen Eindruck (DG200021-D: Urk. 

8/2). Wie erwogen handelt es sich dabei im Grenzbereich um eine Ermessensfrage. 

Vorliegend handelt es sich um das Ergebnis einer tätlichen Auseinandersetzung 

von drei gegen einen, die zu Verletzungen von A._____ führten, welche letztlich 

-  30  -

ohne Behandlung innerhalb kurzer Zeit folgenlos abheilten und insgesamt die 

Schwelle einer einfachen Körperverletzung gerade noch nicht erreichen. Häma-

tome und (wochenlange) Schmerzen sind in der Anklage nicht aufgeführt. Es ist 

sodann davon auszugehen, dass A._____ die erlittenen Schmerzen übertrieben 

darstellt. Entgegen der Verteidigung (Urk. 59 S. 26) bestehen auch keine Anhalts-

punkte dafür, dass A._____ aufgrund der Auseinandersetzung einen Schock erlitt, 

der einer einfache Körperverletzung gleichkommt. Ferner wurde bereits darauf hin-

gewiesen, dass A._____ nicht bewusstlos war und das Würgen im Rahmen des 

Schwitzkastens nicht gefährdend war und auch sonst keine Spuren hinterliess 

(Urk. 6/1 S. 3 f.). Insgesamt ist davon auszugehen, dass die von A._____ tatsäch-

lich erlittenen Verletzungen ihm wohl Schmerzen bereiteten, letztlich aber rasch 

und folgenlos abheilten. Die Verletzungen des Privatklägers A._____ stellen damit 

im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung noch Tätlichkeiten dar, die nicht 

geeignet sind, die objektive Strafbarkeitsbedingung gemäss Art. 133 Abs. 1 StGB 

zu erfüllen.

2.3.2. Hinsichtlich der in der Anklage aufgelisteten Verletzungen von D._____ 

wurde oben erwogen, dass sich diese nicht rechtsgenügend erstellen lassen. Es ist 

letztlich davon auszugehen, dass er wenn überhaupt nur leichte Blessuren davon-

trug, welche folgenlos und rasch abheilten. Es handelte sich somit auch dabei um 

Verletzungen, die nicht den Schweregrad einer einfachen Körperverletzung im 

Sinne der objektiven Strafbarkeitsbedingung gemäss Art. 133 Abs. 1 StGB errei-

chen.

2.3.3. Die Fussverletzung von C._____ rührt nicht unmittelbar aus der Auseinan-

dersetzung in der Zelle her und ist nicht eine direkte Folge der dort erfolgten 

Schläge, weshalb diese Verletzung die Voraussetzung als objektive Strafbarkeits-

bedingung nicht erfüllt. Eine solche muss aus der wechselseitigen Gewaltanwen-

dung im Rahmen der Auseinandersetzung resultieren. Seine ausserhalb der Zelle 

erlittene Fussverletzung ist Folge einer eigenen Unachtsamkeit. Sie ist nicht unmit-

telbare Folge einer ernstzunehmenden Schlägerei, welche die Strafbarkeit der 

tätlichen Auseinandersetzung begründen soll.

-  31  -

2.3.4. Der Beschuldigte B._____ erlitt Hautabschürfungen, Kratzer und Hautab-

tragungen davon, welche in Würdigung der angeführten Rechtsprechung ebenfalls 

nicht die Intensität einer einfachen Körperverletzung erreichen (vgl. auch Urk. 68 

S. 31 f.). Auch die Fotos seiner Verletzungen stützen dies (DG200021-D: Urk. 7/5). 

Es ist auch bei diesen Schürfungen und Hautabtragungen davon auszugehen, dass 

diese folgenlos und rasch abheilten (DG200021-D: Urk. 7/1 S. 3 ff.; Urk. 7/5). Wie 

oben erwogen kann sodann ohnehin nicht mit genügender Sicherheit davon aus-

gegangen werden, dass sich der Beschuldigte  sämtliche dieser oberflächlichen 

Verletzungen bei der tätlichen Auseinandersetzung in der Zelle von A._____ zuge-

zogen hat. Die Schürfungen und Hautabtragungen erreichen aber ohnehin nicht 

den Schweregrad einer einfachen Körperverletzung im Sinne der objektiven Straf-

barkeitsbedingung gemäss Art. 133 Abs. 1 StGB.

