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**Case Identifier:** c0f271a2-571a-5574-ac74-43991b1b4bc7
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-02-17
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 17.02.2021 IV 2019/264
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_IV-2019-264_2021-02-17.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2019/264

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 24.08.2021

Entscheiddatum: 17.02.2021

Entscheid Versicherungsgericht, 17.02.2021
Art. 16 ATSG; Art. 28 Abs. 1 IVG: Anspruch auf eine halbe Invalidenrente. 
Anforderungen an den Beweiswert von Arztberichten. Verwertbarkeit der 
Restarbeitsfähigkeit bejaht. Prozentvergleich. Abzug vom Tabellenlohn 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 17. 
Februar 2021, IV 2019/264).

Entscheid vom 17. Februar 2021

Besetzung

Versicherungsrichterinnen Michaela Machleidt Lehmann (Vorsitz), Karin Huber-

Studerus und Corinne Schambeck; a.o. Gerichtsschreiberin Stefanie Ehrbar

Geschäftsnr.

IV 2019/264

Parteien

A.___

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Markus Stadelmann, Stadelmann & Gubler 

Rechtsanwälte, Amriswilerstrasse 50, Postfach 359, 8570 Weinfelden,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

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Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ meldete sich am 18. August 2017 unter Hinweis auf ein asymptomatisches 

Myelom zum Bezug von Leistungen bei der Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Seit 

dem 2. August 2017 hatte er sich einer Erstlinientherapie mit Kyprolis, Revlimid und 

Dexamethason im Spital B.___ unterzogen (IV-act. 7-3 und 12). Der behandelnde 

Onkologe Dr. med. C.___, Oberarzt Innere Medizin und Leiter Onkologisches 

Ambulatorium des Spitals B.___, attestierte ihm eine Arbeitsunfähigkeit von 100% ab 

August 2017 (IV-act. 11). Der Versicherte war vom 1. Juli 2011 bis 31. Oktober 2017 bei 

der D.___ AG als Mitarbeiter in der Elektro Vormontage (Kabelkonfektionierung) 

angestellt gewesen. Der Arbeitgeber hatte das Arbeitsverhältnis aufgrund einer 

Reorganisation gekündigt (IV-act. 21).

A.a. 

Dr. C.___ berichtete im IV-Arztbericht vom 3. April 2018, dass der Versicherte auf 

die Erstlinienchemotherapie sehr gut angesprochen habe. Im Verlauf sei auch die 

Polyneuropathie gemäss Schilderung des Versicherten stark regredient gewesen. In 

der neuro-muskulären Untersuchung hätte sich insbesondere an den oberen 

Extremitäten eine Besserung der Nervenleitgeschwindigkeit bei variablen und teilweise 

verbesserten Befunden der unteren Extremitäten gezeigt. Aus seiner Sicht würde er 

eine arbeitsmedizinische Beurteilung befürworten, bei insbesondere subjektiver 

Verbesserung unter der vorgenommenen Behandlung und objektivierbarer 

Verbesserung hinsichtlich der neurologischen Abklärungen. Auch der Versicherte 

bekunde nach mehrfachem Besprechen der Arbeitsfähigkeit den Wunsch, wieder ins 

Arbeitsleben zurückzukehren (IV-act. 38-2).

A.b. 

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Mit Mitteilung vom 30. Mai 2018 wies die IV-Stelle den Antrag auf berufliche 

Massnahmen ab, da sich der Versicherte subjektiv nicht in der Lage fühle, an 

Eingliederungsbemühungen mitzuwirken (IV-act. 49).

A.c. 

Dem IV-Arztbericht vom 12. Juli 2018 von Dr. med. E.___, Facharzt Psychiatrie 

und Psychotherapie, Chefarzt Klinik F.___, lässt sich entnehmen, dass der Versicherte 

seit dem 20. März 2018 wöchentlich zur Gesprächspsychotherapie erschienen sei. 

Vom 4. bis 29. Juni 2018 hätte er an einer integrativen tagesklinischen Behandlung mit 

täglicher Therapiepräsenz teilgenommen. Vom 23. März bis zum 29. Juni 2018 sei er zu 

50% arbeitsunfähig gewesen, ab dem 30. Juni 2018 aus psychiatrischer Sicht 

höchstens noch zu 20%. Aktuell würden tägliche kurzandauernde 

Stimmungseinbrüche, Rückzugstendenzen, rasche körperliche und geistige 

Erschöpfung vorliegen. Er diagnostizierte eine Anpassungsstörung mit kürzerer 

depressiver Reaktion (ICD-10: F 43.20), gegenwärtig teilweise remittiert und einen 

Verdacht auf Cancer related fatigue Syndrom, gegenwärtig teilremittierte Symptomatik. 

Aus rein psychiatrischer Sicht könne prognostisch im Längsschnitt mit einer 

mindestens 70%igen Arbeitsfähigkeit gerechnet werden. Es bestehe eine 

eingeschränkte Konzentrationsdauer sowie allgemeine reduzierte psychophysische 

Belastbarkeit mit vermehrtem Erholungsbedarf. Als Ressourcen seien eine erhaltene 

Tagesstruktur, sehr stabile Familienverhältnisse bzw. ein unterstützendes soziales Netz 

und gute Sprachkenntnisse vorliegend. Die Prognose zur Eingliederung sei infolge 

Mitberücksichtigung der körperlichen Komorbidität und Notwendigkeit der laufenden 

Chemotherapie (zwei Mal pro Woche) offen (IV-act. 53).

A.d. 

Dr. med. G.___, Klinik für Neurologie des Kantonsspitals St. Gallen, hielt im IV-

Arztbericht vom 29. Juni 2018 folgende Diagnosen fest: eine längenabhängige, 

vorwiegend demyelinisierende motorische (vor allem elektrophysiologisch) und sensible 

(vor allem klinisch) Polyneuropathie, ein Restless Legs Syndrom, ein asymptomatisches 

Multiples Myelom, eine traumatisch axonale Läsion des N. suralis links im Bereich des 

Sprunggelenks, eine Diskushernie und eine Osteochondrose LWK5 /SWK1 mit extra­

foraminaler Ausspannung der Spinalnerven L5 bds. rechts akzentuiert und ein 

obstruktives Schlafapnoesyndrom. In der Kontrolle vom 24. Mai 2018 hätte der 

Beschwerdeführer unveränderte Kribbelempfindungen im Bereich der Arme und Beine 

angegeben. Betreffend Einschränkungen in der Arbeitsfähigkeit könnten keine Angaben 

A.e. 

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gemacht werden und eine Prognose sei schwierig. Eine Wiedereingliederung dürfte 

sich positiv auf die Schmerzentwicklung auswirken (IV-act. 56).

Im IV-Arztbericht vom 30. Juli 2018 hielt Dr. C.___ fest, dass der Versicherte zwei 

Mal pro Woche zur Therapie erscheine. Es bestünden unverändert subjektive 

Beschwerden im Rahmen der Polyneuropathie der unteren Extremitäten. Ansonsten 

hätte sich die Situation medizinisch sehr gut entwickelt und der Versicherte habe 

exzellent auf die Chemotherapie angesprochen. Längerfristig sei aus onkologischer 

Sicht nicht mehr mit einer höhergradigen Arbeitsunfähigkeit zu rechnen und eine 

baldige Wiederaufnahme einer Erwerbstätigkeit möglich (IV-act. 58).