2.4. Verletzung B._____ im Rahmen der "Nachgeschichte" 

2.4.1. Wie in der Anklage unter dem Titel "Nachgeschichte" aufgeführt, stürmte 

A._____ – nachdem B._____ die Zellentüre geschlossen und weggelaufen war – 

aus der Zelle und stach B._____ mit der Klinge eines Speisemessers mit grosser 

Wucht in den Nacken (Urk. 41 S. 6). Die Vorinstanz erwog, dass diese Stichverlet-

zung in einem Zeitpunkt erfolgt sei, in welchem die körperliche Auseinandersetzung 

in der Zelle bereits beendet gewesen sei, weshalb diese Verletzung nicht als ob-

jektive Strafbarkeitsbedingung für die vorherige, bereits abgeschlossene körperli-

che Auseinandersetzung dienen könne (Urk. 68 S. 31 f.). Der Vertreter von 

A._____ hat bereits vor Vorinstanz und auch in der Berufung erneut geltend ge-

macht, er erachte den Angriff in der Zelle sowie die anschliessende Reaktion von 

A._____ als eine Tateinheit, weshalb aufgrund der Stichverletzung im Nacken) von 

B._____ die beim Angriff sowie Raufhandel geforderte objektive Strafbarkeitsbe-

dingung einer einfachen Körperverletzung erfüllt sei (Urk. 59 S. 27; Urk. 96 S. 5 f.). 

2.4.2. Es ist mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass die tätliche Auseinander-

setzung im Zeitpunkt der Attacke von A._____ gegen den Beschuldigten B._____ 

bereits abgeschlossen war, obwohl nur einige wenige Sekunden seit deren 

Abschluss vergangen waren. Dafür spricht vor allem, dass D._____, C._____ und 

B._____ die Zelle verlassen hatten, die Zellentüre wieder verschlossen haben und 

-  32  -

alle drei bereits einige Meter weg von der Zelle weggelaufen waren und alle in die 

andere Richtung schauten. Die Vorinstanz erwägt zu Recht, dass damit ein mög-

licher Angriff oder Raufhandel – für welche es an einer objektiven Strafbarkeitsbe-

dingung gemangelt hätte – für den objektiven Betrachter abgeschlossen war. Das 

nachfolgende Herausstürmen von A._____ mit dem Messer ist als eine neue, 

wenngleich auf den vorherigen basierende, Handlung, mithin als ein neuer Angriff 

zu werten, der überraschend von hinten erfolgte und vom Opfer in keiner Weise 

erwartet wurde. Dieses hat den Täter nicht einmal wahrgenommen, bis es den Stich 

verspürte. Die durch diese Tat verübte Verletzung kann deshalb nicht als objektive 

Strafbarkeitsbedingung für die vorherige, bereits abgeschlossene körperliche Aus-

einandersetzung dienen. Es ist denn auch klar festzuhalten, dass die Staatsanwalt-

schaft dies auch als zwei separate Taten angeklagt hat und die Verletzung von 

B._____ durch den Messerstich von A._____ in der Anklage nicht einmal erwähnt 

bzw. umschrieben wird.

2.4.3. Es ist weiter darauf hinzuweisen, dass gemäss der Lehre die einfache 

Körperverletzung bzw. der Tod einer Person im Sinne der objektiven Strafbarkeits-

bedingung gemäss Art. 133 Abs. 1 StGB noch während des Raufhandels eingetre-

ten sein muss (BSK StGB/JStG-MAEDER, a.a.O., N 28 zu Art. 133 StGB, m.w.H.). 

Das Bundesgericht liess es dabei früher zwar bereits genügen, dass die Verletzung 

durch Gewalttätigkeiten verursacht wird, welche "der durch den unmittelbar voraus-

gegangenen Raufhandel angeheizten Streitlust und der durch ihn angesammelten 

Gemütserregung entspringen", wenn Einzelne, angeheizt durch die vorangegan-

gene grössere Schlägerei, die Gewalttätigkeiten fortsetzen (BGE 106 IV 246 E. 3.). 

Gemäss der in BGE 137 IV 1 E. 4.3.1 begründeten und seither etwa in den Urteilen 

des Bundesgerichts 6B_782/2020 vom 7. Januar 2021 E. 5.1.1, 6B_415/2021 vom 

11. Oktober 2021 E. 4.3.2 sowie 6B_1307/2021 vom 9. Januar 2023 E.2.1.2 ver-

wendeten Formel soll es nunmehr darauf ankommen, ob "die unmittelbare Abfolge 

der Vorkommnisse (in sachlicher, räumlicher und zeitlicher Hinsicht) es gebietet, 

das Tatgeschehen als Einheit zu betrachten" oder ob sich "das Tatgeschehen klar 

in mehrere Handlungseinheiten unterteilen lässt". Entscheidend ist somit, ob der 

vorliegende Sachverhalt gesamthaft als "Einheit" oder als "mehrere Handlungsein-

heiten" zu betrachten ist (vgl. auch BGE 139 IV 168 E. 1.1.4).