A.f. 

Die zuständige RAD-Ärztin würdigte die eingereichten Arztberichte und gab an, es 

liege ein stabiler Gesundheitszustand vor. Die Arbeitsfähigkeit in der angestammten 

Tätigkeit als Elektriker sei seit dem 3. August 2017 aufgehoben. In einer 

leidensangepassten Tätigkeit sei der Versicherte vier Stunden pro Tag, steigerbar auf 

ein Pensum von 70% arbeitsfähig. Es sollte sich um eine leichte, wechselbelastende 

Tätigkeit ohne hohe Anforderungen an die Feinmotorik handeln (IV-act. 59-2).

A.g. 

Mit Arztbericht vom 5. September 2018 berichtete Dr. C.___ von einem labor­

chemisch sehr guten Ansprechen auf die Chemotherapie und einem erstaunlichen 

Rückgang der Polyneuropathie-Beschwerden um ca. 70% subjektiver Natur. Die 

Behandlung solle um weitere fünf Monate fortgeführt werden (IV-act. 61).

A.h. 

Dr. G.___ hielt im Arztbericht vom 21. September 2018 fest, dass die 

Beinbeschwerden als sehr variabel beschrieben worden seien. Die 

Kribbelmissempfindungen und das Brennen der Fusssohlen seien insgesamt 

weitgehend unverändert gewesen bei permanentem Vorhandensein mit einer 

Schmerzintensität von 8/10. Klinisch neurologisch und elektrophysiologisch hätte sich 

ein stabiler Befund gezeigt, im Vordergrund würde die Schmerzproblematik stehen. 

Beklagt würden ferner eine Tagesmüdigkeit und eine Tagesschläfrigkeit. Die 

Fahreignung sei jedoch gegeben (IV-act. 63). Im IV-Arztbericht vom 4. Oktober 2018 

führte sie aus, die Prognose hinsichtlich der neurologischen Problematiken hänge vom 

Verlauf des Myeloms ab, wobei sich unter der aktuellen Therapie die Situation 

stabilisiert hätte. Aus rein neurologischer Sicht bestehe aufgrund der klinischen 

A.i. 

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Symptome eine Arbeitsunfähigkeit von 20%. Die Beurteilung der schmerzbedingten 

Einschränkungen müsste im Rahmen einer Verhaltensbeobachtung von 

arbeitsmedizinischer Seite her beurteilt werden. Aufgrund der vorliegenden 

Krankheitsbilder sei von einer sehr komplexen Situation auszugehen (IV-act. 65-5 f.).

Nach Würdigung der eingereichten Arztberichte legte die RAD-Ärztin die Arbeits­

fähigkeit für leichte, wechselbelastende Tätigkeiten ohne hohe Anforderungen an die 

Feinmotorik auf 70% fest. Aus psychiatrischer Sicht bestehe im Längsschnitt seit 

Behandlungsbeginn eine Arbeitsfähigkeit von 70%, aus onkologischer Sicht werde 

keine höhergradige Arbeitsunfähigkeit mehr attestiert und aus neurologischer Sicht sei 

eine Arbeitsunfähigkeit von 20% attestiert worden. Seit dem 29. August 2018 habe 

eine Arbeitsfähigkeit von 50% bestanden. Seit Oktober 2018 sei gesamthaft von einer 

Arbeitsfähigkeit von 70% in einer adaptierten Tätigkeit auszugehen (Stellungnahme 

vom 29. Oktober 2019, IV-act. 66).

A.j. 

Mit Vorbescheid vom 7. November 2018 stellte die IV-Stelle die Abweisung des 

Rentengesuchs in Aussicht. Aufgrund der medizinischen Beurteilung bestehe eine 

70%ige Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten und ein nicht 

rentenbegründender Invaliditätsgrad von 28% (IV-act. 69). Im dagegen erhobenen 

Einwand vom 26. November 2018, samt Ergänzung vom 29. Januar 2019, machte der 

Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur Markus Stadelmann, geltend, die 

Resterwerbsfähigkeit sei aufgrund seines Alters nicht verwertbar. Betreffend 

Arbeitsfähigkeit sei ferner festzuhalten, dass der behandelnde Psychiater nun von einer 

Arbeitsunfähigkeit von 50% ausgehe und nicht mehr von lediglich 30%. Die 

Wechselwirkungen der attestierten Arbeitsunfähigkeiten aus verschiedenen 

Fachrichtungen müssten im Rahmen eines polydisziplinären Gutachtens ermittelt 

werden. Bei der Berechnung des Invaliditätsgrades sei von einem zu hohen 

Invalideneinkommen ausgegangen worden, da bei den Durchschnittslöhnen auch 

langjährige Mitarbeiter mit entsprechenden Lohnsteigerungen erfasst seien. Diese 

Einkommen erreiche der Versicherte sicherlich nicht. Zudem sei ein Leidensabzug von 

20% vorzunehmen aufgrund der Teilzeitarbeit und leidensbedingten Einschränkungen 

(IV-act. 70 und 74).

A.k. 

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Dr. E.___ hielt im nachgereichten Arztbericht vom 28. Januar 2019 an Dr. C.___ 

fest, dass sich die initiale Anpassungsproblematik mit depressiver Reaktion und 

erheblicher Dekonditionierung sowie allgemeiner Ängstlichkeit seit der 

Therapieaufnahme merklich gebessert hätte. Gegenwärtig würden eine ersichtliche, 

rasche körperliche Ermüdung, polyneuropathische Beinschmerzen, eine 

eingeschränkte Konzentrationsdauer sowie eine rasche allgemeine geistige 

Erschöpfung sowie starke Affektlabilität im Vordergrund stehen. Unter 

Berücksichtigung der onkologischen Therapiemassnahmen könne von einem Cancer 

related fatigue Syndrom ausgegangen werden, welches die Arbeitsfähigkeit zu 

mindestens 50% dauernd einschränken würde (IV-act. 77). Am 1. April 2019 berichtete 

Dr. E.___ von einer depressiven Episode im Rahmen einer mittlerweile rezidivierenden 

depressiven Störung. Bereits im Bericht vom 4. April 2018 (vgl. IV-act. 58-3 ff.) habe er 

die Arbeitsdiagnose einer Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion gestellt, wobei 

in der medizinischen Fachliteratur die Möglichkeit einer Koexistenz von Depression 

bzw. depressiver Anpassungsstörung und Cancer related fatigue Syndrom anerkannt 

sei. Mittlerweile hätte der Versicherte auch unter einer intermittierenden schweren 

depressiven Symptomatik gelitten. Unter der etablierten Therapie hätte sich die 

depressive Symptomatik wieder leicht beruhigt und gegenwärtig sei objektiv eine 

mittelgradig depressive Episode zu diagnostizieren. Zusätzlich läge ein Schlafapnoe-

Syndrom vor, welches bekanntlich auch auf die Fatigue Symptomatik assoziiere und 

die depressive Symptomatik sowie die allgemeine Leistungsfähigkeit des Patienten 

zusätzlich negativ beeinflusse. Aus psychiatrischer Sicht könne im Längsschnitt 

höchstens eine 50%ige Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten attestiert 

werden. Dabei seien Tätigkeiten mit sehr hohen Anforderungen an die 

Konzentrationsdauer und geistige Flexibilität (z. B. Fliessbandarbeit, Tätigkeiten mit 

sehr häufigem Wechsel der Arbeitsabläufe und mit Verletzungsgefahr) sowie 

Tätigkeiten mit sehr hohen Anforderungen an die allgemeine psychische Belastbarkeit 

(z.B. Tätigkeiten unter vielen äusseren Reizen, insbesondere Lärm, Arbeiten in einem 

grossen Team oder mit viel Kundenkontakt) nicht geeignet (IV-act. 83).