-  33  -

Wie erwähnt ist es zwar richtig, dass vorliegend nur ca. fünf Sekunden 

zwischen dem "Abschluss" der Schlägerei in der Zelle und dem anschliessenden 

Messerangriff von A._____ auf den Beschuldigten liegen. Dennoch ist eine Einheit 

dieses Geschehens zu verneinen und im Sinne der angeführten Rechtsprechung 

von mehreren Handlungseinheiten auszugehen. In der Zelle von A._____ fand ein 

allseits provozierter offener Schlagabtausch ohne Waffeneinsatz statt, der bei den 

Beteiligten keine wesentlichen Verletzungen hinterliess. B._____ und D._____ so-

wie C._____ hatten die Zelle des Privatklägers A._____ daraufhin verlassen und 

dessen Zellentüre geschlossen. Entscheidend kommt hierbei hinzu, dass sich eine 

Zellentür nicht mehr von aussen öffnen bzw. nur noch mit einem Schlüssel, nach-

dem sie geschlossen wurde. Ein weiteres Eindringen in die Zelle von A._____ war 

somit B._____, D._____ sowie C._____ nicht mehr möglich. Dies bringt eine klare 

Zäsur des Geschehens mit sich. Der Beschuldigte und D._____ sowie C._____ 

entfernten sich von der Zelle des Privatklägers A._____ und für sie war die Ausein-

andersetzung abgeschlossen. Sie schauten auch nicht mehr nach hinten. Dies 

zeigt in aller Deutlichkeit, dass die bisherige waffenlos in der Zelle von A._____ 

geführte Auseinandersetzung in einer Gesamtbetrachtung beendet war. Trotz des 

nur kurzen zeitlichen Abstands des nachfolgenden Messerangriffs von A._____ 

ausserhalb der zuvor abgeschlossenen Zelle, lässt sich das Geschehen somit doch 

klar in mehrere, zeitlich, räumlich und auch sachlich voneinander zu trennende 

Handlungseinheiten unterteilen. Der überraschende Messerstich des Privatklägers 

A._____ in den Hals-/Nackenbereich des Beschuldigten B._____ von hinten ist so-

mit als neue Handlungseinheit zu werten. Die Stichverletzung am Hals des Be-

schuldigten kann daher nicht zur Begründung der objektiven Strafbarkeitsbedin-

gung gemäss Art. 133 Abs. 1 StGB herangezogen werden. Anzufügen ist am 

Rande, dass die amtliche Verteidigung respektive unentgeltliche Vertretung von 

A._____ vorbringt, das Geschehen sei als Einheit zu betrachten, indessen dennoch 

den Antrag stellt, dass D._____, C._____ und B._____ wegen Angriff zu bestrafen 

seien, obwohl bei dieser Betrachtung A._____ die objektive Strafbarkeitsbedingung 

einer Körperverletzung gesetzt hätte und schon von daher somit klarerweise aktiv 

in die tätliche Auseinandersetzung involviert gewesen wäre. Der Tatbestand des 

Angriffs würde bei dieser Betrachtungsweise somit ohnehin entfallen.

-  34  -

2.5. Fazit

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die erstellten Verletzungen der Beteiligten 

nicht die Intensität einer einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 

Abs. 1 StGB erreichen, weshalb weder dieser Tatbestand noch derjenige des Rauf-

handels im Sinne von Art. 133 Abs. 1 StGB oder des Angriffs im Sinne von Art. 134 

StGB vorliegend gegeben ist. Der Beschuldigte ist demnach vom Vorwurf des Rauf-

handels im Sinne von Art. 133 Abs. 1 StGB freizusprechen.

3. Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB

3.1. Entgegen der Ansicht der Vorinstanz lässt indessen der vorliegende Anklage-

sachverhalt eine Verurteilung des Beschuldigten (wie auch von D._____ und 

C._____) wegen Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB zu. Gemäss dem 

Anklagegrundsatz im Sinne von Art. 9 Abs. 1 StPO kann eine Straftat nur gerichtlich 

beurteilt werden, wenn die Staatsanwaltschaft gegen eine bestimmte Person 

wegen eines genau umschriebenen Sachverhalts beim zuständigen Gericht 

Anklage erhoben hat. Der Inhalt der Anklageschrift ergibt sich aus Art. 325 Abs. 1 

StPO. Das Gericht darf nur den Sachverhalt beurteilen, der in der Anklage aufge-

führt wird. An die darin vorgenommene rechtliche Würdigung ist es jedoch nicht 

gebunden (Art. 350 Abs. 1 StPO). Wenn sich das Gericht aufgrund der Beweislage 

die Meinung bildet, es liege ein anderes als in der Anklage umschriebenes inkrimi-

niertes Verhalten vor, sehen die Art. 329 Abs. 2 und 333 StPO die Möglichkeit der 

Anklageänderung nach Anklageerhebung vor. Keiner Anklageänderung bedarf es 

jedoch, wenn das Gericht zum Schluss gelangt, dass der Anklagesachverhalt einen 

anderen Tatbestand erfüllt, als in der Anklageschrift angegeben ist. Unter Wahrung 

des rechtlichen Gehörs gemäss Art. 344 StPO kann es nach dem Grundsatz iura 

novit curia eine andere rechtliche Würdigung vornehmen als die Staatsanwaltschaft 

(BSK StPO/JStPO-NIGGLI/HEIMGARTNER, 3. Aufl., 2023, N 52 ff. zu Art. 9 StPO).