A.l. 

Die zuständige RAD-Ärztin hielt fest, dass der nun ausführliche Bericht und die 

Beurteilung der Arbeitsfähigkeit plausibel erscheinen würden. Der Bericht sei zusätzlich 

dem RAD-Psychiater vorgelegt worden. Der psychopathologische Status erfülle die 

A.m. 

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Diagnosekriterien einer mittelgradigen depressiven Störung und die beschriebene 

Therapie sei korrekt. Ferner sei die attestierte Arbeitsfähigkeit nachvollziehbar aufgrund 

des psychischen Leidens. Aufgrund der zusätzlichen Diagnosen verfüge der 

Versicherte nicht über die nötigen Ressourcen um eine höhere Arbeitsfähigkeit 

umzusetzen und die depressive Symptomatik zu überwinden (IV-act. 84).

Mit Vorbescheid vom 21. Mai 2019 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die 

Zusprache einer halben Rente ab 1. August 2018 in Aussicht. In der Gesamtschau 

bestehe in leidensangepassten Tätigkeiten eine Arbeitsfähigkeit von 50%. Aufgrund der 

Umstellung von grobmotorischen auf feinmotorische Arbeiten sei ein Leidensabzug von 

10% zu berücksichtigen. Damit betrage die behinderungsbedingte Erwerbseinbusse 

54% (IV-act. 87-2). Dagegen liess der Versicherte durch seinen Rechtsvertreter am 26. 

Juni 2019 Einwand erheben. Darin verneinte er erneut die Verwertbarkeit der 

Resterwerbsfähigkeit. Eventualiter werde der Grad der Arbeitsunfähigkeit von 50% 

grundsätzlich akzeptiert, das Valideneinkommen sei jedoch zu tief angesetzt worden. 

Der Lohn der letzten Jahre bei der D.___ AG habe variiert, wobei im Jahr 2016 das 

tiefste Einkommen erzielt worden sei, in welchem der Versicherte bereits 

gesundheitlich angeschlagen gewesen sei. Unter Beizug der Einkommen zwischen 

2012 und 2016 lasse sich ein Durchschnittseinkommen von Fr. 66'361.80 errechnen. 

Ferner sei neben dem leidensbedingten Abzug von 10% auch ein Teilzeitabzug von 

10% zu gewähren und somit gesamthaft ein Abzug von 20%. Somit resultiere im 

Ergebnis eine Dreiviertelsrente (IV-act. 90).

A.n. 

Mit Verfügung vom 28. August 2019 sprach die IV-Stelle dem Beschwerdeführer 

mit Wirkung ab dem 1. August 2018 bei einem IV-Grad von 59% eine halbe Rente zu. 

Die IV-Stelle hielt an der Verwertbarkeit der Resterwerbsfähigkeit fest, da es sich beim 

vorgerückten Alter und fehlender Berufsbildung um invaliditätsfremde Faktoren handle. 

Nach Rücksprache mit der ehemaligen Arbeitgeberin sei das Valideneinkommen von 

Fr. 64'629.-- zu belassen.  Neu werde zusätzlich ein Teilzeitabzug von 10% gewährt, 

wodurch sich das Invalideneinkommen auf Fr. 26'581.-- belaufe. In der Summe 

bestehe weiterhin ein IV-Grad von 59% (IV-act. 96 und 93-1).

A.o. 

Gegen die Verfügung vom 28. August 2019 lässt A.___, vertreten durch 

Rechtsanwalt lic. iur. Markus Stadelmann, am 30. September 2019 Beschwerde 

A.p. 

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erheben. Er beantragt, die angefochtene Verfügung sei unter Kosten- und 

Entschädigungsfolge teilweise aufzuheben. Es sei ihm mit Wirkung ab dem 1. August 

2018 eine ganze Rente, eventualiter eine Dreiviertelsrente zuzusprechen. Aufgrund des 

Alters, der anerkannten Einschränkungen, der fehlenden Ausbildung sowie 

Berufserfahrung sei der Beschwerdeführer auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nicht 

mehr vermittelbar. Bei der Festlegung des Valideneinkommens sei von einem 

Durchschnittseinkommen aus den Vorjahren 2012-2016 und somit von Fr. 66'361.80 

auszugehen. Betreffend das Invalideneinkommen seien ein Lohn von monatlich max. 

Fr. 4'500.-- und ein Jahreseinkommen von Fr. 58'500.-- zu berücksichtigen, da ältere 

Neueinsteiger die erhobenen Durchschnittslöhne sicherlich nicht erzielen würden. 

Zusätzlich wäre ein leidensbedingter Abzug von 20% angemessen. Insgesamt ergebe 

sich somit zumindest Anspruch auf eine Dreiviertelsrente (act. G 1).

Mit Beschwerdeantwort vom 29. November 2019 beantragt die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Das psychiatrische 

Anforderungsprofil sei nicht derart einschränkend, dass es für den Beschwerdeführer 

keine passende Stelle mehr auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt gäbe. Vielmehr 

handle es sich nur um ein sehr leicht einschränkendes Anforderungsprofil, welches nur 

wenige Tätigkeiten auf dem Hilfsarbeitermarkt ausschliessen würde. Auch aus 

somatischer Sicht seien keine schweren Einschränkungen ersichtlich. Ebenfalls könne 

infolge einer verbleibenden Aktivitätsdauer von dreieinhalb Jahren aufgrund des Alters 

nicht von einer Unverwertbarkeit der Resterwerbsfähigkeit ausgegangen werden. Bei 

der Ermittlung des Valideneinkommens seien die ausbezahlten Überstunden 

berücksichtigt und ein Durchschnittswert aus den Jahren 2014-2016 errechnet worden, 

infolge der bestehenden Einkommensschwankungen. Dieses Vorgehen sei nicht zu 

beanstanden. Aufgrund der stetigen Reduktion des Einkommens seit 2013 stelle die 

Annahme eines Durchschnittswertes der Jahre 2014 bis 2016 bereits ein 

Entgegenkommen der Beschwerdegegnerin dar. Der Beschwerdeführer könne nicht 

verlangen, dass auch die Einkommen der Jahre 2012 und 2013 in die Berechnung 

einfliessen müssen, nur, weil diese noch etwas höher ausgefallen seien. Das Abstellen 

auf die Tabellenlöhne entspreche der gängigen Praxis und sei somit nicht zu 

beanstanden. Zudem sei kein weiterer Tabellenlohnabzug angezeigt, da in der 

A.q. 