3.2. Der Privatkläger A._____ verlangt mit seiner Berufung im Subeventualantrag 

die Bestrafung des Beschuldigten wegen Tätlichkeiten. Vorliegend bedarf es keiner 

Anklageergänzung oder -änderung, da die Anklage das inkriminierte Verhalten des 

-  35  -

Beschuldigten genau umschreibt (Urk. 41), weshalb eine rechtliche Würdigung 

dieses Verhaltens ohne weiteres möglich ist.

3.3. Wer gegen jemanden Tätlichkeiten verübt, die keine Schädigung des Körpers 

oder der Gesundheit zur Folge haben, wird, auf Antrag, mit Busse bestraft (Art. 126 

Abs. 1 StGB). Als Tätlichkeit im Sinne dieser Bestimmung gilt eine das allgemein 

übliche und gesellschaftlich geduldete Mass überschreitende physische Einwirkung 

auf einen Menschen, die keine Schädigung des Körpers oder der Gesundheit zur 

Folge hat. Auch die Verursachung von Schmerzen wird nicht vorausgesetzt. Als 

Beispiele zu nennen sind unter anderem Ohrfeigen, Faustschläge, Fusstritte und 

heftige Stösse (OFK StGB/JStG-DONATSCH, a.a.O., N 1 zu Art. 126 StGB). Voraus-

setzung ist somit, dass die Einwirkung auf den Körper eines anderen Menschen 

mindestens eine bestimmte Intensität erreicht. Entgegen der Vorinstanz ist für eine 

Verurteilung wegen Tätlichkeiten eine genaue Zuordnung einzelner Verletzungen 

des Privatklägers A._____ an einen der Beteiligten nicht notwendig. Für die recht-

liche Qualifikation einer Handlung als Tätlichkeit müssen vielmehr gar keine (sicht-

baren) Verletzungen oder Schmerzen festgestellt werden. Es ist erstellt, dass der 

Beschuldigte im Rahmen einer körperlichen Auseinandersetzung absichtlich min-

destens einmal mit der Faust auf den Privatkläger einschlug. Dies ist ohne Weiteres 

als eine Tätlichkeit im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB zu qualifizieren.

3.4. In subjektiver Hinsicht wird Vorsatz vorausgesetzt, wobei Eventualvorsatz 

genügt. Dieser muss sich auf die Tathandlung und den Erfolg beziehen 

(BSK StGB/JStG-ROTH/KESHELAVA, a.a.O., N 13 zu Art. 126 StGB). Vorliegend 

kann der Vorinstanz gefolgt werden, dass es dem Beschuldigten ebenso wie 

D._____ und C._____ darum gegangen ist, dem Privatkläger eine Abreibung zu 

verpassen bzw. ihm eine Lektion zu erteilen (vom "hohen Ross herunterholen"), er 

den Privatkläger jedoch nicht "richtig" zusammenschlagen oder verletzen wollte 

(vgl. Urk. 68 S. 22 f.). Ein darüber hinausgehender Vorsatz des Beschuldigten, den 

Privatkläger schwerer zu verletzen, als tatsächlich geschehen ist, kann nicht erstellt 

werden.

-  36  -

3.5. Fazit

Der Beschuldigte hat sich somit der Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 

StGB schuldig gemacht.

IV. Strafzumessung

A. Allgemeines

Vorliegend hat sich der Beschuldigte der Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 

StGB strafbar gemacht. Als Strafe kommt eine Busse von bis zu Fr. 10'000.– in 

Betracht. Ferner ist für den Fall schuldhafter Nichtbezahlung der Busse eine 

Ersatzfreiheitsstrafe von mindestens einem Tag und höchstens drei Monaten 

festzulegen. Busse und Freiheitsstrafe sind dabei je nach den persönlichen 

Verhältnissen des Täters so zu bemessen, dass er die Strafe erleidet, die seinem 

Verschulden angemessen ist (Art. 106 StGB).

B. Tatkomponenten

In Bezug auf die objektive Tatschwere ist festzuhalten, dass der Beschuldigte den 

Privatkläger in seiner Zelle im Rahmen eines geplanten feigen Vorgehens zu Dritt 

gegen den alleine dastehenden Privatkläger, der sich insbesondere aufgrund des 

"Schwitzkastens" und der Schläge von C._____ und D._____ nicht lange wehren 

konnte, einmal mit der Faust geschlagen hat. Dabei wurden dem Privatkläger ins-

gesamt Schmerzen zugefügt. Dass auch der Privatkläger vorgängig provozierte, 

ändert an diesem verwerflichen Vorgehen nichts. In subjektiver Hinsicht ist festzu-

halten, dass der Beschuldigte direkt vorsätzlich handelte und es sich letztlich um 

eine primitives gewalttätiges Vorgehen handelte, mit dem Ziel den Privatkläger eine 

Abreibung zu verpassen, weil ihm dessen Verhalten nicht passte, was in keiner 

Weise zu entschuldigten ist. Insgesamt ist von einem nicht mehr leichten Verschul-

den auszugehen.

C. Täterkomponente

-  37  -

1. Hinsichtlich der persönlichen Verhältnisse ist auf seine Angaben in der Unter-

suchung sowie anlässlich der gerichtlichen Verhandlungen zu verweisen (Urk. 56 

S. 1-4; Urk. 13/3 S. 12-15; Urk. 95 S. 1-3; vgl. auch Urk. 30/1-3). Der Beschuldigte 

ist 1998 in der Schweiz (H._____) geboren und in I._____ zusammen mit drei 

Schwestern und zwei Brüder bei seinen Eltern aufgewachsen. Gemäss seinen 

Angaben habe er eine gute Jugendzeit gehabt. Nach Besuch der Prima- und 

Sekundarschule Stufe A hat er eine Lehre als Logistiker begonnen. Er sitzt derzeit 

eine zehnjährige Strafe wegen mehrfacher versuchter Tötung – begangen im 

Oktober 2018 – in Pöschwies ab. Anlässlich der Berufungsverhandlung führte er 

aus, im Strafvollzug kurz vor dem Abschluss einer Kochlehre zu stehen. Seine 

Familie arbeite in diesem Bereich bzw. sein Vater führe ein Restaurant und sein 

Zukunftsplan sei es, dann dort weiterzumachen. Seine Schulden würden sich auf 

etwa Fr. 25'000.– belaufen. Vermögen habe er keines. Im Gefängnis erhielt er 

(2021) einen Lohn von Fr. 28.– pro Tag. Er zahle regelmässig Fr. 50.– an die 

Opferhilfestelle für den Schaden der damaligen Opfer und Fr. 50.– an die Gerichts-

kasse.

2. Im Strafregister des Beschuldigten ist eine Vorstrafe verzeichnet (Urk. 86). Mit 

Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich vom 15. Oktober 2018 wurde der 

Beschuldigte wie bereits erwähnt wegen mehrfacher versuchter Tötung und mehr-

facher Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes zu einer Freiheitsstrafe von 

zehn Jahren sowie einer Busse von Fr. 400.– verurteilt. Die vorliegend zu beurtei-

lende Tat hat der Beschuldigte im Vollzug begangen. Diese Vorstrafe wirkt sich 

spürbar straferhöhend aus. Weitere Strafzumessungsgründe sind nicht ersichtlich.

D. Fazit

Unter Einbezug des Verschuldens sowie der persönlichen und finanziellen Verhält-

nisse des Beschuldigten erscheint eine Busse von Fr. 800.– als angemessen. Aus-

gehend von einem praxisgemässen Umwandlungssatz von Fr. 100.– pro Tag ist 

die Dauer der Ersatzfreiheitsstrafe vorliegend mithin auf acht Tage festzusetzen.

-  38  -

V. Zivilansprüche

1. Der Privatkläger A._____ verlangt mit seiner Berufung die Zusprechung einer 

Genugtuung von Fr. 3'000.– unter solidarischer Haftung des Beschuldigten, von 

D._____ und C._____ (Urk. 72 S. 2). Zur Begründung führte er vor der Vorinstanz 

und im Berufungsverfahren aus, dass es augenscheinlich sei, dass der Privatkläger 

A._____ eine schwere Persönlichkeitsverletzung erlitten habe, die auf das rechts-

widrige strafbare Verhalten der Beschuldigten zurückzuführen sei. Es sei ohne 

weiteres erstellt, dass die Beschuldigten ein schweres Verschulden treffe, da sie 

den Privatkläger A._____ grundlos und in Überzahl niedergeschlagen hätten. Die 

Rechtsprechung habe in ähnlich gelagerten Fällen Genugtuungen zwischen 

Fr. 1'000.– und Fr. 3'000.– zugesprochen (Urk. 59 S. 31; Urk. 96 S. 9.).