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Erwägungen

1.  

angefochtenen Verfügung bereits ein Gesamtabzug von 20% berücksichtigt worden sei 

(act. G 4).

Mit Replik vom 27. April 2020 hält der Beschwerdeführer an seinen Anträgen und 

Ausführungen fest. Bei der Frage der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit seien 

auch die neurologischen Einschränkungen zu beachten. Aus neurologischer Sicht sei 

eine Teilarbeitsfähigkeit lediglich für leichte, wechselbelastende Tätigkeiten ohne hohe 

Anforderungen an die Feinmotorik gegeben. Der Beschwerdeführer hätte schon immer 

auf einem Nischenarbeitsgebiet gearbeitet und verfüge über keine praktischen 

Erfahrungen für allgemeine Hilfsarbeitertätigkeiten. Ferner lasse die bundesgerichtliche 

Rechtsprechung erkennen, dass je höher der Grad der Arbeitsunfähigkeit sei, desto 

eher bei älteren Arbeitnehmern von einer fehlenden Verwertbarkeit ausgegangen 

werde. Unter Berücksichtigung aller Umstände könne im konkreten Fall keineswegs 

von einer Verwertbarkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt ausgegangen werden. 

Betreffend Ermittlung des Valideneinkommens sei anzumerken, dass sich der 

Gesundheitszustand bereits vor der IV-Anmeldung verschlechtert hätte und das 

Leisten von Überstunden je länger desto mehr verunmöglicht worden sei. Deshalb sei 

es nicht gerechtfertigt, lediglich auf die Einkommen der letzten drei Jahre vor der 

Anmeldung abzustellen (act. G 12).

A.r. 

Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine Duplik (act. G 14).A.s. 

Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der 

Rentenanspruch des Beschwerdeführers.

1.1. 

Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über 

die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder 

die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare 

Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), 

während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% 

arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% 

invalid sind (lit. c). Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die voraussichtlich 

1.2. 

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bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. 

Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder 

psychischen Gesundheit verursachte oder nach zumutbarer Behandlung und 

Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf 

dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für 

die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen 

der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit 

liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 

ATSG).

Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die 

versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie 

mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht 

ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% 

ein Anspruch auf eine Viertelsrente.

1.3. 

Um den Grad der Arbeitsfähigkeit im Erwerbsbereich bestimmen zu können, ist die 

Verwaltung - und im Beschwerdefall das Gericht - auf Unterlagen angewiesen, die 

ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 

Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es dabei, den Gesundheitszustand zu beurteilen 

und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten 

die versicherte Person arbeitsfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Ob einer 

versicherungsmedizinischen Expertise oder einem ärztlichen Bericht Beweiswert 

zukommt, stellt eine frei überprüfbare Rechtsfrage dar. Hinsichtlich des Beweiswertes 

eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange 

umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben 

worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der 

Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerung der 

Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweis).

1.4. 

Im Sozialversicherungsrecht gilt der Untersuchungsgrundsatz. Verwaltung und 

Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige 

Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (BGE 122 V 157 E. 1a). 

Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den 

streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben 

Verwaltungsbehörden und das Sozialversicherungsgericht zusätzliche Abklärungen 

stets dann vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der 

Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebenden Anhaltspunkte 

1.5. 

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2.  

hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 E. 4a). Im Sozialversicherungsrecht hat 

das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nichts abweichendes vorsieht, nach 

dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. BGE 126 V 353 

E. 5b; BGE 125 V 193 E. 2, je mit Hinweisen).

Zunächst ist zu prüfen, ob der Sachverhalt in medizinischer Hinsicht spruchreif 

abgeklärt wurde und eine verlässliche Grundlage für die Beurteilung der 

Arbeitsfähigkeit besteht. Die Beschwerdegegnerin geht von einer 50%igen 

Arbeitsfähigkeit in leidensangepasster Tätigkeit aus (IV-act. 93) und stützt sich dabei 

insbesondere auf den Arztbericht von Dr. E.___ vom 1. April 2019 (IV-act. 83) und die 

RAD-Stellungnahme vom 18. April 2019 (IV-act. 84). Der Beschwerdeführer bestreitet 

die attestierte Arbeitsfähigkeit nicht grundsätzlich (vgl. Einwand vom 26. September 

2019, IV-act. 90-1) bzw. im Rahmen der Beschwerde jedenfalls weder explizit noch 

substantiiert (vgl. act. G 1 Ziff. 7).

2.1. 

Aus neurologischer Sicht war dem IV-Arztbericht vom 4. Oktober 2018 von Dr. 

G.___ zu entnehmen, dass die Prognose hinsichtlich der neurologischen Problematiken 

(Polyneuropathie und symptomatisches Restless Legs Syndrom) vom Verlauf des 

Myeloms abhänge. Unter den aktuellen Therapien hätte sich die Situation stabilisiert, 

es sei aber mit Rezidiven zu rechnen. Aus rein neurologischer Sicht sei aufgrund der 

klinischen Symptome von einer ca. 20%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Die Beur­

teilung der schmerzbedingten Einschränkung als subjektiv führendem Symptom 

gestalte sich schwierig. Beim Beschwerdeführer bestehe insgesamt eine komplexe 

Situation, da die Arbeitsfähigkeit auch durch das Myelom, das Schlafapnoesyndrom 

und die multifaktorielle Tagesmüdigkeit sowie Tagesschläfrigkeit eingeschränkt sei (IV-

act. 65).

2.2. 

Aus onkologischer Sicht hielt Dr. C.___ in seinem Bericht vom 5. September 2018 

fest, dass der Beschwerdeführer auf die Chemotherapie laborchemisch sehr gut 

angesprochen habe und es insbesondere zu einem erstaunlichen Rückgang der 

Polyneuropathie-Beschwerden um ca. 70% subjektiver Natur gekommen sei. Die 

Behandlung (insgesamt 18 Zyklen) werde fortgeführt für weitere fünf Monate (IV-act. 

61). Dr. C.___ hatte zuvor am 30. Juli 2018 berichtet, dass aus onkologischer Sicht 

längerfristig nicht mehr mit einer höhergradigen Arbeitsunfähigkeit gerechnet werden 

könne und er eine arbeitsmedizinische Beurteilung unterstütze (IV-act. 58-2).

2.3. 

Dr. E.___ führte in seinem Bericht vom 1. April 2019 aus, dass er die im vorherigen 

Bericht vom 28. Januar 2019 (IV-act. 77-1) gestellte Diagnose eines Cancer related 

2.4. 