2. Die Vorinstanz hat das Genugtuungsbegehren des Privatklägers A._____ mit 

der Begründung abgewiesen, dass der Beschuldigte von Schuld und Strafe freige-

sprochen worden sei und der Privatkläger zudem nur Verletzungen erlitten habe, 

die als Tätlichkeiten zu qualifizieren seien. Schliesslich habe der Privatläger im Vor-

feld der Auseinandersetzung eine durchaus aktive Rolle eingenommen habe 

(Urk. 66 S. 33).

3. Gemäss Art. 47 OR kann der Richter bei Tötung oder Körperverletzung eines 

Menschen unter Würdigung der besonderen Umstände dem Verletzten oder den 

Angehörigen des Getöteten eine angemessene Geldsumme als Genugtuung zu-

sprechen. Ferner hat gemäss Art. 49 OR Anspruch auf Leistung einer Geldsumme 

als Genugtuung, wer in seiner Persönlichkeit widerrechtlich verletzt wird, sofern die 

Schwere der Verletzung es rechtfertigt und diese nicht anders wiedergutgemacht 

worden ist. Die Höhe einer Genugtuung hängt dabei in erster Linie von der Art und 

Schwere der Verletzung, der Intensität und Dauer der Auswirkungen auf die 

Persönlichkeit der betroffenen Person sowie vom Grad des Verschuldens des 

Schädigers am Schadensereignis ab. Selbstverschulden des Verletzten spielt 

ebenfalls eine wichtige Rolle (BSK OR-KESSLER, 7. Aufl., Basel 2020, N 20a f. zu 

Art. 47 OR und N 16 zu Art. 49 OR).

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4. Der Privatkläger war im Rahmen der Auseinandersetzung in seiner Zelle 

Opfer von Tätlichkeiten. Das IRM-Gutachten hielt fest, dass die erlittenen Ver-

letzungen voraussichtlich innerhalb kurzer Zeit folgenlos abheilen würden. Dass er 

aufgrund des Vorfalls noch zwei Wochen lang Schmerzen gehabt habe, wie er 

angegeben hatte oder allenfalls sogar psychisch beeinträchtigt worden sei, kann 

nicht erstellt werden und ist auch nicht anzunehmen. Der Privatkläger hat diesbe-

züglich keinerlei Gutachten oder ärztliche Berichte eingereicht. Ferner hat sich der 

Privatkläger selber aktiv an der Auseinandersetzung in der Zelle beteiligt und diese 

massgeblich mitprovoziert. Insgesamt rechtfertigen die geringen Verletzungen des 

Privatklägers als Folge der Auseinandersetzung, zu welcher er nota bene durch 

Provokationen seinerseits ebenfalls beigetragen hat, und die Tatsache, dass er in 

der Zelle zumindest am Anfang selber auch Faustschläge verteilt hat, keine 

Genugtuung. Nach dem Gesagten ist das Genugtuungsbegehren des Privatklägers 

abzuweisen.

VI. Kosten- und Entschädigungsfolgen

1. Kosten der Untersuchung und des erstinstanzlichen Verfahrens

1.1. Fällt die Rechtsmittelinstanz selber einen neuen Entscheid, so befindet sie 

darin auch über die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung (Art. 428 Abs. 3 

StPO).

1.2. Nachdem der Beschuldigte heute der Tätlichkeiten schuldig gesprochen 

wurde, sind ihm die Kosten der Untersuchung und des erstinstanzlichen Verfahrens 

gestützt auf Art. 426 Abs. 1 StPO teilweise aufzuerlegen. In Gewichtung zum 

eigentlichen Anklagevorwurf des Raufhandels rechtfertigt sich eine Kostenauflage 

von einem Viertel, zumal es sich bei Tätlichkeiten um eine blosse Übertretung 

handelt. Im selben Umfang ist auch gestützt auf Art. 135 Abs. 4 StPO eine Rück-

forderung der Kosten der amtlichen Verteidigung vorzubehalten bzw. die Entschä-

digung für die erbetene Verteidigung (Fr. 8'138.–) entsprechend um einen Viertel 

auf Fr. 6'103.50 zu reduzieren. Im Übrigen sind die Kosten auf die Gerichtskasse 

zu nehmen. Die erstinstanzliche Entscheidgebühr ist gestützt auf § 14 GebV OG 

-  40  -

sowie praxisgemäss auf Fr. 1'500.– festzusetzen. Die Gebühr für das Vorverfahren 

beträgt Fr. 1'100.– (vgl. Urk. 49).

2. Kosten des Berufungsverfahrens

2.1. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist praxisgemäss auf 

Fr. 2'000.– festzusetzen (Art. 424 Abs. 1 StPO in Verbindung mit § 16 Abs. 1 und 

§ 14 Abs. 1 GebV OG).