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3.  

fatigue Syndrom korrigieren müsse, da die konkrete Chemotherapie gemäss Dr. C.___ 

kein Cancer related Fatigue Syndrom auszulösen vermöge. Aufgrund der anamnetisch 

erhobenen Symptome, der objektiven psychiatrischen Befunde und des Krankheits­

verlaufs seit der Therapieaufnahme sei beim Beschwerdeführer eine depressive 

Episode im Rahmen einer mittlerweile rezidivierenden depressiven Störung zu 

diagnostizieren. Zwischenzeitlich hätte er auch unter einer intermittierenden schweren 

depressiven Symptomatik gelitten. Unter der etablierten therapeutischen Massnahme 

hätte sich die depressive Symptomatik wieder leicht beruhigt und gegenwärtig sei 

objektiv von einer mittelgradig depressiven Episode auszugehen. Nach der bereits über 

einjährig anhaltenden depressiven Symptomatik in unterschiedlichem Ausmass, müsse 

beim Beschwerdeführer von einer rezidivierenden depressiven Störung ausgegangen 

werden. Das Schlafapnoe-Syndrom beeinflusse die depressive Symptomatik und die 

allgemeine Leistungsfähigkeit zusätzlich negativ. Aufgrund der eingeschränkten 

Konzentrationsdauer, der raschen körperlichen und geistigen Ermüdung, der 

Einschränkung der geistigen Flexibilität infolge der formalen Denk- und 

Antriebsstörungen sowie einer verlangsamten Psychomotorik könne dem 

Beschwerdeführer aus psychiatrischer Sicht im Längsschnitt höchstens eine 50%ige 

Arbeitsfähigkeit für adaptierte Tätigkeiten attestiert werden (IV-act. 83). Betreffend 

Ressourcen hatte der Psychiater eine gegenwärtig erhaltene Tagesstruktur, sehr stabile 

Familienverhältnisse bzw. unterstützendes soziales Netz sowie gute Sprachkenntnisse 

festgehalten. Die körperliche Komorbidität würde aktuell im Vordergrund stehen (IV-act. 

53).

In einer Gesamtschau vermögen die ausführlichen Berichte der behandelnden 

Ärzte in den Disziplinen Psychiatrie, Neurologie und Onkologie zu überzeugen. Aus 

somatischer Sicht wurde zwar eine gewisse Besserung der Beschwerden und gutes 

Ansprechen auf die chemotherapeutische Behandlung beschrieben, die behandelnden 

Ärzte hielten andrerseits auch fest, dass die Krankheit unheilbar sei und auch wieder 

eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes eintreten könne. Aus den von den 

Ärzten beschriebenen Diagnosen und deren Auswirkungen geht zudem hervor, dass 

eine Polymorbidität vorliege und die Krankheitsbilder sich teilweise überlagern und 

wechselseitig beeinflussen würden. Demnach ist mit der Beschwerdegegnerin von 

einer 50%igen Arbeitsfähigkeit in leidensadaptierten Tätigkeiten auszugehen.

2.5. 

Der Beschwerdeführer bestreitet die Verwertbarkeit der bescheinigten 

Restarbeitsfähigkeit von 50% auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt.

3.1. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 13/21

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Dass trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung zumutbarerweise erzielbare 

Einkommen ist bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 16 ATSG) zu 

ermitteln. Dieser ist gekennzeichnet durch ein gewisses Gleichgewicht zwischen 

Angebot und Nachfrage nach Arbeitskräften und weist einen Fächer verschiedener 

Tätigkeiten auf (BGE 110 V 273 E. 4b). Dies gilt sowohl bezüglich der dafür verlangten 

beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen 

Einsatzes (Urteil des Bundesgerichts vom 26. Juni 2018, 8C_133/2018, E. 2.2.1). An die 

Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten sind keine 

übermässigen Anforderungen zu stellen. Der ausgeglichene Arbeitsmarkt umfasst auch 

sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeitsangebote, bei denen 

Behinderte mit einem sozialen Entgegenkommen von Seiten des Arbeitgebers rechnen 

können (Urteil des Bundesgerichts vom 21. September 2010, 9C_124/2010, E. 2.2 mit 

Hinweis). Von einer Arbeitsgelegenheit kann jedoch dann nicht mehr gesprochen 

werden, wenn die zumutbare Tätigkeit nur noch in so eingeschränkter Form möglich 

ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter 

nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich 

wäre und das Finden einer entsprechenden Stelle daher von vornherein als 

ausgeschlossen erscheint (BGE 138 V 457 E. 3.1; Urteil des Bundesgerichts vom 6. Juli 

2017, 9C_253/2017, E. 2.2.1).

3.2. 

Das fortgeschrittene Alter wird, obgleich an sich ein invaliditätsfremder Faktor, in 

der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches zusammen mit weiteren per­

sönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die einer 

versicherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt realistischerweise nicht mehr nachgefragt wird. Fehlt es an einer 

wirtschaftlich verwertbaren Resterwerbsfähigkeit, liegt eine vollständige 

Erwerbsunfähigkeit vor, die einen Anspruch auf eine ganze Invalidenrente begründet 

(BGE 138 V 457 E. 3.1). Der Einfluss des Lebensalters auf die Möglichkeit, das 

verbliebene Leistungsvermögen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, 

lässt sich nicht nach einer allgemeinen Regel bemessen, sondern hängt von den 

Umständen des Einzelfalls ab. Massgebend können die Art und Beschaffenheit des 

Gesundheitsschadens und seiner Folgen, der absehbare Umstellungs- und 

Einarbeitungsaufwand und in diesem Zusammenhang auch Persönlichkeitsstruktur, 

vorhandene Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung, beruflicher Werdegang oder 

Anwendbarkeit von Berufserfahrung aus dem angestammten Bereich sein (BGE 138 V 

457 E. 3.1 mit Hinweisen). Körperlich leichte Hilfstätigkeiten werden auf dem 

massgebenden hypothetisch ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 16 ATSG) 

grundsätzlich altersunabhängig nachgefragt (Urteil des Bundesgerichtes vom 29. Juni 

3.3. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 14/21

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2018, 9C_862/2017, E. 3.3.3 mit Hinweis). Die Rechtsprechung hat für die 

Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit älterer Menschen relativ hohe Hürden 

aufgestellt (Urteile des Bundesgerichtes vom 18. Dezember 2019, 9C_693/2019, E. 5 

mit Hinweisen und vom 31. August 2018, 8C_117/2018, E. 5; Hans-Jakob Mosimann, 

Problemzonen Invalideneinkommen - Alter, Leidensabzug, Selbsteingliederung, 

Parallelisierung, in: Sozialversicherungsrechtstagung 2018, Ueli Kieser (Hrsg.), 2019, S. 

161 ff, S. 164 ff.).

Die Möglichkeit, die verbliebene Arbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt zu verwerten, hängt nicht zuletzt davon ab, welcher Zeitraum der 

versicherten Person für eine berufliche Tätigkeit und vor allem auch für einen allfälligen 

Berufswechsel noch zur Verfügung steht. Als massgebender Stichtag für die 

Beantwortung dieser Frage ist der Zeitpunkt des Feststehens der medizinischen 

Zumutbarkeit einer (Teil-) Erwerbstätigkeit ausschlaggebend. Dieser Zeitpunkt ist 

gegeben, sobald die medizinischen Unterlagen diesbezüglich eine zuverlässige 

Sachverhaltsdarstellung erlauben (BGE 138 V 457 E. 3.3).

3.4. 

Die medizinische Zumutbarkeit einer Teilerwerbstätigkeit stand vorliegend 

spätestens mit dem Bericht von Dr. E.___ vom 1. April 2019 fest. Zu diesem Zeitpunkt 

war der Beschwerdeführer 61 Jahre und 6 Monate alt, womit ihm noch eine 

Aktivitätsdauer von rund drei Jahren und sechs Monaten bis zur ordentlichen 

Pensionierung verbleibt. Diese Aktivitätsdauer reicht grundsätzlich - auch bei einer 

Restarbeitsfähigkeit von 50% - aus, um eine neue einfache Erwerbstätigkeit 

aufzunehmen, sich einzuarbeiten und die Arbeit auszuführen.

3.5. 

In qualitativer Hinsicht sind dem Beschwerdeführer Tätigkeiten mit sehr hohen 

Anforderungen an die Konzentrationsdauer und geistige Flexibilität (z.B. 

Fliessbandarbeiten, Tätigkeiten mit sehr häufigem Wechsel der Arbeitsabläufe und mit 

Verletzungsgefahr), Tätigkeiten mit sehr hohen Anforderungen an die allgemeine 

psychische Belastbarkeit (z.B. Tätigkeiten unter sehr vielen äusseren Reizen, 

insbesondere Lärm, Arbeit in grossen Teams oder mit viel Kundenkontakt) sowie 

Nachtarbeiten nicht zumutbar (IV-act. 83). Zudem sind ihm nur leichte, 

wechselbelastende Tätigkeiten ohne hohe Anforderungen an die Feinmotorik zumutbar. 

Ihm steht aufgrund dieses Zumutbarkeitsprofils ein zwar eingeschränktes, aber 

dennoch genügend weites Betätigungsfeld (z.B. leichte Kontroll-, Prüf-, 

Überwachungs-, Verpackungs-, Sortier- oder Montagetätigkeiten) auf dem 

ausgeglichenen Hilfsarbeiter-Arbeitsmarkt zur Verfügung. Bezüglich vorhandener 

Ausbildung und beruflichem Werdegang ist den Akten zu entnehmen, dass der 

Beschwerdeführer zwar über keinen Lehrabschluss verfügt. Aus seiner 

3.6. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 15/21

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4.  

Erwerbsbiografie ist hingegen ersichtlich, dass er als Gleisarbeiter, als Hilfselektriker, 

als Betriebsmitarbeiter im Metallbau, als Schweisser, als Hilfsschreiner, als 

Hilfselektroniker und als Mitarbeiter in der Elektromontage gearbeitet hatte (IV-act. 45). 

Der Beschwerdeführer verfügt demnach über langjährige Berufserfahrungen in 

verschiedenen Hilfsarbeitertätigkeiten, mit Anforderungen sowohl an die Grob- als 

auch an die Feinmotorik. Die bisherigen Berufserfahrungen zeugen auch von einer 

vorhandenen Umstellungsfähigkeit des Beschwerdeführers im Erwerbsleben und der 

Fähigkeit, sich an neue Aufgaben und Strukturen anpassen zu können. Zudem ziehen 

Hilfstätigkeiten rechtsprechungsgemäss nur kurze Umstellungs- und 

Einarbeitungsaufwände nach sich und setzen keine Ausbildung oder Berufserfahrung 

voraus.

Der Beschwerdeführer kann aus der von ihm zitierten Rechtsprechung betreffend 

Unverwertbarkeit von Restarbeitsfähigkeit von 50% bei älteren Arbeitnehmern 

diesbezüglich nichts zu seinen Gunsten ableiten (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 

18. Dezember 2019, 9C_693/2019, E. 4.2). Er vermag nicht aufzuzeigen, weshalb seine 

Restarbeitsfähigkeit von 50% in adaptierten Tätigkeiten nicht verwertbar sei. Die 

50%ige Arbeitsfähigkeit stellt kein aussergewöhnlich tiefes Arbeitspensum dar, ebenso 

kann den geltend gemachten Einschränkungen nicht die Bedeutung einer 

Unverwertbarkeit beigemessen werden. Ausgehend vom ausgeglichenen Arbeitsmarkt, 

der auch Nischenarbeitsplätze umfasst, erscheint vorliegend das Finden einer 

zumutbaren Stelle nach dem Gesagten nicht zum Vornherein ausgeschlossen. 

Ebenfalls ist nicht auf die Notwendigkeit eines überdurchschnittlichen 

Entgegenkommens eines potentiellen Arbeitgebers zu schliessen. In Berücksichtigung 

des medizinischen Zumutbarkeitsprofils, der strengen bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung (siehe E. 3.3 vorstehend) sowie der verbleibenden Aktivitätsdauer von 

drei Jahren und sechs Monaten ist die Beschwerdegegnerin zu Recht von der 

Verwertbarkeit der Resterwerbsfähigkeit ausgegangen, hat im Gegenzug aber einen 

höheren Tabellenlohnabzug vorgenommen, worauf nachfolgend noch Bezug 

genommen wird.

3.7. 

Die Beschwerdegegnerin hat den Rentenbeginn auf den 1. August 2018 gelegt. 

Unter Berücksichtigung des Beginns der Arbeitsunfähigkeit am 3. August 2017, der 

Erfüllung des Wartejahres am 3. August 2018 sowie der Anmeldung vom 18. August 

2017 hat die Beschwerdegegnerin diesen korrekt festgesetzt.

4.1. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 16/21

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Umstritten ist ferner der Invaliditätsgrad des Beschwerdeführers. Diesbezüglich 

rügt der Beschwerdeführer, die Beschwerdegegnerin sei nicht von den korrekten 

Parametern beim Einkommensvergleich ausgegangen. Es seien auch die Einkommen 

der Jahre 2012 und 2013 bei der Ermittlung des Valideneinkommens zu 

berücksichtigen.

4.2. 

Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die 

versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der 

medizinischen Behandlungen und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 

zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung 

gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 

geworden wäre (Art. 16 ATSG). Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist 

entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen 

Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als 

Gesunde tatsächlich verdienen würde. Hierzu wird in der Regel am zuletzt erzielten, der 

Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, 

da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne 

Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre (BGE 135 V 58). Der Invaliditätsgrad ist 

durch Prozentvergleich zu ermitteln, wenn Validen- und Invalideneinkommen sich nicht 

hinreichend genau oder nur mit unverhältnismässig grossem Aufwand bestimmen 

lassen und in letzterem Fall zudem angenommen werden kann, die Gegenüberstellung 

der nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände geschätzten, mit 

Prozentzahlen bewerteten hypothetischen Einkommen ergebe ein ausreichend 

zuverlässiges Resultat (BGE 114 V 310 E. 3a S. 312 f.; Urteil des Bundesgerichts vom 

10. April 2017, 9C_804/2016, E. 2.2). Diese Berechnungsweise ist insbesondere 

anwendbar, wenn die konkreten Verhältnisse so liegen, dass die Differenz zwischen 

Validen- und Invalideneinkommen die für den Umfang des Rentenanspruchs 

massgebenden Grenzwerte von 70, 60, 50 und 40 Prozent (Art. 28 Abs. 2 IVG) 

eindeutig über- oder unterschreitet (BGE 104 V 135 E. 2b; Urteile des Bundesgerichts 

vom 11. Dezember 2013, 8C_333/2013, E. 5.3; vom 23. März 2010, 9C_100/2010, E. 