2.2. Die erbetene bzw. ab dem 13. September 2023 amtliche Verteidigung 

(vgl. Urk. 89), Rechtsanwalt lic. iur. Y._____, macht für das Berufungsverfahren 

eine Entschädigung von total Fr. 7'012.20 (inkl. Barauslagen und MwSt.) geltend 

(Urk. 98). Angesichts des Umstands, dass der Verteidiger nur einige wenige Sätze 

plädierte, erscheint dieser Betrag hoch. Anzumerken ist, dass die Verteidigung 

durchgehend einen Stundenansatz von Fr. 300.– in Rechnung stellte, auch für den 

Zeitraum nach dem 13. September 2023. Der Stundenansatz für einen amtlichen 

Verteidiger beträgt indessen lediglich Fr. 220.–. Unter Berücksichtigung des Um-

stands, dass der Beschuldigte sodann im Umfang von einem Viertel unterliegt, er-

scheint es insgesamt angemessen, dem Beschuldigten für die erbetene Verteidi-

gung eine reduzierte Entschädigung in Höhe von Fr. 2'250.– (drei Viertel von 

Fr. 3'000.–) aus der Gerichtskasse zuzusprechen. Für seine Tätigkeit als amtlicher 

Verteidiger erweist sich ein Aufwand von Fr. 2'500.– als ausgewiesen und ange-

messen. 

2.3. Die unentgeltliche Rechtsvertretung des Privatklägers macht für die drei 

Berufungsverfahren eine Entschädigung von total Fr. 6'727.– (inkl. Barauslagen 

und MwSt.) geltend (Urk. 96 S. 10 und Urk. 97/1-2). Der bezifferte Aufwand ist 

ausgewiesen und erscheint angemessen, weshalb der unentgeltliche Rechts-

vertreter des Privatklägers, Rechtsanwalt lic. iur. X._____, antragsgemäss zu 

entschädigen ist. Es erscheint angemessen, seinen Aufwand gleichmässig auf die 

drei Berufungsverfahren zu verteilen – also zu je einem Drittel (je Fr. 2'242.30) –, 

da sämtliche Ausführungen die drei Beschuldigten D._____, C._____ und B._____ 

in gleicher Weise betrifft.

-  41  -

2.4. Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe 

ihres Obsiegens und Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Vorliegend unterliegt die 

Staatsanwaltschaft mit ihren Anträgen zwar vollumfänglich. Die Staatsanwaltschaft 

hat ihre Berufung indessen frühzeitig zurückgezogen. Der Privatkläger unterliegt 

mit seinem Haupt- sowie Eventualantrag ebenfalls vollumfänglich und obsiegt 

lediglich hinsichtlich seines Subeventualantrags in Bezug auf die Verurteilung des 

Beschuldigten wegen Tätlichkeiten. Des Weiteren unterliegt er im Zivilpunkt 

vollumfänglich. Es rechtfertigt sich daher insgesamt – unter Berücksichtigung des 

Umfangs der Anträge –, die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der 

Kosten der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Rechtsvertretung, dem 

Privatkläger zu drei Vierteln und dem Beschuldigten zu einem Viertel aufzuerlegen. 

Zufolge Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ist der Kostenanteil des 

Privatklägers einstweilen auf die Gerichtkasse zu nehmen, unter Vorbehalt der Rü-

ckzahlungspflicht gemäss Art. 138 Abs. 1 StPO i.V.m. Art. 135 Abs. 4 StPO. Diese 

gesetzliche Folge der dem Privatkläger gewährten unentgeltlichen Rechtspflege 

wurde im ausgehändigten Urteilsdispositiv aufgrund eines offensichtlichen Verse-

hens nicht erwähnt und ist der Klarheit halber – der Beschuldigte ist nicht be-

schwert – in Dispositiv-Ziffer 9a zu ergänzen (Art. 83 StPO).

Ferner sind die Kosten der amtlichen Verteidigung im Umfang von drei Vierteln 

definitiv und im Umfang von einem Viertel einstweilen auf die Gerichtskasse zu 

nehmen. Die Rückzahlungspflicht des Beschuldigten ist im Umfang von einem 

Viertel gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO vorzubehalten. Die Kosten der unentgeltlichen 

Vertretung des Privatklägers sind dagegen im Umfang von einem Viertel definitiv 

und im Umfang von drei Vierteln einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen. Die 

Rückzahlungspflicht des Privatklägers ist um Umfang von drei Vierteln gemäss 

Art. 138 Abs. 1 StPO i.V.m. Art. 135 Abs. 4 StPO vorzubehalten.

Es wird beschlossen:

1. Vom Berufungsrückzug der Staatsanwaltschaft wird Vormerk genommen.

-  42  -

2. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Dielsdorf, I. Abteilung, 

vom 13. Juli 2021 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:

"Es wird erkannt:

1.-2. (…)

3. Das Genugtuungsbegehren des Beschuldigten wird abgewiesen.

4.-5. (…)

6. Die Entschädigung von Rechtsanwalt lic. iur. Z._____ für die amtliche Verteidigung des 

Beschuldigten wird auf Fr. 8'167.55 (Fr. 7'282.– Aufwand, Fr. 301.60 Barauslagen und 

Fr. 583.95 Mehrwertsteuer) festgesetzt.

7. (Mitteilung)

8. (Rechtsmittel)"

3. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.

Es wird erkannt:

1. Der Beschuldigte B._____ wird freigesprochen vom Vorwurf des Raufhandels 

im Sinne von Art. 133 Abs. 1 StGB.

2. Der Beschuldigte ist schuldig der Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 

StGB.

3. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Busse von Fr. 800.–.

4. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft 

nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 8 Tagen.

5. Das Genugtuungsbegehren des Privatklägers A._____ wird abgewiesen.

-  43  -

6. Die erstinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

Fr. 1'500.– ; die weiteren Kosten betragen:

Fr. 1'100.–   Gebühr Vorverfahren

Fr. 8'167.55   amtliche Verteidigung (RA Z._____)

7. a) Die Kosten der Untersuchung und des erstinstanzlichen Verfahrens, mit 

Ausnahme der Kosten der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldig-

ten zu einem Viertel auferlegt und im Übrigen auf die Gerichtskasse genom-

men.

b) Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden zu drei Vierteln definitiv 

und zu einem Viertel einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Die Rü-

ckzahlungspflicht des Beschuldigten bleibt im Umfang eines Viertels gemäss 

Art. 135 Abs. 4 StPO vorbehalten.

c) Dem Beschuldigten wird aus der Gerichtskasse eine reduzierte Entschä-

digung für die erbetene Verteidigung in Höhe von Fr. 6'103.50 (drei Viertel von 

Fr. 8'138.–) zugesprochen.

8. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

Fr. 2'000.– ; die weiteren Kosten betragen:

Fr. 2'500.–   amtliche Verteidigung

Fr. 2'242.30   unentgeltliche Vertretung Privatklägerschaft (1/3 von 
  Fr. 6'727.–)

9. a) Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der 

amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Rechtsvertretung, werden 

dem Privatkläger zu drei Vierteln und dem Beschuldigten zu einem Viertel auf-

erlegt. Zufolge Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird der 

Kostenanteil des Privatklägers einstweilen auf die Gerichtkasse genommen, 

-  44  -

unter Vorbehalt der Rückzahlungspflicht gemäss Art. 138 Abs. 1 StPO i.V.m. 

Art. 135 Abs. 4 StPO.

b) Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden im Umfang von drei Vier-

teln definitiv und im Umfang von einem Viertel einstweilen auf die Gerichts-

kasse genommen. Die Rückzahlungspflicht des Beschuldigten bleibt im 

Umfang von einem Viertel gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO vorbehalten.

c) Die Kosten der unentgeltlichen Vertretung des Privatklägers werden im 

Umfang von einem Viertel definitiv und im Umfang von drei Vierteln einst-

weilen auf die Gerichtskasse genommen. Die Rückzahlungspflicht des Privat-

klägers bleibt um Umfang von drei Vierteln gemäss Art. 138 Abs. 1 StPO 

i.V.m. Art. 135 Abs. 4 StPO vorbehalten.

d) Dem Beschuldigten wird aus der Gerichtskasse eine reduzierte Entschä-

digung für die erbetene Verteidigung in Höhe von Fr. 2'250.– (drei Viertel von 

Fr. 3'000.–) zugesprochen.

10. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an

 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten (übergeben)

 die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich (versandt)
 die unentgeltliche Vertretung des Privatklägers A._____ im Doppel für 

sich und die Privatklägerschaft (übergeben)

sowie in vollständiger Ausfertigung an

 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten

 die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich
 die unentgeltliche Vertretung des Privatklägers A._____ im Doppel für 

sich und die Privatklägerschaft

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälliger 

Rechtsmittel an

 die Vorinstanz

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 die Kantonspolizei Zürich, KDM-ZD, mit separatem Schreiben (§ 54a 
Abs. 1 PolG)

 die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA zur Entfernung der Daten gemäss 
Art. 32 Abs. 1 StReG mittels Kopie von Urk. 86.

8. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden.

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der gemäss Art. 35 und 35a 

BGerR zuständigen strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichts (1000 Lau-

sanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschriebenen 

Weise schriftlich einzureichen.

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer

Zürich, 8. Februar 2024

Der Präsident:

Oberrichter lic. iur. S. Volken

Die Gerichtsschreiberin:

MLaw A. Sieber