2.1).

4.3. 

Bei dem von der Beschwerdegegnerin vorgenommenen Einkommensvergleich 

unter Berücksichtigung eines Abzugs von 20% vom Tabellenlohn ist zu beachten, dass 

es lediglich aufgrund des geringen Minderverdienstes des Beschwerdeführers von 

unter 5% bei einem knapp unter 60% liegenden IV-Grad geblieben ist. Die 

Beschwerdegegnerin hat das Valideneinkommen mittels des Durchschnitts der Jahre 

2014 - 2016 bzw. nach Rücksprache mit der ehemaligen Arbeitgeberin auf Fr. 64'629.-- 

4.4. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 17/21

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und nicht - wie vom Beschwerdeführer beantragt - auf Fr. 66'361.80 festgelegt (vgl. 

Einkommensvergleich vom 18. April 2019, IV-act. 85; Einkommensvergleich vom 22. 

Juli 2019; Notiz vom 22. Juli 2019, IV-act. 92).

Dem Fragebogen für Arbeitgebende ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer 

ab Januar 2013 ein monatliches Einkommen von Fr. 4'625.-- und ein jährliches Ein­

kommen (inkl. 13. Monatslohn) von Fr. 60'125.-- erzielt hatte (vgl. IV-act. 21). Daneben 

richtete der Arbeitgeber auch Gratifikationen (Weihnachtsgratifikation), teilweise weitere 

Bonusleistungen (Leistungsbonus, Sonderprämie) und Entschädigungen für geleistete 

Überzeit aus, welche jeweils unterschiedlich hoch ausgefallen sind (IV-act. 21 und 92). 

Eine Regelmässigkeit der jährlich geleisteten Überstunden durch den 

Beschwerdeführer ist jedoch nicht ausgewiesen. Ferner fällt auf, dass das 

Jahreseinkommen bereits ab dem Jahre 2013 (Einkommen 2012: Fr. 68'243.--; 2013: 

Fr. 69'680.--; 2014: Fr. 67'044.--; 2015: Fr. 64'015.--; 2016: Fr. 62'827) stetig 

abgenommen hatte (vgl. IK-Auszug, IV-act. 6). Entgegen den Vorbringen des 

Beschwerdeführers ist nicht erstellt, dass sich seine gesundheitlichen Einschränkungen 

bereits in den Jahren vor der IV-Anmeldung lohnmindernd ausgewirkt haben sollen. 

Zwar wurde die Diagnose des Myeloms im Jahr 2010 gestellt, jedoch resultierte daraus 

keine Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit. So nahm der Beschwerdeführer auch erst 

nach der Diagnosestellung am 1. Juni 2011 die Tätigkeit bei der D.___ AG auf und zwar 

in einem vollen Pensum. Die Einkommen schwankten ab dem Zeitpunkt des 

Stellenantritts, wie dem IK-Auszug zu entnehmen ist. Gemäss dem Lohnjournal der 

Jahre 2014 bis 2016 zeigt sich, dass die Schwankungen der Höhe der 

Weihnachtsgratifikation und des Lohnbonus zuzuschreiben sind. Eine 

Verschlechterung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers ist erst ab März 

2017 in den medizinischen Akten dokumentiert (act. 7-3). Die Einkommen des 

Beschwerdeführers seit dem Jahr 2012 haben sich ziemlich genau auf dem Niveau der 

Tabellenlöhne gemäss der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung bewegt (LSE; vgl. 

IV-Textausgabe 2019, Anhang 2, S. 228). Hinzu kommt, dass der Beschwerdeführer 

mehrmals längere Zeit arbeitslos war und nicht davon auszugehen ist, dass er sich 

freiwillig mit einem unterdurchschnittlichen Einkommen begnügt hat. Insgesamt ist es 

deshalb sachgerecht, sowohl das Validen- wie auch das Invalideneinkommen auf der 

Basis der Tabellenlöhne festzulegen und einen Prozentvergleich durchzuführen (vgl. 

z.B. Urteil des Bundesgerichts vom 17. April 2017, 9C_675/2016, E. 3.2 mit Hinweisen).

4.5. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 18/21

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 4.6. 

Zu prüfen verbleibt, ob ein behinderungsbedingt oder anderweitig begründeter 

Abzug vorzunehmen ist. Der Beschwerdeführer erachtet einen Abzug von 20% für 

gerechtfertigt (act. G 1), welchen die Beschwerdegegnerin bereits mit Verfügung vom 

28. August 2019 gewährte. Zur Begründung des vorgenommenen Abzugs von 20% 

gab die Beschwerdegegnerin an, dass neben der Berücksichtigung der 

leidensbedingten Einschränkungen im Umfang von 10% zusätzlich ein Abzug vom 

Tabellenlohn von 10% zu gewähren sei, da der Beschwerdeführer die 

Restarbeitsfähigkeit nur in Teilzeit verwerten könne (IV-act. 93-1).

4.6.1. 

Mit dem Abzug vom Tabellenlohn nach BGE 126 V 75 soll der Tatsache 

Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und 

Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder 

Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben 

können und je nach Ausprägung die versicherte Person deswegen die verbliebene 

Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nur mit 

unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann (BGE 135 V 297 E. 5.2). 

Bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene 

gesundheitliche Einschränkungen dürfen nicht zusätzlich in die Bemessung des 

leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben 

Gesichtspunkts führen. Der Abzug ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach 

pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25% nicht übersteigen 

(BGE 126 V 75 E. 5b; Urteil des Bundesgerichts vom 20. April 2018, 9C_883/2017, E. 

2.2). Die Überprüfung des Tabellenlohnabzugs schliesst für das kantonale Gericht auch 

die Beurteilung der Angemessenheit des Abzugs ein (Urteil des Bundesgerichtes vom 

31. August 2018, 8C_327/2018, E. 3.3).

4.6.2. 

Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, die verbleibende 50%ige Rest­

erwerbsfähigkeit sei infolge der behinderungsbedingten Einschränkungen (chronische 

Schmerzen, Tagesschläfrigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, Haltetremor etc.) nur 

mit unterdurchschnittlichem Erfolg verwertbar (vgl. act. G 1), weshalb ein 

leidensbedingter Abzug vorzunehmen sei, kann ihm nicht gefolgt werden. Mit Bezug 

auf den behinderungs- bzw. leidensbedingten Abzug ist vorliegend zu beachten, dass 

die geltend gemachten gesundheitlichen Einschränkungen bereits teilweise in der 

Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthalten sind. So sind in der aus 

psychiatrischer Sicht reduzierten Arbeitsfähigkeit die eingeschränkte 

Konzentrationsdauer, die rasche körperliche und geistige Ermüdung, die 

4.6.3. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 19/21

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eingeschränkte geistige Flexibilität und die verlangsamte Psychomotorik bereits in der 

Arbeitsfähigkeitsschätzung berücksichtigt worden. Die Beschwerdegegnerin gewährte 

dem Beschwerdeführer unter Hinweis auf leidensbedingte Einschränkungen und der 

Umstellung von grobmotorischen auf feinmotorische Tätigkeiten einen Abzug von 10%. 

Jedoch scheint bereits die angestammte Tätigkeit keine grossen Anforderungen an die 

Grobmotorik sondern eher höhere Anforderungen an die Feinmotorik gestellt zu haben 

(vgl. IV-act. 41-1). Die adaptierte Tätigkeit darf demgegenüber gerade nicht zu hohe 

Anforderungen an die Feinmotorik stellen (act. 66-2; vgl. auch Vorbescheid vom 7. 

November 2018, act. 69-2; im Gegensatz zum Rentenfeststellungsblatt vom 18. April 

2018, act. 86-2; sowie Verfügungsbegründung, act. 93-1). Insofern ist nicht, wie dies 

die Beschwerdegegnerin annahm, ein Wechsel von einer grobmotorischen zu einer 

feinmotorischen Tätigkeit nötig und mit Blick darauf kein Tabellenlohnabzug angezeigt.

Ob ein Abzug vom Tabellenlohn vorzunehmen ist, wenn eine versicherte Person 

ihre Arbeitsfähigkeit nicht vollschichtig umsetzen kann, muss stets mit Blick auf den 

konkreten Beschäftigungsgrad und die jeweils aktuellen Tabellenwerte ermittelt 

werden. Gemäss der LSE-Tabelle T18 für das Jahr 2018 verdienten zwar statistisch 

Männer ohne Kaderfunktion mit einem Beschäftigungsgrad von 50-74% gut 4% 

weniger als solche mit einem Beschäftigungsgrad von 90% und mehr. Dies stellt aber 

rechtsprechungsgemäss keine überproportionale Lohneinbusse dar (Urteil des 

Bundesgerichts vom 25. Mai 2020, 9C_223/220, E. 4.32.2). Die Nichtberücksichtigung 

dieser statistischen Lohndifferenz verletzt daher kein Bundesrecht. Dass zwingend ein 

Abzug vorzunehmen sein soll, wenn nur noch eine Teilzeittätigkeit zumutbar ist, ergibt 

sich aus der Rechtsprechung gerade nicht (Urteil des Bundesgerichts vom 15. Juli 

2020, 8C_151/2020, E. 6.3.1 mit Hinweisen).

4.6.4. 

Ferner kann das Merkmal "Alter" einen Abzug vom Tabellenlohn rechtfertigen, 

was aber jeweils unter Berücksichtigung aller konkreten Umstände des Einzelfalls zu 

prüfen ist. Dies gilt insbesondere im Bereich der Hilfsarbeiten auf dem hypothetisch 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt, wo sich ein fortgeschrittenes Alter nicht zwingend 

lohnsenkend auswirken muss. Gerade Hilfsarbeiten werden auf dem massgebenden 

ausgeglichenen Stellenmarkt altersunabhängig nachgefragt. Bei Männern im 

Alterssegment von 50 bis 64/65 wirkt sich das Alter gemäss den LSE-Erhebungen bei 

Stellen ohne Kaderfunktion eher lohnerhöhend aus (rund 9 % gemäss LSE 2018, 

Tabelle TA9, Median). Ob dies auch für jene Versicherten gilt, die sich in 

fortgeschrittenem Alter beruflich neu zu orientieren haben, mag hier offenbleiben. 

Jedenfalls lässt sich mit den verfügbaren statistischen Angaben nicht untermauern, 

dass diese Kategorie unter Berücksichtigung ihrer kurzen Aktivitätsdauer bis zur 

4.6.5. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 20/21

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5.  

Entscheid

Pensionierung nicht mit einem durchschnittlichen Einkommen rechnen könnte bzw. 

bedeutsame Einbussen in Kauf zu nehmen hätte (BGE 146 V 16 E. 7.2.1).  

Das Alter des Beschwerdeführers rechtfertigt gemäss vorstehenden 

Ausführungen zwar nicht die Annahme der Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit, 

rechtfertigt jedoch zusammen mit der fehlenden Berufserfahrung und -routine sowie 

der qualitativen Einschränkung der Leistungsfähigkeit einen Abzug. Aufgrund dieser 

mehrfachen Einschränkungen erscheint die erwerbliche Verwertbarkeit der 

verbleibenden Arbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt gegenüber einem 

gesunden Arbeitnehmer bei ansonsten gleichen Verhältnissen als reduziert, weshalb 

ein Tabellenlohnabzug vorzunehmen ist. Der von der Beschwerdegegnerin 

vorgenommene Abzug von gesamthaft 20% erscheint unter Berücksichtigung aller 

Umstände jedoch als zu hoch. Insbesondere da es sich nach BGE 126 V 75 E. 5b/bb 

nicht rechtfertigen lässt, für jedes zur Anwendung gelangende Merkmal separat 

quantifizierte Abzüge vorzunehmen. Vielmehr ist der Einfluss aller Merkmale auf das 

Invalideneinkommen unter Würdigung aller Umstände im Einzelfall nach 

pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen. Bereits unter Berücksichtigung 

der attestierten Arbeitsunfähigkeit von 50% ohne Vornahme eines Abzugs beim 

Invalideneinkommen ergibt sich ein IV-Grad von 50% und damit Anspruch auf eine 

halbe Rente. Auch bei Gewährung des vorliegend maximal zu rechtfertigenden Abzugs 

von 15% (50% + [50% x 15%]) würde die nächsthöhere Rentenschwelle von 60% bei 

einem IV-Grad von 57.5% nicht erreicht.

4.6.6. 

Zusammenfassend ist die Zusprache einer halben Invalidenrente zu bestätigen.4.7. 

Nach dem Gesagten ist die Verfügung vom 28. August 2019 nicht zu beanstanden 

und die Beschwerde vollumfänglich abzuweisen.

5.1. 

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheinen in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem 

Ausgang des Verfahrens entsprechend ist sie dem Beschwerdeführer aufzuerlegen. 

Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist daran anzurechnen. 

Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine 

Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG).

5.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 21/21

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im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.

Der Beschwerdeführer hat die Gerichtskosten von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der 

geleistete Kostenvorschuss in gleicher Höhe wird angerechnet.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 17.02.2021
	Art. 16 ATSG; Art. 28 Abs. 1 IVG: Anspruch auf eine halbe Invalidenrente. Anforderungen an den Beweiswert von Arztberichten. Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit bejaht. Prozentvergleich. Abzug vom Tabellenlohn (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 17. Februar 2021, IV 2019/264).

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